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Kühler und nasser April
Der April war verbreitet anhaltend kühl. Mitte Monat fiel in den Ostalpen und später auch in den Südalpen reichlich Schnee. Die wechselhafte Witterung brachte meist überdurchschnittliche Niederschlagsmengen und wenig Sonne.
Der April war meistens tiefdruckbestimmt mit sehr wechselhaftem Wetter. Die Tagesmitteltemperatur lag nördlich der Alpen und in den Alpen bis am 26. April meist mehr als 1,5 °C unter der Norm 1991–2020. Periodisch sanken die Werte sogar 3 bis 5 °C, in Berglagen an einzelnen Tagen auch 6 bis 8 °C unter das langjährige Mittel.
Auf der Alpensüdseite blieb die Tagesmitteltemperatur nur vom 4. bis am 7. April sowie am 21. und 22. April deutlich unterdurchschnittlich. Die Werte sanken verbreitet 2 bis 4, vereinzelt auch mehr als 5 °C unter das langjährige Mittel.
Im Norden viel Niederschlag und wenig Sonne: Am 7. und am 8. April sowie am 11. April fiel ein wenig Neuschnee in den Alpen. Reichlich Neuschnee gab es zwischen dem 12. und dem 16. April, vor allem in den zentralen und östlichen Alpen. Dabei erreichten die Neuschneesummen in höheren Lagen 50 bis 90 cm. Am 20. April löste ein von Ost nach West über Mitteleuropa ziehendes Höhentief in der Schweiz kräftige Niederschläge aus.
Die anhaltend tiefdruckbestimmte Witterung brachte auf der Alpennordseite wenig Frühlingssonne. Die Alpensüdseite verzeichnete vor allem im ersten Monatsdrittel reichlich Sonnenschein. Auf der Alpensüdseite setzte sich die Niederschlagsarmut der vergangenen Monate zunächst fort. Bis am 19. April gab es nur zwei Tage mit Niederschlag. Das letzte Monatsdrittel brachte dann vier, lokal auch fünf oder sechs Tage mit Niederschlag. Trotzdem blieben die Monatssummen im Süden regional unterdurchschnittlich.
Auch auf der Alpennordseite und im Wallis blieben die Monatssummen trotz vieler Tage mit Niederschlag in weiten Gebieten bis ins letzte Monatsdrittel unter der Norm. Erst mit den Niederschlägen am Monatsende, zum Teil begleitet von Gewittern und Hagel, stiegen die Monatssummen verbreitet auf durchschnittliche oder überdurchschnittliche Werte. Am östlichen Alpennordhang war es regional einer der nassesten Aprilmonate in den verfügbaren Messreihen.
Monatsbilanz April 2023
Im landesweiten Mittel waren die April-Temperaturen 1,0 °C unter der Norm 1991–2020. Nördlich der Alpen lag sie 0,8 bis 1,2 °C unter der Norm, in den Alpen blieb sie verbreitet 1 bis 1,7 °C unter dem langjährigen Mittel. In Hochtälern gab es hingegen Werte um die Norm. Auf der Alpensüdseite bewegte sich die Apriltemperatur verbreitet im Bereich des langjährigen Mittels, lokal auch 0,4 bis 0,6 °C darunter.
Der April brachte verbreitet überdurchschnittliche Niederschlagsmengen. In der Nordostschweiz und den Ostalpen sowie in den Westalpen stiegen die Werte in einem grösseren Gebiet über 140 % der Norm. Lokal gab es um 200 %, vereinzelt auch um 250 % des langjährigen Mittels. Am östlichen Alpennordhang war es regional einer der nassesten Aprilmonate seit Messbeginn. Im westlichen Tessin hingegen erreichten die Monatssummen regional nur 70 bis 80 % des Durchschnitts.
Die Sonnenscheindauer lag im April verbreitet zwischen 60 bis 80 % der Norm. Im Wallis stiegen die Werte auf 80 bis 90 %, im Engadin auf 80 bis 100 % des langjährigen Mittels. Die Alpensüdseite erhielt regional 110 bis 125 % des Durchschnitts.
Der Mai bringt zuerst Regen, dann viel Sonne
Der Mai verlief zum grössten Teil regnerisch und sonnenarm. Zum Monatsende brachte er viel Sonnenschein. Trotz der vielen Regentage blieben die Niederschlagssummen in weiten Gebieten der Schweiz unterdurchschnittlich.
Schon ab Maibeginn stellte sich in der Schweiz eine lange Niederschlagsperiode ein. Auf der Alpennordseite dauerte die Niederschlagsperiode meist bis am 16., in der Ostschweiz bis am 17. Mai. Auf der Alpensüdseite erstreckte sich die nasse Periode mit kurzen Unterbrüchen bis am 20. Mai. Dabei wurden lokal ungewöhnlich kräftige Niederschläge verzeichnet. Vom 8. bis am 20. Mai herrschten in der ganzen Schweiz anhaltend sonnenarme Verhältnisse.
Vom 4. bis am 9. Mai floss aus Westen und Südwesten milde und zunehmend feuchte Luft zur Schweiz. Die Tagesmitteltemperatur lag landesweit mehrere Grad über der Norm. Am 10. und 11. Mai wurde die Schweiz von kühler Luft aus Nordwesten erfasst. Mit der anschliessenden Bisenlage, die sich einstellte blieb die Tagesmitteltemperatur bis am 20. Mai verbreitet unter der Norm.
Zum Monatsende hin sonnig und wärmer: Eine vom Atlantik bis Osteuropa reichende Hochdruckzone brachte der Schweiz zwischen dem 21. und 23. Mai Tageshöchstwerte von 24 bis 26 °C, im Süden bis 27 °C und im Wallis knapp 29 °C. Die sommerliche Stimmung wurde mit Gewittern am Nachmittag und Abend begleitet.
Die stabile Hochdruckzone brachte auf der Alpennordseite vom 26. bis am 31. Mai erneut viel Sonnenschein. Die Tageshöchstwerte stiegen auf 25 bis knapp 27 °C. Dazu wehte oft eine schwache bis mässige Bise. In den Bergen gab es ganz lokal Schauer oder Gewitter, am 31. Mai auch im westlichen Mittelland.
Die Alpensüdseite lag gleichzeitig im Zustrom von feuchtmilder Luft aus Südosten. Die Sonnenscheindauer war ab dem 27. Mai eingeschränkt. Gewitter brachten in grösseren Gebieten Niederschläge. Die Tageshöchstwerte erreichten am 26. Mai 26 bis 28 °C, anschliessend noch 24 bis 27 °C.
Monatsbilanz Mai 2023
Die Maitemperatur lag im landesweiten Mittel 0,5 °C über der Norm. In den Alpen und auf der Alpensüdseite bewegten sich die Werte meist zwischen -0,1 unter der Norm und 0,7 °C über der Norm. Punktuell wurden auch Werte um 1 °C über dem langjährigen Mittel registriert.
In weiten Gebieten der Schweiz wurden unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen registriert. In der Westschweiz lagen die Werte an mehreren Messstandorten unter 50 % der Norm. Überdurchschnittliche Mengen fielen vor allem am zentralen und östlichen Alpennordhang, in Teilen Graubündens sowie gebietsweise auf der Alpensüdseite.
Die Sonnenscheindauer lag verbreitet zwischen 85 und 95 % der Norm. Im Engadin blieb die Sonnenscheindauer unter 80 % des langjährigen Mittels. In der West und Nordwestschweiz und im Wallis stiegen die Werte lokal auf 100 bis 104 % des Durchschnitts.
Warmer und sonniger Juni
Der Juni war sehr sonnig und regenarm. Nördlich der Alpen war es lokal der sonnigste oder regenärmste Juni seit Messbeginn.
In den ersten 15 Juni-Tagen lag die Schweiz am Südrand eines Hochdruckgebiets, das sich beharrlich zwischen dem Nordatlantik, den Britischen Inseln und dem Baltikum hielt. Dadurch wurde das Wetter auf der Alpennordseite durch die Bise dominiert - ein trockener Ost- bis Nordostwind. Diese Wetterverhältnisse brachten viel Sonne, oft angenehm sommerliche Temperaturen bei schwachem bis mässigem Wind und wenig Regen. An einigen Messstandorten fiel in der ersten Monatshälfte überhaupt kein Regen.
Sonnenscheinrekord: Das anhaltende Hochdruckwetter in der ersten Monatshälfte führte vor allem nördlich der Alpen zu einer hohen monatlichen Sonnenscheindauer. In der Nordschweiz war es einer der sonnigsten Junimonate seit Messbeginn.
Südlich der Alpen war die Luft in der ersten Monatshälfte feucht und instabil, verursacht durch ein Tiefdruckgebiet über dem Golf von Genua. Deshalb zogen fast täglich Gewitter auf. Nach einer Wetter-Umstellung auf Südwestwind gab es ab dem 18. Juni verbreitet die ersten Hitzetage (Tages-maxima 30 °C und mehr). Vom 19. bis 22. Juni entluden sich vielerorts Gewitter, besonders nördlich der Alpen und im Westen des Landes. Eine Gewitterfront verursachte am 22. Juni starke Windböen. Nach der Gewitterepisode sorgte Hochdruckwetter vom 24. bis am 28. Juni wieder verbreitet für sonnige Verhältnisse ohne Regen. Am Abend des 29. Juni und in der Nacht vom 29. auf den 30. Juni entluden sich lokal heftige Gewitter, zum Teil auch mit Hagel.
Monatsbilanz Juni 2023
Die Junitemperatur lag im landesweiten Mittel 2,3 °C über der Norm. Nördlich der Alpen lag sie verbreitet 2,3 bis 3,3 °C über dem langjährigen Mittel. In den Alpen bewegten sich die Werte meist zwischen 2,0 und 2,5 °C über dem Durchschnitt. Im Engadin und auf der Alpensüdseite erreichte die Junitemperatur 1,0 bis knapp 2,0 °C über der Norm.
Die Niederschlagsmengen blieben in weiten Gebieten der Schweiz unter 50 % der Norm. Gebietsweise fielen sogar weniger als 30 % des langjährigen Mittels, wie zum Beispiel in der Bodenseeregion. Am unteren Genfersee, im Südtessin und lokal im Wallis sorgte die Gewitteraktivität hingegen für 90 bis 110 % des Durchschnitts. An 85 Messstandorten mit längeren Messreihen war es der regenärmste Juni seit Messbeginn. Darunter fallen auch 11 Messstandorte mit über 100-jährigen Messreihen.
Die Sonnenscheindauer lag im Juni auf der Alpennordseite zwischen 120 und 160 % über der Norm. In den übrigen Gebieten erreichte die Sonnenscheindauer meist 110 bis 120 % des langjährigen Mittels.
Tabelle als PDF:
Klimadaten im zweiten Quartal 2023
Quelle: MeteoSchweiz, Klimabulletins 2023