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Säure-Basen-Haushalt - Ist ein Ungleichgewicht wirklich gefährlich?
Alternative Gesundheitslehren gehen davon aus, dass viele Krankheiten wegen eines Ungleichgewichts zwischen dem Säure-Basen-Haushalt entstehen. Wer also dauernd übersäuert ist, hat ein erhöhtes Risiko zu erkranken.
Schuld daran ist ein hoher Konsum an Kaffee, Alkohol, Fleisch, Fisch, raffiniertem Getreide und Zucker.
Diagnostiziert wird eine Übersäuerung durch einen Urintest. Ein pH-Papierstreifen wird mit Urin benetzt. Aufgrund der Verfärbungen ist der Übersäuerungsgrad ablesbar. Die Therapie setzt sich meist aus viel Rohkost und Basenpulvern zusammen.
Physiologisch gesehen, führt eine Übersäuerung zu lebensbedrohlichen Zuständen. Diese Übersäuerung wird aber nicht durch Ernährungsgewohnheiten ausgelöst, sondern ist Folge einer ernsthaften Erkrankung, wie zum Beispiel einer Niereninsuffizienz.
In einem gesunden Körper werden überschüssige Säuren und Basen im Blut gepuffert und über die Lunge und die Nieren ausgeschieden. Trotz einseitiger oder unausgewogener Ernährung funktioniert dieser Körpermechanismus.
Die natürliche Säure-Basen-Ausscheidung über die Nieren, und somit über den Urin, erklärt auch weshalb ein Urintest mit einem pH-Papierstreifen bestimmt wird. Wer sich eher basisch ernährt, scheidet vermehrt Basen aus, wer eher sauer isst, scheidet eher Säuren aus. Aus diesem Grund ist die Einnahme von speziellen Basenpräparaten im Normalfall überflüssig.
Allgemein gilt: eine ausgewogene Ernährung ist, unabhängig von Säure-Basen wichtig, damit eine ausreichende Nährstoffzufuhr gewährleistet ist. Eine ausgewogene Ernährung orientiert sich an der Lebensmittelpyramide.
Stellungnahme der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung vom Juni 2010 zur Frage, ob der Einsatz von Basenpulver sinnvoll ist, um den Säure-Basen-Haushalt zu regulieren.
- Im Normalfall sind Mittel zur Regulierung des Säure-Base-Haushaltes nicht notwendig. Der Körper verfügt über ein ausgezeichnetes Puffersystem, welches überschüssige Säuren und Basen ausgleicht. Fleisch, Fisch, Getreide und Hülsenfrüchte führen zu einer Säurenbildung; Basen stammen z.B. von Gemüse und Früchten (Kalium) sowie von Mineralwasser (Bicarbonat). Eine ausgewogene Ernährung nach der Lebensmittelpyramide der SGE stört das Puffersystem des Körpers nicht. Experten sind sich nicht einig, ob eine extrem einseitige Ernährung den Säure-Basen-Haushalt überhaupt aus dem Gleichgewicht bringen kann. Dass gewisse Krankheiten im Körper eine Übersäuerung verursachen können, scheint hingegen klar. Eine einseitige Ernährung ist allerdings schon alleine wegen der unbefriedigenden Nährstoffversorgung nicht zu empfehlen; ein Basenpulver würde dann sowieso nicht reichen. Was bei krankheitsbedingter Übersäuerung zu tun ist, muss fallweise vom Arzt entschieden werden.