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Was bedeutet eigentlich «Aromatherapie»? Der erste Teil des Wortes steht für angenehme Düfte, der zweite für eine medizinische Behandlung. Es geht also um mehr als nur um Vergnügen. Schauen wir uns diese seriöse Seite einmal genauer an!
Eine kurze Geschichte
Jahrtausendealte Spuren von Destillationen und Extraktionen finden sich auch in China und Indien, der Einsatz von ätherischen Ölen konnte aber mit Sicherheit erstmals für das alte Ägypten nachgewiesen werden.
Gegen Ende des 19. Jahrhundertsbelegte dann die Wissenschaft, dass ätherische Öle Bakterien neutralisieren können. Die moderne Aromatherapie geht auf das Jahr 1928 zurück, als der Chemiker René Maurice Gattefossé den Begriff erstmals verwendete. Die Legende besagt, dass Gattefossé 1910 starke Verbrennungen an den Händen erlitt und diese erfolgreich mit ätherischem Lavendelöl behandelte, nachdem herkömmliche Medikamente versagt hatten.
Die ätherischen Öle, die wichtigsten Bestandteile der Aromatherapie, werden durch eine Wasserdampfdestillation, Kaltpressung, Mazeration oder Extraktion mit Kohlendioxid gewonnen. Bei Blüten, die die Hitze nicht gut vertragen, wie Veilchen oder Jasmin, wird auch die Enfleurage-Technik angewendet. Der relativ hohe Preis der Öle ist gerechtfertigt, denn für ihre Gewinnung ist eine grosse Menge an Pflanzen notwendig, z. B. für einen Liter ätherisches Öl 3 Tonnen Rosenblüten, 100 kg Lavendelblüten oder 7 kg Nelken!
Zahlreiche Vorzüge
Ätherische Öle besitzen zahlreiche wertvolle Qualitäten: Sie wirken desinfizierend, wundheilend, entzündungshemmend, antirheumatisch, immunstimulierend, entspannend usw. Viele ätherische Öle enthalten mehrere Moleküle und deshalb vielfältige Qualitäten. Ein Beispiel ist ätherisches Lavendelöl, das gleichzeitig wundheilend, antibakteriell, angstlösend und entspannend wirkt.
Diese wertvollen Öle werden selten pur angewendet. Sie können entweder eingenommen, auf die Haut oder Schleimhaut aufgetragen, dem Badewasser beigegeben, inhaliert oder zur Verdunstung in die Raumluft gegeben werden. Sie können verdünnt oder auf verschiedene Trägerstoffe aufgetragen werden: eine neutrale Tablette, ein Massageöl, Kosmetika oder einen Zerstäuber.
Auch wenn es sich um natürliche Substanzen handelt, ist im Umgang mit ätherischen Ölen Vorsicht geboten, und die Herstellung von Produkten, die solche Öle enthalten, verlangt ganz spezifisches Know-how. Tatsächlich ist der Rat von medizinischen Fachpersonen, z.B. Apothekern, ist unerlässlich für eine wirksame und sichere Anwendung von ätherischen Ölen.