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Sexuelle und reproduktive Rechte sind eines der grossen Themen an der diesjährigen CSW in New York, und ein umstrittenes: Für viele TeilnehmerInnen sind die Achtung, der Schutz und die Verwirklichung dieser Rechte eine der wichtigsten Voraussetzungen für Geschlechtergleichstellung und nachhaltige Entwicklung überhaupt. Andere hingegen vermuten dahinter Teufelswerk oder zumindest ein trojanisches Pferd, dem alsbald Lesben, Transfrauen und Sexarbeiterinnen in grosser Zahl entspringen könnten.
Sexuelle und reproduktive Rechte seien zum belasteten Jargon geworden, bedauerte die bekannte indische Frauenrechtsexpertin und Lobbyistin Gita Sen in einer Ansprache am ersten Tag der offiziellen Konferenz. Alles Mögliche werde da hinein interpretiert, viele Ängste seien damit verbunden. Aber eigentlich meine er etwas ganz einfaches: Nämlich dass die Zukunftsperspektiven einer Frau nicht davon abhängen dürfen, dass andere über ihren Körper bestimmen.
Warum Gita Sens Grossmutter nicht Uno-Generalsekretärin wurde
Was sie genauer damit meinte, illustrierte Gita Sen am Beispiel ihrer Grossmutter: «Sie hätte es weit gebracht, denn sie war brillant und intelligent. Vielleicht wäre sie Ministerin geworden, oder sogar Uno-Generalsekretärin. Aber ihr Schicksal entschied sich, als sie mit 9 Jahren verheiratet wurde.»
Eine andere Geschichte erzählte Barbara aus Jamaica an einer Diskussion über Frauen, Mädchen und HIV/Aids. Sie handelte von den jungen Mädchen, deren Mütter an Aids sterben und die selbst für ihr Überleben sorgen müssen. Das einzige, woraus sie Geld machen können, ist ihr eigener Körper. Doch die Überlebensstrategie endet oft mit dem Tod: Sie stecken sich an und sterben ihrerseits an Aids.
Perspektiven für Mädchen – Gewinn für die Menschheit
Mädchen und Frauen darin unterstützen, dass sie sexuelle Beziehungen selbst bestimmen können. Ihnen die Instrumente in die Hand geben, zu verhandeln. Ihnen die Möglichkeit geben, nein zu sagen. Ihnen die Perspektive eröffnen, ihr Leben zu gestalten. Den Zugang zu Verhütungsmitteln, Information und Beratung verbessern. Welche stichhaltigen Gründe kann es heute noch geben, Frauen und Mädchen diese elementaren Menschenrechte zu verweigern? Was könnte die Weltgemeinschaft daran hindern, sie in einer künftigen Agenda für eine nachhaltige Entwicklung zu verankern?