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Unterwegs zur 08/15-Schule? Wider die Instrumentalisierung der Erziehungswissenschaft durch die Bildungspolitik
Abstract
Die Schweiz ist im Begriff, ihr Schulsystem radikal zu erneuern. Und zwar ohne dass eine nennenswerte Diskussion geführt würde. Erstaunlich ist insbesondere die Abstinenz der Wissenschaft, die sich fast widerstandslos in die Rolle schickt, die ihr von der Politik zugedacht wird. Dabei stehen Werte auf dem Spiel, deren Verlust nicht widerstandslos hingenommen werden kann. Die folgenden Ausführungen sind aus der Besorgnis entstanden, dass die aktuelle Reform des schweizerischen Schulsystems der Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung Schaden zufügen könnte, indem sie in eine Position gedrängt werden, die ihre Unabhängigkeit gefährdet und sie ihrer kritischen Funktion beschneidet.
Ich beginne mit einer knappen Darstellung der laufenden Reformen, wobei ich mich auf den obligatorischen Schulbereich beschränke (1). Danach frage ich nach Herkunft und Bedeutung eines Kernbegriffs der aktuellen Schulreform (2), suche nach Differenzen zwischen industriellen und Bildungsstandards (3) und diskutiere, was der Anspruch auf Messung von Standards beinhaltet (4). Nach einer kritischen Auseinandersetzung mit drei Schwachstellen der aktuellen Reformpolitik (5), schliesse ich mit einigen Bemerkungen zur Lehrerprofessionalität, die nach meiner Beurteilung unter einem ähnlichen Druck steht wie die Erziehungswissenschaft (6).
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