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Jahreskonzert 2011
Instrumentalensemble Goldau
Hammerschmidt: Galliard und Mascharada in C-Dur zu 5 Stimmen (1636)
Telemann: Concerto in F-Dur für Altblockflöte, Streicher und Basso Continuo
Andreas Hammerschmidt (1611–1675)
aus Böhmen, ein Meister des mittleren Barock, wirkte als Organist in Freiberg (Sachsen) und ab 1639 in Zittau. Neben geistlichen Madrigalen, Motetten und Konzerten komponierte er auch viele fünstimmige Tanzsätze. ⋅ Die muntere “Galliard” und die vielgliedrige “Mascharada” laden ein, sich ein Maskenspiel vorzustellen.
Georg Philipp Telemann (1681–1767)
aus Magdeburg, befreundet mit Händel und Bach, gründete als Jura-Student in Leipzig ein Collegium Musicum, welches später Bach leitete. Nach Kapellmeister-Stellen an verschiedenen Höfen wurde Telemann 1712 Musikdirektor in Frankfurt am Main und 1721 in Hamburg. Der experimentierfreudige Komponist von Kirchen- und Instrumentalmusik und Opern beherrschte den französischen, italienischen und “vermischten” deutschen Stil des Hoch- und Spätbarock. Er bereitete den Weg in die (Vor-)Klassik. ⋅ Das in Frankfurt entstandene Concerto orientiert sich am venezianischen Gusto.
Die Barockmusik (von etwa 1600 bis um 1750)
hat als tragenden Grund den “Basso Continuo”, den durchlaufenden “General”-Bass; er wird ausgeführt von Viola da Gamba, Violoncello oder Fagott und dazu von Cembalo und/oder Laute, Basslaute (Theorbe, Chitarrone) oder Orgel, welche die harmonischen Spannungen zwischen Bass und Oberstimmen mit ihren (nach des Komponisten Bezifferung zu improvisierenden) Akkorden verdeutlichen und den Klang füllen.
Kurt Jakob Rüetschi ist Historiker und Musikwissenschafter und als Blockflötist Schüler von Hans-Martin Linde und Marianne Lüthi in Basel. In zwei Teilstellen hat er an der Edition des Briefwechsels von Heinrich Bullinger (1504–1575) in Zürich mitgearbeitet und Blockflöte am Lehrerseminar und an der Musikschule der Stadt Luzern unterrichtet, hier auch Schüler- und Lehrerinnen-Ensembles geleitet. Nach der Pensionierung leitet er weiter ein Blockflötenensemble und musiziert zusammen mit seinen langjährigen Freunden, darunter Eike Steinmann, vornehmlich Musik des 14. bis 18. Jahrhunderts, für sich auch moderne Werke. ⋅ Heute Abend spielt er auf Blockflöten von Heinz Ammann (Wollerau), auf einer Sopran (Kopie eines Instruments von etwa 1580–1610) und einer Alt (nach Vorbildern von etwa 1720).
Eike Steinmann ist Mathematiker und Lautenist. Er hat sich im Selbststudium, in Kursen bei Walter Gerwig sowie durch Unterricht bei Anthony Bailes in Basel in Theorie und Praxis intensiv mit der Lautenmusik aller Stilepochen befasst. Neben dem Solospiel und der Mitwirkung in einem Ensemble mit historischen Instrumenten hat er sich auf das Generalbass-Spiel auf der Laute und den mit ihr verwandten frühbarocken Instrumenten Theorbe und Chitarrone spezialisiert.