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Es war einmal ein Hund (die Geschichte liest sich leichter, wenn ein Hund die Hauptrolle spielt), der eines Tages in ein Spiegelkabinett lief. Alle Wände, die Decke, der Boden und sogar die Türe waren mit Spiegeln bedeckt.
Der Hund war verwirrt und blieb in seiner Überraschung wie angewurzelt stehen. Eine ganze Meute von Hunden umgab ihn plötzlich, sogar über und unter ihm waren Hunde. Für alle Fälle bleckte der Hund die Zähne, und rundherum taten es ihm die anderen Hunde gleich.
Verängstigt begann der Hund zu bellen. Seine Spiegelbilder taten ebenso. Der Hund bellte lauter und das Echo schwoll an. Er rannte von einer Seite zur anderen und schnappte in die Luft. Rundherum rannten die anderen Hunde ebenfalls.
Als man den Hund am nächsten Morgen fand, lag er in sich zusammengerollt und zitternd in einer Ecke und war kaum mehr zu beruhigen.
Zu sagen ist, dass auch Mensch sich in einem Spiegelkabinett befinden. Nicht nur gelegentlich, sondern ohne Unterbruch. Spiegel sind unsere Nächsten, die Freunde, Arbeitskollegen und auch die Unbekannten, die wir auf der Strasse oder im Bus treffen. Sie zeigen uns, wie wir uns fühlen und uns verhalten. Auch wenn wir das oft am liebsten nicht glauben würden. Es ist doch so.
Wenn uns nicht gefällt, was wir sehen: dem Spiegel ein anderes Gesicht zeigen.
Manche werden wütend, wenn man ihnen das sagt.