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Interviews

Interview mit Stefan Denifl und Kjell Carlström vom Team IAM-Cycling vor Il Lombardia
|30.09.2016|

IL LOMBARDIA 2016

Autor: Christine Kroth (Cofitine)
Am Vorabend des Rennens Il Lombardia hatte ich die Möglichkeit, ein kurzes Interview mit Stefan Denifl vom Schweizer IAM-Team zu führen.
Das Rennen sei sehr anspruchsvoll, sehr hügelig und schwer. Es ist zum Ende der Saison ein großes Ziel. Er möchte gut fahren und das Maximum herausholen. Sein letztes Rennen in dieser Saison ist das Rennen Paris-Tours am nächsten Wochenende, dies ist ein relativ flaches Rennen und deshalb für ihn dann aber nicht mehr so wichtig.
Rückblickend auf die letzte Saison zeigt er sich nicht sehr zufrieden. Nach dem Giro war er in guter Form, konnte dies aber im weiteren Saisonverlauf nicht nutzen, da er zur Tour de Suisse krank geworden ist. Danach kam für ihn, nach einer Pause, das Olympische Rennen bei dem er durch Defekte behindert wurde und nicht sein volles Leistungsvermögen abrufen konnte.
Diese alles könnten Gründe dafür sein, dass er noch immer nach einem Team für die Saison 2017 sucht. Er sagt, dass es nicht sehr gut aussehe und dass er dies nicht ganz verstehe. Er möchte gerne für ein WorldTour-Team oder ein Pro-Continental-Team fahren, sieht aber auch die Möglichkeit nach Österreich in ein Continental-Team zurückzukehren. Dies ist für ihn aber eigentlich keine Option. Das beste wäre ein Pro-Continental-Team, so wie es IAM zu Beginn war, als er zu dem Team gestoßen ist, weil er dort mehr Freiheiten haben könne als in einem WorldTour-Team und sich dort eher beweisen könne.
Stefan Denifl erzählt mir, dass er zwei Angebote von Pro-Continental-Teams vorliegen hat. Es liege nun an ihm wie er sich letztlich entscheide.
Er sieht sich auch selbst in der Pflicht, meint, dass er vielleicht etwas zu spät selbst Kontakt zu Teams aufgenommen habe. Er ist kein Star wie etwa Peter Sagan, auf den die Teams von alleine zukommen. Ein Fahrer in seiner Position müsse mehr tun, mehr auf die Teams zugehen und nachfragen, das erwarten die Teams auch. Er hat aber auch einen Manager, der sich um solche Dinge kümmert.
Stefan glaubt, dass es generell für einen Fahrer aus Österreich schwieriger sei, da kein großer Markt dahinter stehe wie etwa in Deutschland.
Eine Rückkehr in seinen erlernten Beruf als Maschinenbauer kann er sich zur Zeit nicht vorstellen, da er inzwischen zehn Jahre raus ist aus dieser Branche und der Wiedereinstieg schwierig sei. Er könne sich momentan auch nicht vorstellen, vom Radsport zurückzutreten und seine Karriere zu beenden. Er möchte gerne noch einige Jahre als Radprofi aktiv sein.
Nach seiner Verletzung vor zwei Jahren war es für ihn aber sehr schwer, wieder auf das Level von davor zu kommen. Er habe es immer noch nicht wieder ganz erreicht, wie er sagt.
Auf die vier Jahre bei IAM blickt er mit Freude zurück. Wäre das Team auch nächste Saison noch im Peloton vertreten gewesen, wäre er sicher bei diesem Team geblieben, da es für ihn das beste Team war, in dem er jemals in seiner Karriere gefahren ist.
-> Interview mit Stefan Denifl - stellt Eure Fragen
Bei meinem kurzen Besuch im Hotel des Teams IAM hatte ich außerdem die Möglichkeit, mit einem der Sportlichen Leiter des Teams beim Rennen Il Lombardia, Kjell Carlström, zu sprechen.
Für IAM ist dies morgen sein letzter Einsatz, danach wird er noch die finnische Nationalmannschaft bei den Weltmeisterschaften in Katar betreuen.
Der Finne hat noch kein Team für die nächste Saison gefunden, es gäbe aber Gespräche mit einigen Teams.
Auf die Chancen des Teams für das letzte WorldTour-Rennen des Jahres angesprochen, meint Carlström, dass dies kein einfaches Rennen sei. Mathias Frank, der mit sehr guter Form aus der Vuelta kommt, habe aber gute Chancen. Generell sieht er aber immer Chancen für das Team. Weiterhin sieht er auch Stefan Denifl, mit dem ich kurz zuvor gesprochen hatte, als hochmotiviert an und als einen, der eine Rolle im Rennen spielen könnte.
Ich bedanke mich im Namen des Teams von LiVE-Radsport.ch bei Stefan Denifl und Kjell Carlström, dass sie für uns kurz zur Verfügung standen und wünsche dem Team alles Gute für das letzte WorldTour-Rennen der Teamgeschichte.

|30.09.2016|
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