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(Bern)(PPS) Am G7-Gipfel wurden neue Sanktionen gegen Moskau gefordert: Der Import von Gold aus Russland soll verboten werden. Auch die Schweiz muss ein starkes Zeichen setzen, indem sie ein Embargo auf russisches Gold verhängt, und ihre Gesetze über die Herkunftsdeklaration von importierten Edelmetallen verschärft.
Auf Grund des anhaltenden Ukraine-Kriegs fordert SWISSAID von der Schweiz auf, direkte oder indirekte Goldimporte aus Russland zu verzichten. Die derzeitige Regulierung des Goldsektors in der Schweiz ist ungenügend: Transaktionen mit der russischen Zentralbank sind zwar verboten, aber der Import von russischem Gold ist weiterhin erlaubt. Die grössten Goldraffinerien in der Schweiz sind sehr vorsichtig geworden und geben an, kein russisches Gold mehr zu importieren, seit die globale Handelsplattform LBMA (London Bullion Market Association) ihre sechs russischen Mitglieder suspendiert hat.
Der Import von drei Tonnen russischem Gold im Mai via England in die Schweiz gibt grosse Rätsel auf. Wer hat es importiert? Wann genau wurde es aus Russland ausgeführt? Vor oder nach dem 7. März 2022, dem Tag, ab dem die Schweiz die Einfuhr von Gold der russischen Zentralbank verboten hat? Es stellen sich zu viele Fragen – vor dem Hintergrund des grausamen Angriffskriegs in der Ukraine sollte kein Risiko eingegangen werden. Die Schweiz muss jeglichen Goldhandel mit Russland stoppen.
Indirekte Importe
Bereits in früheren Jahren haben einige Länder gegen sie verhängte Sanktionen umgangen, indem sie ihr Gold von Handelsplattformen wie den Vereinigten Arabischen Emiraten raffinieren liessen. Beim Import wird anschliessend nur das letzte Land, in dem das Gold verarbeitet wurde, kommuniziert. Die Schweiz muss wachsamer sein und sicherstellen, dass kein russisches Gold über Zwischenhändler ins Land gelangt. Dazu ist eine Verstärkung der Kontrollen und die Anpassung der Gesetzgebung unerlässlich. Nur so kann eine echte Rückverfolgbarkeit dieses Edelmetalls gewährleistet werden. Transparenz ist der beste Weg, um Risiken mit Gold, welches in Zusammenhang mit Konflikten oder Menschenrechtsverletzungen steht, zu vermeiden.