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Einen seltenen Fund machten israelische Archäologen in der sogenannten Davidsstadt südlich der Jerusalemer Altstadt. In den Fundamenten eines antiken Gebäudes fanden sie eine bronzene Öllampe in der Form eines halben Gesichts, teilte die israelische Antikenbehörde (IAA) am Mittwoch mit. Die Archäologen gehen davon aus, dass es sich um einen Glücksbringer handelt.
Gefunden wurde die Lampe demnach in den Fundamenten eines Hauses aus dem späten ersten oder frühen 2. Jahrhundert, das die Forscher entlang einer 2004 entdeckten mutmasslichen Pilgerstraße vom Teich von Siloah zum Südwestende des Tempelbergs fanden. Nach Einschätzung der leitenden Archäologen Ari Levi und Juval Baruch wurde die ungewöhnlich geformte Lampe absichtlich in die Fundamente eingelassen, um den Bewohnern Glück zu bringen. Vergleichbare Opfergaben „waren in der Antike weit verbreitet und dienten dem Glück und dem Fortbestand des Gebäudes und seiner Bewohner“, so die Archäologen. Die Lampe könnte auf eine besondere Bedeutung des Baus hinweisen und stehe möglicherweise im Zusammenhang mit dem Schutz des Siloahteichs, der Hauptwasserquelle der Stadt.
Die in ihrer Gestalt einer Theatermaske ähnelnde Lampe zeigt das halbe Gesicht eines bärtigen Mannes mit groteskem Ausdruck. Ihre Spitze ist wie ein Halbmond geformt, der Griff wie eine Acanthus-Pflanze. Laut IAA handelt es sich um den ersten bekannten Fund dieser Art in Israel und weltweit gebe es nur wenige Vergleichsstücke. Warum die Lampe nur ein halbes Gesicht zeigt, ist laut den Forschern unklar. Möglicherweise gaben praktische Gründe wie die Befestigung an einer Wand den Ausschlag, aber auch eine rituelle Nutzung könne nicht ausgeschlossen werden
KNA/akr/cdt