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Auf Frühlingstage mit Wärme und Sonnenschein folgten Kälte und Neuschnee bis ins Flachland. Entsprechend änderte auch das Lawinenproblem: Zunächst herrschten am Morgen jeweils günstige Verhältnisse, bevor mit der Erwärmung und der Sonneneinstrahlung jeweils im Tagesverlauf die Gefahr von Nass- und Gleitschneelawinen anstieg. Nach Ostern dominierten trockener Neu- und Triebschnee das Lawinengeschehen.
Das meist sonnige Wetter dauerte bis am Ostermontag, 5. April an. Einzig im Nordosten waren der Karfreitag, 2. April und der Samstag, 3. April teils bewölkt, nachdem in den vorangehenden Nächten jeweils etwas Neuschnee gefallen war. Die Neuschneemengen waren aber so klein, dass sie die Gefahr von trockenen Lawinen nicht erhöhten. Am Ostermontag zogen mit auffrischendem Westwind im Tagesverlauf überall Wolken auf.
Im oberen Drittel der Schneedecke war in vielen Gebieten eine ausgeprägte Schwachschicht vorhanden, meist im Bereich der Saharastaubschichten vom Februar (siehe Wochenbericht vom 31. März). Deshalb wurde am Donnerstag, 1. April vor allem im Wallis und in Graubünden südlich einer Linie Rhone-Rhein noch vor einer mässigen Gefahr von trockenen Lawinen gewarnt (Stufe 2). Sonst wurde die Lawinengefahr bis am Ostermontag in den Morgenstunden überall mit Stufe 1 (gering) eingeschätzt.
Bis am Karfreitag, 2. April war es vor allem im Westen und im Süden mit etwa +8 °C auf 2000 m nochmals ausgesprochen mild (Abbildung 1). Die Durchfeuchtung der Schneedecke war bereits weit fortgeschritten: Südhänge waren unterhalb von etwa 3200 m, Westhänge unter etwa 2800 m, Osthänge unter etwa 2500 m und Nordhänge unterhalb von etwa 1700 m durchfeuchtet. In den milden, aber klaren Nächten gefror die Schneeoberfläche an Ost-, Süd- und Westhängen in hohen Lagen und im Hochgebirge tragfähig.
Mit der fortschreitenden Durchfeuchtung der Schneedecke gingen im Tagesverlauf nasse Schneebrett- und Gleitschneelawinen spontan ab. Deshalb wurde jeweils vor einem verbreiteten Anstieg der Gefahr von nassen Lawinen auf Stufe 3 (erheblich) gewarnt. Vor allem im Wallis und in Graubünden wurden vereinzelt auch feuchte Schneebrettlawinen durch Personen in den prominenten Schwachschichten im Bereich der Saharastaubschichten ausgelöst (vgl. Bildstrecke).
Am Samstag, 3. April wehte eine kräftige Bise. Die Mittagstemperatur auf 2000 m erreichte im Osten nur noch -3 °C und im Westen +3 °C, und blieb auch in den nächsten beiden Tagen auf ähnlichem Niveau. Mit der Abkühlung stabilisierte sich die Schneedecke, so dass ab Samstag nur noch wenige Nass- und Gleitschneelawinen abgingen (Abbildung 2), und trotz der Ostertage mit ihrer traditionell hohen Tourentätigkeit gar keine Personenauslösungen mehr gemeldet wurden. Im Lawinenbulletin wurde noch vor einem Anstieg der Gefahr von nassen Lawinen auf Stufe 2 (mässig) gewarnt.
In der Nacht auf Dienstag, 6. April beendete eine markante Kaltfront die Frühlingsgefühle. Die Temperatur sackte um 10 bis 15 °C ab (Abbildung 1), und es fielen Schneeflocken bis ins Mittelland. Mit teils starkem Nordwind wurde die Luft an den Alpen gestaut, so dass dort einiges an Schnee zusammenkam. Tagsüber war es meist trocken mit Aufhellungen. In der Nacht auf Mittwoch, 7. April fiel im Norden nochmals Schnee bis ins Mittelland. Am meisten Schnee fiel wiederum am zentralen und östlichen Alpennordhang, wo die Schneefälle auch tagsüber noch anhielten und von teils starkem Westwind begleitet wurden. Insgesamt fielen von Montagabend bis zum Niederschlagsende am Mittwochabend oberhalb von rund 1200 m folgende Schneemengen (Abbildung 3):
Ganz im Süden war es mit Nordwind an beiden Tagen recht sonnig und trocken. Am Donnerstag, 8. April war es überall sonnig und tagsüber nicht mehr ganz so kalt.
Mit der markanten Abkühlung war die Gefahr von Nass- und Gleitschneelawinen am Dienstag, 5. April vorbei – jedenfalls bis zur nächsten grossen Wärme, wenn mit der Anfeuchtung der Nordhänge noch einiges an Lawinen zu erwarten ist.
Vorerst aber waren die Verhältnisse winterlich (Abbildung 4). Neu- und Triebschnee lagen verbreitet auf einer harten Schmelzharschkruste und bildeten die Hauptgefahr. Während der Niederschläge wurden vor allem Lockerschneerutsche aus dem Neuschnee gemeldet. Auch als sich am Donnerstag, 8. April der Nebel gelichtet hatte, kamen nur wenige und meist kleine Schneebrettlawinen zum Vorschein. Neu- und Triebschnee hatten sich offensichtlich recht gut mit der Schmelzharschkruste verbunden.
Am Donnerstag, 1. April wurden der Lawinenwarnung 3 Personenauslösungen gemeldet, am Karfreitag, 2. April deren 10. Die nächste, bekannte Personenauslösung ereignetes sich danach erst am Donnerstag, 8. April. Drei Lawinen haben insgesamt 6 Personen erfasst (Karte) und zwei davon verletzt:
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.