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- Veröffentlicht: 14. November 2019
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Grund für den Bau eines Basler Zentralfriedhofs war der Platzmangel auf den bestehenden Friedhöfen Kannenfeldgottesacker von 1868, Wolfgottesacker von 1872 und Horburggottesacker 1890. Die Bevölkerung der Stadt Basel wuchs in jener Zeit stark an. Deshalb schlug das Sanitätsdepartement die «Innere Lange Haid» südlich des Ruchfelds im Bann der Gemeinde Münchenstein und das Gebiet rund um den Landauerhof im Bann der Gemeinde Riehen vor.
Am 13. März 1906 entschied sich der Regierungsrat gegen die Erweiterung der bestehenden Friedhöfe und beschloss, einen einzigen Zentralfriedhof für die ganze Stadt zu planen.
Ein Vorschlag, den Zentralfriedhof auf dem Ruchfeld im Gemeindegebiet von Münchenstein anzulegen, erwies sich aus politischen Gründen bald als undurchführbar (siehe unten).
Um einiges weiter gediehen die Vorarbeiten für einen rund 60 Hektar grossen Friedhof im Hardwald zwischen Birsfelden und Muttenz. Das Areal lag zwar im Kanton Baselland, gehörte aber der Bürgergemeinde Basel und der Christoph-Merian-Stiftung - zwei städtische Institutionen, die beide in den Verkauf einwilligten.
Die Forderungen der Gemeinden Birsfelden und Müttenz - steuerregulierende Massnahmen, Garantien bei der Trinkwasserversorgung und eine Vorzugsbehandlung bei der Nutzung des Friedhofs - hielten die städtischen Behörden zwar für übertrieben, liessen sich aber nicht abhalten, die Planung voranzutreiben. Das Gelände wurde ab 1911 genau untersucht und erwies sich aus geologischer, forsttechnischer und baulicher Sicht als ideal. Im Februar 1914 versicherte der Kanton Baselland, er habe keine Einwände gegen den Waldfriedhof. Auch die Gemeinden Muttenz und Birsfelden willigten ein, sofern ihre Bedingungen erfüllt würden. Die Basler Regierung gab weitere Studien zur Finanzierung und Erschliessung in Auftrag und bereitete einen Planungswettbewerb vor. Diesen Vorarbeiten bereitete ein Schreiben aus Liestal vom 24. Februar 1917 ein jähes Ende. «Entgegen ihrer frühern Stellungnahmen» würden die Gemeinden Birsfelden und Muttenz auf das Friedhofprojekt in der Hard gegenwärtig überhaupt nicht eintreten wollen, schrieb der Polizeidirektor A. Grieder nach Basel. Zuerst wollten diese Gemeinden abwarten, wie sich die Projekte Rheinhafen und Güterbahnhof entwickeln. Auch der Landrat zeigte sich skeptisch, deshalb wolle der basellandschaftliche Regierungsrat mit der Weiterverfolgung des Projekts «bis auf geeignete Zeit zuwarten». In Basel war man konsterniert, das Sanitätsdepartement riet zu einem Abbruch des Projekts. In der Grossratsdebatte vom 13. März 1919 warf der Regierungsrat dem Kanton Baselland Illoyalität und Verschleppungstaktik vor.
Das Nein aus Liestal warf die Basler Behörden auf den planerischen Stand von 1911 zurück. Diese konzentrierten sich nun auf die rechte Rheinseite. Das Areal rund um den Landauerhof im Gemeindebann Riehen kam erneut in die Diskussion. Im Gegensatz zu den Projekten im Kanton Baselland konnten die Behörden hier gegenüber verkaufsunwilligen Landbesitzern das Expropriationsrecht anwenden, was sich später in mehreren Fällen als nötig erwies.
Bevor die Gemeinde Riehen auf offiziellem Weg vom Projekt erfahren hatte, wurde der Ratschlag zur Anlage eines Zentralfriedhofs am Hörnli dem Grossen Rat vorgelegt, der ihn am 13. März 1919 annahm.
Die Christoph Merian Stiftung CMS und der Friedhof in der Hard
«Die Stiftung (CMS) erwirbt 1913 (Vertragsabschluss) das 24,8 ha grosse Hagnau-Gut, dessen Land wesentlich zur Schliessung des Grundbesitzes auf dem Muttenzerfeld beiträgt. Sie folgt damit der wiederholten Empfehlung des Finanzdepartements Basel-Stadt, dieses Gut der Stadt für den seit 1911 in der Hard geplanten Zentralfriedhof zu sichern. Der hohe Kaufpreis wird vor dem Bürgerrat mit dem Landbedarf für die anvisierten "grossen öffentlichen Werke" grechtfertigt. Für die Zwecke der Friedhofanlage sollte die CMS über dies eine Restfläche von ca. 2,6 ha auf dem Klünenfeld kaufsweise arrondieren, was aber an den hohen Kaufpreisforderungen der Landeigentümer scheitert.
Schon 1906 wird die Stiftung angefragt, ob sie für das Zentralfriedhof- Projekt lnnere Lange Heid (Münchenstein) 27 ha Land mit ihrem dortigen Grundbesitz kaufsweise arrondieren und der Einwohnergemeinde abtreten könne. Da der Kanton Basel-Landschaft sich gegen dieses Projekt stellt und nach Erfahrung und Auffassung der CMS eine Arrondierung im gewünschten Umfang ohne Expropriationsrecht zu teuer zu stehen käme, wird 1909 ein anderer Friedhofstandort gesucht. Mit der Verlegung des Proiekts auf geschlossenes, städtisches öffentliches Grundeigentum im Hardwald (Bürgergemeinde Basel) wird versucht, die politischen und finaniiellen Schwierigkeiten des Münchensteiner Projekts zu umgehen. Die Gemeinden Birsfelden und Muttenz zeigen sich mit verschiedenen Auflagen einverstanden, halten aber 1917, kurz vor der Realisierungsreife, die vorbehaltene Rheinhafen- und Güterbahnhoffrage plötzlich für zu wenig abgeklärt, um ihre Zustimmung geben zu können. lm gleichen Jahr werden der Stadt Grundstücke auf dem Hörnli angeboten, was zur Planung und 1932 zur Fertigstellung des Friedhofs am Hörnli führt. »
aus Justin Winkler, Zur Dynamik von städtischem Grundbesitz im Stadtumoland - Der Wandel das Muttenzerfeldes, Regio Basiliensis xxv/2+3,1984