Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/68459

<h2>SubmittedText<h2><p>In einer Fachpublikation lese ich, dass am Paul-Scherrer-Institut (PSI) in den Achtzigerjahren Experimente zur Herstellung von "Fusion-fission-Kügelchen" durchgeführt wurden - in engem Kontakt mit den USA und der BRD. Professor Walter Seifritz hat sich offenbar intensiv mit den Energie-Aspekten, vor allem aber auch mit den militärisch nutzbaren Aspekten dieser Entwicklung beschäftigt und darüber auch publiziert.</p><p>Begründet wurde diese Forschung damals mit der Energiepolitik. Bald war aber klar, dass der Nutzen und das Interesse an einer derartigen Entwicklung vor allem in der Möglichkeit liegen, kleinste Atomwaffen herzustellen.</p><p>Ich frage den Bundesrat:</p><p>1. Waren die Bundesbehörden und insbesondere der Bundesrat über diese Aktivitäten am PSI orientiert?</p><p>2. Kann er garantieren, dass die entsprechende Forschung inzwischen eingestellt ist?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die nicht näher genannte Fachpublikation, in der über angebliche Experimente über "Fusion-fission-Kügelchen" am damaligen Eidgenössichen Institut für Reaktorforschung (EIR; heute Paul-Scherrer-Institut, PSI) berichtet wird, ist dem Bundesrat nicht bekannt. Fest steht, dass am EIR nie solche Experimente durchgeführt wurden. Professor Walter Seifritz hat jedoch wiederholt in Fachartikeln und Büchern unkonventionelle Ideen der Energiegewinnung und die nahe Verwandtschaft der zivilen und militärischen Nutzung der Kernspaltung und Kernfusion thematisiert. Eine von mehreren solchen Publikationen, ein Taschenbuch mit dem Titel "Nukleare Sprengkörper - Bedrohung oder Energieversorgung für die Menschheit" erschien 1984 im Thiemig Verlag. Herr Seifritz weist dabei in seinem Vorwort ausdrücklich darauf hin, dass die Darlegungen in diesem Buch die alleinige Auffassung des Autors darstellen.</p><p>2. Das PSI (bzw. das EIR) hat in dem angesprochenen Gebiet nie gearbeitet und hat auch nicht vor, in Zukunft dazu Forschungsarbeiten durchzuführen.</p>  Antwort des Bundesrates.