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Reisebericht 2015
Im vergangenen Winter mussten meine Frau und ich einen geplanten Kambodscha-Besuch absagen, weil ich aus heiterem Himmel einen Herzinfarkt erlitten hatte. Zum Glück passierte das Ereignis in der Schweiz. Dank tüchtigen Ärzten bin ich inzwischen wieder gesund und fit. Unsere nächste Reise nach Kambodscha ist im November/Dezember vorgesehen.
Auch wenn wir unsere kambodschanischen Mitarbeiter nicht persönlich treffen konnten, sind wir über die Projekte von HOPE FOR ALL stets gut informiert. Dr. Borith Chhourn, Chef der "Clinic", und Pastor Meas Thavy, Leiter des Schulkinder-Sponsoring-Programms, schicken uns jeden Monat ausführliche Berichte über ihre Tätigkeit. Ihre e-Mails enthalten oft auch aktuelle Fotografien. Eine Auswahl dieser Aufnahmen, die wir in den letzten Monaten erhalten haben, möchten wir hier vorstellen.
Das HIV-Dorf
Kambodschas Regierung will die Hauptstadt Phnom Penh umgestalten. Die Armenviertel werden platt gewalzt, um Geschäftshäuser und Wohnungen zu bauen. Familien mit HIV-positiven Angehörigen werden in eine neue Siedlung ausserhalb der Stadt vertrieben, wo ein koreanisches Hilfswerk boxenartige Backsteinwohnungen erstellt hat. Die neuen Behausungen sind zwar besser als die alten Verschläge, doch den Bewohnern (es sind fast ausschliesslich Frauen und Kinder) geht es schlechter. Sie haben am neuen Ort keine Verdienstmöglichkeiten und die Stadt ist über 20 Kilometer weit weg. Die Strassen sind schlecht und es gibt kaum Verkehrsmittel. Viele Kinder der Siedlung sind in unserem Sponsoring-Programm. Wenn Meas Thavy sie besucht, organisiert er manchmal für sie und die Nachbarskinder ein Essen und für die Erwachsenen ein Paket mit Lebensmitteln.
Tragisches Unglück
In einem Elendsviertel von Phnom Penh wohnt eine alleinerziehende Mutter mit drei Kindern. Ein Kind geht mit Unterstützung von HOPE FOR ALL zur Schule; zwei jüngere Geschwister sind noch zu Hause. Während ihre Mutter den Markt aufsucht, geht das halbe Quartier in Flammen auf. Beide Kinder kommen im Feuer um.
Kehricht sammeln
Auf den Abfallbergen der Hauptstadt sieht man auch viele Kinder, die den Kehricht nach verwertbaren Gegenständen durchwühlen. Ein Knabe präsentiert einen essbaren Fund, ein anderer bewacht seine gesammelten Schätze, bis sie von einem Händler abgeholt werden.
Kinderarbeit
Vielen armen Familien fehlt schlicht das Geld für den Schulbesuch ihrer Kinder. Da ist die Versuchung gross, den Nachwuchs stattdessen an eine Arbeitsstelle zu schicken. Als Hilfskraft verdient man pro Tag 1-2 US-Dollars.
erschütternd
Meas Thavy schreibt zu untenstehendem Bild: "Die Frau bringt in einem gemieteten Raum gerade ihr Baby zur Welt. Der Ehemann ist weit weg bei der Arbeit".