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Verdreckte Straßen, zerlumpte Gestalten, trüb die Luft, die Lunge brennt beim Einatmen ? So oder so ähnlich war es in Glasgow noch vor 100 Jahren. Eine überbevölkerte Industriestadt, alles andere als gemütlich. Edinburghs Rivalen fehlt die pittoreske Highland-Romantik der ungeliebten Hauptstadt an der Ostküste. In Glasgow wurde gearbeitet; Industrie prägte diesen Ort, genauer der Schiffsbau. Mit der Industrie floss aber auch Geld in die Stadt ? so verdankt Schottland zum Beispiel einem Glasgower Schiffs-Magnaten die ?Burrell Collection?, eine äußerst illustre Kunstsammlung. Das Stadtoberhaupt, der ?Lord Provost? (diese Amtsbezeichnung gilt übrigens ebenfalls, wenn eine Frau an der Stadtspitze steht), hat offiziell einen alten Rolls-Royce als Dienstwagen. Eine stattliche Zahl von Amtsdienern ist im Glasgower Rathaus in schmucker grüner Uniform zu sehen, und die beiden Marmortreppen im Rathaus am George Square gehören zu den größten in Europa. Ende des vorletzten Jahrhunderts kamen über zwei Drittel der weltweiten Dampfschiffproduktion aus Glasgow, und lange Zeit war die Stadt der anlandende Hafen für Waren aus den Überseekolonien wie Baumwolle, Tabak oder Zucker. Einmal in Glasgow, waren diese Waren rund zwei Tage schneller in London als auf dem direkten Seeweg durch den Ärmelkanal.