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Lipödem
Das Lipödem ist eine chronische Störung der Fettverteilung. Da sich der Volumenzuwachs selbst mit adäquater Ernährung und gesteigertem Aktivitätslevel nicht beheben lässt, birgt dies eine hohe psychische Belastung für Betroffene. Unser kompetentes Personal berät Sie gerne zu Ihren Möglichkeiten.
Was ist ein Lipödem?
Lipödem, auch Lipohyperplasia Dolorosa genannt, ist eine angeborene, chronische, schmerzhafte Fettverteilungsstörung. Am häufigsten tritt das Lipödem im Alter zwischen 20 und 30 Jahren auf und nimmt mit der Zeit an Beschwerden zu, da das proteinreiche Ödem zu Verklebungen der Lymphgefässe führt. Die Einteilung erfolgt in mehreren Stadien.
Die Stadien des Lipödems
Stadium I: Die Hautoberfläche ist glatt, das Unterhautfettgewebe verdickt, die Fettstruktur feinknotig.
Stadium II: Hautoberfläche zeigt Dellen und ist druckempfindlich. Die Fettstruktur ist grobknotig.
Stadium III: Die befallenen Körperteile sind stark schmerzhaft, selbst bei geringster Berührung. Sie weisen schnell Hämatome auf.
Welche Ursachen gibt es?
Die Ursachen zur Entstehung des Lipödems sind noch nicht ganz geklärt.
Ungewiss ist, ob es sich hierbei um eine Vergrösserung oder eine Vermehrung der Fettzellen handelt, beziehungsweise ob nicht sogar eine Kombination aus beidem für die Erkrankung verantwortlich ist. Auffällig ist jedoch, dass fast ausschliesslich Frauen betroffen sind, weshalb weibliche Hormone sowie eine mögliche genetische Disposition diskutiert werden.
Feststeht jedoch, dass infolge einer Störung der Kapillargefässe vermehrt Flüssigkeit austritt und in das umliegende Gewebe gelangt. Zu Beginn transportiert das Lymphsystem die Flüssigkeit noch ab. Einer Dauerbelastung hält dieses System jedoch nicht stand, sodass es zu degenerativen Veränderungen und folglich zu Ödemen kommt, da der Abtransport nicht mehr gewährleistet werden kann.
Neben einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Blutergüssen führt dieser Zustand nach einiger Zeit ebenso zu Entzündungen und Kollageneinlagerungen, wobei Letzteres die irreversible Fibrotisierung des Fettgewebes sowie der Haut mit sich zieht.
Lipödem Symptome
Repräsentativ für das Krankheitsbild ist vor allem eine Disbalance in der Fettverteilung. Zumeist zeigt sich diese bei Betroffenen in Form von voluminösen Beinen und einem schlanken Oberkörper, mit welcher sich das Lipödem bereits optisch von der Adipositas unterscheidet. Auch wenn das Lipödem vorzugsweise im Hüft- und Oberschenkelbereich auftritt, kann es jedoch vorkommen, dass ebenfalls das gesamte Bein sowie die Arme befallen werden.
Auffällig ist in gleicher Weise, dass Hände, Füsse und Rumpf typischerweise nicht von den Ödemen betroffen sind (Bracelet-Phänomen). Ebenfalls klagen Patientinnen und Patienten über ein schmerzhaftes Druck- und Spannungsgefühl in den betroffenen Körperregionen sowie Berührungsempfindlichkeit und ein gesteigertes Auftreten von blauen Flecken. In fortgeschrittenen Stadien können genannte Schmerzen so intensiv werden, dass sie sogar den Alltag der betroffenen Personen einschränken.
Die chronische Krankheit verläuft in Schüben, meist abhängig von Hormonveränderungen. So bricht das Lipödem häufig in oder nach der Pubertät aus. Nach der Schwangerschaft oder nach den Wechseljahren kann es sich schubartig verschlimmern.
Alle Symptome auf einen Blick:
- beidseitiges, symmetrisches Auftreten
- proportionale Fettverteilung
- Hände und Füsse unbeeinträchtigt
- Berührungs- und Druckschmerz
- Spannungsgefühl
- Neigung zu Hämatomen
- vermehrtes Auftreten von Besenreisern und Cellulite
Lipödem Behandlung
Die Therapie des Lipödems hängt von dem Stadium ab.
Im Lipödem Stadium I und II genügt die Anwendung einer Lymphdrainage sowie das Tragen von Kompressionsstrümpfen. Da jede neue Fettzelle eine kranke Zelle sein kann, ist zudem eine strenge Gewichtskontrolle wichtig.
Im Stadium III kann eine dauerhafte Symptomfreiheit auf konservativem Weg nicht mehr erreicht werden. Weil die betroffenen Patienten ohne Schmerzmittel ihren Alltag kaum bewältigen können, sollte neben den Massnahmen von Stadium I u II eine Liposuktion (Fettabsaugung) der befallenen Regionen durchgeführt werden.
Das gilt natürlich im Besonderen auch für das Stadium IV. Die dazu am Besten geeigneten Methoden sind die die Wasserstrahl-assoziierte Liposuktion (WAL) und die Vibrationsmethode.
Lipödem OP
Wir führen in unserer Praxis die besonders schonende und schmerzarme Wasserstrahl-assoziierte Liposuktion durch. Dabei wird unter Analgo-Anästhesie (Tiefschlaf) eine mit einem lokalen Betäubungsmittel gemischte Kochsalzlösung in das Unterhautfettgewebe mit sanftem Druck injiziert. Die Fettzellen werden dabei mithilfe eines feinen Wasserstrahls aus dem Gewebe herausgelöst und abgesaugt. Die WAL-Methode ist so schonend, dass die Fettzellen dabei nicht zerstört werden und zum Beispiel als Filler in anderen Körperregionen verwendet werden können.
Nach der Fettabsaugung muss in jedem Fall eine Lymphdrainage durchgeführt werden und ein Kompressionsmieder für mindestens 6 Monate getragen werden. Dann erst kann dann Ergebnis abschliessend beurteilt werden.
Weiteres Behandlungsspektrum
Endovenöse Verfahren
Zur endovenösen Therapie zählt der Verschluss von Krampfadern durch Wärme oder mit Klebstoff.
Sklerotherapie
Für die Verödung von Besenreisern und Krampfadern setzen wir die Flüssig-Sklerosierung sowie Schaumsklerosierung mit Erfolg ein.
Phlebektomie
Die Phlebektomie ist ein minimal-invasives Verfahren zur Entfernung von Krampfadern an den Seitenästen der Stammvene.
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