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Nachdem er 2013 und vor einem Jahr noch im Halbfinal verloren hatte, setzte sich Wawrinka diesmal in gut drei Stunden 4:6, 7:5, 6:4, 6:2 gegen die Weltnummer 7 aus Japan durch. Der 31-jährige Schweizer hatte zu Beginn Mühe und wurde von Nishikori in den Grundlinien-Duellen dominiert. Erst, als er bereits 4:6 und 0:2 im Hintertreffen lag, fand er langsam eine Lösung gegen den pfeilschnellen und beweglichen Asiaten.
Wawrinka gelang zum 2:2 sein erstes Break der Partie und nach eineinhalb Stunden mit einem weiteren Aufschlagdurchbruch zum 7:5 der Satzausgleich. Eine Vorentscheidung gelang ihm gegen Ende des dritten Satzes. Er hatte eben einen Break-Vorsprung wieder preisgegeben, als beim Stand von 4:3 das Dach des Arthur Ashe Stadiums wegen leichten Regens geschlossen wurde. Dies schien zunächst Nishikori besser zu behagen. Er glich aus und kam zu einer Breakchance. Wawrinka wehrte sie ab und schlug wenig später zum 6:4 selber zu.
Wawrinka nutzte seine Chancen
Überhaupt nutzte er seine Chancen wesentlich besser als Nishikori. Der Japaner verwertete nur 4 seiner 15 Breakbälle, der Schweizer immerhin 7 von 13. Im vierten Satz gewann Wawrinka die ersten zehn Punkte und geriet nicht mehr in Bedrängnis.
Im Final trifft er am Sonntagabend (ca. 22.15 Uhr Schweizer Zeit) wie bei seinem Sieg am French Open 2015 auf Novak Djokovic. Die Nummer 1 der Welt gewann einen bizarren ersten Halbfinal gegen Gaël Monfils 6:3, 6:2, 3:6, 6:2 und steht zum siebten Mal im US-Open-Final. Bei grosser Hitze enttäuscht der Franzose über weite Strecken.
Leichtes Spiel für Djokovic
So einfach wie in diesem Jahr in New York schaffte es Djokovic noch nie in einen Grand-Slam-Final. Für die sechs Siege stand er gerade mal 8 Stunden und 58 Minuten auf dem Platz. Dreimal profitierte die Weltnummer 1 von Verletzungen seiner Gegner, im Halbfinal davon, dass Gaël Monfils in seinem erst zweiten Grand-Slam-Halbfinal überfordert war. Und doch musste der Serbe im Halbfinal gegen Monfils leiden.
Die ersten zwei Sätze waren eine überraschend klare Sache für Djokovic. Als er auch im dritten Durchgang sogleich 2:0 in Führung ging, schien er zu einem weiteren lockeren Sieg zu spazieren. Monfils, der den Halbfinal ohne Satzverlust erreicht hatte, leistete aber doch noch ein wenig Widerstand. Der Franzose gewann praktisch aus heiterem Himmel fünf Games in Folge und später den Satz.
In einem der bizarrsten Halbfinals der jüngeren Geschichte schienen beide Spieler zu leiden. Djokovic liess sich an der linken Schulter behandeln, im vierten dann auch noch an der rechten. Und Monfils hinkte zwischen den Ballwechseln und fasste sich immer wieder ans Knie. So konnte keiner konstant gut spielen und sich entscheidend absetzen.
Offene Fragen
Am Ende hatte Djokovic den grösseren Siegeswillen und rettete sich nach einem Break zum 4:2 im vierten Satz über die Ziellinie. Er steht im Final, über seinen Form- und Fitnessstand herrscht jedoch absolute Ungewissheit. Nicht zum ersten Mal zeigte er sich verwundbar bei grosser Hitze und Luftfeuchtigkeit. Und vor allem plagt er sich offensichtlich mit allerlei kleinen Blessuren herum. Dass er es dennoch in seinen 21. Grand-Slam-Final schaffte – und am Sonntag seinen dritten US-Open-Titel anvisieren kann – spricht ebenso für seine Entschlossenheit wie für die Schwäche seiner Gegner am diesjährigen Turnier. Im Final trifft er auf den Schweizer Stan Wawrinka oder den Japaner Kei Nishikori.
Das Leiden der Tennisnation Frankreich geht weiter. Seit 1983 stand nun 26 Mal ein Franzose im Halbfinal eines Grand-Slam-Turniers, Yannick Noahs Triumph am French Open ist aber noch immer das letzte Mal, dass einer den Titel holte.
(SDA)