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Kigali, Ruanda: Die Bürgersteige und Straßenränder sind im Vergleich zu anderen Ländern sauber, die Wasserabflüsse frei, an jeder Straßenecke hängen Mülleimer, die regelmäßig geleert werden. Es gibt hier Kehrtage, um dies zu erreichen. Ruanda wird dieses Jahr Gastgeber für das erste Weltforum zur Kreislaufwirtschaft sein, das in Afrika stattfindet.
Bisher leben die Ärmsten auf dem afrikanischen Kontinent vom Müll. Ruanda führt nun eine Allianz an, um daraus ein Business zu machen. Das kleine zentralafrikanische Land ist auf dem Kontinent führend hinsichtlich Abfallvermeidung und Recycling. Seit 2008 gilt dort ein Totalverbot für Polyethylen-Plastiktüten.
Recycling schont nicht nur die Umwelt, sondern schafft auch Arbeitsplätze. Für je 100.000 Tonnen gebrauchter Güter entstehen lediglich sechs Arbeitsplätze, wenn sie auf einer Deponie entsorgt werden; werden sie recycelt, sind es 36. Kommt auch noch Reparatur und Wiederverwendung hinzu, entstünden 296 Arbeitsplätze.
Auch um die Migration nach Europa zu verhindern, bemüht sich die EU verstärkt darum, Arbeitsplätze in Afrika zu schaffen. Afrikas Kreislaufwirtschaft ist eigentlich fortgeschritten, doch nur informell. Sie schafft Einkommen, aber keine offiziellen Jobs.
Ruanda geht dabei mit Beispielen voran. Der Müll Kigalis landet auf einer Mülldeponie, die mit neuesten Konzepten errichtet wurde, um Mülltrennung zu erlauben. Bis zu 10.000 Tonnen Elektroschrott werden hier wiederverwertet: Alte Handys werden repariert, Computer und Laptops überholt. Die Rechner werden preiswert an Schulen abgegeben, so spart sich die Regierung am Ende Geld bei der Anschaffung.