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Die Internierung der Bourbaki-Armee im Februar 1871 war die erste grosse Herausforderung für das Schweizerische Rote Kreuz, viereinhalb Jahre nach seiner Gründung.
Vor 143 Jahren: abgekämpft, schlecht ausgerüstet, ausgezehrt und frierend, krank, im Krieg Preussens gegen Frankreich an die Schweizer Grenze im Jura abgedrängt sah die französische Armée de l’Est nur noch einen Weg – ins neutrale Nachbarland. Mit der Zustimmung des Bundesrates überschritt die nach ihrem vorherigen Kommandanten Bourbaki-Armee genannte Einheit zwischen dem 1. und 3. Februar 1871 die Grenze im Neuenburger Jura bei Les Verrières.
Die Zahl der 87‘000 Soldaten und Offiziere entsprach 3% der damaligen Schweizer Bevölkerung. Die Internierten wurden für sechs Wochen in 190 Gemeinden der Schweiz untergebracht, 2600 beispielsweise allein in der Stadt Solothurn. Sie wurden verpflegt, medizinisch versorgt und wo nötig neu eingekleidet. Für das viereinhalb Jahre zuvor gegründete Schweizerische Rote Kreuz was die Internierung der Bourbaki-Armee eine erste, grosse Herausforderung. Armee und Behörden waren auf das Mitwirken der humanitären Organisation und der Bevölkerung angewiesen. Es gelang dem SRK, die Schweizer Bevölkerung zu mobilisieren, die bei sich bei der Betreuung der Internierten engagierte und die Aktion mit Spenden grosszügig unterstützte.
In Luzern erinnert seit 1889 das Bourbaki-Panorama an die damaligen, für die Schweiz identitätsbildenden Ereignisse. Am Ort des Geschehens soll die Erinnerung ebenfalls wach gehalten werden. Ende 2013 wurde der Verein Bourbaki Les Verrières geschaffen. Er will zusammen mit anderen Internierungsorten den Weg aufzeigen, den die französischen Soldaten vor 143 Jahren gegangen sind.