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Das B. dient der Aufzeichnung, Bewahrung und Verbreitung von Text und Bild. Durch Bindung und Umschlag grenzt es sich vom Heft, von der Zeitung und anderen Überlieferungsformen ab. Der Name leitet sich von zusammengebundenen Buchenholztafeln her, in die zu frühgeschichtl. Zeiten Schriftzeichen eingeritzt wurden.
Die moderne Form des B.s geht zurück auf den Kodex. Dieser löste im 4. Jh. die bis dahin verbreitete Papyrusrolle als Träger von Informationen ab. Gleichzeitig wurde Pergament als Beschreibstoff üblich. Im Kodex wurden gefaltete Doppelblätter (Bogen) einzeln oder in Lagen am Buchrücken auf quer laufende Bünde (Lederstreifen oder Schnüre) geheftet. Die Bünde stellten die Verbindung zu den Deckeln her. Diese bestanden im MA meist aus Holz, waren mit Leder bezogen, mittels Streicheisen oder Stempeln verziert und mit metallenen Buckeln beschlagen. An den vorderen Kanten hielten Schliessen aus Metall oder Leder die B.er zusammen. Auf Prachteinbänden wurden Edelmetalle, Emails, Elfenbein und Edelsteine angebracht, während wenig kostbare B.er auch in flexible Umschläge gebunden sein konnten.
Das Bild vom ma. Buchwesen in der Schweiz wird stark durch die Überlieferung in den Bibliotheken geprägt. Deren Bestände wurden v.a. durch Brände dezimiert. Kirchl. Literatur fiel überdies manchenorts der Reformation zum Opfer. Besonders gross sind die Verluste in der Westschweiz (Genf), im Tessin und in Graubünden (Chur). Andererseits bewahrt die Stiftsbibliothek St. Gallen einen einzigartigen Bestand aus karoling. Zeit. Ihren Reichtum an ma. Handschriften verdankt die Schweiz auch neuzeitl. Sammlungen, u.a. der Bongarsiana in der Burgerbibliothek Bern und der Bibliotheca Bodmeriana in Cologny.
Die ersten B.er gelangten unter röm. Herrschaft in das Gebiet der Schweiz. Später bedurfte das Christentum im Kultus verschiedener B.er; "das Buch" schlechthin war die Bibel. Auch in der Merowingerzeit verschwand die Schriftlichkeit in Recht und Verwaltung nicht ganz. Träger der Buchproduktion und -verbreitung waren v.a. Mönche in klösterl. Skriptorien ( Schrift). Erhalten ist aber nichts, was vor dem 8. Jh. nachweislich in der Schweiz entstanden wäre, weder aus den frühen Klöstern (Saint-Maurice) noch von den Bischofssitzen. Die gesicherte Überlieferung beginnt im Kloster St. Gallen, dessen erster bekannter Schreiber Winithar 761-775 bezeugt ist. Im 9. und frühen 10. Jh. schufen St. Galler Mönche zahlreiche herausragende B.er mit kunstvollen Miniaturen und Einbänden (Buchmalerei). Damals gelangten auch spätantike, irische und althochdt. Handschriften in die St. Galler Klosterbibliothek.
Vom 10. bis 12. Jh. schufen sich viele neu gegr. Klöster einen Grundstock v.a. an theol. Literatur (z.B. Einsiedeln, Allerheiligen in Schaffhausen, Engelberg, Muri). Vom ausgehenden HochMA an gewannen die Universitäten, der Klerus und Berufsschreiber (Notariat) an Bedeutung. Besonders die Bettelorden pflegten neue oder zuvor wenig verbreitete Wissensgebiete (Scholastik, Philosophie, Naturwissenschaft). Juristen und Ärzte besassen eigene, oft von Studienaufenthalten in Frankreich und Italien mitgebrachte B.er. Zunehmend wurden in den Kanzleien Urbare, Zinsbücher, Urkunden-, Gesetzes-, Beschluss-, Missivensammlungen und andere Akten in Buchform angelegt. Im 13. und 14. Jh. entstanden in Zürich prächtige illustrierte Handschriften in dt. Sprache, die für den Adel oder reiche Stadtbürger bestimmt waren (z.B. Manessische Handschrift, Weltchronik des Rudolf von Ems in mehreren Abschriften). Auch in Frauenklöstern (z.B. St. Katharinental) wurden B.er für Gebet, Andacht und liturg. Gesang geschrieben.
Im 14. und 15. Jh. kam das Papier auf. Kaufleute und Handwerker lernten in der Muttersprache lesen und in geringerem Mass auch schreiben. B.er für Laien in deren Muttersprache, nicht selten Übersetzungen, dienten der Unterhaltung und Bildung sowie der Selbstdarstellung neuer polit. Eliten (u.a. Romane, Heilsgeschichten, Rezepte, Bilderchroniken). Die Konzile von Konstanz (1414-18) und Basel (1431-49) brachten intensiveren Kontakt mit fremder Literatur; ital. Humanisten (z.B. Poggio Bracciolini) entdeckten damals die Bibliothek von St. Gallen. Unter dem Einfluss der Klosterreform und der Devotio moderna blühte in manchen Klöstern die Schreibtätigkeit neu auf. Gegen Ende des 15. Jh. stieg die Zahl der Studenten stark an und damit auch die der gebildeten Buchbesitzer.
Der Buchdruck begann um 1470 die Handschriften zu konkurrenzieren. Gedruckte B.er, neben der Produktion von Basel und Genf v.a. Importe aus den umliegenden Ländern, verdrängten noch vor 1500 die handschriftl. Literatur.
Autorin/Autor: Martin Steinmann
Bis ins 19. Jh. war die Buchherstellung ausschliesslich Handwerksarbeit. Zur Zeit der Inkunabeln (vor 1500) wurde nur der Text gedruckt. Der Käufer oder ein professioneller Rubrikator trug die Initialen, Kapitelüberschriften und Rubriken anhand des mitgelieferten Indexes handschriftlich nach. Das gedruckte B. besass kein Titelblatt oder nur eine einfache Überschrift, oft ohne Nennung des Autors. Der Druckort, das Erscheinungsjahr und der Name des Druckers wurden, wenn überhaupt, in Fortsetzung der ma. Tradition am Schluss des B.s genannt (Kolophon). Erst durch das Titelblatt, das alle bibliograf. Angaben vereinigte, löste sich das gedruckte B. vom Vorbild des geschriebenen Kodex. Die von Urs Graf dem Älteren, Ambrosius Holbein und Hans Holbein dem Jüngeren für die Basler Drucker angefertigten Titeleinfassungen, Initialen und Kopfleisten wurden zum charakterist. Buchschmuck des 16. Jh. Merkmale des B.s der Barockzeit sind überlange Titel, die das ganze Titelblatt ausfüllen, aber auch das Titelkupfer, das diesem vorangeht: Matthaeus Merians Kupferstiche gehören zu den schönsten der frühen Neuzeit. In der 2. Hälfte des 18. Jh. wirkten sich das Rokoko und danach der Klassizismus auch auf die Buchgestaltung aus (Buchillustration).
Weiterhin in Handschriften verbreitet wurden lokale Chroniken sowie manche polit. und kirchl. Texte. Daneben spielten handschriftl. und gedruckte B.er (z.B. Urkundenabschriften, Satzungen) in Regierung und Verwaltung eine immer wichtigere Rolle.
Der Buchdruck veränderte die Gestalt des B.s nicht grundsätzlich. Übliche Formate waren Folio (2 Blatt), Quart (4 Blatt) und ab 1490 Oktav (8 Blatt), bei denen der Bogen ein-, zwei- oder dreimal gebrochen wurde; später kamen kleinere Formate hinzu. Fortlaufende Alphabete an der unteren rechten Blattecke (Kustoden, Reklamanten) kennzeichneten die Reihenfolge der Lagen. Ab 1470 fügte man die Blattzählung hinzu, seit 1500 die Seitenzählung. Mit Ausnahme der Vorzeige-Exemplare wurden B.er in ungebundenen, unbeschnittenen und provisorisch gehefteten Bogen gehandelt. Dies erleichterte den Transport zu den Messestädten und überliess dem Käufer die Wahl des Einbandes und des Buchbinders. Bis Ende des 16. Jh. wurden viele Einbände wie im MA verziert und geschützt. Im 17. Jh. dominierte hochglänzendes, schmuckloses Pergament, der sog. Horneinband. Um Kosten zu sparen, liess man schmale B.er, Flugschriften und akadem. Abhandlungen zu Sammelbänden zusammenbinden. Während sich viele Gelehrte und auch Bibliotheken mit Einbänden aus Pergamentmakulatur begnügten, bevorzugten reiche Bibliophile im 18. Jh. Bücherreihen in eleganten und gleichmässigen Maroquin- und Saffianbänden.
Vor der Reformation wurde alles gedruckt, was guten Absatz versprach: theol. und jurist. Werke, Schulliteratur, Historienwerke und Reiseliteratur, Volksmedizin, Kalender- und populäre Literatur (z.B. "La Mélusine" und "Roman de la Rose" in Genf, "Das Narrenschiff" in Basel). Das gedruckte B. sollte aber nicht nur möglichst viel Gewinn bringen, sondern in erster Linie Gedanken, wiss. Erkenntnisse, Glaubenslehren und literar. Leistungen vermitteln. Deshalb priesen Humanisten des 16. Jh. die Buchdruckerkunst als Retterin vor Unwissenheit und Barbarei, und deshalb verstanden die engagierten Buchdrucker von Basel, Zürich und Genf ihren Beruf als Dienst an Wissenschaft oder Religion. Allerdings unterstellten kirchl. und weltl. Obrigkeiten das B. bereits vom ausgehenden 15. Jh. an einer Zensur.
Um 1500 gingen der Humanismus und der Buchdruck v.a. in Basel eine fruchtbare Verbindung ein und brachten Werke der bibl. Philologie, Kirchenväter, griech. und lat. Klassiker sowie neulat. Literatur hervor. Zur Zeit der Reformation geriet die humanist. Buchproduktion in den Hintergrund. Sie setzte sich aber bald wieder durch, wurde auf die Medizin, Naturwissenschaft, Lexikografie, Hebraistik, Jurisprudenz und Historiografie ausgeweitet und entfaltete sich v.a. in den ref. Städten Basel, Zürich und später auch Genf. Aus den kath. Orten kam hingegen zwischen 1520 und 1600 kaum 1% der gesamten Buchproduktion der Schweiz. Dies änderte sich erst im 17. Jh. mit der barocken Erbauungsliteratur.
Anders als in den rom. Sprachräumen blieb das volkssprachl. B. in der dt. Schweiz vorerst in der Minderheit. Um 1650 waren laut den Messekatalogen immer noch 50% der angebotenen B.er in Latein geschrieben, das erst ab 1740 (ausser bei akadem. Arbeiten) durch Deutsch, Französisch und sogar Englisch verdrängt wurde. Während die dt. Literatur hauptsächlich in Zürich und Bern vertreten war, wetteiferten Basel, Lausanne, Yverdon, Neuenburg und Genf um den Druck von Werken der Aufklärung, die in Frankreich verboten waren, darunter auch Enzyklopädien ( Lexika). In Genf wurden zudem zwischen 1730 und 1750 zahlreiche B.er in span. Sprache für den amerikan. Markt gedruckt.
Schon im 16. Jh. kam nur ein kleiner Teil der Auflage auf den lokalen Büchermarkt. Der Grosshandel lief über Buchmessen wie in Frankfurt oder Lyon. Hier waren die wichtigen schweiz. Verleger (Verlag) persönlich anwesend, um den Absatz zu kontrollieren, Tauschgeschäfte mit Kollegen abzuschliessen und die von der letzten Buchmesse her offenen Rechnungen zu begleichen. Im Lauf des 17. und 18. Jh. entwickelte sich Leipzig zur führenden Buchmessestadt.
Meistverkauftes Buch auch dieser Periode war die Bibel, gefolgt von lat. und griech. Klassikern (Cicero, Vergil, Homer). Steigender Beliebtheit erfreuten sich Kalenderliteratur (Almanache) und Zeitungen (Presse). Ausserdem erschienen in grosser Zahl polit., wiss., moral. und literar. Zeitschriften (1694-1797 98 in dt., über 50 in franz. und mind. 2 in ital. Sprache) von z.T. internat. Ruf, aber mit relativ wenigen Abonnenten.
Zwar dürfte der Anteil der regelmässig Lesenden 2% vor und 4% nach der Reformation nicht überstiegen haben (Alphabetisierung). Da B.er in der frühen Neuzeit oft in Wirtschaften oder im Familienkreis vorgelesen wurden, zählten indes auch nicht Lesefähige zum Zielpublikum. Die Aufklärung und mit ihr der Aufstieg von Belletristik und Journalismus trugen wesentlich zum Übergang von der intensiven Lektüre der stets gleichen B.er zum extensiven Lesen jeglicher Neuerscheinung bei. Eine wichtige Rolle bei dieser Leserevolution spielten die Lesegesellschaften und die öffentl. Volks- und Leihbibliotheken. Kritik am neuen Leseverhalten übten u.a. pietist. Kreise.
Autorin/Autor: Carlos Gilly
Seit 1800 haben sich die äussere Erscheinung des B.s und die Methoden seiner Verbreitung und Speicherung stark verändert, hervorgerufen durch die Popularisierung des Lesens und die Diversifizierung der Lesebedürfnisse. In grossen Auflagen kamen preisgünstige Taschenbücher auf den Markt (z.B. ab 1867 Reclams Universal-Bibliothek, ab 1935 Pocket-Books im angelsächs. Raum), während Faksimiles, Luxus- und Vorzugsausgaben kaufkräftige Schichten ansprachen. Andererseits beeinflusste in der 2. Hälfte des 20. Jh. der Fortschritt in der elektron. Aufzeichnung, Übermittlung und Speicherung von Bild und Ton das B. und sein Umfeld: Radio, Film, Fernsehen und Computer ersetzten oder ergänzten die Buchlektüre und transportierten den Buchinhalt in gesprochener (Hörbuch) oder digitalisierter Form (CD-ROM, Internet, E-Book). Die Konsultation und der Vertrieb von B.ern wurden durch elektron. Datenbanken und durch das Internet (E-Commerce) erleichtert. Daneben blieb das gedruckte B. Objekt künstler. Bearbeitung, die im frühen 19. Jh. durch Künstlerbücher und um 1900 von der "Buchkunstbewegung" neue Impulse erhielt; die Buchgestaltung hat ihre Funktion als primäres Werbemittel (jährl. Wettbewerb "Die schönsten Schweizer B.er") nicht eingebüsst.
In einer gegen Ende des 19. Jh. weitgehend alphabetisierten Bevölkerung führten der polit. Diskurs, die Erfordernisse der wiss. Lehre und Forschung sowie das Unterhaltungsbedürfnis breiter Schichten zur inhaltl. Auffächerung und zur gezielten Orientierung des Lesestoffs am jeweiligen Publikum. Das Leseangebot erweiterte sich etwa um Groschenromane, Jugend- und Kinderliteratur, Comics, Kriminal- und Science-Fiction-Romane, wiss. Reihen und hist.-krit. Editionen. Zur Verbreitung des B.s trug auch die Illustration bei, u.a. neu durch Fotografien. Einzelne Titel entwickelten sich zu Bestsellern, früh etwa die "Heidi"-Romane von Johanna Spyri (1880). In polit. und konfessionellen Auseinandersetzungen war das B. jedoch auch Kampfmittel oder Objekt der Unterdrückung.
Mit der Zunahme der Freizeit nahm die extensive Lektüre zwecks Unterhaltung zu. Daneben sammelten Bücherfreunde, von Buchantiquariaten und Auktionshäusern beliefert und in bibliophilen Gesellschaften vereint, wertvolle und seltene B.er, die sie mit ihrem Exlibris als intimes Eigentum kennzeichneten. Lesezirkel (z.B. der 1882 gegr. Lesezirkel Hottingen) und Buchgemeinschaften (z.B. die Büchergilde Gutenberg) förderten den Zugang zum B. Die Literaturkritik, seit der 2. Hälfte des 18. Jh. eine feste Institution, fand in Radio und Fernsehen neue Gefässe.
Als Orte des Lesens standen im 19. Jh. öffentl. Bibliotheken mit Lesesälen in wachsender Zahl offen. Die v.a. von der 2. Hälfte des 19. Jh. an florierenden kommerziellen Leihbibliotheken gerieten durch den wachsenden Marktanteil des Taschenbuchs und durch das Fernsehen in den Hintergrund. Den Kontakt zwischen B. und Publikum stellten, neben den Katalogen der Verlage und den Schaufenstern der Buchhandlungen, die Buchmessen (z.B. seit 1987 Salon du Livre in Genf) sowie die Leseförderung (z.B. durch Bibliotheken, Schulen) her.
Die Buchwissenschaft ist seit den 1970er Jahren eine universitäre Disziplin, aber noch an keiner schweiz. Universität institutionalisiert. Sie untersucht das B. unter Aspekten der Geschichte, Technologie, Ästhetik, Soziologie, Ökonomie und des Rechts. Sichtbar gemacht wird die Geschichte des B.s in Buchmuseen (Bibliotheca Bodmeriana in Cologny, Gutenberg-Museum in Freiburg).
Die rechtl. Aspekte von Produktion und Vertrieb regelt in der Schweiz das 1992 letztmals revidierte Urheberrechtsgesetz. Die Schweiz ist Verbandsland der "Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst". Ein nationales Pflichtexemplar-Gesetz besteht hingegen nicht; Ersatz ist die Vereinbarung der Schweiz. Nationalbibliothek (NB) mit den schweiz. Verlegerverbänden betreffend Gratislieferung von Verlagswerken. Pflichtexemplar-Gesetze haben nur die Kt. Genf, Freiburg und Waadt.
Die schweiz. Buchproduktion wird einigermassen zuverlässig seit 1871 nachgewiesen, seit 1891 im "Statist. Jahrbuch der Schweiz" und seit 1901 in der von der NB herausgegebenen Nationalbibliografie (seit 1943 "Das Schweizer Buch"). Um 1900 erschienen in der Schweiz jährlich rund 1'000 Titel, 1950 3'527, 1999 13'694, 2005 deren 10'128. An der nationalen Produktion waren 2005 die Landessprachen Deutsch zu 58%, Französisch zu 19,5%, Italienisch zu 3,5% und Rätoromanisch zu 0,3% beteiligt. Bei den übrigen Sprachen dominierte das Englische mit 13,5%.. Während die Umstände und Folgen des 2. Weltkriegs 1943-48 v.a. in der Deutschschweiz eine Gründungswelle von Verlagen und einen Anstieg der Buchproduktion (auch für das deutschsprachige Ausland) ausgelöst hatten, kamen um 2000 rund 70% der in der Schweiz angebotenen B.er aus dem Ausland. 1995 wurden B.er für 588 Mio. Fr. eingeführt und für 208 Mio. Fr. ausgeführt (ca. 50% nach Deutschland).
In der Lesart der Buchbranche ist die Schaffung gesetzlicher Grundlagen für die Regulierung des Buchpreises, wie sie 2004 auch eine parlamentar. Initiative gefordert hat, in hohem Masse zukunftsbestimmend. 2007 stützte das Bundesgericht den Entscheid der eidg. Wettbewerbskommission, der die Buchpreisbindung für illegal erklärt hat. Der Bundesrat entsprach dem Gesuch nicht, sie im Blick auf überwiegendes öffentl. Interesse weiterhin zuzulassen. Die verlangte Regelung durch Gesetz hängt u.a. von der Auswirkung dieser Entscheide auf Branche und Öffentlichkeit ab.
Autorin/Autor: Rätus Luck