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Dies berichteten italienische Medien am Dienstag. Der bisherige Chefredaktor Roberto Napoletano hatte am Montag wegen des Skandals um möglicherweise geschönte Leserzahlen und finanzielle Unregelmässigkeiten das Handtuch geworfen.
Die Journalisten hatten am Freitag die Arbeit niedergelegt, um den Rücktritt des seit 2011 amtierenden Napoletano zu verlangen. Gegen Letzteren und neun weitere Manager der seit 2007 börsenkotierten Mediengruppe, die das Blatt herausgibt, laufen Ermittlungen. Die Polizei hatte am Freitag den Sitz der Mailänder Wirtschaftszeitung durchsucht.
Das Management von "Sole 24 Ore" wird beschuldigt, in den Jahren 2015 und 2016 die Zahl der verkauften Kopien nach oben korrigiert zu haben. Auch bei den digitalen Abos sollen die Zahlen gefälscht worden sein, um die Bilanzen zu schönen. Bei den Ermittlungen geht es ausserdem um Unterschlagung von drei Millionen Euro, berichteten italienische Medien.
Inzwischen bemüht sich "Sole 24 Ore" um eine Kapitalerhöhung, die bis zu 100 Mio. Euro betragen sollte. Diese ist notwendig geworden, da die Verschuldung gegenüber den Banken auf 48 Millionen Euro geklettert ist.
Im Fall einer Kapitalerhöhung wird der Anteil des italienischen Unternehmerverbands Confindustria - mit einem Anteil von 67,5 Prozent stärkster Aktionär der Mediengruppe - schrumpfen. Bis zu 70 Millionen Euro könnte Confindustria gezwungen werden, zur Rettung des Blatts auf den Tisch zu legen.
(AWP)