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Nachdem der Film zur Zeit der Rezension des Scores noch nicht in den deutschsprachigen Ländern gelaufen ist, musste ich etwas recherchieren worum es in Daybreakers überhaupt geht.
Die Handlung ist in nicht allzu ferner Zukunft angesiedelt (Jahr 2019): Nach einer Epidemie sind fast alle Menschen zu Vampiren mutiert. Die wenigen überlebenden Menschen sollen als Blutversorgung zu einer Farm gebracht werden, während unterdessen eine Untergrundbewegung die Menschheit vor der bevorstehenden Ausrottung zu bewahren versucht.
Der Score zu dem Film stammt vom britischen Konzert- und Filmmusikkomponisten Christopher Gordon, der schon durchaus beachtenswerte Scores zu den TV-Neuverfilmungen von On the Beach (USS Charleston – Die letzte Hoffnung der Menschheit) und Moby Dickgeschrieben hat. Auch im Horror Genre hat er schon gearbeitet, darunter Scores wie When Good Ghouls Go Bad (Keine Angst vor Halloween), sowie Salem’s Lot (Stephen King: Salem’s Lot). Zu den bekanntesten Kinofilmen bei denen er als Komponist beteiligt war zählen sicherlich Mao’s Last Dancer und Master & Commander.
Die Filmmusik CD zu Daybreakers ist in Europa bei Silva Screen Records und in Amerika bei Lions Gate Records mit demselben Inhalt/Tracks erschienen, eine offizielle Downloadvariante ist ebenfalls erhältlich.
Der Score unterscheidet sich ein wenig von den typischen Blockbuster-Temp-Scores neuerer Produktion: zum einen ist – trotz orchestraler Machart – keine typische (meist unmelodische) volle Dauer-Orchesterpower-Attacke vorherrschend, zum anderen gibt es auch nicht ein herausragendes Thema, das hängenbleibt: in den Tracks 5 (On the Run), 6 (Blood Lust) und 8 (Fermentation Tank) gibt es jedoch etwas länger wahrnehmbare Melodiebögen. Meistens brodelt die Musik aber einfach nur düster im Hintergrund vor sich hin, ausgenommen Track 15 (Daybreak), wo eine gewisse positive, heroische Aufbruchstimmung zu vernehmen ist. Manchmal ist eine chorale Unterstützung wie in den Tracks 7 (The Winery and The Cafe) und 12 (In The Sun) vorhanden, welche den Score ebenfalls etwas aufhellt und auch in irgendeiner Art melodisch erscheinen lässt. Schrille Ligeti-Anklänge sind hingegen im Track 11 (Drought) zu hören. Die Actionsequenzen werden wie in Track 9 (Ambush) und 10 (Resurrection) vor allem von viel Percussion und Blech dominiert. Völlig überflüssig ist die Placebo-Version des Kate Bush Songs Running up the Hill!
Das vorteilhafte dieser Score CD ist, dass die Instrumentierung wirklich orchestral und nicht gesampelt ist und dass die Tracks meistens in längeren Tracks präsentiert werden, wie z.B. Spreading The Cure mit einer Länge von 11 Minuten. Die etwas mehr als einstündige CD wirkt insgesamt dennoch ein wenig zu lang.
Summa Summarum bleibt bei mir ein etwas zwiespältiger Eindruck zurück: Die Filmmusik bietet sicher einige gute Momente, aber auch einige weniger vorteilhafte. Hätte ich das Rezensionsmaterial nicht als mp3-Files sondern (wie früher üblich) als CD, so würde diese wohl nicht sehr oft bei mir im CD-Player rotieren. Und: Möglicherweise wirkt der Score im Film ja effektiver und besser als auf der CD…
Erwin, 15.2.2010
DAYBREAKERS Christopher Gordon Silva Screen SILCD 1306 69:47 Min. / 16 Tracks