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In der islamischen Glaubenslehre (arab. aqida) sind sechs Glaubensartikel enthalten.
Der Glaube an Gott
Der Glaube (arab. Iman[1]) an die Einheit und Einzigkeit Gottes stellt das Axiom für alle anderen Glaubensinhalte dar. Im Koran lesen wir: "Ihr Gläubigen! Glaubt an Gott und Seinen Gesandten und die Schrift, die er auf Seinen Gesandten herabgesandt hat, und an die Schrift, die er früher herabgesandt hat! Wer an Gott, Seine Engel, Seine Schriften, Seine Gesandten und den Jüngsten Tag nicht glaubt, ist weit abgeirrt." [4:136]
Der Glaube an die Engel
Muslime glauben an die Existenz von Engeln, die im Koran sowie in der Sunna erwähnt werden. Z.B. gilt der Erzengel Gabriel als Überbringer der Offenbarungen Gottes an die Gesandten.
In einem Hadith des Propheten heisst es: "Islam ist, dass du bezeugst, dass es keine Gottheit ausser (den einen) Gott gibt, und das Muhammad der Gesandte Gottes ist; und dass du das Gebet verrichtest, die Zakat entrichtest, im Ramadan fastest und zum Haus (Gottes) pilgerst... Und Iman ist, dass du den Glauben an Gott, an Seine Engel, an Seine Schriften, an Seine Gesandten und an den Jüngsten Tag verinnerlichst, und das du den Glauben an al-Qadar – sein Gutes und sein Schlechtes – verinnerlichst."
Der Glaube an die von Gott geoffenbarten Schriften
Ebenso glauben Muslime an alle geoffenbarten Schriften Gottes an die Gesandten (also auch die Thora und das Evangelium), die diese zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten erhalten haben. Der Glaube an den Koran beinhaltet, dass der Koran die abschliessende Offenbarung Gottes ist, nach der bis zum Jüngsten Gericht keine weitere mehr folgen wird.
Der Glaube an die Gesandeten Gottes
Muslime glauben an alle Gesandten Gottes sowie an alle Aussagen, die im Koran und in der Sunna über sie enthalten sind. So wie der Koran die letzte Offenbarung Gottes darstellt, gilt auch der Prophet Muhammad als "das Siegel der Propheten", nach dem keiner mehr folgen wird.
Sehen die Ungläubigen denn nicht, dass die Himmel und die Erde eine einzige dichte Masse waren, die Wir spalteten, und dass Wir dann aus dem Wasser alles Lebendige enstehen liessen? Wollen sie denn nicht glauben? [21:30]
Der Glaube an den Jüngsten Tag
Der Glaube an den Jüngsten Tag beinhaltet den Glauben an die Auferstehung, das Jüngste Gericht, das Paradies und die Hölle und an alle Aussagen, die in Koran und Sunna darüber enthalten sind.
Der Glaube an al-Qadar
Der Glaube an die Vorhersehung beinhaltet Gottes Vorauswissen über alles Zukünftige und dessen Verwirklichung bei gleichzeitiger Willens- und Handlungsfreiheit des Menschen. Damit ist kein Fatalismus gemeint.
- Wenn wir im Deutschen den Begriff "Glauben" verwenden, dann kann "ich glaube" im Sinne von "ich weiss es nicht, aber ich vermute" verstanden werden. "Glaube" im Islam dagegen, wird mit dem Wort "Iman" wiedergegeben, das von der Wortwurzel "amuna" ("treu, zuverlässig sein") und "amina" ("in Sicherheit sein, sich sicher, friedlich fühlen, anvertrauen") abgeleitet wird. Das Wort "emana" bedeutet "Gewissheit haben". Glaube im Islam ist demnach kein Akt der Vermutung, sondern ein bewusster Glaube. Ein Glaube ohne Überzeugung gibt es im Islam nicht. Dies wird auch unten unter "Fünf Säulen des Islam" beim Glaubenszeugnis (Sahida) deutlich.