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Zürich, 20.11.2020
Guten Morgen. Keystone-SDA wünscht einen guten Start in den Tag. Verantwortlicher Redaktor: Rico Kutscher (Telefon 058 909 50 50)
Schlagzeilen der Nacht
US-Wahlen: Joe Biden ist bei einer Überprüfung als Sieger der Präsidentenwahl im Bundesstaat Georgia bestätigt worden. Sein Vorsprung vor Amtsinhaber Donald Trump beträgt 12 284 Stimmen, wie der zuständige Staatssekretär Brad Raffensperger mitteilte. Vor Beginn der per Hand durchgeführten Überprüfung der rund fünf Millionen Stimmzettel lag Biden mit rund 14'000 Stimmen vorn. Der Rückgang kommt nicht überraschend: Schon vor einigen Tagen wurde festgestellt, dass Wahlkommissionen in zwei von Republikanern beherrschten Bezirken vergessen hatten, mehrere tausend ausgezählte Stimmen in die Rechnung aufzunehmen. Raffensperger betonte im örtlichen Fernsehen, dass keine Anzeichen für Wahlbetrug gefunden worden seien. Trump kann allerdings immer noch eine Neuauszählung beantragen, weil der Abstand zwischen den Kandidaten unter 0,5 Prozentpunkten liegt.
Apac-Gipfel: Der amtierende US-Präsident Donald Trump wird an einem virtuellen Gipfel der Staats- und Regierungschefs der asiatisch-pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) teilnehmen. Trump werde sich am heutigen Freitag zeitweise an den Beratungen beteiligen, erklärte ein ranghoher Vertreter der US-Regierung. Wegen der Coronavirus-Pandemie findet der Gipfel der 21 Staaten unter dem Vorsitz Malaysias per Video statt. Während das Treffen vor einem Jahr wegen Unruhen in Chile ausgefallen war, hatte Trump vor zwei Jahren nur seinen Vizepräsidenten Mike Pence entsandt, was als Zeichen mangelnden Interesses an der Region gewertet worden war. Die Gemeinschaft der Pazifik-Anrainer steht für mehr als die Hälfte der globalen Wirtschaftsleistung und vertritt 39 Prozent der Weltbevölkerung.
USA - Deutschland: Ein in den USA lebender Deutscher, der 1945 Wachmann in einem Konzentrationslager war, darf abgeschoben werden. Eine Berufungsinstanz für Einwanderungsfragen habe den Einwand des Betroffenen gegen eine im Februar richterlich angeordnete Abschiebung abgelehnt, erklärte das US-Justizministerium. Der Mann sei "aktiver Teilnehmer in einem der dunkelsten Kapitel der Geschichte der Menschheit" gewesen, erklärte ein Vertreter der Einwanderungsbehörde ICE, Louis A. Rodi III. Die USA böten "Kriegsverbrechern" keinen Schutz, betonte er. Der im Bundesstaat Tennessee ansässige Friedrich Karl B. hat nach Angaben der US-Justiz gestanden, als Wachmann in einem Aussenlager des Hamburger Konzentrationslagers Neuengamme nahe dem niedersächsischen Meppen Gefangene bewacht zu haben. Das Justizministerium machte keine Angaben zum Alter des Mannes. Es blieb auch unklar, seit wann er in den USA lebte und wann er abgeschoben werden soll.
EU: EU-Ratspräsident Charles Michel glaubt an eine friedliche Beilegung des von Ungarn und Polen angezettelten Konflikts um den geplanten Rechtsstaatsmechanismus. "Die Magie der Europäischen Union liegt darin, dass es ihr gelingt, Lösungen zu finden, selbst wenn man davon ausgeht, dass dies nicht möglich ist", sagte der Belgier nach Beratungen mit den Staats- und Regierungschefs. Niemand unterschätze, wie schwierig die derzeitige Lage sei. Es gebe aber den Willen, in den kommenden Tagen sehr intensiv zu arbeiten, um Fortschritte zu erzielen und die Schwierigkeiten zu lösen. Ungarn und Polen hatten am Montag ihr Veto gegen den zentralen Haushaltsbeschluss eingelegt. Sie stossen sich an einer neuen Klausel zur Kürzung von Geldern bei bestimmten Rechtsstaatsverstössen in den Empfängerländern. Mit ihrem Nein ist das gesamte 1,8 Billionen Euro schwere Haushaltspaket für die nächsten sieben Jahre vorerst blockiert.
Coronavirus - USA: Kalifornien führt wegen steigender Coronavirus-Infektionen eine nächtliche Ausgangsbeschränkung ein. Ab 22 Uhr bis 5 Uhr sollen die Bewohner Zuhause bleiben. Dies gab der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom bekannt. Die Anordnung soll am Samstag in Kraft treten und vorerst einen Monat gelten. Betroffen sind die meisten Bezirke des Westküstenstaates mit stark ansteigenden Corona-Zahlen. In Kalifornien leben knapp 40 Millionen Menschen. Für gut 94 Prozent der Bevölkerung gilt nun diese strikte Auflage.
Mexiko: Mexikos Senat hat der Freigabe von Cannabis für den Freizeitkonsum zugestimmt. Das Oberhaus des Parlaments verabschiedete einen Gesetzentwurf zur Regulierung des Konsums von und Handels mit Marihuana mit 82 zu 18 Stimmen, bei sieben Enthaltungen. Der Oberste Gerichtshof des nordamerikanischen Landes hatte vergangenes Jahr ein solches Gesetz angeordnet. Es fehlt nun noch die Zustimmung des Unterhauses, der Abgeordnetenkammer. Mexiko wäre nach Uruguay und Kanada der dritte Staat, und mit knapp 130 Millionen Einwohnern der mit Abstand bevölkerungsreichste, der den Freizeitkonsum der pflanzlichen Droge landesweit zulässt.
Coronavirus - USA: Der amtierende US-Vizepräsident Mike Pence sieht die USA trotz der dramatisch steigenden Corona-Fallzahlen in der Pandemie auf einem guten Weg. "Die Fälle und die Positivrate steigen im ganzen Land. Aber wir nähern uns diesem Moment mit der Zuversicht der Erfahrung und wir wissen, dass das amerikanische Volk weiss, was zu tun ist", sagte Pence bei einer Pressekonferenz der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weissen Hauses. Der amtierende US-Präsident Donald Trump war nicht dabei. "Amerika war noch nie so gut auf die Bekämpfung dieses Virus vorbereitet wie heute", fügte Pence mit Blick auf die Ausweitung der Testungen, die Verfügbarkeit von Schutzausrüstung und die Fortschritte bei den Impfstoffen, die schon in wenigen Wochen für besonders gefährdete Menschen bereitstehen könnten, hinzu.
Volkswirtschaft: Die Verbraucherpreise in Japan sind so stark gefallen, wie seit fast zehn Jahren nicht mehr. Unter Ausschluss der schwankungsanfälligen Lebensmittel- und Energiepreise fiel die Teuerungsrate im Oktober um 0,7 Prozent zum Vorjahr. Dies ging am Freitag aus Regierungsdaten hervor. Einen solch starken Rückgang hatte es zuletzt im März 2011 gegeben. Experten erklärten am Freitag, die Wirkung der Mehrwertsteuererhöhung aus dem vergangenen Jahr verpuffe allmählich. Angesichts der Coronavirus-Pandemie dürften die Verbraucherpreise zunächst weiter fallen. Dies schürt Sorgen über eine Rückkehr der Deflation in Japan.
Auszeichnungen I: Die Juristin Amal Clooney ist für ihren Einsatz für die Pressefreiheit ausgezeichnet worden. Das Komitee zum Schutz von Journalisten (Committee to Protect Journalists, CPJ) verlieh Clooney bei einer Online-Gala in der Nacht zum Freitag den nach einer 2016 gestorbenen US-Moderatorin benannten Gwen Ifill Press Freedom Award. "Sie ist nicht nur etwas, was jeder Journalist braucht, nämlich eine gute Anwältin, sondern sie ist auch eine Verteidigerin der internationalen Gesetze, die die freie Meinungsäusserung möglich machen", sagte die Schauspielerin Meryl Streep, die als Laudatorin für Clooney diente.
Auszeichnungen II: Der britische Booker-Literaturpreis geht in diesem Jahr an den gebürtigen Schotten Douglas Stuart für seinen Roman "Shuggie Bain". Er basiert auf der Kindheit des Autors und spielt in den 1980er Jahren in Glasgow. Douglas erzählt darin die Geschichte eines Jungen, der eine verarmte, alkoholabhängige Mutter hat. Der Roman sei "gewagt, erschreckend und lebensverändernd", sagte die Jury-Vorsitzende Margaret Busby bei der Online-Zeremonie in London. Nach der Bekanntgabe betonte Stuart, der seit dem Jahr 2000 in den Vereinigten Staaten lebt: "Meine Mutter ist in jeder Seite dieses Buches und ohne sie wären ich und das Buch nicht hier." Es ist sein erster Roman.
Musik: Die Basler Metal-Gospel-Formation Zeal & Ardor mit dem Musiker Manuel Gagnieux ist am Donnerstag mit dem mit 20'000 Franken dotierten Basler Pop-Preis 2020 ausgezeichnet worden. Gewürdigt wurde damit die konstant herausragende Leistung und die anhaltende internationale Strahlkraft der Band, wie die Jury befand. Zeal & Ardor spielten nach jährlich über hundert Auftritten in Europa, den USA und in Australien längst in einer eigenen Liga, heisst es in der Begründung der Fachjury. Mit dem wuchtigen Rocksound im Gewand von Gospel und Soul habe die Band zu einem unverwechselbaren Stil gefunden, der auch inhaltlich - etwa mit musikalischen Statements gegen Rassismus und Polizeigewalt - den Nerv der Zeit treffe.
Hochzeitstag: Königin Elizabeth II. und ihr Mann Prinz Philip haben zu ihrem 73. Hochzeitstag ein Foto veröffentlicht, das sie als stolze Urgrosseltern zeigt. Auf dem Bild sitzen die beiden auf einem Sofa im Schloss Windsor und betrachten lächelnd eine farbenfrohe Karte. Sie ist von ihren Urenkeln George (7), Charlotte (5) und Louis (2) gestaltet worden, den Kindern von Prinz William und Herzogin Kate. Die heute 94-jährige Elizabeth und ihr Philip (99) haben am 20. November 1947 in der Westminster Abbey in London geheiratet. Damals war Elizabeth noch nicht Königin, sondern Prinzessin. Schon mit 13 hatte sie sich in Philip verliebt. Das Paar ist ein Rekordhalter: Länger als die Königin und ihr Gemahl ist nie ein britisches Monarchen-Ehepaar verheiratet gewesen.
Thema des Tages
Coronavirus - Schweiz: Die Ausbreitung des Coronavirus hält die Welt in Atem und in der Schweiz werden wegen schwerer Covid-19-Erkrankungen die Betten auf den Intensivstationen knapp. Am heutigen Freitag stehen daher die neuesten Coronavirus-Infektionszahlen vom Bundesamt für Gesundheit BAG im Mittelpunkt des Geschehens. Zudem informieren die Experten des Bundes zur Coronavirus-Situation. In der Schweiz und in Liechtenstein waren dem BAG zuletzt innerhalb von 24 Stunden 5007 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden.
Weitere wichtige Themen
Coronavirus - Pharmaindustrie: Die US-Regierung rechnet für den heutigen Freitag mit dem Antrag auf eine Notfallzulassung des Coronavirus-Impfstoffs der Unternehmen Pfizer und Biontech. "Pfizers Partner Biontech hat angekündigt, dass sie morgen die Notfallzulassung bei der FDA beantragen wollen", sagte US-Gesundheitsminister Alex Azar bei einer Pressekonferenz in Washington. Die Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde der Vereinigten Staaten (FDA) ist auch für die Zulassung von Impfstoffen zuständig. Er gehe davon aus, dass auch das US-Pharmaunternehmen Moderna bald eine Zulassung für seinen Impfstoffkandidaten beantragen werde, sagte Azar weiter. Die USA, die EU und zahlreiche weitere Staaten haben bereits hunderte Millionen von Dosen der vielversprechendsten Impfstoffkandidaten vorbestellt. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel rechnet zudem schon im Dezember oder "sehr schnell nach der Jahreswende" mit der Zulassung eines Coronavirus-Impfstoffes in Europa. "Und dann wird das Impfen natürlich beginnen", sagte die CDU-Politikerin nach dem EU-Videogipfel. "Man muss ja sagen, dass die Nachrichten der letzten Tage bezüglich der Entwicklung eines Impfstoffes sehr zuversichtlich stimmen."
Apac-Gipfel: Staats- und Regierungschefs der asiatisch-pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) kommen am heutigen Freitag zu einem Gipfel unter dem Vorsitz Malaysias zusammen. Wegen der Coronavirus-Pandemie finden die Beratungen der 21 Staaten per Video statt. Russlands Präsident Wladimir Putin nimmt teil, auch US-Präsident Donald Trump will sich zuschalten.
Schweiz - Spanien: Aussenminister Ignazio Cassis empfängt am heutigen Freitagmittag in Bern seine spanische Amtskollegin Arancha González Laya und ihre Delegation zu offiziellen Gesprächen. Beide Länder kooperieren unter anderem eng bei der Entwicklungszusammenarbeit und setzen sich auf multilateraler Ebene für die Förderung der Menschenrechte ein. Gemeinsam haben die Schweiz und Spanien eine internationale Kommission gegen die Todesstrafe ins Leben gerufen, der unabhängige Experten angehören.
Jugend: Die Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Familien hat in der Schweiz einen neuen Akteur: den Schweizer Verband Kind, Jugend, Familie (SVKJF). In diesem Dachverband sind 10 Vereine zusammengeschlossen, die infolge einer Reorganisation die Stiftung Pro Juventute verlassen. Die Vereine haben ihre Namen geändert, setzen aber ihre lokalen Aktivitäten fort. Am heutigen Freitag stellen die Mitgliedsvereine in einer Video-Konferenz ab 10.00 Uhr ihre neue nationale Struktur vor.
Raumfahrt: Die für Raumfahrt zuständigen Minister der EU-Staaten sowie Vertreter der Europäischen Weltraumorganisation Esa wollen am heutigen Freitag ab 12 Uhr über Europas Rolle im All beraten. Deutschlands Wirtschaftsminister Peter Altmaier wird unter der deutschen EU-Ratspräsidentschaft den Vorsitz des Rates übernehmen. Die Veranstaltung findet wegen der Coronavirus-Pandemie online statt. Die Minister wollen darüber sprechen, wie die EU die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Raumfahrtindustrie stärken kann. Zuletzt musste die europäische Raumfahrt einige Rückschläge hinnehmen. Anfang der Woche hatte es den zweiten Fehlstart einer Vega-Rakete gegeben - die Satelliten-Ladung ist verloren.
Gedenkfeier: Mit einem Festakt wird am heutigen Freitag ab 19.00 Uhr der 75. Jahrestag des Beginns der Nürnberger Prozesse begangen. Der deutsche Präsident Frank-Walter Steinmeier hält die Ansprache im historischen Saal 600 des Nürnberger Justizpalasts, in dem am 20. November 1945 und damit ein halbes Jahr nach Ende des Zweiten Weltkriegs der erste Prozess gegen führende Köpfe des Nationalsozialismus begann. Zu den Angeklagten zählte etwa Hermann Göring. Das damalige Verfahren war das erste internationale Strafverfahren der Geschichte, es gab noch zwölf Nachfolgeprozesse. Wegen der Coronavirus-Beschränkungen gibt es nur wenige Teilnehmer am Festakt, dieser wird live etwa im Fernsehsender Phoenix übertragen.
Coronavirus - Italien: Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus startet die italienische Landesregierung in Südtirol in Norditalien am heutigen Freitag ab 8.00 Uhr einen kostenlosen Coronavirus-Massentest. Die Aktion unter dem Motto "Südtirol testet" läuft über drei Kerntage. Die Provinz Bozen-Südtirol hofft, dass bis Sonntag rund zwei Drittel der Bürger an den Antigen-Schnelltests teilnehmen. Das wären rund 350'000 Menschen. Die Teilnahme ist freiwillig. Die kleine Alpen-Provinz, die ein beliebtes Reiseziel ist, geht damit in Italien einen Sonderweg. Mit der Aktion sollen möglichst viele Träger des Coronavirus ohne Symptome von ihrer Infektion erfahren. Wer ein positives Testergebnis bekommt, aber beschwerdefrei ist, solle sich zehn Tage zu Hause isolieren. Experten vermuten, dass viele Coronavirus-Ansteckungen durch Menschen passieren, die nichts von ihrer Infektion mit Sars-CoV-2 wissen.
USA: Im US-Kongress sollen die festgefahrenen Verhandlungen über ein neues Coronavirus-Hilfspaket nach Angaben der Demokraten in Kürze wieder aufgenommen werden. Die Republikaner hätten neuen Gesprächen zugestimmt, zitierte der Sender CNBC den Fraktionschef der Demokraten im Senat, Chuck Schumer. Noch im Laufe des Tages oder am heutigen Freitags wolle man sich zusammensetzen, um zu sehen, ob man ein "wirklich gutes" Paket schnüren könne. Die Bereitschaft zu Gesprächen sei ein "kleiner" Durchbruch. Vom Büro des Mehrheitsführers der Republikaner, Mitch McConnell, war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Beide Seiten haben bereits über Wochen hinweg um ein weiteres Hilfspaket gerungen, das die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise abfedern soll. Im Zuge der Präsidentschafts- und Kongresswahlen Anfang November wurden die Gespräche dann jedoch auf Eis gelegt.
Deutschland I: Im Prozess um einen Angriff mit einem Lastwagen im hessischen Limburg wird am heutigen Freitag ab 9.30 Uhr das Urteil des dortigen Landgerichts erwartet. Zuvor tragen Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Plädoyers vor. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten unter anderem versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung und Sachbeschädigung vor. Der Mann soll im Oktober 2019 mit einem zuvor gestohlenen Lastwagen bewusst auf mehrere Autos aufgefahren sein, die an einer Ampel in der Limburger Innenstadt gehalten hatten. Bei dem Vorfall wurden 18 Menschen leicht verletzt, darunter der Angeklagte.
Deutschland II: Die Grünen in Deutschland starten am heutigen Freitag ab 17.00 Uhr ihren digitalen Parteitag, auf dem sie sich ein neues Grundsatzprogramm geben wollen. In dem Text unter dem Motto "Veränderung schafft Halt" tritt die Partei für konsequenten Klimaschutz und ökologisches Wirtschaften, aber auch für mehr soziale Gerechtigkeit ein. Der seit zwei Jahren diskutierte Text soll das bisherige Grundsatzprogramm ablösen, das aus dem Jahr 2002 stammt. Kontroverse Debatten werden unter anderem zur Gentechnik, zum sozialen Grundeinkommen aber auch zur Ausformulierung der Klimaziele erwartet. Mit dem neuen Programm wollen sich die Grünen, die sich nach wie vor in einem Umfragehoch befinden, für die deutsche Bundestagswahl im kommenden Jahr rüsten. Personelle Entscheide, etwa zur Kanzlerkandidatur, werden erst 2021 getroffen.
Coronavirus - Deutschland: Damit Unternehmen in der Krise möglichst keine Beschäftigten entlassen, sollen in Deutschland weitere Coronavirus-Sonderregeln für die Kurzarbeit bis Ende nächsten Jahres verlängert werden. Der Deutsche Bundestag stimmt an diesem Freitag über das sogenannte Gesetz zur Beschäftigungssicherung ab. Es sieht vor, dass das Kurzarbeitergeld auch im kommenden Jahr ab dem vierten Bezugsmonat von seiner üblichen Höhe, 60 des Lohns, auf 70 Prozent erhöht wird - für Berufstätige mit Kindern von 67 auf 77 Prozent. Ab dem siebten Monat soll es 80 beziehungsweise 87 Prozent geben.
Literatur: Mit Unterstützung zahlreicher Prominenter soll Kindern am heutigen Freitag ab 9.30 Uhr beim deutschlandweiten Vorlesetag der Spass an Büchern und Geschichten vermittelt werden. Die alljährlich von Stiftungen organisierte Veranstaltungsreihe findet wegen der Coronavirus-Pandemie in diesem Jahr digital statt. Unter anderem wird im Internet und über soziale Medien ein Vorlesefestival mit Buchautorin Cornelia Funke, Fussballstar Thomas Müller und anderen Prominenten übertragen. Dazu gehören nach Angaben der Organisatoren auch die Schauspielerin Annette Frier und die Moderatorinnen Nazan Eckes und Muschda Sherzada. Daneben gibt es zahlreiche weitere Formate. So nahmen die Vizepräsidentin des Europaparlaments, Katarina Barley, sowie Menschen aus zahlreichen Ländern ein Youtube-Video auf, in dem sie das Märchen "Die Bremer Stadtmusikanten" vorlesen. Insgesamt meldeten sich 550'000 Vorleser und Zuhörer an. Der Vorlesetag soll die Bedeutung des Vorlesens für die kindliche Entwicklung betonen.
Sportparlament: Am heutigen Freitagabend wählt das Sportparlament, das oberste Organ des Schweizer Sports, an seiner ordentlichen Versammlung unter anderem den Exekutivrat von Swiss Olympic sowie einen neuen Stiftungsratspräsidenten von Antidoping Schweiz, der nationalen Behörde im Kampf gegen Doping im Sport. Als Präsident von Swiss Olympic stellt sich Jürg Stahl für eine zweite Amtsperiode von vier Jahren zur Verfügung. Der 52-Jährige, der von 1999 bis 2019 für die SVP des Kantons Zürich im Nationalrat politisierte und diesen 2017 präsidierte, ist der einzige Kandidat. Das Sportparlament mit den Vertretern aller Schweizer Sportverbände tagt wegen der Coronavirus-Pandemie virtuell und nicht wie üblich im Haus des Sports in Ittigen BE.
Jahrestage und Jubiläen
Vor 20 Jahren (2000) ... stellte Honda den humanoiden Roboter Asimo der Öffentlichkeit vor.
Vor 60 Jahren (1960) ... starb der Toggenburger Bergsteiger Seth Abderhalden in einem Schneebrett am Säntis (*18.1.1926). Er gilt als Pionier des Extremkletterns.
Vor 75 Jahren (1945) ... starteten die "Nürnberger Prozesse". Der Internationale Militärgerichtshof (IMG) in Nürnberg eröffnete seine Verhandlungen mit dem Verlesen der Anklageschriften gegen 24 deutsche Hauptkriegsverbrecher des Zweiten Weltkrieges. Die Urteile wurden am 1.10.1946 verkündet.
Vor 80 Jahren (1940) ... starb die amerikanische Suffragette Harriot Eaton Stanton Blatch (*20.1.1856), eine der wichtigsten Frauenrechtlerinnen ihrer Zeit. Schon ihre Eltern Elizabeth Cady Stanton und Henry Brewster Stanton waren (Frauenrechts)aktivisten, mit ihrer Mutter zusammen verfasste "Harry" eine Geschichte der "Woman Suffrage". Nach ihrer Heirat 1882 lebte und wirkte sie 20 Jahre lang in England, nach ihrer Rückkehr in die USA belebte sie dort eingeschlafene Suffragetten-Bewegung wieder. Aus der National Woman’s Party und der Sozialistischen Partei trat sie nach einer Weile wieder aus, weil die beiden Gruppen nur Schutzgesetze für Frauen forderten und nicht wie Blatch die Gleichberechtigung.
Vor 200 Jahren (1820) ... rammte ein Pottwal das Walfangschiff Essex mehrmals, bis es sank. Die Episode ging in Melvilles Roman "Moby Dick" ein.