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Die erste Hälfte des Jahres 2018 war das Nikolajewer Waisenhaus das Zuhause für Maria und Andrej. Marias Mutter verzichtete auf ihre Tochter, und Andrej wurde von seinen Eltern wegen prekären Wohnbedingungen und ihrer Unverantwortlichkeit getrennt. Die Lage der Kleinen wurde noch dadurch verschärft, dass sowohl Maria als auch Andrej keine gute Gesundheit hatten. Das Mädchen litt an Rachitis zweiten Grades und Mangelanämie ersten Grades, hatte ein offenes ovales Fenster im Herzen, eine psychomotorische Entwicklungsverzögerung und dazu noch das hypertensive Hydrozephalussyndrom. Der Bub hatte ebenso eine Störung der psychomotorischen Entwicklung, ausserdem erkrankte er oft an Erkältung, Bronchitis, Pharyngitis. Für die Behandlung der Kinder waren Antibiotika, Biologika, eine metabolische Therapie und Vitamine nötig. Das Kinderheim bekommt keine ausreichende finanzielle Unterstützung vom Staat, deshalb wandten sich die Mitarbeiter des Heimes an die Schweizer Wohltäter und baten um Hilfe für ihre Schützlinge.
Die Überweisung wurde für Medikamente ausgegeben. Sie hatten eine positive Wirkung auf die Gesundheit von Maria und Andrej. Das Mädchen wurde von einem netten jungen Ehepaar adoptiert. Was Andrej angeht, wurde die Sorgepflicht nach einer langen Gerichtsverhandlung seiner Mutter Alina (geb. 1987) übertragen. Die Frau verliess den alkoholsüchtigen Vater ihrer Kinder und blieb mit Andrej und seinen Geschwistern Anna (geb. 2009) und Walerij (geb. 2014) auf dem Arm. Die Staatshilfe ist zu niedrig für die Erziehung der Kleinen, das Geld reicht kaum für Lebensmittel und die nötigsten Sachen. Frau Tschabanenko verfügt über keine Mittel mehr für die Beheizung der Wohnung in der kalten Jahreszeit. Sie wendet sich an Schweizer Gönner für Beistand.
BedĂĽrftige, die Liebe und Betreuung brauchen
Forschungen der Psychologie zeigen, dass sich Schützlinge von Waisenhäusern von Kindern, die in Familien aufwachsen, merkbar durch ihre körperliche und psychische Entwicklung unterscheiden. Die Entwicklung der Kinder unter den Bedingungen des Heimes zieht eine Reihe von Nachteilen nach sich, die das weitere Leben eines Zöglings prägen. Die Wunde in der Seele vom Mangel an elterlicher Liebe und Pflege bleibt auf Lebensdauer. Diese Lücke ist durch nichts und niemanden zu füllen. In unserem heutigen Heft geht es um die zwei Schützlinge des Nikolajewer Kinderheimes Maria Gawwa und Andrej Tschabanenko, die unter etlichen Erkrankungen leiden und aufgrund unzureichender Finanzierung des Kinderheims nicht angemessen behandelt werden können. Also führt die SOS GERASJUTA Stiftung eine Sammelaktion für die Besserung von Maria und Andrej durch. Liebe Spenderinnen und Spender, möge die Geschichte der zwei kleinen armen Wesen Nachhall in Ihren Herzen finden!
Allerdings können Mitarbeiter von Waisenhäusern diese von der Fügung benachteiligten Kinder bloss ein wenig glücklicher machen, gegenüber ihren Schützlingen aufrichtig sein, ihnen möglichst viel Wärme, Aufmerksamkeit, Güte, Zärtlichkeit und Liebe schenken. Jede Erzieherin ist gewissermassen für das Schicksal der Kinder verantwortlich und hilft ihnen mit allen Mitteln, die sie hat. „Trösten, umarmen, wärmen, auf die Beine helfen. Für mich ist jedes Kind wie das eigene“, so die Erzieherin des Nikolajewer Waisenhauses Olga Seraschowa. „Mir tut es in der Seele so weh, wenn jemand unserer Schützlinge krank wird, sich herumquält und ich in keinster Weise behilflich sein kann. Von klein auf kümmerte ich mich schon immer um jemanden: in der Schule, im Kinderferienlager. Doch am ehesten erregten die Kleinkinder meine Zärtlichkeit. Sie sind am schutzlosesten, ausser Stande zu sagen, wo es ihnen weh tut und was sie stört. Und ohne Eltern sind sie doppelt verletzlich. Bereits zu Sowjetzeiten lag ich mit meiner kleinen Tochter im Bettenzimmer, wo es die gläsernen Wände gab, und ich konnte im anliegenden Zimmer die Kinder sehen, auf die verzichtet wurde… Eben damals sagte ich mir, dass kein Kind allein sein soll, insbesondere wenn es krank ist.“ Heute hat sie sich den Waisenkindern mit Haut und Haaren verschrieben.
Weisse Wände, sanfter Duft von Milch gemischt mit dem Geruch von Arzneien, eiserne Bettchen, in denen süsse Kinder des Waisenheimes – wie Maria und Andrej – friedlich schlafen. Der Bube fängt plötzlich an laut zu husten, so dass es im Kopf nachklingt und das Herz sich besorgt verkrampft. Schon wieder erkrankte der Kleine an Bronchitis. Armes Wesen… Vom schallenden Husten geweckt fährt weinend aus dem Schlaf Maria auf. Dann kommt wie von Zauberhand eine Erzieherin neben den Kinderbettchen zum Vorschein.
Olgas derzeitige Ruhelosigkeit bezieht sich nämlich auf die oben erwähnten Maria und Andrej. Maria ist seit Anfang 2018 Schützling des Nikolajewer Waisenhauses. Das Mädchen wurde auf Gesuch seiner Mutter ins Kinderheim aufgenommen. Im Verlauf der folgenden Monate widmete sie jedoch nicht eine Stunde dem Besuch ihrer Tochter. Schliesslich wurde der Frau die Sorgepflicht entzogen. Eine recht bittere Situation, die sich noch dadurch zuspitzt, dass Maria kein gesundes Kind ist. Aufgrund Vitamin-D-Mangels entwickelte sich bei ihr Rachitis, in jungem Alter wurde bei ihr dazu noch eine Herzstörung (offenes ovales Fenster) und eine Hemmung der psychomotorischen Entwicklung diagnostiziert – all das sind die Erkrankungen des kleinen Mädchens. So viele Strapazen für so ein winziges Wesen! Trotz alledem ist es ein recht positives, sonniges Kindlein. Ein tiefer Blick in Marias kindliche Augen und ihr zauberhaftes Lächeln lassen den alltäglichen Kleinkram verschwinden…
Andrej und Maria wurden fast gleichzeitig ins Nikolajewer Waisenhaus eingewiesen. Der Sozialdienst hat den Buben seinen unverantwortlichen Eltern weggenommen. Da sich die Eltern nicht um Andrej kümmerten, leidet auch der Junge unter einer verlangsamten psychomotorischen Entwicklung. Und wegen seines schwachen Immunsystems erkrankt er ständig an Erkältung, Bronchitis, Pharyngitis. Andrej benimmt sich manchmal bockig, aber sonst ist er ein liebevoller netter Bub, der gern mit den anderen Kindern spielt.
Es ist recht jämmerlich, dass sich diese wundervollen Kinder in Gefangenschaft von Krankheiten befinden, die ihnen die Möglichkeit nehmen, sich normal zu entwickeln, sich voll über ihre Kindheit zu freuen und eine aussichtsreiche Zukunft zu haben. Wie selbstverständlich sind leider gesunde Kinder bei Adoptiveltern mehr angesagt. Nur wenige Paare entscheiden sich für die Verantwortung für ein kränkliches Kind. Ziemlich traurig, doch dies ist nun mal ein Fakt…
Der Genesung und einer lichtvollen Zukunft von Maria und Andrej steht ein Mangel an finanziellen Mitteln im Weg. Bedauerlicherweise werden die Waisenhäuser in der Ukraine vom Staat materiell nur gering versorgt. Konsequenterweise sind die Mitarbeiter des Nikolajewer Waisenhauses deshalb bemüssigt, Hilfe bei generösen Wohltätern zu suchen, um ihre Schützlinge mit den nötigen Medikamenten versorgen zu können. Damit die Behandlung von Maria und Andrej in die Tat umgesetzt werden kann, sind für die Besserung des Mädchens mehrere Antibiotika, Stimulanzien und Vitamine nötig. Bei Andrej sind der Rachitis vorbeugende Arzneien, das allgemeine Wohlbefinden stärkende Vitamine und Biopräparate gefordert.
Sowohl bei Maria als auch fĂĽr Andrej sind Massagen, Heilgymnastik und Hydrotherapie angesagt. All diese Massnahmen mĂĽssen jetzt dringend ergriffen werden, damit sich der Gesundheitszustand und die Entwicklung dieser Kinder nicht weiter verschlechtern.
Der Waisenstand ist ein sehr beachtenswertes Problem der Allgemeinheit, dem man entgegenwirken muss. Einen Anteil daran zu nehmen ist die Aufgabe von jedem von uns. Natürlich sind wir nicht in der Lage, den Waisen ihre Eltern auszuwechseln und den Mangel an elterlicher Liebe irgendwie zu überbrücken, es steht aber in unserer Macht, das Leben von benachteiligten Kindern ein wenig besser zu machen. Schritt für Schritt, Kind für Kind wird es immer weniger bedürftige Heimkinder geben. Lassen wir zunächst Maria und Andrej unsere Barmherzigkeit und Generosität fühlen! Liebe Wohltäterin und lieber Wohltäter, schenken wir diesen Kindern eine gesunde und glückliche Kindheit!/