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Der römische Gutshof in Seengen
Im Vorfeld eines grossen Überbauungsprojekts am Schlattweg in Seengen gräbt ein Team der Kantonsarchäologie einen Teil des römischen Gutshofes aus.
Die römische Villa von Seengen (lat. villa rustica) ist schon seit dem frühen 20. Jahrhundert bekannt. 1936 wurde im Bereich des Pfarrhauses ein Mosaikfussboden entdeckt und ausgegraben. Ein Teil des Mosaikbodens wurde damals konserviert und kann heute östlich des Pfarrhauses besichtigt werden.
Ein herrschaftliches Gebäude
Das Mosaik zeigt, dass die Anlage eine qualitativ hochwertige und repräsentative Architektur besass. Der Gutshof wurde im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. bewirtschaftet und bestand aus einem Wohnteil (pars urbana) und einem Wirtschaftsteil (pars rustica). Der Wohnteil lag oben auf dem Kirchhügel, die wirtschaftlichen Teile mit Nebengebäuden lagen weiter unten, teilweise auch in der Ebene. Die bisher bekannten Teile dieses römischen Gutshofes lassen auf eine Gesamtausdehnung von mindestens 125 mal 210 Meter schliessen.
Die Kantonsarchäologie legte im Jahr 2019 im geplanten Bauareal verschiedene Sondierschnitte an. Diese zeigten, dass man sich am Westrand des römischen Gutshofes befindet, in einem Bereich einer dem Hang entlang geführten Terrassierung. Die freipräparierten Mauerreste zeigten, dass die Terrassenmauern gegen Aussen verputzt und mit Fugenstrich versehen waren.
Die römischen Gutshöfe bildeten das Rückgrat der wirtschaftlichen Versorgung der Bevölkerung. Ihre Besitzer waren begüterte, einheimische Familien oder ehemalige Angehörige des römischen Militärs, die bei ihrem Austritt aus dem Militärdienst mit einem Landgut belohnt wurden.