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In den meisten asiatischen Länder wird Asbest weiterhin verwendet. Trotz tödlicher Folgen. Das Asian Ban Asbestos Network kämpft für ein Asbestverbot.
«Als Folge meiner Arbeit in einer Textilfabrik habe ich Asbestose», erzählt Siti Kristina aus Westjava, die unter Atemnot, Hustenanfällen und Gewichtsverlust leidet. «Obwohl ich schon seit zehn Jahren nicht mehr dort arbeite, hängen die Fasern in meiner Lunge und verschlechtern meinen Gesundheitszustand von Tag zu Tag.» Seit ihrer Diagnose kämpft Siti Kristina im Asian Ban Asbestos Network (ABAN) für ein Asbestverbot in den Ländern Asiens.
Erste Schritte für nationale Asbestverbote
Bis jetzt hat Nepal als einziges Land in der Region 2014 den Import und die Verwendung von Asbest und asbesthaltigen Materialen untersagt. Mit der Durchsetzung hapert es jedoch. So wird weiterhin asbesthaltiger Zement importiert und sind Bremsbeläge, die Asbest enthalten, vom Verbot ausgenommen. ABAN setzt auch bei Provinz- und Stadtregierungen an. So dürfen im indischen Bundesstaat Bihar keine Asbestfabriken mehr gebaut und in Kerala keine Schuldächer aus Asbestplatten angebracht werden. In der indonesischen Stadt Bandung ist die Verwendung von asbesthaltigen Materialien in allen neuen Gebäuden untersagt.
Um ein nationales Verbot zu erreichen, müssen Regierungen für die Schädlichkeit von Asbest sensibilisiert werden. In Kambodscha fordern Opfer-Vertreter*innen die Entwicklung eines nationalen Aktionsplans. In Vietnam wurde über asbestbedingte Krankheiten informiert und die Kennzeichnung von asbesthaltigen Produkten gefordert. Auch die Weiterbildung zur Diagnose asbestbedingter Krankheiten für medizinisches Personal und Ärzt*innen ist wichtig. Denn viele Asbestopfer erhalten die Fehldiagnose Tuberkulose. Doch nur, wenn betroffene Arbeiter*innen als Asbestopfer identifiziert werden, können sie ihre Rechte einfordern.
Die Lügen der Asbestlobby
Die Asbestindustrie übt Druck auf die Regierungen Südostasiens aus, um ein Verbot von Asbest zu verhindern. So wurden NGOs und Aktivist*innen in Pakistan von der Regierung und von Unternehmen bedroht. Die Asbestlobby verbreitet Fehlinformationen zu den Auswirkungen von Asbest und finanziert sogar Studien, um die Erkenntnisse der Asbestverbot-Kampagne zu widerlegen. Ausserdem behauptet sie, die Verwendung von asbestfreien Materialien erhöhe die Kosten. Deshalb betont das ABAN-Netzwerk die Wichtigkeit einer Kosten-Nutzen-Analyse, fokussiert auf Kampagnen für die Kennzeichnung von Asbest. ABAN versucht auch, Finanzinstitute in der Region für eine asbestfreie Politik zu gewinnen. So hat sich die Asiatische Infrastrukturinvestmentbank 2021 in ihren Umwelt- und Sozialbestimmungen verpflichtet, Asbest in den finanzierten Projekten auszuschliessen. Dies sind erste Erfolge okaler Aktivist*innen, die wissen, wovon sie sprechen. Die Opfer müssen weltweit gehört werden.
«Als Folge meiner Arbeit in einer Textilfabrik habe ich Asbestose.»