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Ein Blick zurück in die Geschichte von Helvetas
Eine Gruppe von befreundeten Zivildienstlern, Quäkern, Flüchtlingshelfern und Ingenieuren organisierte sich bereits 1954, um einen schweizerischen Beitrag an die materielle, soziale und kulturelle Entwicklung wirtschaftlich benachteiligter Völker ausserhalb Europas zu leisten. Unterstützt von den damaligen Bundesräten Max Petitpierre und Friedrich Wahlen gründeten sie im Juni 1955 das Schweizerische Hilfswerk für aussereuropäische Gebiete (SHAG) - die spätere Helvetas. Durch die Bildung von Regionalgruppen, die eigene Projekte verabschieden können, sollte das SHAG zu einer Volksbewegung werden.
Bei der Vereinsgründung waren gerade mal 3564 Franken und fünf Rappen in der Startkasse und zwei Projektideen für Nepal und Irak auf Papier. Doch schon im Herbst 1955 gelangten erste Geldbeträge und technische Instrumente nach Nepal. Andere Projekte scheiterten aufgrund strategischer Uneinigkeiten. Noch ohne moderne Kommunikationsmethoden war es schwierig, Mitarbeiter im In- und Ausland auf gemeinsame Strategien zu verpflichten. Dennoch weitete sich die Projektarbeit rasch aus, und das SHAG erwarb sich den Ruf eines Trinkwasserexperten. Früh wurde in die Ausbildung lokaler Fachleute investiert und eine enge Zusammenarbeit mit einheimischen Behörden und Dorfgemeinschaften gepflegt.
Als sich zu Beginn der 60er Jahre der Bund und die etablierten Schweizer Hilfswerke mit eigenen Projekten in die „Dritte Welt“ wagten, ist das SHAG bereits in Nepal, Tunesien und Kamerun tätig. Seine Erfahrungen und Projektansätze sind in der Schweiz sehr gefragt, und der Bund übergibt immer häufiger Projekte in die Regie des SHAG. Doch gleichzeitig steigt die Konkurrenz anderer Hilfswerke. Und bezüglich der strategischen Ausrichtung der Organisation gibt es unterschiedliche Vorstellungen. In der Folge kam es zu personellen Wechseln, strukturellen Reformen und schliesslich zur Namensänderung: Aus SHAG wird Helvetas.