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Der indische Subkontinent kann auf eine 7000-jährige Geschichte zurückblicken: Von den rätselhaften Indus-Kulturen mit mächtigen Städten wie Mohenjo Daro und Harappa bis hin zum gewaltlosen Unabhängigkeitskampf von Mahatma Gandhi. Die Inder schufen eine vielfältige Kultur mit Errungenschaften in der Medizin, Linguistik, Mathematik und anderen Wissenschaften.
Ein Beitrag von Dr. phil. Peter Hassler
Seit alters her ging von Indien eine Faszination aus: In den griechischen Berichten galt Indien als eine Art «Wunderland». Und Alexander der Grosse stiess mit seinen Truppen bis an den Indus vor und gründete das Graeco-Baktrische Reich im Gebiet des heutigen Afghanistan. Dort fand ein reger Kulturaustausch statt.
Indien: Land der Gegensätze
So findet man dort einerseits Buddha-Statuen, die in einem griechischen Kunststil gearbeitet sind, andererseits stammt wohl der berühmte Satz des Pythagoras aus Indien. Denn die Hindu-Priester bedienten sich einer hoch entwickelten Geometrie zur Herrichtung der Opferplätze.
Seit der Zeit der Romantik erreichte insbesondere die spirituelle Seite Indiens im Westen grosse Aufmerksamkeit und fand im utopischen Indienbild der Hippie-Bewegung seinen Höhepunkt. Demgegenüber stehen die während der britischen Kolonialzeit aufgekommenen negativen Attribute von Armut, Elend, Überbevölkerung, ökonomischer Stagnation, orientalischem Despotismus sowie «heilige Kühe» und prägten Indien den Stempel eines Landes der Gegensätze auf.
Heute nehmen wir Indien als eine aufstrebende Wirtschafts- und Atommacht wahr, die zudem vom Informatik-Boom profitiert. Doch die sozialen Probleme der grössten Demokratie der Welt mit ca. 1,2 Milliarden Menschen sind bei Weitem nicht gelöst.
Einflüsse auf die westliche Kultur
Im Westen wurden alte indische Traditionen, wie der Yoga und der Ayurveda, als Komplementär-Medizin adaptiert. Weniger bekannt sind der indische Ursprung der «arabischen Zahlen» sowie das vollwertige Zahlensystem mit null und Stellenwert, welches die Grundlage der modernen Wissenschaft und Technik bildet. Auch Goethes Bewunderung und Anerkennung des grössten indischen Dichters, Kalidasa, ist kaum bekannt: Das dramaturgische Element des «Vorspiel(s) vor dem Theater» im Faust entspringt einem Vorbild von Kalidasas Werken.
Bereits 200 Jahre vor der Aufklärung im Westen pflegte der Mogul-Kaiser Akbar an seinem Hof den interreligiösen Dialog und die Toleranz unter den Religionen und antizipierte gewissermassen die Ringparabel wie sie Gotthold Ephraim Lessing in seinem Theaterstück «Nathan der Weise» aufzeigte, wobei der indo-islamische Kaiser mehr als nur drei Religionen am Dialog im Sinne der Gleichstellung beteiligte, nämlich Muslime, Hindus, Buddhisten, Jainas, Parsi, Sikkhs, Juden und Christen.
Der Kurs spannt den Bogen von den Anfängen der indischen Kultur bis in unsere heutige Zeit und gibt einen Überblick über die Kulturgeschichte Indiens sowie dessen Religionen und Philosophien.
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Kursstart bereits am 10. September!