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Das ehemalig Bauerndorf Reitnau liegt am Rand des Surenmooses. Es besteht aus einem Unterdorf am Fuss des Höhenrückens und dem Oberdorf auf der ersten Höhenstufe. Dort nimmt die weit herum sichtbare reformierte Kirche einen prominenten Platz einnimmt. Das Gotteshaus liegt heute zentral im Siedlungsgebiet Reitnau-Attelwil. Beide Dörfer bilden zusammen mit Wiliberg die Kirchgemeinde Attelwil-Wiliberg-Reitnau.
Reitnau war um das Jahr 1000 Eigengut der überregional bedeutenden Grafen von Lenzburg. Sie schenkten Dorf und Kirche noch vor 1045 dem Frauenkloster Schänis im Gasterland (zwischen Zürich- und Walensee). Ein Meier vor Ort verwaltete diesen Klosterbesitz. 1415–1798 gehörte die Pfarrei Reitnau zum Herrschaftsgebiet der Stadt Bern und wurde 1528 auf Anordnung der Landesherrin reformiert. Der Kirchensatz fiel 1807 an Pfarrer Samuel Eggenstein (in Reitnau im Amt 1785 bis zu seinem Tod 1825) und ging von dessen Familie 1850 an den Kanton Aargau über.
Der Kirchenbau von Reitnau geht gemäss den archäologischen Befunden der Grabung von 1993 wohl bis ins späte 7. Jahrhundert zurück und erhielt 1522 nach mehreren Um- und Anbauten seine heutige Form. 1900 kam als letztes Element der Turm hinzu. Damit ist hier nicht in erster Linie ein kunsthistorisch, wohl aber geschichtlich bedeutendes Bauwerk vorhanden.
Die Kirche Reitnau steht seit 1949 unter kantonalem Denkmalschutz.
Verfasst von Markus Widmer-DeanDas Bildmaterial stammt von Markus Widmer-Dean (allgemeine Bebilderung), Rudolf Hunziker (Flugaufnahmen), Hans Fischer (Wappenscheiben) und der Kirchgemeinde Reitnau (historische Bilder).