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Hershey/Athens, 20.09.2018 - Das Risiko von zweijährigen Kindern, später übergewichtig oder gar fettleibig zu werden, lässt sich anhand der Mundflora feststellen. Die Zusammensetzung aus Bakterien variiert von Kind zu Kind. Forscher um Ian Paul vom State Milton S. Hershey Medical Center http://hmc.pennstatehealth.org sowie Leann Birch von der University of Georgia http://uga.edu haben bei Risiko-Kindern eine höhere Konzentration von Firmicuten und Bacteroideten festgestellt, zwei der am häufigsten im Mundraum vorkommenden Bakterien.
Gewichtszunahme als Risiko
Die Wissenschaftler haben sich auf 226 Kinder konzentriert, die nach der Geburt sehr schnell zunahmen. Das ist bereits ein Indiz für spätere Gewichtsprobleme. Genau bei diesen Probanden stellten sie nicht nur eine höhere Konzentration der genannten Mikroorganismen fest, sondern auch eine geringere Bakterienvielfalt. Die Versuchsergebnisse sollen dabei helfen, Gewichtsrisiken frühzeitig zu erkennen, um bereits im kindlichen Alter Gegenmaßnahmen zu ermöglichen.
"Das Mikrobiom im Mundraum wird bisher nur untersucht, wenn Patienten unter Zahnfleischerkrankungen leiden", sagt Sarah Craig, die an der Penn-State-Klinik promoviert hat und Erstautorin der Studie ist. In manchen Fällen habe man einen Zusammenhang zwischen diesem Leiden und Übergewichtigkeit festgestellt.
Jetzt sei es erwiesen, dass die Balance zwischen den unterschiedlichen Mikroorganismen im Mund einen großen Einfluss auf die Verdauung haben.
Hilfe für viele Eltern und Ärzte
Bisher war bereits bekannt, dass im Darm von erwachsenen Übergewichtigen die Konzentration von Firmicuten und Bacteroideten zu hoch ist. Bei Kindern könne man aus diesen Indizien nichts schließen, weil deren Mikrobiom noch in der Entwicklung sei. Die Forscher glauben jedoch, dass die Analyse der Bakterienzusammensetzung im Mund von Kindern und deren Gewichtszunahme in den beiden ersten Lebensjahren eine Prognose über die Entwicklung in späteren Jahren zulassen.
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