Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03379.jsonl.gz/193

Dein Bruder oder deine Schwester verhält sich seit einiger Zeit merkwürdig. Die sonst vertraute Beziehung hat sich sehr verändert, er oder sie ist distanziert, spricht kaum und hat sich stark zurückgezogen.
Teenagerphase oder Drogenkonsum?
Deutet dieses Verhalten darauf hin, dass dein Bruder oder deine Schwester ein Drogenproblem hat? Nicht unbedingt. Andere Schwierigkeiten könnten sein oder ihr Verhalten erklären, z.B. zu viele Hausaufgaben, schwierige Prüfungen, die Angst, das Schuljahr nicht zu bestehen, die Lehrstellensuche, Unsicherheit, was die Zukunft bringen wird, Mobbing, Liebeskummer, Identitätsprobleme, Sorgen mit sich selbst und vieles mehr.
Verdacht auf Drogenkonsum
Es ist möglich, dass dich unsere Worte nicht wirklich beruhigen. Dein Bruder oder deine Schwester verhält sich nicht nur anders als in der Vergangenheit, sondern jemand hat dir im Geheimen gesagt, dass er oder sie Drogen konsumiert. Du hast ungewöhnliche Utensilien / Substanzen gefunden und/oder du beobachtest bei ihm / ihr sonstige Anzeichen, die auf einen Drogenkonsum hindeuten könnten. Möglicherweise beobachtest du beim Geschwister vermehrt Aggressivität, Rückzug, Abwesenheit oder Paranoia (das heisst, die Person fühlt sich verfolgt).
Genuss oder Sucht?
Falls jemand Drogen konsumiert, ist es nicht immer leicht, einzuschätzen, wie es um die betroffene Person wirklich steht. Der Übergang von einem risikoarmen Konsum zu einer Abhängigkeit ist fliessend. Entscheidend für ein problematisches Konsumverhalten ist auch, welche Substanzen wie oft von deinem Geschwister konsumiert werden, wie gut die Beziehung innerhalb eurer Familie ist, ob es sonst gute Freunde und Freundinnen hat, wie es mit den stressigen Problemen des Alltages umgeht, ob es Ziele im Leben hat usw.
Um einzuschätzen, ob es beim Drogenkonsum deines Bruders oder deiner Schwester um Genuss oder Sucht geht, findest du Hinweise dazu in «Mein Bruder oder meine Schwester konsumiert Drogen.»
Sorgen und Belastungen
Wenn du dir Sorgen machst, ist es am besten, wenn du dein Geschwister direkt darauf ansprichst. Ist es bereit mit dir über seinen Konsum zu sprechen? Oder doch nicht? Unter «Wie spreche ich meinen Bruder, meine Schwester an» geben wir dir einige nützliche Tipps dazu.
- Ein Konsumproblem belastet auch die Seele von jenen, die nicht konsumieren. Du bist noch jung und es ist nicht richtig, dass du die ganze Last auf deine Schultern trägst. Du solltest deine Unsicherheiten und Sorgen nicht nur für dich behalten.
- Sollte sich die Situation nicht rasch verbessern, ist es wichtig, dass deine Eltern oder andere erwachsene Vertrauenspersonen (z.B. Patentante, Familienfreunde, Schulsozialarbeiter) informiert werden, damit sie Unterstützung bieten können… für dein Geschwister, aber auch für dich.