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03. November 2009
Wette auf Konjunkturerholung 03.November 2009
Original Meldung von: http://www.ftd.de/suche?query=BNSF
Buffetts grosser Eisenbahnkauf für 44 Mrd. Dollar
Sein Ruf als Investor ist legendär. Nun wettet Warren Buffett auf eine rasche wirtschaftliche Erholung in den USA - und stemmt mit dem Kauf des Eisenbahnkonzern
Burlington für 44 Mrd. $ sein grösstes Geschäft. Die Anleger sind elektrisiert.
Der US-Milliardär Warren Buffett wagt mitten in der Wirtschaftskrise den grössten Zukauf seiner Karriere. Die Holding Berkshire Hathaway schluckt für 44 Mrd. $ den amerikanischen Eisenbahnkonzern Burlington Northern Santa Fe. Mit dem Geschäft setze er alles auf die Karte einer wirtschaftlichen Erholung der USA, sagte Buffett. "Ich liebe solche Wetten." Er besitzt bereits gut ein Fünftel der Eisenbahngesellschaft und kauft das Unternehmen nun komplett. Der Preis beinhaltet auch 10 Mrd. $ Schulden. Die Anteilsscheine von Burlington sprangen nach Bekanntgabe der Pläne zwischenzeitlich um 29 Prozent auf 97,78 $. Der Kauf beflügelt auch die Aktien der Konkurrenten. Union Pacific verteuerten sich um 8,1 Prozent, CSX um 8,5 Prozent. Das US-
Bahngeschäft litt zuletzt schwer unter der Wirtschaftskrise. Den- noch gilt es als Wachstumsmarkt. Burlington Northern Santa Fe (BNSF) ist einer der grössten Anbieter in den USA. Der Konzern hat als einer der wenigen in der Branche ein Netz quer über den Kontinent.
wenigen in der Branche ein Netz quer über den Kontinent. Mit seiner Investition wettet Buffett nicht nur auf eine eine allgemeine Erholung der Wirtschaft, sondern speziell auf steigende Rohstoffpreise. Je höher der Ölpreis steigt, desto attraktiver wird der Gütertransport auf der Schiene. Buffett, der über ausgezeichnete
Kontakte nach Washington verfügt, rechnet zudem damit, dass die Regierung den Ausbau der Eisenbahn mittelfristig vorantreiben wird. Von besonderer Bedeutung für Burlington ist der Transport von Kohle, die in den USA vielerorts gefördert wird und einen erheblichen Beitrag
zur Stromerzeugung leistet. In der Energie-wirtschaft ist Buffett ohnehin ein wichtiger Investor. Sein Unternehmen Midamerican Energy gilt als Treiber der Konsolodierung. "Die Eisenbahn spielt eine Schlüsselrolle für das Wachstum in den USA und sie wird aufblühen, wenn es wirtschaftlich wieder aufwärts geht", schwärmte
Buffett. "In den kommenden zehn, zwanzig und dreissig Jahren wird das Volumen im Gütertransport steigt." Berkshire Hathaway zahlt je Burlington-Aktie wahlweise 100 $ in bar oder in Form eigener Aktien. Der Kaufpreis bedeutet einen Aufschlag von gut 30 Prozent auf den Schlusskurs der Eisenbahn-Aktie vom Montag. Der Abschluss der Transaktion wird für das erste Quartal 2010 erwartet. Wie so oft gelang Buffett ein Überraschungscoup, nichts war zuvor durchgesickert. Ähnlich hatte er vor gut einem Jahr mitten in der Finanzkrise Milliarden in die US-Investmentbank Goldman Sachs und den Siemens-Erzrivalen General Electric (GE) investiert - als kaum jemand Geld hergeben wollte. Doch der ausgefuchste Buffett sicherte sich dafür auch für ihn höchst profitable Konditionen. Buffetts Holding mit Sitz in Omaha (Nebraska) gehören neben Aktienpaketen grosser Konzerne rund 80 eigene Tochterfirmen. Besonders Besonders stark ist sie im Versicherungsgeschäft und der Finanzbranche engagiert. Der 79-Jährige Buffett ist für unzählige Anleger in Amerika und aller Welt eine Kultfigur. Viele machte er reich. Die Berkshireaktie ist mit einem Preis von zuletzt fast 100.000 $ die teuerste Aktie an der New Yorker Börse.
Buffett hat darum für Kleinanleger eine spezielle Aktienklasse geschaffen. Dieses B-Papier kostete zuletzt 3265 $. Es soll nun nochmals gesplittet werden, um auch kleineren Burlington-Aktionären den Aktientausch zu ermöglichen. Die Investmentgesellschaft hatte im zweiten Vierteljahr ihr bestes Quartalsergebnis seit fast zwei Jahren vorgelegt. Dank der sich wieder erholenden Märkte belief sich der Nettogewinn auf 3,3 Mrd. $, ein Plus binnen Jahresfrist von 14 Prozent. Im Zuge des Aufwärtstrends an den Börsen profitierte das Unternehmen auch von einer Wertsteigerung seiner Kapitalinvestitionen und Derivate. Der Umsatz der Investmentfirma fiel allerdings um zwei Prozent auf 29,61 Mrd. $.