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Sobald ein Kulturgut dem Zerfall überlassen wird, erobern es Tiere und Pflanzen zurück. In den Ritzen des Mauerwerks dieser Ruine wachsen Moose, Farne und andere Pflanzen. Zwischen den Mauern wächst Strauchwerk und umgefallene Bäume tragen das Ihre zur Biodiversität bei. Da die Mauern brüchig sind und nicht betreten werden dürfen, entsteht auf kleiner Fläche ein stark strukturierter, geschützter Raum, der Tieren Lebensraum und Rückzug bietet und Pflanzen gedeihen lässt.
Während Flechten und Moose direkt auf den Steinen wachsen, gedeihen Farne in den Mauerfugen. Dabei handelt es sich beispielsweise um Farne, deren natürliche Lebensräume die Fugen von Kalkfelsen oder die Blockschutthalden im Hochgebirge darstellen. Viele Pflanzen dieser Primärstandorte konnten sich in den Ritzen von Mauern, als anthropogene Sekundärstandorte mit vergleichbaren Lebensbedingungen verbreiten. Vertreter der Mauerfarn-Gesellschaft sind zum Beispiel die Mauerraute, der Braune Streifenfarn, der Gebrechliche Blasenfarn, der Grüne Streifenfarn und der Ruprechtsfarn. Sie gelten als typische Pionierpflanzen.
Werden tote Bäume stehen oder liegen gelassen, spricht man von Totholz. Totholz ist ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems Wald und stellt die Lebensgrundlage tausender Arten von Tieren, höheren Pflanzen, Pilzen, Moosen und Flechten dar. Etwa ein Fünftel der Tiere und Pflanzen des Waldes, also über 6000 Arten, sind auf Totholz als Lebensraum und Nahrungsquelle angewiesen, darunter über 1200 Käfer und 2500 höhere Pilze, aber auch viele Vögel. Neben seiner Bedeutung für die Artenvielfalt dient Totholz den Bäumen auch als Keimbett.