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Meine erste Büchse
Wie ich zu meiner ersten Flinte gekommen bin, habe ich im Bericht Caesar Guerini Maxum bereits ausführlich beschrieben. Der Weg zur Steyr Mannlicher SM12 war wesentlich einfacher. Ich wollte einen klassischen Repetierer. Keinen Geradeabzug, keinen Synthetikschaft und auch frei von zu vielen Spielereien. Er sollte sehr präzise schiessen und ein klassisch-ästhetisches Aussehen haben. Das waren schon all meine Anforderungen an meine erste Büchse.
Natürlich habe ich mich auch hier ausgiebig im Internet informiert und Testberichte über eine Vielzahl moderner Jagdwaffen gelesen. Den ersten Kontakt mit der SM12 hatte ich aber nicht online, sondern auf einem Schiessstand im nahen Engen. Ich war nur als Begleitung auf dem Stand und während des Zuschauens wanderte mein Blick über den Gewehrrechen und blieb an einer Waffe kleben. Auf der Büchse, genauer gesagt unter dem Magazin, stand die Aufschrift „Steyr Mannlicher“. Zurück zu Hause habe ich dann mit der Recherche begonnen und mir gefiel die Waffe immer besser.
Nicht 08-15 sollte sie sein …
Meine erste Büchse sollte sich von der Masse abheben. Ganz gewöhnlich, also nullachtfünfzehn, sollte sie nicht sein. Kleiner Einschub: der Begriff nullachtfünfzehn stammt auch von einem Gewehr und zwar dem leichten deutschen Maschinengewehr aus dem Ersten Weltkrieg, dem MG 08/15. Diese Waffe wurde im Jahr 1908 entwickelt und im Jahr 1915 modifiziert – daher 08/15. Warum der Begriff heute aber für „durchschnittlich“ oder „gewöhnlich“ steht, ist nicht ganz klar. Es gibt verschiedene Erklärungen. Die Suhler Waffenbauer meinen, es komme daher, dass man zu jener Zeit die Waffe in Massenproduktion herstellte, also der Begriff von der Eintönigkeit der Fabrikation stamme. Andere nennen das stete, langweilige Training der Soldaten mit dem Gewehr als den Grund und wieder andere denken, dass es mit der mässigen Qualität des MG 08/15 zu tun habe.
Nun, das ist alles schon mal ganz anders, als bei der SM12. Die einzige Gemeinsamkeit ist die Zahl, das Jahr der Veröffentlichung, hier 2012. Die Verarbeitung der Waffe ist top, das Aussehen alles andere, als gewöhnlich und in der Schweiz ist die Waffe selten zu sehen. Kleine Anekdote dazu: Mein Büchsenmacher meinte, er höre den Satz: „Guten Tag, ich möchte eine R8 kaufen“ häufiger, als „Guten Tag, ich möchte einen Repetierer kaufen“. Tja.
… dafür .30-06
Über das Kaliber möchte ich nicht zu viel sagen, denn hier scheiden sich die Geister. Zudem habe ich noch zu wenig Ahnung von Kalibern, Geschossen und Ladungen. Mir wurde .30-06 empfohlen, ich habe die SM12 mit diesem Kaliber Probe geschossen und es hat für mich gepasst. Das Trefferbild war top und der Rückstoss angemessen. Die Vielseitigkeit des Kalibers war zudem der Grund für die Wahl der ersten Büchse.
Das österreichische Doppel
Etwas musste noch oben auf die Waffe drauf. Steyr Mannlicher selber bietet die SM12 im Jungjägerpaket mit einem Zielfernrohr von Swarovski an, dem Z8i 2-16×50. Die Optik ist brillant und für mich war es die perfekte Kombination. Leider bekommt man als Schweizer die Waffe nicht in diesem Paket zum Vorzugspreis. In der Schweiz bekommt man sie mit einem Docter- und in Deutschland mit einem Leica-Zielfernrohr als Kombi. Ich hab diverse Zielfernrohre getestet und ich blieb bei meiner ersten Wahl, dem Swarovski Z8i 2-16×50 und verzichtete auf den Paketpreis.
Meine Steyr Mannlicher SM 12
Da ich das Gewehr wegen des Zielfernrohrs nicht im Paket bekommen habe, konnte ich ein besseres Holz für den Schaft auswählen. Im Paket geht das nicht. Dort bekommt man nur die Normalausstattung. Im Standard erhält man die SM12 mit Schaftholzklasse 2, was aber bereits sehr ansehnlich ist. Bei meiner Holzklasse 5 durfte ich dafür den Schaft selber aussuchen und bekam vom Händler Fotos zugeschickt. Vom Ergebnis bin ich begeistert. Sie sieht noch besser aus, als auf den Fotos bei der Auswahl. Die Lieferzeit betrug gut 16 Wochen.
Noch ein paar Facts zur Waffe: Sie ist rund 3.5 kg schwer und 1.12 m lang. Das Magazin fasst bei .30-06 vier Patronen und die Büchse ist mit einem praktischen Handspanner (HCS Hand Cocking System) ausgestattet. Sie ist sehr führig und leicht zu bedienen und zu schiessen. Einige Ergebnisse vom Schiessplatz werden noch folgen. Bis anhin bin ich vollumfänglich zufrieden mit meiner Wahl und meinem österreichischen Doppel.