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Um über noch mehr Daten zur Belastung der Fische im Sektor, der vom Fischereiverbot betroffen ist und von der Mündung der Ärgera bis zur Staumauer bei der Mageren Au reicht, zu verfügen, wurden erneut Fischproben entnommen - zum ersten Mal auch aus dem Pérollessee. Des Weiteren wurden Fische oberhalb des Sees bis zur Einmündung der Ärgera gefischt. Zu diesem Abschnitt lagen noch nicht viele Angaben vor.
Saane
Im Mai, Juni und Juli 2010 wurden unterhalb der ehemaligen Deponie La Pila, zwischen der Mündung der Ärgera und der Pérollesbrücke, Alet- und Forellenexemplare gefischt. Die vierzehn Exemplare wiesen einen cPCB-Gehalt von zwischen 11 und 329 pg TEQ1/g auf (der in der Schweiz geltende Toleranzwert für die Gesamtbelastung durch cPCB und Dioxine beträgt 8 pg TEQ1/g Frischgewicht; siehe Verordnung des EDI über Fremd- und Inhaltsstoffe in Lebensmitteln). Während der Kampagne von 2007 wies eine 2,9 kg schwere Forelle mit einem cPCB-Gehalt von 96 pg TEQ1/g den höchsten damals gemessenen Wert auf. Die Messergebnisse bestätigen die Richtigkeit des Fischereiverbots.
Pérollessee
Zum ersten Mal wurden am 8. Juli 2010 auch aus dem Pérollessee Fischproben entnommen. Bei den achtzehn analysierten Fischen - Forellen, Barsche, Rotaugen, Brachsmen und Nase - wurden ebenfalls hohe cPCB-Werte von zwischen 11 und 102 pg TEQ1/g gemessen. Auch für diesen Abschnitt ist das Fischereiverbot somit gerechtfertigt.
Mögliche Gründe für die hohen Werte
Der hohe cPCB-Gehalt, den die Fische 2010 aufwiesen, ist besorgniserregend. Gegenwärtig wird deshalb abgeklärt, ob in letzter Zeit bedeutende PCB-Mengen in die Umwelt gelangt sind.
Die ehemalige Deponie La Pila ist eine bedeutende aktive Quelle für die PCB-Belastung der Saane. Dies erklärt die ausserordentlich hohen cPCB-Werte unterhalt der Deponie in den Fischen, im Sediment und im Wasser. Die Emissionen können in Abhängigkeit vom Wetter, vom Wasserstand der Saane und von Hochwasserphänomenen stark schwanken. Es sei an dieser Stelle daran erinnert, dass die PCB-Gesamtmenge im Sektor La Pila auf 20 Tonnen geschätzt wird.
Die Schadstoffe, die aus der ehemaligen Deponie La Pila austraten, haben die Sedimente der Saane über eine grosse Distanz verschmutzt. Diese Sedimente haben wiederum über Jahre zu einer cPCB-Belastung der Fische geführt. Natürliche Phänomene (Hochwasser) und menschliche Eingriffe (Arbeiten im Fliessgewässer, Spülungen bei Stauanlagen usw.) mobilisieren die verschmutzten Sedimente und können so zu einer Freisetzung der Schadstoffe führen.
Derzeit sind noch Abklärungen im Gang, um das Vorhandensein von sekundären Verschmutzungsquellen wie belastete Standorte oder Abwasserreinigungsanlagen im Einzugsgebiet ausschliessen zu können.
Ausblick
Die Vorbereitungen für die Sanierung der ehemaligen Deponie La Pila werden 2011 beginnen. Dadurch wird weniger PCB in die Saane gelangen. Das Sanierungsprojekt wird bis Ende des Jahres erstellt werden. Das Projekt wird die optimale Sanierungsvariante, eine Kostenschätzung, eine Einschätzung der Wirksamkeit der Massnahmen und einen möglichen Zeitplan für die Umsetzung der Massnahmen enthalten.
1 TEQ: Toxizitätsequivalente nach EG-Verordnung Nr. 1881/2006 (Stand: 10.09.2010)