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Ernährung und der "Dreifache Erwärmer" in der Chinesischen Medizin
Kennen Sie das: Sie möchten gerne etwas Gewicht verlieren und trotz einer Umstellung auf Salate und rohes Gemüse scheinen die Pfunde einfach nicht purzeln zu wollen? Im Gegenteil Sie fühlen sich mehr aufgedunsen, unwohl und sind ständig am frösteln?
Mit Hilfe der Chinesischen Medizin kann man dieses Phänomen sehr gut erklären. Laut der TCM ist ein ganzes System von verschiedenen Organen für den Prozess der Verdauung, Umwandlung und Verteilung der Nahrungsenergie, des sogenannten "Gu-Qi", zuständig. Dieses Organsystem hat viele Namen: der "Dreifache Erwärmer", "San Jiao", "Tripple Heater" etc. Dieses Gebilde von verschiedenen Organen ist in drei Ebenen, mit spezifischen Aufgaben, eingeteilt. Um dieses komplexe Verdauungssystem besser zu verstehen, hilft es sich dieses als Reiskocher vorzustellen:
Der Obere Erwärmer (Lunge/Herz)
Bereich in welchem die "Nahrungsenergie" (Gu-Qi) im ganzen Körper verteilt wird. Vergleichbar mit dem Kochdampf welcher aus dem Kochtopf aufsteigt und sich überall verteilt.
Der Mittlere Erwärmer (Milz/Magen)
Hier handelt es sich um den Bereich in welchem die Nahrung umgewandelt wird. Vergleichbar mit dem "Kochtopf" in welchem der rohe Reis gekocht wird, damit der Körper daraus das notwendige "Gu-Qi" (Nahrungsenergie) und die für den Körper wichtigen Nährstoffe gewinnen kann.
Der Untere Erwärmer (Leber/Nieren/Dick- & Dünndarm und Blase)
Dieser Bereich kann mit dem Feuer unter dem Kochtopf verglichen werden, welches den Reis zum Kochen bringt.
Das Bild des Kochtopfes hilft dabei verschiedene wichtige Grundregeln der Ernährung in der Chinesischen Medizin besser zu verstehen. Hier zwei Ernährungsgewohnheiten die vermieden werden sollten:
1. Kalte und rohe Nahrungsmittel sollten möglichst vermieden werden, da diese den "Kochprozess" und das "Herdfeuer" herunter kühlen und somit den gesammten Verabeitungs- und Aufnahmeprozess der Nahrung belasten. D.h. der Körper muss zum einen viel mehr Energie aufbringen um die Nahrung umzuwandeln und zum anderen bleibt, wenn der Körper nicht die zusätzliche Energie aufbringen kann, so unverdautes Essen "liegen" und beginnt zu gären. Dies kann zu diversen gesundheitlichen Beschwerden führen wie u.a. Müdigkeit, Verdauungsprobleme, Blähungen und Wassereinlagerungen.
2. Kuhmilch und süsse Nahrungsmittel sollten nur in Massen genossen werden. In der Chinesischen Medizin produzieren Kuhmilchprodukte und süsse Lebensmittel (dazu gehören auch kohlehydratehaltige Lebensmittel wie z.B. Brot) Feuchtigkeit und Schleim im Körper. Wenn Sie nun dies mit dem Bild des Reiskochers anschauen wird deutlich, dass zuviel Feuchtigkeit ebenfalls das "Herdfeuer" belasten. Zum einen benötigt das Feuer ebenfalls mehr Energie um die Feuchtigkeit wieder zu verdampfen und zum anderen kann das "Einkochen" von zu viel Feuchtigkleit diese verdicken und dann zu Schleim werden. Diese Problematik ist vorallem bei Kindern sehr verbreitet, da Kinder mit einer schwachen Mitte geboren werden, welche mit dem Alter ausreift. Leider werden in der Werbung oft genau kalte, süsse Milchprodukte spezifisch für Kinder als "gesund" angepriesen.
Mein Tipp: probieren Sie doch mal für eine Woche kalte und rohe Nahrungsmittel mit warmen zu ersetzen (z.B. das Rüebli gekochen statt roh zu verzehren, oder anstelle eines Eisbergsalates einen warmen Getreidesalat zu geniessen) und/oder Kuhmilch- und andere süsse Produkte zu reduzieren (oder ganz weg zu lassen). Beobachten Sie Ihren Körper und schauen Sie ob es Ihnen besser geht.
Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Eigenexperiment!
- Petra Dörflinger -