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Die Gebäudetrakte der Steinbildhauerschule sind auf dem flachen Teil des Geländes so situiert, dass sie das Grundstück gegen die Erschliessungsstrasse hin in einen Eingangsplatz und gegen Süden in einen Werkhof gliedern. Der steile Teil des Grundstückes bleibt unüberbaut.
Aus den aus Gründen der Bodenbeschaffenheit nötigen Pfahlfundamenten des Gebäudes leitet sich die Skelettbauweise als Baustruktur ab. Die Tragkonstruktion besteht aus massiven Backsteinpfeilern bzw. Backsteinmauerwerk als Ausfachung. Sowohl die Backsteinpfeiler als auch die Mauerwerksausfachungen erreichen dank der zusätzlichen Luftkammern des Backsteines und der entsprechenden Massivität der Pfeiler ohne weitere Isolationsmaterialien den vorgeschriebenen Wärmeschutz. Die Decken des Schultraktes bestehen aus Stahltonelementen.
Im Inneren sind die Backsteinpfeiler fein verputzt oder geschlämmt. Die Bodenbeläge des Schultraktes bestehen aus roten Ton- bzw. Keramikplatten. Sie sind also ebenfalls aus gebranntem Material gefertigt, im Unterschied zum Mauerwerk aber roh belassen. Nach aussen ist das Mauerwerk verputzt.
Die Architektur, wie auch die Materialisierung der Steinbildhauerschule sind bewusst schlicht gehalten. Den eigentlichen «Reichtum» des Gebäudes werden die Arbeiten der Steinhauer-, Bildhauer- und Steinmetzlehrlinge bilden. Schülerarbeiten sollen nicht nur im Werkhof aufgestellt sein oder ab und zu eine Wand schmücken, sondern integraler Bestandteil der Architektur der Schule werden.
Alljährlich könnten ein oder auch zwei «Fensteröffnungen» mit von Schülern angefertigten Steingewänden ausgekleidet werden. Die Gewände würden aus verschiedenen Steinsorten fabriziert. Sie wären gestockt, scharriert oder geschliffen, und wiesen Schriften oder Halbreliefs auf; von der Architektur her ist einzig das Mass der Maueröffnung und eine maximale Steinstärke in Bezug auf das Fensterlichtmass bestimmt. Die Steinarbeiten sollten durch die Schüler selbst versetzt werden.
Die Fensterbänke aus wetterbeständigem, bakelisiertem Sperrholz sind also nur Provisorien. Sie erfüllen ihren Zweck bis zu dem Zeitpunkt, da sie Stück für Stück, Jahr für Jahr durch Steingewände oder Steinbänke aus der «Produktion» der Gewerbeschule ersetzt werden.
Hinsichtlich der Verwendung von Steingewänden und verputztem Mauerwerk nimmt die Steinbildhauerschule Bezug auf die klassizistischen Schulhausarchitekturen der Region. Die Skelettbauweise und die Ausbildung der Oberlichter mit Sheds verweisen darüber hinaus auf den gewerblichen Charakter der Schule.