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Annuaire du Club Alpin Français I
Annuaire du Club Alpin Français Première année. 1874. Paris, 1875. Hachette.
Der C.A.F. ist der jüngste unter den grösseren Alpenvereinen; zwar wurde bereits im Juli 1870 die Gründung desselben von den Herren E. de Billy und A.J.oanne angeregt, die Kriegsereignisse liessen aber damals den Plan nicht zur Ausführung gelangen und es dauerte 4 Jahre, bis es Hrn. Abel Lemercier gelang, ihn endlich zu verwirklichen. Erst am 2. April 1874 hat sich der C.A.F. constituirt und Hrn. Ed. de Billy zu seinem ersten Präsidenten erwählt; als dieser nach nur zweitägiger Amtsdauer durch einen Eisenbahn-unfall seinen Tod fand, trat Hr. Cézanne an seine Stelle. Dem Andenken Hrn. de Billy's, des Gründers des C.A.F., des unermüdlichen Forschers und Pionniers, der als Mitglied der Sektion Genf auch im S.A.C. viele Freunde zählte, ist im Annuaire ein warmer Nachruf aus der Feder des Generals Chabaud-Latour gewidmet. Im April 1875 zählte der C.A.F. nach kaum jährigem Bestehen in den Sektionen Paris, Auvergne, Hautes Alpes, Isère, Savoie, Lyon, Vosges, Saône et Loire schon 845 Mitglieder. Sitz des Centralcomité's ist Paris. Präsident Hr. Cézanne, Vicepräsidenten die Herren Puiseux und A.J.oanne, Sekretär Hr. A. Lemercier und Kassier Hr. A. Templier. Als Zeugniss der Thätigkeit des Vereines während seines ersten Jahres liegt vor uns das 1. Jahrbuch, ein stattlicher Band von 552 Seiten, ebenso reich in der Ausstattung, wie mannigfaltig und gediegen im Inhalt.
Die Bestrebungen des C.A.F. erstrecken sich nicht nur auf die Alpen, sondern auf alle höheren Gebirge Frankreichs. Im Abschnitte der « Courses et Excursions », unseren « freien Fahrten » entsprechend, werden die Pyrenäen von den Herren Comte Henry Rüssel, A. Lequeutre, Wallon ( le Balaïtous ), M. Lemercier ( La Maladetta, nach Studer, vergl. Jahrbuch S.A.C. VIII., pag. 491 u. ff. ), und Fr. Schrader ( MontPerdu)besprochen; der Auvergne hat George Sand, F. A. C. Sektion Paris, einige Reiseerinnerungen gewidmet; in die Alpen führen uns die Herren Sosthène Jouglard ( Chaillol, Champsaur,. Valgodemar im Dept. Hautes Alpes ), George Devin ( Jungfrau, Matterhorn, Barre des Ecrins ), Pierre Puiseux ( Grand Costa Blanc oder Pic de l' Etendard, vergl. Jahrbuch IX., Studer, die Grandes Rousses ). H. Ferrand ( Col de la Muzelle von Corps nach Venose, Dauphiné ); P. Joanne ( von Pont-en-Royans nach Villard-de-Lans ); Dr. Guillaud ( L' époque préhistorique du Club Alpin Savoyard ); G. Gamard ( Jungfrau ) und A Millot ( Lysjoch, Schwarzthor, Matterhorn ). Eine Besteigung des Scawfell-Pike in Cumberland schildert uns Hr. A.J.oanne, der berühmte Verfasser der französischen Reisehandbücher, einen Ausflug zum Vöringfoss. in Norwegen Hr. E. Cotteau.
Der Abschnitt: « Sciences, Industrie, Beaux Arts » entspricht ungefähr unsern « Abhandlungen »; er bietet geologische Arbeiten von A. Daubrée ( Les montagnes d' Auvergne ), Viollet-le-Duc ( Les lacs supérieurs ), Prof..
Lory ( Essai sur l' orographie des Alpes de la Savoie et du Dauphiné ), Ch. Grad ( Le massif des Vosges ) und E. Vimont ( Les lacs Pavins etc. in der Auvergne ). Unter dem Titel « La question des montagnes » bespricht Hr. Cézanne €. P., die zunehmende Entvölkerung der französischen Gebirge. Prof. Bert behandelt die Bergkrankheit und empfiehlt zu ihrer Bekämpfung das Mitführen von comprimirtem Sauerstoff.
Der berüchtigte Mont-Iseran, angeblich 4045 m hoch, der so lange in allen geographischen Lehrbüchern gespuckt hat, wird durch Hrn. F. Borson, Oberst im Generalstab, ins Reich der Fabel verwiesen. Den Schluss des Abschnittes bilden eine Notiz über den rothen Schnee von A. Lequeutre und die Schilderung einer Industriestadt des Jura ( Morez, Dept. Jura, Arr. 13te-Claude ) von Hrn. L. de RoDchand. Mit den kleineren Mittheilungen ( Miscellanées ) und der Chronik des Clubs schliesst wie unser Jahrbuch auch das Annuaire ab.
An Karten enthält das Buch eine Karte der Gegend des Balaïtous, eine geologische Karte der Pavins-Seen, ein Kärtchen des Mont Iseran nach Borgonio, ein anderes derselben Gegend nach der französischen Generalstabskarte und als Extrabeilagen Fr. Schrader's Karte des Mont Perdu und eine topographische Karte des Grand Pelvoux in Farbendruck. Neben 14 Textholzschnitten bietet der Band drei Chromolithographien, .2 Radirungen, 2 Photoglyptien und einen grösseren Holzschnitt.
Obschon spät in die Linie eingerückt, hat sich der C.A.F. mit diesem seinem 1. Jahrbuche gleich ins vordere Glied der Alpenvereine gestellt und wird seinen Platz in demselben zu behaupten wissen. Von Seiten des S.A.C. sei ihm hiermit ein herzliches: Glückauf! gebracht.