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Leider hat die entsprechende Passage im Kapitel «Übler Täter, übler Staat» über den Mordprozess Hochstrasser im aktuellen Band des Heimatbuchs Meilen keinen Platz mehr gefunden und soll deshalb hier nachgetragen werden.
Die Entwicklung nach dem Prozess von 1803
Mit einer Ausnahme – einem letztmals 1810 vollzogenen Hängen am Galgen – handelte es sich bei den rund zwei Dutzend Hinrichtungen im Kanton Zürich bis 1836 ausschliesslich um Enthauptungen. Vier von ihnen betrafen solche 1804 wegen Aufruhrs im Bockenkrieg. Bei einem von zwei Tätern begangenen Doppelmord musste der eine vor seiner Hinrichtung zuerst derjenigen des Mittäters beiwohnen. Zwei Mal hieb man vor der Hinrichtung auch noch die rechte Hand ab; Hände und Köpfe wurden gelegentlich weiterhin am Hochgericht zur Schau gestellt. Ein Mal zerbrach dem Henker das Schwert mitten in der Hinrichtung. Für Mittäter kam Zuchthaus, Galeere oder «Ausstäupen» infrage, d.h. Auspeitschen mit der Rute am Pranger. Abgeschafft wurden Folter und Körperstrafen, aber noch nicht die Todesstrafe selbst mit der liberalen Verfassung von 1831 und dem ersten Strafgesetzbuch von 1836: Nun kam das treffsichere «Fallbeil» (die Guillotine) zum Einsatz, und der Kreis todeswürdiger Verbrechen wurde stark eingeschränkt.
Ausblick bis in die Gegenwart
Abgeschafft hat der Kanton Zürich die Todesstrafe mit der neuen demokratischen Verfassung von 1869, nachdem der letzte Vollzug 1865 unter Beteiligung von 15‘000 Schaulustigen (!) stattgefunden hatte. Der Bund folgte fünf Jahre später mit der Verfassungsrevision von 1874 – aber wiederum fünf Jahre später führte sie eine Volksinitiative als Möglichkeit wieder ein, wovon die ehemaligen Sonderbundskantone sogleich Gebrauch machten. Die letzte in der Schweiz öffentlich und mit Schwert vollzogene Hinrichtung hatte 1868 in der Waadt stattgefunden, wobei der Mob nach Vollzug das Schafott stürmte, um den abgeschlagenen Kopf aus der Nähe betrachten zu können.
Von 1879 bis zu dem 1942 in Kraft getretenen Schweizerischen Strafgesetzbuch fanden noch neun Hinrichtungen statt, die letzte 1940 in Sarnen. Zusätzlich wurden im Zweiten Weltkrieg wegen Landesverrats noch 17 Erschiessungen von Militärangehörigen vorgenommen. Erst 1992 schaffte die Eidgenossenschaft die Todesstrafe auch im Militärrecht ab.
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Peter Kummer