Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/168939

<h2>SubmittedText<h2><p>1. Sind die Zentren in Sitten und Chur nicht für die elektronische Lesung ausgerüstet, die zurzeit in Vietnam getestet wird?</p><p>2. Aus welchen Gründen wurde dieser Versuch nicht in einem dieser zwei Zentren durchgeführt?</p><p>3. Wurde der Versuch nicht nach Vietnam verlagert, um Personalkosten einzusparen?</p><p>4. Falls irgendeine Tätigkeit definitiv ins Ausland verlagert würde, die die Post mit den Mitteln und dem Personal in der Schweiz durchführen lassen könnte: Wem möchten die Konzernleitung und der Bundesrat weismachen, dass eine solche Verlagerung keinen Einfluss auf die Anzahl Angestellte der Post in der Schweiz hätte?</p><p>5. Im Zusammenhang mit dem laufenden Versuch in Vietnam sprachen die Medien von rund hundert Stellen, die durch die Automatisierung gefährdet seien. Wie steht es damit im Hinblick auf die Tätigkeit, die zurzeit in Vietnam getestet wird?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1./2. Die Sortieranlagen der Post vermögen heute bereits 92 Prozent aller Briefsendungen maschinell zu sortieren, und zwar bis in die Reihenfolge der Zustelltour des Briefträgers (sogenannte Gangfolgesortierung). Die Videocodierung wie auch die Extraktionscodierung haben zum Ziel, den Anteil der maschinell sortierbaren Briefe laufend zu erhöhen und damit die Qualität der Briefzustellung zu verbessern.</p><p>Die beiden Logistikzentren der Post für Retourenverarbeitung und Videocodierung in Chur und Sion sind ausgerüstet für die Videocodierung, das heisst die elektronische Erfassung von Postleitzahlen und Auslandinformationen bei Sendungen, welche nicht maschinell gelesen werden können. Die Extraktionscodierung hingegen ist eine zusätzliche Codierung bis auf die Stufe des Empfängernamens. In den beiden bestehenden Zentren in der Schweiz sind weder die technischen noch die personellen Infrastrukturen vorhanden, um diese Extraktionscodierung einführen zu können. Nach Angaben der Post wäre es ihr nicht möglich, den Aufbau und Betrieb dieser Infrastrukturen kostendeckend durchzuführen. Im Rahmen eines Pilotversuches erfolgt die Extraktionscodierung aktuell von einer Tochtergesellschaft der Post (zu 100 Prozent in ihrem Eigentum) in Vietnam. Anfang 2017 wird die Post entscheiden, ob sie die Extraktionscodierung einführen wird.</p><p>3. Mit der Extraktionscodierung soll eine Qualitäts- und Effizienzsteigerung im Sortier- und Zustellprozess von Briefen erreicht werden. Die Durchführung des Pilotprojektes bei der Tochtergesellschaft der Post in Vietnam erfolgt mit der Absicht zu prüfen, ob diese Effekte eintreffen. Personalkosten würden mit der Einführung der Extraktionscodierung nicht eingespart, weil diese Art der Codierung die bestehende Videocodierung nicht ersetzen, sondern ergänzen würde.</p><p>4./5. Weil die Post - wie oben bereits erwähnt - die Extraktionscodierung in der Schweiz nicht kostendeckend betreiben könnte, wäre die Alternative zur Erbringung dieser Dienstleistung in Vietnam der Verzicht auf deren Einführung.</p><p>Die Realisierung des maximalen Potenzials der Extraktionscodierung - unabhängig davon, wo sie erfolgt - würde aufgrund des höheren Anteils maschinell sortierbarer Briefe bis 2018 voraussichtlich zu einem Abbau von rund 90 Stellen in der Zustellung führen. Dies würde über die ordentliche Personalfluktuation erfolgen.</p><p>Auf den Personalbestand der Zentren in Chur und Sion hätte die Einführung der Extraktionscodierung keinen Einfluss. Die bisherige Videocodierung der Postleitzahl bleibt bestehen, und zwar insbesondere für Sendungen in ein Gebiet, wo keine Gangfolgesortierung erfolgt und die Erfassung der Postleitzahl damit ausreichend ist.</p>  Antwort des Bundesrates.