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| Apologeten, Frühchristliche - An Autolykus (Ad Autolycum)

Zweites Buch: Widersinnigkeit des Heldentums und Erhabenheit der christlichen Wahrheit
21. Der Sündenfall.
„Aber die Schlange war klüger als alle Tiere auf der Erde, die Gott der Herr gemacht hatte. Und die Schlange sprach zum Weibe: Warum hat euch Gott geboten, ihr solltet nicht von allen Bäumen des Gartens essen? Und das Weib sagte zur Schlange: Von allen Bäumen des Garten dürfen wir essen, von der Frucht des Baumes aber, der in der Mitte des Gartens ist, hat uns Gott geboten, daß wir nicht davon essen, ihn auch nicht berühren, damit wir nicht sterben. Und die Schlange sprach zum Weibe: Ihr werdet nicht des Todes sterben; Gott wußte nämlich, daß, an welchem Tage ihr davon esset, euere Augen sich auftun und ihr wie Götter sein werdet, erkennend Gutes und Böses. Da sah das Weib, daß der Baum gut für das Essen und schön für das Auge und lieblich anzuschauen, und nahm von seiner Frucht und aß und gab auch ihrem Manne, und sie aßen. Da wurden beiden die Augen aufgetan und sie merkten, daß sie nackt waren; und sie nähten Feigenblätter zusammen und machten sich Schürzen. Und sie hörten die Stimme Gottes, des Herrn, der nach Mittag im Garten wandelte, und Adam und sein Weib verbargen sich vor dem Angesichte Gottes mitten unter den Bäumen des Gartens. Und Gott der Herr rief den Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? Der sprach: Ich habe deine Stimme im Garten gehört und mich gefürchtet, weil ich nackt bin, und habe mich verborgen. Und (Gott) sagte zu ihm: Wer hat dir denn gesagt, daß du nackt bist, als weil du von dem Baume gegessen, wovon ich dir allein geboten nicht zu essen? Und Adam sprach: Das Weib, das du mir gegeben hast, sie hat mir vom Baum gegeben und ich aß. Und Gott sprach [S. 52] zum Weibe: Warum hast du das getan? Und das Weib erwiderte: Die Schlange hat mich betrogen, und ich aß. Und Gott der Herr sprach zu der Schlange: Weil du dies getan hast, bist du verflucht unter allen Tieren auf der Erde; auf deiner Brust und deinem Bauche sollst du gehen und Erde fressen alle Tage deines Lebens. Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe, zwischen deinem und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zertreten und du wirst seiner Ferse lauernd nachstellen. Und zum Weibe sprach er: Ich will deine Schmerzen und deine Wehen vervielfältigen; in Schmerzen sollst du Kinder gebären, und zum Manne soll dein Hinwenden sein, und er wird über dich herrschen. Zu Adam aber sprach er: Weil du Gehör gegeben der Stimme deines Weibes und gegessen hast vom Baume, von dem ich dir geboten habe, daß du von ihm allein nicht essest, so sei die Erde verflucht in deinem Werke; in Schmerzen sollst du von ihr essen alle Tage deines Lebens; Dornen und Disteln soll sie dir tragen, und du sollst das Kraut deines Feldes essen. Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen, bis du zur Erde wiederkehrest, von der du genommen bist; denn du bist Erde und sollst zur Erde wiederkehren“1. So also lauten die Worte der Hl. Schrift von der Geschichte des Menschen und des Paradieses.
1: 1 Mos. c. 2 u. 3.