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Um die Wende zum 20. Jahrhundert hat Tavannes im Berner Jura einen radikalen sozio-ökonomischen Wandel erlebt: Es entwickelte sich vom vornehmlich landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einer «urbanisierten» Kleinstadt. Ausgelöst hat diesen Strukturwandel in erster Linie die Ansiedelung der Uhrenindustrie, wobei der im Jahre 1895 von Henri Sandoz (1851–1913) gegründeten Uhrenfabrik «Tavannes Watch & Co» eine herausragende Rolle zukommt.
Henri Sandoz liess im Zuge der Erweiterung seiner Fabrik eine Vielzahl von Gebäude in Tavannes errichten: Hotels, Handelsgebäude, Mietshäuser und ein Kino. Besonders eng war seine Zusammenarbeit mit dem jungen Architekten René Chappallaz (1881–1976). Chappallaz war es auch, der von Sandoz den Auftrag fasste, an sonniger Lage eine Siedlung mit Ausstrahlungskraft weit über die Region hinaus zu realisieren: die «Cité-jardin de Sonrougeux», ein Ensemble von kleinen Landhäusern mit Garten, die den Leitern seiner Uhrenateliers ein angenehmes Leben bieten sollten.
René Chappallaz wurde offenbar eigens für dieses Projekt auf Studienreise geschickt – er besichtigte Gartenstädte in Darmstadt, Brüssel, Bournville bei Birmingham, Paris und Nancy. Zehn Landhäuser wurden in der Folge realisiert. Trotz baulicher Veränderungen und Erweiterungen in den letzten Jahrzehnten sind die ursprüngliche Anordnung der Häuser, aber auch gewisse architektonische Details noch heute gut ablesbar.
Bild: Fonds RC, Bibliothèque de la Ville, La Chaux-de-Fonds