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(Meldung durchgehend erweitert, vor allem um Angaben zum zweiten Halbjahr)
Zürich (awp) - Die in der Waldbewirtschaftung tätige Precious Woods Holding hat den Verlust im ersten Halbjahr 2010 ausgeweitet. Die im letzten Jahr eingeleiteten Restrukturierungsmassnahmen zeigen zwar erste Auswirkungen, schlugen sich aufgrund diverser Faktoren aber noch nicht im Resultat nieder. Für den weiteren Geschäftsverlauf rechnet das Management mit einer Beschleunigung der Wirkung der getroffenen Massnahmen und einem im zweiten Halbjahr leicht verbesserten operativen Ergebnis. Der Abschluss des Turnarounds wird im nächsten Jahr erwartet.
Die Gesamteinnahmen sanken im ersten Halbjahr 2010 um 4,2% auf 42,9 Mio und die Einnahmen aus Holz- und Stromverkäufen um 3,7% auf 39,3 Mio USD. Der Betriebverlust vergrösserte sich auf 6,7 (VJ -3,7) Mio USD. Unter dem Strich verblieb ein Verlust von 8,9 (-4,8) Mio USD, wie Precious Woods am Montag mitteilte.
Der im Frühling 2009 eingeleitete Turnaround habe sich zu einem tiefgreifenden Umbau der Gruppe erweitert, heisst es. Das zentrale Ziel sei dabei die Steigerung der operativen Wirtschaftlichkeit unter Wahrung der erreichten Standards im ökologischen und sozialen Bereich. Die eingeleiteten Massnahmen zeigten erste Wirkungen, hätten aber bis Mitte 2010 aufgrund interner und externer Faktoren noch nicht in positiven Zahlen resultiert.
Zum Marktumfeld heisst es, die Märkte für tropische Holzprodukte hätten in den vergangenen Monaten Anzeichen einer Erholung gezeigt. Das Unternehmen erziele für seine Produkte wieder bessere Preise, und die Umsatzvolumen hätten sich stabilisiert. Die Programme zur Kostenreduktion und Prozessoptimierung zeigten in Europa und Zentralamerika erste Erfolge. Allerdings hätten erneut politische Restriktionen das Ergebnis gemindert. So setzte in Gabun die Regierung das Exportverbot für Rundholz seit 1. Januar 2010 umfassend und konsequent durch. In Brasilien sei die angestrebte Erntebewilligung zwar erteilt worden, allerdings rund drei Monate verspätet und erst für einen Teil des Erntegebietes.
Neben diesen negativen Auswirkungen habe auch ein unerwarteter Verlust von gelagerten Hölzern in Brasilien, verursacht durch einen Inventarfehler, belastet. In Brasilien sei das Ergebnis zusätzlich geschmälert worden durch zu hohe Fixkosten im Verhältnis zu den Umsatzzahlen. Diese seien hauptsächlich verursacht worden durch die verlängerte Ernte-Sperrfrist wegen längerer Regenzeit, die Verspätung der Erntebewilligung, sowie ein Ausweichen auf weniger wertvolle Hölzer. Zum Verlust beigetragen habe des Weitern auch der gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Mio USD geringere Nettozuwachs der biologischen Aktiven in Zentralamerika, begründet durch die Ende 2009 revidierte Bewertungsmethodik des Plantagenwerts.
Die unbefriedigende Ertragslage per Mitte 2010 sei für Verwaltungsrat und Geschäftsleitung eine herbe Enttäuschung, da mit Hochdruck am tiefgreifenden Turnaround gearbeitet werde, so die Mitteilung. Zur Behandlung der oben genannten Ursachen seien seit Herbst 2009 verstärkt und ab Beginn dieses Jahres zusätzliche Massnahmen ergriffen worden. Ihre Wirkung brauche indes mehr Zeit als vorhergesehen. Das Management rechnet mit zunehmender Wirkung der Massnahmen und einen Abschluss des Turnarounds im nächsten Jahr.
Für die zweite Jahreshälfte liege der Fokus auf eine "deutlichen Verbesserung" der Produktivität, auf dem Erhalt der weiteren Erntebewilligungen in Brasilien und auf dem Ausbau der Leistungsfähigkeit in Gabun. Wichtig sei zusätzlich die Steigerung der Verkäufe durch Precious Woods Europe, heisst es. Zentralamerika werde seine Jahresziele erreichen. Aufgrund des gegenwärtigen Geschäftsverlaufs und der weiteren Aufwendungen zur Verbesserung der Situation in Brasilien sei davon auszugehen, dass sich das operative Ergebnis währungsbereinigt und ohne Sonderfaktoren im zweiten Halbjahr 2010 "leicht" verbessere.
ch/ra
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