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Bis auf weiteres kein japanisches Kernkraftwerk am Netz
Ohne die stabilisierende Produktion seiner Kernkraftwerke gleicht die Stromproduktion in Japan immer mehr einer Gratwanderung, schreibt das Jaif in einer Medienmitteilung. Mit einer geschätzten Reservekapazität von nur noch 3% werde es für Produzenten schwieriger, thermische Kraftwerke voll auszulasten und den Stromaustausch mit den östlichen Landesteilen sicherzustellen. Die staatliche Agency for Natural Resources & Energy (ANRE) habe Stromproduzenten in Zentral- und Westjapan nun aufgefordert, ihre Reserveleistung zu erhöhen. Mit 434 MW von insgesamt 553 MW entfällt der Grossteil der zusätzlichen Reserve auf die zwei Produzentinnen Kansai Electric Power Co. Inc. und Kyushu Electric Power Co. Inc., deren Reservebilanz besonders knapp ist.
Die fehlende Kernenergieproduktion hat einen direkten negativen Einfluss auf die Wirtschaft, so das Jaif. In einer Umfrage der Teikoku Databank gaben mehr als die Hälfte von 23’000 befragten Unternehmen an, wegen der gestiegenen Strompreise weniger Gewinn zu erwirtschaften. Die wenigsten der Unternehmen könnten ihre Mehrkosten auf ihre Kunden überwälzen. Regionale Wirtschaftsorganisationen und Gemeinden forderten deshalb die Regierung in Tokyo dringend auf, die Stromproduktion aus Kernenergie so bald wie möglich wieder aufzunehmen.
Seit dem Reaktorunfall in Fukushima-Daiichi vom 11. März 2011 sind nach und nach alle einsatzfähigen Kernkraftwerkseinheiten Japans vom Netz gegangen. Vor der Wiederinbetriebnahme müssen die Betreiber bei der japanischen Nuclear Regulation Authority (NRA) einen Antrag zur Betriebsfreigabe einreichen und aufzeigen, dass die am 8. Juli 2013 in Kraft getretenen neuen Sicherheitsrichtlinien erfüllt werden. Derzeit sind 19 von möglichen 48 Gesuchen eingereicht worden.