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Van Avermaet, ein 31-jähriger Belgier vom amerikanisch-schweizerischen Team BMC, hatte sich zusammen mit acht weiteren Fahrern nach rund 20 km vom Feld abgesetzt. Da viele der Ausreisser vor dem Abstecher ins französische Zentralmassiv bereits weit zurück lagen oder zumindest in einer dreiwöchigen Rundfahrt für die Spitzenfahrer keine Gefahr darstellten, war im Feld lange Zeit kein Team bereit, konsequent Nachführarbeit zu leisten. So stieg der Vorsprung der Flüchtlinge kontinuierlich an.
Ab km 90 bildete Van Avermaet zusammen mit seinem Landsmann Thomas De Gendt und dem Ukrainer Andrei Griwko eine Dreier-Spitzengruppe, die mit bis zu 15 Minuten vor dem Feld mit den Anwärtern auf den Gesamtsieg lag. Auch 40 km vor dem Ziel in Le Lioran betrug die Reserve des Trios noch rund zwölf Minuten. Dann aber schlugen die Movistar-Helfer von Nairo Quintana ein horrendes Tempo an, um die Hypothek für die kommenden Tage in Grenzen zu halten.
Rund 17 km vor Le Lioran, einer Skistation im Zentralmassiv, setzte sich Van Avermaet auch von seinem letzten Fluchtkollegen ab. Der sprintstarke Klassiker-Spezialist aus Flandern triumphierte letztlich solo mit zweieinhalb Minuten Vorsprung vor De Gendt. Der Rückstand der Topfavoriten betrug im Ziel immer noch rund fünf Minuten.
Van Avermaet, der vor Jahresfrist die 13. Tour-Etappe gewonnen hatte, übernahm zugleich auch das Gelbe Trikot vom Slowaken Peter Sagan. Zweiter im Gesamtklassement ist nach wie vor der Franzose Julian Alaphilippe, dessen Rückstand auf Van Avermaet 5:11 Minuten beträgt. Der Spanier Alejandro Valverde bleibt Dritter.
Als einziger Schweizer kam Sébastien Reichenbach mit den Favoriten um Quintana, Chris Froome und Co. ins Ziel. Der Walliser vom Team FDJ klassierte sich in Le Lioran als 14., womit er als 20. nun auch in der Gesamtwertung der bestklassierte Schweizer ist (5:28 Minuten zurück).
IAM-Leader Mathias Frank (31. Platz) verlor auf den letzten Kilometern noch rund 40 Sekunden auf das Feld. Mit 6:08 Minuten Rückstand auf Van Avermaet liegt der Luzerner, der in der letztjährigen Tour de France Achter geworden war, im 23. Gesamtrang.
Am Donnerstag hoffen die Sprinter auf ihre nächste (und vorerst letzte) Chance auf einen Tagessieg. Die 6. Etappe führt über 190,5 km von Arpajon-sur-Cère nach Montauban. Am Freitag folgt dann die erste Pyrenäen-Etappe.
(SDA)