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Zu politischer Eigenständigkeit gelangte das an der sonnigen Südflanke des Heitersberges gelegene Dorf erst 1854, als sich die frühere Gemeinde Rohrdorf in drei selbständige Gemeinwesen auflöste: nämlich in die Gemeinden Oberrohrdorf-Staret-schwil, Niederrohrdorf und in Remetschwil mit seinen Aussenbezirken Sennhof und Busslingen.
Das traditionell katholische Remetschwil - ohne eigene Kirche - gehört zur Kirchgemeinde Rohrdorf. Das schmucke Gemeindewappen zeigt in der oberen Hälfte ein schreitendes, zurückblickendes Reh, im unteren Feld eine goldene Kugel mit aufgesetztem Kreuz.
Die ältesten schriftlichen Aufzeichnungen über Remetschwil sind im Urbar oder Grundzinsbuch des Benediktinerklosters Engelberg festgehalten. Diese Abtei war es dann auch, die von Remetschwil Abgaben in Form von Getreide und Kleinvieh bezog. So um 1190 nannte sich das Dorf Reimirswilare. Im Kyburger und Habsburger Urbar, dem Verzeichnis aller kyburgischen und habsburgischen Grundstücke und Rechte, wird es im Jahre 1306 unter dem Namen Reimerswiler geführt.
Am Güterbesitz in Remetschwil beteiligten sich indessen nicht nur die Grafen von Kyburg und nach deren Aussterben im Jahre 1264 die Grafen von Habsburg, auch das 1236 gegründete und 1535 aufgehobene Dominikanerinnenkloster Oetenbach in Zürich nannte hier umfangreichen Landbesitz sein eigen, von dem es 1389 einen Hof an Burkhart Ammann veräusserte. Badener Bürger und das Spital Baden erwarben im Laufe der Zeit ebenfalls Güter und Zinsrechte in Remetschwil. So sicherte sich das Badener Spital 1535 fünf Pfund Zinsen ab einem Hof in Busslingen, den es mitsamt Äckern, Wiesen und umfangreichen Rebbergen aufkaufte.
Die Höfe in Remetschwil waren Ende des 15. Jahrhunderts schwer belastet durch Abgaben, die an die Klöster Oetenbach und Wettingen, an das Spital Baden und die dortige Kaplaneipfrunde sowie an den Junker Heinrich Krieg auf Schloss Bellikon und die Kirche Rohrdorf abgeführt werden mussten.
Bis in die neuere Zeit hinein verdiente sich die Remetschwiler Bevölkerung ihren Lebensunterhalt vorwiegend in der Landwirtschaft, mit Ackerbau und Viehwirtschaft, früher auch mit Weinbau. Die klimatisch bevorzugte Lage des Dorfes lässt hier bestbekanntes Qualitätsobst gedeihen.