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Gottlieb Duttweiler war nicht nur ein herausragender Geschäftsmann, sondern auch ein phantastischer und temperamentvoller Journalist.
Duttweiler war kein normaler Journalist, der die verschiedenen Seiten gegenüberstellt und dann abwägt, er schrieb nie "über" eine Sache, sondern immer nur "dafür" oder "dagegen".
Schon in den 30er-Jahren fand er keine Plattform für seine kritischen Texte und so kaufte er sich einfach einen Platz. Er publizierte seine Texte einfach auf den kommerziellen Seiten des "Tagblatt der Stadt Zürich" und erfand somit die Zeitung in der Zeitung.
Wenig später brachte Duttweiler die Tageszeitung "Tat" auf den Markt, die unter ihrem Chefredaktor Erwin Jaeckle bald zu einer ernsten Konkurrenz für andere Tageszeitungen wurde. Doch leider war sie nie ein finanzieller Erfolg und nachdem Duttweiler oft Geld nachlegen musste, um den Betrieb am Laufen zu halten wurde sie schließlich 1978 eingestellt.
1942, also mitten im Zweiten Weltkrieg, wollte Duttweiler eine neue Wochenzeitung herausgeben. Wenige Tage nach seinem Antrag wurde die Zeitung genehmigt. Somit erblickte "Wir Brückenbauer" das Licht der Welt. Durch diese Zeitung hatte sich Duttweiler eine Plattform geschaffen über die er direkt mit seiner Kundschaft in Kontakt treten konnte, und er ließ es sich nicht nehmen jedes Mal zumindest die erste Seite selbst zu schreiben. Diese Wochenzeitung war der Spiegel des öffentlichen Lebens und fokusierte Politik, Kultur und Gesellschaft.
Duttweiler hatte einen einzigartigen Schreibstil und war dabei nie langweilig, denn sein Stil war stark von seiner Persönlichkeit geprägt. Somit waren seine Artikel, wie er selbst auch, voller Leidenschaft und Kraft.
Heute gibt es den "Brückenbauer" nicht mehr, denn er wurde vom Migros-Magazin übernommen.