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Brot gehört in unseren Breiten zur täglichen Ernährung. Wie der Fisch das Wasser und die Kuh das Gras, brauchen wir unser Brot und wir sind Stolz auf die Vielfalt und Reichhaltigkeit in unseren Bäckereien. Eines ist besser als das andere, oder doch nicht?
Wir wissen aber aus dem Urlaub, dass in vielen Ländern das Brot eine weit geringere Rolle spielt als bei uns. Als wir durch Vietnam und Kambodscha reisten, wurde zum Frühstück immer die wunderbare Nudelsuppe angeboten und ich erinnere mich noch so gut daran, dass sie meinen Bauch echt glücklich machte und meine Verdauung sogar in den Ferien funktionierte. Ein warmes Frühstück tat mir immer schon gut, viel besser als Brot. Diese Tatsache hatte für mich weit vor der TCM-Ernährung ihre Richtigkeit. Asiaten sind agile, schlanke Menschen (bis auf diejenigen, die sich vom westlichen Fastfood nun langsam aber sicher überrollen lassen) und es hat nicht zuletzt mit ihrer Brotlosigkeit zu tun, dem warmen Frühstück und den frischgekochten Speisen.
Für wen ist Brot besonders ungünstig?
Die Antwort lautet: für alle, die mit ihrem Gewicht kämpfen, und für alle, die Verdauungsbeschwerden haben, wie Blähungen und Verstopfung. Probiere einmal, das Brot für eine oder zwei Wochen ganz wegzulassen, und beobachte die Auswirkungen auf dein Wohlbefinden. Du wirst Überraschungen erleben!
Brot hat eine paradoxe Wirkung auf den Körper: es wirkt befeuchtend und trocknend.
Da es – wie alle Produkte aus Mehl, besonders die aus Weizenmehl – schwer verdaulich ist und verschleimend wirkt, kann es oft nicht zur Gänze verdaut werden und es bleiben Reste liegen, die den Körper belasten. Die Chinesen nennen diese Reste Feuchtigkeit und in der Folge Schleim. (Manche bei uns sagen „Schlacken“ dazu.)
Gleichzeitig spendet Brot keine guten Säfte und verlangt dadurch dem Magen einiges ab, der jede Speise in einen Brei oder eine Suppe verwandeln muss. In diesem Sinne wirkt Brot auf den Magen trocknend.
Die thermische Eigenschaft von Brot ist kühlend, da der Körper den Nahrungsbrei auch noch wärmen muss und bei Brot das Verdauungsfeuer über die Maßen beansprucht wird.
Brot ist nun einmal keine warme oder gekochte (wo die Wärme der Feuerstelle auf die Speise übergeht) Mahlzeit und nimmt dem Körper damit mehr Energie – Qi -, als es ihm gibt.
Daraus ergibt sich auch schon die erste Empfehlung im Umgang mit Brot:
–> Iss Brot nicht als Hauptmahlzeit, sondern gemeinsam mit einer gekochten Speise, am besten einer saftigen gekochten Speise, wie Suppe, Eintopf etc. Und reduziere die Menge.
–> Kaufe kein Vollkornbrot, das noch schwerer verdaulich ist, sondern normales Mischbrot. Am besten in einer Bäckerei deines Vertrauens, die keine fertigen Backmischungen verwendet. Damit vermeidest du die belastenden chemischen und anderen Zusatzstoffe und die oft sehr hohe Menge an Salz. Sauerteigbrote sind oft bekömmlicher als Hefebrote.
Käse und Wurst als Auflage verstärken übrigens die unbekömmliche Wirkung. Besser sind Gemüseaufstriche, Hummus, Butter mit Schnittlauch oder Ähnliches.
Wenn du nicht weißt, was du statt Brot nun essen sollst, kann ich nur aus meinem Nähkästchen berichten: Ich mag leicht gedünstete Selleriescheiben für pikante Aufstriche und ich liebe Omeletten, welche ich gerne belege. Maisschnitten (Polenta kochen und auf ein Blechleeren, glattstreichen, auskühlen lassen und die feste Masse in Quadrate schneiden und wie ein Stück Brot belegen) sind genauso geeignet wie Griess. Griessschnitten können auch süss belegt werden. Für mich ist statt Café complet jedoch ein wunderbarer und idealer Ersatz: Gschwellti.
Heute machte ich mir einen veganen Käseersatz als herrliche Beilage zu den Kartoffeln:
1 EL Mehl und 1 EL gutes Öl oder Ghee miteinander schmelzen
mit etwas Brühe ablöschen und ständig rühren, wie eine weisse Sauce
3 EL Hefeflocken unterrühren und mit Pfeffer, Senfsaat, wer sie mag, etwas Salz, einem Spritzer Zitrone und Curcuma abschmecken.
Ich mag frische Kräuter drin, aber z.B. Schabziger(klee), eins von beiden, passt auch wunderbar. Probiers aus! En Guete!