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Für einmal musste Federer in Paris mit dem zweitgrössten Court vorlieb nehmen. Dort erfüllte er die Pflicht problemlos. Spektakulärer als der Auftritt des Weltranglistendritten gegen den laufstarken Kamke waren aber die Zahlen, die der Stadionspeaker nach dem erwarteten Erfolg verkündete: 233. Matchgewinn bei einem Grand-Slam-Turnier, 50. Sieg beim French Open, wo er 1999 mit einer Wildcard sein Debüt gegen Pat Rafter gefeiert hatte.
Die Viersatz-Pleite gegen Rafter war eine von bislang lediglich 35 Niederlagen auf Stufe Grand Slam. Seither verpasste er nur noch ein Major-Turnier (US Open 1999) und sammelte 233 Siege, eine Bestmarke, die er sich wohl nur einige Tage mit Jimmy Connors teilen wird. «Es ist ein sehr schöner Rekord. Ich wusste das vor dem Match gar nicht», freute sich Federer wenige Minuten, nachdem er auf dem Platz noch vom Präsidenten des französischen Tennisverbandes Jean Gachassin mit Küsschen auf die Wangen beglückwünscht worden war.
Kontrollierter Auftritt
Über die erreichte Rekordmarke freute sich Federer, über den Sieg gegen Kamke war er erleichtert. Der Norddeutsche war ein zäher Gegner. Von der Grundlinie agierte er sicher und ging immer wieder viel Risiko mit seinen Schlägen ein. So nahm er Federer gleich dreimal den Aufschlag ab. Im zweiten Satz führte er zwischenzeitlich sogar 4:2. Die Reaktion des 16-fachen Grand-Slam-Siegers liess allerdings nie lange auf sich warten. Deshalb gerieten die zahlreichen Fans des Schweizers auf dem Court Suzanne Lenglen nie ins Zittern. Die heikelste Phase nach dem 2:4 korrigierte er umgehend und gewann den Satz 7:5. Federer kontrollierte die Partie, ohne vollends zu überzeugen. Er leistete sich ziemlich viele Fehler – 47 unerzwungene und 5 Doppelfehler – und war auch bei eigenem Service (noch) nicht sattelfest. «Es war trotzdem ein guter Match», betonte der Schweizer. «Ich bin froh, in der 2. Runde zu stehen und mehr Informationen über die Bedingungen zu haben.» Der Belag ist nach Meinung diverser Spieler langsamer als im letzten Jahr.
Nicht gegen Nalbandian
In der 2. Runde trifft Federer auf Adrian Ungur (ATP 92). Der in Florenz lebende Rumäne setzte sich gegen David Nalbandian (ATP 40) 6:3, 5:7, 6:4, 7:5 durch. Dabei musste er gegen den starken Rückschläger aus Argentinien nur einmal seinen Aufschlag abgeben. Das sei ein Qualitätsbeweis, meinte Federer, der ansonsten aber nichts über den 27-Jährigen wusste, der erst Ende Februar erstmals den Einzug in die Top 100 der Weltrangliste geschafft hatte.
Cipolla bereitete Wawrinka Bauchschmerzen
Schwerer als Federer tat sich Stanislas Wawrinka zum Auftakt des French Open. Der Waadtländer benötigte am Pfingstsonntag über drei Stunden, um sich gegen den Italiener Flavio Cipolla (ATP 75) in fünf Sätzen mit 6:3, 6:3, 4:6, 3:6, 6:2 durchzusetzen. Das Resultat war am Ende das Beste am Auftritt von Wawrinka. Nur zu Beginn und ganz zum Ende des Matches schaffte er es, den Italiener mit präzisen Angriffsschlägen auszumanövrieren. Der Schweizer versuchte nicht, seine Leistung schönzureden, hatte aber eine Erklärung parat: «Ich hatte etwas Schlechtes gegessen und Bauchschmerzen. Ich bewegte mich während des gesamten Matches nicht gut.» Er wisse aber, dass er derzeit exzellent in Form sei, betonte Wawrinka. Weiter geht es für die Nummer 21 der Welt gegen einen weiteren ausgesprochenen Sandspezialisten. Der Spanier Pablo Andujar (ATP 36) bestreitet im Bois de Boulogne bereits sein zehntes Sandturnier in diesem Jahr! Seit seinem Turniersieg in Casablanca Mitte April ist er allerdings nicht mehr besonders erfolgreich. Sein Fünfsatz-Erfolg gegen den Rumänen Victor Hanescu (ATP 146) war der erste Sieg nach drei Niederlagen in Folge.
Die Bernerin Romina Oprandi (WTA 71) muss weiter auf ihren ersten Matchgewinn im Haupttableau von Roland Garros warten. Sie unterlag der Weissrussin Olga Goworzowa (WTA 77) 4:6, 1:6. Si