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Als gespaltene Persönlichkeit erscheint Dr. Jekyll in der Novelle von Robert Louis Stevenson. Und so treten auch die Spieler im direkten Duell gegeneinander an: Gut gegen Böse oder ganz einfach Jekyll vs Hyde.
Ein Stichspiel für 2 ist doch eher selten anzutreffen. Bei Jekyll vs Hyde bewegen sich die Spieler auch noch in unterschiedliche Richtungen. Während Mr. Hyde als böser Teil der Identität eine möglichst grosse Differenz bei der Anzahl der Stiche schaffen will, versucht Dr. Jekyll alles im Gleichgewicht zu halten. Über drei Spielrunden duellieren sich die Identitäten und versuchen, die Oberhand zu gewinnen. Dazu erhält jeder Spieler 10 Karten, 5 Karten kommen gar nicht ins Spiel. Die Wesenskarten gibt es in den Farben lila, rot und grün und den Werten von 1 bis 7. Zusätzlich im Spiel sind 4 Trunkkarten. Da Dr. Jekyll ja mit Tränken experimentierte, tritt auch jedes Mal ein Effekt ein, sobald eine Trunkkarte im Spiel erscheint. Auf einem Spielbrett notiert man sich den aktuellen Wesenszustand von Jekyll oder Hyde. Es sind insgesamt 10 Schritte von Genie zu Wahnsinn. Und so unterscheiden sich dann die Ziele der Duellanten: Jekyll gewinnt, wenn er noch ein kleines Stück sich selber bleibt. Hyde gewinnt die Partie, wenn er die 10 Schritte zum Bösen hinter sich gebracht hat.
Der Spielablauf von Jekyll vs Hyde ist einfach, bedeutend schwieriger ist es, die Auswirkungen der einzelnen Stiche vorauszusehen. Nach dem Verteilen der Karten geben die Spieler eine Karte ihrem gegenüber. Wer 2 oder mehr Trunkkarten besitzt, muss eine Trunkkarte abgeben. In der zweiten und dritten Runde tauscht man zwei oder drei Karten zu Beginn. Danach beginnt das Stichspiel. Spielt jemand eine Farbe, muss man mit einer gleichen Farbe oder eine Trunkkarte antworten. Kann man eine Farbe nicht bedienen, weicht man auf eine andere aus.
Bei gleichfarbigen Karten gewinnt der höhere Wert den Stich. Bei verschiedenfarbigen Karten gewinnt die hochrangigere Farbe. Die Farbränge ergeben sich beim Ausspielen der Karte. Je eher eine Farbe gespielt wird, desto weniger ist sie wert. Die Farbränge notiert man mit kleinen Markern auf dem Spielbrett.
Spielt jemand eine Trunkkarte, löst das einen Effekt aus. Liegt eine rote Karte mit der Trunkkarte im Spiel, verlieren die Farben ihre Ränge und werden in den weiteren Stichen neu aufgestellt. Mit einer grünen Karte tauschen die Spieler zwei ihrer Handkarten. Bei einer lila Karte holt sich der Gewinner des Stichs zusätzlich einen bereits getätigten Stich des Mitspielers ab.
Die Trunkkarten von Jekyll vs Hyde sind nicht zu unterschätzen und lancieren eine Partie neu, wenn man sie im passenden Moment einsetzt. Spielt man als Erster eine Trunkkarte, kann man sich eine Farbe wünschen, um den richtigen Effekt zu erhalten. Das funktioniert aber nur, wenn die gewünschte Farbe noch im Spiel ist.
So spielt man Stich für Stich, versucht bei Jekyll vs Hyde Lücken zu reissen oder einen Ausgleich zu schaffen. Nach 10 Stichen zählt die Differenz der Stiche, egal ob Jekyll oder Hyde mehr Stiche gemacht haben. Diese Differenz zieht man mit der wunderschönen Identitätsfigur auf dem Spielplan vorwärts. Im Idealfall für Jekyll bleibt sie unbewegt an Ort stehen. Jekyll gewinnt das Duell, wenn nach drei Runden das Böse am anderen Ende der Leiste nicht erreicht wurde. Hyde gewinnt, sobald er die Spielfigur 10 Schritte vorwärts bewegt hat. Das kann auch schon vor der dritten Runde sein.
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Fazit
Wenige Regeln, ein Stichspiel über 10 Runden und ein paar Trunkkarten – die Merkmale von Jekyll vs Hyde lassen auf ein einfaches Spiel schliessen. Im Prinzip ist das richtig so, was den Ablauf betrifft. Doch Jekyll vs Hyde lässt einige Möglichkeiten offen, um die Partie in eine neue Richtung zu drehen, wenn man sie im passenden Moment einsetzt. Es ist nicht so leicht vorhersehbar, welche Auswirkungen die einzelnen Effekte haben, doch sie sind mächtig und oft entscheidend. So bezahlt man in den ersten Partien ein wenig Lehrgeld, doch die Lernkurve steigt steil nach oben. Bei einem einseitigen Blatt sorgen grüne Effekte mit einem erzwungenen Kartentausch für frische Karten. Ein lila Effekt holt gleich zwei Stiche. Und die Rangordnung lässt sich mit einem roten Effekt ganz leicht neu definieren. Durch einen Kartentausch weiss man auch, was das Gegenüber in Händen hält. Kurz: Jekyll vs Hyde bietet Spannung, immer neue Überraschungen und auch ein wenig Zufall, da 5 Karten nicht im Spiel sind. Trotzdem ist man sich nie sicher, ob der eigene Plan am Ende aufgeht. Ein richtig gutes, knackiges Stichspiel für 2, bei dem man erst noch unterschiedliche Rollen einnehmen kann.
Alles über Jekyll vs Hyde
Jekyll vs Hyde | Autor: Geon-il | Illustrationen: Vincent Dutrait | Verlag: Nice Game
Spielerzahl: Stichspiel für 2 Personen
Spieldauer: 20 Minuten
Altersangabe: ab 14 Jahren
Benötigt: Viele oder ausgeglichene Stiche
Wiederspielreiz: sehr gross
Geeignet für 2 Spieler: sehr gut
Beste Spielerzahl: 2 Personen
Richtet sich an: Familie