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Heuschnupfen: Akupunktur lindert Beschwerden kaum
Ob Akupunktur die Beschwerden bei einem allergischen Schnupfen (Heuschnupfen) lindern können, untersuchten Forscher der Berliner Charité in einer Studie mit über 400 Patienten. Der Erfolg war mässig.

Akupunktur hilft
bei Heuschnupfen
mässig

Die 422 Teilnehmer, die unter saisonalen Schnupfensymptomen litten, waren von Allergologen auf Heuschnupfen getestet worden und reagierten auf Gräser und Birkenpollen allergisch.
Die Hälfte der Teilnehmer bekam während der Pollensaison von März bis Juli 2008 oder 2009 über 8 Wochen 12 Akupunktursitzungen von Ärzten, mit Zusatzausbildung in Akupunktur.
Die andere Hälfte bekam entweder Scheinakupunktur (Nadeln wurden an falschen Punkten gesetzt) oder sie bekamen die Akupunktur erst am Ende der Pollensaison (Kontrollgruppe). Alle Patienten verwendeten ihre bisherigen Medikamente gegen ihre Beschwerden aufgrund des Heuschnupfens weiter.
Die Patienten mussten mittels einer bestimmten Skala die Stärke ihrer Beschwerden und den Medikamentengebrauch gegen ihre Beschwerden angeben. Die Forscher bewerteten mit Hilfe der Skala 7 Bereiche mit 0 bis 6 Punkten; eine höhere Punktezahl bedeutete stärkere Symptome.
Die Akupunkturgruppe wies unmittelbar nach Behandlungsende eine Verbesserung um 0.5 Punkte gegenüber der Scheinakupunktur-Gruppe auf und um 0.7 Punkte gegenüber der Kontrollgruppe.
Der positive Effekt der Akupunktur war rein rechnerisch zwar deutlich. Die tatsächliche Bedeutung für den Patienten war aber insgesamt gering.
Bei einer weiteren Untersuchung nach 16 Wochen waren zwischen den Gruppen keine Unterschiede mehr festzustellen. Wahrscheinlich weil zu diesem Zeitpunkt die Pollensaison für die meisten Allergiker vorbei war, vermuten die Forscher. Bei der erneuten Kontrolle nach einem Jahr zeigte sich bei den Teilnehmern der Akupunkturgruppe wiederum eine leichte Verbesserung gegenüber der Scheinakupunktur um 0.3 Punkte.
Zum Medikamentengebrauch: Die Teilnehmer der brauchten im Vergleich zu den beiden anderen Gruppen zwar etwas weniger Medikamente; für den Patienten hat dies aber wohl wenig Relevanz.
Für die Studienautoren bleibt die Wirkungsweise der Akupunktur auf Heuschnupfenbeschwerden weiterhin unklar. Es scheint, dass Akupunkturbehandlungen durchaus die Beschwerden etwas lindern können. Die reine Zuversicht der Patienten, dass Akupunktur sicher helfen würde, dürfte wohl auch ihren Beitrag dazu leisten, vermuten die Forscher.
Annals of Internal Medicine
25.02.2013 - dzu