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Am 17. Juni war internationaler Tag zur Bekämpfung der Trockenheit und der Wüstenbildung. Der Aktionstag wurde 1994 ins Leben gerufen. Seither hat sich die Problematik drastisch verschärft: Die Länge der Trockenheitsperioden weltweit hat seit 2000 um 29 Prozent zugenommen. Gleichzeitig bilden sich immer mehr Wüsten (Desertifikation). Der Planet Erde verliert jedes Jahr eine fruchtbare Fläche von der Grösse Irlands.
Klimazonen verschieben sich
Extremwetterereignisse werden aufgrund des Klimawandels häufiger. Aber nicht nur das: Klimazonen verschieben sich und Wüsten gewinnen an Ausdehnung. Über die Ursache für die Verschiebung der Klimazonen zu den Polen ist man sich noch nicht einig. Man weiss allerdings, dass sich die Jet-Streams in dieselbe Richtung verschieben. Dadurch verschieben sich auch die Trockenheitsgürtel, die etwa für das trockene Klima in der Sahara verantwortlich sind, vom Äquator weg.
Trockengebiete unserer Erde. Dorhodor, Wikimedia Commons.
Wüsten erobern Land
Heute sind rund 41 % der globalen Landfläche Trockengebiete. Hyperaride (extrem trockene) Gebiete machen jedoch nur 6.6% der Landfläche aus. Trotz des geringen Jahresniederschlags sind in vielen Trockengebieten ertragsreiche Ernten möglich. Bis zu 44% der weltweiten Anbauflächen liegen in Trockengebieten. Bei anhaltender Trockenheit und der damit einhergehenden Verschlechterung des Bodens kann es in Trockengebieten jedoch zu Wüstenbildungsprozessen kommen, wodurch das Land unfruchtbar wird.
Hungersnöte nehmen aufgrund der Trockenheit zu
Desertifikation und Dürren stellen für Menschen in sehr trockenen Gebieten eine grosse Gefahr dar. In den durch die UN ermittelten Gefahrenzonen sind 750‘000 Menschen vom Hungertod bedroht. Die meisten dieser besonders gefährdeten Gebiete liegen in Afrika. Derzeit besonders stark von Trockenheit betroffen ist Somalia. Somalia liegt grösstenteils in der ariden Zone. Extreme Dürren treiben hier deshalb die Wüstenbildung stark an.
2011 ereilte Somalia eine Hungersnot von katastophalem Ausmass: Zwischen Oktober 2010 und April 2012 starben 258‘000 Menschen an den Folgen der Nahrungsmittelknappheit. Doch auch in diesem Jahr ist die Situation alarmierend: Anfangs wurden noch tote Tiere vermeldet, jetzt erleiden auch zunehmend Kinder den Hungertod. In nächster Zeit ist keine Erleichterung in Sicht; bis Oktober ist nicht mehr mit signifikanten Niederschlägen zu rechnen. Bereits 770‘000 Somalis mussten ihr Zuhause verlassen, weil in ihrer Heimat zu wenig Nahrung vorhanden ist.
Die ausbleibenden Niederschläge werden mit dem Wetterphänomen La Niña in Verbindung gebracht. Weiter verschärft wird die Hungersnot durch die ausbleibenden Lieferungen aus Russland und der Ukraine, welche das Land bislang mit 92 % aller Weizenimporte versorgten.
Afrika will eine „Grüne Mauer“ bauen
Die afrikanischen Länder wollen der Eroberung ihrer fruchtbaren Landstriche durch die Wüste nicht tatenlos zusehen und haben sich deshalb zusammengeschlossen, um eine sogenannte „Grüne Mauer“ zu bauen. Ein 8‘000 km langer Streifen aus Bäumen, der quer durch den Kontinent verlaufen soll, soll die Sahelzone vor der drohenden Desertifikation bewahren. Die Initiative startete im Jahr 2007; bis jetzt sind rund 15% des Projekts realisiert.
Ähnliches setzt China seit 45 Jahren um. Chinesischen Medien zufolge konnten durch Wiederaufforstungen 336‘000 Quadratkilometer desertifizierte Fläche und mehr als 10 Millionen Hektare desertifiziertes Grasland zurückgewonnen werden.
Nicht nur in Afrika, sondern auch in Europa und der Schweiz muss in Zukunft mit immer länger andauernden Trockenperioden gerechnet werden. Dies zwingt auch uns, Anpassungen etwa in der Nahrungsmittelproduktion oder dem Wassermanagement vorzunehmen. Ausserdem müssen wir uns auf gehäufte und immer früher im Jahr auftretende Waldbrandereignisse gefasst machen.