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Der American Staffordshire Terrier wird in vielen Ländern als gefährlich eingestuft.
Der American Staffordshire Terrier, auch kurz Amstaff genannt, polarisiert wie kaum eine andere Rasse. In einigen Ländern gilt er als gefährlicher Kampfhund. In anderen wiederum wird er als liebevoller „Nanny Dog“ geschätzt. Wer ihn halten will, muss unter Umständen bestimmte Auflagen erfüllen.
Widerstreitende Sichtweisen: Kampfhund vs. Nanny Dog
Viele Menschen reagieren skeptisch oder mit Abneigung, wenn ihnen ein American Staffordshire Terrier begegnet: „Ist das nicht ein Kampfhund? Kommen Sie mir damit nur nicht zu nah!“ Solche Reaktionen gehören wohl noch zu den harmloseren.
Zum negativen Bild des sogenannten Kampfhundes hat sicher auch beigetragen, dass der Amstaff bei einer bestimmten Klientel lange Zeit beliebt war. Für diese war ein scharfgemachter Hund ein Statussymbol, das an der stachelbesetzten Leine ausgeführt werden konnte.
Ist ein American Stafford ein Familienhund?
Dass die Gefährlichkeit eines Hundes vor allem von der anderen Seite der Leine gesteuert wird, zeigt die gegensätzliche Einstellung zur Rasse in Grossbritannien und den USA. Hier ist der Amstaff aufgrund seiner Charaktereigenschaften als „Nanny Dog“, also als idealer Familienhund, bekannt.
Einschränkungen vor allem in Kontinentaleuropa
Die negativ besetzte Vergangenheit der Rasse führt in Europa zu einigen Besonderheiten, was die Haltung oder Einfuhr der Hunde betrifft: In vielen Ländern gehört der American Staffordshire zu den sogenannten Kampfhunden. Deren Haltung ist entweder verboten oder an spezielle Bedingungen geknüpft.
So herrscht beispielsweise ein Einreiseverbot der Rasse in Länder wie Frankreich oder Dänemark. In Spanien wiederum gilt es, besondere Beschränkungen der örtlichen Gemeinden zu berücksichtigen – etwa eine Maulkorbpflicht.
Ist der American Staffordshire Terrier ein Listenhund?
Auflagen und Verbote haben dazu geführt, dass in einigen Ländern kaum noch Amstaffs zu sehen sind. Hierzu zählen insbesondere Frankreich, Schweden und die Niederlande.
Auch in der Schweiz ist die Haltung der Rasse in vielen Kantonen an Auflagen (meist eine Bewilligungspflicht) geknüpft und häufig mit höheren Kosten verbunden.
Aussehen: Kompakter Körperbau
Ein bulliger Kopf auf einem muskulösen, kompakten Körper – ein American Staffordshire Terrier ist eine imposante Erscheinung. Seine Schulterhöhe beträgt zwischen 43 und 48 Zentimeter, das Gewicht bis zu 32 Kilogramm.
Die dunklen Augen sitzen auf einem breiten Kopf, die Ohren sind meist halb aufgerichtet – Schlappohren sind unerwünscht. Das früher so beliebte Kupieren der Staff-Ohren ist in vielen europäischen Ländern glücklicherweise heute verboten.
Fell und Farben des Amstaff
Das kurze, glänzende Fell der Rasse ist in fast jeder Farbnuance zu bewundern. Unerwünscht sind allerdings eine fehlende Nasenpigmentierung, der Farbschlag „Schwarzloh“, wie er bei Dobermännern zu finden ist, sowie ein hoher Weissanteil, mit dem eine genetische Disposition für Taubheit einhergeht.
Wesen & Charakter: Wie gefährlich sind American Staffordshire Terrier?
Wie ist er denn nun, der typische American Staffordshire Terrier? Trotz ihrer Vergangenheit als Kampfhunde eignen sich viele Vertreter der Rasse als Familienhunde. Diese zeichnen sich durch eine hohe Bindung an „ihre“ Familie aus und zeigen ihren Menschen oft, besonders den Kindern gegenüber, grosse Zuneigung.
Im Umgang mit anderen Hunden, vor allem mit unsicheren, kann es aber zu Konflikten kommen. Denn der Amstaff tritt, auch aufgrund seiner Vergangenheit, oft dominant auf. Schliesslich wurde der American Staffordshire Terrier früher für grausame Kämpfe instrumentalisiert.
Erziehung und Beschäftigung sind gefragt
Ansonsten ist er ein dynamischer, lebhafter Bello mit grossem Bewegungsbedürfnis. Auffällig ist auch seine aufmerksame und verspielte Art, die er gerne intensiv auslebt. Ein gut erzogener Amstaff, der artgerechte Beschäftigung erfährt, ist ein braver Familienhund, der wenig bellt.
Studien und Beissstatistiken belegen übrigens, dass sich die Gefahr, die von einem Hund ausgeht, nicht an der Rasse festmachen lässt. Tierschützer kritisieren daher regelmässig die Stigmatisierung von sogenannten Kampfhunden wie dem American Staffordshire Terrier.
Der American Staffordshire Terrier braucht konsequente, aber liebevolle Ansagen. Die Hunde sind sehr intelligent und nutzen Schwächen in der Erziehung sofort aus.
Konsequente Erziehung ab dem Welpenalter
Nie sollte der Hundebesitzer gegenüber seinem Vierbeiner Angst zeigen oder, beispielsweise in der pubertären Hundephase, dominante Verhaltensweisen durchgehen lassen. Der Hund muss lernen, dass der Mensch die Richtung vorgibt. Eine konsequente Welpenerziehung und sichere Führung sind darum das A und O.
Von Vorteil für die Erziehung ist der „Will-to-please“ dieser Rasse. Denn der Amstaff möchte seinem Besitzer gefallen.
Oft erwähnt wird auch die besondere Mimik der Hunde: Die cleveren Amstaffs verfügen über den sprichwörtlichen Dackelblick und bringen diesen zum Einsatz, um ihr Ziel zu erreichen. Hier ist Standhaftigkeit seitens der Halter gefragt.
Beschäftigung für Kraftpakete
American Staffordshire Terrier wollen viel Beschäftigung. Hierzu eignen sich fast alle Arten von Hundesport von Agility über Flyball oder Obedience bis hin zur Ausbildung zum Therapiehund. Abzuraten ist dagegen von der Schutzhundarbeit, die die genetisch verwurzelte Schärfe der Rasse ungünstig bestärken könnte.
Vertreter der Rasse schätzen ausgedehnte Ausflüge. Ausgewachsene Hunde laufen auch gerne am Velo mit. Ballspiele und Apportieren lasten das Kraftpaket zusätzlich aus.
Ein beschäftigter Amstaff schätzt dann auch seinen wohlverdienten „Feierabend“. Er geniesst die gemeinsamen Schmuseeinheiten mit seinem Lieblingsmenschen oder die Zeit im gemütlichen Körbchen.
Ein American Staffordshire Terrier ist kein Anfängerhund. Denn die typischen Anfängerfehler nutzen die cleveren Kerlchen schnell aus. Daraus resultierende Dominanz-Probleme können nur schwer zu korrigierende und leider auch gefährliche Folgen haben.
Wer aber konsequent ist und seinem Hund das Gefühl gibt, dass er ihn mit sicherer Hand führt, der findet im Amstaff einen unerschütterlichen Freund fürs Leben.
Keine Wohnungshunde
Einem Vertreter dieser bewegungsfreudigen Rasse sollten Sie auf jeden Fall die richtige Umgebung bieten können. Aufgrund seiner Grösse und Kraft – ein American Staffordshire Terrier tobt gerne spielerisch – und seines Bewegungsdranges sind die Hunde eher nicht für ein Leben in einer Stadtwohnung geeignet.
Sportliche Halter für einen agilen Hund
Dem neugierigen Bello gefällt auch ein eigener Garten – aber Achtung, denn sein Entdeckerdrang könnte überhandnehmen. Auf der sicheren Seite sind Sie mit einem Garten, der von Zäunen in Höhe von 1,60 Meter umgeben ist, um ausbruchssicher zu sein. Der Hund erweist sich oftmals als unerwartetes Sprungtalent.
Ein American Staffordshire Terrier lebt am liebsten gemeinsam mit sportlichen Menschen, die sich gerne draussen bewegen, lange Spaziergänge schätzen und auch die ein oder andere Radtour mit ihrem (ausgewachsenen) Hund unternehmen möchten.
Über Haltungsauflagen informieren
Machen Sie sich vor dem Einzug Ihres American Staffordshire Terriers unbedingt über eventuelle Bestimmungen zur Haltung von Kampfhunden oder als gefährlich eingestuften Hunden in Ihrer Gemeinde kundig. Es könnte auch sein, dass Sie einen Amstaff überhaupt nicht halten dürfen. Informieren Sie sich ausserdem genau über mögliche Auflagen in Ihrer Region (Maulkorbpflicht, Sachkundenachweis, Führungszeugnis).
Erhöhte Hundesteuer möglich
Nicht zuletzt gibt es in manchen Regionen erhöhte Steuern auf die sogenannten „Kampfhunde“, die den Amstaff einbeziehen. Hier zahlen Sie ein Vielfaches der üblichen Hundesteuer.
Das ist oftmals auch der Grund, weswegen hierzulande zahlreiche freundliche Vertreter der Rasse in Tierheimen gelandet sind. Manche Besitzer konnten oder wollten sich die jährliche Hundesteuer nicht mehr leisten.
Bevor Sie sich für den Einzug des neuen, vierbeinigen Familienmitglieds entscheiden, gilt es einiges zu bedenken.
Kosten und Vorurteile
Hierzu gehören beispielsweise die Kosten für die Grundausstattung (Leinen, Körbchen, Decken, Bürsten, Maulkorb) sowie die regelmässigen Kosten für artgerechte Tiernahrung sowie Impfungen und Gesundheitschecks. Zu diesen können bei Krankheiten weitere Tierarztkosten kommen.
Seien Sie sich auch bewusst, dass Sie mit einem Vertreter dieser Rasse einen Hund bei sich aufnehmen, der eventuell Ihren Bekanntenkreis polarisiert oder auf Ablehnung stossen kann. Allerdings kann es auch zu einer schönen Erfahrung werden, langsam aber stetig mit den Vorurteilen und Pauschalisierungen gegenüber der Rasse aufzuräumen.
Klären Sie darüber hinaus unbedingt ab, ob eventuell Allergien gegen Hundehaare bei zweibeinigen Familienmitgliedern vorkommen.
Hundesitter und Hundeschule organisieren
Überlegen Sie, wie Ihr Bello während des Urlaubs oder im Krankheitsfall versorgt werden kann. Zwar beherbergen mittlerweile viele Hotels in ganz Europa auch Hunde, doch kann es bei Einreisebestimmungen und Übernachtungsmöglichkeiten für American Staffordshire Terrier zu Einschränkungen kommen.
Beim Kauf eines Welpen suchen Sie am besten vor dessen Einzug schon eine passende Hundeschule, die eine Welpen-Spielstunde anbietet. Denn für das Sozialverhalten von American Staffordshire Terriern sind diese ein grosses Plus.
Amstaffs gelten als sehr robust und erfreuen sich meist guter Gesundheit. Teilweise kann es zu Hautproblemen in Form von Allergien kommen, die aber durch eine Ernährungsumstellung oftmals gut in den Griff zu bekommen sind.
Vereinzelt scheinen manche Linien ausserdem zu Hüftdysplasien oder Herzschwächen zu neigen.
Wie alt wird ein American Staffordshire Terrier?
Bei guter Pflege beträgt die Lebenserwartung eines American Staffordshire Terriers zwölf bis 15 Jahre.
Wie aufwendig ist die Fellpflege?
Die Fellpflege eines American Staffordshire Terrier ist flott erledigt. Es reicht meist völlig, wenn Sie das Fell Ihres Lieblings einmal wöchentlich bürsten. Ihr Bello freut sich aber sicher über zusätzliche Streicheleinheiten mit dem Gummistriegel oder einer weichen Fellbürste.
Weiterer Vorteil der Fellness-Zeit: Die Hundehaare landen im Striegel, nicht in der Wohnung.
Barfen verlangt allerdings ein hohes Mass an Fachkenntnissen. Daher sollten Sie im Zweifelsfall diese Ernährungsform immer mit Ihrem Tierarzt besprechen. Sonst können gefährliche Mangelerscheinungen auftreten.
Denken Sie ausserdem immer daran, ausreichend frisches Wasser für Ihren Bello bereitzustellen.
Den American Staffordshire Terrier züchtete man früher vor allem für den Hundekampf. Seine Vorfahren gelangten vermutlich um 1860 von Grossbritannien aus mit britischen Einwanderern in die USA. Hier fanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in grossem Stil gewerbsmässige Hundekämpfe statt, bei denen die muskulöse Rasse zum Einsatz kam. Das Zuchtziel waren demnach mutige, scharfe und ausdauernde Kampfhunde.
Heute leben Amstaffs vor allem als Familien- und Wachhunde. Insbesondere in Grossbritannien gelten American Staffordshire Terrier als „Nanny Dogs“. Sie zählen dort zu den hochgeschätzten Familienhunden. Ihre Souveränität und Ausdauer macht die Amstaffs darüber hinaus zu hervorragenden Rettungshunden.
Der Amstaff als Nachfahre britischer Kampfhunde
Die Rasse geht auf die in Grossbritannien im 19. Jahrhundert verbreiteten Bull-and-Terrier-Schläge zurück, die vor allem für Hundekämpfe gezüchtet wurden. In der Rassebezeichnung „American Staffordshire Terrier“ findet sich auch der Ort ihrer Wurzeln, die britische Grafschaft Staffordshire.
Nach dem Verbot der grausamen Hundekämpfe in Grossbritannien im Jahr 1835 gelangten einige Nachfahren durch englische Siedler in die USA. Dort setzte man sie unter anderem in Kämpfen ein. Die auch als Wachhunde für Farmen verwendeten Hunde wurden mit der Zeit immer grösser gezüchtet, um ihre Chancen im Kampf gegen Kojoten und Wölfe zu erhöhen.
Der Weg zur offiziell anerkannten Rasse
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts fanden sich aber immer mehr Liebhaber der American Staffordshire Terrier. Diese wollten ihre Tiere nicht mehr auf Hundekämpfen, sondern auf Hundeausstellungen präsentieren. Um eine Abgrenzung zum englischen Staffordshire Bull Terrier zu schaffen, wurde die Rasse schliesslich in American Staffordshire Terrier umbenannt.
1972 erfolgte die Anerkennung seitens der FCI. Damit endete auch der Namenswirrwarr rund um die parallel gängigen Bezeichnungen „Pit Bull Terrier“, „American Bull Terrier“ oder „Stafford Terrier“.
Kauf: So finden Sie Ihren American Staffordshire Terrier
Bei einem American Staffordshire Terrier ist ein seriöser Züchter, der Mitglied in einem Hundeclub oder Verein sein sollte, unbedingt empfehlenswert. Diese achten auf die notwendige Wesensfestigkeit der Hunde, die sie zu geliebten Familienhunden macht.
Besuchen Sie den Züchter
Besuchen Sie vor einem Kauf unbedingt einen Züchter, um sich ein Bild von der Haltung und den Eltern- sowie den Geschwistertieren machen zu können.
Gute Züchter sind ihrerseits neugierig. Sie fühlen potenziellen Käufern gerne mit Fragen zur Wohnumgebung und dem Freizeitverhalten auf den Zahn.
Das ist immer ein gutes Zeichen. Denn hier macht sich jemand wirklich Gedanken um die Zukunft seiner Schützlinge! Auch Gesundheitsfragen sollten Sie mit dem Züchter besprechen können.
Alternative: American Staffordshire Terrier aus dem Tierheim
Wer nicht nach einem Welpen sucht, findet American-Staffordshire-Hunde auch bei zahlreichen Tierschutzorganisationen oder im Tierheim vor Ort. Einige davon haben sich sogar auf die Vermittlung von sogenannten Kampfhunden spezialisiert. Deren Mitarbeiter können Sie optimal beraten, welcher Hund am besten zu Ihrer Familie passt.
Auch ein älterer Hund aus dem Tierschutz kann eine grosse Bereicherung sein. Allerdings sollten Sie sich gut über seinen Charakter und, wenn möglich, über seine Vorgeschichte informieren. Ein American Staffordshire Terrier ohne adäquate Erziehung gehört nur in sehr erfahrene Halterhände.
„Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“, hat Loriot einmal gesagt. Dem würde ich uneingeschränkt zustimmen und ergänzen: „Ein Leben ohne Pferd, Katze und Kaninchen ebenfalls!“ Mein Herz schlägt für alle grossen und kleinen Tiere und ich habe das grosse Glück, als freie Autorin über meine Leidenschaft schreiben zu dürfen. Mit meinen Artikeln möchte ich für den Tierschutz sensibilisieren und Tierfreund/innen nützliche Tipps geben.
Das „bunte Schosshündchen“ aus Russland, wie der Name übersetzt lautet, erfreut sich auch ausserhalb seines Heimatlandes wachsender Beliebtheit. Kein Wunder, denn schliesslich ist der Bolonka Zwetna ein richtiger kleiner Sonnenschein, der mit seinem fröhlichen und unkomplizierten Charakter seinen Besitzern viel Freude bereitet.