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Kurzanleitung für expressives Schreiben gegen Trauer, Trauma und Erschöpfung?
Anne Franks Tagebuch ist wohl das Bekannteste. Zu Ihren Einträgen schreibt sie, dass sie froh ist, ihre Gedanken wenigsten aufschreiben zu können, sonst würde sie ersticken. Viele Menschen greifen zu Papier und Bleistift um sich Luft zu machen.
Bereits im Jahr 1986 versuchten daher die Psychologen Pennebaker und Beall die Effekte des Schreibens auf die körperliche und psychische Gesundheit mit einer standardisierten Schreibaufgabe zu untersuchen, dass heute als Expressives Schreiben bezeichnet wird.
Emotionale Verarbeitung durch Expressives Schreiben?
Andere Bezeichnungen sind emotionales Schreiben, strukturiertes Schreiben oder „disclosive writing“. Beim Expressiven Schreiben stehen das bewusste Erzählen und die emotionale Verarbeitung im Vordergrund. Es ist einfach zu handhaben und bringt viele positive Effekte. Viele gefertigte Studien der letzten 20 Jahre haben dies bestätigt.
Was sind die positiven Effekte des expressiven Schreibens?
Eine Studie über Expressives Schreiben zeigte, dass die Teilnehmer seltener zum Arzt gingen, klinische Symptome unterschiedlicher Erkrankungen reduzierten sich. Aus psychologischer Sicht konnte beim Expressiven Schreiben eine Veränderung des Affekts festgestellt werden.
Heute existieren verschiedene Abwandlungen in Bezug auf Dauer, Häufigkeit oder Abstand der Schreibsitzung, wodurch es noch einfacher wird expressives Schreiben zur Stressbewältigung, bei Trauer oder Trauma, Mobbing oder gegen das Burnout anzuwenden.
Kurzanleitung für Expressives Schreiben
Für die Schreibtätigkeit sollte ein ungestörter, ruhiger Ort gewählt werden. Die Zeit kann am Morgen oder am Abend sein. Allerdings sollte vor dem Schlafengehen eine Ruhephase liegen.
Grund dafür ist, dass die Themen emotional berühren und aufwühlen und den Schlaf stören können.
An mindestens drei oder vier Tagen sollte jeweils 15 Minuten geschrieben werden. Am dritten oder vierten Tag haben gewöhnlich viele Menschen Probleme, das Thema wieder aufzunehmen. Doch die Schwierigkeit zeigt auch, dass vielleicht nun alle Gefühle und Emotionen niedergeschrieben sind.
Wer viel zu bewältigen hat, oder wem viele Gedanken und Themen durch den Kopf gehen, kann durchaus im Anschluss über ein weiteres Thema schreiben.
Wichtig ist Ehrlichkeit. Die Texte sind nur für den Schreiber bestimmt und können im Anschluss an den Schreibprozess sofort zerrissen oder gelöscht werden.
Es kommt vor, dass einen das Schreiben erschöpft oder traurig macht. All das vergeht und weicht einer Erleichterung oder Klarheit. Berührt das Thema zu stark, dann kann es auch gewechselt werden, bis die Zeit für dieses Thema gekommen ist.