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Die Gemeinde Los Angeles ersetzt Novells GroupWise nicht durch Microsoft Exchange sondern durch Googles E-Mail Service. Konventionalstrafe im Fall von Datenverlust.
Microsofts E-Mail-Server Exchange und der Client Outlook gehören zu den erfolg- und ertragreichsten Produkten der Redmonder. Im KMU-Bereich ist Exchange / Outlook mehr oder weniger Standard während bei sehr grossen Organisation neben Exchange auch noch IBMs Lotus verbreitet ist. Verdirbt nun Google mit Gmail Microsoft das grosse Geschäft?
Dass Google die Ausschreibung der Gemeinde Los Angeles für ein neues E-Mail-System gegen Microsoft gewann, ist noch lange kein Beweis, aber ein Hinweis dafür, dass Google Microsoft substantielle Marktanteile abjagen könnte. Der Vertrag, dem der Gemeinderat von Los Angeles diese Woche einstimmig zugestimmt hat, betrifft 30'000 User und hat ein Volumen von 7,25 Millionen Dollar. Microsoft hat vor dem Entscheid, dem man in den USA Signalwirkung zuspricht heftig lobbyiert, wie die 'Los Angeles Times' berichtet.
Interessant ist der Entscheid der zweitgrössten US-Gemeinde, weil Google sein E-Mail-System "als Service" anbietet und die Maildaten selber hostet. Im Gemeinderat wurden denn auch Bedenken über die Sicherheit der Daten, etwa der Mails von Justizbehörden, bei einem Entscheid für Google geäussert. Aufgrund dieser Bedenken wurde der Vertrag mit Google mit einer Konventionalstrafe für den Fall, dass Daten verloren gehen, ergänzt. Dies wurde von Konsumentenschützern begrüsst.
Bei Google hofft man offenbar, dass der Entscheid der Grossstadt weitere Aufträge aus dem Umfeld von Behörden nach sich ziehen wird. So will Google eine eigene "Cloud" (Server-Infrastruktur innerhalb der die Rechenlasten verschiedener Anwendungen und Kunden dynamisch verteilt werden) für Anwendungen von US-Behörden bauen. (Christoph Hugenschmidt)