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Seit fast 20 Jahren arbeitet die ehemalige Journalistin abwechselnd am Sitz der Vereinten Nationen und für verschiedene Uno-Friedensmissionen, so zum Beispiel für diejenige in der Demokratischen Republik Kongo (Monusco) oder diejenige in Mali (Minusma).
Im Zuge ihrer Arbeit bei den Friedensmissionen wurde Banz mit den Konflikten konfrontiert, die unter anderem im Sicherheitsrat von den Grossmächten diskutiert werden. Purer Zufall sei es gewesen, dass sie die Leitung der Abteilung für Angelegenheiten des Sicherheitsrats übernahm, als die Schweiz ab Januar 2023 für zwei Jahre nichtständiges Mitglied im Rat wurde, sagt Banz im Interview mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Im Alltag steht die Zugerin einem Team von rund 180 Personen vor. Dieses soll sicherstellen, dass die Arbeit des Rates funktioniert, es soll den monatlich wechselnden Vorsitz bei der Organisation der Sitzungen des Gremiums unterstützen und verhindern, dass dieser "seine Position für nationale, politische Zwecke missbraucht". Denn es handle sich dabei jeweils nicht nur um eine andere Delegation eines anderen Staates, sondern auch um eine andere Kultur und einen anderen Ansatz, sagt Banz.
Die Abteilung befasst sich auch mit der Überwachung des Sanktionsregimes, das der Rat gegen bestimmte Staaten beschlossen hat - so zum Beispiel gegen Nordkorea. Und sie beantwortet Fragen der Mitglieder zum Hintergrund der Diskussionen vor dem Gremium. "Wir müssen Überraschungen vermeiden", sagt Banz im Interview. Dazu gehörten auch Abstimmungen über Verfahrensfragen und Präzedenzfälle.
Seit vielen Jahren wird der Uno-Sicherheitsrat durch die Spannungen zwischen den Grossmächten weitgehend blockiert. Und es sei noch schwieriger geworden seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine, sagt Banz. Ihr Sekretariat werde je länger je mehr zu einem reinen Vermittler, der Kontakte zwischen den Mitgliedern ermöglicht.
Trotz aller Hindernisse und der mangelnden Effizienz des Gremiums zögerte die Zugerin nicht, das Mandat anzunehmen: "Ich glaube immer noch an die Charta der Vereinten Nationen", sagt Banz, angespornt durch die Tatsache, dass sie mit Staatsangehörigen aller Länder zusammenarbeitet.
Der Sicherheitsrat, "das Zentrum des Uno-Systems", schaffe es trotz allem, wichtige Entscheidungen zu treffen - so wie kürzlich in der Frage der afghanischen Frauen. Der Sicherheitsrat hatte die in Afghanistan regierenden Taliban mit einer Resolution einstimmig dazu aufgefordert, ihre frauenverachtende Politik zu beenden.
"Es gibt keine Alternative", sagt Banz. Und: "Es ist immer besser, in einem Raum zu sein und sich zu konfrontieren, als wenn es diese Möglichkeit nicht gibt." Ihre "schweizerische Seite" in dem Mandat sei zudem ein Vorteil, auch wenn sich die Situation seit dem Krieg in der Ukraine etwas verändert habe, fügt Banz hinzu. "Die Schweizer haben eine hohe Glaubwürdigkeit und ein grosses Wohlwollen", sagt sie.
Die Erfahrung aus der Teilnahme und Mitarbeit an verschiedenen Uno-Missionen hilft der Zugerin bei ihrer Aufgabe im Uno-Sicherheitsrat. Auch kann sie sich vorstellen, in einigen Jahren wieder an einer solchen Friedensmission teilzunehmen, vielleicht erneut in Afrika.
(sda)