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Hermine ist sicher die eigensinnigste, lebenslustigste Frau im Dorf, als sie, verrückt vor Liebe, an einem Tag im Mai ihren Karl heiratet. Ewige Treue schwört sie ihm - bis in den Tod und darüber hinaus. Karls Einberufung in die Wehrmacht zerstört die Idylle jedoch auf einen Schlag. Hermine wartet auf ihn - ohne Rücksicht auf ihre kleinen Söhne und die Notwendigkeiten des täglichen Lebens. Sie weigert sich, den Tod ihres Geliebten zu akzeptieren, während sich die Frauen im Dorf längst den Mund über sie zerreissen und ihre Nachbarin Erna sie gleichermassen beneidet wie verachtet. Der Krieg ist vorüber, das Leben in Deutschland geht weiter, aber Hermine lebt weiterhin in der Vergangenheit.
Portrait
Petra Hofmann, geboren 1959 in Süddeutschland. Studium der Germanistik, Linguistik und Philosophie auf dem zweiten Bildungsweg, gleichzeitig Theaterarbeit, nach Abschluss des Studiums Umzug in die Schweiz. Lebt seit 1996 bei Basel, arbeitet als freie Regisseurin und Lektorin für wissenschaftliche Texte und schreibt Erzählungen. Veröffentlichungen u.?a. in der Schweizer Literaturzeitschrift »entwürfe«.