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Die US-Zentralbank belässt die Leitzinsen unverändert
Die Fed wartet mit einer Erhöhung der Leitzinsen weiter ab. Gleichzeitig signalisiert sie aber noch immer eine Zinserhöhung vor Jahresende. Ihre Wachstumserwartungen hat sie moderat nach unten korrigiert.
Die US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) hat die Leitzinsen an ihrer gestrigen Sitzung nicht erhöht. Sie bewegen sich somit unverändert in der Zielspanne zwischen 0.25% und 0.50%. Zwar wollten offenbar drei der stimmberechtigten Mitglieder des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) die Zinsen unmittelbar erhöhen. Drei weitere Mitglieder sahen jedoch keine Notwendigkeit dafür, dies noch in diesem Jahr zu tun. Laut Analysten der Credit Suisse bestätigt das den beträchtlichen Dissens unter den politischen Entscheidungsträgern.
Zinserhöhung könnte noch im Dezember erfolgen
Die FOMC-Stellungnahme beinhaltet die Formulierung, dass die «kurzfristigen Risiken für den Wirtschaftsausblick ausgewogen zu sein scheinen», worin die CS-Analysten Ausdruck für ein etwas grösseres Vertrauen in die Wirtschaft sehen. Sie weisen darauf hin, dass eine ähnliche Wortwahl gegen Ende 2015 verwendet worden war, um eine bevorstehende Zinserhöhung zu signalisieren.
Die CS-Analysten erhöhen deshalb die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember 2016 auf 60% und erwarten im Jahr 2017 zwei Anhebungen, was im Einklang mit den neuen Prognosen der Fed stehe.
Längerfristige Entwicklung der Zinsen ist höchst ungewiss
Besonders die längerfristige Entwicklung der Zinsen ist aber immer noch höchst ungewiss, wie Fed-Chefin Janet Yellen während ihrer Pressekonferenz wiederholte. Sie vertrat im Einzelnen die Auffassung, dass die Inflationsrisiken gering seien, wohingegen die Risiken in Verbindung mit voreiligen Zinserhöhungen beträchtlich wären, da die Zinsen nahe der «Nullprozentmarke» stehen.
Wachstumserwartungen des FOMC wurden leicht nach unten korrigiert
Wichtig ist gemäss den CS-Analysten, dass die mittleren Werte der Erwartungen des FOMC hinsichtlich des mittelfristigen und langfristigen Wachstums, der Inflation sowie der langfristigen Fed-Funds-Rate erneut nach unten korrigiert wurden, wenn auch nur moderat.
Märkte haben auf Fed-Entscheid reagiert
Für die Schwellenländerwährungen ist der ausgebliebene Zinsschritt der Fed laut Credit Suisse eindeutig positiv. Sie behält ihre positive Prognose für Schwellenländerwährungen bei, die sich aus der günstigen Bewertung und dem unterstützenden charttechnischen Bild ergebe.
Die Aktienmärkte werteten die abwartende Fed-Entscheidung als positives Signal. Der S&P 500 schloss bei 2’163 (+1.09%), während die US-Renditen nachgaben, da der Markt eine gewisse Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung eskomptiert hatte. Die 2-Jahres-Rendite der US-Treasurys fiel auf 0.77% und die 10-Jahres-Rendite gab auf 1.65% nach.