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Die meisten Menschen sind der Ansicht, dass Burnout durch zuviel Stress entsteht. Wenn man sich als Betroffener zu erkennen gibt, so kommt automatisch die Frage: »Hast du zu viel Stress gehabt?«
Die Empfehlung vieler Ratgeber lautet: »Sie wollen Burnout verhindern? Vermeiden Sie Stress.« Stress und Burnout als Prinzip von Ursache und Wirkung werden wie selbstverständlich in einem Atemzug genannt.
Doch ist das tatsächlich so? Ist Stress wirklich der einzige Auslöser, der zu einem Burnout führt, oder steckt hinter diesem Auslöser noch ein weiterer? Wie kommt es überhaupt zu Stress? Was steckt hinter diesem Begriff, der in aller Munde ist und als zentraler Punkt bei der Entstehung von Burnout gehandelt wird? Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Sie überhaupt unter Stress geraten? Was bedeutet für Sie Stress?
Befragt man Menschen, was sie persönlich unter Stress verstehen, sind die Antworten vielfältig:
Unter dem Begriff Stress wird allgemein ein subjektiver Zustand verstanden, in dem der Betroffene sich einer für ihn unangenehmen Situation oder Umständen ausgesetzt fühlt, die er weder vermeiden noch in seinem Sinne beeinflussen kann. Entweder fehlen ihm für die Bewältigung die Kompetenzen, oder ihm stehen nicht ausreichend Ressourcen zur Verfügung.
Stress muss vom Individuum jedoch nicht zwangsläufig als negativ erlebt werden. Hans Selye, der die Anfänge der Stressforschung maßgeblich mitbestimmt hat, unterschied zwischen positivem und negativem Stress und prägte dafür die Begriffe Eu-und Dysstress (Hans Selye 1956, 1974 und 1987). Die Vorsilben »eu« und »dys« kommen aus dem Griechischen und bedeuten »gut« beziehungsweise »schlecht«. Positiver, »guter« Stress wird beschrieben als ein angeregter Zustand, wie er etwa in Verliebtheitsphasen vorkommt, doch was im Allgemeinen unter »Stress« verstanden wird, ist negativer, »schlechter« Stress. Dieser ist Ausdruck einer als unangenehm empfundenen Belastung, die sowohl durch Überforderung als auch durch Unterforderung einer Person entstehen kann. Wenn in den folgenden Ausführungen der Begriff Stress verwendet wird, so ist hier grundsätzlich der »negative« Stress gemeint.
Ein zentrales Kriterium für Stress ist, dass es sich hierbei immer um einen subjektiven Zustand handelt, der maßgeblich vom Gefühl der Hilflosigkeit geprägt ist. Je unkontrollierbarer eine Situation für eine Person erscheint, je hilfloser sie sich fühlt, desto stärker ist das Gefühl von Stress. Die subjektive Bewertung spielt hierbei die entscheidende Rolle. Angelehnt an den Satz »Die Welt ist das, was wir in Gedanken aus ihr machen« oder »Mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt« (Buddha) kategorisieren wir die jeweiligen Situationen als Stress oder nicht. Dabei löst erst das Gefühl von unzureichenden Ressourcen und das damit verbundene Gefühl d