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›Frankie‹ ist die Geschichte eines Reifeprozesses und einer großen Sehnsucht, der Sehnsucht, dabeizusein: beim Leben der Erwachsenen, hier bei der Hochzeit des Bruders, der von einer fremden Frau entführt wird. Frankies Ruf ›Nehmt mich mit!‹, der ungehört dem abreisenden Paar nachhallt, ist der verzweifelte Ruf, den jedes alleingelassene Kind kennt.
»Der dritte Roman wird von vielen als ihr reifster angesehen: ›Frankie‹. Keines ihrer Bücher macht so deutlich wie dieses, wie sehr die McCullers eine universale Schriftstellerin ist.«Dieter Lattmann
»In diesem Kindmädchen verkörpert sich zweifellos die poetische Kernsubstanz des ganzen Werks von Carson McCullers. Mit Recht hat man ›Frankie‹ als ebenbürtig neben Salingers ›Fänger im Roggen‹ gestellt, hat man Frankie als weibliches Gegenbild zu Holden Caulfield bezeichnet. Charakteristisch dabei ist, daß alle Mädchenfiguren Carson McCullers miteinander identisch sind: im Aussehen, in ihren Sehnsüchten, in ihren Begabungen, in ihrer kleinbürgerlichen Umwelt. Es kann gar kein Zweifel daran bestehen, daß all diese Micks, Frankies und Janets niemand anderes sind als Carson McCullers. Aber derart stupend ist, was Carson McCullers über dieses Mädchen weiß, daß der Verdacht entsteht, Carson McCullers könne nur deshalb so viel über dieses Mädchen wissen, weil sie es selbst immer noch ist, weil sie dieser Gestalt niemals entwuchs. Böll und Enzensberger hatten das wohl gespürt, als sie Carson McCullers als ›dieses Mädchen‹ bezeichneten.«Südwestfunk