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Gross war die Unzufriedenheit bei Nico Rosberg in den letzten Wochen, nachdem der Deutsche in den ersten 4 WM-Läufen mehrheitlich chancenlos gegen seinen Teamkollegen Lewis Hamilton gewesen war.
Im 1. Rennen auf europäischem Boden gelang Rosberg nun der Befreiungsschlag. Schon im Qualifying war der 29-Jährige der Schnellste gewesen, im Rennen bestätigte er seine Leistung vom Vortag scheinbar mühelos. «Ich konnte mir das Rennen gut einteilen, alles lief perfekt», so Rosberg.
Vettel hält Hamilton lange zurück
Schliesslich wies er einen Vorsprung von knapp 18 Sekunden auf den zweitplatzierten Hamilton auf, der dank einer Dreistopp-Strategie nach dem letzten Reifenwechsel vor Sebastian Vettel auf die Strecke zurück kam. Zuvor hatte der Brite vergeblich versucht, den deutschen Ferrari-Piloten zu überholen. «Es blieb mir fast nur die Chance, dies über die Boxenstopps zu tun», merkte Hamilton nach dem Rennen an.
Dass Vettel WM-Leader Hamilton lange in Schach hielt, spielte Rosberg bei seinem Sieg natürlich in die Karten. Mit einer Prise Ironie merkte der Sieger dann auch an: «Sehr nett von ihm, er ist herzlich eingeladen, das öfter zu machen. Ich werde mir überlegen, ihm ein paar Bier rüberzuschicken». In der WM-Wertung liegt Hamilton aber noch immer 20 Punkte vor Rosberg.
Zu grosse Hypothek für Sauber
Die beiden Sauber-Piloten blieben im Kampf um WM-Punkte chancenlos. Von den Plätzen 15 (Felipe Nasr) und 16 (Marcus Ericsson) gestartet, wog die Hypothek aus dem Qualifying zu schwer. Nasr landete trotz ansprechender Leistung schliesslich auf Rang 12, Ericsson wurde 14.
Zwei Boxenunfälle und ein unfaires Manöver
Zu reden gaben zwei missglückte Boxenstopps. Fernando Alonso kämpfte mit Bremsproblemen und konnte deshalb nicht rechtzeitig anhalten. Der Spanier musste das Heimrennen kurz darauf aufgeben. Bei Romain Grosjean war es wohl ein Fahrfehler, welcher schmerzhafte Folgen für den Mechaniker mit der Tafel vor dem Auto hatte.
Für Negativschlagzeilen sorgte auch Lokalmatador Carlos Sainz. Der Toro-Rosso-Pilot rettete am Schluss mit einem unfairen Manöver als Neunter noch zwei WM-Punkte. In der letzten Runde hatte der 20-jährige Rookie den Russen Daniil Kwjat vom Mutterteam Red Bull-Renault fast von der Strecke gedrängt. Für Sainz wird die unrühmliche Aktion jedoch keine Konsequenzen haben.
Sendebezug: SRF zwei, «sportlive», 10.05.2015, 13:30 Uhr.