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Amtsenthebung erst seit 1975
Obwohl die Dorffasnacht Biberist ihren Ursprung und ihr Bestehen seit 1945 hat, konnte die Biberister Gemeindebehörde über die närrische Zeit immer frisch-fröhlich weiterhin ihres Amtes walten. Dies änderte sich erst im Jahr 1975. Der damalige Obernarr, Marcel Jäggi, konnte mit dem damaligen Ammann, Alois Zuber, die allerserste Amtsenthebung arrangieren.
Die Anrede für das Gemeindeoberhaupt war früher "Ammann". Nach Jahren wurde der Namen kantonal neu geregelt und fortan war die Bezeichnung "Gemeindepräsident".
Die Amtsenthebung fand fortan jährlich am späten Nachmittag vom Schmutzigen Donnerstag statt. Auf dem Platz vor dem Gemeindehaus wurde der Ammann mit seinen Chefbeamten in lustiger Form entmachtet. Symbolisch übergab dann der "abtretende" Ammann ein Zepter dem Obernarren.
Die Amtsenthebung vor dem Gemeindehaus fand jeweils mit ulkigem Klamauk statt. Im Video von 1981 holt die schön gekleidete Gruppe "Aemmehäxe" zusammen mit dem Ehren-Obernarr Willi Begert, den Ammann und die Chefbeamten im Gemeindehaus ab. Am Schluss wurden meistens noch Geschenke überreicht. Seitens der Dorffasnacht Biberist war dies meistens in irgend einer Form das Znüni für die Gemeindeangestellten am kommenden Morgen.
An der Amtsenthebung 1981 übergab der Ammann Alois Zuber der Dorffasnacht Biberist als Geschenk 18 handbemalte Schneckenhäuser von der Oberwiler Fasnachtsgesellschaft. Bis zu diesem Zeitpunkt wussten selbst die ältesten Biberister Fasnächtler nicht, dass es eine zweite Fasnacht gab, die auch einen "Schnägg" als Wappentierchen hat.
Die Baselbieter Gemeinde Oberwil hat seit Jahrzehnten den Scherz- oder Necknamen "Schnägge". Da ist es fast selbstverständlich, dass die Oberwiler Fasnacht den "Schnägg" in ihrem Logo hat. In der Gemeinde gibt es auch zwei Plastiken, die den Schnägg zum Thema haben.
Amtsenthebung am Hilari
Bis zum Jahr 2005 fand die Amtsenthebung am Schmutzigen Donnerstag statt. Für die aktiven Fasnächtler war dies immer eine stressige Zeit, da man sich auch für den Auftritt der Gruppenzirkulation zurecht machen musste.
Die Obernärrin Susanne Scheidegger konnte dann die Amtsenthebung auf den Hilaritag vorverschieben. So wird der Gemeindepräsident während des Hilariprogramms entmachtet, das erste Mal in dieser Art am 13. Jänner 2006. Die Narren können fortan das Zepter wesentlich länger in der Hand halten.
Das Zepter
Eigens für die Amtsenthebung wurde ein Zepter aus Metall kreiert. Das leicht geneigte Zepterende ziert der Ämmeschnägg. Die beiden Fasnächtler, Willi Kurmann und Marcel Aeschbacher, traten als Sponsoren für das Zepter auf. Willi Kurmann war Herbergsvater und Mitglied der Schnägge-Zunft. Marcel Aeschbacher war 1975 der amtierende Narrenschreiber.
Das Zepter aus früheren Jahrhunderten ist ein ellenlanger Stab aus wertvollem Metall. Die Elle ist ein Längenmass und gilt als eines der ältesten Naturmasse. Sie wurde ursprünglich von der Länge eines Unterarmes abgeleitet, misst aber meist mehr als der Abstand zwischen Ellbogen und Mittelfingerspitze eines ausgewachsenen Mannes, also über einen halben Meter. In Bern war üblich, dass eine Elle 54,17 cm lang ist. Das Zepter der Dorffasnacht Biberist weist auch seine 54 cm auf.
Amtsrückgabe am Aschermittwoch
Die Regierungszeit der Biberister Narren geht am Aschermittwoch zu Ende. Der Obernarr mit den Vorstandsmitgliedern und Vertretern der verschiedenen Fasnachtsgruppen übergibt das Zepter im Gemeindehaus wieder dem Ammann, respektive dem Gemeindepräsidenten.
Amtsrückgabe 1975