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Fall eins geschah Ende Mai: Da übernahmen die Zentralbank und die Aufsichtsbehörde CBIRC in Peking die Baoshang Bank. Die Regionalbank aus der Inneren Mongolei hatte offenbar zu viele faule Kredite angesammelt. Das Management des Instituts wurde der China Construction Bank übertragen.
Die Baoshang Bank wurde damit auch zum ersten Fall seit knapp 20 Jahren, bei dem die Volksrepublik ein staatliches Bailout eines Finanzinstitutes öffentlich machte. Dabei sah sich die Zentralbank auch genötigt, die Sicherheit der Bankeinlagen zu beschwören – Aussenstehende erhielten den Eindruck, da solle die Gefahr eines Bank-Run gedämpft werden (mehr dazu etwa hier und hier).
Nun kommt der zweite Fall: Die Grossbank ICBC sowie zwei aufs Schuldenmanagement spezialisierte Institute steigen bei der Bank of Jinzhou ein, übernehmen 17,3 Prozent und organisieren die Refinanzierung. Die Bank of Jinzhou ist an der Börse von Hong Kong kotiert, allerdings wurde der Handel bereits im April ausgesetzt.
2 Banken = 1 ZKB
Die Bank of Jinzhou hatte laut letzten Zahlen eine Bilanzsumme von umgerechnet 105 Milliarden Franken, während die Baoshang Bank eine Bilanzsumme von rund 60 Milliarden Franken aufwies (womit die beiden Banken addiert etwa die Grössenordnung der Zürcher Kantonalbank hätten).
Sowohl die Bank of Jinzhou als auch die Baoshang Bank gehörten zu einer Gruppe von Instituten, die immer noch keinen Abschluss des letzten Geschäftsjahres vorgelegt haben.
Laut einer Liste, welche die Barclays Bank im Mai erarbeitete, hatten damals 19 chinesische Banken die Veröffentlichung ihrer Bilanzen und Erfolgsrechnungen 2018 verschoben – und auf dieser Liste standen auch die Bank of Jinzhou und die Baoshang Bank (mehr dazu).
(rap)