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Greyerz Die Sortenorganisation des Gruyère AOC feierte gestern im Rittersaal des Schlosses Gruyères die vor zehn Jahren erreichte geschützte Ursprungsbezeichnung AOC. An dieser Jubiläumsversammlung wählten die Delegierten Oswald Kessler zum neuen Präsidenten. Er tritt die Nachfolge von Gründungspräsident Pierre Dubois an, der nach 14 Jahren zurücktritt.
Ein Kenner der Branche
Kessler wuchs im Kanton Zürich als Bauernsohn auf und erlernte den Käserberuf. In der Folge bildete er sich im kaufmännischen und technischen Bereich weiter und leitete später die Elsa in Estavayer-le-Lac, die Mifroma in Ursy und war am Hauptsitz der Migros in Zürich tätig. Mittlerweile lebt er seit über 40 Jahren in der Westschweiz und ist seit dem 1. Mai 2010 in Pension.
Dem abtretenden Präsidenten Pierre Dubois wurde an der Versammlung für seinen Weitblick und die Fähigkeit, die oft verschieden gelagerten Interessen der Produzenten, Käser, Affineure sowie des Handels unter einen Hut zu bringen, die Ehrenmitgliedschaft verliehen.
Um die Qualität und die Verkaufsstrukturen des Greyerzer Käses zu verbessern, verabschiedeten die Confrérie du Gruyère und weitere Initianten vor 19 Jahren eine Charta. Daraus resultierte 1997 die Gründung der Sortenorganisation, die sich rasch an die Ausarbeitung eines strengen Pflichtenheftes machte, die 2001 die Urkunde der geschützten Ursprungsbezeichnung AOC ermöglichte. Dank der Durchsetzung des Pflichtenheftes und straffer Mengenführung hat der Greyerzer Käse einen hervorragenden Ruf erlangt, und der Markt entwickelte sich positiv. «Doch ein euphorischer Optimismus wäre falsch am Platz», sagte Direktor Philippe Bardet. Er wies auf den hohen Frankenkurs, der den Export erschwere, und auf die stete Zunahme der Käseimporte hin. «Es wäre deshalb falsch, wenn von Bundesseite her die Rahmenbedingungen noch verschlechtert würden.»ju