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Mit 344 gesegelten Finn's war es die grösste Regatta der Klasse ever! Eine eindrückliche Zahl… Ich konnte mich jeden Tag steigern und schloss die Serie auf dem zufriedenstellenden sechsten Rang ab.
Sogar sehr zufrieden kann ich sein, denn in meiner Vorbereitung lief nicht alles optimal. Vor rund einem Monat trainierten wir drei Tage vor der letzten Regatta auf dem 5.5mIC, ebenfalls auf dem Gardasee, mit dem Ziel zehn Tage später nochmals vier Tage auf dem Regatta-Revier zu trainieren. Leider erwischte ich eine bakterielle Infektion im Magen Darm und musste kurz vor der Regatta anstatt zu trainieren, Antibiotika einnehmen. Am Beginn der Regatta fühlte ich mich nach 6 Kg Gewichtsverlust noch schwach, konnte nach den zwei ersten gesegelten Läufen die ersehnten Spaghetti nur zur Hälfte geniessen. Ich ging bereits um neun Uhr ins Bett und schlief 11 Stunden durch…
Mit insgesamt nur fünf Trainingstagen fühlte ich mich jedoch von Tag zu Tag besser, hatte immer mehr Energie und konnte auch mein Potential vermehrt abrufen. Mit einem dritten und einem ersten Rang gelangen mir am dritten Tag die besten Resultate. Jedoch muss man dazu auch sagen, dass ich an diesem Tag das erste Mal etwas Losglück hatte. Denn das gesamte Feld wurde bereits am ersten Tag für die ganze Woche in vier Gruppen eingeteilt. An beiden ersten Tagen segelte ich in sehr starken Gruppen wobei es schwierig war erste Plätze zu erzielen. Dieses Format müsste man überdenken um gerechtere Gruppen zu erreichen.
Sämtliche Qualifikations-Läufe wurden in einer Art Ora gesegelt. Eine Art, weil der Süd-Wind viel früher als gewohnt, nämlich bereits um ca. 10 Uhr einsetzte. Dieser wird, habe ich mir sagen lassen, von drei Hauptwind-Richtungen erzeugt und ist daher sehr viel drehender als die übliche Ora. Beide Kursseiten konnten gut funktionieren, auf den Vorwinden hatte man unglaubliche Möglichkeiten um Plätze gut zu machen. Dies gelang mir sehr gut und ich hatte Vorwind eine super Geschwindigkeit!
Nachdem wir am Donnerstag wegen Dauerregen nicht segeln konnten, stand am Freitag noch das Medal-Race auf dem Programm. Dieses Privileg stand den ersten zehn klassierten nach den Qualifikations-Läufen zu. Nach diesen war ich auf dem siebten Rang. Die Punkte waren sehr eng, und jeder im Medal-Race konnte theoretisch noch gewinnen. Die ersten drei segelten aber die ganze Woche durch extrem beständig auf guten Rängen. Auf Platz vier schaffte es der zweite Schweizer, Piet Eckert! So waren wir zwei Schweizer welche in die ersten Zehn segeln würden, einfach super!
Für das Medal-Race hatte ich keine taktischen Spielchen vor, gewinnen wollte ich. Nach einem relativ konservativen Start, man will sich ja keinen Frühstart einfädeln, segelte ich gut positioniert die erste Kreuz. Oben war ich an fünfter Stelle und hatte wiederum einen guten Speed auf dem kommenden Vorwind. Ich holte etwas in Distanz auf, nur einer war noch schneller. Es war Raffa, ESP 100, der spätere Weltmeister. Auf der zweiten Kreuz tat sich positionsmässig nicht viel. Die führenden fingen an sich wende-duelle zu liefern, was uns direkten Verfolger etwas aufrücken liess. Mein Versuch auf den vierten Rang vorzustossen ging in die Hose. Noch schlimmer, ich verlor sogar noch Paul, AUS 22, und damit den fünften Schlussrang. Aber das ist Sport und geht in Ordnung.
Die ganze Woche war ein unvergessliches Erlebnis. Ich lernte viele neue Namen kennen und traf alte Bekannte wieder. Dazu gutes Wetter und ein toller Wettkampf, was will man mehr?!
Christoph Burger, SUI 7