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Ein fürchterlicher Sturz hat das Finale der ersten Etappe der Polen-Rundfahrt in Kattowitz überschattet. Auf der abfallenden Zielgeraden wurde in Höchstgeschwindigkeit gesprintet. Kurz vor dem Zielstrich kollidierten die beiden Niederländer Dylan Groenewegen und Fabio Jakobsen, wobei Letzterer ungebremst in die Absperrung und in einen Fotografen prallte. Auch Groenewegen kam zu Fall, sein Etappensieg wurde ihm aberkannt und Jakobsen zugesprochen.
Er wird heute jedoch nicht als Leader zur zweiten Etappe antreten können – er wurde gestern im Spital von Kattowitz ins künstliche Koma versetzt. Wie das Team Quick Step in der Nacht auf Donnerstag bekannt gab, seien bei ersten Untersuchungen keine Verletzungen im Gehirn oder an der Wirbelsäule festgestellt worden.
«Ich weiss nicht, ob ich schon einmal einen so fürchterlichen Unfall gesehen habe», liess Lance Armstrong verlauten. Die gefallene Rad-Ikone aus den USA merkte an, er kenne diesen Sport nun doch schon eine ganze Weile. «Gedanken und Gebete für Fabio. Halte durch, Kumpel!»
Ein halbes Dutzend Fahrer zog sich durch Hochgeschwindigkeits-Stürze Verletzungen zu. Der aufstrebende Star Remco Evenepoel machte aus seinem Ärger keinen Hehl. Groenewegen gehöre für dieses «Foul» lebenslänglich gesperrt, twitterte der junge Belgier. Kurze Zeit nach seinem Gefühlsausbruch löschte er den Tweet wieder. Evenepoel ist ein Teamkollege von Jakobsen.
Groenewegen droht eine empfindliche Strafe. «Die UCI verurteilt das gefährliche Verhalten von Dylan Groenewegen, der Fabio Jakobsen einige Meter vor dem Ziel in die Bande beförderte und einen Massensturz verursachte, auf das Schärfste», teilte die UCI mit. Groenewegen sei von der Jury disqualifiziert und von der Rundfahrt ausgeschlossen worden. Jakobsens Teamchef Patrick Lefevere bezeichnete Groenewegens Verhalten als kriminell.
Schon kurz zuvor hatte sich ein Fahrer der Equipe Deceuninck-Quick-Step bei einem Sturz verletzt. Der Belgier Yves Lampaert brach sich bei Mailand–Turin, das vom Franzosen Arnaud Démare gewonnen wurde, das linke Schlüsselbein.
Kritik gab es nach dem Sturz in Kattowitz nicht nur an die Adresse von Groenewegen, sondern auch an jene der Veranstalter. «Jedes Jahr der gleiche dämliche Abfahrts-Sprint», ärgerte sich der deutsche Routinier Simon Geschke. Massensprints seien ohnehin gefährlich genug, man müsse die Gefahr nicht noch zusätzlich erhöhen durch eine Routenwahl, auf der die Fahrer 80 km/h erreichen.
Zu Beginn der Etappe hatte das Fahrerfeld Bjorg Lambrecht gedacht. Der Belgier war heute vor einem Jahr bei einem Sturz an der Polen-Rundfahrt tödlich verunglückt. Lambrecht wurde nur 22 Jahre alt.
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