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Ein Überblick über das 4. Buch Mose
Hauptgedanken aus Wortbetrachtungen mit Charles Andrew Coates
Kapitel 7
Die in diesem Kapitel berichteten Vorgänge sind von besonderer Bedeutung, da sie zeigen, wie hoch „die Fürsten der Stämme“ den in ihrer Mitte errichteten heiligen gesalbten Bau schätzten. Die Opfer, von denen hier die Rede ist, geschahen durchaus freiwillig und aus innerem Drange heraus; ohne einen Befehl hierzu gaben „die Fürsten“ den Stämmen eine geistliche Führung, die den Umständen angemessen und Gott wohlgefällig war.
Was den Bau der Wohnung anlangt, so musste jede Einzelheit so sein, „wie Jehova dem Mose geboten hatte“ (2. Mose 39, <ip-pii>.26.29.31 u. 43). Alles ward dem himmlischen Vorbilde gemäß errichtet und durch Mose gesalbt. Es entsprach alles genau dem, was Gott haben wollte.
In der Opfergabe der Fürsten aber sehen wir etwas anderes: das in seinen Stammeshäuptern dargestellte Volk kam und opferte. Sie brachten das dar, was geeignet war, den Dienst der Wohnung zu fördern, und zwar im Blick auf die Wüstenwanderungen und auf den Altardienst Gott gegenüber.
Dieses Kapitel zeigt uns, wie mir scheint, das, was Gottes Heilige an jedem Orte kennzeichnen sollte. Die zwölf Fürsten stellten alle Stämme dar, sie versinnbildlichen eine in jedem Teile des Israels Gottes gegebene geistliche Führung. Einige von den Stämmen waren viel größer als andere; die Zahl der von den Männern zum Heeresdienst Gemusterten lag zwischen den 74600 in Juda und den 32200 in Manasse, dennoch haben wir bei einem jeden der Fürsten die gleiche Führung.
Es hat Gott gefallen, Sein Zeugnis an verschiedenen Orten aufzurichten, doch seien nun die Versammlungen klein oder verhältnismäßig groß, über die ganze Welt hin soll die Art der geistlichen Führung dieselbe sein.
Wir sollten es uns angelegen sein lassen, dass in jeder Ortsversammlung eine geistliche Führung ist, die dem göttlichen Bau entspricht.
Führerschaft hat einen großen Platz in Gottes Ordnung. Gott ersieht immer solche, die fähig sind, Seinem Volke eine geistliche Führung zu geben. Doch für uns alle ist es wichtig darauf zu achten, dass wir einer geistlichen Führung folgen, denn die Christenheit ist voller Korahs, Dathans und Abirams - Fürsten und Menschen von Ruf - , die in verkehrter Richtung führen.
Solchen Führern aber wie in Kapitel 7 können wir getrost folgen, und wir können freudig und dankbar anerkennen, dass Gott unter Seinem Volke solche erweckt und gesetzt hat, die geistlich führen. Einer solchen Führung zu folgen, ist unser Vorrecht und unsere Glückseligkeit.
Hier sehen wir zwei große Züge geistlicher Führung. Der erste ist ein schöner Geist des Zusammenwirkens am Werke des Herrn, und der zweite ist, dass der Altar dadurch eingeweiht wird, dass er das empfängt, was ihm zukommt. Dieses beides möchte Gott an jedem Orte gesichert haben, wo Sein Volk ist, gleichviel, ob der „Stamm“ klein oder groß ist.
Mose hatte die Wohnung als Ganzes und den Alter in Besonderheit errichtet, gesalbt und geheiligt. Die wahrhaftige Hütte dagegen hatte der Herr, und nicht der Mensch, errichtet. Sie ist nicht von dieser Schöpfung (Heb. 8,2; 9,11) und steht ganz außerhalb aller menschlichen Unvollkommenheit. In dem vom Herrn errichteten und gesalbten Bau ist jede Einzelheit von göttlicher Eigenart und kann nur unter der Salbung des Geistes aufrechterhalten werden.
Nie war es Gottes Gedanke, dass die großen Wirklichkeiten, die Er aufgerichtet hat, anders als in der Kraft der Salbung bewahrt werden sollten. So wurden sie zu Pfingsten aufgerichtet, und so bestehen sie noch, wo immer sie wahrhaft gekannt werden.
Ein bemerkenswerter Ausspruch in Maleachi 2,15: „sein war der Überrest des Geistes“. Er schreibt sogar dem Geiste einen Überrest zu und sagt, dass der Geist dem treu bleibt, womit Er begann.
Wir sind oft daran erinnert worden, dass ein „Überrest“ in der Schrift nicht das abgenutzte Ende von etwas bedeutet, sondern ebendas, was die ursprünglichen Züge inmitten des Verfalls bewahrt hat.
Kraft der Salbung besteht immer noch etwas, das nicht vom Fleische oder vom Menschen ist, sondern Gottes Gedanken ausdrückt. Es ist nicht bloß ein wenig besser als das, was man allgemein im christlichen Bekenntnis findet, sondern etwas, das von Gott ist und die Salbung Seines Geistes trägt und damit eine heilige Wesensart hat.
Ebendas sollte unser Hauptgegenstand an jedem Orte sein, wohin der Herr uns gestellt hat.
Nun die Wohnung aufgerichtet worden, ist es hochwichtig, dass all den Stämmen, also all den örtlichen Versammlungen, die sie umlagerten, eine geistliche Führung gegeben wird.
Ein Stamm ohne einen „Fürsten“ wird gar nicht in Betracht gezogen. Eine örtliche Versammlung ohne geistliche Führung entspricht überhaupt nicht den Gedanken Gottes.
Die opfernden Fürsten waren Männer, die sich der wunderbaren Art dessen bewusst waren, was in der Wohnung errichtet worden war. Da sie das schätzten, konnten sie ohne besondere Anweisungen im Blick hierauf handeln und das darbringen, was angemessen war.
Den Anlass, aus freiem Triebe Gott zu entsprechen, bildete die Tatsache, dass etwas gekommen war, was durch seine Größe und Kostbarkeit das Herz beherrschte. Es war etwas überschwenglich Vortreffliches von Gott gekommen, was die erlesenen Opfer der Weisen in Mat. 2,11 hervorrief, sowie den Dienst der Weiber in Luk. 8, 3, die Salbungen in Luk. 7, 38 und Joh. 12,3, das Lob der Kinder im Tempel in Mat. 21,15 und die zu den Füßen der Apostel niedergelegten Opfer in Apg. 4,35 und 37.
Alles das geschah aus freiem Triebe, war der Ausfluss von Herzen, die etwas überaus Kostbares beherrschte.
Sowie die Wohnung errichtet, gesalbt und geheiligt war, kamen die Fürsten mit einer Opfergabe von Wagen. Sie wünschten damit, an der Förderung des in Kapitel 3 und 4 dargestellten Dienstes teilzuhaben, und hatten sich dessen Schwere anscheinend zu Herzen genommen und betrachteten es als ein Vorrecht, ihn soviel als möglich zu erleichtern.
Ich bin gewiss, dass der Herr zu derartigen Übungen in jeder Versammlung Seiner Heiligen ermutigt. Das Zeugnis ist überaus kostbar und zieht durch einen Schauplatz, wo eine Fülle von Schwierigkeiten sind. Sein Dienst ist denen, die ihn verrichten, nicht lästig, denn er ist eine Tätigkeit der Liebe, die aber „Mühe“ kostet (1. Thess. 1,3; 1. Kor. 15,58).
Denken wir an die Beschwerden des Paulus! Was erforderte mehr Fleiß und Mühe als seine beständige Sorge für das Zeugnis Gottes?
Das Werk des Herrn ist etwas Ernstes, es erfordert emsigen Eifer und Inbrunst des Geistes, und alle Heiligen haben das Vorrecht, etwas zu tun, dieses heilige Werk zu erleichtern.
Die „Fürsten“ hatten auch das Bedecken erfasst, was in Kapitel 4 einen so hervorragenden Platz hat, denn sie brachten „bedeckte Wagen“. Das zu Befördernde sollte nicht offen zur Schau daliegen, es war vor den es umgebenden Einflüssen der Wüste zu schützen.
Die mit dem Zeugnis des Herrn verbundenen Dinge sind nicht öffentlich zu entfalten. Das Wort „Geheimnis“ kennzeichnet die gegenwärtige Zeit sehr. Es besagt, dass göttliche Dinge nur den Eingeweihten bekannt sind. Man hat sie nie als etwas zu betrachten, das in den Bereich des natürlichen Menschen gebracht werden kann.
Es sind heilige Dinge, und sie sollten daher beim Hindurchziehen durch einen Schauplatz, den Unheiliges und Befleckendes kennzeichnet, unversehrt bewahrt werden.
Der ganze Bau der Wohnung zeigte, dass er kein feststehender sein sollte. Alles war im Blick auf eine Ortsveränderung so angeordnet.
Die Menschen haben ihr Bestes getan, dem Christentum eine feststehende Form zu geben. Da sehen wir Gebäude, berechnet, Jahrhunderte zu überstehen, und Glaubensbekenntnisse sowie Gottesdienstordnungen, die ohne lebendige Übungen angenommen und festgehalten werden können, dabei aber eine geistliche Bewegung ausschließen.
Gottes Absicht jedoch war, dass Sein Zeugnis immer aufs Innigste mit Übung und Bewegung verbunden sei. Es sollte die Wüste unter göttlicher Leitung durchschreiten, also in beständiger Abhängigkeit, die Leviten allezeit bereit, ihren Tragedienst auszuüben.
So ist es Gottes Gedanke. Wir sollten allezeit überströmend in dem Werke des Herrn sein (1. Kor. 15, 58).
Die „Fürsten“ dachten daran, weiterzuziehen, und nicht, sich in der Wüste niederzulassen. Deshalb brachten sie „Wagen“ dar. Ihr Gedanke war, das Werk zu erleichtern und in keiner Weise zu hindern.
„Wagen“ sind eine Hilfe. Sie waren nicht von vornherein vorgesehen. Doch die besorgte Liebe schlug sie vor. Im göttlichen Haushalt ist Raum für jede Eingebung der Liebe. Das, wozu es die Liebe treibt, passt auch in den göttlichen Plan, und so sprach Jehova: „Nimm sie von ihnen“ (V.4).
Es ist ermutigend, das zu sehen. Wenn wir auf persönliche Kosten das Werk förden können, ohne dabei der göttlichen Ordnung Gewalt anzutun, so können wir sicher sein, dass unser Tun Gott wohlgefällig ist. Nach meinem Dafürhalten stellt ein „Wagen“ das dar, wofür wir weder Kapitel noch Vers angeben können, was uns aber die Liebe eingibt. Es erleichtert das Werk des Herrn, und Gott nimmt es an.
Im Dienste des Zeugnisses ist Raum für die Anregungen der Liebe. Das Christentum ist nicht bis ins einzelne festgelegt. Es ist eine geistliche Weltordnung; und Führerschaft erweist sich in der Fähigkeit, in Liebe das anzuregen, was passend ist, damit verbunden zu sein.
Die „Wagen“ scheinen das darzustellen, was an sich nicht geistlich ist, aber doch das Werk des Herrn fördert. Wir haben das Vorrecht, darauf achten zu können, dass das Werk nicht zu schwer auf denen lastet, die es ausüben. Und da gibt es viele Wege, wie wir helfend eingreifen können.
Markus war dem Paulus nützlich zum Dienst. Tertius schrieb den langen Brief an die Heiligen zu Rom nach seinen Worten nieder. Phöbe half ihm in uns unbekanntem Sinne. Gajus und Philemon bewirteten ihn. Die Heiligen zu Philippi sandten ihm allerlei Nützliches. Onesiphorus erquickt ihn oft... In all diesem Dienst können wir das sehen, was den „Wagen“ von 4. Mose 7 entspricht (2. Tim. 4,11; Röm. 16,22.1.23; Phm. 22; Phil. 4,10.16; 2. Tim. 1,16).
Hilfe dieser Art, wenn sie unter priesterlicher Anleitung gegeben wird, nämlich „unter der Hand Ithamars, des Sohnes Aarons, des Priesters“, wird dann „einem jeden nach Verhältnis seines Dienstes“ zuteil (V.8, 5 u. 7).
Die Art der Tätigkeit eines jeden ist da in Betracht zu ziehen. Mancher Dienst bedarf der Beihilfe mehr als anderer. Einige unternehmen zum Beispiel lange Reisen, andere verteilen viel Bücher und Schriften, wieder andere haben es mehr mit dem Bedürfnissen des Lebens zu tun, die, wenn möglich, zu befriedigen sind, damit der Dienst der Gnade auch deren Betätigung ziere.
Die Hilfe, die die „Wagen“ darstellen, soll nicht unterschiedslos zuerteilt werden, sondern mit gebührender Rücksicht auf den Dienst eines jeden. Kein wahrer Levit wird mehr Hilfe dieser Art begehren, als er wirklich bedarf oder im Werke des Herrn nutzbringend gebrauchen kann.
„Wagen“ jedoch haben keinen Teil an jenem geistlichen Dienste, der „der Dienst des Heiligtums“ genannt wird, und der den Söhnen Kehaths oblag (V.9).
Es ist dies ein Dienst, der nur in geistlicher Kraft ausgeübt werden kann. „Wagen“ nützen den Kehathitern nichts, denn sie haben „auf der Schulter“ zu tragen, und da kann keine Hilfe anderer Art eingreifen.
Der mannigfache Beistand, den Paulus von dem einen oder anderen in stofflicher Hinsicht empfing, hatte nichts mit seinem Kehathiterdienst zu tun. Darin war er ein auserwähltes Gefäß, und er führte ihn in der Gnade und geistlichen Kraft aus, die er unmittelbar vom Herrn dafür hatte.
Die Heiligen mochten ihm hierin wohl durch Gebet beistehen, doch das ist eine für den Heiligtumsdienst gegebene Heiligtumsunterstützung und ist an sich ein Kehathiterdienst von einer hohen und priesterlichen Ordnung, der einem ganz anderen Gebiete angehört als die in den „Wagen“ dargestellte Hilfe.
Es ist wichtig, zwischen dem zu unterscheiden, was seinem Wesen nach dem „Heiligtum“ angehört und so lediglich durch geistliche Mittel und geistliche Kraft aufrechterhalten werden kann, wie sie das Tragen „auf der Schulter“ andeutet, und den Beihilfen im Werke des Herrn, die in den „Wagen“ vor uns kommen.
Es gibt heilige Verrichtungen, die nur in persönlicher geistlicher Kraft durchgeführt werden können. So waren zum Beispiel das Schreiben der Evangelien und der Dienst der Apostel ein Kehathiterdienst einer sehr hohen Ordnung. „Wagen“ konnten kein Teil daran haben. Doch das Abschreiben und Verbreiten desselben förderte das Vorwärtsschreiten des Zeugnisses ungemein, und ein derartiger Dienst entspricht dem Darbringen der „Wagen“.
„Der Dienst des Heiligtums“ wird nicht durch „Wagen“ erleichtert. Er hängt von der persönlichen geistlichen Kraft der ihn Ausübenden ab, und von dem geistlichen Gebetsdienst der Heiligen als heiliges Priestertum.
Wenn Paulus dem Timotheus sagte: „vollführe denen Dienst“ (2. Tim. 4,5), und dem Archippus: „Siehe auf den Dienst, den du im Herrn empfangen hast, dass du ihn erfüllest“ (Kol. 4,17), so hatte er, denke ich, einen Dienst vor sich, der lediglich in geistlicher Kraft durchzuführen war. Zu den Korinthern dagegen sagte Paulus: „Wenn aber Timotheus kommt, so sehet zu, dass er ohne Furcht bei euch sei; denn er arbeitet am Werke des Herrn wie auch ich. Es verachte ihn nun niemand. Geleitet ihn aber in Frieden, auf dass er zu mir komme, denn ich erwarte ihn mit den Brüdern“ (1. Kor.16, 10 und 11).
Hier gibt er den Korinthern gleichsam die Gelegenheit, für „Wagen“ zu sorgen, das heißt, zu tun, was sie konnten, des Timotheus Dienst und Reise zu erleichtern. An derartigem können alle teilhaben.
Solch eine Opfergabe, wie die Fürsten sie brachten, hat ihren angemessenen Platz und Wert, doch sie erstreckt sich nicht auf den Dienst der Kehathiter - die heiligen Dinge des Heiligtums mussten noch weiterhin auf deren Schultern getragen werden. Die heiligen Dinge auf einen Wagen zu laden, wäre ein Bruch der göttlichen Ordnung gewesen, der Gottes Missfallen nach sich gezogen hätte, wie es David auf seine Kosten erfuhr (1. Chron. 13, 7-10; 15, 2 u. 13).
Dies zu beachten ist wichtig. Wenn also eine Opfergabe der Liebe die göttliche Ordnung beiseitesetzte oder an die Stelle geistlicher Kraft im Dienste träte, so sollten wir wissen, dass dies gar nicht am Platze ist. „Wagen“ jedoch konnten ohne einen Bruch der göttlichen Ordnung als Hilfeleistungen beim Dienste nützlich sein, wenn diese niedrigerer Art sind als der Dienst der Söhne Kehaths. Der tatsächliche Gebrauch der Wagen richtete sich nach dem geforderten Dienste. Er wurde durch Mose bestimmt und war der Hand Ithamars unterstellt, so dass alles in Weisheit zuerteilt ward.
Den untergeordneten Platz erkennend, den die Wagen in Verbindung mit dem Zeugnis haben, tun wir gut, auf den schönen Ausdruck des Zusammenwirkens zu achten, der dabei offenbar wird. Je zwei Fürsten gemeinsam brachten einen Wagen dar, jeder einzelne Fürst dagegen ein Rind.
Jeder Teil des levitischen Dienstes scheint dazu ausersehen zu sein, die Wichtigkeit des Hand-in-Hand-Arbeitens am Werke des Herrn zu betonen, und das bezeugt auch in hervorragender Weise die Opfergabe der Fürsten.
Das Zusammenwirken ist nicht ganz dasselbe wie Teilhaberschaft, obwohl es natürlich im Lichte und Bande der Teilhaberschaft geschehen muss. Teilhaber in einem Geschäft bilden eine Gemeinschaft, die durch die Satzungen der Teilhaberschaft bestimmt wird. Wenn sie jedoch nicht Hand in Hand arbeiten, so wird das Geschäft höchstwahrscheinlich schaden leiden.
Man kann sagen, dass wir als Israeliten der Teilhaberschaft angehören, als Leviten aber haben wir Hand in Hand arbeiten zu lernen.
In 1. Korinther 16, 16 weist Paulus auf jeden hin, „der mitwirkt und arbeitet“. Da haben wir den Gedanken des Zusammenwirkens. Es ist ein Übereinkommen der Tat, ein Miteinanderarbeiten, das ein gemeinsames Ziel verfolgt.
Paulus sagte von Timotheus: „er arbeitet am Werke des Herrn wie auch ich“, und er hat „wie ein Kind dem Vater, mit mir gedient ... an dem Evangelium“ (1. Kor. 16,10; Phil. 2,22).
Er nennt Epaphroditus seinen „Mitarbeiter“ (Phil. 2,25) und auch manche andere.
Der Herr wünscht, dass dieses gemeinsame Wirken jede Ortsversammlung Seines Volkes kennzeichnet. Wir sollten nicht nur gemäß der Wahrheit der Teilhaberschaft miteinander wandeln, sondern tätig zusammen wirken, um das Werk des Herrn auf alle mögliche Art zu fördern.
Was wir in den Fürsten sehen, ist, dass ihr Tun in vollkommenem Einklange mit ihrem Empfinden stand - da haben wir ein wahrhaftes und tätiges Zusammenwirken.
Das ist nötig, wenn das Werk des Herrn gefördert werden soll. Der Herr deutet dies an, indem Er Seine Jünger zu zweien aussandte. Wir sehen, welche Freude Paulus daran hatte, mit Timotheus und anderen gemeinsam zu arbeiten.
Das Erfassen der gesalbten Weltordnung bringt eine heilige Verschmelzung in unseren Bestrebungen zustande. Das stand dem Herrn vor Augen, als Er sagte: „Wenn zwei von euch auf der Erde übereinkommen werden über irgendeine Sache, um welche sie auch bitten mögen, so wird sie ihnen werden von meinem Vater, der in den Himmeln ist.“ (Mat. 18, 19)
Jeder Fürst bringt ein Rind - ein volles Maß geistlicher Tatkraft und stetiger ausdauernder Arbeit -, doch es hat mit einem anderen an einem gemeinsamen Joche zu ziehen und vollkommen einheitlich mit ihm zu arbeiten. Derart opfern „Fürsten“.
Mancher hat Tatkraft - ist er jedoch der gesalbten Weltordnung hinreichend ergeben, sich zu deren Förderung mit anderen zu verbinden?
Paulus war bereit, sich mit den Zwölfen einszumachen, und sie mit ihm. Diotrephes aber wollte weder mit Johannes noch mit anderen Arbeitern zu tun haben.
Unserem Vorbilde gemäß können wir sagen, dass ein Fürst keinen Wagen zu liefern vermag; Gott hält es für angemessen, dass es hierzu zwei bedarf.
Eine wirkliche Förderung des Werkes des Herrn hängt davon ab, dass Liebe und Bemühung Hand in Hand gehen. Jochgenossen helfen nicht nur einander, sondern sind auch ein heilsames Hindernis, im Dienste der persönlichen Eigenart zuviel Raum zu geben.
Die Fürsten hatten jedenfalls nicht den Wunsch, jeder für sich vorzugehen. Sie hielten es für vorteilhafter, miteinander zu arbeiten.
Wie wichtig ist es, dass die an einem Orte das Werk des Herrn Treibenden miteinander arbeiten, so dass dabei offenbar wird, dass es ein wahrhaftes Miteinanderziehen ist! Das mag uns wie ein Hemmnis vorkommen, doch wir werden es heilsam und wohltätig empfinden, wenn wir es als den Willen des Herrn hinnehmen.
Offenbar war der der Darbringung der „Wagen“ zugrunde liegende Gedanke Gott wohlgefällig. „Nimm sie von ihnen“, sprach Er zu Mose. Er liebte es also, eine solche Opfergabe in Seinem Dienste zu verwenden.
Die wahre Wohnung ist errichtet und gesalbt worden, und nun ist es an uns, zu opfern.
Die erste Übung wahrer Führer an jedem Orte ist, Bewegungen geistlichen Fortschritts zu fördern, den Leviten zu helfen, und sie nicht zu hindern. Eine solche Übung führt zur Entlastung des levitischen Dienstes.
Die „Wagen“ selbst sind nicht der Dienst. Sie bilden strenggenommen keinen Teil der geistlichen Weltordnung, doch sie sind darin eine Hilfe. Sie waren ein beständiges Zeugnis, dass dem ganzen Israel das Werk der Leviten am Herzen lag, und dass alle wünschten, dass es so leicht wie möglich durchzuführen sei.
Die Korinther hatten einen sehr niedrigen Begriff vom Werke des Herrn. Sie meinten, sich darin einen hervorragenden Platz geben zu können, und einige von ihnen dachten, Paulus ginge denselben Pfad, so dass sie sich dadurch erhöhen konnten, dass sie ihn herabsetzten, doch er sagt: „Dafür halte man uns: für Diener Christi und Verwalter der Geheimnisse Gottes“ (1. Kor. 4, 1). Er wollte, dass sie den Dienst mit Christo und mit Gott verbinden; an ihren Dienern hatte nur die Treue gegen den ihnen zuteil gewordenen heiligen Auftrag einen Wert.
Wenn das Werk des Herrn unter den Heiligen im Allgemeinen in hohem Ansehen steht, so wird aller Dienst nach einem höheren Maßstabe beurteilt und ihm wird eine geistliche Würde beigemessen. Die da arbeiten, sollten dessen eingedenk sein, dass die Augen von ganz Israel auf sie gerichtet sind, und dass alle den Dienst als hochwichtig und heilig ansehen. Er wird tatsächlich ganz Israels halber verrichtet (siehe Kap. 8, 9-11).
Dann würde jeder Levit empfinden, wie notwendig es ist, die Reinheit zu wahren und auch das, was solchen entspricht, die Gott als Webopfer für Seinen heiligen Dienst geweiht sind (Kap. 8, 11.13.15 u. 21).
Das Werk des Herrn, die Darreichung Christi im Dienste, wird unter uns fortgeführt. Dadurch kommt neuer Baustoff herein, und das Vorhandene entwickelt und mehrt sich. Suchen wir dieses heilige Werk wirklich zu erleichtern?
Jede Ortsversammlung sollte da der geistlichen Führung des Fürsten folgen und etwas den „Wagen“ Entsprechendes dazu beitragen.
Zephanja sagt: „damit sie alle den Namen Jehovas anrufen und ihm mit einer Schulter dienen“ (Zeph. 3, 9). Das ist ein beachtenswertes Wort: alle sollten ihre Kraft sozusagen mit einer Schulter zur Verfügung stellen, damit das Werk des Herrn tatkräftig gefördert werde.
Das sollte bei keinem von uns nur dann und wann geschehen. Kleinigkeiten können das Werk des Herrn fördern oder hindern. Lasst uns darauf achten, die Last nicht zu vergrößern, sondern alles tun, sie so leicht und sanft wie möglich zu machen.
Sodann ist „die Einweihungsgabe des Altars“ von höchster Wichtigkeit. Der Bericht darüber füllt nicht weniger als neunundsiebzig Verse.
Dem Geiste Gottes hat es gefallen, das, was jeder einzelne Fürst an jedem der zwölf Tage darbrachte, gesondert anzugeben. An jedem Tage haben wir genau dieselbe Führung. Jeder Stamm hatte einen Fürsten, der das Gleiche darbrachte, wie auch die anderen elf Fürsten.
Der Gedanke Gottes ist, dass die Opfergabe, zu der sich jede Ortsversammlung gedrungen fühlt, sie darzubringen, dieselbe Höhe erreiche, damit in einer jeden Versammlung eine des gesalbten Altars würdige Opfergabe vorhanden ist.
Da haben wir nicht nur Einheit in der Opfergabe, sondern auch Einheitlichkeit, und das ist in geistlicher Hinsicht wichtig.
Was die Lehre anbelangt, sollten die Heiligen „alle dasselbe“ reden (1. Kor. 1, 10). Die Gewohnheiten der Versammlungen sollten übereinstimmen (1. Kor. 11, 16); und wir lernen hier, dass es Gott mit Bezug auf das Nahen und Opfern am Altar wohlgefällt, Einheitlichkeit unter Seinem ganzen Volke zu sehen.
Der Altar war gesalbt und geheiligt worden, und dem war nichts hinzuzufügen. Mose hatte das zu tun.
Christus hatte die Stätte und den Weg, Gott zu nahen, ersehen, und dies aufgrund Seines Todes und durch den Geist. Das ist völlig getrennt von allem, was vom Fleische ist. Es hängt von dem ab, was Christus als Mittler brachte. Dessen ganzer Dienst wird durch Ihn als Priester aufrechterhalten.
Doch dann haben wir noch die tätigen und heiligen Übungen der Brüder: der Altar wird nicht eher in Gebrauch genommen, als wir ihn einweihen. Viele Gläubige haben „die Einweihungsgabe des Altars“ nie dargebracht. Das hat unsererseits zu geschehen.
Im vorliegenden Bilde waren die Fürsten eines jeden der Stämme Israels darin Führer, und das entsprach den Gedanken Gottes. Das waren Tage heiliger Opfer, an denen der Dienst im Einklange mit dem Altar stand.
Solcherart ist die geistliche Führung, die von „Fürsten“ ausgeht, in jeder Ortsversammlung - alle beherrschte der Gedanke der Erhabenheit des Dienstes, der solch einem Altar und auch Dem gebührte, Dessen der Altar ist.
Es ist ein einzigartiges Opfer, das daher besondere Beachtung verdient, und es fällt auf, dass das zuerst Geopferte silberne und goldene Gefäße waren. Das erste in Verbindung mit der Einweihung des Altars sind also geeignete Gefäße, von geistlichem Wert und Gewicht - ihr Gewicht, nicht ihre Größe, wird angegeben.
Gottes Waage wägt uns beständig. Einer, der nicht viel sagt, kann ein gewichtiges Gefäß sein. Ein Mann vieler Worte dagegen ein leichtes. Ferner ist einleuchtend, dass der Werkstoff, aus dem silberne und goldene Gefäße gemacht werden, einem Läuterungsverfahren unterzogen wird.
Nur wenn die Schlacken von dem Silber entfernt werden, „geht für den Läuterer ein Gefäß hervor“ (Spr. 25, 4). Die silbernen Gefäße stellen die Heiligen als für Gott Erkaufte dar, so dass sie für Gott einen Wert haben. Was wir von Natur sind, kommt da nicht in Betracht. Aufgrund des Fleisches oder der Natur sind wir keine Gefäße für den Dienst Gottes, sondern als solche, die im Werte des Todes Christi stehen. Als Erlösten kommt uns die Kostbarkeit Christi zu (1. Petrus 2, 7), wir sind „seinem Gott und Vater“ Priester (Offb. 1,6), wir sind „geheiligt ... durch das ein für allemal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi“ (Heb. 10, 10). Es konnte aber keine „silberne Schüssel“ oder „silberne Schale“ geben ohne die durch Läuterung zustande gebrachte Reinheit des Werkstoffs und ohne das Gestaltungsverfahren, wodurch das Gefäß zum Wohlgefallen des Läuterers geformt wird.
So sehen wir im Hebräerbriefe, dass die durch das Opfer Christi auf immerdar vollkommengemachten Heiligen unter göttliche Zucht kommen, damit sie der Heiligkeit Gottes teilhaftig werden (Heb. 10,14; 12,10).
Die Heiligen ihrerseits haben der Heiligkeit nachzujagen und sich von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes zu reinigen (Heb. 12,14; 2. Kor. 7,1). Die Schrift ist voller heiliger Anweisungen und Ermahnungen, und diese bewirken, wenn wir, darüber geübt, ihnen durch den Geist zu entsprechen suchen, dass die Schlacken von dem Silber entfernt werden.
Das Taufen des Herrn mit Feuer wirkt eine läuternde Kraft in den Seelen Seines Volkes, die im Wandel alles das ausschaltet, was seiner Natur nach Schlacke ist.
Aus 2. Timotheus 2, 20 lernen wir, dass solche, die goldenen und silbernen Gefäßen entsprechen, in ihren Beziehungen Reinheit aufrechtzuerhalten haben. Das ist für eine jede Art des heiligen Dienstes wesentlich. Ein gemischter Zustand, wie er in einem „großen Hause“ zu finden ist, wo es neben Gefäße zur Ehre auch solche zur Unehre gibt, ist dem Herrn nicht wohlgefällig. Deshalb hat sich jeder, der den Namen des Herrn nennt, von der Ungerechtigkeit zurückzuziehen und von den Gefäßen der Unehre zu reinigen, indem er sich von ihnen trennt.
Im christlichen Bekenntnis gibt es Gefäße zur Ehre, nämlich solche, die den Herrn lieben und Ihn zu ehren suchen - aber ach! Sie befinden sich zuweilen in Verbindung mit solchen, die wirklich Gefäße zur Unehre sind. In solchen Verbindungen zu bleiben, gefährdet in Wahrheit ihr Recht, als Gefäße zur Ehre betrachtet zu werden, denn von dem, der sich durch Trennung von den Gefäßen zur Unehre gereinigt hat, heißt es: „so wird er ein Gefäß zur Ehre sein, geheiligt, nützlich dem Hausherrn, zu jedem guten Werke bereitet“ (V.21).
Aus 4. Mose 7, 13 geht hervor, dass es Gefäße gibt, die an Gestalt und Gewicht verschieden sind. Die „silberne Schüssel“ hat nicht dieselbe Gestalt wie die „silberne Schale“, und das Gewicht beider weicht beträchtlich voneinander ab.
Das zeigt, wie Gott in Seiner Unumschränktheit alles dem Zweck entsprechend zuerteilt, denn ich denke, dass das Silber mehr die göttliche Gnade und Treue darstellt, und nicht die verschiedenen Maße menschlicher Treue. Jedes heilige Gefäß ist seiner Fassungskraft und Gestalt nach göttlich bestimmt, und eine unserer wichtigsten Übungen ist, unser göttlich zuerteiltes Maß zu erreichen. Darüber hinaus können wir nicht gehen. Es besteht aber die ernste Gefahr, dass unsere Tauglichkeit zum heiligen Dienste dem nicht entspricht. Jeder hat in der Verwaltung Gottes, die im Glauben ist, seinen bestimmten Platz (1. Timotheus 1, 4), und wir sollten unserer Verantwortlichkeit mit Fleiß und unter Gebet nachkommen, auf dass wir nicht hinter dem zurückbleiben, was uns zuerteilt ist.
Gefäße, die vor dem Altar „voll Feinmehl gemengt mit Öl zum Speisopfer“ darzubringen sind, bedürfen natürlich der Läuterung und Reinheit, denn das „Feinmehl gemengt mit Öl“ ist ein Bild des heiligen Menschendaseins des Herrn Jesu, und wie könnte jemand ohne Läuterung geschickt sein, Gott dieses in einer annehmlichen Weise darzubringen? Mal. 3, 3 und 4 redet davon.
Das „Feinmehl gemengt mit Öl“ stellt das dar, was Christus sogar von Geburt an war. Er ward dadurch empfangen, dass der Heilige Geist über die Jungfrau kam und die Kraft des Höchsten sie überschattete (Luk. 1, 31 u. 35). Der Engel hatte dem Joseph gesagt: „das in ihr Gezeugte ist von dem Heiligen Geiste“ (Mat. 1, 20). Das entspricht dem „gemengt mit Öl“, was mehr als „gesalbt mit Öl“ besagt, ein Ausdruck, der davon redet, dass Er amtlich mit Kraft für den Dienst gesalbt wurde.
„Gemengt mit Öl“ jedoch stellt das dar, was Er persönlich und in Seinem Wesen war. Sein Menschendasein war Seinem Ursprung und Wesen nach einzig.
Er war nicht nur sündlos, das hätte auch ein nichtgefallenes Geschöpf der Erwählung Gottes gemäß sein können, sondern Er war eine im Fleische gekommene göttliche Person. Obwohl in Gleichheit des Fleisches der Sünde (Röm. 8, 3), ward Sein Leib von Gott auf eine wunderbare und göttliche Weise bereitet; der Heilige Geist verlieh Seinem Menschendasein das Gepräge.
Ein Heiliger mag „mit Heiligem Geiste erfüllt“ werden (Luk. 1,15.41.67; Apg. 2,4; 4,8.31; 9,17; 13,3.52; Eph. 5,18), und von Jesu heißt es, Er war „voll Heiligen Geistes“ (Luk. 4,1).
Diese Ausdrücke werden jedoch im Blick auf die Heiligen, ja auf den Herrn Jesum nur dann gebraucht, wenn sie als Gefäße betrachtet werden. Was aber den Herrn anlangt, so war das Gefäß nicht nur voll, sondern es war selbst die Frucht der göttlichen Macht des Heiligen Geistes, und es war von dieser Macht durchdrungen, so dass Er, obwohl ein wahrer Mensch, der teil an Fleisch und Blut hatte, in jeder Hinsicht einzig dastand.
Die Einzelheiten dieses unvergleichlichen Lebens in der Ausgeglichenheit jeder sittlichen Vollkommenheit stellt das „Feinmehl“ des Speisopfers dar, und das alles war „gemengt mit Öl“. Keine Einzelheit in diesem wunderbaren Leben, von Seiner Empfängnis im Leibe der Jungfrau bis dahin, wo Er Sich Selbst ohne Flecken Gott auf dem Kreuze opferte (Heb. 9, 14), kann recht beurteilt werden, ohne anzuerkennen, dass sich ein Vermengen des Heiligen Geistes damit verband.
Jeder Zug menschlicher Vortrefflichkeit war vorhanden, aber durchdrungen mit dem Heiligen Geiste, so dass wir jeden Teil Seiner Vollkommenheit als Mensch als mit dem Heiligen Geiste „gemengt“ betrachten können.
Zur rechten Zeit, als Er „ungefähr dreißig Jahre alt“ zu werden begann (Luk. 3, 23), ward Er versiegelt und gesalbt, doch von Seiner heiligen Empfängnis an haben wir das, was in dem Vorbilde dem „Feinmehl gemengt mit Öl“ entspricht. Das zu sehen, bewahrt uns vor dem Gedanken, Er könne persönlich oder Seinen Beziehungen nach, abgesehen von Seinem Opfer auf dem Kreuze, jemals eine andere Stellung innegehabt haben als die des vollkommenen Wohlgefallens und der vollkommenen Freude für Gott.
Weiter brachten die Fürsten „eine Schale, zehn Sekel Gold, voll Räucherwerk“ dar (V.14). Gold ist ein Sinnbild des Göttlichen, so dass eine Schale von Gold auf ein Gefäß hindeutet, dass gänzlich als Gottes Schöpfung in Christo betrachtet werden kann. „Daher, wenn jemand in Christo ist, da ist eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, alles ist neu geworden. Alles aber von ... Gott“ (2. Kor. 5, 17 und 18).
Der neue Mensch, von dem angenommen wird, dass ihn die Heiligen angezogen haben, ist eine Schöpfung Gottes, er ist „nach Gott geschaffen“ (Eph. 4, 24). Der neuen Schöpfung nach sind die Heiligen von Gott, und allein ihr gemäß betrachtet – das heißt, getrennt von allem, was wir der Natur oder dem Fleische nach sind -, können wir durch ein goldenes Gefäß dargestellt werden.
Doch wir sollten bedenken, dass das, was wir als eine neue Schöpfung in Christo sind, eine große Wirklichkeit ist. Es ist das, was ewig bestehen wird, und es ist unser Vorrecht, in der Kraft des Geistes von allem anderen hinwegzusehen und uns gemäß dem zu betrachten, was wir als eine neue Schöpfung sind.
Nur in Gottes Nähe können wir das wahrhaft tun, und es ist nicht ohne Bedeutung, dass de Schale von Gold nur „zehn Sekel“ wiegt. Das scheint anzudeuten, dass die kostbaren Gedanken Gottes, was die Seite der Verantwortlichkeit (zehn) anlangt, nicht in einem umfangreichen Gefäße gesichert werden, sondern derart, dass ihr Wohlgeruch Ihm dargebracht wird.
Ich denke, in den Gebeten Pauli in Epheser 1 und 3 haben wir das, was dem Weihrauch in einem goldenen Gefäße entspricht. Paulus konnte die kostbaren Gedanken Gottes über Christum und die Heiligen nehmen und sie in Fürbitte darbringen. Dabei betrachtete er die Heiligen als solche, die auf Erden verantwortlich waren, wie dies notwendig jedes Gebet tut, und darauf mögen die „zehn“ Sekel hinweisen. Die Heiligen sind noch auf ihrem Pfade hienieden zur vollen Erkenntnis der Gedanken Gottes über sie zu bringen.
Dass dieser Gedanke mit dem Altar verbunden wird, gibt uns einen erhabenen und umfangreichen Begriff vom Altardienst. Wir wären geneigt, den Weihrauch oder das Räucherwerk mehr mit dem goldenen Altar zu verbinden, doch in diesem Zusammenhange wird es nicht so dargestellt, und das hat uns sicher etwas zu sagen.
In Vers 15 sodann kommen wir dazu, wie Christus als Opfer erfasst wird. Da heißt es: „ein junger Farre, ein Widder, ein einjähriges (oder männliches) Lamm zum Brandopfer“. Wie wir erkennen werden, haben wir hier keine Opfer vor uns, die die Frucht persönlicher Übungen sind, wie die in den ersten Kapiteln des dritten Buches Mose. Dort deuten die verschiedenen dargebrachten Tiere auf das verschiedene Maß der Erkenntnis Christi hin, wie sie dem geistlichen Wachstum und dem Reichtum des Opfernden entspricht.
Hier jedoch scheinen sie alle auf die verschiedenen Gesichtspunkte hinzudeuten, von denen aus Christus betrachtet werden kann, und die alle recht an ihrem Platze sind und alle dargebracht werden müssen, wenn der Altar angemessen ausgestattet, das heißt, das Lob der Versammlung ein Allumfassendes sein soll.
Der Farre ist das größte der reinen Tiere, und er redet von der Größe der Person Christi, die Seinem Opfer Eigenart und Wert verleiht. Der Widder stellt Seine Ergebenheit Gott gegenüber dar, in der Er Sich Ihm völlig weihte. Den Farren erkennen wir in Seinen Worten „ich komme“ (Heb. 10, 7), doch der Widder stellt die völlige Ergebenheit gegen Gott und Seine Heiligen dar, wie wir sie in dem hebräischen Knecht von 2. Mose 21 sehen, das Lamm aber redet von Christo in all der Kostbarkeit als Leidender (Jesaja 53).
In Vers 16: „ein Ziegenbock zum Sündopfer“, ist das ernste Vorgehen gegen die Sünde der alleinige Hauptgedanke. Darin haben wir Christum als den von Gott Verlassenen, der eben dadurch die Herrlichkeit und die Lobgesänge Gottes sicherte (Ps. 22, 1 u. 3).
Da haben wir nicht mehrere Sinnbilder, die die Sache von verschiedenen Seiten aus betrachten, sondern lediglich den einen unergründlichen Gedanken, dass, der Sünde nicht kannte, für uns zur Sünde gemacht wurde (2. Kor. 5, 21).
Das ist etwas anderes als die Sündopfer in 3. Mose 4 und 5, die im Falle besonderer Sünden Einzelner oder der Gemeinde dargebracht wurden. Es entspricht seinem Wesen nach mehr dem Sündopfer am Tage der Versöhnung, wo um der Herrlichkeit Gottes willen gegen die Sünde vorgegangen wird, damit eine Grundlage für alles das geschaffen werde, was Er in unumschränkter Liebe tut.
Die Opfer des Fürsten geschahen im Blick auf das ganze Israel. Sie haben in jedem Falle die Allgemeinheit, und nicht den Einzelnen vor sich. Sie reden von Auffassungen von Christo, die ihren Platz in Verbindung mit dem Dienste Gottes in jeder Ortsversammlung haben.
Sowie jedoch die Friedensopfer vor uns kommen, finden wir größere Zahlen – zwei und fünf – und vier Arten Tiere werden dargebracht.
Wenn der Gedanke an „Speise“ oder „Brot“ für Gott und für Seine Priester und Sein Volk aufkommt (3. Mose 3, 11.16), so haben wir umfangreichere und mannigfaltigere Vorbilder. Die Gemeinschaft mit dem Altar hat einen ganz besonderen Platz in den Gedanken Gottes, und wer in Seine Gedanken eingeht, sorgt reichlich dafür.
Es geschieht dies im Blick darauf, heilige Zustände zu schaffen und zu wahren. Genießen wir das, was von Gott ist, so können wir kein Teil an dem haben, was der götzendienerischen Welt angehört (siehe 1. Korinther 10). Gott möchte an jedem Orte das in Fülle geben, was die Liebe der Seinen nährt, so dass sie ihrem Wesen nach von der Welt verschieden sind.
Die Opfer von Vers 15 – 17 sind alle männliche Tiere, was von einer kraftvollen Auffassung redet. Schwächliche Vorstellungen von Christo sind unter dem Volke Gottes leider nur zu häufig, „Fürsten“ aber sind Leute voll geistlicher Kraft, die die Führung übernehmen können, wenn es sich darum handelt, etwas Angemessenes zum gesalbten Altar zu bringen.
Unsere „geistlichen Schlachtopfer“ sind „durch Jesum Christum“ darzubringen. Durch Ihn sind sie „Gott wohlannehmlich“ (1. Pet. 2, 5).
So lasst uns denn nicht mit schwachen Auffassungen von Christo zufrieden sein. Folgen wir der Führung der Fürsten und bringen wir zu Gottes Wohlgefallen kraftvolle und mannigfaltige Gedanken über Christum zur Bereicherung der Gemeinschaft Seiner Heiligen!
Der Schlussvers des Kapitels stellt in sehr schöner Weise dar, welchen Zugang die Darbringung der Einweihungsgabe des Altars erschloss.
Mose ging in das Zelt der Zusammenkunft hinein, um mit Gott zu reden. Sittlich aufgefasst, wie es sicherlich dem Geiste Gottes entspricht, geht er von dem eingeweihten Altar hinein, um, erfüllt von all dem daselbst dargebrachten Reichtum, mit Gott zu reden.
Mit Gott reden setzt Einsicht voraus – man hat nicht nur kostbare Gedanken, sondern ist auch fähig, sie in Worte zu kleiden, die sich geziemen, vor dem Ohr Gottes geäußert zu werden.
Wie vollkommen kann Christus das tun! Er kann von dem Altar in all dem Wohlgeruch des Dargebrachten zum Heiligtum schreiten, doch wenn Er das tut, geschieht es im Blick darauf, dass auch alle die Seinen mit Ihm eingehen, um mit Gott zu reden.
Kein Engel oder Seraph könnte wie Christus zu Gott reden, und diese Art des Redens ist es, die jetzt den Heiligen, die die Kirche bilden, zusteht: im Zelte der Zusammenkunft redet ein geistliches Volk in einer Weise zu Gott, die Ihm wohlgefällt.
Das Reden Moses zu Gott bringt, genau genommen, weder Gebet noch Danksagung vor uns, sondern einen heiligen Umgang. Das ist das höchste Vorrecht, das einem einsichtigen Geschöpf verliehen werden könnte.
Auf dem heiligen Berge „redeten“ Mose und Elia mit Ihm (Luk. 9,30.31; Mat. 17,3; Mark. 9,4). Welch eine Freiheit! Welche heilige Vertrautheit!
Und wenn wir mit Gott reden, so wird Er sicherlich zu uns reden. So hörte auch Mose „die Stimme zu ihm reden von dem Deckel herab, der auf der Lade des Zeugnisses war“ (V. 89).
Das völlige Vorrecht der Kirche wird nicht genossen, wenn wir die Stimme Gottes nicht hören. So gesegnet es ist, zu Ihm zu reden, es ist weit weit gesegneter, dass Er zu uns redet.
Er liebt, auf das, was wir reden, durch eine frische Mitteilung zu antworten, und das sollten wir erwarten.
Dieser kostbare Vers jedoch führt uns sogar noch weiter. Gottes Mitteilungen werden in der Regel nie bewirken, uns zum Schweigen zu bringen, sondern sie werden für uns der Anlass, im Reden fortzufahren.
Am Ende heißt es: „und er redete zu Ihm“. Die Zusammenkunft endete, wenn ich so sagen darf, nicht damit, dass die Stimme vom Gnadenstuhl redete. Mose redete, auf jene Stimme antwortend, wiederum zu Gott.
Daraus erhellt, dass es kaum angebracht ist, dass ein Wort vom Herrn ganz am Ende der Versammlung ergeht, sondern zu einer Zeit, wo es dazu dienen kann, dass wir noch weiter zu Gott reden.
Dieses ganze Kapitel ist heutzutage im Blick auf den Dienst Gottes in der Versammlung von höchster Belehrung für uns.