Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03363.jsonl.gz/250

Bindung und Phantasie in einer psychoanalytischen Behandlung
AbstractIn der Geschichte der Psychoanalyse scheint das Konzept der Phantasie einen polarisierenden Einfluss auf die prominentesten Autoren und Schulen ausgeübt zu haben. Freud, Melanie Klein und ihre jeweiligen Nachfolger betrachteten Phantasie als ausserordentlich bedeutsam, zuweilen bedeutsamer als interpersonelle Beziehungen. Dagegen wird Phantasie in der Arbeit John Bowlbys und der Tradition der Bindungstheorie weitgehend vernachlässigt, und zwar zu Gunsten der frühen Kind-Pflegeperson-Beziehung und Traumatisierungen. Ich versuche, mit der Darstellung einer fünf Jahre dauernden Psychoanalyse im liegenden Setting an diese Kontroverse anzuknüpfen. Bei dieser zeigte sich, wie frühe Vernachlässigungserfahrungen der Patientin untrennbar von ihren Bindungsmustern, sexuellen Phantasien, und der Wahl ihrer Liebesobjekte waren. Diese Arbeit führt mich zur Schlussfolgerung, dass theoretische Polemiken die klinische Realität nicht abbilden. Ein Psychoanalytiker scheint kontinuierlich sowohl in ein «Trieb-Modell» als auch in ein «Trauma-Modell» verwoben zu sein.
Downloads
Die Autor_innen bleiben Inhaber_innen sämtlicher Rechte an ihrem Text. Für eine weitere Verwendung/Veröffentlichung ihrer im Journal für Psychoanalyse erschienenen Beiträge müssen Autor_innen keine Genehmigungen einholen. Es wird jedoch keine Textversion im Verlagslayout zur Verfügung gestellt.
Die Autor_innen geben Ihr Einverständnis, dass der Text in einer online-Version ins Internet gestellt wird. Sie räumen der Redaktion die diesbezüglichen Rechte durch Zeichnung eines von der Redaktion separat zugestellten Vertrags (Creative Commons, CC BY-NC-ND 4.0) ein. In diesem Vertrag bestätigen Sie als Autor auch, dass es sich bei Ihrem Text um einen noch nicht andernorts veröffentlichten Originalbeitrag handelt.
Die Redaktion bittet die Autoren ebenfalls, für jeden zur Publikation angenommenen Text eine Publikationsvereinbarung mit dem Titel des betreffenden Textes versehen und unterzeichnet dem Sekretariat des Psychoanalytischen Seminars Zürich zuzustellen.
Alle Beiträge ab Ausgabe 55 sind kostenlos mit Open Access verfügbar.