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Vertragen Frauen tatsächlich weniger Alkohol?
Nein, es ist kein Ammenmärchen und auch kein Vorurteil sondern eine Tatsache: Frauen vertragen wirklich weniger Alkohol als Männer. Die Begründung liegt aber nicht in der Psychologie oder Erziehung sondern ist rein physikalischer Natur. Alkohol verteilt sich in vielen Bereichen des Körpers, nur nicht im Körperfett. Und zum Leidwesen wohl aller Frauen ist es so, dass sie im Verhältnis zum Körpergewicht durchschnittlich einen höheren Anteil an Fettgewebe haben als Männer. Und sie haben weniger Körperwasser. Da sich Alkohol in Wasser besser löst als in Fett, Fett gleichzeitig nicht durchblutet ist, führt das bei Frauen bei einer gleichen Menge Alkohol zu einer höheren Alkoholkonzentration im Blut als bei Männern mit gleichem Körpergewicht. Als wäre der höhere Fettanteil nicht Strafe genug, verfügt der Mann auch noch über mehr alkoholabbauendes Enzym ADH.
Dies alles ist natürlich empirisch belegt und statistisch erwiesen. Sie glauben es nicht? Die Weltgesundheitsorganisation WHO tut es. Sie gibt nämlich für Männer und Frauen unterschiedliche Grenzwerte an für einen risikoarmen Alkoholkonsum. Bei Männern liegt die kritische Grenze bei 40 Gramm reinen Alkohols pro Tag (entspricht etwa 2.5 Deziliter Rotwein) und ist doppelt so hoch wie der Richtwert für Frauen mit 20g reinen Alkohols (entspricht etwa 1 dl Rotwein). Das soll heissen, geniessen Sie Ihr tägliches Glas Wein. Egal ob Männlein oder Weiblein sind Sie mit einem Glas auf der sicheren Seite. Wenn Sie sich ausgewogen ernähren und ausreichend bewegen ist aus gesundheitlicher Sicht nichts dagegen einzuwenden.
Obwohl hier einschlägige Studien fehlen soll ein tägliches Gläschen Wein das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach Angaben von Medizinern sogar um 30 Prozent senken. Aber das vertiefen wir dann wohl ein anderes Mal etwas ausführlicher.