Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03373.jsonl.gz/1105

Einführung:
In Situationen (wenn es um eine Entscheidungsfindung geht) kann eine ethische Reflexion oft hilfreich sein. Unter einer ethischen Reflexion versteht man das kritische, grundsätzliche Nachdenke über Moral.
Ethik drängt sich dann auf, wenn:
- man sich in einer konkreten Situation nicht mehr einig ist
- wenn bisherige moralische Vorgehensweisen nicht mehr recht überzeugen
- versch. Moral-Ansprüche miteinander in Konflikt geraten
- sich neue Fragen stellen, bei denen man noch keine moralische Antwort auf die Frage hat, wie man konkret handeln soll.
Gegenseitiger Bezug von Ethik und Moral:
- Eine bestimmte Moral (beeinflusst durch pers. Werte, soziale Normen und Grundsätze) wird selbstverständlich gelebt, bis...
- ...eine Verunsicherung dieser Moral ensteht (z.B. wenn bisherige moralische Vorgehensweisen nicht mehr recht überzeugen, man sich in einer konkreten Situation nicht mehr einig ist,...), die... (verändern sich und beeinflussen die Moral, darüber nachdenken ist die Ethik)
- ...zu einer ethischen Reflexion führt, die...(Werte und Normen der Gesellschaft)
- ...neue Handlungsperspektiven hervorbringt, die...
- ...dann wieder moralische Praxis werden...
Ein Beispiel wissen über die Moral!
Unterschied Deskriptive und Normative Ethik:
Deskriptive:
Sind die Fakten! Was ist?
Normative:
Sind die Werte und Normen! Was soll sein?
Fünf klassische Begründungsmodelle der Ethik:
- Gut ist, was einem möglichst guten Nutzen verschafft.
- Gut ist, was schnell und reichlich Genuss verschafft.
- Gut ist, was dauerhaft glücklich macht.
- Gut ist, was die anderen sagen.
- Gut ist, aus gutem Willen, aus Pflichtgefühl zu handeln. Etwas tun, weil es Pflicht ist.
Sozialehtische Prinzipe:
1. Prinzip der Menschenrechte und Menschenwürde: Sollen die körperliche,psychische, emotionale und spirituelle Integrität (Unversehrtheit, Redlichkeit, Unberührtheit) und das Wohlbefinden jeder Person stützen und verteidigen. Die Würde aller Menschen.
Bsp: Das Mädchen Sari will aus irgend einem Grund keine Früchte essen. Ich akzeptiere das und lasse sie selbst entscheiden, denn es ist die Würde des kleinen Mädchens.
2. Das Recht auf Selbstbestimmung achten: Den Menschen ihre eigene Wahl und Entscheidungen treffen zu lassen, ihre Werte und Lebensentscheidungen akzeptieren, sie achten und fördern.
Bsp: Ich mache eine Aktivität mit den Kindern und frage ob sie mitmachen wollen. Sie dürfen es selbst entscheiden, evtl. biete ich noch Alternativmöglichkeiten an.
3. Das Recht auf Beteiligung fördern: Die Menschen überall miteinbeziehen wo sie wollen. Sie auf diese Art und Weise fördern, damit sie entscheidungs- und handlungsfähig werden.
Bsp: Andrin fragt mich, ob er mir beim Abwasch in der Küche mithelfen darf. Ich lasse ihn mithelfen und beziehe ihn in die Haushaltsarbeiten mit ein.
4. Jede Person ganzheitlich behandeln: Alle Aspekte des Lebens einer Person wahrnehmen. Wir sollen uns mit der Person als umfassende Ganzheit innerhalb der Familie, Gemeinschaft, sowie der sozialen und natürlichen Umwelt beschäftigen.
Bsp: Die Kinder werden so akzeptiert und aufgenommen wie sie sind. Wir informieren uns wie sie in der Familie leben und wie sie in der Gesellschaft sind...usw...
5. Stärken erkennen und entwickeln: Wir sollen ein Blick auf die Stärken der Individuen, Gruppen und Gemeinschaft richten und so ihre Ermächtigung fördern.
Bsp: Simon ist sehr an Dinosauriern interessiert und will mehr darüber erfahren. Ich biete Aktivitäten über das Thema Dinosaurier an und ermögliche ihm, dass es evtl auch Bilderbücher in der Krippe über Dinos hat.
Sozialehtische Prinzipe:
6. "Nicht Schaden": Man muss die Fähigkeit haben, Risiken zu erkennen und sie zu vermindern oder zu vermeiden. Es gilt, absichtlichen oder unabsichtlichen Schaden zu verhindern.
Bsp: Samuel hat keinen Hunger mehr und der Teller ist noch halb voll. Ich zwinge Samuel nicht, den Teller auszuessen.
7. Diskriminierung zurückweisen: Wir haben die Pflicht, Diskriminierung zurückzuweisen, sei es aufgrund von Fähigkeiten, Alter, Kultur, Hautfarbe, biologischem Geschlecht, Familienstand, politische Meinung, usw...
Bsp: Die Kinder wollen mit Leon nicht spielen, da er eine andere Hautfarbe hat. Ich greiffe in dieser Situation ein und sage: Stop! Ich will das nicht mehr hören!
Bsp: Falls die Eltern sich beschweren, weil der Erzieher die Kinder wickelt, nehme ich ihn auch in Schutz und sage: Bei uns wickeln alle, sei es Mann oder Frau!
8. Verschiedenheit anerkennen: Wir sollen die ethnisichen und kulturellen Unterschiede in der Gesellschaft, in der wir arbeiten, wahrnehmen und achten und die Verschiedenheit von Individuen, Familien, Gruppen und Gemeinschaften berücksichtigen.
Bsp: Ich akzeptiere, dass Maruin kein Schweinefleisch essen darf, da er aus einer moslimischen Familie stammt.
9. Ressourcen gerecht verteilen: Wir sollen die Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen, den Bedürfnissen entsprechend gerecht verteilen.
Bsp: Ich achte darauf, dass ich mir meine Zeilt auf alle Kinder verteile. Wenn ein Kind viel spricht, schaue ich, dass die anderen Kindern auch mal zu Wort kommen.
Tugenden:
Definition:
Der Begriff "Tugend" kommt von "taugen" und bezeichnet positive Eigenschaften eines Menschen.
Tugenden:
Vertrauenswürdigkeit:
Die begleitete Person muss sich darauf verlassen können, dass ihre Würde geachtet und ihre Intimsphäre geschützt wirid. Fachfrau Betreuung mutt mis persönlichen Informationen vertraulich umgehen und die betreute Person oder deren gesetzlichen Vertreter korrekt informiert.