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Der Jet d'eau im Genfer Seebecken, ein bis zu 140 Meter hoher Wasserstrahl, ist ein Touristenmagnet. Was kaum jemand weiss: Er ist eigentlich ein technisches Überbleibsel aus dem 19. Jahrhundert mit industriellem Nutzen. Weil das Schauspiel in Kürze zu einer Attraktion wurde, entschieden die Genfer 1891, den Strahl zu erhöhen und nachts zu beleuchten.
1886 entstand das Bâtiment des Forces Motrices. Eine zentrale Pumpstation wurde von der Rhône angetrieben und beförderte über 20 Pumpen das Wasser über ein Röhrensystem zum lokalen Gewerbe. Der Wasserdruck drehte die Mühlen der Bäcker, trieb Druckmaschinen an und liess die Bohrer und Fräsen der Uhrenmacher rotieren.
Energie konnte so in Form von Wasserdruck transportiert werden. Ende des 19. Jahrhunderts war das eine Neuheit. Jeweils am Abend schlossen die Betriebe den Wasserhahn. Damit das Rohrsystem nicht platzte, brauchte es ein Überdruckventil: den Jet d'eau.
swissinfo.ch und SRF (Tagesschau vom 24.08.2016)