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Enttarnt: 4 Mythen über Lungenkrebs
Über Lungenkrebs existieren verschiedene Mythen, die sich nicht mit der Realität in Einklang bringen lassen. Im Folgenden werden die vier häufigsten Mythen enttarnt.
Etwa 4.200 Menschen erkrankten in den Jahren 2010 bis 2014 in der Schweiz neu an Lungenkrebs.
Mythos 1: Lungenkrebs ist eine reine Raucherkrankheit
Rund ¼ der Lungenkrebsfälle betreffen lebenslange Nichtraucher. Dieser Mythos führte zu einer größeren Stigmatisierung von Lungenkrebspatienten zum Beispiel im Vergleich mit Brustkrebs.
Mythos 2: Lungenkrebs betrifft nur Männer
Frauen sind auch betroffen.
- In den Jahren 2010 bis 2014 erkrankten in der Schweiz rund 2.600 Männer und 1.600 Frauen neu an Lungenkrebs.
- Lungenkrebs war für 2.000 Männern der Krebstodesfälle in der Schweiz verantwortlich, bei Frauen für 1.200.
Mythos 3: Nur alte Menschen bekommen Lungenkrebs
Lungenkrebs kann auch bei jungen Menschen auftreten. Ca. 20% der Lungenkrebspatienten sind jünger als 60 Jahre.
Mythos 4: Bei älteren Menschen ist die Lungenkrebsbehandlung schwieriger
Ältere Patienten profitieren genau wie jüngere von einer Chemotherapie-Behandlung. Eventuell vorhandene altersbedingte Komorbiditäten sollten in die Therapieplanung einbezogen werden.
Personalisierte Medizin bei Lungenkrebs
Durch den Einsatz zielgerichteter Therapien in der Krebstherapie konnte die Lebensqualität für viele Krebspatienten verbessert werden. Zielgerichtete Therapien sind Medikamente, welche gegen spezifische Merkmale des Tumors gerichtet sind und daher normalen Zellen weniger schaden, als die herkömmliche Chemotherapie.
Neue Diagnose- und molekulare Testverfahren machen es möglich, das genetische Profil von Tumoren genauer zu analysieren. Dabei werden Krebszellen auf bestimmte Genveränderungen und Mutationen untersucht, die das Krebswachstum auslösen oder verstärken können. So kann man Ansatzpunkte für gezielte Therapien finden, die auf die molekulare Beschaffenheit der Tumorzellen von bestimmten Patientengruppen ausgerichtet sind und deshalb als "personalisierte Medizin" bezeichnet werden.
Beim nicht-kleinzelligen Lungenkrebs stehen heutzutage mehrere Präparate zur Verfügung, mit denen die Auswirkungen spezifischer Genveränderungen auf das Tumorwachstum gezielt gehemmt werden kann.
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Quellen
- Statistik NICER · National Institute for Cancer Epidemiology and Registration. Abrufbar unter:
http://www.nicer.org/ und https://www.krebsliga.ch/ueber-krebs/zahlen-fakten/-dl-/fileadmin/downloads/sheets/zahlen-krebs-in-der-schweiz.pdf
- Schweizerischer Krebsbericht 2015 – Stand und Entwicklungen. Bundesamt für Statistik (BFS), Abrufbar unter: https://www.bfs.admin.ch/bfsstatic/dam/assets/350143/master