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Die japanische Enzephalitis ist eine durch Viren ausgelöste Infektionserkrankung. Sie führt zu Entzündungen im zentralen Nervensystem, insbesondere im Gehirngewebe.
Die Übertragung der Viren erfolgt durch Stechmücken, die vor allem in den Feuchtlandschaften Südostasiens weit verbreitet sind. In diesen Gebieten liegt das Infektionsrisiko durch einen Mückenstich bei etwa 1:200. Die Hauptübertragungszeit liegt zwischen Frühjahr und Herbst, in tropischen Gebieten in der Regenzeit.
Die Symptome der japanischen Enzephalitis reichen von Fieber über Kopfschmerzen bis hin zur Nackensteifigkeit und treten gewöhnlich plötzlich auf. Nachdem die Symptome abklingen, schliesst sich eine Genesungsphase (Rekonvaleszenz) an, die mehrere Woche andauern kann.
Allerdings treten nicht bei allen infizierten Personen Symptome der japanischen Enzephalitis auf. Vor allem bei gesunden, jungen Erwachsenen verläuft die Erkrankung oft symptomfrei. Schwere Verläufe kommen vor allem im Kleinkindalter und im höheren Erwachsenenalter vor. Sie führen ungefähr bei der Hälfte der Betroffenen zu bleibenden neurologischen Schäden wie Lähmungen, Krampfanfällen oder geistiger Behinderung und enden in etwa 35 Prozent der Fälle tödlich.
Bereits die Symptome in Verbindung mit einem Aufenthalt in Südostasien deuten darauf hin, dass möglicherweise eine japanische Enzephalitis vorliegt. Die Diagnose stellt der Arzt, indem er die Viren im Blut oder in der Nervenflüssigkeit, die er durch eine Liquorpunktion gewinnt, nachweist. Eine weitere Diagnose-Möglichkeit ist der Nachweis von Antikörpern.
Da bisher kein Medikament gegen die auslösenden Viren existiert, ist eine Heilung der japanischen Enzephalitis nicht möglich. Die Beschwerden können jedoch zum Beispiel durch Schmerzmittel gelindert werden. Ausserdem gibt es eine Impfung, mit der man einer Infektion vorbeugen kann. Daneben helfen allgemeine Massnahmen zum Schutz vor Insektenstichen (Sprays, Moskitonetze).
Als Enzephalitis wird allgemein eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems bezeichnet. Sie betrifft hauptsächlich das funktionelle Gewebe des Gehirns (Hirnparenchym). Bei der japanischen Enzephalitis können ausserdem die Hirnhäute (Meningen) einbezogen sein. Man spricht dann von einer Enzephalomeningitis. Wenn die Krankheit auf das Rückenmark übergreift, kommt es zu einer Enzephalomyelitis.
Bei der japanischen Enzephalitis sind Infektionen mit dem Japanischen-Enzephalitis-Virus (JEV) die Ursachen. Allgemein kann eine Enzephalitis durch verschiedene Erreger wie Viren, Bakterien und Pilze hervorgerufen werden.
Das Japanische-Enzephalitis-Virus gehört zu den Flaviviren. Eine Vielzahl dieser Flaviviren kann beim Menschen eine Enzephalitis auslösen. Neben der Japanischen Enzephalitis sind sie zum Beispiel Ursachen der St.-Louis-Enzephalitis, der Murray-Valley-Enzephalitis oder der Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME).
Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Ansteckung und den ersten Symptomen der Japanischen Enzephalitis, liegt zwischen 4 und 14 Tagen. Allerdings entwickeln sich bei der Japanischen Enzephalitis nicht immer nach der Inkubationszeit Beschwerden. Nur bei etwa 1 von 250 infizierten Personen treten Symptome auf.
Bei jungen, gesunden Erwachsenen kann die Japanische Enzephalitis völlig ohne Symptome verlaufen. Man spricht dann von einer inapparenten Infektion.
Insbesondere im Kleinkindalter sowie im höheren Erwachsenenalter kann die Japanische Enzephalitis aber besonders schwere Symptome hervorrufen, an denen bis zu 35 Prozent der Betroffenen versterben. Nach einem schweren Krankheitsverlauf können ausserdem schwere Schäden zurückbleiben.
Im Allgemeinen beginnt die Japanische Enzephalitis plötzlich mit Symptomen wie hohem Fieber, einem allgemeinen Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Nackensteifigkeit. Innerhalb der ersten drei Krankheitstage verschlechtert sich der Zustand mit Benommenheit, Verwirrtheit und fortschreitenden neurologischen Ausfällen (Lähmungen, Krampfanfälle). Bei besonders schweren Krankheitsverläufen sterben die Erkrankten. Etwa die Hälfte der Betroffenen, welche die Japanische Enzephalitis überleben, tragen Folgeschäden der Krankheit davon, zum Beispiel Krampfanfälle, Gangstörungen, Lähmungserscheinungen, aber auch geistige Behinderungen.
Erkranken Schwangere, kann die Japanische Enzephalitis in den ersten beiden Schwangerschaftsdritteln von der erkrankten Mutter auf das Ungeborene übergehen und zu einer Fehlgeburt führen.
Bei der Japanischen Enzephalitis kann die Diagnose durch den direkten Virusnachweis in der Hirnflüssigkeit (Liquorpunktion) oder im Blut gestellt werden. Indirekt ergibt sich die Diagnose durch den Nachweis von spezifischen Antikörpern im Blut: Einige Tage, nachdem die Symptome der Japanischen Enzephalitis ausgebrochen sind, kann ein Test diese Antikörper nachweisen. Antikörper sind Eiweissstrukturen, die der Körper bildet, um zum Beispiel Krankheitserreger zu bekämpfen. Richten sich Antikörper passgenau gegen einen Erreger – zum Beispiel gegen die Viren, welche eine Japanische Enzephalitis auslösen – so spricht man von spezifischen Antikörpern.
Treten die typischen Symptome bei Personen auf, die sich vor kurzem in Südostasien aufgehalten haben, liegt der Verdacht auf die Japanische Enzephalitis nahe.
Gegen Flaviviren beziehungsweise die Japanische Enzephalitis gibt es keine ursächliche Therapie. Die Behandlung beschränkt sich daher darauf, die Beschwerden zu lindern, zum Beispiel durch Bettruhe sowie schmerzlindernde und beruhigende Medikamente. Bei schweren Verläufen müssen die Betroffenen genau beobachtet werden, um bei Komplikationen schnell Hilfe leisten zu können.
Die Japanische Enzephalitis zeigt individuell einen sehr unterschiedlichen Verlauf. Während bei gesunden Erwachsenen teilweise überhaupt keine Beschwerden auftreten, kann die Japanische Enzephalitis vor allem bei kleinen Kindern und älteren Menschen auch tödlich enden.
Einer Japanischen Enzephalitis kann man mithilfe einer Impfung vorbeugen. Wer in ein Risikogebiet reist, sollte dies bedenken. Massnahmen zum Schutz vor Mückenstichen (sog. Expositionsprophylaxe) können der Japanischen Enzephalitis ebenfalls vorbeugen. Vermeiden Sie möglichst, in Risikogebiete zu reisen. Ist dies nicht möglich, benutzen Sie am besten Moskitonetze, Insektenschutzgitter und schützende Kleidung. Insektenschutzmittel (Repellents), die flächendeckend auf die unbedeckte Haut aufgetragen werden, schützen vor Mückenstichen – zudem sollten Sie die Kleidung mit einem Insektizid besprühen.
Gegen die Japanische Enzephalitis gibt es eine Impfung, mit der man der Erkrankung vorbeugen kann. Die Impfstoffe sind auch in der Schweiz zugelassen. Impfen lassen sollten sich Personen, die sich in der Hauptübertragungszeit in gefährdeten Regionen aufhalten, und Personen, die sich länger in endemischen Regionen befinden. Seit 2010 ist ein Impfstoff in der Schweiz zugelassen, der besser verträglich ist, als die vorherigen Impfstoffe gegen die Japanische Enzephalitis; für die vorbeugende Wirkung sind zwei Impfungen im Zeitraum von vier Wochen notwendig. Allerdings ist er bislang nicht für Kinder zugelassen.