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Solch pauschale Behauptungen sind unweigerlich mit dem Begriff Iranreisen verbunden. Befasst man sich mit dem Thema oder zieht man in Erwägung, die nächsten Ferien im Iran zu verbringen, sieht man sich zwangsläufig mit diesen oder so ähnlichen Behauptungen konfrontiert. Entweder geht man bereits selber von diesen Annahmen aus, oder man bekommt sie von verwunderten und ungläubigen Dritten zu hören, sobald man offenbart, im Iran Ferien machen zu wollen. Kein Wunder also, dass die am meisten verwendeten Google-Suchwörter in Bezug auf eine Iranreise die gleiche Sprache sprechen. Sucht man nach «Iranreisen», kommen von Google auch gleich die entsprechenden Suchvorschläge: «Iranreise gefährlich», «Iran Krieg», «Iran Terrorismus».
Doch woher rührt diese weit verbreitete Annahme, dass der Iran ein gefährliches Reiseland ist? Gibt es hierfür eine Berechtigung? Und wie überhaupt lässt sich die «Gefährlichkeit» einer Reisedestination messen, welche Faktoren spielen eine Rolle? Machen wir einen Faktencheck:
Jedes Jahr gibt der Weltmarktführer in Sachen Beurteilung von Reisesicherheitsrisiken SOS International die Travel Risk Map heraus. Und diese bringt in ihrer aktuellsten Version für das Jahr 2019 für die meisten Leute «Erstaunliches» hervor:
Laut der interaktiven Travel Risk Map, die das weltweite Risikoniveau unter Berücksichtigung verschiedenster Parameter abbildet, gilt der Iran als Reiseland mit niedrigem Sicherheitsrisiko und gilt damit als äussert sicher, nämlich als genauso sicher wie beispielsweise Grossbritannien, Kanada, die USA, Australien und Neuseeland, die allesamt in der gleichen Kategorie zu finden sind.
Die Karte listet fünf Risikokategorien auf: unbedeutend, niedrig, mittel, hoch und extrem. In die Kategorie unbedeutend schaffen es nur die europäischen Länder Luxemburg, Dänemark, Slowenien, Norwegen, Finnland, Island und – wer hätte es gedacht – die Schweiz. Zu den Ländern mit mittlerem Risiko gehören etwa die beliebten Ferienziele Türkei, Indonesien oder Sri Lanka.
Die wichtigsten Faktoren, die von den globalen Risikoexperten in die Beurteilung einfliessen, sind das entsprechende Gefahrenniveau auf der Grundlage der politischen Lage (Terrorismus, politisch motivierte Unruhen und Krieg), sozialen Unruhen (insb. Konflikte zwischen Angehöriger verschiedener Ethnien und Religionsgruppen) sowie der Gewalt- und Kleinkriminalität. Als Faktoren weiter berücksichtigt werden etwa die Verkehrsinfrastruktur, das Niveau der Sicherheits- und Rettungsdienste, die Anfälligkeit des Landes für Naturkatastrophen sowie allgemein die medizinische Versorgung.
Doch woher rührt unsere irrige Vorstellung über die Sicherheitslage im Iran für Reisende?
Der Grund dürfte vorwiegend darin zu finden sein, dass der Fokus der medialen Berichterstattung zum Iran in westlichen Medien fast ausschliesslich auf politischen Themen liegt. Verfolgt man die dominanten internationalen Medien, könnte man glauben, der Iran stünde vor einem Bürgerkrieg oder die nächste Revolution stünde gleich bevor. Hinzu kommt sicherlich, dass der Iran durch seine Nachbarländer von politischen und kriegerischen Brandherden umgegeben ist. Dass «Iran» fast gleich tönt wie «Irak» ist in dieser Hinsicht auch nicht förderlich. Doch "man muss nicht glauben, was man sieht - geschweige, was man hört." (Johann George Hermann - Briefe an Immanuel Kant, 27. Juli 1759).
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