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Gerhard Schmidtchen verschaffte der Sozialpsychologie an der Universität Zürich internationale Anerkennung. In seiner Forschung beschäftigte er sich u.a. mit sozialpsychologischen Aspekten der Religion sowie mit bildungssoziologischen und sozialpolitischen Fragen.
Gerhard Schmidtchen studierte Philosophie und Religionswissenschaften, anschliessend Sozialwissenschaften und Sozialphilosophie an der Universität Marburg. Anschliessend war er als Assistent für Sozialforschung an der Universität Frankfurt/Main tätig, wo er das Examen als Diplom-Volkswirt ablegte.
Ab 1954 arbeitete er als leitender Mitarbeiter am Institut für Demoskopie in Allensbach am Bodensee. Neben dieser Tätigkeit setzte er sein Studium in Soziologie und politischen Wissenschaften an der Universität Freiburg i.Br. fort und promovierte dort 1957 zum Dr. phil. Seine Habilitation reichte Schmidtchen im WS 1966/67 an der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich ein und erhielt die Venia legendi für Sozialpsychologie und Soziologie. Ab 1963 hielt er zusätzlich zu seiner Anstellung als stellvertretender wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Demoskopie Allensbach Lehrveranstaltungen an der UZH, zunächst als Lehrbeauftragter, später als Privatdozent.
1968 wurde er zum Ausserordentlichen und 1970 zum Ordentlichen Professor befördert. Bis zu seiner Emeritierung 1990 leitete Schmidtchen die Abteilung Sozialpsychologie und die auf seine Initiative gegründete Sozialforschungsstelle des Psychologischen Instituts. Aufgrund seiner regen Forschungstätigkeit, die der Sozialpsychologie an der Universität Zürich internationale Anerkennung verschaffte, wurde Schmidtchen 1990 zum Honorarprofessor ernannt. Im gleichen Jahr erhielt er zudem die Ehrendoktorwürde der Universität Erlangen.