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Bei einem Car-Unfall auf der Autobahn A3 bei Zürich ist am Sonntagmorgen eine Italienerin ums Leben gekommen. Mehr als 40 Menschen wurden verletzt. Der Unfall passierte auf der Sihlhochstrasse, wo die ursprünglich geplante Autobahn in einer Mauer endet.
Der Car war um 4.15 Uhr ins Schleudern geraten und in die Mauer am Autobahnende geprallt. Diese Mauer verhinderte, dass der Car auch noch 10 Meter hinunter in die Sihl stürzte. Wie die Kantonspolizei bekanntgab, gehörte der Bus einem Subunternehmen von Flixbus und war von Genua nach Düsseldorf unterwegs.
Eine Passagierin, eine 37-jährige Italienerin, kam beim Unfall ums Leben. Über 40 Personen wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Sie wurden mit Rettungswagen in umliegende Spitäler gebracht.
Insgesamt befanden sich nach Polizeiangaben 50 Personen in dem Car, 27 Männer und 23 Frauen im Alter von 16 bis 77 Jahren. 16 Passagiere stammen aus Italien, zehn aus Russland, fünf aus Deutschland, fünf aus Nigeria, vier aus Kolumbien, zwei aus Albanien und je eine Person aus Rumänien, Jordanien, Ghana, Benin, Bosnien und Herzegowina und der Schweiz. Die Nationalität einer weiteren Person ist unbekannt.
Bei den Chauffeuren handelt es sich um Italiener im Alter von 57 und 61 Jahren. Am Steuer sass zum Unfallzeitpunkt der 57-Jährige. Beide Männer lagen am Sonntagabend noch schwerverletzt im Spital. Der ältere von ihnen schwebte in Lebensgefahr. 22 Personen konnten das Spital im Tagesverlauf verlassen.
Wegen des Unfalls wurde die Autobahn zwischen Brunau und Wiedikon in beiden Richtungen bis gegen Mittag gesperrt. Warum der Car von der richtigen Spur abkam und in der Mauer landete, war bis Sonntagabend unklar. Zum Zeitpunkt des Unfalls war die Strasse noch schneebedeckt. Meteorologen warnten vor Glatteis.
Der Unfall passierte auf dem Autobahn-Stummel, der heute noch von der einstigen Autobahn-Euphorie zeugt. Die im Jahr 1974 eröffnete Sihlhochstrasse sollte den Südast des «Expressstrassen-Ypsilon» bilden, das quer durch die Stadt hätte führen sollen.
Das «Ypsilon» wurde nie fertiggestellt. Nach jahrelangen Auseinandersetzungen wurde das Projekt beerdigt. Von den Plänen übrig blieb der bereits gebaute Autobahn-Stummel hoch über der Sihl.
Auf die Tatsache, dass die Autobahn dort zu Ende ist, wird nicht speziell hingewiesen. Die Fahrspur biegt früh genug rechts ab. Wer jedoch links auf den Pannenstreifen gerät, kollidiert bald mit der Mauer. Eine Absperrung gibt es nicht, da der «Stummel» regelmässig von Polizei und Rettungskräften genutzt wird, um schnell die Richtung wechseln zu können und zu einer Unfallstelle zu gelangen. Eine Absperrung müsste jedes Mal ab- und wieder aufgebaut werden.
Im März 2016 gab es an dieser Stelle bereits einen schweren Unfall. Damals hatte sich an einem Nachmittag ein Stau gebildet, ein Lastwagenfahrer fuhr von hinten auf die stehenden Fahrzeuge auf, geriet nach links auf den Pannenstreifen und schliesslich auf den Autobahn-Stummel.
Anders als an diesem Sonntagmorgen gab die Abschrankung damals aber nach. Der Lastwagen durchbrach die Mauer, so dass er zehn Meter in die Tiefe stürzte und in der Sihl landete. Der Chauffeur erlitt schwere Verletzungen an den Beinen, überlebte aber. (sda)