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Alex Capus, geboren 1961. Studierte an der Universität Basel Geschichte, Philosophie und Ethnologie und arbeitete als Journalist. Capus schreibt Romane, Kurzgeschichten und Reportagen und wurde für sein Werk vielfach ausgezeichnet. Er lebt in Olten.
Alex Capus zeigt sich mit dem historischen Roman «Susanna» auf der Höhe der Fabulierkunst. Im Zentrum steht die schweizerisch-amerikanische Malerin und Bürgerrechtlerin Caroline Weldon (1844–1921), die als Sekretärin des Stammeshäuptlings Sitting Bull bekannt wurde. Capus zeichnet ihren Weg aus dem Basler Bürgertum in die Neue Welt so exakt wie empathisch nach. Sein spannendes, dialogreiches Buch erzählt die Geschichte einer Emanzipation – und zugleich diejenige einer grossen Liebe.
Da war dieses Mädchen. Ich wünschte, ich hätte sie gekannt. Ich wünschte, ich wäre schon auf der Welt gewesen, als sie dem Pferdeknecht Anton Morgenthaler, der doppelt so groß, drei Mal so breit und fünf Mal so schwer war wie sie, in einem Akt entschlossener Notwehr mit dem rechten Zeigefinger das linke Auge ausstach. Sie hieß Susanna Faesch und war fünf Jahre alt an jenem Januarmorgen, an dem sie an der Hand ihrer Mutter aus dem Haus trat. Es war ein schönes Haus.
Lesung und Gespräch