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Medienmitteilung, 1. September 2021
Die vierte Woche in Folge begibt sich Sonja Hediger nach Bern, um die zentralen Erkenntnisse des letzten IPCC-Reports am Bundeshaus anzuschlagen. Sie wurde hierbei begleitet von Bürgerinnen und Bürgern aus den Kantonen Waadt, Neuenburg und Schaffhausen. Während in den vergangenen Wochen der Bericht an offizielle Gebäude in Zürich, Biel, Bellinzona, Lausanne und Neuenburg angeschlagen wurde, wurden in dieser Woche ähnliche Aktionen in Basel und Winterthur durchgeführt.
Die Waadtländer Allgemeinmedizinerin und Mutter Sonja Hediger wurde diese Woche in Bern begleitet von:
- Nathalie Bron, 53, wohnhaft in Morges, die nach fünfstündigem polizeilichem Gewahrsam in Lausanne vor zwei Wochen und einer Interpellation in Bern eine Woche später, nun bereits zum dritten Mittwoch in Folge aktiv war
- François Jakob, 26, der die Arbeit in seinem Obstgarten im ländlichen Neuenburg aufgab, um sich vollzeit für die Rebellion gegen das Aussterben zu engagieren. “Ich bin erschüttert, wenn ich an die Welt denke, in der meine Familie, meine Neffen und Nichten werden überleben müssen.”
- Julian Zubler, 23, aus Schaffhausen, studiert zur Zeit Soziologie und Politikwissenschaft in Basel
- Claude-Alain Frund, 62, Frührentner, Musikliebhaber und Vater von drei Kindern aus Lausanne
Diese Woche wurden sie alle von der Polizei angefangen, die sie bereits erwartete, und erhielten ein 24-stündiges Aufenthaltsverbot als Präventivmassnahme. So wurden einige Leute aus Bern verbannt, ohne dort jemals etwas verbrochen zu haben. “Ich hätte nicht gedacht, dass dieser IPCC-Bericht so unerwünscht ist… Oder dass ich einfach aus einer Stadt in meinem Land verbannt werden würde, weil man mich verdächtigt, ihn öffentlich ausstellen zu wollen”, sagte Claude-Alain Frund.
In Basel:
- Gisela Burkhalter, 54-jährig, Grafikdesignerin und Mutter, sie hat 30 Seiten aus dem IPCC-Bericht und der Schweizerischen Bundesverfassung am Rathaus angebracht, bevor die Polizei eingriff. Sie weigerte sich, sie zu entfernen und wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. Die anwesenden Staatsbeamten waren empört über ihr Vorgehen.
In Winterthur: Susanne Müller und Eugen Schmid konnten zweimal 42 Seiten des Berichts am Rathaus anbringen, bevor die Polizei einschreiten konnte. Gegen sie wurden keine Geldstrafen verhängt.
- Susanne Müller, 47, Zugverkehrsleiterin und Mutter von zwei fast erwachsenen Kindern. Sie gibt klar zu verstehen: “Werden die Treibhausgasemissionen nicht sofort und drastisch reduziert, wird es im Jahr 2050 bei uns 3-4 Grad heisser sein. Dann sind meine Kinder so alt wie ich jetzt. Dieses Szenario muss verhindert werden!”
- Eugen Schmid, 65-jähriger Theologe im Ruhestand, Seine Prinzipien formuliert er folgendermassen: “Ich engagiere mich gegen jegliche Ausbeutung von Mensch und Natur und für eine geschwisterliche Verbundenheit von allem, das lebt. Nach 30 Jahren Diskussionen und Absichtserklärungen zählen nun nur noch die konkreten Taten. Die Welt brennt, die Zeit ist abgelaufen, handelt jetzt!”
Zu den 42 Seiten der Zusammenfassung des letzten IPCC-Berichts fügten die protestierenden Bürgerinnen und Bürger die ersten beiden Seiten der Bundesverfassung hinzu, die sich mit der Verantwortung gegenüber künftigen Generationen, der nachhaltigen Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen und einer gerechten und friedlichen internationalen Ordnung befassen. Ausserdem fügten sie die acht Seiten des letzten Aufrufs vor der Rebellion hinzu, den die Teilnehmer der Rebellion gegen das Artensterben im vergangenen Juni bei der Bundeskanzlei eingereicht hatten.
Sonja Hediger hat angekündigt, dass sie bereit ist, ihre Aktion bis zum 20. September jede Woche zu wiederholen, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen.
Für den Fall, dass der Bundesrat bis zu diesem Datum nicht auf den Aufruf der rebellierenden Bürgerinnen und Bürger reagiert, kündigt Extinction Rebellion an, dass ab dem 3. Oktober “jeden Tag Hunderte von Menschen, jung und alt, in der Zürcher Innenstadt auf der Strasse sitzen und sich nicht bewegen werden, bis der Bundesrat die Wahrheit sagt, die Verschärfung der Klima- und Umweltkrise sofort stoppt und Bürgerinnenversammlungen einberuft, um den Stillstand zu beenden.”