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- Veröffentlicht: 22. August 2012
Täglich musste früher Wasser am Brunnen geholt werden, denn es gab bis 1895 noch kein fliessendes Wasser in den Häusern. Beim Wasserholen traf man sich am Brunnen und tauschte die Neuigkeiten aus. Ein kleines „Sudeltrögli“, welches an den grossen Trog angebaut war, diente dazu, die schmutzigen Sachen zu reinigen.
Anfang Mai sind die Dorfbrunnen mit einem kleinen Maibaum geschmückt
Um das Quellwasser zu den Brunnen zu führen, benutzte man Teuchel, das heisst ausgehölte Baumstämme, die man ineinander schob. Die ersten Brunnen bestanden aus einem Trog, der aus einem dicken Eichenstamm geformt war. Mit der Zeit wurde der Trog durch Jurakalkstein ersetzt, auch der Brunnstock.
Der Abschluss des Brunnstocks bei den Brunnen ist jeweils eine Eichel. Sie ist ein altes Symbol für Fruchtbarkeit. Wasser hatte früher einen viel grösseren Stellenwert als heute.
Brunnen im Oberdorf
Die St. Arbogast-Quelle am Nordosthang des Wartenbergs versorgte die Brunnen an der Burggasse.
Die Engentalquelle (ca. 1km südlich, am Waldrand gegen die Schönmatt), vereint mit der vom Sulzhof kommenden Quelle, versorgte die Brunnen entlang dem Dorfbach.
Die Geispel-Quelle (am Hang unter dem ehemaligen Schützenplatz) versorgte die Brunnen an der Geispelgasse. Dieses Wasser wurde bevorzugt benutzt, um den Sonntagskaffee zu machen. Man war überzeugt, dass es damit den besten Kaffee gab.
Die Fulenbach-Quelle westlich vom Dorf speiste den Brunnen an der Baselgasse.
An den engen Gassen standen schmale Brunnen, meist am Wegrand. Bei den breiten Strassen war es möglich, die Brunnen frei aufzustellen, so dass die Tiere von allen Seiten zur Tränke geführt werden konnten. Auch die Weinbauern schätzten die Brunnen, wurden doch die hölzernen „Zuber“ und „Büttenen“ im Brunnentrog gewässert. Auch das Stroh, welches man zum Binden der Rebstöcke verwendete, wurde eingeweicht, um es biegsam zu machen.
Heute werden die Dorfbrunnen auch gerne genutzt, um sich rasch abzukühlen nach einer Wanderung, oder einen Schluck Wasser zu trinken. Sie werden alle mit Blumen geschmückt und tragen damit zum schönen Dorfbild bei.