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Nach den Wahlen am 20. März wird die Waadtländer Regierung mindestens drei neue Gesichter haben. Ersetzt werden müssen die beiden FDP-Staatsräte Pascal Broulis und Philippe Leuba sowie die grüne Ministerin Béatrice Métraux.
Eine bürgerliche Allianz träumt davon, die rot-grüne Mehrheit zu kippen. Insgesamt steigen 25 Kandidatinnen und Kandidaten auf zehn verschiedenen Listen ins Rennen um die sieben Regierungssitze. Das sind zehn Kandidierende mehr als bei den Wahlen 2017 vor fünf Jahren. Ein allfälliger zweiter Wahlgang findet am 10. April statt.
Bürgerliche spannen zusammen
Die spannende Frage wird sein, ob es der Rechten gelingen wird, die vor zehn Jahren erlangte Mehrheit von Links-Grün zu stürzen. Um die Macht in der Kantonsregierung wiederzuerlangen, setzt das bürgerliche Lager auf ein grosses Bündnis, das insgesamt fünf Kandidatinnen und Kandidaten aus FDP, SVP und der Mitte zusammenführt. Eine Premiere seit 2002.
An der Spitze dieser Listenverbindung steht die bisherige FDP-Staatsrätin Christelle Luisier, die im Februar 2020 gewählt wurde, um Jacqueline de Quattro zu ersetzen. Für die scheidenden Staatsräte Broulis und Leuba nominierte die FDP die Nationalrätin und ehemalige Bundesratskandidatin Isabelle Moret sowie Nationalrat Frédéric Borloz. Mit an Bord dieser bürgerlichen Allianz sind für die SVP Nationalrat Michaël Buffat und für die Mitte (ehemals CVP) deren Kantonalpräsidentin Valérie Dittli.
SVP hat Sitz an die Grünen verloren
Buffat, der laut Sotomo-Rating am stärksten rechts stehende Parlamentarier der Waadtländer Deputation in Bern, hat die schwierige Mission, die SVP wieder in den Staatsrat zu bringen und die Mehrheit ins bürgerliche Lager zurückzuholen. Viermal ist die SVP seit dem Tod von Jean-Claude Mermoud 2011 mit diesem Versuch bereits gescheitert. Als Ersatz für den im Amt verstorbenen Mermoud wurde damals die Grüne Métraux in die Regierung gewählt.
Die späte Ankündigung eines Rechtsbündnisses kurz vor Weihnachten beflügelte den Wahlkampf. Ohne die bürgerliche Allianz hätte wohl niemand darauf gewettet, dass sich die Machtverhältnisse in der Regierung (3 SP, 1 Grüne, 3 FDP) in der nächsten Legislaturperiode 2022-2027 ändern könnten. Nun scheint dies nicht mehr so sicher. Das rot-grüne Lager will aber alles dafür tun, die Regierungsmehrheit zu halten.
Die SP tritt mit ihren drei bisherigen Staatsrätinnen Nuria Gorrite, Cesla Amarelle und Rebecca Ruiz auf einer gemeinsamen Liste mit dem recht beliebten grünen Grossrat Vassilis Venizelos an, der Métraux ersetzen soll.
Grünliberale im Alleingang
Die GLP wurde von der bürgerlichen Allianz ebenfalls umworben. Diese lehnten das Angebot aber ab, weil sie sich nicht mit der SVP ins Bett legen wollten. Die Grünliberalen zeigen sich ziemlich selbstbewusst und steigen ohne Verbündete mit gleich drei Kandidierenden ins Rennen: der Fraktionsvorsitzenden Grazielle Schaller, der mit 23 Jahren jüngsten Abgeordneten im Waadtländer Parlament, Cloé Pointet und mit Jerôme De Benedictis, dem mit 32 Jahren jüngsten Gemeindepräsidenten des Kantons.
Die Parteien am linken Rand taten sich mit einer Einigung auf eine gemeinsame Kandidatur oder Liste ebenfalls schwer. Die Arbeiterpartei POP hob die Kantonsabgeordneten Céline Misiego und Vincent Keller auf den Schild, während Ensemble à Gauche (EàG) gleich vier Kandidatinnen und Kandidaten vorschlägt.
Die Unabhängigen (Vaud libre) kandidieren mit ihrer Grossratsabgeordneten und Gemeinderätin von Bex, Circé Barbezat-Fuchs.