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Die SuS erhalten ein Arbeitsblatt, das im Stil eines Poesiealbums unterschiedliche Interessen von Jugendlichen auflistet. Sie versuchen die Interessen geschlechtsspezifisch zuzuordnen und erfahren, dass die Zuschreibungen mit geschlechtsspezifischen Rollenerwartungen zu tun haben.
Ziele
- Die SuS setzen sich mit geschlechtsspezifischen Rollenerwartungen auseinander.
- Sie erkennen die gesellschaftliche Bedeutung von Geschlechterstereotypen und Rollenerwartungen und reflektieren deren Einfluss auf das Verhalten und Empfinden von Menschen.
- Sie reflektieren den Einfluss geschlechtsspezifischer Rollenerwartungen auf ihr eigenes Verhalten und Empfinden.
Ablauf
Das Arbeitsblatt wird bearbeitet und anschliessend wird in der ganzen Klasse über die Ergebnisse diskutiert.
Leitfragen für die Diskussion im Plenum:
- Sind euch die Zuordnungen schwergefallen?
- Welche Zuordnungen fielen euch besonders leicht? Weshalb?
- Was meint ihr, wie die Leute reagieren, wenn Tom gern Ballett macht und Lisa StarTrek schaut?
- Fallen euch weitere Interessen, Vorlieben, Wünsche oder Eigenschaften ein, die ihr für typisch männlich oder typisch weiblich hält?
- Wie erklärt ihr euch, dass Mädchen und Jungen oft so unterschiedliche Interessen und Vorlieben haben?
Hinweise
Betrachtet man die vergangenen Jahrzehnte, so lässt sich in unserer Gesellschaft ein deutlicher Wandel der Geschlechterrollen beobachten. Immer mehr Eigenschaften, Verhaltensweisen und Tätigkeitsbereiche, die früher eindeutig Männern oder Frauen zugeordnet wurden, können heute freier gewählt werden. Die Suche nach der eigenen Identität ist als wesentliche Entwicklungsaufgabe innerhalb der Adoleszenz von der Auseinandersetzung mit der in Alltag und Lebenswelt ständig zu beobachtenden Annäherung der Geschlechterrollen ebenso geprägt wie von der Konfrontation mit den in bestimmten Bereichen noch immer vorherrschenden Geschlechterstereotypen und klaren Rollenerwartungen. Um ihre eigene Persönlichkeit entfalten, ihre Umwelt differenziert betrachten und andere Menschen respektieren zu können, sollten die SuS mit der Vielfalt von Lebensweisen, die von der Zwei-Geschlechter-Norm abweichen, vertraut gemacht werden. Es ist zu erwarten, dass die meisten SuS ihre Zuordnungen entsprechend der Geschlechterstereotypen vornehmen und mit Hilfe derselben begründen werden. Den SuS soll verdeutlicht werden, wie stark die Einschätzung einer Person von der Wahrnehmung ihres körperlichen Geschlechts dominiert ist. Ferner kann problematisiert werden, wie stark sich Menschen, ob bewusst oder unbewusst, in ihrer Entwicklung von gesellschaftlichen Rollenerwartungen leiten lassen.
Quelle
LISUM. S. 52–54.
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