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Um sieben Uhr fahre ich in Arezzo ab und um acht Uhr früh bin ich in Cortona. Dort besuche ich erst das etruskische Grab Tanella di Pitagora, ein schön gearbeiteter Rundbau, von dessen Kuppel die Hälfte fehlt. Den Töff stelle ich auf dem Touristenparkplatz ab und laufe durchs Stadttor in das gut erhaltene Städtchen. Gleich beim Eingang ist die Volta a Botta di Via Guelfa (etruskische Zisterne), was heute wie ein Kellergewölbe wirkt. Ich gelange zur Piazza della Repubblica. Die Häuser gleissen in der Morgensonne. Am Palazzo Casali vorbei gelange ich zur Cattedrale di Santa Maria. Von aussen würde man nie denken, dass dies eine Kirche ist. Die Fassade sieht aus wie die eines Wohnhauses. Vielleicht sind es auch Wohnungen, die oben drin sind. Platz ist hier rar. Drinnen ist ein Tonnengewölbe. An der Chiesa di San Christoforo wandere ich zur Hügelspitze und gelange zur Chiesa di San Michele Arcangelo, die innen farbig bemalt ist, abgesehen vom rot-beigen Mauerwerk. Im Altar wird die Mumie von Santa Margherita aufbewahrt. Leider öffnet die Fortezza del Girifalco erst um 10 Uhr, und so lange möchte ich nicht warten. Mein nächster Halt ist in Todi, einem weiteren schmucken mittelalterlichen Städtchen auf einem Hügel. Die Häuser stützen sich gegenseitig mit Streben über den Gassen. Ich laufe den steilen Hügel hinauf zur Piazza del Popolo und besuche die Basilica Concattedrale de la Santissima Annunziata. In der Krypta hat es die wohl berühmte Madonna con Bambino Sedes Sapientae. Ein langer Gang mit vielen Seitenkapellen wird als Museum von Sakralgegenständen genutzt. Zuhinterst hat es den «Marte» di Todi, eine etruskische Bronzestatue aus dem 5. Jahrhundert (nur die Kopie davon). Ein Seitengang führt zu einer leider unbeleuchteten Weihnachtskrippe. Ich laufe noch bis zur Chiesa di San Fortunato hinauf, doch dann kehre ich zum Motorrad zurück und fahre weiter. Doch weit gefehlt. Das Navi lotst mich in einen als Sackgasse endenden Feldweg, völlig in der falschen Richtung. Irgendetwas stimmt nicht mit den Einstellungen. Ich stelle wieder auf das andere um und muss alles nach Todi zurückfahren, um an die richtige Strasse zu gelangen. Einmal mehr will das Navi unbedingt immer auf die Autobahn. Ich muss ständig dagegen wehren. So kämpfe ich mich Dorf um Dorf durch. Ich komme am recht grossen Lago Trasimeno vorbei. Ein völlig vermüllter und versch… Aussichtssteg, eigentlich solide gebaut, nutze ich halt trotzdem, um einen Blick auf den See zu werfen. Eine Gedenktafel steht für die Rettung von Juden im zweiten Weltkrieg, welche auf der Insel gefangen gehalten wurden. In Marsciano lässt mich das Navi einmal mehr querfeldein fahren. Immerhin nicht auf Schotterstrassen. Endlich gelange ich über Acquasparta und San Gemini nach Terni, wo ich nochmals auftanke. Hier sind wir bereits richtig in den Abruzzen drin. Auf einer hervorragend ausgebauten Strasse geht es weiter, allerdings muss ein grosser Abschnitt wegen Bauarbeiten umfahren werden. Ich halte Richtung Rieti. Durch einen langen Tunnel gelange ich nach Rieti, wo ich die Schnellstrasse verlasse und zum schmucken Städtchen Antrodoco gelange. Ueber einen kleinen Pass geht es nach L’Aquila. Kurz vor der Stadt halte ich noch bei einem verlassenen Hochofen. In L’Aquila finde ich zu meiner Ueberraschung, dass meine Unterkunft „Don Bosco“ eine stylishe Wohnung in einem schönen Neubau ist. Ich kaufe noch rasch im Supermarkt fürs Abendessen ein, esse das gleich auf und mache mich ans Tagebuchschreiben, das heute besonders zeitaufwendig ist.