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17. Jh.
Inv. 1870.1158.c.
Die Verpfändung des Zollregals samt Fronwaage, des Münzrechtes und des Schultheissenamtes durch den Bischof an die Stadt am 12. März 1373 bedeutete für die Bürgerschaft einen grossen Macht-zuwachs und für Basel einen Meilenstein in der Entwicklung zur selbständigen Stadt. Mit dem Zollrecht war die Hoheit über Mass und Gewicht verknüpft, weil Waren für eine Zollerhebung gezählt, gemessen und gewogen werden mussten. Bis ins 19. Jahrhundert hatte jede Herrschaft ihr eigenes Mass- und Gewichtssystem, das zwar den lokalen handwerklichen Verhältnissen genügte, im überregionalen Handelsverkehr aber ein kompliziertes Umrechnen in andere Systeme voraussetzte. Die Industrialisierung und die zunehmende internationale Verflechtung des Handels führten im 19. Jahrhundert zu Vereinheitlichungen. Die Bundesverfassung von 1874 regelte das Mass- und Gewichtssystem auf eidgenössischer Ebene und passte es auf der Grundlage von Meter und Kilo dem internationalen Standard an.
In früheren Jahrhunderten gab es selbst innerhalb der gleichen Herrschaft verschiedene Masseinheiten, so wog man in Basel mit unter-schiedlichen Pfunden. Die Apotheker benutzten das Apothekerpfund zu 357,78 Gramm. Dem Handel mit Gewürzen, Drogen, Zucker-waren und Wolle diente das Messingpfund zu 480,23 Gramm. Gold- und Silberschmiede benutzten das Silberpfund zu 468,58 Gramm. Im Kaufhaus wog man die Ware mit dem schweren Eisenpfund zu 493,24 Gramm. Im Kleinhandel war das leichte Eisenpfund zu 486,17 Gramm mit den Unterteilungen in Halbpfund (Mark), Vierling, Loth und Quint sehr verbreitet. Die Eichung (das Fechten) und die Kontrolle der Gewichte hatte der Rat an verschiedene Zünfte delegiert, er selbst übte die Oberaufsicht aus. Die Safranzunft besass die grössten Befugnisse. Sie eichte das Messing-, das leichte und das schwere Eisenpfund.
Die messingenen Gewichtssteine der Gartnernzunft entsprechen dem leichten Basler Eisenpfund. Damit man sie gut halten kann, sind sie kegelförmig. Auf der Oberseite tragen sie das Basler Wappenbild, den Baselstab, und das Wappenbild der Gartnernzunft, die Gabel. Bei den grösseren Steinen gibt eine Zahl die Pfundmenge an. Wahrscheinlich dienten diese Gewichtssteine der Gartnernzunft nicht als Muttermasse zum Eichen, sondern als Normalmasse für den täglichen Gebrauch.
Basel (?), um 1800 Hersteller unbekannt Gehäuse: runder, kräftiger Holzrahmen in Form eines Loorbeerkranzes mit Schleife, geschnitzt, vergoldet Zifferblatt: Email, weiss Stunden-, Minutenzeiger, vergoldet, durchbrochen Weckerzeiger, Stahl, gebläut Werk: Messing Spindelgang; mit Wecker Dm. 422 mm (gesamt) Dm. 187 mm (Zifferblatt) Inv. 2003.76.