Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03164.jsonl.gz/423

Plättchen-Seeschlange
Pelamis platura
© 2012 Markus Kappeler
(erschienen in der WWF Conservation Stamp Collection)
Artwork © Owen Bell
Die allermeisten der rund 9500 Arten, aus denen die Klasse der Kriechtiere oder Reptilien (Reptilia) besteht, sind landbewohnende Wesen. Viele von ihnen sind keineswegs wasserscheu und können bestens schwimmen. Ein wirklich amphibisches bis aquatisches Leben an und in Gewässern führen jedoch überraschend wenige. Im Bereich von Süssgewässern sind es etwa 200 bis 300 Arten, und zwar hauptsächlich Krokodile und Wasserschildkröten. Alle von ihnen legen ihre Eier aber weiterhin an Land ab.
Ein amphibisches bis aquatisches Leben im Bereich der Meere und Ozeane führen noch weniger Reptilienarten: Die auf den Galapagosinseln heimische Meerechse (Amblyrhynchus cristatus) ernährt sich zwar im küstennahen Wasser von Algen und Tangen, verbringt aber die meiste Zeit an Land. Das Leistenkrokodil (Crocodylus porosus), die Mangroven-Nachtbaumnatter (Boiga dendrophila), die Mangroven-Goldbauchnatter (Liophis cobella) und drei Arten tropischer Warzenschlangen (Acrochordus spp.) besuchen zwar oft das Meer, sind aber entweder mehrheitlich süsswasserbewohnend oder aber mehrheitlich landbewohnend. Und auch sie legen alle ihre Eier an Land ab.
Selbst die bekanntesten unter den Meeresreptilien, die sieben Arten von Meeresschildkröten, welche praktisch ihr ganzes Leben im Meer verbringen, haben sich im Laufe ihrer langen Stammesgeschichte nicht vollständig vom Land gelöst: Weiterhin steigen die Weibchen an Land, um ihre Eier im Sand zu vergraben und von der Sonne ausbrüten zu lassen. Dasselbe gilt für die Plattschwanz-Seeschlangen (Gattung Laticauda), von denen es im indopazifischen Raum sieben Arten gibt.
Als einzige vollständig landunabhängige meereslebende Reptilien verbleiben letztlich die rund fünfzig Arten von Ruderschwanz-Seeschlangen oder Echten Seeschlangen in 15 Gattungen, die im Indopazifik weit verbreitet vorkommen. Sie bringen lebende Junge zur Welt und müssen also das Land selbst für die Fortpflanzung nicht mehr aufsuchen.
Die am weitesten verbreitete aller Ruderschwanz-Seeschlangen ist die Plättchen-Seeschlange (Pelamis platura). Von ihr soll hier berichtet werden.
Paddelförmiger Schwanz
Mit einer Länge von bis zu 90 Zentimetern ist die Plättchen-Seeschlange eine relativ kleine Seeschlange. Die meisten anderen Arten werden zwischen 120 und 150 Zentimeter lang, die grössten, allen voran die Gelbe Seeschlange (Hydrophis spiralis), können eine Länge von bis zu 270 Zentimetern erreichen. Wie bei allen Seeschlangen sind die weiblichen Plättchen-Seeschlangen im Durchschnitt deutlich grösser als die Männchen. Letztere sind selten länger als 70 Zentimeter.
Von allen anderen Seeschlangen unterscheidet sich die Plättchen-Seeschlange durch ihre markante Zweifarbigkeit, bei welcher die schwarze bis dunkelbraune Oberseite an den beiden Körperseiten scharf von der gelben bis beigefarbenen Unterseite abgesetzt ist. Nur auf dem seitlich abgeflachten, paddelförmigen, acht bis zehn Zentimeter langen Schwanz ist die Zeichnung komplexer: Die Trennlinie wird wellenförmig, und es bilden sich einzelne schwarze Flecken.
Erwähnenswert ist im Übrigen die Beschuppung des Körpers: Die Schuppen sind bei der Plättchen-Seeschlange rundherum alle sehr klein und flach und nebeneinander in der Haut eingebettet. Diese Art der Beschuppung ist für alle Echten Seeschlangen charakteristisch. Sie unterscheidet sich jedoch deutlich von derjenigen der landlebenden Schlangen. Bei Letzteren überlappen die Schuppen rundherum dachziegelartig die dahinter liegenden, und sie sind auf der Bauchseite stark quer vergrössert. Diese «Bauchschienen» vermitteln den landlebenden Schlangen beim Kriechen und Klettern den nötigen Halt am Untergrund. Die Echten Seeschlange sind bei der Fortbewegung an Land entsprechend unbeholfen.
Die verwandtschaftliche Stellung der Seeschlangen innerhalb der Sippe der Schlangen (Serpentes) ist nicht abschliessend geklärt. Traditionell wurden sie in eine eigene Familie namens Hydrophiidae gestellt, und diese wurde in zwei Unterfamilien gegliedert: die urtümlicheren Plattschwanz-Seeschlangen (Laticaudinae) und die höher spezialisierten Echten oder Ruderschwanz-Seeschlangen (Hydrophiinae).
Jüngere Studien deuten nun darauf hin, dass sämtliche Seeschlangen gewissen Mitgliedern der Familie der Giftnattern (Elapidae) verwandtschaftlich nahe stehen. Die Giftnattern - darunter die Kobras und die Mambas - bilden mit über 200 Arten eine von zwei Hauptgruppen landlebender Giftschlangen; bei der anderen Gruppe handelt es sich um die Vipern (Familie Viperidae). Neuerdings werden die Seeschlangen darum in die Familie der Giftnattern gestellt und dort allesamt in der Unterfamilie Hydrophiinae zusammengefasst. Der Ursprung der Seeschlangen dürfte die australasiatische Region sein, denn dort ist sowohl ihre eigene Artenvielfalt als auch die der Giftnattern am grössten.
Salzdrüse an der Zungenbasis
Hauptverantwortlich für die Seltenheit mariner Reptilienarten scheint die Unfähigkeit der Reptiliennieren zu sein, das viele Salz auszuscheiden, das bei marinen Tieren unweigerlich bei der Nahrungsaufnahme durch den Mund in den Magendarmtrakt und von da ins Blut gelangt. Alle marinen Reptilien haben darum im Laufe ihrer Stammesgeschichte salzausscheidende Drüsen entwickelt, welche beständig eine konzentrierte Salzlösung abgeben und so den Salzgehalt des Blutes regulieren. Die Meerechse zum Beispiel hat Salzdrüsen in ihren Nasengängen und «niesst» das überschüssige Salz durch ihre Nasenöffnungen aus. Die Meeresschildkröten haben sehr leistungsfähige Tränendrüsen, und das Leistenkrokodil hat eine Vielzahl kleiner Salzdrüsen auf der Oberfläche seiner Zunge.
Die Seeschlangen haben ihrerseits - wie auch die nicht näher mit ihnen verwandten Warzenschlangen - eine Speicheldrüse an der Zungenbasis zu einer salzausscheidenden Drüse umgewandelt. Deren Absonderungen werden aus dem Mund befördert, sobald die Seeschlangen ihre Zunge vorstrecken - und das tun sie wie ihre landlebenden Verwandten sehr häufig, denn die Zunge ist auch bei ihnen ein wichtiger Teil des Geruchssinns: Sie fängt gelöste chemische Stoffe im umgebenden Wasser ein und übergibt sie dem im Gaumendach befindlichen Jacobsonschen Organ zur Analyse.
Neben der Salzausscheidung bildet die Sauerstoffzufuhr ein Problem, das die meereslebenden Reptilien zu lösen haben, denn wie alle Reptilien sind sie keine Kiemenatmer, sondern Lungenatmer. Sie müssen darum regelmässig zur Meeresoberfläche aufsteigen, um Atem zu schöpfen, das heisst die verbrauchte Luft in ihren Lungen gegen frische auszutauschen. Zur Optimierung der Frischluftgewinnung und Minimierung des -verlusts haben die Echten Seeschlangen im Laufe ihrer Stammesgeschichte verschiedene körperliche Anpassungen vorgenommen: Ihre Nasenöffnungen liegen heute auf der Schnauzenoberseite, so dass sie zum Atmen ihren Kopf kaum aus dem Wasser heben müssen. Beim Tauchen lassen sich ihre Nasenöffnungen durch ventilförmiges Gewebe dicht verschliessen. Ferner ist der rechte Lungenflügel stark vergrössert und zieht sich über die ganze Körperlänge bis in den Schwanz hinein.
Nicht zuletzt haben die Echten Seeschlangen die Fähigkeit entwickelt, Gase durch die Haut mit der Umgebung auszutauschen, wie dies bei vielen Amphibien, nicht aber bei den landlebenden Reptilien der Fall ist. Sie können also untergetaucht Sauerstoff aufnehmen und Stickstoff abgeben. Experimentell konnte nachgewiesen werden, dass sie bis zu einem Viertel ihres Sauerstoffbedarfs auf diese Weise decken und so die Länge ihrer Tauchgänge entscheidend verlängern können. Ein Tauchgang kann darum bei der Plättchen-Seeschlange mehrere Stunden lang dauern.
Eine Hochseeschlange
Die Plättchen-Seeschlange ist von sämtlichen Seeschlangenarten die einzige Hochseebewohnerin, also die einzige, welche im freien, küstenfernen, tiefgründigen Wasser lebt. Alle anderen Arten bewohnen verhältnismässig seichte, küstennahe Gewässer, oft im Bereich von Korallenriffen, und sie gehen meistens am oder in der Nähe des Meeresbodens auf die Beutesuche. Zwar kommt es durchaus vor, dass man die Plättchen-Seeschlange in Küstennähe antrifft, manchmal sogar in brackigen Mangroven- oder Flussmündungsbereichen. Ihr wirklicher Lebensraum sind aber die oberflächennahen Schichten tiefgründiger Meeresbereiche, oft viele hundert Kilometer von der nächsten Küste entfernt.
In dieser so genannten «pelagischen» Meereszone genügend Nahrung zu finden, ist nicht einfach. In den küstenfernen, oberflächennahen Ozeanschichten herrscht nämlich meistens ein erheblicher Mangel an Nährstoffen, weshalb photosynthetisierende Algen und Bakterien, welche die Grundlage der meisten marinen Nahrungsketten darstellen, nur in geringer Zahl gedeihen können.
Ausnahmen von dieser Regel lassen sich grossräumig dort finden, wo starke Meeresströmungen nährstoffreiches Tiefenwasser an die Oberfläche spülen. In solchen Gebieten sind die Lebensgemeinschaften in den oberflächennahen Wasserschichten oftmals extrem reich. Es gibt aber auch kleinräumige, lokale Ausnahmen von der Regel, und zwar dort, wo schwache Oberflächenströmungen («Driftströmungen») aufeinandertreffen, welche durch die Schubkraft des Windes, durch temperaturbedingte Dichteunterschiede des Wassers und andere Faktoren entstanden sind. An solchen flecken- oder bandförmigen Verwirbelungszonen, im Englischen «Slicks» bzw. «Driftlines» genannt, sammeln sich gewöhnlich grössere Mengen von Treibgut an - natürliche Abfälle aller Art, zunehmend aber auch Zivilisationsmüll. Verdichtet werden an solchen Stellen ferner kleine und kleinste Meereslebewesen, die sich in den oberflächennahen Meeresschichten treiben lassen, darunter Algen, Larven aller Art oder Kleinkrebschen. Diese locken kleinere freischwimmende Fische an, die sich an den Kleinstlebewesen gütlich tun, und sie wiederum ziehen nicht nur grössere beutegreifende Fische sowie Meeresvögel an, sondern auch die Plättchen-Seeschlange. Tatsächlich ist es so, dass sich die zweifarbige Hochseeschlange darauf spezialisiert hat, Slicks und Driftlines aufzusuchen und dort auf Fischfang zu gehen.
Früher wurde im Allgemeinen angenommen, die Plättchen-Seeschlange würde sich mehr oder weniger passiv an der Meeresoberfläche zu solchen Stellen treiben lassen. Neuere Untersuchungen, insbesondere im Golf von Panama im Ostpazifik, haben nun aber gezeigt, dass diese Einschätzung nicht richtig ist. Tatsächlich scheint die Plättchen-Seeschlange viel Zeit unter Wasser, in einer Tiefe von 20 bis 50 Metern, zu verbringen und nur hin und wieder zur Meeresoberfläche aufzusteigen, um zu atmen und zu jagen. Ihre Tauchgänge zeigen dabei ein charakteristisches Muster: Zunächst taucht die Schlange rasch und steil bis zu 90 Meter weit in die Tiefe ab; anschliessend bewegt sie sich ganz allmählich, in einem sehr flachen Winkel und über eine weite Strecke, wieder zur Oberfläche zurück. Man geht davon aus, dass sie von unten her die Wasseroberfläche im Auge behält und nach treibgutreichen Stellen Ausschau hält.
Hat die Plättchen-Seeschlange eine günstige Stelle entdeckt und erreicht, so mischt sie sich unter die Äste, Tangstücke, Plastiksandalen und all das andere Treibgut und widmet sich der energiesparenden Lauerjagd: Sie lässt sich treiben und wartet geduldig ab, bis ein kleiner Fisch in ihre Reichweite gelangt - dann beisst sie mit einer schnellen Seitwärtsbewegung ihres Kopfes zu. Wie alle Seeschlangen verfügt sie über ein extrem starkes Gift, das in Drüsen an der Basis ihrer beiden grossen, im vorderen Bereich des Oberkiefers befindlichen Furchenzähne gebildet wird und beim Zubeissen in das Beutetier injiziert wird. Es bewirkt, dass das Opfer innerhalb weniger Sekunden gelähmt wird und stirbt, so dass es von der Plättchen-Seeschlange in Ruhe verzehrt werden kann.
Die meisten Plättchen-Seeschlangen gelangen niemals in die Nähe einer Küste, verbringen also ihr gesamtes Leben auf hoher See. Dies ist nur deshalb möglich, weil die Weibchen wie erwähnt keine Eier legen, sondern lebende Junge zur Welt bringen. Strikt gesehen sind sie «ovo-vivipar», also «eier-lebendgebärend»: Ihre Jungen entwickeln sich zunächst in weichhäutigen Eiern, die das Weibchen in seinem Körper zurückhält, schlüpfen dann im Mutterleib aus denselben und werden anschliessend lebend geboren. Wie viel Zeit zwischen der Befruchtung der Eier und dem Schlüpfen der Jungen verstreicht, ist nicht bekannt. Es dürften aber mehrere Monate sein, denn die Jungen weisen bei der Geburt bereits eine Länge von 22 bis 26 Zentimetern auf und sind weit entwickelt. Je Geburt kommen bis zu sechs Junge zur Welt. Sie sorgen von Anfang an für sich selbst, erfahren also keine weitere mütterliche Fürsorge.
Wann wird sie den Atlantik erreichen?
Die diversen Anpassungen der Plättchen-Seeschlange an ihren marinen Lebensraum haben sie zu einer sehr erfolgreichen Tierart werden lassen. Soweit wir wissen, hat sie das weiteste Verbreitungsgebiet aller Schlangenarten weltweit, denn sie kommt in allen wärmeren Bereichen des Pazifischen und des Indischen Ozeans vor. Den Atlantik hat sie bisher nicht erreicht, ebenso wenig wie alle anderen Seeschlangenarten. Offensichtlich bilden die kühlen Gewässer im Bereich der Südspitzen Afrikas und Südamerikas effiziente Ausbreitungsschranken. Sie fehlt auch im Roten Meer, wahrscheinlich weil der Salzgehalt dort mit rund vier Prozent selbst für sie zu hoch ist. Darum bestehen geringe Chancen, dass sie dereinst durch den Suezkanal das Mittelmeer und von dort den Atlantik erreichen wird. Allerdings wurden Plättchen-Seeschlangen schon im achtzig Kilometer langen Panamakanal gefunden, der den Ostpazifik mit dem Karibischen Meer verbindet. Es ist also gut möglich, dass die Art früher oder später auf dieser Route den Atlantik erreichen und ihr Artverbreitungsgebiet nochmals erheblich ausdehnen wird.
Hinsichtlich des Artbestands der Plättchen-Seeschlange gibt es keine Schätzungen. Gewiss ist das Meeresreptil aber nicht selten, denn oftmals können mehrere hundert Individuen im Bereich einer einzigen Treibgutansammlung beobachtet werden. Der Plättchen-Seeschlange drohen gegenwärtig auch keine ernstlichen Gefahren. Natürliche Fressfeinde scheint sie aufgrund ihres starken Gifts kaum zu haben. Und vom Menschen wird sie nicht gezielt bejagt. Die Meeresbereiche, die sie bewohnt, werden im Übrigen weniger stark befischt als andere, fischreichere Bereiche, weshalb wahrscheinlich auch die Zahl der als Beifang in Fischernetzen endenden Individuen keinen merklichen Einfluss auf die Population hat. Die Zukunft sieht für dieses einzigartige Reptil also derzeit ganz günstig aus.
Legenden
Mit einer Länge von bis zu 90 Zentimetern ist die Plättchen-Seeschlange (Pelamis platura) ein verhältnismässig kleines Mitglied der knapp 60 Arten umfassenden Sippe der Seeschlangen (Hydrophiinae). Die meisten anderen Arten werden zwischen 120 und 150 Zentimeter lang, die grössten bis zu 270 Zentimeter. Von allen anderen Seeschlangen unterscheidet sich die Plättchen-Seeschlange deutlich durch ihre markante schwarz-gelbe Zweifarbigkeit.
Von sämtlichen Seeschlangenarten ist die Plättchen-Seeschlange die einzige Hochseebewohnerin, also die einzige, welche in den küstenfernen, oberflächennahen Ozeanschichten lebt und jagt. Alle anderen Arten bewohnen verhältnismässig seichte, küstennahe Gewässer, oft im Bereich von Korallenriffen, und sie gehen meistens am Meeresboden auf die Beutesuche. Dementsprechend hat die Plättchen-Seeschlange das weiteste Verbreitungsgebiet aller Seeschlangen: Sie kommt in allen wärmeren Gewässerbereichen des Pazifischen und des Indischen Ozeans vor - von Mosambik im Westen bis Kolumbien im Osten.
Die Plättchen-Seeschlange mischt sich gewöhnlich zwischen Treibgut und betreibt dort die energiesparende Lauerjagd: Sie lässt sich treiben und wartet geduldig ab, bis ein unvorsichtiger kleiner Fisch in ihre Reichweite gelangt - dann beisst sie mit einer schnellen Seitwärtsbewegung ihres Kopfes zu. Bei Untersuchungen des Mageninhalts wurden mehrheitlich junge Vertreter von über zwanzig verschiedenen Fischarten als Beutetiere identifiziert.
Die meisten Plättchen-Seeschlangen gelangen niemals in die Nähe einer Küste, verbringen also ihr gesamtes Leben auf hoher See. Dies ist nur deshalb möglich, weil die Weibchen keine Eier legen, sondern lebende Junge zur Welt bringen. Je Geburt kommen bis zu sechs Junge mit einer Länge von 22 bis 26 Zentimetern auf die Welt. Die ungewöhnlichen Aufnahmen auf dieser Seite stammen vom Ostional Beach an der Pazifikküste Costa Ricas, wo ein trächtiges Weibchen an Land gespült wurde und da seine Jungen zur Welt brachte.
Wie alle Schlangen muss die Plättchen-Seeschlange beim Heranwachsen von Zeit zu Zeit ihre alte Haut abwerfen und durch eine neue, leicht grössere ersetzen, sich also «häuten». Landlebende Schlangen kriechen hierzu gewöhnlich zwischen Gegenständen mit rauer Oberfläche hindurch, so dass die alte Haut abgestreift wird. Die Plättchen-Seeschlange hat diese Möglichkeit im Allgemeinen nicht. Sie bildet stattdessen mit ihrem Körper einen festen «Knoten» und zwängt sich durch diesen hindurch, sodass die alte Haut darin «steckenbleibt».
ZurHauptseite