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Nachdem die "SonntagsZeitung" über mögliche Zweifel an dem Deal auf Seiten der Sika-Gründerfamilie Burkard berichtet hatte, folgte diese umgehend mit einer offiziellen Stellungnahme, in der sie derlei Überlegungen von sich weist. Die Absichten der Sika-Gründerfamilie würden in dem Bericht falsch dargestellt.
"Die Familie Burkard hält fest, dass Saint-Gobain für Sika der richtige Partner und dass sie weiterhin unbeirrt gewillt ist, den Kaufvertrag baldmöglichst zu vollziehen", heisst es in der Stellungnahme vom Sonntag weiter. Man krebse weder zurück, noch bestünden Zweifel am Sinn der Transaktion mit Saint-Gobain.
Vielmehr sei die Transaktion sowohl für Sika als auch für Saint-Gobain sehr gut. "Die Familie Burkard wird mit dem aktuellen Sika-Verwaltungsrat keine Verhandlungen über alternative Lösungen führen", betont die Gründerfamilie in der Mitteilung.
Gleichzeitig wird in der Stellungnahme bestätigt, dass es zuletzt vermehrt Nachfragen gab, wie sich die Familie verhalten werde, falls die Klage im laufenden Prozessverfahren wider Erwarten rechtskräftig abgewiesen würde. "In diesem Zusammenhang hat die Familie wiederholt darauf hingewiesen, dass die Schenker-Winkler Holding (SWH) in einem solchen Fall Aktionärin mit Stimmenmehrheit bliebe und all ihre Rechte - einschliesslich aller Wahlrechte - vollumfänglich wahrnehmen wird".
Notizen aus vertraulichem Gespräch
Mit dieser Stellungnahme reagiert die Burkard-Familie auf einen Bericht der 'SoZ', in dem sich das Blatt vor allem auch auf Notizen des Bernstein-Analysten Phil Roseberg bezieht, der offenbar ein vertrauliches Gesprächsprotokoll einer Handvoll institutioneller Anleger Ende Februar zukommen liess.
Zu diesen Notizen sagt ein Sprecher der Familie gegenüber der Zeitung, die "zitierten Textpassagen basieren auf für uns nicht nachvollziehbaren Interpretationen und subjektiven Eindrücken und geben den Gesprächsverlauf in keiner Art und Weise korrekt wider."
In der Stellungnahme der Burkard-Familie wird ihr Vertreter Urs Burkard noch mit den Worten zitiert, dass solche Attacken, die die Glaubwürdigkeit der Familie untergraben sollten, vor der Sika-Generalversammlung zu erwarten seien. "Dies ändert nichts daran, dass wir mit Saint-Gobain den besten langfristigen Partner für Sika gefunden haben", so Burkard weiter.
Lang währender Übernahmekampf
Der stark angestiegene Aktienkurs von Sika habe die Familie ebenfalls nachdenklich gestimmt, so die "SonntagsZeitung". Seit Bekanntgabe des Verkaufs am 8. Dezember 2014 hat sich der Titel in seinem Wert mehr als verdoppelt. Damit ist die ursprünglich vereinbarte Prämie von 1,22 Milliarden Franken oder 80 Prozent auf den damaligen Aktienkurs auf gut 400 Millionen Franken oder 14 Prozent geschrumpft.
Steigt die Aktie weiter an, wie es viele Marktbeobachter erwarten, schrumpft die Prämie weiter oder wird gar zur Strafprämie.
Zur Erinnerung: Die Sika-Erbenfamilie und Saint-Gobain ringen seit Dezember 2014 mit der Sika-Führungsspitze um die Kontrolle des Konzerns. Die Franzosen wollen 2,75 Mrd CHF für den Kauf der privilegierten Familienaktien bezahlen. Dagegen wehrten sich die Sika-Führung und Minderheitsaktionäre mit einer Beschränkung der Stimmrechte. Ende Oktober 2016 entschied das Zuger Kantonsgericht, dass diese rechtens war. Die SWH hat das Urteil weiter gezogen.
(cash/AWP)