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Die Aare verbindet
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von
Peter Graf
16. Juli 2019
09:00
Die erste Erfindung einer Gasturbine datiert aus dem Jahre 1791 durch den Engländer John Barber. An der Wende zum 20. Jahrhundert nahmen Ingenieure die Idee der Gasturbine wieder auf. Dabei orientierten sie sich auch an der Entwicklung der Dampfturbine. Mangelnde theoretische Grundlagen, fehlende Materialien und Herstellungsverfahren liessen es jedoch nicht zu, eine zuverlässige Gasturbine mit gutem Wirkungsgrad zu bauen. Unter der Führung von Adolf Meyer hatte die Firma Brown Boveri & Cie. in den 1930er-Jahren zahlreiche Turbomaschinen-Vorläufer hergestellt, insbesondere mehrere Maschinen, welche für katalytische Crackverfahren nach Houdry und für aufgeladene Velox-Dampferzeuger verwendet wurden.
Vielstufiger Axialverdichter
Dank technischer Verbesserungen, insbesondere durch Einführung eines effektiven, vielstufigen Axialverdichters nach den Ideen von Claude Seippel konnte 1939 die weltweit erste Kraftwerks-Gasturbine gebaut, an der Landesausstellung in Zürich vorgeführt und später in Neuenburg 62 Jahre lang erfolgreich betrieben werden.
Kraftwerks-Gasturbine etabliert
Am Freitag, 7. Juli 1939, wurden bei Brown Boveri & Cie. in Baden die Abnahmemessungen unter der Leitung des allseits verehrten, schon 80-jährigen ETH-Professors Aurel Stodola durchgeführt und dokumentiert. So weiss man, dass es knapp 15 Minuten dauerte, bis der Gasturbinenrotor auf die Betriebsdrehzahl von 3000 Umdrehungen pro Minute beschleunigt war, ehe die eigentlichen Messungen bei voller Generatorleistung von 4 Megawatt zwischen 10.10 und 11.10 Uhr durchgeführt wurden. Mit Blick auf die Energieausnutzung wurden zwar mit 17,38 Prozent die Bestwerte der damaligen Dampfturbinen von 25 Prozent nicht erreicht, aber die Gasturbine war nach 150 Jahren steten Bemühens als Alternative für die Stromerzeugung etabliert.
Ein beeindruckendes Erlebnis
Im vergangenen Jahr wurde der Verein «IndustrieWelt Baden» gegründet. Der von Privaten, Vertretern aus Industrie und Gewerbe, Bildung und Forschung sowie den Gemeinden Baden, Wettingen und Ennetbaden getragene Verein will Industriekultur an authentischen Orten für ein breites Publikum jeder Altersgruppe erlebbar machen. Man möchte die Kenntnis der Industrievergangenheit der Region vertiefen, das Verständnis für Probleme der Gegenwart fördern und damit auch künftige industrielle Aktivitäten in der Region Baden unterstützen.
Eindrückliche Entwicklung
Der 80. Geburtstag der ersten Kraftwerks-Gasturbine der Welt, die auf dem Werksgelände besichtigt werden konnte, wurde am 6. Juli in Birr gefeiert. Umrahmt wurde der Anlass durch Vorträge zur frühen Entwicklungsgeschichte von Kraftwerks- und Flug-Gasturbinen, zu künftigen Entwicklungen der GE-Gasturbinen, sowie zur neuen 538-MW-Gasturbine von Ansaldo Energie. Die Besichtigung der ersten Kraftwerks-Gasturbine der Welt sowie des Ansaldo-Gasturbinen-Prüfstandes mit der neusten Generation von Kraftwerks-Gasturbinen zeigte die eindrückliche Entwicklung der letzten 80 Jahre auf diesem Gebiet. Die Zeit wurde aber auch genutzt, um sich fachlich auszutauschen und Kontakte zu pflegen. Beeindruckt vom Erlebten liessen die Teilnehmer, darunter viele ehemalige BBC-, ABB- und Alstom-Mitarbeiter den Tag bei einem Nachtessen im Hotel du Parc in Baden ausklingen.