Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03197.jsonl.gz/896

Es kommt vor, dass das Gericht bereits in seinem ursprünglichen Urteil eine der vorstehend genannten Vollstreckungsmassnahmen angeordnet hat. In diesem Fall kann der Entscheid ohne weitere Schritte vollstreckt werden. Wurde beispielsweise eine Bestrafung nach Art. 292 StGB angedroht und kommt die betroffene Person ihrer Pflicht nicht nach, können Sie direkt eine Anzeige bei der Polizei oder bei der Staatsanwaltschaft einreichen.
Kann hingegen nicht direkt vollstreckt werden, müssen Sie beim Kantonsgericht Zug zunächst ein Vollstreckungsgesuch einreichen. Das Kantonsgericht ist in jedem Fall zuständig, selbst wenn das Urteil, das vollstreckt werden soll, vom Obergericht oder gar vom Bundesgericht stammt. In örtlicher Hinsicht ist das Kantonsgericht Zug dann zuständig, wenn die unterlegene Partei Wohnsitz oder Sitz im Kanton Zug hat, wenn die fraglichen Vollstreckungsmassnahmen im Kanton Zug zu treffen sind oder wenn es um die Vollstreckung eines in Zug gefällten Urteils geht.
Dem Gesuch müssen Sie die erforderlichen Urkunden beilegen und die Voraussetzungen der Vollstreckbarkeit darlegen. Sie können dem Gericht auch einen konkreten Antrag stellen, welche der zur Verfügung stehenden Vollstreckungsmassnahmen es ergreifen soll. Das Gericht ist an diesen Antrag indessen nicht gebunden, sondern kann grundsätzlich selbst entscheiden, welche Massnahme es anordnen will.
Das Kantonsgericht prüft das Vollstreckungsgesuch im summarischen Verfahren. Es gibt der Gegenpartei eine kurze Frist zur Stellungnahme, bevor es entscheidet.