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Der holländische Physiotherapeut – Dr. D. Stenvers (24.7.1946 – 15.4.2015) – war einer der fundiertesten Kenner der Krankheiten der Schulter. Er beschäftigte sich über 30 Jahre lang intensiv mit diesem Thema. Seine Forschungen führten zu interessanten Entdeckungen über die Funktion des “normalen” und pathologischen Schultergelenkes. Dr. Stenvers gab dieses Wissen in sehr interessanten Kursen in verschiedenen Ländern, so auch in der Schweiz, an Physiotherapeuten und Ärzte weiter.
Eine seiner ersten Entdeckungen machte er im Zusammenhang mit dem Krankheitsbild der Frozen Shoulder. Er bemerkte, dass es bei dieser Bewegungseinschränkung zu einem unphysiologischen Kontakt zwischen dem Processus coracoideus und der Claviula kam. Dieses Phänomen nannte er “Kissing Coracoid” und in einer umfangreichen Arbeit mit dem gleichnamigen Titel wurden diese Beobachtungen 1981 veröffentlicht.
Zum Verständnis der Erkrankung der Schultergelenke muss man wissen, wie der Normalfall aussieht. Mit den Mitteln der Röntgencinematographie hat Dr. Stenvers unzählige Fälle untersucht und dokumentiert und so Kriterien des normalen und gestörten Bewegungsablaufes – der Schultermotorik – gefunden. Darauf aufbauend hat er fünf Kriterien des normalen Bewegungsverhaltens der Schultergelenke definiert, die auch klinisch, also ohne Bildgebung, erkannt werden können.
Mit dem Krankheitsbild der “Frozen shoulder” hat sich Dr. Stenvers ausführlich auseinandergesetzt und im Verlaufe der Jahre Referenzdaten von über 5000 Patienten aufgebaut und diese systematisch ausgewertet. Dieses Krankheitsbild war schliesslich auch Gegenstand der Dokterarbeit von Dr. Stenvers.
Wenn man über einen solch riesigen und systematisch ausgewerteten Erfahrungschatz verfügt, kann man diese Erfahrungen in “Häufig gestellten Fragen (FQA)” zusammenfassen. Diese finden Sie hier.
In unserer Praxis fliessen die Überlegungen von Dr. Stenvers bei der Behandlung von Patienten mit dem Krankheitsbild der primären aber auch der sekundären Frozen Shoulder mit ein.
Die folgenden Sequenzen einer unserer Bewegungsanalysen, aufgenommen in drei verschiedenen Bewegungsebenen, sollen Ihnen zeigen, wie sich die Bewegungseinschränkungen der Frozen shoulder auf die Bewegungen des Armes auswirken können.
Aufgrund biomechanischer Gesetzmässigkeiten gelingt dem Patienten die Armhebung zunehmend weniger, je weiter nach aussen der Arm gebracht wird.
Die erste Sequenz zeigt den Zustand zu Beginn der Behandlung, die zweite Sequenz drei Monate später bei zweimaliger Behandlung pro Woche.
Dabei wirkt sich die Verbesserung der Kapselmobilität aus den erwähnten biomechanischen Gründen vorallem bei den seitlichen Bewegungen – hier bei der Bewegung in der Skapulaebene – sichtbar aus.
Zur seitlichsten Bewegung liegen für diesen Zeitraum keine Vergleichsbilder vor.
Generell muss bedacht werden, dass sich die Beweglichkeit bei einer echten Frozen shoulder sehr langsam verbessert, da in der Akutphase die Bewegungsschmerzen dominieren und jeglicher Zug an der Kapsel vermieden wird (siehe FQA).
Zur Arbeit von Dr. Stenvers erhalten Sie weitere Informationen seiner Website.
Leider verstarb Dr. Stenvers am 15. April 2015. Wir bedanken uns für seine wertvollen Arbeiten, die auch nach seinem Tode weiter wirken werden.
Das nächste Video zeigt das Therapieergebnis der Nachbehandlung eines operierten Schultergelenkes. Der Patient erlitt eine Verletzung/Riss von zwei Sehnen der Rotatorenmanschette. Obwohl operiert, riss die eine Sehne nochmals.
Das eine Video zeigt den Zustand vor der Therapie, das andere nach einigen Behandlungen in unserer Physiotherapie.