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Shinzo Abe wurde während einer Wahlkampfveranstaltung in Nara erschossen. Rund sechs Stunden nach dem Attentat ist der 67-Jährige gestorben. Der Ex-Regierungschef (Abe war vom 26. Dezember 2012 bis 16. September 2020 der 57. Premierminister Japans, nachdem er dieses Amt bereits vom 26. September 2006 bis 26. September 2007 ausgeübt hatte) war in Japan der einflussreichste Politiker des letzten Jahrzehnts. Der rechts-konserative Politiker sorgte für Stabilität und einen Wirtschaftsaufschwung. Abe war nicht einfach ein Premierminister außer Diensten. Bis zum Tag seines Todes hat er zu den einflussreichsten Politikern des Landes gehört. Mit Freunden und Gegnern. Foto: Zusprechung Olympia 2020 am IOC-Kongress.
Mit der Aussage „Nippon wo torimodosu“ (Japan zurückholen) erfand er einen Slogan, an den sich später auch andere Politiker anlehnten. Als er von 2006 bis 2007 erstmals Japan regiert, verspricht er in seinem Buch Utsukushii kuni e (Auf dem Weg zu einer schönen Nation) ein Wiedererstarken der japanischen Nation und unterteilt Politiker in zwei Gruppen: diejenigen, die für ihr Land kämpfen, und diejenigen, die das nicht tun. Abe zählt sich zur ersten Kategorie.
Für die Karate-Welt bleibt der 22. Dezember 2014 in prägender Erinnerung als eine Delegation von mehreren Persönlichkeiten, u.a. mit Takashi Sasagawa (Präsident der Japan Karate Federation JKF), Toshihisa Nagura (Generalsekretär der WKF) und Yoshihide Suga (Vorsitzender der parteiübergreifenden parlamentarischen Föderation zur Förderung des Karatedo und späterer 63. Premierminister, vom 16. September 2020 bis zum 4. Oktober 2021) Abe an seiner offiziellen Residenz besuchten, ihm um Unterstützung für die Aufnahme des Karate in die Olympischen Spiele Tokyo 2020 baten.
Abe erbte die Bewerbung Tokios für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2020, als er seine zweite Amtszeit in Japan antrat. Abe saß 2013 in Buenos Aires in der ersten Reihe, nachdem er von einem G20-Gipfel im russischen Sankt Petersburg gekommen war, als der damalige IOC-Präsident Jacques Rogge einen Umschlag öffnete, um Tokio als Gastgeber für 2020 zu verkünden, das sich in der Endabstimmung gegen Istanbul durchsetzte.
Seine größte öffentliche Unterstützung für die Spiele zeigte er bei der Abschlusszeremonie von Rio 2016, als er als Nintendo-Spielfigur Super Mario verkleidet vor ausverkauftem Haus im Maracana-Stadion auftrat. Abes humorvolle Einladung zu den nächsten Olympischen Spielen in Tokio war ein großer Erfolg bei den brasilianischen Fans und einem weltweiten Fernsehpublikum.
Im März 2020 musste Abe jedoch gemeinsam mit dem IOC die schwierige Entscheidung treffen, die Olympischen und Paralympischen Spiele um ein Jahr zu verschieben, da die Pandemie des Coronavirus über die Welt hereinbrach.
Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, hat würdigte den ehemaligen japanischen Premierminister Shinzō Abe: „Japan hat einen großen Staatsmann verloren, und das IOC hat einen tapferen Unterstützer und lieben Freund der Olympischen Bewegung verloren“.
Bach erklärte, dass Abes Unterstützung für eine Verschiebung von Tokio 2020 dazu beigetragen habe, dass die Spiele nicht ganz abgesagt werden mussten. „Abe war ein Mann mit einer Vision, voller Entschlossenheit und grenzenloser Energie, seine Vision zu verwirklichen“.
„Ohne Premierminister Abe Shinzō hätte es diese Olympischen Spiele nie gegeben, und der olympische Traum der Athleten aus aller Welt wäre nicht in Erfüllung gegangen“.
Dafür danken ihm auch alle Karatekas weltweit. Möge er in Frieden ruhen. Foto 2019 mit Bundesrat Ueli Maurer in Tokyo.