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In der globalen Textil-, Bekleidungs- und Schuhindustrie arbeiten gemäss Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über 60 Mio. Menschen. Die Textil-, Bekleidungs- und Schuhindustrie beschäftigt typischerweise Personen mit einer tiefen schulischen Bildung. Die Mehrheit der Angestellten sind junge Frauen, welche oft das einzige regelmässige Einkommen in ihren aus mehreren Generationen bestehenden Familien erwirtschaften. In Ländern wie Kambodscha, oder Bangladesch macht die Textil-, Bekleidungs- und Schuhindustrie mit über 80% Anteil den wesentlichen Anteil der Exportwirtschaft aus.
Die Bekleidungsindustrie ist nicht kapitalintensiv, zudem bedingt die Produktion keine fundierte Ausbildung. Die Eintrittsschwelle in den Markt ist vergleichsweise tief. Oftmals ist die Bekleidungsindustrie einer der ersten Industrien in sonst agrarisch geprägten Gesellschaften. Es ist daher zentral, Standards für die Einhaltung von Arbeits- und Menschenrechten zu setzen, denn die Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie haben Rückwirkungen auf jene in anderen Industriesektoren eines Landes.
Vermeintliche Entwicklungschance Fashion–Industrie
Da die meisten Konzerne keine eigenen Fabriken besitzen, sondern Aufträge an LieferantInnen vergeben, fühlen sie sich oft nur beschränkt verantwortlich für die Produktionsbedingungen. Sie stellen sich auf den Standpunkt, es sei genug damit getan, dass sie mit ihren Aufträgen Arbeitsplätze sowie Entwicklungschancen für Tieflohnländer schafften.
Die Funktionsweise der globalen Textil-, Schuh- und Bekleidungsindustrie verhindert jedoch das Entstehen von Entwicklungschancen für Produktionsländer und ArbeiterInnen. Die meisten Modekonzerne arbeiten heute nach demselben Modell: Sie lagern arbeits– und umweltintensive Produktionsschritte in Billiglohnländer aus, um die Kosten möglichst tief zu halten. Dann setzen sie die Produkte auf lukrativen Konsummärkten ab.
Mobile Industrie erzeugt regionalen Wettbewerbsdruck
Die globale Fashion–Industrie gehört zu den agilsten Industrien weltweit. Damit konkurrieren nicht nur Fabriken miteinander, auch regionale Standorte und Länder sind einem hohen Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Von den LieferantInnen wird natürlich eine hohe Produktivität, Qualität, Verlässlichkeit, Schnelligkeit und Termingenauigkeit erwartet – dies aber bitte zu Tiefstpreisen. Als grösster Standortvorteil erweisen sich dann aufgrund des Kostendrucks billige Arbeitskräfte. Um die eigene Textilindustrie zu fördern, setzen die Regierungen textilexportierender Länder wie Indien, Kambodscha, Bangladesch, Bulgarien oder Mazedonien die gesetzlichen Mindestlöhne weit unter dem Existenzminimum an. Damit keine InvestorInnen verloren werden bzw. um das Interesse neuer InvestorInnen zu wecken, üben viele Regierungen zudem Repressionen auf Arbeits- und MenschenrechtlerInnen aus. Das Clean Clothes Campaign–Netzwerk dokumentiert solche Fälle, zeigt sich solidarisch und interveniert, um die lokale Zivilgesellschaft zu unterstützen.
Das Clean Clothes Campaign–Netzwerk
Die Clean Clothes Campaign (CCC) ist ein internationales Netzwerk vieler verschiedener Organisationen, z. B. aus den Bereichen Menschen–, Frauen– und Arbeitsrechte. Das Netzwerk, mit internationalem Sitz in Amsterdam, ist heute in 16 europäischen Ländern aktiv und setzt sich seit 1989 für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Textilfabriken ein. Es arbeitet dabei eng mit rund 250 Partnerorganisationen in den Produktionsländern zusammen.
Die CCC Schweiz wurde 1999 von Public Eye, Brot für alle und Fastenopfer gegründet, sowie bis Anfang 2003 gemeinsam geführt. Seit 2003 koordiniert Public Eye die Clean Clothes Campaign (CCC) Schweiz. Die Kampagne wird und von folgenden Organisationen und Gewerkschaften ideell unterstützt: