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40 Jahre Gasversorgung in Basel
Am 12. Juni 1964 gründeten die Stadtwerke Basel, Bern, Biel, Burgdorf, Grenchen und Solothurn die Gasverbund Mittelland AG (GVM) (vgl. Beitrag #13 Eine Reise zu den Anfängen). Ein Vertrag zwischen der GVM und der Gasversorgung "Süddeutschland GmbH" über die Lieferung von Ferngas wurde im Spätherbst 1965 abgeschlossen, worauf mit dem Bau der Leitungen begonnen wurde. Ende 1967 waren die Arbeiten so weit fortgeschritten, dass Ferngas in das Verbundnetz der GVM eingespiesen werden konnte und so der Grundstein für die Einführung des Erdgases gelegt wurde.
Ein neuer Energieträger mischt den Wärmemarkt auf
Schnell wurde klar, dass man sich diesem neuen Energieträger nicht verschliessen konnte. Eine von der GVM beauftrage Kommission klärte die offenen Fragen zur Einführung des Erdgases ab. Die Mitglieder der GVM folgten der Empfehlung der Kommission, auf eine reine Erdgasversorgung umzustellen. Die Umstellung von Ferngas, welches durch Vergasungsprozesse künstlich erzeugt wird, auf das natürlich vorkommende Erdgas, ging Schritt für Schritt vonstatten, erforderte jedoch weitreichende Vorbereitungen. So liefen u.a. Abklärungen worauf sämtliche Gasgeräte der Endkunden auf Ihre Erdgastauglichkeit getestet wurden. Die meisten Gasapparate mussten ersetzt werden, da sich die technischen Anpassungen nicht lohnten.
1971 unterzeichneten die GVM, die Gasverbund Ostschweiz AG, der Verband Schweizerischer Gaswerke, das italienische Versorgungsunternehmen „Snam SpA Milano“ und die Westschweizer Gasanbieterfirma „Gaznat SA“ einen Rahmenvertrag über den Bau des schweizerischen Teilstückes der transeuropäischen Gaspipeline, die von den Niederlanden über Deutschland und die Schweiz nach Italien führen sollte. Im Gegenzug sicherte dieser Vertrag der Schweiz ab 1974 einen Bezug von 500 Millionen Nm3 (Normkubikmeter) Erdgas pro Jahr zu. Für diesen Zweck gründeten die an der schweizerischen Erdgasversorgung beteiligten Unternehmen im Jahr 1971 die Swissgas, mit dem Ziel wettbewerbsfähige Beschaffungskonditionen sowie die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Erdgas-Transportnetz der Schweiz 2017 (Abbildung Swissgas)
1972 war die Versorgung fast aller Aussengemeinden und der meisten Quartiere der Stadt Basel vollständig auf Erdgas umgestellt.
Anfang der 1980er Jahre stieg die Nachfrage nach Erdgas in der Schweiz und in Europa. Um auch in Zeiten von erhöhtem Bedarf Gas liefern zu können, wurde eine LPG-Anlage (Liquid-Petrol-Gas-Anlage) installiert. Diese Anlage lieferte an Verbrauchsspitzen zusätzlich Gas mit einer Leistung von 60MW. Des Weiteren kam es zur Erschliessung von Erdgas-Lagerstätten in der Nordsee. Das Gas aus den neuen Stätten (High-Gas oder H-Gas) lieferte im Vergleich zu dem der alten Förderstellen (Low-Gas oder L-Gas) jedoch einen höheren Energiegehalt, was wiederum zu einer erneuten Anpassung der Gasgeräte führte. Um den Austausch der Geräte, die nicht mehr angepasst werden konnten, zu erleichtern, führte IWB in den Jahren 1981 und 1982 eine Austauschaktion für gasbetriebene Haushaltsgeräte durch.
2018 ist IWB der grösste Endkundenversorger der Schweiz
40 Jahre später ist IWB mit 3.8 TWh und 55 000 Endkunden der grösste Endkundenversorger in der Schweiz. Neben dem Kanton Basel-Stadt versorgt IWB auch weitere 29 Gemeinden in den Kantonen Basel-Land, Solothurn und Aargau von Aesch bis Wallbach mit Biogas-Erdgas.