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Max Müller, Basel, 1919
Deckfarbenmalerei über Bleistiftvorzeichnung auf Papier
H. 23,2 cm, B. 14 cm
Inv. 1988.94.
Vor einem Hauseingang der Basler Altstadt ist eine ältere Dienstmagd in einfacher Arbeitskleidung dargestellt, wie sie, konzentriert und wie selbstverständlich einen hölzernen Zuber auf dem Kopf tragend, durch die Gasse geht.
Die sehr kräftigen Hände zeugen von harter Arbeit, die etwas verhärmten Gesichtszüge und die kunstlose Frisur lassen ein karges, ganz der Arbeit gewidmetes Leben vermuten.
Den Maler Max Müller (1881–1947) faszinierte wohl die konzentrierte und aufrechte Haltung, mit der die Frau den Bottich mit dem heraustriefenden Inhalt freihändig auf dem Kopf balancierte. Sie bediente sich dazu eines ringförmigen, aus verschiedenen Stoffstücken zusammengesetzten Tragekissens auf dem Kopf, wodurch eine grössere und federnde Auflagefläche für das Gefäss entstand. Auch zeitgleiche Fotos aus Basel zeigen gelegentlich noch diese altertümliche, sich damals allmählich verlierende Transportart.
Der Name der Dargestellten ist nicht überliefert.
Vielleicht hat den Maler auch weniger das Individuelle als das Charakteristische ihrer Erscheinung interessiert. In Basel stammten weibliche Dienstboten (Köchinnen, Dienst- und Kindermädchen) zu Beginn des 20. Jahrhunderts ungefähr zur Hälfte aus dem Markgräflerland und anderen Gegenden des Herzogtums Baden. Da diese Regionen noch wenig industrialisiert waren, gab es für viele junge Frauen der ärmeren Bevölkerung kaum eine andere Verdienstmöglichkeit als den Weg in die Fremde. In Basel war in der Zeit um 1900 die badische Köchin fast der Normalfall. In den grossen Schweizer Städten machte sich die Industrialisierung auch insofern bemerkbar, als man bei der Einstellung von Hauspersonal auf Zuzug aus dem angrenzenden Baden angewiesen war. Denn die arbeitssuchenden Schweizer Frauen in den Städten und dem Umland bevorzugten meist die mit grösserer persönlicher Freiheit verbundene Arbeit in den Fabriken oder als Servierkräfte in Gaststätten. Die weiblichen Hausangestellten blieben meist unverheiratet und dienten in vielen Fällen über mehrere Jahrzehnte der gleichen Familie.