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Der St. Galler Vogelkundler Lorenzo Vinciguerra war drei Jahre in Gefangenschaft der muslimischen Terrorgruppe Abu Sayyaf im philippinischen Dschungel. Im Dezember letzten Jahres gelang ihm die Flucht. Trotz Schweizer Taskforce musste er sich letzten Endes selbst aus den Fängen der Terrorgruppe befreien und dafür einen Wächter mit einer Machete niederschlagen.
Dass ihn der Einsatz der Taskforce sowie die Verhandlungen um die Rückreise etwas kosten würde, wusste der 50-jährige. Dass die Rechnung des Bundes gleich so hoch ausfallen würde, hätte er nicht gedacht. "Es tut zwar weh, das Geld zu zahlen", sagt Vinciguerra der "SonntagsZeitung", trotzdem sei er im Moment einfach nur glücklich bei seiner Familie zu sein. Die Rechnung sei eine um einiges kleinere Sorge, im Vergleich zu den Sorgen die er während der Gefangenschaft hatte. "Wenn ich die Kinder am Abend ins Bett bringe, mit ihnen singe und Bücher anschaue, dann bin ich einfach nur froh, hier zu sein und reite auf einer Welle des Glücks", sagte er nach seiner Rückkehr an einer Medienkonferenz.
Das Eidgenössische Aussendepartement (EDA) bestätigt die Rechnung. Es sei normal, dass Hilfeleistungen in der Regel kostenpflichtig sind. Wie gross die Beteiligung ist, werde von Fall zu Fall entschieden.
Vinciguerra war im Februar 2012 mit dem niederländischen Ornithologen Ewold Horn und einem philippinischen Begleiter in der Provinz Tawi-Tawi von Rebellen verschleppt worden. Festgehalten wurden die Geiseln auf der Insel Jolo, die rund tausend Kilometer südlich der Hauptstadt Manila liegt. Ewold Horn befindet sich noch immer auf den Philippinen in Geiselschaft.
TVO-Beitrag zu Medienkonferenz nach Vinciguerras Rückkehr im Dezember 2014:
Vinciguerras Ankunft am Flughafen Kloten im Dezember 2014: