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Der Lebensinhalt des kinderlosen Fabrikantenpaares Jakob und Bertha Heusser-Staub war das Wohl der Region Uster. Als der Bezirk in den Jahren um 1900 eine lokale Wirtschaftskrise erlebte, führte das Wirken der Eheleute die Wende zum Aufschwung herbei. Dieses wirtschaftliche Erstarken brachte 1918 die Gründung der ersten Kinderkrippe der Schweiz mit sich: der Kinderkrippe Heusser-Staub.
Dergestalt kam es zur Wende: Jakob Heusser-Staub kaufte und modernisierte Usters älteste Baumwollspinnerei. Er erwarb Anteile an der Autofabrik «Turicum» und verantwortete die Umwandlung und Erweiterung von Alfred Zellwegers «Fabrik für electrische Geräte» in die «Zellweger AG, Fabrik electrischer Maschinen und Apparate». Die Region begann sich zu erholen.
Auf Grund der gut gefüllten Auftragsbücher betrug die Arbeitszeit der in der erworbenen Spinnerei tätigen Frauen, von denen die meisten mehrfache Mütter waren, oft elf Stunden pro Tag. Brachte eine Angestellte ein Kind zur Welt, nahm sie die Arbeit aus existenziellen Gründen kurz nach der Geburt wieder auf. Ihr Neugeborenes gab sie bei einem älteren Geschwister oder den Grosseltern in Obhut. Eine andere Möglichkeit bestand darin, die Betreuung einer arbeitsunfähigen Person oder einer Pflegefamilie in Anspruch zu nehmen. Die auf diese Weise drastisch verkürzte Stillzeit und eine häufig unzureichende Ernährung trugen das ihre zur hohen Kindersterblichkeit bei.
Einem sozial engagierten Menschen tun solche Verhältnisse in der Seele weh. Erst recht einer Frau. Überlieferungen heben Bertha Heusser-Staubs ausgeprägten Sinn für soziale Gerechtigkeit hervor und würdigen sie als Frau mit grossem Herzen. Daher drängt sich die Annahme auf, dass sie die Gründung der Kinderkrippe Heusser-Staub anstiess. Eine Tagesstätte, welche die professionelle Betreuung der Kinder der Spinnerei-Arbeiterinnen durch ausgebildete Kinderschwestern sicher stellte. Gleichen Jahres richtete das Ehepaar die «Heusser-Staub-Stiftung für Uster» als Trägerschaft der Krippe ein.
Seit 1921 ist die Kinderkrippe Heusser-Staub an der Florastrasse 26 in Oberuster untergebracht. Das Haus wurde im Auftrag der «Heusser-Staub-Stiftung für Uster» vom Wetziker Architekten Johannes Meier erbaut. 1979 wurde die Liegenschaft unter Denkmalschutz gestellt.