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Behördensprache. Eine Sprache für Insider?
Viele Verwaltungen formulieren nicht barrierefrei.
Die gute Nachricht: die Barrieren lassen sich beseitigen.
Über 800'000 erwachsene Menschen in der Schweiz können nicht gut genug lesen und schreiben, um zusammenhängende Texte und schematische Darstellungen zu verstehen. Personen, die über geringe Lesekompetenz verfügen, sind auf mündliche Informationen durch Fach- und Drittpersonen angewiesen, was die Selbstbestimmung und Partizipation einschränkt. Zusammen mit dem komplexen Sprachniveau behördlicher Texte führt dies dazu, dass Verwaltungen ihre (kommunikativen) Ziele vielfach nicht erreichen.
Eher die Regel als die Ausnahme: schwer verständliche Texte von Verwaltungen
Informationen von öffentlichen Verwaltungen fallen oft in die Kategorie schwer verständlicher Texte. Gesetzliche Regelungen, Verfügungen, Antragsformulare usw. sind in einer Sprache verfasst, die die Adressatinnen und Adressaten nicht erreicht. Gerade diese Schreiben enthalten aber wichtige Informationen, die vom Empfänger verstanden werden müssen. Nur wer versteht was er tun soll, kann entsprechend handeln, und nur wer seine Rechte und Pflichten kennt, kann diese wahrnehmen. Durch Behinderungen, Erkrankungen, unterschiedliche Bildungschancen oder einschneidende Lebensereignisse haben Menschen unterschiedliche Bedürfnisse, wie Texte für sie aufbereitet sein müssen.
Behördensprache weicht stark vom Sprachniveau der Bevölkerung ab
Studien zeigen: Behörden kommunizieren überwiegend auf Sprachniveau C1, während das Sprachniveau der Bevölkerung im Schnitt zwischen B1 und B2 liegt. Eine Sprache, die die Menschen nicht verstehen, verliert ihren Sinn. Eine zweckmässige, verständliche Sprache ist eine wichtige Brücke zwischen den Menschen innerhalb und ausserhalb der Behörde. Sie schafft Verständigung und Vertrauen.
Meine Umfrage zu Leichter Sprache in den Kantonsverwaltungen von Luzern, Zug und Zürich
Im Rahmen meines Studiums «CAS Arbeitsintegration» an der «Hochschule Luzern – Soziale Arbeit habe ich eine Umfrage in drei Kantonsverwaltungen gemacht. Ich wollte herausfinden, wie Leichte Sprache heute genutzt wird, was die Mitarbeitenden der Behörden von Leichter Sprache halten, ob Leichte Sprache nach ihrer Meinung mehr genutzt werden sollte und mit welchen Mitteln und Massnahmen eine breitere Akzeptanz und Verbreitung der Leichten Sprache zu erreichen wäre. Wenn Sie die Ergebnisse interessieren, lesen Sie das Abstract meiner CAS Abschlussarbeit.