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Fragen und Antworten zu Cannabis.
Bild: pexels.com - Michael Fischer
Cannabis ist die botanische Bezeichnung der Hanfpflanze. Sie ist einerseits eine Nutzpflanze, welche zur Herstellung von Textilien und Ölen gebraucht wird, andererseits aber auch eine Droge. Es gibt Nutz- und Drogenhanf. Die Hauptwirksubstanz von Cannabis ist Tetrahydrocannabinol, kurz THC. Hanfsorten mit einem hohen THC-Gehalt werden als Drogenhanf gebraucht und sind illegal. Nutzhanf oder auch Industriehanf zeichnet sich durch einen geringen THC-Gehalt aus. Drogenhanf untersteht in der Schweiz dem Betäubungsmittelgesetz; sein Anbau, Handel und Konsum ist verboten und strafbar. Trotzdem ist Cannabis die mit Abstand am häufigsten konsumierte illegale Substanz.
Cannabis wird in drei verschiedenen Formen konsumiert:
- Marihuana oder «Gras» (getrocknete Blütenstände und Blätter)
- Haschisch (Harz der Blütenstände, gemischt mit Pflanzenteilen)
- Haschischöl (dickflüssiges Extrakt)
Man spricht von "Kiffen", wenn Haschisch und Marihuana mit Tabak vermischt und als Joints geraucht werden. Cannabis kann aber auch in Speisen oder Getränke gemischt und konsumiert werden.
Wirkung? Beim Kiffen gelangt das THC über die Kapillaren der Lungenoberfläche ins Blut und ins Gehirn. Wird Cannabis gegessen, wird das THC im Magen absorbiert, mit dem Blut in die Leber transportiert und gelangt schliesslich auch ins Gehirn. Nach etwa 10 Minuten tritt eine Wirkung ein. Diese Wirkung ist bei jedem unterschiedlich und nicht berechenbar. Die Art der Wirkung hängt stark von der aktuellen Stimmung des Konsumenten ab. Cannabis verstärkt in erster Linie die Gefühlslage vor dem Konsum. Meist wird die Wirkung von Cannabis als sehr entspannend und enthemmend beschrieben. Als unmittelbare körperliche Wirkung des Cannabiskonsums kann es zu einer Erhöhung der Herzfrequenz, Veränderungen des Blutdrucks, erweiterten Pupillen, Schwindel und Bewegungsstörungen kommen.
Abhängigkeit? Viele Personen sind der Ansicht, dass Cannabis nicht abhängig macht. Diese Annahme ist jedoch falsch. Insbesondere bei häufigem Konsum besteht ein Risiko, psychisch und physisch abhängig zu werden. Ein Anzeichen dafür wäre beispielsweise, wenn sich der Betroffene nur noch mit Cannabis entspannen kann. Ein Konsumstopp kann gar zu Entzugserscheinungen wie Schlafproblemen, Stimmungsschwankungen und Ängsten führen. Man kann die Kontrolle über den durchaus Konsum verlieren.
Schädlichkeit? Zwar ist Cannabiskonsum mit deutlich weniger Risiken verbunden als beispielsweise der Konsum von Heroin oder Kokain, dennoch kann er schwerwiegende Probleme mit sich bringen. Es kommt darauf an, wer wie viel und in welcher Situation konsumiert. Jugendliche haben ein grösseres Risiko für längerfristige negative Folgen als Erwachsene. Sie befinden sich mitten in der körperlichen und psychischen Entwicklung und sind dadurch anfälliger für die Auswirkungen von Cannabis – ihre kognitiven Fähigkeiten werden beeinträchtigt und das Entwicklungspotenzial wird beeinflusst.
Risiken?
- Atemwege: Da Cannabis meist geraucht wird, erhöht sich das Risiko für Entzündungen der Atemwege, chronischen Husten, Bronchitis oder gar Krebserkrankungen.
- Kognitive Fähigkeiten: Studien vermerken, dass ein Konsum in der Jugend die Gehirnentwicklung und somit die Gehirnstruktur negativ beeinflussen kann.
- Fruchtbarkeit und Schwangerschaft: Cannabis kann die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen einschränken.
- Psychische Krankheiten: Es besteht wahrscheinlich ein Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Psychosen/Depressionen.
Prävention? Zu den wichtigen Präventionsmassnahmen gehören eine zielgruppenspezifische Information über die Risiken des Konsums und die Früherkennung problematischer Konsumformen. Besonders gefährdet sind Kinder, Heranwachsende, Schwangere und stillende Mütter.
Beratung? Nicht alle, die ihren Konsum vermindern oder stoppen wollen, schaffen dies alleine. Melden Sie sich bei der Suchthilfe Ost oder der Perspektive. Auf der Webseite feel-ok finden Sie weitere Unterstützungsangebote.
Bild: unsplash.com - Matthew Brodeur