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Eine Brücke zwischen zwei Ländern – die Handelskammer Deutschland-Schweiz
Handelskammern in der Schweiz sind ebenso wie im europäischen Ausland Interessenvereinigungen von Handel und Gewerbe. Eine der bilateralen Handelskammern ist die Handelskammer Deutschland-Schweiz, die ihre Mitglieder beim Import und beim Export nach Deutschland unterstützt.
Handelskammern in der Schweiz haben einen grossen Handlungsspielraum für ihre Aktivitäten. Das bedeutet, dass sie in der Standortförderung oftmals mit privaten Dienstleistern konkurrieren. Warum das so ist und was sie für ihre Mitglieder tun, erfahren Sie hier.
Anders als in benachbarten Ländern besteht in der Schweiz keine Zwangsmitgliedschaft wie beispielsweise in Österreich in der Wirtschaftskammer oder in Deutschland in der IHK (Industrie- und Handelskammer). Da in der Schweiz die Mitgliedschaft in einer Handelskammer freiwillig ist, werden auch keine Zwangsgebühren erhoben.
Rechtlich gesehen sind die IHKen privatrechtlich organisierte Vereine, in denen eine Mitgliedschaft grundsätzlich freiwillig ist. Während schweizerische Unternehmen beim Export auch durch die staatliche Osec unterstützt werden, geschieht dies auf Importebene durch die auf Vereinsbasis operierenden Handelskammern. Deren Aufgabe besteht darin, Unternehmen bei allen Fragen im Geschäftsverkehr zu beraten. Dazu gehören beispielsweise das Ausstellen von Exportdokumenten sowie die Ausgabe von Carnets ATA, internationale Zolldokumente, die die vorübergehende abgabenfreie Einfuhr von Gebrauchsgütern dokumentieren. Die Handelskammern setzen sich darüber hinaus auch für die wirtschaftspolitische Förderung und für die Interessenwahrung der Schweizer Wirtschaft ein.
Die Handelskammern in der Schweiz gliedern sich in zwei Gruppen: Einmal gibt es Handelskammern, die kantonale und regionale Stellen und Unternehmen repräsentieren, und es gibt bilaterale Handelskammern, die die Interessen von Unternehmen aus der ganzen Welt und deren Geschäftsaktivitäten in der Schweiz wahrnehmen.
Darüber hinaus gibt es weitere Kammern, die die Aufgabe haben, die geschäftlichen Aktivitäten zwischen der Schweiz und anderen Ländern in der ganzen Welt zu fördern. Es werden nahezu alle Länder mit einer Handelskammervertretung oder Vereinen bedient, die mit mindestens einem Unternehmen in der Schweiz vertreten sind.
SIHK als Dachverband der Schweizer Handelskammern
Dachorganisation der Schweizer Handelskammern ist die Schweizer Industrie- und Handelskammer (SIHK), ein Zusammenschluss von insgesamt 18 regionalen und kantonalen Industrie- und Handelskammern (IHK) in der Schweiz. Die SIHK nimmt als Dachorganisation verschiedene Aufgaben wahr. Dazu gehört die Verfechtung wirtschaftspolitischer Interessen ebenso wie die Pflege eines Unternehmensnetzwerkes, über das auch der Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen den kantonalen IHKen gefördert wird. Die SIHK ist Partner des Osec Business Network Switzerland, das seit Mai 2013 unter der Marke Switzerland Global Enterprise auftritt und sich weltweit für Unternehmertum und den Wirtschaftsstandort Schweiz – insbesondere für die Export- und Importförderung und für die Standortpromotion – einsetzt. Als Dachorganisation organisiert die SIHK die gemeinsame Entwicklung und Vermarktung von Dienstleistungen und vertritt die IHKen in europäischen Gremien.
Die Handelskammer Deutschland-Schweiz
Die IHK Deutschland-Schweiz gibt es bereits seit rund 100 Jahren. Sie ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Unternehmen in der Schweiz und in Deutschland mit dem Ziel, die wirtschaftlichen Beziehungen zu fördern und zu intensivieren. Die IHK Deutschland-Schweiz ist eine von vielen bilateralen Handelskammern, die für Unternehmen verlässliche und aktive Partner im bilateralen Wirtschaftsverkehr sind. So handelt die IHK Deutschland-Schweiz auf der Grundlage eines Drei-Säulen-Konzeptes und versteht sich als Dienstleister, als Forum für gegenseitigen Austausch und als Anlaufstelle für bedeutsame Unternehmensfragen. Dementsprechend unterstützt die Handelskammer Deutschland-Schweiz Unternehmen mit Rat und Tat in einer Vielzahl von Geschäftsfeldern und hier insbesondere im Exportgeschäft.
Zu den von qualifizierten Fachleuten in der IHK Deutschland-Schweiz angebotenen Serviceleistungen gehören unter anderem:
- die Beratung bei rechtlichen und steuerrechtlichen Fragestellungen
- Hilfe bei Unternehmensgründungen, bei der Standortsuche sowie bei der Erschliessung der Märkte im In- und Ausland
- Unterstützung bei Nachfolgeregelungen in Unternehmen
- Exportberatung
- Vermittlung von Geschäfts- und Kundenkontakten
- Seminare zu unternehmensrelevanten und aktuellen Themen.
Die IHK Deutschland-Schweiz unterhält ausserdem auf ihren Webseiten einen Marktplatz, über den Kaufgesuche und Verkaufsangebote von Unternehmen publik gemacht werden. Ein Veranstaltungskalender informiert über für Unternehmen bedeutsame Events in der Schweiz und in Deutschland.
Streiterledigung – Schiedsgericht und Mediation
Neben der Unterstützung bei der Markterschliessung sowie der Rechts- und Steuerberatung ist die Streiterledigung ein weiteres bedeutsames Betätigungsfeld der IHK Deutschland-Schweiz. Als Konfliktbearbeitungssysteme werden die Streiterledigung durch ein Schiedsgericht und das Mediationsverfahren angeboten. Gerade im grenzüberschreitenden Wirtschaftsverkehr ist auch aus Kostengründen eine schnelle und flexible Beilegung von Streitigkeiten wichtig. Aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums hat die IHK Deutschland-Schweiz eine neue Schiedsgerichtsbarkeit ins Leben gerufen, der branchenkundige Personen als Schiedsrichter vorsitzen. Die IHK Deutschland-Schweiz ist ausserdem Mitglied des Internationalen Mediationszentrums, nach dessen Mediationsordnung Streitigkeiten zwischen Unternehmen neben der Schlichtung auch durch ein weiteres Konfliktbearbeitungssystem wie die Mediation gelöst werden können.
Oberstes Bild: © Kim D. Lyman – shutterstock.com