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Ist das hohe Bevölkerungswachstum und die starke Zuwanderung, die wesentlich auf die Personenfreizügigkeit mit der EU zurückzuführen ist, gut für unser Land? In den frühen Neunzigerjahren wurde in der EWR-Debatte die Personenfreizügigkeit erstmals breit thematisiert. Die Antwort der Wirtschaftsverbände und der meisten Ökonomen lautete damals: Ja, die Personenfreizügigkeit nützt der Schweiz, weil erstens nur relativ wenige und zweitens nur die richtigen Zuwanderer kommen werden, welche die Wirtschaft braucht. Die erste Annahme erwies sich als Fehlprognose, die zweite ist bis heute umstritten.
Der EWR-Beitritt wurde im Dezember 1992 abgelehnt, zehn Jahre später wurde die Personenfreizügigkeit im Rahmen der bilateralen Verträge eingeführt. Die ständige Wohnbevölkerung stieg von 6,8 Millionen (1991) auf 7,3 (2002) und dann auf 8,7 Millionen (2021). Mehr fleissige Hände und mehr kluge Köpfe führen einerseits zu einer höheren Wertschöpfung. Andererseits muss der grössere Kuchen in mehr Stücke zerlegt werden, da mehr Gäste am Tisch sitzen. Welcher Effekt überwiegt?
Die Grafik zeigt das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) pro Kopf – des Standards für den durchschnittlichen individuellen Wohlstand – und der ständigen Wohnbevölkerung seit 1991. Ein eindeutiger, direkter Zusammenhang zwischen den beiden Grössen ist nicht erkennbar und somit keine klare Antwort möglich. Immerhin: Das reale BIP pro Kopf ist in der Schweiz seit 1991 um 28 Prozent gestiegen. Der Dämpfer: Wir liegen damit hinter Frankreich, Deutschland und Österreich.