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Der Bundesrat ist beim Waffenkonzern Ruag Alleinaktionär. Er hat jetzt dem von ihm gewählten Ruag-Verwaltungsrat nahegelegt, auf die geplante Munitionsfabrik in Brasilien zu verzichten. Die Ruag teilte mit, «Entscheide und Empfehlungen des Bundesrats selbstverständlich zu akzeptieren» (Quelle: sda).
Die Intervention des Bundesrats ist ein Erfolg einiger Vorstösse aus dem Parlament sowie von Protesten aus der Zivilgesellschaft. Beispielsweise hatte Professor Thomas Kesselring auf Infosperber einen offenen Brief an den Bundesrat veröffentlicht mit der Bemerkung:
«Herr Bundesrat, stellen Sie sich vor, in Langenthal würden jedes Jahr fünf Personen erschossen. Und Sie sorgen für die Munition.»
Die Brasilianer seien um einiges schiessfreudiger als die US-Amerikaner. In den grösseren USA gebe es zwar mehr Waffen als in Brasilien. Doch in Brasilien ist der Umgang mit Waffen umso freizügiger. Wenn man von Kriegsgebieten absieht, sei Brasilien das Land mit der grössten Zahl an zivilen Opfern durch Schusswaffen. Die Ruag könne in Brasilien zwar ein «Bombengeschäft» erwarten. Doch soll ein Schweizer Staatsbetrieb das Waffengeschäft in Brasilien weiter ankurbeln?
In seinem Beitrag
hat Thomas Kesselring seine Argumente am 2. Juli mit vielen Zahlen belegt.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine