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Die in Spanien festgenommenen Eltern eines aus dem Spital geholten fünf Jahre alten krebskranken Knaben kommen frei. Ein Richter am Nationalen Gerichtshof in Madrid ordnete am Dienstagabend die sofortige Freilassung des Ehepaars aus der Auslieferungshaft an.
Dies berichteten Medien unter Berufung auf Justizkreise. Wenige Stunden zuvor hatte die Staatsanwaltschaft in Grossbritannien einen internationalen Haftbefehl gegen die Eltern aufgehoben. Sie sollten den Angaben zufolge noch in der Nacht freikommen.
Die britische Justiz hatte mitgeteilt, es würden keine weiteren Schritte gegen die mit ihrem schwerkranken Sohn ins Ausland gereisten und in Spanien inhaftierten Eltern unternommen. Die spanische Justiz werde über diese Entscheidung informiert, damit die Eltern schnellstmöglich mit ihrem Sohn wiedervereint werden könnten.
Der britische Premierminister David Cameron begrüsste die Entscheidung im Kurzbotschaftendienst Twitter: Es sei wichtig, «dass der kleine Junge die Behandlung und die Liebe seiner Familie erhält». Zuvor war aus spanischen Justizkreisen bereits verlautet, die spanische Staatsanwaltschaft wolle die Eltern auf Kaution freilassen.
Die Eltern hatten ihren an einem Hirntumor leidenden Sohn am Donnerstag aus dem behandelnden Spital im südenglischen Southampton geholt und waren gegen den Willen der Ärzte mit ihm über Frankreich nach Spanien gereist. Weil der Fünfjährige permanent auf künstliche Ernährung angewiesen ist und ohne angemessene Behandlung in Lebensgefahr schwebt, hatten die Behörden eine internationale Fahndung eingeleitet.
Petition für Freilassung
Am Samstagabend wurden die Eltern dann in Andalusien festgenommen, ihr Sohn wurde in ein örtliches Spital gebracht. In der Folge stellte sich heraus, dass die Eltern den Jungen ins Ausland gebracht hatten, um eine alternative Behandlungsmethode auszuprobieren. Laut einem Anwalt des Paars wollten sie statt der bisher angewandten Strahlen- und Chemotherapie eine Behandlung mit Protonen versuchen, wie sie in Tschechien und den USA erhältlich ist.
Die Eltern wollten demnach ihr Ferienhaus in Südspanien verkaufen, um die Therapie zu bezahlen. In Grossbritannien unterzeichneten 130'000 Menschen eine Petition, die die Freilassung der Eltern und die Wiedervereinigung der Familie forderte. (sda/afp/dpa)