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Männer, die sexuellen Kontakt mit Männern haben (MSM), sind in der Schweiz nur zur Blutspende zugelassen, wenn sie 12 Monate sexuell abstinent leben. Dies bedeutet immer noch ein faktischer Ausschluss. Begründet wird dies aufgrund einer angeblich erhöhten Gefahr einer HIV-Ansteckung. Diese Regelung ist diskriminierend und macht auch aus medizinischer Sicht keinen Sinn mehr. Es besteht ein breiter Konsens, dass allein das Risikoverhalten zur Beurteilung herangezogen werden darf und nicht die sexuelle Orientierung.
Auch der Gerichtshof der Europäischen Union hält in seinem Urteil vom 29. April 2016 fest, dass der generelle Ausschluss von MSM unzulässig ist, sofern wirksame Techniken zum Nachweis von HIV erlauben, ein hohes Gesundheitsschutzniveau der Blutspendeempfänger_innen sicherzustellen. Dies ist in der Schweiz der Fall.
Das Blutspendeverbot für Schwule ist weder im Heilmittelgesetz noch in einer Verordnung explizit festgeschrieben. Für Swissmedic entscheidend sind «die medizinischen Fakten» und eine daraus abgeleitete Empfehlung des European Directorate for the Quality of Medicines and Healthcare, einer Behörde des Europarats.