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Von einer verstimmten Geige begleitet, singen zwei alte Freunde ein Lied, das von einem im Krieg abgeschossenen Piloten erzählt, der nie zu seiner Liebsten zurückkehrte. Dann braust ein Kind einen Fahrradweg herunter und hebt an Bord eines Doppeldeckers ab: Der in einen Match Cut gepackte mitreissende Wechsel zeigt einen wahr gewordenen Kindheitstraum – den universellen Traum des Menschen, Mutter Erde zu verlassen und sich in andere Sphären zu erheben. Nach Antigravitation wollte Audrius Stonys «dem Himmel noch ein Stück näher kommen»: Flying Over the Blue Field ist somit auch weniger das Porträt eines Piloten, der sich zur Verwirklichung einer Obsession ein Flugzeug gebastelt hat, als vielmehr die Vision des ursprünglichen, fliegenden Menschen, das Double des Filmemachers, gleich einem aus dem Labyrinth entkommenen banalen Ikarus, der über Felder und Bäume und den täglichen, zwischen langen Flugsequenzen eingefügten Szenen des Alltags schwebt. Der vor allem aus Stille, Wind und fernen Geräuschen bestehende Soundtrack erzählt von der Einsamkeit des Einzelnen, die im unendlichen Himmel schwerelos wird.
Emmanuel Chicon