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Die Schweiz fördert energieeffizientes Bauen und die Nutzung erneuerbarer Energien in Estland, Litauen, Polen, Slowenien, Rumänien und Ungarn. Dafür investiert sie fast 190 Millionen Franken aus dem Erweiterungsbeitrag. Die Schweiz engagiert sich in diesem Bereich auch aus Eigeninteresse, denn der Klimawandel macht nicht an den Landesgrenzen halt.
Energiesparen in estnischen Kindergärten
Beispielsweise Estland entwickelte mit Mitteln aus dem Erweiterungsbeitrag Baustandards für energieeffiziente Gebäude. In vier Gemeinden unterstützt die Schweiz nun den Bau von vier Niedrigenergiegebäuden: Rakvere und Haapsalu renovieren zwei Kindergärten, Lasva baut einen energieeffizienten Kindergarten und Väätsa ein Altersheim. Die vier Niedrigenergiegebäude bieten bessere Lebensverhältnisse und erlauben es, die Heizkosten und Treibhausgasemissionen zu senken. Am 14. März 2014 fand in Rakvere eine Tagung statt, an der die Gemeinden ihre Bauprojekte präsentierten und Fachleute über die Förderung der Energieeffizienz diskutierten. Heute brauchen öffentliche Gebäude in Estland 20-30% mehr Energie als in anderen EU-Ländern mit ähnlichem Klima und es gibt nur wenige Fachleute im Energieeffizienzbereich. Daher ist der Erfahrungsaustausch an Seminaren besonders wichtig.
Energiestadt oder "European Energy Award" in Rumänien
In Rumänien unterstützt die Schweiz mit einem Beitrag von bis zu 40 Millionen Franken die nachhaltige Energienutzung in Städten. Dazu wurden nach einem Aufruf zur Kandidatur im Juli 2011 die vier Städte Arad, Brasov, Cluj-Napoca und Suceava aus insgesamt 23 interessierten Städten ausgewählt. Sie erhielten zunächst einen Zuschuss zur Einführung des Schweizer Energiestadt-Konzepts (auch "European Energy Award" genannt). Diese Einführung, bestehend aus einer Bestandesaufnahme ihrer energierelevanten Aktivitäten sowie der Ausarbeitung eines nachhaltigen Energieaktionsplans ("Sustainable Energy Action Plan SEAP"), mündete in die grundsätzliche Bewilligung von zehn prioritären energierelevanten Infrastrukturprojekten in diesen vier Städten im Juli 2013. Zu den Projekten, welche im laufenden Jahr (2014) noch definitiv bewilligt werden müssen, gehören die Effizienzsteigerung von Fernheizsystemen, die Einführung von LED Strassenlampen, die energieeffiziente Renovation von Schulen, sowie die Förderung der Elektromobilität und die Beschaffung von elektrisch angetriebenen Bussen. Im Februar 2014 beschloss die Schweiz ausserdem, den Aufbau eines Trägervereins Energiestadt Rumänien mit einem Beitrag von 350'000 Franken zu unterstützen. Dieser Trägerverein soll dafür sorgen, dass der "European Energy Award" in Rumänien über die vier Pilotstädte hinaus Fuss fasst.