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Youma ist jung, schön und stolz, nur frei ist sie nicht. Ihre Mutter ist eine »da«, die Amme in einem Haus reicher weisser Kreolen auf Martinique. Sie geniesst Respekt und Privilegien, aber auch wenn sie und Youma zur Familie gehören, sind sie Sklavinnen. Als die Tochter des Hauses kurz nach der Hochzeit und der Geburt eines Mädchens stirbt, wird Youma zur »da« der kleinen Halbwaise. Wie eine Mutter zieht sie Mayotte auf, tröstet sie mit den fabelhaften Geschichten kreolischer Volksmärchen, wird ihr zur Lebensretterin. Als in dem Dorf und auf der Plantage inmitten tropischer Vegetation ein Sturm des Aufruhrs über die Gesellschaft aus Freien und Unfreien hereinbricht, ist Youma gezwungen, eine folgenreiche Entscheidung zu treffen. »Youma« ist Lafcadio Hearns zweiter Roman, ein weiteres vergessenes Meisterwerk der amerikanischen Literatur. Und zugleich ein Klassiker der französisch-kreolischen Literatur, geschrieben von einem Mann, dessen Lebensweg von Griechenland über die Karibik bis nach Japan reicht und der mit jedem seiner Bücher den Begriff »Weltliteratur« neu erfunden zu haben scheint.
Portrait
1850-1904, in Griechenland geboren, wo sein irischer Vater als Chirurg eines britischen Regiments stationiert war. Er wuchs ohne seine griechische Mutter in Frankreich und England auf, wanderte in die USA aus, wo er u.a. als Journalist arbeitete. Lebte zwei Jahre auf Martinique, bevor er 1890 nach Japan ging. Er heiratete eine Japanerin, nahm die japanische Staatsbürgerschaft an und arbeitete als Lehrer, später als Professor für englische Literatur in Tokio, wo er auch starb.