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Martial-Arts-Film
Hongkong 1981
Alternative Titel Shu Jian en chou lu; Todesduell im Kaiserpalast; 書劍恩仇錄
Regie Chor
Yuen
Buch Ni Kuang nach einem Roman von Louis Cha
Produktion Run Run Shaw, Mona Fong
Darsteller Ti Lung, Jason Pai Piao, Lo Lieh, Chen Chi-Chi, Candy Wen Hsueh-Erh, Ku Kuan-Chung,
JoJo Chan Qi-Qi, Wong Man-Yee, Sun Chien, Yuen Wah, Linda Chu, Wang Han-Chen
Länge 102 Min.
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 12
|Humor||Spannung||Action||Gefühl||Anspruch||Erotik|
|.|
©
Text Marco, molodezhnaja 23.6.09
© Bilder Celestial, Screenshots molodezhnaja
STORY
China im 18. Jahrhundert während der Besetzung durch die Mandschus: Kaiser Yung Cheng hat nur eine Tochter, deshalb wird bei der Geburt seines zweiten Mädchens das Kind ausgetauscht und durch einen Buben ersetzt. Der kommt an die Macht und regiert viele Jahre als Kaiser Chien Lung (Jason Pai). Da melden sich Mitglieder der patriotischen Hung-Hua-Gemeinschaft, die gegen die Mandschus kämpft, um ihn mit der Wahrheit zu konfrontieren. Chen lässt sich nicht beeindrucken, denn er will weiter regieren, auch wenn er kein Mandschu ist. Er lässt die Boten, die sich im Tieh-Tan-Haus von Chou Ching-Ying (Ku Feng) verschanzt haben, verhaften. Lo Ping (JoJo Chan) und Yu Yu-Long (Ku Kuan-Chung) entkommen, Wen Tai-Lai gerät in kaiserliche Gefangenschaft. Chen Chia-Lo (Ti Lung), der Anführer der Hung-Hua-Gemeinschaft, setzt alles daran, seinen Freund zu befreien - und den Kaiser auf seine Seite zu holen. Denn die beiden sind Brüder! Einer, der diese Pläne durchkreuzt, ist Chiens Handlanger Chang (Lo Lieh), der die Hung-Hua-Mitglieder eiskalt jagt.
REVIEW
In den ersten drei Minuten des Films fasst der Erzähler einen Plot zusammen, der in anderen Filmen gut und gerne die ganze Lauflänge in Anspruch nehmen würde. So viele Infos prasseln auf die Zuschauer ein, dass ich mich fragen musste: Ist dies etwa die Zusammenfassung eines Vorgängerfilms, den ich verpasst habe? Ist es nicht. Es ist bloss ein Overload an Hintergrundwissen. Willkommen in der Welt von Chor Yuen und Louis Cha. Letzterer ist einer der grossen Bestsellerautoren Chinas. Seine Werke sind epischer Natur mit Dutzenden Figuren und ausladenden Nebenhandlungen. Etwas, das idealerweise in Form einer Miniserie verfilmt wird und Spielfilmregisseure immer wieder vor unlösbare Probleme stellt.
Chor Yuen ist der Shaw Brothers-Mann für Literaturadaptionen, meist verwirrend komplex, aber doch immer ansprechend. Wenn Chor Cha verfilmt, dann kommt es zum Kollaps, denn es treffen zwei Meister des Überladens aufeinander. Zwei, die ihre Zuschauer respektive Leser mit einer Fülle von Informationen vollstopfen. Zusammengenommen ist die schiere Masse an Plot unmöglich zu verarbeiten, das zeigte schon drei Jahre vorher der Zweiteiler Heaven Sword and Dragon Sabre. "The Emperor and His Brother" schlägt in dieselbe Kerbe und ist ein frustrierendes Erlebnis. Was Chor aus Chas Debüt-Roman "Book and Sword" (1955) gemacht hat, ist nicht einfach kompliziert, es ist kaum zu verstehen.
Hat man sich einmal die Grundzüge der Handlung zusammengereimt, bleibt wenigstens noch etwas Freude dabei, die Bilder zu begutachten. Zwar übertreibt es Chor mit den schnellen Zooms, doch die Sets und die Kostüme haben gewohnt hohe Shaw-Standards. Auch die Schauspieler, angeführt vom verlässlichen Ti Lung und unterstützt von Darstellern wie Veteran Ku Feng und der erfrischenden Candy Wen, zeigen durchaus brauchbare Leistungen. Zum Glück liefern die bekannteren Gesichter, also auch Schurke Lo Lieh oder Jason Pai als Kaiser, ein paar Fixpunkte im Labyrinth, das sich Story nennt.
Wo hingegen Chor und sein Team nicht ganz mit den besseren Shaw-Werken ihrer Zeit mithalten kann, ist die Action. Die Choreografien wirken zu zahm, zu einstudiert. Und die Verbindung mit plumpen Spezialeffekten hilft auch nicht. Erst am Schluss geht voll die Post ab. Ein Martial-Arts-Film mit nicht zu dechiffrierender Story und mittelmässiger Action? Nun wirds prekär. Verschlimmert wird dies durch unnötiges Abgleiten in Nebenhandlungen, welche den eh schon etwas zähen Film noch länger machen. Das sind drei heftige Negativpunkte, über die weder die kompetente Machart noch die Schauspieler hinwegtäuschen.
Es zeigt sich einmal mehr, dass man Chor Yuen nie mit zu komplizierten Stoffen betrauen sollte. Er schafft es nicht, sie zu entschlacken und cineastisch aufzubereiten, sondern schleudert den Zuschauern nur tonnenweise Fakten an den Kopf. Die muss man sich dann selber zusammenreimen. Und das ist schlicht und einfach schlechte Erzählkunst. Mag sein, dass "The Emperor and His Brother" besser wird, wenn man ihn ein zweites Mal schaut, und ein wenig mehr Ahnung vom Plot hat. Doch zum einen sollte ein Film immer schon beim ersten Mal funktionieren. Und zum anderen ist das Werk hier eine Spur zu öde, als dass ich es mir zweimal antun würde.
MEINE DVD
Hongkong, Code 3, NTSC [Celestial]
Bild: Anamorphic Widescreen
Ton: Mandarin Dolby Digital 2.0 mit englischen, malaiischen, indonesischen und chinesischen Untertiteln.
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