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Spricht man von «malignen Lymphomen» oder «Lymphomen» ist die Rede von einer bösartigen Erkrankung, bei der es zu einem unkontrollierten Wachstum von unreifen oder bösartig veränderten T- oder B-Lymphozyten kommt, welche die einzelnen lymphatischen Organe befallen. Insgesamt gibt es über 60 Unterarten von Lymphomen. Lymphome können in zwei Untergruppen eingeteilt werden: Hodgkin-Lymphome, welche nach ihrem Entdecker Thomas Hodgkin benannt werden, und die Non-Hodgkin-Lymphome (NHL). Das Mantelzell-Lymphom ist eine Form des Non-Hodgkin-Lymphoms (NHL) und tritt auf, wenn ein bestimmter Typ von weissen Blutzellen – die so genannten B-Lymphozyten – kanzerös wird und sich in einem Bereich des Lymphknotens, in der Mantelzone, unkontrolliert vermehrt. In der Schweiz erkranken jährlich 1‘500 Menschen an einem NHL, 500 Menschen pro Jahr sterben daran. Das Mantelzell-Lymphom ist europaweit für rund fünf Prozent aller NHL-Erkrankungen verantwortlich und das durchschnittliche Alter bei der Diagnose liegt bei 60 Jahren. Männer erkranken viermal öfter am Mantelzell-Lymphom als Frauen.
Orientierungshilfe – Mantelzell-Lymphom (MCL)

Das Blut – die Blutbildung

Das Blut setzt sich aus Blutzellen und Blutflüssigkeit (Plasma) zusammen. Die Blutzellen machen ca. 45% des Blutes aus.
Es gibt drei Typen von Blutzellen:
Die weissen Blutkörperchen teilen sich wiederum in drei Gruppen auf: Granulozyten, Monozyten und Lymphozyten. Von den Lymphozyten, welche für das Bekämpfen von Krankheitserregern und Fremdkörpern zuständig sind, gibt es zwei Arten: T-Lymphozyten und B-Lymphozyten.
Die B-Lymphozyten bilden sich in sogenannten Keimzentren, die auch Lymphfollikel genannt werden. Das sind kugelförmige, zu ihrer äusseren Umgebung abgegrenzte B-Zellanhäufungen, die überall dort vorkommen, wo es viele Krankheitserreger zu bekämpfen gibt – also vor allem in den Lymphknoten, der Milz und in den Rachenmandeln. Bei der Entstehung eines Mantelzell-Lymphoms kommt es zu einem unkontrollierten Wachstum von unreifen oder bösartigen veränderten B-Lymphozyten. Diese für die Abwehr funktionslosen Tumorzellen häufen sich zunächst dort an, wo sie gebildet werden – also zum Beispiel in den Lymphknoten und/oder der Milz. Durch die Anhäufung dieser Tumorzellen entstehen Schwellungen zunächst einzelner, bei weiterer Ausbreitung der Tumorzellen über den ganzen Körper auch mehrerer Lymphknoten oder der Milz.
Ursache
Die genaue Ursache einer Erkrankung an einem Non-Hodgkin-Lymphom ist weitgehend noch unklar und Gegenstand intensiver Forschung. Ein defektes Immunsystem, lang andauernde Infektionen mit Viren wie zum Beispiel Epstein-Barr-Virus, HIV, Hepatitis C oder immunsuppressive Therapien, die das natürliche Abwehrsystem des Menschen unterdrücken, können zu einem erhöhten Risiko führen, an einem bösartigen Lymphom zu erkranken. Vermutlich gehören auch Umweltgifte zu den Risiken. Hingegen wird eine genetische Veranlagung eher ausgeschlossen.
Symptome
Mögliche Symptome einer Mantelzell-Lymphom-Erkrankung sind Lymphknotenschwellungen, die häufig an mehreren Körperstellen auftreten, eingeschränkte Leistungsfähigkeit, unerklärlicher Gewichtsverlust oder starker Nachtschweiss. Ist das Knochenmark befallen, kann dies zu einer Verminderung der Blutzellen führen; dies wiederum verstärkt die Müdigkeit und führt bei Anstrengungen zu Atemnot.
Behandlungsmöglichkeiten
Bei Patienten, die jünger als 60 – 65 Jahre sind und keine Begleiterkrankungen haben, kommen intensive Therapieverfahren zum Zuge. Dazu gehören wiederholte Chemotherapie-Behandlungen mit anschliessender hochdosierter Chemotherapie und einer Blutstammzelltransplantation. Bei den älteren Patienten werden weniger intensive medikamentöse Therapieverfahren angewendet.
Quellen:
- Krebsliga Schweiz, Bern, Broschüre «Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphome», 3. Überarbeitete Auflage, 2006, 2008, 2013
- Krebsliga Schweiz, Bern, Broschüre «Krebs in der Schweiz, eine Übersicht», 1. Auflage, 2017
- Gerd Herold und Mitarbeiter; Innere Medizin, Gerd Herold, Köln, 2018
- Ho/noho – Schweizerische Patientenorganisation, Broschüre «Lymphome – ein Leitfaden für Betroffene und Angehörige»