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Unten: Panorama aus 12 Einzelfotos, das ich in der Ausstellung Weiter Horizont
Oktober 2021 im Kunstraum Maierisli Horgen zeigte.
Text von Thomas Dütsch:
Im Herzen Syriens
Dieses Panorama erstaunt zunächst, weil es zwei Welten vereint: Links die Ruinen der Stadt Palmyra, bestrahlt von der Abendsonne, rechts erstarrt in der Kälte einer Wüstennacht. Wie weit sich der Fotograf von seinem Objekt entfernen musste, um diesen Effekt zu erzielen, zeigen die winzigen Menschen, die unten links zu sehen sind.
Dem Wechsel der Tageszeiten auf dem Bild entspricht die wechselvolle Geschichte dieser Stadt: Palmyra war in der Spätantike eine blühende römische Handelsstadt zwischen Mittelmeer und Euphrat. Sie war so erfolgreich, dass sie nach Unabhängigkeit strebte und zu einem eigenen Staat wurde. 272 eroberten die Römer die Stadt zurück und richteten grosse Schäden an. Während des syrischen Bürgerkrieges gerieten die Ruinen von Palmyra wieder in die Schlagzeilen: Der IS eroberte den Ort und sprengte einen Tempel und die Bühne des Theaters. Inzwischen haben die syrischen Truppen die Ruinenstadt im zweiten Anlauf wieder unter ihre Kontrolle gebracht und es gibt Bestrebungen, sie wieder aufzubauen.
Das Bild stammt aus dem Jahr 2009, als der Bürgerkrieg noch nicht ausgebrochen war.