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Beurteilung von KW-Antennen
Die Beurteilung der Leistungsfähigkeit einer KW-Antenne ist
etwas sehr Schwieriges, wenn dies seriös sein soll.
Nur die Angabe von Anzahl QSOs, der Anzahl Verbindungen
oder der Signalrapporte, einer Länderliste der gearbeiteten Länder
sagt über die Leistungsfähigkeit einer Antenne so gut wie nichts aus.
Auf diese Weise werden Antennen oft in Funk-Zeitschriften beschrieben.
Mit jedem Stück Draht und einem Antennenkoppler lassen sich weltweite
Verbindungen machen, und die beste Antenne kann keine Verbindung
zustande bringen, wenn es keine Ausbreitungskonditionen hat.
Ebensowenig sagt die SWR-Angabe etwas über die Leistungsfähigkeit.
Dies sagt lediglich, dass der Sender an die Antenne angepasst ist,
jedoch nichts über die Abstrahlung der Antenne.
Gemäss SWR müsste eine Dummy Load (Kunstantenne) die beste Antenne sein,
denn diese hat ein SWR von 1,0 auf allen Frequenzen ...
Das Problem dabei liegt in den unterschiedlichen Ausbreitungs-
bedingungen, welche täglich, stündlich und minütlich meist grossen
Schwankungen unterworfen sind.
Ein Rapport von S5 kann gut sein, oder ein Rapport von S9+10
kann schlecht sein, denn es kommt immer darauf an unter welchen
Bedingungen dieser Rapport zustande kam.
Wie richtig vergleichen:
Wenn man die Leistungsfähigkeit einer KW-Antenne beurteilen will,
so hat dies in Verbindungen mit entfernten Gegenstationen zu erfolgen.
Die Verbindung zur Gegenstation erfolgt dabei über die Raumwelle,
d.h. die Wellen werden auf ihrem Weg von der Ionosphäre reflektiert.
Auf diesem Weg wird die Polarisation beliebig, zufällig gedreht, so dass
die Polaristion der Antennen keine Rolle mehr spielt.
Zum Vergleich wird eine definierte 2.Antenne oder eine Lokalstation
benötigt, welche mit der gleichen Leistung arbeitet, in der Nähe der
Teststation ist und mit gut installierter und richtig abgestimmter Antenne
mit bekannten Daten arbeitet.
Für den Vergleich müssen die beiden zu vergleichenden Antennen
voneinader entkoppelt sein, beide auf bestes SWR angepasst sein
und mit der gleichen Leistung gespiesen werden.
Dies geht am besten, wenn man die beiden Antennen über einen
Koax-Schalter (A/B-Switch) am gleichen Transceiver betreibt.
Damit sich die Antennen nicht gegenseitig beeinflussen müssen sie
in einem Abstand von grösser 1/2 Wellenlänge entfernt sein, und die
Speise-Koax müssen von einander entkoppelt sein (Strombaluns).
Feldstärkemessungen im Nahfeld und in der Bodenwelle sind nicht
aussagekräftig, da Fernverbindungen über die Raumwelle funktionieren.
Was nutzt ein starkes Feld am Boden, wenn davon kaum was in den
Raum abgestrahlt wird ?
Während der Verbindung mit der Gegenstation hat ein mehrmaliges
Umschalten zwischen Testantenne und Vergleichsantenne zu erfolgen,
damit die Gegenstation die Signale im Laufe des immer vorhandenen
QSBs mitteln kann und dann einen Vergleich der Signalstärke der beiden
Antennen geben kann.
Dies muss mit einer grossen Zahl von QSOs stattfinden, denn es gibt
immer vereinzelte "Ausreisser", d.h. Stationen, welche die Vergleiche
nicht richtig ablesen können oder andere Differenzen.
Zu beachten ist auch, dass die Gegenstation einen echten Signalrapport
gibt, denn viele geben einfach einen Standardrapport von 59 ohne auf
das Signal zu achten ...
Konteste sind dafür absolut ungeeignet!
Wenn man dann mehr als 20 solche QSOs gefahren hat, dann kann man
sich ein wirkliches Bild der Leistungsfähigkeit einer Antenne machen.
Als Resultat erhält man einen aussagekräftigen Vergleich mit einer
definierten Antenne und damit eine gute Aussage über die Testantenne.
Dies braucht zwar einen rechten Aufwand, doch scheint dies mir
die einzig brauchbare Variante zu sein um eine echte Aussage
über die Leistungsfähigkeit einer KW Antenne machen zu können.
Hinweis:
Falls die Test- oder Vergleichsantenne eine Richtwirkung hat, so muss
natürlich diese Antenne in Richtung der Gegenstation eingestellt sein.
Und:
Bei diesem Testverfahren spielt es überhaupt keine Rolle, was für
ein Empfänger verwendet wird, und ob das Gerät geeicht ist oder nicht,
denn es kommt nur auf den Vergleich der Signalstärken an, das heisst,
auf die Feststellung, welche Antenne stärker ankommt, oder ob beide
gleich stark ankommen.
Als Resultat weiss man dann, ob die Testantenne besser, schlechter,
oder gleich gut ist wie die Vergleichsantenne.
Die absolute Signalstärke spielt dabei keine Rolle.
Felix HB9ABX
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