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Das Leben des Galilei gilt als eines der Hauptwerke Bertolt BRECHTs. Es ist sowohl sein repräsentativstes als auch sein persönlichstes Stück. Hinsichtlich der Dramaturgie und der Darstellungsweise repräsentiert es BRECHTs Episches Theater, das der Dramatiker in seinen theatertheoretischen Schriften entworfen hat. Die einfühlenden Hymnen auf die neue Zeit und die schwungvolle Ausgestaltung der Hauptfigur durchkreuzen jedoch BRECHTs dramaturgische Ansprüche. Allerdings werden dadurch, sowie durch die langjährige Auseinandersetzung mit dem Stoff, BRECHTs persönlichen Intentionen in dem Stück evident. In dieser Arbeit wage ich mich an einen Vergleich der ersten - nach ihrem Entstehungsort benannten Dänischen Fassung - und der dritten, so genannten Berliner Fassung. Ich beziehe mich dabei auf die Textvorlagen in der Brecht-Jubiläumsausgabe Spectaculum. Darüber hinaus ziehe ich Ergebnisse der Brecht-Forschung heran. In meinem Vergleich gehe ich von der Entwicklungsgeschichte des Stücks aus, um zu verdeutlichen, inwieweit sich die wandelnden zeithistorischen Umstände in den verschiedenen Fassungen niederschlagen. Anschliessend betrachte ich die Struktur und den Aufbau des Stücks, um dann die inhaltlichen Unterschiede am Text selbst herauszuarbeiten. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf Brechts Auffassung von Wissenschaft und Aufklärung.