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Die Schweiz trifft in der EM-Qualifikation in Kopenhagen auf Dänemark. Erinnerungen an das 3:3 vom März sind präsent. Ein weiteres Mal wollen die Schweizer keine späten Gegentore mehr zulassen.
Die Pressekonferenz am Freitag verlief unspektakulär, so, wie es vor wichtigen Spielen eben üblich ist. Die letzte Wortmeldung aber stiess bei Vladimir Petkovic doch leicht sauer auf. Sie kam von einem dänischen Journalisten, und sie lautete: "Habt ihr ein Konzentrationsproblem?"
Die Frage zielte darauf ab, dass die Schweiz zuletzt wiederholt Gegentore in den Schlussminuten kassierte. Viermal passierte ihr das in den letzten zwölf Monaten, und weil der Übersetzer fälschlicherweise von den "letzten vier Spielen" sprach, erwiderte Petkovic zunächst schnippisch, man habe im letzten Spiel kein Gegentor bekommen. Es war das 4:0 gegen Gibraltar.
"Es ist klar, dass der Gegner dieses Thema aufgreift und darauf hofft, dass wir nicht bis zur letzten Minute bereit sind", fuhr Petkovic fort und meinte: "Wir müssen cool bleiben und unser Spiel bis zum Schlusspfiff durchziehen."
Die Schlussminuten entpuppten sich in den letzten Monaten als wunder Punkt im Spiel der Schweiz. In der Nations League kassierte die SFV-Auswahl gegen Belgien das späte 1:2, gegen Portugal zwei Tore zum 1:3. In der EM-Qualifikation liess sie gegen Dänemark ab der 84. Minute die Tore vom 3:0 zum 3:3 zu, gegen Irland in der 85. den Ausgleich zum 1:1. Oft gingen den Gegentoren gute Auftritte voran. Es hat also durchaus mit dem Kopf zu tun. Zum Spiel gegen die Dänen in Basel meinte Loris Benito, der in der zweiten Halbzeit auf dem Feld stand: "Das Mentale spielte eine Rolle."
Ein Unentschieden hilft der Schweiz mehr
Im Wissen, Portugal und Belgien in Bedrängnis gebracht und die Gegner in der EM-Qualifikation eigentlich im Griff gehabt zu haben, ist das Schweizer Selbstvertrauen vor den Tagen der Wahrheit intakt. Am Dienstag wird klar sein, ob die Schweiz näher an Nationen wie Belgien und Portugal oder Dänemark und Irland ist. Innert 75 Stunden bestreitet sie zwei entscheidende Spiele im Kampf um die EM-Teilnahme im kommenden Jahr. Drei Punkte trennen die Teams, die in den bisherigen Direktbegegnungen jeweils Unentschieden gespielt haben. Die Schweiz ist Dritte, hat aber ein Spiel weniger absolviert.
Trotz zwei Unentschieden in vier Spielen präsentiert sich die Situation für die Schweiz vor dem Auftritt im Parken-Stadion von Kopenhagen günstig. Weil die Dänen zuletzt in Georgien patzten (0:0), ist die Schweiz weniger auf einen Sieg angewiesen als das Heimteam. Holt sie einen Punkt, würde sie auch ein erneutes Remis am Dienstag in Genf gegen Irland nicht aus der Bahn werfen.
Die Iren und die Dänen treffen am letzten Spieltag am 18. November noch aufeinander. Fährt die Schweiz am 15. November zuhause gegen die Georgien und drei Tage später in Gibraltar die budgetierten Siege ein, läge entweder Irland oder Dänemark in der Endabrechnung hinter der Schweiz. "In Dänemark dürfen wir nicht verlieren", sagte Captain Stephan Lichtsteiner. Kevin Mbabu forderte vier Punkte aus den beiden nächsten Spielen. Mit sechs Punkten wäre die Qualifikation vorzeitig geschafft, mit vier wäre sie Formsache.
Am Tag vor dem Duell gegen Dänemark nahmen sämtliche 23 Akteure am Training teil. Fabian Schär trainierte mit getaptem Knie. Am wahrscheinlichsten scheint, dass die Schweiz am Samstag in dem gut 38‘000 Zuschauer fassenden und ausverkauften Parken mit einer Dreierkette spielen wird. Rechts hinten geht die Tendenz Richtung Stephan Lichtsteiner. Im Zweiersturm sind Breel Embolo und Admir Mehmedi die Anwärter für den Platz neben Haris Seferovic. Sollte Schär ausfallen, könnte Rodriguez in die Dreierkette rücken und Benito aussen einspringen.