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Damit bewegt sich die Schweiz im europäischen Durchschnitt – der Mittelwert der EU liegt bei 5,5 Prozent. Die Daten werden nun vertieft ausgewertet, um die Rate der Todesfälle und die Höhe der Kosten zu bestimmen, die auf healthcare-assoziierten Infektionen (HAI) zurückzuführen sind. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden im Laufe des Jahres 2019 erhältlich sein.
13'000 Patientinnen und Patienten in 96 Spitälern
Prävalenzerhebungen haben in der Spitalhygiene und in der HAI-Prävention eine lange Tradition. Mit Unterstützung des BAG hat Swissnoso 2017 erstmals eine nationale Punkt-Prävalenzstudie durchgeführt. Die Studie verfolgte drei Ziele: Abschätzung des Ausmasses von HAI und des Einsatzes von Antibiotika in Schweizer Akutspitälern; Charakterisierung der Patientinnen und Patienten, der Infektionen, sowie der angewandten Antibiotika; Darstellung der Abläufe zur Prävention von HAI und Antibiotika-Resistenz. An der nationalen Messung haben 96 Schweizer Spitäler teilgenommen. Sie haben jeweils an einem Tag zwischen April und Juni 2017 bei rund 13‘000 Patientinnen und Patienten Daten zu healthcare-assoziierten Infektionen erhoben.
Nächste nationale Erhebung 2022
Die Punktprävalenz-Erhebung soll in den kommenden Jahren mehrfach wiederholt werden, um die Entwicklung im Kampf gegen vermeidbare Infektionen in Schweizer Spitälern zu dokumentieren. Diese Erhebung ist auch als Überwachungsmassnahme gedacht, um die Umsetzung der 2021 publizierten strukturellen Mindestanforderungen für die Prävention und Bekämpfung von healthcare-assoziierten Infektionen zu unterstützen. Die nächste nationale Erhebung, die ursprünglich für 2020 geplant war, wurde aufgrund der Covid-19-Pandemie abgesagt. Sie findet im 2022 statt. Die Organisation wird wiederum von Swissnoso übernommen. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) führt 2022 ebenfalls eine PPS durch. Damit wird es möglich, die Schweizer Daten mit denjenigen der europäischen Länder zu vergleichen.
Zwischen diesen nationalen Erhebungen stellt Swissnoso Instrumente wie den Zugang zur Datenbank, Schulungsunterlagen oder das Erhebungs-Protokoll den Spitälern zur Verfügung, welche diese Erhebung jährlich durchführen möchten, wie das 2018, 2019 und 2020 der Fall war.
Letzte Änderung 09.08.2022