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Die Diskussion über den Sinn und Unsinn von monetären Belohnungen spätestens dann wieder im Gange, wenn Mitarbeitergespräche geführt werden.
Die Diskussion fusst auf dem Glauben, Menschen müssten von aussen dazu motiviert werden, Höchstleistungen zu erbringen. Was jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrt: Die Freude am Experimentieren, Lernen und Erschaffen ist in jedem Menschen angelegt. Kinder können sich stundenlang in eine Tätigkeit vertiefen, die sie fasziniert, ohne dass man sie dazu zwingen muss. Im Gegenteil: In dem Moment, in dem man ihnen eine Belohnung dafür anbietet, verlieren sie schnell das Interesse an der Tätigkeit.
Das Gleiche gilt auch für Erwachsene. Menschen lieben Herausforderungen, die Kreativität und intellektuelle Leistung erfordern, und streben freiwillig nach den besten Lösungen - einfach aus Freude an der Tätigkeit selber und der eigenen Wirksamkeit.
In dem Moment, in dem man ihnen eine Belohnung dafür in Aussicht stellt, fokussieren sie sich auf die Belohnung statt auf die Lösung des eigentlichen Problems.
Das haben Wissenschaftler bereits in den 70er Jahren mit folgendem Experiment festgestellt: Sie gaben zwei Gruppen eine Schachtel mit Reisnägeln, eine Kerze sowie Streichhölzer. Die Aufgabe bestand darin, die Kerze so an einer Wand zu befestigen, dass kein Wachs auf den Boden tropfen konnte. Die eine Gruppe bekam eine Belohnung in Aussicht gestellt, wenn sie die Aufgabe richtig lösten, die andere Gruppe nicht. Wie sich zeigte, kam die Gruppe ohne Belohnung viel schneller auf die Idee, die Schachtel mit den Reisnägeln als Teil der Lösung zu betrachten als die andere Gruppe: Wenn man die Schachtel mit den Reisnägeln an der Wand befestigt, kann man die Kerze reinstellen, und es tropft kein Wachs runter.
Belohnungen haben in gewissen Fällen jedoch durchaus einen motivierenden Effekt. Dann nämlich, wenn man sich im Nachhinein für eine besonders gut gelungene Aufgabe bedanken will und die Belohnung nicht erwartet wird. Die Freude über die unerwartete Wertschätzung kann Mitarbeitende tatsächlich motivieren. Auch bei wenig anspruchsvollen Routineaufgaben funktionieren Belohnungen gut. Die meisten Menschen mögen repetitive Aufgaben wie Pakete einpacken oder Couverts abstempeln nicht und lassen sich mit Belohnungen dazu motivieren.