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Apple-Gründer Steve Jobs bewunderte Japan und das japanische Design, das Jobs als «erhaben» beschrieb. Besonders schätzte Jobs den Designer Issey Miyake, der Anfang August im Alter von 84 Jahren gestorben ist.
Die beiden verbindet eine besondere Anekdote, über die der US-Journalist Walter Isaacson in seiner Steve-Jobs-Biografie berichtete. Sie wirft auch ein Schlaglicht auf die Denkweise und den Führungsstil von Jobs bei Apple.
Während einer Japan-Reise sei Jobs 1980 aufgefallen, dass bei Sony alle Angestellten in den Fabriken Uniformen trugen. Jobs habe daraufhin den damaligen Sony-Chef Akio Morita nach dem Grund dafür gefragt.
Issey Miyake als Designer
«Er erzählte mir, dass die Menschen nach dem Krieg nichts zum Anziehen gehabt hatten und dass die Firmen, so auch Sony, ihren Arbeitern etwas zur Verfügung stellen mussten», wird Jobs in der Biografie zitiert. Im Laufe der Jahre habe Sony daraus einen eigenen Stil entwickelt und die Uniformen zu einem Mittel der Mitarbeiterbindung gemacht.
«Ich beschloss, dass ich auch so eine Form der Bindung bei Apple wollte», erzählte Jobs dem Biograf Isaacson.
Sony, das seinerzeit nicht nur für innovative Produkte sondern auch für besonderes Design stand, hatte bei den Uniformen Wert auf Stil gelegt, und Issey Miyake mit den Entwürfen beauftragt. Die Uniform bestand aus einer Nylon-Jacke, deren Ärmel mit Reissverschlüssen abnehmbar waren, wodurch die Jacke zur Weste wurde.
«Also rief ich Miyake an und bat ihn, eine solche Weste für Apple zu entwerfen», erzählte Jobs. «Ich kehrte mit ein paar Mustern zurück und erzählte jedem, wie toll es wäre, wenn wir alle diese Westen tragen würden. Oh Mann, ich bin selten so was von ausgebuht worden. Alle fanden die Idee furchtbar», erinnerte sich Jobs.
100 schwarze Rollkragenpullover
Jobs freundete sich trotzdem mit Miyake an und besuchte ihn regelmässig. Nach und nach fand er Gefallen an der Idee, sich selbst eine Uniform zuzulegen. Dies wäre praktisch im Alltag und würde gleichzeitig einen charakteristischen Stil zum Ausdruck bringen, schreibt Biograf Isaacson. Er zitiert Jobs: «Ich bat Issey also, mir ein paar dieser schwarzen Rollkragenpullover anzufertigen, die ich so mochte. Er machte mir etwa 100 Stück.»
Bei ihrem Gespräch im Haus von Jobs, habe er dem Biografen sogar einen Blick in den Kleiderschrank gegeben, schreibt Isaacson. Darin. Stapelweise schwarze Rollkragenpullover. Jobs: «So ziehe ich mich an. Ich habe genug für den Rest meines Lebens.»
Er hat Wort gehalten. Jobs erlag 2011 im Alter von 56 Jahren einem Krebsleiden. Tim Cook führt Apple seither.
Die Frage nach dem besten Konzernchef von Apple ist schwierig. So befand Leander Kahney, Autor einer Biografie über Cook («The Genius Who Took Apple to the Next Level»), dass der IT-Konzern erst nach Jobs’ Tod überhaupt einen richtigen CEO gekriegt habe. Also einen Manager des Gesamtkonzerns mit all den organisatorischen und politischen Aufgaben; sowie mit der Fähigkeit, Krisen durchzustehen und sich nicht aus der Bahn bringen zu lassen.
Jobs indes war ein Produktgestalter und ein Showman. Er war, so Kahney im «Spiegel», «vor allem kulturell erfolgreich. Cook ist es finanziell.» Mehr lesen Sie hier.