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Basel, um 1500
Ulrich Bruder
Lindenholz, geschnitzt, ursprünglich farbig gefasst
H. 78, B. 30, T. 15 cm
Inv. 1919.488.
Nach der Legende verweigerte die römische Jungfrau die ihr vom Stadtpräfekten Fabricius angetragene Ehe unter Hinweis auf Christus als ihren Bräutigam. Bei ihrer Hinrichtung - Dorothea wird gesotten, geschlagen, gebrannt und enthauptet - erscheint ein himmlischer Botenknabe trotz der Winterszeit mit einem Körbchen voll Äpfeln und Rosen und straft den Gerichtsschreiber Lügen, der die Verurteilte verspottet hatte, doch Blumen aus dem Garten ihres Bräutigams zu schicken. Als seltenes Beispiel eines spätgotischen Holzbildwerks der hl. Dorothea wird unsere Figur von einem Knäblein begleitet. Dass sich seine Gestalt auf eine Stichvorlage, den Neujahrsgruss mit dem Christusknaben des oberrheinischen Meisters E.S., zurückführen lässt, verdient besondere Erwähnung. Die oberrheinische Druckgraphik nach der Mitte des 15. Jahrhunderts trug wesentlich zur Verbreitung von neuen Bildmustern und, wie in unserm Fall, von Einzelmotiven bei. Mit Tischmacher Ulrich Bruder von Otwyl am Bodensee - er signierte als sein Werk 1494 das Chorgestühl in St. Peter - konnte die aus Arlesheim erworbene Figur einem namhaften Basler Meister zugewiesen werden.