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aus: Informationsblatt Nr. 1; Februar 1980
Als einzige der vielen freien Gemeinden und Sondergruppen unterhält die Christ-liche Wissenschaft allgemeinzugängliche Lesezimmer. In Zürich befindet sich das Lesezimmer an der Rämistrasse. Das Gottesdienstgebäude der First Church of Christ Scientist steht an der Merkurstrasse. Auch in andern Städten ist das Lesezimmer vielfach nicht am gleichen Ort wie die Kirche zu finden.
Es sind bald achtzig Jahre verflossen, seitdem in Boston das erste Lesezimmer gegründet worden ist. Der Auftrag dazu kam von der Gründerin und Leiterin der Christian Science, von Mary Baker Eddy.
"Im Laufe vieler Jahre hatte sie erkannt", so schreibt "Der Herold" vom Sept. 1979, "dass die Lesezimmer ein wirkungsvolles Mittel wären, um die heilende Wahrheit einer grösseren Anzahl von Menschen zugänglich zu machen. Im 'Kirchenhandbuch' hat sie die Einrichtung von Lesezimmern ganz allgemein vorgeschrieben: "Jede Kirche der christlich-wissenschaftlichen Konfession soll ein Lesezimmer haben" (Art. XXI, 1). Dementsprechend sind bei uns in Aarau, Bern, Biel, Chur, Genf, Interlaken, La Chaux-de-Fonds,Lausanne, Luzern, Neuenburg, St. Gallen, Thun, Wetzikon, Winterthur und Zürich je ein Lesezimmer eingerichtet worden. Für die kleineren 'Vereinigungen' ist ein Lesezimmer freiwillig.
"Die Personen, die den Lesezimmern der Mutterkirche vorstehen, ... müssen frei sein von schlechten Gewohnheiten, müssen Erfahrung auf dem Arbeitsfeld gesammelt haben, müssen eine gute Bildung besitzen und pflichtgetreue Christliche Wissenschafter sein- (Kirchenhandbuch Art. XXI, 2). Persönliche Integrität genügt allerdings noch nicht ganz. "Der Herold der Christlichen Wissenschaft" betont: "Es wird von allen Bibliothekaren und ihren Mitarbeitern verlangt, solch eine geistige Atmosphäre im Lesezimmer zu schaffen, dass sich alle hineingezogen fühlen, die für die Christus-Idee empfänglich sind." Der Besucher könnte dann möglicherweise etwas davon verstehen, "was es bedeutet, 'der Gast Gottes' zu sein, der stets in der Gegenwart der Seele daheim ist, von der Fürsorge der göttlichen Liebe umgeben und von der Harmonie des Himmels berührt wird."
Um die "mentale Atmosphäre" in den Lesezimmern rein zu erhalten, schreibt das Kirchenhandbuch vor: "Kein leeres Geschwätz, kein Verleumden, kein Unfug, keine üble Nachrede darf geduldet werden." Und der "Der Herold" betont: "In Berücksichtigung dieser Regel achten die Bibliothekare darauf, dass im Lesezimmer möglichst nicht über Symptome des Bösen oder von Krankheit irgendwelcher Art gesprochen wird".
Wer in den Lesezimmern der Christian Science ähnlich wie in kleinen Bibliotheken eine Auswahl von Literatur erwartet, der kommt allerdings nicht auf seine Rechnung. Schon das Kirchenhandbuch aus der Feder der Gründerin Mary Baker Eddy bestimmt in verbindlicher Weise, dass nur Literatur der Christlichen Wissenschaft aufgenommen und zur Verfügung gestellt wird. Es sind die Bibel und "Wissenschaft und Gesundheit", das Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, sowie viele andere Bücher und Zeitschriften aus den eigenen Reihen, einschliesslich des "Christian Science Monitors". "Der Herold" schliesst diese kurze Aufzählung mit den Worten: "Doch das Lehrbuch steht mit Ausnahme der Bibel an höchster Stelle ... und wir sollten niemals das Gefühl der Ehrfurcht vor dem Lehrbuch und der darin geoffenbarten Wahrheit verlieren."
Gerne hätte man auch etwas von der Ehrfurcht vor der Bibel gelesen; "Der Herold" fährt jedoch an dieser Stelle weiter mit Ausführungen zu "Wissenschaft und Gesundheit". Das Buch ist ausser in Englisch und in Blindenschrift zurzeit in vierzehn Sprachen erhältlich. Es bietet, so wird erklärt, "allen, die seine befreiende Botschaft brauchen, Erlösung von den Begrenzungen und Disharmonien des Materialismus". Nicht die Verkündigung Jesu Christi, des gekreuzigten und auferstandenen Herrn, steht im zitierten "Herold"-Artikel im Mittelpunkt. Es heisst: "Die Christliche Wissenschaft ... erhebt unser Denken zum zeitlosen Guten" ("Der Herold" Nov. 1979; die weiteren Zitate stammen, soweit nichts anderes angegeben ist, aus "Der Herold" Sept.1979).
Oswald Eggenberger 1980
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