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Es wimmelt in diesem Bild nur so Käfern, Ameisen und anderen Krabbeltierchen. Sie scheinen alle von unten nach oben, vielleicht der Mondsichel entgegen zu krabbeln. Fantasievoll und abwechslungsreich sind sie ausgestaltet – etwa mit kleinen Dreiecken oder Quadraten, die eine ornamentale Struktur annehmen; in der Mitte rechts schlängelt sich eine Spiralform aus dem Kopf eines Wesens; gleich darüber ist ein Strang von Kreisen und Linien zu sehen, als wäre es eine DNA-Struktur. Paul Klee macht diese Lithografie auf der Grundlage einer Zeichnung, die bereits zwei Jahre zuvor, 1917, entsteht. Diese nennt er noch «Schöpfungsplan» und nur im Untertitel «Insekten». Schon 1916 bemerkt Klee in seinem Tagebuch: «Ich suche hierin einen entlegeneren, schöpfungsursprünglicheren Punkt, wo ich eine Art Formel ahne für Tier, Pflanze, Mensch, Erde, Feuer, Wasser, Luft und allen kreisenden Kräfte zugleich.» Dies wird gleichsam zu Klees Motto: Nicht das Abbilden der sichtbaren Welt interessiert ihn. Vielmehr sucht er nach dem Wesentlichen der Dinge, den Ideen, Strukturen und Prozessen, die dahinter stecken.
Dominik Imhof
Zuerst sehen wir Muster:
Quadrate, Spiralen, Striche und Drei-Ecke.
Dann hilft der Titel weiter:
Insekten.
Nun krabbeln Käfer und Ameisen auf dem Bild.
Sie bewegen sich nach oben zur Mond-Sichel.
Ein ähnliches Bild heisst
Schöpfungs-Plan.
Paul Klee sucht nach Mustern der Schöpfung.
Sara Smidt