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Radioaktive Strahlung: Schon geringe Dosen belasten Herz und Gefässe
Radioaktive Strahlung erhöht das kardiovaskuläre Risiko. Das gilt nicht nur für akute hohe Dosen, sondern auch für die chronische Exposition mit niedrig dosierter radioaktiver Strahlung. Dies zeigt eine US-amerikanische Metaanalyse auf.
Darin haben die Forscher anhand von 93 Studien das relative Exzessrisiko pro Dosiseinheit ionisierender Strahlung (Gy) für vier Subtypen kardiovaskulärer Erkrankungen bestimmt:
- ischämische Herzkrankheit
- alle anderen Herzerkrankungen
- zerebrovaskuläre Erkrankungen
- alle anderen kardiovaskulären Erkrankungen
Relatives Risiko stieg bei allen kardiovaskulären Erkrankungen
Insgesamt ergaben die Analysen, dass das relative Exzessrisiko für alle kardiovaskulären Erkrankungen um 0,11 pro Gy anstieg. Gleiches galt für die einzelnen Subtypen, insbesondere für zerebrovaskuläre Erkrankungen (0,19), alle anderen Arten von kardiovaskulären Erkrankungen (0,17) sowie für ischämische (0,07) und andere Herzkrankheiten (0,03).
Die populationsbasierten absoluten Risiken für kardiovaskuläre Erkrankungen durch ionisierende Strahlung schwankten weltweit. Die Unterschiede reichten dabei von 2,33 Prozent pro Gy in England und Wales bis hin zu 3,66 Prozent pro Gy in Deutschland.
Bei fraktionierter radioaktiver Exposition war das Risiko höher
Das Risiko für ischämische Herzkrankheit, zerebrovaskuläre Erkrankungen sowie für alle anderen Arten von kardiovaskulären Erkrankungen war pro Einheit höher bei niedrigen Dosisraten («inverse Dosiswirkung») und bei fraktionierten radioaktiven Expositionen («inverse Dosisfraktionierung»).
Das geschätzte Mortalitätsrisiko war am höchsten für zerebrovaskuläre Erkrankungen (etwa 0,94–1,26% pro Gy) und ischämische Herzkrankheit (etwa 0,30–1,20% pro Gy). Die Forscher berechneten ein erhöhtes Lebenszeitrisiko von 2,3–3,9 Todesfällen pro 100 Personen, die einer radioaktiven Strahlendosis von 1 Gy ausgesetzt sind.
Eine Belastung durch niedrig dosierte radioaktive Strahlung, etwa zu beruflichen oder medizinisch-diagnostischen Zwecken, sollte diesen Ergebnissen zufolge nicht unterschätzt werden, resümieren die Autoren. Jedoch sei die Heterogenität der Daten gross, was eine klare Schlussfolgerung erschwere. Konkrete Aussagen erfordern dringend weitere Forschung auf diesem Gebiet.