Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03340.jsonl.gz/1862

Es ist Nacht, Sie sind müde, Sie müssen Ihre gottverdammte Kolumne schreiben. Was haben Sie zur Verfügung? In der letzten, niederschmetternden Folge wurde festgestellt: Auf gute Ideen können Sie lang warten. Sie haben vielleicht vier pro Jahr. Ihr Privatleben liefert nicht genug Stoff. Es langweilt. Vergessen Sie Ihre Meinungen. Diese sind grössten Teils einfach Haare, […]Mehr davon!
In der letzten Folge ging es darum, warum Kolumnen oft eine üble Sache sind. Sie sourcen out, was das Kerngeschäft jeder Zeitung sein sollte: Mut, Witz, Frechheit, Wärme, Stil. Diesmal geht es um etwas anderes: Warum Sie hier nicht ausreichen, eine Kolumne zu schreiben. Ökonomie der Kolumne Das Schönste an einer Kolumne ist, dass sie […]Mehr davon!
Wäre ich klüger gewesen, hätte ich schon zu Anfang des Bewerbungsgesprächs gewusst, dass das Spiel verloren war. Fast die Hälfte der zuständigen Kommission war nicht gekommen. Aber auch so wurde mir nach fünf Minuten klar, dass eher der Aktenschrank hinter mir von der WoZ eingestellt würde als ich. Die drei Kommissionsmitglieder starrten direkt durch mich hindurch auf den Schrank. […]Mehr davon!
In der letzten Folge stand in diesem Blog eine harte Attacke gegen den Dreispalter. Also den mittellangen Nachrichtentext. Der Vorwurf war: Diese Form gelingt fast nie. Das in Gegensatz zu einer eng verwandten Textsorte: dem täglichen Portrait. Dieses ist gleich lang wie der Dreispalter. Und braucht gleich viel Arbeit: ein Tageswerk. Nur verlässt der Journalist […]Mehr davon!
Eine der scheusslichsten Erfindungen der Menschheit heisst das Ungemach. Das Ungemach basierte auf einer sehr einfachen Idee. Es war in mittelalterlichen Kerkern eine Zelle von speziellem Ausmass: etwa so gross wie ein schlecht gezimmerter Sarg. Nicht lang genug, um ausgestreckt zu liegen, und zu niedrig zum Stehen. Wer dort eingesperrt war, konnte nur kauern. Oft […]Mehr davon!
Es gibt, gerade in den besten Zeitungen, tadellos geschriebene Texte, die einen völlig kalt lassen. Man liest sie mit Respekt, aber als wäre eine Plexiglasscheibe dazwischen. Das Problem dahinter ist dann fast immer das gleiche: Das Tempo variiert nicht. Satz für Satz, Absatz für Absatz arbeitet sich der Text gleich sorgfältig vor. Das liest sich ermüdend […]Mehr davon!
Beim nachfolgenden Rezept handelt sich um die erfolgreichste Produktelinie, die ich betreibe: die mit dem meisten Echo. Aber auch die, die am meisten Spass gemacht hat. Denn, trotz einigem Aufwand, gelingt das Produkt fast immer. Allzu scharf bin ich zwar nicht auf Konkurrenz. Aber wenn man schon einmal die Karten auf den Tisch legt, dann […]Mehr davon!
Hier ein kleiner Trick, auf den ich stolz bin. Denn ich hatte dabei eine Idee. Und das passiert mir selten. Die Lage war die die: Jemand hatte gehört, dass bei einer Vermögensverwaltung angeblich eine Hausdurchsuchung stattgefunden hatte. Und dieser Jemand hatte auch gewusst, warum. Weil über eine Unterfirma betrügerische Aktienkäufe in Japan stattgefunden haben sollten. […]Mehr davon!
Journalismus ist ein harter Job. Deshalb folgt hier für einmal ein freundliches Kapitel. Mit etwas Trost für drei unausweichliche Übel dieses Berufs: das Schreiben, das Geld und das öffentliche Versagen. Das erste Übel: Schreiben. Ernsthaftes Schreiben bedeutet nichts als: immer wieder Scheitern. Das Zweitscheussliche daran ist die Einsamkeit in den Trümmern. Keiner sonst ist schuld, wenn […]Mehr davon!
Etwas, was den Journalismus für einige Leute anziehend und für andere instinktiv anrüchig macht, ist seine Doppelnatur. Wo immer man in diesem Beruf hinschaut, es findet sich Zwielicht. Etwa, dass seine Ware halb Waffe, halb Waffel ist: Information, Wahrheit und Kritik als Unterhaltung. Oder dass sein Personal Neugier und Routine gleichermassen beherrschen muss, also zwischen […]Mehr davon!