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| Ephräm d. Syrer († 373) - Ausgewählte Gesänge gegen die Grübler über die Glaubensgeheimnisse

15. Das Geheimniß der allerheiligsten Dreieinigkeit in Bildern dargestellt. Der dreiundvierzigste Gesang des Originals.
1. Das Ei als Bild der Dreifaltigkeit.
[S. 116] 1 Durch ein kleines Ei mach' den vermessenen Grübler verächtlich! Dreifältig ist im Wasser (Dotter) die Gestalt verborgen; allein wo ist der Kopf? Wo sind denn die Füße und Flügel? Verlange, daß er diese drei dir zeige! Wenn er aber bei seiner Untersuchung schon bei einem Ei erstickt, um wie viel mehr wird Derjenige versinken, welcher sich erkühnt, das große Meer ermessen zu wollen! Gepriesen sei [S. 117] Er, der unser Denkvermögen schon durch geringfügige Dinge2 in Verwirrung bringt!
1: Weil das Geheimniß der Lehre von der allerheiligsten Dreifaltigkeit so schwer ist, sucht der h. Ephräm in mehreren Gesängen die Glaubwürdigkeit derselben durch Bilder anschaulich zu machen. Im vierzigsten Gesange z. B. stellt er die Sonne dar, wie in ihr sie selbst, ihr Licht und ihre Wärme nur Eins sind; so ist auch das Feuer ein Bild: es selbst, seine Glut und sein Licht Eines. Die Gesänge sind meist spekulativ=dogmativ, daher trocken und weniger ansprechend. Einen wenigstens glaubte ich dennoch aufnehmen zu sollen, weil in ihm doch einigermaßen dichterische Darstellung herrscht.
2: Vieles Unscheinbare in der Natur vermögen wir nicht zu erklären.