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| Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Brief an Marcellinus über die Erklärung der Psalmen (Epistula ad Marcellinum)

Brief an Marcellinus
23.
Willst Du Dank sagen am Tag des Herrn, so hast Du den dreiundzwanzigsten. Willst Du am zweiten Tag der Woche singen, so paßt, was der vierundneunzigste enthält. Willst Du singen am Tage der Parasceve, so paßt der Lobgesang im zweiundneunzigsten. Denn damals wurde das Haus gebaut, obschon die Feinde es zu umringen suchten, und deßhalb geziemt es sich, Gott als Triumphgesang zu singen, was damals im zweiundneunzigsten vorgetragen wurde. Ist aber die Gefangenschaft hereingebrochen und das Haus zerstört und wieder aufgebaut worden, so singe die Worte des fünfundneunzigsten, hat aber die Erde Ruhe erlangt vor den Kriegern, und ist nun der Friede eingekehrt, und herrscht der Herr, so hast Du, wenn Du hierüber singen willst, den sechsundneunzigsten. Willst Du am vierten Wochentage singen, so hast Du den dreiundneunzigsten. Denn damals wurde der Herr ausgeliefert, und er begann das Verdammungsurtheil am Tode zu vollziehen und über ihn offen zu triumphieren. Siebst Du beim Lesen des Evangeliums, daß am vierten Tage der Woche die Juden gegen den Herrn Rath schlugen, und siehst Du, daß er damals muthig daran ging, uns gegen den Teufel Recht zu verschaffen, so singe die Worte des dreiundneunzigsten Psalms. Siehst Du ferner die Vorsorge des Herrn für Alles und seine Macht über Alles, und Du willst Jemand zum Glauben an ihn und zum Gehorsam gegen ihn anleiten, so ermahne ihn zuerst zur Lobpreisung und singe den neunundneunzigsten. Und hast Du seine richterliche Macht erkannt, und daß Gott sein Gericht mit Barmherzigkeit vermischen wird, und willst Du ihm nahen, so hast Du zu diesem Zweck die Worte des hundertsten. [S. 358]