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Brunstzeichen Abbluten
Starke Durchblutung
Während der Brunst der Kuh sind alle Geschlechtsorgane besser durchblutet, die gerötete Schleimhaut der Scheide zeigt dies auch nach aussen. In der Gebärmutter reissen durch den erhöhten Druck häufig einige der feinsten Blutgefässe. Das Blut tritt ins Innere der Gebärmutter aus. In der Regel dauert es ein bis drei Tage bis mit diesem Blut vermischter Schleim an der Scham sichtbar wird. Oft ist es allerdings so wenig Blut, dass das Gewebe es wieder aufsaugt.
Nicht vom Eisprung!
In alten Lehrbüchern steht, dass der Eisprung auf dem Eierstock eine so starke Blutung hinterlässt, dass sie Tage später als blutiger Schleim sichtbar wird. Mit dieser These wurde ein Zusammenhang zwischen dem Abbluten und dem Eisprung hergestellt, der so nicht stimmt. Käme das Blut vom Zerreisen der Brunstblase auf dem Eierstock, müssten grosse Blutmengen zuerst durch den feinen Schlauch des Eileiters fliessen. Dort würde es zum einen recht schnell gerinnen also fest werden und zum anderen eine Befruchtung der Eizelle verhindern. Denn Blut tötet die Spermien ab.
Die abblutende Kuh war brünstig
Das Abbluten hat also mit dem Eisprung nichts zu tun, es ist kein Indiz dafür, dass die Kuh aufnimmt oder nicht. Auch Kühe, die abbluten, können durchaus eine Zyste machen. Das „Blut am Schwanz“ ist aber ein wichtiges Zeichen dafür, dass die Kuh in Brunst war. Es gehört also im Besamungskalender notiert.
Blut in Hauptbrunst, was nun?
In seltenen Fällen kommt es vor, dass die Kühe bereits während der Hauptbrunst - also solange sie noch „stehen“- abbluten. Dann ist die Gebärmutter besonders stark durchblutet. Leider ist eine Besamung, wenn eine Kuh bereits abblutet, nicht erfolgsversprechend. Die Samenzellen werden vom Blut zu stark geschädigt, eine Befruchtung ist unwahrscheinlich.
Nicht vergleichbar mit der Regelblutung
Immer wieder gibt es Verwechslungen: Das Abbluten der Kühe und die Monatsblutungen von Frauen sind zwei völlig unterschiedliche Vorgänge, in völlig anderen Stadien des weiblichen Zyklus.
Kühe bluten kurz nach oder während der Brunst ab. Frauen haben ihre Blutungen dagegen in der Gelbkörperphase des Zyklus, in der die Schleimhaut der Gebärmutter abgestossen wird, wenn sich kein Embryo darin eingenistet hat.
Beratungsartikel «Kurz erklärt» (PDF)
Woher das Blut stammt 03/2015