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Eintrag von Pestiziden aus der Landwirtschaft in die Schweizer Oberflächengewässer:
Hydraulische Kurzschlüsse sind ein wichtiger Eintragspfad, der bisher weitgehend übersehen wurde.
Pestizide werden in der Landwirtschaft weitverbreitet eingesetzt. Nach ihrer Anwendung können sie in Oberflächengewässer transportiert werden, dort die Wasserqualität beeinträchtigen und erhebliche negative Auswirkungen auf die Gewässerlebewesen haben. Frühere Forschungsprojekte haben gezeigt, dass sogenannte hydraulische Kurzschlüsse (Englisch: shortcuts) einen wichtigen Eintragspfad für Pestiziden in Oberflächengewässer darstellen können. Zu hydraulischen Kurzschlüssen gehören Einlauf- und Wartungsschächte von Regenentwässerungssystemen, aber auch Strassen, Wege, Einlaufrinnen und Entwässerungsgräben. Die Relevanz hydraulischer Kurzschlüsse für den Pestizidtransport in landwirtschaftlichen Einzugsgebieten wurde jedoch nur in Einzelfällen untersucht und es war unklar wie wichtig sie generell im Vergleich zu anderen Eintragspfaden sind. Dieses Projekt verfolgte daher das Ziel, die Relevanz hydraulischer Kurzschlüsse erstmals schweizweit systematisch zu untersuchen.
Die Resultate des Projekts zeigen, dass der Transport via hydraulische Kurzschlüsse ein wesentlicher Eintragspfad für Pestizide in die Schweizer Oberflächengewässer ist. Dabei sind Einlaufschächte der Strassenentwässerung der wichtigste Kurzschluss-Typ. Pestizide können durch drei Hauptprozesse via Kurzschlüsse in Oberflächengewässer gelangen:
- Abschwemmung via Kurzschlüsse (siehe untenstehende Abbildung): Oberflächenabfluss, der während eines Regenereignisses nach einer Pestizidanwendung auf einem Feld gebildet wird, ist mit Pestiziden belastet. Dieser Oberflächenabfluss kann in einen Kurzschluss fliessen und durch diesen in ein Oberflächengewässer geleitet werden.
- Drift via Kurzschlüsse (siehe untenstehende Abbildung): Bei der Pestizidanwendung wird durch Drift (d.h. Windverfrachtung) ein Teil der Spritzflüssigkeit auf Nichtzielflächen (z.B. nahe gelegene Strassen oder Wege) abgelagert. Während den nachfolgenden Regenereignissen kann diese Spritzflüssigkeit von den Nichtzielflächen in Kurzschlüsse geschwemmt und durch diese in Oberflächengewässer geleitet werden.
- Unsachgemässe Handhabung: Durch unsachgemässe Handhabung bei der Pestizidanwendung (z.B. Leckagen der Spritzgeräte, versehentliches Verschütten, Nichteinhalten von Abstandsauflagen) kann Spritzflüssigkeit auf befestigte Flächen (z.B. Strassen oder Feldwege) gelangen. Während nachfolgenden Regenereignissen kann diese in Kurzschlüsse geschwemmt und durch diese in Oberflächengewässer geleitet werden.