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Zum Foto:
Kurz vor Sonnenuntergang habe ich bei Chudop, einem meiner Lieblingswasserlöcher in der Etosha, diesen wunderschönen Kampfadler entdeckt. Er war auf der Jagd, hatte auch schon einige Erdhörnchen ausgespäht und erfolglos versucht diese zu fangen. Da setzte er sich einige Meter neben meinem Fahrzeug auf den Baum und ließ sich wunderbar fotografieren.
Während der Fotografie kam ein Trauerdrongo angeflogen. Der viel kleinere Vogel flog mehrmals gegen den Kampfadler an, versuchte offensichtlich ihn zu verscheuchen. Als dies nicht funktionierte, ließ sich der Drongo sogar direkt auf dem Kopf des Kampfadlers nieder und rupfte an dessen Federn. Der Kampfadler zog dann irgendwann sichtlich genervt ab...
Technisches: Canon EOS 20D mit Canon 100-400 bei 400mm, Belichtung: 1/250s, Blende: 7.1, ISO: 400
Zum Kampfadler:
Der Kampfadler ist ein habichtartiger Greifvogel und lebt in meist offenen Gebieten südlich der Sahara. Er hat dunkelbraune Deckfedern, einen weißen Bauch mit braunen Einsprenklungen und gelbe Augen. Seine Körperlänge kann bis knapp einen Meter erreichen, seine Flügelspannweite etwas über zwei Metern. Den bis zu zwei Meter großen Horst findet man in Astgabeln und flachen Baumwipfeln.
Der Kampfadler ernährt sich unter anderem von Schlangen und Eidechsen, Erdmännchen, Klippschliefern, sogar jungen Impalas und Duikern.
Zum Trauerdrongo:
Der Trauerdrongo ist ein Sperlingsvogel und lebt ebenfalls südlich der Sahara in offenen Wäldern und in Buschwelten. Sein Gefieder ist schwarz und glänzend, er hat zudem einen schwarzen Schnabel und rötliche Augen. Seine Schwanzfedern sind am Ende ähnlich wie bei Schwalben gegabelt. Die Größe gleicht in etwa der einer Amsel.
Trotz seiner geringen Größe ist der Trauerdrongo nicht ängstlich und verteidigt sein Nest mit mutigen Angriffen auch gegen große Raubvögel. Er selbst ist ebenfalls ein Räuber, wobei er äußerst intelligent vorgeht: Der Trauerdrongo ernährt sich hauptsächlich von Insekten. Zum einen hält er sich daher häufig in der Nähe großer Säugetiere wie Giraffen oder Nashörnern auf, die beim Umherstreifen reichlich Insekten aus dem Gras aufscheuchen. Zum anderen hat er eine ganz eigene Technik entwickelt, Erdmännchen gewitzt deren Beute abzuluchsen. Der Trauerdrongo imitiert den Warnruf unterschiedlicher Vögel sehr gut - er "dressiert" die Erdmännchen darauf und verscheucht diese dadurch von deren Beute, auch wenn gar keine Gefahr besteht. Da zeitgleich auch andere Beuteräuber wegen des Warnrufes Reißaus nehmen, kann sich der Trauerdrongo dann ungestört die Beute holen.
Dieses Vorgehen ist wunderbar in einer BBC-Dokumentation zu sehen: Youtube - Meerkats cheated by a clever bird
Zum Chudop Wasserloch:
Das Chudop Wasserloch ist immer wieder ein Highlight. Das Wasserloch selbst liegt in einer Senke und hat eine grosse Schilfinsel in der Mitte. Der Parkplatz ist nördlich vom Wasserloch gelegen, so dass man selten Gegenlicht im Bereich des Wasserlochs hat. Durch die sehr kurze Entfernung des Wasserlochs zum Camp Namutoni kann man sich noch bis kurz vor Sonnenuntergang dort aufhalten.
Chudop wird sehr gerne von der typischen namibischen Tierwelt (Antilopen, Strausse, Warzenschweine, Zebras,…) besucht. Speziell auch die Elenantilopen kann man hier mit etwas Glück beobachten. Außerdem gibt es an der Hinterseite einen Bau von Tüpfelhyänen. Diese zeigen sich oft in der Dämmerung und nehmen an heißen Tagen gerne mal ein Bad im Wasserloch.
Auch Löwen kommen sehr gerne an dieses Wasserloch.
Zum Ostteil der Etosha:
Im Gegensatz zum Mittelteil der Etosha ist der Ostteil auch während der Regenzeit ein gutes Ziel. Hier hat die Etosha den richtigen Mix aus offenen Flächen und Busch. Die Wasserlöcher um Namutoni werden von den unterschiedlichsten Tieren besucht. Zum Norden hin gibt es Mopane Wälder, in denen sich sehr gerne Elefanten aufhalten. Speziell am Tsumcor Wasserloch hat man ganzjährig eine hohe Chance, diese zu sehen.
Das Wasserloch direkt am Camp ist leider in Namutoni nicht so interessant wie bei den anderen Rastlagern. Trotzdem kann es hier ab und zu eine schöne Beobachtung geben. In der Nähe liegen dafür das bereits erwähnte Chudop Wasserloch und auch Klein Namutoni, welches speziell durch große Giraffengruppen auffällt.
Von Namutoni aus kann man den wunderbaren Fisherpan Loop fahren (ca. 38 km). Während dieser Tour um eine Salzpfanne, die meist noch länger mit Regenwasser gefüllt ist, sichtet man neben den üblichen Tieren auch häufig Elefantenbullen. Zudem ist hier ein Paradies für Vögel.
Wer mehr Zeit hat, kann eine Fahrt am Pfannenrand entlang Richtung Norden zu den Andoni-Flächen unternehmen. Am Ende dieser Strecke kommt man zum King Nehale Gate. Der Turm am Gate lädt zum Besteigen ein - man hat eine wunderbare Sicht über die Flächen.