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Geschichte
Mitte 12. Jahrhundert
Die Freiherren von Vaz stiften ein Kloster und rufen Prämonstratenser zur Urbarisierung des Tales, aber auch zur Betreuung von Durchreisenden ins Tal. Der Herberge ist ein Spital angeschlossen.
Um 1200
Weil das Kloster rasch aufblüht, bauen sich die Chorherren eine grössere Anlage im Areal der heutigen katholischen Kirche. Ihr altes Gebäude, etwa 250 m dorfwärts gelegen, überlassen sie den inzwischen ins Tal geholten Prämonstratenserinnen, die aber nur etwas über hundert Jahre im Tal wirken.
1222
Papst Honorius III. bestätigt in einer Urkunde vom 24. Mai 1222 die Besitzungen des Prämonstratenserklosters Churwalden. In diesem Dokument wird zum erstenmal die Pfarrei Churwalden erwähnt, welche das Recht besitzt, die Toten zu bestatten.
1311
In einem Indulgenzbrief für die Klosterkirche und das Frauenkloster mit dem Hospital werden die Patrozinien erwähnt. Für die Klosterkirche S. Maria und S. Michael.
1472
Kloster und Kirche fallen einer Feuersbrunst zum Opfer. Der Abt leitet sofort den Wiederaufbau ein. Auf den Fundamenten der alten, romanischen Kirche wird der heutige neugotische Bau errichtet, vollendet 1502.
1526
Die Reformation, insbesondere das Novizenverbot, leitet den Niedergang des Klosters ein. Es werden ihm auch Zinsen und Einkünfte aus Gütern entzogen. Ausser dem Abt lebt lediglich noch ein Mönch im Kloster.
1599 bis 1807
Die Churwaldner Abtei wird nun mehr von Administratoren des schwäbischen Mutterklosters Roggenburg verwaltet.
1616 bis 1965
Protestanten aus den umliegenden Gemeinden stürmen die Kirche. Ab 1646 wird sie von beiden Konfessionen benützt. Der hohe Lettner, der früher Chorherren und Laien trennte, wird teilweise zugemauert und trennt nun Katholiken und Protestanten.
1965
Die Reformierten bauen eine eigene Kirche. Die Katholiken leisten eine Ablösesumme und verpflichten sich, das Gotteshaus wieder in seinem ursprünglichen Zustand erscheinen zu lassen. Mit diesem Vertrag wurde die seit 1669 bestehende dauernde Mitbenützung der Klosterkirche rechtlich aufgehoben. Am 13. November 1965 wurde die Klosterkirchenstiftung gegründet. Aus ihrem Statut geht hervor, dass sie alleinige Eigentümerin und Verwalterin des vom aufgehobenen Prämonstratenser Kloster Churwalden stammenden Vermögens inklusive aller Grundstücke und Gebäulichkeiten ist.
1967-1976
Der seit einigen Jahrhunderten bestehenden Tradition sah sich die neue Besitzerin immer wieder verpflichtet. Dies vor allem in den Jahren 1967 bis 1976, wo die archäologisch bauanalytische Untersuchung mit der Gesamtrenovation der Klosterkirche erfolgte.
1986-1994
In den Jahren 1986 bis 1994 wurden bauanalytische Untersuchung beim Abtgebäude vorgenommen. Das Ziel ist, das aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammende Gebäude vor dem Zerfall zu retten. Die effektive Restaurierung kostet rund 4.2 Mio. Franken und kann im Moment nicht finanziert werden.
1997-2000
Der aus dem Jahre 1511 stammende spätgotische St. Luziusaltar konnte konserviert und restauriert werden, nachdem er in jahrzehnte langen Bemühungen aus der Kathedrale Chur an den ursprünglichen Bestimmungsort zurückgeholt wurde. Dorthin war er im Jahr 1926 geraten, nachdem ihn die Gottfried-Keller-Stiftung nach einem Streit zwischen den Protestanten und den Katholiken gekauft hatte.
2001
Rückkauf des Hauses "Soldanella" von den Menzinger-Schwestern. Das Gebäude gehörte früher zum Kloster-Bereich der Prämonstratenser-Abtei und diente später während Jahrzehnten als Schulhaus der katholischen Schule Churwalden. Im Jahre 1932 kauften die Schwestern aus Menzingen das Gebäude und benützten es als Ferienhaus, nachdem auf der gegenüberliegenden Strassenseite ein grösseres Schulhaus gebaut wurde.
Das Mutterhaus Menzingen zieht die Schwestern infolge Nachfolgeprobleme definitv aus Churwalden zurück. Seit dem Jahre 1894 waren immer Menzinger-Schwestern für die katholische Schule im Einsatz. Auch nach der Schulverschmelzung im Jahre 1972 blieben bis zum 30. September 2001 immer zwei Schwestern in Churwalden. Sie waren bis ins Jahr 1993 an der Gemeindeschule weiterhin als Lehrerinnen tätig. Eine Schwester erteilte anschliessend noch Religionsunterricht.
2002
Das Dach wurde mit Lärchenschindeln aus dem Klosterwald revoniert.
2005
Die Marienkapelle auf der Südseite wird wieder eingerichtet.
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