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Urner Ritteradelsgeschlecht, das seit dem 14. Jh. auch in Luzern vertreten ist. Aus dem Luzerner Zweig entstand die Fam. der Stahlindustriellen.
Die Fam. tritt urkundlich ab Ende des 13. Jh. mit Johann (1285-vor 1331), Ministerialen der Abtei Disentis in Ursern, auf. Ab Beginn des 14. Jh. ist ein Zweig auch im Urner Reusstal fassbar, wo das Geschlecht in Altdorf und Wassen begütert war. Die Fam. verfügte über wenig Eigenbesitz, dagegen über Lehen der Klöster Disentis, Wettingen und des Zürcher Fraumünsters. Als königl. Vögte und Ammänner hielten die M., beginnend mit Konrad ( -> 9), über zwei Generationen die Vormachtstellung im Urserntal inne, während sie die Reichsvogtei in der Leventina im 1. Viertel des 14. Jh. nur beanspruchten. Den polit. Einfluss büsste die Fam. in der 2. Hälfte des 14. Jh. ein. Die in Altdorf ansässigen Zweige starben im 17. Jh. in ihrer männl. Linie aus. Heiratsverbindungen bestanden nicht mit einheimischen, sondern mit Unterwaldner und Luzerner Nobiles- und Ministerialengeschlechtern.
Über den Handel und den Gotthardverkehr pflegte die Fam. bereits in der 1. Hälfte des 14. Jh. rege Beziehungen zur Stadt Luzern. Jost, 1338 Ritter, liess sich um 1330 in Luzern nieder, wo er durch die Heiratsverbindung mit den proösterr. Herren von Freienbach in den Dienst der Herrschaft Habsburg-Österreich trat und mehrere Lehen und Pfandschaften verwaltete, so u.a. die Feste und Herrschaft Neu-Habsburg. Vertreter der Fam. erreichten in der städt. Politik bedeutenden Einfluss. Als Ratsmitglied und als Schultheiss spielte Josts Enkel Heinrich ( -> 3) als Letzter des Luzerner Zweigs eine politisch eminente Rolle. Der ökonom. Niedergang ab 1550 und der polit. Bedeutungsschwund seit dem Ende des 16. Jh. verhinderte die Etablierung der Fam. im entstehenden städt. Patriziat. Ab 1680 betrieben Vertreter der Fam. einen Eisenwarenhandel. Ein wirtschaftl. und sozialer Aufstieg lässt sich seit Ende des 18. Jh. wieder feststellen mit der Involvierung im Eisen- und Textilgewerbe.
Autorin/Autor: Franziska Hälg-Steffen
Während die von Ludwig ( -> 10) zu Beginn des 19. Jh. betriebene Seidenbandfabrikation keine Fortsetzung fand, wurde im Bereich der Eisenverarbeitung über mehrere Generationen hinweg ein Familienunternehmen von internat. Bedeutung aufgebaut. Die beiden Kaufleute Ludwig ( -> 11) und Franz Xaver (1819-97) errichteten auf der Reussinsel in Luzern einen Drahtzug und eine Nagelfabrik. 1852 folgte die Angliederung des Stahl- und Walzwerks in Emmenbrücke. Eduard (1855-1911) erneuerte die 1887 unter dem Namen Siemens-Martin-Stahl- und Drahtwalzwerk in eine Aktiengesellschaft umgewandelte Unternehmung und gründete 1894 das Elektrizitätswerk Rathausen (Gem. Emmen), aus dem die Centralschweiz. Kraftwerke hervorgingen. Die Industriellenfamilie M. betrieb zwar eine bedeutende Wohnbaupolitik, trotzdem folgten 1905 erste Arbeiterstreiks. Eine Unternehmenskrise 1911-12 führte zur Konzentration auf den Produktionsstandort in Emmenbrücke durch Ludwig (1877-1956). Der 2. Weltkrieg brachte unter Moritz (1898-1972) eine enorme Produktionszunahme der vom Stahl bis zum Nagel alles produzierenden Werke sowie die Verdoppelung der Arbeiterzahl auf 1900. Der Betrieb machte 1956-63 mit der Patentierung und dem Bau einer Stranggussanlage mit gebogener Kokille weltweit auf sich aufmerksam. Auf die ab 1975 herrschende Konjunktur- und Stahlkrise reagierte Walter ( 1918) mit der Spezialisierung auf Qualitätsstahl. Die Übernahme des Stahlgeschäftes der Firma Von Roll in Gerlafingen unter André ( 1949) und der darauf folgende Kauf der Von Moos Holding AG durch die Schweiz. Grossbanken führte 1996 zur Konzentration der schweiz. Stahlproduktion und -verwalzung unter dem Dach der Swiss Steel AG, die zehn Jahre später vom dt. Stahlkonzern Schmolz+Bickenbach übernommen wurde.
Autorin/Autor: Hanspeter Lussy