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Die thailändischen Behörden wollen aus ihrem Land den «Logistik-Hub» der Asean-Region (Association of Southeast Asian Nations) machen. Ein wesentliches Standbein der Zukunftsstrategie ist die Errichtung neuer, moderner Verkehrs-Infrastrukturen, und dabei setzt Thailand künftig stark auf Hochgeschwindigkeitszüge. Das Hochgeschwindigkeits-Bahnnetz namens «Trans-Asean Line» wurde diese Woche vorgestellt; vier Strecken mit einer Länge von total 3193 Kilometern sind geplant, welche von Bangkok aus Südostasien und China besser auf dem Landweg miteinander verbinden sollen.
Als Haupt-Hub für Thailand soll der Bahnhof Bang Sue im Norden von Bangkok dienen. Konkret sind innerhalb Thailands folgende vier Linien geplant, welche jeweils an der Grenze dann weitergeführt werden. Aktuell laufen Verhandlungen mit Malaysia, Vietnam und Kambodscha hinsichtlich einer Standardisierung der jeweiligen Bahnen, um besser länderübergreifend agieren zu können.
- Bangkok-Nong Khai (873 Km). Nong Khai liegt an der Grenze zu Laos; von dort aus verkehrt dann ein weiterer Zug ins nahe gelegene Vientiane und von dort aus weiter nach Mohanzhen an der Grenze zwischen China und Laos. Der thailandische Streckenabschnitt wurde kürzlich in Angriff genommen und soll 2023 fertiggestellt sein. Der laotische Abschnitt ist bereits zu 55 Prozent erbaut. Vor allem für Laoten ist dieses Projekt super: Von Vientiane nach Bangkok oder Mohanzhen reist man aktuell zwei Tage, künftig nur noch je drei Stunden. Das Fernziel ist hier natürlich die Verbindung von Bangkok nach Peking per Hochgeschwindigkeitszug.
- Bangkok-Trat (520 Km). Trat liegt an der Grenze zu Kambodscha; von dort aus wird der Zug nach Phnom Penh und dann weiter nach Vietnam geführt, wo die gesamte Küste nordwärts in Richtung China mit Hochgeschwindigkeitszügen versorgt wird.
- Bangkok-Padang Besar (1100 Km). Diese Strecke führt via Hua Hin und Surat Thani an die malaysische Grenze. Bangkok soll dadurch dereinst per Schnellzug mit Kuala Lumpur und Singapur verbunden werden.
- Bangkok-Chiang Mai (700 Km): Dies ist eine rein innerthailändische «Bullet Train»-Verbindung. Damit wird das beliebte Ferienziel in Nordthailand mit einer schnellen Landverbindung an Bangkok angebunden.
So soll das Netz bei der Fertigstellung aussehen:
China steckt dahinter
Die Kosten für dieses gigantische Projekt betragen 2,07 Trillionen Baht (= rund 64 Milliarden Franken); es ist zu grossen Teilen mit chinesischem Geld finanziert und sowieso Teil des chinesischen «Belt & Road»-Infrastrukturprojekts, welches «neue Seidenstrassen» quer durch ganz Asien vorsieht.
Die Verbindungen sollen künftig Millionen chinesische Touristen in asiatische Länder befördern, und umgekehrt natürlich Touristen aus ganz Asien nach China.