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Mason Greenwood wird nicht mehr länger strafrechtlich verfolgt. Die Klagen gegen den 21-jährigen Fussball-Profi wurden am Donnerstag fallen gelassen, nachdem der Crown Prosecution Service (CPS) – die englische Staatsanwaltschaft – «eine Verurteilung nicht mehr länger als realistisch ansah».
Im Oktober 2021 wurde Greenwood wegen versuchter Vergewaltigung sowie Körperverletzung seiner Freundin angeklagt. Ausserdem wurde dem Profi von Manchester United vorgeworfen, die Konten seiner Freundin in den sozialen Medien überwacht sowie ihr gegenüber Drohungen ausgesprochen und abwertende Bemerkungen gemacht zu haben, wie der Guardian schreibt.
Greenwood wurde am 30. Januar des letzten Jahres verhaftet, nachdem die Polizei von Manchester auf Bilder und Videos aufmerksam geworden war, welche auf physische Gewalt gegenüber einer Frau hinwiesen. Diese postete Greenwoods Freundin in den sozialen Medien. Auf diesen war sie unter anderem mit einer blutenden Lippe und blauen Flecken am Körper zu sehen. In einer Sprachaufnahme war zu hören, wie er sie zum Geschlechtsverkehr zwingen wollte, obwohl sie mehrmals sagte, dass sie dies nicht wolle. Durch die darauffolgenden Befragungen erfuhr die Polizei dann von sexueller Belästigung und den Morddrohungen, wie sie im Anschluss mitteilte.
Bereits im Oktober habe ein Gericht erfahren, dass ein zentrales Element der Ermittlungen nur vier Monate nach Greenwoods Verhaftung zusammengebrochen war, wie der «Guardian» berichtet. Aufgrund des grossen öffentlichen Interesses und der Schwere der Anschuldigungen hätten die Polizei und die Staatsanwaltschaft zunächst beschlossen, den Fall dennoch weiterzuverfolgen.
Im November 2023 hätte der Gerichtsprozess beginnen sollen. Nach einer Untersuchung von Anwältinnen und Anwälten der CPS wurde nun jedoch entschieden, die Klage fallen zu lassen, da keine «realistische Chance einer Verurteilung» mehr bestehe.
Greenwood wird nicht länger strafrechtlich verfolgt, ihm droht also keine Strafe mehr. Da er nicht verurteilt wurde, gilt weiterhin die Unschuldsvermutung. Wobei betont werden muss, dass der Spieler nicht freigesprochen wurde. Dies stellt der CPS in seiner Mitteilung klar: «Es ist nicht die Aufgabe des CPS, zu entscheiden, ob eine Person einer Straftat schuldig ist.» Vielmehr gehe es darum, «eine faire, unabhängige und objektive Beurteilung darüber vorzunehmen, ob es angemessen ist, dem Strafgericht eine Anklage vorzulegen, die dann geprüft wird.»
We have made the decision to discontinue the prosecution of Mason Greenwood.— Crown Prosecution Service (@CPSUK) February 2, 2023
A combination of the withdrawal of key witnesses and new material that came to light meant there was no longer a realistic prospect of conviction.https://t.co/ElTg58y1j4
Nach der Bekanntgabe der englischen Staatsanwaltschaft wurde in Greenwoods Namen ein kurzes Statement veröffentlicht. In diesem stand laut BBC: «Ich bin erleichtert, dass dieses Thema nun vorbei ist.» Ausserdem bedankte er sich bei seiner Familie und Freunden für die Unterstützung. Es werde vorerst keinen weiteren Kommentar geben.
Der Klub reagierte umgehend auf die Neuigkeiten. Am Donnerstagabend teilte Manchester United mit, die Vorfälle selbst zu untersuchen, bevor es über die nächsten Schritte entscheiden würde. Wie mehrere englische Medien übereinstimmend berichten, wird Greenwood vorerst nicht am Training des Klubs teilnehmen. Das Gehalt des Spielers wird weiterhin bezahlt – wie es bereits während der letzten Monate der Fall war.
Rechtlich steht einem Einsatz von Greenwood nichts mehr im Weg, doch vorerst wird dies nicht passieren. Ob er überhaupt noch einmal für Manchester United spielen wird, ist aktuell nicht zu sagen. Bis zu seiner Verhaftung galt der Stürmer als eines der grössten Talente im englischen Fussball und er absolvierte gar bereits ein Länderspiel. Es wird eine schwierige Entscheidung für die «Red Devils» sein, wie sie mit dem 21-Jährigen verfahren wollen.
Wie ein Spezialist für Anstellungsrecht gegenüber The Athletic sagte, könne der Klub den Spieler entlassen, wenn diesem «grobes Fehlverhalten» nachgewiesen werden kann. Im Fall von Greenwood scheint dies möglich, doch der Experte wollte sich nicht spezifisch zu diesem Fall äussern.
Weder Greenwood noch der Klub kommentierten die Entscheidung über die kurzen Statements hinaus. Auch der englische Fussballverband äusserte sich nicht zu den Neuigkeiten des Falls.
In den sozialen Medien teilen sich die Meinungen wie so oft in Schwarz und Weiss. Während die einen verkünden, Greenwood so schnell wie möglich wieder auf dem Feld zu sehen, wehren sich andere gegen solche Aussagen. Sie sind der Meinung, dass die Profi-Karriere von Greenwood zu Ende gehen müsste. Für Henry Winter von The Times ist klar, dass Greenwood zumindest nicht mehr fürs Nationalteam auflaufen dürfe.
Hans -würkli- Nötig
Heisst?
ray7