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Das Germaine-de-Staël-Programm: eine wertvolle Chance für französisch‑schweizerische Forschungspartnerschaften
Die letzte Evaluation, die von September bis Oktober bei Projektträgerinnen und -trägern des Förderprogramms Germaine de Staël aus den Jahren 2017 bis 2020 durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass dieses Mobilitätsstipendium entscheidend ist, um den Austausch zwischen schweizerischen und französischen Forschungsteams zu unterstützen.
Was ist das Programm Germaine de Staël?
Das Förderprogramm Germaine de Staël bietet ein Stipendium zur Unterstützung der Zusammenarbeit zwischen Forschenden aus Frankreich und der Schweiz: Reise- und Unterkunftskosten für kurze Aufenthalte (weniger als ein Monat) beim Partnerteam werden durch ein dem jeweiligen Projekt zugewiesenes Budget gedeckt. Dieses beläuft sich auf CHF 4500 pro Team und Jahr für das Schweizer Team und EUR 2400 für das französische Team. Das Stipendium ist einmal verlängerbar und kann ausnahmslos von allen Forschungsdisziplinen beantragt werden. Das Stipendium wird von der SATW im Auftrag des SBFI verwaltet. Die französische Botschaft und Campus France verwalten die Umsetzung bei den Forschungsteams in Frankreich. Jährlich werden rund zehn Projekte finanziert, die von einer gemeinsamen Kommission aus französischen und Schweizer Fachleuten ausgewählt werden. Dabei wird die Qualität der Anträge auf der Grundlage der wissenschaftlichen Qualität und der Relevanz der Partnerschaft beurteilt.
Mit dem Fragebogen sollte die Verwendung des Stipendiums durch die Empfänger evaluiert und die mittelfristigen Auswirkungen der Verwendung dieser Mittel auf den Fortschritt bilateraler Partnerschaften gemessen werden. Die Umfrage wurde an die französischen und schweizerischen Teams von drei Jahrgängen (rund dreissig Projekte) geschickt, die zwischen 2017 und 2020 finanziert wurden. Wir erhielten 31 Antworten, 14 von Schweizer Seite und 17 von französischer Seite – also fast von der Hälfte der Teams, die ein Stipendium erhalten haben.
Sich in einer zunehmend digitalisierten Welt physisch treffen – weshalb ist das immer noch zentral?
Mehr als 60 % der Befragten gaben an, dass das Stipendium es ihnen ermöglichte, bestehende Partnerschaften zu vertiefen, 40 % konnten eine neue Partnerschaft entwickeln.
Warum ist es immer noch so wichtig, sich persönlich zu treffen, auch wenn es heute leistungsfähige Instrumente für die Kommunikation auf Distanz gibt?
- 38,7 % der Befragten gaben an, dass dies die Kommunikation begünstigt.
- 32 % gaben an, dass dies einen besseren Technologie- und Wissenstransfer ermöglicht.
- 30 % gaben an, dass der Einsatz bestimmter Einrichtungen/Maschinen nur im Partnerteam möglich sei oder dass sie Feldstudien durchführen müssten.
Diese Rückmeldungen lassen sich mit den in den geförderten Teams vertretenen Disziplinen erklären: Obwohl sich alle Disziplinen bewerben können und die Auswahlkommission bestrebt ist, eine für die Vielfalt der Disziplinen repräsentative Auswahl zu treffen, sind Dossiers aus den Gebieten Naturwissenschaften, Chemie, Physik oder Ingenieurwissenschaften in den Anträgen sowie den angenommenen Dossiers leicht übervertreten.
Zudem gaben 65 % der befragten Teams an, zwischen zwei- und viermal zum Partnerteam gereist zu sein, 13 % gar mehr als fünfmal. Die Teams, die das Stipendium nicht in Anspruch nahmen, haben das Partnerschaftsprojekt grösstenteils aufgegeben (ein oder zwei Projekte).
Das Germaine-de-Staël-Stipendium treibt Zusammenarbeiten voran
Zwei Drittel der befragten Teams gaben an, dass das Stipendium ihre einzige Finanzierungsquelle ist, und für 60 % wird die Bedeutung dieser Finanzierung als mittel bis hoch eingeschätzt. Zudem gab die Hälfte der Befragten an, dass die Zusammenarbeit ohne die Finanzierung durch das Programm Germaine de Staël schlicht und einfach nicht hätte aufgebaut werden können.
Weiter ist das Verhältnis zwischen administrativem Aufwand und dem erhaltenen Nutzen sehr positiv. Mehr als 96 % der Befragten gaben an, dass sie mit dem Verhältnis zwischen den Erwartungen in Bezug auf administrative Aspekte und den bereitgestellten Mitteln zufrieden sind.
Unterschiedliche und nutzbare Ergebnisse
Die Mehrheit der Teams betonte einen massgeblichen Kompetenztransfer zwischen den Teams während der zweijährigen Förderung. Bei zwei Dritteln wurde die Partnerschaft auch nach dem Auslaufen des Stipendiums weitergeführt.
Die Ergebnisse der Zusammenarbeit wurden zum grössten Teil in Form von Publikationen oder Präsentationen an Konferenzen oder Symposien vorgestellt. Die meisten der Forschungsergebnisse wurden in wissenschaftlichen Artikeln gewürdigt. Einige Teams konnten aber auch erfolgreich Patente anmelden, Software entwickeln oder die Ergebnisse in der Industrie verwerten.
Das Stipendium hat auch zum Ziel, Forschende zu Beginn ihrer Karriere zu unterstützen und die Umsetzung ihrer Arbeiten zu erleichtern: Fast 80 % der Mitwirkenden in einem Partnerteam waren junge Forschende, die entweder in der Doktorandenausbildung waren oder eine Forschungsassistenzstelle innehatten.
Abschliessend stellte sich bei der Umfrage heraus, dass das binationale Stipendium auf allen Ebenen Vorteile bietet. Die Umfrage zeigt auch die Bedeutung der Förderung von Mobilität auf, die von den befragten Teams weitgehend als wichtig eingestuft wurde.
Für Fragen und Anmerkungen
Edith Schnapper, Leiterin des Programms Germaine de Staël, 044 226 50 26, edith.schnapper(at)satw.ch