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Gross-WG am Ende der Schweiz in ehemaliger Beiz, Baujahr 1903
Die Elsässerstrasse 260 – das ehemalige Restaurant Zollstübli – ist das letzte Haus an der Elsässerstrasse. Es liegt unmittelbar an der Grenze Basel/St. Louis. Die vierstöckige Liegenschaft wurde 1903 auf Initiative der Brauerei Warteck gebaut und hatte zunächst einen Biergarten (s. Bild). Dieser wurde in den 1940er Jahren durch einen Pavillon überbaut, der als Café, Warteraum und Billetterie des damals grenzüberschreitenden Trams diente. Im Parterre befand sich die Beiz, im ersten Stock die Küche; in den oberen Stockwerken lebten die Wirtsleute oder Mieter:innen. Über die Jahrzehnte konnte hier sehr verschieden gegessen werden: gutbürgerlich, italienisch, indisch, türkisch.
2012 wurde das Haus vom Wirte- und Inhaberpaar Bechtel durch die Genossenschaft E260 übernommen und zu einem Wohnkollektiv umgestaltet. Das Ziel der E260: »Die Genossenschaft bezweckt, ihren Mitgliedern preisgünstigen Wohnraum zu verschaffen und diesen nachhaltig der Spekulation zu entziehen, um selbstverwaltete, gemeinschaftliche Wohnformen zu verwirklichen.« (Statuten, Art. 3.1) Um mehr Wohnraum zu gewinnen, wurden die Küchenräume im ersten Stock aufgehoben und in der Beiz eine Gemeinschaftsküche eingerichtet. Die Wohnform ist seither eine offene, die einer Gross-WG. Es gibt keine abgeschlossenen Wohnungen; die beiden Parterreräume (Beiz und Pavillon) werden geteilt, die individuellen Räume sind in den oberen Etagen. Vor dem Haus gibt es einen schmalen Gartenstreifen; hinter dem Haus – bereits in Frankreich – stehen ein Bauwagen, ein Trampolin und eine Feuerstelle.
Die Genossenschaft E260 hat das Haus bis Ende 2020 als autonome Körperschaft mit wechselnden Bewohner:innen bespielt, auch durch öffentliche Veranstaltungen. 2018 nahm die Genossenschaft Kontakt zum Mietshäuser Syndikat auf, um die Möglichkeit einer Fusion zu prüfen. Da ein Zusammenschluss für beide Seiten von Interesse war, ging das Haus per Anfang 2021 in den Besitz des Mietshäuser Syndikats über. Aus der Wohngenossenschaft E260 wurde neu der Hausverein E260. Gegenwärtig leben fünf Kinder und sieben Erwachsene im Haus. Mit der benachbarten Genossenschaft Grenze und den verschiedenen alten und neuen Genossenschaftsprojekten auf dem Lysbüchel-Areal (teils ebenfalls vom Mietshäuser Syndikats getragen) bildet das Zollstübli einen Kontrapunkt an diesem Zipfel Basels.