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Am östlichen Ende der Insel befinden sich zwei Küstenartillerie-Anlagen. Die ältere dieser zwei Anlagen ist die BOT Smokovo Polje, welche direkt über dem Ort enka liegt. Sie verfügte
über vier Bunker, welche mit italienischen D51 Fliegerabwehrkanonen (Originalbezeichnung Ansaldo 90/53) im Kaliber 90 mm ausgerüstet waren. Auch hier handelt es sich um Beutegeschütze
aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Anlage wurde Anfang der 60er Jahre errichtet und ist gemäss Informationen unserer lokalen Informanten eine eigentliche Standardanlage aus jener Zeit.
Wie diese Anlagen aufgebaut sind findet ihr im Kapitel über die jugoslawischen Küstenartillerie-Batterien.

Besonderheiten
Trotzdem hat auch die BOT Smokovo Polje ein paar Besonderheiten. Die erste Besonderheit war ihre Funktion als Ausbildungsanlage. Die angehenden Marinesoldaten der
Küstenartillerie-Batterien wurden hier ausgebildet. Davon zeugt noch heute die kleine Kaserne in der Nähe der Anlage, welche bis zum letzten Jahr noch von der kroatischen Marine als
Unterkunft für die zweite Küstenartillerie-Batterie BOT Vela Smokova - auf dem gegenüber liegenden Hügel - genutzt wurde. Von dieser BOT wurde regelmässig der scharfe Schuss auf die
gegenüberliegenden Inseln geübt oder auf Ziele, die von Schleppern auf dem Meer vor den Stellungen gezogen wurden. In den Feuerstellungen sind an den Wänden zahlreiche Steinplatten
angebracht gewesen, welche als Ausbildungsmaterial für die Ausbildung der Soldaten gedient haben. Auf diesen Steinplatten waren Informationen zu den Kanonen, zum Visieren, zur Munition,
aber auch Karten des Zielgebiets aufgebracht. Die blinde Zerstörungswut hat aber dafür gesorgt, dass alle Platten zerstört wurden und nur noch Teile davon zu erkennen sind. Die Anlage
wurde innen geplündert. Alle Geschütze wurden auseinander geschweisst und geklaut. In der Anlage wurde Feuer gelegt und so der untere Stock komplett verrusst.
Bei unserer Erkundung haben wir aber eine weitere Besonderheit entdeckt. Mitten in der Anlage haben wir einen vertikalen Stollen entdeckt, welcher nach oben führte. Da alles schwarz
war, wussten wir nicht wohin er führt. Dies konnte uns nicht aufhalten und so begannen wir hinauf zu klettern. Plötzlich nach 10 Metern führte eine Abzweigung horizontal in eine kleine
Kaverne. Hierbei scheint es sich um die Feuerleitzentrale gehandelt zu haben. Den Eisendieben muss dieser Raum entgangen sein, denn er war noch nicht geplündert. Wenn man weiter klettert,
erreicht man nach weiteren 10 Metern den Beobachtungs- und Feuerleitstand.

Die geheimnissvolle Herkunft der Panzerkuppeln

Die dritte Besonderheit dieser Anlage ist die Panzerkuppel des Beobachtungsstandes. Eine solche Kuppel hatten wir bereits bei der BOT Rt Nova Pota entdeckt. Besucher, welche
nur die Anlagen auf Vis erkunden, können an diesen Kuppeln nichts Besonderes erkennen. Wer aber so wie wir vorher die italienische Bunkerkette bei Zadar erkundet hat, wird
besonders überrascht sein. Bei den Panzerkuppeln auf Vis handelt es sich um dieselben Kuppeln, welche die italienischen Besatzer von ca. 1932 bis 1938 um Zadar verbaut hatten.
Um Zadar sind seit dem Ende des Krieges viele dieser Kuppeln verschwunden. Wohin, weiss keiner so genau. Man nahm an, sie wurden ausgegraben und als Alteisen entsorgt. Wir aber
wissen nun, dass dies nicht mit allen geschehen ist. Viele Kuppeln wurden in Zadar ausgegraben, der Beton rund herum entfernt und die Kuppeln demontiert. Anschliessend wurden
die Kuppeln bei jugoslawischen Befestigungsbauten wieder als Beobachtungskuppeln verbaut. Dies war Recycling auf jugoslawische Art.
So haben wir auf unserer Reise wieder ein weiteres bisher ungelüftetes Geheimnis gelüftet. Solche Momente machen das Igelsuchen besonders spannend, wenn man sich als Detektiv
betätigen kann und verborgene Geschichten an das Tageslicht befördern kann.

Die unerzählte Geschichte der Inselfestung Vis
BOT Ansichten und Aussen
BOT Innen
BOT Beobachter