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Die Forscher der beiden Universitäten haben 467 Anwohner befragt, die ihren Wohnsitz im Umkreis (maximal fünf Kilometer) von einem Windenergiepark haben. Unterstützt von den Bundesämtern für Energie (BFE) und Umwelt (BAFU), wurden die Auswirkungen von Windenergieanlagen auf die direkt betroffene Bevölkerung untersucht. 78% der befragten Anwohner befürworten die Windenergie, lediglich 6% sprechen sich dagegen aus, aber nur 2% wären bereit, sich gegen Windenergienutzung einzusetzen. 6% der Befürworter engagieren sich aktiv für die Windenergie vor Ort.
Ein Aspekt, der die Einstellung zur Windenergie entscheidend beeinflusst, ist die wahrgenommene Belastung während des Planungs- und Bauprozesses. Je mehr die Anwohner in den Planungsprozess involviert sind, desto positiver ist ihre Einstellung. Je stärker die Belastung ausfällt, umso negativer wird die Einstellung. Personen, die in der Nähe von potenziellen Standorten wohnen, haben gemäss einer vergleichbaren Befragung eine negativere Einstellung zu Windenergieanlagen als Anwohner von bereits bestehenden Anlagen. Diese Ergebnisse lassen sich sehr gut mit der Erfahrung zur Einführung von Tempo 30-Zonen vergleichen.
In der Wahrnehmung überwiegen die Vorteile, worin sich auch die Akzeptanz der Windenergie zeigt. Die zeitgemässe Technologie, der Beitrag zum Umweltschutz, die Energieunabhängigkeit und der Ausstieg aus der Atomkraft wurden bei der Befragung als wichtigste Vorteile genannt. Am häufigsten als negativ bewertet wurden die Beeinträchtigung von Vögeln, Fledermäusen und des Landschaftsbilds. Eine Auswirkung auf das Wohlbefinden spüren 18% der Befragten. Sie fühlen sich mittel bis stark beeinträchtigt. 6% klagen über Stresssymptome, hauptsächlich ausgelöst durch Geräuschemissionen. 76% hingegen fühlen sich gar nicht oder nur geringfügig gestört.
„Auch mit Windenergieanlagen fühlten sich die Befragten weiterhin in ihrer Umgebung zuhause, wenngleich keine überschwänglich positiven Gefühle mit den Anlagen verbunden waren.“ Bericht „Wirkungen von Windkraftanlagen auf Anwohner in der Schweiz“
Zurzeit sind in der Schweiz 33 grosse Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 60 Megawatt (MW) in Betrieb. 2012 haben diese Anlagen 88 Gigawattstunden (GWh) Strom produziert. Das entspricht dem Jahresbedarf von 25‘000 Haushalten. Gemäss der Energiestrategie 2050 soll die Stromproduktion mit Windkraft bis im Jahr 2020 rund 600GWh und bis 2050 bereits 4‘300GWh betragen.
Weitere Links:
Medienmitteilung des BFE 28. Oktober 2013