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- Bild: zvg
Wenn die Steine keine Beschwerden verursachen, ist keine spezielle Therapie erforderlich. Falls jedoch Beschwerden bestehen, sollte nach eingehender Aufklärung über Krankheitsbild und Operation die steinhaltige Gallenblase entfernt werden.
Zum Verständnis: Die Galle wird in der Leber gebildet und dient der Fettverdauung. Sie wird in der Gallenblase nur gespeichert und im Falle der Nahrungsaufnahme über einen hormonellen Reflex über den grossen Gallengang in den Zwölffingerdarm abgegeben.
Bilden sich durch ein Missverhältnis von Gallensäuren, Cholesterin und Fett Steine in der Gallenblase, verursacht dies meist keine Beschwerden. Legen sich jedoch die Steine vor den Gallenblasenausgang, kann die Galle bei Nahrungsaufnahme nicht mehr entsprechend in den grossen Gallengang befördert werden, es resultieren Schmerzen, im schlimmsten Fall eine Kolik.
Des weiteren kann die Gallenblase entzünden oder kleinere Steine aus der Gallenblase in den grossen Gallengang geschwemmt werden, wo sie hängenbleiben können, was in einem Gallestau (Gelbsucht) oder in einer Bauchspeicheldrüsenentzündung münden kann. Man sieht also: Bestehen Schmerzen aufgrund von Gallensteinen, sollte man einen Arzt aufsuchen. Die Diagnose ist mittels Untersuchung, Blutwerten und Ultraschall relativ leicht zu stellen. Ist eine Gallenblasenentfernung bei Beschwerden oder einer Entzündung notwendig, kann diese heute in den allermeisten Fällen per Schlüssellochtechnik durchgeführt werden. Ueber 4 kleine Schnitte werden lange, stabförmige Instrumente unter Sicht mit einer ebenfalls stabförmigen Kamera in den Bauchraum eingebracht und mit diesen Instrumenten die Gallenblase samt der Steine entfernt. Nur in Ausnahmenfällen ist ein sogenanntes Umsteigen auf eine offene Operation noch notwendig.
Nach der Operation ist keine spezielle Diät einzuhalten, nach einer gewissen Anpassungszeit kann der grosse Gallengang die Reservoirfunktion der Gallenblase vollständig übernehmen. Bis dahin ist allenfalls am Anfang darauf zu achten, nicht zu fettreich zu essen.
Sollten Sie Probleme mit der Gallenblase haben, kann Ihr Hausarzt Sie jederzeit anmelden. Bei akuten Entzündungen ist eine schnelle Versorgung notwendig, wenn möglich innerhalb von 48 Stunden ab Auftreten der Symptome. Diesbezüglich bin ich über die Woche immer über die Praxis erreichbar, an den Wochenenden über die Zentrale des Spitals.
Dr. Michael Kettenring