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Erdwärmenutzung im Triemli-Quartier
Bis Ende 2009 / Anfang 2010 war das Triemli-Quartier zusammen mit dem Stadtspital als grossem Wärmeabnehmer auf dem besten Weg zur Erdwärmenutzung. Das sehr grosse Geothermieprojekt sollte zu einer 60 %igen Verminderung der fossilen Energieträger und zu einer 5%igen Minderung des Stromverbrauchs gegenüber dem Jahr 2000 führen. Durch eine Tiefbohrung auf etwa 3'000 m sollte 70 bis 80 °C warmes Wasser erschlossen werden. Die hierfür notwendige Bohrung wurde im Winter 2009 / 2010 durchgeführt.
Am 24. Januar 2009 wurde das kristalline Grundgebirge früher als prognostiziert erreicht. Es hat sich gezeigt, dass die Schichtmächtigkeiten zum Teil deutlich geringer als angenommen waren. Daneben wurden keine thermalwasserführenden Gesteinsschichten gefunden. 3 Wochen später wurde die Bohrung bei einer Tiefe von 2'708 m eingestellt und letzte geophysikalische Messungen vorgenommen. Das Bohrloch wurde schliesslich durchgehend verrohrt und mit einem Bohrlochkopf verschlossen.
Von Seiten der Bohrtechnik hat sich gezeigt, dass die getroffenen Monitoring-, Sicherhheits- und Lärmschutzmassnahmen sehr erfolgreich waren. Obwohl dieses Bohrprojekt in einem sehr dicht besiedelten städtischen Gebiet direkt neben dem Triemlispital durchgeführt wurde, kam es zu keinen nennenswerten unangenehmen Nebenerscheinungen wie Erschütterungen, Lärm oder Unfällen.
Die Erkundungsbohrung war kein gänzlicher Misserfolg. Bislang ist der tiefere Untergrund der Schweiz relativ wenig erforscht. So ist beispielsweise die Datendichte im süddeutschen Molassebecken oder im Oberrheingraben um ein Vielfaches grösser. Dank der Erkundungsbohrung im Triemli-Quartier wurden neue grundlegende geologische und geophysikalische Informationen des tieferen Zürcher Untergrundes zutage gefördert. Daneben wurde gezeigt, dass eine Tiefbohrung in einem sensiblen Gebiet erfolgreich realisiert werden kann.
Mit den neu gewonnenen Daten wurden zusätzliche geothermische Abklärungen durchgeführt. Es stellte sich heraus, dass die Wärme des Bohrlochs mit einer tiefen Erdwärmesonde (vgl. Tiefen-EWS Oftringen) genutzt werden kann. So konnte eine Studie aufzeigen, dass sich mit einer Tiefen-EWS rund 400 MWh Wärmeenerige pro Jahr gewinnen lassen. Das entspricht etwa einem Fünftel des Wärmebedarfs der neuen Überbauung „Triemli“ mit 190 Wohneinheiten.
Die 2'371 m tiefe Erdwärmesonde wurde Anfang 2011 in das Bohrloch eingebaut.