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Der Smaragd gehört gemeinsam mit dem Saphir und dem Rubin zum Trio der «Grossen Drei», jenen Farbedelsteinen, die am seltensten, begehrtesten und kostbarsten sind. Im Gegensatz zu den beiden anderen ist der Smaragd mit einer Mohshärte von 7,5 bis 8 auf der Härteskala der Mineralien nicht ganz so hart (die beiden anderen erreichen jeweils 9 auf der Mohsskala), wegen seiner geheimnisvoll anmutenden grünen Farbe gilt er aber als sehr begehrt.
Der Smaragd ist mineralogisch betrachtet die grüne Varietät des Berylls. Seine typische Färbung erhält er durch Chrom oder Spuren von Eisen, die in den Kristallen mit eingeschlossen sind. Je nach Anteil dieser Elemente ergeben sich verschieden intensive Grüntöne. Vorsicht geboten ist bei Smaragden, die völlig ohne Einschlüsse erscheinen: Hier besteht die Gefahr, ein Imitat in den Händen zu halten.
Der Edelstein ist wegen seiner Farbe beliebt, wobei er am begehrtesten ist, wenn der Farbton an frisches, grünes Gras erinnert. Da er etwas empfindlicher als ein Rubin und ein Saphir ist, wurde für den Smaragd eigens ein spezieller Schliff entwickelt, der dieser Empfindlichkeit Rechnung trägt: der Emerald Cut (engl. für Smaragdschliff). Der oft als abgestufter Oktaeder mit abgeflachten Ecken wahrgenommene Look zeichnet sich durch lang gezogene, parallel angeordnete Facetten aus. Er hebt so die Reinheit der grünen Blickfänger hervor. Apropos empfindlich: Das gilt nur im Vergleich zu den anderen beiden Vertretern der «Grossen Drei». In der Gesamtheit aller Farbedelsteine betrachtet, ist der Smaragd härter und robuster als viele andere.
Exemplare aus Kolumbien, meist aus den Muzo-Minen, sind für ihre kräftige grüne Farbe bekannt und begehrt. Aber auch Smaragde aus Brasilien haben eine hohe Qualität. Sie sind im Vergleich zu den Steinen aus Kolumbien etwas heller, weisen aber weniger Einschlüsse auf. Zudem werden die grünen Farbedelsteine auch in Russland, Sambia und Afghanistan abgebaut.
Der grösste jemals entdeckte Smaragd ist unter dem Namen Bahia-Smaragd bekannt und stammt aus den Beryll-Minen im brasilianischen Bahia. Er bringt 341 kg auf die Waage.
Schon die alten Ägypter und Römer waren vom Smaragd angetan. Nicht umsonst leitet sich der Name vom griechischen Wort für grüner Stein, «smaragdos», ab. Der berüchtigte Kaiser Nero soll bei den Gladiatorenspielen durch einen flach geschliffenen Smaragd geschaut haben. Ob er ihn als Vergrösserungsglas oder als antike Sonnenbrille nutzte, ist jedoch nicht bekannt. Diese Anekdote ist zudem eher Legende denn in Stein gemeisselte Wahrheit. Was hingegen Fakt ist: Aus dem Wort Beryll, dessen grüne Varietät der Smaragd ist, leitet sich die Bezeichnung «Brille» ab. Als echte Linse kamen die edlen Steine aber wohl nie zum Einsatz.