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Insekten liefern pro Fläche mehr Proteine als Pflanzen. Wenn sie mit geeigneten organischen Abfällen, z.B. Food Waste, gefüttert werden, können so nachhaltig verschiedene Stoffe für die Ernährung von Mensch und Tier produziert werden. In der Schweiz wird die Insektenzucht noch nicht in grossem Masse betrieben und ist dementsprechend teuer und aufwändig. Die Firma Bühler AG mit ihrer Abteilung Insect Technology ist zusammen mit den landwirtschaftlichen Partnern fenaco Genossenschaft (u.a. Düngerhändler) und UFA AG (u.a. Futtermittelproduzent und -händler) daran, eine industrielle Insektenzuchtanlage zu planen. Ausgangsstoffe sollen Nebenprodukte aus der Nahrungsmittelindustrie wie Kaffee- oder Gewürztreber sein. Die eingesetzten Insekten sind die Larven der Schwarzen Soldatenfliege (Hermetia illucens oder Black Soldier Fly BSF) für die Herstellung von proteinreichem Mehl für die Tierfütterung und die des Mehlwurms für die menschliche Ernährung. Aus den Reststoffen der Insektenverarbeitung wird ein Dünger produziert. Neu an der Anlage ist, dass gleichzeitig BSF und Mehlwürmer produziert werden können. Eine solche Hybridanlage bedient gleichzeitig die beiden Marktsegmente Tierfütterung und menschliche Ernährung. Da die Anforderungen dafür unterschiedlich sind, kann das wirtschaftliche Risiko in der noch jungen Insektenindustrie gesenkt werden. Zusätzlich lässt die Hybridanlage eine maximale Nutzung von Synergien bei der Zucht der beiden Insektenspezies zu, zum Beispiel bei der Beschaffung der Ausgangsrohstoffe.
Die theoretischen Grundlagen wurden in einer Machbarkeitsstudie bereits erarbeitet (Projektphase 1, Machtbarkeitsstudie“). In Projektphase 2, die in diesem Projekt bearbeitet wird, soll eine kleine mobile Hybridaufzuchtanlage die Massenbilanz (Menge an Endprodukten pro Menge eingesetzter Biomasse) validieren und genügend Insekten für Fütterungsversuche mit Ferkeln und Legehennen liefern.
Die Anlage erfüllt dabei die anwendbaren Bestimmungen z.B. betreffend Abluft- und Abwasser und nutzt Synergien im Energieversorgungsbereich. Sie ist aber nicht für die industrielle Produktion ausgelegt. Fütterungsversuche mit Geflügel und Ferkel werden durchgeführt, um die Gesundheit der Legehennen und Ferkel und die Qualität der produzierten Eier zu analysieren bei Fütterung mit Insektenbestandteilen.
Auf dieser Basis wird das definitive industrielle Konzept für eine Hybridanlage erstellt, welches in einer nächsten Phase (Projektphase 3) von den Projektpartnern, sofern ein positiver Investitionsentscheid gefällt wird, realisiert wird. Diese Anlage wäre die weltweit erste industrielle Hybridanlage, welche jährlich rund 25’000t organische Biomasse in rund 1’000t BSF Proteinmehl, 300t BSF-Fett (Futtermittelindustrie), 150t trockene Mehlwürmer (Lebensmittelindustrie) sowie 5’000t trockenen, organischen Dünger umwandeln soll. Die mobile Aufzuchtanlage soll durch Bühler nach dem Projekt für Forschung, Entwicklung und Ausbildung weiter genutzt werden.
Das Projekt wurde aufgrund des Beitragsgesuchs vom 04.06.2020 an der Sitzung der Koko UT vom 23.06.2020 genehmigt.