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Nachdem die Preise bis zum Mittag noch vergleichsweise leicht gestiegen waren, legten sie im Nachmittagshandel kräftig zu. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober kostete zuletzt 48,15 US-Dollar. Das waren 1,18 Dollar oder 2,2 Prozent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im September stieg ebenfalls um 1,08 Dollar auf 45,57 Dollar.
Ein Grund für die jüngste Erholung der Preise sind Spekulationen auf Produktionsbegrenzungen wichtiger Förderländer. Obwohl solche Bemühungen erst vor wenigen Monaten gescheitert waren, scheinen Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) gemeinsam mit anderen Förderländern einen neuen Anlauf zu nehmen. Nach Aussage des russischen Energieministers Alexander Nowak ist das rohstoffreiche Land offen für Gespräche über mögliche Obergrenzen.
Beobachter halten die Erfolgsaussichten wegen grosser Differenzen innerhalb des Kartells allerdings für gering. "Die Erwartung einer kurzfristigen Einigung zwischen der Opec und wichtigen Förderländern ausserhalb des Kartells in Bezug auf freiwillige Angebotsbegrenzungen halten wir für wenig begründet", kommentierten beispielsweise Rohstoffexperten der Commerzbank. Sie wollten auch eine neue Korrektur der Ölpreise nicht ausschliessen. Es könnte einen Rückgang geben, wenn die Angebotsseite wieder in den Fokus der Marktteilnehmer rückt. "Jüngste Daten zur Bohraktivität in den USA lassen Zweifel am Abbau des Überangebots aufkommen", schreiben die Commerzbank-Experten.
(AWP/cash)