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Die Gebäudeleittechnik ist heute eher technologieorientiert als nutzerorientiert. Deshalb stehen Kontrollmassnahmen manchmal im Widerspruch zu den Bedürfnissen der Bewohner nach Komfort und Bequemlichkeit. Die Folge davon ist, dass die Bewohner oftmals automatische Systeme abschalten oder Strategien entwickeln, sie zu umgehen. Nutzerzentrierte Gebäudeleitsysteme sind daher wünschenswert, erfordern aber ein gründliches Verständnis des Nutzerverhaltens. Dieses Wissen ermöglicht Steuerungsmassnahmen, die den Bedienkomfort gewährleisten und gleichzeitig Energie sparen.
Primäres Ziel des Projekts «SCCER – FEEBD» ist es, Methoden zur Erkennung relevanter Benutzeraktivitäten zu erforschen, um nutzerzentrierte Steuerungsstrategien zu ermöglichen. Um dies zu erreichen, werden zunächst typische Szenarien entwickelt, bei denen die Gebäudeleittechnik einen signifikanten Einfluss auf die Energieeinsparung haben könnte. Anschliessend wird analysiert, welche Benutzeraktivitäten oder Aktivitätsmuster (Verhaltensweisen) mit diesen Szenarien verknüpft sind. So werden Erkenntnisse über die Wechselwirkung zwischen der Gebäudeleittechnik und ihren Nutzern gewonnen.
Im nächsten Schritt werden modernste Sensorlösungen im Labor miteinander verglichen. Dies erlaubt es, die am besten geeignete Lösung (ein- oder mehrsinnig) für die zuverlässige Erkennung von vorgegebenen Aktivitäten und Verhaltensweisen zu bestimmen. Schliesslich werden Konzepte entwickelt, die auf maschinellem Lernen und Sensor-Fusion-Algorithmen basieren, um die ausgewählten Aktivitäten zuverlässig zu erkennen. Der Entwicklungsprozess findet zunächst im Labor statt. Die vielversprechendste Lösung wird dann in einer realen Umgebung validiert.
Das Projekt untersucht ebenfalls, wie datengetriebene Gebäudeenergiemodelle automatisch erstellt und fortlaufend für die Gebäudecharakterisierung («Fingerabdruck») und die Vorhersage des Energieverbrauchs verwendet werden können. Dabei werden Daten aus verschiedenen Gebäuden unterschiedlicher Art, sowohl aus dem Wohn- als auch aus dem Funktionsbereich, als Input für die Modellierungsaufgabe herangezogen.