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Roma
Regie: Alfonso Cuarón
Darst.: Yalitza Aparicio, Marina de Tavira, Diego Cortina Autrey, Carlos Peralta, Marco Graf, Daniela Demesa, Nancy García García, Verónica García, Andy Cortés u.a.
Mexiko-Stadt, Ende 1970: Die Haushälterin Cleo lebt mit Sofía und Antonio und deren vier Kindern in einem verwinkelten Haus in der Colonia Roma, einem Viertel der oberen Mittelschicht. Cleo schafft es nur selten, einmal einen freien Tag zu bekommen und Zeit für ihren Freund Fermín zu haben. Als Antonio auf einer Geschäftsreise länger wegbleibt, wird Cleo noch stärker Teil der Familie. Der grosse mexikanische Cineast Alfonso Cuarón (*1961) kehrt mit «Roma» erstmals seit «Y tu mamá también» (2001) wieder für einen Film in sein Heimatland zurück. Mit dem autobiografisch inspirierten Werk, das in Venedig 2018 den Goldenen Löwen gewann, schafft er es meisterlich, Familiengeschichte mit einem der grössten Traumen in Mexikos jüngerer Historie zu verbinden: dem «Fronleichnam-Massaker» vom 10. Juni 1971, als in Mexiko-Stadt die paramilitärische Einheit «Los halcones» eine Studentendemonstration angriff und 120 Menschen tötete. Neben der Ästhetik der überwältigenden Schwarz-Weiss-Bilder – Cuarón war nicht nur für Regie und Drehbuch, sondern auch für Kamera und Schnitt verantwortlich – und dem superben Sounddesign ist die grösste Sensation in «Roma» die Hauptdarstellerin Yalitza Aparicio als Cleo. Die 24-jährige Vorschullehrerin aus einem Dorf im südmexikanischen Gliedstaat Oaxaca stand noch nie zuvor vor einer Kamera oder auf einer Bühne. Stephanie Zacharek schrieb in Time: «Alfonso Cuarón ist ein grandioser Handwerker des Kinos, aber seine wahre Gabe ist, dass er versteht, Menschlichkeit über Handwerkliches zu stellen. ‹Roma› ist ein Film in der Tradition neorealistischer Cineasten wie Vittorio De Sica oder Satyajit Ray. Heute macht niemand mehr solche Filme. (…) In der letzten halben Stunde von ‹Roma› realisierte ich plötzlich, dass ich wenige Stunden zuvor noch nichts von der Existenz diese Figur namens Cleo gewusst hatte. Jetzt aber wollte ich die Welt für sie. Dieses herrliche, zärtliche Bild, eine in Filmsprache verfasste Erinnerung, handelt nur indirekt von dem Mann, der es gemacht hat. Er steht im Schatten und winkt uns zu. ‹Roma› ist (…) eine Einladung zur Grosszügigkeit, von der wir vielleicht nicht wussten, dass wir sie fühlen können.»