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Buchpreisbindung: irreführende Aussagen der Befürworter
Im Interview vom 6.8. mit der Thurgauerzeitung erklärt Marianne Sax in einer Selbstverständlichkeit: „Seit der Abschaffung der Buchpreisbindung sind die Bücher in Schweizer Buchhandlungen teurer geworden“. Das stimmt schlicht nicht. Mir ist keine Studie bekannt, die einen allgemeinen Anstieg der Buchpreise belegt.
2008 erschien eine Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz, im Auftrag des Seco, der die Wirkung der Aufhebung der Buchpreisbindung untersuchen sollte. Es konnte weder ein genereller Anstieg des Preisniveaus, noch eine umfassende Senkung verzeichnet werden. Allerdings wurde beobachtet, dass die Bandbreite der Verkaufspreise zwischen den einzelnen Buchhändler zunahm. Der Wettbewerb begann also nur kurze Zeit nach der Aufhebung der Preisbindung zu spielen.
Eine weitere Aussage der Studie war, dass wer die Bücher in der Schweiz immer im günstigsten Geschäft einkaufte, insgesamt dank der Preisfreigabe weniger als in Deutschland bezahlt hätte. Weiter nannte die Studie weitere Einflüsse auf den Preis, so etwa der Mehrwertsteuersatz, staatliche Stützungsmassnahmen, die Konzentration bei Detailhändlern und Verlagen sowie verändertes Konsumentenverhalten, etwa durch vermehrten Konsum elektronischer Medien. Es ist daher schlicht eine Irreführung zu behaupten, der Konsument würde durch staatlich fixierte Buchpreise profitieren! Oder welches Kartell arbeitet schon für den Konsumenten?