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Im Rahmen des 11. "Freiburger Forum Weltkirche" hat Prof. Mariano Delgado als Direktor des Instituts für das Studium der Religionen und den interreligiösen Dialog (IRD) am 10. Oktober 2019 den 5. "Bartolomé de las Casas Preis" an PD Dr. Dr. Thomas Fornet‐Ponse (geb. 1979) für seine Habilitationsschrift "Christologie als Konfliktgeschichte" verliehen, mit der er Anfang 2019 an der Theologischen Fakultät der Universität Salzburg für das Fach Fundamentaltheologie habilitiert wurde.
In seiner Habilitationsschrift zeigt Herr Fornet‐Ponse auf, wie die christologischen Entwürfe von Edward Schillebeeckx im Kontext der säkularen Moderne, von Jon Sobrino im befreiungstheologischen Kontext Lateinamerikas, und von Jacques Dupuis angesichts des religiösen Pluralismus zu Konflikten mit dem katholischen Lehramt und zu unterschiedlichen Konfliktlösungsstrategien von beiden Seiten führten. Die Arbeit von Herrn Fornet‐Ponse stellt vielfältige innovative Impulse bereit: a) im Blick auf eine fundamentaltheologische Konflikttheorie; b) hinsichtlich der Hermeneutik des 2. Vatikanischen Konzils; c) für methodologische Fragen
lehramtlicher Instanzenregelungen; d) für ekklesiologische Theoriebildung; e) für moderne Christologiegeschichte; f) und dies unter Einschluss wichtiger einzelner theologischer Expertisen und Einsichten. Das IRD gratuliert Herrn Fornet‐Ponse für diese Arbeit und freut sich, ihn unter den Las Casas‐Preisträgern zählen zu können.
Der Preis, dotiert mit 2 000 EUR, wird vom IRD seit 2011 alle zwei Jahre verliehen, um die Erinnerung an den Dominikaner und Bischof Bartolomé de Las Casas (1484‐1566) wachzuhalten. Las Casas, den die chilenische Nobelpreisträgerin für Literatur Gabriela Mistral „eine Ehre für das Menschengeschlecht“ genannt hat, verfasste den ersten missionswissenschaftlichen Traktat („De unico vocationis modo omnium gentium ad veram religionem“ / „Die einzige Art der Berufung aller Völker zur wahren Religion“) und die erste religions‐ und kulturvergleichende Ethnographie („Apologética Historia Sumaria“ / „Kurze apologetische Geschichte“) der Frühen Neuzeit. Darüber
hinaus behandelte er in vielen Traktaten, Denkschriften und Briefen die sozialethischen Fragen, zu denen die erste Globalisierung im Windschatten der europäischen Expansion Anlass gab. In diesen Schriften, denen man die christliche Kompassion angesichts der Leidensgeschichte der Menschheit anmerkt, verteidigte er die friedliche Evangelisation, die Einheit der Menschheitsfamilie, die Rechte der indianischen Völker sowie die Würde und Logik ihrer Religionen und Kulturen. Das „Institut für das Studium der Religionen und den interreligiösen Dialog“ (IRD) der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg Schweiz steht in der Tradition dieses Erbes.
Freiburg, den 11.10.2019 Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Mariano Delgado, Direktor des IRD und Dekan