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Die Leichtathletik-Wettkämpfe vom Dienstag
International
Stab, Männer: Der 21-jährige in den USA geborene Schwede Armand Duplantis wurde seiner Favoritenrolle gerecht und siegte mit übersprungenen 6,02 vor dem Amerikaner Christopher Nilsen (5,97) und dem Brasilianer Thiago Braz (5,87), dem Olympiasieger von Rio de Janeiro. Weltrekordhalter Duplantis setzte zum Abschluss des Abends im Olympiastadion beinahe noch einen drauf, als er auf der Weltrekordhöhe von 6,19 m zweimal nur ganz knapp scheiterte.
200 m, Frauen: Nach Rio de Janeiro 2016 krönte sich Elaine Thompson-Herah auch in Tokio zur Sprint-Königin und sicherte sich erneut das Double 100/200 m. Mit 21,53 bei leichtem Rückendwind stellte die 29-jährige Jamaikanerin die zweitbeste je gelaufene Zeit auf. Nur Florence Griffith-Joyner war bei ihrem Fabel-Weltrekord vor 33 Jahren in Seoul 19 Hundertstel schneller gewesen. Silber ging an die erst 18-jährige Christine Mboma aus Namibia (21,81), Bronze gewann Gabrielle Thomas aus den USA. (21,87)
800 m, Frauen: Die erst 19-jährige Athing Mu sicherte sich über 800 m der Frauen überlegen die Goldmedaille. Die Amerikanerin mit Wurzeln im Südsudan stellte in 1:55,21 einen Landesrekord auf. Ein solcher gelang auch der zweitklassierten Keely Hodgkinson aus Grossbritannien (1:55,88). Bronze ging dank Raevyn Rogers ebenfalls in die USA.
400 m Hürden, Männer: In einem Rennen für die Geschichtsbücher gewann der Norweger Karsten Warholm mit einem Fabel-Weltrekord die Goldmedaille. Der Weltmeister von 2017 und 2019 pulverisierte mit 45,94 Minuten die eigene Bestmarke um 76 Hundertstel und stiess in eine neue Dimension vor. Der bisherige Weltrekord war dem 25-jährigen Warholm am 1. Juli dieses Jahres gelungen. Davor hatte während 29 Jahren der Amerikaner Kevin Young mit 46,78 Sekunden die ewige Bestenliste angeführt. In Tokio blieben mit dem Amerikaner Rai Benjamin (46,17) und dem Brasilianer Alison dos Santos (46,72) auch die beiden anderen Medaillengewinner unter dieser Marke.
Weit, Frauen: Wie am Vortag bei den Männern brachte auch bei den Frauen der letzte Durchgang die Entscheidung. Die Deutsche Malaika Mihambo sprang im sechsten Versuch 7,00 m, obwohl sie beim Absprung nicht weniger als 19,5 cm liegen liess. Mit dem letzten Sprung verdrängte die 27-Jährige, deren Vater aus Sansibar stammt, Brittney Reese um drei Zentimeter von der Spitze. Die 34-jährige Amerikanerin stand nach Gold 2012 in London und Silber 2016 in Rio de Janeiro zum dritten Mal in Folge auf dem Olympia-Podest. Bronze sicherte sich mit ebenfalls 6,97 m die Nigerianerin Ese Brume.
National
Mujinga Kambundji (200 m): In ihrem zweiten olympischen Final innerhalb von 72 Stunden hatte die Bernerin zwar erneut keine Chance auf eine Medaille, als Siebente hatte sie aber das Hundertstel-Glück nicht auf ihrer Seite. Mit 22,30 Sekunden blieb sie knapp über ihrer im Vorlauf und Halbfinal gelaufenen Schweizer Rekordmarke von 22,26, die zu Rang 5 gereicht hätte.
Jonas Raess (5000 m): Jonas Raess verpasste trotz ansprechender Leistung den Final über 5000 m. Als Elfter des ersten Vorlaufs in 13:43,52 konnte der Zürcher nach Rennschluss wegen einer Position auch nicht mehr auf eine Qualifikation über die Zeit hoffen. Raess hielt in einem von der Taktik geprägten, aber nicht sonderlich schnellen Rennen bis 400 m vor dem Ziel mit, musste schliesslich die Spitze um den Kenianer Nicholas Kimeli (13:38,87) aber auf der letzten Runde ziehen lassen.
Jason Joseph (110 m Hürden): Mit Jahresbestleistung qualifizierte sich Hürdensprinter Jason Joseph souverän für die Halbfinals. Der 22-jährige Basler blieb in 13,31 Sekunden bei Windstille in seinem Vorlauf nur zwei Hundertstel über dem eigenen Schweizer Rekord von 2020. Joseph musste nach ansprechendem Start etwas Tempo rausnehmen, weil er zu nahe an die Hürden auflief. "Im Halbfinal sollte mit einem sauberen Rennen mehr möglich sein." Sein Ziel bleibt die Final-Teilnahme.
William Reais (200 m): William Reais steht bei seiner Olympia-Premiere über 200 m im Halbfinal. Der 22-jährige U23-Europameister aus Chur qualifizierte sich direkt als Dritter seines Vorlaufs. Mit 20,51 Sekunden blieb der selbstbewusste Reais allerdings deutlich über der angestrebten persönlichen Bestzeit von 20,24. Kurz vor 13 Uhr Schweizer Zeit kann er nun einen weiteren Anlauf nehmen, diese zu verbessern.