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Joseph überwand die zehn Hürden in 13,11 Sekunden. Der Sprinter des LC Therwil freute sich über die Platzierung und die starke Zeit gleichermassen, obwohl diese bei einem Rückenwind von fast drei Metern pro Sekunde zustande kam und somit nicht in den Rekordlisten auftauchen wird.
«Ich konnte mich unter den Weltbesten behaupten, das ist super», betonte Joseph. Die Bedingungen seien für alle gleich schwierig gewesen. «Plötzlich kamen die Hürden zu nahe und ich wusste: ’Nein, es ist nicht windstill’», scherzte der Basler. Aber trotz eines technisch schlechten Laufs unterbot er seinen Rekord. «Das zeigt, dass die 13,12 von La Chaux-de-Fonds kein Zufall sind», analysierte der Basler.
Joseph hat inzwischen zur sauberen Lauftechnik zurückgefunden. Zu Beginn der Saison hatte der Basler noch schwache Leistungen im Wettkampf verdauen müssen, obwohl er im Trainingscamp in den USA an Kraft und Schnelligkeit zugelegt hatte. Die Power brachte der 22-Jährige zunächst nicht sauber ins Hürdenkorsett. Er stand sogar unter Druck, mangels Leistungsbestätigung von Swiss Olympic nicht für Tokio nominiert zu werden. Erst am Ende der Selektionsphase an den Schweizer Meisterschaften in Langenthal gelang ihm der Befreiungsschlag.
Im 200-m-Lauf nutzte William Reais den viel zu starken Rückenwind nicht optimal. Der 22-jährige Bündner des LC Zürich kam in 22,46 Sekunden klar nicht an seinen Bestwert (20,24) heran. Der U23-Europameister ist derzeit wohl auch der schnellste Schweizer. Am vergangenen Samstag in Bern jedenfalls hatte er sich im Dreikampf mit Silvan Wicki und Ricky Petrucciani im Dreikampf über 100 m in 10,22 Sekunden durchgesetzt.
Der 21-jährige Petrucciani durchmass Bahnrunde im Duell gegen Karsten Warholm in mässigen 46,42 Sekunden. «Es war schwierig, bei diesem Wind den Rhythmus zu finden», erklärte der Olympia-Halbfinalist über 400 m. Der Tessiner U23-Europameister dürfte dereinst den mittlerweile 25 Jahre alten Rekord von Mathias Rusterholz (44,99) tilgen. Diesen Sommer ist der 21-Jährige schon bis auf 3 Hundertstel an die Bestmarke heran gesprintet. «Ich lasse mich nicht unter Druck setzen. Wenn es heuer nicht klappt, dann nächstes Jahr», sagte er.
Der 3000-m-Lauf steht eher selten im Programm. Die 7:41,05 Minuten von Markus Ryffel aus dem Jahr 1979 stehen noch immer in den Schweizer Rekordlisten. Die Bedingungen liessen einen Angriff auf diese Marke nicht zu. Jonas Raess beendete das Rennen in 7:56,07 Minuten.