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Der Tourismus im Lahntal hat in den vergangenen Jahren einen stetigen Bedeutungszuwachs erfahren. Ausgelöst durch eine steigende Nachfrage infolge des sich verändernden Freizeit- und Urlaubsverhaltens der Mitteleuropäer und ein wachsendes Angebot an touristischer Infrastruktur werden hier seit einigen Jahren überdurchschnittlich steigende Gästezahlen gemessen. Das dies nicht im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung sein kann, erscheint noch offensichtlich und wurde auch von den Tourismusverantwortlichen erkannt. Welche Möglichkeiten der Weiterentwicklung des Lahntal-Tourismus nun aber tatsächlich zukunftsfähig sind und dem Leitbild der Tourismusverantwortlichen entsprechen, muss dagegen noch geklärt werden. Parallel zur steigenden Bedeutung des Tourismus im Lahntal kam es zu zwei weiteren Entwicklungen: Mit der zunehmenden Nutzung der bestehenden touristischen Infrastruktur und durch die Entstehung neuer Nutzungsarten entstanden zunehmend Interessenkonflikte. Gleichzeitig kam es zu einer weiteren Professionalisierung der Tourismusstrukturen der Gebietskörperschaften, die ein konsequentes Marketing und den Ausbau der Infrastrukturen verfolgten. Mit der Absicht, am mitteleuropäischen Markt effizienter agieren zu können, gründete sich 1994 die Lahntal-Kooperation, ein Zusammenschluss der fünf Touristikverbände und zwölf grösseren Städte im Lahntal. Die zunehmenden Interessenkonflikte (siehe oben) und der Bedarf an genauen touristischen Daten für ein verbessertes Marketing (Research) liess die Lahntal-Kooperation die Entscheidung fällen, eine Untersuchung des Lahntal- Tourismus in Auftrag zu geben, das „Lahntalprojekt 2000“. Um die gewünschten Ziele erreichen zu können, erschien es notwendig, eine weitreichende Planung dieser Untersuchung sicherzustellen; daher wurde der Verfasser beauftragt, vor dem eigentlichen Beginn des Projektes ein umfassendes Konzept zu entwickeln, das eine detaillierte Planung des Projektes enthält. Die Lahntal-Kooperation, im folgenden auch Auftraggeberin genannt, möchte die Möglichkeiten, die das an der Justus-Liebig-Universität in Giessen beheimatete Geographische Institut bietet, nutzen. Geplant ist die Durchführung des „Lahntalprojekts 2000“ im Rahmen eines studienplanmässigen Projekts für eine noch zu bestimmende Anzahl von Studenten, die die anfallenden Erhebungen durchführen können.
Portrait
Michael Volkwein, Diplom-Geograph, Studium der Geographie, Neueren Geschichte und Politikwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Giessen. Derzeit Inhaber der Beratungsagentur tourismusberatung.net; verschiedene Klassifizierungstätigkeiten für den Deutschen Tourismusverband e. V. und das Bundesforum Kinder- und Jugendreisen e.V.