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Unfallbegriff > Vollbremsung mit dem Fahrzeug
Handverletzung
Urteil 8C_225/2019 vom 20.08.2019 (Volltext): Unfallbegriff nicht erfüllt
Ein Sonnenschirm wird von einer Windböe erfasst. Die Versicherte hat, um ein Durchschlagen des Sonnenschirms durch die Frontscheibe zu vermeiden, eine Vollbremsung bei einer Geschwindigkeit von 40 - 50 km/h vollzogen und dadurch eine Verletzung im Innern der Hand erlitten. Diese Handverletzung hat sich die Versicherte beim Festhalten am Steuerrad zugezogen. Gleichzeitig kam es durch den Aufprall des Sonnenschirms zu einer Beschädigung des Kühlergrills.
Infolge fehlendem ungewöhnlichen äusseren Faktor ist der Unfallbegriff nicht erfüllt (E. 6).
Distorsion der HWS
Urteil 8C_325/2008 vom 17.12.2008 (Volltext): Unfallbegriff nicht erfüllt
Der Unfallbegriff ist bei einer Vollbremsung ohne Kollision mit Hyperflexionsbewegung und Kopfaufprall an der Kopfstütze nicht erfüllt.
2.1 Über den Vorfall vom 27. Juni 1999 ist den Akten zu entnehmen, dass die Versicherte Beifahrerin in einem Personenwagen war. Dessen Lenker musste auf der Autobahn - offenbar wegen eines Tieres - abrupt bremsen. Die Versicherte, welche sich nach eigenen Angaben nach vorne gebeugt hatte, weil sie die weggerutschte Handtasche zu greifen versuchte, wurde zunächst nach vorne in die Gurten gedrückt und anschliessend nach hinten geschleudert. Sie macht geltend, sie sei mit dem Kopf gegen die Kopfstütze geprallt. Diesen letzteren Umstand erachtete die Vorinstanz als nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt.
2.2 Nach der Rechtsprechung stellt die Hyperflexionsbewegung der Halswirbelsäule bei der Vollbremsung eines Autos ohne Kollision für sich allein genommen keinen ungewöhnlichen äusseren Faktor und damit keinen Unfall im Rechtssinne dar, denn es handelt sich um einen im betreffenden Lebensbereich alltäglichen und üblichen Vorgang. Die Annahme eines Unfalls im Rechtssinn setzt ein schadenspezifisches Zusatzgeschehen voraus (BGE 134 V 74 E. <ip-pii> S. 80 f. mit Hinweisen). Dem Vorfall vom 27. Juni 1999 könnte somit nur dann Unfallcharakter zukommen, wenn der Anprall an die Kopfstütze, welchen die Beschwerdeführerin behauptet, während ihn das kantonale Gericht als nicht erwiesen ansieht, ein derartiges Zusatzgeschehen darstellen würde. Dies ist jedoch zu verneinen, denn im Anschluss an eine Vollbremsung kommt es keineswegs selten vor, dass die betroffene Person zunächst nach vorne und anschliessend nach hinten geworfen wird. Der Zweck der Kopfstütze besteht gerade darin, eine weitere Schleuderbewegung der Halswirbelsäule zu verhindern. Der Aufprall als solcher ist deshalb nicht ungewöhnlich. Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat denn auch in einem vergleichbaren Fall ein Unfallereignis verneint (Urteil U 117/02 vom 9. Mai 2003 E. 2). Überdies ist zu berücksichtigen, dass aus der Bewegung der HWS resultierende Verletzungen nicht die Folge des Aufpralls auf der Kopfstütze, sondern bereits der vorangehenden Bewegung bilden würden. Der vorinstanzliche Entscheid lässt sich demnach nicht beanstanden. Die Beschwerde ist abzuweisen.