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Das Projekt Convivial Constitutionality versucht einen Beitrag in der neuen Debatte zu alternativen Ansätzen des Naturschutzes zu leisten. Anregung dazu lieferte eine Forschung der Universität Wageningen mit dem Titel Towards Convivial Conservation: Governing Human-Wildlife Relations in the Anthropocene (CON-VIVA), welche den Mensch-Tier Dualismus in gängigen Umweltschutz-Strategien zu überwinden versucht (z.B. durch die Integration von Prädatoren für die Gesundung von Ökosystemen). Diese Strategie kann jedoch zu Konflikten zwischen lokalen Bevölkerungsgruppen und den Raubtieren führen. Im Projekt Convivial Constitutionality soll nun diese Lücke erforscht werden. Es geht um die Frage, wie am Beispiel von drei bekannten und geschützten Raubtieren aus drei Kontinenten (Wolf in Rumänien, Europa; Löwe in Kenia, Afrika; Jaguar in Kolumbien, Latein Amerika) die Beziehung mit den lokalen Menschen aufgezeigt werden kann. Mittels Forschungsansätzen und Methoden der Sozialanthropologie wird in drei vergleichend angelegten Doktorarbeiten erforscht, wie das Zusammenleben mit diesen Prädatoren in der Vergangenheit durch die lokalen Bevölkerungsgruppen institutionell geregelt und in religiöse Sichtweisen eingebunden war. Diese Lokalgruppen haben eine lange Erfahrung, ein grosses Wissen sowie offenbar erfolgreiche Institutionen im Umgang mit diesen Tieren entwickelt, die nun mittels sozialanthropologischen Methoden erforscht werden sollen. Da jedoch in diesen drei Gebieten aufgrund von Kolonialisierung, Landraubprozessen und Trophäenjagd das Überleben dieser Prädatoren beeinträchtigt ist, stellt sich die Frage, wie sich diese lokalen Gruppen die Entwicklung neuer Regelwerke für das Zusammenleben von Mensch und Prädator vorstellen könnten. In diesem zweiten Bereich wird mit experimentellen Mitteln partizipativ erarbeitet, wie sich diese Lokalgruppen die Bildung von neuen Institutionen aus ihrer Perspektive vorstellen würden, der alle Akteure in einem partizipativen Akt der Regelwerksbildung einbezieht (Constitutionality-Ansatz).