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Wir haben unter dem gedeckten Kompost einen neuen Mitbewohner oder Mitbewohnerin und wissen nicht, ob es ein Hermelin ist. Das unbekannte Wesen hat schon eine riesige Menge Humus und Lehm in kleinen Klumpen nach oben transportiert (siehe angehängte Fotos). Das Loch hat etwa einen Durchmesser von 8 cm. Ich habe zum Test rohes Poulet-Fleisch hingelegt und nach ca. einer Stunde war es weg. Es muss also ein Fleischfresser sein. Jetzt im Winter lasse ich es in Ruhe. Aber im Frühling weiss ich nicht so recht, ob ich den Kompost kehren soll/darf. Können sie mir da einen guten Rat geben?
Trotz der Bilder ist nicht eindeutig auszumachen, um was genau für ein Tier es sich handelt. Eher unwahrscheinlich ist, dass ein Hermelin oder ein Mauswiesel das Fleisch verspeist. Beide sind zwar kleiner als andere Fleischfresser, jedoch auch sehr scheu und kaum in Siedlungsgebieten anzutreffen. Für den wenig scheuen Steinmarder hingegen, welcher sich daher gerne in Siedlungsgebieten aufhält oder gar lebt und dabei eine besondere Vorliebe für das Zerbeissen von Autokabeln entwickelt, sind Gänge mit einem Durchmesser von 6 bis 8 Zentimetern ebenfalls kein Problem. Ausserdem kommt der kleinere Iltis in Frage, der bei Bedrohung ein stinkendes Sekret aus seiner Analdrüse abgibt und daher auch Stinkmarder genannt wird. Er klettert kaum, liebt aber die Seenähe, da er ein äusserst guter Schwimmer ist. Er frisst alles, auch Fleischabfälle. Alle gehören übrigens zu der Familie der Marderartigen (Mustelidae). Den Gang hingegen dürfte jedoch eine Wühlmaus gegraben haben, die mittlerweile schon vom Gangbenutzer verspeist sein dürfte. Da keine der Tiere den Komposthaufen längere Zeit benutzen, auch nicht zum Nestbau, können Sie diesen im zeitigen Frühjahr getrost umgraben.
Februar 2015