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Die offiziell registrierten Dürregebiete breiten sich immer mehr aus. Bislang sind Teile des Ostens, Südens und Westens sowie London und weitere Gegenden im Landesinneren betroffen.
Ein tiefer Grundwasserspiegel, extrem niedrige Pegelstände in Flüssen und Seen bereiten Trevor Bishop, dem Abteilungsleiter für Wasserressourcen in der Umweltagentur Sorgen.
Während die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung in diesen Gebieten kaum betroffen ist, fordert der Mangel an Regen seinen Tribut an die Umwelt und die Landwirtschaft - was zu Problemen in der Tier- und Pflanzenwelt, sowie zu ökologischen Problemen in den Feuchtgebieten führt.
Trevor Bishop, Abteilungsleiter für Wasserressourcen in der Umweltagentur
In Mittelengland herrschen die niedrigsten Wasserstände in Flüssen, die jemals gemessen worden sind. Deshalb hat man im Fluss Lathkill in der Grafschaft Darbyshire die Fische abgefischt, um sie so vor Vertrocknung und Tod zu retten.
Obwohl immer wieder einige wenige Regenschauer verzeichnet werden, ist keine Verbesserung der Situation in Sicht. Die Böden sind teilweise so ausgetrocknet, dass sie zur Erholung einer anhaltenden kräftigen Durchfeuchtung bedürfen. Fällt dann jedoch zu viel Wasser auf den ausgedörrten Boden, kann dieser die Wassermenge nicht aufnehmen. Dies kann unmittelbar zu Überschwemmungen führen.
Aufgrund des Wassermangels werden in England zusätzliche Sparmassnahmen ergriffen. Die Blumenschau, welche jährlich in London-Chelsea durchgeführt wird, passt ihre Ausstellung der Situation an. „Trockenheitsbeständige Gärten" und „Wüstengärten" rücken in den Mittelpunkt. Mehrere berühmte Springbrunnen in der Innenstadt Londons mussten ausgeschaltet werden. Ausserdem gilt in grossen Teilen Englands das „Gartenschlauch-Verbot". Es dürfen deshalb weder Autos gewaschen noch Gärten bewässert werden. In den Kanälen verschärft sich aufgrund des fehlenden Wassers die Situation; einige mussten gesperrt werden.
Die Dürre beschäftigt derzeit die Menschen in England sehr stark, auch diejenigen, welche ausserhalb der registrierten Dürregebiete leben. Wasser sparen kann und soll jeder einzelne. Die britische Umweltministerin Caroline Spelman hatte die Bevölkerung schon Ende Februar auf Wasser-Sparmassnahmen aufmerksam gemacht. Mit einem sorgsameren Umgang verlangte sie, dass der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Kopf und Tag von 150l auf 20l zu reduzieren sei.
Kritiker bemängeln aber auch die immense Wasserverschwendung, die in vielen Teilen Englands aufgrund mangelnden Unterhalts der Leitungssysteme festzustellen ist. Diese seien marod und würden Lecks aufweisen, die zu hohen Sickerwasserverlusten führen würden. Gemäss der staatlichen Aufsichtsbehörde Ofwat gehen 26% des Wassers verloren! Ausserdem seien Toilettenspülungen mit Wahltasten in Grossbritannien eher rar und würden auch nicht aktiv zum Einbau empfohlen. Durch verbesserte Technologien und Reparaturen könnte so – ganz unabhängig von der bedrohlichen Erderwärmung und den damit verbundenen verheerenden Folgen– eine Menge Wasser eingespart werden.
Dass das seit langem anhaltende Extremwetter in Zusammenhang mit dem globalen Klimawandel gebracht wird, ist nicht weiter erstaunlich. Schliesslich ist das Klima Englands für ergiebige Niederschläge bekannt, geht doch kein Engländer jeweils ohne Regenschirm aus dem Haus. Umso mehr erstaunt es, dass genau dort nun eine Dürreperiode herrscht. Diese kann als einer vieler bereits spürbarer Indizien für die aktuelle Klimaveränderung gewertet werden. Die weiteren Folgen sind unabsehbar.