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Aktuelle Beobachtungen auf dem Land von "Pro Pfäffikersee"
Hat unsere Vereinigung eigenes Land? Das dürfte nicht vielen bekannt sein. Und doch besitzen "wir" etwa 1,5 Hektaren im Schutzgebiet südlich des Irgenhuserriets (welches dem Natur- und Vogelschutzverein Pfäffikon gehört). Zwei ganze Hektaren kommen noch im Robenhuserriet dazu, wovon die Hälfte davon direkt am Messikommerweg liegt und deshalb gut einsehbar ist. Dies betrifft vor allem einen längeren Flachmoorstreifen und eine vielfältige Gehölzgruppe. Über diese beiden Gebiete möchte ich ab und zu berichten.
Heuschrecken im Sumpf
Im Sommer sind am Wegrand zirpende, zischende, schnarrende, knisternde, wetzende, schwirrende und knipsende Töne zu hören. Diese Vielfalt an Lautäusserungen haben wir zahlreichen Heu- schreckenarten am Wegrand zu verdanken. Die häufigste im Ried ist der Sumpfgrashüpfer (Chorthippus montanus), welcher unserem Gemeinen Grashüpfer (Chorthippus parallelus) sehr Ähnlich sieht und einen kurzen Vers aus gleichartigen Tönen ("schr-schr-schr...") erklingen lässt. Daneben hören wir deutlich den schwirrenden Gesang des Grünen Heupferdes (Tettigonia viridissima), das "elektrische" Dauersirren von Roesels Beisschrecke (Metrioptera roeseli), das feine handrasenmäherartige Geräusch der Grossen Goldschrecke (Chrysochraon dispar) und die gleichmässige Lautkette ("zlizlizli...") der Langflügeligen Schwertschrecke (Conocephalus discolor).
Eigenartig muten uns jedoch die etwa 10 Meter weit hörbaren, knipsenden Laute der abgebildeten Sumpfschrecke (Mecostethus grossus) an. Die Männchen erzeugen dieses kurze Geräusch, indem sie einen Hinterschenkel anheben und die gezähnte Schiene ruckartig nach hinten schleudern. Sie sind die Grashüpfer, welche am weitesten über das Riedgras fliegen, wobei die dunklen Vorderflügel deutlich sichtbar sind.
Sumpfschrecke, in Vorbereitung ihres "Schienenschleuderzicks"
Paarungsräder der Libellen
Paarungsräder von Libellen gehören zu den auffallendsten Erscheinungen. Solche "Tandems" sind einzigartig im Reich der Insekten und kommen folgendermassen zustande: Das Männchen landet auf der Brust des Weibchens, klammert sich mit den Beinen fest und verankert die Greifzangen seines Hinterleibs an der Vorderbrust (Kleinlibellen) oder am Kopf (Grosslibellen) der Partnerin. Sodann überträgt es Sperma auf seine Samenblase. Zuletzt hebt das Männchen sein Weibchen an, dieses krümmt seinen Hinterleib vorwärts und vollzieht die Vereinigung der Begattungsorgane.
Das fotografierte Paar der Grossen Pechlibelle (Ischnura elegans) zeigt oben das etwas schlankere Männchen. Es ist eine häufige und anspruchslose Art, welche im Flug durch ihr blaues "Schlusslicht" auffällt. Sie ist recht gefrässig und scheut sich nicht, gleich grosse Libellen zu verspeisen.
Grosse Pechlibellen im Paarungsrad. Photos: Scheidegger
Andreas Scheidegger
zu älteren Notizen: Frühling 2003