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Akkorde müssen nicht immer zum Begleiten gespielt werden. Du kannst auch so, zum Spass, Akkorde spielen. Es kann sogar sehr gut klingen, wenn du dich nicht um die Melodie kümmern musst, sondern auf die Akkorde fokussieren kannst.
Viele Komponisten haben ganze Stücke geschrieben und veröffentlicht, die eigentlich «nur» Akkordbegleitungen sind. Das bekannteste Beispiel ist vermutlich das Präludium in C von J. S. Bach. Aber auch Komponisten unserer Zeit veröffentlichen solche Stücke, sehr oft sogar. Hör dir nur das Stück Experience von Ludovico Einaudi an.
In diesem Artikel «komponieren» wir ein solches Stück. Dur wirst sehen, es sind nur wenige Schritte dafür benötigt. Im Folgenden lernst du ein Beispiel kennen, welches du selbst anpassen kannst, indem du nach dem selben Prinzip vorgehst, aber andere Entscheidungen triffst – probier’s einfach aus.
Wie fange ich eine Akkordfolge an?
Wähle eine Tonart! Ich habe für mein Beispiel G-Dur gewählt. Wenn du deine Tonart gewählt hast, dann weisst du, welche Akkorde dir zur Verfügung stehen. Du hast in jeder Tonart drei Moll-Akkorde und drei Dur-Akkorde.
⮕ Siehe Stufenakkorde Übersicht
Ein erster Anhaltspunkt kann sein, dass du eine Akkordfolge haben willst, die du wiederholen kannst. Dafür lohnt es sich, mit 4er-Gruppen zu arbeiten. Du kannst also 4, 8, 12 oder 16 Akkorde aneinanderreihen und dann wieder von vorne anfangen.
Ich fange für mein Beispiel auf der ersten Stufe an und will, dass meine Akkordfolge auf der fünften Stufe aufhört, weil man auf der fünften Stufe mit einem Septakkord Spannung aufbauen kann, die sich (beim Wiederholen der Akkordfolge) wieder auf die erste Stufe auflöst.
Der Abstieg
Als nächstes habe ich mir für mein Beispiel einen Weg gesucht, wie ich mit 8 Takten von G nach D komme. Ich habe es mit einem Abstieg versucht und zwar die Tonleiter runter von G aus. Dabei habe ich mir erlaubt, immer wieder einen Slash-Akkord zu spielen, d.h. in der linken Hand (im Bass) nicht den Grundton des Akkords, sondern einen anderen Akkordton zu spielen.
Ich gehe also Schritt für Schritt die G-Dur-Tonleiter runter: G, F#, E, D, C etc.
- G: Ich fange bei G-Dur an, ganz normal
- F#: F# ist der mittlere Ton von D-Dur, also spiele ich als nächstes einen D-Dur-Akkord mit F# im Bass
- E: Ich spiele ein E-Moll
- D: Ich könnte wieder ein D-Dur spielen, aber ich will was anderes. Mir gefällt G-Dur mit D im Bass (Ton D ist Teil vom G-Dur-Akkord)
- C: Warum nicht ein C-Dur-Akkord
- B (deutsch H): Ich will wieder einen G-Dur-Akkord, diesmal mit dem Ton B im Bass (Der G-Dur Akkord hat ein B drin)
- A: Da wir jetzt bereits im Takt 7 sind kann ich hier schon einen D spielen und zwar einen D mit A im Bass (Ton A ist Teil des D-Dur-Akkords)
- Weiter runter gehe ich nicht, sondern bleibe einfach zwei Takte auf dem D, damit ich 8 Takte habe.
So sieht jetzt meine Akkordfolge aus – genau wie ich wollte, von G bis D7 und mit gesamthaft 8 Akkorden:
Wie spiele ich jetzt die Akkorde?
Akkorde klingen meist gut, wenn sie in einem Muster gespielt werden. Ich wollte für mein Beispiel ein Arpeggio-Muster spielen und zwar ein einfaches, das von der linken Hand in die rechte übergeht. Ich habe mich entschieden, mit der linken Hand zwei Töne zu spielen und mit der rechten Hand den Rest. Angefangen habe ich mit dem Grundton in der linken Hand und als zweiten Ton die Quint, d.h. den dritten Ton des Dreiklangs. Dann spiele ich mit der rechten Hand den Dreiklang hoch, das sieht so aus:
Mit Pedal klingt der Akkord bereits wunderbar, jedoch siehst du bestimmt schon das Problem: Es sind nur fünf Töne. Und auf einen Fünf-Achtel-Takt habe ich gerade keine Lust. Also dachte ich: Lass uns noch einen Ton anhängen und die Akkordfolge im 6/8-Takt spielen:
Dieses Muster wende ich jetzt für alle anderen Akkorde an: Ich nehme immer als erstes den jeweiligen Basston in der linken Hand, dann einen anderen Ton vom Akkord, der etwa in Quint-Abstand dazu ist und dann spiele ich mit der rechten Hand den Dreiklang hoch und bis zur Hälfte runter.
Es ergibt sich Folgendes:
Und so klingt’s:
Wie könnte man die Akkorde sonst noch spielen?
Für weitere Inspiration habe ich für dich ein Online-Training zusammengestellt, in welchem ich rund 50 verschiedene Muster genau erkläre. Du kannst anhand von Beispielen lernen, verschiedene Musikstile mit Akkorden zu Begleiten.
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