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Welche mentalen Strategien sind am besten geeignet, um unliebsame oder monotone Aufgaben zu bewältigen und nicht vorzeitig aufzugeben – ob bei der Lektüre eines Lehrbuchs, beim Training im Fitnessstudio ober beim Hausputz? Das untersuchten Psychologen von der Universität Siegen. Die Wissenschaftler erstellten zunächst aus umfangreichen Befragungen eine Liste von 19 typischen Durchhaltetaktikten. Anschliessend baten sie insgesamt 264 Probanden, stündlich per Handy einen Fragebogen auszufüllen. Darin gaben die Teilnehmer an, ob sie in der letzten Stunde einer unangenehmen, herausfordernden oder langweiligen Beschäftigung nachgegangen waren, wie sie versucht hatten, am Ball zu bleiben, und wie viel Erfolg sie damit gehabt hatten.
Vier Methoden erwiesen sich als effektiv: erstens an das nahe Ende des lästigen Tuns zu denken «Gleich bin ich fertig». Zweitens sich auf den potenziellen Lohn der Mühen zu konzentrieren – etwa auf eine erfolgreich bestandene Klausur. Drittens den eigenen Fortschritt zu beobachten und viertens seine Emotionen in den Griff zu kriegen, also möglichst gute Laune zu behalten, statt genervt zu sein.
Als ungünstig erwies es sich dagegen, die eigene Aufmerksamkeit von der Aufgabe wegzurichten, indem man beispielsweise an etwas Schöneres denkt. Dies könne dazu führen, dass die aktuelle Tätigkeit eher abgebrochen wird, so die Forscher. Frei nach dem Motto: Wer sich ablenken lässt, klappt womöglich schnell das Lehrbuch zu, um endlich Eis essen zu gehen.
Euopean Journal of Personality 33, 2019
Auszug aus dem Magazin «Gehirn&Geist» 11/2019