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Was versteht man unter einer Hormonersatztherapie in den Wechseljahren?
Überprüft von medizinisch geschultem Personal von Mylan 09 August 2019
Die menopausale Hormontherapie (MHT) wird angewendet zur Linderung von Beschwerden in den Wechseljahren wie Nachtschweiss, Hitzewallungen und Schlaflosigkeit. Bei dieser Behandlung werden die Hormone, deren Spiegel aufgrund der Wechseljahre verringert sind, von aussen zugeführt und der Mangel ausgeglichen.
Die MHT stellt eine der bewährten Behandlungsmöglichkeiten zur Linderung menopausaler Beschwerden dar. Dem Körper wird entweder ausschliesslich Östrogen oder Östrogen in Kombination mit einem Gestagen zugeführt. In den Wechseljahren produzieren die Eierstöcke (Ovarien) nicht mehr genügend Östrogen und Progesteron. Durch die MHT werden die niedrigen Spiegel dieser Hormone ausgeglichen, was in der Regel zur Linderung der in der Menopause auftretenden Beschwerden führt.
Wann wird die menopausale Hormonersatztherapie angewendet?
Die MHT ist die wirksamste Methode bei Wechseljahrbeschwerden wie Hitzewallungen, Nachtschweiss und vaginaler Trockenheit sowie Inkontinenzsymptomatik. Darüber hinaus kann die MHT sich auch auf andere mögliche menopausale Beschwerden wie Muskel- und Gelenkschmerzen, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und sexuelle Funktionsstörungen positiv auswirken. So kann sie insgesamt zu einer Verbesserung der Lebensqualität menopausaler Frauen beitragen.
Welche Formen der menopausalen Hormontherapie gibt es?
- Sequenzielle Hormonersatztherapie: Hier werden Östrogen und Gestagen in einem abgestuften Schema verabreicht. Dies wird meist Frauen empfohlen, die am Anfang der Wechseljahre sind, noch eine Regelblutung haben und unter den Wechseljahrbeschwerden leiden.
- Kontinuierliche Hormonersatztherapie: Bei dieser werden sowohl Östrogen als auch Gestagen täglich ohne Unterbrechung eingenommen. Diese Form wird bei postmenopausalen Frauen empfohlen, die keine Regelblutung mehr bekommen oder nicht mehr bekommen wollen.
Wie wird die menopausale Hormonersatztherapie verabreicht?
Die Hormonersatztherapie kann über verschiedene Wege erfolgen:
- Oral (Einnahme über den Mund)
- Durch das Aufkleben eines Pflasters auf die Haut
- Durch das Auftragen eines Gels auf die Haut
- Durch eine Anwendung in der Scheide, z.B. bei menopausalen, lokal vaginalen Beschwerden
Die Präparate stehen in Form von Tabletten, Gelen, Cremes, Pflastern, Spiralen und Vaginalringen zur Verfügung, um den individuellen Bedürfnissen der Frau entgegenzukommen.
Welche Risiken birgt die Hormonersatztherapie in den Wechseljahren?
Die mit einer MHT verbundenen Risiken hängen von verschiedenen Faktoren wie dem Alter der Frau, dem Beschwerdemuster und dem jeweiligen Behandlungsschema ab. Sie lassen sich durch eine individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte Therapie reduzieren. Nebenwirkungen, die häufiger auftreten können, sind: Pilzerkrankungen, allergische Hautreaktionen, Gewichtszunahme, Nervosität, Depression, Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel, Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit, Erbrechen, Rückenschmerzen, Schmerzen/Empfindlichkeit der Brüste, Scheidenausfluss, Unterleibschmerzen, und Kraftlosigkeit. Ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Krebs und Thrombosen ist gegeben. Ein jährlicher Kontrolltermin zur Überprüfung der MHT bei Ihrem behandelnden Arzt wird empfohlen.
Welche Vorteile bietet eine menopausale Hormontherapie?
Die MHT wirkt sich günstig auf Hitzewallungen und Nachtschweiss aus und lindert diese. Hormontherapien tragen auch zur Besserung menopausal bedingter Harnblasen- und vaginaler Beschwerden bei, beugen einem Knochenabbau vor und können Stimmungsschwankungen und die Sexualfunktion verbessern. Jede MHT sollte entsprechend den Beschwerden und dem klinischen Bild der Frau individuell angepasst werden. Fragen Sie Ihre(n) Ärztin/Arzt oder Ihre(n) Gynäkologin/Gynäkologen nach einer für Sie massgeschneiderten MHT.
Wann sollte keine Hormonersatztherapie angewendet werden?
Der Start einer MHT sollte mit dem Eintritt der Menopause bei bestehenden Beschwerden erfolgen. Dies wird nicht empfohlen bei Frauen ab dem 60.Lebensjahr und sollte in dieser Altersgruppe nach Abwägung des Nutzen ggü. dem altersentsprechenden individuellen Risiko erfolgen. Darüber hinaus darf sie nicht angewendet werden bei Frauen mit Brust-, Eierstock- und Gebärmutterkrebs oder Thrombosen in der Vorgeschichte.
Alternativ können auch Naturheilmittel zur Behandlung menopausaler Beschwerden in Betracht gezogen werden. Mit Hilfe komplementärmedizinischer Therapien können im individuellen Fall in der Menopause sowohl eine Linderung von Beschwerden erzielt als auch Langzeitkomplikationen vermieden werden. Studien legen nahe, dass pflanzliche Wirkstoffe wie Sojaisoflavone, die beispielsweise aus Sojabohnen gewonnen werden, menopausale Beschwerden wie Hitzewallungen lindern.
Naturheilmittel zur Behandlung menopausaler Beschwerden
Mit Hilfe komplementärmedizinischer Therapien können im individuellen Fall in der Menopause sowohl eine Linderung von Beschwerden erzielt und unter Umständen auch Langzeitkomplikationen vermieden werden. Phytotherapie – die moderne Form der Pflanzenheilkunde – bildet quasi das Bindeglied zwischen Schul- und Komplementärmedizin. Phytotherapeutische Produkte werden aus Bestandteilen von Heilpflanzen hergestellt, meist sind es Trockenextrakte in Tablettenform, oder Tinkturen (alkoholhaltige Auszüge); aber auch Heiltees, Salben und Zäpfchen sind gebräuchlich. Das Angebot an Naturheilmitteln in der Menopause ist sehr gross und kann schnell überfordern. Die verschiedenen Möglichkeiten, Dosierungen und Indikationen, wie auch eventuelle Nebenwirkungen, erschweren die Orientierung. Lesen Sie sich mit guten Sach- oder Fachbüchern ein und/oder lassen sich von einer vertrauenswürdigen Fachperson Apotheker/in, Drogist/in, Naturarzt/Naturärztin, Spezialist/in, Arzt oder Ärztin beraten.