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Warum gibt es in Schwyz mehr Coronatote?
Es ist eine traurige Bilanz: 23 Tote zählt der Kanton Schwyz. Das sind die meisten in der Zentralschweiz. Warum ist das so? Kantonsarzt Claudio Letta klärt auf.
WOLFGANG HOLZ
Claudio Letta, was sagen Sie als Kantonsarzt dazu, dass der Kanton Schwyz mit 23 Verstorbenen bis jetzt die meisten Coronatoten in der Zentralschweiz aufweist? Die Höhe der aktuellen Zahl der Todesfälle kann durch den Ausbruch im Zentrum für aktives Alter Frohsinn in Oberarth mitbegründet werden, in welchem 11 Bewohner verstorben sind. Der Kanton Luzern weist jüngst mit einer fast zweieinhalbfach grösseren Bevölkerungszahl im Vergleich zum Kanton Schwyz und einer touristischen und urbanen Konglomeration 19 Tote auf, der dicht besiedelte Kanton Zug mit fast gleichviel Einwohnern wie Schwyz 8 Tote. Wie erklären Sie sich diese Unterschiede?
Es werden keine Daten oder Auswertungen erhoben, welche einen Vergleich oder Aussagen mit denen von Ihnen erwähnten Faktoren zulassen. Ein Vergleich mit anderen Kantonen, beispielsweise mit den Kantonen Neuenburg oder Basel-Stadt, die leicht mehr Einwohner als der Kanton Schwyz haben, aber stärker von Todesfällen betroffen sind, zeigt, dass die Bandbreite sehr hoch ist. Woran liegt es aber aus Ihrer Sicht, dass der Kanton Schwyz die meisten Coronatoten in der Zentralschweiz hat: Zufall? Schlechtere medizinische Versorgung? Weniger Sorgfalt in der Bevölkerung im Umgang mit den Coronaschutzmassnahmen? Zu wenig Tests? Die Betroffenheit der Kantone der Schweiz sind sehr unterschiedlich. Hier eine verlässliche Aussage zu machen, ist kaum möglich. Warum unternimmt man im Kanton Schwyz nicht ebensolche Tracking-Massnahmen wie im Kanton Zug, um die Infektionsketten innerhalb des Kantons besser analysieren und kontrollieren zu können?
Im Kanton Schwyz wird seit Beginn des Coronavirus-Ausbruchs das Nachverfolgen der positiv getesteten Personen und eine durch die jeweilige Lage vorgegebene Rückverfolgung durch das Amt für Gesundheit und Soziales gewährleistet. Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit der Zentralschweizerischen Lungenliga, welche für solche Fälle im Pandemieplan des Kantons Schwyz sowie einer dafür bestehenden Leistungsvereinbarung vorgesehen ist. Es handelt sich hier um einen laufenden Prozess, der den Vorgaben des Bundes jeweils angepasst und entsprechend umgesetzt wird.
Der Schwyzer Kantonsarzt Claudio Letta. Foto: zvg