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Der unterkellerte Fachwerkbau stand in der Liegenschaft der Familie Wipf und war im 18. Jahrhundert als Kornspeicher erstellt worden.
Der unterkellerte Fachwerkbau stand in der Liegenschaft der Familie Wipf und war im 18. Jahrhundert als Kornspeicher erstellt worden. Nicht selten nutzte man Speicher zu einem anderen Zweck um, dies geschah auch mit diesem Objekt aus Wellhausen: Im 19. Jahrhundert erfolgte der Totalumbau zu einer Werkstatt, wobei grosse Fenster eingesetzt wurden. Es war weniger aufwändig, ein Gebäude baulich zu verändern, als ein neues bauen zu müssen.
Um 1900 diente das Gebäude einem kleinen Landwirtschaftsbetrieb als Lager. Später nutzten es die Besitzer als Abstellraum. Von etwa 1970 bis 1978 war der ehemalige Speicher ein Lagerraum des Möbelhandwerksbetriebs von Walter Bolli, der ihn auch am Ort erhalten wollte, aber in der Gemeinde kein Gehör fand. Das Häuschen musste wegen einer geplanten Überbauung verschwinden. Im Mai 1979 baute man den Speicher in Wellhausen ab und konnte bereits im Juni auf dem Ballenberg die Eröffnung des Gebäudes feiern.
Der Kleinbau mit wechselnden Funktionen erzählt die typische Geschichte dieser Art von Gebäuden. Sie gerieten mit dem wirtschaftlichen Wandel der letzten Jahrzehnte ausser Kurs und verschwanden infolge der intensiven Bautätigkeit. Die einst für viele Aktivitäten wichtigen Kleingebäude gehörten zu den Ortsbildern und zum Alltagsleben, doch haben sie ausgedient und sind oft abgerissen worden.
Wo einst Getreide gebettet wurde, betten sich heute Verliebte.