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Besuch von Schwester Judith von den "Emmanuel Sisters" in Bafut
Am 12.Juni durften wir einen besonderen Gast bei uns im Mittwochskaffee begrüssen.
Admin Steig,
Schwester Judith von den "Emmanuel Sisters" in Bafut besuchte uns und erzählte von Ihrer Schwesterngemeinschaft und von ihrer Arbeit mit den Behinderten. Als sie ein Jahr alt war, erkrankte sie an Kinderlähmung. Ihre Eltern waren arm. Sie wohnten in einer abgelegenen Gegend. Als sie erwachsen war, fühlte sie sich aufgrund ihrer Erfahrungen von Gott berufen, etwas für behinderte Menschen zu tun. Sie gründete das Agape Projekt. Von 1999 bis 2012 war sie Priorin in Bafut. Das Leben behinderter Menschen sei heute noch schwierig, sagte sie. Der Aberglaube sei immer noch da, dass eine Behinderung eine Strafe sei. Behinderte Kinder werden aus diesem Grund vor der Oeffentlichkeit versteckt. Vier Personen seien momentan verantwortlich für die Behindertenarbeit, aber es seien auch viele Helfer da, die in abgelegene Gebiete gehen und dort die behinderten Menschen aufspüren. Die Schwesterngemeinschaft habe sich zum Ziel gesetzt, gerade den körperlich behinderten Menschen zu helfen. Toiletten werden gebaut. Die Jugendlichen, die keine Schule besuchen konnten, lernen im Zentrum lesen und schreiben. Schwester Judith erzählte auch vom schwierigen, politischen Umfeld. Ein grosses Problem sei seit drei Jahren die politischen Konflikte in Kamerun, zwischen dem englischsprachigen und dem französischsprachigen Teil des Landes. Häuser wurden zerstört, Menschen vertrieben. Behinderte Menschen wurden zum Teil zurückgelassen und ihrem Schicksal übergeben. Sie starben, weil sich niemand mehr um sie kümmerte. Die Flüchtlinge suchen nun vermehrt Gebiete auf, wo sie im Frieden leben können. Auch das Zentrum der Schwesterngemeinschaft wird von Flüchtlingen aufgesucht. Lebensmittel werden verteilt, Epileptiker werden betreut. Ihnen werden Medikamente abgegeben.Heute sei das Zentrum in Akum sicher, ein neues Haus sei in Foumbot geplant. Junge Mädchen lernen in Akum Handarbeiten auszuführen. So können sie sich ihren Lebensunterhalt selber verdienen. Nach drei Jahren Ausbildung bekommen sie ein Diplom und eine Nähmaschine. Das sei dann ein gutes Startkapitel, um ihren Beruf auszuüben. Schwester Judith erzählte lebhaft und mit grosser menschlicher Herzenswärme von ihrer Arbeit in Kamerun. Es war eine schöne Begegnung. Die Gemeindeglieder der Steiggemeinde konnten sich informieren. Das sei ein gutes Projekt, das wir auch weiterhin unterstützen möchten, war die Meinung. Schön war, dass von den Teilnehmern die stolze Summe von Fr. 427.80 zusammengetragen wurde. Mit dem Beitrag der Kirchgemeinde ist das ein schönes Zeichen für diese schwierige Arbeit der Emmanuel Sisters. Wir machen unsere Behindertenarbeit weiter, sagte zum Schluss Schwester Judith, auch unter erschwerten Bedingungen. Für uns als Steiggemeinde ist es schön, dass Schwester Judith zu uns kam und von ihrer Arbeit berichtete. So wissen wir, dass unser Geld gut angelegt ist. Danke an alle, die diese Begegnung organisiert haben. Pfr. Martin Baumgartner