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Timy Hürlimann, wie lange sind Sie bereits Mitglied des Ciné-Club?
Ich trat dem Ciné-Club bei, als ich für das Herbstsemester 2014 in Freiburg ankam.
Warum sind Sie Mitglied?
Ich leitete bereits im Gymnasium einen Ciné-Club, ich dachte, das sei eine nette Art, meine «Kinophilie» auszudrücken.
Wie ist der Ciné-Club aufgebaut und welche Position nehmen Sie ein?
Alle Mitglieder beteiligen sich an der Einrichtung der Filmzyklen. Drei von ihnen werden in den Vorstand gewählt, ihre Rolle ist etwas wichtiger. Ich habe mehr oder weniger auf jedem Posten gearbeitet, vom Apéro-Chef bis zum Präsidenten. Derzeit bin ich Vizepräsident.
Welche Ziele verfolgt der Ciné-Club?
Für die Mitglieder ist es eine Möglichkeit, ihre Liebe zum Kino zu leben. Wir erfahren auch viel darüber, was es bedeutet, solche kulturellen Veranstaltungen zu organisieren. Die Idee ist also, mit unserem Programm ein Publikum zu erreichen, eine bestimmte Sicht zu bieten.
Welche Ressourcen stehen dem Ciné-Club zur Verfügung? Gibt es Sponsoren?
Es ist vor allem der Universität Freiburg zu verdanken, dass wir das tun können, was wir tun. Wir haben auch ein paar Sponsoren, die uns mit Geld oder anderen Mitteln unterstützen. Auch der Eintritt ist regelmässig kostenpflichtig.
Wie ist das Jahresprogramm normalerweise aufgebaut? Wer entscheidet, welche Filme zu welchen Themen der Freiburger Ciné-Club zeigen wird?
Die Operationsmodi verändern sich immer ein bisschen, aber die Wahl des nächsten Zyklus wird oft erst im Lauf des Intersemesters getroffen. Mehrere Themenprojekte werden von den Mitgliedern vorgestellt, und wir wählen eines aus. Anschliessend reflektieren wir das Thema und wählen auch die Filme aus, die gezeigt werden sollen. Wir versuchen zudem, mit Verbänden, Universitätslehrstühlen und anderen Organisationen zusammenzuarbeiten.
Wie sieht das diesjährige Jahresprogramm angesichts von Corona aus? Was ändert sich im Vergleich zu vorherigen Jahren?
Das Virus war böse mit dem Kino. Zwei Drittel unseres Programms für das letzte Semester, «A Slav is Born», mussten gestrichen werden. Auch das Internationale Filmfestival Freiburg (Fiff) konnte nicht stattfinden. Aber die Organisatorinnen und Organisatoren beschlossen dann, eine Sonderausgabe zu machen, indem sie ihr Programm umstellten, und wir erbten die Sektion «Hommage an Claudia Cardinale». Dies ist die Genese unseres nächsten Zyklus, «A Slav is Reborn» x «Hommage à Claudia Cardinale».
Was tut der Ciné-Club, um Menschen auch in Zeiten von Corona dazu zu motivieren, ins Kino zu gehen?
Ich glaube, unser Programm ist an sich schon motivierend. (zwinkert)
Welche Schutzmassnahmen wurden wegen der Pandemie eingeführt?
Die Massnahmen, die auch woanders angewendet werden, beispielsweise das Registrieren der Namen, das Einhalten der Abstände, das Bereitstellen von hydroalkoholischem Desinfektionsmittel und so weiter.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Ciné-Club?
Es ist eine kleine Institution, die stark von den Menschen abhängt, die an ihr beteiligt sind. Was ich mir erhoffe, ist, dass dort weiterhin interessante Programme geschaffen werden und weiterhin schöne Filme gezeigt werden. Dann werdet Mitglied!
Ciné-Club Freiburg
Seit mehr als 50 Jahren
Der Ciné-Club ist eine Organisation der Universität Freiburg. Interessierten Studentinnen und Studenten wird hier einen Blick hinter die Kulissen des Kinos ermöglicht. Seit mehr als 50 Jahren wird filmliebenden Studentinnen und Studenten so eine Plattform geboten, damit sie sich selbst in die Organisation eines Kinoprogramms einbringen können. In jedem Semester bestimmen sie selbstständig ein Thema, zu welchem wöchentlich ausgewählte Filme vorgestellt werden.
Zudem organisiert der Ciné-Club diverse Vorträge und Diskussionen, um die angesprochene Thematik noch zu vertiefen und Debatten zu entfachen. Der Kinobesuch wird dadurch zu einem kulturellen Erlebnis, das den Zuschauer neue Welten entdecken lässt.
Für ein breites Publikum
Der Ciné-Club arbeitet mit Vereinen und Institutionen zusammen, so dass Filme teilweise auch ausserhalb des Rahmens der wöchentlichen Vorstellungen vorgeführt werden können. Momentan sind zwölf Studierende in die Organisation des Ciné-Club involviert. Ihre Mitarbeit beruht auf Freiwilligkeit. Die Filmvorführungen sind nicht den Studierenden der Universität vorbehalten, sondern stehen allen kulturinteressierten Freiburgerinnen und Freiburgern offen. Es werden verschiedenste Filme für ein möglichst breites Publikum angeboten.
Einzeleintritte und Abos
Gezeigt werden die Filme im Kinosaal der Universität Freiburg. Es können Einzeleintritte wie auch Abonnemente für jeweils fünf Filme gekauft werden. Der Zyklus des Herbstsemesters 2020 beginnt am 22. September mit einer Open-Air-Vorstellung auf dem Universitätsgelände Miséricorde. Aufgrund der ausserordentlichen Situation konnten im vergangenen Semester nicht alle Filme gezeigt werden. Diese versucht der Ciné-Club im kommenden Semester nachzuholen.