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Echt dreidimensional
«Kawai Tsugite» kann als Quer- und als Längsverbindung zusammengesteckt werden.
Das Reissen, Sägen und Ausstechen der Verbindung ist sehr anspruchsvoll.
Beide Teile der zu verbindenden Leisten werden genau gleich ausgeführt.
Wer es schafft, die «Kawai Tsugite» genannte japanische Holzverbindung sauber herzustellen, wird auf spezielle Weise belohnt. Man kann die beiden genau gleichen Teile mit quadratischem Querschnitt nämlich auf drei verschiedene Arten zusammenstecken. Einerseits als gerade Verlängerung der zwei Leisten, andererseits sind Eckverbindungen in zwei unterschiedliche Richtungen möglich.
Allerdings ist «Kawai Tsugite» keine uralte Verbindung. Der Japaner Shinobu Kobayashi hat sie während seines Studiums an der Universität in Tokio entwickelt. Er wohnt heute in Australien, hat aber auch schon in Europa gearbeitet. Und er nutzt seinen Drei-Kontinente-Hintergrund aus. In Zusammenarbeit mit einem Schreinermeister aus Dänemark gelang es Kobayashi, diese spezielle Drei-Wege-Holzverbindung umzusetzen.
Die Verbindung basiert auf der Überlegung, dass sich am Ende jeder Leiste ein Würfel befindet. Je die Hälfte dieses Volumens muss herausgearbeitet werden, indem man zuerst über Eck eine Gehrung anschneidet und dann auf beiden Seiten die drei prismenähnlichen Teile aussticht. Dafür ist sehr gutes Werkzeug und viel Fingerspitzengefühl nötig.
So genial die Verbindung auch wirkt, sie hat doch einen Nachteil. Ihre Stabilität ist beschränkt, weil das Holz quer zur Faserrichtung belastet wird. Dadurch ist die Gefahr des Abscherens relativ gross.