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Franz, Liederkomponist, geb. zu Eilenburg, besuchte die Thomasschule in Leipzig, studierte dann Theologie
daselbst, wandte sich aber bald der Musik zu, in der er sich zunächst als Dirigent des Studentengesangvereins Philharmonischer
Verein und durch beifällig aufgenommene Klavier- und andre Kompositionen auszeichnete. Zu Anfang 1841 erhielt er
die Stelle eines Musikdirektors am Hoftheater zu Bernburg und gegen Ende desselben Jahrs eine gleiche Stelle am Aktientheater
in Zürich,
wo er bis Ende 1852 blieb und durch zahlreiche Kompositionen (besonders für ein- und mehrstimmigen Gesang) sich große
Beliebtheit erwarb. Aus jener Zeit stammt unter andern die allbekannte Komposition des Liedes »Wenn die
Schwalben heimwärts ziehn etc.« Seit 1852 als Hofkapellmeister in Braunschweig angestellt, ward er 1881 pensioniert und lebt
zur Zeit in Wiesbaden. Abts Kompositionen (über 200 Nummern) zeichnen sich im allgemeinen durch Melodienreichtum und gefällige
Harmonie aus, erheben sich jedoch nur selten über das Niveau des Liedertafelgeschmacks.
in der Jägersprache einen Leithund oder Schweißhund, welcher eine Fährte so oft gezeichnet hat, daß man
sie ansprechen (richtig erkennen) kann, vorn aufheben und von der Fährte fortführen, damit er auf derselben
nicht weiter suche;
auch einen Jagdfalken so zähmen, daß er sich auf der Faust tragen und sich das gefangene Wild abnehmen
läßt.
gold- und silberhaltige Legierungen einem oxydierenden Schmelzen unterwerfen, wobei die unedlen Metalle in
Oxyde verwandelt werden, die edlen Metalle aber unverändert bleiben. Hauptsächlich wird diese Operation
auf silberhaltiges Blei angewendet, um das Blei nebst andern oxydierbaren Metallen vom Silber zu scheiden. In der Hitze und unter
dem Zutritt der atmosphärischen Luft ist Blei leicht zu oxydieren. Das Oxyd (Bleiglätte, Silberglätte) schmilzt und fließt
ab oder wird von dem porösen Herd, auf welchem man das Abtreiben vornimmt, aufgesogen. - Im Seewesen heißt
von Wind und See in Lee (s. d.) getrieben werden; das Ergebnis des Abtreibens nennt man Abtrift, d. h. der Winkel, welchen der
wahre Lauf des Schiffs mit der Richtung des Kiels macht. - Im Forstwesen ist Abtreiben s. v. w. Abholzen.
derLeibesfrucht, die widerrechtlich herbeigeführte Ausstoßung eines unreifen Kindes aus dem Mutterleib
oder die widerrechtliche Tötung eines solchen im Mutterleib. Schon im Altertum kannte man die verbrecherische Handlungsweise,
teils
durch mechanische Kunstgriffe, teils durch innere arzneiliche Mittel (s. Frühgeburt) den Fötus im Mutterleib zu töten
oder die Gebärmutter zu dessen vorzeitiger Ausstoßung zu veranlassen, und noch heute wird sie zuweilen
namentlich von außerehelich Geschwängerten ausgeübt, obschon die Gesetze harte Strafe darauf setzen.
Das deutsche Strafgesetzbuch (§§ 218 ff.) besonders straft die Schwangere, welche ihre Frucht vorsätzlich abtreibt oder
im Mutterleib tötet, mit Zuchthaus bis zu 5 Jahren und bei mildernden Umständen mit Gefängnis bis zu 5 Jahren
und nicht unter 6 Monaten. Gleiche Strafe trifft auch denjenigen, welcher mit Einwilligung der Schwangern die Mittel hierzu bei
ihr angewendet oder ihr beigebracht hat. Hat der Betreffende dies gegen Entgelt gethan, so steigert sich die Strafe auf Zuchthaus
bis zu 10 Jahren.
Wurde aber die Abtreibung ohne Wissen und Willen der Schwangern vorgenommen, so tritt Zuchthausstrafe von mindestens 2 bis
zu 15 und, wenn dadurch der Tod der Schwangern herbeigeführt wurde, Zuchthausstrafe von mindestens 10 Jahren bis auf Lebenszeit
ein. Auch der Versuch der Abtreibung ist strafbar. In medizinischer Hinsicht ist zu bemerken, daß die Abtreibung, durch
welches Mittel sie immer versucht werden möge, nie ohne große Gefahr für die Mutter selbst stattfinden kann, und daß oft
Siechtum fürs ganze Leben oder doch chronische Leiden der Geschlechtsteile und andre schwere Folgen nach der Abtreibung zurückbleiben.
In manchen Ländern besteht die Unsitte, daß selbst verheiratete Frauen die Abtreibung vornehmen, um einem zu
reichen Kindersegen vorzubeugen.
Vgl. v. Fabrice, Die Lehre von der Kindesabtreibung (Erlang. 1868);
Horch, Das Verbrechen der
Abtreibung (Mainz 1879);
Ploß, Zur Geschichte, Verbreitung und Methodik der Fruchtabtreibung (Leipz. 1884).
(Abort, Appartement, Kommoditee, Klosett, Retirade, Privet), der zur Aufnahme der menschlichen Exkremente bestimmte
Raum, soll womöglich warm und so gelegen sein, daß man ihn vom Wohn- und Schlafzimmer erreichen kann, ohne das Freie passieren
zu müssen. Dieser Forderung ist indes nur dann zu genügen, wenn die ganze Anlage eine derartige ist,
daß aus den Exkrementen (s. d.) sich entwickelnde Gase nicht ins Haus gelangen können. Der Abtritt muß jedenfalls geräumig, hell
und vollkommen luftig, aber nicht zugig sein.
Zur Ableitung des bei der Benutzung des Abtritts sich entwickelnden Geruchs bringt man ein Stankrohr an, welches vom Trichter
ausgeht und über dem Dach des Hauses mündet. Das Sitzbrett bestehe aus hartem polierten Holz, die Brille
sei mit einer schweren Klappe verschließbar, welche so mit der Abtrittsthür verbunden sein kann, daß sie sich beim Öffnen
der letztern von selbst schließt. Mit der Brille wird direkt das Abfallsrohr verbunden, oder man fügt einen Trichter
aus emailliertem Gußeisen, Steingut, Porzellan ein, welcher unten mit einer automatisch sich öffnenden und schließenden Klappe
oder mit einem ∿-förmig gebogenen Rohr (Siphon) versehen ist, in welchem die Exkremente einen gasdichten Abschluß gegen das
Abfallsrohr bilden. Letzteres besteht am besten aus Steingutröhren. Über die Ansammlung der Exkremente in Gruben oder
Tonnen s. Exkremente. Die Konstruktion des Abtritts hat erst in neuerer Zeit diejenige Beachtung gefunden, welche sie verdient;
man findet indes noch häufig genug Einrichtungen, welche