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Longstaple, Devonshire, im April 1817: Emma Smallwood und ihr Vater werden von Baron Weston für 1 Jahr nach Cornwall eingeladen, um dessen Söhne zu Hause auf die Universität vorzubereiten. Sie freuen sich auf ein schönes und harmonisches Jahr bei den Westons.
Tatsächlich verläuft ihr Aufenthalt aber ganz anders: schon bei der Ankunft bekommen sie zu spüren, dass sie auf Ebbington Manor nicht wirklich erwünscht sind.
Emmas Wunsch, schnellstmöglich wieder abzureisen, wird immer größer, als sich die unerklärlichen und mysteriösen Vorfälle häufen: sie ist sich sicher, dass nachts jemand in ihrem Zimmer war; sie hört mitten in der Nacht jemanden Klavier spielen - als sie hinunter geht, um nachzusehen, ist aber die Klavierbank, ja, das komplette Zimmer leer!; ihr Tagebuch verschwindet und taucht mit einer fehlenden, herausgerissenen Seite wieder auf; jemand hinterlässt ihr einen blutigen, furchterregenden Gruß und scheint ihr nach dem Leben zu trachten; nicht zuletzt scheinen die Westons in dem für die Smallwoods für verboten erklärten Nordflügel ein großes, dunkles Geheimnis zu hüten, von dem letztere keinesfalls erfahren dürfen ...
Wem kann Emma noch trauen und vor wem muss sie sich in Acht nehmen? Wer tut sowas und vor allem: warum?
Meine Meinung
Nach "Die Magd von Fairbourne Hall", welche ich schon sehr gut fand, war dies mein 2. Roman von Julie Klassen - und diesmal bin ich absolut begeistert!
"Die Tochter des Hauslehrers" ist einfach ein wunderschönes Buch, das einem ein perfektes Lesevergnügen beschert.
Allein das Cover ist zauberhaft, zur Zeit passend, und versetzt den Leser schon beim Betrachten sofort zurück in das England des 19. Jahrhunderts, an die Steilküste Cornwalls und in dieses Herrenhaus.
Auch das Buchinnere ist hervorragend gestaltet: zu Beginn eines jeden Kapitels gibt es ein passendes Zitat (diese stammen bspw. von Jane Austen und Charles Dickens).
Diese Zitate sind mal amüsant, mal lehrreich, mal nachdenklich stimmend ... aber immer sind sie einfach schön, stimmen perfekt auf das folgende Kapitel ein.
Der Roman selbst steht seiner Aufmachung in nichts nach: Julie Klassen hat einen hervorragenden Schreib- und Erzählstil. Selten habe ich einen Autor gelesen, der so anmutig, elegant und vor allem authentisch schreibt. Auch dies trägt maßgeblich dazu bei, dass man sofort das Gefühl hat, wieder im 19. Jahrhundet zu sein.
Klassen beschreibt auch alles sehr gut, was dazu führt, dass man sich als Leser alles ganz genau und bis ins letzte Detail vorstellen kann; ja, man sogar vom ersten bis zum letzten Satz den entsprechenden Film vor dem geistigen Auge ablaufen sieht. -Besser geht es nicht, größer kann der Lesegenuss nicht sein!
Alle Charaktere sind sehr gut gezeichnet. Auch Randfiguren bleiben nicht grau, sondern auch über sie erfährt man viel.
Eigenheiten, Verhaltensweisen, Traditionen etc. der damaligen Zeit - das alles hat Klassen absolut authentisch dargestellt; an keiner Stelle gab es Ungereimtheiten.
Dieser Roman ist reich an guten Dialogen, viel herrlicher Natur, vermittelt enorm viel Wissen über die damalige Zeit; auch die Romantik kommt nicht zu kurz, und durch die mysteriösen Ereignisse ist es auch stets spannend und angenehm gruselig.
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