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Snow White and the Huntsman (2012)
Snow White and the Huntsman (2012)
Oder: Der OHNE die grässliche Bollywoodnummer
Unter der gütigen Herrschaft von König Magnus floriert das Königreich, und seine Tochter Snow White kann eine glückliche Kindheit verleben. Doch da bricht Unheil über das Land ein: Die Königin stirbt und eine mysteriöse Armee von schwarzen Glaskriegern fällt ins Land ein. Aus deren Fängen befreit König Magnus die wunderschöne Ravenna (Charlize Theron), die ihm sogleich den Kopf verdreht. Schon am nächsten Tag nimmt er sie zur Frau - nichtsahnend, dass dies genau ihr Plan war: In der Hochzeitsnacht ermordet sie den König, lässt ihren Bruder Finn (Sam Spruell) mitsamt ihrer Zauberarmee ins Schloss eindringen und reisst die Macht über das Königreich an sich. Snow White wird in den Schlossturm gesperrt.
In den folgenden Jahren verwüstet Ravennas Schreckensherrschaft das Land. Um jung zu bleiben, raubt die Königin jungen Frauen ihre Schönheit. Schliesslich möchte sie Snow Whites (Kristen Stewart) Herz verspeisen, um ewige Jugend zu erhalten. Doch Snow White kann fliehen und versteckt sich im gefürchteten Dunklen Wald. Der Huntsman (Chris Hemsworth) soll sie aufspüren - doch er verbündet sich stattdessen mit der jungen Frau. Mithilfe einer Truppe von Zwergen und Snow Whites Jugendfreund William (Sam Claflin) soll die Prinzessin nun die Rebellion gegen die Königin anführen.
Film-Rating
Tarsem Singhs Schneewittchen-Version ist noch nicht ganz aus den Kinos verschwunden, schon ist die nächste Verfilmung des Grimm-Märchens zu sehen. Verwechslungen dürften aber kaum auftreten, sind die beiden Filme in Story, Atmosphäre, Bildsprache und Inszenierung doch grundverschieden. Wo Mirror, Mirror auf Lacher setzte und der (leider nicht ganz so) bösen Königin einige witzige Momente einräumte, schraubt Snow White and the Huntsman den Humor - bis auf wenige Ausnahmen, vor allem beim Jäger und den Zwergen - stark zurück und setzt voll auf Epos.
Regie-Neuling Rupert Sanders hat für seine Interpretation der beliebten Geschichte einigen Aufwand betrieben: So wartet er mit beeindruckenden Kulissen, toller Ausstattung und reichlich Spezialeffekten auf, um aus der bekannten Geschichte einen epischen Fantasy-Film zu machen. Das Ganze erinnert zuweilen stark an bereits Gesehenes (z. B. Lord of the Rings oder Robin Hood), verliert dadurch aber keineswegs an Charme. Besonders fantastische Orte wie der Dunkle Wald und seine Bewohner beschwören eine faszinierende eigene Welt herauf, die immer wieder durch Details besticht. Animiert und inszeniert sind diese Szenen schlicht wundervoll - schade, dass man nicht mehr davon zu sehen bekommt.
Neben den Effekten sind auch zahlreiche berühmte Darsteller zu sehen. Als Zwerge wurden etwa gestandene Charakterdarsteller (Ian McShane, Eddie Marsan) sowie beliebte Witzbolde (Bob Hoskins, Nick Frost) besetzt und durch Spezialeffekte "verzwergt". Überzeugen kann auch Chris Hemsworth (Thor) als Jäger und Trunkenbold, der erneut gekonnte Action und Humor mit einem Schuss Tragik zu verbinden weiss. Die beiden Hauptdarstellerinnen sind natürlich klar im Mittelpunkt des Filmes und machen ihre Sache gut. Allerdings wirken manche Szenen mit der Königin schon etwas gar lange und übertrieben tragisch inszeniert. Kristen Stewart ist zwar ein wirklich hübsches Schneewittchen und kann auch in den starken, kämpferischen Szenen überzeugen. Trotzdem hätte man sich noch etwas weniger Passivität gewünscht; die Action kommt zwar zum Schluss, bis dahin gibt es aber doch ein paar Szenen, wo man sie gerne etwas wachrütteln möchte.
Snow White and the Huntsman ist keineswegs perfekt: Die Taten der Königin werden zu sehr psychologisiert, die Zwerge dafür zu wenig gezeigt, sodass man sie kaum auseinanderhalten kann. Das Ende kommt viel zu schnell und die Rebellion ist ziemliche Nebensache. Trotzdem ist der Film eine audiovisuelle Wucht und vermag es, eine spannende Story zu vermitteln und die Zuschauer durch grossartige Bilder zu beeindrucken. Schön ist auch, dass am Schluss sogar etwas Mut zur Offenheit gezeigt wird. Als Action-Fantasyfilm überzeugt das Ganze und lohnt den Kinobesuch alleine schon der Inszenierung wegen. Das Leitmotiv der starken Frauen zieht sich übrigens bis in den Abspann, wo ein Song von Florence + the Machine zu hören ist. Im Schneewittchenvergleich hat dieser Film also bereits bei der Abspannmusik deutlich die Nase vorn.
OutNow.CH:
28.05.2012 / pps
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