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«Nur wer daran glaubt, dass seine Talente entwicklungsfähig sind,
kann sein Potenzial voll ausschöpfen!»
Ich hatte meinem Sohn von Beginn an, als er auf der Welt war, immer und immer wieder gesagt: «Du bist in Ordnung so wie du bist!» Mir war es so enorm wichtig, dass er sich angenommen und geliebt fühlte, so wie er war, denn ich bekam das als Kind nie zu hören. Ich wurde nur ständig korrigiert, kritisiert und zurechtgewiesen. Als er jedoch in der Pubertät in eine Depression kam, alles in Frage stellte und lange Zeit nach dem Sinn des Lebens suchte und sich eingehend mit sich selbst auseinandergesetzt hatte, sagte er eines Tages einmal zu mir: «Weisst du Mami, ich weiss, dass du es immer gut gemeint hast, wenn du das zu mir gesagt hast. Aber diese Aussage ist gefährlich! Denn wenn du das so zu jemandem sagst, dann bedeutet das, dass sich die Person nicht verändern muss und dass wenn etwas nicht so war, wie es vielleicht sein sollte, immer die anderen Schuld sind, weil man selbst ja so, wie man ist, in Ordnung ist!» Ich erschrak! Und mir ging ein Lichtlein auf, vor allem dann, als ich mich intensiv mit den Programmierungen des fixen Mindsets und des dynamischen Mindsets auseinander zu setzen begann. Erst dann wurde mir die Dimension des Zusammenhangs dieser Programmierungen mit der Aussage meines Sohnes richtig klar!
Denn es ist wirklich so, unser Denken bestimmt unser Leben. All unser Denken, Fühlen und Handeln hängt von unseren Hirnwellen ab und diese entstehen durch Impulse und werden letztendlich gelenkt durch unzählige Programmierungen.
All diese Programmierungen unterliegen einer Grundprogrammierung, die eine Schlüsselfunktion in unserem Denken einnimmt und zwar der Glaube,
- es gäbe Dinge, die gegeben, fix und unveränderbar sind
oder
- dass Nichts grundsätzlich gegeben und alles jederzeit veränderbar und möglich ist
Die erste Definition «Es gibt Dinge, die sind gegeben, fix und unveränderbar» nenne ich einen fixen Mindset.
Die zweite Definition «Nichts ist grundsätzlich gegeben und alles ist jederzeit möglich und veränderbar» nenne ich einen dynamischen Mindset.
Bei den meisten – oder ich würde nun einfach mal behaupten bei allen – Menschen besteht diese Grundprogrammierung aus einem Gemisch von beidem. So kann es zum Beispiel sein, dass ein Mensch in beruflichen Belangen sehr fix, in Beziehungen jedoch sehr dynamisch unterwegs ist oder auch umgekehrt. Oder sich als Spitzenathlet im Sport sehr dynamisch verhält, aber im Wirtschaftsstudium, das er parallel gerade macht, sehr fix. Es gibt aber bei jedem Menschen immer die eine Richtung, die überwiegt, und das ist letztendlich massgebend dafür, wie er mehrheitlich durchs Leben geht und demzufolge sein Leben verläuft.
«Nur wenn du etwas für möglich hältst, kann es in dein Leben kommen!»
Da der fixe Mindset davon ausgeht, dass gewisse Dinge gegeben sind, auferlegt er sich automatisch Grenzen. Hat er eine Grenze erreicht, verliert er rasch die Motivation, gibt auf und wechselt die Richtung oder das Ziel. Er glaubt grundsätzlich daran, dass zum Beispiel Intelligenz fix angeboren und nicht entwicklungsfähig ist, deshalb gibt er dann auch auf, wenn er irgendwo nicht mehr weiter kommt – in der Schule beim Lernen, in einer Ausbildung, beim Sport oder bei einer Arbeit – weil er davon ausgeht, dass er seine Intelligenz- beziehungsweise Leistungsgrenze erreicht hat. Menschen mit einem überwiegend fixen Mindset sind perfektionistisch veranlagt und nutzen jede Gelegenheit, um zu zeigen, wie intelligent oder wie gut sie sind. Deshalb geben sie auch auf und wechseln die Richtung, wenn sie glauben, eine Grenze erreicht zu haben, denn niemand soll ja merken, dass sie gar nicht so intelligent sind wie geglaubt oder schwächer sind als andere oder einen Fehler gemacht haben. Sie können dementsprechend schlecht mit Misserfolg umgehen. Für sie ist das immer eine persönliche Niederlage, die zeigt, dass sie nicht so gut sind wie sie hätten sein sollen. Es versteht sich damit von selbst, dass ein solches Leben, das mehrheitlich von einem fixen Mindset geprägt ist, viele Momente der Frustration in sich birgt.
Menschen, die einen fixen Mindset haben und glauben, angeboren intelligent zu sein, lernen nicht gerne. Denn lernen zu müssen bedeutet gemäss ihrer Auffassung, nicht so intelligent zu sein. Sie glauben, dass intelligenten Menschen das Wissen automatisch leichter zufällt und ohne Lernanstrengung verfügbar sein muss. Sie erwarten von sich, in der Regel alles schon im vornherein zu können, ohne gross etwas dafür getan zu haben. Schliesslich sind sie ja intelligent! Müssten sie viel lernen, würde das gemäss ihrer Konditionierung also bedeuten, dass sie gar nicht so wirklich intelligent sind. Und diese Blösse können und wollen sie sich nicht geben. Sie sind gefangen im Glaubensmuster, dass nur Menschen mit hoher Intelligenz gut und erfolgreich sind und deshalb mehr wert sind. Dadurch stecken fest im ständigen Be- und Verurteilen und wirken auf andere schnell mal arrogant und überheblich. Sie sind eher unnahbar, um ihre Schwächen möglichst verdeckt und eine perfekte Fassade aufrecht erhalten zu können. Sie haben Angst vor Veränderungen und versuchen, die Dinge stets möglichst unter Kontrolle zu halten und leben ständig in der Angst vor dem Versagen.
Menschen mit einem dynamischen Mindset sind offen und haben keine Mühe mit Veränderungen oder wenn sie einen Fehler machen. Für sie ist das etwas ganz Natürliches und nichts, was es zu verhindern gilt. Im Gegenteil. Für sie ist Nichts fix gegeben und alles unterliegt einem ständigen natürlich Fluss, der auch immer wieder Veränderungen mit sich bringen kann. Grenzen gibt es für den dynamischen Mindset nicht, sondern nur die falsche Strategien, mit der ein Ziel erreicht werden wollte. Da es für ihn keine angeborene Intelligenz gibt und alles jederzeit möglich und veränderbar ist, bedeutet es für ihn weder eine Grenze noch eine Niederlage, wenn eine Hürde oder ein Ziel – eine Prüfung, eine Klassifizierung, ein gewisser Jahresumsatz, usw. – nicht erreicht worden ist, sondern lediglich das Zeichen, dass für die Prüfung falsch oder zu wenig gelernt, für die Klassifizierung zu wenig trainiert oder für den nicht erreichten Jahresumsatz die falsche Geschäftstaktik angewendet wurde. Deshalb ändert er in solchen Situation einfach seine Strategie, wählt einen anderen Weg, und das gut und gerne so lange, bis das gewünschte Ziel erreicht ist. Misserfolg gibt es für den dynamischen Mindset nicht, sondern nur unentdecktes Lernpotential, das in dem Moment zum Vorschein kommt. Deshalb ist er jederzeit bereit, Neues zu lernen. Selbstverständlich hängt Erfolg auch mit Motivation zusammen und es fällt viel leichter, etwas zu tun oder zu lernen, wenn die Motivation dafür vorhanden ist. Aber die Motivation bei einem dynamischen Mindset wird nicht gesteuert durch die gegebenen Umstände, welche für einen fixen Mindset dann ja unveränderbar sind. Sondern dadurch, dass der dynamische Mindset ja glaubt, dass stets alles möglich ist, hängt seine Motivation einzig und alleine davon ab, ob ihm das angestrebte Ziel genug wichtig ist. Ist es das, dann nimmt er die nächste Stufe, lernt dazu und tut alles, um sein Ziel zu erreichen.
Der fixe Mindset wird jetzt wahrscheinlich denken, okay, also das mit der Motivation kann ich ja noch nachvollziehen. Aber was, wenn einfach gar kein Talent vorhanden ist für das, was gemacht und erreicht werden möchte? Und der dynamische Mindset wird so antworten, wie er es immer tut. Nichts ist fix gegeben, alles ist möglich, alles ist lernbar, alles ist eine Frage der Leidenschaft und der Motivation für ein Ziel. Das bedeutet, wenn wenig Talent vorhanden ist, wird der Aufwand, ein Ziel zu erreichen, einfach höher sein.
Unser westliches allgemeines Schul- und Bildungssystem basiert auf den Auffassungen eines fixen Mindsets. Unsere Kinder werden darauf geprägt, dass Fehler etwas Schlechtes sind. Wie schade! Damit geht so unfassbar viel Lernpotential und Entfaltungsmöglichkeit verloren und es werden so unglaublich viele Träume zerstört!
«Misserfolg gibt es nicht!
Entweder du hast Erfolg oder etwas gelernt!»
Der dynamische Mindset glaubt nicht an eine grundsätzlich angeborene Intelligenz, sondern daran, dass sie jederzeit veränderbar ist. Er würde deshalb auch nie auf die Idee kommen, einen IQ-Test (also einen Test, um den Intelligenzquotienten eines Menschen zu ermitteln) nur ein einziges Mal durchzuführen. Da ständig alles der Veränderung unterliegt, kann sich nach seinem Glaubensmuster die Intelligenz eines Menschen verändern und muss deshalb immer wieder neu ermittelt werden. Für ihn gilt also: Intelligenz ist lernbar und damit veränderbar.
«Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung»
Natürlich hängt ein Erfolg vom Grad der Motivation und des Talents eines Menschen ab. Und jeder Mensch ist anders gestrickt, interessiert sich für unterschiedliche Dinge. Und dem soll auch unbedingt Rechnung getragen werden, wenn es darum geht, was zum Beispiel ein junger Mensch für einen Beruf lernen soll. Aber es kann durchaus sein, dass ein Kind in dem nicht so wirklich gut ist, was es später einmal machen möchte und womit es später einmal den grossen Erfolg haben wird. Siehe Roger Federer! Er hat erst als Zwölfjähriger den Traum, Fussballer zu werden aufgegeben und begonnen, sich wirklich ernsthaft auf den Tennissport zu konzentrieren. Und da unterscheiden sich die Geister! Oder eben der Geist und seine Programmierung, also der Mindset. Der dynamische Mindset sieht kein Problem darin, wenn es an Intelligenz, Talent oder Fähigkeiten fehlt. Es ist für ihn dann nur klar, dass mehr getan werden muss, um ein Ziel erreichen zu können. Der fixe Mindset hingegen gibt womöglich schon zum vornherein auf, weil angeblich die Voraussetzungen – also die angeborene Intelligenz und mitgebrachten Talente und Fähigkeiten, die dafür notwendig sind – nicht ausreichend vorhanden sind.
Ein Mensch mit dynamischem Mindset hat es nicht per se einfacher oder leichter im Leben, denn er muss vielleicht gewöhnlich viel tun und Energie einsetzen, um seine Ziele tatsächlich erreichen zu können. Aber die Tatsache, dass er glaubt, dass jederzeit alles möglich ist und er immer alles erreichen kann, wenn er es wirklich will, lässt ihn letztendlich stets viel freier, leichter und vitaler – eben dynamischer! – fühlen als ein Mensch mit fixem Mindset, der glaubt, dass seine Umstände gegeben sind und er sich nur innerhalb derer je bewegen kann! Ein fixer Mindset ist damit der Opferrolle stets viel näher als ein dynamischer Mindset. Und das wiederum hat grosse Auswirkung auf das, was folgt, beziehungsweise wie ein Leben verläuft. Deshalb sage ich auch: Dein Denken bestimmt dein Leben!
Interessant ist auch Unternehmen zu vergleichen, die in ihrem grundsätzlichen Spirit dem einen oder anderen Mindset unterliegen. In der Regel wird dieser geprägt durch die obersten Führungspersonen in einem Unternehmen. Dabei ist auffallend, dass Unternehmen mit einem dynamischen Mindset rascher und viel mehr über sich hinauswachsen können und auf langfristige Sicht wesentlich erfolgreicher (= mehr Gewinn = konstanter in ihrer Marktposition = ihren Wert erhalten, bzw. ständig steigern können) sind als Unternehmen, die einem fixen Mindset unterliegen. Während eine Person mit einem fixen Mindset immer wieder den Job wechselt – nämlich immer dann, wenn sie an etwelche Grenzen stösst – und lieber weiterzieht, als sich den (geglaubten!) Misserfolg anlasten zu wollen, bleibt der dynamische Mindset hartnäckig dabei, bis er den Dreh raus hat und der Wert der Aktien des Unternehmens in die Höhe steigt. Er sendet dabei immer die gleiche Botschaft raus an seine Mitarbeiter: Wir schaffen das! Dabei ist das «Wir» essentiell, denn ein dynamischer Mindset würde nie den Erfolg des Unternehmens sein eigen nennen. Im Gegenteil, er verweist im Moment eines Durchbruchs stets auf sein Team und stellt sich hinten an und das auch noch dann, wenn der Erfolg eigentlich mehrheitlich auf seinem Mist gewachsen ist.
Ein fixer Mindset ist immer eher auf sich bedacht und macht alles, um sich ins Rampenlicht zu bringen. Derweil ist es ihm auch recht, dies zu tun, indem er sich mit fremden Federn schmückt! Letztendlich ist es ihm egal wie, Hauptsache die anderen finden ihn gut und er fühlt sich überlegen und (nach seiner Definition) erfolgreich. Das lässt er sich auch gerne was kosten, auch wenn dies letztendlich der Untergang des Unternehmens bedeutet. Aber bis es dann soweit ist, hat er sich meist schon aus dem Staub gemacht oder redet sich dann mindestens so clever raus, dass er am Ende sicher keine Schuld trägt.
Ich will hier nicht sagen, welcher Mindset der richtige ist oder wer Recht hat, der fixe oder der dynamische. Das kannst du selbst für dich entscheiden. Wichtig ist jedoch für dich zu wissen: Du hast die Wahl!
- Glaubst du, die Dinge im Leben sind gegeben?
- Glaubst du, Intelligenz ist angeboren und kann im Verlaufe eines Lebens nicht verändert werden?
- Glaubst du, es gibt unüberwindbare Grenzen?
- Glaubst du, Intelligenz ist lernbar?
- Glaubst du, Intelligenz ist veränderbar?
- Glaubst du, alles ist jederzeit möglich?
- Glaubst du, dass du mit genug Motivation, Einsatz und der richtigen Strategie alles erreichen kannst, was du möchtest?
Die Tatsache ist, was du glaubst, wird sein, und das ist das Entscheidende! Denn das, was du denkst, glaubst und letztendlich auch fühlst, erschafft die Chemie in deinem Körper. Du kreierst damit dein elektromagnetisches Feld, denn Gedanken sind elektrisch, Emotionen und Gefühle magnetisch. Und dein elektromagnetisches Feld wiederum ist entscheidend für das, was du anziehst oder nicht, also was sich manifestieren wird oder nicht.
In unserer westlichen Gesellschaft herrscht der fixe Mindset klar vor. Er wird in den Menschen von klein auf geprägt und unterstützt durch unsere Schulen und auch die Wissenschaft. Meines Erachtens gründet er in der christlichen Religion, die uns weis machen will, dass wir Menschen unvollkommene Wesen sind.
Denn was wäre, wenn wir alle einen dynamischen Mindset hätten und deshalb glauben würden, dass jederzeit alles möglich ist und wir alles schaffen könnten, was wir wollten? Wir wären dann völlig frei im Denken, würden uns von nichts mehr einschränken lassen, wären uns unserer Schöpferkraft voll bewusst und damit bewusste Schöpfer unseres Lebens! Dann bräuchten wir allesamt keine Religionen mehr und zudem Schul- und Bildungssysteme, die uns individuell nach unseren Motivationen und Interessen fördert, anstatt alle in eine gleiche Schublade zu stecken. Im Film «alphabet» von Erwin Wagenhofer aus dem Jahr 2014 wird wunderbar erklärt und beschrieben, was in unseren Schulen heute produziert wird mit dem Resultat, dass von den 98% Genies, welche die Schule einst betreten, am Ende der Schulzeit noch 2% übrig sind!
Aber über unsere westlichen Schul- und Bildungssysteme will ich jetzt nicht weiter schreiben, denn das füllt separat ein ganzes Buch, das es von mir vielleicht auch mal noch geben wird, aber nicht gerade jetzt!
Was ein dynamischer Mindset von Eltern bedeuten kann, die ihn an ihre Kinder weitergeben, möchte ich euch an der Geschichte der Familie Williams verdeutlichen.
Ihr alle kennt sie wohl, die Töchter heissen Venus und Serena. Ja, ich rede von den zwei Tennislegenden aus Amerika. In einem Interview hat ihr Vater Richard gesagt, er hätte schon während der Schwangerschaft bei beiden Mädels gewusst, dass sie Tennislegenden werden würden. Er nahm im Vorfeld selbst Tennisunterricht und erstellte einen 78seitigen Plan darüber, wie seine Töchter Tennisprofis werden sollen. Er war mehrmals verheiratet, hatte vor Venus und Serena und auch danach weitere Kinder, die was anderes geworden sind, aber diese beiden Töchter sollen Tennis spielen und nicht nur das, sie sollen dabei richtig gut werden und grosse Erfolge feiern! Das war der Plan des Vaters! Und wir alles wissen, wie die Geschichte verlief.
Zuerst stand die ältere der beiden, Venus, für einige Jahre vor allem im Rampenlicht, wurde dann aber von ihrer kleinen Schwester, Serena, übertrumpft und diese hatte am Ende noch die grössere Ausdauer. Beziehungsweise, sie hat sie noch immer, denn mittlerweile ist sie 38 Jahre alt, selbst schon Mutter und mischt nun im Jahr 2019 bereits seit 20 Jahren ganz vorne im Frauentennis mit! Sie ist eine der erfolgreichsten Tennisspielerinnen überhaupt, die es je gab! Eine unglaubliche Karriere, wenn du mich fragst, die im Bauch ihrer Mutter mit der klaren Programmierung des Vaters bereits ihren Anfang nahm.
Welcher Mindset Venus’ und Serenas Vater und vermutlich auch ihre Mutter wohl haben? Was denkst du?
Es gibt noch ein anderer dynamischer Mindset, der mich vor nicht allzu langer Zeit sehr berührt und auch beeindruckt hat. Und das ist der von Jean-Claude Biver. Er ist einer «der» Namen in der Schweizer Uhrenindustrie und hat zum Beispiel die heutige Schweizer Luxusuhrenmarke «Hublot» äusserst erfolgreich gemacht. Wenn du diesem mittlerweile über 70jähren Mann zuhörst, dann kannst du seine Dynamik in seinem Leben buchstäblich fühlen. Und sie ist so herrlich ansteckend! Jean-Claude Biver hat damals zusammen mit Nicolas Hayek (Swatch) die Schweizer Uhrenindustrie gerettet. Und das mit einem unglaublichen Querdenkergeist und einer beispielhaften Ausdauer, indem sie immer an sich und das, was sie mit allen Angestellten zusammen getan hatten, geglaubt hatten, bis es getan war! Jean-Claude Biver musste damals ganz viele unpopuläre Entscheidungen fällen, Leute entlassen, Produktionsstätte schliessen, usw. Es war alles andere als ein Zuckerschlecken, aber er blieb hartnäckig dran, glaubte bei allen Widerständen stets an das, was er tat, investierte all seine Energie und Leidenschaft in seine Ziele und erreichte sie letztendlich auch. Wenn man ihn heute allerdings fragt, wie er das alles geschafft hat, dann verweist er auf seine wundervollen Mitarbeiter und sein tolles Team, die dies ermöglicht hätten! Er legt offen dar, dass er als junger Mann keine Idee hatte, was er mit seinem Leben anfangen und welchen Beruf er lernen soll. Er war kein guter Schüler, ging folglich auch nicht gerne in die Schule und hasste es, zu arbeiten. Sein grösstes Problem war, er hatte für nichts wirklich eine Leidenschaft und deshalb auch keine Motivation! Als er im Studium drei Jahre zurück lag, kickten ihn seine Eltern von zuhause raus und er wurde dadurch gezwungen zu arbeiten, und seinen Weg zu finden. Er kam durch Zufall zu den Uhren und hatte anfänglich überhaupt keine Ahnung gehabt davon! Es war dann sein Lehrmeister, der ihm beigebracht haben soll, worauf es beim Erfolg wirklich ankommt: Leidenschaft, voller Fokus und alle Energie auf ein Ziel und niemals aufhören zu lernen! Jean-Claude Biver sagt auch gerade heraus, er hätte in seiner Laufbahn einmal einen Verlust von CHF 65 Mio. einstreichen müssen. Er hätte ihn zwar nicht verschuldet gehabt, aber trotzdem voll auf sich genommen. Seine Botschaft war, dass es als Entrepreneur und Führungskraft gar keine andere Möglichkeit geben würde, als keine Angst vor Fehlern und Misserfolg zu haben und sie stets auf sich zu nehmen, wenn man langfristig Erfolg haben wolle. Denn sonst würde die Dynamik im Mitarbeiterteam verloren gehen und dies würde unweigerlich zum Absturz des Unternehmens führen! Fehler seien da, um zu lernen und daran zu wachsen, sagt er. Er hatte Mitarbeiter sogar finanziell belohnt, wenn sie ihre Fehler offenbarten gegenüber den anderen im Team!
«Fehler sind dazu da, um zu noch mehr Erfolg zu gelangen!»
Obwohl Jean-Claude Biver enorm erfolgreich war (Blancpain, Omega, Hublot) in seinem Leben, wirkt er sehr bescheiden und vermittelt in keinem Moment das Gefühl, er wäre etwas Besseres. Er ist seit Jahren sehr gefragt als Redner in Unternehmerkreisen, an Schulen, Universitäten, Business Schools, usw. Ich weiss nicht, wie es dir geht, aber ich finde, es lohnt sich, sich mit solchen Persönlichkeiten zu befassen. Sie sind ausgesprochen inspirierend und ihr Spirit steckt so wunderbar an!
«Alles erscheint unmöglich, bis es getan wird»
Nelson Mandela
Zu diesem Blog-Thema «Mindset» bin ich übrigens durch das Buch «Selbstbild – wie unser Denken Erfolge oder Niederlagen bewirkt» von Carol Dweck (ISBN-Nr. 978-3-492-31122-9) massgeblich inspiriert worden, das mir mein Sohn empfohlen hatte. Er meinte, dieses Buch könnte mich persönlich weiterbringen und er sollte Recht bekommen! Was da so alles geschrieben steht in diesem Buch, hat mich echt beeinflusst und ich wollte dich deshalb unbedingt auch an diesem absolut grundlegend wichtigen Thema teilhaben lassen!