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Von Laurent Probst | September 15, 2011 (erneut veröffentlicht)
In den Titel eines Textes dieses « Piratenführers » den Ausdruck « Frères de La Côte » zu integrieren war eine zu verführerische Gelegenheit, die alleine aber nicht die Anwesenheit dieses Kellers auf diesen Seiten rechtfertigen kann. La Côte ist eine Region, der es nicht an Kellern mangelt und wo einige Brüder gemeinsam am Schicksal ihres Anwesens arbeiten und sie ist keinesfalls ein Ausnahmefall im « Weltweindorf ».
La Côte ist eine der sechs Waadtländer Weinbauregionen, die im Gebiet des Genfersee gelegen ist, einfacher gesagt zwischen Lausanne im Osten und Genf im Westen. Sie ist als eine wichtige Region für die Produktion von Weissweinen bekannt (vor allem dem Chasselas), aber inzwischen hat sich auch eine gewisse Anzahl von Rotweinen ihren Platz verschafft und erhält die gerechtfertigte Anerkennung.
Christian et Julien Dutruy haben vor einigen Jahren diesen für die Region grossen Weinbaubetrieb (fast 25 Hektar) von ihrem Vater übernommen. Dazu ist die Familie Dutruy auch seit langem als Rebzüchter tätig. Bevor die beiden Brüder den Keller übernommen haben, sind sie auf verschiedenen Breitengraden gereist, was den Weinbau anbetrifft. Ich verzichte darauf Ihnen die komplette Liste der Etappen ihres Lebenslaufes zu präsentieren, aber auf jeden Fall hat Julien, der Weinbereiter, die Fakultät Bordeaux Talence für sein Önologiestudium gewählt. Man sollte meinen, dass er eine gute Wahl getroffen hat, denn er hat die Hauptstadt der Region Acquitaine nicht nur mit seinem Diplom in der Tasche, sondern auch samt dem Ehrentitel « Major de promotion » verlassen.
Die Weinberge sind über zwei Weingüter verteilt, denn unter dem Namen « Les Frères Dutruy » existieren das Domaine de la Treille sowie das Domaine de la Doye und der Name repräsentiert ebenfalls eine Palette von Weinen: Les Romaines.
Das Domaine de la Treille befindet sich in Founex, wo ungefähr zehn Weine produziert werden, unter denen zwei Chasselas von unterschiedlichen Parzellen stammen. Die Familie des Pinot existiert dort in ihrer Gesamtheit mit Pinot Noir, Gris und Blanc. Auch Chardonnay und Gamay fehlen nicht.
Das Domaine de la Doye ist der einzige Weinbaubetrieb der Nachbargemeinde Coppet, die eine gemeinsame Grenze mit dem Kanton Genf hat, am südwestlichen Ende des Kantons Waadt. Auf diesem Weingut wachsen ebenfalls eine Vielzahl von Rebsorten heran. Wenn ich einen Wein dieses Betriebs hervorheben sollte, wäre es ohne zu zögern der Gamay, einer der besten, den ich in der Schweiz bis jetzt verkosten konnte. Ein offener, konzentrierter, fruchtiger Wein, mit einem Wort, ein erfreulicher Wein. Schliesslich muss noch erwähnt werden, dass auch sein Preis, genauso wie der der anderen Wein, gemässigt ist.
Les Romaines, diese Palette von Weinen, trägt ihren Namen dank der Nachbarstadt Nyon und deren römischen Kolonien. Man findet deshalb auf der Etikette dieser Palette die typischen Säulen; sie stellt das obere Qualitätsniveau bei den Brüdern Dutruy dar.
Mit Ausnahme eines Roséweins, der auf die Art und Weise des Champagners gekeltert wird, reifen die anderen Weine dieser Serie alle in Fässern heran. Es geht dabei um feine Tropfen, die zusammen nur etwas mehr als zehn Prozent der Gesamtproduktion ausmachen.
Jeder Wein, den ich probiert habe, ist ganz sicher das Ergebnis einer anspruchsvollen Arbeit. Abgesehen von dem perfekten Reifegrad der Beeren bei der Lese werden diese Weine durch die Qualität der Kelterung glorifiziert. Der Chardonnay ist besonders rassig. Die Rotweine aus einer einzigen Rebsorte oder als Assemblagen sind ebenfalls ein wahrer Erfolg. Der Gamay ist sicherlich wieder derjenige, der mich am meisten beeindruckt hat.