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Der Name des Siegers Brian Harman könnte schon sehr bald wieder in Vergessenheit geraten.
An den vier Majorturnieren des Golfsports - das British Open ist das älteste davon - versammelt sich immer die ganze Weltelite. Die Wahrscheinlichkeit, dass einer der Besten gewinnt, ist jedes Mal recht hoch. Aber eine Garantie gibt es bei weitem nicht. Denn ziemlich hoch ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass ein Aussenseiter, ein wenig reputierter Golfer, über die vier Tage das Turnier seines Lebens spielt. Dass er so gut spielt wie nie vorher und nie mehr nachher.
Brian Harman hatte immerhin schon zwei «normale» Turniere auf der US PGA Tour gewonnen. Aber diese Siege sind nicht bedeutend und liegen sechs beziehungsweise neun Jahre zurück. Den vollkommen unerwarteten grossen Coup am British Open auf dem «Royal-Liverpool»-Platz hat er am Wochenende mit 36 Jahren gelandet - in einem Alter, das auch für die langlebigen Golfprofis fortgeschritten ist. Es ist mehr als fraglich, ob er je wieder an einem Majorturnier um die vordersten Plätze mitspielen wird.
Harmans Vorgänger
Brian Harman hat zahlreiche Vorgänger an namenlosen Triumphatoren. Am British Open setzten sich 2003 und 2004 die Amerikaner Ben Curtis respektive Todd Hamilton durch. Beide verschwanden kurz darauf in der Versenkung, beide verloren das Spielrecht auf der amerikanischen Tour, weil sie es in der Jahreswertung nicht unter die besten 125 gebracht hatten. In den USA, auf dem bedeutendsten Circuit, konnten sie lediglich noch ab und zu dank Einladungen spielen. Aber auch nur so lange, als ihre Namen noch einigermassen geläufig waren.
Y.E. Yang gewann als erster Südkoreaner ein Majorturnier, die US PGA Championship 2009. Ihm erging es nicht viel anders als Curtis und Hamilton. Schon nach wenigen Jahren hatte er auf dem amerikanischen Circuit kein Spielrecht mehr. Er versuchte es auf der europäischen Tour, konnte sich aber selbst dort nicht mehr festsetzen. Am Schweizer Turnier in Crans-Montana hatte er 2016 einen einmaligen Auftritt. Als 136. verpasste er die Finalrunden um acht Schläge.
Die Liste von Majorturnier-Siegern, die ihre Leistung nicht annähernd bestätigen konnten, liesse sich schier beliebig verlängern.
Nobodys statt McIlroy
Wie an den Turnieren auf Grand-Slam-Stufe wünscht man sich auch am Omega European Masters in Crans-Montana Jahr für Jahr einen renommierten Sieger. Der nordirische Superstar Rory McIlroy hätte den sehnlichen Wunsch des Turnierdirektors Yves Mittaz zweimal um ein Haar erfüllt. 2008 und 2019 erreichte McIlroy das Stechen. Das erste Mal unterlag er dem Franzosen Jean-François Lucquin, das zweite Mal dem Schweden Sebastian Söderberg.
Lucquin verlor 2010 das Spielrecht auf der europäischen Tour und beendete 2016 die Karriere mangels Erfolg. Söderberg ist in den letzten vier Jahren nie mehr in die Nähe eines weiteren Turniersieges gekommen. Die Namen von Eintagsfliegen sind auch auf dem Pokal auf dem Walliser Hochplateau eingraviert.