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Welches Gewicht man bei YB zu Saisonbeginn dem Europacup beimisst, wurde deutlich, als die Berner die Swiss Football League ersuchten, das Super-League-Heimspiel vom letzten Wochenende gegen Lugano zu verschieben. Die Berner wollten den wichtigen Match in Ruhe vorbereiten und sich nach den vielen englischen Wochen etwas ausruhen. Die SFL willigte ein, denn eine Mannschaft in der Königsklasse stellen zu können ist für den Schweizer Profifussball von übergeordnetem Interesse.
Es geht im Besonderen auch darum, dass Basel und YB im Europacup möglichst viele Punkte holen und den Koeffizienten der Super League im UEFA-Nationenranking verbessern. In dieser Live-Wertung der UEFA hat sich die Schweiz dank den Leistungen Basels und der Young Boys in den bisherigen Qualifikationsspielen - Servette steuerte einen weiteren Sieg bei - vom 17. auf den 14. Platz verbessert. In dem Stil sollte es weitergehen.
Sollte YB tatsächlich dank dem freiwilligen Entgegenkommen der SFL in die Champions League kommen, könnte diese Unterstützung in gewisser Weise kontraproduktiv sein. Denn in der Champions League sind Punkte naturgemäss schwieriger dazuzugewinnen als in der Europa League, für die YB jetzt bereits qualifiziert wäre. Für den Klub selber allerdings ist es ein beträchtlicher wirtschaftlicher Unterschied. Allein die Teilnahme an der Königsklasse bringt ein Preisgeld von über 16 Millionen Franken ein. Pro Sieg kommen weitere 2,9 Millionen Franken hinzu, pro Unentschieden fast eine Million. Wer die Achtelfinals erreicht, bringt es auf jeden Fall auf weit über 30 Millionen Franken. In der Europa League dagegen gibt es beispielsweise für die Qualifikation für die Gruppenphase «nur» 3,8 Millionen Franken.
Ein günstigeres 3:2
Die Young Boys starten mit einem 3:2-Vorsprung in die zweiten 90 Minuten der Auseinandersetzung mit dem ungarischen Rekordmeister und aktuellen Serienmeister Ferencvaros. Nach dem alten Verfahren, bei dem die auswärts erzielten Tore stärker gewichtet wurden als die Tore in den Heimspielen, wäre das 3:2 für YB keine sehr günstige Vorgabe gewesen. Jetzt ist es im Prinzip nichts anderes als ein Ein-Tore-Vorsprung bei Halbzeit.
Als sie sich im Herbst 2018 unter dem damals neuen Trainer Gerardo Seoane erstmals in den Playoffs durchsetzten, erreichten die Young Boys im Hinspiel gegen Dinamo Zagreb zuhause nur ein 1:1. In Zagreb jedoch siegten sie 2:1.
Keine Reserven in der Verteidigung
Für das Spiel bei Ferencvaros haben die Young Boys für die Besetzung der Abwehr kaum noch personelle Reserven. Silvan Hefti ist nach der im Hinspiel im Wankdorf eingefangenen Roten Karte gesperrt. Captain Fabian Lustenberger fällt noch länger aus, und Jordan Lefort ist derzeit ebenfalls verletzt. Wenn alle Stricke reissen, könnte Trainer David Wagner erneut den offensiven Trumpf Christian Fassnacht auf die rechte Abwehrseite setzen, wie er es nach Heftis Platzverweis schon im Hinspiel mit grossem Erfolg gemacht hat. Ein Mann für die Innenverteidigung wäre Sandro Lauper, falls er nach seiner Verletzung bereits wieder einsatzfähig ist.
Die möglichen Aufstellungen
Ferencvaros Budapest - Young Boys
Dienstag, 21.00 Uhr. - SR Karassew (RUS).
Ferencvaros Budapest: Dibusz; Wingo, Blazic, Kovacevic, Botka; Laidouni, Zachariassen, Somalia; Uzuni, Boli, Subkow.
Young Boys: Von Ballmoos; Maceiras, Zesiger, Camara, Garcia; Fassnacht, Sierro, Aebischer, Moumi Ngamaleu; Elia, Siebatcheu.
Bemerkungen: Ferencvaros Budapest ohne Charatin (gesperrt), Siger, Nguen und Dwali (alle verletzt). Young Boys ohne Hefti (gesperrt), Lustenberger, Nsame, Lefort, Petignat und Monteiro (alle verletzt).