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Ny Alesund
Standort
Ny-Alesund
78° 55’ 24’’ N, 11° 55’ 15’’ O
Die Koldewey-Station als Teil der französisch-deutschen Forschungsbasis auf Spitzbergen in der Arktis. Spitzbergen gehört zu einer der am nördlichsten in der Arktis gelegenen Inselgruppen. Ny-Ålesund an der Westküste der Insel ist ein internationales Forschungszentrum.
Geschichte
Das erste Gebäude wurde 1901 von einer privaten Steinkohlegesellschaft errichtet, der Ort wurde 1916 gegründet. Die private Kohleförderung wurde 1929 eingestellt. Von 1945 an wurde der Steinkohlebergbau unter staatlicher Leitung weitergeführt, bis er nach einem Grubenunglück 1963 endgültig eingestellt wurde. Zu dieser Zeit lebten rund 200 Personen in dem Ort.
Bereits Carl Koldewey, Leiter der ersten deutschen Nordpol-Expedition 1868, bereiste die Meere um Spitzbergen. Im August 1991 wurde die deutsche Forschungsstation «Koldewey» eingeweiht. Seit 1998 können Wissenschaftler die Forschungsstation auf Spitzbergen nutzen. Die Station ermöglicht Forschungsarbeiten unterschiedlichster Disziplinen wie Biologie, Chemie, Geologie und Atmosphärenphysik. Im so genannten Blauen Haus sind Arbeitsräume sowie Schlaf- und Wohnräume für bis zu acht Personen vorhanden.
Information
Im Jahr 2003 führten das Alfred-Wegener-Institut und das französische Polar-Institut Paul Emile Victor (IPEV) ihre Forschungsstationen in Ny-Ålesund zusammen. Die Französisch-Deutsche Arktis-Forschungsbasis AWIPEV verfügt über die Gebäude der Koldewey-Station, der Rabot-Station und das französische Lager Corbel östlich von Ny-Ålesund. Lidar-«Strahl» und Polarlichter mit der Kuppel des Observatoriums. Hier leben zwischen rund 30 Personen im Winter und etwa 120 Personen im Sommer. Da es keine ausgebauten Wege zwischen den Orten auf Spitzbergen gibt, erfolgt die Versorgung entweder über den Luftweg oder in der eisfreien Zeit per Schiff. Auch per Schneemobil ist der Ort von Longyearbyen aus zu erreichen. Ny-Ålesund besitzt das nördlichste Postamt der Welt.
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Wissenschaft
Eine der wichtigsten Aufgaben der wissenschaftlichen Arbeit an der Koldewey-Station ist die Beobachtung der nordpolaren Stratosphäre. Seit 1995 werden optische Messungen auf dem Dach des Atmosphären-Observatoriums durchgeführt. Ein Infrarot - Spektrometer misst Art und Menge von Spurengasen in der Troposphäre und Stratosphäre. Ein Photometer, das das Licht der Sonne und des Mondes nutzt, misst ganzjährig die optische Tiefe atmosphärischer Partikel. Mit dem Laser-«Radar» LIDAR kann die Konzentration von Ozon und Aerosolen in der Atmosphäre erfasst werden. Zusätzlich berechnen Sensoren an wissenschaftlichen Ballons Temperatur, Feuchtigkeit und Luftdruck. Am Ortsrand von Ny-Ålesund befindet sich ein Startplatz für Höhenforschungsraketen (SvalRak).
Im Sommer finden an der Station Untersuchungen der Meeresbiologie statt. Seit Juni 2005 wird das neue Kings Bay - Meeresforschungslabor genutzt. Es bietet in seinen Laboren vielfältige Möglichkeiten biologischer und chemischer Untersuchungen. Insbesondere Meeresbiologen und -ökologen, sowie Ozeanographen, Meeresgeologen und Eisphysiker arbeiten hier.
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