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Wo wohnt Gott?
Wir haben in der letzten Zeit viel gehört, über Heimat, heimisch werden und daheim sein bei Gott. Heute will ich die Frage stellen: Wo wohnt eigentlich Gott? Der Lehrer fragte in der Schule: Wo wohnt Gott? Ein Schüler hebt sofort die Hand und sagte: «Gott wohnt im Badezimmer.» «Wie kommst du darauf?» fragte der Lehrer. Der Schüler erwiderte: «Immer am Morgen, wenn mein Vater vor der geschlossenen Badezimmertüre steht poltert er an die Türe und ruft: «Mein Gott, bist du immer noch da drinnen?» Wir wissen aber, dass Gott nicht in erster Linie im Badezimmer wohnt. Wo er wirklich wohnt, das wollen wir heute miteinander etwas genauer anschauen.
Gott wohnt in der Stiftshütte
Als sich Israel in der Wüste am Berg Sinai aufhielt, gab der Herr Mose detaillierte Anweisungen für den Bau eines tragbaren Zeltheiligtums. «Die Israeliten sollen mir ein Heiligtum errichten, damit ich bei ihnen wohnen kann» (2. Mose 25,8). Das Zeltheiligtum selbst bestand aus zwei Teilen: Dem Heiligtum mit einer Fläche von etwa 9 mal 4.5 Metern und dem Allerheiligsten, das eine quadratische Grundfläche von 4.5 Metern aufwies. Die beiden Teile des Zeltheiligtums waren durch einen Vorhang aus blauem, purpur- und scharlachrotem Garn voneinander getrennt. Dieses Zeltheiligtum war von einem rechteckigen Hof mit einer Aussenwand von Vorhängen von 45 mal 22.5 Metern umgeben. Dies war das erste Gotteshaus das von Menschen für Gott gebaut wurde, und Gott wohnte in diesem Heiligtum. Etwas, dass mich sehr erstaunt ist folgendes: In 2. Mose 31 lesen wir, dass Gott Künstler berufen hat, die für die Stiftshütte gearbeitet haben. «Und Gott sprach: Ich habe Bazalel auserwählt. Ich habe ihn mit dem Geist Gottes erfüllt und ihm Weisheit, Verstand und Können gegeben, handwerkliche Arbeiten auszuführen. Ich habe ihn befähigt, Pläne für alle anstehenden Arbeiten zu entwerfen, Gegenstände aus Gold, Silber und Bronze zu schaffen, Edelsteine zu schleifen und einzufassen und Holz zu schnitzen.» Gott war es also nicht gleichgültig wie sein Heiligtum aussah. Er hatte genaue Vorstellungen und nur das Beste war gut genug.
Gott wohnt im Tempel
Salomos Vater David war es vom Herrn untersagt worden, den Tempel in Jerusalem zu bauen weil er ein Kriegsmann war und Blut vergossen hat. (1 Chr. 28,3) Daher fiel es Salomo zu, den Tempel zu bauen. Er begann damit in seinem 4. Königsjahr und die Bauzeit dauerte sieben Jahre. Der Tempel war 27 Meter lang, 9 Meter breit und 13.5 Meter hoch. Der Tempel bestand aus drei Hauptteilen: dem Vorhof, der Haupthalle beziehungsweise dem Heiligtum und dem inneren Heiligtum oder Allerheiligsten. Hier wurde die Bundeslade mit den zehn Geboten aufbewahrt. Der gesamte Innenbereich des Tempels einschliesslich der Wände und Böden war mit Gold verkleidet. Rund 400 Jahre später wurde der Tempel des Herrn von Nebusaradan, dem Kommandanten der Leibwache des babylonischen Königs niedergebrannt. Keinerlei Überreste des Tempels sind bisher gefunden worden.
Wiederaufbau des Tempels
Etwa 60 Jahre später wurde der Tempel durch Serubbabel wieder aufgerichtet. Der Tempel war gewiss nicht so gross und so reich verziert wie der Tempel Salomos. Dieser wurde schliesslich durch einen prachtvollen Tempel von König Herodes 18 Jahre vor Christus ersetzt. Diese Tempelanlage war ein gigantisches Bauwerk. Im August 70 n. Chr. wurde der Tempel durch die Römer zerstört. Die 14 untersten Steinreihen der Westseite, die sogenannte Klagemauer, sind noch heute zu sehen. Dies sind die wesentlichen Gebäude die für Gott gebaut wurden. Nun stellen wir uns die Frage, wo wohnt den Gott heute? Es gibt viele Bibelstellen in denen beschrieben ist wo Gott wohnt. Ich habe mich für zwei entschieden, die mich angesprochen haben.
Gott wohnt in unserem Herzen
Wer wohnt eigentlich bei dir zu Hause? Hast du einen Partner oder eine Partnerin, mit dem du wohnst? Wohnen die Kinder noch zu Hause? Oder wohnst du bei deinen Eltern? Oder wohnst du alleine? Wie man wohnt, das ist eine ganz wichtige Frage, die das Lebensgefühl bestimmt. Mit jemanden zu wohnen bedeutet immer auch, für diese Person oder Personen zu leben, das eigene Leben auf einander einzustellen, auf die gegenseitigen Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen, um das Wohlbefinden aller bemüht zu sein. Mit wem ich wohne, mit dem teile ich mein Leben. Wenn ich etwas vorhabe und plane, dann frage ich nach der Meinung und dem Rat der anderen, mit denen ich wohne.
Einen Menschen, den ich lieb habe, mit dem möchte ich leben und wohnen, oder zumindest in dessen Nähe sein, wenn man evtl. noch keine gemeinsame Wohnung haben kann. Jesus sagt: «Wer mich liebt, wird tun, was ich sage. Mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen» (Johannes 14.23). Ja, es ist eine logische Konsequenz, dass Gott bei uns wohnt, wenn wir an Seinem Wort festhalten und IHN lieben. Gott will dort wohnen, wo wir wohnen und leben!
Sind wir uns dessen bewusst? Jesus sagt nicht, dass er in schönen Kirchen und herrlichen Kathedralen wohnen möchte. ER möchte bei uns und mitten unter uns wohnen! Unser Herz und unser Lebensraum ist der Wohnort Gottes. Ist dir das bewusst, dass Gott in unserem Herzen wohnen will, dass unser Herz das Allerheiligste ist, das die Priester nur einmal im Jahr betreten durften. Das ist doch ein wunderbarer Gedanke. Im Johannes-Evangelium gibt es eine schöne Erzählung, als die ersten Jünger auf Jesus aufmerksam wurden, fragten sie ihn: «Meister, wo wohnst Du?» Sie wollten ihn kennen lernen und wissen wo und wie er wohnt und lebt. Er hat ihnen aber keine bestimmte Adresse oder Postanschrift genannt, sondern einfach nur gesagt: «Kommt und seht!» Man sieht es also, nicht nur mit den Augen, sondern mit allen Sinnen ist es wahrnehmbar, wo Gott wohnt. Das kann auch unsere Wohnung, unser Zuhause sein. Aber Gott lässt sich auch da nicht einsperren, sondern möchte überall dort sein, wo wir sind.
Wie können wir nun Gott ein angemessenes Zuhause bereiten? Schon von jeher haben sich Menschen darum bemüht, einen Ort für Gott zu schaffen, wo er sein kann, wo er anzutreffen ist und angebetet werden kann. Prächtige Tempel und Gotteshäuser hat man ja gebaut. Je größer und prächtiger diese Bauten waren, desto ehrwürdiger war Gott und desto ehrfürchtiger waren die Menschen. Aber Jesus hat keinen Auftrag gegeben, Kirchen zu bauen, er hat nicht gesagt, je prunkvoller und beeindruckender die sakralen Bauten sind, desto schneller werden die Menschen an Gott glauben und die Kirchen füllen. Gott sehnt sich danach in unseren Herzen zu wohnen. Die Wohnung in der wir leben, möchten wir doch auch sauber halten. Mir geht es so. Ich fühle mich nicht wohl, wenn es in unserem Haus überall schmutzig wäre. Wenn sich Besuch angemeldet hat, werden wir doch unsere Wohnung bestimmt sauber machen. Aber können wir unserem Besuch auch alle Räume inklusiv Estrich und Keller zeigen?
Ich habe noch einen Nebenjob. Ich lese fürs AEW einmal im Jahr ca. 800 Stromzähler ab. Etliche Male musste ich in Häusern die Zähler im Keller ablesen, und mir wurde vom Hausbesitzer gesagt, dass er im Keller momentan einen Bauplatz habe. Und wirklich, ich musste über Harassen und schmutzige Wäsche steigen, damit ich meine Arbeit erledigen konnte. Das Komische ist, dass dieser angebliche «Bauplatz» in etlichen Wohnungen nun schon seit Jahren so ist, und wurde von Jahr zu Jahr schlimmer. Wie sieht es in unserer Herzenswohnung aus? Haben wir dort auch «Bauplätze» die immer schlimmer werden? Kann Gott in alle «Räume» von unserem Herzen schauen, oder hat es Tafeln wo drauf steht: Eintritt verboten.
Gott wohnt im Lobpreis
«Du aber bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels» (Psalm 22,4). Dort wo Anbetung und Lobpreis stattfindet, wohnt Gott. In der Anbetung und im Lobpreis sind wir nahe bei Gottes Thron. Wer möchte das nicht sein? Deshalb wollen wir heute noch etwas über Lobpreis und Anbetung nachdenken. Gott rühmen, ihn loben, ihm danken mit Worten, Liedern, Musik, ja mit dem ganzen Leben, das ist ein wichtiges Thema der Bibel. «Singt Psalmen, Lobgesänge und von Gottes Geist eingegebene Lieder; singt sie dankbar und aus tiefstem Herzen zur Ehre Gottes… und dankt dabei Gott, dem Vater» (Kolosser 3,16b-17).
Danken: Wenn wir jemand etwas schenken, dann sagt der Empfänger Danke. Gott hat uns tausende von Gründen gegeben, für die wir dankbar sein dürfen.
Loben: Im Lobpreis preist du Gott wegen seiner Taten.
Anbetung: Anbetung ist eine Geste der Ehrung eines Königs. Christen übernehmen die Gesten und beten Jesus als ihren König an. In der Anbetung staunen wir über Jesus bewundern seine Persönlichkeit und Art. Und je besser wir ihn kennenlernen, desto grösser wird in uns der Wunsch, ihn zu erheben und gross zu machen. Was ist nun Anbetung in der Praxis? Ist Anbetung einfach der 15-minütige Anbetungsteil im Gottesdienst und dann geht es im Programm weiter? Nein, Anbetung ist ein Lebensstil. In der Bibel heisst es: «Ich will den Herren allezeit preisen; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein» (Psalm 34,2). Die Bibel ist voll davon, dass wir Gott immer, allezeit, ununterbrochen preisen sollen. Wenn es uns gut geht, aber auch, wenn wir durch schwere Zeiten der Trauer und Sorgen gehen. Nicht nur am Sonntagmorgen im Gottesdienst. Lass es dir zur Gewohnheit werden, Gott immer wieder und überall anzubeten. Anbetung ist mehr als eine christliche Aktivität. Anbetung ist eine Herzenshaltung, die sich Gottes Herrschaft unterordnet. Ein anbetender Lebensstil schaut immer wieder, in jeder Lebenslage staunend zum dreieinen Gott auf und ehrt ihn durch sein Leben, sein Dasein. «Was immer ihr tut, verhaltet euch so, dass Gott dadurch geehrt wird» (1.Korinther 10,31). Die Anbetungszeiten in der Gemeinde und in der Kleingruppe braucht es unbedingt. Sie motivieren uns anzubeten, sie helfen uns in die Gegenwart Gottes zu kommen, lehren uns und berühren oft unser Innerstes. Und sie nehmen den, der gerade durch schwierige Zeiten geht, vielleicht im Lobpreis nur zuhört, mit hinein und machen ihm Mut auf Gott zu schauen.
Weshalb Lobpreis und Anbetung? Anbetung ist Berufung und Opfergabe Die Bibel ist voll von Texten zur Anbetung Gottes. Nicht nur das Volk Israel wird ermahnt, Gott alleine anzubeten, sondern es wird auch vorausgesagt, dass Heiden kommen werden um Gott anzubeten. Ebenso beten die Engel und das ganze himmlische Heer Gott an und auch die Schöpfung betet Gott an. Anbetung ist heute, morgen und bis in Ewigkeit die Berufung der Gläubigen und der Gemeinde. Lobpreis und Anbetung sind die Sprache des Himmels. Hört Verse aus der Offenbarung, in der die Bibel über unsere Zukunft bei Gott spricht: Gewaltig ertönte ihre Stimme: «Allein dem Lamm, das geopfert wurde, gehören alle Macht und aller Reichtum. Ihm allein gehören Weisheit und Kraft, Ehre, Herrlichkeit und Anbetung!" Dann hörte ich, wie auch alle anderen Geschöpfe einstimmten. Alle im Himmel und auf der Erde, die Toten unter der Erde, wie die Geschöpfe des Meeres, sie alle riefen: "Lob und Ehre, alle Herrlichkeit und Macht gehören dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm für immer und ewig!» (Offenbarung 5,12-13). Wir wollen nicht aufhören, Gott im Namen Jesu zu loben und ihm zu danken. Das sind unsere Opfer, mit denen wir uns zu Gott bekennen. Wir beten immer etwas an. Wir verehren etwas, von dem wir uns Glück versprechen: Person, Partner, Hobby, Geld, Karriere. Gott zu loben bewahrt uns davor, die falschen Dinge im Leben anzubeten. Satan, Gottes Gegenspieler möchte auch angebetet werden. Er sagte zu Jesus: «Ich will dir alle Reiche der Welt geben, wenn du niederfällst und mich anbetest» (Matthäus 4). Jesus jedoch wies ihn klar zurecht und nannte ihm Gottes Gebot: «Bete allein Gott, deinen Herrn, an und diene nur ihm!» Der Heilige Geist helfe uns immer mehr in einen anbetenden Lebensstil hineinwachsen.
In der Anbetung wächst unsere Liebe, unser Vertrauen und unser Glaube zu Gott: Indem wir die Aussagen darüber wie Gott ist, in Gebeten und Liedern aussprechen, füllen wir unsere Gedanken mit diesen biblischen Wahrheiten über Gott. Mit der Zeit werden sie immer mehr Realität in unserem Leben und verändern unser Denken, Reden und Handeln. Lobpreis! Mauern fallen - Feinde werden besiegt! Nachdem Paulus und Silas einen Wahrsagegeist ausgetrieben und sich für das Evangelium eingesetzt haben, werden sie ins Gefängnis geworfen. Paulus und Silas blasen jedoch nicht Trübsal: «Gegen Mitternacht beteten Paulus und Silas; sie priesen Gott mit Lobliedern, und die Mitgefangenen hörten ihnen zu. Plötzlich bebte die Erde so heftig, dass das Gebäude bis in seine Grundmauern erschüttert wurde. Im selben Augenblick sprangen sämtliche Türen auf, und die Ketten aller Gefangenen fielen zu Boden» (Apostelgeschichte 16,25-26). Daraufhin bekehrt sich der Gefängnisaufseher und sein ganzes Haus. Dieses Erlebnis ermutigt uns, auch in schwierigen Zeiten Gott zu danken, ihn zu loben weil ich weiss, dass er alles im Griff hat. «Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen» (Römer 8,28).
Auch wir dürfen es erleben, dass Mauern in unserem Leben fallen, dass Türen sich öffnen, dass Ketten/ Bindungen sich lösen, dass wir frei werden, wenn wir weg von unseren Sorgen, miesen Umständen, Schwierigkeiten auf den allmächtigen Gott schauen und ihn für seine grenzenlosen Möglichkeiten anbeten. Im Lobpreis heben wir die Augen auf zum allmächtigen Gott. Anbetung ist eine Entscheidung. Ich schaue weg von mir und meinen Möglichkeiten, sehe auf Gott und seine Möglichkeiten. Wenn wir das Leben, werden wir auch siegreich sein. Mauern werden fallen und Feinde zurückgedrängt. Werde zum Anbeter wie König David. Bevor David zum König gesalbt wurde, wurde er ein Anbeter. Mit seiner Harfe, bei den Schafen und später beim Schreiben der Psalmen betete er Gott an. Er betete Gott auch in Zeiten der Verfolgung und des Leides an. David lobte Gott 7x am Tag: «Ich suche dich in deinem Heiligtum, um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen. Deine Liebe bedeutet mir mehr als mein Leben! Darum will ich dich loben; mein Leben lang werde ich dir danken und meine Hände zum Gebet emporheben. Ich juble dir zu und preise dich, ich bin glücklich und zufrieden wie bei einem Festmahl» (Psalm 63,3-6). Dieser Mann, mit der anbetenden Herzenshaltung, wurde später von Gott zum König für Israel auserkoren.
Werde auch du immer mehr zum Anbeter Gottes. Wenn du anbetest, bist du dort wo Gott wohnt, du befindest dich im Thronsaal. Sprich oder sing Worte der Bewunderung, Worte die deine Liebe ihm gegenüber ausdrücken. Gott ist berührt durch unsere Worte. Amen!