Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03577.jsonl.gz/1538

Die Initiative für ein Bedingungsloses Grundeinkommen erlangte 23% JA-Stimmen in der ganzen Schweiz, 19,49% in der Deutschschweiz, 28,28% in der Westschweiz und 21,90% im Tessin. Das ist mehr als ein Achtungserfolg für das BGE, das bis vor kurzem völlig unbekannt war, für eine Initiative, die praktisch keine politische Stärke unterstützte und für einen tiefen Paradigmenwechsel.
Die grossen Städte erzielten ziemlich eindrucksvolle Resultate. Eine Mehrheit wurde sogar an bestimmten Orten erreicht, so zum Beispiel in vier zentralen Quartieren der Stadt Genf (Pâquis 54,65%, Mail-Jonction 52,88%, Cluse-Roseraie 51,05% und Prairie-Délice 50,77%), zwei Quartieren in Zürich (Kreis 4 und 5 54,7%) und in der Waadtländer Gemeinde Sarzens (51,43%). [+]
"What would you do if your income were taken care of?" – Was würdest du arbeiten, wenn für dein Einkommen gesorgt wäre?. Es ist die grösste Frage der Welt, die das Bedingungslose Grundeinkommen stellt! Sie wurde auf einem 110 Meter auf 72 Meter grossen Plakat aufgeschrieben; das Plakat wurde am 14. Mai auf Plainpalais vom Schweizer Netzwerk des BGE in Genf installiert. An jenem Tag gewann das Plakat den Guiness Weltrekord für das grösste Plakat der Welt. Das Ereignis wurde während einer halben Stunde auf Grossleinwand auf dem Time square in New York übertragen! [+]
“What would you work, if your income were take care of?” (Was würdest du arbeiten, wenn für dein Einkommen gesorgt wäre?). Es ist die grösste Frage der Welt, die auf dem grössten Plakat der Welt stehen wird; aufgestellt wird es auf Plainpalais in Genf, dem grössten Platz in einer Schweizer Stadt und auch Ort des nächsten Faustschlags der BGE-Aktivisten. [+]
« Der übliche Satz “Jede Arbeit verdient einen Lohn aber jeder Lohn verdient eine Arbeit” ist wieder gefallen. Trotzdem konnte sich die Idee eines Pilotversuchs über das BGE in Lausanne durchsetzen. Grundgedanke des Postulats ist es: “über eine Stichprobe von Personen, die schon Geld vom Staat bekommen die Auswirkung eines Basiseinkommens zu studieren”, erklärte Léonore Porchet, Präsidentin der Lausanner Grünen. Es geht darum “zu sehen, welche Bedingungen die Bemühungen der Leute unterstützen oder im Gegenteil entmutigen, die während ihrer Suche nach einer bezahlten Tätigkeit von Sozialleistungen profitieren”, sagte sie weiter.
Der Gemeinderat von Lausanne akzeptierte das Postulat unseres verstorbenen Freundes und engagierten Kollegen und Stadtrat Laurent Rebeaud, der Mitglied der Grünen Waadt war. Der Gemeinderat muss nun auf die Schaffung eines Pilotprojekts zum Testen des BGE eintreten. Léonore Porchet verteidigte vor dem Gemeinderat dieses Postulat souverän und konnte sich Gehör verschaffen. Ähnliche Experimente werden anderswo auf der Welt vorgesehen, zum Beispiel in Holland oder Finnland.
Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) für alle, worüber die Schweizerinnen und Schweizer am 5. Juni 2016 abstimmen, ist die logische Antwort auf einen Wandel, welcher die Wirtschaft, und somit der soziale Schutz, von der Beschäftigung entkoppelt, plädiert Ralph Kundig, Präsident von BIEN-Schweiz, die Vereinigung, welche für die Einführung eines BGE in der Schweiz kämpft
Big Data, lernende Maschine, Digitalisierung, Open Source, alles Entwicklungen, welche die auch sehr qualifizierte Arbeit gefährden. Die Arbeitslosigkeit nimmt zu, die soziale Rechnung explodiert, während immer weniger Arbeitnehmer dafür zahlen und sich der Wirtschaftswachstum verlangsamt. Die gegenwärtige Entwicklung bedeutet das Aus einer Wirtschaft und eines sozialen Schutzes, die auf Beschäftigung gründen.
Heute schon ist der Lohn nicht mehr mit dem wirklichen Nutzen der Arbeit korreliert. Nur 40% der Bevölkerung bezieht ein Erwerbseinkommen. Alle anderen sind auch an der Produktion unseres Wohlstands beteiligt, aber sie werden nicht bezahlt; sie kümmern sich um ihre Angehörigen, bilden sich aus, arbeiten ehrenamtlich, entwickeln Kultur oder Kunst. Im 21. Jahrhundert kann man bezahlte Arbeit nicht mehr als einzige Einnahmequelle betrachten, auch nicht als soziale Integration oder menschlichen Wert.