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Unterstützung der nächsten Generation indigener Führungskräfte
Incomindios erfüllt sein Ziel, die Rechte Indigener Völker zu fördern und zu unterstützen, unter anderem durch das Incomindios-Lippuner-Stipendium, das in Zusammenarbeit mit der Universität Kent vergeben wird. Dieses Stipendium, das im Gedenken an die langjährige Verfechterin der Rechte Indigener Völker, Eva Lippuner, benannt wurde, bietet jedes Jahr einer indigenen Person aus Nord-, Mittel- oder Südamerika die Möglichkeit, ein Studium im Bereich der Rechte Indigener Völker zu finanzieren.
Das Stipendium ermöglicht es indigenen Studierenden, ihre Stimme für die Anliegen, die ihnen am Herzen liegen, zu erheben, und zwar nicht nur durch die finanzielle Unterstützung ihrer akademischen Bemühungen in der Höhe von 5000 USD, sondern auch durch Kooperationsmöglichkeiten. Dazu gehören ein Fernpraktikum bei Incomindios, eine virtuelle Vorlesung an der University of York und die Zusammenarbeit mit der University of Kent. Bewerbungen für das Stipendium 2024 sollten bis zum 1. Dezember 2023 eingereicht werden – der oder die erfolgreiche Kandidat*in wird im Januar 2024 bekannt gegeben, wobei das Stipendium im ersten Quartal des Jahres beginnt (diese Daten können sich je nach Anzahl der Bewerbenden ändern).
Um für das Stipendium in Frage zu kommen, müssen indigene Studierende:
ein*e indigene*r Student*in aus Nord-, Mittel- oder Südamerika sein
einen Bachelor-, Master- oder PhD-Studiengang im Bereich der Rechte Indigener Völker an einer indigenen oder anerkannten akademischen Einrichtung absolvieren bzw. einen entsprechenden Studienplatz innehaben
Interesse/Aktivismus für indigene Rechte/Menschenrechte/Umweltgerechtigkeit nachweisen
eine Nominierung oder Referenz von einem indigenen Ältesten oder indigenen Mentor haben
Sie müssen in der Lage sein, informative Artikel über ihr Studienfach für die Plattformen von Incomindios zu verfassen.
Sie müssen bereit sein, auf Social-Media-Plattformen Werbung zu machen.
Bisher hat das Stipendium drei indigene Stipendiat*innen erfolgreich gefördert:
2021: Brittani Orona – Hupa, Kalifornien, USA
Anliegen: Indigene Geschichte und Menschenrechte, Umweltstudien, indigene Wissenschaft, öffentliche Geisteswissenschaften & visuelle Souveränität
Brittani Orona gehört dem Hoopa Valley Tribe an und war während ihrer Zeit als Incomindios-Stipendiatin Doktorandin an der University of California, Davis, in Native American Studies mit dem Schwerpunkt Menschenrechte. In ihrer Dissertation befasst sie sich mit den Perspektiven der Hupa, Yurok und Karuk auf traditionelles ökologisches Wissen, Umweltgesundheit sowie Menschen- und Wasserrechte im Klamath River Basin im Nordwesten Kaliforniens.
Sie hat nun ihren Doktortitel erhalten und ist UC President's and Andrew W. Mellon Postdoctoral Fellow an der University of California, Santa Cruz. Seitdem war Brittani auch Assistenzprofessorin für indigene Studien an der San Diego State University und ist angehende Assistenzprofessorin für indigene Studien an der UC Santa Cruz. Außerhalb der akademischen Welt ist sie Mitglied im Vorstand von Save California Salmon und der California Association of Museums.
Höhepunkte von Incomindios: Brittani gab eine Reihe von Webinaren mit Incomindios, das letzte mit dem Titel " Hoffnung und Erneuerung: Die Erde während des Klimawandels mit indigener Umweltverantwortung in Ordnung bringen" - Sie können es hier ansehen.
2022: Flavio Ayuso – Maya, Yucatán, Mexiko
Anliegen: Verteidigung indigener Gebiete, Agrarrecht und Agrarsoziologie
Flavio Ayuso ist ein Maya- und Agraraktivist aus Muna - einer kleinen Gemeinde im Süden Yucatans - und studiert Soziologie an der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko. Seit 2018 unterstützt er Maya-Ejidos-Gemeinschaften bei der Verteidigung ihres Landes gegen Megaprojekte und Immobilienentwicklungen. Im Rahmen seiner Arbeit hat er sich am Agrarprozess der Ixil-Gemeinschaft in Yucatán beteiligt, um ihr Territorium gegen Geschäftsinteressen zu verteidigen, und untersucht den Schutz der Rechte Indigener Völker während der neuen grünen Energiewende.
Höhepunkte von Incomindios: Flavio präsentierte seine Arbeit mit dem Titel "Die Ejido-Gemeinschaften in Mexiko bilden den territorialen Widerstand: Ixil, Yucatán", die Sie sich hier ansehen können. Außerdem nahm er an der zweiundzwanzigsten Sitzung des Ständigen Forums der Vereinten Nationen für indigene Angelegenheiten (UNPFII) im April 2023 teil.
2023: Jermani Ojeda Ludeña – Quechua, Peru
Anliegen: Bewahrung der indigenen Sprache und Kultur
Jermani Ojeda Ludeña ist Doktorand im letzten Jahr seines Studiums der iberischen und lateinamerikanischen Sprachen und Kulturen an der University of Texas in Austin. Er setzt sich leidenschaftlich für den Erhalt der Quechua-Sprache und -Kultur ein. In seiner Dissertation befasst er sich mit der mündlichen Rhetorik der Quechua-Sprache und erörtert die Grundsätze der Quechua-Kommunikation anhand einer Untersuchung von Radioübertragungen. In diesem Zusammenhang will Jermani auch Filmarbeiten mit Quechua-Sendern durchführen, um das Problem der Nichtanerkennung der Quechua-Sprache als nationale Staatssprache zu beleuchten.
Höhepunkte von Incomindios: Jermani führte ein aufschlussreiches Interview mit Incomindios, das hier abgerufen werden kann. Er nahm auch an der zweiundzwanzigsten Sitzung des Ständigen Forums der Vereinten Nationen für indigene Angelegenheiten (UNPFII) im April 2023 teil.
Wir möchten alle in Frage kommenden Personen auffordern, sich hier zu bewerben, und andere Lesende auffordern, diesen Artikel mit potenziellen Kandidat*innen zu teilen. Bei Fragen können Sie uns direkt eine E-Mail an scholarship [AT] incomindios [DOT] ch schicken; bitte setzen Sie sich auch mit uns in Verbindung, wenn Sie an einer Zusammenarbeit mit uns interessiert sind. Sie können hier für Incomindios spenden, um das Stipendium und unsere anderen Projekte zu finanzieren - wir sind sehr dankbar für Ihre Unterstützung.
Die Bewerbungsfrist für das Incomindios-Lippuner-Stipendium endet am 1. Dezember 2023.
Autorin: Jordan Thorne
Übersetzt von: Rose Nelson