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Während in den anderen Schweizer Bistümern in Basel, Chur oder St. Gallen die Domkapitel und teils auch die Kantonsparlamente bei der Wahl des Bischofs mitreden und mitbestimmen können, ist die Wahl für den Walliser Bischof vollumfänglich in den Händen der Kirche. Der Nuntius in Bern bekommt jeweils von Rom den Auftrag, nach möglichen Kandidaten Ausschau zu halten und diese dem Vatikan zu nennen.
Die Bischofskongregation macht aus dieser Liste dem Papst dann einen Dreiervorschlag aus dem der Papst schliesslich den neuen Bischof auswählt. Das ganze Prozedere läuft geheim ab, so dass nicht einmal die Kandidaten wissen, dass sie nominiert sind.
Die Wahl verlief nicht immer nach diesem Prozedere. Vor 1918 haben die Walliser ihren Bischof selber gewählt. Die Domherren machten dabei dem Kantonsparlament, dem damaligen Landrat, einen Vorschlag und der Landrat wählte den Bischof. Diese Wahl wurde zwar vom Papst offiziell nie anerkannt. Der Papst aber wählte dann jeweils jenen Mann zum Bischof, den auch schon der Landrat gewählt hatte, so dass er offiziell doch Wahlbehörde war und die Walliser dann doch jenen Bischof bekamen, den sie wollten.
1918, bei der Einführung des neuen Kirchenrechts, haben die Domherren von Sitten auf ihr Vorschlagsrecht auf Wunsch des Papstes verzichtet, so dass das Kantonsparlament über keine Vorschläge mehr entscheiden konnte und damit still sein Wahlrecht verlor.
Wegen dieses geheimen Wahlprozederes weiss man im Wallis derzeit auch nicht, wer da eigentlich Kandidat ist und wann der Papst wählt. Wunschkandidaten werden allerdings immer wieder genannt. Zum Beispiel Jean-Marie Lovey, der Abt vom Grossen St. Bernhard oder Jean-Michel Girard, Pfarrer von Orsière. Immer wieder genannt wird auch Nicolas Buttet, ein Priester, der auch schon mal Abgeordneter im Kantonsparlament war. Wahrscheinlich ist einzig, dass der neue Bischof ein Unterwalliser sein wird, das in Abwechslung zu Norbert Brunner, der Oberwalliser ist.