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Bezirk TI, das Flusstal des Tessin im Süden der Alpenkette von dessen Quelle im Bedrettotal bis nach Biasca umfassend. Nördl. Nachbarn der L. sind die Kt. Graubünden und Uri. Mit letzterem ist der Bezirk über den Gotthardpass sowie den Eisenbahn- und Strassentunnel durch den Gotthard verbunden. Im Westen grenzt die L. ans Wallis, in das man über den Nufenenpass gelangt. Das Bedrettotal hat auch mit dem ital. Formazzatal eine Grenze gemein, die beim Passo di San Giacomo verläuft. Das Gebiet zwischen Biasca und Ponte di Cassero (Claro) wurde zunächst ebenfalls zur L. gezählt, bis zu Beginn des 15. Jh. dafür der Name Riviera aufkam. Geografisch lässt sich das Tal in drei Teile gliedern: Zur oberen L., talabwärts durch die Schlucht des Monte Piottino begrenzt, gehören die Gemeinden Bedretto, Airolo, Quinto, Prato und Dalpe. Die mittlere L. zwischen dem Piottino und der Biaschina-Schlucht umfasst Faido (mit den ehemaligen Gemeinden Anzonico, Calpiogna, Campello, Calonico, Cavagnago, Chiggiogna, Chironico, Mairengo, Osco, Rossura und Sobrio). Zur unteren L., die bis zum Zusammenfluss des Brenno mit dem Tessin in Biasca reicht, werden Giornico, Bodio, Personico und Pollegio gerechnet. Faido ist der Hauptort des in die vier Kreise Airolo, Quinto, Faido und Giornico unterteilten Bezirks. Bis 1803 gehörte das Dorf Prugiasco im Bleniotal zur Nachbarschaft Chiggiogna. 948 Lebentina, dt. früher Livinental, Livinen. 1745 7'634 Einw.; 1798 9'643; 1808 9'601; 1837 11'974; 1850 10'331; 1900 9'397; 1950 9'602; 1970 11'927; 2000 9'502.
Autorin/Autor: Mario Fransioli, Tiziano Locarnini / PTO
In Dalpe, Quinto, Osco und Chiggiogna wurden Gräber aus der älteren Eisenzeit der kelt. Lepontier gefunden; die ältesten stammen wohl aus dem 6. Jh. v.Chr. Von den Lepontiern leitet sich wahrscheinlich der Name der L. her. Die Römerzeit ist dokumentiert durch Funde in Airolo-Madrano vom Ende des 1. Jh. bis zum 3. Jh. n.Chr., als die Lepontier romanisiert wurden. Besonders bedeutsam sind die aus dem nordalpinen Raum und aus Italien eingeführten Fundstücke, die einen gewissen Verkehr über die Alpen belegen. Zu Beginn des 21. Jh. förderten neue Grabungen in Madrano und Calonico Reste aus der Bronzezeit zutage.
Erstmals erwähnt wird die L. im Testament von 948, in welchem Bf. Atto von Vercelli seine Güter im Bleniotal und in der L. dem Mailänder Domkapitel vergabte. Vom Ende des 12. Jh. an ist die Verwaltungsstruktur der drei Täler L., Blenio und Riviera (Ambrosianische Täler) gut erkennbar. Sie bildeten eine territoriale, polit. und kirchl. Einheit unter der direkten Herrschaft des Mailänder Domkapitels. Dieses überliess Verwaltung und Rechtsprechung einem Podestà, der fast immer Mailänder war und dem Domkapitel jährlich einen festen Pachtzins entrichtete. Das Bleniotal und die L. unterstanden einem gemeinsamen Podestà, bis um die Mitte des 13. Jh. jedes Tal seinen eigenen erhielt. Die weltl. Gerichtshoheit über die L. wurde Ende des 13. Jh. an die Visconti verpachtet. Der Unmut über diese Verwaltung entlud sich im Aufstand von 1290-92, als die Leventiner sich unter der Führung von Alberto Cerro, dem Vogt der L., gegen Ottone Visconti erhoben.
1403 schloss die L. mit Uri und Obwalden, die fest entschlossen waren, den Süden des Gotthards unter ihre Kontrolle zu bringen, einen Schutzvertrag. Dieser war Grundlage für das Protektorat der beiden Innerschweizer Orte über die L. und bedeutete den Anfang einer Reihe von Zusammenstössen mit den Mailänder Truppen. Nach der Niederlage Uris in der Schlacht bei Arbedo (1422) brachte der Hzg. von Mailand das Tal wieder unter seine Herrschaft. 1439/41 erlangte Uri erneut die Kontrolle über die L. Im Frieden von 1480 nach der Schlacht bei Giornico (1478), in der die Leventiner eine entscheidende Rolle gespielt hatten, anerkannten die auf die Visconti folgenden Sforza endgültig die Herrschaft der Urner über die L. 1487 verzichtete auch das Mailänder Domkapitel auf seine Rechte. Die Leventiner widersetzten sich den Urnern nicht, da sie die Herrschaft der Mailänder Herzöge nur ungern erduldet hatten. Sie beteiligten sich mit militär. Kontingenten regelmässig auf Urner Seite an den Ennetbirgischen Feldzügen, die sie auch finanziell mittrugen.
Die L. bildete eine einzige Talgemeinde, die in acht Nachbarschaften gegliedert war. Diese umfassten ihrerseits drei bis fünf Degagne (insgesamt rund 30), die nochmals in zwei oder mehr Dorfgemeinschaften (rund 70) unterteilt waren. Jede dieser Institutionen hatte eigene Verwaltungsorgane, Kompetenzen, Satzungen, Güter und ihren Gerichtsbezirk. Diese vierstufige Struktur, die schon um die Mitte des 12. Jh. belegt ist, blieb im Wesentlichen bis zum Fall des Ancien Régime unverändert. Angelegenheiten, die das ganze Tal betrafen, wurden von der jährlich einberufenen Landsgemeinde (parlamentum generale) und vom Generalrat (consilium generale) geregelt, die beide weitgesteckte administrative und jurist. Befugnisse hatten. Unter der Herrschaft Uris wurde die L. von einem in Faido residierenden Urner Vogt regiert, der mehr oder weniger über dieselben Kompetenzen verfügte wie zuvor der Mailänder Podestà. Die ältesten Satzungen des Tals sind verloren gegangen, erhalten haben sich aber diejenigen von 1656 und 1713 (mit Hinweisen auf vorhergehende Satzungen des 14. Jh.), ebenso die Ordnungen einzelner Dörfer (Osco 1237, Chiggiogna 1398) und anderer Gemeinwesen.
In der Liturgie der drei Täler L., Blenio und Riviera hat sich als Folge der Herrschaft des Mailänder Domkapitels bis heute der Ambrosian. Ritus bewahrt. Die L. hing von der Pieve Biasca ab, von der sich vor dem 12. Jh. die Pfarreien Quinto und Mairengo/Faido ablösten. Airolo, Bedretto, Prato, Chiggiogna, Chironico und Giornico wurden noch vor dem 14. Jh. zu selbstständigen Pfarreien, Bodio und Personico erst im 15. Jh. An der Stelle der heutigen Pfarrkirche von Airolo bestand schon im 5./6. Jh. ein erstes Gotteshaus. Zur 1110-20 erbauten Kirche S. Nicolao in Giornico, dem bedeutendsten rom. Bauwerk des Tessins, gehörte ursprünglich ein Benediktinerkloster, das im 15. Jh. aufgehoben wurde. Vom Hospiz S. Maria in Pollegio, das die Humiliaten im 13. Jh. errichteten, haben sich keine Überreste erhalten; 1571 beabsichtigte Karl Borromäus, die Hospizgüter für ein Priesterseminar zur Verfügung zu stellen, das allerdings erst später gegründet werden konnte.
Die topograf. und klimat. Verhältnisse des Tals begünstigten die Viehzucht, die zum wichtigsten Erwerbszweig wurde. Daneben betrieben die Bewohner einen auf Selbstversorgung ausgerichteten Ackerbau. In der unteren L. war auch Weinbau möglich. Zahlreiche Alpen im Besitz der lokalen Gemeinwesen befanden sich ausserhalb der L., v.a. jenseits des Gotthardpasses, im Maggiatal, Val Cadlimo, Tujetsch und jenseits des Lukmanierpasses. Mit dem Teilungsvertrag von 1227 wies der Generalrat der L. jeder Nachbarschaft einen Teil der Alpen zu, die von den lokalen Fam. genutzt und von den Degagne verwaltet wurden. Durch die kooperative Organisation der "Bogge" - der Begriff bezeichnet sowohl die kollektiv verwalteten Herden als auch die Gemeinschaft der Dorfgenossen, die das Nutzungsrecht einer Alp besassen - war eine gerechte und effiziente Nutzung der Alprechte gewährleistet. Nach der Landwirtschaft war die Säumerei das wichtigste Gewerbe im Tal; sie stellte für die Bauern einen bedeutenden Nebenerwerb dar.
Autorin/Autor: Mario Fransioli, Tiziano Locarnini / PTO
Durch den Frieden mit Mailand 1480 definitiv in den Besitz der L. gelangt, anerkannte Uri die lokalen Satzungen und Institutionen der Talschaft. Dem Vogt, den Uri jeweils für eine dreijährige Amtsdauer ernannte (ab 1660 für vier Jahre), standen lokale Beamte zur Seite: ein Statthalter, drei Landschreiber und ein Säckelmeister. Bis 1755 gewährte Uri der L. eine recht grosse Autonomie. Zu den lokalen Institutionen zählte die Landsgemeinde, in die jede Nachbarschaft 20 Vertreter abordnete, und der Rat (mit 9 oder 12 Mitgliedern), die beide weitgehende Kompetenzen besassen, besonders in der Rechtsprechung. Das Gericht (tribunale della ragione) und der Zwölferrat, die von den Nachbarschaften gewählt wurden, stellten wichtige Justizorgane dar, die in den anderen ennetbirg. Vogteien keine Entsprechungen hatten. In seiner dreihundertjährigen Herrschaft veränderte Uri die Verwaltung nur behutsam, dennoch kam es mehrmals zu Spannungen mit den untertänigen Leventinern, die sich 1755 im Livineraufstand entluden. Nach dem Fall der alten Eidgenossenschaft am 14.3.1798 verzichtete Uri auf die Herrschaft über die L.
Im 16. und 17. Jh. lösten sich weitere Pfarreien von der jeweiligen Mutterkirche ab: Bodio, Pollegio, Personico, Cavagnago, Sobrio und Anzonico trennten sich von Giornico; Osco und Calpiogna von Mairengo/Faido; Calonico von Chiggiogna und Dalpe von Prato. In Faido wurde 1607 ein Kapuzinerkloster gegründet, das lange Zeit ein ordenseigenes Priesterseminar sowie eine Schule für die Jugendlichen des Tals führte und damit ein wichtiges kulturelles Zentrum war. Auf Initiative von Federico Borromeo konnte 1622 die schon früher geplante Gründung des Priesterseminars in Pollegio verwirklicht werden (das 1788 geschlossen und 1797 endgültig aufgehoben wurde).
Die Statuten der Dorfgemeinschaften und Degagne enthalten zahlreiche Bestimmungen, die auch für die frühe Neuzeit die Bedeutung der Viehwirtschaft belegen; diese war Grundlage einerseits der Produktion von Käse, der v.a. in die Lombardei ausgeführt wurde, andererseits der Aufzucht von Saumtieren für den Warentransport. Die Regelungen über die Nutzung der Wälder und Weiden, die Transhumanz und die Viehhaltung enthielten detaillierte Bestimmungen zur Verhinderung von natürlichen oder vom Menschen verursachten Katastrophen (Lawinen, Bergrutsche bzw. Dorfbrände). In der L. traten mehrmals grosse Schadensereignisse auf: Brände verwüsteten Airolo 1736 und 1877 sowie Fontana 1868, Lawinen zerstörten zahlreiche Häuser in Bedretto 1594 und 1863 sowie Ossasco 1749 und kosteten in Anzonico 1667 88 Menschen das Leben.
Autorin/Autor: Mario Fransioli, Tiziano Locarnini / PTO
In der Helvet. Republik wurde die L. dem Kt. Bellinzona zugeteilt und von franz. Soldaten besetzt. Sezessionist. und urifreundl. Tendenzen führten im Mai 1799 dazu, dass sich die L. mit Uri gegen die franz. Truppen erhob, jedoch besiegt und mit einer Sondersteuer belegt wurde. Noch im gleichen Monat wurden die Franzosen von den österr. Truppen vorübergehend vertrieben und im September zogen die Truppen von General Alexander Suworow auf ihrem Weg nach Norden durch die L. 1801 vereinte der helvet. Vollziehungsrat die L. wieder mit Uri, doch 1802 teilte sie die zweite helvet. Verfassung erneut dem Tessin zu. Durch die Mediationsverfassung 1803 wurde die L. ein Bezirk des neu gegründeten Kt. Tessin. Noch 1814 beharrte Uri auf der Annexion der L., nicht ohne eine gewisse Zustimmung im Tal, doch der Wiener Kongress bekräftigte die territoriale Integrität des neuen Kantons und wies die Urner Forderungen zurück.
Wie im gesamten Alpenraum spielte auch in der L. die Auswanderung seit der frühen Neuzeit eine wichtige Rolle. Ziele der Emigranten waren v.a. die Zentren der Lombardei und des Piemonts, aber auch Padua und Venedig. Im Allgemeinen handelte es sich um eine saisonale Auswanderung, die eine "Doppelwirtschaft" ermöglichte: in der Heimat Alpwirtschaft und in der Fremde eine handwerkl. Tätigkeit. Besonders viele Auswanderer waren Glaser, aber es gab auch Flachmaler, Gesellen, Wirte und Marronibrater. Die österr. Blockade gegen das Tessin von 1853 förderte die Auswanderung nach Frankreich, aber auch nach Grossbritannien und in die Vereinigten Staaten. Als Folge der Emigration nahm die Bevölkerungszahl immer mehr ab. Der Zugang zur Hauptverkehrsachse Nord-Süd durch den Bau der Tremola-Fahrstrasse 1827-30 und v.a. durch die 1882 eröffnete Gotthardbahn sowie die Möglichkeit der Wasserkraftnutzung zur Elektrizitätserzeugung veränderten die Wirtschaft der L. nachhaltig und begünstigten die Entwicklung der Industrie und auch eines bescheidenen Tourismus. 1835 nahm die Gotthard-Postkutsche ihren Betrieb auf; das erste Postauto verkehrte 1922.
Die Wasserkraftnutzung wurde für die L. ein besonders wichtiger Wirtschaftszweig. 1911 baute die Motor AG das Biaschina-Kraftwerk. Das Wasser des Ritomsees (Kraftwerk 1920 erbaut), des Tremorgiosees (Kraftwerk 1918-26 erbaut) und der Piumogna sowie das Werk Piottino (1928-32 errichtet) wurden von der SBB genutzt. Die 1958 gegr. Azienda elettrica ticinese (Tessiner Elektrizitätsgesellschaft) kaufte 1959 die Kraftwerke Tremorgio und Biaschina sowie 1972 das Werk Piottino; sie baute 1962-67 die Anlage Nuova Biaschina und 1966-68 das Werk Stalvedro. Die Aare-Tessin AG erhielt die Konzession für das Lucendro-Kraftwerk (seit 1945 in Betrieb).
Dank der Eisenbahn siedelte sich v.a. in der unteren L. und in den Gemeinden auf der Talsohle Industrie an, was in den Jahren 1900-20 und 1940-70 zu einem Bevölkerungswachstum führte. Ausgenommen von dieser Entwicklung waren die abgelegeneren Gemeinden und die Dörfer an den Talhängen, deren Einwohnerzahl ab Ende des 19. Jh. langsam, aber stetig zurückging. Als Folge des demograf. Aufschwungs der Talschaft in den ersten Jahrzehnten des 20. Jh. entstand in Faido 1917 das Spital Santa Croce, das 1992 in ein Altersheim umgewandelt wurde, und 1923 das heutige Bezirksspital. Von 1921 bis 1962 wurde in Piotta ein kant. Sanatorium betrieben.
Die 1871 als kleine Werkstatt gegr. Tenconi SA in Airolo stellt Bestandteile und Spezialschwellen für Eisenbahnen her, die sie weltweit verkauft. 1908 wurden die Gotthardwerke (Officine del Gottardo, seit 1995 Timcal SA) in Bodio eröffnet; grösster Arbeitgeber des Tals war Monteforno, ein 1946 in Giornico gegr. Stahlwerk, das Anfang der 1970er Jahre an der Spitze der kant. Industrieunternehmen stand, 1994 aber schliessen musste. An seiner Stelle liess sich 2004 die 1904 in Piotta gegr. Tensol Rail SA nieder, die rund 100 Personen beschäftigte.
Das Phänomen der gleichzeitigen Einwanderung (primär aus Italien) und Abwanderung (in die Tessiner Agglomerationen, besonders nach Bellinzona) zeigte sich erstmals beim Bau der Verkehrsinfrastrukturen im 19. Jh. Es wiederholte sich während der industriellen Entwicklung in den 1950er und 60er Jahren sowie beim Bau der Autobahn A2 und des Gotthard-Strassentunnels (eröffnet 1980) in den 1970er Jahren. Ab den 1980er Jahren traf die Wirtschaftskrise v.a. in der Metall verarbeitenden und in der traditionellen Industrie das Tal schwer: Die Zahl der Arbeitsplätze ging stark zurück und die Bevölkerung nahm ab. Im letzten Jahrzehnt des 20. Jh. verschärften die Öffnung der Märkte, das Ende der Monopole und die daraus folgende drastische Verminderung der Stellen beim Bund die Krise. Mit dem Bau des Basistunnels der Eisenbahn-Alpentransversale (AlpTransit Gotthard), der 1999 in Bodio-Pollegio begann, haben sich für die untere L. teilweise neue Perspektiven eröffnet.
Bis zum Beginn des 1. Weltkriegs war Faido ein beliebter Ferienort des Mailänder Grossbürgertums. In den 1950er Jahren wurde die Beförderungsanlage beim Ferienort Carì (Campello) gebaut, die zusammen mit den Skiliften von Airolo und Prato zur Entwicklung des Wintertourismus im Tal beitrug. Der 1937 gegr. Hockey Club Ambrì Piotta beschäftigt über 40 Personen und hat für die Wirtschaft und den Tourismus im Tal eine erhebl. Bedeutung. Das Nationale St.-Gotthard-Museum auf der Passhöhe (Airolo), die Stiftung Dazio Grande im alten Zollhaus in Rodi-Fiesso und das Museum der L. in Giornico sind die bedeutendsten kulturellen Institutionen des Tals.
Die Armee leistete einen wesentl. Beitrag zur Wirtschaft des Tals. Sie baute 1889 das Fort in Airolo. Daraus entwickelte sich der Waffenplatz mit den dazugehörenden Infrastrukturen (Kaserne, Befestigungen und Schiessplatz), die v.a. im 2. Weltkrieg von Bedeutung waren. Der Militärflugplatz von Ambrì, den die Eidgenossenschaft 1942 anlegte und bis Anfang der 1960er Jahre mehrmals vergrösserte, prägte das Landschaftsbild in der Talsohle und fiel auch wirtschaftlich ins Gewicht (eidg. Beiträge, militär. Wiederholungskurse, rund 15 Arbeitsplätze bis 1990). Seit 1995 wird der Flugplatz nur noch für die zivile Luftfahrt gebraucht; 2006 kaufte ihn die Gemeinde Quinto.
Autorin/Autor: Mario Fransioli, Tiziano Locarnini / PTO