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Hydrologie: Die Zulg ist ein 23 km langer Fluss, der ab Geissegg diesen Namen trägt. Er hat drei Quellbäche: den Fallbach, den Sulzibach und den Kaltbach, wobei der Fallbach als der eigentliche Quellbach betrachtet wird, der auf 1486 m.ü.M. am Grünenberg entspringt. Auf der Google-Karte wird der Fallbach bis zur Quelle stets als Zulg bezeichnet. Die Zulg mündet auf 548 m.ü.M. bei Steffisburg in die Aare. Die Zulg hat ein Einzugsgebiet von 89 km² und eine Wasserführung von 3-5 m³ pro Sekunde. Sie ist ein Wildwasser, welches bei starken Gewittern ganz beträchtlich anschwellen und dann mehr Wasser führen kann als die Aare! Meist führt sie dann nebst der braunen Brühe auch noch -zig Tonnen Treibholz mit sich und ganz selten gibt es sogar Eisgang.
Gewässerkennzahl: 548
Urkundlich überlieferte Namen: noch keine gefunden.
- Bis jetzt fand ich noch keine urkundlichen Namen, welche helfen könnten, den Namen der Zulg auf der Basis von überlieferten Angaben zu deuten.
- Oettli schreibt in seinem Buch 'Deutschweizerische Ortsnamen' von 1945, dass Zulgwörter eine gallische Abkunft hätten, was aber auf einer veralteten Interpretation beruht.
- Bruckner, Studer und Greule erwähnen die Zulg gar nicht.
- Interessant ist, dass der Fluss in Berner Mundart als Tsu-u ohne g ausgesprochen wird. In phonetischer Schreibweise ergäbe das d'Suul. Da mundartlicher Namen oft die ursprüngliche Namensform bewahren, könnte man Zulg als eine 'Suhle' deuten.
- Bahlow nennt einen Bach im Kanton Bern namens Sulg und meint, dass dieser undeutsch sei. Ob er damit die Zulg meinte, ist noch offen, denn als Bach habe ich eine Sulg im Kanton Bern noch nirgends gefunden, wohl aber einen Zulgbach, der beim Keistlisteg auf etwa 764 m.ü.M. in die Zulg mündet, in seinen letzten Metern aber Wüeribach genannt wird. Er trägt die Gewässer-Nr. 1457. Ferner gibt es im Köniztal bei Bern noch den Sulgenbach, ein winzig kleines Bächlein mit der Gewässer-Nr. 1423. Auch im Berner Jahrbuch des Amtes für Wasser und Abfall wird keine Sulg erwähnt.
- Mit der Sulg hat er immerhin indirekt darauf aufmerksam gemacht, dass Zulg ein Zusammenzug von Artikel und Flussname sein könnte und zwar d' Sulg. Sulg könnte dann gedeutet werden als schmutziger Fluss, von ahd. sol, *sul = Lache, Suhle, Pfütze oder adj. solag, *sulag = schmutzig.
- Es bleibt abzuwarten, was Band 6 des Berner Namenbuchs dereinst schreibt, wenn es in ein paar Jahren publiziert wird.
Flussnamentyp: Der Flussname gehört zur Gruppe der älteren allemannischen Namen, von idg.*sul-.
Geologie: Der Flusslauf liegt weitgehend im Molassegebiet.
Flussgeschichte: Der Mittellauf der Zulg ist in seinem natürlichen Zustand erhalten geblieben, während im Oberlauf Wildbachverbauungen erstellt wurden, um die Erosion sowie die Geröllführung einzudämmen. Kanalisiert und begradigt ist die Zulg im Unterlauf bei Steffisburg. Grosses Hochwasser gegen Ende des 16. Jahrhunderts, ein weiteres Hochwasser am 25.7.1907 richtete viel Schaden an. Ende Januar 2017 gab es den letzten Eisgang auf der Zulg. Das Ereignis gilt als sehr selten.