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Eine korrekte Grundimmunisierung und folgende, lückenlose Wiederholungsimpfungen mit Influenza (Pferdegrippe) und Tetanus (Starrkrampf) sind wichtig für die Gesundheit und das Wohlergehen des Pferdes und ebenso der anderen Pferde an Pferdesportveranstaltungen. Auch die Impfung gegen Herpesviren oder das West Nil Virus sind je nach Stall und Region empfehlenswert.
Im gesundheitlichen aber auch sportlichen Zusammenhang möchten wir Sie auf das Impfreglement für nationale und internationale Prüfungen hinweisen. Sie sind als Reiter und/oder Pferdebesitzer für die Einhaltung der korrekten Immunisierung verantwortlich. Pferde oder Ponys, deren Impfschemata nicht diesen Vorschriften entsprechen, werden an offiziellen Anlässen gesperrt, bis eine korrekte Immunisierung belegt werden kann.
Seit Beginn dieses Jahres wurden in Belgien, Frankreich, Irland, Grossbritannien u.a. Ländern vermehrt Influenza Ausbrüche (Pferdegrippe) gemeldet. Die Pferdesportverbände und Veterinäre beobachten dieses Geschehen sehr genau. Indem Sie Ihr Pferd korrekt impfen, helfen Sie mit, dass solche Ausbrüche bei uns möglichst nicht stattfinden.
Impfungen für Pferde, welche vor dem 01.01.2013 geboren wurden:
Neue Grundimmunisierungen für Pferde, welche nach dem 01.01.2013 geboren wurden:
Impfungen für Pferde, welche vor dem 01.01.2005 geboren wurden:
Impfungen für Pferde, welche nach dem 01.01.2005 geboren wurden:
Impfungen für Pferde, welche vor dem 01.01.2013 geboren wurden:
Impfung für Pferde, welche nach dem 01.01.2013 geboren wurden:
Tollwut ist nicht mehr obligatorisch.
Tetanus (Starrkrampf) wird i.d.R. mit der Influenza-Grundimmunisierung kombiniert, regelmässige Booster alle 3 Jahre.
Gerne dürfen Sie uns, Ihre Tierärztinnen, bei der halbjährlichen respektive jährlichen Impfung fragen, ob der Impfverlauf korrekt ist für Ihre geplanten, sportlichen Anlässe. Ansonsten gehen wir beim Impfen davon aus, dass die bisherigen Impfungen korrekt sind und prüfen den Impfpass nicht genauer.
Wie viele andere Virus-Erkrankungen wird das Virus über Stechmücken übertragen. Die Stechmücken erlangen das Virus durch das Stechen von Zugvögeln, die das Virus auf der Heimreise aus dem afrikanischen Winterquartier nach Europa mitgebracht haben und eben da auch bereits von Mücken infiziert wurden. Das Pferd (und auch der Mensch) sind Fehlwirte für das Virus, deshalb macht es krank.
In den Nachbarländern wurde die Infektion jedoch gehäuft im Juli bis Oktober 2019 beobachtet.
Das West-Nile-Virus (WNV) ist ein Virus, welches erstmals westlich vom Nil in Afrika entdeckt wurde. Mittlerweilen ist die Infektion aber auch in Europa (siehe Karte) und den USA ausgebrochen. Die Schweiz ist zur Zeit frei von WNV.
WNV Fälle bei Menschen und Pferden wurden in Italien, Frankreich, Kroatien, Ungarn, Kosovo, Serbien, Griechenland und Rumänien aufgedeckt. In Deutschland ist ein erster Fall bei einem Vogel registriert worden.
Die Infektion löst bei Pferden Fieber, Appetitverlust, Schwäche, neurologische Symptome wie z.B Schwanken, Inkoordination, Krämpfe, Schluckstörungen u.a.m. aus.
Ein Impfstoff ist erhältlich. Das Schema ist eine Grundimmunisierung mit jährlichen Folgeimpfungen. Ein Schutz verspricht man sich bereits 3 Wochen nach abgeschlossener Grundimmunisierung. Momentan impfen wir nicht flächendeckend,
sondern entscheiden von Fall zu Fall, ob eine Impfung sinnvoll erscheint. Der Impfstoff kann (normalerweise) innerhalb einiger Tage organisiert werden.
Wir empfehlen, wer mit seinem Pferd in die betroffenen Nachbarländer reist, mindestens 8 Wochen im Voraus (inklusive 1 Woche Karenzzeit vor dem Verladen) die Impf Prophylaxe mit uns zu diskutieren, damit wir die Grundimmunisierung organisieren können.
Fünf verschiedene Equine Herpestypen (EHV) sind bekannt. Equine Herpesviren finden sich häufig in der Pferdepopulation. Die meisten Pferde infizieren sich in den ersten Lebensmonaten. Das Virus bleibt meistens nach einer Infektion latent im Pferdeorganismus dem Immunsystem des Pferdes verborgen. Das Virus kann reaktiviert werden, meistens nach stressvollen Ereignissen. Dann können die Pferde erneut erkranken und dann andere Pferde anstecken.
Nach einer Infektion mit EHV-1 können neugeborene Fohlen an einer schweren Lungenentzündung erkranken, Jährlinge und junge Pferde zeigen oft nur milde respiratorische Zeichen, bei trächtigen Stuten kann es zum Abort kommen. Noch schwerwiegender sind die Symptome wenn sich das EHV-1 in der neurologischen Form manifestiert, Pferde können festliegen. Meistens ist diese Form tödlich. Natürlicherweise kann das Immunsystem mit Echinacea (roter Sonnenhut) gestärkt werden. Fragen Sie uns genauer nach Produkt und Dosierung.
Mittels Rachentupfer (PCR) oder Blutanalyse (Serologie im Abstand von 2-3 Wochen) lassen sich Ausscheider oder erkrankte Pferde identifizieren. Die latente Form ist nicht nachweisbar.
Das Virus überträgt sich über den sozialen Kontakt zwischen Pferden mittels virusbeladenem Sekret, über den Luftweg, über gemeinsame
Gerätschaften oder über den Menschen, der die Sekrete an Händen, Kleidern etc. weitergibt. Es können auch Pferde ansteckend sein, welche keine Krankheitszeichen zeigen.
Pferde mit Fieber, respiratorischen oder mit neurologischen Anzeichen sollten isoliert werden, denn sie zeigen eine grosse Virus-Ausscheidung. Ein Isolationsbetrieb sollte so eingerichtet werden, dass die Patienten von den gesunden Pferden räumlich weit getrennt sind inkl. getrennter Belüftung – weil das Virus sich auch über den Luftweg (aerolosiert im Sekret) ausbreitet.
Für das Pflegepersonal gelten die allgemeingültigen Hygiene und Vorsichtsmassnahmen (wechseln der Kleidung und Schuhe, Händewaschen). Verdächtige und isolierte Pferde sollten seriell getestet werden mittels PCR, um den Zeitpunkt der Infektiösität oder das Ende der Ausscheidung definieren zu können. Das Virus soll bis zu einer Woche in der Umgebung überleben können. Es kann aber sehr leicht mit gängigen Desinfektionsmitteln ausgelöscht werden.