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Béatrice Bakhti, Schweiz 2010; 98' F/d
Jordann lebt bei der Mutter in Yverdon, der Vater wohnt in Frankreich. Die rothaarige Virginie sagt trotzig-selbstbewusst zu Beginn von sich selber, sie sei unbeliebt und werde von anderen Jugendlichen schlecht behandelt. Aurélie ist Pfarrerstochter, Thys will Koch oder Sänger werden, Mélanie flirtet gern und möchte Single bleiben, Xavier weint schnell und oft, ohne zu wissen weshalb, und Rachel möchte mitreden können. Dies sagen die Jugendlichen im Jahr 2004, mit zwölf Jahren, von sich. Der Film begleitet sie, ihr Leben und ihre Träume während der nächsten sieben Jahre. Zu Beginn befinden sie sich zwischen Kindheit und Pubertät, sieben Filmstunden später sind sie offiziell erwachsen.
Man kann problemlos bei Teil zwei oder drei einsteigen (der vierte eignet sich dazu weniger gut). Nach dem ersten, zweiten oder dritten Teil aufzuhören, ist wesentlich schwieriger, einfach deshalb, weil einem die sieben porträtierten Jugendlichen ans Herz wachsen und man wissen möchte, wie sie sich weiterentwickeln. Die Langzeitstudie nimmt sich viel, viel Zeit und kann sich deshalb besonders intensiv auf ihre ProtagonistInnen einlassen. Diese aussergewöhnliche Konstellation entfaltet sich über sieben Stunden und entwickelt einen zunehmenden Sog, doch ist auch ein zweistündiger Einblick in ein oder zwei Jahre des Aufwachsens und der schnellen Veränderung aussagekräftig.
Teil 3: Les illusions perdues
Sexuelle Erfahrungen und die Reaktionen der Umgebung darauf werden ein dominantes Thema, einige der Jugendlichen suchen verzweifelt eine Lehrstelle, andere haben eine gefunden und leben sich nun am Arbeitsort ein. Sie streiten sich mit den Eltern über den Umgang mit Geld. Auch Selbstzweifel und die Frage, warum eigentlich man bei diesem Filmprojekt mitmacht, kommen auf.
Film