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| Ambrosius von Mailand (340-397) - Exameron

Der fünfte Tag. Siebte und achte Homilie. (Gen 1,20-23)
IX. Kapitel. Der Seeigel ein Wetterprophet. Gottes Huld verdankt er den Instinkt. Der Mensch das bevorzugte Kind der göttlichen Vorsehung.
24.
Der Igel, ein kleines, unscheinbares und verächtliches Tierchen ich spreche vom Seeigel pflegt den Schiffern künftigen Sturm anzuzeigen oder heiteres Wetter zu verkünden. So liest er denn, sobald er Sturmwind wittert, ein schweres Steinchen auf, führt es wie Ballast und schleppt es wie Anker mit sich, um nicht von den Fluten ausgeworfen zu werden. Nicht aus eigener Kraft also hält er sich im Gleichgewicht, sondern mit fremdem Gewichte bleibt er seiner mächtig und Herr. Das ist nun ein Fingerzeig, den die Schiffer als Zeichen auf künftigen Sturm deuten und demzufolge sie sich vorsehen, daß nicht der plötzliche Sturm sie unvorbereitet treffe. Welcher Mathematiker, welcher Astrologe oder welcher Chaldäer verstünde sich so genau auf der Gestirne Lauf, so genau auf die Bewegungen und Zeichen am Himmel? Woher die Fähigkeit zu solcher Beobachtung? Von welchem Lehrer stammt solches Wissen? Wer war der Vermittler so sicherer Zeichendeutung? Menschen merken, wie die Luft sich verdichtet, und täuschen sich oft, indem dieselbe ohne Sturm den Flor teilt: Der Igel täuscht sich nicht, den Igel trügen nimmer seine Zeichen.