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Die Ketogene Ernährung bringt enorm viele Vorteile mit sich, wie erhöhte Konzentration,besserer Schlaf und mehr Leistungsfähigkeit, um nur einige zu nennen.
In den 1920er Jahren testeten Dr. Wilder und sein Kollege Dr. Peterman erstmals eine Ketogene Ernährung an Kindern mit Epilepsie, welche positive Ergebnisse zeigte. Es handelt sich hierbei um eine stark kohlenhydratreduzierte Ernährung, bei der vermehrt Ketonkörper gebildet werden und der Wert im Blut über dem Normalwert liegt (> 0.5 mmol/l). So wurde die Ketogene Ernährung geboren und zu therapeutischen Zwecken in der Medizin eingesetzt. Auch wenn diverse kleine Studien zeigen, dass eine dauerhaft Ketogene Ernährung (> 1 Jahr) keine negativen Auswirkungen zeigt, ist es dennoch nicht für jedermann ratsam sich dauerhaft Ketogen zu ernähren. Zum Grossteil werden diese Studien nämlich an Männern oder stark Übergewichtigen durchgeführt.
Warum macht es Sinn die Ketose bewusst zu unterbrechen?
Ein wichtiger Punkt ist die metabolische Flexibilität. Kaum zu glauben, aber wenn man sich dauerhaft in Ketose befindet verlernt der Körper Kohlenhydrate richtig zu verwerten. Dafür notwendige Enzyme, Hormone und Proteine werden nicht mehr so stark gebildet. Heutzutage ist es wichtig sowohl Fette als auch Kohlenhydrate richtig verwerten zu können und die metabolische Flexibilität beizubehalten. Besonders für Frauen ist es hierbei von Bedeutung die Hormone zu betrachten. Es ist bekannt, dass Leptin, Östrogen, hCG und das Schilddrüsenhormon fT3 in der Ketose sinken. Viele Frauen nehmen bereits die Pille und haben dadurch oder aber auch durch Stress einen Progesteron Mangel. Komplexe Kohlenhydrate werden in der zweiten Zyklushälfte benötigt, um das Progesteron zu bilden. Das ist einer der Gründe weshalb bei Frauen die Periode ausbleibt, wenn sie sich dauerhaft Ketogen ernähren. Die Ketose imitiert den Zustand des Fastens. Das Fasten hat bekanntlich gesunde und positive Effekte, allerdings nur vorübergehend und nicht langfristig. Ab einem bestimmten Punkt bedeutet es nämlich “Stress für den Körper”, was dafür sorgt, dass unser Stresshormon Cortisol vermehrt ausgeschüttet wird. Dadurch steigt auch wieder der Insulinspiegel. Auch dies hat wieder negative Auswirkungen auf das Schilddrüsenhormon fT3.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist unsere Darmgesundheit. Unser Darm ist unser zweites Gehirn und dort liegt das Immunsystem, was zeigt wie wichtig er ist. Die Bakterien im Darm haben auch Hunger und es ist wichtig diese mit Präbiotika zu füttern, denn Präbiotika erhöhen die Konzentration kurzkettiger Fettsäuren wie zum Beispiel Butyrat. Butyrate sind die Hauptenergiequelle wichtiger Darmbakterien, die diesen gesund halten. Mit einer Ketogenen Ernährung passiert es schnell, dass man zu wenig lösliche Ballaststoffe, also Präbiotika, aufnimmt. Daher empfiehlt sich zum Beispiel während der Ketogenen Phase Akazienfaser oder einen anderen löslichen Ballaststoff einzunehmen.
Sofern man die Ketogene Ernährung nicht aus gesundheitlichen Gründen durchführt macht es durchaus Sinn, diese nach maximal drei Monaten bewusst für ca. zwei Wochen zu unterbrechen. Dieser Vorgang nennt sich Keto Cycling oder zyklisch Ketogene Diät. In der Kohlenhydrat Phase werden natürlich nicht Pizza und Burger gegessen, sondern gesunde komplexe Kohlenhydrate, wie Süsskartoffel, Buchweizen oder Hülsenfrüchte eingesetzt.
Der Steinzeitmensch hat sich Millionen von Jahren kohlenhydratarm ernährt. Unsere Gene haben sich daran angepasst. Kohlenhydratarm bedeutet jedoch nicht gleich Ketose.