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Als Kind betet er dafür, Formel 1 Fahrer, Mittelstürmer beim FCZ oder Papst zu werden. Und auch heute noch findet Schlatter Beten für Geist und Körper entspannend. Anliegen hat er viele:
Wofür beten Sie?
Dass ich nicht unentschlossen bin, dass ich wahrhaftig bleibe, dass mir reiner Wein eingeschenkt wird, dass sich im Fitnesscenter in der Umkleidekabine neben mir nicht wieder einer im Stil einer Performance stundenlang eincremt, dass meine Auftritte glücken, für weniger Baustellen, dass der FCZ das nächste Spiel gewinnt, dass die Quelle meiner Ideen nicht versiegt, dass Frau Fischer einen Minirock kauft, dass ich akzeptieren kann, was ich nicht zu ändern vermag, dass ich ein Problem rechtzeitig erkenne und dass mich das Leid meiner Mitmenschen etwas angeht.
Wo und wann beten Sie?
Wenn ich ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich jemandem eine schlechte Nachricht überbringen muss, wenn ich von den Mitmenschen eine mangelnde Wertschätzung spüre, wenn es Mitmenschen aus taktischer Rücksicht nicht wagen, offen ihren Standpunkt zu vertreten, wenn ich mit meiner Frau am TV einen Frauenversteherfilm angesehen habe, wenn mein Zahnarzt von einer Wurzelbehandlung spricht, wenn ich als Stier das Gefühl habe, die Kühe werden immer schneller, wenn Menschen an meinem Computer etwas arbeiten wollen, wenn ich ungeduldig werde, wenn auf meinem Balkon zu viel Leergut steht oder wenn Freunde und Bekannte krank oder in einer Notlage sind.
Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem Gebet?
Ich habe als Kind gebetet, dass ich «Formel 1»-Pilot, Mittelstürmer beim FCZ oder Papst werde. Ausserdem leere Kirchen und eine Entspannung in meinem Körper und in meinem Geist.