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Das Übereinkommen über die Biodiversität (Convention on Biological Diversity, kurz CBD) ist der Bewahrung und nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt sowie der fairen Aufteilung von Vorteilen verpflichtet, welche aus der Nutzung genetischer Ressourcen entstehen. Das Übereinkommen wurde auf der Konferenz der Vereinten Nationen zu Umwelt und Entwicklung (UNCED) 1992 in Rio de Janeiro ausgehandelt und im Nagoya-Protokoll für den Zugang zu genetischen Ressourcen und faire Vorteilsaufteilung bekräftigt. Das Nagoya-Protokoll hat das Ziel, die Anliegen des Übereinkommens in Bezug auf die Erleichterung des Zugangs zu genetischen Ressourcen und die faire Vorteilsaufteilung wirksam umzusetzen. Die forschende pharmazeutische Industrie beurteilt das Protokoll als solide Grundlage zur Erreichung deren Ziele, sofern es in geeigneter Weise umgesetzt wird.
Die forschende pharmazeutische Industrie in der Schweiz unterstützt die Ziele des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD). Die Industrie legt Wert auf die Feststellung, dass nur dann Vorteile aufgeteilt bzw. Technologie transferiert werden können, wenn diese durch entsprechende Forschung generiert werden. Die dazu nötigen Investitionen werden allerdings nur dann getätigt, wenn ihre Refinanzierung durch geeignete Schutzrechte für das geistige Eigentum erleichtert wird.
Forschung mit genetischen Ressourcen in der Praxis
Die so genannte „Biopiraterie“ bezeichnet die kommerzielle Nutzung natürlich vorkommender biologischer Materialien ohne eine faire Entschädigung der Länder bzw. Völker, auf deren Territorium diese Materialien ursprünglich entdeckt wurden. Biopiraterie wird von der forschenden pharmazeutischen Industrie der Schweiz entschieden abgelehnt. Die Mitgliedsfirmen der Interpharma orientieren sich an den „Richtlinien für Mitglieder der IFPMA über den Zugang zu Genetischen Ressourcen und den Gerechten Ausgleich aus dem aus deren Nutzung entstandenen Vorteil“. Diese Richtlinien postulieren die Prinzipien des Nagoya Protokolls, namentlich die vorherige Zustimmung nach Inkenntnissetzung (Prior informed consent) und einvernehmlich vereinbarte Vertragsbestimmungen (mutually agreed terms), insbesondere zur ausgewogenen und gerechten Aufteilung der Vorteile (benefit sharing).