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Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, in verschiedenen Büchern von E. Michael Jones (* 1948), einem konservativ-katholischen Kulturkritiker, zu stöbern. Er studierte während den gesellschaftlich turbulenten 1960ern. Aus dem Hippie wurde ein Katholik, der Jahrzehnte später nach seiner Kritik an der katholischen Universität Notre Dame gefeuert wurde. Ich kann keine Gesamtaussage zu seinen Thesen treffen, über die er opulente Werke schrieb und die ihm viel Kritik eingebracht haben. Eine Geschichte aus Degenerate Moderns: Modernity as Rationalized Sexual Misbehavior erregte meine Aufmerksamkeit. 1969 belegte er einige Kurse bei dem bekannten postmodernistischen Literaturwissenschaftler Stanley Fish (* 1938), dessen Literaturtheorie konsequent (oder eben inkonsequent) subjektivistisch ausgerichtet war.
Jones wunderte sich über die These von Fishs radikalen Leserorientierung, wonach ein Mensch in einem neuen Buch nur das lesen könne, was er bisher gekannt habe. Er verfasste eine Hausarbeit, in der er die These seines Professors widerlegte. Diese Arbeit wurde zu seinem ersten Aufsatz in der Zeitschrift des College veröffentlicht. Ich wünschte mir, dass wir Christen Theorien, Thesen – und mögen sie gegenwärtig noch so "en vogue" sein – hinterfragen. Die Reaktion des Professors war übrigens sehr aufschlussreich. Er gab ihm fairerweise eine sehr gute Note (A-) und kritzelte unter die Arbeit die Bemerkung: "Diese These bedeutet mir heute nichts mehr." Fish gab nichts darauf, dass er sich widersprochen hatte. Offenbar konnte er kurze Zeit später neue zum Besten geben.