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Das bestehende Wasserkraftwerk Ritom, welches im Besitz der Schweizerischen Bundesbahnen AG (SBB) ist, nutzt seit 1920 die Fallhöhe von über 800 m zwischen dem Ritomsee und und dem Krafthaus Piotta. Die Anlage besteht im Wesentlichen aus einer Fassung, einem Druckstollen (L = 900 m, D = 1.7 m), einem Wasserschloss und 2 Druckleitungen (L=1400 m, D = 1.10 m) bis zur Zentrale, in welcher 4 horizontal-achsige Pelton-Turbineneinheiten mit einer gesamten Nennleistung von 40 MW untergebracht sind.
Der Ablauf der Konzession im Jahr 2005, das Alter und die Abnutzung der elektromechanischen Anlagen sowie die beständige Nachfrage nach Strom veranlassten die SBB, verschiedene Möglichkeiten der Erneuerung und Erweiterung der Anlage zu erarbeiten.
Das neue Projekt sieht eine Erweiterung der Anlage vor, indem die bestehende Turbinengruppe durch eine neue, leistungsstärkere Gruppe ersetzt werden soll (2 Pelton Turbinen mit je 60 MW Leistung, Q = 2 x 8.5 m³/s) welche in einem neuen Gebäude neben dem Kraftwerk Stalvedro der Azienda Elettrica Ticinese (AET) untergebracht werden. Zusätzlich wird eine 60 MW Pumpeinheit (Q = 7.8 m³/s) installiert um einen Pumpspeicherbetrieb der Anlage zu ermöglichen. Das bestehende Triebwassersystem wird aufgegeben und das Wasser wird den Maschinen durch einen neuen unterirdischen Druckstollen (L = 2 km, Q = 20 m³/s) zugeleitet. Unterstrom der Zentrale befindet sich ein Ausgleichsbecken, welches die Auswirkungen der durch den Pumpspeicherbetrieb diskontinuierlichen Abflüsse in den Fluss Ticino verringern soll.
Das Projekt umfasst ebenfalls eine Reihe von Ausgleichs- und Aufwertungsarbeiten hinsichtlich Ökologie und Umwelt in der Region Piora und entlang des Flusses Ticino. Das Ausführungsprojekt unter gemeinsamer Bauherrschaft von SBB und AET (Ritom SA) soll Ende 2019 beginnen.