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von Alfred Hidber
Dank seiner Funktion als Vogteisitz der Alten Orte blieb der ehemalige Stammsitz der Grafen von Montfort-Werdenberg-Sargans vor dem Zerfall bewahrt. Seitdem das Schloss 1899 in den Besitz der Ortsgemeinde Sargans gelangt ist, hat es drei grössere Restaurierungen erfahren: 1900 Gesamtrestaurierung unter Eugen Probst, 1964 Innenrestaurierung des Bergfrieds (Walther Sulser), 1969 Aussenrestaurierung (Walter Fietz). Da bei dieser letzten Restaurierung keine Bauuntersuchung vorgesehen war, wurde eine solche auf privater Basis durchgeführt. Dank ihr konnten einige neue Erkenntnisse zur Baugeschichte des Monuments gewonnen werden. Neuere Detailbeobachtungen und dendrochronologische Untersuchungen am Gebälk des Bergfrieds brachten zwar weitere Klärung, viele Fragen werden jedoch offen bleiben müssen.
Es darf davon ausgegangen werden, dass der Bergfried um 1200 an der Stelle eines Vorgängerbaues errichtet wurde. Um 1280 durch Brand zerstört, erhielt der Turm im Zuge der Wiederherstellung eine Aufstockung mit Zinnenabschluss. Sein heutiges Dach ersetzt ein etwas steileres Walmdach , welches wohl im 14. Jh. auf die Zinnen gesetzt wurde.
Nach dem Einsturz des alten Palas 1459 setzte 1460 ein Wiederaufbau ein, dessen Umfang sich nicht mehr genau ermitteln lässt. Sicher betrifft er Teile der im Süden und Osten an den Turm anschliessenden Trakte, die jedoch beide nach ihren untersten Mauerpartien zu schliessen älter sein müssen.
Eine letzte Erneuerung erfuhr das Schloss um 150510, als es von den Eidgenossen zum Landvogteisitz hergerichtet wurde. Unter Einbezug älterer Mauern entstand damals der noch heute bestehende Palas.
, Alfred : Neues zur Baugeschichte des Schlosses Sargans
Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 13. Jahrgang 2008, Heft 1, 24 - 40.