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Stichwort Verzeichnis - Nachhaltigkeit
Auf dieser Seite finden Sie ein Stichwort Verzeichnis in alphabetischer Reihenfolge zum Thema Nachhaltigkeit.
BAFU
Bundesamt für Umwelt (ehemals BUWAL)
Benchmarking
Vergleich von Management- und Unterhaltspraktiken sowie Produkten und Dienstleistungen, um Leistungsdefizite aufzudecken und/oder Verbesserungen herbeizuführen. Im Schweizer Golfsport wird dieses Benchmarking durch die GEO-Zertifizierung bzw. das Online-Tool OnCourse® Switzerland ermöglicht. Die zertifizierten bzw. registrierten Golfanlagen können mit diesem Online-Tool vergleichbare Kennzahlen erfassen.
Biokohle
Der Begriff Biokohle steht eigentlich für Pflanzenkohle; diese wird durch pyrolytische Verkohlung pflanzlicher Ausgangsstoffe hergestellt. Eine traditionelle und ähnliche Form ist die Holzkohle aus den Kohlemeiler. Biokohle unterscheidet sich massgeblich dadurch, dass sie durch kohlenstofffreies Karbonisieren der organischen Masse entsteht. Die Produktion findet bei 500 bis 850 Grad Celsius in einer Pyrolyseanlage statt; ist der Prozess gestartet, benötigt die Pyrolyseanlage keine zusätzliche elektrische Energie und ermöglicht des Weiteren eine Nutzung der Abwärme (als Abfallprodukt). Das aus der Biomasse austretenden Syngas wird vollständig verbrannt und erzeugt dabei die gewünschte Pyrolysetemperatur. Die ökologische und ökonomische Bilanz von Biokohle hängt von der Art der eingesetzten Biomasse und der Verwendung, wie auch von wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen ab. Da die Produktion nachwachsender Rohstoffe teuer sein kann, werden vor allem Reststoffe verwendet, die einen sehr geringen Wert besitzen, oder deren Entsorgung andernfalls Schwierigkeiten oder Kosten verursachen würde. In der Schweiz wird Pflanzenkohle teilweise aus FSC-zertifiziertem Holz aus nationaler Forstwirtschaft und Landschaftspflege hergestellt. Durch den Eintrag von aktivierter Pflanzenkohle in Böden lassen sich Auswirkungen auf die Bodenaktivität, Bodengesundheit und Ertragskapazität erzielen. In wissenschaftlichen Untersuchungen konnten unter anderem folgende Vorteile für die Bodenkulturen nachgewiesen werden: Verbesserung des Wasserspeichervermögens der Böden; Zuwachs der Bodenbakterien, die in den Nischen der hochporösen Kohle einen geschützten Lebensraum finden, wodurch die Nährstoffumsetzung für die Pflanzen gefördert wird; höhere Bodendurchlüftung sowie bessere Aktivität von N-Bakterien und somit deutliche Reduktion der klimaschädlichen Methan- und Lachgas-Emissionen; Verbesserung der Pflanzengesundheit durch induzierte Resistenz.
Biotope
Ein Biotop ist ein bestimmter Lebensraum einer Lebensgemeinschaft (Biozönose) in einem Gebiet. Biotope sind die kleinsten Einheiten der Biosphäre. Als Biotope bezeichnet man sowohl natürlich entstandene Landschaftsbestandteile wie Bäche, Bergwald, Nadelwald, Mischwald etc., als auch vom Menschen erschaffene Landschaftsbestandteile. Ein Biotop ist in den Biowissenschaften ein Lebensraum von Organismen – demzufolge: ein «unbelebtes Biotop» ist keines. Ein Biotop kann sowohl Raum verschiedener Habitate (faunistische oder floristische Wohnräume) als auch selbst Bestandteil eines oder mehrerer Habitate sein. Umgangssprachlich wird der Begriff auch wertend für einen, meist neu geschaffenen, kleinen Landschaftsbereich verwendet, der bedrohten Tier- oder Pflanzenarten (meist Amphibien) als Lebensraum dienen soll. Der Begriff Biotop muss von Habitat unterschieden werden. Während der Begriff Biotop eine funktionale Komponente hat, ist ein Habitat der (räumlich verstandene) Lebensraum, Lebensstätte einer Art oder Artengemeinschaft, möglicherweise auch nur ein Teil davon (z. B. Sommer- und Winterhabitat).
CO2-Äquivalente
CO₂-Äquivalente (CO₂-eq) sind eine Masseinheit zur Vereinheitlichung der Klimawirkung der unterschiedlichen Treibhausgase. Neben dem wichtigsten von Menschen verursachten Treibhausgas Kohlendioxid (CO₂) gibt es weitere Treibhausgase wie beispielsweise Methan oder Lachgas.
Effektive Mikroorganismen
Als Effektive Mikroorganismen werden heute kommerziell vermarktete Mischungen aus verschiedenen, universell vorkommenden aeroben und anaeroben Mikroorganismen (Pilz- und Bakterienstämme) bezeichnet; sie aktivieren die organischen Vorgänge in Boden und/oder Wasser und maximieren deren natürliche Wirkung. Effektive Mikroorganismen gelangen unter anderem in Landwirtschaft, Nutztierhaltung, Umweltreinigung/-schutz und Gesundheitsversorgung zum Einsatz.
EMAS | Eco Management and Audit Scheme
EMAS steht für «Eco Management and Audit Scheme» und ist ein umfassendes Umweltmanagement- und Umweltauditsystem der Europäischen Union. Im Golfbereich spielt EMAS eine verschwindend kleine Rolle. Branchenspezifische Labels mit massgeschneiderten Programmen werden von den Betreibern bevorzugt. Dennoch bemerkenswert: mit Arabella Golf Mallorca unterzog sich eine auf der Baleareninsel touristisch wichtige Golfanlage (drei 18-Loch-Kurse) der EMAS-Zertifizierung.
Endpoint-Level
Dieser Begriff bezeichnet die Auswertung der Ökobilanz zu einer gesamtaggregierten Zahl. Diese erhält man, wenn durch eine Gewichtung verschiedene Umweltwirkungskategorien miteinander verrechnet werden.
Europäischer Golfverband | EGA
Der Europäische Golfverband engagiert sich seit 25 Jahren für die Nachhaltigkeit; sein 1997 entwickeltes Programm «Committed to Green» wurde mittlerweile aufgegeben bzw. ist ins OnCourse®-Programm der GEO Foundation übergegangen.
Externe Kosten
Dabei handelt es sich um ökologische Folgekosten und/oder soziale Kosten, die zwar durch einzelwirtschaftliches Handeln entstehen, aber von der Allgemeinheit, bzw. Dritten getragen werden (externalisierte Kosten). Diese Kennzahl wird benötigt, um das Prinzip des Grenz-SEBI zu erklären. (siehe auch: Grenz-SEBI bzw. SEBI)
Footprint | Fussabdruck
Als ecological Footprint (deutsch: ökologischer Fussabdruck) wird die Summe sämtlicher negativen Umweltauswirkungen, die eine Handlung bzw. das Verhalten einer Person oder Unternehmung erzeugt, bezeichnet. (Bei einer Golfanlage betrifft dies: Land- und Wasserverbrauch, Pflanzenschutzmittel, Dünger, Ressourcenverbrauch etc.) Der Footprint steht für den kumulierten Umweltschaden, sprich die Umweltbelastung, die eine Handlung/Unternehmung verursacht.
Gebäudebegrünung
Gebäudebegrünungen (Dach- und Fassadenbegrünungen) haben diverse positive Eigenschaften auf Gebäude und Umgebung, sie erhöhen somit die Lebensqualität und werten die Objekte auf. Gebäudebegrünungen regulieren Lärm, binden CO2 und Feinstaub, befeuchten die Umgebungsluft, dämpfen Temperaturschwankung an kühlen sowie heissen Tagen und schützen die Bausubstanz. Gebäudebegrünungen bieten Ersatzlebensraum für Tiere und Pflanzen und dienen als Trittsteine der Biotopvernetzung. Die reduzierte Wasserverfügbarkeit in Kombination mit Exposition und ausreichender Substratstärke auf extensiven Dachbegrünungen führt zu einem Sonderstandort, auf welchem bei korrekter Umsetzung und Pflege pro Hektare über 100 Pflanzenarten vorkommen. Mit geringem Aufwand – beispielsweise in Form von Substratanhäufungen, Sandlinsen oder Totholz – können so Lebensräume für Kleintiere wie Wildbienen, Käfer, Spinnen und verschiedene Vogelarten geschaffen werden.
GEO | Golf Environment Organization Foundation
Die GEO Foundation ist eine internationale gemeinnützige Organisation, die dem Golfsport hilft, die positiven Auswirkungen auf Mensch und Natur aufzuzeigen. Daneben lautet eines der Ziele von GEO, die Nachhaltigkeit im Golfsport nicht nur zu fördern, sondern auch zu kommunizieren. Nach eigener Aussage verwaltet GEO mittlerweile das weltweit führende Nachhaltigkeitssystem für den Golfsport, das für drei Schlüsselbereiche – Betrieb von Golfanlagen (GEO certified facility), Neu- und Umbau von Golfanlagen (GEO certified development), Turniere (GEO certified tournament) – entwickelt worden ist. Gegründet wurde GEO 2007 von Jonathan Smith et al.; die Organisation hat ihren Sitz in North Berwick (Schottland). Finanziell unterstützt wird die GEO Foundation unter anderem von der R&A, der European Tour, der European Golf Course Owner Association (EGCOA), der EGA sowie deren Mitglieder (nationale Golfverbände).
GEO Certified®
GEO Certified® ist ein weltweit anerkanntes Label für Golfanlagen, die sich im Bereich der Nachhaltigkeit engagieren und überprüfen lassen. Die Zertifizierung ist drei Jahre gültig, danach wird eine erste Re-Zertifizierung (neues Audit) notwendig. Dank einer Vereinbarung zwischen Swiss Golf und der GEO Foundation sind Re-Zertifizierung danach für Swiss-Golf-Mitglieder erst nach fünf Jahren erforderlich – vorausgesetzt, die jährlichen Updates werden an GEO geschickt.
GEO Climate
GEO Climate ist ein Programm der GEO Foundation zur Auswertung einer vereinfachten Klimabilanz für Golfclubs, die GEO-Mitglied sind. Berücksichtigt wird dabei allerdings nur die Klimawirkung – Lärmvermeidung, Biodiversität, Schadstoffe in Luft, Wasser und Boden etc. fallen bei dieser Berechnung nicht ins Gewicht.
Global Warming Potential (GWP)
Ökobilanzmethode zur Bestimmung des Treibhauspotenzials klimawirksamer Gase; berechnet wird mit der Einheit CO2-eq (CO2-Äquivalente), berücksichtigt wird dabei nur die Klimaerwärmung (andere Umweltbereiche bleiben unberücksichtigt).
Golf Course 2030
Die R&A hat ihre 2018 initiierte Nachhaltigkeitsstrategie im Namen an die UNO-Agenda 2030 (17 Nachhaltigkeitsziele) angelehnt: Unter «Golf Course 2030» werden wichtige Nachhaltigkeitsthemen im Golfsport global angesprochen. In erster Linie geht es um den Klimawandel, die Förderung der Biodiversität, um Umweltauswirkungen von Golfprojekten sowie Gesundheitsförderung. Mit Blick auf die begrenzte Verfügbarkeit von Ressourcen werden in dieser Strategie die Bereiche Wasser, Einsatz von Pestiziden sowie Verfügbarkeit und Nutzung von Boden thematisiert.
Golf Course 2030 Switzerland
Für die detaillierte Ausarbeitung und Umsetzung der von der R&A formulierten Nachhaltigkeitsziele auf nationaler Ebene sind die Verbände und Clubs zuständig. Die Kommission Nachhaltigkeit & Golfanlagen hat für Swiss Golf im Jahr 2020 die Nachhaltigkeitsstrategie «Golf Course 2030 Switzerland» erarbeitet und darin wichtige Umweltschutzthemen aufgegriffen. Zusätzlich zu den von der R&A vorgeschlagenen Bereichen legt «Golf Course 2030 Switzerland» auch ein Augenmerk auf den Erhalt natürlicher Ressourcen, auf Natur- und Landschaftsschutz, Bodenschutz, Schutz des Kulturerbes und archäologischer Stätten, auf Abfallwirtschaft und Recycling sowie auf ein effizientes Management des Energie- und Wasserverbrauchs.
Golf&Natur
2005 initiierte der Deutsche Golfverband DGV das Programm «Golf&Natur»; daran teilnehmen können ausschliesslich dem DGV angeschlossene Golfanlagen. Die Clubs führen anhand eines Leitfadens eine Bestandsaufnahme in vier Bereichen – Natur und Landschaft, Pflege und Spielbetrieb, Umweltmanagement, Öffentlichkeitsarbeit und Arbeitsumfeld – durch. Ein individueller Entwicklungsplan legt die Umsetzung umweltverträglicher Massnahmen fest. Erfüllt der Club innerhalb von zwei Jahren mindestens 15 der insgesamt 25 Basisanforderungen, qualifiziert er sich für das Zertifikat «Golf&Natur».
Golf pour la Biodiversité
Der Französische Golfverband (FFgolf) unterhält seit 2004 eine gesetzlich vorgeschriebene Umweltkommission. Diese beschäftigt sich mit Massnahmen zum Erhalt der Wasserressourcen und der Biodiversität sowie einer nachhaltigen Entwicklung des Golfsports und der französischen Golfanlagen. 2014 lancierte FFgolf einen Umweltmanagement-Führer für Golfanlagen; 2017 wurde dieser überarbeitet und aktualisiert. In Zusammenarbeit mit dem Muséum National d’Histoire naturelle kreierte FFgolf 2017/2018 das Programm «Golf pour la Biodiversité». Teilnehmende Golfclubs bzw. Golfanlagen können innerhalb des Programms einen Bronze-, Silber oder Gold-Status erlangen.
Graue Energie
Die für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung benötigte Energie eines Produkts wird graue Energie genannt. Berücksichtigt werden auch alle Vorprodukte bis zur Rohstoffgewinnung, ebenso der Energieeinsatz aller angewandten Produktionsprozesse. Graue Energie macht den grössten Teil der von Endkonsumenten genutzten Energie aus. (Aus der Nutzung der grauen Energie resultieren graue Emissionen und andere Umweltbelastungen.)
Grenz-SEBI
Der Grenz-SEBI bezeichnet jene Schwelle, ab welcher sich eine Investition in eine nachhaltige Massnahme auch ökonomisch lohnt. Für die Errechnung des Grenz-SEBI werden die entstehenden Kosten dem zu erwartenden Nutzen gegenübergestellt. (Beispiel: In der Umtec-Studie zur Ökoeffizienz einer Golfanlage liegt der Grenzwert für bei 2500 vUBP pro investiertem Franken – eine Investition in Höhe von 10‘000 Franken muss somit die Einsparung von 2,5 Mio UBP generieren, um auch ökonomisch sinnvoll zu sein.) (siehe auch: SEBI)
Habitat
Ein Habitat ist der (räumlich verstandene) Lebensraum, Lebensstätte einer Art oder Artengemeinschaft, möglicherweise auch nur ein Teil davon (z. B. Sommer- und Winterhabitat).
Handprint | Handabdruck
Der gesamte Umweltnutzen, der durch eine Golfanlage erzielt wird – darunter fallen Biodiversität, Lärmvermeidung, CO2-Bindung und -Speicherung etc – wird als ecological Handprint (deutsch: ökologischer Handabdruck) bezeichnet. Man kann von einem kumulierten Umweltnutzen sprechen; Handprint steht für die Umweltentlastung, welche eine Handlung bzw. Unternehmung oder ein Mensch generiert.
ILCD-Punkte
Einheit der Ökobilanzmethode «ILCD». Es werden teilweise auch «ILCD-mPts» Millipoints (Tausendstel-Punkte) oder «ILCD-µPts» Mikropoints (Millionstel-Punkte) ausgewiesen.
Impegnati nel verde
Der Italienische Golfverband (FIG) hat mit «Impegnati nel verde» Anfang der 2000er-Jahre das EGA-Programm «Committed to Green» weiterentwickelt; dieses hat die umweltfreundliche Entwicklung des Golfsports zum Ziel und sensibilisiert Clubs wie auch Spieler für Umweltfragen. «Impegnati nel verde» setzt Richtlinen für ökologische Nachhaltigkeit von Golfplätzen während der Planungs- und Betriebsphase. Es zielt darauf ab, den Verbrauch natürlicher Ressourcen zu reduzieren und zu optimieren sowie das Image des Golfsports nach aussen zu verbessern. Das Programm ist in fünf Umweltkategorien unterteilt: Wasser – Biodiversität – Energie – Landschaft – historisches, künstlerisches und kulturelles Erbe. «Impegnati nel verde» ist kein international anerkanntes Programm; im Rahmen von «Impegnati nel verde» ermuntert die FIG zu einer GEO-Zertifizierung.
Indigene Pflanzen
Unter indigenen Pflanzen, auch autochthone Pflanzen genannt, versteht man Pflanzenarten, die in einem bestimmten Gebiet einheimisch sind; sie haben sich ohne Einfluss des Menschen dorthin ausgebreitet, kommen dort dauerhaft vor und reproduzieren sich in diesem Gebiet.
Insect Respect®
Insect Respect® ist das Gütezeichen für bekämpfungsneutralen Insektenschutz. Hersteller, die dieses Gütesiegel führen, reduzieren, ökologisieren und kompensieren die Insektenbekämpfung und verpflichten sich für Insekten artgerechte Lebensräume zu schaffen. Weniger Bekämpfung, mehr Biodiversität. In Zusammenarbeit mit dem Verband Swiss Golf untersucht Insect Respect® Schweizer Golfanlagen auf deren durch Insekten erzielten Umweltnutzen, sprich auf die höhere Biodiversität von Flora und Fauna. Dabei macht der Umweltnutzen der Golfanlage nicht an den weissen Out-Pfosten Halt – dieser Nutzen zeigt sich in der ökologischen Vernetzung der Golfanlage mit ihrer Umgebung.
International Reference Life Cycle Data System (ILCD)
Ökobilanzierungsmethode der Europäischen Kommission (bzw. deren Joint Research Centre) basierend auf den Normen ISO 14040 und 14044. Eine gesamtaggregierende Methode zur Berechnung und Bewertung der ganzheitlichen Umweltwirkung. Die ILCD-Methode berücksichtigt viele verschiedene Umweltbereiche, unter anderem auch Überdüngung sowie Wasser-, Luft- und Bodenschadstoffe (ökotoxische oder humantoxische Wirkung), Ressourcenverbrauch, Energie, Klima, Landnutzung. Die Gewichtung erfolgt nach der Expertenbefragung EU27. CO2 ist Teil dieser Berechnung. Die Methode fokussiert auf Schadstoffe (Öko- und Humantoxizität).
International Social and Environmental Accreditation and Labelling Alliance (ISEAL)
Diese in London ansässige Organisation ist eine wertvolle Hilfe, wenn es darum geht, sich über die Glaubwürdigkeit einer Stiftung zu informieren. Die ISEAL Alliance wurde 2002 auf Initiative verschiedener Zertifizierungs-Organisationen gegründet. Zu den Gründern zählen unter anderem: Forest Stewardship Council (FSC), Marine Stewardship Council (MSC), International Federation of Organic Agriculture. Die ISEAL Alliance anerkennt im Sportbereich nur ein einziges Label, nämlich GEO Certified®.
IP-Suisse
Vor fast 30 Jahren gegründet, gehört die «Schweizerische Vereinigung integriert produzierender Bauern und Bäuerinnen» heute zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Produzenten- und Vertriebsorganisationen in der Schweiz. Die rund 18’500 IP-Suisse-Bäuerinnen und -Bauern produzieren auf ihren Familienbetrieben eher umweltschonend und tiergerecht Lebensmittel für den täglichen Bedarf. IP-Suisse legt ihre Richtlinien für die nachhaltige Labelproduktion fest, entwickelt und definiert Massnahmenprogramme für deren Einhaltung auf den Bauernhöfen und lässt diese durch unabhängige Institutionen kontrollieren; IP ist aber kein Synonym für «Bio». Swiss Golf und die integriert produzierende Landwirtschaft verfolgen gemeinsame Interessen. Eine Zusammenarbeit startet im Jahr 2021.
KARCH | Koordinationsstelle für Amphibien- & Reptilienschutz in der Schweiz
Die Koordinationsstelle für Amphibien- & Reptilienschutz in der Schweiz (KARCH) wurde 1979 gegründet; 2010 schloss sie sich mit dem Schweizerischen Zentrum für die Kartographie der Fauna zu einer gemeinsamen Stiftung zusammen. Diese verwaltet und aktualisiert im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt die nationale Faunen-Datenbanken. Swiss Golf strebt eine Zusammenarbeit mit KARCH an, um Reptilien und Amphibien auf und um Golfanlagen zu schützen und zu fördern.
Klimawirkung
So wird die durch Treibhausgase verursachte Erwärmung des Klimas bezeichnet. Für die Berechnung der Klimawirkung werden ausschliesslich klimaschutzrelevante Emissionen berücksichtigt. Die Bewertung erfolgt anhand eines Charakterisierungsfaktors und wird in Kilogramm CO2-Equivalente (kg CO2-eq) ausgedrückt. (Beispiel: Methan ist 28-mal so klimaschädlich wie Kohlenstoffdioxid, folglich entspricht 1 kg Methan einem kg CO2-eq von 28.) Spricht man über die Klimawirkung, werden keine anderen Auswirkungen auf die Umwelt berücksichtigt; die Giftigkeit eines Stoffes für Menschen und Natur beispielsweise bleibt aussen vor.
Kumulierter Energieaufwand (KEA)
Ökobilanzmethode zur Erfassung des Gesamtenergiebedarfs inklusive «Grauer Energie». Der KEA zeigt den direkten sowie den indirekten nicht-erneuerbaren Energieverbrauch, welcher über Charakterisierungsfaktoren in Megajoule Öl-Equivalente (MJ Oil-eq) umgerechnet wird. Diese Wirkungskategorie beinhaltet die energetischen Inputs für die Gewinnung, Herstellung und Entsorgung aller benötigten Materialien und Hilfsstoffe und bewertet den Bedarf an nicht erneuerbaren primären Energieträgern wie Kohle, Öl oder Uran.
Lebensraumtypen
Ein Lebensraumtyp ist ein abstrahierter Typus aus der Gesamtheit gleichartiger und ähnlicher natürlicher Lebensräume und dient als besonders hoher Schutzstatus der Beschreibung der Landschaft im Rahmen der Vorgaben Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Natura-2000-Gebiete). Jeder der erfassten 231 Lebensraumtypen hat einen europaweit eindeutigen EU-Code. Die in der Schweiz zu findenden Lebensraumtypen sind auf der Website von Info Flora aufgelistet. Von den beurteilten 167 Lebensraumtypen der Schweiz stehen 48 Prozent (79 mehr oder weniger natürliche Lebensräume) gemäss den von der Weltnaturschutzunion IUCN vorgeschlagenen Kriterien auf der Roten Liste; weitere 22 Lebensraumtypen (13 Prozent) sind potenziell gefährdet.
Life Cycle Analysis (LCA)
Lebenszyklusanalyse = Ökobilanz. Dies ist der Schritt, in dem die einzelnen Themenbereich aus dem LCI beurteilt werden und in eine Gesamtanalyse einfliessen.
Life Cycle Inventory (LCI)
Bestandesaufnahme eines Lebenszyklus. Bei einer solchen Bestandesaufnahme werden die einzelnen Themenbereiche separat beobachtet, gemessen und beurteilt. Daraus lässt sich in jedem Bereich vorhandenes Verbesserungspotenzial erkennen. Das LCI hilft die Qualität der Daten zu erkennen und dadurch die Aussagekraft einer Ökobilanz einzuschätzen
LC-Impact | Life Cycle Impact
Ökobilanzmethode zur Bewertung der Auswirkungen einer Handlung auf den Lebenszyklus und dies in den drei Bereichen «menschliche Gesundheit», «Ökosystemqualität», «Ressourcen». Die LC-Impact-Methode kommt unter anderem bei der Ökobilanzierung des Biodiversitätsverlusts mit geographisch regionalisierter Auflösung zum Einsatz. Diese Methode wurde von der ETH Zürich gemeinsam mit anderen Institutionen entwickelt und basiert auf den Ecoregions des WWF.
Mangelbiotop
Findet man in einer durchkultivierten Landschaft eine Biotopart mit wenigen verfügbaren Nährstoffen – beispielsweise eine Kiesinsel, einen Rutschhang, eine Schlammbank oder Nassstandorte – nennt man dies ein Mangelbiotop.
Midpoint-Level
Auswertung der Ökobilanz auf Ebene der einzelnen Umweltwirkungskategorien, ohne dass eine Gesamtaggregierung über Gewichtungsfaktoren zu einer einzigen Zahl erfolgt.
Nachhaltigkeits-Initiative des Verbands Swiss Golf
Swiss Golf hat am 12. April 2019 mit der Non-Profit-Organisation Golf Environment Organization (GEO) Foundation eine Vereinbarung unterzeichnet, um Schweizer Golfclubs und Golfanlagen-Betreibern den Zugang zum OnCourse®-Programm zu vereinfachen und möglichst viele Schweizer Golfclubs/Golfanlagen zu zertifizieren. In diesem Zusammenhang unterstützt Swiss Golf jene Clubs, die das OnCourse®-Switzerland-Tool nutzen, mit einem finanziellen Beitrag. Darüber hinaus organisiert Swiss Golf in verschiedenen Regionen der Schweiz Workshops für Clubs, die an einer Einführung in die GEO-Programme OnCourse® und GEO-Certified® interessiert sind.
Ökobilanz
Buchhalterische Erfassung aller Umweltwirkungen entlang des gesamten Lebenszyklus eines Produkts/Prozesses/Systems mit eigener «Währung». Eine Ökobilanz wird daher oft auch als Lebenszyklusanalyse (Life Cycle Analysis | LCA) bezeichnet. Eine Ökobilanz kann, abhängig von der Bewertungsmethode, sowohl für die Klimawirkung wie auch für die gesamte Umweltwirkung erstellt werden.
Ökoeffektivität
Unter Ökoeffektivität versteht man den relativen Beitrag einer Umweltmassnahme zur Verbesserung der Ökobilanz des gesamten betrachteten Systems.
Ökoeffizienz
Die ökologische Effizienz («Ökoeffizienz») beschreibt das generelle Ziel, einen möglichst hohen Umweltnutzen bei möglichst geringem Aufwand zu generieren. Bei Golfanlagen geht es konkret darum, unter Einsatz eines gegebenen monetären Betrags den bestmöglichen Umweltnutzen zu erzielen. Berechnet wird die ökologische Effizienz als Quotient aus Umweltnutzen und Kosten (siehe auch «SEBI»).
Ökologische Ausgleichsflächen
Für die Genehmigung zum Bau einer Golfanlage verlangen die Umweltbehörden Ausgleichsflächen. Üblicherweise erwartet die Behörde, dass bis zu einem Drittel der für die Golfanlage intensiv genutzten Fläche zusätzlich als Ausgleichsfläche bereitgestellt wird. Diese Ausgleichsflächen dürfen nur extensiv landwirtschaftlich genutzt werden. Bestehende Anlagen haben einen anderen Ansatz: Dank jahrelanger professioneller Arbeit geschulter Greenkeeper, konnten Flora und Fauna gefördert werden (Biodiversität). Mit viel Manpower und natürlichen Rohstoffen (Sand) wird Unkraut mechanisch (striegeln) bekämpft und fördert gleichzeitig das Gedeihen des Rasens. Neue Grassorten benötigen weniger Ressourcen (Wasser) und leisten einen positiven Beitrag zur CO2-Aufnahme. Bestehende Golfanlagen sind in die Landschaft integriert und haben einen grossen gesellschaftlichen Mehrwert. Nur knapp 40 Prozent der Gesamtfläche einer Golfanlage wird für den Spielbetrieb nachhaltig gepflegt; das heisst, dass über 60 Prozent der Anlage naturbelassen sind. Deshalb brauchen Golfanlagen im Vergleich zur Landwirtschaft nur einen Bruchteil soviele Pflanzenschutzmittel. Bei bestehenden Anlagen ist der Ausdruck «Ausgleichsflächen» deshalb irreführend; sie haben nichts auszugleichen, denn sie leisten viel mehr als der Gesetzgeber verlangt.
Ökoregion
Sie umfasst eine geografische Region, in welcher ein wiederkehrendes Muster von Ökosystemen in Verbindung mit charakteristischen Kombinationen von Boden und Landform erkennbar ist. In der WWF-Datenbank beispielsweise wird die Anzahl der Pflanzen- und Tierarten je Ökoregion festgehalten.
Ökosystemdienstleistungen
Der Begriff Ökosystemdienstleistung bezeichnet in der verbreitetsten Definition die Vorteile, die Menschen von Ökosystemen beziehen. Der Begriff ist seit Beginn dieses Jahrtausends zu einem Schlüsselkonzept an der Schnittstelle von natur- und sozialwissenschaftlicher Umweltforschung geworden. Beispiele für Ökosystemdienstleistungen sind das Bestäuben von Obstblüten durch Insekten, die Bereitstellung von nutzbarem Bewässerungs- und Trinkwasser durch natürliche Filtration von Niederschlag, die Reproduktion von Fischpopulationen als Nahrungsmittel sowie die Bereitstellung von frischer Luft und einer ansprechenden Umwelt für Freizeit, Erholung und ästhetischen Genuss.
On Course®
On Course® ist eines von zwei Labels, welche von der GEO Foundation vergeben werden. On Course® kann als «Basis-Label» bezeichnet werden. Um dieses zu erlangen, müssen Arbeitspraktiken, Daten und Highlights aus Natur/Ressourcen/Gemeinschaft in der OnCourse®-Web-App erfasst werden. Ist dies geschehen, erscheint die Golfanlage auf der GEO-Website mit dem Hinweis OnCourse®. Die OnCourse®-Web-App ist ausschliesslich in englischer Sprache verfügbar und beinhaltet neben Best-Practice-Tipps auch ein Rechenzentrum zur Erfassung und Nachverfolgung wichtiger Leistungsindikatoren sowie je ein Tool für den Erfahrungsaustausch sowie zur Erstellung eines jährlichen Nachhaltigkeits-Berichts.
On Course® Switzerland
Das OnCourse®-Switzerland-Tool wird von GEO in Zusammenarbeit mit Swiss Golf angeboten; es ist ausschliesslich Schweizer Clubs und Golfplatzbetreibern (Mitgliedern des Verbands Swiss Golf) zugänglich und berücksichtigt zusätzlich die Vorgaben durch die Schweizer Gesetzgebung. OnCourse®-Switzerland wird in deutscher und französischer Sprache angeboten.
Permakultur
Der Begriff Permakultur umfasst ein Konzept und eine Philosophie, welche auf einer nachhaltigen Gestaltung nutzbarer Lebensräume für Mensch und Umwelt basieren. Durch die Beobachtung und Integration natürlicher Ökosysteme und Kreisläufe der Natur werden energiearme und umweltförderliche Konzepte geplant, erstellt und unterhalten. Ein Ansatz der Permakultur ist, energieintensive und umweltbelastende Industrietechnologien zu reduzieren oder durch Nutzung biologischer Ressourcen und einem Design, welches natürlichen Ökosystemen nachempfunden ist, zu ersetzen. Ziel einer permakulturellen Planung ist es, ähnlich einer Kreislaufwirtschaft, durch geschlossene Stoffkreisläufe langfristig stabile Ökosysteme zu schaffen, welche sich selbst erhalten und nur noch minimaler menschlicher Eingriffe bedürfen.
Potentially Disappeared Fraction of Species (PDF)
Drückt das Verschwinden einer bestimmten Artenzahl relativ zur Gesamtartenzahl aus. Wird als Ökobilanz-Einheit in der LC-Impact-Methode für die Wirkungskategorie «Landnutzung & Biodiversitätsverlust» verwendet.
Praktischer Umweltschutz Schweiz (Pusch)
Die Stiftung Pusch setzt sich für eine gesunde Umwelt, die nachhaltige Nutzung der Ressourcen sowie vielfältige und artenreiche Lebensräume ein. Sie unterstützt Gemeinden, Schulen und Unternehmen mit praxisnahem Wissen und konkreten Handlungshilfen bei der Lösung von Umweltaufgaben. Dazu bietet Pusch eine breite Palette an Weiterbildungskursen, Tagungen, Hilfsmitteln für die Öffentlichkeitsarbeit, Publikationen und Umweltunterricht an. Pusch ist parteipolitisch unabhängig, gemeinnützig und beschwerdeberechtigt. Seit 2020 ist Pusch ein strategischer Partner von Swiss Golf bei der Erreichung der Nachhaltigkeits-Ziele des Golfverbands.
Pro Natura
Pro Natura ist die älteste Naturschutzorganisation der Schweiz; die 1909 gegründete Organisation engagiert sich für die Förderung und Erhaltung der Tier- und Pflanzenwelt in der Schweiz. Besonders auf regionaler Ebene arbeiten Golfanlagen und Pro Natura sehr gut zusammen. In Zusammenarbeit mit Swiss Olympic wird von Pro Natura und dem Schweizer Sport nun eine Zusammenarbeit der Umweltschutzorganisation mit sämtlichen Schweizer Sportverbänden bzw. in der Schweiz vertretenen Sportarten angestrebt.
Pro Specie Rara
Pro Specie Rara – die Schweizerische Stiftung für die kulturhistorische und genetische Vielfalt von Pflanzen und Tieren – rettet als treibende Kraft die genetische und kulturhistorische Vielfalt der Kulturpflanzen und Nutztiere für künftige Generationen. Das tut sie gemeinsam mit einem schweizweiten Netzwerk von ehrenamtlichen Sortenbetreuerinnen und Sortenbetreuern sowie mit Züchterinnen und Züchtern. Gemeinsam wollen sie eine sichere und reichhaltige Basis für die Ernährung der Menschen in der Schweiz bewahren und an zukünftige Generationen weitergeben. Im Golfbereich arbeitet Pro Specie Rara mit einzelnen Anlagen zusammen, um beispielsweise alte Obstsorten auf Golfanlagen zu erhalten.
Pyrolyse
Pyrolyse bezeichnet verschiedene thermo-chemische Umwandlungsprozesse, in denen organische Verbindungen bei hohen Temperaturen und in Abwesenheit von Sauerstoff vonstattengehen. Durch die hohen Temperaturen werden die Bindungen innerhalb der Moleküle gespalten und durch den Sauerstoffausschluss wird eine Verbrennung verhindert. So kann Biomasse gezielt in höherwertige Produkte wie Brennstoffe oder Chemikalien umgewandelt werden; auch beim klassischen Verkoken von Kohle und bei der Herstellung von Holzkohle oder Biokohle finden Pyrolysevorgänge statt.
Regenerativ
Der Begriff definiert «sich selbst wiederaufbauende Stoffe/Dinge». In der Landwirschaft beispielsweise findet sich der Ansatz der regenerativen Bodenpflege bei der natürlichen Wiederherstellung von verletzter oder abgestorbener Flora zur Reaktivierung und Heilung des Bodenlebens.
Rote Liste
Als Rote Liste gefährdeter Arten – oder nur Rote Liste (im Original ursprünglich «Red Data Book») – bezeichnet man die von der Weltnaturschutzunion (IUCN) veröffentlichten Listen der weltweit vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten. In der Schweiz veröffentlicht das Bundesamt für Umwelt (BAFU) die nationalen Roten Listen; diese sind seit 1991 nach Artikel 14 Absatz 3 der Bundesverordnung über den Natur- und Heimatschutz ein rechtswirksames Instrument des Natur- und Landschaftsschutzes.
(CO2)-Sequestrierung
Der Prozess der Einlagerung von Kohlenstoff in ein Kohlenstoffreservoir wird CO2-Sequestrierung genannt. Hier tragen die auf ökologischen Ausgleichsflächen gepflegten, Wiesen, Hecken und Bäume auf Golfplätzen im Wesentlichen zur Bindung der in der Luft verfügbaren Kohlenstoffe bei, was sich auf Handprint einer Golfanlage auswirkt.
Specific-Eco-Benefit-Indicator (SEBI)
Spezifischer Ökonutzenindikator – eine von der Firma UTech AG in Rapperswil (SG) entwickelte Ökoeffizienz-Kennzahl für Umweltmassnahmen. Mit dem SEBI wird berechnet, bei welcher Umweltmassnahme das Geld am effizientesten investiert ist. Zur Berechnung des SEBI wird der gegenüber dem Referenzszenario zusätzliche Umweltnutzen des Alternativszenarios (Umweltmassnahme) durch die zusätzlichen Kosten dieser Massnahme dividiert. Der SEBI ergibt sich damit in vUBP/CHF – das «v» steht hier für «vermiedene» Umweltbelastungspunkte. Ein hoher SEBI zeigt somit eine besonders ökoeffiziente Massnahme an, sprich einen grossen ausgelösten Umweltnutzen pro ausgegebenem Schweizer Franken.
Standorttypische Vegetation
Spezifischer Ökonutzenindikator – eine von der Firma UTech AG in Rapperswil (SG) entwickelte Ökoeffizienz-Kennzahl für Umweltmassnahmen. Mit dem SEBI wird berechnet, bei welcher Umweltmassnahme das Geld am effizientesten investiert ist. Zur Berechnung des SEBI wird der gegenüber dem Referenzszenario zusätzliche Umweltnutzen des Alternativszenarios (Umweltmassnahme) durch die zusätzlichen Kosten dieser Massnahme dividiert. Der SEBI ergibt sich damit in vUBP/CHF – das «v» steht hier für «vermiedene» Umweltbelastungspunkte. Ein hoher SEBI zeigt somit eine besonders ökoeffiziente Massnahme an, sprich einen grossen ausgelösten Umweltnutzen pro ausgegebenem Schweizer Franken.
Standorttypische Vegetation
Standorttypisch sind (wildlebende) Pflanzen, die bei ähnlichen Bodenverhältnissen sowie bei entsprechender Exposition und Höhenlage in einer natürlichen Pflanzengesellschaft vorkommen. Diese haben sich ohne Zutun des Menschen in ihrem Verbreitungsgebiet angesiedelt.
STERF | Scandinavian Turfgrass and Environment Research Foundation
STERF wurde 2006 von den Golfverbänden Schwedens, Dänemarks, Norwegens, Finnlands und Islands sowie der Nordic Greenkeepers Association gegründet; die unabhängige Stiftung unterstützt Forschungs- und Entwicklungsbemühungen, die dem Golf- und Rasengrassektor zu Gute kommen. Die Vision von STERF ist es, das führende internationale Kompetenzzentrum für nachhaltiges Golfplatzmanagement zu sein.
Stiftung Natur & Wirtschaft
Die Migros hat sich als Konzern für das «Natur & Wirtschaft»-Label entschieden. Dass sie dieses auch bei ihren Golfanlagen anwendet, macht für die Migros Sinn und das Gespräch mit den Behörden einfacher, weil das Thema Nachhaltigkeit in allen Bereichen des Konzerns einheitlich geregelt ist. Das Label geht in manchen Bereichen (z.B. Managementpraxis) weniger weit als die GEO-Zertifizierung; aus diesem Grund entschliessen sich immer mehr Migros-Golfanlagen zu einer zusätzlichen GEO-Zertifizierung.
Swiss Recycling
Swiss Recycling ist der Dachverband der Schweizer Recycling-Organisationen und steht für hohe Qualität, Transparenz und nachhaltige Entwicklung auf allen Recycling-Stufen – von der Separatsammlung über die Logistik hin zur Verwertung und dem Einsatz des Sekundärmaterials. Seit 2019 besteht eine Partnerschaft zwischen Swiss Recycling und Swiss Golf; die beiden Verbände arbeiten in konkreten Projekten darauf hin, Kreisläufe (beispielsweise PET-Flaschen, Alu-Dosen oder eWaste) zu schliessen und Abfallströme zu optimieren. Teil dieser Partnerschaft sind eine Mitgliedschaft von Swiss Golf bei Kreislaufwirtschaft Schweiz (https://circular-economy-switzerland.ch) sowie eine kostenlose Abfallanalyse für Swiss-Golf-Mitglieder (allerdings beschränkt auf drei Clubs pro Jahr).
Swisstainable
So heisst das Nachhaltigkeitsprogramm von Schweiz Tourismus. Keine Destination steht wie die Schweiz für den umsichtigen, ressourcen- und umweltschonenden Zeitgeist. Schweiz Tourismus will gemeinsam mit der gesamten Schweizer Tourismusbranche dieses Land zur nachhaltigsten Destination der Welt machen. Die Bestrebungen der Schweizer Golfbranche hinsichtlich Nachhaltigkeit werden von Schweiz Tourismus anerkannt – dies nicht zuletzt dank dem von Swiss Golf geförderten und der ISEAL Alliance anerkannten Label GEO Certified®.
The R&A
ie 2004 gegründete The R&A mit Sitz in St. Andrews (Schottland) betreibt und unterstützt Aktivitäten, die dem Golfsport zugutekommen. (Das Unternehmen ist komplett unabhängig vom «Royal and Ancient Golf Club of St Andrews».) Um den Golfsport weltweit wirtschaftlich und ökologisch nachhaltig zu fördern, hat die R&A das Programm «Golf Course 2030» mit Best-Practice-Richtlinien entwickelt. Die R&A engagiert sich unter anderem in der Greenkeeper-Ausbildung und arbeitet eng mit der GEO Foundation zusammen; ein Produkt dieser Zusammenarbeit ist das «On Course»-Programm. Die R&A vertritt die Ansicht, dass ein dauerhaftes Engagement die Auswirkungen des Golfsports auf Natur und Ressourcen dahingehend beeinflussen kann, künftigen Generationen ein sportlich, ökologisch und gesellschaftlich positives Erbe zu hinterlassen.
Umweltbelastungspunkte (UBP)
Einheit zur Darstellung/Bewertung von Umweltwirkungen. Diese gesamtaggregierende Methode bewertet die Umweltwirkungen einer Massnahme/Unternehmung ganzheitlich und berücksichtigt viele verschiedene Umweltbereiche wie beispielsweise Überdüngung, Wasser-, Luft- und Bodenschadstoffe (ökotoxische oder humantoxische Wirkung), Ressourcenverbrauch, Energie, Klima, Landnutzung. Die Gewichtung der einzelnen Bereiche erfolgt gemäss den politischen Zielen der Schweiz. CO2 ist ein Teil dieser Gesamtrechnung. Die Methode (wissenschaftlich: Methode der ökologischen Knappheit 2013) ist vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) anerkannt.
Umweltwirkung
Gesamtheitliche Betrachtung aller relevanten Wirkungskategorien – dazu zählen beispielsweise Überdüngung, Übersäuerung des Bodens, Wasserverbrauch, Energieressourcen, Emissionen in Luft/Wasser/Boden, Biodiversität wie auch Klima (Klimawirkung ist eine Teilmenge der gesamten Umweltwirkung). Bei der Bewertung der Umweltwirkung werden deutlich mehr Umweltaspekte berücksichtigt als in einer Klimawirkungsanalyse.
Weltnaturschutzunion (IUCN)
Die IUCN ist eine Mitgliedsunion, welche sich aus Regierungen und NGOs zusammensetzt. Sie nutzt Erfahrung, Ressourcen und Reichweite ihrer mehr als 1400 Mitgliedsorganisationen und den Input von mehr als 18'000 Experten. Diese Vielfalt und das umfassende Fachwissen machen die IUCN zur globalen Anlaufstelle bei der Einordnung des Umweltzustands, sowie der Massnahmen, welche zum Schutz der Umwelt erforderlich sind.
Verifizierer
Am Ende des GEO-Zertifizierungsprozesses steht die Prüfung durch einen unabhängigen Verifizierer, der Strategie und Prozesse bei der betreffenden Golfanlage (oder des Turniers) auf Nachhaltigkeit kontrolliert. Verifizierer sind erfahrene Fachleute aus dem technischen Bereich, die sich auf Nachhaltigkeitsthemen spezialisiert haben. Sie müssen von GEO anerkannt sein. Swiss Golf unterstützt die Qualitätskriterien seines Partners GEO, hat darüber hinaus aber zusätzlich eigene Standards festgelegt, um auch bei den Prüfern den nationalen und regionalen Gegebenheiten gerecht zu werden.
Vermiedene Umweltbelastungspunkte (vUBP)
Einheit der vollaggregierten Ökobilanz-Methode der ökologischen Knappheit (engl. Ecological Scarcity). Das «v» steht für die «vermiedenen» Umweltbelastungspunkte; vUBP sind dem Handprint einer Massnahme/Unternehmung zuträglich.
Vogelwarte Sempach
Anfang März 2020 haben Swiss Golf und Schweizerische Vogelwarte Sempach vereinbart, sich gegenseitig zu unterstützten und Erfahrungen zur Förderung der Artenvielfalt auf den Golfplätzen auszutauschen. Golfanlagen können geeignete Lebensräume für zahlreiche Vogelarten sein. Untersuchungen der Vogelwarte auf den Golfanlagen von Andermatt, Holzhäusern, Oberkirch, Leuk und Hildisrieden zeigen, dass die Vielfalt von Vogel- und andere Tierarten auf Golfplätzen mit grosszügigen ökologischen Ausgleichsflächen oft grösser ist als jene der Umgebung. Es ist sogar möglich, dass seltene Arten gezielt gefördert werden können.
WWF Schweiz
Der 1961 in Morges (VD) gegründete World Wide Fund For Nature (bis 1986 World Wildlife Fund | WWF) ist eine der grössten internationalen Natur- und Umweltschutzorganisationen. Gemeinsam mit seinen weltweit über 5 Millionen Mitgliedern setzt sich der WWF in mehr als 100 Ländern aktiv für einen gesunden und lebendigen Planeten ein. Die gemeinnützige Stiftung WWF Schweiz ist die grösste Umwelt-Organisation der Schweiz. Der Verband Swiss Golf und die Stiftung WWF Schweiz pflegen einen regelmässigen Austausch zu Themen rund um Nachhaltigkeit. Gemeinsam werden zielführende Lösungen für den Golfsport und unseren Planeten erarbeitet.