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Die Probleme in der Atomruine können nach den Worten von Regierungschef Shinzo Abe nicht mehr länger allein dem Atomkonzern Tepco überlassen werden. Da Tepco dafür kein Geld habe, müsse die Regierung jetzt einspringen, hiess es.
Unter anderem könnte mit Steuergeldern ein geplanter 1,4 Kilometer langer Schutzwall aus gefrorenem Erdreich um die Reaktoren 1 bis 4 finanziert werden. Das beispiellose Bauwerk soll verhindern, dass weiteres Grundwasser in die undichten Reaktorgebäude eindringt.
Diese Idee allerdings, sagt SRF-Japankorrespondent Urs Morf, sei noch nicht wirklich erprobt: «Bisher wurde diese Methode nur beim Bau von U-Bahnen oder anderen Tunneln angewendet. Dort geht es jeweils darum, kurze Tunnelstücke über kurze Zeit hinweg vor einfliessendem Grundwasser zu schützen.»
Doch in Fukushima solle die ganze Atomruine mit einer Eismauer umgeben werden. «Sie müsste über Jahrzehnte tiefgefroren bleiben. Was das an Energie kostet und wie diese Energie produziert wird, das ist alles völlig offen.»
Wieso ausgerechnet jetzt?
Dass die Regierung ausgerechnet jetzt eingreift, erklärt SRF-Korrespondent Morf so: «Am nächsten Wochenende entscheidet das olympische Komitee, ob Tokio oder eine andere Stadt die olympischen Sommerspiele 2020 erhält.»
Offensichtlich sei die japanische Regierung nun besorgt, dass sie wegen der Nicht-Bewältigung der Atomkatastrophe die Spiele nicht erhalte. «Die Regierung versucht jetzt, ihr Image schnell aufzupolieren.»
«Kläranlage» funktioniert nicht richtig
Das dürfte allerdings schwierig werden, denn bis jetzt haben sich schon verseuchte Wassermassen angesammelt, die reichen würden, um 130 olympische Schwimmbecken zu füllen. «Es gibt keine wirksame Kläranlage. Es gab einen Versuch mit einer Methode, mit der man radioaktives Wasser weitgehend dekontaminieren kann.» Aber diese Kläranlage stehe nun seit Monaten still. Beim Betrieb sei es immer wieder zu grossen Pannen gekommen, sagt Morf.