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Durch die grosse Hitze in den vergangenen Tagen wurde die Leistung der Flugzeuge in den Start- und Steigphasen beeinträchtigt, sodass sich der Umkreis der vom Fluglärm betroffenen Anwohner verschoben hat.
Für die Flughafenmitarbeiter, die auf dem betonierten Vorfeld arbeiten, wo die Temperaturen zeitweise über die Marke von 40°C angestiegen sind, waren die vergangenen Hitzetage in Genf besonders schwer zu ertragen. Die um das Wohlergehen der im Aussenbereich beschäftigten Mitarbeiter besorgten Flughafenbehörden liessen regelmässig Wasser verteilen, damit sich das Personal erfrischen und gegen Dehydratation schützen konnte.
Die Hitze hat sich im Weiteren auch auf den geografischen Umkreis ausgewirkt, in welchem die Anwohner des Flughafens vom Fluglärm betroffen sind. Diese Auswirkungen können durch physikalische Gesetze erklärt werden.
Bei hohen Aussentemperaturen nimmt die Leistung der Reaktoren ab. Das bedeutet, dass die Flugzeuge eine geringere Geschwindigkeit haben und weniger schnell aufsteigen, so dass sie in der Startphase tiefer fliegen.
Nach dem Start müssen die Flugzeuge ihre Flugbahnen innerhalb einer vorgegebenen Platzrunde fliegen; diese hängt von ihrer Destination sowie dem Flugverkehrsaufkommen ab. Jede dieser Flugbahnen zeichnet eine «Strasse» in den Himmel, vorgezeichnet von verschiedenen Punkten, welche die Flugzeuge auf einer Mindesthöhe überfliegen müssen.
Da die Flugzeuge bei grosser Hitze weniger schnell aufsteigen, werden diese Mindesthöhen später erreicht, sodass die Flugbahnen gegenüber dem Boden versetzt sein können; der vom Fluglärm betroffene Umkreis kann sich daher verschieben.
Die Einwohner bestimmter Gemeinden konnten daher fälschlicherweise annehmen, die Startflugbahnen seien abgeändert worden. Mit der Rückkehr der Temperaturen in den Normalbereich wird sich der Fluglärm wieder auf den herkömmlichen Umkreis und Rahmen begrenzen.
Die Flughafenbehörden arbeiten eng mit den Flugsicherungsbehörden (Skyguide) und den Fluggesellschaften zusammen, damit die Flugbewegungen (Starts und Landungen) stets möglichst geringe Beeinträchtigungen in einem möglichst beschränkten Umkreis generieren.
Unter normalen Bedingungen sind die Piloten bestrebt, so schnell als möglich auf der langen Piste zu starten (hohe Leistung) und einen möglichst steilen Anstiegswinkel einzuhalten. Indem man die Flugzeuge sehr schnell sehr hoch aufsteigen lässt, bleibt der grösste Lärm auf den Flughafenbereich begrenzt. Nachdem die Flugzeuge diesen Bereich verlassen haben und bewohnte Regionen überfliegen, reduzieren die Piloten den Anstiegswinkel (indem sie die Leistung verringern), damit sie weniger Lärm generieren, solange dieser am Boden hörbar ist. Nachdem sie eine grössere Höhe erreicht haben, können sie die Leistung wieder erhöhen, ohne Lärm zu generieren, der am Boden vernehmbar wäre.