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Nach dem mit Startposition 12 enttäuschenden Qualifying am Samstag hatte Lüthi in der Dynavolt-Teambox unmissverständlich gefordert, dass er fürs Rennen ein besseres Motorrad zur Verfügung gestellt erhält. Die Mechaniker-Crew kam dieser Aufforderung nach. Die gegenüber dem Vortag veränderten - weil deutlich kälteren - Bedingungen spielten dem Team zusätzlich in die Hände. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und harten Positionskämpfen setzte WM-Leader Lüthi auf dem von ihm wenig geliebten Circuit in Sachsen zur Aufholjagd an. Nach 12 von 28 Runden hatte sich der Emmentaler im Grand Prix von Deutschland in den 6. Rang verbessert, mit nur gut einer Sekunde Rückstand auf den führenden Spanier Alex Marquez.
Doch nach der nächsten Start-Ziel-Durchfahrt büsste Lüthi alle Chancen auf eine Top-3-Platzierung ein. Im Kampf um Position 5 mit Xavi Vierge kam es zwischen den beiden Fahrern zu einer Berührung. Der Spanier stürzte und ärgerte sich sichtlich über den Berner. Dieser wehrte sich nach dem Rennen: "Ich war auf der Innenseite, er sieht mich, lässt aber aussen die Bremse los, weil er mir die Tür zumachen will." Der 32-Jährige versuchte nach eigener Aussage noch, den Zusammenprall zu verhindern, "doch dann blockierte mein Vorderrad und ich musste die Bremse auch lösen. Wir waren dann beide zu schnell. Ich war innen, er fuhr mir in die Verkleidung und stürzte leider."
Obwohl es für ihn ein normaler Rennunfall war, ging Lüthi nach dem Rennen zu Vierge, um sich zu entschuldigen. Bereits zuvor befasste sich jedoch auch die Rennleitung mit dem Zwischenfall, der dazu führte, dass Lüthi den Anschluss an seinen am Ende drittklassierten Dynavolt-Teamkollegen Marcel Schrötter verlor. Die Stewards hielten Lüthi für schuldig, wodurch er eine sogenannt lange Runde absolvieren musste. Diese Strafe (Lüthi: "Ich finde sie nicht richtig.") kostete ihn rund drei Sekunden und vorerst eine Position. Letztlich wurde es für Lüthi doch der 5. Platz, da in der Schlussrunde noch der Spanier Iker Lecuona stürzte.
Während Lüthi zu Rennmitte seine Podestchancen entschwinden sah, setzte sich mit Alex Marquez, sein ärgster Titelkonkurrent, von der Konkurrenz ab. Mit seinem vierten Saisonsieg nach Le Mans, Mugello und Montmeló holte sich der 23-jährige Katalane die zuletzt in Assen eingebüsste WM-Führung zurück. Der jüngere Bruder von MotoGP-Dominator Marc Marquez liegt im Gesamtklassement wieder um acht Punkte vor dem Berner (136:128). Der in dieser Wertung drittklassierte Spanier Augusto Fernandez weist mit 102 Punkten bereits einen deutlichen Rückstand auf. Ausstehend sind noch 10 von 19 Saisonrennen. Der nächste GP findet am 4. August im tschechischen Brünn statt.
Dominique Aegerter, der vor Wochenfrist in Assen auf der MV Agusta als Neunter die beste Klassierung der Saison realisiert hatte, belegte im Grand Prix von Deutschland mit mehr als einer halben Minute Rückstand auf den Sieger nur den 20. Platz.
(sda)