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Wie können Sie, als Expertin im Familienrecht, Vätern beim Thema gemeinsames Sorgerecht behilflich sein?
Hier in der Schweiz ist das ziemlich einfach. Ich würde die Väter beraten und ihnen sagen, dass sie die Erklärung mit der Mutter abgeben sollen. Wenn das nicht möglich ist, sollen sie bei der Kindesschutzbehörde um das gemeinsame Sorgerecht ansuchen.
Ich würde den Vätern den Ratschlag geben, früh für das Kind Verantwortung zu übernehmen, es zu betreuen und eine Beziehung zu ihm aufzubauen. Man kann das Kind auch schon vor der Geburt anerkennen. Die Mutter fühlt sich dann nicht so alleine und es gibt tendenziell weniger Probleme, weil die Mutter auch will, dass das Kind und der Vater eine gute Beziehung zueinander haben.
Seitdem das gemeinsame Sorgerecht standardmässig erteilt wird, habe ich nicht mehr viele solcher Fälle, eher geht es darum, wo die Kinder wohnen sollen. Väter wollen dann die alternierende Obhut, das Kind also hälftig betreuen. Das Gesetz sieht vor, diese Möglichkeit zu prüfen. Auch hier hilft es, wenn der Vater eine gute Beziehung zum Kind hat; Gerichte erlauben dann eher die alternierende Obhut.
Die Väter müssen aber oft auch kämpfen, da die Mutter normalerweise die Obhut bekommt. Es gibt aber immer mehr Fälle, bei denen die Väter das Kind an einem oder mehreren Tagen betreuen möchten.