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Weg-Wort vom 23. August 2021
Barbara Lee hat drei Tage nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 im amerikanischen Kongress eine Rede gehalten. Sie sagte: «Dieser Terroranschlag hat mich gezwungen, mich ganz auf meine ethische Urteilskraft, mein Gewissen und auf Gott zu berufen, um mich orientieren zu können… Unser Land befindet sich in einem Zustand der Trauer. Einige von uns müssen sagen: Lasst uns für einen Moment innehalten, nur für eine Minute, und über die Auswirkungen unseres heutigen Handelns nachdenken, damit dies nicht ausser Kontrolle gerät. Ich habe mir lange den Kopf zerbrochen über diese Vorlage. Zur Entscheidung kam ich während des schmerzlichen und dennoch schönen Gedenkgottesdienstes, als der Prediger sagte: ‹Wenn wir handeln, sollten wir nicht zu dem Bösen werden, das wir verurteilen.›»
Barbara Lee ist für mich eine Prophetin, nicht weil sie die Zukunft vorausgesagt hat, sondern weil sie in ihrem Entscheidungsfindungsprozess mit sich gerungen hat und im Kontakt mit Gott auch für Ansichten offen war, die nicht nur rein menschlicher Logik folgten.
Konkret ging es damals um ein Gesetz, das dem Präsidenten der USA die Möglichkeit gab, im Kampf gegen den Terrorismus die amerikanischen Streitkräfte einzusetzen. Mutig hielt sie an ihrer Entscheidung fest und stimmte als einzige gegen dieses Gesetz. Alle anderen 420 Kongressabgeordneten stimmten dafür, ebenso alle 98 Senatoren.