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Was Trumps Leibarzt zum Zustand des US-Präsidenten sagt: Trumps Leibarzt Sean Conley zeichnete am Samstag ein rosiges Bild vom Zustand des 74-Jährigen: «Heute Morgen geht es dem Präsidenten sehr gut». Trump sei seit 24 Stunden fieberfrei. Husten, Nasenverstopfung und Müdigkeit seien abgeklungen. «Zum jetzigen Zeitpunkt sind das Team und ich sehr zufrieden mit dem Fortschritt, den der Präsident gemacht hat.» Conleys Kollege Sean Dooley sagte, Trump habe keine Atembeschwerden und alle Werte seien normal.
Was Trumps Stabschef zum Gesundheitszustand sagt: Mark Meadows, Trumps Stabschef, sprach jedoch gegenüber Reportern von ganz anders klingenden Informationen: «Die Werte des Präsidenten in den vergangenen 24 Stunden waren sehr besorgniserregend.» Die nächsten 48 Stunden würden entscheidend. «Wir befinden uns noch immer nicht auf einem klaren Weg zu einer vollständigen Genesung.»
Meadows wollte zu diesem Zeitpunkt anonym bleiben und nicht namentlich zitiert werden. Ein paar Stunden später sagte Meadows der Nachrichtenagentur Reuters, Trump gehe es sehr gut und die Ärzte seien mit seinen Vitalparametern sehr zufrieden. Auf die Diskrepanz seiner Aussagen ging er nicht ein. Einem Berater von Trump zufolge, der nicht genannt werden wollte, sei der Präsident über die erste Stellungnahme von Meadows unzufrieden gewesen.
Welche Fragen Trumps Leibarzt offen lässt: Der Auftritt Conleys am Samstag liess viele Fragen offen. Keine Antwort darauf, wie hoch Trumps Fieber war. Keine Angaben, wann Trump das letzte Mal negativ auf das Virus getestet wurde oder wo er sich angesteckt haben könnte. Der Mediziner wich auch wiederholt der Frage aus, ob Trump im Verlauf seiner Covid-19-Erkrankung zusätzlichen Sauerstoff benötigt habe. «Er bekommt im Moment keinen Sauerstoff», antwortete Conley. Die «New York Times» berichtet, Trump habe am Freitag Atemprobleme gehabt. Das habe die Ärzte veranlasst, ihm Sauerstoff zu verabreichen – und ihn ins Krankenhaus zu bringen.
Wann lag Trumps Testergebnis vor? Trumps Leibarzt sagte im Briefing, die Coronavirus-Diagnose liege «72 Stunden» zurück. Das wäre verheerend: Dann hätte er gewusst, dass er hochansteckend ist, bevor er am Mittwochabend und Donnerstagnachmittag in Minnesota und New Jersey Spender traf. Schon so steht Trump in der Kritik, weil das Weisse Haus vor seinem Treffen am Donnerstag Kenntnis davon hatte, dass eine seiner engsten Beraterinnen mit dem Virus infiziert war. Conley verfasst wenig später eine vom Weissen Haus verbreitete «Klarstellung»: Er habe sich falsch ausgedrückt. Tatsächlich habe Trumps positives Testergebnis erst am Donnerstagabend vorgelegen.
Ein unglaubwürdiges Arztschreiben aus der Vergangenheit: Um die Glaubwürdigkeit Trumps in medizinischen Fragen war es schon vor seiner Erkrankung schlecht bestellt. Sein Wahlkampfteam präsentierte 2015 das Schreiben eines Arztes namens Harold Bornstein, in dem es hiess: «Ich kann eindeutig sagen, dass Herr Trump, sollte er gewählt werden, die gesündeste Person sein wird, die je in das Präsidentenamt gewählt wurde.» Bornstein sagte dem Sender CNN in 2018: «Er hat den ganzen Brief diktiert. Ich habe diesen Brief nicht geschrieben.»