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im folgenden: Gepulverte Farbe wurde mit Bienenwachs, mit einem Zusatz von Harz vermischt, das Gemenge wurde dann auf einem Rost erwärmt und auf die Holztafel entweder mit einem Pinsel aufgestrichen oder mit einem löffelförmigen Werkzeug (cestrum) aufgetragen und mit diesem weiter verarbeitet.
Der Hauptvorzug dieses Verfahrens lag in der Erhaltung der Frische der Farben und Erhöhung ihrer Leuchtkraft. Ein Teil ist a tempera gemalt, d. h. mit Wasserfarben, die mit Eiweiß und Eigelb gebunden sind.
Bei den Wandbildern wurde in der Weise verfahren, daß auf die Wandfläche Stuck in zwei oder drei Schichten aufgetragen wurde, deren oberste eine Beimischung von Wachs enthielt, da hier dem Stuck gleich der Farbstoff zugesetzt ist. Auf diesem (einfarbigen) Untergrunde wurden dann die übrigen Zierstücke und Darstellungen aufgemalt.
Mosaiken. Eine Abart der Malerei fand in Rom, namentlich seit der Kaiserzeit, besondere Pflege: die Mosaikmalerei. Das
Verfahren, durch Zusammensetzen farbiger Steinchen und Glasstiftchen Ziermuster herzustellen, ist «uralt»
und wurde auch im Osten vielfach angewendet. Erst im letzten Jahrhundert v. Chr. scheint
man angefangen zu haben, ganze Gemälde auf diese Weise nachzuahmen. Die Mosaikmalerei wurde hauptsächlich für den Fußboden,
in geringerem Maße auch für Wände benutzt, und hängt ihre Ausbildung mit der steigenden Prunksucht der römischen Gesellschaft
zusammen. Sie blieb auch in der Folgezeit sehr beliebt, da ja bei ihr das Handwerksmäßige überwiegt
und keine höhere
Kunstfertigkeit erforderlich ist.
Von den zwei Proben ist die erste, das sogenannte «Tauben-Mosaik», die Nachbildung eines Werkes des Sosos aus dem Königspalaste zu Pergamon; die zweite stellt einen Bühnenvorgang dar und stammt laut Inschrift von Dioscurides, einem Künstler aus Samos. (Fig. 184 u. 185.)
***
Römische Bau
kunst. Auf dem Felde der Bildnerei und Malerei erweist sich die römische Kunstthätigkeit nur als eine Fortsetzung
der griechischen, die auf einen anderen
Boden verpflanzt ist und hier sich den Eigenheiten und Bedürfnissen einer Gesellschaft
anpaßt, welche übrigens in Sachen des Geschmackes auch «griechisch»
gebildet war. In der Bau
kunst jedoch brachten es die
Römer zu einer mehr selbständigen Eigenart, wenn auch diese nicht als
etwas Einheitliches und dem römischen Geiste unmittelbar Entsprungenes erscheint, sondern das Ergebnis einer bewußten Vermischung
verschiedener Grundteile war. Der scharfe Verstand spielt hierbei eine größere
Rolle als das
Kunstgefühl.
Verbindung der altitalischen und griechischen Bauweise. In Kürze läßt die römische Bau
kunst in der Hauptsache sich dahin
kennzeichnen, daß sie zunächst den einheimischen italischen Gewölbebau mit dem griechischen Säulenbau vereinigte und
sodann auf malerische Wirkung das Hauptgewicht legte.
Die italische (etruskische) Bauweise war ohnehin schon frühzeitig von griechischen Anschauungen beeinflußt worden; zu Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. begann dann der griechische Stil den einheimischen in den Hintergrund zu drängen, erfuhr aber dabei mannigfache Umbildung. Die Tempelform des Prostylos wird zunächst eingeführt, bei der Neigung der Römer zum Großartigen
^[Abb.: Fig. 188. Grabmal der Cäcilia Metella.
Rom, Via Appia.] ¶
und Ausgedehnten kommt aber bald der Dipteros - bei dem zwei Säulenreihen die Zelle umgeben - stark in Aufnahme.
Umbildung der Stilformen. Die römische Säule. Bei den Säulen wurden zwar alle Stilarten angewendet, aber in verschiedenem Maße. Der einfache dorische Stil fand den geringsten Anklang, am meisten bevorzugt wurde, weil der prächtigste, der korinthische. - Die dorische Säule wurde ziemlich frei umgebildet, indem man die etruskischen Sockelbildungen beibehielt und den Knauf mit Verzierungen versah. Die jonische Form verlor bei den Römern wieder viel von ihrer anmutigen Eigenart und wurde derber gestaltet.
Die korinthische Säule dagegen erscheint in der römischen Behandlung noch feiner und reicher durchgebildet. Bald genügte auch diese Form nicht mehr, und man verband die Grundteile des korinthischen mit jenen des jonischen Knaufes, indem man auf die Akanthusblätter noch Schneckenglieder (Voluten) aufsetzte. Damit war das zusammengesetzte römische Kapitäl entstanden. Das römische Kapitäl ist im Grunde widerspruchsvoll, da auf dem leichten Blattwerk die schweren Schneckenglieder lasten, andererseits aber war eine Verstärkung des Knaufes begründet, da ja die römische Säule weit größere Massen zu tragen hatte. Vor allem aber war sie wirkungsvoll, und unter diesem Gesichtspunkte wurden auch das Gebälk und die übrigen Bauglieder behandelt, indem man die Zieraten häufte.
Ausbildung des Bogen- und Gewölbebaues. Die Großartigkeit der römischen Bauten war nur ermöglicht durch Anwendung des Bogens und Gewölbes und letzteres wurde daher auch meisterhaft ausgebildet. Der reine griechische Stil gestattete keine Stockwerke, die Bauten konnten daher eine gewisse Höhe nicht überschreiten, und damit war auch die Breitenausdehnung beschränkt. Indem man nun Bogenreihen übereinanderstellte, konnte man eine bedeutende Höhenentwicklung erreichen, ohne daß das Bauwerk schwerfällig wurde, und die Gewölbeform ermöglichte die Eindeckung auch weiter Räume, welche mit Flachdecken nicht zu erzielen war.
Kreuzgewölbe. Kuppel. Das ursprüngliche einfache Tonnengewölbe, bei welchem die ganze Last auf den Seitenwänden ruht, wurde von den Römern zum Kreuzgewölbe ausgebildet und damit die Last auf vier Seiten verteilt. Damit konnte man nicht nur größere Spannungen erzielen, ohne die Wandmassen zu verstärken, sondern erhöhte auch die künstlerische Wirkung, da die Durchschneidung der Linien und die Gliederung des Gewölbes in Bogendreiecke dem Schönheitssinne entspricht.
In letzter Linie erscheint dann das Gewölbe zur Kuppel entwickelt, welche für die Rundbauten nötig war.
Rundbauten. Diese sind auch eine römische Eigentümlichkeit. Die Griechen hielten bekanntlich an der rechteckigen Grundanlage fest und wandten nur bei Theatern den Halb-
^[Abb.: Fig. 189. Thor in Volterra.
(Nach Photographie von Alinari.)] ¶