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Britische Forscher haben in einer qualitativen Studie untersucht, welche Verhaltensmuster Führungskräfte im Umgang mit Mobbing zeigen und welche Faktoren zu einer konstruktiven Bewältigung beitragen.
Mobbing ist ein sozialer Stressor, der das Wohlbefinden von Betroffenen nachhaltig beeinträchtigt und zu grossem individuellem Leid sowie hohen finanziellen Kosten für den Arbeitgeber führt. Mobbing wird in der Literatur oft als langanhaltender und schlecht gemanagter Konflikt betrachtet. Dies unterstreicht die Wichtigkeit von qualifizierten Führungskräften, die mit adäquaten Massnahmen auf Konflikte im Team reagieren können.
Führungskräften kommt im Umgang mit Mobbing am Arbeitsplatz eine wichtige Bedeutung zu. Bestimmte Führungsstile können der Entstehung von Mobbing am Arbeitsplatz vorbeugen, während andere Mobbing begünstigen oder sogar selber verursachen können. Nur wenig erforscht wurde bisher das Verhalten von Führungskräften, wenn sie sich mit einem spezifischen Fall von Mobbing konfrontiert sehen.
Dr. Chris Woodrow von der Universität Reading, UK, und Prof. David E. Guest vom King’s College London haben in ihrer qualitativen Studie untersucht, welche unterschiedlichen Verhaltensmuster Führungskräfte im Umgang mit Mobbing zeigen und welche Faktoren zu einer konstruktiven Bewältigung beitragen. 31 Mitarbeiter aus zwei Spitälern in London wurden zu einem konkreten Fall von Mobbing interviewt, den sie entweder selber erlebt haben (Opfer), im eigenen Team beobachtet haben (Zeugen) oder dessen sie beschuldigt wurden (Beschuldigte). Die Teilnehmer wurden gebeten, eine allgemeine Beschreibung ihrer Erfahrung mit Mobbing zu geben, wobei die Rolle der Führungskräfte nicht direkt erfragt wurde.
Die Auswertung der Ergebnisse ergab vier unterschiedliche Typen von Führungsverhalten bei Mobbing am Arbeitsplatz: konstruktives Management, unvollständiges Management, fehlendes Management und destruktives Management. Die Resultate weisen zudem auf die Bedeutung von Kontextfaktoren auf Individual-, Team- und Organisationsebene hin. Wie konstruktiv eine Führungskraft bei Mobbing intervenieren kann, ist beispielsweise abhängig von persönlichen Konfliktmanagement-Kompetenzen, einer offenen Kommunikationskultur im Team sowie einer klaren Unternehmenspolitik in Bezug auf Mobbing.
Die Studie unterstreicht die wichtige Rolle des Führungsverhaltens in der Bewältigung von Mobbing am Arbeitsplatz. Unternehmen können Führungskräfte in dieser anspruchsvollen Aufgabe unterstützen, indem sie ihnen die nötigen Kompetenzen vermitteln und eine Organisationskultur pflegen, die Mobbing entschieden ablehnt.