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Antarktisstationen von Deutschland
INLANDSTATIONEN
- Kohnen
Koordinaten : 75°00’S- 00°04E
Betriebszeit : 18.Jan.2001 bis heute
2892m über Meeresspiegel auf Schnee und Eis gelegen ( Dronning Maud Land)
757km von der Neumayer Station entfernt, der Nachschub dauert 9-14 Tage, GPS Navigationssystem wird benutzt. Pro Saison werden zwei Traversen mit bis zu sechs Schlittenzügen durchgeführt. Die Kommunikation ist über Inmarsat gewährleistet.
nächstgelegene Station : SANAE IV 381 km
Sommerstation mit max. 28 Personen
Eröffnet am 11.Jan 2001 und durch eine Inspektion unter Leitung Norwegens überprüft.
Forschungen in den Bereichen Meteorologie und Glaziologie. Es werden Eisbohrungen durchgeführt : siehe European Project for Ice Core Drilling (EPICA)
Die Station kann auch mit Kleinflugzeugen Dornier 228 und Twin Otter von Halley, SANAE oder der Neumayer Station angeflogen werden.
KÜSTENSTATIONEN E
- Gondwana Station
Koordinaten : 74°38’S- 164°13’E
Betriebszeit : 1983 bis ?
Pennell Coast Die Gondwana-Station, in der Terra-Nova-Bucht, südlich des Mount Melbourne, auf 74°38’S und 164°13’E gelegen. Sie ist die jüngste von der BGR eingerichtete Antarktis-Station, wurde im Januar 1983 errichtet und am 22.1.1983 in Betrieb genommen. Sie besteht aus 4 Hütten auf einer schneefreien Landzunge an der Küste des Ross-Meeres. Sie ist mit Schiff und Flugzeug erreichbar. Landepisten können auf dem See-Ei s vor der Station oder auf dem nahegelegenen Browning-Pass angelegt werden. Ausser einer Hütte, dieder Lillie-Marleen-Hütte gleicht, gibt es weitere 3 Bauten mit je 7 m2 Grundfläche aus verzinktem Stahlblech, die als Vorratslager bzw. Energiestation (mit drei 10 kvA-Generatoren), Schneeschmelzanlage und Werkstatt dienen. Alle vier Gebäude ruhen auf Stahl rahmen und sind mit Stahlkabeln verankert.
Die Gondwana-Station war erstmals 1984/85 anlässlich aero-geophysikalischer Forschungen der BGR voll aktiv (Expedition GANOVEX IV).
- Georg Forster Station
Koordinaten : 70°40’S- 11°50’E
Betriebszeit : 1976 – 1992
Dronning Maud Land
[nach J. G. A. Forster], ständige Forschungsstation der DDR in der Antarktis, im Bereich der eisfreien Schirmacher-Oase von Neuschwabenland, 1976 erbaut. Nach Aufgabe der Station (Abbau und Entsorgung 1993-96) wurden die Forschungsprogramme der Georg-Forster-Station von der Neumayer Station übernommen.
- Lillie Marleen
Koordinaten : 71°12’S- 164°31’E
Betriebszeit : 1980 bis ?
Mt Dockery, Victoria Land
Lillie-Marleen-Hütte, am Fuss des Mt. Dockery in der Everett Range, Nord-Victoria-Land, auf 71°12’S und 164°31’E gelegen. Diese kleine Sommerstation wurde 1980 auf der Ostseite des Lillie-Gletschers in einer gut geschützten Senke, etwa 75 km vom Meer entfernt, eingerichtet. Eröffnungsdatum ist der 14.1.1980. Sie ist nur mit Hubschrauber erreichbar.
Die Hütte besteht aus vorfabrizierten, fiberglasverstärkten Elementen und ist mit Polymethan-Schaum isoliert. Sie steht auf einem Stahlrahmen, so dass der Treibschnee untendurch wehen kann und sich an der Hütte nicht festsetzt. Im Gestein verankerte Stahlkabel halten die Hütte selbst gegen die schweren antarktischen Stürme. Sie bietet auf 22 m2 Raum für acht Kojen, eine Kochstelle und Platz für den Funker.
Die Lillie-Marleen-Hütte diente bei drei GANOVEX-Expeditionen als Basis, Funkstation und Depot. Von hier aus wurden die Feldarbeiten und die Versorgung der Forschergruppen koordiniert, einschliesslich dem Einsatz von Hubschraubern mit Funknavigationssystemen.
Bei GANOVEX II bildete die Lillie-Marleen-Hütte di e Notunterkunft der Schiffbrüchigen von der „Gotland II“, die vor der Küste von Nord-Victoria-Land gesunken war. Nach GANOVEX III wurden Vorräte an Lebensmitteln und Treibstoff für eventuelle spätere Notfälle hinterlassen.
KÜSTENSTATIONEN W
- Drescher Station
Koordinaten : 72°52’S- 19°25’W
Betriebszeit : 1986 bis ?
Riiser Larsen Ice shelf, als Unterkunft bestehen 5 rote Glasfaser Iglus, Sommerstation
-
- Filchner Station
Koordinaten : 77°06’S- 50°24’W
Betriebszeit : 1982 bis ?
Filchner Ice Shelf, die Filchner Station befand sich 1999 auf dem 150*35km grossen Eisberg, welcher anfangs Oktober 1998 vom Ronne-Schelfeis bei 77°S-50°W abbrach. Die Station wurde im Februar 1999 von der Polarstern geborgen.
- Neumayer Station
Koordinaten : 70°39’S- 8°15’W
Betriebszeit : 1982 bis heute, Station eröffnet Februar 1981, umgebaut März 1992
Ekström Ice shelf
40m ü Meer auf dem Eisshelf gelegen, die Küste ist 8km entfernt
Nächste station ist SANAE IV 250km, nächster Hafen Cape Town 4500km
Im Sommer leben max. 50 Personen dort, im Winter sind es durchschnittlich 9 Personen
Maximaltemperatur 0°C – Minimaltemperatur -46°C
STATIONEN ANT.HALBINSEL N
- GARS-Station bei O’Higgins
Koordinaten : 63°19’S- 57°54’W
Betriebszeit : 9.Okt.1991 bis heute
deutsch-chilenische Satellitenstation im ERS-ProgrammAm 9. Oktober 1991 zeichnete die deutsche Empfangsstation für den europäischen Fernerkundungssatelliten ERS-1 auf der chilenischen Antarktisstation O’Higgins die ersten Radarbilder von der Antarktis auf. Diese Daten wurden in der Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DLA) in Oberpfaffenhofen in Bilddaten umgesetzt. Die chilenische Station ist ständig von sieben Soldaten besetzt. Hinzu kommen die vier deutschen Wissenschaftler und Techniker, die 1991-92 von Herrn Nottarp geführt wurden.
Unabhängig von Tageszeit und Bewölkung kann jetzt das polare Eis beobachtet werden. Aus den ERS-1-Daten können Eiskarten für die Schiffahrt erstellt werden. Die Radarbilder haben eine solche Qualität, dass man die verschiedenen Eisdicken erkennen kann.
Der Briet von der deutschen ERS-Station vom 4.9.91 zeigt noch den rechteckigen Stempel „MONTAGE“. Später im Herbst 1991 kam ein solcher Stempel mit der Bezeichnung „INBETRIEBNAHME“ zur Anwendung. Der Bildcachet „ERS-1 Ground Station … “ ist nicht deutschen Ursprungs, er stammt aus Australien.
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- Dallmann Labor
Koordinaten : 62°14’S- 58°38’W
Betriebszeit : ? bis heute
operiert von der argentinischen Station Jubany aus, 12 deutsche Wissenschafter erforschen vom Oktober bis März das antarktische Ökosystem.
4 Gebäude
Das Antarktislabor des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung auf der King-George-Insel (Südshetland-Inseln, Antarktische Halbinsel) hat sich in den ersten Monaten seines Betriebes gut bewährt. Das nach dem deutschen Walfangspezialisten Eduard Dallmann (1830-1896) benannte Labor ist keine selbständige Station, sondern Teil der argentinischen Antarktisstation Jubany. Das verringert die Kosten und belastet die Umwelt weniger als eine autarke Station. Diese erste gemeinschaftlich von zwei Ländern unterhaltene Forschungseinrichtung in der Antarktis bietet während des Südsommers bis zu zwölf Biologen, Geologen und Geographen Unterbringung und Arbeitsmöglichkeiten. Mit dem Bau war 1991 begonnen worden. Im Herbst 1993 konnten die Labors eingerichtet und ihrer Bestimmung übergeben werden.
Die offizielle Einweihung des Dallmann-Labors fand am 20. Januar 1994 in der Antarktis statt. Dazu trafen sich die bei den Forschungsschiffe „AImirante lrizar“ und „Polarstern“ in der Bucht vor Jubany. An Bord waren die Direktoren des AWI und des Instituto Antartico Argentino. Buenos Aires (lAA ). Das Dallmann-Labor entstand aus der Erkenntnis, dass die biologische Antarktisforschung Arbeitsmöglichkeiten an der Küste und im küstennahen Flachwasser benötigt, um aktuelle Themen bearbeiten zu können. Mögliche Auswirkungen des „Ozonlochs“ oder Folgen von Klimaveränderungen lassen sich am besten im Flachwasser untersuchen. Nur Experimente vor Ort, die von Tauchern betreut werden müssen, können klären, wie die Tiere am Meeresboden, die im Ökosystem eine herausragende Stellung einnehmen, auf Umweltveränderungen reagieren. Ebenfalls sind Versuche zur Biologie und Physiologie unter naturnahen Bedingungen möglich, weil die Aquarien durch Seewasser gespeist werden.
Das Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven und das Instituto Antartico Argentino in Buenos Aires betreuen das Dallmann-Labor gemeinsam. Das Projekt wird im Rahmen der Wissenschaftlich- Technischen Zusammenarbeit zwischen Argentinien und Deutschland vom Bundesministerium für Forschung und Technologie (BMFT) und von der Secretaria de Ciencia y Tecnologfa in Buenos Aires getragen. Das Internationale Büro zur Koordinierung der wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit mit Lateinamerika für die Polar- und Meeresforchung befindet sich am AWI.
Neuartig an der Zusammenarbeit im Dallmann-Labor ist die vollständige Integration beider Partner: Die Besetzung des Labors ist paritätisch.
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