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Traditionelle Gesänge der Kanak auf der Grande Terre von Neukaledonien (Modul Tchamba)
«Die Luft gerät selbst primär in Schwingung» (Hornbostel/Sachs 1914). Zu unterscheiden sind: Freie Aerophone (Schwirrhölzer, eingespannter Grashalm etc.) und eigentliche Blasinstrumente (Flöten, Trompeten etc.).
Pentatonik ohne Halbtöne.
Im Animismus (von lat. Anima = Seele, Atem) herrscht die Glaubensvorstellung, dass Geister oder Seelen natürliche Dinge (Steine, Bäume etc.) bewohnen - das ‹Göttliche› ist immanent in der Natur. Animismus kann in Zusammenhang mit Schamanismus auftreten.
Antiphonal (gegenstimmig) ist ein Ausdruck der frühchristlichen Kirchenmusik. Im allgemeinen musiktheoretischen Gebrauch bedeutet er: Wechselgesang von zwei etwa gleich starken Gesangsgruppen. Kann auch für Instrumentalmusik verwendet werden.
Der Schamanismus in der Region der Beringstrasse ist oder besser war in Form und Ausdruck verschieden vom Schamanismus in anderen Gegenden der Welt. In der Gegend der Beringstrasse benutzten die Schamanen Masken, die oft eine Kombination zweier verschiedener Wesen zeigen, eines davon stellt den Geist dar.
Tanzgattung der Sibirischen Yupik, bei der die Tänzer ihre Bewegungen frei improvisieren können. Sie koordinieren diese aber nach dem Metrum der Trommelmusik. Bei atuutipiiq dürfen alle Anwesenden mittanzen.
Amerikanischer Anthropologe. Bateson bereiste im Rahmen seiner Studien Neuguinea. (Siehe dazu: Naven. Survey of the Problems suggested by a Composite Picture of the Culture of a New Guinea Tribe drawn from Three Points of View. Stanford: Stanford University Press 1958.)
Ein Verstorbener oder ein Geist nimmt vom Körper einer lebenden Person Besitz.
Deutsch-Amerikanischer Anthropologe (‹Vater der Amerikanischen Anthropologie›). Boas leitete die Jesup North Pacific Expedition (1897-1902).
Bogoras und seine Frau nahmen an der Jesup North Pacific Expedition teil und führten ihre Feldforschung (1900-1901) auf der Tschuktschen-Halbinsel durch. (Siehe dazu: Bogoras, Waldemar (1909): The Chukchi, in: Boas, Franz (Hg.), «The Jesup North Pacific Expedition. Memoir of the American Museum of Natural History», Vol. 7., New York: Stechert 1898-1903.)
Ein während der gesamten Melodie oder eines signifikanten Teils ausgehaltener Begleitton oder Begleitklang gleich bleibender Tonhöhe. In vielen Musikkulturen, wie beispielsweise in der indischen, entspricht er einem/mehrerer Liegeton/Liegetöne, zu dem die Melodie ein Distanzempfinden ohne funktional-harmonische Bedeutung erzeugt.
Die europäische Standard-Singstimme. Wird erzeugt durch etwas angeschwollene, fest angespannte Stimmbänder.
«Eine oder mehrere Saiten sind zwischen festen Punkten ausgespannt» (Hornbostel/Sachs 1914). Beispiele: Violine, Zither, Kora, Musikbogen.
Bei der chromatischen Tonleiter wird die Oktave durch zwölf gleich grosse Halbtonschritte unterteilt.
Das Cent-System teilt die Oktave in 1200 Cent (der temperierte Halbtonschritt besteht aus 100 Cent). Im Gegensatz zur Frequenzzahl (Hz) ist das Cent-System nicht logarithmisch aufgebaut, somit können die Tonabstände für jedes Register gleich angegeben werden.
Französischer Ausdruck der speziell in Neukaledonien verwendet wird. Kann als ‹Brauch›, ‹Sitte› oder als ‹Tradition› übersetzt werden.
Ein Notationssystem für die Aufzeichnung von Musik. Der Grundgedanke ist, dass eine Zahl für eine bestimmte Tonhöhe steht.
Die deskriptive Notation hält fest, was an einer Musik werkspezifisch ist, ohne näher anzugeben, wie diese zu spielen ist (siehe auch präskriptive Notation).
7-tönige Leiter (ohne die Oktave) mit festgelegter Position der Ganz- und Halbtonschritte. Für Dur: Ganzton - Ganzton - Halbton - Ganzton - Ganzton - Ganzton - Halbton. Weitere Möglichkeiten: Moll und die Kirchentonarten (Modi).
Aerophon, das mit einer Doppelzunge zur Klangerzeugung gebracht wird (z. B. Oboe).
Im Zuge der Aufklärung und Industrialisierung wurde angenommen, dass die Menschheit verschiedene Entwicklungsstufen (einfach, komplex, fortschrittlich etc.) durchläuft und dass diese Entwicklungsstufen für alle Gesellschaften dieselben sind.
In der Ethnologie und Soziologie kann eine Kultur oder ein Gesellschaftssystem von ‹innen› (emisch) erklärt und dokumentiert werden oder von ‹aussen› (etisch) implizit einer universellen und neutralen Sichtweise.
Der Funktionalismus wandte sich vom Evolutionismus ab und versucht, kulturelle Phänomene aus ihrer Funktion heraus zu erklären. (Vertreter: Bronislaw Malinowski, Radcliffe-Brown u.a.).
Aus der Materialtonleiter werden Töne in einem Bezugssystem um einen Zentral- oder Grundton angeordnet. Sie liegt im Intervall einer Oktave. In welchen Intervallverhältnissen die einzelnen Töne in der Gebrauchstonleiter zu einander stehen ist jedoch unterschiedlich.
Braucht mehr Druck als bei normaler Bruststimme. Um diesen Druck auszuhalten genügen die Stimmbänder alleine nicht, die darüber positionierten falschen Stimmbänder (ventrikular Falten) müssen zusätzlich geschlossen werden. Wenn der nötige Druck in den Lungen erzeugt ist, werden die falschen Stimmbänder geöffnet und die Luft dringt durch die geschlossenen Stimmbänder. Die flache zurückgezogene Zunge schliesst den Rachen beinahe vollständig. Der Druck ist so stark, dass verschiedene Teile des Rachens ebenfalls in Vibration versetzt werden.
Pentatonik mit Halbtonschritten (z.B. E, F, A, H und C).
Variative Umspielung einer Hauptstimme durch eine oder mehrere andere Stimmen.
Mehrstimmige Musik, bei der eine melodische Stimme führt und von anderen, stimmtechnisch untergeordneten Stimmen mit demselben Rhythmus begleitet wird. Zum Beispiel: Akkordisches Musizieren.
Die Oktave wird in sieben Intervalle unterteilt. Diese können unterschiedliche Grössen haben (z.B. Diatonik) oder aus sieben gleich grossen Intervallen bestehen (equiheptatonische Leiter).
Sogenannte Selbstklinger: «Das Material des Instruments gibt dank seiner Steifigkeit und Elastizität den Ton her, ohne gespannte Membranen oder Saiten zu bedürfen.» (Hornbostel/Sachs 1914).
Die musikalische Darbietung ist nicht vorgeschrieben, der improvisierende Musiker wird in den meisten Fällen durch den metrischen Aufbau limitiert und in der Tonauswahl beschränkt.
Ein aus Blättern hergestelltes Musikinstrument (Idiophon) auf den Loyalty-Inseln (Neukaledonien).
Eine der grössten anthropologischen Expeditionen in die Regionen von Sibirien, Alaska und Nordwest Kanada mit dem Auftrag, die kulturellen und anthropologischen Beziehungen zwischen den Ethnien beiderseits der Beringstrasse festzustellen. Die Expedition dauerte von 1897-1902 und war die Grundlage für die wiss. Arbeit der Forscher Franz Boas (Leiter), Waldemar Bogoras, Waldemar Jochelson, Berthold Laufer.
Beim Singen von Pic-eine‘rkin wird die gutturale Stimme oft mit stimmhaftem Einatmen kombiniert. Diese Technik ist sehr anstrengend und kann nur über kurze Zeit gehalten werden.
Zur Erzeugung der Kopfstimme werden die Stimmbänder stark gespannt und starr gehalten, was durch das Anspannen und Ausdünnen der Stimmbänder bewirkt wird. Die Gaumenmuskeln ziehen dabei den Kehlkopf nach oben, verstärkt durch die offene Luftröhre und Bronchie.
Beim Singen von pic-eine‘rkin wird die gutturale Stimme oft mit stimmhaftem Einatmen kombiniert. Diese Technik ist sehr anstrengend und kann nur über kurze Zeit gehalten werden.
Die Kulturanthropologie setzt sich mit dem Menschen in seinem Verhältnis zur Kultur auseinander.
Der ‹Kulturkreis›, 1898 von Leo Frobenius als ethnologischer Begriff eingeführt, basiert auf der Beobachtung, dass ähnliche Kulturelemente in verschiedenen Kulturen auftauchen. Diese Kulturelemente sollen einem gemeinsamen Ursprung zu Grunde liegen. Die Kulturkreislehre wurde spätestens um die 1960er Jahre als obsolet erklärt.
Entstand als Reaktion auf das naturalistische Denken des 19. Jahrhunderts (Evolutionismus) und betont den Pluralismus der Kulturen. Wichtigste Person: Franz Boas (1858-1942).
Die Melanesier Neukaledoniens. Für den politischen Kampf für die Unabhängigkeit von Frankreich vereinten sich die Melanesier Neukaledoniens in den 1980er Jahren und nannten sich Kanak.
Die Nachahmung einer Stimme durch eine später einsetzende, zweite Stimme.
Die in einer bestimmten Musikkultur verwendeten Töne, sind in Oktaven zusammengestellt. Beispielsweise erstreckt sich das Tonmaterial des abendländischen Tonsystems über 7 - 8 Oktaven mit je 12 Halbtönen.
Musikinstrument mit Membrane als Klangerzeuger (z.B. Militärtrommel)
Die Pulsation in einem Musikstück wird regelmässig akzentuiert (z. B. 3/4 Takt oder 7/8 Takt). In der westlichen Notationsweise wird diese Betonung durch die Taktstriche angegeben.
Töne, die einem Intervallbereich liegen, der kleiner ist als ein Halbton (also kleiner als 100 Cent).
Der Begriff Motiv wird sowohl in der historischen Musikwissenschaft als auch im Jazz und in der Musikethnologie verwendet. Er bezeichnet einen knappen Melodieabschnitt, der durch seine Wiederholung und evtl. Umgestaltung wichtig ist für das Musikstück.
Der Begriff Melodie wird in der Musikethnologie oft verwendet. Er bezeichnet eine sinngebende Folge von Tönen in der Zeit (horizontal). Für bestimmte Musikanalysen wird Melodie mit Thema gleichgesetzt.
Mehrere Stimmen erklingen gleichzeitig. Gegenteil von Einstimmigkeit.
Einstimmigkeit. Monophone Musikinstrumente erzeugen zu jeder Zeit nur einen Ton. Mit monophonen Instrumenten können keine Akkorde gespielt werden. In der Musikethnologie wird Monophonie hauptsächlich verwendet, wenn mehrere Instrumente exakt dieselbe Melodie spielen.
Hälfte einer Gruppe, wobei sich jede Hälfte durch unterschiedliche Merkmale definiert. Oft stehen die beiden Moieties einer Gesellschaft in einem gegenseitigen Pflichtverhältnis.
Dreiklang mit kleiner Terz.
Durch bestimmte Griff- oder Blastechniken können mehrere Töne gleichzeitig erzeugt werden.
Französisches Überseegebiet im Südpazifik, bestehend aus Grande Terre und den Loyalty-Inseln.
Ein sich wiederholendes musikalisches Thema / Motiv (Figuration). In der europäischen Musik kommen Ostinati hauptsächlich im Bass vor.
Die Oktave wird in fünf Töne unterteilt. Unterteilung in Halbtonlose Pentatonik (siehe Anhemitonische Pentatonik) und Pentatonik mit Halbtonschritten (siehe Hemitonsiche Pentatonik).
Mehrstimmige Musik, wobei jede Stimme einem anderen Rhythmus folgt, aber ein gemeinsames Metrum respektiert. Polyphone Musik kann weiter differenziert werden. Zum Beispiel: Kontrapunkt, overlapping, etc. Auf einem polyphonen Instrument können mehrere Töne gleichzeitig gespielt werden.
Eine regelmässige durch die Musik laufende Pulsation (eine Art innere Uhr). Durch die regelmässige Betonung bestimmter Pulse (Beats) entsteht Metrum.
Transkription, die Vorgaben darüber macht, wie ein Musikstück gespielt werden soll (siehe auch deskriptive Notation).
Die Überlagerung mehrerer verschiedener Rhythmen in einem mehrstimmigen Stück. Polymetrik: Die einzelnen Stimmen eines Musikstücks folgen einem eigenen Metrum.
Raga bestehen aus bestimmten Tönen (Svara) – meistens deren sieben – und den kleinsten noch hörbaren Nuancen in der Tonhöhe, den Sruti. Der Grundton (Sa) und die Quinte (Pa) sind unveränderlich, die restlichen Töne (Svara) können in Mikrotonabständen (Sruti) verändert werden.
Kehrvers oder Kehrreim in der Musik. Ein Lied kann zum Beispiel so aufgebaut sein, dass nach jeder Strophe ein Refrain gesungen wird.
Im Gegensatz zu antiphonal wird mit responsorisch (antwortend) einen Wechsel von ungleich grossen Gruppen bezeichnet, oft zwischen Chor und Solosänger.
Dudelsack
Tanzgattung der Sibirischen Yupik. Der Tänzer/die Tänzerin muss eine festgelegte Choreographie befolgen.
In der Musikethnologie wird der Begriff hauptsächlich für die Reihenfolge eines Motivs, Themas oder einer Melodie verwendet, wobei in jeder Folge leichte Formveränderungen erkennbar sind.
Der Sinuston besteht aus einer einzigen Welle. In der Natur kommen nur Töne und Klänge vor, die aus mehreren akustischen Wellen zusammengesetzt sind.
Normales Ausatmen mit viel Luftdruck. Dabei wird eine windstarke Klangqualität erzeugt (z. B. Stöhnen, wird oft in Pic-eine’rkin verwendet).
Schwingen die Stimmbänder, handelt es sich um einen stimmhaften Ton, wobei der Grundton deutlich erkannt werden kann.
Bei stimmlosen Klang werden die Stimmbänder nur in geringe Schwingung versetzt. Der Grundton kann nicht deutlich erkannt werden. (Der Begriff ‹stimmlos› lässt vermuten, dass die Stimmbänder gar nicht schwingen. Dies ist jedoch nie der Fall, denn eine kleine Schwingung tritt immer ein).
Stimmloses Einatmen entspricht dem normalen Atmen. Bei dieser Technik werden beim Einatmen die Stimmbänder leicht in Vibration gebracht.
Der Luftdruck beim Einatmen kann nur leicht verändert werden, deswegen muss die Geschwindigkeit erhöht werden, um die Stimmbänder in Vibration zu bringen (Schnelles Einatmen).
Musikgruppen, die hauptsächlich Chordophone spielen (Gitarren, Ukulelen, Bass). Der Begriff stammt aus den Vereinigten Staaten, wo Stringbands in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beliebt waren.
Durch aufgebauten Druck in der Lunge wird ein Luftstrom durch die Luftröhre und die Bronchien gesendet. Das Zusammenspiel verschiedener Muskeln verändert Spannung und Stellung der Stimmbänder und ist verantwortlich für die Stimmqualität. Der Rachen übernimmt die Aufgabe des Klangresonators oder des Verstärkers.
Der Strukturalismus stützt sich auf die strukturale Sprachwissenschaft. Für die Anthropologie werden Sozialordnung, Religion und Mythologie auf kleinste, immer gleich bleibende Einheiten zurückgeführt. Wichtigste Person: Claude Levis-Strauss (1908-2009).
Als Schamane wird eine Person bezeichnet, die die Gabe besitzt, Kranke zu heilen und mit allen unterschiedlichen Lebewesen zu kommunizieren. Schamanismus kommt in Gebieten vor, wo Menschen an beseelte Naturgegebenheiten und -erscheinungen glauben (siehe auch Animismus).
Trommel der indischen klassischen Musik, bestehend aus zwei separaten Instrumenten: Banyan und Dahya.
Tala entspricht einem zeitlichen Zyklus in der indischen klassischen Musik.
Eine Notationsart, bei der die Art und Weise, wie ein Instrument gespielt werden muss, angegeben wird
Ein Ton besteht aus Grundfrequenz und Obertönen. Der 1. Teilton entspricht der Grundfrequenz. Der erste Oberton entspricht dem Ton über dem Grundton, also dem 2. Teilton.
Von Andreas Werkmeister (1645-1706) im Jahr 1681 eingeführt Stimmung, bei der die reine Stimmung leicht verändert wurde, so dass die eine harmonische Verwechslung ermöglicht wird (auch wohltemperierte Stimmung genannt).
Die Häufigkeit der Pulse pro Zeiteinheit bestimmt das Tempo eines Musikstücks. In einer Transkription wird das Tempo durch die Anzahl der Pulseinheiten pro Minute angegeben (z. B. Viertel pro Minute).
Vierklang
‹Thema› bezeichnet ein in sich geschlossener musikalischer Gedanke (ein Thema kann aus mehreren Motiven bestehen).
Töne, in einer Oktave arrangiert, die das tonale Material eines bestimmten Musikstücks bilden.
Die Übertragung in eine Notierungsart. Siehe auch präskriptive und deskriptive Transkription.
Throat singing bezeichnet einerseits das simultane Erzeugen zweier unabhängiger Töne von einem Interpreten (z.B. in Zentralsibirien), andererseits das Singen mit gutturaler Stimmqualität (z. B. Inuit, Yupik, Tschuktschen, Ainu).
Trance bezeichnet ein psychosomatisches Phänomen, bei dem der Bewusstseinszustand eingeengt und die Wachheit herabgesetzt wird.
Tschuktschen (engl. Chukchi) unterteilen sich in Küsten- und Inland-Tschuktschen. Beide Gruppen leben auf der Tschuktschen-Halbinsel (Chukotka) ganz im Nordosten Russlands. Im restlichen Chukotka leben auch andere autochthone Ethnien: Jukagiren, Ewenen und Korjaken.
Yams (Dioscoreaceae) ist eine grosse, geniessbare Wurzelknolle, die als massgebliche Nahrungsgrundlage weltweit in den Tropen gezüchtet und angebaut wird.