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Die KHNP hat am 2. März 2023 bekanntgegeben, dass die Standardauslegung des APR1000 für den europäischen Markt von der EUR-Organisation zertifiziert worden sei. Er erfülle somit die in Europa üblichen Sicherheits- und Leistungsanforderungen. Der Erhalt der EUR-Zertifizierung sei ein entscheidender Schritt zur «Sicherung des Wettbewerbsvorteils von südkoreanischen Kernkraftwerken auf dem europäischen Markt» und sei eine «Demonstration des weltweit höchsten technologischen Niveaus in Bezug auf Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Machbarkeit». Der APR1000 ist ein weiterentwickelter Druckwasserreaktor der 1000-MWe-Klasse der Generation III+.
Ablauf der EUR-Zertifizierung
Der APR1000 sei von einem südkoreanischen Konsortium zusammen mit der Nuklearindustrie – einschliesslich KHNP, Kepco Nuclear Fuel und Doosan Enerbility – «nach den neuen [nach Fukushima verschärften] technologischen Sicherheitsanforderungen der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) und der Western European Nuclear Regulators’ Association (Wenra) entwickelt» worden. Der Antrag auf Erhalt eines EUR-Zertifikats sei im November 2019 eingereicht worden. Gemäss KHNP setzen Ausschreibungsverfahren für neue Kernkraftwerke in europäischen Ländern wie Tschechien, Polen und Slowenien eine solche EUR-Zertifizierung voraus.
Die APR1000-Auslegung habe die vorläufige Konformitätsbewertung der EUR – die 53 grundlegende Anforderungen umfasse – im Januar 2020 bestanden. Seit Februar 2021 habe nun KHNP die Hauptprüfung der EUR-Zertifizierung in der kurzen Zeitspanne von nur 22 Monaten absolviert. Dies sei auch auf das Vorlegen qualitativ hochwertiger technischer Unterlagen zur Prüfung der Standardauslegung und guten Antworten auf Fragen seitens KHNP zurückzuführen. Man habe so erfolgreich auf mehr als 5000 Anforderungen der EUR-Organisation in 20 Bereichen eingehen können. Indem KHNP bereits im Jahr 2017 die EUR-Zertifizierung für die europäische Auslegung seines APR1400-Druckwasserreaktors der Generation III erhielt, verfügte das Unternehmen bereits über entsprechende Erfahrung mit den europäischen Normen.
Details zur Auslegung des APR1000-Druckwasserreaktors
Gemäss IAEO ist der Advanced Power Reactor 1000 (APR1000) ein weiterentwickelter Druckwasserreaktor der 1000-MWe-Klasse der Generation III+. Er basiert auf der bewährten Auslegung des Advanced Power Reactor 1400 (APR-1400) – der u.a. in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) am Standort Barakah eingesetzt wird – und des Optimized Power Reactor 1000 (OPR-1000). Der ehemalige Standard-Druckwasserreaktor OPR-1000 der Generation II ist eine Eigenentwicklung Südkoreas, mit dem das Land viele Erfahrungen in Bau und Betrieb sammeln konnte. Der APR100 nutzt eine Reihe der bewährten Technologien von OPR-1000 und APR-1400, um die Anforderungen des europäischen Markts hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Anlagensicherheit zu erfüllen.
Der APR-1400 (4308 MWt, 1560 MWe) seinerseits ist bereits eine Weiterentwicklung des OPR-1000. Er besitzt eine Reihe von verbesserten Sicherheitsmerkmalen wie passive Wasserstoff-Rekombinatoren und ein passives Hilfsspeisewassersystem. Mit letzterem kann ein Kraftwerk ohne Stromzufuhr heruntergefahren und gekühlt werden. Selbst bei einem schweren Unfall und nach einer Kernschmelze lässt sich die Reaktorgrube vollständig fluten und im Naturumlauf kühlen.
Nutzen der EUR-Zertifizierung
Das European Utility Requirements (EUR) Project wurde im Dezember 1991 von fünf europäischen Stromerzeugern ins Leben gerufen. Das Hauptziel der EUR-Organisation besteht darin, mit den European Utility Requirements (EUR) einen gemeinsamen Satz von Anforderungen der Stromversorger an Kernkraftwerke mit Leichtwasserreaktoren der Generation III/III+ zu schaffen und diese klar und vollständig zu dokumentieren. Die Anforderungen werden von den grossen europäischen Stromerzeugen unterstützt und sollen die Harmonisierung nicht nur in Europa, sondern weltweit fördern. Derzeit gehören 13 Stromerzeuger der EUR-Organisation an.
Den Nutzen der EUR-Zertifizierung erklärt ein Dokument der Nuclear Energy Agency (NEA): «Die EUR decken ein breites Spektrum von Bedingungen für den effizienten und sicheren Betrieb eines Kernkraftwerks ab. Sie umfassen Bereiche wie Anlagenauslegung und -spezifikationen, Systeme, Werkstoffe, Komponenten, Methoden der probabilistischen Sicherheitsbewertung und Bewertung der Verfügbarkeit der Kernanlage. Obwohl die Auslegung in jedem Land noch durch die Aufsichtsbehörde genehmigt werden muss, zeigt die Einhaltung der EUR-Vorgaben, dass die Reaktorauslegung eine Liste von Anforderungen erfüllt, die von den Versorgungsunternehmen für die nächste Generation [Gen III/III+] von Leichtwasserreaktoren (LWR) festgelegt wurden. Zudem kann die betreffende Reaktorauslegung in ganz Europa ohne grössere Änderungen [in Ausschreibungsverfahren für Neubauprojekte] vorgeschlagen werden.»
Quelle
B.G. nach KHNP, Medienmitteilung, 2. März 2023, sowie IAEO, ARIS-Dokument zum APR1000, 30. November 2019
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