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Wir sitzen alle im selben Boot. Das ist ein Satz, den man immer wieder hört. Es ist kein schlechter Satz. Er meint, dass wir alle dasselbe Problem und manchmal sogar dasselbe Ziel haben.
In der Bibel findet sich in der Apostelgeschichte 27
eine Schiffbruchsgeschichte. Da sassen auch alle im selben Boot. Gerne wären sie mit ihrem Schiff von Cäsarea nach Rom übers Mittelmeer gefahren, aber ein tagelanger, winterlicher Sturm liess sie schlussendlich an einer Insel stranden.
Die Passagiere hatten nach dem Schiffbruch unterschiedliche Interessen. das ganz lief auch aus dem Ruder: Die Matrosen planten einen Fluchtversuch und die Soldaten wollten die auf dem Schiff transportierten Gefangenen töten. Nichts Schlimmeres für einen Wächter, als wenn sein Gefangener flieht. Und der Gefangene wollte unbedingt nach Rom, weil er dort auf einen gerechten Prozess hoffte und das Evangelium weitererzählen wollte.
Denen ging es nicht anders als uns. Wir sitzen eigentlich mit der Coronakrise und der Klimaveränderung auch alle im selben Boot. Auch wir haben unterschiedliche Interessen, das sieht und hört man seit vielen Monaten und mir wäre es wohler, wenn wir uns in unserem Boot wenigstens gegenseitig unterstützen und einander nicht das Wasser abgraben und ausrufen: Der darf, und ich nicht!
In der Apostelgeschichte 27 nahm Paulus Brot, dankte dafür und brach es und fing an zu essen. Die anderen verstanden diese Symbolhandlung, machten es ihm nach, assen auch und fassten wieder Mut. Diesen Mut wünsche ich uns in unserem Boot auch.