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Zogen Hirten mit ihren Herden um 5'000 vor Christus aus dem Wallis ins Berner Oberland und weideten dort ihre Schafe? Vieles deutet daraufhin: «Starke Indizien sprechen dafür, dass die Menschen viel früher mit ihrem Vieh im Gebirge unterwegs waren, als man bisher angenommen hat», sagt Albert Hafner, Professor für prähistorische Archäologie an der Universität Bern.
Walliser «flohen»
Gemäss der Studie muss man sich die frühe Alpwirtschaft zwischen Wallis und Berner Oberland so vorstellen: In der Gegend um das heutige Sitten betrieben die Menschen um 5'000 v. Chr. Ackerbau und Viehwirtschaft. Sie hielten unter anderem Schafe und Ziegen. Doch die steilen und trockenen Hänge des Unterwallis gaben nur wenig Futter her. Deshalb nahmen die Hirten einen zweitägigen Fussmarsch bis in Berner Oberland auf sich, wo sie unterhalb des 2’756 Meter über Meer gelegenen Schnidejoch-Passes gute Weidemöglichkeiten fanden.
Praktikabel war diese Wanderweidewirtschaft nur, weil während des sogenannten holozänen Wärmemaximums die Gletscher stark zurückgegangen waren. Das Schnidejoch war während mehreren Jahrhunderten eisfrei, schreibt die Universität Bern.