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Das Prinzip der TCM basiert auf der Annahme der Lebensenergie, genannt Qi, Chi oder Ch'i. Qi beschreibt die Energie, die durch den menschlichen Körper verläuft und ihn mit Lebenskraft versorgt. Sie repräsentiert den menschlichen Geist und wird auch als kosmischer Atmen bezeichnet. In einem gesunden Körper fliesst Qi in einem durchgängigen Energiestrom. Gerät dieser aus seiner Ordnung, kann die TCM Abhilfe schaffen. Qi kann auch abgelenkt werden, sich sammeln, zerstreuen oder ins Stocken geraten. Die Lebensenergie fliesst durch Energiebahnen, die sogenannten Meridiane. Im menschlichen Körper existieren zwölf Hauptmeridiane, die paarig angeordnet sind. Die Lebensenergie Qi besitzt die beiden Energiepole Yin und Yang, die alle Lebensprozesse bestimmen. Die beiden Pole bilden eine Einheit und bedingen einander. Während Yin für Kälte, Nacht, Ruhe, Passivität und Dunkelheit steht, verkörpert Yang unter anderem Hitze, Tag, Erregung, Aktivität, Vitalität und Licht. Das Prinzip: Auf den Tag folgt die Nacht, nichts ist nur gut oder schlecht. Yin und Yang ergänzen einander und harmonieren im Körper. In der TCM geht man davon aus, dass Krankheiten bei Patienten durch ein Ungleichgewicht zwischen Yin und Yang entstehen. Unterschiedlichen Erkrankungen lassen sich Yin und Yang einzeln zuordnen. Wenn der Pol Yin gestört ist:
Ein Überschuss des Pols Yang zeichnet sich aus durch:
Der Arzt hat in der TCM die Aufgabe, den Überschuss der Pole auszugleichen und deren Gleichgewicht wieder herzustellen.
Die Antwort auf diese Frage ist nicht so eindeutig zu geben. Sehr viele Erkrankungen können mithilfe der Traditionellen Chinesischen Medizin gänzlich behandelt, andere jedoch nur unterstützend behandelt werden. Der Therapieansatz der TCM ist nicht dazu gedacht, schwere Krankheiten wie Krebs zu heilen, sondern er wird bei chronischen sowie akuten Erkrankungen angewendet. TCM Behandlungen zeigen vor allem grosse Erfolge bei den folgenden Erkrankungen:
Die TCM wendet verschiedene Therapien und Behandlungen an. Darunter fallen etwa:
Die häufigsten Behandlungen der chinesischen Heilkunst umfassen verschiedene Akupunkturtechniken und den Einsatz diverser chinesischer Arzneimittel. Neben medizinischen Eingriffen kann die TCM auf den Ernährungsplan einwirken. Auch besondere Massagen, wie Tuina, oder Konzentrations-, Meditations- und Bewegungsformen stellen Behandlungen der TCM dar. TCM Behandlungen bestehen meist nicht nur aus einer Therapie, sondern umfassen verschiedene Therapieverfahren. Diese sind individuell auf den Patienten zugeschnitten, um die Krankheit optimal heilen zu können. Die Traditionelle Chinesische Heilkunst lässt sich optimal mit der klassischen Schulmedizin kombinieren und ergänzen.
Um bestimmte Akupunkturpunkte zu erreichen, werden zahlreiche Nadeln in den Körper des Patienten gestochen. Durch Wärme (Moxibustion) oder durch Druck mit dem Finger kann derselbe Effekt erzielt werden. Akupunktur basiert auf der Lehre von Yin und Yang sowie der Fünf-Elemente-Lehre. Im Körper existieren demgemäss etwa 400 Akupunkturpunkte, die auf den Meridianen liegen. Bei der 20- bis 30-minütigen Behandlung liegt oder sitzt der Patient entspannt auf einer Liege. Der Einstich der Nadeln zur Ausbalancierung des Energiestroms bringt das innere Gleichgewicht in Einklang mit dem Patienten. So werden Symptome und Beschwerden gelindert.
Bei Qigong werden langsame Bewegungen ausgeführt, die eine bewusste Verbindung von Bewegung, Atem und Vorstellung erzeugen sollen. Die Übungen sind an die Vorstellungsbilder der Natur angelehnt und berühren so tiefe, ursprüngliche Kräfte im menschlichen Körper. Durch häufige Wiederholung der Bewegungen lernt der Körper diese kennen und nach einiger Zeit entsteht eine Verknüpfung von Vorstellung und Bewegung. Die Gleichmässigkeit der Übungen ermöglicht dem Praktizierenden eine Erfahrung von Ruhe und Gelassenheit. Der natürliche Fluss der Energie wird nicht gestört, sondern ausbalanciert. Während der Ausführung von Qigong entspannt sich der Körper zunehmend und erhält einen ruhigen und langsamen Atem. Diese TCM Behandlungen werden zum täglichen Abbau von Spannungen und der Herstellung einer inneren Harmonie genutzt. Durch das Ausbalancieren des Geistes hilft Qigong auch kranken Menschen, sich zu erholen.
Die chinesische Heilkunst basiert auf Naturheilverfahren. Aufgrund dieser Tatsache ist eine Diagnose häufig ohne technische Hilfsmittel möglich. Ähnlich wie beim schulmedizinischen Vorgehen finden ein ausführliches Patientengespräch und eine anschliessende körperliche Untersuchung statt. Mithilfe der Anamnese, der Patientenbefragung, können Informationen über Beschwerden, vergangene Erkrankungen, den Verlauf der Beschwerden über den Tag oder den Einfluss gewisser Parameter gesammelt werden. Die chinesische Naturheilkunde betrachtet bei der körperlichen Untersuchung den ganzen Körper. Der Akupunkteur ermittelt während der Diagnostik beispielsweise den Zustand von Haut und Haaren, den Gesichtsausdruck des Patienten und weitere äusserliche Auffälligkeiten. Auch Schwellungen, Geschwüre oder Hautausschläge sind wichtige Indikatoren für die Diagnose.
Allgemein ist die Traditionelle Chinesische Medizin mit wenigen Risiken behaftet. Nebenwirkungen sind, anders als bei Medikamenten, meist allergische Reaktionen auf einige der chinesischen Heilkräuter. Doch Vorsicht: Wissenschaftler sind sich bei einigen dieser Kräuter über deren möglicherweise leberschädigende oder krebserregende Wirkung uneinig. In China angebaute Kräuter weisen teilweise hohe Pestizidbelastungen auf, weshalb auf den Ursprung der Kräuter besonders Acht gegeben werden sollte. Um kein Risiko einzugehen, kannst du Heilkräuter erwerben, die in Europa angebaut wurden und in der Schweiz zertifiziert sind.
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