Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03239.jsonl.gz/813

«Mr. Trump spielt keine Spielchen»: Bei der kommenden TV-Debatte der US-republikanischen Präsidentschaftsbewerber wird Donald Trump fehlen. Er hat abgesagt — auch, weil ihm die Moderatorin nicht passt. Die beiden haben bereits eine lange Geschichte.
Der Zwist zwischen dem US-Sender Fox News und dem republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat einen neuen Höhepunkt erreich: Der Milliardär sagte seine Teilnahme an der geplanten TV-Debatte am kommenden Donnerstag in Iowa ab. Stattdessen werde er bei einer alternativen Veranstaltung Geld für Veteranen sammeln, heisst es in einer Mitteilung seines Wahlkampfteams.
Zuvor hatte sich Trump bei einer Pressekonferenz verwundert darüber gezeigt, dass Fox News vorhabe, erneut Megyn Kelly als Moderatorin einzusetzen. Mit ihr war Trump bereits mehrfach aneinandergeraten: Im vergangenen August hatte er sich bei einer Debatte abfällig über sie geäussert. Trump wurde vorgeworfen, eine Anspielung auf Menstruationsblutungen gemacht zu haben, was er zurückwies.
Kurz darauf legte Trump via Twitter nach: «Ist euch aufgefallen, dass das Leichtgewicht Megyn Kelly ständig auf mich losgeht?», twitterte er. «Sie wird völlig überbewertet!» Er warf Fox News vor, ihn «unfair» zu behandeln und sagte kurzzeitig sämtliche Auftritte beim Sender ab.
Auf Trumps jüngste Äusserungen zu Kelly hatte Fox News mit Unverständnis reagiert. Man sei überrascht, dass er so viel Angst davor zeige, von Megyn Kelly befragt zu werden, hiess es am Montag. Früher oder später werde Trump lernen müssen, dass er sich die Journalisten nicht aussuchen könne.
Nach der Absage Trumps vom Dienstag erklärte Senderchef Roger Ailes gegenüber dem Polit-Blog «Mediaite»: «Megyn Kelly ist eine ausgezeichnete Journalistin und der gesamte Sender steht hinter ihr — sie wird bei der Debatte am Donnerstagabend definitiv auf der Bühne stehen.»
Trump selbst legte noch einmal nach: «Lasst uns sehen, wie viel Geld Fox noch macht, wenn ich nicht bei der Debatte mitmache.» Tatsächlich haben die TV-Duelle mit ihm für besonders gute Quoten gesorgt, im August schalteten beispielsweise 24 Millionen Menschen ein. In der Mitteilung auf Trumps Homepage heisst es: «Roger Ailes und Fox News denken, sie könnten mit ihm spielen, aber Mr. Trump spielt keine Spielchen.»
Die TV-Debatte der Republikaner am Donnerstag ist die letzte, bevor am 1. Februar in Iowa die erste Vorwahlstattfindet. Ohne Trump werden noch sieben Kandidaten daran teilnehmen. «Lasst sie ihre Debatte haben», sagte der Milliardär. «Ich glaube nicht, dass es Iowa kümmert.»