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Ziele 2020 wurden trotz Corona grösstenteils erreicht
Das Geschäftsjahr 2020 von Antidoping Schweiz wurde sehr stark von der COVID-19-Pandemie geprägt. Der Grossteil der Ziele konnte zwar dank der grossen Flexibilität aller Mitarbeitenden erreicht werden, bei der Kontrolltätigkeit mussten jedoch Einschränkungen in Kauf genommen werden.
Dopingkontrollen unter Einhaltung von Schutzkonzepten
Die Kontrolltätigkeit wurde durch die COVID-19-Pandemie massgeblich erschwert, wodurch weniger Dopingkontrollen durchgeführt werden konnten als geplant. Unter Anwendung von Schutzkonzepten kam die Kontrolltätigkeit jedoch nie vollständig zum Erliegen, so konnten im Berichtsjahr trotz der schwierigen Bedingungen 1’538 Dopingkontrollen durchgeführt werden, was ca. 76% des Vorjahres entspricht. 1'194 Kontrollen fanden ausserhalb des Wettkampfes und 389 im Wettkampf statt. Die zahlreichen kurzfristigen Verschiebungen und Absagen von Wettkämpfen sowie die oftmals unklare Saisonplanung der Athletinnen und Athleten erschwerten die Koordination der Dopingkontrollen erheblich.
Nachanalysen von langzeitgelagerten Proben
Insgesamt wurden 109 Nachanalysen in 87 Urin- und Blutproben aus den Jahren 2012 bis 2016 und aus diversen Sportarten durchgeführt. In Zusammenarbeit mit dem Analyselabor in Lausanne wurden die Proben aufgrund von diversen Kriterien gezielt ausgewählt. Berücksichtigt wurden unter anderem internationale Vorfälle in den entsprechenden Sportarten, Entwicklungsschritte in der Analysetechnik sowie neue Erkenntnisse über verbotene Substanzen. Die Resultate der Nachanalysen fielen durchgehend negativ aus, das heisst, es wurden auch bei einer erneuten Untersuchung der Dopingproben keine verbotenen Substanzen festgestellt.
Zehn Verstösse gegen die Anti-Doping-Bestimmungen
Die Disziplinarkammer für Dopingfälle von Swiss Olympic (DK) fällte im vergangenen Jahr zehn Entscheide zu Dopingverstössen. Daraus resultierten neun Sanktionen zwischen einer Verwarnung bis zu 48 Monaten Sperre. Sieben Fälle betrafen die Anwendung, die versuchte Anwendung oder den Besitz von Anabolika oder Hormon- und Stoffwechsel-Modulatoren, ein Fall betraf die Einnahme diverser Anabolika und in einem weiteren wurde EPO nachgewiesen.
Ausbau der internationalen Ermittlungen
Die strategische Entwicklung der Ermittlungsabteilung wurde im Berichtsjahr weiter vorangetrieben. Der Fokus lag dabei weiterhin auf der Zusammenarbeit mit den diversen Strafverfolgungsbehörden, insbesondere aber auch auf der eigenen Ermittlungstätigkeit. So konnte Antidoping Schweiz im Berichtsjahr diverse Ermittlungen internationalen Ausmasses anstossen und massgeblich daran mitwirken. Die Grundlage für solche Ermittlungen bilden oftmals Verdachtsmeldungen durch Informanten oder sogenannte «Whistleblower».
Dopingprävention vermehrt auf digitalem Weg
Die Pandemie hatte auch Auswirkungen auf die Präventionsaktivitäten. Die Ausbildungsformate mussten an die wechselnden Bedingungen angepasst und mehrheitlich digitalisiert werden. Insgesamt wurden rund 1'400 Athletinnen und Athleten im Präsenzunterricht und knapp 9'000 Personen durch digitale Präventionsmassnahmen ausgebildet. Die neue und komplett überarbeitete Webseite von Antidoping Schweiz konnte mit knapp 210’000 Besuchen eine neue Jahresbestmarke erreichen. Ende Jahr bediente Antidoping Schweiz alle Nationalen Sportverbände mit einer Anti-Doping-Rubrik für ihre Webseiten, um allen Athletinnen und Athleten sowie allen Interessierten einen einfacheren Zugang zu den relevanten Informationen zu bieten.
Intensive Planung durch Olympia-Verschiebung
Nachdem die Kontrollintensität dank sicheren Schutzkonzepten und intensiver Planung ab August 2020 wieder «Normalstand» erreichte konnte, steht dieses Jahr eine noch intensivere Planungsarbeit an. Grund dafür ist die Verschiebung der Olympischen Spiele 2020 in Tokio, welche nun ins gleiche Kalenderjahr mit der Vorbereitungsphase der Winterspiele in Peking 2022 fallen. Für den Präventionsbereich wird die Betreuung und Ausbildung zweier Delegationen ebenfalls einen erhöhten Koordinationsaufwand bedeuten.
Neue strategische Führung und Weiterentwicklung
Im Januar hat der vom Sportparlament neu zusammengesetzte Stiftungsrat um den Präsidenten Ulrich Kurmann seine Arbeit aufgenommen. In der Dopingbekämpfung soll die Athletenperspektive verstärkt eingebracht und der Fokus noch vermehrt auf die Bereiche Prävention und Ermittlung gerichtet werden. Die neu unterzeichneten Rahmenvereinbarungen mit dem Bundesamt für Sport (BASPO) und mit Swiss Olympic gewähren Antidoping Schweiz mittelfristig und schrittweise zusätzliche finanzielle Mittel, welche für die zentralen strategischen Handlungsfelder des neuen Doping Statuts äusserst wichtig sind. Eines der meistgenannten Anliegen, nicht nur von Seiten der Schweizer Athletinnen und Athleten, ist die Verbesserung der Chancengleichheit durch den konsequenten Ausbau der globalen Dopingbekämpfung. Antidoping Schweiz wird im Rahmen der Möglichkeiten künftig international noch mehr Profil zeigen, um die Chancengleichheit für alle Schweizer Sportlerinnen und Sportler zu verbessern.
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