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Zuerst kümmern wir uns direkt mal um das Wichtigste: die korrekte Aussprache dieser exotischen Beere. Da ihre Herkunft im Amazonasgebiet Südamerikas beheimatet ist, entspringt ihr Name der portugiesischen Sprache. Und so wird sie hierzulande ausgesprochen: A-ssa-i, Ah-sah-ii oder aber auch gerne Assa-i. Die deutsche Schreibweise ‘Acai’ hat sich hier der Einfachheit halber durchgesetzt. Da wir dies geklärt hätten, wenden wir uns nun ihren anderen wissenswerten Eigenschaften zu.
Acai ist eine Frucht, die an der in Sumpfgebieten vorkommenden Açaizeiro-Palme (botanischer Name ‘Euterpe oleracea’, dt.: ‘Kohlpalme’) wächst. Diese erreicht eine Höhe von etwa 20 bis 30 Metern und wird für die Gewinnung der Palmherzen und deren Früchte angebaut. Von Panama bis Brasilien kann die Palme vorkommen, in grossen Beständen findet man sie vor allem in Letzterem, wo sie in der Nähe von Flüssen und vor allem in Küstengebieten und in Meeresnähe verbreitet ist.
Bevor die Acai-Beere zur Trendfrucht und es damit in die Familie der ‘Superfoods’ schaffte, war sie in der südamerikanischen Bevölkerung schon lange ein fester Bestandteil der Grundnahrungsmittel. Dort werden die Beeren und die Palmherzen gerne verzehrt. Die Acai-Beeren bestehen zu 90% aus einem nicht essbaren Kern. Die restliche Frucht aber hat es wahrlich in sich, dazu kommen wir gleich noch.
In den USA und in Europa werden fast ausschliesslich die Acai-Beeren verwertet. Da diese nach der Ernte jedoch nur etwa 36 Stunden essbar sind, ist der Verzehr von frischen Früchten für uns aufgrund des langen Transportweges ausgeschlossen. Hierzulande bekommt man die Beeren daher nur in bereits verarbeiteter Form: getrocknet, als Saft, Pulver oder in Kapselform.
Was genau ist jetzt aber so super an der Acai-Beere, dass sie weltweit so gehypt wird? Da wäre zum Beispiel mal ihr hoher Fettanteil, der sie zu einem wertvollen Energielieferanten macht, ähnlich einer Avocado oder einer Handvoll Nüsse. Allerdings ist sie mit 200 Kalorien auf 100 G für eine Frucht ziemlich kalorienreich. Zum direkten Vergleich: In der gleichen Menge Heidelbeeren stecken im Schnitt nur gerade mal 36 Kalorien. Bemerkenswert dafür ist hingegen ihr hoher Anteil an Calzium. Mit den gleichen 100 Gramm (enthalten rund 133-309 mg Calzium) lassen sich damit nämlich bereits ein Drittel des Tagesbedarfs decken. Die kleine Super-Beere enthält u. a. Mineralien, wie Eisen, Magnesium, Natrium, Phosphor, Zink, Kupfer und Kalium, die für verschiedene Stoffwechselprozesse relevant sind. Sie enthält eine vergleichsweise geringe Menge an Kohlenhydrate (4 g/100g). Ein Apfel wartet seinerseits mit der drei- bis vierfachen Menge davon auf! Somit ist die Acai eine sehr zuckerarme Frucht.
Die natürlichen Farbstoffe der Acai-Beere wirken als Antioxidantien, die freie Radikale fangen und so die Erneuerung der Körperzellen fördern. Darüber hinaus deutet vieles darauf hin, dass der Verzehr das Immunsystem, das Herz-Kreislauf-System, sowie den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen und den Blutzuckerspiegel stabilisieren kann.
In der Kosmetikindustrie wird vor allem das Acai Öl verwendet. Allerdings findet man im wissenschaftlichen oder medizinischen Bereich noch kaum Belege für mögliche Einsatzgebiete. Als exotisches Genussmittel, zur Stärkung oder zur Verwendung in der Gastronomie spricht nichts gegen die Einnahme.
Diese vielversprechenden Informationen scheinen ihrem ursprünglichen Namen ‘die Frucht, die weint‘ doch überhaupt nicht gerecht zu werden?
Der Ursprung geht auf die südamerikanische Tupi-Sprache zurück und erzählt wird die Legende so:
Ein Stamm, der schrecklichen Hunger litt, sah sich genötigt, jedes Neugeborene so lange dem Gott Tupna zu opfern, bis sie wieder ausreichend Nahrung zur Verfügung hätten. Die schwangere Tochter des Stammeshäuptlings, Iaca mit Namen, litt schon längere Zeit an tiefer Traurigkeit, da sie auch ihr Kind würde opfern müssen. Eines Nachts hörte Iaca das Weinen eines Kindes. Sie folgte der Stimme, die sie zu einer Acai-Palme führte. Dadurch entdeckte sie die bisher unbekannten, nährstoffreichen Acai-Beeren, welche das Hungerproblem des Stammes lösen konnten. Auch die Neugeborenen blieben von nun an verschont. Allerdings wurde sie selbst tot aufgefunden, weswegen der Häuptling die Palme auf den Namen seiner Tochter, nur rückwärts gesprochen, A-c-a-i taufte.
Noch heute fühlen sich viele Einwohner mit dem Schicksal der unglücklichen Mutter tief verbunden und sprechen deshalb von der Acai Frucht, die weint.