Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03100.jsonl.gz/1326

E-Mail-Adresse für den Newsletter
Auf den ersten Bildern Spuren von SAMO in New York City an Hauswänden, Garagentoren, Brickwalls: "SAMO as an alternative to bullshit fake hippy whack cheeb.. ...". Dann der Untertitel "The Art of Storytelling", der auf eine besondere Herangehensweise der Autoren an das Phänomen Jean-Michel Basquiat verweist. Dann seine ersten Bilder und Objekte, die zumeist einen Mann, eine Maske, einen Schädel zeigen, wohl ein Selbstporträt des Künstlers, wie Hans Werner Holzwarth in seinem Einführungsessay vermutet. "Anscheinend völlig ungefiltert fand alles, das seine Aufmerksamkeit erregte, Eingang in die Gemälde. Er integrierte buchstäblich die ganze Stadt, wenn er auf den Straßen gefundene Objekte und Materialien collagierte, Türen und Fenster ebenso bemalte wie die Wände des Kühlschranks seiner Wohnung." Letzterer hat heute den Wert von mehreren tausend Dollar.
Do it yourself in New York
"Wir leben in einer Welt der Zeichen und Chiffren, die wir für unsere eigene symbolische Magie zu verwenden suchen. Unsere ironische Reaktion auf Sprache als Werkzeug der Unterdrückung besteht darin, sie mit irrsinnigem schwarzen Witz zu entmachten", meinte etwa Robert Hughes in seinem Nachruf "Requiem for a Featherweight" auf Jean-Michel Basquiat. Seine Band "Gray", bei der er auf Instrumenten wie Klarinette, Gitarre mit einer Feile oder einem präparierten Einkaufswagen spielte, war Teil des multikulturellen Umfelds der 1970er und 80er von Downtown NY, als die Mieten dort noch billig waren und sich eine DIY-Punk-Attitüde breit gemacht hatte. "Do it yourself" (DIY), das war auch die Devise des aus Haiti stammenden Jean-Michel Basquiat, der auch in einem Video ("Rapture") von Blondie DJ spielen durfte, ansonsten bei seiner Arbeit aber hauptsächlich Hip Hop und Bebop hörte. Grob gesagt gäbe es drei Phasen in seinem Werk, so ein zitierter Kunstkenner in vorliegender Prachtpublikation des TASCHEN-Verlages im XL-Format.
"Könige, Heldentum und die Straße"
In der ersten Phase noch Graffiti und Figuren maskenhafter Gesichter, rohe Botschaften oder Textfragmente wie "Jimmy Best on his back suckerpunch of his childhood files", immer wieder Boxer oder Accessoires. 1980-1982 dominierten noch zwei Farben in seinem Werk. Bald darauf wird seine Linienführung aber nervöser und gleichzeitig präziser. Bis 1985 arbeitet er an Leinwänden und Holztafeln, auf denen auch Worte zum Motiv werden. Frühere Schichten werden auch übermalt und erscheinen als "fragmentarische Palimpseste" wie Holzwarth bemerkt. In dieser zweiten Phase begann auch seine Zusammenarbeit mit Andy Warhol. In der letzten Phase bis 1988 dominieren wiederum Farben und Muster, Zeichen, Reihen und Bezüge zur Minimal Art. Seine wichtigsten Motive waren - nach eigenen Aussage - aber ohnehin "Könige, Heldentum und die Straße". Doch 1988 stirbt Jean-Michel Basquiat an Drogenkonsum kurz vor seinem Geburtstag. Another prominent and prospering member of the Club 27, möchte man anmerken. Inzwischen millionenschwer.
Ausstellungen
03. Oktober 2018 - 14. Januar 2019
Fondation Louis Vuitton, Paris
12. Oktober 2018 - 07. Januar 2019
Centro Cultural Banco do Brasil, Rio de Janeiro