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In diesem Kurzbeitrag möchte ich darauf eingehen, was allgemein unter Massentierhaltung verstanden wird. Du wirst erfahren, weshalb bei Alpahirt das Tierwohl im Mittelpunkt steht und weshalb wir mit unserer Produktionsart und Werthaltung die regionalen Kreisläufe schliessen.
Das sagt der Duden und Wikipedia zu Massentierhaltung
Der Duden definiert Massentierhaltung als technisierte Tierhaltung in Grossbetrieben zur Gewinnung möglichst vieler tierischer Produkte. Was einst als fortschrittlich und modern galt, geriet heute mehr denn je in Verruf. Man weiss heute einfach mehr über die negativen Auswirkungen. Wenn man auf Wikipedia «Massentierhaltung» eingibt, findet man unter anderem folgendes:
… In den 1960er Jahren wurde diese Form der Nutztierhaltung als „moderne Massentierhaltung“ begrüsst, da sie eine Steigerung der Produktivität und Rentabilität der Ernährungssicherheit diente und tierische Lebensmittel erschwinglich machte. … Befragte Verbraucher assoziierten mit dem Begriff Massentierhaltung heute „Grausamkeit und Ungerechtigkeit“. Sie nannten auch „Qual/Quälerei. …
Der Schutz der Tierwürde ist hierbei Teil vom Tierschutzgesetz. So heisst es in Art. 1 vom Tierschutzgesetz: „Zweck dieses Gesetzes ist es, die Würde und das Wohlergehen des Tieres zu schützen.“ Art. 26 Abs. 1 lit. a lautet: „Mit Gefängnis oder mit Busse wird bestraft, wer vorsätzlich ein Tier misshandelt, vernachlässigt, es unnötig überanstrengt oder dessen Würde in anderer Weise missachtet.“
„In der Schweiz gibt es keine Massentierhaltung!“
Die abgelehnte Initiative „Keine Massentierhaltung in der Schweiz“ vom September 2022 bestätigte die Behauptungen vieler Politiker, dass es in der Schweiz keine Massentierhaltung gebe. Trotz weltweit bestem Tierschutzgesetz dürfen weiterhin bis zu 27’000 Masthühner, 18’000 Legehennen, 1’500 Mastschweine und 300 Rinder pro Stall gehalten werden. Die Frage, ob unter diesen Voraussetzungen die Würde und das Wohlergehen jedes einzelnen Tieres geschützt werden kann, bleibt indes unbeantwortet.
Was kostet Fleisch eigentlich?
Abgesehen davon, wie es in der Schweiz um die Tierwürde steht, gibt es noch viele andere wichtige Themen, die mit dem Fleischkonsum zusammenhängen.
Industrielle Monokulturen, Treibhausgase und andere Umweltbelastungen, Zoonosen oder auch Antibiotikaresistenzen sind hierbei nur die Spitze vom Eisberg.
Aktionen und Dauertiefpreise lenken uns Konsumenten hierbei weiterhin davon ab, dass tierische Produkte im Discounter nur scheinbar billig sind. Hohe Kosten entstehen durch Mehrfach-Subventionen sowie durch Verlagerung der Kosten in die Zukunft und oft auch in Entwicklungsländer.
Zu diesen verdeckten Kosten, die sich nicht in den Produktpreisen niederschlagen, zählen:
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Die Zerstörung der Bodenfruchtbarkeit und Vernichtung der biologischen Vielfalt
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Die Verschmutzung von Gewässern und Böden mit Rückständen und Pestiziden, die für den Futteranbau in Monokultur eingesetzt werden
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Klimafolgen durch Düngung mit synthetisch hergestellten Stickstoffdüngern, die sich zu Lachgas, Nitrat, Nitrit, Ammonium und Ammoniak abbauen
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Gesundheitsprobleme von Mensch und Tier durch Rückstände in Lebens- und Futtermitteln
Die Allgemeinheit bezahlt hierfür landwirtschaftliche Direktzahlungen in Milliardenhöhe, subventioniert den Anbau von Futtermitteln und finanziert die Absatzförderung und damit die Werbung von billigen Fleischprodukten. Industriell erzeugtes Billigfleisch kostet in Tat und Wahrheit 3 bis 4 Mal so viel, wie wir heute an den Kassen der Supermärkte und Discounter bezahlen. Die Rechnung für die Allgemeinheit kommt später, versteckt in Steuern und anderen Abgaben.
Regionale Kreisläufe schliessen
Eine mittel- bis langfristige Lösung wird es sein, die regionalen Kreisläufe komplett zu schliessen. Das würde bedeuten, dass wir nur noch so viele tierische Lebensmittel produzieren, die auch mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen hergestellt werden können.
Bei geschlossenen Kreisläufen ist Massentierhaltung – ob es diese in der Schweiz nun gibt oder nicht – gar keine Alternative mehr. Man könnte nur noch so viele Tiere halten, wie sie der eigene Boden zu ernähren vermag.
Die Schweiz ist ein Land mit vielen Alpen und nicht umsonst als Milch- und Schoggiland bekannt. Rund 80 Prozent unserer Landfläche ist Grasland, das zu steil zum Pflügen oder klimatisch nicht zum Ackerbau geeignet ist. Wildtiere sowie Wiederkäuer wie Kühe, Ziegen oder Schafe können dieses Gras hingegen fressen und in hochwertige Proteine für die menschliche Ernährung umwandeln.
Zu diesem Thema findest Du einen eigenen Blogbeitrag, in dem wir noch etwas genauer darauf eingehen.
Damit Gras wachsen kann, braucht es das Gefressenwerden, wie auch den Dung und den Tritt der Tiere. Kühe mähen also gewissermassen den Rasen, geben mit ihrem Dung einen Teil der Energie der Erde zurück und verbreiten Samen weiter. Zusätzlich sorgen sie durch den Tritt ihrer Klauen für die Ausbildung der Grasnarbe und einer besseren Speicherung von CO₂. Hierbei möchte ich betonen, dass Kühe auf der Weide keine Nahrungskonkurrenten von uns Menschen sind.
Gerne verweise ich auf einen Artikel aus der WOZ vom Jahr 2017 von Bettina Dyttrich, die dafür sogar den Medienpreis des Bauernverbandes erhalten hat.
Im Gegensatz zu Kühen aus Weidehaltung werden Mastschweine und Mastküken in möglichst kurzer Zeit mit einer proteinreichen Getreidemischung gemästet, nur um nach 6 bis 7 Monaten oder bereits nach 30 bis 40 Tagen beim Schlachter zu landen. Hierfür werden Unmengen hochsubventioniertes Tierfutter auf mehr als der Hälfte aller Schweizer Äcker unter fragwürdigen ökologischen Bedingungen angebaut. Zusätzlich zu unseren Ackerflächen, wird 55 % des in der Schweiz verbrauchten Kraftfutters, also jährlich nochmals gut 1.4 Millionen Tonnen importiert.
Fazit
Ob es in der Schweiz nun Massentierhaltung gibt oder nicht – ausser die Produzenten, Teil- und Inhaber, die damit viel Geld verdienen – lehnen im Jahr 2022 wohl die meisten Menschen Massentierhaltung grundsätzlich ab.
Wir meinen, dass wir uns langfristig daran gewöhnen sollten, dass das Fleisch von Hühnern und Schweinen teurer werden muss. Auf diese Weise wird es weniger, aber besseres, Fleisch geben und die Ackerflächen stünden für die Bewirtschaftung mit Nahrungsmitteln für die Menschen zur Verfügung – und nicht für die Produktion von billigem Tierfutter für billiges Fleisch.
Ein massvoller Verzehr sollte das gemeinsame Ziel sein. Ein Umdenken, das Fleisch (wieder) als etwas Gutes und Wertvolles wahrnimmt. Ein Umdenken, das uns zu Fleisch, besserer Qualität und mehr Genuss verhelfen wird. Und einer besseren Gesundheit – für Mensch, Tier und Umwelt.
Fang am besten gleich heute damit an und schau mal in unserem Shop vorbei.
Möchtest du dich noch mehr in das Thema vertiefen, so empfehlen wir eine NDR-Doku vom Juli 2022 zum Thema „Rindfleisch – Genuss ohne Gewissensbisse?“