Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03415.jsonl.gz/648

Der Artikel gibt einen Überblick über die Reisen und Aufenthalte von Menschen, die in der Vormoderne aus Afrika nach Europa kamen (Reisende, Botschafter, Dienstleute oder Pilger), sowie über ihre Beweggründe und Erfahrungen. Das Spätmittelalter (inklusive der Renaissance) spielt dabei eine Schlüsselrolle, denn lange bevor der Dreieckshandel und die Sklaverei etabliert wurden, trafen Kulturen und Märkte aufeinander, die von ganz unterschiedlichen Machtverhältnissen bestimmt wurden und weit weniger einseitig waren als in späteren Jahrhunderten. Der Artikel ist in zwei Teile gegliedert: Der erste Teil zeigt, vor allem auch durch aussereuropäische Stimmen, die wirtschaftlichen und diplomatischen Erfahrungen und den Austausch afrikanischer Königreiche wie Kongo und Äthiopien mit Europa, wobei die Rolle der Religion und die Annäherung an Europa als gemeinsame Faktoren hervorgehoben werden. Es waren vor allem die adligen Vertreter dieser grossen afrikanischen Reiche mit ihrem Sozialstatus, ihren Sicherheiten und Interessen, die mit Europa in Kontakt traten. Der zweite Teil analysiert aus europäischer Perspektive die diskursiven Veränderungen in Europa, die zu einer Konstruktion von «Afrikaner*innen» führten, die seit dem frühen 16. Jahrhundert auf sozialen und «rassischen» Merkmalen beruht.
(Übersetzung: Isabelle Schürch und Anja Rathmann-Lutz)