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Wer nach Spuren der Erinnerung an Jakob Ruf sucht, stösst auf Kuriositäten (mehr dazu in Hildegard E. Keller, Einleitung, Fünfter Band, S. 11-17). Sein Name erschien gemeinsam mit dem Holzschnittkünstler Heinrich Vogtherr in einem Ketzerkatalog der katholischen Kirche. Fälschlicherweise hielt man Ruf für den Erfinder der Geburtszange. Der bekannte Pariser Anatom Croissant de Garengeot (1688-1759) behauptete 1742, nicht William Harvey, sondern Jakob Ruf sei der Entdecker des Blutkreislaufs – eine Entdeckung notabene, die als eine der bedeutendsten in der ganzen Geschichte der Medizin gilt. Der Berner Arzt und Gelehrte Albrecht von Haller (1708-1777) korrigierte, Ruf habe im Trostbüchlein lediglich vom zirkulierenden Lebensgeist, nicht aber von Flüssigkeiten und Herzkontraktionen gesprochen.
Gelehrte Ärzte in Europa setzten sich seit dem ausgehenden 16. Jahrhundert mit Rufs deutschen und lateinischen Schriften auseinander. Die Rezeption seiner Werke wurde in Jakob Ruf. Leben, Werk und Studien rekonstruiert. Darunter sind kleine Werke wie die Fischsprüche, die später im Fischbuch von Gregor Mangolt, das Konrad Gessner ohne Wissen des Autors in Druck gegeben hatte. Darunter ist aber auch das Trostbüchlein, mit dem Ruf die Zürcher Hebammenausbildung reformierte. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Rufs Monster- bzw. Wundergeburtensammlung, rezipiert von Ambroise Paré und andern rezipiert (vgl. Editionseinleitung und -kommentar im Vierten Band), die Embryologie in Text und Bild und die Pragmatik des Berufs-Lehrbuchs für Frauen.