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Die EU-Kommission hat die drei Milliarden Dollar schwere Übernahme des Kopfhörer-Anbieters Beats durch Apple durchgewunken. Es gebe keine Wettbewerbsbedenken, weil der gemeinsame Marktanteil der beiden Unternehmen bei Kopf- und Ohrhörern gering sei und es viele globale Konkurrenten gebe, teilte die Kommission am Montag mit. Auch die Übernahme des Musik-Streamingdienstes von Beats werde Apples Einfluss nicht übermässig werden lassen, erklärte die Brüsseler Behörde.
Unter den Wettbewerbern im Kopfhörer-Markt zählte sie auch die Firma Bose auf, die Beats vergangene Woche mit dem Vorwurf von Patentverletzungen verklagt hatte. Der Lautsprecher- und Kopfhörerhersteller Bose wirft Beats Patentverletzungen vor und reichte Klagen vor einem US-amerikanischen Gericht sowie der Handelskommission ITC ein. In den am Wochenende veröffentlichten Klagen geht es um fünf Patente für die Technologie zur aktiven Geräuschunterdrückung, die in Beats-Kopfhörern verwendet wird.
Bose erklärte in den Klagen, das Unternehmen habe seit über 30 Jahren an der Technologie zur aktiven Geräuschunterdrückung geforscht und viele Patente dafür angehäuft. Allein in aktuellen Bose-Kopfhörern sei die Technik mit 14 Schutzrechten und 13 weiteren Anträgen geschützt.
Bei dem Verfahren werden von aussen kommende Geräusche von extra erzeugten Schallwellen neutralisiert. Dafür haben die Geräte spezielle Mikrofone, die den Umgebungslärm einfangen. Das Prinzip kommt auch in Smartphones wie zum Beispiel Apples iPhone zum Einsatz. Bose hatte zum Schutz ihres Knowhows auch schon früher geklagt, unter anderem gegen den Hifi-Spezialisten Monster Cable.
Idee auf Flug von Zürich nach Boston
Den Klagen zufolge kam Firmengründer Amar Bose die Idee für eine aktive Unterdrückung von Aussengeräuschen während eines Fluges von Zürich nach Boston im Jahre 1978. Er sei unzufrieden damit gewesen, dass der Fluglärm in den Kopfhörer drang und habe sich noch in der Luft ein Konzept für die Neutralisierung von Umgebungsgeräuschen ausgedacht. Seitdem habe die Firma an der Technologie gearbeitet. Zunächst seien in den 80er-Jahren Prototypen für amerikanische Militärpiloten entwickelt worden, im Jahr 2000 folgte das erste Modell für Normalverbraucher. Amar Bose starb im Juli vergangenen Jahres im Alter von 83 Jahren.
Apple will Beats für insgesamt drei Milliarden Dollar übernehmen. Dabei soll der iPhone-Konzern vor allem am Musik-Streamingdienst von Beats interessiert sein. Die Kopfhörer sind zugleich ein lukratives Geschäft und könnten Apple stärker die Zielgruppe jüngerer Nutzer öffnen. (sda/mim)