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| , Einleitung zu den Reden des heiligen Johannes Mandakuni. In: Ausgewählte Schriften der armenischen Kirchenväter / aus dem Armenischen übers.; hrsg. von Simon Weber. (Ausgewählte Schriften der armenischen Kirchenväter Bd. 2; Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 58) Kempten; München : J. Kösel : F. Pustet, 1927.

Einleitung zu den Reden des heiligen Johannes Mandakuni
I.
1.
[S. 33] Johannes Mandakuni schließt die erste Glanzzeit der armenischen Kirche ab, die durch die Namen Gregor der Erleuchter, Nerses I, Sahak, Mesrop und dem seinen charakterisiert wird.
Die Jahreszahlen für die äußersten Lebensgrenzen des heiligen Mannes stehen nicht fest. Aus der gesicherten Zeit seiner Wirksamkeit lassen sie sich mit Wahrscheinlichkeit erschließen. Es ist völlig sicher, daß er zur Zeit Wahans des Mannikuniers, der den Freiheitskampf für Nationalität und Christentum des armenischen Volkes gegen die Perser führte, die Würde des Katholikos, des Oberbischofes des Volkes, bekleidete. In der Angabe, wie lange seine Amtsdauer währte, gehen die Geschichtschreiber auseinander1. Kirakos2 gibt ihm 12 Jahre, Stephan Asoghek 6 Jahre, Johannes Katholikos 6 Jahre, Wardan 6 Jahre. Die gleiche Abweichung zeigt sich in zwei altarmenischen Verzeichnissen der Katholikose oder Patriarchen des Landes3, indem ihm das eine 6, das andere 12 Jahre verleiht. Sicher ist wieder, daß seine Amtszeit vor die des Patriarchen Babgen und nach der des Patriarchen Giut, seines Oheims fiel, es gehen die Quellen aber wieder auseinander bei der Angabe, ob Johannes M. unmittelbar auf Giut folgte, oder ob zwischen beide eine Zwischenzeit mit anderem Katholikat zu schieben ist. Da indessen für den Beginn der Regierungszeit des Katholikos Babgen ziemliche Sicherheit besteht, so läßt sich von da ausgehend mit Hilfe der [S. 34] vorliegenden Angaben die Annahme mit großer Wahrscheinlichkeit begründen, daß Johannes Mandakuni in den Jahren 484/485—498/499 der Kirche seines Landes vorgestanden ist. Daß Mandakuni schon 484 Katholikos war, ist darauf zu stützen, daß er beim Tod des Königs Peroz zur Zeit eines Krieges desselben gegen die Hunnen und die Iberer schon im Amte war. Das Ende seiner Regierungszeit ergibt sich aus einer Angabe seines Nachfolgers Babgen, wonach letzterer im achtzehnten Jahr des Perserkönigs Kawat einen Brief an die Syrer gerichtet hat, da Babgen nach den Verzeichnissen 5 Jahre regierte und da das 18. Jahr Kawats die Zeit von 504/505 ist, so gelangen wir für den Antritt des Babgen in das Jahr 498/499. In dieser Zeit starb also sein Vorgänger Johannes Mandakuni. Er soll ein sehr hohes Alter, 93 oder 98 Jahre, erreicht haben. Seine Geburt fiele demnach in den Anfang des fünften Jahrhunderts. Seine Jugend reichte noch in die für das nationale Leben der Armenier entscheidende und für das kirchliche Leben außerordentlich bedeutungsreiche Epoche des Sahak d. Gr. und des heiligen Mesrop.
1: Das Material hierüber ist mitgeteilt bei Simon Weber, Die katholische Kirche in Armenien, Freiburg 1903. S. 449 ff.
2: Venedig 1865, S. 20.
3: B. Sarghissean, Krit. Untersuchung über Joh. Mandakuni, und seine Werke, Venedig 1895, S. 13.