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Lange Zottelhaare, magische Kräfte und eine Vorliebe für Zauberstäbe: Dumbledore und Gandalf haben viel gemeinsam. Jetzt sind sie in Kansas vor den Traualtar getreten. Es war eine Aktion gegen Homophobie, ausgelöst von J. K. Rowling.
Zuerst richtet der Mann am Rednerpult das Wort an den Zauberer mit den weissen Haaren, danach muss der Grauhaarige auf die ähnlichen Fragen antworten: «Albus Dumbledore: Nimmst zu Gandalf, den Weissen, zu deinem Ehemann? Wirst du ihn lieben, ihm treu sein, bis dass der Tod euch scheidet – auch mit dem Wissen, dass er dazu tendiert, von den Toten wiederzukommen?»
Es war die Hochzeit zwei der berühmtesten Zauberer aller Zeiten. Gandalf ist eine der zentralen Figuren im «Herr der Ringe»-Universum. Und Professor Dumbledore leitet die Zauberschule Hogwarts, auf die auch Harry Potter geht. Erfunden wurde die Rolle von Schriftstellerin Joanne K. Rowling. Und ihr ist es zu verdanken, dass es am vergangenen Sonntag zur Inszenierung der feierlichen Trauung kam, bei der Aktivisten in die Rolle der Magier schlüpften.
Rowling hatte mit einem Tweet auf das Ja der Iren zur Homo-Ehe reagiert. «Was, wenn Dumbledore und Gandalf gemeinsam schwul wären», heisst es in einem Mem, und Rowling antwortet in ihrer Nachricht: «Dann könnten sie in Irland heiraten.»
Die Vorstellung gefiel allerdings nicht allen. Die Westboro Baptist Church aus Topeka im US-Bundesstaat Kansas reagierte auf Rowlings Nachricht und kündigte in einem Tweet an: Sollte es zur Hochzeit kommen, würden sie dagegen demonstrieren. In einem beigefügten Foto zeigten sie auch die Torte, die sie für den Fall der Zauberer-Trauung überreichen würden, darauf steht «Gott hasst Schwule.»
Rowling antwortete mit derben Worten auf die homophoben Äusserungen. Andere Twitter-Nutzer zeigten ihre Unterstützung der Homo-Ehe, indem sie den Zauberern einen Pärchennamen gaben – Dumbledalf – und ihn mit Herzchen versahen. Dass es ausgerechnet um diese beiden Zauberer geht, ist übrigens kein Zufall: Rowling hatte bereits vor Jahren erklärt, ihre Romanfigur Dumbledore sei schwul. Und Gandalf-Schauspieler Ian McKellen spricht seit Jahrzehnten offen über seine Homosexualität.
Den Twitter-Zoff um die Homo-Ehe der Zauberer haben auch Vertreter der Organisation Planting Peace verfolgt – und sich eigenen Angaben zufolge sofort mit Rowling solidarisiert. Die Organisation betreibt in Topeka das sogenannte Equality House, ein «Symbol des Mitgefühls, des Friedens und positiven Wandels». Es steht direkt gegenüber der Westboro Baptist Church und ist in Regenbogenfarben gestrichen. Es schien der ideale Ort für die Demo-Trauung zu sein – und so kam es auch.
Firmen in Topeka spendeten Blumen, Ringe und eine Torte. Ausserdem meldeten sich Nicholas Orozco und Daryl Hendrix freiwillig, um die Verliebten zu spielen, wie The Daily Beast schreibt. Die Männer schlüpften in lange Kutten, setzten sich Perücken auf. Und sagten laut: Ja!
aar