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Am Donnerstag zog das kleine Orkantief «Xavier» über den Norden Deutschlands. Hart getroffen wurde ein relativ schmaler Streifen im Norden und Osten des Landes. Die heftigste Böe wurde allerdings in Tschechien registriert. Auf der gut 1600 Meter hohen Schneekoppe wurde ein Maximalwert von 202 Kilometern pro Stunde gemessen. In Deutschland lag der Spitzenwert auf dem 1140 Meter hohen Brocken, der höchsten Erhebung im Harz. Dort wurden 176 Kilometern pro Stunde verzeichnet.
Auch Städte voll getroffen
Nicht nur in der Höhe gab es extremen Wind. Auch im Flachland stürmte es heftig. So wurde in der Hauptstadt Berlin eine Orkanböe mit 122 Kilometern pro Stunde gemessen. In Hannover lag der Spitzenwert bei 115 und in Hamburg bei 101 Kilometer pro Stunde. Verheerend war, dass dieser Herbststurm bereits anfangs Oktober den Norden Deutschlands traf, also zu einem Zeitpunkt, wo viele Bäume immer noch Laub trugen. Entsprechend wurden unzählige Bäume entwurzelt. Der Sturm forderte in Deutschland gemäss Agenturangaben mindestens 7 Todesopfer.
Die Schweiz nur am Rande getroffen
«Xavier» war ein kleines, schnelles Randtief. Es zog in rund einem Tag von Neufundland nach Europa und wurde dann am Rand eines grossen Tiefdrucksystems über Skandinavien zusätzlich beschleunigt. Das Phänomen war vom Ablauf vergleichbar mit Orkan «Lothar» im Dezember 1999. Ähnlich wie bei «Lothar» war die genaue Zugbahn von «Xavier» bis zum Eintreffen über Deutschland nicht klar. Auf die Schweiz blieben die Auswirkungen geringer als zunächst befürchtet. Auf den Bergen lagen die Spitzenböen bei 109 Kilometern pro Stunde, so auf dem Säntis. Im Flachland wurde der höchste Werte am späten Nachmittag in Schaffhausen mit 75 Kilometern pro Stunde verzeichnet.
Regen und Abkühlung
«Xavier» brachte aber nicht nur Sturm. Die Kaltfront brachte zum Teil auch kräftigen Regen. In Schleswig-Holstein fielen in 48 Stunden bis 70 Millimeter Regen. In der Schweiz gab es die grössten Regenmengen in der Nacht zum Freitag an den zentralen und östlichen Alpen. In St. Gallen und in Gersau fielen im Laufe der Nacht rund 30 Millimeter Regen. Schnee gab es am frühen Morgen bis 1600 Meter. Die kälteste Luft folgt aber noch. Am Freitagnachmittag und am Abend dürfte es Schnee bis 1200 Meter hinunter geben, lokal sind Flocken bis 1000 Meter möglich.