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August Macke
August Mackes Menschenbild -
Kontemplation und Glück
Die Ausstellung "Kontemplation und Glück - August
Mackes Menschenbild" im August Macke Haus in Bonn dauert noch bis zum 28.
Mai 2000. Sie vereint 17 Gemälde, 12 Aquarelle und 32 Zeichnungen und
Pastelle des am 3. August 1914 in die Armee eingezogenen und am 26. September
bereits durch einen Kopfschuss im Alter von erst 27 Jahren gefallenen
Künstlers.
August Macke war ein Kind der Vorkriegseuphorie, des
Aufbruchs und der Erneuerung in der Kunst. Das gesellschaftspolitische
Verantwortungsbewusstsein kam den Künstlern erst im Krieg. Wer Macke als
zweitrangig abtut, sollte zudem bedenken, dass er in einem Alter starb, in dem
viele Künstler ihren eigenen Stil noch nicht gefunden haben und ihre
Meisterwerke noch ausstehen. Trotzdem schuf Macke in rund einem Jahrzehnt 600
Gemälde, 2700 Aquarelle und Tausende von Zeichnungen.
In der Ausstellung ist unter anderem sein erstes
repräsentatives Gemälde, Der Alte Geiger (1906), zu sehen, das auf
Böcklin zurückgreift. Im Gegensatz zu den anderen Expressionisten, mit denen
er z.T. im
Blauen Reiter
vereint war, ist bei Macke der Alltag
abwesend, werden Arbeitswelt, Technik, Industrialisierung, Leid, Krankheit und
Armut nicht gezeigt und soziale Spannungen ausgeblendet. Selbst seine
religiösen Bilder zeigen eine exotisch ferne Welt (Peter Dering).
August Macke zeigt eine Welt, die mit sich im Reinen ist.
Dabei bleibt er nicht oberflächlich, sondern bietet eine umfassende und
ernsthafte Deutung der Welt, die sich bei ihm in einem Gleichgewicht zeigt,
das fragil und gefährdet erscheint, woraus eine gewisse Leichtigkeit und eine
leise Melancholie entstehen (Volker Adolphs).
Seine Arbeiten zeigen den Einfluss von Böcklin und
Kirchner, Picasso und Delaunay, von Impressionismus, Fauvismus, Kubismus,
Expressionismus und Futurismus. Er pflegte Kontakte zu
Franz Marc und
Wassily Kandinsky, von denen er sich aber z.B. durch seine Auffassung der Natur
unterschied. Für Macke umfasste die Natur auch alles vom Menschen
Geschaffene, war der Mensch Teil der Natur. Er hielt auch am Sinneseindruck
der Aussenwelt als Grundlage seiner bildlichen Orientierung fest.
[Hinzugefügt am 12. Juni 2013: Zu meinen Lieblingsarbeiten von August Macke in
Ausstellung und Katalog gehörten kleine Papierarbeiten wie Drei Mädchen mit
Blumen (aus: Moritat) von 1912, Aquarell und Kreide, in Privatbesitz, sowie
Mann mit Karre (aus Moritat) von 1912, Aquarell, Gouache und Kreide,
ebenfalls aus Privatbesitz. Es sind kleine Schätze, die beglücken.]
Katalog: Kontemplation und Glück - August Mackes Menschenbild. Nr. 32,
Schriftenreihe Verein August Macke Haus in Bonn, 2000, 111 S. Bestellen bei
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