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Gemäss den neusten Schätzungen des Bundesamtes für Statistik (BFS) wird die Bevölkerungszahl der Schweiz im Laufe des Sommers 2012 die Grenze von 8 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern überschreiten. Seit 1860 hat sich die Bevölkerung der Schweiz damit mehr als verdreifacht. Das demografische Wachstum verlief jedoch nicht linear. Am Ende des 19. Jahrhunderts sowie zwischen 1910 und 1930 war die Schweiz noch ein Auswanderungsland.
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich die Bevölkerung der Schweiz mehr als verdreifacht und ist von 2,5 Millionen Personen im Jahr 1860 auf 8 Millionen im Jahr 2012 gestiegen. Die Bevölkerung wuchs jedoch nicht konstant. In gewissen Zeiträumen stieg die Bevölkerungszahl stärker an, so beispielsweise Anfang der 1960er-Jahre, während in anderen Zeiträumen eine verlangsamte Zunahme oder sogar eine Abnahme der Bevölkerung zu verzeichnen war.
Die beiden Komponenten der Bevölkerungsveränderung sind einerseits der Geburtenüberschuss, das heisst der Unterschied zwischen der Geburtenzahl und der Zahl der Todesfälle, und andererseits der Wanderungssaldo, die Differenz zwischen der Zahl der Einwanderungen und der Zahl der Auswanderungen.
Mit Ausnahme von 1918, dem Jahr der Spanischen Grippe, verzeichnete die Schweiz seit Mitte des 19. Jahrhunderts immer einen Geburtenüberschuss. Der Wanderungssaldo ist seit 1950 zu einem wichtigen Faktor der Bevölkerungsentwicklung geworden. Er unterliegt jedoch raschen und bedeutenden Schwankungen. So fiel er beispielsweise von +100’000 im Jahr 1961 auf -58’000 im Jahr 1975. Zwischen 1996 und 1997 verzeichnete die Schweiz einen negativen Wanderungssaldo. Seit Beginn des neuen Jahrtausends ist der Wanderungssaldo der Hauptfaktor der Bevölkerungsentwicklung der Schweiz. Gegenwärtig sind rund 80 Prozent des Bevölkerungswachstums auf den Wanderungssaldo zurückzuführen.
Die Alterspyramide hat sich im Laufe des 20. Jahrhunderts beträchtlich verändert. Der Anteil der jungen Personen (unter 20 Jahren) ist von 40,7 Prozent im Jahr 1900 auf 20,9 Prozent im Jahr 2010 gesunken, während derjenige der älteren Menschen (über 64 Jahre) von 5,8 Prozent auf 16,9 Prozent gestiegen ist. Bei den Betagten (80 Jahre oder mehr) war die Zunahme besonders ausgeprägt (von 0,5% auf 4,7%). Dieses Phänomen der demografischen Alterung ist eine Folge der steigenden Lebenserwartung und vor allem der abnehmenden Geburtenhäufigkeit. Es wird sich im 21. Jahrhundert fortsetzen. Der Anteil der Personen ab 65 Jahren dürfte von 16,9 Prozent (2010) auf rund 28 Prozent im Jahr 2060 steigen.
Die stetig steigenden Bevölkerungszahlen beunruhigt aber auch – auch aus Umweltschutzgründen. So fordert die Umweltorganisation ECOPOP (Association „ECOlogie et POPulation“) mit einer Volksinitiative den Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der Lebensgrundlagen und nicht aus rassistischen oder fremdenfeindlichen Gründen. Denn das hohe Bevölkerungswachstum (multipliziert mit dem Konsumverhalten) in der Schweiz und anderen Ländern belastet die Umwelt, vermindert die Lebensqualität und widerspricht dem Ziel einer nachhaltigen Welt gemäss Artikel 73 der Bundesverfassung. Weil die ökologischen Kapazitäten und die Ressourcen der Erde unabhängig von Staatsgrenzen beschränkt sind, und angesichts der zunehmenden internationalen Migration, soll diese eidgenössische Volksinitiative den Bevölkerungsdruck sowohl national als auch international reduzieren helfen.
Bild: Yago Veith – yago1.com [CC-BY-SA-3.0-de] via Wikimedia Commons