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Zusammengestellt von Christian Haueter
Share - Wander - Value
Was hat diese Abwandlung von "Shareholder value" zu bedeuten? Ganz einfach: an Stelle des Aktionär- Wertes tritt der Wert des Wanderns in den Alpen. Sie gehen in die Höhe, ähnlich wie ehemals die Aktienkurse. Sie haben die Möglichkeit, eine längere Wanderung zu machen, sich in Alphütten zu verpflegen und anders als bei den Aktienkursen verlieren Sie nichts wenn's runter-geht, Sie haben etwas gewonnen."Share - wander -value" hat das Ziel, das Wandern in den Alpen, als gesunde körperliche Aktivität zu fördern. Bestehende alpwirtschaftliche Infrastrukturen und agrotouristische Angebote zur Beherbergung von Wanderern und Gästen nachhaltig zu nutzen und damit der heute vorwiegend urbanen Bevölkerung ein Teil der noch bestehenden alpinen Agrarkultur vermitteln.
Meer, Muscheln, Amoniten, Krebse, Steine
Heute bildet die Stockhornkette den nordwestlichsten Rand der Alpen, ursprünglich lag sie als Boden eines Flachmeeres in der Gegend des Lago Maggiore im Tessin. Die Meeresablagerungen der verschiedenen Zeitepochen waren aufeinander geschichtet wie eine Crèmschnitte. Als sich durch den Druck des Afrikanischen Kontinentes gegen Europa, das Alpenmassiv aufzutürmen begann, riss dieses Stück „Klippendecke“ ab und wurde von den entstehenden Alpen gegen Norden geschoben. Die Schichtungen wurden gefaltet, gebrochen, überschoben und aufgestellt, so findet man auf relativ kleinem Gebiet Gesteine aus verschiedenen Epochen der Erdgeschichte. Vom hinteren Weissenburgbad bis zum Gantrisch sind alle Schichtungen aus dem Dogger, Lias, Trias, Kreide und Jura vertreten. Mit etwas Glück findet man auf Morgeten fossile Muscheln, Amoniten, oder versteinerte Gänge von Maulwurfskrebsen oder Maulwurfsgarnellen und Korallenkalke.
Blumen, Gräser, Käse
Die Stockhornkette ist botanisch eines der reichsten Gebiete des Berner Oberlandes. Dies rührt von ihrer Lage am Nordrand der Alpen her. Hier fanden zahlreiche Arten eine Zuflucht, als Gletscher und Firnmassen in der Eiszeit ganze Gebirgsmassive überdeckten. Zum Beispiel transportierte der Rohnegletscher Findlinge, die ihm der Allalingletscher aus dem Saastal auflud, das Unterwallis hinab über die Gegend von Montreux bis an den Gurten bei Bern, wo der Rohnegletscher sich mit dem Aaregletscher vereinigte. Interessant ist auch, dass nach dem Rückgang der Gletscher diese Reliktarten hier im Randgebiet blieben und nicht ins Alpeninnere auswanderten. Wer die ganze Flora der Stockhornkette bestimmen will, braucht ein umfassendes Handbuch. Oder wisse Sie, wie Pyrenäen-Steinschmückel, seidiger Spitzkiel, milchweisses Mannsschild oder das graue Hungerblümchen aussehen? Diese botanische Vielfalt ist natürlich auch bei den Gräsern vorhanden. Eine intensiv genutzte Wiese im Talgebiet weist 3 – 10 verschiedene Gräser auf, an einem artenreichen Standort in der Stockhornkette gedeihen 40 – 60 verschiedene Gräser. Es liegt auf der Hand, dass diese Artenvielfalt einhergeht, mit einer Vielzahl aromatischer Verbindungen und Inhaltsstoffen, was wiederum einen positiven Einfluss auf Milch und Käse hat. Literaturempfehlung: Flora Helvetica oder Berner Flora, beide Wagner und Lauber, Paul Haupt Verlag Bern. www..alporama.ch
Höhlenbewohner, Kelten, Römer, Burgunder, Alemannen
Verschiedene Ortsnamen weisen darauf hin, dass die Gegend schon in Keltoromanischer Zeit besiedelt war. Auf der Südseite des Morgetengrates oberhalb des Weilers Bunschen in der Gemeinde Oberwil sind die Höhlen „Schnurrenloch und Zwergliloch“, welche schon in der Altsteinzeit bewohnt waren. Der Flurnamen "Morgeten" ist aus dem keltoromanischen Morga, Morges, Murg abgeleitet und bedeutet Grenze. Funde von römischen Münzen im Gurnigelbad und auf dem Stockhorn lassen auf einen frühen römischen “Wellness -Tourismus“ schliessen. Auf der Alp „Chummli“, einige hundert Meter unterhalb des Morgetenpasses, befinden sich Mauerreste eines keltischen Refugiums. Auch die Flurnahmen Walalp, oder Walop unterhalb der Kaiseregg weisen auf den keltischen Ursprung hin, die Kelten wurden als Walen bezeichnet, später galt der Ausdruck allgemein für Fremde und auch die Bezeichnung die "Welschen" ist darus abgeleitet..
Das Buuschetal
Um 1850, als der Alpenraum am dichtesten besiedelt war, wurde das Buuschetal von bis zu 60 Personen ganzjährig bewohnt! In dieser Zeit war das Tal nur über den 1400 m hohen Flühberg zu erreichen. Im Winter war es oft ganz von der Aussenwelt abgeschnitten. Dies änderte sich erst mit der Industrialisierung und mit der Emigration unserer damaligen „Wirtschaftsflüchtlinge“ nach Übersee oder als Käser und Melker nach Osteuropa.
Von Westen her entwässert der Morgetenbach mit seinem 80m hohen Wasserfall das Tal, von Osten her der Buuschebach. In der Mitte des Tales fliessen sie gemeinsam in einer tiefen Schlucht nach Weissenburg. Im Dreieck dieses Zusammenflusses liegt, oder besser hängt, die „Leiterenweide“. „Nomen est Omen“. Der kürzeste Weg in die „Leiterenweide“ führte ehemals über mehrere Holzleitern aus der Schlucht in dieses Heimwesen. Vom Wohnhaus weg führte die kürzeste Verbindung über ein 100 Meter ob der Schlucht gespanntes Hanfseil, eine Astgabel mit einer eingesetzten Lauffläche aus Eibenholz war das „Fahrwerk", ein dünnes Hanfseil der Sitz und ein alter Lappen die Bremse. Die innovativen Betreiber des unten in der Schlucht gelegenen Weissenbugbades nutzten diese Art der Fortbewegung schon damals als „Event“ mit der Ankündigung: „Um neun reitet Johann Feuz auf dem Seil“. Heute ist die ungefährliche Überquerung der Schlucht auf der neuen Hängebrücke möglich. In der Blütenzeit der Bäderkultur war das in der Buuscheschlucht gelegene Weissenburgbad eine Adresse mit Renommee. Die Bourgeoisie Europas und der Schweiz fuhr hier zur Kur. Gurnigelbad, Schwefelbergbad und Weissenburgbad hatten damals etwa den gleichen Stellenwert wie heute die Destinationen Gstaad oder St. Moritz. Diesem Umstand ist auch zu verdanken, dass aus dieser Zeit und aus dieser Gegend viele historische Photodokumente von Wanderphotographen existieren.
Alp Morgeten
Die Alp Morgeten gehört einer Alpkoorperation. Diese Rechtsform entspricht dem alemannischen Allmendrecht, das sich im 7ten und 8ten Jahrhundert entwickelte. Die älteste schriftliche Erwähnung ist eine Abschrift aus einem Seybuch, aus dem Jahr 1577. Das älteste datierte Gebäude trägt die Jahrzahl 1646. In diesen Zeiten gab es keine Tierärzte, erkrankte ein Tier, war es eine wirtschaftliche Bedrohung und man musste sich selber helfen. Dazu ein Rezept aus einem „Thier=Arztney= Buch“ aus dem Jahr 1714: „Wann die Kalber schissige sind zu vertreiben/ bohre ein Loch in ein schwarzerlig Holz und thue Salz darein/ und schlag einen Nagel darauf/ lege es in das Feuer/ wann das Holz schier verbrunnen ist so nimm dann das Salz,/ nimm ein Ei von einer schwarzen Hennen rühr es in besagtes Salz und gib es den Kalbern zu lecken/ das ist oft probiert“. Zur Zeit der intensivsten landwirtschaftlichen Nutzung der Gegend, um 1850, wurde die Alp von über hundert Genossenschaftern genutzt. Oberwil hatte damals 1500 Einwohner, heute sind es noch 800. Die Alpkoorperation Morgeten besitzt heute eine gute Infrastruktur, sie ist mit einer Güterstrasse erschlossen, hat neuere oder renovierte Alpgebäude und ein Kleinkraftwerk mit einer Wasserversorgung. Auf der Alp werden pro Sommer ca. 9 Tonnen Alpkäse hergestellt.
Stockhornkette
Der Grat zwischen dem Stockhorn, Gantrisch und dem Ochsen bis zur Kaiseregg bildet auch siedlungsgeschichtlich eine Kulturgrenze zwischen alemannischen und burgundischen Einflüssen. In frühgermanischer Zeit teilte offenbar ein ausgedehntes Waldgebiet, das vom Gantrisch- Schwarzseegebiet bis nach Bern reichte, das Siedlungsgebiet der Alemannen und Burgunder.
Während des zweiten Weltkrieges war die Stockhornkette die nördliche Grenze des „Reduits“. Auf der Strecke Kaiseregg-Stockhorn wurden abertausende Kubikmeter an Stollen, Bunkern und Befestigungsanlagen gebaut. Da für die beauftragten Bauunternehmer zum Teil der Profit vor der Landesverteidigung kam, wurden Zement und Armierung recht sparsam eingesetzt, so dass einige Anlagen zerfielen, ohne dass ein Schuss auf sie abgegeben wurde, was nach Kriegsende zu mehreren Prozessen führte.
Schwarzenburg
Vom Morgetengrat geht der Blick Richtung Nord - Nordwesten auf die Hügelzüge des Schwarzenburgerlandes. Bis ins Jahr 1423 gehörte das Amt Schwarzenburg, damals unter dem Namen „Herrschaft Grasburg“ dem Burgunderherzog Amadeus von Savoyen. Dieser verkaufte es den Städten Bern und Freiburg, welche es bis zum Wiener Kongress 1815 gemeinsam im Fünfjahresturnus verwalteten. Diese Doppelverwaltung, bei der die beiden Besitzer möglichst viel nutzten und nichts investierten, blieb auch für die Bevölkerung nicht ohne Folgen. Im Jahre 1838 waren von 6000 Einwohnern der Gemeinden Guggisberg und Rüschegg beinahe 30 % armengenössig.
Schwarzsee
Der Schwarzsee ist ein grosser Bergsee mit einer Breite von 400 – 500 Metern und einer Länge von 1,5km. Er weist aber lediglich eine Tiefe von ca. 10 Metern auf. Der Schwarzsee war bekannt für
seinen Fischreichtum und schon in früheren Zeiten ein Ort für Sommerlustbarkeiten. An schönen Sonntagen trafen sich die Sennen der umliegenden Alpen, tranken Wein für eine Woche und frischten in
Faustkämpfen die alten Fehden ihrer Vorfahren auf. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das damalige Badehaus und die Schwefelquelle durch einen Bergsturz verschüttet. Die erste Zufahrtsstrasse
baute die Gemeinde Plaffeien, um am untern Seeende den verarbeiteten Gips aus der Gipsmühle abzuführen. Der Lokalname „Gypsara“ ist auf diesen Ursprung zurückzuführen. Der Talkessel der Rychisalp
ist eine der schönsten Alpen des Simmentals . Von der Alp Hinter Rychisalp führt ein Fussweg auf das Hohmad, eine wilde, wetterexponierte Alp mit einer herrlichen Aussicht ins Nieder- und
Obersimmental.