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Der Heringshai Lamna nasus (Photomontage).
© Innerspace Visions / Hai-Stiftung
Die Heringshaie erhielten ihren Namen aufgrund ihrer bevorzugten
Beute, die vorwiegend Heringe, aber auch verwandte Fischarten wie
Makrelen und Sardinen umfasst. Früher waren Heringshaie im
Nordatlantik weit verbreitet, heute müssen sie jedoch als stark
bedroht eingestuft werden.
Sein Erscheinungsbild gleicht dem des
Weissen Haies (Carcharodon carcharias), mit spindelförmigem
Körper und einer spitz zulaufenden (konischen) Schnauze. Im
Unterschied zu Weissen Haien hat diese Art jedoch 2 Kiele auf dem
Schwanzstiel und das freie hintere Ende der ersten Rückenflosse ist
weiss gefärbt. Die Zähne der Heringshaie laufen spitz zu, die
der Weissen Haie sind dreieckig.
Die maximale
Grösse eines Heringshais liegt bei ca. 3 m. Gerüchte über
Längen von über 3.5 m konnten nicht bestätigt werden. Das
maximale Alter ist nicht genau bekannt. Es wird vermutet, dass sie bis
zu 30 Jahre alt werden können.
Heringshaie
ernähren sich vorwiegend von Schwarmfischen, wie Heringen, Sardinen
und Makrelen. Sie fressen jedoch auch Dorsche und andere Schwarmfische.
Kleinere Haiarten wurden bei Magenanalysen ebenfalls gefunden.
Wie alle Vertreter der Familie Lamnidae vermehren sich
auch die Heringshaie aplazental vivipar und bringen lebende Junge zur
Welt. Ebenso findet sich bei Heringshaien eine Form von uterinem
Kannibalismus, doch werden dabei keine Embryonen, sondern lediglich
befruchtete Eier gefressen. Pro Schwangerschaft bringt ein Weibchen 1
bis 5 Junge zur Welt. Die Neugeborenen erreichen eine Grösse von 60
bis 75 cm. Heringshaie werden bereits mit ca. 5 Jahren geschlechtsreif.
Die Gebärregionen liegen wahrscheinlich vor den Küsten der USA
und Europas. Die Paarungszeit scheint im nördlichen Atlantik Ende
Sommer zu sein.
Die Art bevorzugt die kühlen
Gewässer des Nordatlantiks (weniger als ca. 18 ° C). Man findet
sie jedoch auch im Mittelmeer. Auf der südlichen Hemisphäre
sind sie im südlichen Teil des indischen Ozeans, um
Südaustralien , vor Chile und in weiteren Regionen des
subantarktischen Raums heimisch.
Diese Art kann sowohl einzeln
als auch in Schulen auftreten (siehe dazu auch «
Sinnvolle Nutzung
oder Raubbau?» in dieser Ausgabe). Sie halten sich entweder direkt
an der Oberfläche oder aber in grösseren Tiefen (bis zu ca.
350 m) auf. Aufgrund früherer Fangstatistiken und Untersuchungen
wird angenommen, dass sie zeitweise alters- und geschlechtsgetrennt
leben.
Obwohl diese Art in
einschlägiger Literatur als generell gefährlich eingestuft
wird, kann keine wirkliche Bestätigung dazu gefunden werden.
Die Heringshaie wurden im Nordatlantik zu Beginn der
70er Jahre stark befischt und waren Mitte der 80er Jahre fast ausgerottet.
Die Mitte 2001 im Nordatlantik gefangenen Heringshaie sind der erste Hinweis dafür,
dass es wieder
einige Tiere in diesem Teil des Verbreitungsgebiets gibt.
Veröffentlichung nur mit Quellenangabe: Shark Info / Dr. Erich K. Ritter