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50 Jahre Mauerbau: Wie die DDR klang
Jungstar in der DDR: Nina Hagen 1974 im Rundfunkstudio in Ost-Berlin.
In Hamburg und anderen westdeutschen Städten entdeckte die Jugend in den 1960er-Jahren die Beat-Musik wie Beatles und Rolling Stones. Ostdeutsche Jugendliche konnten diese auch am Westradio hören, doch ihr Staatsoberhaupt Walter Ulbricht verbot 1965 den «Dreck» aus dem Westen, nachdem es bei einem Konzert der Stones in Westberlin zu Krawallen gekommen war.
Als in Leipzeig Beat-Fans gegen das Verbot demonstrierten, wurden einige verhaftet und ins Arbeitslager gesteckt. Auch für Musiker wurde es schwieriger – bevor sie live auftreten durften, mussten Bands vor der Zensurbehörde vorspielen, und natürlich wurden die Liedtexte, die nur auf Deutsch sein durften, auf jedes einzelne Wort geprüft.
Klaus Renft Combo
Eine Gruppe, die als Beat-Band begann, war die Klaus Renft Combo. Ihr Gründer Klaus Jentzsch (Renft war der Geburtsname seiner Mutter) legte sich immer wieder mit den Zensurbehörden an und erhielt ein zehnjähriges Auftrittsverbot. Erst 1973 und 1974 konnte die Combo zwei Alben veröffentlichen, die sie sehr populär machten. Ihre Texte enthielten zwischen den Zeilen starke Kritik am DDR-Regime – und so wurden Renft 1975 endgültig verboten.
Puhdys
Die erfolgreichste Rockgruppe der 70er-Jahre waren die Puhdys. Sie orientierten sich am englischen Hard-Rock und durften als eine der wenigen DDR-Bands auch Auftritte im Westen geben. Die Puhdys veröffentlichten über 30 Alben und touren noch heute durch Deutschland.
Nina Hagen
Die Stieftochter des DDR-Liedermachers Wolf Biermann hatte 1974 als 19-Jährige mit der Band Automobil und dem Song «Du hast den Farbfilm vergessen» ihren ersten Hit. Als Biermann aus der DDR ausgebürgert wurde, solidarisierte sie sich mit ihm und ging 1976 ebenfalls in den Westen. Dort wurde sie zu einer der zentralen Figuren der neuen Punk- und Wave-Szene.
Karat
1975 gründeten sich die ebenfalls sehr populären Karat. Während in der DDR viele ihrer Songs weit vorne in der Hitparade waren, machte sie im Westen vor allem ein Lied bekannt: «Über sieben Brücken muss du gehen». Im Original 1978 veröffentlicht, hörte Peter Maffay 1980 bei einem gemeinsamen Auftritt in Wiesbaden den Song und machte daraus einen grossen Hit.
Petra Zieger
Mit 22 gewann Petra Zieger 1981 ein Schlagerfestival in Dresden. «Schmusen auf dem Flur» hiess der Hit und klang ziemlich ähnlich, wie das, was auf der anderen Seite der Mauer gerade als «Neue Deutsche Welle» in den Charts war. ihr grösster Erfolg war kurz nach der Maueröffnung 1990 der Song «Das Eis taut». Für den Videoclip stiegen Zieger und Band aufs Brandenburger Tor in Berlin – ein bis heute ziemlich einmaliges Ereignis in der deutschen Musikgeschichte. (anz)