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Ausgerechnet in einem Artikel mit dem grossen Titel «Zahlensalat bei Ecopop» machte die NZZ am 1. Oktober selber eine Falschangabe, die das Wesentliche der Ecopop-Initiative betrifft: Bei einer Annahme der Initiative, schrieb die NZZ, würde «das Bevölkerungswachstum auf 0,2 Prozent der Bevölkerung pro Jahr beschränkt».
Das würde noch eine jährliche Zunahme der Bevölkerung von rund 16’000 Menschen erlauben. Tatsächlich aber könnte die Bevölkerung immer noch um rund 30’000 Personen jährlich zunehmen, weil noch ein Geburtenüberschuss von rund 15’000 dazu kommt.
In einem «Korrigenda» berichtigt die NZZ am 2. Oktober ihren eigenen Zahlensalat: «Tatsächlich bezieht sich der Plafond von maximal 0,2 Prozent nur auf das Wachstum infolge Zuwanderung, nicht auf den Geburtenüberschuss.» Dass dieser etwa ebenso gross ist wie der erlaubte Zuwanderungssaldo erwähnt die NZZ nicht.
Schwache Beweisführung
Der vernichtende Titel «Zahlensalat bei Ecopop» wird im NZZ-Artikel nur schwach gestützt. Bereits der Untertitel verspricht wenig Substanzielles: «Das Bevölkerungswachstum ist nicht alleine für das Wachstum der Siedlungsfläche verantwortlich». Das ist ein plumper rhetorischer Trick: Man schiebt dem Kritisierten übertreibende Aussagen in den Mund, welche dieser nie gemacht hat. In keiner Publikation von Ecopop und in keiner Rede von Ecopop-Leuten habe ich je die Behauptung gelesen oder gehört, das Wachstum der Siedlungsfläche sei allein auf das Wachstum der Bevölkerung zurück zu führen.
Das Wachstum von Bevölkerung und Siedlungsfläche würden «mitnichten immer korrelieren», fährt die NZZ fort. Als Beweis führt sie die Kantone Jura und Uri an, wo das Wachstum der Siedlungsflächen «vergleichsweise hoch» war, obwohl die Bevölkerung nicht wuchs.
Die NZZ zitiert eine Raumplanungsspezialistin, die hinter einige Ecopop-Aussagen «ein grosses Fragezeichen» setze. Doch mit konkreten, «richtigen» Zahlen wartet sie nicht auf.
Weiteres «starkes» Argument der NZZ für den «Zahlensalat» bei der Ecopop: Die Siedlungen hätten sich nicht auf Kosten der Wälder ausgedehnt, sondern «besonders auf Kosten von Landwirtschaftsflächen». Deshalb würde, anders als die Ecopop sage, «nicht in erster Linie die Natur unter der Siedlungsentwicklung leiden».
Eine einfache Strassenumfrage hätte ergeben, dass die Schweizerinnen und Schweizer auch landwirtschaftlich genutzte Flächen zur Natur zählen.
«Ecopop-Angaben treffen in diesen Bereichen fast immer zu»
In einem grossen Kasten mit dem vielversprechenden Titel «Ecopop-Initiative – Behauptungen und Fakten» stellt die NZZ folgende Fragen:
- Wächst die Schweiz so rasant wie Indien?
- Verbrauchen ihre Bewohner 57 Quadratmeter Wohnfläche pro Kopf?
- Stieg die Zahl der Personenkilometer auf Schiene und Strasse um fast fünf Prozent in fünf Jahren?
Es folgt die angesichts der Titel «Zahlensalat bei Ecopop» und «Behauptungen und Fakten» ziemlich überraschende Feststellung der NZZ:
«Eine Nachprüfung zeigt, dass die Ecopop-Angaben in diesen Bereichen fast immer zutreffen.»
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Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine