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Eine Minidosis von 10 bis 100 Noroviren kann bei diesem Durchfallerreger schon genügen, um sich anzustecken. Nach ein bis zwei Tagen ist der Spuk – meist – vorbei.
Ferienlager, Skihütten, Altersheime, Kasernen, Schulen, Kindergärten oder Spitäler: An solchen Orten zirkulieren Noroviren besonders häufig. «Saison» haben diese Erreger zwar das ganze Jahr über, in den Wintermonaten häufen sich die Ansteckungen mit Noroviren jedoch. Schätzungsweise 400’000 Menschen erkranken in der Schweiz jedes Jahr am «Wintererbrechen», wie die Krankheit früher genannt wurde.
Bereits sechs Stunden (und bis zu zwei Tage) nach der Ansteckung können beim nächsten Infizierten die Symptome einsetzen: explosionsartiges Erbrechen im Schwall und/oder plötzlich starker Durchfall, Bauchweh, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Abgeschlagenheit. Die Körpertemperatur kann dabei leicht erhöht sein, steigt aber meist nicht über 38 Grad. Wer Glück hat, kommt mit einer leichteren Infektion davon oder merkt kaum etwas von der Ansteckung.
Am häufigsten erkranken Babys und Kleinkinder sowie Senioren ab 70 Jahren an Noroviren. Etwa ein Drittel der Fälle von Magen-Darm-Grippe bei Kindern geht aufs Konto von Noroviren. Bei Erwachsenen geht sogar die Hälfte der Fälle auf diese Viren zurück. Man kann sich mehrmals im Leben mit Noroviren infizieren, weil eine überstandene Norovirus-Infektion keine dauerhafte Immunität hinterlässt.
Erkrankte sind hochansteckend, solange sie noch Symptome haben. Sie scheiden die Noroviren mit dem Stuhl und mit dem Erbrochenen aus – und zwar (in geringerem Mass als zu Beginn) noch tage- oder selten sogar wochenlang, nachdem die Beschwerden bereits wieder abgeklungen sind. Die Symptome halten bei ansonsten gesunden Menschen in der Regel 12 bis 48 Stunden an.
Weil die Noroviren so hochansteckend sind, sollten erkrankte Personen sich möglichst isolieren und keinesfalls Mahlzeiten für andere zubereiten. Nach der Genesung sollten Personen noch mindestens zwei bis drei Tage nicht zur Arbeit gehen, falls sie zum Beispiel in einem Restaurant, einem Spital, einer Schule oder in einem Pflegeheim arbeiten, rät das Bundesamt für Gesundheit.
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Übertragen werden die Noroviren in etwa vier von fünf Fällen über eine Schmierinfektion. Konkret heisst das: Derjenige, der gerade Noroviren hat, wäscht sich nach dem Gang aufs WC nicht gründlich genug die Hände und überträgt die Viren so weiter. Auf kontaminierten Türfallen, Handläufen, Kinderspielzeug, Armaturen oder zum Beispiel Toiletten können sich ebenfalls Noroviren befinden. Sie bleiben dort bis zu 12 Tage lang infektiös.
Die beste Vorbeugung ist darum gute Händehygiene mit Seife: Vor der Essenszubereitung, vor dem Essen und nach jedem Gang aufs WC sollte man sich die Hände waschen. Übliche Händedesinfektionsmittel auf Alkoholbasis richten gegen Noroviren weniger aus als Wasser und Seife.
Doch auch die Händehygiene bietet keinen hundertprozentigen Schutz vor den Noroviren, denn über kontaminierte Getränke oder Speisen kann man sich ebenfalls anstecken. Kurzes Kochen inaktiviert die Noroviren.
Noroviren können zudem durch Aerosole übertragen werden, wenn sie (etwa beim Erbrechen) als winzige, virushaltige Tröpfchen in die Luft gelangen.
Eine spezifische Behandlung gegen Noroviren gibt es nicht. Wichtig ist, die mit dem Erbrochenen und dem Durchfall verlorene Flüssigkeit wieder auszugleichen, sei es mit schluckweisem Trinken oder – bei schwerer Erkrankung – mit Infusionen im Spital.
Nebst der Flüssigkeit verliert der Körper auch Mineralsalze (sogenannte Elektrolyte) wie zum Beispiel Kalium. Mit verdünntem Fruchtsaft, dem man ein wenig Salz und etwas Zucker zufügt, führt man dem Körper wieder Kalium und Natrium zu. In der Apotheke gibt es auch fertige Elektrolytlösungen (Glucose-Elektrolyt-Lösung) zu kaufen.
Bei Durchfall bewährt sich (zum schluckweisen Trinken) die Drittellösung: 1/3 abgekochtes Wasser 1/3 dünner, schwarzer Tee, 1/3 Orangensaft; pro Liter 1 bis 2 EL Zucker zugeben und 1 Messerspitze Salz.
Nach überwundener Norovirus-Infektion sollte man Schonkost essen und erst allmählich zu Normalkost übergehen.