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Weitere Luftaufnahmen von Lavigny
Lavigny wurde zwischen 1821 und 1823, nach den Plänen des Architekten Renevier d'Etoy, zweifellos inspiriert vom Italiener Luigi Bagutti, dem angenommenen Autor von La Gordanne, errichtet. Geschützt mit einem Dach an vier Seiten, besteht das Schloss aus einem zentralen Körper, genau auf dem Ort des alten Landhauses errichtet - dessen Keller wieder verwendet worden ist und von zwei Flügeln mit Veranden flankiert, die gegen 1880 hinzugefügt wurden.
Der Eingang der Nordfassade wird von einem Portal mit vier ionischen Kolonnen aus einem Stück von grauen Marmor, die in der Karriere skizziert wurden und vor Ort angepasst wurden, geschmückt. "Das ganze Schloss wurde aus Marmor von Saint-Triphon gebaut“, erklärt der Eigentümer, Louis de Tscharner. „Ich bewahre hier alte Bücher, die bestätigen, dass es 23 Barkenladungen (von der „L'Arabie“, kommandiert vom Schiffsmann Desgraz) benötigte, um all diese Materialien bis zum Hafen von Saint-Prex zu bringen."
Die Südfassade hat in ihrem Zentrum einen Vorkörper im Halbkreis - auch typisch für dieses Zeitalter, das sich zu einem eleganten ovalen Salon öffnet, "das amüsiert immer meine amerikanischen Freunde“, hält Herr de Tscharner fest: „sie werden immer an dasjenige vom Weissen Haus erinnert. ..." Das Innere, reich an Zierleisten, Wandverkleidungen und Dekorationen, wird noch in bestimmten Stellen mit falscher gemalter Holztäfelung und Farbverglasungen von früher ausgestattet. Es gibt etwa fünfzehn Zimmer, von denen einige leider unbewohnbar sind. Besonders zu erwähnen sind zwei schöne Salons und einen Esssaal, wo noch immer ein majestätischer weisser Steingutofen steht. In der Küche entdeckt man zwei Serien von kleinen Glocken, die durch ein ganzes System von Fäden und von Rollen auf die verschiedenen Zimmer des Wohnsitzes führen. "Sie haben allen einen anderen Ton“, präzisiert Frau de Tscharner, „und früher konnten Hausleute davon gab es bis zu zehn, die dem Schlossherren zu dienen hatten die Töne dem richtigen Zimmer zuordnen!
Um welches Schloss von Lavigny handelt es sich hier? Es gibt zwei davon, deren Schicksal so ähnlich ist, dass Herr de Tscharner eine präzise Chronologie aufstellen musste, um zu beweisen, dass jenes, das er besitzt und bewohnt, den Anspruch auf die Bezeichnung "Weinbauschloss" hat. Das wird durch eine nationale Karte 1:25 000 bestätigt: das Schloss, ist wirklich seines! Das, welches man früher „Grand Lavigny“ nannte, liegt im Eigentum der Familie.
Etwa einige Dutzend Meter von hier im Norden liegt das "Petit Lavigny“, das in 1732 von Gabriel- Henri de Mestral, Herr von Lavigny, errichtet wurde auf dem Ort eines alten befestigten Hauses. In 1855 ging dieses Gebiet als Erbschaft an Wolfgang de Gingins, von Eclépens; in 1876 wurde es durch Adèle Tronchin Rive gekauft, die bereits Eigentümerin von Grand Lavigny war. Zehn Jahre später teilte sie das Eigentum zwischen ihren beiden Kindern: ihr Sohn Henry erhielt das alte Schloss von Mestral, und ihre Tochter Marie, Ehefrau von Lessert, Grossmutter des aktuellen Eigentümers, den anderen Wohnsitz, derjenige, der uns interessiert.
Gekauft im Jahre 1972 durch M. Rowohlt, ein sehr bekannter deutscher Herausgeber, wurde Petit Lavigny lange Zeit zuvor an ausländischen Personen im Dorf gemietet. Das ist vermutlich der Grund, wieso die Leute von Lavigny sich angewöhnten, das andere Bauwerk "Schloss" zu nennen, ausserdem leben hier immer noch die direkten Nachkommen der weiblichen Linie von Herrn de Tscharner, nämlich die Familie Tronchin.
Zwischen 1821 und 1823 liess Oberst Armand-Henri-Louis Tronchin sein Schloss als Sommerwohnsitz bauen: er zog es vor, in Genf während der schlechten Saison zu wohnen. Sein Urgrossvater Pierre Tronchin hatte 51.300 Gulden für das alte Landhaus bezahlt, das er abreissen liess, um sein Projekt zu verwirklichen. Ein Projekt, das er vermutlich nur finanzieren konnte, dank der zwei Gebäuden, die er zuvor besass, an der Rue du Faubourg Saint-Antoine in Paris, die er vor der Revolution verkauft hatte. Das Eigentum ging nach und nach zu den Lessert über, dann zu den Tscharner. Eine Soldatenfamilie: Edouard, in 1958 gestorben, war Oberst und sein Bruder Albert (1875-1948) ebenfalls, aber in einem Regiment der ausländischen Legion während des ersten Weltkrieges, dann in Marokko. Was Louis de Tscharner betrifft, Major der Armee, er war Kassiterituntersucher (Zinnerz) vor dem Krieg in Kamerun, dann vollzeitiger Artillerieoffizier.
Bibliographie