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Kanarische Insel Lanzarote
Die Kanaren sind gerade im Winter ein sehr beliebtes Reiseziel. Das milde Klima während des ganzen Jahres lockt jedes Jahr eine grosse Anzahl Touristen an. Die Insel Lanzarote gehört zu den sieben Kanarischen Inseln und liegt gut 140 Kilometer westlich von Marokko. Politisch gehören die Kanaren allerdings zu Spanien. Lanzarote ist die nordöstliche der Kanarischen Inseln. Die Insel ist deutlich kleiner als Gran Canaria und Teneriffa. Die Gesamtfläche beträgt gut 845 Quadratkilometer. Besonders die karge Landschaft fasziniert die Besucher. Als erste Insel überhaupt wurde Lanzarote komplett von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Unterteilt ist die Insel in sieben Gemeinden: Arrecife, Haria, San Bartolomé, Teguise, Tias, Tinajo und Yaiza. Insgesamt leben auf der Insel gut 140'000 Menschen, die meisten von ihnen in der Hauptstadt Arrecife. Die Insel Lanzarote ist relativ klein. Vom nördlichsten zum südlichsten Punkt beträgt die Entfernung gerade einmal gut 58 Kilometer. Die Ost-West-Ausdehnung beträgt rund 34 Kilometer. Lanzarote verfügt über eine Küstenlänge von 213 Kilometer. Der grösste Teil der Küste besteht aus Felsen, 10 Kilometer aus Sand und 16.5 Kilometer aus Kiesstränden. Zwei Gebirgszüge durchziehen Lanzarote. Zum einen im Norden das Famara-Massiv, zum andern im Süden der Insel der Los Ajache
Das Klima auf der Insel
Lanzarote ist die trockenste der Kanarischen Inseln. Im Durchschnitt fällt hier nur 112 Millimeter Niederschlag im Jahr. Gut 85 Prozent der Niederschlagsmenge fällt in den Monaten Januar, Februar und März. Die Regenmenge variert aber je nach Region stark. So fällt im Gebirge von Lanzarote deutlich mehr Regen als an der Küste im Süden. Rund um die Felsspitzen der Gebirgszüge bildet sich aufgrund der leicht tieferen Temperaturen immer wieder Nebel. Diese Feuchtigkeit reicht aus, um auf Lanzarote den Trockenfeldbau zu ermöglichen. Gerade im Frühling entsteht an einigen Orten auf der ansonsten kargen Insel eine üppige Vegetation. So beispielsweise im Tal der 1000 Palmen. Das trockene Klima führt auch auf Lanzarote zu einer Wasserknappheit. Der aufkommende Tourismus hat das Problem noch zusätzlich verschärft. In den 50er Jahren musste mit Tankschiffen Wasser von Teneriffa und Gran Canaria nach Lanzarote gebracht werden um den steigenden Bedarf zu decken. 1964 wurde im Osten von Arrecife eine Meerwasserentsalzungsanlage in Betrieb genommen. Damit konnten die Wasserprobleme von Lanzarote gelöst werden. Allerdings braucht es zur Entsalzung des Meerwassers sehr viel Energie, was sowohl finanzielle wie auch umwelttechnische Probleme mit sich bringt.
Die Infrastruktur auf Lanzarote
Die meisten Touristen reisen mit dem Flugzeug nach Lanzarote. Ein Flug nach Lanzarote ist mittlerweile sehr preiswert buchbar und die Anreise per Fähre dauert deutlich länger. Der Flughafen von Lanzarote liegt in der Nähe der Inselhauptstadt Arrecife. Von hier aus werden alle wichtigen Flughäfen in Europa angeflogen, meistens von Chartergesellschaften. Zudem besteht ein regionaler Flugverkehr zu den anderen Kanarischen Inseln.
Wer mit der Fähre anreisen möchte, der landet im Seehafen Puerto de Arrecife, auch Los Marmoles genannt. Von hier aus bestehen Fährenverbindungen mit Las Palmas de Gran Canaria, Santa Cruz de Tenerife und Cadiz. Die beiden Fährunternehmen Naviera Armas und Fred Olsen verkehren zudem täglich nach Playa Blanca im Süden von Fuerteventura.
Sehenswürdigkeiten auf Lanzarote
Die Lavahöhlen Jameos del Aqua sowie der Nationalpark Timanfaya zählen zweifellos zu den grössten Sehenswürdigkeiten der Kanarischen Insel Lanzarote. Doch auch sonst gibt es allerhand zu sehen. Gestalten sie ihren Urlaub auf Lanzarote abwechslungsreich und entdecken sie die sehenswerten Orte der Insel.
Cueva de los Verdes
Gut 4 Kilometer nördlich von Arrieta befinden sich das Lavatunnel Cueva de los Verdes. Mit einer Länge von gut sieben Kilometer zählt das Tunnel zu den längsten Lavatunneln der Welt. Die Cueva de los Verdes zählen zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten von Lanzarote und können von Touristen jeweils von 10 bis 18 Uhr besucht werden.
Jardin de Cactus
Für Kaktusfreunde ein besonderes Erlebnis ist der Jardin de Cactus. Tausende von Kakteen wurden in einem alten Steinbruch am Rande des Dorfes Guatiza angepflanzt.
Lago Verde
Die Grüne Lagune entstand im Lauf der Zeit durch einen versunkenen Vulkankrater. Nach dem dieser im Meer verschwunden ist bildete sich eine mit grünen Algen. Eine farbenfrohe Laune der Natur und sicher eine der Sehenswürdigkeiten auf Lanzarote, die einen Besuch wert sind.
Nationalpark Timanfaya
Auf dem Gebiet des heutigen Nationalparkes ereignete sich zwischen 1730 und 1736 ein grosser Vulkanausbruch, welcher ein Viertel der Insel Lanzarote unter sich begrub. Heute ist hier eine blühende Vegetation zu sehen. Dass die Erde noch immer in Bewegung ist sieht man unter anderem an den Dampffontänen.
Dorf Femés
Im Süden von Lanzarote befindet sich das Dorf Femés. Das Dorf liegt unterhalb der Bergkette Atalaya de Femés und bietet von seiner Terrasse aus einen wunderbaren Blick über die Rubicon-Ebene. Bei schönem Wetter sieht man nicht nur bis zur Playa Blanca sondern kann am Horizont auch die Nachbarinsel Fuerteventura erkennen.
Die Geschichte von Lanzarote
Vermutlich war Lanzarote die erste der Kanarischen Insel welche besiedelt wurde. Nach neusten Erkenntnissen geht man davon aus, dass die Phönizier bereit um das Jahr 1100 v.Chr. Die Insel besucht haben. In den Schriften von Schriftstellern und Philosphen wurden schon sehr früh eine Insel erwähnt, welche durchaus Lanzarote sein könnte. So berichteten beispielsweise Herodot und Platon von einem fruchtbaren Land in der Brise des Atlantikwindes. Ob es sich dabei um Lanzarote handelt bleibt unklar, ziemlich sicher ist allerdings eine der Kanarischen Insel gemeint. Überliefert sind Berichte einer Expedition zu den Kanarischen Inseln durch König Juba II von Mauretanien. Dabei werden auch die einzelnen Inseln der Kanaren erwähnt und mit einem Namen versehen. Spannend dabei ist vorallem die Tatsache, dass Lanzarote und Fuerteventura nicht einzeln sondern nur gemeinsam erwähnt sind. Es wird von einem Archipel gesprochen. Gut möglich, dass die Inseln ursprünglich miteinander verbunden waren. Auch die Römer dürften auf Lanzarote anwesend gewesen sein. Darauf deuten Archäologische Funde hin.
Nach dem Niedergang des römischen Reiches geritten die Kanaren zunächst wieder in Vergessenheit. Wiederentdeckt wurden die Inseln durch Ben Farroukh im Jahr 999 n.Chr. Im Jahr 1336 startete in Lissabon eine Flotte um die nordwestafrikanische Küste zu erforschen. Die Führung hatte Lancelotto (der mit bürgerlichem Name Lanzarote de Framqua hiess) umsegelte das Kap der Angst nie, landete stattdessen auf den Kanaren und liess sich in Lanzarote nieder. Später als er nach Portugal zurückkehrte. Gelang es ihm durchzusetzen, dass die Insel die er "entdeckt" hatte als Insula de Lanzarotus Marocelus in die Weltkarte eingetragen wurde.
Einige Zeit später wurden die Kanarischen Inseln zum beliebten Ziel der Europäischen Königsfamilien. 1402 unternahm Jean de Béthencourt im Auftrag von König Heinrich III von Kastilien eine Expedition zu den Kanarischen Inseln. An Land ging er an den Papagayo-Stränden im Süden von Lanzarote. Er arbeitete mit dem einheimischen Inselkönig Guardafia zusammen und liess in der Rubicon-Ebene eine Festung. Als diese gebaut war, wendete er sich seinem eigentlichen Plan zu alle Inseln der Kanaren unter seine Kontrolle zu bringen. Schnell stellte er fest, dass er dazu zuwenige Soldaten besass und so kehrte er aufs Festland zurück. 1404 kehrte Béthencourts nach Lanzarote zurück. Er widmete sich der Eroberung von Fuerteventura und überliess die Verwaltung von Lanzarote seinem Neffen Maciot de Béthencourt. Rubicon bei den Papagayo Stränden wird in der Folge zu einem Bischofssitz. Ein Bischof beschwerte sich bei der Spanischen Krone über das tyrannische Verhaltens von Maciot de Béthencourt worauf diese die bisher eroberten Inseln an Guillén de las Casas übergab. 1435 erbte Fernan Peraza den Besitz. Lanzarote wurde in Folge von den Portugiesen besetzt. Die Herrschaft dauerte allerdings. Später wurden die beiden Inseln Lanzarote und Fuerteventura auf die Kinder von Diego Herrera aufgeteilt.
Die nächsten Jahrhunderte ist die Geschichte von Lanzarote immer wieder von Piratenüberfällen gekennzeichnet. Der schlimmste Piratenangriff auf Lanzarote ereignete sich im Jahr 1618. Die Piraten Jaban und Soliman entdeckten das Versteck der Einheimischen in den Höhlen der Cueva de los Verdes und nahmen gut 1000 Inselbewohner gefangen. Die Gefangenen wurden anschliessend auf dem afrikanischen Sklavenmarkt zum Verkauf angeboten.