Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03266.jsonl.gz/465

Verschiedene Berichte und Gerüchte zu verschiedenen Geräten zur freien Energie-Gewinnung kursieren derzeit im Internet. Hobby-Forscher treten in grossem Masse in Erscheinung, meistens um sich oder das Thema lächerlich zu machen und als „ad absurdum“ zu führen.
Die wenigen erfolgversprechenderen Präsentationen werden dann in der Regel entweder als „Perpetuum Mobile“ bezeichnet und für unglaubwürdig erklärt und gehen in der schieren Masse der tatsächlich unglaubwürdigen Systeme klanglos unter. Das häufigste Problem dabei ist, dass es sich bei den Erfindern oder Präsentatoren oft tatsächlich um einfache Bastler oder Handwerker handelt, dass sie nicht wissenschaftlich argumentieren können und sich überhaupt erst auf Vergleiche einlassen, ohne zu merken, dass sie dabei auf dünnes Eis geführt werden, das garantiert unter ihnen einbricht.
Hier folgt eine Auswahl der erfolgversprechendsten Apparaturen. Ein Blick darauf könnte sich lohnen.
- Magnetmotoren
- Solid-State-Generatoren
- Elektrostatische Energie-Generatoren
Andere erscheinen als nicht funktionsfähig oder ich konnte sie sogar als reinen Betrug entlarven.
Inertial Propulsion
So sind mechanische „Inertial Propulsion“-Systeme, scheinbar in der Lage, sich aus sich selbst heraus zu bewegen.
Tatsächlich funktionieren sie durch Ausnützung der Transformation von Reibungskräften, also dem Übergang von Ruhereibung zu Bewegungsreibung oder umgekehrt. Die schnellen, kräftigen Bewegungen reichen aus, um die Ruhereibung zu überwinden, nicht aber die viel längeren, langsamen und schwächeren Impulse. Daher bewegt sich das System.
Der Wirkungsfaktor liegt irgendwo unter 1% und bei genauer Betrachtung vorliegender Gleichungen kann oft leicht festgestellt werden, dass jeder Bezug zur Zeit fehlt, oder dass dieser weggekürzt wird.
Oft sieht man beeindruckende Kräfteverhältnisse in Diagrammen. Bringt man aber diese Kraftvektoren mit der Zeit in Bezug, stellt man fest, dass das eigentliche Produkt der Energievektoren = 0 ist.
„Keshe“-Spulen
„Keshe“-Spulen, die beim Anschluss an normale Steckdosen in den Stromkreislauf eingebracht werden, bewirken oft eine Abnahme des Stromverbrauchs, bis hin zum völligen Stillstand des Stromzählers.
Was scheinbar schon fast ein Wunder ist, hat ganz einfache Ursachen. Durch die Spule wird eine Phasenverschiebung zwischen Spannung und Strom erreicht, die beide Bestandteil der Leistung sind.
Bei Gleichstrom lautet die Formel: Strom I (Ampere) ∗ Spannung U (Volt) = Leistung P (Watt).
Bei Wechselstrom, der bei uns als Sinusschwingung mit 50Hz (50 Schwingungen pro Sekunde) vorliegt kann aber eine Verschiebung im Verlauf von Strom und Spannung stattfinden. Man spricht von einer Phasenverschiebung und einem Phasenwinkel (φ).
Die Formel für die Leistung, die vom Stromzähler gemessen wird:
Bei einer Phasenverschiebung von 90° ist die angezeigte und gezählte Leistung = 0.
In der Fachsprache wird das als Blindleistung bezeichnet und ist in in diesem Fall ein Energie-Diebstahl.
Abgesehen davon, dass dies illegal ist, kann die blosse Berührung einer solchen Spule an der Steckdose tödlich sein!
Bei kleinen Systemen aus Spule und Super-Magneten mit einer angeschlossenen Leuchtdiode, die „von selbst“ leuchten, sind die Tricks, dass sich hinter der Kamera ein nicht sichtbarer Sender befindet, der die benötigte Energie drahtlos zum präsentierten System schickt, oder versteckte Batterien mit gut versteckten Anschlüssen.
Hier ein Bild, wo sogar der Magnet weggelassen wurde.
Oft sind bei der Präsentation funktionierender Systeme verborgene Tricks im Spiel, die bisweilen auch von Magiern auf der Bühne angewendet werden, wie z.B sprudelndes Wasser aus einer sich selbst speisenden Quelle, mit physikalischen Gleichungen unterlegt, die aber bei näherer Betrachtung offenbaren, dass sie nicht dem damit beschriebenen System entsprechen, also schlichtweg falsch sind.
Viele Präsentationen sind denn eigentlich nichts anderes als Zauber-Kunststücke. Den Bastlern macht es dabei offensichtlich Spass, etwas zu präsentieren, was eigentlich nicht möglich ist, so wie z.B auch David Copperfield oder Houdini.
Ob das jetzt falsch ist, oder nicht, werde ich hier nicht beurteilen. Was geboten wird, ist oft wirklich toll anzusehen. Schade ist nur, dass viele Bastler versuchen, solche Geräte nachzubauen und schier verzweifeln, wenn sie diese nicht zum Laufen bringen.