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Die SP wollte die Anzahl der Grossrätinnen und Grossräte von 120 auf 90 senken. Ziel dieses Vorhabens: der Rat soll effizienter, die Sitzungen kürzer werden. Conradin Caviezel (SP) hatte aber noch ein Argument: «Heute haben wir rund 30 Grossräte, die in keiner Kommission mitwirken. Das gäbe es mit einem kleineren Parlament nicht mehr.»
Unterstützung erhielt die SP von der ebenfalls kleinen SVP-Fraktion. Beide Parteien dürften mit dem Vorstoss aber noch ein ganz anderes Ziel verfolgt haben. Im Vorstoss stand unter anderem auch, dass jede Stimme bei den Wahlen gleich viel für den Ausgang der Wahlen bedeuten müsse. Und das ist mit dem heutigen Majorzsystem nicht möglich. In Chur beispielsweise braucht ein Kandidat deutlich mehr Stimmen als in den kleinen Wahlkreise.
Heute haben wir rund 30 Grossräte, die in keiner Kommission mitwirken. Das gäbe es mit einem kleineren Parlament nicht mehr.
Verlieren die Randregionen?
Deshalb warfen die Gegner der Verkleinerung den beiden Parteien vor, so über eine Hintertüre den Proporz einführen zu wollen. Zudem befürchteten sie, dass Randregionen künftig zu wenig Gewicht im Parlament hätten. Schon heute verfügen gewisse Wahlkreise nur über einen Vertreter. Diese müssten in Zukunft möglicherweise ganz auf Abgeordnete verzichten.
Das Ergebnis schliesslich fiel klar aus: Der Grosse Rat sprach sich mit 87:23 Stimmen gegen die Verkleinerung aus. Das Thema wird aber weiterhin beschäftigen: Die SP will am Mittwoch beginnen, Unterschriften für eine Initiative zu sammeln. Das Volk soll also über ein kleineres Parlament befinden.