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dodis.ch/49339Interne Notiz des Amts für Wissenschaft und Forschung des Departements des Innern1
Mitwirkung der Schweiz an der europäischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen und technischen Forschung
Die von den eidgenössischen Räten dem Bundesrat am 28. April 19722 erteilte Ermächtigung, im Rahmen der Europäischen Zusammenarbeit auf dem Gebiete der wissenschaftlichen und technischen Forschung (COST) Vereinbarungen mit anderen europäischen Staaten und den Europäischen Gemeinschaften abzuschliessen, läuft am 14. September 1977 aus.
Damit schweizerische Forschungsstellen weiterhin die Möglichkeit haben, sich an COST-Vorhaben zu beteiligen, haben das EVD und das EDI eine demnächst vom Bundesrat zu verabschiedende Botschaft3 vorbereitet, in welcher um eine neuerliche, auf fünf Jahre befristete Ermächtigung zum Abschluss von Vereinbarungen im Rahmen der COST nachgesucht wird.
Die COST4 (von Coopération européenne dans le domaine de la recherche scientifique et technique) geht auf eine Initiative der Europäischen Gemeinschaften zurück und bildet einen losen Rahmen, in welchem sich die Mitgliedstaaten der EWG sowie Finnland, Griechenland, Jugoslawien, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, die Schweiz, Spanien und die Türkei unter Beteiligung der Kommission der Europäischen Gemeinschaften zu einer pragmatischen Forschungskooperation zusammengeschlossen haben.
Das Ziel der COST ist eine möglichst anwendungsnahe Zusammenarbeit in der wissenschaftlichen und technologischen Forschung unter den beteiligten Partnern, durch welche die Leistungen öffentlicher Dienste verbessert und die industrielle Zusammenarbeit gefördert werden sollte.
Bei der Kooperation unter den 20 COST-Partnern besteht vollständige Wahlfreiheit in bezug auf die Beteiligung an einzelnen Forschungsaktionen. Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die Realisation als konzentrierte Aktion. Bei dieser arbeitsteiligen Vorgehensweise erbringt jeder an der Aktion beteiligte Partner gemäss einem gemeinsam aufgestellten Programm gewisse Forschungsleistungen, die er selbst finanziert. Das Problem des gerechten Rückflusses der finanziellen Beiträge zu den Vereinbarungspartnern besteht nicht, weil keine Mittel aus einem gemeinsamen Fonds verteilt werden.
An den Arbeiten der COST hat die Schweiz von Anfang an mitgewirkt und ist an den folgenden 10 der bis heute beschlossenen 14 Forschungsaktionen beteiligt5:
|Aktion 11||«Aufbau eines europäischen Informatiknetzes»|
|Aktion 25/2||«Antennen mit kleinen hauptkeulennahen Nebenmaxima und möglichst hohem G/T-Verhältnis»|
|Aktion 25/4||«Einfluss der Niederschläge auf die Ausbreitung von Wellen über 10 Giga-Hertz»|
|Aktion 30||«Elektronische Hilfen für den Verkehr auf Fernverkehrsstrassen»|
|Aktion 33||«Perspektivstudien über den Reiseverkehr zwischen europäischen Zentren»|
|Aktion 50||«Werkstoffe für Gasturbinen»|
|Aktion 56||«Werkstoffe für supraleitende elektrische Maschinen»|
|Aktion 64b||«Analyse der organischen Mikroverunreinigungen des Wassers»|
|Aktion 68||«Behandlung von Klärschlamm»|
|Aktion 70||«Europäisches Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage»|
Die Gesamtaufwendungen beliefen sich von 1971–1976 auf 6,9 Mio. Franken.
Zur Zeit werden mehrere neue COST-Vereinbarungen vorbereitet, wobei schweizerischerseits eine Beteiligung bei der Aktion «Übertragungssysteme mit lichtleitenden Fasern», der Aktion «Lebensmitteltechnologie» und mehreren Aktionen auf dem Gebiet der landwirtschaftlichen Forschung erwogen wird.
Die COST hat sich nicht nur aus forschungspolitischer Sicht – arbeitsteilige internationale Kooperation auf dem Gebiet der anwendungsorientierten Forschung – als interessant erwiesen, sondern sie kann darüber hinaus aus integrationspolitischer Sicht als ein Beispiel für die Entwicklungsfähigkeit der Beziehungen der Schweiz zu den Europäischen Gemeinschaften6 angesehen werden.
- 1
- Notiz (Kopie): CH-BAR#E7113A#1989/193#434* (777.741.04). Verfasst von P. Flubacher. Überreicht von R. Imholz an M. von Walterskirchen am 18. April 1977 via Übermittlungszettel: Informationsblatt, das wir für den Wissenschaftsrat machten.↩
- 2
- Bundesbeschluss über die Mitwirkung der Schweiz an der Europäischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen und technischen Forschung vom 28. April 1972, BBl, 1972, I, S. 1155 f.↩
- 3
- 2. Botschaft über die Mitwirkung der Schweiz an der europäischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen und technischen Forschung vom 11. Mai 1977, dodis.ch/52086. Vgl. dazu ferner das BR-Prot. Nr. 795 vom 11. Mai 1977, dodis.ch/50082.↩
- 4
- Vgl. dazu DDS, Bd. 26, Dok. 29, dodis.ch/39408; das BR-Prot. Nr. 22 vom 9. Januar 1976, dodis.ch/50075; die Notiz von P. R. Jolles und U. Hochstrasser vom 4. März 1976, dodis.ch/50080; die Notiz von M. von Walterskirchen an das Amt für Wissenschaft und Forschung des Departements des Innern vom 7. September 1976, dodis.ch/50242; das Schreiben von F. Blankart an C. Caillat vom 14. Februar 1977, dodis.ch/50081; den Bericht von M. von Walterskirchen vom September 1977, dodis.ch/50084 sowie die Notiz von P. Flubacher vom 30. August 1978, dodis.ch/50083.↩
- 5
- Vgl. dazu die Notiz des Integrationsbüros vom 1976, dodis.ch/50079; die Notiz von F. Blankart und N. Roulet vom 26. September 1977, dodis.ch/50076 sowie den Bericht von M. von Walterskirchen vom September 1977, dodis.ch/50084, Punkt 6. Für weitere COST-Projekte vgl. die Notiz von F. Blankart und P. Flubacher vom 10. Juli 1978, dodis.ch/50078.↩