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Was ist Kuatsu ?
Kuatsu (kazzu ausgesprochen) oder Synonym Kappo, ist ein Teilgebiet des Seifuku Jitsu. Kuatsu ist eine phonetische Kontraktion zweier Schriftzeichen. Kua bedeutet "Leben" und Tsu ist
eine Silbe aus Jutsu oder Jitsu, das mit "Kunst oder Technik" (den meisten sicher bekannt vom Ju-Jitsu) übersetzt wird. So gesehen bedeutet Kuatsu "Technik des Lebens", "Rückkehr des Lebens" oder "Wiederbelebung". Seifuku selber besteht aus den Teilen
"Sei", das man wörtlich vielleicht am ehesten mit "Wiederherstellen, Instandsetzen bzw. auch authentisch, wahr" übersetzen kann, "Fuku" mit "wie vorher, wie zuvor".
Der Begriff Seifuku Jitsu beinhaltet eigentlich alle Formen des Behebens von
Gesundheitsstörungen, sei es durch Wirkungen von Atemis oder anderen Verletzungen im Zusammenhang mit Budosport, aber auch ausserhalb der sportlichen Tätigkeit, also zum Beispiel bei Ertrinken, Kopfweh, Schwindel, Bewusstseinsstörungen, Herzproblemen
und so weiter.
Die Entstehung des Seifuku Jitsu (in Korea auch Hwal in Sul genannt) und damit auch des Kuatsu muss in der Zeit des 17. Jahrhunderts parallel mit und als Teil des Ju-Jitsu angesiedelt werden. Die Techniken
wurden aber im Laufe der Zeit verbessert und angepasst, nach dem Zweiten Weltkrieg auch von der medizinischen Abteilung des Kodokan in Japan.
Es beruht auf den Techniken des Shiatsu, Akupressur sowie den Pressing Points ( jap. Kyusho jitsu oder kor. Kupso
Sul) und Nervenstimulation der Reflexzonen.
Grundsätzlich kann man sagen, dass die chinesischen Kampfkünste (jap. kenpō) die Punktstimulationen der Akupunktur bevorzugen, während die meisten japanischen
Stile etwas anders arbeiten. Die Kappo-Methode arbeitet nur selten mit einzelnen Akupunkturpunkten, sie bevorzugt ganze Reflexzonen. Man unterscheidet somit die positive (kappo) und die negative (sappo) Stimulation und beide fanden breite Anwendung in allen
japanischen Kampfkunstschulen. Eine Vielzahl der Techniken des Kappo oder Kuatsu umfassen Methoden des Schlagens, Pressens und Massierens auf Reflexzonen des Körpers. Diese Zonen stimmen nur bedingt mit den bekannten Akupunkten überein. Während
in der Akupunktur die entsprechenden Punkte für eine Behandlung sehr genau geortet werden müssen, behandelt man im kuatsu ganze Zonen, in denen auch mehrere Akupunkte liegen können.
Auch das grundlegende Wirkungsprinzip
von vielen Kuatsu-Techniken weist deutliche Unterschiede zur Akupunkturbehandlung auf. Während es in der Akupunktur - wie in allen chinesischen und japanischen Gesamtheilverfahren - darum geht, Ungleichgewichte im Qi-Fluss zu regenerieren, werden bei
vielen Kuatsu-Techniken entsprechende Nervenzentren kurz stimuliert, um das gehemmte Organsystem wieder anzuregen.
Im Kuatsu stimuliert man durch einen Schlag mit der Handfläche, der Faust, dem Ellbogen, dem Knie und der Ferse.
Auch das zweite Gelenk des Zeigefingers oder des Mittelfingers können zum Einsatz kommen. Man presst mit der Handfläche, massiert mit den Fingerspitzen oder mit dem Daumen. Die Dosierung der Kraft sowie die Häufigkeit der Anwendung spielen hierbei
eine bedeutende Rolle.
Kuatsu-Behandlungen lassen sich - entsprechend ihrer therapeutischen Zielsetzung - grob in mehrere Teilgebiete aufteilen und werden untenstehend genauer beschrieben:
▪ Techniken zur Behandlungen von Bewusstlosigkeit (Reanimation)
▪ Schmerzstillende Verfahren/Techniken zur Nachbehandlung einer Bewusstlosigkeit
▪ Techniken zur direkten Behandlung von Knochenbrüchen,Verrenkungen,usw.
▪ Zusätzliche
Methoden
Eine genaue Klassifizierung der Verfahren innerhalb dieser Teilgebiete ist schwierig, da sie in der Regel von jedem Meister anders vermittelt werden. In der einschlägigen Literatur finden sich daher sowohl unterschiedliche Kategorisierungen
als auch teilweise verschiedene Namen für gleiche Techniken. Von den oben genannten Teilgebieten sind im Westen häufig nur Techniken zur Reanimation bekannt und auch hier wiederum hauptsächlich nur spezielle Schlagtechniken auf Reflexzonen,
da sie eine schnelle und spektakuläre Wirkung auf Außenstehende haben: mit einem präzisen Schlag auf einen bestimmten Bereich kann eine bewusstlose Person unmittelbar aus der Ohnmacht geholt werden.
Zu einer Reanimation
mit Hilfe von Kuatsu gehört jedoch weit mehr als das vermeintliche Wissen um ein paar Schläge auf Reflexzonen. Die Ursache als auch der Schweregrad einer Ohnmacht müssen genau erkannt werden, da sich hiernach die Behandlung und somit die Auswahl
der Techniken richtet. Der Behandelnde muss demnach eine Ohnmacht in all ihren Formen eindeutig von z.B. einer Epilepsie oder einem schon eingetretenen Tod unterscheiden können.
Die Techniken basieren auf dem Prinzip
:
„SCHOCK und GEGENSCHOCK“
Also soll mit einer Kuatsu-Anwendung ein Gegenschock auf einen vorab eingetretenen Schock (z.B. Verletzung) über Nervenbahn bzw. Meridiane erfolgen.
Wichtig ist zuerst, die Ursache zu wissen, bevor etwas gemacht wird. „Bevor du etwas tust, zuerst hinsehen und zuhören!“
Was ist Akupressur?
Unter Akupressur versteht man eine Massagetechnik, die auch als „Akupunktur ohne Nadeln“ bezeichnet wird.
Akupressur/Akupunktur gehört neben Tuina-Anmo (Massage), Qigong/TaiJiQuan (Arbeit mit der Energie-Qi mit Hilfe des Atems
und Bewegung), der Moxibustion (Erwärmung eines Akupunkturpunktes mit glimmenden Beifuss (Artemesia vulgaris), dem Schröpfen (kuti-viszerale Behandlung über die Haut), der Phytotherapie (Kräuterheilkunde) und der Ernährungslehre zu
den Säulen der traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).
Das älteste medizinische Werk, der „Innere Klassiker des gelben Fürsten“ (Huangdi Neijing), das zwischen dem 2. Jahrhundert v. Chr. und 2. Jahrhundert
n. Chr. zusammengestellt wurde, bettet dieses Therapieverfahren in die gesamte chinesische Medizin ein. Es beschreibt die wichtigsten Leitbahnen, verschiedene Nadeln (Metallnadeln), Stichtechniken und Indikationen für die Anwendung bestimmter Akupunkturpunkte
und zeichnet 160 klassische Punkte auf.
Mit Akupressur wird versucht, den Qi-Fluss in den oberflächlichen Meridianen zu steuern.
Chinesische Aufzeichnungen setzen die Regierungsperiode von Huangdi
(Gelber Kaiser) allerdings in das Jahr 2698 v.Chr., man kann davon ausgehen, dass die ältesten Texte des Neijing aus dieser Periode stammen.
Ab dem 17./18. Jahrhundert brachten portugiesische und niederländische Seefahrer
das Wissen der TCM nach Europa. Aufgrund der Ähnlichkeit zwischen der Anordnung der Leitbahnen auf dem menschlichen Körper und der Anordnung der Längengrade auf ihren Seekarten prägten sie den heute verwendeten Ausdruck „Meridiane“
für diese Linien.
Man kann aber davon ausgehen, dass das Wissen von den Energieleitbahnen auch in Europa zu vorgeschichtlicher Zeit bekannt war: Auch „Ötzi“, die 1991 in den Alpen gefundene Mumie eines Steinzeitjägers, weist
47 Tätowierungen an Körperstellen auf, die wir heute als Punkte des Blasenmeridians kennen (siehe Abb. 2). Durch diese Entdeckung kann der Ursprung der Akupunktur um drei Jahrtausende vordatiert werden. Auch kann Asien nicht mehr isoliert als Ursprung
solcher Methoden angesehen werden.
In neuerer Zeit wurde in verschiedenen Studien Weltweit versucht die Wirkung von Akupunktur (Akupressur wurde weit weniger in Studien miteinbezogen, aber aufgrund der
Ähnlichkeit in Punktewahl und Wirkung, kann von einer ähnlichen Wirkung von Akupunktur und Akupressur geschlossen werden) wissenschaftlich zu beweisen.
Empfohlene Literatur/Medien
•Kuatsu; Erste Hilfe auf der Matte von Bucklar Harry 1999
•Das Kuatsu-Buch von Punzet Norbert 2001
•Kuatsu-Traditional Japanese resuscitation Methods von Lang Thomas 1984 (siehe Archiv)
•Wikipedia
unter Kappo
•www.kuatsu.net