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Aufruf der Bäuerinnen und Bauern der Via Campesina zum 17. April 2014
zur weltweiten Verteidigung der Saatgut-Freiheit | Harare, 4. März 2014 (Auszug)
Das Saatgut hat eine besondere Bedeutung für die Ernährungssouveränität. Die Samen sind Teil der Ernten, die die Menscheit ernähren. Mit jeder Ernte stellt sich die Frage, von wem und wie die Lebensmittel produziert sind. Die Samen übermitteln auch die Absichten, das Wissen, die Praktiken und die Kultur der bäuerlichen Bevölkerung.
Seit über 100 Jahren wird die Saatgut-Freiheit durch kapitalistische Interessen angegriffen. Privatisierung und Standardisierung sollen der industriellen Landwirtschaft Gewinn bringen.
In den letzten Jahren hat sich dieser Prozess durch die Anwendung von Gentechnologie und die neuen «Monsanto-Gesetze» intensiviert. Bäuerinnen und Bauern, welche ihr eigenes Saatgut gegenüber dem kommerziellen, registrierten Saatgut bevorzugen, werden kriminalisiert.
Auf allen Kontinenten verstärkt sich Jahr für Jahr der Kampf gegen die Agro-Industrie, welche Ausbeutung und Tod, Land-grabbing, Vergiftung der Nahrungsmittel, Vertreibung der bäuerlichen, indigenen Bevölkerung aus ihren Gebieten zur Folge hat.
Wir verteidigen die Saatgut-Freiheit, da diese die Grundlage für eine umfassende Agrar-Reform und ein nachhaltiges ökologisches Landwirtschaftsmodell ist. Die freie Nutzung des Saatgutes ist ein Grundrecht und eine unabdingbare Voraussetzung für die Ernährungssouveränität. Ebenso wie die Erde, das Wasser, die Bodenschätze ist das Saatgut Gemeinschaftsbesitz, welches in den Händen der Gemeinschaft bleiben muss!
Die Via Campesina ruft am 17. April weltweit mit verschiedenen Aktionen zum internationalen Kampf der Bäuerinnen und
Bauern auf (am 17. April 1996 hatte die brasilianische Militärpolizei neunzehn landlose Bäuerinnen und Bauern ermordet, die auf der Suche nach einer Lebensgrundlage ein Stück Land besetzt hatten). Die Via Campesina möchte einen Dialog in der ganzen Gesellschaft anstossen und strebt den Aufbau eines internationalen Bündnisses an, das die gesetzlichen Grundrechte und die menschliche Würde respektiert und sich für eine selbstbestimmte Gesellschaft und Landwirtschaft einsetzt.
www.uniterre.ch | www.viacampesina.org
La Via Campesina, Uniterre, Gmüseabo Thalheim, Ortoloco Dietikon, Pflanzenblätz Dunkelhölzli Zürich, Bungerthof Berg am Irchel