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In den Achzigerjahren erschien ein Multibandempfänger, der auch die VHF-Bereiche abdeckte - „Polizeifunkempfänger“ war sein Betrieb in Deutschland verboten, was den Besitz doppelt interessant machte, dem Gerät wurden überdurchschnittliche Empfangseigenschaften nachgesagt, was aber weit von der Realität entfernt war.
Beim Pan Crusader, der von Standard unter der Bezeichnung NR-82F1 hergestellt wurde, aber auch unter den Bezeichnungen Tokyo Crusader oder Globephone GS8008 DX vertrieben wurde, handelt es sich um einen Allwellenempfänger, der aufgrund der Abdeckung zahlreicher VHF-Bänder als „Exportgerät“ gehandelt wurde und sich aufgrund der Möglichkeiten, Polizeifunk- und BOS-Funkdienste anzuhorchen, grosser Beliebtheit erfreute.
Aufgrund der weniger strikten Gesetzgebung wurden die Empfänger öfters über die Schweiz vertrieben, hierzulande war im Gegensatz zum deutschen Nachbarland lediglich der Betrieb, nicht aber der Besitz des Geräts verboten; man durfte sich nur nicht dabei erwischen lassen, dass die Polizeifunkfrequenz beim Einschalten eingestellt war.
Aufgrund der breiten Frequenzabdeckung ging dem Empfänger ein guter Ruf als Empfänger, mit dem man alles hören kann voraus, welcher auch durch entsprechend ansprechende Prospekte aufrechterhalten wurde - die Realität der Empfangsleistungen sah wesentlich anders aus und entspricht den oft noch bei online - Auktionen hohen Preisen bei weitem nicht.
Das Gerät ist schon vom Konzept her schwach und kann mit den Möglichkeiten der später entwickelten PLL- Synthese - Scanner bei weitem nicht mithalten.
Der Kofferempfänger mit seinem Kunststoffgehäuse misst 49 x 32 x 18,5 cm und wiegt 6,2 kg, er kann mit 220 V Wechselstrom oder 8 UM-1 Monozellen betrieben werden.
An der linken Seite der Frontplatte findet sich der grosse Lautsprecher, rechts davon die horizontalen analogen Frequenzskalen mit dem AM-Bereichen oben und den VHF- / UHF-Bereichen unten.
Oberhalb des analogen Feldstärkeinstruments findet sich die grünleuchtende Fluoreszenzanzeige der digitalen Frequenzanzeige; ähnlich wie beim Panasonic RF-2800 oder RF-2900 arbeitet der Frequenzzähler nicht absolut exakt, die angezeigte Frequenz kann mit dem Regler „SW Calibrator“ bei einer auf bekannter Frequenz sendenden Station nachgestellt werden.
Im darunterliegenden Frontplattenbereich finden sich unter dem auf VHF wirksamen Squelch der Hauptschalter und der Schalter für die Skalenbeleuchtung und die digitale Frequenzanzeige.
Zwischen den Bandschaltern für die AM-Bereiche LW, MW, SW1 - SW4 und den VHF-Bereichen 1 - 5 sowie dem UHF-Bereich findet sich der AM / VHF-Umschalter.
Die Bedienelemente darunter sind nur auf den AM-Bereichen aktiv, der Bandbreitenschalter NARROW / WIDE, der Betriebsartenschalter (USB / NOR (steht für AM) / LSB), daneben die konzentrischen Regler für den BFO und den RF Gain und der Antennentrimmer.
Der Hauptabstimmknopf liegt ganz rechts, darunter der Lautstärkeregler und die getrennten Regler für Bässe und Höhen.
Der Betrieb des Pan Crusader / Standard NR-82F1 ist wenig problematisch, „Power“ und Frequenzanzeige auf „ein“, der Betriebsartenschalter muss auf „AM“ stehen und mit dem Bandbereichsschalter das Band „SW2“ gewählt werden, mit dem Abstimmknopf kann nun auf 6075 kHz eingestellt werden und benachbart das starke Signal der Deutschen Welle in Köln aufgesucht werden.
Zum normalen AM-Empfang muss der Betriebsartenschalter USB/NOR/LSB im der Normalstellung stehen, bei ungestörtem Empfang der Bandbreitenschalter auf WIDE, da der Empfänger oftmals zum Überladen neigt, muss evtl. der RF-Gain reduziert werden, mit dem Antennentrimmer wird auf Signalmaximum gepeakt.
Wenn beim mit dem S-Meter angezeigten Signalmaximum im Zähler nicht exakt 6075 kHz angezeigt werden, kann die angezeigte Frequenz mit dem „SW Calibrator“ nachgezogen werden, bis auf dem Signalmaximum auch exakt 6075 kHz angezeigt werden - die Frequenzstabilität des Signals der DW ist wesentlich besser, als die des Frequenzzählers des Crusader.
Die Empfangsqualität des Crusader / NR-82F1 liegt weit hinter dem zurück, was die Prospekte aus den Achzigern erwarten lassen würden und was dem Preis, der für das Gerät oftmals bei online - Auktionen verlangt und auch bezahlt würde, gerecht würde.
Die Trennschärfe auch nach Wechsel auf das schmale AM-Filter und die Frequenzstabilität lassen arg zu wünschen übrig, der Empfänger neigt bereits bei mittleren Signalpegeln zu Überladungserscheinungen, welche sich mit dem RF Gain - Regler nicht zufriedenstellend reduzieren lassen.
Die VHF-Bereiche lassen sich nur wenig sinnvoll einsetzen, der Crusader verfügt entsprechend dem Stand der Technik aus den frühen Achzigern weder über einen Suchlauf noch über zum Scanbetrieb notwendige Speichermöglichkeiten. Er kann zum Monitoring eines VHF-Kanals verwendet werden, allerdings ist auf den meisten Kanälen im Rahmen der digitalen Sprachverschlüsselung und der Trunked systems nicht mehr viel Interessantes zu hören - das Gerät taugt allenfalls noch als UKW-Radio. Flugfunkempfang ist nur mit grossen Abstrichen möglich, da in den VHF-Bereichen kein AM-Empfang möglich ist.
So sind der Pan Crusader und die technisch mit ihm verwandten Allwellenempfänger aus heutiger Sicht in der Regel überbezahlte Sammlergeräte mit völlig veraltetem technischem Konzept. Ein vernünftiger PLL-Synthesizer - Weltempfänger und ein Scanner der Einstiegsklasse bieten auf den Wellen wesentlich mehr und die relative Häufigkeit des Crusader macht ihn nicht zu einer Rarität. Die Umstände, dass heutzutage einem die VHF-Bereiche abdeckender Empfänger nicht mehr der Ruch des Verbotenen oder Geheimen anhaftet, haben den Mythos um den „Crusader“ verblassen lassen.
Doppelsuper, analoge Frequenzaufbereitung und digitaler Frequenzzähler.
Das Gerät ist halbleiterbestückt.