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Richard Wagner (1813-1883) zog 1866 in das auf der Halbinsel Tribschen gelegene Haus. In seinen sechs Luzerner Jahren vollendete er die Opern «die Meistersinger von Nürnberg» und «Siegfried», arbeitete an der «Götterdämmerung» und komponierte das «Siegfried-Idyll».
Wagner lebte nicht alleine auf Tribschen, sondern zusammen mit seiner Geliebten Cosima, die mit dem Dirigenten Hans von Bülow verheiratet war. Nach der Scheidung heirateten 1870 Cosima und Richard Wagner in Luzern. 1867 und 1869 waren ihre gemeinsamen Kinder Eva und Siegfried zur Welt gekommen.
Gesellschaftlicher Treffpunkt
Wagners Luzerner Wohnsitz war auch ein gesellschaftlicher Treffpunkt. Nicht nur Cosimas Vater, der Komponist Franz Liszt, war dort zu Besuch, sondern auch der Philosoph Friedrich Nietzsche und der Bayern-König Ludwig II. Der Erbauer des Schlosses Neuschwanstein war ein glühender Wagner-Verehrer und ein grosszügiger Förderer.
1872 verliess Wagner Luzern Richtung Bayreuth. Die Stadt Luzern kaufte später das Gelände, seit 1933 ist die Villa ein Museum. 1938 fand dort das erste und von Arturo Toscanini geleitete Konzert der Internationalen Musikfestwochen (heute: Lucerne Festival) statt.
Erstmals sei 40 Jahren wurde in den letzten sechs Monaten die Dauerausstellung des Richard Wagner Museums komplett neu gestaltet. Diese lade nun dazu ein, in Wagners Welt einzutauchen, teilte das Museum am Freitag mit.
Wagners Wohnräume wurden so gestaltet, wie sie der Komponist selbst beschrieben hatte oder wie vergleichbare Räume vor 150 Jahren ausgesehen hatten. Herzstück ist der Salon, in dem Wagners Flügel steht, ein Produkt des Pariser Klavierbauers Pierre Érard.
Ab Sonntag geöffnet
Die neue Ausstellung wird am Samstag eröffnet, ab Sonntag kann sie vom Publikum besucht werden. Sie solle nicht nur eine Zeitreise ins 19. Jahrhundert ermöglichen, sondern auch zeigen, wie die gehobene Gesellschaft lebte, teilte das Museum mit. Auch solle das «widersprüchliche Genie Richard Wagner» dargestellt werden.
Die Wagner-Villa ist nicht der einzige Wohnsitz eines Komponisten, der in der Region Luzern besucht werden kann. Seit einigen Wochen ist die Villa Senar bei Hertenstein zugänglich, in der Sergej Rachmaninow von 1932 bis 1939 die Sommermonate verbrachte. Prunkstück der Ausstellung ist Rachmaninows übergrosser Steinway-Flügel.
(sda)