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Vicosoprano
das alte Hauptdorf
Früher einmal war Vicosoprano der Hauptort des Tals, und auch heute noch ist es die grösste Ortschaft im Bergell. Sie liegt eingebettet in Wiesen und Wälder auf 1087 m.
In diesem Ort kann man die Kirchen San Cassiano, erbaut um das erste Jahrtausend, und die frühbarocke Santa Trinità besichtigen. Die gepflasterten Strassen werden von Patrizierhäusern gesäumt, die trotz ihres Alters noch immer Fassaden mit kostbaren Sgraffiti und Adelswappen aufweisen. Interessant sind auch die Inschriften wie z.B. “Non c’è uomo su questa terra che non abbia un briciolo di follia” (Es gibt keinen Menschen auf Erden, der nicht ein bisschen verrückt ist).
In der Nähe des Hauptplatzes mit seinem typischen Steinbrunnen, befindet sich il Pretorio, der alte Gemeinde- und Gerichtssitz aus dem Jahr 1583. Beim Tor, unter den Darstellungen der Gerechtigkeit und der Mässigkeit, steht der Prangerblock mit Halskette. Neben dem Rathaus erhebt sich der mittelalterliche, runde Senvelenturm.
Beim Anblick der Folterkammer und der Folterinstrumente läuft es einem noch jetzt kalt den Rücken runter. Hier wurden bis im 17. Jhd. vermeintliche Hexen gefangen gehalten und nicht wenige endeten am Galgen. Seine Pfähle stehen noch heute am Dorfrand.
Wenn man weiter durch den Ort schlendert, kommt man zur alten Bogenbrücke mit einem umwerfenden Blick auf die mächtigen Berge zu beiden Talseiten.