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Der Zeitarbeiter
Er versucht stets als erster im Büro zu sein. Seine Mittagspause hält er so kurz wie nur möglich. Und abends besteht die Möglichkeit, dass er sich erst nach 19 Uhr nach Hause begibt. Der Zeitarbeiter arbeitet in einem Temporärvertrag mit Stundenlohn und ist unter konstantem Druck der Anwesenheitspflicht. Ferien? Kennt er nicht. Krank sein? Lieber kuriert er seine Magendarmgrippe auf dem Firmenklo aus, denn zu Hause gibts kein Geld. Zeitarbeiter führen ein trauriges Leben und sind zu bedauern.
Der Rockstar
In seiner Jugend war er Musiker einer Rockband. Und wie diverse alte Aufnahmen, welche der Rockstar noch immer auf der website www.randomnameforsomerandomband.com mit der Welt teilt, hatte die Band sogar Talent. Und vorallem der eine Song, der eine von fünfzig Songs, der war gut, ja. Und heute, vielleicht zehn oder zwanzig Jahre später, spricht der Rockstar noch immer von seinen „grossen Momenten“, von den Beinahedeals mit den grossen Studios, von den Auftritten als Supporting Act des Supporting Acts von Phébus („dr Erfolg isch wirklich grad vor dr Tüüre gstande“).
Die Oscarpreisträgerin
Sie spielte in ihrer Jugend im Dorftheater mit. In ihren frühen Zwanzigern verbrachte sie mindestens ein Jahr in Los Angeles oder New York und nahm dort, wie etwa jede zweite Miss Schweiz, Schauspielunterricht an einer renommierten Schauspielschule. Sie hoffte darauf einst von Di Caprio oder Wahlberg geküsst zu werden und kann ihre Oscar-Dankesrede noch immer auswendig. Ihren Durchbruch schaffte sie leider nie. Und doch erzählt sie noch heute vom Vorsprechen vor Kevin Spacey und davon, dass sie in einer Episode von „Blabla“ im Hintergrund zu sehen war. Und dies erzählt sie oft. Täglich.
Der monotone Tiefschlaf
Er steckt mit dem Sandmännchen unter einer Decke und plant regelmässig eine Verschwörung mit ihm. Denn wenn er anfängt zu sprechen werden die Sekunden unerträglich lang. In der immergleichen Tonlage trägt er bei Mitarbeitermeetings seine langweiligen Themen vor und du quälst dich mit Gedankenspielen wie „Wie lange kann ich die Luft anhalten bis ich wegtrete“ oder „wie fühlt sich das Fell eines Esels überhaupt an?“ und versuchst verzweifelt deine Augendeckel offenzuhalten. Wenn ihr ihm Untergeordnet seid, könnt ihr dem monotonen Tiefschlaf nicht entkommen. Wir wünschen euch viel Kraft.
Der Gamer
Er ist absolut stressresistent, denn während seine Kollegen im hektischen Chaos versinken und alles in ihrer Macht stehende tun um die vom Chef vorgegeben Deadlines einzuhalten, hat der Games nichts besseres zu tun, als in aller Ruhe zuerst mal seine Online-Fussballmannschaften aufzustellen und die Partie von vergangener Nacht zu analysieren. Danach muss er bei seinem Online-Weltraumspiel abchecken, ob seine Raumschiffe auch wirklich noch auf dem Weg zu seinem Zweitplaneten sind, nicht dass da einer noch einen Mondschuss mit seiner Flotte versucht. Zum Pipi machen hat er stets sein Handy dabei, denn wann kann man besser eine Runde Wolfenstein zocken als während des Stuhlganges. Und nachmittags findet er sicherlich irendwelche lustigen Bürogames wie Online-Monopoly, bei welchem er sich stundenlang mit Chi Ill Mol aus China duelliert, während seine Kollegen so doof sind und sich vom Chef bereits den nächsten Anschiss abholen, warum denn die Arbeit noch immer nicht beendet ist. Es ist gesetzlich erlaubt dem Gamer eines in die Fresse zu hauen.
Der Deofreak
Er hat immer eine Dose Deo dabei. Oft Axe Afrika, dieses hässliche nach Vanille stinkende Teil, welches kein Mensch mit geregeltem Sexualleben an seine Haut lässt. Und pünklich nach der Mittagspause und vor dem Feierabend wird eine neue Schicht Deo unter die Achseln gesprayt, egal ob die Kollegen ob dieses Geschmacks reihern könnten oder schon halb den grausamen Erstickungstod erleiden. Ob der Deofreak sich vielleicht öfters waschen sollte und deswegen stets mit Deo um sich sprüht? Ihm anonym ein Duschgel im Jackensack platzieren könnte das Problem vielleicht lösen. Viel Glück.