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- 25.02.2005
- Seebeben Asien
Zwei Monate nach der Flutkatastrophe in Südostasien ist die Nothilfe vielerorts noch immer in Gang oder kann nächstens abgeschlossen werden. Nach der Soforthilfe folgt die Rehabilitation: sinnvolle Übergangslösungen werden gesucht, gleichzeitig wird der Wiederaufbau geplant. Eines der Projekte sieht ein "Cash-for-Shelter"-Programm auf Sri Lanka vor: Gastfamilien sollen für die temporäre Aufnahme von Obdachlosen monatlich entschädigt werden. Glückskette-Direktor Félix Bollmann hielt sich in Südindien und Sri Lanka auf, um den Start eines derartigen Programms abzuklären. Generell kommt der Koordination der vielen Hilfswerke und Aktionen vor Ort hohe Priorität zu.
Die Hilfe der Glückskette und ihrer Partner-Hilfswerke konzentriert sich vor allem auf Sri Lanka, Südindien, Indonesien/Aceh. Der Projektleiter der Glückskette, Héribert Kaeser, besuchte Indonesien und Thailand, um dort Betroffene - unter anderem auch Schweizer, die alles verloren haben - und Hilfswerkverantwortliche zu treffen.
Die Glückskette unterstützt Projekte der Partner-Hilfswerke vor Ort. Einige Beispiele:
Terre des hommes Lausanne nimmt sich der psychosozialen Begleitung traumatisierter Kinder in Batticaloa und Ampara (Sri Lanka) an und bildet dafür 369 BetreuerInnen für mehrere Zentren aus.
Das Schweiz. Arbeiterhilfswerk (SAH) koordiniert zusammen mit einem deutschen und einem norwegischen Hilfswerk die Aktionen auf einem Küstenstreifen von 100 Kilometern Länge im Nordosten Sri Lankas. Diese umfassen u.a. 34 Flüchtlingscamps mit rund 4000 Familien, die alles verloren haben. Das SAH hat soeben beschlossen, für die nächsten fünf Jahre den Wiederaufbau von Wohnhäusern und Schulen in dieser Zone zu übernehmen und sich für den wirtschaftlichen Fortbestand von Fischerei, Landwirtschaft, Kleingewerbe, Bildungswesen und Gemeindeentwicklung zu engagieren.
Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) weitet seine bisherige medizinische Hilfe im indonesischen Aceh aus. Nach der Verteilung von 80'000 Moskitonetzen wird es sich vor allem in der Gesundheitsprävention engagieren. Ausserdem beteiligt es sich in der Stadt Lambaro an der Säuberung und am Bau von Brunnen und Latrinen. In Sri Lanka sieht das SRK vor, die bereits aufgebauten 1'000 Zelte für Obdachlose in Batticaloa an der Ostküste durch Wohnhäuser zu ersetzen.
Das Hilfswerk der evangelischen Kirchen der Schweiz (HEKS) plant den Wiederaufbau von vier Dörfern mit rund 850 Häusern in den südindischen Distrikten Pondicherry und Cuddalore, wo seit dem Januar auch schon psychosoziale Betreuung geleistet wird. In Indonesien hilft das HEKS auf der Insel Nyas. Dort erhielten 17 000 Kinder Zusatznahrung; in einem nächsten Schritt sollen 440 Häuser und eine Schule aufgebaut werden.
Die Caritas hat in Tamil Nadu (Indien) mit der Reparatur von 600, in der Region von Eluru in zehn Dörfern mit der Reparatur von 1000 Häusern begonnen. In der Region Trincomalee (Sri Lanka) wurde die Strandreinigung in Angriff genommen. Dazu hat die Caritas 1000 Werkzeug-Sets zur Verfügung gestellt, die sowohl für die Reinigungsarbeiten als auch für den Häuserbau eingesetzt werden können.
Medair betreut in einem grossen Nothilfeprogramm 5000 Familien mit Unterkünften, Wasserversorgung etc. im Distrikt Ampara (Sri Lanka).