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Auch wenige Tage vor den Parlamentswahlen vom 19. Oktober ist die Schweizerische Volkspartei mit über 25% stärkste Partei.
Gemäss dem jüngsten SRG SSR Wahlbarometer 03, erstellt vom GfS-Forschungsinstitut, Politik und Staat, Bern, sind noch viele Wählende unentschlossen.
Das 7. und letzte Wahlbarometer signalisiert einmal mehr Konstanz: Wählerstärkste Partei bleibt die Schweizerische Volkspartei (SVP), 25,3% der Befragten wollen der Partei um den Exponenten Christoph Blocher ihre Stimme geben.
Weiterhin Platz 2 belegen die Sozialdemokraten (SP) mit 23,1%, gefolgt von den Freisinnigen (FDP) mit 19,5%, der Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) mit 14,5% und der grössten Nicht-Regierungspartei, den Grünen (6,1%).
Damit hat sich verglichen mit dem letzten Wahlbarometer im Oktober wenig verändert, die SP legt leicht zu, während alle bürgerlichen Parteien minim an Stimmen verlieren.
Unterschiedlicher zeigt sich das Ergebnis verglichen mit den letzten Wahlen 1999: Die SVP legt gemäss der Umfrage 2,8% zu, die Grünen 1,1%. SP und FDP bleiben etwa stabil, die CVP verliert 1,4%.
Parteienstärke bedeutet nicht Sitzstärke
Doch das Wahlbarometer zeigt nur eine Tendenz. Kurz vor den Wahlen erinnern die Verantwortlichen des GfS-Forschungsinstituts daran, dass die Parteienstärke nicht unbedingt mit der Sitzzahl im Parlament korrespondiert.
Je weniger Sitze ein Kanton hat, umso schwieriger ist es, einen zu bekommen. So sollten die Grünen mit ihren 6,1% durchaus die Möglichkeit haben, einen der 35 Nationalratssitze des Kantons Zürich zu besetzen. Doch im Kanton Uri, der nur mit einem Sitz in der Grossen Kammer vertreten ist, ist das wohl unmöglich.
Zudem spielen die Listenverbindungen, welche die verschiedenen Parteien untereinander eingehen, eine Rolle. So zum Beispiel in Freiburg: Dort halten die Freisinnigen einen der beiden Sitze im Ständerat, in der Kleinen Kammer. Die Partei verdankt diesen Sitz ihrer Allianz mit der CVP. Ohne diese ginge der Sitz an die SP, welche rein rechnerisch stärker ist als die FDP.
All diese Besonderheiten des Wahlsystems führen dazu, dass die Partei, welche auf nationalem Niveau am meisten Stimmen erhält, nicht unbedingt diejenige ist, welche am meisten Sitze im Bundeshaus inne hat.
Die Resultate der letzten Parlamentswahlen 1999 illustrieren das anschaulich: Sowohl die SP wie auch die SVP erhielten damals 22,5% der Stimmen. Damit gewann die SP 58 Sitze, die SVP 52. Am meisten Abgeordnete stellte die FDP (60 Sitze), welche über eine kleinere Wählerschaft verfügte (19,9%).
Noch viele Unentschlossene
Beim aktuellen Wahlbarometer geben 13% der Befragten, welche die Absicht haben, an der Wahl teilzunehmen, an, sie hätten noch nicht entschieden, wem sie die Stimme geben wollten.
Und diese werden sich gemäss den GfS-Fachleuten kaum auf alle Parteien regelmässig verteilen, "da das Phänomen der Unschlüssigkeit am Schluss vor allem bei Personen ohne Einordnung im Links/Rechts-Schema und in der Mitte verbreitet ist".
Der Mobilisierungsfähigkeit der Parteien in der Schlussphase des Wahlkampfes komme eine besondere Bedeutung zu, so die Studie weiter. Denn obgleich 51% angeben, sicher an den Wahlen teilnehmen zu wollen, und zudem weitere 20% "eher" teilnehmen wollen, zählt schliesslich nicht die bekundete, sondern die reale Beteiligung (1999: 43,3%).
Wahl primär von Personen
Im Wahlbarometer wird überdies untersucht, weshalb die Bürgerinnen und Bürger eine bestimmte Liste in die Urne legen.
35% der Befragten machen ihre Auswahl anhand der Personen, der Kandidatinnen und Kandidaten. Eine bekannte Persönlichkeit – vor allem via Medien – ist somit der wichtigste Faktor für eine allfällige Wahl.
Gut ein Viertel der Befragten gehören zu den "typischen Themenwählerinnen und –wählern", so GfS. Sie entscheiden sich in erster Linie aufgrund der aktuellen Antworten, die sie von den Parteien auf drängende Probleme finden.
Ein Fünftel entscheidet sich aus Gründen der Weltanschauung, 9% anhand des politischen Stils einer Partei. 5% sind taktische Wählerinnen und Wähler: Sie wollen, dass bestimmte gesellschaftliche Gruppen im Parlament vertreten sind.
swissinfo, Olivier Pauchard
(Übertragung aus dem Französischen: Eva Herrmann)
In Kürze
Von den rund 600'000 Auslandschweizern haben sich laut GfS 100'000 im Stimmregister eingetragen. Über 80'000 von ihnen nehmen an Abstimmungen und Wahlen teil.
Sie wählen in der Gemeinde, bei welcher sie registriert sind, ausser in den Kantonen Luzern, Basel und Genf, in denen sie sich direkt beim Kanton registrieren lassen müssen. Im Kanton Waadt werden alle Auslandschweizer in Lausanne registriert.
Als Stimmgemeinde stehen einer ausgewanderten Person die Heimatgemeinde und alle früheren Wohnsitz-Gemeinden in der Schweiz zur Auswahl.
Die Schweizer im Ausland wurden im Wahlbarometer 03 nicht erfasst.
Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer stimmen jedoch eher linker als der schweizerische Durchschnitt. So haben sie zum Beispiel die Solidaritäts-Stiftung angenommen.
Dies zeigt eine im Auftrag der Auslandschweizer-Organisation (ASO) und swissinfo durchgeführte Studie zu ihrem Wahlverhalten.