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Gestern erhielt ich von einem Musikkollegen aus Illgau SZ elektronische Post. Darin enthalten war unter anderem folgendes:
Der besagte Kollege schrieb dazu in der Email:
„Am Samstag, 28.09.2013 stellen wir in Illgau unsere „John Doe Band“ vor. Natürlich freuen wir uns über interessierte Besucher und über jegliche Unterstützung 😉
Und natürlich darf das auch gerne weitergesagt werden.“
Mich machte heute Morgen der Begriff John Doe Band neugierig. Deshalb gab ich den Namen „John Doe“ bei Wikipedia ein. Dort wurde ich dann relativ rasch aufgeklärt:
„John Doe, weibliche Form: Jane Doe, ist ein englischer Platzhaltername für fiktive oder nicht identifizierte Personen. John war lange Zeit der häufigste englische Männername. „Doe“ bezeichnet eine Hirschkuh. Der Begriff ist vor allem in den USA gebräuchlich.“
John Doe ist in den USA also so etwas wie ein Pseudonym, wie etwa bei uns der „Heiri Müller“.
Als Herleitung meint Wikipdedia weiter:
„Der Begriff John Doe wurde spätestens seit dem 17. Jahrhundert von englischen Gerichten zur Bezeichnung fiktiver Parteien im Rahmen der sog. action of ejectment verwendet.“
Nun bin ich, und hoffentlich auch ihr, viel schlauer. Getreu dem Motto, man hat sowieso nie ausgelernt.
Stutzig machte mich zudem der Hinweis in der oben erwähnten Email: … unsere „John Doe Band“ …
Das heisst nach Adam Riese, dass es also noch weitere „John Doe Bands“ geben muss.
Deshalb ging ich kurzerhand auch auf YOUTUBE, und gab dort den Begriff „John Doe Band“ ein.
Und tatsächlich:
Eine italienische Band, mit einer sehr eigenwilligen Interpretation. Etwas gewöhnungsbedürftig.
Oder „John Doe“ als Solokünstler:
Desweiteren habe ich im WörldWeidWeb eine John Doe Band in Deutschland gefunden.
Als Pendant dazu gibt es bei uns in der Schweiz nun die Illgauer John Doe Band.
Übrigens: Es gibt aber auch eine „Heiri Müller Band„. Der ehemalige Tagesschausprecher heisst tatsächlich so und liegt mit John Doe alias Heiri Müller auf einer (Namens-)Linie.
Nur ist Heiri (oder Heinrich) Müller in diesem Fall nicht ein Pseudonym. Trotzdem kann Heiri Müller auch als „Platzhaltername für fiktive oder nicht identifizierte Personen“ verwendet werden.
Nun habe ich den Bandnamen und seine Bedeutung recherchiert und kann gut vorbereitet die Premiere der vier Illgauer Musiker erleben. Den Termin habe ich mir jedenfalls notiert, und möchte mir diesen interessant anzuhörenden Musikstil „Folk’n’Roll“ nicht entgehen lassen.
Diese Musikkombination lässt jedenfalls auf coolen Sound hoffen: Folk meets Rock’n’Roll.
Folk’n’Roll ist nicht Country, wahrscheinlich aber auch nicht weit davon entfernt. Folk’n’Roll ist auch nicht Delta-Blues, enthält aber ganz sicher auch typische Elemente davon.
Das antiquieriert anmutende John Doe Band-Foto und das dazugehörige Plakat inspiriert Auge und Geist dazu, in eine längst vergangene Zeitepoche in der US-Musikgeschichte zurück zu gehen. Man riecht förmlich das frisch geschlagene Holz und den Kuhmist der hart arbeitenden Mannen, welche in der Freizeit sich bei Musik und Bier erholen.
Es ist immer wieder interessant, wie man mit einem Bild und Geschriebenem Assoziationen herstellen kann. In diesem Fall stelle ich mir eine Verbindung vor, welche zurückgeht zu der Einwanderung von irischen Siedlern. Welche untertags eine Existenz aufbauten und am Abend am Lagerfeuer oder in Gasstuben ihrer Musik, dem Irish Folk, frönten. Daher auch das Folk beim Folk’n’Roll.
Irgendwie verfügt die amerikanische (Einwanderungs-)Geschichte mit seinen verschiedenen Epochen auch meist über ein ihr eigener Musikstil. Auch wenn für mich die USA nicht unbedingt ein Vorbild an Demokratie und Gesellschaft ist, so schätze ich doch ihre Musikgeschichte. Denn die ist einzigartig und darf wohl als die (!) Basis der populären Musikkultur bezeichnet werden.
Der Folk’n’Roll der Illgauer John Doe Band stammt demzufolge auch irgendwie aus der bunten Musikgeschichte der USA.
feldwaldwiesenblogger