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TADSCHIKISTAN
Seit Beginn eines ersten Untersuchungseinsatzes im Jahr 2003 hat die FSD fünfzehn Jahre lang ein Minenräumprogramm mit unterschiedlichen Methoden und Initiativen in Tadschikistan umgesetzt; dazu gehörten nichttechnische Untersuchungsteams, Mehrzweck-Minenräumteams, Minenhundestaffeln und mechanisierte Minenräumteams. Zusätzlich zu ihren Minenräumprogrammen hat die FSD eine Reihe von Umweltsanierungsprojekten, sozioökonomischen und sozialmedizinischen Maßnahmen und Kapazitätsaufbauprojekten in Tadschikistan und Kirgistan entwickelt. Diese enge Einbindung und die langjährige Erfahrung in Tadschikistan verschaffen der FSD viele Freiheiten, die für andere schwierig zu erlangen sind.
Tadschikistan hat im Oktober 1999 der Ottawa-Konvention über das Verbot von Antipersonenminen zugestimmt und wurde im April 2000 Vertragsstaat dieses Übereinkommens. Im Lauf der Jahre konnten durch Untersuchungen und Räumung Fortschritte bei der Landfreigabe verzeichnet werden, wenngleich noch viel zu tun bleibt, um die volle Einhaltung von Artikel 5 der Ottawa-Konvention zu erreichen; dies spiegelt auch die aktuelle Verlängerung bis 2025 wider.
Schätzungen des Nationalen Minenräumzentrums Tadschikistans (TNMAC) zum 31. Dezember 2019 besagen, dass immer noch rund 14 Millionen Quadratkilometer Land entweder durch technische Untersuchung oder durch Räumung freigegeben werden müssen. Bezüglich der verbleibenden Verseuchung wird geschätzt, dass circa neun Millionen Quadratkilometer Land physische Räummittel und Einsätze erfordern werden, und man geht davon aus, dass der Rest mit nichttechnischen Untersuchungen, Flächenreduktion und Landfreigabemethoden gehandhabt werden kann.
Die FSD hat in der Vergangenheit bis Anfang 2020 außerdem ein Waffenvernichtungsprojekt für die Beseitigung von Waffen und Munition durchgeführt und über 50 tragbare Luftabwehrsysteme sowie mehr als 800 Tonnen konventionelle Kampfmittel, Sprengstoffe und Waffen vernichtet.
Darüber hinaus hat die FSD in Tadschikistan eine Reihe von Einsätzen für die Unterstützung der Sanierung im Zusammenhang mit persistenten obsoleten Pestiziden (POP) durchgeführt, die noch aus Sowjetzeiten stammen und seither vergessenen worden waren. Viele Gemeinden lebten seit damals in der Nähe von oder auf/in kontaminierten Flächen und alten Lagergebäuden. Wenngleich es immer schwierig ist, einen direkten kausalen Zusammenhang zwischen einer derartigen Kontamination und gesundheitlichen Folgen herzustellen, liegen weltweit erhebliche Anhaltspunkte dafür vor, dass es zu nachweislichen negativen Folgen für die Gesundheit von Mensch und Tier kommt, wo obsolete Pestizide gelagert und unzureichend überwacht oder verwaltet werden. Ein Bericht der Weltbank stellte 2020 auch fest, dass dort, wo Pestizide im Freien gelagert werden, in der Nähe lebende und arbeitende Familien unter akuter oder chronischer Exposition leiden können. Die Langzeitexposition wird mit einer Reihe gesundheitsschädigender Wirkungen in Zusammenhang gebracht, von Problemen mit dem Nerven-, Immun-, Fortpflanzungs- und Hormonsystem und Geburtsfehlern unterschiedlicher Art bis hin zur Schädigung bestimmter Körperorgane und Krebs. In der Nähe solcher Lagerstätten findet man auch weidendes Vieh und essbare Feldfrüchte, die auf Land wachsen, das mit kontaminiertem Wasser bewässert ist, welches auch als Trinkwasser genutzt wird.
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