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Muotathal
Oben ist das Wappen identisch mit demjenigen des Standes Schwyz. Unten finden sich in Gelb drei blaue Berge. Ein weisser Wellenbalken unterteilt das Wappen. Er steht für den Fluss "Muota", das Wahrzeichen der Gemeinde.
- Einwohner: 3 517 (Stand: Ende 2016)
- Fläche: 172,2 km2
- Geografische Lage
- Homepage Muotathal
- Bezirk Schwyz
- Verband Schwyzer Gemeinden und Bezirke
Geografie, Geschichte, Wirtschaft
Das Muotatal ist ein in sich geschlossenes wildromantisches Voralpental mit flacher Talsohle, steilen Seitenwänden, Wasserfällen und reissendem Fluss. Als flächenmässig grösste Schwyzer Gemeinde (Gemeindeteile: Muotathal, Hinterthal, Bisisthal, Ried) bildet sie den südöstlichen Teil des Kantons. An Uri und Glarus grenzend ist sie fast so gross wie der Kanton Zug und gehört mit ihrer beachtlichen Ausdehnung gar zu den zehn grössten Gemeinden unseres Landes. Ihr weitaus grösster Teil besteht allerdings aus Fels und Stein, unter anderem aus dem Karstgebiet Bödmern/Silbern.
Das Tal wurde wahrscheinlich um 700 durch Alemannen besiedelt. Die Geschichte der Gemeinde Muotathal begann mit der Gründung eines eigenen, von Schwyz abgetrennten Kirchganges (= Pfarrei). Die erste urkundliche Erwähnung des Namens finden wir im Jahre 1243 als "Muotathal" (Muot = wild; Aa = Fluss). 1291 bestand das Land Schwyz nur aus den drei Kirchgängen Schwyz, Steinen und Muotathal. Sie bildeten zusammen ein politisches Gemeinwesen mit Landsgemeinde und Landammann. In der sogenannten "Allmeinde" besassen die Landleute einen riesigen Grundbesitz, nämlich alle Wälder, Gewässer und Alpen dieser Gegend. Dadurch entstand ein starkes Selbstbewusstsein, das sich in einem unbeugsamen Freiheitswillen äusserte. Die Abgeschlossenheit des Tales unterstützte die Erhaltung der Ursprünglichkeit in Sprache, Kultur und Brauchtum. Die Wirren der Franzosenzeit bekam die Bevölkerung besonders an jenem 27. September 1799 zu spüren, als der russische General Suworow mit Tausenden seiner Soldaten über den Kinzigpass ins Tal einfiel, um die Franzosen in Schwyz zu schlagen. Er selber nahm im Frauenkloster zwei Tage Quartier und zog dann weiter über den Pragelpass nach Glarus, weil er an der heute nach ihm benannten Suworowbrücke eine Niederlage erlitten hatte.
Wirtschaft: Nebst vielen Pendlern, die im Raum Schwyz-Zug der Arbeit nachgehen, ist die Land- und Holzwirtschaft noch immer stark vertreten. Auch das Baugewerbe bietet Arbeitsplätze. Einige Betriebe haben sich spezialisiert auf Möbel, Küchen, Holzwaren, Metallverarbeitung, Fenster, Küferei, Drechslerei, Sandstrahlerei, Kuhglockenfabrikation, Fleischtrocknerei. Auffallend ist weiter das starke Gastgewerbe. Die gewerbliche Infrastruktur ist beinahe vollständig. Auch Arzt und Zahnarzt sind ortsansässig.
Freizeitangebot, Sehenswürdigkeiten
Ein reiches Vereinsleben zeichnet das Leben im Tal aus. Besonders die Musik steckt den Muotathalern im Blut. Auch der Sport wartet mit Spitzenleistungen auf. Im weitern gibt es Volkstheater, Kino, Fitnessräume, Dreifachturnhalle, Lernschwimmbecken, Wildwassersport, Musikschule. Weitherum bekannt sind auch die Muotathaler Wetterpropheten, die aufgrund eigener Tier- und Pflanzenbeobachtungen Jahreswetterprognosen erstellen.
Frauenkloster St. Josef mit Suworowzimmer (1693) und dem einzigen romanischen Kirchenraum (1347) im inneren Land Schwyz. Die Gründung des Klosters geht auf das Jahr 1288 zurück. Es ist damit älter als die Eidgenossenschaft. Der Gründungsbrief ist noch vorhanden. Pfarrkirche Muotathal mit hochbarocker Raumgestaltung (1793) und reichem Kirchenschatz. Wallfahrtskirche Maria Immerhilf in Bisisthal.
Das Höllloch, entdeckt 1875, ist eines der grössten Höhlensysteme der Welt und misst rund 180 km vermessene Gänge. Es ist im vorderen Teil für Besucher ausgebaut und kann besichtigt werden. Naturreservat Bödmernwald (grösster Urwald der Schweiz). Die Karrenfelder im Bödmern-, Silbern- und Twärengebiet, aber auch in der Gegend des Glattalpsees bilden das grösste Karstgebiet der Schweiz. Fliegerdenkmal Hinterthal (Militärflugzeugunglück 1938).
Gemeindeverwaltung
Postfach 142, 6436 Muotathal
Tel. +41 41 830 11 07, Fax +41 41 830 21 28, E-Mail <email-pii>
Gemeindepräsident: Franz Föhn
Gemeindeschreiber: Thaddäus Langenegger