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In diesem Projekt wird untersucht, welche Bedeutung pflanzenfressende Tiere (Herbivoren) in Weide-Ökosystemen des Schweizerischen Nationalparks haben. Wir haben die Herbivoren auf Grund ihrer Körpergrösse in vier Gruppen eingeteilt: Huftiere, Murmeltiere und Hasen, Mäuse, Insekten. Wir untersuchen beispielsweise wie stark welche Herbivorengruppe das Wachstum und den Nährstoffgehalt von Pflanzen, die Zusammensetzung der Vegetation oder der Mirkroorganismen im Boden beeinflussen.
Die oberirdische, grüne Biomasse ernährt eine grosse Zahl von verschieden grossen pflanzenfressenden Tieren (Herbivoren), beispielsweise Huftiere oder Insekten. Umgekehrt beeinflussen Herbivoren durch die Konsumation von Pflanzenmaterial die Produktivität und den Nährstoffgehalt der Vegetation und ihre Artenvielfalt. Zusätzlich und weit weniger bekannt, beeinflussen die oberirdisch lebenden Herbivoren aber auch im Boden lebende Organismen, die Bodenphysik und Bodenchemie, sowie Nährstoff-Kreisläufe. Wie ein Ökosystem auf oberirdisch lebende Herbivoren reagiert, hängt mit der Produktivität des Ökosystems zusammen und mit der Menge des Pflanzenmaterials, das von den Herbivoren konsumiert wird.
Die meisten wissenschaftlichen Studien, in denen bisher solche Beziehungen untersucht wurden, beschränkten sich auf den Einfluss, den grosse Herbivoren (Huftiere) auf die Ökosysteme haben. Der Einfluss kleinerer Herbivoren wurde dagegen nur selten untersucht und wir wissen wenig darüber wie gross ihr Einfluss im Vergleich und im Zusammenspiel mit Grossherbivoren ist.
Diese Wissenslücken wollen wir mit diesem Zaun-Experiment im Schweizerischen Nationalpark schliessen, mit welchem wir im Jahre 2009 begonnen haben. Mit Schachtelzäunen schliessen wir nicht nur Huftiere aus, sondern sukzessive auch mittelgrosse (Murmeltiere, Hasen) und kleine Säugetiere (Mäuse) und schliesslich wirbellose Tiere (Insekten). Wir untersuchen unter anderem, welchen Einfluss der Ausschluss dieser Tiergruppen auf ober- und unterirdische Biomasse der Pflanzen und der Mikroorganismen im Boden hat, wie sich die Artenzusammensetzung der Vegetation und der Gemeinschaft der Mikroorganismen verändern, aber auch die Gemeinschaften von Zikaden, Springschwänzen oder Milben. Zusätzlich werden auch Nährstoffkreisläufe analysiert wie beispielsweise wie schnell Stickstoff im Boden mineralisiert wird.