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26. Februar 19
-News, IAM
Hugues Chevalier, Economist
Das Wirtschaftswachstum auf der anderen Seite des Rheins hat sich in der zweiten Hälfte des Jahres 2018 stark verlangsamt. Die Wachstumsrate des BIP sank im gesamten letzten Jahr um einen Punkt auf 1,5% (gegenüber 2,5% in 2017). Mehrere Faktoren liegen dem zugrunde.
Erstens ging die Produktion von Fahrzeugen nach Einführung der neuen europäischen Abgasnormen für Kraftfahrzeuge um mehr als 10% zurück. In der Tat ist es der Automobilindustrie nicht gelungen, Autos herzustellen, die diese neuen Standards erfüllen. Zweitens ist der Welthandel in den letzten Monaten zurückgegangen und hat den gesamten Exportsektor beeinträchtigt. Schliesslich hat sich der Konsum der privaten Haushalte Ende 2018 aufgrund der sich auf die Kaufkraft auswirkenden Inflation ebenfalls verlangsamt. Während sich der private Konsum in den kommenden Monaten nicht weiter abschwächen sollte, denn er wird durch einen gut ausgerichteten Arbeitsmarkt, eine niedrige Arbeitslosenquote und eine Beschleunigung der Löhne unterstützt, ist die Lage in der Industrie anders. Insbesondere im Automobilsektor häufen sich Unsicherheiten. Zusätzlich zu den neuen Emissionsnormen besteht nun auch das Risiko neuer Zollsteuern in den Vereinigten Staaten.
Am Ende dürfte sich die industrielle Aktivität in Deutschland in den kommenden Wochen weiter verlangsamen oder sogar schrumpfen. Dies dürfte natürlich alle europäischen Zulieferertreffen. Die Abschwächung der Aktivitäten könnte sich daher auch in der Schweiz in den kommenden Wochen bemerkbar machen.