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Seit Juni 1999 gilt für alle EU-Länder, dass die Zusammensetzung auf den Produkten deklariert werden muss. Die Auflistung der pflanzlichen Stoffe wird in lateinischer Sprache aus zwei Begriffen (bionomische Nomenklatur) wiedergegeben. Die Auflistung der Inhaltsstoffe muss in abnehmender Reihenfolge ihres prozentualen Anteils gelistet sein. Alle Inhaltsstoffe, deren Anteil unter einem Prozent liegt, dürfen ohne Einhaltung der Reihenfolge am Ende der Deklaration aufgelistet werden. Farbstoffe müssen mit CI (Color Index)-Nummern gekennzeichnet sein.
Sprechen Sie "INCI"?
Auf einem kosmetischen Produkt können sowohl englische als auch lateinische INCI-Bezeichnungen (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) aufgeführt werden. Für viele Menschen sind diese Bezeichnungen jedoch unverständlich. Endkonsumenten „bauen“ sich ihr eigenes Bild von einer kosmetischen Formulierung, ohne zu verstehen, was welcher Inhaltstoff bedeutet und inwiefern diese sich unterscheiden. Anhand einiger Wortendungen und -kombinationen lässt sich auf der INCI-Liste bereits erkennen, um welche Art von Inhaltsstoff es sich handelt. Hier einige Beispiele:
Salze sind wasserlösliche Verbindungen aus negativ geladenen Ionen (Anionen) und positiv geladenen Ionen (Kationen). Sie entstehen durch eine chemische Reaktion zwischen Säuren und Basen. In der INCI-Liste erkennen wir Salze an den Wortendungen „…tate“, z. B. Acetate, Sulfate, Glutamate. Häufig finden wir diese in Verbindung mit dem Wort „Sodium“ (Natrium). So ist Sodium Hyaluronate eine Verbindung aus Natrium und Hyaluronsäure, Sodium Lauryl Sulfate ist eine Verbindung aus Natrium, Alkohol und Schwefelsäure.
Alkohol: Ist die Rede von Alkohol, so denken die meisten Menschen an Ethanol (Weingeist/Ethylalkohol), den wir aus Getränken kennen. Chemisch gesehen sind Alkohole jedoch eine sehr umfangreiche Klasse organischer Verbindungen. Darum finden sich in den INCI-Angaben viele Kombinationen mit dem Wort „Alcohol“. Alkohole erkennt man an der Wortendung „-ol“, z. B. Isopropanol, Propanediol, Glycol oder auch Cetyl Alcohol und Stearyl Alcohol. Die beiden letzteren sind sogenannte Fett- bzw. Wachsalkohole. Alkohole sind Lösungs- und Konservierungsmittel und verbessern die Aufnahmefähigkeit der Haut. Fett- bzw. Wachsalkohole binden Feuchtigkeit.
Eine solide Grundlage
Um eine kosmetische Formulierung aufzubauen, braucht es wiederum drei bis vier verschiedene Stoffgruppen:
- Basisstoffe dienen zum Aufbau der Hydrolipidbarriere (Schutz). Hierzu zählen Filmbildner, Fette und Öle, der Natural Moisturizing Factor (NMF) sowie Wachse und Wasser.
- Wirkstoffe bestimmen die Produkteigenschaften und geben den Basisstoffen einen zusätzlichen Effekt. Sie werden auch nach ihrer Wirksamkeit unterschieden, z. B. in antibakterielle Wirkstoffe, Antioxidanzien, Abrasivmittel, Sonnenschutz/UV-Filter u.v.m.
- Hilfsstoffe werden benötigt, um dem Produkt Stabilität zu geben und/oder die unterschiedlichen Inhaltsstoffe miteinander zu verbinden. Bei den Hilfsstoffen unterscheidet man die meisten Untergruppen, wie z. B. Bindemittel, Emulgatoren, Feuchthaltemittel, Konservierungsmittel, Lösungsmittel, Tenside, Stabilisatoren u.v.m.
- Zusatzstoffe werden eingesetzt, um dem Produkt mehr Attraktivität zu geben, also auch, um mehr Kaufanreiz und Freude in der Anwendung zu schaffen. Hierzu zählen Parfumstoffe, Aromen und Farbstoffe. Auf diese Gruppe könnte gegebenenfalls verzichtet werden. Sie dienen lediglich als „Marketing-Substanz“.
In der Kosmetik verwendete Zubereitungsformen sind physikalisch-chemisch als Stoffgemische zu bezeichnen. In einem Stoffgemisch liegen Substanzen homogen (gleichmässig) verteilt vor. Die Substanz, die in der grössten Menge im Stoffgemisch vorliegt, wird als Lösungsmittel oder Dispersionsmittel bezeichnet.