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Mehr als 99,1 Millionen Menschen sind laut der Johns-Hopkins-Universität weltweit positiv auf das Virus getestet worden. Über 2,1 Millionen Infizierte sind verstorben, über 54 Millionen genesen.
Eine Seelsorgerin hält Mitte Januar in einem Spital in Los Angeles die Hand eines verstorbenen Covid-19-Patienten, während sie mit den Angehörigen telefoniert.
Die neusten Entwicklungen
- Die Zahl der Corona-Infektionen in den USA ist nach Berechnungen der Johns-Hopkins-Universität (25. 1.) auf mehr als 25 Millionen gestiegen, fast 420 000 Menschen sind bereits an Covid-19 gestorben. Der amerikanische Präsident Joe Biden wird daher schon am Montag den Einreisestopp für Ausländer aus dem Schengen-Raum, aus Grossbritannien, Irland und Brasilien erneuern. Zudem sollen zum Schutz vor einer neuen Variante des Coronavirus auch Einreisen aus Südafrika begrenzt werden, berichteten die US-Fernsehsender CNN und NBC übereinstimmend. Rückkehrer in die USA müssen in Zukunft einen negativen Corona-Test vorlegen.
- Der mexikanische Staatspräsident Andrés Manuel López Obrador ist an Covid-19 erkrankt. Er sei positiv auf das Coronavirus getestet worden, habe leichte Symptome und werde medizinisch behandelt, teilte der 67-jährige Linkspopulist am Sonntag (24. 1.) auf Twitter mit. 2020 starben in Mexiko nach Regierungsangaben knapp 275 000 mehr Menschen als im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2018. Wegen dieser Übersterblichkeit kam die US-Zeitung «Wall Street Journal» kürzlich zu dem Schluss, dass Mexiko wahrscheinlich nach den USA das Land mit den zweitmeisten Corona-Toten ist. Offiziell starben in Mexiko 150 000 Menschen an Covid-19. In dem Land wird sehr wenig getestet. Obrador, der sich stets weigerte eine Maske zu tragen, hatte seit Mai immer wieder erklärt, Mexiko habe das Virus gebändigt.
- Die Hilfsorganisation Oxfam warnt in einem am Montag (25. 1.) veröffentlichten Bericht vor einer Verschärfung sozialer Ungleichheiten durch die Corona-Pandemie. In dem Bericht, für den 295 Wirtschaftswissenschafter aus 79 Ländern befragt wurden, erwarteten 87 Prozent der Befragten, dass die Einkommensungleichheit in ihren Ländern als Folge der Pandemie stark zunehmen werde. Mehr als die Hälfte ist der Ansicht, dass die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich zunehmen wird und mehr als zwei Drittel gehen davon aus, dass die Ungleichheit zwischen Weissen und anderen Bevölkerungsgruppen zunehmen wird. Zwei Drittel der befragten Wissenschafter meinten, ihre Regierungen hätten keine Strategie zur Bekämpfung der dieser Ungleichheit. Menschen in Armut seien dem Coronavirus am stärksten ausgesetzt. In zahlreichen Ländern arbeiteten insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund häufig im Gastgewerbe, im Gesundheits- und Pflegewesen und in anderen Bereichen, in denen eine Ansteckung wahrscheinlicher ist.
- Israel schliesst den Ben-Gurion-Flughafen bei Tel Aviv. Damit will das Land den internationalen Flugverkehr drastisch einschränken. Laut israelischen Medienberichten vom Sonntag (24. 1.) soll die Massnahme am Montagabend in Kraft treten und mindestens bis Ende des Monats gelten. Am Samstag hatte Israel als eines der ersten Länder weltweit begonnen, Jugendliche zu impfen. So soll Schülern die Teilnahme am Präsenzunterricht wieder ermöglicht werden. Von den etwa neun Millionen Einwohnern erhielten inzwischen 2,5 Millionen die erste Impfdosis und fast eine Million bereits die zweite Dosis.
- Die Ausgangssperre hat in den Niederlanden am Samstagabend (23. 1.) zu Protesten und Krawallen geführt. In der Kleinstadt Urk nördlich von Amsterdam hatten Dutzende Menschen gegen die Sperrstunde protestiert, wie die Polizei am Sonntag (24. 1.) mitteilte. Sie hätten Steine und Feuerwerkskörper auf Polizisten geworfen und Polizeiautos demoliert. Jugendliche steckten laut Polizeiangaben ein Corona-Testzentrum des Gesundheitsamtes in Brand. Landesweit hat die Polizei in der ersten Nacht der Sperrstunde mehr als 3600 Geldstrafen verhängt und 25 Personen festgenommen. Am Samstagabend war erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft getreten. Verstösse werden mit Geldbussen von je 95 Euro bestraft.
- EU-Ratspräsident Charles Michel hat die Hersteller von Corona-Impfstoffen angesichts von Lieferverzögerungen vor möglichen Konsequenzen gewarnt. «Wir erwarten, dass die von den Pharmaunternehmen bestätigten Verträge eingehalten werden», sagte Michel am Sonntag (24. 1.) dem französischen Sender Europe 1. Um die Einhaltung der Verträge zu gewährleisten, könne die EU auch «juristische Mittel» nutzen. Obwohl man verstehe, dass es Probleme geben könne, brauche es Klarheit über die Gründe, so Michel. Nach Biontech und Pfizer hatte am Freitag auch der Hersteller AstraZeneca angekündigt, zeitweise weniger Impfstoff liefern zu können als ursprünglich geplant. Grund sei eine geringere Produktion an einem Standort in der europäischen Lieferkette, hiess es.
- Nach den Aussagen des britischen Premierministers Boris Johnson über eine mögliche höhere Sterblichkeit mit einer Coronavirus-Variante rudert die Regierung zurück. Es sei «nicht wirklich sicher, wie tödlich» die in Grossbritannien entdeckte Mutation ist, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock am Sonntag (24. 1.) dem Sender Sky News. Studien hätten unterschiedliche Daten ergeben. Das Risiko bestehe aber, dass mehr Menschen wegen der neuen Variante des Coronavirus sterben. Mehrere britische Experten zeigen sich am Tag zuvor überrascht von Johnsons Aussage. Der Premierminister hatte am Freitagabend an einer Pressekonferenz verkündet, es gebe Hinweise, dass die britische Variante des Coronavirus «mit einer höheren Sterblichkeit verbunden sein kann».
- Seit Sonntag (24. 1.) müssen Personen, die nach Frankreich reisen wollen, einen negativen Corona-Test vorweisen. Dieser PCR-Test darf nicht älter als 72 Stunden sein. Diese Massnahme gilt für alle Reisenden aus Europa, ausgenommen sind jedoch Grenzgänger und der Warenverkehr. Wegen der Virus-Mutation sei dieses verschärfte Grenzregime sinnvoll, sagte Frankreichs Staatssekretär für europäische Angelegenheiten, Clément Beaune, vor zwei Tagen.
- Aufgrund sinkender Corona-Zahlen treten in einigen Teilen Italiens Erleichterungen bei den Covid-Beschränkungen in Kraft. Am Samstag (23. 1.) verzeichneten die Behörden in dem Land mit 60 Millionen Einwohnern gut 13 000 Neuinfektionen in 24 Stunden. Die wirtschaftsstarke Lombardei mit ihren rund zehn Millionen Einwohnern ist seit Sonntag (24. 1.) keine Rote Zone mit strengen Ausgangsverboten mehr, sondern wurde auf Risiko-Stufe «orange» herabgesetzt. Viele Läden dürfen dort wieder öffnen. Den Erlass dazu hatte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Samstag in Rom unterschrieben. Sizilien im Süden und die Autonome Provinz Bozen im Norden bleiben rote Hochrisiko-Gebiete. Ein Grossteil Italiens gehört ohnehin als Orange Zone ins Mittelfeld. Dort sollen die Menschen in der Regel ihre Orte nicht verlassen. Restaurants und Bars dürfen Gäste nicht mehr am Tisch bedienen, erlaubt ist nur zeitweiser Ausser-Haus-Verkauf.