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|Verwandte Bezeichnungen: FORUM, est

Der Gründer von Landmark Education wurde 1935 in Philadelphia als John Paul Rosenberg geboren. Im Jahr 1960 verliess Rosenberg seine Frau und seine vier Kinder und nannte sich fortan Werner Erhard (nach dem Physiker Werner Heisenberg und Ludwig Erhard, dem Vater des deutschen Wirtschaftswunders). In der Folge arbeitete Erhard als Händler von Gebrauchtwagen und als Verkaufsmanager für Enzyklopädien. Daneben beschäftigte sich Erhard mit diversen spirituellen Richtungen und Praktiken wie Hypnose, Yoga, Mind-Techniken, Zen und Scientology. Intensiven Kontakt hatte er mit Mind Dynamics, einem Bewusstseinstraining unter Verwendung von Selbsthypnose, das die Kontrolle und Effizienzsteigerung des Bewusstseins anstrebt. 1971 erlebte Erhard in seinem Auto eine Art Erleuchtung, die ihn zur Erkenntnis führte: "Was ist, das ist, und was nicht ist, das ist nicht." Noch im selben Jahr stellte Erhard in San Francisco Seminare mit dem Titel "est-Training" der Gesellschaft "Erhard Seminar Trainings (EST)" vor. Die hohe Nachfrage - es wird von insgesamt 500 000 AbsolventInnen des est-Trainings aus 132 Ländern berichtet - liess ihn 1981 eine eigene Firma Werner Erhard & Associates gründen. Im Jahr 1985 bot diese Firma das FORUM an, das 1991 an Erhards Mitarbeiter unter dem neuen Firmennamen Landmark Education Corp. mit Hauptsitz in San Francisco verkauft wurde.
Landmark selbst beschreibt sich als internationales Bildungsunternehmen, und verspricht "Einblick in die grundlegenden Vorstellungen und Hypothesen, die unser Leben gestalten und steuern, Einblick in die eigentlichen Strukturen, die unser Denken und Handeln, unsere Werte und unser Sein bestimmen." So sollen z.B. negative Muster und Lösungsstrategien analysiert werden. Ziel ist der "Durchbruch", eine Erleuchtungserfahrung, die mehr erlebt als erklärt werden soll.
Bekanntester Landmark-Kurs ist das FORUM, das an einem Wochenende absolviert wird und insgesamt 50 Stunden dauert. Die AbsolventInnen des FORUM werden motiviert, im Anschluss an den Kurs unter ihrem Bekannten für den Kurs zu werben, was auch oft geschieht. Weitere Kurse (FORUM in Aktion, Fortgeschrittenenkurs) folgen auf das FORUM, werden aber nicht von allen FORUMs-Teilnehmern besucht. Gruppenbildung im Sinne einer weltanschaulichen Gemeinschaft besteht nicht. In religiösen Fragen will Landmark Education bewusst neutral sein.
Werner Erhard ist mit seinem ursprünglichen est-Training auf harte Kritik gestossen. Die Tatsache, dass private Probleme in der Grossgruppe diskutiert wurden, das direktive Verhalten der Trainer und die Marathonsitzungen mit knapp bemessener Erholungszeit wurden als Merkmale unseriöser und manipulativer Psychokurse angemahnt. Der 1985 neugestaltete Kurs FORUM versucht, einige dieser Kritikpunkte aufzunehmen, so wurden die Pausen vermehrt.
Noch immer stellt aber das FORUM eine eingreifende Erfahrung dar - Menschen mit labiler Persönlichkeit oder manifesten psychischen Problemen werden deshalb von vorneherein von einer Teilnahme ausgeschlossen.
Die Behauptung Landmarks, nicht (Populär-)Psychologie, sondern Philosophie zu lehren, wird von Aussenstehenden in Frage gestellt. Die Themen der Kurse sind zumeist Fragestellungen der Psychologie, nicht der Philosophie.
Auffällig bei Landmark ist einerseits die Verankerung der Organisation in der amerikanischen Alternativ-Psycho-Szene, die massivste Veränderungen der Persönlichkeit in kürzester Zeit erwartet. Aus aussenstehender Sicht werden hier (wie bei allen vergleichbaren Organisationen und Angeboten) Erwartungen hochgeschraubt, aber letztlich kaum befriedigt. Nicht selten zeigen FORUMs-AbsolventInnen in den ersten Wochen nach dem FORUM einen euphorischen Zustand, der sich aber nach einiger Zeit totläuft, ohne das nachhaltige Veränderungen sichtbar wären.
Zum zweiten fällt Landmark auf durch den enormen missionarischen Impetus, den viele AbsolventInnen des Forums in der euphorischen Phase nach dem Kurs an den Tag legen. Dieses Phänomen führt Landmark einerseits laufend neue InteressentInnen zu, ist aber andererseits auch dafür verantwortlich, dass Landmark von Aussenstehenden mitunter als recht sektenähnlich wahrgenommen wird und sich auf der "Hitliste" der Nachfragen bei Beratungsstellen in den obersten Regionen wiederfindet.