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Buddha stammte aus einer adligen und reichen indischen Familie und trug den Namen Siddharta, was bedeutet «Erfüllung aller Wünsche». Verstört durch die Leiden der Lebewesen, und der Erkenntnis, dass die oberflächlichen Freuden dem Menschen kein wahres Glück bringen können, verließ er mit neunundzwanzig Jahren seine Familie, um den Weg zu suchen. Nach sechs Jahren der Suche und der Askese, am Ende seiner Kräfte, verstand er, dass der Mensch durch diese Praktiken die Befreiung vom Leiden nicht finden könne. So setzte er sich in der Lotushaltung unter den Bodhi-Baum, mit dem festen Entschluss, sich nicht wieder zu erheben, bevor er das Grundproblem des Lebens vollkommen gelöst hätte. Unbewegt und in tiefer innerer Stille, verwirklichte er die Erweckung. Ohne etwas zu suchen oder zu fliehen, ohne Trennung zu erschaffen, sah er die Dinge so, wie sie sind, das heißt in der unbegrenzten Wirklichkeit des Seins, und wurde so zu Buddha, dem Erwachten.
Die Lehre Buddhas hat ihre Quelle in seiner gelebten Erfahrung. Zu Zeiten Shakyamunis gab es zahlreiche philosophische Systeme und Religionen, die Gegensätze und Dispute mit sich brachten. Jede hatte ihre eigene Doktrin der absoluten Wahrheit und behauptete, dass die anderen Lehren irrig seien. Buddha erklärte solche Dispute für hohl und hielt von jeder metaphysischen Diskussion Abstand. Diese Fragen schienen ihm nicht der Kern einer authentischen Suche nach Weisheit zu sein, denn sie legten einen Abstand zwischen den Menschen und den Weg, der ihn vom Leiden befreit. Seine Argumente stützten sich auf zwei Punkte: nichts behaupten, was nicht sicher ist; nichts behaupten, was für die Menschen nicht nützlich ist. Man kann Buddha mit einem Arzt vergleichen, der der kranken menschlichen Natur eine Kur vorschlägt. Er hatte nicht die Absicht, eine neue Religion zu erschaffen, sondern dem Menschen zu helfen, die Quelle seines Leidens zu verstehen und sich davon zu befreien.