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Wie ein Tunnel die Gemüter bewegt
BRIEF AUS DEN USA
Der amerik anische Bundes staat Colorado ist stolz auf das 50-Jahr-Jubiläum des Eisenhower- Tunnels. Der Strassentunnel ist nicht nur der längste in den USA, sondern auch der höchstgelegene im amerikanischen Autobahnnetzwerk. Täglich flitzen über 33’000 Fahrzeuge durch das Meisterwerk. Die Fahrt durch die 2,73 Kilometer lange Röhre dauert etwa fünf Minuten.
Der nach dem ehemaligen Präsidenten benannte Tunnel verkürzt die Fahrt auf einer Hauptverbindung durch die Rocky Mountains. Der Tunnel vereinfacht auch die Anreise zu den berühmten Skigebieten in Vail und Aspen. Vor der Eröffnung der Ost-West-Röhre im Jahr 1973 floss die Verkehrslawine über den 3650 Meter hohen Loveland-Pass. Seit dem Jahr 1979 kann auch in der Gegenrichtung eine Stunde eingespart werden.
Der Bau des Eisenhower-Tunnels war nicht nur umstritten: Während fünf Jahren kämpften die bis zu 1140 Mitarbeiter rund um die Uhr mit den Wetter- und Geologiekapriolen. Die Probebohrung weiter unten im Tal war vielversprechend. In der Realität tauchte aber ein Problem nach dem anderen auf und führte zum Konkurs der ers-ten Baufirma aus Kalifornien. Unerwartete Erdfalten waren fast für das Scheitern des Projektes verantwortlich.
Die lange Wintersaison verlangsamte den Bau, und auf der beträchtlichen Höhe von 3400 Metern über Meer konnten weder die Bauarbeiter noch die Bohrmaschinen die gewünschte Leistung erbringen. Die meisten Bauarbeiter hatten Erfahrung im Minenbereich, aber nicht im Tunnelbau. Und die erste Frau im Tunnelbau veranlasste fast einen Generalstreik und wurde ins Baubüro verbannt. Die Dame im Overall setzte sich aber durch und arbeitete schliesslich aktiv auf der Baustelle.
Kritiker meinen auch fünfzig Jahre nach der Eröffnung noch immer, dass das Verkehrsdepartement von Colorado vielleicht doch Schweizer Tunnelspezialisten hätte anheuern sollen. Tatsächlich reichte eine Schweizer Firma eine etwas teurere Offerte ein. Damals war aber Colorado überzeugt, dass die Firma aus Kalifornien die richtige Wahl sei. Später führte ein Konglomerat aus dem flachen mittleren Westen und Utah mehr oder weniger erfolgreich den Bau fort. Schliesslich kostete der Bau viel mehr als die Offerte aus der Schweiz. Regula Grenier *
Die Einsiedlerin Regula Grenier-Flückiger (*1973) zügelte im Jahr 2007 nach Denver im amerikanischen Bundesstaat Colorado, am Fusse der Rocky Mountains. Seit dem Jahr 2011 wohnt sie im Nachbarort Thorn-ton. Dort kamen im Jahr 2011 Sohn Cody Frederick und im Jahr 2015 Tochter Stephanie Nova zur Welt.