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| Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat

9. Buch
2. Befinden sich unter den Dämonen, sofern man darunter Wesen versteht, die verschieden sind von den Göttern, auch gute in dem Sinn, daß die menschliche Seele durch ihre Hilfe zur wahren Glückseligkeit zu gelangen vermag?
Demnach wird dieses Buch, wie wir am Schluß des vorigen versprochen haben, die Frage zu behandeln haben, ob ein Unterschied [falls man einen solchen behauptet] bestehe, nicht zwischen den Göttern untereinander, die alle gut sind nach ihnen, auch nicht zwischen den Göttern und den Dämonen, von denen sie jene himmelweit von den Menschen getrennt sein lassen, diesen zwischen den Göttern und den Menschen ihre Stelle anweisen, sondern zwischen den Dämonen untereinander, was in die vorliegende Untersuchung einschlägt. Sehr vielfach ist es nämlich üblich, die einen Dämonen als gut, die anderen als böse zu bezeichnen; ob nun auch die Platoniker dieser Meinung sind, oder ob sonst irgendwer, jedenfalls darf man über die Untersuchung dieser Frage nicht hinweggehen, damit nicht etwa jemand meine, er müsse den scheinbar guten Dämonen Gefolgschaft leisten, und so, während er durch sie als Mittler den Göttern, die er alle für gut hält, sich zu befreunden sucht, um nach dem Tode vermeintlich bei ihnen weilen zu können, durch den Trug der bösen Geister bestrickt und getäuscht, weit abirre von dem wahren Gott, mit dem allein und in dem allein und aus dem allein die menschliche d. i. die mit Vernunft und Erkenntnis begabte Seele glückselig ist.