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Der «Follow up Zurich»-Prozess ist eine Plattform für die Verkehrsministerinnen und -minister der Alpenländer. Ziel ist es, gemeinsam Lösungen für die verschiedenen Herausforderungen zu finden, die die Alpen und den Verkehr betreffen. Dazu gehören die Sicherheit, das Verkehrsmanagement und die Verkehrsverlagerung von der Strasse auf die Schiene. Im Zeitraum 2021–2022 hat die Schweiz den Vorsitz inne.
Nach den tragischen Unfällen in den Strassentunneln durch den Mont Blanc (1999), die Tauern (1999) und den Gotthard (2001) ist die Frage der Sicherheit im Strassenverkehr besonders dringlich geworden. Vor diesem Hintergrund und auf Initiative der Schweiz haben die Verkehrsministerinnen und -minister Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Österreichs und der Schweiz am 30. November 2001 in Anwesenheit der Europäischen Kommission eine gemeinsame Erklärung verabschiedet. In der «Gemeinsamen Erklärung von Zürich» bezeugen die Alpenländer ihren Willen, gemeinsame Anstrengungen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in den Alpen und zur Förderung der Verkehrsverlagerung zu unternehmen. Auf der Grundlage dieser Erklärung wurde die Plattform «Follow up Zurich» gegründet. Im Jahr 2006 schloss sich Slowenien und 2012 Liechtenstein dem Prozess an.
Die Plattform besteht aus einem obersten Organ, einem Leitorgan (Steering Committee) und verschiedenen Arbeitsgruppen. Das oberste Organ ist die Konferenz der Verkehrsministerinnen und Verkehrsminister der Alpenländer, die in der Regel alle zwei Jahre stattfindet. Das Leitorgan ist das ständige Verwaltungsorgan der Plattform. Derzeit sind vier Arbeitsgruppen aktiv:
- Heavy Vehicle Transport Management Instruments (Arbeitsgruppe Schwerverkehrsmanagementsysteme);
- Monitoring group Incident Management (Arbeitsgruppe Ereignismanagement);
- Environnemental Indicators and Impact in the Alpine Area (Arbeitsgruppe EnvALP / Umweltindikatoren);
- Ad hoc Working group «Railway Tunnel Safety» (Ad-hoc-Arbeitsgruppe Sicherheit in Eisenbahntunnels).
Vorsitz der Schweiz
Im Zeitraum 2021–2022 hat die Schweiz den Vorsitz dieses Prozesses inne. Diese Präsidentschaft findet in einem politischen Kontext statt, in dem Umweltschutz und Klimawandel zu dringenden und unausweichlichen Themen geworden sind. Der Alpenraum ist von diesen Fragen besonders betroffen, da die Auswirkungen der Klimaerwärmung dort viel stärker ausgeprägt sind als in anderen Teilen Europas. Daher muss darauf hingearbeitet werden, die Alpen klimaneutral zu machen und ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken. In dieser Hinsicht bietet die Plattform «Follow up Zurich» ein ideales Arbeitsumfeld. Sie eignet sich für gemeinsame Anstrengungen zur Dekarbonisierung des Strassenverkehrs, der für einen erheblichen Teil des CO2-Ausstosses in Europa verantwortlich ist. Das Hauptaugenmerk der Schweizer Präsidentschaft liegt auf Fragen der Nachhaltigkeit, mit besonderem Schwerpunkt aufdie Verlagerung des Güter- und Personenverkehrs von der Strasse auf die Schiene.
Die Schweiz hat gleichzeitig auch den Vorsitz der Alpenkonvention inne. Diese Doppelpräsidentschaft ist eine willkommene Gelegenheit, um Synergien zwischen dem Verkehrs- und dem Umweltsektor zu entwickeln.