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Abstract
Die Bestimmung des besten Ansatzes zur Sicherstellung der Personensicherheit, der Zuverlässigkeit des Betriebs und des möglichst schonenden Einsatzes der Betriebsmittel im Erdfehlerfall erfordert eine sorgfältige Wahl der Art der Sternpunktbehandlung des betrachteten Netzes. Die wichtigsten möglichen Ansätze für diese Aufgabe sind bekannt und etabliert: Isolierter Sternpunkt, erdschlusskompensiertes Netz, direkte Sternpunkterdung, Impedanzerdung und vorübergehende Sternpunkterdung. Ergänzende Massnahmen wie die Erdung von fehlerbehafteten oder gesunden Phasenleiter sowie die Überbrückung der Sternpunktimpedanz wurden ebenfalls schrittweise eingeführt. Es zeigt sich, dass keine der Lösungen in allen Anwendungen eindeutig optimal sein kann: verschiedene Aspekte des Kurzschlussverhaltens müssen Verglichen werden. Die Strom- und Spannungsverläufe im stationären und transienten Fall, die betrieblichen Folgen eines Erdfehlers sowie der Aufwand für die Erfassung und die Ortung von Erdfehlern sind die wesentlichen Elemente dieses Vergleichs. Die Wahl der Sternpunktbehandlung hat darüber hinaus Auswirkungen auf die erreichbare Ausdehnung des Netzes, die Beschaltung der Transformatoren, die Bemessung der Erdungsanlagen und die Schutztechnik. Über die Zeit haben sich für bestimmte Anwendungskategorien in Abhängigkeit der Spannungsebene und des Verkabelungsgrades bevorzugte Lösungen etabliert. In naher Zukunft ist nicht zwingend mit der Einführung von neuartigen Lösungen zur Sternpunktbehandlung zu rechnen. Vielmehr ist es die Entwicklung der Netze selber (mehr Verkabelung, mehr verteilte Erzeugung, höhere Spannungen, usw.) welche punktuell eine Änderung der Sternpunktbehandlung eines existierenden Netzes auslösen kann.