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Unter einem Clearing (englisch to clear, „aufräumen“ oder „ausgleichen“) wird ein Verfahren verstanden, das gegenseitige Forderungen und Verbindlichkeiten durch Verrechnung ausgleicht. Für den Austausch von Kreditinstituten untereinander werden häufig weitere Institute zwischengeschaltet.
Es wird zwischen zwei Verfahren unterscheiden: dem Netto- und Bruttoclearing. Beim Nettoclearing entsteht ein einziger Saldo aus allen angefallenen Forderungen und Verbindlichkeiten. Dieser Saldo wird dann durch Zahlungen beglichen. Im Vergleich dazu wird beim Bruttoclearing kein Saldo erstellt, sondern jede einzelne Position getrennt behandelt und bezahlt. Ein Clearing kann in verschiedenen Bereichen angewendet werden: zum Beispiel zwischen einzelnen Unternehmen als Industrie-Clearing, Interbanken-Clearing für den Zahlungsverkehr oder als Wertpapier-Clearing für die Abrechnung von gegenseitigen Forderungen und Verbindlichkeiten aus Wertpapier- oder Termingeschäften.
Damit der Zahlungsverkehr ohne Störungen abläuft, sollte ein Clearing-System errichtet werden, das ein sogenanntes Clearing-House (Abrechnungsstelle) als zentrale Partei mit ihren Clearing-Membern zwischen Verkäufer und Käufer positioniert. Diese verpflichten sich, grössere Sicherheiten aufzubringen, damit etwaige Zahlungsausfälle vermieden werden können. Europaweit stehen zwei grosse Clearing-Gesellschaften für ein internationales Wertpapier-Clearing bereit: Die eine ist die luxemburgische Clearstream und die andere Euroclear mit Sitz in Brüssel. Was den Ablauf des Clearings angeht, erfolgt die Abwicklung des Zahlungsverkehrs per Elektronik und die Wertpapiere werden meist bei den Clearing-Gesellschaften zentral aufbewahrt. Am Ende des Verfahrens steht das Settlement bzw. die Auslieferung der Wertpapiere. Clearings gibt es natürlich auch für die Terminbörsen. Auf diese Weise können die Transkationen aus Optionen und Futures reibungslos verrechnet werden. Für die Terminbörse Eurex ist die Clearingstelle Eurex Clearing AG zuständig. Die Eurex Clearing AG ist eine Tochtergesellschaft der Clearstream.
Wegen den Verwerfungen der Finanzkrise ab dem Jahre 2008 wurden verstärkt Clearing-Häuser für unterschiedliche riskante Finanzprodukte eingeschaltet. Ins Zentrum der damaligen Diskussion über mögliche Regulierungen rückte auch die Etablierung von Clearing-Gesellschaften für Credit Default Swaps (CDS). Auf diese Weise sollten die damit verbundenen Risiken besser abgesichert werden.