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|Griechische Republik.
Hauptstadt: Athen. Fläche 131'957 km2, Einwohner 11 Mio .

Griechenland liegt am südöstlichen Rand
Europas. Es grenzt im Norden an Albanien, das ehemalige Jugoslawien und
Bulgarien, und im Osten an die Türkei, in einer Gesamtlänge von 1.228 km.
Nach einer Überlieferung hat Gott,
als er die Welt erschuf, die Erde mit Hilfe eines Siebes verteilt und
jedes Land reichlich mit Boden versorgt. Dann warf er die im Sieb
gebliebenen Steine über die Schulter - so entstand Griechenland.
Hier finden Sie eine Zeittafel über die Geschichte Griechenlands und eine
Menge weiterer wertvoller Informationen...
Geografie und Klima
Die Gebirgslandschaft des
zerklüfteten Pindosgebirges, das sich in Nord-Süd-Richtung erstreckt,
gehört zu den am wenigsten bevölkerten Teilen des Landes. Der südöstliche
Teil von Zentralgriechenland, die Halbinsel Attika, zerfällt durch
Gebirgsketten in viele isolierte Täler und Ebenen. Eine weitere Ebene
befindet sich an der Ostküste in Böotien, nördlich von Attika. Thessalia,
eine von Bergen umstandene Ebene östlich des Pindos, ist eine der
fruchtbarsten Gegenden des Landes und wird vom Pinios durchflossen.
Östlich davon befindet sich der höchste Berg des Landes, der Olymp (2 917
m). Makedonien und Thrakien sind durch tertiäre Ablagerungen aufgefüllte,
großräumige Ebenen im Norden und Nordosten des Landes. Nach Trockenlegung
von Seen und Sümpfen werden sie intensiv landwirtschaftlich genutzt. Der
Peloponnes ist gebirgig, erreicht aber nicht die Höhen der Berge in
Zentralgriechenland. Er hat die Form einer riesigen Hand und besteht aus
langen Gebirgsketten, die wie Finger ins Meer ragen.
Im Flachland sind die Sommer heiss
und trocken, der Himmel ist meist wolkenlos. Die Winter hingegen sind oft
verregnet. In den Gebirgsregionen ist es um einiges kühler, und selbst in
den Sommermonaten fällt viel Regen. In Athen liegt die mittlere
Jahrestemperatur bei etwa 17 °C. Die Extremwerte bewegen sich zwischen -1
°C im Januar und 37 °C im Juli.
Der Boden aus Kalk, Granit und
Vulkangestein und das in den Weingebieten vorherrschende milde und
mediterrane Klima wirken sich sehr günstig auf den Weinbau aus. Die häufig
trockenen Herbste erbringen zumeist vollreife Trauben.
Die Regionen
Griechenland
ist in zehn geschichtlichen/geographischen Regionen aufgeteilt. Die
nördlichste ist Makedonien mit einer Fläche von 34.177 qkm und einer
Bevölkerung von 2.263.099 Einwohnern. Hauptstadt Griechenlands und grösste
Stadt des Landes ist Athen (Bild links) mit über 3 Mio. Einwohnern. Piräus
ist der wichtigste Hafen, Thessaloniki, mit ca. 1 Mio. Einwohnern, ist die
Hauptstadt der Provinz Makedonien. Thessaloniki, das bedeutendste
Wirtschafts- und Kulturzentrum in Nordgriechenland, ist ein wichtiger
Hafen und gilt als das Tor zum Balkan.
Der griechische Wein
Die griechische Weingeschichte
begann sozusagen mit einem Seitensprung. Der oberste Gott Zeus schlief mit
der schönen Seméle, was zur Geburt von Dionysos führte, dem Gott
des Weines. Das antike Griechenland gilt allgemein als "Wiege der
europäischen Weinkultur". Schon Homer (8. Jhdt. v. Chr.) berichtet in
seinem Werk Ilias vom Wein als Hausgetränk seiner Helden. In der
mykenischen Kultur im 16. Jahrhundert vor Christi (Provinz Argolis) gab es
professionellen Weinbau. Damals wurden Wein und Reben nach Italien,
Frankreich und Spanien exportiert und dort mit vielen griechischen
Rebsorten die Weinkultur begründet. Griechisches Weinbau-Know-how wurde
später von den Römern übernommen. Wein war ein wichtiger Bestandteil des
täglichen Lebens, der griechischen Kultur und der Religion. Die Vielfalt
der Rebsorten und Weine war so gross, dass der römische Dichter Vergil
(70-17 v. Chr.) dazu bemerkte: "Es wäre leichter, in Griechenland die
Sandkörner zu zählen als die verschiedenen Rebsorten."
Vom 15. bis Mitte des 19. Jahrhunderts beherrschten die Türken das Land.
Das moslemische Wein-Verbot wurde weitgehend durchgesetzt. Erst längere
Zeit nach der erlangten Unabhängigkeit im Jahre 1830 begann man sich
wieder professionell mit dem Weinbau als Wirtschafts-Faktor zu
beschäftigen. Im Jahre 1971 wurde dann eine kontrollierte
Ursprungs-Bezeichnung nach Vorbild des französischen AC-Systems
eingeführt.
Seit dem Beitritt zur Europäischen
Union im Jahre 1981 vollzieht sich ein grosser Umbruch im griechischen
Weinbau. Im Jahre 2000 wurden von 131.000 ha Rebfläche und 3,6 Millionen
Hektoliter Wein produziert. Im Jahr 2003 wurde die Rebfläche leicht auf
ca. 123.000 ha reduziert. Die Weinproduktion stieg auf ca. 3,87 Mio
Hektoliter. Es scheint, dass die Tafeltrauben- und Rosinenproduktion zu
Gunsten des griechischen Weins leicht zurück genommen wurden. Der
inländische Weinkonsum betrug im gleichen Jahr ca. 2,5 Mio Hektoliter.
Griechenland wird in folgende
Weinbau-Regionen und Appellationen (Qualitäts-Klassen OPAP und OPE) bzw.
Weinbau-Gebiete gegliedert:
Ägäis
* Lesbos
* Limnos
* Paros
* Rhodos
* Samos
* Santorin
Epirus mit Zitsa
Ionische Inseln
* Kephalonia
* Korfu
* Zakynthos
Kreta
* Archanes
* Daphnes
* Peza
* Sitia
Makedonien
* Amindeo
* Goumenissa
* Meliton
* Naoussa
Peloponnes
* Mantinia
* Nemea
* Patras
Thessalien
* Anchialos
* Mesenikola
* Rapsani
Thrakien
Zentralgriechenland
* Attika mit Kantza
* Böotien
* Euböa
In Griechenland gibt es mehr als 300 verschiedene, autochthone Rebsorten,.
Es werden aber zunehmend ausländische angebaut. Etwa die Hälfte der
Rebflächen wird für die Erzeugung von Tafeltrauben und Rosinen (Korinthen
und Sultaninen) genutzt. Nur weniger als 10% entfallen auf die Herstellung
von Qualitätswein (OPAP und OPE). Auch heute noch zeichnet sich der
griechische Weinbau durch lebendige und originelle Geschmacks-Richtungen
aus. Rund 60% der erzeugten Weine sind alkoholstarke Weißweine, über 90%
davon werden trocken hergestellt.
Die häufigsten weissen Rebsorten sind
Savatiano,
Roditis,
Moscato
(verschiedene Arten), Debina,
Robola,
Assyrtiko und
Athiri, die häufigsten
roten Sorten sind Xynomavro,
Agiorgitiko,
Limnio, Mavrodaphne und
Negoska.
Die Vorliebe für geharzten Wein,
allen voran der Retsina mit rund 10% der gesamten Weinproduktion, ist
jedem Griechenland-Besucher bekannt. Seinen Namen und den
charakteristischen Geschmack hat er durch die Zugabe von frischem
Pinien-Harz. Der
intensive Duft stammt vom Harz der Aleppo-Kiefer. Mit diesem Harz wurden
in der Antike die Amphoren abgedichtet. Die ersten Weinfässer wurden aus Pinienholz gefertigt.
Auch dadurch wurde viel Harz vom Wein aufgenommen. Die Griechen fanden Gefallen
an dem Geschmack, und so kam man auf die Idee, das Harz direkt dem Wein
beizumischen. Heute wird
dem Retsina während der Gärung etwa fünf Prozent Kiefernharz zugegeben, um
das unvergleichbare geschmackliche Erlebnis zu erzielen.
Harz wurde bereits im antiken Griechenland als Heilmittel
(antibakteriell und antiseptisch) verwendet und macht den Wein haltbar. Retsina gilt bei den Griechen eigentlich nicht als Wein, hat aber den
Vorteil, dass er auch (eis)gekühlt in den äusserst heissen Sommertagen
getrunken werden kann.
Auf fast allen ägäischen Inseln
werden süsse, teilweise gespritete Dessertweine produziert, der
bekannteste ist wohl der Samos. Ebenso bekannt ist der Schnaps Ouzo.
Heute wird zu seiner Herstellung als Grundstoff Brennwein verwendet.
Dieser wird mit aromatischen Ölen aus Anis oder Mastixharz sowie Zimt,
Ingwer, Fenchel und anderen aromatischen Stoffen vermischt und
anschliessend dreimal destilliert. Nach der Reifung wird das
hochprozentige Produkt vor der Abfüllung in Flaschen mit Wasser vermengt,
um es auf einen Alkohol-Gehalt
von 46% vol zu bringen.
Bedeutende, grosse Weingüter bzw.
Produzenten sind zum Beispiel
Boutari,
Carras,
Hatzimichalis,
Spiropoulos
und Tsantalis.
Es gibt die Qualitäts-Bezeichnungen Tafelwein (Epitrapezios Oinos,
Verschnitte aus verschiedenen Anbaugebieten), Markenwein (aus
Anbaugebieten noch ohne Appellation), Cava (Markenweine der
Spitzenqualität, das Wort bedeutet eine längere Lagerung und entspricht
dem italienischen Riserva), Landwein (müssen das Herkunftsgebiet
aufweisen) und Qualitätswein (Oinos Anoteras Piotitas oder Spitzenwein
Oinos Ipsilis Piotitas mit kontrollierter Herkunft). Nach französischem
Vorbild wurden die besten Anbaugebiete als Ursprungsgebiete mit rund 30
Appellationen eingeteilt. Auch die Vorgaben lehnen sich an das AOC an:
Höchsterträge per Hektar, bestimmte Rebsorten, Mindest-Mostgewicht und
sensorische Prüfungen. Folgende zwei Bezeichnungen gibt es bei den
Qualitätsweinen.
OPAP = Onomasia Proelevseos Anoteras Piotitos (mit roter
Flaschen-Banderole); kennzeichnet Weine gehobener Qualität mit
Ursprungsbezeichnung. Darunter fallen alle trockenen Qualitätsweine mit
einem maximalen Restzuckergehalt (am Etikett mit "me ipolipo sacharis"
angegeben) von 4 g/l.
OPE = Onomasia Proelevseos Elegchomeni (mit blauer
Flaschen-Banderole); kennzeichnet Likör- und Dessertweine. Drei
unterschiedliche Weintypen sind möglich: Weine mit Gärunterbrechung durch
Alkoholzusatz bis maximal 10% des Mostvolumens und Ausgangs-Mostgewicht
100 °Oe, Weine mit Zusatz von Alkohol und einem Ausgangs-Mostgewicht von
mindestens 94 °Oe und Weine mit natürlicher Gärbeendigung,
Restzuckergehalt nicht unter 50 g/l und maximal 13% vol Alkohol-Gehalt
(die letzteren entsprechen in etwa einer Trockenbeerenauslese).
Eine Anreicherung des Mostes mit Zucker ist grundsätzlich erlaubt, darf
aber den Alkohol-Gehalt um nicht mehr als 2,5% vol steigern.
Mostkonzentrat kann vor und während der Gärung bis zu maximal 25% des im
Most enthaltenen Zuckers beigefügt werden. Zitronensäure wird oft auf
Grund der eher säurearmen Trauben zugesetzt. Eine (seltene)
Jahrgangsangabe auf dem Etikett ist erlaubt, wenn zumindest 85% der
Trauben aus dem betreffenden Jahrgang stammen.
Der kulinarische Geheim-Typp
Ziegen und Schafe laufen in den
Bergen vieler ländlicher Regionen und Inseln frei umher. Wenn Sie einen
Ausflug machen werden Sie diese sicherlich sehen. Sollten Sie Ziegen- oder
Lammfleisch besonders gut mögen, müssen Sie in die kleineren Bergdörfer
gehen. So frisch und köstlich zubereitet bekommen sie diese
Fleischspezialitäten beinahe nur hier. Meistens wird Fleisch auf den
Holzkohlengrill zubereitet. Den besonderen Geschmack, erhält das Grillgut
weil es mit ausgesuchten Kräutern bestreut wird. Dieser wird noch
verstärkt, wenn man sein Fleisch mit der dazu gereichten Zitrone
beträufelt.
Auch Kokorétsi, aufgespiesste
Lamminnereien, mit Darm umwickelt und gegrillt, sind bei den meisten
Griechen äusserst beliebt.
Die kulinarische Olympiade mit Schweizer
Beteiligung
Ein "Wettkampf" kulinarischer Art findet im
Rahmen der Olympischen Spiele in Athen statt. Am 5. August begegnen sich
AOC-Produzenten aus Griechenland und aus der Schweiz.
Je acht AOC-Produzenten aus Griechenland und der Schweiz begegnen sich mit
Käse und Wein. Aus der Schweiz sind es die Weinkellereien: Les Vins de
Sion - für das Wallis, Henri Badoux SA - für die Waadt, Brivio SA - für
den Ticino und die GVS Schachenmann AG aus dem Blauburgunderland - für die
deutsche Schweiz.
Gruyère, l'Etivaz, Tête de moine und Sbrinz
werden die mitkämpfenden Käsesorten sein.
Wenn die Schweizer Olympia-Equippe am 28. Juli in Athen eintrifft, muss
das House of Switzerland für den Empfang bereit sein. Bis dann heisst es
noch "Hermion" und ist ein typisches Athener-Lokal. Das Haus wird zum
öffentlichen Schweizer-Haus und zum offiziellen Restaurant der Schweizer
Olympia-Delegation.
Am Abend des 5. August geht dieser
öffentliche Wettkampf im House of Switzerland über die Bühne und die
Gewinner Griechenlands werden eingeladen, die Schweiz noch besser kennen
zu lernen. Und die Schweiz wird beweisen, wie sehr sich ihre Weine mit
nationaler und internationaler Spitzenküche kombinieren lassen.