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Orientalischer Tanz
Definition
Der Orientalische Tanz wird meist von Frauen in speziellen Kostümen zu orientalischer Musik getanzt. Im Volksmund wird der Orientalische Tanz auch als Bauchtanz bezeichnet, weil das Bewegungszentrum beim Tanzen das Becken ist.
Herkunft
Der Orientalische Tanz hat seinen Ursprung in Ägypten und bezeichnet den dortigen Solotanz der Frauen, der als Geburts-, Initiations- und Fruchtbarkeitstanz praktiziert wurde. Die Frauen ahmten mit ihrem Tanz die Becken- und Wellenbewegungen während des Zeugungsaktes und der Geburt nach und bereiteten ihren Körper somit auf diese bedeutenden Ereignisse in ihrem Leben vor. Von Ägypten aus verbreitete sich der Tanz nach Asien, Nordafrika, Spanien und Rom. Deshalb vereint der Orientalische Tanz heute Einflüsse aus verschiedenen Ländern und Tanzstilen.
Der Begriff Bauchtanz entstand irrtümlicherweise aus den Beobachtungen des französischen Schriftstellers Emile Zola, als er 1880 auf seinen Reisen in den Orient diesem Tanz begegnete. Er nannte ihn Danse du Ventre, auf Deutsch Bauchtanz. Die Amerikaner machten daraus den bekannten Begriff Belly Dance. Sie entdeckten Ende der 1960er-Jahre den Orientalischen Tanz und brachten ihn in den 1980er-Jahren nach Europa. Somit entwickelte sich dieser Tanz von einem Fruchtbarkeitstanz zu einem populären und weit verbreiteten Showtanz. Die kolumbianische Sängerin Shakira baut in ihre Choreografien beispielsweise typische Bauchtanzbewegungen ein.
Grundlagen
Der Orientalische Tanz fördert das Gleichgewicht, kräftigt den ganzen Körper und hält ihn beweglich. Durch isolierte Bewegungstechniken einzelner Körperteile wird die Koordination geschult und die Teilnehmerinnen lernen, ihren Körper differenziert wahrzunehmen. Beim Bauchtanz entstehen die Bewegungen mehrheitlich aus dem Becken heraus, wodurch auch die Beckenbodenmuskulatur gekräftigt wird. Zusätzlich zum körperlichen Aspekt bietet der Orientalische Tanz einen Einblick in die Musik und Kultur der orientalischen Welt. Die weichen, runden, weiblichen Bewegungen tragen dazu bei, den Körper in seiner Einmaligkeit und Individualität zu akzeptieren und sich darin wohlzufühlen. Im Orientalischen Tanz ist es im Gegensatz zum klassischen Ballett erlaubt, weibliche und auch etwas üppigere Körperformen zu haben. Das heutige Schönheitsbild unserer Gesellschaft, dass eine Frau möglichst gross und schlank sein muss, hat in diesem Tanz keine Bedeutung.
Verwendete Technik
Beim ursprünglichen ägyptischen Solotanz kommen die Bewegungen aus der Körpermitte, während sie beim westlichen Stil meist aus den Beinen heraus entstehen. Während beim westlichen Stil viele Hand- und Armbewegungen eingesetzt werden, sieht der traditionelle orientalische Stil die Arme und Hände eher als Umrahmung des tanzenden Körpers. Es gibt weiche, schlangenhafte Bewegungen, die zur Melodie getanzt werden und härtere, rhythmische Bewegungen. Im arabischen Tanz ist die Kenntnis des Textes des Musikstücks unabdingbar, da eine Tänzerin diesen interpretieren muss, d. h. Körpersprache, Gestik und Mimik müssen zum Text stimmig sein.
Beim Bauchtanz handelt es sich um einen Tanzstil mit isolierten Bewegungen der einzelnen Körperregionen. Vor allem beim Shimmy, einem rhythmischem, isolierten Zittern der Hüften oder anderer Körperteile, ist eine gekonnte Isolation der Muskeln erforderlich. Der Shimmy kann in unterschiedlicher Intensität gezeigt werden, dabei kann die Tänzerin tanzen oder auf der Stelle stehen. Beim Shimmy werden die auf dem Bauchtanzkostüm angebrachten Verzierungen und Münzen besonders stark zum Klingeln gebracht. Andere Hilfsmittel, die beim Orientalischen Tanz verwendet werden, sind Zimbeln oder ein Schleier (Schleiertanz). Zimbeln sind traditionelle kleine Schellen, welche mit den Fingern gespielt werden.