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Kalifornien ist sicherlich die bekannteste übergeordnete Weinregion der Vereinigten Staaten. Dies wird auch damit belegt, dass circa 90 Prozent des in den USA produzierten Weins aus dem Golden State stammt. Aber nicht nur mengenmässige läuft Kalifornien den anderen Staaten in der Weinproduktion den Rang ab, sondern auch punkto Qualität können höchstens noch Oregon und Washington teilweise mit Kalifornien mithalten.
Die Weinproduktion in Kalifornien begann in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts, als der heutige amerikanische Bundesstaat noch zu Mexiko gehörte. Die kalifornische Weinindustrie erlebte in den folgenden Jahren ein ständiges Auf und Ab, eine Existenz zwischen Boom und Katastrophe. Im 19. Jahrhundert liess zuerst der Goldrausch in Kalifornien die kommerzielle Weinproduktion florieren. Ein paar Jahrzehnte später dezimierte die Phylloxera-Epidemie die europäische Weinproduktion drastisch und trieb so die Nachfrage an kalifornischen Weinen auf neue Höhen.
Während es das 19. Jahrhundert gut mit kalifornischen Weinen meinte, war vor allem die 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts von Krisen geprägt. Nach dem 1. Weltkrieg kam schon bald die Prohibition, während derer viele Rebberge verschwanden. Einige wenige überlebten jedoch dank der Produktion von Messweinen für die Kirchen. Das Ende der Prohibition schliesslich stand im Zeichen der langsamen wirtschaftlichen Erholung und des 2. Weltkriegs.
Die Weinproduktion konnte sich erst in den 1960er und 1970er Jahren richtig erholen und gipfelte im berühmten «Judgment of Paris». Die darauffolgende stetige Zunahme der Qualität und der Quantität der Weine hatte auch zur Folge, dass immer mehr neue Regionen und Appellation (in den USA als AVA, American Viticultural Areas bezeichnet) erschlossen wurden.
Die bekannteste AVA in Kalifornien ist zweifellos Napa, welche ihrerseits kleinere AVAs wie Yountville und Rutherford beherbergt. Neben Napa sind im Norden Sonoma (mit dem Alexander Valley) und Carneros sehr bekannte Weinbaugebiete. Obwohl die einzelnen AVAs leichte Temperatur-, Topographie- und Bodenunterschiede aufweisen, vereint sie das eher kühle, mediterrane Klima. Dadurch können die Trauben sehr lange reifen, ohne zu verbrennen oder überreif zu werden. Die bekanntesten Rebsorten sind Cabernet Sauvignon, Chardonnay und in höheren Lagen Pinot Noir. Wegen der hohen Qualität sowie der hohen Nachfrage (in erster Linie aus den USA selbst) sind Weine aus diesen Regionen sehr teuer bis schlicht unbezahlbar. Wer dennoch einen qualitativ hochstehenden kalifornischen Cabernet Sauvignon versuchen möchte, ohne gleich das Eigenheim oder Auto verkaufen zu müssen, dem sei der Director’s Cut von Francis Ford Coppola aus dem Alexander Valley wärmstens empfohlen.
Überhaupt versteht es die Francis Ford Coppola Winery extrem gut, Trauben aus hochklassigen Regionen gekonnt zu verarbeiten und dabei dennoch bezahlbar zu bleiben. Dies zeigt sich vor allem in der Diamond Collection, wo Trauben vielfach aus den eher südlicheren Regionen rund um Monterey und aus der aufkommenden AVA Paso Robles stammen. Hier ist das Klima zwar immer noch mediterran, aber deutlich wärmer als im Norden. So fühlen sich Rebsorten wie Zinfandel, Malbec und Syrah in diesen Gebieten sehr wohl. Andere Rebsorten wie Chardonnay weisen hingegen einen grosszügigeren und ungleich fruchtigeren Charakter auf.