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<h2>SubmittedText<h2><p>Seit rund 4 Jahren breitet sich die invasive Quagga-Muschel explosionsartig in Schweizer Seen aus. Ausgehend vom Bodensee sind heute weitere Seen wie der Genfer-, Neuenburger- und Bielersee betroffen. Seit einigen Jahren kämpfen die Berufsfischer und -fischerinnen in fast allen Seen ums Überleben, weil die Fangrückgänge erheblich sind. Die Ursachen dafür sind vielfältig und uneindeutig, wie verschiedene Forschungsprojekte belegen. Die Einschleppung der Quagga-Muschel ist sicherlich eine weitere Belastung. Durch die Fähigkeit dieser Muschel, sich das ganze Jahr fortzupflanzen, bildet sie innerhalb kurzer Zeit ganze Muschelbänke und dies bis in sehr grosse Tiefen. Die Muscheln filtrieren grosse Mengen Nahrung aus dem Wasser, welche dann für andere Tiere fehlt. Aber die Muschel bedroht nicht nur das Ökosystem, sondern verstopft auch Trinkwasser-Leitungen. Dies ist ein neues Phänomen, weil die einheimischen Muscheln nicht bis in die Tiefen der Fassungen vordringen. </p><p>1. Wie schätzt der Bundesrat die Auswirkungen des Aufkommens der neuen invasiven Quagga-Muschel auf das Ökosystem, die Berufsfischerei und die Trinkwasserversorgungen aus den Seen ein?</p><p>2. Ist dieses Phänomen der explosionsartigen Vermehrung der invasiven Muschel aus anderen Ländern bekannt? Sind Massnahmen dagegen bekannt?</p><p>3. Gemäss Presse ist bereits ein internationales Forschungsprojekt mit Teilnahme der Schweiz aufgegleist. Gibt es bereits Erkenntnisse?</p><p>4. Gibt es eine Strategie, damit eine weitere Ausbreitung der Muschel verhindert werden kann?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Das Auftreten der Quagga-Muschel kann zu Schäden an der Infrastruktur führen wie beispielsweise dem Verstopfen von Rohren und Filtern von Trink- und Kühlwasseranlagen sowie Wasserkraftwerken und Schäden an Hafenanlagen. Zur Behebung dieser Schäden im Bodensee rechnen die Wasserversorger mit Kosten von bis zu einer halben Milliarde Euro (Schätzung des Zweckverbands Bodensee-Wasserversorgung, Tagesanzeiger vom 2. Dezember 2019). Bei massenhaftem Auftreten der Quagga-Muschel verändern sich die Lebensverhältnisse für andere Lebewesen im Gewässer wie beispielsweise die Verfügbarkeit von Nahrung. Mit den Schäden an der Ökologie können auch Fangrückgänge und somit wirtschaftliche Schäden für Berufs- und die Angelfischerei einhergehen.</p><p>2. Massenhaftes Auftreten der Quagga-Muschel mit bedeutenden Auswirkungen auf das Ökosystem ist bei den nordamerikanischen Grossen Seen bekannt. Hat die Quagga-Muschel erst einmal ein Gewässer besiedelt, gilt es, die Weiterverbreitung zu verhindern.</p><p>3. Ob und wie sich die Ökosysteme der Schweizer Seen verändern werden, ist Gegenstand laufender Forschung. Das internationale Forschungsprojekt Seewandel (www.seewandel.org) konnte zeigen, dass sich die Quagga-Muschel im Bodensee sehr schnell und bis an den Seegrund verbreitet hat. Die Untersuchungen zu den ökologischen Auswirkungen laufen. Erste Erkenntnisse sollen 2021 publiziert werden. Erst aufgrund der Forschungsresultate wird sich abschätzen lassen, wie gross die effektiven Auswirkungen, beispielsweise auf die Berufsfischerei, sein könnten.</p><p>4. Es ist davon auszugehen, dass die Muscheln vor allem mit Freizeitbooten, sowie mit Wassersport- und Fischereimaterial zwischen den Schweizer Gewässer verschleppt werden. Die Anweisung, Boote und Material zu reinigen und zu trocknen, ist eine sofort wirksame Massnahme, um eine Verschleppung in bisher nicht betroffene Gewässer zu verhindern oder zu verzögern. Erfahrungen aus dem Pilotprojekt "Freihaltezone Pfäffikersee" des Kantons Zürich zeigen, dass die Betroffenen diese Massnahme auch akzeptieren.</p><p>Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat im Frühjahr 2020 entsprechende Empfehlungen an die Kantone abgegeben. Die Empfehlungen sollen die kantonalen Fachstellen unterstützen, wie sie relevante Akteure (Bootsnutzende, Fischende, Wassersportlerinnen und -sportler) über die Problematik aufklären und für die Umsetzung von Massnahmen sensibilisieren können.</p><p>Mit der laufenden Revision des Umweltschutzgesetzes (USG; SR 814.01) soll der Bundesrat ermächtigt werden, Vorschriften zur Verhütung, Bekämpfung und Überwachung von sich rasch verbreitenden, gebietsfremden Organismen (u. a. der Quagga-Muschel) zu erlassen. Die Vernehmlassung dazu wurde vom 15. Mai bis 4. September 2019 durchgeführt. Der Bundesrat wird voraussichtlich 2021 die Botschaft zur USG-Revision zuhanden des Parlaments verabschieden.</p>  Antwort des Bundesrates.