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«Guernsey hofft, dass zum Wohle der Nachbarschaftsbeziehungen in der Region mögliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Frankreich und Jersey schnell gelöst werden können», sagte der für externe Beziehungen zuständige Minister Jonathan Le Tocq. Die Blockade des Hafens der Jersey-Hauptstadt Saint Helier am Donnerstag durch französische Fischer habe keine Auswirkungen auf Guernsey gehabt.
Mit Blick auf französische Drohungen, die Stromversorgung Jerseys lahmzulegen, das fast seinen kompletten Strom über Unterwasserkabel aus dem nahen EU-Staat bezieht, betonte Le Tocq: «Jegliche Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Beziehungen oder deren Störung, einschliesslich der Stromversorgung über das gemeinsame Energienetz der Kanalinseln, werden immer Anlass zur Sorge geben.» Auf Guernsey gebe es aber genügend Kapazitäten zur Stromerzeugung.
Guernsey ist wie Jersey als Kronbesitz kein Teil des Vereinigten Königreichs. London ist aber für die Aussen- und Sicherheitspolitik verantwortlich. Die beiden Inseln liegen 43 Kilometer auseinander.
Französische Fischer hatten mit der Blockade gegen Auflagen für Fischereilizenzen demonstriert, die sie für ungerechtfertigt halten. Hintergrund ist die Frage, ob und wie viel ausländische Fischer nach dem Brexit in britischen Gewässern fangen dürfen. Bereits in den Verhandlungen über einen Brexit-Handelspakt war dies die am heftigsten umstrittene Frage. Grossbritannien und Frankreich schickten jeweils Marineschiffe zu der Insel, die rund 25 Kilometer vor der französischen Küste liegt.
Minister Le Tocq sagte, seit dem endgültigen Brexit - also dem Ausscheiden Grossbritanniens aus der EU-Zollunion und dem Binnenmarkt - seien in Guernsey Übergangsregeln für Fischer in Kraft. «Guernsey unterhält positive und langjährige Beziehungen zu seinen französischen Nachbarn, und Diskussionen über Fischerei und andere Angelegenheiten von beiderseitigem Interesse werden weiterhin positiv behandelt», betonte Le Tocq. Blockaden oder andere Zwischenfälle würden nicht erwartet.