Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/80994

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Befall von Obstbäumen mit Feuerbrand hat dramatische Ausmasse angenommen. Die Existenz von zahlreichen Obstproduzenten ist bedroht, und viele stehen unter physischem und psychischem Druck. Die Investitionen in Obstanlagen werden zum extremen Risiko, und die Zukunft des professionellen Obstanbaus wird infrage gestellt. Die zögerliche Haltung der Forschungsanstalt und des BLW, effiziente und effektive Massnahmen zur Sicherung des Obstanbaus rechtzeitig zu planen und im Katastrophenfall rasch und wirksam einzusetzen, ist eine Verweigerung der natürlichen Realitäten. Obstproduzenten und kantonale Vollzugsbeamte sind über das im Hintergrund ablaufende Schwarz-Peter-Spiel verunsichert und verärgert.</p><p>Ist der Bundesrat bereit, die dringend notwendigen Korrekturen bei den zuständigen Stellen vorzunehmen und energisch die Zukunft des Obstanbaus in der Schweiz zu sichern?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Dem Bundesrat ist bewusst, dass der Obstbau in gewissen Gegenden zurzeit stark vom Feuerbrand betroffen und die Situation gewisser Bauernfamilien schwierig ist. Wir können versichern, dass der Bund seinen Pflichten nachkommt, insbesondere was die finanzielle Unterstützung der getroffenen Bekämpfungsmassnahmen anbelangt. Er hat auch die Subventionierung der in Feuerbrandbefallsgebieten angeordneten Rückschnittmassnahmen gutgeheissen.</p><p>Seit 1997 hat der Bund bereits 29,5 Millionen Franken für die Unterstützung der angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung des Feuerbrandes gewährt. Dabei handelt es sich insbesondere um präventive Rodungen von Wirtspflanzen des Feuerbrandes in der Umgebung von Obstanlagen. Inbegriffen in diesem Betrag ist auch die Entschädigung der Obstbauern für die finanziellen Verluste, die im Zusammenhang mit den genannten Bekämpfungsmassnahmen stehen.</p><p>Die direkte Bekämpfung dieser Krankheit erweist sich als schwierig. Die gegen Feuerbrand zugelassenen Pflanzenschutzmittel sind nur teilweise wirksam. Im Jahr 2003 hat der Bund ein Gesuch für die Zulassung des Antibiotikums Streptomycin abgelehnt. Dieser Entscheid erfolgte hauptsächlich aus Gründen des Schutzes der menschlichen Gesundheit (Antibiotikaresistenz).</p><p>Sollte ein neues Gesuch mit dem vorgeschriebenen Dossier eingereicht werden, wird dieses durch das Bundesamt für Landwirtschaft in Zusammenarbeit mit den Bundesämtern für Umwelt und Gesundheit mit der erforderlichen Aufmerksamkeit geprüft.</p>