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Identitätsorientierte Psychotrauma-Theorie/Therapie - IoPT (nach Franz Ruppert)
Franz Ruppert spricht in seiner Theorie u.a. über frühe kindliche Verletzungen, welche das Kleinkind überfordern, sodass es diese nicht in gesunder Weise verarbeiten kann. Er beschreibt diese deshalb als Traumata:
Der Organismus spaltet den traumatisierten Anteil von sich ab, um zu überleben bzw. um dem von den (seelischen) Verletzungen ausgelösten Schmerz zu beenden. Stattdessen formt sich ein Überlebensanteil, der den abgespaltenen ersetzt und so das Weitergehen sichert.
Ruppert beschreibt 4 Arten von Traumata:
- Das Trauma der Identität: Erfolgt aufgrund des Gefühls, nicht richtig zu sein in seinem Wesen - oft schon vorgeburtlich (z.B. bei nicht gewollter Schwangerschaft, fixem Wunsch betr. Geschlecht oder betr. Vorstellung, wie man sein sollte usw.)
- Das Trauma der Liebe: Das Gefühl, nicht geliebt zu werden - im Baby-Alter bzw. in der frühen Kindheit (z.B. aufgrund von zu wenig Zuneigung der Eltern, die selbst mit sich oder der gegenwärtigen Situation genug zu tun haben)
- Das Trauma der Sexualität: Durch sexuelle Misshandlung bzw. sexuellen Missbrauch, wodurch natürlich die sexuelle Entwicklung schwer beeinträchtigt werden kann
- Das Trauma des Täters: Dieses passiert, wenn man durch traumatische Erfahrungen selbst zum Täter wird, was Ruppert als erneute Traumatisierung beschreibt
Die 4 genannten Traumatakategorien können aufbauend aufeinander zu einer ganzen Trauma-Biographie führen.
Die Schwere von frühkindlichen Verletzungen variert beträchtlich und kann im schlimmeren Fall dazu führen, dass man nicht mehr im Alltag funktionieren und zufrieden sein kann.
Aber auch wenn der Alltag funktioniert, kann das Wohlbefinden beeinträchtigt sein durch scheinbar einengende Verhaltens- oder Wahrnehmungsmuster.
Mit dieser Methode kann man genau solche Muster oder ewige Stolpersteine gezielt angehen, auch wenn sie nicht offensichtlich auf ein traumatisches Ereignis zurück zu führen sind.