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Eine neue Studie zeigt, wie stark Flüsse weltweit unter Druck sind. Bedroht ist aber nicht nur eine wichtige Ressource der Menschheit, das Süsswasser, sondern auch die Biodiversität der Flusssysteme. Die am 30. September 2010 in der Fachzeitschrift „Nature“ publizierte Arbeit verdeutlicht, wie die gute Wasserver- und Abwasserentsorgung in Mitteleuropa und Nordamerika über die Realität der Gewässerbiodiversität hinwegtäuscht.
Das internationale Forscherteam hat Daten unter anderem von Gewässerverschmutzung, invasive Tierarten und Verlust von Feuchtgebieten analysiert und globale Karten der Gesamtbelastung für die grossen Flusssysteme erstellt. Die Resultate sind ernüchternd, denn etwa 80 Prozent der Weltbevölkerung ist von überdurchschnittlich stark belasteten Flüssen abhängig. Oft gefährden dieselben Faktoren die menschliche Nutzung sauberen Wassers sowie die Biodiversität.
Die Studie zeige, dass trotz Bemühungen um sauberes Wasser, die Flüsse in den USA und im westlichen Europa unter massivem Druck stehen, meint der Gewässerökologe und Initiator des Projekts, Mark Gessner von der Eawag. Grosse Investititionen für die Wasserreinigung, die Wasseraufbereitung und den Hochwasserschutz hätten eine heikle Situtation verhindert aber vergleichbare Massnahmen für die Biodiversität gäbe es keine. Deshalb unterscheide sich die Bedrohung der Biodiversität hierzulande kaum von der Situation in vielen Entwicklungsländern.
Die Autoren hoffen, dass die weltweite Analyse helfen werde im Wassermanagement nicht die Fehler der reichen Länder zu wiederholen. Es gelte vor allem neue Konzepte und Strategien, welche auch die Biodiversität berücksichtigen, zu entwickeln.