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Es war einmal eine Mutter, die hatte drei Töchter. Zwei waren hässlich und böse, doch die Mutter hatte sie sehr lieb. Die Jüngste war
brav und gut. Aber die Mutter konnte sie nicht leiden und duldete sie nur in der Küche. In der Nacht schlief sie unter einer Kornwanne, deshalb hiess sie «Aschenmädchen unter der
Kornwanne».
Eines Tages wühlte das Aschenmädchen in der Asche des Herdes und fand ein Loch, welches tief in die Erde hinunterführte. Es stieg zwei Treppen abwärts und kam zu einer alten Frau. Die hiess es willkommen und tröstete es. Sie gab ihm ein Kleid aus blauer Seide mit Sternen darauf und sprach: «Wenn der König zum Fest einlädt, kannst du zu mir kommen und das blaue Kleid mit den Sternen anziehen. Bis dahin werde ich es für dich aufbewahren.»
Als der König nun zum Fest einlud, putzten sich die beiden Schwestern zünftig heraus und gingen auf den Tanz Die Jüngste aber wühlte in der Asche des Herdes und stieg zur Alten hinunter. Die wusch sie, machte ihr die Haare schön zurecht und zog ihr das blaue Kleid mit den Sternen am Dann führte die Alte das Mädchen in die Küche, und im Dunkeln schlich es sich in den Saal des Königs. Alle bewunderten das schöne Mädchen, und der Prinz tanzte dreimal mit ihm.
Doch die Alte hatte dem Mädchen befohlen, nicht mehr als dreimal zu tanzen, und nach dem dritten Tanz floh es nach Hause. Es wühlte in der Asche des Herdes und ging zur Alten hinunter. «Wenn der König zum nächsten Mal zum Tanz einlädt, so komm zu mir!», befahl die Alte. Das Mädchen bedankte sich und ging in die Küche zurück.
Am anderen Tag erzählten die Schwestern ständig vom schönen Mädchen im blauen Kleid mit den Sternen.
Wieder gab es einen Tanz beim König und das Aschenmädchen ging, sobald die Schwestern fort waren, zur Alten. Diesmal gab sie ihm ein
blaues Kleid mit dem Mond darauf, und das Mädchen ging darin auf den Tanz beim König. Auch jetzt tanzte der Prinz dreimal mit ihm, und er hätte es gerne zurückgehalten. Doch wie die Alte befohlen
hatte, machte es sich von ihm los, lief schnell in die Küche zurück, wühlte in der Asche des Herdes und stieg zur Alten hinunter. Die Alte sagte: «Komm auch beim dritten Fest zu mir!»
Das Mädchen bedankte sich fest und ging in die Küche zurück, wo es unter der Kornwanne schlief.
Beim dritten Mal, als der König zum Tanz einlud, gingen die Schwestern wiederum rechtzeitig weg. Das Aschenmädchen aber wühlte in der Asche und ging zur Alten hinunter. Diesmal gab sie dem Mädchen ein blaues Kleid mit der Sonne darauf und zog ihm ein Paar goldene Pantoffeln an, sodass das Aschenmädchen wie eine Königin aussah. In diesem Kleid und in diesen Pantoffeln ging die Jüngste zum König auf den Tanz.
Nach drei Tänzen mit dem Prinzen wollte sie die Treppe hinunterfliehen, aber der Prinz rannte ihr nach, und als sie auf der Treppe war,
verlor sie einen goldenen Pantoffel. Mit Mühe konnte sie dem Prinzen entkommen und nach Hause laufen. Als sie unten zu der Alten kam, sprach diese: «Mein liebes Mädchen, bald wirst du Königin
sein.»
Voller Angst ging das Mädchen hinauf in die Küche und schlief unter der Kornwanne.
Der Prinz aber liess ausschreiben, dass er jenes Mädchen heiraten wolle, dessen Fuss so klein sei, dass ihr der goldene Pantoffel passe. Ohne es jemanden wissen zu lassen, schickte der Prinz zwei Diener in der ganzen Stadt herum; sie mussten herausfinden, welchem Mädchen der goldene Pantoffel passe. Die beiden Diener kamen zu den Schwestern des Aschenmädchens, doch denen passte der Pantoffel überhaupt nicht.
Da fragten die Diener, ob sie nicht noch eine Schwester hätten. «Doch, doch, aber die ist so schmutzig, dass sie nicht infrage kommt», antworteten die Schwestern.
«Wir haben den Befehl, allen Mädchen der Stadt den Pantoffel anzuprobieren», sagten die Diener, «und ihr müsst sie holen!»
Da riefen die Schwestern das Aschenmädchen in die Stube, und ihr passte der Pantoffel wie angegossen. Jetzt waren die Diener am Ziel, und sie sagten dem Aschenmädchen, sie müsse mit ihnen zum Prinzen kommen.
Aber sie bat, sich vorher waschen und kämmen zu dürfen. Sofort ging die junge Frau zum Herd, wühlte m der Asche Und stieg zur Alten hinunter. Diese machte ihr jetzt das Haar wunderschön zurecht. Und legte es in Locken und zog ihr das blaue Kleid mit der Sonne an.
Als sie in der Stube war führten Diener sie zum Prinzen, und schon bald feierten sie eine prächtige Hochzeit. Als der alte König starb, wurde der Prinz König und das Aschenmädchen Königin.
Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie heute noch.
Ein Märchen aus der Schweiz! Und es kommt sicher dem einen oder anderen bekannt vor. Eine schweizerische Version des bekannten Märchens aus der Sammlung der Gebrüder Grimm: Aschenputtel.
Mir persönlich gefällt diese Version fast noch besser!
Dieses Märchen lädt dazu ein:
- darüber zu sprechen was eine Kornwanne ist
- Kornähren betrachten
- Mehl mahlen und ev. Brot zu backen
- mit Kohle oder Asche zu malen
- einen Sommerball zu Hause zu veranstalten