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Einmal mehr bringt uns das James-Webb-Weltraumteleskop zum Staunen. Seine am 20. November veröffentlichte Aufnahme eines 50 Lichtjahre breiten Abschnitts im Herzen unserer Galaxis zeigt in unvergleichlicher Detailtreue ungefähr 500'000 Sterne – und dazu ein Phänomen, das die Astronomen derzeit noch nicht erklären können.
Der kosmische Schnappschuss zeigt die Region Sagittarius C, die etwa 25'000 Lichtjahre von der Erde entfernt ist und 300 Lichtjahre von Sagittarius A*, dem supermassereichen Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstrasse, das 4,3 Millionen Sonnenmassen aufweist. Bisher gab es noch keine Infrarotdaten über diese Region mit der Auflösung und Empfindlichkeit, wie sie jetzt das Webb-Teleskop erreicht hat.
Im linken, unteren Bereich der Aufnahme fällt eine helle türkisblaue Wolke auf, die etwa 25 Lichtjahre umfasst. Es handelt sich um Wasserstoff, der durch junge, schwere Sterne in der Umgebung ionisiert wurde. Darin befinden sich nadelförmige Strukturen, die keine einheitliche Ausrichtung aufweisen und chaotisch in alle Richtungen weisen. Dieses Phänomen erfordert weitere Untersuchungen; solche Strukturen wurden bisher noch nie so detailliert beobachtet und stellen die Astronomen vor ein Rätsel.
Der Bereich des ionisierten Wasserstoffs setzt sich auf der Aufnahme deutlich von einer infrarot-dunklen Wolke ab, die so dicht ist, dass sie das Licht von fernen Sternen dahinter blockiert. Dadurch sieht es so aus, als gäbe es dort weniger Sterne als tatsächlich vorhanden sind. In Wahrheit handelt es sich um einen der belebtesten Bereiche auf dem Bild. Diese dunkle Region ist am oberen Rand des Bilds breiter und verjüngt sich gegen unten, wo sie vom türkis leuchtenden ionisierten Wasserstoff umrahmt wird.
Dort ist mitten im scheinbar dunklen Bereich ein heller Fleck zu sehen. Es handelt sich um einen Haufen von Protosternen – sehr junge Sterne, die noch im Entstehen begriffen sind und an Masse zunehmen.
Sie leuchten wie ein Lagerfeuer inmitten einer dunklen Wolke, was darauf hindeutet, dass sie aus dem schützenden Kokon der Wolke heraustreten und bald genauso sein werden wie die reiferen Sterne um sie herum. Im Zentrum dieses jungen Sternhaufens befindet sich ein massereicher Protostern, der schon seit Langem bekannt ist. Er weist die 30-fache Masse der Sonne auf.
Die aussergewöhnliche Aufnahme liefert den Astronomen neue Informationen über den Prozess der Sternentstehung und darüber, wie dieser Prozess von der kosmischen Umgebung abhängen kann – besonders im Vergleich zu anderen Regionen in der Galaxie. Man denke nur an die massereicheren Sterne, die im Zentrum der Milchstrasse entstehen, im Gegensatz zu den Sternen an den Rändern der Spiralarme. (dhr)
Die Katastrophe beginnt kurz nach Mitternacht am 26. April 1986. Ein Test in Reaktorblock 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl läuft aus dem Ruder, es kommt zu einer Kernschmelze, Explosionen reissen die Abdeckplatte über dem Reaktorkern weg, zehn Tage lang gelangen grosse Mengen an radioaktivem Material wie Jod und Cäsium in die Atmosphäre und verteilen sich grossflächig. Es ist der bisher schlimmste Unfall in einem AKW und bis Fukushima 2011 der einzige, der auf der INES-Skala der nuklearen Vorfälle die höchste Stufe erreicht.