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Noch mehr Sorgen für die leidgeprüfte 'Christian Coalition'Die kürzliche Nachricht vom Verlust des Status der provisorischen Steuerbefreiung für die 'Christian Coalition' erfolgte nach unserem Bericht über das übereilt einberufene "notfallmässige Treffen zur Restrukturierung" im März. In der Folge des 11.Treffens im März kündigte Pat Robertson eine Kampagne zur Sammlung von 21 Millionen Dollars an. Wie nun bekannt wurde, wussten die Führer der 'Coalition' bereits was auf sie zukam und bereiteten sich auf das Schlimmste vor.
Im Juni verlor die Christian Coalition ihren langen Kampf mit dem 'Internal Revenue Service' (IRS) um den Status der Steuerbefreiung zu bekommen. Das geschah als Folge der parteipolitischen Aktivitäten der Coalition. Der 'Freedom Writer' berichtete oft über diese Aktivitäten. Das Institut überreichte dem IRS und der 'Federal Election Commission' auch Dokumentationen über die parteipolitischen Aktivitäten der Coalition.
Nun teilte sich die 'Christian Coalition' in zwei Zweige. Ein Zweig nennt sich 'Christian Coalition of America' und hat den Status der Steuerbefreiung von der 'Christian Coalition of Texas' übernommen. Dieser Zweig will mit seinem "Bildungsprogramm für Wähler" fortfahren. Der andere Zweig, 'Christian Coalition International', will sich in direkten politischen Aktivitäten engagieren und wird nicht steuerbefreit sein.
Die 'New York Times' berichtete am 2. August 1999 in einem Artikel, dass die 'Christian Coalition' nie so gross war wie ihre Führer angaben, eine weitere Tatsache, über die der 'Freedom Writer' zuvor berichtete. Beispielsweise im April 1994 berichteten wir über ein Seminar an der "Road to Victory" Konferenz im vorhergehenden September.
Das Seminar wurde von Max C. Karrer M.D. geleitet. Dr. Karrer ist der Koordinator für Nord Florida der 'Christian Coalition' von Florida. Er sitzt auch im Führungsgremium der 'Republican Party' von Duvall County in Florida.
In seinen Ausführungen zum "Einsatz von Computern an der politischen Basis" sagte Dr. Karrer, dass "jeder Kandidat, hinter dem wir standen, gewann". Er erklärte, dass die 'Coalition' ihre Adresslisten nicht legal an von ihr unterstützte Kandidaten weitergeben konnte und darum ihre Listen für fünf Dollars verkaufte.
"Politiker in unserem Sektor denken, wir hätten eine grössere Basis von Wählern. Aber wir wollen diese Auffassung nicht verändern, wir sagen es ihnen nicht. Sie kommen nun zu uns. Wenn sich jemand als Kandidat aufstellen lassen will, kommen sie zur 'Cristian Coalition'; sie wollen mit uns sprechen. Das gibt ihnen - nicht nur für die Wahlen - das gibt ihnen eine gewaltige Macht zur Einflussnahme auf die Mitglieder der Legislativen, weil sie annehmen, sie hätten diesen riesig·n Block von Wählern, den sie beeinflussen können - obwohl sie dies nicht ohne weiteres können."
Die 'Christian Coalition' erzielte am 2. August einen kleinen Sieg, als ein Bundesrichter in einem Verfahren die meisten der Vorwürfe der 'Federal Election Commission' gegen die Gruppe zurückwies. Die Beanspruchung der Redefreiheit zur Verteidigung überzeugte den Richter Joyce Hens Green des Bundeskreisgerichts in Washington DC, dass ihre Aktivitäten, dem ehemaligen Präsidenten George Bush und Senator Jesse Helms Hilfe zu leisten, legal waren.
Der Richter entschied jedoch, dass die 'Christian Coalition' die FEC Regeln verletzte als sie die Wahl des Republikaners Newt Gingrich als Sprecher des Parlaments 1994 unterstützten. Die 'Coalition' hatte ihre Mitgliederadressen irreführend mit Oliver North in seiner Senatskampagne 1994 gemeinsam benutzt. Als Ergebnis davon muss die 'Coalition' eine zivile Geldstrafe zahlen, die durch die FEC festgesetzt wird.
Im vergangenen Jahr haben die meisten führenden Köpfe die 'Christian Coalition' verlassen und überliessen die Kontrolle gänzlich Pat Robertson. Robertson spendete 1 Million Dollars aus seinem eigenen Vermögen um die Weiterexistenz der Gruppe zu sichern. Dennoch besagen Berichte, dass die Gruppe immer noch mit 2.5 Millionen Dollars verschuldet ist.
1998 behauptete die 'Christian Coalition', durch ihr Netz von Kirchen 40 Millionen Ratgeber für die Wähler verteilt zu haben. Der ehemalige nationale Felddirektor der Gruppe, Dave Welch, erzählte jedoch der New York Times: "Wir verteilten nie 40 Millionen Ratgeber. Diese landeten nach den Wahlen stapelweise im Altpapier."
Andererseits hat die 'Oklahoma Christian Coalition' vor, sich entsprechend der nationalen Organisation in zwei Gruppen zu teilen. In Florida trat John Dowless, der leitende Direktor der 'Christian Coalition' von Florida, als Direktor der Steve Forbes Kampagne in Florida zurück. Dowless gab zu, dass er aufgrund des Versagens der 'Christian Coalition' beim Aufstellen ihres Programms in Florida aufgab.
Ein grosses Problem erwuchs der 'Christian Coalition' von Iowa, als ihr Führer Ende Juli die Forbes Kampagne beschuldigte, sie habe versucht, für die Probewahl im August Wähler anzuheuern. Die Vorsitzende des Staates, Bobbie Gobel, behauptete, dass Steve Forbes Leuten für das Wählen von im an der Probewahl einen Tagesverdienst zahlen wollte. Gobel führt eine Des Moynes Arbeitsvermittlungsagentur. Sie sagte, dass letzten Februar ein Vertreter der Forbes Kampagne sie im Büro anrief um 500 Temporärarbeiter zur Aufbesserung der Wahl anzustellen. Sie sagte, dass sie die Anfrage zurückwies.
Die Forbes Kampagne wies die Beschuldigungen umgehend zurück. Die neuorganisierte nationale Gruppe, 'Christian Coalition of America', versuchte die Auseinandersetzung zu beschwichtigen, aber Gobel beharrte auf ihrer Aussage. Schliesslich entliess die nationale Organisation Gobel und ihren Vorstand, die verweigerten jedoch den Rücktritt.
"Bobbie Gobels geht nicht. Ich wende meinem Vorstand oder den Leuten von Iowa nicht den Rücken", meinte Gobel.
Die 'Christian Coalition of America' bestimmte Ione Dilley, den ehemaligen Direktor des Iowa Chapter, als Chef bis ein neuer Führer gefunden wird. Dementgegen hält der Vorstand der 'Iowa Christian Coalition' fest, eine eigenständige Körperschaft in Iowa zu sein, die nicht auf Befehle aus Virginia angewiesen ist. Als Auswirkung davon existieren nun zwei 'Christian Coalitions' in Iowa.
Von einer Vielzahl von Problemen heimgesucht muss die Zukunft der 'Christian Coalition' bezweifelt werden. Beobachter unterstreichen, dass die 'Christian Coalition' nie eine Mehrheit von Christen repräsentierte. Nach Skipp Porteous scheint "die 'Christian Coalition' nur zur Förderung der persönlichen politischen Plänen Pat Robertsons zu existieren. Anscheinend hat er seine Niederlage bei der Präsidentenwahl von 1988 nie überwunden".
© 1999 Institute for First Amendment Studies, Inc.