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Um von Wasserknappheit oder Wassermangel sprechen zu können, wurde ein international gültiger Index mit Richtwerten definiert. Nach der Definition der schwedischen Hydrologin Malin Falkenmark spricht man dann von Wassermangel, wenn in den Ländern ein verfügbares erneuerbares Süsswasserangebot pro Kopf und Jahr von weniger als 1700 m3 gegeben ist. Länder, deren jährliches Wasserangebot pro Kopf 1000 m3 unterschreitet, sind sogar von Wasserknappheit betroffen (Scinexx, 1999).
Wie kommt es zu Wassermangel oder Wasserknappheit?
Die Wassermengen der Ozeane und die des Süsswassers bleiben auf der Erde konstant, das heisst, die Menge kann nicht vermehrt oder verbraucht werden. Sie unterliegen dem ständigen Kreislauf von Verdunstung, Kondensieren, Gefrieren und Schmelzen (vgl. Hopp, 2004).
Die Begriffe „Wasserknappheit“ und „Wassermangel“ beziehen sich auf das für den Menschen verfügbare und nutzbare Süsswasservorkommen. Verschiedene Ursachen werden dafür angeführt:
- Bevölkerungsverdichtung in den favorisierten Lebensregionen der Menschen: Mehr Menschen auf weniger Raum benötigen mehr Wasser der gleichen Wasserquellen.
- Urbanisierung und Industrialisierung: Verstädterung führt zu Bevölkerungsverdichtung. Industrialisierung führt zu maschineller Produktion und damit zu Massenproduktion, was wiederum verstärkten Konsum nach sich zieht. Zudem wird durch die Erhöhung der Produktion insgesamt mehr Wasser verbraucht.
- Verhältnisloser Umgang mit den Süsswasserquellen: Die Wassernutzung insbesondere im landwirtschaftlichen Bereich und auch in industriellen Prozessen ist nicht effizient.
- Vernachlässigung der Reinigungs- bzw. Recyclingprozesse von benutztem Wasser: Dies führt zur weiteren Verschmutzung des Oberflächen- und Grundwassers, also des Wassers, welches die hauptsächliche Nahrungsmittelgrundlage bildet.
Das Sinken des Grundwasserspiegels in der Umgebung der Grossstädte ist ein beobachtbares Zeichen dafür, dass sich die Wasservorräte nicht mehr genügend füllen können (vgl. Hopp 2004, S. 73).
Literatur: