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Die Energie der Sonnenstrahlung bezeichnet man als Sonnen- oder Solarenergie. Sie muss in elektrischen Strom umgewandelt oder als Wärme gespeichert werden. Aufgrund der wetter-, tages- und jahreszeitabhängigen Sonneneinstrahlung ist ohne zusätzliche Speichertechnologie keine konstante Energieversorgung möglich. Die Sonnenenergie wird auf verschiedene Arten genutzt: (1) Sonnenkollektoren gewinnen Wärme, (2) Solarzellen erzeugen elektrischen Strom (Photovoltaik), (3) Sonnenkraftwerke erzeugen mit der erzeugten Wärme zuerst Wasserdampf und daraus elektrischen Strom, (4) Wind- und Wasserkraftwerke erzeugen elektrischen Strom mittels Turbinen (5) Pflanzliche Abfälle werden so verarbeitet, dass Biogas entsteht.
Die Technik für die Nutzung der Sonnenenergie auf den Dächern wird immer effizienter und kostengünstiger. In der Tat würde eine konsequente Nutzung der Dächer unserer Häuser und Industriebauten und vor allem die Einspeisung des erzeugten elektrischen Stroms in die Stromnetze einen beachtlichen Teil unseres Stromkonsums decken. Das Bundesamt für Energie rechnet, dass bis zum Jahr 2050 rund 20 % des derzeitigen Strombedarfs durch Photovoltaik erzeugt werden kann.
Die Belegung der Dächer führt zu zentralen Fragen der Veränderung von Landschafts- und Ortsbildern. Das hat Auswirkungen im Bereich Landschaftsschutz: Ausserhalb der Bauzone können Solaranlagen aufgrund der Exponiertheit der Bauten und der Fernwirkung besonders stark in Erscheinung treten. In Landschaftsschutzgebieten sollte deshalb auf besonders auffällige Anlagen verzichtet werden. Ausserhalb von Schutzgebieten sollen Solaranlagen auf den Dächern flächig und mit möglichst geringer Beeinträchtigung durch Spiegelwirkungen erstellt werden. Es gibt genügend Möglichkeiten, Grossanlagen innerhalb des Siedlungsgebietes zu erstellen und somit das Nicht-Siedlungsgebiet von freistehenden Grossanlagen frei zu halten.
Der Schweizer Heimatschutz fordert zugunsten des Ortsbildschutzes, dass auf Solaranlagen innerhalb von schützenswerten Ortsbildern mit Schrägdachlandschaften zu verzichten sei. Anstelle einer Investition in eine Anlage könne Strom aus erneuerbaren Energiequellen eingekauft werden.
Die erste Windenergieanlage der Schweiz wurde 1986 beim Soolhof (Langenbruck) mit einer Leistung von 28 kW in Betrieb genommen. Sie wird vom Ökozentrum Langenbruck betrieben. Die Einspeisung des Stromes erfolgt in das Netz der Elektra Baselland EBL.
Unsere Region ist als Standort für Windräder schlecht geeignet, da offenbar die Windgeschwindigkeiten zu gering sind. Für die Nutzung der Windenergie kommen nur exponierte Stellen mit genügend Windgeschwindigkeit wie Kreten, Passlagen oder Hochebenen in Frage. Dort stehen dann die rund 100 Meter hohen Windmasten mit ihrem rund 40 Meter grossen Rotordurchmesser. Sie sind von weit her sichtbar und sind optische, aber auch lärmende Fremdkörper in der Landschaft. Die Lage und die Grösse der Windräder ergeben weitere Probleme: «Die neuen Dimensionen in der Landschaft führen zu einer technischen Überprägung und einem Massstabsverlust. Sichtachsen und Blickbezüge werden gestört. Landschaftsprägende Horizontstrukturen werden aufgehoben. ... Unberührte Landschaftsräume, die bisher von technischen Anlagen verschont geblieben sind, werden entwertet.» (Ewald, 2009).
Der Klimawandel einerseits und vor allem die Katastrophe von Fukushima andererseits haben zu einem Umdenken in den letzten Jahren bei Bevölkerung wie Politikern geführt. So beschloss das Bundesparlament in Bern 2011 den Ausstieg aus der Atomenergie. Die Behörden wie die Elektrizitätsgesellschaften müssen also Alternativen wie die Windenergie in Betracht ziehen.
Im Kanton Basel-Landschaft ergaben erste Untersuchungen, dass es nur Standorte für Einzelwindräder und keine Windparks gibt. Im Richtplan wurden als provisorische Standorte aufgeführt: (1) Schwängi, Langenbruck, (2) Vorderfeld, Titterten, (3) Hinterberg, Bretzwil, (4) Autobahnkreuz, Pratteln (5) Auhafen, Muttenz sowie (6) Rangierbahnhof, Muttenz.
Im September 2012 hielt die Bau- und Umweltschutzdirektion des Kantons Basel-Landschaft fest, dass Windkraftanlagen im Kanton Baselland grundsätzlich realisierbar seien, sowohl aus technischer, wirtschaftlicher und landschaftlicher Sicht. Theoretisch könnten bis zu 25 % des Strombedarfs des Kantons Basel-Landschaft durch erneuerbare Windenergie gedeckt werden. So lautet das Fazit einer umfassenden Studie, die das Amt für Raumplanung (ARP) zusammen mit dem Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) durchgeführt hat. Die Studie ortet 15 mögliche Standorte für Windparks, die 35 Gemeinden tangieren würden!
In Baselland stehen 2014 folgende Gebiete zur Diskussion: Liesberg, Liestal–Lausen–Arisdorf–Sissach, Zunzgen–Itingen, Blauen–Burg, Reigoldswil, Ziefen sowie Muttenzer Hard. Der Kanton Basel-Stadt hat Pläne für einen Windpark auf der Challhöchi sowie auf der St. Chrischona.
Der Kanton Solothurn hat in seinem Richtplan Windenergie folgende in unserer Region liegende Gebiete vorgeschlagen: (1) Scheltenpass, (2) Homberg (Seewen–Nunningen), (3) Passwang, (4) Burg, Kienberg sowie (5) Wisnerhöchi (Wisen, Hauenstein).
Alle Projekte führten und führen immer wieder zu heftigen Diskussionen. Selbst Vertreter der Elektrizitätsgesellschaften reden nur von «Symbolprojekten» zur Sensibilisierung der Bevölkerung. Mehr Zukunft haben sicher die immer grösser werdenden Beteiligungen der Elektrizitätsgesellschaften an Sonnen- und Windkraftwerken im Ausland.
HPM
Mögliche Standorte von Windrädern
Legende:
rot: Kanton Basel-Landschaft
blau: Kanton Basel-Stadt
violett: Kanton Solothurn (Bereich Region Basel)