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Das Zuger Regierungsgebäude wurde 1871 fertig gestellt. Architekt war Johann Kaspar Wolff, der beim Bau des Zürcher Polytechnikums Mitarbeiter von Gottfried Semper gewesen war. Der Innenausbau, ebenfalls von Wolff entworfen, war 1873 abgeschlossen. In den Jahren 1938, 1952, 1985 und 2004 erlebte der Kantonsratssaal Umbauten.
Ursprünglich sassen sich die Mitglieder des Kantonsrats in zwei Gruppen gegenüber, aufgeteilt in zwei Blöcke von je acht Viererbänken, seitlich des Eingangs. Das Podium des Präsidenten, Vizepräsidenten und Schreibers befand sich wiederum seitlich, dem Eingang gegenüber. Diese Anordnung wurde als unpraktisch empfunden, so dass der Berner Architekt Max Lutz die Bänke 1938 durch gebogene Reihen ersetzte, die nun zum Podium des Präsidenten gerichtet waren. Der ursprünglich grüne Raum wurde gleichzeitig granatrot gestrichen.
1952, anlässlich der 600-Jahr-Feier des Beitritts von Zug zur Eidgenossenschaft wurden zwei grosse Leinwandgemälde im Saal angebracht. Technische Anforderungen machten die Renovation von 1984/1985 notwendig: Eine Lüftung, elektrische Installationen, neue Heizkörper und schalldämpfende Massnahmen wurden ausgeführt. Die Wandfarbe wurde wieder grün.
Zu Beginn der jüngsten Renovation von 2004 stand das Attentat vom 27. September 2001, bei dem vierzehn Mitglieder des Parlaments und der Regierung den Tod fanden. Neben kleinen Reparaturen und der Reinigung der Dekorationsmalerei wurde hauptsächlich eine neue Möblierung installiert und die Beleuchtung neu gestaltet. Auch der Boden wurde erneuert mit Ausnahme des originalen Frieses entlang des Bodenrandes mit seinem Mäandermuster. Den Ersatz der Fenster aus technischen Gründen nutzte man dazu, ein Fenster zum Notausgang mit Fluchttreppe zu machen. Damit erhält der Kantonsratssaal ein zeitgemässes Gepräge, ohne dass die Qualität der historischen Ausstattung darunter leidet.
Bild: Alois Ottiger, Zug