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Am Freitag erklärte die kanadische Gewerkschaft der Angestellten im öffentlichen Dienst (CUPE), dass sie mit dem Casino de Montréal eine grundsätzliche Einigung für die Croupiers erzielt habe, denn seit dem 1. April 2020 gibt es für die 545 Croupiers der Gewerkschaft keine Vereinbarung mehr. Am 21. Mai trat die Gewerkschaft in den Streik.
Details der Vereinbarung
Die Gewerkschaft hat sich noch nicht zu den Bedingungen der Vereinbarung geäussert, aber Sie wird den Mitgliedern in den kommenden Wochen auf einer Mitgliederversammlung zur Diskussion gestellt. Nach Angaben des CUPE-Gewerkschaftsberaters Jean-Pierre Proulx sind die Verhandlungskommissionen der Gewerkschaft und des Managements mit der Vereinbarung zufrieden und optimistisch, dass sie von den Croupiers akzeptiert wird.
Obwohl die Angestellten einige Monate lang gestreikt haben, wurden die meisten Casino-Aktivitäten fortgesetzt. Die Croupier forderten, dass das Casino den täglichen Zeitplan ändert, um Verletzungen durch Arbeit mit sich dauerhaft wiederholenden Aufgaben zu vermeiden.
Loto-Québec, der Casinobetreiber, der hinter der Spielstätte steht, erklärte, dass es keine Zunahme von Verletzungen bei seinen Croupiers gegeben habe. Während des Prozesses warf die Gewerkschaft dem Unternehmen vor, dass es aktiv plane, neuen Mitarbeitern 90 % der niedrigsten Gehaltsstufe zu zahlen. Nach Angaben der Geschäftsleitung liegt die Einstiegsvergütung mehr als 20 % über der des Referenzmarktes.
In den kommenden Wochen dürfte man ein besseres Bild davon haben, was für die Angestellten vereinbart wurde und was sie bei ihrer Rückkehr an den Arbeitsplatz an Änderungen erwarten können.
„Nach Angaben der Organisation leidet derzeit eine schwindelerregende Zahl von Mitarbeitern an arbeitsbedingten Beschwerden. Gehälter und Arbeitszeiten sind ebenfalls wichtige Faktoren.“
Arbeit erfordert ein langes Stehen
Zwischen dem Beginn des Streiks und der Unterzeichnung des Abkommens verging einige Zeit. Die gewerkschaftlich organisierten Croupiers traten am 31. Mai in den Streik und streikten mehr als zwei Monate lang, bevor eine Einigung erzielt wurde.
Trotz des Streiks erklärte Loto-Québec, dass alles reibungslos funktioniere. Die Spielautomaten, die Tischspiele und die Restaurants waren alle weiterhin in Betrieb. Lediglich der Glücksspielbereich blieb geschlossen. Der Casinobetreiber brachte seine Unzufriedenheit mit der Croupier-Gewerkschaft zum Ausdruck, die den Streik fortsetzte, obwohl alle erforderlichen Elemente für eine Einigung vorhanden waren.
Neben Änderungen in der Zeitplanung möchte die Gewerkschaft, dass die Dienstgelder zur Finanzierung von Gesundheits- und Bildungsmassnahmen verwendet werden. Die Angestellten wollen zum Erfolg des Casinos beitragen, aber nicht auf Kosten ihrer eigenen Gesundheit. Es ist dabei anzumerken, dass Croupiers an einem einzigen Tag bis zu 10.000 Karten verteilen können, und je schneller das Spiel verläuft, desto mehr Geld verdient das Casino.
Sie forderten daher eine 15-minütige Pause, um Schäden zu vermeiden, aber das Casino weigerte sich, die Kosten für jene Pause zu übernehmen. Es wird spannend sein zu beobachten, ob diese Komponente in die neue Vereinbarung aufgenommen wurde und ob beide Parteien Zugeständnisse gemacht haben.
Gesundheit geht vor
Das kanadische Casinogeschäft hat in den letzten Jahren aufgrund von Schliessungen und Beschränkungen, die von der Provinzregierung aus gesundheitlichen Gründen durchgesetzt wurden, einen schweren Schlag erlitten.
Dennoch verzeichnete Loto-Québec in seinem Finanzbericht für 2021-2022 Einnahmen in Höhe von 657,2 Millionen Dollar im Casino- und Spielhallensektor, eine Steigerung von 323,5 Millionen Dollar gegenüber dem Vorjahr, als die Gesundheits- und Sicherheitsbeschränkungen in den Casinos zu Kapazitätseinschränkungen und verkürzten Öffnungszeiten führten.
Das 1993 eröffnete Casino de Montréal ist mit über 3.000 Spielautomaten und 120 Spieltischen das grösste Casino Kanadas. Es bietet Platz für etwa 4.000 Personen.