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Salizylsäure
Wird im Wesentlichen zum Ablösen der Schuppen verwendet und
in einer Konzentration zwischen 5 und 15 Prozent in Öl (für die Kopfhaut) oder Salben eingesetzt.
Harnstoff (Urea)
Kommt in erster Linie in den Hautpflegeprodukten vor (Konzentrationen zwischen 8 und 12 Prozent) und hilft ebenfalls, die Schuppen zu lösen. Ist zudem ein natürlicher Feuchthaltefaktor der Haut.
Kortison
In verschiedenen Stärken und Grundlagen (Lotion, Crème, Salbe, Schaum, Pflaster, Shampoo) ist Kortison die am häufigsten verwendete Substanz zur Behandlung der Psoriasis. Kortison hemmt die Entzündung und die überstürzte Zellteilung der Oberhaut. Ausgezeichnete Wirksamkeit und Verträglichkeit sowie, bei sachgemässer Anwendung, geringe unerwünschte Wirkungen zeichnen sie aus. Die längere und kontinuierliche Anwendung von Kortison-Präparaten kann zu Nebenwirkungen wie Hautverdünnung und Alterungszeichen führen; sie sollte deshalb regelmässig überprüft werden Richtig angewendet, sind Kortison-Präparate aber für viele Patientinnen und Patienten von grossem Nutzen. Vorsicht ist bei Anwendung im Genitalbereich, im Gesicht und bei Kindern geboten.
Vitamin D-Präparate
Sie haben ebenfalls Einfluss auf die Entzündung, Zellteilung und Schuppung der Haut, weisen aber im Vergleich zum Kortison einen verzögerten Wirkungseintritt auf. Dafür sind sie aber oft nachhaltiger in der Wirkung. Vitamin D-Präparate gibt es als Salben und Lotionen für Körper und Kopfhaut. Besonders wirkungsvoll ist die Kombination von Calcipotriol mit Kortison. Zu beachten sind die Höchstmengen in der wöchentlichen Anwendung, da Vitamin D den Kalziumhaushalt beeinflusst
Tracrolimus/Pimecrolimus
Sind zwei immunmodulierende Wirkstoffe, die zur Behandlung von Neurodermitis zugelassen sind. Studien haben gezeigt, dass besonders bei Psoriasis im Gesicht, den Körperfalten und im Intimbereich eine vergleichbare Wirkung mit kortisonhaltigen Präparaten zu erwarten ist. Aufgrund der dünneren Haut an diesen Hautstellen können Tracrolimus/Pimecrolimus auch längerfristig angewendet werden.
Lichttherapie
Die Phototherapie besitzt einen hohen Stellenwert bei der Therapie der mittelschweren und schweren Psoriasis. Sie ist einfach in der Anwendung. Schliesslich kann sie vorteilhaft mit äusserlich anwendbaren Behandlungen (Cremes, Lösungen, Salben) kombiniert werden. Heute benutzt man vor allem UVB Lampen, die 311nm emittieren. Auch UV-A Wellen können hochwirksam bei der Therapie der Psoriasis sein. In manchen Fällen kommt es zu einer Kombination mit lichtsensibilisierenden Substanzen (Psoralen), was die Wirksamkeit erhöht.
Systemtherapien
Innerliche Behandlungsmethoden (systemische Therapien). Ebenfalls bei ausgedehnten oder schweren Psoriasis-Formen – insbesondere wenn auch die Gelenke betroffen sind – kommen die innerlichen oder systemischen Therapien zum Zug. Ihr Einsatz bedingt bestimmte Voraussetzungen und vor allem ein sorgfältiges Abwägen des Nutzen-Risiko-Verhältnisses durch den erfahrenen Spezialisten. Unterschieden werden traditionelle systemische Therapien (Methotrexat, Acitretin, Ciclosporin und Fumarsäurester) von den neueren small molecules (Apremilast) und Biologics (Adalimumab, Etanercept, Infliximab, Ustekinumab, Secukinumab, Ixekizumab, Brodalumab, Guselkumab und Risankizumab).
Methotrexat
Zunächst zur Krebsbehandlung entwickelt, erwies sich diese Substanz in deutlich niedrigerer Dosierung auch als wirksam in der Behandlung chronisch entzündlicher Erkrankungen. Sie ist wirksam sowohl in der Behandlung der Haut- als auch der Gelenkpsoriasis. Vorsicht ist geboten bei Lebererkrankungen, da das Medikament langfristig eine Leberschädigung verursachen kann.
Ciclosporin
Ist ein Medikament aus der Transplantationsmedizin, wo es zur Verhinderung der Abstossung transplantierter Organe durch das Immunsystem eingesetzt wird. Es zeigt auch eine hervorragende Wirkung auf die Psoriasis, insbesondere auf schwere und stark entzündliche Formen. Die Dauer der Anwendung ist begrenzt durch das Risiko der Nierenschädigung durch das Medikament.
Fumarsäureester
In Deutschland häufig verwendetes Medikament zur systemischen Therapie der Plaque-Psoriasis. Es hat soeben auch die Zulassung in der Schweiz erhalten. Diese Stoffklasse ist ein Nebenprodukt im Zitratzyklus und hat den Vorteil eines sehr sicheren Wirkungsprofils, obschon es sich beim Therapiestart häufig mit lästigen Nebenwirkungen bemerkbar macht, wie z.B. durch Flush (anfallsartige Rötung des Gesichts), Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall und vorübergehenden Lymphopenie (Verminderung bestimmter weisser Blutkörperchen). Wird es aber toleriert, kann es über Jahrzehnte eingenommen werden und die Psoriasis vollständig unterdrücken.
Apremilast
Ist ein orales Medikament, das eine milde Unterdrückung allgemeiner Entzündung verursacht. Es braucht nur wenige Laborkontrollen und ist von der Wirkungsstärke im mittleren Bereich. Abgesehen von vorübergehender Übelkeit und Durchfall bietet es eine grosse Sicherheit.
Biologika
Hierbei handelt es sich um eine neue Generation von biotechnologisch hergestellten Antikörper mit spezifischerem Wirkungsmechanismus gegen die psoriatische Entzündung. Sie werden in der Regel gespritzt. Derzeit befinden sich für die Psoriasis TNF-alpha Inhibitoren (Infliximab, Etanercept, Adalimumab) und ein IL-12/23 Inhibitor (Ustekinmab) auf dem Markt, sowie die beiden hochgradig effektiven IL-17 Inhibitoren Secukinumab und Ixekizumab. Das am neusten zugelassene Biologikum ist der IL-23 Inhibitor Guselkumab, ein ebenfalls sehr effektives Biologikum. In der Entwicklung sind weitere neuartige kleine Moleküle. Wegen der hohen Herstellungskosten sind Biologika nur für Psoriasispatienten mit einem Flächenbefall >10% bzw. ab PASI 10 oder in besonderen, invalidisierenden Lokalisationen (z. B. Handflächen und Fusssohlen) vorbehalten, bei denen die herkömmlichen Therapien versagt haben.