Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03421.jsonl.gz/198

Die Wäscherin im Mittelalter hatte genau zwei Möglichkeiten: Entweder klemmte sie die Wäsche mit einer Klammer fest, die aus einem einfachen Holzstück mit Schlitz bestand, oder aber sie hängte die Kleider lose über die Leine. Beides war nicht ohne Tücken: Entweder scheuerte das Holz mit der Zeit den Stoff durch, oder der Wind verteilte die Wäsche übers Land.
Das änderte sich erst 1853, nachdem Erfinder David M. Smith im US-Bundesstaat Vermont über das Problem nachgedacht hatte. Seine neuartige Wäscheklammer besass zwei Holzschenkel mit einem Stift als Achse. Oberhalb, zwischen die beiden Griffe geklemmt, fand sich eine separate Feder, welche die Klammer nach dem Loslassen wieder zusammenpresste. «Meine Erfindung», so schrieb Smith, «beschädigt den Stoff nicht, wie das eine herkömmliche Klammer tut, und ein weiterer wichtiger Vorteil besteht darin, dass sie sich vom Wind nicht losreissen lässt».
So simpel eine einfache Wäscheklammer auch scheinen mag – in der Zeit der Industrialisierung war sie Gegenstand einer wahren Erfindungswut. Für Klammern aller Art wurden zwischen 1852 und 1887 allein in den USA 146 Patente erteilt. Eine markante Verbesserung war schliesslich die Erfindung des ebenfalls in Vermont lebenden Solon E. Moore: Sein Patent von 1887 zeigt eine Wäscheklammer mit nur noch einem gebogenen Drahtstück, das zugleich als Spiralfeder und als Achse dient. Eben diese Klammer ist es, die seither in unterschiedlichsten Ausführungen unsere Wäsche an der Leine hält: aus Plastik – oder aber, ökologischer, aus Birkenholz, das nicht abfärbt und keine Harzflecken hinterlässt.