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Der Eawag-Forscher und EPFL-Professor Urs von Gunten erhält den renommierten «ACS Award for Creative Advances in Environmental Science and Technology». Seine Forschungsprojekte zu oxidativen Prozessen im Wasser haben sowohl in der Trinkwasseraufbereitung als auch bei der Abwasserreinigung zu praktisch nutzbaren Anwendungen und Verbesserungen geführt.
Er ist keiner, der das Rampenlicht sucht. Doch nun hat der Bergsteiger Urs von Gunten einen besonderen Gipfel erreicht: Die Chemische Gesellschaft Amerikas verleiht ihm den Preis für «kreative Fortschritte in der Umweltwissenschaft» (siehe Box).
Vom Labor bis zur alltagstauglichen Anwendung
Urs von Gunten verfügt über mehr als 25 Jahre Forschungserfahrung auf dem Gebiet der chemischen Oxidationsprozesse in Wasser. Sein Hauptinteresse gilt kinetischen und mechanistischen Untersuchungen von oxidativen Umwandlungen von Mikroverunreinigungen und der Bildung von Desinfektionsnebenprodukten durch die Reaktion von chemischen Oxidationsmitteln mit natürlichem organischem Material, Bromid und Iodid, sowie den daraus resultierenden (öko)toxikologischen Konsequenzen. Neben seiner akademischen Tätigkeit legt er grossen Wert auf die Zusammenarbeit mit Praktikerinnen und Praktikern aus dem Wassersektor.
Vom Grundwasser bis zum Abwasser
Nach seiner Dissertation zur oxidativ induzierten Hydrolyse von Eisen in Seen begann Urs von Gunten seine Karriere 1989 als Postdoktorand an der Eawag. Zunächst beschäftigte er sich mit der Untersuchung biogeochemischer Prozesse in Grundwasserinfiltrationssystemen, wobei er experimentelle und Modellierungsstudien durchführte. Dann konzentrierte er seine Forschung auf die Chemie von Oxidationsprozessen in Wasser und Abwasser. Er verfolgte einen strengen kinetischen und mechanistischen Ansatz und nutzte die gewonnenen Ergebnisse auch für sehr praktische Anwendungen, etwa für die oxidative chemische Wasseraufbereitung mit Schwerpunkt auf Ozonung, weitergehender Oxidation, aber auch für die weit verbreiteten Chlorungsverfahren. Zunächst waren seine Studien auf die Trinkwasseraufbereitung ausgerichtet. Später rückten chemische Oxidationsverfahren in der Aufbereitung kommunaler Abwässer in den Mittelpunkt.