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Beschreibung
Die ureigenste Stimme Mozarts, die zu uns spricht, sind seine Klavierkonzerte. Schließlich saß hier der Komponist an seinem Instrument, seiner öffentlichen Stimme, und trat als virtuoser Musiker auf. Es ist eine Stimme, die durch die Musik für uns spricht und unsere Gedanken und Gefühle ausdrückt, wie wir es selber nie vermöchten. Der faszinierende Komponist und Pianist Fazıl Say verleiht diesen drei Konzerten die angemessene Stimme zusammen mit dem Zürcher Kammerorchester unter der Leitung von Howard Griffiths. Für Naïve präsentieren sie die ersten Wiener Konzerte, die sich durch eine gewisse Nüchternheit und Präzision, klare Artikulation und Dynamik auszeichnen, wie sie in den Konzerten vor 1782 nur selten zu finden waren, und sie zeigen deutlich, welchen Wert Mozart auf das kleinste Detail in Klang und Affekt legte.
Das Konzert Nr. 12 in A-Dur (KV 414) ist zweifellos das intimste der Reihe und hat das kleinste Orchester bestehend aus Streichern, Oboen und Hörnern. Die Themen lassen sich als lieblich und zum Teil sehnsuchtsvoll beschreiben. Das Konzert Nr. 21 (KV 467) entstand im Frühjahr 1785, wahrscheinlich für die Abonnementskonzerte der laufenden Saison, und wurde am 10.März 1785 im Burgtheater uraufgeführt.
Im Gegensatz zu dem darauffolgenden Konzert dieser Einspielung weist es viele melancholische Züge auf. Sinnlich und heiter trifft weitestgehend auf das Konzert Nr. 23 (KV 488) zu, in welchem der langsame Satz voller Leidenschaft ist. Mozart erkundet hier in erster Linie eine sinnliche Klangwelt: die Streicher hüllen das Klavier in eine dichte Klangwolke, die hohen Holzbläser schweben strahlend über dem Solisten und die verschiedenen Instrumentalkombinationen übertreffen jedes frühere Konzert. Eine Schlüsselrolle spielt in diesem Konzert die Klarinette. In Salzburg stand dieses Instrument ihm normalerweise nicht zur Verfügung. Erst ab Mitte der 1780er Jahre waren Klarinetten fester Bestandteil seines Orchesters, und wie es scheint, erst nachdem er dieses Klavierkonzert begonnen hatte.
Biographie Fazil Say
Fazıl Say, 1970 in Ankara geboren, studierte Klavier und Komposition am dortigen Staatlichen Konservatorium. Ein Stipendium ermöglichte dem damals 17-Jährigen für fünf Jahre in Düsseldorf mit David Levine am Robert-Schumann-Institut zu arbeiten. Von 1992 bis 1995 setzte er seine Studien am Berliner Konservatorium fort. 1994 gewann er die Young Concert Artists International Auditions, was den raschen Start seiner internationalen Karriere bedeutete. Say ist regelmäßiger Gast bei führenden Orchestern weltweit (New York Philharmonic, Israel Philharmonic, Baltimore Symphony, Orchestre National de France etc.). Die französische Zeitung Le Figaro schrieb über Fazıl Say:
„Er ist nicht nur ein genialer Pianist, er wird zweifellos einer der großen Künstler des 21. Jahrhunderts sein.“