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Elgg ist ein edles Gebiet, dessen Ursprünge sich in der Nacht der feudalen Anfänge verlieren. Die Verfassung dieses Gebietes zu einer herrschaftlichen Rechtsprechung ist andererseits das Ergebnis eines langsamen Distriktvorgangs, der erst nach Ablauf des 15. Jahrhunderts zu Ende ging. Im 12. Jahrhundert erschienen die Minister von Sankt Gallen zum ersten mal an den Seiten von Walter von Elgg. Im Rahmen des dahinscheidenden Feudalismus, welcher durch unermüdlichen politischen Streitigkeiten und Eigentumswechseln geprägt ist, gelangte die Herrschaft von Elgg gegen Mitte des 14. Jahrhunderts an die Ladenberger. Daraufhin wurde das Gebiet toggenburgerisch und habsburgerisch. Im Jahre 1442 wechselte es wiederum den Besitz und gelangte in die Hände der Familie Hinwil, die bis 1494 wartete, um definitiv alle herrschaftlichen Rechte zu sichern. Um einige Rechtsstreitigkeiten zu beenden, wurde das herrschaftliche Recht von Elgg 1535 kodifiziert. 1576 verkauften die Erben der Familie Hinwil die Herrschaft an den reichen Händler aus Zürich Hans Heinrich Lochmann. Dies könnte man das feudale Zeitalter von Elgg nennen.
Nach einem Stich von Herrliberger
Zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert wechselte Elgg oft die Besitzer. Nach dem Baumfalken von Augsburg, Heinzel von Tägernstein, Bonaventura der Bankier von Bodeck und Sulzer von Winterthur, blieb die Herrschaft und das Schloss zwei Jahre lang im Besitz der Sanktgallischen Abtei, bevor es durch Anregungen von Zürich - an Herkules von Salis-Marschlins und schliesslich in 1712 an Hans Felix Werdmüller (1658-1725), ein Major im holländischen Dienst, überging. Seit diesem Tag blieb das Eigentum, das Werdmüller in unveräusserliches Kulturgut (oder Fideikommiss) verwandelte, in den Händen der Erben. Obwohl ursprünglich Handwerker, erhob sich die Familie Werdmüller, dank dem Handel, in die Reihen der führenden Aristokratie.
Ganze Teile der mittelalterlichen Konstruktion wurden ins aktuelle Schloss integriert und sogar erneuert. Das wichtigste und das älteste ist sicherlich der alte Turm von 1200. In 1666 brach dieser zum Teil zusammen und wurden dann wieder aufgebaut. In 1793 wurde der Turm am unteren Ende des Schlossdaches schliesslich angehängt. Man kann den Turm noch am Südwestwinkel des mittelalterlichen Palasts erkennen. Seit dem Ende des Mittelalters wurde das Schloss oft erneuert und renoviert. Auf Raten von Hans Heinrich Lochmann begannen in 1580 umfangreiche Arbeiten am Schloss selbst und an seine Umgebung. Danach wurden sie fortgesetzt von von Bodeck, von Herkules von Salis und besonders von Hans Felix Werdmüller.
In 1791 unternahm die Familie eine ausgedehnte Sanierung des Gebäudes und des Diensthofes mit einigen Unterbrechungen bis 1810. Das nutzte man aus und riss die Spitze des Turms ab, erneuerte teilweise das Dach (1793), entfernte die Umfriedungsmauern (1806), und schüttete die Gräben auf (1810), um eine Allee von zwanzig Kastanienbäumen zu pflanzen. Im Jahre 1903 wurde die Gerichtsstube von 1583 wieder aufgebaut, im Jahre 1907 wurden die Wandbehänge restauriert. Der innere Hof wurde im Jahre 1924-1925 von Architekten Richard von Muralt nach den Studien, die er selbst durchgeführt hatte, umgebaut, um den Turm wieder zu errichten.
Der Rittersaal (1927)
Die Nebengebäude, die vor dem Eingang des Schlosses in der Anhöhe angesiedelt wurden, wurden in verschiedenen Zeitaltern gebaut, hauptsächlich zwischen den 16. und 18. Jahrhunderten: Man findet noch heute die Weinpresse, die Scheune, den Schuppen, den Waschplatz und das Teilpachtgut. Herrliberger stellt das Gebiet von 1750 dar mit seinem Turm und einstmals integrierter Diensthof.
Die Schlossflügel sind zusammenhängend unter einem Dach angeordnet, rings herum ein Innenhof. Sie stehen auf einer felsigen Spore, etwas von der Hochebene entfernt, die sich hinter ihnen ausdehnt. Einzig der alte Turm mit seinen scharfen Kanten zeigt deutlich hervor aus der regelmässigen Anordnung der Fassade.
Die zwei oberen Stockwerke, die Hans Heinrich Lochmann in 1580-1583 umarbeiten und zum Teil einrichten liess, haben ein regelmässiges Fensterwerk. Die in Reihen liegenden Zimmer, sind durch einen Korridor, der am Hof entlangführt, ebenfalls zugänglich. Eine Reihe von Zimmern wird durch Stuck aus verschiedenen Zeitaltern verschönert. Im Erdgeschoss befindet sich der alte Festsaal, der durch die Restaurierung ihre alte Grösse zurück gewonnen hat. Wandbehänge in grosser Zahl geben jedem Zimmer eine besonderen Note. Einige sind aus Wollweben (gobelins) andere Wollstickereien oder Plüsche, schliesslich sogar ein ungarischer Wandbehang, alle zwischen 1670 und 1725 entstanden.
Der anspruchsvollste Saal des zweiten Stockwerkes ist ohne jeden Zweifel der Rittersaal, den Major Werdmüller renovierte. Er schmückte das Zimmer mit einer Nussbaumvertäfelung und eine Kammerdecke, die die geschnitzten Wappen der triloben Zentrale zeigt. Der achteckige Ofen datiert aus 1607. Er wurde von Hauptofenbauer Wilhelm II Plan von Winterthur gestaltet und wurde von Stimmer und Ammann mit Szenen des alten Testaments geschmückt. Die Einrichtung des Rittersaales gibt den Eindruck, dass die Zürcher Innenarchitektur zu Beginn des 18. Jahrhunderts in ihrer Entwicklung, durch eine strikte Beobachtung der Tradition, verhindert wurden.
Die Küche im ersten Stockwerk zeigt, wie eine Schlossküche im 18. Jahrhundert aussah. Ansonsten wird das Haus bereichert durch die Mengen an Möbel und Porträts, die aus den verschiedenen Zweigen der Familie stammen.
Bibliographie