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Für unsere Botschafterin Miriam Riser ist Reiten mehr als ein Hobby. Zwar ist sie als Amateurin unterwegs, dennoch trainiert sie gezielt und plant ihre Saison genau. Wie sie das macht und was sie beim Training ihrer Pferde beachtet, hat sie uns im Interview erzählt. Ganz wichtig ist ihr dabei der Grundsatz: "Wer aufhört, besser zu werden, hört auf, gut zu sein."
Miriam Riser, hast Du die Saison 2014 schon geplant? Wo wirst Du starten?
Der erste Teil der Saison – so bis ca Ende April 2014 ist geplant. Ich werde in den nächsten 2 Monaten in Hildisrieden, Hasle, Müntschemier und Neuendorf am Start sein. Eventuell werden wir im April oder Mai auch noch ein internationales 1*CSI in Italien bestreiten.
Worauf achtest Du beim Planen der Saison?
Die Planung ist für jedes Pferd individuell, dennoch kann ich es mir aus zeitlichen und finanziellen Gründen nicht erlauben, jedes einzelne Pferd in verschiedenen Prüfungen zu reiten und muss einen Konsens finden für Laronica und Tacoma. Das heisst, ich muss einheitliche Prüfungen und Plätze auswählen, die für beide Pferde passen und wo wir realistische Chancen auf gute Klassierungen haben. Wenn alle drei Pferde an einem Wochenende am Start sind, bezahle ich gut CHF 300.00 Startgeld, wenn ich dann nicht klassiert bin und nicht wenigstens ein Teil des Startgeldes zurückgewinne, werde ich spätestens nach dem dritten Wochenende doch etwas nervös.Dieses Jahr wird generell etwas anders verlaufen als die letzten Jahre. Ich werde zum Beispiel auf die Teilnahme der R-Challenge verzichten müssen, da ich mit Laronica von Hof aufgrund einer S-Klassierung im letzten Jahr von der Teilnahme ausgeschlossen bin und mit Tacoma vom Wellberg bereits mit über 2000 Gewinnpunkte nur für die grosse Tour teilnahmeberechtigt wäre. Allerdings ist Tacoma das perfekte Speed- und auch Siegpferd für Prüfungen bis 125, auch immer wieder für gute Resultate bis maximal 130 zu haben.
Aber aufgrund ihrer doch etwas unflexiblen Anatomie konstant auf dem Niveau 130/135 – also an der grossen Tour teilzunehmen und dort an der Spitze mitzureiten - ist unrealistisch. Zusätzlich habe ich noch ein 4-jähriges Pferd, welches diesen Frühling erste Parcourserfahrungen in ganz tiefen Prüfungen 70/80 sammeln wird. Ich werde dafür vermutlich 1-2mal mehr im Ausland reiten, da die Teilnahmebestimmungen im Ausland offener sind, was mir zu Gute kommt.
Wie trainierst Du Deine Pferde?
Auch hier wird das Training der Fitness, den Stärken und den Schwächen des Pferdes angepasst. Während Laronica aufgrund ihrer Rückenproblematik bis vier Mal die Woche gearbeitet wird; d.h. longiert, Dressur oder Gymnastik - trainiere ich Tacoma viel mehr in der Kondition. Tacoma ist auch vom Körperbau um einiges schwerfälliger als Laronica, darum reite ich sie im Gelände sehr oft bergauf. Langsames bergauf-traben braucht unglaublich viel Kraft und Ausdauer. Sobald unser grosser Reitplatz in Dagmersellen offen ist, wird Tacoma mindestens 2x in der Woche einfach nur auf dem Platz galoppiert. Eine gute halbe Stunde Galopp im leichten Sitz ist ganz schön anstrengend aber hoch effektiv – nicht nur für das Pferd.
Die junge Stute hingegen darf alles noch ganz spielerisch angehen; bei ihr zählt einzig und allein, dass sie positive Erfahrungen in diesem Jahr sammelt und somit die Freude am Sport wächst.
Was möchtest Du in dieser Saison verbessern?
Die Reiterei besteht in sich selbst aus Verbesserungen. Wer aufhört, besser zu werden, hört auf, gut zu sein. Oftmals sind die Schritte zurück an die Basis der Reiterei und die Grundausbildung die Schritte, die mir zum nächsten Erfolg helfen. Diese Saison wird für mich sowieso speziell sein. Laronica hat ein schwieriges Jahr hinter sich; bei ihr darf ich mir nicht zu hohe Ziele setzen. Das höchste Ziel ist es, ihr das Vertrauen in den Springsport zurückzugeben und sie nur auf Plätzen und in Prüfungen einzusetzen, auf und in denen sie sich wohlfühlt und die ihr entsprechen. Mitte Saison wird sich dann entscheiden, ob sie wieder mutig und angriffig genug ist, um sie vereinzelt für höhere Prüfungen einzusetzen.
Bei Tacoma ist es einfacher. Ich weiss was sie kann und ich weiss wo ihre Grenzen sind.
Und die junge Stute, die macht einfach nur Spass; sie hat den Vorteil der Jugend; sie muss nicht, sie darf.
Wie arbeitest Du daran, dieses Ziel zu erreichen?
Immer und immer wieder das Selbe machen, trainieren, konsequent, diszipliniert, fleissig und niemals aufgeben, reflektieren und daraus lernen, immer weiter machen, fleissig, konsequent und wieder trainieren und wieder reflektieren und das ganze immer wiederholen, wenn etwas nicht funktioniert neue Wege gehen und dann wieder üben, üben und nochmals üben und sobald etwas sitzt einen Schritt weiter gehen um dann wieder zurück an die Basis zu gehen und und und ….Dann das ganze wieder von Vorne.
Was ist Deiner Meinung nach das Wichtigste, für Hobby Reiter, wenn sie sich auf Turniere vorbereiten?
Für einen Hobby-Reiter sollte das Ganze hauptsächlich pure Freude bereiten. Es gibt so viele Reiter, die sind so nervös vor dem Turnier, dass sie alles was sie eigentlich können, während des Parcours nicht umsetzen können. Dann ist sicherlich mentales Training hilfreich; denn die Nervosität lässt die Freude an diesem wunderbaren Sport und Wettkampf schwinden.