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so daß also die größte Deformation, wenn sie ohne Zerstörung des Kessels möglich wäre, einem gesammten inneren Drucke von 22,1 resp. 40,4 Atmosphären entsprechen würde.
So sehr nun auch der Natur der Sache gemäß die dieser Rechnung zu Grunde liegenden Vorausseßungen in verschiedenen Beziehungen ungenau sein mögen, so dürfte doch immerhin das Urtheil dadurch begründet werden, daß in Folge plößlicher Dampfentwickelung nach eingetretener relativer Ueberhigung des Wassers die Sprengung eines Dampfkessels wohl stattfinden kann. Dadurch find andere Umstände als erste Veranlassung einer Kesselexplosion nicht ausgeschlossen, z. B. fehlerhafte Construction, schadhafte Stellen, Waffermangel und Erglühen des Bleches, wodurch eben entweder nach und nach dergleichen schadhafte Stellen entstehen können, oder auch sofort die bedeutend verminderte Festigkeit des glühenden Bleches den Bruch herbeiführen kann u. s. f. Ist aber erst einmal aus irgend einem Grunde ein klaffender Riß entstanden, dann ist es leicht denkbar, wie die Dampfspannung so schnell abnehmen, also die relative Ueberhizung des Waffers so schnell zunehmen kann, daß in der plöglichen massenhaften Dampfentwickelung die explosive, zerstörende Gewalt eines Kesselbruches ihre natürliche Erklärung findet, d. h. daß der Kesselbruch zur Kesselexplosion wird.
So ist es allerdings unwahrscheinlich, daß bei den beständigen Erschütterungen eines in Fahrt begriffenen Dampfschiffes eine wesentliche Ueberhigung des Kesselwassers eintreten sollte, so lange der Kessel noch unverleßt ist; wenn aber, wie der Hr. Verfasser des vorstehenden Aufsaßes mit Grund vermuthet, in dem von ihm beschriebenen Falle Wassermangel und Glühen des bloß gelegten Bleches stattgefunden haben, so kann dadurch an dieser Stelle ein so weiter Riß entstanden sein, daß durch die massenhafte Verdampfung dieser Umstand zur gewaltigsten Explosion führte. F. Grashof.
Die Zustandsgleichung des Wasserdampfes.
Von Gustav Schmidt, Professor des Maschinenbaues am Königl. böhmischen polytechnischen Landesinstitute in Prag. (Fortsetzung und Schluß von Seite 649.)
Nachdem also die Formel (43) durch die Hirn'schen Versuche bestätigt wird, so können wir sie auf den gesättigten Dampf anwenden und finden für:
Die Wiederholung dieser Näherungsrechnung mit den gefundenen Werthen von v giebt:
Eine nochmalige Wiederholung giebt für a' und v die
selben Werthe.
Zeuner hat in der ersten Auflage seiner „Grundzüge 2c. Seite 98 gezeigt, daß zwischen t=0 und t=200 statt der Regnault'schen Formel (36) auch die folgende geseßt werden darf:
T
q=1,1t30,456 log. nat. 273
Hieraus folgt die viel naturgemäßere Formel
Bezüglich der Abweichungen der aus Gleichung (58) ge= folgerten Werthe von r gegen die aus Regnault's Formeln für 2 und q berechneten Werthe, zeigte sich diese Abweichung am größten bei 4 Atmosphären Spannung oder t = 195,53. Wir fanden dort r = 476,29.
q= 198,54,
λ= 674,83,
Die Flüssigkeitswärme ist nach Gl. (36) somit die Gesammtwärme während diese nach Regnault's Formel (35) ́λ = 666,14 folgt. Der Unterschied beträgt 8,69
oder 1,8 pCt. des Beobachtungswerthes, als welcher der Formelwerth gelten kann. Wenn die Formel (35) für λ als so genau anzusehen ist, daß ein solcher Fehler nicht möglich ist, so müssen eben die Werthe von B und x etwas Weniges, und C mehr so lange entsprechend variirt werden, bis man eine befriedigende Genauigkeit erhält. Insbesondere weisen die Versuchsresultate von Dulong, Masson und Regnault*) darauf hin, daß für Luft, also auch für Wafferdampf, × > 1,41 sei (1,415 bis 1,421).
Ich berechnete aus dem Zusammenhange zwischen der relativen Dichte e der Gase und dem Moleculgewichte m, welcher sich durch eine Formel ε = Cm Cm . (64) darstellen läßt, und aus der zufolge (38) für die atmosphärische
Luft (d. i. für ɛ = 1, m = 4) geltenden Gleichung:
Hierin ist
mc, = an.
(71).
m das Molecul- oder auch nur Aequivalent- Gewicht, c, die Wärmecapacität bei constantem Drucke,
a ein erfahrungsmäßig bestimmter Coefficient, welcher nur Durch den Aggregatzustand bedingt ist, und welchen ich für gasförmige Körper 0,86 und für feste Körper = 0,80 gefunden habe,
n die Charakteristik der Verbindung, gebildet aus der Summe der Charakteristiken sämmtlicher in der Verbindung erscheinenden Atome.
Die Charakteristik eines jeden Atoms ist eine ganze Zahl, welche in allen Verbindungen von gleichem Aggregatzustande denselben Werth befißt, jedoch für die zwei genannten Aggregatzustände im Allgemeinen verschieden ist. Die Werthe von n für die nach neuerer Weise (mit 0 16 statt 0-8) geschriebenen Elemente find:
ist.
C = 12 .
H = 1 .
Nachtrag.
Die Gleichung (12) lautet einfacher:
n=2 3
n = 4
2
x
pv
p v2 — (x — 1) C
und die Gleichung (50) ist nicht genau richtig, weil sie auf der Zeuner'schen Annahme cp = Const. beruht. Richtiger findet man auf dem von Zeuner betretenen Wege:
гр — c, log. nat. (v×−1T)
und g ψ = Const.
Prag, im Juli 1867.
*) Dieser Werth findet sich zuerst in Boedeker's: Die gesetzmäßigen Beziehungen zwischen der Zusammensetzung, Dichtigkeit und der specifischen Wärme der Gase. Göttingen, 1857.
**) Freiberg, 1861.