Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03407.jsonl.gz/1439

Trotzdem hat sich das Wohlbefinden der Bevölkerung auch hierzulande markant verschlechtert: Mehr als ein Viertel der befragten Schweizerinnen und Schweizer gab an, dass ihre mentale Gesundheit während der Corona-Pandemie gelitten habe. Die Zahl der Personen, die ihre psychische Verfassung als schlecht bezeichnen, hat sich während Corona mehr als verdoppelt. Betroffen sind vor allem jüngere Personen.
Welche Auswirkungen hat die Corona-bedingte Ausnahmesituation auf die mentale Gesundheit unserer Bevölkerung? Dieser Frage ging eine paneuropäische Studie der AXA in sieben Ländern nach, bei der auch mehr als 1000 Schweizerinnen und Schweizer befragt worden sind und deren Ergebnisse anlässlich des «World Mental Health Day» europaweit veröffentlicht werden.
Die Studie zeigt: Die Schweizerinnen und Schweizer kamen besser durch die Krise als andere Menschen in Europa, was ihre mentale Gesundheit angeht. Jede zweite befragte Person gab an, sich zum Befragungszeitpunkt im Juni in einem guten oder sehr guten mentalen Zustand befunden zu haben. Damit schnitt die Schweiz im Vergleich zu den anderen untersuchten Ländern am besten ab. Zudem sind die Schweizerinnen und Schweizer zuversichtlicher als ihre europäischen Nachbarn: 84 % der Befragten in der Schweiz stehen der Zukunft trotz Corona positiv gegenüber, in den übrigen europäischen Ländern sagten dies 73 %.
Trotzdem steht fest: Das Wohlbefinden der Bevölkerung hat sich im Zuge der Corona-Pandemie auch in der Schweiz markant verschlechtert. Mehr als ein Viertel der Befragten gab an, dass sich ihre mentale Gesundheit während der Corona-Pandemie verschlechtert hat, und die Zahl der Personen, die ihre psychische Verfassung als schlecht bezeichnen, hat sich von 6 % vor Corona auf 15 % während Corona mehr als verdoppelt.
Corona hat vor allem den Jüngeren zugesetzt
Auffällig ist, dass die Corona-Situation Personen ab 65 Jahren deutlich weniger belastet hat als jüngere. Rund 23 % der 18–24-Jährigen gab im Juni an, sich während Corona in einem schlechten oder sehr schlechten mentalen Zustand befunden zu haben, während dies bei der Altersgruppe von 65–79 Jahren nur knapp 6 % sagten.
Dies dürfte insbesondere an den Herausforderungen in Zusammenhang mit Ausbildung, Studium, Arbeitssituation im Homeoffice, Kinderbetreuung und Home Schooling sowie einem allfälligen Arbeitsplatzverlust oder Kurzarbeit liegen, wovon die Jüngeren deutlich stärker betroffen waren. Mehr als die Hälfte der Befragten gab zudem an, dass der Stress am Arbeitsplatz durch die Corona-Situation zugenommen habe.
Demgegenüber gibt es auch Personen, die weniger Stress erlebten und die Corona-Krise nicht als belastend empfanden. So sagten beispielsweise 13 % der 35- bis 44-Jährigen, dass sich ihr mentales Wohlbefinden durch die Corona-Situation sogar verbessert habe.
Insgesamt hat die mentale Belastung im Zuge der Corona-Pandemie für weite Teile der Bevölkerung aber deutlich zugenommen. Gleichzeitig zeigt sich, dass psychische Belastungen nicht erst seit Corona ein gesellschaftlich ernst zu nehmendes Thema sind. Über ein Drittel (36 %) der befragten Schweizerinnen und Schweizer gab an, schon vor Corona psychische Gesundheitsprobleme gehabt zu haben, wobei Frauen etwas stärker betroffen sind als Männer. Rund 80 % aller Befragten wüssten zwar, wo sie sich professionelle Hilfe holen könnten, doch glauben mehr als 40 % der Befragten nicht, dass sie sich eine adäquate psychologische Behandlung leisten können.
Zusammenarbeit mit Pro Mente Sana für mehr Aufklärung und Prävention
Die AXA will vermehrt zur Aufklärung und Prävention rund um die psychische Gesundheit der Schweizer Bevölkerung beitragen und leicht zugängliche Angebote entwickeln.
Auch KMU will die AXA im Bereich Mitarbeitergesundheit künftig vermehrt unterstützen, da krankheitsbedingte Ausfälle besonders kleinere Unternehmen oftmals vor zusätzliche Herausforderungen stellen. Im Zuge dieser Bestrebungen ist die AXA eine Partnerschaft mit der Stiftung Pro Mente Sana eingegangen. Die Stiftung engagiert sich seit 1978 für die psychische Gesundheit in der Schweiz.
Thomas Gerber, Leiter Vorsorge der AXA Schweiz: «In der Schweiz leidet jede fünfte Person mindestens einmal in ihrem Leben an einer psychischen Erkrankung. Psychische Probleme wie Burn-out, Depressionen oder Angstzustände werden in unserer Gesellschaft aber nach wie vor stigmatisiert, obwohl es Lösungswege und erfolgreiche Therapien gibt. Auch im Arbeitsumfeld kommt es immer öfter zu psychisch bedingten Krankheitsausfällen. Wir wollen gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern dafür sorgen, dass psychische Erkrankungen kein Tabu-Thema mehr sind und Betroffene und ihre Angehörigen rechtzeitig die Unterstützung bekommen, die sie benötigen.»