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Im Rahmen einer kürzlich abgeschlossenen Masterarbeit des Departements Chemie und Angewandte Biowissenschaften (Pharmakoepidemiologie) der ETH Zürich ist die Häufigkeit und das Risiko einer fälschlichen Doppelverordnung von Blutverdünnern verglichen worden. Hierbei wurden entsprechende Zahlen aus dem Kantonsspital Aarau (KSA) vor und nach Implementierung des neuen Systems mit denjenigen eines vergleichbaren Spitals vor und nach Einführung eines herkömmlichen Systems verglichen.
Dabei zeigte sich, dass das Risiko, dass ein Patient während eines Spitalaufenthaltes eine fälschliche Doppelverordnung von Blutverdünnern erhält, im KSA mit dem eigens entwickelten algorithmenbasiertes Multiagenten-System deutlich stärker (–55 %) reduziert wurde als im Vergleichsspital mit dem herkömmlichen System (–14 %).
Das 2020 vom Schweizerischen Verein der Amts- und Spitalapotheker mit einem Forschungspreis unterstützte System wurde über einen Zeitraum von fünf Jahren entwickelt.
Dank der Zusammenarbeit mit dem Hersteller der am KSA genutzten elektronischen Patientenakte, wird das KSA-System in der Zukunft auch anderen Spitälern zur Verfügung stehen.
Nebst der komplexeren Programmierung des Systems liegt das deutlich bessere Abschneiden des KSA-Systems auch an der Art der Warnmeldungen: Während herkömmliche Systeme lediglich darauf hinweisen, dass ein Problem besteht, benennt das KSA-System das Problem konkret und macht zugleich einen Lösungsvorschlag.
Beitragsbild: kalhh auf Pixabay