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Erinnern Sie sich noch an den Hitzesommer 2003 und die Folgeschäden für unsere Ökosysteme? Von extremen Hitzeperioden ist nicht nur das Land betroffen, sondern auch das Leben im Meer. Die Risiken, Auswirkungen und Zukunftaussichten werden im Zukunftslab der ETH diskutiert.
Wegen der Klimaerwärmung häufen sich Extremwetterereignisse. Letztes Jahr zum Beispiel, hatten wir (nördlich von den Alpen) den heissesten Juli seit Messbeginn erlebt. Der Jahrhundertsommer 2003 war so heiss, dass Zehntausende in Europa der Hitze zum Opfer fielen. Dürren und Waldbrände setzten Ökosystemen zu, ausserdem litten viele Bäume unter Wurzeltrockenheit.
Nun sind über 70 Prozent der Erde mit Wasser bedeckt. Was geschieht mit den Ökosystemen in den Ozeanen, wenn Wassermassen ungewöhnlich erwärmt werden? Mit dieser Frage beschäftig sich der Umweltphysiker Dr. Stefan Fröhlicher im Zukunftslab der ETH.
Im Jahre 2013 entdeckten Forscher erstmals „the Blob“, eine ungewöhnlich warme Wasserblase im Pazifik vor der nordamerikanischen Küste, die sich in den darauffolgenden zwei Jahren an der Wasseroberfläche weiter ausdehnte. Die Temperatur war über drei Grad wärmer als der alljährliche Durchschnitt und hatte einen Durchmesser von bis zu 1600 Kilometer. Die Temperaturmessungen an der Wasseroberfläche zeigen, dass auch Überbleibsel dieser Hitzewelle bestehen, auch noch in diesem Jahr. Diese warmen Wassermassen sind nährstoffarm, da sie sich durch die geringeren Dichte nicht mit kälterem nährstoffreicherem Tiefenwasser vermischen. Aus diesem Grunde haben sie die ozeanische Ökosysteme aus dem Gleichgewicht gebracht, denn die Nährstoffarmut führte zu vermindertem Phytoplanktonwachstum. Dies brachte die Dynamik der Nahrungskette durcheinander. Einige Meeresbewohner zogen daher in kältere Wasser ab (Zooplankton und einige Fischarten) und die in den tropischen Gewässer beheimateten Zwerggrindwalen waren unüblich lange im Nordpazifk.
Auch die Australische Westküste war im Jahre 2010/2011 von einer Hitzewelle betroffen. Die Meerestemperatur war bis zu 6 Grad Celsius über dem Durchschnitt. Ein 1000 Quadratkilometer grosser Algenwald ging zugrunde, mit ihm seine Bewohner.
Rund die Hälfte der globalen Biomasse wird von marinen Ökosystemen produziert. Viele Menschen beziehen ihre Nahrung daraus. Erste Folgen der Hitzewellen sind bereits im Fischfang spürbar, 2015 wurden weniger Lachs gefangen, da die Fische aufgrund Nahrungsmangel wegzogen. Dabei ist es den Fischen nicht möglich, in tiefere, kühlere Gewässer umzusiedeln, wegen Licht-, Sauerstoff- und Nahrungsmangel. Ausserdem ist auch in der Tourismusbranche ist mit Einbussen zu rechnen, wegen der verminderten Vielfalt der Meeresbewohner.
Angenommen die Weltmeere erwärmen sich weiter, ist mit häufigerem Auftreten von Hitzewellen zu rechnen. Dazu kommen noch weitere Stressfaktoren für die marinen Ökosysteme, wie Ozeanversauerung und Sauerstoffverlust, wie Forscher mittels Beobachtungen und Modellsimulationen vorhersagen.
Hier können Sie mehr über „the Blob“ erfahren (Englisch).