Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03565.jsonl.gz/2294

Der Steinadler ist dem Schicksal der Ausrottung knapp entgangen.
Er war ursprünglich in ganz Mitteleuropa verbreitet. Durch menschliche Verfolgung erreichten die Bestände zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen Tiefststand. Strenger Schutz hat den Steinadler vor der Ausrottung gerettet.
Mit einer Spannweite von 2.2 m beeindruckt der Steinadler nicht nur Murmeltiere.
Der «König der Lüfte» profitiert im Nationalpark von idealen Lebensbedingungen. Hier findet er ausreichend Beutetiere und Horstplätze. Im Sommer ernährt sich der Steinadler vorwiegend von Murmeltieren. Im Winter bildet Aas von Huftieren einen hohen Anteil an seiner Nahrung.
Heute ist der Nationalpark Teil von sechs Steinadler-Brutrevieren.
Die Paarung der Steinadler findet im Januar statt, die Eiablage im April. Die Jungen schlüpfen im Mai und fliegen etwa Ende Juli aus. Sie werden bis im Winter von ihren Eltern gefüttert.
Steinadler haben meist 1 bis 2 Junge. Schwache Jungtiere werden von ihren Geschwistern nicht selten aus dem Nest geworfen.
Steinadler sind ausgesprochen territorial.
Jedes Paar hat meist mehrere Horststandorte innerhalb seines Reviers. Im Kanton Graubünden beträgt die Grösse eines Reviers im Schnitt etwa 50 Quadratkilometer. Fremde Adler werden mit Vehemenz aus dem Revier vertrieben. Mehr zum Steinadler erfahren Sie im Buch «Der Steinadler in Graubünden» von Nationalparkdirektor Heinrich Haller. Bestellung im Nationalparkzentrum Zernez oder über unseren Shop.
Der Steinadler hat heute keine natürlichen Feinde mehr. Trotzdem wachsen die Adlerbestände nicht ungehindert an. Je mehr Adler sich im Luftraum tummeln, um so grösser wird die Konkurrenz untereinander. Wenn ein Adlerpaar den Horst dauernd verlassen muss, um sein Revier zu verteidigen, vernachlässigt es seine Brut. Tatsächlich zeigen Forschungsresultate, dass der Bruterfolg der Steinadler mit zunehmender Zahl der Reviere sinkt.