Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03389.jsonl.gz/3156

Nashville, Tennessee, 1869: Die Nachwirkungen des Amerikanischen Bürgerkriegs liegen noch wie ein dunkler Schatten über Tennessee und Ausländer aus Europa überfluten die Südstaaten. Unter ihnen befindet sich auch der Ire Cullen McGrath, ein junger, aber bereits verwitweter Mann. Auf der Suche nach eigenem Land stößt er auf die Farm Linden Downs, deren Besitzer mit finanziellen und gesundheitlichen Schwierigkeiten kämpft. Mr. Linden und Cullen sind sich sofort sympathisch und so willigt Mr. Linden ein seine Farm an Cullen zu verkaufen allerdings unter der Bedingung, dass Cullen seine Tochter Maggie heiratet...
Maggie dagegen hat über Iren bislang nichts Positives gehört. Sie waren ein faules und gewalttätiges Pack, das viel trank und seinen Mutwillen trieb. Wenigstens hatte sie das in der Zeitung gelesen. (S. 31) Wie kann sie so einen Mann heiraten? Und würde Cullen es billigen, dass sie ihr Vollblutpferd Bourbon Belle für ein großes Rennen trainiert und dort laufen lässt?
Die ersten Seiten des zweiten Romans um die Südstaaten-Saga von Tamera Alexander lasen sich sehr vielversprechend. Besonders die damaligen Umstände, die sie schildert und die Perspektive eines unerwünschten Ausländers machten die Handlung gleich interessant und erschreckend aktuell. Doch dann kam eine lange, recht zähe Phase, in der die Handlung nicht so recht voranschritt. Ab ca. der Mitte des Buches konnte ich mich wieder besser in die Geschehnisse vertiefen, es wurde spannender, auch wenn das Meiste recht vorhersehbar war.
Die Geschichte wird aus den Perspektiven von Maggie und Cullen erzählt, was sehr gut passte, da man dadurch viel mehr mitfiebern kann und die Handlung mehr Tiefe bekommt.
Man kann das Buch sehr gut ohne Vorkenntnisse des ersten Bandes (Wie ein Flüstern im Wind) lesen. Das Gestüt Belle Meade ist diesmal nur ein Randschauplatz. Die eine oder andere Romanfigur aus diesem Band begegnet einem zwar wieder, aber es nimmt einem keineswegs die Spannung, sollte man die Reihenfolge nicht einhalten. Außerdem kommen noch ein paar andere Romanfiguren aus vorigen Romanen vor, die nicht zur Südstaaten-Saga gehören. So was finde ich besonders reizvoll, da man einen winzigen Einblick bekommt, wie es ihnen weiterhin ergangen ist.
Pferde spielen natürlich eine größere Rolle, wobei man nicht unbedingt ein Pferdefachmann bzw. frau sein muss, um die Handlung verstehen zu können. Auch das Thema Apartheid kommt zur Sprache und zeigt, welch große Kluft damals zwischen Weißen und Schwarzen herrschte und wie schwer es für die Schwarzen damals war, ihr Leben unbehelligt zu leben.
Sehr gut gelungen ist der Autorin die Einbeziehung des christlichen Glaubens, der diesmal eine größere Rolle spielt, als in vielen anderen Romanen aus ihrer Feder.
Fazit: Wer um Liebe ringt ist ein schöner, romantischer Roman zum Entspannen. Aufgrund der Längen zu Beginn gebe ich dem Buch 4 Sterne.
Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?