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Armstrong: «Ich schäme mich für mein Verhalten»
- Samstag, 19. Januar 2013, 4:36 Uhr
Der gefallene Rad-Star Lance Armstrong hat im 2. Teil seiner Doping-Beichte vor allem über den Rücktritt als Vorsitzender seiner Stiftung und den Gedanken an ein Wettkampf-Comeback gesprochen. Weitere Enthüllungen rund um sein Dopingvergehen blieben aus.
Nicht der Absprung seiner Sponsoren, nicht die Doping-Beichte an seine Kinder, sondern der Rücktritt als Vorsitzender seiner Krebs-Stiftung «Livestrong» ist für Lance Armstrong der erniedrigendste Moment seiner Karriere gewesen.
«Ein demütigender Moment»
Der 41-jährige Amerikaner hatte nach den Enthüllungen der Anti-Dopingagentur USADA seinen Posten als Vorsitzender von «Livestrong» im letzten Herbst aufgegeben. «Ich schäme mich für mein Verhalten. Der Rücktritt war der absolute Tiefpunkt der ganzen Geschichte. Es war eine Demütigung», sagte Armstrong.
Der Texaner entschuldigte sich auch bei verschiedenen Personen, die er in den letzten Jahren belogen und bedroht hatte. So bei seinen ehemaligen Teamkollegen Tyler Hamilton, Floyd Landis und Frankie Andreu (sowie dessen Frau Betsy) oder bei der Pflegerin Emma Watson und der US-Radlegende Greg LeMond.
Hoffnung auf Wettkampf-Comeback
Er hofft durch seine Doping-Beichte auf die Reduzierung seiner lebenslangen Sperre und peilt sogar ein Wettkampf-Comeback an. «Ich bin Wettkämpfer. Ich liebe das Training, ich liebe Wettkämpfe», sagte er im 2. Teil des Interviews mit Oprah Winfrey. Der Texaner rechnet aber nicht damit, dass seine Wettkampfsperre aufgehoben wird.
Frühere Teamkollegen Armstrongs wie Levi Leipheimer oder Christian Van Velde erhielten nach ihrer Kooperation mit der Antip-Doping-Agentur eine sechsmonatige Sperre aufgebrummt. «Im Vergleich dazu habe ich die Todesstrafe erhalten. Ich kann keine Wettkämpfe mehr bestreiten», beklagte sich Armstrong.
Keine Anschuldigungen
Armstrong sah davon ab, weitere Personen rund um seinen Dopingskandal zu belasten. Bereits im 1. Teil des Interviews hatte der Texaner den Weltverband UCI in Schutz genommen und beteuert, dass es keine illegalen Absprachen und keine Verschleierungen von positiven Dopingproben gegeben habe. Somit bleibt auch offen, ob weitere Personen wie beispielsweise Funktionäre von Armstrongs Dopingvergehen gewusst haben.