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Das schmucke Gotteshaus entstand im frühen Mittelalter. Dies ist am dreiseitig geschlossenen Chor und vor allem am Turm, der an die Romanik erinnert, erkennbar. Wahrscheinlich wurde die Kapelle bald nach der Schenkung des Bischofs Tello von Chur durch das Kloster Disentis für die Eigenleute des Zentralhofs errichtet.
Inneres
Die Kapelle St. Martin muss den Brand von 1492 überstanden haben. Möglicherweise ist das Schiff mit dem verschobenen Grundriss aber älter. Wie in der Kapelle St. Eusebius verlängerte man das Schiff nach Westen hin. Doch hier der Raum freier und höher. Eine schmucke, spätgotische Leistendecke gibt ihm wie in der Kapelle St. Jakob die Wärme einer Bündner Stube. Die mit Blattranken verzierten Deckenfriese kreuzen sich in einem mittleren Medaillon, das mit dem alten Wappen des Grauen Bundes verziert ist. An dieser herrlich geschnitzten Decke fand man kein Meisterzeichen. Doch man vermutet, wie in der Kapelle St. Jakob, den gleichen Holz-Schnitzer Hans Zinsler.
Altar
Ein weiteres Bijou ist der restlos erhaltene und in der originalen Bemalung leuchtende spätgotische Flügelalter aus dem Jahr 1508. Wahrscheinlich entstammt er aus der Werkstatt von Jörg Leerer aus dem süddeutschen Kaufbeuren.
Im kleeblattförmig geschlossenen Schrein steht auf dem Goldgrund der heilige Kapellenpatron Martin als Bischof mit dem Bettler. An seiner Seite befinden sich der heilige Jodok als Pilger mit Krone zu Füssen, sowie die heilige Luzia mit Halswunde und Siegespalme.
Die Innenseite der Flügel zeigen unter anderem die heilige Katharina von Alexandrien mit dem Rad und die heilige Barbara mit dem Kelch. Wenn die Flügel geschlossen sind, wird die Anbetung der drei Weisen sichtbar. Bemalt ist auch die Rückseite des Altars. Sie zeigt Jesus am Ölberg mit den schlafenden Aposteln und Veronika, die dem Gekreuzigten das Schweisstuch reicht.
Äusseres
Ein besonderes Schmuckstück in St. Martin ist die verwitterte Holztür mit dem wunderschönen Sonnenmuster. Der aussen am Kirchturm gemalte Christopherus entstand erst 1927.
Bei der Restaurierung legte man die Mauern der Kapelle trocken und schindelte das Dach neu ein. Der Steinboden ist in seinem Ursprung erhalten geblieben. Deshalb mussten neue Dreibeinstühle gestaltet werden, welche die Unebenheiten ausgleichen.