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Die Sozialisten haben bei den Parlamentswahlen in Frankreich einen überwältigenden Sieg errungen. Auch die Front National geht als Wahlsieger hervor.
Frankreichs Sozialisten stehen vor einem historischen Wahlsieg: Gemäss Hochrechnungen errangen sie erstmals die Mehrheit im Abgeordnetenhaus seit 1981, dem Beginn der Präsidentschaft von François Mitterrand.
Gemäss Hochrechnungen des französischen Fernsehsenders «France 2» kommen die Sozialisten (PS) von Präsident François Hollande und diverse linke Verbündete auf 308 Sitze, die konservative UMP auf 212, die Grünen auf 20, die Linksfront auf 13 und der rechtsextreme Front National (FN) auf 2 bis 4 Mandate.
Bislang dominierte in der ersten Parlamentskammer die Partei UMP des abgewählten Präsidenten Nicolas Sarkozy. Der Wahlsieg der Sozialisten ist auch eine Premiere: Zum ersten Mal dominieren die Sozialisten beide Parlamentskammern Frankreichs.
Marine Le Pen nicht gewählt
Mehrere Minister der Regierung von Jean-Marc Ayrault wurden gewählt oder wiedergewählt. So etwa Wirtschafts- und Finanzminister Pierre Moscovici, der in dem an die Schweiz grenzenden Département Doubs seinen Sitz verteidigen konnte.
Der Front National (FN) von Marine Le Pen schaffte erstmals seit 1997 wieder den Einzug ins Parlament. Marine Le Pens Nichte, die 22-jährige Marion Maréchal-Le Pen, errang einen FN-Parlamentssitz. Dagegen verlor Parteichefin Marine Le Pen in Hénin-Beaumont gegen den Sozialisten Philippe Kemel hauchdünn.
Der frühere Präsidentschaftskandidat François Bayrou der Zentrumsbewegung Modem verlor seinen Sitz, ebenso die frühere UMP-Ministerin Nadine Morano. Eine weitere prominente Verliererin ist die Sozialistin Ségolène Royal. Sie unterlag in La Rochelle dem Sozialisten Oliver Falorni, der nicht zugunsten Royals auf eine Kandidatur verzichten wollte. Royal sprach von einem «Verrat».
Die Lebensgefährtin von Präsident Hollande, Valérie Trierweiler, hatte per Twitter ihren Vorzug für Royals Gegenspieler ausgedrückt und damit einen heftigen Wirbel ausgelöst. Royal war die frühere Partnerin Hollandes. Aus ihrer Beziehung stammen vier Kinder.
Etwas mehr als einen Monat nach der Präsidentenwahl waren bei den Wahlen zur Nationalversammlung rund 46 Millionen Franzosen dazu aufgerufen, die 577 Sitze der ersten Parlamentskammer neu zu vergeben.
Um bereits im ersten Wahlgang gewählt zu werden, brauchten die Kandidaten eine absolute Mehrheit in ihrem Wahlkreis. Dies schafften jedoch nur 36. In den anderen Wahlkreisen gab es an diesem Sonntag eine zweite Runde mit all jenen Kandidaten, die mindestens 12,5 Prozent der Stimmen der eingeschriebenen Wähler erhalten hatten.
(muv/sda)