Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03189.jsonl.gz/1649

E-Mail-Adresse für den Newsletter
Dieses neue Lehrbuch der Türkischen Grammatik ist vor allem wegen seiner vielen Übungen zu den einzelnen Grammatikthemen zu empfehlen. Es kann sowohl unabhängig als auch begleitend zu jedem anderen Kursbuch verwendet werden. Obwohl es alle Anfängerthemen wie Aussprache oder die beiden Vokalharmonien behandelt, ist das Lehrwerk eher für Anfänger mit erheblichen Vorkenntnissen als Wiederholungsbuch sowie für fortgeschrittene Lernende zu empfehlen. Anfänger ohne Vorkenntnisse sind schon allein aufgrund des geforderten Wortschatzes überfordert. Ein weiteres Problem ergibt sich daraus, dass bei den Übersetzungsaufgaben Türkisch-Deutsch ab Lektion 10 grammatikalische Formen verwandt werden, die erst in einer nachfolgenden Lektion behandelt sind, beispielsweise in Lektion 10 ein Possessivsuffix, obwohl diese Suffixe erst in Lektion 11 eingeführt werden. Das ist jedoch kein Einzelfall. So kommt in einer Übersetzungsaufgabe der Lektion 16 ein Verbaladverb vor, das erst in Lektion 38 erklärt wird. Derartige Beispiele lassen sich vielfach finden. Abgesehen davon sind aber gerade die recht langen Übersetzungsübungen sehr begrüßenswert.
Die Progression weicht von derjenigen der meisten gängigen Lehrwerke ab. Beispielsweise werden die Possessivsuffixe erst in Lektion 11, gemeinsam mit dem Genitiv, eingeführt. Die Wörter var und yok dagegen in Lektion 1. Noch vor den Possessivsuffixen kommen Präsens, Imperativ und Voluntativ (Optativ) vor. Die Progression des Lehrwerkes an sich ist logisch aufgebaut, man kann sicherlich auch so vorgehen, wie der Autor das tut. Nur wird sich dadurch kaum ein Lehrwerk finden lassen, dass dieselbe Progression aufweist.
Insgesamt ist das Lehrwerk klar und logisch aufgebaut. Gut ist, dass der Autor ausgehend von den grammatikalischen Strukturen des Türkischen erklärt und nicht, wie das häufig der Fall ist, vom Deutschen her vorgeht. Die wesentlichsten Grammatikthemen im Türkischen werden behandelt, so dass Lernende über die notwendigen sprachlichen Ausdrucksmittel verfügen und einfachere schriftliche Texte verstehen können. Etwas erstaunlich ist, dass in dem Kapitel zu -(y)ip damit gebildete Zwillingsformen nicht erwähnt wurden und, da diese doch recht häufig auftreten, dass sich kein eigenes Kapitel zu Verbkombinationen sowie doppelt gebrauchten Verbformen findet, von denen lediglich eine im Kapitel zum Aorist und eine im Zusammenhang mit dem Konverb auf -(y)e Erwähnung findet.
Das Buch eignet sich dank seines sehr ausführlichen Inhaltsverzeichnisses und Registers auch sehr gut als Nachschlagewerk.
Am Ende des Buches findet sich ein Glossar, der Lösungsschlüssel, Deklinations- und Konjugationstabellen und ein Suffixregister.