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Schon in der Antike war die Problematik der Schulterluxation, ein Auskugeln des Oberarmkopfes aus der Gelenkpfanne, ein immerwiederkehrendes Phänomen, welches therapeutisch angegangen werden musste. So werden von Hippokrates (460-377 v.Chr.) Schriften und Darstellungen überliefert, wie eine Schulter reponiert wurde. Diese Techniken haben sich bis heute durchgesetzt, auch wenn heute in den meisten Fällen eine ergänzende kurze Vollnarkose durchgeführt wird, um das sehr schmerzhafte Manöver der Reposition zu erleichtern.
Bei einem Zustand nach einer unfallbedingten Schultergelenkausrenkung (Luxation) können verschiedene Strukturen am Schultergelenk überdehnt oder auch gerissen sein, entweder als Weichteilverletzung und/oder knöchern. Die häufigste Luxationsrichtung ist nach vorne unten, seltener nach hinten. Diese sind nach durchgeführter Reposition per klinischer Untersuchung, Ultraschall, Röntgen oder MRT zu detektieren und allenfalls entsprechend zu behandeln.
Je jünger der Patient/in ist, desto häufiger ist das Risiko, ohne entsprechende Behandlung ein Rezidiv zu erleiden, was schlussendlich in einer instabilen Schulter mit Knorpelabnützung/ Arthrose (Omarthrose) des Schultergelenks führen kann. Daher ist die richtige und zeitnahe Behandlung einer erstmalig erlittenen Schulterluxation sehr wichtig. Dabei muss vor der Reposition zuerst ein Röntgenbild gemacht werden, um die Luxationsrichtung zu definieren, und eingetretene knöcherne Begleitverletzungen zu detektieren. Nach erfolgter Reposition wird wiederum ein Röntgenbild gemacht, um die korrekte Lage des Oberarmkopfes in der Pfanne und/oder durch das Reponieren aufgetretene Begleitverletzungen zu dokumentieren.
Die Tatsache der erlittenen Schulterluxation bedeutet jedoch nicht, dass jede Erstluxation auch operiert werden muss, auch der konservative Weg kann eingeleitet werden über eine initiale Ruhigstellung des Armes, dann sukzessive Wiederaufnahme der Beweglichkeit unter physiotherapeutischer Hilfe.
Sollten jedoch relevante Begleitverletzungen vorliegen, die sich in den erwähnten diagnostischen Möglichkeiten darstellen lassen, kann eine Operation empfohlen werden. Dabei spielen Alter des Patienten, erlittene Begleitverletzungen, sowie berufliche und sportliche Aktivitäten des Patienten eine erhebliche Rolle in der Entscheidungsfindung.
Als ergänzender Abklärungsschritt erfolgt in vielen Fällen ein MRT, um den Schaden genau zu definieren. Kommt es zu einer Operation, erfolgt dies per Arthroskopie. Somit werden die Pathologien im Gelenk gesichtet und entsprechend dem Verletzungsmuster saniert.
In den meisten Fällen ist eine abgerissene Gelenklippe an der Gelenkpfanne eine Pathologie, die operativ versorgt werden muss, indem die Gelenklippe mit einem Faden/Ankersystem wieder an den Knochen refixiert wird, sodass die Stabilität zwischen Oberarmkopf und Gelenkpfanne wiederhergestellt wird. (Labrumrefixation)
Sollten grössere Knochenfragmente abgebrochen sein, muss gelegentlich mittels einer offenen Vorgehensweise dieses Fragment wieder mit Schrauben refixiert werden.
Gelegentlich muss aufgrund des grossen Knochendefektes eine Knochenblock-Transfer-Operation durchgeführt werden, um die Stabilität des Gelenks wieder herzustellen. (Latarjet-Operation)
Postoperativ ist eine Ruhigstellung in einer Bandage indiziert, in Kombination von physiotherapeutisch begleiteter Remobilisierung der Schulter. Ein Arbeitsausfall je nach beruflicher Tätigkeit ist gut 6-8 Wochen zu empfehlen, sportliche Aktivitäten sind ebenfalls je nach Tätigkeit bis zu 6 Monaten zurückzustellen.
In der Klinik Impuls sind wir auf die Behandlung von Schulterverletzungen spezialisiert und können Ihnen das gesamte Spektrum der modernen konservativen und operativen Versorgung anbieten.
Wenden Sie sich an uns, wenn Sie Fragen rund um das Thema Schulter haben.
In Notfällen (z.B. bei akuter Schulterluxation) bieten wir Ihnen nach Rücksprache ein Termin und bei Bedarf unsere spezialisierte minimal invasive Versorgung an.