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Vor siebzig Jahren, am 30. August 1953, wurde «Der internationale Frühschoppen» erstmals im deutschen Fernsehen an einem Sonntagmittag ausgestrahlt. Er sollte zu einer der erfolgreichsten Fernsehproduktionen in Deutschland werden.
Diese Sendung war untrennbar mit Werner Höfer verbunden. Er moderierte jede der 1874 Folgen bis zum 20. Dezember 1987. Zu jeder Sendung wurden fünf bis sieben Journalisten aus aller Welt eingeladen. Entsprechend waren die Themen international ausgerichtet. Neben der Fachkenntnis war die Beherrschung der deutschen Sprache die Bedingung für eine Einladung. Es gab eine Reihe von Journalisten, die wiederholt eingeladen wurden.
Entsprechend dem Namen der Sendung wurde jedem Gast ein Schoppen Weisswein serviert. Während der Sendung konnte man beobachten, dass regelmässig nachgeschenkt wurde. Und natürlich wurde geraucht.
Werner Höfer war als Moderator dominant. Wiederholt unterbrach er seine Gäste, wechselte abrupt Themen und beanspruchte bisweilen ein Drittel der gesamten Sendezeit für seine Ausführungen. Bei aller Kritik aber wurde ihm eine hohe Kompetenz zugestanden.
«Der internationale Frühschoppen» hatte sein Stammpublikum, weit überdurchschnittliche Einschaltquoten und wurde parallel auch im Hörfunk ausgestrahlt. Er fand ein abruptes Ende, als im Dezember 1987 «Der Spiegel» einen Artikel vom 20. September 1943 zutage förderte, in dem Werner Höfer die Hinrichtung eines Pianisten seitens der Nazis gerechtfertigt hatte. Auch weil Werner Höfer auf diese Enthüllung äusserst ungeschickt reagierte, wurde «Der internationale Frühschoppen» kurz darauf eingestellt.
Da Höfer die Rechte an diesem Format hatte, wurde statt dessen zur selben Zeit am Sonntagmittag der «Presseclub» ausgestrahlt. Natürlich wurde nicht mehr getrunken und geraucht, und die Themen fokussieren stärker auf Deutschland. Diesen Normalbetrieb gibt es bis heute und er wird wohl noch lange fortgesetzt.
Das Bild stammt aus dem Jahr 1957. Werner Höfer sitzt als Vierter von links in der Mitte.
(J21)