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«Pasha war ein Dichter – von Geburt an kränklich, das Versagen aller lebenswichtigen Organe (Herz, Lunge) schon angelegt. Wäre er klug gewesen, hätte er sich ein halbes Jahrhundert früher in eine adelige Familie hineingebären lassen und seine Zeit damit verbracht, in winzigen Schweizer Sanatorien zu wohnen und mit dampfenden Neurotikern in Badehäusern zu sitzen.» Aber Pasha ist in eine russisch-jüdische Familie hineingeboren worden, eine, die in den Achtzigern nach Amerika ausgewandert ist und nun im New Yorker Stadtteil Brighton Beach ihr Emigré-Leben führt. Pasha, der Dichter, ist in der Ukraine geblieben. Er besucht die Mischpoche in den USA, hat jedoch auch in den Zeiten des Postsozialismus keine Lust auszuwandern, obwohl ihn Esther, die Mutter, beschwört zu bleiben. Er könne auf dem Sofa sitzen, die ganze Zeit – nur ansehen wolle man ihn. Doch Pasha kehrt in die Ukraine zurück. 2008 folgt ihm seine Nichte Frieda, sie will nachsehen, wer es denn nun besser getroffen hat, die Ausgewanderten oder die Daheimgebliebenen. Witziger, warmherziger Roman über die Suche nach der eigenen Zugehörigkeit.
— Yelena Akhtiorskaya: Sommer mit Pasha. Rowohlt-Verlag, Reinbek bei Hamburg 2016, 384 Seiten, ca. 29 Franken