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Fake News sollen Donald Trump mitunter zum Wahlsieg verholfen haben. Diese Hypothese geistert schon lange durchs Netz. Eine letzte Woche publizierte Studie der amerikanischen Forscher Andrew Guess, Brendan Nyhan und Jason Reifler zeigt jedoch, dass Fake News gar nicht so einen grossen Einfluss haben, wie wir denken.
Die Wissenschaftler untersuchten den Browserverlauf von Tausenden Erwachsenen während des Präsidentschaftswahlkampfes 2016. So erhielten sie ein exaktes Bild, wer welche News auf welchen Seiten konsumierte.
Die Forscher fanden heraus, dass die Reichweite von Fake News einerseits enorm ist, andererseits aber sehr wenig davon bei den Lesern hängen bleibt. Einer von vier Amerikanern konsumierte pro Tag zwar eine Fake-Story, las aber gleichzeitig auch sehr viele wahren Geschichten. Selbst zutiefst konservative Unterstützer von Donald Trump besuchten zahlreiche Zeitungs- und Newsseiten, die wahre Informationen beinhalteten.
Dennoch könne nicht ausgeschlossen werden, dass Fake News den amerikanischen Wahlkampf beeinflusst haben, sagt David Rand, Professor für Psychologie, Wirtschaft und Management an der Yale Universität, gegenüber der New York Times.
Rand bezieht sich mit seiner Aussage auf ein interessantes Resultat der Studie: Von den Studienteilnehmern besuchten vor allem solche über 60 viel öfters Fake News-Seiten als jüngere Personen. Auch lasen moderat linksgerichtete Leute eher Pro-Trump-Fake-News als Pro-Clinton-Fake-News.
Rand vermutet, dass ältere, weniger gebildete Wähler, die von Obama zu Trump wechselten, besonders anfällig für Fake News waren als andere. «Man kann sehen, dass dies in einigen der Swing-States wie Wisconsin, eine Auswirkung gehabt haben könnte», sagt Rand.
Bei der Konsumation von Fake News hat Facebook am meisten Bedeutung. «Wir haben festgestellt, dass Facebook eine wichtige Rolle dabei gespielt hat, Leute auf gefälschte Nachrichtenseiten zu verweisen», schreiben die Autoren der Studie. Zudem klicken User, die sehr häufig auf dem sozialen Netzwerk anzutreffen sind, mit höherer Wahrscheinlichkeit auf Fake-Artikel.
Obwohl sich zahlreiche Webseiten wie snopes.com, factcheck.org oder politfact.com für den Kampf gegen Falschnachrichten formierten, scheinen ihre Informationen nicht bei den Usern anzukommen. «Wir haben keine Fälle gesehen, in denen Menschen einen gefälschten Nachrichtenartikel auf dessen Richtigkeit überprüft haben. Die Fact-Checking-Websites haben ein Targeting-Problem», erklärt der Autor der Studie Nyhan. (ohe)