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Ökologische Landwirt-schaft
Die Entwicklung des Biolandbaus
Der Biolandbau entstand in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Konzipiert wurde er primär als Alternative zu den Bestrebungen, die bäuerliche Landwirtschaft durch den Einsatz von chemisch-synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln in die industrielle Wachstumswirtschaft zu integrieren. Anfänglich definierten sich die Biobauern und Bäuerinnen denn auch vor allem darüber, dass sie im Betrieb keine chemisch-synthetisch hergestellten Produktionsmittel verwendeten. Gleichzeitig gab es jedoch auch signifikante Unterschiede zwischen den einzelnen, im Wesentlichen durch drei Organisationen verkörperte Richtungen des Biolandbaus. Neben der auf den Grundlagen der Anthroposophie basierenden bio-dynamischen Demeter Richtung gab es den aus der Lebensreform entstandenen, weitgehend von Mina Hofstetter verkörperten viehlos-natürlichen Landbau sowie die organisch-biologische Richtung. Der zahlenmässig grösste, auf dem Möschberg beheimatete Zweig inspirierte in den 1950/60er Jahren auch die Entwicklung des Biolandbaus in Österreich und Deutschland.
1981 schlossen sich in der Schweiz die meisten Bioorganisationen zum Dachverband Bio Suisse zusammen, der rasch zum wichtigsten Ansprechpartner für Handel und Behörden wurde. Mit der staatlichen Anerkennung und dem Einstieg der Grossverteiler in die Vermarktung von Bioprodukten entwickelte sich der Biolandbau in den 1990er Jahren zu einer neben dem Pflanzenbau nun auch die Tierhaltung umfassend regulierenden landwirtschaftlichen Anbauweise, deren Produkte weitestgehend unter dem einheitlichen, von Bio Suisse vergebenen Knospe-Label vermarktet werden.
Heute gehören rund 10% aller landwirtschaftlichen Produzenten und Produzentinnen der Bio Suisse an und führen ihren gesamten Hof nach den Richtlinien des Biolandbaus. Die Vermarktung ihrer Produkte hingegen erfolgt nur noch zu einem kleinen Teil durch den Direktverkauf und Bioläden; den grössten Anteil am Wachstum des Umsatzes mit Bioprodukten verzeichnen die Grossverteiler, die vor allem konventionell hergestellte Produkte verkaufen. Der Bioanteil am gesamten Lebensmittelmarkt beträgt heute zwischen 7 und 8 Prozent. Seit ca. zehn Jahren gibt es Bestrebungen, Alternativen zur zunehmenden „Konventionalisierung“ des Biolandbaus zu entwickeln. Diese sind vor allem im Umfeld der Projekte der Regionalen Vertragslandwirtschaft resp. der von Konsumenten und Produzentinnen gemeinsam betriebenen Landwirtschaft angesiedelt.