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Seit der Veröffentlichung seines Album-Debuts «Irony Is» (Novamute, 2001) hat sich für Wajid Yaseen, den in Manchester aufgewachsenen Sohn pakistanischer Einwanderer, einiges getan. Es scheint, als ob für den Hyperaktivisten die schnelllebige Zeit der Strom ist, gegen den er, wie ein Fisch im Wasser, am liebsten anschwimmt.
Auf seiner Website entschuldigt er sich jedenfalls dafür, dass er Ereignisse, in die er involviert ist, jeweils erst kommentiert wenn sie vorbei sind, statt vorher darauf aufmerksam zu machen, und dass all die Arbeiten, die er für Performances, Videoinstallationen und Ausstellungen gemacht hat, wohl nicht in der richtigen Reihenfolge aufgeführt sind, da er schlicht nicht mehr weiss, wann er was gemacht hat.
Nun, fest steht, dass er als Bassist von Fun’da’mental die übereinstimmenden Vibes mit Frontmann The Scalper zum Anlass nahm, mit diesem 2nd Gen zu gründen, dass er inzwischen auch das als Ambient beschriebene Projekt Uniform auf dem Ad Noiseam-Label in Berlin gestartet hat, und dass er neu mit Dirthole eine waschechte Punkband frontet, in welcher Leute von Project Dark, Headbutt, Tindersticks und Germseed beteiligt sind, ein Projekt mit drei Schlagzeugen.
Daneben ist er zur Zeit dabei, mit der Choreografin Gail Sneddon, mit welcher er schon für viele Projekte zusammengearbeitet hat, das Stück «Project Dog Ear», in welchem es um einen Menschen geht, dem in irgendeinem Keller von einer wissenschaftlichen Sekte das Gehör eines Hundes eingepflanzt wird, so dass er für den Menschen ungewohnte, unerträgliche Frequenzen wahrnimmt, zu einem Film zu machen.
Als wäre das alles nicht schon kaum zu bündeln, ist er zudem als Produzent tätig, unter anderen auch für das Solo-Debut von The Scalper und Werke der israelischen Multimedia-Künstlerin Meira Asher.
Dann ist Ende letzten Jahres auch das zweite 2nd Gen-Album «Flickknives» auf Quatermass erschienen. Hat er die Stimm-Parts für «Irony Is», zu dessen Produktion er sich die Kumpels von Dälek ins Studio geholt hatte, selbst übernommen, arbeitet er hier mit einer Vokalistin, und konzentriert sich voll auf die Musik.
Das Resultat ist eine mehrschichtig durchdrungene Stilvielfalt, in welcher der harte, düstere Industrial-Hardcore-Hip Hop des Debuts noch Platz hat, aber auch aufgefächert wird in ein breites Spektrum an Einflüssen die zur Geltung kommen, wie orientalische und asiatische Musik und Soundtracks, welche zwar den Aggressionspegel und den Lärmfaktor des Ganzen senken, dabei aber Texte von nicht weniger bitterer Ironie und ätzender Zeit-Analyse untermalend.
Live arbeitet er zudem zur Zeit wieder, wie am Anfang, mit The Scalper als Vokalisten zusammen, mit welchem er auch für dieses Konzert nach Bern kommt.
Als wäre ein exklusives Konzert von 2nd Gen, in der neuen alten Besetzung mit The Scalper zum ersten Mal in Bern, nicht schon obere Etage, gibt sich darüberhinaus noch, was anlässlich der Taufe ihres Debut-Albums «Panic Drives Human Herds» auf Alec Empire’s Digital Hardcore-Label in London stattfand:
Panic DHH und 2nd Gen werden an diesem Abend die Bühne teilen, und das Konzert, das wir schon am 9. Mai angekündet hatten, und welches wegen einer Autopanne abgesagt werden musste, wird endlich stattfinden!
Panic DHH, wohl nach einer Gedichtzeile von Jenny Holzer benannt, ist das vor rund zwei Jahren gegründete Projekt von Gitarristen Robbie Furze, sonst unter anderem an der Seite von Alec Empire unterwegs, und dem Elektronik-Tüftler Antti Uusimaki, der schon mit Leuten wie Brian Eno, Barry Adamson und Coldcut, und Labels wie Nothing und Ninjatune gearbeitet hat.
Auf dem eigens begründeten Label Hatechannel, mit eigenem Studio in West-London aufgenommen, erschien bisher ihre EP «Spreading The Virus», diesen Frühling eben ihr erstes volles Album auf Digital Hardcore Recordings.
Ihr Sound kombiniert Punk- und Metal-Wurzeln mit Industrial und experimenteller Elektronik, überlagert organischen Lärm mit programmierten und prozessierten Beats, im Mix mit zwei Gitarren, Electronics und einem Schlagzeug, wobei die Gitarristin Juliet Elliott Einflüsse aus dem ganzen Metal-Genre einbringt, und Schlagzeuger Adam Lewis vom Jazz her kommt, jedoch auch in diversen namenlosen Punkbands aktiv war.
«Ultra-brutally mixed drum explosions that would make Ministry choke on their 69 eggs, and completely clipping, painfully deformed guitar riffs that would make Nine Inch Nails scurrying off in shame.» (Lords of Metal)
Be there … This Is It … Helter Skelter!