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Inhalt - Fragen
Ist die Gasversorgung in der Schweiz gefährdet, wenn Russland im Winter die Lieferungen nach Europa stoppt?
Die EU hat am 16. Oktober 2014 ihren angekündigten «Gasstresstest» präsentiert. Dabei wurden mehrere Szenarien durchgespielt; unter anderem was die Folgen wären, wenn Russland den Gashahn nach Europa während sechs Monaten komplett zudreht. Anders als beim Gaskonflikt Russland/Ukraine von 2009 würde eine Eskalation die EU-Staaten nicht völlig unvorbereitet treffen, wie EU-Energiekommissar Günther Oettinger ausführte. Voraussetzung sei, dass die europäischen Staaten im Ernstfall kooperierten. Als einer der Lehren aus der Gaskrise von 2009 wurden die Speicher ausgebaut. Zudem sind inzwischen auch Staaten, die einst isoliert waren, mittels Interkonnektoren ans europäische Gasnetz angeschlossen. Im Weiteren könnte bei Lieferengpässen über neue Terminals Flüssiggas importiert werden. Der EU-Energiekommissar zeigt sich zuversichtlich, dass Europa bei einem Lieferstopp gerüstet wäre. Die Schweiz hat sich von sich aus am Stresstest beteiligt.
«Die Widerstandsfähigkeit der Schweizer Erdgasversorgung gegen Risiken und Krisen ist gut», lautet das Fazit der vom Bundesamt für Energie erstellten «Risikobewertung Erdgasversorgung Schweiz» von Ende August 2014. Der Bericht wurde im Hinblick auf die verstärkte Kooperation der Schweiz mit dem Gaskrisen-Management der EU erarbeitet.
Die Schweiz bezieht rund zwei Drittel ihres Erdgas-Bedarfs aus der Förderung in EU-Ländern und Norwegen. Rund ein Viertel des Bedarfs stammt aus Russland. Dieses Erdgas kommt über grosse Lieferanten in den umliegenden Ländern in die Schweiz. Diese haben grosse Untertagspeicher, mit denen sie Lieferengpässe überbrücken können. Die Schweiz hat keine Lieferverträge mit russischen Lieferanten. Der Erdgas-Bedarf in der Schweiz entspricht etwa dem Bedarf der Stadt Hamburg und beträgt rund 0.7% des gesamteuropäischen Bedarfs. Ein wesentlicher Teil des Schweizer Erdgas-Bedarfs kann bei verschiedenen Industrieverbrauchern auf Öl umgestellt werden. Auf diese Weise kann der Gasverbrauch in der Schweiz innerhalb kurzer Zeit um bis zu 30% reduziert werden.
Ich möchte meine betagte Ölheizung durch eine Heizung mit Erdgas ersetzen. Was muss ich tun?
Gratulation zu diesem Entscheid! Mit jeder Ölheizung, die durch eine Erdgas-Anlage abgelöst wird, können die CO2-Emissionen um 25% reduziert und auch andere Luftschadstoffe wie etwa Feinstaub, Stickoxide und Schwefel markant gesenkt werden.
Erste Voraussetzung für diesen Wechsel ist, dass das Gebiet mit Erdgas erschlossen ist. Unter diesem Link wird oben rechts nach Eingabe des Ortes der lokale Versorger ersichtlich. Er kann Sie fachkundig beraten. Ist der Ort nicht mit Erdgas erschlossen, so kann der nächstgelegene Versorger oder die Gemeinde darüber Auskunft geben, ob nächstens eine Erschliessung geplant ist.
Was kann man alles machen mit Erdgas und wie wichtig ist es heute in der Schweiz?
Mit Erdgas kann man heizen, Wasser erwärmen, kochen, grillieren, kühlen, Strom produzieren und sogar Auto fahren. Der Anteil von Erdgas am Gesamtenergieverbrauch der Schweiz liegt bei knapp 13%. Es ist wichtig für unser Land, dass wir uns auch in der Energieversorgung breit abstützen. Erdgas trägt zu dieser Diversifikation bei.
Die Gaswirtschaft ist eine Monopolindustrie. Die Preise sind doch viel zu hoch, wenn man das etwa mit den USA vergleicht. Ändert da die Energiestrategie 2050 des Bundes etwas?
In der Schweiz stehen den Konsumenten verschiedene Energien zur Verfügung und sie können frei wählen, mit welcher Energie sie Wärme produzieren wollen. In der Regel ist die Erdgas-Heizung am günstigsten. In den USA schwanken die Erdgas-Preise traditionell viel stärker als in Europa. Seit Schiefergas in grossem Mass gefördert wird und viel weniger Erdgas importiert werden muss, sind sie stark gesunken. Mit der Energiestrategie 2050 sollen die fossilen Energieträger in der Schweiz durch Abgaben verteuert und erneuerbare Energien stärker subventioniert werden.
Muss die Erdgas-Anlage eines Erdgas-Fahrzeugs regelmässig gewartet werden? Ist das teuer?
Moderne Erdgas/Biogas-Fahrzeuge sind nicht wartungsintensiver als benzin- oder dieselbetriebene Autos. Die Service- und Motorfahrzeug-Prüfintervalle sind identisch.
Einzig die Erdgas-Anlage muss alle 48 Monate, analog zur Abgaswartung, einer Sichtprüfung unterzogen werden. Dies kann im Rahmen eines normalen Jahresservice durch die Markenvertretung erfolgen.
Wie berechnet sich die
CO2-Abgabe für Erdgas von 1,093 Rappen pro Kilowattstunde Ho ab 1.1.2014?
Die CO2-Abgabe muss beim Import von Erdgas auf Grund der tatsächlich an der Grenze gemessenen Werte mit der Oberzolldirektion rückwirkend abgerechnet werden. Sie basiert auf den gemessenen Gaseigenschaften.
Weil die Gaseigenschaften nicht absolut konstant sind, sondern sich in gewissen Bandbreiten bewegen, kann auch die CO2-Abgabe pro kWh leicht variieren.
Die per 1.1.2014 berechnete erhöhte CO2-Abgabe basiert auf den Import-Zahlen des ersten Halbjahres 2013 und den für diesen Zeitraum von der Oberzolldirektion erhobenen CO2-Abgaben, multipliziert mit dem Erhöhungsfaktor für 2014.
Auf Heizöl erhöht der Bund per 1.1.2014 die CO2-Abgabe. Hat dies auch Auswirkungen auf die Preise für Erdgas?
Die Erhöhung der CO2-Abgabe betrifft auch Erdgas. Der neue Abgabesatz beträgt ca. 1.093 Rp./kWh Erdgas Ho (bisher 0,648 Rp./kWh Ho). Da Erdgas 25% weniger CO2 emittiert, ist die Abgabe weniger hoch als für Heizöl.
Wieviel Biogas wird in der Schweiz aus Lebensmittelabfällen hergestellt?
Biogas wird in der Schweiz ausschliesslich aus Rest- und Abfallstoffen hergestellt. Das sind vorwiegend Stoffe aus der Landwirtschaft (Gülle, Grüngut) aber auch andere biogene Abfälle, beispielsweise aus Kläranlagen. Lebensmittel-Abfälle, also nicht genutzte, abgelaufene und verdorbene Speisen haben einen sehr geringen Anteil. Eine konkrete Zahl ist nicht bekannt. In der Schweiz werden keine Lebensmittel (z.B. Mais) speziell für die Biogas-Produktion angepflanzt.
Wie kann ich mein eigenes Biogas herstellen? Gibt es dazu Förderbeiträge?
Kleinere Mengen biogener Abfallstoffe, z.B. in der Landwirtschaft, werden meist vor Ort vergärt und verstromt. Weitere Informationen unter www.biomasseschweiz.ch . Bei einer Strom-Einspeisung ins Netz wäre zu prüfen, ob dafür die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) beansprucht werden kann.
Die Erdgas-Branche unterstützt mit ihrem Förderfonds grosse Biogas-Anlagen, die zu Erdgas-Qualität aufbereitetes Biogas (gemäss SVGW-Richtlinie G13d) ins Erdgas-Netz einspeisen.
Beispiele solcher Anlagen:
http://www.rhybiogas.ch/
http://www.sfpinwil.ch/home.html
Was ist überhaupt Erdgas?
Erdgas ist ein brennbares natürliches Gas, das aus dem Erdinnern gefördert wird. Es besteht zu über 90% aus dem farb- und geruchlosen Naturgas Methan (CH4), dem einfachsten Kohlenwasserstoff, der in der Natur vorkommt. Erdgas wird durch Bohrlöcher aus der Erde gefördert. Methan entsteht jedoch auch an der Erdoberfläche bei Gärungsprozessen unter Luftabschluss, etwa in Sümpfen, Kläranlagen oder in der Nutztierhaltung (Biogas).
Ist Fracking in der Schweiz auch ein Thema?
Bevor Fracking in der Schweiz ein Thema ist, müssen entsprechende Gas-Vorkommen gefunden werden. Zudem muss feststehen, dass sich eine Förderung überhaupt lohnt oder ob es nicht günstiger ist, die entsprechenden Erdgas-Mengen weiterhin zu importieren. Klar ist, dass in der Schweiz strenge Auflagen eingehalten werden müssten und eine Erdgas-Förderung nur mit Bewilligung und unter Aufsicht der zuständigen Behörden erfolgen könnte.
Die Schweiz soll immer mehr auf erneuerbarem Strom basieren. Welche Rolle soll dann noch Erdgas spielen? Das braucht es dann doch gar nicht mehr.
Das Potenzial der Wasserkraft ist begrenzt. Strom aus Sonnen- und Windenergie ist nicht immer und oft zum falschen Zeitpunkt in nicht voraussehbarem Mass verfügbar. Dieser Strom aus erneuerbarer Energie kann in Wasserstoff oder mit CO2 angereichert in Methan (Erdgas) umgewandelt und ins Netz eingespeist werden (Power to Gas). Erdgas und sein Netz werden so zu einem wichtigen Pfeiler der Energie-Zukunft unseres Landes, weil die Energie so jederzeit bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt werden kann.
Wie kann man aus Solarstrom Gas erzeugen?
Das Verfahren Power to Gas ist grundsätzlich sehr einfach: mittels Elektrolyse wird der Strom in Wasserstoff und Sauerstoff gewandelt. Dies erfolgt, indem Gleichstrom durch zwei Elektroden im Wasser fliesst. Mit Kohlenstoff (C) angereichert wird aus dem Wasserstoff (H) Erdgas (CH4). Das so produzierte erneuerbare Methangas kann dann ins Erdgas-Netz eingespeist werden. Interessant ist dabei zu wissen, dass eine Erdgas-Hochdruckleitung zehn Mal mehr Energie mit weniger Verlusten transportieren kann als eine Hochspannungsleitung.
Sie werben mit einem grünen Blatt für Erdgas. Ist das nicht eine Mogelpackung? Was ist denn grün an Erdgas?
Erdgas ist die sauberste fossile Energie und weist die geringsten CO2-Emissionen auf. Mit jeder Ölheizung, die durch eine Erdgas-Anlage abgelöst wird, können die CO2-Emissionen um 25% reduziert und auch andere Luftschadstoffe wie etwa Feinstaub, Stickoxide und Schwefel markant gesenkt werden. Immer mehr wird auch Biogas ins Erdgas-Netz eingespeist und somit erneuerbare Energie genutzt.
Warum eignet sich Erdgas besser um Wärme zu erzeugen als Strom?
Jede Energie hat je nach Rahmenbedingungen, Verfügbarkeit und politischer Akzeptanz ihre Vor- und Nachteile. Diese Energien sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Erdgas ist eine Primärenergie, die direkt für die Produktion von Wärme und industrielle Prozesse eingesetzt werden. Erdgas ist zwar fossil und endlich, aber sehr sauber und kann auch problemlos durch Biogas (erneuerbar, klimaneutral) ersetzt werden. Strom ist keine Primärenergie. Es ist deshalb immer eine entscheidende Frage, mit welchen Energieträgern und mit welchen Umweltauswirkungen der Strom produziert wird.
Was ist der Unterschied zwischen Erdgas und Biogas?
Beides ist Methan (CH4). Erdgas und Biogas unterscheiden sich lediglich in der Entstehung. Erdgas ist in Millionen von Jahren aus biogenen Stoffen unter der Erdoberfläche entstanden und gilt als fossile, endliche Energie. Biogas hingegen wird in der Schweiz aus biogenen Abfällen und Reststoffen über mehrere Tage unter Luftabschluss hergestellt. Es ist eine erneuerbare, klimaneutrale Energie und kann zu Erdgas-Qualität aufbereitet in Erdgas-Netz eingespeist werden.
Wie wird Biogas hergestellt?
Biogas wird in der Schweiz aus biogenen Abfällen und Reststoffen über mehrere Tage unter Luftabschluss hergestellt. Es ist eine erneuerbare, klimaneutrale Energie und kann zu Erdgas-Qualität aufbereitet in Erdgas-Netz eingespeist werden. Es kann sowohl als Treibstoff wie auch als Wärmeenergie genutzt werden.
Gibt es genügend Biogas in der Schweiz?
Gemäss biomasseschweiz.ch hat Biogas dank der Verarbeitung von Bioabfällen und der relativ einfachen und kostengünstigen Herstellung ein grosses ökologisches Potenzial. Damit könnten in der Schweiz rund 4,5% des Stromverbrauchs und 5% des Wärmebedarfs gedeckt sowieTreibstoff für knapp 400'000 Autos mit einer jährlichen Fahrleistung von 15'000 km und einem Treibstoffverbrauch von rund 8 Litern pro 100 km (8% Treibstoff) produziert werden. Mit einem Förderprogramm unterstützt die Erdgas-Wirtschaft den Bau und Betrieb von grossen Anlagen, die Biogas ins Erdgas-Netz einspeisen.