Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03322.jsonl.gz/1325

Der mittlere oder Pulverturm war Teil der städtischen Wehranlage im Kleinbasel. Er ist, wenn auch vielfach verändert, in seinem wohl aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammenden Aufbau erhalten. Der Turm ist ein rechteckiger Bau von ungefähr 12m Länge, durchschneidet etwa 53m stromabwärts vom Karthäuser Eckturm die Ringmauer und ragt rund dreieinhalb Meter über sie vor. Insgesamt ist er über 17,80m hoch und ein charakteristisches Beispiel der einst sehr zahlreichen rechteckigen Türme des äusseren Mauerrings beider Basel. Seine Umfassungsmauern nehmen in den oberen Geschossen stark ab und sind von hohe, schmalen Fenstern und Schiesslöchern in den verschiedensten Formen durchbrochen. Der Turm ist mit einem Pultdach abgedeckt, das sich nach innen neigt; dementsprechend ist seine dem Rhein zugekehrte Mauer am höchsten.
Den Mönchen dienten der Turm und der Karthäuser-Eckturm als Klostergefängnis. Die südlichen Zellenhäuschen der Grossen Kreuzgangs durften nicht direkt an die Stadtmauer und den Pulverturm anliegen. Es musste Platz gelassen werden, damit die Wachen der Stadt Zugang zum Pulverturm hatten. Es gab also auch im Kleinbasel einen Rondenweg, wie es ihn beim Grossbasler Befestigungswerk gab. Im Kriegsjahr 1444, zur Zeit des Einbruchs der Armagnaken, liess die Stadt zur besseren Verteidigung der gegen den Rhein schauenden Ringmauer längs derselben einen bedeckten Gang bauen, der nach dem Kloster zu abgeschlossen und nur vom Lessertürlein aus zugängling gewesen zu sein scheint.