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Entstehungszustand
(Status nascendi). Bei chemischen Operationen beobachtet man häufig, daß Körper in dem Moment, in welchem sie aus chemischen Verbindungen abgeschieden werden, andre Eigenschaften zeigen als gewöhnlich. Leitet man Wasserstoffgas in die Lösungen mancher Körper, so übt es durchaus keine Wirkung aus; versetzt man aber diese Lösung mit Natriumamalgam oder mit Zink und verdünnter Schwefelsäure, [* 2] so erfolgt alsbald eine Wasserstoffentwickelung in der Flüssigkeit, der Wasserstoff kommt mit der gelösten Substanz in dem Moment, in welchem er frei wird, in Berührung, und in diesem Fall kann er sich mit derselben verbinden oder reduzierend wirken.
Man erklärt die scheinbar erhöhte Affinität der Körper im E. durch die Annahme, daß bei der Zersetzung der Körper die sich ausscheidenden Elemente als isolierte Atome auftreten, welche aber als solche im freien Zustand nicht existieren können und daher mit großer Energie Verbindungen eingehen. Sind keine fremden Körper vorhanden, auf welche die naszierenden Atome einwirken können, so vereinigen sich in der Regel zwei Atome desselben Körpers zu einem Molekül, und aus solchen Molekülen besteht jedes Element im freien Zustand. Soll dieses auf einen andern Körper wirken, so muß zunächst die Bindung der Atome im Molekül wieder gelöst, also ein gewisser Widerstand überwunden werden, und daher zeigt der ausgeschiedene und im freien Zustand vorhandene Wasserstoff geringere chemische Wirksamkeit als der Wasserstoff im E.