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Heute ist es selbstverständlich, dass in allen Liegenschaften jederzeit Wasser aus den Hähnen fliesst.
Vor 110 Jahren war die Gemeinde noch nicht für die Wasserversorgung zuständig. Einzelne Bauernhäuser hatten ihre eigenen privaten Wasserfassungen. Erst im Jahr 1911/12 wurden die ersten Quellen im Gebiet Staretschwil (Oberrohrdorf) gefasst. Mittels einer Transportleitung führte man das Wasser nach Niederrohrdorf. Später wurde eine weitere Quellfassung im Dorfgebiet Mülimatt gebaut. Sie liefert das Wasser zum Reservoir im Gebiet Rotrisch. Somit konnten die damaligen Liegenschaften in Niederrohrdorf mit Trinkwasser versorgt werden.
Langfristig waren die Quellen zu wenig ertragreich. Aus diesem Grund wurden 1944 im Gebiet Mülimatt zwei 16 Meter tiefe Grundwasserfassungen - mit einer Kapazität von 700 l/min - gebaut. Somit konnte Niederrohrdorf bis 1962 mit genügend Trinkwasser versorgt werden.
Nach dem 2. Weltkrieg setze die Hochkonjunktur, verbunden mit einem Bauboom, ein. Die wunderschöne Wohnlage am Rohrdorferberg wurde immer attraktiver und lockte viele neue Einwohner an. Die Infrastruktur wurde mit der Zeit immer knapper und das Trinkwasser reichte nicht mehr aus. Neue Wasservorkommen mussten gefunden werden. Im Bodematt stiess man bei Sondierbohrungen auf einen mächtigen Grundwasserstrom. 1969 konnte das grösste Grundwasserpumpwerk in der Region gebaut werden. Die konzessionierte Pumpkapazität beträgt heute 3'000 l/min, die maximale Wassermenge, die aus dem Pumpwerk pro Jahr gefördert werden darf, ist limitiert auf 500'000 m3. Mit den Gemeinden Oberrohrdorf und Remetschwil bestehen Wasserlieferungsverträge. Jährlich werden diesen beiden Gemeinden ca. 100'000 m3 Trinkwasser geliefert. Die Liefermenge kann bei Bedarf bis zu 250'000 m3 erhöht werden.
Seit 1991 betreibt die Gemeinde Niederrohrdorf mit Stetten ein weiteres Grundwasserpumpwerk im Torfmoos. Aus diesem Pumpwerk können weitere 1'500 l/min Trinkwasser gefasst und ins Netz eingespeist werden.
Alle Gemeinden sind verpflichtet, die Trinkwasserversorgung auch in Notsituationen sicherzustellen. Aus diesem Grund ist das Pumpwerk Mülimatt mit einem Notstromaggregat ausgerüstet. Zusätzlich haben die Gemeinden am Rohrdorferberg einen Notwasserverbund mit der Gemeinde Spreitenbach gegründet. In Notsituationen kann somit über die Trinkwasserleitung von Oberrohrdorf Trinkwasser von Spreitenbach (Limmat-Grundwasserstrom) bezogen werden. Schliesslich besteht noch die Möglichkeit, Trinkwasser über die Verbindungsleitung mit der Wasserversorgung Fislisbach von Baden Regio zu beziehen.