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"Es wird weiter gestrickt", trotz Wollmangel, so war mitten im zweiten Weltkrieg in dem achtseitigen, illustrierten Heft zu lesen, für das sich die Annabelle im Modehaus Grieder an der Zürcher Bahnhofstrasse inspirieren liess. Die Strickmodelle wurden aus einem Viscosegarn hergestellt, das 1931 in den USA entwickelt, von der Textilfirma Heberlein in Wattwil unter dem Namen "Helanca" patentiert und dort ab 1936 produziert wurde.
Ab 1. März 1946 heisst die Abteilung für Handstrickarbeiten unter dem Dach von Grieder "Lainière":
Den Anlass für meine Recherche über die Strickmode von Grieder gab ein Seidentop, das ich auf dem Flohmarkt gefunden hatte. Es ist auffallend schön gearbeitet, fully fashioned (ganz ohne Zuschnitt), was mich etwas wundert, da es sich um ein älteres Modell handeln dürfte. Das Etikett lässt darauf schliessen, dass das Top nach 1972 gestrickt wurde, denn in diesem Jahr wurde Grieder von der Familie Brunschwig übernommen, die in der Westschweiz seit 1891 Geschäfte unter dem Namen "Bon Génie" führte. Vielleicht wurde das Top zum Golfspielen getragen, da es dem Dresscode dieser Sportart entspricht: wenn ärmellos, dann mit Kragen.
Grieder hat sein umfangreiches Firmenarchiv der Stadt Zürich vermacht, wo es im Stadtarchiv am Neumarkt eingesehen werden kann. Mein Top habe ich dort zwar nicht gefunden, aber das Heft "Annabelle und die Grieder" und die Unterlagen zur Strickabteilung "Lainière".