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US-Präsident entlässt FBI-ChefVon Knut Mellenthin

Foto: Carlo Allegri/REUTERS
Erstens: Dem Herrn über ein milliardenschweres Geschäftsimperium war das Format zuzutrauen, einer Führungsperson der nationalen Sicherheitsstrukturen die Kündigung im traditionellen »Gespräch von Mann zu Mann« persönlich mitzuteilen. Statt dessen ließ er das Entlassungsschreiben im FBI-Hauptquartier abgeben. Comey, der sich auf Dienstreise befand, erfuhr aus dem Fernsehen, dass er gefeuert worden war.
Zweitens: In dem Schreiben nannte Trump keine eigenen Gründe für seinen Schritt, sondern versteckte sich hinter zwei Personen, deren »Empfehlung« er »angenommen« habe. Beigefügt waren der Kündigung zwei Papiere: Ein Memorandum an Justizminister Jefferson »Jeff« Session, das dessen Stellvertreter Rod Rosenstein verfasst hatte. Und ein Brief Sessions an Trump, dass er sich den Darlegungen Rosensteins anschließe und daher Comeys Entlassung für angebracht halte. Als einziger Grund wird in dem Memorandum ein mehr als zehn Monate alter Vorfall angeführt: Der FBI-Chef hatte im Juli 2016 öffentlich angekündigt, dass er der damaligen Justizministerin Loretta Lynch empfehlen werde, in der »E-Mail-Affäre« keine Anklage gegen Hillary Clinton zu erheben.
Der stellvertretende Justizminister Rosenstein reagierte mehrfachen Insiderberichten zufolge empört darauf, wie Trump sich hinter seinem offenbar bei Sessions bestellten Memorandum zu verstecken suchte. Er soll sogar seinen Rücktritt angedroht haben, falls das nicht berichtigt werde. Erst darauf verkündete der Präsident plötzlich, er habe seine eigenen Gründe gehabt, Comey zu feuern, und habe dafür keine Empfehlungen von außen benötigt. Das ändert jedoch nichts daran, dass Trump aus dieser Krise menschlich schwer beschädigt hervorgeht.