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Süssstoffe dienen als Ersatz für Zucker, genauer Saccharose– das ist der handelsübliche weisse Haushaltszucker, der aus Zuckerrüben gewonnen wird. Einige Süstoffe werden synthetisch hergestellt, andere entstammen der der Natur. Süssstoffe enthalten kaum Kalorien und es kann davon ausgegangen werden, dass sie zu keinerlei Insulinreaktion führen. Insulin senkt einen erhöhten Blutzuckerspiegel. Wenn wir Kohlenhydrate essen, werden diese im Dünndarm zu Einfachzucker abgebaut, über die Darmwand aufgenommen und landen dann im Blut. Die Menge an Glukose im Blut steigt entsprechend an. Der Körper reagiert gegen, indem Insulin ausgeschüttet wird, welches wiederum den Blutglukosespiegel wieder in den Normbereich bringen soll. Trinken wir nun Cola light oder einen mit künstlichen Süssstoffen gesüssten kohlenhydratarmen Proteinshake, kommt es jedoch aufgrund des Fehlens von Zucker gar nicht zu einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels und somit zu keinem Insulinausstoss. Ein konstant hoher Insulinspiegel ist ungesund, da Insulin unter anderem die Lipolyse im Fettgewebe und somit den Abbau von Fett hemmt.
In der EU gibt es inzwischen 10 zugelassene Süssstoffe, die allesamt eine sehr hohe Süsskraft besitzen. Diese schmecken etwa 10 - 13000 mal süsser als Zucker, haben aber dennoch kaum Kalorien.
Saccharin
Saccharin ist der älteste Süssstoff, der etwa 450-mal süsser schmeckt als herkömmlicher Zucker. Eine Legende besagt, dass der deutsche Chemiker Constantin Fahlberg den Stoff 1878 zufällig entdeckte, während er mit Steinkohleteer experimentierte: Als der Versuchsansatz übergekocht sei, habe er abends ein süsses Aroma an Händen und Armen gerochen. Dies war die Geburtsstunde des ersten künstlichen Süssstoffs, welcher stets in sämtlichen Diät-Produkten verwendet wird. Aber auch in Zahnpflegeprodukten wie beispielsweise Zahnpasta oder Zahnpflegekaummi ist Saccharin als süssender, nicht kariesfördender Stoff enthalten.
Aspartam
Aspartam ist ein Süssstoff, der genau wie Zucker vier Kilokalorien pro Gramm hat. Da dieser aber über 300 mal süsser ist als weisser Haushaltszucker, benötigt man von diesem Süssstoff nur einen Bruchteil der Zuckermenge und so spielen Kalorien in diesem Fall keine Rolle. Aspartam ist auch als "NutraSweet", "Canderel" oder einfach als E 951 bekannt. Es handelt sich um einen beliebten Süssstoff, weil er so "natürlich" nach Zucker schmeckt und nicht wie viele andere einen leicht bitteren Beigeschmack hat. Mit rund 200 Studien, die in den vergangenen 30 Jahren durchgeführt wurden, zählt Aspartam zu den am best untersuchtesten Lebensmittelzusätzen überhaupt. Fakt ist, keine der Behauptungen wie mögliche Gesundheitsrisiken und Nebenwirkungen hielten wissenschaftlichen Studien stand. Der in der Schweiz und EU geltende Sicherheitswert (=ADI-Wert), wurde pro Tag bei “40mg pro kg Körpergewicht” festgelegt, was bei einer 60kg schweren Person einem täglichen Konsum von 12 Dosen eines aspartamgesüssten Light-Getränkes (je 330ml) entspricht.
Sucralose
Sucralose ist ein zahnschonender und kalorienfreier Ersatz für Haushaltszucker. Der Süssstoff, welcher als E 955 deklariert ist, wird in einem patentierten, mehrstufigen Prozess hergestellt, an dessen Anfang Zucker steht. Anschliessend werden selektiv drei Wasserstoff-Sauerstoffgruppen auf dem Zuckermolekül durch drei Chloratome ersetzt. Das Ergebnis ist ein aussergewöhnlich stabiler Süssstoff, der wie Zucker schmeckt, aber keine Kalorien hat. Sucralose ist durchschnittlich etwa 600 Mal süsser als Zucker. Daher werden nur sehr geringe Mengen benötigt, um Nahrungsmittel und Getränke zu süssen. Zum Beispiel würden für eine normale 330 ml Dose eines Light-Erfrischungsgetränks nur 70 Milligramm (0,07 g) Sucralose benötigt, im Vergleich zur Vollkalorienversion, die normalerweise etwa 40 g Zucker enthält. Kritiker von Sucralose weisen immer wieder auf deren gefährliche Chlorverbindung hin, welche nicht nur dem menschlichen Körper schaden würde sondern auch der Umwelt. Aber auch diese Anschuldigungen konnten bisher noch nicht bewiesen werden. Sucralose ist deshalb so beliebt, da er einerseits einen hervorragenden zuckerartigen Geschmack aufweist und andererseits auch bei hoher Hitze und langen Lagerzeiten süss bleibt, was beispielsweise bei Aspartam nicht der Fall ist.
Die super leckeren FlavDrops werden übrigens mit Sucralose gesüsst!
Stevia: Eine Neuentdeckung aus Südamerika
Coca Cola mag wohl Stevia, welches aus der Pflanze mit dem Namen Süsskraut oder Honigkraut gewonnen wird, zu weltweiter Prominenz verholfen haben. Grün-gleich natürlich und gesund. Das ist die Botschaft, die Coca Cola mit dem neuen, grün eingefärbten Produkt «Cola Life» vermitteln möchte, welches unter anderem mit Stevia gesüsst wird. Die Pflanze, deren Extrakt über eine 200- bis 350-mal höhere Süsskraft als Zucker verfügt, wurde in Südamerika jedoch schon seit Hunderten von Jahren zum Süssen von Tee genutzt.
In der Schweiz ist Stevia erst seit 2008 zugelassen. Obwohl dieses pflanzliche Produkt sich anfänglich als perfekter Zuckerersatz anhört, hat dieser Süssstoff seine Maken. In ihrer Risikobewertung rät die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) von einem hemmungslosen Konsum von Stevia-Produkten ab. Genauer gesagt: Sie empfiehlt nur eine Tagesdosis von 4 Milligram Stevia pro Kilogramm Körpergewicht. Doch wer die empfohlene Höchstdosis über einen längeren Zeitraum überschreitet, geht ein bislang unkalkulierbares Risiko ein. Grund: Die Wissenschaft hat noch keine Ahnung, wie sich hohe Dosen auf längere Zeit auswirken, da noch keine Langzeitstudien existieren. Nichtsdestotrotz hat ein pflanzenbasierter Süssstoff wie Stevia in Zeiten der zunehmenden Verbreitung von Fettleibigkeit und Diabetes ein riesiges Potenzial und wird sich in nächster Zeit wohl in einigen Lebensmittel etablieren.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Süssstoffe nach aktuellem Kenntnisstand keine Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen. Bis heute gibt es keine Studie, welche wirkliche Gefahr von Süssstoffen beweisen. Auch in Sachen Fettabbau sind Süssstoffe nicht hinderlich. Bei einer ansonsten guten Diätführung können Süssstoffe also problemlos in die Ernährung eingeplant werden. Dennoch sollte nicht vergessen werden, dass es sich bei künstlichen Süssstoffen um rein technische Produkte handelt, die so in der Natur nicht vorkommen. Süssstoffe haben entsprechend mit natürlicher Ernährung nichts mehr gemeinsam. Da natürliche Ernährung jedoch die Grundlage jeder gesunden Ernährung darstellen sollte – egal ob nun Low Carb oder Low Fat oder was auch immer – ist es zumindest eine Überlegung wert, den Süssstoffkonsum ein wenig zu minimieren.