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SNF-Projekt: Edition der Basler Papyrussammlung
Die Universitätsbibliothek in Basel ist im Besitz einer kleinen Papyrussammlung von rund 65 Papyri aus ptolemäischer, römischer sowie spätantiker Zeit in überwiegend griechischer, aber auch hieratischer, lateinischer und koptischer Sprache. Der Freiwillige Museumsverein der Stadt Basel erwarb die meisten Stücke im Jahre 1900 für die Universitätsbibliothek und machte damit Basel zur einzigen deutschsprachigen Universität der Schweiz, die heute im Besitz einer Sammlung griechischer Papyri ist.
Die Basler Papyrussammlung umfasst einige Papyri von erheblichem internationalem Interesse, wie beispielsweise den ältesten bekannten christlichen Privatbrief (P.Bas. 16), der in die Mitte des 3. Jhs. datiert, oder Abschriften in Rollen- und Kodexform von Homers Ilias. Zudem befinden sich in der Basler Sammlung die ersten abendländischen Gelehrten bekannt gewordenen Papyri (P.Bas. 1 A und P.Bas. 1 B+C). Letztere stammen vermutlich aus Italien und sind seit dem 16. Jahrhundert in Basel – 300 Jahre bevor die Kunde von Papyrusfunden in Ägypten nach Europa drang und die ersten Papyrussammlungen entstanden.
Der Großteil der Basler Papyri wurde noch nicht veröffentlicht. In einem vom Schweizer Nationalfonds geförderten Projekt wollen wir die Papyri nun edieren und übersetzen und auf internationale Datenbanken im open access sowie in Druckform mit allen Metadaten zugänglich machen. Des Weiteren finden regelmässig Papyrus-Workshops und Einführungen in die Papyrologie für Studierende der Basler Altertumswissenschaften statt. Im Frühjahr öffnet eine von den Projektmitarbeitern gestaltete Ausstellung zur Papyrologie in der Universitätsbibliothek Basel.