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Basel, nach 1536
Alabaster auf rotem Marmor
Dm. 27,5 cm
Inv. 1894.75.
In seiner Form und Grösse entspricht das ins Rund eingeschriebene und mit der Umschrift ERASMUS ROTTERDAM[US] versehene Bildnis den Brustbildern nach antikem Vorbild, wie sie seit der Renaissancezeit in der Grabmalskunst Verwendung fanden. Für einen solchen Zusammenhang des Tondos, etwa mit einem begonnenen Projekt oder konkret mit dem vom Steinmetz Hans Mentzinger 1538 ausgeführten Erasmusepitaph im Basler Münster, dem ersten Grabmonument in Basel nach der Reformation, gibt es freilich keinen Hinweis. Tatsache ist, dass mit der Reformation 1529 jeglicher Totenkult abgestellt wurde. Zu beachten sind auch die Gestaltung des 1537 durch die Stadt Freiburg im Breisgau errichteten Erasmusepitaphs und der Umstand, dass die zwei einzigen, Ende des I6. Jahrhunderts entstandenen Basler Bildnisepitaphe bedeutenden, und wie Erasmus nicht aus Basel stammenden Gelehrten gelten. Für das in jedem Fall postum entstandene Bildnis - Erasmus starb 1536 - benutzte der unbekannte Bildhauer den kleinen, nach Vorlage von Hans Holbein d.J. entstandenen Holzschnitt, wie er in den 1533 bei Froben in Basel gedruckten "Adagia" erschien.