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Kurz vor Ostern schien für einige Tage nicht die Reuss, sondern die Isar durch Luzern zu fliessen. Anders formuliert: Um Palmsonntag, am finalen Wochenende des Oster-Festivals, gastierte ab 2004 das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks als Residenzklangkörper bei LUCERNE FESTIVAL. Und das war ein grosses Glück, denn so war regelmässig einer der bedeutendsten Dirigenten unserer Zeit am Vierwaldstättersee zu erleben: Mariss Jansons.
Bei seinen vorösterlichen Gastspielen mit dem BR-Symphonieorchester brachte Jansons ein vielfältiges Repertoire zu Gehör, das von Haydn bis Rihm reichte, dessen Requiem-Strophen er in Luzern wenige Wochen nach der Uraufführung vorstellte. Unvergessen sind Jansons’ grandiose Aufführungen etwa der Requiem-Vertonungen von Verdi und Dvořák, von Tschaikowskys Eugen Onegin, Janáčeks Glagolitischer Messe, Brittens War Requiem oder Schostakowitschs Leningrader Sinfonie.
Doch Jansons’ enge Verbindung mit LUCERNE FESTIVAL reicht weiter zurück: Im April 1992 gab er seinen Festivaleinstand, mit zwei Abenden am Pult des London Symphony Orchestra. Es folgten zahlreiche weitere Konzerte mit dem Oslo Philharmonic Orchestra, den St. Petersburger Philharmonikern und dem Pittsburgh Symphony Orchestra, mit den Wiener Philharmonikern, dem Gustav Mahler Jugendorchester und natürlich dem Royal Concertgebouworkest, mit dem Janson während seiner Zeit als Chefdirigent fast jährlich beim Sommer-Festival auftrat.
LUCERNE FESTIVAL trauert um Mariss Jansons, der am Samstag, dem 30. November 2019, in St. Petersburg verstorben ist.