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Polizei stoppt 1700 Migranten am Eurotunnel
- Montag, 3. August 2015, 13:15 Uhr, aktualisiert um 15:12 Uhr
Nach einer leichten Entspannung am Wochenende spitzt sich das Drama am Eingang zum Bahntunnel zwischen Frankreich und England wieder zu. Allein in der vergangenen Nacht versuchten rund 1700 Migranten, auf das Gelände zu gelangen.
Die Zahl der Versuche von Migranten, durch den Eurotunnel von Frankreich nach Grossbritannien zu gelangen, hat in der Nacht zum Montag deutlich zugenommen. Tausend Migranten seien von den Sicherheitskräften «zurückgedrängt», 700 weitere «abgefangen» worden, verlautete aus Polizeikreisen.
Im Vergleich zum Wochenende vervielfachte sich damit die Zahl der Migranten, die vergeblich versuchten, durch den Tunnel unter dem Ärmelkanal nach Grossbritannien zu gelangen. Angesichts eines erhöhten Aufgebots von Sicherheitskräften waren in den Nächten auf Samstag und Sonntag lediglich noch je 300 bis 400 Versuche registriert worden. Grund dafür dürfte neben der verstärkten Abriegelung aber auch ein verringertes Aufkommen von Lastwagen gewesen sein.
Flüchtling soll Polizisten verletzt haben
Seit Wochen versuchen im nordfranzösischen Calais tausende Migranten, nachts zum Eurotunnel vorzudringen, um an Bord von Güterzügen und Lastwagen nach Grossbritannien zu gelangen. Dabei kamen in den vergangenen Wochen bereits zehn Migranten ums Leben.
In der vergangenen Nacht wurde laut offiziellen Angaben ausserdem ein französischer Polizist am Kopf verletzt. Er sei von einem Stein am Kopf getroffen und anschliessend ins Spital gebracht worden. Ein sudanesischer Flüchtling wurde unter dem Verdacht festgenommen, den Stein aus dem Gleisbett der Bahnstrecke geworfen zu haben.
Zahl erfolgreicher Fluchten durch den Eurotunnel unbekannt
Wie viele Migranten es durch den Eurotunnel nach Grossbritannien schaffen, ist unklar. Französische Behörden schätzen, dass 70 Prozent der einmal Aufgegriffenen die Region Calais innerhalb von vier Monaten verliessen – es sei aber unklar, wohin. Laut dem Polizeichef von Kent, Alan Pughsley, wurden in den vergangenen fünf Wochen allein in seiner Grafschaft 400 illegal eingereiste Menschen aufgegriffen.
Die EU-Kommission hat Frankreich technische und finanzielle Unterstützung zur Lösung der Flüchtlingskrise in Calais angeboten. Eine EU-Kommissionssprecherin appellierte am Montag in Brüssel auch indirekt an Grossbritannien, trotz seiner Ausnahmeregelung Flüchtlinge am Eurotunnel aufzunehmen.
Sendungsbeiträge zu diesem Artikel
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Situation in Calais spitzt sich zu
Aus 10vor10 vom 31.7.2015
Der britische Premier Cameron verspricht Frankreich mehr Ressourcen um die Situation in Calais zu bewältigen. Doch die Pflästerchen-Politik hilft wenig, denn die Flüchtlinge haben schon zu viel erlebt, um sich von Polizei, Hunden und Zäunen abschrecken zu lassen.
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Noch keine Ordnung in Calais
Aus Tagesschau vom 30.7.2015
In der Flüchtlingskrise im französischen Calais scheint keine Lösung in Sicht. In der Nacht auf heute versuchten erneut Flüchtlinge über den Eurotunnel von Frankreich nach Grossbritannien zu gelangen.
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Das Flüchtlingsdrama von Calais
Aus 10vor10 vom 9.10.2014
Grossbritannien ist eines der Zielländer für viele Migranten. Auf dem Weg dorthin stranden sie in der nordfranzösischen Hafen-Stadt Calais. Mit allen Mitteln suchen sie nach einer Möglichkeit, den Ärmelkanal zu überqueren. Die «10vor10»-Reportage zeigt, was sich derzeit in Calais abspielt. Auch im britischen Dover beobachtet man die Situation in Frankreich mit Sorge.
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