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Die Darstellung Gregor Sickingers, die gut zwei auf vier Meter misst, ist das grösste Werk dieser Art in der Schweiz. Sie hing über lange Jahre im Rathaus. Voller Stolz präsentiert sich die Stadt aus der Vogelschau als prosperierender Organismus. Sowohl die Gebäude als auch das Leben auf Strassen und Plätzen sind minutiös wiedergegeben. Wichtige Bauten – allen voran die Stadtkirche St. Niklaus mit dem imposanten Turm – werden durch einen grösseren Massstab hervorgehoben.
Drei Kartuschen unterstreichen die historische Bedeutung der Stadtansicht. Unten links tritt Herzog Berchtold IV. von Zähringen, der Gründer der Stadt Freiburg, aus seinem Zelt heraus. Um ihn herum gruppieren sich die Namen und Wappen der Freiburger Regierungsmitglieder von 1582. Die aktuelle Regierung präsentiert sich damit als rechtmässige Nachfolgerin des Stadtgründers. Unten rechts halten zwei Löwen die Wappen Freiburgs und des Deutschen Reichs. Sie werden von den Wappen der freiburgischen Untertanengebiete, den Vogteien, umrahmt. Bei der Aufnahme in die Eidgenossenschaft im Jahre 1481 blieb Freiburg zwar eine Stadt des Deutschen Reichs. Zugleich machte sie sich aber das umliegende Land untertan und wurde so zu einem quasi selbständigen Kleinstaat. Im Text einer dritten Kartusche wird die Geschichte Freiburgs von der Gründung bis zum Eintritt in den Bund der Eidgenossen geschildert.
Die Darstellung Martin Martinis ist ein grossformatiger Kupferstich, der weite Verbreitung fand und zahlreichen späteren Ansichten Freiburgs als Vorbild diente. Wie Sickinger präsentiert Martini die Stadt aus der Vogelschau als prosperierenden Organismus. Sowohl die Gebäude als auch das Leben auf Strassen und Plätzen sind minutiös wiedergegeben. Wichtige Bauten – allen voran die Stadtkirche St. Niklaus mit dem imposanten Turm – werden durch einen grösseren Massstab hervorgehoben. Der Martiniplan zeichnet sich aber durch sein hohes Mass an pittoresken Details aus: Modisch gekleidete Damen führen ihre Hündchen aus, Kinder albern herum und raufen sich, ein Bettler versucht sein Glück bei zwei bürgerlich gekleideten Spaziergängern und an den Brunnen streiten sich die Waschfrauen oder berichten einander das Neuste vom Neusten.