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“Es ist sicherer, wenn man die U-Bahn nehmen kann und nicht auf einen Nachtbus warten muss”, sagte Omar Khan. Der 27-Jährige machte in der Nacht auf Samstag erstmals Gebrauch von der durchgehend fahrenden Metro. Das neue Angebot werde das Leben vieler Nachtschwärmer verändern, ist er überzeugt.
Doch auch Berufstätige profitieren von 24-Stunden-Betrieb. Die Italienerin Majida El Hamwi etwa serviert in einem Lokal beim Oxford Circus. Sie freut sich, künftig auch dann eine Metro-Verbindung zu haben, wenn sie früh morgens anfangen oder bis spät abends arbeiten muss. “Ich fühle mich in Sicherheit in der Metro”, sagt Hamwi.
Bislang stoppte der U-Bahn-Verkehr in der britischen Hauptstadt an Wochenenden um ein Uhr nachts und während der Woche bereits um Mitternacht. Londons 1863 gegründete “Tube” ist die älteste U-Bahn der Welt.
Die “Night Tube” startet zunächst auf den beiden Linien Central und Victoria, die auf der Ost-West-Achse beziehungsweise auf der Nord-Süd-Achse fahren. Im Herbst soll der 24-Stunden-Verkehr dann auf die Linien Jubilee, Northern und Piccadilly ausgeweitet werden.
Eigentlich wollte die Londoner Stadtverwaltung den durchgehenden U-Bahn-Verkehr bereits am 12. September 2015 anlässlich der Rugby-Weltmeisterschaft einführen. Doch wegen Streiks bei den Mitarbeitern des Verkehrsbetriebs Transport for London (TFL) verzögerte sich das Projekt.
Die U-Bahn-Fahrer sorgten sich um eine Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschaft RMT machte auch Sicherheitsbedenken geltend. Die britische Polizei kündigte an, mit 100 zusätzlichen Beamten für Sicherheit an den 144 durchgehend geöffneten Stationen zu sorgen.
Londons neuer Bürgermeister Sadiq Khan betont, dass nicht nur Nachtclubbesucher von dem Rund-um-die-Uhr-Betrieb profitieren, sondern auch Schichtarbeiter wie Krankenschwestern oder Sicherheitskräfte. “Wenn ich mir die Begeisterung über die Nacht-Tube anschaue, wundere ich mich, dass der Beginn sich so lange verzögert hat”, sagte der seit Mai amtierende Bürgermeister der Nachrichtenagentur Associated Press.
TFL verweist vor allem auf den wirtschaftlichen Gewinn für Pubs, Nachtclubs und andere Veranstaltungsorte. Die Betreibergesellschaft, die eine Milliarde Fahrgäste pro Jahr zählt, rechnet ab Herbst mit 180’000 zusätzlichen Passagieren pro durchgehende Nacht.
(SDA)