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<h2>SubmittedText<h2><p>An der Vorstandssitzung der Parlamentarischen Gruppe Sport am 16. Juni 2021 haben sich die Mitglieder über Bewegung und Gesundheit unterhalten. Sie kamen zum Schluss, dass Handlungsbedarf bezüglich lebenslangem Sporttreiben und Bewegung in der breiten Bevölkerung besteht. Verschiedene Richtungsfelder wurden diskutiert, unter anderem die Unterstützung der Verbände im Breitensportbereich und dem Stärken des Ehrenamts. Zudem werden die Sporttreibenden, die nicht in Vereinen verbunden sind und vor allem auch ältere Menschen zu wenig erreicht. Swiss Olympic möchte mit einem Lehrgang "Club-Management" starten. Mit einem breit angelegten Ausbildungsprogramm wird Swiss Olympic ab 2022 mit verschiedenen Kooperationspartnern die ehrenamtlich tätigen Funktionärinnen und Funktionäre in den Breitensportvereinen weiterbilden und sie befähigen, ihre Vereine fit zu machen für die Zukunft. Insbesondere sollen innovative Projekte und Massnahmen im Breitensport vermittelt und die Ehrenamtlichen angeregt werden, in ihren Vereinen neue Modelle für Mitgliedschaft, Wettkämpfe und Meisterschaften umzusetzen.</p><p>Zudem wird eine Fachstelle Breitensport - wo immer sie angesiedelt wird - diskutiert.</p><p>In diesem Zusammenhang stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Wie gedenkt der Bundesrat das lebenslange Sporttreiben zu fördern?</p><p>2. Wie gut erfüllt der Bund aktuell Artikel 1 des Bundesgesetzes über die Förderung von Sport und Bewegung ("Steigerung der Sport- und Bewegungsaktivitäten auf allen Altersstufen")? Vor allem im Bezug auf Menschen im Pensionsalter und auf junge Erwachsene/Erwachsene in Anschluss an J&amp;S-Angeboten?</p><p>3. Wie gedenkt der Bundesrat, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Bundesämtern, die sich direkt oder indirekt mit Strategien und Massnahmen beschäftigen, welche den Breitensport betreffen (insbesondere Bundesamt für Sport und Bundesamt für Gesundheit), rasch und wirksam zu verbessern?</p><p>4. Teilt der Bundesrat die Einschätzung von Swiss Olympic, dass junge Menschen und insbesondere auch Frauen, die in Sportvereinen Führungserfahrung erworben haben, auch in anderen Bereichen der Gesellschaft, insbesondere in der Wirtschaft vermehrt Führungsverantwortung übernehmen können?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat ist überzeugt, dass Sport und Bewegung für alle Menschen und während des ganzen Lebens von zentraler Bedeutung sind. Die Basis für lebenslanges Sporttreiben wird in der Kindheit und Jugend gelegt. In dieser Phase haben der organisierte Sport und namentlich der Vereinssport eine wichtige Rolle. Mit dem Förderwerk Jugend+Sport sorgt der Bund für gute Rahmenbedingungen.</p><p>Im Erwachsenenalter wird die Sport- und Bewegungsaktivität überwiegend ungebunden ausgeübt. Die Vereinsaktivität verliert an Bedeutung, im Gegensatz zu den kommerziellen Angeboten, wie z.B. Fitnesscenter. Der Bund schafft zudem mit der Gesetzgebung über Wander- und Velowege die Voraussetzungen für eine attraktive und sichere Infrastruktur für die aktive Mobilität, was niederschwellige Sport- und Bewegungsaktivitäten ermöglicht. Abgesehen davon sieht der Bundesrat in diesem Alterssegment aktuell keinen zusätzlichen Handlungsbedarf.</p><p>2. Der Bundesrat ist der Auffassung, dass die Zielsetzungen des Sportförderungsgesetzes gut erreicht werden. Nach wie vor ist Sport in erster Linie Privatsache. Neben den klassischen Angeboten im Rahmen der Sportvereine besteht ein breites Spektrum an Möglichkeiten, sich sportlich in vielfältiger Art und Weise zu betätigen. Ein Marktversagen kann diesbezüglich nicht festgestellt werden. Es stellt sich höchstens die Frage, ob diese Angebote auch von allen Menschen genutzt werden können. Vor allem bei Menschen im Erwerbsalter kollidiert Sport häufig mit anderen Bedürfnissen, so dass für sportliche Aktivitäten nur eingeschränkt Zeitfenster zur Verfügung stehen.</p><p>Insgesamt sollte sich die Rolle des Staates darauf beschränken, gute Voraussetzungen zu schaffen, damit die Bevölkerung auch effektiv Sport treibt und sich mehr bewegt. Diesbezüglich stehen bei den Erwachsenen andere Instrumente als Finanzhilfen, wie im Bereich von Jugend+Sport, im Vordergrund. Der notwendige Raum für Sport- und Bewegungsaktivitäten ist mittels Planungsinstrumenten zu sichern. Hier sind in erster Linie die Kantone und Gemeinden gefordert. Zudem ist darauf zu achten, dass die Angebote niederschwellig ausgestaltet, möglichst in der Nähe und für alle Zielgruppen - auch für vulnerable Gruppen wie Menschen mit Behinderungen - zugänglich sind. Um die Gemeinden im Hinblick auf die Schaffung von bewegungsfreundlichen Rahmenbedingungen zu unterstützen, setzt der Bund im Rahmen der Modellvorhaben Nachhaltige Raumentwicklung innovative Pilotprojekte um. Schliesslich finanziert die Koordinationsstelle für nachhaltige Mobilität Projekte der aktiven Mobilität. So können auch jene Menschen besser erreicht werden, die nicht in Sportvereinen und Fitnessclubs aktiv sind.</p><p>Im Seniorenalter gilt es ein Augenmerk auf sozioökonomische Faktoren zu legen. Teilweise sind für ärmere Menschen die Angebote nicht erschwinglich. Diese Problematik ist jedoch im Rahmen der kantonalen Sozialhilfe zu thematisieren.</p><p>3. Es besteht bereits eine Zusammenarbeit unter den Bundesämtern. So ist ein Austausch zu Fragen der nationalen Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten, zu den Programmen der Gesundheitsförderung Schweiz und der BFU aber auch zu den Themen Raum und Umwelt institutionalisiert. Das BASPO plant, bestehende Ressourcen zusätzlich für den Breitensport bereitzustellen und den Austausch mit anderen Bundesämtern weiter zu vertiefen. Sportförderthemen sollen stärker in den Fokus gerückt, gemeinsame Stossrichtungen definiert und allfällige Massnahmen entwickelt und umgesetzt werden.</p><p>4. Die in den verschiedenen Bereichen der Zivilgesellschaft - unter anderem im Sport - erworbenen Fähigkeiten und das Fachwissen sind für unsere Gesellschaft insgesamt von hoher Bedeutung. Die gemachten Erfahrungen sind für jede und jeden Einzelnen im privaten wie auch im beruflichen Leben wertvoll und hilfreich. Der Bundesrat teilt insofern die Auffassung von Swiss Olympic.</p>  Antwort des Bundesrates.