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Mehr als 13'000 Experten haben sich am diesjährigen Amerikanischen Kongress der Gastroenterologen (Digestive Disease Week DDW) zu den neusten Trends und Strategien im Bereich der Magen-Darmerkrankungen informiert.
Der folgende Bericht handelt vorwiegend von chronischen entzündlichen Darmerkrankungen (IBD), zu welchen der Morbus Crohn wie auch die Colitis ulcerosa (geschwürige Darmentzündung) gehören.
Erhöhtes Risiko durch tierische Proteine
Drei Studien haben die Bedeutung neuer potenzieller Risikofaktoren für die Entwicklung einer IBD untersucht. Zum ersten Mal belegten Forscher einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem hohen Proteinkonsum und dem Risiko, an einem chronisch entzündlichen Darmleiden (IBD) zu erkranken. Es scheint, dass der hohe Anteil von tierischen Proteinen – Fleisch und Fisch, durchschnittlich 2.07g/Kg Körpergewicht pro Tag – das Risiko für eine IBD (Inflammatory Bowel Disease) um das Dreifache erhöht. Dies gilt sowohl für die Entstehung eines Morbus Crohn wie auf für eine Colitis ulcerosa und zwar unabhängig von anderen Risikofaktoren wie Rauchen und Hormontherapie bei den Frauen. Pflanzliche Proteine hingegen hatten keinen Einfluss auf das IBD-Risiko.
Regelmässiger Aspirinkonsum fördert Morbus Crohn
Eine Britische Studie belegte, dass die regelmässige Einnahme von Aspirin einer der vielen Faktoren sein könnte, der die Entwicklung eines Morbus Crohn beeinflusst. Die Forscher untersuchten dazu 200'000 gesunde Personen, welche während mindestens einem Jahr regelmässig Aspirin einnahmen: Bei ihnen war das Morbus Crohn-Risiko um das Fünfache erhöht. Speziell: Bei Rauchern, welche Aspirin nahmen, war das Risiko nicht erhöht, obwohl Nikotin als Risikofaktor für die Crohn-Entwicklung gilt. Vermuteter Grund: Nikotin wirkt gerinnungsfördernd, Aspirin hingegen hemmt die Gerinnung – möglicherweise löst sich damit die Wirkung des Aspirins auf. Zwischen Colitis ulcerosa und Aspirinkonsum fanden die Forscher keinen Zusammenhang.
Antibiotika in der Kindheit als Risikofaktor für eine Crohn-Erkrankung
Antibiotika-Behandlungen in der Frühkindheit scheinen einen ungünstigen Effekt auf die Entwicklung der Magen-Darmflora zu haben. In einer Studie belegten Forscher ein dreifach erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer IBD im Erwachsenenalter.
Einfluss der IBD auf Schwangerschaft und Nachwuchs
Im sechsjährigen PIANO-Register (PIANO = Pregnancy in Inflammatory Bowel Disease and Neonatal Outcomes) konnten bis heute 600 Frauen mit einem Morbus Crohn oder einer Colitis ulcerosa registriert und deren Kinder beobachtet werden. Je nach Medikamenteneinnahme wurden sie in drei Gruppen eingeteilt: Bis zum Zeitpunkt, wo die Kinder ein Jahr alt wurden, konnte kein Zusammenhang zwischen der Medikamenteneinnahme und Schwangerschaftskomplikationen oder Geburtsdefekten festgestellt werden. Dies ist von grosser Bedeutung, insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass vor 15 Jahren den Frauen mit Behandlung von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen noch von einer Schwangerschaft abgeraten wurde.
Weitere Resultate
Eine Studie bei 2877 erwachsenen Personen belegt einen möglichen Zusammenhang zwischen einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (IBD) und der Entwicklung eines Bauchspeicheldrüsenkrebses: Je nach Form der IBD hatten die Teilnehmer ein um 6-fach erhöhtes Risiko. Möglicherweise scheinen hier gemeinsame erbliche Ursachen der Krankheiten eine Rolle zu spielen. Aber: Diese Beweise müssten erst noch erbracht werden, so die Forscher. Falls dem so wäre, könnten bei Risikopersonen mit Präventionsuntersuchungen ein Bauchspeicheldrüsenkrebs frühzeitig entdeckt werden.
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