Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03240.jsonl.gz/2501

Hier finden Sie das Strukturmodell der Psyche. Dabei handelt es sich um ein Modell, das – im Gegensatz zu demjenigen Sigmund Freuds – die Freiheit nicht ausklammert.
Der Index (das Sachregister) bildet einerseits einen integralen Bestandteil von Freiheit und Krisis, stellt aber anderseits eine eigenständige Systematik der Existenzialität dar: eine Systematik in Form alphabetisch geordneter Begriffe mit zahlreichen internen Verweisen.
Diese Art der Darstellung gestattet den Zusammenzug von im ganzen Buch verstreuten Beschreibungen oder Sprachbildern (wie beispielsweise «impressive Entzügelung», «Überschwemmung» oder «Sturz der Weltanschauung») unter den jeweiligen Begriff (hier denjenigen der «Psychose», verstanden als Krisis).
Gezeigt werden kann auf diese Weise beispielsweise, wie eng verwandt gewisse psychische Prozesse oder Zustände sind (um bei diesem Begriff der Krisis zu bleiben: wie eng verwandt Krisis und Metanoia [Selbstwahl, Hervorkehrung der Freiheit] sind).
Die ausufernd anmutende Anzahl von Beschreibungen und Sprachbildern gestattet es, Begriffsloses unter einen Begriff zu bringen und gleichzeitig zu zeigen, dass das Gemeinte in keinem Begriff aufgeht: Die Psychoanalyse untersucht Zustände und Spannungen, die weitenteils ausserhalb des Kognitiven liegen und sich einer Versprachlichung entziehen. Die Sprache der Psychoanalyse ist deshalb metaphorisch (Freiheit und Krisis, S. 411).
Durch eine solche Auflistung von Umschreibungen kann gelingen, was Adorno fordert, wenn er sagt, dass das Bilderverbot gerade mit Bildern einzuhalten ist, oder wenn er in seiner Negativen Dialektik fordert, das Begriffslose mit Begriffen aufzutun, ohne es ihnen gleichzumachen.
Die Fertigstellung des Index ist per Ende Februar 2020 geplant (aber nicht garantiert). Grund für die Verzögerung ist, dass die Bekanntmachung des Buches momentan viel Zeit beansprucht, wofür ich um Verständnis und Entschuldigung bitte.0