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Nur rumsitzen und coole Jugendgottesdienste veranstalten, kann irgendwie auch nicht reichen, meint Goofie Müller. Aber wozu sind Christen denn gut?
Ich hab mal eine Umfrage unter Christen gemacht. Die Frage war: »Wozu sind Christen gut? Wem oder was nützt es, dass es Christen gibt?« Die Antworten waren ganz interessant, aber oft auch ziemlich schwammig. Eine Antwort war zum Beispiel: »Um ein Wegweiser zu Jesus zu sein.« Aha? Eine andere Antwort: »Um Salz und Licht zu sein.« ?? Und dann sagte jemand: »Um das Wort weiterzugeben.« ??? Es gab noch andere Antworten. Aber viele waren genauso schwer verständlich. Ich hab dann gesagt: »Okay. Aber warum ist das für andere Menschen gut, wenn Christen so sind oder das tun, was ihr sagt?« Darauf gab es erst mal keine Antwort.
Was bringt's?
Wozu sind Christen gut? Warum ist es gut, dass es sie gibt, und warum wünschen sie sich, dass sie immer mehr werden? Wem bringt das was? Welche guten Auswirkungen hat das? Warum ist es gut, wenn du ein Christ bist? Und warum könnte es für andere in deiner Umgebung gut sein?
Wenn man auf alle diese Fragen eine Antwort haben will, dann geht man am besten zu dem, der mit dem Christsein angefangen hat. Jesus. Und was der dazu zu sagen hat, ist ganz schön herausfordernd.
Jesus am Start
Einmal kam Jesus nach Hause, in seine Heimatstadt. Am Feiertag ging er in das jüdische Gotteshaus, wie es seine Gewohnheit war. Der Gottesdienst begann. Und als die Predigt dran kam, stand Jesus auf und ließ sich ein biblisches Buch reichen: das vom Propheten Jesaja. Jesus las folgende Sätze laut vor: »Der Geist des Herrn ruht auf mir, weil er mich berufen hat. Er hat mich gesandt, den Armen die frohe Botschaft zu bringen. Ich rufe Freiheit aus für die Gefangenen, den Blinden sage ich, dass sie sehen werden, und den Unterdrückten, dass sie bald von jeder Gewalt befreit sein sollen. Ich rufe ihnen zu: Jetzt erlässt Gott alle Schuld« (Lukas 4, 18-19). Dann setzte er sich hin und sagte zu allen, die ihm zuhörten: »Genau das, was ich gerade vorgelesen habe, ist jetzt in diesem Augenblick eingetroffen.«
Was meinte er damit? Er meinte: Das ist mein Auftrag. Um das zu tun, was der Prophet beschreibt, bin ich hier: Ich treffe mich mit den Armen und Traurigen und sag ihnen, dass sie Grund haben zur Freude. Ich komme zu den Gefangenen und zeige ihnen die Freiheit. Denen, die leiden, sage ich, dass sie nicht mehr lange durchhalten müssen, und tröste sie. Und allen, die es wissen wollen, sage ich, wie sie ihr schlechtes Gewissen loswerden können. Denn Gott vergibt ihre Schuld.
Und ... Action!
Wenn du die Geschichten von Jesus kennst, dann weißt du, dass er genau das getan hat. Und wie! Die Leute hörten ihm atemlos zu. Sie merkten, dass seine Worte Kraft hatten. Kranke wurden gesund, wenn er sie berührte. Blinde konnten wieder sehen. Das Leben vieler, vieler Menschen wurde total umgekrempelt. Aus Kriminellen wurden liebevolle, hingegebene Leute. Egal wo Jesus hinkam: Jedes Mal ging die Post ab, Menschen wurden frei, fanden Vergebung, bekamen eine völlig neue Perspektive für ihr Leben. Die Liebe, die aus ihm herausstrahlte, war unwiderstehlich.
Warum konnte er das? Der alte Prophet Jesaja hatte diese Frage schon lange beantwortet: weil der Geist Gottes, die Kraft Gottes auf Jesus ruhte. Durch diese Kraft lebte Jesus so, wie er lebte: kraftvoll! Aber das war ihm nicht genug. Es reichte ihm nicht, dass er als ein einzelner Mensch durch Israel zog und kraftvoll lebte. Er wollte, dass viele Menschen durch alle Länder der Erde ziehen und dieses Leben leben, das er lebte.
Jetzt wir
Deshalb sagte er eines Tages zu seinen Schülern, die ihm überallhin folgten: »Gott hat mich beauftragt, das zu tun, was ich tue. Und genauso, wie Gott mich beauftragt hat, beauftrage ich jetzt auch euch. Tut das, was ich tue. Lebt so, wie ich lebe. Und damit ihr das könnt, sollt auch ihr den Geist Gottes empfangen« (lies diese Stelle im Original nach: Johannes 20, 19-23).
Das ist Christsein. Christsein bedeutet, dass wir so leben, wie Jesus gelebt hat. Wir setzen seinen Auftrag fort. Wir sind erfüllt mit derselben Kraft, mit der Jesus erfüllt war. Wir sind wie er dazu berufen, zu denen hinzugehen, die die Hilfe Gottes nötig haben: Leute, die arm dran und fertig sind; Leute, die gebunden sind durch schlechte Gewohnheiten, Süchte und Zwänge; Leute, die blind sind für das, was das Leben lebenswert macht; Leute, die nicht wissen, wie sie ihre Vergangenheit loswerden sollen.
Lass es raus!
Wozu sind Christen gut? Christen sind dafür gut, dass sie zu anderen hingehen und ihnen ganz konkret helfen. Christen können anderen Menschen die Hilfe Gottes anbieten, weil Gott in ihnen lebt. Wenn du Christ bist, dann lebt der Geist Gottes in dir. Das bedeutet, dass dir dieselbe Kraft zur Verfügung steht, die Jesus hatte. Das bedeutet, dass Gott genauso auf deine Gebete hört, wie er auf Jesus’ Gebete hörte. Das bedeutet, dass du weißt, wer den Leuten in deiner Umgebung helfen kann – nämlich Jesus – , und dass du sie zu ihm bringst.
Wenn du Christ bist, dann kann den Menschen in deiner Umgebung nichts Besseres passieren als du selbst. Lass es raus! Setze die Kraft ein, die du hast. Lass deine gute Beziehung spielen – deine Beziehung zu dem Herrn der Welt. Jesus hat mal gesagt: »Wer bei mir bleibt, so wie ich bei ihm bleibe, der bringt viel Frucht. Denn ohne mich könnt ihr nichts ausrichten. (...) Wenn ihr aber fest mit mir verbunden bleibt und euch meine Worte zu Herzen nehmt, dürft ihr von Gott erbitten, was ihr wollt; ihr werdet es erhalten« (Johannes 15, 5b+7).
Augen auf
Ich glaube, Christsein ist ein bisschen mehr, als nur »coole Jugendgottesdienste« zu veranstalten, »die mir nicht peinlich sind«. Christsein bedeutet nicht nur, meine Freunde zur Jugend oder zur Jungen Gemeinde mitzuschleppen. Viel zu viele Christen begnügen sich damit. Und das ist auch der Grund, warum niemand in ihrer Stadt weiß, dass es diese Christen überhaupt gibt – noch nicht einmal die Nachbarn!
Christsein fängt viel früher an. Es fängt damit an, dass du verstehst, wozu Gott dich berufen hat. Mach die Augen auf und sieh, wo Gottes Hilfe benötigt wird. Vielleicht fängt es damit an, dass du anderen vergibst, die dir Unrecht getan haben. Befreie sie. Lass sie wieder frei von ihrer Schuld. Vielleicht fängt dein Auftrag schon in deiner eigenen Familie an: indem du hilfst, wo deine Hilfe benötigt wird. Indem du Freude verbreitest, wo alles trostlos ist. Indem du liebst, wo sonst gehasst und gestritten wird. Dafür bist du da. Leb es und sag es, was dein Leben lebenswert macht, nämlich dass Gott dich liebt, ohne dass du etwas dafür getan hättest.
Übermenschlich
Es stimmt schon: Dafür brauchst du ein bisschen mehr als nur einen guten Willen. Jugendgottesdienste und große Events kann man mal eben nebenbei organisieren. Das ist leicht. Die wirklich großen Aufgaben liegen zu Hause oder in der Schule oder in deiner Clique. Aber gerade dafür hat Gott dir ja seinen Heiligen Geist gegeben, damit du in der Lage bist, diese übermenschlichen Aufträge für ihn zu erledigen. Pack es an! Du wirst sehen, dass du dadurch am meisten beschenkt wirst. Ein Leben im Jesus-Style ist das Leben, das sich wirklich zu leben lohnt.
Text_Goofie Müller predigt, schreibt Bücher und darf manchmal auch helfen, dass Menschen geheilt werden.
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