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Wenn man bedenkt, unter welchen Bedingungen damals gebaut werden musste, erstaunt immer wieder, wie zuverlässig und statisch einwandfrei die Baumeister planten. Als Beispiel zeigte der Ingenieur Peter Braun den Glockenstuhl der Kathedrale, den er als «Wahnsinnsarbeit der Zimmermannskunst» beschrieb.
Die Holz-Verstrebungen in der Glockenstube sind so angebracht, dass die Aufrichte beim Schlagen der tonnenschweren Glocken leicht nachfedern kann und so weniger belastet wird. «Seit 500 Jahren hat die Holzkonstruktion praktisch keinen Schaden erlitten», führte der Ingenieur aus. Stahl wäre in dieser Zeit längst von Rost befallen und Mauerwerk könnte die bis zu 13 Tonnen schwere Belastung niemals aushalten. «Holz wird mit dem Alter härter und so für die Würmer nicht interessant.»
François Seydoux, Organist an St. Nikolaus, erklär- te seinen Zuhörern, dass die Kathedrale ursprünglich über drei Orgeln verfügte. Die Prozessionsorgel ist aber mittlerweile nicht mehr vorhanden. Die grosse Aloys-Mooser-Orgel war zu ihrer Zeit aufgrund ihres Manuals weltberühmt, viel besucht und in der Literatur oft beschrieben. Zum Abschluss spielte Seydoux auf der kleinen Orgel einige Stücke vor. im