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Evolutionäre Neuheiten entstanden als Nebeneffekte evolutionärer Veränderungen durch Neuverwendung schon vorhandener Bauteile. Auf genetischer Ebene teilen Arten ganz verschiedener Tierstämme einen ähnlichen «Baukasten». Dies ermögliche als Frucht der Evolutionsforschung auch medizinischen Fortschritt. So sieht es der Paläontologe Neil Shubin. Tatsächlich sind die Befunde evolutionstheoretisch gar nicht leicht zu verstehen, lassen sich aber im Rahmen von Schöpfung befriedigend deuten.
Unter der Überschrift «Evolution’s Surprises» fasste Sara Frueh von der «National Academy of Sciences» (USA) einen Vortrag von Neil Shubin zusammen, den dieser im April 2020 gehalten hat.1 Die «Überraschungen» beziehen sich auf neuere evolutionstheoretische Vorstellungen.
Shubin findet es überraschend, dass die Veränderungen, die als Schlüsselereignisse der hypothetischen Evolution angesehen werden – wie die Eroberung des Landes ausgehend von Fischen, oder die Eroberung der Luft durch die Vögel –, lange vor diesen Meilensteinen erfolgten und auch zu anderen Zwecken. So seien Lungen nicht entstanden, als die Tiere im Begriff waren, an Land zu gehen. Ebenso seien die Federn nicht entstanden, als die Tiere im Begriff waren, zu fliegen. Lungen bzw. Federn waren vielmehr bereits in Formen ausgebildet, die «noch» im Wasser bzw. noch an Land lebten – und eben nicht, um den Landgang bzw. den Flug zu ermöglichen. Vielmehr habe es Lungen und die Vierbeiner-Extremität bereits bei wasserlebenden Formen gegeben. Diese Merkmale seien nur «umfunktioniert» worden, als es nötig war. Die Lungen hätten Fischen ermöglicht, Luft von der Wasseroberfläche zu schlucken, wenn der Sauerstoffgehalt zu niedrig war, um genügend davon durch die Kiemen zu erhalten. Die schon vorhandenen Lungen konnten dann beim Landgang verwendet werden. Und der von Shubin und seinem Team entdeckte Tiktaalik roseae, ein Süsswasserfisch, besass landtierartige Gliedmassen, obwohl er wie ein Fisch im Wasser lebte. Ähnlich wird bei vogeltypischen Merkmalen argumentiert: Beispielsweise hätten sich Federn vermutlich entwickelt, um die Körpertemperatur der Dinosaurier zu regulieren, oder vielleicht zur Färbung und Balz. Später seien sie als Teil des Flugapparats verwendbar gewesen. «Es ging darum, alte Erfindungen auf neue Art und Weise für neue Zwecke zu nutzen», so Shubin. «Das ist es, worum es in der Evolution geht.» Die Worte «Erfindungen», «Zwecke» und «zu nutzen» zeigen: Es ist fast unmöglich, das angenommene evolutionäre Geschehen ohne Begriffe zu beschreiben, die eine intelligente Herkunft und eine Zielgerichtetheit nahelegen.
Lesen Sie den ganzen Artikel in factum 03/2021.
1 «Evolution’s Surprises», https://www.nationalaca demies.org/news/2020/08/evolutions-surprises