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Herkunft des Namens Odalsindaweglein

Herr L. / 01. Januar 2014:
heute sind wir vom Wenkenhof durch das Bettingertäli spaziert. Oberhalb des Wasserwerkes zweigt eine Strässchen vom Wenkenmattweg nach rechts Richtung Bettingerstrasse ab. Es heisst Odalsindaweglein. Nun die Frage: Woher kommt dieser Namen? Gabe es ein Herr/Frau Odalsinda? Wer war diese Person?
Antwort von altbasel.ch:
Der Name des Wegleins geht in der Tat auf eine Person zurück und erinnert zugleich an die erste urkundliche Erwähnung des Wenkenhofs im Frühmittelalter. 2001 legte Michael Raith (1944-2005) in einem Beitrag im Basler Jahrbuch dar, wie das fränkische Reich im 8. Jahrhundert danach gestrebt habe, allemannischen Besitz unter seine Kontrolle zu bringen. Beim so genannten Blutgericht zu Cannstatt hätten die Franken im Jahr 746 die allemannische Elite umbringen lassen.
In der Folge hätten die Franken ihre Hand nach den Besitztümern der führungslosen Alemannen ausgestreckt. Allemannische Grundbesitzer hätten damals ihre Ländereien dem Kloster St.Gallen übergeben, um sie dem Zugriff der fränkischen Karolinger zu entziehen. In die Jahre jener Schenkungen fällt auch die Übereignung des Wenkenhofs. Eine Abschrift des 9. Jahrhunderts legt Zeugnis von einer Urkunde vom 7. September 751 ab, in der auch Name Odalsinda in Erscheinung tritt.
Das Schriftstück berichtet davon, dass Herr Ebo und seine Gattin Odalsinda Güter an das Kloster St.Gallen übergaben. Dabei ist auch erstmals "Vahcinhova", der Wenkenhof erwähnt. Die Urkunde führt aus, dass die Güter an das Kloster übergeben, und von diesem als Lehen wieder an das Ehepaar zurückgegeben wurden. Durch diesen Kunstgriff war der Besitz Eigentum des Klosters St.Gallen geworden, und trotz weiterer Nutzung durch die alten Besitzer sicher vor den Franken.
Der Name des Wegleins soll somit an Odalsinda, eine der ersten bekannten Frauen der Ortsgeschichte, erinnern. Die Gattin des Ebo und Mitbesitzerin des Wenkenhofs, deren Name uns dank der ältesten bisher bekannten Urkunde des Breisgaus überliefert ist.
Beitrag erstellt 05.01.14
Quellen:
Michael Raith, "1250-jähriges Elysium: der Wenken / Der Wenkenhof - 751 erstmals bezeugt", publiziert in Basler Stadtbuch 2001, Christoph Merian Verlag, Basel, 2002, ISBN 3-85616-165-1, ISSN 1011-9930, Seiten 188 und 189