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Kein Spielverlust 2008 im Final gegen Singapur, ein 3:0 auch 2012 gegen Japan und jetzt die neuerliche Machtdemonstration im einseitigen Endspiel gegen Deutschland: Die Chinesinnen sind der Gegnerschaft noch mehr entrückt als ihre ebenfalls hoch überlegenen männlichen Kollegen. Von 16 möglichen Goldmedaillen seit der Aufnahme des Tischtennis ins olympische Programm 1988 haben sie sich nunmehr 15 umhängen lassen. Nur in Seoul 1988 überliessen sie einen Olympiasieg den andern, nämlich im Doppel, dem Vorgängerwettbewerb des Teamwettkampfs. Damals gewannen die Gastgeberinnen aus Südkorea.
Im Match gegen die hoffnungslos unterlegenen Deutschen leisteten es sich die Chinesinnen sogar, die neue Einzel-Olympiasiegerin Ding Ning erst im dritten Match, im Doppel, einzusetzen. Dafür durfte die aktuelle Weltranglisten-Erste Liu Shiwen, die der chinesische Verband für das Einzel nicht nominiert hatte, in Rio doch noch einen zählenden Match bestreiten.
Auch im deutschen Team spricht man mehr chinesisch als deutsch. Shan Xiaona und die faszinierende Defensivkünstlerin Han Ying bilden zwei Drittel des Teams, das von der Deutschen Petrissa Solja komplettiert wird. Auch zahlreiche andere Nationen greifen auf das Knowhow aus dem Riesenreich zurück, in dem zwölfmal mehr Menschen Tischtennis spielen, als es in der Schweiz Menschen gibt.
13 der 24 Spielerinnen, die mit ihren Teams die Olympia-Viertelfinals erreichten, stammen aus China. Löbliche Ausnahmen sind die Topteams aus Südkorea und des drittplatzierten Japan. Sie arbeiten ausschliesslich mit Einheimischen. Es ist jedoch gut möglich, dass es die Rivalität auf politischer und sportlicher Ebene gar nicht zulässt, dass man Spielerinnen aus China akquiriert.
(SDA)