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Tätigkeit berücksichtigen
Geistige Tätigkeiten, die eine hohe Konzentration verlangen, wie zum Beispiel das Verfassen von Texten oder die Softwareentwicklung, stellen höhere Anforderungen an den Lärmpegel als Routinetätigkeiten wie zum Beispiel Disponieren oder Verkaufen. Arbeitsplätze mit hohen Konzentrationsanforderungen sollten von Arbeitsplätzen mit hohem Geräuschpegel, wie Telefondiensten, räumlich getrennt oder weit entfernt voneinander angeordnet werden.
Orientierung am Schallpegel
Die Schallpegelmessung gibt einen Anhaltspunkt über die Lärmsituation. Bei Tätigkeiten mit hoher Konzentration sind Lärmexpositionspegel von maximal 40 dB(A), bei allgemeinen Bürotätigkeiten von maximal 50 dB(A) anzustreben. Aber auch bei geringen Schallpegeln können Lärmklagen auftreten, da man in leisen Räumen störende Geräusche besser hört.
Störende Geräusche möglichst vermeiden
Ein Geräusch ist besonders störend, wenn es aus den allgemeinen Hintergrundgeräuschen deutlich herausgehört und einer einzelnen Lärmquelle zugeordnet werden kann. Die Störwirkung wird erhöht, wenn das Geräusch einen auffälligen Ton hat, die Lautstärke stark schwankt, impulshaft auftritt (zum Beispiel Wassertropfen) oder in seiner Umgebung fremd ist. Wird Lärm als unnötig wahrgenommen, stört er mehr, als wenn dessen Notwendigkeit nachvollziehbar ist. Lärm, dem wir ausgeliefert sind, belästigt stärker als Geräusche, die wir kontrollieren können (zum Beispiel Lärmquelle abschalten können, Lärm durch eigene Aktivitäten).
Ausreichend Raum
Je mehr Menschen in einem Raum sind und je näher sie beieinander sitzen, desto grösser ist die Lärmbelastung. Der gegenwärtige Trend zur Verdichtung der Belegung von Büroflächen verschärft diese Problematik zusätzlich. Gewähren Sie ausreichenden Abstand zwischen den Arbeitsplätzen. In Grossraumbüros sollten mindestens acht Quadratmeter pro Arbeitsplatz zur Verfügung stehen, in der Praxis werden zur Minimierung der Störwirkung sogar grössere Flächen empfohlen.
Ausgewogenes akustisches Klima
In grossen Büros muss ein besonderes Augenmerk auf ein angenehmes akustisches Klima gelegt werden. Der Hintergrundgeräuschpegel darf nicht zu leise sein, damit Gespräche aus anderen Arbeitsbereichen nicht verstanden werden können. Ein Optimum der Hintergrundgeräusche liegt bei 40 bis 45 dB(A). Ist es zu leise, kann versucht werden, mit der Lüftungsanlage oder mit Breitbandrauschen ab Lautsprecher den Hintergrundschallpegel anzuheben.
In Grossraumbüros sollten Raumdecken und Stellwände schallabsorbierend sein. Räume mit hoher Halligkeit verschlechtern die Verständlichkeit von Sprache, man beginnt lauter zu sprechen. In diesem Fall sollte mit Hilfe eines Akustikers die Raumakustik verbessert werden.
Rücksichtnahme bei Gesprächen
Gespräche gehören zur Arbeit. Dennoch sind Telefongespräche in Büros die wichtigste Lärmquelle. Persönliche Gespräche werden von Unbeteiligten als störend empfunden. Sie sind umso störender, je deutlicher der Inhalt verstanden werden kann. Nutzen Sie Besprechungszimmer oder Cafeterias für persönliche Gespräche. Richten Sie Besprechungszonen ein. Alternativ können auch «Quiet Areas» für konzentriertes Arbeiten zur Verfügung gestellt werden. Nutzen Sie Headsets zum Telefonieren, erfahrungsgemäss wird dann leiser gesprochen. Vermeiden Sie Telefongespräche, die über den Lautsprecher einer Freisprechanlage geführt werden.
Trittgeräusche dämpfen
Lärm vorbeigehender Personen, wie Trittgeräusche, stehen bezüglich Störwirkung an zweiter Stelle. Zur Reduktion von Fortbewegungsgeräuschen eignen sich akustisch dämpfende Bodenbeläge wie Teppiche.
Laute Geräte ausserhalb von Arbeitszonen aufstellen
Büromaschinen werden im Allgemeinen immer leiser. Dennoch haben gewisse Gerätekategorien wie Drucker oder Server noch immer ein grosses akustisches Störpotenzial und sollten ausserhalb der Arbeitszonen aufgestellt werden, wenn möglich räumlich abgetrennt.
Externe Lärmquellen abschirmen
Geräusche von aussen wie Verkehrs- oder Baustellenlärm werden durch die Fassade und die Fenster abgedämmt. Aber auch Lüftungsöffnungen spielen eine Rolle. Prüfen Sie die Fensterfugen. Bereits leicht undichte Fensterfugen lassen wesentlich mehr Lärm von aussen eindringen. Die Schalldämmung der Fenster kann mit entsprechenden Gläsern verbessert werden.
Lärmklagen ernst nehmen
Wenn der Betrieb sich um eine Lärmminderung bemüht, zeigen Mitarbeitende eine weniger starke Lärmempfindlichkeit, als wenn sie sich dem Lärm hilflos ausgeliefert fühlen. Versuchen Sie mit Lärmverursachern und Betroffenen gemeinsame Lösungen zu suchen (zum Beispiel Verzicht auf High Heels). Solche Lösungen können oft mehr bewirken als aufwändige technische Massnahmen.