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Dieses Hockey hat mit dem in der Schweiz beliebten Unihockey nur wenig gemeinsam. Genau genommen ist die einzige Gemeinsamkeit, dass es sich um ein Spiel mit Ball und Stock handelt und das Ziel darin besteht, möglichst viele Tore zu erzielen.
Eine harmlose Sportart für junge Mädchen
Das Besondere am Hockey ist, dass es eine der ersten Mannschaftssportarten war, die auch Frauen ausüben konnten. 1832 wurde in England, am Eton College, Hockey als Pflichtfach für Mädchen eingeführt.
Es sollte als Pendant zum Rugby für die Jungs fungieren. Viele englische Colleges folgten dem Beispiel von Eton, allerdings wurde überall nach unterschiedlichen Regeln gespielt.
1840 wurde der erste Hockeyclub der Welt, namens Blackheath Football and Hockey Club, gegründet. Ein allgemeines Regelwerk entstand aber erst 1852. Dieses “Rules of Harrow” umfasste Regeln und Vorschriften über die Spielkleidung; Spielerzahl, nämlich 30 pro Team; Verbot des Beinstellens; Angaben zur Schlägerlänge und so weiter.
1857 folgte die Einführung des Schusskreis. Das bedeutete, dass nur noch Tore zählten, bei denen der Ball innerhalb des Schusskreises zuletzt berührt wurde.
Das Desinteresse der Schweizer
England, nicht umsonst als das Mutterland des Hockeys bezeichnet, spielt auch heute auf internationaler Ebene eine entscheidende Rolle. Gemeinsam mit Indien, Australien, Argentinien, Südkorea und den Niederlanden bilden sie die Weltspitze des Hockeys, sowohl bei den Damen, wie auch bei den Männern.
Die Schweizer spielen auf diesem Parket eine eher untergeordnete Rolle. Trotzdem finden immer wieder internationale Turniere statt, an denen auch Schweizer Mannschaften teilnehmen.
Allerdings hält sich das Interesser der Schweizer Medien in Grenzen. Erst im Januar fand die Hallen-Europameisterschaft der Herren in Bern Wankdorf statt. Berichte über solche Turniere, wie sie alle paar Jahre stattfinden, findet man höchstens in Regionalzeitungen. Linus Angst, Präsident des Landhockeyvereins HC Wettingen findet dies schade. “Irgendwie scheinen sich die Medien in der Schweiz nicht für Landhockey zu interessieren.”
Sexistisch?
Hockey galt als Frauensport. Die Mädchen spielten in knöchellangen Röcken und Blusen. Spezielle Sportkleidung oder Schutzausrüstung sucht man auf alten Bildern vergebens. Noch heute spielen Damenmannschaften in Röcken, die sich aber inzwischen auf eine praktischere Länge, circa Mitte Oberschenkel, verkürzt haben.
Veraltet oder gar unpraktisch finden sie die meisten Damen jedoch nicht. “Es gehört einfach dazu. Ich trage privat keine Röcke, aber beim Hockey hat es mich noch nie gestört,” findet Anka Bresser, Mittelspielerin der Damenmannschaft des HC Wettingen.
Ein Sport für Rechtshänder
Die Regeln des Feld- oder Landhockeys wirken auf den ersten Blick furchtbar kompliziert, deshalb hier eine kleine Zusammenfassung:
Gespielt wird auf einem Feld von 91.4 x 55 Meter, eine Mannschaft hat elf Spieler und einen Torwart. Ein Spiel geht traditionell zwei Mal 35 Minuten. Je nach Kategorie und Alter der Spieler, beispielsweise bei den Junioren, kann diese Zeit variieren.
Der Schläger, aus Karbon, Holz oder einer Mischform, ist auf der rechten Seite abgeflacht. Stöcke für Linkshänder gibt es nicht. Der Ball darf nur mit der flachen Seite gespielt werden.
Auch ist jeglicher Körperkontakt mit dem Ball verboten. Bei Verstoss dieser Regeln, gleiches gilt bei einem Stockschlag, gibt es einen Freischlag für die gegnerische Mannschaft. Dabei spielen diese den Ball, während die andere Mannschaft mindestens fünf Meter Abstand halten muss.
In den Wintermonaten spielt man in Europa in Sporthallen, mit leicht veränderten Regeln und Ausrüstung. Auf anderen Kontinenten wie Amerika oder in Asien ist Hallenhockey gänzlich unbekannt. Dort wird ganzjährig auf Kunstrasenplätzen, teilweise sogar überdachten, gespielt.
Hockey heute
Innerhalb der letzten dreissig Jahre, kam es zu einigen Neuerungen, die das Spiel massgeblich beeinflussten. Mitte der 80er Jahre wechselte man von Naturrasen auf Kunstrasen. Dies erlaubt den Spielern eine bessere Ballkontrolle, was vor allem die Geschwindigkeit des Spiels steigerte. Auch die Abschaffung des Abseits, wie man es aus dem Fussball kennt, führte zu einer Beschleunigung des Spiels. Änderungen wie diese werden vom internationalen Verband bestimmt, stets darauf aus, das Spiel schneller oder interessanter zu gestalten.
Obwohl Landhockey in der Schweiz eher unbekannt ist, mangelt es nicht an Nachwuchs. Auch ähnliche Sportarten wie Uni- oder Eishockey seien keine Konkurrenz. Angst: “Zu Beginn des Unihockeys in den 80ern und 90ern gab es viele, die absprangen, aber heute ist das kein Thema mehr. Natürlich gibt es Punkte, die man verbessern könnte, aber das gibt es immer. Dem Sport, Landhockey, könnte es viel schlechter gehen.”