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Diese Beziehung hatte gegen so manche Unwegsamkeiten zu kämpfen: Aus moralischer Sicht schien eine Eheschliessung zwischen König Edward VIII. und der Amerikanerin Wallis Simpson unmöglich. Ebenso aus juristischer Sicht. Aus politischer Sicht. Aus gesellschaftlicher Sicht. Und aus religiöser Sicht. Die Beziehung zwischen dem britischen Royal und der US-Amerikanerin, die - so sehr sie auch an die Liebe zwischen Prinz Harry, 33, und Meghan Markle, 36, Schauspielerin und ebenfalls Amerikanerin, erinnern mag, ist dennoch von ganz anderen Voraussetzungen geprägt.
Ein Blick zurück in die Vergangenheit, in die 1930er-Jahre, als Edward Thronfolger war und wegen seiner Frauengeschichten seinen Eltern, insbesondere seinem Vater König George V., Kopfzerbrechen bereitete. Edward fühlte sich regelmässig zu verheirateten, jüngeren oder amerikanischen Frauen hingezogen. Sein Vater sorgte sich um das Wohl seines Sohnes und vermutlich noch viel mehr um das Ansehen der Krone, wenn Edward einmal König werden sollte. Im Januar 1936 schliesslich starb König George V. und machte Edward, den Prince of Wales, damit zum Nachfolger. Das Jahr markierte den Anfang vom Ende Edwards Regentschaft und den Anfang einer grossen Krise, die die britische Monarchie erschütterte.
Edward von sexueller Störung befreit
Die BBC fasst Edwards Problem in zwei Punkten zusammen: seine offensichtlichen Sympathien für Nazi-Deutschland und seine Liebe zu Wallis Simpson, notabene einer bereits geschiedenen und zum zweiten Mal verheirateten Amerikanerin. Während Edward Wallis heiraten wollte, sobald ihre zweite Scheidung in den USA beschlossen war, war die Mehrheit der Briten, Politiker und Hof inklusive, gegen eine solche Eheschliessung ihres Königs. Aus religiöser Sicht erlaubte die Kirche von England keine Ehe mit Geschiedenen, so lange der ehemalige Ehepartner noch am Leben ist. Simpsons erste Scheidung war zudem von der Kirche von England nicht anerkannt, weshalb sie an der Hochzeit ihrer zweiten Ehe de facto noch verheiratet war.
Dies war nicht der einzige Grund für die negative Haltung gegenüber der Amerikanerin. Viele glaubten, Simpson liebe Edward nicht ernsthaft, sondern sei stattdessen nur an Ruhm, Status und Geld interessiert. Und - so ein pikantes Detail - sie habe sexuelle Macht über ihn besessen. Sie solle gewisse Praktiken in einem chinesischen Bordell erlernt haben und damit Edward von einer sexuellen Störung befreit haben. Biograf Philip Ziegler schrieb in seinem 1990 erschienen Werk über den Royal: «Es muss sich um eine Art sado-masochistischer Beziehung gehandelt haben. (...) [Eduard] genoss die Verachtung und Grobheit, mit der sie ihm begegnete.»
Damit noch immer nicht genug: Simpson soll, wie Edward auch, zur Zeit des Nationalsozialismus deutschfreundlich gewesen und auch als «Nazi-Agentin» bezeichnet worden sein. Und neben Edward noch weitere Liebschaften gepflegt haben.
Nach 326 Tagen abgedankt
Als sich Edwards Heiratsabsichten verdichteten, machte Englands konservativer Premierminister Stanley Baldwin klar, dass niemand im Land die Ehe unterstützen würde und keiner Wallis Simpson als Königin sehen möchte. Und so war nach 326 Tagen Edwards Regentschaft bereits wieder Geschichte. Er machte seinem Bruder König George VI. Platz - dem Vater der heutigen Königin Elizabeth II.
In seiner offiziellen Radioansprache zur Abdankung sagte Edward, dass er sein Amt, so wie es er gewollt hätte, nicht ohne die Frau, «die ich liebe», hätte ausführen können.
Damit siegte zwar die Liebe über alle Widerstände, die sich dem Paar in den Weg stellten. Die Probleme aber blieben: Die Sympathien der beiden für den Nationalsozialismus war vielen ein Dorn im Auge.
So blieb nach der Eheschliessung im Sommer 1937 Simpson die Anrede «Königliche Hoheit» verwehrt und Edwards Mutter weigerte sich ein Leben lang, ihre Schwiegertochter zu empfangen. Nur auf explizite Einladung des Königs wurde dem Paar eine Reise nach England gewährt. Edward und Wallis lebten daher mehrheitlich im Exil in den USA und in Frankreich, wo sie sich auf dem Schloss des Nazi-Sympathisanten Charles Bedaux in einer kleinen Zeremonie auch das Jawort gaben; noch im gleichen Monat reisten Edward und Wallis nach Deutschland, wo sie Adolf Hitler trafen und ein Konzentrationslager besuchten.
Über 30 Jahre verheiratet
Während des Zweiten Weltkrieges wurde Edward als Gouverneur auf die Bahamas versetzt, doch machte er auch dort aus der Ferne aus seinem Gefallen an Hitler kein Geheimnis. Einem Bekannten soll er gesagt haben: «Wenn der Krieg vorbei ist und Hitler die Amerikaner zerquetscht hat [...] übernehmen wir [...] Sie [der Commonwealth] wollen mich nicht als ihren König, aber ich komme bald als ihr Führer zurück.»
Als der Krieg zu Ende war, führten der Herzog von Windsor, wie Edward nach seiner Abdankung betitelt wurde, und seine Gemahlin ein Jetset-Leben. Die kinderlose Ehe, die so viele nicht guthiessen, hielt bis zu Edwards Tod am 28. Mai 1972 - er starb im Alter von 78 Jahren an Kehlkopfkrebs. Sie starb 1986 im Alter von 89 Jahren und liegt auf dem Friedhof von Frogmore bei Windsor begraben. Neben ihrem Mann.
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