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die Reihenfolge, wie man auf den Ackerfeldern die einzelnen Früchte hintereinander anbaut. Unter sehr
günstigen Verhältnissen (bester Kulturzustand, reichlicher Dünger aller Art, beste Bearbeitungsgeräte etc.) kann der Landwirt
die Fruchtfolge entbehren; aber es ist sicher, daß der Landwirt für die Kultur auf Feldern im großen seine Rente
dabei äußerst selten findet und an die Fruchtfolge gebunden ist, wenn auch die neuesten Fortschritte der Landwirtschaft eine größere
Beweglichkeit gestatten.
Schon die wechselnde Witterung, welche bald diese, bald jene Pflanze begünstigt, widerrät es, das Spiel
auf nur eine Karte zu setzen; anderseits würde der Anbau nur einer Frucht zeitweise im Jahr überaus anstrengende Thätigkeit
erfordern, zu andern Zeiten aber gar nichts zu thun geben. Spannvieh muß gehalten werden, und dieses braucht Futter, der Haushalt
Erzeugnisse andrer Art. Erwiesen ist, daß der Stalldünger meistens nicht ersetzt werden kann, oder
doch, daß dessen Ersatz nur mäßige Vorteile bringt; man bedarf also auch des Nutzviehs und für dieses wiederum Stroh und
Futter verschiedener Art. Das Wechseln mit den Früchten bringt aber auch noch indirekte Vorteile und zwar in solchem Grade,
daß selbst der Gärtner, welcher am freiesten wirtschaftet, nicht ganz darauf verzichtet und höchstens
im künstlich hergestellten Treibbeet eine Pflanzstätte besitzt, auf welcher er an gar keine Regel sich zu binden braucht.
Der Landwirt aber muß für die Kultur im großen die Sicherheit allen andern Rücksichten vorziehen und kann seine Felder
nur bis zu beschränktem Grad meliorieren und kulturfähig erhalten. Unter den Pflanzen, welche er bauen
muß, sind solche, welche den frischen Stalldünger besonders gut, und solche, welche ihn gar nicht vertragen, solche, welche
besser im Jahr nach einer Düngung mit Mist (»zweite Tracht«) oder gar erst im zweiten Jahr (»dritte Tracht«) lohnen.
Früher ließ man wohl auch 3, 4, 5 und mehr Früchte nach einer Düngung sich folgen; heutzutage zieht
man es vor, lieber schwächere Düngungen, diese aber öfters, zu geben und mit Handelsdünger die ernährende Wirksamkeit
des Stalldüngers zu erhöhen, die physikalische aber durch sorgsamste Bearbeitung möglichst zu ersetzen (vgl.
Dünger und Bodenbearbeitung). Die Pflanzen des Landwirts sind blattreich (Blattfrüchte) oder blattarm
(Getreide,
[* 4] Halmpflanzen), werden um der Körner oder Blätter oder Wurzeln (Wurzelhackfrüchte) willen angebaut, haben weitverzweigte,
tief gehende oder flache, wenig verzweigte.
Wurzeln. AllePflanzen brauchen die gleichen Nährstoffe; in den einzelnen Ernten aber entziehen wir davon sehr verschiedene Mengen,
bald mehr von dem einen, bald mehr von dem andern. Alle diese Umstände entscheiden mit über die Stellung
der Pflanzen in der Fruchtfolge Allgemeinste Regel hierfür ist, jede Pflanze so zu stellen, daß sie von der Vorgängerin, »Vorfrucht«,
die möglichst günstigen Bedingungen vorfindet und der »Nachfrucht« das Feld in dem für diese besten Zustand
hinterläßt. Einzelne Pflanzen nehmen nur den Sommer über das Feld ein, Sommerfrüchte, andre zum Teil auch im Winter, Winterfrüchte,
andre mehrere Jahre, perennierende Früchte. Letztere werden in der Regel von der Fruchtfolge ausgeschlossen oder wechseln außerhalb
derselben mit andern Früchten. Wo der Boden sehr große Unterschiede zeigt, müssen mehrere Fruchtfolgen
eingeführt werden; wenn irgend möglich, richtet man aber nur eine ein. In
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Griechenland
[* 6] gibt es noch heute Felder, auf welchen, wie vor 2000 und mehr Jahren, nie ein andrer Wechsel als der zwischen Winter-
und Sommergerste stattfindet, also nur eine Frucht, aber in der Winter- und Sommervarietät, gebaut wird. Das ist eine seltene
Ausnahme. Die Römer
[* 7] wechselten mit Anbau und Brache (s. d.), und auch noch bei uns wird diese in der
Fruchtfolge entsprechend benutzt. Da, wo man sich an bestimmte Betriebssysteme hält, werden die Fruchtfolgen diesen gemäß eingerichtet
und auch in unsern Tagen noch nach von alters ererbtem Schema.
Die reinen Feldgraswirtschaften wechselten mit x JahrenGetreide (mit und ohne Brache) und mit y JahrenKlee und Grasweide; heutzutage
hat man auch für diese Hack- und andre Früchte mit aufgenommen. Vielfach baut man auch noch sogen. Zwischenfrüchte, z. B.
Roggen und nach diesem Stoppelrüben, welche noch in demselben Jahr geerntet werden, oder auch nach Winterfrüchten
eine bloße Grünfutter- oder selbst nur Gründüngungspflanze. Früher suchte man die Fruchtfolge strengstens so
einzurichten, daß Futter- und Strohgewinnung, Düngererzeugung und Viehstand im sogen. gerechten Verhältnis zu einander standen,
und mußte durch sorgsame Berechnung ermitteln, wieviel Vieh gehalten werden durfte, und wieviel Stroh
und Futter für dieses sowie Dünger für die Felder erzeugt werden mußte.
Reich hieß dann das System, wenn es an nichts fehlte, vermögend, wenn gerade der Bedarf notdürftig gedeckt war, und arm,
wenn es an Stroh und Futter, also auch an Mist, fehlte, d. h. zu wenig Vieh gehalten werden konnte. Heutzutage
hat sich für Dünger und Futter ein lebhafter Handel entwickelt und kann durch Zukauf das Fehlende erlangt werden; anderseits
versteht man es auch gründlicher, die Schätze im Boden sich nutzbar zu machen. Vordem kannte man nur die Sorge für die Felder
und hier lediglich die für Körnergewinn; dazu verwendete man allen Dünger und schätzte sich glücklich,
wenn man recht viele Wiesen und Weiden (Waldhut, Streulaub) u. dgl. berauben
konnte.
Jetzt gibt man den Dünger nur noch für besser lohnende Pflanzen, baut Getreide in zweiter und dritter Tracht und düngt nicht
minder sorgsam die Wiese, wenn nicht fruchtbares Wasser zu Gebote steht, ja wechselt sogar auch schon mit
dieser (zeitweiser Umbruch). Am wichtigsten ist die Auswahl unter den zu bauenden Pflanzen, die richtige Aufeinanderfolge
der ausgewählten bietet keine Schwierigkeiten mehr. Zuerst muß man alle Pflanzen ausscheiden, welche unter dem herrschenden
Klima nicht sicher gedeihen;
dann die, welche bei dem Boden im gegebenen Kulturzustand nicht lohnen;
die,
welche nach den Markt- und Handelsverhältnissen nicht vorteilhaft erscheinen;
endlich die, von welchen man bei der gewählten
Einrichtung des Betriebs keinen Gebrauch machen kann oder will.
Von dem Rest wählt man die aus, welche frische Düngung lieben
oder verlangen; sie stehen an der Spitze; die andern folgen möglichst so, daß Halm-, Blatt-, Wurzelfrüchte
sich ablösen, und so, daß zwischen Ernte
[* 13] und Saat genügende Zeit zur Bearbeitung des Feldes gegeben ist. Die hierher gehörige
Litteratur s. bei Betriebssystem, Landwirtschaftslehre etc.