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Kirchdorf
Kirche Kirchdorf
Die 1872-1874 errichtete Kirche befindet sich an erhöhter Lage auf einem terrassierten Felssporn, der einen wunderbaren Ausblick bietet. Durch ihre Lage bildet das Gotteshaus sowohl den Höhepunkt der kirchlichen Gebäudegruppe als auch der attraktiven Silhouette des Dorfes. 1957/58 im Sinne der damaligen Zeit renoviert, zeigt sich die Kirche heute als klar gegliederter Bau mit Sandsteinquaderwerk, prägnanten Ecklisenen, zurückhaltend gestalteten Strebepfeilern und eleganten Spitzbogenfenstern.
Als in einer kalten Novembernacht des Jahres 1871 die in der Kirche untergebrachten Soldaten der internierten Bourbakiarmee den Ofen zu stark beheizten, brach ein verheerendes Feuer aus. Der Vorgängerbau der heutigen Kirche wurde dabei derart beschädigt, dass ein Neubau erforderlich wurde. Die Pläne dazu lieferte der Architekt Paul Christen, der unter anderem nach dem Grossbrand von 1865 am Burgdorfer Wiederaufbau tätig war. 1874 konnte die neogotische Kirche mit polygonalem Chor und einem Flankenturm mit hohem Spitzhelm eingeweiht werden.
Bei der Renovation von 1957/58 unter der Leitung des Münsinger Architekten Hans Dubach entfernte man einzelne neogotischen Stilelemente wie der mächtige Vorbau, die Fialen und das Scheingewölbe und vereinfachte damit die Gestaltung der Kirche. Heute zeigt sich die Kirche in einem schlichten Rahmen, wobei die Innenausstattung von 1957/58 und die Glasfenster von Albin Schweri aus den Jahren 1934-1938 einen stimmigen Gesamteindruck erzeugen. Die Fenster zeigen die wichtigen Stationen im Leben Jesu: Weihnacht, Palmsonntag, Karfreitag, Ostern und Pfingsten.
- Kunstführer durch die Schweiz, hg. von Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2006-2012, Bd. 3, S. 339-340.