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Gesundheitliche Auswirkungen
Der Artikel gibt einen Überblick zu den Todesfällen und zur Übersterblichkeit für den Kanton Luzern und die Zentralschweiz.
2020 wurden 56'098 Hospitalisierungen von Luzerner/innen gezählt. Im Vergleich zum Vorjahr nahmen die Hospitalisierungen um 4 Prozent ab. Aufgrund der Corona-Pandemie hatten Spitäler und Kliniken auf Anordnung des Bundesrats hin von Mitte März bis Ende April auf nicht dringend angezeigte medizinische Eingriffe und Therapien zu verzichten.
In der Analyse berücksichtigt werden alle stationären Hospitalisierungen von im Kanton Luzern wohnhaften Personen, die sich in inner- oder ausserkantonalen Spitälern und Geburtshäusern behandeln liessen. Im Vergleich dazu beinhaltet der Webartikel zu den Krankenhäusern im Kanton Luzern (ebenfalls neu aktualisiert) Ergebnisse zu den Spitälern und Kliniken im Kanton Luzern.
In der Schweiz wurden nach Bekanntwerden der ersten Fälle zur Identifikation von Hospitalisierungen im Zusammenhang mit Covid-19 zwei Diagnosekodes definiert: U07.1! (Virus durch Labortest nachgewiesen, ungeachtet des Schweregrads des klinischen Befunds oder der Symptome) und U07.2! (Virus klinisch-epidemiologisch bestätigt, aber kein Labortest erfolgt oder unspezifisches Testergebnis). 2 Prozent aller Hospitalisierungen der Luzerner Wohnbevölkerung wiesen 2020 einen solchen Kode auf. Von diesen insgesamt 1'099 Fällen erfolgten 177 Hospitalisierungen in den Frühlingsmonaten März bis Mai und 741 Hospitalisierungen in November und Dezember. 95 Prozent der Fälle mit einem Covid-19-Kode waren in der Akutsomatik hospitalisiert, 4 Prozent im Bereich Rehabilitation und 1 Prozent im Bereich Psychiatrie.
Die Covid-19-Fälle verteilten sich damit im ersten Corona-Jahr ähnlich auf die Hauptkostenstellen der verschiedenen Spital-Leistungsangebote wie die Hospitalisierungen insgesamt: 9 von 10 aller Spitalaufenthalte von Luzerner/innen erfolgten 2020 in der Akutsomatik; zu den Hauptkostenstellen Psychiatrie und Rehabilitation zählten je 5 Prozent. In allen drei Bereichen nahm 2020 die Zahl der Hospitalisierungen ab. Bei der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer zeigten sich unterschiedliche Entwicklungen: Im akutsomatischen Bereich nahm die durchschnittliche Aufenthaltsdauer um 2 Prozent auf 5 Tage ab, im Bereich Psychiatrie um 9 Prozent auf 41 Tage zu, und im Bereich Rehabilitation blieb sie unverändert bei 25 Tagen.
Der Verzicht auf nicht dringliche Behandlungen wirkte sich 2020 in allen Altersgruppen aus. Bei den Patienten/-innen im Alter von weniger als 65 Jahren etwas stärker (–5%) als bei den Über-64-Jährigen (–3%). Mit der Hospitalisierungsrate wird die Zahl der Hospitalisierungen ins Verhältnis zur Bevölkerung gesetzt. 2020 betrug die Hospitalisierungsrate der Unter-65-Jährigen 101 Spitalaufenthalte pro 1'000 Personen derselben Altersgruppe (2019: 106 Hospitalisierungen). Bei den Personen im Alter ab 65 Jahren lag die Rate bei 289 Hospitalisierungen pro 1'000 Personen derselben Altersgruppe (2019: 305 Hospitalisierungen). In der Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen überwogen die Frauen aufgrund der Spitalaufenthalte bei Schwangerschaft und Geburt.
2020 waren insgesamt 42'900 Luzerner Patienten/-innen in einem inner- oder ausserkantonalen Spital in stationärer Behandlung. Auch hier betrug der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr 4 Prozent. 80 Prozent von ihnen waren im Lauf des Jahrs nur 1-mal hospitalisiert, 14 Prozent wiesen 2 Spitalaufenthalte auf. 6 Prozent wurden 3-mal oder häufiger in einem inner- oder ausserkantonalen Betrieb stationär behandelt.
Spitalaufenthalte aufgrund von Krankheiten des Urogenital- oder des Nervensystems nahmen 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent ab. Bei Krankheiten des Atmungssystems und Verletzungen wurden 2020 je 5 Prozent weniger Hospitalisierungen verzeichnet. Den geringsten Rückgang verzeichneten Spitalaufenthalte aufgrund von Krankheiten des Verdauungs- oder des Kreislaufsystems sowie von Tumoren (je –1%).
Die Kodes U07.1! bzw. U07.2! erlauben noch keine Aussage darüber, ob eine Hospitalisierung aufgrund der Covid-19-Erkrankung erfolgt ist. Gemäss Covid-19-Kodierungsvorgaben ist zusätzlich die Manifestation einer Infektion als Hauptdiagnose zu erfassen (z.B. Lungenentzündung). Die Hauptdiagnose "Pneumonie durch sonstige Viren" war bei den Luzerner Patienten/-innen mit 625 Fällen weitaus am häufigsten. Insgesamt wurde bei 66 Prozent der 1'099 Fälle mit einem U07.1!- oder einem U07.2!-Kode eine Erkrankung des Atmungssystems diagnostiziert. Zweithäufigste Hauptdiagnose war mit 28 Fällen "Husten" (in der Grafik unter "Andere Kapitel"). 6 Prozent wiesen als Hauptdiagnose eine Erkrankung des Kreislaufsystems auf, je 3 Prozent eine verletzungs- oder tumorbedingte Hauptdiagnose.
Bei gut der Hälfte der Hospitalisierungen wurde 2020 als Hauptbehandlung ein chirurgischer Eingriff erfasst, bei rund einem Drittel diagnostische und therapeutische Massnahmen. Bei den rund 30'200 chirurgischen Eingriffen waren Operationen an den Bewegungsorganen (31%) am häufigsten. An zweiter Stelle der chirurgischen Hauptbehandlungen standen Eingriffe am Verdauungstrakt (16%), gefolgt von geburtshilflichen Operationen (14%).
Von den 1'099 Luzernern/-innen mit einer mittels Test oder Symptomen festgestellten Covid-19-Infektion waren 59 Personen im Bereich der Psychiatrie oder Rehabilitation hospitalisiert. Die weitere Analyse beschränkt sich auf die 1'040 Hospitalisierungen im Akutbereich. 59 Prozent dieser Spitalaufenthalte betrafen Personen im Alter ab 65 Jahren; der Männeranteil betrug 60 Prozent. Bei 183 Hospitalisierungen wurde die Covid-19-Infektion anhand des klinischen Befunds festgestellt (Kode U07.2!), bei den anderen 857 Fällen mittels Test (Kode U07.1!). In 59 Prozent der insgesamt 1'040 Fälle hiess die Hauptdiagnose "Pneumonie durch sonstige Viren" (Lungenentzündung). Bei 162 Hospitalisierungen kam es zu einem Aufenthalt auf einer Intensivstation, wobei dieser Anteil bei den Männern (18% von 620 Patienten) höher war als bei den Frauen (12% von 420 Patientinnen). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der 1'040 Hospitalisierungen lag bei 8,7 Tagen. 106 Patienten/-innen verstarben während dem Spitalaufenthalt, davon waren 9 von 10 Personen 65 Jahre alt oder älter. Das Durchschnittsalter der Verstorbenen lag bei 79 Jahren.
2020 liessen sich 86 Prozent der Luzerner Patienten/-innen in einem Luzerner Akutspital behandeln. 14 Prozent wurden in einem ausserkantonalen Akutspital versorgt. Bei den Covid-19-Fällen betrug der Anteil der ausserkantonalen Behandlungen von Luzerner/innen 7 Prozent. Auch insgesamt war die Zahl der Luzerner/innen, die den Kanton für eine Akutbehandlung verliessen, kleiner als jene der ausserkantonalen Patienten/-innen in den Luzerner Akutspitälern. Allerdings nahm der Saldo (Patientenzuwanderung minus Patientenabwanderung) erstmals seit 2014 wieder ab.
2020 liessen sich zwecks Rehabilitation 37 Prozent der Luzerner Patienten/-innen in einer Luzerner Klinik (inkl. Schweizer Paraplegiker-Zentrum) behandeln und 63 Prozent in einer ausserkantonalen Klinik. Der Ausbau des Luzerner Rehabilitationsbereichs widerspiegelte sich im Saldo der Patientenwanderung: Seit 2017 liessen sich mehr Patienten/-innen aus anderen Kantonen in Luzerner Reha-Kliniken behandeln, als Luzerner/innen für die Rehabilitation eine ausserkantonale Klinik aufsuchten.
In der Psychiatrie wurden 68 Prozent der Luzerner/innen an einem Standort im Kanton behandelt, 32 Prozent suchten eine ausserkantonale Psychiatrieeinrichtung auf.
Autorin: Agnes Zwimpfer / 13. Dezember 2021
Agnes Zwimpfer
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Coronavirus
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Pflege im Kanton Luzern 2020
Der Webartikel "Pflege im Kanton Luzern" befasst sich mit der stationären und der ambulanten Pflege im Kanton Luzern, auch im interkantonalen Vergleich. Im stationären Bereich geht es um die Pflegeheime, im ambulanten Bereich werden die Spitex-Organisationen, die selbständigen Pflegefachpersonen, die Inhouse-Pflege und die Tages- oder Nachtstrukturen betrachtet.