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Erweiterung Schulanlage Mettmenstetten
Als Mettmenstetten im 19. Jahrhundert sein erstes Schulhaus erhielt, wurde es ausserhalb des Dorfes errichtet, aber in der Mitte zwischen zwei Siedlungen. Bei der Erweiterung der Schulanlage übernimmt der Freiraum die Aufgabe, Ober- und Untermettmenstetten feinmaschig miteinander zu verknüpfen. Die Wege zwischen den beiden Siedlungskernen legen zusammen mit den begleitenden Gehölzstrukturen die ordnende Hauptrichtung fest. Sie generieren Raumkammern, welche die Gebäudeausrichtung vorgeben und die verschiedenen Nutzungen zonieren.
Der Charakter von ‚Schulbauten im Park’ prägt auch den Ausdruck der neuen Schulgebäude: sie wollen den Ort nicht für alle Zeit bestimmen, sondern den Parkraum begleiten, im Sinne von Pavillons. Sie orientieren sich an den berühmten Pavillonschulen der Nachkriegszeit – etwa an Beispielen von Jacobsen, Scharoun oder Paillard - die einen innigen Bezug zu Licht, Luft und Natur suchen, um eine anregende, freie Lernumgebung zu schaffen.
Turnhalle und Tagesstruktur
Lang und schmal steht die Turnhalle am Rand der Sportfelder. Um den wunderbaren Baumgruppen auf ihren beiden Längsseiten Raum zu lassen, sind die Nebenräume auf der Stirnseite angeordnet. Auf dem Dach der Turnhalle bilden die Tagesstrukturen der Schule einen dorfartigen Cluster, vereinigt unter einem weit spannenden Dach. Der Weg auf das Hallendach führt über zwei Aussentreppen, einen ‚privatere‘ Treppensteg auf der Ostseite und eine öffentlichere Wendeltreppe auf der Westseite. Über diese erreichen die Hortkinder trockenen Fusses die Turnhalle, wenn sie sich dort mittags austoben wollen. Jede Hortgruppe bildet eine eigene ‚Hausgemeinschaft’, die direkt vom Aussenraum zugänglich ist. Der mittig gelegene Ruheraum erhält jeweils Licht und Luft von einem weiten Shed-Oberlicht. Hier, im mittleren Schiff des Dachgeschosses, können die Hortgruppen ausserdem flexibel untereinander verbunden werden.
Primarschule
Dieselben Qualitäten, die das „Dorfleben“ im Allgemeinen ausmachen, sind es auch, die ein gutes Dorfschulhaus im Besonderen charakterisieren: Die kurzen Wege, die vertrauten Nachbarschaften; man kennt sich, hilft sich aus (etwa indem Gruppenräume im Rahmen einer Blockwoche unter den Klassen ‚ausgeliehen’ werden) und nimmt teil am Leben der Gemeinschaft (dank des Begegnungsraums im Erdgeschoss, dank der Fenster zu den Klassenzimmern, dank der Verbindungstüren). Das neue Schulgebäude ist ein reiner Holzbau, der so einfach, klar und direkt aufgebaut ist wie ein Baukasten. Er erzählt den Kindern anschaulich davon, wie Häuser zusammengesetzt werden. Dank des Shed-Dachs gelangt die Sonne auch in die nord-orientierten Schulzimmer im Obergeschoss.
Der Begegnungsort in der alten Sennerei
Der Begegnungsort hat eine besonders identitätsstiftende Aufgabe; nur schon deshalb lohnt es sich, zu diesem Zweck ein Haus mit Geschichte zu erhalten. Die ‚Alte Sennerei’ setzt einer Umnutzung allerdings enge Grenzen, insbesondere deshalb, weil die massive Schottenstruktur keine Erschliessung in Querrichtung erlaubt. Darum wird hier vorgeschlagen, dem Bestand eine neue Raumschicht vorzulagern. Dieser grosse ‚Schwellenraum’ empfängt den Besucher mit einladender Geste, bündelt alle Wege im Haus und verschafft dem Begegnungsort die nötige Grosszügigkeit.
Wettbewerb:
2017, 1. Preis
Mitarbeit:
Andreas Wipf, Cyrill Zugliani, Nike Himmels
Bauherrschaft:
Gemeinde Mettmenstetten, Primarschule Mettmenstetten, Sekundarkreisschule Knonau-Maschwanden-Mettmenstetten
Programm:
Erweiterung Schulanlage
Landschaftsarchitektur:
mavo gmbh, Zürich
Bauingenieur:
Schnetzer Puskas Ingenieure AG, Zürich
HLKSE:
Planforum GmbH, Winterthur