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Was ist HPV?
Dieser Begriff bezeichnet einen Virus, das Humane Papillomavirus. Es ist sehr verbreitet, und es gibt über 200 Typen davon. Etwa 40 dieser Typen befallen den Genitalbereich. Einige HPV-Typen verursachen Warzen an Händen und Füssen, andere sind sexuell übertragbar. Bei Letzteren unterscheidet man zwischen zwei Gruppen: Die einen verursachen Genitalwarzen (Feigwarzen) oder Oralwarzen, die anderen können vor allem zu Gebärmutterhalskrebs führen, aber auch zu Scheiden-, Penis-, Anal- und Rachenkrebs.
Wie stecke ich mich mit HPV an?
Genitale HP-Viren werden durch Haut- und Schleimhautkontakt übertragen. Dies geschieht meistens beim Intim- oder Geschlechtsverkehr und zwar auch ohne dass du Sex hast. Sie können auch beim Oralsex übertragen werden und so den Rachen infizieren.
Wie schnell stecke ich mich mit HPV an?
Infektionen mit HPV sind die häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. 70 bis 80 Prozent der sexuell aktiven Menschen stecken sich irgendwann im Verlauf ihres Lebens mit HPV an.
Welche Rolle spielen HPV beim Gebärmutterhalskrebs?
Hochrisiko-HPV-Typen können die Zellen der Scheide, der Schamlippen, des Anus und des Gebärmutterhalses infizieren. In den meisten Fällen kann der Körper das Virus eliminieren. Gelingt ihm das aber nicht, ruft das Virus unter Umständen Veränderungen hervor, die als Krebsvorstufe bezeichnet werden. Wenn eine Behandlung ausbleibt, kann daraus Krebs entstehen. Gebärmutterhalskrebs ist die häufigste HPV-verursachte Krebsform. Er wird fast ausschliesslich durch HP-Viren ausgelöst: Der deutsche Arzt und Forscher Harald zur Hausen wurde für diese Entdeckung 2008 mit dem Nobelpreis für Physiologie und Medizin ausgezeichnet.
Zwei HPV-Typen (16 und 18) verursachen rund 70 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs; ungefähr 20 Prozent werden durch sechs HPV-Typen (31, 33, 35, 45, 52, 58) und die verbleibenden 10 Prozent durch etwa zehn andere HPV-Typen verursacht.
Was ist Gebärmutterhalskrebs?
Gebärmutterhalskrebs wird fast ausschliesslich durch HP-Viren verursacht; 2008 erhielt der Arzt und Forscher Harald zur Hausen den Nobelpreis für Medizin für diese Entdeckung. Gebärmutterhalskrebs ist eine der häufigsten Krebsarten bei Frauen und der häufigste HPV-bedingte Krebs. In der Schweiz bekommt im Schnitt jeden Tag eine Frau die Diagnose Gebärmutterhalskrebs, jährlich sterben 80 daran. Ausserdem erhalten in der Schweiz jedes Jahr 5000 Frauen die Diagnose von hochgradiger Gebärmutterhalskrebsvorstufe und müssen sich weiteren Untersuchungen oder Operationen unterziehen. Gebärmutterhalskrebs beginnt im Gebärmutterhals, dem unteren Teil der Gebärmutter. Gebärmutterhalskrebs gehört zu den Krebsarten, die frühzeitig erkannt und erfolgreich behandelt werden können. Es ist daher wichtig, dass jede Frau bei ihrem/ihrer Frauenarzt/Frauenärztin regelmässige Vorsorge-Tests machen lässt.
Welche Symptome treten bei einer HPV-Infektion auf?
In den meisten Fällen treten überhaupt keine Symptome auf und das HPV-Virus verschwindet von selbst. Manchmal kann HPV aber Genitalwarzen (Feigwarzen) oder Krebsvorstufen, z.B. im Gebärmutterhals oder im After, verursachen. Bei Mädchen und Frauen können Auffälligkeiten (zum Beispiel mittels Screening mit einem Pap- oder HPV-Test) im Gebärmutterhals bei gynäkologischen Kontrolluntersuchungen frühzeitig erkannt werden. Bei Jungen und Männern sind die Warzen auf dem Penis sichtbar.
Im Analbereich bleibt eine HPV-Infektion oft unbemerkt. Entwickelt sich ein Analkrebs, können verschiedene Symptome wie Blutungen, Juckreiz, Schmerzen oder Schwellung der Lymphknoten in der Anal- oder Leistengegend auftreten.
Was sind Genitalwarzen (Feigwarzen)?
Genitalwarzen (Feigwarzen) sind blumenkohlartige (manchmal auch flache) Gewebewucherungen, die sich im Genitalbereich oder am After bilden können. Je nach sexuellen Praktiken kann das HP-Virus jedoch auch im Oralbereich übertragen werden. Die Warzen sind ungefährlich, aber eher unschön. Häufig sind sie schmerzlos, können sich aber sehr selten durch Juckreiz oder Brennen bemerkbar machen. Die Behandlung von Genitalwarzen (Feigenwarzen) dauert wegen Rückfällen oft mehrere Monate und ist manchmal schmerzhaft. Die Warzen werden zu 90 Prozent durch die HPV-Typen 6 und 11 verursacht.
Verursachen HPV neben Gebärmutterhalskrebs auch andere Krebsarten?
Ja, neben Gebärmutterhalskrebs spielen sie auch eine Rolle bei der Entwicklung einiger anderer Krebsarten. Das gilt für einen Teil der Anal-, Scheiden-, Penis- und Rachenkrebse. Es gibt Hinweise, dass HP-Viren auch die Entwicklung weiterer Krebsarten begünstigen können, aber das wird noch untersucht.
Wie kann aus einer Virus-Infektion Krebs entstehen?
Bestimmte HP-Viren können verschiedene Krebsformen im Anal, Genital- oder Hals-Rachenbereich auslösen. In den meisten Fällen kann der Körper das Virus jedoch nach einer Infektion eliminieren. Gelingt ihm das nicht, dringt das Virus in die Zellen der Schleimhaut ein und kann Zellveränderungen bewirken, die unter Umständen zu einer Krebsvorstufe führen. Wenn eine Behandlung ausbleibt, können die Zellschädigungen entweder abklingen und von selber verschwinden oder sie können sich ausbreiten und sich langsam zu Krebs entwickeln. Diese Entwicklung kann mehrere Jahre dauern.
Die Vorstufen des Krebses sind ohne Symptome. Erst fortgeschrittene Stadien können zum Beispiel im Falle von Gebärmutterhalskrebs Symptome wie Blutungen, übelriechende Ausflüsse, Schmerzen und unerklärlichen Gewichtsverlust hervorrufen. Meistens haben solche Symptome jedoch weniger schlimme Ursachen.
Wie wird HPV behandelt?
Es gibt kein Medikament, um das Virus auszumerzen, aber in den meisten Fällen verschwindet die Infektion nach einer gewissen Zeit (bis zu zwei Jahren) von selbst. Hingegen ist es möglich, die Genitalwarzen und die Krebsvorstufen zu behandeln, indem man die abnormen Zellen entfernt (Laser, Chirurgie, Konisation). Im Allgemeinen wird die Behandlung von Gebärmutterhalskrebsvorstufen gut vertragen, doch die zurückbleibenden Narben können Fehl- und Frühgeburten begünstigen.
Wie kann ich mich vor HPV schützen?
Die Impfung kann einen guten Schutz bieten gegen HPV-Typen, die für den grössten Teil der von HPV verursachten Krebsarten verantwortlich sind. Kondome bieten nur einen begrenzten Schutz (ca. 70 Prozent), da das HP-Virus die Haut des ganzen Genitalbereichs befallen kann. Präservative reduzieren jedoch das Infektionsrisiko und sind unverzichtbar, um andere sexuell übertragbare Krankheiten wie Aids oder Syphilis zu vermeiden.
Wogegen kann die HPV-Impfung schützen?
Zwei verschiedene Impfstoffe können vor zwei HPV-Typen (HPV-16 und HPV-18, sogenannte Hochrisiko-Typen) schützen, die für verschiedene HPV-bedingten Krebsformen verantwortlich sein können. Einer der Impfstoffe kann zudem auch vor zwei weiteren HPV-Typen (HPV-6 und HPV-11) schützen, die Genitalwarzen (Feigwarzen) verursachen können.
Man geht davon aus, dass die HPV-Impfung von 80 Prozent der Mädchen ab dem Alter von 11 Jahren dazu beitragen würde, in der Schweiz pro Jahr rund 2’000 Behandlungen von Krebsvorstufen, 140 neue Fälle von Gebärmutterhalskrebs und etwa 50 Todesfälle zu vermeiden.
Brauche ich eine HPV-Impfung?
Die Impfung ist für alle Jugendlichen und junge Erwachsene zwischen 11 und 26 Jahren vom Bund empfohlen (bevorzugt vor dem 15. Geburtstag) und wird von den Krankenkassen bezahlt. Für einen optimalen Schutz werden zwischen 11 und 14 Jahren 2 Dosen und ab 15 Jahren 3 Dosen empfohlen.
Gibt es Nebenwirkungen bei der HPV-Impfung?
Wie bei jedem Medikament besteht ein Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen. Als Reaktion auf die Spritze – nicht auf den HPV-Impfstoff – wurden kurzzeitige Schwächeanfälle («Schwarz-vor-Augen-werden») beobachtet.
Es können Rötungen und Schmerzen an der Einstichstelle auftreten sowie allenfalls vorübergehende Kopfschmerzen und Fieber. Diese unerwünschten Wirkungen klingen rasch wieder ab. In seltenen Fällen können allergiebedingte Symptome wie ein Nesselfieber (<1 Fall/1000) oder Atembeschwerden (<1 Fall/10 000) beobachtet werden.
Ärztinnen und Ärzte sind verpflichtet, unerwünschte Wirkungen der Impfung zu melden. Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic führt ein Register dieser Meldungen und sorgt auf diese Weise für eine ständige Überwachung der Impfsicherheit. Solche Institute gibt es überall auf der Welt.
Wo kann ich mich gegen HPV impfen lassen?
Jeder Kanton hat sein eigenes Impfprogramm. Am besten informierst du dich bei deiner Ärztin/deinem Arzt oder bei der Schulärztin/beim Schularzt über die HPV-Impfung. Er/Sie kann dir weitere Auskünfte über HPV geben und deine Fragen beantworten. Unser Ärztefinder hilft dir, eine/n Arzt/Ärztin in deiner Nähe zu finden.
Wird die HPV-Impfung von der Krankenkasse übernommen?
Die Kosten der HPV-Impfung werden für alle zwischen 11 und 26 Jahren von der Krankenkasse ohne Franchise übernommen, wenn die Impfung im Rahmen eines kantonalen Impfprogramms erfolgt. Die HPV-Impfung kann auch ausserhalb eines Impfprogramms erfolgen, jedoch ohne Kostenerstattung. Frag deine Ärztin oder deinen Arzt, wie die HPV-Impfung in deinem Kanton geregelt ist.
Nützt die Impfung auch noch, wenn ich mein erstes Mal schon gehabt und ich mich bereits mit HPV angesteckt habe?
Obwohl die HPV-Impfung vorzugsweise vor dem ersten Mal stattfinden sollte, kann die Impfung auch danach noch sinnvoll sein. Auf jeden Fall kann die Impfung gegen diejenigen HPV-Typen schützen, mit denen man sich noch nicht angesteckt hat. Bei Zweifel und Fragen sprich mit deinem Arzt darüber!
Was ist Krebsvorsorge oder Screening?
Vorsorgetests ermöglichen es, die Patienten zu identifizieren, die ein erhöhtes Risiko haben an Krebs zu erkranken. Für Frauen gibt es eine Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge. Heute sind zwei Arten von Tests möglich in der Schweiz, der Pap-Test und/oder der HPV-Test.
Was passiert bei der Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt / bei der Frauenärztin?
Während der Vorsorgeuntersuchung macht die Frauenärztin/der Frauenarzt am Gebärmutterhals einen Abstrich und schickt diesen ins Labor. Dort wird entweder ein Pap-Test oder ein HPV-Test gemacht. Es können auch beide Tests durchgeführt werden.
Was ist ein Pap-Test?
Beim Pap-Abstrich (Pap-Test) werden Zellen vom Gebärmutterhals entnommen und im Labor auf krankhafte Veränderungen untersucht. Mit dieser Methode können auffällige Zellen und Krebsvorstufen aufgezeigt werden, manchmal können aber Krebsvorstufen auch unerkannt bleiben.
Was ist ein HPV-Test?
Ein HPV-Test weist die DNA von Hochrisiko-HPV-Typen nach, die Krebs auslösen können. Da Gebärmutterhalskrebs fast ausschliesslich von HPV ausgelöst wird, bekommt dein Frauenarzt damit eine wichtige Information, um dein Risiko für Gebärmutterhalskrebs einschätzen zu können.
Was ist der Unterschied zwischen dem Pap-Test und dem HPV-Test?
Der Pap-Test untersucht ob krankhafte Zell-Veränderungen, die möglicherweise zu Krebsvorstufen führen könnten, vorhanden sind. Der HPV-Test untersucht, ob HPV DNA vorhanden ist, also ob eine HPV Infektion vorliegt. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Hochrisiko-Typen HPV-16 und HPV-18 gelegt. Da Gebärmutterhalskrebs praktisch ausschliesslich durch HPV verursacht wird, bekommt dein Frauenarzt damit eine wichtige Information, um dein Risiko für Gebärmutterhalskrebs einschätzen zu können und wenn nötig weitere Tests zu veranlassen.
Für wen empfiehlt sich ein PAP- oder HPV-Test?
Die schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe empfiehlt Frauen von 21 bis 29 Jahren alle 3 Jahre einen Pap-Test zu machen. Ab 30 Jahren wird empfohlen, den PAP-Test oder den HPV-Test alle drei Jahre durchzuführen. Welcher Vorsorgetest individuell am sinnvollsten ist, sollte mit dem Frauenarzt/der Frauenärztin persönlich abgeklärt werden.
Wichtig: Regelmässige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt zur Früherkennung von Krebs sind bei Frauen trotz der HPV-Impfung notwendig.
Muss ich zur Krebsvorsorge gehen, auch wenn ich gegen HPV geimpft bin?
Ja. Die HPV-Impfung kann einen guten Schutz bieten vor den häufigsten HPV-Typen, jedoch nicht vor allen. Im Hinblick auf die Prävention vor Gebärmutterhalskrebs ist es wichtig zu beachten, dass die Impfung die Krebsvorsorgeuntersuchung nicht ersetzt! Deshalb empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit, dass Frauen auch nach einer Impfung regelmässig zur Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge gehen.
Wenn ich als Frau HPV habe, heisst es, dass ich Gebärmutterhalskrebs bekommen werde?
Nein, nicht jede HPV Infektion löst auch Krebs aus. Die meisten Infektionen (90 Prozent) werden von unserem Immunsystem effektiv bekämpft und heilen spontan ab, ohne dass die Betroffene oder die Betroffene es merkt. Aber in 10 Prozent der Fälle schafft es das Immunsystem nicht, die HPV Infektion loszuwerden, in diesem Falle kann die Infektion zu Krebsvorstufen oder sogar Krebs führen.