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Die Blüten gleichen einheimischen Heckenrosen, doch das grau-grünliche, duftende Laub verrät die südliche Herkunft. Ein weisses, zartrosa oder kräftig rosafarbenes Blütenblatt entfaltet sich am Morgen und wirkt noch in seiner schönsten Blüte leicht zerknittert. Die Rede ist von den Blüten der Zistrose, die nach wenigen Stunden ihre Blütenblätter wieder verlieren. Glücklicherweise hat ein Strauch Hunderte von Blüten, die zwischen Juni und August Gelegenheit haben, ihre zarte Schönheit zu entfalten.
Die behaarten Zweige und Blätter des Strauches duften fein. Manchen Zistrosen (Cistus) haftet ein Harz an, das Laudanum, das heute noch gesammelt wird. Im Altertum galt es als blutstillendes Mittel, das in hohem Ansehen stand. Heute wird Laudanum in der Parfumindustrie verwendet.
Die meisten der 20 Zistrosen-Arten (Cistus) sind im westlichen Teil des Mittelmeer-Gebietes heimisch; vier Arten wachsen ausschliesslich auf den Kanarischen Inseln. Im Osten sind einzelne Arten im Kaukasus, in Persien oder am Schwarzen Meer zu finden. Die nördliche Grenze des natürlichen Vorkommens liegt in Südfrankreich, Oberitalien und Istrien. Zistrosen wachsen häufig in stattlichen Gruppen und bedecken mitunter grosse Flächen. So sind sie auch in den Macchien, den trockenen, buschigen Vegetationsflächen des Mittelmeerraumes zu finden. Einzelne Sorten wachsen in lichten Wäldern Spaniens als Unterpflanzung und prägen diese Landschaft während der Blütezeit sehr eindrücklich.
Zistrosen waren in Mitteleuropa schon sehr früh als Kübelpflanzen bekannt. Einzelne Quellen weisen nach, dass bereits im 16.Jahrhundert die Zistrose in Orangerien Norddeutschlands gepflegt wurde.
Zistrosen (Cistus) sind an ihren ursprünglichen Standorten immergrüne Sträucher, die je nach Sorte bis zu 2 Meter hoch werden können. Bei uns verlieren im Garten wachsende Sträucher häufig gegen Ende des Winters ihr Laub und neue Blätter wachsen im Frühjahr nach. In Wintergärten kann das mediterrane Klima besser nachgeahmt werden und die Sträucher bleiben immergrün. In unseren Gärten wachsen sie je nach Sorte bis zu einer maximalen Höhe von 1,5 Metern heran. Das Laub ist je nach Art stärker grau als grün, aber immer behaart und fein duftend. Die Blätter sind ganzrandig, manche wellig und gegenständig angeordnet.
Ihre ganze Pracht entfaltet die Zistrose aber während der Blütezeit: Hunderte von Blüten öffnen ihre zarten Blättchen zwischen Juni und August. Je nach Art oder Sorte sind die Blüten reinweiss, weiss mit dunklem Auge, zartrosa und weiss im Innern oder purpur. Bei manchen Arten sind die Blüten in Büscheln angeordnet, bei anderen wachsen sie einzeln an den Triebenden. Morgens entfalten sie ihre fünf Blütenblätter, die vorerst zerknittert und zart wirken. Im Innern der Blüte werden zahlreiche gelbe Staubblätter sichtbar. Nach wenigen Stunden ist die Pracht für diesen einen Tag vorbei. Die Blütenblättchen liegen zerstreut auf der Erde. Am nächsten Tag ist das gleiche Schauspiel wieder zu geniessen – und das während mehreren Monaten. Ganz besonders prächtig ist die Blütezeit in den Macchien des Mittelmeerraumes, wenn ganze Felder nicht nur blühen sondern auch noch kräftig duften. Wen wunderts, dass die Zistrose von Kennern hoch gelobt wird.
Als Strauch aus dem Mittelmeergebiet braucht die Zistrose (Cistus) einen sonnigen, trockenen Standort, der geschützt ist vor Wind. Dies ist besonders wichtig in den Wintermonaten, deshalb sind andere immergrüne Sträucher in ihrer Nähe sehr willkommen. Die Frostperioden halten sie meistens gut aus, aber winterliche Staunässe überleben sie manchmal nicht. Es ist deshalb wichtig, die Sträucher in durchlässige, magere Erde zu pflanzen, also in sandigen oder kiesigen Grund. Falls der Boden zu humos oder lehmig ist, können die entsprechenden Materialien (Sand, Kies) zugefügt werden. Ein Test vor dem Pflanzen zeigt, ob die Erde für Zistrosen durchlässig genug ist: Giessen Sie in das ausgehobene Pflanzloch Wasser und prüfen Sie, ob es gut abzieht. Wenn nicht, sollte der Boden weiter mit Sand oder Kies angereichert werden oder ein anderer Standort gesucht werden.
Als Nachbarn der Zistrosen (Cistus) eignen sich Pflanzen, die ebenfalls aus dem Mittelmeergebiet stammen, aber auch Kräuter, blühende Kleinsträucher oder Gräser. Eine kleine Auswahl: Lavendel (Lavandula angustifolia), Beifuss-Arten (Artemisia), Salbei-Arten (Salvia), Ehrenpreis-Arten (Veronica), Perovskie (Perovskia atriplicifolia), Bartblume (Caryopteris clandonensis), Blaustrahl-Hafer (Helictotrichon sempervirens), Blauschwingel (Festuca glauca).
Wenn die Zistrose einen sonnigen, trockenen Platz im Garten hat, gedeiht sie ohne weitere Pflege gut. Sie braucht weder gewässert noch gedüngt zu werden. Es empfiehlt sich, den Strauch im Frühjahr nach den Frösten (April) auf die Hälfte zurückzuschneiden. Er wächst dann wieder schön von unten nach und behält seine buschige Form. Wird eine Zistrose nicht geschnitten, so wächst sie stark in die Höhe, fällt dann aber mit der Zeit auseinander. Je nach Sorte und Zustand der Pflanze kann der Schnitt auch nur alle zwei Jahre stattfinden.
Um das Überwintern zu erleichtern, sollte der Strauch im Spätherbst mit einer dicken Mulchschicht angehäufelt (Laub) und mit Tannenästen bedeckt werden, so dass er vor Temperaturschwankungen und Wintersonne geschützt ist und die Wurzeln nicht zu feucht bekommen. Viele Zistrosen ertragen zwar tiefe Minustemperaturen, aber winterliche Staunässe passt ihnen gar nicht.
Die in dem Artikel beschriebene Pflanze können Sie in unseren Garten-Centern oder direkt in unserem Pflanzenshop beziehen.
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