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Das Lipödem
Allgemeines
Das Lipödem ist auch heute noch eine kaum bekannte Erkrankung, die selten und häufig falsch diagnostiziert wird. Die Erkrankung wurde erst kürzlich in Orphanet* als seltene Krankheit aufgenommen und die verfügbare Literatur zu dieser Erkrankung ist noch relativ dürftig. Bei den meisten Betroffenen wird die Diagnose erst nach jahrelangen Wegen von einem Arzt zum nächsten gestellt. Die sehr zahlreichen Bezeichnungen für das Lipödem, die sich entweder auf das Fettgewebe, auf das Ödem oder auf die Morphologie beziehen, tragen sicherlich zur Verwirrung in der praktischen Medizin bei. Mit einer Inzidenz von fast 11% der betroffenen erwachsenen Frauen weltweit verdient diese pathologische Erscheinung eine grössere Bekanntheit, um eine frühzeitigere und angemessenere Diagnose und Therapie zu ermöglichen.
*Orphanet:
Portal für seltene Krankheiten und Orphan-Arzneimittel:
Definition
Das Lipödem ist keine konstitutionelle Variante und ist heute als eine echte Pathologie anerkannt. Sie ist im Wesentlichen weiblich, chronisch, fortschreitend, schmerzhaft und behindernd und zeichnet sich durch eine unverhältnismässige Ansammlung von subkutanem Fettgewebe und interzellulärer Flüssigkeit aus, die meist im Bereich zwischen Taille und Knöcheln lokalisiert ist. In etwa einem Drittel der Fälle sind auch die oberen Gliedmassen betroffen.
Ätiologie
Die Ursachen des Lipödems scheinen multifaktoriell zu sein, mit genetischer, vaskulärer, lymphatischer und hormoneller Beteiligung. Ein Auftreten in der Familie wird in 15 bis 64 % der Fälle beobachtet. Verschiedene Untersuchungen bei Patienten mit Lipödem haben eine Verlangsamung des Lymphflusses, das Vorhandensein von kleinkalibrigen gewundenen Ansammlungen gezeigt.
Arten und Stadien von Lipödemen
Der chronische und fortschreitende Charakter dieser Pathologie hat dazu geführt, dass die vier oben genannten Stadien anhand verschiedener Aspekte unterschieden werden.
Je nach der Ansammlung von Fettgewebe an verschiedenen Stellen werden verschiedene Arten dieser Pathologie beschrieben:
Der chronische und fortschreitende Charakter dieser Pathologie hat dazu geführt, dass anhand verschiedener Aspekte vier Stadien des Lipödems unterschieden werden:
Diagnose und Untersuchung
Die Diagnose erfolgt in der Regel klinisch.
Eine sorgfältige Inspektion und Palpation der Patienten wird in der überwiegenden Mehrheit der Fälle die kardinalen klinischen Anzeichen eines Lipödems aufzeigen, wie z.B.:
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Ein beidseitiges und symmetrisches Auftreten
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Bei Druck oder spontan auftretender Schmerz
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Aussparung der Füsse und Hände
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Nach kleinen Traumata oder spontan auftretende Hämatome
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Fehlen der Dellbarkeit (oder eine leichte Dellbarkeit nach einer längeren Phase des Stehens oder während der heissen Jahreszeiten)
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Fehlen des Stemmer’schen Zeichens (ausser im IV. Stadium)
Der Einsatz von bildgebenden oder invasiven Untersuchungen ist in der Regel nicht notwendig.
Behandlungen
Gegenwärtig gibt es keine Heilung für ein Lipödem. Die Versorgung ist symptombasiert, multidisziplinär und an die verschiedenen Arten und Stadien der Krankheit angepasst. Eine frühzeitige Behandlung ist unerlässlich, um seine Entwicklung zu verlangsamen und es in Stadien ohne funktionelle Beschwerden und Behinderungen zu erhalten (Stadien I und II).
Die Versorgung ruht auf zwei Säulen:
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Konservative Behandlung mit abschwellender Wirkung
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Operation
Unabhängig vom Stadium der Erkrankung muss der chirurgischen Option eine konservative Behandlung vorausgehen.
Dadurch können Ödeme reduziert, die venöse und lymphatische Gefässfunktion erhalten, die Hautelastizität verbessert und Schmerzen reduziert werden.
Konservative Behandlung mit abschwellender Wirkung
Die Behandlung läuft in zwei Phasen ab. Auf eine kurze Reduktionsphase folgt eine lange Stabilisierungs- und Optimierungsphase. Die erste Intensivphase kombiniert MLD, volumenreduzierende Bandagen, körperliche Bewegung und Hautpflege.
Sobald das Ödem nach ein bis drei Sitzungen im Anfangsstadium und manchmal mehr als zehn Sitzungen bei kombinierten Formen (Lipo-Phlebödeme, Lipo-Lymphödeme und Lipo-Phlebo-Lymphödeme) zurückgegangen ist, beginnt die zweite Phase. Sie ist gekennzeichnet durch den Ersatz der Bandagen zugunsten einer elastischen Stütze in Form flachgestrickter, auf Mass angefertigter Strümpfe der Kompressionsklasse II.
Operation
Wenn der Nutzen einer konservativen Behandlung als unzureichend beurteilt wird, kann die chirurgische Option in Betracht gezogen werden. Die Tumeszenz-Liposuktion und die Lipoektomie sind derzeit die beiden geeigneten chirurgischen Techniken, um das Volumen des Fettgewebes im Rahmen eines Lipödems zu reduzieren.
Es wird empfohlen, der Operation eine intensive Reduktionsphase der konservativen Behandlung vorzuschalten und nach der Operation so bald wie möglich für einige Wochen wieder aufzunehmen, um die Volumenreduktion zu optimieren.
Schluss
Obwohl nicht heilend, ermöglichen diese Behandlungen den Patienten eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität.
Unabhängig von der Behandlung, ob konservativ oder chirurgisch, sind für einen optimalen therapeutischen Nutzen regelmässige körperliche Aktivität und eine gesunde, ausgewogene Ernährung erforderlich.
Ich leide an einem Lipödem, was soll ich tun?
Kontaktieren Sie Ihren behandelnden Arzt.
Eine Konsultation bei einem Angiologen kann sinnvoll sein, um eine umfassendere Gefässkontrolle durchzuführen. Mit diesen Daten können Sie Ihre Diagnose verfeinern und Ihre Versorgung planen.