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Orientalische Schabe (Blatta orientalis)
Aussehen
Die Orientalische Schabe (oder auch Gemeine Küchenschabe) zeichnet sich durch einen breiten, schwarzbraunen Körper aus, Flügel fehlen bei den Larven und den Weibchen. Die Flügel des Männchens sind zwar ausgebildet, jedoch kurz und bedecken den Hinterleib nicht ganz, jedoch können sie damit nicht fliegen. Die Beine sind hellbraun gefärbt. Die Fühler sind dünn und etwa ein Drittel so lang wie der Körper. Die Orientalische Schabe wird bis zu 30 mm lang. Sie ist wie alle Schaben sehr lichtscheu. Mit einer Laufgeschwindigkeit von bis zu 1,5 m/s (5,4 km/h) gilt die Gemeine Küchenschabe außerdem als das schnellste krabbelnde Insekt.
Lebensweise
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Orientalischen Schabe ist heute nicht mehr bekannt, es wird jedoch davon ausgegangen, dass sie sich aus den Tropen und Subtropen Südasiens ausgebreitet hat. Heute ist die Orientalische Schabe weltweit verbreitet und selbst auf abgelegenen Inseln anzutreffen. Die einzige Ausnahme bilden die polaren Gebiete der Arktis und Antarktis, wo es für die Tiere zu kalt ist.
Die Oothek (Eikapsel) enthält fast immer 16 Eier. Das Weibchen trägt sie gewöhnlich nicht bis zur Eiablage, sondern legt sie an einer versteckten, warmen Stelle ab. Dort bleibt die Oothek etwa 2 Monate liegen, ehe die jungen Larven schlüpfen. Nach weiteren 6 bis 8 Monaten erreichen diese das Erwachsenenstadium. Eine ältere Larve ähnelt einem erwachsenen Weibchen. Niedrige Temperaturen verlängern die Entwicklungsdauer ganz bedeutend. Im Laufe ihres Lebens produzieren die Weibchen bis zu 18 Ootheken.
Die Orientalische Schabe ist ein wärmeliebender Allesfresser, welcher tagsüber versteckt in Ritzen und Spalten, Leitungsrohren und Lüftungsschächten etc. lebt und in den Abend- und Nachtstunden auf Futtersuche geht. Die Nahrung der Orientalischen Schabe ist ähnlich wie die der Deutschen Schabe, es überwiegen bei ihr aber die stärkehaltigeren Bestandteile.
Schaden
Orientalische Schaben können mit Verpackungsmaterial oder Nahrungsmitteln eingeschleppt werden. Bei alten, undichten Abwasserleitungen oder bei Wasserabläufen mit ausgetrocknetem Siphon können die Schaben aus der Kanalisation zuwandern. Sind sie einmal im Haus, können sie den Leitungsschächten entlang folgen und sich so verbreiten. Es ist auch möglich, dass sie von der Nachbarliegenschaft zuwandern. Meistens haben mehrere Wohnungen oder das ganze Haus Probleme mit Schaben.
Aufgrund ihrer Lebensweise können sie human- und veterinärmedizinisch bedeutsame Krankheitskeime verbreiten. Dokumentiert wurden u. a. die Übertragung von Tuberkulose, Ruhr, Typhus, Cholera, Kinderlähmung und Hepatitis B durch Schaben. Hinzu kommt die Verbreitung von Schimmelpilzsporen. Es ließ sich experimentell feststellen, dass Krankheitskeime bis zu 72 Stunden am Schabenkörper haften bleiben können. Zudem scheiden Schaben zuvor aufgenommene Krankheitserreger über den Verdauungstrakt aus. Eine bedeutende Rolle spielen Schaben auch als Verursacher von Allergien. So kommen Schabenallergene als Verursacher von Hausstauballergie in Betracht. Schaben gelten allerdings nicht nur als Gesundheits- und Hygieneschädlinge, sondern werden auch als Materialschädlinge angesehen. Insbesondere technische Anlagen sind hier betroffen, da Schaben gerne in elektronische Geräte eindringen und auf diese Weise Fehlfunktionen auslösen können.