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Progymnasium, eine Handelsschule für Mädchen, eine Handwerker- und Gewerbeschule, eine Zeichen- und Malschule und endlich das westschweizerische Technikum, dessen mehr als 500 Schüler sich in folgende Abteilungen gliedern: Uhrenmacherschule mit Unterabteilung für Reparateure, Elektrotechnikerschule, Bautechnikerschule mit Unterabteilung für Stecher u. Ciseleure u. endlich Post- und Eisenbahnschule.
Die heute schon beträchtliche industrielle Entwicklung von Biel ist in stetem Aufsteigen begriffen. In erster Reihe steht die Uhrenmacherei (Uhrenmacherbörse), darin folgen das Goldschmiedgewerbe, Nägel-, Ketten- und Maschinenfabriken aller Art, Eisen- und Messinggiessereien, Cement-, Kunststein- und Thonwarenfabriken, Ofenfabriken, Fabrikation von feuerfesten Ziegeln, Töpfer- und andern Terracottawaren. Ausgedehnte Eisenbahnreparaturwerkstätten, Papier- und Holzstofffabriken, mehrere Bierbrauereien, eine Piano-, Möbel-, Parketterie-, Stahlfedern- und Phonographenfabrik; Betriebe für Herstellung von chemischen Produkten, elektrischen Apparaten, Heizkörpern und mehrere Druckereien vervollständigen das Bild von Biels industrieller Tätigkeit. Endlich möge noch der Herstellung von künstlichen Blumen und der mit Erfolg arbeitenden Diamantschleiferei Erwähnung getan werden.
Hauptsächliche Sehenswürdigkeiten: Pfarrkirche in reinem gothischen Stil, deren Chor mit bemerkenswerten Glasmalereien geschmückt ist und die noch Taufbecken aus dem 15. Jahrhundert besitzt;
die altkatholische Kirche;
die Synagoge;
der Glockenturm des Rathauses;
der noch ganz mittelalterliche «Ring»;
die Hochstrasse ^[Berichtigung: Oberstrasse.] mit dem ehemaligen Rathaus;
mehrere Brunnen mit Standbildern und Sculpturen;
das im Roccocostile erbaute Landhaus
Rothall, ^[Berichtigung: Rokhall.] einst Aufenthaltsort von Rousseau und des
Grafen Cagliostro;
das Museum Schwab mit sehr reicher Sammlung von Altertümern, von Gegenständen aus der Pfahlbauerzeit, von Jurafossilien, Münzen und Gemälden, die einst Napoleon III. vergeblich anzukaufen versuchte;
die alten Mauertürme an der N.-Seite der Stadt;
das im Renaissancestil
erbaute Gebäude der
Abtei ^[Berichtigung: Zunft.] der «Waldleute»,
heute durch die Kunstgesellschaft mit Unterstützung des Bundes restauriert;
Künstlerhaus, Technikum, Tonhalle, Theater und Casino.
Mehrere Banken und verschiedene gemeinnützige Anstalten, wie Waisenhäuser u. Spitäler. Bedeutende Stadtbibliothek.
Zahlreich sind in der «Zukunftsstadt» natürlich auch die beruflichen, sportlichen und geselligen Vereinigungen vertreten. Wir finden eine Sektion des S. A. C., zwei Veloklubs, eine ornithologische, Bienenzucht- u. philatelistische Gesellschaft, die Arbeiterunion von Biel und Umgebung, eine Sektion des Grütlivereines, eine geschichtsforschende Gesellschaft, die Aerzte-Gesellschaft des Seelandes, eine Gemeinnützige Gesellschaft, einen Samariterverein, einen französischen philanthropischen u. einen Unterstützungsverein von Biel u. Umgebung, Waisenunterstützungsverein u. zahlreiche Gesellschaften für öffentliche Wohltätigkeit zu Gunsten der armen Kranken, Witwen u. Waisen; mehrere kaufmännische u. Arbeitervereine, einen Consumverein; endlich Gesang-, Musik-, Turn-, Schiessvereine etc. etc. in endloser Folge. Die stark entwickelte journalistische Tätigkeit findet ihren Ausdruck im Erscheinen von mehr als einem Dutzend von Zeitungen und Zeitschriften. An Stelle des heute zu eng gewordenen Bahnhofes soll an einem noch nicht endgiltig bestimmten Platze ein neuer errichtet werden.
Wie wir zu bemerken schon Gelegenheit hatten, ist die Stadt Biel sehr alten Ursprunges. Das Schloss ruht auf römischen Fundamenten; hier und an der Römerquelle sind römische Münzen aufgefunden worden. Zudem hat die Tieferlegung des Seespiegels eine Anzahl von Pfahlbauten blosgelegt, deren interessante Funde aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit im Museum Schwab aufbewahrt ¶