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Schluchzend sass sie da, auf dem Leadersitz, nach Luft und Worten ringend – erfolglos. Mikaela Shiffrin konnte die Tränen nach ihrem Weltcup-Sieg in Courchevel (FRA) am Montag nicht mehr zurückhalten.
Ein «Sorry» brachte sie gerade noch heraus, bevor sie die Fassung erneut verlor. Später gelang es der 25-Jährigen, eine kurze Stellungnahme abzugeben: «Es ist ziemlich schwierig zu erklären. 95 Prozent von mir haben gedacht, dass ich es nicht schaffen kann. Es ist verrückt, wieder hier zu sein.»
Erster Sieg seit dem Tod des Vaters
Dass die Emotionen bei Shiffrin dermassen hochgingen, hat mit ihrem Vater Jeff zu tun, der am 2. Februar 2020 aus heiterem Himmel gestorben war. Der Tod stürzte Mikaela, die damalige Dominatorin in den Technikrennen, in ein tiefes Loch. Immer wieder verschob sie ihr Weltcup-Comeback. Sogar mit Rücktrittsgedanken beschäftigte sie sich.
Im November gab sie einen Einblick in ihr Innenleben: «Die Zeit seit meinem letzten Rennen (26. Januar 2020, d.Red.) war die stressigste in meinem Leben. Ich bin emotional müde und immer noch wütend. Wütend, weil mein Vater gestorben ist. Wütend, weil ich mich an den meisten Tagen allein fühle.»
67. Weltcup-Sieg der Karriere
Rennen zu bestreiten ermögliche ihr, diesen Qualen zu enteilen, sagte Shiffrin. «Es fühlt sich an, als ob ich in den Urlaub fahren würde.» Früher hätte sie nie eine solche Einstellung gehabt. An ihren Ergebnissen ändert die neue Perspektive scheinbar wenig. In den zwei Slaloms von Levi Ende November fuhr sie auf den 2. und 5. Platz.
Nun hat sie im Riesenslalom den Olymp bereits wieder bestiegen. Der Sieg in Courchevel bedeutete zugleich den 67. Weltcup-Erfolg ihrer Karriere. Damit zog sie mit Marcel Hirscher gleich. Bei den Frauen ist nur Lindsey Vonn (82 Weltcup-Siege) besser.