Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03206.jsonl.gz/362

Der Kecak ist und bleibt für mich einer der faszinierendsten Tänze Balis und wohl der einzige, der ohne eine Orchesterbegleitung auskommt.
Der Kecak (Affentanz) wird erst nach Einbruch der Dunkelheit aufgeführt, was den magischen Charakter voll zum Ausdruck bringt...
Um die 100 Männer sitzen nur mit kurzen schwarz-weiss karierten Lendentüchern im Kreis auf einem freien Platz (meistens vor dem Pura Dalem), in der Mitte ein Armleuchter mit Öllämpchen.
In der Kreismitte führen Tänzer und Tänzerinnen in kurzen Szenen die Haupthandlung des Ramayana auf:
die Geschichte von Rama und seiner schönen Frau Sita, welche von dem Dämonfürst Rawana entführt und mit Hilfe des Affengenerals Hanuman gerettet wird.
Die begleitende Musik liefert der Chor der sitzenden Männer, welche das Affenheer Hanumans darstellen.
Während des gesamten, etwa einstündigen Tanzes stossen die Männer rhythmische cak-cak-cak-Laute aus, unterbrochen von wildem Kampfgeschrei, Zischen der Schlangen, Summen und einigen melodischen Sequenzen. Dadurch wirkt die ganze Aufführung extrem spannend und abwechslungsreich.
Die Dramatik wird noch verstärkt durch die ekstatischen Bewegungen des Chors, das gleichzeitige Hin- und Her- und Auf- und Abwogen der Körper, das Schwenken der Arme und das Vibrieren der ausgestreckten Hände.
Der Kecak entwickelte sich aus einem sakralen Trance-Tanz, dem sogenannten Sanghyang. In seiner heutigen Form mit den eingebauten Ramayana-Szenen wurde der Tanz erstmals 1931 aufgeführt und zwar für die Dreharbeiten des Films "Insel der Dämonen" aus deutscher Produktion.
Die Choreografie stammt vom damals in Ubud lebenden Maler Walter Spies.
Trotz Alter gilt der Film immer noch als einer der besten je gedrehten Filme über Bali.
Programm Ubud Dance Performance (nach unten rechts scrollen)