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Vipernatter
Natrix maura (Linnaeus, 1758)
Vorkommen:
Die Vipernatter bevorzugt warme Gebiete. Man findet sie in Nordwestafrika, auf der gesamten Iberischen Halbinsel, im südlichen Frankreich, im Nordwesten Italiens und auch auf zahlreichen Inseln im Mittelmeer. In der Schweiz lebt sie in den wärmsten Ecken der Romandie, namentlich im Kanton Genf, entlang dem Genfersee zwischen Lausanne und Villeneuve und im Wallis zwischen Martigny und Saillon. Ihre Vorkommen liegen hier nirgendwo höher als 480 m ü.M..
Da sich die Nahrung der Vipernatter hauptsächlich aus Fischen und Amphibien zusammensetzt, lebt die Art gerne entlang von Seeufern und Wasserläufen, aber auch in der Umgebung von sonnigen Teichen. Die Gewässer müssen fischreich sein, sauberes Wasser aufweisen und eine abwechslungsreiche, steinige Struktur besitzen, um den Schlangen eine erfolgreiche Jagd zu ermöglichen. Die Ufer sollten mit buschiger Vegetation bestanden sein, welche Versteckmöglichkeiten und Schutz bietet. (Text: Sylvain Ursenbacher, Karch, Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz)
Aussehen:
Der Kopf ist recht klein und praktisch nicht vom Hals abgesetzt. Die Augen sind leicht nach oben gerichtet. Die Dorsalia (Rückenschuppen) sind gekielt. Das heist, jede Rückenschuppe hat in der Mitte noch einen Steg, das nennt man gekielte Schuppe. Die Grundfärbung kann von grau, ocker, gelblichbraun, oliv, rötlichbraun bis schwefelgelb sein. Auf dem Kopf befinden sich zwei dunkle V-förmiges Zeichen oder unregelmässig geformter Nackenfleck, der gelegentlich ein helles Zentrum aufweist. Das hintere V verschmilzt häufig mit dem vordersten Lateralfleck (Seitenfleck).
Die Rückenzeichnung besteht aus einem schwarzen Zickzack- oder Wellenband und umfasst in ihrer Breite 5 bis 9 Dorsalia (Rückenschuppen). Lateral (Seitlich) sind 32 bis 59 ründliche sanduhr- oder barrenförmige Flecken. Die Bauchfärbung variert von weiss, gelb, braun bis zu rottönen bis schwarz.
Ökologie:
Die Vipernatter ist semiaquatisch. Das heisst sie lebt halb im Wasser, halb an Land. Bei den Gewässern werden stehende sowie auch fliessende Wasser bewohnt. Bevorzugte Lebensräume sind verkrautete Tümpel und Bäche mit nicht zu üppiger Ufervegetation, seichte Abschnitte und Nebenarme von Flüssen, sumpfige Gebiete bis Reisfelder, Bewässerungskanäle usw.
Das Nahrungsspektrum ist euryphag (breites Nahrungsspektrum) und besteht aus Amphibien und deren Larven, Kröten, Salamander, diverse Fische, Aale, Heuschrecken, Wasserinsekten, Regenwürmer, Eidechsen und Wasserspitzmäuse.
Nach der Winterruhe, die je nach Witterung und Lebensraum zwischen November und März ist, beginnen die Paarungen. Die bis zu 10 Eier werden in Erdlöcher, hohlen baumstumpen, Moos, moderndem Material oder ähnlichem abgelegt. Nach 46 bis 74 Tagen schlüpfen die 14 bis 23cm langen Babys. Zwischen dem 4. und 5. Lebensjahr werden sie Geschlechtsreif.
Die Aktivitätsphase der Vipernatter ist am Abend bei Dämmerungseinbruch und nachts. Im Sommer zum Teil auch in den Morgenstunden. Wenn die Wassertemperaturen hoch genug sind bleibt die Vipernatter praktisch die ganze Zeit im wasser. Ansonsten Sonnt sie sich in der geschützten Ufervegetation. Sie ist ein Lauerjäger und gebraucht ihre Zunge unter Wasser zum Anlocken von Beute.
Kann man eine Vipernatter fangen, so lässt sie bei Stress ein übelriechendes Sekret aus den Postanaldrüsen aus. (Drüsen beim After) Bei Gefahr rollt sie sich zusammen und versteckt den Kopf oder macht sich flach und zischt. Beim zubeissen bleibt das Maul meist geschlossen.