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Marie Spicher-Renggli kam am 28. Mai 1922 in Friseneit bei Schmitten zur Welt. Sie war das fünfte von elf Kindern des Josef Renggli und der Anna Maria Renggli, geborene Zumwald. Ihre Kindheit war glücklich, wenn auch von Armut geprägt.
Sie wäre gerne Schneiderin geworden, aber an eine Ausbildung war nicht zu denken. Sie arbeitete zunächst bei Bauern, bevor sie in Zürich eine Stelle in einer Wäscherei fand. Danach arbeitete sie in Bern in der Konfitüre-Fabrik Véron, wo sie ihren zukünftigen Gatten, Franz Spicher aus Ueberstorf, kennen und lieben lernte. Die wachsende Familie wohnte zuerst in Ueberstorf, bevor sie in Blumisberg bei Wünnewil ein Haus bauen konnte.
Der Tod ihres Gatten im Jahr 1966 war ein schwerer Schicksalsschlag. Das jüngste der vier Kinder war damals erst sechs Jahre alt. Bis zur Pensionierung arbeitete Marie Spicher-Renggli alsdann halbtags in der Kleiderreinigung Koella in Wünnewil. Als sie schon lange pensioniert war, half sie während vieler Jahre fremdsprachigen Kindern bei den Hausaufgaben. Sie besuchte zudem häufig Kranke und Alte zu Hause, in Spitälern oder in Pflegeheimen. Marie Spicher-Renggli war auch im Mütterverein aktiv, davon mehrere Jahre als Präsidentin. Weiter engagierte sie sich im Vinzenzverein und in der «Peru-Gruppe» von Pfarrer Kessler.
Das Heranwachsen ihrer elf Enkel und zehn Urenkel bereitete ihr viel Freude. Kraft fand sie auch im Glauben. So nahm sie Sonntag für Sonntag an der heiligen Messe teil. Viele Spaziergänge führten sie zudem in die Muttergottes-Grotte in Balsingen.
Marie Spicher-Renggli erfreute sich lange guter Gesundheit und konnte in ihrem geliebten Zuhause leben. Dank ihres starken Willens konnte sie nach Spitalaufenthalten je-weils wieder dorthin zurückkehren. Anfang Juni musste sie erneut ins Spital. Doch dies-mal fand sie nicht wieder zu Kräften, weshalb sie am 4. Juli ins Pflegeheim Sonnmatt in Schmitten eintreten musste. Dort ist sie in der Nacht auf Sonntag, den 25. August 2019, friedlich entschlafen.