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(Meldung ergänzt mit weiteren Angaben und Hintergrund)
Zürich (awp) - Die Raffineriebetreiberin Petroplus hat ihre Akquisitionsstrategie geändert und richtet den Blick stärker auf Europa - aus strategischen und finanziellen Gründen. Das Unternehmen verkauft die Beteiligung an der Investment-Zweckgesellschaft PBF Energy Company für 91 Mio USD, wie Petroplus am Sonntagabend mitteilte.
Die Gesellschaft hat sich demnach mit den Mitteilhabern Blackstone und First Reserve grundsätzlich auf die Veräusserung des eigenen 32,62%-Anteils geeinigt. Die Transaktion hänge von der Unterzeichnung eines endgültigen Vertrags ab, die in den nächsten Tagen erwartet werde, hiess es. Die Transaktion dürfte im vierten Quartal dieses Jahres abgeschlossen werden und "einen kleinen Gewinn" auf das Kapital abwerfen.
Petroplus hatte PBF Anfangs 2008 gemeinsam mit Blackstone und First Reserve gegründet. Ziel war die Übernahme von Rohölraffinerie-Kapazitäten in den USA. Jeder der Partner hatte zugesagt, sich mit Eigenkapital in Höhe von 667 Mio USD zu beteiligen, wie damals verlautete.
Jean-Paul Vettier, CEO von Petroplus, verwies nun in der Mitteilung auf drei Gründe für den Ausstieg. Es sei erstens derzeit am wichtigsten, die Ressourcen des Unternehmens auf das Kerngeschäft in Europa zu konzentrieren und Strategien zu verfolgen, die die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Substanzwerte verbesserten. Die Transaktion erhöhe die Flexibilität und Liquidität.
Zweitens dürfte Petroplus besser in der Lage sein, attraktivere Anlagen zu erwerben, wenn es sich auf Gelegenheiten in Europa konzentriere, sagte Vettier weiter. Einen Erfolg könne er aber nicht garantieren.
Und drittens wolle PBF mit hohem Tempo in den USA expandieren. "Dies würde grosse Investitionen von Petroplus erfordern, damit wir unsere Stellung als der grösste Anteilseigner innerhalb der Partnerschaft beibehalten. Angesichts der schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen hat der Verwaltungsrat entschieden, dass das Aufbringen zusätzlichen Kapitals zur Unterstützung einer solchen Expansion nicht im besten Interesse der Aktionäre wäre", wird Vettier in der Mitteilung zitiert.
Würde Petroplus den Anteil an PBF behalten, stünde es vor der schwierigen Entscheidung, zu einem problematischen Zeitpunkt zu investieren oder seinen Anteil auf ein Niveau zu verringern, mit dem die Gesellschaft allen Einfluss aus den Händen gäbe, so der Firmenchef.
Verwaltungsratspräsident Thomas O'Malley erklärte, der Verkauf sei im besten Interesse der Anteilseigner. Möglichkeiten für die Verbesserung und Ausweitung des europäischen Raffineriesystems seien sowohl real als auch attraktiv. "Diese Gelegenheiten werden mehr langfristigen Wert für die Aktionäre schaffen und als der grösste einzelne Aktionär von Petroplus freut es mich, zu sehen, dass das Unternehmen sein Kerngeschäft im Fokus behält", wird er zitiert.
Für den späteren Nachmittag kündigte Petroplus eine Telefonkonferenz an, um weiter über den Sachverhalt zu informieren.
cc/cf
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