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Die Gründung
Seit Menschengedenken herrschte in Feusisberg über die Fasnacht viel Betrieb. Aber gegen Ende der zwanziger Jahre war die Fasnacht am aussterben. Um das närrische Treiben wieder vermehrt in Dorf zu bringen, versammelten sich am 4. Februar 1930, auf Einladung von Josef Feusi (besser bekannt als Post Sepp), eine schöne Anzahl Burschen im Restaurant Post. Dabei wurde eine Fasnachtsgesellschaft gegründet und der erste Vorstand gewählt.
Präsident: Albert Blattmann (Dorf)
Kassier: Josef Feusi (Post)
Aktuar: Carl Bachman (Brand)
Jedes Neumitglied zahlte Fr. 3.00 Eintritt und Fr. 1.00 Mitgliederbeitrag.
Der erste Fasnachtsumzug
Zum Haupttag der Feusisberger Fasnacht wurde der schmutziger Donnerstag bestimmt. Bereits im Gründungsjahr organisierte man und den Mottos "Frauenstimmrecht" und "Alkoholmonopol" einen Umzug und eine Schnitzelbank. An die Jugend wurd Wurst und Brot ausgeteilt. Der Anlass war ein voller Erfolg.
Die ersten Statuten
Die ersten Statuten wurden im Wesentlichen von Josef Feusi entworfen und an der Generalversammlung vom 8. März 1931 angenommen. Sie bestimmten den schmutzigen Donnerstag als den Haupttag der Feusisberger Fasnacht. An die Schuljugend soll nach Möglichkeit Wurst und Brot verteilt werden.
Die Wirtschaftskrisenjahre (1934 - 1939)
In den Jahren 1931, 1932 und 1933 konnten erfolgreiche Umzüge durchgeführt werden. Ab 1933 spürte Feusisberg die Wirtschaftskrise. Dadurch schränkten sich natürlich die Aktivitäten Fasnachtsgesellschaft ein. Trotzdem wurde das närrische Treiben aufrechterhalten.
Die 2. Weltkriegsjahre (1940 - 1945)
Während des Krieges mussten jegliche fasnächtlichen Tätigkeiten eingestellt werden. Der Verein und die Fasnacht drohten zu sterben.
Die Nachkriegsjahre
Anfang 1946 befand sich der Verein kurz vor der Auflösung. Der Vorstand bestand nur noch aus vier aktiven Mitgliedern. Auf den 29. Januar 1946 wurde per Inserat im Höfner Volksblatt eine Generalversammlung im Restaurant Feldegg einberufen. Es erschienen 13 Fasnachtsfreunde. Es zeigte sich, dass der ganze Vorstand neu gewählt werden musste. Mit dem neuen, initiativen Vorstand waren die Weichen für den Aufschwung der Fasnacht im Bergdorfgestellt.
Die Fasnachtsgesellschaft erhält den Namen Humoria
An der Generalversammlung 1947 wurde nach einem originellen Namen gesucht. Nach fast endloser Diskussion wurde der von Robert Suter (Restaurant Frohe Aussicht) vorgeschlagene Namen "Humoria" mit elf zu zwei Stimmen beschlossen.
Die fünfziger Jahre
In den fünfziger Jahren vollzog die Fasnachtsgesellschaft einen grossen Wandel. Nicht nur in Feusisberg sondern auch im ganzen Bezirk war eine Fasnachtsmüdigkeit festzustellen.
Die sechziger und siebziger Jahre
Nach den mageren Jahren, in denen aber immer Wurst und Brot an die Schuljugend ausgeteilt wurde, begann mit der sechziger Jahre ein grosser Aufschwung. Am SchmuDo fuhren die Humoristen mi dem geschmückten, legendären Opel Blitz durch den Bezirk und machten die Fasnächtler auf den Haupttag in Feusisberg aufmerksam. Auf die Fasnacht wurde jedes Jahr ein kleinerer oder oft auch grösserer Wagen für die Umzüge in der Umgebung gebaut.
Die Frauen in der Fasnachtsgesellschaft
Die Frauen werden erst seit 1973 in den Verein aufgenommen.
Das Vereinsgewand
Als erstes Vereinsgewand kaufte man 1986 von der Guggenmusik Stäfa ein bereits benutztes Muskeltiergewand. Nach weniger Jahren war es aber so abgenutzt, dass es ersetzt werden musste. 1989 wurde das noch heute bestehende Clowngewand entworfen und mit vielen freiwilligen Helferinnen genäht. Das Clowngewand wurd nur bei offiziellen Anlässen getragen. An der Fasnacht verkleiden sich die Humoristen individuell nach dem aktuellen Motto.
Der erste Bezirksfasnachtsumzug in Feusisberg
Der Fasnachtsverein Feusisberg feierte das 60. Jahr Jubiläum mit der Durchführung des Bezirksumzuges. Am Samstag, 17. Februar 1990 fand ein Nachtumzug durch das fasnächtlich dekorierte Dorf statt. Bei windigem und kaltem Wetter fanden ca. 1'500 Zuschauer den Weg nach Feusisberg. Beim Tagesumzug vom Sonntag, 18. Februar 1990 wurde Feusisberg von Narren und Zuschauern fast überrannt. Bei frühlingshaftem Wetter (15 Grad) zog ein Umzug mit über 1'00 Teilnehmern (42 Gruppen) an über 8'000 Zuschauern vorbei. Er herrschte eine super Stimmung.
Die Verreinsfahne
1991 wurde nach Entwurf von Raimund Seeholzer die Anfertigung der Vereinsfahne in Auftrag gegeben und am 25. Januar 1992 in der Pfarrkirche Feusisberg durch den Pfarrer von Lachen geweiht. Als Fahnengotte hat sich Hermine Portmann und als Fahnengötti der Ehrenpräsident Pius Käslin zur Verfügung gestellt. Als Patensektion die Narrhalla Lachen.
Der Fasnachtsverein heute
Trotz neuen Ideen fühlt man sich der Tradition verpflichtet. Der Schmutziger Donnerstag als Haupttag der Feusisberger Fasnacht, das Wurst- und Brotausteilen an die Schuljugend und das bööggnen sind bis heute geblieben. Noch immer riecht es am schmutzigen Donnerstag nach Kaffee Schnapps und die ausgeteilte Wurst schmeckt besondern gut. Es bleibt zu hoffen, dass in unserer schnelllebigen Zeit weiterhin Platz für solche Freiräume bleibt, so dass sich auch spätere Generationen an der Fasnacht erfreuen können.