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Ringelröteln oder lateinisch Erythema infectiosa ist eine Virus-Erkrankung. Sie tritt hauptsächlich bei Kindern im Alter zwischen 5 und 15 Jahren auf. Es handelt sich um eine eigentlich harmlose Erkrankung, mit mildem Beschwerdebild. Der deutsche Name kommt von der früheren, falschen Annahme, es handle sich um eine atypisch verlaufende Röteln-Erkrankung. Geschichtlich gesehen, ist diese Krankheit auch unter „fünfte Kinderkrankheit“ oder unter Ohrfeigen-Krankheit bekannt. Der erste Name stammt aus England: Kinder-Ärzte haben versucht die Kinderkrankheiten mit einem Ausschlag voneinander abzugrenzen und haben sie nummeriert. Der zweite Name „beschreibt“ ein Symptom. Die erkrankten Kinder haben intensiv gerötete und leicht geschwollene Wangen, oft mit einer „Schmetterlings“-artigen Aussparung um den Mund.
Ursache:
Der Auslöser ist das humane (nur den Menschen befallende) Parvovirus B19 (HPV-B19). Die Ansteckung erfolgt in der Regel über Tröpfcheninfektion. Damit ist sie sehr ansteckend und befällt meist Epidemie-artig unsere Kinder. Diese Wellen beobachtet man vor allem in den Winter- und Frühlingsmonaten. Eine andere Möglichkeit betrifft die seltenere fäko-oral-Kontamination (verschmutzte Gegenstände oder Hände), über infiziertes Blut oder während einer Schwangerschaft kann auch das werdende Kind befallen werden. Das Virus benutzt zu seiner Vermehrung hauptsächlich Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen im Knochenmark. Damit erklärt sich auch sein Gefahrenpotential bei den Ungeborenen und bei immun-supprimierten Patienten. Auch Menschen mit Sichelzellen-Anämie können vermehrt Probleme während einer Erkrankung erleiden.
Symptome:
Der typische Hautausschlag beginnt meist im Gesicht (siehe oben). In den folgenden Tagen treten üblicherweise an den Schultern, Oberarmen, Oberschenkeln und Gesäss teilweise erhabene Flecken auf, die dazu neigen zusammen zu fliessen und in der Mitte zu verblassen. Dadurch entstehen charakteristische Girlanden-artige Muster. Diese Hauterscheinungen können wechselhaft und flüchtig sein, oder aber auch bis zu 7 Wochen andauern. Das Allgemeinbefinden ist dabei in der Regel nur wenig beeinträchtigt. Es können Fieber, Frösteln, Muskeln- und Gelenkschmerzen, Juckreiz und Erbrechen auftreten, meist in ganz milder Form.
Komplikationen:
Eigentlich keine, in der Regel muss nicht behandelt werden. Die Haut ist nach der Erkrankung trocken und sollte gut gepflegt werden (mit fettreichen Lotionen oder Ölbädern). Nur während einer Schwangerschaft kann das Virus eine Bedrohung für das werdende Kind sein. Bei einem Drittel der erkrankten Schwangeren kann es über die Plazenta die Blut-bildenden Zellen des Kindes befallen und im schlimmsten Fall zerstören. Frauen mit Verdacht auf eine mögliche Erkrankung sollten das ihrer/m Frauenarzt/In mitteilen, dass er/sie über vermehrte Ultraschalluntersuchung die Entwicklung des Ungeborenen genauer verfolgt. Gegenwärtig gibt es keine Hinweise auf eine vermehrte Fehl- oder Missbildung durch das Parvovirus-B19.
Therapie:
Wie bereits geschrieben, ist eigentlich keine spezifische Therapie notwendig, je nach Situation können die Symptome durch geeignete Massnahmen vermindert werden. Bei einer vorhandenen Immunschwäche können spezielle Medikamente (Immunoglobuline) eingesetzt werden.
Dauer der Ansteckfähigkeit, Isolierung:
Die Ansteckungsgefahr ist in den ersten 4-10 Tagen nach der Infektion am grössten. Da aber ab dem Auftreten des Ausschlages keine Ansteckung mehr erfolgt, (normalerweise erkennt man daran die Erkrankung), ist ein Isolieren oder Fernhalten von Kita, Kindergarten oder Schule nicht nötig.
Vorbeugung:
Es gibt keine Impfung. Die oben angesprochenen Risiko-Gruppen müssen neben einer gründlichen Händedesinfektion Erkrankte meiden. Nach einer durchgemachten Erkrankung geht man von einer lebenslangen Immunität aus.
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