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Die Jakob Müller AG, weltweit führender Anbieter von Technologien für die Band- und Schmaltextilienindustrie, kam auf uns zu, da die Fricktaler Firma beschlossen hatte, ihr Fertigungszentrum im Bata-Park (Möhlin) an den Hauptsitz in Frick zu verlegen. Man wollte die Fabrikation von Textilmaschinen auf einen Standort in der Schweiz konzentrieren. Doch am Standort in Frick gab
es nicht genug Platz für die Integration der bis zu 30 Meter langen Fertigungsstrassen. Also entschied man sich für einen Anbau im angrenzenden Garten, der samt Gründervilla und Poolhäuschen, im Besitz der Firma ist.
Allerdings ist der Bauplatz hinter den Industriehallen nur über ein schmales Quartiersträsschen zugänglich. Wie sollten hier die
schweren Baumaschinen verkehren? Thomas Stegner, Projektleiter bei Bäumlin+John, prüfte mit dem Bauherrn verschiedene Varianten: Den Bau einer Piste, die von der hinteren Seite auf das Areal führt, verwarf man, weil der Garten zu stark beeinträchtigt würde. Der Einsatz eines Krans, der Baumaschinen und Material über die Hallen hinweg am gewünschten Ort platziert, scheiterte an der riesigen Spannweite, die dazu nötig wäre. Diskutiert wurde auch, ob man das Material und die Baumaschinen durch die Hallen hindurch transportieren könnte, was allerdings den Betrieb der Firma eingeschränkt hätte. Blieb also das Quartiersträsschen. «Wir haben dann eine steil abfallende Bordseite mit Kies aufgefüllt und die Strasse um rund einen Meter verbreitert», erklärt Thomas Stegner. So konnten im Juli 2015 die Aushubarbeiten beginnen.
Der Zeitplan war sehr eng. Ber eits Ende Januar 2016 sollte der Umzug von Möhlin in die ‹Gartenhalle› stattfinden und die Halle 10 im Bata-Park einem Nachfolger übergeben werden. Jeder Tag Verspätung würde beträchtliche finanzielle Einbussen mit sich bringen, weil die Maschinen still stehen. Nach aufwändigen Nivellierungsarbeiten (das Niveau des Gartens lag ca. zwei Meter tiefer als jenes der bestehenden Hallen) wurde im August 2015 das Fundament gegossen; im September zog man das Stahlgerüst hoch und im Oktober die Gebäudehülle; im Dezember baute man den Hallenboden sowie separate Büro- und Messräume ein; und im Januar wurden die technischen Anlagen installiert.
Dabei nutzte man die bestehenden Wasser- und Stromanschlüsse, einzig die Lüftung basiert auf einem eigenen System: die Zuluft der neuen
Lüftungsanlage wird mit Grundwasser gekühlt.
Ende Januar war der Innenausbau nahezu abgeschlossen, der Umzug konnte beginnen. Derweil gingen die Arbeiten an der Fassade weiter. Mit ihrer feinen Holzverkleidung und den schmalen Fensterbändern fügt sich der pavillonartige Bau behutsam in die historische Gartenanlage
– kaum etwas deutet auf eine Industriehalle hin. An der Anlage selbst wurde fast nichts verändert: Die alten Bäume und das nierenförmige
Poolhäuschen blieben vollständig erhalten. Einzig der Swimmingpool musste weichen, er lag genau in der Ecke der Baufläche.
Auftraggeber: Jakob Müller Immobilien AG
Baujahr: 2015/2016