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| Hieronymus († 420) - Briefe

IV.a. Briefe wissenschaftlichen Inhaltes: Didaktische Briefe
57. An Pammachius: Über die beste Art zu übersetzen
13.
Ich bin über das Ausmaß eines Briefes hinausgegangen, aber das Maß meines Schmerzes habe ich nicht überschritten. Man nennt mich einen Fälscher. Während das Weberschiffchen hin und her läuft und die Spindel surrt, werde ich vor den Frauen in den Schmutz gezogen. Ich habe mich damit begnügt, mich vor dem gegen mich erhobenen Vorwurf reinzuwaschen, ohne meinerseits ausfällig zu werden. Ich überlasse alles Deinem Urteil. Lies selbst den Brief sowohl in der griechischen als auch in der lateinischen Fassung, und sofort wirst Du erkennen, wie possenhaft und [S. 287] gespreizt das Gezeter meiner Ankläger ist. Mir genügt es, in dieser Angelegenheit einen treuen Freund unterrichtet zu haben. Inzwischen harre ich in der verborgenen Zelle des Tages, der mir Dein Urteil verkündet. Mir wäre es ja lieber, wenn es sich machen läßt, und wenn meine Gegner ausgetobt haben, Kommentare zur Hl. Schrift zu verfassen, statt eine Philippika in der Art des Demosthenes und des Tullius zu schreiben. 1
1: Des Demosthenes Reden gegen Philipp von Mazedonien wurden philippische oder olynthische genannt. Nach ihnen wurden Ciceros Reden, die er 44—43 v. Chr. gegen Antonius hielt, ebenfalls als philippische bezeichnet.