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Die Mittelmeer-Diät ist im Vergleich zu acht anderen Kostformen am besten geeignet, langfristig bei Menschen mit Typ-2-Diabetes die Blutzuckerwerte zu verbessern. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam. Die Forscher werteten die Daten von 4 937 erwachsenen Studienteilnehmern aus 56 Ernährungsstudien aus. Sie verglichen die Effekte von neun verschiedenen Kostformen auf die Nüchtern- und Langzeit-Blutzuckerwerte. Zu den untersuchten Kostformen gehören neben anderen die Low-Fat-, die Low-Carb- und die Mittelmeer-Diät (siehe: Begriffserklärungen). Wenn die Teilnehmer im Rahmen der jeweiligen Ernährungsstudie sich wie gewohnt ernährten, wurde dies als Kontroll-Diät bezeichnet.
Die wichtigsten Resultate sind:
Alle untersuchten Diäten führten im Vergleich zur Kontroll-Diät zu einer Senkung des Nüchtern-Blutzuckerwertes um 1 bis 1,61 mmol/l und zu einer Verringerung des Langzeitwerts (HbA1c) um 0,47 bis 0,82 Prozent.
Die Mittelmeer-Diät war am besten geeignet, den Nüchtern-Blutzuckerwert zu senken. Dieser Wert gibt die Blutzuckermenge nach einer mindestens achtstündigen Fastenperiode an (zum Beispiel am Morgen nach der Nachtruhe).
Die Low-Carb-Diät war dagegen am besten geeignet, kurzfristig den Langzeit-Blutzuckerwert (HbA1c-Wert) zu senken. Bereits nach 12 Monaten war dieser Vorteil gegenüber den anderen Diäten nicht mehr nachzuweisen. Langfristig führte die Mittelmeer-Diät zu einer deutlicheren Senkung des HbA1c als die Low-Carb-Diät.
Als Grund dafür vermuten die Forscher, dass die Low-Carb-Diät vor allem in den ersten Monaten einen vergleichsweise stärkeren Gewichtsverlust bewirkt und damit den Diabetes günstig beeinflusst. Die Low-Fat-Diät hatte generell die schwächsten Effekte auf den Nüchtern- sowie den Langzeit-Blutzuckerwert. «Unsere Studie zeigt, dass eine pflanzenbasierte Kost wie die Mittelmeer-Diät eine gute Möglichkeit ist, den Zuckerstoffwechsel bei Menschen mit Diabetes günstig zu beeinflussen», betonen die Forscher. Sie gehen derzeit davon aus, dass die in dieser Diät enthaltenen Früchte, Gemüse, Olivenöl, Nüsse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Ballaststoffe die Insulinwirkung verbessern und die Produktion von sogenannten Advanced Glycation Endproducts (AGEs) verringern. Letztere sind Zucker-Eiweißverbindungen, die zum Beispiel bei zu hohen Blutzuckerwerten entstehen.
Quelle: Eur J Epidemiol 2018;33;157-170