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Peter A. Frei, erzählen Sie uns von ihrer Beziehung zur Sportinformation. Sie lernten sie als Leser kennen, waren später Kunde, und noch später stellten Sie als Chefredaktor und Verwaltungsrat Weichen.
Ich war zwei Mal bei der Sportinformation tätig. Von 1962 bis 1967 und von 1989 bis zu meiner offiziellen Pensionierung 2009. Ich durfte praktisch alle Jobs und Positionen bei der Si bekleiden, die es überhaupt gab: Im ersten Anlauf als Volontär, Redaktor, Chef vom Dienst und als Arbeitnehmer-Vertreter bei der Personalvorsorgestiftung, dann ab 1989 als Direktor, Chefredaktor, Chef vom Dienst, als Arbeitgeber-Vertreter und als Präsident in den Stiftungsräten der Personalvorsorgestiftungen, schliesslich vor der Pensionierung als Verwaltungsrat, danach als VR-Präsident und schliesslich bis zur Fusion mit der SDA Ende 2015 als Si-Ehrenpräsident. Ja, und dazwischen war ich Kunde der Si, als Sportchef beim Blick und als Chefredaktor des Sport.
Nicht viele Leute kennen die Sportabteilung von Keystone-SDA so gut wie Sie. Erzählen Sie uns, wie es früher war.
In den Sechzigerjahren wurden von den Si-Redaktoren nur die wichtigsten Anlässe vor Ort besucht, zum Beispiel Olympische Spiele, Weltmeisterschaften in den wichtigsten Sportarten, die Tour de Suisse und die Tour de Romandie. Neben den Ausland-Nachrichten, die überwiegend von internationalen Agenturen übernommen wurden, holten wir viele Informationen von Korrespondenten herein. Später, als die Zeitungen immer ausführlicher über das Sportgeschehen berichteten, häuften sich die Reportagen der Redaktoren – und logischerweise auch der Personalbestand. 1972 beim „Fünfzigjährigen“ arbeiteten 15 Leute auf der Zürcher Redaktion und vier in Genf, 1997 beim „75-jährigen“ waren es doppelt so viele bis danach zu einem Höchststand zu Beginn des neuen Jahrtausends von 45 Vollzeit-Angestellten. Heute haben sich diese Zahlen wieder halbiert.
Was waren denn ausser den journalistischen Aufgaben die grossen Herausforderungen, auch im Vergleich zu heute?
Das Thema Übermittlung allein repräsentiert ein Stück Zeitgeschichte: vom Telefon über Telex, Simultanfernschreiber, Fax und erste elektronische Übermittlungsgeräte. Danach generierten Online und Internet vergleichsweise paradiesische Zustände. Allerdings hat sich der Zeitdruck verlagert: Waren früher um 22.30 Uhr oder 23 Uhr die ultimativen Zeitpunkte, um eine aktuelle Meldung fertigzustellen und aufs Kundennetz zu geben, rechtzeitig vor Andruck der Zeitungen, so besteht dieser Druck heute auch um 9 Uhr morgens oder um 15.32 Uhr am Nachmittag. Online duldet keinerlei Verzögerung. Heute wie früher am Wichtigsten jedoch: Text und Resultate müssen stimmen. Ein 3:1 im Fussball ist ein 3:1 – alles andere wäre falsch und peinlich.