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Stubete bezeichnet das gesellige Zusammensein von Freunden und Nachbarn in der Stube eines Gastgebers. Der Ausdruck - für den es bereits Belege aus dem 15. Jh. gibt, so 1456 für Zürich - findet sich v.a. in der östl. Schweiz, in Zürich, Thurgau, St. Gallen und Graubünden. Die Stubete entwickelte sehr unterschiedl. Formen, von der gemütl. Zusammenkunft von Frauen, die sich nachmittags oder abends einer gemeinsamen Heimarbeit widmeten (Spinnstubete, Schleizstubete), über Lieder- oder Tanzabende (Singstubete) bis hin zu Anlässen religiösen Charakters in freikirchl. Kreisen (Bettstubete, Stündlerstubete). Eine wichtige Sonderform war die Stubete als Treffen junger Leute beider Geschlechter im Rahmen des Kiltgangs. Z'Stubete go konnte dabei als Einzelgang - oft in die Kammer des betreffenden Mädchens - oder in Gruppen geschehen. Bei Letzterem waren vielfach Trunk und Tanz angesagt. In der sittenstrengen Erstphase der Reformation suchten die Obrigkeiten solche Anlässe zu verbieten, was später vereinzelt auch in kath. Gegenden geschah (Voreheliche Empfängnis). Die Alpstobete im Säntisgebiet ist eine Sonderform, die mit Musik, Jodel, Schelleschütte und Tanz meist im Freien stattfindet. Zu Beginn des 21. Jh. waren diese Alpstobete populärer denn je und eine Touristenattraktion. Im Vergleich dazu sind die entsprechenden Begriffe veillée in der Romandie und veglia im Tessin etwas enger gefasst. Auch in der Westschweiz bezeichneten sie die Abendsitze zum Plaudern oder zur gemeinsamen Heimarbeit, ebenso den Kiltgang in die Kammer des Mädchens (in Neuenburg und im Berner Jura lóvr genannt), aber keine eigentl. Feste. Veglia bedeutete zu Beginn des 21. Jh. nur noch Totenwache, analog zur veillée des morts in der Romandie, und fand nur noch selten statt.
Literatur
– W. Manz, Volksbrauch und Volksglaube des Sarganserlandes, 1916
– Idiotikon 10, 1173-1191
– Alpstobede im Alpstein, 2009
Autorin/Autor: Paul Hugger