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Die Heckflossenjahre
Februar 9, 2018
In den fünfziger Jahren wurde die Heckflosse zu einem stilistischen Symbol. Zwar wurde sie schon in den dreißiger Jahren bei Strömungsversuchen entwickelt, aber erst in den fünfziger Jahren übernahmen die Designer diese Idee.
Heute wissen wir, dass die Heckflossen keinen Einfluss auf die Aerodynamik haben, zu jener Zeit dachte man aber, dass die Fahrzeuge so unanfälliger für Seitenwände wären.
Außerdem waren die Heckflossen Symbol einer neuen Ära, die mit den neuen Jets aus der Flugzeugindustrie eingeleitet wurde. Das amerikanische Unternehmen Cadillac machte sie zu ihrem Aushängeschild und startete damit einen globalen Trend. Viele Fahrzeugdesigner ließen sich dadurch inspirieren, so auch Franco Scaglione, der für Bertone gleich drei Designstudien mit Heckflossen entwickelte.
In Europa hielten sich viele Fahrzeughersteller an die traditionelle Kutschenform. Luxusfahrzeuge hatten immer noch große Runde Kotflügel, die sich teilweise bis zu den hinteren Kotflügeln zogen. Ein gutes Beispiel dafür ist der BMW 501, der vom Volksmund spöttisch Barock Engel genannt wurde.
Auch für die sportlich ausgerichteten Fahrer der höheren Mittelschicht entstanden in den fünfziger Jahren Sportwagen, mit barocken Designelementen. Nicht nur der Jaguar XK 120 überzeugte sportliche Fahrer mit weit geschwungenen Kotflügeln und aerodynamischen Designelementen. Selbst der in Deutschland hergestellte Karmann Ghia stammt aus dieser Zeit, wie seine üppigen Formen beweisen.
Aber auch an dem Stromliniendesign wurde in den fünfziger Jahren weiter gearbeitet. Besonders die französische Marke Citroën beschäftigte sich mit der Perfektion der schon in den zwanziger Jahren entwickelten Idee. Der Citroën DS zeigte die Idee der Stromlinie in seiner perfekten Form. Das Flügelprofil spiegelt sich in einer erhöhten Front und einem flach auslaufenden Heck wieder. Der Citroën DS beweist eindrucksvoll, wie schön diese Designidee umgesetzt werden kann. Dieses Fahrzeug war nicht nur auf dem nationalen Markt ein Verkaufserfolg.