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Eröffnung des Vernehmlassungsverfahrens zur Ausdehnung des Freizügigkeitsabkommens auf die neuen EU-Mitgliedstaaten
Medienmitteilungen, EJPD, 30.06.2004
Bern, 30. Juni 2004. Der Bundesrat hat heute beschlossen, das Vernehmlassungsverfahren über das Zusatzprotokoll zum Freizügigkeitsabkommen zu eröffnen. Die Vernehmlassung beginnt nach der Paraphierung am 2. Juli und dauert bis zum 17. September 2004.
Die Schweiz verlangte in diesen Verhandlungen, dass ihr ein Übergangsregime für den Zugang zum Arbeitsmarkt gewährt wird, welches gleichwertig ist wie jenes, das die EU gegenüber den Beitrittsländern vorsieht. Dieses Verhandlungsziel wurde vollumfänglich erreicht.
Im Zusatzprotokoll zum Freizügigkeitsabkommen ist eine Übergangsfrist festgehalten. Die Übergangsfrist für die Beibehaltung der arbeitsmarktlichen Beschränkungen (Inländervorrang, Lohnkontrolle und Kontingentierung) dauert bis zum Jahr 2011. Anschliessend gilt der freie Personenverkehr auch mit den neuen EU-Mitgliedstaaten. Die Schweiz hat aber auf Grund des Freizügigkeitsabkommens (1999) immer noch die Möglichkeit, bis im Jahre 2014 wieder Kontingente einzuführen, wenn die Einwanderung ein bestimmtes Mass überschreitet (spezielle Schutzklausel).
Auch im Bereich der Dienstleistungen kann die Schweiz wie Deutschland und Österreich während der Übergangsperiode Zulassungsbeschränkungen (Inländervorrang, Lohnkontrolle und Qualifikationen) in bestimmten Branchen aufrecht erhalten: so im Bauhaupt- und -nebengewerbe, Gartenbau, Reinigungsgewerbe, Schutz und Sicherheit.
Mit dem Inkrafttreten des Zusatzprotokolls zum Freizügigkeitsabkommen ist frühestens 2005 zu rechnen (nach der Ratifizierung durch das Parlament und einer allfälligen Referendumsabstimmung).