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Egon Loeser ist zu bemitleiden. Er sieht zwar gut aus, ist geistreich und charmant, hat Umgangsformen und einen kreativen Job (Bühnenbildner), und doch kriegt er mitten im Sündenpfuhl Berlins der zwanziger Jahre keine Frau ins Bett. Die bekommt alle der olle Bert Brecht ab. Loesers Schwärmerei für Fräulein Adele Hitler (nicht verwandt mit Adolf!) steigert sich zur wahren Obsession. Er tut alles, um seine ehemalige Klavierschülerin, die sich zu einem heissen Feger gemausert hat, für sich zu gewinnen. Und als Adele eines Tages spurlos verschwindet, folgt er einer vagen Fährte nach Paris und von da aus nach Los Angeles. Während alle anderen vor dem Nazi-Terror weg aus Deutschland nach Amerika fliehen, ist es bei Loser die Liebe, die ihn weitertreibt. Loeser Liebespfade sind aber nur ein Handlungsstrang in diesem stilistisch und inhaltlich komplexen Roman, der für den Booker Prize nominiert war. Der Autor jagt seinen Loeser und uns Leser auch zurück ins 17. Jahrhundert, wo ein Theatermann an einem tödlichen Teleportations-Mechanismus rumtüftelt. Der Zweitling des Briten Ned Beauman wurde treffend als «zugänglicher Ulysses» bezeichnet. Wer Freude an abstrusen, anspielungsreichen Plots und einer gepflegter Sprache (kongenial übersetzt von Robin Detje) hat, wird mit diesem Buch augenblicklich ins Glück befördert.