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Alp Grüm im Winter, bis 1923
Die Berninabahn ist sehr exponiert und immer wieder fallen grosse Mengen Schnee oder es werden grosse Verwehungen durch den Wind angehäuft.
Von Alp Grüm gibt es sehr viele Postkarten mit Wintermotiven, deshalb sind sie hier separat kategorisiert.
"Schneeschleuder der Berninabahn in Tätigkeit" lautet die Überschrift auf der Rückseite der Karte. Links sieht man einen bis zum Dach zugewehten Zug, rechts eindrucksvolle Schneewände. Die scharf abgeschnittene Wand deutet darauf hin, dass der Schneeräumer mit seinen breiten "Flügeln" die Schneemasse auf die Schiene gezogen hat und jetzt eine der beiden Schneeschleudern die angehäuften Schneemassen in hohem Bogen weg befördert.
Werbepostkarte des "Hotel Restaurant Belvédère Alp Grüm".
Die Foto ist vermutlich an anderer Stelle gemacht worden.
Der Grafiker hat sogar Gesichter retouchiert. War der Mann nicht schön genug für's Bild?
Hier ebenfalls eine sehr frühe Winteraufnahme des ursprünglichen Stationsgebäudes!
Der Triebwagen mit Gepäckabteil BCFe4 21 (Inbetriebnahme im Jahr 1911) ist soeben angekommen.
Viel Personal gruppiert sich auf dem Bild, es scheint ein besonderes Ereignis gewesen zu sein.
Mehr Details zum ersten Stationsgebäude findest Du hier
Schneeräumung auf Alp Grüm
Eindrückliche, frühe Karte von den Schneeverhältnissen und der Schneeräumung auf Alp Grüm.
Die Station ist völlig zugeschneit, wie der Masten im Vordergrund zeigt. Links und rechts hinter dem vordersten Mast ist der Schneekanal zu sehen, welchen die Schneeschleuder schon durchgefräst hat. Allerdings ist das nicht das Streckengleis, sondern die Zufahrt zur Drehscheibe.
Auch ganz links ist die Schneehöhe erkennbar im Vergleich mit dem Mann, der dort steht. Die Stange mit der Scheibe könnte zur Drehscheibe für die Schneeschleuder gehören. Rechts ist ein Schneewall sichtbar, der wohl von der Dampfschneeschleuder aufgetürmt wird, bevor dieser vom grossen Schleuderrad weit weg gefegt wird. Diese Karte hat wohl auch einen Retoucheur gesehen: Der grosse Schneewurf müsste VOR dem Dampf sein.
Da die Dächer kein oder nur wenig Schnee haben, scheint es vorerst unerklärlich, weshalb das Streckengeleise komplett zugeschneit ist, die Schneehöhe beträgt etwa 3Meter.
Betrachtet man jedoch den Poststempel der Karte (Januar 1914) und geht davon aus, dass die Aufnahme für die Karte mindestens im vorherigen Winter gemacht wurde, können wir das Ereignis besser eingrenzen: Der Winterbetrieb auf der Berninabahn wurde erst im Winter 1913/14 möglich. Bis dahin wurde (auch mit den beiden Schneeschleudern) nur die Strecke Pontresina - Alp Grüm offengehalten. Also ist das Rätsel gelöst
Die Baracke mit dem Pultdach konnte ich noch nicht zuordnen. Wer weiss näheres?
Die Karte qualifiziert sich auch als "Fake-Karte": Der Auswurf der Schneeschleuder war dem Verlag offenbar nicht genügend mächtig - deshalb wurde mächtig Hand am Bild angelegt! Und der Kiosk Alp Grüm mindestens virtuell mit Schnee eingedeckt.
Ein zwar nicht so schön erhaltene, aber trotzdem interessante Karte für den Bahnfreak: Auf der Karte hat die Absenderin Clara auf beiden Seiten fast jede freie Fläche vollgeschrieben und auch ihr Zimmerfenster umrahmt. Für mich interessanter ist der Spurpflug, der auf der Drehscheibe steht.
Etwas unerklärlich ist mir, dass die Dame Clara im Juli eine Winter-Postkarte verschickt...
Wegen der schlechten Auflösung und dem faserigen Papier sind hier der Vergrössung enge Grenzen gesetzt.
Es handelt sich um einen der kurzen Zweiachser des Typs M, welche im Winter mit einem anhebbaren Spurpflug versehen und vor dem Triebfahrzeug geschoben wurde. Dies wurde noch bis in die 1960er-Jahre so praktiziert. Lange standen die Bahndienst Mitarbeiter ohne Schutz auf dem Wagen, um den Pflug im richtigen Moment (bei Weichen) anzuheben. Später gab es dann primitive Holzwände als Wetterschutz.
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