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Die Schweizerische Finanzmarktaufsicht Finma hat die Firmen Knightsbridge Advisors, Belmont Equity und Everest Asset Management aus dem Verkehr gezogen. In allen Unternehmen zogen der Schweiz-Kanadier Erwin Speckert und sein Geschäftspartner D. F. im Hintergrund die Fäden.
Erwin Speckert hat mit Aktien gehandelt, ohne die Bewilligung der Finma. Zusammen mit seinem Partner hat er aus den vier Firmen ein Gebilde konstruiert, das den unerlaubten Handel ermöglichte und ihn verschleiern sollte.
Hunderte Kunden, Millionen eingesammelt
Handelszeitung.ch vorliegende Akten zeigen, dass alleine mit Knightsbridge Advisors 3 Millionen Franken bei 85 Kunden eingesammelt wurden. Mit der Belmont Equity holte man bei 266 Kunden 4,55 Millionen herein. Die Everest Asset Management wiederum zeichnete für 20 Kunden und schaltete für Transaktionen von Speckert beherrschte Offshore-Gesellschaften dazwischen, um die wahren Aktieneigentümer zu verschleiern. Für die Gruppe wurden zweifelhafte Pennystock-Aktien mittels Kaltsansprache per Telefon an den Mann gebracht.
Im Februar 2012 fiel Erwin Speckert auch in einem Busterminal in Winnipeg der kanadischen Bundespolizei RCMP auf. Er trug 1,3 Millionen kanadische Dollar in bar auf sich und wurde verhaftet. Später liess man ihn frei und gab ihm das Geld zurück - nachdem er den Beamten eine «plausible» Erklärung über die Herkunft der Scheine abgab.
Ein Millionen-Rucksack
Sechs Monate später berichtete die Börsenaufsicht des kanadischen Staates British Columbia, dass Speckert 8,2 Millionen über Offshore-Konti zum schillernden Aktien-Verkäufer Colin McCabe verschob, der Gutgläubige für genannte Pennystocks zu begeistern versuchte. Pennystocks sind Aktien mit Tiefstkursen, die an nichtregulierten Börsen gehandelt werden.
Speckert wollte nicht verraten, wer seine Kunden sind. Die Bundespolizei RCMP ermittelte weiter und beschuldigte ihn im Jahr 2013 unter anderem der Wäscherei von Geldern, die er aus illegaler Quelle besass.
Online-Glücksspiel für Töffgang
Laut Recherchen der «Vancouver Sun» handelt es sich bei den Geldern um Gewinne aus Online-Gambling, in dem der Hells Angel Robert Barletta aus London in Ontario die Finger im Spiel hatte. Er war früher Präsident der Hells-Angels in dieser Stadt und wurde im Zusammenhang mit illegalem Glücksspiel während einer Razzia um die Webseite Platinum Sportsbook vorübergehend festgenommen.
Laut Recherchen der «Vancouver Sun» war Speckert für dieses Umfeld wirtschaftlich tätig und investierte die Gewinne in die hochspekulativen Aktien. Speckert war für handelzseitung.ch für keine Stellungnahme erreichbar. Anwalt Andreas Abegg, der Speckerts Firmen gegenüber der Finma vertrat, meinte, er könne keinen Kontakt zu Speckert herstellen.