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Spagat
Regie: Christian Johannes Koch
Darst.: Rachel Braunschweig, Alexey Serebryakov, Masha Demiri, Nellie Hächler, Michael Neuenschwander, Ladina Almeida, Roger Bonjour, Matthias Fankhauser u.a.
Die Lehrerin Marina, Mutter einer halbwüchsigen Tochter, ist mit Jörg, einem netten, aber etwas langweiligen Mann, verheiratet. Seit einiger Zeit hat sie eine heimliche Affäre mit dem ukrainischen Arbeiter Artem. Dieser lebt zusammen mit seiner Tochter Ulyana etwas ausserhalb von Marinas Wohnort, einem Dorf irgendwo in den Schweizer Voralpen. Artem und Ulyana leben seit Jahren ohne Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz; die Tatsache, dass ihr Geliebter ein Sans-Papiers ist, scheint für Marina den Reiz des Verbotenen noch zu erhöhen. Zudem ist Ulyana, die eine Karriere als Kunstturnerin anstrebt und dafür in ihrer Freizeit hart trainiert, eine ihrer Schülerinnen. Als Ulyana eines Tages eines Diebstahls beschuldigt wird, hat das nicht nur für sie und ihren Vater, sondern auch für Marina weitreichende Konsequenzen. Regisseur Christian Johannes Koch sagt über seinen Spielfilmerstling, den Anstoss habe seine Verwunderung über den Widerspruch gegeben, dass papierlose Kinder in der Schweiz in die Schule müssen, gleichzeitig aber gar nicht da sein dürfen. Der 1986 in Luzern geborene Regisseur hat seine Filmausbildung unter anderem an der renommierten Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf absolviert. Bei der Besetzung der Hauptrolle in «Spagat» ist ihm mit Alexey Serebryakov, dem Protagonisten in Andrey Zvyagintsevs Meisterwerk «Leviathan», der im März 2015 im Kinok zu sehen war, ein Coup geglückt. Schauspielerisch steht ihm Rachel Braunschweig, die man u.a. aus «Zwingli», «Wolkenbruch», «Die göttliche Ordnung» und als Staatsanwältin des Schweizer Tatorts kennt, nicht nach. Die 15-jährige Masha Demiri, auch im realen Leben Kunstturnerin, brilliert in ihrer ersten Kinorolle als ehrgeizige und toughe Ulyana mit einer atemberaubenden Performance. Seine Weltpremiere hatte «Spagat» im vergangenen September am Filmfestival San Sebastián im Parallelwettbewerb der «Nuevos Directores». Gianlucca Izzo schrieb auf outnow.ch: «Christian Johannes Kochs Spielfilmdebüt hat es in sich. Sein ruhiges und sorgfältig inszeniertes Drama ist ein origineller, erfrischend mutiger Beitrag für die Schweizer Filmlandschaft.»
Die Vorstellung vom 6. Juli findet in Anwesenheit des Regisseurs Christian Johannes Koch statt. Das Gespräch führt der Historiker und freischaffende Journalist Matthias Fässler.