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Während beim klassischen Plattenspieler eine Nadel in der Rille gleitet und Schwingungen in hörbare Töne übersetzt, tastet beim Makrograph ein Laserstrahl die Oberfläche des Tonträgers ab. Die dabei gewonnenen digitalen Daten bilden das Ausgangsmaterial für die Komposition. Das Grundprinzip des Makrographen ist die Übersetzung von Form in Musik. Für den Kompositionsprozess bedeutet dies, dass die «Übersetzung» der Daten in Musik nach frei definierbaren Parametern bestimmt werden kann und auch nichtmusikalische Topologien in interessante musikalische Ergebnisse übersetzt werden können.
Der Makrograph ist als Langzeitprojekt angelegt: Es werden nach und nach verschiedene Volumes veröffentlicht.
Volume II − Schnelle Antwort
Mit dem Volume II − "Schnelle Antwort" schlägt der Makrograph die Brücke in die digitale Welt. Die Oberflächenstruktur der Vinylplatte stellt ein physisches Relief zur Abtastung als Tonquelle und analogen Wiedergabe,sowie gleichzeitig eine graphische Membran zu online abgelegten Klangspeichern dar. Das Tor zum Klang steht offen,der Weg will noch gegangen werden.
Der Makrograph wird unterstützt durch:
Pro Helvetia
Schweizer Kulturstiftung
Kulturförderung Appenzell Ausserrhoden
Kanton St.Gallen Kulturförderung
Volume I − Mikrogramm 400
Anlass zur konkreten Umsetzung ist ein Kompositionsauftrag des Festivals Neue Musik Rümlingen, das sich 2021 dem Werk des Schweizer Literaten Robert Walser widmet. Im Zentrum stehen dabei dessen Mikrogramme. In kaum entzifferbarer millimeterkleiner Schrift hat Walser in den Mikrogrammen Prosatexte, Gedichte und Dramolette festgehalten und damit gleichzeitig deren Publikation verweigert. Für die Auftragskomposition «Volume 1 – Mikrogramm 400» wird Walsers Mikrogramm 400 in der handschriftlichen Originalversion spiralförmig auf eine übergrosse Vinylplatte graviert. Die mittels Laserabtastung des Makrographen erfassten Daten bilden die Basis für die Komposition. Indem nicht der Inhalt, sondern äussere Merkmale, ja die Textur des Urtextes, vertont werden, bleibt das Geheimnisvolle des Inhaltes respektiert.
Walsers Mikrogramm Nr. 400 umfasst einen längeren Aufsatz, ein kurzes Dramolett mit dem Titel «Die Europäerin» und zwei Gedichte. Vermutlich im September 1927 hat es Walser auf ein Papier von der Grösse 17,5 x 8 cm geschrieben.
Für die Gravur auf Vinyl wird eine Fotografie des Textes verwendet, die uns das Robert Walser-Archiv Bern freundlicherweise zur Verfügung stellt.
Der Makrograph wird unterstützt durch:
Pro Helvetia
Schweizer Kulturstiftung
Kulturförderung Appenzell Ausserrhoden
Kanton St.Gallen Kulturförderung