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5. Welchem Schreibtyp entsprechen Sie?
Die meisten Leute haben ihre eigene Art, wie sie eine Schreibaufgabe in Angriff nehmen. Könnten Sie Ihre eigene Vorgehensweise noch verbessern? (Schreibblockaden? Viele Ideen, wenig Struktur? Keine Lust auf eine Nachtschicht in letzter Minute?)
Finden Sie heraus, welchem Schreibtyp Sie entsprechen, bevor Sie die in diesem Tutorial beschriebenen prozessorientierten Ansätze ausprobieren. Es gibt verschiedene Arten, wie eine Schreibarbeit angepackt werden kann, und auch mehr als einen prozessorientierten Ansatz.
Lesen Sie die folgenden (jeweils von Studierenden des entsprechenden Typs geschilderten) Beschreibungen durch und finden Sie heraus, was am ehesten auf Sie zutrifft.
Sind Sie beim Schreiben eher ein „Taucher-“, „Patchwork-“, „Planer-“ oder „Architekten-Typ“?

Der Taucher-Typ
Der Taucher-Typ stürzt sich geradezu in seine Arbeit. Er meint, er müsse zuerst mal drauflosschreiben, bevor ihm klar wird, was er überhaupt sagen möchte:
Ich hatte jahrelang Mühe mit Schreiben. Es fiel mir immer schwer, einen Plan zu machen, wie dies von den Dozenten verlangte wurde. Und sie kritisierten dann immer die ungenügende Struktur meiner Aufsätze. Ich finde es immer sehr schwer, ein Outline zu erstellen und mich dann daran zu halten. Irgendwie funktioniert das für mich einfach nicht. Bevor ich weiss, worauf ich hinaus will, fange ich normalerweise einfach mal an zu schreiben. Ich schreibe manchmal sogar ziemlich viel, fange mehrmals von vorne an und habe verschiedene Entwürfe. Teilweise muss ich auch einfach mit einem bestimmten Kapitel in der Mitte der Arbeit beginnen, um dann rundherum Stück für Stück den Text aufzubauen. Am Ende klappt es immer irgendwie und ich wende normalerweise meinen eigenen Strategien-Mix an.
|Der Patchwork-Typ

Der Patchwork-Typ beginnt schon relativ früh, einzelne Abschnitte zu schreiben, die dann im Verlaufe der Arbeit zusammengesetzt werden müssen:
Beim Schreiben fange ich zuerst mit ein paar Überschriften an, die zum Thema passen. So erhalte ich einen Eindruck vom Inhalt und den Abschnitten meines Texts. Ich weiss noch nicht genau, was meine Hauptaussage sein wird. Ich schreibe einfach alles auf, was mir zu den Überschriften einfällt und versuche, die Kapitel mit der Zeit irgendwie zusammenzufügen. Nachdem eine erste Version steht, gehe ich die Arbeit von vorne nochmals durch und zeige mit verknüpfenden Elementen die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Teilen auf. Zum Teil muss ich einzelne Abschnitte oder Sätze verschieben. Teilweise lasse ich auch ein paar Textstücke weg, weil ich mir zu diesem Zeitpunkt schon eher darüber im Klaren bin, wie ich meine Argumentation aufbauen will. Nicht alles, was ich ursprünglich für interessant hielt, ist für meine Hauptaussage relevant. Ich muss mir noch genau überlegen, was ich weglassen will, was fehlt und was noch an eine andere Stelle verschoben werden muss. Langsam aber sicher füge ich die Puzzleteile jedoch zu einem Ganzen zusammen.

Der Planer-TypDer Planer-Typ benötigt offenbar kein Outline: Den Plan für seinen Text hat er bereits im Kopf. Er hat schon eine ganz klare Vorstellung davon, wie die Struktur der Arbeit aussehen wird. Sie wird aber erst greifbar, nachdem er sie zu Papier gebracht hat:
Ich verbringe eine Menge Zeit mit Lesen und Notizenmachen und versuche möglichst viel Information aufzusaugen. Vermutlich lese ich viel mehr als nötig. Dann denke ich gründlich darüber nach – zum Beispiel auch, während ich andere Dinge tue. Zuletzt setze ich mich einfach hin und beginne alles niederzuschreiben. Irgendwie ist bis zu diesem Zeitpunkt das ganze Konzept in meinem Kopf entstanden. Manchmal füge ich am Schluss eine Einleitung hinzu und lese die ganze Arbeit nochmals durch. Ich hätte nie einen Plan für meine Arbeit aufzeichnen können, und doch muss ich kaum Änderungen daran vornehmen.

Der Architekten-Typ
Beim Architekten-Typ schwingt im Text ein gewisser Sinn für Struktur mit. Ihm fällt es nicht besonders schwer, einen komplexen Plan für die Arbeit zu erstellen. Der Architekten-Typ hat bereits eine genaue Vorstellung der Struktur seiner Arbeit, bevor er weiss, wie sie inhaltlich ausschauen wird...
Zuerst mache ich mir ein paar Notizen mit Ideen für Überschriften. Ich verwende dazu ein leeres Blatt Papier, damit ich meine Ideen diagrammartig aufzeichnen kann. Manchmal lasse ich am Seitenrand eine Spalte für Notizen frei. Dort schreibe ich Dinge auf, die mir während dem Schreiben oder den dazugehörigen Vorbereitungen nützlich sein könnten. Da ich für die Notizen nur den Seitenrand verwende, kann ich die Liste während dem Ausarbeiten meiner zentralen Idee laufend ergänzen. Das Resultat ist eine Liste mit zahlreichen themenrelevanten Ideen, die dann zum Outline meiner Arbeit wird. Oft verwende ich für die Planung auch graphische Elemente. Ich überlege und plane gründlich, bevor ich mich ans Schreiben mache."
Übersetzt von: „Writing at University – a Guide for Students, 2008, Phyllis Crème & Mary R. Lea, S. 70-76“
Nun einige Fragen an Sie...
(Schreiben Sie Ihre Antworte unten oder in Ihrem persönlichen Blog.)
Welcher Typ trifft am ehesten auf Sie zu?
Worin unterscheidet sich Ihr Schreibprozess davon?
Können Sie bei den verschiedenen Vorgehensweisen einzelne Schritte ausmachen? Ist ein Prozess erkennbar?
Welches sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen Typen?
Quellen der Fotos:
Jennifer Williams (http://commons.wikimedia.org wiki/File:Mazatlan_Diver_Sequence.jpg)
André Koehne (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Oz_Patchwork_Girl.jpg)
Andrew McMillan (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:The_Thinker,_Auguste_Rodin.jpg)
Mike McCune (http://www.flickr.com/photos/mccun934/3261249676/)
Diese Materialien wurden 2009 durch Pauline McNamara erstellt und durch das Zurich-Basel Plant Science Center herausgegeben.
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