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Die Denver Broncos mussten in Week 12 gegen die New Orleans Saints mit einem Wide Receiver als Quarterback antreten und gingen gnadenlos unter. Nicht weniger chancenlos war Altmeister Tom Brady im Duell mit Shooting-Star Patrick Mahomes.
Bevor wir zu den Highlights kommen, wie üblich zunächst die Resultate von Week 12:
Die Denver Broncos mussten gegen die New Orleans Saints ohne ihre vier (!) nominellen Quarterbacks antreten und blieben beim 3:31 dann auch wenig überraschend komplett chancenlos. Ersatz-Quarterback Jeff Driskel war am Donnerstag auf die Covid-19-Liste gesetzt worden und weil Stamm-Spielmacher Drew Lock sowie seine weiteren Backups Brett Rypien und Blake Bortles gegen das Corona-Protokoll verstossen und bei einer gemeinsamen Video-Analyse keine Maske getragen hatten, durften auch sie nicht eingesetzt werden.
Die Broncos mussten in ihrem Kader also einen einigermassen valablen Ersatz-Quarterback finden und kamen schliesslich auf Kendall Hinton. Der 23-jährige Notfall-Spielmacher ist eigentlich Wide Receiver, war auf dem College aber auch mal Quarterback. Doch auf NFL-Niveau war Hinton völlig überfordert. In der ersten Halbzeit brachte er keinen Ball an den Mann. Am Ende kam der ungedraftete Rookie auf einen erfolgreichen Pass über 13 Yards bei neun Versuchen. Ausserdem warf er zwei Interceptions.
Nach dem Spiel sagte Hinton, er habe vor seinem Quarterback-Debüt nur Zeit gehabt, um 20 bis 30 Spielzüge seines Teams einzustudieren, für ein Spiel bereitet eine NFL-Mannschaft normalerweise etwa 100 Spielzüge vor. «Eigentlich bin ich mit unserem Spielkonzept ja vertraut, aber als Quarterback ist es ganz anders, erklärte Hinton und fügte hinzu: «Ich kann ohne Weiteres sagen, dass dies die ereignisreichsten 24 Stunden meines Lebens waren».
Der ausgefallene Drew Lock entschuldigte sich nach dem Spiel für seinen Fehler im Umgang mit dem Corona-Protokoll: «In einer kontrollierten Umgebung mit Social Distancing haben wir unsere Masken für eine begrenzte Zeit runtergenommen. Ein ehrlicher Fehler, aber einer, zu dem ich stehe», twitterte Lock.
Patrick Mahomes hat das Generationen-Duell der Star-Quarterbacks gegen Tom Brady klar für sich entschieden. Beim knappen 27:24-Sieg seiner Kansas City Chiefs gegen die Tampa Bay Buccaneers lieferte der Super-Bowl-Champion von 2020 zusammen mit seinem Receiver Tyreek Hill eine historische Leistung ab.
Mahomes brachte 37 von 49 Pässen für 462 Yards an den Mann und warf drei Touchdown-Pässe – allesamt auf Hill. Der wieselflinken Lieblings-Anspielstation von Mahmoes gelangen als erst fünftem Receiver der NFL-Geschichte über 260 Yards (269) und drei Touchdowns.
Im ersten Viertel hatte Hill bereits 203 Yards und zwei Touchdowns auf dem Konto. Seit 1980 hatten laut ESPN nur zwei Spieler Catches über 200 Yards in einem Viertel verbucht. In dieser Saison hat der Wide Receiver der Chiefs auch bereits die magische Marke von 1000 Yards geknackt.
Die Chiefs gingen mit einem 17-Punkte-Vorsprung ins Schlussviertel, dann steigerte sich Brady endlich und warf noch zwei Touchdown-Pässe. Doch in den letzten zehn Minuten sorgte Mahomes dafür, dass die Chiefs lange im Ballbesitz blieben und so den Sieg locker über die Runden brachten.
Brady leistete sich neben seinen zwei Touchdown-Pässen im Gegensatz zu Mahomes auch zwei Interceptions. Damit fehlen Brady nur noch drei Interceptions bis zu seinem Karriere-Negativrekord von 14 im Jahr 2002.
Im Krimi gegen die Arizona Cardinals hat Quarterback Cam Newton seinen New England Patriots trotz zwei Interceptions noch den Sieg ermöglicht. Beim 20:17-Sieg der «Pats» lief der exzentrische Spielmacher kurz vor Schluss zu einem wichtigen First Down, so dass Kicker Nick Folk im allerletzten Spielzug mit ablaufender Uhr das entscheidende Field Goal aus 50 Yards erzielen konnte.
Ansonsten zog Newton, der bei seinem Rush noch einen harten Hit hinnehmen musste, einen schwachen Tag ein: Neben seinen zwei Interceptions warf er nur für 84 Yards, weitere 46 Yards erlief er. Cardinals-Quarterback Kyler Murray war nicht ganz fit und kam deshalb auf für seine Verhältnisse magere 31 Rushing-Yards, 170 Passing-Yards und eine Interception.
Die Defense sicherte den Buffalo Bills einen hart erkämpften 27:17-Sieg gegen die Los Angeles Chargers. Obwohl Quarterback Josh Allen einen eher schwachen Tag einzog, führten die Bills bis kurz vor Schluss mit 10 Punkten Vorsprung. Doch bei den Chargers stemmte sich nur Quarterback Justin Herbert gegen die drohende Niederlage. Erst brachte er einen weiten Pass an den Mann, der sein Team noch einmal kurz vor die Endzone brachte.
Mit einem Quarterback-Sneak wollten die Chargers dann den Touchdown erzwingen. Blöd nur, dass Herberts O-Line den Call offenbar nicht mitbekommen hatte. So stürzte sich der Quarterback schliesslich ungeschützt in die Reihen des Gegners und blieb natürlich chancenlos. Immerhin verletzte sich Herbert bei der Aktion nicht auch noch.
Der 45:26-Sieg der Tennessee Titans gegen die Indianapolis Colts verkam mal wieder zur grossen Derrick-Hendry-Show. Der Runningback der Titans lief mit bemerkenswerter Leichtigkeit durch die Defense der Colts durch und erzielte satte 178 Rushing Yards und drei Touchdowns. Damit hat er bereits nach 11 Spieltagen die magische 1000-Yards-Marke geknackt.
Der Touchdown des Tages ging aber auf das Konto von Henrys Teamkollege A.J. Brown. Der Wide Receiver schaffte in der Schlussphase das seltene Kunststuck und lief nach einem eroberten Onside-Kick bis in die Endzone. Es war nicht sein erster Touchdown des Tages. Im ersten Viertel lief er bereits nach einem 69-Yard-Spielzug in die Endzone.
Die Partie der Carolina Panthers bei den Minnesota Vikings war an Dramatik kaum zu überbieten. Panthers-Kicker Joey Slye verschoss sechs Sekunden vor Schluss das entscheidende Field Goal aus 54 Yards Entfernung und so blieb es beim 27:28 aus Sicht der Gäste.
Mann des Spiels war Vikings-Quarterback Kirk Cousins, der für 307 Yards und drei Touchdowns warf. Justin Jefferson fing zwei seiner Touchdown-Pässe. Die Vikings lagen nach drei Viertels noch mit 10:21 zurück, drehten aber im letzten Quarter mit 18 Punkten das Spiel, obwohl Punt-Retuner Chad Beebe kurz vor der Two-Minute-Warning bei einem angezeigten Fair-Catch einen Fumble produzierte. Am Ende war es ausgerechnet Beebe, der den entscheidenden Touchdown-Pass fing.
Die Partie zwischen den Los Angeles Rams und den San Francisco 49ers verkam zu einer regelrechten Turnover-Orgie. Gleich siebenmal gaben die beiden Teams den Ball durch unnötige Fehler ab. Am Ende jubelten die 49ers, die sich dank eines Field Goals durch Kicker Robbie Gould aus 42 Yards in allerletzter Sekunde mit 23:20 durchsetzten.
Den grössten Anteil am Sieg hatte aber die Defense der 49ers. Immer wieder setzte sie Rams-Quarterback Jared Goff gewaltig unter Druck und zwang ihn zu ungewohnt vielen Fehlern. Bei 198 Passing-Yards leistete er sich zwei Interceptions und einen Fumble.
Die Green Bay Packers haben im «Sunday Night Game» einen souveränen Sieg gegen die Chicago Bears eingefahren. Beim 41:25-Erfolg spielte vor allem Packers-Quarterback Aaron Rodgers überragend auf. Der 36-jährige Routinier warf seine Touchdown-Pässe 30 bis 33 und führt die NFL in dieser Kategorie nun an. Ausserdem knackte er die 50'000-Karriere-Yard-Marke.
Bears-Quarterback Mitchell Trubisky zog dagegen einen schwarzen Abend ein. Er brachte nur 26 seiner 46 Pässe an den Mann, erzielte damit 242 Yards und zwei Touchdowns. Allerdings erst in der «Garbage Time», als man schon hoffnungslos hinten lag. Spielentscheidend waren dagegen seine zwei Interceptions und drei Fumbles, welche den Bears am Ende die fünfte Niederlage in Serie einbrachten.