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Wer ein Buch liest, vertreibt sich die Zeit. Wer online nach Informationen sucht, will Zeit sparen. – Deshalb lohnt es sich, Wert auf die Gestaltung von Texten im Internet zu legen. Drei einfache Regeln helfen dabei, den Inhalt einer Webseite für den umtriebigen Leser attraktiv zu machen.
Webseiten werden nicht gelesen. Sie werden gescannt! Zu diesem Ergebnis kamen John Morkes und Jakob Nielsen bereits 1997. Ihre Studie "Concise, Scannable, and Objective: How to Write for the Web" zeigte, dass 79 % der Anwender neue Seiten nur überflogen. Gerade mal 16 % der User lasen den Text Wort für Wort.*
Für das Schreiben eines Webtextes können daraus drei einfache Grundsätze abgeleitet werden:
1. Mach den Text scanbar!
Wer möchte, dass die Inhalte seiner Webseite gelesen werden, muss sich um die Scanbarkeit der Texte bemühen:
- Schlüsselwörter (Keywords) sollten hervorgehoben werden; dazu können die einzelnen Wörter entweder grafisch (Fettschrift, Kursivschrift, andere Farbe) oder mit dem Setzen eines Links betont werden.
- Bedeutungsvolle Zwischentitel sind besser als "clevere" Zwischentitel!
- Listen mit Aufzählungszeichen erleichtern die Lektüre.
- Pro Absatz sollte nur eine Idee verarbeitet werden. Jede weitere Idee wird in der Regel vom User übersprungen.
- Nutzen Sie das Prinzip der umgekehrten Pyramide: Das Wichtigste zuerst, dann der Rest! Die Kernaussage sollte am Anfang des Textes stehen.
- In der Kürze liegt die Würze! Der Webtext sollte maximal halb so lang wie ein konventioneller Text sein.
2. Sei glaubwürdig!
Wer hat die Information ins Web gestellt? Kann man der Webseite vertrauen? Auf solche Informationen hat der Webleser keinen direkten Zugriff. Glaubwürdigkeit ist für den Internetnutzer deshalb von besonderer Bedeutung. Auch hierfür kann man als Schreiber eines Webtextes einiges tun:
- Kommen qualitativ hochwertige Grafiken zum Einsatz, hinterlässt die Webseite einen guten Eindruck.
- Ebenso wichtig ist ein gut geschriebener Text.
- Links auf andere Webseiten zeigen, dass der Autor seine Hausaufgaben gemacht hat und keine Angst davor hat, dass seine Leser auch die anderen Seiten besuchen.
3. Schreibe objektiv und sachlich!
Wer sich im Internet Informationen beschaffen will, hat in der Regeln nur ein einziges Ziel: das Aufspüren von Fakten! Wenn in einem Webtext übertrieben wird, ist die nächste Webseite nur einen Klick weit entfernt. Morkes und Nieslen empfehlen deshalb:
- Werberischer Schreibstil sollte im Internet unbedingt vermieden werden! Mit aufgeblasene Substantive (bspw. "das beste Produkt aller Zeiten") wird die Glaubwürdigkeit eines Textes aufs Spiel gesetzt.
* Eine aktuellere Studie von Nielson zeigt, dass E-Mail-Newsletter sogar noch oberflächlicher gelesen werden als Webseiten.
Quellen:
- Hasler, Petra: Texten fürs Web - bei Lesern und Suchmaschinen punkten [Unterlagen zu Tagesseminar der Schweizerischen Post vom 17. September 2013]
- Morkes, John / Nielsen, Jakob (1997): Concise, SCANNABLE, and Objective: How to Write for the Web
- Nielsen Norman Group