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Die erste Erwähnung einer Schule in Riehen geht auf das Jahr 1538 zurück. Im Jahr 2020 wurden in Riehen in den von der Gemeinde autonom betriebenen 23 Kindergärten und sechs Primarschulen über 1800 Kinder unterrichtet.
Der Unterricht war auch in Riehen bis ins 19. Jahrhundert von der Kirche geprägt: Die Kinder lernten oft nur notdürftig lesen und schreiben als Vorbereitung auf die Konfirmation. 1623 kaufte die Gemeinde eine Liegenschaft am späteren Erlensträsschen als ‹Schulbehausung›, 1730 entstand dort ein Schulhausneubau.
Ab 1821 waren die Schule von der Kirche getrennt: Fortan unterrichtete ein aus der Staatskasse entlohnter Lehrer, wobei die Eltern für jedes Kind auch ein Schulgeld von sechs Rappen pro Woche bezahlen mussten.
1837 wurde der Schulunterricht im Kanton Basel-Stadt obligatorisch. Die Schulaufsicht oblag einem kantonalen Schulinspektor. Die ‹Landschulen› in Riehen, Bettingen und Kleinhüningen bildeten ab 1839 gemeinsam einen Inspektoratsbezirk.
1860 übernahm die Gemeinde Riehen die Zuständigkeit für die Schule vom Kanton. 1863 erwarb sie zudem das Rüdin’sche Landhaus am Erlensträsschen, um es für schulische Zwecke zu nutzen.
Da die Schweizerische Bundesverfassung von 1874 verlangte, dass der Unterricht unentgeltlich und für alle zugänglich sein soll, stiegen die Kosten der Gemeinde für den Schulunterricht stark an. 1880 legte der Kanton zudem fest, dass in den Landgemeinden acht obligatorische Schuljahre zu absolvieren seien. 1891 übernahm der Kanton deshalb die Schulen der Landgemeinden wieder, um diese finanziell zu entlasten.
Mit der wachsenden Bevölkerung Riehens stieg auch der Bedarf an Schulräumen. Nachdem einige Riehener Kinder zu Beginn des 20. Jahrhunderts wegen Platzmangels in der Stadt zur Schule hatten gehen müssen, entstanden in den Quartieren erste Schulen. 1911 wurde ein neues Schulhaus an der Burgstrasse gebaut und 1931 mit einem Erweiterungsbau ergänzt. 1948 gingen die ersten Kinder im Niederholzschulhaus zur Schule, das bereits zwei Jahre nach der Eröffnung erweitert wurde. 1953 nahm das Hebelschulhaus die Sekundar- und Realschule auf und 1964 wurde das Wasserstelzenschulhaus eingeweiht. Bis zur Eröffnung des nächsten Schulhauses vergingen dann über 50 Jahre: 2005 wurde das Schulhaus Hinter Gärten eröffnet.
Nach zum Teil heftigen Diskussionen rund um die Gemeindeautonomie hiess 2007 das Stimmvolk des Kantons Basel-Stadt in einer Referendumsabstimmung die Kommunalisierung der Primarschulen gut. Seit dem Schuljahr 2009/10 betreiben Riehen und Bettingen die Primarschulen in ihrem Gemeindegebiet selbstständig, wenn auch unter kantonaler Aufsicht. 2017 übernahm die Gemeinde vom Kanton auch die betreffenden Schulhausbauten. Die Sekundarschule sowie alle weiterführenden Schulen werden dagegen weiterhin vom Kanton geführt.
Autorin / Autor: Nils Widmer | Zuletzt aktualisiert am 22.7.2022
Kaspar, Albin: Häuser in Riehen und ihre Bewohner. Heft I. Riehen 1996. S. 25–33.
Kaufmann, Brigitta: Riehen macht Schule. In: Jahrbuch z’Rieche 2009. S. 93–100.
Felder, Pierre: Wer steuert Riehens Schule? Phasen der Entwicklung seit 1538. In: Hess, Stefan (Hg.): Basel und Riehen. Eine gemeinsame Geschichte. Basel 2021. S. 173–192.
Schnyder, Arlette: Bildungswandel. In: Schnyder, Arlette et al.: Riehen – ein Portrait. Basel 2010. S. 300–325, hier S. 302–314.