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Interpellation Fraktion GB/JA! (Franziska Grossenbacher, GB)
Nach dem Wegzug der Maschinenfabrik Wifag im Jahr 2011 wird der Industriebau an der Wylerringstrasse durch gewerbliche Zwischennutzungen belegt. Eigentümerin des Areals ist die Mali International AG. Seit 2012 tritt die armasuisse als Mieterin von rund einem Drittel der Industriehalle auf. armasuisse verlegt einen Teil ihrer bisherigen Nutzung im Kasernen-Areal an die Wylerringstrasse und zwar die Wartung des Fahrzeugparks (vom Schützenpanzer bis zur Bundesratslimousine) samt Werkstätten sowie Lagerräume für Armee-Material. Am neuen Standort werden rund 50 Personen beschäftigt. Am 23. November 2012 wurde das Baugesuch für den Einbau der Werkstätte und des Lagers publiziert. armasuisse beabsichtigt Investitionen von ca. 10 Mio Franken und eine Nutzungsdauer bis mindestens 2022, eher jedoch bis 2032. Das Wifag-Areal hätte ein grösseres Potential und könnte sinnvoller genutzt werden: Eine grobe Schätzung ergibt, dass auf der von armasuisse genutzen Arealfläche rund 30’000 m2 Bruttogeschossfläche realisiert werden könnte. Diese Fläche hätte das Potential für rund 80-100 Wohnungen und rund 500 Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich. Hinzu kommt, dass das neue Verwaltungszentrum der SBB in Wandorf City im Bau ist und die SBB das heutige Verwaltungszentrum westlich des Wifag-Areals unter Umständen verlassen werden. Damit würde eventuell gleich angrenzend ein weiteres Areal zur Entwicklung frei. Aufgrund der zentralen Lage und des Städtebaulichen Potentials ist es angebracht, dass sich der Gemeinderat Gedanken zu der mittel- und längerfristigen Nutzung des Wifag-Areals und der benachbarten Gebiete macht. Grundsätzlich handelt es sich um privates Gelände. Die Stadt hat jedoch die Planungshoheit, kann auf die Eigentümer zugehen und mit ihnen eine Planungsvereinbarung zur langfristigen Entwicklung des Gebietes erarbeiten.
In diesem Zusammenhang bitte ich den Gemeinderat folgende Fragen zu beantworten:
1. Welche Pläne gibt es allenfalls bereits für eine Arealentwicklung auf dem Gelände der ehemaligen Wifag? Welche Absichten bestehen bezüglich der Nutzung des Areals, das unmittelbar an die Geleise und an das Wohnquartier Wyler angrenzt?
2. Falls noch keine Schritte unternommen wurden von Seiten der Stadt: In welcher Form und innerhalb welcher Frist ist der Gemeinderat bereit, die Zusammenarbeit mit den Grundeigentümern des Geländes für eine Arealentwicklung zu suchen?
3. Welche planungsrechtlichen Schritte unternimmt die Stadt auf dem Areal der ehemaligen Wifag sowie auf allenfalls weiteren durch Umnutzungen / Umzüge betroffenen Arealen in der Nachbarschaft, um das Potential dieser Gebiete optimal für die Quartier- und Stadtentwicklung zu nutzen?
Bern, 28. Februar 2013