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Leitkultur USA
Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist Amerika der Leitwolf für die Staaten des Westens. Warum die Europäer der starken Amerikanisierungstendenz wenig entgegenzusetzen haben.
Wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen, die in den USA ihren Ausgangspunkt haben, pflegen sich mit einer Verzögerung von fünf bis 15 Jahren auch in Deutschland Bahn zu brechen.
Man braucht nur an die Anglizismen in der deutschen Sprache oder die Formate der Medien zu denken, um diesen Befund bestätigt zu finden. Auf mehreren Gebieten haben die amerikanischen Trends sehr weitreichende Auswirkungen für Deutschland. Hier sind unter anderem Bildung, Gesundheits- und Altersvorsorge sowie private Sicherheit zu nennen.
Jedermann weiß, dass die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen einer Übernahme des amerikanischen Ausbildungsmodells entspricht. Die Benennung von Elite-Universitäten zielt zugleich auf die Kopie des amerikanischen „Ivy League“ Club-Systems ab.
Pro Hochschuljahr werden dort 40.000 bis 70.000 Dollar pro Student für Schulgeld und Unterbringung erhoben. Gleiche Amerikanisierungstendenzen gelten für die deutschen Schulsysteme.
Haupt- und Realschulen dürften über kurz oder lang abgeschafft und durch Gesamtschulsysteme ersetzt werden, so wie in den USA. Möglicherweise werden die Gesamtschulen dann unter dem Namen Gymnasium firmieren. Die Verkürzung und Entwertung des Abiturs war ein bewusster Schritt der Angleichung an die amerikanischen Verhältnisse.
Wohlhabende Eltern werden jedoch ihre Kinder immer öfter auf Privatschulen schicken.
Nicht anders ist es in der Gesundheits- und Altersvorsorge. Die Schlagworte „Zweiklassenmedizin“ und „private Altersvorsorge“ sind mittlerweile geläufig. Im Kern läuft es darauf hinaus, dass es eine knappe öffentliche Grundversorgung gibt.
Wer besser behandelt werden will oder einen höheren Lebensstandard im Alter anstrebt, muss dies privat finanzieren. […]