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Eine Woche voller Überraschungen
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Karine Patron, Vermögensverwalterin
Die vergangene Woche war voller Überraschungen und sorgte mit den geopolitischen Spannungen, den publizierten Wirtschaftszahlen und den Unternehmensergebnissen für das 3. Quartal, dem Einbruch des Technologiesektors und Fragen zum künftigen geldpolitischen Kurs der Zentralbanken für einige Verwirrung an den Märkten.
In den USA entspannte sich die Rendite für 10-jährige US-Anleihen in der Hoffnung, dass sich das Tempo des Zinsanstiegs auf unter 4% verlangsamen würde. An der Wirtschaftsfront verzeichnete das amerikanische BIP im dritten Quartal zwar wieder ein Wachstum von 2,6%, doch scheint die Wirtschaft jetzt ins Stocken geraten zu sein.
So verlangsamte sich die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe. Die Aufträge für langlebige Güter verzeichneten einen Anstieg von +0,4%; ohne den Transportsektor gingen sie jedoch um -0,5% zurück. Die Aufträge für Investitionsgüter ohne Rüstungsgüter (mit Ausnahme der Flugzeuge), die ein viel beachteter Indikator für die Ausgabenpläne der Unternehmen sind, sanken im Laufe des Monats um 0,7%.
Nachdem die Immobilienpreise im August gesunken waren, verlangsamten sich die Verkäufe neuer Häuser im September stark und gingen um mehr als 10% zurück, was auf die gestiegenen Kreditkosten zurückzuführen ist.
Darüber hinaus verschlechterte sich im Oktober auch das Verbrauchervertrauen. Im Weiteren stiegen die Verbraucherpreise im 3. Quartal um 4,5%, weniger stark als noch im 2. Quartal, als sie um 4,7% gestiegen waren.
Auf dem Arbeitsmarkt stiegen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche vom 22. Oktober weniger stark als erwartet auf 217’000 gegenüber 220’000 an. Die Anträge auf Dauerunterstützung fielen hingegen höher aus als erwartet.
In Europa kündigte die EZB wie erwartet eine Leitzinserhöhung um 75 Basispunkte an. Die Aktivität des Privatsektors ging im Oktober so stark zurück wie seit fast zwei Jahren nicht mehr, da die steigenden Lebenshaltungskosten die Verbraucher vorsichtiger werden liessen, was die Nachfrage beeinträchtigt. So fiel der Composite-Einkaufsmanagerindex für die Eurozone auf 47,1 Punkte nach 48,1 Punkten im September, gegenüber einer Prognose von 47,5. Der Flash-PMI für den Dienstleistungssektor sank wie erwartet auf 48,2 nach zuvor 48,8. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe fiel auf 46,6 Zähler nach 48,4 im September und gegenüber einer Prognose von 47,8, was eine Schrumpfung der Wirtschaft der Eurozone im 4. Quartal erwarten lässt.
Das Geschäftsklima in Deutschland verschlechterte sich vor dem Hintergrund der hohen Inflation, die im Oktober bei 11,6% lag.
Im Fokus steht nun die US-Notenbank Fed, die am Mittwoch ihre Zinsentscheidung bekannt geben wird. Der Ausblick der Fed könnte erneut für hohe Ausschläge bei den Indizes sorgen.