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«Ich bleibe eine leidenschaftliche Politikerin»
Claudia Cotting tritt als Kantonalpräsidentin der FDP zurück
Claudia Cotting hat am Freitag nach sechsjähriger Amtszeit ihre Demission als Kantonalpräsidentin der FDP bekannt gegeben. Eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger wird am 15. April anlässlich der Delegiertenversammlung gewählt.
Von ARTHUR ZURKINDEN
Einen Zusammenhang mit dem Rücktritt der Präsidentin der FDP Schweiz, Christiane Langenberger, besteht offensichtlich nicht, wie Claudia Cotting gegenüber den FN versichert: «Ich gehe zum richtigen Zeitpunkt», betont sie und meint, dass es nicht gut sei, wenn eine Person allzu lange am Ruder sei. «Wenn ich nicht jetzt gehe, muss ich bis 2008 bleiben», fügt sie bei und gibt zu verstehen, dass die FDP schon jetzt mit der Vorbereitung der nächsten Wahlen beginnen müsse. Dabei denkt sie an die kantonalen Wahlen im Jahre 2006 und an die eidgenössischen Wahlen im Jahre 2007. «Es braucht frische Kräfte, die etwas Neues bringen, die andere Ideen haben und für neuen Schwung sorgen», begründet sie ihren Rücktritt weiter. «Ich habe mich schon vor den vergangenen Herbstwahlen zu diesen Schritt entschlossen», sagt sie und lehnt so einen Zusammenhang mit der Nicht-Wiederwahl von Jean-Claude Cornu als Ständerat ab.
Die Ständeratswahlen 2003 werden ihr als FDP-Präsidentin negativ in Erinnerung bleiben. «Ja, es war ein Misserfolg, der mich sehr betroffen machte», gibt sie unumwunden zu, zieht aber dennoch eine positive
Bilanz ihrer Präsidialzeit. So erin-nert sie etwa an die Wahl von 27
Verfassungsräten im Jahre 2000, an die Wahl von 26 Grossräten (+ 1) sowie von vier Oberamtmännern (+ 2) und an die Wiederwahl von Claude Lässer als Staatsrat im Jahre 2001
sowie an die Wiederwahl von Jean-Paul Glasson als Nationalrat im Jahre 2003. Ziel der FDP war es allerdings, zwei Sitze in der grossen Kammer in Bern zu erobern und den Sitz in der kleinen Kammer zu verteidigen.
«Ich habe viel mit meinen Kollegen im Kantonalvorstand, mit den Gewählten im eidgenössischen und kantonalen Parlament zusammengearbeitet. Ich hatte sehr dynamische Leute um mich», hält sie weiter fest und begründet so, weshalb sie mit Genugtuung den Präsidentenstuhl einer anderen Kraft überlassen kann. Sie hinterlässt auch eine Partei, die nicht zerstritten ist und keine interne Span- nungen kennt.
Eine Allianz der Rechten?
Claudia Cotting war stets eine Verfechterin der Allianz mit der CVP. «Ja, ich bin überzeugt, dass man mit jenen Partnern eine Allianz bilden muss, welche die gleichen Ideen vertreten, um Synergien zu schaffen», führt sie weiter aus und träumt von einer grossen Allianz der Rechten, in der ebenfalls die SVP einbezogen wird. «Anlässlich der vergangenen Herbstwahlen haben sich auch sieben Parteien und Gruppierungen zu einer grossen Allianz der Linken zusammengeschlossen. Niemand hat dies in Frage gestellt. Bilden aber die Bürgerlichen eine Allianz, so tauchen sofort Fragen auf», gibt sie zu verstehen.
Für die Nicht-Wiederwahl von Jean-Claude Cornu macht sie nicht nur die CVP, sondern auch die SVP mitverantwortlich, die den FDP-Kandidaten im zweiten Wahlgang ungenügend unterstützt hat. «Ich wusste am Abend des 19. Oktober, dass wir im zweiten Wahlgang verlieren würden», sagte sie und macht deutlich, dass es die Linke immer wieder versteht, ihre Wählerschaft zu mobilisieren.
Weiterhin im Grossen Rat
Die 55-jährige Betriebsleiterin aus Senèdes wird sich aber nicht aus der Politik zurückziehen. «Ich bleibe eine leidenschaftliche Politikerin», betont sie. Deshalb wird sie auch weiterhin im Grossen Rat Einsitz nehmen und will sich politisch engagieren, wie man es von ihr gewohnt ist.
Die «Eiserne Lady»
der Freiburger FDP
«Sie war ein wenig unsere
Markus Ith winkt nicht sogleich ab, wenn die Frage nach dem Nachfolger gestellt wird. «Es ist nun an den Bezirksparteien, Kandidaten zu portieren», bemerkt er. Und Claudia Cotting verrät auch, dass am 15. April bestimmt eine neue Präsidentin oder ein neuer Präsident gewählt werden kann.