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30.08.2021 – 09:00
Afghanistan: Handicap International setzt ihre Projekte für besonders schutzbedürftige Menschen fort
Genf (ots)
Handicap International (HI) hat die meisten Projekte für besonders schutzbedürftige Menschen in Afghanistan nach einer Unterbrechung von wenigen Tagen wieder aufgenommen. Der Bedarf an humanitärer Hilfe ist enorm in diesem Land, das durch einen jahrzehntelangen Konflikt verwüstet ist und zu einem der am schlimmsten verminten Ländern weltweit gehört. Heute haben 80 Prozent der afghanischen Bevölkerung in irgendeiner Form eine Beeinträchtigung, und mehr als 2,5 Millionen Erwachsene (14 Prozent) leben mit einer schweren Behinderung.
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HI nimmt ihre Aktivitäten in den vier Provinzen Herat, Kunduz, Kandahar und Nimroz nach und nach wieder auf, da sie der Ansicht ist, dass die humanitären Grundsätze der Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit derzeit eingehalten werden. Sollten Frauen und andere Teile der Bevölkerung am Zugang zur Hilfe gehindert werden, würde die Organisation die Fortführung ihrer Programme neu überdenken.
"Der Zugang für Frauen, Menschen mit Behinderungen und andere schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen zu den von HI angebotenen Dienstleistungen ist eine wesentliche Voraussetzung für die Arbeit unserer Organisation. Die Teams vor Ort sind entweder männlich oder weiblich, sodass auch Frauen von unseren Reha-Massnahmen profitieren können. Die Möglichkeit für Frauen, in unseren Projekten mitzuarbeiten, und die Gewährleistung des gleichberechtigten Zugangs von Frauen und Männern zu unseren Dienstleistungen haben für uns Priorität. Würden uns der Zugang zu bestimmten Begünstigten verwehrt werden, würden wir unser Engagement im Land überdenken", erklärt Gilles Nouziès, Programmverantwortlicher für Asien von HI. HI hat in Afghanistan 260 Mitarbeitende, darunter 63 Frauen und 30 Menschen mit Behinderungen.
Mehr als 2,5 Millionen Erwachsene mit einer schweren Behinderung
Der jahrzehntelange Krieg hat sich unmittelbar auf die Häufigkeit von Behinderungen in Afghanistan ausgewirkt: Aufgrund von Minen und explosiven Kriegsresten, bewaffneten Konflikten und des eingeschränkten Zugangs zur Gesundheitsversorgung, zu Lebensmitteln etc. haben heute rund 80 Prozent der Erwachsenen irgendeine Form von körperlicher, funktioneller, sensorischer oder sonstiger Beeinträchtigung. Und mehr als 2,5 Millionen Menschen (14 Prozent) leben mit einer schweren Behinderung.
"Die afghanische Bevölkerung leidet unter Mangel und fehlender Grundversorgung. Der Bedarf an humanitärer Hilfe nimmt weiter zu. Das fragile Gesundheitssystem, das durch den Mangel an ausgebildetem Personal beeinträchtigt ist, ist nicht in der Lage, den medizinischen Bedarf der Bevölkerung zu decken. Für viele Afghan*innen ist es lebenswichtig, dass wir weiterhin Reha-Massnahmen und psychosoziale Dienste anbieten", sagt Julio Cesar Ortiz Arguedas, Direktor von HI in Afghanistan.
34 Jahre Reha und psychosoziale Unterstützung
HI ist seit 1987 in Afghanistan tätig und gehört zu den wenigen Hilfsorganisationen, die in den Bereichen körperliche Rehabilitation und psychosoziale Unterstützung tätig sind. Diese Dienstleistungen spielen eine entscheidende Rolle dabei, Menschen mit Verletzungen und Behinderungen ihre Selbstständigkeit zurückzugeben oder zu erhalten.
1996 richtete HI das einzige Reha-Zentrum im Süden des Landes, in Kandahar, ein und unterstützt es seither kontinuierlich. Das Zentrum wird von einem Team von rund 50 Personen geleitet, das in der Regel etwa 300 Patient*innen pro Woche behandelt. In den Provinzen, in denen HI tätig ist, leisten ausserdem mobile Teams in abgelegenen ländlichen Gebieten Hilfe, in denen es keine Gesundheitseinrichtungen gibt.
Die Organisation leistet auch psychosoziale Unterstützung; insbesondere für Menschen, die durch den Konflikt vertrieben wurden. Darüber hinaus sensibilisiert HI die Bevölkerung für die Risiken von Minen und explosiven Kriegsresten und unterstützt Menschen, die von Covid-19 betroffenen sind. Im Jahr 2020 hat HI 160'000 Menschen geholfen.
Pressekontakt:
Pauline Wilhelm
Handicap International Schweiz
Medien- und Kommunikationsbeauftragte
Avenue de la Paix 11 - 1202 Genf
022 710 93 36
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