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National:
4x100 m, Frauen: Die Schweizer 4x100-m-Staffel verpasst in Tokio einen Exploit und die erhofften Olympia-Medaillen. Zum dritten Mal bleibt dem Schweizer Quartett der undankbare 4. Rang. Nach der WM in Doha 2019 und der EM in Berlin im Jahr davor geht die Schweizer Frauenstaffel auch in Tokio in Sachen Medaillen leer aus. In 42,08 Sekunden mussten sich Riccarda Dietsche, Ajla Del Ponte, Mujinga Kambundji und Salomé Kora dem britischen Staffel-Quartett im Kampf um Bronze um zwei Zehntel geschlagen geben. Den Schweizer Rekord, den Dietsche, Del Ponte, Kambundji und Kora im Vorlauf am Donnerstag aufgestellt hatten, verpassten sie im Final um drei Hundertstel.
International:
4x100 m, Männer: Italiens Sprinter sorgten für einen nächsten Olympia-Coup. Nach Gold im Einzel in der Königsdisziplin von Lamont Marcell Jacobs sicherte sich auch die Sprint-Staffel über 4x100 m Gold. Angeführt von Einzel-Olympiasieger Jacobs setzten sich Lorenzo Patta, Eseosa Desalu und Filippo Tortu in einem Herzschlagfinale gegen die britische Staffel durch. Den Ausschlag zu Gunsten der Italiener gab eine winzige Hundertstel. Bronze ging an Kanada. Nicht in die Medaillenentscheidung eingreifen konnte die jamaikanische Staffel, die in den vergangenen Jahren dominiert hatte. Nach Problemen bei der ersten Stabübergabe resultierte der enttäuschende 5. Rang.
1500 m, Frauen: Sifan Hassan zollt ihrem enormen Olympia-Programm Tribut und schafft das angestrebte Triple als olympische Championess über 1500, 5000 und 10'000 m nicht. Im zweiten ihrer drei Final-Einsätze muss sich die für die Niederlanden startende gebürtige Äthiopierin mit Bronze abfinden. Im Duell mit ihrer kenianischen Konkurrentin Faith Kipyegon blieb Hassan im Endspurt keine Chance. In 3:53,11 lief die 27-Jährige Kipyegon zu olympischem Rekord und kürte sich über 1500 m nach 2016 in Rio erneut zur Olympiasiegerin. Silber ging in Landesrekord (3:54,50) an die Britin Laura Muir. Für Hassan geht es nach ihrem Triumph vom Montag über 5000 m am Samstag im 10'000 m noch um das Double.
Speer: Nach WM-Silber in Doha kürt sich Shiying Liu mit dem Speer in Tokio zur Olympiasiegerin. Die 27-jährige Chinesin distanzierte das restliche Feld mit ihrem ersten Versuch auf 66,34 m bereits entscheidend. Die Polin Maria Andrejczyk sicherte sich Silber in einem Zentimeterfinale mit der Weltmeisterin von Doha, Kelsey-Lee Barber aus Australien. Barber kam mit ihrem letzten Versuch bis auf fünf Zentimeter an die 64,61 m der Polin heran.
400 m, Frauen: Nach 2016 heisst die Olympiasiegerin über 400 m der Frauen auch 2021 Shaunae Miller-Uibo. Die Frau von den Bahamas sicherte sich in 48,36 Sekunden souverän Gold - was sie zur sechstschnellsten Frau der Geschichte über die volle Bahnrunde macht. Die grosse Geschichte des Rennens schreibt jedoch die Amerikanerin Allyson Felix, die in 49,46 Sekunden mit Bronze ihre zehnte Olympia-Medaille gewann. Die 35-Jährige avancierte damit alleine zur erfolgreichsten Olympia-Athletin der Geschichte. Silber ging an Marileidy Paulino aus der Dominikanischen Republik.
5000 m, Männer: Ugandas Planspiele im 5000 m der Männer gingen auf. Weltrekordhalter Joshua Cheptegei hielt dank der Unterstützung seiner Landsmänner Jacob Kiplimo (5.) und Oscar Chelimo (16.) Topfavorit Mohamed Katir aus Spanien in Schach und gewann in 12:58,15 Minuten Gold. Silber in einem Rennen, das rund eine halbe Sekunde über olympischem Rekord blieb, ging an den Kanadier Mohammed Ahmed. Bronze sicherte mit Paul Chelimo aus den USA der Olympia-Zweite von Rio. Das ugandische Final-Trio - allen voran Kiplimo, der auf den ersten zwei Kilometern als eine Art Pacemaker agierte - sorgte von Beginn an für ein hohes Tempo, dem der endschnelle Katir eine Runde vor Schluss Tribut zollte. Der 23-jährige Goldanwärter klassierte sich nur im 8 Rang.
50 km Gehen, Männer: In Sapporo sicherte sich der Pole Dawid Tomala die womöglich letzte Goldmedaille im 50-km-Gehen. Die Zukunft der Disziplin ist unsicher. Für Paris sind die 50 km schon gestrichen, wie es danach weitergeht, steht noch nicht fest. In Japan machten die Geher mit einem dramatischen Rennen Werbung in eigener Sache. Tomala führte nach 40 km mit mehr als drei Minuten, im Finish kamen ihm der Deutsche Jonathan Hilbert (2.) und der Kanadier Evan Dunfee (3.) aber gefährlich nahe. Tomalas Sieg war eine Sensation: Der 31-jährige Pole feierte erst den zweiten Sieg in seiner Karriere nach dem Gewinn der U23-EM über 20 km vor zehn Jahren. Ehe er sich im März in der Slowakei für Tokio qualifizierte, startete er noch nie über 50 km.
20 km Gehen, Frauen: Antonella Palmisano beschenkte sich am Tag ihres 30. Geburtstags mit Olympia-Gold über 20 km. Wie am Vortag im 20-km-Gehen der Männer mit Massimo Stano ging der Sieg damit an die süditalienische Region Apulien. Palmisano riss vier Kilometer vor Schluss aus dem Spitzenfeld aus und baute mit ihrer erhöhten Kadenz bis ins Ziel ihren Vorsprung auf die Kolumbianerin Sandra Lorena Arenas auf 25 Sekunden aus. Bronze ging an die Chinesin Hong Liu.