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Was sind die Vorteile der Craniosacral Therapie?
Die Craniosacral Therapie ist eine Massageform, die sich in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts aus der kraniosakralen Osteopathie entwickelte. Als Väter dieser Behandlungsmethode gelten der US-amerikanische Osteopath William Garner Sutherland (1873 – 1954) und der Chirurg John E. Upledger (1932 – 2012), dessen im Jahr 1983 erschienenes Buch „Craniosacral Therapy“ die Grundlage der modernen Craniosacralen Therapie bildet.
Der Therapieansatz der kraniosakralen Therapie folgt der Annahme, dass sich der Hirnwasserfluss auf die Knochen und die äusseren Gewebe übertragen und ertasten lässt. Der Craniosacral-Praktizierende erspürt die Qualität dieser rhythmischen Bewegungen und versucht, sie zu harmonisieren. Als Folge lösen sich schmerzhafte Verspannungen und Bewegungseinschränkungen. Die Vitalfunktionen stabilisieren sich, und das Immunsystem wird gestärkt.
Anwendungsgebiete der Craniosacral Therapie
Osteopathen und Masseure setzen die Craniosacral Therapie ein, um die Durchblutung zu verbessern und Schmerzzustände sowie verschiedene Arten von Allergien zu lindern. Weitere Anwendungsgebiete sind Beschwerden des Bewegungsapparates, Hyperaktivität und nervöse Tics (z.B. störende Muskelzuckungen und auffällige Laut-Äußerungen).
Indem der rhythmische Fluss des Hirnwassers harmonisiert wird, steigert sich das allgemeine Wohlbefinden. Störungen der Körperfunktionen können mithilfe der Craniosacral Therapie wirkungsvoll bekämpft werden. Behandlungserfolge werden ausserdem bei Patienten mit Migräne, Zahnfehlstellungen, nächtlichem Zähneknirschen und Haltungsschäden erzielt.
Ein weiterer Schwerpunkt der Cranio-Sacral Therapie liegt in der Behandlung von Dysfunktionen der Kiefergelenke (Craniomandibuläre Dysfunktion oder CMD). Diese geht zumeist mit Schmerzen der Kaumuskulatur (myofasziale Schmerzen), entzündlichen Veränderungen des Kiefergelenks und Verlagerungen der Knorpelscheibe im Kiefergelenk einher.
Da der Kiefer über Bänder und Muskeln eng mit den Schädelknochen verbunden ist, kann durch ein Lösen dieser Knochen eine Entspannung der Kiefergelenke erreicht werden. Darüber hinaus vermag die kraniosakrale Therapie durch CMD verursachte Probleme der Skelettstruktur (z.B. Rückenschmerzen oder Beckenschiefstand) abzuschwächen.
Wie wird eine Craniosacral Therapie durchgeführt?
Zu Beginn der Behandlung legt der Therapeut die Hände auf den Kopf des Patienten, um sich auf den Rhythmus der Hirnwasserströmung einzuschwingen. Entlang des Schädels, des Kreuzbeins und der Wirbelsäule versucht er, Störungen aufzuspüren. Mit gezielten Handgriffen wird das Gewebe an den betroffenen Körperstellen so lange gelöst, bis der normale Rhythmus wiederhergestellt ist.
Eine Therapiesitzung dauert im Normalfall zwischen 60 bis 90 Minuten. Im Unterschied zur klassischen Massage läuft eine Craniosacral-Therapie sehr ruhig ab: Nicht wenige Patienten schlafen während der Behandlung ein. Bei Erwachsenen besteht eine Therapie in der Regel aus mehreren Einzelbehandlungen, die im Abstand von einer Woche durchgeführt werden.
Risiken und Komplikationen
Ebenso wie die Sportmassage und die Fussreflexzonentherapie gehört auch die Kraniosakrale Therapie in vielen Massageinstituten zum Standardrepertoire und ist bei Menschen jeder Altersgruppe sehr gut anwendbar. Eine Ausnahme stellen Neugeborene dar, bei denen die Spalten zwischen den Schädelknochen weit auseinanderstehen. Durch die Handgriffe kann das Gehirn des Säuglings verletzt werden, weshalb von einer Behandlung mittels Craniosakral-Therapie abzusehen ist. Ähnlich wie bei der Homöopathie kann es am Anfang der Behandlung zu einer Erstverschlimmerung der Symptome kommen.
Nicht angewendet werden darf die Craniosacral Therapie bei Hirnblutungen und Verletzungen des Schädels. Innerhalb der ersten drei Schwangerschaftswochen sowie bei Knochenverletzungen aller Art ist eine solche Therapie ebenfalls kontraindiziert. Wer sich mithilfe der kraniosakralen Methode behandeln lassen möchte, sollte sich vor dem Gang zur Massage-Praxis mit seinem Arzt besprechen – ansonsten besteht das Risiko, dass Krankheiten unentdeckt bleiben oder nicht in angemessener Weise behandelt werden.