Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03213.jsonl.gz/705

Wein aus Spanien
Spanien verzeichnet mit Abstand die grösste Rebanbaufläche der Welt - es sind über 960'000 Hektar, die von rund 150'000 Winzern bewirtschaftet werden. Die Zahl der Weingüter (Bodegas) beläuft sich auf knapp 5'000. Damit nimmt der Weinbau in Spanien eine hohe wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung ein.
Die wichtigsten Rebsorten sind Airén (wird oftmals zu Brandy weiterverarbeitet), Tempranillo, Bobal (wird für die Massenproduktion verwendet), Macabeo, Garnacha und Monastrell. Die heimischen Sorten sind vergleichsweise anspruchslos und widerstandsfähig gegen Hitze und Trockenheit - so ist in einigen Gegenden Spaniens der Weinbau die einzige rentable Landwirtschaftsform.
Spaniens Rebflächen kennzeichnen sich durch eine geringe Ausbeute, weshalb die Weinproduktion überraschend niedrig liegt. Die geringen Erträge bedingen sich einerseits durch die schwierigen klimatischen Bedingungen, andererseits durch die traditionell geringe Bestockungsdichte. Ausserdem weisen viele Weinberge in Spanien ein hohes Alter auf.
Das typische Erziehungssystem in den trockenen Regionen nennt sich «en vaso», auch bekannt als Gobelet-Erziehung oder Buscherziehung. Es handelt sich um eine historisch verankerte Methode, bei der die Reben ohne Stützsystem in busch- oder bäumchenartiger Form wachsen.
Der seit einigen Jahrzehnten wieder aufsteigende Qualitätsweinbau wird oftmals mit einem Mix aus traditionellen und modernen Methoden ausgeführt, wobei die Handarbeit stets im Vordergrund steht.
In Spanien unterscheidet man verschiedene Weinkategorien. Ein einfacher «Vino de Mesa» (Tafelwein) darf keine Angaben zu Rebsorte, Jahrgang oder Herkunft enthalten. Ein klassischer «Vino de la Tierra» (Landwein) gibt da schon etwas mehr Aufschluss über den Inhalt.
Daneben gibt es viele Weine mit der kontrollierten Herkunftsbezeichnung D.O. und einige wenige - und zwar die aus dem Priorat und aus Rioja - mit der Herkunftsbezeichnung D.O.Ca. Die spanische Weinbaulandschaft ist momentan in 68 D.O.-Gebiete eingeteilt.
Als Crème de la Crème gelten Weine mit der Bezeichnung «Vino de Pago» - an der Spitze befinden sich lediglich 20 Weingüter, die grösstenteils in Kastilien-La Mancha heimisch sind.
Fassgelagerte Weine - die es in Spanien zuhauf gibt - werden je nach Dauer der Reifung als Crianza, Reserva oder Gran Reserva bezeichnet.
Das grösste zusammenhängende Anbaugebiet befindet sich in der Hochebene von Kastilien-La Mancha, gefolgt von der Extremadura im Westen. Doch es sind vor allem die kleinen Anbaugebiete, die ein hohes Ansehen geniessen, so etwa die Ribera del Duero in Kastilien-León, der Priorat in Katalonien oder La Rioja im Norden Spaniens. Andalusien ist vor allem für seine Sherry und seine Malaga Weine bekannt. Mit dem Schaumwein Cava macht sich auch die D.O. Penedès zunehmend einen Namen.
In Spanien wird seit antiken Zeiten Weinbau betrieben. Rund um die Stadt Cádiz an der Südküste kultivierten schon die Phönizier um 1100 v.Chr. Reben. Zu Zeiten des Römischen Reichs war spanischer Wein sehr beliebt und wurde als Proviant für die Soldaten bis nach England mitgenommen. Auf dem internationalen Markt fristeten die meisten spanischen Weine lange Zeit ein Schattendasein - dies ändert sich jedoch zunehmend.