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Chronisch entzündliche Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Morbus Crohn oder Kolitis ulzerosa sind schwere Krankheiten, die auch dadurch gekennzeichnet sind, dass sich Perioden mit aktiven Krankheitsschüben mit zeitlichen Abschnitten abwechseln, in denen der Krankheitsverlauf nicht weiter fortschreitet (chronisch schubförmig - remittierende Krankheiten). Die Faktoren, die einen neuen Krankheitsschub auslösen, sind dabei wenig bekannt.

In einem Mausmodell einer durch CD4 T Zellen vermittelten Entzündung des Dickdarms( Kolitis), haben wir kürzlich festgestellt, dass durch eine Antikörper-vermittelte Entfernung der CD4 T Zellen eine rasche Remission der Krankheit induziert werden kann. Rund zwei Wochen nach Antikörperbehandlung kommt es jedoch spontan zu einer erneuten Aktivierung der Krankheit. Dabei werden die wenigen CD4 T Zellen, die noch im Darmgewebe (und allenfalls in anderen Geweben) vorhanden sind, aktiviert und erscheinen auch wieder im Blut.
Ziele
Mit unseren Untersuchungen möchten wir folgende Fragen beantworten:
- Sind bei den verschiedenen Krankheitsschüben stets die gleichen T Zellen, d.h. die auch eine identische Spezifität haben, an der Auslösung eines Krankheitsschubes beteiligt?
- Weisen die CD4 T Zellen gleicher Spezifität während einem aktiven Krankheitsschub und in Remission stets die gleichen Funktionen auf, oder können sie je nach Umgebung ihre Funktionen verändern?
- Gibt es Möglichkeiten diese CD4 T Zellen in den Ruhephasen der Krankheit so zu beeinflussen, dass ein erneuter Schub einer Erkrankung verzögert, oder sogar verhindert werden kann?
Welche neuen Erkenntnisse können mit diesen Untersuchungen zum Wohl der Patienten mit IBD gewonnen werden? Aufgrund der erhobenen Befunde am Mausmodell einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung möchten wir auch untersuchen, ob in Patienten mit diesen Darmkrankheiten (Morbus Crohn, Kolitis ulzerosa, oft als IBD; Inflammatory Bowel Diseases, bezeichnet), ähnlich wie in unserem Mausmodell das Auftreten im Blut von bestimmten CD4 T Zellen, die normalerweise nur im Darm vorhanden sind, einen sich anbahnenden erneuten Krankheitsschub anzeigen. Dieser letzte Teil der Arbeiten wird in enger Zusammenarbeit mit der Swiss IBD Cohort Study (SIBDCS) durchgeführt, die ebenfalls vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützt wird.