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1. Trägheit (ohne Kraft bleibt alles gleich)
Aristoteles beobachtete, dass sich im Wasser schwere Körper nach unten und leichte wegen „ihrer Leichtigkeit“ nach oben bewegen. Schwere Körper müssten daher schneller zu Boden fallen als weniger schwere. G. Benedetti widerlegte 1554 diese Annahme und entfachte so die Diskkussion. Aristoteles meinte, ein Körper bewege sich während des Falles mit gleich bleibender Geschwindigkeit. Diese Auffassungen wurden sowohl bei den spätantiken Gelehrten als auch bei den arabischen und denen der Scholastik nicht ernsthaft in Zweifel gezogen.
Galileo Galilei (1564–1642) erkannte 1590 die Gesetze des Freien Falls: Alle Körper fallen im Vakuum unabhängig von ihrer Gestalt, Zusammensetzung und Masse gleich schnell. Ihre Fallgeschwindigkeit ist proportional zur Fallzeit, der Fallweg proportional zum Quadrat der Fallzeit. Die Beschleunigung ist dabei am selben Ort für alle Körper gleich gross. Er versuchte durch Experimente die Schwerebeschleunigung festzustellen. Er hatte jedoch noch keinen genauen Zeitmesser und „verlangsamte“ Bewegungen, indem er eine Kugel eine sog. Fallrinne hinabrollen ließ. Als Zeitmesser hatte er einen Eimer voll Wasser. Ein kleiner Wasserstrahl ergoss sich in einen Becher, und die Wassermenge während der Fallzeit wurde auf einer genauen Waage gewogen. Dass er den freien Fall auch an einem Beispiel erklärte, in dem er zwei Objekte vom Turm zu Pisa fallen ließ, ist eine Legende.
Erst Robert Boyle bestätigte 1659, dass Körper unterschiedlicher Masse im Vakuum gleich schnell fallen.
I. Newton (1643–1727) formulierte dann das Gravitationsgesetz, welches nicht nur den freien Fall auf der Erde erklärt, sondern auch die Umlaufbahnen von Mond und Planeten als Fallphänomene beschreibt.