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Universität Bern
Projektleitung: Prof. Dr. Stefan Wolter
Laufzeit: 01.11.2016 – 31.10.2018
Die Forschenden verwenden einen für die Schweiz einzigartigen Datensatz aus einer Studie zur Haltung von Erwachsenen gegenüber dem Bildungssystem. Im Einzelnen wurden der soziale Status sowie das Prestige von akademischen und berufspraktischen Tätigkeiten (auf der berufliche Grundbildung basierend) erhoben. Auf dieser Grundlage wollen die Forschenden die Variation in der Prestigebewertung von Berufen nach Art der Bildungsanforderung (berufspraktische vs. akademische Bildung) untersuchen. Konkret geht es den Forschenden - unter Berücksichtigung der Bildungserfahrung, des Alters, des Geschlechts, des kulturellen Kapitals und der politischen Orientierung der Befragten – darum, Unterschiede in der Bewertung des Berufsprestiges in der Schweiz zu erklären. Nach dem Wissenstand der Forschenden ist dies die erste Analyse für die Schweiz, die nicht nur den wahrgenommenen sozialen Status von akademischer und berufspraktischer Bildung vergleicht, sondern auch versucht, im Detail die Faktoren zu erklären, welche die Unterschiede in der individuellen Wahrnehmung des sozialen Status bzw. Prestiges der Berufe ausmacht. Wie Cattaneo und Wolter (2013; 2016) zeigen, haben die meisten in der Schweiz geborenen Erwachsenen eine Präferenz für die Berufsbildung und erkennen in der beruflichen Grundbildung Arbeitsmarktvorteile. Trotzdem wird die Berufsbildung als weniger prestigeträchtig wahrgenommen als die akademische Bildung. Ob dieses Paradox auf den Status der Berufe zurückzuführen ist, welcher dann mit der akademischen oder mit der berufspraktischen Bildung assoziiert wird, oder ob vor allem das Ansehen hinsichtlich der Art der Bildung für sich entscheidend ist, bleibt eine unbeantwortete Frage. Dazu werden die Forschenden verschiedene statistische State-of-the-Art-Modelle anwenden, um empirische Belege für die komplexen Zusammenhänge zwischen dem Bildungssystem, der politischen Orientierung und der Wahrnehmung der sozialen Ordnung zu finden. Falls es den Forschenden gelingt, zumindest teilweise die wirkenden kausalen Mechanismen zu verdeutlichen, so sollte diese Studie wertvolle Erkenntnisse für die zukünftige Forschung und die Steuerung der Berufsbildung in der Schweiz liefern.