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Die Buschfeuer im Südosten Australiens wüten weiter und weiten sich aus. Nachdem am Dienstag im Osten des Bundesstaates Victoria im Küstenort Mallacoota 4000 Menschen am Strand von den Feuern eingeschlossen waren – und mittlerweile viele von ihnen von der Marine vom Wasser aus gerettet wurden –, kämpft insbesondere der Süden von New South Wales seit Mittwoch mit verstärkten Feuern.
Zwischen Batemans Bay und der Grenze zu Victoria wurden Touristen von der lokalen Feuerwehr zum Verlassen des 250 Kilometer langen Küstenstreifens aufgefordert. Betroffene Ortschaften sind etwa Batemans Bay, Moruya, Bermagui, Bega, Merimbula und das bei Touristen beliebte Eden, bekannt für das Walmuseum. Viele Menschen suchen derweil Zuflucht an den Stränden.
Auch im Innern des Bundesstaates New South Wales sind viele Menschen auf der Flucht. Am Freitag wurde die Bevölkerung von Batlow angehalten, die Stadt zu verlassen. Am Freitag bildeten sich auf vielen Fluchtwegen aber lange Staus, das Benzin ist knapp. Die Polizei eskortierte vielerorts die Autos aus den Feuergebieten. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Ortschaften mit Ausfällen von Strom, Telefon und Internet zu kämpfen haben.
Mittlerweile wird die Anzahl Todesopfer auf 19 beziffert. Grosses Leid erfährt die Tierwelt. Zig Millionen Tiere sind verendet.
Premierminister Scott Morrison, der in den Jahren 2004 bis 2006 Tourism Australia leitete, macht weiterhin eine schlechte Figur. Nachdem bekannt wurde, dass er mit seiner Familie auf Hawaii in den Strandferien weilte, währendem sich die Feuerkatastrophe vor Weihnachten immer deutlicher abzeichnete, besuchte er vor wenigen Tagen das australische Cricketteam, um sich ablichten zu lassen.
Gestern zeigte er sich an der Feuerfront. Während dem Besuch in Cobargo im Bundesstaat New South Wales schlug ihm eine Welle des Hasses entgegen, «Idiot» war noch etwas vom Milderen, was er zu hören kriegte.
Täglich tauchen neue Videos und Bilder zu den verheerenden Buschbränden in Australien auf. Eine junge Frau liefert einen Einblick des Kampfes gegen die Flammen – und zwar direkt von der Front. Die 19-jährige India MacDonnell hat mit einer GoPro-Kamera ihre verzweifelten Versuche aufgezeichnet, das Haus ihrer Eltern in Goongerah im Bundesstaat Victoria zu retten.
Die Feuerkatastrophe ist für die einheimische Bevölkerung verheerend, viele verlieren in diesen Tagen ihre Häuser. Mehrere tausend Fälle sind bei den Versicherungen eingegangen.
Aber auch die Tourismusindustrie erlebt einen harten Schlag. Viele Küstenunterkünfte sind von den Bränden betroffen. In Australien steht die Hochsaison an. Die Südküste von New South Wales und die Küste Victorias sind bei Australiern und bei ausländischen Gästen sehr beliebt. Die aktuellen Feuer sorgen für einen Ausfall vieler Gäste. Und die Auswirkungen für künftige Buchungen dürften erheblich sein. Touroperators und Australienspezialisten sind in diesen Tagen damit beschäftigt, ihren Gästen Alternativrouten aufzuzeigen.
Fabio Merki, Stv. Geschäftsführer von Ozeanien Reisen sagt auf Anfrage von travelnews.ch zur aktuellen Situation: «Die Lage ist derzeit an einigen Orten prekär, insbesondere im Südosten des Landes. Wir haben diverse Kunden vor Ort und noch zahlreiche Abreisen stehen an. Es gab in den letzten Tagen schon einige Umbuchungen und Routenänderungen. Wir stehen im regen Kontakt mit den lokalen Agenturen vor Ort. Zusammen mit den Agenturen und den Mietwagenfirmen helfen wir den Reisenden, meist Selbstfahrern mit eingeplanter Route, mit Informationen und Alternativrouten. Für Reisende gilt es, die lokale Situation genau zu verfolgen.»