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Geschichte
Geschichte von Romanshorn im Eilzugstempo
Seine Geschichte begann im frühen Mittelalter. Zwar nicht zur Römerzeit, wie der Name vermuten liesse, sondern mit der alemannischen Besiedlung. Das erste Zeugnis von Anwohnern gibt eine Urkunde von 779, als die fränkische Herrin Waldrata im Einverständnis mit ihrem Sohn Waldbert den Flecken «Rumanishorn» samt Kirche, weiteren Besitztümern, dem Leibeigenen und zwei Mägden dem Kloster St.Gallen übertrug. In seiner Abhängigkeit erlebte denn auch der Ort ein rundes Jahrtausend wechselvoller Geschichte.
Das Gebiet um die in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts renovierte Alte Kirche auf dem Schlossberg scheint als privates Besitztum des mächtigen Gaugrafen Waltram schon früh eine wichtige Rolle gespielt zu haben. Im benachbarten Schloss wohnten während des ganzen Mittelalters die Obervögte des Klosters St.Gallen und sorgten für Zucht und Ordnung, bis der Ort 1798 dem neugeschaffenen Kanton Thurgau zugeteilt wurde.
War Romanshorn auch schon jahrhundertelang ein wichtiger Aussenposten des klösterlichen Herrschaftsbereichs, das Dörfchen selbst mit seinen niedrigen Fischerhütten am Fusse des Schlossberges schien nie gross ins Rampenlicht der Geschichte zu gelangen.
Dies änderte sich im 19. Jahrhundert mit einem Schlag, als die verkehrstechnisch günstige Lage auf dem Horn am See entdeckt und Hafenanlagen gebaut sowie Strassen ins Hinterland erstellt wurden. Die bedeutsamste Entscheidung aber war wohl, als Romanshorn 1855 zum Endpunkt der Thurtallinie auserwählt wurde. Schiffe sollten den Anschluss ans reichsdeutsche Bahnnetz gewährleisten. Der eigentliche Verkehrsort Romanshorn war geboren und wurde in der Folge durch weitere Bahnstrecken Romanshorn-Rorschach, Romanshorn-Konstanz und die Verbindung mit St.Gallen zum Verkehrsknotenpunkt von Eisenbahn und Schifffahrt aufgewertet. Gleichzeitig setzte auch ein gewaltiger Bauboom ein. Lagerhäuser entstanden, ein wichtiger Kornmarkt siedelte sich an. Die zahlreichen Beschäftigten am Ort benötigten Unterkünfte. Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges erlebt Romanshorn einen gewaltigen Aufschwung.
Zwar ist die Entwicklung bis in die Neuzeit nicht mehr so stürmisch verlaufen, und Romanshorn musste manchen Aderlass — wie die Aufhebung des Gütertrajektes über den See und die Aufhebung des Rangierbahnhofes — hinnehmen. Dafür haben sich sukzessive kleinere und mittelgrosse Gewerbe- und Industriebetriebe angesiedelt und damit eine Palette von zusätzlichen neuen Arbeitsmöglichkeiten geschaffen. Heute kann Romanshorn in 640 Arbeitsstätten rund 6000 Arbeitsplätze anbieten. Diese Vielfalt hat dem Ort eine verhältnismässig krisenfeste Basis verschafft, was gerade in heutiger Zeit von grosser Bedeutung ist. Die «Hafenstadt» erreichte im April 2012 die Grenze von 10'000 Einwohnern und gilt seitdem als Stadt.