Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03598.jsonl.gz/152

Unternehmen
Das 1888 gegründete Unternehmen ist eine Aktiengesellschaft nach Schweizer Recht mit einem Grundkapital von CHF 600'000.--, gestückelt in 1’200 Aktien zu je CHF 500.--.
Der San Salvatore ist einer der weltweit bekanntesten Berge. Zu seinem Ruhm haben ab dem 13. Jahrhundert die Pilgerreisen der Gläubigen beigetragen, die zu Fuss den Gipfel erklommen, um dem Sohn Gottes ihre Verehrung zu bezeugen, der sich nach einer alten Legende während seines Aufstiegs in den Himmel hier für kurze Zeit aufgehalten haben soll. Doch was die Menschen damals wie heute auf den von den Luganesen besonders geliebten Gipfel treibt, ist vor allem der unvergleichbare Blick über die gesamte herrliche Umgebung des Sees und des Luganer Distrikts, auf die lombardische Ebene und die beeindruckenden Gebirgsketten der Schweizer und Savoyer Alpen.
Daher erstaunt es nicht, dass man sich gegen Ausgang des 19. Jahrhunderts der Möglichkeit bewusst wurde, die Beliebtheit des San Salvatore zu nutzen. 1870 stellte Stefano Siccoli, Unternehmer aus Florenz, seine Idee vor, den Berg mit einer befahrbaren Strasse, einer Seilbahn und einem Gasthaus zu erschliessen. Doch die Suche nach Geldgebern für die Finanzierung blieb hinter den Erwartungen zurück und das Vorhaben wurde abgebrochen.
Der Initiative des Luganer Anwalts Antonio Battaglini war grösseres Glück beschieden.
Am 10. August 1885 brachte er beim Eidgenössischen Rat den Antrag zum Bau einer Zahnradbahn von Lugano bis hinauf auf den Gipfel des San Salvatore. Am 12. Dezember erhielt das Projekt die Zustimmung der Eidgenössischen Versammlung. So konnte nach erfolgreicher finanzieller Absicherung, zu der die Stadt Lugano selbst als Aktionär beitrug, mit den Arbeiten an der Seilbahn begonnen werden.
Die Arbeiten begannen am 24. Juli 1888 und hätten bis zum 1. August 1889 abgeschlossen sein sollen, so war es vom Unternehmen Bucher und Durrer aus Kägiswil vorgesehen, dem gemeinsam mit den Unternehmen Bell aus Kriens und der Maschinenfabrik aus Oerlikon die Ausführung übertragen worden war. Doch anhaltender Regen während der Sommermonate verzögerte die Arbeiten.
Die Einweihung der Seilbahn war für den 19. März 1890 geplant, die Öffnung für den darauffolgenden Tag. Die Einladungen waren bereits verschickt, doch im letzten Moment musste das grosse Vorhaben verschoben werden, denn die Genehmigung der eidgenössischen Regierung lag noch nicht vor.
Die technische Abnahme erfolgte am 20. März 1890 und am 26. März schliesslich die feierliche Einweihung in Gegenwart von ca. 80 geladenen Gästen und anschliessendem Festessen.
Am Morgen des 27. März 1890 wurde der regelmässige Publikumsbetrieb der neuen Standseilbahn zum San Salvatore zeitgleich mit dem der Ausflugsdampfer auf dem Luganer See aufgenommen.
Die Aktionäre der Società della Ferrovia Lugano - Monte San Salvatore hielten am 28. März 1890 ihre erste Hauptversammlung ab. Um den Besuchern des San Salvatore ein gut erreichbares Restaurant bieten zu können (aufgrund seiner baulichen Konditionen war das bestehende Haus für eine Renovierung und einen Umbau nicht geeignet), beschloss der Verwaltungsrat, in der Nähe der Bergstation als Restaurant ein Gebäude mit einem grossen Speisesaal und einer Terrasse zu errichten, das im Jahr 1896 erweitert wurde.
Im Winter 1925/26 erhielt die Zuganlage eine völlig neue Maschinerie, so dass die Geschwindigkeit um 1,8 Meter in der Sekunde gesteigert werden konnte. Die Fahrzeit für den gesamten Streckenabschnitt verringerte sich von 26 auf 18 Minuten. Die alten Fahrzeuge wurden durch zwei neue Wagen ersetzt, die nicht mehr nur 32, sondern 65 Personen transportieren konnten.
1938 wurden von der Bell Maschinenfabrik AG aus Kriens, der Maschinenfabrik von Oerlikon und den Kabelwerken von Brugg Zugmaschinen mit grösserer Funktionssicherheit geliefert, die jedoch einen Austausch des Seils, des Triebrads, der Zugräder, der Bremsscheiben und der zugehörigen Mechanik erforderlich machten. Die Zuggeschwindigkeit wurde damit von 1,8 auf 2,5 Meter in der Sekunde erhöht und die Fahrzeit betrug nur noch 14 Minuten.
1943 wurde auf Initiative der Studien- und Forschungskommission zur Hochspannung des Schweizerischen Elektrotechnischen Vereins und der vereinigten Schweizer Elektrizitätswerke auf dem Gipfel des San Salvatore unter der Leitung von Prof. Dr. Karl Berger von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich eine Station zur Erforschung von Blitzen eingerichtet.
In der Nähe der kleinen Kirche wurde eine 70 Meter hohe Holzantenne mit einer 10 Meter langen Stahlspitze aufgestellt.
Die mit den modernsten technischen Anlagen ausgerüstete Forschungsstation für die Bestimmung der Eigenschaften von Blitzen war von Weltruf. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen, die hier in ca. dreissigjähriger Aktivität vorgenommen wurden, waren von grossem Nutzen und universeller Bedeutung im Bereich der Schadensprävention und des Schutzes elektrischer Anlagen.
Die Forschungsstation wurde im Juni/Juli 1982 abgebaut. In den darauffolgenden Jahren wurde eine neue Sendestation der PTT/Swisscom errichtet.
Umbauarbeiten und Modernisierungen wurden zur Stabilisierung der Seilbahnlinie vorgenommen, die sich um 1960 der neuen Normalspannung des Luganer Elektrizitätswerkes anpassen musste. Aufgrund der Inbetriebnahme neuer Wagen, des Austauschs der elektrischen Anlage und der Umstellung der Bremssteuerung von mechanischem auf hydraulischen Betrieb wurden auch in finanzieller Hinsicht bedeutende Aufwendungen gemacht.
Die Arbeiten umfassten unter anderem die vollständige Renovierung der Südseite der Terrasse mit Blick auf die Talsperre und Brücke von Melide. Auch der Wartesaal in Paradiso wurde renoviert und ein neuer Fahrkartenschalter gebaut.
1990 feierte die Standseilbahn 100-jähriges Jubiläum.
In den darauffolgenden Jahren wurde weiter investiert: die oberen Räume des Restaurants wurden in moderne Mehrzwecksäle umgestaltet, sämtliche Bereiche so eingerichtet, dass sie zugänglich sind für Menschen mit Behinderung, mit eingeschränkter Mobilität und für sehbehinderte Menschen.
Mit der Renovierung und der Umgestaltung des ehemaligen Hospizes in das Museum San Salvatore und mit der Einrichtung von Ausstellungen über die Erzbruderschaft „Arciconfraternita della Buona Morte ed Orazione” sowie zur geologischen Beschaffenheit des Gebietes hat das Unternehmen ein um viele Male Dynamik und Gastfreundschaft gezeigt.
In den Jahren 2000 und 2001 wurde die gesamte Anlage und die Wagen durch das Unternehmen erneuert. Eine mutige, weitblickende und unerlässliche Entscheidung, die den Weg ebnet für eine geschäftige Zukunft mit grosser Bedeutung für das über einhundert Jahre alte Unternehmen.
2002 wurde auf dem San Salvatore der erste Klettersteig eröffnet.
Im darauffolgenden Jahr wurden mehrere Aussichtspunkte gestaltet. Sieben farbenfrohe Bänke und Informationstafeln wurden aufgestellt und so das Konzept zur Steigerung des Bekanntheitsgrades des Gipfels und der umliegenden Region vervollständigt.
Das Museum San Salvatore wurde 2005 um einen der Höhlenforschung gewidmeten Ausstellungsraum erweitert und einige Jahre darauf um eine Ausstellung zur Geschichte der Blitzforschungsstation.
Nach 116 Betriebsjahren konnte am 28. April 2006 der 16-millionste Fahrgast auf den Gipfel des Berges fahren.
Zur Erweiterung des touristischen Angebots wurde 2008 dauerhaft eine Wegstrecke mit Bildtafeln eingerichtet, die von der Bergstation bis auf den Weg hinauf zum Gipfel führt.
Am Dienstag, dem 19. April 2011, konnte nach 121 Betriebsjahren der 17 millionste mit der Standseilbahn auf den Gipfel beförderte Fahrgast gefeiert werden.
Heute ist der San Salvatore, der sich seine Anziehungskraft als besonderer Aussichtspunkt in der Region erhalten hat, der Luganer „Hausberg par exellence“ dank des Restaurants „Vetta“, der Konferenzmöglichkeiten, des Ausbaus der Erholungsmöglichkeiten, der immer stärker am Markt orientierten neuen Angebote und der Pflege hoher Servicequalität Ausflugsziel sowohl für die Menschen der Umgebung als auch für Touristen, die aus aller Welt nach Lugano kommen.
Die Standseilbahn San Salvatore macht seit 123 Betriebsjahren einen Naturraum von seltener Schönheit erreichbar!