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Sommer 2009. Ein Veranstalter-Team bucht für ihren Anlass im «Indochine» einen Jungspund aus Schweden, der kurz zuvor einige House-Tracks veröffentlicht hat, die ungewöhnlich klangen für die damalige Zeit. Die Jungs sind begeistert von dem Sound und verpflichten den Künstler für rund 1000 Euro, sowie mich als Support DJ.
Am Abend der Party ist der Laden ok gefüllt, aber nicht mehr. Als der Schwede an die Decks tritt, wird kaum Aufhebens darum gemacht. Wie immer im Indochine stehen einige Leute hinter dem DJ-Pult herum, den Künstler störts nicht. Die Begeisterung der Gäste über seinen Sound hält sich in Grenzen, einige wenige jubeln aber zur seinem treibenden, melodiösen House.
Nach knapp einer Stunde zeigt sich der Dancefloor sehr lückenhaft. Ich rate dem sympathischen, eher scheuen Blondschopf, doch etwas kommerzieller zu spielen. Er lächelt verlegen und meint «I dont play commercial».
Der junge Mann von damals ist heute einer der erfolgreichsten Popstars der Welt, steht zur Zeit mit mehreren Singles in den Schweizer Charts - und spielt immer noch nicht «commercial». Denn nicht er hat seinen Stil dem Mainstream angepasst, er hat es vollbracht, dass sein Stil zum Mainstream wurde. Der junge Mann heisst Avicii. Und ich bin sicher, dass er sich nach seinen vielen Touren rund um die Welt mittlerweile auch mit dem Gebrauch von Sonnencrème auskennt (siehe Foto).