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Kreislaufwirtschaft ist – gemäss Definition des Bundesamtes für Umweltschutz – ein ganzheitlicher Ansatz, der den gesamten Kreislauf betrachtet: von der Rohstoffgewinnung über das Design, die Produktion und die Distribution eines Produkts bis hin zu seiner möglichst langen Nutzungsphase und zum Recycling. Die Kreislaufwirtschaft ist also ein Modell der Produktion und des Verbrauchs, bei dem bestehende Materialien und Produkte so lange wie möglich geteilt, geleast, wiederverwendet, repariert, aufgearbeitet und recycelt werden. Dadurch kann der Lebenszyklus der Produkte verlängert werden. Konkret: Abfälle müssen auf ein Minimum reduziert werden. Nur leider ist es so: Wir werfen noch immer viel zu viele Produkte in den Müll, ohne einen Gedanken an Wiederverwertung zu verschwenden. Doch das muss nicht sein, denn heute bieten sich sehr viele Möglichkeiten an, nicht mehr benutzte Produkte weiterzuverwenden.
Der Begriff Kreislaufwirtschaft rückt immer stärker in den Vordergrund. Die Europäische Union produziert jährlich mehr als 2,5 Milliarden Tonnen Abfall. Dies hat die EU bewogen, Rechtsvorschriften für die Abfallwirtschaft zu fördern, um den Übergang von einer Linearwirtschaft zu einer Kreislaufwirtschaft zu fördern.
In der Schweiz werden grosse Mengen von Rückbaustoffen recycliert.
Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft
Im März 2020 legte die Europäische Kommission einen Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft vor. Er enthält Vorschläge für eine nachhaltigere Produktgestaltung und zielt darauf ab, das Abfallaufkommen zu verringern und den Verbraucherschutz zu stärken, beispielsweise durch ein «Recht auf Reparatur». Der Schwerpunkt wird auf ressourcenintensive Bereiche gelegt wie Elektronik und IKT, Kunststoffe, Textilien und das Bauwesen. Ein Jahr später, im Februar 2021, nahm das Parlament einen Entschluss zum neuen Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft an, in dem zusätzliche Massnahmen gefordert werden, um bis zum Jahr 2050 eine CO₂-neutrale, giftfreie und vollständig kreislauforientierte Wirtschaft zu erreichen, einschliesslich strengerer Recyclingvorschriften und verbindlicher Ziele für die Verwendung und den Verbrauch von Materialien bis 2030. Im November 2022 schlug die Europäische Kommission neue EU-weite Vorschriften für Verpackungen vor. Diese umfassen Anregungen zur Verbesserung des Verpackungsdesigns, zum Beispiel eine klare Kennzeichnung, um Wiederverwendung und Recycling zu fördern. Ausserdem wird ein Übergang zu biobasierten, biologisch abbaubaren und kompostierbaren Kunststoffen gefordert. Seit Mitte der 1980er-Jahre verfolgt die Schweiz als rohstoffarmes Land gezielte Ansätze einer Kreislaufwirtschaft. Nach Angaben des Bundesamtes für Umweltschutz wurden im Jahr 2018 von 17,5 Millionen Tonnen Rückbaumaterialien wie Beton, Kies, Sand, Asphalt und Mauerwerk knapp 12 Millionen Tonnen wiederverwertet. Nach Ansicht der Europäischen Kommission kann der Übergang zu einer stärkeren Kreislaufwirtschaft die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen erhöhen, und Innovationen können angestossen werden, die das Wirtschaftswachstum ankurbeln. Gefragt sind auch Innovationen in der Neugestaltung von Materialien und Produkten für die Kreislaufwirtschaft . Wichtig ist dabei, dass im Gegensatz zu den verbreiteten linearen Wirtschaftsprozessen (Abbau, Herstellung, Verkauf, Konsum, Abfall) ein ganzheitlicher Ansatz der Kreislaufwirtschaft den gesamten Lebenszyklus von Produkten und Materialien umfasst.
Der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft bedeutet nach Ansicht von GS1 Switzerland aber nicht nur Anpassungen, die darauf abzielen, die negativen Auswirkungen der linearen Wirtschaft zu verringern. Vielmehr stellt er einen systemischen Wandel dar, der langfristig grössere Stabilität in den Wertschöpfungsnetzwerken aufbaut, geschäftliche und wirtschaftliche Möglichkeiten schafft und ökologische und gesellschaftliche Vorteile bietet.
Ökodesign als Voraussetzung
Ökodesign ist ein Ansatz, der ökologische Überlegungen systematisch und von Beginn weg in die Planung, Entwicklung und Gestaltung von Produkten einbezieht. Wichtig ist die Suche nach Konzepten, Materialien und Bauweisen, die garantieren, dass ein Produkt während seines gesamten Lebenszyklus möglichst wenig Ressourcen und Rohstoffe verbraucht. In einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft spielt das Verhalten der Konsumentinnen und Konsumenten eine entscheidende Rolle. Werden diese die gekauften Produkte so lange wie möglich nutzen und – soweit möglich – auch reparieren, bevor sie nicht mehr weiterverwendet werden können, leisten sie einen entscheidenden Beitrag zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft.