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07.10.09 Nobelpreis belohnt Forschung an Ribosomen
Nobelpreis Chemie 2009
Für Erforschung der Struktur und Funktion von Ribosomen an Venkatraman Ramakrishnan (UK), Thomas A. Steitz (USA), Ada E. Yonath (Israel)
Abb. 1: Röntgen-Struktur eines bakteriellen Ribosoms. Das rRNA-Molekül ist in
Orange eingefärbt, die Untereinheiten des Proteins sind grün und blau. Ein
Antibiotikum (rot) ist in die kleine Unterheit (in blau) gebunden.
Wissenschaftler untersuchen solche Strukturen, um neue und effektivere
Antibiotika zu ermöglichen.
Quelle: Nobelprize.org
Das Ribosom übersetzt DNA-Code zu Leben
Der Nobelpreis für Chemie in 2009 belohnt Studien eines zentralen Lebensprozesses: Die Übersetzung der Information aus der DNA in lebenswichtige Strukturen: Ribosomen stellen Proteine her, die die ganzen chemischen Prozesse in Lebewesen kontrollieren. Da Ribosomen lebenswichtig sind, dienen sie auch als interessante Zielstrukturen für neue Antibiotika.
Der Nobelpreis für Chemie in diesem Jahr wird an Venkatraman Ramakrishnan, Thomas A. Steitz und Ada E. Yonath für Erkenntnisse verliehen, wie Ribosomen aussehen und wie sie auf der atomaren Ebene funktionieren. Die drei Forscher haben Röntenkristallographie genutzt, um die Lage hunderttausender von Atomen festzulegen, welche ein typisches Ribosom bilden.
Innerhalb jeder Zelle befindet sich DNA. Dieses Molekül enthält den gesamten Bauplan des jeweiligen Lebewesens. Funktion und Aussehen von Menschen, Pflanzen und Bakterien sind in der DNA definiert, aber die DNA ist passiv. Wenn sie nicht abgelesen und übersetzt würde, wäre kein Leben möglich.
Die Blaupause wird durch die Arbeit der Ribosomen in lebensfähige Strukturen übersetzt. Basierend auf den Informationen in der DNA werden Proteine hergestellt, die zum Sauerstofftransport dienen wie Hämoglobin, die Antikörper des Immunsystems bilden, Kollagen in der Haut, oder Verdauungsenzyme. Zehntausende von Proteinen mit individuellem Aufbau und Funktion verrichten im Körper ihre Arbeit. Sie ermöglichen und kontrollieren das Leben auf der chemischen Ebene.
Ein wissenschaftliches Verständnis der Arbeit der Ribosomen ist von hohem praktischen Nutzen, denn viele heutige Antibiotika blockieren die Funktion von bakteriellen Ribosomen. Ohne funktionierende Ribosomen können Baktieren nicht überleben. Aus diesem Grund sind Ribosomen die wichtigsten Zielstrukturen für neue Antibiotika.
Die Nobelpreisträger in diesem Jahr haben 3D-Modelle generiert, die unterschiedliche Antibiotika zeigen, wie sie an Ribosomen binden. Diese Modelle werden benötigt, um neue Antibiotika zu entwickeln und damit Menschenleben zu retten und sicherer zu machen.
Kurzbiographien der Forscher
Venkatraman Ramakrishnan, US Bürger. Geboren 1952 in Chidambaram,
Tamil Nadu, Indien. PhD in Physik in 1976 an der Unversität von Ohio, USA.
Wissenschaftler und Vorstand einer Forschungsgruppe in der Structural Studies
Division, MRC Laboratory of Molecular Biology, in Cambridge, UK.
Thomas A. Steitz, US Bürger. Geboren in 1940 in Milwaukee, WI, USA. PhD in molekularer Biologie und Biochemie in 1966 von Harvard, MA, USA. Anschliessend Sterling Professur für Molekulare Biophysik und Biochemie und Forscher am Howard Hughes Medical Institute, beides an der Yale, CT, USA.
Ada E. Yonath, Israelische Bürgerin. Geboren in 1939 in Jerusalem, Israel. PhD in Röntgenkristallographie vom Weizmann Institute of Science, Israel. Martin S. und Helen Kimmel Professur für strukturelle Biologie und Direktor des Helen & Milton A. Kimmelman Center for Biomolecular Structure & Assembly, beides am Weizmann-Institut in Rehovot, Israel
Preissumme
Der Preis von 10Mio SEK (1.5 Mio CHF, 1 Mio EUR) wird zu jeweils einem Drittel an die Forscher verteilt
Quelle:
Bitte zitieren Sie die Seite wie folgt:
Nobelpreis belohnt Forschung an
Ribosomen
(URL: https://www.organische-chemie.ch/chemie/2009/okt/nobelpreis-chemie-2009.shtm)
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