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Gold kaufen als Krisenvorsorge? Lange Zeit schon gilt Gold, wohlgemerkt physisches Gold, als sicherer Hafen in Krisenzeiten bzw. als sichere Krisenwährung. Dabei ist Gold (heutzutage) natürlich keine Währung im eigentlichen Sinne (mehr), wie etwa der Schweizer Franken, der Euro oder der US-Dollar. Wir möchten in diesem Beitrag daher auf die Geschichte des Goldes als Währung eingehen – Stichwort Goldstandard – und seine Wertentwicklung, insbes. in Krisenzeiten, genauer analysieren. Abschließend folgt ein Ausblick & Fazit für Anleger und Investoren.
Der Goldstandard – Gold als Währung
Jeder, der sich schonmal mit der Geschichte der Wirtschaft und des Handels beschäftigt hat, wird feststellen, dass Münzen in den letzten 2.000 bis 3.000 Jahren dabei eine außerordentliche Rolle eingenommen haben. Insbesondere natürlich Münzen aus Edelmetallen, wie etwa Bronze, Silber und Gold.
Gold hat in der Vergangenheit also schon immer eine gewisse Relevanz als Zahlungsmittel gehabt – mal mehr, mal weniger offiziell. Doch was hat es mit dem Goldstandard auf sich? Der Goldstandard beschreibt nichts anderes, als eine Währungsordnung, bei der Goldmünzen oder Banknoten, welche einen Anspruch auf Gold repräsentieren und in Gold eingetauscht werden können, die Währung darstellen.
Ursprünglich wurde der Goldstandard im 19. Jahrhundert weltweit eingeführt. Maßgeblich dafür verantwortlich war Großbritannien, das zuerst zu einem alleinigen Goldstandard überging und während der industriellen Revolution zur weltweiten Finanz- und Handelsmacht aufgestiegen ist.
Wer mit Großbritannien Handel treiben und Kredite aufnehmen wollte, musste sich entsprechend anpassen und so wurde der britische Goldstandard eine Alternative zum bis dahin verbreiteten System der Silberwährung. Der Goldstandard war nach 1870 das dominierende Währungssystem.
Die internationale Abkehr vom Goldstandard
In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts lief das System des Goldstandards nicht mehr stabil. Insgesamt sind sich Wirtschaftshistoriker sogar einig, dass „der Goldstandard ein Transmissionsmechanismus zur Verbreitung der Weltwirtschaftskrise war und zu Entstehung und Länge der Großen Depression maßgeblich beitrug“ (Peter J. Montiel, International Macroeconomics, John Wiley & Sons Ltd., 2009).
Hier unten in der Grafik können Sie dazu die Entwicklung des Pro-Kopf-Einkommens diverser Volkswirtschaften während der Weltwirtschaftskrise 1929 bzw. 1930 und darüber hinaus sehen. Außerdem ist der Zeitpunkt der Abkehr vom Goldstandard mit einem kleinen (farbigen) Dreieck markiert.
Relevante Ereignisse auf dem Weg zur Aufhebung der Goldbindung der Währungen:
- Weltwirtschaftskrise (beginnend 1929)
- Bankenkrise (Anfang der 1930er Jahre)
- Reichsmark und Österreichischer Schilling (1931)
- Großbritannien: Sterlingblock (1931)
- Vereinigte Staaten: US-Dollar (1933)
- Bretton Woods (1944 bis 1973)
- Internationaler Währungsfonds (1976)
Wie hoch ist der aktuelle Goldkurs? – Stand im Dezember 2019
Doch wie hoch ist der Goldkurs heute? Und wie hat er sich vor diesem historischen Hintergrund entwickelt? Stand heute, im Dezember 2019, liegt der Goldpreis bei ca. 1.500 USD pro Feinunze Gold. Das entspricht in etwa 1.475 CHF und 1.350 EUR für eine Unze Gold.
Natürlich muss man bei einer Betrachtung in unterschiedlichen Währungen aufgrund der Wechselkurse an den Devisenmärkten (Forex) und den damit einhergehenden Wertschwankungen der Währungen untereinander immer etwas vorsichtig sein – insbesondere über längere Zeiträume.
Deshalb betrachten wir in der Grafik hierunter die historische Goldpreisentwicklung von 1914 bis 2019, sowohl nominal (in grün), als auch real (in gelb), lediglich in US-Dollar je Feinunze Gold. “Troy Ounce” (im Englischen) bezeichnet dabei die Feinunze, welche eine allgemeine Maßeinheit für Edelmetalle ist. Ihre Masse entspricht der sog. Apotheker Unze (1 oz.tr. = 31,1034768 g und 1 kg ≈ 32,15075 oz.tr.) und bezieht sich rein auf den Edelmetallanteil.
Wie hat sich der Goldpreis bis heute entwickelt? – Von 1914 bis 2019
Wie man hieran sehr schön erkennen kann, stechen vor allem die zuvor genannten historischen Ereignisse heraus und schlagen sich in einer teils drastischen Preisänderung nieder. Der erste Preisanstieg beim Gold erfolgte, nachdem sich zahlreiche Länder, nach der Weltwirtschaftskrise, zu Beginn der 1930er Jahre, vom Goldstandard verabschiedeten. Danach blieb der nominale Gold-Wert in US Dollar (grün) über einen relativ langen Zeitraum stabil.
Das zweite einschneidende Ereignis kam dann in den 1970er Jahren mit Bretton Woods. Wie man an der senkrechten, grauen, Linie etwa in Bildmitte oben sieht, hatte das Ende des Bretton Woods Systems wohl die bis dato gravierendsten Auswirkungen auf den Goldpreis. Allerdings erkennt man bereits vor dem Ende dieses Gold Standards, dass sich der Preis nach oben bewegt. Der langwierige Vietnamkrieg und die erste Ölpreiskrise 1973 taten ihr Übriges.
Nach einer Phase der Stabilisierung des Goldpreises in den 80er und 90er Jahren gab es zum Jahrtausendwechsel dann den nächsten “Run auf’s Gold”. Von ca. 2000 / 2001 an, bis etwa ins Jahr 2012, stieg der Goldpreis fast unaufhaltsam. Befeuert von zahlreichen Wirtschaftskrisen und Kriegen: Dotcom-Blase, Terroranschläge am 11. September 2001, in der Folge “Krieg gegen den Terror” in Afghanistan und im Irak, bis hin zur Weltfinanzkrise 2007 bzw. 2008 und der anschließenden Eurokrise ab 2010.
Wo kann man heute sicher Gold kaufen? – Physisches Gold & an der Börse
Gold kaufen in der Krise? In der Vergangenheit scheint sich das bewährt zu haben, wenn man sich die historischen Entwicklungen anschaut. Aber wo kann man heute noch sicher Gold kaufen? Investitionsmöglichkeiten, sowohl für physisches Gold, als auch an der Börse über Finanzprodukte, gibt es zuhauf.
Der Erwerb von Goldmünzen und Goldbarren ist bei Banken, Edelmetall- und Münzhändlern möglich und in Deutschland sogar umsatzsteuerbefreit (wenn die Goldbarren und -münzen als Anlagegold zu klassifizieren sind). Wir haben Ihnen hier eine Liste seriöser Händler zusammengestellt (mit Online-Shop):
- Degussa – https://www.degussa-goldhandel.ch/
- Pro aurum – https://proaurum.ch/
- Philoro – https://philoro.ch/
- Suisse Gold – https://www.suissegold.ch/de/
- Heraeus – https://www.heraeus-gold.de/de
- GoldSilberShop.de – https://www.goldsilbershop.de/
- GoldZeiten – https://www.goldzeiten.de/
Alternativ können Sie direkt über die Börse oder einen Online Broker Ihrer Wahl in Fonds oder ETFs (Exchange-traded funds), sowie Zertifikate, investieren. Hier entfällt die physische Komponente dann für Sie. Außerdem sind natürlich auch Aktien von Rohstoff-Unternehmen, wie z.B. Goldförderunternehmen und Minen-Betreibern, denkbar.
Fazit: Cash is King & Gold definitiv eine wertvolle Absicherung
Wenn Sie sich in der Krise Gold kaufen wollen, dann empfehlen wir einen der oben genannten Händler von physischem, “echtem”, Gold (in Form von Barren und Münzen) oder eine Bank bzw. einen Verkäufer Ihres Vertrauens. Optimalerweise kaufen Sie natürlich schon vor der Krise ein, wenn die Goldpreise generell noch niedriger sein sollten, als währenddessen.
Aufgrund des Timing Problems legen Sie am besten einen Sparplan an oder investieren selbst aktiv und regelmäßig. Da niemand die nächste Krise genau prognostizieren kann und oftmals auch unvorhergesehene oder nicht planbare Dinge der Auslöser sein können, sind Sie so auf der sicheren Seite und profitieren beim Goldkauf vom sogenannten Durchschnittskosteneffekt.
Weiterhin sollten Sie bedenken, dass man aufgrund von Ereignissen und Krisen in der Vergangenheit nicht automatisch von gleichen oder ähnlichen Verläufen in der Zukunft ausgehen kann. Am Ende sollten Sie sich immer auch eine gewisse Cash Reserve bevorraten, um im Ernstfall die nötigsten Besorgungen, wie z.B. Lebensmitteleinkäufe, Arzneimittel, etc., in bar bezahlen zu können. Nicht umsonst heißt ein altes Sprichwort: Cash Is King!
Abschließend kann man sagen, dass sich Gold im vergangenen Jahrhundert durchaus als Krisenwährung für Privatanleger bewährt hat und auch darüber hinaus schon lange Zeit vorher als anerkanntes Zahlungsmittel diente. Dennoch möchten wir noch darauf hinweisen, dass Gold kaufen in der Krise nur eine Absicherung sein sollte. Legen Sie nicht “alle Eier in einen Korb”, sondern diversifizieren Sie Ihre Kapitalanlagen.