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Dass das, was täglich auf dem Tisch landet, etwas mit der Prostata zu tun hat, ist den wenigsten Männern bewusst. Doch es gibt einen interessanten internationalen Vergleich. Während in Europa und den USA rund 90 Prozent der Männer über 70 Jahre eine vergrösserte Prostata haben, sind es in Asien nur rund 15 Prozent. Experten machen dafür die grundsätzlich andere Ernährung verantwortlich. Das wird auch durch viele Studien belegt. Grob zusammengefasst enthält die asiatische Kost viele Ballaststoffe und wenige ungesunde Fette. In Europa und den USA ist es fast überall genau umgekehrt. Eine Abweichung stellt nur die Mittelmeerküche mit viel Obst und Gemüse, hochwertigem Olivenöl und Fisch dar.
Die Prostata oder Vorsteherdrüse ist beim jungen Mann ein kastaniengrosses Organ, das im unteren Becken liegt und die Harnröhre umschliesst. Vergrössert sie sich, kommt es zu typischen Beschwerden wie häufigem Harndrang und einem weniger starken Harnstrahl. Oft tröpfelt es auch nach. Weil die Blase manchmal nicht mehr komplett entleert werden kann, treten verstärkt Blasenentzündungen auf. Gefördert wird diese meist gutartige Vergrösserung (benigne Prostatahyperplasie) von den Geschlechtshormonen. Und genau diese Hormone werden von den Fetten aus der Nahrung beeinflusst.
Nun ist Fett aber nicht gleich Fett. Es sind vor allem die tierischen Fette, die für die Prostata nicht gut sind. Einige Untersuchungen weisen zusätzlich darauf hin, dass ein hoher Konsum von tierischen Fetten auch das Risiko für die Entstehung von Prostatakrebs erhöht. Pflanzliche Fette mit ihrem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren haben hingegen eine positive Wirkung.
Zu empfehlen ist Männern deshalb eine Reduzierung des Fleisch- und Wurstkonsums. Das gilt auch für fetten Käse. Ausserdem sollten gehärtete Industriefette wie Margarine oder Frittierfette gemieden werden. Stattdessen empfehlen sich täglich hochwertige Pflanzenöle auf dem Speiseplan. Besonders positiv für den Körper sind Oliven-, Lein-, Hanf-, Walnuss-, Kokos- und Kürbiskernöl.
Ebenfalls wichtig ist, den Ballaststoffanteil in der Ernährung deutlich zu erhöhen. Diese pflanzlichen Faserstoffe senken den Testosteronspiegel – das männliche Geschlechtshormon ist ein wesentlicher Trigger für das Prostatawachstum. Zu finden sind Ballaststoffe vor allem in Gemüse, Obst und Vollkornprodukten. Ratsam ist es deshalb, täglich gleich mehrere Portionen Obst, Gemüse und Salat zu verzehren. Möglichst oft sollten Männer Tomaten essen. Sie enthalten reichlich Lycopin, einen Stoff, der die Prostatazellen schützt. Auch Wassermelonen, Paprika, Chili, Hagebutten, Papaya und Aprikosen sind gute Lycopinquellen. In Sachen Brot und Nudeln greift man besser zu den Vollkornvarianten. Weissmehlprodukte und Zuckerhaltiges liefern dem Körper nur leere Kalorien und belasten ihn.
Wichtige Bestandteile der pflanzlichen Kost sind ausserdem die Phytoöstrogene. Diese Stoffe ähneln dem weiblichen Hormon Östrogen, das auch im männlichen Körper vorkommt. Normalerweise besteht ein Gleichgewicht zwischen Östrogenen und Testosteron. Mit steigendem Alter werden beim Mann jedoch vermehrt östrogenhaltige Substanzen gebildet. Testosterone fördern indes das Wachstum der Vorsteherdrüse und die Östrogene das des Stützgewebes der Prostata. Die Phytoöstrogene greifen hier ein: Sie hemmen die Wirkung der körpereigenen Östrogene. Enthalten sind sie z.B. in Hülsenfrüchten wie Kichererbsen, Linsen und Erbsen, Sojabohnen, Getreideprodukten wie Haferflocken oder Weizenkleie, Leinsamen und Sesamkörnern.
Dann gibt es noch ein paar Lebensmittel, die der Prostata besonders gut tun. Ihr Wachstum hemmen können Omega-3-Fettsäuren, die vor allem in Seefisch wie Makrelen, Thunfisch oder Hering zu finden sind. Es gibt aber auch pflanzliche Quellen wie Leinsamen und Leinöl sowie Walnüsse. Untersuchungen zeigen, dass Omega-3-Fettsäuren sogar das Wachstum von Prostata-Tumoren hemmen können. Das gilt für die Fettsäuren direkt aus dem Fisch. Für die Einnahme von Fischöl-Kapseln gibt es hingegen widersprüchliche Aussagen.
Kürbissamen sollte jeder Mann mit Prostataproblemen regelmässig knabbern. Sie lindern laut Studien typische Beschwerden wie häufigen Harndrang. Verantwortlich dafür sind die enthaltenen Phytosterole. Auch das Gewürz Kurkuma hat positive Wirkungen auf die Drüse. In Indien ist die Pflanze wegen ihrer heilenden Effekte sehr geschätzt. In einer Studie mit 61 Männern mit benigner Prostatahyperplasie zeigte sich, dass die tägliche Einnahme von 200 mg Kurkumin als Extrakt die Beschwerden deutlich besserte und die Lebensqualität erhöhte.
Auch Extrakte aus der Sägepalme und der Brennnesselwurzel haben nachweislich eine günstige Wirkung auf Probleme mit der Prostata. Wichtig zu wissen: Man kann zwar mit der richtigen Ernährung alleine eine vergrösserte Prostata nicht auf ihre Ausgangsgrösse „zurückschrumpfen". Doch es lassen sich damit die Beschwerden lindern und weiteres Wachstum kann aufgehalten werden.
Zur gesunden Ernährung gehört auch eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Mindestens 1,5 Liter sollten es täglich sein. Doch gerade Männer, die unter ständigem Harndrang leiden und sogar in der Nacht aufstehen müssen, um Wasser zu lassen, neigen dazu, die Trinkmenge zu reduzieren. Das kann aber negative Folgen haben. Der Urin ist dann konzentrierter. Dies wiederum kann die Blase reizen, der Harndrang wird noch ausgeprägter. Ausserdem muss die Blase gut durchgespült werden, damit sich keine Keime. Ansonsten droht eine Blasenentzündung.
Betroffene Männer sollten deshalb nicht weniger trinken, sondern sich ihre tägliche Trinkmenge gut einteilen. Plant man, länger unterwegs zu sein und kann deshalb eine Weile nicht zur Toilette, ist es sinnvoll, in den zwei Stunden davor nur wenig zu trinken. Wieder Zuhause, ist es aber nötig, den Flüssigkeitsspeicher umgehend aufzufüllen.
Wer nachts oft raus muss, kann tagsüber viel und dafür vor dem Schlafengehen wenig trinken. Ratsam ist es auch, entwässernde und harntreibende Getränke nur in Massen zu sich zu nehmen. Dazu zählen Kaffee, grüner und schwarzer Tee sowie Alkohol.