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Der Russland-Fall zeigt: Die Reputationsrisiken im Ausland sind für die Eidgenossenschaft als Eignerin nicht kalkulierbar.
Was haben die Tierkörpersammelstelle in Herzogenbuchsee, ein Medienverlag in Nordrhein-Westfalen und ein Startup in Lausanne gemeinsam? Sie alle gehören mehr oder weniger zum Rüstungskonzern Ruag, der zu 100 Prozent im Besitz der Schweizerischen Eidgenossenschaft ist.
Die rein zufällige Auswahl der Ruag-Töchter und -Beteiligungen zielt bereits aufs Kernproblem ab: Die ehemaligen Rüstungsbetriebe des Bundes sind ihrer Rolle als reiner Zulieferer der Schweizer Armee längst entwachsen. 1999, im Gründungsjahr der Ruag, lag der Auftragsanteil des VBS bei 90 Prozent.
Privatisierung besser heute als morgen
Mittlerweile ist die Quote bei unter einem Drittel. Mit anderen Worten: Die Ruag ist längst nicht mehr der verlängerte Arm der Armee, sondern ein ziviler und militärischer Technologiekonzern mit mehrheitlich ausländischen Kunden. Im Umkehrschluss heisst dies: Die wirtschaftliche Emanzipation der Ruag rechtfertigt in keiner Weise die Eigentümerschaft der Eidgenossenschaft.
Der Betrieb ist zu privatisieren, besser heute als morgen. Einen ersten Schritt in diese Richtung hat der Bundesrat jüngst beschlossen, indem die Ruag auf 2020 entflechtet und in zwei eigenständige Einheiten separiert wird: Schweiz und international. Damit ist die Grundlage geschaffen, das Auslandsgeschäft mit seinen Reputationsrisiken in die unternehmerische Freiheit zu entlassen. Der aktuelle Fall in Russland zeigt dies mehr als deutlich.