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Shiatsu - die ganzheitliche Körpertherapie
Shiatsu bedeutet Fingerdruck. Shiatsu ist eine ganzheitliche Körpertherapie, die aus der chinesischen Massage hervorgegangen ist. Sie baut auf einem ganzheitlichen Verständnis von Mensch und Natur auf.
Bei der japanischen Massagetechnik spielen die Meridiane – die Energieleitbahnen im Körper – eine zentrale Rolle: Mit Händen, Ellbogen, Knien und Füssen wird sanfter oder fester Druck auf Meridiane und Akupunkturpunkte ausgeübt. Der Energiefluss wird unterstützt und Blockaden oder Stauungen gelöst. Das Harmonisieren der Energie hat einen positiven Einfluss auf die Selbstheilungskräfte des Körpers und hilft bei vielen Beschwerden (siehe Seiten der Shiatsu Gesellschaft Schweiz).
Basierend auf dem fernöstlichen Wissen über die einheitliche dynamische Ordnung als universelles Prinzip, orientiert sich Shiatsu an der Lehre der Fünf Elemente (Wandlungsphasen), dem Prinzip von Yin und Yang, Kyo und Jitsu und dem Prinzip von Wu Wei. Shiatsu ist aber auch von alten und modernen westlichen Gesundheitskonzepten beeinflusst, die sich an einer ganzheitlichen Betrachtung des Menschen orientieren.
Geschichte des Shiatsu
Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurden in Japan verschiedene Formen der energetischen Körperarbeit und manuellen Behandlungsmethoden kombiniert und unter dem Namen Shiatsu vereint, um sich von den reinen Entspannungsmassagen abzugrenzen.
Die zwei bedeutendsten Vertreter in der Geschichte des Shiatsu sind Tokujiro Namikoshi (1905 - 2000) und Shizuto Masunaga (1925 - 1981). Namikoshi war der Gründer der ersten Shiatsu-Schule in Japan. Sein Vermächtnis war unter anderem die staatliche Anerkennung von Shiatsu als eigenständige Behandlungsmethode in Japan.
Shiatsu-Stile und -Richtungen
Masunaga war einer von Namikoshis begabtesten Schülern. Er studierte an der Universität von Kyoto Psychologie, was in seine Arbeit einfloss, und lernte bzw. lehrte Shiatsu am Nippon Shiatsu Institut. Er erweiterte Zen Shiatsu und das klassische Meridiansystem und entwickelte seine eigenen Theorien zur energetischen Struktur des menschlichen Körpers. Masunaga begründete den Stil namens Zen Shiatsu und durch ihn fand Shiatsu auch im Westen Anerkennung und Verbreitung.
Im Rahmen von Zen Shiatsu erweiterte Masunaga das klassische Meridiansystem und entwickelte seine eigenen Theorien zur energetischen Struktur des menschlichen Körpers. An der Ko Schule für Shiatsu wird das erweiterte Meridiansystem, die Behandlung und Wirkungsmöglichkeiten als Masunaga Shiatsu bezeichnet und unterrichtet.
Neben dem verbreiteten Zen Shiatsu und dem Masunaga Shiatsu, haben unterschiedliche Shiatsu-Meister ihre Schulen gepägt und eigene Richtungen entwickelt.
Der Shiatsu-Meister, Akupunkteur und Schulgründer Hiroshi Nozaki, genannt Hiron (1929-2006, Bild) orientierte sich bei seiner Arbeit starkan der traditionellen Shiatsu-Lehre, die er von seinem Vater erlernte. Er legt im Hiron Shiatsu grossen Wert auf Intuition, Schauen und Wahrnehmen. Die Achtsamkeit den Menschen und dem Leben gegenüber spielt eine grosse Rolle, aber auch das Ausgleichen der Polaritäten Yin und Yang - des weiblichen und männlichen Prinzips.
Akinobu Kishi war der erste Schüler von Masunaga. Kishi entwickelte Zen Shiatsu weiter über Shinto Shiatsu bis hin zu seiner eigenen Behandlungsmethode Seiki.
Wataru Ohashi, ein weiterer Schüler Masunagas wurde bekannt mit der Übersetzung des Buches Zen Shiatsu und durch eigene Bücher. Ohashi hat Ohashiatsu aufgebaut, auf seine Ohashi-Institute gehen viele Shiatsu-Schulen heute zurück.