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Datum: 18. Mai 2024
Zeit: 11:00 Uhr
Ort: Thayngen/Bibern (SH)
Der Stierkäfer
Typhaeus typhoeus (Linnaeus, 1758)
Männlicher Stierkäfer (Fotos: Siga/Wikipedia)
Der Stierkäfer ist ein klassischer Vetreter der Mistkäfer (Geotrupidae). Seinen Namen verdankt den Hörnern am Kopf, die allerdings nur im männlichen Geschlecht vorhanden sind. Er ist ökologisch von grosser Bedeutung, erbringt er doch zahlreiche, wichtige Umweltservices:
Seine Nachkommen zieht der Käfer mit dem Dung von Weidetieren auf. Aus diesem fertig er Kugeln an, die sein eigenes Körpergewicht um viele hundert Male übertreffen können, und rollt sie an einen geeigneten Ort, um sie im Boden zu vergraben. Durch die rasche Beseitigung des Kots reguliert der Käfer den Bestand parasitischer Würmer und Fliegen und hilft damit den Weidetieren und anderen Wirten. Insbesondere der schnelle Abbau von Kuhfladen senkt deren Treibhausemissionen.
Mit dem Abtransport und dem Vergraben der Dung-Pillen (Mistkäfer werden auch gerne als Pillendreher bezeichnet) trägt er zur Verbreitung von Pflanzensamen bei. Und weil seine unterirdischen Brutbauten bis anderthalb Meter tief in den Boden hineinreichen und aus einem Haupt- wie auch zahlreiche Nebenstollen bestehen, hilft der Käfer bei der Lockerung und Belüftung des Bodens.
Seit den frühern 80igern gehen die Bestände dieses von Nordafrika bis nach Skandinavien verbreiteten Käfers stetig zurück. Die Gründe für den Rückgang sind wie meistens vielschichtig, treffen die Mistkäfer aber besonders hart: Der Verlust an natürlichem Lebensraum und die zunehmende industriellen Stallhaltung – die in der Konsequenz zu immer weniger Tieren in Weidehaltung führt – machen dem Käfer zu schaffen. Hinzu kommt die Vergiftung seines wichtigsten Rohstoffs, dem Dung, durch Anthelminithika (Medikamente gegen Wurmbefall) mit denen Weidetiere in Europa flächendeckend behandelt werden. Die Medikamente wirken weit über den eigentlichen Zielorganismus hinaus und schädigen nachweislich alle arthropoden Lebensformen, die sich im und von Dung ernähren.