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Style Guide 20. Jahrhundert
Welcher Hut zu welchem Kleid und wann passt die Knickerbockerhose? Dieser Style Guide soll ein paar allgemeine Tipps geben, wie man sich im 20. Jahrhundert gekleidet hat.
Es lohnt sich auch die vorangehenden Jahrzehnte anzusehen und die Entwicklung zu beobachten. Nicht jeder neue Trend wurde gleich von allen mitgemacht. Viele Kleidungsstücke wurden ausgetragen, besonders von ärmeren Familien. Jüngere hingegen haben sich nach Möglichkeit an der Mode orientiert um sich damit von der älteren Generation abzuheben.
100 Jahre Mode lassen sich nicht mit allen Details in wenigen Zeilen zusammenfassen. Wir haben hier jedoch versucht, die wichtigsten Entwicklungen der Mode im deutschsprachigen Raum zu beschreiben.
Für weitere Einzelheiten und auch länderspezifische Eigenheiten beraten wir Sie gerne persönlich und individuell.
Hier kann der ganze Style Guide als PDF runtergeladen werden: Style Guide 20. Jahrhundert
um 1900 / 1910er Jahre
Die Mode der Belle Epoque, welche bis etwa 1914 dauerte, war elegant und orientierte sich stark an den Gepflogenheiten des 19. Jahrhunderts. Durch die voranschreitende Industrialisierung veränderte sich die Gesellschaft. War die Mode zu Beginn auf das Erscheinungsbild ausgerichtet, wurde sie nach dem 1. Weltkrieg zunehmend praktischer.
Damen
Das allgegenwärtige Korsett schnürte die Taille teils extrem ein und führte zur damals modischen Wespentaille. Dabei wurde die Hüfte nach hinten und der Brustkorb nach vorne gedrückt. Als Grundkleidung diente ein fast bodenlanger, meist dunkler Rock, sowie eine hochgeschlossene Bluse. Tageskleider aus Leinen oder Wolle in gedeckten Farben waren ebenso hochgeschlossen und je nach Stand mehr oder weniger verziert. Abendkleider durften gerne auch etwas Ausschnitt haben und wurden aus feineren Stoffen gefertigt.
Die Haare wurden zu kunstvollen Hochsteckfrisuren geformt und mit teilweise ausladenden Damenhüten kombiniert.
Capes, Schirmchen, Handschuhe und Täschchen waren beliebte Accessoires. Zudem wurden gerne fein gearbeitete Schmuckstücke wie Broschen und Haarnadeln getragen, welche nun für viele erschwinglich wurden.
Die Reformmode der 1910er Jahre gab der Dame mehr Raum, das Korsett schnürte die Taille nicht mehr so sehr ein. Modische Damen trugen knielange Anzugjacken. Die Röcke wurden gerne mit Stufen versehen und waren nur noch knöchellang.
Die Hüte wurden noch grösser und waren oft reich mit Federn verziert.
Herren
Ohne Gilet und Hut ging der noble Herr um 1900 nicht aus dem Haus. Einfache Arbeiter nahmen das etwas lockerer, der Kopf wurde jedoch unter freiem Himmel mindestens mit einer Mütze oder einem Canotier bedeckt.
Die Dreiteiler für den Tag waren oft aus dem gleichen, meist dunklen Stoff gefertigt. Vestons wurden relativ hoch geschlossen und das Revers war zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch schmal. Schnitt und Details waren jedoch sehr individuell.
Bei gehobenen Anlässen am Abend wurde der Frack getragen, am Tag der Cut mit gestreifter Stresemannhose oder auch der Gehrock.
Der Hosenbund wurde allgemein höher geschnitten als heute und wurde von geknöpften Hosenträgern gehalten. Unter den Hosen getragene Gamaschen schützten Beine und Lederschuhe vor dem Strassenstaub.
Die Hemden waren weit geschnitten und hatten bis in die 30er Jahre meist einen Ansteckkragen, welchen man je nach Anlass wechselte.
1920er Jahre
Viele Frauen mussten während dem Krieg in die Rolle der Männer schlüpfen. Dies veränderte das Frauenbild und auch die Kleidung. In den 20er Jahren ging es den Menschen allgemein wieder besser und man feierte Feste bei denen der Charleston getanzt wurde. Mit dem Börsencrash von 1929 endete dieser Aufschwung der „goldenen 20er“ abrupt.
Damen
Das enggeschnürte Korsett wurde nun nicht mehr getragen und die Kleider wurden gerade und luftig geschnitten. Die Taille wurde optisch auf Hüfthöhe herunter gesetzt und die Brust möglichst flach gehalten. All das war eine Gegenreaktion auf die immer extremer werdende Silhouette der Jahrhundertwende.
Die Tageskleider, welche nun auch kurze Ärmel haben konnten, gingen nur noch bis kurz unter das Knie.
Am Abend präsentierte man sich in reich verzierten Kleidern mit Pailletten oder Fransen. Diese oft ärmellosen Kleider wurden mit langen Perlen- ketten, Federboas und langen Handschuhen geschmückt.
Die Damenhüte hatten meist nur noch kleine Krempen und um 1925 kam die Cloche auf - ein Hut ganz ohne Krempe. Zu Abendkleidern wurden Perlenhauben oder verzierte Stirnbänder getragen.
Die Haare trug man knabenhaft kurz, was der Frisur den Namen Bubikopf gab.
Herren
Das wohl typischste Kleidungsstück war die Knickerbockerhose. Diese gab es zwar schon länger, nun wurde sie jedoch sehr populär und wurde vom einfachen bis zum eleganten Mann getragen. Zudem wurde sie entsprechend der Mode der 20er Jahre weit geschnitten. Dazu trug man sportliche, einreihige Vestons mit aufgesetzten Taschen und Rückenfalte, oder auch nur ein Gilet.
Bei eleganten Abendanlässen wurde nach wie vor der Frack erwartet. Der Smoking existierte zwar, war bei uns jedoch noch nicht so verbreitet. Tagsüber wurden häufig dreiteilige Anzüge getragen, oft mit Nadelstreifen oder kariert. Veston und Hose waren luftig und Revers sowie Schultern breit geschnitten. Wohlhabende Herren leisteten sich auch helle Anzüge, die man nur zu speziellen Anlässen trug.
Zu sportlichen Anzügen wurden weite Ballonmützen oder Schiebermützen getragen, zu eleganteren Anzügen Filzhüte wie der breitrandige Fedora oder der Homburg. Auch der Canotier - ein flacher Strohhut - war bei allen Bevölkerungsschichten noch immer verbreitet.
1930er Jahre
Die 30er Jahre waren geprägt von der Wirtschaftskrise. Man war im Allgemeinen sparsam und machte modisch keine grossen Experimente.
Damen
Die Röcke wurden wieder etwas länger - bis etwa zur Wade - und die Taille kehrte zu ihrem natürlichen Platz zurück. Um das Budget zu schonen, wurden die Kleider schlicht geschnitten. Aus farbig bedruckten Stoffen konnte man selber einfache, aber schöne Kleider nähen. Als Verschluss kam immer mehr der Metall-Reissverschluss zum Einsatz. Oft wurden aus dekorativen Zwecken jedoch auch Knöpfe verwendet. Ältere Kleider wurden aufgefrischt oder mit einem feinen Gürtel passend gemacht. Designer von Damenmode liessen sich von der Herrenmode inspirieren - neben Kleidern mit Hemdkragen kamen auch die ersten eleganten Zweiteiler mit Rock auf. Die Damenhose war in der Gesellschaft noch nicht akzeptiert und wenn, dann nur zum Ski- oder Fahrradfahren. Damenhüte hatten feine Krempen und wurden dezent geschmückt.
Abendkleider wurden an der Schulter und am Rücken freizügiger, verzichteten jedoch meist auf reichhaltige Verzierungen.
Während bis anhin alle Kleider auf Mass oder selber gemacht wurden, gab es nun in Paris erste Geschäfte mit Mode ab der Stange. Dieser Trend setzte sich bei uns jedoch erst etwa in den 1950er Jahren durch.
Herren
Während sich die Damenmode stetig entwickelte, blieben die Änderungen bei den Herren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts überschaubar.
Wie schon in den 20er Jahren waren zweireihige Anzüge allgegenwärtig - nicht nur bei Mafiosi. Aufgesetzte Taschen und Hosen mit Aufschlägen waren beliebt. Während die Schultern immer noch breit geschnitten und mit Schulterpolstern betont wurden, war die Taille nun etwas enger. Die Hosen hatten normalerweise Bundfalten und eine beachtliche Weite.
Bei sportlichen Anlässen und Gartenpartys sah man weisse Hosen mit Pullunder, buntem Sportveston und edle Strohhüte.
Als Abendgarderobe löste der etwas lockerere Smoking allmählich den Frack ab. Unter der Smokingjacke wurde ein Kummerbund oder ein tiefgeschnittenes Gilet getragen. Sowohl Gilet wie auch Jacke konnten ein- oder zweireihig sein. Hemden wie wir sie heute tragen setzten sich durch, da sie praktischer waren als solche mit Ansteckkragen. Diese und weitere Accessoires wie Krawatten bis hin zur Unterwäsche konnte man nun bequem aus Katalogen bestellen.
Je nach Anzug wurden elegante Lederschuhe oder zweifarbige Schuhe getragen.
1940er Jahre
Da Stoffe wie viele andere Dinge rationiert waren, war man zurückhaltend mit neuen Kleidungsstücken und so schritt zu Beginn auch die modische Entwicklung nur langsam voran.
Damen
Die Damenmode der ersten Jahre der 40er war eher schlicht. Die Länge der Tages- und Abendkleider wurde auf Unterknie-Länge gekürzt - auch um Stoff zu sparen. Der Verschluss von Kleidern war oft seitlich unter dem Arm untergebracht.
Die Annäherung der Damenmode an die Herren schritt während des Krieges weiter voran. Am deutlichsten zeigte sich dies wohl bei der nun langsam akzeptierten Damenhose mit Bundfalten und weitem Saum. Viele Damenensembles und Kleider hatten breite Schultern mit Polstern. Vestons hatten oft Dreiviertel-Ärmel, während Blusen und Kleider gerne kurze Puffärmel hatten. Broschen und feine Halsketten verliehen der Trägerin Eleganz. Als einfache Möglichkeit ein schlichtes Kleid aufzuwerten, wurden immer noch gerne Hüte getragen. Die Haare wurden mittellang getragen und kunstvoll in Wellen gelegt.
Gegen Ende der 40er Jahre entwickelte sich die Mode aufs Neue weiter. Es konnte mehr und kostbarerer Stoff verwendet werden, die Wespentaille kam wieder auf und die Röcke wurden weiter.
Herren
Mit den Amerikanern kamen neue Einflüsse nach Europa. Sie brachten das T-Shirt und bunte Flanellhemden mit, welche ohne Krawatte und manchmal nicht einmal in der Hose getragen wurden. Diese Kleidungsstücke wurden hauptsächlich in der Freizeit getragen und es dauerte in Europa noch ein paar Jahre bis der neuartige Stil sich von der Jugend auf die Allgemeinheit übertrug. Während bisher zwischen Tages- und eleganterer Abendkleidung unterschieden wurde, behielten nun die Herren auch am Abend ihre Tagesanzüge an. Es sei denn, ein formeller Anlass verlangte nach Abendgarderobe. Die Anzüge wurden zunehmend sportlicher, es wurden gerne fein karierte Stoffe verwendet. Ein gestrickter Pullunder ersetzte für lockere Anlässe oft das Gilet. Während bisher die Hosen mit Knöpfen geschlossen wurden, wurden nun auch Metall-Reissverschlüsse verwendet.
Noch immer trug der Herr auf der Strasse einen Hut. Der Fedora mit mittlerer Krempe oder der Homburg-Hut waren am verbreitetsten.
1950er Jahre
Der zunehmende Wohlstand wirkte sich auf die Vielfalt der Mode aus.
Damen
Die Mode der 50er Jahre war feminin, lebhaft und abwechslungsreich. Die enge Taille wurde gerne mit weichen Korsetts geformt und mit einem Gürtel betont. Bei eleganten Anlässen waren 2-teilige Ensembles aus fein gemustertem Wollstoff beliebt. Für sportliche Kleider wurden bedruckte Stoffe verwendet, besonders mit Punkten und Blumen.
Die Designer der Zeit liessen ihrer Fantasie freien Lauf. Sie kreierten aufwendige Schnitte und schmückten die Kleider mit Knöpfen und Taschen an ungewöhnlichen Orten. Schicke Accessoires wie kurze Handschuhe, enganliegende Perlenketten, Kopftücher und Ballerina-Schuhe mit gerollten Söckchen waren im Trend. Abendkleider wurden pompöser und konnten nun auch trägerlos sein. Dazu wurden gerne Pelzstolas oder -capes getragen.
Ab Mitte der 50er Jahre wurden die Röcke weiter und von Petticoats gehalten. Tageskleider hatten meist nur noch kurze oder gar keine Ärmel. Modische junge Damen trugen hochgeschnittene dreiviertel Caprihosen und vereinzelt auch Jeanshosen.
Zu eleganten Ensembles wurden kleine Hüte mit feinen Netzchenschleiern oder Federn getragen.
Herren
Im Verlauf der 50er Jahre fand ein Wandel in der Herrenbekleidung statt - man kam weg vom eher formellen Anzug, wie er seit Jahrzehnten getragen wurde und bevorzugte legere Freizeitbekleidung. Für den Geschäftsmann waren jedoch graue Flanellanzüge der Standard. Fein karierte Anzüge waren ebenso beliebt. Vestons wurden auch aus Manchester oder Samt angeboten.
Modische Hemden gab es nun in vielen Farben und mit länglichem, spitzen Kragen. In der Freizeit wurden sie offen und ohne Krawatte getragen.
Jeans-Hosen kamen auch in Europa langsam auf. Sie waren wie alle Hosen der Zeit höher geschnitten als heute. Zu Beginn wurden sie nur von der rebellierenden Jugend getragen - genauso wie Lederjacken, Turnschuhe und einfache T-Shirts - erfreuten sich jedoch bald grosser Beliebtheit.
Elegante und ältere Herren trugen immer noch gerne einen Hut. Bei der jüngeren Generation verlor er hingegen Ende der 50er Jahre langsam an Bedeutung.
1960er Jahre
Enge Silhouetten mit schmalen Schnitten brachten einen Wandel in der Mode - bei den Damen und den Herren.
Damen
Das klassische Deuxpièces war für elegante Frauen ein Muss. Das Jacket wurde ähnlich wie die Herrenvestons geschnitten und oft mit grossen Knöpfen geschlossen. Die eng anliegenden Röcke gingen bis etwa zum Knie und waren aus dem gleichen Stoff wie das Jacket - meist Wollstoff. Den engen Schnitten entsprechend wurden auch Gürtelchen, Hüte und Handtaschen feiner.
Ab der zweiten Hälfte waren einteilige Etui- oder Bleistiftkleider beliebt, welche am Rücken mit Nylon-Reissverschluss geschlossen wurden. Diese enganliegenden Kleider waren zwar schlicht und kamen ohne grosse Verzierungen aus. Sie wirkten jedoch elegant und bestachen oft durch knallige Farben oder starke Kontraste welche von der populären Op-Art inspiriert waren. Dazu wurden kurz geschnittene Jäckchen in passender Farbe getragen.
Damenhosen aus Woll- oder Jeansstoff verbreiteten sich zunehmend. Gegen Ende der 60er Jahre kamen Miniröcke auf, welche über dem Knie endeten und zu Beginn noch sehr skandalös wirkten.
Die toupierten Haare wurden mit kleinen Stoff-Hüten ohne Krempe geschmückt.
Herren
Nach einigen Jahrzenten mit eher weiten Schnitten wurde in den 60er Jahren vieles wieder enger und feiner. Bei den Vestons wurden Einreiher mit engen Schultern ohne Schulterpolster bevorzugt. Die Revers waren schmal.
Dazu wurden schmale Krawatten getragen, welche unten oft gerade geschnitten waren. Auch die locker geschlossene Ascotkrawatte war im Trend.
Um ein langes, gerades Aussehen zu verstärken, wurden die Vestons teilweise etwas länger. Schräg geschnittene Taschen waren im Trend. Die Hosen waren nun eng, nicht mehr so hoch geschnitten und die Bundfalten fielen weg.
Die Farbpalette für Anzüge und Hemden wurde zunehmend bunter und knalliger.
Mit seiner schmalen Krempe war der Trilby Hut beliebt, auch wenn Hüte nicht mehr so oft getragen wurden. In England gingen Banker hingegen immer noch mit Melone zur Arbeit.
Von all den Anzügen des 20. Jahrhunderts kommt ein Anzug der frühen 60er Jahre einem unserer Zeit am nächsten.
In der Freizeit ersetzten gemütliche Lumber und Polo-Shirts nach und nach den Anzug mit Hemd.
1970er Jahre
Die 70er Jahre waren eine wilde und befreite Zeit. Nach der eher einengenden Mode der 60er Jahre kamen nun weite, flattrige Kleider und ungezwungene Anzüge mit Schlaghosen.
Damen
Was die Hippie und Flower Power Bewegung startete, wurde nun populär - die Kleidervorschriften fielen weg und alles war möglich: Flattrige Kleider mit Glockenärmeln in wilden Stoffmustern und eng-taillierte Schlaghosen aus Jeans- oder Manchesterstoff. Diese wurden zu Beginn eher von Jungen getragen, fanden jedoch auch bald in der Mode ihren Platz. Im Trend war auch Gestricktes und Gehäkeltes sowie Kleider mit folkloristischen Elementen aus Ländern wie Indien oder Ungarn.
Nach dem Minirock kamen nun auch die Hotpants auf und es wurde so viel Bein wie selten bisher gezeigt. Dazu wurden gerne hochgeschlossene Plateaustiefel getragen.
Für die Disko trug Frau auffällige Overalls und Glitzer-Kleider, welche nun immer mehr aus Polyester hergestellt wurden.
Lange Hosen wurden nun für Damen auch bei der Arbeit akzeptiert und mit bunten Foulards und Blusen mit weiten Kragen kombiniert. Die Haare wurden gerne lange und offen getragen oder mit Bändern und Kopftüchern zusammen gebunden. Zu Sommerkleidern trug man Hüte mit ausladender, weicher Krempe.
Herren
In der Mode der 70er Jahre konnte es nicht ausgefallen genug sein - alles war möglich. Die Herrenanzüge hatten weiterhin einen eher engen Schnitt, fielen jedoch mit breiten Revers und unten weit offenen Schlaghosen auf. Jeansjacken und sportliche Jacken waren als Alternative zum Veston sehr beliebt. Gilets waren zum Anzug nicht zwingend, dafür in der Freizeit in Form von Fellgilets oder gestrickten Pullundern beliebt. Ebenso Latzhosen und Overalls. Hemden hatten einen langen Kragen, der spitz oder rund sein konnte und waren nun öfters aus Polyester. Die obersten Knöpfe wurden gerne offen gelassen. Wenn hingegen eine Krawatte getragen werden musste, wählte man eine sehr breite aus.
Farben, Stoffmuster und Kombinationen konnten nicht schrill genug sein, erst recht beim Disko-Outfit.
Der elegante Hut verlor in den 70er Jahren an Bedeutung. Als Alternative kam bei den Jungen vereinzelt die Baseballcap auf.
Runde Plateauschuhe mit Ziernähten waren sehr angesagt.
1980/90erer Jahre
In den 80er Jahren teilte sich die Mode wieder mehr in sportliche und elegante Kleidung.
Damen
Zu Beginn der 80er Jahre war Aerobic in aller Munde und aus der Trainings-Kleidung wurde eine eigene Mode. Diese wurde auch auf der Strasse getragen - zusammen mit Sneakers. Diese Sportschuhe gab es zwar schon länger, sie verbreiteten sich nun jedoch rasant.
Bei der Arbeit zogen sich die Damen hingegen eleganter an, um ernst genommen zu werden. Dezente Zweiteiler mit knielangem Rock oder weiten Hosen waren der Standard.
Ab Mitte des Jahrzehnts wurde die sportliche Mode bunter und schriller: Neonfarbige Leggins, enge bauchfreie Tops, elastische Stirnbänder und Arm- und Beinstulpen liessen die Trägerin auffallen.
Gleichzeitig wurde die elegante Mode maskuliner: die Schultern wurden mit dicken Schulter- polstern betont - bei Kleidern, Jacken, Blusen und sogar bei Pullovern. Die Oberteile waren teilweise bewusst übergross.
Die Hosen hatten eine hohe Taille, weite Hüften mit Bundfalten und wurden unten wieder enger, was ihnen den Übernahmen „Karottenhosen“ einbrachte. Sie waren bevorzugt aus Jeansstoff oder in Pastellfarben.
Herren
Die Kleidung wurde nach den schrillen 70ern dezenter und die Farben wieder gedeckter. Wie bei den Damen war auch bei den Herren Sportkleidung beliebt - Traineranzüge, kurze Sportjacken, ärmellose Shirts, kurze Nylonhosen und dazu weisse Socken.
Hemden und Poloshirts waren vorwiegend aus Polyester und teilweise aus Samt.
Bereits in der 2. Hälfte kleidete man sich wieder auffälliger. Breite Schulterpolster kamen auf und die Hosen waren besonders im oberen Bereich weit und hatten Bundfalten. Jeanshosen wurden wieder höher geschnitten, waren allerdings nicht so weit wie die restlichen Hosen.
Unter dem Anzug trug man bunte Hemden oder T-Shirts. Für die Freizeit waren bedruckte Seidenhemden wie das Hawaiihemd beliebt, grelle Farben waren allgemein im Trend.
Man zog sich bei Gelegenheit gerne wieder eleganter an, besonders beliebt waren zweireihige Vestons. Diese hatten grosse Schulterpolster und waren in erdigen Farben oder dunkel, gerne auch mit feinen Nadelstreifen. Gilets wurden eher selten getragen.
Die Mode der 90er Jahre blieb lange ähnlich wie in den 80er Jahren. Mit der Zeit wurden die Schulterpolster wieder kleiner. Die Jeans wurde zur wichtigsten Hose der Freizeit und neben dem T-Shirt gab es für Frauen auch Tops mit feinen Trägern. Auch Rollkragen- und Kapuzenpullover waren beliebt, letztere vorwiegend bei Jungen.
Wir beschäftigen uns seit 1882 mit der Mode aus vergangenen Zeiten. Dank dieser langen Firmengeschichte können wir neben der Erfahrung auch auf viele originale Kleidungsstücke und Accessoires zurückgreifen.
Neben diesen Originalen machen Reproduktionen oder Kleider im Stil einer gewissen Zeit einen grossen Teil unserer über 40‘000 Kleider und Anzüge im Verleih-Fundus aus. Dazu mischen sich neben den passenden Accessoires wie Schuhe, Taschen oder Schmuck auch Fantasie-Kostüme, so dass wir ein umfassendes Bekleidungsangebot für alle Bedürfnisse anbieten können.
Bei der Darstellung einer gewissen Zeit legen wir Wert auf die Details und nehmen uns dafür gerne Zeit und recherchieren bei Bedarf in unserer umfassenden Bibliothek.