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Als Sohn eines schottischen Vaters und einer amerikanischen Mutter wurde der Bariton Leigh Melrose in New York geboren und wuchs in London auf. Sein Gesangsstudium absolvierte er am St. John’s College in Cambridge sowie an der Londoner Royal Academy of Music und sammelte erste Bühnenerfahrungen am Opernstudio der English National Opera. Diesem Haus ist Leigh Melrose bis heute regelmässig verbunden: In den letzten Jahren war er dort als Ned Keene in Brittens Peter Grimes, als Tadeusz in Mieczyslaw Weinbergs The Passenger, als Escamillo in Bizets Carmen und als Titelheld in Bergs Wozzeck zu erleben. Sein Repertoire ist denkbar vielfältig und erstreckt sich vom Papageno in Mozarts Zauberflöte, den er in Seattle gestaltete, und vom Figaro in Rossinis Barbier von Sevilla, mit dem er an der New York City Opera gastierte, über Verismo-Rollen wie den Silvio in Leoncavallos I Pagliacci oder den Marcello in Puccinis La Bohème bis zu Tschaikowskys Eugen Onegin und den grossen Bariton-Partien Benjamin Brittens. Vor allem ist Leigh Melrose ein gesuchter Interpret zeitgenössischer Musik: Er wirkte bei der Uraufführung von Johannes Kalitzkes Die Besessenen am Theater an der Wien mit, sang Elliott Carters On Conversing with Paradise beim Aldeburgh Festival und gehörte zum Ensemble der britischen Erstaufführung von Luca Francesconis Quartett, die im Juni 2014 am Royal Opera House in London stattfand. Als Konzertsänger interpretierte Leigh Melrose u. a. Wolfgang Rihms Der Maler träumt beim Maggio Musicale in Florenz, Matthias Pintschers songs from Solomon’s garden in Paris und Bernd Alois Zimmermanns Requiem für einen jungen Dichter mit dem hr-Sinfonieorchester in Frankfurt. Bei den BBC Proms in London war er mit Werken von Britten, de Falla und Gilbert & Sullivan zu hören.
August 2014