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Wir haben wiederholt über Admiral Tony Radakin, den britischen Chief of Defence berichtet. Er ist der oberste Soldat des Vereinigten Königreiches. In vielen anderen Armeen – nennen wir nur Israel, skandinavische oder osteuropäische Staaten – führt der Generalstabschef als höchster Offizier die Streitkräfte. Das war in Friedenszeiten auch in der Schweiz so, bis dann am 1. Januar führte 2004 mit der Armee XXI die Position des Chefs der Armee geschaffen wurde (so die Korpskommandanten Keckeis, Blattmann, Rebord oder jetzt Thomas Süssli).
Die britische Nomenklatura wirkt offenbar verwirrend. In letzter Zeit erhielt die Redaktion gleich drei freundliche Anfragen mit dem Tenor: Ist Admiral Radakin nun Generalstabschef oder etwas anderes?
Nicht verzagen, Jürg Kürsener fragen! Oberst i Gst Kürsener bringt Klarheit ins die Ränge, Titel und Funktionen im Vereinigten Königreich:
- Ist Admiral Radakin Generalstabschef? Nein, er ist der Chief of Defence (CHOD) oder der Oberkommandierende der britischen Streitkräfte.
- Es gibt tatsächlich einen «Generalstabschef» (Chief of General Staff), aber er ist der Chef des Britischen Heeres und untersteht unmittelbar dem CHOD.
- Die Chiefs of Defence werden in der Regel abwechselnd aus den drei Teilstreitkräften auf diesen Posten berufen. Der First Sea Lord ist der Oberste Befehlshaber der Royal Navy und der Chief of the Air Staff ist der Oberste Befehlshaber der Royal Air Force.
- Mit Admiral Radakin war jetzt die Royal Navy an der Reihe. Tony Radakin war vorher First Sea Lord.
Die Redaktion dankt Jürg Kürsener für diese Klärung und hofft, dass er in Bezug auf die britischen Streitkräfte, die zweitstärksten der NATO, die Nomenklatura abschliessend “geordnet” hat.