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«Zeitblende»: Paul Scherrer und die Bombe
Paul Scherrer war der Wegbereiter der kernphysikalischen Forschung in der Schweiz – und er hat geheime Aufträge angenommen vom Bundesrat und vom US-Geheimdienst. Er ist bis heute eine umstrittene Figur, auch weil sein Nachlass zerstört wurde. Die «Zeitblende» wagt eine Annäherung.
Im Herbst 1945 treffen sich im Militärdepartement in Bern die besten Physiker des Landes. Der Bundesrat beauftragt sie mit der Forschung zur Atomenergie. Daneben gibt er ihnen aber noch einen zweiten Auftrag: «Die Kommission soll überdies die Schaffung einer Schweizerischen Bombe oder anderer geeigneter Kriegsmittel, die auf dem Prinzip der Atomenergie beruhen, anstreben», heisst es in einer geheimen Richtlinie.
Nur drei Monate nach den Atombomben-Abwürfen auf Hiroshima und Nagasaki, lange bevor der Bundesrat öffentlich dazu steht, soll eine Schweizer Atombombe entwickelt werden. Im Zentrum der Bemühungen steht der Physiker Paul Scherrer. Er hat bereits während des Krieges Kontakte zum US-Geheimdienst und nach Deutschland geknüpft. Nun soll er die Schweizer Bombe vorantreiben.
Eine Annäherung an Scherrer ist auch deshalb schwierig, weil er seinen gesamten Nachlass zerstören liess. Die Historikerin Monika Gisler schreibt derzeit an der ersten umfassenden Biographie über Paul Scherrer. In der Zeitblende ordnet sie das Vorgehen Scherrers ein und wagt auch eine Einschätzung zur Frage, ob Scherrer die Schweizer Atombombe wirklich bauen wollte.
Online und als Podcast ist die Sendung bereits jetzt zu hören.
Ausstrahlung: Samstag, 4. Dezember 2021, 10.00 Uhr, Radio SRF 4 News