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Auf der Wandung vertikaler Borstenzugdekor, auf der Fahne und im Spiegel Malhorndekor.
Borsten- oder Federzugdekor erfordert relativ flüssige Grund- und Malengoben. Dabei werden die meist offenen Gefässformen (Schüsseln oder Teller) auf der Töpfer- oder Rändelscheibe in Drehbewegung versetzt und die ein- oder mehrfarbig aufgetragenen Malhorndekore (oft zweifarbige Tupfenreihen, Spiralen oder Kreise) mit einer einzelnen oder mehreren dünnen Borsten, einer Vogelfeder oder einem dünnen Eisendraht oder -stift durchgezogen, sodass ein ausgeprägt verzogenes, linear-horizontales oder herzartiges Motiv entsteht. Die Borste kann aber auch senkrecht, im rechten Winkel zum Malhorndekor eingesetzt werden, sodass stärker gefiedert wirkende Muster das Ergebnis sind. Borstenzugdekor wird in der Schweiz erstmals im späten 17. Jahrhundert zur Keramikdekoration verwendet und bleibt bis ins 19. Jahrhundert im Gebrauch. In England (Donyatt, Somerset) gibt es angeblich Borstenzugdekor bereits aus dem 14. Jahrhundert.
Frz.: Décor peigné
Engl.: combed decoration, combed slipware, slip combing or feathering