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Ereignis Report: Hurrikan Dorian
Entwicklung von Dorian
Hurrikan Dorian war das vierte System, das in der 2019 Hurrikan-saison einen Namen bekam. Als tropische Störung im Atlantik vor Senegal entstanden, zeigte das System am 24. August erste Charakteristika eines Tropensturmes. Dies war ca. 1300 km östlich von Barbados. Immer stärker werdend passierte das System die Kleinen Antillen und bewegte sich tendenziell Richtung Nordwesten, wobei es Puerto Rico mit seinen Bergen verschonte, die das Erstarken zum Hurrikan verzögert hätten. Am 28. August erreichte Dorian dann Hurrikanstatus der ersten Kategorie.
Nach Puerto Rico wurden die klimatologischen Bedingungen für den Sturm immer besser: Es gab immer weniger Scherwinde, genügend Meerwasser mit hohen Temperaturen und zudem immer feuchtere Luftmassen, grossomodo Bedinungen, die ein relativ rasches Erstarken beschleunigten. Am 1. September erreichte das System den höchsten Wert auf der Hurrikanskala (Kategorie 5) und traf auf die nördlichsten Inseln der Bahamas. Mit Spitzengeschwindigkeiten (1-Minuten-Durchschnitt) von 180 mph (285 km/h) und einem Minimaldruck von 910 mb war er ein ausgewachsener Sturm, als er bei Elbow Cay und später bei Grand Bahama an Land traf und dort während mehr als 24 Stunden praktisch verharrte und beträchtlichen Schaden anrichtete.
In dieser Zeit ging der Hurrikan durch einen sogenannten ‚Eyewall Replacement Cycle‘: Im Zentrum eines Hurrikans befindet sich das sogenannte Auge. Intensive Hurrikane bilden häufig einen zweiten Ring starker Winde aus, der außerhalb des originalen Auges liegt. Daraufhin bricht der Wall starker Winde um das originale Auge zusammen und die Windgeschwindigkeiten gehen deutlich zurück. In der Folge muss der Sturm sich erneut organisieren, um den neuen Wall zu schließen, als Voraussetzung dafür, wieder die alte Stärke erreichen zu können. Diese Reorganisation trat bei Dorian aber verzögert ein, da der Sturm über seichtem Wasser verharrte. Dieses Wasser hat zwar eine recht hohe Temperatur, aber die gesamte Wärmemenge, die dem Sturm als für die Reorganisation benötigte Energie zur Verfügung steht, ist nicht so gross. Aus diesem Grunde wiesen die Vorhersagen für die zukünftige Intensität von Dorian stetig nach unten.
Am 3. September nahm der Hurrikan wieder Fahrt auf und bewegte sich praktisch parallel zur amerikanischen Küste, von Florida bis in die Karolinas, wobei er über dem warmen Golfstrom wieder zur Stärke 3 auf der Skala zurückfand. Am 6. September streifte sein Auge als Cat 1 Sturm Cape Hatteras und brachte als extra-tropischer Zyklon Winde in Orkanstärke bis nach Kanada.
Einfluss auf den Markt
Die Modellierungsfirmen haben bis jetzt noch keine öffentlichen Schätzungen für den versicherten Marktschaden publiziert. Vergleichbare Ereignisse von AIRs Ereigniskatalog indizieren einen versicherten Schaden von USD 1.5 bis 3bn für die Karibik und wohl weniger als 5bn für das Festland.
Einfluss auf die Portfolien
Basierend auf diesen Zahlen wird der Einfluss auf die Solidum Portfolien gering sein.
Katastrophenanleihen sollten durch diesen Sturm nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Auch wenn eine abschliessende Aussage für die privaten Rückversicherungs- und Retrozessionsverträge noch nicht gemacht werden kann, ist es doch sehr wahrscheinlich, dass diese ebenfalls nicht betroffen sein werden.
Auf der anderen Seite brachte Dorian eine beachtliche Volatilität in die Monatsendbewertungen, weil am 30. August ein direkter Hit in der Nähe von West Palm Beach nicht vollständig ausgeschlossen werden konnte. Einige Market Makers adjustierten ihre Preise entsprechend. Je nach Ausgestaltung der Bewertungslogik bzw. des exakten Bewertungstages reagierten die Portfolien unterschiedlich. Die Preisstellungen vom 6. September nahmen diese temporären Abwertungen bereits wieder zurück.
Der folgende Graph zeigt die Wertentwicklung der verschiedenen Solidum Fonds von Juli bis anfangs September. Wie der wöchentlichen Bewertung der Solidum-Falcon Fonds im September zu entnehmen ist, sind die Cat Bond Preise markant angestiegen und Dorian sollte nur einen geringen Einfluss auf die Portfolien haben.
Für weitere Fragen steht Ihnen das Portfolio Management Team jederzeit gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüssen
Solidum Partners