Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03525.jsonl.gz/690

Mission 21 - Evangelisches Missionswerk
Kontakt
Mission 21, Evangelisches Missionswerk Basel
Missionsstrasse 21, Postfach, 4009 Basel.
Telefon 061 260 21 20.
www.mission-21.org
Geschichte
Die Basler Mission wurde 1815 als dritte deutschsprachige Missionsgesellschaft gegründet. Impulse dazu gab der Pietismus und die Tatsache, dass Basel eine wichtige Handelsstadt war. Das Seminar in Basel wurde ursprünglich mit der Absicht gegründet, Missionare auszubilden, die dann in Übersee für andere Organisationen arbeiten sollten. Das Missionskomitee in Basel begann aber bald, ein eigenes Missionswerk zu planen (Kaukasus, Westafrika, China). 1828 erfolgte die Aussendung einer ersten Gruppe von Missionaren an die Goldküste.
Durch die Folgen des ersten Weltkrieges fiel die Basler Mission in eine Zeit der Krise. Erst zehn Jahre nach dem Krieg wurde es der Basler Mission gestattet, die Arbeit in den unter englischer Kontrolle stehenden Ländern wieder aufzunehmen. Mit dem Jahre 1933 begann eine neue Zeit von schweren Krisen, als Hitler mit seiner Partei die Macht in Deutschland an sich riss. Die neue Regierung machte es sehr schwierig, Geld aus Deutschland ins Ausland für die Mission zu überweisen. Davon wurde die Basler Mission ganz direkt betroffen. 1928 und 1938 nahm die Basler Mission an den Konferenzen für Weltmission teil und festigte so ihre Beziehungen zur ökumenischen Bewegung. Mit der wirtschaftlichen Erholung Westeuropas nach 1950 konnte auch die Basler Mission wieder anfangen zu wachsen (1960: etwas weniger als 400 Mitarbeiter in Übersee). Die Basler Mission änderte ihre Politik in eine praktische Anwendung des Prinzips der Partnerschaft. Die Drittweltkirchen wurden so unabhängig von der Basler Mission. Zur Idee der Partnerschaft gehört auch die Erkenntnis, dass einheimisches Christentum aus einem Dialog zwischen dem Evangelium und der einheimischen Kultur heranwachsen muss; so soll jede Kirche in der Dritten Welt ihre eigene Identität haben und ihre Arbeit anders ausrichten, als es die Pioniermissionare getan hatten.
Die Basler Mission hat zur Gründung der KEM (Kooperation Evangelischer Kirchen und Missionen in der Schweiz) sowie zur Gründung der EMS (Evangelisches Missionswerk in Südwestdeutschland) geführt. Die Basler Mission hat beiden Organisationen die Verantwortung für wichtige Aufgaben wie Publikationen und ganze Öffentlichkeitsarbeit übertragen.
Heute ist das Missionshaus der Basler Mission ein Dienstleistungs- und Tagungszentrum, wo unter anderem noch Vorbereitungskurse für die Einsätze in Übersee stattfinden.
Rund 60 MitarbeiterInnen im Missionshaus Basel, ca. 70 Mitarbeiterinnen in Afrika, Asien, Lateinamerika.
Lehre und Ziele
Die Basler Mission versteht sich als Werk einer Gemeinschaft von Menschen, für welche die Liebe Gottes in der Gestalt von Jesus Christus offenbar geworden ist. Sie sieht es als ihren Auftrag an, das Wort von dieser Liebe zu leben und weiterzusagen. In Christus sehen sie den Grund das Ziel ihrer Sendung.
In der Basler Mission finden sich Menschen zusammen, die das Evangelium unter Menschen verkündigen wollen, die es nicht kennen, die für ökumenische Vielfalt in der Zusammenarbeit eintreten, die Wortverkündigung mit sozialem Engagement verbinden, die sich für den Dialog mit Menschen andererer Religionen als Teil einer ganzhheitlichen Verkündigung einsetzen, die im Bewusstsein ihrer gesellschaftlichen Verpflichtung für Friden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung arbeiten, die sich für gleiche Chancen und Rechte aller Menschen in- und ausserhalb der Kirchen, insbesondere der Frauen und der Kinder, einsetzen.
Zusammenarbeit
Mission 21 arbeitet weltweit mit rund 70 Partnerkirchen zusammen. Lokal ist die Basler Mission mit dem ökumenischen Rat verbunden und arbeitet nach dessen Richtlinien. Weiterhin arbeitet sie eng mit der reformierten, lutherischen und unierten Kirche zusammen. Kontakte bestehen aber auch zur römisch-katholischen Kirche (Missionsgesellschaft Bethlehem in Immensee).
Organisation, Finanzen
Die Mission 21 ist als Verein organisiert, dessen oberstes Organ die Abgeordnetenversammlung ist. Der Vorstand bildet die Exekutive. Die Basler Mission ist Mitglied der KEM. Die Mitglieder der Basler Mission sind Kirchen und Organisationen (reformierte Kantonalkirchen der Deutschweiz, das département missionaire der Westschweiz, die lutherischen und evangelischen Kirchen in Elsass-Lothringen sowie von Oesterreich, Ungarn, Kroatien und Serbien).
Der deutsche Zweig der Basler Mission hat seinen Sitz in Stuttgart.
Eine Abteilung der Basler Mission kümmert sich speziell um Frauenfragen (Referat für Frauenarbeit). Sie ist besorgt um die pariätische Vertretung von Männer und Frauen in allen Organen und Delegationen, sie organisirt Frauenkonferenzen, kümmert sich um die Frauenförderung in Übersee zusammen mit den dortigen Partnerkirchen und engagiert sich in der der Bewusstseinsbildung.
Die Basler Mission unterhält Projekte in Kamerun, Nigeria, Sudan, Kongo-Zaire, Ghana, Malaysia, Indien, Indonesien, Hongkong, Taiwan, Peru, Bolivien, Chile, Ecuador.
Bilanzsumme Fr. 15,9 Mio. (Stand 1995), offene Jahresrechnung. Einnahmen/Ausgaben p.a. zwischen Fr. 12,5 und 13 Mio. . Die Arbeit der Basler Mission wird vollumfänglich aus Spenden finanziert. Spender sind hauptsächlich Kirchgemeinden (Erträge aus Kollekten und Bazaren) und Kollektenverein "Brot für Alle" und andere institutionelle Geber in der Schweiz, Südwestdeutschland und Frankreich.
70% des Geldes fliesst in die Projekte in Übersee, die restlichen 30% wird für die Mission in Europa (Motivations- und Bildungsarbeit) eingesetzt.
Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit
Das Haus an der Missionsstr. 21 ist ein Dienstleistungszentrum. Darin untergebracht ist die Administration der Basler Mission und der KEM, ein Foto- und Tonstudio für eigene Produktionen, Tagungsräume, Gästezimmer, eine kleine Kapelle sowie ein Laden, der Kunsthandwerk aus Übersee verkauft.
In einem kleineren neu erbautem Gebäude ist die Kantine mit Cafeteria für Mitarbeiter und Gäste untergebracht. Das Ganze wird umschlossen von einem grossen Garten, wo Gemüse und Blumen für den Eigenbedarf sowie für den Verkauf an die Nachbarschaft gezogen werden.
Mission 21 führt Projekte und Kampagnen in den Bereichen Armutsbekämpfung, Bildungsarbeit, Gesundheitsförderung, Friedensarbeit und Frauenförderung durch. Ebenso werden im Rahmen der Bildungsarbeit Seminare, Tagungskurse und Informationsveranstaltungen angeboten. Darüber hinaus gibt es Stellenvermittlungen für Berufsleute in Übersee (zusammen mit KEM).
Räumlichkeiten für externe Gruppen (z.B. Konfirmandengruppen) und ein Gästehaus, sowie weitere Gästezimmer im Missionshaus, sind für Leute aus Übersee vorhanden.
Diakonische Einsätze finden in Übersee zusammen mit den dort ansässigen Partnerkirchen statt.
Die Öffentlichkeitsarbeit erfolgt über die KEM. Weiterhin erscheinen Publikationen in Zeitschriften und im Radio.
Alljährlich findet das Missionsfest in Basel statt, wo auf die Anliegen der Basler Mission aufmerksam gemacht wird.
Literatur, Zeitschrift
Haas, Waltrauth C.: Erlitten und erstritten. Der Befreiungsweg von Frauen in der Basler Mission. Basilea-Verlag 1994
Paul Jenkins: Kurze Geschichte der Basler Mission. Texte und Dokumente Nr.11, Mai 1989. Hrsg. Basler Mission.