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Die Geschichte des Hefeweizen (Weissbier)
In Deutschland kann man am Hefeweizen erkennen, dass der Sommer angefangen hat. Was gibt es Bayerischeres als unter einer Kastanie zu sitzen und ein Glas kühlen und erfrischendes Hefeweizen gegen den Durst zu trinken? Dieses Klischee hält sich bis heute – und das, obwohl Weizenbiere nicht immer so beliebt waren. Um erhlich zu sein, wären sie beinahe sogar ausgestorben.
Die Tatsache, dass Weizen das wichtigste Getreide für die Brotproduktion ist, sorgte dafür, dass Hefeweizen seine Höhen und Tiefen in der Geschichte hatte – und zwar abhängig davon, wie viel Weizen da war und wie viel davon gebraucht wurde um die Bevölkerung zu ernähren. 1447 wurde das Brauen mit Weizen in München ganz verboten um sicher zu gehen, dass genügend Weizen zum Essen da ist. Nachdem dieses Gesetz 1516 auf ganz Bayern ausgeweitet wurde, gab es eine einzige Ausnahme: Die Wittelbacher, das bayerische Herrschergeschlecht, bekamen das exklusive Recht, Weizenbiere zu brauen. Bald betrieben sie in ganz Bayern ihre eigenen Wittelbacher Weissbierbrauereien.
Gegen Ende des 18.Jahrhunderts sank das Interesse an Weissbier immer mehr, 1798 wurde das Monopol aufgehoben. Fortan durfte jeder wieder mit Weizen brauen. Neue Brauereien wurden gegründet, auch die Schneider Familie gründete 1856 eine Weissbierbrauerei.
Nichtsdestotrotz sank der Absatz von Hefeweizen bis er schließlich seinen Tiefpunkt ind den 1960ern erreichte. Damals waren gerade mal 3 Prozent aller in Bayern gebrauter Biere Hefeweizen. Glücklicherweise wurde der Abwärtstrend schließlich aufgehalten und in den vergangenen Jahrzehnten erfreute sichdas Weissbier in Bayern immer größerer Beliebtheit.
Hefeweizen ist in der Regel unfiltriert, trüb und hell und hat einen Alkoholgehalt von etwa 5,5 Prozent. Es wird nach einem relativ einfachen Rezept gebraut. In Deutschland müssen mindestens 50 % des verwendeten Malzes Weizen sein um ein Bier Weissbier nennen zu dürfen. In der Regel verwenden die Brauer 60 bis 70 %. Der rest ist oft Pilsener Malz. Hopfen wird eher behutsam verwendet um dem Bier eine gewisse Bittere zu geben, die das Gegengewicht zum Malzkörper darstellt.
Mit der genauen Überwachung der Gärtemperaturen wird der wahre Charakter des Weissbier fine getuned. Weizenbiere wurden immer schon mit obergärigen Hefen vergoren, um im Gegensatz zum Lager sind die würzigen Phenole als ein Gär-Nebenprodukt erwünscht und tragen entscheidend zum Geschmacksprofil obergäriger Biere bei.