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Von Tennis verstehe ich ja nicht viel, von Sport überhaupt. Aber Tennis ist mir ausgesprochen sympathisch. Früher dachte ich immer, es gäbe nichts Langweiligeres im Fernsehen. Doch jetzt schaue ich Australian Open und habe nichts als pure Bewunderung für Topspieler Wawrinka oder Federer übrig. Neben den Bällen, die von einer Ecke hinten in die andere ganz vorne fliegen und den Spielern, welche einen gefühlt drei Meter langen Tennisarm haben müssen, um den Ball noch zu schlagen, faszinieren mich vor allem die Interaktionen zwischen den Balljungen und den Spielern. Die Handgriffe und Abläufe sind genauso präzis wie das Tennisspiel selber: Millimetergenau werfen die Jungen den Stars Frottee-Handtücher oder Bälle von schräg hinten in die Hand, flink bedacht, dem Spieler ja nicht im Weg zu stehen. Einen Wisch über das Antlitz später werfen die Spieler die Handtücher ohne zurückzuschauen wieder nach hinten, wo sie ein Junge sicher auffängt. Die Jungs wissen irgendwie im Voraus wohin die Dinger fliegen. Sie lesen die Bewegungen ihrer Betreuten auf eine Art, die dem Tennisspiel der beiden Schweizer ebenbürtig ist. Apropos Ball: Vor dem Aufschlag drehen die Spieler immer drei Bälle in der Hand, stecken dann einen in die Hose, einen andern schmeissen sie nonchalant und ebenfalls ohne einen Blick zurück hinter sich auf den Boden, wo der Ball einen genau geplanten Hüpfer macht und danach von einem Balljungen gefangen wird. Mit dem dritten, vermutlich besten, schlagen sie dann auf. Diese Aktion sieht so cool aus, dass ich auch grad ein Tennisass sein möchte.