Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/53656

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Leserinnen und Leser von mehreren Zeitungen (z. B. "NZZ am Sonntag" vom 2. Mai 2004, S. 92) erlebten die unerfreuliche Überraschung, ein auf Englisch verfasstes Stelleninserat lesen zu müssen, in dem der Rat der Eidgenössischen Technischen Hochschule einen "director" für die Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) suchte.</p><p>Ist der Bundesrat nicht der Ansicht, dass Artikel 70 der Bundesverfassung, gemäss der Deutsch, Französisch und Italienisch die Amtssprachen des Bundes sind, für alle Bereiche der Verwaltung gilt und dass der enervierenden Manie ein Ende gesetzt werden muss, eine Sprache zu verwenden, die nicht die unsere ist und die unter dem Vorwand gebraucht wird, dass sie ohnehin künftig der kleinste gemeinsame Nenner aller Schweizerinnen und Schweizer ist?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat wählt die Direktorinnen oder die Direktoren der Forschungsanstalten des ETH-Bereiches auf Antrag des ETH-Rates. Der ETH-Rat hat die Aufgabe, ein ordentliches Wahlvorbereitungsverfahren durchzuführen und dem Bundesrat die bestmögliche Kandidatin oder den bestmöglichen Kandidaten vorzuschlagen. Dieses Wahlvorbereitungsverfahren führt der ETH-Rat eigenständig durch.</p><p>Nach Auskunft des ETH-Rates ist ein international zusammengesetztes Gremium an der Arbeit, welches sich aus einer Expertin und acht Experten französischer (zwei), deutscher (vier) und englischer (drei) Muttersprache zusammensetzt. Für den Wahlvorbereitungsprozess wurde als einzig gemeinsam gesprochene Sprache Englisch als Arbeitssprache gewählt. Es sei ferner darauf hingewiesen, dass sich das Englische als universelle Sprache der Gemeinschaft der Forschenden etabliert hat. Wissenschaftliche Veröffentlichungen im naturwissenschaftlich-technischen Bereich werden beinahe ausnahmslos in englischer Sprache publiziert.</p><p>Gemäss dem Anforderungsprofil in der Ausschreibung wird eine Person gesucht, die neben einer ausgewiesenen Führungserfahrung über einen herausragenden Leistungsausweis in einem Forschungsgebiet der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz auf internationalem Niveau verfügt. Deshalb erfolgte die Ausschreibung nicht nur in nationalen, sondern auch in internationalen Zeitungen und Fachzeitschriften.</p><p>Diese Stellenausschreibung richtet sich nicht nur an potenzielle Bewerberinnen und Bewerber, sie hat auch einen Informationscharakter für die Öffentlichkeit. Der Bundesrat hätte es deshalb begrüsst, wenn das Stelleninserat in den nationalen Zeitungen in der jeweiligen Landessprache veröffentlicht worden wäre.</p>  Antwort des Bundesrates.