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Der Holzfällerhund
Früher, in jenen wilden Zeiten,
als die Holzfäller in die Berge zogen und wochenlang in den Wäldern blieben, weil es zu mühsam war, zwischendurch in die Täler hinunter zu steigen, hatten sie noch keine Maschinen, die ihnen die Arbeit erleichterten, weder Motorsägen, noch eines dieser Baumfällmonster, die mit stählernen Griffen die Stämme anpacken, absägen, entasten und gleich in handliche Stücke schneiden.
In jenen wilden Zeiten also,
als die Holzfäller auf ihre Muskelkraft angewiesen waren und sie die schweren Bäume noch mit Axt und Handsäge zu Fall brachten, zum Wildbach schleppten und ins Wasser warfen, damit das Wasser sie bei der Schneeschmelze ins Tal trieb,
in jenen wilden Zeiten, wie gesagt,
als die Holzfäller ihre Nächte in improvisierten Holzhütten verbrachten, die nicht viel mehr als mit Holzscheiten überdachte Schlafstätten waren, in einem Holzfällerlager, das so weit von Wegen und Dörfern entfernt war, dass jede Hilfe zu spät kam, wenn jemand von einem Stamm eingeklemmt wurde, oder das Blatt einer Axt ihm ins Bein fuhr,
in jenen fernen Zeiten
war das Holzfällen harte Knochenarbeit, insbesondere in abschüssigem Gelände, die die Leute über die Massen forderte und nicht selten zu Krüppeln machte.
Das einzige Lebewesen, das dem Holzfäller unermüdlich zur Seite stand und ihm sein Leben erleichterte, war der damals in den gebirgigen Gegenden sehr verbreitete Holzfällerhund.
Der Holzfällerhund, so wie wir ihn heute noch kennen, hat ein graues oder braunes glattes Fell und stählerne Muskeln, ist im Durchschnitt eher klein, dabei sehr beweglich und zäh.
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Es gibt zwei Typen von Holzfällerhunden, die man leicht an ihrer Kopfform unterscheiden kann, einerseits den keilköpfigen und andererseits den beilköpfigen Hund, beide mit äusserst starken Kinnladen und scharfem Gebiss, was sie für die Arbeit im Holz prädestiniert.
Die unbedingte Leidenschaft des keilförmigen Holzfällerhundes ist es, zu spalten und einen Keil zwischen alles zu treiben, was ihm in den Weg kommt, während der beilköpfige Hund auf alles losschlägt, bis die Späne fliegen.
Man setzte den beilförmigen Holzfällerhund früher wegen seiner Gelenkigkeit vor allem in steilem, gefährlichem Gelände zum Entasten der Baumstämme ein, während sein keilköpfiger Artgenosse genug mit dem Spalten und der Herstellung von Holzscheitern zu tun hatte.
Heute werden sowohl der keilköpfige als auch der beilköpfige Holzfällerhund in der Wald- und Forstwirtschaft nur noch selten eingesetzt, und wenn, dann mehr aus nostalgischen und folkloristischen Gründen; ihre Arbeit machen die Maschinen schneller und besser.
Und auch im privaten Bereich sieht man sie nur noch selten, obwohl sie kinderlieb und anhänglich sind. Aber ihre Gewohnheit, sich an Möbeln und Ziersträuchern zu schaffen zu machen, machen sie als Haus- und Begleithunde ungeeignet. Kann er diese seine angeborene Leidenschaft aber nicht ausleben, wird er aggressiv und kann dann, wenn man ihn unbeaufsichtigt lässt, in einer Nacht das sauer erarbeitete Eigenheim mitsamt seinen Möbeln und Einrichtungen kurz und klein schlagen und zu Brennholz verarbeiten.