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Die liberale Bürgeranwältin Zuzana Caputova hat die Präsidentenwahl in der Slowakei gewonnen. Nach Auszählung von rund 90 Prozent der Stimmen lag die 45-Jährige in der Nacht zum Sonntag mit fast 60 Prozent klar vor dem EU-Kommissar Maros Sefcovic.
Sie dankte kurz nach Mitternacht den Wählern nicht nur auf Slowakisch, sondern auch in den Sprachen der ungarischen und der Roma-Minderheit für ihr Vertrauen, das sie als Signal der Veränderung interpretiere. Sefcovic gratulierte ihr umgehend zu ihrem Erfolg. Die Anhänger von Caputova feierten sie mit Sprechchören «Zuzana, Zuzana!».
Sie werde wie ihr parteiloser Vorgänger Andrej Kiska eine «klar pro-europäische Position» vertreten, sagte Caputova in der Nacht auf Sonntag weiter. Kiska war nicht mehr angetreten. Das offizielle Endergebnis der Abstimmung soll erst am Sonntagmittag bekannt gegeben werden, wie das Innenministerium in Bratislava mitteilte.
Die formelle Amtsübergabe ist für 15. Juni festgelegt. Mit den Vertretern der sozialdemokratisch geführten Regierung von Regierungschef Peter Pellegrini erwarte sie eine «konstruktive Zusammenarbeit». In den nächsten Tagen wolle sie sich mit Vertretern der Regierung treffen, um die Zusammenarbeit zu besprechen.
Wahlverlierer Sefcovic, der von den regierenden Sozialdemokraten ins Rennen geschickt worden war, liess ihr einen Blumenstrauss in ihre Wahlzentrale bringen. Er sei froh, dass auch er sich an der pro-europäischen Ausrichtung der Slowakei beteiligen habe können, sagte er nach seiner Gratulation.
Caputova hatte bereits in den Umfragen deutlich vor Sefcovic geführt. Schon im ersten Wahlgang am 16. März errang die Umweltaktivistin mit fast 41 Prozent einen deutlichen Vorsprung auf den 52-jährigen Diplomaten, der mit nicht ganz 19 Prozent Zweiter wurde.
Insgesamt waren am Samstag mehr als 4.4 Millionen Stimmberechtigte zur Wahl ihres neuen Staatsoberhaupts für die nächsten fünf Jahre aufgerufen. Bei sonnigem Frühlingswetter verlief die Wahl bis zum Abend ohne nennenswerte Zwischenfälle. Auch viele Slowaken, die in den österreichischen und ungarischen Nachbargemeinden der Hauptstadt Bratislava oder in Tschechien leben, fuhren eigens über die Grenze, um an der Wahl teilnehmen zu können, die nur im Inland möglich ist. (sda/dpa/afp)