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- US-Präsident Donald Trump und Melania haben sich mit dem Coronavirus angesteckt.
- Es gehe ihnen gut, betonte die First Lady am Freitagmorgen (MESZ) auf Twitter.
- Am Freitagnachmittag (MESZ) eröffnete das Weisse Haus, dass der US-Vizepräsident Mike Pence negativ auf Covid-19 getestet worden sei.
«Wir werden unsere Quarantäne und Erholung sofort beginnen. Wir werden das gemeinsam durchstehen», schrieb US-Präsident Trump in der Nacht auf Freitag Freitag (Ortszeit) auf Twitter.
Auch Melania teilte mit, dass Trump und sie positiv auf Covid-19 getestet worden seien. Sie fühlten sich gut, betonte die First Lady auf Twitter.
Rund sieben Stunden nach Bekanntgabe von Donald Trumps positivem Testresultat teilte das Weisse Haus dann mit, dass Vizepräsident Mike Pence und seine Frau negativ auf eine Covid-19-Infektion getestet worden seien. Offen liess Pences Sprecher, ob sich der Vizepräsident und seine Ehefrau vorsorglich in Quarantäne begeben würden. Auch Finanzminister Steven Mnuchin habe sich nicht angesteckt, so ein Regierungssprecher.
Präsident Trump sei nicht arbeitsunfähig, erklärte ein Mitarbeiter des Präsidialamtes am Freitagnachmittag (MESZ). Er werde von seiner Residenz aus arbeiten. Auch Vizpräsident Pence werde seine Aufgaben in seinem Wohnsitz wahrnehmen. Die Stäbe der beiden Männer würden getrennt.
Beraterin mit Trump im Flugzeug
Drei Stunden vor der Bekanntgabe von Trumps Diagnose hatte der US-Präsident bestätigt, dass seine enge Beraterin Hope Hicks positiv auf das Virus getestet worden sei. Im Umfeld von Trump hat es schon früher Corona-Infektionen gegeben. Hicks verbrachte allerdings viel Zeit mit Trump und First Lady Melania.
Die Beraterin war übereinstimmenden Medienberichten zufolge am Dienstag mit Trump in der Präsidentenmaschine Air Force One zur TV-Debatte nach Cleveland gereist, wo Trump mit seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden aufeinandertraf. Am Mittwoch reiste sie mit zu einem Wahlkampfauftritt nach Minnesota.
«Richtlinien befolgt»
Ein Sprecher des Weissen Hauses, Judd Deere, hatte am Donnerstagabend auf Anfrage mitgeteilt: «Der Präsident nimmt die Gesundheit und Sicherheit von sich selbst und allen, die für ihn und das amerikanische Volk arbeiten, sehr ernst.»
Sowohl auf Reisen als auch im Weissen Haus würden die aktuellen Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC und bewährte Massnahmen zur Minderung des Risikos einer Ansteckung befolgt, ging aus dem Statement hervor.
Einschätzung: «Ansteckung wird Auswirkungen auf Wahlkampf haben»
«Trump hat oft gezeigt, dass er vom Maskentragen nicht viel hält», erklärt SRF-Auslandredaktor Christoph Wüthrich. «Immer wieder gab es Aufnahmen, auf denen er bei offiziellen Anlässen ohne Maske und in grosser Nähe zu anderen Personen abgebildet wurde.» Ferner habe er die Gefahr, die vom Virus ausgeht, lange gezielt heruntergespielt.
«Jetzt wird seine Ansteckung Auswirkungen auf den Wahlkampf haben», schätzt Wüthrich. «Wenn er im Weissen Haus isoliert bleiben muss, kann er nur noch virtuell an Wahlkampfveranstaltungen und an den weiteren TV-Duellen teilnehmen.»
Anfang Mai war bekannt geworden, dass sich die Pressesprecherin von US-Vizepräsident Mike Pence, Katie Miller, angesteckt hatte. Ende Juli wurde der Nationale Sicherheitsberater im Weissen Haus, Robert O'Brien, positiv getestet.
Aussenminister Mike Pomepo ist nicht infiziert
US-Aussenminister Mike Pompeo sagte am Freitag, er sei negativ auf das Coronavirus getestet worden. «Ich fühle mich fantastisch», versicherte er Journalisten in Dubrovnik, Kroatien.
Erste Absage eines Wahlkampf-Anlasses
Die USA befinden sich auf der Zielgeraden zur Wahl am 3. November, bei der sich Donald Trump um eine zweite Amtszeit bewirbt. Er tritt gegen den Demokraten Joe Biden an. Die Corona-Pandemie hatte den Wahlkampf ohnehin auf den Kopf gestellt. Und just in den kommenden Tagen hätte der 74 Jahre alte Amtsinhaber Trump vor teilweise grossen Menschenmengen auftreten wollen.
Kurz nach dem Tweet des Präsidenten sagte das Weisse Haus eine für Freitag geplante Teilnahme Trumps an einem Wahlkampf-Anlass in Florida ab. An einer Telefonkonferenz «zur Unterstützung älterer Menschen» angesichts Covid-19 wolle der Präsident aber festhalten.
Virus grassiert noch immer stark
Die Corona-Pandemie ist in den USA noch immer nicht unter Kontrolle. Mehr als 7.2 Millionen Infektionen sind seit Beginn der Pandemie nachgewiesen worden. Mehr als 207'000 Menschen starben.