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Ohrenkerzen, auch Ohrkerzen oder Hopi-Kerzen genannt, sollen einer Legende nach eine alte indianische Tradition zur Behandlung von Ohren haben. Ohrenkerzen werden zur Entspannung, gegen Ohrenschmalz sowie bei Problemen mit dem Ohr, etwa auch bei Ohrengeräuschen eingesetzt. Der Ursprung der Ohrenkerzen soll bei alten, indianischen Stämmen sowie bei weiteren Naturvölkern liegen.
Anwendung von Ohrkerzen
Tatsächlich bieten auch immer mehr Dienstleister aus dem Wellness-Bereich eine Ohrkerzenbehandlung zum Abbau von Stress an. Durch das Brennen der Ohrenkerze werden leichte Schwingungen erzeugt, die die Ohrstruktur sowie diverse Reflexpunkte stimulieren sollen. Eine Ohrkerze besteht aus einem etwa 20cm langen, hohlen Röhrchen. Traditionell bestehen Ohrkerzen aus Flachs, allerdings dient heute Baumwolle als Ersatz. Der Baumwollstoff ist in Bienenwachs getränkt sowie mit individuellen Mischungen aus Kräutern und ätherischen Ölen bestückt. Die Ohrenkerze wird zunächst senkrecht in das Ohr geführt. Aus Sicherheitsgründen ist zu empfehlen, dass die Ohrkerze niemals selbst, sondern immer von einer zweiten Person in das Ohr eingeführt werden soll. Dann wird die Ohrkerze angezündet, sodass warmer Rauch in das Innere der Ohren gerät.
Wirkung von Ohrkerzen
Die mögliche positive Wirkung der Ohrkerzen soll nun durch den sogenannten Kamin-Effekt zustande kommen. Denn durch das Anzünden der Ohrkerze im Ohr entsteht ein Luftzug nach unten, der wiederrum einen leichten Überdruck erzeugt. Nachdem die Hälfte der Ohrenkerze abgebrannt ist, gerät der Luftzug nach oben, sodass eine Druckentlastung bewirkt wird. Eine mögliche Wirkung von Ohrkerzen lässt sich in drei Phasen aufteilen:
- Nach dem Anzünden der Ohrkerze kann sich diese auf den äußeren Gehörgang auswirken. Die erwärmten Kräuter sowie Aromen die sich außerhalb der Ohrenkerze befinden sollen zu einer Intensivierung der möglicherweisen positiven Wirkung führen.
- Druckverhältnisse wechseln sich ab. Dadurch soll die Durchblutung im Ohr gefördert sowie der Lymphfluss angeregt werden.
- Nun findet ein Druckausgleich statt. Dieser soll einen entspannenden Effekt auf die Atmung, das Herz haben, sowie zu einer kompletten Entspannung des ganzen Körpers führen.
Ohrenkerzen medizinisch umstritten
Eine mögliche positive Wirkung der Ohrenkerzen ist jedoch aus medizinischer Sicht nicht belegt. Experten weisen sogar daraufhin, dass die Behandlung mit Ohrenkerzen auch zu Verletzungen am Ohr und im Gesicht führen kann. Denn das heiße, tropfende Wachs der Ohrenkerze kann möglicherweise auch dazu führen, dass der äußere Gehörgang des Ohrs verstopft wird. Außerdem kann die brennende Ohrenkerze auch Verbrennungen am äußeren Ohr, dem Mittelohr oder etwa am Gesicht verursachen. Nach dem Anzünden der Ohrenkerze kann diese nur noch mit Hilfe von Wasser gelöscht werden, daher sollte bei der Verwendung von Ohrenkerzen ein mit Wasser gefülltes Glas als Vorsichtsmaßnahme in Greifnähe sein. Desweiteren können auch allergische Reaktionen auf die Inhaltsstoffe der Ohrkerzen, etwa auf die ätherische Öle oder Kräuter, ausgelöst werden. Bei folgenden Gesundheitszuständen sollte man Ohrkerzen nicht anwenden:
- bei eitrigen Entzündungen im Ohr
- bei Pilzinfektionen im Ohr
- bei Trommelfellverletzungen
- bei akuten Ohrenschmerzen
Es ist in diesen Fällen ratsam direkt einen Arzt aufzusuchen. Wer sich für eine Behandlung mit Ohrenkerzen entscheidet, sollte sich über die Behandlung an sich sowie über alle möglichen Risiken bei der Anwendung von Ohrkerzen von einem Arzt beraten lassen.