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Das FIFA-Exekutivkomitee 2010 und ihre Machenschaften
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Das FIFA-Exekutivkomitee 2010 und ihre Machenschaften
quelle: ap/keystone / steffen schmidt
Im Dezember 2010 wird die WM 2022 an Katar vergeben. Der Weg zur ersten Winter-WM der Geschichte war für die FIFA und das WM-OK lang und steinig – ein Rückblick auf zwölf Jahre geprägt von Bestechung, Korruption, Intransparenz und Menschenrechtsverletzungen.
2008
19. Dezember
Das FIFA-Exekutivkomitee beschliesst auf seiner Sitzung in Tokio ohne Angabe von Gründen, die WM 2018 und 2022 gleichzeitig zu vergeben. In Folge des kontinentalen Rotationsprinzips, das bei der Vergabe angewendet wird, ist bereits klar, dass die WM 2022 aller Voraussicht nach in Asien, Australien oder Nordamerika stattfinden wird.
2009
2. Februar
Die Frist für die FIFA-Mitgliedsverbände, ihr Interesse an einer Ausrichtung zu bekunden, endet. Katar bewirbt sich für die WM 2022 und reicht die entsprechenden Unterlagen rechtzeitig ein. Daneben bewerben sich auch Australien, Japan, Südkorea und die USA. Die WM-Vergabe wird auf den 2. Dezember 2010 terminiert.
Katars WM-OK-Chef Hassan Abdullah Al-Thawadi (l.) 2009 zusammen mit Botschafter Sami Al-Jaber.Bild: AP
2010
17. Oktober
Erste Korruptionsvorwürfe werden laut: Zwei Reporter der «Sunday Times» geben sich als Lobbyisten amerikanischer Firmen aus und bieten den beiden Mitgliedern des FIFA-Exekutivkomitees Amos Adamu (Nigeria) und Reynald Temarii (Tahiti) hohe Geldsummen an, falls sie den USA ihre Stimme als Austragungsort für 2022 geben würden. Beide Funktionäre gehen auf die Angebote ein – mit der Angabe, sie wollen die angebotenen Summen in die Fussball-Infrastruktur ihres Landes stecken.
bild: screenshot «Sunday Times»
20. Oktober
Die Exekutivmitglieder Temarii und Adamu werden von der FIFA wegen Korruptionsverdachts mit sofortiger Wirkung suspendiert. Der Weltverband kündigt eine Untersuchung an.
Sepp Blatter über die Suspendierungen:
«Das ist ein trauriger Tag für den Fussball. Wir haben die schlechte Seite des Fussballs erlebt. Die gute Seite ist, dass wir schnell reagiert haben und schnelle Entscheidungen getroffen haben. Wir müssen eingreifen, wenn es nötig ist. Wir haben eingegriffen und kämpfen dafür, dass die verantwortlichen Personen im Fussball sich so verhalten, wie es nötig ist.»
18. November
Die FIFA-Untersuchung zur Bestechungsaffäre ist abgeschlossen. Adamu wird für drei Jahre von allen Aktivitäten im Fussball ausgeschlossen, Temarii für ein Jahr. Gesperrt werden ausserdem vier ehemalige FIFA-Exekutivmitglieder aus Botswana, Tonga, Mali und Tunesien.
Gegen die WM-Bewerber gibt es keine Sanktionen. Die gemeinsame Kandidatur von Spanien und Portugal (für die WM 2018) sowie die Bewerbung Katars werden von Vorwürfen der Absprache freigesprochen. «Alle Zweifel sind ausgeräumt», sagt FIFA-Chef Blatter.
Bild: AP/AP
29. November
Drei Tage vor der WM-Vergabe kommt ans Licht, dass die FIFA-Exekutivmitglieder Ricardo Teixeira (Brasilien), Nicolas Leoz (Paraguay) und Issa Hayatou (Kamerun) in den 1990er-Jahren mehrfach Schmiergelder für TV-Vermarktungsrechte kassiert haben.
Ausserdem sorgt eine indirekte Bestätigung von Exekutivmitglied Mohamed Bin Hamman aus Katar, dass es eine Absprache der gegenseitigen Stimmenzusage mit dem spanischen FIFA-Vizepräsidenten Angel Maria Villar Llona gibt, für Furore.
Angel Maria Villar Llona:
«Die FIFA ist eine saubere Institution. Alle meine Kollegen sind ehrenwerte Herren und arbeiten ehrlich und hart. Der gesamte Bewerbungsprozess ist sauber – egal, was die Medien erzählen.»
Ob Angel Maria Villar Llona 2010 selbst glaubte, was der da von sich gab? Bild: KEYSTONE
2. Dezember
Die FIFA gibt die Entscheidung über die Vergabe der WM 2022 in Zürich bekannt. Katar setzt sich völlig überraschend, aber relativ deutlich gegen die Mitbewerber aus den USA, Südkorea, Japan und Australien durch. In der 4. Wahlrunde erhält der Wüstenstaat 14 von 22 Stimmen.
Sepp Blatter über die Vergabe:
«Wir gehen mit der WM in Gegenden der Welt, wo sie noch nie war. 2022 gehen wir in die arabische Welt, die auch ein Anrecht auf die WM hat. Das ist Neuland, und das passt genau in die Entwicklungsarbeit des jetzigen Präsidenten und früheren Entwicklungshelfers. Wir gehen mit der Fussball-WM dorthin, wo sie noch etwas mehr bewegt als nur Kommerz.»
Sepp Blatter präsentiert Katar als Gewinner der WM-Vergabe 2022.Bild: EPA/KEYSTONE
6. Dezember
Die Korruptionsvorwürfe reissen nicht ab: FIFA-Vizepräsident Julio Grondona soll laut einem Bericht des «Wall Street Journal» als Chef des argentinischen Fussballverbandes 59 Millionen Euro aus Katar erhalten haben. Der 79-Jährige verweigert jeglichen Kommentar: «Ich sage nichts dazu. Ich bin fast 80 Jahre alt. Ich will mich deshalb nicht mehr mit so etwas befassen.»
2011
10. Mai
Der frühere englische Verbandschef David Triesman beschuldigt Ricardo Teixeira (Brasilien), Nicolas Leoz (Uruguay), Vize Jack Warner (Trinidad und Tobago) und Worawi Mukudi (Thailand), unlautere Forderungen vor den beiden WM-Vergaben im vergangenen Dezember gestellt zu haben. Leoz wollte für seine Stimme angeblich zum Ritter geschlagen werden, Warner soll vier Millionen Dollar für den Bau von Schulen in Trinidad und Tobago gefordert haben.
bild: screenshot Guardian
1. Juni
Sepp Blatter wird auf dem 61. FIFA-Kongress mit 186 von 203 Stimmen für eine vierte Amtszeit bis 2015 als FIFA-Präsident wiedergewählt. Der katarische Gegenkandidat Mohamed Bin Hammam zieht seine Kandidatur kurz vor dem Kongress wegen Bestechungsvorwürfen zurück. Zusammen mit Jack Warner soll er versucht haben, Stimmen für seine Wahl zu kaufen.
Blatter bleibt 2011 unangefochten an der FIFA-Spitze.Bild: keystone
21. Oktober
Die FIFA gründet diverse Arbeitsgruppen zur Aufarbeitung der Skandale und Korruptionsvorwürfe und engagiert dazu externe Experten. Die Ethikkommission wird in zwei Kammern unterteilt, sie soll federführend in der Sache agieren.
2012
17. Juli
Der frühere US-Staatsanwalt Michael Garcia wird zum Vorsitzenden der FIFA-Ethikkommission ernannt, der deutsche Richter Hans-Joachim Eckert steht der rechtsprechenden Kammer vor. Garcia leitet die Ermittlungen im Korruptionsskandal.
Michael Garcia soll die FIFA-Machenschaften von 2010 ans Licht bringen.Bild: AP/KEYSTONE
2013
30. Januar
Das französische Fussball-Magazin «France Football» behauptet, dass UEFA-Präsident Michel Platini seine Stimme bei der WM-Vergabe nur auf Drängen des damaligen französischen Staatschefs Nicolas Sarkozy an Katar gegeben habe. Im Mittelpunkt der Anschuldigungen steht ein Abendessen vom 23. November 2010 im Élysée-Palast, dem Sitz des französischen Präsidenten in Paris, wenige Tage vor der Vergabe der WM. Sarkozy soll unter anderem Platini, den Emir von Katar, Scheich Hamad Al Thani, und die damalige Klubführung von Paris Saint-Germain zum «Diner» empfangen haben. Platini versichert aber, dass er unabhängig abgestimmt habe.
Sarkozy und Platini 2010 bei der erfolgreichen EM-Vergabe 2016 an Frankreich in Genf.Bild: KEYSTONE
22. März
Bislang schien klar, dass die WM 2022 in Katar im Sommer stattfinden würde. Das lokale Organisationskomitee zeigt sich in einer Erklärung aber plötzlich offen für eine Verlegung in die Wintermonate.
25. September
Der «Guardian» berichtet erstmals über die Ausbeutung von Gastarbeitern in Katar. Demnach starben allein im Sommer 2013 fast 50 ausländische Arbeiter auf den WM-Baustellen, tausende weitere würden ausgebeutet und missbraucht.
4. Oktober
Trotz aller Widrigkeiten stellt FIFA-Präsident Blatter klar, dass die WM 2022 in Katar stattfindet. Zugleich setzt das FIFA-Exekutivkomitee eine Task Force ein, die ein Konsultierungsverfahren zum bestmöglichen Termin für die WM 2022 durchführen soll.
17. November
Die unmenschlichen Umstände auf den WM-Baustellen bleiben ein grosses Thema. Das ehemalige FIFA-Exekutivmitglied Franz Beckenbauer entfacht die Diskussion neu, weil er die «sklavenähnlichen Zustände», auf die Amnesty International regelmässig hinweist, verharmlost: «Ich habe noch keinen einzigen Sklaven in Katar gesehen. Ich war schon oft in Katar und habe deshalb ein anderes Bild, das glaube ich realistischer ist», erklärt Beckenbauer.
Franz Beckenbauer setzt sich 2013 bös in die Nesseln.Bild: Bongarts
2014
16. Mai
FIFA-Präsident Sepp Blatter bezeichnet die WM-Vergabe an Katar als grossen Irrtum. «Sicher war es ein Fehler. Aber wissen Sie, man macht viele Fehler im Leben», sagt er in einem Interview mit RTS. Mögliche Bestechung durch das Emirat an die stimmberechtigten Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees will Blatter aber nicht kommentieren.
Blatter nimmt bei RTS kein Blatt vor den Mund.bild: rts
1. Juni
Kurz vor der WM in Brasilien tauchen neue Korruptionsvorwürfe rund um die Vergabe der WM 2022 nach Katar auf. Laut «Sunday Times» soll der katarische Ex-Funktionär Mohammed Bin Hammam fünf Millionen Dollar an Offizielle gezahlt haben, um sich deren Unterstützung für Katars Bewerbung zu sichern.
Bin Hammam zusammen mit Blatter im Dezember 2010.Bild: ap/AP
5. September
FIFA-Chefermittler Michael Garcia legt seinen 430-seitigen Untersuchungsbericht rund um die WM-Vergaben von 2010 beim Weltverband vor und spricht sich für eine Veröffentlichung aus. Die FIFA verzichtet «aus rechtlichen Gründen» allerdings darauf, den Bericht komplett zu veröffentlichen.
13. November
Hans-Joachim Eckert, der Vorsitzende der rechtsprechenden Kammer der FIFA-Ethikkommission, präsentiert der Öffentlichkeit eine 42-seitige Zusammenfassung des Garcia-Berichts und erklärt, dass es keine Beweise für eine gekaufte WM-Vergabe nach Katar gebe. Garcia erhebt Einspruch und tritt im Dezember entnervt zurück.
Garcia (l.) verliert 2014 den Machtkampf gegen FIFA-Chefethiker Eckert.Bild: AP/KEYSTONE
2015
24. Februar
Die FIFA legt sich fest: Die WM in Katar soll im November und Dezember 2022 stattfinden. Die Task Force des Weltverbandes hat sich für diesen Termin ausgesprochen. Die endgültige Entscheidung für die Winter-WM fällt schliesslich am 19. März.
27. Mai
Kurz vor Sepp Blatters geplanter Wiederwahl als FIFA-Präsident nimmt die Schweizer Polizei im Zürcher Hotel Baur au Lac sieben hochrangige Funktionäre fest. Dazu gehören die FIFA-Vizepräsidenten Jeffrey Webb und Eugenio Figueredo sowie Ex-Vize Jack Warner. Die USA ermitteln gegen 14 ehemalige Spitzenfunktionäre und Geschäftsleute.
Die Festnahmen stehen nicht im Zusammenhang mit der WM-Vergabe an Katar. Den Verhafteten wird vorgeworfen, Bestechungsgelder durch Vertreter von Sportmedien und von Sportvermarktungsunternehmen in einem Volumen von insgesamt über 150 Millionen US-Dollar angenommen zu haben.
29. Mai
Blatter glaubt, dass es kein Zufall ist, dass die Festnahmen genau zu dem Zeitpunkt stattfinden, als seine Wiederwahl ansteht. Trotz viel Kritik wird der damals 78-jährige Walliser im zweiten Wahlgang für eine fünfte Amtszeit als FIFA-Präsident wiedergewählt. Vier Tage später erklärt er allerdings überraschend seinen Rücktritt. Er spüre nicht mehr die Unterstützung der gesamten Fussball-Welt, so seine Begründung.
Fliegende Dollar-Noten auf einer Pressekonferenz – FIFA-Präsident Sepp Blatter weht 2015 ein rauher Wind entgegen.Bild: keystone
21. Dezember
Sepp Blatter und Michel Platini werden von der rechtsprechenden Kammer der FIFA-Ethikkommission wegen einer fragwürdigen Zahlung von zwei Millionen Franken für acht Jahre gesperrt. Der Vorwurf lautet Untreue und Amtsmissbrauch.
Die Schweizer Bundesanwaltschaft glaubt, dass Platini das Geld erhielt, damit er im Juli 2011 nicht als Gegenkandidat gegen Blatter ums FIFA-Präsidium antrat. Die FIFA hatte ursprünglich den Verdacht geäussert, dass die Zahlung im Zusammenhang mit der Vergabe der WM an Katar vom Dezember 2010 stand.
Einst Freunde, mittlerweile erbitterte Feinde: Michel Platini und Sepp Blatter im Jahr 2011.Bild: AP/AP
2016
12. Februar
Die FIFA sperrt ihren ehemaligen Generalsekretär und Blatter-Vertrauten Jérôme Valcke für 12 Jahre. Der Franzose soll sich beim Ticketverkauf für WM-Endrunden persönlich bereichert und ausserdem versucht haben, die TV-Rechte für die WM 2022 in Katar in der Karibik unter Wert zu verkaufen.
Blatters Vertrauter Valcke hat 2016 offiziell Dreck am Stecken.Bild: EPA/KEYSTONE FILE
26. Februar
Gianni Infantino wird bei einem ausserordentlichen Kongress in Zürich zum neuen FIFA-Präsidenten gewählt. Wenig später stellt er klar:
«Die WM 2022 findet selbstverständlich in Katar statt. Ich habe allerdings auch sehr klar gemacht, dass die katarischen Behörden dafür sorgen müssen, dass das Land alle internationalen Normen zum Umgang mit Arbeitskräften erfüllt und dass die Umsetzung der versprochenen Massnahmen weiterhin mit Hochdruck vorangetrieben werden muss.»
Gianni Infantino ist ab 2016 der neue starke Mann in der FIFA.Bild: KEYSTONE
2017
10. Januar
Der FIFA-Council beschliesst einstimmig, dass die Fussball-WM ab 2026 mit 48 statt 32 Teilnehmern stattfinden wird. Die Aufstockung war vor allem von Präsident Gianni Infantino vorangetrieben worden.
19. Mai
Mit dem «Khalifa International Stadium» ist die erste WM-Arena schon fünfeinhalb Jahre vor dem Turnier komplett fertiggestellt.
Im Khalifa International Stadium findet 2019 die Leichtathletik-WM und die FIFA-Klub-WM statt.Bild: keystone
26. Juni
Die «Bild»-Zeitung erklärt, dass sie im Besitz des vollständigen Garcia-Berichts von 2014 sei. Einen Tag später stellt die FIFA den 430-seitigen Bericht online. Einen Beweis, dass die WM 2022 in Katar gekauft ist, liefert der Bericht zwar nicht, die «Süddeutsche» schreibt aber, dass der Report einen «enormen Fundus an Fehlverhalten einzelner Personen, insbesondere FIFA-Exekutivmitgliedern, biete, denen es um den persönlichen Nutzen gegangen sei». So landeten beispielsweise zwei Millionen Dollar auf dem Konto der zehnjährigen Tochter eines FIFA-Funktionärs. Ein anderer soll sich via Mail für eine Überweisung über mehrere hunderttausend Dollar bedankt haben.
28. November
Im Prozess um den FIFA-Korruptionsskandal in New York sagt der ehemalige Präsident des kolumbianischen Verbands, Luis Bedoya, aus, dass ihm und weiteren südamerikanischen Funktionären am Rande des Champions-League-Finals 2010 in Madrid 15 Millionen Dollar Schmiergeld angeboten worden. Sie sollten die Kandidatur von Katar für die WM 2022 unterstützen. Bedoya selbst war bei der WM-Vergabe nicht stimmberechtigt.
2019
16. Mai
Mehr als drei Jahre vor der WM eröffnet Qatar das erste komplett neu gebaute Stadion: Das Al-Janoub-Stadion.
Das Al-Janoub-Stadion von aussen ...Bild: www.imago-images.de
... und von innen.Bild: www.imago-images.de
2020
7. April
Die US-Strafverfolgung zeigt in einer erweiterten Anklageschrift auf, wie sich Russland und Katar durch Bestechung von FIFA-Funktionären die WM sicherten. «Einigen Mitgliedern des Exekutivkomitees wurden Bestechungsgelder angeboten oder sie haben sie angenommen», heisst es unter anderem in der 70-seitigen Anklage. Vor allem die Südamerika-Fraktion aus Julio Grondona, Nicolas Leoz und Ricardo Teixeira soll für ihre Stimmen zugunsten Katars die Hand aufgehalten haben.
Ex-FIFA-Präsident Blatter erklärt gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP fast zeitgleich, dass es innerhalb des FIFA-Exekutivkomitees eigentlich ein «Gentlemen's Agreement» gegeben habe: Demnach sollte die WM 2018 an Russland und die WM 2022 an die USA gehen. Dass die WM 2022 nach Katar ging, sei das Ergebnis einer «politischen Intervention auf höchster Ebene», so Blatter.
Sepp Blatter will mit der WM-Vergabe an Katar nichts mehr zu tun haben.Bild: keystone
2021
23. Februar
Ein Bericht des «Guardian» sorgt in der Öffentlichkeit für grossen Aufruhr. Die englische Zeitung legt dar, dass auf Katars WM-Baustellen von 2010 bis 2020 mehr als 6500 Gastarbeiter aus Indien, Pakistan, Nepal, Bangladesch und Sri Lanka ums Leben gekommen sind.
bild: screenshot guardian
24. März
Norwegen protestiert zum Auftakt der WM-Qualifiktion beim Aufwärmen mit Spezialshirts gegen die WM 2022 in Katar. «Respect – on and off the pitch» steht auf den Shirts. Den Nordländern folgen zahlreiche weitere Mannschaften, darunter auch Deutschland. Die Schweizer Nati dagegen verkündet, dass man «auf Dialog setzen» wolle.
7. September
Die FIFA und Präsident Gianni Infantino lancieren den Plan, die WM künftig alle zwei Jahre auszutragen. Doch das Projekt stösst bei der UEFA, bei der CONMEBOL und bei den europäischen Topklubs auf erbitterten Widerstand.
30. November
In Katar geht der Arab Cup als Hauptprobe für die WM im kommenden Jahr über die Bühne. Das Turnier verläuft ohne Komplikationen, den Titel holt sich Algerien mit einem 2:0-Finalsieg über Tunesien.
2022
1. April
In Doha findet die Auslosung der acht Vorrunden-Gruppen statt. Die Schweiz wird in Katar auf Brasilien, Serbien und Kamerun treffen.
8. Juli
Der ehemalige FIFA-Präsident Joseph Blatter und der frühere UEFA-Chef Michel Platini werden vom Bundesstrafgericht vom Vorwurf des Betrugs freigesprochen. Die ominöse Zahlung von zwei Millionen Franken im Jahr 2011 soll eine verspätete Lohnzahlung gewesen sein, so die Begründung.
Blatter kann plötzlich wieder lachen.Bild: keystone
29. September
«Hummel», der Ausrüster von Dänemarks Nationalmannschaft, kündigt an, dass man während der WM in Katar mit komplett einfarbigen Trikots ein Zeichen gegen den Gastgeber und seine Menschenrechtslage setzen will. Einen kompletten Boykott der WM ist jedoch bei keinem WM-Teilnehmer ein ernsthaftes Thema.
Mehr zur WM 2022 in Katar: