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Eric Hobsbawm ist gestorben
01.10.2012 Eric John Ernest Hobsbawm (Bild) wurde 1917 in Alexandria, Sultanat von Ägypten, geboren und ist heute Montag in London gestorben. Er war ein britischer, marxistischer Sozial- und Wirtschaftshistoriker. Besonders bekannt ist er für sein vierbändiges Werk über die europäische, kapitalistische Geschichte des langen 19. Jahrhunderts und kurzen 20. Jahrhunderts sowie für seine Überlegungen zu erfundener Tradition und Studien über Arbeiter (Wikipedia*).
Foto: Jane Bown, http://en.wikipedia.org/wiki/File:Eric_Hobsbawn.jpg
"Sein erstes grosses und bedeutendes Werk legte Hobsbawm 1959 mit Primitive Rebels vor. 1964 erschien die Essaysammlung Labouring Men, und 1968 das Werk Industry and Empire. Schon 1962 veröffentlichte er den ersten Teil seines zentralen vierteiligen Werks, The Age of..., nämlich The Age of Revolutions. Die weiteren drei Teile erschienen 1975 (The Age of Capital), 1987 (The Age of Empire) und 1994 (The Age of Extremes).
Von 1971 bis zur Emeritierung 1982 hatte er an der Universität London eine Professur für Wirtschafts- und Sozialgeschichte inne. Zahlreiche Gastprofessuren führten ihn unter anderem an die Stanford University, an das Massachusetts Institute of Technology und an die Nationale Autonome Universität von Mexiko. Seit 1984 war er Inhaber des Lehrstuhls für Politik und Gesellschaft an der New School for Social Research in New York.
1978 warf er in einem Artikel (The Forward March of Labour Halted?) die Frage auf, ob sich die Arbeiterbewegung als politische Kraft auf den Rückzug befinde, was eine lebhafte Debatte in der kommunistische Partei auslöste. Er blieb als einer ihrer bedeutendsten Intellektuellen Mitglied, bis sich diese nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 auflöste."
"Heute Montag ist der marxistische Historiker Eric Hobsbawm im Alter von 95 Jahren in London gestorben. Trotz der Fülle seiner Interessen und Talente erntete der grosse Gelehrte nicht nur Lob. Eine Würdigung."
"Seine vierbändige Geschichte Europas, die von der französischen Revolution bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion reicht, gilt als sein wichtigstes Werk."
"Hobsbawm's four-volume history of the 19th and 20th centuries, spanning European history from the French revolution to the fall of the USSR, is acknowledged as among the defining works on the period.
Fellow historian Niall Ferguson called the quartet, from The Age of Revolution to 1994's The Age of Extremes, 'the best starting point I know for anyone who wishes to begin studying modern history'."
Zum Tod des britischen Historikers Eric Hobsbawm: Gelebte Extreme
"Auf Eric Hobsbawm gehen Wortprägungen zurück, die nicht nur in der Zunft der Historiker kursieren, der er angehörte: die 'Erfindung der Tradition' und das 'kurze 20. Jahrhundert' als 'Zeitalter der Extreme'. Nun ist der bis zuletzt als Marxist sich verstehende Brite 95jährig in London gestorben."
Christoph Jahr
Mehr:
„Ich bin ein Reiseführer in die Geschichte", Interview mit Eric Hobsbawm auf einestages.spiegel.de
„Es wird Blut fliessen, viel Blut", Interview mit Eric Hobsbawm auf stern.de