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853 erhebt Ludwig der Deutsche in Zürich am
linken Limmatufer ein dort schon zuvor bestehendes Klösterchen in den
Rang einer königlichen Abtei, indem er es reichlich ausstattet,
monastisch diszipliniert und seine älteste Tochter Hildegard zu dessen
Äbtissin macht. Das königliche Privileg vom 21. Juli ist erhalten. Die
rechtsufrige Klerikergemeinschaft kam damit unter Zugzwang.
Im
10. Jahrhundert entsteht eine Kompilation älterer Texte, der sogenannte
Rotulus R1, der glaubhaft machen will, Karl der Große habe die Kleriker
von SS. Felix und Regula reich begabt. Diese Urkunde wird zwischen 1150
und 1250 in zwei Anläufen zu einem eigentlichen Verwaltungsbefehl des
Kaisers umformuliert. Dieser ist dann durch das ganze Spätmittelalter
und in der Frühneuzeit als das Gründungsdokument des Grossmünsters
betrachtet worden.
Edition von R1: Hannes Steiner, Alte Rotuli neu
aufgerollt, Quellenkritische und landesgeschichtliche Untersuchungen zum
spätkarolingischen und ottonischen Zürich, Diss., Freiburg im Breisgau
und München 1998 (Forschungen zur oberrheinischen Landesgeschichte. 42).
In den Statutenbüchern der Propstei (d.h. des
Chorherren-Stifts, Redaktion 1346) wird Karls des Großen öfters als des
Stifters gedacht: beatus Karolus magnus imperator et confessor ac fundator et donator ecclesie nostræ prepositure Thuricenis.
In der Chronik des Heinrich Brennwald (1508–1516 verfasst) ist die Ansicht bereits gang und gäbe: Carolus der Grosse / als er An. 802. zu Zürich eine Weil Hof gehalten.
Vgl. auch: Gestalt
und Gestaltungen eines Gestalters. Ein bunter Strauss zum 1200.
himmlischen Geburtstag von Karl dem Grossen, dargebracht von der
Gelehrten Gesellschaft in Zürich = Neujahrsblatt der Gelehrten
Gesellschaft in Zürich auf das Jahr 2014, herausgegeben von Kurt R.
Spillmann, Zürich: Verlag episteme.ch 2014, S. 11ff.
Hier versammelt sind einige – historisch nicht ernst zu nehmende – Anekdoten, in denen Kaiser Karl der Große (s)eine Rolle spielt. (Verf. P.M.)
••• Die Seele Karls des Großen auf der Waagschale (PDF-Datei)