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Gabriela Avigur Rotem (IL)
Loja
Suhrkamp Verlag, 2008
Nach dem Tod ihres Vaters hat Loja Kaplan mit Anfang Zwanzig Israel verlassen und alle Brücken zur Vergangenheit abgebrochen. Erst nach 25 Jahren kehrt sie zurück, um ein Erbe anzutreten. In dem ihr in einem Orangenhain hinterlassenen alten Haus stösst sie auf ein Geheimnis, das zu ihrer tot geglaubten Mutter führt, die sie nie kennengelernt hat. Gabriela Avigur-Rotem gelingt es, das Israel der 1950er und 1990er Jahre zu evozieren. Mit der Geschichte von Loja erzählt Gabriela Avigur-Rotem auch diejenige einer ganzen Generation von Israelis, die erst spät gewahr wird, wie vielschichtig ihr Erbe ist.
Aus: Loja. Übersetzt von Anne Birkenhauer. Suhrkamp Verlag, 2008
Er war einer von denen, die überzeugt sind, dass ausgerechnet das Flugzeug, in dem sie sitzen - und wie oft fliegen solche Leute schon -, abstürzen und zerschellen wird: Man kann sie am Fenster sitzen sehen, wie sie mit starrem Hals die Schrauben in der Tragfläche zählen und jedes Mal, wenn das Flugzeug seine Richtung ändert, die Farbe wechseln. Auf Transatlantikflügen liegen sie mit geschlossenenen Augen da, um die Angst auszutricksen, verändern sie ihre Lage, stehen auf, gehen zur Toilette, bitten um einen Tee, eine Tablette gegen Migräne.