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22.09.2020 03:39:01
|Beschreibung|
Am Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Aussicht von der Rigi in fast jedem Reisebericht gepriesen. Immer mehr Reiselustige wollten sich das Erlebnis eines Sonnenaufgangs nicht entgehen lassen. Im Klösterli konnte man schliesslich die Nachfrage nach Hotelbetten fast nicht mehr befriedigen. Zudem konnten und wollten nicht alle Gäste um 2 Uhr morgens aufstehen und den Aufstieg nach Rigi Kulm machen, um den Sonnenaufgang geniessen zu können. Anfangs des 19. Jahrhunderts gab es auf Rigi Kulm nichts als ein Gipfelkreuz und Kühe, die drumherum weideten, wie der Panoramazeichner Heinrich Keller damals vermerkte.
Die Idee, auf der Kulm ein Hotel zu bauen, tauchte immer wieder auf, bis der Arther Schneider und Rigiführer, Joseph Martin Bürgi, von der Unterallmeindkorporation Arth einen Bauplatz auf der Kulm kaufte, um darauf ein Gasthaus zu erbauen. Im Frühjahr 1814 begann er mit den Vorbereitungen, schon bald ging ihm jedoch das Geld aus. Aufgrund der Fürsprache von Heinrich Keller wurde in Zürich ein Komitee zur Förderung des Baus eines Wirtshauses auf Rigi-Kulm gegründet. Die Spendenaufrufe hatten Erfolg und am 14. August 1816 trugen sich die ersten Gäste ins Fremdenbuch des neuen Kulm-Gasthauses ein. Lief das Geschäft in den ersten zwei Jahren noch harzig (das Komitee sprang erneut mit Spenden ein), musste die Herberge jedoch schon 1821 vergrössert werden. Nach dem Tod von Martin Bürgi übernahm sein ältester Sohn Joseph Caspar das Gasthaus auf der Kulm. Der von Jahr zu Jahr steigende Touristenstrom bewog Caspar Bürgi 1847 das Gasthaus abzureissen und das neue „Hôtel Rigi-Kulm“ zu bauen, das 130 Betten in sehr komfortablen Zimmern aufwies. Schon acht Jahre später kaufte Caspar Bürgi zusammen mit seinem Bruder Joseph erneut Land, um ein noch grösseres Hotel zu bauen. Die Bauarbeiten begannen 1856. Als Bauleiter fungierte der bekannte Zürcher Architekt F. Stadler, der ein paar Jahre zuvor für seine Pläne für das Bundeshaus den ersten Preis erhalten hatte. 18 Monate später konnte das neue Hotel Regina Montium eröffnet werden. Es bot 200 Personen Platz und die Zimmer konnten geheizt werden.
Doch damit war es noch nicht getan mit der Bautätigkeit auf der Kulm. Vier Söhne des verstorbenen Besitzers der beiden Hotels Schwert und Rigi-Staffel, Georg Zeno Schreiber-Eichhorn, liessen vom damals berühmtesten Hotelarchitekten, dem Franzosen Edouard Horace Davinet, ein fünfstöckiges Palasthotel entwerfen. Nach einer Bauzeit von zweieinhalb Jahren konnte das Grand-Hotel Schreiber am 3. Juni 1875 – am Tag der Kollaudation der Arth-Rigi-Bahn – feierlich eröffnet werden.
In diesem Luxushotel mit 300 Betten kostete die Übernachtung 20 Franken, was einem Wochenlohn eines Arbeiters entsprach. Für diesen Preis musste den Gästen auch etwas geboten werden. So wurden die besten Küchenchefs ihrer Zeit engagiert und Cäsar Ritz, der wohl berühmteste Hotelier aller Zeiten, arbeitete als Maître d’Hôtel im Grand-Hotel Schreiber.
Die goldenen Zeiten auf Rigi Kulm fanden mit dem Ersten Weltkrieg ein jähes Ende. Die ausländischen Gäste blieben aus und der kostspielige Unterhalt der Hotelpaläste verschlang mehr als die Einnahmen. Zwar gewährten die Zwischenkriegsjahre eine kurze Erholung, die jedoch nur bis 1929, dem Beginn der Weltwirtschaftskrise, dauerte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg waren das „Regina Montium“ und das „Grand-Hotel Schreiber“ (das alte Hotel Rigi-Kulm war schon 1935 abgebrannt) so baufällig, dass sich Ernst Käppeli, seit 1949 Besitzer der beiden Hotels, zu einem Abbruch entschloss. Damit entsprach er auch dem Anliegen des Heimatschutzes, der die ungehinderte Aussicht auf der Kulm wiederherstellen wollte. 1952 begannen die Bauarbeiten des neuen Kulmhotels, die 1954 beendet werden konnten. Seit 1974 wird das Kulmhotel von Beat Käppeli-Item mit seiner Frau Renate geführt.
Im neuen Speisesaal des Hotels hat der Goldauer Maler Hans Schilter (siehe auch G24) in den Jahren 1975/76 zwei Wandbilder in Fresko-Technik unter dem Titel „Das Jahr“ geschaffen. Die eine Wand zeigt Szenen aus dem Brauchtum rund um die Rigi. Küssnacht ist mit dem Klausjagen vertreten, die Mitte nimmt der „Tschämeler“, der „Wilde Mann“ von Gersau, ein und für Steinen steht die Fasnachts-Rott. Auf der zweiten Freskowand sind die Sternzeichen dargestellt, verbunden mit dem Alpsegen und dem Kreuz.
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