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In den Kommentaren zum Airbus-Rückenschuss gegen den F-35 regten mehrere Leser die Evaluation eines russischen Kampfjets an. Dazu schreibt uns Konrad Alder, Herausgeber des NACHBRENNERS, wörtlich:
“Man kann selbstverständlich auch ein russisches Flugzeug evaluieren, was allein schon aus einem nachrichtendienstlichen Blickwinkel von grösstem Interesse wäre. Aus den folgenden 6 Punkten wird aber eine Beschaffung aus Kosten-, operationellen und militärpolitischen Gründen kaum in Frage kommen:
- Fehlende Interoperabilität mit unserem integrierten, u.a. auf dem Datenübertragungssystem MIDS Link 16 basierenden Luftraumüberwachungs- und Einsatzleitsystem Florako westlicher Provenienz.
- Im Vergleich zu den an die russischen Luftstreitkräfte gelieferten Maschinen erhalten Exportkunden lediglich leistungsschwächere Versionen.
- Alle Nutzerstaaten von russischen Kampfflugzeugen haben Probleme im Bereiche des „After Sales Support“, d.h. primär mit dem Ersatzteilnachschub. Das resultiert in einer ungenügenden Verfügbarkeit der entsprechenden Flotte von Kampfflugzeugen. Man studiere in diesem Zusammenhang die Probleme der Indischen Luftstreitkräfte vorab am Beispiel des Typs SU-30MKI.
- Der ganze MRO (Maintenance, Repair and Operations)-Bereich müsste neu organisiert und ausgerüstet werden, was uns sehr teuer zu stehen käme (Abweichendes technisches Umfeld, wie z.B. Normen und Standards).
- Nicht kooperationsfähig mit befreundeten Luftwaffen, vorab mit unseren Nachbarstaaten.
- Und last but least: Kampfflugzeugbeschaffungen werden in der Regel auf Regierungsbasis abgeschlossen und binden uns 30–60 Jahre an den liefernden Staat. Eine solche Abhängigkeiten schaffende, „strategische Partnerschaft“ schliesst man niemals mit einem Land, dessen «Demokratie-Verständnis» wir ablehnen.”