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Die Russin Galina Ustwolskaja (1919–2006) ist heute eine der meistgespielten Komponistinnen der Gegenwart. Vor dem Mauerfall jedoch, vor 1989, lebte sie zurückgezogen in Leningrad (heute wieder St. Petersburg) und galt als «strenge Stimme aus dem schwarzen Loch».
Sie akzeptierte in ihrem Werk lediglich 25 Stücke, darunter sechs Klaviersonaten. Diese sind im Zeitraum zwischen 1947 und 1988 entstanden und spiegeln ein Musikverständnis, das sich abseits von Normen und Strömungen entwickelte.
«Einsamkeit ist das Beste. Weil ich dort zu mir selbst finde, und das gibt mir eigentlich das Leben.» Ustwolskaja lag es fern, mit der Einsamkeit zu kokettieren. Sie überlebte in der russischen Diktatur, weil sie sich als Person versteckte.
Bis ihre Werke gespielt und gedruckt wurden, musste sie jeweils über 20 Jahre warten. Das änderte sich erst, als nach dem Mauerfall Neuausgaben bei Sikorski in Hamburg erscheinen konnten.
Corinne Holtz rückt in der Reihe «Klassiker der Moderne» die 5. Klaviersonate ins Licht. Gast ist der Komponist und Ustwolskaja-Kenner Edu Haubensak.