Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/246616

<h2>SubmittedText<h2><p>Üblicherweise werden innerhalb der Haushaltsbudgeterhebung alle drei Jahre die Haushaltsausgaben in den Kategorien Mietende und Wohneigentümer*innen publiziert. Die letzte Publikation erschien 2019 mit den Zahlen aus den Jahren 2015 bis 2017. Dieser spärliche Erscheinungsrhythmus und die Verzögerung der Publikation führen dazu, dass die veröffentlichten Zahlen der aktuellen Entwicklung nachhinken. Dies ist bedauerlich, weil der Vergleich der Wohnkosten von Mieter*innen und Wohneigentümer*innen ein wichtiger Indikator für wohnungspolitische Fragen ist. Die Zusammenfassung von drei Jahren zu einer Veröffentlichung ist der kleinen Stichprobe der Haushaltsbudgeterhebung geschuldet. Im November 2022 hätten die Zahlen für die Jahre 2018 bis 2020 erscheinen sollen. Sie wurden aber nicht veröffentlicht wie alle anderen Resultate für Gruppen, die nicht die Gesamtheit der Bevölkerung umfassen. Es fehlen also auch Zahlen zu verschiedenen Regionen oder Altersgruppen. Gemäss Medienmitteilung des Bundesamtes für Statistik habe sich das Jahr 2020 zu stark von den Jahren 2018 und 2019 unterschieden, so dass die drei Jahre nicht zusammengefasst werden können. Dagegen sollen die Jahre 2021 und 2022 "ausnahmsweise als Zweijahresgruppierung" publiziert werden. Somit wird für die Jahre 2018 und 2019 nie eine Auswertung veröffentlicht und mindestens fünf Jahre lang keine neuen Daten erscheinen. </p><p>Ich danke dem Bundesrat für die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Wie beurteilt der Bundesrat die Situation, dass viele Kategorien der Haushaltsbudgeterhebung während mehrerer Jahre nicht ausgewertet werden können?</p><p>2. Es ist klar, dass im Jahr 2020 verschiedene Ausgaben- und Einnahmenposten sich stark veränderten. Die Zahlen sind aber trotzdem reell gemessene Werte. Weshalb können sie nicht in diesem Dreijahresrhythmus berücksichtigt werden? </p><p>3. Weshalb ist es nicht möglich, auch die Jahre 2018 und 2019 als Zweijahresrhythmus zu veröffentlichen? </p><p>4. Wann werden die Zahlen für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht?</p><p>5. Weshalb wird die Stichprobe nicht vergrössert, damit in einem schnelleren Rhythmus die Zahlen veröffentlicht werden können?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Haushaltsbudgeterhebung (HABE) dient als Grundlage für zahlreiche Wirtschafts- und Sozialstatistiken, namentlich für die Berechnung des Warenkorbs des Schweizer Landesindexes der Konsumentenpreise (LIK).</p><p>1. Mit der HABE werden jährlich detaillierte Ergebnisse zu den Haushaltsbudgets sämtlicher Haushalte veröffentlicht. Aufgrund der Covid-19-Pandemie und um möglichst zeitnah aktualisierte Daten bereitzustellen, hat das BFS zusätzlich zu den Jahresergebnissen Quartalsergebnisse ausgewertet, die sechs Wochen nach Quartalsende publiziert werden (https://www.experimental.bfs.admin.ch/expstat/de/home/projekte/habe.html).</p><p>Für die Veröffentlichung der Resultate nach Untergruppen von Haushalten (Haushaltstypen, Mieter/Eigentümer, Einkommensklassen usw.) werden üblicherweise drei Jahre zusammengefasst, damit kleinere Untergruppen auf eine ausreichende Grösse kommen. Da die Ergebnisse während der Pandemie sehr unterschiedlich ausfielen, konnten sie nicht wie geplant gruppiert werden (siehe Antwort 2). Die Ergebnisse für die gesamte Zeitreihe ab 2018 werden spätestens nach der Publikation der Resultate der HABE 2021 im November 2023 veröffentlicht.</p><p>2. Aus den Quartalsergebnissen geht hervor, dass sich die Pandemie stark auf bestimmte Konsumausgaben ausgewirkt hat, beispielsweise auf die Ausgaben für Gast- und Beherbergungsstätten, für Freizeit oder für Verkehr. Daten, die von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie geprägt sind, mit Daten aus unbeeinflussten Bereichen zu gruppieren, ist nicht zielführend. Der Einfluss der Pandemie auf den Konsum würde so in einem weitgehend von der Pandemie unbeeinflussten (und doppelt so grossen) Datensatz verwässert, was die Interpretation der Indikatoren verzerren würde. Deshalb wurde die Gruppierung der Jahre 2018 und 2019 mit 2020 nicht publiziert.</p><p>3. Mit einer Zweijahresgruppierung (2018 und 2019), die lediglich zwei Drittel der Beobachtungen umfasst, würde die Genauigkeit der Indikatoren im Vergleich zu einer Dreijahresgruppierung mit insgesamt 9600 Haushalten (3200 teilnehmende Haushalte pro Jahr) zu stark verringert.</p><p>4. Die Jahresergebnisse 2020 für sämtliche Haushalte wurden im November 2022 veröffentlicht, die Ergebnisse für 2021 erscheinen im November 2023.</p><p>5. Die gewählte Stichprobe bei rund 3200 Haushalten im Jahr entspricht dem optimalen Verhältnis von Kosten, Aufwand der befragten Haushalte und benötigter Genauigkeit der Ergebnisse.</p>  Antwort des Bundesrates.