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Abencerragen,
bei den span. Chronisten und Romanzendichtern Name eines edlen maur. Geschlechts im Königreiche Granada, [* 2] das während der innern Kämpfe sowie in den Kriegen mit den christl. Königen von Castilien eine hervorragende Rolle spielte. Das Geschlecht führt seinen Namen nach Jussuf ibn Zerragh, dem Vertrauten des Königs Mohammed Ⅶ. Als letzterer Fürst 1427 von seinem Vetter Mohammed al-Zaghir gestürzt worden war, mußte Jussuf mit dem größten Teile seiner Angehörigen nach Castilien flüchten. Er wußte dort den König Johann Ⅱ. sowie auch den König von Tunis [* 3] für die Sache seines gestürzten Gebieters zu gewinnen, durch deren Hilfe denn auch Mohammed Ⅶ. wieder auf den Thron [* 4] gelangte.
Al-Zaghir wurde hingerichtet; Jussuf ibn Zerragh hingegen fiel als treuer Anhänger des maur. Königshauses 1436 in einer Schlacht gegen einen neuen Thronprätendenten, den vom König von Castilien unterstützten Jussuf ibn Alhamar. Dieser siegte zwar und kam auf den Thron von Granada, starb aber schon sechs Monate nachher, worauf Mohammed Ⅶ. zum drittenmal als König in Granada einzog. Nachdem Mohammed Ⅶ. 1444 nochmals vom Throne gestoßen war und auf demselben Osmin ibn Ahnaf und seit 1453 Mohammed ibn Ismail gefolgt waren, Sollen nach spanischen, aber durch die arab. Geschichtschreiber nicht bestätigten Berichten die den Versuch gemacht haben, die Krone von Granada für ihr Geschlecht zu gewinnen.
Durchaus nur der
Romanzen-
Poesie gehören jener Kampf der
Abencerragen mit der Familie der Zegris und der tragische
Untergang der erstem
in der
Alhambra in den letzten Jahren der maur. Herrschaft in Granada an, welche besonders durch die
«Historia
de las guerras civiles de Granada» des
Gines Perez de Hita (s. d.) in der Litteratur berühmt geworden sind. Der
Verfasser dieses mit vielen
Romanzen durchwebten histor.
Romans will seine Erzählung arab.
Berichten entnommen haben;
doch ist nur ein
Teil der Heldengestalten historisch.
Schack hat im 2.
Bande seiner
«Poesie und Kunst der
Araber in
Spanien
[* 5] und
Sicilien» die auf arab.
Quellen zurückgehenden
Momente im Werke des Hita kritisch beleuchtet. Aus dieser
Dichtung entnahm Châteaubriand
den
Stoff zu dem
Roman «Les aventures du dernier des Abencérages»,
wonach Jouy das Textbuch zu Cherubinis
Oper «Les Abencérages» bearbeitete. –
Vgl. Conde, Historia de la dominacion de los Arabes en España (Madr. 1829).
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