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Projektbeschrieb
Zahlreiche Menschen wurden während des Bosnienkrieges von 1992 bis 1995
Opfer von Vertreibungen, Massakern oder anderen Menschenrechtsverletzungen.
Bis heute sind viele Opfer nicht identifiziert oder gelten als vermisst.
Die Fotografien entstanden in der Leichenhalle – einer ehemaligen Fabrikhalle
– des Krajina Identification Project (KIP) in Sanski Most. Das KIP ist
eines von drei Identifikationszentren, das die International Commission on
Missing Persons (ICMP) in Bosnien und Herzegowina betreibt. Die ICMP wurde
1996 mit dem Ziel gegründet, Opfer von bewaffneten Konflikten oder Menschenrechtsverletzungen
ausfindig zu machen und zu identifizieren.
Nach einer Obduktion der sterblichen Überreste, die häufig eine DNA-Analyse
mit einschliesst, werden die beim Leichnam aufgefundenen Kleider, Schuhe
und persönlichen Effekten zur Identifikation durch die Angehörigen auf dem
Leichensack ausgebreitet, in dem die Gebeine ruhen. Die Leichensäcke werden
nebeneinander auf dem Boden der Leichenhalle aufgereiht. Damit die
menschlichen Überreste eindeutig identifiziert und den Angehörigen übergeben
werden können, werden die Ergebnisse der Obduktionen mit den Fundgegenständen,
Daten vor dem Tod sowie DNA-Analysen von Verwandten abgeglichen.
Die Bilder wurden bei Tageslicht mit einer Mittelformat-Kamera aufgenommen,
wobei diese auf einem Stativ in einer Höhe von ungefähr vier Metern
montiert war. Für die Aufnahmen wurde eine Bewilligung von ICMP/KIP und
der bosnischen Behörden benötigt.
Die Fotoarbeit versteht sich als Beitrag zum Friedensprozess in Bosnien und
Herzegowina, will aber auch ein Zeichen gegen Krieg und Gewalt setzen.
Ich danke dem Team des KIP.