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Seit 2002 bin ich bei der Hockey-Nationalmannschaft Kanadas offizieller Masseur und reise mit dem Team um die ganze Welt. Im Staff-Team helfen wir uns, wo es Hilfe benötigt. So sind wir auch für die Organisation des Materials und die Ordnung in der Garderobe verantwortlich. Wir transportieren die Ware von Turnier zu Turnier. Pro Turnier kommen schnell mehr als 15 Paletten zusammen, die wir um die ganze Welt schicken – von der Nähmaschine, dem Mixer und der Kaffeemaschine, über das Ultraschallgerät und die Medikamente, bis hin zur Schleifmaschine und dem Handschuhtrockner. Für die Olympiade wird mehrere Monate im Voraus für alle möglichen Spieler, anhand der Spielerdaten, das komplette Equipment bestellt. An die Olympiade gehen um die 300 Eishockeystöcke pro Team – alleine ein Goalie benötigt drei Fanghandschuhe und drei Blocker.
In der Garderobe betreue ich Spieler wie Matt Duchende, John Tavares und Hockeygott Sidney Crosby. Ich denke, ich kann mich glücklich schätzen, dass ich im Staff von Team Canada bin. Ich erlebe alle Kanadier als sehr bodenständige, familiäre und herzliche Spieler, die allen im Team den nötigen Respekt erweisen. Es gibt daher auch keine Starallüren oder eine spezielle Betreuung eines Superstars. Jeder Sportler hat jedoch so seine Rituale oder Macken: Gibt Crosby mir nach dem ersten Spiel seinen Stock, so muss ich den Stock auch nach jedem weiteren Spiel im Turnier entgegennehmen.
Im Vergleich zu den Fussballern ist der Hockeyspieler sehr viel einfacher gestrickt und schon gar nicht auf seine Erscheinung fokussiert. So ist es normal, dass ein Hockeyspieler direkt aus dem Bett und ungeduscht beim Morgentraining erscheint. Die Garderobe dient dabei vielfach auch als zu Hause, wo die Jungs zusammensitzen, einen Kaffee trinken oder auf dem Sofa TV schauen. Dabei ist zu beachten, dass der grosse Teppich in der Mitte des Raumes, mit dem Ahornblatt, nicht mit Schlittschuhen oder Schuhen betreten werden darf.
Persönliches Highlight - Gold an der heimischen Olympiade in Vancouver gegen USA
Wenn neue Spieler im Aufgebot sind, kläre ich durch die Betreuer der jeweiligen Teams ab, ob der Spieler spezielle Produkte und Getränke benötigt oder ob er Allergien hat. Den Spielern soll das gewohnte Umfeld geboten werden können.
Jeder Spieler im Kader der Nationalmannschaft bringt grosse Erfahrung und Disziplin mit. Ich muss keinem Spieler sagen, wie er sich vor einem Spiel bewegen soll und welche Übungen für ihn gut oder schlecht sind. Jeder hat seine individuelle Vorbereitung auf ein Spiel, sei es auf dem Hometrainer in der Garderobe, bei einem lockeren Fussballspiel im Stadiongang oder den richtigen Kraft- oder Dehnübungen. Das Gleiche gilt auch für das Auslaufen nach dem Spiel.
Da die Spieler an jedem Spiel sehr viel Energie verbrauchen, ist es ideal, wenn direkt nach dem Spiel etwas gegessen wird. Da wir teilweise längere Busreisen bis zum Hotel haben, bestelle ich jeweils um die 16 Pizzas, welche nach dem Spiel in die Garderobe geliefert werden. Ich denke, an der Olympiade in Südkorea werden es eher Sushi oder Nudeln sein. Wichtig ist nur, dass die Spieler etwas zu Essen haben, um wieder Energie zu bekommen. Es gibt auch Spieler, die sich Meersalz in ihr Getränk mischen. Da sie während eines Spiels viel schwitzen, gleichen sie so den Salzgehalt im Körper wieder aus. Jeder hat seine eigene Art – wichtig ist, dass die Spieler sehr viel trinken.
Haben wir an dem darauffolgenden Tag kein Spiel, kann es nach dem Spiel auch einmal ein Bier geben. Gewinnen wir das Turnier, gibt es nach dem Spiel so viel Bier, wie es hat.
In diesem Sinne: «HOPP SCHWIIZ and GO CANADA»!
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