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Die Blaue Holzbiene ist unter weiteren Namen bekannt: Violette Holzbiene, Grosse Holzbiene oder Gemeine Holzbiene. Sie gehört zur Insektenordnung der Hautflügler, die durch vier durchsichtige Flügel gekennzeichnet sind. Mit einer Länge von fast 3 cm gilt die Blaue Holzbiene als die grösste heimische Bienenart.
Wegen ihres hummelartigen Körperbaus wird sie meist für eine Hummel gehalten. Im Unterschied zu Hummeln sind die Flügel der Holzbiene aber nicht klar und durchscheinend, sondern weisen eine blauschwarze Färbung auf. Bei bestimmtem Lichteinfall schillern die Flügel bläulich (siehe Foto). Der Körper ist schwarz gefärbt und behaart. Männchen und Weibchen unterscheiden sich kaum.
Blaue Holzbienen können zwar stechen, sie tun dies aber nur, wenn man sie belästigt oder unabsichtlich behelligt. Gegenüber Menschen ist Xylocopa violacea nicht angriffslustig.
Die Blaue Holzbiene hat in der Schweiz zwei Schwsterarten: Xylocopa iris und Xylocopa valga. Diese Holzbienen kommen jedoch nur bei Genf, im Wallis, und in der Südschweiz vor.
Auch eine Verwechslung mit der Mörtelbiene (Megachile parietina) ist nicht ausgeschlossen. Diese Biene nagt sich nicht ins Holz, sondern mörtelt ihre Nester an Steine und Felsen.
Verbreitung und Lebensraum
Das Hauptverbreitungsgebiet erstreckt sich über Süd- und Mitteleuropa. Im deutschsprachigen Raum ist die Blaue Holzbiene nur an wärmeren Stellen anzutreffen. Sie breitet sich seit einigen Jahren aufgrund der Klimaverwärmung nach Norden aus. In der Schweiz kommt die Holzbiene ausschliesslich in niedrigen Lagen vor. Ganz so selten wie die Verbreitungskarte vermuten lässt, dürfte sie aber nicht sein. Es bestehen vermutlich grosse Kartierungslücken.
Lebensraum sind Obstwiesen, Hausgärten, Parkanlagen oder Waldränder, also lichte, sonnenexponierte Orte. Die Holzbiene benötigt warme Biotope mit viel trockenem Totholz, in das sie ihre Niströhren nagen kann. Idealer Ersatz-Brutort sind Konstruktionen aus Holzpfählen oder Balken, wie man sie in Hausgärten oder auf Spielplätzen findet.
Lebensweise
Die Flugzeit der frisch geschlüpften Holzbienen beginnt etwa Anfang August und dauert bis in den Herbst. Beide Geschlechter überwintern als erwachsene Biene (Imago) an geschützter Stelle, z.B. in Holzgängen, Mauerspalten oder in selbst gegrabenen Erdlöchern. Die Überwinterung endet etwa im April. Bei warmem Wetter kann man die Holzbienen bereits im März beobachten. Die überwinterten Blauen Holzbienen leben dann meist bis in den Juni hinein.
Holzbienen leben allein. Die Geschlechter treffen sich nur zur Paarung. Nach der Begattung im Frühling nagt das Holzbienen-Weibchen mit seinen kräftig ausgeprägten Beisswerkzeugen bis 30 cm lange Nistgänge in totes, sonnenbeschienenes Holz. Xylocopa violacea ist standortstreu und nistet meist in dem Holz, in dem sie selber geschlüpft ist. Im Laufe der Zeit wird das Totholz dadurch völlig durchbohrt. Bei der Wahl ihres Brutsubstrats macht die Blaue Holzbiene keinen Unterschied zwischen natürlichem Totholz oder alten Balken. Sie kann deshalb zum Ärgernis werden, wenn sie ihre 1,5 cm dicken Löcher in altes Fachwerk an Häusern und Gartenanlagen bohrt.
Die Blaue Holzbiene ist eine gewandte und schnelle Fliegerin, die auch grosse Entfernungen zurücklegen kann. Dabei orientiert sie sich mit ihrem gut entwickelten Sehsinn. Die Imagines ernähren sich von Pollen und Nektar, vor allem von Schmetterlingsblütlern, Korbblütlern und Lippenblütlern.
Ihre kräftigen Beisswerkzeuge nutzt die Blaue Holzbiene manchmal auch, um an Nektar zu gelangen. Ist die Blüte zu klein für die grosse Biene, beisst sie einfach seitlich ein Loch hinein. So gelangt das Insekt an den Nektar, ohne die Blüte zu bestäuben (sog. "Nektarraub").
Gefährdung und Schutz
Xylocopa violacea gilt in der Schweiz als gefährdet. Der Grund dafür ist hauptsächlich die Vernichtung geeigneter Nistplätze in sonnigen Lagen: Immer noch wird Totholz in der Waldwirtschaft, in Parks und Gärten aus übermässigem Ordnungssinn weggeräumt. Lange Zeit betrachtete der Mensch tote Bäume als unnütz, die man bestenfalls noch als Brennholz verwerten konnte.
Förderungsmöglichkeiten
- Totes Holz in Gärten, Streuobstwiesen, Parks und an Waldrändern liegen lassen
- Bohrlöcher in Pfählen und Balken dulden, solange diese das akzeptable Mass nicht überschreiten
- gezielt Balken als Nistplatz anbieten
Beobachtungstipp
Die Art wird meist zufällig gefunden. Am ehesten lohnt es sich, in sonnigen, warmen, blütenreichen Gebieten (z.B. Streuobstwiesen) nach dem schwarzen Brummer zu suchen. Die Blauen Holzbienen entdeckt man am einfachsten beim Blütenbesuch.
Ihre kräftigen Beisswerkzeuge nutzt die Blaue Holzbiene manchmal auch, um an Nektar zu gelangen. Ist die Blüte zu klein für die grosse Biene, beisst sie einfach seitlich ein Loch hinein. So gelangt das Insekt an den Nektar, ohne die Blüte zu bestäuben (sog. "Nektarraub").