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Es gibt Geschichten, die nur der Boxsport schreibt: In schwierigen Verhältnissen aufgewachsen, mit eisernem Willen trainiert, erster Profikampf und dann Weltmeister mit Millionen-Vertrag. So will es das Publikum sehen. Und das bekommt es auch. Zumindest bei den beiden Boxern, die heute Nacht ab 5:30 Uhr MESZ in den Ring steigen werden.
Der Vergleich zeigt: Die Lebensläufe von Floyd Mayweather und Manny Pacquiao ähneln sich in ihren Anfängen. Doch nach dem grossen Erfolg schlugen die beiden Athleten Wege ein, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
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Mayweather hat das Boxen im Blut
Floyd Mayweather hat das Boxen im Blut. Sein Vater und zwei seiner Onkel waren Champions in verschiedenen Gewichtsklassen. Das Umfelds des bestverdienenden Sportlers der Welt war allerdings von Drogen und Gewalt geprägt. Seine Mutter war drogensüchtig und sein Vater wanderte wegen Kokainhandels in den Knast.
Im Boxring fand der junge Mayweather Halt. Schon früh widmete er sich vollumfänglich dem Sport und brach die High School ab. Bald konnte er unter dem Übernamen «Pretty Boy» Erfolge verzeichnen und gewann schliesslich an den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta eine Bronzemedaille.
In einer Blechhütte aufgewachsen
Noch ärmlicher als bei Mayweather waren die Verhältnisse im Umfeld von Emmanuel Dapidran Pacquiao. Er wuchs mit seinen sechs Geschwistern in den Slums von Kibawe in der philippinischen Provinz Mindanao auf. Als kleiner Junge versuchte er der an Hunger leidenden Familie zu helfen, indem er als Flaschensammler durch die Gassen zog. Mit 14 brach er nach Manila auf, um seine alleinstehende Mutter finanziell zu entlasten.
In der Grossstadt war er auf sich alleine gestellt. Er schlief unter Brücken und schlug sich in Hinterhöfen für eine Hand voll Pesos mit illegalen Boxkämpfen durch. Damit legte er den Grundstein für seinen Erfolg: Im Alter von 16 Jahren bestritt Pacquiao seinen ersten Profikampf. Und von da an ging es steil aufwärts.
Der eine lebt im Exzess, der andere ist Politiker
Die Armut früherer Tage ist für beide Kontrahenten heute weit weg. Beide verdienen jährlich zweistellige Millionenbeträge. Alleine für den bevorstehenden Kampf erhalten die zwei Athleten Antrittsgelder von 120 respektive 80 Millionen Dollar. Mit den dicken Einnahmen gehen Mayweather und Pacquiao jedoch ganz unterschiedlich um.
Mayweather, der sich selbst den Übernamen «Money» verliehen hat, liebt den Exzess. Seine legendären Geldschein-Bündel sind immer griffbereit. Er lässt sich vorzugseise mit einer ganzen Schaar von Luxuskarossen ablichten und fliegt samt Entourage in seinen zwei Privatjets um die Welt. Er organisiert regelmässig legendäre «Mayweather Weekends», an denen er die beste Stripperin der USA kürt und diese mit 100'000 Dollar bar auf die Hand beglückt.
Pacquiao in seiner Heimat ein Held
Sein Kontrahent Pacquiao tickt anders. Der Filippino hat nicht in diversen Spielfilmen und Fernsehserien mitgespielt, er hat auch als Sänger zwei Platinalben herausgebracht. Seinen grössten Erfolg feiert er aber auf der politischen Bühne: 2010 wurde er ins philippinische Repräsentantenhaus gewählt. Dank seines Engagement wird er in seiner Heimat unter dem Spitznamen «Nationale Faust» verehrt.
Mit dem bevorstehenden Kampf kommt es nun zum sportlichen und finanziellen Höhepunkt zweier unfassbarer Karrieren. Beide schafften es von der Gosse in den Box-Olymp. Ob sich Demut gegen Dekadenz durchsetzen wird? Das entscheidet sich heute Nacht im Spannung erwarteten Kampf im Ring.
Der Boxkampf Mayweather gegen Pacquino ab 5:30 Uhr in der Nacht zum Sonntag wird von Sky übertragen. Aus der Schweiz ist das Buchen des entsprechenden Paketes aber nicht möglich.