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Das kleine Weinanbaugebiet von Carmignano liegt auf halbem Weg zwischen Florenz und Pistoia in der Provinz Prato. Knapp 20 Winzer teilen sich die etwas mehr als hundert Hektaren, die zur Produktion eines Carmignano DOCG zugelassen sind. Angebaut werden die Sorten Sangiovese, Canaiolo nero, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Trebbiano Toscana, Canaiolo bianco und Malvasia. Die Sangiovese-Traube dominiert, ihr Anteil muss mindestens 50 Prozent betragen. Zwei Jahre Lagerung sind das Minimum, eines davon zwingend im Holzfass. Was als Riserva ausgezeichnet wird, muss mindestens drei Jahre gereift sein, zwei davon im Fass.
Dokumente aus dem 14. Jahrhundert belegen, dass die Weine aus dieser Gegend bereits früh einen hohen Stellenwert besassen. Sie wurden zu viermal höheren Preisen gehandelt als Weine aus benachbarten Gebieten. 1716 erliess Grossherzog Cosimo III. (1642–1723) aus dem Geschlecht der Medici ein Gesetz, das für vier der bedeutendsten toskanischen Weine eine geschützte Herkunftsbezeichnung vorsah – darunter auch für den Carmignano. 1975 kam die DOC (rückwirkend bis Jahrgang 1969), 1990 die DOCG (rückwirkend bis Jahrgang 1988) dazu.
Cabernet wird im Gebiet seit Jahrhunderten angebaut. Dies soll auf Caterina de’ Medici, die Königin Frankreichs, zurückgehen. Alte Weinbauern verwenden heute noch den Namen «Uva Francesca». Cabernet Sauvignon wurde hier erstmals (1975) offiziell in einem DOC-Wein zugelassen.
Knapp zwei Drittel der Jahresproduktion von rund 360 000 Flaschen gehen in den Export. Hauptabnehmer sind die USA.