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beblätterten, einfachen, an seiner
Spitze eine oder wenige
Blüten tragenden
Stengel
[* 2] und große, höchst eigentümlich gebildete
Blumen. Die äußern und die innern Perigonblätter bilden zusammen ein Kreuz,
[* 3] die Honiglippe ist hohl, wie ein plumper
Holzpantoffel gebildet, groß und lebhaft gefärbt. In
Deutschland
[* 4] findet sich nur eine Art, welche stets auf
Kaltboden vorkommt, der Frauenschuh, Cypripedium calceolusL.Ihre bis 5 ein im Durchmesser haltende
Blume hat rotbraune Hüllblätter
und eine gelbe Honiglippe.
AndereArten aus gemäßigten Klimaten, die wie die vorstehende im Winter eingehen, sind:
Cypripedium spectabileSw. aus Nordamerika,
[* 5] die schönste dieser
Arten, mit großen weißen und rotenBlüten, Cypripedium macranthumSw. aus Nordosteuropa mit
großer brauner
Blume. Von den tropischen, meist aus
Ostindien
[* 6] stammenden Cypripedien mit immergrünen
Blättern werden zahlreiche
Arten und Hybriden als Zierpflanzen in Gewächshäusern kultiviert. Die bekanntesten
Arten sind Cypripedium insigneLindl. mit fast 8 cm
im Durchmesser haltender grünlichgelber, und Cypripedium barbatumLindl. aus
Ostindien mit purpurfarbener
Blume.
Alle Cypripedien sind Erdorchideen. Sie gedeihen am besten in einem Gemisch von
Heide- und Rasenerde, mit
Sumpfmoos und Sand
vermischt, in einem Warmhause.
IhreVermehrung findet durch
Teilung statt.
Von diesen Aufzeichnungen sind nur geringe Bruchstücke erhalten, so in dem in der Barberinischen
Bibliothek zu
Rom
[* 13] aufbewahrten
Zeichenbuche des
ArchitektenGiuliano da
SanGallo und in dem
Münchener«Codex» der Zeichnungen des
Hartmann Schedel. Beide Handschriften
enthalten Nachzeichnungen nach
Blättern aus dem
Tagebuche des Cyriacus, die von großem wissenschaftlichen Werte
sind, weil Cyriacus die
Denkmäler zum
Teil noch in weit besserm Zustande sah, als sie sich heute befinden. An einer Gesamtrekonstruktion
der 3
Teile der «Kommentarien» ist
de Rossi thätig. -
Auch
Methodius hatte die priesterliche Laufbahn eingeschlagen, und beide machten zusammen eine sehr erfolgreiche Missionsreise
zu den
Chasaren (s. d.). Dagegen ist die
Teilnahme der
Brüder an der
Bekehrung der
Bulgaren durch neuere Forschungen ganz in
Frage gestellt. Als 863 eine
Aufforderung des mähr. Fürsten Rastislav an den byzant.
KaiserMichael III. kam, ihm
Lehrer zu
senden, die sein
Volk in ihrer Muttersprache (der slawischen) im
Christentum unterweisen könnten, wählte
der
Kaiser zu diesem Zwecke
u. M.
Schon vor dem
Antritt der
Reise hatte Cyrillus eine eigene slaw.
Schrift erfunden; es ist indes
nicht sicher, ob die noch heutzutage zum
Teil bei den
Slawen gebräuchliche sog. Cyrillische
Schrift (s. Kirchenslawisch) Cyrillus'
Werk ist und nicht vielmehr die sog. glagolitische (s.
Glagolica).
Von 864 bis 867 wirkten beide
Brüder vereint in Mähren,
[* 16] an der
March und Donau, hielten den Gottesdienst in slaw.
Sprache
[* 17] und übersetzten die liturgischen
Bücher, namentlich die
Evangelien,
Apostelgeschichte mit den
Briefen und den Psalter. Als
Übersetzer scheint namentlich Cyrillus thätig gewesen zu sein, und er gilt daher auch als der Anfänger
und Begründer der slaw. Litteratur, zunächst der sog. kirchenslawischen
(auch altslowenisch oder altbulgarisch genannt).
Bald indessen gerieten die
Brüder in Streit mit den deutschen Priestern, die von
Salzburg
[* 18] aus in den westl. Slawenländern
schon früher Missionsthätigkeit geübt hatten. Zur Schlichtung der Streitigkeiten und befürchtend,
daß
das neue slaw. Kirchenwesen sich allzu national und romfrei gestalten möchte, berief Papst
Nikolaus I. die
Brüder 867 nach
Rom, wo Cyrillus erkrankte und 14. Febr. 869 (oder 868) starb.
Methodius dagegen wurde, nachdem
er versprochen, der
Lehre
[* 19] und den Ordnungen der röm.
Kirche treu zu bleiben, zum Erzbischof von Mähren
und Pannonien geweiht und erhielt das Privilegium, im Gottesdienst die slaw.
Sprache zu gebrauchen.
Zum zweitenmal nach
Rom geladen, namentlich zur Verantwortung über die eingeführte slaw.
Messe, gelang es
Methodius, vom Papst
Johann VIII. sowohl die
Anerkennung der slaw.
Messe als seiner übrigen kirchlichen Einrichtungen zu erlangen.
Aber nach seinem um 885 erfolgten
Tode wurden seine
Schüler, die slaw. Priester, von Rastislavs Nachfolger Svatopluk vertrieben.
Die slaw.
Stämme verehren die
Brüder als
Heilige und auch die röm.
Kirche erkannte sie als solche an, obschon verschiedene
Päpste, auch
Gregor VII., sie verketzerten. -