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Im Bundesstaat Paraná ist der Nationalpark “Ilha dos Currais” geschaffen worden. Die Massnahme ist ein grosser Schritt zur Erhaltung der Natur in dieser Region, die man erst noch kennenlernen und erforschen muss.
Endlich hat man der Biodiversifikation der “Ilha dos Currais“, im Bundesstaat Paraná, die ihr gebührende Aufmerksamkeit geschenkt und sie unter Naturschutz gestellt. Die Nachricht erschien im “Diário Oficial da União (DOU)“ – dem offiziellen Regierungsorgan – am letzten Freitag (16). Dies ist die erste ozeanische Schutzeinheit dieses Bundesstaates, bestehend aus drei Inseln.
Das Gebiet des Parks im Umkreis von “Praia de Leste“, in Pontal, ist in erster Linie zur Erhaltung des Atlantischen Regenwaldes und der “Campos Sulinos“ (südliche Savanne) bestimmt, ausserdem gehört diese Region zur Kategorie der Zonen von “extremer biologischer Bedeutung“. Und die Gründung des “Parque Nacional Marinho dos Currais” trägt zum vorgegebenen Ziel bei, bis 2020 mindestens 10% der Küste und ihrer Inseln unter Naturschutz gestellt zu haben – das wurde anlässlich der “Convenção sobre Diversidade Biológica (CDB)“ bei der 10. Konferenz der beteiligten Länder (COP-10) in Nagoia beschlossen (2010).
Vorsichtsmassnahmen
Obwohl die Gründung des Nationalparks einen grossen Erfolg für den Naturschutz darstellt, macht der Forscher Allan Krelling, vom “Instituto Federal do Paraná“, darauf aufmerksam, dass dieses Gebiet erst einmal richtig erforscht werden muss, denn bisher gibt es nur wenige Informationen über die lokale Biodiversifikation – lediglich die Vogelwelt des Archipels wurde bereits etwas näher untersucht. Ausser ihrer ökologischen Bedeutung wird die Inselgruppe von lokalen Fischern individuell genutzt, die in dieser Region von dem reichen Angebot an Fischen und Meeresfrüchten profitieren.
Eine genaue Kenntnis der Biodiversifikation des Meeres und der lokalen Aktivitäten rund um den Archipel (Fischerei, Tauchen und Unterwasserjagd, zum Beispiel) ist von grosser Bedeutung für die Anwendung von Massnahmen hinsichtlich eines adäquaten Naturschutzes. Mit dem Ziel, solche Massnahmen in die Praxis umzusetzen, hat man das Projekt “Currais“ ins Leben gerufen, welches von Krelling koordiniert wird – mit Unterstützung der “Fundação Grupo Boticário de Proteção à Natureza“.
Der Forscher erklärt, dass er seine Arbeit dabei auf drei Hauptbegriffe stützt:
- 1. Die Biodiversifikation – Untersuchungen der gegenwärtigen Situation der Riffs und aller anderen Spezies des Archipels.
- 2. Die Nutzung – Untersuchungen zum Verständnis der Relationen zwischen Biodiversifikation und den verschiedenen Nutzen der Region (wie Fischfang, Tourismus und Forschung).
- 3. Die Erhaltung – Untersuchungen zur bestmöglichen Form der Erhaltung dieser Natur und der Erarbeitung eines Dokuments, das die bedeutendsten Nutzen und Konflikte der regionalen Ressourcen aufweist.
Obwohl diese Untersuchungen sich noch im Anfangsstadium befinden – man begann damit 2012 – konnte man schon mit ein paar vorläufigen Resultaten aufwarten. Wie der Forscher bestätigt, ist diese Region besonders reich an Schwämmen, die eine ökologische Bedeutung für den Archipel darstellen. Auch wurden dort 44 Fischarten registriert. Unter ihnen sind zwei Arten vom Aussterben bedroht: Die “Garoupa-verdadeira“ (Mycteroperca marginata) – der Zackenbarsch – ein Fisch, der auf dem brasilianischen Geldschein von 100 Reais zu sehen ist – und der “Mero“ (Epinephelus itajara) – der Mero. Krelling bestätigt, dass die Präsenz dieser beiden Spezies innerhalb der ozeanischen Biodiversifikation der Currais von grosser Bedeutung ist, und sie sind durch ihre typischen Lebensgewohnheiten besonders gefährdet durch den Fischfang. Ausserdem bietet die Küste von Paraná nur wenige felsige Habitats, die für den Fortbestand dieser Fische lebensnotwendig sind.
Die Region
Der Currais-Archipel besteht aus drei Meeresinseln: Die grösste bedeckt 81% der gesamten Landfläche des Archipels, und die restlichen 19% werden von zwei kleinen Felseninseln eingenommen. Ausser diesen Inseln gehören zum Nationalpark noch vier Korallenriffe, die sich um sie herum gruppieren. Das gesamte Gebiet ist von grösster Bedeutung sowohl für die Biovielfalt des Meeres als auch für die Nutzung der Inseln durch zahlreiche Vogelarten, die dort nisten und sich in diesem Gebiet fortpflanzen.