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Scans von der Shadowserver Foundation zeigen, dass im öffentlichen Internet derzeit fast 20'000 Microsoft Exchange Server erreichbar sind, für die es keine Updates mehr gibt. Mehr als die Hälfte der betroffenen Systeme, die ihr End-of-Life-Stadium erreicht haben, befanden sich dabei in Europa. In Nordamerika wurden gemäss der Stiftung rund 6000 und in Asien mehr als 2000 verwundbare Server entdeckt.
Auch in der Schweiz sind über 410 veraltete Versionen von Microsoft Exchange Server im Einsatz. Anfang Jahr hat das Nationale Zentrum für Cybersicherheit (NCSC) deshalb eingeschriebene Briefe
an die betroffenen Organisationen versendet und sie zum Patchen aufgefordert. Damals zeigte die Statistik der Shadowserver Foundation noch 660 angreifbare Server in der Schweiz an.
Ausführung von Remotecode möglich
Wie 'Bleeping Computer'
schreibt, könnten die Zahlen von Shadowserver jedoch nicht das vollständige Bild zeigen. Der Sicherheitsforscher Yutaka Sejiyama soll demnach im Netz etwas mehr als 30'000 Microsoft Exchange Server entdeckt haben, die alle ihr Supportende erreicht haben. Darunter die Exchange-Versionen 2007 (275 Server), 2010 (4062 Server) und 2013 (26'298 Server).
Die ungepatchten Server sind anfällig für Schwachstellen, die eine Remotecode-Ausführung erlauben. Sie verfügen meist über mehrere Sicherheitslücken, von denen einige als kritisch eingestuft werden. Sejiyama bezeichnete insbesondere das Tempo, mit dem solche Schwachstellen geschlossen werden, als unzureichend. Seit April dieses Jahres sei die Zahl der gepatchten Systeme nur um 18% gesunken.
Zahlreiche Sicherheitslücken
Einige der Rechner, auf denen ältere Versionen von Exchange Server laufen, können über Proxylogon
angegriffen werden. Die kritische Sicherheitslücke, die als CVE-2021-26855 geführt wird, kann mit einem weniger schwerwiegenden Fehler gekoppelt werden, um so Remotecode ausführen zu können.
Laut Sejiyama gibt es insgesamt knapp 1800 Exchange-Systeme, die entweder über Proxylogon, Proxyshell oder Proxytoken verwundbar sind. Obwohl auch zahlreiche Sicherheitslücken keinen kritischen Schweregrad haben, hat Microsoft sie als "wichtig" eingeordnet. Angriffe auf die Schwachstellen werden als "wahrscheinlich" eingestuft.
Für Exchange-Server-Versionen, die ihr Supportende erreicht haben, gibt es keine Updates mehr. Deshalb bleibt nur die Möglichkeit, auf eine neuere Version zu wechseln.