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Rezensionen der Redaktion zu „Der Sommer ohne Männer”
Siri Hustvedt erzählt so sensibel, selbstironisch und schonungslos offen, als habe sie es selbst erlebt. Freundin
Portrait
Uli Aumüller:
Uli Aumüller ist Übersetzerin, Journalistin und Filmemacherin. Seit 1978 übersetzt sie Belletristik, Hörspiele, Drehbücher, Theaterstücke aus dem Französischen und Englischen, u.a. Jean-Paul Sartre, Albert Camus, Milan Kundera und Siri Hustvedt. Für ihre Übersetzungen erhielt sie den Paul-Celan-Preis und den Jane Scatcherd-Preis.
Siri Hustvedt:
Siri Hustvedt wurde am 19.02.1955 in Northfield, Minnesota, als älteste von vier Töchtern eines norwegisch-amerikanischen Professors für Skandinavistik und einer norwegischen Einwanderin geboren. Nach dem Besuch des St. Olaf College in Northfield, das sie 1977 mit B.A. in Geschichte abschloss, arbeitete sie zunächst als Kellnerin. 1978 ging sie zum Studium nach New York. 1979 erwarb sie an der Columbia University den M.A. in Anglistik. 1986 wurde sie mit einer Arbeit über Charles Dickens ("Figures of Dust. A Reading of 'Our mutual friend'") zum PhD promoviert. Im Februar 1981 lernte sie den Schriftsteller Paul Auster kennen, den sie 1983 heiratete und mit dem sie einen Stiefsohn und eine Tochter hat. Heute arbeitet Siri Hustvedt als Schriftstellerin, Essayistin und Übersetzerin aus dem Norwegischen.
description
Die New Yorker Dichterin Mia steckt in einer Krise. Ihr Mann Boris will eine «Pause». Mia erleidet einen Zusammenbruch und beschließt, den Sommer in der Nähe ihrer noch immer recht rüstigen, neunzigjährigen Mutter zu verbringen. Dort entdeckt Mia das Leben neu: Sie führt ein erotisches Tagebuch, gibt pubertierenden Mädchen Unterricht in Poesie und Lebensfragen und ignoriert zunächst die flehenden Mails von Boris ... Hustvedt zeigt: So erfrischend, so komisch kann Beziehungsanalyse sein ? und das ganz ohne Männer!
Bewertung unserer Kunden zu „Der Sommer ohne Männer”
Die Dichterin Mia wird von ihrem Ehemann Boris (Neurowissenschaftler) mit der Bitte um eine "Auszeit", um eine "Pause", in eine schwere Krise gestürzt. Nachdem sie festgestellt hat, daß diese "Pause" eine Laborassistentin von Boris ist, landet Mia in der Psychiatrie. Aus der Klinik entlassen, verbringt sie den folgenden "Sommer ohne Männer" in Minnesota auf dem Land, in der Nähe des Altersheims, in dem ihre 90jährige Mutter lebt. Mia unterrichtet in einem Lyrikkurs pubertierende Mädchen und reflektiert ansonsten (mit dem typischen rasiermesserscharfen Hustvedt-Intellekt) ihre Situation, ihre psychische Krise. Verblüffend fand ich, wie es die Autorin bei der Schwere des Themas schafft, das Ganze leicht und beinahe beschwingt zu erzählen. Und zu welchem Ende sie die Geschichte bringt! Für Frauen (und Männer) ,die gerne analytisch denken.
ich habe dieses Buch trotz wenig Antrieb vollständig gelesen. Es gibt nur eine kleine Hauptstory dagegen aber viele kleine Nebengeschichten und Gedankengänge. Diese lassen das Buch nicht flüssig erscheinen. Das Buch fesselte mich leider nicht. Aber ich hab ihm eine Chance gegeben und durchgehalten. Leider wurde es nicht viel besser.
Für mich persönlich steckt zudem zu viel Lyrik und Poesie drinnen. Das ist aber meine Meinung. Wer sehr literarisch auf hohem Niveau etwas lesen möchte, ist hier bestimmt richtig. Aber für ein Freizeitbuch, ist dieses Werk, im Gegensatz zu dem Eindruck dass auf dem Buchrücken vermittelt wird, schwere Kost.
Ich schreibe normalerweise keine Rezensionen, aber diesmal ist es mir ein Bedürfnis. Dieses Buch hat einen super Titel und eine gute Inhaltsangabe. Leider hat es mir aber gar nicht gefallen! Die immer wiederkehrenden "Ausflüge" in ihre Gedanken u. Gedichte fand ich nicht sehr ansprechend, sogar etwas verwirrend und fad. Aus meiner Sicht kann ich dieses Buch leider nicht empfehlen!
Dieses buch hat mich aufgrund seines titels sehr gereizt. zugegeben, ich hatte vorher noch kein buch dieser Autorin gelesen. Leider musste ich mittendrin mal aufhören, es zu lesen, da es mir wirklich zu anstrengend wurde. Den ständigen Ausflüchten in ihre eigene Gedankenwelt konnte ich nicht mehr folgen. Es war mir zu viel Abstand zwischen der Handlung und den Gedanken, wobei sie sich darin sogar wörtlich an die/den Leser/in wandte. Trotz allem bereue ich es nicht, dieses Buch dann doch noch fertig gelesen zu haben. Schon allein wegen der wunderbaren literarischen Sprache, die die Autorin verwendet.
Nach 30 Jahren Ehe braucht Mias Ehemann Boris eine Pause. Hinter dieser Pause steckt eine 20 Jahre jüngere Frau. Mia ist am Boden zerstört. Sie verbringt den Sommer bei ihrer Mutter und erlebt dort so einiges. Lesenswert !!!!!
Mit großem Einfühlungsvermögen beschreibt Siri Hustvedt die Krise der dreißigjährigen Ehe zwischen der New Yorker Dichterin Mia und dem Neurowissenschaftler Boris. Mia zieht vorübergehend aufs Land, in die Nähe ihrer alten Mutter, die dort in einem Heim lebt. Dort leuchtet Mia alle Tiefen ihrer verletzten Seele aus und gewinnt dadurch wieder neuen Lebensmut. Klasse geschrieben! Sehr beeindruckend!
Mia muß, nachdem ihr Ehemann eine Pause wegen einer Liebschaft zu einer jüngeren Kollegin von der Ehe verlangt, zunächst traumatisiert in die Psychatrie. Sie fängt sich und zieht in die Nähe ihrer Mutter, die in einem Altenheim lebt. Dort lernt sie fünf Damen kennen, die mit ihren Lebensweisheiten Mia Trost und Hilfe spenden.
Siri Hustedt bescheibt in ihrer lebhaften, einfühlsamen Art Dinge, die an vielleicht eigenes Erleben rühren. Wunderbar!!
Dies ist mein zweiter Versuch mit der sehr anerkannten amerikanischen Autorin Siri Hustvedt. Als ich Was ich liebte versucht hatte, war ich offensichtlich noch nicht bereit für diese Autorin. Aber, ich muss auch gestehen, ich empfinde ihre Bücher nach wie vor nicht als leicht zu lesen. Dabei soll dieses Buch laut Rezensionen ihr humorvollstes und leichtestes sein!
Siri Hustvedt erzählt die Geschichte der Lyriker Mia. Mia ist Mitte fünfzig und dachte, sie sei glücklich mit Boris, einem Neurowissenschaftler verheiratet. Doch plötzlich will ihr Mann eine Pause von der Ehe, und diese Pause ist auch noch weiblich! Die sehr sensible Mia fällt erst einmal in eine so schlimme Depression, dass sie in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird. Hieraus entlassen flieht sie alleine zurück in ihren Geburtsort Bonden in Minnesota, wo auch ihre Mutter in einem Seniorenheim lebt. In Bonden gibt Mia einen Poesiekurs für Jugendliche, lernt die Freundinnen ihrer Mutter (die Schwäne) und ihre junge Nachbarin mit ihren beiden Kindern näher kennen. Es wird ein ereignisreicher Sommer, denn die Mädchen in ihrem Poesiekurs sind nicht so unschuldig, wie sie anfangs erscheinen. Und auch bei den Schwänen kann sie noch einiges über Frauen lernen.
Der Sommer ohne Männer ist ein sehr interessantes Buch über Frauen und ihre Beziehungen zu Männern. Siri Hustvedt beschreibt die Situation ihrer Hauptperson zum Teil sehr selbstironisch. Sie reißt einige aktuelle Themen wie Mobbing unter Jugendlichen und die Situation alter Menschen in der Gesellschaft auf. Dazu kommen noch eine Menge Selbstreflexionen, Ausflüge in die Philosophie und Neurowissenschaften. Daraus entsteht ein zum Teil nachdenklich stimmendes zum Teil witziges Buch über das Dauerthema Männer und Frauen. Ich persönlich hatte Schwierigkeiten mit dem steten Wechsel zwischen den einzelnen Themen, denn der Stoff, den die Autorin angerissen hat, hätte für drei Bücher gereicht. Aber ich habe es nicht bedauert, dieses Buch gelesen zu haben.
Da ist sie wieder, die Siri Hustvedt, wie ich sie aus "Was ich liebte" oder "Die unsichtbare Frau" kenne und schätze! Eine großartige Autorin schreibt über Frauen neben der Spur, junge Frauen im Übergang zum Erwachsensein und alte Frauen, die alles andere als bieder sind. Ein leichtes und kluges Buch über ein starkes Geschlecht.
Die New Yorker Literaturprofessorin Mia und ihr Mann sind seit 30 Jahren verheiratet, doch Boris will eine Pause in Form seiner jüngeren Laborassistentin. Nach einem Nervenzusammenbruch fährt Mia über den Sommer in ihren Geburtsort. Dort versucht sie ihren Schmerz zu verarbeiten und bekommt dabei viel weibliche Hilfe. Die fünf Schwäne des Seniorenheims, Mias Mutter und ihre betagten Freundinnen, stehen ihr genauso zur Seite wie die junge Mutter mit ihren zwei Kindern, die im Nachbarhaus wohnen. Außerdem unterrichtet sie sieben pubertierende Mädchen im Schreiben und lernt dabei auch wieder etwas über sich selbst. Im Sommer ohne Männer findet Mia langsam ihre Lebenslust wieder
Wer sich unter dem Titel einen typischen Frauenroman vorstellt, ist bei Siri Hustvedt falsch. Gott sei Dank denn die Schriftstellerin liefert uns ein intelligentes Buch über Frauen von heute. Die ehrliche und offene Beziehungsanalyse ist ernsthaft und humorvoll zugleich und reich an Witz und Selbstironie. Besonders interessant ist, dass die Protagonistin ihre Gefühle auch literarisch verarbeitet. Der Leser findet immer wieder Notizen und Gedichte über Themen wie Liebe, Sex, Ehe oder das Altern. Wie nicht anders erwartet ist Siri Hustvedt wieder ein mehr als tolles Buch gelungen, das für mich definitiv zu den wichtigsten Büchern des Jahres zählt.
Philosophisches und selbstreflektierendes Buch aus der Sicht einer Frau in mittleren Jahren (Mia), die nach vielen Ehejahren wegen einer jüngeren Frau (genannt die Pause) von ihrem Mann Boris verlassen wird und einen Sommer ohne Männer zur Selbstfindung nutzt.
Wie Siri Hustvedt nachdenklich, auch komisch, witzig oder wütend diese Auszeit von Mia beschreibt, ist immer hochintelligent, sensibel und sehr lesenswert.