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Johann Christoph Schmügel (1727–1798) erhielt seinen ersten Musikunterricht bei seinem Vater, der Organist in Pritzier war. Später studierte er in Hamburg bei Georg Philipp Telemann. Im Jahre 1758 wurde er Organist und Musiklehrer in Lüneburg. 1766 verliess er Lüneburg und wechselte an die St. Nicolai-Kirche in Mölln/Lauenburg. Hier wirkte er ab 1784 auch als Kantor. Schmügel starb im Alter von 71 Jahren an einem Schlaganfall während dem Orgelspiel.
Johann Christoph Schmügel ist ein wichtiger Komponist zwischen Barock und Frühklassik. Sein Stil ähnelt dem seines Lehrers Telemann, durchsetzt mit Elementen des „galanten Stils“. Seine Orgelstücke sind oft in Trioform gehalten, auffallend sind die vielen verschiedenen Tonarten. Unter den 12 überlieferten Stücken sind nur freie Formen zu finden (Ouverture, Präludien, Fugen und Cantabiles), hingegen keine Choralbearbeitungen.
Andrea Luchesi – auch Lucchesi – (1741-1801) lebte die erste Hälfte seines Lebens in seiner Heimatstadt Motta di Livenza und in Venedig und die zweiten dreissig Jahre in Bonn. Seinen ersten Musikunterricht erhielt er von seinem älteren Bruder, welcher Organist war. Mit 15 Jahren zog er nach Venedig, wo er u. a. bei Baldassare Galuppi studierte. Der junge Luchesi war in seiner Heimat berühmt als Organist und Komponist für Orgel- und Cembalomusik. Weiterlesen →
Josef Ferdinand Norbert Seger (1716–1782) war ein böhmischer Organist und Komponist. Er besuchte das Jesuitengymnasium und sang in dieser Zeit als Altist in der Prager St.-Jacobi-Kirche. Seger war vermutlich Schüler von Bohuslav Černohorský. Vor seinem Amtsantritt in der Teynkirche wirkte er als Sänger und Violinist in der St.-Martin-Kirche. 1741 wurde er Organist an der Teynkirche und 1745 an der Kreuzherrenkirche. In dieser Zeit unterrichtete er u. a. den jungen Studenten Jan Křtitel Kuchař. 1782 wollte ihm Kaiser Joseph II. die Stelle als Hoforganist in Wien anbieten, Seger starb aber vor dem Erhalt des Angebots.
Josef Seger war einer der fruchtbarsten Orgelkomponisten seiner Zeit. Seine Werke gerieten aber in Vergessenheit und wurden erst im 20. Jahrhundert wiederentdeckt. Weiterlesen →
Kloster Asbach, Stich von Michael Wenig, 1701–1726
Carlmann Kolb (1703–1765) wurde als Sohn eines Schulmeister in Kösslarn, Niederbayern geboren, sein Taufname war Florian Carl Kolb. Er lebte als Sängerknabe und ab 1723 als Ordensbruder im Benediktinerkloster Asbach/Rottal wo er sich schon während der Studienzeit als Organist bewährte. Nach der Priesterweihe wurde Pater Carlmann Kolb 1729 zum ständigen Organisten des Klosters bestellt. Später wirkte er als Kaplan und Hauslehrer des Grafen von Tattenbach. Weiterlesen →
Johann Christian Bach (1735–1782) war der jüngste Sohn von Johann Sebastian Bach, er wurde auch der Mailänder oder Londoner Bach genannt. Als Komponist der Frühklassik hatte er großen Einfluss auf den Stil des jungen Mozart.
Johann Christian gilt als Lieblingssohn seines Vaters und erbte nach dessen Tod drei Pedalklaviere im Wert von je 50 Talern und 38 Taler Bargeld. Nach dem Tod des Vaters zog er nach Berlin zu seinem Halbbruder Carl Philipp Emanuel Bach, der ihn zu einem virtuosen Pianisten ausbildete. Weiterlesen →
Friedrich Wilhelm Marpurg (1718–1795) war ein deutscher Musiktheoretiker und Komponist. Er genoss eine gute Erziehung und Ausbildung und war bekannt mit vielen bedeutenden Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts, z. B. mit dem Dichter Gotthold Ephraim Lessing.
Friedrich Wilhelm Marpurg studierte zuerst Jura in Jena und in Halle, später vermutlich auch Philosophie und Musik. Weil er eine Schmähschrift gegen einen Lehrer in Jena verfasste, musste er ins vorübergehend ins Ausland flüchten. Bei seinen Freunden war er beliebt wegen seinem ausgesprochen galanten Umgang, schuf sich aber auch Feinde mit seiner scharfzüngigen Polemik. Weiterlesen →
Jean-Jacques Beauvarlet-Charpentier (1734–1794) war ein französischer Cembalist, Organist und Komponist. Er zählt zu den bedeutendsten Pariser Organisten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Sein Vater war Kaufmann, Organist und Orgelbauer. Etwa 1748 zog die Familie nach Lyon, der Vater gab sein Handelsgeschäft auf und wurde Organist am Hospice de la Charité in Lyon. Im Jahre 1763 übernahm Jean-Jacques Beauvarlet-Charpentier die Nachfolge seines verstorbenen Vaters und spielte auch die Orgel in Konzerten der Académie des beaux-arts in Lyon. Weiterlesen →
Amalie von Preussen im Alter, Zeichnung von Adolph Menzel
Prinzessin Anna Amalie von Preussen (1723–1787) war eine deutsche Musikerin und die jüngste Schwester Friedrichs des Grossen. Aufgrund ihrer Eigenwilligkeit und ihrer Gesichtszüge sagte man Amalie nach, dass sie von allen Geschwistern ihrem königlichen Bruder am ähnlichsten war. Friedrich der Grosse machte Amalie 1756 zur Äbtissin des weltlichen Stifts Quedlinburg, um seine unverheiratete Schwester standesgemäss zu versorgen. Ihr Stift besuchte sie jedoch eher selten, meist weilte sie in Berlin.
Amalie von Preussen erhielt ca. ab dem 11. Lebensjahr gemeinsam mit ihrer Schwester Ulrike Musikunterricht beim Hoforganisten Gottlieb Hayne. Sie lernte Flöte, Laute, Orgel, Geige und Komposition. Weiterlesen →
Christlieb Siegmund Binder (1723–1789) war ein Schüler Pantaleon Hebenstreits und Virtuose auf dessen „Pantaleon“ (eine Grossform des heutigen Hackbretts). Er wurde 1751 in die Dresdner Hofkapelle aufgenommen. Nach dem Eintritt in die Kapelle wandte Binder sich vom Pantaleon ab und dem Cembalo- und Orgelspiel zu. 1764 wurde Binder zum zweiten Organisten der Hofkirche ernannt, in der die letzte von Gottfried Silbermann gebaute Orgel stand. Gemeinsam mit dem ersten Organisten, Peter August, wurde Binder der wichtigste zeitgenössische Komponist für Claviermusik in Dresden. Auch im bürgerlichen Konzertleben Dresdens traf man Binder an. 1789 starb er als „Kurfürstlicher Kammer- und Kapellorganist“. Weiterlesen →
Maria Teresa Agnesi Pinottini (1720–1795) war eine italienische Komponistin und Cembalistin. Die jüngere Schwester der Mathematikerin Maria Gaetana Agnesi wurde als drittes Kind des von Pietro Agnesi di Monteviglia in Mailand geboren. Auf ihr musikalisches Talent wurde man bald aufmerksam und sie wurde Schülerin des Geigers und Komponisten Carlo Zuccari. Einer ihrer Mitschüler war Giorgio Giulini, der sich später an der Gründung der „Accademia dei Trasformati“ beteiligte, wo Agnesi auch Mitglied wurde. Bei ihren Auftritten als Cembalistin führte sie hauptsächlich Werke von Jean-Philippe Rameau auf.