Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/54486

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, bei der Evaluation der neuen Matura (MAR) den Status der ICT-Fächer besonders sorgfältig abzuklären, die Bedeutung und den Effekt einer Allgemeinbildung im Bereich der ICT-Fächer für Wirtschaft, höhere Bildung und Forschung zu untersuchen und einen Vergleich mit konkurrenzierenden Standortländern vorzunehmen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Für den Bundesrat steht ausser Frage, dass gute Kenntnisse in der Informatik und generell in den Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) für die Entwicklung unseres Landes (wirtschaftlich, gesellschaftlich, kulturell usw.) von grosser Wichtigkeit sind. Er misst deshalb der entsprechenden Ausbildung auf allen Stufen hohe Bedeutung zu.</p><p>Die gesamtschweizerische Maturitätsanerkennungsregelung von 1995 sieht die Informatik nicht als eigenständiges, für das Bestehen der Matur mitzählendes Fach. Sie zielt vielmehr darauf ab, die Informatik in möglichst viele Fächer einzubauen und sie dort auch anzuwenden. Damit wollte man den Stellenwert der Informatik nicht etwa herab mindern, sondern sie im Gegenteil breiter abstützen und damit stärken.</p><p>Im Übrigen steht es jedem Kanton frei, an seinen Schulen die Informatik als obligatorisches kantonales Fach oder als Freifach anzubieten. Diese Zielsetzung wurde seinerzeit von den meisten Vernehmlassungsteilnehmern mitgetragen. Ob sich dies auch tatsächlich in der gewünschten positiven Art auswirkt, soll u. a. die vom Postulanten erwähnte gesamtschweizerische Evaluation der Maturitätsreform 95 zeigen, die von den beiden Trägern der Maturitätsanerkennung, dem Bund und der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK), gemeinsam durchgeführt wird. Im Sommer 2004 wird die erste Phase dieser Evaluation abgeschlossen sein, und ab 2005/06 soll eine zweite Phase folgen. Die Ergebnisse dieser Evaluation werden die künftige Ausgestaltung der Anerkennungsregelung, nicht zuletzt was die Informatik betrifft, zweifellos entscheidend mitprägen.</p><p>Der Bund wird das Anliegen des Postulates zusammen mit der EDK prüfen, soweit die Aspekte über die erwähnte Evaluation zu klären sein werden. Bei der Bearbeitung jener Fragen, die nicht Eingang in die Evaluation finden (etwa der gewünschte Vergleich mit anderen Ländern), wird der Bund aufgrund der verfassungsmässigen Zuständigkeit der Kantone für den gymnasialen Unterricht keine federführende Rolle übernehmen können.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.