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Forschende der Universität Zürich sind Zeuge eines Tötungsdelikts unter Borneo-Orang-Utans geworden. Ein Weibchen animierte ein Männchen dazu, ein anderes Weibchen zu töten. Das werfe ein neues Licht auf das Sozialverhalten der Tiere, so die Forscher.
Wie die Universität Zürich am Dienstag mitteilte, war ein Weibchen gerade bei der Paarung mit einem Männchen, als sie das Liebesspiel plötzlich unterbrach, um sich gegen ein älteres Weibchen zu wenden. Gemeinsam griffen sie es an und verletzten es in einem halbstündigen Kampf so schwer, dass es zwei Wochen später starb. Die schwersten Verletzungen stammten dabei von den scharfen Eckzähnen des Männchens.
Orang-Utan-Weibchen können durchaus mal aneinander geraten, so viel war bekannt. Nun konnten Forschende der Universität Zürich jedoch erstmals beobachten, wie ein Orang-Utan-Weibchen eine Rivalin durch ein befreundetes Männchen töten liess. Den Fall beschrieben sie kürzlich im Fachjournal «Behavioral Ecology and Sociobiology».
«Bisher war nicht bekannt, dass Orang-Utan-Männchen und Weibchen solche Koalitionen eingehen», liess sich Studienautorin Anna Marzec in der Mitteilung zitieren. Auseinandersetzungen unter Orang-Utan-Weibchen enden in der Regel nicht tödlich, in diesem Fall kamen jedoch die Verletzlichkeit des älteren Weibchens und die Aggressivität des jüngeren zusammen.
Eine Rolle könnte auch gespielt haben, dass das jüngere Weibchen zuvor ihr Kind verloren hatte. Offenbar konnte sie das Männchen für ihre Zwecke instrumentalisieren, um die ältere Rivalin aus dem Weg zu räumen, so die Forschenden.
Seit das Team um Carel van Schaik vom Anthropologischen Institut der Universität Zürich 2003 begann, die Borneo-Orang-Utans in den Sumpfwäldern Indonesiens zu beobachten, kam es nur zu sechs Auseinandersetzungen zwischen Weibchen. Jedoch blieben die Beteiligten bisher immer unverletzt. (whr/sda)
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