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Basel (awp) - Der Saatgut- und Pflanzenschutzmittel-Hersteller Syngenta hat 2010 den Absatz vor allem in Schwellenländern gesteigert. Wegen des Preisdrucks ging der Gewinn aber dennoch zurück. Der Agrochemiekonzern verschreibt sich nun eine neue Strategie: Die beiden Sparten Pflanzenschutz und Saatgut werden bis Ende 2012 vollständig zusammengeführt.
Wie Syngenta am Mittwoch mitteilte, stieg der Umsatz im Berichtsjahr um 6% auf 11,641 Mrd USD, gestützt vom schnellen Wachstum in den Schwellenländern, wo was Unternehmen inzwischen nahezu 50% der Verkäufe erzielt. Syngenta spricht mit Blick auf die Schwellenländer von "Schlüsselregionen" für die Branche, die für den zukünftigen Erfolg von zentraler Bedeutung sein würden.
Das starke Volumenwachstum ab dem zweiten Quartal habe zwar die Auswirkungen tieferer Verkaufspreise für Pflanzenschutzmittel beim Umsatz zwar mehr als ausgeglichen, unter dem Strich resultierte jedoch ein um 1% tieferer Reingewinn von 1,397 Mrd USD. Der EBITDA erreichte 2,505 Mrd USD, entsprechend einer Marge von 21,5%. Mit den vorgelegten Zahlen hat Syngenta die Erwartungen des Marktes übertroffen.
Der freien Cashflow erreicht rekordhohe 1,129 Mrd USD, nach 528 Mio im Jahr zuvor. An diesem Erfolg sollen auch die Aktionäre teilhaben: Für 2010 wird der Generalversammlung eine auf 7 (6) CHF erhöhte Dividende vorgeschlagen. Ferner plane Syngenta Aktienrückkäufe über 200 Mio USD, womit sich der Kapitalrückfluss insgesamt auf rund 850 Mio USD belaufen werde.
Der Umsatz des grösseren Bereichs Pflanzenschutz stieg im Berichtszeitraum um 5% auf 8'878 Mio USD, dabei kletterten die Absatzmengen um 9%, während die Verkaufspreise um 6% sanken. Der EBITDA stellte sich bei 2,19 Mrd USD ein und die Marge erreichte 24,7 (26,9)%.
Das Wachstum der Absatzmengen beschleunigte sich ab dem zweiten Quartal auf Grund einer starken Saison in Lateinamerika sowie einer positiven Entwicklung in der Region Asien/Pazifik. Nach zwei Jahren mit steigenden Preisen sei das preisliche Umfeld insbesondere in Nordamerika schwierig gewesen.
In Europa, Afrika und dem Nahen Osten erholte sich das Geschäft von einem späten Start in der ersten Jahreshälfte. In der Region Asien/Pazifik hielt die Nachfrage während des Jahres an, insbesondere in den Schwellenländern, wo die Landwirte weiterhin investierten.
Die Umsätze mit neuen Produkten - Syngenta definiert diese Produkte, die seit 2006 in den Markt eingeführt wurden - stiegen um 25% auf 402 Mio USD.
Die Pipeline des Bereichs verfüge über ein Umsatzpotenzial von mehr als 2,0 Mrd USD. Im laufenden Jahr werde in Brasilien mit "Plene" ein Produkt für Zuckerrohr mit einem Umsatzpotenzial von 500 Mio USD auf den Markt gebracht.
Der Umsatz im Bereich Saatgut stieg um 9% auf 2'805 Mio USD, bei 8% höheren Absatzmengen sowie unveränderten Preisen. Der EBITDA stellte sich auf 357 (256) Mio USD ein. Die operative Marge des Saatgutbereiches beziffert Syngenta mit 12,7%, nach 10,0% im Jahr zuvor.
Bei Mais sind die Umsatzzahlen zwischen dem US-Markt und den Märkten ausserhalb der USA etwa gleich verteilt. Alle Regionen verzeichneten 2010 Umsatzsteigerungen. Bei Soja konnten die Marktanteile in Nord- und Lateinamerika ausgebaut werden. Das Umsatzpotenzial für die kombinierten Mais- und Soja-Pipelines wird auf mehr als 2,7 Mrd USD geschätzt.
Für die Zukunft zeigt sich der Konzern optimistisch. Das Wachstum bei den Marktanteilen und die Expansion in den Schwellenländern dürfte die positive Dynamik bei den Absatzmengen auch im laufenden Jahr unterstützen, wird CEO Mike Mack in der Mitteilung zitiert. Der Konzernchef setzt dabei auf die neue Unternehmensstrategie.
Die beiden Sparten Pflanzenschutz und Saatgut sollen bis Ende 2012 vollständig zusammengeführt werden. Im Ergebnis soll dies bis 2015 zu Kosteneinsparungen von rund 150 Mio USD führen. Weitere Einsparungen bei der Beschaffung und durch eine höhere Effizienz in der Supply Chain werden sich voraussichtlich auf rund 500 Mio USD belaufen, so dass auf Jahresbasis gerechnete Kosteneinsparungen von etwa 650 Mio USD im Jahr 2015 zu erwarten seien.
Den Marktanteil will Syngenta in den kommenden fünf Jahren über die kombinierten Geschäftsbereiche hinweg um durchschnittlich 0,5% steigern. Zudem strebt der Konzern eine gruppenweite EBITDA-Marge im Bereich von 22% bis 24% im Jahr 2015 an.
Weiterhin soll ein Cash Flow Return on Investment (CFROI) von mehr als 12% erzielt werden. Kontinuierlich soll eine höhere Dividenden angestrebt werden und auch taktische Aktienrückkäufe getätigt werden.
ps/ra
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