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Theaterplatz Chur, eine Installation zum interkontinentalen Spoken-Word-Projekt «Songs of the Land» (2021)
DAS PROJKET: Während sechs Wochen im Herbst 2021 steht auf dem Churer Theaterplatz eine kleine Aussenspielstätte für zwei Personen. Das Publikum begibt sich darin auf eine auditive Reise durch die soziale und politische Tundra Kanadas.
Gleichzeitig spielt auf der Bühne eine Spoken-Word- Installation. Eine Inszenierung mit viel Musik, komponiert zu den gesprochenen Gedichte des ehemaligen Chiefs Mike Metatawabin über das Leben der Cree. Dazu Licht, verfremdete Videoaufnahmen aus Kanada und Textfragmenten.
Die Gedichte beschreiben das Selbstverständnis seines Volkes als mit der Natur verbunden Geschöpfe im Gegensatz zur ihrer «modernen», postkolonialen Lebensweise in den Reservaten Nordamerikas.
WEBSITE:
DOWNLOADS:
Begleittext Prospect von Manuel Menrath
Gedichte Mike Metatawin
DIE INSTALLATION
Für die First Nation People ist das Land ihre Heimat und ihr Leben. Es ernährt sie, es ist mit den Geistern der Ahnen durchdrungen und ist ihnen geliehen um für die Ungebornen zu bewahren. Dieser Boden wurde ihnen genommen. Heute leben sie in Residential Houses in Reservaten. Die Traumatisierung durch die Kolonialisierung der Weissen ist enorm, das Volk ist gequält von Drogen- und Alkoholprobleme und weisst eine der grössten Gewalt - und Selbstmordraten auf.
Mitten auf dem Theaterplatz steht auf einem Podest ein verwitterter, gebrauchter Container. Alles ist aus dem Lot, die breite Treppe und der Container sind in Schieflage. Die Fenster sind mit Zeitungen verklebt.Eine Birke wächst durch den Container hindurch. Man sieht unter dem Container das Wurzelwerk und über dem Container die Krone des Baums.
Die Birke wächst im Norden Kanadas. Die First Nation Peoples bauten aus ihrer Rinde leichte Kanus und Gefässe, sie diente auch zum Anzünden der Feuer. Die Birke steht für ihre Lebensweise, welche sich auf die Natur, welche sie umgibt bezieht und sich davon nährt. Erst der weisse Mensch brachte das Eisen in ihr Leben.
Zwei Besucher können gleichzeitig den Container besuchen. Die Schuhe werden auf der Treppe ausgezogen. Im Innern des Containers ist der Boden wieder im Lot, er ist weich und gibt jedem Schritt nach. Die Fluchtpunkte verschieben sich, ein physisches Erlebnis, ein Gefühl der Unsicherheit kommt auf. Die Wände und der Boden sind weiss, Lichtpunkte erfüllen den Raum, der Geruch der Birke und ihre Blätter erinnern an Natur.
Zwei unterschiedliche Plätze laden ein, sich nieder zu lassen und den Erzählungen der Cree zuzuhören. Im vorderen Bereich des Containers eine eingebaute Eckbank mit Lampe, Birkenschale und Räucherzeugs, welche an die ehemalige Bewohner erinnert. Im hinteren Teil ein Platz am Boden der die Sicht in die fiktive Natur freigibt. Joyce Hunter, Edmund Metatawabin und Vivian Timmins nehmen das Publikum mit auf eine Hörreise durch die Geschichte der indigenen Bevölkerung des Landes, das wir heute Kanada nennen.
AUFTRAGGEBER:
Produktion Verein baM in Koproduktion mit dem Theater Chur Uraufführung zur Saisoneröffnung
Das Projekt ist entstanden aus einer intensiven Zusammenarbeit mit den kanadisch-indigenen Cree Bevölkerung und Bender Musikern. Grundlage dafür ist die Recherche und das Buch von Manuel Menrath «unter dem Nordlicht».
INSTALLATION:
Karin Bucher
INSTALLATION BAU:
Karin Bucher, Jennifer Mc Innis, Samuel Neff
Roman Weishaupt, Simon Ambühl
KÜNSTLERISCHE LEITUNG:
Simon Ambühl
TEXT:
Chief Mike Metatawabin
MUSIK:
Simon Ambühl, Manuel Menrath
MUSIKPRODUKTION, SOUNDESIGN:
Christian Frick, Simon Jäger
VIDEODESIGN:
Roman Schmid
LICHTDESIGN:
Roger Stieger
WISSENSCHAFTLICHE MITARBEIT:
Manuel Menrath
DRAMATURGIE:
Martina Mutzner, Yves Regenass
PRODUKTIONSLEITUNG:
Roman Weishaupt, Simon Ambühl
TECHNIK THEATER CHUR:
Hannes Fopp, Michael Frigerio, Célin Keller, Dennis Scherf