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Prétextat Tach, dreiundachtzigjährig und Nobelpreisträger für Literatur, hat laut Aussage der Ärzte nur noch zwei Monate zu leben....
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Kartonierter Einband
Beschreibung
Prétextat Tach, dreiundachtzigjährig und Nobelpreisträger für Literatur, hat laut Aussage der Ärzte nur noch zwei Monate zu leben. Als dies bekannt wird, bemühen sich Medienleute aus der ganzen Welt um ein Interview. Fünf Journalisten dürfen bei ihm vorsprechen und kommen selbst in arge Bedrängnis. Doch dann kommt eine, die dem alten Zyniker gewachsen ist. Vorwort »Ein intellektueller Schlagabtausch zwischen einem monströsen Zyniker und Frauenhasser und einer gescheiten Frau. Beide treiben die Frage nach dem Sinn des Daseins, der Liebe und der Literatur bis zum äußersten.« Autorentext Amélie Nothomb, geboren 1967 in Kobe, Japan, hat ihre Kindheit und Jugend als Tochter eines belgischen Diplomaten hauptsächlich in Fernost verbracht. In Frankreich stürmt sie mit jedem neuen Buch die Bestsellerlisten und erreicht Millionenauflagen. Ihre Romane erscheinen in über 40 Sprachen. Für Mit Staunen und Zittern erhielt sie den Grand Prix de l'Académie française, für Premier Sang den Prix Renaudot 2021. Amélie Nothomb lebt in Paris und Brüssel. Leseprobe Sobald die Nachricht an die Öffentlichkeit drang, daß der gewaltige Schriftsteller Prétextat Tach nur noch zwei Monate zu leben hatte, baten Journalisten aus aller Welt um Exklusiv-Interviews. Gewiß, der alte Herr genoß beachtliches Prestige, aber man staunte doch nicht schlecht, daß nun die Korrespondenten so bekannter Zeitungen wie des Nankinger Hörensagens (wir erlauben uns zu übersetzen) und des Bangladesh Observer darauf brannten, sich ans Krankenbett eines über achtzigjährigen Romanciers französischer Zunge zu verfügen. Zwei Monate vor seinem Ableben konnte Monsieur Tach sich also eine Vorstellung von der Reichweite seines Ruhms machen. Sein Sekretär ließ es sich angelegen sein, die Interviewer einer drastischen Auslese zu unterwerfen: fremdsprachige Blätter kamen nicht in Frage, denn der Todkranke sprach nur Französisch und traute keinem Dolmetscher; farbige Journalisten wurden abgewiesen, denn mit zunehmendem Alter war der Schriftsteller auf rassistische Sprüche verfallen, die seinen tiefsten Überzeugungen widerstritten (sehr peinlich für die Tach-Forscher, aber sie sahen darin den Ausdruck einer senilen Lust zu schockieren); und schließlich ließ der Sekretär formvollendet höflich auch noch die Anfragen der Fernsehanstalten abprallen, der Frauenzeitschriften, derjenigen Zeitungen, die er zu politisch fand, und vor allem der medizinischen Zeitschriften, die wissen wollten, wie der große Mann sich seine unerhört seltene Krebserkrankung zugezogen hatte...