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Orginal Gwändli
Talibasch und Välädi
Der Talibasch und Välädi sind die Hauptfiguren der Steiner Fasnacht. Sie führen die Rott an. Rechts läuft der Talibasch, links der Välädi, und so kreisen sie auch auf dem Dorfplatz getrennt um die Rott herum. Beide Tragen ein Blätzkleid. Der Talibasch trägt einen breiten Leibgurt mit fünf grossen “Chugelschällä“ dran. An Välädis breitem Gurt ist eine Trychel befestigt, die er hinten trägt. „Gfürchig“ sehen Talibasch und Välädi aus mit ihren eineinhalb Meter langen, runden, hölzernen Prügel, den sie über die Schulter tragen. Die ganze Aufmachung wird noch durch die Maske vom Talibasch, eine mit mongolenartigem Ausdruck und roter, heraushängender Zunge, unterstrichen. Auf dem Kopf trägt er eine rot-schwarze Filzkappe. Der Name Talibasch soll vom „Tollen Sebastian“ herkommen (Sebastian=Basch oder Bäschel). Der Välädi, der Trabant von Talibasch, soll vom Namen Valentin kommen. Sein blecherner Hut gleicht einem bemalten Söldnerhelm vom 16./17. Jahrhundert. Die Augen der Välädi-Maske liegen nahe beieinander. Der Mund gleicht eher einem vorgekippten „Süüschnörli“. An stelle von einem roten Kopftuch, so wie es ein Steiner-Blätz trägt, haben Talibasch und Välädi ein Chäs-Tüächli (Hanf).
Steiner Blätz
Der Blätz ist sehr bunt. Er besteht aus Blätz-Hosen und Blätz-Jacke. Die Krapfen laufen zum Teil schräg in der Linie oder sind senkrecht aufgenäht. Der Blätz sieht man in den Farben rot oder weinrot, schwarz oder braun, gelb, grau, selten aber blau. Jeder Blätz hat gemischte Farben, zwei, drei bis vier geteilte Krapfen können es sein. Die Rosetten geben den Zwischenräumen seine Vollendung. Dazu gehört ein rotes (weisses) Kopftuch, der Blätz-Hut, der auch sehr aufwendig mit Krapfen, Rosetten und Zotteln geschmückt ist, der Rollengurt den man von der linken Schulter nach rechts verlaufend in Lendenhöhe zusammengebunden trägt. 48 Rollen (Schellen) sollen am Rollengurt sein. (48 ist die Glückszahl der Alemannen). Der Blätz hält in der rechten Hand den Buselbesen
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Hudy
Das Hudy trägt ein buntes Kleid mit Reifrock und stammt aus der Biedermeierzeit. In der Hand trägt das Hudy einen geöffneten Schirm im gleichen Stoff wie das Kleid und in der anderen Hand einen Korb für die Sachen zum „Uusrüärä“. Das Baumwollhübli, die Beinstulpen, den Unterrock und das Schultertuch (alles in weiss und mit Spitzen verziert) runden das Kleid ab. Um den Maschgrad nicht zu erkennen trägt das Hudy oft ein ausgestopftes „Herz und Füdli“.
Alter Herr
Diese barocke Figur stammt wohl von der Zeit des 18. Jahrhunderts. Die Bekleidung besteht aus Hosen und Rock aus Samt-Stoff, das Gilet ist bunt, weisse Kniestrümpfe, schwarzer Dreispitzhut mit weisser Herrenperücke und knorriger Stock. Der Bauch ist ausgepolstert.
Unter dem Einfluss des Narrentanzes nüsselt der Alte Herr wie ein Junger. Den Stock klemmt er unter den Arm. Den Stock hält er höchstens beim Laufen in der Hand.
Bäjass
Der Bäjass trägt ein weites buntes Kostüm mit Rüschenkragen und Spitzhut. Er trägt sichtbare, weisse Wollstrümpfe und eine Maske mit Bogen- oder Stupsnase. Beim nüsslä hält er die Hände in die Hosensäcke und zieht das Kleid breit auseinander. Mit der Klemmschere werden die Zuschauer geklemmt.
Domino
Das Domino trägt ein Samtkleid (meistens in den Farben rot, blau oder grün) verziert mit einem Goldband und einer grossen Blume am Kleid. Als Kopfbedeckung trägt das Domino eine Kapuze aus Samtstoff. Auch dürfen die weissen Beinsstulpen nicht fehlen. Oft hat das Domino auch das „Füdli“ ausgepolstert. In der Hand hält das Domino einen „Tätscher“ mit dem es den Takt der Trommeln nachahmt oder die Zuschauer „tätschelt“.
Zigeuner
Die Zigeunerin trägt ein schwarzer Rock mit Fransen (rot, gelb, grün) eine geblümte Baumwoll-Bluse, dazu ein rotes Schultertuch mit Fransen, ein rotes Hübli, rote Beinstulpen und rotes Kopftuch das mit einem Goldband und „Bätzeli“ verziert ist. Die „Bäzteli“ und den Hals- bzw. Ohrschmuck deuten auf das Wohl (Reichtum) der Zigeunerin hin. In der Hand hält die Zigeunerin ein Tamburin mit dem sie den Takt der Tambouren nachahmt.
Narrenvater
Die Bekleidung ist ähnlich wie der Alte Herr, aber in blau, Dreispitzhut der einfach und ohne Verzierung ist, eine Perücke in grauem Haarton, ohne Locken und Zopf. Der Stab oder das Zepter mit geschnitztem Talibaschkopf ist Symbol seiner Würde und gibt dem Narrenvater eine besondere Note und würdehaftes Aussehen. Der Narrenvater trägt vor allem beim Undärämachä und an Steiner Umzügen an der Fasnacht das Narrenvaterkostüm. Der Narrenvater wird von der Generalversammlung gewählt.
Steinerräbä
1939 wurde das Fasnachtsspiel „Der Talibasch wott hüratä“ aufgeführt. Es gab vier Anwärterinnen: die Deutsche Brunhild, das Sportgirl, die liebestolle Amalia und die Steinerräbä. Die letztgenannte gefiel dem Talibasch besonders. Die Steinerräbä trägt ein weisses Kleid mit Räben aufgemalt. Dazu trägt sie heute einen gleichfarbigen Hut und hält in der Hand einen weissen Schirm ebenfalls mit aufgemalten Räben. Räben wurden früher viel zur Bereicherung des Wintergemüses im Frauholz und auf der Au gepflanzt.
Seit 1939 ist die Steinerräbä an Umzügen und beim Undärämachä die Begleiterin des Narrenvaters.
Talibasch-(Ur-)Grosi
In den letzten Jahren durften wir wieder vermehrte das Talibasch-(Ur-)Grosi in der Steiner-Rott bewundern, wie Sie mit Ihrem Korb, den Gehstock, der Holzmaske mit dem „alten Gesichtsausdruck“ und Ihrem blauem Rock und Bluse und mit einem Schultertuch in zerbrechlichem Gange ihre runden auf dem Dorfplatz dreht. Nach einigen Recherchen muss wohl die alte Grosi-Holzmaske schon einige Jahre ihr Unwesen an der Fasnacht getrieben haben. Bereits 1937 wurde in der Jahresrechnung der Fasnachtsgesellschaft im Vermögensbestand folgendes erwähnt: 1 Maske Talibasch-Urgrossmutter Wert Fr. 25.--. Später wurde 1968 und 1980 auf Inventarlisten die Talibasch-Urgrossmutter-Holzmaske wieder aufgelistet. 1981 erschien das Talibasch-Grosi oder auch Urgrosi in einem neuen, blauen Kostüm, das vom damaligen Narrenvater wieder ins Leben zurückgerufen wurde. In der Zwischenzeit gehört wohl das Talibasch-(Ur-)Grosi schon fast wieder zur Fasnacht und ist auch bei allen beliebt und bekannt. Speziell am Talibasch-Grosi ist, das Sie den ganzen Tag die Holzmaske nie abnimmt (auch nicht im Restaurant) und das die Person, die darunter steckt, sich nicht zum erkennen gibt. Dieses „Versteck-Spiel“ macht die Figur sehr speziell und einmalig und sollte unbedingt beibehalten werden
Tambouren
Ohne Tambouren keine Fasnacht. Wenn die Trommelschläge der Tambouren ertönen, schlägt sogleich auch unser Fasnachtsherz im Trommelrhytmus mit. Die Tambouren des Tambourenverein Steinen trommeln den Maschgraden an der Fasnacht den Narrentanz und sorgt sich für die Erhaltung unseres einmaligen Narrentanz. Die Tambouren kleidete früher an der Fasnacht ein rotes Zeigerblusli. Dies war der Grund zu Anschaffung der roten Blusli, welche die Tambouren heute tragen. Die Trommler zogen früher zum Trommeln an der Fasnacht ein schwarzes Tätschhüetli an, womit das Tragen der Tätschhüetli von den Tambouren an der Fasnacht seinen Grund hat. Es ist immer wieder beeindruckend und „gahd eim ziemlich under d’Huut“, wenn die Rott am Undärämachä von einem grossen Aufmarsch an Tambouren (bis ca. 25 Trommler oder mehr) begleitet wird.
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Fantasie-Kostüme
Das Verkleiden an der Fasnacht wird schon bei den Urvölkern bekannt gewesen sein. In unserer Gegend waren Masken von Bären, Hexen, Teufeln, Feckersleute, Buur, Fantasie-Kostüme und unmögliche Fratzen bekannt.
Allgemeines
Jeder Maschgrad in einem Original-Fasnachtskostüm sollte immer weisse Handschuhe und schwarze Nüssler-Schuhe tragen. Zum Original-Fasnachtskostüm muss auch immer die dazupassende Originalmaske (Wachs- oder Holzmaske) getragen werden. Auf dem Dorfplatz sollten keine Maschgraden ohne Maske herumlaufen. Immer ganze Originalkostüme tragen!
Nach dem Nüsseln gehen zuerst Talibasch und Välädi ins Restaurant.
Orangen verteilen, nicht werfen.
Auch Maschgraden aus der Rott sollen intrigieren – die Leute anzünden / hänseln.
Gruppen, die im Dorf Fasnachstbetrieb machen, sind immer eine willkommene Abwechslung.
Der Auftakt zum Nüsseln beginnt immer beim Kündig und geht durch das Maschgradengässli auf den Dorfplatz.
Dienstagabend vor dem Bätälüütä: Auflösung der Rott vor dem Rössli.