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Dass der Grauwal mehrere Eiszeiten überlebt hat, liegt an seinem flexiblen Fressverhalten.
Heute bringt ihn dieses in Gefahr. Seit mehr als unvorstellbaren 2,5 Millionen Jahren schwimmen in unseren Ozeanen Grauwale. In diesem Zeitraum hat die Erdemehr als vierzig grosse Zyklen des Erwärmens und Abkühlens hinter sich gebracht. Alle diese Phasen hatten einen entscheidenden Einfluss auf die Tier- und Pflanzenwelt. Wie schaffte es der Grauwal, die Klimaveränderungen unbeschadet zu überstehen? Wie konnte die Population während einer Eiszeit genügend gross gehalten werden, dass diese nicht unter die Grösse von 5 000 bis 10 000 Tieren sank? Wäre sie nämlich durch den sogenannten genetischen Flaschenhals kleiner geworden, wäre die genetische Vielfalt zurückgegangen. Das hätte bedeutet, dass sich spätere Populationen weniger gut an neue Gegebenheiten hätten anpassen können. Bislang konnte im Erbgut der Grauwale aber keine Anzeichen für einen solchen Engpass gefunden werden, wie «Wissenschaft aktuell» schreibt. Amerikanische Forscher um Nicholas D. Pyenson haben die Grauwal-Populationen der vergangenen 120 000 Jahren untersucht und sind zum Schluss gekommen, dass die Tiere nur überleben konnten, weil sie sich neue Futterquellen erschlossen hatten. Heutige Grauwale ernähren sich primär von Organismen wie Würmer oder Flohkrebsen, die auf dem Meeresboden leben. Bei manchen hat es sich aber etabliert, Heringe oder Krill zu jagen. Die effektive jahrtausendealte Überlebensstrategie wird den Tieren heute vermutlich eher zum Verhängnis. Längst ist nicht mehr alles Futter, was im Meer herumschwimmt. Umweltschützer und Meeresbiologen weisen regelmässig auf das Desater hin: Weltweit gelangen jährlich 100 Millionen Tonnen Plastikabfall ins Meer. Die Wale verwechseln diesen mit Nahrung und gehen letztlich elendiglich und mit «vollem Magen» zu Grunde. Es wird geschätzt, dass jährlich rund 100 000 Meeressäuger und über eine Million Seevögel sterben, weil die Meere vermüllt sind.
Foto: Wildlife