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Ein fettleibiger 46 Jahre alter Mann wurde aufgrund eines massiven Gichtanfalls, der ihn nahezu immobil machte, ins Spital eingeliefert. Er war Vater von zwei Kindern und Besitzer eines Restaurants. Sein Harnsäure Wert betrug 7,3mg/dl. Alle Gelenke waren geschwollen und sehr schmerzempfindlich, besonders seine Fussknöchel waren sehr schmerzhaft. Seine Fusssohlen schmerzten ebenfalls, dazu kamen noch sehr empfindliche Hühneraugen. Die brennenden Schmerzen waren nachts durch die Bettwärme noch schlimmer. Eis auflegen besserte die Beschwerden etwas. Vor 18 Jahren trank er massiv Alkohol, nach seiner Heirat stoppte er den Alkoholkonsum total. Er war grob gegenüber seiner Familie und nahm sich keine Zeit für sie. Er litt seit Jahren unter Sodbrennen, wenn er unregelmässig ass. Er liebte Fleisch und Süssigkeiten. Dr. Jus verschrieb ihm Ledum C200, 9 Dosen. Interessant war die Reaktion danach. Innerhalb von 3 Tagen konnte er wieder laufen und Auto fahren. Er begann erstmals für seine Kinder und seine Frau das Frühstück zuzubereiten. Der Harnsäurewert sank auf 3,3 mg/dl. Am Tag nach der ersten Einnahme begann sein Bauchnabel zu eitern, der Eiter war reizend und stinkend. Dr. Jus warnte den Patienten damals, den Eiter zu behandeln oder ihn zum Verschwinden zu bringen. Er sollte nur den Bauchnabel reinigen. "Es ist eine notwendige miasmatische Erleichterung, die fliessen muss!" Nach einer Woche verschwand der Eiter von selber nach und nach. Die Familie war sehr dankbar, da der Patient in seinem Wesen geheilt wurde, nicht nur von der Gicht.
Ein anderer Fall, der für mich sehr eindrücklich war, betrifft eine 18 Jahre junge Frau mit Trisomie 21, die unter Hypothyreose litt. Jeden Winter wurde sie krank und litt unter Erkältungen und bronchialen Infekten. Sie litt unter Schwellungen und Schmerzen in den Fingergelenken. Dr. Jus fand heraus, dass sie es nicht ertrug, wenn jemand weinte oder etwas Trauriges erzählte. Sie war sehr mitfühlend und wollte immer helfen. Andererseits war sie extrem stur und wollte nicht zuhören oder in der Familie mithelfen. Ihre Haut zeigte schnell blaue Flecken. Vor zwei Jahren wurde sie wegen einer Steissbeinfistel operiert. Ihre Menarche bekam sie mit 9 Jahren, die Menstruation dauert jeweils 3 Tage mit einer schwachen Blutung. Dr. Jus verschrieb ihr Calcium carbonicum XM, 3 Dosen. Er erklärte mir anschliessend, wie wichtig es sei, das Mittel nicht schnell zu wechseln oder zu wiederholen. Ein Jahr später sahen wir sie im Camp für freie homöopathische Behandlung wieder. Die Erkältungsneigung und Bronchialbeschwerden waren nicht mehr aufgetreten. Sie konnte Eis essen und eisgekühlte Getränke trinken ohne krank zu werden. Ihre Gelenkschmerzen waren viel besser geworden. Sie konnte jetzt damit umgehen, wenn jemand weinte oder traurige Geschichten erzählte. Sie hörte nun zu und nahm auch Ratschläge oder Hilfe an. Sie half der Mutter nun auch bei der Betreuung ihrer jüngeren Geschwistern und machte einen grossen Entwicklungsschritt. Welche unglaublichen Veränderungen im Leben von so vielen Menschen bewirkte Dr. Jus!
In den letzten 12 Jahren, in denen ich Dr. Jus begleiten durfte, wurde ich Zeuge von so vielen erstaunlichen Heilerfolgen, sowohl in chronischen wie auch in akuten Fällen. Patienten mit Arthritis, Asthma, Schizophrenie, Depressionen, fortschreitenden Ulzerationen oder Epilepsie erlebten durch seine Behandlung eine rasche Besserung und fühlten sich danach nachhaltig wohl. Ich brachte viele meiner Patienten zu ihm, welche enorm von seinen meisterhaften Verschreibungen profitierten. Er war ein grossartiger Homöopath und Heiler. Trotzdem sagte er immer wieder: "Dr. Bose wusste viel mehr als ich." Dr. Jus arbeitete immer voller Hingabe, liebevoll und voller Menschlichkeit. Er unterwies uns Homöopathen, in unserer Arbeit auch spirituell und menschlich zu werden und zu handeln. Er hörte selber nie auf, an sich zu arbeiten und weiter zu entwickeln, spiritueller zu werden. Er lebte die Homöopathie. Auch philosophisch lehrte er uns so vieles. Dr. Jus' Lehren haben Spass gemacht, weil er ein inspirierender Geschichtenerzähler war, voller Humor. Nach dem Mittagessen hörte ich ihn einmal sagen: "Kein Appetit nach dem Essen, das ist eine sehr gute Rubrik". Er lehrte uns die Kunst, Symptome künstlerisch zu erfassen. Er warnte uns davor, dass, wenn wir als Wissenschaftler an einem Gemälde mit Lineal und Kompass arbeiten, es keine Kunst, sondern Geometrie sein wird.
Er erklärte uns auch, dass Weinen kein Zeichen von Schwäche sei. Er war überzeugt, dass nur starke Persönlichkeiten weinen können. Es ist eine Reinigung, erklärte er, die Tränen waschen die Probleme heraus. Weinen war für ihn so essentiell wie Regen. "Kein Regen, das gibt Probleme. Auch beim Menschen muss das Wasser fliessen, sonst gibt es innerlich Stau." Wenn er so philosophisch mit uns diskutierte, konnte ich nur wie gebannt zuhören. Er lehrte uns auch, uns von der Psora zu lösen, leichter zu werden. "Diejenigen die alles sammeln und anhäufen, entwickeln Angst vor dem Verlust, vor dem Tod. Diejenigen die sich befreien und glücklich sind, auf Gott vertrauen, leben viel schöner."