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<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird eingeladen, gestützt auf die Szenarien zur Bevölkerungsentwicklung der Schweiz und der Kantone sowie eine Bewertung des künftigen Wettbewerbs um qualifizierte Erwerbstätige im EU/EFTA-Raum abzuschätzen und darüber Bericht zu erstatten, inwiefern der Fachkräftemangel der Schweiz wie in den letzten zwanzig Jahren auch in den nächsten ein bis zwei Jahrzehnten dank der Personenfreizügigkeit gemildert werden kann oder ob in Zukunft noch verstärkt auf eine vermehrte Ausschöpfung des inländischen Fachkräftepotenzials mittels einer massiven Ausbildungsoffensive sowie durch eine erhöhte Zuwanderung aus Drittstaaten ausgeglichen werden könnte bzw. sollte und je in welchem Ausmass in den wichtigsten Berufsgruppen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><div><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Der Schweizer Arbeitsmarkt ist seit vielen Jahren durch eine stetig wachsende Fachkräftenachfrage geprägt. Dank stetiger Aus- und Weiterbildung der ansässigen Erwerbsbevölkerung und einer Zuwanderung von ausländischen Arbeitskräften, die das inländische Fachkräftepotenzial gut ergänzte, wies die Schweiz über die letzten zwei Jahrzehnte, insbesondere in hochqualifizierten Berufen, ein starkes Beschäftigungswachstum auf. Der wachsende Fachkräftebedarf konnte somit zu einem grossen Teil gedeckt werden. </span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Die Szenarien zur Bevölkerungsentwicklung des BFS zeigen, dass auf Grund der demografischen Alterung das künftige Wachstum der Erwerbsbevölkerung in der Schweiz zunehmend von der Zuwanderung abhängt. Dabei wird unterstellt, dass die Schweiz auch in den kommenden Jahrzehnten Arbeitskräfte aus dem Ausland anziehen wird. Die Unsicherheit zum Ausmass der Netto-Zuwanderung ist allerdings sehr hoch. Neben dem Ausmass der Zuwanderung sind auch die Reaktionen der Arbeitsmarktakteure auf die demografische Entwicklung von verschiedenen Faktoren (bspw. dem technologischen Wandel oder der nationalen und globalen Wirtschaftsentwicklung) beeinflusst und daher schwer prognostizierbar. Der Bundesrat ist deshalb der Ansicht, dass die im Postulat gesteckten Erwartungen bezogen auf aussagekräftige berufsspezifische und regional differenzierte Ergebnisse nicht erfüllt werden können. </span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Gleichzeitig teilt der Bundesrat das Anliegen des Postulanten, die Ursachen des Fachkräftemangels zu verstehen und mögliche Abhilfemassnahmen zu diskutieren. Er stellt dazu zahlreiche Informationen für verschiedene Akteure zur Verfügung. Die Frage, wie sich der Fachkräftebedarf in beruflicher Hinsicht darstellt, wird mit dem Bericht «Indikatorensystem Arbeitskräftesituation» des SECO adressiert, welcher am 12.09.2023 publiziert wurde. Zudem werden die Auswirkungen der Arbeitskräftezuwanderung aus EU/EFTA-Staaten auf den Schweizer Arbeitsmarkt und allfällige Veränderungen im Migrationsverhalten laufend im Rahmen des Observatoriums zum Freizügigkeitsabkommen Schweiz-EU analysiert. Über die bestehenden Informationen hinaus ist der Bundesrat bereit, in einem Bericht die Ursachen des Fachkräftemangels sowie dessen Auswirkungen auf den Unternehmensstandort und Wohlstand in der Schweiz genauer zu untersuchen, wie er in seiner Stellungnahme zum Postulat Müller Leo 23.3380 «Arbeitskräftemangel. Was sind unsere Hausaufgaben?» darlegt.</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Das System der Arbeitsmarktzulassung von Drittstaatsangehörigen hat der Bundesrat in Beantwortung des Postulats Nantermod 19.3651 «Für eine Zuwanderungsregelung, die den Bedürfnissen der Schweiz entspricht» untersucht und eine Reihe von Massnahmen zum Abbau administrativer Hürden umgesetzt. Mit der Umsetzung der Motion Dobler 17.3067 «Wenn die Schweiz teure Spezialisten ausbildet, sollen sie auch hier arbeiten können» sollen weitere Erleichterungen umgesetzt werden. Diese Vorlage befindet sich derzeit in der parlamentarischen Beratung. </span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Im Rahmen einer Gesamtschau zur Umsetzung von bisher ergriffenen Massnahmen zur Förderung des inländischen Arbeitskräftepotenzials wird der Bundesrat im ersten Quartal 2024 darlegen, inwieweit die verschiedenen Massnahmen in einer Gesamtsicht die Ziele der Förderung des inländischen Arbeitskräftepotenzials erfüllen und ob zusätzliche Massnahmen erforderlich sind. </span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Der Bundesrat erachtet daher die damit verbundenen Anliegen des Postulanten als bereits adressiert.</span></p></div><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.