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Melatonin, Serotonin und Frühlingsgefühle
Was passiert mit uns im Frühling? Warum fühlen wir uns anders, fröhlicher und leichter als im Winter?weiter Melatonin, Serotonin und Frühlingsgefühle
Nach einer langen Reise mit dem Flugzeug fühlt man sich am Zielort meist müde und erschöpft. Häufig kann man nachts nicht gut schlafen, während man tagsüber gar nicht so richtig wach wird. Doch warum hat man eigentlich einen Jetlag?
Wenn wir nach einer langen Flugreise am Zielort ankommen, verspüren wir häufig Müdigkeit und Erschöpfung: Man spricht von einem Jetlag (von englisch „Jet“ für „Düsenflugzeug“ und „Lag“ für „Zeitunterschied“). Zum Jetlag kommt es, wenn die innere Uhr durch eine schnelle Zeitverschiebung gestört wird.
Die innere Uhr wird natürlicherweise durch den Stand der Sonne beeinflusst. So werden wir zum Beispiel müde, wenn abends die Sonne untergeht, und wieder aktiver, wenn morgens die Sonne aufgeht. Man spricht auch von einem Tag-Nacht-Rhythmus oder circadianem Rhythmus (von lateinisch „circa“ für „ungefähr“ und „dies“ für „Tag“).
Die menschliche innere Uhr hat einen natürlichen Rhythmus von 22 bis 25 Stunden, der durch äussere Einflüsse an einen 24-Stunden-Tag angepasst wird. Die innere Uhr eines Menschen wird nämlich nicht nur durch den Stand der Sonne und den Wecker beeinflusst, sondern auch durch die Aussentemperatur, Zeitpunkte der Mahlzeiten und bestimmte Lebensumstände (zum Beispiel Schichtarbeit).
Damit wir wissen, wie viel Uhr es an einem anderen Ort der Welt ist, wurde die Oberfläche der Erde in 24 verschiedene Zeitzonen eingeteilt, welche von Norden nach Süden verlaufen. Wenn wir also einen Langstreckenflug von Norden nach Süden unternehmen, erleiden wir keinen Jetlag, da wir in der gleichen Zeitzone bleiben. Wenn man aber in eine andere Zeitzone fliegt, kann es zum Jetlag kommen. Hierbei hängt die Stärke des Jetlags davon ab, wie viele Zeitzonen man durchquert. Die Stärke des Jetlags kann von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein. So bekommen manche Menschen bereits bei der Durchquerung von nur einer Zeitzone einen Jetlag. Das Phänomen des Jetlags kann man übrigens auch beobachten, wenn es im Frühling und Herbst zur Zeitumstellung kommt.
In der Regel spüren wir den Jetlag weniger stark, wenn wir von Osten nach Westen fliegen. Dies hängt damit zusammen, dass es bei einem Flug in diese Richtung zu einem späteren Sonnenauf- und Sonnenuntergang kommt und wir somit am Zielort länger aufbleiben können. Wenn wir aber in die entgegengesetzte Richtung fliegen, geht die Sonne früher auf und man muss früher aufstehen. Da es den meisten Menschen leichter fällt, länger aufzubleiben als früher aufzustehen, hat man einen schwächeren Jetlag beim Flug von Osten nach Westen.
Dadurch, dass der Tag-Nacht-Rhythmus auf der anderen Seite der Erdkugel verschoben ist, kommen die natürlichen Rhythmen durcheinander. So verändern sich zum Beispiel die Essens- und Schlafenszeiten, aber auch die Hormonproduktion muss sich erst an den neuen Rhythmus gewöhnen.
Eines der wichtigsten Hormone, welches die innere Uhr steuert, ist das Melatonin. Melatonin wird in der Zirbeldrüse im Zwischenhirn produziert. Die Melatoninproduktion wird nachts, wenn es dunkel ist, hochreguliert und macht uns müde. Wenn es wieder hell wird, wird die Produktion des Melatonins gedrosselt und wir werden wieder wacher. Die zeitlich verschobene Melatoninproduktion nach einer langen Reise nach Osten oder Westen hat also einen grossen Einfluss auf den Jetlag.
Nicht nur Menschen, sondern auch andere Tiere und Pflanzen haben eine innere Uhr, die von der Sonne abhängig ist. Pflanzen nehmen Licht über lichtempfindliche Pigmente (Farbstoffe) in ihren Zellen wahr. So beginnt zum Beispiel bei Pflanzen bereits vor Sonnenaufgang die Aktivierung des Photosyntheseapparats. Dies ist wichtig, damit die Pflanzen mit der Photosynthese beginnen können, sobald die ersten Sonnenstrahlen erscheinen.
Manche Pflanzen öffnen und schliessen ihre Blüten zu ganz bestimmten Tageszeiten. Durch unterschiedliche Blühzeiten bei Pflanzen wird gewährleistet, dass rund um die Uhr Pollen für die Bestäuber zur Verfügung steht.
Diese innere Uhr gerät bei plötzlich verändertem Tag-Nacht-Rhythmus durcheinander – auch Pflanzen können also einen Jetlag haben! Dies wurde bei Untersuchungen mit der Ackerschmalwand herausgefunden. Hierbei konnte gezeigt werden, dass die Ackerschmalwand besser Photosynthese betreibt, mehr Kohlenstoff erzeugt und schneller wächst, wenn sie optimal an die Lichtverhältnisse angepasst ist.
Damit du den Jetlag möglichst schnell wieder los wirst und sich dein Körper gut an den neuen Tag-Nacht-Rhythmus gewöhnen kann, gibt es hier noch ein paar Tipps gegen den Jetlag:
Mit diesen Tipps liegt der Jetlag ganz schnell hinter dir und deine Entdeckungsreise kann beginnen. Gute Reise!