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Erstmals unterstützte das SRK Rettungsaktionen auf dem Mittelmeer, um in Seenot geratenen Flüchtlingen zu helfen. Mit der lebensrettenden Hilfe direkt auf dem Meer setzte das SRK ein wichtiges humanitäres Zeichen.
*Mit etwa 5000 Toten und Vermissten auf dem Mittelmeer war 2016 das bisher schlimmste Jahr für Menschen, die auf dem Seeweg Zuflucht in Europa suchten. Die meisten ertranken zwischen Libyen und Italien, viele weitere verschwanden spurlos. Sie alle waren auf dem Weg nach Europa, auf der Suche nach Sicherheit und einer Zukunft.
Als Reaktion auf diese Tragödien unterstützte das SRK während fünf Monaten finanziell sowie mit Pflegefachleuten die Rettungsaktionen, die das Rote Kreuz zusammen mit der maltesischen Hilfsorganisation MOAS (Migrant Offshore Aid Station) durchführte. Mit zwei Schiffen patrouillierte die MOAS vor der libyschen Küste zur Bergung in Seenot geratener Flüchtlinge, die versuchten, das Mittelmeer in völlig untauglichen Booten zu überqueren. Ein fünfköpfiges Team des Roten Kreuzes leistete an Bord des Such- und Rettungsschiffes «Responder» medizinische Erstversorgung.
Ein Wettlauf gegen die Zeit
Die meisten Überfahrten fanden im Sommer und Herbst statt, als das Meer einigermassen ruhig war. Die Flüchtlinge, die von der «Responder» gerettet wurden, waren fast immer in alten, seeuntauglichen Holz- oder Schlauchbooten unterwegs. Im Schutz der Dunkelheit legten sie von der libyschen Küste ab. Stundenlang harrten sie zusammengepfercht auf den überfüllten Booten aus. Meist fehlte es an Schwimmwesten, Trinkwasser und sogar Benzin.
Nach der Bergung wurden alle an Bord der «Responder» vom Rotkreuz-Team medizinisch untersucht und wenn nötig behandelt. Viele Menschen waren dehydriert und völlig erschöpft. Sie wurden so rasch als möglich nach Italien gebracht, wo sie den Hafenbehörden und so dem ordentlichen europäischen Asylprozess übergeben wurden.
Route via Mittelmeer 2016 Von Juni bis November 2016 haben die beiden MOAS-Schiffe mehr als 9100 Menschen gerettet, darunter 2000 Frauen und Kinder. Gemäss UNHCR kamen 2016 gut 350 000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa, fast die Hälfte davon Frauen und Kinder.