Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03165.jsonl.gz/2166

grossartige Schauspiel einige Tage angedauert hat, verschwindet beim Eintritt von schönem Wetter der ganze brausende Strom
mit einem Schlage, und es verbleiben von dem ergreifenden Phänomen nur noch die Grasniederungen, die rätselhaften Brücken
und Stauwerke und eine im Grunde der
Dolinen liegende, kaum sichtbare Schicht von langsam nach O. abfliessendem
Wasser. Es ist erklärlich, dass dieser mysteriöse Trichter mit seinem unheimlichen
Murren, mit den plötzlich aus unbekannten
Tiefen aus ihm aufsteigenden und ebenso rasch wieder verschwindenden Wassermassen vom Volke als eine übernatürliche
Erscheinung angesehen und als das Werk von Zauberern (genas) angesprochen wird.
Daher der Name
Creux genas oderCreux ès genas, Creugenat = Zauber- oder
Hexenkessel. Der Creugenat ist
eine der schönsten natürlichen Sehenswürdigkeiten im schweizerischen
Jura. Oft wird von Leuten, denen die Höhenverhältnisse
des Landes nicht genügend bekannt sind, behauptet, die
Doline des Creugenat werde von den
Wassern des
Doubs gespiesen. Diese
irrige Annahme wird durch folgende Zahlen aufs Klarste widerlegt: Doline Creugenat an der oberflächlichen
Ausmündung: 451 m;
(Kt. Genf
und Waadt).
Kleiner Bach, linksseitiger Zufluss zur
Versoix; entspringt auf Waadtländer Boden 900 m sö.
Chavannes des Bois
in 452 m, fliesst nach S. und mündet nach 3,2 km langem
Lauf (wovon 2,5 km im Kanton Genf)
bei
La Bâtie in 413 m. Nimmt 900 m
oberhalb seiner Mündung von rechts den Marcagnon auf.
diese wird nur im Sommer bezogen, liegt 1 Stunde nö. über
Vers l'Eglise und
lehnt sich an einen
Bannwald an, der sie vor den im Winter von den umgebenden Hängen ziemlich häufig
niedergehenden Lawinen schützt.
deChamp(Le) (Kt. Waadt,
Bez. Aigle).
Grossartiger Felsenzirkus am Fuss der
Diablerets, zu hinterst
im Thal
von
Ormonts; oft mit
dem berühmten Zirkus von Gavarnie in den Pyrenäen verglichen. Den Namen Creux de Champ führte ursprünglich
nur die die
Sohle des Zirkus umfassende und zwischen den zwei grössten Quellarmen der
Grande Eau gelegene Alpweide (1370 m;
campus), von der er auf den über dem linken Ufer der
Grande Eau stockenden
Wald (1300-1700 m), auf die
am Eingang zum Zirkus stehenden drei nur im Juni und Juli bewohnten
Hütten (1303 m) und endlich auf den ganzen Felsenzirkus
selbst übertragen worden ist.
Von den hohen Felswänden der
Rochers de Champ und von den ihnen benachbarten
Steilhängen lösen sich oft mächtige Lawinen ab, die hie und da beträchtlichen Schaden verursachen und z. B. 1898 neben
andern Verwüstungen den
Wald auf grosse Strecken völlig zu Boden legten.
Von links nach rechts gezählt rahmen den Creux de Champ
ein die Felswände des Lécherez (1933 m), der
Marchande (2124 und 2355 m), des eigentlichen Diableret
(3036 m), des
Dôme des
Diablerets (3246 m), der
Tête Ronde (3043 m) und des
Culand (2798 m).
deGlace(Kt. Bern,
Amtsbez. und Gem. Courtelary).
1348 m. Natürliche Eishöhle, 3 km nö. vom
Signal de
Chasseral und 2,8 km s. über
Courtelary. Da die tief in den
Felsen eingelassene
Höhle ihrer Lage wegen den Sonnenstrahlen unzugänglich
ist verwandelt sich der im Winter hier massenhaft angehäufte
Schnee in eine das ganze Jahr hindurch bestehende Eisschicht.
Hier soll 1476 zwischen einer Schaar von Leuten aus
Yvorne und einem Trupp von nach der Schlacht von
Murten flüchtigen Spaniern
(Bourguignons, Burgunder genannt) ein mörderischer Kampf stattgefunden haben.
duVan (Le)(Kt. Neuenburg,
Bez. Boudry).
1455-981 m. Typischer und grossartiger halbkreisförmiger Felsenzirkus, einer der schönsten
des Juragebirges; im normalen Gewölbe der obern Juraschichten (Kimmeridge-Argovien) der Chasseralkette eingeschnitten, w.
der
Montagne de Boudry und 17 km wsw. Neuenburg.
Za. 1 km weit, nach O. geöffnet, sonst aber völlig geschlossen.
Die
Sohle des Zirkus ist bedeckt mit
Bergsturz- und Moränenmaterial, das thalauswärts bis in die
Schluchten der
Areuse hineinreicht.
Aus der hier 166 m hohen und den
Grund des Zirkus um 280 m überragenden senkrechten Felswand tritt als eine Art mächtiger
Bastion der sog. Falconnaire vor; an seinen Fuss schmiegt sich eine Felsnische, die sog.
Roche aux Noms,
die mit Inschriften aller Art, z. T. von hervorragenden Naturforschern herrührend, über und über bedeckt ist. Den Gipfel
des
¶