Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03369.jsonl.gz/1796

Kanu: Weltmeisterschaften auf der Muota
Das Schweizer Damenteam mit Melanie Mathys erkämpft sich die zweite Medaille
Reto Schläppi
Im Teamrennen über die klassische Distanz gab es die zweite Medaille für das Schweizer Team. Das Damenteam mit der Bronzemedaillengewinnerin von gestern, Melanie Mathys (Solothurn), Sabine Eichenberger (Brugg) und Hannah Müller (Buochs) holte sich mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur gerade drei Hundertstelsekunden die Bronzemedaille vor dem favorisierten deutschen Damenteam. Die beiden ersten Ränge gingen wie erwartet an die Tschechinnen und das französische Damenteam.
Nicht unbedingt optimal war die Rennvorbereitung für die Schweizer Damen. Beim Einfahren auf der Muota vor dem Rennen touchierten sich Hannah Müller und Sabine Eichenberger , beim Versuch möglichst optimal nahe hintereinander zu fahren, was zu einer Kenterung von Eichenberger führte und für die mentale Rennvorbereitung eher schlecht war. Das Schweizer Damenteam zeigte aber ein beherztes Rennen. Unter der Leitung der Teamleaderin Melanie Mathys fuhren sie ein sehr kompaktes Teamrennen und Eichenberger und Müller konnten von der Führungsarbeit von Mathys profitieren. Dies und die klar bessere Passage beim Muotastein als das deutsche Team, gab wohl den Ausschlag für den Sprung aufs Podest. Für Sabine Eichenberger war es das Abschiedsrennen im Kajak. Die mehrfache Weltmeisterin und Silbermedaillengewinnerin an den olympischen Spielen wird nach dieser WM vom Spitzensport zurücktreten. Bei den Sprintrennen vom Wochenende wird sie aber noch im Kanadier Einer am Start sein.
Dass Teamrennen eigene Regeln haben, musste das Schweizer Herrenteam mit Linus Bolzern (Luzern) und den beiden Solothurnern Nico Meier und Robin Häfeli erfahren. Bolzern und Meier nahmen den noch unerfahreren Häfeli in die Mitte und Robin Häfeli hatte die klare Anweisung, seinem Vorfahrer möglichst nahe am Heck zu bleiben um von seiner Welle profitieren zu können. Dies setzte er so konsequent um, dass er in einer Walze sogar etwas unter das Heck seines Vorfahrers fuhr und von seinem Boot getroffen wurde. Das Resultat war ein Leck im Boot, welches sich allmählich mit Wasser füllte und Häfeli bremste. Nachdem sie im ersten Drittel noch kurz hinter den Medaillenrängen lagen, verloren sie ins Ziel noch einige Ränge und klassierten sich auf dem sechsten Schlussrang.