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Die 1938 erfundene Behandlungstechnik hat eine bewegte Geschichte. Viele erinnern sich wahrscheinlich noch an den Film «Einer flog über das Kuckucksnest», der in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt spielt. Aufgrund des grossen Erfolgs des Films haben sich viele Szenen in das kollektive Gedächtnis eingebrannt – so auch jene, in denen Elektroschocks nicht etwa zu therapeutischen Zwecken, sondern als Bestrafung eingesetzt werden.
Zudem kamen Elektroschocks oft in unangemessenen Situationen zur Anwendung, z.B. um Alkoholismus oder Homosexualität zu “behandeln”.
Überhaupt ist die 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts ein dunkles Kapitel der Psychiatrie – nicht nur wegen der Verwendung von Elektroschocks in fragwürdigen Situationen, sondern auch wegen der Misshandlung und ungerechtfertigten Unterbringung von Menschen in psychiatrischen Anstalten.
Mit der Entdeckung von psychotropen Medikamenten in den 1950er-Jahren trat die Elektroschock-Therapie langsam in den Hintergrund. Seit den 1980er-Jahren wächst das Interesse für diese Technik jedoch wieder. Basierend auf modernen Erkenntnissen wird die Methode heutzutage mit deutlich weniger Nebenwirkungen und geringer Schockintensität unter dem Namen Elektrokonvulsionstherapie (EKT) unter Vollnarkose zur Hirnstimulation eingesetzt.
Viele sind sich nicht bewusst, dass auch ein Herzstillstand mit einer Kardiopulmonalen Reanimation (CPR) behandelt wird. Durch den Elektroschock kann sich das Herzmuskelgewebe verkleben und die Person hat Mühe beim Durchatmen.