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Meine Antwort setzt teilweise jedoch schon ein etwas tieferes Verständnis der Gitarre und der Musiktheorie voraus:
Nunja, das "Fingerspiel" ist halt ein weitläufiger Begriff. Ich denk' mal, dass es um das rein Motorische geht?!
Damit ein Powerchord wirklich "brennt" kann man auch den Winkel des Plektrums dahingehend verändern, dass mehr Obertöne erzeugt werden.
Bei der linken Hand ist's sicherlich wichtig, dass sie locker bleibt und die Finger über mehrere Bünde schnell in die richtige Position kommen.
Damit meine ich das Problem, dass die Bundstäbchen in höheren Lagen immer enger beisammen sind.
Die "slide-Bewegung" muss also dahingehend automatisiert werden, dass die Finger die unterschiedlichen Abstände wie von selbst kompensieren.
Und ja, da ist noch das Thema der Nebengeräusche. Im Gegensatz zu klassischen Techniken, sollte der erste Finger der linken Hand die höheren Saiten leicht (!) berühren - allerdings auf keinen Fall runterdrücken. Somit werden unabsichtlich mitschwingende Leersaiten vermieden.
Diese Technik wird auch beim Solo/Improspiel angewandt. Und was sich viele nicht überlegen: Ein Powerchord entspricht ja einer (reinen) Quinte (wenn nur mit 2 Fingern ausgeführt). Ein Powerchord hat allerdings auch eine Umkehrung, wie das ja bei normalen 3 und 4-Klängen üblich ist. Dazu spielt man einfach eine reine Quarte. Der Grundton ist dann allerdings nicht der untere Ton, sondern der höhere (also der auf der dünneren Saite liegende).
Im weiteren sehr wichtig ist das PalmMuting der rechten Hand. Hierbei ist nicht nur die Präzision (Timing) wichtig, sondern auch WO man dämpft - der Sound kann dadurch sehr unterschiedlich sein.
Und zu guter letzt ist dämpfen nicht gleich dämpfen: Ein Ton kann auch nur leicht "angedämpft" werden bzw. die Dämpfintensität sollte dynamiisch sein (den Erfordernissen der Musik angepasst) - das Gleiche gilt auch für die Dämpfposition.
Man beachte auch, dass Powerchords klanglich recht einfach massiv verbreitert werden können: Spielen wir einen A-Powerchord. (Grundton auf 6er Saite im 5en Bund mit dem 1en Finger). Durch geschicktes ablegen des ersten Fingers der linken Hand können wir erreichen, dass wir die beiden dünnen Saiten (h & e) oder english (b & e) auch drücken.
Diese zusätzlichen Töne sind eine Dopplung des Grundtons (A) und der Quinte (e).
Das heisst nicht, dass diese Töne immer gleichzeitig mit dem ursprünglichen Powerchord gespielt werden muss. Aber ohne Klangbeispiel ist's ein bisschen schwierig.
Wichtig ist dabei, dass unser erster Finger die Saite 3 (g-Saite) nicht drückt, sonst haben wir keinen Powerchord mehr, sondern einen Molldreiklang. Dieser Klang kann, je nach Verzerrung, ziemlich unangebracht sein... zu dissonant (schräg).