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Die Voraussetzungen, die Jagd auf die vorletzten Grasshoppers zu starten, waren für die Xamaxiens besonders für die Offensive nicht gut. Der sichere Wert Charles-André Doudin war verletzt, und kurzfristig fiel auch noch Geoffrey Tréand, ein weiterer Fixstarter, verletzt aus.
Aber die Leistung, die die Neuenburger ab Spielbeginn ablieferten, war viel besser, als man es von der Roten Laterne hatte erwarten können. Nach 25 Minuten rutschte Kemal Ademi vor dem Tor in eine steile Freistoss-Flanke von Max Veloso, und nach 40 Minuten traf Raphael Nuzzolo, jetzt elffacher Torschütze in dieser Meisterschaft, mit einem satten, platzierten Flachschuss aus 20 Metern. Die beiden Tore waren hochverdient.
Beeindruckender war indessen - das Lob gilt für die ersten 65 Minuten - die solide Leistung in der Defensive. Henchoz hatte beim Amtsantritt gesagt, dass die hauptsächliche Schwäche im Spiel ohne Ball liege - dass man dem Gegner zu viele Möglichkeiten und Freiheiten zugestehe. Zumindest im Match gegen Luzern hat sich die Schwäche für lange Zeit in eine Stärke verwandelt. Für seinen Plan, die auf einer Dreier- respektive Fünferabwehr basierende Defensive zu stabilisieren, kam Henchoz auch der Einsatz von Leihspieler Geoffroy Serey Die zupass. Der Ivorer spielte vor der Abwehr und fing vieles ab. Nicht nur dies. Er narrte die Luzerner Abwehr und legte Nuzzolo den Ball vor dem 2:0 auf.
Neuchâtel Xamax ist aber die Mannschaft, die im Herbst am meisten Führungen und unentschiedene Spielstände aus der Hand gegeben hatte. Diese Schwäche, die mit einer geistigen Müdigkeit zusammenhängen kann, offenbarten die Neuenburger auch im Match gegen Luzern. Nach der 65. Minute schlichen sich vorher nicht gesehene Fehler ein. Noch bevor Marvin Schulz auf Vorarbeit von Ruben Vargas nach 80 Minuten verkürzte, hatte Goalie Laurent Walthert mit tollen Paraden zwei sicher scheinende Tore verhindert.
Luzern hat in der bisherigen Saison den Neuenburgern zwei der drei Siege ermöglicht. Die Leistung der Mannschaft von Trainer René Weiler war enttäuschend. Weiler hat keine Wahl, als für den nächsten Match auf die letzten halbe Stunde abzustützen, in der sich seine Spieler vehement gegen die Niederlage auflehnten. Die Bemühungen wurden weiter erschwert, als Simon Grether in der 84. Minute wegen eines taktischen Fouls die zweite Verwarnung bekam und vom Platz gestellt wurde.
(sda)