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Angesichts eines möglichen EU-Freihandelsabkommen hat Proviande eine Arbeitgruppe „Vision Export“ gebildet, welche Fleischexport-Strategien studiert.
In der Schweiz wurden im Jahr 2006 insgesamt 318’127 Tonnen (441'469 Tonnen Schlachtgewicht) verkaufsfertiges Fleisch und Fleischerzeugnisse produziert, wovon aber nur rund 1,3% exportiert wurden. Als grösstes Hindernis beim Export von Schweizer Fleisch zeichnet der Rohstoffpreisnachteil verantwortlich. Gleichzeitig fehlt ein Mechanismus zur Verbilligung des Rohstoffs Fleisch. Die daraus entstehenden Differenzen zum ausländischen Rohstoffpreis verunmöglichen heute einen konkurrenzfähigen Export von Schweizer Fleisch und Fleischerzeugnissen.
Die Bestrebungen der Schweiz, mit der EU und weiteren Ländern Freihandelsabkommen abzuschliessen, würden eine Öffnung der Grenzen verbunden mit erhöhten Importmengen von ausländischem Fleisch nach sich ziehen. Die Mehrmengen würden einen verstärkten Druck auf dem inländischen Markt bewirken, wodurch auch die Preise unter Druck geraten. Diesen Herausforderungen muss sich die schweizerische Fleischbranche stellen, wenn die inländische Fleischproduktion und -verarbeitung langfristig erhalten werden und konkurrenzfähig bleiben resp. werden soll.
Der Verwaltungsrat von Proviande hat basierend auf dieser Ausgangslage im Juli 2006 eine Arbeitsgruppe „Vision Export“ gebildet, welche sich aus Vertretern der Schweizer Landwirtschaft und der Fleischbranche zusammensetzt. Diese Arbeitsgruppe geht von der Annahme aus, dass bis im Jahr 2015 die Schutzzölle massiv reduziert oder gar abgebaut werden, Schweizer Fleischprodukte aber dann einen zusätzlichen Absatzmarkt im Ausland haben werden.
Die Erschliessung von Exportmärkten setzt entsprechende politische Rahmenbedingungen, ein klares Gesamtexportmarketing sowie erfolgreiche Produkte mit klaren Verkaufsstrategien der Unternehmungen voraus. Somit sind die Positionierung von Schweizer Fleisch und die entsprechenden Massnahmen für die Situation im Jahr 2015 gefragt.
Die Arbeitsgruppe „Vision Export“ verfolgt aus diesen Gründen folgende Ziele:
Analyse der Auslandmärkte mit den zugehörigen Marktbedürfnissen,
Abklärung der politischen Rahmenbedingungen in der Schweiz und im benachbarten Ausland sowie
Strategieentwicklung und Definition von Handlungsachsen für den Absatz von Schweizer Fleisch im Ausland.
Langfristig, d.h. im Falle des Inkrafttretens eines FHA mit der EU, wird durch die Nutzung der Marktchancen im Ausland die Erweiterung des Absatzmarktes für Schweizer Fleisch über die Grenzen hinweg angestrebt. Gleichzeitig zur Arbeit der Arbeitsgruppe betreibt «Schweizer Fleisch», die Kommunikationsabteilung von Proviande, im Jahr 2007 ein Marktforschungsprojekt mit Schwerpunkt Fleischexport.
Die Durchführung von Konsumentenbefragungen an internationalen Messen und Verkaufspunkten sowie die Organisation einer Informationstagung mit in- und ausländischen Referenten im vergangenen März zählen unter anderem zu den Massnahmen. In diesem Projekt werden auch die Zielsetzungen der Arbeitsgruppe „Vision Export“ bearbeitet.
Die Erfahrungen und das Wissen rund um den Export von Schweizer Fleisch gilt es zu sammeln, aufzubereiten und der Fleischbranche in geeigneter Weise zur Verfügung zu stellen. Die Arbeitsgruppe „Vision Export“ hat deshalb beschlossen, ein entsprechendes Konzept mit dem Arbeitstitel „Plattform Export“ auszuarbeiten.
Die Inhalte dieses Konzeptes betreffen hauptsächlich folgende Punkte mit den dazugehörigen Fragen:
Organisation: Wer betreibt eine solche „Plattform Export“? Welches ist die Stellung von Proviande?
Finanzierung: Wer übernimmt die Kosten für Aufbau und Betrieb? Sind die gesammelten Informationen kostenlos zu beziehen?
Aufgaben: Welche Aufgaben und durch wen werden diese ausgeführt? Welche Rolle übernimmt Proviande? Welche Aufgaben können an externe Organisationen oder Firmen delegiert und durch diese ausgeführt werden?
Informationen: Welche Informationen werden angeboten und wer liefert diese?
Proviande ist bestrebt, einzelne Elemente des Marktforschungsprojektes im laufenden Jahr umzusetzen und die Erfahrungen an die Fleischbranche weiterzugeben. Geplant ist weiter, das erarbeitete Konzept „Plattform Export“ dem Verwaltungsrat von Proviande gegen Ende dieses Jahres zu unterbreiten und einen Entscheid für das weitere Vorgehen präsentieren zu können. Kontaktperson: Stephan Scheuner, Leiter PR und Marktforschung. Proviande,
3001 Bern, Tel. 031 / 309 41 41, E-Mail: <email-pii> (Medienmitteilung Proviande)
(gb)
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