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Ich habe einmal einen riesigen Streit mit jemandem gehabt, nur um am Schluss zu merken, dass wir gar nicht vom selben ausgegangen sind. Ist dir das auch schon mal passiert? Hier ist eine Möglichkeit, wie du diesen Fehler vermeiden kannst:
Kläre zuerst sorgfältig, was der Auslöser war, indem du eine klare Beobachtung schilderst.
Zahlen, Daten, Fakten
Wenn du Beobachtungen schilderst, dann beziehst du dich in der Regel auf das, was du gehört und gesehen hast. Nicht zu den Beobachtungen gehören Interpretationen, (subjektive) Diagnosen, (subjektive) Analysen und moralische Urteile.
Zum Beispiel: Herr Meier ist um 10.20 Uhr ins Sitzungszimmer gekommen und hat gesagt, er habe noch etwas erledigen müssen. Nach der Sitzung möchte ich ihn darauf ansprechen.
Statt zu sagen: Sie sind unzuverlässig. Heute sind Sie zu spät zur Sitzung gekommen.
sage ich: Wir haben abgemacht, die Sitzung um 10.00 Uhr zu Beginnen. Sie sind um 10.20 Uhr gekommen.
Und so kannst du überprüfen, ob es sich um reine Fakten handelt: Wenn dein Gegenüber sagen kann: Das stimmt nicht. handelt es bei deiner Aussage vermutlich nicht eine reine Beobachtung. Dies kannst du an obigem Beispiel sehen. Auf die Aussage: Sie sind unzuverlässig. kann Herr Meier durchaus antworten mit: Das stimmt nicht. Hingegen kann er das nicht nach der zweiten Variante sagen.
Und wenn ich gar nicht mit dem Gespräch begonnen habe?
Wenn jemand dich mit etwas konfrontiert und du nicht sicher bist, worauf sich die Person genau bezieht, fragst du: Worauf beziehst du dich genau?
Falls du eine Vermutung hast, worauf sich die Person beziehen könnte, kannst du anhängen:
Beziehst du dich auf die Situation, als ich XY gemacht habe?
Frage so lange nach, bis du weisst, worauf sich die Person bezieht. Achte darauf, nicht in die Recht-Haben-Wollen-Falle zu stolpern. Denn wenn dein Gegenüber sagt:
Ich beziehe ich auf die Situation, als du so forsch und rücksichtslos gesagt hast, man müsse nun mal klären, wer XY gemacht hat.
besteht die Gefahr, dass du antwortest mit: Ich war gar nicht rücksichtslos …
Wenn du das machst, bist du schon mitten im Streit darüber, wer Recht hat, weil ‹rücksichtslos› ein moralisches Urteil ist und jeder das anders sehen kann.
Besser antwortest du mit: Du beziehst dich also auf die Situation, als ich gesagt habe … und nun zitierst du, was du damals selber gesagt hast, möglichst in genau denselben Worten. Jetzt hast du den ersten Schritt für das Gespräch geklärt.
Manchmal haben wir das Problem, dass wir eine Beobachtung anders erinnern.
A: «Du hast gesagt, ich sei faul.»
B: «Nein, das habe ich nicht gesagt. Ich habe gesagt, du könntest mir jetzt helfen.»
A: «Doch, das hast du gesagt.»
B: «Nein, dass stimmt einfach nicht.»
etc.
In so einem Fall lohnt es sich, so rasch wie möglich aus diesem Argumentieren herauszukommen und einander einzugestehen, dass man es nicht objektiv klären kann. «Ich erinnere es so, du so.» Und dann kann man von dort aus weiter gehen. «Wenn ich an jenen Moment zurückdenke, dann …»