Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03583.jsonl.gz/3263

Geschichte
Diese Chronik wurde zum 50-jährigen Jubiläum des EHC gesponsert von
Ergolz-Drogerie und Ergo-pharm Lausen
Vereinsgründung 1952
Nachdem bereits 1950 einige eishockeybegeisterte Mitglieder des Turnvereins Fraundschaftsspiele ausgetragen haben, wurde am 28. Juni 1952 der EHC Lausen offiziell gegründet.
Die 17 Gründungsmitglieder waren:
Hans Rudin, Hans Gerber, Hans Jenzer, Ruedi Huber, Ruedi Schweizer, Ernst Tschudin, Peter Genfer, Kurt Meier, Marcel Wiesner, Hans Grieder, Max Bürgin II, Rolf Rück, Werner Grauwiler, Werner Lüdin, Walter Ballmer, Hansruedi Buser und Adolf Bruggmann. Weitere Mitglieder, die vor allem in der Gründungszeit wichtige Funktionen ausübten: Erich Genfer, Kurt Buser, Max Bürgin sowie Alex und Ernst Rudin
In Lausen herrschte Skepsis ob sich ein Eishockey-Club eine dauerhafte Existenz sichern kann! Bereits im Oktober 1955 beschloss die Gemeindeversammlung den Bau eines Hartplatzes (besteht heute noch) worauf dann die Natureisbahn erstellt wurde. Zum Schutze der Zuschauer wurden hohe Holzbanden errichtet, ab sofort mussten Checks angenommen werden, es gab kein Entrinnen mehr über die niederen Banden in die Zuschauer! Das Tonwerk Lausen stellte gratis Tiefstrahler zur Verfügung, somit gehörte der Lausner-Eisplatz zu den führenden Einrichtungen im Kanton.
Die Probleme aller Natureisbahn-Clubs lagen in der meist nur kurzen Benutzbarkeit der Anlagen, innerhalb kurzer Zeit mussten die Spiele abge-wickelt werden. Geregelte Trainingsbedingungen waren unmöglich, geschweige denn die Durchführung einer geordneten Meisterschaft. Der Schweizer Eishockey-Verband bestand aus diesem Grund zunehmend darauf, dass alle Vereine eine Spielmöglichkeit auf einer Kunsteisbahn vorweisen konnten. Das führte dazu, dass ab 1967 in Lausen keine Meisterschaftsspiele des EHC’s mehr stattfanden. Der EHC wurde in der Folge heimatlos, meldete sich aber immer wieder mit Tanzabenden, Lottos und besonders am Dorffest 1972 mit der berüchtigten Eisgrotte im Dorf zurück!
-
Dressbeschaffung (12.11.1952): „Die vorherrschende Meinung war, dass an Stelle des vorgeschlagenen Pullovers ein Sweater treten sollte, der einige Franken weniger kosten würde, dazu muss dann allerdings noch der Aufwand für die Beschriftung „EHCL“ gerechnet werden. Nach intensiver Diskussion wurde gewählt: „Sweater rot, Hosen schwarz, Stulpen schwarz- rot.
Der Jahresbeitrag wurde auf CHF 5.- festgelegt.
-
Training (März 1953): Neben Waldlauf, Handball und Fussball soll zur Hebung der Schiesskunst auch das Trockentraining im Schiessen auf das Goal aufgenommen werden, wobei der Goalie „feldmarschmässig“ aufzufahren hätte.
“Jeden Donnerstag 19.30 h soll auf der Basler Kunsteisbahn das Schlittschuhfahren geübt werden. Viele Mitglieder arbeiten in Basel und könnten somit direkt hingehen, während die anderen mit geeigneten Fahrgelegenheiten (Auto K. Meier, Lambretta oder mit dem Zug) von Lausen aus gehen sollen!“
-
Eintritt an Spielen (April 1953): „ Zum Schluss wird aus der Mitte der Versammlung angeregt, dass im kommenden Winter eine einheitliche Behandlung der den Spielern nahestehenden Personen wie Schätze und Frauen etc. vorzunehmen sei, so dass nicht einzelne Zuschauer jeweils ihren Beitrag zahlen, währendem andere gratis den Spielen zuschauen können!“
-
Mitgliederaufnahme (1956): „Aufnahmegesuch von Edgar Vögtlin als Aktivspieler, er wird von der Versammlung einstimmig für ein Jahr provisorisch aufgenommen. Nach Absolvierung dieses Probejahrs wird dann die Mitgliedschaft in ein Definitivum umgewandelt!“
-
Nachbarvereine (1956): Der SC Liestal stellte das Gesuch seine Meisterschafts- und Freundschaftsspiele auf dem Lausner Eisplatz durchzuführen. Der Präsident Max Bürgin erhielt den Auftrag folgende Antwort nach Liestal zu überbringen: „ Der SC Liestal sei nur zu faul, seinen Platz beim Schwimmbad zu spritzen, der EHCL gewähre somit kein Gastrecht“
-
Denkwürdige Jahressitzung (2. April 1960): Aus dem Protokoll ist nicht ersichtlich, wieso die Wahlgeschäfte völlig aus dem Ruder liefen. Nach einer Mammut- Sitzung bis 00.25 h musste die Sitzung abgebrochen werden „bevor es noch schlimmer ausartete.“
-
Fortsetzung...(19. Mai 1960): Rolf Rück meinte: „ dass das letzte Mal beidseitig überbordet wurde, was zum Teil sicher auch auf die vorgerückte Zeit zurückzuführen war!“ Tatsächlich gelingt es einen neuen Vorstand zu bilden. Allerdings treten Peter Genfer, Erich Genfer und Walter Friedli enttäuscht als Aktive und ex- Vorstandsmitglieder zurück!
Am Jubiläums- Fest werden Kopien von Protokollen und Jahresitzungen aufgelegt, es ist erstaunlich wie interessant diese Lektüre sein kann!
Erstmals wurde mit Peter Meier (ex ZS) ein Spielertrainer mit klaren Aufgaben und geregelter Entschädigung verpflichtet. Der Trainingsaufwand wurde massiv erhöht und das Spielerkader erweitert, erfreulicherweise vor allem durch ehemalige Lausner- Junioren, die von ZS zurückkehrten. Das Coaching übernahm Peter Stöcklin.
Die Einnahmen und Ausgaben bewegten sich in dieser Periode um CHF 30'000.- jährlich.
Fazit: 1978 wurden die Aufstiegsspiele erreicht und erst am letzen Gegner, Wettingen I, scheiterte das Ziel 2. Liga! In den beiden folgenden Saisons, war Lausen zwar immer in der 1. Hälfte der Tabelle, die Aufstiegsspiele wurden aber jeweils knapp verpasst
Im Nachwuchsbereich wurde in diesen Jahren der Grundstein für das weitere Bestehen des EHC gelegt. Treibende Kräfte waren der leider allzu früh verstorbene Paul Heid, der zusammen mit Hanspeter Eppler, Bruno Blattner, Hanspeter Roth und Kurt „Baschi“ Bürgin, unter nicht einfachen Bedingungen (keine eigene Eisbahn!), über Jahre ein breites Angebot aufrecht hielten teilweise durch kombinierte Mannschaften mit Rheinfelden, Hölstein und ZS. 1980 beteiligte sich der EHC zum zweiten Mal am Lausner Dorffest und die berühmt- berüchtigte „Eisgrotte“ wurde zum Geheimtipp!
Von 1979 – 1984 wurde erstmals eine zweite Mannschaft zur Meisterschaft angemeldet, diese erreichte jeweils Mittelfeldplätze, ermöglichte aber unser breites Aktivkader beim Verein zu halten. Geleitet wurde die zweite Mannschaft von Urs Schifferle.
Folgende Trainer bemühen sich in dieser Periode: Martin Beugger, Dieter Meier, Ruedi Kämpf, Peter Wiesner und Hans Muster.
Die Ausgaben und Einnahmen bewegen sich weiterhin auf einem Niveau von CHF 28'000.- bis CHF 35'000.- pro Jahr.
1983 werden die Stärkeklassen im Schweizer Eishockey um eine Liga erweitert. Nun wurde also die 4. Liga zur tiefsten Aktivkategorie. Beide Lausner- Mannschaften verpassten die Qualifikation für die 3. Liga und spielen ab 1984 in der 4. Liga.
Bis 1983 sind im Nachwuchsbereich sowohl die Novizen (mit Höni) unter Hanspeter Eppler als auch die Junioren (eigenes Team!) unter Paul Heid, trainiert von Dieter Rudin sehr erfolgreich. Leider nimmt bei den Jugendlichen ab 1983 das Interesse an Eishockey stark ab und 1986 werden sowohl die Novizen -und die Juniorenmannschaft aufgelöst.
Die zweite Mannschaft trägt ab 1986 nur noch Plauschspiele aus und trainiert unregelmässig.
Zurück zur ersten Mannschaft, welche 1984 überraschend die Aufstiegspiele erreicht und knapp am EHC Vogelsang scheitert.. Da noch eine Vakanz in der 3. Liga bestand, wurde der EHC Lausen am grünen Tisch in die 3. Liga qualifiziert. Es gelingt unter Trainer Peter Wiesner (dieser tritt Mitte Saison zurück) seinem Nachfolger Hans Muster und Coach Hanspeter Eppler, im letzen und entscheidenden Spiel den Liga- Erhalt zu schaffen! Wieder heisst der Gegner Vogelsang, diesmal gewinnt aber Lausen!
Doch 1986 wird zur frustrierenden Saison, in Folge einiger Rücktritte wird das Spielerkader schmal und die Saison endet mit einem diskussionslosen Abstieg in die 4. Liga, mehrere Kanterniederlagen nagen auch an der Substanz für die Zukunft.
Eishockey verliert in unserer Region an Bedeutung, Lausen hält mit einer immer älter werdenden Mannschaft, dank gutem Mannschaftsgeist, den Betrieb aufrecht. Es gibt keine Nachwuchsmannschaften mehr, es reicht gerade noch knapp für eine Aktiv-Mannschaft.
Die Ausgaben und Einnahmen bewegen sich auf tiefem Niveau zwischen CHF 8'000.- und CHF 15'000.- pro Jahr. Die Trainings werden abwechslungsweise durch Aktive geleitet, wichtige Bezugspersonen sind in dieser Zeit der Coach Paul Heid und die Präsidenten Beat Furrer und Dieter Rudin.
1991 erreicht der EHC überraschend die Aufstiegsspiele, kann aber „glücklicherweise“ nicht reüssieren!
1992 feiert der EHC im Schützenhaus Edleten sein 40 jähriges Bestehen.....es bestanden zu dieser Zeit berechtigte Zweifel, dass das Fünfzigste noch erreicht werden könnte!
Es gibt aber auch Positives zu erwähnen! 1981 ist Thomas Oberli aus Sissach als Torhüter in den EHC Lausen eingetreten. Nach ein paar Saisons liess er sich als Schiedsrichter ausbilden und schaffte es bis zum Nationalliga- Schiedsrichter! Lausen als 4. Liga Club hatte also über Jahre einen Nationalliga- Schiedsrichter!!! In der Saison 2001-2002 leitete Thomas mit dem 1. Liga Meisterschaftsspiel ZS- Burgdorf sein letztes Spiel, er war also über 15 Jahre ununterbrochen als Schiedsrichter für Lausen tätig!
Im Sommer 1995 erlebte unsere Region einen In-line Boom. In Lausen konnten wir kurzerhand auf dem bestehenden „Eisplatz“, eine im Kanton führende In-line-Hockeyanlage bereitstellen. Die Gemeinde bot rasch und unkompliziert ihre Unterstützung an. Gleichzeitig standen mit Stefan Blattner, Markus Scheidegger und Toni Strelecek drei initiative Promotoren bereit, die eine rasch wachsende In-line-Hockey Abteilung aufbauten. Hier entstanden nun neue Bindungen zum EHC Lausen, die uns ermöglichten das Eishockey-Team zu verstärken, zu verjüngen und einen neuen Anlauf zur Weiterentwicklung des EHC’s zu starten!
Die finanziellen Aufwendungen erreichten wieder über CHF 25'000.- pro Jahr. Als Trainer bemühten sich Toni Strelecek, Stefan Blattner, Beny Metz und Michael Eppler.
Eine weitere, für die Zukunft des EHC’s wichtige Person, ist 1995 in den Club eingetreten und hat rasch als TK-Chef Verantwortung übernommen, wir sprechen von Markus Scheidegger! Er ist einer der Hauptpromotoren für die Neu- Ausrichtung des Vereins, insbesondere auch für den Aufbau einer neuen Zusammenarbeit mit dem EHC Zunzgen- Sissach, Ziel ist der Status eines Farmteams.
1996 wurde Peter Bilger Präsident des EHC’s, zuerst wurde befürchtet, dass er dereinst als Liquidator des Vereins amtieren müsste! Dem ist nun nicht so, er musste rasch mehr Zeit für die Vereinsführung frei machen um die gestiegenen Anforderungen im Vorstand zu koordinieren.
Es ist wieder etwas los im EHC!!! Die Trainingslager finden zwei Mal in Tschechien statt und ein Mal in Herrischried. Am letzten Sommerferien- Wochenende findet jeweils die In-line- Disco, mit Andi Frey als DJ, statt. Das Dorffest 1998 erhält eine EHC-Rock-Bar, die zu den Profit-Leadern des Festes wird und die finanzielle Situation des EHC’s massiv verbessert.
In der Saison 2000 übernimmt Michael Eppler als Trainer den EHC. Die Anforderungen steigen nun stark an, das spielerische Niveau muss genügen um an der Spitze der 4. Liga mitzuhalten.
Leider existieren im Oberbaselbiet nur noch ZS und Lausen als aktive Eishockey- Vereine, da müssen gemeinsame Bemühungen zur Verbreiterung der Basis erfolgen!
Das Thema zweite Mannschaft wird wieder aktuell, seit November 2001 finden regelmässig Trainings statt und es werden Spiele gegen Plausch- Mannschaften ausgetragen.
Diese Steigerungen auf der ganzen Linie, führen natürlich zu erhöhten finanziellen Belastungen, unser Budget beträgt CHF 40'000.-. Um diese Kosten verkraften zu können, hat Markus Scheidegger neu die Verantwortung als Sponsoring- Verantwortlicher übernommen. Die aktuelle Situation ist erfreulich, konnten doch mit mehreren Sponsoren Vereinbarungen über eine längere Zeitdauer abgeschlossen werden. Mit Skateathon, Tor- Gönner, Puck- Spender und Club 99 bestehen weitere Sponsoring- Möglichkeiten für Freunde des EHCs.
Der 3.Liga-Aufsteiger