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Kein Zusammenhang zwischen weiblichem Zyklus und kognitiver Leistung
Eine neue Studie widerlegt den hartnäckigen Mythos, dass Frauen aufgrund ihres hormonellen Zyklus kognitiv weniger leistungsfähig sind.
In der wissenschaftlichen Literatur wurde immer wieder geltend gemacht, dass Frauen aufgrund von Hormonschwankungen im Zyklusverlauf auch Veränderungen in der kognitiven Leistungsfähigkeit unterliegen könnten. Diese Studien beruhten jedoch oftmals auf sehr kleinen Stichproben von weniger als 30 Frauen und waren auf einen einzelnen Zyklus beschränkt. Nun zeigt eine neue Studie, dass diese früheren Erkenntnisse nicht bestätigt werden konnten.
Die aktuelle Studie ist die grösste je durchgeführte Arbeit auf diesem Gebiet. Sie untersuchte die Zusammenhänge zwischen Hormonwerten - speziell bei Östrogen, Progesteron, LH, FSH und Testosteron - und kognitiven Funktionen wie zum Beispiel der Aufmerksamkeit, dem Arbeitsgedächtnis und der kognitiven Kontrolle bei 88 Frauen zu jeweils vier verschiedenen Messzeitpunkten über zwei Menstruationszyklen hinweg. Die Resultate zeigen, dass es keinen Hinweis für einen konsistenten Zusammenhang zwischen Hormonen und kognitiver Leistungsfähigkeit bei Frauen gibt. Die an der Studie beteiligten Forscherinnen und Forscher, zu denen auch Dr. Michael Hengartner von der ZHAW Angewandte Psychologie gehört, schlossen daraus, dass Hormonschwankungen keinen Einfluss auf kognitive Funktionen haben, und dass frühere Befunde aus der Literatur womöglich auf methodische Einschränkungen zurückzuführen sind.
Artikel aus der Fachzeitschrift «Frontiers in Behavioral Neuroscience»:
Lack of Associations between Female Hormone Levels and Visuospatial Working Memory, Divided Attention and Cognitive Bias across Two Consecutive Menstrual Cycles