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Die Orgelmusik stand im ausgehenden 17. und beginnenden 18. Jahrhundert in hoher Blüte. Zu den bekanntesten deutschen Komponisten in der Generation vor J. S. Bach zählten Vincent Lübeck, Johann Pachelbel und Georg Böhm. In Frankreich wirkten in dieser Zeit André Raison, Pierre Dandrieu, François Couperin und Nicolas de Grigny, einer der wenigen bedeutenden Komponisten ausserhalb der Hauptstadt.
Johann Heinrich Buttstedt (1666–1727) wurde in Bindersleben bei Erfurt geboren, sein gleichnamiger Vater war Pfarrer in Bindersleben. Der Familienname wird auch Buttstett oder Buttstädt geschrieben.
Der junge Buttstedt besuchte von 1681 bis 1684 das Ratsgymnasium in Erfurt und wurde danach Organist und Lehrer an der an der Reglerkirche. Er hatte in dieser Zeit auch Orgelunterricht bei Johann Pachelbel, der von 1678 bis 1690 Organist an der Erfurter Predigerkirche war. Im Jahre 1687 übernahm Buttstedt das Organisten- und Predigeramt an der Kaufmannskirche und heiratete im selben Jahr Martha Lämmerhirt, welche mit Bachs Mutter verwandt war. Weiterlesen
Élisabeth Jacquet de La Guerre (1665–1729) wurde als Tochter des Organisten Claude Jacquet in Paris geboren. Schon als Kind trat sie am Königshof als Cembalistin auf. Ludwig XIV. unterstützte sie finanziell und förderte die Aufführung ihrer Kompositionen. Im Jahre 1684 heiratete sie den Organisten Marin de la Guerre. Sie war Patin und Lehrerin von Louis-Claude Daquin.
Ihre Oper «Céphale et Procris» wurde als erste Oper einer französischen Komponistin an der Opéra Paris aufgeführt. Élisabeth Jacquet de La Guerre gehört zu den wenigen komponierenden Frauen der Barockzeit, die zu Lebzeiten ein hohes Ansehen und grosse Bekanntheit erlangten. Weiterlesen
José da Madre de Deus war ein portugiesischer Ordensbruder, Organist und Komponist in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Über sein Leben und Wirken ist leider nichts bekannt. Weiterlesen
Georg Böhm (1661–1733) erhielt von seinem Vater, einem Lehrer und Organisten, die erste musikalische Ausbildung. Nach dem Tode des Vaters im Jahre 1675 besuchte er die Lateinschule in Goldbach und danach das Gymnasium in Gotha, auf dem er im Jahre 1684 seinen Abschluss machte.
Nach dem Studium in Jena hielt er sich zunächst einige Jahre in Hamburg auf und war danach als Organist an der Kirche St. Johannis in Lüneburg tätig. In dieser Zeit war Johann Sebastian Bach in Lüneburg Freischüler des Michaelis-Klosters und sang als Diskantist im Mettenchor. Böhms Einfluss auf Bachs frühe Orgelwerke und Klaviersuiten lässt sich stilkritisch vermuten, doch nicht belegen. Die Stelle des Organisten hatte Böhm bis zu seinem Tode im Jahre 1733 inne. In seiner Amtszeit wurde die Orgel auf 47 Register erweitert. Weiterlesen
Nicolas de Grigny (1672–1703) wurde in eine bedeutende Organistenfamilie in Reims hinein geboren. Der junge Grigny war Organist in der Abtei Saint-Denise nahe Paris, und Schüler von Nicolas-Antoine Lebègue. 1696 kehrte er nach Reims zurück und wurde dort Organist an der Kathedrale Notre-Dame. Sein Livre d’Orgue hat eine herausragende Bedeutung innerhalb der Barockmusik. Sowohl Johann Sebastian Bach wie auch Johann Gottfried Walther fertigten sich Abschriften des gesamten Buches an, um ihre Kenntnisse der französischen Musik an diesem Meisterwerk zu vertiefen. Weiterlesen
François Couperin (1668–1733) war ein französischer Organist und Komponist. Er gilt als der bedeutendste Vertreter der französischen Organisten-, Cembalisten- und Komponistenfamilie Couperin und war als Hofkomponist Ludwigs XIV. die wichtigste musikalische Persönlichkeit in Frankreich zwischen Lully und Rameau.
Den ersten Musikunterricht erhielt François Couperin von seinem Vater Charles und seinem gleichnamigen Onkel François. Dabei lernte er auch das Werk seines anderen Onkels Louis Couperin kennen. Von 1685 bis 1723 war er – wie die meisten Mitglieder seiner Familie – Organist an der Kirche St-Gervais in Paris. Weiterlesen
Pierre Dandrieu (1664–1733) war ein französischer Priester, Organist und Komponist. Pierre Dandrieu wirkte während mehr als 40 Jahren als Organist an der Kirche von St. Barthélemey (1791 abgerissen) in Paris. Darüber hinaus ist über sein Leben wenig bekannt, ausser dass Louis Marchand gegen ihn intrigierte, um ihn seiner Stelle verlustig zu machen. Als Organist an St. Barthélemey folgte ihm sein Neffe Jean-François Dandrieu nach.
Franz Xaver (Anton) Murschhauser (1663–1738) war ein süddeutscher Organist und Komponist. 1678 schloss er seine Gymnasialstudien am Jesuitengymnasium München (heute Wilhelmsgymnasium München) ab. Er erhielt seine musikalische Ausbildung in München als Schüler von Johann Caspar von Kerll und war dann von 1691 bis zu seinem Ableben Organist der Frauenkirche in München.
Friedrich Wilhelm Zachow (1663–1712) erhielt seinen ersten Unterricht wohl bei seinem Vater. Er besuchte später wahrscheinlich die Leipziger Thomasschule. 1675 nahm er eine Stelle als Stadtpfeifer in Eilenburg an der Mulde an, 1684 wurde er zum Organisten der Marktkirche Unser Lieben Frauen (Marienkirche) in Halle gewählt. Er blieb bis zu seinem Tod in diesem bedeutenden Amt.
Vincent Lübeck (1654–1740) gehört wie Dieterich Buxtehude zur «Norddeutschen Orgelschule». Lübecks Vater, der ebenfalls den Namen Vincent trug, war Organist in Norddeutschland.
1674 wurde Vincent Lübeck Organist der St.-Cosmae-Kirche in Stade und erwarb eine hohe Reputation als Organist, Komponist und Lehrer, weshalb er 1702 an die Nikolaikirche nach Hamburg berufen wurde. Dort stand ihm Arp Schnitgers größte Orgel zur Verfügung, eine der bedeutendsten und schönsten Orgeln der Welt, die aber im Mai 1842 dem großen Brand von Hamburg zum Opfer fiel.