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Ein Rohstoff-Futures-Kontrakt ist eine Art von Derivat, bei dem Anleger eine Vereinbarung zum Kauf oder Verkauf einer festen Menge einer Ware zu einem vorher festgelegten Kurs an einem vorher festgelegten Datum treffen. Rohstoffe können grob in die Kategorien Nahrungsmittel, Energie und Metalle eingeteilt werden. Innerhalb dieser Kategorien spezifiziert ein Kontrakt die zugrunde liegende Ware, z. B. Rohöl oder Mais.
Der Kurs des Future-Kontrakts basiert hauptsächlich auf dem Kassakurs des Basiswerts, aber auch die Zeit bis zur Lieferung, die Zinssätze und die Lagerkosten bestimmen den Kurs mit. Käufer und Verkäufer auf dem Futures-Markt haben gegensätzliche Vorstellungen davon, wie sich die zugrunde liegenden Rohstoffpreise entwickeln werden. Ein Käufer macht einen Bruttogewinn, wenn der Wert der zugrunde liegenden Ware bei Ablauf des Futures gestiegen ist, und einen Bruttoverlust, wenn er gesunken ist. Andererseits macht ein Verkäufer einen Bruttogewinn, wenn der Wert des Basiswerts bei Fälligkeit gesunken ist, und einen Bruttoverlust, wenn er gestiegen ist.
Im Gegensatz zu anderen Produkten, wie z. B. Aktien, zahlen die Anleger bei Futures nicht den vollen Barbetrag im Voraus und besitzen den zugrunde liegenden Anlagewert nicht. Stattdessen müssen diese eine Anfangsmarge hinterlegen, um die Future-Position einzugehen. Die Höhe der erforderlichen Marge ist ein Prozentsatz des Kontraktwertes. Bei DEGIRO finden Anleger neben dem Namen eines Produkts die Risikokategorie, die angibt, wie viel Marge hinterlegt werden muss, um in den Kontrakt einzusteigen.
Um den Wert eines Rohstoff-Future-Kontrakts (Nominalwert) zu ermitteln, multiplizieren Sie den Kurs des Basiswertes mit der Kontraktgröße. Die Kontraktgröße ist die lieferbare Anzahl der Basiswert-Einheiten, die in jedem Kontrakt dargestellt sind. Ein Gold-Future kann zum Beispiel 100 Feinunzen Gold repräsentieren.
Da anfangs nur ein Prozentsatz des Kontraktwertes aufgebracht werden muss, sind Rohstoff-Futures stark gehebelte Finanzinstrumente. Das bedeutet, dass geringe Kursbewegungen eine große Auswirkung haben können. Wenn die Margin-Anforderung höher ist, muss ein Anleger in der Regel mehr Marge hinterlegen, um die Future-Position einzugehen. Dies wiederum führt zu einer geringeren Hebelwirkung.
Future-Kontrakte haben eine minimale Kursabstufung, um die ein bestimmter Kontrakt schwanken kann, die sogenannte Tick-Größe. Dies ist in den Kontraktspezifikationen festgelegt, die von der Börse bestimmt werden. Der Tick-Wert hingegen ist der tatsächliche Geldbetrag, der pro Kontrakt und Tick-Bewegung gewonnen oder verloren wird, und entspricht der Tick-Größe multipliziert mit der Kontraktgröße.
Eine Besonderheit von Futures ist, dass sie täglich abgerechnet werden. Am Ende eines jeden Handelstages wird der Marktschlusskurs von der Börse ermittelt, an welcher der Future gehandelt wird. Dieser wird als täglicher Mark-to-Market-Kurs (MTM) bezeichnet und ist für jeden gleich. Es gibt tägliche Mark-to-Market-Abrechnungen, bis der Kontrakt abläuft oder die Position geschlossen wird.
Der tägliche Barausgleich ist die Differenz zwischen dem Schlusskurs von t-1 und t. Je nach Ergebnis wird das Konto des Kontraktinhabers entweder belastet oder erhält eine Gutschrift. Wenn es z. B. bei der täglichen Abrechnung zu einem Anstieg des Kontraktwertes kommt, führt dies zu einer Gutschrift auf dem Konto des Inhabers der Long-Position und zu einer Belastung auf dem Konto des Inhabers der Short-Position.
Wenn bei DEGIRO der Kontostand des Inhabers einer Short-Position durch eine Abbuchung unter die Maintenance Margin (Finanzrahmen)fällt, erhält er oder sie einen Margin-Call und muss mehr Geld auf das Konto einzahlen. Wenn der Anleger den Fehlbetrag nicht innerhalb der im Margin-Call angegebenen Frist ausgleicht, greift DEGIRO ein und schließt Positionen im Namen des Anlegers, um den Fehlbetrag zu decken. Wenn DEGIRO eingreifen muss, fallen zusätzliche Gebühren an.
Rohstoff-Futures werden üblicherweise bei Fälligkeit durch physische Lieferung abgerechnet. Das bedeutet, dass Sie mit einer Long-Position das Recht auf die Lieferung des zugrunde liegenden Rohstoffs haben. Jedoch ist auch eine Abwicklung in bar möglich. DEGIRO übernimmt keine physische Lieferung bei Rohstoff-Futures. Aus diesem Grund müssen Sie Ihre Position vor dem Ablauf schließen. Eine Long-Position schließen Sie, indem Sie eine gegenläufige Order zum Verkauf der Anzahl von Kontrakten eingehen, in denen Sie eine Position haben. Um eine Short-Position zu schließen, erteilen Sie einen Kaufauftrag für die Anzahl der Kontrakte, in denen Sie eine Position haben.
Da Rohstoff-Futures standardisierte Kontrakte sind, die an einer Börse gehandelt werden, finden Sie Informationen über jeweilige Kontrakte auf der Website der Börse. Eine der bekanntesten Rohstoffbörsen ist die COMEX, eine Tochtergesellschaft der CME Group. Weitere bekannte Derivatebörsen sind CBOT, NYMEX, Eurex und Euronext Derivatives.
Angaben zu einem Rohstoff-Future finden Sie auf der Website der jeweiligen Börse. Diese umfassen Informationen wie die Kontraktgröße, den zugrunde liegenden Rohstoff, das Fälligkeitsdatum und die Handelszeiten. Weitere Informationen zu den Eigenschaften und Risiken des Produktes finden Sie in seinem Key Information Document (KID). Auf der DEGIRO-Plattform finden Anleger das KID eines Produktes, indem sie auf dessen Namen klicken und dann „Dokumente“ auswählen.
Bei DEGIRO können Sie an einer Reihe von angeschlossenen Terminbörsen mit Futures handeln. Sie finden alle von uns angebotenen Future-Kontrakte, wenn Sie sich in Ihr Depot einloggen und unter dem „Produkte“-Reiter „Futures“ auswählen.
DEGIRO erhebt für den Handel mit Futures Anschluss, Transaktions und Abwicklungsgebühren. Sie finden diese Gebühren in unserer Gebührenaufstellung. Die Börse, an welcher der Future gehandelt wird, berechnet möglicherweise ebenfalls eine Provision. Diese Gebühren finden Sie ebenfalls in unserer Gebührenaufstellung.
Der Future-Handel an den Rohstoff-Märkten kann zu hohen Gewinnen führen, ist aber auch mit einem beträchtlichen Risiko verbunden. Wenn Sie in Rohstoff-Futures anlegen, können Sie mehr als Ihre ursprüngliche Einlage verlieren.
Der Preis des zugrunde liegenden Rohstoffs kann unter Null sinken. Daher kann der potenzielle Maximalverlust bei einer Long-Position in einem Rohstoff-Future-Kontrakt den Kontraktwert übersteigen und ist theoretisch unbegrenzt. Da andererseits der Kurs des Basiswertes theoretisch unbegrenzt steigen kann, ist der mögliche Maximalverlust bei einer Short-Position ebenfalls unbegrenzt. Es empfiehlt sich, nur Verpflichtungen einzugehen, die Sie mit dem Geld erfüllen können, welches Sie kurzfristig nicht benötigen.
Die Informationen in diesem Artikel wurden nicht zu Beratungszwecken verfasst, noch mit der Absicht, jegliche Anlagen zu empfehlen. Anlegen ist mit Risiken verbunden. Sie können Ihre Einlage (vollständig oder teilweise) verlieren. Wir raten Ihnen, nur in Finanzprodukte anzulegen, die Sie kennen und mit denen Sie Erfahrung haben.