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Eine kurze Traumageschichte.
Obwohl bereits Sigmund Freud, einer der Begründer der modernen Psychotherapie zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf den Einfluss von Verletzungen in den frühen Lebensjahren auf die psychische Entwicklung und Befindlichkeit von uns Menschen hinwies, geriet der Traumabegriff in der Folgezeit in den Hintergrund. Die ersten Diagnosesysteme psychischer Erkrankungen fokussierten auf die Symptome und vernachlässigten die Entstehung der Symptome. Erst in den 80-Jahren, in Folge des Vietnamkrieges und im Zusammenhang mit ausgeprägten posttraumatischen Symptomen bei amerikanischen Soldaten (Flashbacks, Dissoziation, Depressionen, aggressives Verhalten, Gedächtnisprobleme etc.) nahm sich die wissenschaftliche Psychologie dieses Themas wieder an und begann, auch mit den mittlerweile zur Verfügung stehenden Untersuchungstechnologien, welche es ermöglichten, Abläufe im Körper und Gehirn sichtbar zu machen, die Psychologie und Physiologie von Trauma zu untersuchen und zu verstehen.
Die Diagnose "Posttraumatische Belastungsstörung" wurde entwickelt, in die Diagnosesysteme DSM und ICD aufgenommen und spezifische Behandlungsformen konnten erarbeitet werden, um Betroffenen Unterstützung und Hilfe zu bieten.
Es sollte weitere 40 (!) Jahre dauern, bis zur Erkenntnis, dass es eine weitere Form von Traumatisierung und somit eine weitere Diagnose brauchte: Gewisse Formen von seelischen Verletzungen, vor allem wenn sie in der frühen Kindheit erfolgten, und die damit verbundenen Folgesymptome passten nicht ins Diagnoseraster der posttraumatischen Belastungsstörung und konnten mit den für die PTBS entwickelten Behandlungsformen nicht wirksam behandelt werden. Bereits 1992 prägte die amerikanische Psychiaterin und Forscherin Judith Herman den Begriff "Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (K-PTBS)". Eine Forschergruppe um den niederländisch-amerikanischen Psychiater Bessel van der Kolk begann, die Psychologie, Physiologie und Neurologie dieses Störungsbildes zu untersuchen und setzte sich dafür ein, dass diese Diagnose in die offiziellen Diagnosesysteme aufgenommen werden sollten, allerdings lange erfolglos, da insbesondere die amerikanische Psychiatrische Assoziation (APA) die Studien, welche den Zusammenhang von frühem Trauma und späterer psychischer Belastung ignorierte. Auch ins DSM-V, dem aktuellsten Diagnosemanual der APA ist diese Diagnose nicht aufgenommen worden, statt dessen entschied sich die APA dafür, sich in einem bunten Sammelsurium der verschiedensten Diagnosen zu verzetteln, was vermutlich vor allem der Pharmaindustrie dient, allerdings auch dazu führt, dass viele Menschen, insbesondere Kinder, nicht die wirksamste Behandlung für ihr Leiden erhalten, sondern medikamentös abgefertigt werden. Laut Bessel van der Kolk würde die Aufnahme der Diagnose "K-PTBS" dazu führen, dass die Diagnosemanuale nur noch aus wenigen Seiten bestehen würden, was Betroffenen viele zeitaufwändige und frustrierende Abklärungen ersparen würde und eine Behandlung anbieten könnte, die am Kern des Leidens ansetzt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO scheint mit ihrem Vorgehen fortschrittlicher zu sein, da sie beschloss, diese Diagnose in ihr neustes, nächstes Jahr (2022) erscheinendes Diagnosemanual (ICD-11) aufzunehmen. Allerdings erscheinen mir die Diagnosekriterien sehr restriktiv, da zu viel Gewicht gelegt wird auf die objektive Qualität eines traumatischen Ereignisses. Aus psychologischer Sicht weiss man, dass weniger das objektive Ereignis entscheidend ist, ob ein Mensch eine seelische Verletzung erleidet, sondern vielmehr die subjektive Veranlagung, Wahrnehmung und Verarbeitung desselben. Es wird sich also noch zeigen müssen, ob die Aufnahme dieser Diagnose somit tatsächlich ein Fortschritt bedeutet.
Ausgehend von eigenen Beobachtungen, meiner beruflichen Erfahrung und meinem Fachwissen bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass es noch zwei weitere Formen von Traumatisierungen gibt, die bisher in der Fachwelt noch nicht angekommen sind. Einerseits das Gruppen- oder Tribal Trauma und eine Form von spirtuellem Trauma. Wenn Sie mehr über diese beiden und die oben genannten Traumaformen erfahren möchten, finden Sie hier weitere Informationen:
Weitere Informationen zu den unterschiedlichen Formen von Traumatisierungen:
Literatur / Filme:
"Ich bin seit einigen Jahren in Therapie bei Herr Gautschy. Ich erlebe Herrn Gautschy als sehr ausgeglichenen, kommunikativen, empathischen, interessierten, analytischen Psychologen. Ich schätze es besonders, dass ich den Verlauf und die Gestaltung der Therapie stark beeinflussen und bestimmen kann. Erstaunlich finde ich es immer wieder, dass ich mich während der Therapie total gut auf mich und meine Empfindungen, Emotionen und Probleme fokussieren kann. Herr Gautschy ist ein sehr guter Zuhörer und stark in der Kommunikation. Er scheint durch meine Erzählungen und nonverbale Kommunikation sehr gut verstehen zu können, worum es mir geht und was ich brauche. Ich schätze weiter besonders, dass er (ich denke nach Bedarf und Nachfrage) sein theoretisches Wissen in die Therapie einfliessen lässt und Dinge erklärt. Mir hilft das, besser verstehen zu können, wo und warum ich anstehe, Lösungen für mich zu finden und Verständnis für mich zu erlangen."
- L. V.