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Weil er eine Frau vor einem Sexualtäter beschützte, ist der 31-jährige Dübendorfer Remo Schmid am Freitag mit dem "Beobachter Prix Courage" 2017 ausgezeichnet worden. Sein beherztes Eingreifen bewahrte die Frau wahrscheinlich vor einer Vergewaltigung.
Im vergangenen Sommer hörte Schmid mitten in der Nacht durch die geöffneten Fenster die Hilfe-Schreie einer Frau. Er rannte hinaus und entdeckte bei der Bushaltestelle vor dem Haus einen Mann - vor ihm eine weinende Frau, die aus der Nase blutete.
Schmid zögerte nicht, zerrte den Schläger weg und wurde daraufhin selber verprügelt. Doch es gelang ihm, den Mann mit Hilfe eines herbeigeeilten Nachbars zu Boden zu drücken und festzuhalten, bis die Polizei eintraf.
Dank seines beherzten Eingreifens habe er die Frau mit grösster Wahrscheinlichkeit vor einer Vergewaltigung bewahrt, schreibt der "Beobachter" in seiner Mitteilung. Für seinen Einsatz erhält Schmid den mit 15'000 Franken dotierten "Prix Courage".
Zivilcourage gegen sexualisierte Gewalt
SP-Ständerätin und Jury-Präsidentin Pascale Bruderer sagte in ihrer Laudatio, dass Zivilcourage wie sie Remo Schmid bewiesen habe, immer wichtiger werde. Sexualisierte Gewalt nehme zu und werde auch in alltäglichen Situationen zum Thema. Schmid habe viel Risiko auf sich genommen, um jemandem zu helfen. "In unseren Augen eine Heldentat."
Als "Held" fühlte sich Schmid bei seiner Tat allerdings nicht. "Man ist schon ein bisschen auf sich alleine gestellt", sagte er. Ihm ist der Begriff "Helfer" denn auch sympathischer.
Ein "Helfer" wurde an diesem Abend auch mit Pfarrer Sieber geehrt. Er erhielt den mit 10'000 Franken dotierten "Lifetime Award" für sein Lebenswerk. Der 90-Jährige setze sich schon sein ganzes Leben für Menschen in Not ein, für Obdachlose, Randständige, Drogensüchtige, begründete die "Beobachter"-Redaktion ihre Wahl.
Pfarrer Ernst Sieber und seine Sozialwerke seien als Begriffe längst so vertraut, dass man das Angebot als selbstverständlich erachte. Aber ohne Sieber gäbe es wichtige Angebote für Menschen am Rande der Gesellschaft nicht.
Die diesjährige Preisübergabe war die letzte von Jurypräsidentin Bruderer. Sie tritt aus Zeitgründen zurück. Wer ihre Nachfolge übernimmt, gibt der "Beobachter" Anfang 2018 bekannt.