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Samstag, 19 Nov. 2016 - 17:00 Uhr
Zentrum Paul Klee
Zur Ausstellung «Paul Klee und die Surrealisten», die in enger Zusammenarbeit mit dem Centre Pompidou in Paris steht, bringen das Ensemble Paul Klee u.a. das Werk 'Lemuren und Gespenster' der rumänischen Komponistin Adriana Hölszky nach Bern
Adriana Hölszky schreibt über dieses Werk:
'Lemuren und Gespenster' ist das kompositorische Resultat meiner Auseinandersetzungen mit den Visionen der Apokalypse nach Johannes sowie meiner Auseinandersetzung mit den Lithographien zur Apokalypse von Max Beckmann.
Die Essenz dieser Auseinandersetzung scheint mir darin zu liegen, dass die Quellen des Bösen letztlich aus dem eigenen Inneren kommen, sie liegen also in uns selbst. Durch die Benennung dieser Abgründe werden die Lemuren und Gespenster der Schattenwelten gebannt.
Die blitzschnellen Veränderungen der Klangfarben, das Fragmentarische und die Kurzatmigkeit der Strukturen sind essentielle Aspekte dieser Komposition. Die individuelle Behandlung der 16 Abschnitte des Werkes ermöglicht eine ständige Änderung der Perspektive: jedes Instrument wird im Verlaufe des Werkes irgendwann zum Zentrum. Die flüchtigen virtuosen Klangkonfigurationen erscheinen wie Miniaturorganismen, die ständig zwischen Hölle und Licht wechseln.
Die Tonhöhen haben die Funktion von Gesteinsschichten, die wie in einem Steinbruch der Erosion ausgesetzt sind. Die Stimme ist der Seismograph, der die innere Zerrissenheit der Klänge zu messen scheint. Die bösartigen, insektenhaften, gepressten Ereignisse im Sopran prägen das ganze Gefüge. Durch die Übertragung der Vokalgeräusche auf die Instrumente wird das Instrumentale ins Vokale transformiert. Am Ende des Werkes gibt es nur Lippen- und Luftgeräusche zu hören.