Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03273.jsonl.gz/2152

Minigolf –
Jugend-Europameisterschaft
Södertälje
/ Schweden
Vom 8. bis 11. August 2007 fand in Södertälje (Schweden) auf den Systemen Filz und Eternit die Jugend-EM im Minigolf statt.
Für die Schweiz angetreten sind Kai Lödding, der amtierende Jugendweltmeister Simon Marti (beide MC Eichholz Gerlafingen), Johan Duriaux (MC Lausanne), Andreas Schelling (MC Rhone), Marco Eigenmann (MC Olten), Philipp Käser (EC Bern Enge) und Roger Wicki (MC Effretikon); ferner die Geschwister Bettina und Sabrina Bürki (beide MC Neuendorf), Melanie Huber (MC Wohlen) und Maja Wicki (MC Effretikon); unterstützt wurden sie von einem vierköpfigen Betreuerstab unter der Leitung von Vitus Spescha.
Der Teamwettkampf wird über drei Tage – mit insgesamt 8 Durchgängen, abwechslungsweise Filz/Eternit – ausgetragen; parallel dazu wird eine Einzelwertung vorgenommen, anhand derer die Finalisten (die besten 32 Jungen und 16 Mädchen) für den 4. Tag ermittelt werden.
Bereits während des einwöchigen Trainings auf den beiden Anlagen kam die Vermutung auf, dass es in diesem Jahr noch schwieriger sein würde als in den Jahren zuvor, dass eines der beiden Schweizer Teams einen Podestplatz erringen könnte, bestanden doch beide Teams zur Hälfte aus Neulingen ohne internationale Turniererfahrung, so auch die Effretiker Zwillinge Maja und Roger Wicki. Die Trainingsergebnisse fielen bei einigen Spielern/Spielerinnen entsprechend hoch aus.
Zudem erwies sich die Konkurrenz aus insgesamt 11 Nationen als eher noch stärker als früher.
Doch am Mittwoch (1. Turniertag) erwischten sowohl die Jungen wie auch die Mädchen einen recht guten Start, was neue Hoffnung aufkeimen liess. Aber noch im Verlauf des 1. Wettkampftages fielen beide Teams vom anfänglich 4. (Jungen) bzw. 2. Rang (Mädchen) auf den 6. resp. 4. Zwischenrang zurück.
Den Spitzenkampf um die Medaillen bestritten klar andere Nationen: bei den Jungen wie bei den Mädchen Schweden, Deutschland und Tschechien.
Der 2. Turniertag brachte keine wesentliche Änderung: Obwohl die Schweizer beherzt und motiviert weiterkämpften und damit auch ansprechende Ergebnisse einspielten, vergrösserten sich die Punkteabstände nach vorne gar noch. Die Ränge 6 (Jungen) und 4 (Mädchen) schienen bereits fix. Es würde für beide Teams extrem schwierig werden, in den letzten beiden Teamrunden am 3. Tag auch nur einen Rang gut zu machen.
Am 3. und letzten Teamwettkampftag vermochten die Schweizer dann doch noch zu überraschen. Beide Teams erzielten je zwei gute Rundenergebnisse; vor allem Simon, der nun endlich noch zeigte, was er wirklich konnte, und Marco spielten heute sehr gut.
Für die Schweizer Jungs war der Abstand auf die Fünftplazierten aus Finnland aber leider zu gross gewesen um wirklich aufzuholen, sie beendeten den Wettkampf auf dem 6. Rang. Gold ging an Schweden, Silber an Deutschland und Bronze an Tschechien.
Die Mädchen rückten dem deutschen Team noch „gefährlich“ nahe: zum Schluss verpassten sie die Bronzemedaille nur knapp, lediglich um 5 Schläge, was am Vortag noch kaum jemand für möglich gehalten hätte!
Um den Europameistertitel wurde gar ein Stechen nötig, welches das Tschechische Mädchenteam für sich entschied. Die Tschechinnen gewannen Gold vor Schweden und Deutschland.
Für Roger Wicki, der für seine Verhältnisse gut gespielt hatte, reichte es leider nicht für die Finalqualifikation, er beendete den Wettkampf auf dem für ihn guten 39. Schlussrang. Auch Melanie Huber (19.), Johan Duriaux (41.), Philipp Käser (45.) und Kai Lödding (46.) schafften die Finalqualifikation nicht.
Maja Wicki hingegen durfte sich mit ihrem 11. Zwischenrang auf den Finaltag freuen, zusammen mit Sabrina Bürki (7.), Bettina Bürki (13.), Marco Eigenmann (5.), Simon Marti (26.) und Andreas Schelling (27.).
Die weitere Ausmarchung bis zum Europameister/zur Europameisterin wurde in diesem Jahr – statt wie bisher üblich mit Final und anschliessendem Superfinal (je eine Doppelrunde Filz und Eternit) – neu in einem Play-off ausgetragen, also im Cup-System mit Bahnengewinn – Frau gegen Frau, bzw. Mann gegen Mann, wobei jeweils nur je 9 Filz- und 9 Eternitbahnen gespielt wurden.
Im 16tel-Final der Jungs scheiterte Andreas Schelling im Duell gegen Filiph Svensson (Swe), im Achtelfinal Simon Marti gegen Anton Wikensten (Swe); Marco Eigenmann schaffte es immerhin bis in den Viertelfinal, blieb da aber gegen Max Hermann aus Deutschland hängen.
Bettina Bürki verlor im Achtelfinal gegen Andrea Hackl (A), ebenso wie Maja Wicki gegen Jana Nakladalova (Cze); Sabrina Bürki schliesslich schied im Viertelfinal gegen Simona Handlova (Cze) aus.
Die frisch gekürten Jugend-Europameister heissen Madara Kirsa (Lettland) und Max Hermann (De), die Silbermedaillengewinner Jana Nakladalova (Cze) und Martin Sjöberg(Swe), die Gewinner der Bronzemedaille schliesslich Simona Handlova (Cze) und Filiph Svensson (Swe).
Obschon beim einen oder andern Schweizer vielleicht eine leise Enttäuschung über die Ränge unserer Spielerinnen und Spieler zu spüren ist, eines haben sie alle gewonnen: eine mächtige Portion internationale Turniererfahrung!
Autor: Esther Wicki