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Biografie Schwester Claire
Nach Erlangen des Diploms als Krankenschwester im Jahre 1918 zieht sie durch das Land rund um Cannes, um als Wanderapostolin den Armen und Benachteiligten zu helfen. Nach einigen Jahren dieser kräftezehrenden Arbeit erkrankt sie an Tuberkulose und wird im Sanatorium von Montana gesund gepflegt. In dieser alpinen Gegend lernt sie die Rauheit der Bergbewohner, das Ausmass der Armut und vor allem das tragische Schicksal der unverheirateten Mütter kennen. Von den Ärzten der Klinik in Montana in ihrer Absicht unterstützt, diesen ausgestossenen und von allen verlassenen Frauen eine sichere Hand zu bieten, gründet sie 1930 in Siders eine erste Vereinigung: die «Association des filles du Curé d'Ars», die bald zur « Fraternité tertiaire des Petites Soeurs de Saint-François» werden sollte. Unter der Schirmherrschaft dieser Gemeinschaft gründet Schwester Claire eine Aktiengesellschaft, eröffnet eine Entbindungsstation, eine Kinderkrippe und eine Kinderschwestern-Schule. Schwachen oder kranken Kindern armer Familien bietet sie im Präventorium von Chelin und in der Ferienkolonie Saint-François in Bluche Sommerferien an.
Auf Wunsch mehrerer Siderser Ärzte funktioniert Sr. Claire die Providence 1962 in eine Allgemeine Klinik um. Für die Gemeinschaft beginnt somit eine neue Form des Apostolats in Verbindung mit der Pflege von Patienten — eine Aufgabe, die mehr als 20 Jahre lang dauern wird. 1985 wird die Klinik Sainte-Claire im Rahmen der kantonalen Spitalplanung in ein Geriatriespital umgewandelt. Ab 1991 beherbergt sie eine kantonale Abteilung für Psychogeriatrie. 1997 wird sie mit dem Spital Siders zusammengeschlossen und 2012 in das Gesundheitsnetz Wallis integriert.
Parallel zu ihrem Werk im Wallis führt Sr. Claire während des Zweiten Weltkrieges ihr Apostolat in Belgien und in Frankreich fort. Sie bietet der Bevölkerung und den Pfarrern Hilfe und Unterstützung und gründet den französischen Zweig der Gemeinschaft, den sie zunächst im Schloss Saulon-la-Rue und später in Brochon, im Clos Saint-François unterbringt, welches alsdann das Mutterhaus der «Petites Soeurs» wird. Nimmermüde und stets motiviert, pilgertSr. Claire zwischen dem Wallis und Frankreich hin und her, wobei sie immer ihrer Berufung zu lehren und zu pflegen folgt. Beflügelt von ihrem Beispiel setzen sich auch ihre Mitschwestern für die Armen und Kranken ein — eine Schwesternschaft, die im Sinne der religiösen Gemeinschaften des 20. Jahrhunderts gleichzeitig von Frömmigkeit und Barmherzigkeit geprägt war.
Sr. Claire verstirbt am 9. September 1989.In Erinnerung bleibt eine aussergewöhnliche Persönlichkeit. Ihr Werk ebenso wie jenes der «Fraternité franciscaine de Jésus-Prêtre» in Siders und in Frankreich wird in der Stiftung, die ihren Namen trägt, fortgeführt.*
* Textfrei nach «Sr Claire, femme d'exception, 2013.