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Titel
Keller,
1) Albert, Historien- und Genremaler, geb. zu Gais (Kanton Appenzell), zeigte schon in früher Jugend Talent für Musik und Malerei, zog nach dem Tod seines Vaters mit der Mutter nach München, wurde nach Vollendung der Gymnasial- und philosophischen Studien Schüler von Lenbach und später von v. Ramberg und debütierte als solcher mit einem Bild: Chopin, dem nachher noch eine Reihe andrer hauptsächlich durch koloristischen Reiz, Feinheit und Grazie der Empfindung ausgezeichneten Schöpfungen aus dem Gebiet des modernen vornehmen Gesellschaftslebens sowie aus fast allen Gebieten der Malerei folgte, dem mythologischen, historischen, landschaftlichen und Porträtfach. Neuerdings wandte er sich hauptsächlich dem altrömischen Genre zu. Seine Bilder brachten ihm Medaillen und Anerkennungen aller Art ein.
2) Ferdinand, Maler der Landschaft, der Historie und des Genres, geb. zu Karlsruhe, besuchte das dortige Lyceum und begleitete mit 16 Jahren seinen Vater und seinen ältern Bruder, ¶
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Friedrich
Keller-Leuzinger (geb. 1835, Verfasser und Zeichner des illustrierten Werks «Vom
Amazonas und Madeira», 1875, lebt in Stuttgart), die als Ingenieure zum Straßen- und Brückenbau nach Brasilien reisten,
wo er viele landschaftlichen Studien machte. 1862 begann er auf der Kunstschule seiner Vaterstadt unter Schirmer die Landschaftsmalerei,
ging nach dessen Tod (1863) unter Canon zur Figurenmalerei über und bereiste 1866 Frankreich und später
mehrere Male Italien.
Seine ersten Schöpfungen waren die jener ersten Reise entnommenen tropischen und brasilischen Landschaften (vor allem aus der Umgegend von Rio de Janeiro), von kräftiger Behandlung und leuchtendem Kolorit. Nach einigen ebenfalls sehr gelungenen Genrebildern trat er 1867 auf der Pariser Ausstellung mit seinem ersten historischen Bilde: Tod Philipps II. von Spanien, auf, das durch seine Komposition, seine Kraft der Darstellung und des Kolorits Bewunderung erregte.
Noch bekannter wurde er 1873 durch seinen Nero beim Brand Roms, zu dem er an Ort und Stelle große Studien gemacht hatte. Mit Glück versuchte er sich auch im Fresko und malte in der 1870 restaurierten Jesuitenkirche zu Heidelberg eine Verkündigung. Neben manchen in diese Zeit fallenden Porträten errang er für seinen geistreichen Entwurf zum Vorhang des Dresdener Hoftheaters den ersten Preis; er stellt die geflügelte Phantasie mit den sie begleitenden Künsten des Dramas und der Musik dar. Seine neuesten Schöpfungen sind: eine Grablegung Christi, der hochbedeutsame Sieg des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden bei Salankemen (Gallerie in Karlsruhe) und (1880 in Düsseldorf) das tragische, mit koloristischer Bravour gemalte Bild: Hero und Leander. Er ist Professor und seit 1880 Direktor der Kunstschule zu Karlsruhe.
3) Franz, Kupferstecher, geb. 1821 zu Linz am Rhein, jüngerer Bruder des bekannten Stechers Joseph v. K. (gest. 1873), dessen Schüler er auf der Düsseldorfer Akademie war, welche er 1837-51 besuchte. Er arbeitet nur in Kartonmanier und lieferte darin manche sehr gelungene Blätter, unter denen die bedeutendsten sind: der gute Hirt, nach Ed. Steinle (1845); Tod des Kaisers Friedrich Barbarossa, nach Rethel (1849), und der Schutzengel, nach Führich (1865); weniger bedeutend einige Blätter für das Overbecksche Evangelienwerk und die Himmelskönigin, nach Deger.