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Der Binnenmarkt der EU gilt auch für den Verkehrsbereich. Züge, Lastwagen, Flugzeuge und Schiffe müssen in Europa frei verkehren können. Die EU ist bemüht, die Wettbewerbsbehinderungen und die technischen Hemmnisse zu minimieren, um einen möglichst flüssigen Verkehr und vorteilhaftere Tarife für den Personen- und Güterverkehr zu gewährleisten. Zwei bilaterale Abkommen von 1999 regeln den gegenseitigen Marktzugang zwischen der Schweiz und der EU im Verkehrsbereich.
Aufgrund des Landverkehrsabkommens akzeptierte die EU die leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe, die die Schweiz seit 2001 auf allen Lastwagen erhebt, die ihr Strassennetz benutzen. Im Gegenzug kam die Schweiz der Forderung der EU nach einer Erhöhung der Gewichtslimite für Lastwagen von 28 auf 40 Tonnen nach. Sie verpflichtete sich zudem, Regeln anzuwenden, die denjenigen der EU entsprechen, beispielsweise in Bezug auf die Ruhezeiten der Lastwagenfahrer oder die technischen Spezifikationen für Lokomotiven und Eisenbahnwagen.
Moderne und leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur
Die Schweiz beteiligt sich mit beträchtlichen Mitteln an den Anstrengungen der EU im Hinblick auf eine moderne und leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur für Europa. Die neuen alpenquerenden Eisenbahnverbindungen (insbesondere die neuen Tunnels am Gotthard, Monte Ceneri und Lötschberg) sowie die Anschlüsse an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz ermöglichen erhebliche Zeitgewinne beim Reise- und Güterverkehr, vor allem auf der Nord-Süd-Achse. Auf der Gotthard- und der Lötschbergstrecke wurden über 15 Milliarden Euro in die Bahninfrastruktur investiert.
Der Gotthard-Basistunnel wurde am 1. Juni 2016 offiziell eröffnet, fahrplanmässig ging er am 11. Dezember 2016 in Betrieb. Er besteht aus zwei 57 km langen Einspurröhren. Zählt man sämtliche Verbindungs- und Zugangsstollen sowie Schächte hinzu, misst das Tunnelsystem über 152 km. Mit einer Felsüberlagerung von bis zu 2300 Metern ist der Gotthard-Basistunnel nicht nur der längste, sondern auch der tiefste bisher gebaute Eisenbahntunnel der Welt. Ungefähr 50 Personenzüge sowie bis zu 260 Transportzüge können so jeden Tag mit einer Geschwindigkeit bis zu 200 km/h den Basistunnel durchqueren. Dies erhöht die Rentabilität, die Zuverlässigkeit sowie die wettbewerbsfähigkeit des Schienenverkehrs von Passagieren und Gütern zwischen dem Norden und dem Süden Europas, entlang des Korridors Rhein-Alpen RTE-T. Da es auf der Stecke beinahe keine Neigung gibt, erlauben die Schienen längere Züge, was weniger Lokomotiven beansprucht und auch eine kürzere Reisezeit für die Alpendurchquerung mit sich zieht. Die Neue Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) wird 2020 wird mit der Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels vollendet sein. Gleichzeitig sollte der Korridor mit 4 Metern Eckhöhe auf der Nord-Süd-Achse operationell sein. Von Basel bis nach Chiasso wird damit bis 2020 der durchgehende Transport von Containern und Sattelaufliegern mit 4 Metern Eckhöhe auf der schweizerischen Nord-Süd-Achse möglich sein.
Das Luftverkehrsabkommen regelt auf der Grundlage der Gegenseitigkeit den Zugang der Schweizer Fluggesellschaften zum liberalisierten europäischen Luftverkehrsmarkt. Die Schweizer Gesellschaften sind frei in der Wahl der Destinationen, die sie anfliegen wollen, sowie auch in der Tarifgestaltung. Zudem ist die Schweiz am einheitlichen europäischen Luftraum beteiligt. Ziel dieses Projekts ist die Rationalisierung und Modernisierung der Flugsicherung in Europa zur Bereitstellung des künftigen Bedarfs an Kapazitäten und zur Erhöhung der Sicherheit im Flugverkehr.