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Genf - Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) fordert mehr Anstrengungen gegen die Kinderarbeit. Die Zahl der arbeitenden Kinder gehe weltweit zwar zurück, durch die Wirtschaftskrise habe sich die Abnahme jedoch verlangsamt, heisst es in einem Bericht.
Demnach arbeiteten 2008 noch 215 Millionen Kinder, nur drei Prozent weniger als 2004. Damals arbeiteten 222 Millionen der insgesamt 1,5 Milliarden Kinder zwischen fünf und 17 Jahren.
"Die Wirtschaftskrise darf nicht zur Ausrede werden für verringerte Aktivitäten bei der Bekämpfung von Kinderarbeit", warnte ILO-Generalsekretär Juan Somavia. Wenn die gegenwärtige Tendenz anhalte, werde das Ziel, die schlimmsten Formen von Kinderarbeit bis 2016 zu eliminieren, nicht erreicht.
Dem Bericht zufolge sind 115 Millionen der 215 Millionen arbeitenden Kinder gefährlichen Tätigkeiten ausgesetzt - eine "alarmierend" hohe Zahl. Armut gilt nach Angaben der ILO als Hauptursache von Kinderarbeit.
Fortschritte wurden in der Altersgruppe von fünf bis 14 Jahren erreicht. Dort ging die Zahl der arbeitenden Kinder um zehn Prozent zurück. Mit Blick auf gefährliche Arbeit nahm sie sogar um 31 Prozent ab.
Während es bei den Mädchen einen deutlichen Rückgang um 15 Millionen oder 15 Prozent gab, arbeiteten acht Millionen oder sieben Prozent mehr Knaben. Zudem nahmen die schlimmsten Formen von Kinderarbeit in der Altersgruppe zwischen 15 und 17 Jahren um fast 20 Prozent von 52 auf 62 Millionen zu.
Reduziert werden konnte die Kinderarbeit in Asien und Lateinamerika. In Afrika südlich der Sahara hingegen nahm sie zu. Jedes vierte Kind arbeitet in Afrika, damit ist der Anteil der Kinderarbeiter an der gesamten Kinderpopulation hier von allen Regionen am höchsten. In Asien arbeitet eines von acht Kindern und in Lateinamerika eines von zehn.
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