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| Märtyrerakten - Ausgewählte Akten persischer Märtyrer

20. Mâr Abâ
5.
Da der Selige die Tugend dieses Studenten gesehen und über seine Worte viel nachgedacht, setzte er sich in den Sinn, sich zur Hausgenossenschaft Christi unterweisen zu lassen und fastete und betete beständig. Er war einem angesehenen Mann zugeteilt namens [S. 191] Chûdâibôd1, der Sekretär des Finanzdirektors2 dieses Gebietes von Bêt Arâmâjê war und sich damals in Radan befand. Nachdem dieser nach Ktesiphon hinabgezogen war, zog auch der Selige hinab mit jenem Sekretär, dem er zugeteilt war. Er fastete täglich und betete beständig in der Kalkkirche. Da hörte der Sekretär, bei dem er war, der Selige sei zum Christentum unterwiesen worden und sprach eines Tages: „Abâ, bist du Messianer geworden?" Er sprach: "Ja, ich bin Messianer." Der Sekretär sprach: „Ich sage es und klage dich vor dem Finanzdirektor an und man fesselt dich." Der Selige sprach: „Sag es nur; ich bin bereit, für den Namen Christi mich fesseln zu lassen und zu sterben." So sprach der Heilige, obwohl er das Siegel der Taufe noch nicht empfangen hatte. Nachdem er einige Zeit in Ktesiphon verbracht, kehrte er in seine Heimat zurück, und nachdem er beständig gefastet und gebetet, trat er zur heiligen Taufe hinzu im Dorfe 'KD. Von da an war er noch eifriger im Fasten, im Gebet und in Werken der Tugend. Er verließ den Sekretär und seinen Dienst, verschmähte die Welt und nahm sich vor, in die Wüste und in das Gebirge zu gehen, dort zu wohnen und Gott durch seinen Wandel zu gefallen.
1: „Gott im Sinne habend".
2: HMRGRD; vgl. armen, hamarakar, Rechnungsführer, Steuereinnehmer.