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Eine repräsentative Umfrage aus Deutschland hat ergeben, dass fast ein Drittel aller (Ehe-)Frauen unter der Mutter ihres Partners leiden. Was tun, wenn die Schwiegermutter immer wieder nörgelt oder sich in die Kindererziehung einmischt? Was tun, wenn darüber lachen, ignorieren, ansprechen und ausdiskutieren nicht mehr hilft? Die Psychologin Felicitas Heyne kennt zwei weitere Strategien: Die Judotechnik und die Spiegeltechnik.
Die Judo-Technik
Ausgangslage: Die Schwiegermutter versprüht ihr Gift zwischen den Zeilen: «Du hast wirklich eine tolle Figur ... (kleine Pause) ... für eine Frau deines Alters!»
Vorschlag Felicitas Heyne: «Hören Sie auf, zwischen den Zeilen zu lesen! Ignorieren Sie die Untertitel», schlägt Felicitas Heyne vor. «Statt sich auf Ihre Gefühle zu konzentrieren und diesen Ausdruck zu verleihen, interessieren Sie sich ab sofort nur noch für den reinen Sachinhalt dessen, was Ihre Schwiegermutter so sagt.»
Reaktion Schwiegertochter: (strahlend) «Oh, danke, das ist lieb, dass du das sagst! So ein nettes Kompliment – ich werde mich noch den ganzen Tag daran freuen!»
Wirkung: Werden wir kritisiert, beginnen wir, uns zu rechtfertigen, zu verteidigen. Und irgendwann gehen wir über zum Gegenangriff. Die Katastrophe ist vorprogrammiert. Der Gegner (in diesem Fall die Schwiegermutter) ist befriedigt, weil er gerne provoziert und mit genau dieser Reaktion gerechnet hat. Mit der Judotechnik nimmt man ihm den Wind aus den Segeln und umgeht lange Diskussionen.
Spiegel-Technik
Ausgangslage: Die Schwiegermutter versprüht ihr Gift ganz unverhohlen. «Schneid doch deine Haare, sie sehen aus wie angefressene Mäuseschwänze», «Ein bisschen kürzer, das käme deiner Kopfform sehr entgegen», «Meine Nachbarin trägt die Haare jetzt kurz, das sieht viel schöner aus. Bei dir wäre das auch so.»
Vorschlag Felicitas Heyne: In der Psychotherapie gibt es die Technik «Spiegeln». Der Therapeut schlüpft dabei unangekündigt und für einen kurzen Moment in die Rolle des Patienten und verhält sich so wie er. «Er hält ihm quasi einen Spiegel vor, um ihn damit zu konfrontieren, wie er auf einen Aussenstehenden wirkt», weiss Felicitas Heyne. So könne man jemandem am eigenen Leib erfahren lassen, was für Gefühle er mit seinem Verhalten bei anderen auslöst. Das funktioniert auch bei der Schwiegermutter: «Verfahren Sie einmal 1:1 so mit ihr, wie sie sonst mit Ihnen!»
Reaktion: Überlegen Sie sich, was sie an der Schwiegermutter kritisieren könnten. Vielleicht hat sie ein paar Pfunde zu viel auf den Rippen – darauf machen Sie sie nun immer wieder aufmerksam: «Willst du dieses Törtchen wirklich essen?», «Denk an deinen Cholesterin-Wert, an deinen Diabetes», «Bei meiner Nachbarin sind jetzt wegen dem Diabetes die Beine offen – das wollen wir doch nicht», «Schau mal, ich hab dir hier etwas aus der Apothekerzeitung rausgeschnitten…»
Schwiegermutter (wütend): «Jetzt lass mich mal in Ruhe, ich will hier einfach mein Törtchen essen!»
Schwiegertochter (ruhig): «Siehst du, so geht es mir, wenn du meine Haare kritisierst.»
Wirkung: Diese Strategie hat Felicitas Heyne mit einer Klientin in ihrer Praxis ausgetüftelt. Die Wirkung, sagt sie, sei verblüffend gewesen: «Die Schwiegermutter hat von da an die Haare nie wieder erwähnt». Die Spiegel-Technik braucht Mut. Und die Psychologin warnt: «Nur dann anwenden, wenn Sie gerade sehr entspannt sind oder in einer spielerischen Stimmung. Auf keinen Fall, wenn sie zornig sind.» Sonst geht der Schuss hintenraus.
Schwiegermütter müssen keine Drachen sein
Aber keine Frage, es gibt auch die anderen, die wunderbaren Schwiegermütter. «Kurz zusammengefasst: Ich liebe sie», schwärmt SRF 3-Hörerin Sianka aus dem Toggenburg, «Meine Schwiegermutter ist ein Engel ohne Flügel. Egal was ist, sie ist immer für mich da!»
Was sind Eure Erfahrungen?
Ärgert Ihr euch darüber, dass Schiegermütter schon wieder an die Kasse kommen? Dann schreibt uns. , Link öffnet in einem neuen FensterWir möchten Eure Sicht hören.