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Die ersten Modelle der Reihe 288 kamen zwischen 1970 und 71 auf den Markt. Frühe Modelle hatten noch das Kaliber 25-671 (Tagesanzeige) bzw. das 25-672 (Tag und Datum) verbaut. Ab 1972 wurden die überarbeiteten Werke 25-681/682 verwendet. Gegenüber den nur in kleiner Stückzahl gebauten Vorgängern wiesen diese eine modifizierte Form des Kugellagers sowie eine zusätzliche Halteschraube auf. Die „288“ auf dem Zifferblatt weist auf die erhöhte Schlagzahl von 28’800 A/h hin.
Die 288er Modelle waren ursprünglich wohl als Höhepunkt der bisherigen Entwicklung geplant. Die DS-2 war zwar weiterhin in der Kollektion, musste aber weiterhin mit den „alten“ Werken vorlieb nehmen. Die neuen Werke waren so genannte Hochfrequenzwerke. Die Schlagzahl wurde von 19.600 A/h auf zeitgemässe 28’800 A/h erhöht. Durch die höhere Frequenz sollte die Ganggenauigkeit verbessert werden.
Es wirkten aber auch größere Kräfte auf das Kaliber, die zu einer vorzeitigen Abnutzung des Räderwerks hätten führen können. Um dem entgegen zu wirken wurde z.B. die Welle des Federhauses in zwei Steinen (in Platine und Federhausbrücke) gelagert. Damit das Werk möglichst flach blieb erhielt die Räderwerksbrücke Ausfräsungen um die Zahnräder der Automatik etwas versenken zu können.
Die grösste Veränderung war die Lagerung von Minutenradtrieb und Minutenrohr in einem Mikrokugellager, welches einen Durchmesser von lediglich 2.2mm hatte. Die darin verbauten Lagerkugeln wiesen sogar einen Durchmesser von nur 0.3mm auf! Dieses Mikrokugellager wurde exklusiv für Certina von der in Tavannes ansässigen Kugellagerfabrik Otto Walther gefertigt. Ausserdem wurde die von Certina patentierte Hemmung „Clineric 21“ mit einem speziellen Ankerrad mit 21 Zähnen verwendet. Das Werk ist technisch also sehr interessant und Certina typisch auch robust.
Insgesamt gab es vier verschiedene Gehäuseformen, welche man alle klar den Siebzigerjahren zuordnen kann. Es waren jeweils verschiedene Zifferblattvarianten erhältlich. Alle Modelle hatten nun Saphirgläser und die „DS“-Variante (Ref. 5801 500) ausserdem das bewährte „DS“-System, wo das komplette Kaliber mit Hilfe eines elastischen Stossdämpferrings aus synthetischem Gummi schwimmend im Gehäuse gelagert wird. Diese Version hat auch den bekannten gewellten Boden mit dem Schildkröten-Logo.
Weiterhin verzichten musste man jedoch auf einen Sekundenstopp oder eine Datumsschnellschaltung. Das Datum konnte, wie vom 25-651 her gewohnt, durch das hin und herwechseln zwischen 23 und 24 Uhr geschaltet werden.
Zum Zeitpunkt der Markteinführung der 288er Modelle nahm die Quarzkrise bereits ihren Anfang, und so war diesen Modellen eine relativ kurze Marktpräsenz vergönnt. Gut erhaltene Exemplare sind dementsprechend selten zu finden. Bei vielen wurde, im Zuge einer Revision, leider auch das originale Schnellschwingerkaliber durch ein gemeines 25-651 ausgetauscht. Solltest du also mit dem Gedanken spielen ein solches Modell zu kaufen, rate ich dir, unbedingt vorher einen Blick ins innere der Uhr zu werfen.