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Klinisches Forschungsprogramm
zur FLASH-Strahlentherapie am CHUV
Zusammenfassung
Professor Jean Bourhis, Leiter der Strahlenonkologie-Abteilung, CHUV
Die FLASH-Strahlentherapie ist eine neue Form der Strahlentherapie, die sich dadurch auszeichnet, dass sie in wenigen Millisekunden statt in Minuten verabreicht wird. Sie ermöglicht einen bemerkenswerten Schutz des gesunden Gewebes, während die Wirksamkeit auf die zu behandelnden Tumoren erhalten bleibt.
Im Jahr 2018 wurde im CHUV bei einem ersten Patienten mit einem refraktären Hautlymphom eine «Compassionate-Use» FLASH-Therapie erfolgreich durchgeführt. Diese erste Behandlung zeigte, dass die FLASH-Strahlentherapie machbar und sicher ist, was eine rasche Übertragung dieser Behandlungsform in die Klinik vorantrieb. Aufgrund seiner Pionierrolle, seiner einzigartigen Expertise und seiner Führungsposition auf internationaler Ebene befasst sich das Lausanner Universitätsspital CHUV nun mit einem intensiven Programm im Bereich der klinischen Translation der FLASH-Strahlentherapie. Diese Übertragung in die Klinik wird in drei komplementären, parallel verlaufenden Phasen ausgeführt.
Erste Phase: FLASH-Strahlentherapie von Hautkrebsen mit Behandlungstiefe von bis zu 2,7 cm
Als Folge von technischen Herausforderungen kann der erste klinische Prototyp, der am CHUV für die klinische Translation benutzt wird, nur für oberflächliche Hautkrebsarten (bis zu einer Tiefe von 2,7 cm) verwendet werden. Dieser Prototyp wurde dem CHUV durch die IntraOp Medical Corporation (Kalifornien, USA) zur Verfügung gestellt; dies im Rahmen einer wissenschaftlichen Zusammenarbeit zur Beschleunigung der Entwicklung der FLASH-Strahlentherapie hin zu ersten klinischen Versuchen am Menschen.
In diesem Rahmen werden demnächst zwei klinische Studien initiiert: Die erste ist für Melanome, die nicht auf systemische Behandlungen ansprechen, bestimmt. Bei der zweiten handelt es sich um eine randomisierte Studie, die die FLASH-Strahlentherapie mit der konventionellen Strahlentherapie für oberflächliche Hautkrebse vergleicht. Von diesen zwei klinischen Studien wird erwartet, dass sie einen ersten Nachweis für die Überlegenheit der FLASH-Strahlentherapie gegenüber der normalen Strahlentherapie erbringen. Über die ISREC Stiftung trägt die Biltema Stiftung massgeblich, aber nicht als einzige Institution (siehe Tabelle), die Finanzierung dieser Phase des Programms mit.
Zweite Phase: Intraoperative FLASH-Strahlentherapie mit Behandlungstiefe von bis zu 3,2 cm
Die zweite Phase des Programms hat zum Ziel, die Nutzung der FLASH-Strahlentherapie während Operationen für Tumoren, die chirurgisch nicht vollständig entfernt werden können, zu bewerten. Damit soll die heilende Wirkung des chirurgischen Eingriffes erhöht werden. Die intraoperative FLASH-Strahlentherapie (Intra-Operative Radiotherapy, FLASH IORT) wird mit einem zweiten klinischen Prototyp durchgeführt, dem sogenannten FLASH-KNIFE, der dem CHUV durch die Firma PMB (Peynier, FRANKREICH) zur Verfügung gestellt wird. Zwischen der PMB Corporation und dem CHUV besteht eine langjährige, im Jahre 2013 initiierten Zusammenarbeit auf dem Gebiet der FLASH-Strahlentherapie. An dieser Phase des Programms ist die Biltema Stiftung nicht beteiligt.
Dritte Phase: Behandlung von tiefliegenden Tumoren aller Art (Projekt CERN/CHUV)
Die dritte Phase des Programms ist die revolutionärste und wichtigste Etappe. In Zusammenarbeit mit der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) entwickelt und erstellt das CHUV ein einzigartiges klinisches Demonstrationsmodell, mit dem tiefliegende Tumoren aller Art – und demzufolge alle Krebsarten, die tief im Inneren des Gewebes angesiedelt sind – mittels FLASH-Strahlentherapie behandelt werden können.
Diese Phase des Programms wird - mit der wertvollen Unterstützung der ISREC Stiftung - ausschliesslich durch die Biltema Stiftung finanziert.