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Während der Bourbonenherrschaft standen im Königreich beider Sizilien jeweils über 8000 Schweizer Söldner im Dienst der Monarchie. Das Unterfangen endete im Sommer 1859 in einer Katastrophe.
Schweizer Regimenter verhalfen den spanischen Bourbonen nicht nur 1731 zur Herrschaft über Sizilien und Neapel (Königreich beider Sizilien). Die Macht der bourbonischen Regenten beruhte auch danach – mit einem kurzen Unterbruch in napoleonischer Zeit – bis 1860 zur Hauptsache auf der Militärgewalt von Schweizer Söldnern unter schweizerisch-neapolitanischer Fahne. Die Basis hierfür bildeten zwischenstaatliche Verträge (sogenannte Kapitulationen) zwischen der Schweiz und dem Königreich.
Als unter dem Druck der italienischen Unabhängigkeits- und Einigungsbewegung der Solddienst von Schweizern für die Monarchie als nicht mehr schicklich empfunden wurde und der Bundesrat die eidgenössischen und kantonalen Insignien aus den Regimentsfahnen entfernen liess, sah sich ein Teil der Schweizer Söldner verraten. Etwa 500 Mann revoltierten. Einer ihrer Anführer war ein Appenzeller. Er schildert, wie es zur Rebellion kam, und wie diese von Schweizer Kameraden am 8. Juli 1859 mit brutaler Kanonengewalt niedergeschlagen wurde. Das Massaker war zugleich das Ende der Schweizer Regimenter in Neapel und Sizilien. Das Geschehen ist mehr als nur eine fast vergessene Fussnote in der Geschichtsschreibung wert und ist deshalb ab kommendem Juni nachzulesen in den WERDENBERGER GESCHICHTE|N 1.
HJR