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Das Geissblatt, oder mit einem anderen gebräuchlichen Namen Heckenkirsche, gibt es in einer grossen Fülle und Vielfalt. Die einen haben einen strauchigen Wuchs, andere sind schlingend. Die Winterduft-Heckenkirsche (Lonicera purpusii) gehört zu den Strauchigen. Auffallend sind die jahreszeitlich sehr frühe Blütezeit im Winter und der intensive, angenehme Duft.
Chinesisch-deutsche Herkunft
Lonicera purpusii (Winterduft-Heckenkirsche) ist eine Kreuzung von Lonicera fragrantissima und Lonicera standishii. Beide Elternteile haben die Heimat in China. Diese Kreuzung entstand bereits vor 1920 im botanischen Garten in Darmstadt und wurde 1923 von Alfred Rehder beschrieben und benannt. Der Artname purpusii wählte er zu Ehren der deutschen Brüder Carl Albert (1853-1941) und Joseph Anton (1860-1932) Purpus, die bekannte Pflanzensammler waren.
Die Winterduft-Heckenkirsche, auch winterblühendes Geissblatt genannt, ist ein 1,5 bis 2 Meter hoher und ebenso breiter, dicht verästelter Strauch. Die einzelnen Äste sind breit verzweigt und mit der Zeit elegant überhängend. Junge Triebe haben eine rot-violette Rinde. An älteren Zweigen bildet sich eine bräunliche, in langen Streifen abfasernde Rinde. Das dunkelgrüne Laub ist oval. In milden Gegenden oder an geschützten Standorten ist dieser Strauch wintergrün, das heisst dass die Blätter bis weit in den Winter hinein grün bleiben und erst gegen Ende des Winters abfallen.
Das Aussergewöhnliche sind aber die rahmweissen, sehr stark nach Honig duftenden Blüten. Sie erscheinen je nach Witterung und Standort bereits im Dezember und bleiben bis in den April hinein am Strauch. Die Hauptblüte ist in der Regel im Februar und März. Aus diesen Blüten entwickeln sich während des späteren Frühlings erbsengrosse, rote Früchte, was in unseren Breitengraden eher selten geschieht.
Grundsätzlich kann die Winterduft-Heckenkirsche in Gruppen oder als Einzelstellung verwendet werden. Sie kann, wegen ihres dichten Wuchses, auch Sichtschutzaufgaben übernehmen. Der Standort kann sonnig, halbschattig oder sogar schattig sein. Auch die Verwendung in Gefässen ist möglich, da die Winterduft-Heckenkirsche absolut winterhart ist.
Sträucher, die während der Winterzeit blühen und erst noch intensiv und angenehm duften, sollten im Garten an Orten gepflanzt werden, welche im Winter viel kontaktiert werden, zum Beispiel beim Eingangsbereich. So kann man selber und auch die Besucher die Vorzüge häufig geniessen. Ein richtiger Aufsteller in der tristen Winterzeit! Zweiglein von der Winterduft-Heckenkirsche halten auch ein paar Tage geschnitten in der Wohnung.
Die Winterduft-Heckenkirsche ist ein sehr robuster und wüchsiger Strauch. Krankheiten und Schädlinge sind nicht bekannt. Sie wächst in jedem normalen Gartenboden. Ein regelmässiger Schnitt ist nicht erforderlich. Einzig bei einer "Vergreisung" des Strauches kann mit dem Auslichten von 1 – 2 der ältesten Äste eine positive Verjüngung erreicht werden. Diese werden bodeneben abgeschnitten. Neuen Trieben wird dadurch Platz und Licht für eine gute Entwicklung gegeben.
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