Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03261.jsonl.gz/991

Die Demokratisch-Soziale Partei bildete sich 1982 im Kanton Basel-Stadt als Abspaltung der Sozialdemokratischen Partei. Sie war bis zu ihrer Auflösung 2009 im Gemeindeparlament von Riehen vertreten.
Die Demokratisch-Soziale Partei Basel-Stadt (DSP) wurde am 29. Juni 1982 als Abspaltung der Sozialdemokratischen Partei (SP) gegründet. Auslöser war der Austritt des bei vielen Parteimitgliedern umstrittenen Regierungsrats Karl Schnyder aus der SP, nachdem er zuvor von der Partei stark unter Druck gesetzt worden war. Viele Gründungsmitglieder der DSP hatten zuvor der SP angehört, waren jedoch mit deren Ausrichtung hin zu neuen sozialen und ökologischen Themen unzufrieden. Darunter waren auch der frühere Ständerat Willi Wenk und Altregierungsrat Max Wullschleger, die beide in Riehen wohnten. Zum ersten Parteipräsidenten wurde der ebenfalls in Riehen wohnhafte Hanspeter Bertschmann gewählt.
Im Herbst 1982 folgte die Gründung der Sektion Riehen/Bettingen. Ihr schlossen sich rund 50 Personen an, darunter Walter Fiechter, der seit 1978 im Weiteren Gemeinderat sass. Bei den Wahlen von 1986 eroberte die DSP im Gemeindeparlament drei, acht Jahre später gar vier Sitze. Zwei der DSP-Mitglieder, die im Gemeindeparlament Einsitz nahmen, waren Hanspeter Bertschmann und der erste Präsident der Sektion Riehen/Bettingen Lucien Marti, der bereits als SP-Mitglied von 1961 bis 1974 dem Weiteren Gemeinderat Riehen und von 1964 bis 1976 auch dem Grossen Rat des Kantons Basel-Stadt angehört hatte.
2006 ging die DSP für die Wahlen in den Einwohnerrat, wie das Gemeindeparlament seit 1986 genannt wird, eine Listenverbindung mit den bürgerlichen Parteien ein und trat mit diesen gar mit einer gemeinsamen Liste zu den Gemeinderatswahlen an. Der Kandidat der DSP, Christian Heim, verfehlte im ersten Wahlgang die Wahl nur knapp. In den Einwohnerratswahlen verlor die Partei einen Sitz und war fortan nur noch mit Hans-Rudolf Lüthi vertreten, der dem Gemeindeparlament seit 1989 angehörte und es von 1998 bis 2000 präsidiert hatte.
Die Partei steckte damals in einer Krise, nachdem sich Hans Martin Tschudi, der die DSP seit 1994 als Nachfolger von Karl Schnyder in der Kantonsregierung vertreten hatte, 2004 nach seiner Nichtwahl im ersten Wahlgang zurückgezogen hatte. Der Partei fiel es auch zunehmend schwerer, mit einem klaren politischen Profil aufzutreten, da die Mandatsträger in vielen Fragen unterschiedliche Positionen vertraten. Zudem litt sie unter Mitgliederschwund und Überalterung.
Am 16. März 2009 fasste die Parteiversammlung in Basel den Entscheid, die DSP aufzulösen. Der Riehener Einwohnerrat Hans-Rudolf Lüthi schloss sich darauf der Liberaldemokratischen Partei (LDP) an, während der Parteipräsident der Sektion Riehen/Bettingen Christian Heim der Schweizerischen Volkspartei (SVP) beitrat.
Autorin / Autor: Stefan Hess | Zuletzt aktualisiert am 17.1.2024
PA 1167: Archiv der Demokratisch-Sozialen Partei (1921–2009).
Raith, Michael: Zweihundert Jahre gelebte Demokratie. Die Jahre nach dem Krieg. In: Jahrbuch z’Rieche 2000. S. 40–53, hier S. 52.
Raith, Michael: Gemeindekunde Riehen. 2. überarbeitete und aktualisierte Aufl. Riehen 1988. S. 218f., 221.
Vogt, Markus: Die DSP kam laut und verschwand leise. In: Basler Stadtbuch 2009. S. 75–77.