Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03584.jsonl.gz/2688

Wettbewerb, Dezember 2008
Städtebauliche Situation
Das Gebäude für den Swiss Re Hauptsitz in Zürich wird als herausragender Solitär verstanden, der sich dennoch in die bestehende Häuserreihe entlang des Mythenquais einfügt. Das Wechselspiel zwischen Eingliedern und Absetzen bestimmt die städtebauliche Haltung wie auch die architektonische Gestalt. Gegenüber seinen Nachbarbauten - dem Stammhaus und dem Mythenschloss - wird das Bauvolumen zurückversetzt. So entsteht ein privilegierter Raum, der sich als Vorplatz oder cour d‘honneur dem See zuwendet. Diese Setzung hebt den Neubau von den Nachbarbauten ab und führt aber gleichzeitig den alternierenden Rhythmus zwischen Bauten und Aussenanlagen entlang der Seefront weiter.
Der Baukörper überragt die Traufhöhe der Nachbarbauten, was die Eigenständigkeit unterstützt, überschreitet aber die Firsthöhe des Stammhauses nicht und nimmt so Bezug auf dieses. Die auskragende Abstufung der seeseitigen Front über die gesamte Höhe ist prägend für Form und Eigenart des Gebäudes. An der Alfred Escher Strasse sind die letzten beiden Geschosse des Baukörpers markant zurückgesetzt. Dieser Rücksprung bricht die Gebäudehöhe und integriert das Volumen in die Reihe von Gebäuden entlang der Alfred Escher Strasse mit ähnlichen Traufhöhen.
Währenddem die Strassenfronten sich zu See und Hang öffnen und mit Stahl und Glas vom Bestand abheben, vermitteln die Seitenfassaden mit dicht gesetzten, auf die Natursteine abgestimmten Betonlamellen zwischen Neubau und Altbauten. Die entwerferische Haltung ist ein Vor- und Zurücktreten, ein Abwägungsakt zwischen Auftritt und Einbindung.
Architektonische Idee
Die Organisation des kompakten Baukörpers beruht auf einfachen Prinzipien, welche die Anforderungen an die Nutzung, Tageslichtführung, Tragstuktur, Gebäudetechnik und den Brandschutz auf möglichst selbstverständliche Art und mit schlichten Massnahmen erfüllen. Im Vordergrund steht nicht das expressive Spiel mit architektonischer Form, sondern die Gegenständlichkeit des architektonischen Objekts, dessen innere Struktur – gleichsam als robuste Matrix – den räumlichen Rahmen umreisst, der den Anforderungen des Alltags entsprechend auf vielfältige Weise wahrgenommen, genutzt und bespielt werden kann.
Um das Tageslicht möglichst optimal zu Nutzen, sind alle Arbeitsplätze an den Randzonen des Baukörpers angeordnet, in unmittelbarer Nähe zur Fassade. Einzelbüros (individual offices) – ca. 10% des Gesamtangebots an Arbeitsplätzen (open-space) – sind an den beiden Stirnfassaden vorgesehen. Drei Atrien belichten die innenliegenden Think Tanks wie auch die innenliegenden Erschliessungsflächen des Gebäudes. Sie tragen zur räumlichen Orientierung bei. Zwischen den Atrien sind die Kerne für die vertikale Erschliessung, die Fluchttreppen und die vertikalen Steigzonen angeordnet. Die Treppen, die im Brandfall als Fluchtwege dienen, bilden direkte Verbindungen (short cuts) zwischen den Geschossen. In seiner vertikalen Gliederung ist der Baukörper in drei Zonen unterteilt: die öffentlichen Zonen bilden eine räumliche Einheit in den unteren Geschossen (UG, EG, 1.OG); darüber ist der Bürobereich auf vier Geschossen verteilt; in den zwei oberen Geschossen befinden sich die Geschäftsleitung und Kundenzone.