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Die Maison des Fées wurde 1914 vom französischen Architekten Etienne Curny als Landhaus entworfen und gibt die romantisierte Naturverbundenheit jener Zeit bis heute wieder.
Verfügbarkeit
Beschreibung und Geschichte
Das Landhaus wurde 1914 vom Lyoner Architekten Etienne Curny (1861-1945) kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges entworfen. Es wurde als Ferienhaus konzipiert, um in den Schweizer Bergen die Sommerfrische zu geniessen. Viel Holz, zahlreiche Fenster und grosszügige Balkone verstärken den Eindruck, in der Natur zu leben. Offiziell heisst das Haus La Verchire (auch Vertschire) und steht leicht erhöht am Rande der alten Weideebene gleichen Namens. Im Dorf wird es jedoch „Maison des Fées“ genannt. Der französische Bauherr verkaufte in den dreissiger Jahren das Haus (aber ohne die umliegende Wiese, Bach und Wald) an den Freiburger Unternehmer und Nationalrat James Glasson (1878-1952) und seine Frau Elisabeth (geb. Rime). Auch sie nutzten das Haus bis Ende der 70er Jahren in den Sommermonaten als Ferienhaus.
Im Jahr 1984 kaufte es der Freiburger Professor Alexander von Zelewsky und seine Frau Hedi (geb. Ebner) und nutzten es vorerst ebenfalls als Zweitwohnsitz, ab 1987 bis 2006 als Hauptwohnsitz. Im obersten Stockwerk richtete sich Hedi von Zelewsky ihr Künstleratelier ein, das weitgehend unverändert erhalten blieb. Im Jahr 2019 übernahmen deren Tochter Katja und ihr Mann Christoph Flüeler–von Zelewsky das Haus und renovierten es gemeinsam mit dem Fribourger Architekturbüro 0815 architekten und in Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege. Durch die Umbauarbeiten von 1953 und 1982 kam dem ursprünglichen Haus viel architektonische Substanz abhanden, weshalb die Sanierung zum Zweck hatte, die alten Raumqualitäten wiederherzustellen. So wurden beispielsweise die neuen Küchenelemente aus Chromstahl frei und mit Abstand vor der Wand platziert, um die typischen vertikalen Bretter der „parois fribourgeoises“ nicht erneut zu verdecken. Die Spannteppiche der 80er Jahre wurden entfernt und die originalen Tannenriemen geschliffen und geölt.
Erhalten geblieben sind die alten Türschlösser mit den Porzellangriffen und die kleinen Lavabos, welche der Architekt aus Frankreich mitgebracht hatte. Einige Möbelstücke, wie der französische Spiegel, der Kronleuchter oder die Vorhangstangen wurden restauriert. Die schöne Lichtstimmung, die sich unter dem Vordachbogen des Ateliers der Künstlerin Hedi von Zelewsky einstellt, blieb unverändert. Das Haus gilt als bauhistorisch relevant und wurde 2019 ins Verzeichnis der schützenswerten Kulturgüter im Wert B aufgenommen.
Die Maison des Fées befindet sich in Privatbesitz und wird über die Stiftung Ferien im Baudenkmal vermietet.
- Luftaufnahme der alten Weideebene La Vertschire, Bild: David Bard
- Foto vor 1936, La Vertschire, Val de Charmey Bild: Simon Glasson
Baukulturelle Besonderheiten
Im Jahr 1914 entwarf der Lyoner Architekten Etienne Curny (1861-1945) das Landhaus. Stilistisch nimmt sich das Gebäude den Schweizer Heimatstil zum Vorbild, der damals als Architekturstil in ganz Europa verbreitet war, wobei wohl auch regionale Bauten den Architekten beeinflusst haben. So erinnert der wuchtige Rundboden beim Vordach auf der Hauptfassade stark an ortstypische Bauernhäuser in Charmey. Es mag sein, dass auch das erfolgreiche Village Suisse an der Pariser Weltausstellung von 1900, welches die Begeisterung für das einfache Leben und die ländliche Architektur der Schweiz weckten, Grund dafür war, dass die aufstrebende Bourgeoisie repräsentative Orte für diesen Lebensstil suchte. Charakteristisch für den Schweizer Heimatstil ist die Kombination von Elementen aus Jugendstil, Historismus sowie ländlichen Bautraditionen, die eine romantische Naturverbundenheit vermitteln.
Die dreigeschossige Holzständerkonstruktion mit einem geknickten Krüppelwalmdach liegt auf einem verputzen Sockelgeschoss. Für die Aussenmauern und den Kamin wurde Stampfbeton verwendet. Die für Freiburger Verhältnisse frühe Verwendung von Stampfbeton war aussergewöhlich, ist aber im Kontext des Architekten in Lyon zu sehen, wo Tony Garnier zu Beginn des 20. Jahrhunderts schon sehr früh mit Beton experimentierte. Die rechteckige Grundrissform des Hauses im Verhältnis zwei zu drei (Quint), also in harmonischem Verhältnis, ist kein Zufall. Ebenso die gewählten Raumproportionen im Quadrat (Prime) des Salons im ersten Stock. Dieser ist noch weitgehend im ursprünglichen Zustand. Auf dem Dach befand sich ehemals eine kleine Turmspitze mit einer Essglocke, wie bei vielen herrschaftlichen Chalets um die Jahrhundertwende. Nach einem Orkan im Sommer 1966 stürzte diese jedoch herunter.
Die Weide, auf der das Baudenkmal steht, ist rundum eingerahmt von Wald und Baumhecken und definiert so einen geschlossenen Aussenraum. Diese landschaftliche wie auch räumliche Besonderheit war Ausgangspunkt für den Bau des Ferienhauses durch Etienne Curny. Er wusste, welchen genius loci (der Geist des Ortes) er mit der präzisen Setzung seines Chalets entstehen liess. Der Hauptfassade mit klassischer Südausrichtung nähert man sich übers Eck und leicht „von unten“, was die Präsenz des Gebäudes verstärkt. Interessant ist auch die Wegführung zur Eingangstüre, die sich auf der Rückseite des Hauses befindet. Nachdem man über den Vorplatz am Haus entlang gegangen ist, wird man vom Raumeindruck der Weide hinter dem Haus überwältigt. Landschaftliche Themen und die Wegführung zum Gebäude haben Curny wohl auch schon beim Bau des Krematoriums in Lyon beschäftigt. Mit den Jahren ist rund um das Haus ein Grüngürtel und Garten gewachsen, der nun das Chalet wie eine weitere Raumschicht umhüllt.
- Detail: Verziertes Balkongeländer.
- Filigrane Wandmalerei im Schlafzimmer.
Informationen zum Ferienhaus
- Grundriss Erdgeschoss
- Grundriss erstes Obergeschoss
- Grundriss zweites Obergeschoss
In der Maison des Fées können bis zu sechs Feriengäste übernachten. Neben einem Doppelzimmer, ist ein Schlafzimmer für vier Personen eingerichtet, ein Gast findet auf dem Schlafsofa im Wohnzimmer Platz. Die Raumaufteilung des Hauses ist sehr grosszügig und es bieten sich viele Rückzugsorte an. Auch gehört ein grosser Garten zum Anwesen.
Zwei besondere Räume befinden sich im dritten Obergeschoss der Maison des Fées: Im einen ist das original erhaltene Kunstatelier der ehemaligen Eigentümerin und Künstlerin Hedi von Zelewsky. Der Raum ist nicht zugänglich, kann aber durch eine Glaswand besichtigt werden. Das andere Zimmer wurde von den aktuellen Eigentümern als Spielzimmer mit zum Teil historischen Spielsachen eingerichtet.
Die Maison des Fées ist ein historisches Haus, ein Baudenkmal. Obwohl im Übrigen technisch zeitgemäss ausgestattet, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass gewisse funktionelle Details wie Fenster- und Türöffner, Treppenhandläufe und Stufenhöhen nicht der gängigen Norm entsprechen und eine eventuelle Gefahrenquelle bergen können.
Personen: 5 (Zustellbett für eine sechste Person möglich)
Zimmer: 1 Doppelzimmer, 1 Zimmer mit drei Einzelbetten und 1 Beistellbett
Saison: Ganzjährig
Kurzferien: keine Kurzferien möglich
Höhe: 887 m ü. M.
Haustiere: nicht erlaubt
ÖV: Zug bis Bulle, ca. 20 Minuten von Bulle mit dem Bus bis Charmey Corbettaz
Parkplatz: Privater Parkplatz
Aussenbereich: Garten, Balkon
WLAN: Ist vorhanden
Heizung: Zentralheizung mit Oel, Ofen
Ofen / Cheminée: Schwedenofen
Küche: Nespressomaschine, Geschirrspüler und Waschmaschine vorhanden
Extras: Die Böden bestehen aus Holz und Stein, weshalb wir gute Hausschuhe empfehlen
Lage
Lage
Charmey liegt auf 887 m ü. M., acht Kilometer östlich des Bezirkshauptortes Bulle (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich auf einer Terrasse über dem Stausee Lac de Montsalvens, der vom Jaunbach (französisch: Jogne) durchflossen wird, in einer offenen Talmulde, in den Freiburger Voralpen.
Geschichte
Verschiedene Flur- und Siedlungsnamen deuten darauf hin, dass Charmey bereits zur Zeit der Kelten bewohnt war. Charmey bedeutet beispielsweise verlassenes Berggebiet. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1211 unter dem Namen Chalmeis. Seit dem 13. Jahrhundert unterstand Charmey den Herren von Corbières. 1454 gelangte das Dorf durch Kauf an die Grafschaft Greyerz. Die finanziellen Schwierigkeiten des Grafen Michael von Greyerz führten 1553 zum Verkauf der Herrschaft an Freiburg. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte das Dorf während der Helvetik zur Unterpräfektur Corbières. 1848 wurde Charmey mit Corbières in den Bezirk Gruyère eingegliedert. Am 3. März 2013 stimmten die Bürger dem Fusionsvorhaben mit der Gemeinde Cerniat zu.
Ausflüge
Im alten Dorfkern sind regionaltypische Bauernhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert zu sehen. Zahlreiche Wanderwege laden zum Erkunden der Landschaft ein. Eine besonders herrliche Wanderung bietet der Rundweg um den nahen Lac de Montsavens. Die nahen mittelalterlichen Städte Gruyère, Freiburg und Murten lassen sich bequem zu Fuss erkunden.