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Trotz Hitze geht es weiter
Nach unseren Betriebsferien geht es wieder weiter mit der Produktion.
Für die früheste Figur um 1350 haben wir eine Gugel angefertigt. Der lange Zipfel wird bei unserer Figur um den Hals gelegt.
Die Figur des Musketiers um 1640 kriegt einen Koller aus Leder, auf Englisch "Buffcoat" genannt - auf Deutsch etwa Büffelmantel. Auch hier sind wir vom Rindsleder auf das Hirschleder ausgewichen, da Rindsleder heute nicht mehr trangegerbt zu bekommen ist. Solche Koller gab es jedoch auch früher schon aus Hirsch- oder Elchleder, wenn auch nicht so häufig.
Zu sehen ist hier die Verarbeitung des oberen Teils mit einer sogenannten Stossnaht.
Passend zum Uniform-Rock der Ordonnanz 1861 haben wir eine Hose gefertigt. Hier war es gar nicht so einfach, den passenden Schnitt zu finden. 1861 wurden lediglich Abänderungen zum Reglement von 1852 festgehalten. Die Hose soll aus graublauem Tuch sein, weit und mit Schlitz statt wie bisher mit breitem Hosenlatz. Da Hosen zu dieser Zeit auch nach dem Militärdienst getragen wurden so lange es ging, sind diese heute sehr rar. So haben wir den Schnitt aus einer originalen Offizershose, Bildern von Soldaten und Massen aus französischen Reglementen zusammengestellt. Zu sehen ist ein erster Test in einem grauen Stoff. Dieser Schnitt wird noch etwas angepasst und dann im graublauen Stoff hergestellt.
Ebenfalls für die Figur um 1350 sind diese handgefertigten Schuhe. Es sind sogenannte Wendeschuhe, da sie verkehrt herum genäht und dann umgestülpt werden.
Beim Waffenschmied sind die ersten Blankwaffen fertig geworden: In der Mitte das Anderthalbhänder-Schwert für einen Schweizer Spiesser um 1550. Die Schweizer Reisläufer - nicht zu verwechseln mit den deutschen Landsknechten - werden oft mit geschwungener Parierstange abgebildet, wie sie auch hier zu sehen ist, während der auch damals auch weitverbreitete Katzbalger ein "S" bildet.
Links davon ist ein sogenanntes Schweizermesser zu sehen, eine Art kurzes Schwert welches typisch für die Schweizer im 15. Jahrhundert war. Auf der rechten Seite eine frühe Variante des Schweizerdolches mit Messer und Pfriem welche in die Scheide gesteckt werden.
Passend zum Lederkoller trägt die Figur 1640 einen hohen Hut. Damit die Form möglichst Nahe an die wenigen verbliebenen Originale und Gemälde kommt, haben wir eine neue Hutform erstellt. Diese haben wir digital entworfen und 3D gedruckt. Dies war ein Test, da die Form während dem Überziehen des Filzstumpens viel Hitze und Dampf aushalten muss. Es hat jedoch hervorragend geklappt. Hier ist der blanke Hut sowie die Hutform zu sehen.