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Das Fagott gehört zur Familie der Holzblasinstrumente. Der Name stammt wahrscheinlich aus dem Italienischen: il fagotto = das Bündel (von Röhren).
Geschichtliches
Die musikalische Voraussetzung für den Bau von Bassinstrumenten war die Einführung der Bassstimme im Chor um 1450. Das Fagott entstand aus dem Bedürfnis nach einem tiefen und beweglichen Blasinstrument, das klanglich gut in den Holzbläserchor passte
Kanonikus Afranio baute um 1520 ein Instrument namens Phagotum, welches bei seiner Vorführung bereits fagotto genannt wurde.
Tonerzeugung
Wie die Oboe gehört auch das Fagott zu den Doppelrohrblattinstrumenten. Der Ton wird mit einem Mundstück erzeugt, das aus zwei zusammengebundenen Schilfrohrblättern gebaut ist. Jeder tüchtige Fagottist baut sich mit der Zeit diese Mundstücke selbst, was jedoch einiges Geschick voraussetzt.
Bau und Aussehen
Fagotte werden heute grundsätzlich auf zwei verschiedene Arten gebaut: Es gibt das französische und das deutsche System. Die beiden Typen unterscheiden sich geringfügig im Bau sowie in der Klangfarbe. Ein deutsches Fagott (Heckelsystem)klingt eher dunkel und voll, wogegen ein französisches etwas nasaler tönt und somit klanglich näher beim Fagott der Barockzeit ist. Verantwortlich für die Entwicklung des deutschen Systems waren vor allem der Fagottist Karl Almenräder (1786-1843) und Johann Adam Heckel (1812-1877).
Zum Bau eines Fagotts benutzt man möglichst gleichmässig gefasertes, nicht zu schnell gewachsenes und sehr lange getrocknetes Ahornholz. In die entsprechend zugeschnittenen Rohstücke wird dann in jahrelanger Arbeit allmählich die Röhre gebohrt, wobei in ständiger Beobachtung jene Stücke, die sich verändern, ausgeschieden werden. Der Bau in Teilen wurde um 1650 ungefähr gleichzeitig wie bei Flöten und Oboen üblich.
Verwendung in der Musik
In der Renaissance- und Barockmusik wird das Fagott fast ausschließlich als Generalbassinstrument eingesetzt. Eine wichtige Epoche begann um 1700, als das Fagott vermehrt auch als selbständiges Soloinstrument verwendet wurde. In der Klassik emanzipiert sich das Fagott als Orchesterinstrument und wird als Melodieinstrument den anderen Holzbläsern gleichgestellt. Im 20. Jahrhundert entstehen wichtige Werke. Dank der teils mysteriösen und geheimnisvollen Klangfarbe hat das Instrument vermehrt Eingang in moderne alternative Musikrichtungen gefunden.
Voraussetzungen
Die Liebe zum Bass ist die einzige wirklich wichtige Anforderung an die Fagottschüler.
Anschaffung / Miete:
Mietgebühr: ab CHF 65.- pro Monat.
Kauf: ab ca. 6000 CHF
(Text: Matthias Bühlmann)