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Wenn Sie an den St. Patrick’s Day (17. März) denken, denken Sie wahrscheinlich an grünes Bier, Kleeblätter, Kobolde und all die fröhlichen, in Grün gekleideten, Menschen.
Aber kennen Sie auch die Geschichte hinter dem irischen Nationalfeiertag?
Wer war St. Patrick?
St. Patrick ist einer der 3 Schutzheiligen Irlands, die beiden anderen sind Brigid von Kildare und Saint Columcille von Iona. St. Patrick kam als Maewyn Succat, Sohn eines örtlichen Priesters, in Banna Venta Berniae (Bannaventa) einer römisch-britischen Festungsstadt (heute Wales), zur Welt. St. Patrick war somit weder Ire noch hiess es Patrick, er gab sich den Namen «Pātricius» zu einem späteren Zeitpunkt selber. Pātricius leitet sich vom lateinischen Wort pater, patres (Vater) ab.
Im Alter von 16 Jahren wurde er von irischen Piraten gefangen genommen und nach Irland verschleppt, wo er während 6 Jahren als Hirte in Dalriada in den Slemish Mountains (heute Grafschaft Antrim) versklavt wurde. In dieser Zeit lernte er die irische Sprache und entschied sich zum Christentum zu konvertieren.
Flucht aus der Sklaverei
Nach sechs Jahren Gefangenschaft hörte er eine Stimme, die ihm sagte, dass er bald nach Hause gehen würde und dass ein Schiff darauf warten würde, ihn nach Grossbritannien zurückzubringen.
Auf der Flucht vor der Sklaverei legte er über 250 km zu Fuss zurück um zum Hafen in Wicklow zu gelangen. Als er dort ankam, war tatsächlich ein Schiff bereit zur Abfahrt nach England, aber die Besatzung weigerte sich zunächst, ihn mitzunehmen. Patrick wandte sich daraufhin mit einem Gebet an Gott und bevor er sein Gebet beenden konnte, erklärte sich der Kapitän bereit, ihn an Bord zu nehmen.
Nach drei Tagen auf See landeten sie nicht wie erwartet in einem anderen Hafen, sondern in einer Wildnis, in welcher sie während 28 Tagen umherirrten ohne auf eine Zivilisation zu stossen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie kein Essen mehr und die Besatzung bat Patrick, zu seinem Gott zu beten, um für sie zu sorgen. Offensichtlich hatte die Besatzung den Glauben an ihre eigenen, heidnischen Götter, verlassen. Patrick begann zu Gott zu beten und kurze Zeit später stiessen sie auf eine Herde Wildschweine. Sie töteten einige davon um diese zu verzehren und setzten nach 2 Tagen die Reise wieder fort.
Rückkehr nach Grossbritannien
Patrick kehrte nach Hause zurück und widmete sich fortan dem Christentum. Nach einigen Jahren hatte er erneut eine Vision, in welcher ein Engel namens Victoricus (wahrscheinlich St. Vitricius, Bischof von Rouen) ihm einen Brief vom irischen Volk gab, in welchem er ihn bat, nach Irland zurückzukehren und ihnen die neue Religion beizubringen. Es war eine Berufung, die Patrick nicht ablehnen konnte.
Konvertierung Irlands
Als Patrick nach Irland zurückkehren wollte, wurde er zuerst von den Einheimischen angefeindet und suchte Zuflucht auf der heute nach ihm benannten Insel «St. Patrick’s Island» rund 8 km vor der Küste von Skerries in der Nähe von Dublin. Kurze Zeit später setzte er dann seine Mission an Land fort. Man geht davon aus, dass er seine erste Kirche in Saul in der Grafschaft Down erbauen liess und anschliessend noch über 300 weitere Kirchen folgten. Patrick taufte in Irland tausende Menschen (andere sagen 100’000) und ordinierte neue Priester und Nonnen.
Tod
Als Patrick am 17. März 461 starb wurde er in der Nähe von Saul, in Downpatrick, begraben. Heute erinnert die St. Patrick’s Memorial Church in Saul an den Ort wo St. Patrick seine erste Kirche erbaute.
Legenden und Mythen zu St. Patrick
Verbannung von Schlangen
Die Legende besagt, dass St. Patrick alle Schlangen aus Irland verbannt und ins Meer gejagt habe, dies nachdem sie ihn während eines 40-tägigen Fastens angegriffen hatten. Der wahre Grund warum es in Irland keine Schlangen gibt liegt jedoch darin, dass Grossbritannien und Irland während der Eiszeit von einer dicken Eisschicht überdeckt war. Schlangen konnten in dieser Umgebung schlicht nicht überleben. Als sich das Eis dann zurückzog, konnten sie über damals noch existierende Landbrücken wieder nach Grossbritannien gelangen, der Meeresspiegel war jedoch zu diesem Zeitpunkt bereits so hoch, dass Irland keinen Landweg mehr mit Grossbritannien hatte.
Popularisierung des Kleeblatts (Shamrock)
St. Patrick ist möglicherweise der Grund für die grosse Popularität des irischen Kleeblattes (Shamrock). Der Legende nach benutzte St. Patrick das Kleeblatt um den Iren das Konzept der Dreifaltigkeit beizubringen.
Warum wird der 17. März in Irland als Nationalfeiertag gefeiert?
Der St. Patrick’s Day wurde das erste Mal im 17. Jahrhundert als religiöses Fest zum Gedenken an das Leben des Heiligen Patrick und die Ankunft des Christentums in Irland gefeiert. Dieser „Festtag“ findet immer am Todestag von St. Patricks statt. Man nimmt an, dass er am 17. März 461 gestorben ist. Im frühen 18. Jahrhundert brachten irische Einwanderer die Tradition nach Amerika. Dort wurde St. Patrick zum Symbol des irischen Erbes und der irischen Kultur. Immer mehr Iren wanderten nach Amerika aus und der Festtag wurde somit auch dort immer beliebter, sodass in Boston 1737 die erste Parade zum St. Patrick’s Day stattfand.
Mit der grossen Hungersnot in Irland, Mitte des 19. Jahrhunderts, beschleunigte sich die Emigration, sodass die St. Patrick’s Feierlichkeiten immer grösser wurden und auch «Nicht-Iren» sich dem bunten Treiben anschlossen.
1903 wurde der Festtag in Irland zum Nationalfeiertag erklärt, aus welchem der heutige St. Patrick’s Day entstand.
Unterdessen wird am 17. März in unzähligen Ländern der St. Patrick’s Day auf irgendeine Art gefeiert und er ist so beliebt, dass er in weltweit mehr Ländern gefeiert wird als jeder andere nationale Feiertag.
Warum trägt man am St. Patrick’s Day grün?
Diese Frage kann nicht mit Sicherheit beantwortet werden. Einige meinen es gehe darauf zurück, dass die irischen Soldaten bei der Rebellion gegen die Briten grün trugen, andere sagen dass man mit der Farbe grün die irische Flagge symbolisiert. Die Farben der irischen Flagge sind grün, weiss und orange. Wobei Grün für den Katholizismus steht, Weiss für den Frieden zwischen den beiden Religionen und Orange für den Protestantismus.
Wiederum andere glauben, dass man grün tragen soll damit man für die Kobolde (Leprechauns) unsichtbar werde, denn alle Personen welche am St. Patrick’s Day nicht grün tragen sollen von den Leprechauns gekniffen werden.
Warum trinken die Iren am St. Patrick’s Day so viel?
Auch diese Frage kann nicht mit Sicherheit geklärt werden, trotzdem gibt es eine mögliche Erklärung dafür.
Ursprünglich war es erlaubt, am St. Patrick’s Day das Fasten der Fastenzeit bis Ostern zu brechen, so konnten die Christen an diesem Tag eine Verschnaufpause einlegen. Man durfte an diesem Tag so viel essen und trinken wie man wollte. Die traditionelle irische Mahlzeit am St. Patrick’s Day war/ist Kohl und Speck (Cabbage & Bacon). Bier und Whiskey gehörte ursprünglich jedoch nicht dazu. Tatsächlich waren Pubs bis zum Ende des 20. Jahrhunderts in Irland gesetzlich gezwungen, zu schliessen, und das trinken von Alkohol am St. Patrick’s Day war bis in die 70er Jahre sogar verpönt.
Von 1927 bis 1961 war die Hundeausstellung «Royal Dublin Dog Show» in der RDS-Arena in Dublin der einzige Ort, wo man legal Alkohol kaufen konnte.