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Zweimal jährlich fasst Mediapulse die Daten der Radioforschung zusammen und publiziert diese im Rahmen eines Semesterberichts. Diese umfassen aggregierte Betrachtungen und erlauben eine Gesamtsicht über die Nutzung des Mediums Radio in der Schweiz.
Die linearen Angebote der privaten und öffentlichen Radiosender wurden im ersten Halbjahr 2023 täglich von 73 Prozent (rund 5,3 Mio. Personen der Schweizer Bevölkerung ab 15 Jahren) genutzt. «Das bedeutet, dass die Gattung Radio in der Schweiz an einem Durchschnittstag knapp drei Viertel der erwachsenen Bevölkerung erreicht», kommentiert Mediapulse am Donnerstag in einer Mitteilung.
Im Vergleich der Sprachregionen schwankt diese relative Grösse des täglichen Radiopublikums zwischen 80 Prozent in der Svizzera italiana, 74 Prozent in der Deutschschweiz und 70 Prozent in der Suisse romande.
Wer das lineare Radio nutzt, tut dies pro Tag im Schnitt 111 Minuten lang (sogenannte Hördauer). Am längsten nutzen die Deutschschweizer mit einer täglichen Hördauer von 117 Minuten das Medium Radio, während dieser Wert in der Suisse romande mit 95 Minuten deutlich unter dem Durchschnitt liegt.
Im Vorjahresvergleich sinkt der Anteil der Radiohörerinnen und -hörer an der Gesamtbevölkerung von 74 auf 73 Prozent. Die Hördauer pro Person nimmt hingegen stark zu und steigt von 105 auf 111 Minuten. Mit anderen Worten: «Im Vorjahresvergleich nutzen etwas weniger Personen das Radio deutlich länger», heisst es.
Heruntergebrochen auf die drei Sprachregionen zeigt sich ein unterschiedliches Bild pro Region. In der Deutschschweiz sinkt die Reichweite um einen Prozentpunkt auf 74 Prozent, während die Hördauer von 110 auf 117 Minuten steigt. In der Suisse romande bleibt die Reichweite bei 70 Prozent stabil und die Hördauer nimmt um sechs Minuten zu (von 89 auf 95 Minuten). In der Svizzera italiana wiederrum steigt sowohl die Reichweite (von 79 auf 80 Prozent) als auch die Hördauer (von 102 auf 106 Minuten).
Eine detaillierte Betrachtung der einzelnen Radios zeigt, dass Radio Pilatus nach dem ersten und zweiten Semester 2022 an der Spitze inzwischen wieder von Radio 24 überholt worden ist. Der Zürcher Sender hat dazu gewonnen und erreichte täglich 224'660 Hörerinnen und Hörer. Radio Pilatus hat leicht verloren und erreichte 210'040 Personen. Auch Energy Zürich konnte sich wieder vom vierten Platz im Vorjahr auf das Podest zurücksenden und erreichte neu 208'770 Zuhörende.
Bei den Sendern der SRG erreichte Radio SRF 1 jeden Tag 1,178 Millionen Hörende, was einem Plus von 16'860 entspricht. SRF 3 verlor 66'640 Hörerinnen und Hörer und kam so neu auf täglich 904'890 täglichen Zuhörenden. Wie bereits im ersten Halbjahr 2022 landete Radio Swiss Pop mit 453'460 auf dem dritten Platz.
Die Messung der Radionutzung erfolgt innerhalb eines Panels und beruht auf dem technischen Prinzip des Audiomatchings. Als Messgerät bei den Panelistinnen und Panelisten dient eine Armbanduhr. Dabei wird die lineare, also zeitgleiche Nutzung von Radioprogrammen über sämtliche analogen und digitalen Verbreitungsvektoren erfasst. Die Nutzung von zeitgleichem Streaming jedoch nur, sofern diese nicht via Kopfhörer erfolgt.
Die Medienwissenschaftliche Kommission, bestehend aus wissenschaftlichen Experten der Medienforschung, Forschungsmethodik, Kommunikation und Publizistik, wacht über die Qualität der von Mediapulse angewandten Forschungsmethoden.
Bei der Radio-Forschung sind Anfang Jahr zwei Anpassungen umgesetzt worden. Zum einen wurde die tägliche Stichprobengrösse um 20 Prozent reduziert. Mit dieser Massnahme konnte dem Wunsch des Radiomarktes nach einer Senkung der Forschungskosten entsprochen werden.
Zum anderen wurde ein optimiertes Verfahren zur Identifikation und Bereinigung von Fehlmessungen (False Positives) eingeführt, womit die Validität der Nutzungsdaten – insbesondere bei der Abbildung von Longtail-Sendern – verbessert werden konnte.