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A. DIE RENTENSICHERHEIT1. Halten Sie Ihre Rente in Zukunft für sicher?
40%: ja
33%: nein
27%: weiss nicht
Fazit
Die Schweizer bleiben beim Thema AHV verhalten optimistisch. Allerdings handelt es sich auch bei Weitem nicht um die absolute Mehrheit, die davon ausgeht, dass ihre Rente sicher ist. Und der Anteil der Befragten ohne feste Meinung ist sehr hoch. Nachvollziehbar, dass jüngere Personen die Rentensicherheit aus persönlicher Perspektive negativer beurteilen. Bis sie ihre AHV erhalten, können sich die wirtschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen für das Rentenalter, die Finanzierung und allenfalls auch die Höhe noch mehrmals ändern.
B. DAS RENTENALTER1. Soll für Mann und Frau dasselbe Rentenalter gelten?
79%: bin dafür
17%: bin dagegen
3%: weiss nicht
2. Soll das ordentliche Rentenalter auf 67 Jahre angehoben werden?
64%: bin dagegen
29%: bin dafür
8%: weiss nicht
3. Soll das fixe Rentenalter abgeschafft und durch eine Lebensarbeitszeit ersetzt werden?
45%: bin dafür
37%: bin dagegen
18%: weiss nicht
Eine relative Mehrheit von 45% spricht sich dafür aus, dass das ordentliche Rentenalter durch eine Lebensarbeitszeit ersetzt wird. Interessant ist, dass die Zustimmung zu einer Lebensarbeitszeit mit zunehmendem Bildungsniveau steigt. Mit 18% sind sich noch viele unschlüssig, was sie von der Lebensarbeitszeit halten sollen.
4. Das ordentliche Rentenalter wird abhängig von der Tätigkeit: Sollen Personen mit belastenden
Tätigkeiten die Rente früher erhalten als solche mit weniger belastenden?
67%: bin dafür
23%: bin dagegen
9%: weiss nicht
Fazit
Generell lassen sich aus den Antworten drei Haupttrends herauslesen: Eine Anhebung des Alters, mit dem man üblicherweise pensioniert und rentenberechtigt wird, ist nicht erwünscht (2), auch wenn die Bereitschaft für das Rentenalter 67 mit höherem Einkommen und höherer Bildung klar ansteigt.
Zweitens wünscht sich eine überraschend deutliche Mehrheit dasselbe Rentenalter für beide Geschlechter (1). Ins Auge sticht noch vor den Männern, die dies zu 90% befürworten, der Ja-Anteil der Frauen von rund 70%!
Und drittens wünscht sich eine weniger klare Mehrheit, dass anstelle (oder neben) eines fixen Rentenalters vermehrt die effektiv im Erwerbsleben verbrachten Jahre und die Art der Arbeit berücksichtigt werden sollten. Wobei gerade die Anpassung des AHV-Alters in Abhängigkeit von der Belastung im Beruf von einer deutlichen Mehrheit befürwortet wird (mehr Nein bei höheren Einkommen), während die Einführung einer Lebensarbeitszeit auf Zustimmung, aber nur ein relatives Mehr und respektable 37% Ablehnung stösst.
C. DIE RENTENFINANZIERUNG1. Mit welcher Massnahme soll die Finanzierung der AHV gesichert werden?
69%: zusätzliche Einnahmen
26%: höheres Rentenalter
5%: tiefere Renten
69% der Umfrageteilnehmer sprechen sich für eine Finanzierung der AHV durch zusätzliche Einnahmen beziehungsweise Abgaben aus. Einzig die FDP-Wähler wünschen sich eine Erhöhung des Rentenalters. Eine Senkung der Renten ziehen bloss 5% in Erwägung.
2. Sollen über eine höhere Mehrwertsteuer zusätzliche Einnahmen für die AHV beschafft werden?
57%: bin dagegen
32%: bin dafür
12%: weiss nicht
Eine absolute Mehrheit von 57% aller Umfrageteilnehmer spricht sich dagegen aus, dass die AHV durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer mitfinanziert wird. Die Zustimmung zu einem höheren Mehrwertsteuersatz zugunsten der AHV steigt mit zunehmendem Alter.
3. Sollen zusätzliche Einnahmen für die AHV über höhere Lohnabzüge beschafft werden?
54%: bin dagegen
32%: bin dafür
14%: weiss nicht
4. Soll die AHV durch eine Anhebung der Vermögenssteuer in den Kantonen mitfinanziert werden?
53%: bin dafür
36%: bin dagegen
11%: weiss nicht
5. Sollen über höhere direkte Bundessteuern zusätzliche Einnahmen für die AHV beschafft werden?
61%: bin dagegen
24%: bin dafür
14%: weiss nicht
6. Soll in der AHV eine Schuldenbremse eingeführt werden? Ab einer bestimmten Verschuldung würden automatisch Massnahmen ergriffen werden, die der Verschuldung entgegenwirken.
58%: bin dafür
21%: bin dagegen
22%: weiss nicht
7. Wenn die Verschuldungsgrenze erreicht würde: Mit welcher Massnahme sollte die Verschuldung am ehesten reduziert werden?
70%: mit zusätzlichen Einnahmen/Abgaben zugunsten der AHV
20%: mit einem höheren Rentenalter
10%: mit tieferen Renten
Fazit
Aus den von Vimentis ausgewerteten Antworten ergibt sich ein Dilemma, das in Zukunft für eine politische Zwickmühle (wie auch in anderen europäischer Staaten) sorgen dürfte: Nicht nur wünschen die Befragten beim Auftreten von Finanzierungsengpässen in klarer Mehrheit keine Kürzung von Leistungen – sie sprechen sich klar für Mehreinnahmen aus. Legt man ihnen jedoch die klassischen Varianten vor, um die AHV breiter abgestützt finanzieren zu können, fallen die Antworten darauf ebenfalls mehrheitlich ablehnend aus: Die höhere Mehrwertsteuer wie auch ein speziell für die AHV erhobener Zuschlag in der direkten Bundessteuer schmettern über 60% der Teilnehmenden ab. Den für das Schweizer Rentensystem naheliegendsten Weg, die Erhöhung von Lohnabzügen, kann sich auch eine absolute Mehrheit nicht vorstellen. Einzige Überraschung, und die einzige in der Umfrage akzeptierte Möglichkeit, AHV-Unterfinanzierungen künftig auszugleichen: Eine absolute Mehrheit (53%) wäre einverstanden, wenn die AHV durch eine Erhöhung der Vermögenssteuer in den Kantonen mitfinanziert würde. Einzig bei den FDP-Wählern spricht sich eine absolute Mehrheit und bei der SVP mit 46 % gegenüber 43 % eine relative Mehrheit gegen diese Variante aus.
Im Übrigen spricht sich weit mehr als jeder Zweite dafür aus, eine Schuldenbremse im Bereich der AHV einzuführen. Der Ja-Anteil nimmt mit der Bildungshöhe und mit dem Einkommen zu. Bei der Anschlussfrage kehren wir aber gleich zum Anfang zurück: Die absolute Mehrheit wünscht sich nach Aktivieren der Schuldenbremse zusätzliche Einnahmen. Hier gilt: Je jünger die Befragten, desto tiefer der Anteil derjenigen, die nach erhöhten Mehreinnahmen rufen. Es bleiben aber über 50%. Dasselbe beim Bildungsstand respektive Lohnniveau: Je höher beides wird, desto schwächer das Ja zu Mehreinnahmen.
D. DIE RENTENHÖHE1. Soll die AHV-Rente gekürzt werden?
87%: bin dagegen
5%: bin dafür
8%: weiss nicht
2. Soll die AHV-Rente für Personen mit grossem Vermögen gekürzt werden?
61%: bin dafür
30%: bin dagegen
9%: weiss nicht
Die Teilnehmer befürworten eine Rentenkürzung bei Personen mit grossem Vermögen mit einer absoluten Mehrheit von 61%. In der Umfrage 2009 sprachen sich nur 53% für eine solche Massnahme aus. Erwartungsgemäss sind Personen mit einem Einkommen über 12'000 Franken pro Monat gegen eine solche Massnahme.
Fazit
Wie schon 2012 (damals 88%) will eine erdrückende Mehrheit von 87% der Umfrageteilnehmer nichts von einer Rentenkürzung wissen. Die Solidarität unter verschiedenen Einkommens- und Vermögensschichten spielt dabei allerdings kaum: Denn immerhin mehr als 6 von 10 Teilnehmenden wären dafür, Rentenbezügern mit viel Erspartem die AHV zu kürzen. Der Anteil von Sympathisanten für diesen Ansatz ist natürlich bei Personen mit tieferem Ausbildungs- und Lohnniveau sehr gross.
ZUR UMFRAGE
An der Befragung haben sich mehr als 23’000 Personen beteiligt. Damit ist die Vimentis-Umfrage die grösste Meinungserhebung zur Zukunft der Schweiz. Die 47 Fragen waren zwischen dem 1. Oktober und 30. November 2013 online und behandelten neben der Altersvorsorge auch die Themen Armee und Verkehr. Ziel des politisch unabhängigen Vereins Vimentis ist es, den Austausch zwischen Bevölkerung und Politikern zu verbessern und den Bürgerinnen und Bürgern zu helfen, ihre Anliegen in die Politik einzubringen. Das Migros-Magazin ist Medienpartner von Vimentis.
Verkehr und Armee Die weiteren Resultate der Vimentis-Umfrage
Autor: Reto Meisser