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Bestimmung der regionalen und lokalen seismischen Gefährdung für Ingenieurprojekte oder Erdbebenüberprüfungen bestehender Bauwerke. Insbesondere Untersuchung des Einflusses der lokalen Geologie auf die Erdbebenanregung (Standorteffekte), für einzelne Standorte oder für ganze Agglomerationen (seismische Mikrozonierung).
Die Charakterisierung der Erdbebengefährdung besteht aus der Auswertung der wahrscheinlichen Erdbebenniveaus an einem Standort. Die Erdbebengefährdung wird in der Regel durch eine nationale Norm definiert, dem jeweiligen Bezugsrahmen und Sicherheitsmargen folgend.
Für Standorte mit hohem Risiko (Kernkraftwerke, Ölfelder, Staudämme, Industrieanlagen usw.) bieten wir verschiedene Ansätze, um die Erdbebengefährdung zu definieren oder im Rahmen einer Qualitätssicherung zu überprüfen.
Die lokalen geologischen und geotechnischen Bedingungen an den Standorten beeinflussen die Erdbebenbewegungen signifikant.
Auf der Grundlage von Bodenuntersuchungen und 1D- bis 3D-Modellierungen der seismischen Bewegung bestimmen wir standortspezifische Antwortspektren, die als Eingangsparameter für Überprüfung von Bauwerken dienen.
Bei Standorten, bei denen viel auf dem Spiel steht, wie Industrieanlagen, Spitäler oder Gebäude zum Schutz der Bevölkerung, erlaubt die detailliertere Berechnung des Standorteffekts eine zuverlässigere Bestimmung der massgebenden Erdbebeneinwirkung.
Für Ballungsräume, Gemeinden oder ausgedehnte Standorte können die seismischen Standorteffekte für Mikrozonen näherungsweise homogener Einwirkung bestimmt werden.
Bei besonderen geologischen Konfigurationen, wie tiefen Sedimenttälern, ermöglichen Mikrozonierungen eine genauere Berücksichtigung der Standorteffekte als Normen, welche zur Definition der Einwirkung nur die obersten Bodenschichten berücksichtigen.
Bodenverflüssigung tritt auf, wenn der Boden unter Erdbebeneinwirkung seinen Scherwiderstand verliert, was zu spektakulären Einstürzen von Bauwerken führen kann.
Auf der Grundlage von vereinfachten Modellen oder detaillierten Sondierungen und Berechnungen charakterisieren wir das Verflüssigungspotenzial für bestimmte Standorte oder ausgedehnte Gebiete.
Die spezifischen Kompetenzen unserer Seismologinnen führen dazu, dass wir an nationalen, europäischen und internationalen Forschungsprojekten teilnehmen sowie zur Entwicklung von Normen und Leitfäden zur Auswertung der Erdbebengefährdung beitragen.