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Die NASA-Astronautin Christina Koch steigt am 6. Februar 2020 mit Hilfe des Bodenpersonals aus der Raumkapsel Sojus MS-13. Die NASA-Astronautin kehrte als Mitglied der ISS-Expeditionen 59, 60 und 61 nach 328 Tagen Aufenthalt im Weltraum auf die Erde zurück. Es war der bis zum diesem Datum längste Raumflug einer Frau.
Zusammen mit Christina Koch wurden auch der russische Roscosmos Kosmonaut Alexander Skvortsov und der italienische ESA-Astronaut Luca Parmitano aus der Raumkapsel in der Nähe der Stadt in Zhezkazgan, aus der Kasachischen Steppe geborgen. Skvortsov und Parmitano waren Mitglieder der ISS-Expeditionen 60 und 61, welche 201 Tage im Weltraum verbrachten.
Das Trio verliess die Internationale Raumstation um 12:50 EST (Eastern Standard Time) bzw. 06:50 MEZ und landete um 04:12 EST (15:12 Kasachstan-Zeit oder 10:12 MEZ) in Kasachstan.
Der verlängerte Aufenthalt der Astronautin hatte zum Ziel, im Hinblick auf die künftige Mond-Mission Artemis und die Mars-Missionen Datenmaterial über die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf den Körper einer Frau zu sammeln.
Christina Koch war am 14. März 2019 zusammen mit ihremNASA-Kollegen Nick Hague und dem Roscomos-Kosmonauten Alexey Ovchinin in Richtung ISS gestartet.
Weltraumaufenthalt von Christina Koch
Koch absolvierten während ihrem 328-tägigen Weltraumaufenthalt 5'248 Erdumrundungen. Sie legte dabei rund 230 Millionen Kilometer im Weltraum zurück. Diese Strecke entspricht etwa 291 Flüge auf den Mond und wieder zurück. Die Astronautin unternahm dabei insgesamt 6 Weltraumspaziergänge und verbracht dabei 42 Stunden und 15 Minuten ausserhalb der ISS. Während ihrem Aufenthalt auf der ISS dockten 12 Raumschiffe an der Station an und verliessen diese auch bald wieder.
Nur der frühere Astronaut Scott Kelly war im Jahr 2015 mit 340 Tagen noch länger ununterbrochen für die NASA im Weltall als Christina Koch.
Nach der Bergung in der Steppe wurden die gesamte Crew medizinischen Checks unterzogen und nachher an Bord eines russischen Helikopters nach zum Erholungszentrum in Karaganda (Kasachstan) geflogen. Koch und Parmitano flogen zusammen an Bord eines NASA-Flugzeuges nach Köln in Deutschland.Koch flog anschliessend weiter zu ihrem Wohnort in Huston (Texas, U.S.A.). Ihr russischer Kollege Skvortsov flog mit einem Flugzeug des Gagarin Cosmonaut Training Centers von Kasachstan nach Star City,seinem Wohnort in Russland.
Mit dem Ablegen des Raumschiffs Soyuz MS-13 begann in der ISS die Expedition 62 unter der Leitung des russischen Stationskommandanten Oleg Skripochka von Roscosmos und den NASA-Astronauten Jessica Meir und Andrew Morgan als Flugingenieure. Die drei Crewmitglieder bleiben bis anfangs April 2020 auf der ISS. Sie werden zu diesem Zeitpunkt vom NASA-Astronauten Chris Cassidy und den beiden russischen Kosmonauten Nikolai Tikhonov aund Andrei Babkin abgelöst.
Forschungsarbeiten der Expedition 61 an Bord der ISS
Die Expedition 61-Crewmitglieder haben während ihres Aufenthalts in der Raumstation Hunderte von Experimenten in den Forschungsbereichen Biologie, Erdwissenschaften, Physik, Humanmedizin und technologische Entwicklung ausgeführt, darunter in Experiment mit einem biologischen 3D-Drucker mit welchem unter verminderter Schwerkraftbedingung ein nahezu organisches Gewebe gedruckt wurde.
Christina Koch unterstützte mit ihrer wissenschaftliche Arbeit zahlreiche Studien, deren Ergebnisse für künftige Raumflüge mit Menschen auf den Mond oder den Mars. Die Forscherin untersuchte dabei, wie der menschliche Körper auf die Gewichtslosigkeiten, die Isolation, die Strahlung reagiert und, welche Stresssymptome bei einem langen Raumflug auftreten. In einem eindrücklichen Experiment gelang es der Astronautin, unter den beinahe schwerelosen Bedingungen ein Eiweisskristall in ausreichender Menge zu züchten. Die Kristallisation des Eiweisskristalls verlief auf der Erde unbefriedigend. Die Züchtung des Eiweisskristalls ist ein wichtiger Puzzlestein im Kampf gegen das Wachstum von Tumoren und Krebsgeschwüren.
Weltraumaufenthalt von Parmitano and Skvortsov
Der Weltraumaufenthalt von Parmitano and Skvortsov dauerte 201 Tage. Die beiden umrundeten die Erde 3'216 Mal und legten dabei rund 141 Millionen Kilometer im Weltraum zurück.
Parmitano und Skvortsov und starteten im Juli 2019 zusammen mit dem NASA-Astronauten Andrew Morgan zu ihrer Weltraum-Expedition. Morgan wird im April 2020 zur Erde zurückkehren.
Der ESA-Astronaut Parmitano hat nach dem Abschluss dieser Mission insgesamt 367 Tage im Weltraum verbracht. Eine rekordlange Zeit für einen ESA-Astronauten. Parmitano war Kommandant der Expedition 61. Während den Expeditioenn 60 und 61 unternahm der Astronaut aus Italien vier Weltraumspaziergänge von insgesamt 25 Stunden und 30 Minuten Länge. Parmitano hält somit auch den ESA-Rekord für Weltraumspaziergänge mit 33 Stunden und 9 Minuten.
Der russische Roscosmos-Kosmmonaut Skvortsov war während seinen 3 Raummissionen insgesamt 546 Tage im Weltall. Er befindet sich nun auf dem 15. Platz der Liste mit den längsten Weltraumaufenthalten von Menschen.
Der ESA-Astronaut Luca Parmitano ist heute zusammen mit der NASA-Astronautin Christina Koch und dem Roscosmos-Kosmonauten Alexander Skworzow auf die Erde zurückgekehrt. Damit ist Parmitanos zweite sechsmonatige Mission an Bord der Internationalen Raumstation ISS, die Mission „Beyond“, offiziell beendet.
Das Trio kehrte mit demselben Sojus-Raumschiff MS-13 zurück, mit dem Parmitano, Skworzow und der NASA-Astronaut Andrew Morgan am 20. Juli 2019 zur Raumstation geflogen waren, und landete am 6. Februar 2020um 09:12 GMT (10:12 CET) in der kasachischen Steppe.
Parmitano fliegt nun direkt weiter nach Köln, wo er vom ESA-Team für Weltraummedizin überwacht wird, und sich im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) der ESA sowie in der DLR-Einrichtung :envihab wieder an die Schwerkraft der Erde gewöhnt.
Parmitanos Rückkehr zur Erde markiert den erfolgreichen Abschluss seiner Mission Beyond. Während dieser Mission war Parmitano der dritte Europäer und der erste Italiener, der das Kommando über die Internationale Raumstation übernommen hat. Er führte vier komplexe Weltraumspaziergänge durch, um AMS-02, das Alpha-Magnet-Spektrometer zur Untersuchung der kosmischen Strahlung, zu warten. Mit 33 Stunden und 9 Minuten hält er nun den europäischen Rekord für die längste Zeit, die ein Astronaut insgesamt auf Weltraumspaziergängen verbracht hat. Im Rahmen des Experiments Analog-1 steuerte Parmitano einen Rover in den Niederlanden aus dem Weltraum fern; ausserdem übermittelte der Astronaut eine wichtige Botschaft zum Thema Klimawandel an die Verantwortlichen der UN-Klimakonferenz in Madrid und arbeitete an über 50 europäische Experimente und 200 internationalen Experimenten im All mit.
Zurück auf der Erde wird Parmitano weiterhin mit europäischen Forschern an Experimenten arbeiten, zum Beispiel zur Akustischen Diagnostik, wobei die Auswirkungen der ISS-Umgebung auf das Gehör von Astronauten untersucht wird. Beim TIME-Experiment analysieren Wissenschaftler, ob Astronauten die Zeit im Weltraum anders wahrnehmen als auf der Erde. Im Rahmen der Experimente Grip und GRASP werden unter anderem die Physiologie der Augen-Hand-Koordination und die Rolle der Schwerkraft bei der Regulierung der Griffkraft analysiert.
Die Forschungsergebnisse im Rahmen von Parmitanos Beyond-Mission werden dazu beitragen, die zukünftige menschliche und robotische Exploration des Weltraums zu gestalten und gleichzeitig die technologischen Entwicklungen auf unserem Heimatplaneten zu verbessern.
Über die Europäische Weltraumorganisation ESA
Die Europäische Weltraumorganisation ESA ist Europas Tor zum Weltall.
Die ESA ist eine internationale Organisation und wurde 1975 gegründet. Ihre Aufgabe ist es, Europas Weltraumkapazitäten zu entwickeln und sicherzustellen, dass Investitionen in diesem Bereich den Bürgern in Europa und allen anderen Teilen der Erde echte Vorteile bringen.
Die ESA hat 22 Mitgliedsstaaten, von denen 20 der EU angehören: Österreich, Belgien, die Tschechische Republik, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien, Schweden, die Schweiz und das Vereinigte Königreich. Slowenien ist ein assoziiertes Mitglied.
Darüber hinaus unterhält die ESA formelle Kooperationen mit sieben weiteren EU-Mitgliedsstaaten. Auch Kanada nimmt im Rahmen eines Kooperationsabkommens an einigen ESA-Programmen teil.
Durch die Koordination der finanziellen und intellektuellen Ressourcen kann die ESA Programme und Aktivitäten durchführen, die weit über die Möglichkeiten eines einzelnen europäischen Landes hinausgehen. Mit der EU kooperiert die ESA vor allem für die Implementierung der Galileo- und Copernicus-Programme.
Die ESA entwickelt die Trägerraketen, Raumfahrzeuge und Bodeneinrichtungen, die benötigt werden, um Europa weiterhin an der Spitze globaler Weltraumaktivitäten zu halten. Dafür entwickelt die Organisation Erdbeobachtungs-, Navigations-, Telekommunikations- und Astronomiesatelliten und schiesst diese ins All; sie schickt Raumsonden in die äussersten Winkel unseres Sonnensystems und nimmt an der menschlichen Erforschung des Weltraums teil.