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Buddha-Statuen von Bamiyan
Seit längerer Zeit bilden die im Frühjahr 2001 von den Taliban zerstörten Buddha-Statuen von Bamiyan
einen Interessenschwerpunkt des Afghanistan-Instituts. Die 37 und 53 Meter hohen in den Fels gehauenen
Statuen stammen aus dem zweiten bis fünften Jahrhundert nach Christus.
Schon vor der Zerstörung durch die Taliban waren die Statuen beschädigt: der türkische Eroberer
Mahmud von Ghasna hatte schon vor tausend Jahren die Gesichter und Arme der Statuen demolieren lassen,
Regen- und Schmelzwasser verursachten insbesondere während den langen Kriegsjahren, in denen sich
niemand um die Statuen kümmern konnte, erhebliche Erosionsschäden.
1998 führte das Afghanistan-Institut, mit der Unterstützung der Direktion für Entwicklung und
Zusammenarbeit DEZA, im Bereich der Buddha-Statuen Unterhaltsarbeiten aus: zur Verhinderung von weiteren Wasserschäden
wurden die Drainagekanäle in dem die Statuen umgebenden Felswerk leergeräumt und ausgebessert.
Im März 2001 sprengten die Taleban (mit Unterstützung von al-Qaeda-Kräften) die beiden Statuen,
bis sie vollständig zerstört waren.
Schon im Mai desselben Jahres begannen das Afghanistan-Institut und die Stiftung "New Seven Wonders"
in Zusammenarbeit mit dem photogrammetrischen Institut der ETH Zürich auf Wunsch der Hazara-Führer mit der Bereitstellung
technischer Unterlagen zum hochpräzisen photogrammetrischen Wiederaufbau der Statuen.
Drei Etappen waren vorgesehen: als erstes sollte auf der Grundlage von verschiedenen im Laufe des 20. Jahrhunderts
durchgeführten Vermessungen ein dreidimensionales, virtuelles Modell der größeren Statue erstellt werden, das im Internet
der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollte. Die zweite Etappe ist die Konstruktion eines Modells der selbe
Statue im Maßstab 1:10 auf dem Gelände des Afghanistan-Museums. Der Bau dieses Modells soll es unter anderem ermöglichen,
Probleme und Wege für den als dritten Schritt geplanten Wiederaufbau der Statue in Bamiyan zu studieren.
Der Sturz des Taleban-Regimes im Herbst 2001 ermöglichte es, das Projekt konkreter voranzutreiben; bereits im Dezember 2001
reiste Paul Bucherer-Dietschi im Auftrag der UNESCO nach Bamiyan, um die Trümmer der Statuen zum Schutz vor der
rauen Witterung fachmännisch einpacken zu lassen.
Dies geschah mit dem Einverständnis der neuen afghanischen Regierung, der die kulturelle Identität Afghanistans und damit
auch der Wiederaufbau der Buddhas von Bamiyan ein zentrales Anliegen ist. Auch die Bevölkerung Afghanistans steht hinter
dem Projekt; der Wiederaufbau der Buddhas ist fü sie Symbol für die Befreiung von Taleban und al-Qaeda.
Die erste Etappe des Wiederaufbauprojektes ist inzwischen vollendet: das virtuelle Modell der größeren Statue wurde vom
photogrammetrischen Institut der ETHZ im Mai 2002 fertiggestellt und am 26. Mai, dem Geburtstag Buddhas, der Öffentlichkeit
übergeben. Mehr Informationen dazu finden Sie auf den gelinkten Sites
.
Vor Inangriffnahme der zweiten Etappe muss nun ein politischer Entscheid durch die afghanische Regierung getroffen werden,
ob und wann der Wiederaufbau der Statuen erfolgen soll.