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Nottwil, 18. August 2023 – Die Schweizer Delegation brilliert an den European Para Championships in Rotterdam. Gleich drei goldene, eine silberne und eine bronzene Medaille konnte das Para-Cycling-Team feiern. Die 39-köpfige Schweizer Delegation kämpft seit dem 6. August in den Sportarten Badminton, Basketball, Bogenschiessen, Cycling, Sportschiessen und Tennis um die Medaillen. Medaillenhoffnungen darf die Schweiz auch im Badminton weiterhin haben.
Para-Cycling: von Glasgow nach Rotterdam
Timothy Zemp (Zürich) durfte als erster jubeln. Der Informatiker hatte erst 2020 mit dem Radsport begonnen. Daher ging es für ihn dieses Jahr darum, international Wettkampferfahrung zu sammeln. An der WM in Glasgow vor knapp zwei Wochen war sein bestes Resultat ein siebter Platz im Zeitfahren. Aus diesem Grund darf er sich über die Silbermedaille in Rotterdam besonders freuen.
Kurz nach Timothy Zemp starteten die Frauen in den stehenden Kategorien. Sowohl Flurina Rigling (Hedingen), Franziska Matile-Dörig (Winterthur) als auch Celine van Till (Grand-Lancy) erkämpften sich in ihrer jeweiligen Kategorie die Goldmedaille im Zeitfahren. Für Flurina Rigling bedeutet dies die Fortsetzung einer Erfolgsserie. Sie gewann an der WM im Glasgow zwei WM-Titel zwei Silbermedaillen und einmal Bronze und befindet sich somit in Höchstform. Auch die Genferin Celine van Till hatte an der WM in Glasgow mit einer Gold- und einer Silbermedaille bewiesen, dass sie zu den Weltbesten ihrer Kategorie gehört.
Handbiker Benjamin Früh (Grüt) wurde für eine hervorragende Leistung mit der Bronzemedaille belohnt. Auch die Handbikerin Sandra Stöckli (Jona) fuhr ein starkes Rennen, musste sich am Schluss aber mit dem undankbaren vierten Platz zufriedengeben. Die anderen Athlet*innen konnten nicht ganz vorne mitfahren. Sie erreichten in ihren Klassen folgende Platzierungen: Heinz Frei (Oberbipp) 16. Platz., Nick Fankhauser (Wanden an der Aare) 23. Platz, Tobias Lötscher (Nottwil) 8. Platz, Felix Frohofer (Russikon) 9. Platz, Yves Schmied (Berlens) 11. Platz, Cornel Villinger (Muri) 26. Platz, Roger Bolliger (Bottenwil) 8. Platz, Laurent Garnier (Grandson) 9. Platz und Fabiano Wey (Schenkon) 5. Platz.
Finaleinzug für Sportschüztin Nicole Häusler
Nicole Häusler (Pfaffnau) startete gut in die EM. Als einzige Athletin behauptete sie sich gegen ihre männlichen Konkurrenten und belegte mit 630.9 Punkten in der Vorrunde Platz 6. Somit qualifizierte sie sich für den Final. Das Ziel für die European Para Championships war für sie und ihren Coach somit bereits erreicht. Sie ist mit dem siebten Platz zufrieden, sieht aber Luft nach oben: «Klar, ich hätte gerne noch weiter vorne mitgemischt – der Ehrgeiz ist da. Der Lärmpegel beim Final war aber etwas problematisch. Das hat die Kommunikation mit meinem Coach erheblich erschwert. Aber als einzige Frau im Mixed darf ich schon ein wenig stolz sein.» Am Sonntag startet sie erneut im R5 und hofft auf weitere gute Resultate: «Bei der liegenden Disziplin kann alles passieren. Ich würde mich über eine weitere Finalqualifikation freuen, aber davon ausgehen kann ich nicht. Wir werden sehen!»
Medaillenchancen im Badminton
Das Badminton Team schloss die Gruppenphase mit Erfolg ab. Cynthia Mathez (Boningen) und Ilaria Renggli (Hottwil) haben ihren Gegnerinnen mit 21:3/21:4 nichts geschenkt und sichern sich einen Platz im Halbfinal, dies nicht nur im Doppel, sondern auch im Einzel. Mit Marc Elmer (Näfels) zieht neben den zwei Sportlerinnen Cynthia Mathez und Ilaria Renggli der erste Sportler ins Halbfinal ein. Sein Doppel konnte er mit dem Italiener Yuri Ferrigno gegen seinen Teamkollegen Lars Porrenga (Oberlunkhofen) und dem Kroaten Dražen Mikšić für sich entscheiden (21-11/21-12). Auch Luca Olgiati (Hottwil) konnte sich in seinem Einzel gegen den Engländer Gobi Ranganathan mit einem Spielstand von 21-3/21-3 behaupten und zieht somit ebenfalls ins Halbfinal ein. Nach dem deutlichen Sieg für Olgiati folgte ein nervenaufreibendes Match von Lars Porrenga mit seiner Mixed Partnerin Ebru Goksen (TUR). Das Spiel war spannend – das Publikum fieberte mit. Den ersten Satz gewannen die Gegner*innen Jan Matoušek (CZE) und Natalia Grzyb (POL) knapp (21-18). Porrenga und Goksen holten im zweiten Satz entschlossen mit 21-14 auf und konnten sich den Halbfinaleinzug durch ihr gutes Spiel im dritten Satz (21-15) sichern.
Im 1/8 Final konnten sich Dominik Bützberger(Thun) (Mixed/Einzel) und Maurin Stübi (Emmenbrücke) (Mixed) leider nicht gegen ihre starken Gegner*innen behaupten und scheiden somit aus.
Abstieg in die B-Liga für das Basketballteam
Noch vor Ende der EM war klar: das Schweizer Basketballteam steigt in die B-Klasse ab. Damit ist das erklärte Ziel des Klassenerhalts leider nicht zustande gekommen. Nach Niederlagen in der Vorrunde gegen die Teams aus Deutschland (40:64), Polen (62:71), den Europameister aus den Niederlanden (64:33), Spanien (31:84) konnte der Sieg gegen Lettland (55:67) nicht mehr ändern, denn das entscheidende Spiel gegen Israel ging am 16. August mit 63:45 verloren. So spielten die Schweizer heute gegen Lettland um Platz 11, den sie sich mit einem Sieg (66:46) sicherten.
Enttäuschende EM für Bogenschütze Pascal Héritier
Für Pascal Héritier (Vetroz ) waren die Europameisterschaften schon nach dem ersten Compound-Wettkampf zu Ende. Er schied im Sechzehntelfinale gegen den Franzosen Maxime Guérin (130:143) aus. Damit entsprach die EM nicht seinen Erwartungen: «Ich bin nicht zufrieden mit meiner Leistung, ich hatte mehr von mir erwartet.»
Starke Performacen im Doppel im Tennis
Die beiden jungen Schweizer Tennisspielerinnen Nalani Buob (Baar) und Angela Grosswiler (Walchwil) zeigten im Doppel eine starke Leistung und konnten um die Bronzemedaille spielen. Leider unterlagen in einem spannenden Match den beiden Deutschen Katharina Kruger und Britta Wend mit 2:6 und 4:6. Im Einzel konnten sie sich nicht durchsetzen. Angela Grosswiler unterlag der sehr routinierten Spanierin Lola Ochoa (2:6/1:6). Nalani Buob gewann das erste Match gegen die Italienerin Silvia Morotti (6:1/6:1), verlor dann aber den Viertelfinal gegen Lucy Shuker, die Weltnummer 13 aus England. Trainerin Eva Stutzki zieht dennoch eine positive Bilanz: «Die European Para Championships waren eine super Erfahrung für die beiden Athletinnen. Sie haben absolut tolles Tennis gezeigt und man sieht, dass sie sich in den letzten Monaten weiter verbessert haben».
Bilder der European Para Championships 2023 stehen auf folgender Dropbox zur Verfügung.
Text: Schweizer Paraplegiker-Vereinigung