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Geschichte des UGR zu Stans
Die Anfänge der Gesellschaft liegen im Dunkeln. In den Quellen tritt der UGR erstmals Ende des 16. (Botschaft 1597) bzw. zu Beginn des 17. Jahrhunderts (1607) in Erscheinung. Doch präsentiert er sich zu diesem Zeitpunkt als festgefügte Institution, die Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte älter sein muss. Möglicherweise entwickelte er sich aus den Knabenschaften des Spätmittelalters, etwa aus dem Saubannerzug der Fasnacht 1478 nach Genf, an dem nachweisbar auch die Jungmannschaft von Nidwalden teilnahm. Beim Eintritt der Gesellschaft in die schriftliche Überlieferung rekrutieren sich die Mitglieder freilich nicht mehr aus den ,,Leuten vom torechten Leben", die ihrer Obrigkeit zeigen wollen, wo der "Bartli den Most holt", nein jetzt gehören fast alle Reichsritter und Reichsfrauen der etablierten Gilde an: Obrigkeit, AmtIeute, Offiziere, Geistliche und Akademiker. Wie es damals allgemein üblich war, beschränkte sich die Gesellschaft nicht auf das bloss Weltliche, sie bezog auch das Religiöse in der kirchlichen Bruderschaft (mit den entsprechenden Exequien und Anniversarien) mit ein.
Die Vermischung von Ernst und Spiel, von Kirchlichem und Weltlichem, von "carpe diem" und "memento mori" machten schon damals das Wesen des UGR aus. Um die ganze Scheinwelt, in der man sich als Mitglied der Gesellschaft bewegte, bis zur Neige auskosten zu können, pflegte der UGR auch Aussenbeziehungen zu verwandten Gesellschaften und vor allem mit dem Benediktinerkloster Engelberg, dessen Abt man zum ,Fürstbischof zur Engelsburg" erhob. Seit 1687 unterhielt man jährlich den Austausch von Botschaften, in denen man das Geschehen in Nidwalden oder anderswo mit den tatsächlichen oder vermeintlichen Grosstaten des Reiches auf das Kunstvollste verknüpfte. Unsere Botschaft wird jeweils am Neujahrstag im Konvent verlesen. Wir genossen die Antwort aus Engelberg früher am Reichsfest, heute am Anniversarium (Schmutziger-Donnerstag). Die Gesellschaft hat im Verlauf der Jahrhunderte manchen Wandel, auch manche Hoch und Tiefs erlebt. Wer sich darüber eingehend informieren möchte, sei auf die Schriften von Hans von Matt verwiesen. Geblieben ist bis heute die Lust zu Fabulieren, zu grosssprecherischen Gebärden, Ankündigungen und Taten, kurz gesagt das, was den UGR seit jeher als das Besondere ausgemacht hat: "Hic Rhodos, hic salta" - bedeutet: „Zeig hier, was du kannst.“