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schweizerische Industrialisierung
Während in den Anfängen der schweizerischen Industrialisierung, die Herstellung von Uhren im Westen des Landes und die Verarbeitung von Textilien in der Zentral- und Ostschweiz zwei Schwerpunkte bildeten, vollzog sich in den 1830er und 1840er Jahren ein Wandel.
Mit der zunehmenden Mechanisierung der Textilindustrie entwickelte sich ein ganz neuer Gewerbezweig: Die Maschinenindustrie. Mit der zunehmenden Nutzung der Dampfkraft in den Schweizer Fabriken, wurde die Maschinenindustrie immer wichtiger und begann die Textilindustrie von ihrem vorherrschenden Platz zu verdrängen und bildete bald das Rückgrat der schweizerischen und vor allem der Zürcher Wirtschaft.
Die zürcherische Arbeiterschaft lebte um 1860 noch unter sehr bescheidenen Umständen. Das Los der Fabrikarbeiter auf den unteren Lohnstufen war mit viel Entbehrung und Sorgen verknüpft. Die Aufgabe, für die Arbeiter zu sorgen, war mehr oder minder dem Ermessen des Arbeitgebers überlassen. Aber auch früh zeigten sich erste Ansätze zu Sozialmassnahmen, die im Lichte der damaligen Zeit nicht selbstverständlich waren. Jedoch fehlte es diesen sozialen Hilfsmassnahmen an Allgemeinverbindlichkeit.
Es gab verschiedene Bemühungen, die Lebensumstände der Arbeiter zu verbessern, wie zum Beispiel Kranken- und Sparkassen, die im Krankheitsfall eines Arbeiters die Kosten der Spitalpflege übernahmen oder auch die Invalidenkasse der Spinnerei- und Webereibesitzer. Der wichtigste direkte Beitrag der Unternehmer für das soziale und moralische Wohl ihrer Arbeiter bestand jedoch in der Schaffung gesunder, sauberer und billiger Arbeiterwohnungen.
Genau darin bestand der Zweck der 1861 gegründeten Aktiengesellschaft. Zum Zeitpunkt der Gründung, herrschte allgemein in Zürich eine grosse Bautätigkeit, so dass der Erwerb eines geeigneten Grundstücks nicht ganz einfach war. Dennoch wurde man fündig und konnte einen Streifen Land im Sihlfeld in der Grösse von rund 31‘000m² erwerben.
Anfänglich wurde ein Projekt ausgearbeitet, welches den Bau von vier Gebäudereihen parallel zur Landstrasse nach Baden vorsah. Hinter der zweiten Häuserreihe sollte ein grosser, mit Bäumen eingefasster Platz freigelassen werden. Rings um die freistehenden Häuser, die Luft und Licht ungehindert Zutritt verschaffen, waren Gärten geplant.
Die Liegenschaft sollte mehrere Mehrfamilienhäuser mit je zwei bis drei Haushaltungen umfassen.
Der Bau der «Aktienhäuser» erfolgte in drei Etappen. Man begann mit der ersten Häuserreihe unmittelbar an der Badenerstrasse, die aus vier Gebäuden bestand. Ostern 1862 konnten die ersten 40 Wohnungen bezogen werden. Die zweite Häuserreihe mit 24 Wohnungen wurde im September 1863 zur Vermietung frei gegeben. Die dritte und letzte Bauetappe konnte im Sommer 1864 abgeschlossen werden.
Im Inneren waren die Häuser einfach, aber sehr solide ausgestattet. Sie haben über hundert Jahre lang ihren Zweck erfüllt, der arbeitenden Bevölkerung Zürichs gute und preiswerte Wohnungen zu bieten.