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Überschrift
Schweizer Grand Prix Theater / Hans-Reinhart-Ring 2019
Yan Duyvendak
Nomade zwischen Kunstsprachen
Yan Duyvendak, geboren 1965 in den Niederlanden, studierte an der École cantonale d’art du Valais und der École supérieure d’art visuel in Genf und lebt heute nach verschiedenen Auslandsaufenthalten (Barcelona, Berlin, Marseille) wieder in Genf. Seine Karriere als Performancekünstler begann er 1995 mit «Keep It Fun For Yourself». In diesem Solo, das er bis heute aufführt, stellt er mittels einschlägiger Lieder auf ironische Weise die Rolle des Künstlers in Frage. Seither hat er unzählige Arbeiten in allen möglichen Sparten und ‹Sprachen› realisiert – je nach Thema in Form von Performances, Installationen, Foto- oder Videoformaten. Yan Duyvendak wird mit seiner Compagnie von Stadt und Kanton Genf und Pro Helvetia in einer Fördervereinbarung unterstützt. Marine Magnin, Judith Martin und Charlotte Terrapon sorgen für die Administration, Produktion, Kommunikation und Diffusion. Neben regelmässigen Residenzen in Theatern und Kunsthäusern erhielt er dreimal einen Atelieraufenthalt von Pro Helvetia in Kairo (2007, 2008, 2009). Daraus entstand die Zusammenarbeit mit Omar Ghayatt und «Still in Paradise». Zusammen mit Maria La Ribot entwickelte Yan Duyvendak an der Haute école d’art et de design (HEAD) in Genf das «art/action»-Programm und leitete dieses von 2004 bis 2014. Er erhielt dreimal in Folge einen Swiss Art Award (2003, 2004, 2005). 2010 wurde er mit dem Prix Meret Oppenheim, dem Hauptpreis der bildenden Kunst des BAK, ausgezeichnet.
Yan Duyvendak nutzt bildende und darstellende Ausdrucksweisen, um soziale und kulturelle Phänomene zu erforschen. Fasziniert ist er auch von populären Kulturformen wie Computerspielen, Video, Varieté oder Musical. «Une soirée pour nous» (1999) thematisiert das Zapping, «Game Over!» (2001) einen Charakter aus einem Videospiel oder «Self-service» (2003) einen Dialog mit Kameras und Monitor im Raum. Mit seinen experimentellen Formen erreicht er ein erstaunlich breites Publikum auf beiden Seiten des Röstigrabens und tourt intensiv international. In seinen letzten Arbeiten, in denen er stärker als früher mit anderen Performern zusammenarbeitet, spielt er bewusst mit Dramaturgie, Produktionsform und Regie des Theaters, um gleichzeitig die Grenze zwischen Bühne und Zuschauerraum zu überschreiten. «Made in Paradise» (2008), zusammen mit Omar Ghayatt und Nicole Borgeat entwickelt, «Please, Continue (Hamlet)» (2011), kreiert zusammen mit Roger Bernat, «Sound of Music» (2015), unterstützt von Nicolas Cilins oder «Actions» (2016),ein von Yan Duyvendak, Nicolas Cilins und Nataly Sugnaux entwickeltes Dokumentartheater zur Flüchtlingskrise, setzen auch politische Akzente und fordern das Publikum auf, Stellung zu beziehen.
«Die künstlerische Laufbahn von Yan Duyvendak folgt während seiner Ausbildung zunächst dem Lauf der Rohne von den Walliser Bergen ans Ufer des Genfersees. Mit seinen ersten Arbeiten begibt er sich in neue Landschaften und seine Kreationen reisen bald durch ganz Europa – und überwinden sogar die Sprachgrenzen der Schweiz. In jeder seiner Performances entdeckt er neue Mittel und spielt mit neuen Situationen. Yan Duyvendak befasst sich mit dem Alltag ebenso wie mit der Aktualität und bietet uns Beobachtungsinstrumente, Aufzeichnungen und Gedankenräume an. Immer wieder taucht er in einen Strudel aus Bildern und Tönen ein und verwandelt sein Spiel, indem er sich auf der Bühne der Konfrontation mit den verschiedensten Medien stellt.»
Danielle Chaperon, Jurymitglied