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Das Forschungsprojekt mit dem Arbeitstitel "Konzeptionen göttlicher Personalität in den religiösen Symbolsystemen des Vorderen Orients und Israels" setzt bei der Beobachtung an, dass die mit Ex 32,30–34,10 vorliegende personale Konzeption alttestamentlicher Offenbarung eine frappierende Nähe zu Texten des Vorderen Orients vermuten lässt, welche der amerikanische Ägyptologe James H. Breasted (†1935) mit dem Terminus „persönliche Frömmigkeit“ benannte. Betende Menschen wenden sich darin mit ihren existenziellen Fragen und Ängsten an eine ihnen nahe Gottheit, bauen mit ihr eine affektive, vertrauensvolle und exklusive Züge annehmende Beziehung auf und ordnen öffentlich-politische Interessen ihren persönlichen Fragen unter. Solche Texte finden sich in Mesopotamien schon in altbabylonischer Zeit (19./18. Jh.) und in Ägypten in breitem Maße während der Ramessidenzeit (ca. 1292–1070 v. Chr.). Das weite Spektrum der möglichen Texte soll daraufhin befragt werden, auf welche Art personale Gottesvorstellungen in den Kulturen des Vorderen Orients entworfen werden, ob sie in traditionsgeschichtlicher Wechselwirkung zu alttestamentlichen Texten stehen und eventuell sogar eine Ex 32,30–34,10 vorgängige Theologie vom „(mit)gehenden Angesicht“ (33,14) einer Gottheit aufweisen.