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| Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Brief an Marcellinus über die Erklärung der Psalmen (Epistula ad Marcellinum)

Brief an Marcellinus
22.
Willst Du aber an einem Festtage zum Herrn singen, so versammle die Knechte Gottes und singe, was der achtzigste und vierundneunzigste enthalten. Wenn aber wieder alle Feinde von allen Seiten sich sammeln, gegen das Haus Gottes Drohungen ausstoßen und gegen die Gottesfurcht ein Bündniß schließen, so laß Dich durch ihre Menge und Macht nicht entmuthigen; denn Du hast einen Anker der Hoffnung in den Worten des zweiundachtzigsten. Und wenn Du das Haus Gottes und seine ewigen Wohnungen siehst und Sehnsucht darnach trägst, wie der Apostel sie trug, so trage auch Du den dreiundachtzigsten Psalm vor, hört aber einmal der Zorn auf und tritt die Befreiung von der Gefangenschaft ein, und Du willst dem Herrn Dank sagen, so paßt der vierundachtzigste und hundertfünfzehnte. Und willst Du den Unterschied zwischen der katholischen Kirche und den Schismatikern kennen lernen und [S. 357] diese beschämen, so kannst Du den Inhalt des sechsundachtzigsten vortragen. Willst Du aber Dir und Andern zur Gottesfurcht Muth machen und zeigen, daß die Hoffnung auf Gott nicht zu Schanden macht, sondern in der Seele seine Furcht aufkommen läßt, so lobe Gott und trage den Inhalt des neunzigsten vor. Willst Du am Sabbat singen, so paßt der einundneunzigste.