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Die Blaualge Spirulina wird schon seit Jahren als Wundermittel propagiert, ohne dass die Versprechungen auch nur annähernd belegt wären. Darüber habe ich schon früher kritisch geschrieben. Siehe:
Hat sich an dieser Einschätzung etwas geändert? Die Plattform Medizin transparent hat die Datenlage analysiert und kommt zum Schluss:
«Diversen Studien zufolge soll Spirulina bei Asthma, Allergien, Diabetes oder sogar chronischen Schmerzen helfen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken oder beim Abnehmen helfen. Aufgrund gravierender Mängel sind die Ergebnisse dieser Studien jedoch nicht vertrauenswürdig.»
Auch der Eiweissgehalt der Blaualge ist nicht so toll, wie das immer wieder kolportiert wird. Die Blaualge enthält zwar mit 60 Prozent viel Protein – bei einer Spirulina-Tablette von 2 Gramm sind das jedoch nur 1,2 Gramm. Deshalb müsste eine 60 Kilo schwere Frau eine große Anzahl an Algentabletten einnehmen, um ihren täglichen Proteinbedarf von 50 Gramm zu decken. Ähnliches kann auch über den Vitamingehalt der getrockneten Blaualge gesagt werden.
Gewichtsabnahme durch Spirulina?
Auch das Versprechen, die Blaualge helfe beim Abbau von Übergewicht, ist sehr fragwürdig. Bisherige vorliegende Studien dazu sind zu mangelhaft und damit zu wenig aussagekräftig, um eine solche Wirkung beweisen oder widerlegen zu können.
Ein Forschungsteam untersuchte, ob Spirulina Übergewichtigen beim Abnehmen helfen kann und erstellte dazu eine systematische Übersichtsarbeit. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler suchten nach bisher publizierten randomisiert-kontrollierten Studien zu dieser Fragestellung, analysierte die gefundenen Arbeiten und fasste deren Resultate rechnerisch zusammen.
Total fand das Forschungsteam 11 solcher Studien. Die rechnerische Zusammenfassung ergab, dass die Spirulina-Gruppe in 12 Wochen zwar rund 1,5 kg mehr Gewicht verloren hatte als die Placebo-Gruppe. Das Resultat ist aber nicht aussagekräftig, weil die Arbeiten zu mangelhaft in der Durchführung sind und die Resultate der einzelnen Studien sich zu stark unterscheiden. Eine statistische Analyse zeigte zudem, dass vermutlich Studien fehlen, die wegen negativer Resultate nicht veröffentlicht wurden.
Quelle: