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Die Verlegung der Strasse zum Scheltenpass machte 2018 eine Sondiergrabung im Hinteren Guldental nötig. Aus historischen Quellen und alten Karten war bereits bekannt, dass sich an einer flachen Stelle kurz unterhalb der Passhöhe eine Glashütte befunden hatte. Die Glaserfamilie Gressly nutzte diesen aufgrund der nahen Quarzsand- und Huppererdevorkommen idealen Standort in den Jahren 1778–1852.
Erstmals konnte diese Glashütte nun auch archäologisch gefasst werden. Von grossem Interesse ist dies insbesondere, da das neuzeitliche Glaserhandwerk im Jura immer noch sehr schlecht dokumentiert ist. Über Herstellungstechniken, Produktionsspektrum und Alltagsleben der Glaser war bis anhin noch kaum etwas bekannt.
Bei den Ausgrabungen konnte nun einerseits die etwa 800 m2 grosse Werkhalle an mehreren Stellen angeschnitten werden, andererseits Teile zweier Nebengebäude und einer wohl ebenfalls mit der Glashütte in Verbindung stehenden Bachverbauung freigelegt werden. In der Werkhalle zeugen grosse Mengen an Rohglas und verschiedenste Produktionsabfälle von der Glasproduktion, dazu auch Fragmente von Glashäfen, die aus hitzebeständiger Huppererde hergestellt waren. In den Nebengebäuden, die zumindest teilweise wohl als Wohnhäuser für die zahlreichen benötigten Arbeiter dienten, kamen dagegen vor allem Gefässkeramik und Alltagsgegenstände zum Vorschein.