Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03410.jsonl.gz/2978

Bachelor
Visuelle Kommunikation
Seit der Einführung von Smartphones im Jahr 2007 und dem Aufkommen von Web 2.0 werden täglich Millionen von Informationsformen auf verschiedenen Plattformen online gestellt und ausgetauscht. Diese beinhalten auf verschiedenen Ebenen eine einzigartige Form der sozialen Interaktion. Die am häufigsten verwendeten sind Facebook, Instagram, Qzone, Tumblr und Twitter, die insgesamt mehr als zwei Milliarden regelmässige Benutzer umfassen. Diese soziodigitalen Netzwerke sind Rastersysteme, durch die es möglich ist, sich digital zu exponieren, das heisst eine echte Projektion der «physischen» oder «realen» Identität im Internet zu erstellen. Diese Netzwerke ermöglichen jedem, durch die Erstellung eines Profils eine modulierbare Selbstrepräsentation aufzubauen. Im Laufe der Zeit wachsen die von diesen Plattformen gegebenen Rahmenbedingungen. Diese Entwicklungen sind das Ergebnis eines zweiteiligen Prozesses, der Änderungen der Plattform selbst, die von den Eigentümern generiert wurden, und der Entwicklung der mit der Plattform verbundenen Praktiken. Diese zweite Form der Evolution wird von den Benutzern, die die Verwendung dieser digitalen Werkzeuge für ihre Zwecke übernehmen, selbst ausgelöst, durch die Form der Inhalte, die sie online veröffentlichen, und in gewissem Masse auch durch die Form der Interaktionen durch die Plattform.
Die Online-Selbstrepräsentation ist daher abhängig von einem Prozess der ewigen Konstruktion; wir erfinden ständig neue Wege, um uns im Internet zu repräsentieren. Diese «virtuellen» oder «digitalen» Identitäten sind jedoch nicht vom physischen Selbst getrennt. Es ist daher die Dynamik dieser ständigen Dialektik zwischen virtueller und physischer Selbstrepräsentation, auf die sich das Buch ID 2.0 konzentriert.
<email-pii>