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Abgefahren!
Für Michelle
Ihr macht es mir nicht immer leicht. Vor allem dann nicht, wenn ihr mich als Regelwerk für friedliches Pendeln betrachtet und mir Fragen zum Benimm im öffentlichen Verkehr stellt. «Liebe Katja», schreibt Blick am Abend-Leserin Michelle, «ich habe eine Frage zum Thema Pendeln. Ich fahre beinahe täglich im Trainingsanzug und mit Sporttasche Zug, und manchmal esse ich auf der Heimfahrt dazu. Fühlst du dich oder fühlen andere Pendler sich gestört, wenn ich in Trainerhose und mit nassen Haaren im Zug sitze?»
Nun, liebe Michelle, um diese Frage seriös beantworten zu können, fehlen mir ein paar wichtige Parameter. Um welche Uhrzeit bist du unterwegs? Was isst du? Wo deponierst du deine Sporttasche? Je nach Antwort variiert der Faktor auf der Ich-belästige-meine-Mitreisenden-Skala nämlich. Da mir die entsprechenden Angaben aber fehlen, musst du dich nun mit einer etwas allgemeinen Antwort begnügen: «Liebe Michelle, solange deine Haare des Duschwassers und nicht des Schweisses wegen nass sind, dein Znacht nicht aus einem olfaktorisch anstrengenden Döner besteht und du mit deiner Sporttasche nicht mitten in der Rushhour einen Sitzplatz besetzt, fühle ich mich nicht in meiner Komfortzone beeinträchtigt. Herzlich, deine Katja.»