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Der Ausgang der Stichwahl um das Präsidentenamt in Peru bleibt spannend. Der Vorsprung des neoliberalen Wirtschaftsexperten Pedro Pablo Kuczynski vor der Rechtspopulistin Keiko Fujimori ist nach Auszählung von 95 Prozent der Stimmen auf 0,3 Prozentpunkte geschrumpft. Das teilte die Wahlbehörde mit.
Ausschlaggebend sind jetzt vor allem die Briefstimmen von 900'000 wahlberechtigten Peruanern im Ausland. Sie stellen fast vier Prozent der Wahlberechtigten. Weil die Auszählung der Briefstimmen so langsam vorangeht, könnte es sein, dass das Endergebnis erst am Freitag feststeht.
Derzeit führt Kuczynski noch mit 50,15 Prozent vor Fujimori mit 49,85. Der Abstand zwischen den beiden Kandidaten beträgt 51'000 Stimmen.
Zentralbanker gegen Präsidententochter
Knapp 23 Millionen Bürger waren am Sonntag aufgerufen, in einer Stichwahl die Nachfolge von Staatschef Ollanta Humala zu bestimmen.
Fujimori trat für die rechte Partei Fuerza Popular (Volkskraft) an. Kuczynski kandidierte für das Bündnis Peruanos Por el Kambio (Peruaner für den Wandel, PPK – zugleich die Initialen seines Namens). Der 77-jährige war bereits von 2005 bis 2006 Ministerpräsident. Danach arbeitete Kuczynski unter anderem als Ökonom bei der Weltbank und der peruanischen Zentralbank.
Keiko Fujimori ist besonders in ländlichen Gebieten beliebt. Ihr Vater, der heute 77-jährige Alberto Fujimori, hatte das Land in den Jahren 1990 bis 2000 mit harter Hand regiert. Seit 2009 verbüsst er wegen Korruption und Verbrechen gegen die Menschlichkeit eine 25-jährige Haftstrafe.
Viele Peruaner befürchten, dass Fujimori an der Macht den autoritären Regierungsstil ihres Vaters übernehmen könnte. Ihre Anhänger versprechen sich von ihr einen kompromisslosen Kampf gegen die grassierende Kriminalität.