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Die Veranstaltung fand am Abend des 12. April 2023 in der Residenz des Schweizer Botschafters statt und wurde von über 70 Teilnehmenden besucht, darunter hochrangige Gäste wie der maltesische Botschafter André Spiteri, die norwegische Botschafterin Inga Nyhamar und der paraguayische Botschafter Raúl Florentin Antola sowie der Präsident und der Ehrenpräsident der schweizerisch-japanischen Gesellschaft, der Botschafter Yoshio Karita und Tadateru Konoe.
Die Veranstaltung begann mit der inspirierenden Rede des Botschafters Dr. Andreas Baum, gefolgt von Vorträgen der beiden Herausgeber, Prof. Dr. Pierre-Yves Donzé und Prof. Dr. Claude Hauser, sowie von Kuniko Takagawa, dessen Grossvater zur damaligen Zeit im Büro des japanischen Aussenministeriums in Karuizawa arbeitete.
Camille Gorgé, von 1940 bis 1945 Schweizer Gesandter in Japan, spielte eine wichtige Rolle in den diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Sein Tagebuch liefert wertvolle Informationen über seine Arbeit und seinen Aufenthalt in Japan. In dieser Zeit war Camille Gorgé nicht nur Leiter der Schweizer Gesandtschaft in Tokio und später in Karuizawa (dorthin wurde die Delegation zum Kriegsende evakuiert), sondern auch neutraler Vertreter vieler Nationen, die gegen Japan Krieg führten, darunter die USA, Grossbritannien und andere verbündete Nationen.
Die Organisation dieser Veranstaltung wurde von der FernUni Schweiz, die auch an der Übersetzung und Herausgabe des Werks beteiligt war, unterstützt.
Camille Gorgés Tagebuch über seine Tätigkeit als Gesandter in Japan während des Zweiten Weltkriegs, bietet eine individuelle und subjektive Sicht auf die Kriegsjahre. Dies wird umso deutlicher, wenn man bedenkt, dass das von Gorgé hinterlassene Manuskript nach dem Kriegsende auf der Grundlage von Notizen, die während seinem Aufenthalt in Japan, verfasst wurde. Dem Autor war also das Ende der Geschichte bekannt, als er sein Tagebuch schrieb. Ein Umstand, der seine – durchaus negative – Sicht auf das japanische Militärregime zweifellos stark beeinflusst hat. Dieses Buch ist daher keine Geschichte der schweizerisch-japanischen Beziehungen während des Zweiten Weltkriegs und auch nicht die Geschichte eines Schweizer Diplomaten im kriegsversehrten Japan. Es ist der im Nachhinein rekonstruierte Erlebnisbericht über einen Mann mit Vorliebe zur klassischen Literatur, über sein tägliches Leben und seine Arbeit als Vertreter eines neutralen Staates, der Schweizerischen Eidgenossenschaft, auf dem japanischen Archipel. Das Werk drückt das aus, was Historiker als Erinnerung bezeichnen, die von der Geschichte klar zu unterscheiden ist.
Prof. Dr. Claude Hauser
Lehrbeauftragter an der FernUni Schweiz
Prof. Dr. Claude Hauser ist ausserordentlicher Professor für zeitgenössische Geschichte an der Universität Freiburg und Lehrbeauftragter an der FernUni Schweiz. Als Experte für Kulturgeschichte interessiert er sich insbesondere für internationale Kulturbeziehungen und hat mehrere Artikel zur Geschichte der Frankofonie veröffentlicht. Er ist Präsident der «Association internationale des études québécoises» sowie Gründer und Co-Direktor des «Centre suisse d'études sur le Québec et la Francophonie».