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1910 plante eine in Paris ansässige Immobilien- und Investmentgesellschaft entlang des Niederholzrains eine Überbauung mit 75 Gebäuden. Das Grossprojekt im Süden des Gemeindegebiets konnte nach Streitigkeiten wegen der Finanzierung der Erschliessungsstrassen sowie infolge des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs nicht realisiert werden.
Die 1907 gegründete ‹Compagnie Fonçière et Immobilière Suisse et Française› mit Sitz in Paris kaufte in Riehen ein Stück Bauland zwischen den heutigen Strassenzügen Rainallee/Im Niederholzboden und Morystrasse/Essigstrasse, an den Schmalseiten begrenzt vom heutigen Kohlistieg und vom Gstaltenrainweg.
Das Riehener Architektbüro Gfeller & Braun entwarf um 1910 für dieses Stück mit bester Aussichtslage einen detaillierten Überbauungsplan, inklusive möglicher Strassenführungen. Als Zentrum sah es einen Marktplatz vor, der gegen Basel hin in eine 15 Meter hohe Aussichtsplattform münden sollte. Darum herum waren Geschäftshäuser, eine Post, ein Tea-Room und ein Polizeiposten angedacht. Insgesamt planten die Architekten rund 75 Gebäude – teils Einfamilienhäuser, teils mehrgeschossige Wohnbauten –, umgeben von Grünflächen und Alleen.
Gebaut wurde bloss ein einziges der geplanten Häuser: die Villa an der Sonnenbühlstrasse 12. Zudem konnte das Büro Gfeller & Braun den für das Grossprojekt entwickelten Reihenhaustyp bei einer Überbauung an der Burgstrasse 155–173 verwirklichen.
Gescheitert ist das Projekt aus zwei Gründen: Einerseits endeten Differenzen zwischen der Gemeinde und der Bauherrschaft bezüglich Finanzierung des notwendigen Strassenbaus in einer Ehrverletzungsklage des Gemeindepräsidenten Otto Wenk vor Gericht, andererseits verschlechterte sich die finanzielle Situation der Pariser Firma nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914. Diese sah sich gezwungen, das Land nach dem Krieg zu verkaufen.
Autorin / Autor: Nils Widmer | Zuletzt aktualisiert am 17.2.2023
Kaufmann, Gerhard: Nicht ausgeführte Riehener Bauprojekte. In: Jahrbuch z’Rieche 1983. S. 35–56, hier S. 36–40.
S. N.: Arbeiten der Architekten Gfeller & Braun. In: Die schweizerische Baukunst. Bd. 7, Heft 5/6 (1915). S. 26–35, hier S. 32–35. URL: doi.org/10.5169/seals-660470 (15.02.2023).