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Die wichtigsten Schriftzeichen der Heisei-Ära
Am 1. Mai beginnt mit dem Kaiserwechsel die neue Ära Reiwa (Asienspiegel berichtete). Gleichzeitig endet damit Heisei-Periode, die am 8. Januar 1989 ihren Anfang nahm. Diese 30-jährige Periode wurde ihrem Namen – Heisei wird als «Frieden überall» übersetzt – gerecht. Denn zum ersten Mal in der modernen Geschichte Japans, die mit der Meiji-Zeit (1868 – 1912) begann, war das Land in keinen Krieg direkt involviert. Es war tatsächlich eine Ära des Friedens und in dem Sinn auch ein Fortsetzung der erfolgreichen Nachkriegsjahrzehnte der Shōwa-Ära.
Die vier repräsentativsten Schriftzeichen
Doch ruhig war es auch in der Heisei-Zeit nicht. Es war eine Zeit der Naturkatastrophen, der Krisen, wirtschaftlicher Stagnation und des Umbruchs, wie auch eine Umfrage von Sumitomo Life Insurance klar macht, in der die Schriftzeichen (jp. Kanji) gesucht wurden, die die Heisei-Ära am besten wiedergeben. Dabei überwiegen die Kanji, die eine negative Bedeutung haben.
An erster Stelle, mit 21 Prozent aller Stimmen, kam das Zeichen sai 災 für «Katastrophe». Der Saringas-Anschlag von 1995, das grosse Erdbeben von Kobe im selben Jahr, die Dreifachkatastrophe von 2011 im Nordosten oder das Doppelerdbeben von 2016 in Kumamoto waren grosse Einschnitte im Leben der Japaner. Es war Jahrzehnten mit einer überdurchschnittlichen Häufung starker Erdbeben. Auf dem zweiten Rang ist das Schriftzeichen hen 変 für die «Veränderung». Das Platzen der Wirtschaftsblase gefolgt von der jahrelangen wirtschaftlichen Stagnation, der Sprung vom Analog- in das Digital-Zeitalter, die Einführung einer Mehrwertsteuer oder auch die Wirtschaftskrise von 2008 werden als repräsentative Beispiele genannt. In diesem Zusammenhang steht auch das Kanji ran 乱 die «Unordnung», die an die dritte Stelle gewählt wurde.
Aber auch der Frieden findet Platz in dieser Rangliste der repräsentativen Schriftzeichen der Heisei-Ära. Hierfür wurde stellvertretend das Kanji hei 平 von heisei 平成 gewählt.
Das Kanji des Jahres
In Japan wird übrigens alljährlich am Ende des Jahres von der Kanji Aptitude Foundation feierlich das Schriftzeichen des Jahres gekürt. 2018 wurde, nach einem Sommer der grossen Hitze, der Erdeben, Taifune und Überschwemmungen, ebenfalls sai 災 gewählt (Asienspiegel berichtete). Es war nach 2004 das zweite Mal, dass dieses Kanji ganz oben stand. Dabei zeigt sich: Es sind einschneidende Katastrophen und Umbrüche, die den Menschen am stärksten in Erinnerungen bleiben.
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