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Patenschaft für Kinder im Senegal
Senegal ist im Vergleich zu anderen westafrikanischen Ländern ökonomisch relativ weit entwickelt. Trotzdem lebt fast die Hälfte der Bevölkerung in Armut. Wir von Plan International setzen uns dafür ein, dass die Kinder und Jugendlichen im Senegal eine gute Grund- und Weiterbildung erhalten, sodass sie positiv in die Zukunft gehen. Helfen Sie mit Ihrer Spende das Leben von Kindern im Senegal nachhaltig zu verbessern.
Ein Überblick
Das westafrikanische Land grenzt nördlich an Mauretanien, östlich an Mali, im Süden an Guinea sowie Guinea-Bissau und es hat einen Zugang zum Atlantischen Ozean. Das Nachbarland Gambia befindet sich innerhalb des senegalesischen Staatsgebietes. Der Senegal ist vergleichsweise stark urbanisiert. Während der Norden des Landes in die Sahelzone reicht und trockener ist, fällt im bergigen Süden mehr Regen. Dennoch ist lediglich ein Bruchteil der Landesfläche landwirtschaftlich nutzbar. Seit Jahren rückläufige Niederschläge verringern die Ernteerträge. Durch die Klimaveränderung verschärft sich sowohl die Gefahr von Dürren als auch von Überschwemmungen. Das Land ist durch eine große ethnische Vielfalt geprägt. Über 20 verschiedene Volksgruppen leben im Senegal. Das Bevölkerungswachstum ist hoch und etwa die Hälfte der Bevölkerung ist unter achtzehn Jahre alt.
Nach der Besetzung durch Großbritannien eroberte Frankreich Mitte des 19. Jahrhunderts das Gebiet des heutigen Senegal. 1895 wurde es Teil von Französisch-Westafrika. Nach der Unabhängigkeit 1960 errichtete Präsident Léopold Senghor einen Einparteienstaat. Ab Mitte der 1970er Jahre fand schrittweise die Legalisierung von Parteien statt. 1981 wurde Abdou Diouf Präsident und 1993 in freien Wahlen bestätigt. In den frühen 1980er Jahren begann eine Rebellenbewegung im Süden des Landes ihren Kampf für die Unabhängigkeit der Casamance-Region.
Zur Situation heute
Der Senegal ist im Vergleich zu anderen westafrikanischen Ländern ökonomisch relativ weit entwickelt. Trotzdem lebt fast die Hälfte der Bevölkerung in Armut. Seit der Unabhängigkeit zählt der Senegal zu den politisch stabilsten Staaten Westafrikas und weist funktionierende demokratische Strukturen auf. Im März 2012 wurde Macky Sall neuer Präsident des Landes. Der Casamance-Konflikt im Süden des Landes flammt immer wieder auf und zählt zu den größten Herausforderungen der Innenpolitik.
Plan International in Senegal
Plan International ist seit 1982 im Senegal tätig. 2016 erreichten wir mit unserer Arbeit das Umfeld von über 34.000 Patenkindern und ihren Familien. Wir konzentrieren unsere Arbeit auf Kinder und Jugendliche aus den ärmsten, überwiegend ländlichen Gebieten des Landes.
Arbeitsansatz von Plan International
Unser Arbeitsansatz, die kindorientierte Gemeindeentwicklung, beruht auf den Grundrechten von Kindern: das Recht auf Leben, Entwicklung, Mitwirkung und Schutz. Kindorientierte Gemeindeentwicklung bedeutet mit und für Kinder zu arbeiten. Mädchen und Jungen, Jugendliche, ihre Familien und Gemeinden sind an der Planung und Durchführung von Projekten beteiligt, um ihre eigene Entwicklung voranzubringen. Die Gemeinde trägt Verantwortung für die Projekte, um deren Nachhaltigkeit zu sichern, auch nachdem wir unsere Arbeit in diesem Gebiet beendet haben. Von zentraler Bedeutung ist es, Kompetenzen von Gemeindemitgliedern zu stärken, damit sie die Herausforderungen in ihren Gemeinden effektiv bewältigen können. Dies trägt dazu bei, strukturelle Kinderarmut zu beseitigen.
Da der Staat eine wichtige Rolle bei der Umsetzung und Einhaltung der Kinderrechte spielt, arbeiten wir mit Regierungsstellen zusammen und unterstützen sie darin, ihre Verpflichtungen gegenüber den Gemeindemitgliedern wahrzunehmen und vorhandene Gesetze und Vorgaben umzusetzen. Gleichzeitig bieten wir den Kindern und Erwachsenen in den Gemeinden Schulungen zu ihren Rechten an. Sie sollen in der Lage sein, ihre Rechte einzufordern. Wir setzen uns besonders für ausgegrenzte und benachteiligte Kinder ein, damit sie ihre Rechte wahrnehmen und den Kreislauf von Diskriminierung, gesellschaftlicher Nichtteilhabe und Kinderarmut durchbrechen können.
Herausforderung: Der Schutz der Kinder ist nicht gewährleistet
Das Recht auf Schutz ist für viele Kinder im Senegal nicht gewährleistet. Ein Grund dafür ist, dass der Kinderschutz bislang gesetzlich kaum verankert ist. Unter geschlechtsspezifischer Gewalt leiden in besonders großem Maße Mädchen. Frühe Heirat sowie Zwangsverheiratung betrifft etwa ein Drittel aller Mädchen zwischen 15 bis 19 Jahren. Vor allem in ländlichen Regionen und unter bestimmten Volksgruppen wird die weibliche Genitalverstümmlung trotz eines landesweiten Verbotes weiterhin praktiziert. Aber auch Jungen sind Gewalt und Missbrauch ausgesetzt, besonders wenn sie als Bettler auf der Straße leben. Ein weiteres dringendes Problem ist Kinderarbeit und -handel. In einigen ländlichen Gebieten hat knapp die Hälfte aller Kinder keine Geburtsurkunde, was eine erhebliche Einschränkung ihrer Rechte zur Folge hat.
Plan-Programm: „Kinder vor Gewalt und Missbrauch schützen“
Gemeinsam mit den Gemeinden setzen wir uns dafür ein, dass die zuständigen Behörden dringende Probleme wie Kinderarmut, frühe Heirat und Kindesmissbrauch konsequent angehen und entsprechende Gesetze zum Schutz der Kinder umsetzen. In diesem Zusammenhang treiben wir auch den Aufbau eines nationalen Kinderschutzsystems voran, um Fälle von Gewalt und Missbrauch zu registrieren und zu verfolgen. Darüber hinaus wollen wir sicherstellen, dass der Kinderschutz auch in Katastrophensituationen gewährleistet ist. Wir klären Eltern über Kinderschutz auf, damit sie sich aktiv gegen häusliche Gewalt einsetzen und sensibilisieren sie für Risiken und Gefahren die für Kinder einhergehen. Auch an Schulen fördern wir die Entwicklung entsprechender Präventionsmechanismen. Kinder sollen sich ihrer Rechte bewusst sein und sich auch aktiv gegen Gewalt unter Altersgenossen engagieren. Wir unterstützen sie dabei, ihre Stimme zu erheben und auf Probleme aufmerksam zu machen und Hilfe einzufordern. Auf politischer Ebene fordern wir gemeinsam mit Partnern, Kinderheirat gesetzlich zu sanktionieren und das Mindestalter für die Ehe auf achtzehn Jahre zu erhöhen.
Herausforderung: Wirtschaftliche Situation von Jugendlichen
Viele Familien verfügen nur über ein sehr geringes Einkommen. Eine Folge ist, dass Kindern Bildungschancen verwehrt bleiben und viele Jugendliche aufgrund fehlender beruflicher Qualifizierung nur sehr beschränkte Zukunftsperspektiven haben. Knapp 60 Prozent der Frauen und etwa 40 Prozent der Männer haben keinerlei Berufsausbildung absolviert, was ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erheblich einschränkt. Die Arbeitslosigkeit liegt bei etwa 50 Prozent und Jugendliche sind besonders stark davon betroffen. Eine Folge sind Landflucht und eine zunehmende Verarmung und Verelendung in den Städten des Landes. Drogenkonsum sowie gewalttätiges Verhalten unter Jugendlichen nehmen hier zu.
Plan-Programm: „Wirtschaftliche Sicherheit und gesellschaftliche Teilhabe von Jugendlichen“
Gemeinsam mit Partnern arbeiten wir daran, dass die Regierung mehr berufliche Qualifizierungsangebote für Jugendliche zur Verfügung stellt. Wir wollen dabei speziell Mädchen stärken sowie besonders benachteiligte Jugendliche unterstützen, die beispielsweise ihre Schulbildung abgebrochen haben. Außerdem arbeiten wir daran, dass Jugendliche Zugang zu finanziellen Ressourcen erhalten, so dass sie die Möglichkeit haben, Investitionen zu tätigen, beispielsweise um ihre landwirtschaftlichen Erträge zu steigern. Um den nachhaltigen Erfolg zu gewährleisten, stehen wir ihnen zur Seite, und helfen dabei, wirtschaftliche Risiken und Chancen abzuwägen. Wir wollen der jungen Generation eine Stimme verleihen und gemeinsam mit ihnen die Dringlichkeit ihrer Probleme zur Sprache bringen. Dazu stärken wir Einrichtungen wie das Kinderparlament und unterstützen Kinder und Jugendliche dabei, sich in gesellschaftliche Entscheidungsprozesse einzubringen.
Herausforderung: Beschränkter Zugang zu Bildung
Im Senegal ist der Zugang zu Bildungseinrichtungen für viele Kinder immer noch beschränkt. In abgelegenen Gebieten müssen die Kinder weite Wege zurücklegen, um die Schule zu erreichen. Knapp zehn Prozent der Schülerinnen und Schüler brechen ihren Grundschulbesuch ab. Hinzukommt, dass auch aufgrund der mangelnden Bildungsqualität über ein Drittel der Kinder die abschließenden Prüfungen nicht bestehen. Mädchen, Kinder mit Lernschwierigkeiten oder auch Kinder mit Behinderungen sind in ihren Bildungschancen stark benachteiligt. Viele Jungen besuchen eine Koranschule. Diese traditionellen, internatsähnlich Schulen sind zumeist kostenlos. Während ihrer Ausbildung leben die Schüler unter einfachen Verhältnissen und müssen auf der Straße um Geld betteln. In dieser Situation sind sie besonders gefährdet, Gewalt und Missbrauch zu erleben.
Plan-Programm: „Hochwertige Bildung und Chancengleichheit“
Gemeinsam mit Bildungsträgern, lokalen Regierungen und Lehrkräften fördern wir die Erweiterung der Bildungsangebote und die Verbesserung der Bildungsqualität in den Gemeinden. Besonders wichtig ist uns, dass die Schulen besser ausgestattet sind und sichere Orte für die Kinder sind. Auch in Katastrophensituationen muss Unterricht stattfinden können. Darüber hinaus unterstützen wir Gemeinden bei Angeboten zur frühkindlichen Förderung. Mit Aufklärungsarbeit streben wir gesellschaftliche Veränderungen an, um Hindernisse, insbesondere für die Bildung von Mädchen, wie frühe Schwangerschaften oder frühe Heirat, zu überwinden und führen einen kritischen Diskurs mit religiösen Führungen, um die Rechte von Schülerinnen und Schülern der Koranschulen zu stärken. Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir die Inklusion an Schulen vorantreiben und institutionalisieren. Kinder mit besonderem Förderungsbedarf sowie Kinder mit Behinderungen sollen entsprechende Lernangebote erhalten, so dass sie die Chance haben, Lerndefizite aufzuholen. Dies trägt auch dazu bei, dass Kinder ihren Schulbesuch erfolgreich abschließen. Schließlich stärken wir die Teilhabe der Schülerinnen und Schüler an der Gestaltung des Schulalltags.
Herausforderung: Mangelnde gesundheitliche Situation
Die Müttersterblichkeitsrate ist im Senegal hoch. Das lokale Gesundheitswesen ist vor allem in ländlichen Regionen nicht gut ausgebaut, häufig sind die Wege zu weit oder die Familien können sich die medizinische Versorgung nicht leisten. Viele Kinder sind mangelernährt, was sie schwächt und anfällig für Krankheiten macht. Mangelnder Zugang zu Trinkwasser und sanitäre Anlagen sowie ein fehlendes Wissen über Hygiene und Krankheiten wie Malaria, Tuberkulose sowie HIV/Aids sind weitere Risikofaktoren, die das gesunde Aufwachsen beeinträchtigen. Themen wie Sexualität und reproduktive Gesundheit und Rechte sind tabuisiert, sodass Risiken und Vorsorgemaßnahmen unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen kaum bekannt sind.
Plan-Programm: „Voraussetzungen für eine gesunde Kindheit schaffen“
Gemeinsam mit Gemeinden und Behörden entwickeln wir Pläne zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in den Gemeinden. Dabei setzen wir uns besonders dafür ein, dass Eltern ihre Kinder in den ersten fünf Lebensjahren kostenlos behandeln lassen können. Dies gelingt uns beispielsweise über das bewährte Konzept der mobilen Hebammen, welches wesentlich zur Verbesserung der Mutter-Kind-Gesundheit in besonders abgelegenen Gebieten beiträgt. Wir klären über gesundheitsrelevante Themen wie Hygiene und sanitäre Versorgung auf und unterstützen Eltern dabei, ihre Kinder gesund und ausgewogen zu ernähren. Jugendlichen und insbesondere jungen Frauen bieten wir einen besseren Zugang zu Informationen über sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte. Gleichzeitig schulen wir auch Gesundheitspersonal, damit entsprechende Gesundheitsangebote für die Jugendlichen zur Verfügung stehen. Gemeinsam mit den Gemeinden verbessern wir außerdem die Trinkwasserversorgung, indem wir Brunnen und Leitungssysteme installieren. Einen besonderen Schwerpunkt legen wir darauf, mit Gesundheitspersonal und Gemeindegremien Vorsorgemechanismen zu entwickeln, die die medizinische Versorgung auch in Katastrophensituationen gewährleisten.