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Mißbildungen
an
Händen und
Füßen.
An der
Hand,
[* 2] bez. am
Fuß kommt ebensowohl eine Verminderung
der
Finger-, bez. Zehenzahl (Ektrodaktylie) wie auch eine
Vermehrung derselben
(Polydaktylie) vor. Das Fehlen jedweden
Fingers
oder jedweder
Zehe ist ebenso selten wie das Vorh
andensein von nur einem
Finger oder einer
Zehe. Da, wo nur 2
Finger oder 2
Zehen
sich finden, sind dieselben häufig so zu ein
ander gestellt, daß sie eine Art von Hummerschere bilden.
Die
Bildung der tridaktylen (mit 3
Fingern versehenen)
Hand ist eine sehr m
annigfaltige, bald sind der
Daumen und 2 der übrigen
Finger vorhanden und dann ist die Gebrauchsfähigkeit der
Hand eine bedeutende; bald fehlt der
Daumen und es sind nur 3 der
übrigen
Finger vorhanden, wodurch die Gebrauchsfähigkeit der
Hand sehr eingeschränkt wird.
Bemerkenswert ist, daß die nämliche Mißbildung entweder an beiden Händen oder an beiden Füßen zugleich auftritt, sowie die Häufigkeit der Vererbung. Die gewöhnlichste Form der Polydaktylie ist das Vorkommen von 6 Fingern oder 6 Zehen. Der überschüssige Finger findet sich entweder auf der Kleinfingerseite der Hand bald nur durch eine Hautbrücke mit der übrigen Hand zusammenhängend, bald durch ein besonderes Gelenk mit dem Mittelhandknochen des kleinen Fingers in Verbindung stehend; oder die Polydaktylie entsteht durch Spaltung des Daumens in zwei Finger. Als Ursachen der Ektrodaktylie gelten abnorme Vorgänge während des Fötallebens; die Polydaktylie scheint dagegen ¶
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häufig auf Atavismus (Rückschlag auf frühere Zustände des Menschengeschlechts, bez. dessen Ahnen) zu beruhen. Bardeleben hat sowohl für die fötalen Entwickelungsstadien des Menschen, wie auch beim erwachsenen Menschen deutliche Spuren eines früher an der innern Seite des Daumens, bez. der Großzehe vorhandenen 6. Fingers, bez. einer 6. Zehe nachgewiesen. Derselbe hat auch gezeigt, daß das Erbsenbein der menschlichen Handwurzel nichts ist als ein nicht zur Entwickelung gekommener, bez. in der Entwickelung verkümmerter Finger.
Die Ansicht, daß der Fünffingertypus, bez. Fünfzehentypus den Ausgangspunkt der Hand- und Fußbildung im Tierreich darstelle, ist aufgegeben, seitdem man weiß, daß es Tiere gibt, die außer dem gewöhnlichen Daumen noch einen »Vordaumen« und auch auf der Kleinfinger-, bez. Kleinzehenseite noch einen 7. Finger, bez. eine 7. Zehe aufweisen. Nach Pfitzner ist die 5. (kleine) Zehe des Menschen gegenwärtig im Schwinden begriffen.
Vgl. Guyot-Daubès, Les anomalies des doigts, de la main et du pied (»Revue d'Anthropologie«, 1889);
Bardeleben, Hand und Fuß (»Tageblatt der Berliner [* 4] Naturforscherversammlung«, 1886).