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Parlament schneidet alten Zopf ab bei Pensionskassen für Geistliche
Die finanzielle Unterstützung der Kirchen in Form von Staatsbeiträgen an die Pensionskassen der Geistlichen erscheine heute angesichts der gesellschaftlichen Entwicklung «nicht mehr zeitgemäss», hatte der Regierungsrat in seiner Botschaft an den Kantonsrat geschrieben.
Regierungsrat Remo Ankli (FDP) sagte am Mittwoch im Parlament, der Kanton unterstütze die Kirchgemeinden für ihre grossen sozialen Leistungen weiterhin. Dafür gebe es jedoch andere Mittel, wie zum Beispiel den Finanzausgleich.
Alten Zopf abschneiden
Das Parlament war sich weitgehend einig. Es sei richtig, dass «der alte Zopf abgeschnitten» werde, sagte Patrick Schlatter (Mitte) . «Eigentlich hätte man dies schon bei der Einführung des Pensionskassenobligatoriums 1985 tun sollen», sagte Heinz Flück (Grüne).
Der Antrag von Mathias Stricker (SP), die Übergangsfrist auf fünf Jahre zu verlängern, fand mit 35 Ja zu 57 Nein keine Mehrheit. Stricker hatte argumentiert, dass die Landeskirchen noch auf andere Einnahmen verzichten müssten und man damit die Anpassung erleichtern würde.
Gesetze aus dem frühen 20. Jahrhundert
Grundlage für die Zahlungen zugunsten der Angestellten der christkatholischen, römisch-katholischen und evangelisch-reformierten Landeskirchen sind drei in der Zeit von 1909 bis 1946 erlassene Gesetze. Im laufenden Jahr zahlt der Kanton Solothurn 435'000 Franken in die Pensionskassen für Geistliche, wie aus der Botschaft hervorgeht.
Kanton muss sich freikaufen
Der Kanton kann die Zahlungen jedoch nicht einfach einstellen. Wie das Parlament mit 88 Ja zu wenigen Nein-Stimmen entschied, werden für die Zeit vom Inkraftreten des neuen Gesetzes im Januar 2024 bis Ende 2026 Übergangsbeiträge ausgerichtet.
640’000 Franken gehen an Pensionskasse der christkatholischen und evangelisch-reformierten Pfarrer (PKCRP), 576'000 Franken an die Basler Mauritius Pensionskasse, die 2021 die Versicherten der römisch-katholischen St.-Ursen-Vorsorgestiftung (SURS) übernahm.
Ab dem Jahr 2027 spart der Kanton dafür pro Jahr 400'000 Franken. Künftig müssen die Kirchgemeinden, die Synode und Pastoralräume sowie die Versicherten höhere Beträge in die Pensionskasse einzahlen.