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Fasziendistorsionsmodell FDM
Das Fasziendistorsionsmodell beinhaltet orthopädische und manuelle Behandlungsmethoden, zusätzlich dient die Körperhaltung bzw. Körpersprache der Schmerzpatienten bei diesem Modell der exakten Diagnose (visuelle Diagnostik).
Entwickelt von Dr. Typaldos
Die Wortbedeutung „Fasziendistorsion“ umfasst zwei Begriffe: Faszien (bindegewebsartige Substanz, die Organe und Körperinneres zusammenhält) und Distorsion (Verformung oder Überdehnung des Bindegewebes).
Das Fasziendistorsionsmodell beinhaltet orthopädische und manuelle Behandlungsmethoden, zusätzlich dient die Körperhaltung bzw. Körpersprache der Schmerzpatienten bei diesem Modell der exakten Diagnose (visuelle Diagnostik).
Der individuelle körperliche Ausdruck der Schmerzen und die daraus entstehende Gestik wirken sich direkt auf die anschliessende Behandlungsmethode aus. Der Therapeut korrigiert, anders als in der Schulmedizin, die Distorsionen der Faszien mit teilweise kräftigen Handgriffen. Der Heilprozess ist oft vielfach kürzer als bei einer üblichen Behandlung. Das FDM nach Typaldos wirkt äusserst erfolgreich bei Schmerzen und Funktionsstörungen des Bewegungsapparates bezüglich der Muskeln, Gelenke und Sehnen. Hervorragende Behandlungsergebnisse werden erzielt bei Schmerzen im Rücken, an den Schultern und an den äusseren Extremitäten (Finger und Zehen).
Als ebenso wirksam erweist sich das FDM bei verschiedenen Sportverletzungen, bei Funktionsstörungen und Schmerzen in der Hüfte, am Knie sowie an den Sprunggelenken. Die Behandlungsmethode ist noch jung und wird in den USA häufig im Profisport angewendet. Das FDM erfordert weder Medikamente noch stabilisierende Hilfsmittel wie Schienen oder Gipsverbände. Schmerzen werden meist umgehend gemildert und der Heilungsprozess stimuliert.
Der Begründer vom Fasziendistorsionsmodell FDM
Das Fasziendistorsionsmodell (FDM) wurde vom US-Amerikaner Dr. Stephen Typaldos entwickelt. Der Osteopath und Notfallmediziner beobachtete, dass viele verschiedene Patienten wiederholt die gleichen Schmerzausdrücke und -gesten äusserten und beschrieben, obwohl die Ursachen ganz unterschiedlich begründet waren.
Seine Entdeckung war, dass bestimmte Deformationen der Faszien ganz direkt mit typischen Diagnosen und erfolgversprechenden Therapieformen zusammenhängen. Auf diesem Zusammenspiel basierend erstellte er sein einzigartiges Modell in Pionierarbeit und baute es im Laufe der Jahre innerhalb seiner Tätigkeit in Kliniken und eigenen Praxen aus. Insgesamt entdeckte Dr. Typaldos sechs unterschiedliche Arten der Fasziendistorsion und entwickelte die jeweils ideale Therapieform. Als sensibler und einfühlsamer Mensch engagierte er sich sehr für seine Patienten und wollte deren Schmerzen am Bewegungsapparat effizient und nachhaltig beheben.
Er verstarb 2006 im Alter von nur 49 Jahren an einem Herzanfall. Sein Werk war glücklicherweise bestens dokumentiert und konnte immer weiter zunehmende Begeisterung hervorrufen, sowohl bei den Patienten als auch bei den Therapeuten. Im Jahr 2001 hatte er dem Wiener Arzt, Osteopathen und Freund Dr. Georg Harrer den Auftrag gegeben, sein Modell in Europa voranzubringen. Dr. Harrer hatte zu Dr. Typaldos‘ Lebzeiten dessen volle Unterstützung und konnte auch nach dem tragischen Tod seines Freundes das FDM weiter entwickeln – was bis zur Gründung der European Fascial Distortion Model Association (EFDMA) führte.
Fasziendistorsionsmodell FDM als Ausbildungsziel
Ärzte und Therapeuten können in der Typaldos-Methode ausgebildet werden. Die Ausbildung ist in mehrere Stufen gegliedert und entspricht idealerweise den Richtinien der European Fascial Distortion Model Association (EFDMA). Im Anschluss erfolgt eine Zertifizierung und in den darauf folgenden Jahren regelmässige Seminare und Weiterqualifizierungen. Die Ziele der Ausbildung sind perfektes Beherrschen der Methode und ein tiefes Verständnis der Wirkungsweise. Nach der intensiven Ausbildung ist der Absolvent in der Lage, die äusserlichen Symptome klar zu deuten, die Diagnose zu stellen und eine massgeschneiderte Therapie anzuwenden. Die Typaldos-Methode wird in Europa bisher selten eingesetzt und bietet Ärzten und Therapeuten ein wertvolles Alleinstellungsmerkmal.