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Biosafety bezeichnet die Sicherheit beim Umgang mit der Synthetischen Biologie, so dass weder Mensch noch Umwelt dadurch unbeabsichtigt geschädigt werden können. Dabei müssen sowohl das Schädigungspotential und die Konsequenzen einer möglichen Schädigung beurteilt werden als auch die Wahrscheinlichkeit, dass eine Schädigung überhaupt eintreten kann. Danach richten sie die Sicherheitsmassnahmen, die getroffen werden.
Für die Forschung im Laborumfassen diese persönliche, organisatorische und technische Massnahmen. Beispielsweise tragen Forschende Labormäntel und Handschuhe, und die Tätigkeiten werden in Sicherheitsarbeitswerkbänken durchgeführt. Sicherheitswerkbänke sind halb geschlossene Arbeitsbereich mit gefilterter Luft. Abfall und Abwasser werden unschädlich gemacht, bevor sie in den Kehricht bzw. in die Kläranlage gelangen.
Eine besondere sorgfältige Risikoabklärung wird erforderlich sein, falls Organismen, die mithilfe der Synthetischen Biologie hergestellt wurden, eines Tages in die Umwelt freigesetzt werden sollen. Dies könnten beispielsweise Mikroalgen sein, die in einem offenen System für die Treibstoffproduktion verwendet werden. Aber auch therapeutische Bakterien, welche die Mikroflora des menschlichen Darms besiedeln. Hier gilt es etwa abzuschätzen, ob die Organismen für andere Lebewesen giftig oder krankheitserregend sein können, wie stark sie sich in der Umwelt ausbreiten oder ob sie sich mit anderen Arten kreuzen können.
Biosecurity bezeichnet den Schutz vor Missbrauch der Synthetischen Biologie. Dabei muss gefragt werden, welche Missbräuche möglich sind, wer oder was dadurch geschädigt werden könnte und wie Mensch und Umwelt davor geschützt werden können.
Die synthetische Herstellung von DNA-Sequenzen macht es möglich, relativ einfach spezifische Sequenzen bei einer Firma zu bestellen und sie anschliessend im Labor zusammenzufügen. Dadurch könnten krankheitserregende Viren nachgebaut werden, um sie als Biowaffen einzusetzen.
Auch für andere illegale Aktivitäten könnte die Synthetische Biologie missbraucht werden – etwa zur Herstellung von Drogen oder Dopingsubstanzen.
Um dem Missbrauch der synthetischen Biologie vorzubeugen, gilt es, die ganze wissenschaftliche Gemeinschaft zu sensibilisieren. Dazu gehören etwa die Forschenden, die Verlage wissenschaftlicher Zeitschriften und die DNA-Synthesefirmen.
Synthetische Biologie - eine neue Stufe der Bio- und Gentechnologie. Bericht des Deutschen Büros für Technologiefolgen-Abschätzung beim Bundestag (TAB) (2015, deutsch).
Opinion on Synthetic Biology II - Risk assessment methodologies and safety aspects. Europäischen Kommission zur Synthetischen Biologie (2015).
Report of the Ad Hoch Technical Expert Group on Synthetic Biology. Convention of Biological Diversity (2015).
Akademien der Wissenschaften Schweiz (2017) Missbrauchspotenzial und Biosecurity in der biologischen Forschung. Eine Diskussionsgrundlage zur Frage des Umgangs mit dem Dual Use-Dilemma in der wissenschaftlichen Praxis. Swiss Academies Report, Vol 12, No. 3. Link
November 2018