Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/190952

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird eingeladen, einen Bericht zur Tierschutzkonformität von für die Schweiz sehr grossen Tierbeständen zu erstellen. In diesem Bericht soll er insbesondere aufzeigen:</p><p>1. Die Entwicklung der präventiv und therapeutisch eingesetzten Menge an Medikamenten - insbesondere Antibiotika - bei den verschiedenen Nutztierkategorien in den letzten 20 Jahren.</p><p>2. Wissenschaftlich gesicherte Zusammenhänge zwischen Herdengrösse/Tierbeständen und Tierwohl.</p><p>3. Den möglichen Zusammenhang zwischen Herdengrösse/Tierbeständen und der Möglichkeit zur Teilnahme an tierfreundlichen Programmen wie RAUS usw. </p><p>4. Die Qualität der Betreuung für das einzelne Tier bei zunehmender Grösse von Tierbestand/Herde und die damit einhergehenden Herausforderungen für die Tierhalter.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Mindestanforderungen der Tierschutzgesetzgebung gelten unabhängig von der Grösse eines Tierbestandes. Sie stellen auch bei grossen Beständen eine tierschutzkonforme Haltung der Tiere und einen artgerechten Umgang mit ihnen sicher. Die Grösse eines Tierbestandes ist neben der Stalleinrichtung, dem verfügbaren Platz für die freie Bewegungsmöglichkeit, der verfügbaren Zeit und den Fachkenntnissen der Betreuungspersonen nur einer von vielen Faktoren, die einen Einfluss auf das Wohlbefinden der Tiere haben können. </p><p>1. Über die Verwendung von Antibiotika und anderen Medikamenten in der Veterinärmedizin in den letzten 20 Jahren in der Schweiz existieren in Bezug auf verschiedene Nutztierkategorien keine Erhebungen. Am 1. Januar 2019 tritt jedoch die Verordnung über das Informationssystem zur Überwachung des Antibiotikaeinsatzes in der Veterinärmedizin in Kraft, in welchem Daten zum Antibiotikaverbrauch in der Veterinärmedizin erfasst werden. In zwei bis drei Jahren werden damit erste Auswertungen gemacht werden können. Dabei werden auch Zusammenhänge zwischen der Grösse der Tierbestände und dem Einsatz von Antibiotika ersichtlich sein. Basierend auf diesen Daten werden die zuständigen Behörden Massnahmen zur Senkung des Antibiotikaeinsatzes ergreifen können.</p><p>2. Für die Erforschung der Zusammenhänge zwischen Herdengrösse und Tierwohl wären mehrjährige multidisziplinäre Forschungsprogramme erforderlich, welche umfangreiche Ressourcen benötigen würden. Aufgrund der Tatsache, dass für die Gewährleistung des Tierwohls verschiedene Faktoren massgebend sind (vgl. Ausführungen oben), ist jedoch unsicher, ob überhaupt eine klare und abschliessende Aussage über den Zusammenhang zwischen Herdengrösse und Tierwohl gemacht werden könnte. </p><p>3. Die Teilnahme an Tierwohlprogrammen wie BTS (besonders tierfreundliches Stallhaltungssystem) und RAUS (regelmässiger Auslauf im Freien) ist für Tierhalterinnen und Tierhalter unabhängig von der Grösse des Tierbestandes möglich. Erforderlich ist einzig, dass sie die betreffenden Voraussetzungen für die Teilnahme an einem Programm erfüllen. </p><p>4. Zwischen der Qualität der Betreuung für die einzelnen Tiere und der Herdengrösse besteht kein direkter Zusammenhang. Vielmehr sind für eine gute Betreuung die Fachkenntnisse und die verfügbare Zeit der Betreuungspersonen massgebend. </p><p>Die Tierschutzkonformität der Tierbestände ist auch dem Bundesrat ein grosses Anliegen. Er ist an neuen Erkenntnissen im Bereich Tierschutz interessiert und verfolgt die diesbezügliche Entwicklung aufmerksam. Aus den obenerwähnten Gründen ist er jedoch der Auffassung, dass der beantragte Bericht zur Verbesserung des Tierwohls keinen relevanten Beitrag leisten würde. </p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.