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Nördl.
Goumoëns hat er sich bis zum Neokom hinunter eingeschnitten, das auf eine Strecke von 1,5 km zu tage tritt und von
Eozän überlagert wird, auf welches nach oben die oligozäne rote Molasse folgt. In der Orbeebene, wo
er kanalisiert ist, bildet er zunächst eine flache Kurve, um dann in geradlinig gezogenem
Bett der Mündung entgegen zu fliessen.
Die heutige Mündung in die
Orbe liegt in 440 m
Höhe 3 km nö. vom Städtchen
Orbe, während sie sich früher 1 km tiefer
unten befand. 800 m oberhalb der Mündung vereinigt sich der Talent mit dem ihm so ziemlich ebenbürtigen
Nozon, und noch
etwas weiter flussaufwärts kreuzt
er den an dieser Stelle nahezu trocken liegenden ehemaligen Kanal von
Entreroches.
Der Flusslauf lässt sich in 3 Abschnitte zerlegen: Oberlauf bis
La Robellaz (618 m) nahe
Échallens mit
einer Länge von 15 km und einem Gefälle von 19‰;
Unterlauf von
Chavornay bis zur Mündung mit einer Länge von 5 km und einem Gefälle von 1,6‰. Gesamtlänge 34 km.
Das etwa 63 km2 messende Einzugsgebiet (exkl.
Nozon) umfasst im allgemeinen einen ziemlich undurchlässigen
Boden.
Der Talent ist nicht nur
der bedeutendste, sondern auch der am meisten den Charakter eines
Wildbaches tragende Nebenfluss
der
Orbe und hat die
Ebene schon vielfach
unter Wasser gesetzt. Während er zeitweise bloss 1-2 m3Wasser
in der Sekunde führt, kann die Wassermenge bei der Schneeschmelze oder nach starken Regengüssen bis auf 80 und sogar 100 m3
pro Sekunde anschwellen. Um den verheerenden Folgen solcher Hochwasser vorzubeugen, hat man in letzter Zeit Verbauungs- und
Korrektionsarbeiten ausgeführt, die sich bis
Goumoëns leJoux hinauf erstrecken.
Die Nebenadern des Talent sind alle klein und kaum länger als 2-3 km. Erwähnenswert sind: die
Mortigue
(von links) bei
Saint Barthélemy
(Bretigny) und gegenüber der unbedeutende Bach von Les Nazots, sowie nahe der eigenen Windung
der
Nozon. Der Talent treibt 10
Mühlen und 6
Sägen, worunter die
Säge von Montherond und die
Mühlen von
Cugy und
Chavornay. Er wird von 32 Brücken überschritten, worunter 2 für die Eisenbahn, 15 für
Strassen und 15 für Neben-
und Fusswege. Der ehemals auch Téla oder
Théla geheissene Talent hat der
Thiele ihren Namen gegeben. Vergl. auch die Art.
Orbe.
oder Tamaro (Monte) (Kt. Tessin,
Bez.
Locarno und Lugano).
1966 m. Einer der schönsten
Berge im Tessin;
sw. über der
Senke des
Monte Ceneri und in der Kette, die sich vom
Camoghè (2232 m) nach SW. abzweigt und am
Monte Ceneri auf 554 m erniedrigt,
um dann den
Monte Tamaro zu bilden, der den
Langensee und den ganzen SW. Abschnitt des Kantons beherrscht.
Von hier biegen zwei Aeste aus, deren einer dem
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mehr
linken Ufer des Langensees entlang zieht, in der Schweiz den Monte Gambarogno (1734 m) und den Paglione (1558 m), sowie auf italienischem
Boden den Borgna (mit dem idyllischen kleinen Egliosee) trägt und über Maccagno endigt, während der andere mit den Gipfeln
des Breno (1658 m), Lema (1037 m) und Rogoria (1184 m) die Landesgrenze gegen Italien bildet und bis zum
ValTresa nach SSW. zieht. Von der imposanten Glimmerschieferpyramide des Monte Tamaro strahlen vier kleine Thäler aus;
nach NW. das gegenüber Locarno sich öffnende
Val de Vira und nach SW. das 5,5 km lange ValCusello, das bei Sigirino mündet und dessen starke Quellen die Stadt Lugano mit
Trinkwasser versorgen.
Die einst bis nahe zum Gipfel hinauf dicht bewaldeten Gehänge des Berges sind
im 18. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stark abgeholzt worden, womit auch der hier nicht selten auftretende und
eifrig gejagte Bär verschwunden ist. Heute finden wir am N.-Hang bis 750 m und am S.-Hang bis 850 und sogar 950 m
hinauf zahlreiche Kastanienselven. Höher oben folgt die bis 1600 m steigende Buche im Verein mit der rostblätterigen Alpenrose
(die an der N.-Flanke bis zum See hinunter geht), der Alnus incana und A. viridis, sowie mit Corylus avellana, Sarothamnusscoparius, Pteris aquilina, Juniperus communis und Calluna vulgaris, die sich auf den schönen und zahlreichen
Alpweiden der Bergflanken breit machen.
Nadelhölzer sind selten; doch
hat die Tessiner Regierung mit Bundeshilfe die Steilhänge mancherorts mit Tannen, Lärchen
etc. aufgeforstet. Die Gipfelpyramide des Tamaro entbehrt des Baumwuchses vollständig, zeigt dafür aber einen dichten Rasenteppich
mit reicher Alpenflora, so dass das auf den Alpen am S.-Hang (Montoia, Canigioli, Cusello) gesömmerte Vieh
bis zu oberst hinauf weiden kann. Aufstieg von der Station Rivera-Bironico der Gotthardbahn in 5, von der Station Magadino-Vira
der Linie Bellinzona-Locarno-Luino der Gotthardbahn in 5½ und von Indemini, dem einzigen Schweizerdorf im Vedascathal, in
3½ Stunden. Prachtvolle Rundsicht auf das untere Tessinthal, einen Teil des Verzasca-, Maggia- und Onsernonethales,
den Langensee bis zu den Borromäischen Inseln, den Luganersee und die lombardische Tiefebene bis Mailand.