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Die Krise im Irak bringt offenbar zwei Erzfeinde näher zusammen. Im Kampf gegen die Islamisten der Gruppierung ISIS, die im Irak auf dem Vormarsch ist, setzen die USA einem Bericht der Zeitung «Wall Street Journal» zufolge auf eine Kooperation mit dem Iran.
Wie das «Wall Street Journal» in der Nacht zum Montag unter Berufung auf US-Regierungsvertreter berichtete, wird mit dem Beginn der direkten Gespräche noch in dieser Woche gerechnet. Unklar sei allerdings noch, über welche diplomatischen Kanäle sich die US-Regierung mit Teheran austauschen wolle. Einen Anlass könnten die Atomverhandlungen mit der Islamischen Republik bieten, die am Montag in Wien beginnen. Bei den Gesprächen würde es um die Sicherheitslage im Irak und Wege zur Vertreibung der Sunnitenmiliz ISIS gehen.
Der iranische Präsident Hassan Ruhani hatte sich zuvor offen für eine Zusammenarbeit mit den USA im Kampf gegen die ISIS gezeigt. Allerdings müsse die Initiative von den Amerikanern ausgehen. Zwischen Washington und Teheran hatte unter anderem wegen des Atomstreits jahrelang eine Eiszeit geherrscht. Zuletzt gab es aber dort bereits eine Annäherung.
US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hat wegen der Irakkrise das Kriegsschiff «USS Mesa Verde» in den Persischen Golf entsandt. Die Verlegung solle Präsident Barack Obama weitere Flexibilität bieten, um auf die Lage zu reagieren, teilte das Pentagon am Montag mit.
Das Schiff ist für amphibische Einsätze konzipiert. An Bord sind 550 Marineinfanteristen sowie mehrere Spezialflugzeuge vom Typ Osprey, die mit ihren Rotoren wie ein Helikopter starten und landen können.
Die Einheiten könnten beim Schutz und der Evakuierung von US-Einrichtungen im Irak zum Einsatz kommen. Am Wochenende hatten die USA nach den Vorstössen der Dschihadistengruppe Islamischer Staat im Irak und in der Levante (ISIS) bereits den Flugzeugträger «George H.W. Bush» in den Persischen Golf entsandt.
Begleitet wird der Koloss mit 70 Flugzeugen und Helikoptern von den beiden kleineren Kriegsschiffen «USS Truxtun» und «USS Philippine Sea», die mit Tomahawk-Lenkraketen ausgerüstet sind.
Ebenfalls am Wochenende hatte die US-Regierung einen Teil ihres Botschaftspersonals aus der irakischen Hauptstadt Bagdad abgezogen und den Schutz der Einrichtung mit rund 50 Marineinfanteristen verstärkt.(lhr/sda/dpa)