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In den 1970er Jahren als das Afrika-Komitee in Basel gegründet wurde, stand der Befreiungskampf in den damaligen portugiesischen Kolonien – Angola, Mozambique, Guinea-Bissau, Cabo Verde und Sao Tomé und Principe – im Vordergrund. Afrika kam damals in den Medien noch kaum vor und Informationsarbeit hatte einen grossen Stellenwert. Es ging darum, den Stimmen von Afrikanerinnen und Afrikanern eine Plattform zu geben, es ging um Solidarität mit einer gerechten Sache. Es folgten die Auseinandersetzungen um die Entkolonialisierung der ehemals englischen bzw. deutschen Siedlerkolonien im südlichen Afrika – Rhodesien (heute Zimbabwe), Südwestafrika (heute Namibia) und schliesslich Südafrika selbst. Der Kampf um die Beendigung der weissen Herrschaft in diesen Ländern führte in der Schweiz zu heftigen Debatten in den Medien, in den Kirchen, im Parlament und in der Gesellschaft, an denen sich das Afrika-Komitee engagiert beteiligte. Es pflegte Kontakte zu den Befreiungsbewegungen, welche die Organisation politisch und materiell unterstützte.
Das Ende des kalten Krieges und der Übertritt in die postkoloniale Zeit stellten neue Anforderungen. Solidarität und damit die Rolle des Afrika-Komitees mussten neu definiert werden. In einem neuen Kontext, in dem Afrika seinen Platz auf der internationalen Ebene eingenommen hat, stellen sich neue Aufgaben für eine Organisation, die sich der kritischen Solidarität verschrieben hat.
Wie Stefan Howald in der Jubiläumsausgabe des Afrika-Bulletins (Nummer 150) schreibt, muss „eine seriöse Berichterstattung über Afrika heute ein Mehrfaches leisten. Es gilt, die weiter bestehende Verstrickung der Schweiz, etwa als Zufluchtsort von Potentaten- und Korruptionsgeldern, aufzudecken. Es braucht Kritik an der mangelnden Demokratisierung in afrikanischen Ländern. Die Entlarvung der globalen neoliberalen Wirtschaftspolitik bleibt eine Daueraufgabe. Im Gegenzug sind ebenso nötig: Hinweise auf positive Projekte der Zivilgesellschaft und auf die zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit zwischen Nord und Süd.“