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ZUR NEUGESTALTUNG DER «ZÜRICHSEE-ZEITUNG» UND ZUR GRÜNDUNG DER «WÄDENSWILER ZEITUNG»
Als die Wädenswiler Fasnacht 1991 den «Allgemeinen Anzeiger vom Zürichsee» zu ihrem Thema machte, ahnte niemand, dass es nur wenige Jahre später von der vertrauten Lokalzeitung Abschied zu nehmen galt. In Schnitzelbänken und im Fasnachtsmotto «Wotsch en huufe Fehler gsee, lueg in Anzeiger vom Zürisee» äusserte sich in Form einer eigentümlichen Hassliebe eine grosse Verbundenheit mit der lokalen Presse.1 Die teilweise heftigen Reaktionen auf die Fusion der Lokalzeitung Wädenswils mit dem «Anzeiger des Bezirks Horgen» und dem «Sihltaler» im Oktober 1997 waren deshalb kaum eine Überraschung. Doch Zeitungsfusionen sind weder neu, noch auf das linke Seeufer beschränkt. Anhand einer Rückschau auf frühere Veränderungen der lokalen Blätter wird im Folgenden der Wandel der Zeitungen am Zürichsee aufgezeigt, der zur heutigen Situation führte. Im Zentrum steht die Frage nach Parallelen und Unterschieden zwischen vergangenen Fusionen und den jüngsten Veränderungen im hiesigen Blätterwald, deren wichtigste Eckdaten hier festgehalten und in ihre historischen Zusammenhänge eingeordnet werden.
MIT DUMPINGPREISEN GEGEN DIE KONKURRENZ
In den 1830er Jahren herrschte Aufbruchstimmung: Mit der politischen Regeneration nahmen Wirtschaft und Bildung einen rasanten Aufschwung, trotz politischer Turbulenzen florierten Handel und Gewerbe überall im Kanton Zürich. Der Wädenswiler Kaufmann Arnold Rüegg suchte deshalb für seinen Laden ein geeignetes Werbemedium. Er fand es aber nicht, denn die wenigen Zeitungen, die damals im Kanton schon erschienen, beschränkten sich auf die Städte Zürich und Winterthur.2 In den meisten Landgemeinden wurden Mitteilungen der teilweise leseunkundigen Bevölkerung am Sonntag nach der Predigt im sogenannten Kirchenruf vorgelesen. Rüegg entschloss sich deshalb kurzerhand, eine eigene Zeitung herauszugeben. An Weihnachten 1841 erschien die erste Probenummer des «Allgemeinen Anzeigers vom Zürichsee» (AAZ), dessen anfänglicher Hauptzweck die Publikation privater und amtlicher Anzeigen war. Er konnte seine Auflage rasch steigern, nachdem der als anachronistisch empfundene Kirchenruf nicht nur in Wädenswil sondern auch in allen anderen Gemeinden nach und nach abgeschafft wurde.
Der zunächst wöchentlich erscheinende AAZ war die erste lebensfähige Zeitung am linken Seeufer, weil er nicht wie andere Blätter mit politischen Absichten gegründet worden war. Zum Beispiel musste das schon 1836 in der Wädenswiler Buchdruckerei von Johann Caspar Steiger herausgegebene «Wochenblatt vom Zürichsee» sein Erscheinen nach nur 13 Ausgaben wieder einstellen, nachdem gegen Verleger und Redaktor eine Reihe von Ehrverletzungsklagen eingegangen waren.3 Andere Zeitungen scheiterten schon in der Projektierungsphase, was freilich keineswegs untypisch für diese politisch turbulente Zeit war. Dennoch liess angesichts von Rüeggs Erfolg Konkurrenz nicht allzu lange auf sich warten: Ende 1848 eröffnete Karl Weiss in Horgen eine Buchdruckerei und rief den «Anzeiger von Horgen. (AHo) ins Leben.4 Die Horgner Gemeindeversammlung hatte in der Folge zu entscheiden, welche der beiden Zeitungen das amtliche Publikationsorgan der Gemeinde werden sollte. Weiss propagierte seine Zeitung, indem er erklärte, er wolle sie zu einem bezirksweiten Amtsblatt machen. Auch Rüegg war anwesend, um Stimmung für seine Zeitung zu machen, doch die Horgner entschieden sich für das Blatt aus ihrem Ort. Damit war die Chance zur Gründung einer Bezirkszeitung vertan und ein jahrelanger Kampf um die amtlichen Publikationen der linksufrigen Seegemeinden begann zwischen den beiden Blättern. Beide Verleger versuchten die Gemeinden mit Dumpingpreisen für die amtlichen Publikationen auf ihre Seite zu ziehen. Weiss offerierte manchen Gemeinden sogar eine Entschädigung, wenn sie den AHo berücksichtigten.5 Die aggressive Expansionsstrategie der Zeitung aus Horgen wurde auch vom dortigen Gemeinderat unterstützt, der 1849 offensichtlich darauf spekulierte, dass der AAZ verdrängt werden könnte: «Wenn der Gemeinderat auch zugeben muss, dass durch das Bestehen zweier Anzeiger im Bezirke dem Bürger für einige Zeit mehr Kosten verursacht werden, indem ein Teil der Inserate, um im ganzen Bezirk bekannt zu werden, notwendigerweise in beide Blätter eingerückt werden müssen, so hofft er dennoch, dass sich die übrigen Gemeinden an die Gemeinde Horgen anschliessen.»6
KAMPF UM DIE VORMACHTSTELLUNG IM BEZIRK
Nachdem Ende 1863 der sogenannte Zeitungsstempel- eine Steuer auf jedes verkaufte Exemplar eines Blattes − abgeschafft wurde, erschienen am linken Seeufer weitere Zeitungen. Dass weder der AAZ, der hauptsächlich im oberen Bezirksteil vertreten war, noch der AHo, der vor allem der unteren Bezirksteil abdeckte, eine Vormachtsstellung im Bezirk Horgen erringen konnte, begünstigte den Markteintritt neue Publikationen. In Richterswil erschien ab Neujahr 1864 in der Buchdruckerei von Friedrich Lang das «Wochenblatt für die Bezirke Horgen und Höfe» und in Thalwil» trat 1867 der «Bote von Thalweil», der spätere «Anzeiger des Wahlkreises Thalwil» erstmals auf. Wieder begann ein Ringen um die amtlichen Publikationen, das der erfahrene Verleger Heinrich Schläpfer, der nach Weiss‘ Tod die Druckerei des AHo aufgekauft hatte, beinahe für sich entschied. Es gelang ihm nämlich im Juni 1869, die Rechte des «Wochenblattes» samt den amtlichen Publikationen der Gemeinden Richterswil und Hütten aufzukaufen.7 Darauf fusionierte er dieses mit dem AHo und nannte die neue Zeitung «Anzeiger des Bezirks Horgen», um deutlich seinen marktführenden Anspruch zu markieren. Die neue Zeitung wurde jedoch mit einer Flut von Protesten bedacht, denen sich der Richterswiler Gemeinderat anschloss. Er monierte, dass zu viele Inserate und zu wenig Text erscheinen würden, weil es dem Blatt an einer «tüchtigen Redaktion» mangle.8 Nachdem 400 Unterschriften für die Neugründung einer Lokalzeitung gesammelt wurden, entschloss sich Lang, eine neue Publikation ins Leben zu rufen. Schon am 2. Oktober 1869 erschien die erste Ausgabe der «Grenzpost für den Zürichsee und den Kanton Schwyz». Damit konnte Lang die amtlichen Publikationen von Richterswil und Hütten zurückholen − der AHo hatte das Nachsehen. Im Konkurrenzkampf waren für einmal die Leserinnen und Leser die lachenden Dritten: Sie profitierten von günstigen Preisen, Vermehrung der Erscheinungshäufigkeit, Formatvergrösserungen und inhaltlichen Ausbauten. Sowohl der AAZ als auch der AHo erschienen zu diesem Zeitpunkt bereits dreimal pro Woche.
Zur gleichen Zeit kam es zu einer Politisierung der Lokalzeitungen. die aus wirtschaftlichen Gründen ursprünglich unpolitisch waren. Ihre Ursache findet sich im Entstehen der Demokratischen Bewegung, die gegen die im Kanton Zürich alles beherrschenden Liberalen opponierte. Die 1867 geforderte Verfassungsrevision glich einem Aufstand der Landschaft gegen die Hauptstadt und brachte viele Lokalzeitungen dazu, politisch Farbe zu bekennen. Der AHo vertrat stramm liberales Gedankengut, während sich der AAZ auf die Seite der Demokratischen Partei schlug. Diese Politisierung spielte zum einen beim Verkauf des «Wochenblattes» eine Rolle: Heinrich Schläpfer und Friedrich Lang waren beide Liberale und wollten «unter gemeinschaftlicher Flagge den liberalen Ideen ihren Dienst weihen».9 Zum anderen führte diese Situation 1883 in Wädenswil zur Entstehung einer neuen, liberal orientierten Zeitung, da die Demokraten ihre Mehrheit auf kantonaler Ebene schon zehn Jahre nach den Verfassungskämpfen wieder verloren hatten. Der neu zugezogene Buchdrucker Adolf Stutz liess am 24. November 1883 die erste Nummer der «Nachrichten vom Zürichsee» erscheinen. In einem Leitartikel, der deutlich dem damaligen Credo der Freisinnigen Partei entsprach. machte er seine Absichten klar: «Nach Wahrheit streben wir. Diese liegt nicht immer bei der Mehrheit; gar oft findet sie sich bei der Minderheit. Um die Wahrheit und die Überzeugung zu verfechten, scheuen wir vor keinem Kampf zurück.»!10
Tatsächlich entwickelte sich zwischen dem AAZ und den «Nachrichten» ein gelegentlich harter Konkurrenzkampf, der sich aber vor allem auf der inhaltlichen Ebene abspielte. Der Wädenswiler Zeitungsmarkt war inzwischen wirtschaftlich stark genug, um zwei Zeitungen eine Existenzgrundlage zu bieten. In Horgen dagegen scheiterte der 1890 begonnene Versuch, unter dem Titel «Bote vom Zürichsee» ein demokratisch gesinntes Blatt herauszugeben, nach knapp zwei Jahren kläglich: Die Druckerei machte nach einem Titelwechsel ihrer Publikation in «Horger Zeitung» Konkurs.11 Kurze Zeit später wurde der AHo, der auch die amtlichen Publikationen der beiden Sihltaler Gemeinden enthielt, erneut konkurrenziert. Im Sihltal wurde 1895 der «Sihltaler» gegründet, der sich indes ebenfalls nicht als lebensfähig erwies. Nach fünf Jahren gelang es Theodor Oscar Studer, der den Verlag des AHo von Schläpfer geerbt hatte, das Konkurrenzblatt von jenseits des Zimmerbergs aufzukaufen. Von da an bestand eine «enge wirtschaftliche und redaktionelle Verbindung» zwischen den beiden Zeitungen.12
DANK FUSION EIN TAGBLATT
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Markt des Bezirks Horgen unter den Zeitungen so aufgeteilt, wie er es rund ein Jahrhundert lang bleiben sollte. Mit Ausnahme Wädenswils erschien in allen Gemeinden des Bezirks Horgen jeweils ein amtliches Publikationsorgan, welches allenfalls durch die umfangreicheren Zeitungen aus der Stadt Zürich − vor allem «Neue Zürcher Zeitung», «Tages-Anzeiger» und «Volksrecht» − konkurrenziert wurde.13 In Wädenswil kamen dagegen mit AAZ und «Nachrichten vom Zürichsee» nach wie vor zwei Zeitungen heraus, die sich namentlich in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg gegenseitig scharf kritisierten, berichtigten und belehrten. Eifersüchtig wachten die beiden Verleger darüber, dass die Gemeinde mit ihren amtlichen Publikationen die Konkurrenz nicht bevorzugte. Dieser Zustand, der häufige Beschwerden bei der Gemeindeverwaltung zur Folge hatte, veranlasste 1913 Gemeindepräsident Franz Weber, sich erfolgreich um ein besseres Einvernehmen zwischen den Verlegern zu bemühen. Die amtlichen Publikationen erschienen von da an jeweils parallel in den Montags- und Samstagsausgaben der beiden Zeitungen. An den übrigen Tagen wechselten sich die je viermal wöchentlich erscheinenden Blätter ab, enthielten aber keine amtlichen Mitteilungen.14 Beide Zeitungen vertraten freilich weiterhin ihre unterschiedlichen politischen Meinungen, denn während Freisinnige und Demokratische Partei auf nationaler Ebene längst zur FDP zusammengewachsen waren, gab es auf kantonaler und kommunaler Ebene noch keine Zusammenarbeit. Erst die 1930er Jahre brachten einschneidende Veränderungen: Auf der einen Seite litten besonders die Verlage und Druckereien unter der Wirtschaftskrise, auf der anderen Seite näherten sich die bürgerlichen Parteien einander an, als unter dem Druck der äusseren Bedrohung die geistige Landesverteidigung zu entstehen begann. Diese beiden Faktoren brachte die Verleger Jakob Baumann − dessen Vater hatte den AAZ 1891 Rüegg abgekauft − und Adolf Stutz jun. dazu, ihre Zeitungen zusammenzulegen. Gegen eine jährlich zu zahlende Entschädigung kaufte Baumann das Verlagsrecht der «Nachrichten vom Zürichsee» im Oktober 1936 auf und fusionierte die beiden Blätter. Trotz der Wirtschaftskrise konnte der AAZ ab Ende dieses Jahres darauf als Tageszeitung erscheinen, denn die politischen und nicht die wirtschaftlichen Gründe waren für die Fusion ausschlaggebend. So war es kein Zufall, dass in einer der letzten Nummern der «Nachrichten» unter dem Titel «Bürgerliche Einigkeit» ein Leitartikel für den Zusammenschluss aller bürgerlichen Parteien plädierte.15 Und der AAZ schrieb, als er die Fusion ankündigte: «Nachdem die Betonung der Differenzen zwischen den historischen Parteien immer mehr der Einsicht gewichen ist, dass die Not der Zeit je länger desto gebieterischer ein Zusammenarbeiten bürgerlich-vaterländischer Gruppen verlangt [ ... ], so ist vom politischen Standpunkt aus der Anlass zur Führung von zwei Gemeindeorganen in Wädenswil dahingefallen.»16 Später wurde die Fusion entsprechend als «Akt bürgerlicher Klugheit»17 bezeichnet, hatte sie doch kaum negative Reaktionen ausgelöst, obwohl der Abonnementspreis um einen Drittel anstieg.
DIE «ZÜRICHSEE-ZEITUNG» FASST FUSS AM LINKEN UFER
Ende der 1960er Jahre war neben vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen auch die schweizerische Medienlandschaft im Umbruch: Das Fernsehen hatte sich endgültig als Massenmedium durchgesetzt und verschiedene Verleger wollten auf der «TV-Welle» mitreiten. Offensichtlich hatten sich die Lesebedürfnisse so sehr verändert, dass einerseits die Verhältnisse ideal schienen, um neue, bunte und unterhaltende Zeitschriften und Zeitungen zu lancieren. So hatte sich beispielsweise der 1959 gegründete «Blick» soweit konsolidiert, dass andere Verleger bereits zur Gründung einer zweiten schweizerischen Boulevard-Zeitung, der «Neuen Presse», schritten. Andererseits stand kleineren Lokalzeitungen in dieser verschärften Konkurrenzsituation das Wasser bis zum Hals, weil sie finanziell nicht in der Lage waren, bei der rasanten technischen Entwicklung im Satz- und Druckbereich mitzuhalten. Im Grunde vollzog die deutschschweizerische Presse aber nur mit zeitlicher Verspätung den Anschluss an eine globale Entwicklung, deren Ergebnis eine erste Konzentrationswelle im Schweizer Pressemarkt war.18 Die steigenden Kosten bewogen den Verlag des AAZ, die Eigenständigkeit aufzugeben. 1969 beteiligte sich die Buchdruckerei Stäfa, die heutige «Zürichsee Medien AG», mit fünfzig Prozent am inzwischen in eine Familienaktiengesellschaft umgewandelten Verlag des AAZ, der «Baumann zum Florhof AG». Der AAZ erschien ab 1. Oktober des nämlichen Jahres zwar weiterhin mit eigenständigem Lokalteil, bezog aber alle anderen Seiten von der Stäfner «Zürichsee-Zeitung». Dass Proteste von Leserinnen und Lesern nicht ausbleiben würden, schien der Verlag vorausgeahnt zu haben: «Urteilen Sie nicht zu früh, geben Sie uns Kredit und prüfen Sie das Neue und doch Altvertraute», hiess es in einem Artikel, der die Kooperation ankündigte.19 Obwohl der Abonnementspreis nur um ein knappes Viertel stieg und der Lokalteil stark ausgebaut wurde, blieb in Wädenswil jahrelang eine gewisse Unzufriedenheit über die veränderten Verhältnisse bestehen. Nicht so in Richterswil: Als sich die «Grenzpost» 1971 dem Zeitungsverbund anschloss und sie dadurch faktisch zum Kopfblatt des AAZ wurde, stieg zwar ihr Abonnementspreis um fast die Hälfte an und ihr Erscheinungsrhythmus änderte sich von dreimal wöchentlich auf täglich. Dennoch blieben ablehnende Reaktionen auf die Fusion weitgehend aus.20
Die Wädenswiler Unzufriedenheit kulminierte in einer Einzelinitiative, die der umtriebige SP-Kantonsrat Curt Signer und zwanzig Mitunterzeichnende Anfang 1973 dem Gemeinderat einreichten.21 Die Initiative verlangte, anstelle des AAZ als amtlichem Publikationsorgan einen gemeindeeigenen Gratisanzeiger zu schaffen. Signer behauptete, der AAZ würde längst nicht alle Haushaltungen erreichen und hätte seit der Kooperation mit der «Zürichsee-Zeitung» an Substanz verloren. Dahinter stand indes auch ein parteipolitisches Missbehagen, weil der damalige Chefredaktor des AAZ, Hans Jakob Furrer, als FDP-Mitglied lange Zeit ein profilierter Gemeinderat war. Während in den 1930er Jahren sowohl Adolf Stutz als auch Jakob Baumann als «Patrons» noch ganz selbstverständlich Verleger und Gemeinderäte sein konnten, war dies in den siebziger Jahren für einen Journalisten nicht mehr opportun. Signer erklärte vor der Abstimmung die parteipolitische Situation noch deutlicher, indem er argumentierte, dass im AAZ «Rechtes und Traditionelles herausgestrichen, [ ... ] bestimmte Ereignisse dagegen ignoriert» würden.22 Trotzdem wurde die Initiative von der Gemeindeversammlung am 22. Januar 1974 sehr deutlich abgelehnt. Der AAZ schrieb am folgenden Tag trocken: «Die eindeutige Ablehnung der Initiative [ ... ] kommt einem ausgesprochenen Vertrauensbeweis gegen-über unserer Lokalzeitung gleich. Dieses Vertrauen freut uns.»23 In diesen Ereignissen zeigt sich deutlich der Wandel von der Meinungspresse zur Forumspresse, welcher einer Entpolitisierung gleichkam, die von Inhalten für bestimmte Gesinnungsgruppen zu solcher allgemein-gesellschaftlicher Natur führte. Allerdings hatte dieser Wandel nicht zuletzt wirtschaftliche Ursachen: Viele Zeitungen eliminierten ihre politische Ausrichtung, um ihr Lesepublikum zu erweitern.
GRATIS ZEITUNGEN KOMMEN UND GEHEN
Im Zuge des Wirtschaftsaufschwungs der ersten Hälfte der 1980er Jahre herrschte vielerorts eine Art Goldgräberstimmung. Ein rasantes Wachstum des Inseratenmarktes − insbesondere im Bereich der Stellenanzeigen − löste die Gründung zahlreicher Gratiszeitungen aus. So wurde in der Stadt Zürich nach dem sogenannten Pressehandel24 die «Züri-Woche» gegründet, in Rapperswil entstanden die «Obersee-Nachrichter» und am linken Seeufer erschien erstmals im Mai 1981 die «See-Rundschau». Mit dem Untertitel «auflagenstärkste Zeitung zwischen Zürichsee und Walensee» erschien sie in allen Haushaltungen der Bezirke Horgen, Höfe und March. Zwar wurde vollmundig angekündigt «Wir möchten Ihnen eine Zeitung bringen, die allerlei neues, aktuelles und speziell auf ihr Wohngebiet bezogenes anbietet»25, doch war das schon angesichts des grossen Einzugsgebietes nur schwer möglich. Deshalb bedeutete das kleinformatige Blättchen aus Richterswil, das zunächst kaum eine redaktionelle Eigenleistung bot, keine ernsthafte Konkurrenz für die bestehenden Zeitungen. Dies änderte sich aber, als am 13. September 1984 eine zweite Gratiszeitung auf den Markt kam. Die in Horgen domizilierte «Wochen-Post am Zürichsee» brachte von Anfang an zahlreiche aktuelle Meldungen und politische Mitteilungen. Sie war eine Gründung des Verlags des «March-Anzeigers», der mit der neuen Gratiszeitung seinen Inserate-Kunden attraktive Kombinationsmöglichkeiten anbieten wollte.
Ein solches Vorgehen bedeutete einen Affront gegenüber den bestehenden Lokalzeitungen im Bezirk Horgen, die folgerichtig Abwehrmassnahmen ergriffen.26 So führte der AAZ Anfang 1985 die sogenannte Grossauflage ein: Einmal pro Woche erschien die Zeitung nicht mehr nur für Abonnenten, sondern gratis für alle Haushaltungen des Einzugsgebiets. Die Befürchtungen vor einer Verschärfung der Konkurrenz waren allerdings unbegründet. Dem Gewerbe stand für Inserate-Werbung zu dieser Zeit so viel Geld zur Verfügung, dass sowohl die Gratiszeitungen als auch die Abonnementszeitungen gut verdienten. Die immer wieder − auch von den Gegnern der Initiative von Curt Signer − geäusserte These, dass Gratiszeitungen die abonnierte Tagespresse schädigen, lässt sich zumindest für den Bezirk Horgen nicht belegen. Es waren ausschliesslich marktwirtschaftliche Argumente, die das Entstehen der Gratiszeitungen ermöglichten, und in der Folge bereiteten ihnen marktwirtschaftliche Sachzwänge auch Schwierigkeiten. Sie waren die ersten Blätter des Bezirks, die vom markanten Rückgang des Inserate-Volumens Anfang der 1990er Jahre betroffen waren. Ausgelöst wurde er durch das Aufkommen der werbefinanzierten Lokalradios und des Privatfernsehens, was eine Verlagerung der Werbegelder in den Bereich der elektronischen Medien bewirkte, sowie durch Kostenstrukturen. die Zeitungen mit grosser Auflage im Wettbewerb um Inserenten begünstigten. Verstärkt wurden diese Einflüsse durch die wirtschaftliche Rezession.
Im härter werdenden Konkurrenzkampf verlor die «See-Rundschau» 1992 ihre Unabhängigkeit an den Verleger Rolf-Peter Zehnder in Wil SG, der sie mit harter Hand und drastisch eingeschränktem Verbreitungsgebiet als «Wädenswiler Nachrichten» weiterführte. Im März 1997 kehrte sie zu ihrem alten Titel und zu einem journalistisch dünnen Angebot zurück, nachdem sich das auf aktueller Berichterstattung basierende Konzept aus der Sicht des Verlegers nicht bewährt hatte. Zwecks Auflagensteigerung expandierte Zehnder im Oktober des gleichen Jahres in den unteren Bezirksteil und das Sihltal, indem er die «Züri-Nachrichten» als Schwesterblatt der «See-Rundschau» ins Leben rief.27 Inzwischen wurden die «Züri-Nachrichten» bereits wieder aufgegeben. Die «Wochen-Post», die ihre Überlebenschance in ihrem letzten Jahrgang in einem reisserischen Boulevard-Layout sah, stellte ihr Erscheinen 1994 ganz ein: «Die Macher der Wochen-Post müssen nun aber vor der Erkenntnis kapitulieren, dass [ ... ] der überlebenswichtige kommerzielle Erfolg nicht im gewünschten Umfang eingetreten ist.»28
UNERBITTLICHKEIT DES INSERATEGESCHÄFTS
Von den Strukturveränderungen im Werbemarkt waren aber nicht nur die Gratiszeitungen betroffen.29 Die «Baumann zum Florhof AG» − je zur Hälfte im Besitz der Familie Baumann und der «Zürichsee Medien AG» − sah sich Ende 1993 gezwungen, ihre verlegerische Tätigkeit aufzugeben. Als Grund nannte ihr Geschäftsführer Rolf Gerber-Baumann den «ruinösen Verdrängungswettbewerb» in der Medienbranche, doch bestanden zwischen den Aktionären darüber hinaus auch unternehmerische Differenzen. Schliesslich wurde das Verlagsrecht des AAZ an die neugegründete «AAZ Verlags AG» übertragen. Sie war vollständig im Besitz der «Zürichsee Medien AG», die den AAZ weiterführte. Die Druckerei der «Baumann zum Florhof AG» wurde aufgegeben.
Diese Änderungen betrafen allerdings nur die Besitzstrukturen und hatten vorerst keine Auswirkungen für die Leserinnen und Leser des AAZ. Sie waren aber der erste Schritt zu einer Annäherung der Lokalblätter am linken Seeufer, die im unerbittlichen Wettbewerb des Inserategeschäfts näher zusammenrücken mussten.
Vor allem das lukrative Geschäft mit nationalen Werbekunden verlagerte sich zusehends auf Zeitungen mit grosser Auflage. Dadurch gerieten insbesondere der AHo und der «Sihltaler» unter Druck, die bereits 1989 an die Orell Füssli AG (Ofa) , eine Tochter der Annoncenfirma PubliGroup, verkauft wurden und nach wie vor nur dreimal wöchentlich erschienen. Deshalb entschieden sich die Verlage für ein Zusammengehen: Die «Zürichsee Medien AG» gründete zusammen mit der Ofa die «Zürichsee-Presse AG», in die beide Partnerinnen ihre jeweiligen Blätter und als Mitgift die amtlichen Publikationen einbrachten. Als Resultat fusionierten der «Anzeiger des Bezirks Horgen», der «Sihltaler», der «Allgemeine Anzeiger vom Zürichsee» und die «Grenzpost» zur Iinksufrigen Ausgabe der «Zürichsee-Zeitung». Die neue Zeitung erschien erstmals am 21. Oktober 1997 und löste in der Bevölkerung langanhaltende Diskussionen aus. Moniert wurde unter anderem, dass die Zeitung ihren lokalen Charakter verloren hätte, dass sie als Zweitzeitung zu teuer sei und dass die Inserattarife für das lokale Gewerbe zu hoch seien. Tausende von Abonnementsabbestellungen und der Ruf nach Alternativen zur regionalen Tageszeitung waren die Folge.
In die entstandene Marktlücke sprang der Rüschliker Verleger Ueli Schück, indem er im Sihltal, wo die Unzufriedenheit mit der neuen Zeitung besonders gross war, ein neues Lokalblatt lancierte. Am 18. Dezember 1997 erschien zum ersten Mal die «Sihltal-Zeitung». Während der ersten Monate wurde sie gratis in alle Haushaltungen verteilt, dann wechselte sie ihren Erscheinungsmodus auf zweimal wöchentlich und wurde nur noch zahlenden Abonnentinnen und Abonnenten zugestellt. Zwar war der Start der «Sihltal-Zeitung» längst nicht so fulminant wie von ihrem Verleger prognostiziert, aber doch erfolgreich genug, um Schlick zu ermutigen, in Horgen und Wädenswil nach dem gleichen Modus neue Blätter zu lancieren. Die «Horgner Zeitung» trat am 26. Februar 1998 in den Markt ein; die «Wädenswiler Zeitung» erschien erstmals am 23. April 1998 und deckte mit ihrem Kopfblatt «Richterswiler Zeitung» auch das angrenzende Gebiet ab. Nebst qualitativ nicht immer überjeden Zweifel erhabenen Artikeln und anbiedernden PR-Texten wagten sich die die neuen Zeitungen aktuell an brisante lokale Themen heran und forderten damit die gelegentlich etwas träge «Zürichsee-Zeitung» heraus. Deren Auflage ging weiterhin so stark zurück, dass wirtschaftliche Gesichtspunkte die verlegerischen in den Hintergrund zu drängen begannen. Liquiditätsengpässe machten eine stärkere Beteiligung der Ofa an der «Zürichsee-Presse AG» notwendig. Darauf trat der Verleger und Chefredaktor der «Zürichsee-Zeitung», Ulrich E. Gut, im April 1998 zurück. Sein Nachfolger als Verlagsdirektor wurde mit Erland Herkenrath ein Geschäftsleitungsmitglied der Ofa. Neuer Chefredaktor wurde Guts Stellvertreter Luzi Bernet, der von einer «Kette von Missverständnissen» sprach, die zum Misserfolg der «Zürichsee-Zeitung» führten: «Jetzt gelten wir plötzlich als die Grossen, Bösen. Und vorher waren wir die Kleinen, Verschupften.»30
ENTSCHEIDUNG BLEIBT DEM MARKT ÜBERLASSEN
Fertige Antworten auf die Fragen, welche die jüngsten Veränderungen in der Zeitungslandschaft des linken Zürichseeufers aufwerfen, kann und will dieser Beitrag keine liefern. Mit einer historischen Rückschau ist es aber möglich, neue Zusammenhänge herzustellen, die den Wandel des AAZ und der anderen Lokalblätter ins rechte Licht rücken und verständlicher machen. Wie gezeigt werden konnte, waren die amtlichen Publikationen seit der Gründung der ersten Zeitungen im Bezirk Horgen stets Dreh- und Angelpunkt im Bereich der Lokalpresse, sicherten sie doch Einnahmen sowie eine gewisse Beachtung eines Blattes. Heute ist das nicht anders: Sowohl Ueli Schück als auch die «Zürichsee-Presse AG» bemühen sich für ihre Zeitungen in jeder einzelnen Gemeinde um die amtlichen Veröffentlichungen. Der Kampf um sie gab Anlass zu teilweise gehässigen Kommentaren der Verleger. So warf Schück der «Zürichsee-Presse AG» im Zusammenhang mit Inserat-Kombinationen mit dem «Anzeiger des Wahlkreises Thalwil» eine «erpresserische Einflussnahme»31 vor, worauf Herkenrath konterte: «Hat sich Schück verschätzt, was die Kosten einer Zeitungslancierung angeht?»32
Tatsächlich gerieten die übrigen Verlage im Bezirk gewissermassen zwischen die Fronten. Im unteren Teil ist der «Anzeiger des Wahlkreises Thalwil» zwar von seiner Auflage her mit den Lokalblättern von Schück vergleichbar, ist aber über Inseratkombinationen indirekt mit der «Zürichsee-Zeitung» verbunden. Diese wiederum würde die Kombinationsmöglichkeiten aufgeben, wenn sich das Thalwiler Blatt denjenigen von Schück annähern würde. Im oberen Bezirksteil verkaufte die Druckerei Richterswil die Verlagsrechte der «Grenzpost» an die «Zürichsee-Presse AG» und trieb eine eher kuriose Blüte. Als Reaktion auf die Ankündigung der «Richterswiler Zeitung» sollte mit der «RiSa-Post» im April 1998 ein lokales Wochenblatt lanciert werden, damit «die Zeitung im Dorf bleibt».33 Das Projekt wurde aber nach nur einmaligem Erscheinen der Zeitung aus finanziellen Gründen begraben. Solche wirtschaftliche Motive waren zu allen Zeiten für Neugründungen von Lokalzeitungen im Bezirk massgebend − die einzige Ausnahme von dieser Regel waren 1883 die «Nachrichten vom Zürichsee». Dass Zeitungsfusionen ebenfalls immer wirtschaftliche Ursachen hatten, braucht nicht hervorgehoben zu werden. Bemerkenswert ist allerdings, dass der Erfolg einer Fusion offensichtlich weder von Umfang und Art der Berichterstattung eines Fusionsprodukts noch von der Höhe seines Abonnementspreises abhängt. Vielmehr waren die historischen Fusionen dann erfolgreich, wenn es den beteiligten Redaktionen gelang, den Leserinnen und Lesern zu vermitteln, dass die Vorteile grösser seien, als die subjektiv empfundenen Nachteile. Dies ist der «Zürichsee-Zeitung. anlässlich der Lancierung ihrer linksufrigen Ausgabe offenbar nicht gelungen.
Weder sie noch die neuen Lokalblätter haben bislang die selbstgesteckten Erwartungen erfüllt.34 Fast alle Gemeinden beabsichtigen deshalb, den Markt entscheiden zu lassen, welche Zeitung die meisten Haushalte erreicht und daher als Publikationsorgan am besten geeignet ist. Diese Nichteinmischung steht im Gegensatz zu früheren Jahren und zeigt deutlich, dass die Distanz zwischen Politik und Presse in den letzten Jahrzehnten stark gewachsen ist. Dennoch gehen die Gemeinden davon aus, dass der Markt langfristig nur für eine abonnierte Zeitung gross genug ist. Angesichts der unterschiedlichen Strategien der Blätter kann es indes noch lange dauern, bis Entscheide fallen. Während sich die «Zürichsee-Zeitung» integrativ als ein Forum für den ganzen Bezirk versteht, spricht Schück mit seinen Blättern klar umrissene Zielgruppen an. Festzustellen ist ausserdem, dass sich die viel kritisierte Marktstrategie der «Zürichsee-Zeitung» im Vergleich zu Zeitungsfusionen anderer Regionen als eher bescheidene Regionalkonzentration ausnimmt. Die entstandenen Schwierigkeiten lassen sich zu einem gewissen Teil mit den historisch gewachsenen Unterschieden zwischen den beiden Seeufern erklären. Zudem müssen bei einer umfassenden Marktbetrachtung auch die elektronischen Medien und die Kleinpublikationen berücksichtigt werden. In ihrer Gesamtheit sind Quartierblättchen, Vereinshefte, Parteipostillen und Veranstaltungskalender nicht zu unterschätzen.
Adrian Scherrer
ANMERKUNGEN
1 Zur Fasnacht 1991: Vgl. Berichterstattung im AAZ, Nr. 36,13.2.1991.
3 Diethelm Fretz, Zeitungsgründer am See vor 1842, Zollikon 1942 (Gestalten vom See, Heft 2), S. 41ff; vgl. auch Heimatblätter, Beilage zum AAZ, Nr. 281, 1.12.1962.
4 Jubiläumsbeilage «50 Jahre Anzeiger des Bezirks Horgen», Dezember 1898.
5 Kurt Wild, Vom Kirchenruf zur Lokalzeitung: Wie die Richterswiler sich früher informierten, In: ders., Alt-Richterswil: Ein kulturgeschichtlicher Bilderbogen, Richterswil 1992, S. 55–65.
6 Zit. nach AHo, Nr. 49, 12.12.1849.
7 Wild, a.a.O., S. 62ff. Zum Zeitungsstempel. Christian Padrutt, Streiflichter auf die Geschichte der Schweizer Presse, In: Edmund Richner (Hg.), 100 Jahre AG für die Neue Zürcher Zeitung, Zürich 1968, S. 119-134, hier S. 120.
8 Zit. nach Wild, a.a.O., S. 65.
9 Zit. nach Wild, a.a.O., S. 63.
10 Zit. nach Verena und Max Möhr, Historische Entwicklung, in: 100 Jahre Druckerei Stutz, Wädenswil 1983, S. 10f.
11 Paul Kläui, Geschichte der Gemeinde Horgen, Horgen 1952, S. 484 und 566.
12 Jubiläumsbeilage zum Sihltaler, Nr. 67,16.6.1995, «100 Jahre Sihltaler».
13 Die Gründung einer sozialdemokratischen Zeitung wurde im Bezirk Horgen nie in Erwägung gezogen. Manche Gemeinden veröffentlichten deswegen ihre amtlichen Publikationen zeitweise auch im «Volksrecht». Vgl. Kostenübersicht der amtl. Inserate, 1934, Stadtarchiv Wädenswil, Bestand 1.6.4. (Publikationsmittel).
14 GR-Beschluss vom 29.3.1913. Stadtarchiv Wädenswil, Bestand 1.6.4 (Publikationsmittel).
15 Nachrichten vom Zürichsee. Nr. 190,5.12.1936.
16 AAZ, Nr. 207, 28.12.1936.
17 Fretz, a.a.O., S. 54.
18 Pierre Cordey, La presse et l‘information, in: Erich Gruner (Hg.), Die Schweiz seit 1945, Bern 1971, S. 229–251; Ernst Bollinger, Pressekonzentration in der Schweiz, In: Zoom K&M, Nr. 1/1993, S. 20–27.
19 Zit. Nach AAZ, Nr. 229,1.10.1969.
20 AAZ, Nr. 222, 24.9.1971.
21 Weisung des Gemeinderates betr. Initiative Signer, 19.11.1973; Gutachten zur Initiative Curt Signer, 17.7.1973. Stadtarchiv Wädenswil, Bestand 1.6.4 (Publikationsmittel). Vgl. auch AAZ in eigener Sache, Nr. 38,15.2.1973.
22 Zit. nach AAZ, Nr. 18,23.1.1974.
23 Ebd.
24 Mit dem sogenannten Pressehandel verhinderte die TA-Media AG 1982 die Lancierung einer Gratis-Tageszeitung für den Grossraum Zürich durch die Jean Frey AG, indem sie das «Tagblatt der Stadt Zürich» aufkaufte. Vgl. Urs Kaufmann und Nikolaus Stieger, 100 Jahre Tages-Anzeiger, In: Werner Catrina et al (Hg.), Medien zwischen Geld und Geist, Zürich 1993, S. 199–300, hier S. 261.
25 See-Rundschau, Nr. I, 14.1.1982.
26 Vgl. die unverhohlene Drohung im Editorial der Erstausgabe der «Wochen-Post», Nr. 1, 13.9.1984. Zur Gratispresse allgemein: Christoph Schmid, Gratisanzeiger und Pressewettbewerb, Diss., Zürich 1983; Waltraut Bellwald et al, Blätterwald Schweiz: Zahlen und Fakten zur Zeitungsstruktur, Zürich 1991, S. 83ff.
27 See-Rundschau, Nr. 31, 30.7.1992 und Nr. 35, 27.8.1998; AAZ, Nr. 60, 26.3.1997 und Facts, Nr. 37/1997.
28 Wochen-Post, Nr. 26, 25.8.1994.
29 Dieser und die beiden folgenden Abschnitte beruhen auf der Berichterstattung der NZZ: Nr. 246, 22.10.1993; Nr. 24, 29.1.1994; Nr. 209,10.9.1997; Nr. 245, 22.10.1997; Nr. 294,18.12.1997; Nr. 84, 11.4.1998; Nr. 94, 24.4.1998; Nr. 113, 18.5.1998; Nr. 122,28.5.1998; Nr. 134, 13.6.1998.
30 Zit. nach Bettina Büsser, Ein Vakuum füllt sich, In: Klartext, Nr. 2/1998, S. 40f.
31 Sihltal-Zeitung, Nr. 33, 9.6.1998.
32 Zürichsee-Zeitung, Nr. 132,11.6.1998.
33 RiSa-Post, Nr. 0, 15.4.1998.
34 Für diesen Beitrag konnten die Ereignisse bis Ende Juli 1998 berücksichtigt werden. In einen gesamtgesellschaftlichen Kontext wird der Medienwandel gefügt von Ulrich Saxer, Gesellschafts-, Medien- und Politikwandel in der Schweiz, In: Erhard Schreiber et al (Hg.), Kommunikation im Wandel der Gesellschaft, Düsseldorf 1980, S. 345–358.