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In den allgemeinen Buchführungsvorschriften des Obligationenrechts werden bereits sehr wichtige Grundsätze der Rechnungslegung dargelegt. Die sehr "knapp" gehaltenen Gesetzesartikel haben den grossen Vorteil, dass sie als Generalnorm über Jahrzehnte hinweg der Entwicklung in der Rechnungslegung Stand halten konnten, da sie sich jeweils mit zeitentsprechender Interpretation der sich ständig entwickelnde Praxis anpassen lassen.
Die allgemeinen Bewertungsgrundsätze der Rechnungslegung nach schweizerischem Handelsrecht (Obligationenrecht) sind wie folgt:
- Die Jahresrechnung muss den Beteiligten einen möglichst sicheren Einblick in die wirtschaftliche Lage des Geschäftes geben (Art. 959 OR).
- Höchstwert/Stichtagsprinzip/Geschäfts- bzw. Fortführungswert: Aktiven sind höchstens nach dem Wert anzusetzen, der ihnen im Zeitpunkt, auf welchen die Bilanz erreichtet wird, für das Geschäft zukommt (Art. 960, Abs. 2 OR).
Daneben verweist das Gesetz auf abweichende Bilanzvorschriften, insbesondere für Aktiengesellschaften, Kommanditaktiengesellschaften und Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) gelten.
Die allgemeinen Bewertungsvorschriften im Obligationenrecht beschränken sich auf die Festlegung von Bewertungsobergrenzen (Höchstwerte) und lassen niedrigere Bewertungen somit zu. Dies ist ein gewisser Widerspruch zur Anforderung eines möglichst sicheren Einblicks in die wirtschaftliche Lage des Geschäftes, da so auch bewusst stille Reserven gebildet und aufgelöst werden können, die das ausgewiesene Ergebnis und Vermögen beeinflussen. Ein möglichst sicherer Einblick im Sinne von "true an fair view" kann somit aus dieser Grundnorm nicht abgeleitet werden.
Zu bemerken ist ebenfalls, dass in der Praxis - auch wenn dies z.B. bei der Personenunternehmung möglich wäre - nicht nach Geschäftswert (Marktwert) bilanziert wird, sondern nach Kostenwert.