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VIKING MOSES
Cruel Child
EPIFO
«Cruel Child» ist, wie der Titel vermuten lässt, eine schwere Angelegenheit. Die zwölf Songs auf dem fünften Werk der Band aus Baltimore sind nicht von Wohlklang geprägt. Die Songs schleppen sich voran, knarzen, ächzen oder klingen fahrig zerzaust. Im Auftakt gesteht Songwriter, Multiinstrumentalist und Mastermind Brendon Massei, dass er ein gemeines und verzweifeltes Kind sei, weil er seine Mutter an seinen Vater erinnert. Und dass er, ihr «Happiest Mistake» war. Linderung bringt bloss der wunderschöne Frauenchor. «In Servitude» (In Knechtschaft) schleppt sich dahin, wie ein altersschwacher Gaul. Massei wimmert und klagt. Nick Cave hätte seine dunkle Freude. In «Headstrong» klingen Viking Moses hektisch und unstet. «But I don’t let nobody tell me nothin’, forget it, cause it’s love, it’s never gonna die.» Und Liebe kann Erlösung bringen oder zumindest beruhigen: «Just stay with me and let my trouble pass.» «Cruel Child» hat viele schwere und fast erdrückende Momente, suhlt sich aber nicht gänzlich darin. «Cruel Child» passt auf seine Art zum momentanen Corona-Blues.