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Berlin, Herbst 1989: Die britische Top-Spionin Lorraine Broughton (Charlize Theron) wird von ihren Vorgesetzten in die geteilte Metropole entsandt, um eine Liste mit hochbrisanten Informationen zu sämtlichen in Berlin tätigen Geheim-Agenten aus Ost und West zu beschaffen. Dabei soll sie mit ihrem Kollegen David Percival (James McAvoy) zusammenarbeiten. Der Haken: Percival ist nicht wirklich der kollaborativ veranlagte Typ – ausserdem hat er sich etwas gar gut an den Berliner Lebensstil mit seinem pulsierenden Nachtleben und den florierenden Schwarzmärkten angepasst.
Nebst einem Kollegen, dem sie nur so weit traut, wie sie ihn werfen kann, hat Lorraine aber noch grössere Probleme: Nicht nur die Briten sind hinter der Liste her, die einen ihrer Spione als Doppelagenten enttarnen soll – besonders die Sowjets sind erpicht darauf, dem Geheimdienst ihrer Majestät einen Strich durch die Rechnung zu machen.
So kommt es während der knapp zweistündigen Laufzeit des Films zu mehr als nur einer schlag-, würge- und trittschwangeren Auseinandersetzung zwischen Broughton und ihren Gegenspielern.
Das klischeehafteste Zitat
«Trauen Sie niemandem» – diesen wertvollen Tipp bekommt die geübte Elite-Agentin Lorraine Broughton noch von ihrem Vorgesetzten mit auf den Weg, bevor er sie nach Berlin entsendet. So ähnlich hat man das zuvor schon in gefühlt zweitausendsiebenhundertdreiundachtzig anderen Agentenfilmen gehört.
Die Produzentin
Bevor die in der Nähe von Johannesburg geborene Südafrikanerin Charlize Theron zur Schauspielerei fand, verdiente sie ihr Geld in ihren Teenager-Jahren als Model und Ballett-Tänzerin. Bekanntheit auf der grossen Leinwand erlangte sie in den späten 90er-Jahren durch diverse grössere Rollen in Hollywood-Produktionen wie «The Devil’s Advocate» oder «The Cider House Rules».
2004 wurde sie für ihre Darstellung der Serien-Mörderin Aileen Wuornos in «Monster» sowohl mit einem Golden Globe als auch mit einem Oscar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. «Monster» war der erste Film, den Theron auch mitproduzierte.
Seither war die heute 42-Jährige vermehrt in actionreichen Filmen zu sehen, wie beispielsweise in George Millers post-apokalyptischem Meisterwerk «Mad Max: Fury Road» (2015). Da Parts für Action-Heldinnen in Hollywood immer noch eher zur Ausnahme als zur Regel gehören, beschloss Theron, «Atomic Blonde» gleich selbst zu produzieren.
Fakten, die man wissen sollte
Die Story von «Atomic Blonde» basiert auf dem Comic-Roman «The Coldest City» von Antony Johnston und Sam Hart. Interessanterweise ist dieser weitaus dialoglastiger gestaltet als die Adaption für die grosse Leinwand, Kämpfe bleiben die Ausnahme. Auch die kalten Neon-Farben, die den Film dominieren, sucht man vergebens – der Comic ist komplett in schwarz-weiss gehalten.
Das Urteil
«Atomic Blonde» ist prall gefüllt mit virtuos umgesetzten Kampfszenen. Das hat der Film in erster Linie Regisseur David Leitch zu verdanken – hat dieser doch selbst an gut 80 Produktionen als Stuntman mitgewirkt und seine ersten Erfahrungen hinter der Kamera bei der Action-Orgie «John Wick» gesammelt.
Darüber hinaus mag «Atomic Blonde» allerdings, abgesehen von seinem chicen – wenn auch nicht ganz organisch wirkenden – Neon-Look, nicht wirklich begeistern. Die Dialoge sind platt und ungefähr so abgetragen wie eine Jogginghose aus dem Jahr 1989, während der Plot sich neben den vielen Prügel-Sequenzen mit der Rolle des Beifahrers zufriedengibt.
Wenn Frau Theron zur Abwechslung einmal nicht damit beschäftigt ist, die Patientenaufnahmen sämtlicher Krankenhäuser beidseits der Mauer zu überfordern, sieht man ihr dabei zu, wie sie sich anzieht, umzieht, in eisgefüllte Badewannen setzt, aus eisgefüllten Badewannen heraussteigt oder sich einfach nur semi-nachdenklich in kalt beleuchteten Spiegeln ansieht. In etwa so, als würde sie sich fragen: «Wie zur Hölle habe ich John Goodman dazu gekriegt, hierbei mitzumachen?»