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Anfrage Estermann Rahel über den Drogenkonsum durch Jugendliche im Kanton Luzern
3. Juli 2020
Die Luzerner Polizei hat im Sommer 2019 einen organisierten Handel mit Drogen und verschreibungspflichtigen Medikamenten wie Amphetamine, Marihuana, Kokain, Ecstasy oder Benzodiazepine, die im Darknet bestellt wurden, aufgedeckt. Im Rahmen der Ermittlungen wurden über 50 Festnahmen, Hausdurchsuchungen und Befragungen durchgeführt.
Bei den verhafteten Personen handelt es sich um Kantons- und Berufsschüler*innen sowie Hochschulstudent*innen zwischen 16 und 21 Jahren. Inzwischen wurde bekannt, dass der Drogenkonsum unter den Jugendlichen mindestens zwei Todesopfer gefordert hat, bei weiteren Opfern besteht der dringende Verdacht. Die Todesfälle sind auf eine Überdosis bzw. eine tödliche Kombination von Substanzen zurückzuführen. Das stimmt uns nachdenklich. Wir bitten den Regierungsrat daher um die Beantwortung folgender Fragen:
- Hat der Kanton Informationen darüber, wie verbreitet der Konsum und der Handel unter Jugendlichen sind? Welche regionalen und demografischen Cluster gibt es?
- Ist eine Zunahme des Drogenkonsums während der letzten Monate und Jahre festzustellen? Insbesondere während der Shutdown-Zeit? Falls ja, was sind die Gründe?
- Ist das Problem in Luzern grösser als anderswo? Falls ja, was sind die Gründe?
- Steht der Kanton mit anderen Städten, Kantonen und dem Bund in Kontakt, um das Handeln zu koordinieren und best practices der Prävention und Information auszutauschen?
- Drogenkonsum kann ein Symptom und/oder eine Ursache für psychische Probleme sein. Wie ist der psychologische Zustand der Luzerner Jugendlichen zu beurteilen? Treten vermehrt weitere Alarmsignale psychischer Probleme auf (Einsamkeit, Depressionen, Suizidversuche)? Falls ja, mit welchen Massnahmen gehen der Kanton und die Schulen das Problem an?
- Inwiefern wird das Problem des neuartigen Drogenmissbrauchs durch Jugendliche in die bestehenden kantonalen Programme zur psychischen Gesundheit aufgenommen?
- Mit welchen Präventionsmassnahmen geht der Kanton das Problem an? Welche Ressourcen stehen den Schulen auf Sek-Stufe 1 und 2 zur Verfügung? Welche Beratungs- und Betreuungsangebote könnten die Situation verbessern? Bezieht sich die Prävention auch auf die Internetkriminalität, welche den Handel im vorliegenden Fall ermöglichte?
- Zieht der Kanton eine weitergehende, gesamtgesellschaftliche Informationsvermittlung
und Sensibilisierung zum Thema in Betracht, beispielsweise durch eine Ausstellung
oder eine Informationskampagne?
- Im Sinne der Schadensminderung kann auch das Drug-Checking eine Rolle spielen. Seit September 2019 besteht in der Stadt Luzern ein Angebot unterstützt der Kanton dieses? Was sind die Erfahrungen und Herausforderungen, insbesondere mit jugendlichen Konsument*innen?