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Mit Karl im Bett war immer nett.
Karl der Grosse zahlt mir für diesen Blogeintrag (bekanntlich) hundert Franken. Ich bin also nicht unabhängig. Wäre ich jedoch unabhängig, wenn ich kein Geld kriegen würde? Wohl kaum.
Auch ohne Bezahlung würde ich mich (mit meinen Gedanken) selber vermarkten und mit meinen Statements irgendwelchen Lobbys in die Hand spielen (auch wenn ich mich bemühe, denen eine Stimme zu geben, die keine haben).
Seit bekannt wurde, dass ich bei watson an Bord gehe, werde ich des öfteren gefragt, ob ich nun Journalist würde. Diese Frage überrascht mich, denn ich gehe eigentlich davon aus, dass ich meine mediale Arbeit fortsetze. Diese hat spätestens 2006 angefangen. Damals eröffnete ich einen Account bei Facebook (der ein paar Jahre später gesperrt wurde), und kurz darauf begann die Kooperation zwischen dem Cabaret Voltaire und rebell.tv.
Die Stadt Zürich steckt jährlich elf Millionen Schweizer Franken in die Filmförderung. Gefördert werden in erster Linie aufwändig produzierte Spielfilme und längere Dokfilme. Die meisten dieser Filme finden national ein eher spärliches Publikum oder im besten Fall ein Nischenpublikum an internationalen Festivals.
Dieser Blogpost wird kurz (ich kriege dafür ja auch nur 100 Franken;-), aber nicht minder brisant. Zürich hat (mindestens) ein Problem. Dieses teilt es wahrscheinlich mit den meisten Dorf- und Stadtgemeinschaften. Die Stadt Zürich geniesst (oder feiert gar) Errungenschaften, die durch Wider- oder Aufstände ausgelöst wurden. Gleichzeitig findet sie jedoch so gut wie keinen Umgang mit aktuellem Widerstand.
Bei genauem Hinsehen eine Absurdität: Ein Haus wird teuer gebaut und aufwändig unterhalten; man hängt ein Bild an die Wand und wartet dann, bis Menschen kommen, um sich dieses Bild anzuschauen. Passt das noch zu unserer heutigen Zeit? Eine Replik auf Felix Ghezzis Blogpost, der unlängst obligatorische Museumsbesuche für alle gefordert hat.
Es war noch nie so einfach, sich kreativ auszutoben, wie heute. Wer früher noch mühselig Instrumente lernen und teure Tonstudios buchen musste, spielt heute vieles ab Dateien und im Homestudio ein. Für die Werbung und den Vertrieb sind keine Tonträger mehr nötig. Alles kann online verschickt oder verlinkt werden.
Für diesen Blogeintrag kriege ich hundert Franken. Wenn ich bedenke, dass ich dabei ziemlich freie Hand habe (ausser der enorm disziplinierend wirkenden Rechtschreibung) finde ich das eine angemessene Entschädigung. Weil dieser Eintrag exklusiv sein muss und ich eine vergleichsweise grosse Social-Media-Reichweite habe, ist diese Entschädigung eher an der unteren Grenze (um es diplomatisch zu formulieren).