Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03388.jsonl.gz/1174

Allerdings passen die vorsichtigen Kommentare des Präsidenten des regionalen FED in St. Louis, James Bullard, nicht so recht in das sich aufhellende Inflationsbild. Bullard zeigte sich offen für vier Zinsschritte in diesem Jahr, wobei zurzeit am Geld- und Obligationenmarkt gegenwärtig drei Zinsschritte bis Ende Jahr eingepreist sind. Dennoch dürfte ein weitergehender Renditeanstieg am langen Ende der Zinskurve unwahrscheinlicher werden. Der Anleihemarkt wurde diese Woche auch vom US-Notenbankchef Powell selbst gestützt, der vor dem Senat bestätigte, dass die geldpolitische Straffung des FED zwar das Ende der pandemiebedingt ultra-expansiven Politik, nicht aber eine Wende hin zu einer restriktiven bedeute.
Ein weiterer für den USD-Obligationenmarkt positiver Punkt betrifft das sinkende Haushaltsdefizit in den USA, das im Dezember infolge deutlich steigender Steuereinnahmen auf das niedrigste Niveau seit zwei Jahren gefallen ist. Die sich voraussichtlich fortsetzende positive Entwicklung mindert die Neuverschuldung und sollte helfen, dass die vom FED mittelfristig geplante Bilanzreduktion keine größeren Verwerfungen am Obligationenmarkt auslösen wird. Entsprechend würde der durch die Anleiheverkäufe ausgeübte Aufwärtsdruck auf die langfristigen Zinsen gedämpft.
Aus technischer Sicht sollten die langfristigen Renditen kaum mehr weiter ansteigen und sich in den nächsten Monaten sogar wieder rückläufig entwickeln. Damit werden folglich die 10-jährigen Staatsanleiherenditen Deutschlands (Bund) und der Schweiz (Eidgenossen) kaum die Marke von 0% übertreffen.
Nachdem die Aktienmärkte - mit Ausnahme der Nasdaq-Börse- die in den letzten Wochen von den Anleihemärkten ausgehende Volatilität zunächst mit geringen Abgaben überstanden haben, liegt der Fokus nun auf dem Beginn der Gewinnsaison für die Unternehmen aus dem S&P 500 für das 4. Quartal 2021. Erneut werden gute Zahlen erwartet, wobei die bisher hohen Margen der Unternehmen aufgrund zunehmender Vorlaufkosten gefährdet sind, aber möglicherweise durch Umsatzgewinne kompensiert werden konnten.