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Japan Radio Company Ltd., Tokyo
NRD - 515

überarbeitet am 25.7.2010

Als renommierter Hersteller von vor allem im Seefunkbereich eingesetzten Kurzwellenempfängern, Sendern und Transceivern wartete die japanische Firma Japan Radio Company im Jahre 1977 erstmals mit einem aufs Budget eines Amateurs zugeschnittenen Empfänger, gleichwohl mit dem Renommée der Firma entsprechendem HF-Design und in professioneller Qualität gefertigt, aufwartete. Nach dem NRD-505 folgte der mit um 1000$ Neupreis noch halb so teure NRD-515, der erste in grösseren Stückzahlen gefertigte Empfänger, der aufgrund seiner Empfangsleistungen und dem geradlinigen Bedienungskonzept bald zum Referenzempfänger avancierte und zudem mit seinem Äusseren zu begeistern vermochte.
Der NRD ist mit seinen 34 x 14 (mit Speichereinheit 19) x 30 cm und dem Gewicht von 7,5 kg ein
semiprofessioneller Stationsempfänger von mittlerem
Format, das bei den Nachfolgegeräten beibehalten wurde.
Neben den Empfänger gehört in der Originalausstattung
der 14 x 14 x 30 cm grosse NVA-515 Lautsprecher, es kann
aber auch ein anderer 4 Ohm-Lautsprecher angeschlossen
werden. Zum Aufbau einer Amteurfunkstation kann der NRD-515
mit einem im gleichen Design gehaltenen Sender NSD-505
kombiniert betrieben werden. Die Spannungsversorgung ist
von 117 auf 220 V Wechselstrom umschaltbar,
Batteriebetrieb ist nicht vorgesehen.
Hochfrequenzmässig gelangt das Signal nach der Abschwächerschaltung über ein zum Kurzwellenbetrieb geschaltetes 1,6 MHz-Hochpassfilter und ein 35 MHz-Tiefpassfilter auf den ersten Mischer und wird dort auf die erste hochliegende Zwischenfrequenz von 70,455 MHz umgesetzt, nach einer ZF-Verstärkerstufe erfolgt die zweite Mischung auf die zweite Zwischenfrequenz von 455 kHz, die in professionellen Empfängern weit verbreitet ist. Auf diesem Niveau wirkt der Noise Blanker, das Signal durchläuft dann die ZF-Filterbank, neben den Standardfiltern kann ein CW- und ein weiteres Filter nachgerüstet werden, und gelangt dann nach weiterer Verstärkung auf den Demodulator, zum SSB-Empfang wird hier das BFO-Signal zugemischt. Die Frequenzsynthese basiert auf einer digitalen PLL-Schaltung, die Steuersignale von der optionalen externen Speicherschaltung können alternativ zum Abstimmknopf den VFO steuern.
Im praktischen Betrieb vermag der NRD-515 den Hörer
heute noch gleich zu begeistern, wie zum Zeitpunkt seines
Erscheinens, von namhaften Gerätetestern wurde der NRD-515
rasch zum Referenzempfänger erkoren. Die Empfindlichkeit
des NRD-515 ist hervorragend und kann dank der
Spiegelfrequenzsicherheit aufgrund der hochliegenden
ersten Zwischenfreuquenz auch genutzt werden, "Geisterstationen"
tauchen nicht auf. Die Trennschärfe ist mit dem
keramischen 6kHz-Filter im nicht ganz dicht belegten
Rundfunkbändern an sich gut, im Tropenband und starker
Signalbeeinträchtigung durch Nachbarkanalstationen
brilliert der NRD-515 mit dem mechanischen 2,4 kHz-Filter.
Damit und mit dem leider nur im SSB-Betrieb aktiven
Passband-Tuning, mit dem sich die Filterdurchlasskurve
verschieben und so ein unerwünschtes störendes
Nachbarkanalsignal ausblenden lässt, kann mit dem NRD-515
manch ein "ungeniessbares" Signal hörbar
gemacht werden. Für den Rundfunkempfang liessen sich
manche Besitzer ein optionales 3 - 4 kHz-ZF-Filter
installieren, für den CW-Empfang hatte JRC ein
mechanisches 600 Hz-Filter im Angebot.
weitere Lektüre:
© Martin Bösch 25.7.1999