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Nie mehr mit dem Schiedsrichter hadern! Die Holländer wissen wies geht.
War das Foul wirklich im Strafraum? Stand der Schütze im Abseits? Der niederländische Fussballverband KNVB will Klarheit: Er hat in den letzten Monaten versuchsweise sogenannte Videoreferees eingesetzt, die in Funkkontakt zum Schiedsrichter auf dem Platz stehen und innert 20 Sekunden schlüssig die Wahrheit übermitteln können. "In jedem Spiel gibt es zwei bis drei Situationen, in denen der Schiedsrichter vom Videoreferee profitieren könnte", sagt Projektleiter Raymond van Meenen (das ist der Herr rechts, der Mann neben ihm spielt die jeweils gewünschte Spielsequenz aus verschiedenen Perspektiven ein).
Das System darf noch nicht offiziell eingesetzt werden. Dafür braucht es die Zustimmung des Internationalen Regel-Boards (IFAB). Der Entscheid wird noch diesen Monat erwartet. Holland hofft das erste Land zu werden, das im Fussball mit Videoreferee arbeitet.
Was im Eishockey gang und gäbe ist, stösst im Fussball auf Skepsis. "Wollen wir Verhältnisse wie in den USA?" fragt Freiburgs Trainer Christian Streich. "Alle gehen Popcorn essen und warten auf den Video-Entscheid, niemand ist mehr im Stadion."
Das sei stark übertrieben, entgegnen die Befürworter. Während den 20 Sekunden bis zum Video-Entscheid werde in der Regel sowieso auf dem Platz debattiert und gestritten.
"Der Video-Entscheid könnte zusätzliche Spannungsmomente schaffen", glaubt Raymond van Meenen. Auch er räumt ein, dass solche Entscheide höchstens ein- bis zweimal pro Halbzeit eingesetzt werden sollten.