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Die Orgelmusik stand im ausgehenden 17. und beginnenden 18. Jahrhundert in hoher Blüte. Zu den bekanntesten deutschen Komponisten in der Generation vor J. S. Bach zählten Vincent Lübeck, Johann Pachelbel und Georg Böhm. In Frankreich wirkten in dieser Zeit André Raison, Pierre Dandrieu, François Couperin und Nicolas de Grigny, einer der wenigen bedeutenden Komponisten ausserhalb der Hauptstadt.
Vincent Lübeck (1654–1740) gehört wie Dieterich Buxtehude zur «Norddeutschen Orgelschule». Lübecks Vater, der ebenfalls den Namen Vincent trug, war Organist in Norddeutschland.
1674 wurde Vincent Lübeck Organist der St.-Cosmae-Kirche in Stade und erwarb eine hohe Reputation als Organist, Komponist und Lehrer, weshalb er 1702 an die Nikolaikirche nach Hamburg berufen wurde. Dort stand ihm Arp Schnitgers größte Orgel zur Verfügung, eine der bedeutendsten und schönsten Orgeln der Welt, die aber im Mai 1842 dem großen Brand von Hamburg zum Opfer fiel.
André Raison (um 1640–1719) erhielt seine Ausbildung in der Abtei Sainte-Geneviève in Nanterre, wo er auch die Stelle des Organisten erhält. Er wird ebenfalls Organist an der Jesuitenkirche in der rue Saint-Jacques in Paris. Hier wird er als einer besten Organisten der Stadt gegen Ende des 17. Jahrhunderts bezeichnet. Zu seinen Schülern wird Louis-Nicolas Clérambault gezählt.
Johann Sebastian Bach übernahm ein musikalisches Thema von André Raison, für seine bekannte Passacaglia und Fuge in c-moll (BWV 582)