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Eine chronische Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen) ist dadurch gekennzeichnet, dass sich die Funktion der Niere über einen langen Zeitraum mehr und mehr vermindert, bis die Niere ihre Aufgaben nicht mehr richtig erfüllen kann. Durch frühzeitige Gegenmassnahmen lässt sich dieser Vorgang meist stoppen oder sogar rückgängig machen.
Die gesunde Niere entgiftet den Körper (durch Ausscheiden von Abfall- und Fremdstoffen über den Harn) und reguliert den Flüssigkeitshaushalt. Für ihr Versagen kommen viele Auslöser infrage. Oft hat eine chronische Niereninsuffizienz ihre Ursachen in einem langjährigen Diabetes mellitus oder Bluthochdruck, einer übermässigen Einnahme bestimmter Schmerzmittel und entzündlichen Nierenerkrankungen. Wenn die Niere nicht mehr richtig funktioniert, können vielfältige Beschwerden auftreten: Eine chronische Niereninsuffizienz kann sich durch Symptome der Überwässerung wie Ödeme und Bluthochdruck, Übelkeit und Erbrechen bis hin zu Blutarmut oder Potenzstörungen äussern.
Wenn solche Symptome auftreten und eine Erkrankung vorliegt, die eine Nierenerkrankung begünstigen kann, weist dies auf eine mögliche chronische Niereninsuffizienz hin. Ein erhöhter Kreatininwert im Blut erhärtet den Verdacht auf ein chronisches Nierenversagen. Zur Diagnose erfolgen dann Blut- und Urinuntersuchungen, mit denen sich weitere Nierenwerte ermitteln lassen, sowie bildgebende Untersuchungen (z.B. Ultraschall, Computertomographie, Röntgenkontrastmitteluntersuchung).
Welche Behandlung gegen eine chronische Niereninsuffizienz zum Einsatz kommt, richtet sich danach, welche Grunderkrankung vorliegt und welches Stadium die chronische Nierenerkrankung erreicht hat: Die chronische Niereninsuffizienz durchläuft ohne Therapie fünf Stadien mit unterschiedlichem Schweregrad. Solange die Nierenfunktion noch nicht vollständig erloschen ist (d.h., solange eine chronische Niereninsuffizienz ihr Endstadium = terminales Nierenversagen noch nicht erreicht hat), können eine geeignete Behandlung und geänderte Lebensgewohnheiten (v.a. die richtige Ernährung) den fortschreitenden Funktionsverlust der Nieren meist aufhalten oder sogar umkehren. Ist ein chronisches Nierenversagen gering ausgeprägt, reicht in der Regel eine medikamentöse und konservative Behandlung. Im Endstadium ist die künstliche Blutwäsche (Dialyse) oder eine Nierentransplantation erforderlich.
Eine chronische Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen) ist ein über Monate und Jahre zunehmender Verlust der Nierenfunktion, so dass die Niere ihre Aufgaben nicht mehr richtig wahrnehmen kann.
Die Niere ist an unterschiedlichen Vorgängen – zum Beispiel dem Knochenstoffwechsel, der Blutbildung, dem Kortison- oder dem Säure-Basen-Haushalt – beteiligt. Ihre Hauptaufgabe besteht in ihrer Funktion als Ausscheidungsorgan: Die Niere regelt den Flüssigkeitshaushalt und entgiftet den Körper, indem sie viele Abbau- oder Abfallprodukte, die dem Organismus in zu hoher Konzentration schaden würden (sog. harnpflichtige Substanzen), über den Harn ausscheidet. Auch bei einem leicht geschädigtem Nierengewebe kann die Niere ihre Aufgaben noch lange Zeit ausführen. Erst wenn etwa die Hälfte des Gewebes beeinträchtigt ist, vermindert sich die Ausscheidung. Eine chronische Niereninsuffizienz mit typischer Symptomatik entwickelt sich erst, wenn die Nieren bereits stark geschädigt sind.
Eine gesunde Niere bildet in jeder Minute etwa 125 Milliliter Primärharn. Dieser Vorgang heisst glomeruläre Filtration, da er in den als Glomeruli bezeichneten Gefässknäueln der Niere stattfindet. Eine chronische Niereninsuffizienz schädigt fortschreitend funktionsfähiges Gewebe, so dass die Niere immer weniger Primärharn bildet. Ein vollständiges Nierenversagen mit völligem Ausfall der Harnproduktion ist eine sogenannte terminale Niereninsuffizienz. In diesem Stadium bildet die Niere dann weniger als 15 Milliliter Primärharn pro Minute.
Die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) dient zur Einteilung chronischer Nierenerkrankungen. Die chronische Niereninsuffizienz durchläuft unbehandelt fünf Stadien mit unterschiedlichem Schweregrad:
Hat die chronische Niereninsuffizienz das Endstadium erreicht, sammeln sich Stoffe, die der Körper normalerweise mit dem Harn ausscheidet, im Blut an – es kommt zur Harnvergiftung (Urämie). Ohne Behandlung ist dieser Zustand lebensbedrohlich. Chronisches Nierenversagen tritt in Westeuropa jährlich bei etwa 1 von 10'000 Einwohnern neu auf.
Eine chronische Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen) kann viele Ursachen haben. In der westlichen Bevölkerung entsteht eine chronische Niereninsuffizienz oft durch falsches Verhalten oder ungesunde Lebensweise. Häufig verursacht ein Diabetes mellitus Typ II eine chronische Nierenerkrankung.
Auch zu häufig oder falsch eingenommene Schmerzmittel können das Nierengewebe schädigen und so eine Nierenschwäche auslösen. Ein gleichzeitig vorliegender Bluthochdruck beeinflusst eine chronische Niereninsuffizienz in ihrem Verlauf negativ: Es entwickelt sich früher ein vollständiges Nierenversagen mit völligem Ausfall der Harnproduktion (terminale Niereninsuffizienz).
Für eine chronische Niereninsuffizienz kommen beispielsweise die folgenden Erkrankungen als Ursachen infrage:
Neben diesen möglichen Ursachen für eine chronische Niereninsuffizienz scheinen ausserdem erblich bedingte (genetische) Faktoren mitzubestimmen, wie eine chronisches Nierenversagen verläuft: Nierenerkrankungen führen bei Männern schneller zu einem vollständigen Versagen der Nierenfunktion als bei Frauen.
Eine chronische Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen) äussert sich durch vielfältige Symptome. Ihr Ausmass hängt davon ab, wie stark die Nieren geschädigt sind.
Der für ein chronisches Nierenversagen kennzeichnende Verlust des funktionstüchtigen Nierengewebes führt dazu, dass die Niere ihre Aufgaben – wie Entgiftung des Körpers und Regulierung des Wasserhaushalts – nicht mehr richtig erfüllen kann. Mögliche Anzeichen hierfür sind Beschwerden im Magen-Darm-Trakt wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Die für eine chronische Niereninsuffizienz typische erhöhte Konzentration von Giftstoffen im Körper kann sich auf Nerven auswirken – mögliche Folgen sind neurologische Symptome wie Sensibilitätsstörungen, Konzentrationsschwäche und Verwirrtheit. Eine chronische Niereninsuffizienz kann über die verminderte Hormonfreisetzung zudem das Blutbild verändern. Eine nierenbedingte Blutarmut (renale Anämie) äussert sich durch rasche Ermüdbarkeit, Blässe und herabgesetzte körperliche Belastbarkeit. Durch Veränderungen im Knochenstoffwechsel können Knochenschmerzen auftreten. In einigen Fällen neigen Menschen mit chronischer Niereninsuffizienz verstärkt dazu, blaue Flecken auszubilden.
Bei Frauen wirkt sich eine chronische Niereninsuffizienz manchmal auf den Menstruationszyklus aus: Es kommt zu Zyklusstörungen oder die Menstruation bleibt ganz aus. Bei Männern kann chronische Niereninsuffizienz zu Impotenz führen. Weitere typische Symptome für chronisches Nierenversagen sind Juckreiz und Wadenkrämpfe; ausserdem können die Betroffenen nach Urin riechen (Foetor uraemicus).
Kennzeichnend für eine chronische Niereninsuffizienz ist die verminderte Ausscheidung von überflüssigem Wasser. Dies führt zu Bluthochdruck (Hypertonie). Weitere Symptome der mit Nierenversagen einhergehenden Überwässerung sind das Lungenödem, Lungenfell- beziehungsweise Herzbeutelergüsse sowie die Neigung zu Wassereinlagerungen im Gewebe (sog. Ödeme). Die Betroffenen wachen häufig nachts mit Harndrang auf.
Bei Verdacht auf eine chronische Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen) erfolgt zur Diagnose eine Reihe von Untersuchungen. Ein Verdacht auf Niereninsuffizienz ergibt sich aus den bestehenden Symptomen sowie aus dem Vorliegen anderer Erkrankungen, die eine Nierenerkrankung begünstigen, wie zum Beispiel Diabetes mellitus.
Einen Hinweis auf die chronische Niereninsuffizienz liefern erhöhte Blutwerte eines über die Niere ausgeschiedenen Stoffs: Kreatinin. Die Bestimmung des Kreatininwerts gehört zu vielen Routineuntersuchungen dazu. Wenn dieser Wert erhöht ist, veranlasst dies den Arzt zu einer ausführlichen Diagnostik: Mithilfe von Blut- und Urinuntersuchungen lassen sich dann weitere Nierenwerte wie Harnstoff im Blut, Urinvolumen und Kreatininkonzentration im Urin ermitteln. Mit diesen Informationen ist es möglich, die sogenannte Kreatinin-Clearance zu berechnen, die eine genaue Aussage über die Funktion der Niere zulässt und somit einen wichtigen Beitrag zur Diagnose einer Niereninsuffizienz leistet.
Um eine chronische Niereninsuffizienz durch bildgebende Diagnostik nachzuweisen, sind verschiedene Verfahren geeignet: Ultraschall, Computertomographie (CT) und Röntgenkontrastmitteluntersuchung ermöglichen sowohl die Diagnose einer Niereninsuffizienz als auch die Kontrolle ihres Verlaufs. Hat sich der Verdacht auf chronisches Nierenversagen bestätigt, erfolgt zudem eine umfassende körperliche Untersuchung, um die bisherigen Auswirkungen der Nierenschwäche auf den Körper zu erfassen.
Die gegen eine chronische Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen) eingesetzte Therapie hängt vom Stadium und von der Ursache der Nierenkrankheit ab. Die Behandlung kann folgende Massnahmen umfassen:
Welche konservativen Massnahmen gegen Ihre chronische Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen) wirksam sind, hängt von deren Grunderkrankung ab. Stellt der Arzt bei Ihnen eine Nierenbeckenentzündung fest, besteht die konservative Therapie aus Antibiotika. Bei Diabetes mellitus ist es wichtig, den Blutzucker gut einzustellen. Haben Sie Bluthochdruck (Hypertonie), erhalten Sie Medikamente, um Ihren Blutdruck zu senken. Ausserdem ist es in jedem Fall wichtig, schmerzlindernde, aber nierenschädigende Medikamente (Analgetika) vermeiden.
Um zu verhindern, dass Ihr chronisches Nierenversagen trotz Behandlung der Grunderkrankung weiter fortschreitet, sind einige Dinge zu beachten: Vermeiden Sie nierenschädigende oder Röntgenkontrastmittel. Eine weitere wichtige Massnahme gegen chronische Niereninsuffizienz besteht darin, Ihre Ernährung umzustellen: Eine eiweissarme, bezüglich der Aminosäurezusammensetzung hochwertige und kaliumarme Ernährung kann die von der Niere auszuscheidenden Substanzen Harnstoff und Kalium vermindern, was bei chronischer Nierenkrankheit sehr empfehlenswert ist. Eine salzarme Diät ist nur dann als konservative Therapie notwendig, wenn Sie Bluthochdruck und Ödeme haben.
Gegen die durch die chronische Niereninsuffizienz ausgelösten Symptome helfen Ihnen – je nach Ausmass – in der Regel Medikamente. Durch diese medikamentöse konservative Therapie lässt sich zum Beispiel eine mögliche Blutarmut oder eine Übersäuerung des Bluts ausgleichen. Die durch die chronische Nierenerkrankung verminderte Produktion des Primärharns (die sog. glomeruläre Filtration) können Sie durch reichliche Flüssigkeitszufuhr steigern; unter Umständen verabreicht der Arzt Ihnen zusätzlich harntreibende Medikamente.
Ist die chronische Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen) bei Ihnen so weit fortgeschritten, dass sich die Schädigung der Nierenfunktion durch keine Therapie mehr rückgängig machen lässt, ist eine Blutwäsche (Dialyse) notwendig. Diese Behandlung begleitet Sie ein Leben lang. Die einzige Alternative zur regelmässigen Blutwäsche stellt die Nierentransplantation dar, bei der Sie ein Spenderorgan erhalten.
Eine chronische Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen) nimmt unbehandelt einen fortschreitenden Verlauf. Die Prognose hängt davon ab, wie weit die Nierenschwäche zu Beginn der Behandlung schon fortgeschritten ist: Solange die chronische Niereninsuffizienz das Endstadium noch nicht erreicht hat, lässt sich die Verminderung der Nierenfunktion durch geeignete Behandlungsmassnahmen und geänderte Lebensgewohnheiten meist aufhalten oder sogar rückgängig machen. Unbehandelt verschlechtert sich die Nierenfunktion mit der Zeit, bis die Niere nicht mehr in der Lage ist, ihre Aufgaben zu erfüllen, was lebensbedrohliche Folgen haben kann. Dann ist eine Dialyse beziehungsweise eine Transplantation lebensnotwendig.
Eine unbehandelte chronische Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen) führt im weiteren Verlauf infolge der fortschreitenden Schädigung der Niere zu verschiedenen Komplikationen. Das Endstadium dieser Entwicklung heisst terminale Niereninsuffizienz. Da der Körper die Abbau- oder Abfallprodukte, die ihm in zu hoher Konzentration schaden (sog. harnpflichtige Substanzen), dann nicht mehr ausscheidet, entsteht eine Harnvergiftung (Urämie). Hierbei treten zusätzlich zu den Beschwerden der Niereninsuffizienz Komplikationen wie starke Überwässerung, Knochenschmerzen, Herzbeutelentzündung oder Lungenfellentzündung, Lungenödem, Magen-Darm-Beschwerden, Herzrhythmusstörungen durch Elektrolytveränderungen und Bewusstseinsveränderungen (urämisches Koma) auf. Die Zehnjahresüberlebensrate liegt bei der terminalen Niereninsuffizienz bei etwa 55 Prozent.
Auch wenn frühzeitig eine Therapie gegen chronische Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen) erfolgt, ist im weiteren Verlauf eine regelmässige Nachsorge ratsam. Dabei untersucht der Arzt Blut und Urin und stellt Fragen zu neu oder verstärkt auftretenden Symptomen. Die Nachsorge dient dazu, den Verlauf der chronischen Niereninsuffizienz abzuschätzen. Des Weiteren sind so mögliche Komplikationen frühzeitig erkennbar.
Eine chronische Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen) können Sie durch eine gesunde Lebensweise vermeiden beziehungsweise hinauszögern. Zum Vorbeugen von Nierenerkrankungen ist es ratsam, Ihre Niere zu schützen, indem Sie zum Beispiel: