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Mit der Planung des Projekts Hochwasserschutz Sarneraa Alpnach, Abschnitt Auslauf Geschiebesammler Schlierenrüti bis Alpnachersee, wurde im Jahr 2003 gestartet. Projektträger und Bauherrschaft war bis zur ihrer Auflösung im Jahr 2010 die Wuhrgenossenschaft der Grossen Schliere und ist seit 2011 die Einwohnergemeinde Alpnach.
Im Jahr 2010 wurde das Projekt öffentlich aufgelegt. Dagegen gingen mehrere Einsprachen ein. Die Einsprache von angrenzenden Kulturlandbewirtschaftern wurde trotz Einigungsbestrebungen und Projektanpassungen nicht zurückgezogen.
Mit dem revidierten Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (GSchG; SR 814.20), welches am 1. Januar 2011 in Kraft trat, erfolgte eine für das Projekt massgebende Veränderung hinsichtlich Anforderungen an die Gewässerräume. Als Folge der neuen Bundesvorgaben betreffend Gewässerräume ist das Projekt Hochwasserschutz Sarneraa Alpnach in der im Jahr 2010 aufgelegten Form heute nicht mehr bewilligungsfähig und als Folge davon weder subventionierbar noch realisierbar.
Aufgrund des Hochwasserschutzes am Sarnersee und dem Bau eines Hochwasserentlastungsstollens muss Alpnach als Unterlieger häufiger grössere Wassermengen von oben abnehmen. Bei mittelgrossen Hochwassern (HQ20 bis HQ30), sind das im Vergleich zu heute bis zu 70% höhere Abflussmengen, bei grösseren Hochwassern reduziert sich diese Differenz zunehmend. Dies hat massgebende Auswirkungen auf den Ausbau der Sarneraa im Gemeindegebiet von Alpnach.
Die Einwohnergemeinde Alpnach hat deshalb im Oktober 2015 beschlossen, das im Jahr 2010 öffentlich aufgelegte Projekt abzubrechen. Die Planungen zu einem Wasserbauprojekt Sarneraa Alpnach, das den neuen Rahmenbedingungen und Anforderungen entspricht, wurden im Jahr 2014 in Angriff genommen.
Mit der Ausarbeitung des Projekts Hochwassersicherheit Sarneraatal haben sich die Rahmenbedingungen für die Sarneraa in Alpnach geändert. Neu ist bei der Projektvariante Sarneraa mit Hochwasserentlastungsstollen Ost vorgesehen, das geplante Auslaufbauwerk des Stollens unmittelbar unterhalb der Wehranlage Wichelsee zu realisieren. Mit der Umsetzung des Projekts Sarneraa mit Hochwasserentlastungsstollen Ost werden auch die notwendigen Massnahmen an der Sarneraa bis und mit Sanierung Etschischwelle gebaut.
Ein Fachgremium, bestehend aus der Wasserbaukommission der Gemeinde Alpnach, der Gesamtprojektleitung und der Oberaufsicht des Kantons hat in den Jahren 2013 und 2014 die Anforderungen an ein neues Wasserbauprojekt im Grundsatz überprüft und an verschiedenen Fachsitzungen mit den kantonalen und nationalen Fachstellen diskutiert. Dabei gilt es auch die gesetzlichen Vorgaben betreffend Ökologie einzuhalten, damit das Projekt bewilligungs- und subventionsfähig ist.
Die Arbeiten zu einem neuen Wasserbauprojekt Sarneraa Alpnach sind aufgrund der sehr engen Termine und der grossen Dringlichkeit und Bedeutung für das Projekt Hochwassersicherheit Sarneraatal bereits unter der Trägerschaft der Gemeinde Alpnach gestartet worden. Der Kanton begleitete diese Arbeiten im Rahmen seiner Oberaufsicht über den Wasserbau und zur Sicherstellung der Schnittstelle zum Projekt Hochwassersicherheit Sarneraatal intensiv.
Parallel zur Wiederaufnahme der Planungsarbeiten an der Sarneraa haben die Kantonsräte von Alpnach im Frühjahr 2014 eine Motion eingereicht, um die gesetzliche Grundlage für die optimale Abstimmung und effiziente Projektabwicklung der beiden Projekte Hochwassersicherheit Sarneraatal und Sarneraa Alpnach zu schaffen. Die Motion wurde Ende Juni 2014 gutgeheissen.
Mit Beschluss vom 27. Mai 2015 hat der Kantonsrat Obwalden das Gesetz über die Wasserbaumassnahmen an der Sarneraa Alpnach angenommen, die Frist für ein Referendum verstrich, ohne genutzt zu werden. Dies bedeutet, dass der Kanton seit dem 1. Januar 2016 die Bauherrschaft für das Projekt an der Sarneraa in Alpnach übernommen hat.
Die Wasserbauprojekte an der Sarneraa Alpnach teilen sich gemäss dem Gesetz für die Wasserbaumassnahmen an der Sarneraa Alpnach wie folgt auf:
Der Projektperimeter Sarneraa Alpnach umfasst die Sarneraa ab heutiger Etschischwelle bis zum Alpnachersee sowie den Abschnitt der Grossen Schliere Auslauf Geschiebesammler Schlierenrüti bis zur Mündung in die Sarneraa.
Die Sarneraa auf dem Abschnitt Etschischwelle bis Wasserrückgabe KWS und die Grosse Schliere auf dem Abschnitt Auslauf Geschiebesammler Schlierenrüti bis zur Mündung in die Sarneraa weisen sowohl Schutzdefizite als auch ökologische Defizite auf. Weiter weist die Sarneraa auf dem Abschnitt Wasserrückgabe KWS bis zur Mündung in den Alpnachersee ökologische Defizite auf.
Damit das Gebot der gesamtheitlichen Planung eingehalten wird, ist über den gesamten Abschnitt der Sarneraa Alpnach von der Etschischwelle bis zum Alpnachersee ein Massnahmenkonzept zu erstellen.
Damit keine Schutzdefizite durch die Inbetriebnahme des Hochwasserentlastungsstollens nach Alpnach verlagert werden, ist der Ausbau der Sarneraa Abschnitt Etschischwelle bis Wasserrückgabe KWS bis zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Hochwasserentlastungsstollens zu realisieren. Dies wird mit dem Wasserbauprojekt Sarneraa Alpnach I, welches den Flussabschnitt Sarneraa von der Etschischwelle (Flusskilometer 2.750) bis oberhalb der Wasserrückgabe Kraftwerk Sarneraa (Flusskilometer 1.100) und die Grosse Schliere zwischen dem Auslauf Geschiebesammler Schlierenrüti (Bachkilometer 0.258) bis zur Mündung in die Sarneraa (Bachkilometer 0) umfasst, sichergestellt. Mit dem Wasserbauprojekt Sarneraa Alpnach II, welches den Flussabschnitt oberhalb Wasserrückgabe Kraftwerk Sarneraa (Flusskilometer 1.100) bis zum Alpnachersee (Flusskilometer 0) umfasst, wird später der noch fehlende Abschnitt ausgebaut.
Die Schutzdefizite können mit der Realisierung des Wasserbauprojekts I behoben werden. Damit das Bauprojekt des Wasserbauprojekts I richtig geplant und realisiert werden kann, ist vordringlich das Massnahmenkonzept Sarneraa Alpnach zu erstellen.
Das Massnahmenkonzept sowie der Entwurf des Bauprojekts des Wasserbauprojekts I werden im Rahmen der Vernehmlassung den kantonalen Fachstellen, den Betreibern der Infrastrukturanlagen, den Verbänden sowie dem Bund zur Stellungnahme zugestellt.
Die Termine des Wasserbauprojekts I der Sarneraa Alpnach orientieren sich – damit der Hochwasserentlastungsstollen Ost nach seiner Fertigstellung auch möglichst effizient eingesetzt werden kann – sehr stark am Projekt Hochwassersicherheit Sarneraatal. Gemäss heutiger Planung kann der Hochwasserentlastungsstollen Ost auf den Frühsommer 2022 in Betrieb genommen werden. Daraus ergeben sich folgende Termine für das Wasserbauprojekt I der Sarneraa Alpnach:
|Arbeiten||Termine||Trägerschaft|
|Frühester Baubeginn||Januar 2019||Kanton Obwalden|
|Erarbeitung Entwurf Massnahmenkonzept Sarneraa Alpnach||Juni 2015 bis April 2016||Gemeinde Alpnach / Kanton Obwalden|
|Erarbeitung Entwurf Bauprojekt Wasserbauprojekt I||Juni 2015 bis April 2016||Gemeinde Alpnach / Kanton Obwalden|
|Erarbeitung definitives Massnahmenkonzept Sarneraa Alpnach und definitives Bau- und Auflageprojekt Wasserbauprojekt I||Mai 2016 bis Sept. 2016||Kanton Obwalden|
|Vernehmlassungen bei Kanton und Bund||Okt. 2016 bis Mai 2017||Kanton Obwalden|
|Öffentliche Projektauflage vorbereiten und durchführen||Juni 2017 bis Okt. 2017||Kanton Obwalden|
|Einsprachen behandeln||Nov. 2017 bis Mai 2018||Kanton Obwalden|
|Gesamtbewilligung (Kanton) und Subventionsverfügung (BAFU)||Juni 2018 bis Dez. 2018||Kanton Obwalden|
Damit die in der Tabelle aufgeführten Termine eingehalten werden können, müssen entsprechende personelle und finanzielle Ressourcen zur Verfügung stehen und allfällige Einsprachen und/oder Beschwerden müssen möglichst zügig bereinigt werden können. Auch so stehen für die Bauarbeiten der Sarneraa Alpnach, Wasserbauprojekt I, zwischen Etschischwelle und der Wasserrückgabe KWS nur gerade knapp 2,5 Jahre zur Verfügung, damit der Hochwasserentlastungsstollen Ost termingerecht in Betrieb genommen werden kann.
Die weitere Planung und die Realisierung des Wasserbauprojekts II erfolgen nach der Fertigstellung des Wasserbauprojekts I. Gemäss kantonaler strategischer Planung Revitalisierung soll dieses Projekt bis spätestens 2033 realisiert werden.
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