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In der Nacht auf den 4. Dezember wurde am Baustellenzaun zum Erweiterungsbau des Kunsthauses Zürich ein Graffiti mit folgendem Text gesprüht:
Dazu möchten wir uns wie folgt äussern:
Der Regisseur Alvis Hermanis sorgte im Dezember 2015 für Aufsehen, indem er sich in Interviews der deutschen Flüchtlingspolitik gegenüber kritisch äusserte. Alvis Hermanis arbeitet seit 2006 am Schauspielhaus, seine nächste Produktion „Hundeherz“ von Michail Bulgakow kommt am 25. Januar 2018 im Pfauen zur Premiere.
Das Schauspielhaus Zürich teilt die politischen Ansichten von Alvis Hermanis nicht und hat ihm dies nach Veröffentlichung der umstrittenen Äusserungen entsprechend mitgeteilt. Wir sind aber auch der Meinung, dass disparate Positionen nicht zum Bruch von langjährigen künstlerischen Partnerschaften führen dürfen. Redeverbote, die den Ausschluss von Personen aus einem öffentlichen Raum wie dem Theater zur Folge haben, halten wir für falsch.
Am 20. und 21. Januar 2018 veranstalten wir in der Schiffbauhalle den Diskussions-Marathon „MEET YOUR ENEMY“. Hier haben Menschen, die zu gesellschaftlich brisanten Themen unterschiedlicher Meinung sind, die Möglichkeit, ihren Gegnern am Tisch gegenüberzusitzen und sie mit Argumenten zu bezwingen. Auch das Thema „Mit Rechten reden“ wird Berücksichtigung finden. Wir ziehen diese Form der Debatte der anonymen Veröffentlichung von Meinungen vor.