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Ein Präsident auf dem Rugbyfeld: Nelson Mandela (Morgan Freeman) schüttelt den Spielern der südafrikanischen Nationalmannschaft Springboks vor ihrem Match gegen England die Hand. Das Spiel endet für die Südafrikaner und ihren Captain François Pienaar (Matt Damon) in einem Debakel. Die Weissen pfeifen Mandela aus, die Schwarzen jubeln mit den siegreichen Engländern. Und dies in einem Land, das eben die Apartheid überwunden und den ersten schwarzen Präsidenten gewählt hat. Rugby, der Traditionssport der weissen Südafrikaner, ist am Boden. Doch Mandela, der 27 Jahre im Gefängnis auf Robben Island sass und von Rugby nur wenig versteht, sieht in den Springboks die Chance, die Nation zu einen. Sein Ziel ist der Titel an der bevorstehenden WM (1995) im eigenen Land.
Im Blickpunkt von «Invictus» steht die Politik Nelson Mandelas Anfang der 90er-Jahre. Regisseur und Hollywood-Urgestein Clint Eastwood, 79, verrennt sich bei der Verfilmung des Plots nicht in komplexe Gebilde. Er veranschaulicht die neue Regierungssituation in einer einzigen Szene, die sich zu Beginn des Films in einem engen Büro im Parlamentsgebäude abspielt: Eben hat Mandela sein eigenes Sicherheitsdispositiv, bestehend aus zwei schwarzen Leibwächtern, um ein paar weisse Bodyguards verstärkt. Diese stehen sich nun gegenüber. Am liebsten würden sie sich prügeln, aber sie müssen zusammenarbeiten. Besser kann man Mandelas Politik wohl nicht darstellen.
Danach konzentriert sich Eastwood vor allem auf das Rugby-Team und die packende Weltmeistergeschichte. Eine leise Enttäuschung ist Morgan Freeman, 72, der einer der charismatischsten Politiker hölzern und mit wenig Ausstrahlung spielt. Trotzdem ist er als bester männlicher Darsteller für einen Oscar nominiert worden.
Deshalb ist der Film ein Muss
- Er macht klar, wie Sport und Politik zusammenhängen können.
- Die Erzählweise ist schnurgerade und packt mit eigenwilligen Bildern.
- Regisseur Eastwood zeigt, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört.