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HPV- Impfung, Kondome und Vorsorgeuntersuchung
Humane Papillomaviren werden wie wir gesehen haben während des Verkehrs oder bei engem Haut- und Schleimhautkontakt übertragen. Eine Infektion ist den meisten Menschen nicht bekannt, da diese symptomfrei abläuft.
Kondome bieten eine gewisse Sicherheit vor einer Ansteckung. Dieser Schutz ist jedoch nicht 100%ig, da HPV auch durch Schleimhautkontakt von einem auf den anderen Partner übertragen werden kann.
Safer-Sex ist wichtig und bietet Schutz vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen, zum Beispiel HIV. Allerdings garantieren Kondome keinen vollständigen Schutz vor HPV-Infektionen. Denn HPV kann auch über die Schleimhaut, die nicht durch das Kondom abgedeckt ist, übertragen werden.
Diese Infektionen lassen sich jedoch zu einem grossen Teil durch die HPV-Impfung vermeiden.
Ein gesunder Lebensstil und Massnahmen zur Stärkung des Immunsystems sind ebenfalls wichtig zur Prävention, nicht nur gegen HPV-Infektionen: genügend Schlaf, Sport und Bewegung, gesunde Ernährung mit ausreichender Vitaminzufuhr sowie der Verzicht auf Rauchen tragen viel zur Gesundheit bei. Rauchen erhöht nachgewiesenermassen das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.
1984 gelang dem deutschen Arzt Prof. Harald zur Hausen nach jahrelanger Forschung der Nachweis von humanen Papillomaviren in Tumorzellen von Frauen mit Gebärmutterhalskrebs.
Die neue und bahnbrechende Entdeckung, dass Papillomaviren Krebs verursachen, brachte ihm 2008 den Nobelpreis für Medizin ein.
Die Pharmaindustrie entwickelte daraufhin nach Jahren der Forschung einen HPV-Impfstoff, und 2006 wurde die Vakzine mit dem Handelsnamen Gardasil in der Schweiz zugelassen.
Dieser Impfstoff schützte gegen die aggressivsten und am häufigsten in Tumorgewebe vorkommenden HPV-Typen 16 und 18 sowie gegen Typ 6 und 11, die zu Genitalwarzen führen. 2010 wurde Cervarix zugelassen, das gegen HPV 16 und 18 schützt.
2019 löste ein noch weiter entwickelter Impfstoff den ersten ab. Gardasil9 deckt fünf weitere krebserregende HPV-Typen (31,33, 45, 52,58) ab und ist somit noch wirksamer.
Die Impfung sollte idealerweise vor dem Beginn sexueller Aktivität abgeschlossen sein, also bevor man in Kontakt mit HPV gekommen ist.
Das BAG empfiehlt eine frühzeitige Impfung von Mädchen und auch Knaben im Alter von 11-14 Jahren.
In dieser Altersgruppe führt die zweimalige Impfung im Abstand von ca 6 Monaten zu einem wirksamen Schutz vor einer Infektion mit den entsprechenden HPV -Typen und dadurch ausgelösten Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs. Weitere Ziele der Impfung sind die Reduktion von chirurgischen Eingriffen wegen Krebsvorstufen, das Auftreten neuer Fälle von Gebärmutterhalskrebs und dadurch verursachte Todesfälle.
Gardasil biete zudem einen Schutz gegen lästige Genitalwarzen.
Ab 15 Jahren muss drei Mal geimpft werden, um eine gute Immunantwort zu erhalten.
Bis ins Alter von 26 Jahren wird die Impfung vom BAG empfohlen und ist im Rahmen von kantonalen Impfprogrammen kostenlos.
Da HPV auch seltenere und andere Krebsarten als Gebärmutterhalskrebs und Genitalwarzen auslösen, wird die Impfung auch Knaben bzw jungen Männern empfohlen. Geimpfte Männer können, da sie selber gegen eine Ansteckung geschützt sind, die entsprechenden HPV-Typen auch nicht weiter verbreiten.
Mittlerweile verfügt man über eine grosse Anzahl an Berichten über mögliche unerwünschte Arzneimittelwirkungen.
Häufig genannte Nebenwirkungen sind, wie auch von anderen Impfstoffen bekannt, Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, leichtes Fieber und Unwohlsein.
Allergien gegen den Impfstoff oder seine Bestandteile wurden beschrieben, sind jedoch extrem selten.
Die Impfung bietet einen guten Schutz gegen die Infektion mit den am häufigsten vorkommenden und aggressivsten humanen Papillomaviren und möglichen schwerwiegenden Folgeerkrankungen.
Weiterhin wird allen Frauen zwischen 21-70 Jahren die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung empfohlen, da der Schutz durch die Impfung nicht 100% ist.
Der griechische Arzt George Papanikolaou
veröffentliche 1928 seine Arbeit über die frühe Diagnose des Gebärmutterhalskrebses anhand des Zellbildes – er erfand den Pap- Test.
Dieser wird heute noch durchgeführt und resultierte in einer deutlichen Abnahme von Gebärmutterhalskrebs.
Für die Durchführung des Pap- Tests wird beim gynäkologischen Untersuch mit einem Spatel ein Abstrich des Muttermundes entnommen und im Labor mikroskopisch untersucht. Das Zellbild wird beurteilt und allfällige Zellveränderungen, die nach Jahren in Krebs übergehen könnten, werden entdeckt und können gegebenenfalls chirurgisch behandelt werden.
Neben dem Pap-Test kann auch der direkte Nachweis von HPV aus dem Abstrich helfen, Gebärmutterhalskrebs frühzeitig zu erkennen. Ein HPV-Test weist nämlich Hochrisiko-HPV-Typen nach, die zu Krebs führen können. Bei einem negativen Ergebnis dh ohne Nachweis von humanen Papillomaviren ist das Risiko äusserst gering, in den nächsten Jahren Gebärmutterhalskrebs zu entwickeln. Ist das Ergebnis positiv, zeigt dies ein höheres Risiko für die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs. Dieser Test wird in der Regel ab 30 Jahren durchgeführt, um eine bleibende Infektion zu erkennen.
Leider gibt es für andere HPV-verursachte Krebserkrankungen (Anal-, Penis-, Vulva- oder Vaginalkrebs) noch keine routinemässigen Vorsorgeuntersuchungen oder Tests zur Früherkennung.