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Die portugiesischen Appellationen
1756 unterzeichnete der portugiesische Diplomat Marquês de Pombal ein Dokument, das die erste kontrollierte Herkunftsbezeichnung Portugals etablierte, umriss es doch die Grenzen des Herkunftsgebiets von Portwein, um diesen gegen Fälschungen zu schützen. Damit gehört diese Herkunftsbezeichnung zu den ältesten drei Appellationen der Welt, nach dem italienischen Chianti und dem ungarischen Tokajer.
Heute unterteilt sich das System der Appellationen in vier Kategorien: Denominação de Origem Controlada (DOC), Indicação Geogràfica Protegida (IGP), Indicação Geogràfica (IG) und Vinhos de Mesa.
DOC (Denominação de Origem Controlada)
Portugal zählt heute 30 DOCs (Denominação de Origem Controlada). Das ist der traditionelle Name der kontrollierten Ursprungsbezeichnungen, die sich im Moment zu DOPs (Denominação de Origem Protegida) mausern, um den Anforderungen an Einheitlichkeit der Appellationen in der Europäischen Union zu genügen. Jede Region besitzt ihre eigenen Regeln, welche die Grenzen der Appellation, die autorisierten und empfohlenen Rebsorten, die Erträge usw. festlegen. Sämtliche Weine müssen verkostet und genehmigt werden.
IGP (Indicação Geogràfica Protegida)
Portugal ist unterteilt in 13 IGPs, Appellationen, die traditionell Vinhos Regional (VR) genannt werden. Die Regeln für die IGPs sind weniger strikt als diejenigen für die DOCs (oder DOPs). Mehrere prestigereiche Weine sind «nur» als VR klassiert, meistens dann, wenn die Produzenten beschliessen, eine Rebsorte zu verwenden, die in der Appellation nicht zugelassen ist.
IG (Indicação Geogràfica)
Diese Kategorie ist etwas verworren, denn die Weine werden von der EU als IGP-Weine deklariert, für den lokalen Markt jedoch als IG-Weine. Eingeführt wurde die IG, um die IPRs (Indicação de Proveniencia Regulamentada) zu ersetzen, die eliminiert wurden. Die Reglemente sind grosszügiger als bei der IGP, mindestens 85% der Trauben müssen aus der betreffenden Region stammen.
Vinhos de Mesa
Diese Kategorie umfasst die Tafelweine. Es ist erlaubt, Rebsorte und Jahrgang auf dem Etikett zu erwähnen. Obwohl die Mehrheit dieser Weine zum unteren Segment gehört, vinifizieren einige Produzenten grosse Weine in dieser Kategorie, weil sie sich von offiziellen Regeln abgrenzen wollen.