Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03404.jsonl.gz/73

Das Luzerner Kantonsspital will in Wolhusen das dortige Spitalgebäude durch einen Neubau ersetzen. Die Ankündigung, dass das medizinische Angebot überprüft werde, sorgte in den Regionen Entlebuch und Hinterland für Unruhe.
Angekündigt wurde so, dass in Wolhusen die volle Geburtshilfe mit 24-Stundenbetrieb abgeschafft werden könnte und nur noch hebammengeleitete Geburten angeboten werden könnten. Das Gesundheits- und Sozialdepartement gab zu dieser Frage bei der Universität Basel ein Gutachten in Auftrag - weil die Sicherheit von Mutter und Kind oberste Priorität habe.
Das Gutachten sei zum Schluss gekommen, dass bei ausschliesslich hebammengeleiteten Geburten die Sicherheit von Mutter und Kind nicht ausreichend gewährleistet sei, teilte die Staatskanzlei mit.
Das Gutachten erteilte der Idee von hebammengeleiteten Geburten bei komplikationslosen Schwangerschaften in Spitälern zwar keine Absage. Dieses Angebot brauche aber eine direkte Anbindung an ein Spital mit ärztlich geleiteter Geburtshilfe, was in Wolhusen ja nicht mehr der Fall wäre. Zudem seien die Distanzen von Wolhusen zu den umliegenden Spitälern relativ gross.
Das Gutachten verweist auf noch einen weiteren Nachteil, wenn in Wolhusen die ärztlich geleitete Geburtshilfe abgeschafft würde. Dies würde die Betreuung von Risikoschwangerschaften aus abgelegenen Ortschaften erschweren, weil sie dann in ein anderes Spital verlegt werden müssten.
Die Gutachterin, die Basler Chefärztin Irene Hösli, machte dem Gesundheitsdepartement auch einen Vorschlag. Es solle prüfen, ob in Wolhusen nicht zusätzlich zur ärztlich geleiteten Geburtshilfe die hebammengeleitete Geburtshilfe angeboten werden solle.
(sda)