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Das Martingal und sein Gebrauch in Prüfungen
von Reynald Jaquerod, Genève
Scheinbar stellen sich viele Militaryreiter die grundlegende Frage: 'Darf ich ein Ringmartingal in Prüfungen verwenden?'
Zuerst muss hier gesagt werden, dass ausschliesslich das Ringmartingal erlaubt ist, es bringt also nichts, mit anderen, mehr oder weniger verfälschenden Hilfszügeln, die momentan auf dem Markt existieren, zu reiten.
Wozu dient überhaupt das Martingal? Sicher nicht, um den Pferdekopf herunterzunehmen; etwas, was man allzu oft in Reitschulen und auf Concoursplätzen sieht. Wenn der Reiter sein Pferd nicht ohne Hilfe eines Zuges nach unten in die richtige Position bringen kann, hat er im Militarysport nichts verloren. Falls das Martingal aber nur hilft, übertriebene Bewegungen des Pferdekopfes nach oben zu beschränken, seien diese verursacht durch Handfehler oder unvorhersehbare äussere Ereignisse, kann gut ein Martingal gebraucht werden. Dieser Hilfszügel kann einerseits für einen Anfänger, der seine Armbewegungen noch nicht immer kontrollieren kann, aber auch für den fortgeschrittenen Militaryreiter sehr nützlich sein. Auch in diesen Fällen sollte ein Martingal benützt werden.
Sehr wichtig ist, dass das Martingal richtig eingestellt ist. Wenn es zu lang ist, "flattert" es, wenn das Pferd in korrekter, versammelter Haltung geht. Wenn sich das Pferd von der Hand löst, übt das Martingal einen leichten Druck aus, ohne - ich wiederhole mich - als nach unten ziehende Kraft zu wirken, sondern nur als kleine Gehorsams-Erinnerung. Der Vorteil des Martingals ist ebenfalls, dass es alle Bewegungen der Hand leicht amortisiert und dass der Zug, falls vorhanden, immer vom gleichen Ort her kommt.
Es gibt zwei Arten dieses Hilfszügels; das unabhängige Martingal mit einem dünnen Halsriemen und der Schlaufe um die Sattelgurte und die Martingalgabel, die in ein normales Vorgeschirr eingeschnallt wird. Da sowieso empfohlen wird, im Militarysport immer ein Vorgeschirr zu benützen, ist die zweite Variante die ideale.
Man spricht oft vom Risiko, das Pferd könne im Falle eines Sturzes mit
den Beinen im Martingal hängen bleiben. Während meinen 45 Jahren Militarysport
habe ich nie eine solche Situation gesehen und ich glaube, dass dieses Risiko
praktisch auszuschliessen ist, wenn das Martingal richtig eingestellt und von
guter Qualität ist. Falls dies trotzdem passieren sollte, schätze
ich die Verletzungsgefahr als klein ein, ich denke sogar, dass das Pferd nach
einem allfälligen Sturz so leichter einzufangen wäre.
Zusammenfassend empfehle ich, und dies ist meine ganz persönliche Meinung, den Gebrauch des gut eingestellten Martingals in allen Prüfungen, ausser natürlich in der Dressur.