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Der Flughafen Basel-Mulhouse – die Marke EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg wurde erst 1987 eingeführt – wurde offiziell am 8. Mai 1946 eingeweiht und feiert somit dieses Jahr seinen 75. Geburtstag. Die damalige Infrastruktur hatte aber nichts mit dem zu tun, wie wir dies heute kennen: Für die Piste kamen gelochte Stahlblechmatten aus amerikanischen Armeebeständen zum Einsatz und die Gebäude bestanden grösstenteils aus Holzbaracken der französischen Armee.
Der «PHOTOPRESS-Auslandbilderdienst» berichtet zu diesem Bild am 1. Mai 1946: «Der Flugplatz Basel-Mühlhausen entsteht. Detailbild von der Erstellung der künstlichen Rollpiste. Die letzen Stahlstreifen werden gelegt und zusammengeschweisst. Bei dieser künstlichen Piste handelt es sich um eine solche, wie sie die Allierten auf Luftstützpunkten erstellten.» Text- und Bildquelle: Sammlung Marcus Straub 1.5.1946 – bsl-mlh-planes.net
Symbol für die internationale Zusammenarbeit
Bereits in den 30er Jahren beschäftigten sich die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft mit dem Flughafenprojekt. Bereits damals war klar, dass der Flugplatz Basel-Sternenfeld auf Grund der immensen Entwicklung des Luftverkehrs und der Flugzeuge selbst nicht mehr genügte. Und es war offensichtlich, dass auf Schweizer Boden kein passendes Areal zur Verfügung stand. Im Eiltempo gelang es, die Zustimmung zum Projekt, das an der Grenze zwischen Allschwil und Burgfelden geplant war, von der französischen Regierung zu erhalten. Der zweite Weltkrieg führte dann aber zu einem Unterbruch der Verhandlungen. Aufgenommen wurden die Verhandlungen wieder im Mai 1945 und diese resultierten rasch in einer Vereinbarung: Frankreich stellte das Gelände zur Verfügung und die Schweiz zeichnete verantwortlich für die Finanzierung der Pisten und der Flughafengebäude. Nach der Beendigung des zweiten Weltkrieges wurde die Gründung des gemeinsamen Flughafens vor allem auch als Symbol für die internationale Zusammenarbeit gesehen. Zentraler Meilenstein war die Unterzeichnung des Staatsvertrages zwischen den beiden Ländern am 4. Juli 1949 in Bern durch Bundesrat Max Petitpierre und dem französischen Gesandten Henri Hoppenot.
Am 4. Juli 1949 wird in Bern der Staatsvertrag für den binationalen Flughafen unterzeichnet. Bildquelle: Sammlung EuroAirport – bsl-mlh-planes.net
Der Flughafen Bâle-Mulhouse war nun ein in Frankreich liegender bilateraler Flughafen mit zwei Verkehrsrechtszonen (Mulhouse=MLH, Basel=BSL) sowie zwei Zollgebieten, wobei der Basler Teil erst etwas später über die 1952 eröffnete Zollfreistrasse erschlossen wurde. Im gleichen Jahr folgten die Ost/West-Piste mit einer Länge von 1'600 m und 1953 die 2'370 m lange Haupt- und Blindlandepiste in Nord/Süd-Richtung. Nachdem die Pisten- und Flugsicherungsanlagen gebaut waren, mussten die Hochbauten erstellt werden: Die Werfthalle wurde 1966 und die Frachthalle 1970 fertiggestellt. Am 27. Juni 1970 wurde der neue Flughafen eingeweiht.
Der Flughafen Basel-Mulhouse am 21. September 1953. Bildquelle: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Friedli, Werner
Der Flughafen ist eine Erfolgsgeschichte
Der Flughafen Basel-Mulhouse ist eine Erfolgsgeschichte. Infolge der wachsenden Nachfrage musste dieser stetig erweitert werden. 1978 wurde die Hauptpiste auf 3'900 m verlängert, damit auch zukünftig alle Flugzeugtypen ohne Einschränkung starten und landen konnten. In den Jahren 1979-1981 wurde die Frachthalle inklusive Bürotrakt vergrössert, 1988 kam eine provisorische Halle für die neu aufkommende Express- und Kurierfracht hinzu, die 1996 durch das definitive "West-End" abgelöst wurde. Eine neues modernes Frachtterminal in der Zone 4 im Südosten des Flughafens ersetzte die alte Frachthalle im Jahre 2015, um unter anderem den Anforderungen der lokalen Pharma-Firmen gerecht zu werden.
Der Flughafen Basel-Mulhouse am 16. April 1970. Bildquelle: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Swissair Photo AG
In den 1990er-Jahren erlebte der EuroAirport mit der damaligen Fluggesellschaft Crossair, die den Flughafen als Drehkreuz für ihre Europaflüge nutzte, einen ersten Aufschwung. Nach dem Swissair-Grounding, das auch die Crossair in Mitleidenschaft zog, trübte sich die Lage dann wieder ein. Bereits ein paar Jahre später begann aber eine neue Aufschwungsphase, als die Fluggesellschaft easyJet ihre Basis am EuroAirport aufbaute. Durch den Anbau eines Fingerdocks wurden zusätzliche Flugzeugstandplätze mit direktem Terminalanschluss erstellt. Dieses Fingerdock wurde in den Jahren 2000/2001 zum heute bestehenden "Y-Dock" mit ca. 25 Flugzeugstandplätzen erweitert. Das landseitige Terminal wurde auch vergrössert; Ende 2002 wurde die Erweiterung des französische Teils eröffnet, gefolgt vom schweizerischen Teil im Sommer 2005. 2006 kam das grüne Licht für den Ausbau der Zone Süd und im 2008 wurde die Zone Südwest "6bis" (Flugzeugwartung und -umbau) mit Grossraum-Hangars in Betrieb genommen. Im 2015 wurde das neue Cargo Terminal eingeweiht.
Mehr als 9 Millionen Passagiere im 2019
Die wachsende Nachfrage zeigt sich sehr eindrücklich in der rasanten Entwicklung der Passagierzahlen: 1984 erreichte der Flughafen erstmals die Zahl von einer Million Fluggäste. 1987 zählte man mehr als zwei Millionen und 2006 waren es dann schon vier Millionen Passagiere. Ein neuer Rekordwert wurde 2019 erreicht, als mehr als 9 Millionen Menschen den EuroAirport genutzt hatten. Über all die Jahrzehnte hat sich der EuroAirport vor allem auch einen Namen im Bereich Flugzeugwartung und -innenausbau gemacht. Wichtige globale Player haben sich am EuroAirport angesiedelt, wie etwa Jet Aviation, AMAC Aerospace, Air Service Basel und Nomad Aviation.
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