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Mit "Parasite" hat am Filmfestival von Cannes mal wieder der beste Film im Wettbewerb gewonnen. Quentin Tarantino und sein "Once Upon a Time... in Hollywood" gingen leer aus.
Wir haben gehofft, dass Bong Joon-Hos Parasite die Goldene Palme holt, doch werden bei Filmfestivals eher selten die besten Filme prämiert. Doch nicht in diesem Jahr. Das schwarzhumorige Thriller-Drama hat tatsächlich triumphiert.
Richtige Palme für den richtigen Film! Mit Parasite hat der stärkste Wettbewerbsbeitrag gewonnen. Der Grosse Preis für Atlantique ist dagegen wohl eher als politisches Statement zu verstehen. Die übrigen Preise scheinen mir etwas "random" verteilt nach dem Prinzip: "den Film fanden wir auch noch irgendwie gut, geben wir dem auch noch einen Preis".
Aber selbst dann bleibt die Verteilung etwas eigenartig: Warum ausgerechnet der Drehbuchpreis für Portrait de la jeune fille en feu? Der Film ist in vielfacher Hinsicht hervorragend, aber das Drehbuch fand ich jetzt nicht soo weltbewegend. Da hätte ich eher den Regiepreis für Céline Schiamma oder vor allem den Darstellerin-Preis für Adèle Haenel und Noémie Merlan gesehen. Bei letzterem wiederum erstaunt mich die Wahl von Emily Beecham ein wenig, obwohl ich Little Joe sehr mochte.
Wie auch immer: Es war ein guter Jahrgang. Habe total 16 von 21 Wettbewerbsfilmen gesehen, von denen ich nur deren zwei so richtig enttäuschend fand (in Outnow-Sprache: 2 oder weniger Sterne). Wenn ich mir Abdellatif Kechiches dreieinhalbstündigen Füdlifilm Mektoub, My Love: Intermezzo angetan hätte, wären es deren drei gewesen. Doch diesen durfte ich meinem Kollegen crs überlassen, vielen Dank für die Aufopferung. :-)