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1,8-Cineol ist ein wichtiger Bestandteil verschiedener ätherischer Öle. In hoher Konzentration kommt es vor in Eukalyptusöl, das ungefähr 85% Cineol enthält, und im ätherischen Lorbeeröl (45%). In tieferen Konzentrationen ist Cineol vorhanden in Minzöl, Salbeiöl, Thymianöl, Basilikumöl und im Teebaumöl.
Cineol lässt sich in großen Mengen gewinnen durch fraktionierte Destillation aus Eukalyptusöl.
Cineol wirkt auswurffördernd, antiseptisch und antiparasitär.
1,8-Cineol wird eingesetzt bei Atemwegserkrankungen in der Humanmedizin, aber auch in der Veterinärmedizin. Parfümindustrie nutzt Cineol als Aromastoff, die Zahnmedizin bei der Revision von Wurzelfüllungen.
In der Lunge und den Nebenhöhlen wirkt Cineol beim Menschen schleimlösend und bakterizid.
Es hemmt zudem bestimmte Neurotransmitter, die für die Verengung der Bronchien verantwortlich sind. Bei Asthmatikern kann reines Cineol unter ärztlicher Kontrolle die Lungenfunktion verbessern, wobei es allerdings nur in Ausnahmefällen eine Alternative zu Corticosteroiden darstellt, die als Inhalation lokal und nebenwirkungsarm angewandt werden können. Auch bei der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD kann reines Cineol als Zusatzmedikation zur Standardbehandlung unter Umständen die Lungenfunktion verbessern und auf diese Weise Exazerbationen vermindern.
(Exazerbation = deutliche Verschlechterung des Krankheitsbildes bei chronisch verlaufenden Erkrankungen)
Die Hauptanwendungsbereiche von Cineol beim Menschen sind Bronchitis, Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung), Husten, Schnupfen.
Cineol kann angewendet werden in Form von Teeaufgüssen cineolhaltiger Heilpflanzen, wobei aber die Konzentration im Teewasser sehr beschränkt bleibt.
Meistens kommt Cineol daher via Inhalation, via Haut als Bestandteil von Erkältungssalben oder innerlich in Form von dünndarmlöslichen Kapseln zur Anwendung.
In der Schweiz ist Cineol Bestandteil zahlreicher Kombinationspräparate, zum Beispiel Inhalant®, Nasobol®, Olbas®, Parapic®, Rectoseptal®, Transpulmin®, Pulmex Inhalation, Gelomyrtol® Kapseln.
In Deutschland gibt es das Monopräparat Soledum Kapseln mit reinem Cineol.
Interaktionen (Wechselwirkungen): Cineol kann nach der Einnahme die Entgiftungsgeschwindigkeit der Leber für einige Arzneistoffe beschleunigen, so dass deren Wirkung angeschwächt wird.
Cineol und cineolhaltige Präparate nicht ohne ärztliche Konsultation länger als eine Woche einnehmen. Atemwegserkrankungen, die länger als 7 Tage anhalten, sollten ärztlich abgeklärt werden.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch