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Die Enttäuschung sitzt tief bei Benjamin Steffen nach der verpassten Medaille im olympischen Fechtturnier. Doch der Basler kündigt im Interview mit der TagesWoche eine Trotzreaktion für den Sonntag an: Dann will er im Teamwettbewerb Verpasstes nachholen.
Die grosse Leere: Benjamin Steffen in seinem kleinen Finale, als er gegen den Franzosen Gauthier Grumier bereits fast aussichtslos im Hintertreffen lag.(Bild: Keystone/PETER KLAUNZER)
Der spannende Nachmittag in der Carioca Arena 3 in Rio de Janeiro: Max Heinzer (links) im Viertelfinal gegen den späteren Olympiasieger Sangyoung Park.(Bild: Keystone/PETER KLAUNZER)
Benjamin Steffen nach seinem 15:14-Erolg gegen den Ukrainer Bogdan Nikishin.(Bild: Keystone/ANDREW MEDICHINI)
Der Achtelfinal: Jason Pryor (links) ist der erste Gegner, den Benjamin Steffen bezwingt.(Bild: Keystone/SERGEI ILNITSKY)
Der Viertelfinal: Benjamin Steffen (rechts) besiegt den Franzosen Yannick Borel, der zuvor Fabian Kauter ausgeschaltet hatte.(Bild: Reuters/ADREES LATIF)
Der Halbfinal: Benjamin Steffen (links) gegen den späteren Olympiasieger Park Sangyoung.(Bild: Reuters/ADREES LATIF)
Gefallen und wieder aufgestanden: Benjamin Steffen in seinem Viertelfinal.(Bild: Reuters/ADREES LATIF)
Gestürzt und wieder aufgestanden: Benjamin Steffen in seinem Viertelfinal.(Bild: Reuters/ADREES LATIF)
Fechten und Fotokunst: Gauthier Grumier und Benjamin Steffen in ihrem Bronze-Match.(Bild: Reuters/ISSEI KATO)
Durst: Benjamin Steffen im Bronze-Match.(Bild: Reuters/ADREES LATIF)
Bei seiner ersten Olympia-Teilnahme hat sich der Basler Degenfechter Benjamin Steffen (34) bis ins Halbfinale gekämpft, muss dann aber zwei Niederlagen hinnehmen: erst gegen den späteren Olympiasieger Sangyoung Park aus Südkorea (9:15) und dann gegen den Weltranglistenersten Gauthier Grumier im Kampf um Bronze mit 11:15.
Steffen, der als Lehrer für Englisch und Sport am Gymnasium Bäumlihof in einem 80-Prozent-Pensum unterrichtet und wie Teamkollege Max Heinzer der Basler Fecht-Gesellschaft angehört, war die grosse Überraschung des Schweizer Trios. Als vierfacher Team-Europameister will Steffen nun am Sonntag mit Max Heinzer und Fabian Kauter im Teamwettbewerb reüssieren.
Benjamin Steffen, Sie fochten Ihre beste Einzelkonkurrenz an einer internationalen Meisterschaft und sind trotzdem arg enttäuscht. Ihre Einschätzung?
Benjamin Steffen: Dieses Olympia-Turnier war eine einzigartige, einmalige Gelegenheit. Umso ärgerlicher ist dieser vierte Platz. Es wäre einfacher gewesen, um Gold als um Bronze zu kämpfen.
Wieso das?
Nachdem ich gegen den Koreaner Sangyoung Park im Halbfinale verloren hatte, wusste ich: Jetzt wirds schwierig. Mein Bronze-Gegner Gauthier Grumier ist ebenfalls Linkshänder und er liegt mir nicht. Zudem focht er das erste Halbfinale und hatte somit eine längere Regenerationszeit.
Wie sind Sie in den Bronzekampf gestiegen?
Ich erhielt tolle Unterstützung durch die Teamleitung und durch meine Teamkollegen. Der Optimismus war da. Und mir gelang ein starker Auftakt mit dem ersten Treffer. Anschliessend traf mich Gauthier zweimal am Bein. Das hat mich ein bisschen aus dem Konzept gebracht. Ich versuchte, die Distanz zu ihm zu vergrössern, das gelang. Trotzdem hinkte ich ständig einem Rückstand hinterher. Ich konnte die Geschichte nicht drehen.
«Ich bin eine Art Trötzler, und jetzt wollen wir im Teamwettbewerb um die Medaillen kämpfen.»
Der Halbfinal hatte eine ähnliche Kampfgeschichte.
Leider, ja. Park ist ein enorm starker Fechter, dessen Angriffe ansatzlos auf einen zukommen. Nach gutem Beginn war er für mich bald etwas zu schnell.
Welches Fazit ziehen Sie nach dem Einzelturnier?
Vierter, so knapp neben der Medaille: Im Moment ist das Gefühl einer grossen Leere da, aber so etwas kann ich nicht stehen lassen. Sie müssen wissen, dass ich eine Art Trötzler bin. Jetzt steht der Teamwettkampf im Fokus. Und ich spüre grosses Vertrauen in unsere Equipe. In dieser Entscheidung wollen wir um die Medaillen kämpfen – und unsere Chancen stehen gut.