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Als etwas mehr als 5% der Stimmen ausgewertet waren, hätten die Finanzmärkte das Ergebnis des Brexit-Referendums eigentlich voraussagen können – jedoch scheiterten sie komplett. Die Finanzmärkte gelten üblicherweise als effiziente Informationsaggregatoren und effektive Vorhersager für die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Ereignisse. Drei Forschende der ETH Zurich (Ke Wu, Spencer Wheatley und Swiss Finance Institute-Professor Didier Sornette) zeigen aber auf, dass der Markt während der Brexit-Nacht zwar neue Informationen aufgenommen hat, hingegen darin versagte, ihre mathematische und finanzielle Bedeutung korrekt zu reflektieren. Grund für diese Ineffizienz war der Glaube der Masse, dass das Vereinigte Königreich in der Europäischen Union verbleiben werde. Ein Verbleiben wurde als «politisch-korrekter» Ausgang der Abstimmung betrachtet – was dazu führte, dass EU-Skeptiker im Vorfeld ihre Stimmpräferenz nicht offenlegten. Des Weiteren kann auch ein als legitimiert wahrgenommener Regime-Wechsel vorgängig unzufriedene ausgeschiedene Wähler reaktivieren, wie die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten ebenfalls gezeigt hat. Daher sind im aktuellen politischen Klima ähnliche Wahlergebnisse auch künftig zu erwarten. Daraus kann Profit gezogen werden, solange der Markt es versäumt, die Informationen rasch und korrekt einzukalkulieren.
Die SFI Practitioner Roundups Zusammenfassung (in Englisch) der akademischen Studie ist verfügbar unter http://sfi.ch/system/tdf/PractitionerRoundup_2017_05.pdf?file=1.