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Von Frauen und anderen Problemen
“10 Canoes” von Rolf de Heer und Peter Djigirr
Rolf de Heer und Peter Djigirr kann man nicht vorwerfen, mit “10 Canoes” keine Risiken eingegangen zu sein. Nicht nur passten sie den Erzählstil und die Geschichte der Kultur der Aborigines an, sie liessen diese die Dialoge auch in ihrem eigenen Dialekt sprechen. Das Resultat ist durchaus interessant, jedoch nur, wenn man ein gewisses Interesse an der Kultur der australischen Ureinwohner besitzt.
Von Lukas Hunziker.
Ein gut gelaunter, humorvoller Erzähler beginnt seine Geschichte mit Dayindy, einem jungen Mann, der zum ersten Mal mit auf die Enteneierjagd geht. Die Männer, die fast schlimmere Klatschmäuler sind als ihre Frauen, ziehen Dayindi unterwegs damit auf, dass dieser eine der Frauen seines Bruders begehrt. Um Dayindi von diesem falsch Begehren abzubringen, erzählt der älteste der Männer ihm eine Geschichte, die sich vor vielen Jahren zugetragen haben soll. In dieser Geschichte gibt es ebenfalls einen jungen unverheirateten Mann, Yeeralparil, der ebenfalls eine der Frauen seines Bruders, Ridjimiraril, begehrt. Als die zweite Frau Ridjimirarils plötzlich verschwindet, und Ridjimiraril einen Krieger des Nachbarstammes tötet weil er glaubt, dieser hätte seine Frau entführt, kommt Unglück über den Stamm. Am Ende, als Yeeralparil endlich die Frau seines Bruders für sich bekommt, muss er feststellen, dass ihm dies aber nur neue Probleme einbringt.
Klarer Fall von Special Interest
“10 Canoes” ist eine verschachtelte Geschichte, die immer wieder zwischen den zwei Erzählebenen hin und her wechselt. Beide Geschichten, jene der Enteneierjagd und jene Yeeralparils haben einen ganze Reihe lustiger Figuren und dadurch, dass nicht nur die tatsächlichen Ereignisse, sondern auch die nur vorgestellten filmisch gezeigt werden, wird man als Zuschauer immer mal wieder an der Nase herumgeführt. Für Zuschauer, die sich an das Tempo und die Erzählkonventionen des westlichen Kinos gewöhnt sind und diese auch mögen, wird “10 Canoes” jedoch schnell etwas langweilig. Der Film dauert zwar nur eineinhalb Stunden, doch die Geschichte an sich ist mager und wird von den Erzählern daher immer wieder gestreckt und in die Länge gezogen. Trotz viel Liebe zum Detail und gut umgesetztem subtilen Humor braucht man als Zuschauer ein Interesse an der Kultur der Aborigines, reine Neugier an Exotik reicht da nicht. Lässt man sich aber auf die Besonderheiten der Geschichte aus dem australischen Busch jedoch ein, bekommt man eine witzige Geschichte mit vielen Augenzwinkern erzählt und erfährt, dass das Leben in den Sümpfen des Outbacks recht lustig sein kann.
Ausstattung
Das Bonusmaterial der DVD beschränkt sich auf den Trailer und einen sehr merkwürdigen Zusammenschnitt einiger Luftaufnahmen, der mit ‘Landkarte’ betitelt ist.
Seit dem 13. März 2008 im Handel.
Originaltitel: Ten Canoes (Australien 2006)
Regie: Rolf de Heer und Peter Djigirr
Darsteller: Crusoe Kurddal, Jamie Gulpilil, David Gulpilil, Richard Birrinbirrin
Genre: Komödie
Dauer: 92 Minuten
Sprachen: Englisch/Aborigines-Dialekt, Deutsch
Untertitel: Deutsch, Französisch
Audio: Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0
Bonusmaterial: Trailer, Landkarte
Vertrieb: Max Vision