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Bei der Pensionierung den Ehepartner finanziell absichern
Nach dem Tod eines Partners nehmen die Renten stärker ab als die Ausgaben. Häufig kann der einmalige Bezug des Pensionskassen-Guthabens die Situation des überlebenden Ehepartners verbessern. Ein Beitrag von Pensionierungsexperte Christoph Walser in den neusten vz news, den wir mit freundlicher Genehmigung des VZ VermögensZentrums publizieren.
Angehende Pensionierte stehen vor der Wahl, das Pensionskassenkapital auszahlen zu lassen oder als lebenslange Rente zu beziehen. Bei diesem Entscheid steht häufig die Sicherheit des Einkommens im Vordergrund. Ehepaare sollten aber auch die finanzielle Situation des überlebenden Partners genau prüfen.
Witwen und Witwer müssen sich oft sehr stark einschränken
Stirbt ein Ehepartner, braucht der überlebende Partner normalerweise weniger Geld zum Leben. In der Regel nehmen die Ausgaben aber weniger ab als die Renteneinnahmen. Von der Pensionskasse bekommen Witwen und Witwer meistens 60 Prozent der Rente ihres verstorbenen Partners. Auch die AHV-Rente wird kleiner, denn die Ehepaarrente wird durch eine Einzelrente ersetzt. Heute beträgt die maximale Ehepaarrente 3525 Franken pro Monat. Stirbt ein Ehepartner, erhält der überlebende Partner höchstens noch 2350 Franken von der AHV. Insgesamt schrumpft das Einkommen so stark, dass sich viele Witwen und Witwer finanziell erheblich einschränken müssen.
In vielen Fällen verbessert sich die Situation des überlebenden Ehepartners, wenn sich Paare einen Teil ihrer Pensionskassen-Guthaben auszahlen lassen. Die jährlichen Einkommensbezüge lassen sich dann so fest legen, dass sie nach dem Tod des Ehepartners nicht gekürzt werden müssen. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man den Partner eheund erbrechtlich so weit wie möglich begünstigt.
Bei Ehepaaren, die im Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung leben, zählt das ausbezahlte PK-Guthaben in der Regel zur Errungenschaft, die jedem Ehepartner zur Hälfte gehört. Wenn ein Partner stirbt, bildet sein Anteil an der gemeinsamen Errungenschaft zusammen mit seinem Eigengut das Nachlassvermögen, das unter den Erben aufgeteilt wird. Dem überlebenden Partner steht die Hälfte des Nachlassvermögens seines verstorbenen Partners zu, die andere Hälfte den Kindern.
Der Erbanspruch der Kinder kann für den überlebenden Partner eine grosse finanzielle Belastung sein. Mit einem Ehevertrag, Testament oder Erbvertrag können Ehepaare den Anteil am Erbe vergrössern, der dem überlebenden Partner zusteht. Je nach familiärer Konstellation und Zusammensetzung des ehelichen Vermögens ist eine dieser Möglichkeiten oder eine Kombination am sinnvollsten.
Für Verheiratete mit einem deutlich jüngeren Partner ist die Rente oft die bessere Wahl als der Kapitalbezug, weil die Partnerin oder der Partner länger von einer Hinterbliebenenrente profitieren kann. Manche Pensionskassen kürzen die Leistungen, wenn der Altersunterschied mehr als zehn Jahre beträgt.