Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/92740

<h2>SubmittedText<h2><p>Das BAG schätzt, dass die Prämien der obligatorischen Krankenversicherung 2010 im Durchschnitt um 15 Prozent steigen werden. Welche Ergebnisse für 2008 und welche Annahmen für 2009 führen zu dieser Schätzung für 2010? Diese Fragen sind bis jetzt vom BAG nur teilweise beantwortet worden. In diesem Zusammenhang stelle ich folgende Fragen zur Prämiengestaltung:</p><p>1. Welcher Anteil der Reservebestandesänderungen 2008 ist auf den Ausgabenüberschuss aus dem Versicherungsgeschäft zurückzuführen und welcher Anteil auf den Anlagenerfolg?</p><p>2. Wie hoch war der Anlagenerfolg 2008 an den Finanzmärkten (Aktien), bei Immobilien, bei Wertpapieren (Obligationen) und weiteren Anlagen?</p><p>3. Der Krankenversicherungsverband hatte Anfang 2009 mitgeteilt, dass die Versicherer "im dümmsten Moment" gezwungen waren, Wertpapiere zu verkaufen. Welcher Anteil der Reservebestandesänderungen ist auf durch Verkauf realisierte Verluste und welcher Anteil lediglich auf Wertberichtigungen zurückzuführen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Im Jahr 2008 betrug der Verlust aus dem Versicherungsgeschäft rund 800 Millionen Franken. Demgegenüber konnten die auf dem Anlagevermögen realisierten und unrealisierten Wertverluste einerseits über Rückstellungen für Wertschwankungen aufgefangen und andererseits mit Kapitalerträgen kompensiert werden und gingen somit nicht zulasten der Reserven. Der Gesamtverlust im Jahr 2008 entspricht daher im Wesentlichen den 800 Millionen Franken, welche auf Verluste im Versicherungsgeschäft zurückzuführen sind. Diese Verluste ergaben sich aus der Tatsache, dass die bezahlten Leistungen höher waren als die eingenommenen Prämien.</p><p>2. Wie der Bundesrat bereits in der Fragestunde vom 2. Juni 2009 auf die Frage Carobbio Guscetti 09.5227 erklärt hat, verfügt das Bundesamt für Gesundheit bezüglich Anlageertrag nur über aggregierte Ergebnisse. Daher sind die bei den einzelnen Anlagekategorien erlittenen Verluste oder erzielten Erträge nicht eruierbar.</p><p>3. Im Rahmen von Kapitalanlagen haben die Versicherer die entsprechenden gesetzlichen Vorgaben einzuhalten (Art. 80 der Verordnung über die Krankenversicherung; SR 832.102). Im Übrigen können sie ihre Mittel nach eigenem Gutdünken anlegen. Nach Kenntnis des Bundesrates war kein Krankenversicherer gezwungen, aus Liquiditätsgründen Anlageverluste zu realisieren.</p><p>Im Jahr 2008 betrug der realisierte Verlust auf Wertpapieren rund 100 Millionen Franken. Die Abschreibungen konnten grösstenteils über den Abbau nichtversicherungstechnischer Rückstellungen verbucht werden und gingen damit nicht zulasten der Reserven.</p>  Antwort des Bundesrates.