Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/7944

<h2>SubmittedText<h2><p>Beim Drei-Kreise-Modell sind die Personen einer Reihe von Ländern vom Gastarbeiterkontingent ausgeschlossen. Hat der Bundesrat bedacht, wie sich dies wirtschaftlich auf die Regionen auswirkt, aus denen früher viele Arbeitskräfte in unser Land kamen?</p><p>Ich denke insbesondere an die Personen aus Ex-Jugoslawien, die mit dem Geld, das sie in der Schweiz verdienten, für den Unterhalt ihrer Familien sorgten.</p><p>Allein aus der Region Kosovo haben seit 1991 (Einführung der neuen Einwanderungspolitik) schätzungsweise rund 20 000 Saisonniers ihre Arbeitsbewilligung in der Schweiz verloren oder werden sie bis 1996 (Ende der Übergangsperiode) noch verlieren. Dadurch entstehen der Region Mindereinnahmen von ungefähr 20 Millionen Franken.</p><p>Stimmen diese Zahlen?</p><p>Wenn ja, ist der Bundesrat nicht der Auffassung, dass</p><p>- diese Politik für die verschiedenen Regionen Ex-Jugoslawiens, die schwer unter dem Krieg oder unter der Repression leiden, schlimme Folgen hat und zur Verarmung von Regionen wie Kosovo beiträgt?</p><p>- diese Politik zahlreiche Saisonniers dazu zwingt, ein Asylverfahren anzustrengen, wodurch sie ihren Familien kein Geld mehr schicken können und sie dem Bund zur Last fallen?</p><p>- diese Politik dazu führt, dass zusätzlich viele Personen ihr Land aus existentieller Not verlassen müssen und als zusätzliche Asylsuchende in unser Land einreisen?</p><p>- der Schweizer Arbeitsmarkt für die Arbeitskräfte aus Ex-Jugoslawien unbedingt offen bleiben muss, damit Regionen wie Kosovo nicht noch zusätzlich destabilisiert werden?</p><p>Müsste man entsprechend nicht auf den Entscheid, die Länder Ex-Jugoslawiens in den dritten Kreis aufzunehmen, zurückkommen? Dies um so mehr, als diese Gegend grundlos nicht zu den traditionellen Rekrutierungsgebieten gezählt wurde; denn seit Ende der sechziger Jahre arbeiten Personen aus dem heutigen Ex-Jugoslawien in der Schweiz.</p>