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Armbrust-Schützenverein Oberwinterthur
Über 100 Jahre alt ist der Armbrust-Schützenverein Oberwinterthur, der seinen Sport in der schönen Schiessanlage an der Frauenfelderstrasse neben der Garage Reusser sehr aktiv und erfolgreich ausübt.
Der Armbrust-Schützenverein Oberwinterthur wurde 1906 gegründet. Die verdienstvolle Gründergeneration hat es leider unterlassen Unterlagen über ihre Tätigkeit über die ersten 10 Jahre Vereinsgeschichte zu hinterlassen. Bekannt sind nur die beiden Gründungsmitglieder Fridolin Ackeret, Präsident bis 1919 und Walter Notz. Erst mit dem Beitritt in den Kantonalen Armbrustschützenverband und der Durchführung des Kantonalen Armbrustschützenfestes im Jahre 1915 beginnen die Aufzeichnungen. Mit dem Festüberschuss von Fr. 410.55 konnte der Kassenbestand von Fr. 47.70 wesentlich verbessert werden. Dass das Vereinsleben aktiv auf allen Ebenen war, belegen folgende Begebenheiten: Das Schützenfest in Veltheim wurde 1923 mit 30 Schützen besucht und die Generalversammlung vom 12. Februar 1924 musste um 02.00 Uhr vertagt werden und wurde am 2. März fortgesetzt. 1938 wurde das Eidgenössische Armbrustschützenfest in Oberwinterthur mit einem Einnahmen-Überschuss von Fr. 2071.30 durchgeführt. Dabei wurden zum ersten Male automatische Pfeiltransporter und Schwenkarme eingesetzt. Diese wurden durch das Ehrenmitglied Karl Ehrensperger und einigen seiner Kameraden aus dem Armbrust-Schützenverein Oberwinterthur entwickelt und konstruiert. In kurzer Zeit hielt diese willkommene Neuerung bei allen Sektionen Einzug. Alle kleine und grösseren Feste wurden mit diesen Utensilien beliefert.
Der erste und noch sehr einfache Schiessstand war auf dem Gelände auf dem heute die Überbauung mit der ZKB-Filiale steht, platziert gewesen. 1939 begann man mit der Planung eines neuen Schiessstandes. Die Realisierung begann 1941 und die Einweihung des neuen Schiessstandes an der Hegistrasse fand am Bettag 1942 statt. 1956 wurde das 50-jährige Vereinsjubiläum mit einem Vereinausflug nach Locarno gefeiert. Im selben Jahr begannen Verhandlungen mit dem Stadtrat über einen neuen Standort des Schiessplatzes. Mit dem 2. Rang der Schweizerischen Gruppenmeisterschaft wurde die Berechtigung für besten Bedingungen zur Ausübung dieses Sportes aufs Beste belegt. Ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war 1958 die Erringung des Europameister-Titels durch das Vereinsmitglied Hans Roth in Gent (Belgien). 1959 begann der Standneubau, etwa 200 Meter neben dem bisherigen Standort. Das neuen Grundstück lag an der Frauenfelderstrasse und Eulach oder zwischen Garage Reusser und Fussballplatz Talwiese. Noch bis weit in 21. Jahrhundert hinein, blieb dieser Armbrust-Schiesstand Treffpunkt der Oberwinterthurer Armbrustschützen.
Leidige Streitereien mit dem eidgenössischen Armbrustschützenverein um Patentrechte der Pfeiltransporter und Schwenkscheiben konnten 1962 abgeschossen werde, wobei sich die Oberianer fast ganz durchsetzen konnten. 1965 präsentierte der Verein anlässlich einer Weihfeier im Volkshaus seine neue Vereinsfahne. Die Emanzipation der Frau begann 1967. Berty Stettler wurde schiessendes Aktivmitglied. 1980 wurde der Schiessstand mit dem Einbau von Laufscheiben auf den neuesten Stand gebracht. Bereits 1995 wurden sie wieder erneuert. Dass nebst dem Schiessen auch die Geselligkeit einen hohen Stellenwert im ASV Oberi hat zeigt, dass 1992 ein Sitzplatz hinter dem Schützenhaus erstellt und die Küche erneuert wurde. 2006 wird das stolze 100-jährige Jubiläum mit verschiedensten Aktivitäten und Festivitäten gefeiert. Dass Berty Stettler 1967 keine "Eintagsfliege" war, belegt, dass im Jubiläumsjahr eine Frau an der Spitze des Armbrustschützenvereins stand: Ruth Rinderknecht.