Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03533.jsonl.gz/1763

Geschichte
Das Gebiet der Gemeinde Affeltrangen ist schon seit Urzeiten besiedelt. Erstmals erwähnt wurde Affeltrangen im Jahre 779, Zezikon zwischen 813 und 816 und Märwil zusammen mit Affeltrangen, Zezikon und einer ganzen Reihe weiterer Dörfer und Weiler im Lauchetal in einer Schenkungsurkunde aus dem Jahre 827. Menschen lebten aber schon in ältesten Zeiten im oberen Lauchetal. Bei Ausgrabungen im Krähenriet zwischen Haghof und Kaltenbrunnen (Zezikon) wurden die ältesten Funde ans Tageslicht gebracht, welche aus der Jungsteinzeit (etwa 2'000 vor Christus) stammen.
Ab etwa 1250 kam das ganze Gemeindegebiet nach und nach unter die Herrschaft des Johanniterordens, welcher das Gebiet von der Komturei Tobel aus verwaltete. Nur das Wilderngut als Nachfolgerin der Burg Wildenrain, dem Stammsitz der Herren von Zazikofen, oberhalb Zezikon an prächtiger Lage blieb ein Freisitz. 1798 bereiteten die Franzosen mit ihrem Einmarsch in die Schweiz der Johanniterherrschaft ein Ende. Der Sitz der Johanniter in Tobel wurde in der Folge zur thurgauischen Strafanstalt umfunktioniert und blieb es bis 1971.
Unter der Herrschaft Napoleons entstanden die Munizipal- und Ortsgemeinden, die Munizipalgemeinde Affeltrangen umfasste die Ortsgemeinden Affeltrangen, Buch b. Märwil, Märwil und Zezikon. Im Zuge der Thurgauer Gemeindereorganisation wurde auf den 1. Januar 1995 die neue Politische Gemeinde Affeltrangen im Rahmen der alten Munizipalgemeinde gebildet und die alten Ortsgemeinden aufgelöst.
In unserer Gemeinde lebten während Jahrhunderten fast nur Landwirte, welche eventuell einem handwerklichen Nebenverdienst nachgingen. Die Landwirtschaft prägt unsere Dörfer auch heute noch, vor allem Buch und Zezikon und die zahlreichen Weiler. Im vorletzten Jahrhundert brachte die Stickerei für viele einen Nebenverdienst. Affeltrangen wurde ein kleines Zentrum der Textilindustrie, wo neben zahlreichen kleineren Handwerksbetrieben zwei grössere Fabriken ihre Tore auftaten. In Märwil entstand nach dem Bau der MThB-Linie 1911 die Mosterei Märwil, welche mit ihren Produkten den Namen Märwil in der ganzen Schweiz bekannt machte. Daneben bot eine Schuhfabrik zahlreiche Arbeitsplätze. Die meisten dieser Betriebe sind mittlerweile verschwunden, aber in ihren Räumlichkeiten und an anderen Orten sind weitere Gewerbebetriebe entstanden, welche zahlreiche Arbeitsplätze in verschiedensten Bereichen anbieten.