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Städtepartnerschaften
Domodossola
2006 feierten beide Städte das Jahrhundertjubiläum des einst längsten Bahntunnels der Welt. Zu diesem Zweck wurde ein Organisationskomitee unter dem Vorsitz beider Stadtpräsidien gegründet, das die Feierlichkeiten mit einer Reihe von Aktionen begleitet hat. Eine davon ist die offizielle Städtepartnerschaft („gemellaggio“) von Brig-Glis und Domodossola, die eine uralte Verbindung wieder aufleben lässt. Wissen wir doch, dass zwischen diesen beiden Regionalzentren seit jeher ein starker Austausch bestand und der Grosse Stockalper in Domodossola grossflächig Ländereien besass (die ihm das aufgezwungene Exil erleichterten!). Heute garantieren ein ganzjährig geöffneter und hervorragend ausgebauter Simplonpass und die knapp halbstündige Bahnfahrt durch den Simplontunnel den grenzüberschreitenden Verkehr.
Langenthal
Auf Initiative der Stadt Langenthal im bernischen Oberaargau besteht seit Sommer 2001 eine Städtepartnerschaft, die zu regelmässigen Kontakten auf Behördenebene und zu einem interessanten Erfahrungsaustausch geführt hat. Obwohl Langenthal (14'300 Einwohner) im Gegensatz zu Brig-Glis eine industriell geprägte Stadt ist, bestehen eine Reihe von Gemeinsamkeiten. Zum einen bilden beide ein regionales Zentrum, zum anderen spielt in beiden Städten das Wasser eine wichtige, manchmal gefährliche Rolle. Während in Langenthal die in früheren Zeiten immer wieder die Stadt flutende „Langete“ mit einem Umleitungsstollen gezähmt werden konnte, wurde in Brig-Glis nach den Ereignissen von 1993 und 2000 der Bedrohung durch „Saltina“ und „Gamsa“ mit einer Reihe von Hochwasserschutzmassnahmen entgegengewirkt. Interessant ist, dass Langenthal wie Brig-Glis eine beachtliche Fasnachtstradition vorweisen können. So trifft man sich diesseits und jenseits des Lötschbergs über die "Nabelschnur" NEAT.
San Jeronimo Norte
Ab 1858 wanderten in mehreren Wellen Oberwalliser nach Argentinien aus, wo ihnen in der Provinz Santa Fe grosszügig Ackerboden zur Verfügung gestellt wurde. Daraus entwickelte sich die Kolonie San Jeronimo Norte mit 7‘500 Einwohnern, die grösstenteils von Oberwalliser Immigranten abstammen. Den Bezug zur Heimat und die deutsche Sprache haben sie nie ganz verloren, auch wenn diese heute nur noch von wenigen beherrscht wird. Seit 1991 (700 Jahre Eidgenossenschaft) haben sich die Kontakte durch gegenseitige Besuche intensiviert bis 2015 durch Vermittlung der argentinischen Botschaft mit der Stadtgemeinde Brig-Glis eine offizielle Partnerschaft unterzeichnet werden konnte. Unmittelbarer Anlass dazu war das Jubiläum 800 Jahre Brig. Ausserdem befanden sich unter den ersten fünf Familien, die nach Argentinien auswanderten, drei aus Brig und der näheren Umgebung. Bei ihrem Besuch brachte die Delegation des Stadtrates eine Nachbildung der mittelalterlichen Madonna-Statue in der Gliser Kirche nach Argentinien, wie dies zwei Auswanderer 1872 auch schon taten, Symbol der Verbundenheit über den Atlantik hinweg und des Schutzes durch die Heilige Jungfrau Maria. Bereits ein Jahr später, im November 2016, nahm eine Juniorenmannschaft des FC Brig-Glis an einem interamerikanischen Turnier in San Jeronimo Norte teil, um auch auf der sportlichen Ebene den Austausch mit der Partnergemeinde zu pflegen.