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Der Appenzeller Sennenhund ist eine vom FCI anerkannte Rasse, deren Ursprung im Schweizer Appenzellerland liegt. Ursprünglich kam diese Rasse als typischer Bauernhund in vielen unterschiedlichen Farbvarianten vor. Man einigte sich bei der Zucht jedoch auf ein recht einheitliches Farbschema mit wenig Abweichungen. Das sollte den Wiedererkennungswert der Rasse steigern.
Heute ist die Grundfarbe bei Appenzeller Hunden offiziell Schwarz oder Havannabraun. Sie besitzen markante, symmetrische Abzeichen in Braun und Weiss. Die Unterwolle ist dicht und enganliegend, das Deckhaar mittellang und fest. Mit einer Schulterhöhe von 50 bis maximal 56 Zentimetern, wobei Rüden meist etwas grösser sind als Hündinnen, gehören sie zu den mittelgrossen Hunderassen. Ihr Körperbau ist kräftig und muskulös. Dabei bleibt die Rasse jedoch äusserst flink und wendig. Ein typisches Erkennungsmerkmal der Appenzeller Hunde ist die über dem Rücken gekringelte Rute, die wegen ihrer Form als Posthorn bezeichnet wird.
Insgesamt gibt es vier anerkannte Rassen unter den Schweizer Sennenhunden. Der Grösse nach geordnet vom grössten zum kleinsten Vertreter, sind es die
Appenzeller Hunde und andere Sennenhunde wurden ausserdem bei der Zucht von Bernhardinern und Rottweilern genutzt. Diese Hunderassen sind daher eng miteinander verwandt.
In erster Linie wurden Appenzeller Hunde als Arbeitshunde gezüchtet. Sie sollten den Sennen dabei helfen, das Vieh zu hüten und zu treiben. Sie wurden auch als Wachhunde für Haus und Hof verwendet. Das zeigt sich heute noch in ihrem Wesen.
Der Appenzeller ist aktiv, temperamentvoll, wachsam, intelligent und bei guter Sozialisierung gut verträglich anderen Tieren. Als ehemaliger Wachhund ist er Fremden gegenüber reserviert und misstrauisch, bei seinen Besitzern jedoch sehr anhänglich und treu. Er kann viel und lautstark bellen, wenn er auf etwas aufmerksam machen will, ist jedoch kein Kläffer. Da die Tiere häufig draussen leben und den schlimmsten Wetterbedingungen trotzen mussten, sind sie wetterfest und auch bei der Ernährung und der Wahl des Hundefutters bescheiden. Appenzeller Hunde besitzen keinen ausgeprägten Jagdtrieb.
Die Haltung und Erziehung eines Appenzellers kann eine Herausforderung sein. Sie brauchen viel Bewegung und müssen auch geistig ausgelastet werden. Durch ihre hohe Intelligenz und Lernbereitschaft sind sie jedoch leicht zu erziehen, sofern man sich die Zeit dafür nimmt und bei ihrer Erziehung konsequent bleibt. Da sie sehr sensibel auf Ungerechtigkeit reagieren, sollte die Erziehung nie hart oder willkürlich sein. Halter sollten schon im Welpenalter mit der Erziehung beginnen, da ausgewachsene Appenzeller Hunde viel Kraft besitzen und unerwünschtes Verhalten sehr unangenehm werden kann.
Appenzeller Hunde sollten in die Hände von erfahrenen Haltern oder Personen, die zumindest die nötige Zeit und Geduld besitzen, um sich mit diesen Tieren auseinanderzusetzen und ihnen die nötige Bewegung und Auslastung bieten. Ein gut erzogener, ausgeglichener Appenzeller kann unter diesen Voraussetzungen ein idealer Begleit- oder Familienhund sein. Wer gern Hundesport ausüben möchte, für den ist der Appenzeller ebenfalls ein guter Partner.
Die Wesenszüge des Appenzellers haben ihn in vielen Bereichen zu einer bewährten Hunderasse gemacht. Heute werden sie seltener für ihre eigentliche Aufgabe als Treib- und Wachhunde eingesetzt, sondern sind als Lawinen-, Spür-, Katastrophen- und Sanitätshunde im Einsatz. Durch ihre besondere Beobachtungsgabe und Lernfähigkeit eignen sie sich ausserdem gut als Blinden- und Assistenzhunde.
Appenzeller Hunde sind in ihrer ursprünglichen Art sehr robust und im Vergleich mit anderen stark gezüchteten Hunderassen wenig anfällig für Krankheiten. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa acht Jahren. Bei einer besonders gesunden Zucht können sie auch zwölf Jahre alt werden. Typische Krankheiten, die bei Appenzeller Hunden ebenso wie bei anderen Molosserartigen und schweren Hunderassen häufiger vorkommen, sind Erkrankungen an den Gelenken, den Hüften und den Ellenbogen. Gute Züchter bemühen sich, das Risiko solcher Erkrankung zu minimieren, indem sie für die Zucht nur Tiere mit einem niedrigen erblichen Risiko verwenden. Darüber hinaus können Züchter und Halter bei der Aufzucht von Welpen und Junghunden einige Massnahmen ergreifen, um das Risiko dieser Krankheiten, die als Hüftdysplasie oder Ellenbogendysplasie bezeichnet werden, zu minimieren.
Wer einen Appenzeller Hundewelpen kaufen möchte, sollte sich an einen zertifizierten Züchter wenden. Einige Zuchtstätten wie vom Brünggberg haben 2019 nach fast 18 Jahren erfolgreicher Zucht die Zuchtaufgabe bekanntgegeben. Doch es gibt in der Schweiz viele weitere Züchter, die noch aktiv sind. Die erste Anlaufstelle, um sich über Wurfplanung und aktuelle Würfe zu erkundigen, ist der Schweizerische Club für Appenzeller Sennenhunde. Die meisten aktiven Zuchtstätten in der Schweiz sind hier registriert.
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