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| Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

Siebtes Buch
13. Der Vater und der Sohn sind nur ein Gott.
Der Wesensname (des Sohnes) geht also nicht über den Bereich unseres Glaubensbekenntnisses hinaus. Denn was für ein Ding auch der Name bezeichnen mag, er weist auch auf ein artgleiches Ding hin: hier vollends [S. 346] sind es nicht zwei Gegenstände, sondern ein Gegenstand gleicher Art. Der Sohn Gottes ist nämlich Gott; das wird ja durch den Namen bezeichnet. Der eine Name zählt nicht zwei Götter, weil der Name Gott einem, und zwar unterschiedsfreien Wesen zukommt. Da nämlich der Vater Gott ist und der Sohn Gott ist und der Name des göttlichen Wesens jedem eigentümlich zukommt, so sind beide eines, weil der Sohn trotz seines selbständigen Bestehens aus der Wesensgeburt heraus die Einheit (mit dem Vater) im Namen wahrt, und weil auch die Geburt des Sohnes nicht die Zustimmung der Gläubigen, die den Vater und den Sohn als wesenseins und ebenso auch namenseins bekennt, zu dem Bekenntnis zweier Götter zwingt.
Dem Sohne kommt also der Name Gott von Geburt aus zu. Denn das war unser zweiter1 Beweisschritt: (der Nachweis), daß er Gott sei aus Geburt. Obwohl mir bezüglich der Eigentümlichkeit des Namens maßgebende apostolische Lehre noch in Fülle zu Gebote steht, so möchte ich doch vorerst die Lehre der Evangelien erledigen.
1: In Kap. 9 hatte Hilarius seinen Beweis nach den Gesichtspunkten anordnen wollen: Name, Geburt, Wesen, Macht, Bekenntnis. In Kap. 16 gesteht er, daß in der „Geburt” alle schon enthalten seien, ebenso in Kap. 21.