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Dass es sich lohnt, mit dem Rauchen aufzuhören, ist klar. Eine neue Studie zeigt jetzt, wie lange das Herz braucht, um sich von den Folgen zu erholen.
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Demnach sinkt das Risiko eines Ex-Rauchers für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach 10 bis 15 Jahren annähernd auf das Level eines Nichtrauchers. Nach fünf Jahren gebe es jedoch bereits eine deutliche Verbesserung, berichten US-Forscher im Fachmagazin "JAMA".
Für ihre Auswertung nutzten die Wissenschaftler Daten von Teilnehmern der Framingham-Herz-Studie. Diese dokumentiert seit 1948 Herzerkrankungen und Lebensstil der Bewohner in der Stadt im US-Bundesstaat Massachusetts. Die Wissenschaftler beschränkten sich auf Daten der ersten Studienteilnehmer sowie Daten von deren Kindern, die ab 1971 in die Studie einbezogen wurden.
Insgesamt lagen Informationen von 8770 Teilnehmern vor, von denen 2371 stark geraucht hatten oder noch stark rauchten - also mindestens 20 Jahre lang eine Schachtel täglich konsumierten. Im beobachteten Zeitraum von durchschnittlich 26 Jahren entwickelten 2435 der Teilnehmer eine schwerwiegende Krankheit des Herz-Kreislauf-Systems, hatten etwa einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder Herzversagen.
Selbst für starke Raucher lohnt sich das Aufhören
Die starken Ex-Raucher hatten laut der Auswertung fünf Jahre nach dem Aufhören ein deutlich geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten als Teilnehmer, die weiterhin rauchten:
Während bei den Rauchern statistisch innerhalb eines Jahres im Schnitt 12 von 1000 Personen erkrankten, waren es bei den Teilnehmern, die vor fünf Jahren aufgehört hatten, sieben von 1000 Personen.
Bis sich das Risiko der Ex-Raucher dem der Nichtraucher annäherte, dauerte es jedoch 10 bis 15 Jahre. In dieser Gruppe erkrankten innerhalb eines Jahres im Schnitt sechs von 1000 Ex-Rauchern, bei den Teilnehmern, die nie geraucht hatten, waren es fünf.
Diese Zeitspanne sei länger als in einigen früheren Untersuchungen angenommen, schreiben Meredith Duncan und ihr Team vom Vanderbilt University Medical Center. Im Schnitt waren die Teilnehmer erst 42 Jahre alt.
"Es lohnt sich immer"
"Bislang nahm man an, dass das Risiko sich bereits nach fünf Jahren auf das eines Nichtrauchers normalisiert", sagt Harm Wienbergen vom Klinikum Links der Weser in Bremen. Raucher sollten sich durch die längere Zeitspanne jedoch nicht entmutigen lassen: "Die Studie zeigt klar, dass es sich immer lohnt, mit dem Rauchen aufzuhören, selbst wenn man zu den starken Rauchern gehörte."
Das gelte zumindest für das Risiko von Herzerkrankungen, andere gesundheitliche Folgen des Rauchens wie Schäden an der Lunge oder Krebserkrankungen hatten die Wissenschaftler nicht berücksichtigt.
Für Ärzte seien Informationen über die Herzgesundheit ehemaliger Raucher unter anderem wichtig für die Therapieplanung, sagt Wienbergen. "Bislang werden Ex-Raucher nach fünf Jahren Abstinenz wie Nichtraucher behandelt. Die Studie legt nun nahe, dass sie für längere Zeit in eine höhere Risikogruppe einzuordnen sind."
Am besten vor dem 45. Lebensjahr aufhören
Kürzlich hatten australische Wissenschaftler ermittelt, dass Raucher ein etwa dreimal so hohes Risiko wie lebenslange Nichtraucher haben, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Das Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden, sei bei ihnen doppelt so hoch, hatten die Forscher im Fachmagazin "BMC Medicine" berichtet.
Die gute Nachricht: Wer es schaffe, vor dem 45. Lebensjahr mit dem Rauchen aufzuhören, könne etwa 90 Prozent des durchs Rauchen verursachten Risikos für Herz-Kreislauf-Probleme schwinden lassen, hatten auch diese Forscher ermittelt.
Quelle: Spiegel Online