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Fieber ist Ausdruck einer Abwehrreaktion des Organismus bei Infektionen, nach Eindringen körperfremder Substanzen und beim Beseitigen von abgestorbenen oder abgenutzten Zellen. Dem Fieber kommt indessen eine wichtige Funktion zu, indem biochemische Vorgänge, insbesondere die Abwehrreaktionen des Immunsystems, bei Temperaturerhöhung beschleunigt ablaufen.
Die Körperkerntemperatur des Erwachsenen (gemessen in Mund oder Darm) ist – mit individuellen Abweichungen – auf rund 37 Grad eingestellt. Nachmittags und abends liegen die Werte gegenüber dem Morgen normalerweise um 0,3 bis 1,0 Grad höher, da die stärkere Stoffwechselaktivität während des Tages mehr Wärme produziert. Auch physische Anstrengung erhöht die Körpertemperatur, deshalb sollte grundsätzlich erst nach einer halben Stunde Ruhezeit gemessen werden.
Am genausten ist das Messen im Mund. In der Achselhöhle (axillär) ist das Ergebnis weniger zuverlässig (s. oben). Die Messung im Darm ist bei Säuglingen und Kleinkindern üblich. Oft braucht man noch das klassische Fieberthermometer. Elektronische Geräte arbeiten schneller und sind für Kinder vorteilhaft. Heute wird nicht selten im äusseren Gehörgang gemessen. Das dauert nur wenige Sekunden und wird auch von Kinderärzten empfohlen. Der Nachteil dieser Methode liegt jedoch darin, dass die Resultate grösseren Schwankungen unterliegen als bei Messung in Mund oder Darm.
Bei mehr als 40 Grad Temperatur ist die Hirnfunktion beeinträchtigt, Verwirrtheit und Krämpfe können die Folge sein. Bleibt das Fieber längere Zeit über 42 Grad, droht ein Multiorganversagen (gleichzeitiges Versagen vieler Organe); der Kranke stirbt, wenn das Senken der Temperatur nicht gelingt.
Umgekehrt kommt es beim Absinken der Körpertemperatur unter 35 Grad vorerst zu Unruhe und Nervosität. Unter etwa 34 Grad tritt Erschöpfung auf und unter 30 Grad stellen sich allmählich Lähmungen und Bewusstseinsverlust ein.
Bei Kindern erfordert das Messen der Temperatur die Anwesenheit der betreuenden Person. Es besteht die Gefahr, dass Kinder das Thermometer zerbrechen oder zerbeissen.
Sie liegt um 37 Grad, bei Kindern oft ein wenig höher. Diese Wärme ist zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen des Menschen nötig. Im Vergleich dazu ist die Oberflächentemperatur an der Haut 0,5 bis 2 Grad tiefer.
So wird eine Körpertemperatur beschrieben, die nur wenig erhöht ist, rektal oder sublingual zwischen 37,5 und 38 Grad, axillär zwischen 37 und 37,5 Grad. Subfebril entspricht etwa dem Begriff „erhöhte Temperatur“.
Fieber ist eine Körpertemperatur, welche rektal oder sublingual morgens über 37,5 und abends über 38 Grad liegt (bei Kindern über 38,5).
Unterkühlung liegt vor, wenn die Körperkerntemperatur unter etwa 35 Grad gesunken ist.
Dieses Adjektiv bedeutet „in der Achselhöhle“. In der Achselhöhle ist das Fiebermessen wenig zuverlässig, weil das Resultat in hohem Mass von der Aussentemperatur beeinflusst wird. Man erhält tiefere Werte als im Körperinneren.
So bezeichnet man das Fiebermessen im Mund (wörtlich: „unter der Zunge“).
Das Wort wird verwendet für „im Enddarm“.
Das Wärmeregulationszentrum liegt im Hirnstamm. Dort wird bei verschiedenen Krankheiten und Gegebenheiten der Temperaturwert höher eingestellt. Die Wärmeregulation ist in den ersten Lebensjahren noch nicht ausgereift, weshalb besonders Säuglinge und Kleinkinder rascher mit Fieber reagieren als Erwachsene. Ausserdem kann bei Kindern Fieber nur einen Tag oder eine Nacht lang bestehen, ohne dass ein Grund erkennbar wäre.
Alle möglichen Gründe von Fieber lassen sich nicht aufzählen.
Infektionskrankheiten sind die häufigsten Ursachen.
Grippe, fast alle Kinderkrankheiten, Malaria, Typhus, Tuberkulose, AIDS sowie Sepsis und viele andere. Dabei muss man wissen, dass Infektionen bei alten Menschen häufig ohne Fieber verlaufen, es können aber Dösigkeit und Verwirrtheit bestehen.
Mehr organbezogene oder lokalisierte Infektionen
Von den vielen weiteren infektiösen und nicht-infektiösen Ursachen von Fieber seien hier noch angefügt:
Wärmestau ist kein Fieber im eigentlichen Sinn. Die Temperaturerhöhung unter extremen Bedingungen wie feuchte Hitze oder Wassermangel kommt durch übermässige Wärmezufuhr von aussen zustande, oder wenn die körpereigene Wärme ungenügend abgeführt wird. Starke Sonneneinstrahlung und zu warme Wohnräume oder Kleider können besonders bei Kindern die Körpertemperatur bedeutend erhöhen (s. Wärmestau).
Muskelzittern, Frösteln und Schüttelfrost sind Zeichen eines raschen Fieberanstiegs. Ist der Höhepunkt erreicht, verschwinden Frieren und Zittern, im Körper wird Hitze fühlbar. Später, wenn die Temperatur sinkt, beschleunigt ein Schweissausbruch die Abkühlung.
Typische Begleitsymptome sind Kopf- oder Gliederschmerzen, Magen-Darmverstimmungen oder allgemeines Krankheitsgefühl. Ein plötzlicher Fieberschub mit den genannten Symptomen wird meist durch eine akute Infektionskrankheit wie Grippe ausgelöst. Hohe Temperaturen rufen nicht selten Sinnestrübungen (wirre Träume, Phantasieren) hervor.
Für manche Erkrankungen gibt es charakteristische Fieberverläufe. Dies erleichtert manchmal die Diagnose.
Bei Fieber arbeiten Herz und Atmung schneller, denn der Körper setzt alle Energiereserven dafür ein, Erreger oder krankmachende Einflüsse zu bekämpfen. Fiebrige Menschen fühlen sich daher gewöhnlich müde, der Organismus ist schlapp und zwingt zur Ruhe, zum Sparen von Kraft.
Kleine Kinder haben schnell sehr hohe Werte, die über 40 Grad erreichen und Krampfanfälle auslösen können, denen ein Erschöpfungsschlaf folgt. Fieberkrämpfe gehen nur sehr selten in ein lebenslanges Krampfleiden (Epilepsie) über. Ein Arzt sollte abklären, welche Grundkrankheit als Ursache des Fieberkrampfs in Frage kommt.
Fieber ist eine physiologische Abwehrreaktion des Körpers. Deshalb ist es besser, es nicht zu senken, ausser wenn es sehr hoch oder sehr unangenehm ist. Entscheidend für den Einsatz von fiebersenkenden Massnahmen ist das Wohlbefinden des Kranken. Reichliches Trinken von Tee oder Mineralwasser ist in jedem Fall nötig, weil der Körper durch Verdunsten und Schwitzen vermehrt Wasser verliert. Gut ist es, sich angenehm warm zu halten, ohne jedoch zu übertreiben, sonst kommt es zu Hitzestau.
Wer kleine Kinder hat, die zu Fieberkrämpfen neigen, sollte sich mit dem Kinderarzt absprechen. Man wird versuchen, ein Ansteigen der Temperatur über 39 Grad zu verhindern. Der Arzt informiert darüber, wie sich die Eltern verhalten und welche Medikamente griffbereit sein sollten.
Zum Senken der Temperatur dienen bewährte Hausmittel, Medikamente oder eine Kombination von beiden. Zwei typische Hausmittel sind:
Es lohnt sich, ein fiebersenkendes Medikament in Form von Tabletten oder Zäpfchen in der Haus- oder Reiseapotheke zu haben. Bei längerer Lagerung ist das Verfalldatum zu beachten.
Den vielen möglichen Ursachen entsprechend ist auch die Anzahl von nötigen oder möglichen Untersuchungsmethoden gross – vom einfachen Fiebermessen über Labortests bis zu aufwändigen Abklärungen mit Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT).