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aus: Informationsblatt Nr. 2/1991
Die Vereinigung, über die hier kurz berichtet wird, hat nur eine kleinere Zahl von Mitgliedern. Diese halten mit Angaben über die eigene Organisation zurück, versuchen aber dennoch immer wieder, neue Anhänger zu gewinnen und in die eigenen Reihen einzubinden. Es handelt sich um die Vereinigung mit dem Namen "The Way/Der Weg". In den letzten Monaten tauchte aber auch der Name "Der Zweig" auf. Handelt es sich um eine Namensänderung, oder weist die Bezeichnung "Der Zweig" auf eine Abspaltung bzw. eine Neugründung hin? Weder das eine noch das andere ist der Fall Beide Namen bezeichnen die gleiche Vereinigung mit dem offiziellen Namen "The Way/Der Weg" (auch "The Way International"). "Der Zweig" ist die Bezeichnung für eine örtliche Gruppe in einer Stadt. Der organisatorische Aufbau folgt dem Muster eines Baumes. "The Way" spricht vom internationalen Hauptquartier in New Knoxville, Ohio (USA), als von der "Wurzel"; die nationalen Organisationen sind die "Stämme", Provinzen die "Äste", Stadtorganisationen die "Zweige", kleinere örtliche Gruppen die "Zweiglein" und Einzelmitglieder die "Blätter". Mit dieser baumähnlichen Struktur sind die Machtkompetenzen innerhalb "The Way" festgelegt und die einzelnen Mitglieder fest in die Vereinigung eingefügt. Wie weit die Zugehörigkeit zur Gruppe durch Indoktrination verfestigt wird, ist umstritten. Es gibt Stimmen, die in dieser Richtung weisen.
"The Way International" ist eine Gründung des Amerikaners Victor Paul Wierwille (1916-1985), in früheren Jahren Prediger der Evangelical and Reformed Church (heute mit andern Kirchen zur United Church of Christ zusammengeschlossen). V. P. Wierwille berief sich auf eine Audition aus dem Jahr 1942 und auf den Empfang des Heiligen Geistes und aller Geistesgaben im Jahr 1951. Noch in den 50er Jahren gründete er eine eigene Bibelbewegung und gab ihr den Namen "The Way". Seine Bibelauslegung brachte ihn in Konflikt mit seiner Kirche und führte zur Trennung von ihr. "The Way' ist heute in zahlreichen Ländern vertreten.
Für V. P. Wierwille brachte Pfingsten die grosse kirchengeschichtliche Wende. Biblische Bücher der vorpfingstlichen Zeit sind für ihn nicht an die Kirche adressiert. Zu ihnen zählt "The Way International" nicht nur das Alte Testament, sondern auch die vier Evangelien, den Hebräerbrief, die Johannesbriefe und teilweise auch die Apostelgeschichte. Diese Schriften werden zwar als nützlich beurteilt, um daraus zu lernen. Gottes Evangelium findet aber "The Way International" erst in den Paulusbriefen. Obwohl die Bibel keinen Anlass zu einer solchen Umwertung der neutestamentlichen Schriften gibt, betrachtet "The Way" nur die Paulusbriefe im eigentlichen Sinn als "Wort Gottes". Die Trinitätslehre wird verworfen. Die Taufe wird abgelehnt. "The Way" legt grosses Gewicht auf den Empfang des Heiligen Geistes. Er sieht darin die Fülle von Gottes Kraft. Nicht weniger wichtig sind die Geistesgaben mit der gemeinsam eingeübten Zungenrede. Dementsprechend bietet der Grundkurs die Einführung in die "Kraft für das Leben in voller Genüge". Besondere Kraft für das Leben in voller Genüge gilt für "The Way" überhaupt als Ziel des Christenlebens.
Oswald Eggenberger, 1991
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