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Schweizermeisterschaften auf der Kurzbahn in Sion - erneute Saisonbestleistung aber keine Finals
Mit einem kleinen Grüppchen von 4 Schwimmerinnen und einem Schwimmer hat das Swim Team Lucerne an der diesjährigen Kurzbahn-Ausgabe der Schweizermeisterschaften in Sion teilgenommen. Eines der wenigen Wettkämpfe in dieser Corona-verkorkten 1. Saisonhälfte des Schweizer Schwimmsports.
Bereits im ersten Lauf des ersten Rennens, den 400 Freistil Herren, durfte Richard Georgiev seine Form unter Beweis stellen. Für seine Verhältnisse vielleicht etwas zu schnell angegangen auf die erste Rennhälfte, schaffte er es mit 4 Minuten 13 Sekunden und 06 Hunderstel seine eigene Bestzeit und Saisonbestleistung (Jahrgang 2005) vom 17. Oktober an den Klubmeisterschaften, um über eine Sekunde zu unterbieten. Glückwunsch!
Damit ist er der zweit schnellste auf dieser Strecke jemals beim Swim Team Lucerne. Einzig Maceo Milesi schwamm 2016, jedoch im Alter von 18 Jahren, knapp 2 Sekunden schneller (4:11.33). Richard hat die 400 Freistil an den Kurzbahn-Schweizermeisterschaften (kurz SKBM) noch nicht super eingeteilt, sodass er, wie wir in Schwimmer kreisen sagen, auf der 2. Rennstreckenhälfte «gestorben» ist. Sowohl Richard als auch seine Coaches waren aber mit dieser Leistung sehr zufrieden. Für seine Paradedisziplin, die 1500 Freistil, wurde Richard leider abgewiesen, da durch die strengen Auflagen an der diesjährigen SMKB lediglich eine limitierte Anzahl Schwimmer und Schwimmerinnen pro Disziplin und Strecke erlaubt wurden, um den Event durchführen zu dürfen.
Beim 50m Rücken Rennen hatten wir sowohl Lucyna Wasowicz als auch Tamara Näf im Rennen. Beide schwammen eine solide Zeit, aber mit nicht einmal einer Nasenlänge Vorsprung entschied Lucyna das STL-Duell für sich. Sie schlug mit 31.92 und neuer persönlicher Bestzeit (PB bisher 30.02) nur 13 Hundertstel vor Tamara an, welche mit 30.05 nur knapp über ihrer PB (31.94) blieb.
Später an diesem ersten Wettkampf-Freitag-Morgen kam Lucyna nochmals zum Einsatz. Sie hatte sich ebenfalls für die 50m Freistilstrecke qualifiziert und war sehr motiviert eine gute Zeit abzuliefern, welche ihr einen Platz unter den ersten 16 und somit eine Final-B-Teilnahme gesichert hätte. Nach ihrem ersten, guten Rücken Rennen war allerdings ihr Wettkampfanzug bereits nass. Zuvorkommend lieh ihr Tamara eines ihrer Anzüge. Alles war bereit, die Spannung stieg.
Im schnellsten Lauf auf der Rand-Bahn kommt Lucyna auf den Startblock. Oder doch nicht. Sie wird informiert, dass die Rennen von Hand gestoppt werden müssen. Es entsteht unruhe. Einige Schwimmerinnen weigern sich so an den Start zu gehen. Plötzlich doch grünes Licht, aber unter welchen Bedingungen? Handgestoppt? Funktioniert die Zeitnahme wieder?
Lucyna hatte ihre Klasse informiert und auch die waren gespannt vor ihren Handys in der Schule, da der ganze Wettkampf zwar ohne Publikum stattfinden konnte, dafür aber mit Livestream-Übertragung in jeden Haushalt oder eben, in die Schulklasse von Lucyna kommen konnte.
Das Rennen konnte nun endlich beginnen. 27.70 ihre Endzeit, nach einer hektischen Phase vor dem Rennen und einer etwas missglückter Wende im Rennen, wo jeder Fehler bestraft wird. Es reicht für einen guten 20. Platz (von 40 limitierten Startplätzen). Einen etwas schalen Nachgeschmack hat das ganze allerdings, denn Lucyna wäre mit ihrer später aufzustellenden, neuen PB locker im B-Finale gewesen.
Der zweite Wettkampftag begann für den STL mit dem Einsatz von Tamara Näf über 100 Rücken. Ihr Rennen begann verheissungsvoll, denn sie touchiert bei der 50m Marke bei 33.64 die Wand, ähnlich schnell wie bei ihrer PB im März im Campus, wo sie mit 33.16 wendete. Leider gelingt es ihr aber nicht, die Pace, also die Frequenz, und den Druck auf die Arme genug hoch zu halten, sodass auch sie auf den zweiten 50 Metern «stirbt» und mit 36.41 im Vergleich zu ihrer PB (34.87, auf den 2. 50m) deutlich an Renntempo verliert. Ein Phänomen, welches nicht nur sie zu spüren bekommt, sondern alle unsere Schwimmerinnen und Schwimmer, welche es nicht gewohnt sind zu dieser Uhrzeit abzuliefern.
Kurze Zeit später kommt Lya Glanzmann an die Reihe. Sie wurde leider, wie bereits bei Richard erwähnt, auch für ein Rennen abgewiesen und so durfte sie nur für 200 Delfin, nicht aber die 100 Delfin für den STL an den Start gehen. Lya hatte die letzten paar Monate grossen Respekt gegenüber diesem Rennen entwickelt und war – wie zu erwarten war - sehr nervös. Eigentlich ein gutes Zeichen: Nervosität; denn man fokussiert sich und das Adrenalin verleiht einem noch etwas zusätzliche Power, sofern keine negativen Gedanken ins Spiel kommen. Lya hatte aber sehr gut trainiert und im Training vor dem Wettkampf sehr schöne Ergebnisse erzielt, sodass der Coach zuversichtlich war und ihr vor dem Rennen nochmals die Besprochene Taktik mitteilte.
Die 200m Delfin, von den meisten Schwimmern ein als tödliches Rennen bezeichnete Monster-Strecke. Vergleichbar höchstens mit 400 Lagen oder 200 Brust (nur die die es können und schon geschwommen sind wissen Bescheid). Lya’s Paradedisziplin. Mit 1:12.38 geht sie die ersten 100m nur knapp 4 Sekunden über ihrer 100m PB durch. Sie hat einen schönen, schnellen Zug drauf, doch es ist erst die Hälfte der Strecke bewältigt. Das bereits zwei Mal erwähnte «sterben» ist beim 200 Delfin garantiert. Die Frage ist nur, wie man stirbt. Lya verliert auf den 3. Und 4. 50ern nur leicht an Geschwindigkeit, gegenüber dem 2. 50m und bestätigt das Gefühl des Coachs. Sie schlägt in 2:32.77 an und verbessert ihre PB um eine knappe Sekunde (bisher 2:33.68). Bravo!
Nach einer Mittagspause begannen um 17 Uhr die Finals der am Vormittag geschwommenen Rennen. Das STL Team wurde durch Fiona Maissen verstärkt, welche speziell für den einen Einsatz am Abend ins schöne Wallis gereist war. 4x 50m Freistil Staffeln. Fiona hatte sich über 50m Brust in einer schönen neuen PB von 35.98 an den Clubmeisterschaften (bisher 36.91) für die SMKB qualifiziert. Auch sie wurde leider abgewiesen, sodass sie lediglich über die Staffel an der SM teilnehmen konnte.
Es war für sie ein turbulentes Ankommen in Sion, da externe Bäder zum Einschwimmen genutzt werden mussten, welche einfach nicht in einer Irrenanstalt und auch nicht in der Garage eines riesigen Gebäudes untergebracht waren (Achtung Insider, bei Fragen Fiona oder Lucyna fragen).
Die Siegerehrungen aller an diesem Tag geschwommenen Rennen waren durchgeführt. Es folgte das letzte Rennen des Tages. Corona konform mit einer freien Bahn Abstand von Team zu Team, installierten sich die jeweils 4 Protagonistinnen hinter dem Startblock.
Lucyna sollte starten, Tamara übernehmen, gefolgt von Fiona und zum Schluss Lya. Bis auf Tamara konnten alle ihre PB verbessern. Tamara hatte einen etwas unglücklichen Start, während dem Rennen allerdings eine gute Leistung erbracht, lediglich die Zeit war nicht zufriedenstellend zu Schluss. Am Ende wurden sie 12., Lucyna mit 27.20 (was für’s B-Finale gereicht hätte und 0.5 Sekunden schneller als am Tag zuvor, bisher 27.47), Tamara in 29.12 (PB: 27.97), Fiona in 28.42 (bisher 28.57) und Lya mit 28.87 (bisher 30.29).
Am letzten Tag der SMKB war das Swim Team Lucerne auf eine Schwimmerin geschrumpft. Lucyna hatte nochmals die Chance ihre Bestmarke über 50m Delfin zu knacken. Kurz vor Mittag war es so weit. In 29.92 bleibt sie zwar unter 30 Sekunden, allerdings knapp langsamer als ihre PB von 29.72. Ein kleiner Patzer an der Wende und die ungewohnte Uhrzeit für die Schwimmerin reichen aus, dass es nicht ganz zur Bestzeit reicht.
Alles in allem ein erfolgreicher Auftritt für den STL, auch wenn sich die Coaches für die Schwimmer den einen oder anderen Final Platz gewünscht und erhofft hatten. Mit der Saisonbestleistung (Jahrgang 2005) und den 5 neuen Bestzeiten sind sie aber mehr als zufrieden. Nun bleibt es abzuwarten und die Corona-Entwicklung weiter zu verfolgen, denn bis auf weiteres stehen allen Schwimmern des STL, sowie der Schwimm-Nation Schweiz keine bis ganz wenige Wettkämpfe in Aussicht.
Zu guter Letzt noch:
Herzliche Gratulation an dieser Stelle an alle,
welche sich für die SMKB qualifiziert haben und
durch ihre Leistung auch die anderen im Team
anspornen, sich für solche Anlässe zu qualifizieren!