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Kleiner Exkurs speziell für Radiomann-Fans:
Wilhelm Fröhlich machte Empfangsversuche mit dem Versuchssender Eberswalde (bei Berlin), den er aus über 650 km Entfernung mit einfachen Geräten hörte:
Die Versuchsfunkstelle Eberswalde war eine Pionierinstitution im Bereich der technischen Sendeanlagen. Sie wurde 1908 am Finowkanal von der Held & Francke Bauaktiengesellschaft mit Sitz in Berlin errichtet und am 13. Februar 1909 von der Telegraphenbauanstalt C. Lorenz AG Berlin-Tempelhof als "Radio Lorenz, Eberswalde" eröffnet.
Die Funkstelle verwendete als Antennenanlage eine Schirmantenne, die an einem 70 Meter hohen, abgespannten Zentralmast und an den Rändern von 16 je 30 Meter hohen Holzmasten getragen wurde. Der Zentralmast war ein in 5 Ebenen abgespannter Holzgittermast mit einem Gewicht von 10,2 Tonnen.
Eberswalde ist die eigentliche Geburtsstätte des deutschen Unterhaltungs-Rundfunks. Von Eberswalde aus wurden im Jahre 1919 die ersten deutschen drahtlosen Konzerte "An Alle" veranstaltet.
Als Sendegeräte wurden Lichtbogen- und Maschinensender eingesetzt, die hauptsächlich dem Zweck der Telegrafieübertragung dienten. Ab 1920 wurden regelmässige Experimentalsendungen mit Sprachprogrammen übertragen, ab Januar 1923 bis Januar 1925 wurden auch Musiksendungen übertragen, obwohl die Station nie ein eigentlicher Rundfunksender war. [Quelle: Wikipedia]
Im Folgenden eine zeitgenössische Schilderung [Goltermann, Wandel]:
An einem Samstagabend im Sommer 1922 hörten die beiden Freunde erstmals - ich zitiere aus Herrn Goltermanns "Erinnerungen":
" ... ganz von ferne eine Frauenstimme, so leise, daß man sie schon beinahe für sphärische Klänge halten
konnte. Es war Engelsmusik in unseren Ohren: Die Stimme sang Solveigs Lied aus "Peer Gynt" von Grieg. Sie kam auf Langwelle vom Versuchssender von Lorenz, der in Eberswalde bei Berlin stand. Ich glaube, wir beide waren noch nie so glücklich gewesen, wie in diesem Augenblick. ..."
Quelle: Von der Bastelwerkstatt zum Unternehmen mit Weltgeltung; FH-Mainz: Goltermann-Stiftung.
Und so klang dieses vielfach über den Sender gespielte Lied damals (wohl ohne das durch die Aufnahme bedingte Rauschen):
Solveigs Lied (mp3)