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Die spätklassizistische Villa im Stil eines italienischen Landhauses wurde 1860 als Sommerhaus in einem grossen Park oberhalb des Vierwaldstättersees erbaut. Der Bau wird dem Architekten Xaver Waller zugeschrieben. 1927 wurde die Villa im Inneren tiefgreifend umgestaltet und um einen Anbau für die Küche ergänzt.
Für den heutigen Besitzer der Villa wurde ein Projekt erarbeitet, das unterschiedliche Eingriffstiefen vorsah. Die Spannbreite des Umbaus reichte von der Reinigung, der Abtragung von Tapeten, der Instandsetzung und Wiederherstellung über punktuelle, explizit dialektische Eingriffe bis hin zum Ersatz des angebauten Küchenflügels durch einen Neubau. Auf eine Rekonstruktion der ursprünglichen räumlichen und statischen Gegebenheiten vor dem ersten Umbau wurde jedoch verzichtet.
Zur ersten Kategorie zählen unter anderem die Ausbesserungen der Sandsteingewände, das Schleifen und Ölen der vorgefundenen Parkettböden sowie die teilweise Verwandlung von einfach verglasten Holzfenstern zu Doppelverglasungsfenstern unter Verwendung der bestehenden Gläser und Fensterflügelrahmen. Besondere Erwähnung verdient das kleine Turmzimmer: Die von Tapeten befreiten Wände zeigten eine so beeindruckende Patina und überdies Bleistiftzeichnungen von früheren Handwerkern, dass dieser rohe Zustand sichtbar belassen wurde.
Unter den punktuellen Eingriffen sind der Einbau eines Cheminées aus Messing im grossen Salon zu nennen sowie des zentralen Küchenkorpus aus Chromstahl im kleinen Salon. Auch die Renovation der Bäder, deren Lage beibehalten wurde, gehört in diese mittlere Kategorie. Sie wurden mit neuen Apparaten, Bodenbelägen aus Eichenholz sowie Wandbelägen aus geätzten Spiegelflächen ausgestattet. Die freistehende Badewanne wurde eigens für das grosse Badezimmer angefertigt.
Den radikalsten Eingriff bildete der Abbruch des ehemaligen Küchenanbaus aufgrund seines schlechten baulichen Zustands. An seiner Stelle wurde eine Garage mit angrenzendem Werkatelier errichtet, deren Dach als Terrasse dient und sowohl von der Villa als auch vom Garten her zugänglich ist. Spaliergitter verkleiden den eingeschossigen Baukörper aus Beton und überspannen den darüberliegenden Terrassenraum. Durch diese Art «Überhöhung» erhält der Anbau im Verhältnis zur Villa eine angemessene Grösse und Proportion. Die typischen Architekturelemente der Villengärten des 19. Jahrhunderts, die Gartenlaube und die Remise, werden hier gewissermassen «verschränkt» und der Villa angegliedert. Zwischen die Grüntöne der Sandsteinarbeiten der Villa und die des Parks «flechten» sich die Olivtöne des Gitters und des eingefärbten Betons und verbinden Haus und Garten auch auf der Ebene der Farben.