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Das Risiko der Jugendlichen Brasiliens vor dem 19. Geburtstag ermordet zu werden steigt. Im Jahr 2014 sind von tausend Mädchen und Jungen zwischen zwölf und 18 Jahren 3,65 gewaltsam ums Leben gekommen. Das geht aus einer Unicef-Studie hervor, die am Mittwoch (11.) veröffentlicht worden ist.
Beteiligt waren an der Studie mehrere brasilianische Organisatoren. Sie haben offizielle Daten von 300 Munizipen mit mehr als 100.000 Einwohner analysiert. Das Ergebnis ist erschreckend: Noch nie sind so viele Jugendliche gewaltsam ums Leben gekommen, wie das 2014 der Fall war.
Für Jugendliche und junge Brasilianer bis zu 29 Jahre besteht ein wesentlich höheres Risiko ermordet zu werden, als für andere Altersgruppen. Während die gewaltsame Todesrate generell bei 29,7 pro 100.000 Menschen liegt, sind es bei den Jugendlichen 31,6.
Die Studie spiegelt auch die sozialen Mißstände wieder. Trauriger Spitzenreiter ist der ärmere Nordosten, in dem die Todesrate bei 6,5 von 100.000 Einwohnern liegt. In Fortaleza beträgt sie sogar 10,94. Im reicheren Süden waren es hingegen 2,3 und im Südosten 2,8.
Betroffen sind vor allem schwarze Jungen mit niederiger Schulbildung, die in Randgebieten und Favelas der Großstädte wohnen, wie Ignácio Cano von der Universität Rio de Janeiro (Uerj) ausführt. Für schwarze Jugendliche und Mischlinge ist das Risiko ermordet zu werden um 2,85 mal höher als für weiße Jugendliche.
Die meisten der Morde werden mit dem Drogenhandel oder Bandenkriegen in Zusammenhang gebracht. Verwendet werden vor allem Schußwaffen. Sie kamen dreimal so oft zum Einsatz als alle anderen Waffen oder Gewalt.