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Kalifornien, im Jahr 1957: Yvon Chouinard, ein junger Amerikaner frankokanadischer Abstammung, beginnt damit, sein eigenes Kletterequipment herzustellen, weil er mit den auf dem Markt erhältlichen Pitons nicht zufrieden ist. Mit Hilfe einer alten Schmiede fertigt er Pitons aus Stahl, welchen er von alten Mähdrescherschneiden recycelt. Seine Pitons werden dadurch sehr viel leichter und widerstandsfähiger als die bisher erhältlichen Modelle. Yvon kann 2 Pitons pro Stunde schmieden und verkauft überschüssige Ware zum Preis von $1.50 an seine Freunde.
Seine Pitons waren aufgrund ihrer hohen Qualität und Haltbarkeit bald sehr gefragt. Chouinard begann sie aus seinem Kofferraum heraus zu verkaufen, später entwarf er eine kleine Broschüre, in welcher der Kunde darüber informiert wurde, dass während der Klettersaison nicht geliefert wird!
Im Jahr 1964 war die Nachfrage nach Kletterhardware so gestiegen, dass sich Yvon Chouinard dazu entschloss, eine Kooperation mit Tom Frost (einem befreundeten Luftfahrttechniker) einzugehen und in die Massenproduktion einzusteigen. So wurde die Firma Chouinard Equipment gegründet.
Die Design-Philosophie der Firma wurde von einem Spruch des französischen Fliegers und Autors Antoine de St. Exupery abgeleitet: "Worum auch immer es geht, Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen, sondern dann, wenn es nichts mehr wegzunehmen gibt.”
1970 war Chouinard Equipment zum größten Hersteller von Kletterequipment in den USA geworden. Gleichzeitig wurde die Firma aber auch zu einem Umweltsünder, da das wiederholte Einhämmern von Pitons in denselben Riss – sowohl beim Platzieren, als auch beim Wiederentfernen – den Fels auf Dauer nachhaltig beschädigte.
Yvon and Tom entschieden sich, das Pitongeschäft auslaufen zu lassen und ihren Kunden eine Alternative zum Piton anzubieten: Aluminium-Klemmkeile. Im Jahr 1972 riefen die beiden zum „clean climbing“, zum „sauberen Klettern“ ohne Spuren zu hinterlassen, auf. Auch heute noch findet sich ihr Equipment in der ersten Reihe vieler Kletterläden, nur der Name der Firma hat sich geändert: Sie heißt heute Black Diamond.
Dies waren die Tage, in denen Yvon Chouinard und seine Kletterpartner neue Big Wall-Routen im Yosemite-Tal/Kalifornien eröffneten. Sie kletterten lange und harte Touren wie die Nose am El Capitan, die oft länger als eine Woche in Anspruch nahmen. Während einer Reise nach Schottland entdeckte Chouinard extrem widerstandsfähige Rugbyshirts und entschloss sich spontan, diese in die USA zu importieren. Die erste Patagonia-Kollektion bestand ausschließlich aus robusten Rugbyshirts und einigen unzerstörbaren Kordshorts.
Im Jahr 1973 gründete Chouinard die Firma Patagonia. Er wählte diesen Namen, weil man damit sofort die einzigartige Wildnis, die Gletscher und hohen Gipfel der Region im südlichsten Teil Argentiniens assoziiert. Chouinard war und ist davon überzeugt, dass Outdoorbekleidung genau so effizient und zuverlässig funktionieren muss wie Kletterhardware: Bei Kälte muss sie wärmen und bei Wärme und aktiver Bewegung muss sie die Feuchtigkeit nach außen transportieren. Patagonia Bekleidung wurde für jene Outdoorbegeisterten entworfen, die die Grenzen ihres Sports „pushen“: Kletterer, die neue Routen „befreien“, Bergsteiger, die ihren eigenen Weg finden, Skifahrer, die unverspurtes Gelände den Pisten vorziehen, Paddler, die unbefahrene Flüsse erkunden...