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ehemaliger Gemeindepräsident FDP (1946-1969) und seine Frau, verliehen am 6. Mai 1966
Genau 20 Jahre nach der Übernahme des Gemeindepräsidiums durch Dr. Ernst Siegfried wurde ihm und seiner Frau Hermine Siegfried-Krebs anlässlich einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Lyss verliehen.
Damit dankte und würdigte die Gemeinde Lyss Dr. Ernst Siegfried für die langjährige weise und staatsmännische Führung der Gemeinde Lyss.
Sein grosses Wirken und Schaffen zeigt die folgende Würdigung anlässlich der letzten Gemeindeversammlung vom 29.12.1969, bevor Dr. Ernst Siegfried in den politischen Ruhestand trat:
Auf dem Gebiet der Gemeindepolitik arbeitete Dr. Siegfried seit 1928 als Sekretär der neuen Verkehrskommission mit, der er bis Ende 1947 ohne Unterbruch angehörte. 1940 wurde er zudem Mitglied der Rechnungsprüfungskommission der Einwohnergemeinde und der Gemeindebetriebe. Im November 1943 erfolgte die Wahl in den Gemeinderat, dem er nun volle 26 Jahre ununterbrochen angehört hat. Am 5. Mai 1946 wurde Dr. Ernst Siegfried zum Gemeinde- und Gemeinderatspräsidenten gewählt; ein Amt, das er seither ständig bekleidete und in dem er der Ortschaft Lyss mit ganzem Einsatz diente. Neben seinem Amt als Gemeindepräsident präsidierte Dr. Ernst Siegfried aber auch verschiedene Gemeindekommissionen, so die Arbeitskommission von 1956 bis 1969, die Vormundschaftskommission in den Jahren 1948 bis 1955 und die Personalkommission in den Jahren 1968 und 1969. Zudem war er auch Mitglied der Finanzkommission (1944 bis 1946) und der Gemeindebetriebekommission (1944 bis 1947). Volle 42 Jahre hat Gemeindepräsident Dr. Ernst Siegfried der Gemeinde Lyss in den verschiedensten Funktionen gedient, fast 24 Jahre lang führte er die Gemeinde als Gemeindepräsident und Gemeinderatspräsident.
Jahrzahlen vermögen einiges auszusagen; von Bedeutung aber ist die Aktivität, die innerhalb der Jahre und Jahrzehnte entwickelt wurde. Und gerade unter diesem Blickwinkel zeigt sich das Wirken des scheidenden Gemeindepräsidenten auf eindrückliche Weise. Aus der Vielzahl der unter seiner Leitung geschaffenen Werke können hier nur einige herausgegriffen werden; Werke allerdings, die auch den Aussenstehenden ahnen lassen, welchen Einsatz Gemeindepräsident Dr. Ernst Siegfried für die Gemeinde Lyss erbracht hat. In den Jahren 1944/45 wurden die behördlichen Beschlüsse zur Steuerung der Wohnungsnot durch den Souverän gutgeheissen, 1946 folgte der Kauf des Gemeindehauses und 1950 wurde die Fürsorgeversicherung für Gemeindeangestellte eingeführt. Im gleichen Jahre wurde die Friedhofanlage auf dem Hutti gutgeheissen und ein Jahr später wurde der erste Zonenplan geschaffen. Zu gleicher Zeit wurde das Projekt für den Neubau des Bahnhofes (Beteiligung der Gemeinde) gutgeheissen und 1953 wurden die Kredite für den Bau des Schwimmbades bewilligt. Ein Jahr später folge die erste Kreditbewilligung für die Schaffung des Industriegebietes und 1956 stand die Unterführung Bürenstrasse zur Diskussion. 1959 wurde der Bürgerschaft die Erstellung einer Abwasserreinigungsanlage unterbreitet und im gleichen Jahre stimmte der Souverän auch dem Bau eines gemeindeeigenen Kindergartens an der Herrengasse zu.
In den Jahren 1960 und 1965 wurde der Erstellung der Kommunalbauten I und II zugestimmt, 1965 der Kredit für den Bau eines neuen Berufsschulhauses gutgeheissen und 1966 der Ausbau der Wasserversorgung durch die Beteiligung an der Wasserverbund Seeland AG genehmigt. 1968 folgten die Bürgeschaftsverpflichtung der Kunsteisbahn gegenüber und die Zustimmung zum Neubau der Schiessanlage Wynigraben. In den sechziger Jahren wurden zudem rund zehn grosse Landkäufe zur Schaffung von Landreserven getätigt. Die Entwicklung schliesslich, die die Gemeinde Lysss unter der zielbewussten und überlegenen Führung von Dr. Ernst Siegfried durchmachte, lässt sich auch mit einigen Zahlen veranschaulichen. So stieg die Zahl der stimmberechtigten von 1'215 im Jahre 1945 auf 4'061 (wovon 2'111 Frauen) im Jahre 1969 an. Die Einwohnerzahl vergrösserte sich von 3'523 Einwohnern (1941) auf 7'294 (1969). Der nun ins zweite Glied zurücktretende Gemeindepräsident präsidierte von 1944 bis 1969 insgesamt 91 Gemeindeversammlungen in deren Verlauf 640 Traktanden behandelt und Kredite von 18.5 Millionen Franken gutgeheissen wurden. An genau 50 Urnenabstimmungen standen in diesem Zeitraum 95 grössere Geschäfte zur Diskussion, wobei hier insgesamt Kredite von rund 30 Millionen Franken gutgeheissen wurden.
Alles in allem: Dr. Ernst Siegfried kann heute auf reicherfüllte Jahrzehnte im Dienste der Gemeinde Lyss zurückblicken. Für seinen unermesslichen Einsatz im Laufe der Jahrzehnte verdient er den Dank der ganzen Bevölkerung. Dass auch Dr. Ernst Siegfried nicht nur Freunde hatte, liegt auf der Hand; aber auch seine Gegner werden rückblickend bestätigen müssen, dass der abtretende Gemeindepräsident, der im Mai 1966 zum Ehrenbürger ernannt wurde, stets jener Idee nachlebte, die Robert F. Kennedy in die Worte "Es macht das Wesen der Verantwortung aus, dass man Gemeinwohl über persönlichen Gewinn stellt "kleidete.