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Die befruchtete Eizelle ist der Beginn eines neuen Lebens
Dringt eine Samenzelle in die Eizelle ein, vereinigen sich die elterlichen Erbanlagen. Die befruchtete Eizelle trägt alle Informationen in sich, die das Ungeborene zur Entwicklung benötigt. Selbst die Haarfarbe, Augenfarbe und Blutgruppe sind festgelegt.
Am Beginn einer Schwangerschaft steht eine befruchtete Eizelle. Foto: Sashkinw, iStock, Thinkstock
Der Eisprung: Voraussetzung für die Befruchtung
In der Mitte des Zyklus ist in den Eierstöcken einer gesunden Frau im fortpflanzungsfähigen Alter eine Eizelle so weit herangereift, dass das sie umhüllende Eibläschen aufplatzt. Der Eileitertrichter hat sich bereits zu der Stelle bewegt, an der sich der Follikel (das Eibläschen) vorwölbte. Nun wird die Eizelle mit etwas Flüssigkeit vom Eileitertrichter aufgefangen. Dieser Vorgang wird als Eisprung (Ovulation) bezeichnet.
Flimmerhärchen, die den Eileiter auskleiden, transportieren das von einer Schutzschicht umgebene Ei in Richtung Gebärmutter. Unbefruchtet hat es eine Lebensdauer von maximal einem Tag. Im Eileiter warten vielleicht schon Spermien, denn diese haben eine Lebensdauer von ungefähr fünf Tagen. Jetzt werden sie durch chemische Lockstoffe angeregt, sich aktiv zum Ei hin zu bewegen.
In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass sich die befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutter einnistet. In diesen Fällen kann es etwa zu einer Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft kommen, die mit schweren Komplikationen verbunden sind (siehe Infobox).
So entsteht eine befruchtete Eizelle
Haben vielleicht hundert von ursprünglich 150 Millionen Spermien eines Samenergusses die Eizelle erreicht, versuchen sie, durch die Schutzschicht hindurch zu gelangen. Sobald eine Samenzelle das Innere der Eizelle erreicht hat, löst sich der bewegliche Schwanzfaden auf und die Hülle der Eizelle wird sofort undurchdringlich. Das ist der Moment, in dem die Entwicklung eines Kindes beginnt. Er findet, von den zukünftigen Eltern unbemerkt, in der Regel im Eileiter statt.
In der befruchteten Eizelle, die auch als Zygote bezeichnet wird, vereinigen sich nun die väterlichen und die mütterlichen Chromosomen zum Erbgut des Kindes. Eine Spermienzelle mit Y-Chromosom verbindet sich mit dem mütterlichen X-Chromosom zu einem männlichen Chromosomensatz. Wenn die Spermienzelle Träger eines X-Chromosoms war, entwickelt sich ein Mädchen. Der eigentliche Befruchtungsvorgang läuft übrigens bei der sogenannten Reagenzglasbefruchtung (IVF) in gleicher Weise ab.
Der Embryo entwickelt sich
Die befruchtete Eizelle, die langsam innerhalb von zwei bis drei Tagen zur Gebärmutter wandert, beginnt sich zu teilen. Dabei erhält jede einzelne Zelle wieder den kompletten Chromosomensatz mit der Erbinformation. Es entsteht eine Zellkugel, die aufgrund ihres Aussehens auch Maulbeerkeim (Morula) genannt wird. Dieser Keim ist nicht grösser als die befruchtete Eizelle, denn er kann noch keine Nährstoffe aufnehmen. Erst wenn der Embryo die Gebärmutter erreicht und sich eingenistet hat, wird er von der Mutter mit Nährstoffen versorgt und kann heranwachsen.
Befruchtete Eizelle am falschen Ort
In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass sich die befruchtete Eizelle ausserhalb der Gebärmutter einnistet. Die häufigste Komplikation dieser Art ist die Eileiterschwangerschaft, bei der sich die befruchtete Eizelle im Eileiter einnistet. Da der Embryo in solch einem Fall nicht überlebensfähig ist, stirbt er meist innerhalb der ersten drei Monate ab. Zum Teil kommt es zu einer komplikationslosen frühen Fehlgeburt. Doch es gibt auch Fälle, in denen der Eileiter reisst und es zu lebensbedrohlichen Blutungen in der Bauchhöhle kommt.
Die befruchtete Eizelle kann sich selten auch in der Bauchhöhle, in den Eierstöcken oder im Gebärmutterhals einnisten. Zusammengerechnet treten diese Komplikationen in ein bis zwei Prozent der Schwangerschaften auf.
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