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an Mineralien. [* 2] Die Kreideformation [* 3] zieht sich zunächst in einem breiten Streifen, begleitet von tertiären und modernen Ablagerungen, aus Texas südwärts weit nach Mexiko [* 4] hinein. In Südamerika [* 5] ist sie aus Venezuela [* 6] und längs der Kordilleren an zahlreichen Stellen von den Gestaden des Karibischen Meers bis zur Magelhaensstraße bekannt. Namentlich sind hier Versteinerungen des Neokoms von allen Besuchern der Andes gefunden worden. Eine außerordentliche Verbreitung besitzen sodann die marinen Bildungen des mittlern und spätern Tertiärs.
Sie nehmen eine beinahe zusammenhängende Fläche zwischen den Andes und Guayana und dem brasilischen Gebirge vom Karibischen Meerbusen bis zur Magelhaensstraße ein. In den Llanos von Venezuela und im Gebiet des Amazonenstroms sind es meist Sandsteine, Mergelschiefer und Schieferthone, welche nach den von Karsten darin gefundenen Versteinerungen der jüngern Tertiärperiode angehören und an vielen Punkten nicht nur im nördlichen Gebiet von Venezuela, sondern auch am Amazonenstrom [* 7] bei der Mündung des Iça, bei Tabatinga, Loreto und Pebas Braunkohlenflöze enthalten.
Nach Sellow finden sich solche auch bei Portalegre. Im N. erfüllen die tertiären Ablagerungen die tief zwischen die divergierenden Andesketten Neugranadas ins Innere dringenden Buchten. Auch längs der Westküste kennen wir durch Darwin gleichartige Bildungen vom Chonosarchipel, von Chiloe, Coquimbo bis Payta in Peru sowie von den Galapagos. Die südchilenische tertiäre Sandsteinformation ist reich an den trefflichsten steinkohlenähnlichen Braunkohlen und dürfte wohl mit der Zeit für die industrielle Entwickelung des Landes von Wichtigkeit werden.
Weite Verbreitung besitzen endlich die jüngsten Meereskalksteine mit den Resten der dort lebenden Meeresfauna in Westindien, [* 8] wo der berühmte Kalkstein von Guadeloupe mit seinen fossilen Menschenskeletten in diese jüngste Erdperiode gehört. In zahlreichen Linien sieht man die neuesten Muschelablagerungen längs der Küste Surinams, vor allem aber auf der ganzen Küste Chiles und Perus, die jüngern hier mit den Scherben und Töpfergeschirren der Indianer vermischt.
Mächtige Schuttalluvionen teils von Rollsteinen, teils von eckigen, scharfen Gesteinsstücken, wie in der Wüste Atacama, Sandablagerungen, viele der goldführenden Alluvionen reichen in ihrer Bildungszeit bis zur Gegenwart. Mächtig wirkt die Pflanzenwelt an der Vermehrung des Bodens mit Torfablagerungen von immenser Ausdehnung [* 9] bilden sich im S., auf dem Festland wie auf den Inseln (Falklandinseln); selbst die Vögel [* 10] haben teil an der Bodenbildung Südamerikas durch die Guanoablagerung auf einigen Inseln der peruanischen Küste.
In großartigster Weise hat sich endlich die vulkanische Thätigkeit an der Herausbildung des Reliefs Mittel- und Südamerikas beteiligt, indem fast sämtliche Hauptgipfel der Kordilleren vulkanischen Ursprungs sind, derart, daß Amerika [* 11] v. Humboldt beinahe als Regel aufstellt, daß dort, wo die Kordilleren über die Schneegrenze reichen, vulkanische Gebilde gewiß zu finden sind. Diese tertiären und neuern vulkanischen Bildungen gehören nur dem Westen des Kontinents an. Basalte nehmen von Patagonien an wesentlich teil an der Zusammensetzung der Kordilleren, noch mehr die Trachyte; auch die Laven der ausgebrannten oder noch thätigen Vulkane [* 12] sind entweder basaltischer oder trachytischer Natur, so daß Trachytdome, Lavaströme, Schlacken und Aschenablagerungen eine weite, wenn auch ungleiche Verbreitung in den Kordilleren Südamerikas besitzen. An dem Boden Mittelamerikas nehmen sie den größten Anteil.
Mit wenigen Ausnahmen sind die Hochgipfel Amerikas Trachytdome, wie der Chimborazo, oder Kegel ausgebrannter oder noch thätiger Vulkane. In Amerika hat man auch die neuesten größern Vulkane in historischer Zeit entstehen sehen, den Jorullo in Mexiko (1759) und den Isalco in San Salvador (1798), die sich durch ihre Auswürflinge seitdem zu einer Höhe von 1270 und 1220 m erhoben haben. Mächtig sind die zerstörenden Wirkungen der vulkanischen Ausbrüche mit ihren Lavaergüssen und ihrem Aschenfall, ja in Ecuador mit Schlammausbrüchen, welche das Land mit dem Verwesungsgeruch verfaulender Fische, [* 13] die sie mit sich führten, erfüllten.
Mit der gebirgsbildenden und der vulkanischen Thätigkeit stehen die gewaltigen Erdbeben [* 14] in Verbindung, welche die westlichen Teile des Kontinents so häufig unter furchtbarsten Zerstörungen heimsuchen und gleichzeitig verderbliche Seebeben im Pazifischen Ozean erzeugen. Infolge des Erdbebens von Iquique brach das Meer achtmal in die Stadt ein und erreichte eine Höhe von mehr als 6 m über den gewöhnlichen Stand. Das Erdbeben vom erzeugte an der Küste von Peru eine Erdbebenflut, welche sich vom 13. bis 16. Aug. mit einer Geschwindigkeit von 200-400 Seemeilen über den ganzen Pazifischen Ozean verbreitete.
In Verbindung mit solchen Erdbeben haben sich nicht selten an den Küsten Südamerikas plötzliche Hebungen und Senkungen des Landes zu erkennen gegeben. Überhaupt ist dieser Kontinent, ähnlich wie Skandinavien, ein klassischer Boden für das Studium derartiger Niveauveränderungen, seitdem zuerst durch Pöppig (1826-29) und Ch. Darwin (1832 f.) in klarer und anschaulicher Weise diese Erscheinungen der wissenschaftlichen Welt bekannt gemacht wurden. Lange Strecken der Küsten haben, wie dies rezente Muschelbänke, alte Strandlinien, Terrassen, trocken gelegte alte Meeresbuchten beweisen, in neuerer Zeit Hebungen zum Teil beträchtlichster Art erlitten, so namentlich am Isthmus von Panama, am Mündungsgebiet des Magdalenenstroms, an den Lagunen von Santa Marta, am See von Maracaybo, am Delta [* 15] des Orinoko, an der brasilischen Küste vom Kap San Roque bis zum La Plata, endlich an der Ostküste Patagoniens bis zur Magelhaensstraße.
Auf der Westseite beginnen die Hebungserscheinungen in dem südlichen Chile [* 16] und erstrecken sich nach N. bis Callao und Lima, [* 17] kehren endlich noch einmal am Golf von Guayaquil wieder. Ihre bedeutendste Höhe erreichen unter anderm die Ablagerungen rezenter Muscheln [* 18] bei Concepcion (188-305 m), namentlich aber bei Valparaiso, [* 19] wo sie in einer Höhe von 396 m aufgefunden worden sind. Weit seltener sind Senkungen an den Küsten des Kontinents beobachtet, so an der Westküste des Chonosarchipels, bei Callao, unmittelbar angrenzend an das dortige Hebungsgebiet, ferner am La Plata und an der Mündung des Amazonas. Jedoch kann aus den Erscheinungen an den letztgenannten Punkten ein endgültiger Schluß auf wirklich stattfindende Senkung des Litorale noch kaum gezogen werden.
Nutzbare Mineralien.
Der Reichtum Amerikas an edlen Metallen, an Eisen, [* 20] Kupfer [* 21] und andern Erzeugnissen des Mineralreichs ist sehr groß. Die Andes Chiles, Perus, Bolivias, Zentralamerikas, Mexikos, die Gebirge Brasiliens, Kaliforniens, Nevadas und der östlichen Staaten der nordamerikanischen Union bergen jene unerschöpflichen Ablagerungen von Gold- und Silbererzen, welche seit der Entdeckung des Weltteils ¶
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eine Totalrevolution im relativen Werte des Geldes, in der Industrie und dem Handel der zivilisierten Völker der Alten Welt hervorgebracht haben. Nach Soetbeers Berechnung lieferte von der gesamten Edelmetallproduktion der Welt (außer China [* 23] und Japan) von 1493 bis 1875 im Betrag von 9,453,345 kg Gold [* 24] und 180,511,485 kg Silber Amerika allein 5,263,840 kg Gold und 153,025,500 kg Silber im Gesamtwert von 42,230,8 Mill. Mk. und 1876-82: 487,688 kg Gold im Wert von 1340,7 Mill. Mk. und 14,360,987 kg Silber im Wert von 2584,9 Mill. Mk., so daß sich Amerikas Gesamtproduktion auf 5,751,528 kg Gold und 167,386,487 kg Silber im Gesamtwert von 46,156,4 Mill. Mk. veranschlagen läßt.
Die Hauptproduktionsländer des Goldes sind dem Rang nach: die Vereinigten Staaten [* 25] von Nordamerika, [* 26] Neugranada, Brasilien, [* 27] Bolivia, Mexiko, Chile, Peru;
des Silbers: Peru, die Vereinigten Staaten, Mexiko, Bolivia, Chile.
Gold kommt in den goldreichsten Gegenden, wie Brasilien und Kalifornien, ursprünglich auf Quarzgängen des kristallinischen Schiefergebirges vor, aus deren Zerstörung die goldreichen Konglomerate und Alluvionen hervorgegangen sind; in den atlantischen Staaten Nordamerikas, vor allen in Neuschottland, Virginia, den beiden Carolinas und Georgia, verteilt in der Masse oder auf den Schichtflächen der dortigen Talk-, Quarzit-, Chlorit- und Glimmerschiefer und Itakolumite.
Die Silbererze treten in Gängen, besonders innerhalb des Übergangsgebirges, seiner Thonschiefer, Grauwacken, Kalksteine und des Dioritporphyrs, auf, so in Nevada und New Mexico, ferner zu Guanajuato, wo die Veta Madre wohl einer der mächtigsten Silbererzgänge der Welt ist, zu Zacatecas, Catorce, und wie in Mexiko, so gehören sie auch im silberreichen Bolivia und Peru, wo die berühmten Minen von Pasco im Kalkstein betrieben werden, dem Übergangsgebirge an, in Chile zu Arqueros dem erzführenden Porphyr.
Auch führen vorzüglich die Erzgänge des Dioritporphyrs nicht selten Gold. Platinerze kommen zwar in einigen Alluvionen von Villarica und mit den Diamanten in Matogrosso, Brasilien und auch auf Haïti [* 28] vor; aber nur die Gold, Edelsteine [* 29] und Magneteisen führenden Alluvionen von Neugranada, zu Choco und Antioquia, werden ausgebeutet, und bei Antioquia hat man sie selbst noch in Begleitung von gediegenem Gold auf Gängen im Diorit gefunden. Das Kupfer hat eine weite Verbreitung und kommt auf noch mannigfaltigern Lagerstätten vor: auf Gängen im Granit Grönlands und Mexikos, in dem Übergangsgebirge Mexikos, in dioritischen Gesteinen Mexikos und Chiles, im Kupfersandstein Chiles, in größter Mächtigkeit aber im Trapp am Obern See, wo mit dem Kupfer auch gediegenes Silber sich findet.
Große Blöcke gediegenen Kupfers finden sich über den Norden [* 30] Amerikas bis zum Kupferminenfluß zerstreut; in Kanada liegt im Bette des Ontanagon ein Block von 6-8000 Pfd. Dem Kupferdistrikt am Obern See unmittelbar benachbart, breitet sich südwärts der Eisendistrikt mit Magneteisenlagern im kristallinischen Schiefergebirge aus. Ebenso finden wir in andern Gebieten kristallinischer Gebirge Eisenerze in großer Menge, auch das Steinkohlengebirge ist daran reich.
Die reichsten Zinngruben sind in Peru, reiche, aber wenig benutzte auch in Neugranada und Mexiko. Antimon und Zink kommen in Peru, Chile, Mexiko, Brasilien vor, werden aber noch wenig gewonnen. Bleiglanz in Verbindung mit Galmei bildet die reichen Erze im silurischen Galenakalkstein von Illinois und Wisconsin; Quecksilber wird in den Gruben von Neualmaden in Oberkalifornien, von Zimapan in Mexiko und von Huancavelica in Peru gewonnen. Außer den Edelsteinalluvionen Brasiliens sind die reichen Smaragdgruben in dem Übergangsgebirge der Quindiukette zu erwähnen, die schönen Feueropale von Zimapan etc. Des Steinkohlen- und Salzreichtums, des Guanos, des Erdöls, das sich auch in dem merkwürdigen Asphaltsee auf Trinidad findet, wurde schon oben gedacht.
Mit den Asphaltlagern, wie sie mächtig in der untern Kreide [* 31] der Quindiukette auftreten, und mit den Steinsalzlagern Neugranadas dürften die sehr uneigentlich Schlammvulkane genannten Salzseen von Turbaco und Zamba südlich von Cartagena, kalte Quellen des Sumpfgases, in Verbindung stehen. Große, aber noch wenig ausgebeutete Vorräte von Schwefel sind in den Kordilleren und in Westindien in der Nähe der Vulkane entdeckt worden. Eine besondere Erwähnung verdient noch der Kryolith von Grönland, der eine eigne Industrie, zuerst in Europa, [* 32] dann ausschließlich in Nordamerika, hervorgerufen hat und kaum noch an andern Orten vorkommt, sowie das massenhafte Auftreten von Borax [* 33] in Kalifornien und von Boronatrochalcit ^[richtig: Boronatrocalcit] in den Chilisalpeterlagern Südamerikas.
Lager [* 34] von natürlichem Alaun [* 35] und von Natronsalpeter finden sich in Chile (von wo er als Ballast nach Europa verschifft wird) und in den Vereinigten Staaten (Kentucky, Tennessee, Virginia);
Brom (erst neuerlich entdeckt) in großer Menge in Nevada, Ohio und Pennsylvanien;
Glaubersalz und Natron auf den Salzseen an den patagonischen Küsten;
Steinsalz am La Plata, in Brasilien, in den Vereinigten Staaten (New York, Massachusetts, Kentucky, Illinois, Missouri etc.), in Zentralamerika, auf der Mosquitoküste, in Neugranada, Mexiko, Bolivia, Kanada, auf den Bahamainseln und im übrigen Westindien.
Salzquellen sind in verschiedenen Formationen an unzähligen Orten zu finden.
Klima.
Der tiefgreifende Einfluß, welchen die Verteilung von Wasser und Land, die Gestaltung und Gliederung der Festländer auf die klimatischen Verhältnisse der letztern ausüben, tritt auf dem amerikanischen Kontinent in dem Gegensatz zwischen dessen Süd- und Nordhälfte äußerst scharf hervor. Südamerika hat unter allen Kontinenten die gleichmäßigsten Temperaturverhältnisse. Es verdankt dies seiner geographischen Lage, der Abwesenheit allseitiger Gebirgsbarrieren sowie dem Umstand, daß sich der Kontinent polwärts immer mehr verschmälert und dadurch dem ausgleichenden, die Extreme mildernden Einfluß des Meers unter Breiten sich öffnet, wo die Temperaturdifferenzen auf kompaktern Festländern schon bedeutend werden.
Gerade umgekehrt verbreitert sich Nordamerika rasch gegen den Pol hin und leidet deshalb auf weite Strecken unter der Exzessivität, dem schroffen Gegensatz von heißen Sommern und kalten Wintern, wie solche das Kontinental- oder Landklima charakterisieren. Der östlichen Erdfeste gegenüber erscheint namentlich Nordamerika ungünstiger gestellt, indem die Verschmälerung des Landes in den warmen Regionen und wiederum die massige Ausbreitung in den kalten Regionen eine Verminderung der allgemeinen Wärme [* 36] bedingen. Während Nordamerika sich mit sibirischer Breite [* 37] um den Polarkreis lagert, entbehrt es an seinem Südrand der wärmesammelnden afrikanischen, arabischen, indischen Landmassen, welche in der Alten Welt die Wirkung der großen nördlichen Erstreckung und Ausbreitung ausgleichen. Bei Vergleichen zwischen den ¶