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Zement ist kein alter Baustoff, noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde in Giswil für unsere Bauwerke fast ausschliesslich gelöschter Kalk verwendet. Gebrannt wurde in Grubenöfen im Freien. Die zu brennende Kalksteine wurden von unten her in Form eines Gewölbes aufgebaut. Der Brand dauerte 4-5 Tage, wobei ununterbrochen Holz nachgeschoben werden musste, die Temperatur im Ofen betrug 900 – 1200 °C. Nach 2-3 Tagen konnte der ungelöschte Kalk entnommen werden.
Überschüttetete man gebrannten Kalk mit Wasser entstand ein Bindemittel (gelöschter Kalk) das mit Sand gemischt als Mörtel für das Baugewerbe oder für Verputze benötigt worden ist. Er diente, verdünnt, auch zum Weisseln von Wohnbauten und Ställen. Der hohe ph Wert hat eine ätzende Wirkung auf Ungeziefer. Bei grossen Bauprojekten wie dem Um- oder Neubau einer Kirche wurde in der Nähe ein Kalkofen gebaut. Im Grossteil haben wir die Reste eines Kalkofens unterhalb des Zimmerplatzes in der Nähe der Laui gefunden. Bei der Renovation der Kapelle Grossteil im Jahre 1743 hingegen wurde der Kalk bereits von Sarnen bezogen. Beim Neubau der Kirche Sachseln im 16. Jahrhundert wurde auf Ennetstocken Kalk gebrannt. Für Fresko- und Stuccotechniken wurde Sumpfkalk verwendet. Dieser wurde bis zu einem Jahr in der Grube belassen um die notwendige Feinheit zu erlangen.
Der Flurnamen Chalchofä ist in Giswil noch in höheren Lagen anzutreffen, so im Arni, auf Fluonalp und im Medernwald.
Gut erhaltener Kalkofen in Ardez