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Der Panixerpass verbindet das glarnerische Sernftal mit der bündnerischen, oberen Surselva, und hat heute eine ausschliesslich touristische Bedeutung. Im Gedächtnis vieler Schweizerinnen und Schweizer bleibt er insbesondere wegen der Überquerung durch die russisch-zaristische Armee unter General Alexander Suworow im Herbst 1799. Diese Forschungsarbeit zeigt auf, dass der Panixerpass bereits in den Jahrhunderten zuvor dem wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Austausch zwischen zwei Talschaften und Sprachregionen diente. Insbesondere wird der Frage nachgegangen, welche Personen – Männer und Frauen – aus welchen Gründen bis zum Ausbau von Strassen und schliesslich der Eisenbahn diese anstrengende und je nach Witterung und Jahreszeit nicht ungefährliche „Abkürzung“ benutzt haben. Bekannt sind die sogenannten „Welschlandfahrer“, Glarner Viehhändler, die mit ihrem Vieh nach den Tessiner Märkten und teilweise bis in die Lombardei zogen. Während jene in den schriftlichen Quellen deutliche Spuren hinterlassen haben, weiss man über die übrigen „Passanten“, die Söldner, Pilger/innen, Handwerker, Studenten, Touristen oder Naturforscher weniger. Neben diesen Einzelpersonen soll auf einer übergeordneten Ebene die Bedeutung des Panixers für Glarus, respektive für den Oberen oder Grauen Bund herausgearbeitet werden. Dies vorab hinsichtlich der verschiedenen Strassenprojekte, welche seit dem 16. Jahrhundert bis in die 1970er-Jahre zwar initiiert, aber dennoch nie verwirklicht wurden. Anhand der Verbindung Panixerpass möchte diese Arbeit bislang wenig beachtete Aspekte der überregionalen Wirtschafts- und Verkehrsgeschichte sowie der vielfältigen Beziehungen zweier sprachlich und konfessionell unterschiedlichen Talschaften beleuchten.