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Den ersten Whisky trank er morgens im Bett. Dann ging es weiter: Champagner zum Mittag- und Nachtessen, dazwischen Brandy, Sherry und immer wieder Whisky. Winston Churchills Hang zum Alkohol war legendär. «Ich hatte mehr vom Alkohol als er von mir», lautet eines seiner unzähligen Bonmots. Adolf Hitler beschimpfte den Kriegspremier als «Trunkenbold».
Harry Wallop, Journalist beim «Telegraph», versuchte letztes Jahr, Winstons Tagesration nachzutrinken (siehe Video). Obwohl Churchill seinen Whisky (Lieblingsmarke: Johnnie Walker) stark verdünnt konsumierte und die Champagner-Flaschen (Lieblingsmarke: Pol Roger) kleiner waren als heute, musste Wallop etwa um zehn Uhr abends kapitulieren: «Ich war nicht total betrunken, aber mir war schlecht.»
Winston hätte zu jenem Zeitpunkt noch weitergemacht, mit Portwein oder einem alten Brandy, und einige Stunden gearbeitet, ehe er sein Tagwerk mit Cognac beschloss. Über seinen Alkoholkonsum gibt es einige Anekdoten. Einmal rief ihm die Labour-Abgeordnete Bessie Braddock im Unterhaus zu: «Winston, Sie sind betrunken!» Worauf Churchill erwiderte: «Bessie, Sie sind hässlich. Morgen werde ich wieder nüchtern sein und Sie immer noch hässlich.»
Bei seinem Besuch in Zürich, der heute vor exakt 70 Jahren stattfand und durch seine Europarede an der Universität in die Geschichte einging, soll ihm zum Essen anstelle seines geliebten Champagners der saure Clevner ausgeschenkt worden sein. Er war darob überhaupt nicht amused. Geschadet hat ihm die Trinkerei kaum – Winston Churchill wurde 90 Jahre alt. (pbl)
Die niederländische UNO-Einheit Dutchbat konnte den Völkermord in Srebrenica vor 20 Jahren nicht verhindern. Die Soldaten wurden als Feiglinge beschimpft und fühlen sich im Stich gelassen.
Als Derk Zwaan in den Krieg zog, war er 19 Jahre alt. «Eigentlich noch ein Kind», sagt er heute und lacht bitter. Im Januar 1995 kam der junge Niederländer als UNO-Blauhelmsoldat nach Jugoslawien – nach Srebrenica. Er blieb sechs Monate, sie sollten sein Leben verändern.
Jetzt – 20 Jahre später – ist Derk Zwaan Frührentner: Posttraumatische Belastungsstörung. «Srebrenica hat mein Leben kaputt gemacht», sagt er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.
Zwaan war einer von rund 400 …