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Geschichte der Reformierten Landeskirche Aargau
Nach dem Zusammenbruch der alten Eidgenossenschaft, die 1798 aus der
Helvetik entstanden war, bildete sich 1803 der Kanton Aargau
(zusammengesetzt aus dem ehemaligen Berner Unteraaragau, dem Freiamt,
der Grafschaft Baden und dem bis dahin österreichischen Fricktal). Die
reformierte Kirche war in diesem neuen Staatsgebilde zunächst ganz dem
Staat unterstellt: Der Regierungsrat machte sich selbst zur obersten
Kirchenbehörde. Er setzte die Pfarrer in den Gemeinden ein. Sie waren
Beamte des Staates und mussten der Regierung gehorchen. 1799
setzte der Aargauer Regierungsrat zunächst eine deliberierende Kommission ein, den ersten
«provisorischen Kirchenrat».
Seit der Berner Zeit bestanden im sog. Unteraargau die beiden Pfarrkapitel von Aarau-Zofingen und Brugg-Lenzburg. 1821 fasste die Regierung die beiden Kapitel zu einem Generalkapitel zusammen, das im Juni 1821 zum ersten Mal im Grossratssaal in Aarau tagte.
40 Jahre später bekamen die Kirchgemeinden und Pfarrer mehr Unabhängigkeit. Ab
1864 konnten sie ihre Pfarrer selber wählen.
In der Verfassung des Kantons Aargau vom 23. April 1865 anerkannte der Staat die drei christlichen Religionsgemeinschaften, die Römisch-Katholische, die Reformierte und die Christkatholische Landeskirche als öffentlich-rechtliche Körperschaften, die sich nach demokratischen Grundsätzen als Landeskirchen organisierten. Damit wurde eine klare Entflechtung zwischen Kirche und Staat vorgenommen.
Ein Jahr später, 1866, wählten die Reformierten im Aargau die erste Synode als oberstes Organ der Reformierten Kirche im
Aargau. Die
Synode wählte 1866 den ersten eigenen und vom Staat unabhängigen Kirchenrat als ihr ausführendes Organ, die Exekutive der Landeskirche.