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Auf der Suche nach geistreichem Entertainment lädt die russische Zarin Katharina II. den französischen Philosophen Denis Diderot zu sich nach Russland ein. Fasziniert von der sagenumwobenen Despotin, überwindet der prominente Aufklärer seine politischen Skrupel und reist von Paris 1773 nach St. Petersburg. Über seine Ankunft sind nicht alle erfreut; insbesondere der Hofgelehrte Lagetschnikoff fürchtet um den Verlust seiner Privilegien. Diderot schwärmt von Freiheit, Lagetschnikoff schwört Feindschaft. Unter der Regie der Zarin entfaltet sich eine Spirale aus Intrigen und Manipulationen, die das freudvolle, im Zeichen der Humanität stehende Denken Diderots mit den Härten politischer Macht konfrontiert. что делать? Que faire? Was tun?
«Diderot in Petersburg» (1873) ist eine burlesk-erotische Novelle des in der heutigen Ukraine geborenen Schriftstellers Leopold von Sacher-Masoch. Die Begegnung zwischen Philosoph und Kaiserin wird darin zur mythischen Konfrontation zwischen «West» und «Ost» stilisiert, die in den Folterkammern der Antimoderne ihr düsteres Ende findet. Mit Peitschenhieben wird der aufklärerischen Philosophie ihre Arroganz ausgetrieben. Statt «Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit»: «Orthodoxie, Autokratie und Nationalismus».
250 Jahre nach Diderots Reise von 1773–74 unternimmt ‚Bruch‘- eine Gegenlektüre des skandalösen Textes und inszeniert ihn als geschichtsphilosophisches Allegorienspiel im Gewand einer zeitgenössischen Operette. Zwischen Russian Hardstyle und French Cold Wave, in extravaganten Kostümen und hochkarätiger Besetzung verwandelt sich der Neumarkt Saal in ein politisches Diorama und sinnliches Laboratorium des einstigen Zarenhofes.
Rira bien qui rira le dernier.
Altersempfehlung: Ab 16 Jahren
Sprache Englisch / Deutsch (mit Übertitelung)
Mit
Frances Chiaverini, Challenge Gumbodete, Stanislav Iordanov, Nadège Meta Kanku, Sascha Ö. Soydan
Produktionsteam
von: ,Bruch‘-
Komposition: Stanislav Iordanov
Choreographie: Frances Chiaverini
Kostüm: Orlov Joy Ahoulou
Kostüm Katharina II.: Annelie Schubert
Eingang: Frieder Haller & Phung-Tien Phan PAIN, 2016–2024 Masse variabel Metallblech, Farbe, Licht
Tattoos: Winona Sloane Odette
Outside Eye: Jana Baldovino
Hausdramaturgie: Eneas Nikolai Prawdzic
Regieassistenz: Sophia Senn
Ausstattungsassistenz: Noé Wetter
Kooperationspartner: Schauspielhaus Zürich
Dank an: BraidBar, Kevin Clarke, Gloria Hasnay, Charlie Hope, Axel Humbert, Fidan Novruzova