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Er schläft, aber er schnarcht nicht.
Mein Kollege hat die Augen geschlossen und versucht so Kraft zu sammeln für die restlichen Stunden in der trockenen Röhre. Leise verrichte ich meine Tätigkeiten. Ich will ihn nicht wecken, er braucht die Pause.
Auf der Frequenz von Dakar ist es ruhig. Die wenigen Flugzeuge, die um diese Zeit den afrikanischen Himmel durchpflügen, machen wenig Lärm. Positionsmeldungen werden mit gedämpfter Stimme durchgegeben, Begeisterung hört man selten.
Wenn ich um diese Zeit auf die Uhr schaue, muss ich an die Partygemeinde denken, die sich heute Nacht freiwillig um den Schlaf bringt. Wissen diese Leute nicht, wie wertvoll Schlaf ist? Wie schön es ist, sich unter einer Daunendecke zu strecken? Schlafentzug ist Folter, nicht Vergnügen.
Senegal ist dunkel, wie der Rest Afrikas auch. Weit und breit keine Lichter zu sehen. Schwarze Farbe in ihrer ganzen Reinheit. Kein Bitzen und Blinken – einfach schwarz.
Der Kapitän schläft, der andere Copi auch. Ich bin alleiniger Herr über die A340. Boss von über 179 Tonnen Aluminium, Gepäck und Passagieren – und nicht zu vergessen, ein kleiner Ölscheich mit noch 40‘000 Litern Kerosin in den Tanks. Mein Arbeitgeber überlässt mir eine hübsche Stange Geld in dieser dunklen Nacht. Die Versicherungssumme beläuft sich auf einen Betrag, der ziemlich genau zehntausendmal Grösser ist als mein Jahreslohn. Eine grosse Verantwortung, auch eine grosse Ehre. Dennoch würde ich es gerne gegen ein grosses Bett eintauschen, ein Bett in einer ruhigen Umgebung mit kuscheliger Decke. Ein Königreich für ein Bett! Wer tauscht?