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Petition verlangt Verzicht auf Tropenholz für Olympiastadion
Indigenen-Delegation aus Malaysia protestiert vor japanischer Botschaft in Bern
(BERN / SCHWEIZ) Die Bauten der Olympischen Spiele 2020 in Tokio dürfen nicht auf Kosten des Regenwaldes gebaut werden – dies verlangt eine Petition des Bruno Manser Fonds, welche heute von einer Delegation von Penan aus Malaysia an die japanische Botschaft in Bern überreicht wurde. Die Forderung ist aktuell und dringend: Nachforschungen ergaben letzten Monat, dass Sperrholz aus dem malaysischen Bundesstaat Sarawak als Betonverschalung auf der Baustelle für das neue Olympiastadion in Tokio eingesetzt wird.
Die indigene Delegation aus Sarawak, Malaysia, und der Bruno Manser Fonds übergaben heute die Petition mit über 3000 Unterschriften an die japanische Botschaft in Bern. Die Petition verlangt, dass kein Holz aus Regenwaldzerstörung für die Bauten und Bauarbeiten der Olympischen Spiele verwendet werden darf und dass Holz erst nach eingehender Prüfung auf Nachhaltigkeit, Legalität und Einhaltung von Menschenrechten auf den japanischen Markt zugelassen werden darf.
Bilong Oyoi, ein ehemaliger Penan-Häuptling des Dorfs Long Sait in Sarawak, übergab die Petition heute um 10.30 Uhr. Er ist sehr besorgt über die Verwendung von Holz aus seiner Heimat für das neue Olympiastadion in Japan: „Unsere Wälder wurden bereits abgeholzt, nur wenige Bäume sind übriggeblieben. Bitte helfen Sie mit, unsere letzten Regenwälder zu schützen. Die Verwendung von Sperrholz ist sehr verschwenderisch, denn nach kurzem Gebrauch wird es bereits wieder weggeworfen. Bitte verzichten Sie auf den Verbrauch von tropischem Sperrholz für die Bauten der Olympischen Spiele.“
Tropenholz aus Sarawak ist international sehr umstritten, da der malaysische Bundesstaat eine der höchsten Abholzungsraten der Welt aufweist. Korruption ist einer der Hauptantriebe der Abholzung, welche die Primärregenwälder Sarawaks auf 11 Prozent ihrer ursprünglichen Fläche schrumpfen liess. Fotos belegen, dass das in Tokio verwendete Sperrholz von der malaysischen Holzfirma Shin Yang stammt. Shin Yang ist bekannt für ihre besonders umweltschädlichen Abholzungsmethoden, die auch vor dünnen, jungen Baustämmen nicht haltmachen. Das indigene Volk der Penan ist seit Jahrzehnten im Konflikt mit der Firma, welche ohne ihre Zustimmung den Regenwald um ihre Dörfer fällt und Ölpalmplantagen anpflanzt.
Annina Aeberli, Kampagnenleiterin des Bruno Manser Fonds, sagt: „Die Verwendung von Tropenholz muss nun sofort unterbunden werden, bis garantiert werden kann, dass nur Holz aus nachhaltigen, legalen und konfliktfreien Quellen verwendet wird. Etwas so Symbolhaftes wie ein Olympiastadion darf nicht auf Kosten der Regenwälder gebaut werden.“
Parallel übergab Rettet den Regenwald eine internationale Petition mit 140'000 Unterschriften an die japanische Botschaft in Berlin, Deutschland. In Malaysia protestierten Indigene vor dem Büro der Holzfirma Shin Yang in Miri, Sarawak. Am Montag fand an der Baustelle für das neue Olympiastadion in Tokio eine Protestaktion statt.
Bereits im Dezember traf der Bruno Manser Fonds John Coates, den Vizepräsidenten des Internationalen Olympischen Komitees. Der Verein machte das Olympische Komitee im Namen von 40 internationalen NGOs auf den drohenden Gebrauch von Tropenholz für die Bauten der Olympischen Spiele aufmerksam.
Der Text der Petition ist online zugänglich: www.bmf.ch/olympia
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