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Die sogenannten Doc.Mobility-Stipendien des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) ermöglichen Doktorierenden, einen Teil ihrer Dissertation an einem Gastinstitut im Ausland zu erarbeiten. Damit können sie einen wichtigen Schritt in ihrer akademischen Karriere vollziehen. Die kompetitiv vergebenen Stipendien umfassen einen Beitrag für die Deckung der Lebenshaltungskosten, eine Pauschale für Reisespesen und einen allfälligen Beitrag an die Forschungs- und Kongresskosten sowie an Einschreibegebühren.
Sanktionserlasse im Kartellrecht
Cyrill Schäke schreibt seine Dissertation zum Thema "Die Bonusregelung im Schweizer Kartellrecht – Voraussetzungen des Sanktionserlasses". Er war bis Ende 2018 wissenschaftlicher Assistent und Lehrbeauftragter am Lehrstuhl von Nicolas Diebold, Ordinarius für Öffentliches Recht und Wirtschaftsrecht. Im Rahmen seiner Doktorarbeit untersucht er die Voraussetzungen des im kartellrechtlichen Bonusprogramm geregelten Sanktionserlasses für selbstanzeigende Unternehmen bei Wettbewerbsverstössen und möchte damit zu einer höheren Rechtssicherheit beitragen. Dazu sollen die Voraussetzungen eines Sanktionserlasses durch eine Gesetzesauslegung und durch einen Rechtsvergleich mit den Rechtsordnungen der EU und der USA konkretisiert werden.
Seinen zehnmonatigen Forschungsaufenthalt in Washington D.C. hat Cyrill Schäke soeben gestartet. Grund für die Wahl des dortigen Georgetown University Law Center liegt in der internationalen Bedeutung des US-Kartellrechts. Das Center geniesst einen hervorragenden Ruf und beschäftigt international bekannte Forschende im Bereich Kartellrecht. Ausserdem sind in Washington die Federal Trade Commission (FTC) und das Department of Justice (DoJ) angesiedelt, womit sich das Law Center am Puls des Geschehens befindet. Cyrill Schäke erhofft sich während seines Forschungsaufenthaltes den Austausch mit Forschenden vor Ort sowie die Klärung offener Rechtsfragen durch den Einbezug von Ansätzen aus dem US-Recht.
Die politische Logik des Barbaren
Leyre Urricelqui untersucht in ihrem Dissertationsprojekt "Towards a Critique of Hostility. An Analysis of the Greek 'Barbarian' and Its Challenges for Democracy" die Figur des Barbaren aus dem Antiken Griechenland. Ziel ist es, die politische Logik, die der "Barbar" repräsentiert und die heute zum Beispiel durch Nationalismus oder Patriotismus immer noch präsent ist, zu analysieren. Leyre Urricelqui ist seit Oktober 2016 Stipendiatin des Doktorandenprogramms "Graduate School of Humanities and Social Sciences" der Universität Luzern. Ihre Arbeit wird von Christine Abbt, SNF-Förderprofessorin in Philosophie, betreut.
Bis zu ihrer Abreise im Sommer 2018 arbeitete Leyre Urricelqui als Forschungsmitarbeiterin an der Universität Luzern. Zurzeit befindet sie sich als Visiting Fellow am "Centre Léon Robin" an der CNRS-Université Paris-Sorbonne bei dessen Leiterin Barbara Cassin. Der Austausch mit der Philosophie- und Altphilologie-Professorin sowie das dynamische Umfeld Paris' mit diversen Konferenzen, Seminaren und Bibliotheken hat Urricelqui zu dieser Wahl bewogen. Durch das Stipendium absolviert sie ab Anfang Februar 2019 bis Mai 2020 einen zweiten Forschungsaufenthalt an der Universiteit van Amsterdam bei Professorin Yolande Jansen und Professor Robin Celikates, beide im Bereich Sozialphilosophie und Politische Philosophie tätig. Die dortige Forschungsgruppe "Philosophie and Public Affairs" bietet Leyre Urricelqui wertvolle Inputs für ihre Fragestellungen.