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Nach den Neuverfilmungen der Horrorklassiker Frankenstein und Dracula in den letzten Jahren, durfte auch Mel Brooks nicht fehlen und er hat mit Dracula - Dead and loving it nicht nur eine Persiflage auf die Dracula-Filme, sondern auch auf andere Vertreter des Horrorgenres abgeliefert. So wirkt die bedrohliche Landschaft von Transsylvanien noch etwas bedrohlicher, sind Sonnenuntergänge und Blut noch etwas röter und sturmumwitterte Schlösser noch etwas sturmumwitterter und ungastlicher als sonst üblich.
Das Dekor erinnert an einen billigen B-Movie und wurde vollständig im Studio aufgebaut. Der Film folgt in seinen Grundzügen der literarischen Vorlage von Bram Stoker, sie wurde aber stark vereinfacht und es wurden einige neue Elemente hinzugefügt. Renfield wird als Anwalt nach Transsylvanien geschickt, um für Graf Dracula (Leslie Nielsen) den Kauf eines Schlosses in England abzuwickeln. Er gerät dabei in den Bannkreis des Meisters und kehrt mit diesem auf dem Schiff Demeter nach England zurück, wo Renfield sofort in das Sanatorium von Dr. Seward eingeliefert wird (seine Hauptnahrung besteht neuerdings aus lebenden Insekten). Währenddessen richtet sich Graf Dracula in seinem neuen Heim in Carfax Abbey häuslich ein und beobachtet seinen Nachbarn Dr. Seward sehr genau, noch genauer aber Mina und Lucy, die im gleichen Haus wohnen. Sie sollen seine nächsten Opfer sein und es bedarf schon der vereinten Kräfte von Dr. Seward, Jonathan, dem Verlobten von Mina und dem berühmten Vampirkenner Professor van Helsing (Mel Brooks), um dem ganzen Vampirspuk schliesslich ein Ende zu setzen.
Mit Dracula - Dead and loving it bringt Mel Brooks eine unterhaltende und vollkommen harmlose Adaption des gleichnamigen Klassikers ins Kino und er schafft es dabei auch noch, andere Horrorfilme mit einem Augenzwinkern durch den Kakao zu ziehen. Die gelungensten Szenen sind diejenigen, in denen die üblichen Vampirklischees wie Knoblauch, Fledermäuse und der obligate Holzpfahl bemüht werden. Viele Witze und Anspielungen sind aber eher belanglos und wenig originell. Für meinen Geschmack hätte er deshalb gleich beide Augen zudrücken und noch etwas mehr Biss und Spott in den Film einfliessen lassen sollen.
Heinz Gnehm