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Schulhaus und Turnhalle Wülflingerstrasse
Schulhaus der Primarschulen und Oberstufen Veltheim Wülflingerstrasse
Wülflingerstr. 42
8400 Winterthur
Die Schulanlage an der Wülflingerstr. 42 besteht aus dem älteren Primarschulhaus und einer neuen Turn- und Schwimmsport-Anlage (Kleinsthallenbad) aus dem Jahr 1976. Das Schulhaus wurde 1905 durch die Architekten Rittmeyer und Furrer erbaut. Mit der auffällig gestalteten Südfront wollten sie den Charakter eines Vorstadt-Schulhauses zum Ausdruck bringen.
Am 26. April 1903 beschloss die Schulgemeindeversammlung den Bau eines Schulhauses mit Turnhalle sowie Sport- und Spielplätzen zu einem ungefähren Kostenbetrag von Fr. 200'000.-- bis 250'000.--.
Als Standort wurde trotz verschiedener Einwände die Kiesgrube an der Wülflingerstrasse bestimmt. Das Projekt konnte an diesem Platz trotz aufwendiger und demzufolge teurer Fundationen rund Fr. 22'000.- billiger erstellt werden, als am ursprünglich vorgesehene weiter entfernt gelegene Bauplatz "Hinterwiesli". Von den fünf eingereichten Projekten wurde das von den Architekten Rittmeier und Furrer vom damaligen Kantonsbaumeister Dietz zur Ausführung bestimmt.
Im November 1905 konnte zunächst die Turnhalle in Betrieb genommen werden. Im Frühjahr 1906 war auch das Schulhaus Wülflingerstrasse bezugsbereit. Der Unterricht begann am 7. Mai und die Einweihung fand am 24. Juni 1906 statt.
Einen gewaltigen Schritt in die Moderne tat der Grosse Gemeinderat, als er am 28. Mai 1973 beschloss, die alte Turnhalle, erbaut 1905/06, beim Schulhaus an der Wülflingerstrasse abzureissen und neu aufzubauen. Sie mass innen nur 12.0 x 21.3 Meter, die inzwischen vom Kanton vorgeschriebene Mindestfläche beträgt 12x24m.
Die Turnfläche ist in Wirklichkeit aber wesentlich kleiner, denn den Wänden entlang stehen mangels eines Geräteraumes alle Turngeräte. Auch Duschen, Turnlehrer- und Sanitätszimmer fand man nirgends.
Und schlussendlich war ein einziger Umkleideraum für Knaben und Mädchen alles andere als zeitgemäss.
Nach dem ein karges Renovationsprojekt (Kreditbegehren Fr. 679'000.- brutto)1968 vom Stimmbürger hoch abgelehnt worden war, hatte man nun umgedacht. Man plante nicht nur einen Neubau mit einer zeitgemässen Turnhalle mit Nebenräumen, sondern erweiterte das Raumprogramm um ein Lehrschwimmbecken und eine Abwartwohnung. Letztere soll die im Untergeschoss des Schulhauses platzierte ersetzen.
Der Neubau umfasst also im Erdgeschoss die Turnhalle, darunter das Lehrschwimmbecken, im 2. UG die Schutzräume. Über dem Geräteraum zur Turnhalle in der Südwestecke liegt die Abwartwohnung. Der Nettokredit betrug Fr. 2'737'000.-.
Sanierung 2017: Der Landbote berichtete wie folgt:
„Im Dezember 2017 wurde das frisch sanierte Schulhaus Wülflingen eingeweiht. Unter anderem wurde die Bausubstanz verbessert, bei der die Stadt vor über 100 Jahre gespart hatte. Die Primarschülerinnen und -schüler des Schulhauses Wülflingerstrasse waren bei der Einweihung ihrer frisch sanierten Turnhalle mit dem leuchtend hellblauen Boden sichtlich aufgestellt.
Auch wenn ihr Schulhaus lediglich sanft renoviert worden war, gefühlt war es neu, denn die Summe machts: Mit seinen neuen Garderoben, LED-Lampen und den renovierten Schulzimmern, Handarbeitsraum und Musikzimmer wirkt alles wieder heller und frischer.
Neu stehen dem Hort zwei Räume zur Verfügung, die Lehrer zogen in einen neuen Aufenthaltsraum.
Kostenpunkt der ein Jahr dauernden Bauarbeiten: 3,8 Millionen Franken. Risse in der Turnhalle Zu Buche schlugen allerdings nicht nur die einfachen Verschönerungsarbeiten, sondern auch Eingriffe in die Baustatik: Die Turnhalle und das Schwimmbad waren nicht mehr erdbebensicher.
An der Decke hatten sich bereits Risse gebildet. Mit Betonbögen und -fassaden sowie Stahlverstrebungen schuf man dem nun Abhilfe, auch in den Gängen unter dem Schwimmbecken, wo die Wasseraufbereitungsanlage steht. Wegen der Wasserwellen, die bei einem Erdbeben entstünden, würde sich der Druck aufs Fundament besonders ungleichmässig und damit ungünstig verteilen, erklärte der Projektleiter.
Schon vor 100 Jahren wurde das Schulhaus 1906 nach den Plänen der Architekten Robert Rittmeyer und Walter Furrer sparsam gebaut, Anfang des 20. Jahrhunderts zwei bekannte Namen.
Mit seinen Elementen aus dem Neobarock, dem Heimat- und dem Jugendstil ist der Bau von 1906 tatsächlich repräsentativ. Abstriche wurden damals offenbar bei der Umsetzung und der Bausubstanz gemacht. Lediglich 250‘000 Franken hatte die Stadt damals aufgewendet, «schon sehr wenig im Vergleich zu heute», fand der neue Schulstadtrat Jürg Altwegg.“