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Die Sehzade-Moschee, auch Prinzenmoschee genannt, hatte Sultan Süleyman der Prächtige zum Gedenken an seinen Sohn Mehmet, der auf sein Geheiss ermordet worden war, vom Hofbaumeister Sinan erbauen lassen. Aufgrund von Verleugnungen war der Kronprinz auf Befehl seines Vaters ermordet worden, aber als sich die Unschuld des Kronprinzen herausstellte, liess Süleyman diese Moschee als Sühnemoschee errichten. Zur Zeit der Erbauung befand sich Sinan noch in einer „Experimentierphase“. Er setzte sich zwar mit der Architektur der Hagia Sofia auseinander, wagte aber noch keinen Nachbau. Er selbst bezeichnete diese Moschee als sein Gesellenstück, aber sie ist bereits ein Meisterwerk. Der Innenraum vermittelt den Eindruck von Erhabenheit und riesiger Weite, offen, durch den Lichteinfall wunderbar beleuchtet. Die Moschee liegt in einem herrlichen Park, in dessen Vorhof sich ein Friedhof befindet. Entweder wurden auf den Gräbern der Toten Sarkophage aufgestellt, oder die Gräber wurden mit Steinplatten bedeckt. Als Grabstein dient eine Art Stele, auf welche oft eine Inschrift mit einem Bezug zum Leben im Paradies eingraviert ist. Vornehme Personen liessen diese Stelen mit einer Nachbildung ihrer Kopfbedeckung bekrönen, zum Beispiel einem Turban. Sass der Turban auf der Stele schief, war das ein Hinweis darauf, dass der Verstorben auf Befehl des Sultans hatte Selbstmord begehen müssen, was übrigens absolut nicht ehrenrührig war. In diesem Fall hatte der Sultan dem Kandidaten eine seidene Schnur zukommen lassen.