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Wenn wir von einem Diener des Herrn sprechen, denken wir meistens an solche, die vollzeitig im Werk des Herrn tätig sind. In Gottes Wort werden uns aber Männer, Frauen und Kinder vorgestellt, die dem Herrn auf verschiedene Weise gedient haben, ohne dass sie dabei ihre normale Tätigkeit, z.B. die Berufsarbeit, aufgegeben haben.
Anhand der angegebenen zwei Verse aus Johannes 12 wollen wir sieben Tatsachen von allgemeiner Gültigkeit für jeden Jünger Jesu hervorheben. Denn auch die Berufs-, Haus- oder Schularbeit dürfen wir als Dienst ansehen, den wir im Herrn empfangen haben und den wir in Treue für Ihn erfüllen dürfen (Kol 4,17; 3,17.23.24).
Der Zusammenhang
In Johannes 12 steht der Herr Jesus als der von den Führern seines irdischen Volkes Verworfene vor uns. Einige Griechen kamen zu Philippus und baten ihn: «Herr, wir möchten Jesus sehen.» Andreas und Philippus brachten diesen Wunsch dem Herrn vor. Darauf antwortete Er ihnen: «Die Stunde ist gekommen, dass der Sohn des Menschen verherrlicht werde. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.»
Es geht hier vorbildlich um die Verherrlichung des Herrn als Sohn des Menschen, wie sie im Tausendjährigen Reich sichtbar werden wird. Doch die Grundlage zu dieser Herrlichkeit ist sein Sterben. So stellt Er seinen Tod im Bild eines in die Erde gefallenen Weizenkorns vor, das stirbt und dadurch viel Frucht bringt. Zu dieser Frucht zählen auch die Nationen, die dann unter der gesegneten Regierung des Sohnes des Menschen auf der Erde leben werden (Ps 8; Jes 60,3).
Ursprung und Stellung eines Dieners des Herrn
Im Anschluss an die Erwähnung seines Sterbens, kommt der Herr jetzt auf seine Diener zu sprechen. Sie würden in der Welt zurückbleiben, während Er ihnen voraus zum Vater hinging.
Die viele Frucht in Vers 24 ist ein Ergebnis des Todes des Herrn. So muss auch sein Diener – der vor seiner Bekehrung zu dieser Welt gehörte – für diese Welt tot sein, wenn er Ihm nützlich werden will. Wir sehen in diesen Worten also den Ursprung und die Stellung eines Dieners des Herrn: Er ist in der Welt, aber nicht mehr von ihr. Er nimmt einen völlig von ihr getrennten Platz ein.
Würde eines Dieners des Herrn
Sie kommt in den Worten des Herrn zum Ausdruck: «Wenn mir jemand dient …» Ein Diener des Herrn dient Ihm, dem jetzt erhöhten und verherrlichten Herrn – aber in der Zeit seiner Verwerfung von der Welt. Er teilt seine Verwerfung und trägt seine Schmach (Heb 13,13).
Weg und Orientierung eines Dieners des Herrn
Als Nächstes nennt der Herr die Nachfolge hinter Ihm her. Sie ist eine Pflicht für jeden seiner Diener: «So folge er mir nach.» Hier erkennen wir den Weg und die Orientierung eines Dieners des Herrn: Er kann Ihm nur dienen, wenn er Ihm nachfolgt und sich ganz an Ihm orientiert.
Ziel eines Dieners des Herrn
Und dann lenkt der Herr den Blick nach oben: «Und wo ich bin, da wird auch mein Diener sein.» Lässt uns dies nicht an das Ziel eines Dieners des Herrn denken? Er wird bald da sein, wo sein geliebter Herr jetzt schon ist – um seine Herrlichkeit zu schauen (Kap. 14,3; 17,24).
Wo ich bin
Die drei Worte «wo ich bin» aus dem Mund des Herrn finden wir nur im Johannes-Evangelium. In Bezug auf die Seinen stehen sie in Kapitel 12,26; 14,3 und 17,24. In Übereinstimmung mit dem Charakter dieses Evangeliums, wo vom Herrn Jesus als «dem eingeborenen Sohn, der im Schoss des Vaters ist,» und als «dem Sohn des Menschen, der im Himmel ist,» gesprochen wird, beziehen sich diese Worte auf den Ort der Herrlichkeit beim Vater (Kap. 7,33; 13,1.3; 14,2; 17,11.13). Was für ein herrliches Ziel liegt vor uns!
- Welch ein Glück, bei Dir zu sein!
Komm, Herr Jesus, führ uns ein!
Aber was für die einen ein Geruch vom Leben zum Leben ist, ist für die anderen ein Geruch vom Tod zum Tod (2. Kor 2,16). Als Bestätigung dieser Tatsache weist der Herr in diesem Evangelium dreimal voller Ernst darauf hin, dass kein Ungläubiger an diesen glückseligen Ort kommen kann (Kap. 7,34; 8,21; 13,33).
Lohn eines Dieners des Herrn
Am Schluss stellt der Meister den Lohn seines Dieners vor: «Wenn mir jemand dient, so wird der Vater ihn ehren.» Welch eine Gnade!
Praktische Auswirkungen
Das Wissen um unseren Ursprung erhält uns dankbar, demütig und sanftmütig (5. Mo 7,7.8; Tit 3,2.3). Das Bewusstsein unserer Stellung führt zu beständiger Absonderung. Und wenn wir an unsere Würde denken, wird dies Liebe, Hingabe und Treue bewirken. Die Aufforderung, als Diener des Herrn einen Weg der Nachfolge hinter dem Meister her zu gehen, erhält uns in seiner Nähe und Gemeinschaft. Die Notwendigkeit, dass Er auf diesem Weg unsere Orientierung ist, veranlasst uns zu beständiger Abhängigkeit von Ihm. Der Blick auf das Ziel hält die Hoffnung wach, und der Gedanke an den Lohn lässt uns im Ausharren nicht müde werden (2. Chr 15,7; Gal 6,9; Off 22,12).