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Wichtigste Fragen für Betroffene
Welche der mit der Krankheit „Adipositas“ einhergehenden Begleiterkrankungen haben einen Einfluss auf das Infektionsrisiko und die Schwere einer Erkrankung mit dem Coronavirus-19?
Übergewicht und Adipositas stellen ein schwerwiegendes Gesundheitsrisiko dar, vor allem bedingt durch die daraus entstehenden Folgeerkrankungen. Hierzu zählen:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall)
- Bluthochdruck
- Störung des Kohlehydratstoffwechsels (Diabetes mellitus Typ 2, Insulinresistenz)
- Fettstoffwechselstörungen (erhöhtes Cholesterin, etc.)
- Gicht
- Obstruktive Schlafapnoe
- Refluxerkrankung
- Degenerative Veränderungen des Stütz- und Bindegewebssystems
- Arthrose
- Venenschwäche/ -thrombose
- Erhöhtes Krebsrisiko bei Frauen:Eierstock-, Nieren-, Gebärmutterhals- und Brustkrebs
- Erhöhtes Krebsrisiko bei Männern: Prostata-, Darm-, Bauchspeicheldrüsen- und Nierenkrebs
- Urininkontinenz
Vor allem Störungen der Immunabwehr und vorbestehende Beeinträchtigungen der Lungenfunktion führen zu einem schweren Verlauf der COVID-19-Infektion. Von den Begleiterkrankungen der Adipositas führen vor allem Störungen des Kohlehydrat-stoffwechsels (Diabetes mellitus) und Fettstoffwechselstörungen zu einer verminderten Immunantwort. Das Obstruktive Schlafapnoe-Syndrom, Refluxerkrankungen und Herz-Kreislaufstörungen haben einen negativen Einfluss auf die Lungenfunktion. Im Weiteren legen die bisherigen Daten aus China und Italien nahe, dass auch Bluthochdruck zu einem schweren Krankheitsverlauf führt.
Wie sollen sich Patienten verhalten, die sich in den vergangenen 3 Jahren einem bariatrischen Eingriff unterzogen haben und haben diese Patienten ein erhöhtes Infektions- und Krankheitsrisiko?
Patienten nach bariatrischen Eingriffen gehören zumindest im Kurzzeitverlauf (in den ersten 12-36 Monaten) zu den Risikopatienten aufgrund der Adipositas, der Narkose, den Heilungsvorgängen nach der OP und der Umstellung des Stoffwechsels. Somit ist die Gefahr eines schweren Krankheitsverlaufes nach COVID-19-Infektion erhöht. Die Behörden in Deutschland, Österreich und der Schweiz verlangen, dass folgende Verhaltens- und Hygieneregeln konsequent eingehalten werden:
- Gründlich Hände waschen mehrmals täglich.
- Händeschütteln unterlassen.
- In Taschentuch oder Armebeuge husten und niesen, Taschentücher danach beseitigen.
- Abstand halten (2 Meter-Regel).
- Bei Fieber und Husten kompromisslos zu Hause bleiben. Spätestens bei Schwierigkeiten mit der Atmung den Arzt telephonisch kontaktieren (nicht unangemeldet hingehen!).
- Nur nach telefonischer Anmeldung in die Arztpraxis oder Notfallstation.
Viele bariatrisch operierte Patienten haben ein anhaltendes Risiko einer Nährstoff-Mangelversorgung aufgrund der reduzierten Aufnahmefähigkeit von Mikronährstoffen (Mineralien, Spurenelemente und Vitamine; Stichwort Malabsorption). Ist diese Personengruppe deshalb besonders gefährdet und hilft es jetzt noch, die Supplemen-tierung drastisch zu erhöhen?
Bariatrisch operierte Patienten gehören zweifelsfrei zu den Risikopatienten. Somit ist die Gefahr eines schwereren Krankheitsverlaufes nach COVID-19-Infektion erhöht. Die Behörden in Deutschland, Österreich und der Schweiz weisen dringend darauf hin, dass Verhaltens- und Hygieneregeln, die die Virusübertragung vermeiden, konsequent eingehalten werden. Wir weisen Adipositaspatienten darauf hin, ihre Supplementierung, wie verordnet, ganz konsequent (auch im Erkrankungsfall) einzunehmen und in dieser Zeit nur nach Absprache mit ihren behandelnden Ärzten bzw. Zentren zu verändern bzw. zu erhöhen.
(Die PANDEMIE COVID-19 stellt auch viel Adipositas-Patientinnen und -Patienten vor besondere Herausforderungen. Insbesondere Patienten, die an den sogenannten Begleit- und Folgeerkrankungen der Adipositas leiden. Dies gilt über Grenzen hinweg und wir haben unser medizinisches Kompetenz-Netzwerk genutzt, um über die besondere Relevanz dieser Pandemie für Adipositas-PatientInnen zu informieren. Dies ist eine Initiative der Adipositashilfe Deutschland e.V. und der Schweizerischen Adipositas-Stiftung SAPS. Ein besonderer Dank gilt der Universitätsklinik für Thoraxchirurgie – Inselspital Bern, die so zeitnah auf unsere Anfrage reagiert hat.)