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Eine Geschichte von Liebe und Aufbruch
Als sich Menis Spur in Südamerika verliert, ist das für seinen Sohn Dori ein nicht unwillkommener Anlass, Frau und Kind zu Hause in Tel Aviv zurückzulassen und sich selbst auf die Suche nach dem Vater zu machen. Auch Inbar, eine junge, ehrgeizige angehende Journalistin, setzt sich ab: Nach dem misslungenen Versuch, mit ihrer Mutter in Berlin ins Reine zu kommen, bucht sie ihr Rückflugticket kurzerhand nach Peru um. Der Zufall führt Dori und Inbar zusammen, zwei Menschen, die, verstrickt in ihre jeweilige Geschichte, nach Aufrichtigkeit und Freiheit suchen, auch wenn das erklärte Ziel der Reise, zu der sie gemeinsam aufbrechen werden, zunächst ein anderes ist ...
Eshkol Nevo, geboren 1971 in Jerusalem, gehört heute zu den wichtigsten Schriftstellern seines Landes. Sein erster Roman >Vier Häuser und eine Sehnsucht< stand 2005 auf der Shortlist des bedeutendsten Literaturpreises in Israel, dem Sapir Preis, 2008 wurde er in Frankreich mit dem Raymond Wallier Preis des Salon du Livre ausgezeichnet, 2009 war er auf der Longlist des Independent Prize. >Wir haben noch das ganze Leben<, sein zweiter Roman (Golden Book Prize, Israel 2007, Adei Wizo Preis, Italien 2011), war nicht nur in Israel, sondern auch in Deutschland ein Bestseller. Sein jüngster Roman >Neuland< verkaufte sich in Israel über 130.000 Mal und gewann 2012 als »Book of the Year« den Steimatzky Preis.
Eshkol Nevo lebt mit seiner Frau und seinen drei Töchtern in Ra'anana / Israel.
Dori, ein junger Israeli, begibt sich in diesem Roman auf eine Reise nach Südamerika. Sein Vater ist nach dem Tod seiner geliebten Frau dorthin geflüchtet und meldet sich nicht mehr. Schweren Herzens lässt Dori seinen kleinen Sohn und seine Frau zurück und folgt mit einem Privatdetektiv den Spuren seines... Dori, ein junger Israeli, begibt sich in diesem Roman auf eine Reise nach Südamerika. Sein Vater ist nach dem Tod seiner geliebten Frau dorthin geflüchtet und meldet sich nicht mehr. Schweren Herzens lässt Dori seinen kleinen Sohn und seine Frau zurück und folgt mit einem Privatdetektiv den Spuren seines Vater. Auf der Reise lernt er Inbar, eine junge Israelin , kennen, die ihn von da an begleitet. Für beide wird der Trip immer mehr zu einer Suche nach sich selbst… Fast nebenbei sind im Roman eine Vielzahl gewichtiger Themen eingewoben: Krieg und Trauma, Schoah, Flucht und Vertreibung, Liebe und Verlust, schwierige Eltern –Kind- Beziehungen, jüdische und israelische Geschichte , um nur einige zu nennen…. Der Autor bleibt immer neutral und wertet nie, und er gibt auch keine direkten Antworten auf die aufgeworfenen Fragen. Aber er macht uns durch seine Figuren, die man letztlich alle irgendwie verstehen lernt, deutlich, wie sich bestimmte Ereignisse im Leben der Einzelnen auswirken, wie sie die Persönlichkeit prägen. Ein Roman, der auf ganz angenehme und unaufdringliche Art anregt zum Nachdenken und Nachfühlen….
Meni ist in Südamerika, dort verliert sich seine Spur. Sein Sohn Dori lässt seine Frau und Kind in Tel Aviv zurück und macht sich auf die Suche nach seinem Vater. Inbar, eine junge, ehrgeizige angehende Journalistin fährt nach Berlin, um mit ihrer Mutter ins Reine zu kommen. Doch der Versuch... Meni ist in Südamerika, dort verliert sich seine Spur. Sein Sohn Dori lässt seine Frau und Kind in Tel Aviv zurück und macht sich auf die Suche nach seinem Vater. Inbar, eine junge, ehrgeizige angehende Journalistin fährt nach Berlin, um mit ihrer Mutter ins Reine zu kommen. Doch der Versuch scheitert, ihr Verhältnis zueinander bessert sich nicht. Sie fliegt aber nicht, wie eigentlich geplant, nach Israel zurück. Und so begegnen sich Dori und Inbar im Flugzeug nach Südamerika. Nach dem Tod seiner geliebten Frau und jahrelang verdrängter Traumata, erlebt durch den Krieg, bricht Meni Peleg auf nach Ecuador. Dori, sein Sohn und Geschichtslehrer, macht sich Sorgen, da sein Vater sich seit 2 Monaten nicht gemeldet hat. Mit Hilfe von Alfredo, einem einheimischen Detektiv, der auf die Suche von Verschwundenen und Verschollenen spezialisiert ist, will er Meni finden. Dori’s und Inbar’s Schicksale verbindet der Autor perfekt. Der ruhige Schreibstil gibt dem Leser Zeit, die schlimmen Erlebnisse langsam verdauen zu können, die historischen und aktuellen Geschehnisse in Israel zu begreifen und die verschiedenen Themen, die angesprochen werden, wie Flucht und Hoffnungslosigkeit aufnehmen zu können. Eshkol Nevo beschreibt die Suche nach Meni in einer eindrucksvollen und ruhigen Sprache. Es wird in verschiedenen Zeitebenen berichtet, aus vielen verschiedenen lateinamerikanischen Ländern und mit vielen Figuren. Die Protagonisten Dori, Inbar und vor allem Alfredo waren mir sympathisch. Einfühlsam erzählt der Autor über die vergangenen und aktuellen Sorgen Israels, den Kummer und das ertragene Leid der Bewohner. Der Ruf nach Veränderung ist laut, dieses Buch lässt einen entsetzen und mitempfinden. Ich war eingestellt auf einen Familienroman, aber habe einen „großen Roman“ lesen dürfen, mit vielen Informationen über die Geschehnisse in Israel, Schicksale, die miteinander verbunden waren, eine emotionale und einfühlsame Erzählung ohne Partei zu ergreifen, sondern das Hauptaugenmerk auf das Empfinden der Menschen zu lenken. Ein anspruchsvoller und eindrucksvoller Roman, der mich sehr berührt und begeistert hat.