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Erhöht hat die Bank ihre Rückstellungen in einem Fall im Zusammenhang mit den sogenannten US-Hypothekenpapieren (RMBS). Die UBS hat kürzlich - nämlich im März 2017 - eine Grundsatzvereinbarung mit der National Credit Union Association (NCUA) zur Beilegung der RMBS-bezogenen Angelegenheit erzielt, wie sie in ihrem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht 2016 schreibt. In der Klage geht es um Falschangaben und Unterlassungen in den Verkaufsunterlagen für RMBS, welche von der NCUA geltend gemacht wurden.
Daneben gibt es in RMBS-Fall aber weitere Klagen, bei denen die Bank mit den US-Behörden zusammenarbeitet und die noch laufen. Die Credit Suisse, die sich mit ähnlichen Klagen konfrontiert sah, hatte sich bekanntlich kurz vor Weihnachten mit dem US-Justizbehörden auf eine Gesamtzahlung (Busse und Entschädigung an Kreditnehmer) von insgesamt 5,3 Mrd USD geeinigt.
In der angelsächsischen Presse war diese Woche in diesem Zusammenhang spekuliert worden, die UBS überlege sich, keine Grundsatzeinigung mit dem US-Justizdepartment (DoJ) inklusive hohe Bussenzahlung zu unterschreiben, sondern den Fall vor Gericht zu bringen. Die Bank wollte solche Gerüchte allerdings nicht kommentieren und meinte lediglich, dass alle Optionen offen seien.
GESAMTRÜCKSTELLUNGEN BEI 3,26 MRD CHF
Im Detail hat die Bank ihre Rückstellungen für den NCUA-Fall nachträglich um 100 Mio USD bzw. 102 Mio CHF erhöht, per Ende 2016 waren damit in diesem Fall genau 1500 Mio USD zurückgestellt. Insgesamt belaufen sich die UBS-Rückstellungen für Rechtsfälle, regulatorische und ähnliche Angelegenheiten per Ende 2016 auf 3'261 Mio CHF. Der wichtigste Fall neben RMBS dürfte dabei eine Klage in Frankreich sein, bei der es um Beihilfe zu Steuerhinterziehung geht und für welche die UBS eine hohe Kaution hinterlegen musste. Hierzu gab es letzte Woche Spekulationen, die Bank strebe eine Vergleichszahlung von unter 300 Mio EUR an.
Aufgrund der Erhöhung der Rückstellungen, die nach dem Ende Januar veröffentlichten ungeprüften Jahresergebnis 2016 erfolgt ist, reduziert sich der den Aktionären zurechenbare Konzerngewinn für 2016 um diese 102 Mio und beträgt neu 3'204 Mio CHF. Das Ergebnis vor Steuern wird neu mit 4'090 Mio CHF ausgewiesen nach 4'192 Mio in der ursprünglichen Berichterstattung.
WEITERHIN HOHE TOP-MANAGER-BONI
Wie der Geschäftsbericht bzw. der Vergütungsbericht weiter zeigt, hat das Top-Management der Grossbank im vergangenen Jahr insgesamt mehr verdient als 2015. Allerdings waren zum Ende des Jahres 12 Konzernleitungsmitglieder im Amt, während es ein Jahr zuvor lediglich 10 gewesen waren. Der für 2016 ausgewiesene Betrag enthält u.a. die Vergütung an Lukas Gähwiler als Konzernleitungsmitglied für acht Monate. Die Gesamtentschädigung der Geschäftsleitung betrug für 2016 rund 97,9 Mio CHF, 2015 waren es 93,4 Mio CHF gewesen.
Bestverdienender Manager war erneut Konzernchef CEO Sergio Ermotti. Seine Gesamtentschädigung für 2016 belief sich auf 13,7 Mio CHF nach 14,3 Mio CHF im Jahre 2015. Das Grundgehalt blieb dabei mit 2,5 Mio CHF konstant, zusammen mit weiteren Leistungen betrug die fixe Vergütung total 2,8 Mio CHF. Den Rest machen variable Vergütungen in Höhe von 10,9 (VJ 11,5) Mio CHF aus.
Der Gesamtverwaltungsrat verdiente 2016 etwas mehr als im Jahr davor, und zwar 13,2 Mio nach 12,8 Mio CHF im Jahre 2015. Auch Präsident Axel Weber erhielt etwas mehr, und zwar 6,1 Mio CHF nach 6,0 Mio im Jahr davor.
BONUSPOOL UM 17% REDUZIERT
Die UBS-Mitarbeiter müssen sich derweil für 2016 mit deutlich tieferen Boni abfinden. Der gesamte Pool für leistungsabhängige Zahlungen wurde um 17% auf 2,92 Mrd CHF reduziert. Dabei nahmen sowohl der direkte Aufwand wie auch die auf spätere Perioden verschobenen Zahlungen ab. Bezugsberechtigt sind für das vergangene Jahr 47'603 Personen und somit knapp 1300 weniger als 2015.
uh/gab
(AWP)