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Rahmen
E-Government ist die Nutzung der Informations- und Kommunikationstechniken (IKT), um die Verwaltung so bürgernah und so wirtschaftlich wie möglich zu gestalten. Mit der E-Government-Strategie des Bundes vom Februar 2002 hat der Bundesrat strategische Stossrichtungen formuliert, an denen sich die Bundesverwaltung, aber auch Kantone und Gemeinden, bei der Festlegung von Prioritäten in diesem Bereich orientieren können. Die E-Government-Strategie des Bundes ist Anfang 2007 durch eine nationale E-Government-Strategie abgelöst werden (siehe Faktenblatt E-Government-Strategie Schweiz).
Verein eCH für E-Government-Standards
Um E-Government rasch und möglichst wirtschaftlich voranzutreiben, müssen Voraussetzungen geschaffen werden, um eine reibungslose Zusammenarbeit innerhalb der Bundesverwaltung und mit den Kantonen und Gemeinden zu garantieren. Dazu gehört die Definition von Standards. Das Informatikstrategieorgan Bund (ISB) hat deshalb die Initiative ergriffen und zusammen mit den betroffenen Kreisen eine Standardisierungsorganisation für E-Government mit dem Namen eCH ins Leben gerufen.
Dieser privatrechtliche Verein entwickelt, verabschiedet und fördert E-Government-Standards. Ausserdem macht er Musterlösungen und Hilfsmittel bekannt. Mitglieder sind derzeit der Bund, 24 Kantone (inkl. Halbkantone), 39 Gemeinden, 85 Unternehmen, 20 Organisationen und Bildungsinstitutionen sowie 57 Einzelmitglieder.
Der Einsatz von eCH-Standards erhöht die Effizienz bei der Beschaffung, Entwicklung und Implementierung von Applikationen und stellt die Interoperabilität verschiedener Anwendungen sicher. Zudem beseitigen sie Diskriminierungen kleiner und mittlerer Unternehmen, die - im Gegensatz zu globalen Grossfirmen - keine eigenen Standards setzen können.
eCH-Standards haben den Status von Empfehlungen. Die jeweils zuständige Behörde muss die Standards verbindlich erklären. Beim Bund ist der Informatikrat Bund IRB zuständig.
Die IKT-Strategie der Bundesverwaltung vom 22. Dezember 2006 verpflichtet den Bund, schweizweite Standards einzusetzen. Artikel 6.7, Punkt 55 lautet: "eCH Standards, welche die Bundesverwaltung betreffen, werden im Rahmen des Standardisierungsprozesses übernommen."
Die "öffentlich-rechtliche Rahmenvereinbarung über die E-Government-Zusammenarbeit von Bund und Kantonen", die Teil der neuen "E-Government Strategie Schweiz" ist, sieht in Artikel 4 "Einhaltung von Standards für den Datenaustausch" eine Empfehlung für eCH-Standards vor: "Bei der Erarbeitung von E-Government-Leistungen oder Teilen davon orientieren sich die Gemeinwesen an international, gegebenenfalls an national anerkannten E-Government-Standards. Auf nationaler Ebene sind Standards des Vereins eCH massgeblich.“ Mit dieser Rahmenvereinbarung werden die eCH-Standards noch an Bedeutung gewinnen.
eVanti.ch
Die Zielsetzung der im Herbst 2003 lancierten Initiative eVanti.ch zielt darauf ab, die elektronischen Dienstleistungen der öffentlichen Verwaltung in der ganzen Schweiz zu verbessern. Erreicht werden soll dies durch intensivierten und institutionalisierten Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den verantwortlichen Stellen von Bund, Kantonen und Gemeinden.
Durch die Nutzen von Synergien können bei gleich bleibender oder verbesserter Qualität der staatlichen Leistungen Einsparungen erzielt werden. Erfolgreiche E-Government-Lösungen sollen bekannt gemacht und von anderen Verwaltungseinheiten übernommen werden können. Hauptinstrument für diesen Austausch stellt das E-Government-Portfolio von eVanti.ch dar. Auf dieser Onlineplattform erfassen Anwendungsverantwortliche aller föderalen Ebenen laufend ihre Projekte und stellen sie einem breiten Publikum vor. Im Juni 2007 umfasste das Portfolio 158 Projekte und Anwendungen. Gute elektronische Lösungen und deren Verbreitung leben auch von direkten persönlichen Kontakten. Ausserdem fördert eVanti.ch deshalb den Erfahrungsaustausch durch die Organisation von nationalen Tagungen und konkretisiert die Zusammenarbeit zwischen E-Government-Akteuren durch regelmässigen Denkschmieden Gedankenaustausch ("Think Tanks") in der deutsch- und französischsprachigen Schweiz.