Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03301.jsonl.gz/159

Die Schweiz hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der führenden Handelsplätze für Agrarrohstoffe entwickelt. Inzwischen werden mindestens fünfzig Prozent des globalen Getreidehandels von Akteurinnen abgewickelt, die in der Schweiz domiziliert sind, sowie mindestens vierzig Prozent des weltweiten Zuckerhandels und um die dreissig Prozent des Kakao-, Kaffee- und Baumwollhandels.
Diese Zahlen sind Schätzungen von Public Eye, nachzulesen in einem von der NGO Anfang der Woche veröffentlichten Bericht. Public Eye hat darin das Agrarbusiness unter die Lupe genommen – von Glencore bis zum chinesischen Konzern COFCO, der seinen globalen Handelshauptsitz in Genf hat – und kommt zu dem nicht allzu überraschenden Ergebnis, dass dieses nicht nur «intransparente Strukturen», sondern auch «akute Menschenrechtsprobleme» aufweise.
Letzteres liege am häufig fehlenden Rechtsschutz für die ProduzentInnen, während die hier ansässigen Unternehmen von Landraub und Hungerlöhnen profitierten. Die Schweiz setze «noch immer weitgehend auf unternehmerische Eigenverantwortung» und habe «bis dato keine rechtlich bindende Regulierung auf den Weg gebracht, um Menschenrechtsverletzungen zu ahnden, die entlang der Wertschöpfungskette der in der Schweiz ansässigen Warenhändler auftreten».
Der gesamte Bericht online: https://www.publiceye.ch/fileadmin/doc/Agrarrohstoffe/2019_PublicEye_Agr... (PDF-Datei)