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Natürlich muss auch ich ab und zu gärtnern und mache so Ableger meiner Korallen. Daneben vermehrte ich auf natürliche Weise diverse Anemonen, Schnecken und die gelbe Seewalze. Bei den Fischen züchte ich in kleinem Rahmen P. kauderni, den Samtanemonenfisch 2, H. abdominalis, H. barbouri, H. comes, H. erectus, H. guttulatus, H. kimmich, H. reidi, H. subelongatus, H. zosterae und Sulu Seenadeln. Versuche laufen bei der Jansis Seenadel, Gebänderten Scherengarnele, Wurdemanns Garnele, beim Kuda Seepferdchen, Schwarzschwanzpreussenfisch, Azur Riffbarsch und LSD Mandarin-Fisch. Allgemeine Infos zur Zucht von Meerwasserfischen. Lesen Sie alles über Seepferdchen in der Meerwasseraquaristik.

Die Nachzucht von Pterapogon kauderni (Kardinalbarsch)
Obwohl Pterapogon kauderni Schwarmfische sind, so durchleben sie doch sehr aggressive Phasen. Dies hat zur Folge, dass die Haltung eines Schwarms im Aquarium auf die Dauer darin endet, dass maximal ein Pärchen übrig bleibt. Bei mir war es so extrem, dass das Weibchen dem Männchen innerhalb von 2 Nächten den Schwanz vollständig abbiss. Nach einer mehrmonatigen Trennung gelang die Wiederzusammenführung in einem 400 Liter Becken. Sobald sich ein Paar gebildet hat, ist eine Zucht in Becken ab 125 Litern möglich.
Dass die Geschlechter unter normalen Bedingungen optisch vernünftig identifizierbar sind, kann ich nicht bestätigen. Ebenso wenig, ob eine Geschlechtsumwandlung stattfindet. Letzteres vermute ich jedoch schon seit langem. Hat man das Glück ein harmonisierendes Paar zu besitzen, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis diese zu balzen beginnen. Da Kauderni Maulbrüter sind und das Männchen während des Ausbrütens nicht frisst, ist eine üppige Fütterung vor dem Balzen entscheidend, da sonst das Männchen die Eier vor Hunger schluckt. Ich habe gute Erfahrungen mit Mysis und feinem Krill gemacht.
Beim Balzen schwimmen die beiden Pterapogon kauderni nebeneinander und zucken kräftig. In erster Linie bebalzt das Weibchen das Männchen. Da man die Eiabgabe selten beobachten kann, gilt es ab nun zu beobachten, ob das Männchen bei den Fütterungen frisst. Dies ist wichtig, damit man den Zeitpunkt der Eiübergabe kennt und eine Hochrechnung auf die Freigabe der kleinen machen kann. Die Eier sind etwa 3mm gross, trüb und haben eine bräunlich rosarote Farbe.
Während der Zeit, die das Männchen die Eier ausbrütet, verteidigt das Weibchen das Männchen vor aufdringlichen Fischen. Das Männchen brütet die Eier während 3 Wochen aus und trägt die geschlüpften Pterapogon kauderni nochmals eine Woche in der Kehltasche mit herum. Das Anschwellen der Kehltasche ist speziell in den letzten beiden Wochen gut sichtbar. 1-2 Tage bevor das Kauderni-Männchen die Jungen ausspuckt, beginnt es besonders stark zu atmen. Ausserdem wird Futter angeschwommen, dann aber nicht gefressen.
Zwischen dem 27. und 35. Tag bei der Morgendämmerung spuckt das Männchen die jungen Pterapogon kauderni aus. Der Zeitpunkt hängt auch von der Anzahl der ausgebrüteten Jungen ab. Je weniger Junge, desto später werden diese entlassen. Falls man das Männchen nicht zuvor fangen konnte, dann gilt es nun eilig die kleinen Pterapogon kauderni herauszufangen und zu separieren. Ein "Wurf" umfasst ca. 10-50 Pterapogon kauderni. Ich habe keinen Unterschied bemerkt, zwischen denjenigen, die ich mittels einem Becher abgeschöpft und denjenigen, die ich mit einem feinen Netz entnommen habe. Die kleinen Pterapogon kauderni sehen praktisch so aus wie die Grossen, nur viel kleiner (ca. 9mm lang, wobei der Körper ca. 4mm im Durchmesser hat), ohne Punkte und etwas durchsichtig (was sich aber schon nach einem Tag legt). Die jungen Pterapogon kauderni sollten in ein separates Becken ohne Fressfeinde kommen. Zu Beginn ist darauf zu achten, dass die Wasserwerte identisch sind mit denen des Elternbeckens, da die kleinen schon eine Woche lang darin schwammen.
Als Futter sollte zu Beginn ausreichend feines Zooplankton zu Verfügung stehen. Frischgeschlüpfte Artemianauplien funktionieren sehr gut und ebenso Frostcyclops. Bald werden dann auch Lobstereier gefressen. Die Ausfallrate der erfolgreich separierten Jungfische ist sehr gering, wenn genügend Futter angeboten wird.
Sobald das Männchen gegen Abend wieder frisst, muss mit dem Mästen begonnen werden, da eine Woche später das Ganze schon wieder von Vorne losgehen kann. Durchschnittlich laichen die Pterapogon kauderni jedoch etwa alle 7 Wochen ab.
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