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Phlogopit als Bruchteil
Es ist ein paar Jahre her, als ich zwei Steine zum Bearbeiten bekam. Sie hatten den Namen Phlogopit und wurden im Aostatal gefunden. Einer konnte ich gut schleifen und ihn als Ansichtsexemplar zurücksenden, der andere Stein hatte lauter Brüche und war instabil. Später fand ich ihn wieder und machte einen neuen Schleifversuch. Die Brüche hörten nicht auf. Ich musste ihn mit dem Hammer teilen. Dennoch bekam ich nicht die Oberfläche hin, die sein musste.
Aber was hatte ich da vor mir?
Hier sehen Sie den ersten, geschliffenen Phlogopit (links). Rechts zwei Detail-Fotos. Das Erste mit einer weissen Umrandung und rechts davon ein anderer Stein, der ein änhliches Bild gibt, aber als Ultramafitolit bezeichnet wird. Rätselvoll!
Phlogopit ist eine Glimmerausgestaltung besonderer Art. Es gibt schöne Beispiele im Internet
Aber hier ist mehr als nur Glimmer. Man sieht gut wie Körner zusammengefügt sind. Einige sind rechteckig und einige haben einen fabelhaft schönen, seidigen Glanz. Da war ich erinnert an manchen Mafititen, die dasselbe Muster zeigten. Hier ist der Hauptbestandteil: Orthopyroxen.
Im Gespräch mit einem Geologen stellte sich dann heraus: dieser Stein hat Phlogopit eingebettet in Ortho- und Klinopyroxen. Die grünlichen Körner sind Klinopyroxen.
Sie sehen hier den zweiten Stein in zwei Teilen zerbrochen. Links: Weissumrandet ist Phlogopit, alles andere ist Klino- und Orthopyroxen (ohne Olivin).
Rechts: Der abgebrochene Teil, enthält gar kein Phlogopit, besteht aus Orthopyroxen und Klinopyroxen.
Bei einer bestimmten Lichteinstrahlung reflektiert Orthopyroxen das Licht (irrisiert) mit Seidenglanz.
Fazit
Wir haben dasselbe Problem, das ich bei Parsettensit aufgezeigt habe. Hier hat der Stein den Namen Phlogopit bekommen, weil er vielleicht 2% Phlogopit besitzt. Wenn in einem Orchesterstück alle Instrumente auf volle Lautstärke spielen, darunter nur zwei Querflöten sind, die aber an diesem Forte mitbeteiligt sind, dann gehen diese Querflöten völlig unter in dem Gesamtklang. Wenn ich diese Passage nun ein "Querflöten-Solo" nennen würde, dann habe ich etwa einen Vergleich zu der Namensnennung Phlogopit bei einem Stein, der kaum Phlogopit als Bestandteil hat.