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Postkarte aus Bo-Kaap, Südafrika: Kapstadt kunterbunt!
Text: Anette Frisch ; Fotos: Eva Häberle
Reine Farbfreude: Das Stadtviertel Bo-Kaap am Fuss des Signal Hill.
Fantastische Kulisse in Kapstadt: Tafelberg (l.) und Signal Hill.
Eine von Moscheen in der Bo-Kaap. Darunter die Auwal Mosque, die als erste Moschee Südafrikas 1798 erbaut wurde.
Mathapelo Ngala gründete vor 13 Jahren die Non-Profit-Organisation Monkeybiz. Die bunten Perlenfiguren werden von Männern und Frauen aus der Township Kayelitsha gebastelt und in der Bo-Kaap verkauft. — 43 Rose Street, www.monkeybiz.co.za
Rosen-Heim: Yoann Nicolas kommt ursprünglich aus der Bretagne und lebt seit acht Jahren mit Frau und Kindern in der Bo-Kaap. Sein Bed & Breakfast La Rose mit den bunten Zimmern und der Dachterrasse, die eine wunderschöne Aussicht auf die Minarette und den Tafelberg bietet, ist wie eine Hommage an das Quartier. — 32 Rose Street, Tel. 0027 21 422 58 83, www.larosecapetown.com
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Das geheime Gewürzbuch
Das geheime Buch befindet sich in der Wale Street, Hausnummer 94. Es gehört Ahmed Dawood. Er ist Geschäftsführer des Gewürzladens Atlas Trading, der nahezu alle indischen Gewürze auf Lager hat, mehr als siebzig Sorten Räucherstäbchen und sackweise Reis und Bohnen. In seinem grauen Kittel sieht Ahmed Dawood nicht aus wie einer, der einen Schatz hütet. Doch der ruht fest verschlossen in der obersten Schublade seines Schreibtischs: Es ist ein Rezeptbuch, das seit 1944 handschriftlich geführt wird. Mit geheimen Masala- und Curry-Mischungen, die Dawood wie seine Vorgänger selbst zusammenstellt und in alle Welt verkauft. Atlas Trading befindet sich in der Bo-Kaap, einem Stadtteil oberhalb des Zentrums von Kapstadt. Das vorwiegend von Muslimen bewohnte Quartier ist relativ klein, nur einen Kilometer lang und zwei Kilometer breit. Es liegt am Hang des Signal Hill, der so steil ist, dass Autofahrer besser in den ersten Gang schalten, wenn sie die Wale Street erklimmen.
Back and the Future
Hier befindet sich auch das Iziko Bo-Kaap Museum, in dem die Geschichte des Stadtteils erzählt wird: Mitte des 19. Jahrhunderts siedelten sich einstige Sklaven an, die ursprünglich von Holländern aus Indonesien, Malaysia oder Indien ans Kap geholt und später von den Briten befreit wurden. Viele von ihnen waren Handwerker. Sie bauten die Häuser eng aneinander und tauchten sie in leuchtende Farben. Den Strassen gaben sie Namen, die aus Kinderbüchern ihrer ehemaligen Kolonialherren stammen könnten: Lion Street, Wale Street oder Rose Street, wo man heute im hippen «Haas» indonesischen Kaffee trinken und lokale Kunst kaufen kann. Wer die Bo-Kaap entdecken möchte, lässt sein Auto besser stehen. Nicht nur, weil die meisten Modelle aufgrund ihrer Grösse an den engen Gassen scheitern, sondern weil sich die besondere Atmosphäre des Quartiers nur zu Fuss erleben lässt. Es ist ein bisschen wie eine Zeitreise: Über Kopfsteinpflaster geht es durch schmale Gassen, wo Kinder spielen; an kleinen Geschäften und Moscheen vorbei. Es duftet nach Fenchel, Nelke, Kardamom, und wer den Muezzin zum Gebet rufen hört, ahnt, dass es hier ausser dem Rezeptbuch von Ahmed Dawood noch mehr Geheimnisse zu entdecken gibt.
Köstlich östlich
Authentische kapmalaiische Halal- Küche serviert man im «Biesmiellah», das berühmt ist für Samosas und Lammragout. Wer gern ein Glas Wein zum Essen trinkt und Tandoori oder ein vegetarisches Curry bevorzugt, bucht einen Tisch im indischen Restaurant Bukhara.
— Biesmiellah, Ecke Wale Street/Pentz Road, www.biesmiellah.co.za, Tel. 0027 21 423 08 50 — Bukhara, 33 Church Street Tel. 0027 21 424
Kaffee, Kuchen, Kunst
Auf den ersten Blick ist das «Haas» ein Café mit eigener Rösterei und Bäckerei, auf den zweiten eine Galerie und auf den dritten eine Werbeagentur. Klar, dass sich im «Haas» Kapstadts Kreative treffen.
Mitten in der Galerie und umgeben von Design und Kunstobjekten lokaler Künstler kann man fremdlauschen, vor allem aber selbstessen und -trinken.
Lecker: Red Violett Cup Cake, Lemontarte und French Toast.
— 67 Rose Street, www. haascollective.com
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