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4. März 2022
Entwässerung Fahrweid: Kompliment an die Bevölkerung
Es ist vollbracht. Das Grossprojekt Entwässerung Fahrweid mit Aufwertung des Strassenraums ist abgeschlossen. Die Abwasserkanäle inklusive Pumpsystem sind erneuert, leistungsfähiger und bewähren sich. Die Feuertaufe hat das System beim Starkregen vom Juni 2021 beeindruckend bewiesen. Die Keller blieben trocken und der Strassenraum blieb von einer Flutung verschont. Doch dafür musste die Anwohnerschaft im Fahrweid-Quartier viel erdulden.
Die Arbeiten für das Entwässerungsprojekt in der Fahrweid, welches sich über Gemeindegebiet von Geroldswil und Weiningen erstreckt, begannen vor gut zweieinhalb Jahren im Mai 2019. Die Verlegung neuer Abwasserrohre über gut 1250 Meter und die Erweiterung des Pumpwerks Länggenbach stellten die Kernmassnahmen dar. Ab März 2021 erfolgte die Aufwertung des Strassenraums, womit das Quartier auch eine oberflächliche Aufwertung erhielt.
Der Blick zurück
Die Bauherrschaft im Grossprojekt bildeten die Gemeinden Geroldswil und Weiningen zusammen mit dem Regiowerk Limeco, das unter anderem die Abwasserreinigungsanlage in Dietikon betreibt. Damit die Strassen in der Fahrweid nur punktuell für Installationsschächte aufgerissen werden mussten, entschieden die beiden Gemeinden die Kanalisationserneuerung im Microtunnelingverfahren zu realisieren. So wühlte sich ab August 2019 eine Tunnelbohrmaschine mit einem maximalen Durchmesser von 1.4 Metern durch den Untergrund. Das unterirdische Vorgehen bedingte eine zentrale Bauinstallation im Einlenkerbereich Fahrweidstrasse-Austrasse. Wer am Tag der offenen Baustelle im September 2019 dabei war, mag sich an das imposante Loch an dieser doch stets sehr befahrenen Ecke der Fahrweid gut erinnern. Von diesem Schacht aus bohrte sich die Maschine in vier Richtungen: Nördlich sowie südlich entlang der Fahrweidstrasse, östlich unterhalb der Austrasse und westlich in Richtung Pumpwerk. Das ausgehobene Geröll gelangte mit einem dem Bohrkopf folgenden Transportmechanismus retour zum zentralen Schacht, von wo aus es mit Lastfahrzeugen Ladung für Ladung wegtransportiert wurde. «Dieses Entwässerungsprojekt in der Fahrweid war für unsere Gemeinden eine Operation am offenen Herzen. Die Fahrweid ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Es führte kein Weg daran vorbei, das Kanalisationssystem den neuen Bedürfnissen anzupassen sowie es für die Zukunft fit zu machen,» sagt Michael Deplazes, Gemeindepräsident Geroldswil. «Es war eine Belastungsprobe für die Quartierbevölkerung und ich danke für die Geduld und Toleranz, die sie bewiesen hat. Was wir für rund 17.4 Millionen Franken in den Untergrund verbauten, sichert die Wohnqualität in der Fahrweid und wird die nächsten 70 Jahre halten.»
Die Zukunft mitgedacht
Die wesentliche Bautätigkeit zur Entwässerung Fahrweid endete im Dezember 2021. Seither laufen Instandstellungsarbeiten. Die neue Kanalisation transportiert erfolgreich das Siedlungsabwasser sowie das Meteorwasser aus der Fahrweid. Beim Pumpwerk Länggenbach sorgen die zwei zusätzlichen Schneckenpumpen dafür, dass nun selbst überdurchschnittliche Wassermengen ohne Keller- und Strassenflutungen bewältigt werden können. Dank der Überdachung dieser Pumpanlage gehören zudem die lästigen Geruchsbelastungen der Vergangenheit an. Im Vorfeld des Entwässerungsprojekts Fahrweid wurden bereits 2018 und 2019 die Versorgungsleitungen der Wasserversorgung Weiningen und Geroldswil sowie die grosse Transportleitung der Gruppenwasserversorgung Geroldswil-Oetwila.d.L.-Weiningen in der Fahrweidstrasse ersetzt und umgelegt.
Die Limeco konnte im Zuge der Grabungsarbeiten Synergien nutzen und ihre Fernwärmeleitungen für die Gebietserschliessung der rechten Limmattalseite erweitern. «Die aus der Abfallverbrennung anfallende Regiowärme ersetzt fossile Brennstoffe wie Gas oder Öl und eignet sich zum Heizen, fürs Warmwasser sowie zum Kühlen. Mit total 16 Anschlüssen in der Fahrweid versorgen wir neu das Primarschulhaus Fahrweid sowie mehr als 50 weitere Liegenschaften. Jeder realisierte Anschluss an unser Fernwärmenetz trägt im Versorgungsgebiet zur Reduktion der CO2 Belastung bei « erklärt Stéphane Mächler, Leiter Erneuerbare Energien bei Limeco.
«Die Hauptarbeiten der verschiedenen Teilprojekte sind nun abgeschlossen, qualitativ überprüft und technisch abgenommen. Nur Abschluss- und Instandstellungsarbeiten sowie eine Kanalredimensionierung in der Dornaustrasse sind noch ausstehend. So folgt entlang der Fahrweidstrasse sowie im Bereich der ehemaligen Bauinstallation im Juni 2022 noch der Deckbelag, denn dafür braucht es wärmere Temperaturen», erklärt Gesamtprojektleiter Mirko Plaul von swr+. Wer mit wachen Augen in der Fahrweid unterwegs ist erkennt, welche zentralen Massnahmen den Strassenraum aufwerten: So wurde der bisherige Strassenkörper inklusive Beleuchtung erneuert sowie der im südlichen Bereich nun einseitige Gehweg verbreitert und punktuell begrünt. Die Bushaltestellen wurden barrierefrei ausgebaut. Ebenso wurde die Fussgängersicherheit mit der Schaffung zusätzlicher Schutzinseln verbessert. Entlang der Austrasse stehen ab Frühjahr 2022 noch diverse Garantiearbeiten sowie die Instandstellung der Rabatten und Grünflächen an. Zudem wird in den abgelösten Hauptsammelkanal in der Dornaustrasse ab Ende Mai 2022 ein neues Kanalisationsrohr mit verbessertem Gefälle und dadurch schnellerem Abfluss in Richtung Pumpwerk eingezogen.
Der Blick nach vorne
Mittlerweile herrscht auf den Strassen weitgehend Normalbetrieb. Die Fahrweidstrasse ist wieder im Gegenverkehr befahrbar. Sämtliche Bauinstallationen im Raum Giessackerstrasse-Fahrweidstrasse-Austrasse sind zurückgebaut. Die Asylunterkunft konnte wieder bezogen werden und hat ihren Umschwung zurück. Die Gehwege sind durchgehend verbreitert und mit sauberen Randabschlüssen zur Fahrbahn ausgestaltet. «Trotz der grossen Belastungen während der Bauzeit hat die Bevölkerung viel Verständnis für die umfassenden Eingriffe gezeigt. Wir dürfen glücklich und durchaus auch stolz sein, dass wir das Ziel erreicht haben. Gleichwohl ist uns allen klar, dass es noch einen nächsten Schritt braucht. Da sind wir aber auf den Kanton angewiesen,» sagt Mario Okle, Gemeindepräsident Weiningen. «Wir warten sehnlichst auf die Umfahrung Niederholzstrasse, welche der Kanton Zürich bis 2025 realisieren will und dem Fahrweid-Quartier die versprochene Verkehrsentlastung bringen wird».