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forlaufend
nach zwei Bildungsgesetze. Entweder die Einfassung erhält, wie bei der Antike, das Gepräge eines in die Wand eingestellten und meist vor diese vortretenden, die Thüröffnung einfassenden Architekturgerüstes, oder die Thür wird in mittelalterlicher Weise nur mehr als Einschnitt in die Wand aufgefaßt, und die Thüreinfassung besteht dann im wesentlichen in einer mehr oder weniger reich ausgebildeten Leibung. Bildet die steinerne Thüreinfassung einen wesentlichen Teil der Frontarchitektur eines Gebäudes, so fällt sie mehr unter den Begriff des »Portales« und wird dann wohl zu einem bedeutungsvollen Architekturstück von großem Reichtum entwickelt.
Bei Holzkonstruktion werden Futter und Bekleidungen an verzimmerten Zargen (Blockzargen) oder einzelnen in die Mauer eingelassenen Dübeln und Überlagsbohlen befestigt. Die Futter sind glatt oder gestemmt und im letztern Falle ähnlich wie die Thürflügel ausgebildet. Die Bekleidungen erhalten die verschiedensten Formen, werden bei reicherer Ausbildung wohl auch mit Sopraporten und Verdachungen versehen. Der Thürbeschlag besteht aus der Bewegungs- und Verschlußvorrichtung.
Zur erstern gehören vornehmlich die Thürbänder, deren einer Teil an der Wand oder Thüreinfassung, der andre am Flügel befestigt ist. Während sich das Band [* 2] bei der Bretterthür von der einfachsten Nutzform, dem glatten langen Bande, bis zu der reichsten Kunstform, dem geschmiedeten Zierband des Mittelalters, entwickelt hat, zeigt die moderne Thür zumeist das versteckt angeschlagene, kunstlose, aber praktische Fischband, daneben wohl auch das Scharnierband und das aufgesetzte, d. h. auf dem Thürflügel sichtbar befestigte, sogen. Schippband.
Schwere Thüren läßt man mit Zapfen [* 3] in Pfannen gehen, Schiebethüren laufen auf Rollen [* 4] oder hängen besser in solchen. Thüren, die nicht in einen Falz [* 5] schlagen, sondern sich nach zwei Seiten bewegen sollen, sogen. Pendelthüren, die man namentlich gern für Windfänge verwendet, erhalten für diesen Zweck besonders eingerichtete Bewegungsvorrichtungen, Scharnier- und Gabelbänder, Rollenpendel u. dgl. Um die Thüren selbstschließend zu machen, hat man die verschiedensten Thürzuwerfer erfunden.
Sie werden durch Gewichte, Federkraft oder Luftdruck in Wirkung gesetzt. Auch dadurch, daß man die Thür, sei es durch besondere Vorrichtungen, sei es durch entsprechende Anordnung der Bänder, beim Öffnen zu einer Aufwärtsbewegung zwingt, bewirkt man ihr selbstthätiges Zufallen. Um das mit der Zuwerfvorkehrung verbundene geräuschvolle Zuschlagen der Thüren zu verhindern, hat man jene neuerdings mit sogen. Thürzuschlaghinderern verbunden. Die Zuschlagfeder ist dabei mit einer Hemmvorrichtung verbunden, welche den zusagenden Thürflügel bremst und verursacht, daß er langsam und ruhig ins Schloß fällt.
Die Vorkehrung besteht darin, daß die kräftige, in ein trommelförmiges Gehäuse eingeschlossene und am Thürrahmen befestigte Zuschlagfeder a (s. Figur) durch einen Hebel [* 6] b gelenkförmig mit der Kolbenstange eines mit Glycerin oder Luft gefüllten Cylinders c verbunden ist, welche die bremsende Wirkung ausübt. Der leicht regulierbare Apparat hat sich ungemein eingebürgert. Ein Übelstand, welcher anfangs darin bestand, daß die Vorkehrung ein gewaltsames Schließen der Thür nicht vertrug, ist neuerdings durch eine Vervollkommnung gehoben, welche in der Einschaltung eines nachgiebigen Gliedes zwischen Thür und Thürschließer [* 7] besteht.
Die hauptsächlichste Verschlußvorrichtung der Thür ist das Schloß. Während es im Mittelalter, ähnlich wie die Bänder künstlerisch reich und trefflich behandelt, der Thür als breites, allerdings oft schwerfälliges Kastenschloß aufgelegt war, zeigt es heute unter Zurückdrängung der Kunstform einen zu großer Vollkommenheit gebrachten Mechanismus. Die alten, sogen. deutschen Schnappschlösser sind fast ganz von den französischen Schließschlössern verdrängt.
Kastenschlösser finden nur noch in einfachster Form und bei untergeordneten Thüren Anwendung, die Schlösser werden meist eingesteckt, d. h. in die Holzdicke des Thürrahmens eingeschoben. Unter den Sicherheits- oder Kombinationsschlössern aller erdenklichen Art der Neuzeit sind besonders die Chubschlösser verbreitet. Zur Vervollständigung der Verschlußvorrichtung treten bei Flügelthüren noch die Riegel, selten als gewöhnliche Schubriegel, meist als Kanten- oder Basculriegel konstruiert, hinzu. Allereinfachste Verschlußvorkehrungen, wie sie in der Regel nur für gewöhnliche Bretter- oder Lattenthüren Anwendung finden, sind Kettelhaken, Schubriegel, Vorhängeschloß mit Kramme und Überwurf u. dgl. m. Zuziehringe oder -Knöpfe, Zierknöpfe auf den Rahmenkreuzungen, Läutevorrichtungen beim Aufgehen der Thür, Thürklopfer [* 8] und bei Glasthüren Schutzgitter aller Art vervollständigen oft den Beschlag oder die Ausrüstung der Thüren.
[* 1] ^[Abb.: Thürzuschlaghinderer.] [* 9]