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Die schweizerische Autorin Zora del Buono wird vom 21.11. bis zum 23.11.2022 in Slowenien aus ihrem Roman «Die Marschallin» (slow. Übersetzung Mojca Kranjc, hrsg. bei Beletrina, 2022) lesen. Es ist kein Zufall, dass die Protagonistin des Romans und die Autorin den gleichen Namen tragen, zumal die Letztere ihre Erzählung um die Figur ihrer gleichnamigen slowenischen Grossmutter Zora Ostan gesponnen hat, die nach der Heirat mit dem italienischen Arzt Pietro del Buono zunächst nach Neapel und dann weiter nach Bari zog. Dort führten die beiden, verbissene Kommunisten, ein sehr erfolgreiches bürgerliches Leben, unter dem Motto, das auch vor dem Romanbeginn steht: „Kommunismus ist Aristokratie für alle“.
Das patriarchalische System, vor allem im Süden Italiens, war entscheidend dabei, dass Zora Hausfrau geblieben ist. Wäre sie als Mann geboren, wäre sie sicher Marschallin geworden, so wie Tito. Ab dem Zeitpunkt, als ihre Mutter für fünf Monate wegzog und schwanger zurückkehrte, übernahm sie die Führung im Haus und beherrschte eine starke, resolute, aber auch herrische Figur, ihre vier Brüder, später ihre drei Söhne – diese mussten, wie der Vater, Ärzte werden – und danach auch ihre Schwiegertöchter. Ganz zu schweigen davon, dass sie die Familienvilla in Bari, in der sich auch die erfolgreiche Klinik ihres Mannes befand, selbst entwarf und verwaltete. Zora del Buono ist es mit sehr genauer Strukturierung der Geschichte gelungen das Panorama des Lebens zu zeichnen, wie es sich nach dem I. Weltkrieg um Bovec herum und in Italien im Umfeld von Zora del Buono entwickelte. Die Geschichte spannt sich bis zum Jahre 1980, in dem sowohl Zora als auch ihr Mann und der von ihnen bewunderte Marschall Tito, der Zora auch ausgezeichnet hatte, gestorben sind.
Ljubljana:
21.11. um 18 Uhr Goethe-Institut in Ljubljana, Mirje 12,
Maribor:
22.11. um 15 Uhr Philosophischen Fakultät in Maribor, Koroška 160,
Gornja Radgona:
23.11. um 18 Uhr, JZ Knjižnica Gornja Radgona, Trg svobode 4.
Die Veranstaltungen Moderiert Prof. Dr. Vesna Kondrič Horvat, Spezialistin für Deutschschweizer Literatur. Zum Gespräch wurde auch der Verwandte Zora del Buonos, der prominente slowenische Schauspieler Boris Ostan eingeladen.
Die Lesereise wird von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia unterstützt.
Organisation: In Zusammenarbeit mit der Philosophische Fakultät Maribor, Philosophische Fakultät Ljubljana, Goethe Institut Ljubljana und Österreichisches Kulturforum Ljubljana.