Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03645.jsonl.gz/2360

Der konfessionelle Religionsunterricht ist Sache der Kirchen. Diese verantworten ihn inhaltlich und stellen entsprechend befähigte Religionslehrpersonen zur Verfügung. Im konfessionellen
Religionsunterricht werden die Kinder angeregt, sich mit ihrem Glauben und ihrer Religion persönlich auseinanderzusetzen. Der Staat (Schule) dagegen verantwortet das Fach «Ethik und Religionen». Dieses informiert über Religionen und
vergleicht sie, und im Bereich Ethik werden allgemeine ethische Fragen angesprochen.
In den katholisch geprägten Kantonen der Zentralschweiz bestand und besteht ein Nebeneinander der religiösen Bildung durch den Staat (früher Bibelkunde, heute Ethik und Religionen) und der religiösen Bildung durch die Kirchen (konfessionellen Religionsunterricht). Diese komplementäre Bildung über Religion(en) durch den Staat und in der Religion hat also Tradition. Damit einher ging (und geht) die räumliche Nähe, in dem das kirchliche Angebot im Rahmen der Schule stattfand und vielerorts auch immer noch stattfindet. Somit war und ist die Kirche an den Lernorten der Kinder und Jugendlichen präsent.
Gesellschaftliche Veränderungen haben jedoch auch zu veränderten Klassenzusammensetzungen geführt (vermehrt konfessionslose und andersgläubige Schülerinnen und Schüler). In der Stadt Luzern und den Agglomerationsgemeinden ist diese
Tendenz steigend. Diese Situation erschwert unter anderem die Organisation des konfessionellen Religionsunterricht an den Schulen.
Im Volksschulbildungsgesetz §34 steht: «Der Religionsunterricht wird auch als Bekenntnisunterricht in der Regel im Rahmen der Unterrichtszeiten erteilt, wofür die Schulleitung nach Möglichkeit Zeit und Räume zur Verfügung stellt.» Dieser Paragraph ist insofern verbindlich, dass die Schule alle Möglichkeiten prüft, um dem konfessionellen Religionsunterricht Zeit und Räume zur Verfügung zu stellen. Mit der Entwicklung der Schule (mehr Lektionen und neue Aufgaben) wird es in einzelnen Schulhäusern immer schwieriger, für den Religionsunterricht Zeit und Räume zur Verfügung zu stellen. Nach neuen Zusammenarbeitsformen und anderen Räumlichkeiten muss gesucht werden.