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Auf was für Ideen die früher gekommen sind!
Im 18. Jahrhundert wurde vermutet, dass die Zitrussäure Spermien abtötet. Daher führten sich Frauen eine Scheibe einer Zitrone ein, die quasi als Proto-Diaphragma fungierte. Angeblich sollte diese Form der Verhütung sogar von Casanova verwendet worden sein.
Die Ureinwohner Grönlands glaubten, dass Mondlicht Frauen schwanger macht. Um dies zu verhindern, sollen sie auf dem Bauch schlafen, oder sich vorher auf den Bauch spucken. Das soll den Mond abschrecken. Falls man doch schwanger werden möchte, soll man sich nackt ins Mondlicht stellen.
Im jüdischen Talmud wird eine Verhütungs-Methode beschrieben, bei der ein Schwamm in Essig getunkt und dann in die Vagina eingeführt wird. Diese Art der Verhütung darf aber nur in drei Fällen verwendet werden: Um während einer Schwangerschaft das Risiko auf eine zweite Befruchtung zu senken, um die Schwangerschaft einer bereits stillenden Mutter zu verhindern oder um Mädchen zu schützen, die noch zu jung wären, um eine Schwangerschaft zu überleben.
Im Mittelalter kursierten diverse Verhütungs-Methoden, die auf mystischem Glauben basiert waren. Selbsternannte Magier verkauften Wieselhoden, die an die Schenkel der Frau gebunden wurden und damit das Sperma magisch abzutöten. Eine andere Methode bestand darin, nach dem Sex eine Stelle zu finden, an die eine Wölfin uriniert hat und dann dreimal einen Kreis drum herum zu tanzen.
Im alten Griechenland wurde Oliven- mit Zedernöl gemischt. Diese Mischung wurde danach als Gleitmittel benutzt. Dadurch sollte das Sperma verlangsamt werden. Auch heute wird Olivenöl noch als natürliches Gleitmittel verwendet. Mit Latex-Kondomen darf es jedoch nicht in Berührung kommen, da das Öl das Material angreift.
700 vor Christus wurde in China bereits mit chemischen Verhütungsmitteln experimentiert. Die Frau trank vor dem Geschlechtsverkehr eine Mischung aus Öl und Quecksilber. Sie durfte davor aber für eine gewisse Zeit nichts essen. Da Quecksilber bei häufiger Einnahme zu Unfruchtbarkeit führen kann, war das Verhütungsmittel wohl sehr effektiv. Diverse Nebenwirkungen machen es aber auch höchst ungesund.
Die alten Ägypter waren in vielen Dingen ihrer Zeit voraus. So auch in der Verhütung. Wollstücke wurden in Honig getunkt und dann in die Vagina eingeführt. Heute noch wird Honig als natürliches Verhütungsmittel verwendet. Das Honey Cap, ein mit Honig überzogenes Diaphragma, muss nach dem Sex mindestens neun Stunden in der Vagina bleiben, wirkt allerdings nicht zu hundert Prozent.
Ebenfalls aus Ägypten stammt diese skurrile Verhütungs-Variante. Eine Mischung aus Krokodil-Exkrementen und Honig wurde zusammengedrückt und in die Vagina geschmiert. Wie genau damit Spermien abgehalten werden sollte, ist nicht klar, vielleicht ekelten sie sich einfach zu sehr.
Ein Brauch aus Nordamerika, genauergesagt aus Kanada. Im 16. Jahrhundert trockneten kanadische Frauen Biberhoden, zermalmten sie zu einem Pulver und brühten Tee damit. Auch über Mixturen mit Alkohol wurde berichtet.
Für diese Verhütungs-Methode muss man nicht weit in die Vergangenheit. Bis 1985 erschienen Berichte, dass das Ausspülen der Vagina mit Cola Schwangerschaften verhindern könne. Der Gedanken dahinter war, dass der hohe Zuckeranteil Spermien abtötet - schliesslich ist er ja auch für Zähne gefährlich. Einem Bericht aus dem «New England Journal of Medicine» zufolge sei Cola Light übrigens effektiver als normale Cola.