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Legislaturindikator: Energieabhängigkeit vom Ausland
Auszug aus dem Legislaturziel 16: Zur Einhaltung des Pariser Klimaabkommens treibt der Bundesrat Massnahmen zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 voran: Einerseits muss die Energieeffizienz in Gebäuden, bei Geräten und im Verkehr erhöht werden, andererseits sollen erneuerbare Energieträger ausgebaut werden.
Bedeutung des Indikators: Die Primärenergieträger aus inländischer Gewinnung in der Schweiz sind weitgehend erneuerbar. Diese zunehmende Produktion erneuerbarer Energien und der gleichzeitig sinkende Einfuhrüberschuss an – mehrheitlich nicht erneuerbaren – Energieträgern und Kernbrennstoffen stehen im Einklang mit der Energie- und Klimapolitik. So verringert sich die Energieabhängigkeit, die die Binnenwirtschaft verwundbar macht, insbesondere im Zuge von internationalen Krisen.
Der Indikator zeigt die Bruttoenergieimporte (Einfuhrüberschuss an Energieträgern und Kernbrennstoffen) sowie die in der Schweiz produzierte Energiemenge.
Quantifizierbares Ziel: Die Energieabhängigkeit vom Ausland reduziert sich.
Die Schweiz deckte 2022 ihren Energiebedarf zu 73% aus ausländischen Quellen.
Die inländische Energiegewinnung aus Primärenergieträgern hat seit den 1980er-Jahren tendenziell zugenommen. Der Importsaldo und die importierten Kernbrennstoffe sind dagegen seit Mitte der 2000er-Jahre insgesamt zurückgegangen. Die Energieabhängigkeit der Schweiz vom Ausland (Anteil des Importsaldos und der Kernbrennstoffe an der Gesamtversorgung) bewegte sich zwischen 1980 und 2009 um 80%. Seither ist ein Abwärtstrend zu beobachten. 2022 hing die Schweiz für die Energieversorgung zu 73% vom Ausland ab.
Fossile und nukleare Energie
Massgebend für die Energieabhängigkeit vom Ausland sind zudem die Art und Herkunft der importierten Energieträger sowie die Sicherheit und Vielfalt der Versorgung und der Beschaffungskanäle. 2022 war die Energieabhängigkeit der Schweiz zu 63% auf fossile Energieträger (Rohöl, Erdölprodukte und Gas) und zu 34% auf Kernbrennstoffe zurückzuführen. Die verbleibenden 3% entfielen auf Importe von Strom und biogener Treibstoffe. Die Schweiz produziert in der Regel mehr Strom als sie verbraucht (positiver jährlicher Exportsaldo). Im Winter importiert sie jedoch praktisch jedes Jahr Strom.
Herkunft von Erdölprodukten
2022 importierte die Schweiz 8 853 166 Tonnen Erdölprodukte. 3 026 050 Tonnen davon waren Rohöl, das mehrheitlich aus Nigeria (33,8%), den USA (32,4%) und Kasachstan (14,2%) stammte. Die anderen Erdölprodukte (Endprodukte) wurden fast ausschliesslich aus Raffinerien in Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Belgien bezogen.
Transportmittel von Erdölprodukten
Die Schweiz importiert Erdölprodukte mit verschiedenen Transportmitteln. 2022 gelangten sie zu 42,1% via Pipeline, zu 32,4% auf der Schiene, zu 18,9% mit Rheinschiffen und zu 6,6% auf der Strasse in die Schweiz. Rohöl wird ebenso wie Gas ausschliesslich via Pipeline eingeführt.