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Der R. ist der Beschluss der vom Regensburger Reichstag eingesetzten ausserordentl. Reichsdeputation vom 25.2.1803. Dieser Ausschuss hatte die Aufgabe, unter Vermittlung von Frankreich und Russland die im Frieden von Lunéville vom 9.2.1801 zwischen Frankreich und Ks. Franz II. sowie dem Heiligen Römischen Reich vereinbarte Abtretung des linken Rheinufers an Frankreich und die Entschädigung der dadurch enteigneten weltl. Fürsten zu regeln. Das Ergebnis war die grösste Gebietsveränderung in der dt. Geschichte. Durch die Säkularisation der geistl. Fürsten - u.a. auch der Fürstbf. von Basel, Konstanz und Chur -, die Mediatisierung fast aller Reichsstädte und Gebietsabtretungen wurden die südwestdt. Mittelstaaten stark vergrössert. Die Schweiz erhielt längs des Rheins und des Bodensees mit Baden, Württemberg und Bayern anstelle der zahlreichen kleinen Herrschaften (u.a. des Fürstbistums Konstanz) neue Nachbarn. Da einige Reichsfürsten in der Schweiz und schweiz. Institutionen im Reich Besitzungen und Rechte hatten - z.B. die Fürstabtei St. Gallen in Schwaben -, entsandte der helvet. Vollziehungsrat im Nov. 1802 den Schaffhauser David Christoph Stokar von Neunforn nach Regensburg. Dieser erreichte mit Hilfe Frankreichs die Aufnahme eines Schweizer Artikels (Paragraph 29) in den R. Die Schweiz erhielt als Entschädigung für die im Reich verlorenen Besitzungen die beiden Reichsenklaven Tarasp und den Hof in Chur. Sämtl. Rechte und Ehrentitel von Reichsfürsten in der Schweiz und umgekehrt erloschen. Die Schweiz durfte alle Abgaben, die Reichsglieder in der Schweiz bezogen, nach ihren eigenen, günstigen Ansätzen ablösen. Mit dem R. wurde die letzte Bande zum Reich gelöst, und die Schweiz erhielt mit Ausnahme der bis 1819 österr. Herrschaft Rhäzüns und des 1814-48 wieder preuss. Fürstentums Neuenburg die uneingeschränkte Souveränität über ihr Staatsgebiet.
Literatur
– M. Jorio, «Die Helvet. Republik und der R. von 1803», in Dossier Helvetik 1, 1995, 35-45
Autorin/Autor: Marco Jorio