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Das IASB hat den lang erwarteten überarbeiteten Entwurf zur Verbuchung von Wertminderungen von Darlehen/Krediten und sonstigen finanziellen Vermögenswerten publiziert.
Standardsetters auf beiden Seiten des Atlantiks führten hitzige Debatten darüber, wie Wertminderungen zu verbuchen sind. Die aktuellen Vorschläge zielen darauf, Bedenken hinsichtlich der zu tiefen und zu späten Wertberichtigung für Darlehen/Kreditausfälle abzufangen. Zudem soll die Bilanzierung von Verlusten beschleunigt werden, indem Wertberichtigungen sowohl für bereits erfolgte also auch für erwartete Verluste abgedeckt werden müssten. Der Entwurf ist ein wichtiger Schritt bei der Verbuchung von Wertminderungen und hätte wesentliche Auswirkungen auf Banken und Finanzinstitute.
«Expected Loss Model»
Der IASB-Entwurf führt eine neue «Expected Loss»-Wertminderungs-Methodik für erwartete Verluste ein, die eine Verschlechterung der Bonität finanzieller Vermögenswerte, beispielsweise bei Kredit-Portfolios,) abbildet. Das vorgeschlagene Modell erfordert die Bilanzierung der über die verbleibende Restlaufzeit finanzieller Vermögenswerte erwarteten Kreditverluste, deren Kreditrisiko sich seit dem bilanziellen Erstansatz erheblich verschlechtert hat, sowie eine zwölfmonatige Wertberichtigung für erwartete Verluste aus anderen finanziellen Vermögenswerten.
Herausforderungen durch erweiterten Ermessensspielraum
Das vorgeschlagene Modell erweitert den Ermessenspielraum. Es führt einen neuen Schwellenwert ein, der feststellt, ob eine deutliche Verschlechterung der Kreditqualität stattgefunden hat, was wiederum zur Beurteilung verwendet wird, ob ein Kredit eine Wertberichtigung für die über die nächsten 12 Monate erwarteten Zahlungsausfälle oder für alle erwarteten Zahlungsausfälle über die verbleibende Restlaufzeit nach sich zieht. Diese neuen Regelungen stellen eine Herausforderung dar, sowohl für die Unternehmen, die Ermessensentscheide treffen, als auch für die Revisionsgesellschaften, welche diese prüfen müssen und schliesslich auch für die Bilanzleser, die den Jahresabschluss verwenden.
Anwendungsbereich
Das neue Modell gilt für alle bilanziell erfassten finanziellen Vermögenswerte, wie z. B. Kredite oder Anleihen, die entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zu Marktwert mit Erfassung von Marktwertveränderungen im sonstigen Gesamtergebnis (Eigenkapital) bewertet werden.
Handlungsbedarf bei Banken
Die meisten Banken sehen weittragende Konsequenzen auf sich zukommen und werden voraussichtlich zusätzliche Systeme und Prozesse benötigen, um einerseits die notwendigen Informationen zur Bestimmung der Wertminderungen zu sammeln und andererseits die durch den Vorschlag neu verlangten, umfangreichen Anhangsangaben aufzubereiten.