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Uli Hänny (1912 - 1984)
Im November 1926, 14jährig, wurde er plötzlich von Kinderlähmung befallen. Nach einem Vortrag musste er krank ins Bett. Bronchitis stellte der Arzt fest. Bald konnte er beide Arme und beide Beine nicht mehr bewegen. Schmerzen hatte er keine. Nach fünf Wochen bewegte sich auch die linke Lunge nicht mehr. Der Arzt befürchtete, auch die rechte Lunge werde betroffen. Mit den Pfadfindern hatte zur gleichen Zeit auch Pfarrer Rotach um Ulis Leben gebetet. Uli konnte die Krise überwinden.
Im Sommer 1932 bestand Uli Hänny die Maturität am Realgymnasium. Er schrieb einmal: Die Matura strengte mich ausserordentlich an, ich wusste auch nicht, was ich wollte. Den Vorsatz, Architekt zu werden, gab ich aus technischen Gründen auf, weil ich das Lineal nicht halten konnte. So beschloss ich, Pfarrer zu werden, sah dann nach der Matura ein, dass auch das unmöglich war, ich konnte den Anblick von Elend nicht ertragen.
Uli Hänny zeichnete 1930-1931 eine Serie von 6 Pfadfinderkarten, die seinerzeit im Verlag Rovergruppe Hospiz St. Gallen erhältlich waren. Eine weitere Karte, Die Gipfelstürmer, wurde als offizielle Karte für das erste internationale Rover Moot 1931 in Kandersteg ausgewählt.
1932-1940 war seine Ausbildungszeit mit Studienaufenthalten in Zürich, Paris, Basel und Berlin. Viele seiner Zeichnungen wurden in Zeitschriften veröffentlicht. Für die evangelische Jugendbibel des Kantons St. Gallen machte er die Illustrationen. Er hat Glasfenster in den Kirchen von St. Margrethen, Heiden, Eichberg, Eschlikon und in der Kirche von Engelberg 1933-1942 geschaffen.
1944 nahm er Wohnsitz in Basel. In die folgende Zeit fallen seine ersten Entwürfe für die Münster-Glasscheiben. Uli Hänny zeichnete und malte bis zu seinem Tod 1984. Er hinterliess viel Tausend Skizzenblätter, Kinderzeichnungen und etwa 50 Ölbilder aus seinen verschiedenen Lebensphasen und unzählige Bilder mit religiösen Themen. 1989 und 1991 wurde eine Anzahl Bilder und Zeichnungen aus seinem Nachlass in Ausstellungen in Basel gezeigt. Uli Hänny war auch Mitglied der Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten GSMBA.
Text: Max Brändle
Quellenangabe
Der Text wurde aus dem "newsletter" Nr. 04/92, Zeitschrift des Schweizerischen Pfadfinder-Philatelisatenvereins übernommen.