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Es war einmal ein reicher, sehr reicher Mann in Amerika. Immobiliengeschäfte (wohl nicht immer ganz sauber) hatten ihn zum Milliardär gemacht. Und weil die Millionen praktisch von selber aufs Konto purzelten, glaubte der Mann, sich alles leisten zu können.
So kaufte er sich eine TV-Sendung. In der Reality-Show «The apprentice» («Der Lehrling») suchte der Immobilien-Mogul neue Mitarbeiter für eines seiner Unternehmen. Jede Folge endete für einen Bewerber, der die straffe Prüfung nicht durchstand, mit dem mittlerweilen legendären Spruch «You’re fired!» («Du bist gefeuert!»). Und der reiche Mann tat das mit nicht zu übersehendem Vergnügen, brutal und einem Anflug von Sadismus.
Später wechselte er den Beruf und kaufte sich die Nomination für die Präsidentschaft seines Landes. Und mit seinem vielen Geld, mit unerfüllbaren Versprechungen und einem mehr als unflätigen Umgang mit seiner Gegenkandidatin schaffte er das unmöglich Geglaubte: Er wurde Präsident seiner Nation. Wobei ausserhalb seines Landes noch heute kaum einer begreift, was sich die Amerikaner dabei gedacht haben.
In seiner Präsidentschaft (wenn man diesen Ausdruck überhaupt verwenden darf) benahm er sich wie zuvor in seiner TV-Show. Einer unlenkbaren Langstreckenrakete gleich, von der man nie weiss, wann und wo sie einschlägt, pflügte er die Sitten und Gebräuche der Politik um. Langjährige enge Vertraute, erfahrene Minister, hoch dekorierte Generäle, gut meinende Berater: Ihnen allen wurde, wenn sie sich getrauten, auch nur leicht zu hüsteln, ein «You’rd fired!» entgegen geschleudert, meist garniert mit rüden Beschimpfungen. Das alles geschah nicht etwa im Interesse des Volkes, sondern sollte ausschliesslich der Wiederwahl dienen, welcher der Präsident sein ganzes Tun und Lassen unterordnete.
Doch dann kam das Virus. Während Europa bereits in der Pandemie erstarrt war, bezeichnete der Präsident das Corona-Virus noch immer als eine harmlose Grippe, die von selber wieder verschwinden werde. Er wehrte sich gegen alle, die dringend nötige Massnahmen treffen wollten, versuchte, den verantwortungsvoll handelnden Gouverneuren Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Und er erdreistete sich, angesichts von 3 Millionen Infizierten und 150000 Todesopfern von einem «wunderbaren Erfolg» zu sprechen, weil nicht mehr als das passiert sei… Doch das Virus liess sich vom reichen Mann nicht kaufen – und blieb bis heute.
Jetzt aber scheint das Volk den Braten allmählich doch zu riechen, und die Chancen stehen immer besser, dass die Amerikaner am 4. November an der Wahlurne die einzig richtige Antwort finden werden: «You’re fired, Mr President!»