Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03428.jsonl.gz/236

Diessenhofen
Die Klosterscheune steht auf der Anhöhe südwestlich der Klosteranlage. Ein mächtiges, steiles Ziegeldach bedeckt den langgezogenen, hochaufragenden Bau. Ungefähr in der Mitte des in Nord-Süd gestreckten Baukörpers setzen steilgieblige Querbauten mit niedrigerer Firsthöhe an. In den mit teilweise kleinteiligen Bollensteinen gemauerten Fassaden sind schmale Luftschlitze und nachträglich eingefügte, breitrechteckige Fenster- und grössere Toröffnungen eingelassen. Strebepfeiler verstärken die Gebäudeecken. Eine Hocheinfahrt führt zum Tor in der südlichen Giebelmauer.
Das Innere des gestreckten Baukörpers birgt einen hallenartigen Lagerraum. Die ursprünglich aus zwei liegenden Dachstühlen bestehende Dachkonstruktion liegt auf einer parallel zum First verlaufenden Ständerreihe aus hochaufragenden Eichenhölzern auf. Während die Dachkonstruktion im nördlichen Hallenteil Verzapfungen und Ansätze älterer Konstruktionsarten erkennen lässt, sind die Sparren, Streben, Riegel und Büge der Dachkonstruktion über dem südlichen Hallenteil überplattet, holzgenagelt und durch Schwalbenschwanzverbindungen gekennzeichnet. Das Fälljahr einiger Hölzer im nördlichen Hallenteil konnte durch die dendrochronologische Holzaltersbestimmung auf 1295/96 bestimmt werden.
In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhundert wurde die Dachkonstruktion im südlichen Hallenteil erneuert. Die Strebepfeiler, die breitrechteckigen Fenster sowie eine weitere Erneuerung der Dachkonstruktion erfolgten 1716 und 1735. Die Hocheinfahrt muss nach dem Einbau der jüngsten Dachkonstruktion erfolgt sein, da Teile davon gekappt wurden. Die Klosterscheune erstaunt durch ihre imposante Erscheinung, die sie offenbar von jeher aufgewiesen hat.
A. Knoepfli, Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau, Band 4, Basel 1989, S. 156–158.
Sonntag 12.9.
Führungen: 11.30 bis 15.30 Uhr jede Stunde (Dauer ca. 45 Min.)
ÖV: Siehe Diessenhofen, Kirche St. Katharinental.
Was: Führungen durch Walter Schmid, ehem. Pächter, max. 20 Personen pro Führung.
Organisation:
Amt für Denkmalpflege Thurgau
Ringstrasse 16
8510 Frauenfeld
Kontaktperson: Felicitas Meile
Weitere Veranstaltungen rund um St. Katharinental: