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Parzival,
der Held und Mittelpunkt des großen gleichnamigen Gedichts von Wolfram (s. d.) von Eschenbach. Seine Sage wurzelt in einem kelt., wohl wallisischen Dümmlingsmärchen, dessen Held (Peredur), von der Mutter einsam erzogen, ihr entläuft und seinen erschlagenen Vater kindisch unwissend rächt; so noch in einem engl. Spielmannsliede des 14. Jahrh. Auch die altirische Cuchuliensage zeigt verwandte Züge. Dies Märchen wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrh. mit der Sage vom heil. Gral (s. d.) verbunden, wahrscheinlich in Frankreich; der schöne Dümmling erwirbt schließlich durch seine ¶
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Seelenreinheit Anteil an dem Gral oder gar Herrschaft über ihn. In dieser Verbindung erscheint die Sage um 1175 in dem Gedicht «Li Contes del Gral» von Chretien de Troyes (s. d.), das Wolfram seinem Epos zu Grunde legte, aber mit voller Freiheit umgestaltete und aus eigener Erfindung erweiterte; daß er sich auf einen Provençalen Kyot (s. d.) beruft, ist wohl nur Fiktion. Aber auch in Frankreich wurde Chrétiens Werk in der ersten Hälfte des 13. Jahrh. von Gantier, Mennessier und Gerbert de Montreuil nacheinander fortgesetzt.
Andere franz. Dichter machten sich an Neudichtungen des Stoffes (so Robert de Voron), die wir zum größten
Teil nur aus spätern Prosaauflösungen kennen. In franz. Bearbeitung kehrte die
Parzivalsage
sogar über den Kanal
[* 3] zurück und liegt z. B. dem wallisischen Mabinogion von Peredur zu Grunde. Rich.
Wagner gestaltete die Sage zu einem Bühnenweihfestspiel, das er, verleitet durch eine falsche Etymologie des Namens
Parzival (=
reiner Thor) aus dem Arabischen, die Görres wagte, «Parsifal» nannte. -
Vgl. Hertz, Die Sage von
Parzival und
vom Gral (Berl. 1882).