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Als Institutionalisierung bezeichne ich eine Hypostasierung von sozial etabliertem Verhalten, das auf diese Weise zu einer Institution wird, wobei in einem typischen Fall Organisationen gegründet werden.
Beispiel:
Ich konstatiere, dass es die Institution Schule gibt und frage nach deren Institutionalisierung.
Bevor es Schulen gibt, lehren die Eltern ihre Kinder unter anderem beispielsweise rechnen. Mit der Zeit machen das viele Eltern, so dass viele Kinder betroffen sind, was ich als Sozialisation bezeichne, solange es unbewusst und nebenbei geschieht. Dann merken die Eltern, dass sie lehren und stellen einen Lehrer an. Sie produzieren damit einen handlungsbezogenen Typ, der die Handlung als Lehrerhandlung typisiert. Die Lehrer besuchen die Schüler zunächst - als Hauslehrer - in deren Zuhause. Dann besuchen die Schüler das Haus des Lehrers und produzieren damit einen (ortsbezogenen) Typ, der den Ort als Schulhaus typisiert. Das, was im Schulhaus gemacht wird, wird typisiert als Schule. Und noch später wird das an einem Ort Gelernte als Schule bezeichnet, der dann Künster oder Wissenschaftler zugerechnet werden.
Die Institution entsteht in diesem Sinne durch eine Externalisierung, eine Objektivierung und eine Internalisierung, in welcher sie als Wirklichkeit das Verhalten der Betroffenen orientiert.
Die Institution Schule "zwingt" Menschen in die Schule zu gehen. Sie erscheint als etwas naturwüchsig Normales, als etwas, was gegeben ist und nicht gewählt werden kann. Die ihr zugrunde liegende Externalisierung findet dadurch statt, dass etwas, was zunächst (familien)intern geleistet wurde, nach aussen delegiert wird. Die Objektivierung findet dadurch statt, dass es Lehrer und Schulen gibt.Die Internalisierung findet statt, wenn Lehrer und Schule mit Hilfe von Sanktionen als Wirklichkeit durchgesetzt, also nicht mehr mit ihrer Enstehungsgeschichte begründet werden.
Literatur:
"Institutionalisierung findet statt, sobald habitualisierte Handlungen durch Typen von Handelnden reziprok typisiert werden. Jede Typisierung, die auf diese Weise vorgenommen wird, ist eine Institution" (Berger, P.:58).
Der Institutionalisierungsprozess wiederholt sich in der Sprache, beim über die Institutionen Reden, indem das Reden auch wieder habitualisiert und typisiert wird (wobei auch Routinebildung und der Trivialisierung wiederholt werden).
Im Beispiel: Vergessen wird die Päda-Gogos-Funktion, der Lehrer gewöhnt sich daran und wird zum Lehrer und in der Sprache erscheint dann der Lehrer nicht mehr als Päda-Gogos sondern als Meister des Wissens und des Vermittelns.