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Kaspar Stockalper vom Thurm hat sein Schloss, angelehnt an den zum Simplon ansteigenden Hügel, in eine Umgebung von einigen 10'000 m2 gestellt und einer klaren Dreiteilung untergeordnet. Vor der Westfassade des alten Stockalperschlosses grenzte er einen ausgedehnten Wirtschaftsteil mit Ökonomiegebäuden aus; vor der Schaufront des neuen Schlosses errichtete er das Viridarium, den elegant gestalteten Lustgarten; vor dem Arkadenhof pflanzte er das Pomarium, einen locker bestockten Obstgarten bis an die Saltina hinab. Etwas abgesetzt vom Gartenrand im Süden sollten eine Schützenlaube und ein „Comedyhaus“ Platz finden.
Eine umfassende historische Analyse (Der historische Stockalpergarten) ergab über die Dreiteilung hinaus als Strukturelemente des ursprünglichen Gartens die Einteilung des eleganten Parterres in vier bzw. acht Karrees mit drei Wasserelementen (Wuhr und zwei Brunnenbecken), einen Laubengang zwischen Viridarium und Wirtschaftsteil sowie entlang der Saltina, eine deutliche Abtrennung zwischen Lustgarten und Pomarium und einen Zugang zum Arkadenhof aus dem südwestlichen Spickel. Diese Grundgliederung spiegelt sich noch in der ersten bildlichen Darstellung (dessiné d’après nature par L Ritz) von 1829.
Im Laufe der Zeit verwilderte der Garten mehr und mehr, wurde zeitweise sogar als Gärtnerei und als Campingplatz missbraucht, und bei der Restaurierung des Schlosses zwischen 1955 und 1961 lagerte der ganze Bauschutt auf dem ehedem prächtigen Viridarium. Notdürftig hat man nach Abschluss der Arbeiten den Wuhr eingedolt, den Garten entrümpelt, neu begrünt und mit bescheidenen Wegen ausgestattet. Vom Glanz der ursprünglichen Anlage ist mehr nicht übrig geblieben als die Topographie und undefiniertes Abstandsgrün.
Um die verlorene Ehre der historischen Anlage wiederherzustellen und auf Wunsch der Stadtgemeinde Brig-Glis, hat die Schweizerische Stiftung für das Stockalperschloss vier bekannte Garten- und Landschaftsarchitekten (Jane S. Bihr-de Salis, Michel Desvigne, Prof. Dr. Dieter Kienast, Weber & Saurer) mit einem Studienauftrag zur Neugestaltung beauftragt. Den Zuschlag bekam nach einstimmigem Urteil der Jury und aller nachgelagerten Beratungs- und Entscheidungsgremien bis hin zur Denkmalpflege das Projekt des verstorbenen Prof. Dr. Dieter Kienast.
Der neue Schlossgarten wurde in den Jahren 2000 bis 2002 nach den Plänen von Kienast Vogt und Partner realisiert vom Garten- und Landschaftsarchitekten David Bosshard (Gartenarchitektur) und Marianne Burkhalter (Pavillon). Die Ausführung und Bepflanzung (Bepflanzung) besorgte die Gartenbau, Gartenpflege Gebrüder Guler.
Die Renovationsarbeiten im Gesamtaufwand von 3.6 Millionen Franken wurden ermöglicht von der kantonalen und eidgenössischen Denkmalpflege, der Loterie Romande, dem Fonds Landschaft Schweiz, einem Legat Adrian von Stockalper und von zahlreichen Spenden aus Wirtschaft und privaten Kreisen. Nach den abgeschlossenen Arbeiten schenkte die Schweizerische Stiftung für das Stockalperschloss den neuen Garten der Stadtgemeinde Brig-Glis. Sie trägt nun die Verantwortung für Pflege und Unterhalt der Anlage.