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Das Wichtigste in Kürze
- Bei Zuhörern sorgte für Verwunderung, dass Putin nicht gratulierte, sondern drohte.
- Muratow erklärte später, er werde den Preis ungeachtet von den Äusserungen entgegennehmen.
Der kremlkritische Journalist Dmitri Andrejewitsch Muratow ist der neue Friedensnobelpreisträger. Doch anstatt Gratulationen erhielt er Drohungen und wurde zur Achtsamkeit ermahnt.
«Wenn er den Nobelpreis als Schutzschild verwendet, um russische Gesetze zu verletzen, dann tut er das bewusst», so Putin. Er sagte dies mit Blick auf den Chefredakteur der Zeitung «Nowaja Gaseta» bei der Russischen Energiewoche am Mittwoch in Moskau.
Dmitri Andrejewitsch Muratow: Drohungen statt Gratulation
«Wenn er russische Gesetze nicht verletzt und keinen Anlass dafür gibt, wird er nicht zum ‹ausländischen Agenten› erklärt.» Bei Zuhörern sorgte für Verwunderung, dass Putin nicht gratulierte, sondern drohte.
Muratow selbst erklärte später, er werde die Auszeichnung ungeachtet von den Äusserungen des Kremlchefs entgegennehmen. «Der Staat kann tun, was er will. Aber wir werden den Preis erhalten, wir werden auf den Preis nicht verzichten», sagte der 59-Jährige der Agentur Interfax.
Zwei Journalisten erhielten Friedensnobelpreis
Mit deren Auszeichnung soll die Bedeutung des Schutzes der Meinungs- und Pressefreiheit für Demokratie und Frieden unterstrichen werden. Muratow erklärte, die Auszeichnung auch den getöteten Journalisten und Journalistinnen seiner Zeitung zu widmen. Darunter Anna Politkowskaja und Natalja Estemirowa, die erschossen wurden.
Der Kreml hatte Dmitri Andrejewitsch Muratow zu seiner Auszeichnung gratuliert. Der Journalist erklärte, es sei ihm versichert worden, dass das Preisgeld kein Grund sei, ihn zum «ausländischen Agenten» zu erklären.
Wegen eines umstrittenen Gesetzes müssen sich in Russland Medien und Nichtregierungsorganisationen als «ausländische Agenten» registrieren. Dies, wenn sie sich mit Geld aus dem Ausland finanzieren. Moskau begründet das mit Schutz vor politischer Einmischung in innere Angelegenheiten. Kritiker hingegen monieren, die Entscheidung sei oft politisch motiviert.