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Wer vergibt die Namen?
Im deutschsprachigen Raum ist das Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin dafür verantwortlich. Seit 1954 werden hier Drucksysteme benannt. Die Namen werden jeweils in alphabetischer Reihenfolge vergeben. Nach unserem aktuellen Hoch Hermelinde wird das nächste Hoch Isgard heissen, gefolgt von Jenny und Kerstin. Tiefdruckgebiete haben dieses Jahr männliche Vornamen: Im Moment dreht Tief Quillan über dem Atlantik, die nächsten Tiefs werden dann Roland, Sven und Tim heissen. Es kommt jedes Jahr zu mehreren Durchgängen im Alphabet. Die eigentliche Taufe wird dann von den diensthabenden Meteorologinnen und Meteorologen in Berlin vorgenommen. Ab dann erscheint der betreffende Name auf den Wetterkarten. Im Extremfall spricht halb Europa von einem bestimmten Tief. Wir erinnern uns an die Orkane Lothar, Vivian, Sabine oder Burglind.
Wann und wo kann ich einen Namen beantragen?
Für 2021 sind alle noch kommenden Namen bereits vergeben. Ab Mittwoch werden Anmeldungen für das nächste Jahr angenommen. Hier geht es zu den Antragsformularen. Übrigens sind nur standesamtlich akzeptierte Vornamen zugelassen.
Wie viel kostet eine Wetterpatenschaft?
Der Preis für ein Hoch ist 360 Euro, für ein Tief 240 Euro. Der Unterschied erklärt sich durch die unterschiedliche Häufigkeit: In Europa sind Hochdruckgebiete seltener als Tiefdrucksysteme. Es kommen jedes Jahr etwa 50 bis 60 Hochs zusammen; das sind dann zwei bis maximal drei Durchgänge im Alphabet. Tiefdrucksysteme kommen doppelt so häufig vor, sodass der gleiche Buchstabe fünf bis sechs Mal pro Jahr auf der Wetterkarte erscheint.
Was macht die Uni Berlin mit dem Erlös der Patenschaften?
Sie rettet damit eine langjährige und damit sehr wertvolle Beobachtungsreihe. In Berlin wird seit mehr als 100 Jahren das Wetter rund um die Uhr beobachtet und gemessen. Aus Kostengründen sollte die kontinuierliche Beobachtung abgeschafft werden. Die Idee der Wetterpatenschaft kam von Seiten der Studenten und leistet einen wichtigen Beitrag für die Wissenschaft.
Sind Hochdruckgebiete immer weiblich?
Nein. Früher trugen die Hochdruckgebiete sogar immer männliche und Tiefdrucksysteme weibliche Vornamen. Doch seit in den 90-er Jahren einige schwere Stürme über Europa fegten, wurde die Namensvergabe angepasst. Heute wird von Jahr zu Jahr zwischen Buben- und Mädchennamen abgewechselt.
Tief Nick
Ende August bis in den September hinein dreht Tief Nick über Osteuropa seine Runden. Der 11-jährige Nick aus Uhwiesen im Kanton Zürich hatte seine helle Freude daran, hat er doch zu seinem Geburtstag diese Wetterpatenschaft geschenkt bekommen.