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Ordnerverwaltung für HF 18 Block 09 Chronischer Schmerz, Gate-Control-Theory, Total Pain Konzept
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Welche Faktoren spielen laut der Gate-Control-Theory eine entscheidende Rolle bei der Schmerzwahrnehmung?
Faktoren wie Angst, Aufregung und Vorahnung können das «Tor/Gate» öffnen und dadurch die Schmerzwahrnehmung verstärken.
Im Gegensatz zu diesen oben genannten Faktoren, können kognitive Aktivitäten wie Ablenkung, Suggestion, Entspannung, Biofeedback und Imagination dabei helfen, dass das «Tor/Gate» geschlossen werden kann und somit die sensorische Übertragung von Schmerzen verhindert wird.
Was wird unter peripherer und zentraler Sensibilisierung verstanden?
Sensibilisierung der Nozizeptoren (periphere Sensibilisierung): Errgungsschwelle wird durch wiederholte Reize oder Mediatoren herabgesetzt
Rekrutierung von Nozizeptoren: Bisher insensitive Rezeptoren werden aktiviert (primäre Hyperalgesie)
Ektope Impulsentstehung: spontane Entladung an den Rezeptoren
Rekrutierung von nozizeptiven afferenten Neuronen
Veränderungen an der C-Faser: persistierender Reiz auf C-Faser erhöht die Ruheaktivität, erniedrigt die Reizschwelle, setzt vermehrt exzitatorische Aminosäuren / Neurotransmitter frei.
A-Beta-Fasern: beginnen bei persistierender Reizung der C-Fasern nozizeptive Neuropeptide zu bilden und halten so die zentrale Sensibilisierung aufrecht.
Führt schlussendlich zur supranormalen Reizantwort. Alles zusammen + Nerventrauma ergibt vermehrte Impulsaktivität in Richtung ZNS.
Welche Faktoren spielen neben der Sensibilisierung noch eine Rolle bei der Chronifizierung von Schmerzen?
Bislang neutrale Reize wie Sitzen, Stehen, Bücken, die mit einer Schmerzerfahrung gekoppelt sind können zu schmerzauslösenden konditionierten Reizen werden.
Konditionierte Reize oder nur Gedanken an diese können vorgelagerte Angst und erhöhte Muskelspannung auslösen (Respondetes Lernen.)
Stresssituationen können als zusätzliche unkonditionierte Stimuli verstanden werden
Ein zuvor dargebotener Reiz beeinflusst Wahrnehmung eines späteren Reizes im Sinne eines Lernvorgangs (Priming)
Was ist das Total Pain Konzept?
In 60er Jahren entwickeltes Konzept zur Erfassung des Schmerzes als äusserst komplexes Symptom, eine mehrdimensionale Betrachtung von Schmerz. Das Total Pain Konzept wird oft in der palliative care angewendet und zeigt die vier verschiedenen zusammenhängenden Schmerzebenen auf.
Was sind die vier Aspekte des Total Pain Konzepts?
Körperlicher Schmerz
Tumor-Wachstum und Metastasen
Nicht-onkologische Ursache
Verschiedene andersartige Symptome
Körperliche Entstellungen
Nebenwirkung von Behandlungen
Schlaflosigkeit und chronische Erschöpfung
Seelischer Schmerz
Ärger über die Verzögerung bei der Diagnosestellung
Ärger über therapeutisches Versagen
Ärger über An- und Zugehörige
Ärger über die Unerreichbarkeit von Ärzten
Angst vor Schmerzen
Gefühl der Hilflosigkeit
Sozialer Schmerz
Sorge um die Familie
Sorge um die finanzielle Situation
Sorge um den Verlust von Prestige, Beruf und Einkommen
Verlust der sozialen Position
Verlust der Rolle in der Familie
Gefühl, vernachlässigt oder isoliert
zu werden
Spiritueller Schmerz
Warum gerade ich?
Warum lässt Gott es zu, dass ich so leiden muss?
Was ist der Sinn des Ganzen?
Hat das Leben irgendeinen Sinn und Zweck?
Werden mir meine Fehler vergeben werden?
Welche Pflegediagnosen werden unter der Syndorm Pflegediagnose „chronisches Schmerzsyndrom“ zusammengefasst?
akuter/chronischer Schmerz
beeinträchtigte körperliche Mobilität
Haut-/Gewebeschädigung
Selbstversorgungsdefizit
Schlafstörung
Autonomieverlust
Hoffnungslosigkeit
Gefahr einer Körperbildstörung
Machtlosigkeit
beeinträchtigtes Selbstwertgefühl
Sexualstörung
unwirksames Therapiemanagement
Beschäftigungsdefizit
beeinträchtigte soziale Interaktion
Vereinsamungsgefahr
Ungewissheit
Was sind die Ziele der Behandlung vom chronischen Schmerzsyndrom?
Verbesserung von Koordination und Körperwahrnehmung
Verbesserung der Eigenkontrolle hinsichtlich der individuellen Belastungsfähigkeit
Veränderung der emotionalen Beeinträchtigung (vor allem Depression, Angst, „Schwarz malen“)
Veränderung des auf Ruhe ausgerichteten Krankheitsverhaltens
Veränderung der Befürchtungen in Bezug auf Aktivität und Arbeitsfähigkeit.
Absteigende Bahnen der Nozizeption wirken vorallem hemmend.