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Die mechanischen Regulierungsmassnahmen zielen darauf ab, den Weissen Germer zu schwächen resp. ihn zu entfernen. Folgende Aspekte sollten bei jeder mechanischen Regulierungsmassnahme berücksichtigt werden:
- Der Regulierungszeitpunkt sollte für eine grösstmögliche Wirkung bei einer Wuchshöhe von ca. 20-30 cm erfolgen. Das ist vor der Blüte und häufig bereits vor der Beweidung. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Pflanze kaum die Gelegenheit Reservestoffe ins Rhizom einzulagern und erfährt somit eine grösstmögliche Schwächung.
- Die Regulierungsmassnahme muss ausser beim vollständigen Ausgraben der Pflanze über mehrere Jahre wiederholt werden, weil der Weisse Germer aus unterirdisch am Rhizom vorhandenen Erneuerungsknospen wieder austreiben kann.
- Erfordert die Regulierungsmassnahme direkten Hautkontakt, müssen wegen der Giftigkeit Handschuhe getragen werden.
- Die regulierten Germerpflanzen müssen entfernt werden resp. vollständig verrottet sein, bevor die Tiere die Fläche wieder beweiden, weil sie auch in getrocknetem Zustand stark giftig sind.
Der Weisse Germer kann mit der Sense oder mit Motormähern oder Mulchgeräten bei einer Wuchshöhe von 20-30 cm geschnitten werden (Mechanische Regulrierungsmassnahmen). Je nach Schnittzeitpunkt kann der Weisse Germer nach einem Schnitt dank seinen Erneuerungsknospen (Vermehrung über Rhizom) und gespeicherten Reservestoffe im Rhizom vereinzelt im selben Jahr und falls nicht dann im Folgejahr wieder austreiben. Der Schnitt zum richtigen Zeitpunkt (Mechanische Regulierungsmaßnahmen) soll die Wiedereinlagerung von Reservestoffen ins Rhizom minimieren und so die Pflanze schwächen. Bei einem späteren Schnittzeitpunkt hatte die Pflanze bereits Gelegenheit Reservestoffe wieder ins Rhizom einzulagern und wird damit kaum geschwächt. Ein später Schnitt kann sogar die vegetative Vermehrung über die Erneuerungsknospen fördern. Findet ein Wiederaustrieb im selben Jahr statt, sollte der zweite Schnitt wiederum spätestens bei einer Wuchshöhe von 20 cm erfolgen. Bei Versuchen in Südtirol verringerte sich der Germerbestand um bis zu 30 % bei einmaligem Schnitt über 3 Jahre (vgl. Merkblatt ÖAG). Versuche im Kanton Freiburg zeigten eine Reduktion des Germerbestandes um bis zu 70 % bei einmaligem Schnitt über 6 Jahre (Link doc). Mit mehrmaligem Schnitt können relativ grosse Flächen in einer überschaubaren Zeit reguliert werden. Die Wirkung dieser Massnahme ist im Vergleich zu den nachfolgenden Regulierungsmassnahmen aber geringer.
Beim Abstechen mit dem Spaten wird die Pflanze etwas unterhalb der Bodenoberfläche mit dem Spaten und idealer Weise vor einem Niederschlagsereignis abgestochen. Wird das Abstechen zum richtigen Zeitpunkt (Mechanische Regulierungsmassmahmen), also bei ca. 20-30 cm Wuchshöhe und vor der Blüte durchgeführt, so treibt der Weisse Germer im selben Jahr in der Regel nicht mehr aus. Die Schwächung der Pflanze ist beim Abstechen mit dem Spaten vor einem Regenereignis durch den möglichen Verrottungsprozess der unterirdischen Pflanzenteile gezielter und wirksamer als beim Schnitt, benötigt aber mehr Zeit. Häufig kommt es im Folgejahr zu einem Wiederaustrieb aus weiteren, am Rhizom noch vorhandenen Erneuerungsknospen. Das Abstechen mit dem Spaten sollte dann konsequent wiederholt werden, bis das Rhizom erschöpft ist.
Beim Ausdrehen der Pflanzen von Hand wird die Pflanze nach einer halben Umdrehung mit einem kräftigen Ruck senkrecht nach oben nahe am Rhizom abgerissen. Hierbei müssen wegen des direkten Hautkontakts unbedingt Handschuhe getragen werden. Entscheidend ist, dass beim Ausdrehen die weisse Stängelbasis mit herausgezogen wird, sodass ein Wurzelloch entsteht. Dies gewährleistet, dass die Pflanze im selben Jahr nicht mehr austreibt und möglichst stark geschwächt wird. Teilweise kann beim Ausdrehen auch die zwiebelartige Er-neuerungsknospe mit ausgezogen werden. Die Schwächung der Pflanze ist beim Ausdrehen vor einem Regenereignis durch den möglichen Verrottungsprozess der unterirdischen Pflanzenteile gezielter und wirksamer als beim Schnitt, benötigt aber mehr Aufwand. Auch beim Ausdrehen ist eine Anwendung über mehrere Jahre nötig, weil weitere, am Rhizom noch vorhandene Erneuerungsknospen wiederaustreiben können. Ausdrehen hat den Vorteil, dass Pflanzen im gleichen Handgriff eingesammelt werden können.
Beim Ausstechen wird die gesamte Pflanze samt dem Wurzelapparat entfernt. Hierfür können verschiedene Werkzeuge verwendet werden:
- Das Ausstechen mit dem «Blackeneisen» ist zeitaufwändig aber wirkungsvoll. Diese Methode eignet sich besonders zur Regulierung von überschaubaren Germerbeständen.
- Das Ausstechen mit dem «Rohreisen» ist eine eher neue Methode, bei der noch Erfahrungswerte über die längerfristige Wirksamkeit gesammelt werden müssen. Hierbei wird die Pflanze mittig und senkrecht von oben mit Rhizom und Erneuerungsknospen ausgestanzt.
Mit einem scharfen Spaten kann der ganze Wurzelapparat ausgegraben und die Pflanze dauerhaft entfernt werden. Die Methode ist aufwändig, die Wirkung jedoch sehr gut, weil in den Folgejahren kein Austrieb mehr stattfinden kann. Vor allem zur Entfernung von einzelnen Nestern (Vermehrung über Rhizom) ist das Ausgraben zu empfehlen. Falls bei grossflächiger Ausbreitung und dichten Beständen ausgegraben wird, kann eine standortangepasste Einsaat zur Schliessung der Grasnarbe sinnvoll sein (vgl. Einsaat, Alpenblacke).
Der Weisse Germer ist die spezifische Wirtspflanze von elf Pilzarten. Drei Pilzarten (Cylindrosporium veratrinum, Marssonina veratri, Botrytis elliptica) wurden als potentielle Regulierungsmittel untersucht. Aktuell ist auf dem Markt aber kein entsprechendes Präparat verfügbar.