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Kaffee kann die positive Wirkung von körperlicher Bewegung auf das Herz deutlich mindern: Schon das Koffein aus zwei Tassen Kaffee beeinträchtigt die Durchblutung des Herzmuskels während sportlicher Betätigung, haben Schweizer Forscher entdeckt. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt dann, wenn ohnehin schon wenig Sauerstoff zur Verfügung steht, wie bei Bewegung in grosser Höhe oder bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen.
An der Studie nahmen achtzehn gesunde Freiwillige im Alter von 21 bis 33 Jahren teil, die während der letzten Tage vor dem Test auf Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke verzichtet hatten. Alle Probanden absolvierten eine Trainingsrunde auf einem Fahrrad-Heimtrainer zehn von ihnen unter normalen Bedingungen und die anderen acht unter reduziertem Sauerstoffgehalt, wie er in 4'500 Metern Höhe herrscht. Damit wollten die Wissenschaftler den Sauerstoffmangel simulieren, unter dem das Herz von Menschen mit koronarer Herzkrankheit oder Arteriosklerose arbeiten muss. Direkt vor und kurz nach der Trainingseinheit bestimmten die Forscher die Durchblutung des Herzmuskels.
Anschliessend nahmen die Teilnehmer eine Koffeintablette ein, deren Koffeindosis etwa der in zwei Tassen Kaffee enthaltenen entsprach, und wiederholten knapp eine Stunde später den Bewegungstest. Das Ergebnis: Während das Koffein in der Ruhephase keinen Einfluss auf die Herzdurchblutung hatte, reduzierte es den Anstieg des Blutflusses während der sportlichen Betätigung deutlich. Kam noch der Sauerstoffmangel hinzu, war der Effekt fast doppelt so stark wie unter den normalen Bedingungen.
Koffein blockiert nach Ansicht der Wissenschaftler demnach wahrscheinlich eine Gruppe von Rezeptoren, die den Gefässwänden sonst als Reaktion auf den vergrösserten Sauerstoffbedarf den Befehl zum Ausdehnen übermitteln. Obwohl in diesem Fall lediglich gesunde Probanden getestet worden seien, könne diese Wirkung des Koffeins besonders für Patienten gefährlich werden, deren Herzen ohnehin nicht mehr optimal durchblutet werden, so die Forscher. Sie empfehlen daher, vor sportlicher Betätigung oder bei Bewegung in den Bergen auf Koffein zu verzichten. In weiteren Studien wollen sie nun genauer untersuchen, wie Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen auf das Aufputschmittel reagieren.
(ddp)