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Vordere Kreuzbandruptur: Geht es vielleicht auch ohne Operation?
Aufgrund einer befürchteten verfrühten Arthrose wegen der verminderten Muskelkraft und damit Gelenkinstabilität wird bei Ruptur des vorderen Kreuzbandes bei jüngeren Patienten meistens operiert. Eine randomisierte Studie hat nun untersucht, wie sich die Operation respektive eine konservative Therapie auf Kraft und Funktion des verletzten Knies auswirken.
121 zwischen 20 und 39 Jahre alte Patienten mit einer Ruptur des vorderen Kreuzbandes nahmen an der Studie teil. Entweder wurden sie mit einer vorderen Kreuzbandplastik versorgt oder sie führten lediglich ein Muskelaufbautraining durch. Primäre Endpunkte waren Muskelkraft (Extension, Flexion, Beinpresse) und Funktion des Knies (Hüpfen auf einem Bein, Weitsprung). Eine Performance des verletzten Knies von 90% im Vergleich zum gesunden Knie der Gegenseite wurde als normal beurteilt. Der mittlere Follow-up betrug gute 3 Jahre.
Weder bezüglich Muskelkraft noch bezüglich Funktion zeigten sich signifikante Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Zwischen 44% und 56% der Betroffenen hatten normale Ergebnisse in den Testserien. Mindestens ein Drittel aller Patienten hatte eine reduzierte Muskelfunktion am betroffenen Knie.
Konklusion der Autoren: Diese Ergebnisse zeigen, dass eine Kreuzbandplastik nicht Voraussetzung für eine gute Muskelfunktion und damit Gelenkstabilität ist. Etwa ein Drittel der Patienten mit Kreuzbandruptur erreicht keine normale Muskelfunktion, was ein Prädiktor für die Entwicklung einer Arthrose sein könnte.
Link zur Studie
Arthritis Care Res 2008;59:1773-1779 - Ageberg E et al
16.12.2008 - dde