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|Sechs Schweizer Boote an der U23-WM in Plovdiv am Start|
48 Nationen haben ihren Rudernachwuchs an die U23-Weltmeisterschaft nach Plovdiv (Bulgarien) entsandt. Über 800 Ruderinnen und Ruderer werden diese Woche in der sommerlichen Hitze Bulgariens um Medaillen und Platzierungen kämpfen. Der Schweizerische Ruderverband schickt dieses Jahr sechs Boote an den Start.
Plovdiv ist die zweitgrösste Stadt Bulgariens und zählt knapp 350‘000 Einwohner. Die Eröffnungsfeier der U23-Weltmeisterschaft fand im historischen Amphitheater mitten in der Altstadt von Plovdiv statt. Die Regattastrecke von Plovdiv ist ein künstliches Ruderbecken und gilt als eine der schnellsten Strecken der Welt. Das warme Wasser sowie der traditionelle Mitwind begünstigen in der Regel schnelle Zeiten. Diesen Ruf erhielt die Strecke vor allem wegen den phänomenalen Zeiten, welche an der Junioren-Weltmeisterschaft 1999 erzielt wurden. Noch heute stehen diese Zeiten unerreicht als Weltbestzeiten für Junioren in den Statistiken des Internationalen Ruderverbandes FISA. Die Junioren-WM 1999 war zugleich die Feuertaufe für die 1980/1981 erbaute Regattastrecke auf internationaler Ebene. 2011 folgte die Europameisterschaft und 2012 die Weltmeisterschaft der Junioren und nicht-olympischen Bootsklassen. Auch in Zukunft steht Plovdiv regelmässig auf dem internationalen Regattakalender. Schon 2017 wird die U23-Weltmeisterschaft erneut in Plovdiv ausgetragen, dannzumal als Testevent für die Ruder-WM 2018, welche an den bulgarischen Ruderverband vergeben ist.
Rüedi/Schürch müssen in den Hoffnungslauf
28 Boote sind im Leichtgewichts-Doppelzweier der Männer gemeldet. Die populäre Bootsklasse hat in diesem Jahr die meisten Meldungen erzielt. Darunter befindet sich auch das Schweizer Duo mit Joel Schürch (SC Sursee) und Fiorin Rüedi (Grasshopper Club Zürich). Die beiden Schweizer starteten auf internationaler Ebene an den beiden Weltcup-Regatten von Bled und Varese, um harte Rennpraxis für die Aufgabe hier an der U23-Weltmeisterschaft zu sammeln. Schürch/Rüedi eröffneten heute mit dem Vorlauf aus Schweizer Sicht auch die Wettkämpfe. In der schnellsten zweiten Serie gab es aber für Joel Schürch und Fiorin Rüedi heute hartes Brot zum Beissen. Die Deutschen starteten schnell und setzten sich früh ab und schoben ihr Boot mit gutem Rhythmus und kräftigen Schlägen durch den aufgekommenen Gegenwind. Dahinter waren Ungarn und Rüedi/Schürch auf den Plätzen. Mit zunehmender Renndauer wirkte das Schweizer Boot träge und Rüedi/Schürch mussten zuerst Ungarn, dann Neuseeland und letztlich auch noch die widererstarkten Japaner passieren lassen. Nachdem auch noch das ukrainische Boot an den jungen Schweizern vorbeizog, war das Verdikt klar. Rüedi/Schürch müssen morgen im Hoffnungslauf antreten für die Verteilung der letzten vier verbliebenen Viertelfinaltickets. In ihrem Hoffnungslauf treffen sie auf Tunesien, USA und Irland. Zwei Boote kommen weiter.
Frédérique Rol und Patricia Merz zum Vierten
Zum vierten Mal treten in diesem Jahr Frédérique Rol (Lausanne Sports Aviron) und Patricia Merz (Seeclub Zug) zusammen im Frauen-Doppelzweier Leichtgewichte zur U23-WM an. Nach zwei sechsten Rängen und dem vierten Rang letztes Jahr in Varese, will das routinierte Duo in diesem Jahr aufs Podest rudern. Nebst der Erfahrung an U23-Weltmeisterschaften kommt dem Duo zudem zu Gute, dass sie in der laufenden Saison respektable Platzierungen in der Weltcup-Serie sowie bei der Europameisterschaft erzielt hatten. Im Vorlauf treffen die beiden Team-Leaderinnen auf Kanada, USA, Rumänien, Japan und Deutschland. Die ersten zwei Boote jedes Vorlaufs werden sich direkt fürs Halbfinale qualifizieren.
Leichter Frauen-Doppelvierer in neuer Besetzung
Im Vorjahr erzielte die Schweizer Mannschaft im Frauen-Doppelvierer Leichtgewichte die Bronzemedaille. Mit Pauline Delacroix (CA Vésenaz) und Adeline Seydoux (Lausanne Sports Aviron) verbleiben zwei Ruderinnen aus dem letztjährigen Boot und rudern in diesem Jahr mit den Youngsters Amanda Lüscher (RC Hallwilersee) und Larissa Conrad (SC Luzern). Ein Regattaeinsatz an der internationalen Hügel-Regatta in Essen im letzten Mai hat die neu zusammengesetzte Mannschaft hinter sich. Im Vorlauf gegen die Boote aus Deutschland, Dänemark, Italien und Ungarn winkt morgen für die beiden schnellsten Boote eine direkte Finalqualifikation.
Pascale Walker im Frauen-Einer
Nebst den Leichtgewichts-Frauen steht mit Pascale Walker (Ruderclub Zürich) auch ein Schweizer Boot in er offenen Frauen-Kategorie am Start. Pascale Walker, im Vorjahr in Varese Elfte in dieser Kategorie, hat in diesem Jahr im physischen Bereich weiter zugelegt und war konstant die beste U23-Athletin des Landes. Im Frauen-Einer trifft sie auf die versammelte Elite von Einerfahrerinnen. Im Vorlauf wird sie mit einer Platzierung unter den besten drei Booten um eine direkte Halbfinalqualifikation rudern. Pascale Walker hat dabei die Ruderinnen aus Deutschland, Schweden, Kroatien und Italien als Gegnerinnen zugelost erhalten.
Männer-Doppelzweier Tollardo/Blankenberger erstmals am Start
Ihren ersten gemeinsamen internationalen Start werden Damien Tollardo (CA Vésenaz) und Jacob Blankenberger (GC Zürich) morgen im Vorlauf der Männer-Doppelzweier haben. Während Damien Tollardo vor drei Jahren auf dieser Strecke im Junioren-Doppelzweier zusammen mit Barnabé Delarze die Bronzemedaille gewinnen konnte und somit positive Erinnerungen an die Strecke hat, ist es für Jacob Blankenberger der erste Start an einer U23-WM. Jacob Blankenberger erzielte im Vorjahr an der Junioren-WM in Hamburg den vierten Platz im Junioren-Einer. Das Schweizer Duo trifft auf starke Konkurrenz aus 18 Nationen. Im morgigen Vorlauf werden die ersten beiden Boote direkt die Halbfinals erreichen. Die Startaufstellung lautet: Australien, Schweiz, Moldawien, Estland, Kroatien und Italien.
Raphael Eichenberger im leichten Männer-Skiff am Start
Seinen ersten Einsatz an einer Weltmeisterschaft überhaupt wird der 19jährige Berner Raphael Eichenberger (Rowing Club Bern) erleben. Nachdem er ein Ausscheidungsrennen auf dem Rotsee für sich entscheiden konnte, hat er sich in den letzten Wochen auf diesen WM-Einsatz vorbereitet. Eichenberger wird im Vorlauf auf die Ruderer aus der Slowakei, Slowenien, Portugal und USA treffen, wobei dem Vorlaufsieger eine direkte Halbfinalqualifikation in Aussicht steht.
Mit sieben Frauen und fünf Männern schickt der Schweizerische Ruderverband eine ausgewogene Mannschaft an den Start. Die Schweizer Delegation ist seit Montagnachmittag in Plovdiv und hat noch zwei Tage auf der stark frequentierten Regattabahn trainiert. Die Rennen können wie üblich mit Live-Kommentar auf der Website des Internationalen Ruderverbandes FISA (www.worldrowing.com) mitverfolgt werden.
An der U23-Weltmeisterschaft werden in 21 Bootsklassen Rennen ausgetragen. Startberechtigt sind Athletinnen und Athleten der FISA-Mitgliederverbände, die jünger als 23 Jahre alt sind. Der Ursprung der U23-WM liegt im „Match des Seniors, welcher seit 1976 ausgetragen wurde. Später wurde dieser zum „Nations Cup“, dann zur „World U23 Regatta“. Seit 2005 wird offiziell eine U23-Weltmeisterschaft ausgetragen.
Die Einsätze der Schweizer Boote in den Vorläufen:
(Zeitverschiebung Bulgarien <-> Schweiz = 1 Stunde)
Donnerstag, 23. Juli 2015
10:20 Uhr: Doppelzweier Männer (Blankenberger/Tollardo)
11:05 Uhr: Skiff Frauen (Walker)
11:15 Uhr: Doppelvierer Frauen Leichtgewichte (Delacroix, Seydoux, Lüscher, Conrad)
12:00 Uhr: Skiff Männer Leichtgewichte (Eichenberger)
12:15 Uhr: Doppelzweier Frauen Leichtgewichte (Merz/Rol)
13:05 Uhr: Doppelzweier Männer Leichtgewichte (Schürch/Rüedi), Repêchage
Plovdiv, 22. Juli 2015/cs.