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HELLP-Syndrom
Unter HELLP-Syndrom versteht man eine schwere und nicht selten lebensbedrohliche Erkrankung der Schwangeren, eine wahrscheinlich spezielle Verlaufsform der Präeklampsie mit Blutgerinnungsstörung (Hämolyse, low platelet count) und erhöhten Leberwerten (elevated liver enzymes). An grossen perinatologischen Zentren beträgt die Häufigkeit der Erkrankung 1 auf 150 bis 300 Geburten.
Fast immer sind als Hauptsymptom rechtsseitige Oberbauchschmerzen (durch die Spannung der Leberkapsel) vorhanden, manchmal sogar ohne die klassischen Symptome der Präeklampsie (Ödeme, Proteinurie und Hypertonie). Die Oberbauchschmerzen können in den Rücken ausstrahlen und zu Übelkeit und Erbrechen führen. In den allermeisten Fällen tritt das HELLP-Syndrom im letzten Drittel der Schwangerschaft auf.
Entscheidend für einen guten Ausgang ist, dass schon möglichst früh die Veränderung der Gerinnungs- und der Leberwerte entdeckt und entsprechend reagiert wird. Wird zu lange abgewartet, ist die Gerinnungsstörung oft so massiv, dass die Situation nicht mehr zu beherrschen ist. Sehr oft ist die rasche Beendigung der Schwangerschaft durch einen Kaiserschnitt unumgänglich. Die Lungenreife des Kindes wird eventuell in solchen Fällen durch Gabe von Steroiden (Kortison) angeregt. Die überwiegende Mehrzahl der Kinder zeigt nach der Geburt keine Auswirkungen des HELLP-Syndroms.
Für nachfolgende Schwangerschaften besteht ein leicht erhöhtes Wiederholungsrisiko, daher werden diese als Risikoschwangerschaften angesehen und entsprechend engmaschig betreut. Je später ein HELLP-Syndrom in der Schwangerschaft auftritt, umso geringer ist das Wiederholungsrisiko einzuschätzen.
Weitere Informationen erhalten Sie über die Selbsthilfegruppe "hellp-syndrom-frauen". Kontaktadresse:
Heidi Tobler
Birlig 6
8718 Schänis
Tel. 055-615 2819
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