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Die Schweizer Stiftung Aktion gegen Minen (FSD) will in den kommenden zwei Jahren in Laos Hunderte von Hektaren von nicht explodierten Bomben säubern.
Weil das Gebiet in Zentral- und Südlaos nicht bebaut werden kann, gab es für rund 70'000 Einwohner zu wenig zu essen. Das soll sich mit dem Programm ändern.
Das zweijährige Projekt wurde am Mittwoch vorgestellt, dem Internationalen Tag für die Aufklärung über Minengefahr. Es wird von den USA und Australien finanziell unterstützt. Ebenfalls mit von der Partie ist das UN-Welternährungs-Programm (WFP).
Die nicht explodierten Bomben und Granaten stammen aus dem Vietnamkrieg, der vor über 30 Jahren mit dem Sieg der Vietcongs geendet hatte. Laut der Schweizer Stiftung Aktion gegen Minen (FSD) hatte die US-Luftwaffe über zwei Millionen Tonnen Bomben und andere Munition über Laos abgeworfen, die nicht detonierten.
Es wird geschätzt, dass mehr als 25 Millionen Sprengkörper die Erde von Laos verseuchen. Jedes Jahr sterben über 50 Menschen bei Explosionen. Die Blindgänger hindern die Landbevölkerung daran, genügend Nahrungsmittel anzubauen.
Verhängisvolles Sammeln von Alteisen
"Das grösste Problem sind die vielen Unfälle von jungen und älteren Menschen, die bei der Suche nach Alteisen Opfer von Blindgängern werden", sagt Christoph Hebeisen, Leiter des FSD-Programms, gegenüber swissinfo. "Sie kaufen billige Detektoren und ziehen dann los."
Es habe langer Verhandlungen bedurft, ehe das US-Aussenministerium seine Zusage gegeben habe, so Hebeisen, "denn die Vergangenheit ist für die USA bis heute ein heikles Thema geblieben".
Hungersnot
In Laos, einem der ärmsten Länder Südostasiens und auch der Welt, geriet das Problem von Blindgängern letztes Jahr ins Scheinwerferlicht, als Zehntausende Menschen infolge von Dürren und Überschwemmungen nicht genügend zu essen hatten.
Ein Ziel des FSD-Programm ist es, dass die betroffenen Gemeinden den Reisanbau intensivieren und mehr Teiche für die Fischzucht anlegen können.
Seit Beginn der Aktivitäten in Laos im März 2006 haben fünf internationale FSD-Experten ein Gebiet von 50 Hektaren von Blindgängern geräumt. Unterstützt wurden sie dabei von jungen Einheimischen, die sie ausgebildet hatten. Das wieder gewonnene Landwirtschaftsgebiet kann 5000 Menschen in 20 Dörfern ernähren.
Ein Puzzle
In den kommenden zwei Jahren sollen weitere 500 Hektaren "befreit" werden, was laut Hebeisen aber nur ein Tropfen auf einen heissen Stein ist.
"Wir können nicht alle Probleme auf einmal lösen", sagt er. Es sei vielmehr nötig, die zurückeroberte Fläche in den nächsten Jahren kontinuierlich auszudehnen. "Aber die Zahl des Fachpersonals ist in Laos sehr klein, wie auch der Kreis der Spender."
Die Schweizer Stiftung Aktion gegen Minen ist in rund zehn Ländern aktiv, darunter Burundi, Angola, Iran, Sudan and Sri Lanka. Bei ihren Einsätzen kommt es auch zu tragischen Vorfällen. Wie im letzten August, als im Süden Sudans zwei Räumungsexperten ums Leben kamen.
swissinfo, Adam Beaumont
(Übertragung aus dem Englischen: Renat Künzi)
Minen und Blindgänger
Am Mittwoch fand der zweite Internationale Tag für die Aufklärung über Minengefahr statt.
Laut Angaben der UNO werden jedes Jahr mindestens 15'000 Menschen von Minen und Blindgängern getötet oder verletzt.
Die Mehrheit sind Zivilisten, die noch Jahre nach einem kriegerischen Konflikt zu dessen Opfern werden. In Afghanistan beispielsweise sind die meisten Opfer unter 18 Jahre alt.
Die Konvention von Ottawa zum Bann gegen Anti-Personenminen haben zu einer Senkung der jährlichen Opferzahlen geführt. Waren vor zehn Jahren noch 26'000 Menschen von Minen verletzt oder getötet worden, sind es jetzt noch zwischen 15'000 und 20'000.