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Normalerweise sprintet Sofia Gonzalez über die Tartanbahnen dieser Welt und stürzt sich im Weitsprung in den Sand. Doch für einmal bekommt die beinamputierte Athletin eine andere Rolle. Sie ist Teil der grossen Aufführung an der «Fête des Vignerons», dem grossen Winzerfest der Romandie.
«Es ist für mich eine unglaubliche Ehre, hier dabei sein zu dürfen», freut sich Sofia Gonzalez. In der Westschweiz ist das vom 18. Juli bis 11. August dauernde Fest ein riesiges Spektakel, das nur rund alle 25 Jahre in Vevey stattfindet. Die letzte Austragung ging 1999 über die Bühne – damals war Gonzalez noch nicht einmal geboren.
Zusammenarbeit von Sofia Gonzalez mit Daniele Finzi Pasca
Regisseur Daniele Finzi Pasca, der die Aufführung bei der «Fête des Vignerons» leitet, kontaktierte Gonzalez für eine Rolle. Gonzalez spielt in einer Szene die «Botin». In dieser Funktion verliest die Gymnasiastin eine Botschaft der Zukunft und Hoffnung. Dabei benutzt die Leichtathletin ihre Rennprothese, um so die Modernität im Sport vorzuführen und ihre Leistung als Sportlerin hervorzuheben.
Finzi Pasca hat bei seiner Arbeit bereits Erfahrungen mit Athleten gesammelt. 2006 in Turin und 2014 in Sotschi war der 55-jährige Tessiner für die Abschlusszeremonien der Paralympics verantwortlich. «Sofia habe ich angefragt, weil ich für diese Rolle, die früher von Männern gespielt wurde, eine starke Frau wollte», erklärt Finzi Pasca seine Wahl, «damit erhalten die Frauen in der ganzen Aufführung einen wichtigen Platz.»