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Quark XPress nur mit PostScript Level 1 ausgestattet?
Hallo Nils, hallo Herr Naumann,
dieses Thema ist zwar schon ziemlich breit getreten worden, aber es hat seine Brisanz offensichtlich noch nicht verloren.
Die Ausgabe-Engine von QuarkXPress unterstützt primär PostScript Level 1 und ein wenig Level 2, um zumindest Objekte die mit einer einkanaligen Sonderfarbe eingefärbt wurden (Text, Rahmenfüllungen, usw.) composite wiedergeben zu können.
QuarkXPress erlaubt es jedoch auch eine Reihe von Objektytpen mit mehr als einer Farbe füllen/einfärben zu können und auch mehrkanalige Sonderfarben zu definieren. Hier reicht ein PostScript Level 2 "Separation" Farbraum natürlich nicht mehr aus. Vielmehr würde der "DeviceN" Farbraum von PostScript 3 benötigt werden.
Die kritischen Objektytpen/Farben sind:
- Sonderfarbenverläufe (von Sonderfarbe zu Sonderfarbe oder von CMYK zu Sonderfarbe)
- mit Sonderfarbe(n) eingefärbte Graustufen TIFF-Bilder (egal, ob nur das Bild oder Bild und Hintergrund eingefärbt werden). Strich-Bilder sind dagegen unkritisch.
- Multi-Ink Farben, die aus einer oder mehreren Sonderfarben zusammengemischt werden.
Um Sonderfarbenverläufe korrekt reproduzieren zu können, muss die Idiom Recognistion eines PostScript 3 Interpreters (z.B. Adobe Acrobat 4 oder 5) bemüht werden. Hier leistet die "Creo Distiller Assistant" Erweiterung sehr gute Dienste (http://www.creo.com).
Um eingefärbte Graustufen-TIFFs composite ausgeben zu können, muss eine XTension wie z.B. die "Creo Color TIFF XT" (http://www.creo.com)
oder "AGFA CTIFF XT" (im Lieferumfang mit AGFA PDF RIP) eingestetzt werden.
Multi-Ink Farben sind definitiv zum heutigen Zeitpunkt in einem composite Workflow nicht möglich.
Neben den QuarkXPress-eigenen Sonderfarben-Objekten, spielen natürlich auch platzierte Daten mit integrierten Sondefarben eine wichtige Rolle.
Wenn z.B. EPS-Daten platziert werden, ist alleinig die erzeugende Applikation für das korrekte Einbetten der Sonderfarben-Farbinformation verantwortlich. Ein Layoutprogramm kopiert einfach nur den EPS PostScript-Code in seine eigene Ausgabedatei. Somit ist für Duplex-Bilder unbedingt eine Adobe Photoshop Version 5.02 oder neuer erforderlich, da erst diese den DeviceN-Farbraum korrekt nutzt.
PDF-Dateien mit Sonderfarben dürfen niemals in QuarkXPress direkt platziert werden, da der QuarkXPress PDF-Importfilter nicht leistungsfähig genug ist. Alle Sonderfarben gehen verloren.
DCS2-Dateien dürfen generell in einem Composite-Workflow nicht eingesetzt werden.
Aus TIFF-Bildern mit integrierten Sonderfarben werden leider nur die vier CMYK-Kanäle ausgelesen.
Wichtig ist auch die Art der Weiterverarbeitung solcher composite-Daten. Es sollte grundsätzlich die in-RIP Separation eines modernen PostScript Level 2 oder besser noch PostScript 3 RIPs (bei DeviceN absolut notwendig) zum Einsatz kommen. Mit der programmeigenen Separation der Layout-Programme ist bei solchen Daten ansonsten kein Blumenstrauss mehr zu gewinnen.
Mit freundlichen Grüßen
Robert Zacherl
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