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FRANKFURT (awp international) - Irland will sich zum Abbau seines Haushaltsdefizits nicht von seiner Beteiligung an der Fluggesellschaft Aer Lingus trennen. Das Unternehmen stehe nach den internationalen Finanzhilfen für den Inselstaat nicht auf der Liste des Internationalen Währungsfonds (IWF) mit Beteiligungen, die der Staat zum Verkauf stellen könnte, sagte Aer-Lingus-Chef Christoph Müller der "Börsen-Zeitung" (Mittwoch). Irland hält noch 25,1 Prozent der Anteile an der ehemaligen Staatsfluglinie.
Zwar wolle sich das Finanzministerium als Aktionär grundsätzlich zurückziehen, sagte Müller. Es sei allerdings signalisiert worden, dass "der irische Steuerzahler keinen guten Deal machen würde, wenn die Beteiligung jetzt abgestossen würde". Verkauft werde zudem nur, wenn für Aer Lingus eine Bestandsgarantie abgegeben wird.
Um die Position der Gesellschaft auf dem Markt zu stärken, könnte sich Müller den Beitritt zu einem der grossen Luftfahrtbündnisse vorstellen. "Das ist im Moment aber reine Spekulation", sagte er. Schliesslich sei der Beitritt zu den Bündnissen Star Alliance, Skyteam oder Oneworld mit hohen Kosten verbunden. Ein solcher Schritt würde das Fliegen teuer machen und auf die Nachfrage drücken, zeigte sich der Manager sicher.
Müller betonte, wegen der soliden Finanzlage sei Aer Lingus kein Übernahmekandidat. Er hält das Unternehmen mit einem Börsenwert von derzeit 500 Millionen Euro allerdings für stark unterbewertet. Nach zwei gescheiterten Versuchen des Rivalen Ryanair hat die Gesellschaft jetzt den Streubesitz von rund 33 auf 45 Prozent erhöht./ksb/stw/wiz
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