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Das 5. Buch des Mose, das die Tora abschliesst, heisst in der jüdischen Tradition (wie es auch noch heute bei Papst-Enzykliken üblich ist) nach den Anfangsworten des Buches «Debarim» (=Worte). Seit der ersten griechischen Übersetzung trägt es – wie auch später im Lateinischen – den Namen «Deuteronomium» (= Zweites Gesetz). In diesen beiden Benennungen wird nicht nur die Schwierigkeit des Gesamtverständnisses dieses Buches sichtbar, sondern auch das grundlegende Missverständnis der antijüdischen Polemik.
Das hebräische Tora = Lehre (durch die Eltern) – und gemeint ist auch und vor allem das mündliche unterweisen mit Worten (Debarim) – wird im griechischen mit Nomos = Gesetz wiedergegeben, da die wörtliche Übertragung ungenügend war, dagegen Nomos feierlicher klang, sodass die Erhabenheit der göttlichen Lehre gegenüber der menschlichen ausgedrückt werden konnte. Allerdings war dem Missverständnis einer despotischen Auslegung das Einfallstor gegeben.
Dtn 12–26 nimmt das Bundsbuch (Ex 20,22–23,33) und die Vorschriften aus Lev 19–26 auf, Dtn 5 die Zehn Gebote aus Ex 20, daher der Name Zweites Gesetz, ein zusätzliches Rechtsbuch. Das ist die eine Sicht. Die andere: Mose ist ein Tora-Lehrer, der Prototyp eines jeden Schriftgelehrten, der mit seinen Worten (Debarim) die am Sinai durch Gott gegebenen Lehren und Vorschriften auslegt und kommentiert.
Evangelien – AT-Lesungen – NT-Lesungen – Lesejahre A,B,C
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