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Die britische Regierung will die Aufbewahrungszeit für eingefrorene Eizellen, Spermien und Embryonen auf bis zu 55 Jahre mehr als verfünffachen. Potenzielle Eltern sollen alle zehn Jahre entscheiden dürfen, ob sie ihre aufbewahrten Zellen nutzen, behalten oder entsorgen lassen wollen, wie das Gesundheitsministerium in London mitteilte. Bisher dürfen diese maximal zehn Jahre aufgehoben werden. Noch nicht entschieden ist über die Lagerung von Spenderzellen oder die Nutzung nach dem Tod. Experten begrüßten die Pläne.
"Die derzeitigen Aufbewahrungsregeln können für diejenigen, die die wichtige Entscheidung zur Familiengründung treffen, stark einschränkend sein", sagte Gesundheitsminister Sajid Javid. "Das neue Gesetz wird dazu beitragen, die tickende Uhr in den Köpfen der Menschen auszuschalten." Das Ministerium betonte, es gebe neuerdings viel bessere Möglichkeiten. Eingefrorene Eizellen könnten nun unbegrenzt gelagert werden. "Es ist nur richtig, dass dieser Fortschritt potenziellen Eltern mehr Macht gibt", sagte Javid. Die Menschen erhielten nicht nur mehr Entscheidungsfreiheit, auch die Gleichberechtigung werde erhöht. Die Initiative geht auf eine öffentliche Konsultation zurück. Das Parlament muss dem Gesetz noch zustimmen.
Die Chefin der Kontrollbehörde Human Fertilisation and Embryology Authority (HFEA), Julia Chain, sagte, technisch bedeute die Änderung, dass eine Frau, die ihre Eizellen in ihren Zwanzigern einfrieren ließ, diese noch in ihren Siebzigern zur Verfügung habe. Es sei aber kein Ziel, ältere Patientinnen zu behandeln. Alle Kliniken, die in Großbritannien Fruchtbarkeitsbehandlungen durchführen, legten ihre eigene Altersobergrenze fest, sagte Chain dem Sender BBC Radio Four. "Meistens ist das Ende 40 oder Anfang 50." Chain kündigte an, die Umsetzung genau zu prüfen.