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Alpakas
Wissenswertes in Kürze
Es gibt zwei Arten von Alpakas: das Huacaya-Alpaka und das Suri-Alpaka. Zusammen mit den Lamas gehören sie zur Familie der Kamelartigen und tragen die Bezeichnung Neuweltkameliden. Wie ihre direkten Verwandten sind sie Paarhufer und Schwielensohler.
Abgesehen von der Körpergrösse unterscheiden sich die Alpakas von den deutlich grössen Lamas durch folgende Merkmale: dreieckige (kurze) Kopfform, speerförmige Ohren, leicht abgezogens Becken mit tiefem Schwanzansatz. Das Vlies des Huacaya ist dicht und kompakt.
Die Hybridisierung (Durchmischung mit Lama/Guanako) ist bei den Alpakas mit um die 92% enorm hoch. Ein Hinweis auf solche Durchmischungen sind der weitverbreitete längliche Kopf und oft auch die Ohrenform.
Suri-Alpaka
Das Suri trägt ein Vlies aus gelockter, strähniger Faser, welches sich auf dem Rücken scheitelt. Die am Körper baumelnden, zu wellenförmigen Strängen gebündelten Fasern, geben dem Suri ein sehr apartes, unverwechselbares Aussehen. Grosser Wert wird auf einen seidenen Glanz der Fasern gelegt. Das Suri ist relativ selten. Verglichen mit dem Huacaya ist diese Art etwas kleiner und feiner gebaut sowie im Gewicht leichter. Sein Anteil am weltweiten Alpakabestand liegt bei rund 10%.
Huacaya-Alpaka
Das Huacaya besitzt ein rundum kompaktes, dichtes Vlies, das sich sehr weich/flaumig anfühlt. Gefragt sind Tiere, die von Kopf (Teddybär-Look) bis Fuss gut bewollt sind. Züchter achten auf gute Faserqualität, wird doch der Handelswert stark von diesem Faktor beeinflusst. Alpakas weisen in der Regel eine Grösse (Stockmass) von 80 bis 100 cm auf und wiegen etwa 60 bis 80 Kilogramm. Die Lebenserwartung liegt bei 18 bis 20 Jahren.
Herkunft
Der Ursprung der Kameliden lag in grauer Vorzeit in Nordamerika, wo sie später von der Landkarte verschwanden. Die in Richtung Nahen Osten gezogenen Kameliden («Camelini») werden als «Altweltkameliden» bezeichnet. Im Verlaufe der Evolution haben sie sich zu den Arten Dromedar, Trampeltier und Kamel entwickelt.
In Südamerika, in den Andengebieten, leben die «Neuweltkameliden». Auschliesslich hier entwickelten sich aus den eingewanderten «Lamini» die beiden Arten «Guanako» und «Vikunja». Vor schätzungsweise 6'000 Jahren begannen die Ureinwohner mit der Domestikation der Kameliden. Aus dem Guanaco wurden die «Lamas» gezüchtet und aus dem Vikunja die «Alpakas». Peru beherbergt die weitaus grösste Alpaka-Population. Grössere Bestände sind auch in Bolivien und in Chile zu finden.
Führend in der Alpakazucht sind inzwischen auch die USA, Australien, Neuseeland und England. Und in Kontinentaleuropa sind bald in jedem Land kleinere und grössere Bestände zu finden.
Haltung
Das Alpaka ist ein ausgesprochenes Herdetier. Am wohlsten fühlt es sich in einer grösseren Gruppe, abgesehen davon, dass die Einzelhaltung nicht erlaubt ist. Bewährt hat sich, und ist deshalb zu empfehlen, die Haltung von einer Gruppe mit mindestens 3 Alpakas.
Für Alpakas eignet sich ein Offenstall, am besten mit ganzjährigem Zugang zu den Weiden, idealerweise mit einem vorgelagerten Hartplatz. Ein einfacher, durchzugsfreier Unterstand zum Schutz vor Wind, Regen und starker Sonneneinstrahlung genügt.
Dank den weichen Ledersohlen verursachen Alpakas kaum Trittschäden, auch nicht in steilem Gelände. Deshalb spricht nichts dagegen, den Tieren auch während Schlechtwetterperioden täglich den Weidegang zu ermöglichen.
Die Einzäunung der Weiden mit festen Drahtgitterzäunen, mit einer Höhe von 120 – 140 cm, gegen Strassen ist - aus Sicherheitsgründen - sehr zu empfehlen. Ansonsten hat sich auch 3- oder 5-zeiliger Elektrodraht in allen Geländelagen gut bewährt. Sehr grosse Vorsicht ist mit elektrischen Schaf-Kunststoffgeflechten geboten, kommt es doch immer wieder vor, dass sich Alpakas aus irgendwelchen Gründen in den Maschen verheddern und umkommen.
Fütterung
Das Alpaka ist nicht besonders anspruchsvoll. Grundfutter während der Vegetationszeit ist Gras. Wichtig ist, dass das Gras gut gereift ist (genügend Rohfaser, weniger Eiweiss). Zu empfehlen ist, den Tieren auch während der Vegetationszeit als Ergänzung immer etwas rohfaserreiches Heu zur Verfügung zu stellen.
Im Winter besteht die Fütterung vorwiegend aus rohfaserreichem, nicht zu grobem Heu, jedoch bester Qualität. Als Ergänzung werden kleine Gaben von Getreidemischungen gerne angenommen.
Hochtragenden und laktierenden Stuten kann nach Bedarf zusätzlich eine Getreidemischung angeboten werden. Im Winter lohnt es sich, den Fohlen, nebst feinhalmigem Heu, auch Flocken zu geben. Der Fachhandel bietet kamelidengerechte Mischungen an. Gerne gefressen wird auch Obst, das ebenfalls nur in kleinen Mengen als Ergänzung zugefüttert werden sollte.
Jederzeit muss kamelidengerechter Mineralstoff verfügbar sein, am besten in loser Form. Sehr wichtig ist, dass den Alpakas stets und in jeder Jahreszeit frisches Trinkwasser zur Verfügung steht.
Wichtig:
● Rohfaserhaltige Fütterung = gesunde Alpakas (und gute Faser-Qualität)
● Eiweissreiche Fütterung = kranke Alpakas (und schlechte Faser-Qualität)
Pflege
In unseren Breitengraden sollten Alpakas jährlich einmal geschoren werden, vorzugsweise im Monat Mai.
Regelmässig zu kontrollieren sind die Nägel. Sind diese schön gerade gewachsen, so nutzen sie sich meist selber ab. Weil bei vielen Alpakas die Nägel leicht krumm wachsen, müssen diese nach Bedarf geschnitten werden.
Zu den Eigenarten des Alpakas gehört, dass die Zähne lebenslang nachwachsen. Und weil mit zunehmendem Alter die Schneidezähne in der Stellung nach vorne mehr oder weniger abflachen, kann beim Fressen kein natürlicher Abrieb mehr erfolgen. Überlange Schneidezähne müssen nach Bedarf gekürzt werden.
Bei Hengsten sind im Alter von etwa 3 Jahren zudem die messerscharfen Kampfzähne zu kürzen, damit sie abstumpfen.
Parasiten
Alpakas werden von den gleichen Aussen- und Innen-Parasiten befallen wie Schafe oder Ziegen. Es ist unverzichtbar, die Alpakas regelmässig zu entwurmen. Sehr zu empfehlen ist, dass das Vorgehen und die zu verabreichenden Mittel mit dem Tierarzt abgesprochen werden. Wird bei einzelnen Tieren der Kot breiig, so kann dies ein Hinweis sein, dass ausserhalb der Behandlungszyklen ein einzelnes Tier zusätzlich behandelt werden muss. Dies gilt auch für den Fall, dass ein Tier scheinbar unbegründet abmagert oder sich apathisch verhält.
Sehr zu empfehlen ist eine jährliche Impfung gegen Chlostridien. Auch eine jährliche Behandlung gegen Leberegel ist angezeigt.
Unbemerkter Parasitenbefall ist in vielen Fällen die Ursache für den Tod von Tieren.