Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03153.jsonl.gz/286

Dahinter kommt Roberto Giachetti, Kandidat der Demokratischen Partei (PD) von Premier Matteo Renzi. Giachetti musste sich mit 24,6 Prozent begnügen. Die Chefin der postfaschistischen Partei “Fratelli d’Italia” (Brüder Italiens), Giorgia Meloni, verfehlte mit 20,7 Prozent der Stimmen den Einzug in die Stichwahl am 19. Juni.
Grillos Kandidatin Raggi war als Favoritin in das Duell um die Führung der italienischen Hauptstadt gezogen. Die Bewegung prangert die Korruption der etablierten Parteien an und zieht Wählerstimmen von links und rechts an.
Sollte die 37-jährige Anwältin Raggi tatsächlich die Wahl gewinnen, wäre sie die erste Frau in dem Amt in Rom. Die 3,5 Millionen-Metropole wird seit dem Rücktritt des Bürgermeisters Ignazio Marino (PD), der im Oktober wegen eines Spesenskandals zurücktreten musste, kommissarisch regiert.
Die italienische Hauptstadt ist hoch verschuldet und von mehreren Problemen wie ineffizienter Müllentsorgung und öffentlicher Verkehrsinfrastrukturen belastet.
Zur Wahl standen am Sonntag in Italien die Bürgermeister von 1342 Städten. Zu den Urnen waren 13,5 Millionen Italiener gerufen. Die Wahl galt als Stimmungstest für den seit Februar 2014 amtierenden Premier Matteo Renzi. Gewählt wurde neben Rom unter anderem auch in Mailand, Turin, Triest, Neapel und Bologna.
Die Wahlbeteiligung lag bei 62 Prozent, das sind fünf Prozent weniger als bei den vergangenen Kommunalwahlen vor fünf Jahren, wie das Innenministerium mitteilte. In Rom hatten nur 57,1 Prozent ihre Stimme abgegeben.
Mehrere spannende Stichwahlen kündigen sich in den Grossstädten an. Bis auf Cagliari knackte in keiner der grösseren Städte Italiens ein Kandidat auf Anhieb die für den Sieg nötige 50-Prozent-Marke.
In Mailand wird Renzis Kandidat Giuseppe Sala mit 41,6 Prozent der Stimmen in die Stichwahl gehen. Sala, ehemaliger Chef der im Oktober zu Ende gegangenen Weltausstellung in der lombardischen Metropole, misst sich mit dem Kandidaten aus dem Mitte-Rechts-Lager Stefano Parisi, der es laut vorläufigen Ergebnissen mit 40,9 Prozent schaffte.
In Turin kann der seit fünf Jahren amtierende Bürgermeister Piero Fassino (PD) auf einen Amtsverbleib hoffen. Der Ex-Justizminister soll laut Zählung von fast allen Stimmen mit 41,8 Prozent in die Stichwahl gegen die Rivalin der Fünf Sterne-Bewegung, Chiara Appendino, gehen, die 30,9 Prozent der Stimmen eroberte.
In Neapel ist der amtierende linke Bürgermeister Luigi De Magistris vorn. Er soll gegen den Mitte-Rechts-Kandidaten Giovanni Lettieri zur Stichwahl in zwei Wochen zugelassen werden. In Bologna soll es der amtierende Bürgermeister Virginio Merola (PD) in die Stichwahlen gegen die Mitte-rechts-Kandidatin Lucia Bergonzoni geschafft haben.
(SDA)