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To think that architecture functions like the computer on which this editorial was written would be an illusion. Here the space, the hardware and, uploaded to it, the social program, the software — here the central nervous system and locked into it, somewhere, the consciousness. (In architecture the simplistic notion that traditional forms can accommodate every kind of function is remarkably tenacious. As if architecture were a neutral platform on which various kinds of software can be used.)
That real spaces produce, transform, or prevent social practices could also be formulated the other way around: human activity shapes spaces and, particularly in times of change, there is a need for such spaces. It was in a field of tension of this kind that the idea of the “social condenser” was born: like in an electronic circuit a voltage is built up in it and is then periodically discharged. The current reading of this term, which is found nowadays with remarkable frequency, goes back to Rem Koolhaas and, according to our author Tibor Pataky, is used primarily to describe an architectural “device” that shapes and intensifies relationships between human beings, i.e., that changes the way in which we interact with each other. With a sideways glance at media theory, the social condenser, to put in very general terms, resembles an (electronic) medium that shapes our daily lives.
This is also one of the reasons that a computer was mentioned earlier — and here the smartphone was also meant, on whose operating system numerous social media apps vie for attention. It is precisely in the competition with their virtual space that the concept of the social condenser could acquire increasing relevance: the public sphere urgently needs materially connective places, even if human relationships and activities were initiated against a virtual background.
Just as there are apps that can manage with or without advertising, the history of the social condenser spans from philanthropy to political agitation to the commercialised feel-good program: the medium is the message. The projects and contributions compiled in this issue are intended to facilitate a critical reading of the field of tension between space and program.
Der schwellenlose Zugang zu Räumen, Dienstleistungen und Erlebnissen ist wichtigstes Merkmal der Kultur- und Freizeitzentren von São Paulo. Mit der Dichte von Wimmelbildern hat Danilo Zamboni diese räumliche Qualität illustriert und zeigt, wie der Raum seine Nutzung formt. Zambonis Zeichnungen erfassen die innere Komplexität der Projekte und die Beziehungen zum Aussenraum gleichzeitig.
Einst als Begriff für das Kommunehaus und den Arbeiterklub in der Sowjetunion entstanden, wurde der Social Condenser in den 1960er Jahren wiederentdeckt. Eine massgebende Rolle spielte dabei auch Rem Koolhaas, der ihn für seine Definition eines metropolitanen Lebensstils aneignete, freilich ganz von der ursprünglichen Ideologie befreit. Tibor Pataky führt uns ein in die Karriere dieses schillernden Begriffs und zeigt, wie die Architektur zum Medium sozio-kultureller Gestaltung wird.
Das Zollhaus in Zürich wurde zu früh ktitisiert: Ein Social Condenser und die Pflanzen auf der grauen Faserzement-Fassade brauchen Zeit, zu wachsen. Der dichten Packung von kommerziellen oder gemeinschaftsorientierten Nutzungen im Sockel haben Enzmann Fischer drei Wohnhäuser aufgesattelt. Darin können nun die viel diskutierten Hallenwohnungen besichtigt werden. Die soziale Energie transformiert eine Gegend, das Experiment scheint geglückt.
Öffentliche Räume und einladende Architektur können gerade in Armutsgebieten viel bewirken: Für ein positives Image oder ganz konkret zur Beherbergung bislang fehlender Nutzungen. An zwei Orten in Mexiko hat unsere Autorin Projekte aufgespürt, die das Versprechen in sich tragen, sich um die Anliegen der Bevölkerung zu kümmern. Die Architektur symbolisiert den politischen Willen der Regierung von Andrés Manuel López Obrador. Bleibt sie über seine Amtsperiode hinaus bestehen?
Das Forum Groningen von NL Architects ist ein Scheinriese. Er sprengt den Massstab, ist aber nicht bildbestimmend, denn er steht in zweiter Reihe am Grote Markt. Im Turm entfalten sich unterschiedlichste Nutzungen vom Kino über eine Bibliothek bis zum Museum. Die Krone bilden jedoch ein Restaurant und eine Dachterrasse, die Einheimischen und Besuchenden offensteht
Was Architekturschaffende über die Biodiversität wissen müssen, erklären die Landschaftsarchitektin Anke Domschky und die Stadtökologin Nathalie Baumann. Sie hinterfragen ausserdem unser Verhältnis zur Natur.
Das Motto Low Cost – Low Energy bestimmte das Wettbewerbsprogramm für die Primarschule Walkeweg in Basel. In der Stufe des Ideenwettbewerbs ging es um breit gefächerte Innovation im Bereich des nachhaltigen Bauens.
Here we are! Frauen im Design im Vitra-Design-Museum in Weil am Rhein will den Frauen in Gestaltungsdisziplinen mehr Sichtbarkeit verleihen. Ausserdem: Berta Rahms wachsender Pavillon an der ETH Zürich. Und eine Schau in Lissabon über Entwurf und Spiel.
Nina Zschokke analysiert Philippe Rahms neu erschienene Histoire naturelle de l’architecture, die Natur und Klima als Entwurfsfaktoren ins Licht rückt. Die Redaktion empfiehlt die Bücher 50 Hybrid Buildings und Napoli Super Modern.
Sibylle Bucher, 1965–2021
Die Uhrenmanufaktur Audemars Piguet in Le Locle von Kuník de Morsier ist auch ein Schaufenster für die Werte der Firma. Originaltext Französisch