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In der Schweizerzeit vom 28.09.2012 schreibt Thilo Sarrazin, dass es grundsätzlich möglich sei, eine kapitalistische Marktwirtschaft mit Politiken zur Umverteilung und sozialer Sicherheit zu verbinden, ohne dass die Funktionsfähigkeit des marktwirtschaftlichen Systems beeinträchtigt werde.
Dazu ist zu sagen, dass es viele namhafte Ökonomen gibt, vor allem Autoren der Österreichischen Schule für Nationalökonomie, die diese Aussage widerlegen. Sie belegen, dass es keine Eingriffe des Staates in eine freie Marktwirtschaft gibt, die nicht eine Zunahme des Wohlstandes für alle beeinträchtigten. Es ist der Kapitalismus, der bewirkt hat, dass sich die extreme Armut in der Welt laut Weltbank innert zwanzig Jahren halbiert hat (siehe Artikel in der NZZ vom 7. März 2012). Desgleichen ist weltweit die Kindersterblichkeit seit 1990 um gut vierzig Prozent gesunken (siehe Artikel im Migros-Magazin vom 24. September 2012).
So schreibt auch der Wirtschaftskorrespondent Peter Ràsonyi am 20./21.06.2009 in der NZZ:
«Bei der Perfektionierung der <sozialen Gerechtigkeit> durch Umverteilung und Regulierung verliert sich die Politik zwangsweise in einem Dschungel von Widersprüchen und bürokratischen Hindernissen. Dabei geht der Blick auf Werte wie Freiheit, Wachstum und Wohlstand verloren».
Zum Schluss ist noch die Bemerkung am Platz, dass die heutige Finanz- und Wirtschaftskrise nicht ein Marktversagen ist, sondern ein Politikversagen, Folge des Unwissens unserer Politiker über das Funktionieren einer Marktwirtschaft. Zugrunde liegen der heutigen Misere die künstliche Geldschwemme, mit der die Zentralbanken die Wirtschaft überfluten – also auch da liegt ein schädlicher Eingriff in das Marktgeschehen vor.
Verena Meierhofer,
Zürich