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Jazz ist ein weiter Begriff *) War Jazz in den Dreissigern noch eine vorwiegend amerikanische Musik, so wird der Begriff Jazz heute an diversen Veranstaltungen auch auf Musikrichtungen z.B. afrikanischer, afrokubanischer und südamerikanischer Herkunft ausgedehnt.
Was man auch immer unter Jazz verstehen will: Die Ursprünge und damit die Basis bilden die U.S.-amerikanischen Stile ab ca. 1900 bis zum Beginn der Swing-Ära (ca 1935-1940), der sogenannte Old-Time-Jazz. Im Jazz- Workshop erarbeitest Du die musikalischen Grundlagen des Jazz, indem Du nebst dem Blues zunächst den Old Time Jazz Schritt für Schritt erlernst. Denn was ich schon unter „Motivation“ ausgeführt habe gilt auch hier: Du sollst verstehen, was Du spielst! Oder als Umkehrschluss formuliert: Wie willst Du beispielsweise die manchmal äusserst komplexen Akkordprogressionen und Kadenzen des „modernen“ Jazz verstehen, wenn Du die Grundlagen nicht kennst, auf denen diese Musik basiert? Abschliessend dazu ein Zitat des berühmten Saxophonisten Red Holloway:
„You can‘t play Jazz if you can‘t play Blues!“ (Red Holloway, Jumpin‘ at the Flagships, 2002
Old Time Jazz
Unter Old-Time-Jazz verstehen wir traditionellen Jazz, wie er bis ungefähr Ende der 30er-Jahre gespielt wurde. Hauptsächlich unterscheidet man die Stile New Orleans, Dixieland, Kansas-City und Chicago. Er basiert auf dem Blues, umfasst oft aber weitere Harmonieschemen, da viele amerikanische und europäische Musikstile (Marschmusik, Polka, TwoStep, Ragtime etc.) darin Eingang gefunden haben. Zentral im Old-Time-Jazz ist einerseits, sich ein Repertoire über die häufigsten Standards zu erarbeiten, andererseits die Fähigkeit, in den Liedern aus dem Stegreif solistisch zu improvisieren.
Standard– oder „Mainstream“- Jazz
Der Begriff „Mainstream“ ist im Jazz nicht eindeutig definiert. Mainstream ist ja eher eine zeitliche als eine stilistische Bezeichnung, In den 20- und 30ern waren ja gerade die oben genannten Stile der Mainstream, in den 60- und 70ern waren es eher die Stile Cool–, Progressive und Fusion-Jazz.
Wie auch immer: Im Laufe der Zeit haben sich viele Kompositionen aus den unterschiedlichen Stilen und Epochen als Standard etablieren und bis heute halten können. Die Gesamtheit dieser Stücke, die auch in den einschlägigen Sammlungen wie RealBook, Jazz-Fakebook etc. enthalten sind, bezeichnet man in der Jazzwelt als Mainstream. Sie bilden einen Grossteil des Grundrepertoires eines Jazzmusikers (Profis und Amateure) und werden u.a. auch an den Jazzschulen im Unterricht verwendet.
Jazz-Unterricht und Workshops
Wie oben erwähnt sind die Workshops „from the roots“ her aufgebaut. Du wirst zuerst in den Old-Time-Jazz eingeführt, anschliessend kann der Workshop je nach Deinen Wünschen und Vorlieben auch in Richtung Mainstream stattfinden.
Für den Einstieg in den Old Time Jazz solltest Du bereits etwas praktische Erfahrung auf einem Blas– oder Tasten– bzw. Saiteninstrument haben. Wie beim Blues spielt die Art des Instruments nur eine untergeordnete Rolle, da der Zugang vor allem über Harmonik, Phrasierung, Repertoire und Gehörschulung (für Improvisation) erfolgt.
*) Einen Eindruck der Vielfältigkeit allein schon des sogenannten „Mainstreams“ gibt der Jazz-Family-Tree. Wenn Du Dich für eine Übersicht der Entwicklung des Jazz interessierst, empfehle ich zum Einstieg das Buch „Jazz—Eine Musik und ihre Geschichte“ von Kenneth Burns und Geoffrey C. Ward, Econ Verlag, 2001. Spannend (und meines Erachtens durchaus gerechtfertigt) sind dazu auch die Rezensionen.