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Am 19. Januar hat der Berner Regierungsrat seine Stellungnahme zur Vernehmlassung des Bundes betreffend die Verordnung zum Reisendengewerbe veröffentlicht. Er stellt darin den Antrag, Reisenden das Arbeiten im Bauhaupt- und Nebengewerbe zu verbieten mit der Begründung, dass Reisende vermehrt auch in diesen Bereichen Arbeiten bieten.. Der Berner Regierungsrat weiss offensichtlich nicht, ob er die Minderheit der Jenischen und Sinti fördern oder vernichten will. Mit der linken Hand bemüht man sich, den Lebensraum für Reisende auszuweiten und neue Plätze zu schaffen. Mit der rechten Hand versucht man, die Lebensgrundlage vieler Reisender zu zerstören, indem man ihnen Arbeitsmöglichkeiten entzieht.
Denn die Jenischen und Sinti gehen nicht auf die Reise, um die Landschaft zu geniessen, sondern um zu arbeiten. Arbeiten im Hochbau, Tiefbau und Gartenbau gehören dazu. In einem sind wir mit der Regierung einverstanden: Diese Arbeiten müssen solide gemacht werden; auch wir verurteilen schwarze Schafe, die unsolid arbeiten. Aber es soll Sache der Nutzer von Dienstleistungen, von Land- und Hausbesitzern sein, zu entscheiden, ob sie einem Handwerker vertrauen und bisher mit ihm gut gefahren sind, so dass sie seine Dienste wieder beanspruchen wollen.
Wir fordern den Bund auf, diese Stellungnahme der Berner Regierung, die sich gegen die Lebensgrundlagen der nationalen Minderheit der Jenischen und Sinti richtet, nicht zu berücksichtigen. Die vom Regierungsrat vorgeschlagene Regelung, trifft zudem die ganze Bevölkerung, denn sie ist bevormundend und gegen die Wirtschaftsfreiheit gerichtet.