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Liturgisches Gerät oder Luxusware… Die Goldschmiedekunst oder, anders gesagt, die Bearbeitung von Edelmetall wird gemeinhin in zwei grosse Kategorien geteilt: die eine religiös, die andere weltlich. Der Kanton Freiburg, der in der Reformation katholisch geblieben war und sich darauf inmitten protestantischen Gebietes befand, benötigte eine grosse Anzahl sakraler Objekte, um seine Kirchen und Kapellen auszustatten. Mit wenigen Ausnahmen wurden die mittelalterlichen Werke ab dem 17. Jahrhundert sukzessive eingeschmolzen und durch modernere ersetzt, die den neuen liturgischen Vorschriften und der barocken Ästhetik entsprachen. Die Monstranz zum Beispiel, die in der Gotik einem Turm glich, erhielt nun die Form eines Retabels und später die einer Sonne. Auf den Altären schimmerten Monstranzen, Reliquiare, Statuen und Kruzifixe im Kerzenschein; hell glänzten sie im Tageslicht, wenn sie bei Prozessionen inmitten der Menge getragen wurden. So weckten sie die Aufmerksamkeit der Gläubigen und führten ihnen den sakralen Charakter des liturgischen Geschehens vor Augen.
Die profane Goldschmiedekunst diente der Prachtentfaltung in weniger grossem Masse als die kirchliche. Immerhin stellte man Prunkstücke bei grossen offiziellen Gelagen auf einer Anrichte zur Schau. Die weltlichen Stücke machten vor allem den Stolz von Patrizier- und wohlhabenden Bürgerfamilien in deren Hausrat aus. Grosse Trinkgefässe für Wein (Becher, Pokal und Hanap) waren bis zum 18. Jahrhundert beliebt; danach zog man ihnen Gefässe für die nun in Mode gekommenen Getränke vor: Kannen für Tee, Kaffee oder Schokolade.
In Freiburg werden Goldschmiede seit dem 14. Jahrhundert erwähnt; es waren hier jedoch nie mehr als sechs bis acht gleichzeitig tätig. Da sie in so geringer Zahl keine eigene Zunft bilden konnten, schlossen sie sich meistens der Krämerzunft an. Ab dem 15. Jahrhundert wurde die lokale Produktion mittels Punzen mit dem Namen oder den Initialen des jeweiligen Meisters gezeichnet; eine städtische Punze trat erstmals zu Beginn des 17. Jahrhunderts auf und zeigte drei Türme, wie das offizielle Stadtsiegel. Seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert ersetzte man diese Punze allmählich durch den schwarz-weissen Schild, der damals zum Kantonswappen wurde. Indes konnte sich die Freiburger Goldschmiedeproduktion den neuen Marktverhältnissen nicht anpassen und verkümmerte um die Mitte des 19. Jahrhunderts fast gänzlich.