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AK Massenänderung von Mediennummern
Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie entwickelte die Admin Kuhn GmbH 2014 eine Routine zur Massenänderung von Mediennummern, welche bei der geplanten Einführung von RFID für die Ausleihe zum Einsatz kommen soll.
Ausgangslage
Die Hauptstelle der auftraggebenden Bibliothek besitzt rund eine Million mit Strichcodes ausgerüstete Medien. Geplant ist die Einführung der RFID-Technik im Ausleihbereich, wofür sich die gegenwärtigen, uneinheitlichen Mediennummern jedoch nicht eignen. Stattdessen soll jedes Medium beim Ausrüsten mit der RFID-Etikette auch gleich eine neue, neunstellige Mediennummer erhalten.
Eine händische und damit sofortige Änderung der Mediennummer im Ausleih-Client kommt aufgrund der grossen Menge nicht in Frage, leider ist in SISIS-Sunrise jedoch keine effizientere Möglichkeit zur Massenänderung von Mediennummern vorgesehen.
Ebenso ist es nicht möglich, sofort alle alten Mediennummern durch die neuen zu ersetzen, da die entsprechenden Medien ja erst mit der RFID-Etikette beklebt werden müssen, bevor sie über die darauf enthaltene Mediennummer identifizierbar sind. Es wird angenommen, dass bei Einsatz von sechs Arbeitsgruppen täglich etwa 12'000 Medien umgerüstet werden können, sodass der gesamte Vorgang mindestens zwei Monate dauern wird. Die bereits umgerüsteten Medien sollen jedoch nicht erst nach zwei Monaten, sondern möglichst zeitnah (innert 24 Stunden) unter der neuen Nummer zur Verfügung stehen.
Lösung
Über eine eigens angelegte Datenbanktabelle wird eine Konkordanzdatei mit sämtlichen bisherigen Mediennummern sowie jeweils einer neu zugeordneten Nummer erstellt. Zu Kontrollzwecken enthält diese Datei ausserdem auch den Titel des Mediums.
Die Arbeitsgruppen lesen tagsüber die bisherigen Strichcodes der umzurüstenden Medien ein, worauf die Konvertierungsgeräte des RFID-Anbieters anhand der Konkordanzdatei den Datenbereich der jeweiligen RFID-Etikette mit der neuen Mediennummer beschreiben. Nun besitzt das Medium also zwei Mediennummern, wobei die neue allerdings noch nicht in der SISIS-Sunrise-Datenbank enthalten ist.
Die täglich rund 12'000 Umbuchungsvorgänge werden von der Software des RFID-Anbieters automatisch in Konvertierungsergebnisdateien protokolliert, die allabendlich auf den Bibliotheksrechner zu kopieren sind. Anhand dieser Dateien werden in der eingangs erwähnten Datenbanktabelle automatisch die umzubuchenden Medien markiert.
Da es in SISIS-Sunrise keine Methode zur Massenänderung von Mediennummern gibt, werden die alten Mediennummern mittels SQL direkt in allen betroffenen Tabellen der SISIS-Sunrise-Datenbank durch die neuen Nummern ersetzt. So ist es anders als im Ausleih-Client möglich, Mediennummern auch ganz unabhängig vom gegenwärtigen Status des Mediums auszutauschen. Um unerwünschte Effekte auszuschliessen, werden vor dem Austauschvorgang sämtliche mit SISIS-Sunrise zusammenhängenden Server gestoppt. Um eine Beeinträchtigung des Bibliotheksbetriebs zu vermeiden, erfolgt dieser Vorgang täglich zeitgesteuert am frühen Morgen. Nach dem rund eine Minute dauernden Austausch der markierten Mediennummern werden die SISIS-Sunrise-Server automatisch wieder gestartet.
Da die auftraggebende Bibliothek ihre Daten auch in der HBZ-Verbunddatenbank anbietet, muss der Austausch der Mediennummern zusätzlich auch dort vorgenommen werden. Dies kann über entsprechende automatisch erzeugte Aufträge für SIKOM über das leider nicht crontab-fähige SISIS-Sunrise-Programm "CirMassUpd" erfolgen, das also händisch gestartet werden muss und eine Anzahl von 12'000 Mediennummern in weniger als zehn Minuten abarbeitet.
|Betriebssystem||SUSE Linux Enterprise Server 10 SP2 (64-bit)|
|Datenbankserver||Sybase ASE 15.0.3|
|Bibliothekssystem||SISIS-Sunrise V4.1pl2|