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Nächste Woche wählen die USA einen neuen Präsidenten. Donald Trump liegt in den Umfragen hinter Joe Biden, aber der Republikaner holt auf. In zwei wichtigen Swing States liegt Trump nun vorne. Die aktuellen Prognosen.
US-Präsident Donald Trump und sein Herausforderer, der ehemalige Vize-Präsident Joe Biden , konkurrieren bei der US-Wahl am 3. November um die Präsidentschaft. Biden liegt zwar relativ deutlich in landesweiten Umfragen vorne, viel wird davon abhängen, welcher Kandidat in den wichtigen Swing States gewinnen kann.
Dort ist das Rennen eng. Donald Trump kann laut aktuellen Prognosen der US-Politikseite «RealClearPolitics» Joe Biden in Florida und Ohio überholen, wenngleich seine Führung sehr knapp ist.. Diese beiden US-Bundesstaaten sind wichtig, besonders Florida fällt mit Wahlmänner und -frauen stark ins Gewicht. Das Rennen in vielen Swing States ist knapp, in sieben der 13 Staaten ist der Vorsprung von einem der beiden Politiker drei Prozent oder weniger. Trump müsste viele der engen Rennen für sich entscheiden, Biden hat aktuell einen deutlichen Vorsprung. Biden hatte in den Prognosen zuletzt den Republikaner in Iowa und Georgia überholt.
Der Wahlkampf findet in einer Krisenzeit statt, die Corona-Pandemie hat die Vereinigten Staaten stark getroffen und seit dem Frühjahr gibt es nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd Massenproteste gegen Rassismus und Polizeigewalt im Land.
Trumps Krisenmanagement hat bis zum Sommer dazu geführt, dass er in landesweiten Umfragen deutlich hinter dem Demokraten Biden lag und bis zum Herbst nur langsam aufholen konnte. Landesweit ist Bidens durchschnittlicher Vorsprung in den Umfragen bei über 7 Prozent. (Stand: 28. Oktober, 9 Uhr).
Das Problem: Landesweite Umfragen geben in den USA nur wenig Aufschluss darüber, wer am Ende ins Weisse Haus einziehen darf. Bei der US-Wahl 2016 lag die Demokratin Hillary Clinton am Ende mit 48.2 Prozent der Stimmen vor dem Republikaner Trump mit 46.1 Prozent. Das Ende ist bekannt, Trump wurde trotzdem US-Präsident.
Das liegt in erster Linie am US-Wahlsystem. Der Präsident wird nicht direkt vom Volk gewählt, sondern durch 538 Wahlmänner und -frauen. Davon stellt jeder Bundesstaat nach Bevölkerungsgrösse eine bestimmte Anzahl. Der Kandidat mit den meisten Wählerstimmen im Bundesstaat verbucht grundsätzlich sämtliche Wahlleute des Staates für sich. Ausnahme: In Maine und Nebraska werden die Stimmen der Wahlleute nach Mehrheiten in den Wahlbezirken aufgeteilt. Der Gesamtsieger des Staates erhält zwei weitere Stimmen.
Deswegen sind Prognosen zur US-Wahl vergleichsweise schwierig. Doch mit Blick auf Meinungsumfragen in den verschiedenen US-Bundesstaaten lässt sich abschätzen, wie eng das Rennen wirklich ist.
Aktuelle Prognosen: Laut den durchschnittlichen Berechnungen von «270toWin», einer überparteilichen Politikseite, liegt Biden nach Wahlmännern und -frauen deutlich in Führung. Das Rennen ist aber noch nicht entschieden.
Der Vorsprung von Biden vor Trump ist aber nicht so gross, wie es vielleicht den Anschein macht. Oft werden US-Präsidentschaftswahlen in wenigen Swing States entschieden – das sind US-Bundesstaaten, in denen es in der Vergangenheit oftmals eine wechselnde demokratische oder republikanische Mehrheit gab. In einigen davon ist das Rennen eng und es geht um viele Wahlmänner und -frauen. Diese Grafik zeigt den Vorsprung des jeweiligen Kandidaten in den Bundesstaaten, für die Zahlen ermittelt «RealClearPolitics» den Durchschnitt aus unterschiedlichen Umfragen.
Die US-Präsidentschaftswahlen entschieden sich oft in Ohio, Michigan und Florida. In diesen US-Bundesstaaten ist das Rennen eng, auch beim Rennen Biden gegen Trump. Zuletzt überholte Trump seinen Herausforderer in Florida und Ohio in den Umfragen, allein in den beiden US-Bundesstaaten geht es zusammen um insgesamt 47 Wahlmänner und -frauen.
Aktuelle Prognose: Bei der US-Wahl 2020 ist besonders überraschend, dass die Umfragen in Texas ein relativ knappes Ergebnis voraussagen. Verliert Trump in dem Stammland der Republikaner (38 Wahlmänner und -frauen), verliert er wohl auch die Wahl. Für Biden wäre ein Sieg in Florida (29 Wahlmänner und -frauen) ein grosser Schritt in Richtung Präsidentschaft. Hier konnte sich Trump 2016 knapp (1.6 Prozent) gegen Clinton durchsetzen.
Im November wird aber nicht nur der US-Präsident gewählt, sondern auch das Repräsentantenhaus und der Senat.
Im Repräsentantenhaus sieht es laut aktuellen Berechnungen von «270toWin» danach aus, dass die Demokraten ihre Mehrheit verteidigen oder sogar ausbauen könnten. Die 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses vertreten jeweils einen Wahlbezirk und werden alle zwei Jahre direkt gewählt. Selbst wenn die Demokraten alle Rennen verlieren würden, die aktuell als «eng» bezeichnet werden, dürften sie trotzdem eine Mehrheit behalten.
Knapper sieht es im Kampf um eine Mehrheit im Senat aus, noch ist völlig unklar, welche Partei nach der Wahl im November hier eine Mehrheit erringen kann. Alle zwei Jahre wird etwa ein Drittel des Senats neu gewählt. Der Senat besteht aus 100 Senatoren. Jeder Bundesstaat ist mit zwei Sitzen vertreten. In den Bundesstaaten, die ein Mandat zu vergeben haben, wird darüber per Mehrheitswahl entschieden.
Aktuelle Prognose: Die Umfragen sehen momentan die Demokraten im Vorteil. Wenn sich das bestätigen sollte, könnte die Partei, neben der US-Präsidentschaft, auch die Mehrheiten im Kongress und Senat erringen. Das würde ihnen viel Gestaltungsraum für die nächsten zwei Jahre geben und wäre eine schwere Niederlage für Trump und die Republikaner.
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