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1291 bis heute, 2019, das ist eine lange Zeit.
Dies im Vergleich zu den Ländern Europas, die im Vergleich zur Schweiz oft erst sehr kurze Zeit Bestand haben.
Wie alt ist die Schweiz?
1991 feierte die Schweiz ihr 800jähriges Bestehen, jetzt sind schon wieder einige Jahrzehnte dazugekommen.
Man muß dazu wissen, daß die Urschweiz 1291 beim Rütlischwur noch nicht so groß war.
Nach und nach kamen weitere Gebiete dazu, die sich der Schweiz anschlossen.
Wie die Schweiz wuchs
Die Eidgenossenschaft wuchs. Allerdings nicht, wie in Resteuropa bis vor Kurzem noch üblich durch Eroberungen und Kriege, sondern durch freiwillige Beitritte / Beitrittsanfragen.
Diese könnte es, wenn es in den Ländern der EU weiter so bergabgeht wie aktuell, möglicherweise bald wieder geben.
Würde Deutschland eine Volksabstimmung zulassen in Baden-Württemberg, so wäre die Wahrscheinlichkeit wohl groß, daß Baden-Württemberg bei der Schweizerischen Eidgenossenschaft Antrag auf Aufnahme stellen würde.
Der aktuelle heutige Nationalfeiertag ist auch ein Jubiläum. Genau 100 Jahre ist es her, daß die Schweiz fast noch einmal erneut gewachsen wäre durch ein Beitrittsgesuch.
Vor genau 100 Jahren: 1919 wollte Vorarlberg beitreten
So wie es schon das österreichische Bundesland Vorarlberg tat im Jahr 1919.
Über 81 Prozent wollten beitreten:
Es stimmten 47 727 abstimmende Bürger Vorarlbergs (81 %) für die Aufnahme von Anschlußverhandlungen mit der Schweiz, 11 378 (19 %) waren dagegen.
Damals bestand Skepsis seitens der Schweiz für die Aufnahme Vorarlbergs, weil Angst bestand, daß das Gleichgewicht zwischen Reformierten (hochdeutsch Evangelischen) und Katholiken durcheinander-geraten könnte.
Als Vorarlberg der Schweiz beitreten wollte, spielte eben die Religion noch eine größere Rolle.
Und während in Vorarberg abstimmt wurde für Anschlußverhandlungen an die Schweiz wurde innerhalb der Schweiz auch für eine Aufnahme des zuvor zu Österreich-Ungarn gehörenden Vorarberg geworben mit Plakaten:
Als schließlich die Siegermächte des 1. Weltkriegs mit dem Vertrag von Saint-Germain Vorarlberg in die neue Republik Deutschösterreich zwang, war das Vorhaben nicht mehr weiterverfolgbar.
Die Schweiz ist, was die EU werden will
Während heute die EU Druck zu machen versucht, daß die Schweiz beitritt, zeigt die Vergangenheit, daß es auch anders gehen kann.
Die Schweiz hat inzwischen offiziell das Beitrittsgesuch zurückgezogen.
Und es erfolgt eine Abstimmung mit den Füßen.
Immer mehr EU-Bürger flüchten aus der EU in die Schweiz.
Aus Spanien, Portugal, Frankreich, Deutschland und Italien vor allen Dingen. Also genau den EU-Ländern, die besonders obrigkeitsstaatlich und schlecht regiert sind gegenwärtig.
In der Schweiz leben unterschiedliche Mentalitäten, Nationalitäten, Sprachgebiete, Kulturgebiete ohne Zwang wie in der EU zusammen. Und dies funktioniert aufgrunddessen, daß man – anders als in der EU heute der Fall – sich möglichst weitgehend in Ruhe läßt und respektiert anstatt zu versuchen, alles zu vereinheitlichen, zu reglementieren und zu regulieren.
Man wird sehen, was die Geschichte in Zukunft noch alles bringt.
Gegenwärtig wird aktuell am 1. August erstmal ein weiteres Jahr des Bestehens der Eidgenossenschaft seit dem Rütli-Schwur und der „Gründung der Urschweiz“ gefeiert.
Es gibt viele Höhenfeuer auf den Gipfeln und Bergen. Und Feste in den Tälern und Gemeinden.
Sowie natürlich Feuerwerk.
Und natürlich wird auch grilliert (nicht gegrillt).
Daß grilliert wird und nicht gegrillt (hochdeutsch), ist nicht ganz unwichtig, das mußte jüngst Coop erfahren. Die Firma erfuhr einen sogenannten „Scheißsturm“ (ja so heißt ein „shitstorm“ auf Deusch übersetzt, klingt schon ganz anders in der Muttersprache als in Denglisch).
Und zwar gab es massenhaft Proteste gegen das Hochdeutsche. Gegen das Wort grillen anstatt grillieren.
Und auch der andere große Einzelhandelsriese der Schweiz, Migros, mußte es erfahren, daß man sich unbeliebt macht bei den Kunden, wenn man deutsche Werbeagenturen beauftragt, die dann vom Zürichersee anstatt vom Zürisee sprechen.
Oder die Migros ließ eine deutsche Werbeagentur einen Werbespot drehen und dort heißt es in der Aussprache nicht „Migroh“ sondern „Migros“ auf Hochdeutsch.
Beides gab Proteststürme der Kunden, hier ein damaliger Bericht aus dem „Blick“ zur Aussprache des Wortes Migros mit S anstatt ohne S:
So oder so sind zurzeit die Läden voll mit Schweizer Produkten traditioneller Art mit Schweizerkreuz, Edelweiß etc. etc.
Auch deutsche Discounter halten mit und machen es nicht anders als viele Schweizer Firmen, sie importieren.
Wer etwa beim Aldi (hier ein Foto von heute) einen „Original“-Appenzeller-Gürtel kauft anläßlich des 1. August 2019, der erhält ihn schon für 29 Franken.
Allerdings:
Wer die Verpackung, die schweizerisch 3sprachig beschriftet ist, genauer studiert, liest, daß der „Schweizer Gürtel“ in der Türkei hergestellt wurde (so wie viele Textilien, Taschen und Gürtel heute in der Türkei, in China oder Indien etc. hergestellt werden).
Generell ist es Einstellungssache und natürlich auch eine Frage der Finanzen, welche Produkte man bevorzugt.
Die Globalisierung kann durchaus auch Vorteile haben, so bringt sie doch in ärmere Länder auch Geld und Devisen und kurbelt dort die Wirtschaft an.
So kann man dies zumindest auch sehen.
Allerdings sollte man sich in punkto Umwelt und Langlebigkeit bzw. der so viel und viel gepriesenen Nachhaltigkeit bewußt sein, daß Billigprodukte nicht die gleiche Qualität haben können.
So kann man fest mit rechnen, daß auch die diesjährig im Aldi verkauften Appenzellergürtel hinsichtlich der Beschaffenheit ihrer Ornamente aus Metall nicht die gleiche Qualität haben (können) wie hochpreisigere Schweizer oder deutsche / österreichische ähnliche Produkte, deren Metallteile elektropoliert (vgl. hier: alube.de) verarbeitet wurden.