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Grosser Schillerpreis für Peter Bichsel
Peter Bichsel in seinem Büro (SRF)
Gleich zu Beginn bildeten sich lange Schlangen an den Kassen – das Interesse an Literatur ist offenbar gross. Seit 10 Uhr am Freitagmorgen sind die 34. Solothurner Literaturtage für das Publikum geöffnet. «Wie küsst die Muse heute?» Diese Frage steht im Zentrum Literaturtage vom 18. bis zum 20. Mai. Mehr
Bichsel steht damit in einer Reihe mit Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt, die den Grossen Schillerpreis – neben anderen – ebenfalls erhalten haben. Der Preis ist mit 30'000 Franken dotiert. Bichsel selber bleibt wie gewohnt bescheiden. «Der Preis ist etwas zu gross für mich», sagt er, «ich hatte mich nie im Verdacht ein grosser Schriftsteller zu sein.»
«Das dauernde Warten auf den 1. Satz ist mühsam»
Peter Bichsel ist vor allem bekannt für seine Kolumnen und Kurzgeschichten. Dabei leide er, wie wohl alle Schriftsteller und Briefeschreiberinnen am 1. Satz, sagt er. Im Gespräch mit dem Regionaljournal Aargau Solothurn erzählt er, wann und wo ihm Geschichten zufallen, wie er merkt, dass eine Geschichte, eine gute Geschichte ist. Und: Peter Bichsel öffnet seinen eigenen Bücherschrank.
Leben und Werk
Peter Bichsel wurde am 24. März 1935 geboren. Er wuchs als Sohn eines Handwerkers zuerst in Luzern und ab 1941 in Olten auf. Am Lehrerseminar in Solothurn liess er sich zum Primarlehrer ausbilden. 1956 heiratete er die Schauspielerin Therese Spörri († 2005); er ist Vater einer Tochter und eines Sohnes. Zwischen 1974 und 1981 war er als persönlicher Berater für Bundesrat Willi Ritschard tätig, mit dem er befreundet war. Mit dem Schriftsteller Max Frisch war er bis zu dessen Tod 1991 eng befreundet.
Nach kleineren Veröffentlichungen – vor allem Lyrik – in Zeitungen, erschien 1960 ein erster Prosaversuch als Privatdruck. Im Winter 1963/64 nahm er an einem Prosa-Schreibkurs in Berlin teil, geleitet von Walter Höllerer. Von diesem Kurs zeugen ein Dokumentationsband, Prosaschreiben (1964), und ein Gemeinschaftsroman der Teilnehmer (unter anderen: Hubert Fichte und Klaus Stiller), Das Gästehaus (1965), zu dem Bichsel das erste Kapitel beisteuerte.
1964 wurde er mit seinen Kürzestgeschichten in Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen auf einen Schlag bekannt; die Gruppe 47 nahm ihn begeistert auf und verlieh ihm 1965 ihren Literaturpreis.
1968 wurden in der Weltwoche seine ersten Kolumnen veröffentlicht, die seither sozusagen sein Hauptwerk bilden.(affa, wikipedia)
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