Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03553.jsonl.gz/1422

mehr
mittleren und tieferen Teile des Kantons werden ziemlich häufig vom Maikäfer (Melolontha vulgaris) heimgesucht.
Land- u. Süsswassermollusken sind zahlreich, obwohl das kantonale Museum in Freiburg deren erst 42 Arten und Abarten besitzt, so u. a. die Muschel Anodonta cellensis var. elongata, die sich im ehemaligen Weier von Freiburg in prachtvollen Exemplaren vorfand. Seit einigen Jahren wird auch die gemeine Weinbergschnecke (Helix pomatia) in ziemlich grossem Massstab gezüchtet und auf den Markt gebracht.
Unter den Würmern wären zu nennen der im kleinen Lac de Lussy (bei Châtel Saint Denis) lebende Blutegel (Hirudo officinalis) und ein anderer Egel (Piscicola geometra), der als Schmarotzer auf gewissen Fischen der Saane (besonders auf Forellen) angetroffen wird. Die Quellen um den Schwarzsee beherbergen den Gordius aquaticus; nicht selten sind auch Spulwurm (Ascaris lumbricoides) und Bandwurm (Bothriocephalus latus).
Ungenügend bekannt ist ferner die mikroskopische Tierwelt; immerhin hat Dr. O. E. Imhof seiner Zeit eine Liste der von ihm im Murtensee, Schwarzsee und im Weier von Granges sur Marly beobachteten Arten veröffentlicht.
Trotzdem das jagdbare Wild nicht sehr zahlreich zu sein scheint, sind im Kanton Freiburg im Jahre 1900 doch 271 Jagdpatente im Gebührenwert von 11692 Franken erteilt worden. 1901 haben die Jagd dem Fiskus 13965 Franken und die Fischerei (Pacht und verschiedene Freikarten) 8481 Franken eingebracht. In dieser Summe ist der Wert der ausgesetzten jungen Fischchen nicht mit inbegriffen.
(Prof. M. Musy.)
Bevölkerung.
Die die heutige Bevölkerung des Kantons Freiburg zusammensetzenden Elemente sind in anthropologischer wie ethnographischer Hinsicht von einander stark verschieden. Sowohl im französischen als im deutschen Kantonsteil herrscht der braune Typus allgemein vor dem blonden vor. Die blondhaarigen und blauäugigen Individuen bilden einen verschwindend kleinen Prozentsatz der Gesamtbevölkerung und werden noch am ehesten im oberen Greierzerland angetroffen.
Der Freiburger ist im Allgemeinen von kräftigem Körperbau. Nicht selten kann man dagegen von Ort zu Ort beträchtlich schwankende Unterschiede in der Körperlänge beobachten. Nach der sanitarischen Rekrutenuntersuchung findet man im Greierzerlande die grössten und im deutschen Teile des Kantons die kleinsten Männer. Von den heute jährlich zur Rekrutierung stellungspflichtigen 1200 jungen Männern erweisen sich durchschnittlich je 50-54% als zum Militärdienst tauglich.
Wenn einzelne Kantonsteile diesbezüglich eine kleinere Prozentziffer aufweisen, so rührt dies zum grossen Teil von ungenügender Ernährung u. vom Alkoholmissbrauch her. Die Städte liefern im Durchschnitt einen grössern Prozentsatz von Diensttauglichen als die Landschaft; doch ist umgekehrt die mittlere Lebensdauer hier eine höhere als dort. In dieser Beziehung stehen die Bezirke Veveyse, Broye und Glâne besonders günstig da. Die Kindersterblichkeit erreicht dagegen mit etwa 19,5% aller lebendgeborenen Kinder ihr Maximum im Bezirk Broye, während sie im Bezirk See und Sense am kleinsten ist.
Unsicher ist die Herkunft der ursprünglichen Bevölkerung des Kantons, doch steht ausser Zweifel, dass das Uechtland schon lange Zeit vor dem Auftauchen der Alemannen und Burgunder in beinahe allen seinen Teilen besiedelt gewesen ist. Auf Grund der im letzten Jahre angestellten archäologischen Nachforschungen u. Ausgrabungen lässt sich die älteste Siedelungsgeschichte folgendermassen zusammenfassen: zur Steinzeit waren blos die Pfahlbauten im Neuenburger- und Murtensee bewohnt, zur Bronzezeit hatten sich bereits neben den Pfahlbauten zahlreiche Siedelungen auf dem festen Lande gebildet, u. zur Eisenzeit bewohnte eine immer zahlreicher werdende Bevölkerung schon beinahe das ganze tiefer gelegene Gebiet des heutigen Kantons.
Dauerndere Spuren hat in unserem Lande, besonders in den um Avenches (Wiflisburg) gelegenen Abschnitten, die Herrschaft der Römer hinterlassen. Die grosse Bedeutung der hier bestehenden Römersiedelungen wird illustriert durch die das ganze Thal der Broye bis über Murten hinaus durchziehende Römerstrasse nach Petinesca beim Bielersee, durch den in Cormérod aufgefundenen Minotaurus, die Mosaike von Cheyres, eine ganze Reihe von Ruinen römischer Bauwerke und endlich auch durch die vielen aus dieser Zeit stammenden und heute noch erhaltenen Ortsnamen. Um die Mitte des 5. Jahrhunderts n. Chr. folgte in der Schweiz auf die Herrschaft der Römer die der beiden germanischen Stämme der Alemannen und Burgunder.
Von einer Besitzergreifung des Freiburger Bodens durch die Alemannen gibt uns die Geschichte keine Kunde; die ältesten erhaltenen Urkunden zeigen uns das Land als Teil des ersten und dann des zweiten Burgunderreiches, worauf es 1032 dem deutschen Kaiserreich angegliedert wurde. Aus diesen Angaben geht hervor, dass die heutige Freiburger Bevölkerung einer fortwährenden Vermischung der verschiedenen hier zeitlich sich ablösenden Volksstämme ihren Ursprung verdankt.
Die eidgenössische Volkszählung vom hat für den Kanton Freiburg und seine einzelnen Bezirke folgende Bevölkerungszahlen ergeben:
|Ew.|
|Bezirk Broye||14786|
|Glâne||14306|
|Greierz||23111|
|Saane||33107|
|See||15471|
|Sense||18768|
|Vivisbach||8402|
|Kanton Freiburg:||127951|
Auf je 1000 Ew. entfallen 507 Männer und 493 Frauen;
ferner 470 Ortsbürger, 351 Kantonsbürger, 143 Schweizer aus anderen Kantonen und 36 Ausländer;
849