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Notariatsordnungen, ausführliche Gesetze zur Normierung des gesamten Notariatswesens.
Die heutigen Notare
haben von den Notarii der Römer
[* 3] (»Geschwindschreiber«, von »notae«,
d. h. abkürzende Schriftzeichen) nur den Namen. Ihre eigentlichen Vorgänger waren vielmehr die römischen Tabelliones,
welche, wie man dies in Italien
[* 4] noch jetzt zuweilen findet, auf öffentlichen Plätzen ein Geschäft daraus machten, dem Publikum
durch die Abfassung schriftlicher Aufsätze und Eingaben an Behörden u. dgl.
dienstbar zu sein. Dadurch nun, daß man dieselben zur Beurkundung gerichtliche Akte zuzog und den von ihnen aufgenommenen
Urkunden öffentlichen Glauben beilegte, entwickelte sich im Mittelalter in Italien das heutige Notariat, welches
in Deutschland
[* 5] namentlich durch die Notariatsordnung KaiserMaximilians von 1512 gesetzlich geregelt wurde.
Die Disziplinargewalt über die Notare wird durch Notariatskammern ausgeübt, welche auch etwanige Beschwerden über jene, namentlich
über Gebührenrechnungen, entgegennehmen. Ein großer Übelstand ist aber die Käuflichkeit der Notariatsstellen, welche
zur Folge hat, daß der Notar, um sein Anlagekapital wieder herauszuschlagen, vielfach anderweite Geschäfte
mit betreibt, welche an und für sich nicht in seinen Wirkungskreis fallen. Übrigens ist dies System in Elsaß-Lothringen
[* 6] nicht beibehalten, vielmehr ist hier die Käuflichkeit der Notariatsstellen unter Entschädigung der von Frankreich übernommenen
Notare aufgehoben worden. In Deutschland hat das Notariat nur in Rheinpreußen (Notariatsordnung vom
und in Bayern
[* 7] (Notariatsordnung vom eine gleiche Ausdehnung
[* 8] gefunden.