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Die Gesprächspartner des Dialogs
Von den drei am Dialog beteiligten Personen, tragen Sagredo und Salviati die Namen von zwei zu diesem Zeitpunkt bereits verstorbenen Freunden Galileis, die dieser damit unsterblich machen wollte. Simplicio hingegen, der Dritte im Gespräch, dem Galilei die Aufgabe zuteilt, die Erde als unbeweglich und im Mittelpunkt stehend zu verteidigen, ist eine fiktive Persönlichkeit.
Giovan Francesco Sagredo (1571–1620)
Er gehörte zu einer der reichsten und mächtigsten Familien Venedigs und hatte engen Kontakt zu Galilei, als dieser eine Zeit lang im Hoheitsgebiet der Serenissima lebte. Die Person Sagredo aus dem Dialog lässt die lebhafte und brillante Persönlichkeit dieses Menschen noch einmal auferstehen: Viele im Dialog erwähnte Anspielungen und Episoden stammen aus der wirklichen Biographie des Edelmannes. Galilei lässt seinen frei erfundenen, vier Tage dauernden Dialog im venezianischen Palast der Familie Sagredo stattfinden.
Filippo Salviati (1582–1614)
Filippo Salviati stammte aus einer florentinischen Adelsfamilie mit grossem wirtschaftlichem und politischem Einfluss. Er war Mitglied der Accademia della Crusca, und ab 1612 dank Galileis Einfluss auch Mitglied der Accademia dei Lincei. Galilei nannte ihn "einen äusserst geistreichen Edelmann", den er "liebte und schätzte". Federico Cesi, Präsident der Accademia dei Lincei, nannte Salviati einen "sehr vornehmen und hochgebildeten Florentiner". In Galileis fiktivem Dialog hat Salviati vor allem die Aufgabe, den kopernikanischen Standpunkt zu vertreten, und – indem er die antike Lehre der Pythagoreer aufgreift – damit die eigentlichen Gedanken Galileis darzulegen und verteidigen. Zu diesem Zweck lässt Galilei Salviati stellenweise wortwörtlich aus seinen früheren Werken zitieren.
Simplicio
Die Person des dritten Gesprächspartners ist absichtlich rätselhaft. Geschickt wurde auch ihr Name gewählt: Simplicio. Galilei lässt zwar durchblicken, dass er auf eine wirkliche Person anspielt, wie bei den anderen zwei Gesprächspartnern, aber diesmal habe er absichtlich ein Pseudonym gewählt. Ganz offensichtlich wollte er damit die Neugier der Leserschaft wecken.
So unterliess er es auch nicht, die Leser wenigstens auf eine Fährte zu führen, indem er ausgerechnet dem peripatetischen Philosophen, der die Lehre des Aristoteles zu vertreten hatte, den Namen Simplicius gab. Dieser Name schien ihm "geeignet und passend", wegen dessen ausserordentlichen Bewunderung für die Kommentare des gleichnamigen griechischen Philosophen Simplicius von Kilikien (6. Jh. n. Chr.). Selbstverständlich war es allgemein bekannt, dass Simplicio auch für "Simpel" stand.