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Schweizerischer Erdbebendienst (SED)
Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. In dessen Auftrag überwacht er die Erdbebenaktivität in der Schweiz sowie im grenznahen Ausland und beurteilt die Erdbebengefährdung in der Schweiz. Im Falle eines Erdbebens informiert der SED Öffentlichkeit, Behörden und Medien über den Ort, die Stärke und mögliche Auswirkungen. Die Aktivitäten des SED sind im Massnahmenprogramm des Bundes zur Reduktion des Erdbebenrisikos eingebunden.
Aktuelles
Weitere Informationen

Seit Juni dieses Jahres sind im Wallis von der Bevölkerung grösstenteils unbemerkt zwei Erdbebensequenzen im Abstand von ungefähr 12 km aktiv. Eine ist etwa 5 km nordöstlich von Sion gelegen und die andere ungefähr 6 km nördlich von Sierre.
Dem Erdebenschwarm bei Sion ging ein Beben der Magnitude 3.0 am 20. Juni 2015 voraus. Während die Seismizität direkt im Anschluss sehr gering war, verzeichnet der SED seit anfangs Oktober eine Zunahme der seismischen Aktivität. Die Mehrheit der registrierten Beben ereignete sich in einer Tiefe von etwa 8 km und damit vermutlich im kristallinen Grundgebirge. Eine ähnliche Bebensequenz wurde bereits 2011 etwa 2 km nordwestlich von Sierre beobachtet. Dank der Verdichtung des seismischen Netzwerkes des SED sowie aufgrund neuer Analysemethoden sind wir mittlerweile in der Lage, auch sehr kleine Erdbeben mit Magnituden kleiner als Null zu beobachten.
Nördlich von Sierre intensivierte sich der Erdbebenschwarm ab Mitte Oktober. In diesem Zeitraum ereignete sich auch das bisher stärkste Beben mit einer Magnitude von 3.1 (14.10.2015). Das zweitgrösste Beben mit einer Magnitude von 2.7 wurde am 18.11.2015 aufgezeichnet. Die Hypozentren der Beben liegen in einer Tiefe von etwa 4 km. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass dieses Gebiet bereits in der Vergangenheit ähnliche Aktivitätsraten aufwies. Im Sommer 1996 ereigneten sich beispielsweise gleich drei Beben mit einer Magnitude von 2.5 oder grösser.
Trotz der räumlichen und zeitlichen Nähe der beiden Schwärme bestehen im Moment keine Hinweise auf einen direkten Zusammenhang. Historische Analyse belegen zudem, dass solche Sequenzen im Wallis nichts Ungewöhnliches darstellen. In der Regel enden Schwarmaktivitäten nach einigen Wochen oder Monaten, in seltenen Fällen nehmen die Beben mit der Zeit an Stärke und Anzahl zu.

19.11.2015

Alle Naturgefahren auf einen Blick in einer App des Bundes
Alle Naturgefahrenwarnungen und -meldungen des Bundes sind ab heute in der kostenlosen Meteo-Swiss-App verfügbar. Sie ergänzt das Angebot des Naturgefahrenportals www.naturgefahren.ch. Meldungen von möglicherweise spürbaren Erdbeben werden automatisch an die App übermittelt und auf der Übersichtskarte dargestellt. Die App ist für iOS, Android und Windows erhältlich und kann in den jeweiligen Stores heruntergeladen werden.
Im Unterschied zu den anderen Naturgefahren ist eine Warnung im Vorfeld eines Bebens nicht möglich. Erdbeben können prinzipiell jederzeit und überall auftreten. Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) stellt auf der MeteoSwiss-App sowie auf www.naturgefahren.ch für jede Warnregion die zu erwartenden Auswirkungen von Erdbeben mit einer Magnitude von 2.5 oder grösser dar. Warnregionen, die nahe am Ort des Bebens (Epizentrum) liegen, wird eine höhere Gefahrenstufe zugwiesen als weiter entfernten. Die Gefahrenstufen beziehen sich auf die Intensität des Bebens in einer bestimmten Warnregion. Die Intensität ist ein Mass für die Auswirkungen eines Bebens. Zusätzlich enthalten einige Gefahrenstufen eine grobe Abschätzung der Wahrscheinlichkeit von Nachbeben. Eine ausführliche Erläuterung der Gefahrenstufen finden Sie hier.
Die automatisch generierten Erdbebenmeldungen sind in der Regel innert weniger Minuten verfügbar und dienen primär dazu, Bevölkerung, Medien und Behörden umgehend über möglicherweise spürbare Beben in der Schweiz zu informieren. Die diensthabenden Seismologen des Erdbebendienstes prüfen jede dieser Meldungen nach dem automatischen Versand auf ihre Richtigkeit und nehmen in seltenen Fällen kleinere Korrekturen vor. Auch Fehlalarme sind in einem automatischen System leider nicht ganz auszuschliessen. Aus diesem Grund werden Erdbebenmeldungen auf der Gefahrenkarte unmittelbar dargestellt, aber nicht als Push-Meldungen versendet.
Eine Übersicht aller verfügbaren Informationskanäle des SED im Ereignisfall finden Sie in der Rubrik „Jederzeit informiert“.
26.10.2015
|Frühere Beiträge aus der Rubrik „Aktuelles“ finden Sie hier.|