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Bereits 1921 wurden in der Schweiz zaghafte Versuche unternommen, Jazz zu spielen. Es begann mit dem Cake Walk, eine Art Mischung aus Ragtime und Brass- Band Sound. Mit den ersten dabei: das „Bill Battle Orchestra“, die „Georgians“ und „Lanigiro Syncopating“. Eine Aufnahme aus dem Jahre 1936 weist Teddy Stauffer bereits als europäischen King of Swing aus. Die Reihe rarer Aufnahmen beschliesst Mac Strittmatter mit einem Titel aus dem Jahre 1961.
Im Chevy Impala sitzen Joachim Ernst Berendt und William Claxton. Die Reise führt quer durch Amerika. Welche Orte haben Spuren - geben Zeugnis über die Ausgangspunkte und der Kunstform des Jazz? J.E.B. machte mit dem Tonband seine so genannten Uraufzeichnungen. Claxton fotografierte seine Jazzhelden, es entstehen dabei die „Bilder mit Seele“ wie sie Berendt bezeichnet. 2005 erschien im Taschenverlag - JAZZ LIVE - ein 7.5 Kilo schwerer Fotoband und beiliegender CD. Mit Bildern und Musik aus diesem Schwergewicht möchte ich den heutigen Abend gestalten. (Wiederholung vom 30APR2007)
Der am 25. Juni 2007 vorgesehene Vortrag, Groovin' High "Blues For ...", konnte der Referent, wegen eines Spitalaufenthaltes, nicht halten. Er präsentiert ihn heute und bei diesem Groovin' High, handelt es sich um Titel die mit Blues For..... beginnen. Hier einige Beispiele dieser Nummern: Blues For Jimmy mit Henry „Red" Allen / Kid Ory; Blues For Basie mit Ray Bryant; Blues For George mit Benny Carter / Scott Hamilton; Blues For Yolande mit Coleman Hawkins / Ben Webster; Blues For A Playmate mit Frank Wess / Kenny Burrell.
In der letzten Zeit sind wieder grössere Sammlungen amerkanischer Jazz CD’s sowie einige neue Schweizer Produktionen ins Archiv aufgenommen worden. Heute Abend hören wir eine spannende Auswahl davon.
Wir waren dieses Jahr am Percussion Festival in Laigueglia (Ligurien I) mit u.a. einem Steve Grossman in Hochform. Von einem früheren Jahr existiert eine DVD, welche die tolle Atmosphäre dieses Anlasses fühlen lässt. Im übrigen etliche DVD- Ausschnitte aus diversen Jazzanlässen, wie Newport 58, Montreux etc. Wir hoffen damit einen Einblick in die Fülle der zur Zeit erhältlichen Silberlinge geben zu können.
Gerald Wilson kann auf eine reiche Musikerkarriere zurückblicken. Nur 21-jährig sorgte er 1939 im Jimmie Lunceford Orchester als Nachfolger von Sy Oliver für neuen Schwung. 1942 verliess er Lunceford und zog nach Los Angeles, wo er mit Les Hite, Benny Carter u.a. spielte. Ab 1944 hat er eigene Orchester geleitet und zwischen durch u. a. mit Dizzy Gillespie (1948) und Count Basie (1948-49) gespielt und für beide arrangiert. Heute noch, fast 50 Jahre später, steht er auf der Bühne, dirigiert, schreibt Arrangements, nimmt Platten auf. Das Wirken dieser aussergewöhnlichen Persönlichkeit als Trompeter, Arrangeur und Bandleader wird chronologisch nachgezeichnet.
Harry Edison's unverwechselbarer Sound war bereits vorhanden, als er in den Jahren 1937-1950 in der Big Band von Count Basie spielte. Oft verwendet er ein einfaches Riff und swingt während einer ganzen Passage einfach durch Wiederholung einer einzigen Note oder Phrase. In den Jahren nach 1950 war er bei zahlreichen Studioaufnahmen (u.a. mit Frank Sinatra und anderen Sängern), All-Star Sessions etc. anzutreffen und trat mit eigenen Gruppen auf. Man konnte ihn auch oft in Europa zusammen mit Eddie "Lockjaw" Davis hören. Er war bis kurz vor seinem Tode im Jahr 1999 aktiv. Wir hören einen Querschnitt durch seine lange Laufbahn.
1m Jahre 1959 spaltete sich eine kleine Gruppe vom 25-jährigen Hot Club Basel ab und gründete die 'Jazz-lnteressengemeinschaft Basel'. Wegen des unerwartet grossen Andrangs fanden die Abende (in vierzehntäglichem Abstand) im Kleinen Festsaal des Stadtcasinos statt. Doch so vielversprechend der Anfang auch war: Nach 1½ Jahren schrumpfte die Teilnehmerzahl derart zusammen, dass als neues Lokal des Restaurant zur Schuhmachernzunft den Ansprüchen genügte; und ab Herbst 1961 war man sogar mit dem Keller einer Privatliegenschaft zufrieden. 1m Frühjahr 1962 jedoch existierten nur noch ein paar wenige Getreue, die sich fortan 'Jazz Circle Basel' nannten und kürzlich (im April 2007) ihr 45-jahriges Bestehen feiern konnten. Ich hoffe, noch weitere 5 Jahre mithalten zu können, bevor ich als Senior alt und grau geworden bin.
Die ganze Marsalis Familie gehört zu den erfolgreichsten und populärsten Jazzmusikern der Gegenwart. Wynton war schon ein Wunderkind und der erste Musiker, der sowohl in der klassischen Musik wie im Jazz gleichzeitig Aufnahmeverträge abschliessen konnte. Geboren 1961, wurde er 1984 als Erster Grammy Gewinner in beiden Musiksparten. Wie Miles Davis, an den er sich am Anfang anlehnte, hatte er eine klassische Ausbildung an der Juillard School of Music und einen Jazz-Lehrgang bei den Jazz Messengers von Art Blakey. Er hatte aber einen fundamental anderen Ausblick als Davis, hielt Fusion für einen künstlerischen Betrug und wurde zum überzeugendsten Verfechter des Rückkehrs zu traditionellen Jazz-Werten. Heute ist er Musikdirektor des Lincoln Center, konzertiert mit seiner Band auf der ganzen Welt, ist ein grossartiger Lehrer und beredter Anwalt in Sachen Jazz und produziert laufend neue Aufnahmen von beachtlichem Wert. Als Trompeter der höchsten technischen Güteklasse gibt es bei ihm schon in seinen 47’sten Lebensjahr vieles zu bewundern.
Erinnern Sie sich noch an die Grossorchester der dreissiger/vierziger, Jahre? Zwischen 1945 und 1950 mussten die meisten Bandleader Amerikas ihre Big Bands auflösen oder auf Kleinformationen reduzieren, um überleben zu können. Der neue Musikstil, der Be Bop, erwies sich als kaum tanzbar, und die Nachtclubs konnten sich die immer teurer werdenden Big Bands ganz einfach nicht mehr leisten. Die damals in Amerika neu eingeführte Ausgangssteuer tat ihr übriges dazu. Tanzsäle wurden durch kleine Etablissements abgelöst, in denen die Tanzfläche auf Briefmarkengrösse geschrumpft war.
Einige Grossformationen konnten sich aber bis in die sechziger Jahre halten. 1964/65 entstand eine Serie von 21 halbstündigen TV-Filmen noch aktiver Big Bands, die zum Tanz aufspielten. Von diesen stehen drei auf dem Programm, mit Duke Ellington's Orch., Tex Beneke & The Glenn Miller Orch. und Count Basie's Big Band. Ein "Tanzabend" der besonderen Art.
Mit einem geeigneten Trickfilm zum Einstieg wird an eine frühere Tradition wieder angeknüpft.
Mitte der 1980er Jahre kam eine Box mit den vollständigen (21 LPs) Keynote Jazz Recordings 1943-1947 in den Verkauf. Diese Platten wurden vor allem durch die grossartigen Einspielungen von Lester Young und Coleman Hawkins bekannt. Produziert wurden sie durch den aus Java stammenden Jazzfan Harry Lim. Als Fan war es ihm ein Anliegen, neben den obgenannten Koryphäen auch noch eine breite. Anzahl von Aufnahmen anderer wichtiger swingorientierter Musiker zu machen, wie z.B. mit den Trompetern Roy Eldridge und Charlie Shavers, den Altsaxofonisten Johnny Hodges und Tab Smith, den Pianisten Earl Hines und Nat King Cole, mit Red Norvo und zum Schluss auch noch mit Lennie Tristano. Der Referent wird eine Auswahl der (nach seiner Meinung) wichtigsten Keynote Aufnahmen präsentieren. In Ergänzung dazu werden auch noch ein paar andere interessante Aufnahmen aus der Swing-Schublade zu hören sein.
Joe Sullivan war einer der ersten guten weissen Jazzpianisten, der es durchaus mit schwarzen Kollegen, aufnehmen konnte. Durch Einflüsse von Jelly Roll Morton, den Stridepianisten, vor allem Fats Waller, und weiter über Teddy Wilson und Art Tatum, entwickelte er sich zu einem eigenständigen Pianisten. Da der Referent fast nur Aufnahmen vom Ende der 20er Jahre bis Anfang der 50er Jahre besitzt, ist dies nur ein Teilvortrag. Er zeigt aber trotzdem sehr gut den Solisten Joe Sullivan, wie auch sein Spiel mit einer Band. Er machte Schallplattenaufnahmen mit u.a. Eddie Condon, Bob Crosby, Edmond Hall, Sidney Bechet, Coleman Hawkins, Bud Freeman und natürlich als Solist. Joe Sullivan gilt als der versierteste und vielseitigste Pianist der "Chicago-Schule".
Bekanntlich kehrte Lucky Thompson in den Siebzigerjahren der Jazzszene den Rücken. In diesem zweiten Teil verfolgen wir seine restliche Jazzlaufbahn bis ins Jahr 1973, als er seine letzten Aufnahmen machte. Natürlich hören wir neben Lucky Thompson zahlreiche weitere Jazzgrössen, wie etwa Milt Jackson, Tommy Flanagan, Hank Jones, Cedar Walton, Tete Monoliu etc.
Wie immer wird unser Referent über verschiedene ihm persönlich bekannte Musiker zu sprechen kommen. Einige davon werden uns schon aus den „Jazz in der Aula“ Konzerten in Baden bekannt sein. Ein abwechslungsreicher Abend ist demnach angesagt.
Zum Ausklang des Jahres wollen wir uns wieder zu einem gemütlichen Abend treffen. Der Vorstand wird eine separate Einladung im November verschicken.