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Wenn du während deines Studiums für eine Zeit ins Ausland gehen möchtest, hast du mehrere Möglichkeiten:
Wenn du hingegen das komplette Studium im Ausland machen möchtest, informiere dich zum Thema „Studieren im Ausland“.
Du hast schon immer davon geträumt, einen Teil deines Studiums im Ausland zu verbringen? Dann hast du angesichts der Vielzahl an Hochschulkooperationen die Qual der Wahl. Ziel eines (oder mehrerer) Auslandssemesters ist, neben der fachlichen Qualifizierung auch internationale Erfahrung und interkulturelle Kompetenz zu erwerben. Das bereichert dich nicht nur privat, sondern verbessert auch deine Chancen bei der Stellensuche. Viele Unternehmen berücksichtigen einen Auslandsaufenthalt im Lebenslauf sehr positiv. Du wirst zu Recht als aufgeschlossen, flexibel, neugierig und weltoffen eingeschätzt. Darüber hinaus erwirbst du Sprachkenntnisse, die heutzutage eine immer wichtigere Rolle spielen.
Ein guter Zeitpunkt, die Heimathochschule für ein oder zwei Semester zu verlassen, ist gegeben, wenn du genügend Hochschulerfahrung gesammelt hast, um die Vor- und Nachteile verschiedener Studiengänge und Hochschulen einschätzen zu können. Dies kann nach dem ersten oder zweiten Studienjahr oder nach Ende deines Grundstudiums, bspw. zwischen Bachelor und Masterstudium, der Fall sein. In immer mehr Bachelor- und Master-Programmen sind Auslandsphasen außerdem ein fester Bestandteil – zum Teil sogar mit der Möglichkeit eines binationalen Abschlusses. Erster Ansprechpartner an deiner Hochschule ist das Akademische Auslandsamt/International Office. Dort findest du Informationen zu den Hochschulpartnerschaften, zu Finanzierungsmöglichkeiten und zur Organisation deines Auslandssemesters.
Mit der Vorbereitung solltest du etwa eineinhalb Jahre vor Beginn deines Auslandsaufenthaltes beginnen, denn es gibt viele Punkte zu beachten:
Eine Checkliste zur Vorbereitung stellt der Deutsche Akademische Austausch Dienst (DAAD) zur Verfügung.
Je nach Zielland, in dem du ein Auslandsstudium absolvieren möchtest, solltest du dich frühzeitig um einen eventuell erforderlichen Nachweis von Sprachkenntnissen bemühen. Sprachzertifikate geben in der jeweiligen Sprache eine Kompetenzstufe (A1 bis C2) an, die aussagt, wie gut du z. B. Inhalte lesen und verstehen und die Sprache mündlich sowie schriftlich gebrauchen kannst. Der Europäische Referenzrahmen für Sprachen legt diese Stufen fest.
Der TOEFL (Test of English as a Foreign Language), der IELTS (International English Language Testing System) und die Cambridge Zertifikate sind die in englischsprachigen Ländern am häufigsten verlangten normierten Sprachprüfungen.
Das D.A.L.F. (Diplôme Approfondi en Langue Française) bescheinigt, dass die sprachlichen Voraussetzungen vorhanden sind, um an einer französischen Universität in einem Fach deiner Wahl studieren zu können. Informationen für Schülerinnen und Schüler sowie Studierende findest du auf den Internetseiten der französischen und deutsch-französischen Kulturinstitute in Deutschland und beim Informations- und Dokumentationszentrum für das Studium in Frankreich (CIDU).
Für einen Nachweis deiner Spanisch-Kenntnisse kannst du bspw. das DELE (Diploma de Español como Lengua Extranjera) erwerben.
Für Italienisch ist es etwa das CILS (Certificazione di Italiano come Lingua Straniera) oder PLIDA (Progretto Lingua Italiana Dante Alighieri).
Das TELC (The European Language Certificate) kann in allen europäischen Sprachen abgelegt werden.
Manchmal reichen auch Nachweise über Sprachkenntnisse in deinem Zeugnis aus oder einen Hinweis in deinem Lebenslauf, welche Sprache du wie gut beherrschst. Hierbei musst du selbst einschätzen, ob du nur „Grundkenntnisse“ einer Sprache besitzt, sie „gut“, „sehr gut“, „fließend“ oder „verhandlungssicher“ beherrschst oder ob es sich um deine „Muttersprache“ handelt.
Die Befreiung von Studiengebühren ist ein großer Vorteil für Studenten in Deutschland. In anderen Ländern sieht das anders aus. Viele europäische, aber auch US-amerikanische Hochschulen verlangen hohe Gebühren, die man oft kaum alleine stemmen kann. Der Vorteil ist, dass diese Hochschulen meist viel besser ausgestattet sind.
Dennoch bestehen Möglichkeiten, ein Auslandssemester trotz hoher Gebühren in deinem Wunschland zu absolvieren:
Auf die gesetzlichen Förderungsmaßnahmen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) hast du auch während eines Auslandsaufenthalts einen Rechtsanspruch, wenn du die Förderungsvoraussetzungen erfüllst. Du kannst die Ausbildungsförderung für ein vollständig innerhalb der EU absolviertes Studium erhalten, also vom ersten Semester bis zum Erwerb des ausländischen Ausbildungsabschlusses. Für das Studium in Nicht-EU-Staaten beträgt die Förderungsdauer in der Regel ein Jahr, maximal (bei besonderen Gründen) bis zu zweieinhalb Jahren. Selbst wenn dir für dein Studium in Deutschland kein BAföG zusteht, lohnt sich ein Versuch die BAföG-Auslandsförderung zu beantragen, da hierfür eine andere Berechnungsgrundlage angesetzt wird.
Die Europäische Union fördert außerdem mit verschiedenen Programmen Studienaufenthalte im Ausland. Die Programme werden von dem EU-Bildungsprogramm ERASMUS+ zusammengefasst. In jeder Hochschule gibt es Vertreter, so genannte Erasmus-Koordinatoren, die dich zu den unterschiedlichen Programmen und ihren Finanzierungsmöglichkeiten beraten. Wende dich an den Career Service (bei Auslandspraktika) oder das International Office deiner Hochschule.
Es gibt außerdem Möglichkeiten, sich in dem jeweiligen Land finanziell unterstützen zu lassen. Als EU-Bürger hast du häufig die gleichen Rechte auf finanzielle Förderung wie die nationalen Studenten. Informiere dich dazu direkt bei deiner Wunsch-Hochschule im Ausland.
Stipendien, wie z. B. zahlreiche Stipendienprogramme des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) oder das Fulbright-Stipendium für einen Auslandsaufenthalt in den USA, sind weitere Möglichkeiten bei einem Auslandsstudium unterstützt zu werden.
Kläre unbedingt vorher,
Dafür besuchst du am besten frühzeitig das Akademische Auslandsamt/International Office und das Prüfungsamt deiner Hochschule. Häufig gibt es auch Ansprechpartner für Auslandssemester in den jeweiligen Fachbereichen/Instituten.
Dank der internationalen Bachelor- und Masterabschlüsse und der besseren Vergleichbarkeit von Studienleistungen – durch das European Credit Transfer und Accumulation System (ECTS) – ist die Anerkennung der Leistungen in der Regel einfacher geworden.
Der Europass bietet eine Möglichkeit, deine „Kompetenzen und Qualifikationen europaweit transparent und verständlich“ (Quelle: http://europass.cedefop.europa.eu/de/about) darzustellen. So kannst du z. B. mit dem Diploma Supplement deinen akademischen Abschluss, den du in einem EU-Mitgliedsstaat erreicht hast, einstufen lassen. Somit wird er EU-weit vergleichbar. Dieses Zusatzdokument wird deinem Hochschulabschluss beigefügt und enthält Angaben zur Person, Qualifikation (Niveau, Inhalt, Zweck, Status), zu den erzielten Ergebnissen und zum nationalen Hochschulsystem.
In der Regel musst du dich um solche Dokumente jedoch nur kümmern, wenn du „auf eigene Faust“ dein Auslandssemester organisierst. Gehst du etwa an eine Partnerhochschule im Rahmen des Erasmus-Programms, ist es mit der Anrechnung einfacher. In einem „Learning Agreement“ listest du die Module auf, die du im Ausland belegen möchtest und deine Hochschule bestätigt deine Auswahl. Du solltest dich also vorher darüber informieren, welche Module für den Zeitraum belegt werden sollen und schauen, ob du ähnliche Module an der Hochschule im Ausland findest. Wie kompliziert oder einfach dieser Prozess ist, hängt auch vom Institut ab. Lass dich jedoch nicht von der Bürokratie abschrecken – das haben schon viele vor dir geschafft und deine Hochschule ist hier der beste Ansprechpartner.
Insgesamt gilt: Informiere dich, suche Kontakt zum Prüfungsamt und zu den zuständigen Hochschuldozentinnen und -dozenten. Weitergehende Informationen findest du auch auf den Seiten der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen bei der Kultusministerkonferenz. Einen ersten Überblick über die Anerkennung und Bewertung ausländischer Bildungsnachweise bietet das Informationssystem anabin.
Ein Auslandspraktikum kann:
Du schlägst also sozusagen gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Du kannst deine Praxisphase im Ausland auf eigene Faust organisieren, bspw. planst du ein Praktikum während der Semesterferien ein oder du nimmst dir sogar ein Urlaubssemester. Einige Studiengänge geben aber auch Praktika (egal, ob im In- oder Ausland) als festen Bestandteil des Studienverlaufs vor:
Wenn du bspw. eine moderne Fremdsprache studierst, ist in vielen Bachelorstudiengängen bereits ein Auslandsaufenthalt vorgesehen. Dieser kann häufig entweder an einer Uni oder aber in einem Betrieb in Form eines Praktikums absolviert werden. Informiere dich dazu bei deinem Fachbereich/Institut.
Bei manchen Studiengängen gehört ein so genanntes Praxissemester fest zum Studienplan dazu. Es bedeutet, dass du für ein Semester bereits einen Blick in deinen möglichen zukünftigen Berufsalltag wirfst. Dieses Praxissemester kannst du häufig auch im Ausland absolvieren.
Falls in deinem Studienprogramm keine feste Praxisphase vorgesehen ist, könntest du alternativ ein Urlaubssemester nehmen, um dir deinen Traum vom Arbeiten im Ausland zu erfüllen.
Erste Anlaufstelle, wenn es um Praktika im Rahmen deines Studiums geht, ist der Career Service deiner Hochschule.
Starte mit deiner Planung mindestens sechs bis acht Monate, am besten aber ein Jahr im Voraus und stelle dir die folgenden Fragen:
Du kannst dein Praktikum auf eigene Faust organisieren oder die Dienste einer Organisation oder Vermittlung in Anspruch nehmen. Der Vorteil: Du musst dich um (fast) nichts selber kümmern. Der Dienstleister beantragt das Visum für dich, bucht die Flüge, vermittelt einen Praktikumsplatz, sucht eine Unterkunft und vieles mehr. Der Nachteil: Für diese Dienstleistung musst du häufig einen stolzen Preis bezahlen. Mach deshalb unbedingt einen Qualitätscheck, ehe du dich für einen bestimmten Anbieter entscheidest!
Um keine bösen Überraschungen zu erleben, solltest du vor Antritt deines Praktikums bereits einen Praktikumsvertrag in den Händen halten. Die wichtigsten Vertragsinhalte sind:
Tipp: Bitte am Ende deines Praktikums um ein Praktikumszeugnis. Frage am besten nach einem qualifizierten Praktikumszeugnis. Neben der reinen Tätigkeitsbeschreibung beinhaltet dieses nämlich auch eine Leistungsbeurteilung.
Ein Auslandspraktikum kostet Geld: Zu den Kosten für Anreise, Unterkunft und Verpflegung kommen häufig noch weitere Kosten für die Bearbeitungsgebühr deines Visums oder die Vermittlungsgebühr einer Agentur, falls du dein Praktikum nicht selber organisierst. Viele Praktika sind zudem unbezahlt. Es gibt jedoch finanzielle Unterstützung, mit der du zumindest einen Teil deiner Kosten abdecken kannst:
Auch hierzu berät dich der Career Service deiner Hochschule und kann dich u. a. dabei beraten, welche Formulare du wann und wo einreichen musst.
Die „International Student Identity Card“ (ISIC) weist dich weltweit als Student aus. Für 15 Euro kannst du deinen internationalen Studentenausweis beantragen, der dann ein Jahr gültig ist. Mit dem Ausweis kannst du im Ausland von Vorteilen profitieren und erhältst einige Vergünstigungen.
Ein Auslandsaufenthalt bedeutet auch, Einblicke in Land und Leute sowie deren Kultur zu erhalten. Wenn du bspw. über Erasmus ins Ausland gehst, wirst du im Rahmen von Erasmus-Veranstaltungen viele andere internationale Studenten kennenlernen. Der Kontakt zu „Einheimischen“ ist jedoch schwieriger. Dafür musst du schon etwas mehr Mut aufbringen. Unser Tipp: Informiere dich vor Ort über Sportvereine oder Sportzentren, Tanzschulen, Kultur- und Begegnungszentren, Musikschulen, Chöre, ehrenamtliche Vereine etc. und schnupper hier und da mal hinein; je nachdem, worauf du Lust hast. Wenn du offen und neugierig bist, aber auch Interesse zeigst, sind die Menschen schnell bereit, ihre Kultur für dich zu öffnen und du bekommst tiefe und spannende Einblicke.
Extrem wichtig ist natürlich die Wohnsituation während deiner Zeit im Ausland. Wo und wie willst du wohnen? Aus so weiter Entfernung ist es oft nicht ganz einfach, eine Wohnung zu organisieren. Es gibt lokale WG-Foren, in denen du Zimmer zur Untermiete findest. Der Vorteil ist, dass du gezielt nach möblierten Zimmern suchen kannst. Bei kurzen Aufenthalten (unter drei Monaten) ist das Finden einer geeigneten Unterkunft sehr schwierig. Hier eignet sich vielleicht eher eine Gastfamilie (s. homestay). Wenn du über Erasmus an eine Partnerhochschule gehst, hast du häufig gute Chancen auf einen Platz im Studentenwohnheim, auf den du dich beim International Office der Partnerhochschule bewerben kannst.
Wege ins Ausland
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Wohnen im Ausland