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In der Vorstadt zu Brugg liegt unten bei den Ziegelhütten ein kleines Haus hinten in einem Hofe, das einer fremden, im Auslande lebenden Herrschaft gehört. Es wird von einer Magd in Stand gehalten, die in einem Nebengebäude wohnt, alle Läden sind und bleiben geschlossen. Gleichwohl schaut hier zu einem bestimmten Fenster seit undenklichen Zeiten immer derselbe Mann herunter, so oft sich die Witterung ändern will. Er trägt dabei einen grauen Hut auf dem Kopfe. Dies ist der Günnä, von dem man nichts anderes weiß, als dass er ein Einwanderer gewesen ist, der sich hier angekauft und vielerlei Ungerechtes begangen haben soll. Alle Morgen muss ihm von der Magd, welcher er indessen niemals begegnet, das Bette frisch gemacht werden; dafür findet sie jedesmal drei Batzen nebenan auf dem Nachttischlein liegen. Es ist nunmehr jener Termin bald aus, bis auf welchen ihn die Kapuziner in sein Wohnhaus geschworen haben.
E. L. Rochholz, Schweizer Sagen aus dem Aargau, Band 2, Aarau 1856
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch.