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Kein Nachrichtenportal, auf dem man derzeit nicht auf Greta Thunberg stösst. Die 15-jährige Schwedin, die sich schon seit ihrem achten Lebensjahr für den Kampf gegen die Klimaerwärmung engagiert, ist zum Gesicht der Klimabewegung geworden. Thunberg hat eine Autismus-Diagnose und kann sich nach eigenem Bekunden Stunden und Tage einem speziellen Thema widmen. Weltbekannt wurde sie durch ihre Auftritte und Reden am Klimagipfel im polnischen Katowice und am WEF in Davos. Mittlerweile ist sie für den Friedensnobelpreis nominiert.
Thunberg ist nicht die einzige, die sich schon als Jugendliche dafür einsetzt, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Hier sind 20 weitere Beispiele von Jugendlichen, die dieselbe Mission haben:
Als sie 12 Jahre alt war, musste Adeline Tiffanie Suwana mit ihrer Familie wegen einer Überschwemmung aus ihrem Haus evakuiert werden. Darauf begann die junge Indonesierin im Internet die Ursachen solcher Katastrophen zu recherchieren – und gründete dann im Jahr 2008 mit Schulfreunden die Bewegung «Sahabat Alam» («Freunde der Natur»). Die Gruppe begann, Mangroven zu pflanzen, die flache Küstengebiete vor Erosion schützen. Sahabat Alam ist mittlerweile gewachsen und in vielen Bereichen tätig: Wiederaufforstung, Müllbeseitigung an Stränden, Ökostrom für abgelegene Dörfer, Aufklärung zu Umweltfragen und Nachhaltigkeit.
6 Jahre alt war Ryan Hreljac, als er erfuhr, dass manche Kinder in Afrika jeden Tag mehrere Kilometer weit gehen müssen, um frisches Wasser zu holen. Dies beeindruckte den jungen Kanadier so sehr, dass er beschloss, etwas dagegen zu unternehmen: Er begann Geld zu sammeln, bis er genug für einen Brunnen zusammen hatte, der in Nord-Uganda angelegt wurde. Mit 11 Jahren gründete Hreljac die Hilfsorganisation Ryan's Well Foundation, die in Afrika Brunnen baut und Kinder über Wasserhygiene aufklärt. Mittlerweile baut die Stiftung, die bisher 800'000 Menschen mit Trinkwasser versorgt hat, auch Brunnen in Asien und Zentralamerika.
Die indonesische Insel Bali – Traumdestination für Massen von Touristen – hat ein gravierendes Müllproblem. Jeden Tag werden dort rund 680 m3 Plastikmüll produziert. Daran störten sich die holländisch-indonesischen Schwestern Melati und Isabel bereits als Kinder. Im Alter von 10 bzw. 12 Jahren gründeten sie die Umweltorganisation Bye Bye Plastic Bags, die von Jugendlichen betrieben wird. Sie ruft zu Aufräumaktionen an den Stränden auf und will die Einwohner Balis zum Verzicht auf Plastikbeutel bringen. Die Schwestern sammelten mehr als 100'000 Unterschriften für ein Verbot – mit Erfolg: Seit 2008 sind Plastikbeutel auf Bali verboten.
Die Schülerin überlebte im Februar 2018 das Schulmassaker von Parkland im US-Staat Florida. Drei Tage später hielt Emma Gonzalez an einer Gedenkveranstaltung eine wütende Rede, in der sie Präsident Trump scharf angriff («Schämen Sie sich!») und zu einer Verschärfung der lockeren amerikanischen Waffengesetze aufrief. Die damals 18-jährige Gonzalez, die bisexuell und kubanischer Herkunft ist, lässt sich nicht so einfach in eine Schublade stecken. Trotzdem wurde sie zum Gesicht des March for our Lives, der Protestbewegung gegen Schusswaffengewalt. Gonzalez gehört zu den Gründern der Organisation Never Again MSD, die für eine schärfere Kontrolle des Waffenbesitzes in den USA eintritt.
In der vierten Klasse schlug Felix Finkbeiner in einem Referat vor, Kinder in jedem Land der Welt sollten eine Million Bäume pflanzen. Das war im Januar 2007. Zwei Monate später schritt der junge Deutsche zusammen mit anderen Schülern zur Tat und pflanzte den ersten Baum – und gründete damit die Organisation Plant-for-the-Planet. Bereits drei Jahre danach war das Ziel erreicht: Der millionste Baum konnte gepflanzt werden. Doch der Kampf für die Umwelt geht weiter: Die Organisation setzt sich dafür ein, dass jeder Mensch auf der Erde dieselben CO2-Verschmutzungsrechte bekommt – wer mehr als der globale Durchschnitt verbraucht, soll anderen die Rechte zur Verschmutzung abkaufen müssen.
Es muss ein prägendes Erlebnis für den damals 3-jährigen Ryan Hickman gewesen sein, als ihn sein Vater Ryan Hickman 2012 zum örtlichen Recycling-Center mitnahm. Seither sammelte der Junge aus Kalifornien enorme Mengen an Dosen und Flaschen – rund 275'000 Stück waren es in den fünf Jahren danach. Nicht nur er mit seiner Ryan's Recycling Company, sondern auch Angehörige, Bekannte und Nachbarn machten bei der Entsorgung mit. «Recycling hilft der Erde, den Leuten, den Pflanzen, den Tieren und anderen Lebewesen», ist das Credo von Ryan. «Recyclen ist ganz einfach: Du nimmst eine Flasche und wirfst sie in den richtigen Behälter. Bumm!»
Alle Welt kennt Rosa Parks. Die Afroamerikanerin weigerte sich 1955 in Montgomery im US-Staat Alabama während einer Busfahrt, ihren Sitzplatz einem weissen Fahrgast abzutreten. Es war einer der Anfänge der Bürgerrechtsbewegung in den USA. Doch neun Monate vor Parks war da Claudette Colvin. Auch die damals 15-jährige Schülerin weigerte sich, in einem Bus in Montgomery Platz für einen weissen Fahrgast zu machen. Dieser Akt des zivilen Ungehorsams führte zu ihrer Verhaftung. Colvin gehörte zu den fünf Klägern, die 1956 ein Gerichtsverfahren gegen die Rassentrennung in Bussen anstrengte, das bis zum Obersten Gerichtshof weitergezogen wurde. Dieses erklärte die Rassentrennung für verfassungswidrig. Heute lebt Colvin in der Bronx in New York.
2006 beschloss der Schwede Andreas Sidkvist, die Welt zu retten. Die bedenkliche Entwicklung, die der Planet in Sachen Umwelt nahm, musste umgedreht werden. So lancierte er die Kampagne Save the Planet, deren Ziel es war, die Leute für eine nachhaltige Entwicklung zu sensibilisieren und motivieren. Später gründete er die Organisation Global Action Plan, die das niederländische Projekt «Treemagochi» nach Schweden bringen wollte. Es verbindet Leute, die etwas für die Umwelt tun wollen. Wenn sie es tatsächlich tun, beispielsweise zu einem umweltfreundlichen Stromanbieter zu wechseln, pflegen sie damit einen virtuellen Baum, der dann gedeiht wie ein Tamagotschi.
Nandini Arakoni wurde mit einer Lippenspalte geboren, die aber operiert wurde, als sie noch ganz klein war. Bei einem Familienbesuch in Indien Jahre später wurde der jungen Amerikanerin bewusst, wie privilegiert sie eigentlich war: Zahllose Kinder in der Welt haben die Mittel nicht, um diese Missbildung korrigieren zu lassen. So tat sie sich mit ihrer besten Freundin Sanjana Gangadharan zusammen und gründete 2017 die Organisation Side by Side Smiles. Sie setzt sich für Kinder ein, die mit einer Lippenspalte geboren wurden, und versucht, Geld für Operationen aufzutreiben. Die Freundinnen basteln Armbändchen, die sie zu diesem Zweck verkaufen. In anderthalb Jahren sammelten die 16-jährigen Mädchen 24'000 Dollar – nicht wenig, wenn man bedenkt, dass eine Operation im Schnitt 250 Dollar kostet.
Boyan Slat ist berühmt. Der Niederländer, der mit 16 Jahren in seinen Ferien in Griechenland auf das Problem des Plastikmülls in den Meeren aufmerksam wurde, tüftelte in der Folge an einer technischen Lösung herum – wofür er als Student der Technischen Universität Delft auch gut aufgestellt war. 2013 gründete er das Projekt The Ocean Cleanup und machte damit weltweit Schlagzeilen. Sein System besteht aus langen Schläuchen, die auf der Meeresoberfläche treiben und den Plastikmüll passiv einsammeln. Eine Anlage wurde im Herbst 2018 in den Nordpazifikwirbel gebracht – ein gewaltiges Meeresgebiet, das stark mit Plastikmüll verschmutzt ist. Leider kam es zu Problemen; das System funktionierte bisher nicht wie gewünscht.
Der Blaufusstölpel (Sula nebouxii) lebt an der Westküste des amerikanischen Kontinents und auf den Galapagos-Inseln. Der Meeresvogel mit den auffälligen blauen Füssen ist vom Aussterben bedroht; in den letzten 60 Jahren hat sich die Population halbiert. Dieses Schicksal hat auch Will Gladstone alarmiert, der in der Schule davon hörte. Zusammen mit seinem Bruder Matty (10) gründete der damals 13-Jährige 2017 die Blue Feet Foundation. Deren Zweck besteht darin, blaue Strümpfe zu verkaufen, um mit dem Geld die bedrohte Vogel-Art zu schützen. Zuerst wurden die beiden Brüder belächelt, doch mittlerweile haben sie mehr als 3000 Paar Strümpfe in insgesamt 30 Ländern verkauft und über 40'000 Dollar gesammelt.
Als 5-Jährige machte Jazz Jennings erstmals Schlagzeilen. Sie wurde bekannt, weil sie sich – obwohl als Junge geboren – als Mädchen fühlte und sich als eine der bisher jüngsten Transgender geschlechtsangleichenden Massnahmen unterzog. Sie sprach am Fernsehen über ihre Erfahrungen als Transgender-Teenager und schrieb Bücher darüber. Weiter bekannt wurde Jennings, die aus dem US-Staat Florida stammt und heute 18 Jahre alt ist, als Reality-Show-Darstellerin. Die LGBTQIA-Aktivistin gründete mit Hilfe ihrer Eltern die TransKids Purple Rainbow Foundation, die Transgender-Jugendliche unterstützt.
Das verheerende Erdbeben, das Haiti im Januar 2010 traf, veränderte das Leben von Lulu Cerone, die damals 9 Jahre alt war. Sie organisierte in der Schule eine Limonade-Verkaufsaktion, die 4000 Dollar für die Erdbebenopfer einbrachte. Diese Erfahrung brachte sie dazu, LemonAID Warriors zu gründen. Die Organisation leitet Kinder dazu an, sich für wohltätige Ziele einzusetzen und hilft ihnen bei der Planung ihrer Aktionen. LemonAID Warriors hat bisher Millionen von Kindern weltweit erreicht und über 120'000 Dollar gesammelt, mit denen Projekte zur Unterstützung von gefährdeten Kindern unterstützt wurden.
Armut ist das grösste Hindernis für Bildung. Dies begriff Mary Grace Henry mit 12 Jahren – und sie beschloss, etwas gegen Armut zu unternehmen. Sie begann, wendbare Stirnbänder zu designen, zu produzieren und zu verkaufen. Vom Erlös unterstützte sie die Ausbildung einer benachteiligten Schülerin. Vom Erfolg beflügelt, gründete Henry die Organisation Reverse The Course. Durch den Verkauf von mehr als 14'000 Stirnbändern ermöglichte Reverse The Course die Ausbildung von über 100 Mädchen in Kenia, Uganda, Paraguay und Haiti.
Ken Amante lebt auf den Philippinen. Bevor er am Morgen zur Schule ging, packte er immer etwas Essen in seinen Rucksack. Irgendwann folgte ihm sein Vater, um herauszufinden, was der Junge mit den Lebensmitteln machte. Er sah, dass Ken damit streunende Hunde fütterte. Die Geschichte des tierliebenden Buben machte in der Gegend schnell die Runde, und die Leute begannen, Ken Geld für die Tiere zu spenden. 2014 konnte der damals 9-Jährige ein Tierheim eröffnen – den Happy Animals Club. In Kens Tierheim, das auf einem rund 1000 m2 grossen gemieteten Areal liegt, werden keine Tiere eingeschläfert.
Malala Yousafzai ist weltbekannt – 2014 erhielt die damals 17-jährige Pakistani als bisher jüngste Preisträgerin den Friedensnobelpreis. Malala berichtete seit ihrem elften Lebensjahr in einem Internet-Tagebuch der BBC über das Leben unter der Herrschaft der Taliban im Nordwesten Pakistans. Die Steinzeit-Islamisten hatten dort den Mädchen den Schulbesuch und das Musikhören verboten. Malala setzte sich für die Schulbildung der Mädchen ein und war daher höchst gefährdet, als ihre wahre Identität bekannt wurde. Tatsächlich verübten die Taliban 2012 einen Mordanschlag auf sie, bei dem ihr in den Kopf geschossen wurde, aber sie überlebte.
Mit 15 Jahren stand Xiuhtezcatl Martinez vor der UNO-Vollversammlung und hielt eine Rede, in der er die Welt dazu aufrief, etwas gegen die Klimaerwärmung zu unternehmen. «Was jetzt auf dem Spiel steht, ist die Existenz meiner Generation», rief er ins Plenum. Der Hiphop-Musiker und Umweltaktivist mit indigenen Wurzeln begann sich schon als Kind Sorgen über den Zustand der Erde zu machen. Heute ist er Juniordirektor der Umweltorganisation Earth Guardians. Martinez gehört zu einer Gruppe von Personen, die die amerikanische Regierung 2015 wegen Untätigkeit in der Klimapolitik angeklagt haben.
Nachdem die Inderin Arundhuti Gupta 2009 ihr Wirtschafts-Studium an der Manchester Business School beendet hatte, kehrte sie in ihre Heimatstadt Bangalore zurück und gründete dort das Mentorenprogramm Mentor Together. Der Grund dafür war, dass sie die bestehenden Bildungsprogramme in Bangalore für unzureichend hielt. Die Mentoren der Non-Profit-Organisation bringen benachteiligten Kindern aus armen Familien Englisch bei, um ihre schulischen Chancen zu verbessern und so die Armut zu bekämpfen.
2017 reihte ihn das amerikanische Magazin «Time» unter den 30 einflussreichsten Teenagern ein: Der in Indien geborene und in Grossbritannien aufgewachsene Krtin Nithiyanandam ist ein Shooting Star in der medizinischen Forschung. Er gewann 2015 den Scientific American Innovator Award an der Google Science Fair für seine Entwicklung eines vielversprechenden Früherkennungstests für die Alzheimerkrankheit. Zwei Jahre später erhielt er einen weiteren Preis für eine neue Therapie gegen eine bestimmte Art von Brustkrebs. Nithiyanandam ist heute 18 Jahre alt und studiert an der Stanford University.
Dylan Mahalingam war erst 9 Jahre alt, als er zusammen mit anderen Lil’ MDGs gründete. Die Nonprofit-Organisation will Kinder mit Hilfe der digitalen Medien für die Millennium Development Goals (MDGs) – die Millenniums-Entwicklungsziele – der UNO begeistern. Sie hat mehr als 3 Millionen Kinder weltweit mobilisiert und zählt 24'000 Freiwillige aus über 40 Ländern. Mahalingam, der heute als Software-Entwickler arbeitet, hat schon als Jugendlicher Websites erstellt, in denen es beispielsweise um den Schutz von bedrohten Tierarten oder gefährdeten Korallenriffen geht. 2009 erhielt er den Environment Award des US-Präsidenten Barack Obama.