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Endometriose - Was ist das? Was weiss man über ihre Entstehung und Ursachen?
Endometriose ist eine gutartige, relativ häufige, oft chronisch verlaufende Erkrankung. Dabei findet man Gewebe der Gebärmutterschleimhaut (=Endometrium), welches normalerweise die Gebärmutterhöhle auskleidet, an anderen Stellen des Körpers.
Verschiedene Formen der Endometriose und wie sie entstehen
Bei der eher oberflächlichen Endometriose sind sich die meisten Experten einig, dass sie folgendermassen entsteht:Bei 90 % aller Frauen fliesst während der Menstruation das Blut nicht nur vaginal ab, sondern ein Teil davon gelangt durch die Eileiter auch in die Bauchhöhle. Dabei kann auch Gebärmutterschleimhaut mitgespült werden. Normalerweise wird diese durch Zellen des körpereigenen Abwehrsystems (=Immunsystem) abgebaut: Diese Abbaufunktion scheint bei Frauen mit Endometriose durch Veränderungen im Immunsystem gestört zu sein.
Das Schleimhautgewebe besitzt die Fähigkeit, am neuen Ort anzuwachsen und dafür zu sorgen, dass Blutgefässe und Nerven einsprossen, um die Versorgung zu übernehmen. Die so entstandenen Endometrioseherde machen die gleichen, zyklischen Veränderungen mit wie die Schleimhaut in der Gebärmutterhöhle: So können sie z.B. während der Zeit der Menstruation bluten.
Eine andere Form der Endometriose ist die sogenannt tief infiltrierende Endometriose: Sie wächst tief in das sie umgebende Gewebe ein und findet sich oft zwischen Darm (=rektovaginale Endometriose) oder Blase (=Blasenendometriose) und der Gebärmutter bzw. der Vagina. Häufig findet man sie jedoch auch auf den Bändern, welche zwischen Gebärmutter und Kreuzbein verlaufen (=Sacrouterinligamente), in den Bändern, welche die Gebärmutter im Becken halten (Mutterbänder = Parametrien), und in der Beckenwand, insbesondere nahe der Harnleiter.
Bezüglich der Entstehung dieser Form sind sich die Experten noch uneinig. Einige gehen davon aus, dass der Ursprung dieser speziellen Form schon beim ungeborenen Kind (während der embryonalen/fetalen Entwicklung) angelegt wird.
Am häufigsten findet man Endometriose im Bauchraum, ab und zu jedoch auch in der Bauchdecke (vor allem nach vorangegangenen Bauchoperationen wie z.B. Kaiserschnitt), oder im Bauchnabel. Da sich Endometriosezellen auch über die Lymphbahnen ausbreiten können, kommt es selten auch zu Absiedlungen in der Lunge oder in anderen Organen des Körpers.
Eine spezielle Form der Endometriose ist die Adenomyose
Bei der Adenomyose findet sich Schleimhautgewebe in der Muskelwand der Gebärmutter.
Ihre Entstehung stellt man sich so vor: Während der Menstruation oder bei Geburtswehen zieht sich die muskuläre Wand der Gebärmutter zusammen (=Gebärmutterkontraktionen). In neueren Untersuchungen konnte man zeigen, dass solche Kontraktionen auch bei der nichtschwangeren Gebärmutter und ausserhalb der Menstruation vorkommen.
Bei Frauen mit Endometriose wird das weibliche Hormon Oestrogen in der Gebärmutter vermehrt hergestellt. Oestrogen kann zu verstärkten Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur führen. Als Folge davon kommt es zu kleinsten Verletzungen der Uebergangszone zwischen der muskulären Schicht und der Schleimhaut.
Durch diese Risschen können auch Endometriumzellen in die Gebärmuttermuskulatur verschleppt werden, sich dort absiedeln und Adenomyoseherde bilden. Die Verletzungen lösen einen Reparaturmechanismus in der Gebärmutter aus. Dieser Mechanismus führt über komplexe Vorgänge zu einer zusätzlichen Erhöhung der Oestrogenproduktion. Somit entsteht ein Teufelskreis mit zunehmend stärkerem und schmerzhafterem Zusammenziehen der Gebärmutter, wodurch es wiederum zu mehr Adenomyoseherden kommen kann. Durch verstärkte, verlängerte Blutungen kann dies auch die Ausbreitung der Endometriose begünstigen.
Die Adenomyose tritt oft zusammen mit Endometriose auf, kann jedoch auch alleine vorkommen.
Ursachen der Endometriose
Bei der Endometriose handelt es sich um eine multifaktorielle Erkrankung. Das heisst, dass verschiedene Elemente, wie z.B. Vererbung (Gene) und Umweltfaktoren, zu ihrer Entstehung beitragen. Bei Frauen, welche Verwandte mit einer Endometriose haben, kommt die Krankheit also häufiger vor.
Endometrioseherde sind hormonempfindlich: Das weibliche Hormon Oestrogen fördert ihr Wachstum, Gestagene hemmen es.
Vieles ist leider noch unklar bei dieser komplexen Krankheit – mittlerweile wird jedoch intensiv geforscht, so dass man hoffentlich bald Ursachen und Zusammenhänge besser versteht.