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Der Mörder ist der Barbiervon Katja Zellweger Das Theater Orchester Biel Solothurn inszeniert das blutrünstige Musical «Sweeney Todd» von Stephen Sondheim, mit Christian Manuel Oliveira als rachsüchtigen und geplagten Barbier.
Veranstaltungsdaten
«Sweeney Todd» ist ein Stück, das schwer einzuordnen ist: «Musical-Thriller» heisst es im Untertitel, Komponist Stephen Sondheim sprach von «schwarzer Operette» und «Film für die Bühne». Der Regisseur mit Flair für Gruselfilme, Tim Burton hat die Vorlage 2007 mit Johnny Depp in der Hauptrolle verfilmt. Inhaltlich steht das Stück zwischen «Grusical» und Oper mit sozialkritischem Anspruch wie etwa Alban Bergs «Wozzeck».
Bariton Christian Manuel Oliveira verkörpert den «dämonischen Friseur der Fleet Street», der im viktorianischen London zu Unrecht verurteilt und in die australische Strafkolonie geschickt wurde: «He’d seen how civilized men behaved / He never forgot / He never forgave». Mit scharfem Rasiermesser killt er seine Kunden und lässt Mrs. Lovett daraus Fleischpasteten backen. Sondheim zeichnet ihn als Opfer und Rächer, als zwiespältige Figur, wie sie aktuell auch von Joaquin Phoenix im wuchtigen Film «Joker» verkörpert wird.
Keine Scheu vor breiten Repertoires
«Alles ist Musik» antwortete Dirigent Iwan Wassilevski gegenüber SRF, auf die Frage, warum ein Klassikprofi seit 2003 Musicals für die Thunerseespiele dirigiere. Er ist folglich die perfekte Besetzung, um den TOBS-Chor und die Sinfonie Orchester Biel Solothurn durch «Sweeney Todd» zu dirigieren.
Für Regie und Bühnenbild zeichnet Olivier Tambosi verantwortlich. Er hat am TOBS die Operette «Die lustige Witwe» und das Tango-Musical «María de Buenos Aires» inszeniert und zeigt ebenfalls keine Scheu vor breiten Repertoires. Mit den Solisten Oliveira und Christiane Boesiger inszenierte er schon die «Witwe». Nun mimem sie die rachsüchtigen Kannibalen-Patissiers aus London.