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Henri Guisan war während des Zweiten Weltkriegs General und damit Oberbefehlshaber der Schweizer Armee.
Als sich im Sommer 1939 die Lage in Europa zuspitzte, wurde der Korpskommandant Guisan am 30. August 1939 von der vereinigten Bundesversammlung zum General der Schweizer Armee gewählt – ein militärischer Dienstgrad, den es in der Schweizer Armee in Friedenszeiten nicht gibt. Auf Grund seiner unbestrittenen Fähigkeiten und weil überdies der französischsprachige Landesteil damals in der Regierung nur mit einem Bundesrat vertreten war, wurde Guisan auf Anhieb mit 204 von 229 gültigen Stimmen gewählt. Guisan wurde dabei stark von seinem Freund Rudolf Minger unterstützt, dem damaligen Chef des Eidgenössischen Militärdepartements (Verteidigungsminister).
Aufgrund von Guisans Operationsbefehl Nr. 2 vom 4. Oktober 1939 bezog das Gros der Schweizer Armee die Limmatstellung, um einen Angriff aus dem Norden und eine Umgehung der Maginotlinie durch die Schweiz aufhalten zu können. Diese Armeestellung war einseitig gegen Deutschland gerichtet. Neutralitätsrechtlich hätte die Schweiz auch die Westgrenze gegen Frankreich in gleicher Weise besetzen müssen, dazu fehlten jedoch die Truppen.
Mit dem Plan H, einer geheimen Vereinbarung zwischen der französischen und schweizerischen Armee zur Besetzung der vorbereiteten Verteidigungsstellung auf dem Gempenplateau durch französische Truppen, wollte man verhindern, dass die deutsche Wehrmacht die französische Maginotlinie durch die Schweiz hindurch umgehen konnte. Das Abkommen war insofern neutralitätsrechtlich korrekt, als kein Automatismus bestand und die französischen Truppen erst nach einem deutschen Angriff und einem bundesrätlichen Hilfsgesuch in Marsch gesetzt worden wären.
Während des Kriegs verstand es Guisan immer wieder, den Wehrwillen der Schweizer Soldaten und der Bevölkerung zu stärken. Im Gegensatz zur damaligen Gepflogenheit suchte General Guisan auch auf zahlreichen Truppenbesuchen den Kontakt zum einfachen Soldaten und den Kommandanten der unteren Ränge. So bestellte er alle Kommandanten ab Stufe Truppenkörper (Bataillon und Abteilung) am 25. Juli 1940 an seinen Rapport auf dem Rütli (Rütlirapport), wo er die Réduit-Strategie ankündigte. Am 1. August hielt er dann eine landesweit in den Sprachen der Schweiz ausgestrahlte Radioansprache, um den Willen der Bevölkerung zur Verteidigung zu erneuern: «Könnten wir Widerstand leisten?» Eine Woche nach dem 25. folgte ein grossangelegter Inspektionsbesuch auf dem heutigen Guisanplatz bei Arosa. Zusätzlich rief er die Aufklärungsorganisation Heer und Haus ins Leben.
Am 19. August 1945 wurde das Ende des Aktivdienstes mit einer militärischen Zeremonie auf dem Bundesplatz in Bern gefeiert, 1000 offizielle Gäste waren geladen. Dabei verabschiedete Guisan sich von seiner Truppe. Gegen Abend fand bei Guisans Kommandoposten im Schloss Jegenstorf ein letzter Armeerapport statt, bei dem er zu rund 400 Offizieren sprach. Der Aktivdienst und Guisans Dienst endeten offiziell am folgenden Tag.
1946 legte Guisan seinen 270-seitigen Bericht an die Bundesversammlung über die Zeit des Aktivdienstes vor. Im Januar 1947 erschien im Bundesblatt eine ausführliche Stellungnahme (108 Seiten) des Bundesrates zu Guisans Abschlussbericht.