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Der tschechische Ministerpräsident Petr Fiala sagte am 15. Europäischen Kernenergieforum (Enef) in Prag: «Ich bin davon überzeugt, dass Investitionen in mehr Kernenergie eine der natürlichsten Antworten auf die aktuelle Situation sind. Es ist in meinem Interesse, die Atomkraft so schnell wie möglich auszubauen.»
Die Tschechische Republik sei aufgrund ihrer bestehenden Reaktoren, ihrer industriellen Kapazitäten, ihres Arbeitskräfte-Know-hows und ihrer Pläne, neue Kernkraftwerke zu bauen, «bereit, eine Führungsrolle in der Kernenergie für die Region zu übernehmen». Fiala fügte hinzu, dass ein Energiemix aus erneuerbaren und nuklearen Energien «das einzige Szenario» für die Energiewende des Landes sei.
Der slowakische Ministerpräsident Eduard Heger bezeichnete die Tschechische Republik und die Slowakei als «Vorbilder» für die Nutzung der Kernenergie wegen ihres grossen Anteils an der Kernkrafterzeugung – mehr als die Hälfte in der Slowakei und über ein Drittel in der Tschechischen Republik. Die Erfahrungen von Prag und Bratislava hätten die Stabilität und Erschwinglichkeit der Kernenergie bewiesen, und dies sei eine Botschaft, die in ganz Europa «verbreitet» werden solle.
Der staatlich kontrollierte tschechische Energieversorger ČEZ plant, in den 2030er Jahren neue Kernkraftwerkskapazitäten zu errichten, sowohl grosstechnisch am bestehenden Standort Dukovany als auch kleine modulare Reaktoren am bestehenden Standort Temelín. Das Unternehmen verfügt an den beiden Standorten über sechs kommerzielle Reaktoreinheiten. Die Slowakei hat vier kommerzielle Kernreaktoren, zwei in Mochovce und zwei in Bohunice. Eine dritte Einheit in Mochovce steht kurz vor der Inbetriebnahme, nachdem im vergangenen Monat die erste Kritikalität erreicht wurde.
European Nuclear Energy Forum Das Europäischen Kernenergieforum (European Nuclear Energy Forum - Enef) ist eine Plattform für eine Diskussion über die Chancen und Risiken der Kernenergie. Diese Diskussionen stehen im Zusammenhang mit den energiepolitischen Herausforderungen, vor denen die EU und ihre Mitgliedstaaten stehen, und insbesondere mit der Rolle der Kernenergie im strategischen Rahmen der Energieunion. Enef wurde 2007 gegründet und versammelt alle relevanten Interessengruppen im Nuklearbereich: Regierungen der EU-Länder, europäische Institutionen, einschliesslich des Europäischen Parlaments und des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses, Vertreter der Nuklearindustrie und der Regulierungsbehörden, Stromverbraucher und die Zivilgesellschaft.
Quelle
S.D. nach NucNet, 14. November 2022