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Ein wissenschaftliches Projekt der WSL und EKZ zum Thema Lichtemissionen und deren Einfluss auf die Biodiversität untersucht zwischen Mai –August 2019 Auswirkungen von Leuchtenformen und drei unterschiedlichen Lichttemperaturen auf die Insektenvielfalt und die Fledermausaktivität. An 29 Strassenlampen entlang der Rebbergstrasse (Weiningen) sowie an zwei Dunkelstandorten im Feld und Weinberg werden Insektenfallen und Fledermaussensoren montiert. Jeweils in den Nächten sind die Insektenfallen und die akustischen Fledermaussensoren eingeschaltet.
Wir schauen zwei LED Leuchtenformen an: 1) Leuchten, die die Strasse optimal ausleuchten: 2) Leuchten, die eine grössere Leuchtfläche aufweisen, und eine grössere Lichtverteilung in der Landschaft simulieren. Die spektrale Zusammensetzung der Lichtfarben (-temperatur) variieren wir ebenfalls mit drei Temperaturen. Mit 1750K (amber), 3000K (warmweiss), 4000K (neutralweiss) decken wir einen optischen Gradienten von warm zu kalt ab. Vor allem interessieren uns die Interaktionen der spektralen Zusammensetzungen mit den Leuchtenformen. Das Ziel ist, konkrete Empfehlungen an die Praxis zu erarbeiten.
Wir möchten herausfinden:
- Finden wir an kälter leuchtenden LED mehr Insekten, weil die blauen Spektrenbereiche nachweislich eine grössere Anziehungskraft für Insekten haben?
- Haben grössere Leuchtflächen einen signifikanten Einfluss auf die Insektenhäufigkeit und die Fledermausaktivität?
- Können mögliche negative Auswirkungen kalter Lichttemperaturen auf die Biodiversität mit lichtimmissionsarmen Leuchtenformen aufgefangen werden?
Das durchsichtige Plexiglas ist das eigentliche Fangmodul der Insektenfallen. Durch den Trichter gelangen die gefangenen Insekten nachts in einen Becher, der mit Seife versetztes Wasser enthält. Die Fallen sind so programmiert, dass immer nachts einer der insgesamt sieben Fangbecher unter den Trichter zu liegen kommt, der die Insekten auffängt. Weil wir uns für die Beziehung zwischen Insektenhäufigkeit und von Strassenleuchten emittiertes Licht interessieren, werden zwischen Sonnenaufgang und -untergang keine Insekten gefangen und gelangen durch eine Oeffnung ins Freie. Die Insektenfallen enthalten sieben Becher für sieben Nächte und werden entsprechend einmal wöchentlich geleert. Die Insekten werden nach Ordnung sortiert (z.B. Nachtfalter gehören zu den Schmetterlingen).
Fledermäuse nutzen die Ultraschallecholotung zur Orientierung und Jagd. Dies macht sie mit ultraschallempfindlichen Techniken akustisch unterscheidbar. Die Batlogger erfassen automatisch Echoortungsrufe von Fledermäusen. Echoortungsrufe von Fledermäusen, die auf SD-Speicherkarten als WAV-Dateien zur späteren Analyse gespeichert sind. Einmal pro Woche werden die Speicherkarten abgerufen, um die Daten herunterzuladen und die Batterien aufzuladen. Eine Software, um aufgezeichnete Vokalisierungssequenzen von Fledermäusen in einzelne Echolokationsaufrufe zu schneiden, wird es ermöglichen, sie statistisch nach Arten und Artengattungen zu klassifizieren.
Um die natürliche Insekten- und Fledermausaktivität in diesem Gebiet unabhängig vom Strassenlicht aufzufassen, wurden an zwei Dunkelstandorten im umliegenden Feld zusätzliche Fallen montiert. Diese sind gleich aufgebaut wie die Fallen an den Strassenlaternen und verfügen über Fledermaus-Aufnahmegeräte. Sie werden ebenfalls wöchentlich ausgewertet.
Details zum Projekt
Projektdauer
2019 - 2019