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Der Aussenhandel und mithin die grenzüberschreitenden Transaktionen schlagen sich in der Zahlungsbilanz nieder. Diese umfasst drei Komponenten: die Ertragsbilanz (Leistungsbilanz), die Vermögensübertragungsbilanz (Bilanz der Vermögensübertragungen) und die Kapitalverkehrsbilanz.
Die Ertragsbilanz ist keine Bilanz, sondern vielmehr eine Art Erfolgsrechnung des Aussenhandels. Sie erfasst zum Ersten den grenzüberschreitenden Austausch von Waren und Diensten und zum Zweiten die Kapital-, die Arbeits- und die Sekundäreinkommen vom Ausland und an das Ausland.
Sind die Deviseneinnahmen aus dem Export grösser als die Devisenausgaben aus dem Import, resultiert ein Ertragsbilanzüberschuss, andernfalls ein Ertragsbilanzdefizit. Ertragsbilanzüberschüsse sind für die Schweiz typisch.
Von 1996 bis 2021 hat sich die Ertragsbilanz der Schweiz wie folgt entwickelt:
Für das Jahr 2021 hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) einen Schweizer Ertragsbilanzüberschuss von CHF 54.094 Mia. ermittelt. Die Deviseneinnahmen werden insgesamt mit CHF 727.538 Mia. ausgewiesen und die Devisenausgaben mit CHF 673.445 Mia. Etwas salopp ausgedrückt, ist die Schweiz im Jahre 2021 gegenüber dem Ausland um CHF 54.094 Mia. reicher geworden.
Aus dem grenzüberschreitenden Warenhandel (Warenexport/-import) generierte die Schweiz im Jahr 2021 einen Einnahmenüberschuss von nicht weniger als CHF 101.022 Mia.. Ein Einnahmenüberschuss ergab sich auch bei den Kapitaleinkommen. Die Zins- und Dividendeneinnahmen aus Finanzanlagen und Direktinvestitionen aus dem Ausland übertrafen jene an das Ausland um CHF 9.700 Mia.
Devisenabflüsse generierten der Dienstleistungsexport/-import (CHF –17.951 Mia.) die Arbeitseinkommen (CHF –26.372 Mia.) und die sogenannten Sekundäreinkommen (CHF -12.305 Mia.). Der Minussaldo aus den Arbeitseinkommen betrifft die Grenzgänger. Die Schweiz gibt deutlich mehr Grenzgängern Arbeit als umgekehrt. Die Sekundäreinkommen stehen für den Saldo aus Sozialleistungen (z.B. AHV-/PK-Leistungen) ans Ausland und vom Ausland.
Gleich wie die Ertragsbilanz sind auch die Vermögensübertragungs- und die Kapitalverkehrsbilanz keine Bilanzen im betriebswirtschaftlichen Sinne. Sie erklären vielmehr, wie der Ertragsbilanzüberschuss im Ausland investiert bzw. ein Ertragsbilanzdefizit aus dem Ausland refinanziert worden ist. Aufgezeigt werden also bloss die Veränderungen von Auslandaktiven bzw. Auslandpassiven in einem bestimmten Jahr. Unter dem Strich muss die Zahlungsbilanz theoretisch ausgeglichen sein. Deshalb erhalten Investitionen an das Ausland ein Minuszeichen und Investitionen aus dem Ausland ein Pluszeichen.
Die schweizerische Vermögensübertragungsbilanz (Bilanz der Vermögensübertragungen) – sie misst die unentgeltlichen Kapitalleistungen (z.B. Schuldenerlasse, Schenkungen) und die Übertragung nicht produzierter Sachvermögen (z.B. Grund und Boden) – weist für das Jahr 2021 einen Zuwachs der Auslandguthaben von CHF 4.481 Mia. aus.
Die Kapitalverkehrsbilanz ist unterteilt in Direktinvestitionen (Beteiligungen, Kredite von Nichtbanken), Portfolioinvestitionen (Zins-, Dividendenpapiere), übrige Investitionen (v.a. Bankkredite) und Währungsreserven der Notenbank. Insgesamt ergibt sich für das Jahr 2021 ein Saldo der schweizerischen Kapitalverkehrsbilanz von CHF –35.935 Mia. (+8.948, –34.249, +33.642, -44.276). Entsprechend übertraf im Jahre 2021 der Nettozugang an Aktiven den Nettozugang an Passiven um CHF 35.935 Mia..
Der Restposten bzw. die statistische Differenz beziffert sich auf CHF –13.678 Mia.
Voraussichtliches Update: Ende Mai/Anfang Juni 2023