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An der Jubiläumsfeier vom 7. Dezember 2017 stellte Präsident Didier Peter zuerst die Gesellschaft Swissmaïs und ihre jetzigen Tätigkeiten vor. Swissmaïs bezweckt die Produktion und Aufbereitung von qualitativ hochwertigem Maissaatgut, das den Marktbedürfnissen entspricht. Die Gesellschaft vereint alle Schweizer Saatmaisproduzenten, die in den drei Regionen Tessin, St. Galler Rheintal und La Côte im Kanton Waadt verteilt sind. Die Produktion hat sich dort entwickelt, weil das Klima für diese anspruchsvolle Kultur geeignet ist und die Möglichkeit besteht, geschlossene Produktionsgebiete zur Gewährleistung der erforderlichen geografischen Isolation zu bilden; natürlich aber auch dank kompetenten, dynamischen und motivierten Produzenten, die bereit sind, sich für ein gemeinsames Zukunftsprojekt zu engagieren.
Swissmaïs verfügt über eine Fläche von 180 bis 220 ha und produziert 500 bis 650 Tonnen Saatgut pro Jahr. Dies deckt rund 1/3 des Inlandbedarfs. Ein solcher Anteil mag gering erscheinen, er trägt jedoch wesentlich zu unserer Versorgungssicherheit bei. Das Saatgut wird unter Vertrag für Schweizer und ausländische Züchter produziert, welche es in Partnerschaft mit den Grossisten und Händlern vermarkten.
Der Gründungspräsident, Jacques Auderset, präsentierte danach die Geschichte dieser Produktion und der Gesellschaft. Die Saatmaisproduktion begann in der Schweiz in den 1950er Jahren. Ab 1960 wurden Sorten der Eidgenössischen Forschungsanstalten (heute Agroscope) vermehrt. Die Saatmaisproduktion wurde bis 1997 vom Verband der Schweizer Züchter (heute swisssem) organisiert. Erst ab 1995 kam es zu tiefgreifenden Strukturänderungen mit der Gründung von swisssem und der Vermehrungsbetriebe für die verschiedenen Kulturen.
Swissmaïs wurde am 11. Juli 1997 gegründet. Sie wird offiziell vom BLW und vom Saatguthandel als Saatmaisvermehrungsbetrieb anerkannt. Der erste Geschäftsführer, Werner Rosser, wurde im gleichen Jahr angestellt, um die Produktion, die Aufbereitung und den Verkauf des Saatgutes zu organisieren. Das erste Jahr war von einer kleinen Ernte und von einigen Aufbereitungsproblemen geprägt, was zu finanziellen Schwierigkeiten führte. Zu Glück verlief die zweite Ernte im Jahr 1998 viel besser. So konnte Swissmaïs definitiv auf Kurs gebracht werden.
Der jetzige Geschäftsführer, Paolo Bassetti, zeigte die künftigen Herausforderungen für Swissmaïs. Der Wettbewerb zwischen unseren kleinen Schweizer Strukturen und den grossen Strukturen im Ausland stellt eine grosse Herausforderung dar. Die Unterschiede sind erheblich, und zwar sowohl bei den Produktionsflächen und den landwirtschaftlichen Betrieben als auch bei den Infrastrukturen für die Saatgutaufbereitung. Die Grösse der Strukturen wirkt sich natürlich direkt auf die Produktionskosten und die Wettbewerbsfähigkeit sowie auf die Investitions- und Abschreibungsfähigkeit aus. Unsere kleinen Strukturen gewährleisten uns dafür eine grosse Flexibilität.
Swissmaïs verfügt aber auch über viele Vorteile für die Zukunft. Erwähnt seien eine kundennahe Produktion («von den Landwirten für die Landwirte»), die GVO-Freiheit und die kurzen Transportwege. Verschiedene Stärken von Swissmaïs gilt es auch weiterzuentwickeln. Unsere Produzenten besitzen ein grosses Know-how und sind anpassungsfähig, auch in schwierigen Jahren. Sie sind sehr solidarisch und flexibel, insbesondere wenn es darum geht, das Produktionsprogramm den Marktbedürfnissen anzupassen. Die Saatgutsortier- und aufbereitungszentrale in Moudon (ASS) ist leistungsfähig und erbringt qualitativ hochwertige Arbeit. Schliesslich hat Swissmaïs auch das Glück, sich auf eine hervorragende Partnerschaft mit den Züchtern abstützen zu können. Die Tatkraft und grosse Motivation all dieser Akteure sind ein grosser Vorteil, um die Zukunft meistern zu können.
Die Feier endete mit der Vorführung eines eigens dafür produzierten Films, der die Saatmaisproduktion erläutert. Der Film wurde in den drei Regionen der Schweiz gedreht und zeigt die verschiedenen Etappen der Produktion: Aussaat der weiblichen und männlichen Pflanzen (3 Aussaatdaten), Ausscheidung der nicht konformen Pflanzen, Kastration der weiblichen Pflanzen (mechanisch und manuell), Ernte der Ähren, Kontrolle, Trocknung und Entkörnung der Ähren und schliesslich Aufbereitung des Saatgutes mit Sortierung, Kalibrierung, Behandlung und Verpackung. Der Film ist hier verfügbar.