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Ist der HC Davos gar besser als die Nationalmannschaft? Kein Provokateur, wer solches nach dem 5:1 gegen Mountfield behauptet.
Keine Frage: das Spitzenteam aus der tschechischen Liga war eine Nummer grösser als Dinamo Riga am Vortag. Das lettische KHL-Team wirkte beim 1:6 gegen unsere Nationalmannschaft bloss wie ein Kloten ohne Kevin Schläpfer.
Der HCD zelebrierte gegen Mountfield «Arno-Hockey» in schönster Form – ohne Andres Ambühl und Enzo Corvi, die im Startspiel nicht eingesetzt worden sind: Tempo, Intensität und Präzision. Direktspiel und Direktschüsse. Das 2:0 erzielte beispielsweise Tommi Sallinen durch eine Ablenkung eines Weitschusses von Magnus Nygren, das 3:0 war ein One-Timer durch Gregory Sciaroni und beim 4:0 versenkte Brandon Buck den Puck nach einem – für das «Arno-Hockey» so typisches –blitzschnellen Umschalten auf Offensive.
Im letzten Drittel wurde schliesslich noch ein wenig «SCB-Hockey» gespielt. «SCB-Hockey» bedeutet: alle wissen, wer gewinnt, Langeweile kehrt ein, aber es steht nun mal in den Reglementen, dass 60 Minuten gespielt werden müssen. Der aus der Stadt Bern angereiste Chronist beschäftigte sich während des Schlussdrittels folgerichtig fast nur noch mit seinem Smartphone.
Die Behauptung, der HCD sei im Startspiel besser gewesen als das Nationalteam, ist also nicht nur polemisch oder provokativ. Sie hat ein fachtechnisches Fundament. Der HCD hat den Sieg letztlich teuer erkauft. Nationalstürmer Samuel Walser und Nationalverteidiger Noah Schneeberger mussten mit Anzeichen einer Gehirnerschütterung in die Kabine. Arno Del Curto sagt: «Sie können gegen Team Canada wahrscheinlich nicht spielen.»
Der HCD hat bei diesem Turnier das schwierigere Startprogramm mit dem stärksten ausländischen Klubteam (Mountfield) und Team Canada in den beiden Gruppenpartien. Die Nationalmannschaft hat es lediglich mit Dinamo Riga und Hämeenlinna, den zwei Lotterteams aus der KHL und der finnischen Liga zu tun. HCD-Trainer Arno Del Curto antwortet allerdings auf die Frage, ob der HCD besser sei als die Mannschaft von Patrick Fischer dezidiert: «Nein, nein, nein.»
Mögen uns die Hockeygötter eine Direktbegegnung zwischen dem HCD und der Nationalmannschaft bescheren, um diese Frage zu klären. Vom Spielplan her ist dies durchaus möglich. Voraussichtlich frühestens im Halbfinale. Aber noch besser wäre natürlich ein Gipfeltreffer im Finale. Wahrscheinlich könnte dann nur Leonardo Genoni die Nationalmannschaft vor einer Niederlage bewahren.