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Joseph Beck (1858 – 1943)
Joseph Beck absolviert das Gymnasium in Einsiedeln und studiert danach Theologie. Mit dem Doktorat in der Tasche wird er 1884 zum Priester geweiht. Danach ist er in Basel in der Seelsorge tätig, wo sein Interesse für die Lebensverhältnisse von Kindern und Arbeitern erwacht. Zusammen mit Gleichgesinnten gründet er 1887 den Katholischen Männer- und Arbeiterverein der Schweiz. 1888 orientiert er sich beruflich neu: Er wird Professor der Exegese und zugleich Subregens des Priesterseminars Luzern. Von 1891-1934 amtiert er an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg als Professor für Pastoraltheologie, Liturgie und Pädagogik.
Zusätzlich zu seinem anhaltenden Engagement für die Arbeiterbewegung ist er Mitglied zahlreicher Vereine. Er gründet u. a. das Convict Salesianum und ist Vizepräsident des Verwaltungsrates der Freiburger Nachrichten. Im Rahmen seines öffentlichen Engagements gilt sein besonderes Interesse den Sozialversicherungen (Arbeitsrecht, Kranken- und Altersversicherung). Ein weiterer seiner Tätigkeitsbereiche ist die höhere Frauenbildung, in deren Kontext die Gründung der Akademie Heilig Kreuz zu sehen ist. Von 1911 bis 1943 steht er ihr als Direktor vor und ist Lehrer in den oberen Klassen.
Als Redakteur, Redner und auch als Polemiker verschafft sich Beck in der ganzen Schweizer Politwelt einen Namen, wobei er zunehmend konservativere Positionen vertritt. U. a. spricht er sich 1920 gegen den Eintritt der Schweiz in den Völkerbund aus.