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Lungenkrebs ist die weltweit häufigste Ursache für Krebssterblichkeit. Obwohl Tabakrauch nach wie vor die Hauptursache ist, wächst die Befürchtung, dass Vaping und die Benutzung elektronischer Zigaretten das Lungenkrebsrisiko ebenfalls erhöhen können. Eine neue Studie untersuchte nun das krebserregende Potential von E-Zigaretten.
Der Gebrauch von E-Zigaretten hat während der letzten Jahre signifikant zugenommen, vor allem in der jüngeren Bevölkerung und unter Nichtrauchern und Nichtraucherinnen. Obwohl die Forschungsergebnisse nach wie vor etwas uneindeutig sind, gibt es klare Gründe, sich hinsichtlich des krebserregenden Potentials von E-Zigaretten und E-Liquids Sorgen zu machen.
In einer kürzlich veröffentlichten Studie wurden Ergebnisse publiziert, die stark auf einen Zusammenhang zwischen E-Zigaretten beziehungsweise E-Liquids und einem erhöhten Lungenkrebsrisiko hindeuten. Während das Lungenkrebsrisiko bei nikotinbasierten E-Liquids wahrscheinlich am grössten ist, gibt es ausserdem klare Hinweise auf ein krebserregendes Potential in den nikotinfreien E-Liquids - insbesondere durch Aromen, Zusatzstoffe und Verunreinigungen (vor allem Schwermetalle, die aus dem Gerät stammen). Daher ist weitere Forschung in diesem Bereich notwendig, mit dem Fokus auf die Durchführung langfristiger Studien. Zu diesem Zweck fordern die Autoren die Bereitstellung zusätzlicher Ressourcen - sowohl auf europäischer als auch auf globaler Ebene - zur Untersuchung des mit elektronischen Zigaretten/E-Liquids verbundenen Lungenkrebsrisikos und anderer Lungenerkrankungen. Zusätzlich schlagen sie vor, bestehende Register und Biobanken um Daten zur Exposition gegenüber elektronischen Zigaretten/E-Liquids zu erweitern, sowie die Einrichtung von Registern/Biobanken, die speziell für elektronische Zigaretten/E-Liquids zuständig sind.
Die Wissenschaftler sind auch der Meinung, dass die aktuellen Daten bestenfalls eine sehr begrenzte Evidenz für elektronische Zigaretten in Bezug zur Raucherentwöhnung darstellen würden. Auf der anderen Seite gibt es reichlich eindeutige Daten, die auf ihre Rolle beim Einstieg in die Nikotinsucht hinweisen - wobei es keine Forschung dafür gibt, dass verdampftes Nikotin weniger süchtig macht oder weniger schädlich ist als das aus herkömmlichem Tabakrauch gewonnene. Darüber hinaus könnte dies angesichts von Verzögerungszeiten von vielleicht 20 Jahren in Zukunft erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit haben.
Die Durchführung weiterer Studien auf diesem Gebiet sowie eine strengere und effektivere Kontrolle und Regulierung dieser Produkte sind deshalb dringend erforderlich.
Quelle:
Bracken-Clarke, Dara; Kapoor, Dhruv; Baird, Anne Marie; Buchanan, Paul James; Gately, Kathy; Cuffe, Sinead; Finn, Stephen P. (2021): Vaping and lung cancer - A review of current data and recommendations. In: Lung cancer (Amsterdam, Netherlands) 153, S. 11-20. DOI: 10.1016/j.lungcan.2020.12.030.
Link zur Studie.