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Torf
(franz. tourbe, engl. turf); derselbe ist das Produkt der Vermoderung von Pflanzen und Pflanzenteilen, die dritte und jüngste Form der fossilen Brennstoffe, über dessen Bildungsgang keine Zweifel bestehen, da derselbe noch fortwährend in Thätigkeit begriffen und mit Augen zu schauen ist. Der T. findet sich hauptsächlich in Niederungen, oft ganze Gegenden bedeckend, doch auch auf Hochebnen und flachen Stellen der Gebirge und in allen Ländern des mittlern und nördlichen Europa. Der T. entsteht überall da, wo Moose, Sumpfgräser, Schilfe, Heidekräuter gedeihen und das Wasser keinen genügenden Abfluß hat, sondern stagniert.
In Wäldern liegende
Torfmoore erhalten bedeutende Beiträge in Form von Blätter und
Nadeln, welche Wind
und Wasser ihnen zuführen. Viele
Torfmoore sind das Erzeugnis einer bestimmten Moosgattung (Sphagnum), welche auf nassen
Stellen dichte Rasen bildet und, nach unten absterbend, nach oben sich immer verjüngend, mit der Zeit so viel Moder unter
sich sammelt, daß das Moor sich beträchtlich über die benachbarten Landflächen erhebt und dieses
Umstandes halber als Hochmoor bezeichnet wird. Solche Moore geben in der Regel einen sehr reinen Brennstoff. Die Reste von
reinen Wasserpflanzen sammeln sich natürlich am Grunde als Schlamm, welcher, wenn herausgezogen, in Formen gestrichen und
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getrocknet den Bagger- oder Streich
torf gibt. Stichtorf (Wiesen
torf) dagegen ist die zu Tage liegende, nur mit Pflanzenwuchs
bedeckte Masse, welche im feuchten Zustande mit besondern Schaufeln so abgestochen wird, daß ziemlich gleichförmige Batzen
oder Ziegel entstehen. Je nach dem Alter sind diese Massen von verschiedner Beschaffenheit: Rasen
torf, als die jüngste
Bildung, besteht aus wenig veränderten, noch gut erkennbaren Pflanzenresten, ist von gelbbrauner Farbe und lockerer, leichter
Beschaffenheit;
Faser
torf besteht aus brauner, schon strukturlos gewordener Masse von mehr oder weniger Fasermasse durchsetzt;
Pech
torf, dunkler und kompakter als Fasertorf, ist der älteste, schwerste und zeigt kaum noch erkennbare Pflanzenreste.
Ähnlich beschaffen ist der trocken gewordene Bagger
torf.
Im allgemeinen hält man den T. für um so besser, je schwärzer und schwerer, also je älter er ist, was aber täuschen kann, denn solche T. enthalten häufig sehr viel erdige Teile und hinterlassen 40-50% Asche, sind also in diesem Falle ein schlechtes Brennmaterial. Ein guter schwarzer T. soll nicht mehr als 5-10 Gewichtsprozente Unverbrennliches hinterlassen, der lockere hellere nur 4-5%. Im allgemeinen ist der Heizwert des T. geringer als der der Braunkohle.
T. ist das wohlfeilste Brennmaterial und manchmal das einzig zu habende. In Holland z. B.
würden einige Landstriche ohne denselben gar nicht bewohnbar sein. Obwohl sein Gebrauch mit Unbequemlichkeiten
verbunden ist, so weist doch der zunehmende Holzmangel immer mehr auf die Verwertung der
Torflager und es erlangt dieser
Brennstoff neben der Braunkohle und Steinkohle immer mehr Wichtigkeit. Namentlich haben viele technische Zweige unter Einrichtung
zweckmässiger Feuerungsanlagen die
Torffeuerung eingeführt; man benutzt ihn beim Ziegelbrennen, in
Glashütten und Porzellanfabriken und sonst, wo Flammenfeuer gebraucht werden, auch beim Ausschmelzen und Frischen des Eisens
und selbst zum Heizen der Lokomotivkessel.
In der Regel muß die Rohmasse für solche Verwendungen erst vorbereitet werden, wofür es zwei Wege gibt, das Verkohlen
und das Pressen des T. Das erstere ist nur anwendbar für alte, feste T., das zweite für die mehr schwammigen
Varietäten. Das Verkohlen oder Verkoken in Öfen, Meilern oder Gruben liefert eine Kohle (
Torfkok) die ein gutes, rein und
geruchlos brennendes Feuermaterial abgibt. Ihre Darstellung wird besonders in den mächtigen
Torfmooren Irlands, sowie in
Holland betrieben, in Deutschland nur vereinzelt, wogegen hier die Fabrikation von Preß
torf vorherrscht
und im Zunehmen begriffen ist.
Es sind eine Menge
Torfpressen konstruiert worden; aber erst in letzter Zeit hat man die Schwierigkeiten, die der Stoff seiner
völligen Entwässerung entgegensetzt, überwinden gelernt, namentlich dadurch, daß die Masse vorher erst auf Maschinen völlig
zerkleinert, die Fasern zerrissen und gespalten werden und so den eingeschlossenen Wasserteilen der Ausweg
eröffnet wird. In neuester Zeit fertigt man aus Faser
torf auch Pappe
von sehr guter Beschaffenheit, aber brauner Farbe. -
Zoll: T. und
Torfkohlen sind zollfrei. Vgl. Pappe.