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«Kaffeekantate», für Sopran (Lieschen), Tenor (Erzähler) und Bass (Schlendrian),
Traversflöte, Streicher und Basso continuo
Der Kaffee – heute allgegenwärtiges Überlebenselixier in Büro und Morgenstunde – war im Barock Luxusartikel und (lässliche) Sünde zugleich. Den Streit um seinen Genuss mit dem ewigjungen Autoritätskonflikt zwischen Eltern (Schlendrian) und Kindern (Lieschen) zu verbinden, ergab den genialen Plot des 1732 gedruckten und mehrfach vertonten Librettos des Leipziger Gesellschaftsdichters Picander. Wie Bach die polternde Hilflosigkeit des aufgeblasenen Patriziers und den charmanten Trotz der sehnsuchtsvollen Jungfer porträtiert, spricht für seinen erprobten Familiensinn und war gewiss ebenso Werbung für das Zimmermannische Coffeehaus zu Leipzig wie für die «ernst-scherzhafte» Tonkunst ihres Komponisten. Mit dem wohl von ihm hinzugefügten Schlussterzett «Die Katze lässt das Mausen nicht» gelang Bach zudem ein schelmischer Ohrwurm.