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Wer von den vielen, die auf der Strasse Peterlingen-Romont durch Châtonnaye fahren, ahnt, dass südwestlich kurz vor dem malerisch gelgenen Städtchen einst eine Stattliche Siedlung bestand mit einer grossen Burg, die beide spurlos verschwunden sind. Reposiaux lag hier mit dem Sitz der Herrn von Châtonnaye. Die tiefen Schluchten zweier Bäche, des Champ Paris und des Felsenbaches, ruisseau des Roches, zerschneiden hier in weitem Bogen das Hochplateau und schufen in dem zungenförmigen Vorsprung einen ausgezeichneten Platz für eine Burg und befestigte Siedlung. Die Burg lag wahrscheinlich am westlichen Rande zur Broye hin, von wo aus sie die Ebene bis zum Jura beherrschte. Im Nordwesten schaute sie nach der Burg Contesson, im Südwesten nach Villarsel und von drüben, jenseits der Broye, grüssten die Türme von Surpierre herüber. Das Gelände fällt hier in zweimaliger Abtreppung ab, was vielleicht mit der Burganlage zusammenhängt. Mehr ist von der Burg nicht mehr festzustellen.
Das mit ihr verbundene Dorf Reposiaux, das nordöstlich lag und sich von Westen nach Osten zog, hat man sich wohl ähnlich angelegt zu denken wie Arconciel, Corbieres, Greyerz und andere, mit einer durchgehenden breiten Strasse, um die sich die Häuser gruppierten. Wie der Inhaber des nahebei gelegenen Hofes erzählte, hat sein Vater um 1870 viele Hundert Karren Steine aus dem Boden genommen, die von der alten Siedlung Stammten und damals zum Bau der Straße Peterlingen- Romont verwendet wurden.
Die Burg war Sitz der Herren von Châtonnaye, deren Familie bis in den Anfang des 13. Jahrhunderts nachzuweisen ist. Als ältestes Glied kennt man Johann von Châtonnaye, dessen Sohn Schlossherr von Romont für Ludwig von Savoyen war. Daher wurde bei dessen Streit mit dem Bischof von Lausanne sein Besitz, Burg Châtonnaye und Reposiaux, 1275 zerstört. Die Herren von Châtonnaye kamen durch Heirat später in den Besitz von Vuissens. Ihre Familie erlosch im 15. Jahrhundert mit Jacob Herrn von Vuissens. Châtonnaye kam 1504 an die Maillard, deren Wappen man am Hochaltar der alten Kirche sah.
Bibliographie