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Wenn die Wechseljahre nahen: Bist du bereits in der Perimenopause?
Deine Zyklen sind unregelmässig und du leidest unter Hitzewallungen, Schweissausbrüchen, Schlafstörungen und trockener Haut? Möglicherweise befindest du dich in der Perimenopause. Dabei handelt es sich um den Beginn der Wechseljahre. Das heisst, die Eierstöcke produzieren weniger Hormone. Dennoch kannst immer noch schwanger werden! Beschwerden in der Perimenopause lassen sich zum Beispiel mit einer Hormonersatztherapie behandeln.
Das Wichtigste in Kürze zur Perimenopause
- Die Perimenopause ist der Beginn der Wechseljahre. Die Phase kann einige Monate, aber auch Jahre dauern.
- Die Produktion der Hormone in den Eierstöcken nimmt in der Perimenopause ab. Dies kann zu verschiedenen Symptomen führen. Bei starken Beschwerden gibt es verschiedene Behandlungsansätze.
- In der Perimenopause beginnen die Eierstöcke, weniger Östrogen und Progesteron zu produzieren. Schwanger werden, kannst du trotz Hormonumstellung trotzdem.
Hast du gewusst, dass du schon vor den Wechseljahren an Symptomen aufgrund von Hormonumstellungen leiden kannst? Diese Zeit wird Perimenopause genannt.
Definition: Das ist die Perimenopause
Mit der Perimenopause beginnen die Wechseljahre. Manchmal dauert die Phase nur wenige Monate, aber sie kann sich auch über mehrere Jahre erstrecken. «Die Dauer der Perimenopause beträgt im Mittel vier Jahre, schwankt jedoch enorm von Frau zu Frau», so Dr. Gabriele Merki, Leiterin Kontrazeption und Adoleszenz am UniversitätsSpital Zürich auf der Seite der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologien und Menopause.
Die Perimenopause umfasst die Zeit...
- ab dem Moment, in dem sich die Menopause erstmals ankündigt,
- bis zu dem Zeitpunkt, in dem die Menopause bereits seit einem Jahr besteht.
In diesem Alter beginnt die Perimenopause
Die Wechseljahre liegen meist zwischen dem 45. und dem 55. Lebensjahr von Frauen. «In seltenen Fällen können die Wechseljahre auch bei Frauen im Alter von unter 40 Jahren eintreten», so dass Gynäkologiezentrum Langete. Als Ursachen kommen zum Beispiel eine Chemotherapie und die Entfernung der Eierstöcke infrage.
Das passiert mit den Hormonen in der Perimenopause
In der Perimenopause beginnen die Eierstöcke, weniger Östrogen und Progesteron zu produzieren. Das hat zur Folge, dass sich die Zahl der Eizellen verringert und der Eisprung öfter ausbleibt. Der Zyklus wird unregelmässiger. Die Fruchtbarkeit nimmt daher ab.
Das Sinken des Hormonspiegels ist allerdings kein kontinuierlicher Prozess. Der Hormonspiegel schwankt – mal ist er niedriger, dann wieder höher. Die niedrige Dosis an Progesteron führt zu kurzen Zyklen und Schmierblutungen. Danach fällt auch das Hormon Östrogen ab. Die Folge können zum Beispiel Hitzewallungen und psychische Probleme wie Stimmungsschwankungen, Depressionen, Reizbarkeit und Nervosität sein.
An diesen Symptomen erkennst du die Perimenopause
«In der Perimenopause kommt es unregelmässig oder nur gelegentlich zu Monatsblutungen, die sogar mehrere Monate lang ganz ausbleiben und später wieder regelmässiger auftreten können», erklärt das Gynäkologiezentrum Langete in Langenthal. «Der Menstruationszyklus in der Perimenopause ist aufgrund der eingeschränkten Eierstockfunktion unregelmässiger.» Viele Frauen sind während der Perimenopause aber beschwerdefrei.
Die hormonellen Veränderungen können aber verschiedenen Symptome bewirken:
- Unregelmässige Periode: Der Zyklus wird unregelmässig, mal sind die Zyklen kurz, dann länger. Blutungen können besonders stark sein
- Herzrasen gehört zu den vegetativen Symptomen. Dazu zählen auch Hitzewallungen, Nachtschweiss und Schlafstörungen
- Trockene Haut, auch trockene Schleimhäute
- Haare: Haarausfall
- Übelkeit: Unwohlsein durch Hormonumstellung
- Blähungen: Verdauungsprobleme durch schwankenden Hormonspiegel
- psychische Symptome: Stimmungsschwankungen, Depressionen, Reizbarkeit, Nervosität
- Gewichtszunahme: Übergewicht durch veränderten Stoffwechsel
Kann ich trotz Perimenopause noch schwanger werden?
Die Fruchtbarkeit nimmt zwar in der Perimenopause ab. Dennoch kannst du schwanger werden. Heisst: Wer das verhindern möchte, sollte verhüten.
Dr. Gabriele Merki zufolge reichen nun auch Verhütungsmethoden, deren Sicherheit eher als niedrig einzuschätzen sind. Dazu zählt zum Beispiel das Kondom. Die Frauenärztin oder der Frauenarzt kann dich beraten, welche Verhütungsmittel individuell zu dir passen.
Symptome: So kannst du Beschwerden behandeln
Natürlich ist die Perimenopause keine Krankheit, sondern ein normaler Vorgang im Leben einer Frau. Dennoch können die Symptome deine Lebensqualität beeinträchtigen und möglicherweise auch andere körperliche Funktionen stören. Deshalb ist es wichtig, dass du dich ärztlich beraten lässt, wenn du unter Beschwerden leidest.
1 Hormonersatztherapie: Eine Hormonersatztherapie, auch menopausale Hormontherapie genannt, kann die Symptome der Perimenopause bessern. Dabei nehmen Frauen bioidentische Hormone zu sich. Dazu gehören Östradiol und Progesteron, das auch unter dem Namen Gelbkörperhormon bekannt ist. Die Hormone werden als Kapsel zum Schlucken, als Creme oder Pflaster auf der Haut oder auch als Ovolum verschrieben, das vaginal eingeführt wird.
Die Hormonersatztherapie wird oft mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko verbunden. «Experten gehen davon aus, dass eine Hormontherapie mit Östrogen alleine oder mit Östrogen und Gestagen das Brustkrebsrisiko, wenn überhaupt, nur geringfügig erhöht», informiert das Deutsche Krebsforschungszentrum.
2 Nicht-hormonelle Medikamente: Neben der Hormonersatztherapie gibt es auch Medikamente, die Beschwerden der Wechseljahre lindern, aber keine Hormone enthalten. Dabei handelt es sich um Medikamente, die normalerweise gegen andere Krankheiten verschrieben werden – zum Beispiel gegen Depressionen, Epilepsie oder überhöhten Blutdruck.
3 Heilpflanzen: Auch Heilpflanzen können möglicherweise bestimmte Wechseljahresbeschwerden lindern. Dazu gehören zum Beispiel Mönchspfeffer, Traubensilberkerze, Johanniskraut. In der Apotheke gibt es sie als Tabletten und als Tropfen.