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Die Nachlassplanung in Familien mit einem behinderten Kind kann sehr unterschiedlichen Zwecken dienen. Beispielsweise kann es das Planungsziel sein, einem körperlich oder geistig beeinträchtigten Kind einen möglichst grossen Teil des Familienvermögens zukommen zu lassen, damit dieses trotz seiner Einschränkungen eine hohe Lebensqualität geniessen kann. Gerade umgekehrt kann das Bedürfnis bestehen, den gesunden Geschwistern einen höheren Erbanteil zu überlassen, etwa weil es damit "mehr anfangen" kann als ein schwerst beeinträchtigtes Kind oder weil die Gefahr besteht, dass ein zu hohes Vermögen des behinderten Kindes letztlich nicht diesem dient, sondern die staatlichen Unterstützungsleistungen verringert.
Das vorliegende Projekt wird zuerst die möglichen Interessenlagen betroffener Familien darstellen. Anschliessend werden die verschiedenen Planungsinstrumente des Erb- und Familienrechts, des Erwachsenenschutz-, Versicherungs-, Vertrags-, Stiftungs- und Trustrechts eingehend untersucht, es werden die jeweiligen Möglichkeiten und Grenzen der Planung ausgelotet. Dabei ist auch zu klären, wie sich diese Planungsinstrumente in Steuer-, Sozial- und Sozialversicherungsrechtlicher Hinsicht auswirken. Dabei ist letztlich auch auf die rechtspolitische Frage einzugehen, wer das finanzielle Risiko einer Behinderung soll tragen müssen. Konkret geht es unter anderem um die Frage, ob mit privatrechtlichen Gestaltungsmitteln der Grundsatz der Nachrangigkeit der staatlichen Sozialhilfe ausser Kraft gesetzt werden kann.