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Differenztheoretisch kann Variation als Differenz zwischen einer Variation und Gleichartigkeit, also gewisserweise die Verschiedenheit des Gleichen gesehen werden. Die Selektion macht eine Differenz, indem sie das eine vom anderen unterscheidet.
In der Evolutionstheorie von C. Darwin variiert ein Organismus ein Merkmal. Die Selektion kann dann bezüglich des gleichen Organismus einen auswählen und den andern eben nicht.
Beobachtbar wird die Selektion im Vergleich der Bestände, in welchen die Variation aufgehoben ist, also die Selektion stattgefunden hat. Im darwinistsch gesehenen Tierreich gibt es zur Zeit beispielsweise Hund und Katze, aber nicht mehr das Ausgangstier, in welchen Hund und Katze noch gleich waren.
In einer allgemeineren Fassung der Evolution sind Verhaltensweisen anstelle von Organismen. Etwa kann sich das Grüssen per Händedruck durchsetzen oder eine Sprecheweise wie Grüssgott, nachdem zuvor nur gewinkt und Gott noch nicht erwähnt wurde, obwohl bereits gegrüsst wurde.
Literatur:
Konkret dazu: "Durch Variation werden die Elemente des Systems variiert, hier also die Kommunikationen. Variation besteht in einer abweichenden Reproduktion der Elemente durch die Elemente des Systems, mit anderen Worten: in abweichender, überraschender Kommunikation." (GdG, 454) Noch konkreter: Auf gesellschaftlicher Ebene kommt "evolutionäre Variation ... nur dadurch zustande, dass sprachlich gelungene Sinnzumutungen im Kommunikationsprozess infrage gestellt werden oder rundheraus abgelehnt werden. ... Genauer gefasst und auf seine kommunikative Verwendung hin betrachtet, liegt der Variatonsmechanismus in der Erfindung der NEGATION und der dadurch ermöglichten JA/NEIN-CODIERUNG sprachlicher Kommunikation." (GdG, 459)