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An einer Blasenentzündung leiden mehr als 10 % der Frauen einmal pro Jahr und jede zweite hat einmal im Verlauf ihres Lebens eine Blasenentzündung. Wieso? Die Ursache liegt in der Anatomie der Frau. Die Harnröhre des weiblichen Körpers ist drei bis vier Zentimeter lang, während die männliche 20-25 cm lang ist. Das hat zur Folge, dass Bakterien einen kürzeren Weg in die Blase haben. Weiter ist der Ausgang der Harnröhre näher am After, wodurch die dort vorkommenden Bakterien leicht in die Harnröhre gelangen können. Weitere Gründe sind Hormonschwankungen während der Schwangerschaft oder Menopause, die den Körper anfälliger machen für Blaseninfektionen. Scheidendiaphragmen und Spermizide verändern die Vaginalflora genauso wie eine mehrwöchige Antibiotikaeinnahme. Das kann das Aufsteigen der Bakterien begünstigen.
Schwangerschaft
Schwangere sind durch die hormonelle Veränderung besonders anfällig für eine Blasenentzündung. In dieser Zeit entspannt das Hormon Progesteron die Muskeln der ableitenden Harnwege. Bakterien können dadurch leichter eindringen, sich vermehren und sich auf Harnleiter und Nierenbecken ausweiten. Das Abschlaffen der Muskulatur hat ebenfalls zur Folge, dass der Urin langsamer von den Nieren zur Harnröhre fliesst und somit Bakterien nicht sofort ausgespült werden, sondern mehr Zeit haben, sich zu vermehren.
Menopause
In den Wechseljahren werden die Schleimhäute trockener und dünner. Betroffen davon sind auch die Schleimhäute der Harnröhre und der Harnblase. Die Kraft und der Schutz, um sich gegen eindringende Krankheitserreger zu wehren, ist nicht mehr ausreichend. Ein weiterer Aspekt ist, dass sich die Blase in den Wechseljahren oft ein wenig absenkt, was das Eindringen von Krankheitserregern begünstigt. Diese Zusammenhänge führen dazu, dass es in dem Lebensabschnitt der Wechseljahre oftmals zu einer Blasenentzündung kommt.
Diabetes
Die Stoffwechselerkrankung schwächt die Keimabwehr in der Schleimhaut und die Bakterien können leichter an den Schleimhautzellen haften. Zahlen zeigen, dass Frauen mit Diabetes doppelt so häufig betroffen sind wie Frauen ohne Diabetes. Besteht ein Verdacht einer Blasenentzündung, so sollen sich Diabetiker immer an den Arzt wenden.