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Der frühere norwegische Regierungschef Jens Stoltenberg wird neuer Nato-Generalsekretär. Er übernimmt den Posten am 1. Oktober von dem Dänen Anders Fogh Rasmussen. Dieser hatte das Amt während fünf Jahren inne.
Der 55-jährige Stoltenberg übernimmt das Amt in einer schwierigen Zeit. Das Nordatlantik-Militärbündnis Nato sieht sich konfrontiert mit schrumpfenden Verteidigungsausgaben vieler Mitgliedsländer und den neuen Spannungen mit Russland. Nach der Besetzung der Krim durch Russland liegt die Zusammenarbeit mit Moskau auf Eis.
Angst vor Russland
Die neueren Nato-Mitglieder in Osteuropa und vor allem im Baltikum fürchten, dass Russland auch in ihren Ländern intervenieren könnte. Sie suchen deshalb die Rückendeckung des Bündnisses, das in Artikel 5 jedem Nato-Land bei einem Angriff militärischen Beistand zusichert.
Als norwegischer Regierungschef hatte Stoltenberg die Nato-Einsätze in Afghanistan und Libyen unterstützt. Fast zehn Jahre lang war er Ministerpräsident. Dann verlor er im September die Parlamentswahl.
Traditionell ist der militärische Oberkommandierende der Nato ein Amerikaner, während der Generalsekretär aus Europa stammt.
Die Amtszeit des bisherigen Generalsekretärs Rasmussen dauert noch bis Ende September. Er soll noch die Koordination des Nato-Gipfels am 4. und 5. September in Wales übernehmen, bei dem unter anderem das Ende des internationalen Kampfeinsatzes in Afghanistan auf der Tagesordnung steht.