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Wo sich die Copacabana "faltet"
Der Museumsbau aus der Feder des New Yorker Büros Diller Scofidio + Renfro, der zurzeit an Rios Copacabana entsteht, könnte zu einem Wahrzeichen des Quartiers werden. Doch damit für das Gebäude Platz geschaffen werden konnte, musste ein anderes Wahrzeichen weichen.
Wo heute Baugerüste und Krane stehen, befand sich bis vor wenigen Jahren einer der wohl berüchtigsten Clubs Südamerikas: Das "Help" war legendär. Einst ein glamouröses Lokal, verkam die berühmte Disco zusehends. Schliesslich avancierte der Ort zu einem Treffpunkt für Prostituierte oder laut den Medien zu einem Symbol des Sextourismus in Rio. Den städtischen Behörden, denen diese Entwicklung schon lange ein Dorn im Auge war, enteigneten die Besitzer.
In der Folge riss man das Gebäude an der Avenida Atlantica ab, um Platz für das «Museu da Imagem e do Som» (Museum für Bild und Ton) zu schaffen. Gegenwärtig laufen die Arbeiten an dem markanten Gebäude aus der Feder des New Yorker Büros Diller Scofidio + Renfro auf Hochtouren: Auf der Frontseite wird Roberto Burle Marx’ wellengemusterter Boulevard sozusagen weiter geführt. Er wird laut den Architekten wie eine unregelmässige Zickzacklinie "gefaltetet", und als flach angelegte Treppe über die ganze Breite der Fassade aufs Dach hinaufgezogen. Damit ist das Gebäude mehr als ein Museum. Es ist so gleichzeitig ein Aussichtspunkt. Darum sollen auf dem Dach ein Restaurant, eine Bar oder Kino-Open-Airs zum Verweilen einladen. (mai)