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Lohngleichheit & die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind unverzüglich umzusetzen!
Blogbeitrag von Seyran Dilekçi (Nationalratskandidatin JUSO Basel-Stadt, Frauen*)
Lohngleichheit:
„Der Mann muss die Familie ernähren…“ – ein altes Rollenbild, welches dringend angepasst werden muss! Wie kann es sein, dass in der Schweiz 24 Jahre nach der Einführung des Gleichstellungsgesetzes keine absolute Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern existiert?
Dies hat mehrere Gründe. Es herrscht oftmals noch das alte Rollenbild in der Gesellschaft vor, was kulturell bedingt ist, nachdem die Frau* nach der Geburt des ersten Kindes oder schon vorher die Rolle der „Hausfrau“ übernimmt und somit aus dem klassischen Erwerbsleben ausscheidet. Deswegen muss der Vater die Familie versorgen und bekommt deshalb mehr Lohn.
Jeden Monat verdienen Frauen* durchschnittlich 1455 Franken weniger als Männer*. In 56% der Fälle sind es objektive Faktoren die zu diesem sogenannten „erklärbaren“ Lohnunterschied führen, zum Beispiel hat die Frau* ein tieferes Ausbildungsniveau, weniger Dienstjahre und eine tiefere Berufsstellung. Bei den restlichen 44% gibt es keinen der oben aufgeführten Gründe und somit eine Lohndiskriminierung aufgrund des Geschlechts.
Muttermalus und Vaterbonus
Verheiratete Frauen verdienen bis zu 24% weniger als verheiratete Männer. Dies liegt oft daran, dass sie nach der Geburt des ersten Kindes ihr Pensum reduzieren, um mehr Zeit für das Kind zu haben. Das hat wiederum zu Folge, dass der Lohn niedriger wird. Eine andere Lösung wäre natürlich das Pensum bei 100% zu belassen und das Kind in eine Kindertagesstätte zu bringen, was wiederum oft mehr Geld kostet als die Pensumsreduktion. Dazu kommt noch der Faktor, dass es nicht so viele offene Plätze in Kindertagesstätten gibt.
Doch aus welchen Gründen sollte die Frau ihr Pensum kürzen und mehr auf das Kind schauen, wenn der Mann das genauso tun könnte? Diese Situation gibt es jedoch selten, da der Mann oft den höheren Lohn hat und jeder Haushalt sich überlegt, wie man das Haushalteinkommen genug hoch halten kann. Bei den meisten Männern führt zudem eine Vaterschaft zu einem Lohnaufstieg.
Was machen alleinerziehende Eltern?
Alleinerziehende Eltern sind sehr auf die Hilfe des Sozialstaates angewiesen. Armut ist jedoch ein Thema, zu dem auch die Lohndiskriminierung beiträgt. Das Verbinden von Erwerbstätigkeit und Kinderbetreuung ist sehr schwierig – gerade hier in der Schweiz. Viele alleinerziehende Mütter arbeiten gezwungenermassen Teilzeit, da sie durch ihr Kind sehr unflexibel sind. Dies ist auch ein Grund, weshalb es für sie schwierig ist, eine Arbeit zu finden. Zudem fehlt den Eltern oft die nötige Zeit und das Geld für Weiterbildungen. Auch die Sozialhilfe hat zu wenig Mittel für die nötige finanzielle Unterstützung.
Folgen der Lohndiskriminierung:
Die Folgen schaden der Familie als auch dem Staat. Die Lohndiskriminierung wirkt sich auf die Sozialhilfeversicherung und die Rentenhöhe aus. Dies hat wiederum Konsequenzen für die ganze Bevölkerung, da der Staat mehr Sozialhilfebeiträge ausrichten muss.
Daher fordere ich:
- Eine bessere Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf durch einen starken Ausbau der familienexternen Kinderbetreuung
- Eine 38 Wochen lange Elternzeit
- Die Einführung von Lohnkontrollen um die Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern, welche trotz dem Gleichstellungsgesetz besteht endlich umzusetzen!
Um aus der gleichstellungspolitischen Sackgasse der letzten Jahre zu entkommen, gibt es nur einen Weg: Am 20. Oktober JUSO wählen!