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Intravenöse Eisengaben sind sicher und effektiv
Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Nieren- oder Krebserkrankungen leiden häufig unter Blutarmut durch Eisenmangel (Eisenmangelanämie). Damit gehören sie zur Risikogruppe für eine Eisenmangelanämie, welche von einer Eisentherapie profitieren kann,, wie zwei aktuelle deutsche Studien zeigen.
In einer Studie prüften Forscher die Effektivität und Verträglichkeit der Eisengaben durch Infusion bei 237 Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa).
Der mit einer bestimmten Formel berechnete Eisenbedarf wurde mit intravenösen Eisengaben ausgeglichen.
Nur 40% der CED-Patienten, die unter einer Eisenmangelanämie litten, hatten in den sechs Monaten vor Studienbeginn bereits eine Eisentherapie erhalten. 70% dieser Patienten erhielten Eisen in Tablettenform, 41% intravenös, 16% erhielten eine Kombinationstherapie (Tabletten plus intravenös) und 10% erhielten eine Bluttransfusion.
Nach einer durchschnittlichen Gesamt-Eisendosis von 1126 mg pro Patient hatten sich alle Eisenparameter innerhalb 12 Wochen verbessert. Die Hämoglobinwerte hatten sich bei 68% der Patienten normalisiert. Mehr als 80% der Patienten berichteten über deutliche Verbesserung der Beschwerden wie Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. Unerwünschte schwere Nebenwirkungen wurden unter der intravenösen Eisentherapie keine beobachtet.
In einer zweiten Untersuchung werteten Forscher drei Studien aus, welche bei Patienten mit Krebs, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sowie mit Nierenkrankheiten durchgeführt worden waren. Bei allen drei Erkrankungen ist ein Eisenmangel, respektive die Blutarmut durch Eisenmangel (Eisenmangelanämie), infolge des chronisch entzündlichen Zustandes des Patienten eine häufige, therapiebedürftige Komplikation.
Insgesamt nahmen etwa 1‘000 Patienten aus über 150 Zentren teil. Jeder Teilnehmer erhielt mindestens eine intravenöse Eisengabe und wurde während 12 Wochen beobachtet. Auch in dieser Studie wurde die Wirksamkeit und Verträglichkeit der intravenösen Eisentherapie untersucht.
Weniger als 50% der Patienten wurden vor Studienbeginn gegen Eisenmangel behandelt.
Gesamthaft erhielten die Krebspatienten im Schnitt 1333 mg Eisen, die Nierenerkrankten 897 mg und die Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen 1125 mg Eisen. Einige Patienten erhielten zusätzlich noch andere Medikamente gegen die Blutarmut.
Der Therapieerfolg mit alleinigen intravenösen Eisengaben war etwa gleich gut wie bei Kombinationstherapien. In allen drei Studien verbesserten sich die Beschwerden durch intravenöse Eisentherapie. Insgesamt traten 11 schwerwiegende Nebenwirkungen auf, wovon lediglich eine in Zusammenhang mit der Behandlung gebracht wurde.
Fazit der Autoren: Bei Patienten mit chronischer Nierenkrankheit oder chronisch entzündlichen Darmerkrankung oder Krebs ist eine Blutarmut durch Eisenmangel häufig. Bei ihnen kann der Eisenmangel kann effektiv und sicher mit intravenösen Eisengaben behoben werden.
Tellmed 2011
10.10.2011 - dzu