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Das Schloss in 1767 Herrliberger
Weitere Luftaufnahmen von Bulle
Obwohl es nie direkt der savoyischen Beherrschung unterlag, liefert das Schloss Bulle uns ein hervorragendes Beispiel der Architektur der Burgen, wie sie die Grafen von Savoyen im 13. Jahrhundert planten, und besonders Pierre II.
Bulle gehörte dem Bischof von Lausanne, geistiger Fürst der Region seit dem Beginn des Mittelalters, und seine Kirche markierte das Zentrum einer sehr grossen und alten Kirchengemeinde. Der letzte König von Ober-Burgund, Rudolph III, übertrug dem Bischof die temporäre Macht auf das parochiale Bulle. Gelegen im Zentrum des Sarine Tales an der Kreuzung von mehreren Verbindungswege hatte dieses Dorf in Anbetracht seiner aussergewöhnlichen Lage eine wesentliche besondere Bedeutung.
Die Kirche, die auf einer Ebene an einer geschützten Stelle aufgerichtet worden war, wurde bald von einer ersten Agglomeration umgeben, die nicht lange zögerte Markt zu halten. Im 12. Jahrhundert war dieses die Ursache einer Meinungsverschiedenheit zwischen dem Bischof und dem Greyerzer Grafen. Schliesslich riss der Bischof das Marktrecht an sich, und der Graf verzichtete in 1195-96 darauf, seine eigenen Märkte zu organisieren. Eines der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte Bulles war zu Beginn des 13. Jahrhunderts die Konstruktion eines grösseren Dorfes und Befestigungen, die zweifellos unternommen wurde, um die Verteidigung der Stelle zu verstärken, die immer den Angriffen der Greyerzer Grafen ausgesetzt war. Einzig blieb der ursprüngliche Grundriss dieses mittelalterlichen Dorfes fortbestehen, ein rechteckiger Kern, den man noch heute in der Innenstadt von Bulle wieder findet.
Auch als die Stadt in 1447 und in 1805 Opfer von zerstörerischen Feuer war, behielt sie diesen Grundriss bei, der durch zwei Längsstrassen geprägt wurde. Nördlich des Rechtecks von 400 Metern Länge auf 140 bis 150 Metern steht die Kirche im Süden das Schloss.
Aus archeologischen Forschungen geht hervor, dass die Stadt Bulle unter dem Episkopat von Boniface (1231-1239) gegründet, und später kanonisiert wurde. Was die Konstruktion des Schlosses betrifft, bleibt die Frage offen. Jener, der Graf Pierre II wurde, war zunächst für eine kirchliche Karriere bestimmt worden; von 1229 bis 1231 war er Prokurator des Bischofs von Lausanne. Er erwarb in dieser Qualität einen gewissen Einfluss auf Bischof Boniface, der sich, aus Köln kommend, nicht gut in der waadtländischen Diözese auskannte. Savoyische Wappen, die im Türstock eines Fensters bei Renovierungsarbeiten aufgedeckt wurden, beweisen, dass die Grafen-Familie auf eine Art oder der anderen an der Erbauung des Schlosses beteiligt gewesen war. Nach 1239 wäre das nicht mehr möglich gewesen, denn ein Streit, der zwischen den Bischof und die Grafen in Verbindung mit der Nachfolge von Boniface, teilte den Bischof und das savoyische Haus während Jahrzehnte, und sogar nach diesem Streit blieb der Bischof lang noch der absolute Herrscher über Bulle.
Seine Erbauung erfolgte wahrscheinlich nur einem Muster. Es handelt sich um ein typisches Werk der savoyischen Architektur, also von einem Viereck flankiert mit runden Türmen. Derjenige im Südwesten ist ein gewaltiger Wachtturm von 13,5 Metern Durchmesser und von 33 Metern Höhe; im Erdgeschoss erreichen seine Mauern eine Dicke von 2,16 Metern. Kleiner sind die Türme der anderen drei Winkel, die im Überhang am oberen Teil der Mauern gesetzt wurden. Ohne den grossen kreisförmigen Turm bildet der Grundriss dieses Werks fast ein Quadrat mit 41 auf 44 Metern. Die Nordseiten wo der Eingang ist die im Süden und die im Osten sind durch drei massive Gebäude gebildet; ein nicht weniger solide Umfriedungsmauer gewährleistet die Verbindung im Westen.
In seiner Substanz wurde das Schloss Bulle fast nicht verändert. Er wurde zum Glück vor den beiden grossen Feuern verschont. Sein Äusserliches hat andererseits Umwandlungen durch Renovierungsarbeiten erfahren, die im 18. Jahrhundert durchgeführt wurden: seine Stockwerke wurden verschoben, neuen Fenster eingebaut und der Graben wurde gefüllt.
Während der letzten Jahrhunderte des Mittelalters vertrauten die Bischöfe einem Schlossherren die Verwaltung ihres Eigentums in Bulle an. Die Stadt litt nicht unter den Burgund Kriegen, denn nach dem Greyerzerbeispiel unterzeichnete sie im Januar 1476 einen Vertrag mit Freiburg. In 1536 bei der Eroberung des Waadtlandes durch die Berner forderte der Bischof, der aus Lausanne geflohen war, Bulle auf, sich erneut unter dem Schutz von Freiburg zu setzen. Dann wurde sie dem freiburgerischen Territorium eingegliedert. Der Bischof verzichtete allerdings erst in 1614 formell auf seine Rechte. Bis 1798 diente das Schloss den freiburgerischen Vögten als Sitz; hier befindet sich seit dem 19. Jahrhundert die Präfektur des Greyerzerdistriktes.
Bibliographie