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Die Bilder sprechen für sich. Auslöser der gesprengten Kapitelle waren die mittelalterlichen Zugstangen aus Eisen, grundsätzlich in erstaunlich gutem Zustand, im Bereich der Kapitelle aber durch Rosten aufgeblättert und dadurch im Querschnitt grösser geworden. Diesem Druck hält der stärkste Stein nicht stand. Das Aufplatzen der Steine hat das Eindringen von Wasser begünstigt und die Verwitterung forciert.
Arbeitsschritte: stückweises Heraussägen der Eisenstangen und nicht mehr zu rettender Kapitellteile, Einpassen neuer Steinstücke (Vierungen) und neuer Anker aus Chromstahl, Einbleien der Ankerstangen, Verschweissen derselben mit den angrenzenden Nachbarstücken, Überarbeiten der Steinvierungen.
Die weissen Spuren in den unteren Bildern sind provisorische Reprofilierungen aus Gips, die nur dem sauberen Ausbleien gedient haben und anschliessend durch Aufmodelliermörtel ersetzt worden sind. So konnte das Blei nach dem Giessen verstemmt werden und der Mörtel danach druckfrei angebracht werden.
Das ist für Laien sehr wahrscheinlich unwesentlich. Solche fachlichen Details erwähne ich aber, weil ich einfach gerne Erfahrungen an Kollegen und Kolleginnen weitergebe. Ich sage immer wieder: Unbegabten nützen diese Informationen nichts. Die Begabten finden sie auch ohne mich heraus – aber durch meine Infos ersparen sie sich vielleicht doppelte Arbeit.