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Einige Sprachen vermögen es Ländergrenzen zu überwinden, zur Brücke zu werden, die die Verständigung zwischen Menschen verschiedener Kulturen erleichtert. Andere Sprachen schlummern hingegen in alten Büchern und werden nur in abgelegenen Gegenden gesprochen, wo die Welle der Globalisierung noch nicht angekommen ist. Dieses Schicksal ereilen in erster Linie Sprachen, die von sehr wenigen Menschen gesprochen werden. Glücklicherweise gibt es Beispiele dafür, wie die eigene Sprache auch in kleinen Ländern gepflegt werden kann.
Was ist das Schicksal der belarussischen Sprache? Viele Menschen werden sich bei dieser Lektüre wahrscheinlich eine Frage stellen: warum gibt es eigentlich eine solche Sprache?
Die belarussische Sprache ist so alt wie ihre slawischen Schwestersprachen wie das Russische, Ukrainische und Polnische u.a. Die Grundlage für die Entstehung und Entwicklung der slawischen Sprachen waren die Dialekte einzelner slawischer Stämme, die vor zwei Jahrtausenden begannen, sich auf den riesigen Gebieten Mittel- und Osteuropas anzusiedeln. Die belarussische Sprache basiert auf Dialekten dreier slawischer Stämme, und zwar jener der Dregowitschen, der Kriwitschen und der Radimitschen. Im Prinzip spiegelt die heutige Gruppierung der belarussischen Dialekte tatsächlich die frühere Ansiedlung der genannten Stämme auf belarussischem Territorium wieder. Die ältesten Manuskripte stammen aus dem 10.-11. Jahrhundert. Heute wird offiziell das kyrillische Alphabet verwendet, das seit dem 14. Jahrhundert existiert. Im 16. Jahrhundert erschien das lateinische Alphabet.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts existierten das kyrillische und das lateinische Alphabet nebeneinander. Eine Zeit lang druckte die Zeitung “Nascha Niwa” Texte auf zwei grafischen Systemen, damit alle Belarussen verstehen konnten, was geschrieben wurde, denn die Katholiken gewöhnten sich an das lateinische Alphabet, und die Orthodoxie verstand nur das kyrillische Alphabet. Heutzutage wird das lateinische Alphabet vor allem in der Toponymie, bei Namen von geographischen Orten, verwendet. Beispielsweise sind die Namen der U-Bahn-Stationen in Minsk in kyrillischer und belarussischer Sprache geschrieben, nicht in Englisch.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel.
Coronavirus-Eilmeldungen am 18. November 2020
Nach Angaben des Telegram-Kanals des Gesundheitsministeriums wurden am 18. November 118.008 Personen mit einem positiven Test auf COVID-19 in Belarus registriert. Die tägliche Zunahme belief sich auf 1309 neue Fälle.
Am 18. November wurden 98 Tausend 318 Patienten (1000 pro Tag) in Belarus geheilt und entlassen. Während des gesamten Zeitraums, in dem sich die Infektion auf dem Territorium des Landes ausbreitete, starben 1067 Patienten mit der nachgewiesenen Coronavirus-Infektion (sieben Personen am letzten Tag).
Insgesamt wurden 2.947.761 Tests durchgeführt (30.681 pro Tag).
„Dziady“ ist ein Tag zum Gedenken an die Vorfahren. Dieser Gedenktag wird von Christen seit alters her Anfang November gefeiert. Das Wort „Dziady“ wird aus dem Belarussischen ins Deutsche mit „Großväter“ übersetzt.
„Dziady“ ist eine der ältesten Traditionen der Belarussen, sich an die verstorbenen Vorfahren zu erinnern. An diesem Tag ist es bis heute üblich, auf den Friedhof zu gehen. Am Tag zuvor machte man die Gräber zurecht und räumte zuhause auf, um die Geister der Vorfahren einzuladen und ihnen für die Obhut der Toten zu danken. Danach wusch man sich im Badehaus (Banja) und hinterließ Wasser und Zweige für die Vorfahren. Jede Familie spendete großzügig Almosen an Bettler, die an diesem Tag durch die Dörfer gingen.
Für „Dziady“ werden auch heutzutage noch spezielle Gerichte zubereitet, unter anderem „Kutsja“ (Graupenbrei mit Rosinen), Blini (Pfannkuchen), Spiegeleier und Fleisch. Traditionell werden einige der Speisen und Getränke an einem besonderen Ort für die Toten aufbewahrt.
An diesem Tag versammeln sich die Familien traditionell auf den Friedhöfen, um sich um die Gräber ihrer Angehörigen zu kümmern. Im Gegensatz zu Haloween ist dies ein „heiteres“ Fest des Gedenkens an die Toten.
Kirchen im ganzen Land halten Gottesdienste ab. Die Gebete für die Toten können auch zu Hause gesprochen werden. Es ist üblich, sich all der guten Dinge zu erinnern, die ein Mensch in seinem Leben getan hat, und Gott für ihn und seine Taten zu danken.
Über weitere besondere Feiertage in Belarus können Sie hier lesen.
Das Jahr 2020 war eine echte Bewährungsprobe für die Tourismusindustrie. Bereits im Januar hatten wir geplant, eine große Zahl von Touristen zu empfangen, die unser Land aus erster Hand kennen lernen wollten, aber Ende Februar wurde klar, dass diese Saison aufgrund Corona schwierig wird.
Umso überraschender war es, Anfang Juni eine Anfrage aus Deutschland für eine zweiwöchige Tour durch Belarus zu erhalten. Die Ankunft war für Ende August - Anfang September geplant. Bis zum letzten Moment waren wir nicht sicher, ob unser Tourist Johannes kommen würde, aber glücklicherweise hat alles geklappt.
Innerhalb von 2 Wochen besuchten wir fast ganz Belarus.
Das Programm beinhaltete Exkursionen in die Städte Minsk, Witebsk, Braslau, Grodno, und Brest; das Kennenlernen des Provinzlebens in den Städten Glubokoe, Nowogrudok, und Lida; die Besichtigung von Kirchen, Gotteshäusern sowie der Moscheen in Iwje und der Synagogen in Grodno sowie der Schlösser in Mir und Nesvizh. Auch der Natur wurde viel Aufmerksamkeit geschenkt. Wir wanderten durch die Hochmoore im Reservat "Krasny Bor" im Norden des Landes, sahen zu, wie Vögel von Ornithologen gefangen und beringt wurden, beobachteten Wisente in der natürlichen Umgebung im Nationalpark Beloweschskaja Puschtscha, wo wir auch Pilze sammelten und der Morgendämmerung mit heißem Tee und Schmalzbroten begegneten. Auch eine Radtour entlang der Braslauer Seen begeisterte unseren Gast. Er hatte zudem die Gelegenheit, das Leben der einfachen Belarussen, ihren Alltag, ihre Traditionen, ihre nationale Küche kennen zu lernen und dabei den ein oder anderen Selbstgebrannten zu probieren. Wir hatten das Glück, am internationalen Festival der ethnokulturellen Traditionen "Call of Polesie" teilzunehmen, das im Süden des Landes am Ufer des Flusses Pripjat stattfand.
Die Zeit verging wie im Fluge, und ich bin fest überzeugt, dass unser Gast Johannes die freudigen Erinnerungen an seinen Aufenthalt in unserem Land so schnell nicht vergessen wird.
Um die traditionelle Kultur des belarussischen Landstrichs Polesiens zu bewahren, findet im Pripjatski Nationalpark das internationale ethnokulturelle Festival "Ruf Polesiens" statt.
In diesem Jahr wird das Festival am 15. August veranstaltet.
Das Festival "Ruf Polesiens" findet jedes Jahr statt, um volkstümliche Rituale, Folklore und das Handwerk der Einwohner Polesiens zu bewahren und zu vermitteln.
Der Höhepunkt des Festivals ist ein Konzert verschiedener Folkloregruppen.
Das Festival besuchen nicht nur Einwohner von Belarus, sondern auch Gäste aus der Ukraine, Russland, Polen und Moldawien. Die Organisatoren erwarten dieses Jahr trotz Corona etwa 30.000 Besucher.
Teil des Festivals ist der Schönheitswettbewerb "Schönheiten Polesiens", eine militärhistorische Rekonstruktion "Schlacht der Epochen" und eine Fotoausstellung "Aus der Geschichte des Festivals". Das Festival endet mit einem abendlichen Showprogramm und einem festlichen Feuerwerk.
Falls Sie in diesem Jahr keine Möglichkeit haben, das Festival zu besuchen, können Sie die einzigartige und wunderbare Welt des belarussischen Polesiens bei einem Ausflug in die Stadt Turau (Turow) entdecken. Mehr zu unseren Reiseangeboten in die Region finden Sie hier.
Die Geschichte von Belarus ist eng verknüpft mit der Geschichte seiner Nachbarländer.
Über die Jahrhunderte war das Territorium Teil verschiedenster Staatsverbände, unter ihnen das Großherzogtums Litauen, das polnisch-litauische Königreich, und das Russische Reich.
Deshalb stoßen wir bei unseren Ahnenforschungen oft darauf, dass notwendige Dokumente in den Archiven von Vilnius (Litauen), Warschau (Polen), St. Petersburg (Russland), oder Kiew (Ukraine) aufbewahrt werden.
Das hat uns ermutigt, in diesen Ländern nach Partnern zu suchen, Menschen, denen Geschichte und die damit verwobenen menschlichen Schicksale nicht gleichgültig sind und die sich sehr gezielt mit der oft kleinteiligen Recherche in Archiven beschäftigen.
Deswegen freuen wir uns, dass wir Ihnen nun auch Ahnenforschung in der Ukraine anbieten können. Unser Historiker Pjotr recherchiert für Sie vor Ort in ukrainischen Archiven und arbeitet eng mit unseren Historikern in Belarus zusammen. Mehr zu unseren Experten für Ahnenforschung erfahren Sie hier. Machen Sie sich mit uns auf die Suche nach Ihren Vorfahren in Osteuropa!
Belarus ist das Land der 1000 blauen Seen und Flüsse, der dichten Wäldern und satten Wiesen, einer reichen Tier- und Pflanzenwelt. Der Erhaltung des natürlichen Reichtums wird in Belarus auf gesetzgeberischer Ebene große Aufmerksamkeit geschenkt.
Eines der besonders geschützten Gebiete ist das Biosphärenreservat Beresinsky. Es befindet sich ca. 120 Kilometer nordöstlich von Minsk entfernt und erstreckt sich über eine Fläche von 85 192 Hektar. In diesem Jahr feiert das Reservat sein 95-jähriges Bestehen.
Das Biosphärenreservat Beresina vereint Wäldern, Wiesen und Sümpfe, einzigartige Uferlandschaften des Flusses Berezina, viele große und kleine Flüsse und klare Seen. Das Reservat beherbergt neben einer einmaligen Flora die fünf großen europäischen Säugetiere - Elch, Wisent, Bär, Wolf und Luchs.
Vor Ort wurden zahlreiche ökologische Pfade angelegt, und dem Schutz der Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren wird größte Aufmerksamkeit geschenkt.
Touristen sind im Beresinsky-Reservat stets herzlich willkommen, es gibt zahlreiche geführte Touren und Aktivitäten vor Ort.
Mehr über das Biosphärenreservat Beresinsky erfahren Sie auf unserer Website.
In der Nacht vom 6. auf den 7. Juli wird in Belarus der Festtag Iwan-Kupala (Kupalje) gefeiert.
Kupalje ist ein heidnischer Festtag zu Ehren der Sommersonnenwende. Seine Entsprechungen gibt es in fast allen Ländern der Welt.
An diesem Tag machten sich bereits am Morgen Frauen und Mädchen singend auf den Weg in Felder und Wiesen, um Heilkräuter zu sammeln.
Dem Feuer wurde eine wichtige Bedeutung beigemessen. Der Legende nach hatte das Kupalje-Feuer eine schützende, magische und reinigende Kraft.
Am Abend tanzten Jungen und Mädchen und sprangen über das Feuer. Junge Frauen flochten Kränze, ließen sie in den Fluss hinunter und versuchten nach der Bewegung des Kranzes ihr künftiges Schicksal wahrzusagen.
Eine erstaunliche Legende über die Farnblume ist mit dem Fest Kupalje verbunden: Genau um Mitternacht blüht der Farn für einige Augenblicke in feurigen Farben. Man versuchte, diese Farnblume zu finden, die versprach dass alle Wünsche in Erfüllung gehen würden.
Bis heute feiern die Menschen in Belarus Kupalje und erinnern sich an die alten Bräuche und Traditionen. Mehr über belarussische Feiertage können Sie auf unserer Website lesen.
Polozk ist eine der schönsten Städte in Belarus. Sie liegt an einem malerischen Ort, wo der Fluss Polota in die Dvina mündet.
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 862, als die Stadt das Zentrum des Fürstentums Polozk war. Sie ist die älteste Stadt in Belarus und die älteste Stadt der Kiewer Rus.
Polozk wurde zu einem der Zentren des Christentums in den ostslawischen Ländern. Hier wurde Euphrosyne von Polotsk geboren, die erste Frau in Belarus, die heilig gesprochen wurde.
Über der Stadt erhebt sich die wunderschöne Sophienkathedrale, die zwischen 1044 und 1066 erbaut wurde. Ihr Bau unterstrich die Stärke und Unabhängigkeit des Fürstentums Polozk. Ähnliche Bauwerke gab es nur in Kiew und Nowgorod, den Zentren der stärksten russischen Fürstentümer.
Die 1150-Jahrfeier von Polozk war Teil des UNESCO-Kalender historisch denkwürdiger Daten.
Mehr über Polozk erfahren Sie auf unserer Website. Wir nehmen Sie gerne mit nach Polozk auf eine unserer Reisen in die spannendsten Regionen von Belarus.
Heute möchten wir Ihnen das Herz von g4 tours vorstellen, unsere Mitarbeiter. Gemeinsam erkunden wir für Sie gerade auch in diesen Corona-Zeiten neues Terrain, um Ihnen alle Facetten von Belarus zu zeigen, online wie offline. Unsere deutsch- und englischsprachigen Guides und Reiseleiter leben über das ganze Land verteilt. Sie sind Experten für Geschichte, Natur, Ahnenforschung, Religion und Kunst und vieles mehr. Von Minsk aus koordinieren Sveta und Tanja unser Tourangebot, Paul unser Gründer ist in Cham in der Schweiz zu Hause. Eines eint uns alle, und zwar die Leidenschaft für und mit Ihnen Belarus zu erkunden abseits ausgetretener Pfade. Hier erfahren Sie mehr über unser Team und unsere persönlichen Reisehighlights in Belarus.
Unser Guide Wanja stieß erst kürzlich zu g4 tours. Er hat eine außergewöhnliche Lebensgeschichte. Er war über ein Jahrzehnt erfolgreicher Manager in einem Pharmaunternehmen in Minsk, bis er sich entschloss der Zivilisation zu entsagen und in einem abgelegenen Landgut im wilden Teil des Nationalparks Nalibokski zu leben. Dort hat er sich der Zeidlerei verschrieben, einer sehr alten Form der Bienenhaltung. Außerdem ist er ein sehr genauer Beobachter und Kenner der heimischen Flora und Fauna. Einige seiner aktuellsten Tierbeobachtungen hat er hier dokumentiert.