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Moçambique ist bankrott und kann die Schulden zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr abzahlen. Die Regierung hat nun einen neuen Deal mit den Gläubigern abgeschlossen. Ein Grossteil der Staatsschulden geht zurück auf einen Kredit, den die Credit Suisse (CS) für ein dubioses Geschäft für den Aufbau einer staatlichen Hightech-Thunfischflotte eingefädelt hatte. Die Schiffe liegen unbenutzt im Hafen der Hauptstadt Maputo.
Für die CS sowie die korrupten Regierungsstellen in Moçambqiue ist die Affäre um die Kreditvergabe noch nicht ausgestanden. Die britische Finanzaufsicht hat zwar ihre Strafuntersuchung gegenüber der CS fallengelassen, gleichzeitig aber eine regulatorische Untersuchung eingeleitet. Statt Gefängnisstrafen droht jetzt eine hohe Busse für die CS. Für Moçambique sind die Konsequenzen aus dem Geschäft weitaus schlimmer als für die Grossbank.
Moçambique kann Schulden nicht bedienen
Die Schulden von ursprünglich 760 Mio. US-$ hätten zwischen 2014 und 2016 zurückbezahlt werden müssen. Moçambique hat nichts bezahlt. 2016 wurden die Schulden umstrukturiert. Auch die neu aufgelaufenen Zinsen und Amortisationszahlungen in der Höhe von 1.4 Mrd. $ konnte Moçambique erneut nicht zahlen.
Neuer Deal mit den Gläubigern: Dreifache Schuldenlast
Nun hat die Regierung ein neues Abkommen mit den Gläubigern getroffen. Die Schuldzinsen in der Höhe von fast 6 Prozent sollen ab März 2019 monatlich beglichen werden. Die Rückzahlung der Bonds wird hinausgeschoben bis ins Jahr 2029 und soll dann innerhalb von fünf Jahren beglichen werden. Die Kosten des Geschäfts ohne irgendeinen Nutzen für die Bevölkerung und ohne parlamentarische Einwilligung werden sich auf bis zu 2.2 Mrd. $ erhöhen, also fast das Dreifache der ursprünglichen Schuldenlast. Der Betrag entspricht etwa einem jährlichen Budget des Staats Moçambique. Für die Bevölkerung des sehr armen afrikanischen Landes ist das Geschäft ein Fiasko. Dennoch dürfen Investoren, welche sich hochverzinste Bonds von Moçambique zulegten, weiterhin auf unverschämte Renditen hoffen.
Text: Bruno Gurtner (Vorstand Solidar Suisse) / Foto: Reuters