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Bei der Einführung in den Propheten Amos im Rahmen der Sommerbibelschule im Diakonissenhaus Aidlingen richtete ich mein Augenmerk
- zunächst auf ein aus meiner Sicht prominentes Hindernis die Propheten zu lesen: Eine christliche Form des Perfektionismus. Es geht um den Weg der Resignation vs. den Weg der Begrenzung. Der eine hängt sich die Latte hoch, resigniert und geht in die (Lern-)Verweigerung; der andere akzeptiert die von Gott gegebenen Begrenzungen, gibt sich mit Happen zufrieden und führt zu einer Haltung des dankbaren Empfangens und dadurch zum wachsenden Appetit.
- dann auf die ersten beiden Kapitel, wo deutlich wird: Die Propheten haben nicht nur das Nord- bzw. Südreich im Auge, sondern auch die Nachbarvölker. Deren Kriegsverbrechen entgehen Gottes Aufmerksamkeit nicht. Das Volk Gottes wird aufgrund des Bundesbruchs gerichtet. Anhand dieser Verse wird auch klar, wie vielfältig die literarischen Formen sind, die zum Einsatz kommen.
- schliesslich auf den roten Faden über die soziale Ungerechtigkeit. Wir machten uns Gedanken, wie geistliche Hungersnot sich sozial auf die Verhältnisse im Volk auswirkten. Wir stellten fest, dass der Schlüssel zur Umkehr im Hunger nach Gottes Wort liegt.
- zum Schluss auf den Umschwung, der ganz am Ende des Buches (9,11-15) einsetzt. Gott hat die "verfallene Hütte Davids" wieder aufgebaut? Wie denn? Indem er durch den Heiligen Geist sich seit Pfingsten weltweit ein Volk sammelt.