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Am besten sind Teams, in denen sowohl alte Hasen, die schon lange zusammenarbeiten, als auch Neulinge vertreten sind.
Die Herausforderungen, mit denen ein Unternehmen tagtäglich zu tun hat, können oftmals nicht von einer einzigen Person bewältigt werden. Sie erfordern den Einsatz einer ganzen Mannschaft. Ben Jones, Professor an der Kellogg School of Management in den USA, hat 19,9 Millionen wissenschaftliche Artikel und 2,1 Millionen Patente analysiert, um herauszufinden, welchen Mehrwert die Gruppe gegenüber Einzelpersonen ausmacht. Er stellte fest, dass die Forschungen, an denen mehrere Autoren beteiligt waren, doppelt so häufig zitiert wurden wie die Artikel einer Einzelperson - bei Artikeln mit weniger als 1'000 Verweisen sogar sechs Mal so häufig.
Bunte Mischung
Ideenbildung ist Teamarbeit. Der Prozess darf auf keinen Fall auf Personen im Unternehmen beschränkt sein, die als "kreativ" gelten. Doch aufgepasst: Es bringt nichts, ein Team aufzustellen, wenn man sich keine Gedanken um die Zusammensetzung macht. Um kreative Ideen aufkommen zu lassen, sollte man am besten ganz unterschiedliche Persönlichkeiten zusammenführen und Aussenstehende, vielleicht sogar Kinder und Senioren, mit einbeziehen. Ein gut durchmischtes Team sollte bezüglich der Mitglieder folgende Kriterien erfüllen:
- Sie gehören unterschiedlichen Abteilungen des Unternehmens an
- Sie sind unterschiedlich alt
- Sie haben unterschiedliche Kompetenzen
- Sie vertreten unterschiedliche Hierarchieebenen
- Sie haben einen unterschiedlichen beruflichen Werdegang
- Sie haben unterschiedliche kulturelle Hintergründe
Alte und Neue einbeziehen
Die richtige Mischung ist immer eine heikle Angelegenheit. Brian Uzzi, Soziologe an der Northwestern University, hat versucht, das Patentrezept herauszufinden, indem er die Broadway-Musicals unter die Lupe nahm. Er untersuchte die Zusammensetzung der kreativen Teams, die hinter den zwischen 1877 und 1990 aufgeführten Produktionen standen. Insbesondere interessierte er sich für das Ausmass der Verknüpfungen zwischen den einzelnen Mitgliedern: Kannten sie sich schon vorher oder hatten sie noch nie zusammen gearbeitet? Dann hat er geprüft, inwiefern diese Daten mit dem kommerziellen Erfolg der Musicals korrelieren.
Brian Uzzi stellte fest, dass es den Kreativen schwer fiel zu kommunizieren und Ideen auszutauschen, wenn zwischen ihnen vorher überhaupt keine Verbindung bestand. Das Ergebnis: Ihre Produktionen hatten nicht viel Erfolg. Überraschender ist, dass die Teams, die aus gut miteinander bekannten Künstlern bestanden, auch keine erfolgreichen Stücke auf die Bühne bringen konnten. Sie dachten alle in den gleichen Bahnen, wodurch jegliche Innovation erstickt wurde. Die erfolgreichsten Teams waren diejenigen, in denen einige langjährige Freunde und zugleich auch einige Neulinge vertreten waren.
Als 1957 das Musical West Side Story auf die Bühne kam, revolutionierte es das Genre, weil darin Themen behandelt wurden, die normalerweise aussen vor gelassen wurden (Armut, Zuwanderung) und der Fokus auf lange Tanz-Szenen gelegt wurde. Es wurde ein absoluter Kassenschlager. Das Team, das für diese Produktion zuständig war, umfasste einige Koryphäen, die schon unzählige Male miteinander gearbeitet hatten (Jerome Robbins, Leonard Bernstein, Arthur Laurents), aber auch neue Talente wie den 25-jährigen Lyriker Stephen Sondheim, der noch nie am Broadway gearbeitet hatte.
Quellen: Imagine: How Creativity Works, Jonah Lehrer, Houghton Mifflin Harcourt; Business Model Generation, Alexander Osterwalder und Yves Pigneur, Campus Verlag.