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Ignaz Epper - Überfahrt mit Selbstbildnis, ca. 1920
Öl auf Leinwand
150 x 101 cm
1920 fertigte Ignaz Epper als 28-jähriger eine seiner grössten Arbeiten an, das Gemälde "Überfahrt mit Selbstbildnis".
Das Motiv der sechs jugendlichen Männer, die verrenkt und in uniformer Kleidung durch ein feurig aufgewühltes Gewässer rudern, lässt grossen Spielraum für verschiedene Interpretationsansätze. Geprägt durch die Kriegsjahre griff Epper immer wieder sozialkritische Themen in seinen Werken auf und schien persönliche Erlebnisse zu verarbeiten. Die Überfahrt der sechs jungen, uniformierten Männer, gefangen im stürmischen Gewässer, kann als Verarbeitung seiner Dienstjahre an der Grenzwache gesehen werden. Das biblische Motiv der Überfahrt im Sturm ist jedoch ebenfalls prägnant, besonders da Epper Zeit seines Lebens mit seinem Glauben und seiner streng religiösen Erziehung haderte. Die scheinbar schmerzhafte Auseinandersetzung mit religiösen Themen taucht immer wieder in seinen Werken auf.
Der Person auf der linken Seite der mittleren Ruderbank verlieh Epper seine eigenen Gesichtszüge. Mit dem einfügen seines Selbstbildnisses folgte der Künstler einer Tradition, die bis in die Renaissance zurückreicht und dem Werk eine zusätzliche subjektive Bedeutungsebene verleiht.
Das Gemälde gehört zu den Hauptwerken des Künstlers; es zeugt von seinem inneren Ringen mit seiner Religion wie auch seinen Erlebnissen an der Grenzwache und bringt die ganze Expressivität des Künstlers zum Ausdruck.
"Epper erweist sich als einer der ersten unter den Schweizer Künstlern, der die kompositorischen Möglichkeiten des Expressionismus in ihrer ganzen Spannweite bewusst anzuwenden weiss." (Fässler Doris, Zum Frühwerk Ignaz Eppers)