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Es fing an mit einem Videofilm über einen Terrier. Er wurde in einem Hinterhof in Los Angeles von einem Tierschützer gefunden. Der Hund war verängstigt und abgemagert, sein Fell zerzaust und voller Flöhe. Zunächst knurrte das Tier den Mann an. Mit ein paar Hundekeksen gewann dieser das Zutrauen des Terriers und brachte ihn in eine Tierklinik, wo er aufgepäppelt wurde, gebadet, das Fell geschoren und von Flöhen befreit. Nach zwei Monaten war der Terrier verwandelt; aufgeregt lief er durch den Garten seines neuen Besitzers. Ich schaute den Film bis zum Ende und war ein wenig gerührt.
Das hätte ich besser nicht getan. Am folgenden Tag wurde mir auf Facebook ein Beitrag über einen Boxerhund unterbreitet, der von einem Lastwagen angefahren worden war, dabei ein Bein verlor, aber dank einer Prothese fast so ungehemmt über die Felder rennt wie zuvor. Und was ist mit der Katze, die seit drei Jahren jeden Tag das Grab ihres vormaligen Herrchens besucht und manchmal Blumen mitbringt? Ein Zwergpinscher hat derweil gelernt, wie man auf der Blockflöte «Guten Abend, gut’ Nacht» spielt. Ein Esel malt Bilder und nimmt dabei Anleihen bei den Frühexpressionisten. Ein belgischer Schäferhund schliesst Freundschaft mit einer Schildkröte und führt sie Gassi - was seine Zeit dauert, weil die Schildkröte nicht so schnell vorankommt wie der Hund. Ein Warzenschwein spielt für sein Leben gerne Fussball; vom Tier geht die grösste Gefahr aus, wenn es als hängende Spitze eingesetzt wird. Dank seiner Biegsamkeit bringt es ein Kakadu bis zum Yogameister.
Es ist mühsam. Aber die Viecher- Bubble, in der ich nun stecke, ist nicht so schlimm wie die Kongregation von Wirrköpfen, die sich in den sogenannt sozialen Medien gegenseitig in ihren verqueren politischen Ansichten bestärken.