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Seoul - Südkorea hat sich offen für einen Dialog mit dem kommunistischen Norden gezeigt. Zugleich aber drohte der südkoreanische Präsident Lee Myung Bak Nordkorea im Falle einer militärischen Aggression mit Vergeltung.
Es liege an Nordkorea zu zeigen, dass die Führung es mit dem Dialog ernst meine, sagte Lee am Montag in seiner im Fernsehen übertragenen Neujahrsansprache. Die Regierung in Seoul sei bereit, dem Nachbarland wirtschaftliche Hilfe zu leisten, fügte er hinzu. Erst zwei Tage zuvor hatte die Führung in Pjöngjang zu einer Beendigung der Konfrontation zwischen Norden und Süden aufgerufen.
"Ich erinnere den Norden daran, dass der Weg zum Frieden noch immer frei ist", sagte Lee. "Die Tür zum Dialog steht noch offen." Allerdings werde Südkorea es nicht zulassen, dass der Norden auch nur auf einen Zentimeter seines Territoriums Anspruch erhebe.
Die Spannungen zwischen beiden Ländern hatten zugenommen, nachdem der Norden im November eine südkoreanische Insel beschossen hatte. Vier Menschen waren dabei getötet worden.
US-Sonderbeauftragter in AsienDas völlig verarmte Nordkorea will an den Verhandlungstisch zurückkehren. Die kommunistische Führung war vor mehr als zwei Jahren aus den Sechs-Parteien-Gesprächen mit Südkorea, den USA, China, Japan und Russland ausgestiegen. Die USA und Südkorea verlangen aber vor einer Wiederaufnahme diplomatischer Bemühungen, dass der Norden Schritte hin zu einer Aufgabe seines umstrittenen Atomprogrammes unternimmt.
In dieser Woche reist der US-Sonderbeauftragte für Nordkorea, Stephen Bosworth, zu Beratungen über die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel nach Südkorea, China und Japan. Bosworth werde am Dienstag in der südkoreanische Hauptstadt Seoul erwartet, teilte das US-Aussenministerium am Sonntag mit.
Am Mittwoch werde er zu Gesprächen nach Peking und einen Tag später nach Tokio reisen. In allen drei Hauptstädten werde Bosworth mit führenden Regierungsvertretern die nächsten Schritte im Fall der koreanischen Halbinsel besprechen, hiess es in der Erklärung.
SDA-ATS