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Exorbitante Rettungsaktion: Copilotin Jo Fowler (Halle Berry) und Hobby-Astronaut KC Houseman (John Bradley) sind auf Mondkurs. (Ascot)
Der Mond ist ausgebrochen
Er ist der Meister des Katastrophenfilms und hat einige Blockbuster made in Hollywood ins Kino gebracht wie «Independence Day» (1996) oder «The Day AfterTomorrow» (2004). Bereits 1990 hat der Stuttgarter Roland Emmerich den Mond aufs Korn genommen («Moon 44»). Doch nun hat er nachgelegt und eine exorbitante Apokalypse inszeniert.
Es beginnt mit einer Raumfahrtexpedition, bei der Commander Brian Harper (Patrick Wilson) die Kontrolle über sein Raumschiff verliert. Eine «magische Kraft» setzt die Elektronik ausser Kraft. Ein Besatzungsmitglied verschwindet im Weltall, Copilotin Jo Fowler (Halle Berry) überlebt. Sue ist die einzige Zeugin und entlastet den Piloten nicht. Harper muss sich vor der NASA für diesen «Unfall» verantworten. Ihm wird der Prozess gemacht: Menschliches Versagen heisst es zum Schluss.
Ein Jahrzehnt später entdeckt der kurlige Hobby-Wissenschaftler Dr. KC Houseman (John Bradley), dass der Erdtrabant ausser Kontrolle geraten ist und seine Umlaufbahn verlassen hat. Der Mond ist auf Kollisionskurs mit der Erde. Doch seine Warnungen finden weder bei der NASA, bei der Space-Expertin Jo noch beim abgehalfterten NASA-Piloten Harper Gehör. Man hält ihn für einen Spinner und steckt den Kopf in den Sand. Erst als die Erde «spinnt» (Erdbeben, gigantische Sturmfluten und mehr), reagieren Raumfahrtbehörden und Militär und nehmen die Gefahr, sprich Vernichtung, ernst. Wie ist die Katastrophe noch zu stoppen? Mit Atomwaffen?
In der Not wird Brian Harper von der NASA zwecks Mond-Flug rehabilitiert und auf Mond-Mission geschickt, begleitet von Ex-Copilotin Jo und dem Phantasten mit Realitätssinn, Dr. HC. Der hat den Verdacht, dass der Mond in Wahrheit ein riesiges Raumkonstrukt ist, dem eine vernichtende Alien-Kraft innewohnt. Und die hat den guten alten Mond aus dem Gleichgewicht gebracht. Die vermeintlichen Astro-Retter kommen dem alten Space-Spezie Holdenfield (Donald Sutherland) auf die Spur. Der hat sich in einem Archiv vergraben und weiss von einer potenziellen Vernichtungswaffe. Die Aliens-Macht muss eliminiert werden.
Produzent, Autor und Regisseur Roland Emmerich zieht alle Register seines Fachs und inszeniert ein Spektakel zwischen Himmel und Erde, sprich Globus und Space. Man spricht von einem 140 Millionen Budget (laut Wikipedia). Er hat zusammen mit Spenser Cohen und Harald Kloser das Drehbuch verfasst hat, beschreibt fast beiläufig eine neue Schöpfungsgeschichte. Natürlich gehen die Emotionen hoch, auch weil die Sprösslinge der Astronauten in Gefahr sind und ihre Ex-Partner bei den Rettungsversuchen wichtige Rollen spielen.
Fans des Katastrophenkinos kommen voll auf ihre Kosten, für andere mag das Space-Spektakel etwas gedehnt (126 Minuten) und überfrachtet sein. So oder so – «Moonfall» liegt im Trend. Auch das ironische Katastrophendrama «Don't Look Up» spielt auf Verdrängung, Beschönigung und Leugnung an, auch dort stehen Umwelt und totale Zerstörung im Zentrum. Bei Emmerich geht es heftiger und knalliger zu. Aber auch «Moonfall» kann als Parabel für gesellschaftliche und politische Blindheit, Vertuschung von Wahrheiten und Verharmlosung von Umweltgefahr gelesen werden.
USA 2022
124 Minuten
Regie: Roland Emmerich
Buch: Emmerich, Spenser Cohen, Harald Kloser
Kamera: Robby Baumgartner
Mitwirkende: Halle Berry, Patrick Wilson, John Bradley, Donald Sutherland
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