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Einige der bekanntesten und geschätzten schottischen Whisky-Destillerien wie Port Ellen, Brora oder Rosebank wurden vor vielen Jahren eingemottet, stillgelegt oder abgerissen, aber warum? Hätten sie überleben und ein anderes Schicksal haben können?
Brennerei-Schliessungen sind nicht ungewöhnlich. Es gab eine Massenschliessung zwischen den 1830er und 1850er Jahren, und während der Rationalisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden 40 Destillerien allein in den 1920er Jahren permanent geschlossen.
Im Jahr 1933 waren nur zwei Malt-Brennereien in Betrieb und, obwohl im Rest des Jahrzehnts die Gewinne stiegen, wurde das Schicksal von Campbeltown- und einigen Islay-Brennereien besiegelt. Die Blender folgten der Änderung der Trink-Vorliebe der Kundschaft, welche sich von den kräftigen Malts wegbewegte, die damals vorherrschend waren. Neue Malt-Brennereien wie Tormore, Glen Keith, Glenallachie usw. wurden erst Ende der 1950er Jahre und Anfang der 1960er Jahre gebaut.
All dies deutet auf die zyklische Natur des Marktes. Aus dieser Perspektive betrachtet waren die Schliessungen der 1980er Jahre keine Anomalie; sondern Teil eines natürlichen Zyklus.
Heute scheint es, dass Brennereien wie Künstler sind, die erst nach ihrem Ableben berühmt werden. Das Gefühl des Verlustes ist auch deshalb so akut, weil wir jetzt einen Single Malt Markt haben. Die Schliessung von Port Ellen 1983 wurde wenig in den von Blends dominierten 1980er Jahren kommentiert.
Warum aber werden sie geschlossen? In einfachen Worten: Angebot und Nachfrage. Die Whisky-Industrie spielt immer ein komplexes Ratespiel. Wie viel soll für eine potenzielle zukünftige Nachfrage in 3, 12 oder 20 Jahren gelagert werden? Welches Marktsegment wird anziehen, welches wird konstant bleiben, welches wird scheitern?
Die Wirtschaftsprognostiker sind heute besser, als sie in den späten 1970er Jahren waren, als der Anstieg des Ölpreises einen weltweiten wirtschaftlichen Abschwung und die Abkehr einer Generation von den Spirituosen der vergangenen zwei Generationen zu einer Umsatzeinbusse beim schottischen Whisky führte. Die Industrie reagierte zu langsam, und die Produktion wurde in gleichem Masse fortgesetzt, während der Umsatz jäh fiel. In den 1980er Jahren schwamm die Industrie in einem See von Whisky.
Der einzige Vorteil davon war, dass es jetzt viel Malt Whisky zu verkaufen gab; das war der Beginn der Kategorie, die wir heute kennen. Der Nachteil war die Schliessung von Brennereien.
Welche Destillerien wurden für die Schliessung ausgewählt? Grösse war eine Überlegung. Wenn Du eine grosse und eine kleine Brennerei hast, macht es mehr Sinn, die grosse offen zu halten, da diese eine grössere Flexibilität hat.
Malt-Brennereien gibt es wie heute in erster Linie fürs Blending. Es muss gesagt werden, dass halt oft diejenigen, die geschlossen wurden, weniger charaktervollen Whisky hergestellt hatten. Keinen schlechten Whisky zu machen war zu wenig.
Vor allem bei Islay-Destillerien spielte das eine Rolle. Du brauchst nicht viel torfigen Malt, um einen rauchigen Blend zu machen, und in den 80er Jahren gab es auch einen Trend weg von Rauchigkeit. Wenn Du wie Allied Domecq (heute Pernod Ricard) Laphroaig und Ardbeg hast, welche wählst du, um offen zu bleiben? Die grössere und die wichtigere für die Blends.
Wenn Du Lagavulin, Caol Ila und Port Ellen hast, welche soll ins Gras beissen? Die letzte, denn sie ist die kleinste; Caol Ila kann getorft und unpeated machen, und Lagavulin ist für bestimmte Blends zweckgebunden. Das gleiche Modell gilt auch in den Highlands oder in der Speyside.
Es scheint brutal, aber die Entscheidungen wurden nicht von hartherzigen Menschen gemacht. Während wir die geschlossen Brennereine betrauern, vergessen wir, wie viele Firmen viele Destillerien offen hielten, auch wenn es ökonomisch Sinn gemacht hätte, sie zu schliessen.
Man hätte in diesen schlechten Zeiten vielleicht mehr renovieren als destillieren können. Aber indem die Produktionsleiter gegen den Druck der Buchhalter kämpften, konnten sie die Menschen in ihren Jobs halten.