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Mehr über Tensegrity
“The best osteopath is the best engineer; the best engineer is the best osteopath.“
– Andrew Taylor Still –
Gründer der Osteopathie
Die Prinzipien der Tensegrity gelten im Wesentlichen für jede Struktur im menschlichen Körper.
Auf der makroskopischen Ebene werden die 206 Knochen, aus denen unser Skelett besteht, gegen die Schwerkraft aufgerichtet und durch den Zug von Muskeln, Sehnen und Bändern, dem Bindegewebe-Fasziensystem, in vertikaler Richtung stabilisiert.
Das Bindegewebe-Fasziensystem bildet ein komplexes Netz, das dem Individuum Stabilität, Flexibilität und Beweglichkeit bietet.
Es ist in drei Schichten organisiert. Die oberflächliche Faszie ist mit subdermalen Geweben, Muskeln und Gelenken verbunden. Die tiefe Faszie umgibt und stützt die inneren Organe. Die Hirnhäute bilden das Membransystem um das Gehirn und das Rückenmark.
Mechanorezeptoren und Schmerzrezeptoren sind im Fasziensystem vorhanden und helfen, die sich verändernden Spannungen und Stoffwechselbedingungen, die dieses System beeinflussen können, kontinuierlich zu überwachen.
Ein dynamisches Gleichgewicht wird fortwährend aufrechterhalten, um eine Anpassung an die Anforderungen verschiedener Aktivitäten und an die Einschränkungen zu ermöglichen, die durch traumatische Läsionen in diesen Geweben auftauchen können.
Das Tensegrity Structural Model (TSM) des Körpers, besagt, dass die Körpergewebe aus miteinander verbundenen Spannungs-Ikosaedern (komplexen Dreiecksbindern) bestehen, die von Natur aus ein Gleichgewicht zwischen Stabilität und Mobilität schaffen.
Dass die Natur bewährte Aufbauregeln anwendet, wird durch die Wiederholung auf molekularer bis makroskopischer Ebene von bestimmten Mustern, wie Spiralen, Fünfecken und triangulierten Formen - belegt. Diese Muster treten in sehr unterschiedlichen Strukturen auf – z.B. in sehr regelmäßigen Kristalle, in relativ unregelmäßigen Proteinen und in so unterschiedlichen Organismen wie Viren, Plankton und Menschen.
Schließlich besteht organische wie auch anorganische Materie aus den gleichen Bausteinen: Atomen aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Phosphor. Der einzige Unterschied besteht darin, wie die Atome im dreidimensionalen Raum angeordnet sind.
Eine Erhöhung der Spannung in einer der Körperstrukturen führt zu erhöhter Spannung im gesamten Körper – und umgekehrt.
Das Tensegrity Strukturmodell erklärt die physiologischen Veränderungen, die sich im verletzten oder verspannten Gewebe manifestieren. Die Fibrose von Muskel und Faszie kann als eine veränderte elektromechanische Beziehung auf molekularer Ebene gesehen werden. Die Tensegrity-Struktur wird somit von einer neutralen, flexiblen Form in einen gespannten, hochenergetischen, linear versteiften Modus umgewandelt.