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Weil nur eine Sportdisziplin zu langweilig wäre …
Das grosse SPICK-Interview mit Géraldine Ruckstuhl
Die Luzernerin Géraldine Ruckstuhl (*1998) ist eine erfolgreiche Siebenkämpferin. Laufen, werfen, stossen, springen – darum dreht sich alles in Géraldines Sportalltag. Sie hat ehrgeizige Ziele vor Augen.
Géraldine, als Siebenkämpferin musst Du dich in den Disziplinen 100 Meter Hürden, Hochsprung, Kugelstoss, 200 Meter, Weitsprung, Speerwurf und 800 Meter messen. Welche davon fällt Dir jeweils am leichtesten und welche am schwersten?
Einen Siebenkampf absolviert man in zwei Tagen und immer in derselben Reihenfolge. Bei 100 Meter Hürden am ersten Tag sind die Beine noch frisch. Je näher die siebte Disziplin kommt, desto härter wird’s. Der 800 Meter fällt einem – als letzte Disziplin – folglich am schwersten. Meine Lieblingsdisziplin ist der Speerwurf – da bin ich auch am erfolgreichsten.
Wie kann man sich bei so vielen verschiedene Sportarten am besten auf einen Wettkampf vorbereiten?
In der Vorbereitungsphase auf einen Wettkampf hin trainiere ich jede Disziplin mindestens einmal pro Woche. Wenn ich zum Beispiel in einer Disziplin eher schwächer bin, dann trainieren wir diese intensiver und reduzieren das Training einer stärkeren Disziplin.
Wann und wie hast Du entdeckt, dass Dir der Siebenkampf am besten liegt?
Als ich mit der Leichtathletik angefangen habe, probierte ich viele Disziplinen aus. In einigen war ich sehr gut, deshalb versuchte ich mich mit 16 Jahren im Siebenkampf.
Wäre es denn nicht grundsätzlich einfacher, sich nur auf eine Disziplin konzentrieren zu können?
Grundsätzlich ja, aber nur eine Disziplin wäre mir zu langweilig.
Was war bisher Dein grösstes Highlight in Deiner sportlichen Karriere?
Ich durfte viele Highlights erleben. Der U18-Weltmeistertitel stand am Anfang meine Karriere, darauf folgte Silber an den Europameisterschaften bei den U20 und aktuell halte ich die Schweizer Rekorde im Siebenkampf und Speerwurf. International habe ich bei den Aktiven den elften Platz an der WM und den neunten Platz an der EM geholt.
Und welche Ziele hast Du noch?
Mein grösstes Ziel sind die Olympischen Spielen. Das ist ein Kindheitstraum. Zuerst einmal in Tokyo 2020, 2024 finden sie in Paris statt und 2028 in Los Angeles. Wenn alles gut läuft, kann ich dreimal teilnehmen. Dafür arbeite ich täglich hart.
Wie schwer wird es sein, diese Ziel zu erreichen?
Das Wichtigste im Sport ist, verletzungsfrei zu sein und zu bleiben. Ich gebe jeden Tag das Maximum und hoffe so, dass es für die Limite reicht.
Was machst Du in Deiner Freizeit, wenn Du mal nicht gerade trainierst?
Neben dem Sport liebe ich es zu reisen, Zeit mit meiner Familie zu verbringen und fein essen zu gehen. Wenn es der Trainingsplan erlaubt, probiere ich sehr gerne andere Sportarten aus.