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01.01.2014 Eine nationale Strategie für die Prävention der saisonalen Influenza
GRIPS. Influenza ist keine harmlose Krankheit. Zurzeit entwickelt das Bundesamt für Gesundheit mit seinen Partnern eine nationale Strategie zur Grippeprävention.
Die Grippe, ein ernsthaftes Problem
Morbidität und Mortalität aufgrund der saisonalen Grippe und ihrer Komplikationen sind von grosser Bedeutung für unser Land. In der Schweiz verursacht die Grippe jedes Jahr 120 000 bis 265 000 Arztbesuche, 1000 und 5000 Hospitalisierungen und Hunderte von Todesfällen. Diese Zahlen sind signifikant, aber widerspiegeln nur die «Spitze des Eisbergs» der eigentlichen Krankheitslast. Der Verlust von Lebensqualität und Autonomie, insbesondere bei älteren Menschen, ist zwar nicht bekannt, wird aber als sehr hoch eingeschätzt. Aus wirtschaftlicher Sicht werden die direkten Kosten der Grippe in der Schweiz auf etwa 300 Millionen Franken geschätzt. Hinzu kommen die indirekten Kosten, die ebenfalls als hoch eingeschätzt werden.
Geschichte
Von 2008 bis 2013 basierte die Grippepräventionsarbeit des Bundesamts für Gesundheit (BAG) auf der Nationalen Strategie zur Grippeimpfpromotion, 2008–2012. Die Kommunikationsstrategie zur Prävention der saisonalen Grippe, 2008–2012, die Teil der obenerwähnten nationalen Strategie bildet, wurde im Jahr 2011 evaluiert, und es wurden Empfehlungen für die Ausrichtung der zukünftigen Strategie veröffentlicht. Diese Auswertung hat deutlich gemacht, dass gewisse Ziele der Strategie noch nicht erreicht wurden, namentlich im Bereich der Impfabdeckung bei Risikogruppen, deren Umfeld sowie beim medizinischen Personal und beim Pflegepersonal. Die Evaluation hat hingegen Erfolge bei der Verbreitung der Präventionsbotschaften über Multiplikatoren (Ärzte, Medien usw.) aufgezeigt.
Entwicklung der GRIPS: ein partizipatorischer Ansatz
Zusätzlich zu den in diesem Bericht enthaltenen Empfehlungen hat die Sektion Strategien, Grundlagen und Planung der Abteilung Übertragbare Krankheiten im BAG, die für die Entwicklung der nationalen Strategie für die Grippeprävention (GRIPS) verantwortlich ist, mit verschiedenen Schlüsselpersonen ein Vorprojekt ausgearbeitet.
Die vier wichtigsten Herausforderungen im Zusammenhang mit dieser Krankheit sind:
– die erhebliche Belastung durch die Krankheit und ihre Komplikationen,
– die «Bagatellisierung» der Influenza,
– das Pandemiepotenzial des Virus und
– die Rolle des Gesundheitspersonals in Bezug auf die Impfung.
Die zukünftige Strategie zielt darauf ab, dass sich die Aktivitäten von Bund und Kantonen sowie weiterer Akteure an den nationalen Zielen ausrichten und so die Zahl der schweren Krankheitsfälle verursacht durch saisonale Grippe bei Menschen mit erhöhtem Risiko von Komplikationen verringert werden kann. Auch soll die Nutzung der verfügbaren Ressourcen optimiert werden.
Die Entwicklung dieser Strategie profitiert stark von den Beiträgen mehrerer Partner. So fanden im ersten Halbjahr 2013 zwei strategische Planungsworkshops statt, die es erlaubt haben, sich in Bezug auf den Handlungsbedarf, die angestrebten Ziele die Aufgaben und Verantwortlichkeiten der einzelnen Akteure abzustimmen. Im Juni 2013 wurden die Massnahmen bezüglich Wirksamkeit, Machbarkeit und Akzeptanz priorisiert. Anfang 2014 ist die Beteiligung der Akteure erneut gefragt, dann soll ihre Meinung zur ersten Version der GRIPS eingeholt werden.
Insgesamt waren rund 30 Vertreterinnen und Vertreter von Schlüsselinstitutionen direkt an der Entwicklung der GRIPS beteiligt. Die Genehmigung der Strategie durch den Vorsteher des Eidgenössischen Departements des Innern ist für Mitte 2014 vorgesehen.
Das nationale Impfprogramm
Seit September 2012 entwickelt das BAG in Partnerschaft mit den wichtigsten Beteiligten ein nationales Impfprogramm (NIP). Das übergeordnete Ziel des Programms ist es, einen möglichst angemessenen Schutz für die gesamte Bevölkerung vor impfverhütbaren Krankheiten zu gewährleisten. NIP dient als Rahmenprogramm.
Zurzeit konzentriert sich die Arbeit auf die folgenden drei Hauptbereiche:
– Zugang
– Anreize für die Leistungserbringer
– Förderung der Gesundheits-Kompetenzen
Das nationale Impfprogramm soll im Jahr 2015 durch den Bundesrat genehmigt werden und gleichzeitig mit dem revidierten Epidemiengesetz Anfang 2016 in Kraft treten.
Kontakt
Sylvie Olifson, Projektleiterin GRIPS und NIP, <email-pii>