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Der Konflikt zwischen der lokalen Bevölkerung und den BetreiberInnen der Mine Xstrata Tintaya in Perus südlicher Provinz Cusco hat sich letztes Wochenende verschärft. Seit Jahren protestieren die AnwohnerInnen in der Region der Stadt Espinar gegen Umweltverschmutzungen durch den Minenabbau, bei dem Flüsse und Böden mit Schwermetallen belastet werden (siehe WOZ Nr. 20/12). Der Minenkonzern, ein Tochterunternehmen des Schweizer Bergbaukonzerns Xstrata, weist die Vorwürfe zurück, da er alle Umweltvorschriften einhalte.
Bei einem Protestmarsch letzte Woche zum Sitz des Konzerns in Espinar, an dem mehrere Tausend Personen teilnahmen, standen der Menge über 1200 Polizisten gegenüber. Die Auseinandersetzungen eskalierten, als die Polizei aus nächster Nähe in die Menge schoss. Nach Angaben von Oscar Mollohuanca Cruz, Bürgermeister von Espinar, der an den Protesten teilnahm, starben dabei vier Menschen. Die Regierung spricht von zwei Toten und fast hundert Verletzten, ein Grossteil davon seien Polizisten. Perus Präsident Ollanta Humala hat daraufhin in der Region den Ausnahmezustand für dreissig Tage ausgerufen. Mehrere ProtestführerInnen wurden inzwischen verhaftet. Bereits zum zweiten Mal seit seinem Amtsantritt im Juli 2011 verhängt Humala den Notstand im Zusammenhang mit Protesten gegen grosse Minenprojekte.
Mollohuanca war Ende April zusammen mit mehreren VertreterInnen sozialer Basisorganisationen für eine Informationsreise in der Schweiz unterwegs. Dabei besuchte er auch Xstrata am Hauptsitz in Zug und berichtete über die Umweltverschmutzungen durch die Mine Tintaya.