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Fachgebiet
Philosophie
Die Philosophie hat eine lange Tradition, die unsere Kultur tief geprägt hat. Sie ist die erstaunliche Fähigkeit des Menschen, sich selbst und seine Umwelt zu erforschen und forschend in Frage zu stellen. In Auseinandersetzung mit dem philosophischen Denken von der Antike bis heute diskutiert sie Fragen der Erkenntnis, des Wissens, des Handelns, der Kunst und vieles mehr. Das können Fragen sein wie: Haben wir einen freien Willen oder sind wir von unserer Natur determiniert? Tragen nur Menschen eine Würde oder auch Tiere? Wie können wir Rechte von Personen begründen und wer fällt überhaupt in den Kreis von Personen? Was ist wahr?
Philosophie hinterfragt vermeintlich Selbstverständliches und will den Dingen auf den Grund gehen. Sie liefert keine endgültigen Antworten, aber klärt und erhellt Fragen und bietet immer wieder überraschende Einsichten, die auch aktuelle und brisante Fragestellungen unserer Gegenwart umfassen.
Studium
Studieninhalte
Grundsätzlich lassen sich zwei Ansätze oder Bereiche des "professionellen" Philosophierens unterscheiden, die historische und die systematische Vorgehensweise
Historisch arbeiten Philosophen dann, wenn sie versuchen, die Positionen und Thesen von Denkern wie Platon, Immanuel Kant oder Wittgenstein zu rekonstruieren und zu interpretieren.
Systematisch gehen Philosophinnen vor, wenn sie versuchen, zu einem bestimmten Problemfeld Standpunkte auszuarbeiten und zu verteidigen, Fragen innerhalb der verschiedenen philosophischen Disziplinen zu beantworten oder die offenen bzw. unausgesprochenen Voraussetzungen einer bestimmten Frage oder Behauptung zu analysieren. Oder wenn sie sich darum bemühen, Begriffe zu klären, die in bestimmten Fragen, Thesen oder Positionen verwendet werden.
«Das Studium der Philosophie ist eine Denkschule, in der ich mir die Fähigkeit zur tiefen Analyse und logischen Argumentation aneignete.»Mehr dazu
Anforderungen
Die Anforderungen bezüglich Latein sind nicht einheitlich: Manche Universitäten verlangen grundsätzlich Latein, andere nie und Dritte nur dann, falls entsprechende Schwerpunkte gewählt werden. Eine genaue Abklärung der aktuellen Zulassungsvoraussetzungen der jeweiligen Universität ist deshalb unumgänglich.
Wer Philosophie studiert, liest viel und gründlich. Freude am Denken und ein gutes Gefühl für Sprache sind wichtig. Meist benötigen Studierende der Philosophie viel Geduld, weil sich ein Text nicht schnell erschliessen lässt. Philosophieren heisst auch formulieren, diskutieren und argumentieren. Wer philosophiert stellt Fragen und muss auch die Offenheit und Bereitschaft mitbringen, seinen gewohnten Standpunkte und Perspektiven in Frage zu stellen. Wer den Sinn des Lebens sucht, wird bei der Philosophie hingegen kaum fündig: Hinter deren Klärungen und Einsichten tauchen meist neue Fragen und unbekannte Gebiete auf.
Forschungsschwerpunkte
Einem breiteren Publikum bekannt ist die philosophische Forschung im ethischen Bereich. In einer Welt des schnellen Wandels, der Globalisierung und medizinischer Fortschritte stellen sich hier viele aktuelle und drängende Fragen: Was ist ein gerechter Lohn? Soll die Präimplantationsdiagnostik zugelassen werden? Ist ein Burka-Verbot mit den Grundsätzen einer liberalen politischen Ordnung vereinbar? Andere Forschungsprojekte beschäftigten sich zum Beispiel mit dem Einfluss Kierkegaards auf die Philosophie des 20. Jahrhunderts, mit den philosophischen Entwürfe des 15. Jahrhunderts oder mit der Sprache in Heideggers Spätwerk.
Zulassung, Anmeldung und Studienbeginn
Informationen zur Zulassung an die verschiedenen Hochschulen sowie zur Anmeldung und dem Studienbeginn finden Sie unter Zulassung, Anmeldung, Studienbeginn.
Studiengänge im Detail
Universität Bern
Universität Freiburg
Universität Luzern
Universität Zürich
Universität Genf
Facoltà di Teologia di Lugano
Beruf
Häufige Tätigkeitsfelder
Philosophinnen oder Philosophen im eigentlichen Sinne werden die wenigsten Absolvierenden, auch wenn es für sie durchaus gesellschaftsrelevante Tätigkeitsfelder gibt. Ein Beispiel dafür sind die Ethikkommissionen.
Die Berufsfelder, in denen Philosophen tätig werden können, sind vielfältig. Eine bedeutendere Rolle neben der Universität kommt den Sektoren Kultur und Information sowie den Schulen zu. Für den Unterricht an einer Mittelschule ist ein zweites Unterrichtsfach aber meist unentbehrlich, da die Philosophiepensen klein sind. Als Alternative oder Ergänzung bietet sich Berufsfachschullehrer für Allgemeinbildung an.
Philosophinnen machen sich auch mit einer eigenen Praxis (teil-)selbständig, in der sie philosophische Einzelberatungen, Coaching, Workshops, und vieles mehr anbieten.
Laufbahn und Stellensuche
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Berufsmöglichkeiten nach dem Hochschulstudium: Philosophie
Informationen zu den Arbeitsmöglichkeiten, den verschiedenen Laufbahnen, zum Arbeitsmarkt und zu den einzelnen Berufstätigkeiten mit Porträts
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Beschäftigung
Tipps und Hinweise zum Stellenmarkt, zur Stellensuche, zum Bewerbungsverfahren und zu Lohnfragen
Weiterbildung
Je nach Berufsperspektive unterschiedliche Angebote
Weiterbildung wird bei Philosophinnen und Philosophen gross geschrieben: Nur eine Minderheit betrachtet ihre Ausbildung mit dem Mastertitel als abgeschlossen. Am häufigsten nehmen die Philosophinnen und Philosophen eine Dissertation in Angriff, welche für eine wissenschaftliche Laufbahn ein Muss ist. Daneben bieten sich vor allem Möglichkeiten in den Bereichen Kultur, Information und Schulen.
Mögliche Weiterbildungen sind beispielsweise:
- Archiv-, Bibliotheks- und Informationswissenschaft, MAS, Universität Bern
- Arts Administration, MAS, Universität Zürich
- Bibliotheks und Informationswissenschaften, MAS, Universität Zürich
- Fachjournalismus, CAS, MAZ Luzern
- Informationswissenschaft / Information Science, MAS, Hochschule für Technik und Wirtschaft, Chur
- Kommunikation für Nonprofit-Organisationen, CAS, Fachhochschule Nordwestschweiz, Olten
- Kulturmanagement, MAS, Universität Basel
- Lehrdiplom für Maturitätsschulen