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TCS MyMed
Autor: Mediscope
Die Trigeminusneuralgie (auch Tic douloureux genannt) gehört zu den schwersten bekannten Schmerzzuständen. Es handelt sich um Schmerzereignisse in einer Gesichtshälfte: Kurze, elektrisierende, intervallartige, sehr starke Schmerzattacken, die in längere Schmerzustände übergehen können.
Eine Trigeminusneuralgie trifft 4-5 Menschen pro 100'000, mehr Frauen als Männer; ca. 1% aller Patienten mit Multipler Sklerose entwickeln eine Trigeminusneuralgie. Die Wahrscheinlichkeit, an einer Trigeminusneuralgie zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter.
Die Gesichtsschmerzen entstehen in 60-90% der Fälle durch Erkrankung, Schädigung, Reizung oder Kompression der Wurzel des 5. Hirnnervs (Nervus trigeminus, "Drillingsnerv").
Es wird zwischen zwei Entstehungsformen unterschieden:
Die Ursachen der Idiopathischen (primären) Trigeminusneuralgie sind nicht genau bekannt. Als Hauptursache wird eine Kompression des Trigeminusnerven durch Blutgefässe an seiner Eintrittspforte in den Hirnstamm angenommen. Meistens erkranken Menschen ab dem 50. Lebensjahr und erhöhtem Blutdruck daran.
In einigen Fällen treten Frühsymptome auf, welche ähnliche Beschwerden verursachen wie bei Zahnschmerzen oder Schmerzen in den Nebenhöhlen. Dieses Stadium wird als Prä-Trigeminusneuralgie bezeichnet. Charakteristisch für die Trigeminusneuralgie sind:
Aufgrund begleitender Zuckungen der Gesichtsmuskulatur wird die Krankheit auch als Tic douloureux bezeichnet. Zwischen den Attacken gibt es immer wieder Perioden von schmerzfreien Zuständen über Monate oder Jahre. Weil Kauen oder Öffnen des Mundes Attacken auslösen können, vermeiden Patienten oft Essen und Trinken und verlieren so in kurzer Zeit erheblich an Gewicht. Auch die Einnahme von Medikamenten wird dabei oft vernachlässigt.
Zur Diagnose einer Trigeminusneuralgie werden verschiedene Untersuchungen und Abklärungen durchgeführt. Dazu gehören unter anderem:
Gewarnt wird vor Selbstmedikation mit Schmerzmitteln, da diese meistens nicht viel bringen und auf die Dauer die Nieren und die Leber schädigen können. Bei der Hälfte aller Patienten treten - auch ohne Medikamenteneinnahme - Phasen völliger Schmerzfreiheit auf, die länger als sechs Monate, bei etwa 20% der Betroffenen auch länger als ein Jahr andauern können.
Die primäre (ideopathische Trigeminusneuralgie) lässt sich meistens medikamentös gut behandeln und lässt so eine Abgrenzung zur symptomatischen (sekundären) Trigeminusneuralgie zu.
Es werden vorwiegend Medikamente zur Behandlung von neurologischen Krankheiten, allein oder in Kombination, eingesetzt (Carbamazepin, Phenytoin)
Nutzen und Schaden dieser Medikamente müssen gut abgewogen werden. Viele dieser Medikamente können Nebenwirkungen machen wie Benommenheit, Müdigkeit, Hautausschläge, Schwindel, Verstopfung, Gleichgewichtsstörungen, Zittern, Gedächtnisstörungen etc.
Zuerst wird immer medikamentös behandelt, da die Erfolgschancen gross sind. Ein Teil der Betroffenen muss später operativ behandelt werden.
Grundsätzlich kommen drei verschiedene Behandlungen in Betracht:
Diese Behandlungsverfahren werden häufig angewendet, da keine Eröffnung des Schädels notwendig ist und die Eingriffe unter Kurznarkose und ambulant durchgeführt werden können.
Diese Operationstechnik hat die Beseitigung der Nervenkompression durch die Blutgefässe zum Ziel und muss am offenen Schädel unter Vollnarkose durchgeführt werden. Die Erfolgsquoten dieser Behandlungsmethode sind hoch, die Komplikationen (Blutungen, Verlust des Hörvermögens, Schwindelzustände nach der Operation) liegen unter 1%. Älteren Patienten, bei denen eine solche Operation zu risikoreich ist, wird eher von dieser Methode abgeraten.
Hier wird der Trigeminusnerv in seiner Eintrittszone am Hirnstamm bestrahlt.
Bei Depressionen und seelischer Belastung durch dauernde Schmerzen. Oft hilft es, sich mit andern Betroffenen auszutauschen (Selbsthilfegruppen).
Bei Krankheitsbeginn ist eine bis zu mehreren Jahren dauernde Spontanheilung möglich. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen können auch ohne Behandlung Phasen von völliger Schmerzfreiheit auftreten. Dauerschmerzen wie bei einer Trigeminusneuralgie können psychisch sehr belasten.
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