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Geburt in Trier
1818 wird Karl Marx als drittes von neun Kindern des Rechtsanwalts Heinrich Marx (vorher Heschel Levi) und dessen Frau Henriette in Trier geboren. Trier im Südwesten Deutschlands in der Weinregion Mosel liegt unweit der luxemburgischen Grenze. Um 1820 ist Trier innerhalb der Stadtmauern erst spärlich bebaut. Kennzeichnend ist für die ländliche Stadt sind die unzähligen Kirchen, Klöster und Kapellen.
Die Familie
Karl wächst wohlbehütet auf. Sowohl väterlicher wie auch mütterlicherseits stammt die Familie Marx von Rabbinerfamilien ab. Doch die Religion war in der Familie nicht wichtig. Kurz vor Karls Geburt war sein Vater vom Judentum zum Protestantismus übergetreten, um seinen Beruf als Rechtsanwalt weiter ausüben zu können. Unter der Herrschaft von Napoleon war ihm dies noch möglich. Nach dem Wiener Kongress (1814-15) fällt Trier an die neu gegründete preussische Provinz Grossherzogtum Niederrhein, wo den Juden verboten wird, als Anwalt zu arbeiten. So wird Karl 1824 zusammen mit seinen Geschwistern christlich getauft.
Schulzeit und Studium
Von 1830 bis 1835 besucht Marx das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Trier. Während dieser Zeit freundet er sich mit Jenny von Westphalen an. Ihre beiden Väter sind befreundet. Jenny gehört dem niedrigen Adel an und ist belesen und hochgebildet.
Direkt nach dem Abitur geht Marx nach Bonn um zu studieren. Er beginnt mit Rechtswissenschaften. Er geniesst das Studentenleben und schlägt auch gerne über die Stränge. Eine nächtliche, laute Party mit Wein, Weib und Gesang brachte ihn sogar für einen Tag ins Gefängnis.
1836 verlobt er sich heimlich mit seiner Partnerin Jenny. Es war wohl keine Liebesverbindung, sondern eine Vernunftehe, die aber ein Leben lang hielt.
Er kann fechten, tanzen und will Dichter werden. Mit Geld kann er aber nicht umgehen: Er ist chronisch pleite. Seine Verlobte in Trier besucht er nur sehr selten.
Nach den ersten zwei Semestern wechselt er 1836 nach Berlin und beginnt dort auch Philosophie und Geschichte und andere Fächer zu belegen. 1841 reicht er, gerade erst 23 Jahre alt, seine Doktorarbeit an der Universität in Jena über griechische Philosophie ein und wird promoviert.
Erste Arbeit und Wendung zum Kommunismus
Seine erste Arbeit findet er 1842 als Redaktor an der aufrührerischen Rheinischen Zeitung für Politik, Handel und Gewerbe in Köln. Hier schreibt er unter anderem über Weinbau und Holzdiebstal, wobei er aus Erfahrung schreiben konnte. Seine Artikel sind kämpferisch und kritisch, man liest ihn interessiert. Doch dies fiel der Obrigkeit negativ auf. 1843 wird die Zeitung verboten.
Im selben Jahr heiratet er seine Verlobte Jenny von Westphalen, die ihn zeitlebens in seiner Arbeit unterstützt. Seine Flitterwochen verbrachte er in Bad Kreuznach in der Bibliothek mit Bücherstudium. Von seinem ehemaligen grossen Vorbild Georg Wilhelm Friedrich Hegel, der erst 1831 in Berlin gestorben ist, distanziert er sich.
Pariser Jahre
Die Familie Marx ziehen nach Paris. Dort lernt er den deutschen Dichter Heinrich Heine (1797-1856) kennen und er freundet sich mit ihm an. Heine ist ein ferner Cousin von ihm. Hier auch beginnt die lebenslange Freundschaft und Zusammenarbeit mit dem Fabrikantensohn Friedrich Engels, dem Marx 1842 in Köln bereits erstmalig begegnet war.
In Paris wird die erste Tochter geboren.
Wegweisung und Brüsseler Zeit
Auf Druck der preussischen Regierung aber wird Marx 1845 von der Polizei aus Paris ausgewiesen. Die Familie muss nach Brüssel weiterziehen. Seine preussische Staatsangehörigkeit gibt er auf, er bleibt Zeit seines Lebens staatenlos.
Marx und Engels erhalten 1847 von dem mittlerweile in „Bund der Kommunisten“ umbenannten „Bund der Gerechten“ den Auftrag, eine programmatische Schrift für die Reorganisation des Bundes zu verfassen. Gemeinsam mit Engels gründet er in Brüssel den „Deutschen Arbeiterverein“.
Das Manifest der Kommunistischen Partei
Zusammen mit Engels schreibt er 1848 das „Manifest der Kommunistischen Partei“, das mit den Worten „Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus“ beginnt und mit dem Aufruf „Proletarier aller Länder vereinigt euch!“ schliesst. Es wird in London veröffentlicht. Bis heute sind rund 1’200 Nachdrucke in nahezu allen Schriftsprachen der Welt erschienen. Es ist das am meisten beachtete Werk von Karl Marx.
Revolutionsjahre 1848-49 in Köln
Mit den Revolutionsjahren 1848/49 Marx hofft auf eine Chance, dass sich das politische System verändert, und kehrt nach Köln zurück. Er gibt dort die „Neue Rheinische Zeitung“ heraus, die dem linken Flügel der Demokraten nahesteht und in der er eine einheitliche deutsche Republik und den gemeinsamen Kampf der deutschen Staaten gegen das reaktionäre Russland fordert.
Doch nach dem Zusammenbruch der revolutionären Bewegung 1849 wird die Zeitung aufgelöst, Marx wird verhaftet und aus Deutschland ausgewiesen. Er zieht nach London, wo er bis zu seinem Tod lebt.
Arbeit an der kommunistischen Bewegung von London aus
Von dort aus arbeitet er für verschiedene internationale Zeitungen, u.a. die „New York Daily Tribune“, die Londoner „The Peoples Paper“ und die Breslauer „Neue Oder-Zeitung“.
Gelegentliche Zuwendungen seines Freundes Engels sowie Erbschaften seiner Frau Jenny helfen die teilweise katastrophale finanzielle Notlage zu überbrücken. Vier seiner sieben Kinder sterben, bevor sie das zehnte Lebensjahr erreichen. 1850 beginnt Marx eine Beziehung mit seiner Haushälterin Helena Demuth und hat einen gemeinsamen Sohn mit ihr. Friedrich Engels kommt für dieses uneheliche Kind auf.
Mit seinen zahlreichen Veröffentlichungen wird Marx zusammen mit Engels einer der Führer der neuen Bewegung des Sozialismus.
Mit dem Tod der Mutter 1863 tritt Marx das väterliche Erbe an, wodurch sich die finanzielle Situation der Familie Marx erheblich verbessert.
1864 ist er massgeblich an der Gründung der „Internationalen Arbeiterassoziation“, auch „Erste Internationale“ genannt, in London beteiligt. Für sie verfasst Marx die Statuten. Auf dem ersten Kongress der Internationalen Arbeiter-Assoziation in Genf wird Marx 1866 in Abwesenheit in den Generalrat gewählt.
Das Kapital (1867)
1867 veröffentlicht Marx das erste Buch seines Hauptwerks „Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie“. Die Bücher II und III in drei Bänden werden nach seinem Tod von Engels herausgegeben.
Ab 1868 übernimmt Engels die gesamte Finanzierung des Marxschen Haushalts und kommt für alle Schulden auf. Marx ist es dadurch möglich, sich ganz seiner wissenschaftlichen Arbeit zu widmen. Diese Arbeit an der Weltrevolution macht ihn immer kränker.
Mit der sich rasch entwickelnden deutschen Arbeiterbewegung steht Marx über persönliche und briefliche Kontakte in Verbindung; die Entwicklung der ersten deutschen Arbeiterpartei zur Sozialdemokratie und ihr Gothaer Programm von 1875 kritisiert er durch seine „Randglossen zum Gothaer Programm“.
Marx gibt mit seinen theoretischen Arbeiten der Sozialismusbewegung eine wissenschaftliche Grundlage, die in unterschiedlicher Auslegung von den überall entstehenden sozialistischen und sozialdemokratischen Parteien als ideologisches Fundament übernommen wird.
Ein letzter Besuch in Deutschland und Tod von Jenny und Karl Marx
1877 kommt Marx ein letztes Mal nach Deutschland zurück. Er und seine Frau sind schwerkrank. In Bad Kurstadt versuchen sie, mit Wasserkuren ihre Leiden zu mildern. Doch schon 1881 stirbt seine Frau Jenny. Er macht noch Reisen in die Schweiz, Frankreich und Algier.
Im Jahre 1883 stirbt Karl Marx in London. Engels überlebt ihn noch 12 Jahre, bis auch er 1895 stirbt. Die Bände 2 und 3 des Hauptwerks «das Kapital» von Marx werden von Engels aus den Notizen zusammengestellt und herausgegeben.
Wirkung und Fluch der kommunistischen Ideen
Marx hat das Fundament für den Kommunismus gelegt. Was daraus aber gemacht wurde, hätte er schwerlich gutgeheissen. Was daraus entstanden ist, sind diktatorische und menschenverachtende Regime, so in Russland unter Lenin und vor allem Stalin, so in China unter Mao, aber auch in Mittelamerika unter Fidel Castro und Che Guevara.
Nach Schätzungen hat die Umsetzung des Kommunismus in Russland, China und Kuba mehr als 90 Millionen Menschen das Leben gekostet.
Schriften
Das Kommunistische Manifest (1848)
Das Kapital (1876)