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Die Kohlmeise gehört zu den am besten untersuchten Vogelarten Europas. In verschiedenen Langzeitstudien wurden seit Beginn des 20. Jahrhunderts Informationen zur Entwicklung von Kohlmeisenbeständen gesammelt. Diese Informationen wurde nun von Forschern der Schweizerischen Vogelwarte Sempach, der Universität Giessen und Bern und des Instituts für Vogelforschung Wilhelmshafen zusammengetragen und analysiert. Im Fokus der Forscher stand einem Bericht der Schweizerischen Vogelwarte zufolge die Frage, welchen Einfluss Klimaveränderungen auf die Lebensgeschichte einzelner Tierarten haben könnten.
Laut Bericht zeigen die Ergebnisse der Studie deutlich, dass der Wechsel von Warm- und Kaltzeiten in den vergangenen Jahrhunderten grosse Schwankungen bei Kohlmeisenpopulation bewirkt hat. Dies erscheint auch plausibel, haben örtliche Klimabedingungen doch einen grossen Einfluss auf die Entwicklung der Vegetation im Frühling und damit einhergehend auf das Nahrungsangebot der Kohlmeisen. Sind die Bedingungen eher kalt und nass, führt dies dazu, dass sich die Vegetation später entwickelt und die Blätter der Bäume später austreiben. Dies bedeutet für die Kohlmeisen, dass erst zu einem späteren Zeitpunkt im ausreichenden Ausmass Nahrung (z.B. Raupen) für die Fortpflanzung zur Verfügung steht. Schlechte Bedingungen verzögern aber nicht nur den Legebeginn von Kohlmeisen, sondern führen zusätzlich zu kleineren Ei-Gelegen und einer höheren Sterblichkeit der Jungen.
Entsprechend dem heutigen Trend zu zunehmend wärmeren Frühlingstemperaturen brüten Kohlmeisen heute früher und sind auch deutlich produktiver als noch vor 30-40 Jahren. Laut dem Bericht der Schweizerischen Vogelwarte geht es den Kohlmeisen heute sogar so gut, dass sie produktiver sind, als jemals zuvor im letzten halben Jahrtausend.
Bild: Luc Viatour [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons