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Geschichte
Über den Ursprung unseres Dorfes weiss man nur wenig. St. Niklaus liegt an einer Wallmoräne des Rhonegletschers, der unsere Gegend mit einer ca. 400 m mächtigen Eisschicht überdeckt hatte. Vor rund 20’000 Jahren ging die Vergletscherung in Etappen zurück. Auf der in dieser Zeit abgelagerten Stirnmoräne liegt die Waldegg (Schlossgebiet). Sichtbares Zeichen des Gletscherrückzugs sind die unzähligen erratischen Blöcke (Findlinge), die im Wald nördlich von St. Niklaus anzutreffen sind. Man nimmt an, dass im Bereich der zurückgebliebenen Felsblöcke und besonders in der Gegend der an der Gemeindegrenze liegenden Verenaschlucht Jungsteinzeitmenschen gelebt haben. Der Fund von Waffen und Steinwerkzeugen deutet ebenfalls auf eine Besiedlung hin.
In der langen Epoche zwischen der Jungsteinzeit und Christi Geburt ist man im Bereich unserer Gemeinde auf keine weiteren Spuren gestossen. Erst nach dem Bau des Castrums Solodurum durch die Römer entstand die römische Heerstrasse (Avenches bis Augst), die ebenfalls über unser Gemeindegebiet südlich des Schlosses führte.
Die erste nachweisbare Siedlung war das auf dem Gebiet des heutigen St. Niklaus gelegene Wedenswyl, das 1375 gleich anderen Orten unserer Region vollständig von den sog. Guglern zerstört wurde. Die später entstandene Siedlung war bis zum Franzoseneinfall 1798 ein Weiler ohne politische Rechte der zum Burgernziel von Solothurn gehörte.
Im Jahre 1803 wurden die solothurnischen Gemeinden verselbstständigt, Zeit der sogenannten Aussteuerung. Feldbrunnen-St.Niklaus wurde dabei aus unerklärlichen Gründen von der Regierung vergessen. In der Folge wurde in unserem Dorf lange darüber gestritten, ob man sich der Gemeinde Riedholz oder der Stadt Solothurn anschliessen wolle. Im Jahre 1831 wurde dann aber auch Feldbrunnen-St.Niklaus zur autonomen Gemeinde erklärt.
1877 fand dann die erste Gemeindeversammlung statt. Zur Wahl von Amtsinhabern wurden bis ins Jahr 1945 sog. Wählerversammlungen durchgeführt.
Im zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts wohnten in Feldbrunnen rund 50 Familien, davon nur 5 Familien mit Bürgerrecht. An den Gemeindeversammlungen waren nur Bürger stimmberechtigt, darum war es damals sehr schwierig, einen Gemeinderat zusammenzustellen. Das Interesse der Bürger an ihrer Gemeinde war nicht sehr gross, und so lief eine der Wählerversammlung nach der Überlieferung wie folgt ab: «In der Gemeinde Feldbrunnen-St.Niklaus wohnten damals nur 5 Bürgerfamilien mit zusammen 14 Leuten, worunter nur 4 männlichen Geschlechts, von denen aber nur 3 stimmberechtigt waren, weil der Vierte zu nichts zu gebrauchen war. Ausserhalb der Gemeinde wohnten vermutlich höchstens noch 17 Mitbürger. Zur Ergänzung des Gemeinderates mussten deshalb, zwar sehr ungern, zwei auswärts wohnende Bürger gewählt werden. Zugleich war man gezwungen, das Ammannamt einem 75-jährigen Greis aufzubürden, der gleichzeitig als Dorfweibel fungierte.» Auch der bekannte Maler aus unserem Dorf, Frank Buchser (1828-1890), war für kurze Zeit Gemeindeammann in Feldbrunnen.
Trotz eines weiteren Vorstosses zur Eingemeindung in die Stadt im Jahre 1919 kam es nie dazu.
Dorfbuch – Feldbrunnen-St. Niklaus. Ein Porträt.
Am 4. Juni 2009 fand im Schloss Waldegg die Vernissage des Dorfbuches von Feldbrunnen-St. Niklaus statt. Das Werk entstand unter der Leitung von Jean-Pierre Simmen, der es meisterhaft verstand die Beiträge der renommierten Autoren zu koordinieren und zu einem Ganzen zu verschmelzen. Unterteilt in mehrere Hauptkapitel zeigt das Buch ein Bild unseres Dorfes von Gestern, Heute und Morgen. Besonders das Kapitel «Geschichte und Geschichten» verfasst vom Historiker Stefan Frech zeigt wunderschön die Entstehung unseres Dorfes. Das Buch ist für jeden Heimweh-Feldbrünnler ein Muss. Es ist im Gemeindebüro, Baselstrasse 16, 4532 Feldbrunnen, erhältlich. Hier finden Sie eine Leseprobe: Dorfbuch_feldbrunnen_Leseprobe (2)