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Das im Jahr 1684 erstellte Jurabauernhaus liegt idyllisch am Ende des Dorfes Souboz, mit einem unverwechselbaren Ausblick auf Wiese und Wald. Bis vor einigen Jahrzehnten als Wohnhaus genutzt, verfällt es seither zunehmend.
Dank einer im Juni 2019 besiegelten Partnerschaft mit der Schweizer Berghilfe, konnte die Finanzierung der Instandstellungsarbeiten der Maison Heidi vollumfänglich gesichert werden.
Projektstatus
Beschreibung & geschichte
Die im Jahr 1684 erstellte Maison Heidi liegt idyllisch am Ende des Dorfes Souboz, mit einem unverwechselbaren Ausblick auf Wiese und Wald. Die Lage ist geprägt von der Ruhe und der direkten Natur. Dass das Haus seit Jahrzehnten nicht bewohnt wurde, ist im Inneren des Wohntraktes deutlich zu spüren. Die ursprüngliche Bausubstanz ist aber immer noch unangetastet vorhanden. Durch den langen Leerstand hat die Maison Heidi stark gelitten. Moderne Sanitär-, Küchen- und Heizungsinstallationen wurden nie installiert.
Das Familienleben spielte sich in der gewölbten Küche ab. Die Stube, auch Belle Chambre genannt, die durch den zentralen Küchenraum erschlossen ist, zeugt von einem gewissen Reichtum der Erbauerfamilie. Über dem Kachelofen in der Stube, konnte man durch eine Lucke in die Schlafkammer gelangen, in der die ganze Familie schlief. Eine weitere Schlafkammer wurde vermutlich erst im 19. Jahrhundert angebaut. Der direkte Zugang vom Küchenraum in den Stall lässt vermuten, dass in kalten Winternächten die Nutztiere in den warmen Raum gebracht wurden.
Geplant ist, die Sanierungsarbeiten auf die Erhaltung der bestehenden Substanz zu konzentrieren. Einzig die Einbauten für Küche und Bad sollen zurückhaltend in einer zeitgenössischen Formensprache ausgeführt werden. Nach der Restaurierung wird die Maison Heidi als Ferienhaus für 4-6 Personen zu mieten sein.
baukulturelle besonderheiten
Das regionaltypische Jurabauernhaus besteht aus einem Ökonomieteil aus Holz und einem kleineren gemauerten Wohnteil. Von der Eingangstür auf der Ostseite erschliesst sich direkt die gewölbte Küche. Gewölbte Küchen gelten als Aushängeschild der ruralen jurassischen Architektur und sind meistens aus Kalkstein gebaut. Sie fallen besonders durch ihre stabile Bauweise und ihre Monumentalität auf.
Die Küche bildet das Zentrum des Hauses. Die russgeschwärzte Küche diente ehemals als Fumoir, um das Fleisch zu räuchern, hatte aber auch eine wichtige Rolle auf sozialer Ebene, da sich hier das Familienleben abspielte. Das grosse Küchengewölbe steht typengerecht senkrecht zur Hauptfassade.
Der Rauch sammelte sich hier unter der Decke und konnte durch verschiedene Öffnungen in der Holzrückwand in die Scheune entweichen. Diese Funktion diente auch dazu, das Getreide im Ökonomieteil zu trocknen.
Zeitplan und finanzierung
Zeitplan
2017
Mai – Überschreibung des Baurechts
2018
bis Juni – Sofortmassnahmen zur Erhaltung des Baudenkmals
Bestandesaufnahme und Dokumentation
2019
Machbarkeitsstudie
2020
Frühling – Vorstudie und Baueingabe
Herbst – Beginn Renovation
2021
Vermietung des Baudenkmals
Finanzierung
Eine erste grobe Kostenschätzung geht von rund CHF 800’000 für die Renovation der Maison Heidi aus. Die Finanzierung des Betriebs der Ferienwohnung wird über die Mieteinnahmen erfolgen, welche die Kosten für Unterhalt, Reparaturen, Administration, usw. decken.
Dank dem Modell Ferien im Baudenkmal können die historischen Häuser langfristig erhalten bleiben. Für die Restaurierung der Baudenkmäler sind wir auf Spenden und Beiträge angewiesen. Helfen Sie mit, die Baukultur des Wallis erlebbar zu machen.
Medien
Lage
Lage
Souboz liegt auf 875 m ü. M., 10 km westlich des Ortes Moutier und 8 km entfernt vom Kloster Bellelay, von wo der bekannte Käse Tête de Moine stammt. Die kleine Gemeinde des Berner Juras zählt knapp 150 Einwohner.
Geschichte
Im Jahr 1398 wurde Souboz erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich von «Sous le Bois» (unter dem Wald) ab. Von 1797 bis zum Entscheid des Wiener Kongresses 1815 gehörte Souboz zu Frankreich. Danach gehörte der Ort zum Kanton Bern.
Seit 2015 ist Souboz ein Teil der fusionierten Gemeinde Petit-Val. Die Bevölkerung lebt heute wie damals hauptsächlich von der Milchwirtschaft und der Viehzucht.
DAnk
Wir danken allen, die uns dabei helfen, Baukultur für die kommenden Generationen zu erhalten und die Geschichten historischer Häuser erlebbar zu machen. Jeder noch so kleine Baustein hilft, ein Bauwerk zu erhalten:
– Schweizer Berghilfe
– Denkmalpflege des Kantons Bern
– Schweizer Heimatschutz – Schoggitalergelder
– Otto Gamma Stiftung
– Dora und Walter Rykart Stiftung
Ebenfalls möchten wir uns herzlichst bei den Privatpersonen und Institutionen, die nicht genannt werden wollen, für ihre Unterstützung bedanken. Unser Dank gilt ausserdem der Familie Ruffiot, die uns das Maison Heidi im Baurecht überlassen hat.