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Der Belgier Camille Jenatzky fuhr im Jahre 1899 ein Elektrofahrzeug, als er erstmals die Limite von 100 km/h überschritt. Er widerlegte damit gleichzeitig den Mythos, dass die menschliche Lunge bei so hohen Geschwindigkeiten bersten würde.
In den USA hatten am Anfang des 20. Jahrhunderts mehr als ein Drittel aller Strassenfahrzeuge Elektroantrieb. Benzinfahrzeuge kamen nur auf gut 20% Marktanteil. Etwa 40% waren Dampfmaschinen. Elektrofahrzeuge liefen viel sauberer, konnten schneller fahren, mussten nicht angekurbelt werden etc. Mit der Erfindung des elektrischen Anlassers für den Benzinmotor, etwa im Jahre 1908, änderte sich dies sehr rasch. Obwohl der Elektroantrieb einen viel besseren Wirkungsgrad hat als der Benzin- oder Dieselmotor und kein Getriebe benötigt, scheiterte er im Personenwagen bisher an den Batterien. Die platzsparende und effiziente Speicherung von elektrischem Strom gelang dem Menschen bis heute nicht – obwohl dies auch für die Raumfahrt, für Hubstapler in Lagerhallen, Flurförderzeuge auf Bahnhöfen, Gartengeräte etc. von grossem Nutzen gewesen wäre und viele weitere Anwendungsmöglichkeiten ermöglicht hätte. Batterien können bei weitem nicht so viel Energie speichern wie ein Benzintank, sind schwer, haben lange Ladezeiten, eine begrenzte Lebensdauer, und sie müssen entsorgt werden.
Der TCS hat bereits in den Jahren 1991 bis 1993 einen Test über rund 12’000 km mit einem Elektrofahrzeug durchgeführt. Damals hatten Elektrofahrzeuge noch Bleibatterien und es gab erhebliche Mängel hinsichtlich der Sicherheit, Reparaturanfälligkeit, Ausstattung, Verarbeitungsqualität und den Geräuschemissionen. Die Erfahrungen von damals zeigen, dass nebst dem finanziellen Aspekt vor allem praktische Überlegungen der Konsumenten ausschlaggebend sind. Wie künftige Elektrofahrzeuge und auch sogenannte Plug-in Hybride bei den Automobilisten ankommen, hängt stark von der Reichweite und der Ladezeit ab. Neben Handhabung und Zuverlässigkeit der Fahrzeuge stellen sich auch ganz praktische Fragen, z.B. ob genügend Parkplätze mit Steckdosen zur Verfügung stehen (dort wo sie gebraucht werden), ob diese Plätze nicht zeitweise von anderen Fahrzeugen besetzt sind, ob die Verrechnung der bezogenen Strommenge fehlerlos funktioniert und ob ein wirksamer Schutz gegen Betrug oder Stromdiebstahl möglich ist.
Mit verschiedenen Konzepten, Feldversuchen und Flottentests nimmt der Mensch wieder einen Anlauf zur Elektrifizierung des Autos. In der Schweiz brachten als erste die Hersteller Mitsubishi (i-MiEV), Peugeot (i-On) und Citroen (C-Zero) Anfang 2011 ein Elektroauto mit Lithium-Ionen Akku zum Preis von etwa CHF 46‘000.– auf den Markt. Bis Ende 2012 wurden insgesamt 465 dieser baugleichen Modelle verkauft: 223 Mitsubishi, 108 Peugeot und 134 Citroen. Einen der 134 Citroen C-Zero hat der TCS zu Testzwecken gekauft (siehe Fahrzeugtest Citroen C-Zero). Seit März 2013 wird das Auto von Mitsubishi für 25‘000 Franken angeboten. Es ist nicht anzunehmen, dass der Preis in demnächst noch weiter sinkt
Der TCS geht davon aus, dass Elektrofahrzeuge auch mit einem gewissen Paradigmenwechsel bezüglich Fahrzeuggrösse und Gewicht verbunden sind. Bei einem Paradigmenwechsel stehen aber auch bei den Fahrzeugen mit Benzin- und Dieselmotoren weitere deutliche Treibstoffverbrauchsreduktionen in Aussicht. Gewichtsoptimierte Fahrzeugkonstruktionen, wie sie im Zusammenhang mit Elektroantrieben ebenfalls angekündigt werden, führen auch in Kombination mit kleineren Drei- oder gar Zweizylinder-Verbrennungsmotoren wiederum zu deutlichen Verbrauchs- und CO2-Verminderungen. In der Schweiz wird seit dem Jahr 2000 das Hybridfahrzeug Toyota Prius angeboten. 10 Jahre später, waren immer noch nur einzelne Hybridmodelle von Toyota, Honda und Lexus erhältlich. Diese erreichten zusammen einen Marktanteil von etwa 1% bei den Verkaufszahlen. Nachdem in der Schweiz die ersten Elektrofahrzeuge mit Lithium-Ionen Technologie im Jahre 2011 angeboten wurden, ist bei einer ähnlich verlaufenden Entwicklung bis zum Jahr 2020 mit einem Bestand von rund 10'000 Elektrofahrzeugen und etwa 3'000 Neuzulassungen zu rechnen.
Mit dem «Schweizer Forum Elektromobilität» wurde 2011 vom Bundesamt für Strassen (ASTRA) und vom TCS ein neues Kompetenzzentrum für Elektromobilität geschaffen.
Die Geschäftsstelle des «Schweizer Forum Elektromobilität» wird durch die Mobilitätsakademie geführt. Ziel des Kompetenzzentrums ist es, allen Akteuren und Interessensgruppen praktische Entscheidungshilfen beim Eintritt in den Elektromobilitätsmarkt zu bieten.