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Logopädische Therapie lohnt sich für viele MS-Betroffene, denn sie unterstützt bei Sprech- und Schluckproblemen.
«Plötzlich redete ich irgendwie anders. Die Laute waren ungenau, ich hörte mich selber anders. Eine Kollegin sagte mir, sie verstehe mich nicht recht und meine Mutter meinte am Telefon, ich spräche undeutlich. Daraufhin bestätigte die Neurologin, dass die Sprechprobleme mit der MS in Zusammenhang stünden», berichtet eine Betroffene.
Sprechstörungen isolieren
Etwa 77% aller MS-Betroffenen leiden unter einer Sprechstörung (Dysarthrodiephonie), teilweise kombiniert mit einer Stimmstörung. Die Lautsprache ist oft verlangsamt und verwaschen, und es kann zu Störungen der Sprechatmung kommen. Die Stimmlage ist beispielsweise verändert, die Lautstärke wird schwer kontrollierbar oder die Sprechmelodie klingt monoton. Durch diese Probleme wird für Betroffene die Kommunikation am Telefon, in Gruppen oder in Räumen mit Lärm zu einer grossen Herausforderung. Solche Situationen sind anstrengend und es besteht die Gefahr, dass sich Betroffene zurückziehen und in der Folge ihre sozialen Kontakte nach und nach verlieren. Eine Aphasie, also ein Sprachverlust, kommt bei MS selten vor.
Schluckstörungen
Durch die Störungen der Mundmuskulatur, des Gaumensegels oder der Kehlkopfbeweglichkeit kann es zu Schluckstörungen (Dysphagie) kommen. Betroffen sind 30 bis 50 Prozent der MS-Betroffenen. Anzeichen dafür sind häufiges Räuspern und Husten, Verschlucken, Geräusche beim Schlucken, Nahrungsreste im Mund oder eine raue Stimme nach dem Schlucken. Schluckstörungen machen gemeinsames Kaffeetrinken oder ein Abendessen mit Freunden zu einer belastenden Situation und beeinträchtigen so das Sozialleben. Ein störungsfreier Schluckakt ist überdies wichtig, weil er das Verschlucken oder Einatmen von Speisen in die Luftröhre verhindert. Andernfalls besteht die Gefahr, dass aus einer Schluckstörung eine Lungenentzündung hervorgeht.
Logopädie bringt Besserung
Die logopädische Therapie arbeitet mit individuell definierten Zielen. Um das Sprechvermögen zu verbessern, wird an einer ausgeglichenen Körperspannung gearbeitet, die sich bis in die Gesichtsmuskulatur auswirkt. Spezifische Übungen verbessern die Beweglichkeit sowie «Plötzlich redete ich irgendwie anders. Die Laute waren ungenau, ich hörte mich selber anders. Eine Kollegin sagte mir, sie verstehe mich nicht recht und meine Mutter meinte am Telefon, ich spräche undeutlich. Daraufhin bestätigte die Neurologin, dass die Sprechprobleme mit der MS in Zusammenhang stünden», berichtet eine Betroffene.
Kosten und Therapierende
Die Logopädie wird auf ärztliche Verordnung von der Grundversicherung der Krankenkasse übernommen. Der Deutschschweizer Logopädinnen- und Logopädenverband hilft bei der Suche nach einer Logopädin: www.logopaedie.ch
Text: Corinne Haslebacher und Sandra Furer-Fawer, Praxis für Logopädie, Aarberg
Logopädie
Logopädie umfasst Diagnostik, Therapie, Beratung und Prävention. Sie befasst sich mit Störungen der Kommunikation, der Sprache, des Sprechens, des Redeflusses, der Stimme, des Schluckens, der Schriftsprache (Lesen und Schreiben) und des mathematischen Verständnisses. Die Broschüre «Schlucken kann jeder! – Oder doch nicht?» enthält Wissenswertes und Empfehlungen rund ums Schlucken sowie eine Checkliste zur Erkennung von Schluckstörungen. Sie kann beim DLV bestellt werden (<email-pii>).