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Inzidentalome sind Nebennierentumoren, die
zufällig im Rahmen anderer Untersuchungen entdeckt werden.
Das Inzidentalom der Nebenniere ist zwar häufig, es hat aber nur
ausnahmsweise Krankheitswert. Die häufigsten Tumore sind Zysten, Lipome,
Adenome oder evtl. Karzinome, Ganglioneurome, Hämangiome, Pseudozysten
als Folge von NN-Hämatomen und Myelolipome (Tumoren aus Fettzellen und
blutbildenden Anteilen).
Zur
Klärung einer Operationsindikation müssen
sorgfältige endokrinologische Untersuchungen durchgeführt werden, um
hormoninaktive von hormonaktiven Läsionen zu differenzieren
(Ausschluss/Nachweis einer Gluko-/Mineralokortikoid- oder
Katecholaminsekretion). Im Rahmen
klinischer Studien kann eine weitergehende Labordiagnostik vorgenommen werden.
Bildgebende Verfahren (CT-Diagnostik,
Kernspintomographie, PET, szintigraphische Untersuchungen) können
weitere Hinweise auf die Art des Tumors oder ggfs. das Malignitätsrisiko
geben.
Zufällig entdeckte Raumforderung der linken Nebenniere (Pfeile) in der CT-Diagnostik
Eine
Probeentnahme aus dem Tumor (z.B. durch CT- oder
sonographiegesteuerte Punktion) ist hingegen in aller Regel nicht
erforderlich, da mit dieser Untersuchung die Unterscheidung zwischen
Adenom und Karzinom nicht mit hinreichender Sicherheit getroffen werden
kann. Eine Ausnahme hiervon kann die
Abklärung metastatischer Absiedelungen (Tochtergeschwülste
anderer Tumoren) sein, wenn von der Diagnose das weitere Vorgehen
abhängt. Ein Phäochromozytom muss jedoch in diesem Fall sicher
ausgeschlossen sein, da es ansonsten durch die Manipulation am Tumor zu
Blutdruckkrisen kommen kann.