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Wir hörten im letzten Posting von Jan Gehl die Klage von der egozentrischen Bauform des Hochhauses und den dafür vorgeschlagenen Zonen in unserer Stadt und dass wir damit den städtebaulichen Absturz planen würden.
Schon lange sinnieren kritische Geister darüber, warum das Hochhaus in unserem europäischen Kontext immer wieder gegen dessen Wesen durchschlägt. René Furer, einst Professor an der ETH, stellt in Nr. 11 seiner Hefte fest: «Inzwischen ist es schwer nachvollziehbar, wie die Schweiz um 1950 vom Hochhaus dermassen eingenommen war». In Zürich wird das Hochhaus gegenwärtig durch die vom Bauamt angebotenen Ausnützungsgeschenken getriggert.
«zuerivitruv» vermutet neben der ursprünglich kriegsbedingten Amerikaverehrung heute ein Möchtegern-Gehabe, das von einem Minderwertigkeitskomplex herrührt. Jan Gehl wird oben in seinem Text deutlich und fragt, ob wir in Zürich einen solchen Minderwertigkeitskomplex hätten, dass wir mit Dubai konkurrieren müssten. Zu Recht bringt er die flach gebauten Städte wie Paris, Barcelona und Kopenhagen ins Spiel. Wir scheinen in Zürich «im Gestürm» vergessen zu haben eine schön angelegte europäische Stadt zu bewohnen.
Sowohl für unser Stadtbild als auch in Bezug auf die angebrochene Epoche der Ökologie stellt sich die 2001 verordnete Hochhauskur heute als Fehler heraus. Das macht einen umgehenden Stopp mit Nachdenken und Umschwenken erforderlich. Das Hochbaudepartement schlägt aber eine Verstärkung der Hochhauskur von 2001 vor.
P.S., die linke Zürcher Zeitung, Nr. 22/22, 3. Juni 2022, Seite 12 www.pszeitung.ch