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Dornfelder ist eine frühreifende blaue Rebsorte. Es handelt sich um eine Neuzüchtung, die 1955 durch August Herold an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg durch eine Kreuzung der beiden Sorten Helfensteiner und Heroldrebe erhalten wurde.
Helfensteiner ist eine Kreuzung aus Frühburgunder und Trollinger. Die nach dem Züchter benannte Heroldrebe wiederum ist eine Kreuzung der Sorten Blaue Portugieser und Lemberger (Blaufränkisch).
August Herold gilt auch als Züchter der weissen Sorte Kerner (1929).
Benannt wurde die Sorte nach dem Kameralverwalter Immanuel Dornfeld, dem Gründer der Weinbauschule. Sortenschutz und Zulassung durch das deutsche Bundessortenamt erhielt sie 1979 beziehungsweise 1980.
Die Sorte wurde nach ihrer Farbintensität selektiert und ursprünglich zum Zweck eines Deckweins angebaut. Als Verschnittpartner anderer roter Rebsorten sollte sie dem daraus gekelterten Wein mehr Farbe verleihen. In den vergangenen Jahren wurde der Dornfelder jedoch immer stärker auch sortenrein ausgebaut und ist inzwischen in den unterschiedlichen Qualitätsstufen erhältlich.
Die Eigenschaften der Dornfelder werden auch als Kreuzungspartnerin oft genutzt. Eine vielversprechende Züchtung, die aus Dornfelder hervorgegangen ist, ist Cabernet Dorio, eine Kreuzung mit Cabernet Sauvignon. Weitere Züchtungen auf Basis der Dornfelder sind die Sorten Cabernet Dorsa, Monarch und Acolon.
In Deutschland wird die Rebsorte vor allem in Rheinhessen und der Pfalz angebaut. Rund 20 Hektar werden auch in der Schweiz angebaut.
In der Ampelographie wird der Habitus folgendermassen beschrieben:
Die Triebspitze ist offen. Sie ist stark behaart.
Die grossen Blätter sind fünflappig und mitteltief gebuchtet. Die Stielbucht ist geschlossen und weit überlappend. Das Blatt ist grob gezähnt. Die Blattoberfläche (auch Spreite genannt) ist dunkelgrün gefärbt.
Die konusförmige Traube ist gross bis sehr gross und mitteldichtbeerig. Die rundlichen Beeren sind gross und von blauschwarzer Farbe. Die Beere ist dickschalig.
Der Dornfelder treibt mittelfrüh aus und ist somit empfindlich gegen eventuelle späte Frühjahrsfröste. Aufgrund seiner mittelguten Holzreife ist seine Winterfrosthärte nicht sehr ausgeprägt.
Die Reben sind wenig anspruchsvoll, was die Bodenbeschaffenheit betrifft, und liefern gute Erträge. Dornfelder ist empfindlich gegen Frost, Trockenheit und Pilzkrankheiten wie Peronospora. Wegen der dicken Beerenschale und der lockerbeerigen Traube ist die Dornfelder kaum von Rohfäule betroffen. Wegen der steigenden Nachfrage nach Rotweinen insgesamt und insbesondere nach farbintensiven Sorten hat sich die Dornfelder in Deutschland zu einer Modesorte entwickelt. Der Wein aus Dornfelder hat eine schwarzrote Farbausprägung und einen fruchtigen Geschmack. Die Säureausprägung ist eher moderat, was manchem Verbraucher entgegenkommt (Säureempfindlichkeit). Mit dem hohen Farbstoffgehalt geht auch ein hoher Gerbstoffanteil einher. Aufgrund seiner Charakteristik eignet er sich auch zum Ausbau in Eichenholzfässern (Barrique). Zunehmend wird Dornfelder auch weiss gekeltert und als Stillwein zu Schaumwein weiterverarbeitet. Bei kurzer Maischegärung entstehen (häufig liebliche) Roséweine. In der Pfalz wird die Dornfelder auch zu Federroter ausgebaut.
Der Ertrag der Dornfelder ist sehr hoch. Zur Erzeugung guter Weinqualitäten ist eine konsequente Ertragsbeschränkung über den Rebschnitt unerlässlich.
Dornfelder, die erfolgreichste deutsche Neuzüchtung ist eine Rebsorte, die auch in kühlerem Klima körper- und gerbstoffreiche tiefdunkle Rotweine mit guter Säureausprägung erzeugt. Sein Bouquet ist fruchtig mit einem Hauch Sauerkirschen. Der Dornfelder ist lagerfähig und eignet sich hervorragend für Barrique-Ausbau. Immer häufiger gibt es auch Dornfelder-Sekt. Dank der Intensität eignet sich der Dornfelder auch als Färbertraube und auch als Tafeltraube findet er Anerkennung.
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