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Es ist ein älterer Herr, in dessen Antlitz wir blicken: Das schmale, in schwarzer, matter Bronze festgehaltene Gesicht wirkt ruhig und doch lebendig. Die wachen Augen schauen unter Schlupfliedern hervor, seine linke Augenbraue ist leicht hochgezogen. Das dichte, gewellte Haar ist nach hinten gekämmt, eine hohe, mit Falten versehene Stirn prägt das Gesicht. Ein schmaler, dezenter Schnauz verdeckt teilweise die Oberlippe. Der Künstler Gottfried Keller porträtiert seinen Künstlerkollegen Alfred Glaus im Jahr 1968. Dieser ist damals 78 Jahre alt und eine wichtige Person in der Thuner Kunstszene. Ein Jahr zuvor, 1967, haben die beiden Künstler zusammen im Kunstmuseum Thun ausgestellt, dem Museum, welches Glaus Ende der 1940er Jahre initiiert und mitbegründet hat. Die Büste aus Bronze, einem Material mit dem Keller selten arbeitet, ist eine Hommage an seinen Kollegen. Sie geht in Glaus’ Besitz über, doch anlässlich seines 80. Geburtstags 1970 übergibt Glaus den Bronzeguss als Schenkung ans Kunstmuseum Thun.
Anja Seiler
Wache Augen blicken uns direkt an.
Dieser Mann ist wichtig für das Kunstmuseum Thun.
Er hat es mit-gegründet.
Er war der erste Direktor.
Er heisst Alfred Glaus.
Hier ist Glaus 78 Jahre alt.
Der Künstler Gottfried Keller wählt ein wert-volles Material,
die Bronze.
Die Ober-Fläche ist rau und lebendig.