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Die meisten Studien, die sich mit den Auswirkungen von Krebstherapien auf die Fruchtbarkeit von Frauen beschäftigen, beziehen sich ausschliesslich auf Brustkrebspatientinnen. US-amerikanische Forscher wollten herausfinden, welche Faktoren eine Amenorrhoe nach einer Tumortherapie beeinflussen. Bei den meisten Tumorpatientinnen setzt die Menstruation innerhalb eines Jahres nach Abschluss der Behandlung wieder ein – bei Frauen mit einer Krebserkrankung im Beckenbereich sind es allerdings nur 44%.
Im US-Bundesstaat Georgia nahmen 1043 Frauen nach einer gynäkologischen Krebserkrankung an einer Befragung teil. Ihre Krebsdiagnose im Alter von 20 bis 35 Jahren lag im Mittel sieben Jahre zurück. Knapp jede dritte gab an, danach mindestens sechs Monate keine Menstruationsblutung gehabt zu haben. Zum Zeitpunkt des Interviews hatten 70% der ehemaligen Krebspatientinen Menstruationen.
Besonders häufig, bei 51,7%, kam es nach einer Chemotherapie zur Amenorrhoe. Als Risikofaktoren für eine Amenorrhoe kristallisierten sich bei Frauen mit Chemotherapie ein höheres Lebensalter bei der Diagnose (30-35 versus 20-24 Jahre) und Nulligravidität heraus. Patientinnen mit Mammakarzinom oder Non-Hodgkin-Lymphom waren öfter betroffen als solche mit anderen Krebserkrankungen. Allerdings war bei Patientinnen mit Mammakarzinom oder Non-Hodgkin-Lymphom auch die Wahrscheinlichkeit am grössten, dass die Menstruation wieder einsetzte (76,9 bzw. 81,3%). Bei Brustkrebspatientinnen ohne Hormonbehandlung (Tamoxifen oder Leuprorelin) betrug der Anteil sogar 88,5%. Bei den Überlebenden einer Krebserkrankung im Beckenbereich kehrte die Menstruation nur bei 44,4% zurück.
Im Schnitt dauerte die temporäre Amenorrhoe neun Monate. 90% der Betroffenen menstruierten spätestens nach zwei Jahren wieder. Das Risiko einer länger anhaltenden Amenorrhoe stieg mit dem Alter sowie nach einer Chemo- und/oder Strahlentherapie. Patientinnen, die bei der Diagnose bereits 30 bis 35 Jahre alt waren, berichteten nach Wiedereinsetzen der Menstruation ausserdem häufiger von Zyklusunregelmässigkeiten als Jüngere. Erwartungsgemäss war bei den älteren Patientinnen auch die Chance einer Konzeption geringer, wenn sie die Familienplanung noch nicht abgeschlossen hatten.
Quelle: Jacobson MH, et al.: Menses resumption after cancer treatment-induced amenorrhea occurs early or not at all. Fertil Steril 2016; 105: 765-772.