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Das Target Training - und der Kinn Target
Das Target Training
© 2020 Doris Vaterlaus - Clicker Training in der Schweiz
Was ist ein Target ?
Ein Target ist ein Ort, ein Ziel, zu dem sich der Hund oder ein Körperteil von ihm hinbewegen soll.
Es gibt Targets für die Nase, für die Füsse, für die Schnauze, auch Targets, zum Drauf stehen, wo der Hund hingehen oder sich hinsetzen soll: z.B. ein Teppich.
Bei Pferden kann es ein grosser Gegenstand an der Stallwand oder im Trailer sein, wo das Pferd seinen Kopf hinhalten kann, z.B. um stehen zu bleiben, während die Hufe ausgekratzt werden.
Wo beginne ich ?
- Im Wohn- oder Esszimmer
Alleine mit dem Hund ohne zusätzliche Ablenkung
- Zu Beginn setze ich mich auf einen Stuhl, Clicker in der Hand, Leckerchen auf dem Tisch
- Die Sitzposition auf dem Stuhl ist günstig, weil der Hund diese nicht mit einer «SOLL»-Übung wie im Hundesport verbinden soll
- Vermutlich ist der Hund bereits jetzt schon interessiert
- Der Hund muss keine spezielle Position einnehmen
- Ohne Signal oder Kommando einfach starten
- Der Hund soll lernen, dass er nach einem Click oder einem Markerwort immer eine Belohnung bekommt
Vorbereitung zum Training mit einem Target
Ich bereite sehr gute weiche Leckerchen vor, die ich leicht erreichen kann (besser nicht im Futterbeutel,
weil meine Bewegung zum Futterbeutel bereits ein zusätzliches Signal darstellt).
Pro Trainingseinheit am besten 5 Stück.
- Ich clicke oder mache ein Geräusch (kurz und prägnant, das sonst im Alltag nicht vorkommt –
z.B. ein Schnalzen mit der Zunge – oder ein kurzes Wort wie «yes»)
- Ich gebe dem Hund das Leckerchen möglichst in der Nähe (innert 1 bis 3 Sekunden)
- 3 bis 5 Wiederholungen
- Pause
Wichtig: nach jedem Click MUSS eine Belohnung kommen !
Start mit einem Target, damit der Hund das Konzept versteht
Am einfachsten hat sich der Plastikdeckel eines Yoghurtbechers bewährt.
- Yoghurtdeckel in einer Hand, den Clicker in der andern Hand. Futter in der Nähe
- Ich halte den Deckel möglichst vor oder seitlich in die Nähe der Schnauze des Hundes
- Sobald der Hund den Deckel mit der Schnauze berührt: Click und die Belohnung mit der anderen Hand
(der Clickerhand)
- Futterhand und Deckel wieder wegnehmen
- 3 bis 5 Wiederholungen
Jetzt kann ich versuchen, den Yoghurtdeckel etwas entfernt zu halten – seitlich, oben unten.
Der Hund stupst den Yoghurtdeckel an = Click oder Markerwort und Belohnung.
Die Entfernung und den Ort langsam verändern – variabel d.h. nicht immer schwieriger, weiter weg, auch mal ganz in der Nähe (also einfacher).
Was tun, wenn der Hund den Yoghurtdeckel «fressen» will ? Früher clicken, d.h. sobald der Hund seine Schnauze in die Nähe des Yoghurtdeckels bewegt.
Kein Signal wie z.B. «touch», damit wir noch viele andere Möglichkeiten entdecken können.
Da erste Beispiel: der Kinn-Target
Wozu ein Kinn-Target ?
Wenn der Hund den Kinn Target kennt, kann ich ihm die Augen, Zähne, Ohren kontrollieren.
Später auch Haare um die Augen schneiden, Zähne putzen, Augentropfen, Ohrentropfen geben;
und so klappt sogar die Tröpfchenimpfung gegen Zwingerhusten.
Mit einem Kinn Target lernt der Hund auch, ruhig stehen zu bleiben, wenn man Füsse, Zehen, Beine, Schwanz etc. kontrolliert.
Er kann zum Beispiel beim Tierarzt ohne Probleme stehen bleiben, oder ich kann meinen Hund auf diese Weise auch unterstützen.
Voraussetzung
- Sie haben Leckerchen und den Clicker (oder das Markerwort) eingeführt.
- Der Hund kennt das Spiel mit dem Yoghurtdeckel.
Wie trainieren ?
- Ich halte meine Hand in die Nähe der Schnauze des Hundes.
- Click und Belohnung mit der andern Hand bei der Schnauze.(nicht zu weit weg).
- Der Hund frisst die Belohnung während meine Hand noch in der Nähe ist.
- Hand wegnehmen.
- Eine andere Position für die Hand trainieren.
- Hand näher ans Kinn des Hundes.
- Hand unter das Kinn des Hundes.
- Hand unter dem Kinn des Hundes etwas länger halten.
- Wahrscheinlich wird jetzt der Hund seine Schnauze auch etwas auf die Hand legen.
- Dauer varieren – man kann auch ein ruhiges KGS (keep going signal = mach weiter) einführen oder z.B. auch zählen 21, 22, 23 …
und erst dann clicken und belohnen.
> Nach jeder Sequenz die Hand immer wieder wegnehmen und neu starten.
Ein Signal einführen
Ich empfehle, ein Signal erst einzuführen, wenn diese Schritte sicher klappen.
Ich habe für meine Hunde das Signal «KINN» eingeführt, aber erst als ich sicher war, dass mein Hund seine Schnauze freiwillig und gerne in meine Hand legt.
Ich verwende das Signal "TOUCH" nicht, weil ich mir weitere Optionen offen halten will.