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Bleigiesser/in
Der Bleigiesser[1] stellt aus geschmolzenem Blei durch den Guss in vorgefertigte Formen diverse Objekte her.
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Blei hat mit 327°C einen sehr niedrigen Schmelzpunkt. Beim Schmelzen und Giessen von Blei entsteht Bleidampf. Bleidampf ist giftig, Bleigiesser litten deshalb früher häufig unter Bleivergiftungen. In modernen Grossgiessereien wird dieses Risiko durch strenge Sicherheitsvorschriften und technische Einrichtungen grösstenteils eliminiert. Beim Arbeiten am offenen Schmelztiegel ist Vorsicht geboten.
Das Handwerk des Bleigiessers ist in der Schweiz kein Ausbildungsberuf. Als Basis empfiehlt sich die Ausbildung in einem verwandten Handwerk, zum Beispiel zum Gussformer EFZ oder zum Gusstechnologen EFZ.
Geschichte
Für einen Überblick über die Geschichte des Metallgusses allgemein s. Eintrag Giesser.
Blei wurde bereits in der Bronzezeit verarbeitet. Es fiel vor allem als Nebenprodukt bei der Silbergewinnung an: Das Mineral Galenit, ein Bleisulfid, ist eines der wichtigsten Silbererze. Dass Blei sehr früh auch gegossen wurde, belegen Funde von Gussobjekten; eines der ältesten erhaltenen Gussartefakte überhaupt ist eine Bleifigur aus Kappadozien (Kleinasien), die auf 2500 v. Chr. datiert wird.
Ein wichtiges Erzeugnis der römischen Bleigiesser waren Wasserrohre. Auch Plomben zum Versiegeln von Behältern sowie Schleudergeschosse wurden aus Blei gegossen.
Zu besonderem Ruhm gelangte Blei durch Johannes Gutenberg: Die beweglichen Lettern, mit denen seit Mitte des 15. Jahrhunderts der Buchdruck möglich wurde, wurden aus Bleilegierungen gegossen. Der Letternguss erlangte in kurzer Zeit eine so grosse Bedeutung, dass sich bald das spezialisierte Handwerk des Schriftgiessers herausbildete.
Blei kam ab ca. 1700 auch für grössere figürliche Güsse zum Einsatz.
[1] Für bessere Lesbarkeit wird nur die männliche Form verwendet.
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Literatur
Engels Gerhard, Wübbenhorst Heinz: 5000 Jahre Giessen von Metallen, Düsseldorf 2007.
Neukirchen Florian: Von der Kupfersteinzeit zu den Seltenen Erden. Eine kurze Geschichte der Metalle, Berlin/Heidelberg 2016.
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