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Nationalratswahlen 2015: Prognose für die 14 grössten Kantone
Ab sofort sind die Prognosen für die Nationalratswahlen in den 14 grössten Kantonen aufgeschaltet. Die Vorhersage sieht die FDP in der Favoritenrolle.
Die Prognose basiert hauptsächlich auf den Resultaten der Kantonswahlen, die mit weiteren Daten ergänzt worden sind. Mit dem “Launch” präsentiere ich nun auch ausführlich die Methode, die hinter dem Modell steht und die sich an Ansätze aus den USA anlehnt.
Vieles deutet auf die FDP als Gewinnerin hin
Die Prognose für die 14 grössten Kantonen (mehr als fünf Nationalratssitze, ohne Majorkanton Graubünden) bestätigt die Tendenz, die sich in den vergangenen Wochen aufgrund von Umfragen (hier und hier) oder aufgrund der Kantonswahlen im Frühjahr (hier) abgezeichnet hat: Favoritin ist die FDP.
Warum? Um die detaillierte Prognose für die nationale Ebene verständlicher zu machen, habe ich für jede Partei die “Sitzchancen” berechnet. Da die Prognosen in Prozentsätzen angegeben werden, kann man für jede Partei eruieren, wie viele Sitze ungefähr in ihrer Reichweite liegen. Für diese Übung betrachte ich – willkürlich – eine geschätzte Wahrscheinlichkeit für einen Sitz von 75 Prozent und mehr als sehr gute Chance, zwischen 50 und 75 Prozent sind die Chancen gut und zwischen 25 und 50 Prozent noch mittel bis gering. Wenn man so zusammenzählt, wie viele Sitze für jede Partei pro Kategorie anfallen, ergibt sich folgendes:
Und als Grafik:
Allein in den 14 grossen Kantonen sagt das Modell der FDP voraus, dass sie bei 26 Sitzen sehr gute Chance hat. Das sind zwei Sitze mehr als sie bei den vergangenen Wahlen in diesen Kantonen gewann. Zu solchen Sitzen gehört beispielsweise jener im Thurgau, den die FDP dank neuer Verbindungsstrategie praktisch auf sicher hat. Auch im Wallis sieht das Modell die FDP in der Favoritenrolle für das neue achte Mandat des Kantons.
Als wäre die Lage noch nicht komfortabel genug, können sich die Freisinnigen auch noch für sechs weitere Sitze mindestens einige Chancen ausrechnen.
Keine andere Partei hat eine derart gute Ausgangslage. Allerdings geht aus der Prognose auch hervor, dass im Prinzip noch für keine Partei die Felle davon geschwommen sind. Für alle liegt das Resultat von 2011 in Reichweite.
Sitze für AL und EDU?
Gut möglich ist, dass nach den Wahlen 2015 zwei Parteien im Nationalratssaal Einsitz nehmen, die derzeit nicht vertreten sind. Die Alternative Linke in Zürich, wo ein zusätzlicher Sitz zu vergeben ist, und die EDU in Bern haben laut Prognosemodell ausgezeichnete Chancen auf einen Sitzgewinn.
Wichtig ist: Wir sprechen hier von Daten, die aus den Kantonswahlen und nicht aus Umfragen gewonnen wurden. In der Vergangenheit haben diese Informationen recht gute Hinweise darauf geliefert, wie eine Partei bei der Nationalratswahl abschneiden wird (rund 4 von 5 Prognosen waren jeweils richtig). Sicher ist das aber nicht. Ein starker Wahlkampf, äussere Umstände oder auch Glück spielen in der Schweiz am Ende immer noch eine wichtige Rolle.
Rund vier Monate vor den Wahlen sind auch noch nicht alle Allianzen (Listenverbindungen) unter den Parteien bekannt. Die wichtigsten Entscheide sind zwar gefallen, dennoch wird es noch Veränderungen geben. Die Prognosen werden entsprechend aktualisiert. Stay tuned.