Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03114.jsonl.gz/1256

Die Interozeption ist eine spezielle Art der Körperwahrnehmung, die Vorgänge aus dem Körperinnern erfasst. Das Wort Interozeption setzt sich zusammen aus den beiden lateinischen Worten ‚inter’ (inmitten von) und ‚recipere’ (aufnehmen). Es handelt sich um das Wahrnehmen von Empfindungen, die aus dem Innern des Körpers stammen.
Mit Hilfe der Interozeption stellt sich eine vertiefte und qualitativ neue Körperwahrnehmung ein, welche ein verbessertes Registrieren des Körpers, der Emotionen und Denkvorgänge ermöglicht. Die sensorische Wahrnehmung der äußeren Welt über die fünf Sinne (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten) wird als Exterozeption bezeichnet. Aus dem lateinischen ‚exter’ (außen) und ‚recipere’ (aufnehmen) bildet sie das Gegenstück zur Interozeption.
Die Interozeption lässt sich in zwei verschiedene Wahrnehmungsformen unterteilen:
- Die Propriozeption(Tiefensensibilität), welche die Körpersignale aus den muskulären und muskelnahmen Gewebe (Gelenke, Sehnen, Muskeln) registriert und für die damit verbundene Wahrnehmung des Stellungssinns, Bewegungssinns und Kraftsinns steht. Bei vielen Entspannungsmethoden ist die Propriozeption von zentraler Bedeutung, da durch die Reduktion des muskulären Tonus eine allgemeine Entspannung begünstigt wird.
- Die Viszerozeption, welche die Körpersignale aus dem Eingeweide-System also den inneren Organen registriert. Viszerale Prozesse sind vorwiegend für die Aufrechterhaltung des inneren Milieus zuständig und dienen nicht primär für die Vermittlung von Sinnesempfindungen. Daher gelangen diese Wahrnehmungen eher selten (z.B. bei Schmerzzuständen) in das Bewusstsein. Die Viszerozeption spielt bei den Entspannungsmethoden eher eine sekundäre Rolle.