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Sowohl die ADHS bei Kindern und Jugendlichen als auch die pathologische Internetnutzung/Gaming sind bei Kindern häufig und kommen sehr oft auch gemeinsam vor. Laut Literatur kann ADHS als Risikofaktor für die Entwicklung der Internet- oder Computersucht angesehen werden (Barth und Renner 2015). Es wurde festgestellt, dass beide Störungen eine präfrontale Dysregulation auf dopaminerger Ebene zeigen. Gamen und pathologischer Internetgebrauch wurden als mögliche Selbstmedikation beschrieben, die mit stimulierenden Medikamenten wiederum reduziert werden konnte (Han et al., 2009). Früherkennung und frühzeitige Interventionen sind erforderlich, um einen chronischen Verlauf und eine interaktive Verstärkung beider Erkrankungen zu verhindern. Eine evidenzbasierte Behandlung von ADHS und eine individualisierte Therapie des übermässigen Computerspielens sollten parallel erfolgen. Patienten und ihren Eltern soll eine intensive Schulung angeboten werden – insbesondere bei chronischen Verläufen, sozialer Isolation und verstärkt aggressivem Verhalten. Die positiven und negativen Auswirkungen der Internetnutzung müssen für jeden Patienten sorgfältig abgewogen und Alternativen zum Spiel-Verhalten implementiert werden.