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LAARUS ZABULI
PORCINI
Empedokles (495-435 v.u.Z.) erwähnt in seiner Abhandlung Über die Urerzeugung den Sausatanslaari erstmals als Beispiel für einen missratenen Versuch der Naturkräfte. Die Urstoffe fügten sich im Chaos zu einem Lebewesen, worin sich die widerstreitenden Urprinzipien gefangen hielten. Aristoteles (384-322 v.u.Z.) nennt den Vorgang Kochung.
Mit Ausnahme von Tertullian (150-220) waren sich in der Folge die Kirchenväter über die Widernatürlichkeit des Sausatanslaari einig. Sein anfangloses Erscheinen vornehmlich in Kloaken sei eine teuflische Imitation der Jungfernempfängnis (imitatio daemonica conceptionis virginalis). Tertullian hielt den Sausatanlaari für eine Ausgeburt der weiblichen Fantasie und nur insofern für widernatürlich. Hieronimus (347-420) legte dar, der heilige Antonius (251-356) habe berichtet, er sei an Ostern 356 über einen schlafenden Sausatanslaari gestrauchelt und kurz danach unter Krämpfen verschieden.
Konrad von Megenberg bildete den Sausatanslaari in seinem Buch der Natur (1350) irrtümlich unter Haustiere ab.
Erst Paracelsus (1493-1541) beschrieb in seinem Traktat Über das Kreatürliche der Gärung, wie der Sausatanslaari in einer Saublase keimt und nach zwölfmonatiger Latenz schlüpft. Dabei schwillt der Sausatanslaari bis zum Dreifachen seines Körperumfangs an, bis die Schweinsblasen platzt. Mit seinen zangenartigen Mundhaken zerteilt er die zerfetzte Haut danach in kleine Streifen und klebt sie sich an den Hinterkopf. Kommt ihm ein Inuit zuvor, bastelt sich dieser reflexartig aus der geplatzten Saublase eine Trommel und verkauft sie auf dem Schamanenzubehörsmarkt.
Die Darstellung des Sausatanslaari In Athansius Kirchers Mundus subterraneus (1664) als gesichtsloser und aufgeschwemmter Riese scheint weitgehend dem verweichlichten Zeitgeist geschuldet zu sein. Im 18. Jahrhundert verliert sich die Spur gänzlich. Erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts tauchen einzelne Exemplare des Sausatanslaari in wechselnder Gestalt wieder auf. Ihr Bestand schwankt und gilt als akut gefährdet.