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Name: martin Permalink: http://tierrechtsforen.de/1/7406/9543

Datum: 15.07.11 20:54
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> es ging um die Empfindungsfähigkeit eines Embryo und für mich
> (sowie auch für diesen Azt) ist dieses Video ein Beweis
> dafür, daß es während der Abtreibung sehr wohl
> empfindungsfähig ist. Wenn für dich es nur die Bewegungen
> darstellt, die keine Bewegungsgründe (wie z.B. Schmerz)
> offenbaren, lassen wir das so stehen.
Das Problem ist, dass ihr per Beobachtung Aussagen über etwas machen wollt, das man nicht beobachten kann, nämlich Vorgänge im Gehirn. Wenn es zwei Erklärungsmodelle gibt - eines per Beobachtung und eines auf neuronaler Ebene - halte ich mich an das, was der Beantwortung der Frage am ehesten angemessen ist und das ist in diesem Fall das zweite.
> Erstens, verstehe ich nicht, was an diesem Video
> "offensichtlich unwissenschaftlich" sein soll.
Dass es von einer theistischen Organisation eingestellt wurde und dass es veraltet ist, da heute Erkenntnisse über embyronale Entwicklung aus wesentlich besseren Methoden als Ultraschallbeobachtungen gewonnen werden.
> Dein Argument (von britischen RCOG) erinnert mich an Grauzone
> Organspende: da hat z.B. ARD im jahr 1999 einen Film über
> Organspende1 ausgestrahlt, darin wurde unter anderem
> berichtet, daß hirntote Organspender während der Explantation
> Abwehrbewegungen mit den Armen und Beinen machen, daß der
> Blutdruck in die Höhe schnellt und die Herzkurven
> signifikante Ausschläge zeigen. Auf die Frage nach Anästhesie
> bei Organentnahmen erklärte Prof. Angstwurm, daß
> Organspender zur Unterdrückung solcher „Rückenmarkreflexe“
> zwar Muskelrelaxanzien bekommen, aber keine Narkose. Sie
> seien hirntot und könnten daher keine Schmerzen mehr
> verspüren.Also, man schneidet einen Menschen und der
> schwitzt, hat Herzklopfen und macht Abwehrbewgungen- für
> mich ist das ein Zeichen, daß er die Schmerzen
> wahrnimmt/empfindet.
Das sind alles keine Hinweise, dass diese Bewegungen auf Schmerzempfindung schließen lassen. Muskelbewegungen kommen selbst noch zustande, wenn der Muskel vom Körper getrennt und Stron hindurchgeleitet wurde. Für diese Bewegung ist nicht einmal eine Form von Bewusstsein nötig. Die Herzbewegung ist ebenfalls nicht bewusst steuerbar (im Gegensatz zu z.B. Atmungsbewegung).
> Ich würde- trotzt der nicht nachweisbare
> Schmerzempfindlichkeit - meiner Wahrnehmung trauen...
Du kannst bei dir selbst den Kniesehnenreflex auslösen. Ich würde aber behaupten, dass du dann trotz einer eindeutigen Beobachtung nicht davon überzeugt wärest, dass diese Bewegung auf eine bewusste Steuerung zurückgeht.
> Ich wollte nicht gegen Wissenschft argumentieren, sondern
> eben auf ihre praktisch/pragmatische Einstellung hinweisen,
> die nichts mit Ethik zu tun hat (soll auch nicht, ist nicht
> ihre Aufgabe). Aber ethische Fragen sollte man genau deswegen
> nicht ausschließich mit wissenschaftlicher Einstellung bewegen.
Sicher nicht ausschließlich, aber sie bildet die Grundlage, da man ohne Forschung durch reines Nachdenken Fragen - wie, wann sich Empfindungsfähigkeit einstellt - nicht lösen lassen.