Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03293.jsonl.gz/620

3.5.4 Nachfrageseitige Annäherung
Beschreibung des allgemeinen Vorgehens
Der dritte Weg zur Bestimmung des Logistikgesamtmarktes besteht in der Auswertung der Input-Output- Statistik der Schweiz und der eigenen Primärerhebung. Das allgemeine Vorgehen lässt sich in drei wesentlichen Schritten kurz darlegen:
- Schritt 1: Aufschlüsselung der Branchenumsätze: Den Ausgangspunkt des dritten Weges bilden die Umsätze in den einzelnen Branchen. Die dazu notwendigen Daten stammen vom Bundesamt für Statistik und von einer Studie der ETH Zürich.299 Aus Letzterer lassen sich die Verflechtungen zwischen den einzelnen Wirtschaftszweigen nach NOGA-Standard300 und deren Wertschöpfung herauslesen.301
- Schritt 2: Bestimmung der Logistikkosten pro Branche: Jeder Branche werden die am erwirtschafteten Umsatz anteiligen Logistikkostenanteile zugeordnet. Diese bestimmen sich aus der durchgeführten Unternehmensbefragung der Verlader und Logistikdienstleister.
- Schritt 3: Bestimmung der Logistikmarktgrösse: Anschliessend lässt sich über die Addition der Logistikkosten über alle Branchen das wertmässige Volumen des Logistikgesamtmarktes abschätzen.
In der Schweiz wird insgesamt ein Umsatz von rund 1018 Mrd. CHF in allen Branchen erwirtschaftet. Diese Zahl beinhaltet eine Wertschöpfung im Bereich Logistik in Höhe von rund 35,087 Mrd. CHF, was einem prozentualen Anteil von 3,45 % entspricht. Dieser Wert erscheint auf den ersten Blick relativ gering. Es ist jedoch zu beachten, dass hierin auch Branchen wie die Finanzwirtschaft eingerechnet sind, die einen verhältnismässig niedrigen Logistikanteil in ihrer Wertschöpfung besitzen. In Tabelle 52 ist die detaillierte Rechnung dargestellt.
Das über die nachfrageseitige Annäherung berechnete Marktvolumen liegt 4,5 % unter den 36,754 Mrd. CHF aus dem Jahr 2008. Da Treibstoffkosten in einzelnen, besonders transportintensiven Branchen einen weitreichenden Einfluss haben, wurden durch die massiven Treibstoffpreissenkungen marginale Anpassungen am Anteil der Logistikkosten notwendig. Neben den verringerten Treibstoffkosten beruht der Rückgang, analog zur Berechnung des Logistikgesamtmarktvolumens der anderen beiden Wege, auf den Folgen des Wirtschaftsabschwungs. So ist die Logistik vor allem von den Rückgängen im sekundären Sektor betroffen, da mit Industrie und Handel die grössten Nachfrager nach Logistikleistungen mit am schwersten durch die Krise betroffen waren.
Erläuterungen zu Tabelle 52
Spalte 1
Spalte 1 zeigt die einzelnen Wirtschaftszweige nach dem NOGA-Standard. Die Anordnung erfolgt dabei in Anlehnung an die gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung, d. h. zuerst die Wirtschaftszweige des primären, dann die des sekundären und anschliessend die des tertiären Sektors.
Spalten 2 bis 22
In den Spalten 2 bis 22 sind der Umsatz sowie die durchschnittlichen Logistikkosten (prozentual und absolut) der jeweiligen Branche ausgewiesen. Die Spalten orientieren sich nach den einzelnen Wertschöpfungsstufen der primären, sekundären und tertiären Wirtschaftssektoren.302
Spalte 23
In Spalte 23 sind die totalen Branchenumsätze aufgelistet. Insgesamt wird in allen Branchen ein Umsatz von 1018 Mrd. CHF erwirtschaftet.
Spalte 24
Diese Spalte enthält die anteilsmässigen Logistikkosten an den erwirtschafteten Branchenumsätzen. Der totale Anteil der Logistikkosten beträgt «theoretisch» 3,45 %, sodass der gesamte Logistikmarkt auf 35,1 Mrd. CHF geschätzt werden kann.
|299
||Vgl. Nathani et al. (2006).

|300
||Die NOGA 2002 (Nomenclature Générale des Activités économiques) ist eine Branchen- und Wirtschaftsnomenklatur, die es ermöglicht, die statistischen Einheiten «Unternehmen» und «Arbeitsstätten» aufgrund ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit zu klassifizieren und in eine übersichtliche und einheitliche Gruppierung zu bringen. Sie berücksichtigt sowohl die von der statistischen Systematik der Wirtschaftszweige in der Europäischen Gemeinschaft (NACE Rev. 1,1) vorgegebenen Rahmenbedingungen als auch die Bedürfnisse der verschiedenen Interessengruppen in der Schweiz.

|301
||Vgl. Bundesamt für Statistik (2008): Produktionskonto nach Branchen; Nathani et al. (2006).

|302
||Bei Distel (2005) findet sich eine detaillierte Herleitung des «Güter-Fliesssystems», das davon ausgeht, dass sich alle Gütertransporttonnagen und Logistikaufwendungen der Wirtschaft im Zusammenhang mit den volkswirtschaftlichen Wertschöpfungsverflechtungen abbilden lassen. Durch die Logistikaufwendungen in den einzelnen Wertschöpfungsstufen kann das gesamte Volumen des Logistikmarktes abgeschätzt werden.