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Inhalt der Ausstellung «Kein Käse ohne Biodiversität» in der Mongolischen Steppe ist die Bedeutung einer intakten Biodiversität für das Wohl der Menschheit. Die Ausstellung zeigt, dass auch Milch und Käse Produkte dieser Vielfalt sind.
Vor 10'000 Jahren begannen die Menschen in Europa, domestizierte Ziegen und Schafe zu melken. 1500 Jahre später kam der Auerochse hinzu. In der Kolonialzeit eroberten Europäer neue Kontinente und brachten so die Milchwirtschaft nach Nordamerika, Australien und Neuseeland. Heutzutage sind die Schweizer zusammen mit den Deutschen, Italienern, Schweden, Kasachen, Australiern und Neuseeländern die Völker mit dem grössten Pro-Kopf-Milchkonsum.
Unabhängig der europäischen Milchkultur haben Völker im Norden und Westen Afrikas sowie im Nahen Osten gelernt, neben Ziegen und Schafen auch Dromedare zu melken. Zweihöckrige Kamele, Yaks und Pferde werden seit vielen tausend Jahren in Zentralasien gemolken. Teilweise exotisch mutet das Melken von Zebus, Watussirindern, Wasserbüffeln, Eseln, Alpakas und Rentieren an. Ein Abbild dieser traditionsreichen Milchkulturen ist die Milchzuckerverträglichkeit in der Bevölkerung. Im Kongo, wo traditionell nie tierische Milch konsumiert wurde, liegt die Verträglichkeit bei nur einem Prozent. Bei den afrikanischen Tuareg dagegen bei 87 Prozent. Dank eines Enzyms im Dünndarm können sie Frischmilch ohne Probleme verdauen, genauso wie 93 Prozent der Schweizer. Ein untrügliches Zeichen für einen traditionell hohen Milchkonsum.
Aus Milch entstehen Joghurt und Käse. Einerseits eine Veredelung der Milch, andererseits ein entscheidender Fortschritt bezüglich der Haltbarkeit: Aaruul, ein mongolischer Quark, mittels Bakterien versäuert und dank Sonnenlicht steinhart getrocknet, ist fast unbegrenzt haltbar. Nebst den Milchsäurebakterien werden viele tausend weitere Bakterien- und Schimmelpilzarten genutzt, um die weltweit über 5000 Käsesorten herzustellen. Diverse Huftierarten und eine Armada von Bakterien und Edelschimmel leisten so einen unschätzbaren Beitrag an die Ernähung der Menschheit: Kein Käse ohne Biodiversität.