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Wie Tippinpoint erfahren hat, wechselt der Oligarchen-Banker Babak Dastmaltschi nun doch nicht zur UBS. Laut einer Quelle wird er bis Ende Jahr bei der Credit Suisse bleiben und dann in Pension gehen.
Ende August hatte eine Bloomberg-Meldung international für Aufsehen gesorgt, wonach Dastmaltschi in ein Spezialteam für sehr vermögende Kunden der UBS wechseln soll. Die Abteilung mit dem Namen GWM Strategic Clients wird von Benjamin Cavalli geleitet. Cavalli, ebenfalls ein ehemaliger CS-Banker, berichtet direkt an Iqbal Khan, den Chef von UBS Global Wealth Management. Ein weiteres Mitglied des Teams ist Ali Janoudi, der frühere Chef für den Nahen Osten bei der UBS.
Der Wechsel von Babak Dastmaltschi zur UBS sorgte international für Schlagzeilen. Der Banker hatte sich bei der CS einen Namen gemacht, indem er prominente kremlnahe Oligarchen betreute. Er war jahrelang Ansprechpartner für Alisher Usmanov, Roman Abramovich und Viktor Vekselberg.
60 Milliarden Dollar Russen-Vermögen
Zu Spitzenzeiten verwaltete die CS Vermögen russischer Kunden in Höhe von rund 60 Milliarden Dollar. Nach der Annexion der Krim sanken die verwalteten Vermögen auf 33 Milliarden Dollar. Seit der Annexion der Krim haben die Amerikaner rund tausend Russen auf die Sanktionsliste gesetzt. Auch Usmanov, Abramovich und Vekselberg befinden sich auf der Liste.
Der Name Dastmaltschi tauchte auch in einem der spektakulärsten CS-Skandale der letzten Jahre auf. Dastmaltschi war einst Vorgesetzter von Patrice Lescaudron. Dieser hatte während Jahren vor allem ultrareiche Kunden aus Osteuropa betrogen. Die CS sieht sich mit Schadenersatzforderungen in Höhe von mehreren hundert Millionen Franken konfrontiert. Prozesse sind auf den Bermudas und in Singapur hängig. Dastmaltschi musste vor zwei Jahren vor einem Gericht in Genf aussagen.
Die Verpflichtung des CS-Bankers kam für die UBS intern ziemlich überraschend. UBS-Chef Colm Kelleher hatte angekündigt, dass CS-Angestellte einen kulturellen Filter durchlaufen müssten, um eingestellt zu werden. Doch offenbar wollte UBS-Private Banking-Chef Iqbal Khan nicht auf Dastmaltschis Beziehungsnetz verzichten.
Amerikaner machen Druck auf die UBS
Die Kehrtwende kommt angesichts der jüngsten Entwicklungen in den USA nicht überraschend. Das US-Justizministerium hat die Ermittlungen gegen die Credit Suisse und die UBS wegen möglicher Compliance-Verstösse ausgeweitet. Die Behörde untersucht, ob die beiden Banken es russischen Kunden ermöglicht haben, US-Sanktionen zu umgehen.
Das US-Justizministerium will wissen, wie die Banken in den vergangenen Jahren mit Konten sanktionierter Kunden umgegangen sind. Eine Befragung von Managern oder Mitarbeitenden hat bisher nicht stattgefunden. Die Behörden untersuchen den Zeitraum von 2014 bis heute.
Mit einer Verpflichtung von Babak Dastmaltschi hätte sich die UBS die Russen-Legacy der Credit Suisse ein Stück zu ihrer eigenen gemacht. Dieses Risiko wollte die Grossbank möglicherweise nicht eingehen. Eine Sprecherin der Credit Suisse und ein Sprecher der UBS äusserten sich nicht zur Personalie Babak Dastmaltschi.