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Rocourt
(Kt. Bern,
Amtsbez. Pruntrut).
512 m. Gem. und Pfarrdorf in der
Haute
Ajoie,
im Thal n.
Roche d'Or und 10 km wsw. der Station
Pruntrut
der Linie
Delsberg-Delle. Postablage, Telephon; Postwagen
Pruntrut-Damvant und nach
Grandfontaine. 56
Häuser, 232 kathol. Ew.
Ackerbau und Vieh- (besonders Pferde-) zucht. Uhrsteinschleiferei. Das Dorf 1785 abgebrannt. Ehemals
eigene
Herrschaft. 1221 erscheint ein Boémont de
Rocourt; 1330 stiftet Jehanneat de Rocourt die St. Niklauskapelle in der
Kirche von
Grandfontaine.
Später wohnten diese Edeln meist in
Pruntrut, ohne aber ihre Ansprüche auf
Rocourt aufzugeben. Der letzte des Geschlechtes,
Ferri von
Rocourt, Burgherr auf Goldenfels
(Roche d'Or), starb 1492. Er war ein stolzer und gegen seine
Untertanen harter Mann, der dem sein Recht auf
Rocourt bestreitenden
Bischof von Basel
sagen liess, dass er seine
Herrschaft von
Gott habe und niemandem Rechenschaft schuldig sei, und der seine sich etwa beklagenden Hörigen mit der Bemerkung abzufertigen
pflegte:
Schweig! du weisst, dass du mit Leib und Gut mir gehörst und dass ich dich mit einem
Strick am Fuss nach
Pruntrut
auf den
Markt führen und dort wie ein Schwein verkaufen kann. Nach seinem Tod kam die
Herrschaft
Rocourt bis 1793 zum Bistum
Basel.
Napoleon I. erhob
Rocourt 1802 zur eigenen Pfarrei, die 1814 aufgehoben und 1874 wieder hergestellt
wurde. Die an der Stelle der ehemaligen Burg erbaute und dem h. Franz Xaver geweihte Pfarrkirche ist 1862 vollendet worden.
1148: Rocort; 1308: Rocurt.
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