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Das heisst, es ist durchaus vorstellbar, dass alle Steine der Aussenfläche fertig geglättet wurden und als krönender Abschluss, wohl im Rahmen eines sakralen Akts, dann der Pyramide das Pyramidion aufgesetzt wurde!
Lesen Sie dazu die schöne Beschreibung vom Aufsetzen des Pyramidions im Buch "Der Bau der Cheops-Pyramide" Seiten 189ff von Heribert Illig und Franz Löhner [4].
Danach, wenn alle Geleise abgebaut sind und die herausstehenden Steinbosse
abgeschlagen werden, die zur Verankerung der Gleisanlage dienten, wird
die Pyramide zu einem unbesteigbaren Gebilde - ein weisses abstraktes
geometrisches Symbol, dass zum Himmel aufragt und das täglich
von der Sonnenscheibe überquert wird!
Äussere Steine - Glättung von unten nach oben?
Das Problem bei praktisch allen Rampenmodellen ist, wie der Bau der obersten
50 Meter der Pyramide bewerkstellt wird. Diese umfassen zwar nur 3 Prozent
der Baumasse [2], bedingen jedoch bei allen Rampen-Theorien
einen unverhältnismässigen Anstieg des benötigten Rampenvolumens.
Hier oben auf über 100 Metern wird es immer enger und schwieriger
und so behelfen sich einige Modelle mit verschiedenen Hilfskonstruktionen
bei denen die Steine über allerlei Rämpchen hinaufgezogen werden
oder mit Hebelbalken hochgehoben werden. Ein weiteres Problem ist, wie
das schwere Pyramidion bis zur Spitze transportiert und dort aufgesetzt
wurde.
Rampenmodelle widerlegt
Mit Löhners Seilrollenbock (Umlenkbock) kann auch dieses Problem gelöst werden, und es sind dabei nur einige zusätzlichen Vorkehrungen an der Spitze nötig.
|1.||Neu||Beim Bau der zweitletzten Steinschicht werden vier Spezial-Turasteine eingebaut, auf denen die Seilrollenböcke leicht abgesetzt vom Pyramidenplateau installiert werden können.|
|2.||Neu||Etwa einen halben Meter unterhalb des Pyramidenplateaus werden provisorisch östlich und westlich Arbeitsbühnen aus Holz errichtet. Auf der nördlichen Seite wird diese Bühne etwa einen Meter tiefer aufgebaut.|
|3.||Neu||Das Pyramidion wird erst ganz zuletzt mit nacheinander geschalteten Seilrollenstationen (in etwa 30-37m Abstand) an der Pyramidenflanke hochgezogen (Lehrmeinung = das Pyramidion wird auf den grossen Transportrampen hochgezogen, oder es wurde während des Baus Schicht um Schicht hinaufgehebelt)|
|4.||Neu||Das Pyramidion kann nun in einer kontinuierlichen Bewegung von unten bis oben hochgezogen werden. Dann wird es auf die Spitze der Pyramide aufgesetzt. (Lehrmeinung = Zickzackrampen oder Treppenrampe für die letzten Meter)|
|5.||Neu||Die Glättung der Steine ist abgeschlossen und die Arbeitsbühnen werden entfernt (Lehrmeinung = nach dem Bau der Pyramide werden die Steine geglättet und zwar von der Spitze nach unten. Gleichzeitig werden die Rampen entfernt, was nochmals mehrere Jahre dauert!)|
In Ägypten sind Erdbeben und Sandstürme keine Seltenheit, deshalb mussten die Pyramidenbauer berücksichtigen, dass die Spitze der Pyramide sich lösen und hinunterstürzen könnte. Rekonstruktionen der Chefren-Spitze zeigen, dass die obersten Steinlagen sehr wahrscheinlich besonders gut ineinander verzahnt waren, zum Beispiel mit Zapfen und den entsprechenden Vertiefungen in der darunter liegenden Steinschicht [1]. Archäologen haben mehrere Pyramidia gefunden, die einen grossen zylinderförmigen Zapfen an der Grundfläche hatten, der in den darunter liegenden Stein einrastete. Dies ermöglichte eine ausgezeichnete Stabilität der Spitze.
Zuerst wurde das Pyramidion zugehauen. Trotz aller Baupräzision liefen die vier Grate und Seitenflächen wohl nie milimetergenau aufeinander zu. Der Schlussstein wurde deshalb etwas "zurechtgebogen", das heisst die Steigungswinkel etwas geändert, dass das Pyramididon einen Spitz bildet. Deshalb wurde wohl, als nur noch wenige Lagen fehlten ein Lehrgerüst aus Holzlatten errichtet, um die tatsächliche Neigung aller Grate genauestens zu berücksichtigen.
Das Pyramidion wurde wahrscheinlich nur grob zugehauen vom Steinbruch geliefert und erst in der Bauhütte (nicht auf der Pyramide!) wurde die entgültige Form durch die Steinmetze herausgearbeitet. Das Lehrgerüst diente als genaue Vorlage für die Form der Grate.
Danach wurde der Stein von den Steinschleifern aufs Beste geschliffen.
Der Block wurde gekantet, damit die zu bearbeitende Seite immer waagrecht
lag. Viele tausend Male muss der Schleifstein darüber gezogen werden.
Ständig waren Wasserträger unterwegs, um einen Bottich zu füllen
von dem aus ein dünnes Rinnsal über die Schleiffläche lief.
Dann wurde Quarzsand und Schmirgel benutzt und, falls es ein Granitstein
war, ganz zuletzt mit dicken Wergballen (= grobe Wolle) richtig in den
Stein hineingerieben, bis er wunderbar glänzte.
Vermessungsprobleme und die Auswirkungen auf die Form der Pyramide
Techniken zur Vermessung und Berechnung der Cheops-Pyramide
Mit wachsender Höhe der Pyramide reduzieren sich Arbeitsfläche und Arbeitsvolumen zusehends. Die Schlittenaufzüge werden einer nach dem andern abgebaut, bis auf die letzte Höhe nur noch eine einzige Gleisanlage führt. Dank der Seilrollenböcke treten auch auf der stark reduzierten Arbeitsfläche kaum zusätzliche Probleme auf. Die Tura-Steine der Pyramide waren schon bis zur obersten Lage geglättet.
Die schliesslich verbleibende Schleppmannschaft kann auch auf einem arg kleingewordenen Areal - beispielsweise 15 mal 15 Meter - noch einen Stein bewegen. Sie behilft sich mit zwei Seilrollenböcken, die gegenüber den Aufwegsböcken vor der hinteren Kante der Bauoberfläche angebracht werden. Ausserdem lassen sich die immer kürzeren Strecken auf dem Plateau auch mit Hebelkraft bewältigen. So gibt es bis zur eigentlichen Spitze keine Probleme.
Für die letzten Steinschichten sind die Ecksteine mit grosser Präzision
zugehauen worden, die Grate müssen exakt auf die Pyramidenspitze
zulaufen. Alle Steine werden besonders gut miteinander verzahnt, um der
ganzen Spitze eine grosse Stabilität zu geben. Ausserdem bestanden
die letzten 10m der Pyramide eventuell nur aus weissen Tura-Steinen [2].
Abbildung Spitze Cheops-Pyramide / Spitze Chefren-Pyramide / Foto 2
Beim Bau der zweitletzten Steinschicht werden vier Spezial-Turasteine eingebaut, auf denen die Seilrollenböcke leicht abgesetzt vom Pyramidenplateau installiert werden können. Bevor das Pyramidion positioniert wird muss die Arbeitsfläche völlig frei sein. Deshalb werden etwa einen halben Meter unterhalb des Pyramidenplateaus provisorisch östlich und westlich Arbeitsbühnen aus Holz errichtet. Auf der nördlichen Seite wird diese Bühne etwa einen Meter tiefer aufgebaut. Während des Kippvorgangs und des Zurechtrückens des Pyramidions ist auf dem Plateau kein Platz für Menschen. Die Arbeiter stehen auf den seitlichen Arbeitsbühnen.
Ein bis zwei Meter unterhalb der Pyramidenkante umspannt ein Seil die Pyramide, von beiden Seiten mit Keilen gespannt, daran sind alle verwendeten Teile und alle Menschen mit Seilen gesichert.
Das Aufsetzen des Pyramidions musste besonders gut vorbereitet werden. Bei diesem wichtigen Akt, der sicher auch eine tiefe religiöse Bedeutung hatte, durfte nichts schief gehen. Ziel war es, das Pyramidion in einem Zug, ohne Zwischenhalte und Wiederanfahren bis zur Spitze hinaufzuziehen und auch gleich zu positionieren.
Für das Hinaufziehen des Pyramidions brauchte es mit vier Seilrollenstationen
und einer fünften an der Kante ganz oben etwa 500 Mann. Dieser ununterbrochene
Aufzug verlangte für diesen schweren Stein (5-6 Tonnen) mehr Zugkraft
als sonst und wie immer einen fliegenden Wechsel an den Seilrollenstationen.
Auf jeder Seilrollenstation stand eine zusätzliche Mannschaft bereit,
auf dass der feierlich-gemessene Aufzug unter peinlichster Kontrolle ablaufen
konnte.
Gleisanlage mit Seilrollenstation auf der Pyramidenflanke
Es wird ein besonders grosser Schlitten verwendet, und das Pyramididon so befestigt, dass es vorne ein Stück herausragt und dass der Schlitten hinten etwa einen Meter übersteht. Dies ist wichtig, weil die Zugseile an der letzten Seilrollenstation hinten angehängt werden mussten, um höher an die Kante zu kommen und den Kipppunkt dort leichter zu erreichen.
Die Gleithölzer (= Querhölzer) standen vorher mit ihren Unterseiten zwei Wochen in einer Ölwanne und wurden nochmals einmal dick mit Talg eingelassen.
Verstrebungen und Schalungen wurden am Schlitten angebracht, damit der Stein beim Hinaufziehen nicht hinunterrutschen konnte. Jedigliches Holz, dass den polierten Stein berührte musste mit Stoff umhüllt werden, damit nichts den Glanz des Steins beeinträchtigen konnte.
Der ganze Arbeitsablauf, wie das Pyramidion in einem Zug hinaufgezogen werden konnte, musste sicher nochmals gründlichst besprochen werden. Man muss aber bedenken, dass hier Arbeiter eingesetzt wurden, die vorher schon Tausende von Steine über Jahre hochgezogen hatten, denen also jeder Griff sass und die schon jedwelche Schwierigkeiten gemeistert hatten. Trotzdem, das Pyramidion war ein 5-6 Tonnen schwerer Steinblock und die üblichen Steine, die auf dieser Höhe verarbeitet wurden waren um einiges kleiner (oben sind die Steine etwa 1m mal 1m und 0.5m hoch und wiegen um die 1.3 Tonnen).
Beim Heraufziehen durfte auf keinen Fall etwas passieren, deshalb wurden nochmals alle Teile der Gleisanlage überprüft, Seile erneuert, Querhölzer ausgetauscht, die Seilrollenböcke (Umlenkböcke) überprüft, neu geschmiert, exakt positioniert und verkeilt. Die Aufwegschienen wurden neu geschmiert, ihr fester Sitz überprüft und an manchen Stellen mit Keilen verbessert [4].
Bevor das Pyramidion seinen zukünftigen Standplatz erreicht, müssen alle Arbeiter und alles Gerät diesen räumen. Die Kipp-Zugmannschaft (A) steht auf dem Gerüst an der Nordseite, wo es sich an der Pyramidenschräge kräftig abstützen kann. Die Hebler stehen beidseits (also auf den Gerüsten östlich und westlich). Während die Zugmannschaft den Stein hochzieht, bereiten sich hinter ihnen die Männer, die das Kippen kontrollieren, auf ihre Aufgabe vor.
Die Umlenkböcke standen seitlich des Pyramidenplateaus auf herausstehenden Steinen, ein zweites Paar an der hinteren Kante. Das Seil verlief von der vorderen über die hintere Umlenkrolle und zurück.
Illustration: Pyramidion wird über Kante direkt auf die letzten Steinlagen gezogen. A Kipp-Zugmannschaft / B dickes Rundholz / C dünneres Rundholz. Nicht eingezeichnet sind Hebler und Männer, das grüne Seil spannen und auf der Arbeitsbühne D stehen. Zapfen des Pyramidions ist nicht eingezeichnet.
Beim letzten Seilwechsel wurde das Seil (rot) am hinteren Querholz des Schlittens angehängt, der auch hinten ca. ein Meter überstand. An diesem Seil zieht die eigentliche Schleppmannschaft den Stein hoch.
Kurz unterhalb der Kante, die mit einem Wippholz gesichert war, wurden Seile (blau) am vorderen Holz angebracht und, sobald das vordere Querholz auftauchte, kräftig daran gezogen, so dass es sich zur Plattform neigte. Die Kipp-Zugmannschaft (A) konnte sich dabei an der Westschräge abstützen. Zug Südseite und Zug Nordseite mussten sich so ergänzen, dass schliesslich der Kipp-Schwerpunkt erreicht und überschritten war.
Nun bremste eine zweite Zugmannschaft mit einem Seil (grün), das beidseits am hinteren Querholz angebracht war, den Kippvorgang ab - eine kitzlige Angelegenheit. Diese stehen auf der Arbeitsbühne D.
So sank der Vorderteil des Pyramidions langsam auf die etwas dickere Rolle (B). Gleichzeitig werden von beiden Seiten Hebel eingesetzt (Hebler stehen auf Arbeitsbühne D) und die das Pyramidion weiter in Richtung der zweiten, dünneren Rolle (C) bewegen. Die schützenden Verstrebungen und Schalungen werden gelöst und der Schlitten nach und nach entfernt.
Natürlich wurde das Kippen zusätzlich durch die bereits bekannten dicken Hebeln und Seile gesichert. Nun wurde das Pyramidion weiter auf das Plateau gezogen, die Vorwärtsbewegung durch an der hinteren Seite wirkende Hebel unterstützt, und das Pyramidion glitt auf die kleinere Rolle und wurde so auf seinen zukünftigen Platz geschoben. Die Seilzieher-Südseite mussten natürlich vorher rechtzeitig nachlassen.
Ein kurzer Querbalken und Hebel bewahrten das Pyramidion davor, über
den Plateaurand hinaus zu gleiten. Dann wurde es von hinten etwas angehoben,
das letzte Querholz entfernt und damit stand das Pyramidion an seinem
Platz.
Löhners Seilrollenbock (Umlenkbock)
Berechnungen zu Reibung, Zugkraft und Kraftaufwand (H. Illig / H.U. Niemitz)

Mit dem Aufsetzen des Pyramidions auf die Spitze ist der Bau der Pyramide beendet, dies wurde sicher von Cheops und seinem Hofstaat gebührend gefeiert.
Nun entfernten Arbeiter die Arbeitsbühnen und bauten dann ein Gleisstück nach dem andern ab: Über ihren Köpfen ragte eine riesige weisse Steilwand bis zur Spitze auf, für Menschen während Jahrtausenden unerreichbar!
Pyramidion der Cheops-Pyramide:
Das Pyramidion einer grossen Pyramide wie die Cheops-Pyramide wog ca. 5 bis 6 Tonnen, war aus Tura-Kalkstein, Granit oder Diorit und eventuell vergoldet [2]. Da unter Cheops erstmals Granit im grossen Stil verwendet wurde ist es durchaus vorstellbar, dass das Pyramidion seiner Pyramide aus Granit war. Das Pyramidion wurde wahrscheinlich mittels eines Zapfens in die darunterliegenden Verkleidungsblöcke eingesetzt [5] und auch die darunterliegende Steinschichten waren besonders sorgfältig miteinander verzahnt.
Oberste vorhandene Steinschichten Cheops-Pyramide nach einer Luftaufnahme [8] - Foto - Ein Kern mit senkrechten Schichten konnte weder bei der Cheops-Pyramide noch an der Chefren Pyramide nachgewiesen werden. Er sollte jedoch zu mindestens an der Spitze der Cheops-Pyramide, an der ja mindestens 9 Steinschichten fehlen, sichtbar sein. Mehr zum Thema Verkleidungssteine (Kernmantel)
Pyramidion der Chefren-Pyramide:
Das Pyramidion der Chefren-Pyramide wurde nie gefunden. Da nur wenige Steinschichten fehlen, konnten jedoch die ungefähren Ausmasse berechnet werden und man vermutet, dass das Pyramidion wahrscheinlich etwa 3 Königsellen lang war (= 1.57m). Man hat an der Spitze der Chefren-Pyramide eine leichte Verzerrung festgestellt [3]. Das heisst, dass wahrscheinlich die Neigungswinkel des Pyramidions nicht alle genau gleich gross waren (da das Pyramidion nicht mehr vorhanden ist wurden die Neigungswinkel vom Pyramidengrat abgeleitet). Dies wurde auf kleine Mess- und Berechnungsfehler während des Pyramidenbaus zurückgeführt. Foto Spitze Chefren-Pyramide
Vermessungsprobleme und die Auswirkungen auf die Form der Pyramide
Techniken zur Vermessung und Berechnung der Cheops-Pyramide
Um ein Pyramidion hinunter zu stürzen muss man die Spitze erreichen können. Dies war jedoch solange die glatte Aussenfläche intakt war nicht möglich. Ein Teil der "Verkleidung" hängt schon seit Jahrhunderten sozusagen in der Luft, denn die unteren Steine fehlen, diese wurden langsam von unten nach oben entfernt. Aber noch im Jahre 1639 schrieb der Brite John Greaves, dass an der Chefren-Pyramide ausser auf der Südseite noch die ganze äussere Steinoberfläche intakt war [10]. Wie wurde also das Pyramidion auf der Spitze entfernt? Schriftliche Quellen dazu gibt es nicht - eine Vermutung wäre jedoch, dass ein Erdbeben die Spitze verückte und dabei das Pyramidion und die obersten 3 Schichten hinunterstürzten - aber ebensogut könnten es Menschen gewesen sein.

Gemäss unseren Berechnungen ist die oberste noch vorhandene Schicht der Chefren-Pyramide (rot - für Farben mouse over) wahrscheinlich die viert-oberste Schicht. Das heisst, es fehlen nur 2 Steinschichten und das Pyramidion. Die Steine der fünften Schicht (orange) sind an der südöstlichen Ecke verrückt. Die nordwestliche Ecke ist bis zur siebten Schicht (hellgrün) verschwunden.
Von einer weiteren Schicht (pink) ist ein kleinerer Stein übrig, eventuell gehört er auch zur vierten Schicht und wurde verschoben.
Auf den Luftaufnahmen ebenfalls gut sichtbar sind die Einbuchtungen für Zapfen (grau) auf der vierten, sechsten und siebten Schicht. Die Ecksteine sind alle sehr gross (der grösste Stein der vierten Schicht ist schätzungsweise 2 mal 1.5m gross) und die Fugen liegen nie übereinander.
Das zeigt, dass mindestens die obersten sieben Schichten genauestens geplant wurden und jeder Stein präzise eingepasst wurde - etwas, was nur im Steinbruch gemacht werden konnte - nicht hier oben auf der winzigen Fläche!
Illustration - Die letzten drei Steinschichten werden gelegt und das Pyramidion werden auf der Chefren-Pyramide aufgesetzt (nach [1]).
Hier zeigt sich auch, wie viel kleiner die zur Verfügung stehende Arbeitsoberfläche wird, zuletzt schrumpft sie auf etwa 2 mal 2 Meter (Seitenlänge 4 Ellen, Gewicht des Pyramidions ca. 5 Tonnen).
Über das Pyramidion der Mykerinos-Pyramide ist nichts bekannt.
Im Pyramidenbezirk von Sahure haben M. Verner und Z. Hawass [11] einen Block mit dem Abbild einer Schleppmannschaft gefunden, die ein Pyramidion auf flachem Gelände zur Pyramidenbaustelle zieht. Aus dem Text auf dem Block geht hervor, dass das Pyramidion mit Gold bedeckt war. Leider befindet sich die Abbildung des Pyramidions selbst auf einem nachfolgenden Block, der noch nicht gefunden wurde. Der Text beschreibt ein Pyramidion (Benbenet) welches mit Gold bedeckt ist.
Es wurden nur wenige Pyramidia gefunden, so dass auch nur vermutet werden
kann, aus welchen Gesteinen sie bestanden, ob aus Kalkstein, Granit oder
Diorit. Man kennt aus dem Alten Reich nur Pyramidia aus Kalkstein, etwa
das undekorierte Pyramidion
der Roten Pyramide (Snofru) aus Tura-Kalkstein, von der
Kultpyramide des Mykerinos G3a das Kalksteinpyramidion
und das der kleinen Nebenpyramide G1d. Aus dem Mittleren Reich fand man
auch Pyramidia aus Granit und Diorit, etwa das bekannte Pyramidion
des Amenemhet III in Dahschur aus schwarzem Granit mit
einem Bild der geflügelten Sonnenscheibe.
Abbildungen verschiedener Pyramidia
Mehr Informationen über die Neben- oder Satellitenpyramiden
Pyramidion gemäss antiken Geschichtsschreibern:
Gemäss Agatharchides von Knidos [9] einem antiken griechischen Geschichtsschreiber und Geograf (208 vor Chr.) soll das Pyramidion, dass die Grosse Pyramide krönte 4 Ellen hoch und von einem leuchtenden Metall, möglicherweise Gold, gewesen sein.
Diodorus (Diodor) Siculus [6] schreibt 100 Jahre später, dass die Seitenflächen der Cheops-Pyramide am Gipfel noch 6 Ellen breit sei (Berechnungen siehe weiter unten).
Zu bedenken ist aber, dass solange die Oberfläche der Pyramide intakt war, die Spitze der Pyramide weder untersucht noch ausgemessen werden konnte.
Zahlenspekulationen zum Pyramidion der Cheops-Pyramide:
Falls man ein Pyramidion mit möglichst ganzen Zahlen (in ägyptischen Messeinheiten) bilden möchte, es aber nicht höher als 3 Königsellen sein sollte (ein gefundenes Pyramidion war 1.3m hoch) und natürlich den Neigungswinkel der Cheops-Pyramide von 51.84° benützt, so wären folgende Masse möglich:
|Länge des Pyramidions||Höhe des Pyramidions||Höhe der Seitenflächen||Volumen und Gewicht|
|88 Finger

(3 Ellen 1 Handbreit = 1.64m)
|56 Finger

(2 Ellen = 1.08m)
|71 Finger||

0.96m² / 2.51t (2.78t)
|110 Finger

(4 Ellen = 2.09m)
|70 Finger

(2.5 Ellen = 1.31m)
|89 Finger||1.90m² / 5.12t (5.51t)|
|132 Finger

(4 Ellen 20 Finger = 2.47m)
|84 Finger

(3 Ellen = 1.57m)
|106 Finger||3.19m² / 8.30t (9.25t)|

168 Finger
|106.89 Finger

(1.99m)
|135.94 Finger||6.54m² / 17.00t (18.96t)|

123.2 Finger
|78.4 Finger

(2.8 Ellen = 1.46m)
|114.6 Finger||2.57m² / 7.16t (7.45t)|
Gerechnet wurde mit einem Seked von 5½ Handbreit oder 22 Fingern und der Rohdichte von Kalkstein von 2,6 g/cm³. Die Angaben in Klammern sind das Gewicht des Pyramidions, falls es aus Granit anstatt aus Kalkstein bestand.
G. Goyon [12] vermutet, die Pyramidenbauer könnten das Pyramidion im Massstab von 1 zu 100 zugehauen haben und es als steinernes Modell der Pyramide selber verwendet haben. Wir sind der Meinung, dass es zwar durchaus ein Modell der Pyramide gegeben haben kann, aber dass das Pyramidion genau auf die Verhältnisse an der Spitze angepasst werden musste. Der Schlussstein wurde deshalb etwas "zurechtgebogen", das heisst die Böschungswinkel waren wohl nicht exakt gleich.
Die hier vorgestellten Methoden zum Pyramidenbau wurden 1993 erstmals im Buch von Heribert Illig und Franz Löhner "Der Bau der Cheops-Pyramide" publiziert.
[1] D. Arnold Lexikon der
Ägyptischen Baukunst / Building in Egypt
[2] R. Stadelmann Die grossen Pyramiden von Giza
[3] W. Petrie The Pyramids and Temples of Gizeh
[4] H. Illig und F. Löhner Der Bau der Cheops-Pyramide
[5] P. Janosi Die Pyramidenanlagen der Königinnen
[6] Diodorus (Diodor) Siculus Bibliotheca Historica Kapitel 63 Nileus
[7] Carl Richard Lepsius
[8] V. Maragioglio und C. Rinaldi Architettura delle Piramidi Menfite. Le grande piramide di Cheope
[9] Agatharchides von Knidos Asiatica
[10] M. Lehner Geheimnis der Pyramiden
[11] Z. Hawass und M. Verner Newly Discovered Blocks from The Causeway of Sahure
[12] G. Goyon Die Cheops-Pyramide. Geheimnis und Geschichte
[13] O. Riedl Die Maschinen des Herodot. Riedl ist der Meinung, dass das Relieffragment nicht umbedingt als Beispiel eines üblichen Tranpsortvorgangs angesehen werden sollte, sondern als die Abbildung einer Zeremonie samt Volksfest (S. 168).
[14] C. Rossi Architecture and Mathematics in Ancient Egypt
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