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Normative Medienwahl: Welche Kritikpunkte und welchen Praxisbezug können Sie dabei identifizieren?
Normative Medienwahl: Erweiterung der rationalen Medienwahl-Theorie. Es kommen zusätzlich zum Grundmodell die Medienkompetenz und soziale Normane hinzu.
Kritik: Reine Ergänzung des Modells rationaler Medienwahl, konzentration auf soziale Normen, Medienkompetenz geht vergessen.
Praxis: Berücksichtigt den sozialen Kontext (wichtig in Organisationen so kann die Kommunikatinswahl erklärt werden bspw. für eine Projektarbeit), erfolgreiches Kommunikationsverhalten basiert auf Entwicklung einer gemeinsamen Mediennutzungskultur.
Rationale Medienwahl: Welche Kritikpunkte und welchen Praxisbezug können Sie dabei identifizieren?
Rationale Medienwahl: Medien werden aufgrund situationsspezifischer Merkmale ausgewählt. Hierzu zählen sachliche Anforderungen (bspw. Aufgabenstellung) und soziale Anforderungen (bspw. Kommunikationsanlass).
Kritik: sehr vereinfachtes Modell, vernachlässigt irrationale (emotionale) und unbewusste Entscheidungen, soziale Normen und interpersonale Abstimmungen werden nicht berücksichtigt, Ausblendung von Nutzungskontext sowie -kompetenz.
Was versteht man unter dem Use-and-Gratifications-Ansatz?
Use and Gratification (Blumer & Katz 1974)
Mediennutzer verhalten sich rational und fällen Entscheidungen aufgrund der Wahrnehmung ihrer Bedürfnisse. Dabei konkurrieren Medien um alternative Möglichkeiten der Bedürfnisbefriedigung «Gratification». Mediennutzung «Uses» wird durch unsere Bedürfnisse getrieben, die gestillt werden wollen.
Bspw. Welches Tool können wir für Distance Learning nutzen? Ein rationaler Entscheid. Aber: Mediennutzung kann vielfältige Gründe haben – eine alleinige Fokussierung auf Motive, die direkt identifizierbar und abfragbar sind, kann nicht immer eine ausreichende Erklärung bieten.
Was versteht man unter Affiliation bei der Mediennutzung?
Affiliation: Anschlussmotiv
Medien dienen als Mittel (Vehikel) zur Aufnahme sozialer Kontakte und entsprechen somit dem Bedürfnis nach Affiliation «Anschlussmotiv». Besonderheit bei neuen Medien, ich kann die Kontaktaufnahme herauszögern. Bspw. Blog, online Game...
Medien dienen als Mittel zur Ersetzung sozialer Kontakte. Bspw. Interaktion mit virtuellen Personen (Avatare), Aufbau einer «Illusionären Interaktionen» - Tamagotchi
Was versteht man unter dem Motiv der symbolischen Selbstergänzung bei der Medienwahl?
Jeder Mensch hat ein Selbst (das Bild von uns selber) und durch die Nutzung von Medien symbolisieren wir unser Selbst. Die eigene Einstellung, Haltung oder Bewertung von Medien(-inhalten) wird als Möglichkeit zur Selbstdarstellung genutzt.
Klassisches Beispiel ist Appel: Die Person nutzt Appel, um etwas damit zu symbolisieren. Früher galt ein iPhone als Hype, heute als Durchschnitt. Wenn ich ein Gadget nutze, sagt das etwas über mich selber aus.
Nennen Sie zwei Beispiele, wie Medien auf menschliches Verhalten wirken und dieses beeinflussen.
Prosoziales Verhalten: Modellpersonen in Medien vermitteln normative Vorstellungen über gute/schlechte Verhaltensweisen (z.B. Gestaltung von Kindersendungen "Löwenzahn"). Erhöhen das empathische Miterleben von Notsituationen (Spendenanteil wird erhöht – Spitäler von Italien bei Corona). Veröffentlichung von Hilfsbereitschaft (Helden des Alltages, Spendenbarometer).
Aggressives Verhalten: Divergenz von medialem Versprechen und (die meist eigene) erlebter Wirklichkeit. Durch den sozialen Vergleich, tritt "relative Deprivation" auf (aufwärts oder abwärtsgerichteter Vergleich z.B. Reportagen über den Lebensstil der Rich & Famous oder Hertz4).
Welche Modelle zu Medienmerkmalen sind Ihnen bekannt?
Bitte beschreiben Sie die Unterschiede der einzelnen Modelle.
Jedes Medium hat bestimmte Merkmale, welche einen Einfluss haben auf die Kommunikation.
Theorie der Kanalreduktion: Mediengestützte Kooperation weist im Vergelich zu der F2F Kommunikatin Defizite, durch den Ausschluss von Sinneskanälen (Kanalreduktion).
Media Richness-Modell: Informationreichhaltigkeit eines Mediums.
Theorie des Heruasfilterns sozialer Hinweisreizen: Mediengestützte Interaktion enthält weniger Hinweisreize (Kanalreduktion) als F2F.
Theorie der Kanalreduktion: Welche Kritikpunkte und welchen Praxisbezug gibt?
Mediengestützte Kooperation weisst im Vergleich zur Face-to-Face (F2F) Kooperation Defizite auf, durch den Ausschluss von Sinneskanälen (Kanalreduktion). Metapher: Je mehr eingesetzte Medien, desto dünner das Kabel.
Folgen der Kanalreduktion:
Ent-Emotionalisierung (durch Emoticons ersetzbar)
Ent-Kontextualisierung
Ent-Körperlichung (v.a. bei schriftlicher Kooperation)
Ent-Räumlichung und Ent-Zeitlichung
Kritik: CvK wird immer mit dem Idealtypus F2F verglichen, somit wirkt es immer «schlechter». Fokus nur auf technische Aspekte: fehlende Berücksichtigung der Anpassung durch denMediennutzer und fehlende Berücksichtigung von Technologieentwicklung und Bandbreiten.
Praxis: Entwicklung von Online-Kurse (Weiterbildungen) um Nachteile der CvK auszugleichen. Beachtung und Sensibilisierung für die Grenzen der CvK