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Die Bilanz ist eine zusammenfassende und geordnete Auflistung des Inventars. Sie zeigt auf der Aktivseite die Güter, die das Unternehmen besitzt (wo die Mittel investiert werden) und auf der Passivseite die Herkunft der im Unternehmen investierten Mittel (wer die Mittel bereitgestellt hat). Die Struktur der Bilanz ist kompakt. Zum Beispiel werden alle Viehbestände unter einem einzigen Gesamtwert in der Bilanz erscheinen. Der Kontenplan definiert eine gut strukturierte Abfolge für alle Konten. Gewöhnlich werden im Betriebskontenplan die Bilanzkonten für die Aktiven den Kontonummern 1000 bis 1999 und für Passiven den Kontonummern 2000 bis 2999 zugeteilt.
Die Struktur der Bilanz besteht aus vier Hauptblöcken. Auf der Aktivseite: Umlaufvermögen (Bargeld, Kontokorrent (nachfolgend KK) positiv, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vorräte, Tiere usw.) und Anlagevermögen (Maschinen, Gebäude, Grundstücke usw.).
Auf der Passivseite: Fremdkapital (Verbindlichkeiten (unbezahlte Rechnungen), negativer KK, Darlehen, Hypothek usw.) und Eigenkapital. Letzteres wird als Differenz zwischen den Gesamtaktiven und dem Fremdkapital berechnet. Es entspricht den Mitteln, die der Betriebsleiter für seinen eigenen Betrieb gebunden hat. Die Gesamtaktiven und die Gesamtpassiven sind immer gleich, was als "Bilanzsumme" bezeichnet wird. Es ist zu beachten, dass das Eigenkapital bis zur Einstellung der Tätigkeit und dem Verkauf zu den Bilanzwerten ein "Buchwert" bleibt.
© Lukas Blazek
Der Eigenfinanzierungsgrad (auch Eigenkapitalsanteil genannt) gibt an, wie viel des Gesamtvermögens durch Eigenkapital finanziert wird. Er wird normalerweise in % angegeben.
|Eigenfinanzierungsgrad in % = Eigenkapital/Bilanzsumme x 100|
Dieses Verhältnis, ausgedrückt in %, ist ein "Muss" in der Bilanzanalyse. Schnell berechnet, ist es jedoch notwendig, beim Lesen der Bilanz sehr vorsichtig zu sein, um das Eigenkapital zu Beginn des Jahres nicht mit dem Eigenkapital am Ende des Jahres zu verwechseln. Seine korrekte Interpretation erfordert zumindest die Kenntnis des Alters des Betreibers, im Allgemeinen sollte es am Ende der Karriere bei 60% oder mehr liegen.
Der Fremdfinanzierungsgrad (auch Fremdkapitalanteil genannt) gibt an, wie viel des Gesamtvermögens durch fremde Mittel finanziert wird. Er wird üblicherweise in % angegeben.
|Fremdfinanzierungsgrad in % = Fremdkapital / Bilanzsumme x 100|
Die Summe aus dem Eigenfinanzierungsgrad und dem Fremdfinanzierungsgrad ergibt immer 100 %. Dieses Verhältnis kann sehr hoch sein, zum Beispiel bei der Übernahme eines Betriebes mit wenig Eigenmitteln.
Der Eigen- und Fremdfinanzierungsgrad: Nuancen in der Interpretation
Die Interpretation der beiden oben dargestellten Kennzahlen ist voneinander abhängig. Das erzielte Ergebnis muss unbedingt in den allgemeinen Zusammenhang mit dem Betrieb gestellt werden. Das Alter des Inhabers ist nur ein Aspekt unter anderen. Der Stand der Investitionen in Gebäude, die Entscheidung für oder gegen einen raschen Schuldenabbau, die vor der Betriebsübergabe finanzierten Investitionen, die Rentenstrategie usw. sind alles Punkte, die bei der Interpretation dieser Kennzahlen berücksichtigt werden müssen. Im Zusammenhang mit dem Eigenkapital in der Buchhaltung ist auch zu bedenken, dass der Bilanzwert von Gebäuden und Grundstücken bei der Übernahme zum Ertragswert nach unten korrigiert werden kann.
Der Liquiditätsgrad 2 (auch als Quick-Ratio bekannt) gibt an, ob das Finanzvermögen das kurzfristige Fremdkapital deckt. Zum Finanzvermögen gehören Bargeld, positiver KK, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Debitoren) und Rechnungsabgrenzungsposten (Transitorische Aktiven). Zu dem kurzfristigen Fremdkapital gehören Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Kreditoren), negativer KK und Transitorische Passiven.
|Liquiditätsgrad 2 in % = Finanzvermögen / kurzfristiges Fremdkapital x 100|
Wenn das Ergebnis dieses Verhältnisses höher als 100% ist (120%, wenn Sie eine kleine Sicherheitsmarge vorsehen möchten), bedeutet dies, dass das Finanzvermögen höher ist als das kurzfristige Fremdkapital. Der Betriebsleiter kann seine kurzfristigen Schulden mit seinen kurzfristigen liquiden Mitteln zurückzahlen, dass bedeutet das der Betrieb zahlungsfähig ist. In der Praxis muss diese Kennzahl vorsichtig analysiert werden. Da je nach dem Stand der verbuchten Ein- und Auszahlungen der Wert schnell um mehrere hundert Prozent schwanken kann. Es ist daher ratsam, ihn in regelmäßigen Abständen zu berechnen.
Parallel zu diesem Verhältnis ist es nützlich, das Ergebnis des nettomonetären Umlaufvermögens (Finanzvermögen – Kurzfristiges Fremdkapital) in Franken zu bestimmen. In der Tat bedeutet ein Ergebnis, selbst ein komfortables, in % nicht, dass die Summe in Franken dem Finanzfluss aus der Geschäftstätigkeit entspricht und ausreicht, um unvorhergesehene Ausgaben zu decken.
Liquiditätsgrad 1 und 3, der Immobilisierungsgrad, Anlagedeckungsgrade 1 und 2, um nur einige zu nennen, sind weitere Kennzahlen, die üblicherweise im Rahmen der Bilanzanalyse berechnet werden.
Im nächsten Artikel werden die Kennzahlen im Zusammenhang mit der Analyse der Erfolgsrechnung erklärt, welche oft näher an der landwirtschaftlichen Praxis liegen.
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