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Die Vielfalt des Lebens
Biodiversität ist die Vielfalt des Lebens. Neben der Vielfalt der Arten umfasst sie weitere Aspekte:
- Häufigkeit und Verbreitung einer Art: Wenn es nur noch relativ wenige Exemplare einer Art gibt oder diese an voneinander getrennten Standorten leben, ist das Überleben der Art besonders gefährdet.
- genetische Vielfalt: Verschiedene Varianten eines Gens bei den Individuen einer Art verbessern die Chancen des Nachwuchses in einer veränderten Umwelt.
- Vielfalt der Ökosysteme (gefährdet sind zum Beispiel Regenwälder, Korallenriffe, Moore)
- Funktionalität: Sie gibt Auskunft über die Frage, ob ein Ökosystem seine Funktionen ausüben kann. Zum Beispiel: Kann ein Boden (Selbstregeneration, Bodenfruchtbarkeit, Wasserreinigung, Aufrechterhaltung von Wasser- und Nährstoffkreisläufen, Schutz vor Erosion, etc. aufrecht erhalten? Die Beantwortung dieser Frage hängt nicht zuletzt mit der Stabilität eines Systems zusammen: Eine ausgestorbene Tier- oder Pflanzenart kann in gewissen Ökosystemen durch eine andere ersetzt werden, die die gleiche Funktion einnimmt. Dieses Ersetzen ist nicht in allen Systemen in gleichem Masse möglich.
Wie im Artikel Gesucht: Lebensraum beschrieben sind in der Schweiz viele Tier- und Pflanzenarten von Aussterben bedroht. Global betrachtet sieht die Situation kaum besser aus. Jeden Tag sterben weltweit ungefähr 130 Tier- und Pflanzenarten aus, schätzen die Vereinten Nationen in einem Bericht zur Artenvielfalt. Gründe sind:
- Zerstörung von Lebensräumen (flächenmässig sind besonders Wälder betroffen)
- Klimawandel
- Verbreitung von invasiven Neobioten (eingeschleppte Arten, die an einem andern als dem ursprünglichen Standort, die bisher vorhandene Flora und Fauna verdrängen)
- Übernutzung (z.B. durch Fischerei, Jagd)
- Umweltverschmutzung: Gifte, Plastik, CO2, und v.a. Stickstoff: Stammt aus Dünger oder Abgasen, gelangt mit Niederschlägen auf Wiesen und Wälder und düngt sie. Davon profitieren einige Pflanzenarten weit mehr als andere. Die Nutzniesser können die andern Arten verdrängen.
Links
Literatur
Elizabeth Kolbert: Das sechste Sterben. Aus dem Englischen von Ulrike Bischoff. Suhrkamp, Berlin; 2015.