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Seine Bilder von russischen Kadetten brachten dem Schweizer Fotografen Peter Dammann 1998 Weltruhm ein. Eine Buchpublikation und eine Ausstellung ehren nun den Künstler, der 2015 im Alter von 65 Jahren verstorben war.
Dammann gewann am World Press Photo Contest 1998 mit seinem Porträt eines russischen Militärkadetten einen der begehrten Hauptpreise.
Er war ein Sozialkritiker, der zu den Menschen, speziell zu Jugendlichen und Kindern, eine Verbindung einging. Sie, die jungen Menschen, standen stets im Zentrum seiner Fotografie.
Ob sie auf der Strasse, in Waisenhäusern oder in psychiatrischen Einrichtungen lebten: Dammann gab ihnen ein Gesicht und hielt ihre Persönlichkeit fest. Seine Fotografien dokumentieren die Ungerechtigkeiten und täglichen Überlebenskämpfe der Kinder, denen er in Russland begegnet ist.
In den 1990er-Jahren, als Dammann St. Petersburg besuchte, lebten auf den Strassen Tausende von Waisen und verlassenen Kindern. Sie waren aus ihren Familien und Wohnungen weggelaufen, um zwischen den Ruinen und Bahnhöfen der Stadt zu leben.
Fotograf und Aktivist
Dammann wollte mit seinen Bildern auf ihre Notlage aufmerksam machen. Er wurde auch zu einem Aktivisten, der versuchte, für die Kinder Schlafplätze zu finden, wo sie nicht mehr in ständiger Furcht leben mussten, dass die Behörden sie mitnehmen würden.
Während seiner Reisen in den 1990er-Jahren nach Kronstadt – einer russischen Insel mit historischem Marinestützpunkt – fotografierte Dammann Kadetten aus benachteiligten Verhältnissen.
In St. Petersburg machte er Fotos von Kadetten aus Familien mit einer langen Geschichte von Soldaten über viele Generationen hinweg. Sein fotografischer Bericht über die russischen Kadetten, den er in der deutschen Zeitschrift "Mare" publizierte, brachte ihm breite Anerkennung und schliesslich den World Press Photo Awardexterner Link ein.
Kultur nutzen, wo Politik versagt hat
Dammann machte auch Fotos vom Jugendorchester in Ramallah in den besetzten palästinensischen Gebieten. Das Ensemble wurde vom Dirigenten Daniel Barenboim und dem verstorbenen palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said gegründet.
Dammann war fasziniert von der Idee, mit Kultur etwas zu erreichen, wo die Politik versagt hatte: bei der Schaffung von Frieden, wie er damals in einem Interview mit dem deutschen Magazin "Stern" gesagt hatte.
Nach seiner Heirat mit der Schweizer Filmregisseurin Gabriele Schärer im Jahr 1996 wurde der in Deutschland geborene Fotograf Schweizer Staatsbürger und fand in Bern seine neue Heimat.
Ende 2019 erschien das Buch "Das weisse Pferd. Peter Dammann. Fotografien"externer Link. Die Ausstellung "Peter Dammann 1950-2015. Fotoreportagen" ist bis zum 7. März 2020 in der Galerie Kornhausforum'externer Link in Bern zu sehen.