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Der Verwaltungsrat der Credit Suisse wird Anfang nächster Woche über das Schicksal der Konzernleitungsmitglieder entscheiden, die in die Beschattung des ehemaligen Wealth-Management-Leiters Iqbal Khan involviert waren. Derzeit bemüht sich das Gremium herauszufinden, wer für den peinlichsten Skandal der Bank seit Jahren verantwortlich ist.
Die Anwaltskanzlei Homburger sei in der Schlussphase einer Untersuchung der Spionageaktion, sagten mit der Sache vertraute Personen. Homburger – eine der führenden Wirtschaftskanzleien in der Schweiz – interviewte in den letzten Tagen Vertreter der Bank und überprüfte, ob die Beschattung rechtlich und ethisch gerechtfertigt war, so die Quellen, die anonym bleiben wollten. Die Rechtsfirma untersuche ferner, ob ein Zerwürfnis zwischen Khan und CEO Tidjane Thiam die Reputation der Bank beschädigt habe.
Rascher Entscheid
Die Credit Suisse erwartet, dass die Ermittlung am Ende dieser Woche abgeschlossen sein wird. Nach Übergabe des Berichts wird der Verwaltungsrat früh in der kommenden Woche tagen und darüber beraten.
Iqbal Khan sollte vereinbarungsgemäss am kommenden Dienstag, 1. Oktober 2019, sein neues Amt als Co-President Global Wealth Management bei der UBS antreten.
Sollten höhere Manager der CS tatsächlich verantwortlich sein, so werde Präsident Urs Rohner rasch entscheiden und Strafen fällen, so eine Quelle, die wegen der Sensibilität des Themas nicht genannt werden will. Die interne Überprüfung werde von Verwaltungsrats-Mitglied John Tiner geführt.
«Wir unterstützen das CS-Management…»
Ein Sprecher der Credit Suisse verwies auf die Stellungnahme vom Montag, in der es hiess: «Sobald die Untersuchung abgeschlossen ist, wird der Verwaltungsrat über deren Ergebnisse informieren. Bis dahin können keine weiteren Angaben gemacht werden.» Homburger wollte keinen Kommentar abgeben.
Der Fall hat eine offene Debatte darüber ausgelöst, wie die Bank reagieren sollte, falls Medienberichte stimmen sollten, wonach der ehemalige CS-Mann Khan im Auftrag der Bank von Detektiven beschattet worden sei. «Wir unterstützen das CS-Management bei allen rechtlichen Schritten, die zum Schutz des Unternehmens nötig werden sollten», sagt David Herro, stellvertretender Chairman von Harris Associates, einem der grössten Aktionäre der Grossbank. «Und wir denken, dass es abträglich für die CS wäre, wenn sie deshalb irgendein Mitglied des obersten Management verlieren sollte.»
(«Bloomberg» | rap)