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Die Visualisierung musikalischer Begriffsräume ist ein hochaktuelles Thema in der gegenwärtigen Computing Musicology, wir verweisen dazu auch auf die Proceedings der ICMC. Die Begriffsräume, die das räumliche Gefäss bilden für die Typologie musikalischer Objekte, wie sie in 7.3 skizziert wurde, können auf vollkommen natürliche Weise mit linearen Ordnungen19 versehen werden, d.h. die Objekte als (extensionalen) Vertreter der Begriffe können so angeordnet werden, dass sie eine Position in den Begriffsräumen erhalten, die man auch von einem Raumobjekt erwartet: Der hyperouranios topos bekommt -- im Fall der Musikbegriffe -- die Eigenschaft der Positionierung seiner Objekte. Es ist daran zu erinnern, wie vage gerade diese Frage der gegenseitigen Position der Ideen bei Platon ausgeführt ist. Eine explizite Theorie der Begriffsräume kann allerdings darauf nicht bauen. Die Ordnung in den hier skizzierten Begriffsräumen der Musik ist ein Vorschlag für eine Explikation dieses Pflichtenhefts.
Aufgrund der linearen Ordnungen auf musikalischen Begriffsräumen können die Objekte der Musik auf kanonische Weise als Punkte in einem geometrischen Raum visualisiert werden. Töne, Taktstriche, Pausen, Bindebogen, Spielanweisungen, Instrumente, Komponisten-Namen, Verweise auf stilspezifische Eigenarten historischer Prägung: All diese Objekte können als Punkte räumlich veranschaulicht werden, so dass sie nebeneinander, übereinander etc. zu stehen kommen.
Dies bedeutet, dass man in einem EncycloSpace der Musik nun "blättern" kann wie in einem gewöhnlichen Lexikon. Und dies nicht nur von Wort zu Wort, sondern querbeet zwischen allen denkbaren Kategorien von musikalischen Objekten. Man kann also von einem Begriffsblättern sprechen, das nicht im Alphabetischen verharrt, sondern die Verweistiefe begrifflicher Bedeutung mit in die Navigation einbezieht.
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