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Der Bau eines zweiten Autobahntunnels durch den Gotthard ist derzeit mehrheitsfähig: Laut einer Umfrage sprechen sich 70,8 Prozent dafür aus, eine Röhre durch den Berg zu bohren, nach deren Fertigstellung der bestehende Tunnel geschlossen und saniert werden könnte.
21,5 Prozent der Befragten sprechen sich gegen diese Lösung aus, 7,7 Prozent sind noch unschlüssig. Die Erhebung wurde vom Meinungsforschungsinstitut Opinionplus im Auftrag des SonntagsBlicks durchgeführt. Zwischen dem 4. und 14. Juli wurden in der Deutsch- und in der Westschweiz 1000 Stimmberechtigte online befragt. Der Unschärfebereich liegt bei maximal 3,2 Prozent.
Aus Sicht des Bundesrates und der Parlamentsmehrheit ist ein neuer Strassentunnel nötig, um den ersten, 1980 eröffneten, zu sanieren. Für das Projekt veranschlagte der Bundesrat 2,8 Milliarden Franken. Der neue Tunnel soll ab etwa 2020 in sieben Jahren gebaut werden. Anschliessend würde der bestehende gesperrt und saniert. Ab etwa 2030 sollen dann beide Tunnels je einspurig betrieben werden.
Gegen den Bau hatten die Parteien SP, Grüne und GLP sowie über 50 nationale, regionale und lokale Organisationen das Referendum ergriffen. Zur Abstimmung kommt die Vorlage erst nach den eidgenössischen Wahlen vom Oktober.
Würde bereits morgen abgestimmt, würden laut der jüngsten Umfrage sogar die Linken zustimmen: 51 Prozent der SP-Wähler gaben demnach an, „sicher Ja“ oder „wahrscheinlich Ja“ zu stimmen.
Es ist das dritte Mal nach 1994 (Alpenschutzinitiative) und 2004 (Gegenvorschlag zur Avanti-Initiative), dass das Volk direkt oder indirekt über den Bau eines zweiten Tunnels durch den Gotthard befinden kann. Bisher lehnte es solche Bestrebungen ab.