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Schnee und Lawinen in den Schweizer Alpen. Hydrologisches Jahr 2011/12
Techel, F.; Pielmeier, C.; Darms, G.; Teich, M.; Margreth, S., 2013: Schnee und Lawinen in den Schweizer Alpen. Hydrologisches Jahr 2011/12. WSL Berichte, 5. Birmensdorf, Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL. 118 p.
Der Winter 2011/12 war in mehrfacher Hinsicht aussergewöhnlich. Der Spätherbst war schneearm und sehr warm, nur im Süden lag nach einer intensiven Niederschlagsperiode Anfang November in höheren Lagen Schnee. Anfang Dezember lag daher so wenig Schnee wie schon Jahrzehnte nicht mehr. Bereits in der ersten Dezemberwoche begann es dann aber intensiv zu schneien und zum Jahreswechsel waren die Schneehöhen am Alpennordhang und in weiten Teilen des Wallis stark überdurchschnittlich. Der Dezember 2011 war also doppelt aussergewöhnlich und zudem einzigartig in der langjährigen Statistik: schneearm zu Beginn, schneereich zum Ende. Die stabile, mächtige Schneedecke lag mehrheitlich auf nicht gefrorenem Boden, was zu einer aussergewöhnlich hohen Aktivität von Gleitschneelawinen führte, und zwar während fast des gesamten Winters. Vor allem für lokale Sicherungsdienste von Verkehrswegen und Skigebieten war der Winter aufgrund der Grossschneefälle im Dezember und der Gleitschneesituation sehr anspruchsvoll. Nach der zeitweise günstigen Lawinensituation im Januar 2012 bildeten sich während einer Kältewelle im Februar oberflächennah Schwachschichten, so dass nach Neu-, vor allem aber Triebschneephasen die Situation für Schneesportler im freien Gelände ab Mitte Februar verbreitet kritisch war. Innerhalb von rund zwei Wochen ereigneten sich ein Drittel der tödlichen Unfälle des Winters. Insgesamt kamen bei 18 Unfällen 19 Personen ums Leben, drei davon auf Verkehrswegen; dies sind weniger Opfer als im langjährigen Durchschnitt. Andererseits gab es deutlich mehr Lawinen, die Schäden an Wald oder Gebäuden verursachten oder Strassen und Skipisten verschütteten. Obwohl die Neuschneesummen vom Dezember und Januar zusammengenommen Rekorde erreichten und die Gleitschneelawinenaktivität hoch war, waren die Sachschäden zwar markant, aber deutlich tiefer als im Lawinenwinter 1998/99. Gesamthaft bezahlten die Gebäudeversicherungen für die Behebung von Schäden durch Lawinen rund 3 Millionen Franken.