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Gemäss dem neuen Modell verbleibt rund die Hälfte des Mikroplastiks, das in Schweizer Gewässer gelangt, im Land. Etwa ein Drittel der Gesamtmenge lagert sich in Seen ab, der Rest in Flüssen. Allerdings kann die genaue Verteilung von Mikroplastik komplex sein: Ein längerer Fluss enthält nicht automatisch mehr Partikel als ein kürzerer Fluss. Vielmehr bestimmen die Flusseinzugsgebiete, Schluchten und Seen darüber, wie viel Mikroplastik im Fluss verbleibt und wie viel mehr transportiert wird.
Es überrascht nicht, dass flussabwärts von Großstädten besonders hohe Mengen an Mikroplastikverschmutzung zu verzeichnen sind. Den höchsten Anteil an Mikroplastik weist der Rhein bei Basel auf: Rund 4.500 Tonnen davon transportiert der Fluss pro Jahr nach Deutschland. Das liegt auch an der Aare, die zusammen mit ihren Nebenflüssen Reuss und Limmat drei der grössten Städte der Schweiz entwässert, bevor sie in den Rhein mündet: Bern, Zürich und Luzern.
„Messungen sind nur an bestimmten Standorten möglich. Andererseits können wir mit unserem Modell die Mikroplastikbelastung im ganzen Land berechnen“, resümiert Nowack. „Außerdem ermöglicht es uns, die Auswirkungen abzuschätzen, die Verhaltensänderungen oder staatliche Maßnahmen auf die Mikroplastikkonzentrationen haben könnten.“ Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler letzte Woche in der neuen Fachzeitschrift Nature Water.
Das Modell lässt sich auch auf andere Länder und Regionen übertragen. Nowack und Mennekes konzentrieren sich derweil auf die Schweiz. Sie entwickeln bereits ein ähnliches Modell, um die Menge großer Kunststoffe – wie PET-Flaschen und Plastiktüten – in Gewässern vorherzusagen. Im nächsten Schritt können anhand typischer Kunststoffkonzentrationen auch Risiken für die Umwelt in den jeweiligen Regionen abgeschätzt werden.
Referenz: Mennekes D, Nowack B. Vorhersage von Mikroplastikmassen in Flussnetzen mit hoher räumlicher Auflösung im ganzen Land. Natürliches Wasser. DOI 2023: 10.1038 / s44221-023-00090-9
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