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Bündner Cup 2024 mit neuen Siegerteams
Am vergangenen Samstag fanden in der Sporthalle Sand in Chur sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern die Halbfinals und die Finals des Bündner Cups statt, die wie üblich von Reto Melcher, dem langjährigen Präsidenten des Bündner Volleyball Verbandes unter Mithilfe des VBC Chur organisiert wurden. Während die Vorentscheidungen kaum Nervenkitzel hervorbrachten und jeweils mit 3:0-Sätzen endeten, verliefen die entscheidenden Spiele nicht nur spannend, sondern auch auf recht hohem Niveau, was die zahlreich aufmarschierten Zuschauerinnen und Zuschauer zu begeistern vermochte.
Während der Halbfinal der Männer zwischen der RTG Chur und Volley Bihamta eine überaus klare Angelegenheit war, zumal sich die talentierten Churer gegen den krassen Aussenseiter, ohne auch nur ansatzweise gefordert zu werden, in 45 Minuten mit 3:0-Sätzen (25:3, 25:7, 25:4) durchsetzen konnten, mussten die Graisböcke des 2. Ligisten VBC Chur 2 im vereinsinternen Duell gegen den in der 3. Liga spielenden VBC Chur 3, der sich aber nach Kräften wehrte, doch eindeutig härter kämpfen, um sich ebenfalls ohne Satzverlust (25:22, 25:21, 25:18) für den Final qualifizieren zu können.
Bei den Frauen hatten die starken, unter anderem mit einigen NLA- und NLB-Spielerinnen angetretenen Bündner Studis keine grosse Mühe, den 2. Liga-Aufsteiger VBC Chur 2 mit 3:0-Sätzen (25:16, 25:11, 25:12) in die Schranken zu weisen und somit den Churerinnen klar und deutlich ihre Grenzen aufzuzeigen. Auch der 2. Ligist VBC Chur 1 wurde beim ungefährdeten 3:0-Sieg (25:21, 25:18, 25:22) gegen den sich bis zuletzt tapfer wehrenden 2. Liga-Absteiger VBC Viamala Thusis 1 seiner Favoritenrolle gerecht, ohne aber völlig überzeugen zu können.
Im Final der Männer verpassten die von Anfang an mit grossem Einsatz kämpfenden Graisböcke des VBC Chur 2 einen Satzgewinn gegen die favorisierte und sehr druckvoll aufspielende RTG Chur nach zweimal zwischenzeitlich klarer Führung nur knapp, bevor sie sich schliesslich doch mit 0:3-Sätzen (20:25, 16:25, 27:29) geschlagen geben mussten. Etwas vorwerfen müssen sich die Routiniers allerdings nicht.
Im Final der Frauen, der eher unerwartet über fünf Sätze ging und hochdramatisch verlief, hatten die Spielerinnen des VBC Chur 1 eigentlich wenig bis nichts zu verlieren. Vielleicht deshalb konnten die Churerinnen ihre Gegnerinnen, die durchwegs in höheren Ligen spielenden Bündner Studis an den Rand einer Niederlage bringen, unterlagen ihnen nach einer Spieldauer von beinahe zwei Stunden dann aber doch mit 2:3-Sätzen (28:26, 18:25, 17:25, 25:22, 11:15). Mit grossem Einsatz und dank einer spielerisch fast durchwegs überzeugenden Leistung konnten die Spielerinnen des Stadtclubs ihr zweifellos vorhandenes Potenzial, das sie in der Meisterschaft aus verschiedenen Gründen leider allzu oft nicht oder nur unzureichend haben abrufen können, einmal mehr andeuten.
Können die verschiedenen Probleme gelöst werden?
Obige Aussage verdeutlicht ein Problem, dass im Bündner Volleyball auf allen Stufen besteht. Es ist die mangelnde Motivation und die daraus resultierende fehlende Leistungsbereitschaft, um für den sportlichen Erfolg über die eigenen Grenzen hinaus gehen zu können. Genau das braucht es aber nebst anderen Voraussetzungen, um höhere Ziele anpeilen zu können.
Von wenigen Ausnahmen abgesehen fehlen im Volleyballsport Graubündens derzeit zwar grosse Vorbilder. Talentierter Nachwuchs, der gefordert und auch gefördert werden will und soll, ist aber zweifellos vorhanden. Dies geht eindrücklich aus den aktuellen Zahlen im Nachwuchsbereich wie der Minitour hervor. Leider gibt aber das enttäuschend geringe Interesse an den vom Bündner Volleyball Verband angebotenen Trainerkursen ein anderes, unerfreulicheres Bild ab. Die Verantwortung lastet nämlich eindeutig auf zu wenig Schultern. Daher ist Zusammenarbeit gefragt und zwar in allen Bereichen und auf allen Ebenen.
Es muss unbedingt auch eine gewisse Nachhaltigkeit angestrebt werden, denn es kann ja nicht sein, dass in Graubünden talentierte Nachwuchsvolleyballerinnen und -volleyballer ausgebildet werden, die dann aber nicht dem einheimischen Volleyball zugute kommen, sondern die Region verlassen, um irgendwo arbeiten oder studieren und gleichzeitig in einer höheren Liga spielen zu können. Dabei bildet der Breitensport zwar die unabdingbare Basis, aber der Leistungs- und Spitzensport kann volleyballbegeisterten Jugendlichen nebst beruflichen auch sportliche Perspektiven aufzeigen und sie dazu motivieren, nicht nur Plauschvolleyball zu betreiben.