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Der erste Blick aus dem Hotelfenster zeigte einen trüben, nebligen Tag. Egal: Für heute war ein Service- und Erholungstag eingeplant. Nach dem Morgenessen im Hotel suchten wir im Internet eine Selbstbedienungs-Wäscherei, damit wir die gebrauchte Wäsche für die Weiterreise etwas auffrischen konnten. Im Norden der Stadt, 2030 5th Avenue, fanden wir eine Filiale der «Spotless Drycleaning and Laundromats«.
In dieser Wäscherei hatte es sicher über 25 Waschautomaten und ebensoviele Trockner (Tumbler). Wir kauften 2 Portionen Waschpulver zu je $ 1.50 und wechselten eine 20$-Note in Ein-Dollar-Stücke (Loonies genannt). Unsere Wäsche verteilten wir auf 2 Automaten, aufgeteilt in die hellere und die dunklere Wäsche. Mit je 5 Ein-Dollar-Stücken konnten die Waschmaschinen gestartet werden. Nach etwa einer halben Stunde (wir waren froh, dass wir Lesestoff dabei hatten) war die Wäsche gewaschen und wir trugen die noch etwas feuchte Wäsche zu den Tumblern, 12 Minuten kosten dort einen Dollar. Wir spendierten je 2 $, mussten aber bei einem Teil der Wäsche eine Zugabe von weiteren 12 Minuten geben. So hatten wir für die ganze Wäscherei $18 bezahlt und knapp 1½ Stunden gebraucht.
In der Zwischenzeit hatte sich der Nebel gelichtet und es wurde ein sonniger Herbsttag. Nachdem wir die frisch gewaschenen Kleider ins Hotel zurückgebracht hatten, fuhren wir in Richtung Bahnhof. Dahinter befand sich das «Railway and Forestry Museum» von British Columbia. Leider galten schon die Herbst- und Winteröffnungszeiten, d.h. Montag und Dienstag war es geschlossen. Und heute war Dienstag! So konnten wir nur durch den Drahtzaun einige Fotos machen.
Bei den Ausstellungsstücken, die teilweise in ziemlich desolaten Zustand auf dem Gelände aufgestellt waren, war eine Besonderheit zu sehen; Eine 1986 für die Tumbler Ridge Bahn, einer Kohlenbahn nördlich von Prince George gebaute Elektrolokomotive mit der ausserordentlich hohen Fahrleitungsspannung von 50 kV und 60Hz, von der nur 7 Stück gebaut wurden und welche nur bis zum Jahre 2000 in Betrieb waren, weil damals die Kohleförderung eingestellt worden war. Seither verkehren keine elektrischen Hauptbahnen mehr in Kanada! Die hohe Betriebsspannung von 50’000 Volt wird heute nur an je einem Ort in den USA und in Südafrika benutzt.
Der Bahnhof Prince George ist vor allem ein riesiger Güterbahnhof mit einem grossen Container-Terminal. Personenzüge von VIA fahren nur 3 mal pro Woche. Direkt am östlichen Bahnhofsende überquert die Strecke den Fraser River mit einer langen, 13-feldrigen Stahlbrücke, von dem ein Teil als Zugbrücke nach System Strauss gebaut wurde, von der es in Nordamerika nur noch ein weiteres Exemplar gibt. Deshalb gilt sie als wichtiges Technikdenkmal.
Nach diesem kurzen eisenbahntechnischen Ausflug benutzten wir den Rest des Nachmittags, um noch einige Souvenirs zu kaufen.
Zum Nachtessen gingen wir ins hoteleigene japanische Restaurant «Shogun». Leider waren die Teppanyaki-Plätze mit dem Schau-Kochen für Geburtstagsgesellschaften reserviert, wir haben dafür gediegen in einem kleinen Separé hinter japanischen Schiebetüren getafelt, eingeleitet durch die traditionelle Miso-Suppe.