Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03287.jsonl.gz/1450

Brüche (Hernien) sind Ausstülpungen der Bauchwandinnenschichten, verursacht durch eine Schwachstelle im Bindegewebe. Die meisten Leistenbrüche entstehen dann, wenn Eingeweideteile (Bruchinhalt) durch eine schwache Stelle der inneren Schichten der Bauchwand schlüpfen. Dadurch bildet sich eine Vorwölbung in der Bauchdecke, die man oft sehen und ertasten kann.
Eine angeborene Leisten hernie ist die Folge eines unvollständigen Bauchwandschlusses. Dabei treten Baucheingeweide durch eine nicht ganz verschlossene Ausstülpung des Bauchfells (Processus vaginalis peritonei) in den Leistenkanal; bei Jungen kann die Hernie bis in den Hodensack ziehen, bei den Mädchen bis in die grossen Schamlippen. Normalerweise sollte sich die Ausstülpung kurz vor der Geburt schliessen.
Wie der Name sagt, wird diese Hernie zu einem späteren Zeitpunkt erworben.
Beschwerden, die auf einen Leistenbruch hindeuten können, sind unter anderem:
Schwellungen im Bauch-/Leistenbereich müssen immer ärztlich abgeklärt werden.
Einklemmung der ausgetretenen Eingeweide (Inkarzeration):
Hier muss eine sofortige Einweisung in ein Spital erfolgen, sonst droht die Abklemmung der Gefässe und ein Darminfarkt mit Darmverschluss.
Zur Diagnose eines Leistenbruchs werden verschiedene Untersuchungen und Abklärungen durchgeführt. Dazu gehören unter anderem:
Kann der Bruch manuell in den Bauchraum zurückgedrückt werden (reponible Hernie) sind die Beschwerden meist gering und die Gefahr einer Einklemmung klein.
Bei Brüchen, die nicht zurück in den Bauchraum gedrückt werden können (irreponible Hernie), ist die Gefahr einer Einklemmung grösser; meistens sind dabei noch Verwachsungen vorhanden. Hier muss baldmöglichst operiert werden.
Kindliche Hernien können in seltenen Fällen von allein heilen.
Ein Leistenbruch muss zur Heilung operiert werden. Dies geschieht meist unter Vollnarkose, bei ganz kleinen Hernien kann auch eine lokale Schmerzbetäubung reichen.
In der Regel wird heute bei der Operation ein Kunststoff-Netz oder eine kleine Netzplatte auf die verschlossene Bruchpforte eingelegt oder aufgenäht. Diese Einlagen vernarben mit dem umliegenden Gewebe und stabilisieren so die Bauchwand. Dies sollte ein Wiederauftreten eines Bruches verhindern oder zumindest hinauszögern.
Bruchbänder: Bruchbänder werden nur noch selten angewendet und nur dann, wenn die Operation eine zu grosse Gefahr für den Patienten darstellen würde. Bei irreponiblen Brüchen oder bei Einklemmungen darf in keinem Fall ein Bruchband verwendet werden.
Hier handelt es sich um einen absoluten Notfall, es muss innerhalb weniger Stunden operiert werden.
Die gefährlichste Komplikation ist das Einklemmen des Bruches (Inkarzeration), welches ein sofortiges Handeln (Operation) erfordert.
Eine Leistenbruchoperation verheilt in der Regel gut und komplikationslos.
Bei 5 bis 10% der Fälle kann es zu einem Wiederauftreten (Rezidiv ) eines Leistenbruchs kommen.
Wie bei allen Bauch-Operationen kann es zu Komplikationen kommen:
Thrombosen, Verschleppung eines Blutgerinnsels, Verletzungen von Darm oder Blase, Wundinfektionen, chronische Schmerzen, Entzündungen. Bei den heutigen Operationstechniken und einer sorgfältig durchgeführten Operation kommen diese Komplikationen aber sehr selten vor.
Bei den Netzeinlagen kann es zu Fremdkörperreaktionen kommen, welche das Herausnehmen des Netzes erfordern.
Bei den Knaben oder Männern können die Samenstränge durchtrennt oder Hodengefässe verletzt werden. Diese Komplikationen sind allerdings sehr selten.
Vorbeugen ist praktisch nicht möglich. Risikofaktoren sind wenn möglich zu vermeiden:
Zur Vermeidung von Rezidiven sollten während drei bis sechs Monaten keine schweren Lasten gehoben werden und die anderen Risikofaktoren ebenfalls vermieden werden. Dennoch können Rezidive auftreten.
Krankheiten & Symptome
21.07.2021
Dr. med. Astrid Habenstein ist Leitende Ärztin der Privatklinik Wyss AG. Sie erzählt im Interview mit TCS MyMed, was das Borderline-Syndrom ist und wie man als betroffene Person...
Krankheiten & Symptome
14.07.2021
Der Mensch hält sich täglich während mehreren Stunden in den eigenen vier Wänden auf. Ein gutes Raumklima ist unerlässlich, damit man sich wohl fühlt...
Diese Website verwendet Cookies – nähere Informationen dazu und zu Ihren Rechten als Benutzer finden Sie in unserer Datenschutzerklärung am Ende der Seite. Klicken Sie auf „Ich stimme zu“, um Cookies zu akzeptieren und direkt unsere Website besuchen zu können.