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Die zweite Folge zu Peter Roths Komposition «Missa Gaia» beginnt mit dem Kyrie der Messe, dem Schuldbekenntnis. Ja, ohne dass wir uns eingestehen, dass wir für das ökologische Desaster von aussterbenden Arten bis Klimawandel Verantwortung tragen, ist auch kein Bewusstseinswandel möglich. Dem darauffolgenden Sanctus liegt ein Text aus der Rede von Häuptling Seattle zugrunde: Als vor 200 Jahren die Weissen im Teilstaat Washington einem indigenen Stamm Boden abkaufen wollte, sagte er in seiner Rede vor dem Kongress: «Wie können wir etwas verkaufen, das uns selber nicht gehört?» Auch der Titel dieser Folge stammt aus dieser Rede: «Was ihr der Erde antut, das tut ihr euch selber an!» Und wie ein Refrain durchzieht seine Rede der Satz: «Jeder Teil dieser Erde ist heilig!»
Die Kräuterfrau Barbara Aebli und der ehemalige Lehrer Martin Rusch kommentieren in ihren Statements die gesungenen Texte von Kyrie und Sanctus. Sie erzählen uns auf eindrückliche Art und Weise, was die Texte, die sie im Chor singen mit ihrem Leben und Alltag zu tun haben. Und genau das ist es, was dem Chorprojekt St. Gallen seine Kraft und Ausstrahlung verleiht: Alle Sängerinnen und Sänger identifizieren sich mit dem, was sie singen. Erst dadurch aber wird Musik und Gesang wahrhaftig und existentiell!