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Essanfälle, auch bekannt unter dem Begriff „binge-eating“ zeichnen sich durch Episoden übermässigen Essens aus. Während eines Essanfalls, bei welchem grosse Mengen an Nahrungsmitteln in einem kurzen Zeitraum konsumiert werden, erleben Betroffene einen Kontrollverlust über ihr Essverhalten und essen häufig, bis ein unangenehmes Völlegefühl eintritt. Anschliessend folgen meist Scham-, Ekel- und Schuldgefühle gegenüber sich selbst. Im Gegensatz zu einer Bulimie, bei der Betroffene die Kalorienzufuhr nach einem Essanfall durch Massnahmen, wie z.B. durch Erbrechen, Fasten oder übermässigen Sport versuchen wieder auszugleichen, wenden BES-Betroffene solche Gegenmassnahmen nicht regelmässig an. Treten Essanfälle regelmässig auf, so kann dies in einer Binge-Eating-Störung (BES) resultieren, welche die häufigste Essstörung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen darstellt und von der junge Männer fast so häufig betroffen sind wie junge Frauen.
Obwohl die Binge Eating Störung durch Psychotherapie wirksam behandelt werden kann, erschwert der Mangel an Behandlungsangeboten und die Scham, über Essanfälle zu sprechen, vor allem jungen Erwachsenen den Zugang zu psychotherapeutischer Hilfe.
Die Arbeitsgruppe für Klinische Psychologie und Psychotherapie, der Universität Fribourg unter der Leitung von Prof. Dr. Simone Munsch führt derzeit die i-BEAT-Studie zu Essanfällen bei Jugendlichen und junge Erwachsene durch, mit dem Ziel die psychische Gesundheit sowie Auslöser von Binge Eating zu untersuchen.
Im Rahmen dieser Studie wird ein spezialisiertes Online-Behandlungsprogramm für junge Menschen im Alter von 14-24 Jahren mit regelmäßigen Essanfällen angeboten. Das Behandlungsprogramm ist ein angeleitetes Selbsthilfeprogramm und wird über das Internet vermittelt. Das bedeutet, dass Teilnehmer:innen eigenständig insgesamt 12 wöchentliche Online-Sitzungen bearbeiten, zu denen Sie jeweils von geschulten Fachpersonen eine schriftliche Rückmeldung sowie zusätzliche Anregungen erhalten. Die Teilnehmenden erlernen in zwei Modulen, was Essanfälle sind, wie sie diese erkennen und reduzieren können. Des Weiteren wird der Umgang mit unangenehmen Emotionen trainiert.
Die i-BEAT Studie läuft und es können noch Teilnehmer:innen im Alter zwischen 14-24 Jahren für das i-BEAT Online-Behandlungsprogramm aufgenommen werden. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Weitere Informationen und das Anmeldeformular finden Sie auf unserer Webseite (hier klicken). Kontaktieren Sie uns zudem gerne bei Fragen unter <email-pii>
Anna Rauen (Doktorandin im i-BEAT Projekt)
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