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Schlucken befördert Nahrung, Flüssigkeiten und Speichel vom Mund bis in den Magen, die Atemwege werden dabei geschützt.
Dieses komplexe Phänomen dauert nur wenige Sekunden und setzt voraus, dass das Nervensystem mehrere Muskelgruppen so steuert, dass sie reibungslos miteinander funktionieren.
Schluckstörungen werden «Dysphagie» genannt, das heisst, dass beim Schlucken von Speichel, Nahrung und/oder Flüssigkeit Behinderungen oder Störungen auftreten. Dysphagie kann beispielsweise durch neurologische Erkrankungen (Schlaganfall, Parkinson / Morbus Parkinson) und Erkrankungen des Hals-Nasen-Ohren-Traktes (Krebs, Stenose) verursacht werden oder als Folge von Behandlungen auftreten. Ältere Menschen sind aufgrund von Zahnproblemen, Muskelverlust und trockenerer Mundschleimhaut besonders betroffen.
Dysphagie kann zu Erkrankungen der Atemwege (Atemwegsobstruktion, Aspirationspneumonie), aber auch zu Mangelernährung (Angst zu essen, Vermeiden von bestimmten Nahrungsmitteln) und Dehydrierung führen und die Lebensqualität beeinträchtigen.
Um den Schluckakt zu vereinfachen, empfiehlt es sich, auf eine korrekte Körperhaltung (eine gute Sitzposition einnehmen, den Kopf leicht nach vorn beugen) und eine ruhige Umgebung ohne Ablenkung (TV, Radio, Zeitung, beim Essen nicht gleichzeitig reden) zu achten.
Liegt eine Dysphagie bei Flüssigkeiten vor, können Eindickungsmittel verwendet werden. Schlucken wird einfacher, wenn Getränke einen Geschmack und eine klar definierbare Temperatur (kalt, heiss) haben.
Liegt eine Dysphagie bei fester Nahrung vor, wird empfohlen, Lebensmittel von krümeliger (Couscous) und klebriger Konsistenz (Kartoffelstock) zu meiden. Schlucken wird einfacher, wenn eingedickte Saucen beigegeben werden und die Konsistenz der Mahlzeit (durch Feinschneiden oder Mixen) angepasst wird.
Wenn Sie an Schluckstörungen leiden oder Beschwerden beim Schlucken feststellen, sollten Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt unbedingt darüber informieren. Möglicherweise ist eine interdisziplinäre Behandlung durch Fachpersonen der Medizin, Logopädie und Ernährungsberatung nötig. Ist die orale Nahrungsaufnahme nicht mehr sicher möglich, kann eine geeignete Ernährungstherapie Mangelernährung verhindern.