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<h2>SubmittedText<h2><p>Während der Jugendsession gab es Gruppen, die sich mit verschiedenen Themen auseinandersetzten. Eine dieser Gruppen beschäftigte sich mit der Problematik der Grossraubtiere. Die Jugendlichen stellten zahlreiche Fragen und machten Vorschläge. Sie fragten sich, ob wir in der Lage sind, eine Gesamtschau der Problematik vorzunehmen, und ob uns die nötigen Instrumente zur Verfügung stehen, um ein friedliches Nebeneinander von Grossraubtier, Mensch und Umwelt sicherzustellen. Müsste man z. B. nicht die Zahl der Grossraubtiere beschränken, um die Biodiversität zu erhalten und die Bevölkerung zu beruhigen? Obwohl die Berner Konvention bereits zwingendes Recht ist, braucht es auch ausgezeichnete Schutzsysteme, damit Abschüsse nur als allerletztes Mittel zum Einsatz kommen.</p><p>Diese Jugendlichen werden in die Fussstapfen der heutigen Politikerinnen und Politiker treten, und ihre Fragen sind legitim. Ich danke dem Bundesrat bereits im Voraus für die Beantwortung ihrer Fragen, für die ich mich gerne als Botin zur Verfügung stelle.</p><p>Wir stellen dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Welche Studien wurden zu den Grossraubtieren in der Schweiz durchgeführt? Sind sie noch genügend aktuell?</p><p>2. Wäre es sachdienlich, eine Populationszahl festzulegen, welche pro Grossraubtierart nicht überschritten werden darf?</p><p>3. Könnte man die Möglichkeit vorsehen, dass bei Angriffen auf Nutztiere Schadenersatz geleistet wird?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) unterstützt seit vielen Jahren den Verein Koordinierte Raubtierforschungsprojekte Schweiz (Kora) bei der Erforschung der zurückkehrenden Tierarten Luchs, Wolf und Bär. Es wurde rund ein Dutzend Projekte zum besseren Verständnis des Verhaltens dieser Tierarten in der Kulturlandschaft der Schweiz durchgeführt. Die Projekte dienten ebenfalls der sachbasierten Diskussion über den Umgang mit diesen Grossraubtieren, die Konflikte mit menschlichen Nutzungsinteressen verursachen können. Zudem hat das Bafu anwendungsorientierte, wildtierbiologische Forschungsprojekte der Hochschulen in Lausanne, Bern, Neuenburg und Zürich unterstützt. Die Kenntnisse über die Grossraubtiere sind heute sehr detailliert. Systematische Monitoringprogramme über die Verbreitung und das Vorkommen der Wildtiere liefern zudem laufend aktuelle Informationen für das Management der Grossraubiere.</p><p>2. Für den Bundesrat ist die Festlegung einer maximalen Anzahl an Luchsen, Wölfen oder Bären in der Schweiz nicht der richtige Ansatz. Zum einen wäre die Regulierung einer Tierart auf eine bestimmte Maximalzahl in der Praxis äusserst schwierig und nur mit grossem Aufwand zu realisieren. Zum andern widerspricht ein solches Vorgehen dem eidgenössischen Gesetz über die Jagd und den Schutz der wildlebenden Säugetiere und Vögel (JSG; SR 922.0), das die Regulation einer geschützten Tierart nur erlaubt, wenn der verursachte Schaden zu gross wird.</p><p>3. Die Entschädigung der Schäden, welche durch das Reissen von Nutztieren durch Grossraubtiere verursacht werden, ist in der Tat ein zentrales Element zur Förderung der Akzeptanz dieser Wildtiere. In der Schweiz bestehen die Voraussetzungen dazu im JSG seit 1986. Den Bauern werden die Schäden zu 80 Prozent vom Bund und zu 20 Prozent von den Kantonen entgolten. Noch besser als das Entgelten von Schäden durch die öffentliche Hand ist allerdings das grundsätzliche Verhüten von Schäden. Deshalb hat der Bundesrat im November 2013 die eidgenössische Verordnung über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (SR 922.01) revidiert und mit zwei neuen Artikeln zum Herdenschutz ergänzt. In Zukunft können Bund und Kantone die Rahmenbedingungen weiter optimieren und die Herdenschutzmassnahmen finanziell unterstützen.</p>  Antwort des Bundesrates.