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Abb. 1: Umgang Ostkrypta, Ansicht Mittelapsis (Foto ES)
Zu den wichtigsten Malereifunden Basels gehören die 1974 in der Ostkrypta des Münsters aufgedeckten beiden Bischofsporträts und eine Inschrift, welche eine Altarweihe im Jahre 1202 festhält. Die freigelegten Köpfe vervollständigten die schon zuvor sichtbaren Körperpartien zu ganzfigurigen Gestalten, die durch eine hervorragende Qualität bestechen. Sie repräsentieren ein seinerzeit aktuelles und ein retrospektives Stifterbild und waren Teil einer spätromanischen Wandbemalung, von der sich Reste einer Säulen- und Vorhangmalerei erhalten haben. Von den Malereien der Ostkrypta des Münsters sind vor allem die gotischen Bilderzyklen in den Deckengewölben des Umgangs bekannt (Viten der Heiligen Margaretha, Martin, Maria, Anna). Diese stammen erst aus der Zeit nach dem Erdbeben von 1356, als im Krypta-Umgang, der als Raumschacht bis zum Chor- Emporengewölbe hinaufreichte, eine Decke eingezogen und die Gewölbefelder bemalt wurden.
Abb. 2: Ansicht Mittelapsis, Rekonstruktionszeichnung von Hans Rudolf Sennhauser und Alfred Hidber (1974)
Die spätromanischen Wandbilder hingegen sind wegen ihres fragmentarischen Erhaltungszustandes weniger bekannt und stellen neben den vorwiegend gotischen Wandmalereien des Münsters und Basels eine Rarität dar. Sie befinden sich im Umgang der Ostkrypta, genauer in der Mittelapsis und an deren seitlichen Stirnwänden (Abb.1 und Abb. 2): Im unteren Teil der Apsiskonche sind nur noch wenige Fragmente der grau-weiss-schwarzen Vorhangmalerei sichtbar. Beidseits der Apsis, deren Bogen ein Rundstab umläuft, folgen an den Stirnwänden zwei aufgemalte Säulen. Seitlich von deren Deckplatten schliessen in einiger Höhe die Bischofsbilder an. Diese sind noch heute vom besagten gotischen Gewölbe aus der Zeit nach 1356 zerschnitten.
Abb.3: Inschrift in römischen Majuskeln rechts neben Bischofsbild von Lüthold von Aarburg (Foto PD)
Der obere Teil der Bischofsbilder und die an das linke Bildnis anschliessende mehrzeilige Inschrift (Abb. 3, Abb. 4 und Abb. 5 ) verschwanden nach 1356 hinter den Gewölbekappen und unter dem neuen Boden des Chorumgangs. Der untere Teil der Bischofsbilder blieb sichtbar. Im Laufe der Zeit, vor allem nach dem Einbau einer Heizung in den 1850er-Jahren und der permanenten Lagerung von Kohle, bildete sich darauf eine dicke Schmutz- und Russschicht, so dass die Bildwerke inklusive Säulen- und Vorhangmalerei bis zur Restaurierung von 1975 kaum mehr erkennbar waren.
Dorothea Schwinn Schürmann, lic. phil., Kunsthistorikerin