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Er war der Hoffnungsträger der Schwarzen in den USA. Zum 50. Jahrestag der Ermordung von Martin Luther King am 4. April wird an den prominentesten Vertreter der US-Bürgerrechtsbewegung erinnert.
Der US-Bundesstaat North Carolina hat einen sogenannten Civil Rights Trail, eine Reiseroute zu wichtigen Schauplätzen der Bürgerrechtsbewegung eingeweiht. Die Stadt Nashville in Tennessee plant, eine Hauptstrasse in ihrem Zentrum nach Martin Luther King jr. umzubenennen.
Und ein Theater in Los Angeles bringt ein Stück auf die Bühne, in dem die letzten Stunden im Leben des Bürgerrechtlers und Friedensnobelpreisträgers leicht fiktiv nachgestellt werden: Vorbereitungen auf den 50. Jahrestag der Ermordung jenes Mannes, der zur Symbolfigur des gewaltfreien Widerstands gegen Unrecht und Unterdrückung wurde.
Schicksalsjahr 1968
Das Jahr 1968 ist für Amerikaner mit Erinnerungen angefüllt - fast ausschliesslich mit schmerzhaften. Der Vietnamkrieg eskalierte mit der Tet-Offensive; der Wahlkampf im Herbst wurde von bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen begleitet - vor allem beim Parteitag der Demokraten in Chicago.
Vor allem aber: Zwei Hoffnungsträger fielen von Mörderhand - am 4. Juni der junge Senator Robert Kennedy, zwei Monate zuvor der Reverend aus Atlanta. Martin Luther King war Anfang April 1968 nach Memphis gekommen, um dort streikende Arbeiter zu unterstützen.
Seine Mitstreiter bemerkten einen fast fatalistischen Zug an dem Pfarrer, als er am 3. April eine Predigt hielt, die wie ein Fazit, wie ein Abschied klingt: «I have been to the mountaintop»; er sei auf dem Berggipfel gewesen, erklärte King. Es war seine letzte Rede. Am nächsten Tag traf ihn auf dem Balkon des Lorraine Motel die Kugel eines Scharfschützen.
Motel wurde zu Museum
Das Gebäude des damaligen, recht billigen Motels ist heute Teil des National Civil Rights Museums in Memphis. Diese Institution ist einer der Schwerpunkte in der Erinnerung an King, an seinen gewaltfreien Feldzug - und Ort von Veranstaltungen über die Lage schwarzer Amerikaner und anderer Minderheiten in den USA des Jahres 2018. In Vorträgen und Ausstellungen wird Kings Bedeutung für die heutige Zeit untersucht.
Ende März hat das Museum Filmdokus über Kings Leben im Programm. Seit Ostersonntag (1. April) läuft ein mehrtägiges «MLK50 Symposium», zu dessen prominentesten Gastredner Eric Holder gehört, unter Präsident Barack Obama erster schwarzer Justizminister der USA. Am Mittwoch (4. April) finden Gottesdienste statt; einer exakt um 18.01 Uhr, als damals der tödliche Schuss fiel.
Tochter voller Hoffnung
Eine andere Institution, die in diesen Wochen an King erinnert, ist das Martin Luther King Center for Nonviolent Social Change in Atlanta, in dem die Familie des Friedensnobelpreisträgers aktiv ist. Seine jüngere Tochter Bernice - sie war bei seiner Ermordung fünf Jahre alt - steht an der Spitze eines Programms von Veranstaltungen unter dem Motto: «Gemeinsam werden wir gewinnen, in Liebe für die Menschheit».
Sie sei voller Hoffnung, schrieb Bernice King zuletzt in einem Essay, trotz aller gesellschaftlichen und politischen Spaltung. «Wer an Gewaltlosigkeit glaubt, hat ein tiefes Vertrauen in die Zukunft.»
Seine letzte Ansprache, die sogenannte Mountaintop-Predigt, gipfelte in dem Aufruf an seine Anhänger, der so ganz anders war als eine heute benutzte Parole: Sie sollten Amerika zu dem machen, was es sein kann; sie sollten Amerika zu einer besseren Nation machen. Und er schloss mit Worten der Furchtlosigkeit: «Ich sorge mich um nichts, ich fürchte keinen Menschen. Denn meine Auge haben den Glanz der Wiederkehr des Herrn gesehen.» (sda/kna)