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Visuelles und auditives Material
Für die Erstellung der Wahrnehmungsdispositive wurde visuelles und auditives Material verwendet, das im Rahmen der parallel laufenden Forschungsprojekte Fotografische Langzeitbeobachtung Schlieren der Zürcher Hochschule der Künste/IFCAR und Auditive Langzeitbeobachtung Schlieren der Universität der Künste Berlin/AARU generiert wurde.
Visuelles Material
Das visuelle Material besteht aus Fotografien, die zwischen 2005 und 2011 im Schlieremer Stadtraum entstanden. Es handelt sich dabei sowohl um Übersichts- als auch um Detailaufnahmen.
Die Übersichten wurden an 63 im Stadtraum verteilten Standorten aufgenommen. Sie orientieren sich am Blickwinkel der Fußgänger und wurden daher aus einer Höhe von 170 cm fotografiert. Im Unterschied zu Architekturfotografie standen dabei nicht einzelne Gebäude im Zentrum, sondern es wurden Straßenzüge, Plätze und Freiräume bzw. angrenzende Gebäude aufgenommen. Auf den Bildern sind keine Menschen zu sehen, um die Aufmerksamkeit ganz auf das gebaute Umfeld zu lenken. Die Übersichten werden alle zwei Jahre unter den gleichen Aufnahmebedingungen wieder fotografiert.
Nachfolgend sind drei Beispiele von Serien von Übersichtsaufnahmen aus den Jahren 2005/07/09/11 aus einem Entwicklungsgebiet, aus dem Zentrum sowie aus einem Wohnquartier zu sehen.
Neben den Übersichtsaufnahmen wurden, einem fünfjährigen Rhythmus folgend, 2005 und 2010 zahlreiche Detailaufnahmen von ausgewählten Objekten und Situationen angefertigt, die für die jeweiligen Areale und Gebiete Schlierens charakteristisch sind.
Nachfolgend sind zwei Beispiele von Serien von Detailaufnahmen aus den Jahren 2005 und 2010 aus dem Entwicklungsgebiet Schlieren West zu sehen.
Innerhalb der Wahrnehmungsdispositive wurden die Übersichts- und Detailaufnahmen sowohl auf hochauflösenden Monitoren als auch in Form von Prints in unterschiedlicher Größe zugänglich gemacht. Die Wahrnehmungsdispositive schlossen die Verwendung von Fotografien als Einzelbilder, in Paaren, in Serien und im Falle der Details als Sammlungen von 4 x 4 Aufnahmen je auf einem Print mit ein.
Auditives Material
Bei dem auditiven Ausgangsmaterial handelt es sich um 15-minütige Schallaufnahmen, die zwischen 2007 und 2012 an 24 Standorten im Schlieremer Stadtraum angefertigt wurden. Für die einzelnen Aufnahmen gibt es ein streng festgelegtes Zeitfenster, das sich an den Besonderheiten des Standortes orientiert. Von 2007 bis 2010 wurde zunächst in einem jährlichen Rhythmus aufgezeichnet, seit 2010 werden die Aufnahmen alle zwei Jahre wiederholt.
Die Schallaufnahmen entstanden unter Verwendung eines sogenannten Kunstkopfmikrofons, ein Mikrofontyp der durch seine Konstruktionsweise binaurale Aufzeichnungen und hierdurch, bei der Wiedergabe über Kopfhörer, einen räumlichen Höreindruck ermöglicht, der dem Hören vor Ort sehr nahe kommt.
Innerhalb der Wahrnehmungsdispositive wurden neben Schallaufnahmen in Originallänge auch kürzere Auszüge verwendet. Die Aufnahmen wurden entweder über qualitativ hochwertige Studiokopfhörer oder stereofonisch über Studiolautsprecher (Nahfeldmonitore) wiedergegeben.
Als Beispiele folgen vier Serien von Schallaufnahmen, die jeweils im Sommer 2007, 2009 und 2012 entstanden. Die Audiobeispiele haben eine Länge von jeweils drei Minuten.
Entwicklungsgebiet Rietbach:
Entwicklungsgebiet Schlieren West:
Entwicklungsgebiet Schlieren West:
Schlieren Zentrum:
Materialauswahl
Bei der Auswahl der Fotografien und Schallaufnahmen aus den Langzeitbeobachtungen für die Wahrnehmungsdispositive stand die „Potentialität“ des Materials im Vordergrund. Potentialität meint, dass das Material bei einer intensiven ästhetischen Auseinandersetzung eine Reichhaltigkeit in Bezug auf die Benennung von Qualitäten verspricht.
Eine Voraussetzung dieser Potentialität ist die Offenheit des Materials in Hinblick auf die Vielfalt seiner Erfahrungen. So sollte die Offenheit nicht durch außergewöhnlichen Ereignisse oder Aspekte im Material eingeschränkt werden, wie z.B. durch ein lautes und auffälliges Straßenreinigungsfahrzeug auf einer Schallaufnahme oder ein besonders hervorstechendes Schild im Bildausschnitt einer Fotografie. Hierdurch würde die Wahrnehmung lediglich auf diese Teilaspekte fokussiert.
Die Forscher befanden intuitiv über die Potentialität des Materials. Dies geschah in einem Prozess langer Betrachtung und intensiver ästhetischer Auseinandersetzung mit den Fotografien und Schallaufnahmen.
Bei der Auswahl des Materials für die einzelnen Dispositive spielten auch noch weitere, der Potentialität untergeordnete Kriterien eine Rolle, wie z.B. die Heterogenität bei der Verwendung von Material mehrere Standorte, der Grad an Veränderung bei Serien oder auch die Lage der Standorte in der Stadt.
T.K.