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Sind es die Vitamine und Mineralstoffe, die darüber entscheiden, ob Lebensmittel schmecken oder nicht? Eine neue Studie geht davon aus. Das würde bedeuten, dass man instinktiv weiss, welche Lebensmittel der eigenen Gesundheit dienen.
von Carl Meissen
Tiere in freier Wildbahn sind im Allgemeinen in der Lage, sich richtig zu ernähren. Offenbar auch der Mensch, der dazu neigt, die gehaltvollsten und kalorienreichsten Lebensmittel zu wählen. Nur: Es handelt sich dabei um ein Erbe aus vergangenen Zeiten der Lebensmittelknappheit. Dieses Erbe wird heute schnell zu einer verhängnisvollen Last. Eine neue Studie zeigt, dass bei der Auswahl auch die Vitamine und Mineralstoffe in den Lebensmitteln berücksichtigt werden. So der Befund von Jeffrey M. Brunstrom, Dozent für experimentelle Psychologie an der Universität Bristol. Ausgangspunkt war, dass Gewürze, Pilze oder edle Weine, die keinen hohen Kaloriengehalt haben, dennoch gesucht und geschätzt sind.
Bisher stammte die einzige grössere Studie zu Ernährungsweisheiten aus den 1930er-Jahren, als die amerikanische Kinderärztin Clara Davis eine Gruppe grösstenteils unterernährter Kinder an Essbuffets beobachtete. Es zeigte sich, dass die Kleinen in der Lage waren, sich selbst eine weitgehend ausgewogene Ernährung zusammenzustellen.
Heute gibt es Methoden, um Reaktionen auf Bilder von Lebensmitteln zu testen. Das Betrachten von Bildern aktiviert die Geschmacksbereiche des Gehirns und ermöglicht es so, die Reaktion auf Lebensmittel in einer weitgehend authentischen Weise zu reproduzieren. So zeigten die britischen Forscher den Studienteilnehmern Bilder von Obst und Gemüse und baten sie, die appetitlichsten Kombinationen vorzuschlagen. Sie stellten fest, dass die von ihnen gewählten Kombinationen eine ausgewogenere Nährstoffzufuhr gewährleisteten, wobei sie auch berücksichtigten, verschiedene Lebensmittel zu bevorzugen. Der Geschmack spielt dabei eine Schlüsselrolle. Insbesondere die in Junkfood enthaltenen Aromen können deshalb dazu verleiten, Lebensmittel zu konsumieren, die man eigentlich meiden würde.