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Analprolaps oder präziser Analschleimhautprolaps bedeutet Hervortreten von Darmschleimhaut aus der Afteröffnung. Schwerwiegender ist der Mastdarmvorfall oder Rektumprolaps; er entspricht einem Ausstülpen des Enddarms mit allen seinen Wandschichten vor die Afteröffnung.
Während ein Analschleimhautprolaps geringen Ausmasses bei jedem Menschen mit Hämorrhoiden vorliegt, ist der eigentliche Darmvorfall überwiegend eine Erkrankung des höheren Lebensalters. Die Selbstheilung eines einmal entstandenen Vorfalls ist nicht möglich, ausser bei Säuglingen. Frauen sind öfter betroffen als Männer, bedingt durch konstitutionell lockeres Bindegewebe und vorausgegangene Geburten.
Häufigste Ursachen sind langjährige Verstopfung mit verstärktem Pressen beim Stuhlgang, Hämorrhoiden, konstitutionelle Bindegewebsschwäche und neurologische Störungen.
Der Mastdarmvorfall wird begünstigt durch Erschlaffen der Haltestrukturen des Enddarms im Becken und Schädigung des muskulären Verschlussapparates; er kann auf Operationen oder schwere Geburten zurückzuführen sein. Bei Kleinkindern kommt der Darmvorfall als angeborenes Leiden vor.
Darmteile können spontan oder durch Pressen beim Stuhlgang, Heben von Lasten, Niesen oder Husten vor dem Darmausgang erscheinen. Im Liegen gleiten die hervorgetretenen Darmteile manchmal spontan zurück. Ist dies nicht der Fall, lassen sie sich oft von Hand wieder hineinschieben. Bei schwerer Ausprägung bleibt die Schleimhaut oder der Enddarm jedoch immer ausserhalb des Afters.
Eine ärztliche Beratung ist in jedem Fall angezeigt, damit neben den konservativen Möglichkeiten auch operative Verfahren in Betracht gezogen werden können.
Neben der konventionellen Untersuchung werden Rektoskopie (Mastdarmspiegelung) und Defäkographie (Darstellung der Stuhlentleerung) eingesetzt.