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Die Sanierung der SAirGroup soll innerhalb eines Jahres so weit vorangetrieben werden, dass der Konzern wieder profitabel arbeiten kann. Das sagte Verwaltungsrats-Präsident Eric Honegger in einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ). Die Schuld für die fehl geschlagene Strategie schob er teilweise seinem Vorgänger zu.
In dem am Samstag (10.03.) veröffentlichten Interview der NZZ erklärte Honegger den zweistufigen Abgang des Verwaltungsrats damit, dass man ein Vakuum vermeiden wolle. Der Verwaltungsrat habe auch die Verantwortung, den Wechsel zu vollziehen und die neue Strategie zu formulieren.
Die vier verbleibenden Mitglieder - neben Honegger sind dies die beiden Bankiers Lukas Mühlemann und Benedict Hentsch sowie der Economiesuisse-Chef Andres Leuenberger - hätten die Aufgabe, zusammen mit den drei neuen Verwaltungsräten die Sanierung so weit voranzutreiben, dass die SAirGroup wieder profitabel arbeiten könne.
Vorgänger sei mitschuldig
Der gestaffelte Rücktritt bedeute aber nicht, dass die Verwaltungsräte eine unterschiedliche Verantwortung hätten, sagte Honegger weiter. Der frühere FDP-Politiker, der seit 1993 im Verwaltungsrat sitzt und diesen seit knapp einem Jahr präsidiert, schob die Schuld für das Debakel bei der Luftverkehrs-Holding aber zugleich teilweise seinem Vorgänger, Hannes Goetz, zu.
Goetz habe den Vertrag mit der belgischen Fluggesellschaft Sabena unterschrieben, meinte Honegger und fügte hinzu: "Ich glaube, die Rolle des Präsidenten ist in solchen Fällen eine entscheidende, weil er einen tieferen Einblick hat in die Unterlagen, als dies die übrigen Mitglieder haben können."
Er habe dies selber erlebt, sagte Honegger. Nach der Übernahme des Präsidiums habe er innerhalb von acht Monaten feststellen müssen, dass es so nicht weitergehen könne und dass er durchgreifen müsse. Er habe einen völlig anderen Einblick in die Unterlagen erhalten, als dies vor der Übernahme des Präsidiums der Fall gewesen sei.
"Swissair wird nicht verkauft"
Honegger kündigte im weiteren für den 2. April die Bekanntgabe einer Restrukturierung an. Er bekräftigte, dass die Swissair nicht verkauft werde und das Kerngeschäft bleibe. Die Probleme seien in Frankreich, Belgien und Deutschland. Eine Allianzpartnerschaft sei denkbar, habe aber nicht oberste Priorität.
Honegger dementierte im weiteren, dass die Banken Druck auf die Demission des Verwaltungsrats ausgeübt hätten. Zur finanziellen Situation machte der SAir-Präsident keine Angaben. Er versprach aber, am 2. April alles auf den Tisch zu legen, inklusive der neuen Strategie.
swissinfo und Agenturen