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Collombey
le
Petit (Kt. Wallis,
Bez. Monthey,
Gem.
Collombey-Muraz). 394 m. Pfarrdorf, meist kurz
Collombey genannt, an der Strasse längs
dem linken Rhoneufer und 2 km n. der Station
Monthey der Linie
Saint Maurice-
Le
Bouveret. Postablage, Te
legraph; Postwagen
Monthey-Saint Triphon. 71
Häuser, 338 kathol. Ew. Am Fuss eines mit Kastanienwäldern bestandenen und von erratischen Blöcken
durchschwärmten
Hanges. Zwei Kirchen: eine alte, seit 1873 ihrem ursprünglichen Zwecke entfremdete und heute als Lagerraum
benutzte, und eine im genannten Jahr geweihte neue. Im ehemaligen
Schloss
Arbignon, dessen
Kapelle und viereckiger
Turm 1643 ihrem
neuen Zwecke entsprechend umgebaut worden, ein Bernhardinerinnenkloster mit sehr strengen Ordensregeln.
Das Kloster 1629 vom Edelgeschlecht de Vautery in Saint Maurice d'Agaune gestiftet, 1634 nach Monthey und 1643 nach Collombey verlegt; 1812 unter der Herrschaft Napoleons aufgehoben, nach dessen Sturz aber wieder eröffnet. (Vergl. Abbé Daucourt. Les Evêchés de la Suisse). Aus der Geschichte des Schlosses ist blos bekannt, dass 1349 der hier wohnende Perronnet d'Arbignon eine Familienkapelle errichten liess; die Burg blieb dann Eigentum der Familie, bis sie, ganz zerfallen, für die Benediktinerinnen erworben und Wegräumen des Gestrüppes und Vernichtung der zahlreichen eingenisteten Schlangen zu deren Wohnstätte eingerichtet wurde.
Etwas unterhalb des Klosters, an der Strasse, das befestigte Wohnhaus der Familie de Lavallaz, ehemaliger Sitz der Edeln von Collombey (de Columberio), der von diesen der Reihe nach an die Familien Châtillon-Larringes, Du Fay und endlich De Lavallaz überging. Dem Geschlechte derer von Du Fay-de Lavallaz gehörte der Pater Jean Gaspard an, ein beliebter Kanzelredner, dessen Predigten 1742 in Lyon im Druck erschienen. Die Kirche von Collombey war ursprünglich Filiale des Priorates Lutry, das sie im 13. Jahrhundert gegen die Kirche von Bioley in der Landvogtei Yverdon an die Abtei Saint Maurice umtauschte, zu der damals die Bewohner von Monthey, Troistorrents und Muraz kirchgenössig waren. Muraz wurde 1271 zur eigenen Kirchgemeinde erhoben.