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Nabelbruch
Der Nabelbruch oder auch als Nabelhernie bezeichnet, bildet sich meist in der 2. – 4. Woche nach der Geburt aus. Man vermutet, dass die Anlage zum Nabelbruch rezessiv vererbt wird.
Alles im Überblick – operative Versorgung einer Nabelhernie
ca. 1-2 Stunden
5 Tage unter Bauchverband
Vollnarkose
Ca. 4 Wochen Boxe
2-3 Tage Spitalaufenthalt
Nach 4 Wochen gewohnte Bewegung und Weide
Keine Nahtentfernung
Sehr gute Prognose, wenn kein Darm eingeklemmt und geschädigt ist
Wissenswertes zur Nabelhernie
Was ist eine Nabelhernie
Durch die Nabelpforte verläuft der Nabelstrang, der das Fohlen während der Trächtigkeit mit Nährstoffen von der Stute versorgt. Während der Geburt reisst der Nabelstrang nahe am Nabel ab, trocknet ein und zieht sich zusammen und verschliesst somit die Nabelpforte. Ist diese Pforte jedoch zu gross, bleibt ein Loch zurück durch das sich das Bauchfell ausstülpen kann und die charakteristische «Ausbeulung» den sogenannten Bruchsack bildet.
Stellt eine Nabelhernie ein Risiko dar?
Die Erkrankung Nabelhernien stellen einerseits einen Schönheitsfehler, andererseits aber auch ein stetes Risiko für eine Einklemmung von Darm (Inkarzeration) in den Bruchsack der Hernie dar.
Wissenswertes zur Behandlung einer Nabelhernie
Wer operiert mein Fohlen?
Um den höchsten Standard zu gewährleisten, werden Operationen von einem Chefarzt oder einer erfahrenen Oberärztin, einem erfahrenen Oberarzt geleitet.
Konservative versus chirurgische Behandlung
Die Operation wird meist erst im Alter von 3-4 Monaten durchgeführt, da bei kleineren Hernien mit einem Durchmesser von bis zu 4 cm bis dahin die Chance auf Selbstheilung besteht.
Sobald aber der Inhalt des Bruchsackes hart und schmerzhaft ist, ein Zurückschieben in die Bauchhöhle unmöglich ist und das Fohlen starke Koliksymptome zeigt, besteht der Verdacht, dass sich im Bruchsack Darmteile eingeklemmt haben, welche durch mangelnde Blutversorgung absterben. In diesem Fall ist eine Operation notfallmässig durchzuführen. Bei den eingeklemmten Darmteilen handelt es sich in der Regel um Dünndarmanteile; sehr selten können der Blinddarm oder der Dickdarm betroffen sein. Die Ultraschall Untersuchung gibt Hinweise auf die Art des Inhaltes.
Narkose
Wenn das Fohlen stabilisiert ist, wird der Riss in der Blase chirurgisch verschlossen. Dies wird in einer Vollnarkose gemacht. Die Mutter begleitet das Fohlen in den Operationssaal und bleibt beim Fohlen bis es in Narkose schläft. Die Mutter wird dann bei Bedarf beruhigt (sediert) und wieder in die Boxe gebracht.
Die heutigen sehr schonenden Narkosemethoden sind sicher und deutlich weniger belastend als frühere Methoden. Zudem ist eine umfangreiche Überwachung des Patienten während der Narkose inkl. Blutdruckmessung, EKG, Atemgasmessung etc. Standard. Alle Narkosen werden von speziell hierfür ausgebildeten Tierärzten, den Anästhesisten, durchgeführt.
Die Operation
Bei der Operation liegt das Fohlen in Rückenlage unter Allgemeinanästhesie. Nach der sterilen Vorbereitung wird die Haut rund um den Bruchsack lorbeerblattförmig umschnitten und das überschüssige Hautgewebe entfernt, gerade so, dass die Haut noch ohne starken Zug verschlossen werden kann.
Anschliessend wird unter der Haut und Unterhaut bis auf die Bauchmuskulatur präpariert. Damit kann der innere Bruchsack gut dargestellt werden. Anschliessend wird die Bauchhöhle eröffnet und der innere Bruchsack entlang des Hernienrings entfernt. Dabei werden gleichzeitig verbleibende Anteile des Nabels entfernt und der Zustand der Därme kann beurteilt werden.
Zudem liegen bei dieser Operation frische Wundränder zum Verschluss des Defektes vor, was die Wundheilung begünstigt. Der Defekt wird mit einer fortlaufenden Naht verschlossen. Die Unterhaut und die Haut werden anschliessend mit resorbierbarem Nahtmaterial verschlossen, damit die Fäden nicht mehr entfernt werden müssen.
Zum Schutz der Bauchnaht wird ein Bauchverband angelegt. Sobald die Operation fertig ist, wird das Fohlen zu der Mutter in die Boxe zum Aufwachen gebracht, wo es dann einige Stunden nach der Operation auch wieder trinken darf.
Die Abheilzeit und Prognose
Die weitere Nachsorge ist für eine optimale Heilung und ein gutes Ergebnis sehr wichtig. Wir erklären Ihnen worauf Sie bei Ihrem Pferd zu Hause achten müssen, was Ihr Pferd machen darf und was nicht. Zudem erhalten Sie einen schriftlichen Bericht mit genauen Anweisungen. Die Nachsorge zu Hause wird durch Ihren Privattierarzt/-ärztin überwacht.
Nach der Operation müssen die Fohlen für etwa 4 Wochen in der Boxe gehalten werden, um Sprünge und übermässiges Herumtollen, was ein Ausreissen der Bauchnaht provozieren könnte, zu verhindern. Fäden müssen keine entfernt werden.
Wenn kein Darm in dem Bruchsack eingeklemmt und abgeschnürt ist, ist die Prognose einer Nabelbruchoperation sehr gut.
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