Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03162.jsonl.gz/3155

Herzliche Gratulation Vreny Alessandri-Stadelmann!
Fast die ganze Zeit ihres Lebens hat Vreny Alessandri-Stadelmann mit Jodelliedern zu tun. Am 7. April 1956 wurde das jüngste Kind der Familie Stadelmann geboren. Vier Jahre später fand der erste Auftritt mit drei Geschwistern im Bahnhof Escholzmatt statt.
22.03.2016 | VON HANSPETER EGGENBERGER
Das Jodelduo Franz und Vreny Stadelmann wurde bekannt, nachdem im Jahr 1958 erste Tonaufnahmen gemacht wurden. «Oh Äntlibuech» erschall bald aus allen Radiolautsprechern und den überall stehenden Musikboxen. Die jungen Stimmen, der unverfälschte Gesang und die fröhlichen, hohen Jodel von Vreny begeisterten und führten folgerichtig schnell zu Engagementsanfragen. Diese nahmen sie wenn immer möglich gerne an. So kam es vor, dass an einem Abend gleich mehrere Auftritte erfolgten. Sie waren derart gut aufeinander abgestimmt, dass sie neue Lieder sogar unterwegs von einem Engagement zum anderen einüben konnten. Ihre Karriere gipfelte nach vielen Medienauftritten und Schallplattenaufnahmen auch in Auszeichnungen, so beispielsweise in zwei goldenen Schallplatten, dem Gewinn des Prix Walo, und Vreny wurde die goldene Note verliehen.
Eigene Karriere
Trotz dieser prächtigen Karriere baute sich Vreny auch eine eigene Welt auf. Am 11. September 1976 heiratete sie Sepp Alessandri, mit welchem sie im schmucken Eigenheim im Schüpfheim zwei Söhne und eine Tochter grosszog. Auch im Jodelfach machte sie eine beispielhafte Laufbahn. Sie war Gründerin des Trachtenchors Schüpfheim, den sie während 35 Jahren leitete und als Vorjodlerin prägte, und während elf Jahren stand sie als Dirigentin und Vorjodlerin dem Jodlerklub Maiglöggli Willisau vor. Als Solojodlerin machte sie Schallplattenaufnahmen, als Dichterin verfasste sie unzählige Verse, sie schuf eigene Lieder, schrieb Drehbücher für Theateraufführungen und half als Jodellehrerin Interessierten auf die Beine.
Heutige Aktivitäten
Seit die Kinder erwachsen sind, geht Vreny ihren beruflichen Tätigkeiten als Sekretärin im katholischen Pfarramt Schüpfheim nach. In und um ihr Haus gibt es immer etwas zu tun, ausserdem schreibt Vreny auf Anfrage Gedichte für Ansagen an Konzertabenden oder Kolumnen in Tageszeitungen. Sie erteilt Jodelunterricht und wenn die Zeit noch reicht, entsteht ab und zu ein neues Lied. Ihre Verpflichtungen in den Vereinen hat sie ganz abgegeben. «Man soll dann aufhören», sagt sie überzeugt, «wenn man noch gerne gehört wird!» In der Öffentlichkeit tritt sie kaum noch auf, wobei aufgrund des grossen Fankreises ab und zu noch Einladungen zu privaten Festen eingehen. Wie immer feiert sie ihren Geburtstag mit einem Tag der offenen Tür, an welchem natürlich auch Lieder erklingen. Sie freut sich auf den 60. mit vielen Freundinnen und Freunden: «Da geht am Abend bestimmt wieder die Post ab!»
6 Fragen zum 60. Geburtstag
Du bist jetzt 60, wozu wir herzlich gratulieren. Wie fühlt es sich an?
Ich fühle gar nichts anderes, es ist genau gleich wie vorher!
Was ist mit 60 besser als mit 30?
Jetzt habe ich zwei herzige Grosskinder, die ich mit 30 noch nicht hatte!
Dein erster Auftritt erfolgte vor 56 Jahren. Was ist dir aus der langen Jodlerinnenkarriere am besten in Erinnerung geblieben?
In Erinnerung bleibt in erster Linie die grosse Menge an Auftritten, die manchmal auch eine gewisse Hektik brachten. Aber natürlich auch eine Vielzahl von wunderbaren Erlebnissen, das Kennenlernen von lieben Leuten. So sind auch schöne Freundschaften entstanden.
Was sind die markantesten Veränderungen bezüglich Jodelauftritte in diesen fast sechs Jahrzehnten?
Das Aufkommen des neuzeitlichen Jodelns. Früher stand man noch zuvorderst auf die Bühnen und füllte den Saal mit der eigenen Stimme, man jodelte frei aus der Seele heraus und machte keinen Kunstgesang.
Würdest du nochmals alles gleich machen?
Nein, das würde kaum jemand! Aber ich könnte jetzt nicht etwas nennen, was ich im Nachhinein als grossen Fehler bezeichnen würde.
Was machst du in deiner Freizeit am liebsten?
Faulenzen und lesen, aber es kommt nicht so oft dazu. Wenn ich frei habe, sehe ich halt da und dort wieder etwas, was ich auch noch erledigen könnte.
Aktuelle CD
Kontakt
Vreny Alessandri-Stadelmann
Im Bienz 20
6170 Schüpfheim
Telefon 041 484 22 56