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Die langjährigen guten Beziehungen sind geprägt vom humanitären und entwicklungspolitischen Engagement der Schweiz in Afghanistan. Die Schweiz engagiert sich langfristig für die Entwicklung und den Wiederaufbau im Land.
Bilaterale Beziehungen Schweiz–Afghanistan
Schwerpunkte der bilateralen Beziehungen
Die Schweiz hat im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit ein langjähriges ziviles Engagement und unterstützt konkrete Projekte in verschiedenen Teilen des Landes. Zwischen der Schweiz und Afghanistan gibt es lediglich zwei bilaterale Abkommen. Seit 2011 ist die Schweiz Mitglied der International Contact Group on Afghanistan and Pakistan (ICG). Die ICG verbindet die politischen Verantwortlichen wichtiger Partnerländer von Afghanistan und Pakistan, wobei sich der Fokus der Aktivitäten auf Afghanistan konzentriert.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Afghanistan ist ein Agrarland, die Landwirtschaft ist von grosser Bedeutung. Das bilaterale Handelsvolumen ist niedrig: 2014 standen Importen von 0,1 Millionen CHF Exporte in der Höhe von 7,3 Millionen CHF gegenüber. Schweizer Investitionen in Afghanistan sind sehr gering.
Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation
Forschende und Kulturschaffende aus Afghanistan können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Die Ziele der Schweizer Kooperationsstrategie in Afghanistan (2015–2018) sind die Unterstützung und Verbesserung der Institutionen auf subnationaler Ebene, der Beitrag zur guten Regierungsführung, die Achtung von Menschenrechten sowie die Promotion einer inklusiven und nachhaltigen sozioökonomischen Entwicklung. Die Schweiz unterstützt konkrete Projekte im Nordosten, im zentralen Hochland und im Südosten und beteiligt sich mit anderen Gebern am Aufbau staatlicher Institutionen des Landes.
Die Humanitäre Hilfe richtet sich einerseits aus auf die Reintegration und Schutz von Flüchtlingen und intern Vertriebenen; die Schweiz leistet entsprechende Beiträge an das UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (Office of the United Nations High Commissioner for Refugees, UNHCR) und an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). Andererseits fokussieren sich die Massnahmen auf die Prävention von Nahrungsmittelknappheit, die v.a. durch Naturkatastrophen verursacht werden. Im Rahmen der Kooperationsstrategie 2015–2018 ist eine schrittweise Erhöhung des schweizerischen Engagements auf jährlich 29 Millionen CHF vorgesehen.
Schweizerinnen und Schweizer in Afghanistan
2014 lebten 53 Schweizer Staatsangehörige in Afghanistan.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Die Schweiz eröffnete 2002 ein Koordinationsbüro in Kabul, welches der Botschaft in Islamabad unterstellt ist.
Nach der Machtübernahme durch die Taliban setzte die Schweiz die diplomatischen Beziehungen fort, unterhielt mit der neuen Regierung aber keine offiziellen Kontakte. 2000 schloss sie sich den von der UNO erlassenen Sanktionen gegen das Taliban-Regime an, finanzierte aber weiterhin Projekte zu Gunsten der Not leidenden Bevölkerung.
Der Bundesrat drückte seine Besorgnis über den sowjetischen Truppeneinmarsch 1979 aus. Die Schweiz pflegte mit der von der Sowjetunion eingesetzten Regierung diplomatische Beziehungen und unterstützte die Arbeit des IKRK für die Kriegsopfer.
1917 wurde Afghanistan unabhängig und das britische Protektorat beendet. Die Schweiz anerkannte Afghanistan 1922, im Jahre 1928 begannen die diplomatischen Beziehungen. Der politische und wirtschaftliche Austausch blieb bescheiden.