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Das verheerende Erdbeben in Kampanien und in der Basilikata im November 1980 löste auch in der Schweiz eine grosse Solidaritätswelle aus. Organisationen und Zeitungen sammelten Geld für Hilfsprogramme, darunter auch das Badener Tagblatt, das einen respektablen Betrag zusammenbrachte und diesen sinnvoll und langfristig den Geschädigten zukommen lassen wollte.
Über verschiedene Kanäle wurde Peter Wanner, Journalist und heute wichtiger Verleger im Schweizer Mittelland, auf Flora Ruchat-Roncati aufmerksam gemacht. Nach längeren Vorgesprächen fand 1984 ein Besuch in der Gemeinde Preturo bei Avellino statt. Es galt, die Möglichkeiten vor Ort zu besprechen, welche Projekte mit den Spendenbeiträgen aus dem Aargau finanziert werden könnten. Peter Wanner und Stephan Mäder, ehemaliger Assistent von Ruchat, reisten nach Rom und dann weiter mit der Architektin in die Gegend von Avellino. Nach einem herzlichen Empfang konkretisierten die Wünsche in Richtung eines Begegnungs- oder Quartierzentrums, um nicht zu sagen einem Parteilokal. Den Donatoren wurde dies irgendwie suspekt, und die Bemühungen von Flora Ruchat-Roncati verliefen leider im Sand.
Der denkbare Augenblick wurde fotografisch festgehalten: Flora Ruchat-Roncati, gegen Ende eines Essens in Preturo mit dem Empfangskomitee, wohl mehrheitlich Mitglieder des Partito Socialista Italiano (PSI); ihr gegenüber die zwei blonden Schweizer. Floras knappe Anmerkung auf der Foto kommentiert eine für sie typische Situation: Eine strahlende und selbstbewusste Frau alleine unter Männern. Sie lebte und arbeitete damals nach ihrer Gastdozentur an der ETH Zürich schon wieder in Rom. Ein Jahr später sollte sie als erste Professorin nach Zürich berufen werden.