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Glaube & Wissenschaft
Placidus Fixlmillner
«Wie man jemanden liebt, so wird man wieder geliebt» war der Wahlspruch des Benediktinerpaters Placidus Fixlmillner.
Seine Liebe gilt allen Wissenschaften, in denen sich systematische Akribie und kreative Intuition verbinden.
Geboren 1721 in Oberösterreich, tritt Fixlmillner 1737 ins Benediktinerkloster Kremsmünster ein, studiert Philosophie und Theologie. Ab 1746 ist er in Salzburg Kirchenrechtsprofessor und Apostolischer Notar des römischen Gerichtshofs. Er spielt leidenschaftlich Orgel, komponiert, befasst sich mit Musiktheorie und entwickelt eine eigene, leicht lesbare Notenschrift. Dabei verbindet er logische Genauigkeit mit der Vereinfachung unnötiger Komplexität.
1762 wird Fixlmillner Direktor der Sternwarte Kremsmünster. Er muss die Position der Sternwarte neu bestimmen; seine dazu entworfene Methode entwickelt sich zu einem Standard der Astrogeodäsie. Nach dem Venustransit von 1769 berechnet er den Abstand der Sonne zur Erde nicht nur genauer als je zuvor, sondern auch genauer als alle anderen, da er Fehler in Vorberechnungen ausmerzt. Er befasst sich mit den bisher vernachlässigten Sonnenflecken und entdeckt so die Eigenrotation der Sonne. Als 1781 der neue Planet Uranus entdeckt wird, bestimmt Fixlmillner als Erster dessen Umlaufbahn.
1791 stirbt er, unter Theologen und Naturwissenschaftlern angesehen, im Kloster unter den Mitbrüdern beliebt.
Text: Tobias Grimbacher, Naturwissenschaftler und Autor