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Vitamin C: mentale Vitalität und depressive Symptome
Funktionen von Vitamin C im Gehirn (1,2)
Vitamin C und mentale Vitalität
In der ersten Studie1 wurde untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen mentaler Vitalität, Stimmung und der Vitamin-C-Versorgung besteht. Zunächst wurde in einer Querschnittsuntersuchung an 214 gesunden koreanischen Studierenden (Alter: 20 bis 39 Jahre) untersucht, ob zwischen der Vitamin-C Konzentration im Serum und der Vitalität (Aufmerksamkeit und Müdigkeit) sowie der Stimmung ein Zusammenhang besteht: Der Vitamin-C Serumspiegel war positiv assoziiert mit dem Aufmerksamkeitsniveau. Hingegen konnte kein Zusammenhang zwischen dem Vitamin-C-Spiegel und Müdigkeit oder Stimmung gezeigt werden. In einer weiteren Untersuchung erhielten 50 gesunde Teilnehmende mit marginaler, aber gemäss vielen nationalen Empfehlungen noch ausreichender Vitamin-C-Versorgung (< 50 μmol/l (= 8.8 mg/l) Vitamin C im Serum) vier Wochen lang entweder 2 × 500 mg Vitamin C oder ein Placebo. Auch hier wurden wieder Vitalitätsparameter und der Gemütszustand erfasst: In der Vitamin-C-Gruppe waren Aufmerksamkeit und die Fähigkeit, in die Arbeit einzutauchen, signifikant verbessert. Ebenfalls schnitten die Vitamin-C-supplementierten Personen beim Stroop-(Farben-Wort-)Test besser ab. Müdigkeit und das Verständnis für Arbeitsinhalte waren tendenziell verbessert, während die Stimmung nicht signifikant verbessert war.
Vitamin C und Depressionen
In der ersten Studie hatte Vitamin C keinenEinfluss auf den Gemütszustand. Allerdings litten die Probanden und Probandinnen weder an einer subklinischen noch an einer klinischen Depression. Subklinisch bedeutet, dass nicht alle Symptome einer Depression vorliegen und die Betroffenen meistens nicht mit Antidepressiva behandelt werden. In der zweiten Studie2 wurde nun untersucht, ob eine Vitamin-C-Supplementierung eine depressive Symptomatik verbessern kann. In dieser Metaanalyse wurden 10 randomisierte und kontrollierte Studien mit insgesamt 836 erwachsenen Teilnehmenden, die an einer subklinischen oder klinischen Depression litten, berücksichtigt. Die täglich eingesetzte Vitamin-C-Menge lag in den meisten Studien zwischen 100 und 1000 mg. Die Studiendauer variierte zwischen 2 bis 24 Wochen. Der depressive Status wurde mittels unterschiedlicher Fragebögen erfasst. Wurden die Daten von allen Probanden und Probandinnen berücksichtigt, so hatte Vitamin keine signifikante Wirkung auf eine Depression. Hingegen verbesserte Vitamin C den Gemütszustand der Teilnehmenden, die subklinisch depressiv waren und keine Antidepressiva einnahmen.
Fazit
Eine Vitamin-C-Supplementierung kann die mentale Vitalität bei Personen, deren Vitamin- C-Versorgung eher tief ist, sehr schnell verbessern. Auch scheint Vitamin C bei Personen mit nicht- medikamentös behandelten depressiven Symptomen hilfreich zu sein. Die hierfür erforderliche Dosierung liegt bei ca. 1 g pro Tag. Dies liegt deutlich über den DACH Empfehlungen für die tägliche Vitamin-C-Aufnahme (95 mg bzw. 110 mg pro Tag). Vitamin C wird sehr gut vertragen. Lediglich Personen, die zu Nierensteinen neigen, sollten Vitamin C nicht in hohen Mengen zu sich nehmen.
Quellen
1 Sim M et al. Vitamin C supplementation promotes mental vitality in healthy young adults: results from a cross-sectional analysis and a randomized, double-blind, placebo-controlled trial. Eur J Nutr 2021: doi: 10.1007/s00394-021-02656-3.
2 Yosaee S et al. The effect of vitamin C supplementation on mood status in adults: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Gen Hosp Psychiatry 2021;71:36–42.