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«Hochfürst. Eichstett. Hof-Cammer Rat und Bau Direktor»
Beim Eingang des Ostenfriedhofes in Eichstätt befindet sich das monumentale Grabmal des Gabriele de Gabrieli. Entwurf und Inschrift stammen von ihm selbst.[1] Der Eichstätter Baumeister, der hier für Nachruhm sorgt, wird am 18. Dezember 1671 in Roveredo geboren. Vater Giovanni (um 1640−1716) ist Maurermeister. Seine Mutter ist eine Zuccalli, wahrscheinlich eine Cousine des Münchner Hofbaumeisters Enrico Zuccalli. Sein Vater arbeitet in Deutschland, 1675 ist er in Fürstenzell nachgewiesen. Nach Abschluss der Lehre hält sich Gabriele de Gabrieli ab 1690 als Geselle in Wien auf. Hier sind viele Landsleute, wie der mütterlicherseits verwandte Enrico Zuccalli, Gabrielis Schwager Antonio Sala und der Baumeister Antonio Riva tätig. Riva baut für Graf Kaunitz nach Planungen Zuccallis das Stadtpalais an der Bankgasse 9. Bei Riva dürfte Gabrieli nach seiner Ankunft gearbeitet haben. 1690 trifft auch der Italiener Domenico Martinelli (1650−1719) in Wien ein, der als architektonischer Berater für die Grafen Harrach und Kaunitz, sowie für den Fürsten von Liechtenstein tätig wird und deren Baumeister Zuccalli und Rossi verdrängt. Der junge Gabriele di Gabrieli und die Baumeister Sala und Riva arbeiten jetzt für Martinelli, der keine praktische Bauerfahrung hat und deshalb auf die Hilfe der italienisch sprechenden Baumeister aus Graubünden angewiesen ist. Fürst Johann Adam von Liechtenstein kauft 1694 von Graf Kaunitz das an der Bankgasse 9 begonnene Stadtpalais und überträgt Gabrieli anstelle des Baumeisters Riva die Ausführung.[2] Gabrieli muss am Treppenhaus statische Änderungen durchführen, was 1699 zum Zerwürfnis mit dem Planverfasser führt.[3] Gabrieli bezeichnet später den Palast als sein Werk, tatsächlich ist es sein Hauptwerk als ausführender Baumeister in Wien. Er zeichnet zwar Pläne für Martinelli, muss aber als entwerfender Planer für den Stadtpalast ausgeschlossen werden. Sicher hat Gabrieli in den ersten Wiener Jahren viel von Martinelli gelernt. Die Kontakte mit dem Liebhaberarchitekten aus Lucca bewegen ihn 1695 zu einem Studienaufenthalt in Rom. Noch bis 1708 arbeitet Gabrieli als Oberbaumeister und Bauinspektor für den Fürsten von Liechtenstein, ist aber schon 1694 auch in Diensten der Markgrafen von Ansbach. Nach Ansbach zieht er 1710. Kurz zuvor heiratet er Giovanna Marta Tini aus Roveredo, die ihm in die Residenzstadt nachfolgt. In Ansbach ist er nun Baudirektor und Hofkammerrat des Markgrafen Wilhelm Friedrich. Sein wichtigstes Werk ist der dortige Residenzneubau. Sein Bruder Caspare folgt ihm als Stuckateur nach Ansbach, stirbt aber 1713, erst 24-jährig. 1715 stirbt auch seine Ehefrau bei der Geburt des fünften Kindes, des späteren Doktors der Theologie und apostolischen Protonotars Adam Emanuel.[4] Sie wird im zwei Wegstunden entfernten katholischen Herrieden begraben. Der Tod der Ehefrau und die Vorliebe der jungen Markgräfin Christiane Charlotte für die französisch-klassizistische Stilrichtung des Barock[5] sind Gründe, warum Gabrieli Fäden nach Eichstätt spinnt und nach dem Tod von Jakob Engel 1714 zum Direktor des Fürstbischöflich Eichstättischen Hofbauamtes ernannt wird. 1716 zieht er endgültig nach Eichstätt und heiratet hier Maria Magdalena Pfaller, die Tochter eines Hofrates. Mit ihr hat er weitere fünf Kinder, von denen drei das Erwachsenenalter nicht erreichen. Sein erster Bau in Eichstätt, noch in Ansbach geplant, ist die neue Westfassade des Domes, die er als Schaufassade dem mittelalterlichen Bauwerk vorblendet. Er prägt nun über 30 Jahre das Gesicht der katholischen Residenzstadt und macht sie zu einem barocken Schmuckstück, ohne dabei die mittelalterliche Stadtstruktur zu zerstören. Sein Hauptverdienst liegt im Profanbau, vor allem mit den ins Stadtbild eingefügten Residenzen der Domherren und Kanoniker. Den Residenzplatz gestaltet er zu einer der schönsten Platzanlagen Süddeutschlands. Mit dem Zentralbau der Kirche Notre Dame zeigt Gabrieli 1719 seine Meisterschaft im Sakralbau. Sie nimmt spätere Stiltendenzen vorweg und steht als originelles Werk von hohem Rang allein in der zeitgenössischen süddeutschen Sakralbaukunst.
Nicht weniger umfangreich ist seine Tätigkeit im Herrschaftsgebiet des Fürstbistums. Wie schon bei seinem Vorgänger und Landsmann Jakob Engel stehen auch ihm Misoxer Meister zur Seite. In erster Linie ist es sein jüngerer Bruder Francesco (1691−1725), Stuckateur und Baumeister, der ihm nach Eichstätt folgt. Vermutlich werden heute einige seiner Bauten dem älteren Bruder zugeschrieben. Francesco stirbt jung in Öttingen. Ein sehr wichtiger Meister im Gefolge von Gabriele de Gabrieli ist der Baumeister Giovanni Rigaglia, der als Johann Rigalia[6] der Jüngere viele Bauausführungen Gabrielis übernimmt. Um 1720 kommt Domenico Barbieri (1704−1764) als Maurerlehrling zu Rigaglia nach Eichstätt und wird hier mit Förderung Gabrielis 1741 Hofbaumeister. Sein bekanntestes Werk ist der Umbau der Klosterkirche von Bergen zur heutigen Rokokokirche.
Gabriele de Gabrieli stirbt, wie es auf seinem von Domenico Barbieri gestalteten Grabstein geschrieben steht, am 21. März 1747, aber nicht mit den dort vermerkten 82 Jahren, sondern im 76. Lebensjahr. 1744 vermacht er testamentarisch einen Teil seines Vermögens zur Gründung einer Lateinschule in Roveredo. Pius Bieri 2009
Literatur
Zendralli, Arnoldo Marcelliano: Graubündner Baumeister, Zürich 1930.
Zendralli, Arnoldo Marcelliano: I Magistri Grigioni, Poschiavo 1958.
Pfister, Max: Baumeister aus Graubünden, Chur 1993.
Fiedler, Rembrandt: Zur Tätigkeit des Baumeister Gabriel de Gabrieli in Wien und Ansbach. Bamberg 1993.
Margadant, Silvio: Giovanni Domenico Barbieri (1704–1764). Poschiavo 1997.
Fiedler, Rembrant: Graubündner Bauleute im Hochstift Eichstätt, in: Graubündner Baumeister und Stukkateure, Lugano 1997.
[1] Halte, Wandersmann | und beschaue dieses | steinerne totengerüst | Welches | der hochfürstl. Eichstett. Hof-Cammer Rat | und bau Direktor gabriel De Gabrieli auf dem Krankenbete selbsten entworffen, und bey | seiner grabstatt zu errichten anbefohlen. | Irre dich nicht, Wandersmann, | dieses ist kein Todengerüst | Ess ist ein Entwurff desjenigen | Wass er im Leben durch Kunst erlanget, | und | in der tugend geliebet hat. | Hier | Ligt der jenige | Welcher in noch nicht manbahren jahren | die edle bau Kunst sehr hoch getrieben, | davon gibt ihn der fürst Lichtensteinische ballast | zu Wien dan die Residenz zu anolzbach | den wahren beweiss | Wass treffliche gebaü hat er nicht nach anordnen | der befehlenden Residenz statt Eychstätt in Vierunddreysich jahr gegeben. | Wass Kirchen und Altär in der statt und auf | den Land hat er nicht errichtet und geziert. | hat er sich nicht würdig gemacht auch | Einertmalss vor den altar der Vergeltung | belohnet zu werden. | Er hat dahier in diensten dreyer Hochwürdigsten | bischöff und fürsten bewiesen | was er in der Jugend gelernet und biss in das | Zwey und achzigste jahr fortgeführet | dan den ein und zwanzigsten Monathstag | Marzii dess Eintausend sieben hundert und sieben | Vierzigsten jahrs mit dem Leben beschlossen | Er erwartet für diese grosse Miehe | und seine besondere Liebe | gegen | den allmächtigen Gott, der gebenedeyesten Jungfrauen Maria | und allen Heiligen | diejenige dauerhaffte belohnung | Welche die welt ihn und den seinigen Nicht geben | noch zu Ertheilen Vermag. | Wandersmann, | bete also Vor ihn | ud wünsche den jenigen | der Hier in staub ud aschen Ligt | und die fröhliche auferstehung hoffet | die Ewige Ruhe. Amen.
|> zur Fotografie des Grabmals Gabriele de Gabrieli|
[2] Die Übernahme geschieht im Akkord. Die Bezeichnung (Fiedler 1993) als «Bauleitung» ist irreführend, denn der Bauleiter im heutigen Bauwesen ist nur Aufsicht im Auftrag und nicht Unternehmer im Werkvertrag.
[3] Domenico Martinelli ist von 1694−1698 nicht in Wien und kehrt 1705 in seine Heimat zurück. Er hat ab 1691 die Ausführungsplanung des Stadtpalastes so verändert, dass dieser tatsächlich als sein Werk gelten muss. Der cholerische Italiener beschwert sich 1699 öffentlich, dass Gabrieli mit Änderungen im Treppenhaus seinen Bau zerstört habe. Gabrieli verteidigt sich 1700 und bezeichnet die vorgefundene Statik als «Gran Errore» (groben Fehler). Heute betrachtet man die Prunkstiege als eines der schönsten barocken Treppenhäuser Wiens.
[4] Der Grabstein von Adam Emanuel de Gabrieli (1715−1785) ist heute an einer Betonmauer auf dem Ostenfriedhof in Eichstätt zu finden.
[5] Der Unterschied der Stilrichtungen ist am Ansbacher Schloss deutlich zu erkennen. Die Nachfolger Gabrielis, der frankophone Liebhaberarchitekt Karl Friedrich von Zocha und ab 1731 Leopold Retti vollenden kühl-nüchtern die restlichen Flügel. Der römisch geprägte Barock Gabrielis hebt sich vorteilhaft ab.
[6] Giovanni Pietro Rigaglia (um 1695–1733), seit 1714 in Eichstätt als Baumeister für den Hofbaumeister Gabriel de Gabrieli (1671–1747) tätig, wird dort als Johann Rigalia ansässig. Er stirbt am 15. September 1733 nach einem Unfall auf der Baustelle der katholischen Apotheke in Augsburg.
Grundlagen: Rembrant Fiedler, Max Pfister, Dehio, «Nottatte» von Barbieri.
Wo nichts anderes vermerkt, ist Gabrieli für den Entwurf und die Planung, die Auftragserteilung an die ausführenden Baumeister und für die Baustelleninspektion zuständig.
|Ort||Bauobjekt||Baujahr||Quelle|
|Wien||Liechtensteinisches Brauhaus, Reznicekgasse 11. Gabrieli wird für die Planung bezahlt. Die Zusage zur Ausführung wird nach dem Protest der Wiener Maurerzunft zurückgezogen.||1694||Nach Fiedler|
|Jokelsdorf (Jakubovice

CZ)
|Kirche Mariä Himmelfahrt. In der liechtensteinischen Herrschaft Eisenberg. Ausführung durch Gabrieli mit Landsleuten aus Roveredo. Zuschreibung Entwurf an Domenico Martinelli.||1694–1697||Nach Fiedler|
|Wien||Stadtpalais Liechtenstein, Bankgasse 9. Fertigstellung des 1688 von Enrico Zucalli für den Grafen Kaunitz geplanten Baus, den der Fürst von Liechtenstein 1694 kauft. Domenico Martinelli ist neuer Planer. Gabrieli übernimmt von Antonio Riva die Ausführung im Akkord.||1694–1705||Nach AIA[1]|
|Triesdorf||Markgräfliche Sommerresidenz. Vier Kavaliershäuser an der Markgrafenstrasse 5, 7, 14. Haus 14 wird 1862 aus zwei Häusern umgebaut. Erstes voll eigenständiges Werk Gabrielis.||1695–1697||Nach Fiedler|
|Ansbach||Prinzenschlösschen des Hofrats Georg Christian von Seefried, Schlossstrasse 39.||1697–1701||Nach Fiedler|
|Rudelsdorf

bei Landskron (CZ)
|Neuschloss des Fürsten von Liechtenstein. Baumeister ist Antonio Sala, der Schwager Gabrielis. Planung Domenico Martinelli, dem auch das Holzmodell[2] zugeschrieben wird. Baubetreuung mit Abrechnung 1712 durch Gabrieli. Das Schloss brennt 1718 und wird 1756 abgebrochen.||1698–1705||Nach

lanskrounsko.cz
|Wien||Orangerie beim Liechtensteinischen Gartenpalais in der Rossau. Vertrag mit Gabrieli als Baumeister. Entwurf Martinelli. Das «Glashaus» wird Anfang des 20. Jahrhundert abgebrochen.||1699–1705||Nach Fiedler|
|Dittenheim||Evangelische Pfarrkirche St. Peter und Paul. Entwurf.||1699–1707||Zuschreibung

Fiedler
|Ansbach||Adelspalais Von Jaxtheim in der Platenstrasse 18.||1700||Nach Fiedler|
|Feldkirch (A)||Liechtensteinsches Amtshaus. Wiederaufbau mit Oberaufsicht Gabrielis.||1702–1704||Nach Fiedler|
|Ansbach||Brandenburger Hof (Postgasthof) in der Neustadt 4.||1703||Nach Fiedler|
|Ansbach||Sommerhaus des Obristleutnants Jahnus in Pfaffengreuth 1. Umbau. Heute im Aussehen zerstört.||1706||Nach Fiedler|
|Gunzenhausen||Evangelische Spitalkirche Hl. Geist, barocker Umbau.||1706–1707||Zuschreibung|
|Ansbach||Residenz. Erste Neubauetappe mit Arkadenhof. Unterbruch nach Schlossbrand 1710.||1706–1709||Gesichert|
|Eckersmühlen||Evangelische Kirche zur Hl. Dreifaltigkeit. Planung. Ausführung unter Oberaufsicht des Rastatter Baumeisters Lorenzo Sala.||1709–1710||Zuschreibung

Fiedler
|Ansbach||Nordteil der Oberstjägermeisterei, Bischof-Meiser-Strasse 11.||1710||Nach Fiedler|
|Ansbach||Crailsheim-Palais, Neustadt 37.||1710 (ab)||Nach Fiedler|
|Ansbach||Zuschreibungen von Bürgerhäusern an der Schaitbergstrasse 4, Neustadt 23, Schalkhäuserstrasse 12.||1710 (um)||Zuschreibung

Fiedler
|Ansbach||Haus Kronenstrasse 1−3 «Zum Weissen Bock»||1710 (um)||Nach Fiedler|
|Heilsbronn||Münsterkirche, ehemalige Zisterzienserkirche. Die barocke Umgestaltung Gabrielis zur Evangelisch-Lutherischen Predigtkirche wird im 19. Jahrhundert rückgängig gemacht. Erhalten ist das Hochgrab des Markgrafen Joachim Ernst nach Entwurf Gabrielis.||1710−1711||Gesichert|
|Burgoberbach||Evangelische Kirche St. Nikolaus, Planung Kirchenumbau. Ausführung erst 1764 durch Domenico Sala.||1711||Gesichert|
|Obernzenn||Blaues Schloss. Neubau Osttrakt. Bauherr: Philipp Albrecht von Seckendorff-Aberdar. Stuck: Gabrielis Bruder Caspare de Gabrieli.||1711/1718||Gesichert|
|Ansbach||Gasthof zum Roten Ross. Nürnberger-Strasse 34.||1711–1715||Nach Fiedler|
|Thalmässing||Evangelische (obere) Kirche St. Michael. Pläne. Ausführung durch Maurermeister Michael Braunstein unter Aufsicht des Rastatter Baumeisters Lorenzo Sala. Stuck und Altar von Caspare de Gabrieli.||1712–1714||Gesichert|
|Rammersdorf||Wasserschloss der Freiherren von Eyb. Planung. Ausführung 1713−1715 durch Maurermeister Johann Georg Schmidt.||1713||Gesichert|
|Weihenzell||Evangelische Kirche St. Jakob. Kirchenneubau. Planung.||1713||Zuschreibung Fiedler|
|Ansbach||Residenz. Neubau von neun Achsen des Südostflügels (Hauptfront). Hauptwerk Gabrielis in Ansbach.||1713–1716||Gesichert|
|Auernhofen||Evangelische Kirche Hl. Kreuz und St. Blasius. Neubau nach Plänen Gabrielis durch Maurermeister Michael Braunstein.||1714||Nach Fiedler|
|Windsheim||Rathaus-Neubau. Polier ist Johann Rigalia der Jüngere. Innen durch Brand 1730 zerstört.||1714–1717||Gesichert|
|Eichstätt||Dom, Westfassade des Willibaldchores.||1714–1718||Gesichert|
|Eichstätt||Domherrenhof Arzat-Gebsattel am Domplatz.||1715||Gesichert|
|Rebdorf||Augustinerchorherrenstift. Konventbau und Osttrakt (Gabrieli-Hof).||1715–1734||Gesichert|
|Schwaningen||Altes Schloss. Umbauten.||1716||Zuschreibung|
|Wernsbach||Evangelische Kirche St. Johannes. Langhausumbau. Nur Leitung der Arbeiten bis 1716.||1716–1717||Nach Fiedler|
|Inching||Schloss. Aufstockung des Gebäudes von Jakob Engel.||1718 (um)||Gesichert|
|Zöbingen||Wallfahrtskirche St. Maria. Planung. 1737 Teilabbruch, 1782−1783 veränderte Fertigstellung.||1718–1724||Zuschreibung|
|Bertoldsheim||Schloss des Generals Freiherr Fortunat von Isselbach.||1718–1730||Gesichert|
|Baldern||Schloss Hohenbaldern. Umbau zu einer barocken Residenz. Kapelle, Grosser Saal und Galerie. Mit Bruder Francesco de Gabrieli.||1718–1737||Gesichert|
|Eichstätt||Klosterkirche Notre Dame (zusammen mit Francesco de Gabrieli und dem Augsburger Maler und Freund Gabrielis Johann Georg Bergmüller). Heute Informationszentrum.||1719–1721||Gesichert|
|Ansbach||Gasthaus zur Sonne, später «Zum Brandenburger», ehemals Oberer Markt, heute Martin-Luther-Platz 6.||1719–1722||Gesichert|
|Eichstätt||Domherrenhof Welden am Leonrodplatz 2. Heute evangelisches Pfarramt.||1720||Gesichert|
|Augsburg||Dompropstei. 1944 zerstört.||1720 ca.||Zuschreibung|
|Augsburg||Dom, Marienkapelle (Pollheim-Kapelle).||1720–1721||Gesichert|
|Herrieden||Pfarrkirche St. Martin, Umbau. Gabrieli wird auch der Einfluss auf die Barockisierung der Stiftskirche zugesprochen. In Herrieden ist seine 1715 in Ansbach verstorbene Frau beerdigt.||1721||Gesichert|
|Eichstätt||Oberstjägermeisterei Luitpoldstrasse 36.||1722||Gesichert|
|Mittel-Eschenbach||Friedhofkirche St. Walburga. Planung. Ausführung durch Domenico Sala.||1722||Zuschreibung|
|Paulushofen||Pfarrkirche St. Pauli Bekehrung. Planung. Bauausführung durch Johann Rigalia der Jüngere (Giovanni Rigaglia).||1722||Gesichert|
|Allersberg||Kontor- und Wohnhaus Gilardi. Fabrikantenvilla.||1722–1723||Gesichert|
|Hitzhofen||Pfarrkirche Mariä Heimsuchung. Langhaus. Planung. Bauausführung durch Johann Rigalia der Jüngere (Giovanni Rigaglia).||1722–1723||Gesichert|
|Ingolstadt||Alte Anatomie. Entwurf. Ausführung Michael Anton Prunnthaler.||1723||Zuschreibung|
|Eichstätt||Kloster Notre Dame. Klosterschule (Konventgebäude). Heute Informationszentrum. Baubeginn 1712 durch Benedikt Ettl.||1724||Gesichert|
|Eichstätt||Domherrenhof Ostein. Heute Diözesanarchiv. 1992 von Karljosef Schattner innovativ umgebaut.||1724||Gesichert.

Dat. Barbieri
|Allersberg||Orangerie, Eremitage und Kapelle St. Wolfgang für Fabrikant Gilardi. Baumeister ist Giovanni Rigaglia.||1725||Nach Barbieri|
|Allersberg||Haus Ambrosi Heckel. Baumeister ist Giovanni Rigaglia.||1725||Nach Barbieri|
|Eichstätt||Alter Ulmer Hof an der Residenzstraße.||1725||Gesichert|
|Gnotzheim||Pfarrkirche St. Georg. Vermittlung des Auftrags an seinen Bruder Francesco de Gabrieli.||1725||Gesichert|
|Eichstätt||Fürstbischöfliche Residenz. Heute Landratsamt. Südflügel nach Plan von Jakob Engel.||1725–1727||Gesichert|
|Breitenbrunn||Turmbau der Pfarrkirche. Bauausführung durch Giovanni Rigaglia.||1726||Gesichert|
|Dollnstein||Pfarrkirche St. Peter und Paul. Turmabschluss.||1727||Zuschreibung|
|Eichstätt||Heimbäckenhaus, Pfahlstrasse 25, ehem. Stadtwerkehaus, darin heute Lithographie-Werkstatt der Stadt Eichstätt.||1727||Gesichert|
|Eichstätt||Kloster Notre Dame, Pensionatsflügel. Heute Informationszentrum.||1727–1728||Gesichert|
|Eichstätt||Fürstbischöfliches Kanzleigebäude am Residenzplatz.||1728||Gesichert|
|Euerwang||Pfarrkirche St. Martin.||1728||KDM Bayern 1983|
|Hirschberg||Fürstbischöfliches Jagdschloss. Umbauten Nord- und Südflügel.||1729–1730||Gesichert|
|Eichstätt||Generalvikariat. Residenzplatz 4. Heute Vermessungsamt.||1730||Gesichert|
|Eichstätt||Gartenpavillon der Domdechantei, Residenzplatz 30.||1730 ca.||Gesichert|
|Eichstätt||Cobenzlschlösschen mit Gartenpavillon, Ingolstädter-Strasse 32.||1730 ca.||Gesichert|
|Eichstätt||Hettersdorfer Hof , Weissenburger-Strasse 6.||1730 ca.||Zuschreibung|
|Eichstätt||Kavalierhöfe oder Ministerhöfe am Residenzplatz 6−12.||1730−1736||Gesichert|
|Eichstätt||Dom, Grabmal des Fürstbischofs Ludwig Schenk von Castell. Ausführung von Guillaume de Groff nach Entwurf Gabrielis.||1731||Gesichert|
|Eichstätt||Kanonikerhöfe am Residenzplatz 9−15.||1732||Gesichert|
|Eichstätt||Domherrenhof Dietrichstein am Residenzplatz. 1905 aufgestockt.||1732||Gesichert|
|Absberg||Deutschordensschloss.||1733||Zuschreibung|
|Altdorf bei Tittting||Pfarrkirche St. Nikolaus und Mühle.||1733||Gesichert|
|Eichstätt||Wohnhaus Gabrieli (1686 erbaut). Fassadenumbau.||1733||Gesichert|
|Dietfurt an der Altmühl||Stadtpfarrkirche St. Ägidius. Umbau. Planung. Ausführung durch Domenico Barbieri.||1734−1736||Gesichert|
|Arberg||Torturm am Marktplatz. Umbau.||1735||Zuschreibung|
|Eichstätt||Stadtpropstei, Westenstrasse 1.||1735||Gesichert|
|Eichstätt||Hofstallungen (gegenüber Notre Dame).||1735 ca.||Gesichert|
|Eichstätt||Fürstbischöfliche Sommerresidenz. Heute Universitätsgebäude.||1735−1737||Gesichert|
|Eichstätt||Domherrenhof Schönborn. Heute Bischöfliches Palais.||1736||Gesichert|
|Gersdorf (Nennslingen)||Filialkirche St. Nikolaus. Planung.||1736||KDM Bayern

1983
|Eichstätt||Domherrenhof Gross, Leuchtenbergstrasse 1.||1737||Gesichert|
|Eichstätt||Orangerie an der Sommerresidenz, Ostenstrasse 22.||1737–1738||Zuschreibung|
|Eichstätt||Wohnhaus Gulden, Weissenburger-Strasse 6.||1738||Nach Barbieri|
|Nassenfels||Pfarrkirche St. Nikolaus.||1738||Zuschreibung|
|Eichstätt||Marienkapelle auf dem Frauenberg.||1739||Gesichert|
|Eichstätt||Dominikanerkloster. Heute Gabrieli-Gymnasium. Treppenhaus Nordflügel.||1740||Gesichert|
|Eichstätt||Dominikanerkloster St. Peter. Heute Gabrieli-Gymnasium. Westflügel, Treppenhaus.||1740 ca.||Gesichert|
|Pfünz||Zwei Orangerien im Schlosspark. Heute zerstört.||1740–1741||Nach Barbieri|
|Beilngries||Fürstbischöfliches Forstamt Hauptstrasse 43, Rentamt, Hauptstrasse 12 und Oberamtsgebäude Hauptstrasse 24 (heute Rathaus). Ausführung Barbieri.||1740–1742||Nach Barbieri|
|Eichstätt||Domherrenhof Ulm, Bau von Jakob Engel, Modernisierung der Fassaden.||1740–1742||Nach Barbieri|
|Greding||Haus am Marktplatz 9. Richter- oder Jägerhaus.||1741–1742||Nach Barbieri|
|Hirnstetten||Pfarrkirche St. Leonhard. Neubau Langhaus.||1743||Gesichert|
|Eichstätt||Grabmal Gabrieli auf dem Ostenfriedhof. Entwurf. Ausführung Bildhauer Matthias Seybold und Baumeister Giovanni Domenico Barbieri.||1747||Gesichert|
|Eichstätt||Pavillon beim Kloster Notre Dame. Nach Plänen Gabrielis postum errichtet.||1750||Gesichert|
Literatur
Zendralli, Arnoldo Marcelliano: Graubündner Baumeister, Zürich 1930.
Zendralli, Arnoldo Marcelliano: I Magistri Grigioni, Poschiavo 1958.
Pfister, Max: Baumeister aus Graubünden, Chur 1993.
Fiedler, Rembrandt: Zur Tätigkeit des Baumeister Gabriel de Gabrieli in Wien und Ansbach. Bamberg 1993.
|Gabriele de Gabrieli (1674–1745)|
|Biografische Daten|
|Geburtsdatum||Geburtsort||Land|
|18. Dezember 1671||Roveredo||Graubünden CH|
|Land 18.Jh.||Bistum 18.Jh.|
|Freistaaat Graubünden||Chur|
|Sterbedatum||Sterbeort||Land|
|21. März 1747||Eichstätt||Bayern D|
|Land 18. Jh.||Bistum 18. Jh.|
|Fürstbistum Eichstätt||Eichstätt|
|Kurzbiografie|
|Gabriele de Gabrieli ist ein bedeutennder Baumeister-Architekt aus dem Misox. Er arbeitet zuerst als ausführender Baumeister im Dienste der Liechtenstein in Wien, dann bis 1714 als Hofbaumeister in Ansbach. Den grössten Teil seines Lebens verbringt er als Hofbaumeister in Eichstätt, wo er die fürstbischöfliche Residenzstadt in ein Barockjuwel verwandelt.

Seine Hauptwerke:
Ansbach, Residenz: Hof und Südostflügel.
Rebdorf bei Eichstätt: Augustinerchorherrenstift. Konventbau und Osttrakt.
Eichstätt: Klosterkirche und Kloster Notre Dame.
Eichstätt: Domherrenhof Ostein.
Eichstätt: Kanonikerhöfe am Residenzplatz