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Als Analphabetismus bezeichne ich - umgangssprachlich - eine mehr oder weniger eingeschränkte Lese- und/oder Schreibkompetenz. In diesem allgemeinen Sinn wird oft ein primärer Analphabetismus, der darauf beruht, dass Lesen und Schreiben gar nicht gelernt wurde, von einem sekundären Analphabetismus unterschieden, in welchem das Erlernen der Schriftkompetenzen nicht hinreichend erfolgreich war.
Analphabetismus gibt es natürlich nur in Schriftkulturen ((Il-)literalität, Oralität).
Als "funktionale Analphabeten" bezeichne ich Menschen, die lesen und schreiben eigentlich können, aber eigentliche Texte nicht verstehen und dann natürlich auch nicht schreiben können.
Als eigentliche Analphabeten bezeichne ich Personen, die sprechen, aber nicht schreiben können, was sie sprechen können. Ich beobachte dabei weder sekundären noch funktionalen Alphabetismus, sondern lediglich, ob sie im Prinzip schreiben können, weil sie diese Tätigkeit wie gut oder schlecht auch immer gelernt haben. Jeder der ein paar Worte - orthographisch korrekt oder nicht - schreiben kann, weiss in einem praktischen Sinn, wie Text hergestellt ist und ist in diesem Sinne kein Analphabet, weil er weiss, was Buchstaben sind und wie er sie herstellen kann.
Mir geht es also nicht darum, ob jemand sich gut ausdrücken kann, sondern darum, ob sich jemand schreibend ausdrücken kann.