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US-Gericht: Iran soll 180 Millionen Dollar an US-Journalist zahlen
Wegen seiner Gefangenschaft im Iran hat ein Gericht in Washington dem US-Journalisten Jason Rezaian und dessen Familie rund 180 Millionen Dollar Schadenersatz zugesprochen. Das Urteil dürfte allerdings vor allem symbolischer Natur und nicht vollstreckbar sein.
«Einen Mann als Geisel zu halten und ihn zu foltern, um in den Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten einen Vorteil zu erringen, ist empörend», schrieb Bundesrichter Richard Leon in seiner am Freitag veröffentlichten Urteilsbegründung. Das Urteil, das auf eine Klage Rezaians gegen die Islamische Republik zurückgeht, solle auch der Abschreckung dienen. Rezaian habe heute noch Schwierigkeiten zu schlafen und wache manchmal wegen Alpträumen schreiend auf.
Angesichts der Spannungen zwischen Washington und Teheran dürfte das Urteil vor allem symbolischer Natur sein. Rezaian - der sowohl die amerikanische als auch die iranische Staatsbürgerschaft besitzt - arbeitete als Korrespondent der «Washington Post» in Teheran. Im Juli 2014 wurde er gemeinsam mit seiner Ehefrau unter Spionagevorwürfen festgenommen. Den amerikanischen Gerichtsunterlagen zufolge wurde dem Journalisten unter anderem mit seiner Hinrichtung gedroht.
Rezaian wurde nach 544 Tagen aus der Haft entlassen, drei weitere Amerikaner kamen ebenfalls am 16. Januar 2016 frei. Im Gegenzug wurden in den USA sieben Iraner begnadigt, denen Verstösse gegen US-Sanktionen vorgeworfen wurden. Am selben Tag trat das internationale Atomabkommen mit dem Iran in Kraft, das den Bau einer Atombombe durch Teheran verhindern sollte. Sanktionen der USA und der EU gegen den Iran wurden aufgehoben. US-Präsident Donald Trump kündigte das Abkommen im Mai vergangenen Jahres einseitig auf. Danach traten wieder harte Wirtschaftssanktionen der USA gegen den Iran in Kraft.