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Demografische Entwicklung: Die Pensionierungswelle reisst grosse Lücken auf
Altersvorsorge
Gemäss dem Referenzszenario des Bundesamts für Statistik (BFS) wird die Erwerbsbevölkerung bis 2050 im Vergleich zu heute um acht Prozent wachsen. Es wird also unterstellt, dass die Schweiz auch in den nächsten Jahren attraktiv ist für ausländische Arbeitskräfte und diese bereit sind, in der Schweiz zu arbeiten. Insgesamt geht das Szenario von einer Zunahme von 465’000 Erwerbsfähigen aus. Im gleichen Zeitraum steigt die Zahl der über 65-Jährigen um rund 950’000 Personen. Dies stellt insbesondere die AHV vor grosse Probleme, denn die Finanzierung der 1. Säule basiert auf dem Umlageverfahren. Das heisst, die Erwerbstätigen finanzieren laufend die Renten der Pensionierten.
Aktuell kommen auf jede Person, die 65 Jahre oder älter ist, etwas mehr als drei Personen im erwerbsfähigen Alter. Dieses Verhältnis wird sich in den nächsten Jahren massiv zu Ungunsten der Erwerbsfähigen entwickeln. Das Referenzszenario prognostiziert für die Schweiz, dass 2050 auf jede Person über 65 Jahre nur noch etwas mehr als zwei Personen im Erwerbsalter kommen (vgl. Abbildung 5).
Abbildung 5: Verhältnis zwischen Erwerbsfähigen und Pensionierten (BFS)
Die demografische Entwicklung gefährdet somit das Umlageverfahren. Mit den überwiegend finanziellen Massnahmen der letzten Reformen wurde das Problem nicht nachhaltig gelöst. Die Alterung der Bevölkerung schreitet weiter voran und bringt die Finanzierung der AHV ab 2029 erneut aus dem Gleichgewicht. Ab den 2030er-Jahren nehmen die jährlichen Defizite rasant zu. Basierend auf dem Referenzszenario prognostiziert das BSV, dass der ungedeckte Finanzierungsbedarf bis 2050 auf über 10 Milliarden Franken pro Jahr anwachsen wird.
Abbildung 6: AHV-Umlageergebnis in Milliarden Franken (BSV)
Das Referenzszenario des BFS mit der weiteren Zuwanderung von erwerbsfähigen Personen stellt eine positive Entwicklung dar. Was wäre, wenn die Schweiz weniger attraktiv für arbeitstätige Ausländer wäre? Wenn die Arbeitsbedingungen in den Heimatländern sich verbessern oder die wirtschaftlichen Perspektiven in der Schweiz weniger gut wären? Gehen wir davon aus, dass die Nettozuwanderung Null betragen würde - dass also die Zuwanderung gerade so gross wäre wie die Zahl der Ausgewanderten. Wie würde das die AHV-Kasse belasten? Das Verhältnis zwischen Erwerbstätigen und Pensionierten würde sich noch rascher und deutlicher verschlechtern. Und dies hätte grosse Auswirkungen: Weil sich die Ausgabenlast auf weniger Köpfe verteilt, würde diese bis 2050 für jede erwerbstätige Person um über 2000 Franken pro Jahr zunehmen.