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Konzerte auf der Reiseharfe
Von der Keltischen Harfe zur Reiseharfe
Vor mehr als tausend Jahren war die Cruit das Instrument der königlichen Barden und wurde mit ihren Saiten aus Bronze, Silber und Gold bei festlichen Anlässen gespielt [ancient irish harp]. Doch im Zuge der irischen Kämpfe um die Unabhängigkeit starb die alte Tradition fast ganz aus. In den frühen 1800er Jahren entwarf der Harfenbauer John Egan in Dublin die moderne irische Harfe [neo irish harp]. Ihr Erscheinungsbild lehnte sich an die alte irische Harfe an, die auf der Rückseite irischer Euromünzen abgebildet ist. Die neue Bauform war jedoch mit Darmsaiten (heute auch Nylon oder Carbon) bespannt und besaß nun handbediente Umstimmhebel zur Einstellung der Tonarten. Sie wird heute zumeist 'Keltische Harfe' genannt und erlebt seit den 70er Jahren eine weltweite Renaissance.
Mein Lieblingsinstrument ist die Reiseharfe, die dank ihrer maximalen Verdichtung auf das Wesentliche eine Essenz der Keltischen Harfe darstellt und sie mit ihrer Leichtigkeit dazu befähigt, an der Bewegtheit unserer modernen Welt teilzuhaben. Sie ist sehr leicht konstruiert, besitzt gerade so viele Töne wie notwendig und ist daher so beweglich wie die frühen Harfen der keltischen Barden. In ihrem fein ziselierten, obertonreichen Klang lebt der ursprügliche Geist der alten keltischen Bronzesaitenharfe weiter.
Moderne Musik mit altirischen Wurzeln
In diesem Konzert spiele ich alte irische Melodien und Musik des irischen Barockkomponisten Turlough O'Carolan (1670–1738) sowie eigene Kompositionen. Und wie bei meinem Instrument liegt eine Wurzel meines Schaffens in der keltischen Überlieferung und verbindet sich mit Akkorden und Rhythmen unserer Zeit zu einer persönlichen, zeitüberbrückenden musikalischen Einheit. Gerne spiele ich die berührenden Melodien des alten Irlands, arrangiert in meiner Sichtweise des historischen Stils.
Meine eigenen Kompositionen entstehen aus freien Improvisationen, die ich aufzeichne, kompositorisch verdichte und schließlich in Notenschrift niederlege. Mit den so entstandenen Klanggemälden lade ich Sie zu einer Wanderung in das Reich der Töne ein, bei der wir auf den Klangspuren des feenhaften Irlands in die Weite unseres geheimnisvoll klingenden Universums reisen.Foto: Resia Lehmacher » (1,4 MB)