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Neues Sehen – Rückkehr zur Figuration und Jahre der Krise
1935–1945
Giacomettis Entscheidung, figurative Köpfe zu realisieren, führt 1935 zu seinem Ausschluss aus der Gruppe der Surrealisten. In seinem Atelier arbeitet er jetzt täglich an den Köpfen, für die ihm Diego und das Berufsmodell Rita Gueyfier Modell stehen. Auch Isabel Delmer, mit der Giacometti liiert ist, sitzt für zwei Köpfe Modell. Neue Freundschaften entstehen und Giacometti beschäftigt sich mit Merleau-Pontys Studien über die Phänomenologie der visuellen Wahrnehmung. Eines Abends sieht Giacometti auf dem Boulevard Saint-Michel weit entfernt seine Freundin Isabel: auf dieses Erlebnis werden sich die Versuche beziehen, das Erscheinen der menschlichen Präsenz in grosser Distanz in kleinen Skulpturen zu erfassen.
Im Dezember 1940 beantragt Giacometti ein Einreisevisum in die Schweiz, um in Genf seine Mutter und den Neffen Silvio zu besuchen. Kurz darauf verlässt er Paris, während sein Bruder Diego sich dort weiter um das Atelier kümmert.Giacometti verbringt die gesamte Kriegszeit in der Schweiz. In Genf lernt er Annette Arm (1923–1993) kennen, die er 1949 heiratet. Geduldig sitzt sie für zahlreiche Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen Modell. Seine Skulpturen verkleinern sich immer weiter, bis sie kaum noch zu sehen sind. Einzige Ausnahme ist Femme au chariot, eine Gipsskulptur, die in Maloja entsteht und über 1,50 m hoch ist.