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Die Bedeutung der Malerei hat auch in der asiatischen Mythologie ihre Geschichte. Nach dem Glauben der Tibeter hat die Malerei im indischen Bundesstaat Bihar ihren Anfang genommen. Das Gebiet zwischen den Städten Patna und Munger ist ein fruchtbares Ackerland. In diesem Gebiet lebte früher Buddha. Und so will es die Legende, wurde diese Gegend zum Geburtsort der Malerei erkoren.
Im 6. Jahrhundert vor Christus gab es zwei Könige, die sich jedes Jahr gegenseitig beschenkten. Dabei waren sie immer um Originalität und Kostbarkeit bemüht, mit dem Ziel den anderen möglichst zu übertrumpfen. Eines Tages beschloss einer der Könige, seinem Rivalen das ultimative Geschenk zu überreichen. Er dachte dabei an ein Gemälde des Buddha.
Bis zu diesem Zeitpunkt war noch nie ein Gemälde von Buddha angefertigt worden. Diese Tatsache beirrte den König wenig und er beauftragte einen Mann, den er für genügend talentiert hielt, den Buddha zu malen. Dieser Mann machte sich auf zu Buddha und fand diesen meditierend vor. Er war so überwältigt vom Glanz den der Erleuchtete ausstrahlte. Ihm wurde klar, dass er den Buddha so nicht malen konnte. Also machte ihm Buddha einen Vorschlag. Sie gingen zu einem ruhigen Teich. Dort konnte der Mann das Spiegelbild des Buddha betrachten und dieses schliesslich auch malen.
Der buddhistischen Lehre zufolge ist die Welt, die wir sehen, ein Spiegelbild der Realität, die wir Menschen als solche gar nicht fassen können. Als der beschenkte König das gemalte Porträt betrachte, wurde ihm plötzlich klar, wie komplex die Realität in Wirklichkeit sein kann. Was die Frage im Titel betrifft, ist die Malerei mehr als ein Spiegelbild der Wirklichkeit. Die Diskussion um die Macht des Bildes ist lanciert.