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Freihandelsverhandlungen zwischen der EFTA und Vietnam offiziell eröffnet
In Hanoi sind heute die Verhandlungen zum Abschluß eines Freihandelsabkommens zwischen den EFTA-Staaten und der Sozialistischen Republik Vietnam offiziell lanciert worden.
Am 3. Juli 2012 hat der vietnamesische Industrie- und Handelsminister Vu Huy Hoang in Hanoi ein Verständigungsprotokoll unterzeichnet, mit dem die Verhandlungen über ein umfassendes Freihandelsabkommen zwischen den EFTA-Staaten und Vietnam offiziell eröffnet werden. Das Verständigungsprotokoll war seitens der EFTA-Staaten (Schweiz, Norwegen, Island, Liechtenstein) am 28. Juni 2012 im Rahmen der EFTA-Ministerkonferenz in Gstaad unterzeichnet worden. Für die Schweiz hat Bundesrat Johann N. Schneider-Ammann das Protokoll unterzeichnet.
Das Projekt eines Freihandelsabkommens mit Vietnam fügt sich in die engen und guten Beziehungen ein, die die Schweiz und Vietnam seit langem unterhalten. So konnte im vergangenen Jahr das
40-jährige Jubiläum der diplomatischen Beziehungen begangen werden.
Die Schweiz hatte am 11. Oktober 1971 als eines der ersten westlichen Länder diplomatische Beziehungen mit Vietnam aufgenommen. Vietnam ist ein Schwerpunktland der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO).
Es ist vorgesehen, daß die Verhandlungen den Warenverkehr, den Handel mit Dienstleistungen, Investitionen, das geistige Eigentum, das öffentliche Beschaffungswesen, Wettbewerbsregeln sowie Bestimmungen über Handel und nachhaltige Entwicklung (inkl. Arbeits- und Sozialstandards) umfassen, mit dem Ziel, die bilateralen Beziehungen zu stärken und die nachhaltige Entwicklung zu fördern.
Gleichzeitig mit der Eröffnung der Verhandlungen anerkennen die EFTA-Staaten im Verständigungsprotokoll Vietnam als Marktwirtschaft.
Vietnam ist 2007 der WTO beigetreten, was den wirtschaftlichen Reformprozeß vertieft wie auch beschleunigt hat. Vietnam hat sich für die Schweiz zu einem bedeutenden Handelspartner in Asien entwickelt. Im vergangen Jahr lag Vietnam in Asien mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 5,9% gegenüber dem Vorjahr auf dem 2. Rang hinter China.
Im selben Jahr hat die Schweiz Waren im Wert von 256 Millionen CHF nach Vietnam ausgeführt (pharmazeutische und chemische Produkte, Maschinen, Instrumente) sowie Einfuhren in Höhe von 1‘112 Millionen CHF (v.a. Edelmetall und Schmuck, landwirtschaftliche Produkte) getätigt.