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Nostalgiker lieben sie heute noch: die T-förmigen, orange-schwarzen Skilift-Bügel, die jahrzehntelang den Eintritt in die Skiparadiese der Schweiz ermöglichten. Viele davon gibt es zwar noch - moderne Technik, Komfortansprüche der Schneesportler und effizientere Raumpolitik dezimieren sie aber Jahr für Jahr mehr. Was viele nicht wissen: Der erste Bügelskilift der Welt und gleichzeitig der erste Skilift der Schweiz lief am Bolgen in Davos.
Ende der zwanziger Jahre hatte eine Studie der Davoser Skischule gezeigt, dass Skischüler pro Unterrichtsstunde nur gerade sechs Minuten mit Skifahren verbrachten. Den Rest der Zeit benötigten sie für den Aufstieg zum Start. Diesem Problem wollte der Zürcher Ingenieur Ernst Gustav Constam Abhilfe schaffen. Der passionierte Skifahrer entwickelte in der Folge eine Schleppseil-Anlage mit Förderseil. 1930 meldete Constam seine Erfindung beim Patentamt an, vier Jahre später fand er mit dem einheimischen Hotelier und Landwirt Leonhard (genannt Lieni) Fopp einen Förderer, der am Bau einer solchen Schleppseilbahn auf seinem Grundstück interessiert war. Am 24. Dezember 1934 wurde der Bolgenlift schliesslich in Betrieb genommen. Sein Datenblatt: 270 Meter lang, 60 Meter Höhendifferenz, J-förmige Einerbügel, Talstation mit einem 24 PS starken elektrischen Antrieb, fünf Zwischenstützen und eine obere Umlenkstation.
Nach der ersten Saison hatte der Bolgenlift bereits 70'000 Skifahrer transportiert - ein voller Erfolg. Daraufhin wurde die Förderleistung verdoppelt - der junge Skilehrers Jack Ettinger war der Ideengeber: Er schlug vor, die J-förmigen Einerbügel durch T-förmige Doppelbügel zu ersetzen. Constam, dem dieser Vorschlag sofort gefiel, liess den Bolgenlift auf Doppelbügel umrüsten. Bald darauf folgten Constam-Bügellifte in St. Moritz, Mürren und Frankreich. "Constam" wurde zum Skiliftsystem mit der grössten Verbreitung.
Mehr Informationen zur Skilift-Geschichte und zur Seilbahnen-Historie Europas sind unter www.seilbahn-nostalgie.ch zu finden.