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Fokus Medizin
Schlafstörungen bei Parkinson – eine Lichttherapie kann helfen
Bis zu 90 % der Parkinson-Patienten neigen tagsüber zum Einschlafen und sind in der Nacht von Schlaffragmentierung betroffen. Durch eine Lichttherapie wird diese Last reduziert, wie eine kleine Studie zeigt.
Parkinson-Patienten profitieren von einer zusätzlichen Lichtexposition hinsichtlich Rigidität, Bradykinesie und depressiver Symptomatik, aber auch im Hinblick auf Insomnie-Beschwerden – darauf wiesen erste exploratorische Studien hin. Lässt sich mit Licht auch die Tagesschläfrigkeit reduzieren und die Schlafqualität von Parkinson-Patienten bessern?
Diese Frage untersuchte das Team um Dr. Aleksandar Videnovic vom Massachusetts General Hospital, Boston, in einer randomisierten placebokontrollierten Interventionsstudie, an der 31 Patienten mit M. Parkinson teilnahmen. Alle litten an einer exzessiven Tagesschläfrigkeit, wie mithilfe der Epworth Schläfrigkeits-Skala (ESS) festgestellt worden war. Sie hatten weder eine primäre Schlafstörung noch waren sie kognitiv beeinträchtigt; alle standen unter einer stabilen dopaminergen Therapie.
Auch die körperliche Aktivität wurde verstärkt
Die Teilnehmer erhielten randomisiert über zwei Wochen zweimal täglich jeweils eine Stunde lang entweder eine Therapie mit hellem Licht oder mit gedimmtem Rotlicht (Kontrollgruppe). Hauptzielkriterium war die Veränderung auf der ESS, sekundäre Zielkriterien waren weitere Parameter zur Erfassung der Schlafqualität und des Schlafverhaltens sowie die körperliche Aktivität der Teilnehmer.
Die Lichttherapie wurde gut vertragen. Die Behandlung mit hellem Licht führte zu einer signifikanten Besserung der Tagesschläfrigkeit, wie die ESS-Ergebnisse zeigten. Sowohl helles Licht als auch gedimmtes Rotlicht gingen mit Verbesserungen der Schlafqualität einher. Zudem verbesserte helles Licht etliche Schlafparameter wie Schlaffragmentation und Einschlafverhalten. Darüber hinaus war die Lichttherapie mit einer Zunahme der körperlichen Aktivität tagsüber assoziiert, wie mithilfe der Aktigrafie erfasst wurde.
Neben den Auswirkungen auf den Schlaf untersuchten die Forscher auch, ob sich die Lichtdusche auf die Schwere der Erkrankung auswirkt. Diese bewerteten sie mit der Unified Parkinson‘s Disease Rating Scale. Die damit errechnete Punktzahl nahm in beiden Studienarmen ab.
Optimierungsbedarf bei Dauer und Intensität
Die Lichttherapie ist eine gut verträgliche und geeignete Intervention bei gestörtem Schlaf-Wach-Rhythmus im Rahmen einer Parkinson-Erkrankung, fassen die Autoren zusammen. Helles Licht war mit einer Verbesserung verschiedener Schlafparameter assoziiert. Darüber hinaus kann sich Lichttherapie auch auf motorische Parkinson-Symptome positiv auswirken.
In weiteren Untersuchungen sollten verschiedene Parameter der Lichttherapie wie Intensität, Dauer und Wellenlänge optimiert werden – und zwar nicht nur im Hinblick auf Schlafstörungen, sondern auch in Bezug auf andere motorische und nicht motorische Parkinson-Symptome. Chronobiologische Therapiestrategien wären laut den Autoren hochwillkommen, denn medikamentöse Interventionen bei Schlafstörungen von Parkinson-Patienten waren nur mässig wirksam; zudem können sie mit inakzeptablen Nebenwirkungen einhergehen.
Videnovic A et al. JAMA Neurol 2017; online first.