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Diese Woche rief mich ein guter Freund an und erklärte mir, er hätte einen Anruf eines Kunden erhalten. Dieser betreibe im Keller einen Luftentfeuchter der von einer elektronischen Steuerung kontrolliert würde und einen Fehler „F4“ zeigt und nun wolle er wissen, was diese Fehlermeldung beuten würde.
?
Natürlich wusste mein Freund, dass ich das Gerät ende der 80er Jahre gebaut hatte und hoffte nun, dass ich die Frage noch beantworten könne. Pustekuchen, die Unterlagen dazu habe ich vor gefühlten 3 Jahren der Altpapiersammlung übergeben und konnte deshalb nur raten, dass es sich bei der Meldung vermutlich um einen Fehler am Eimer-Sensor handeln könnte. Da ich noch ein Mustergerät in einer Vitrine habe, versprach ich ihm, dies am Gerät zu verifizieren.
Und heute tat ich das und lobte ein bisschen mein Erinnerungsvermögen. F4 bedeutet tatsächlich einen Unterbruch des Niveau Sensor, der lose in einem Eimer mit Wasser hängt und den Zeitpunkt meldet (und die Maschine stoppt) wenn sich der Eimer mit Kondenswasser gefüllt hat. Da bei diesem Kunden kein Eimer mehr dort steht, sondern ein Schlauch das kondensierte Wasser direkt ableitet, wollte ich den Sensor (ein PTC) mit einem Festwiderstand ersetzen. Leider klappte dies nicht weil …
ich beim Erstellen der Software (alles in ASM) auch prüfte, ob sich der Spannungsabfall am PTC beim Einschalten des Gerätes auch tatsächlich verändert. Damit muss ein identischer PTC angeschlossen sein, ansonsten startet das Gerät nicht.
Ich erinnere mich, dass ein Schwimmersensor für die Anwendung viel zu kostspielig gewesen wäre und ich deshalb einen definierten Strom durch einen PTC zwang, der den PTC auf ca. 50 Grad erwärmte, solange er nur von Luft umgeben ist. Sobald der PTC mit dem Wasser in Berührung kam, wurde die Wärme ans Wasser abgeführt und der Strom im PTC stieg wieder an. Dies benutzte ich, um den Zustand „Eimer Voll“ zu detektieren.
Die Geräte (es waren um die 450 Stück) lieferte ich ca 1987 an den Auftraggeber aus. Und 1990 verkaufte Dieser die ganze Sparte an eine andere Firma. Kurz darauf kam ab und an ein Gerät zur Reparatur zurück, bis ich dann nie mehr etwas darüber vernahm. Ein kritisches Bauteil damals war der Feuchtesensor, der an einer AC Versorgung von ca. 1V bei 1kHz betrieben werden musste. Die restliche HW stellte nie ein Problem dar, ausser dass einmal ein Trafo abrauchte, weil das Gerät in einem überschwemmten Keller stand.
Um den Fehler zu beheben, liefere ich nun meinem Freund einen PTC aus und dieser wird diesen dann, mit einem Schraubenzieher bewaffnet, am Gerät einbauen. Nach 34 Jahren selbstverständlich in Garantie.
Als uP benutzte ich damals einen 8051, das RAM mit 256 Byte sass im Peripherie Baustein 8155, für den Programmspeicher war ein 2764 EPROM zuständig und die analogen Werte erfasste ein ADC0808. Äusserst zeitintensiv war das Erstellen der Feuchte Tabelle. Mit einem angeschafften Feuchtemessgerät, gesättigten Salzlösungen und wiederkehrenden Vergleichsmessungen tastete ich dann auf die annähern richtigen Feuchtewerte heran.
Tja, die ganze Aufgabe würde man heute wohl mit einem einzigen Chip erledigen. Das Schreiben der Software erledigte ich auf einem CP/M80 System (DEC Rainbow 100, der unterstützte auch gleichzeitig CP/M86) und über eine RS232 Schnittstelle bediente man den EPROM Programmer.
Lange ist es her und ich bin mit ganz sicher, so will ich heute nicht mehr arbeiten. Da ging mit dem „Brennen“ der EPROMS immer viel Zeit verloren und die Programmierung in Assembler war dementsprechend fehleranfällig (natürlich war der Schuldige immer mein Kopf).
schönes Wochenende
Pius