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Trendfolge-Modelle sind für Anleger eine sinnvolle Ergänzung zu klassischen antizyklischen Anlagephilosophien. Hinter dem Modell der relativen Stärke steht eine einfache Annahme: Anlagen, die in der Vergangenheit eine gute Rendite erzielt haben, werden das auch in Zukunft tun.
Die meisten aktiven Anleger konzentrieren sich auf die Suche nach unterbewerteten Titeln. Die Investition zu einem tiefen Kurs und der spätere Verkauf zu einem hohen Kurs ist eine sinnvolle und einleuchtende Handelsstrategie. Dieses antizyklische Verhalten ist in der Praxis aber nicht einfach umzusetzen. Die Antwort auf die Frage, ob eine Aktie hoch oder tief bewertet ist, setzt aufwändige Analysen voraus. Und selbst bei korrekter Analyse kann es Jahre dauern, bis der Markt die Über- oder Unterbewertung mit fallenden oder steigenden Kursen korrigiert.
Das Modell der relativen Stärke geht einen anderen Weg. Anleger, die sich daran orientieren, gehen nicht antizyklisch vor, sondern folgen einem laufenden Trend. Sie kaufen einen Titel, der sich in einem bereits etablierten Aufwärtstrend befindet. Sie gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzt, weil die Faktoren, die den Kurs in der Vergangenheit positiv beeinflusst haben, dem Titel weiterhin Schwung verleihen (Trendkontinuität).
Relative Stärke bedeutet also, dass eine Investition relativ zu anderen Investitionen eine bessere Voraussetzung (Stärke) hat. Diese Stärke wird oft auch als Momentum bezeichnet. Das ist ein einfaches Phänomen, das aber gut belegt ist: Es ist tatsächlich so, dass Aktien, die in der Vergangenheit eine gute Rendite erzielt haben, häufig auch in Zukunft überdurchschnittlich abschneiden.
Bei dieser Anlagephilosophie erübrigt sich die Analyse, ob ein Titel über- oder unterbewertet ist. Hingegen muss die Güte des aktuellen Trends aus den historischen Daten gelesen werden. Ein einfaches Beispiel mit einem begrenzten Anlage-Universum illustriert das konkrete Vorgehen. Das Universum besteht aus fünf Anlageklassen, nämlich aus Gold, Zinswerten Ausland, Zinswerten Schweiz, Aktien Welt und Aktien Schweiz. Alle diese Anlagen werden als Exchange Traded Funds (ETF) an der Schweizer Börse gehandelt.
Am Monatsende wird die relative Stärke der sechs Anlageklassen erhoben. In unserem Beispiel wird sie ermittelt, indem die Rendite des letzten Monats mit 30 Prozent gewichtet wird, die Rendite der letzten drei Monate mit 40 Prozent und die Volatilität (Schwankungsbreite) mit 30 Prozent. Die Rendite soll möglichst hoch sein, das Risiko und die Volatilität möglichst tief. Daraus ergibt sich eine Rangliste der fünf Anlageklassen. Am Anfang des folgenden Monates fliesst der gesamte Anlagebetrag in die Anlageklasse, die den ersten Rang belegt und somit die grösste relative Stärke aufweist. Das bedeutet, dass die Kursentwicklung in der Vergangenheit das einzige Beurteilungskriterium ist.
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Ende August 2014 sah diese Rangliste wie folgt aus: 1. Aktien Welt; 2. Zinswerte Ausland; 3. Gold; 4. Zinswerte Schweiz; 5. Aktien Schweiz.
Anleger, die diese Strategie anwenden, würden also im September 2014 den gesamten Anlagebetrag in einen ETF Aktien Welt investieren. Der Erfolg eines Anlegers, der ausschliesslich diesem einfachen Modell gefolgt wäre, ist eindrücklich. Seit Anfang 2000 hätte sich der Wert seines Portfolios mehr als verdoppelt.
Da der gesamte Betrag auf eine Anlageklasse konzentriert ist, ist das Modell natürlich auch mit hohen Risiken verbunden. Es ist deshalb nicht sinnvoll, alles nach dieser Strategie zu investieren. Das System der relativen Stärke eignet sich aber hervorragend, wenn man es kombiniert: mit anderen Trendfolge-Ansätzen oder mit klassischen antizyklischen Ansätzen.
Die Strategie der relativen Stärke wurde im Ansatz bereits 1967 von Robert A. Levy entwickelt (relativ strength as a criterion for investment selection, Journal of Finance, Volume 22-4, Dezember 1967). Private Anleger können sie aber erst heute sinnvoll anwenden. Einfache Instrumente wie ETF eignen sich perfekt für die Umsetzung solcher Konzepte, und mit einer günstigen Transaktionsplattform sind auch die Kosten kein K.O.-Kriterium mehr.
Weitere Informationen zur Geldanlage mit relativer Stärke unter VZ Finanzportal
Kommentare
Die beliebtesten Kommentare
Vielen Dank für den tollen Kommentar, ich bin genau der gleichen Meinung! Man könnte meinen das VZ hätte hier den…
Wenn Sie wirklich Ahnung hätten, würden Sie sicher nicht bei der VZ arbeiten. Lasst Euch nicht blenden von solchen Erfolgsaussichten.…
Wenn ETF wirklich so gut wären, wie es immer heisst, wären sie eine Lizenz um Geld zu drucken. Jeder würde…
Wenn Sie wirklich Ahnung hätten, würden Sie sicher nicht bei der VZ arbeiten. Lasst Euch nicht blenden von solchen Erfolgsaussichten. Das Risiko ist es nur selten Wert und die Gewinnaussichten sind aus den Sternen gegriffen.
Ich weiss wovon ich rede, wurde ermutigt meine PK auszahlen zu lassen um solchen Mist zu kaufen.
offensichtlich haben Sie den Inhalt des Artikels nicht verstanden. Zudem sind solch niveaulose Kommentare definitiv nicht angebracht – unabhängig was man von einem Beitrag hält!
Vielen Dank für den tollen Kommentar, ich bin genau der gleichen Meinung! Man könnte meinen das VZ hätte hier den „heiligen Gral“ gefunden.
Wenn diese Strategie wirklich dermassen überlegen wäre – warum bietet das VZ überhaupt noch andere Strategien an?
Wenn ETF wirklich so gut wären, wie es immer heisst, wären sie eine Lizenz um Geld zu drucken. Jeder würde in sie investieren; jeder würde, wenn – macht es aber nicht.
ETF sind wohl das am meisten überbewertete Finanzprodukt seit der Tulpenmanie im 17ten Jahrhundert.
Wer denkt, der Übergibt die Verantwortung zum Anlegen seines Geldes nicht an Dritte. Genau das ist es nämlich was man mit ETF macht. Man übergibt die Verantwortung für die Anlage seines Geldes an einen dritten. Die Haftung (= Verlust/Gewinn)bleibt jedoch beim Investor.
Bildlich gesehen übergibt man sein Auto an einen Dritten, unbekannten. Der dieses an die Wand fährt – oder eben nicht. Und für den Schaden haftet der Autobesitzer.
Darum, wer denkt, investiert sein Geld direkt.
Wenn ich Ihren Kommentar lese, merke ich, dass Sie den Sinn und Zweck von ETF nicht begriffen haben.
Viel Spass mit Ihren „Direktanlagen“. Sie übergeben übrigens auch bei Direktanlagen die Verwaltung Ihres Vermögens an Dritte: Z.B. an den CEO!
Die Grafik ist leider nicht lesbar.
Vielleicht ist es ja gewollt, dass die Grafik nicht lesbar ist.
Ich kann die Grafik gut lesen. Man muss sie nur anklicken, um eine vergrösserte Version zu sehen.