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Hollywood-Star Christian Bale (48) ist ab dem 3. November mit «Amsterdam» in den deutschen Kinos zu sehen. Zusammen mit Regisseur David O. Russell (64) hat er über fünf Jahre an dem komödiantischen Thriller geschraubt. Bale spielt den Arzt Burt Berendsen, der im Ersten Weltkrieg an die Front muss. Mit etlichen Narben, zwei dicken Freunden und einem Glasauge wird er zurück in New York in einen mysteriösen Mordfall verwickelt. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news verrät der Oscarpreisträger, warum er sich in seiner Rolle wie Peter Falks Kultfigur Columbo fühlte und wie weit er buchstäblich für die richtige Inspiration geht.
«Amsterdam» ist ein Film über Loyalität und Freundschaft. Burt (Christian Bale), Harold (John David Washington) und Valerie (Margot Robbie) schliessen den Pakt, ein Leben lang füreinander da zu sein. Die Chemie zwischen ihnen stimmt einfach. Haben Sie das auch am Set gespürt?
Christian Bale: Ja, das ist schliesslich unser Job. Wir wollten eine Freundschaft schaffen, die geprägt ist von Optimismus und Hoffnung. Wenn die Leute den Film sehen, sollen sie sagen: «Das will ich auch!»
Sie spielen einen Arzt, der nach Frankreich in den Krieg geschickt wird und mit etlichen Narben und seelischen Verwundungen zurückkehrt, sein Auge verliert und ein Glasauge bekommt. Trotzdem ist Burt ein echter Optimist. Er wird in einen mysteriösen Mord verwickelt. Inwiefern war die Rolle eine Herausforderung?
Bale: Ich habe es total geliebt, Burt zu spielen. Ich habe ihn richtig geliebt. Er wird von seinen Schwiegereltern in den Krieg geschickt, sie wollen ihn loswerden. Sie hoffen, dass er nicht zurückkehrt - er tut es doch! In Amsterdam hat er eine wundervolle Zeit erlebt und will mit seinen neuen Freunden [Harold und Valerie] dieses Gefühl mit nach Hause, nach New York, nehmen. Doch sie werden in einen Mord verwickelt und in eine weltweite Verschwörung hineingezogen. Diese basiert auf wahren Tatsachen der amerikanischen Geschichte.
Sie sind dafür bekannt, sehr viel für eine Rolle zu geben...
Bale: David O. Russell hat mich früh an Bord geholt. Ich war quasi beim ersten Federstrich dabei. Wir sind zusammen durch diverse Scripts gegangen, wussten aber eigentlich immer, wie Burt sein sollte. Ich durfte die Figur komplett selbst formen. Ich hatte alle Zeit der Welt, wurde nicht gedrängt. Ich habe zwischenzeitlich sogar an anderen Filmen gearbeitet, kam dann aber wieder zurück.
Ihre Zusammenarbeit ging sogar bis in den Schnittraum, richtig?
Bale: Ja, David war toll. Er ist ein unglaublich grosszügiger Mann und hat mich in den Schnittraum mitgenommen. Das war einfach wundervoll. Ich war von Anfang an voll dabei.
Beim Filmschauen kam unweigerlich Peter Falk und seine Figur Columbo in den Sinn. Auch Falk trug, wie Ihr Charakter, den Grossteil seines Lebens ein künstliches Auge. Lässt man sich von so etwas inspirieren?
Bale: Es gibt verschiedene Herangehensweisen. Manchmal schaust du dir etwas von anderen ab, manchmal erfindest du selbst etwas. Dann wieder imitierst du Leute. Einmal bin ich auch einem Typ wie ein Psycho die Strasse runter gefolgt, um ihn zu beobachten (lacht). Manchmal nehme ich auch Stimmen auf. Burts Haare zum Beispiel: Da hatte ich einen Call mit dem Kameramann Chivo (Emmanuel Lubezki, Anm. d. Red.) und dachte «Toll, diese Haare, die will ich für Burt!» Und zu Peter Falk: Zuerst war's mir nicht so klar, aber dann dachte ich: «Ja, ich bin wirklich ein bisschen wie Columbo» (lacht). Peter Falk ist einfach fantastisch. Ich nehme die Inspiration wie sie kommt!
Welche Projekte stehen an?
Bale: Nach «Amsterdam» habe ich zusammen mit meinem Freund Scott Cooper «The Pale Blue Eye» gedreht. Es ist der dritte Film, den wir gemeinsam gemacht haben. Es ist ein Mysteryfilm um einen Detektiv (Bale) zu Zeiten von Schriftsteller Edgar Allan Poe und soll Anfang 2023 rauskommen.