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Rekord-Ozonloch über dem Nordpol
Nach Forschungen des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) hat sich das Ozonloch über der Arktis rasant vergrößert.
"Unsere Daten zeigen, dass in den letzten Wochen in dem für die Ozonkonzentration entscheidenden Höhenbereich der arktischen Atmosphäre bereits etwa die Hälfte des Ozons zerstört wurde", sagte AWI-Forscher Markus Rex. Da die Bedingungen für diesen ungewöhnlich starken Ozonabbau weiter andauerten, rechne man mit weiteren Ozonverlusten in den nächsten Wochen.
Ozonabbau und Klimawandel stehen den Forschern zufolge im Zusammenhang: Im Bereich der arktischen Ozonschicht hat laut AWI die Häufigkeit kalter Winter seit Mitte des letzten Jahrhunderts zwar eher etwas abgenommen, die Bedingungen während dieser kalten Winter sind aber immer eisiger geworden und haben solch schwerwiegenden Ozonverlust in der Arktis erst ermöglicht. "Der aktuelle Winter setzt die Entwicklung fort, die durchaus im Zusammenhang mit der globalen Klimaerwärmung stehen kann", sagte Atmosphärenforscher Rex. "Vereinfacht gesagt halten steigende Treibhausgaskonzentrationen die Wärmestrahlung der Erde in tieferen Luftschichten zurück und erwärmen diese. In der darüber gelegenen Stratosphäre gelangt weniger der wärmenden Strahlung, dort kommt es dann zu einer stärkeren Abkühlung." Diese Abkühlung findet ausgerechnet im Bereich der Ozonschicht statt und bewirkt offensichtlich die nun beobachtete Verstärkung des Ozonabbaus. "Die komplizierten Details der Wechselwirkungen zwischen der Ozonschicht und Klimaänderungen sind jedoch noch nicht verstanden und Gegenstand aktueller Forschungsprojekte", so Rex.