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Jeden Morgen das gleiche Ritual – Milliarden Menschen trinken Kaffee. Es ist der Saft, der die Gesellschaft in Bewegung hält. Wer produziert, wer profitiert? Der Weg des Kaffees, von der Kirsche bis zur Kapsel.
Die Deutschen tun es, die Japaner, ebenso die Russen und die Briten – und auch wir tun es: Täglich trinken wir Kaffee. Durchschnittlich 1100 Tassen pro Jahr.
Der Gesamtverbrauch der Schweiz an Rohkaffee beläuft sich auf knapp 66'000 Tonnen. Das ergibt einen Pro-Kopf-Konsum von 8,2 Kilo pro Jahr.
Über 100 Millionen Menschen arbeiten weltweit im Kaffeesektor. Davon kümmern sich rund 25 Millionen Bauern um Anbau und Ernte des Kaffees. In der Welthandelsstatistik gehört das braune Gold zu den wichtigsten Gütern.
Die globale Anbaufläche beträgt 10 Millionen Hektar. Weltweit werden in einem durchschnittlichen Jahr etwa 125 Millionen Sack zu 60 Kilogramm (7,5 Mio. Tonnen) geerntet. Davon liefert Südamerika fast die Hälfte.
Die wichtigsten Produktionsländer für die Schweiz sind Brasilien, Kolumbien und Vietnam. Die Schweiz importierte 2012 über 120'000 Tonnen Rohkaffee.
Fast alle grossen Kaffeehändler haben ihren Sitz oder zumindest eine Niederlassung in der Schweiz. Drei Viertel des weltweiten Kaffeehandels werden virtuell über die Eidgenossenschaft abgewickelt. In der gewerblichen und industriellen Kaffeeverarbeitung der Schweiz sind laut Bundesamt für Statistik (BfS) 1050 Personen tätig.
Knapp 80 Röstereien und einige industrielle Kaffeeverarbeiter gehen hierzulande ihren Geschäften nach. Mehr als die Hälfte der Röstereien sind Kleinbetriebe. Im Jahr 2012 wurden in Gross- und Kleinbetrieben rund 56'000 Tonnen importierter Rohkaffee sowie rund 16'000 Tonnen bereits geröstet eingeführter Kaffee oder Kaffee-Extrakt verarbeitet.
Die Gastronomie ist vor allem für die kleinen und mittleren Röster der wichtigste Abnehmer. Bei täglich rund 1,5 Millionen konsumierten Tassen wird in der Gastronomie ein jährlicher Umsatz von rund 2 Milliarden Franken erzielt.
Die Wertschöpfungskette des Kaffees von der Pflanze bis in die Tasse ist lang. Der Teil des Wertschöpfungsprozesses, der in der Schweiz stattfindet, ist primär durch die Akteure des internationalen Rohkaffeehandels, der Kaffeeimporteure, der Kaffeeröster, der Kaffeemaschinenhersteller, des Detailhandels und der Gastronomie geprägt.
Betrachtet man die gesamte Wertschöpfungskette vom Rohkaffeehandel bis zum Verkauf der verarbeiteten Produkte, erwirtschaftet die Schweizer Kaffeebranche jährlich über 5 Milliarden Schweizer Franken. Das entspricht einem Prozent des Bruttoinlandprodukts.
Das grosse Geschäft mit dem Kaffee wird vor allem im Rohstoffhandel gemacht. Die mächtigsten Kaffee-Unternehmen – dazu gehören Nestlé, Sara Lee, J.M. Schmucker, Kraft und Tchibo – wickeln etwa die Hälfte des weltweiten Rohkaffeehandels ab. Wichtigste Handelsorte sind die Börsen von New York und London.
Weltweit nimmt die Nachfrage nach Kaffee zu. Seit 2001 ist der Bedarf von 6,4 Millionen pro Jahr auf über 8 Millionen Tonnen gestiegen. Ebenfalls preistreibend sind Ernteausfälle, Währungsschwankungen und Börsenspekulationen. Kaffee wird heute rund 14 Mal gekauft und wieder verkauft, bis er im Ladenregal steht.
Interessant ist ein Vergleich der Preiszusammensetzung zwischen zertifiziertem Fairtrade-Kaffee und konventionellem Kaffee.
Beim Fairtrade-Modell profitieren Kleinbauern und Kooperative stärker. Während beim konventionellen Kaffee 12 Prozent dem Zwischenhandel zufliessen.
Ungebrochen ist das Wachstum von Kaffeepads und -kapseln. Es ist der in jüngsten Jahren am stärksten wachsende Bereich. Und laufend wird das Angebot erweitert und ausgebaut. Bereits bieten über 30 Firmen verschiedene Pad- und Kapselsysteme an.
Zusätzlich drängen vermehrt Anbieter von Alternativ-Kapseln für bestehende Systeme auf den hart umkämpften Markt. Gemessen am weltweiten Kaffeemarkt beträgt der Anteil des Kapselgeschäfts 17 Prozent.