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Hauptzufluß desNeckar, entsteht auf dem württembergischen
Schwarzwald aus mehreren
Bächen
(darunter die
Große Enz aus dem Enzbrunnen und der Poppelbach aus dem Poppelsee bei Gumpelscheuer), fließt zuerst nach NNO.
durch ein tiefes und wildes
Thal
[* 4] an
Wildbad vorüber und empfängt rechts bei Kalmbach die
Kleine Enz. Bei
Pforzheim,
[* 5] wo sie die
ansehnliche
Nagold aufnimmt, verläßt
sie denSchwarzwald, wendet sich nach O. und durchströmt nun ein
schönes, obst- und weinreiches
Thal bis zur Mündung bei
Besigheim, in welchem sie sich noch rechts durch die Glems aus den
Waldrevieren westlich von
Stuttgart
[* 6] und links durch die
Metter verstärkt. Die Enz ist 112 km lang und wird
(wie die
Nagold) stark zur Holzflößerei benutzt; auch ist sie reich an vortrefflichen
Fischen, besonders
Forellen. Ihr Wasserspiegel
liegt im Poppelsee 764, bei
Wildbad 429 und an der Mündung 175 m ü. M.
Zwei seiner
Freunde, Pietro d'Asinelli und Rainerio de Gonfaloniero, machten 1269 den
Versuch, Enzio in einem
leeren Weinfaß zu entführen; doch verriet ihn eine
Locke seines blonden
Haars, die aus dem Spundloch herausfiel. Er ward
nun in engern Gewahrsam gebracht und starb darin Seine
Leiche ward in der
KircheSan Domenico mit königlicher Pracht
beigesetzt, wo eine gekrönte
Bildsäule von
Marmor und eine
Inschrift seine Grabstätte bezeichnen. Von
seinen
Dichtungen sind nur Bruchstücke auf uns gekommen.
Sein tragisches
Schicksal lieferte Enzio
Raupach den
Stoff zu einer
Tragödie,
A.
Dulk zu einer
Oper (komponiert von
Abert).
(griech.), das durch lokale Verhältnisse veranlaßte Erkranken des Viehs;
daher enzootisch, Ortsviehseuche betreffend. Bei gewissen Bodenverhältnissen entsteht eine zur
Ernährung der
Tiere nicht
geeignete
Vegetation oder hat das Trinkwasser eine schlechte
Beschaffenheit, indem die
Pflanzen oder das
Wasser gewisse für
die
Ernährung des tierischen
Organismus wichtige
Stoffe in zu geringer oder in zu großer
Menge oder dem
tierischen
Organismus fremdartige
Bestandteile enthalten, oder die Bodenverhältnisse begünstigen die
Entwickelung von tierischen
oder pflanzlichen
Parasiten oder von Miasmen. Auf die Entstehung dieser verschiedenen Schädlichkeiten können wieder die
Witterungsverhältnisse, namentlich bei der Futtergewinnung, fördernd oder hindernd einwirken, so daß die Enzootien zeitweise
häufiger oder seltener vorkommen.
Erst unter Ludwig XVI. kehrte er (1777) nach Frankreich zurück und mußte auf ausdrücklichen Befehl der
Regierung weibliche Kleidung tragen, wahrscheinlich, um eine hohe Dame in London, mit der Eon de Beaumont intime Beziehungen angeknüpft hatte,
nicht zu kompromittieren. 1783 ging er wieder nach London, ward in der Revolution auf die Liste der Emigrierten gesetzt und
verdiente sich seinen Unterhalt durch Fechtunterricht; aber auch in England behielt er die weibliche Tracht
bei. Er starb in London. Eon de Beaumont ist wohl männlichen Geschlechts gewesen, glich aber seiner zarten Gestalt und seines
bartlosen Gesichts wegen, namentlich in Damenkleidern, einem Weib. Seine Werke erschienen unter dem Titel: »Loisirs du Chevalier
d'É.« (Amsterd. 1775, 13 Bde.).
Die »Mémoires du chevalier d'É.« (Par. 1837; deutsch, Braunschweig
[* 23] 1837, 2 Bde.) sind echt, aber durchaus
lügenhaft.
(spr. öttwösch),Joseph, Baron, ungar. Schriftsteller und Staatsmann, geb. zu
Ofen, machte 1825-31 in Pest philosophische und juristische Studien, ward 1834 Vizenotar des WeißenburgerKomitats, 1835 Konzipist bei der ungarischen Hofkanzlei und 1837 Distriktsassessor zu Eperies, widmete sich aber bald darauf
ausschließlich der Litteratur. Seit 1830 schon veröffentlichte er mehreres Poetische, namentlich die Lustspiele: »Kritikusok«
und »Hazasulok« und die Tragödie »Boszú«, die von einer ungewöhnlichen Begabung zeugten.
Nachdem er auf ausgedehnten Reisen den höhern Kulturzustand Mittel- und Westeuropas kennen gelernt hatte,
schloß er sich nach seiner Heimkehr der jungmagyarischen Reformpartei an, welche sich eine durchgreifende Umgestaltung
der ungarischen Verhältnisse zum Ziel gesteckt hatte. In denReihen dieser Partei kämpfte er für Beschränkung der Munizipalgewalten
und ihrer veralteten Gerechtsame, für die Kräftigung der Zentralgewalt, für die Verbesserung der Zivil-
und Kriminalgesetzgebung, für Gleichstellung der Nationalitäten und Konfessionen.
[* 42] In dieser Richtung waren namentlich sein
Buch über »Gefängnisreform« (Pest 1838),
Indessen fand er mit diesen seinen Ansichten bei seinen Landsleuten (er war 1851 nach Ungarn zurückgekehrt)
nicht sofort den gewünschten Anklang, und die wiederholten Abweisungen, welche die von ihm geführte Partei mit ihren Ausgleichungsvorschlagen
in Wien erfuhr, machten ihm seinen Standpunkt den unversöhnlichen Autonomisten gegenüber immer schwieriger. Während dieser
Zeit veröffentlichte er seine Schrift »Die Garantien der Macht und EinheitÖsterreichs« (1.-4. Aufl., Leipz.
1859), worin er für die Pflege des ständischen Elements
und Wiederherstellung der Provinzialverfassungen in den österreichischen
Staaten auftrat.
Auch die Mittelschulen und die PesterUniversität gedachte er in den Kreis
[* 47] seiner Reformen zu ziehen, als ein plötzlicher Tod seinem
segensreichen Wirken ein Ziel setzte. Das von ihm entworfene Religionsgesetz, das allen Staatsbürgern
das Recht freier Religionsübung gewährleistet, trat erst nach seinem Tod in Kraft.
[* 48] Eötvös war seit 1856 zweiter, seit 1866 erster
Präsident der von ihm neuorganisierten ungarischen Akademie und bis an seinen Tod ein treuer Anhänger und Förderer der Wissenschaft.
Als Redner besaß er eine glänzende Begabung, die ihn in der parlamentarischen Debatte ebenso bewundert
wie gefürchtet machte. Seine Romane erschienen mehrfach deutsch, zuletzt Wien 1872-78, 6 Bde. Sein Denkmal wurde in
Budapest
[* 49] enthüllt.
angeblich eine fossile Tiergattung aus der Gruppe der Wurzelfüßer und zwar aus der gekammerten Abteilung
derselben. Die kleinen Kammern, durch Kalkwände getrennt, aber durch feine Poren verbunden, sind in spiralen Linien angeordnet,
ihre Hohlräume sind von Serpentin erfüllt, daher man durch Wegätzen des Kalkes einen »Steinkern«, aus
zahlreichen Kügelchen mit ihren feinen Verbindungen bestehend, isolieren kann. Die Größe des Ganzen kann bis über 30 Kubikdezimeter
betragen, ist also für solche Foraminiferen riesenhaft; dabei wird die Anordnung der Kammern nach außen unregelmäßiger.
Cav. (Felsbusch), Gattung aus der Familie der Epakridaceen, zierliche, feinblätterige, meist immergrüne Ziersträucher
aus Australien
[* 56] mit zahlreichen winkelständigen, die schlanken Äste in Ähren oder Trauben bedeckenden,
schön gefärbten Blüten und fünffächerigen, vielsamigen Kapseln.
[* 57] Viele Arten, wie Epacris campanulataCav. mit schneeweißen,
glockenförmigen Blüten, Epacris grandifloraSm., Epacris longifloraCav., mit cylindrischen, hängenden, hochroten, an der Spitze weißlichen
Blüten, Epacris impressaLabill., mit zahlreichen einseitig stehenden, etwas hängenden, roten Blüten mit eckiger Röhre,
Epacris nivalisSm., mit schneeweißen Blüten mit cylindrischer, fast fünfkantiger Röhre, werden bei uns in Gewächshäusern kultiviert.
dikotyle Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Bicornes unter den Monopetalen, zierliche Sträucher und kleine
Bäumchen mit dicht stehenden, kleinen, oft nadelartigen Blättern. Sie unterscheiden sich von den zunächst
verwandten Erikaceen durch das Fehlen der Kronstaubfäden und die mit einer Spalte anstatt mit Poren aufspringenden Antheren.
Die aus etwa 230 Arten bestehende Familie ist fast ausschließlich auf Australien und die Südseeinseln, wo sie die Stelle der
Erikaceen vertreten, beschränkt. In unsern Kalthäusern werden sie vielfach wegen ihres zierlichen
Aussehens u. ihrer schönen Blüten zur Zierde gezogen. Manche haben eßbare Früchte, unter denen die der Lissanthe sapidaR. Br. am meisten geschätzt werden.
(griech., »hinzugefügte«,
nämlich Tage), die Zahl der Tage, welche vom letzten Neumond des alten Jahrs bis 1. Jan. des neuen Jahrs vergangen sind, mithin
das Alter des Mondes angeben. Fällt z. B. der letzte Neumond eines Jahrs auf den 20. Dez., so ist die Epakte
(31-20) = 11; trifft er auf den 31. Dez., so wird sie bis um Mitternacht = 1, und fällt der Neumond auf den 1. Jan., so ist die Epakte
= 30 oder, wie man gewöhnlich zeichnet, O oder ✳. Über die Berechnung der Epakten vgl.
Kalender. Von den dort betrachteten christlichen Epakten unterscheiden sich die jüdischen, die, sowie jene, öfters
zur Datierung von Urkunden benutzt worden sind. Da sie mit dem Jahr 3 n. Chr. anfangen, so hat man, um sie zu
berechnen, 3 von der Jahreszahl zu subtrahieren, mit 19 zu dividieren und den Rest zu bestimmen. S. Cyklus.
der berühmte Feldherr und Staatsmann Thebens, Sohn des Polymnis, geboren um 418 v. Chr., stammte aus einer
angesehenen, jedoch verarmten Familie und genoß eine treffliche Erziehung in leiblicher und geistiger
Hinsicht, letzteres besonders durch den Umgang mit dem Pythagoreer Lysis. Er sammelte gleichgesinnte Jünglinge um sich, die
er mit Begeisterung für die Größe der Vaterstadt und des Hellenentums erfüllte. Im Feld erschien er zum erstenmal 385 in
dem Treffen bei Mantineia, wo die Thebaner auf seiten Spartas standen, und wo den verwundeten Pelopidas aus
Lebensgefahr rettete.
Die innern Wirren im Peloponnes, wo namentlich Mantineia sich an Sparta anschloß und die Hauptstadt Megalopolis beunruhigte,
bewogen Epameinondas zu einem vierten Zug
in den Peloponnes. Diesmal kam es zur Schlacht und zwar bei Mantineia (362).
Der Sieg blieb zwar den Thebanern, aber Epameinondas selbst ward durch einen Wurfspeer tödlich verwundet und starb
noch auf dem Schlachtfeld. Er wurde ebenda begraben, und eine Säule bezeichnete sein Grab. Da auch Pelopidas zwei Jahre
vorher gefallen war, so hatte mit dem Tode des Epameinondas die GrößeThebens, das keinen bedeutenden Mann mehr besaß, ein Ende. Epameinondas wird
mit Recht gepriesen als einer der größten MännerGriechenlands; mit den Eigenschaften eines trefflichen Feldherrn (er war der
Erfinder einer neuen Taktik) und Staatsmanns verband er als Mensch die Tugenden der Uneigennützigkeit und
Ehrlichkeit sowie einen Adel der Gesinnung, vermöge dessen das Vaterland ihm alles, seine Person nichts galt.
(griech.), Wortfigur, darin bestehend, daß man zwei
oder mehrere Worte wiederholt, sei es unmittelbar oder zu Anfang neuer Satzglieder oder Sätze (z. B. bei Goethe: »Erhab'ner
Geist, du gabst mir, gabst mir alles«).
Verwendung der künstlichen Gebärden und der Fingersprache neben dem schriftlichen Verkehr besteht. Erst allmählich machte
er sich mit der Litteratur des Taubstummenwesens bekannt und räumte dann auch der Lautsprache einen beschränkten Platz
neben der Zeichensprache ein. Epée widmete, ermutigt durch glückliche Erfolge, von da an sein Leben der neuen Aufgabe,
gründete um 1770 ohne andres Vermögen als das einer jährlichen Rente von 12,000 Frank auf eigne Kosten die erste Taubstummenschule
in Paris, welche er einige Jahre später auf den Montmartre verlegte und in eine förmliche Erziehungsanstalt umwandelte. In
einem taubstummen Jüngling, den er 1773 in Péronne fand, glaubte er den verstoßenen Erben der gräflichen
FamilieSolar zu entdecken und setzte in der That in einem langwierigen Prozeß 1781 die Anerkennung desselben als GrafSolar und
die Einsetzung in das gräfliche Erbe durch, welches Urteil aber 1792 wieder umgestoßen wurde.
Überhaupt breitete sich seine Methode siegreich aus und herrschte Menschenalter hindurch selbst in Deutschland vor. Er starb in
Paris. Sein Hauptwerk ist: »Institution des sourds et muets par la voie des signes méthodiques« (Par. 1776, 2 Bde.; 2. Aufl.
u. d. T.: »La véritable manière d'instruire
les sourds et muets«, das. 1784).
Vgl. Bébian und Bazot, Éloges historiques de Ch. M. de l'Épée (Par. 1819);
1) in der griech. Mythe ein Heros, Sohn des Panopeus, Verfertiger des trojanischen Pferdes. Vergil läßt ihn
selbst mit in dieses steigen. Nach andrer Sage kam er mit 30 Schiffen von den Kykladischen Inseln nach Troja. In der »Ilias« siegt
er bei den Leichenspielen des Patroklos im Faustkampf über den Euryalos. Spätere machen ihn zum Wasserträger der Atriden und
stellen ihn als feig dar, so daß sein Name zum Sprichwort wurde. -
(griech.), »Einschaltung«
eines Lautes, namentlich zwischen zwei Konsonanten, um den Übergang von einem zum andern zu erleichtern, z. B. lat.
sumpsit für sumsit, griech. andros statt anros (des Mannes), deutsch unser-t-wegen, eigen-t-lich, öffen-t-lich etc., franz.
gendre aus lat. gener etc. Auch nach einem Vokal kann Epenthese eintreten, namentlich um denselben an ein in der folgenden Silbe noch
oder einstmals enthaltenes i oder j zu assimilieren, z. B. griech.
melaina für melanja; auch der deutsche Umlaut (s. d.) ist hieraus zu erklären. Epenthētisch,
eingeschoben,
eingeschaltet.
Eperies, später befestigt, hatte im Lauf der Zeit durch Krieg, Pest und andre Unglücksfälle sowie durch Religionsverfolgungen
viel zu leiden. 1441 ward es von den Polen verbrannt und 1604 von Bocskay erobert, aber von dem kaiserlichen
GeneralGeorgBasta nach kurzer Zeit wiedergenommen. 1629 wurde hier der Friede zwischen dem PalatinEsterházy und Rákóczy geschlossen.
Nach vielen Wechselfällen ward die Stadt 1644 von Rákóczy, 1670 von den Kaiserlichen und 1672 wieder von den Insurgenten
genommen. Im folgenden Jahr wurden die Festungswerke zerstört und Eperies seiner Privilegien
beraubt. Nachdem es die Insurgenten 1682 abermals erobert hatten, ließen sie es 1684 neu befestigen, wurden aber von den
Kaiserlichen unter GeneralSchulze hier geschlagen. Dennoch kapitulierte die Stadt erst ein Jahr später 1687 setzte
hier der kaiserliche GeneralCaraffa das berüchtigte Eperieser Blutgericht gegen die Insurgenten ein,
durch welches viele der angesehensten Bewohner zum Tod verurteilt wurden.
(spr. epärnä, früher Sparnacum), Arrondissementshauptstadt im franz. DepartementMarne, in einer reizenden
und fruchtbaren Gegend der Champagne, links an der Marne, Eisenbahnknotenpunkt an der Ostbahn, ist ein unregelmäßig gebauter,
aber reinlicher Ort, von dessen Gebäuden die Kirche mit dorischer Säulenhalle und der Justizpalast sowie
die schönen Villen der großen Weinhändler in der Vorstadt La Folie zu erwähnen sind, und zählt (1881) 16,304 Einw. Epernay ist
der Hauptfabrik- und Hauptstapelplatz der Champagnerweine, von denen die in der Umgegend wachsenden zum Unterschied von den
bei Reims
[* 83] erzeugten Vins de la rivière heißen.
Bemerkenswert sind die ungeheuern in den Kalkfelsen gehauenen Keller, worin jährlich ca. 5 Mill. Flaschen Champagner aufgespeichert
liegen. Der jährliche Umsatz wird zu 20 Mill. Frank veranschlagt. Außerdem werden hier Flaschen, Pfropfen und alles, was sonst
mit dem Champagnerhandel zusammenhängt, verfertigt. Epernay besitzt auch Eisenbahnreparaturwerkstätten,
ein Handelsgericht, ein Collège und eine Bibliothek (15,000 Bände). Als wichtiger Verkehrspunkt soll es auch Befestigungen erhalten.
- An der Stelle von Epernay stand bereits im 6. Jahrh. ein SchloßSparnacum. Der öftere Aufenthalt der
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