Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03534.jsonl.gz/316

Die Katarakt, umgangssprachlich der «Graue Star»genannt, ist eine normale Trübung der Augenlinse, die mit fortschreitendem Alter einsetzt. Beide Begriffe «Star» und «Katarakt» haben einen historischen Hintergrund. Die Bezeichnung «Staar» stammt aus dem Mittelhochdeutschen. Da früher die meisten Augen-krankheiten zum Erblinden und somit zu einemstarren Blick führten, galt der «Staar» im Mittelalterals Sammelbegriff für fast alle Augenkrankheiten. Der korrekte Ausdruck lautet «Katarakt». Dies ist griechisch und bedeutet Wasserfall (καταρράκτυς). Dieser Name wiederum gründet in der veralteten Vorstellung, dass eine trübe Flüssigkeit gleich einem Wasserfallüber die Linse fliesse.
Die häufigste Ursache für das Entstehen des Grauen Stars ist ein natürlicher Alterungsprozess und die zunehmende Reduzierung der Nährstoffversorgung der Augenlinse. Die Augenlinse verliert dadurch allmählich an Elastizität und verhärtet sich zunehmend. Bei einem fortgeschrittenen Grauen Star tritt zunehmend ein verschwommenes Sehen auf. Betroffene sehen alles um sich herum wie durch einen Nebelschleier. In einem deutlich fortgeschrittenen Stadium ist oftmals sogar von außen eine Graufärbung der Linse erkennbar, wodurch vermutlich die deutsche Bezeichnung, der Graue Star, entstanden ist.
Ähnlich wie bei einer Fotokamera beeinträchtigt eine Trübung der Augenlinse die Brechung der Lichtstrahlen und führt damit zu den typischen Symptomen des Grauen Stars:
Die Sicht verschwimmt zunehmend
Die Farben erscheinen blasser
Die Blendempfindlichkeit nimmt zu
Die räumliche Wahrnehmung und Fernsicht verschlechtern sich
Die Augen gewöhnen sich langsamer an wechselnde Lichtverhältnisse an
Lichthöfe (sog. „Halos“) werden um Lichtquellen wahrgenommen
Aufgrund der zunehmenden Lichtstreuung durch die getrübte Linse, kommt es zu einer zunehmenden Blendempfindlichkeit sowie einem trüben, kontrastlosen und manchmal gelblichen bis bräunlichen Seheindruck. Die Umwelt erscheint deshalb zunehmend unscharf, matt,
verschleiert oder verzerrt. Schon der berühmte Impressionist Claude Monet litt unter einer Katarakt, weshalb sich seine Darstellungen der japanischen Brücke in seinem Garten im Laufe der Zeit entsprechend veränderte.
Eine medikamentöse Behandlung der Linsentrübung gibt es nicht. Der Graue Star kann nur durch den Austausch der eingetrübten Linse durch eine Kunstlinse nachhaltig therapiert werden.
Die Graue Star Operation ist eine der am häufigsten durchgeführten Eingriffe überhaupt. Der Eingriff wird in aller Regel ambulant und nur in wenigen Fällen stationär durchgeführt.
Mit einem kurzen minimalinvasiven Eingriff wird die eingetrübte Augenlinse entfernt und durch eine künstliche Linse (sog. Intraokularlinse bzw. IOL) ersetzt. Der Eingriff wird in aller Regel in örtlicher Betäubung durchgeführt. Die Betäubung am Auge selbst erfolgt hierbei ausschließlich mit Tropfen. Es werden keinerlei Spritzen am oder um das Auge gegeben. In wenigen Fällen wird die Operation auch in einer sogenannten Kurznarkose durchgeführt, die körperliche Belastung für den Patienten ist bei beiden Verfahren minimal.
Der Zeitpunkt der Operation kann individuell mit ihrem behandelnden Augenarzt abgestimmt werden. Insofern Sie Ihren täglichen Aufgaben noch problemlos nachgehen können, gibt es in der Regel keinen Grund zur Eile. Bei Einschränkung Ihrer Lebensqualität oder besonderen Anforderungen im Alltag, im Beruf oder auch beim Autofahren, raten wir zu einer zeitnahen Behandlung.
Die moderne Operation des Grauen Stars:
für unsere Operateure eine tägliche Aufgabe
Bei der Behandlung des Grauen Stars lassen sich mit bestimmten Linsentypen auch vorhandene Sehfehler wie eine Hornhautverkrümmung (Torische Implantatlinse) oder die Alterssichtigkeit (Bi- oder Trifokale Linsen) mitkorrigieren.
Wir setzen grundsätzlich nur Linsen international renommierter Qualitätshersteller ein. Rest bis werden in diesem Absatz komplett weglassen.
Linsenstärke und Linsendesign wird für jedes Auge individuell ausgewählt.
Bei der Auswahl der optimalen Linse berücksichtigen wir nicht nur die medizinischen Voraussetzungen, sondern gehen auch auf die persönlichen Bedürfnisse und Wünsche unserer Patienten ein. Neben der Standardversorgung mittels einer sphärischen Einstärkenlinse ohne Zusatzfunktionen stehen uns heute verschiedene moderne Linsenmodelle zur Verfügung, um das bestmögliche Sehergebnis für unsere Patienten zu erreichen.
Sphärische Standardlinse / Asphärische Linse
Asphärische Linsen sind im Gegensatz zu gewöhnlichen, sphärischen Linsen (Standardlinsen) mit einer sogenannten asphärischen Optik ausgestattet.
Linsen mit asphärischer Zusatzfunktion erlauben eine optimierte Fokussierung der Lichtstrahlen auf die Netzhaut.
Hieraus resultiert ein verbessertes Kontrastsehen, insbesondere bei Dämmerung und Dunkelheit.
Insbesondere für Autofahrer hat dies einen entscheidenden Mehrwert gegenüber einer Standardlinse.
Das Sehen in der Ferne wird optimal auskorrigiert, eine Brille für den Nahbereich (Lesebrille) ist weiterhin erforderlich.
Besteht bei Ihnen neben dem grauen Star zusätzlich eine stärkere Verkrümmung der Hornhaut, ein sogenannter Astigmatismus, kann mit einer Standardlinse nach der Operation kein ausreichend scharfes Bild erreicht werden. Hier kommen asphärische torische Linsen zum Einsatz.
Bei einer torischen Linse handelt es sich um eine asphärische Linse mit zylindrischer Zusatzfunktion, so dass eine Verkrümmung der Hornhaut ausgeglichen werden kann.
Für Patienten mit einer Hornhautverkrümmung von 1,0 Dioptrie oder mehr bietet diese Linse einen deutlichen Vorteil im Sehergebnis.
Das Sehen in der Ferne wird optimal auskorrigiert, eine Brille für den Nahbereich (Lesebrille) ist auch hier weiterhin nötig.
Sphärische Standardlinse / Asphärische torische Linse
Sphärische Standardlinse / Asphärische bifokale Linse
Der erweiterte Nahbereich asphärische bifokale Linsen verfügen über zwei optische Zonen und ermöglichen im optimalen Fall zusätzlich zum scharfen Sehen in der Ferne auch das scharfe Sehen ohne Brille bis in den Zwischenbereich von 50 bis 60 cm. Das entspricht in etwa der Entfernung von Tacho und Navi im Auto.
Dies ist insbesondere für anspruchsvolle Patienten von Bedeutung, die sich mehr Brillenunabhängigkeit in Alltagssituationen, wie der Computerarbeit, beim Einkaufen oder beim Autofahren, wünschen.
Das besondere Design der asphärischen bifokalen Linse macht die Fern- und Intermediärsicht brillenunabhängiger. Es ist lediglich eine Brille für den Nahbereich bis zu ca. 50 cm nötig.
Asphärische trifokale Linsen ermöglichen ein brillenfreies Sehen im Idealfall für Ferne, Nähe und auch dem Zwischenbereich PC-, Tabletentfernung, da sie über drei optische Zonen verfügen.
Zahlreiche Studien belegen eine sehr hohe Patientenzufriedenheit (ca. 90 % Brillenfreiheit im Alltag).
Das menschliche Gehirn muss sich nach dem Einsetzen der asphärischen trifokalen Linsen zunächst an den neuen Seheindruck gewöhnen, dies kann bis zu vier Monate dauern.
Sphärische Standardlinse / Asphärische trifokale Linse
Heute lassen sich bei der Behandlung des Grauen Stars viele Schritte der herkömmlichen Verfahrensweise mittels modernster, maximal schonender Lasertechnologie durchführen. Dabei wird auf den Einsatz des Skalpells sowie Ultraschallenergie weitgehend verzichtet. Die Behandlung mit dem Laser ist präzise und individuell auf das Auge des Patienten angepasst. Wir setzen auf weltweit führende Lasertechnologie des renommierten Schweizer Herstellers Ziemer, die speziell für die Kataraktbehandlung entwickelt wurde und gehören damit zu den wenigen operativen Zentren in Deutschland, die Ihnen diese zukunftsweisende Technologie anbieten können.
Neben der Auswahl der für Sie individuell bestgeeigneten Intraokularlinse (IOL) ist die Technik der Operation für Ihr Sehergebnis entscheidend. Die Graue Star-Behandlung, unterstützt durch einen sog. Femtosekundenlaser, stellt die neueste Technologie in der modernen Kataraktchirurgie dar. Die Verwendung des Lasers erfordert für den Arzt und die Klinik einen erheblichen zusätzlichen Aufwand, der, wie viele fortschrittliche Therapiemöglichkeiten, bislang noch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen wird.
Die herkömmliche Verfahrensweise sieht den Einsatz eines Skalpells zur manuellen Präparation der Linsen- kapsel durch den Chirurgen und die anschließende Zerteilung des Linsenkerns mittels Ultraschallwellen vor, die das Auge stark belasten können.
Der Laser präpariert die Linsenkapsel computergesteuert perfekt kreisförmig mit maximaler Präzision und gewährleistet eine optimale, gleichmäßige Zerteilung der eingetrübten Linse für ein erleichtertes Absaugen.
Zerteilung Ultraschall (Veranschaulichung)
Schonende Linsenzerteilung minimiert Komplikationsrisiko
Zerteilung der körpereigenen Linse in gleichmäßige kleine Fragmente, die einfach abgesaugt werden können
Eine Zerteilung mittels Laser macht die Behandlung kürzer, sicherer und komplikationsärmer als mit Ultraschall
Ihr Auge wird weniger belastet und die Wundheilung beschleunigt
Zerteilung Laser (Veranschaulichung)
Manuelle, unregelmässige Öffnung der Linsenkapsel (Veranschaulichung)
Perfekte Kapselpräparation und Linsenpositionierung für optimales Sehergebnis
Durch computergesteuerte exakt kreisrunde Präparation der Linsenkapsel mittels Laser kann Ihre Kunstlinse optimal zur Pupille zentriert werden
Gerade bei multifokalen Linsen ist eine optimale Platzierung essenziell für die volle Leistungsentfaltung der verschie- denen optischen Zonen
Eine vorliegende Hornhautverkrümmung wird durch den Laser automatisch reduziert, was Ihr Sehergebnis zusätzlich verbessert
Perfekte, kreisförmige Öffnung der Linsenkapsel mittels Laser (Veranschaulichung)
Individuell für Ihr Auge berechnet
Schonender zu Ihrem Auge, schnellere Wundheilung
Computergestützt mit grösstmöglicher Genauigkeit durchgeführt
Minimierung des Komplikationsrisikos, seit über 10 Jahren erfolgreich angewandt
Die Hornhaut wird am seitlichen Rand mit einem mikrochirurgischen Skalpell geöffnet, um Zugang zur trüben Linse zu erhalten.
Optional: Computergesteuerter Zugang mit dem Femto-Laser
Alternativ können wir diese Öffnung mit höchster Präzision mit dem Femtosekunden-Laser vornehmen. Die künstliche Linse erhält dadurch anschliessend einen optimalen Sitz im Kapselsack.
Nach Öffnen der Linsenkapsel wird der Linsenkern mit Ultraschallwellen zerkleinert, verflüssigt und abgesaugt.
Optional: Zerkleinerung der getrübten Augenlinse mit dem Femto-Laser
Der Femtosekundenlaser kann gleich zu Beginn der Operation berührungsfrei, ohne das Auge zu eröffnen, die Linse in kleine Stücke zerteilen, sodass anschliessend weniger der für das Auge nicht unschädlichen Utraschallenergie benötigt wird.
Eine Kunstlinse wird nun mittels Spezialinstrumenten in das Auge eingebracht. Sie wird im eingerollten und gefalteten Zustand mit einem sogenannten Injektor in die hintere Augenkammer eingesetzt. Die Linse entfaltet sich kontrolliert und der Operateur bringt sie in ihre endgültige Position.
Optional: Einsetzen einer Premiumlinse
Neben der Standardversorgung mittels einer monofokalen sphärischen Linse ohne Zusatzfunktionen stehen uns heute viele andere moderne Linsentypen zur Verfügung, um das bestmögliche Sehergebnis zu erreichen.
Sie können endlich wieder klar sehen. Ihr Sehvermögen kann sich nach der Operation noch verändern, da die neue Linse erst in ihrer endgültigen Position festwachsen muss. Der Verwachsungsprozess der Linse ist spätestens etwa 6-8 Wochen nach der Operation abgeschlossen. Dann kann eine neue Fern- und/oder Lesebrille bestimmt werden.
Eine Operation am grauen Star erfolgt in aller Regel ambulant und dauert nur kurze Zeit. Zumeist wird der Eingriff in örtlicher Betäubung durchgeführt. Auf Wunsch kann auch eine Kurznarkose durchgeführt werden, sodass sie von der Operation gar nichts mitbekommen. Um das Infektionsrisiko zu minimieren, sollten nicht beide Augen am gleichen Tag operiert werden. Die meisten Patienten können sich schon kurz nach der Operation wieder nach Hause begeben. Der Nachhauseweg darf aber nur zusammen mit einer Begleitperson erfolgen, da sie zum einen durch den Verband am operierten Auge, zum anderen aber auch durch Nachwirkungen der Medikamente beeinträchtigt sein könnten. Am Tag nach der Operation wird der Augenverband entfernt. Der Augenarzt überprüft das operative Ergebnis und überzeugt sich davon, dass z. B. der Augeninnendruck nicht erhöht ist und das Auge keine Entzündungszeichen aufweist. Weitere Nachuntersuchungen erfolgen in Absprache mit Ihrem behandelnden Augenarzt.
Gehen Sie unbedingt wie vereinbart zur Nachuntersuchung zu Ihrem Augenarzt
Nehmen Sie die Augentropfen wie verordnet
Versuchen Sie, Ihr Auge vor Rauch und Staub zu schützen
Reiben Sie nicht am operierten Auge, auch wenn es in Folge des Heilungsprozesses jucken sollte
Schminken Sie sich in der ersten Woche nicht am Auge
Fahren Sie erst selbst wieder Auto, wenn der behandelnde Augenarzt es Ihnen erlaubt
Üblicherweise können Sie bereits nach einer Woche Schwimmen und Saunagänge wahrnehmen, dies muss jedoch individuell von Ihrem behandelnden Augenarzt gestattet werden.
Mit schwerer körperlicher Belastung sollten Sie bis zur 4. Woche nach der Operation warten.
Nach der Grauen Star Operation ist es möglich, dass die Sehleistung wieder nachlässt und Sie erneut einen Schleier bemerken. Der Grund hierfür ist nicht etwa die Kunstlinse, sondern oft eine Trübung der alten körpereigenen Linsenhinterkapsel. Diese Trübung wird als Nachstar bezeichnet.
Ein Nachstar kann sich einige Monate nach der Grauen Star Behandlung ausbilden, in einigen Fällen aber auch erst Jahre danach. Das Auftreten eines Nachstars hat nichts mit der Qualität der Grauen Star Operation zu tun.
Insbesondere Patienten mit Mehrstärkenkunstlinsen empfinden diese Trübungen als sehr störend, weshalb oft eine umgehende Behandlung gewünscht wird. Diese Nachbehandlung steht jedoch in keinem Vergleich zum Umfang der Grauen Star Operation.
Ein Nachstar lässt sich innerhalb weniger Minuten ambulant und schmerzlos mit dem sogenannten YAG-Laser behandeln. Dabei wird zunächst die Pupille mit Augentropfen erweitert und das Auge mit Tropfen betäubt. Danach wird eine kleine Kontaktoptik auf das Auge schmerzfrei aufgesetzt, diese erlaubt es dem Augenarzt die eingetrübte Linsenhinterkapsel so darzustellen, dass er sie mit Hilfe des Laserstrahls im zentralen Teil eröffnen kann. Ist eine solche Kapsulotomie erst einmal erfolgt, kann an dem behandelten Auge kein erneuter Nachstar mehr auftreten.
EYEPARC
Telefonzeiten
Montag-Freitag 08.00 bis 12.00 Uhr 13.00 bis 15.30 Uhr
Rufen Sie uns an!
Schreiben Sie uns eine E-Mail!