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In der Schweiz gibt es zwei Jagdsysteme, die Patent- und die Revierjagd. Sie unterscheiden sich wesentlich voneinander. In den Patentkantonen kann ein Patent gelöst werden und dann darf während weniger Wochen im Herbst im ganzen Kanton gejagt werden. Das Patent berechtigt, eine von der Jagdverwaltung festgesetzte Anzahl Tiere zu erlegen, wobei oftmals Alter, Geschlecht und Reihenfolge vorgeschrieben wird. Das erlegte Wild gehört dem Jäger.
Im Kanton Zürich wird die Revierjagd betrieben. Winkel hat ein eigenes Revier. Alle 8 Jahre werden die Reviere öffentlich versteigert. Die Steigerung ist an gewisse Regeln geknüpft, die Fischerei- und Jagdverwaltung legt die Anzahl der Pächter pro Revier fest. Die Pächter müssen die Jägerprüfung erfolgreich bestanden haben und Inhaber eines Fähigkeitsausweises des Kt. Zürich oder eines anerkannten Gegenrechtkantones sein. Bis zur Erlangung des "grünen Abiturs", wie die Jägerprüfung oft auch genannt wird, ist eine umfassende Ausbildung, welche mindestens zwei bis maximal fünf Jahre dauert, nötig. Seit 2011 müssen alle Jäger im Kt. Zürich im 2-jährlichen Zyklus ein Bedingungsschiessen erfolgreich absolvieren und somit die Schiessfertigkeit nachweisen. Mit der Übernahme des Reviers haben die Pächter auch Pflichten. Dazu gehört das Ausrücken bei Unfällen, die Wildhut, haben für einen nachhaltigen Wildbestand zu sorgen und müssen die Abschussvorgaben von der FJV einhalten. Ferner müssen sie durch die Regulierung des Wildbestandes dafür sorgen, dass Wildschäden im Wald und Feld in einem vernünftigen Rahmen bleiben. Der Pachtzins geht zu einem Teil an die Gemeinde, der grösste Teil bekommt der Kanton, der damit auch den Wildschadenfonds äuffnet.
Bei der letzten Steigerung hat die bisherige Jagdgesellschaft den Zuschlag erhalten. Sie ist juristisch gesehen eine einfache Gesellschaft und alle Pächter haften solidarisch.
Die Einnahmen aus der Verwertung von Wildbret dienen zur Zahlung des Pachtzinses, dem Kauf von Reviereinrichtungen, Fütterung von Wildtieren in Notzeiten, Unterhalt von Ablenkfütterungen für Schwarzwild und zur Zahlung von Wildschäden. Bei grossen Wildschäden reichen die Einnahmen nicht aus. In diesem Falle muss jeder Pächter seinen Anteil ans Defizit übernehmen.
Auf unserer Homepage beschränken wir uns, Ihnen die Gepflogenheiten der Revierjagd näherzubringen.
Jagdkultur/Jagdbrauchtum
Das Brauchtum spielt in der Jagd eine grosse Rolle. Jagdkultur beginnt mit der Waidmannssprache; hier werden spezielle Ausdrücke verwendet. Auf der Jagd begrüsst man den Jäger mit dem Waidmannsgruss und verabschiedet sich mit Waidmannsheil. In Oesterreich sind Trachten immer noch hoch im Kurs, bei uns kleidet man sich zu jagdlichen Anlässen in Grün. Zur Sonntagstracht trägt man individuellen Schmuck. Beliebt ist Grandelschmuck. Grandeln sind Hirschzähne, die von Goldschmieden kunstvoll in Gold oder Silberfassungen, meist verziert mit Eicheln oder Eichenblätter, hergestellt werden. Es können aber auch Broschen sein, welche aus Hirschhorn geschnitzt wurden.
In Zeiten, wo es noch kein Handy gab, legte man Brüche aus und konnte sich auf diese Weise verständigen. Brüche sind Tannenäste, die je nach dem, wie sie gelegt werden, eine bestimmte Bedeutung haben. Sie können einen Besammlungsort bezeichnen, eine Richtung anzeigen oder auch Gefahren signalisieren. Heute wird fast nur noch der Anschussbruch bei der Nachsuche verwendet.
Eine weitere Tradition ist das Jagdhornblasen. Jagdhornmusik erfreut jedes Jägerherz. In Zürich, Eglisau und manchmal auch in anderen Gemeinden finden im Herbst Hubertusmessen statt, welche von den Waidmännern und –frauen rege besucht werden.
Es gibt auch ethische Verhaltensregeln, die der Jäger einhalten sollte: Dazu gehört, dass kein Wild im Lager oder im Sitzen erlegt wird und auch Enten nur im Flug beschossen werden. Hat man ein Reh erlegt, dann erweist man die Ehrfurcht vor der Schöpfung mit der Gabe eines letzten Bissens. Man sucht sich einen Eichen- oder Tannenzweig und legt ihm diesen in den Äser (Mund)
Die Pflege der Kameradschaft hat bei uns einen hohen Stellenwert. An regelmässigen Zusammenkünften werden Beobachtungen und Erfahrungen ausgetauscht. Teamwork ist gefrragt, wenn vielfältige Arbeiten im Wald erledigt werden müssen, aber auch wenn es darum geht, mitten in der Nacht ein Wildschwein von 100 kg zu bergen. Auf der Jagd gibt es keine Doktortitel und keine Direktoren. Jeder Teilnehmer wird mit dem Vornamen angesprochen. Ausnahmen sind selten. Zur Pflege der Kameradschaft gehört auch das gemeinsame Einnehmen des Asers (Essen am Lagerfeuer) Auch hier herrscht eine gewisse Esskultur vor. Man nimmt ein Holzbrett mit, Gabel- und Messer vielfach mit Hirschhorngriffen, zum Trinken verwendet man einen Zinnbecher. Vielfach, besonders auf der Jagd, nimmt jeder noch etwas mit, was er seinen Kameraden offeriert (Käse, Gebäck, Mandarinen u.v.m.)
Unter diesem Kapitel stellen wir Ihnen folgende Themen vor:
- Jagdarten
- Jagdkalender
- Jagdhunde (Beschreibung der Tätigkeiten)