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Franziska Sibylla Augusta wird am 21. Januar 1675 als zweite Tochter des Herzogs Julius Franz von Sachsen-Lauenburg (1641–1689) und der Pfalzgräfin Hedwig von Sulzbach (1650–1681) im Stammschloss der Herzöge von Sachsen-Lauenburg in Ratzeburg geboren.[1] Schon 1676 verlegt der Herzog seine Residenz nach Schlackenwerth in Böhmen.[2] Die böhmischen Herrschaften sind von seinem Vater, dem Herzog Julius Heinrich (1586–1665) im Laufe des Dreissigjährigen Krieges als konfiszierter protestantischer Besitz erworben worden. In Schlackenwerth, wo die beiden Töchter nun aufwachsen, hat ihr Grossvater vor dem alten Schloss einen opulenten frühbarocken Garten angelegt. Inmitten des Gartens lässt ihr Vater durch den Prager Baumeister Abraham Leuthner ein grosses «Neues Lustgebäude» mit einem über zwei Geschosse reichenden Mittelraum bauen und beginnt 1685 mit dem «Neuen Schlossbau» am anderen Ende des Gartens, den er zudem zum hochbarocken Herrschaftsgarten ausbaut. Herzog Julius Franz ist auch grosser Kunstmäzen. Am Hof sind Radierer, Maler, Bildhauer, Glas- und Steinschneider, Goldschmiede, aber auch Alchemisten und Laboranten regelmässige Gäste. Kein Wunder, dass Franziska Sibylla Augusta später selbst Sammlerin und Förderin des Kunsthandwerkes wird. Nachdem ihre Mutter früh gestorben ist, sorgen sich die Grosseltern um die Erziehung. Vorerst besuchen die Töchter die Lateinschule der Piaristen.[3] Die Stiftung einer Niederlassung dieses gegenreformatorischen Schulordens in Schlackenwerth erfolgt 1666 durch die Grossmutter, einer geborenen Pobel von Lobkowitz. Das vorrangige Ziel der Piaristen, die Verbreitung und Vertiefung der Frömmigkeit bei allen Schichten, erreichen sie bei Franziska Sibylla Augusta mit Erfolg. Sie wird später diesem Orden auch eine Niederlassung in Rastatt ermöglichen.
1689 stirbt Herzog Julius Franz. Seine beiden Töchter sind des reichen böhmischen Erbes wegen begehrte Partien auf dem europäischen Heiratsmarkt. Eine testamentarische Verfügung des Vaters erlaubt dem Kaiser Leopold I. die Wahl eines geeigneten katholischen und reichsfürstlichen Bewerbers. Den beiden Prinzessinnen wird dabei wenig Mitspracherecht zugesprochen. Der Favorit des Kaisers, Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden, legt sich auf die Jüngere fest.[4] Am Ostermontag 1690 heiraten die 15-jährige Franziska Sibylla Augusta und der 45-jährige Ludwig Wilhelm in Raudnitz an der Elbe. Der Ehemann ist als Feldmarschall und Oberbefehlshaber zusammen mit seinem Cousin, dem Prinzen Eugen von Savoyen, im Krieg gegen die Osmanen engagiert und wird wegen seiner Siege als «Türkenlouis» bezeichnet. Die Ortschaften der Markgrafschaft, auch seine Residenz Baden-Baden, liegen seit den französischen Hunnenzügen von 1689 in Schutt und Asche.[5] Dies bewegt den Markgrafen, in Schlackenwerth zu residieren. Hier beginnt er 1693 mit dem Bau des «Weissen Hofes», einer Dreiflügelanlage als Erweiterung des erst 1690 vollendeten neuen Schlossbaus. Im «Weissen Hof» entstehen bis 1696 die Räume für den fürstlichen Haushalt.[6] Bis 1704 hält sich die junge Ehefrau mehrheitlich in Schlackenwerth auf und vertritt hier auch ihren meist auf Kriegsschauplätzen abwesenden Ehemann. Sie reist aber viel und auch die Geburtsorte ihrer ersten acht Kinder, Günzburg, Augsburg, Nürnberg, Ettlingen und Aschaffenburg sprechen nicht für ein geruhsames Leben in der Schlackenwerther Residenz. Von insgesamt neun Kindern erreichen nur zwei Söhne und eine Tochter das Erwachsenenalter.
Schon der Geburtsort Ettlingen für Ludwig Georg Simpert (1702–1761), dem Erbprinzen, weist auf den schon um 1697 gefassten Entschluss des Markgrafen hin, die Residenz wieder in die Rheinebene zu verlegen.
Mit seinem neuen Hofbaumeister Domenico Egidio Rossi will er vorerst das zerstörte Ettlingen als Residenzstadt im klassischen Rastersystem neu bauen, entscheidet sich dann aber für Rastatt. Hier vergrössert ihm Rossi ein schon begonnenes Jagdschloss 1699–1707 zu einer Grossanlage mit Ehrenhof und beginnt gleichzeitig mit dem Stadtneubau. Ab 1700 sind die meisten der vorher in Schlackenwerth tätigen Baumeister und Kunsthandwerker in Rastatt tätig. Auch die Markgräfin hält sich jetzt vermehrt im nahen Ettlingen auf, um dann 1705 in die fertiggestellten Flügel des Residenzschlosses einzuziehen. 1706 wird hier ihr letztes Kind geboren, August Georg Simpert (1706–1771).
Anfang 1707 stirbt Markgraf Ludwig Wilhelm mit kaum 52 Jahren nach einer langwierigen Krankheit in seiner Residenz Rastatt.[7] Anstelle des erst fünfjährigen Erbprinzen übernimmt die 32-jährige Franziska Sibylla Augusta die Regentschaft der Markgrafschaft Baden-Baden. Wegen ausstehender Guthaben am Wiener Kaiserhof, der durch Reichs- und Türkenkriege finanziell ruiniert ist und Schuldforderungen von über zwei Millionen Gulden nicht begleichen kann, ist das noch immer im Wiederaufbau befindliche Land in argen Finanznöten. Dazu tragen auch die für einen kleinen Fürstenhof zu hohen Kosten der Hofhaltung bei. Zudem ist wieder einmal Krieg im Land. Der von Louis XIV provozierte Spanische Erbfolgekrieg ist zwar für die Franzosen und für die mit ihnen verbündeten Bayern seit der Schlacht von Höchstädt im Jahre 1704 eine aussichtslose Sache. Trotzdem kann im Mai 1707 der französische Marschall Villars die befestigte Stadt Rastatt einnehmen und muss sich erst im Herbst wieder hinter den Rhein zurückziehen. Aber noch bis 1713 stehen sich die feindlichen Heere am Rhein gegenüber, und erst mit dem für Frankreich und Bayern sehr vorteilhaftem Frieden von Rastatt 1714 kann die geplagte Bevölkerung aufatmen.[8]
Die neue Regentin flüchtet mit ihrem Hof und den Kleinkindern vorerst nach Ettlingen, dann nach Baden-Baden. Schon in den ersten Monaten 1707 entlässt sie, angesichts der finanziellen Lage ihres Hauptgläubigers in Wien, 170 von 325 Hofbediensteten. Prominente Opfer sind Diplomaten am Wiener Hof und der Hofbaumeister Rossi. An seine Stelle tritt der in den Forderungen bescheidenere und der Regentin schon aus Schlackenwerth vertraute Baumeister Johann Michael Ludwig Rohrer. Ihm wird sie später auch den Unterricht ihres Erbprinzen in Festungsbau und Militärarchitektur anvertrauen. Zentrales Thema dieser ersten Regierungsjahre sind die Einforderung der Guthaben beim Kaiserhaus. Aber erst 1720 gelingt es ihr in Direktverhandlungen mit dem noch immer vor dem Beinahebankrott stehenden Kaiserhaus, 750 000 Gulden oder 35 Prozent der Gesamtschuld zurückbezahlt zu erhalten.[9] Sie sieht ein, dass der grössere Teil der Darlehen des Hauses Baden-Baden beim Kaiserhof abgeschrieben werden müssen, kann aber bis zum Ende ihrer Regentschaft den Finanzhaushalt der Markgrafschaft trotzdem ins Gleichgewicht bringen. Dazu trägt die Tatsache bei, dass sie die Finanzierung der meisten Bauvorhaben mit ihrem privaten Vermögen bestreitet.
Alle ihre Bauten vertraut sie ausschliesslich ihrem Hofbaumeister Johann Ludwig Michael Rohrer an. Wahrscheinlich ist er auch Baumeister ihres ersten Bauwerkes als Regentin, der Maria-Einsiedeln-Kapelle in Schlackenwerth, die sie nach einer zweiten Wallfahrt nach Einsiedeln im Jahre 1708 in Auftrag gibt und 1709 ausführen lässt. Es ist eine Kopie der Gnadenkapelle im dortigen «Unteren Münster».[10] 1715, nach ihrer vierten Wallfahrt nach Einsiedeln, baut die Markgräfin eine identische Kapelle auch in Rastatt in der Nähe der Residenz. Noch während des Spanischen Erbfolgekrieges plant sie, als Fluchtort vor der Etikette am Rastatter Hof und in Erinnerung an ihren Schlackenwerther Park mit dem zentralen «Neuen Lustgebäude», eine Wegstunde südlich der Residenz ein «Lustschloss», dem sie den Namen Favorite gibt. Das Schloss wird 1710–1711 gebaut, der 15 Hektaren grosse nördliche «fürstliche Lustgarten» und der 14 Hektaren grosse südliche Fasaneriewald mit Kavaliersbauten, Orangerien und einer Eremitage werden anschliessend bis 1725 fertig. Das Schloss Favorite ist nicht nur architektonisch eine Reverenz an die böhmische Heimat, es zeigt in der Ausstattung zudem deutlich die kunsthandwerklichen Vorlieben der Markgräfin. Ihr in der Residenz schon seit 1707 tätige künstlerische Leiter, der Maler und «Dessigneur» Franz Pfleger, ist für die Ausführungen nach ihren Ideen zuständig.[11]
Im April 1719 begibt sich die Markgräfin mit dem Erbprinzen Ludwig Georg und Gefolge auf eine Reise nach Italien und besucht mit einem Umweg über das Wallfahrtsort Loreto die Stadt Rom, wo sie Gast des Papstes ist und die Pilgerstätten während über 60 Tagen besichtigt. Die Rückreise führt über Siena und Florenz.[12] Beeindruckt von dieser Reise lässt sie noch im gleichen Jahr eine Loretokapelle im Residenzgarten errichten und baut anschliessend an den nördlichen Gartenflügel der Residenz die Nachbildung der Heiligen Stiege mit Sanktuarium, die als Pilgerstätte mit Ablass zu ganzjährigem Betrieb in nächster Nähe ihrer Privatgemächer führt. 1720 wird die Heilige Stiege eingeweiht.[13] Anschliessend an die Weihefeier dieses in einer Residenz singulären sakralen Bauwerkes legt die Markgräfin den Grundstein zur Hofkirche. Die Schlosskirche zum Heiligen Kreuz in der nördlichen Fortsetzung der Heiligen Stiege, als Wandpfeilerkirche von Rohrer gebaut, ist in Ikonographie und Ausstattung wieder ein klares Werk der Markgräfin. Der Innenraum, fast ausschliesslich mit böhmischen Künstlern unter der Leitung Franz Pflegers und nach Anweisungen der Markgräfin inszeniert, ist von solch barocker Intimität, dass er noch heute die in einer säkularen Gesellschaft aufgewachsenen Kunsthistoriker irritiert.[14] Die Weihe erfolgt 1723 durch den Kardinal und Fürstbischof von Speyer, Damian Hugo von Schönborn, der engster Berater und Freund der Markgräfin ist.
Damit sind die wichtigsten Bauten der Regentin Franziska Sibylla Augusta genannt, die ihre Handschrift tragen. Zu erwähnen ist als Kuriosum noch die Pagodenburg, die sie 1722 als Replik des Bauwerkes im Nymphenburger Schlosspark in der Nachbarschaft der Kapelle Maria-Einsiedeln errichten lässt.
1727 übergibt Franziska Sibylla Augusta die Regentschaft ihrem nun 25-jährigen Sohn Ludwig Georg Simpert. Sie zieht sich nach Ettlingen zurück, wo ihr Hofbaumeister Rohrer das 1689 zerstörte Schloss wiederherstellt und erweitert und wo sie auch das ebenfalls zerstörte Langhaus der Stadtpfarrkirche neu aufbauen lässt. Hier stirbt sie am 10. Juli 1733 im Alter von 58 Jahren an einer Krebserkrankung. Sie wird in der Hofkirche der Residenz in einer Gruft unter dem Eingang begraben.
Ihr Sohn Ludwig Georg Simpert, seiner Leidenschaft für die Jagd wegen als Jägerlouis berühmt, regiert bis 1761 und stirbt ohne männlichen Nachfolger. Die Regierung übernimmt nun sein jüngerer Bruder, der letztgeborene August Georg Simpert. Er ist von der Mutter für den geistlichen Stand vorgesehen. Nach ihrem Tod lässt er sich vom Papst seiner Priestergelübde entbinden, heiratet, bleibt aber ohne Kinder, sodass 1771 die katholische Linie Baden-Baden im Mannesstamm ausstirbt und mit der protestantischen Linie Baden-Durlach zur Markgrafschaft Baden vereinigt wird.
Über dem Nordeingang der Hofkirche Rastatt und über dem Westeingang der Martinskirche von Ettlingen prangen die plastisch reich gearbeiteten Wappen der Markgräfin Franziska Sibylla Augusta. Es sind die vereinten Wappen der Markgrafschaft Baden-Baden und der Herzöge von Sachsen-Lauenburg. Das heraldisch rechte, neunteilige Wappen Baden-Baden zeigt im Herzschild in Gold den roten Schrägrechtsbalken der Markgrafschaft Baden. Das rechte, heraldisch linke Wappen Sachsen-Lauenburg ist viergeteilt und zeigt in ersten und vierten Feld das neunmal von Schwarz und Gold geteilte Schild der Herzöge von Sachsen. Die beiden Wappen Baden-Baden und Sachsen-Lauenburg sind auch an der Eingangsfassade der Kapelle Maria Einsiedeln in Schlackenwerth angebracht, während an der gleichen Kapelle in Rastatt nur das Wappen Baden-Baden zu finden ist.
Pius Bieri 2011
Literatur:
Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg (Hrsg.): «Extra Schön», Markgräfin Sibylla Augusta und ihre Residenz, Ausstellungskatalog. Petersberg 2008.
Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Franziska_Sibylla_Augusta_von_Sachsen-Lauenburg
http://www.dr-bernhard-peter.de/Heraldik/Galerien2/galerie1179.htm
http://www.schloss-rastatt.de/de/267824-html/Hintergrundinfos/336084.html
[2] Heute Ostrov nad Oh?í in Tschechien.
[3] Der Piaristenorden oder Orden der «Armen Regularkanoniker der Muttergottes in den frommen Schulen» findet nach seiner Gründung 1617 in Italien, Spanien, aber im Deutschen Reich nur in Österreich und Böhmen Verbreitung. Hier werden die unentgeltlichen und gut geleiteten Schulen zur ernsthaften Konkurrenz der Jesuitenkollegien.
[4] Die ältere Schwester lehnt den Prinzen Eugen von Savoyen, da ohne Aussicht auf ein Fürstentum, ab und heiratet 1690 in erster Ehe Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg (1668–1693). In zweiter Ehe heiratet sie den Grossherzog der Toskana, Gian Gastone de Medici (1671–1737).
[5] Die Verantwortung für diese unmenschliche Kriegstaktik der verbrannten Erde trägt ironischerweise der Taufpate des Türkenlouis, der «Sonnenkönig» Louis XIV.
[6] Der «Weisse Hof» wird in der neueren Literatur auch als «Weisses Schloss» bezeichnet. Es ist heute teilzerstört und ohne die ehemalige Ausstattung noch vorhanden. Interessant ist ein damaliger Raumbeschrieb, der nebst reich ausgestatteten Räumen auch separaten Baderäume erwähnt. Die mit Delfter Kacheln ausgelegten Räume haben bereits ein «Secretum» auf englische Art, das heisst eine wassergespülte Toilette, wie sie selbst die Franzosen um diese Zeit noch nicht kennen.
[7] Nach der Präambel des Testaments, Beschreibungen und Zeugen ist es eine Krankheit. Andere Historiker sehen seinen Tod als Spätfolge einer Verwundung im Gefecht am Schellenberg im Jahre 1704 zu.
[8] Die Friedensverhandlungen in der Residenz Rastatt dauern vom 26. November 1713 bis zum 7. März 1714. Wieder ist Marschall de Villars in Rastatt, diesmal nicht als Besatzer, sondern als Vertreter Frankreichs. Wenige Wochen vor dem Beginn der Verhandlungen belagert er mit 15 000 Mann das vorderösterreichische Freiburg im Breisgau, das sich nach 40 Tagen Dauerbombardements am 11. November ergibt. Im Frieden von Rastatt verlieren die Franzosen die Stadt wenige Monate später wieder.
[9] Noch 1705 hat die Markgräfin dem Kaiserhaus 426 500 Gulden für Verteidigungsanstrengungen am Oberrhein vorgeschossen.
[10] Das Vorbild von Einsiedeln ist im Äussern ein Werk von Santino Solari aus 1618. Die Kapelle wird in Anlehnung an böhmische Heiligtümer auf einen Hügel gebaut und mit einer Freitreppe erschlossen. Das Original in Einsiedeln wird 1798 zerstört.
[11] Franz Pfleger ist der Sohn des Musikus Augustin Pfleger in Schlackenwerth. Er stirbt 1730. Sein Sohn Ludwig Pfleger (1726–1795) ist Nachfolger.
[12] Sie ist in Florenz während zehn Tagen Gast von Cosimo III. de Medici, dessen Sohn mit der Schwester der Markgräfin in zerrütteter Ehe verheiratet ist.
[13] Das Vorbild, die Scala Santa, soll aus dem Palast des Pontius Pilatus stammen und befindet sich im Lateran als Zugang zur Kapelle Sancta Sanctorum. Die Begehung auf Knien führt an bestimmten Feiertagen zu einem vollständigen, sonst zu einem teilweisen Ablass von 100 Tagen.
[14] Sie ist ohne jede «verbessernde» Restaurierung bis heute im Originalzustand verblieben, wegen schwerer Schäden bleibt sie nun leider geschlossen und sollte in den nächsten Jahren restauriert werden.
Alle Bauten ab 1707 mit Hofbaumeister Johann Michael Ludwig Rohrer
|Jahr||Ort und Werk|
|1690–1696||Schlackenwerth (Ostrov nad Ohrí). Erweiterung des Lauenburgischen Schlosses mit einer Dreiflügelanlage, dem «Weissen Hof», heute irrtümlich als «Weisses Schloss» bezeichnet.|
|1709–1710||Schlackenwerth (Ostrov nad Ohrí). Kapelle Maria Einsiedeln. Nachbildung der Gnadenkapelle von Einsiedeln.|
|1710–1725||Favorite bei Rastatt. Neubau von Schloss und Gartenanlage mit Orangerien, Kavaliershäuser und Eremitage.|
|1712–1713||Baden-Baden. Pfarrkirche St. Peter und Paul. Turmbekrönung.|
|1713–1723||Daxlanden bei Karlsruhe. Neubau Pfarrkirche St. Valentin.|
|1714||Offenburg. Amtshof der Landvogtei. Neubau.|
|1715||Rastatt. Kapelle Maria-Einsiedeln. Nachbildung der Gnadenkapelle von Einsiedeln.|
|1716–1721||Baden-Baden. Fürstliches Jagdhaus St. Hubertus am Fremersberg. Neubau.|
|1719–1720||Rastatt. Residenz. Heilige Stiege mit Sanktuarium als Anbau am nördlichen Gartenflügel.|
|1719–1723||Rastatt. Loretokapelle. Nachbildung des Hauses der Maria im italienischen Loreto.|
|1720–1723||Rastatt. Residenz. Neubau der Hofkirche Heilig-Kreuz als nördliche Residenzverlängerung.|
|1721–1725||Bulach bei Karlsruhe. Jagdschloss Scheibenhardt. Umbau und Erweiterung für den Erbprinzen Ludwig Georg Simpert, dem späteren «Jägerlouis».|
|1722–1724||Rastatt. Pagodenburg. Replik des Gebäudes im Nymphenburger Park|
|1726||Rastatt. Neubau Hofpfarrhaus und Piaristenkloster.|
|1728-1733||Ettlingen. Schloss der Markgrafen von Baden. Wiederaufbau und Erweiterung.|
|1732-1733||Ettlingen. Pfarrkirche St. Martin. Neubau des Langhauses.|
Literatur:
Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg (Hrsg.): «Extra Schön», Markgräfin Sibylla Augusta und ihre Residenz, Ausstellungskatalog. Petersberg 2008.
|Franziska Sibylla Augusta von Sachsen-Lauenburg (1675–1733)|
|Biografische Daten||Zurück zum Bauwerk|
|Geburtsdatum||Geburtsort||Land 18. Jahrhundert|
|21. Januar 1675||Ratzeburg||Hztm. Sachsen-Lauenburg|
|Titel und Stellung||Regierungszeit|
|Markgräfin von Baden-Baden||1707–1727|
|Sterbedatum||Sterbeort||Land 18. Jahrhundert|
|10. Juli 1733||Ettlingen||Markgrafschaft Baden-Baden|
|Kurzbiografie|
|Aufgewachsen in der herzoglichen Residenz Schlackenwerth in Böhmen, heiratet Sibylla Augusta den Markgrafen von Baden-Baden, den «Türkenlouis». Nach seinem frühen Tod 1707 übernimmt sie mit 32 Jahren mitten im Krieg die Regierungsgeschäfte, stellvertretend für den erst vierjährigen Erbprinzen Ludwig Georg Simpert. Bald nach Antritt der Regentschaft entwickelt sie eine eigenständige Bautätigkeit. Hauptwerke sind die Kapelle Maria Einsiedeln in Schlackenwerth, das Schloss Favorite bei Rastatt, der Wiederaufbau von Rastatt und der Ausbau des Residenzschlosses mit der neuen Schlosskirche.|
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