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Gesamtsanierung und Erweiterung Volksschule Stöckacker
Das Schulhaus Stöckacker steht heute auf dem Gebiet der 1919 eingemeindeten Gemeinde Bümpliz im Westen von Bern. Als Arbeiter- und Angestelltenvorort Berns ist die ehemals selbständige Bauerngemeinde mit einem dörflichen Kern heute umgeben von Wohnquartieren des 20. Jahrhunderts.
Wie eine grüne Insel inmitten des dichten Bebauungsteppichs wirkt das differenziert gegliederte, 1955 eröffnete Stöckackerschulhaus mit grosser Spielwiese und den anschliessenden, bis fast zum Autoviadukt reichenden Schrebergärten. Nach Südwesten grenzt sie an die aufgelockerte Quartierbebauung entlang der Bienenstrasse. Gegen Südosten besteht ein grosser Freiraum mit Sportwiese, der im Osten an die Siedlungsbauten der Werkgasse angrenzt. Während die Schulgebäude mit ihren kleinen hofartigen Aussenräumen in der nördlichen Hälfte des Grundstücks angeordnet sind, vermitteln die Sportanlagen und der Schulgarten im Süden der Anlage eine wohltuende Weite im Quartier.
Das Schulhaus Stöckacker entstand in einer Zeit intensiven Schulbaus in der Stadt Bern. In struktureller Hinsicht bemerkenswert ist die funktionale Aufgliederung der Schulbauten nach dem Vorbild des Pavillon-Schultyps. Ein gedeckter Verbindungsgang verbindet die vier Baukörper und dient zugleich als Pausenhalle.
Auf sehr selbstverständliche Art wird die Schulanlage mit einem weiteren Schulpavillon ergänzt. Ein dreigeschossiger schmaler Baukörper mit Satteldach wird im Südosten, in der Verlängerung des Verbindungsgangs, eingefügt. Mit der Übernahme der Körnigkeit der Schulbauten und des umliegenden Quartiers sowie den Regeln der bestehenden Anlage folgend fügt sich die Erweiterung in die Gesamtanlage ein.
Durch die Setzung des neuen Schulpavillons wird das Prinzip der wohl proportionierten Aussenräume weitergeführt und neu interpretiert. Das Wegnetz wird im bestehenden System, mit der Verlängerung des Verbindungsganges als Wegführung, erweitert. Die Gesamtanlage bleibt durchlässig, vielfältige Durchblicke und Sichtbezüge ins Quartier bleiben erhalten. Die schmale Stirnseite der Erweiterung verzahnt sich mit der Kleingartenkolonie im Osten und schliesst an der zukünftig neu gestalteten Beletage entlang der natürlichen Geländekante ab.
Die bestehenden und neuen Hofräume ermöglichen eine differenzierte Vielfalt an aussenräumlichen Aktivitäten, Pflanzungen (Biodiversität) und Aufenthaltsflächen.
Mit der präzisen Setzung der Erweiterung können alle Originalbaumpflanzungen von 1955 am Standort erhalten werden. Im Zusammenspiel mit dem Bestand und den wertvollen Freiräumen entsteht mit dem Schulhausneubau ein gestalterisch und funktional hochwertiges Ensemble.