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Richard und Mildred Loving sind einfache Leute mit einfachen Zielen. Sie möchten ein Haus und eine Familie an dem Ort, an dem sie aufgewachsen sind. Als sie deshalb mit dem Gesetz in Konflikt geraten, beginnt eine Geschichte, deren Auswirkungen noch heute zu spüren sind. Regisseur Jeff Nichols fokussiert aber nicht auf die Rechts-, sondern die Liebesgeschichte der Lovings und erreicht so mit ganz wenig ganz viel.
Mildred (Ruth Negga) und Richard (Joel Edgerton) leben in Central Point, Virginia, und verlieben sich. Als Mildred schwanger wird, fahren sie nach Washington, D.C., um zu heiraten. Der Grund für die lange Reise: Mildred ist Afroamerikanerin, Richard ist weiss und interkulturelle Ehen sind in Virginia verboten. Mitten in der Nacht wird das Ehepaar Loving dann von der Polizei festgenommen, die sich nicht um die in Washington erworbene Heiratslizenz kümmert. Die schwangere Mildred verbringt mehrere Tage im Gefängnis, bevor sie und Richard die Möglichkeit bekommen, sich vor Gericht schuldig zu bekennen, um einer Gefängnisstrafe zu entgehen. Verbunden mit dem Schuldspruch ist jedoch auch die Auflage, dass die Lovings 25 Jahre lang nicht nach Virginia zurückkehren. Richard und Mildred ziehen zu Verwandten nach Washington, wo sie aber nie richtig glücklich werden. Schliesslich entscheidet Mildred, sich an den Attorney General Robert F. Kennedy zu wenden. Dieser verweist sie an die ACLU und setzt damit die Geschehnisse eines der wichtigsten Urteile im Rahmen der Rassengesetze in den USA in Bewegung.
Hinter dem Gang vor den Obersten Gerichtshof steckt weder Kalkül noch Aktivismus von Seiten der Lovings, sondern viel mehr Naivität und eine unerschütterliche Liebe – sowohl zwischen den Eheleuten als auch zu ihrer Heimat. Fast schon wie ein Mantra zieht sich Richards “It’s just not right” als roter Faden durch den Film. Obwohl sich in den USA in den 50er und 60er Jahren viel bewegt bezüglich Segregation und Rassengesetze, kümmern sich Mildred und Richard wenig darum. Sie sind verliebt und wollen einfach in Ruhe den Rest ihres Lebens zusammen verbringen.
Das bringt der Film immer wieder deutlich zum Ausdruck. «Loving» ist ein ausgesprochen ruhiger Film. Im Vergleich mit «Hidden Figures» zum Beispiel, der vor Kurzem in die Kinos kam und ebenfalls die Rassengesetze in Virginia thematisierte, wirkt «Loving» extrem schlicht. Trotzdem wird der Film nie langweilig. Jeff Nichols inszeniert die fesselnde Liebesgeschichte und den grossen Sieg von Mildred und Richard Loving einfach mit sehr wenig Aufhebens, was den Film aber umso überzeugender macht.
Filmstart: 02. März 2017 / Regie: Jeff Nichols / Mit: Ruth Negga, Joel Edgerton, Marton Csokas, Nick Kroll, Michael Shannon / Produktion: Ged Doherty, Colin Firth, Nancy Buirski, Sarah Green, Marc Turtletaub, Peter Saraf
Bild- und Trailerquelle: Frenetic Films.