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Vor einer Chirurgie von Lebermetastasen beim Kolonkarzinom wird oft eine Chemotherapie eingesetzt. Am diesjährigen “World Congress on Gastrointestinal Cancer” fasste Alberto Sobrero den aktuellen Stand des Wissens darüber zusammen.
Eine präoperative Chemotherapie wird entweder perioperativ eingesetzt um Mikrometastasen zu behandeln. Eine andere Indikation ist, primär inoperable Metastasen in einen operablen Befund zu konvertieren. Dies ist die herausfordernde Zielsetzung
Wirksamkeit?
Eine kürzliche Metaanalyse (Chua, Ann. Surg. Oncol. 2010) gab eine Remissionsrate von 64% durch die Chemotherapie an. R0 Resektionen nach Chemotherapie waren in 93% möglich und das Krankheitsfreie Überleben wurde mit 21 Monaten angegeben. In der einzigen Phase III Studie sind die Zahlen allerdings bescheidener mit 64% Remissionen, 87% R0 Resektionen und 19 Monaten krankheitsfreiem Überleben. Aufgrund dieser Studien konnte kein bevorzugtes Therapieschema gefunden werden.
Welches Therapieschema?
Wenn es nicht schon adjuvant gegeben wurde, empfiehlt Alberto Sobrero FOLFOX einzusetzen. Es führt zu mehr Remissionen als FOLFIRI (Tournigand J Clin Oncol 2004, Alberts J Clin Oncol 2005). Die Resultate zu FOLFOXIRI sind widersprüchlich.
Mit Avastin wurde auch die Resektionsrate verbessert. Allerdings war der Unterschied nicht statistisch signifikant (Saltz 2008).
Die intraarterielle Gabe einer Chemotherapie wird wieder vermehrt diskutiert. Zusammen mit einer Systemtherapie werden extrem gute Ansprechraten beschrieben. Die Komplikationsrate ist jedoch hoch. Es gibt nur wenige Zentren mit Erfahrungen. Der Einsatz ist somit noch experimentell
Zusammenfassend
Die aktuelle Literatur empfiehlt somit entweder eine Tripeltherapie oder bei K-RAS Wildtyp eine Duplet Therapie zusammen mit Cetuximab einzusetzen.