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Am Abend des 26. Oktober 2017 fand im „ZOTT Art Space“ in München eine Veranstaltung statt, bei der es um die Frage ging, ob der niederländische Barock Maler Jan Vermeer (1632-1675) ev. die Camera obsura als Hilfsmittel benutzt haben könnte, um in seinen Bildern diesen speziellen Touch von Weichheit, kombiniert mit den für ihn typischen speziellen Lichteffekten, erzielen zu können.
Anwesend war die Presse so wie ein Kreis von Intellektuellen aus Kunst, Geschichte und Philosophie. Hauptakteur war der Künstler Wolfgang Beltracchi, der im Rahmen des Grossprojektes des Kunstmäzens Christian Zott die Gelegenheit erhielt, dieser Frage mit Hilfe einer eigens dafür konstruierten und installierten Camera obscura im künstlerischen Experiment nachzugehen.
Dieses Experiment ist Teil des Gesamtkonzeptes mit dem Title „Kairos“ (der günstige, oder verpasste Moment). Ideell und finanziell getragen wird das Gesamtprojekt von Herrn Christian Zott, der sich für die künstlerische Umsetzung dieses gigantischen Unterfangens den Fotographen Mauro Fiorese (2016 verstorben) und den für alle Gemälde zuständigen Künstler Wolfgang Beltracchi, so wie weitere 12 studierte Mitarbeiter an Bord holte.
Laut kunsthistorischen und geschichtlichen Untersuchungen gibt es keinerlei Hinweise, dass Jan Vermeer eine camera obscura verwendet haben könnte.
Trotzdem scheint diese Hypothese/Theorie keine Utopie zu sein, denn einige Argumente sprechen durchaus dafür oder lassen die Idee zumindest als plausible erscheinen.
Eine Camera obscura ist ein einfaches Gerät, das nur eine Linse, die die Lichtstrahlen auf einen Punkt bündelt, und ein Sichtloch bei einer schwarzen Box benötigt.
Argumente, die für die Verwendung der Camera obscura sprechen:
1
Wenn man eine reale räumliche Szene mit Hilfe der camera obscura auf eine Oberfläche projiziert, sehen wir die projizierte Szene mit weicher gezeichneten Konturen, als wenn wir sie direkt betrachten. Bei Jan Vermeer sehen wir auch weich gezeichnete, leicht verwischte Konturen. Manchmal erhalten wir sogar den Eindruck, es sei ein feiner Lichtschleier darüber gelegt.
2
Zu Vermeers Zeiten, also im Barock, begannen die exakten Wissenschaften aufzublühen.
Der Empirismus breitete sich in Europa aus:
Zitat US: https://www.srf.ch/kultur/barock-mon-amour/barocke-ideen-die-die-welt-veraenderten
„Grundidee: Wahre Erkenntnis beruht auf Sinneserfahrung, auf Beobachtung und Experiment. Es reicht nicht mehr, Vorgänge «rationalistisch» erklären zu wollen – also Erkenntnis aus dem Denken allein zu schöpfen. Die tauglichen Grundlagen, um die Welt zu verstehen, sind objektiv bestimmbare, wissenschaftlich abgestützte Fakten.“
Zitat aus : https://de.wikipedia.org/wiki/Barock
„Durch königlichen Erlass oder unter fürstlicher Protektion und mit Unterstützung anderer Mäzene wurden Akademien der Wissenschaften und Technik gegründet, so 1660 die britische Royal Society oder 1666 die französische Académie des sciences. Diese Akademien waren oft mit natur- und technikgeschichtlichen Sammlungen verbunden.“