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Agi|li|ty (Agi|li|tät): hervorgegangen aus dem lateinischen agilitas, was so viel heisst, wie «Beweglichkeit, Schnelligkeit», beschreibt eine temperamentbedingte Beweglichkeit, Lebendigkeit, Regsamkeit (frei nach dem Duden).
Die Wurzeln des Agility sind in England zu suchen. Man hat zunächst nicht an eine neue Sportart gedacht, sondern wollte den Besuchern der weltgrössten Hundeausstellung in London ein attraktives Unterhaltungsprogramm bieten.
Im Rahmen der Vorbereitungen zur „Cruft´s“ hatte man die Idee, ähnlich dem Springreiten, einen Parcours für Hunde zu bauen. Hierbei entwickelte man verschiedene Geräte, die dem Naturell und den Bewegungsabläufen der Hunde entgegenkamen. Diese erste „Agility“-Vorführung fand bei den Besuchern grosse Begeisterung, sodaß diese Vorführung auch in den folgenden Jahren ein fester Bestandteil der Cruft´s wurde.
In kurzer Zeit nahmen in Grossbritannien Vereine diese neue Beschäftigung mit dem Hund in ihr sportliches Programm auf, und man erarbeitete ein Reglement, bildete Richter aus und schaffte somit die Voraussetzungen für die ersten Agility-Wettbewerbe.
1989 wurde in Frankreich von der „Societe Centrale Canine“ unter Jean-Paul Petitdidier ein Reglement erarbeitet, das 1990 von der FCI (Federation Cynologique International) übernommen wurde. Ab 1991 trat dieses Reglement für alle der FCI angeschlossenen Verbände in Kraft, und somit gehörte Agility offiziell in das internationale Hundesportprogramm.
Es dominieren vor allem die Border Collies im Large- und die Shelties im Mini- und Midi-Bereich!
Wertung
Es ist eine sehr faszinierende und schnelle Sportart. Der Hund wird ohne Halsband und Leine und nur mit Hilfe der Körpersprache, Sichtzeichen und Hörlaute des Hundeführers über die Hindernisse gelenkt. Pro Parcoursfehler und Verweigerung gibt es 5 Fehlerpunkte. Wenn ein Hund ein falsches Hindernis nimmt, so ist dass eine Disqualifikation und das Team ist aus der Wertung ausgeschieden.
Unterschieden wird in drei Größenklassen und drei Leistungsklassen.
Die Größenklassen heißen:
- large ab einer Schulterhöhe von 43cm
- medium von einer Schulterhöhe von 35cm bis 42,99cm
- small bis zu einer Schulterhöhe von 34,99cm
Die Leistungsklassen heissen:
- A1 (für Hunde die noch keinen Aufstieg erreicht haben)
- A2 (für Hunde die Aufstieg von der A1 in die A2 geschafft haben)
- A3 (für Hunde die Aufstieg von der A2 in die A3 geschafft haben)
Zusätzlich gibt es noch die Leistungsklasse A0, in der man allerdings nicht aufsteigen kann und die Tunierergebnisse werden auch nicht in die Leistungsurkunde eingetragen. In dieser Klasse stehen der Slalom und die Wippe noch nicht. Für Hunde ab 6 Jahren gibt es eine Senioren-Leistungsklasse. Hierbei sind die Sprünge niedriger, die A-Wand flacher und es gibt keinen Slalom mehr. Wenn ein Hund einmal in der Seniorenklasse gestartet ist, kann er nicht mehr in seine frühere Leistungsklasse zurückkehren(gilt für Deutschland).
Geräte
Ein Agility-Parcour setzt sich aus verschiedenen in der Reihenfolge kombinierbaren Geräten zusammen. Je nach Bauform der Geräte stellen diese unterschiedliche Anforderungen an Hund und Hundeführer. Agility-Geräte sind Hürde oder Sprung, Viadukt und Mauer, Weitsprung, Reifen, Sacktunnel, Fester Tunnel, Slalom, Laufsteg, Wippe, A-Wand und Tisch.
Voraussetzungen für Hund und das andere Ende der Leine
Ein Agilityhund MUSS physisch und psychisch gesund sein!
Sollten bezüglich der Gesundheit und Vitalität des Hundes während des Trainings Zweifel aufkommen, sollte der Hund tierärztlich durchuntersucht werden z.b. HD-Röntgen Extrem große Hunde z.B. Deutsche Dogge eignen sich für den Turniersport nicht, da sie aufgrund ihrer Anatomie (Körpergrösse) nicht für diesen schnellen Sport gebaut sind (müssen z.B. durch den Tunnel kriechen). Die Belastung der Gelenke ist bei Agility generell sehr hoch, was bei grossen Rassen erschwerend hinzukommt. Dies sollte von den Agilityrichtern beim Parcoursbau berücksichtigt werden. Zwischen Hund und Hundeführer muss eine gute Bindung sowie gegenseitiges Vertrauen bestehen, denn in diesem Sport bildet der Hund mit seinem Führer ein Team. Da der Hund nur mit Hilfe der Körpersprache (visuell und akustisch ) über den Parcours geführt werden muß und nicht vom Hundeführer berührt werden darf, muss eine unsichtbare Leine zwischen Hund und Führer vorhanden sein.
Anfänger
Ein Welpe kann schon mit den Agilitygeräte vertraut gemacht werden. Hierbei ist zu beachten, dass die Hürdenstangen auf den Boden gelegt werden, der Steg auf dem Boden aufgelegt ist, die Wand ganz flach gestellt und die Wippe aus dem Parcour entfernt wird. Der Agilityanfängerhund sollte niemals bei den Geräten alleine gelassen werden, da eine höhe Verletzungsgefahr besteht b.z.w. Fehler eingelernt werden können.
Vorraussetzungen um mit Agility beginnen zu können:
- der Hund sollte gut sozialisiert sein und sich durch nichts ablenken lassen
- er muss motivierbar sein durch Beute oder Leckerlies
- er muss auf Kommando zu seinem Führer kommen
- er sollte mit dem Kommando BLEIB vertraut sein
- der Hundführer muss die Aufmerksamkeit seines Hundes erreichen können und fähig sein seinen Hund zu motivieren!
Der Hundeführer sollte mit Motivationsgegenständen, einem guten rutschfesten Schuhwerk und sportlicher Kleidung ausgestattet sein. Die Taschen sollten verschliessbar sein um ein ungewolltes Herausfallen der Motivationsgegenstände zu verhindern. Flatternde, weite Kleidung mit weghängenden Kordeln könnten zur nicht beabsichtigeten Ablenkung des Hundes führen und sind daher nicht ideal. Überfordern sie ihren Hund nie! Kurze Trainingseinheiten führen zum Erfolg! Der Hund soll nicht satt oder müde zum Training kommen. Den überhitzten Hund nach dem Training zuerst ausruhen lassen und dann erst trinken b.z.w. gegebenenfalls schwimmen gehen lassen.
Agility muss immer Spass und Spiel für den Hund bleiben!
Daher ist ein NEIN sowie Gewaltanwendung auch bei Fehlern unbedingt zu vermeiden. Ein fehlendes Lob ist für den Hund Strafe genug! Der Fehler sollte beim Hundeführer zu suchen sein!
Gewalt beginnt dort, wo Wissen aufhört!