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Für viele Konsumenten ist es schwierig einzuschätzen, wie natürlich solch angepriesene Produkte in Wirklichkeit sind. Denn wer genauer hinsieht, findet bei den Inhaltsstoffen dennoch chemische Zusätze. Wissenschaftlich betrachtet ist ein Produkt dann «natürlich», wenn es seine Wirkung dadurch entfaltet, dass sich unter den Inhaltsstoffen, aus denen es sich zusammensetzt, natürliche Substanzen befinden.
Es ist offensichtlich, dass man keine Creme oder Lotion herzustellen bräuchte, wenn es ausreichen würde, eine natürliche Substanz so, wie sie ist, auf die Haut aufzutragen. Eine Creme (oder Ähnliches) stellt man aus verschiedenen Gründen her, z. B. damit das Produkt länger an einer bestimmten Stelle wirken kann, damit es besser in die Haut eindringt, damit sich Fremdstoffe von der Haut lösen usw.
Zur Herstellung einer Creme, einer Reinigungsmilch oder eines Gels benötigt man Substanzen, die in der Natur nicht vorkommen. Deshalb greift man auf jene chemischen Stoffe zurück, die so viel von sich reden machen, wenn man sie nicht kennt. Diese Substanzen haben sich gut bewährt und werden seit Jahrzenten erfolgreich eingesetzt. Sie sind von der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft und den Gesundheitsbehörden der verschiedenen Staaten der Welt geprüft und genehmigt, erscheinen mit ihren Eigenschaften und Anwendungshinweisen in allen einschlägigen Normlisten über Produkte, die sie enthalten dürfen, und sind somit als sicher im Gebrauch definiert.
Es ist festzuhalten, dass sich jene Substanzen, die für Nahrungsergänzungsprodukte zugelassen sind, von jenen unterscheiden, die in Kosmetika Anwendung finden. Aus diesem Grund sollte man Kosmetikprodukte (Gels, Flüssigkeiten usw.) nicht in den Mund nehmen, da sie, wenn auch nur in geringen Mengen, verschluckt werden können. Es ist klar, dass ein Produkt, das als «Hautpflegecrème» registriert ist, nicht für die innere Anwendung bestimmt ist.
Ein weiteres gern diskutiertes Thema sind die Konservierungsstoffe, um die sich ebenfalls viele Internet-Legenden ranken, welche die Menschen verunsichern und sie häufig auf Produkte umleiten, die mit den irreführenden Worten «ohne Konservierungsstoffe» beworben werden. Um es deutlicher zu sagen: Haben Sie jemals Fleisch, Fisch oder Früchte gesehen, die sich über ein Jahr konservieren liessen, und wenn sie auch im Kühlschrank aufbewahrt wurden? Nicht? Warum sollte das dann für ein «natürliches Produkt ohne Konservierungsstoffe» gelten?
Bakterien und Pilze befallen und zerstören alles. Die Arbeit, die sie verrichten, ist unerlässlich für die Erhaltung eines perfekten Ökosystems in der Natur. Doch Kosmetika und Nahrungsergänzungen müssen wir anwenden können ohne Gefahr zu laufen, dass sie von Bakterien und Pilzen befallen sind, denn dies würde sich negativ auf unsere Gesundheit auswirken. Also enthalten Sie Konservierungsstoffe, welche die Qualität des Produkts so lange erhalten, wie wir sie brauchen.
Natürlich unterliegen auch Konservierungsstoffe ständigen Qualitätskontrollen, und dies seit Jahrzehnten, und sie sind gesetzlich anerkannt und folglich mit Sicherheit unschädlich.
Schauen wir uns nun ein Beispiel eines «natürlichen Produkts» an:
Aloe MSM Gel
- Aloe Barbadensis Gel
- Wasser
- Dimethyl Sulfone (MSM)
- Glycerin
- Triethanolamine (zu 99% rein, Bindemittel)
- Dimethicone (Stabilisator)
- Arctostaphylos uva ursi extract (Bärentraube)
- Sodium Hyaluronate
- Allantoin
- Tocopherol
- Melaleuca alternifolia leaf Oil
- Rosmarinus Officinalis extract
- Salix alba Bark Extract
- Polysorbate 80 (erleichtert die Anwendung)
- Ascorbic Acid (gleicht den Säuregehalt an die Haut an)
- Carbomer (erleichtert die Anwendung)
- Disodium EDTA
- Methylparaben
- Diazolidinyl Urea
In blau und fett sehen Sie jene natürlichen Wirkstoffe, die für die Wirkung des Produkts verantwortlich sind; in violett, fett und kursiv (zuunterst und damit in geringsten Mengen) die Konservierungsstoffe; in schwarz jene Substanzen, die das Produkt an die zu pflegende Stelle transportieren (in Klammern ihre Tätigkeit).
Diese Kenntnisse sollten Ihnen helfen, zu unterscheiden, was und ob es ein «natürliches» Produkt ist.