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Er wird am 11. Oktober 1674 in Montfaucon, einem Ort in den Freibergen unweit des Herrschaftsgebietes der Abtei Bellelay, geboren. Die Taufe findet in Saignelégier durch Pfarrer Jean-François Froidevaux statt. Dieser gibt ihm auch den ersten Schulunterricht. Jean-Baptiste studiert am Kollegium in Porrentruy (Pruntrut) und tritt dann ins Kloster Bellelay ein. Er legt hier 1697 Profess ab und vervollständigt die Ausbildung. 1702 wird er Doktor der Theologie. Zuerst Novizenmeister, dann Prior, wird er am 22. August 1719 zum Abt gewählt. In der Äbteliste wird er als Johannes XV. Sémon geführt.
Die gute Wirtschaftslage erlaubt es ihm, 1728 mit den Konventneubauten in Bellelay zu beginnen. Die klassische Dreiflügel-Anlage mit 4 Eckpavillons wird, vermutlich nach dem ursprünglichen Projekt Franz Beers II, bis 1738 vollendet.
Noch während des Neubaus in Bellelay lässt er 1736 im Priorat Himmelspforte ein neues Prioratsgebäude errichten. Über dem Portal ist sein Wappen zu finden.
1730–1740 exponiert sich der Abt als Vorsitzender der Landstände des Fürstbistums Basel gegen den Ausbau der absolutistischen Herrschaft des Fürstbischofs nach dem Vorbild des französischen Staates. Er ist Sprachrohr der Opposition gegen die Erlasse von 1726, die altes Gewohnheitsrecht missachten. Nach der Unterstützung des Basler Fürstbischofes durch den Kaiser und auch durch die katholischen Orte der Eidgenossenschaft eskaliert der Konflikt 1732 mit Handgreiflichkeiten gegen die bischöflichen Beamten. Die Wirren, «Troubles de Bâle» genannt, werden der Abtei angelastet und vom Fürstbischof mit Hilfe französischen Militärs[1] niedergeschlagen. Während die Volksführer mit dem Tod oder mit Galeere bestraft werden, verliert die Abtei in der Folge den Vorsitz der Landstände und muss nebst hohen Strafen auch die Kosten der militärischen Besetzung übernehmen. Das Engagement stärkt den Rückhalt der Abtei unter der Bevölkerung der Freiberge und macht sie im 18. Jahrhundert zum religiösen, kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum auch der angrenzenden reformierten Bewohner des Berner Hoheitsgebietes.
Abt Jean-Baptiste Sémon wird für seine Rolle im Aufstand zu sechs Jahren Hausarrest in seiner Abtei verurteilt. Lediglich die Visite seiner Priorate wird ihm gestattet. Auf einer dieser Visiten stirbt er im Priorat Grandgourt[2] am 29. Mai 1743. Er wird in Bellelay beerdigt.
Pius Bieri 2009
Benutzte Literatur:
Schmutz Nicod, Catherine: Die ehemalige Abtei Bellelay, Kunstführer GSK, Nr. 736, Bern 2003.
Gigandet, Cyrille: Bellelay, Abbés, in: Helvetia Sacra, Abteilung IV, Band III, Basel 2002.
|Abbé OPraem Jean-Baptiste Sémon (1674–1743) von Bellelay|
|Biografische Daten||Zurück zum Bauwerk|
|Geburtsdatum||Geburtsort||Land 18. Jahrhundert|
|11. Oktober 1674||Montfaucon , Jura CH||Fürstbistum Basel|
|Titel und Stellung||Regierungszeit|
|Abt OPream der Prämonstratenserabtei Bellelay||1719–1743|
|Sterbedatum||Sterbeort||Land 18. Jahrhundert|
|29. Mai 1743||Priorat Grandgourt, Jura CH||Fürstbistum Basel|
|Kurzbiografie|
|Abbé Jean-Baptiste Sémon von Bellelay wächst in den jurassischen Freibergen des Fürstbistums Basel auf. Er exponiert sich als Vertreter der Landbevölkerung gegen die absolutistischen Übergriffe der fürstbischöflichen Herrschaft, wird deshalb zu sechs Jahren Hausarrest in der Abtei verurteilt, bewirkt aber durch sein Engagement eine Festigung der Abtei als kulturelles, wirtschaftliches und religiöses Zentrum. Noch während der Fürstbischof mit französischer Hilfe in den «Troubles de Bâle» den Aufstand niederschlägt, betätigt sich Abbé Sémon als Bauherr der neuen Konventgebäude in Bellelay und auch der neuen Prioratsgebäude in Wyhlen.|
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