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Der Koloss unter den Schlachtschiffen
Seit 2009 schreibe ich diesen Blog. Über 4700 Artikel haben sich so angesammelt. In dieser Serie stelle ich einen überarbeiteten und aktualisierten Beitrag aus diesem Archiv vor. Der folgende Artikel erschien am 27. Juni 2016.
In 350 Meter Tiefe im Ostchinesischen Meer liegt das Wrack der Yamato, das einstige Superschlachtschiff der japanischen Marine im Zweiten Weltkrieg. 2016 gelang es Forschern der japanischen Stadt Kure mit einem unbemannten Unterwasserfahrzeug erstmals überhaupt, hochauflösende und detaillierte Filmaufnahmen von Teilen der Überreste des Schiffs zu machen, das am 7. April 1945 von der US-Armee versenkt wurde.
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Über 50 Stunden an Filmmaterial kamen so zusammen. Ein von der Stadt Kure publizierter Ausschnitt zeigte eine riesige Schiffsschraube, die einen Durchmesser von 5 Metern hat und beim Angriff offensichtlich weitgehend unbeschädigt blieb. Ausserdem war am Bug des Schiffs noch immer das kaiserliche Chrysanthemen-Siegel zu sehen. Bereits in den 80er- und 90er-Jahren wurden auf private Initiative Aufnahmen des Wracks gemacht. Bei diesen Bildern handelte es sich aber um die bislang aufwendigste und qualitativ beste Dokumentation.
Das grösste Schlachtschiff der Geschichte
Die Yamato war zusammen mit der Musashi das grösste Schlachtschiff, das je gebaut wurde. Unter strengster Geheimhaltung fand 1937 in Kure bei Hiroshima die Kiellegung statt. Vier Jahre später wurde die Yamato in Dienst gestellt. Mit einer Länge von 263 Metern, den gewaltigen Geschütztürmen und einer Besatzung von rund 3000 Mann war sie der Stolz der japanischen Marine.
Die Yamato war letztendlich eine strategische Fehlplanung. Sie war zu gross und zu träge. Nicht mehr die Schiffsartillerie, sondern die Schlagkraft aus der Luft entschied die Seeschlacht im Zweiten Weltkrieg. Es galt, eine grosse Flotte an Flugzeugträgern und Bombern zu besitzen. Und so spielte die Yamato militärisch eine untergeordnete Rolle. Anfänglich setzte man sie vornehmlich für den Truppen- und Treibstofftransport ein. Einzig bei der Schlacht um die Philippinen im Oktober 1944 setzte sie ihre Artillerie gegen feindliche Schiffe ein.
Das Ende der Yamato
Im April 1945 entsandte die japanische Führung die Yamato als letztes noch einsatzfähiges Schlachtschiff nach Okinawa, wo die amerikanischen Truppen gerade ihre Invasion begonnen hatten. Ihr Ziel erreichte sie nie. 200 Kilometer südwestlich der Südinsel Kyushu fing die US-Armee die Yamato ab. Eine Welle von intensiven Luftangriffen brachte den Koloss zum Sinken. Fast 2500 Seeleute kamen um. Die Niederlage stand symbolisch für das Ende der japanischen Marine.
Die gigantische Dimension des Schiffs sowie die ständige Geheimhaltung darum – es existieren nur wenige Fotografien – haben dafür gesorgt, dass bis heute eine derartige Faszination um die Yamato anhält.
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