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Bauchschmerzen, Durchfall, Blähungen, Verstopfungen: Personen mit Reizdarm leiden täglich. Bestimmte Kohlenhydratverbindungen sollen für die Beschwerden verantwortlich sein.
«Sie leiden an einem Reizdarm.» Wenn Ärzte bei Patienten mit Verdauungsproblemen keine Krankheit finden, die sie behandeln können, stellen sie oft diese Verlegenheitsdiagnose. Leider bringt das die Betroffenen selten weiter. Die Empfehlungen, wie man mit einem Reizdarm lebt und sich optimalerweise ernähren sollte, gehen weit auseinander.
Neuerdings verfolgt die Wissenschaft einen neuen Ansatz: Es gibt Hinweise, dass bestimmte Zuckerarten, sogenannte FODMAP (siehe Box), für Verdauungsbeschwerden verantwortlich sind.
FODMAPs haben im Verdauungstrakt zwei Hauptwirkungen: sie ziehen Wasser in den Dünndarm und sie werden im Dickdarm schnell vergärt. Drei von vier Personen, die an Reizdarm erkrankt sind, reagieren mit Verdauungsbeschwerden auf bestimmte FODMAP.
Normalerweise sind nicht alle Zuckerarten problematisch. Wer jedoch mehrmals die Woche an Verdauungsbeschwerden leidet, sollte dies vor Start einer FODMAP-armen Ernährung mit seinem Arzt besprechen. (Lesen Sie unten weiter ...)
FODMAP ist die Abkürzung für fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide und Polyole. Darunter versteht man kurzkettige Kohlhydratverbindungen wie Fruktose, Laktose, Fruktane, Galaktane sowie Zuckeralkohole wie Sorbit. Diese kommen natürlicherweise in gewissen Nahrungsmitteln vor oder werden bei der Nahrungsmittelproduktion zugesetzt. FODMAP-arme Lebensmittel sind zum Beispiel: Kiwi, Broccoli, Reis.
Hier gibt es eine vollständige Liste der FODMAP-armen und FODMAP-reichen Lebensmittel.
Welche FODMAP individuell problematisch sein könnten, kann mittels Ausschlussverfahren bestimmt werden.
Betroffene befolgen für zwei bis sechs Wochen eine FODMAP-arme Diät und führen dann mit steigender Dosis einzelne FODMAP-Quellen wieder ein, wobei sie die Symptome beobachten.
Kritiker warnen, dass Personen, die sich FODMAP ernähren auf wertvolle Nahrungsmittel verzichten. Denn viel Obst, Gemüse und auch Hülsenfrüchte sind reich an fermentierbarem Zucker. Eine FODMAP-arme Ernährung birgt das Risiko, dass man seine kulinarische Bandbreite einschränkt, was gesundheitliche Nachteile mit sich bringen kann und das Risiko einer Mangelversorgung erhöht.
Wer auf die Lebensmittel verzichtet, die wirklich Beschwerden verursachen und diese mit gleichwertigen Produkten ersetzt läuft nicht in Gefahr einer Mangelernährung.