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Die zahlreichen archäologischen Funde im Gemeindegebiet lassen den Schluss zu, dass Stabio bereits in der Eisenzeit und im Hochmittelalter ein Ort von einer gewissen Bedeutung war. Die zentrale Bedeutung des Ortes für die Region zeigte sich vor allem in der Römerzeit, als Stabio zum Kur- und Erholungsgebiet wurde; 1937 konnten die Ruinen einer großen Villa ausgegraben werden, die bestimmt einer bedeutenden Persönlichkeit gehört hatte. Ferner wurden eine Kultstätte des heidnischen Gottes Merkur und Gräber aus der Zeit der Langobardenherrschaft im Mendrisiotto entdeckt, weitere Zeichen für den alten Ursprung dieses Dorfes.
Die Entwicklung der ländlichen Wirtschaft in Stabio ist repräsentativ für den ganzen Bezirk. Sie gründete in der Tat auf einer Subsistenzlandwirtschaft, zunächst mit dem Anbau von Weizen und anderen Getreidesorten und später mit der Seidenraupenzucht und Seidenspinnerei. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aber der Anbau des Maulbeerbaums aufgegeben und die bäuerliche Landschaft veränderte sich und ließ Raum für den Tabakanbau zur Herstellung von Zigarren. Es entstanden deshalb überall im Unteren Mendrisiotto kleine Fabriken; die Industrie gedieh bis in die erste Hälfte des folgenden Jahrhunderts; sie machte dann Wein- und Gartenbau Platz, das sind zurzeit die einzigen noch sichtbaren Zeugen der landwirtschaftlichen Vergangenheit der Region.
1876 machte das politische Leben von Stabio Schlagzeilen in der Presse: Ein Feuergefecht zwischen Liberalen und Konservativen in der Nähe der Bagni Ginella forderte drei Todesopfer. Die „Ereignisse von Stabio“, wie man damals sagte, verschlechterten das bereits angespannte politische Klima des Kantons zusätzlich. Diese Spannung führte zur letzten liberalen Revolution von 1890 und damit zu einer Bundesintervention und das damals als fortschrittlich betrachtete Verhältniswahlrecht fand in die Tessiner Politik Eingang.
Eigenschaften
- TRANSPORTMITTEL Bus , Eisenbahnen