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Curt Schild hat sich schon in jungen Jahren für das Automobil interessiert. Von 1955 bis 1958 absolvierte er der ETH-Maschinenbauingenieur aus Solothurn auch ein Praktikum bei Porsche. 1960 engagiert ihn der ACS als Leiter Technik und Sport. Nur zwei Jahre später stösst Schild als Delegierter des ACS zur Commission Sportive Internationale, der damals weitgehend autonomen obersten Sportbehörde der FIA. Dort wird Schild schon bald zum Präsidenten der Homologationskommission ernannt. Später betraut man ihn auch mit der Leitung der technischen Kommission der Formel 1. Ausserdem steht er bei grossen Veranstaltungen als Sport- und Technikkommissar im Einsatz.
Schild macht sich als Homologations-Präsident nicht nur Freunde. Nach einem Besuch bei Ferrari zeigt ihm Firmengründer Enzo Ferrari Jahrzehnte danach noch die kalte Schulter. Und auch bei Porsche ist man bei der Homologation des berühmten Porsche 917 «not amused» über Schilds akribisches Vorgehen. Auch in der Formel 1 bläst Schild ab 1976 ein eisiger Wind entgegen. Der mächtige und über weite Strecken rücksichtslose FISA-Präsident Jean-Marie Balestre macht dem stets hilfs -und kompromissbereiten Schild das Leben schwer. 1982 kommt es zum Bruch.
Schild konzentriert sich daraufhin wieder auf seine Funktionen beim ACS und tritt in der Folge nur mehr selten im internationalen Automobilrennsport in Erscheinung. Anfang der 90er-Jahre wird er Mitglied der FISA-Kommission für Elektro- und Solarfahrzeuge. Ab 1986 organisiert Schild im Namen des ACS diverse Wettbewerbe für Elektrofahrzeuge – zuerst in Veltheim, später auch auf den Flugplätzen in Emmen und Interlaken.
2010, 15 Jahre nach seiner Pensionierung, wird Schild als Legende des Automobilrennsports in der «Wall of Fame des Schweizerischen Autorennsports» im autobau-Museum in Romanshorn aufgenommen. Am 2. Oktober stirbt Schild nach längerer Krankheit.