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17.07.2019
Ein sehr guter Reihenstart
Blackbird Mountain, Band 1: Blackbird Mountain, Virginia, 1890. Die junge Witwe Ava erreicht nach beschwerlicher Überfahrt endlich die Farm der Norgaards, wo sie sich um drei Jungen kümmern soll. Grosse Überraschung, als sich die Brüder als erwachsene Männer herausstellen! Ihre Dienste werden somit nicht benötigt. Was soll Ava nun tun? Jorgan, Thor und Haakon sind zwar sehr freundlich zu ihr, aber die Situation – insbesondere der zuweilen ungestüme, gehörlose Thor – schüchtert sie sehr ein. Doch mit jedem Tag auf der Apfelplantage fühlt sie sich mehr zu Hause. Kann sie auch ihr Herz für eine neue Liebe öffnen?
Erster Eindruck: Ein sehr schönes, romantisch-verträumtes Cover, durch die Kleidung ist ersichtlich, dass es sich um einen historischen Roman handelt.
Die Ankunft von Ava fängt gleich mit einer schlechten Nachricht an, denn Dorothee, die Grosstante ihres verstorbenen Mannes Benn, die Ava gebeten hatte, zu ihnen zu kommen, ist mittlerweile ebenfalls verstorben. Und die Kinder, auf die sie aufpassen soll, sind gar keine Kinder, sondern gestandene Männer! Jorgan ist der Älteste und leitet die Farm, Thor ist der Schnapsbrenner und Haakon ist der Jüngste und liefert den Alkohol aus. Als unverheiratete Frau in einem Haus mit Männern zu wohnen, wäre gar nicht schicklich, aber da Miss Ida, die Haushälterin der Norgaards, auch dort wohnt, passt das schon. Jorgan war mir gleich von Beginn an sympathisch; er ist besonnen und kümmert sich um seine Brüder. Thor wirkt spröde; es hat mich sehr betroffen gemacht, wenn er sich nicht richtig ausdrücken konnte, da sein Gegenüber seine Gebärden nicht verstand oder er sich beim Sprechen von ihm abwandte. Haakon, der Hitzkopf, ist rastlos und schiesst manchmal übers Ziel hinaus. Meine Lieblingsfigur war Miss Ida: Sie und ihre Schwester samt Familie gehen schon lange einen gemeinsamen Weg mit den Norgaards. Miss Ida scheucht ihre drei „Jungs“ einmal pro Monat in die Kirche; bei Nichtbefolgen droht sie mit Küchenstreik. Die Brüder haben diesen Fehler nur einmal begangen…
Alkohol, Alkoholsucht und -entzug, Gehörlosigkeit, Fehde, Rivalität und Glaube – das sind nur einige der behandelten Stichworte. Es gibt Dramatik und auch etwas fürs Romantikerherz. Für mich war es das erste Buch der Autorin, aber es wird sicherlich nicht das letzte gewesen sein. Die Geschichte hat sich flüssig lesen lassen und der Autorin ist es sehr gut gelungen, die Probleme in puncto Gehörlosigkeit bildhaft darzustellen. Mir haben dazu auch die Anmerkungen der Autorin über die Entstehung des Buches sehr gut gefallen. Um die schwierige Situation der Gehörlosigkeit Ende des 19. Jahrhunderts korrekt darstellen zu können, waren vertiefte Recherchen nötig – diese haben sich absolut gelohnt! Da ich keine halben Sterne vergeben kann, runde ich auf die vollen fünf Sterne auf. Ich freue mich auf die Fortsetzung.