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Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Bei Morbus Basedow entstehen sogenannte Auto-Antikörper gegen TSH-Rezeptoren der Schilddrüse, was zu einer erhöhten Produktion von Hormonen führt. Das wiederum führt häufig zu einer Schilddrüsenvergrößerung und -überfunktion. Diese Antikörper können sich auch gegen andere Körperstrukturen richten. Meistens sind die kleinen Augenmuskeln und deren Bindegewebe betroffen, seltener auch Gelenke und Haut. An den Augen kann dies zum Hervortreten des Augapfels führen (endokrine Orbitopathie), zu verstärktem Tränenfluß, zu Rötung und Brennen, starrem Blick und Sehen von Doppelbildern.
An den Gelenken können Schwellungsgefühle und Schmerzen auftreten, auch Hautveränderungen/-verhärtungen an den Extremitäten (Arme und Beine) sind möglich.
Symptome
Die Symptome entsprechen denen der Überfunktion.
Sie sind gekennzeichnet durch:
- verstärktes Schwitzen, feucht-warme Haut
- Überempfindlichkeit gegen Wärme
- Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, erhöhter Puls
- mäßiger Bluthochdruck
- Nervosität, Unruhe, innere Anspannung und Zittrigkeit
- Gewichtsverlust trotz übermäßigem Appetit, Durst
- häufige Stuhlentleerung, ev. Durchfälle
- körperliche Leistungsschwäche, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen
- Reizbarkeit
- Zyklusstörungen
- depressive Verstimmungen.
Mögliche Symptome der Immunerkrankung sind:
- Augenerkrankungen
- Gelenk-, Rücken- und Muskelschmerzen, Sehnen- und Muskelverhärtungen
- Haarausfall
- Hautveränderungen und -verhärtungen
- Ödeme an den Unterschenkeln (Myxödem)
- Schwäche
- Stimmungsschwankungen
- Magen-Darmprobleme, Übelkeit
- Konzentrationsstörungen
- grippeähnliche Beschwerden
Am offensichtlichsten sind die Augenerkrankungen (endokrine Orbitopathie), die schlimmstenfalls zur Erblindung führen können.
Zu beobachten sind hier folgende Symptome:
- Hervortreten der Augäpfel (Exophthalmus)
- Druck- und Fremdkörpergefühl
- ungenügender Lidschluss
- Augentrockenheit
- Rötung und vermehrtes Auftreten von Bindehautentzündungen
- gesteigerte Lichtempfindlichkeit und Verschwommensehen
- Brennen und Tränen der Augen
- Sehen von Doppelbildern (dringender Behandlungsbedarf!).
Die endokrine Orbitopathie reicht von leichten Beschwerden wie Brennen oder Fremdkörpergefühl bis hin zu schweren Augenveränderungen. Für die Betroffenen ist nicht nur das schlechtere Sehen sondern auch das veränderte Aussehen (hervortretende Augäpfel) eine große Belastung. Eine endokrine Orbitopathie kann jedoch auch vorhanden sein, ohne dass es äusserliche Anzeichen dafür gibt. Ein auf diesem Gebiet erfahrener Augenarzt sollte auf jeden Fall eine regelmäßige Kontrolle durchführen; die Intervalle wird er, je nach Stand der Erkrankung, individuell festlegen.
Eine Behandlung der Hyperthyreose führt bei 80% der Patienten auch zu einer Verbesserung der endokrinen Orbitopathie. Eventuell erfolgt auch eine Glukokortikoidtherapie. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
Ursachen
Die Ursachen gleichen denen der Hashimoto-Thyreoiditis:
Die genauen Ursachen sind bisher nicht bekannt. Diskutiert werden:
- genetische Veranlagung (oft sind mehrere Familienmitglieder betroffen)
- Infektionen mit Viren und Bakterien (deren Antigene denen der Schilddrüsenzellen ähnlich sind)
- Jodbelastungen durch Medikamente oder jodhaltige Kontrastmittel, «Zwangsjodierung» vieler unserer Lebensmittel etc.
- Stress
- Veränderung der Sexualhormone (Pubertät, Absetzen der Pille, Schwangerschaft, Geburt/Fehlgeburt, Wechseljahre, Hormonbehandlungen) – Frauen sind generell häufiger von *Autoimmunerkrankungen betroffen –
- Rauchen
- Amalgam, Umweltgifte (z.B. Tschernobyl)
- Stress
Diagnostik
Bei dieser Schilddrüsenerkrankung besetzen Antikörper die Rezeptoren für das TSH. Dies bewirkt eine Dauerstimulation der Schilddrüse, wodurch die Symptome ausgelöst werden. Meistens genügen schon die typischen Symptome zur Diagnosestellung. Im Blut finden sich veränderte Werte von fT3, fT4 und TSH. Ist nicht eindeutig klar, ob es sich um Morbus Basedow handelt, werden die Antikörper (TSH-R-AK) bestimmt. Außerdem sollte eine Ultraschalluntersuchung und evtl. eine Szintigraphie gemacht werden.
Therapie
Die Therapie beginnt mit schilddrüsenblockierenden Medikamenten (Thyreostatika), um die übermäßige Produktion der Schilddrüsenhormone zu drosseln. Diese Behandlung wird höchstens über 1-1,5 Jahre durchgeführt. In dieser Zeit heilt die Krankheit bei einem Teil der Patienten von selbst aus. Kontrolluntersuchungen müssen weiter gemacht werden, um eventuelle Rückfälle schnell zu erkennen. Begleitend können Betablocker verordnet werden, um die schnelle Herzfrequenz zu senken und zusätzlich Angst und Nervosität einzudämmen. Eine Therapie mit Thyreostatika ist ungeeignet, wenn
- der Verdacht auf einen bösartigen Tumor besteht
- sehr große Mengen an Thyreostatika notwendig sind, um die Schilddrüsenhormone in den Normalbereich zu bringen
- von Anfang an ein hoher Antikörperwert festgestellt wird.
Wenn die medikamentöse Behandlung keinen Erfolg bringt, kann entweder eine Radiojod-Therapie gemacht werden oder eine Operation, bei der das kranke Gewebe dann vollständig entfernt wird. Die Ernährung spielt keine allzu große Rolle bei Morbus Basedow. Große Mengen an Jod, wie sie u.a. in Röntgen-Kontrastmitteln vorkommen, sollten allerdings vermieden werden.
Da Morbus Basedow ein entzündlicher Prozess ist, entstehen dabei auch sogenannte freie Radikale. Dagegen können antioxidative Substanzen helfen, z.B. Selen. Die Wirkung von Selen ist nicht eindeutig bewiesen, aber eine Dosis von 200 Mikrogramm kann durchaus genommen werden, wenn Ihr Arzt das für sinnvoll hält.
Beim Rauchen entstehen eine Menge freier Radikale! Deshalb sollten Morbus-Basedow-Kranke unbedingt auf das Rauchen in jeder Form verzichten!
Quellen
Siehe auch
Relevante Wiki-Artikel
- Schilddrüse allgemein
- Kropf
- Hashimoto-Thyreoiditis
- Schilddrüsenunterfunktion
- Schilddrüsenüberfunktion
- Funktionsstörungen und Erkrankungen der Schilddrüse bei Pyrrolurie
- Autoimmunerkrankungen
- Goitrogene
- Autoimmunerkrankungen
Literatur
Siehe Schilddrüse