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Die Frontotemporale Demenz ist eine seltene Form der Demenz. Sie ist auch unter dem Namen Morbus Pick oder Pick-Krankheit bekannt. Im Gegensatz zu weiter verbreiteten Formen der Demenz wird das Gedächtnis bei der frontotemporalen Demenz erst in einem weit fortgeschrittenen Stadium beeinträchtigt. Das Hauptsymptom ist ein auffälliges und unsoziales Verhalten.
Einteilung
Die Demenz beschreibt eine fortschreitende Abnahme der geistigen Fähigkeiten, die zur Beeinträchtigung der Alltagsfähigkeit führt. Besonders betroffen sind dabei Gedächtnis, Denkvermögen, Urteilskraft und Lernfähigkeit. Die Frontotemporale Demenz ist eine Untergruppe der Demenz.
Die Frontotemporale Demenz beschreibt eine Gruppe von Erkrankungen, die eine Veränderung des Sozialverhaltens, der Persönlichkeit und der sprachlichen Fertigkeiten hervorruft. Sie tritt in den meisten Fällen zwischen dem 45. und dem 60. Lebensjahr auf, weist aber eine grosse Spannbreite auf. Es wird angenommen, dass die Frontotemporale Demenz bei Frauen und Männern gleich häufig auftritt. Sie tritt familiär gehäuft auf, weswegen von einer genetischen Komponente ausgegangen wird.
Allgemeine Symptome
Bei der Frontotemporalen Demenz sterben Nervenzellen im Stirn- und Schläfenlappen ab. Als Folge davon verändert sich die Persönlichkeit wie auch das Sozialverhalten der betroffenen Personen. Dies zeigt sich in verschiedenen Bereichen. Einerseits fallen Betroffene durch ein unkonzentriertes, sorgloses Verhalten auf. Sie wirken oft oberflächlich und unbedacht. Zudem haben Betroffene zunehmend Schwierigkeiten mit abstraktem Denken. Es fällt ihnen schwer, ihre Aufmerksamkeit zu fokussieren, und sie werden leicht abgelenkt. Betroffene erinnern sich nicht an Dinge, die ihnen kürzlich gesagt wurden. Ausserdem zeigen sie Schwierigkeiten, Handlungsabläufe in die richtige Reihenfolge zu bringen. Sie sind jedoch zur Zeit, dem Datum und dem Ort orientiert und anfänglich noch gut in der Lage, ihren Alltag zu bewältigen. Dies obwohl betroffene Personen ihre Pflichten zu vernachlässigen beginnen und immer weniger Interesse an ihrer Familie und ihren Hobbies zeigen. Sie werden als teilnahmslos, antriebslos oder gar apathisch erlebt. Besonders schwierig ist die fehlende Krankheitseinsicht der betroffenen Personen. Sie halten sich selbst in den meisten Fällen für völlig gesund und können die beschriebene Problematik nicht erkennen. Im fortgeschrittenen Stadium treten Gedächtnisstörungen auf. Die Gedächtnisstörungen sind jedoch bei weitem nicht so schwerwiegend wie bei einer Alzheimer-Erkrankung. Zudem kommt es zur Inkontinenz. Weiter wurde auch von neurologischen Symptomen, ähnlich der Parkinson-Krankheit, berichtet, wie zum Beispiel Gangstörungen oder Bewegungsstörungen. Die Erkrankung kann die Muskeln, vor allem im Hals- und Kopfbereich, angreifen. Dies erschwert das Schlucken, Kauen und Sprechen. In schweren Fällen kann es passieren, dass Betroffene Essensreste einatmen und eine Aspirationspneumonie entwickeln. Letztendlich führt die Erkrankung zur völligen Pflegebedürftigkeit. Die Länge und Entwicklung des Verlaufs unterscheidet sich je nach Patient.
Symptome des Sozialverhaltens
Ein Hauptsymptom der Frontotemporalen Demenz bezieht sich auf das Sozialverhalten der betroffenen Personen. Betroffene zeigen zunehmend ein taktloses Verhalten ihren Mitmenschen gegenüber sowie eine erhöhte Reizbarkeit bis hin zur Aggressivität. Das Verhalten resultiert oft in der Verletzung sozialer Normen. Dies rührt daher, dass die Bereiche des Gehirns, die für die Hemmung zuständig sind, abgebaut werden. Es kommt zu impulsivem und teilweise zwanghaftem Verhalten. Es kann vorkommen, dass Betroffene plötzlich seltsame Rituale oder sich ständig wiederholende Verhaltensweisen beginnen. Zudem kann es passieren, dass Betroffene beginnen sich obszön auszudrücken und unangebrachtes sexuelles Verhalten entwickeln. Ein weiteres Merkmal kann ein neu auftretender Heisshunger und eine Vorliebe für bestimmte Lebensmittel sein. Weiter macht sich oft eine Vernachlässigung der eigenen Körperhygiene bemerkbar.
Symptome der Sprache
Ein weiteres Symptom der Frontotemporalen Demenz sind Sprachprobleme. Diese können sich zum Beispiel in Wortfindungsschwierigkeiten äussern. Gewissen Betroffenen fällt das Verständnis oder die Verwendung von Sprache schwer. Andere haben Schwierigkeiten, Sprechbewegungen auszuführen. Bei einigen Betroffenen treten fast ausschliesslich Sprachprobleme als Symptom der Frontotemporalen Demenz auf, andere hingegen zeigen schon früh eine Vielzahl an Symptomen. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankungen sprechen Betroffene zunehmend weniger oder wiederholen sich andauernd. In der Endphase hören betroffene Personen vollständig auf zu sprechen.