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Pfarrkirche Christ-König
Ansicht Nord (Turm)Download
Walter Moser bereicherte die moderne Sakralarchitektur in der Schweiz mit insgesamt 17 Kirchen. Beeinflusst von der Arbeit bei Alvar Aalto in den Jahren 1958 bis 1960 schuf Moser in der Schweiz Bauskulpturen, deren Formensprache, Materialwahl und Lichtstimmungen von der Zeit in Finnland geprägt sind. Er entwickelte damit eine eigenständige Handschrift innerhalb der Schweizer Sichtbeton-Brutalisten.
Chronologie
Dem Bau der römisch-katholischen Pfarrkirche Christ-König lag ein Architekturwettbewerb zugrunde, den Walter Moser 1962 für sich entscheiden konnte. Im Februar 1967 wurde mit dem Bau begonnen, 1968 war die Kirche fertiggestellt.
Lage
Die Kirche steht im Zentrum des Mett-Quartiers, das im Osten von Biel liegt. Die Parzelle grenzt im Süden an den Geyisriedweg und dem Beaulieuweg im Osten. Dort befindet sich das Pfarrhaus, das mit einer Mauer vom öffentlichen Kirchareal abgetrennt ist. Im Norden und Westen schliesst das Schulareal Sahligut und dessen Aussensportanlagen an. Der Kirchenbau befindet sich in Hanglage und ist über ein Sockelgeschoss gesetzt, in dem sich das Pfarreizentrum befindet. Zwischen der Kirche und dem Pfarrhaus liegt ein Hof, akzentuiert vom Kirchturm in der Südwestecke. Nach Süden zum Geyisriedweg grenzt eine Mauer den Hof ab, lediglich eine portalartige hohe Öffnung zwischen den Betonwangen des Turms ermöglicht den Zugang. Eine flach eingedeckte, kolonnadenartige Stützenfolge vor der Kirchenfront im Westen und im Norden des Hofs fasst die Hauptzugänge feierlich und bietet eine wettergeschützte Wegverbindung zum Pfarrhaus. Die Ecke im Nordwesten wird von einer separaten Kapelle besetzt. An der Mauer, die den Garten des Pfarrhauses gegen den Kirchhof abschliesst, ist ein Lamm-Gottes-Relief des Zürcher Bildhauers Alfred Huber angebracht.
Beschreibung
Die Pfarrkirche Christ-König wurde als Saalbau mit querrechteckigem Grundriss konzipiert. Der Saal erfährt auf jeder Seite durch jeweils einen, aus der Fassadenebene nach aussen herausgeschobenen, vertikalen Lichtschlitz mit farbiger Kunstverglasung eine atmosphärische Belichtung. Die Hauptbeleuchtung erfolgt jedoch durch mehrere Reihen quadratischer Oberlichter, die von einer tiefen, hölzernen Kassettendecke gefasst sind. Die Holzlattung der Decke setzt die Struktur der gleichmässigen, horizontalen Abdrücke der Schalungshölzer in den Sichtbetonwänden fort. Die Bänke sind in fünf Segmenten fächerförmig um den Altar angeordnet. Der Boden besteht aus schwarzen Schieferplatten und steigt zum Altar in drei Stufen an. Das dunkle Material kontrastiert ebenso wie das Holz mit dem Sichtbeton des Innenraums. Auf der Empore über dem Eingang befindet sich seit 1981 eine Cäcilia-Orgel. Die Wände sind einzig mit sieben Wandgemälden geschmückt, die der Künstler Max Rüedi 1993 direkt auf den Beton aufbrachte.
Der Kirchturm überragt den Komplex nur knapp und endet in einem Kreuz. Er gründet auf zwei Wandscheiben; das Glockengeschoss, das bis heute ohne Geläut geblieben ist, kragt aus. Die Schallarkaden des Turms sind analog zu den Lichtschlitzen der Kirche gestaltet.
Literatur
Erziehungsdirektion des Kantons Bern. Amt für Kultur. Denkmalpflege (Hg.). Bauinventar Gemeinde Biel/Bienne. Geyisriedweg 29. Bern 2012. – Architekturforum Biel (Hg.) Architekturführer Biel/Guide d’ architecture Bienne. Zürich 2005, Nr. 205. – Aeberhard, Robert. Kirchen im Seeland: Gotteshäuser der Stadt Biel, des bernischen Seelandes und seiner Randgebiete. Biel 1980, S.123–127.