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Alumni Awards 2020 und Dr. Honoris Causa 2020
Die EPFL zeichnet jedes Jahr zwei ehemalige Studierende für ihre bemerkenswerte Karriere aus. 2020 wurden Robert Mardini, Generaldirektor des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), und Leila Schwery-Bou-Diab, Vizepräsidentin Value Chain Management der Pharmasparte von Johnson & Johnson, mit dem Alumni Award ausgezeichnet. Cynthia Dwork, Professorin der Universität Harvard wurde 2020 die Ehrendoktorwürde verliehen.
2020 Alumni Awards
Robert Mardini
Generaldirektor des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK)
Diplom in Bauingenieurwissenschaften an der EPFL 1996
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat schon immer eine Rolle im Leben von Robert Mardini gespielt: Bereits in seiner Kindheit im vom Bürgerkrieg gezeichneten Libanon gehörte es zum Stadtbild. Als er 1996 kurz davor stand, sein Diplom in Bauingenieurwissenschaften zu erhalten und durch das Forum EPFL ging, sprach ihn die Präsenz des Roten Kreuzes an. Es machte Klick und er wurde ausgewählt, um als Ingenieur für Wasser und Unterkünfte ins Feld geschickt zu werden. Robert Mardinis Karriere begann 1997 in Ruanda, nur wenige Jahre nach dem Völkermord, und ging dann ab 1998 im Irak weiter.
« An der EPFL habe ich gelernt, nachzudenken, zu analysieren und die Probleme anders anzupacken. Einer unserer Professoren, François Frey, hatte uns gesagt: ‹Ich bin vor allem da, um Ihnen beizubringen, Probleme in Teilprobleme zu zerlegen und dann Lösungen zu suchen.› Das ist mir geblieben und zu einer Art Motto geworden. »
Im Laufe der Jahre übernahm er immer mehr Verantwortung in der Organisation. 2012 wurde er mitten im arabischen Frühling operativer Leiter für den Nahen und Mittleren Osten, und 2018 leitete er die IKRK-Delegation bei der UNO in New York. 2020 übernahm er in der Gesundheitskrise das Zepter der Institution, und ironischerweise fiel sein Amtsantritt am 17. März 2020 mit dem Beginn des teilweisen Lockdowns in der Schweiz zusammen. «Die Pandemie kommt noch zu den übrigen Krisen hinzu, mit denen das IKRK konfrontiert ist: bewaffnete Konflikte und Klimawandel», erklärt er. In der Gesundheitskrise wurde keiner dieser Konflikte gelöst, während die Gefahren der Pandemie die Verletzlichkeit der Schwächsten weiter verschärfen.
Noch heute lässt er sich von seinem Ansatz als Ingenieur leiten. «An der EPFL habe ich gelernt, nachzudenken, zu analysieren und die Probleme anders anzupacken. Einer unserer Professoren, François Frey, hatte uns gesagt: ‹Ich bin vor allem da, um Ihnen beizubringen, Probleme in Teilprobleme zu zerlegen und dann Lösungen zu suchen.› Das ist mir geblieben und zu einer Art Motto geworden.»
Leila Schwery-Bou-Diab
Vizepräsidentin Value Chain Management von Janssen (Johnson & Johnson)
Diplom in Chemie und Chemieingenieurwesen an der EPFL 1999
Die von einem libanesischen Vater und einer Deutschschweizer Mutter abstammende Leila Schwery-Bou-Diab verdankt ihren Grundwert – die Bedeutung der Vielfalt – ihrem familiären Umfeld. Diesen Wert teilt sie mit der EPFL und deren Campus mit Menschen unterschiedlichster geografischer und gesellschaftlicher Herkunft. «Ich habe wunderbare Erinnerungen an meine Jahre an der EPFL. Wir hatten alle einen anderen Hintergrund, und jeder lernte dieses neue Umfeld kennen, sodass wir solidarisch sein mussten. Ich fühlte mich sehr schnell zu Hause.»
Im Jahr 2000 begann sie mit ihrem Diplom in der Tasche ihre Laufbahn als Beraterin im Pharmasektor. Sehr schnell versuchte sie, richtig in diese Branche einzusteigen, und stiess 2003 als Produktionschemikerin zu Novartis. 2005 bot ihr das Unternehmen den Posten der Produktionsverantwortlichen in Irland und die Leitung der dort arbeitenden 120 Angestellten an. Diese Erfahrung war auch der Beginn ihrer internationalen Karriere. Nach Irland führte sie ihr Weg 2009 nach Deutschland und 2015 in die Vereinigten Staaten, wo sie Vizepräsidentin für Qualität bei der auf Tierpharmazeutika spezialisierten amerikanischen Firma Elanco wurde.
Wieder zurück in der Schweiz ist sie seit 2019 Vizepräsidentin Value Chain Management von Janssen, der Pharmasparte des amerikanischen Riesen Johnson & Johnson. Dabei handelt es sich um eine sehr globale Aufgabe, weil sie sämtliche Produkte der Marke von der Entwicklung über die strategischen Portfolioentscheidungen bis zur Markteinführung beaufsichtigt. Leila Schwery-Bou-Diab engagiert sich stark für die Gleichstellung von Mann und Frau und nimmt an mehreren Mentoring-Programmen teil. 2019 sprach sie im Rahmen des internationalen Frauentags an der EPFL.
Dr. Honoris Causa 2020
Cynthia Dwork
2020 wurde der amerikanischen Informatikerin und Professorin an der Universität Harvard, Cynthia Dwork, die Ehrendoktorwürde der EPFL verliehen. Aufgrund der COVID-19-Krise wurde die offizielle Verleihung des Titels auf 2021 verschoben.