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Gemäss Schweizer Gesetzgebung soll die Integration längerfristig und rechtmässig anwesenden Ausländerinnen und Ausländern ermöglichen, am wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben des Landes teilzuhaben. Ziel der Integration, die einen langen Prozess auf Seiten der einzelnen Personen wie auch auf Seiten der Aufnahmegesellschaft darstellt, ist die chancengleiche Teilhabe von Ausländerinnen und Ausländern an der schweizerischen Gesellschaft.
Die Realisierung des Integrationsprozesses lässt sich an den statistischen Werten bezüglich der Teilhabemöglichkeiten in verschiedenen gesellschaftlichen Lebensbereichen messen, die Ausländerinnen und Ausländer im Vergleich zu Personen mit nationaler Staatsangehörigkeit in einer ähnlichen sozioökonomischen Lage und familiären Situation, ausweisen. Allerdings führt der Erwerb des Schweizer Bürgerrechts nicht automatisch zu Chancengleichheit. Eine Eurostat-Studie hat 1998 festgehalten: «Seit Ende des Zweiten Weltkriegs haben die Migrationsbevölkerungen in Europa in einem solchen Mass zugenommen und sich diversifiziert, dass sich das Phänomen der Einwanderung nicht mehr nur anhand des Kriteriums der Staatsangehörigkeit analysieren lässt […] das rechtliche Kriterium der Staatsangehörigkeit entspricht nicht mehr der Realität der zugewanderten Bevölkerung.» Deshalb wird generell auch der Begriff «Bevölkerung mit Migrationshintergrund», dessen Definition von einzelnen Staaten an den jeweiligen kulturellen und historischen Kontext angepasst wird, vorgezogen. Diese Definition ersetzt zunehmend die allzu reduzierende Unterscheidung zwischen in- und ausländischen Staatsangehörigen, da sie nicht nur auf dem Prinzip der Staatsbürgerschaft beruht, sondern die Migrationserfahrung einer Person berücksichtigt.
Wie viele andere Länder und gestützt auf die Empfehlungen der UNO (siehe: Weiterführende Informationen -> Links -> Empfehlungen der UNO, Seite 136) hat das BFS eine Typologie der Bevölkerung nach Migrationsstatus für die Schweiz entwickelt. Sie basiert auf der Staatsangehörigkeit bei der Geburt und dem Geburtsort der betroffenen Person sowie auf dem Geburtsort der Eltern. In der Schweiz haben 36% der ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren einen Migrationshintergrund. Diese heterogene Bevölkerung besteht aus im Inland geborenen oder seit unterschiedlich langer Zeit in der Schweiz lebenden Personen und hat deshalb auch nicht die gleichen Integrationsbedürfnisse.
Mit der schweizerischen Staatsangehörigkeit erwirbt die eingebürgerte Person sämtliche politischen und wirtschaftlichen Rechte. Obwohl im In- oder Ausland geborene Eingebürgerte somit offiziell den Endpunkt des Integrationswegs erfolgreich erreicht haben, wäre zu überprüfen, ob sie tatsächlich eine gleiche Behandlung erfahren wie die übrigen Schweizerinnen und Schweizer. Bezüglich der Ausländerinnen und Ausländer würde dieser Grundsatz nahelegen, dass sie sich – unabhängig von ihrem Generationenstatus – in einem nicht ganz abgeschlossenen Integrationsprozess befinden.
Die Bevölkerung, deren Integration gemessen werden soll, unterscheidet sich deshalb auch leicht von der Bevölkerung mit Migrationshintergrund (wie in der Typologie definiert), wobei der folgende Unterschied besteht: Die dritte oder höhere Generation wird dazugezählt.
Das Integrationsindikatorensystem ist eine unabhängige statistische Datenbasis im Bereich der Integration der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in der Schweiz. Erfahren Sie mehr darüber unter folgendem Link zu den Integrationsindikatoren.
Diese Publikation (siehe unten «Weiterführende Informationen») erlaubt einen datenbasierten Einblick in die Lebenssituation von Personen mit Migrationshintergrund. Anhand ausgewählter Indikatoren wird der Stand der Integration im Zeitraum von 2011 bis 2015 aufgezeigt. Dabei wird auf Daten des Integrationsindikatorensystems abgestützt, die in kompakter Form aufbereitet sind und kommentiert werden.
Neben demografischen Grunddaten zur Migration und zur Zusammensetzung der Bevölkerung werden Indikatoren und Kennzahlen zu den Bereichen Erwerbsleben, soziale Interaktionen und Lebensbedingungen präsentiert. Weitere Kapitel widmen sich den schulischen Kompetenzen, dem Bildungsstand und der Bildungsbeteiligung der Bevölkerung sowie der Sprachenlandschaft in der Schweiz.
Diese Publikation (siehe unten «Weiterführende Informationen») erläutert die verschiedenen Arbeitsschritte der Entwicklung eines Indikatorensystems der Integration der Bevölkerung mit Migrationshintergrund durch das BFS. Sie enthält die Definitionen mehrerer damit zusammenhängender Schlüsselbegriffe, wie z.B. den Begriff des Indikators oder die Typologie der Bevölkerung nach Migrationsstatus, sowie eine Beschreibung des Verfahrens für die Auswahl der Integrationsindikatoren. Ausserdem werden die Berechnungsweise der Indikatoren und deren Relevanz sowie die dazu verwendeten Datenquellen dargelegt. Der Bericht präsentiert ebenfalls verschiedene im BFS vorgesehene Ansätze zur indikatorengestützten Analyse des Integrationsprozesses in der Schweiz.