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Die Schweizer Bahnunternehmen stehen unter dem Druck der EU, die ihre Bahnen weiter liberalisieren will. Nur Bahnbetriebe, die eine gewisse Grösse erreichten, dürften im zukünftigen Wettbewerb bestehen können, vermuten Experten. Unter diesem Eindruck schlage die vom Bund eingesetzte Arbeitsgruppe vor, die Infrastruktur der Schweizer Normalspurbahnen unter dem Dach der SBB zusammenzulegen, schreibt die «Schweiz am Sonntag».
Von einer solchen Massnahme wäre auch die Südostbahn (SOB), die zwischen Romanshorn, St. Gallen und Luzern verkehrt, betroffen. Bei der SOB wird diese Idee denn auch rundweg abgelehnt. Der Leiter der Infrastruktur, Markus Barth, bezweifelt gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» vom Radio SRF, dass eine Zusammenlegung der Schienennetze tatsächlich Vorteile bringe. Für die SOB bestehe die Gefahr, gegenüber der mächtigen SBB diskriminiert zu werden, beispielsweise wenn es um die Ausgestaltung der Fahrpläne gehe.
SOB-Verwaltungsratspräsident Willi Haag hatte sich gegenüber der «Schweiz am Sonntag» gegen eine Übernahme des Netzes durch die SBB ausgesprochen. Vorstellbar seien eine oder mehrere Netzgesellschaften, die unabhängig von den Bahnbetreibern seien.
Die SBB wollte zum Bericht keine Stellung nehmen. Die Arbeitsgruppe werde ihre Vorschläge erst Ende April offiziell vorstellen, heisst es dazu.