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Nordkorea kann nach Einschätzung von Experten in den kommenden Wochen möglicherweise einen neuen Reaktor in Betrieb nehmen. Das US-Korea-Institut vermutet, dass der «experimentelle Leichtwasserreaktor» in Yongbyon kurz vor der Fertigstellung stehe.
Satellitenbilder hätten gezeigt, dass Nordkorea die letzten Aussenarbeiten an dem Reaktor ausführe, hiess es auf der Website «38 North» des Instituts. Zwar scheine es, dass der Reaktor in erster Linie der Stromerzeugung dienen soll. Doch sei auch die Produktion von Plutonium zum Bau von Atomwaffen möglich.
Immer wieder neue Spannungen
Falls Nordkorea über den nötigen Kernbrennstoff verfüge, könnte die Startphase bereits in den nächsten Wochen beginnen. In der Anlage zur Urananreicherung in Yongbyon könnte Nordkorea bereits ausreichend niedrig angereichertes Material produziert haben, um den Reaktor damit mehrere Jahre zu betreiben. Das sei jedoch unklar.
Der Streit um Nordkoreas Atomprogramm hatte sich zuletzt zugespitzt. Angesichts der Ausweitung von UNO-Sanktionen wegen seines Atomtests im Februar hatte Pjöngjang den USA mit einem Atomschlag gedroht und den «Kriegszustand» mit Südkorea ausgerufen.
Weitere Provokation
Das Oberste Gericht Nordkoreas hat einen Amerikaner wegen «feindseliger Handlungen» zu 15 Jahre Zwangsarbeit verurteilt. Was ihm im Detail zur Last gelegt wird, ist unklar. Die Verurteilung fällt in die schwere Krise zwischen Washington und Pjöngjang. Beobachter glauben, dass Pjöngjang den Amerikaner als Verhandlungskarte nutzt.