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Das Yellow-nail-Syndrom (YNS), zu Deutsch etwa "Syndrom gelber Nägel", ist eine sehr seltene Erkrankung, die mit einer Nageldystrophie, einem Pleuraerguss und peripheren Lymphödem sowie rekurrenten Infektionen der Atemwege einhergeht. Die Ätiologie dieses Leidens ist weitgehend unbekannt.
Das markanteste Symptom des YNS ist die Nageldystrophie. Betroffene weisen gleichmäßig verdickte, gelblich verfärbte Finger- und Zehennägel [1] auf und geben an, dass ihre Nägel nur sehr langsam wachsen [2]. Auch im Bereich des Nagelfalzes und dem ihm nahen Bereich der Nagelplatte können pathologische Alterationen auffallen, vor allem Erytheme, Ödeme und ein Verlust der Nagelhaut. Weil YNS-Patienten oft gleichzeitig an einer Paronychie leiden, kann nicht immer sicher gesagt werden, ob die zuletzt genannten Befunde auf das YNS oder auf die Nagelbettentzündung zurückzuführen sind. In schweren Fällen heben sich die dystrophen Nägel vom Nagelbett ab, lösen sich von ihrer Basis und fallen aus. Nicht typisch für das YNS sind eine raue Beschaffenheit der Nagelplatte und ein Verlust der Transparenz des Nagels.
Die Nageldystrophie manifestiert sich zuweilen Jahre, bevor zusätzliche Symptome auftreten. Solche weiteren Beschwerden sind zumeist auf einen Pleuraerguss und/oder ein peripheres Lymphödem zurückzuführen. Eine Akkumulation von Flüssigkeit im Pleuralspalt beeinträchtigt die Lungenbewegung, sodass die Patienten an Atemnot leiden. Neben der Dyspnoe treten häufig auch Schmerzen im Brustbereich auf und die Betroffenen husten. Über den jeweiligen Lungenregionen sind Atemgeräusche nur gedämpft wahrzunehmen und auch der Klopfschall erklingt hyposonor. Schwellungen in verschiedenen Körperbereichen weisen dagegen auf ein Lymphödem hin. Die Haut, die die betroffenen Bereiche überspannt, ist zunächst aufgedunsen und weich, aber ein chronisches Lymphödem ruft fibrotische Veränderungen hervor, die schließlich eine Verhärtung der Haut bewirken. In den meisten Fällen betrifft das Lymphödem die unteren Extremitäten.
Viele YNS-Patienten leiden an rekurrenten, teils therapieresistenten Atemwegsinfektionen. Hierzu zählen wiederkehrende und chronische Sinusitiden, aber auch Bronchitis und Pneumonie [3]. Wird eine Computertomographie des Thorax realisiert, so finden sich oft Anzeichen für Bronchiektasien [4] [5]. Tatsächlich kann eine vermehrte Anfälligkeit für Infektionen der Atemwege gar das erste Symptom des YNS sein, aber eine Diagnose dieser Pathologie ist erst möglich, wenn die oben beschriebenen Symptome auftreten [6].
Die Diagnose des YNS erfolgt anhand des klinischen Bildes. Nicht jeder YNS-Patient entwickelt die vollständige Symptomtrias aus Nageldystrophie, Pleuraerguss und peripherem Lymphödem, und die Abwesenheit einzelner Symptome ist nicht als Ausschlusskriterium zu werten [7] [8]. So kommt es, dass ein YNS auch dann diagnostiziert werden kann, wenn die Nägel unauffällig sind.
Zur besseren Einschätzung des Allgemeinzustandes des Patienten und um Hinweise auf eine mögliche Grunderkankung zu erhalten, werden in der Regel Blutuntersuchungen angestellt. Im Rahmen des YNS zeigt sich hier häufig eine Hypoalbuminämie. Erhöhte Konzentrationen inflammatorischer Marker sind bei bestehender Atemwegsinfektion zu erwarten. Weiterhin wird die Anfertigung von Thoraxaufnahmen empfohlen, um das Ausmaß des Pleuraergusses zu evaluieren. Verschiedene Verfahren sind hierzu geeignet: die Sonographie, das Röntgen oder auch die Computertomographie. Eine Lymphangiographie ermöglicht die Beurteilung des lymphatischen Systems, kann aber eine Reihe von Komplikationen hervorrufen. Deshalb wird der Lymphszintigraphie oft der Vorzug gegeben. Weitere diagnostische Maßnahmen können eingeleitet werden, um Differentialdiagnosen auszuschließen. Bevor die Entscheidung zu derartigen Maßnahmen getroffen wird, sind detaillierte Angaben zur Krankenvorgeschichte und zum Krankheitsverlauf zu erheben.