Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03408.jsonl.gz/565

-
Rolle der CFCH
Die CFCH unterstützt die Ärzteschaft und Physiotherapeuten bei der Erforschung der Ursachen von CF und der Verbesserung der Therapiemöglichkeiten.
Dazu vergibt sie Fördermittel für relevante Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der Cystischen Fibrose in Zusammenarbeit mit der Forschungskommission der SWGCF (Swiss Working Group for Cystic Fibrosis). Die Forschung ist eine unerlässliche Voraussetzung für den wissenschaftlichen Fortschritt, welcher allen CF-Betroffenen zu Gute kommt.
-
Forschungsprojekte
Gerade bei seltenen Krankheiten, wie der Cystischen Fibrose, ist eine internationale Vernetzung der Forschenden von besonderer Bedeutung. Dies ist auch ein Grund warum die CFCH, das Clinical Trial Network der Europäischen CF Gesellschaft unterstützt.
Die Forschung ist eine systematische Suche nach neuen Erkenntnissen. Sie bedient sich dazu unterschiedlicher Methoden und Verfahren. Ausserdem basiert eine effiziente Forschung auch auf der Verbreitung und Veröffentlichung von Forschungsresultaten, deren Auswertungen und dem Erfahrungsaustausch.
Forschung erfolgt in verschiedenen Stufen
Grundlagenforschung, versucht bislang unbekannte Mechanismen und Funktionen zu erklären. Sie wird oft nur an Universitäten betrieben. Die Grundlagenforschung dient der Erweiterung der wissenschaftlichen Erkenntnisse.
Bei CF trägt die Grundlagenforschung zum Verstehen der Krankheit bei. Mit der Entdeckung des "CF-Gens" im Jahr 1989 und dem wachsenden Verständnis für das fehlerhafte CFTR-Protein und den entsprechenden Mutationen sind weiterführende Forschungsansätze erst möglich geworden. Heute sind über 1'900 Mutationen des CFTR-Proteins bekannt.
Angewandte Forschung (auch Zweckforschung) ist klar auf die Problemlösung ausgerichtet. Unter angewandter Forschung werden alle Tätigkeiten verstanden, die den Hauptzweck haben, neues Wissen zu generieren bzw. vorhandenes Wissen neu zu kombinieren bis hin zur konkreten methodischen Problemlösungen Die wissenschaftliche Ausgangsfragestellung weist dabei eine unmittelbare Nähe zur Praxis auf.
Bei CF tragen unter anderem klinische Studien dazu bei, die Wirkung von neuen Medikamenten an CF-Betroffenen zu überprüfen.
Der Zusammenhang zwischen der Grundlagenforschung und der angewandten Forschung besteht darin, dass die Grundlagenforschung das Wissen für die angewandte Forschung liefert und die angewandte Forschung unter anderem Ideengeber für die Grundlagenforschung sein kann. Der wissenschaftliche Erkenntnisgrad nimmt von der Grundlagenforschung zur angewandten Forschung hin ab. Der Konkretisierungsgrad sowie der Praxisbezug nehmen hingegen weiter zu.
Klinische Studien
Eine klinische Studie wird mit Patienten oder gesunden Probanden durchgeführt, um Medikamente, bestimmte Behandlungsformen oder medizinische Interventionen oder Medizinprodukte auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit zu überprüfen. Klinische Studien werden durchgeführt, um wissenschaftliche Fragestellungen zu beantworten und um die medizinische Behandlung zukünftiger Patienten zu verbessern. Der erste Einsatz einer erfolgversprechenden medizinischen Behandlung am Menschen sollte daher eine klinische Studie mit dem Ziel sein, Wirksamkeit und Verträglichkeit neuer Therapien zu testen. Diese kann allerdings erst dann stattfinden, wenn ausreichend Daten zur Sicherheit vorhanden sind sowie ein positives Votum der betroffenen Ethikkommission vorliegt. Um äußerliche Störeinflüsse zu minimieren, werden derartige Studien in einem kontrollierten Umfeld durchgeführt. Die erheblichen Kosten klinischer Studien werden von Sponsoren übernommen, die aus unterschiedlichen Motiven Interessen mit einer Studie verbinden.
Es gibt klinische Studien in verschiedenen Phasen (I-III), die bezeichnen, in welcher Erprobungsstufe das Medikament sich befindet. Ein Medikament oder eine Therapieform wird zunächst im Labor entdeckt und dort an Zellkulturen und im Tierversuch getestet. Dabei zeigt sich, ob eine Substanz wirksam ist und nicht giftig.
- In Phase I-Studien wird das Medikament an wenigen, meist gesunden Freiwilligen getestet, was in der Regel nur wenige Tage bis Wochen dauert. Bei CF werden Phase I-Studien in der zweiten Runde (Phase Ib) meist auch schon mit CF-Patienten durchgeführt.
- In Phase II-Studien werden Patienten mit der entsprechenden Krankheit behandelt, diesmal in einer größeren Gruppe und über einen längeren Zeitraum von mehreren Wochen bis Monaten. Dabei wird die Wirksamkeit gegen die Krankheit geprüft und weiterhin die Sicherheit und Verträglichkeit kontrolliert. Ziel ist dabei vor allem, die richtige Dosis zu finden, die wirksam, aber auch verträglich ist.
- Bestätigt sich die Wirksamkeit und Verträglichkeit des Medikaments, wird in darauf folgenden Phase III-Studien die Wirksamkeit der neuen Therapie mit der bislang üblichen Therapie oder Plazebo verglichen und die sichere Anwendung weiter beobachtet. Bevor das Medikament oder die Therapieform dem Patienten vom Arzt verschrieben werden kann, muss es von den Behörden zugelassen werden. Das kann frühestens nach erfolgreichem Abschluss der Phase III-Studie erfolgen.
- Danach können Phase IV-Studien folgen, die die Anwendung des Medikaments bei Patienten beobachten, die das Medikament verschrieben bekommen.