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Band 24 und 25 der JBW umfassen die Manuskripte für die „Vorlesungen zur Geschichte des Mittelalters“, die aus dem Nachlass herausgegeben werden. Neben dem Begründer einer internationalen Renaissanceforschung werden sie verstärkt den Mediävisten ins Bewusstsein bringen, der Burckhardt von seiner Ausbildung her war und sein ganzes Leben blieb. Die Edition wird also dazu beitragen, die weit verbreitete, aber irrige Vorstellung zu revidieren, Burckhardt habe durch seine Erfahrung des Südens und durch die Arbeit an der „Cultur der Renaissance“ die Beschäftigung mit dem Mittelalter aufgegeben.
Die Analyse des weitgehend unbekannten Materials zeigt auch, wie reichhaltig es die bekannten Werke Burckhardts ergänzt. Die Darstellung der „Zeit Konstantins des Grossen“ (JBW 1) wird nahtlos fortgesetzt, die „Kultur der Renaissance in Italien“ (JBW 4) vielschichtig auch als Teil des Mittelalters geschildert. Viele klassische Stellen aus Burckhardts Büchern sind wiederzuerkennen und werden durch die Edition in einem ganz anderen Licht zu sehen sein.
Band 27 umfasst den zweiten Teil der "Vorlesungsmanuskripte zur Geschichte der Neuzeit (17. & 18.Jh.)". Damit liegt er zwischen den beiden bereits erschienenen Bänden 28 zum „Revolutionszeitalter“ und 26 zur „Neueren Geschichte“ des 16. Jh. steht, schließt sich der universalhistorische Bogen von der Griechischen Antike bis (beinahe) zu Burckhardts eigener Gegenwart. Damit spiegelt sich in der Edition auch Burckhardts kulturhistorisches Verständnis einer Genese historischer Prozesse und ihrer Transformationen über knapp 2500 Jahre.
Als Werkstattpapiere, welche nicht den gesprochenen Text der Vorlesung vorbereiteten, sondern deren thematische Grundlagen aus Quellen und Literatur erarbeiteten, ermöglichen die Manuskripte einen Zugang zu Burckhardts Reflexion. Inhaltlich verfolgte Burckhardt dabei die unterschiedlichen nationalen Entwicklungen sowohl anhand der machtpolitischen Weichenstellungen als auch entlang der kulturgeschichtlichen Prägungen: bei Fragen etwa nach der Überwindung der Religionskriege in Frankreich, nach der auf die Renaissance folgenden „Hispanisierung Italiens“, nach dem Verhältnis von wirtschaftlich-politischem Niedergang und kultureller Blüte in Spanien. Die gleichzeitig im „Studium der Geschichte“ (den sog. „Weltgeschichtlichen Betrachtungen“) entwickelten kulturgeschichtlichen Methoden werden in dieser Vorlesung in praxi erprobt.