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RATGEBER ERNÄHRUNG
Autor: Corinne Spahr
Folsäure in der Schwangerschaft: Wozu?
Stimmt es, dass ich vor der Schwangerschaft zusätzlich Folsäure einnehmen sollte? C. E.
Ja, das stimmt. Der Grund ist, dass Spina bidia oder ein so genannte «offener Rücken» und andere schwere Fehlbildungen durch die frühzeitige Einnahme von Folsäure verhindert werden können.
In der Schweiz erleiden jährlich etwa 50 bis 60 Kinder schon in den ersten Wochen der Schwangerschaft diese folgenschwere Fehlbildung aufgrund einer ungenügenden Folsäurezufuhr vor der Schwangerschaft. Die Empfehlung, dass jede Frau, die schwanger werden möchte oder könnte, täglich Folsäure-Tabletten in einer Dosierung von 0,4 mg einnehmen sollte, wird in der Schweiz von höchstens 40 Prozent der Frauen befolgt.
Wird diese zusätzliche Supplementation vor und während der ersten 12 Wochen der Schwangerschaft eingenommen, verringert sich das Risiko des Kindes für Neuraldefekte wie z. B. Lippen-Gaumenspalten oder Herzfehler. Bei jedem Kind besteht eine Gefahr von Neuraldefekten.
Eine Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten usw., d. h. mit Lebensmitteln, die reich an Folsäure sind, genügt in diesem Falle nicht für die Prophylaxe von Neuraldefekten.
Das soll nicht missverstanden werden, denn eine ausgewogene Ernährung in der Schwangerschaft und Stillzeit ist für die Gesundheit von Mutter und die Entwicklung des Kindes besonders wichtig und dient als wichtige Grundlage.
Das Bundesamt für Gesundheit hat eine Broschüre und ein Faltblatt zum Thema Folsäure und Neuraldefekte herausgegeben. Diese Informationen können unter www.bag.ademin.ch/themen heruntergeladen werden. (Quelle: Bundesamt für Gesundheit Bulletin 7, Lebensmittelsicherheit vom 9.2.2009).
Corinne Spahr ist diplomierte Ernährungsberaterin mit einer eigenen Praxis im Zentrum für Ernährungsberatung und Bewegung in Bern. Sie wohnt in Überstorf. <email-pii>