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750 – 1500
Bei der Erarbeitung der Morphologie der Landschaft gehen wir davon aus, dass früher ganz St. Gallen bewaldet war, bis auf diejenigen Stellen, die nicht bepflanzbar waren wie beispielsweise Sümpfe. Circa 80 Prozent der Fläche war dabei Wald. Gallus siedelte sich in der Nähe der Mühleggschlucht an. In den folgenden Jahrhunderten vergrösserte sich diese Siedlung stetig.
Ab 1500 ist der heutige Klosterhof als erste öffentliche Anlage in Plänen beurkundet.
Der Stadtkörper dehnt sich fortlaufend aus, was ein Rückzug der Grün- und Waldflächen bewirkt.
1810
Aufgrund der stark grösser werdenden Bevölkerung in der Stadt, wurde mehr Wohnraum benötigt. Dafür musste man Teile des Waldes roden, was auf diesem Zeitsprung klar ersichtlich ist.
Die grosse Wiese am Unteren Brühl wurde 1549 von der Ortsbürgergemeinde in einem Tauschhandel vom Kloster St. Gallen erworben. Sie diente den Bürgern als Allmendplatz und wurde als Schafweide, Getreidefeld, Kinderspielplatz, Marktplatz, Exerzierplatz des Militärs und zum Kartoffelanbau genutzt.
1830
Im Zuberplan von 1828 sind Bleichefelder der Leinenzeit ersichtlich. Die Leinwände wurden auf den Feldern zum Trocknen ausgelegt. Die moorigen Böden vor den Stadtmauern von St. Gallen waren ideal für das Bleichen der Leinen, da durch die Feuchtigkeit von unten das Brechen der Leinwände verhindert wurde. Der Standort der ehemaligen Davidsbleiche (im Quartier Tschudiwies) lässt sich bis heute in der Stadtstruktur ablesen.
Der Stadtpark wird 1830 erstmals in Planunterlagen urkundlich erwähnt. Ursprünglich war er ein herrschaftlicher, privater Landschaftspark, welcher zum Haus Rorschacher-Strasse 25 gehörte und im Besitz der Familie Scherrer war. 2021 ist der Stadtpark, mit einer Fläche von 33’737 m2, die grösste zusammenhängende Grünfläche im Innenstadtbereich.
1863
Der heutige Kantonsschulpark auch oberer Brühl genannt, gehörte ursprünglich zum Besitz des Kosters und wurde bereits in frühen Jahren zum Vergnügen der Stadtbewohner als Stadtgarten genutzt. Durch den Bau des städtischen Gymnasiums in den Jahren 1852 bis 1855 wurde er dann durch die geometrisch gestalteten Grünflächen stark verändert. 1864 wurde über den ganzen Park ein unregelmässiges Wegenetz gelegt und ein mit Buchen versehener Weiher gestaltet.
Das Areal der Kreuzbleiche wird ab 1860 vom Militär genutzt, da der vorherige Standort auf der Wiese am Unteren Brühl zu klein wurde.
1883
1874 wurde der Friedhof Feldli, einer der grössten Friedhöfe in St. Gallen, ausserhalb des Siedlungsgebietes erstellt.
1880 erfuhr der Stadtpark mit dem Museumsbau erste grundlegende Veränderungen.
Im selben Jahr erbaute man der St.Leonhardspark zwischen dem Schulhaus und der St.Leonhardstrasse. Der Park wurde auf einem quadratischen Grundstück als Teil der Quartiersplanug Davidbleiche nach englischem Vorbild gestaltet.
Ab 1883 lässt sich eine Zunahme an kleinen Grünanlagen in der Stadt erkennen.
1964
Nachdem das Burgweier-Areal auf unterschiedliche Weise lange Zeit der St. Galler Textilindustrie diente, entstanden 1945 erste Projekte, um das Areal der öffentlichen Hand zuzuführen. Die unterschiedlichen Ideen, das Areal zu einem öffentlichen Naherholungsgebiet umzuwandeln, wurden jedoch bis heute nicht umgesetzt. Das Burgweier-Areal stellt bis heute eines der eindrücklichsten Zeugnisse der ehemaligen Textilindustrie dar und ist 2021 der grösste zusammenhängende Grünraum innerhalb des Siedlungsgebiets der Stadt St. Gallen.
1955 wurde der St. Leonhardspark so umgebaut, dass er als Kinderspielplatz nutzbar wurde.
2021
Heute sind circa 30 Prozent der Fläche von St. Gallen Wald. Dies sind etwa 35 Prozent des Waldes vom Jahre 750.
Über die Zeit von 750 bis 2021 wurden viele der bereits früh entstanden Grünanlagen in der Stadt St. Gallen verändert. Einige, wie beispielsweise der Stadtpark, der Kantonsschulpark, der St. Leonhardspark oder der Klosterhof wie auch weitere sind jedoch trotz Umgestaltungen immer noch bestehend und bilden einen wichtigen Bestandteil der Stadt St. Gallen.