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Das Notizbüchlein von Hans Emmenegger, das den Ausgangspunkt bildet für das kunsttechnologische Forschungsprojekt von SIK-ISEA, befindet sich heute im Handschriftenarchiv der ZHB Luzern.
Dieser Seite des Notizbuchs ist zu entnehmen, dass der Künstler vom 12. bis zum 14. Februar 1902 an der Unterzeichnung («Aufzeichnung») des Gemäldes Solitude (hier bezeichnet als Nummer «37») arbeitete und am Tag darauf mit der Untermalung begann. Im März war Solitude vollendet.
Hans Emmenegger, Solitude, 1902–1904, Ölfarbe auf Leinwand, 96,5 x 130 cm, Kunstmuseum Solothurn, Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz). Emmenegger malte Solitude im Atelier nach einer Studie, die er im Herbst davor unter freiem Himmel am Gardasee geschaffen hatte.
Im Rahmen des Forschungsprojekts von SIK-ISEA wird der Aufbau und die Zusammensetzung der Malschicht von Solitude – sowie der Malschichten weiterer ausgewählter Gemälde – anhand von winzigen Materialproben untersucht und mit Emmeneggers Aufzeichnungen verglichen.
Nachdem der Künstler Solitude im Sommer 1902 in Paris ausgestellt hatte, überarbeitete er es im Dezember 1902 zum ersten Mal. Diesen späteren Eingriff und weitere spätere Überarbeitungen dokumentierte er ebenfalls im Notizbuch.
«Schlagschatten auf der mittleren Zypresse links oben verbreitert», vermerkte Emmenegger im Dezember 1902, als er Solitude zum ersten Mal überarbeitete. Die Infrarot-Reflektografie (IRR) zeigt den früheren, schmaleren Schatten, heute ist er breiter.
Das Röntgenbild zeigt die Wolken, die der Maler im Dezember 1902 hinzufügte, aber im Februar 1904 im Zuge der letzten Überarbeitung wieder zudeckte.