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Bildet grosse, deutlich ausgebildete Krystalle oder Krystallkrusten von schön tiefblauer Farbe: er ist geruchlos und von ekelhaft herbem, metallischem Geschmack;
löslich ist er in 4 Th. kaltem und in 1 Th. kochendem Wasser. In trockener Luft verwittern die Krystalle oberflächlich unter Bildung eines weissen Ueberzuges, bis 100° erhitzt, verlieren sie 29%, bis 200° ihr ganzes Krystallwasser 35% (gebrannter Kupfervitriol).
Es entsteht hierbei ein weisses Pulver, das mit Begierde Wasser anzieht und sich dadurch wieder bläut (Prüfung des absoluten Alkohols).
Anwendung. In der Galvanoplastik;
in der Färberei und Druckerei;
zur Darstellung anderer Kupferpräparate;
zum Beizen von Saatgetreide, um es vor Wurmfrass zu schützen: ferner in der Veterinärpraxis, zum Ausbeizen von Wunden, Eiterungen etc.
Doppelvitriol, Doppeladler, Salzburger Vitriol ist ein durcheinander krystallisirtes Gemenge von Eisenvitriol und Kupfervitriol. Man unterscheidet 1, 2 und 3 Adlervitriol je nach der Menge des Kupfervitriols. Wird zu manchen Färbereizwecken mit Vorliebe benutzt. Uebrigens enthält jeder rohe Kupfervitriol geringe Mengen von Eisenvitriol, zuweilen auch von Zinkvitriol.
2. C. sulf. purum, reiner Kupfervitriol, blauer Galitzenstein, wird hergestellt durch Auflösen von Kupferblech oder Kupferfeile in etwas verdünnter, reiner Schwefelsäure, unter allmäliger Hinzufügung reiner Salpetersäure bis zur völligen Lösung. Hinterher wird die Lösung, zur Verjagung aller Nitroverbindungen, längere Zeit gekocht, dann filtrirt und krystallisirt. Gleicht in seinem Aeusseren und sonstigen Eigenschaften dem rohen Kupfervitriol, nur sind die Krystalle meist kleiner.
Anwendung. Medizinisch innerlich in kleinen Dosen bei Veitstanz und epileptischen Zufällen, in grösseren Gaben bis zu 1 g als Brechmittel; äusserlich als Aetzmittel bei wildem Fleisch, Blutungen, in sehr verdünnter Lösung auch zu Injektionen etc.
Der Kupfervitriol gehört, gleich den anderen Kupfersalzen, ebenfalls zu den Giften.
Identitätsnachweis. Die wässerige Lösung reagirt sauer und giebt mit Baryumnitratlösung einen weissen, in Salzsäure unlöslichen Niederschlag, mit Ammoniakflüssigkeit im Ueberschusse eine klare, tiefblaue Flüssigkeit.
Prüfung nach dem Deutschen Arzneibuch. Wird das Kupfer aus einer wässerigen Lösung durch Schwefelwasserstoff ausgefällt, so darf das farblose Filtrat nach Zusatz von Ammoniakflüssigkeit nicht gefärbt werden und nach dem Abdampfen einen feuerbeständigen Rückstand nicht hinterlassen.
3. C. sulf. ammoniatum, schwefelsaures Kupferoxydammon. Blaues, krystallinisches Pulver von schwach ammoniakalischem Geruch und ekelhaft metallischem, dabei laugenhaftem Geschmack. An der Luft verwittert es allmälig, indem es einen Theil seines Ammons und seines Krystallwassers verliert. ¶
Wird dargestellt, indem man 50 Th. Kupfersulfat in 150 Th. Aetzammon löst und dann mit 300 Th. Alkohol mischt. Das niederfallende Pulver wird ohne Anwendung von Wärme zwischen Fliesspapier getrocknet.
Anwendung. Nur medizinisch und zwar in ähnlicher Weise, wie das Cuprum sulfuricum crystallisátum.
2. Edle Metalle.
Hydrárgyrum, Mercúrius vivus, Argéntum vivum.
Quecksilber.
Hg 200.
Quecksilber wird meist zu den edlen Metallen gerechnet, ist silberweiss, stark glänzend, bei gewöhnlicher Temperatur flüssig;
erst bei -40° krystallinisch erstarrend, geruch- und geschmacklos;
es siedet bei 360° unter Bildung eines farblosen Dampfes, der sich abgekühlt zu kleinen Kügelchen verdichtet. Es verdunstet übrigens bei jeder Temperatur, selbst unter 0°;
auch mit den Dämpfen des siedenden Wassers verflüchtigt es sich in geringem Maße.
Sein spez. Gewicht ist 13,5. Die Salze des Quecksilbers sind mit wenigen Ausnahmen sehr giftig.
Quecksilber kommt nur selten gediegen als sog. Jungfernquecksilber vor, meist in Verbindung mit Schwefel (Quecksilbersulfid, natürlicher Zinnober), entweder rein oder mehr oder weniger gemengt mit anderen Mineralien. Doch auch in dieser Form ist es nicht gerade häufig. Die Hauptfundorte sind Spanien, in den Almaden, Oesterreich, bei Idria, in kleineren Mengen auch in Italien, endlich in Peru und in Californien. Die californischen und spanischen Gruben liefern alles in den Welthandel kommende Quecksilber, da die Produktion der übrigen Gruben zu gering ist, dasselbe daher meist im Ursprungslande verbraucht wird.
Der californische Ertrag wird auf 2 ½ Millionen kg, der spanische auf 1 ¼ Millionen kg jährlich geschätzt. Den Centralplatz für den Quecksilberhandel bildet London. Versandt wird es in gusseisernen, cylindrischen Flaschen mit eisernem Schraubenstöpsel und einem Inhalt von 75 engl. Pfund = 31,78-32,69 kg. Die Darstellung geschieht in der Weise, dass man das Schwefelquecksilber mit Kalk und Eisenfeile aus eisernen Retorten destillirt. Der Schwefel verbindet sich dabei zu Schwefelcalcium und Schwefeleisen, während das Quecksilber verdampft und nach der Abkühlung
^[Abb: Fig. 198. Quecksilberbereitung in Idria. A Feuerung. BB Röstofen für das Schwefelquecksilber. C Kondensationskammern für die aus B entweichenden Quecksilberdämpfe] ¶