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Autor: Richard Gerd Bernardy, Dozent für Deutsch als Fremdsprache,
Viersen/Deutschland
Sehen sie nicht goldig aus, die Vogelkinder?
Wenn Freunde und Bekannte gerade geborene (Menschen-) Babys bewundern, hört man oft, dass sie angeblich – bei einem Jungen – dem Vater und – bei einem Mädchen – der Mutter gleichen. Ob man das so sehen kann ist fraglich, häufig wird doch etwas zuviel hinein interpretiert.
Bei den Vogelbabys auf den Fotos gibt es keine Ähnlichkeiten. So verschieden sind die erwachsenen Eltern von ihrem Nachwuchs. Wer sind denn jetzt die Eltern? So einfach will ich es nicht machen.
Hier kommen einige Informationen, von wem dieser Nachwuchs stammt.
Die eine Art kommt in Europa, Asien, in Australien, Neuseeland und Melanesien vor. Die Gattung heisst Fulica. Die andere Art findet man in Mittel- und Südeuropa, in Nordafrika und südlich der Sahara, aber auch im Süden und Osten Australiens und auf der Südinsel Neuseelands. Die Gattung heisst Podiceps.
Beide Arten sind Zugvögel, einige Vögel der einen Art allerdings bleiben am Ort, während die anderen sich in Richtung Südwesten aufmachen. Abhängig von der geographischen Lage bleiben viele Vögel der anderen Art auch zu Hause, die aus Europa überwintern beispielsweise am Genfer See, Bodensee, Neuenburger See oder an der westeuropäischen Atlantikküste.
Die eine Art ist quasi ein Allesfresser. Frische und faulende Pflanzenteile, Abfälle und Entenfutter, Muscheln, Schnecken, kleine Fische und im Sommer auch Schilf. Im Winter bevorzugen die Tiere Gras, Grünalgen und Wasserpflanzen. Die Grösse der Wasserfläche ist nicht so wichtig, manchmal sieht man sie auch an kleinen Tümpeln.
Die andere Art frisst hauptsächlich Fische bis 25 cm Länge, darunter Moderlieschen, Karpfen, Plötzen, Weissfische, Gründeln, Barsche, Hechte und Zander. Es können aber auch Kaulquappen, Frösche, Krebse, Krebstiere, Spinnen und kleine Wassertiere sein. Einige Populationen begnügen sich auch mit Käfern und Wanzen.
Beide Arten führen nach ihrer Geschlechtsreife, die nach einem Lebenjahr eintritt, eine monogame Saisonehe, bei der ersten Art kann sie auch über mehrere Saisonzeiten andauern. Ein Bruterfolg stellt sich bei beiden Arten erst nach 2 oder 3 Jahren ein.
Bei der einen Art spricht man von Jugend- oder Erwachsenenkleid, bei der anderen von Schlichtkleid und Prachtkleid.
Beide Arten können an bestimmten Plätzen in grosser Zahl auftreten. Bei der zweiten Art kommen auch Brutkolonien vor, oft in der Nähe von Lachmöwen, Seeschwalben und Schwarzhalstauchern.
Ich habe die beiden Fotos bei einem kleinen Spaziergang gemacht. Auf der einen Seite des Wegs ist ein Bach, dort waren die Nester der ersteren Art. Zur anderen Seite gibt es einen See, dort war die andere Art zu finden. Beide kommen sich nicht “ins Gehege”!
Ich hoffe, ich habe Ihren Entdeckergeist geweckt und sie suchen nach weiteren Eigenschaften und den Namen der beiden Arten. Vielleicht haben Sie mit der Beschreibung auch schon herausgefunden, um wen es sich handelt!
Noch ein Hinweis: die eine Art nennt man auch “Duckente”, die andere Art war der “Vogel des Jahres” 2001.
Die Informationen darüber findet man bei de.wikipedia.org!