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Beschreibung
Zusammenfassung
Diese Arbeit wurde vom unabhängigen Forschungsteam Aquaversum verfasst. Das Team macht Vorschläge, wie im Rahmen des Basis-57-Projekts eine Aquakultur gebaut werden kann. Es liefert dafür die biologischen Grundlagen und macht auch Aussagen, wie die Energieversorgung aussehen könnte. So werden insbesondere die Situation der Temperierung und eine eigene Stromversorgung dargestellt. Die Empfehlungen gehen Richtung einheimische Fauna von wirtschaftlicher Bedeutung und stützen sich auf internationale Standards. Alle Arbeitsprozesse in einer modernen Aquakultur sind aufgelistet und kommentiert.
Der Aufbau unserer vorgeschlagenen Aquakultur sieht folgende zwei Produktionsschemen vor:
1: Kaltwasseraquakultur – Trommelfilter – Absatzteich − Kraftwerk
2: Wärmepumpe – Warmwasseraquakultur − (Trommelfilter – Biofilter − Sauerstoffantrag) – Trommelfilter − Absatzteich
Für die Kaltwasser-Aquakultur werden Seeforelle, Äschen, Huchen und Trüschen empfohlen. Die Aufzucht der letzten drei Fischarten soll zunächst in einem Pilotprojekt getestet werden und hat auf den aktuellen Businessplan noch keinen Einfluss. In der Warmwasser-Aquakultur sollen die wirtschaftlich interessanten Zander aufgezogen werden. Im Rahmen der durch die KTI unterstützten Pilotprojekte soll ebenfalls geprüft werden, ob die Aufzucht von Egli, Sterlet und Edelkrebsen wirtschaftlich ist. Die Setzlingsproduktion von Seeforellen und Zander im Auftrag der kantonalen Fischereiaufseher scheint uns realistisch zu sein. Die Ressourcen erlauben eine kleinräumige Speisefischproduktion. Die kurze Marktanalyse für Endabnehmer in der vorliegenden Arbeit basiert auf den Angaben der Micarna (Migros). In der Vermarktung gilt es, durch Angebot guter Qualität und Kundenservice, Veredelung der Produkte und insbesondere über die überbetriebliche Zusammenarbeit die Verkaufserlöse und die Absatzmengen zu sichern und steigern. Durch Werbung kann die bisher laufende Ausdehnung des Konsums insbesondere bei Forellen gefördert werden. Auf Massenproduktion zu setzen, wäre dagegen verfehlt (Bohl 1999). Die Chancen für eine Setzlingsproduktion auf Bestellung und eine Speisefischproduktion für die lokale Gastronomie und den Export sind vorhanden.
Alle Überlegungen werden durch einen Businessplan gestützt und sollen im Verlauf der Machbarkeitsstudie durch die Auswertung von verschiedenen Standorten in Erstfeld und Umgebung genauer bestimmt werden. Das Wichtigste für den Erfolg des Projekts ist eine aussergewöhnlich günstige Wasser- und Energieversorgung. Im Kapitel 7 „Entwurf der Standortbeurteilung“ wird die Situation detailliert dargestellt.
Die Aquakultur in Erstfeld soll einfach und sicher, selbsttragend und ökologisch sein. Eine Showanlage ist deshalb nicht geplant. Dennoch soll auf eine interessante Architektur nicht verzichtet werden, da es sich um die erste Aquakulturanlage handelt, die man sieht, wenn man mit dem Zug von Süden her die Alpen durchquert. Neben ergonomischen Aspekten wird auch auf die Sicherheit mittels moderner Überwachungssysteme und Risikoanalytik geachtet.