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Die Pläne von Gilbert Felli
Vor 20 Jahren stiess Gilbert Felli als sportlicher Direktor zum IOK. Nun ist er als Geschäftsführer des Olympischen Komitees für die Olympischen Spiele tätig. Der 63-jährige ehemalige Leiter des Sportdienstes von Lausanne stammt aus Leysin. Er verbringt die Hälfte des Jahres im Ausland, doch Lausanne ist ihm ans Herz gewachsen.
Wenn Gilbert Felli auf seine berufliche Karriere zurückblickt, weist er gerne darauf hin, dass er die Chancen zu nutzen wusste, die sich ihm boten. Kurz vor dem Erwachsenenalter gehörte Gilbert Felli dem Schweizer Skiteam an. „Meine Karriere als Skirennfahrer musste ich zu Gunsten meines Architekturstudiums aufgeben“, erzählt er. Anschliessend reiste er in die Vereinigten Staaten, wo er als Trainer für die Amerikaner tätig war. Da diese von seinem Stil beeindruckt waren, boten sie ihm an, sich dem Profiskizirkus anzuschliessen. Nach zwei Saisons ging er nach Neuseeland, um Skifahren zu unterrichten. Er war damals schon ein rastloser Mensch. 1974 kam Gilbert Felli in die Schweiz zurück. Er wurde Leiter der Skischule von Leysin und anschliessend Direktor des Sportzentrums des Waadtländer Skiortes. „Ich habe mich auch politisch engagiert. Im Gemeinderat und im Kantonsrat. Teilweise aus diesem Grund bin ich dann von Leysin nach Lausanne gezogen.“
„Lausanne ist eine beeindruckende Visitenkarte“
Die Berufung durch Samaranch
Nachdem Gilbert Felli in Leysin umfangreiche Erfahrungen im Bereich des Sports gesammelt hatte, wurde er 1983 zum Leiter des Sportdienstes der Stadt Lausanne ernannt. Dieses Amt übte er während sieben Jahren aus. Während dieser Zeit arbeitete er eng mit dem ehemaligen Präsidenten des IOK, Juan Antonio Samaranch, zusammen. „Er rief mich oft an“, erzählt er mit einem Lächeln. „Er wollte, dass Lausanne zur Hauptstadt der Olympischen Bewegung wird.“ 1990 meldete sich Juan Antonio Samaranch wieder einmal telefonisch bei Gilbert Felli. Er bot ihm an, das Amt des sportlichen Direktors beim IOK zu übernehmen. „Ich hatte keine Zeit, mir dieses Angebot lange zu überlegen. Samaranch wünschte eine rasche Antwort, weil er meine Ernennung an einem Kongress bekanntgeben wollte, der zwei Tage später stattfand. So nahm ich das Angebot kurz entschlossen an.“ Gegenwärtig kümmert sich der ehemalige Leiter des Sportdienstes um die Beziehungen zwischen den Organisationskomitees. Dank seiner Ausbildung als Architekt versteht er die Sprache der Experten und kann ihre Überlegungen anderen Personen auf den verschiedenen Baustellen in Sotchi, London und Rio vermitteln.
Lebensqualität
Gilbert Felli hat zwei erwachsene Söhne und ist ständig unterwegs. Doch obwohl er ganze Tage im Flugzeug verbringt, schätzt der Waadtländer die Lebensqualität in Lausanne. „In dieser Stadt lässt es sich gut leben. Die Landschaft ist bezaubernd. Und alles liegt so nah, der See und die Berge – eine beeindruckende Visitenkarte. Man muss sich bewusst sein, welches Glück Lausanne hat. Ohne den Sport wäre eine Stadt dieser Grösse nicht auf der Weltbühne vertreten. Dies hatte Samaranch in den Achtzigerjahren vor allen anderen erkannt.“ Er erwähnt den Genfersee und scheint sich fast zu genieren, auch noch auf die Aussicht auf den See und die Alpen hinzuweisen – als ob es sich dabei um etwas Ungebührliches handeln würde.
Der 63-jährige Gilbert Felli räumt jedoch ein, dass er lieber auf den See als auf die Berge verzichten würde. Aus diesem Grund reist er jeweils nach Leysin, sobald es seine volle Agenda zulässt. Er kehrt jedoch immer wieder nach Lausanne zurück, um sich unermüdlich neuen Horizonten zuzuwenden.
Jean-Frédéric Debétaz
Service des sports
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