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Da die Schweizermeisterschaft, welche alle zwei Jahre stattfindet, ihren Rhytmus geändert hat, wurde dieses Jahr zur Überbrückung einen Swiss Cup veranstaltet. Die Idee dahinter war, einen einfachen Wettkampf ohne grosses Drumherum zu veranstalten, welchen Neulingen erlauben sollte, in die Welt des Ballonwettkampfs einzusteigen. Er fand vom 9.-13. Mai in Affoltern im Emmental statt und wurde von Stefan Zeberli geleitet. Total haben 12 Teams teilgenommen, davon je eines aus Deutschland und Lettland.
Wir waren mit zwei Teams anwesend (Nicole, Sam, René und Cynthia & Gian-Marco, Corinne, Bruno und Andrea), hatten aber leider nicht die Resourcen, um live von der Veranstaltung zu bloggen. Deshalb hier eine Zusammenfassung der Geschehnisse:
Nach dem Check-in und General Briefing am Mittwoch Nachmittag stand direkt die erste Fahrt an. Aufgrund der Gewitterlage und des anrückenden schlechten Wetters war ein Start vom gemeinsamen Startplatz geplant. Leider konnte die Fahrt nicht durchgeführt werden. Das Briefing für den folgenden Donnerstagmorgen wurde auch bereits am Abend abgesagt.
Nach dem Durchgang der Kaltfront am Donnerstag Mittag sah es wettermässig dann auf dem Papier deutlich besser aus. Im richtigen Leben war es aber weiterhin bewölkt und nicht wirklich schön. „Schön“ ist aber für Ballonwettkampf keine Notwendigkeit, und so gab es wieder einen Start ab einem gemeinsamen Startplatz. Zuerst eine Fuchsjagd, dann eine Qual der Wahl. Nach der ersten Fahrt standen Nicole und Sam auf dem 2., Gian-Marco und Corinne auf dem 7. Zwischenrang.
Für den Freitagmorgen war das Wetter nun endlich „schön“. Stefan hat vier Aufgaben gestellt: Judge Declared Goal, Minimum Distance Double Drop, Qual der Wahl und ein Fly On von einem individuellen Startplatz aus. Für einmal war das Minimum Distance keine Pizza, in welche man zwei Marker werfen musste, sondern auf der Karte waren verschiedene Wertungsgebiete aufgezeichnet. Die Distanz ergab sich aus dem Verlassen des einen Gebietes und des Einfahren in das nächste. Natürlich war die kürzest mögliche Distanz auch die schwierigste: Das zweite Wertungsgebiet war nur einige Duzend Meter gross. Trotzdem war für uns klar, dass wohl kein Weg darum herum führt, genau dieses zu treffen. Wie sich dann auch in der Luft gezeigt hat, haben es alle probiert und fast alle auch geschafft. In der Auswertung kam es dann auf wenige Meter an. Auch die restlichen Tasks liefen wie geplant, und so befanden sich Nicole und Sam nach der Fahrt weiterhin auf dem 2., Gian-Marco und Corinne konnten sich auf den 4. Zwischenrang vorarbeiten.
Die dritte Fahrt am Freitagabend war wiederum ein Start auf dem gemeinsamen Startplatz. Stefan hat eine Qual der Wahl und ein Pilot Declared Goal gestellt, welches wir bereits vor dem Start deklarieren mussten. Die Fahrt ist uns in Summe ganz gut gelungen, auch wenn Nicole und Sam den zweiten Zwischenrang an Marc Blaser abgeben mussten, welchem mit 1’969 Punkten eine super Fahrt gelungen ist.
Am Samstagmorgen gab es wiederum vier Aufgaben vom individuellen Startplatz: Fly In, Fuchsjagd mit Anlauf, Fly On und Elbow. Stefan machte uns beim Briefing bereits darauf aufmerksam, dass der Wind während der Fahrt bis zu 180° drehen könnte. Es gab am Funk zwischen Nicole, Gian-Marco und Roman also einiges zu diskutieren: Wann machen wir das Fly On, und wie schaffen wir es, den Elbow genau während dieser Drehung zu machen? Wir entschieden uns alle dafür, das Fly On so schnell als möglich zu machen, bevor der Wind anfängt, sich unvorhersehbar zu verändern. Als wir den Elbow begonnen hatten, begann der Wind jedoch bereits zu drehen, so dass sich der mögliche Winkel immer weiter verkleinerte. Während Nicole und Roman zuerst den Wind nehmen wollten, der immer mehr verschwindet, ist Gian-Marco in das nächste Tal abgestiegen und hat auf einen komplett anderen Wind gehofft, um später hoch noch zu nehmen, was noch da ist. Wie sich gezeigt hat, war die zweite Strategie schlussendlich die richtige. Marc konnte nach dieser Fahrt die Führung übernehmen und Gian-Marco und Corinne schafften den Sprung auf den 2. Zwischenrang. Nicole und Sam standen jetzt auf dem 4. Platz.
Da schon ziemlich klar war, dass es am Sonntagmorgen keine Fahrt mehr geben wird, war der Samstagabend die letzte Möglichkeit. Allerdings sah es alles andere als gut aus: Auf dem gemeinsamen Startplatz wurden die Regenschirme aufgespannt. Die Teams waren alle recht verwirrt, dass der Wettkampfleiter noch nicht abgebrochen hat. Stefan war sich aber sicher, dass in wenigen Minuten gute Bedingungen herrschen würden. Etwas ungläubig, dass wir tatsächlich starten würden, haben wir uns an die Deklaration des 3D Tasks (selbst deklarierte Torte) und des Pilot Declared Goals gemacht. Viel gab es während der Fahrt nicht zu tun: Steigen, um in den obersten Teil der Torte zu kommen und hoffen, dass man irgendwie in die Nähe des zweiten Ziels kommt (welches wir mitten in die Torte gesetzt haben) und dann dahinter wieder absinken. Der ganze Spuk war nach gut 15min schon wieder vorbei und die Stimmung hat sich zumindest bei Gian-Marco und Corinne verschlechtert: Die Torte konnte aufgrund von Böen nicht optimal gefahren werden, das Pilot Declared Goal wurde um mehrere hundert Meter verfehlt und der Landeort war aufgrund der schnellen Winde alles andere als optimal. Nachdem wir mit Hilfe von Nicoles Team, Werni Beyeler, Brunos Fahrkünsten und dem Landrover uns und das Material aus dem Steilhang bergen konnten, haben wir uns mit Romans Team zum Schnitzel getroffen. Während dem Essen nahmen wir etwas überrascht zur Kenntnis, dass es wohl allen ähnlich erging – mit der letzten Fahrt konnten Gian-Marco und Corinne die Führung vor Roman und Marc übernehmen! Und Nicole und Sam konnten ihren 4. Platz verteidigen!
Am Sonntag konnten wir dann tatsächlich den Sieg und den vierten Platz bei einem gemütlichen Brunch feiern.
Wir danken unseren Teams für ihren grossen Einsatz und den Organisatoren für ihre Arbeit!