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«Wann soll ich meinen Arbeitgeber über die Schwangerschaft informieren»?
Sie haben das Recht, die Schwangerschaft zu verschweigen. Aus gesundheitlichen Gründen für Mutter und Kind ist es aber ratsam, wenn Sie den Arbeitgeber/die Arbeitgeberin frühzeitig über die Schwangerschaft informieren, damit der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin auf Ihre Gesundheit und die Ihres Kindes Rücksicht nehmen kann. Wenn Sie die Arbeit nicht mehr wie gewohnt ausführen können, bzw. die Gesundheit von Mutter und Kind gefährdet ist, müssen Sie Ihren Arbeitgeber/Ihre Arbeitgeberin über die Schwangerschaft informieren.
«Erhalte ich Mutterschaftsentschädigung, auch wenn ich nicht mehr arbeite»?
Eine angestellte Frau erhält gemäss Gesetz (EOG) während 14 Wochen nach der Geburt Mutterschaftsentschädigung. Möchte sie danach nicht mehr arbeiten, kann sie den Vertrag durch Kündigung auflösen. Aber Achtung: Löst sie den Vertrag auf ein Datum vor der Niederkunft auf, bedeutet dies, dass die Arbeitnehmerin ihre Ansprüche auf Erwerbsausfallentschädigung bei Mutterschaft verliert. Sie behält ihre Ansprüche nur, wenn der Vertrag auf ein Datum nach der Niederkunft aufgelöst wird.
«Ich möchte nach der Geburt mit reduziertem Arbeitspensum erwerbstätig bleiben. Wie gehe ich vor»?
Nach der Geburt und nach dem Bezug des Mutterschaftsurlaubs läuft das Arbeitsverhältnis im gleichen Umfang weiter wie vor der Geburt. Möchte die Frau nach der Geburt ihr Arbeitspensum reduzieren, besteht keine rechtliche Verpflichtung seitens des Arbeitgebers/der Arbeitgeberin, diesem Wunsch nachzukommen. Wenn ein Teilzeitpensum angestrebt wird, bedeutet dies eine Vertragsänderung. Kommt der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin der Frau nicht entgegen, bleibt ihr nichts anderes übrig, als entweder den geltenden Vertrag weiterhin einzuhalten oder zu kündigen. Frauen, die nach dem Mutterschaftsurlaub zu veränderten Bedingungen weiterarbeiten wollen, sollten deshalb frühzeitig mit dem Arbeitgeber/der Arbeitgeberin das Gespräch suchen. Wir empfehlen, eine schriftliche Vereinbarung mit folgenden Angaben zu treffen: Zeitpunkt der Wiederaufnahme der Arbeit, neues Pensum, Lohn und Aufgabenbereich.
«Wie lange dauert der Mutterschaftsurlaub und welche finanziellen Leistungen erhalte ich»?
Nach der Geburt haben Sie Anspruch auf mindestens 14 Wochen bzw. 98 Tage Mutterschaftsurlaub. Während des Mutterschaftsurlaubes haben Sie Anspruch auf 80% des Lohnes in Form von Taggeldern. Die Entschädigung ist begrenzt auf max. CHF 196.00 pro Tag während 14 Wochen.
Beachten Sie, dass ein unbezahlter Urlaub vor der Geburt die Höhe der Mutterschaftsentschädigung negativ beeinflussen kann. Zudem kann in Ausnahmefällen der maximale Tageshöchstsatz abweichen. Dies ist der Fall, wenn bei der Geburt des Kindes ein Anspruch auf Taggelder der Arbeitslosen-, der Invaliden-, der Unfall- oder der Militärversicherung bestanden hat.
«Wir sind noch in der Ausbildung. Wie kommen wir mit dem Kind finanziell über die Runden»?
Gemäss dem bündnerischen Gesetz können Mütter oder Väter mit geringem Einkommen, die ihr Kind persönlich betreuen möchten, Mutterschaftsbeiträge (voraussichtlich noch bis Ende 2020) beantragen. Mutterschaftsbeiträge werden in der Regel für zehn Monate nach der Geburt ausgerichtet. Die regionalen Sozialdienste sind für die Anmeldung von Mutterschaftsbeiträgen zuständig. Mutterschaftsbeiträge sind nicht rückzahlungspflichtig.
«Wer entscheidet, welche vorgeburtlichen Tests in der Schwangerschaft vorgenommen werden»?
Vorgeburtliche Untersuchungen sind freiwillig. Jede Frau/jedes Paar kann selber entscheiden, ob und in welchem Umfang sie sich solchen Tests unterziehen wollen. Viele Tests werden heute jedoch routinemässig angeboten. Es ist hilfreich, wenn sich die Frau darüber klar wird, welche Entscheidungen oder Konsequenzen ein «auffälliges» Ergebnis nach sich ziehen würde, bevor sie ihre Entscheidung für oder gegen die pränatale Diagnostik fällt.
Diese Fragen können Schwangere und ihre Partner sehr belasten. Nur wenn Eltern genau wissen, was durch vorgeburtliche Untersuchungen auf sie zukommen kann, können sie auch eine eigenverantwortliche Entscheidung für oder gegen diese Diagnostik treffen. Keine Untersuchung kann eine Garantie geben, dass ein Kind ohne Beeinträchtigung auf die Welt kommen wird. Eine neutrale Beratung kann in dieser Entscheidungsfindung hilfreich sein.
«Nach dem Ersttrimester-Test ist die Nackenfalte auffällig und mein Arzt vertröstet mich auf weitere spätere Tests. Ich halte diese Ungewissheit nicht aus».
Dieser auffällige Wert kann eine Frau verunsichern und manchmal fühlt sie sich damit überfordert. Das ist verständlich. Eine auffällige Nackenfalte ist eine theoretische Berechnung von möglichen Risiken. Mehr Klarheit können leider nur spätere Tests geben. Das weitere Vorgehen und ob Sie weitere Untersuchungen möchten entscheiden Sie als werdende Eltern mit dem betreuenden Arzt gemeinsam. Eine psychosoziale Beratung bei der Fachstelle Adebar kann die medizinische Betreuung sinnvoll ergänzen.
«Ich möchte mit einem Gen-Test klären, ob mein Kind gesund ist. Meine Ärztin sagt, dass ich dies selber bezahlen muss».
Die Kosten der invasiven vorgeburtlichen Untersuchung werden von der Krankenkasse übernommen, wenn: