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In Zurzach steht fast inmitten des Fleckens ein Haus, genannt das weisse Rössli. Der Eingang in dasselbe führt durch ein kleines Vordergebäude, welches ehemals zur Messzeit als Magazin diente. Um Mitternacht vor hohen Festtagen, so berichtet die dortige Waschfrau Magdalene, schreitet eine hohe schneeweisse Frau aus diesem Vorhöflein heraus und begibt sich zum sogenannten mittleren Brunnen auf dem Markte. Hier spült sie ihr Weisszeug aufs sorgfältigste, und stolzen Ganges kehrt sie auf den Vorhof zurück. Wenn eine reine Jungfrau sie beim Brunnen anreden möchte, so würde sie erlöst sein. Und dies müsse wohl geschehen sein, heisst es, denn seit manchem Jahre hat man „die weisse Frau" nicht mehr gesehen.
(Mitgeteilt von Hr. Lehrer Herzog in Aarau.)
Sage aus Zurzach
Band 3.2, Quelle: Ernst L. Rochholz, Naturmythen, Neue Schweizer Sagen, Leipzig 1962, S. 139 - 139
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch.