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Eine historische Reise mit dem Zug vor 100 Jahren: 1917 reiste Lenin in einem plombierten Eisenbahnwaggon von Zürich nach Petrograd (heutiges Sankt Petersburg) in Russland. Ein Jahrhundert später kann die Route, die der Revolutionär eingeschlagen hat, in Bildern nachvollzogen werden.
Wladimir Iljitsch Uljanow, besser bekannt als Lenin, und seine Gattin Nadeschda Krupskaja trafen 1914 in Bern ein und ersuchten um politisches Asyl. Zuvor hatte Lenin in Genf gewohnt. Das Ehepaar blieb bis Februar 1916 in Bern und zog dann in die Spiegelgasse 14 in der Zürcher Altstadt, wo die beiden etwas mehr als ein Jahr blieben.
Der Grund für den Umzug war politischer Natur: Lenin träumte von einem bewaffneten Aufstand und versuchte, Anhänger zu finden, die seine Botschaft verbreiten und ihn beim Aufbau einer internationalen marxistischen Bewegung unterstützen könnten.
Die Zürcher Sozialdemokraten waren radikaler als ihre Berner Gesinnungsgenossen. Während seiner Zeit in der Limmatstadt nahm er an den Sitzungen der Sozialdemokratischen Partei teil, um Anhänger zu rekrutieren und seine Schrift "Der Imperialismus - das höchste Stadium des Kapitalismus" abzuschliessen.
Nachdem er von der "Februar-Revolution" gehört hatte, kehrte er im April 1917 nach Russland zurück, mit dem Ziel, die "Diktatur des Proletariats" zu etablieren, in der die Arbeiterklasse die Kontrolle über die politische Macht innehat.
Seine Route führte ihn durch Deutschland, die Reise war von der deutschen Regierung organisiert worden. Obwohl Deutschland mit Russland im Krieg stand, stimmten die Deutschen seiner Reise zu, denn sie sahen in Lenins Rückkehr eine Chance, das Land zu destabilisieren.
Begleitet wurde er auf seiner Reise von einer Gruppe von über 30 Mitrevolutionären. Bei den meisten handelte es sich um Russen, aber auch ein Pole und ein Schweizer waren mit von der Partie. Die Route führte per Bahn und Schiff quer durch Europa.
Diese Fotoserie zeigt Lenins Route und enthält Bilder der nachgestellten Reise, die im April 2017 aufgenommen wurden.