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Übergewicht ist nicht krankhaft, aber
es kann krank machen. So nimmt bei einem Übergewicht von 20%
oder mehr das Krankheitsrisiko deutlich zu.
Doch die Erfolgsbilanz von Programmen, Diäten und Massnahmen
zur Behandlung von Übergewicht ist oftmals enttäuschend.
Selten wird eine langfristige Gewichtsreduzierung
erreicht. Stattdessen entwickelt sich Übergewicht zum
lebenslangen Problem.
Der fehlende Erfolg spricht aber nicht gegen eine
Gewichtsreduktion, sondern für eine bessere Methode. Es gibt
moderne Therapiekonzepte, die die neuesten
wissenschaftlichen Erkenntnisse einbeziehen und trotzdem die
bewährten Ansätze berücksichtigen.
Ziel dieser Therapien ist es, ein entspanntes Verhältnis zum
Essen zu bekommen, ohne Verbote und Verzicht. Sie
helfen, das Gewicht langsam, dafür aber erfolgreich zu
reduzieren.
Was ist Fettleibigkeit
(Adipositas)?
Als Fettleibigkeit wird eine übermässige Ansammlung von
Fettgewebe im Körper bezeichnet. Fettleibigkeit führt zu
Folgeerkrankungen und einer kürzeren Lebenserwartung.
Sie entsteht, wenn die Energiezufuhr, vor allem durch
fettreiche Ernährung, den Energieverbrauch übersteigt. Wenn zu
viel Körperfett angesammelt wird und sich der Body-Mass-Index
(BMI) eines Menschen auf Werte zwischen 25 und 30 erhöht,
spricht man zunächst von Übergewicht. Übersteigt allerdings
der Anteil der Fettmasse am Körpergewicht bei Frauen 30% sowie
bei Männern 20 % und beträgt der BMI mehr als 30, spricht man
von Adipositas oder Fettleibigkeit, die als
behandlungsbedürftig gilt.
Was sagt der
Body-Mass-Index?
Der Body-Mass-Index (übersetzt: Körpermassenindex) bestimmt
den Grad des Übergewichts. Die Bestimmung des
Body-Mass-Index (BMI) ist auch in der Wissenschaft
gebräuchlich. Mit folgender Formel lässt sich der (BMI)
berechnen:
Body-Mass-Index (BMI) = Körpergewicht (kg)
Körpergrösse² (m²)
Normalgewicht entspricht einem BMI zwischen 19 und 25 kg/m².
Übergewicht (leichte Adipositas) BMI zwischen 25 und 30 kg/m².
Fettleibigkeit liegt bei einem BMI von mehr als 30 kg/m² vor.
Wenn Sie hier klicken, können Sie Ihren
Body-Mass-Index ausrechnen lassen.
Wodurch wird Fettleibigkeit ausgelöst?
- Erbanlage (genetische Disposition)
- Ernährung und mangelnde körperliche Bewegung
- Seelische Faktoren: Stress, Einsamkeit, Depression und
Frustration mit Essen als Belohnung
Der Mensch gestaltet sein Körpergewicht selbst. Dabei
spielen Vererbung und Lebensweise eine Rolle. Die Hauptrolle
übernimmt jedoch die Lebensweise, weil sie geändert
werden kann. Genauso zwingt eine erbliche Veranlagung den
Menschen nicht dazu, übergewichtig oder fettleibig zu sein.
Hingegen ermöglichen eine gesunde Ernährung und
ausreichend Bewegung auch bei ungünstigen Voraussetzungen
ein Normalgewicht.
Einige Krankheiten führen ebenfalls zur Fettleibigkeit wie
Schilddrüsenunterfunktion, Cushing-Syndrom, Hirntumore.
Welche
Rolle spielt die
Fettverteilung?
Die Verteilung der Fettpolster bestimmt ebenfalls das
Gesundheitsrisiko. Man unterscheidet bei der
Fettverteilung zwischen dem Birnentyp und dem Apfeltyp.
- Weiblicher Fettverteilungstyp: hüft- und oberschenkelbetonte
Birnenform
- Männlicher Fettverteilungstyp: stamm- oder bauchbetonte
Apfelform
Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben: Eine
Fettvermehrung im Bauchraum kann weit gefährlicher sein, als
eine Fettzunahme im Bereich der Hüften und der Oberschenkel.
Menschen, die dem Apfeltyp angehören, leiden häufiger an
Bluthochdruck, koronaren Herzkrankheiten, Diabetes und
Fettstoffwechselstörungen als Menschen mit einer
Fettverteilung in Birnenform.
Körperfettverteilung wird bestimmt als der Quotient aus
Taillenumfang und Hüftumfang. Die Berechnung ist einfach:
Taille-Hüfte-Verhältnis = Taillenumfang
Hüftumfang
Bei Frauen sollte ein Wert von 0,85 und bei Männern ein Wert
von 1,0 nicht überschritten werden. Höhere Werte können zu
adipositas-bedingten Erkrankungen führen.
Welche
Risiken sind mit Adipositas verbunden?
Adipositas erhöht die gesundheitlichen Risiken und kann zu
folgenden Erkrankungen führen:
- Koronare Herzerkrankungen
Diese Erkrankungen der Herzkranzgefässe (z.B. Herzinfarkt,
Angina Pektoris) werden durch Verkalkung verursacht. Etwa 40%
aller Fälle der koronaren Herzerkrankungen sind auf einen
erhöhten Body-Mass-Index (BMI) zurückzuführen und somit
mehrheitlich vermeidbar.
- Schlaganfall
Übergewicht ist ein Hauptrisiko für den Schlaganfall. Größere
Fettansammlungen im Bauch- und Hüftbereich erhöhen das
Schlaganfallrisiko sogar schon bei leichtem Übergewicht.
- Hypertonie
Erhöhtes Körpergewicht bildet eine der Grundursachen für
Bluthochdruck. Weil mit jedem Kilogramm Gewichtsverlust auch
der Blutdruck sinkt, gehört die Gewichtsreduktion zur
Basistherapie bei arteriellem Bluthochdruck.
- Diabetes mellitus
Die Adipositas ist ein anerkannter Risikofaktor für den nicht
insulinabhängigen Diabetes mellitus (Typ 2 Diabetes).
Gewichtszunahme bei Erwachsenen von mehr als fünf Kilogramm in
acht Jahren bringt ein deutliches Diabetesrisiko mit sich.
Fast 80% aller Typ 2 Diabetiker sind übergewichtig!
- Arthrose
Übergewicht begünstigt einerseits die Entstehung
abnutzungsbedingter Gelenkveränderungen. Andererseits kann
eine Arthrose durch die Einschränkung der körperlichen
Betätigung zu Adipositas beitragen.
- Krebs
Adipositas kann das Risiko für bestimmte bösartige
Erkrankungen erhöhen. Dazu gehören Gebärmutterkrebs, Prostata-
und auch Gallenblasenkrebs.
- Gefässkrankheiten
Übergewichtige Menschen leiden deutlich häufiger an
Krampfadern, Beinvenenthrombosen und anderen
Gefässkrankheiten.
- Schlafapnoe
Menschen, die an kurzzeitigem Atemstillstand während des
Schlafs leiden, haben oftmals einen BMI von über 35.
- Schwangerschaft und Geburt
Während einer Schwangerschaft ist das Risiko für
übergewichtige Frauen, an Diabetes, Harnweginfektionen,
Venenthrombosen und Bluthochdruck zu erkranken, wesentlich
erhöht.
- Fettstoffwechselstörungen
Adipöse Patienten leiden häufig an Störungen im
Fettstoffwechsel. Dieses Krankheitsbild tritt meist in
Kombination mit Diabetes, Bluthochdruck, erhöhter Harnsäure im
Blut auf und wird Wohlstandssyndrom genannt.
Wie wird Adipositas behandelt?
Mit fachkundiger Hilfe erhalten übergewichtige
Patienten die besten Chancen, erfolgreich abzunehmen und auf
Dauer Ihr Gewicht zu halten.
Die Grundpfeiler der Therapie sind:
- Diätberatung
- Verhaltenstherapie
- Regelmässige Bewegung
Die Behandlung bedeutet eine lebenslange Umstellung der
Ernährungs- und Lebensgewohnheiten. Der Patient muss aktiv
an sich arbeiten und akzeptieren, dass er ein
Gewichtsproblem hat. Für Patienten, die trotz dieser
Behandlung keinen zufrieden stellenden Gewichtsverlust
erreichen, kann unter Umständen (selten!) eine medikamentöse
oder chirurgische Behandlung in Frage kommen.