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(Kt. Schwyz,
Bez.
Küssnacht). 440 m. Gem. und Pfarrdorf, Hauptort des gleichnamigen Bezirkes, am hintern Ende der
Küssnachter Bucht des
Vierwaldstättersees und am NW.-Fuss des
Rigi. 10 km onö. Luzern.
Station der Gotthardbahn
und der Dampfboote. Postbureau, Telegraph, Telephon. 167
Häuser, 1355 kathol. Ew. Hauptbeschäftigung der Bewohner sind Ackerbau
und Viehzucht, Gemüse- und Obstbau. Daneben je eine
Glashütte, Gerberei, Kirschwasserbrennerei und Seifenfabrik. Eine Buchdruckerei;
mechanische Werkstätten.
Holz-, Vieh- und Käsehandel. Besuchte Sommerfrische mit verschiedenen Gasthöfen. Badanstalt. Das
Dorf ist
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reizend schön gelegen. Die in einem Wald von Obstbäumen halb versteckte Kirche muss schon vor 1036 gestanden haben und ist
vor Kurzem umgebaut worden. Altes Beinhaus und ebenfalls altes Rathaus. Neues Schulhaus; Armenhaus. Gemeinnützige Gesellschaft;
Alters-, Kranken- und Sterbekasse. Einer der Dorfbrunnen trägt eine Statue Tells. Küssnacht, früher Küssenachum,
war zuerst Eigentum der Grafen von Lenzburg, kam dann an das elsässische Kloster Murbach und 1291 an das HausHabsburg.
Auf einer Anhöhe ö. über dem Dorf sieht man noch Reste einer Burg, auf der einst Gessler gehaust haben soll; 1,5 km nö.
vom Dorf in der Hohlen Gasse die Tellskapelle. 1361 erwarb das Kloster Engelberg den OrtMörlischachen, den
es 1440 an die Schwyzer abtrat, nachdem diese ihn schon 1421 in ihr Burgrecht aufgenommen hatten. In der von seinem Vater
ererbten Burg Küssnacht wurde Jost von Silinen geboren, der der Reihe nach Propst zu Beromünster, Bischof von Grenoble und
dann Bischof von Sitten und während der Burgunderkriege der hauptsächlichste Unterhändler des Königs Ludwig XI. von Frankreich
bei den Eidgenossen war.
Tagsatzungen fanden in Küssnacht 1423 und 1658 statt. Der Ort hatte unter der französischen Invasion (1798/99) viel zu leiden.
Bürger von Küssnacht war der unter der helvetischen Republik als Präfekt des Kantons Waldstätten und
Kommissar von Nidwalden
amtende Trutmann. 1828 spielte man in Küssnacht den «Wilhelm Tell» mit Gesslers Tod in der Hohlen Gasse. 1831 machte
der Bezirk Küssnacht mit den übrigen Bezirken des äusseren Kantonsteiles gemeinsame Sache, worauf er im Juli 1833 von Schwyzer
Truppen besetzt aber schon am 4. August von eidgenössischen Truppen wieder entsetzt wurde. Unruhen 1833 und 1838. Im
Sonderbundskrieg 1847 von eidgenössischen Truppen besetzt. 1810 hat man eine irdene Vase mit 4000 Stuck römischen Münzen
aufgefunden.