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Einrichtungen zur Sicherung lagernder oder marschierender, also nicht gefechtsfähiger Truppen gegen
feindliche Angriffe, bis die Gefechtsformation wiederhergestellt ist. Man unterscheidet S. während der Ruhe (Vorpostendienst)
und S. auf dem Marsch (Marschsicherungsdienst od. eigentlichen S., mit welchem der Aufklärungsdienst in
nahem Zusammenhang steht). Beim Vorpostendienst stehen zunächst dem Feinde die Feldwachen (30-40 Mann) mit Posten und Patrouillen,
hinter ihnen die Piketts, und in dritter Linie lagert das Gros der Vorposten.
Jede Feldwache schiebt nach den möglichen Anmarschrichtungen Doppelposten (bei der KavallerieVedetten)
vor; ist der Standort eines Postens besonders gefährdet, und muß er bis zum Eingreifen der Feldwache verteidigt werden, so
besetzt man ihn durch einen Unteroffizierposten, d. h. durch einen Doppelposten, in dessen
Nähe die Ablösung von 4 Mann unter einem Unteroffizier sich befindet. Ein Unteroffizierposten an einem
größern Verkehrsweg, vornehmlich zum Examinieren der die Postenkette überschreitenden Personen, heißt Examiniertrupp.
Rückt eine Truppe spät abends in ein unbekanntes Kantonnement, so daß eine regelmäßige Vorpostenaufstellung nicht ausführbar
ist, so stellt man an den wichtigsten PunktenFeldwachen auf, welche auf allen Wegen Abteilungen von einem Unteroffizier und
6-9 Mann, sogen. Kosakenposten, vorschieben, die einen lebhaften Patrouillengang unterhalten.
Alles, was
die Posten in Bezug auf den Feind wahrnehmen, meldet ein Mann an die Feldwache; zeigt sich eine Annäherung des Feindes, die
einen Angriff mit Sicherheit erwarten läßt, so schießt der Posten, um die Feldwache zu avertieren, der andre Posten eilt zur
Feldwache, um zu melden. In neuerer Zeit verbindet man an den wahrscheinlichen Angriffspunkten stehende Posten, namentlich,
wenn sie weit vorgeschoben sind, durch tragbaren Vorpostentelegraphen mit der Feldwache und diese mit dem Pikett und Gros.
Die Rücksicht auf die Schlagfertigkeit der Truppe während des Marsches erfordert, daß sie nicht beständig gefechtsbereit
sei; sie sondert deshalb kleinere Abteilungen ab, welche vorausmarschieren und nachfolgen, Avantgarde und Arrieregarde, und
den S. ausüben. Auch die Avantgarde schiebt wieder zu ihrer Sicherheit eine kleinere Abteilung, die Vorhut (Vortrab), vor,
die, wenn es das Terrain irgend gestattet, aus Kavallerie in Stärke
[* 4] von 1-2 Eskadrons gebildet wird und
das Terrain vorwärts aufzuklären und möglichst frühzeitig Nachrichten vom Feind einzubringen hat.
Die Vorhut zerfällt in Haupttrupp, Vortrupp, Seitenpatrouille und Spitze. Letztere, 2 Mann und 1 Führer, marschiert auf oder
dicht neben der Straße; ihr folgt der Vortrupp in etwa ein Viertel der Stärke des Haupttrupps. Zur Aufklärung des seitlichen
Terrains werden vom Vortrupp eventuell nach rechts und links Seitenpatrouillen, in sehr unübersichtlichem Terrain stärkere
Seitentrupps entsendet. Stößt die Vorhut auf den Feind, so muß sie langsam fechtend zurückweichen, um dem Gros Zeit zu
gewähren, sich in Gefechtsbereitschaft zu setzen.