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Bericht des Stiftungsrates Mario F. Broggi über die Amazonas Kampagne von Greenpeace.
Amazonas, Februar 2003
Was hat die Sicherstellung des Betriebes eines Wasserflugzeuges mit dem Tropenwaldschutz zu tun? Damit musste sich der Stiftungsrat bei der Beurteilung der Projekteingabe auseinandersetzen. Es ergab sich ergänzend die Möglichkeit, sich im Dezember 2002 mit Greenpeace-Vertretern vor Ort zu treffen, um ein authentisches Bild zu erhalten.
Greenpeace ist als einzige grosse internationale Umweltorganisation im Amazonas selbst tätig und betreibt in Manaus ein Büro. Dort arbeiten nebst Freiwilligen zehn Angestellte unter der Leitung von Paulo Adario und seiner Stellvertreterin Anne Dingwall. Die Millionenstadt Manaus liegt in einer Zivilsationsinsel im sonst unwegsamen und damit sehr unübersichtlichen Gebiet. Neben flächigen Brandrodungen spielt der illegale Holzeinschlag eine grössere Rolle. Gesetze werden im Amazonas wenig respektiert. Korruption und Gewalt sind die Regel. Greenpeace versucht den Behörden Unterstützung zu geben, wo sie sich ehrlich für die Zukunft des Amazonas einsetzen. Die Kampagne gegen das illegale Abholzen von Mahagoni steht hier im Mittelpunkt. Die Bundesregierung erliess im Dezember 2001 ein umfassendes Verbot gegen den Schlag, Transport und Export dieser Holzart. Dieses Moratorium wurde vom neuen Präsidenten Lula bestätigt. Auf der Suche nach diesen wertvollen Hölzern dringen Holzfäller immer weiter in unberührte Gebiete vor und hinterlassen einen Wirrwarr von Strassen, Landeposten und Anlegeplätzen zurück. Diese rudimentäre Infrastruktur zieht dann weitere Interessenten an, wodurch für die Zerstörung am Amazonas Tür und Tor geöffnet werden.
Mit dem Kauf und Einsatz eines kleinen Wasserflugzeuges im Jahre 2000 wurde es möglich, die illegalen Zerstörungen bis in die entferntesten Winkel zu verfolgen. Mit dieser Aufklärungsarbeit aus der Luft kann die Bundesanwaltschaft mit Beweisen unterstützt werden. So konnten die Behörden im Stammesgebiet der Kayapo Indianer im vergangenen September 2001 20’000 m2 illegal geschlagenes Mahagoni-Holz konfiszieren.
Das Greenpeace Team leistet unter den gegeben Bedingungen hervorragende Arbeit. Sie arbeiten in einem breit abgestützten Netzwerk, unterstützen die Indianer in ihren Bemühungen zur Verteidigung ihres Landes, pflegen Kontakte zu verantwortungsbewussten Holzgesellschaften wie etwa die schweizerische Firma Prescious Woods. Die Kampagner erhalten Todesdrohungen, Sabotageakte sind ständig möglich Ohne funktionsfähiges Wasserflugzeug wäre man kaum in der Lage, das wahre Ausmass der illegalen und zerstörerischen Holzschlagaktivitäten am Amazonas aufzudecken. Die Mittel unserer Stiftung sind nach Beurteilung des persönlichen Augenscheins sehr gut investiert. Über den schweizerischen Greenpeace-Sitz in Zürich halten wir diesen Kontakt aufrecht.
Mario F. Broggi, Stiftungsrat