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Obwohl Tuberkulose (TB) vermeidbar und heilbar ist, gehört sie zu den tödlichsten Infektionskrankheiten der Welt und hat 2020 1,5 Millionen Menschen getötet – mehr als HIV/AIDS und Malaria zusammen. Die zunehmende arzneimittelresistente Tuberkulose (AMR TB) verschärft diese Herausforderung und ist inzwischen für fast einen Drittel aller Todesfälle verantwortlich. Janssen, die pharmazeutische Unternehmenssparte von Johnson & Johnson, setzt sich für die Bekämpfung der Tuberkulose und der Antibiotika-Resistenzen ein, indem der Zugang zur Behandlung und die Diagnose verbessert sowie die Forschung beschleunigt wird.
Im Gespräch mit Dr. med. Mindaugas Plieskis, Medical Affairs Director Janssen Schweiz:
Die arzneimittelresistente Tuberkulose stellt eine der Hauptursachen für die durch AMR verursachte Sterblichkeit dar und ist weltweit schätzungsweise für einen Drittel aller AMR-bedingten Todesfälle verantwortlich. Wie wirkt Janssen dieser Bedrohung entgegen?
Janssen setzt sich seit langem für die Entwicklung und den verantwortungsvollen Einsatz innovativer Behandlungen ein, um die wachsende Bedrohung durch AMR an mehreren Fronten zu bekämpfen. 2012 haben wir das erste neuartige Tuberkulosemedikament seit fast einem halben Jahrhundert auf den Markt gebracht, das eine neue Möglichkeit zur Behandlung der multiresistenten TB (MDR-TB) bietet.1 Seitdem arbeiten wir mit Partnern zusammen, um sicherzustellen, dass unser MDR-TB-Medikament für bedürftige Patientinnen und Patienten verfügbar und erschwinglich ist. Wir unterstützen dabei spezifisch Länder mit hoher TB-Belastung mit dem Ziel, die Diagnosekapazitäten zu verbessern, das Gesundheitspersonal zu schulen und einen angemessenen Einsatz unseres Medikamentes zu gewährleisten. Alle diese Massnahmen zielen darauf ab, die Entstehung von Resistenzen zu verhindern.
Johnson & Johnson hat zudem zusammen mit weiteren, führenden Pharmaunternehmen den «AMR Action Fund» gegründet. Zusammen mit mehr als 20 Pharmaunternehmen wurde fast 1 Milliarde US-Dollar in diesen Fund investiert. Ziel dieses Funds ist es, den Patientinnen und Patienten bis zum Ende des nächsten Jahrzehnts zwei bis vier neue Antibiotika zur Verfügung zu stellen. Dies ist das grösste kollektive Projekt, das jemals zur Bekämpfung der Antibiotikaresistenz ins Leben gerufen wurde. Wir sind der Überzeugung, dass unsere Branche gemeinsam weitaus mehr bewirken kann als ein einzelnes Unternehmen, und wir sind stolz darauf, gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen dieser Bedrohung entgegenzutreten.
Weshalb sind Antibiotika Resistenzen (AMR) eine derart grosse Bedrohung?
Die WHO hat die Antibiotikaresistenzen zu einer der grössten globalen Gesundheitsbedrohungen für die Menschheit erklärt.2 AMR haben das Potenzial, Krankheiten, die heute relativ gut zu behandeln sind, praktisch unheilbar zu machen. Dieses Problem bedroht Industrie- und Entwicklungsländer gleichermassen und könnte die globale Gesundheitsherausforderung, mit der die Welt derzeit durch COVID-19 konfrontiert ist, deutlich in den Schatten stellen.
Antibiotikaresistenzen könnten bis 2050 weltweit die häufigste Todesursache werden. Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich 10 Mio. Menschen daran sterben könnten – mehr Todesfälle als heute durch Krebs und Diabetes zusammen!
Inwiefern verschärft die globale COVID-19 Pandemie die Situation?
Weltweit sind 1,7 Milliarden Menschen mit dem TB-Bakterium infiziert, und jedes Jahr treten etwa 10 Millionen neue Fälle von aktiver TB auf3.
Der zusätzliche Druck durch die COVID-19-Pandemie auf die Gesundheitssysteme verschlimmert die Situation dramatisch: so wurden im Jahr 2020 1,3 Millionen Menschen weniger mit TB diagnostiziert gegenüber 20191.
Da COVID-19 die oftmals bereits fragilen Systeme für die TB-Behandlung und -Pflege auf der ganzen Welt unterbricht, könnten gemäss Modellstudien bis 2025 weitere 6,3 Millionen TB-Fälle und 1,4 Millionen TB-Tote dazu kommen.4 Der kontinuierliche Anstieg der Arzneimittelresistenz verschärft diese Herausforderung. Fast die Hälfte der weltweiten MDR-TB-Fälle tritt in drei Ländern auf: Indien, China und Russland3.
Gemäss den UN Sustainable Development Goals sollen die Tuberkulose-Todesfälle bis 2030 um 90 % reduziert werden. Dazu sind weitere Innovationen erforderlich, sowohl bei der Behandlung als auch bei der Bereitstellung von Pflege. Ein zentraler Aspekt dabei wird sein, eine hochwertige Tuberkuloseversorgung näher an die Wohnorte der Patientinnen und Patienten zu bringen, insbesondere weil die COVID-19 Pandemie die Kontinuität der Versorgung weltweit unterbricht.
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