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Eliane Kurmann: Migrierende als Akteure im Wissenstransfer zwischen Angola und der Schweiz
PhD-project, Department of History, University of Basel
Das Dissertationsprojekt untersucht das politische Engagement angolanischer Widerstandsaktivisten, die während des Unabhängigkeitskampfes zwischen 1961 und 1975 in der Schweiz studierten. Dabei wird aufgezeigt, wie Migrantinnen und Migranten eine aktive Rolle als Wissensvermittler zwischen dem Herkunts- und dem Aufnahmeland einnahmen.
Während des angolanischen Befreiungskampfes zwischen 1961 und 1975 gelangten Studierende aus Angola über verschiedene Wege in die Schweiz. Ihrem Aufenthalt lag die Motivation der Bildung und Ausbildung einer zuküntiigen Elite zugrunde, die nach der Unabhängigkeit Angolas fähig sein sollte, am Aufbau des neuen Staates mitzuwirken. Der Transfer von Wissen und Know-How fand allerdings nicht nur von Norden nach Süden statt: Die angolanischen Studierenden brachten bereits während ihres Aufenthaltes in der Schweiz detaillierte Informationen über die Entwicklungen des Unabhängigkeitskampfes in ihrer Heimat zum Zirkulieren. In Zusammenarbeit mit Journalisten sowie politischen, karitativen und studentischen Vereinigungen und Gruppierungen aus der Solidaritätsbewegung gelangten die Anliegen der Befreiungsbewegungen an eine breite Öffentlichkeit. Weniger bewusst und nicht immer freiwillig flossen die Informationen über die Staatsschutzbehörden aber auch zu den aussenpolitischen Entscheidungsträgern.
Forschungsfrage und Methode
In diesem Forschungsprojekt soll der Fragen nachgegangen werden, welches Wissen die angolanischen Studierenden aus ihrer Heimat mit in die Schweiz brachten, auf welchen Wegen sich die Informationen verbreiteten und wie dieser Wissenstransfer die öffentliche Meinung zum angolanischen Befreiungskampf und die aussenpolitischen Entscheidungen mitprägte. Methodisch basiert das Dissertationsprojekt auf Interviews mit damaligen Akteurinnen und Akteuren sowie auf einer qualitativen Inhaltanalyse der relevanten schriftlichen Quellen.