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Ein Elefant macht halt
Im Dezember 1855 fuhr die erste Dampflok von Winterthur in Flawil ein. Vom 14. Januar 1854 bis zum 10. Februar 1856 erfolgte der Bau der Stahlfachwerkbrücke über die Glatt bei Burgau zwischen Flawil und Gossau SG.
Am 15. Februar 1856 erreichte die Strecke Gossau und Winkeln. Am 24. März 1856 schliesslich war die Strecke bis in die Stadt St.Gallen gebaut. Dazu wurde die von Karl Etzel entworfene eiserne Gitterbrücke über die Sitter errichtet, das erste Sitterviadukt. Später setzte die SBB unter anderen Lokomotiven jene mit dem technischen Namen «C 5/6» ein. Diese Zugmaschinen wurden wegen ihrer schieren Kraft bald einmal «Elefant» genannt und hielten regelmässig in Flawil, wo sie auch Kohle und Wasser futterten.
Um 1903 wurde die private Autobusgesellschaft Flawil-Degersheim gegründet. Diese verband die beiden Dörfer bis 1917. Wo heute das 5Egg-Haus steht, entstand 1860 das Hotel Bahnhof und Post. Dort befanden sich früher das Telegrafenbüro, die Post und die erste Telefonzentrale.
Der Bahnhof stand nach dem Bau der Bahnlinie noch im Norden des Dorfes. Die neugebaute (mittlere) Bahnhofstrasse erhielt immer mehr Bedeutung als die Unterdorfstrasse. In diesem Bild von etwa 1870 stehen erst wenige Bauten auf der Ostseite der Strasse.
Eine der ersten Lokomotiven auf der Linie Winterthur-St.Gallen war die Dampflok "Flawyl".
Ab und zu waren auch Lokomotiven vom Typ C 5/6 auf unserer Bahnstrecke. Weil sie damals die stärksten Dampflokomotiven der SBB waren, nannte man sie auch "Elefanten".
So zeigte sich die damals "mittlere" Bahnhofstrasse um 1907. Links das Haus Erika im Besitz von Heinrich Stahel, rechts das Hotel Bahnhof und Post mit Saalanbau. Vereine wie zum Beispiel der Orchesterverein hielten darin Theater- oder Vortragsabende ab.
Frühe Aufnahme des Bahnhofareals, wohl um 1910
Als die Gassenfuhr noch den Kehricht einsammelte und im Schändrich entsorgte.
Die Automobilgesellschaft verband Flawil mit Degersheim von 1903 bis 1917 mit Wagen der Marke Martini
Der Bahnhofplatz erfuhr 2018 / 2019 eine Neugestaltung mit Bushaltestelle.
Die Infrastruktur des Bahnhofs umfasste bis weit ins 20. Jahrhundert hinein Rangiergeleise, eine Verladerampe mit Kran, einen Güterschuppen, eine mobile Kipprampe für den Tierverlad, ein Stellwerk zur Bedienung der Weichen und die Bahnhofsglocke.
Eine Schulklasse geht auf Schulreise im Juli 1957
(Foto Sammlung Karl Widmer)
Nicht ein Elefant, wohl aber eine 118 Tonnen schwere Ae 4/7 gerät übers Stumpengleis hinaus und rammt den Stellwerkanbau. Das Aufnahmedatum ist unbekannt, vermutlich 1940er- oder 1950er-Jahre.