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Anlässlich unseres 40-jährigen Jubiläums wurden unsere Räumlichkeiten umbenannten und verschiedenen Heiligen zugewiesen, die alle aus dem Umkreis der Thebäischen Legion stammen, deren Kommandant der Legende nach der hl. Mauritius war. So soll Heiligengeschichte und Kulturgeschichte quasi im Vorbeigehen lebendig bleiben. In den einzelnen Räumen sind Tafeln angebracht, die über die Vita dieser Heiligen informieren.

Hl. Candidus
Candidus war Senator Militium, also Leutnant der Thebäischen Legion unter der Kommandatur des Mauritius. Da die Legionäre sich weigerten, an der Christenverfolgung mitzuwirken, wurden sie zunächst zweimal dezimiert, d. h. jeder Zehnte wurde hingerichtet. Schliesslich wurde der Befehl gegeben, die ganze Legion zu töten.
So fand auch Candidus um 302 bei Agaunum den Märtyrertod. Sein Gedenktag ist der 22. September.
Die Gebeine der Märtyrer wurden schon um 380 wieder aufgefunden, über den Grabstätten entstand eine Kirche, die zum Wallfahrtsort wurde (Abtei Saint-Maurice).
Ein im Schatz der Stiftskirche zu Saint-Maurice befindet sich ein romanisches Kopfreliquiar; es enthält die Schädelknochen des hl. Candidus.
Das Haupt ist hohl und kann mit Hilfe einer Klappe auf dem Schädel geöffnet werden. Im Inneren finden sich neben den Knochen weitere Reliquienpäckchen, die dem Heiligen zugeschrieben werden.

Hl. Cassius
Cassius und Florentius erlitten um 304 das Martyrium. Wahrscheinlich waren sie ebenfalls Mitglieder der Thebäischen Legion, von der jedoch ein Teil zur Niederschlagung eines Aufstands ins Rheinland vorausgeschickt worden war, sodass sie dem Massaker in Agaunum zunächst entkamen.
Mit diesem Vortrupp gelangte Cassius in die Gegend des heutigen Bonn. Nach Cassius und Florentius ist das Bonner Münster benannt, das am Ort ihres Martyriums stehen soll und ihre Reliquien enthält.
Unter dem Münster in Bonn wurde eine Zelle ausgegraben, die auf Cassius' und Florentius' Verehrung schon Anfang des 4. Jahrhunderts schliessen lässt. Eine Urkunde von 691 erwähnt eine ihnen geweihte in Bonn, angeblich wurde sie von der hl. Helena gestiftet.
1643 wurden Cassius und Florentius zu den Patronen der Stadt Bonn ernannt. 1887 wurden ihre Gebeine wiedergefunden, die seit 1971 in einem neuen, modernen Schrein ruhen, der sich unmittelbar über der Gruft befindet, in der die Märtyrer ursprünglich bestattet worden sein sollen.
Gedenktag der beiden Heiligen – und Hochfest in der Stadt Bonn – ist der 10. Oktober.

Hl. Exuperius
Wie der hl. Candidus war auch Exuperius ein Offizier der Thebäischen Legion unter der Kommandatur des hl. Mauritius.
Als die Truppe sich weigerte, an der Christenverfolgung mitzuwirken bzw. den römischen Göttern zu opfern, wurde sie zunächst zweimal dezimiert, d. h. jeder Zehnte wurde hingerichtet. Schliesslich wurde der Befehl gegeben, die ganze Legion zu töten.
So fand auch Exuperius um 302 bei Agaunum den Märtyrertod. Der Gedenktag aller thebäischen Märtyrer ist der 22. September.
Da die Legionäre aus dem Gebiet des heutigen Ägyptens stammten, kann man davon ausgehen, dass sie von eher dunkler Hautfarbe waren, auch wenn sie auf den meisten Bildüberlieferungen anders dargestellt sind. Zusammen mit Mauritius und Candidus gehört Exuperius zu den wichtigsten Soldatenheiligen.
Die Gebeine der thebäischen Märtyrer wurden um 380 wieder entdeckt. Über den Grabstätten entstand zunächst eine Kirche, die schnell zum Wallfahrtsort wurde. Unter dem Burgunderkönig Sigismund wurde schliesslich die Abtei Saint-Maurice gegründet. Dieses Kloster ist eines der wenigen, die ohne Unterbrechung bis heute Bestand haben.

Hl. Felix & Regula
Der Legende nach sollen die Geschwister Felix und Regula Mitglieder der thebäischen Legion gewesen sein, die um 302/303 n. Chr. bei Argaunum, dem heutigen Saint-Maurice im Wallis, den Märtyrertod erlitt.
Die beiden konnten jedoch zunächst zusammen mit ihrem Diener Exuperantius entkommen. Sie flohen über Furka, Reusstal und Klausenpass ins Glarnerland. Schliesslich gelangten sie bis nach Zürich, wo sie ein gottgeweihtes Leben führten.
Doch die Schergen des römischen Kaisers Maximian verfolgten sie und stöberten sie schliesslich auf. Trotz Folter weigerten sie sich standhaft, den römischen Göttern zu opfern. Daraufhin wurden sie auf Befehl des Kommandanten Decius auf einer kleinen Insel in der Limmat, wo heute die Wasserkirche steht, enthauptet.
Angeblich trugen Engel die Körper mit den abgeschlagenen Köpfen von Felix und Regula 40 Ellen (gute 20 m) weit bis zu der Stelle, an der die Heiligen schliesslich begraben wurden. Angeblich hat Karl der Grosse die Gebeine der Heiligen wiederentdeckt und ihnen zu Ehren das Grossmünster errichten lassen.
Heute gelten die beiden Märtyrer zusammen mit Exuperantius als die Zürcher Stadtheiligen. Ihr Gedenktag ist der 11. September.

Hl. Florentius
Zusammen mit Cassius erlitt Florentius um 304 das Martyrium. Wahrscheinlich waren die beiden ebenfalls Mitglieder der Thebäischen Legion, von der jedoch ein Teil (unter Führung des hl. Gereon) zur Niederschlagung eines Aufstands ins Rheinland vorausgeschickt worden war, sodass sie dem Massaker in Agaunum zunächst entkamen.
Mit diesem Vortrupp gelangte Florentius in die Gegend des heutigen Bonn. Nach Cassius und Florentius ist das Bonner Münster benannt, das am Ort ihres Martyriums stehen soll und ihre Reliquien enthält.
Unter dem Münster in Bonn wurde eine Zelle ausgegraben, die auf Cassius' und Florentius' Verehrung schon Anfang des 4. Jahrhunderts schliessen lässt. Eine Urkunde von 691 erwähnt eine ihnen geweihte Basilika in Bonn, angeblich wurde sie von der hl. Helena gestiftet.
1643 wurden Cassius und Florentius zu den Patronen der Stadt Bonn ernannt. 1887 wurden ihre Gebeine wiedergefunden, die seit 1971 in einem neuen, modernen Schrein ruhen, der sich unmittelbar über der Gruft befindet, in der die Märtyrer ursprünglich bestattet worden sein sollen.
Gedenktag der beiden Heiligen – und Hochfest in der Stadt Bonn – ist der 10. Oktober.

Hl. Mauritius
Der heilige Mauritius (+ 302 n. Chr.) war der Überlieferung nach römischer Offizier. Er führte die im Unterwallis stationierte thebäische Legion (Theben/Ägypten) an, die hauptsächlich aus Christen bestand. Weil er sich weigerte, den alten Göttern zu opfern, wurde er von Maximianus (dem Mitregenten des römischen Kaisers Diokletian) hingerichtet.
Die Geschichte des Mauritius und seiner Gefährten ist überliefert in der Schrift «Passio Acaunensium martyrum», der Leidensgeschichte der Märtyrer von Agaunum. Agaunum ist die römische Bezeichnung für das heutige Saint-Maurice im Wallis. Die Schrift wurde verfasst von Eucherius von Lyon, der sich auf eine mündliche Zeugenkette berief.
Gebeine der Märtyrer wurden schon um 380 aufgefunden, über den Grabstätten entstand eine Kirche, die zum Wallfahrtsort wurde. Ab 515 wuchs daraus das Kloster St. Maurice d'Agaune. Jedes Jahr findet dort am Gedenktag des hl. Mauritius, dem 22. September, eine feierliche Prozession durch die Strassen der Stadt mit anschliessender Vesperfeier in der Kirche statt.

Hl. Sigismund
Der heilige Sigismund (* um 474, + 1. Mai 524) war König der Burgunden. Er hatte sich 497 gegen den Willen seines Vaters von Bischof Avitus von Vienne katholisch taufen lassen. Durch sein Vorbild bekehrten sich viele zum katholischen Glauben.
Der Schauplatz der Ermordung der thebäischen Legion war bald zu einer Pilgerstätte für das christliche Volk geworden.
Um 515 gründete Sigismund schliesslich dort die Abtei Saint-Maurice im Wallis. Sie wurde zum bedeutendsten Kloster im Burgunderreich. Dort wurde auch die Liturgie des ewigdauernden Lobgesangs (laus perennis) praktiziert, was eine grosse Anzahl von Mönchen erforderte. Sigismund stattete das Kloster reich aus und beorderte zahlreiche Mönche aus seinem Reich nach Saint-Maurice. Saint-Maurice gilt als das älteste Kloster des Abendlandes, das ununterbrochen bis heute noch besteht.
Drei Jahre nachdem Sigismund mit seiner Familie einen gewaltsamen Tod durch den Frankenkönig Chlodomir erlitten hatte, wurden seine Gebeine und die seiner Söhne in Saint-Maurice beigesetzt. Gedenktag ist der 1. Mai.

Hl. Theodor
Theodor (+ um 400 im Kanton Wallis, Schweiz) war Bischof von Octodurum (heute Martigny im Unterwallis). Er ist ein Landespatron des Kantons Wallis sowie des Bistums Sitten.
Wahrscheinlich war Theodor der erste Bischof von Octodurum. Im Jahr 381 nahm er an der Synode von Aquileia teil. Vermutlich besuchte er auch die Synoden von Mailand in den Jahren 389 und 393.
Nach dem Zeugnis des Eucherius von Lyon fand er die Gebeine des hl. Mauritius, des Kommandanten der sagenhaften Thebäischen Legion, und seiner Gefährten bei Agaunum (dem heutigen Saint-Maurice).
Über dessen Grab erbaute er um 380 eine Basilika. Sie zählt zu den ältesten bekannten christlichen Gotteshäusern der Schweiz.
Die Gebeine des heiligen Theodor wurden vermutlich im 6. Jahrhundert nach Sitten überführt. Während der Besetzung der Stadt Sitten durch französische Truppen 1798 gingen sie verloren.
Theodor ist Glocken-, Wetter- und Winzerpatron, sein Patronats- und Gedenktag ist der 16. August.

Hl. Ursus & Victor
Ursus und Victor waren der Überlieferung nach Angehörige der Thebäischen Legion. Beide entkamen zunächst mit 66 weiteren christlichen Soldaten dem Massaker von Agaunum (dem heutigen Saint-Maurice im Wallis) und flüchteten nach Salodurum, dem heutigen Solothurn. Doch konnten sie dem Tod nicht entrinnen.
Die Legende berichtet, wie der römische Statthalter Hirtacus die beiden festnehmen liess. Vor die Wahl gestellt, den römischen Göttern zu opfern oder den Tod zu erleiden, blieben sie standhaft und wurden ins Gefängnis geworfen. Am nächsten Tag sollten sie auf einem grossen Scheiterhaufen verbrannt werden, doch es zog ein Gewitter auf und der Wolkenbruch löschte das Feuer. Nun liess Hirtacus die Soldaten auf die Aarebrücke stellen und enthaupten, ihre Köpfe und Leiber stürzten ins Wasser. Doch die Körper nahmen ihre Köpfe unter den Arm und schwammen bis zu einer kleinen Bucht, an der sich die Christen heimlich zu versammeln pflegten. Dort stiegen sie an Land und legten sich auf die Erde. In der Nacht wurden sie dann dort von Christen begraben.
Die Verehrung von Ursus und Victor ist durch die um 445 von Eucherius von Lyon verfasste Leidensgeschichte der Thebäischen Legion bezeugt. Die Kathedrale in Solothurn ist Ursus und Victor geweiht.

Hl. Verena
Die heilige Verena (* um 260, + 320 n. Chr.) wurde in Theben als Kind reicher Eltern geboren. Sie schloss sich der Legende nach dem Tross der thebäischen Legion an und blieb zunächst nach Mailand. Als sie vom gewaltsamen Tod der thebäischen Märtyrer in Agaunum (heute: Saint-Maurice) hörte, brach sie dorthin auf und bestattete sie.
Anschliessend begab sie sich zunächst nach Solothurn, wo sie sich in einer Höhle dem Fasten, Beten und der Heilung von Kranken widmete. Aufgrund ihrer Beliebtheit wurde sie angefeindet, sodass sie zunächst auf die Rheininsel floh. Von dort aus ging es für Verena weiter nach Zurzach, wo sie im Haus des Pfarrers ein neues Daheim fand. Auch hier kümmerte sie sich um Arme und Kranke und war bei der Bevölkerung sehr beliebt, was wieder zu Neid und Missgunst führte. In diesem Zusammenhang wird von zwei Wundern berichtet: Einmal verwandelt sich der Wein, den Verena heimlich in einem Krug zu den Kranken bringt, in Wasser. Dann findet sich ein gestohlener Ring im Magen eines Fisches wieder.
Gedenktag der hl. Verena ist der 1. September. Dargestellt wird sie meist mit Kamm und Krug als Zeichen dafür, dass sie sich um die Kranken gesorgt hat.