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Nachteilsausgleich
Häufig gestellte Fragen
Wo muss ich das Gesuch um Nachteilsausgleich einreichen?
- Für den Berufsfachschulunterricht an der Berufsfachschule.
- Für überbetrieblichen Kurs und das Qualifikationsverfahren beim Mittelschul- und Berufsbildungsamt.
- Für Nachteilsausgleich in der Berufsmaturität (Unterricht, Aufnahme- und Abschlussprüfung) bei der Schulleitung der Berufsmaturitätsschule.
Welche Massnahmen können beantragt werden?
Es können nur formale Nachteilsausgleiche gewährt werden. Das sind: Zeitzugaben oder längere Pausen. Eine Befreiung von Lernzielen kann, anders als in der Volksschule, nicht gewährt werden. Eine Befreiung von Lernzielen kann ein hoher Zeitzuschlag sein (mehr als ein Drittel).
Normierte Zeitzuschläge: Es ist zu beachten, dass bei der Abschlussprüfung Zeitzuschläge in der Regel normiert gewährt werden. Das heisst, Lernenden mit Nachteilsausgleich werden gleich hohe Zeitzuschläge, in der Regel 10 Minuten je Prüfungsstunde, gewährt. Dies sichert eine störungsfreie Durchführung der Prüfung.
Können separate Räume gewährt werden?
Es ist zu beachten, dass im schulischen Bereich der Abschlussprüfung in der Regel ein Raum mit wenigen Teilnehmenden zur Verfügung gestellt werden kann. Dies ist jedoch bei praktischen Prüfungen regelmässig nicht möglich, so wenn die Prüfungen in grossen Werkhallen o. Ä. stattfinden.
Kann eine Nichtbewertung der Rechtschreibung gewährt werden?
Eine Nichtbewertung der Rechtschreibung wird mehrheitlich nicht gewährt. Dies aus folgenden Gründen: In den meisten Berufen wird die Rechtschreibung in berufskundlichen Fächern in der Regel nicht bewertet, ausgenommen sind regelmässig Fachbegriffe. Im Fach Allgemeinbildung wird die Rechtschreibung zu einem sehr kleinen Anteil bewertet. Das heisst, entweder wird die Rechtschreibung gar nicht bewertet oder, wenn sie bewertet wird, ist es ein Lernziel, von dem nicht befreit werden kann.
Wer darf ein Gutachten ausstellen?
Eine der folgenden Fachstellen:
- dem für die Wohnortsgemeinde zuständigen Schulpsychologischen Dienst (SPD),
- dem Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst des Kantons Zürich (KJPD),
- dem Kinderspital Zürich,
- dem Kantonsspital Winterthur,
- dem Schweizerischen Epilepsiezentrum,
- der psychiatrischen Universitätsklinik,
- der Integrierten Psychiatrie Winterthur.
Wann muss das Gutachten nicht von einer anerkannten Fachstelle eingereicht werden?
Es muss kein Gutachten einer anerkannten Fachstelle eingereicht werden, wenn die oder der Lernende
- eine gültige IV-Kostengutsprache hat. Eingereicht werden muss eine gültige IV-Kostengutsprache sowie ein ärztliches oder psychologisches Gutachten.
- an einer unveränderlichen Beeinträchtigungen insb. Geburtsgebrechen leidet.
- ein ausserkantonaler Lernender ist. Es genügt ein Gutachten einer ausserkantonalen ver-gleichbaren Abklärungsstelle, wie sie in der Richtlinie aufgeführt sind.
- älter ist als 18 Jahre.
Welche Voraussetzungen muss das Gutachten erfüllen?
- Das Gutachten ist von einer Ärztin / einem Arzt oder einer Psychologin / einem Psychologen ausgestellt, die nicht befangen ist.
- Bestandteile des Gutachtens:
a. Briefkopf inkl. Facharzttitel bzw. Angaben zur Fachperson mit deren Abschluss, Datum und Unterschrift. Vorausgesetzt wird ein eidgenössisch anerkannter Abschluss als Arzt/Ärztin oder Psychologe/Psychologin.
b. Name, Anschrift und Geburtsdatum des Patienten
c. Diagnose gemäss anerkannten Klassifikationssystemen (ICD-10 oder DSM IV)
d. Zeitpunkt der Diagnosestellung und Schilderung zum Schweregrad und der Entwicklungs-tendenz (stabil, progressiv, wiederkehrend).
f. Beschreibung, wie und in welchem Ausmass sich die gesundheitlichen Einschränkungen auf den Schulalltag bzw. auf das Lernen in der beruflichen Praxis auswirken (z.B. Prüfungen, Ler-nen, Wahrnehmung, Konzentration etc.)
g. Empfehlung für nachteilsausgleichende Massnahmen.