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Akustikgitarre / Bassdrum / Clean Gitarre / Definition / Fehlerquellen / Fingered Bass / Fretlessbass / Gebläse / Generelle Tipps / Heavy Gitarre / Kompressoreinsatz beim Aufnehmen / Komprimieren von Räumen / Lead Gitarre / Orgel / Slapbass / Snare / Spezieller Kompressoreffekt / Streicher / Synthbass / Toms
Der Kompressor misst die Lautstärke des Eingangssignals und berechnet zu jedem Zeitpunkt die dazugehörige Ausgangslautstärke. Wie groß diese sein soll hängt vom Benutzer ab, der das Verhältnis zwischen Eingangs- und Ausgangslautstärke einstellen kann. Prinzipiell soll der Kompressor leise Töne in der originalen Lautstärke (Verhältnis !:!) und laute Signale weniger verstärkt (Verhältnis z.B. 5:1) ausgeben. Der Sinn dieser Sache ist es die Musik möglichst laut und druckvoll zu machen. Der Lautstärkeunterschied zwischen dem lautesten und dem leisesten Ton der Aufnahme wird dadurch reduziert, dass laute Signale stärker gedämpft werden als leise (die Dynamik wird verringert).
Beim Aussteuern sollte man so vorgehen, dass zuerst ohne
Kompressor ausgesteuert, dann dieser eingeschaltet und die gewünschte
Kompressionsrate eingestellt wird. Der Thresholdwert wird nun langsam
heruntergefahren, bis der Unterschied zwischen den leisen und lauten
Gesangsstellen der gewünschten Dynamik entspricht.
Soll die Komprimierung weitgehend unhörbar sein, so stellt man am besten eine kurze Attackzeit und eine mittlere Releasezeit ein (lange Attack-Zeiten heben Zisch- und Popplaute hervor).
Goldener Tipp

Benutzen Sie nicht die automatische Einstellmöglichkeit für die Attack- und Releasezeit, da die Ergebnisse meist ungenügend sind. Stellen Sie den Kompressor nach Gehör ein. Untenstehende Werte dienen nur als Anhaltspunkte!!
Kompressoreinsatz bei der Gesangs-Aufnhame
Die Attackzeit sollte nicht zu schnell sein, weil sonst Explosivlaute verzerrt werden können und die Stimmen unnatürlich klingt. Neuerdings gleichen viele Toningenieure diese Lautstärkeschwankungen durch Faderautomationen aus.
Die wirklichen Peaks einer Stimme entstehen nämlich nicht am Anfang einer Silbe, sondern erst später, bei längeren Vocalen, die dann auch gelimitet werden sollten. Attackzeit deshalb relativ langsam, Releasezeit schnell einstellen.
Misst man den Lautstärkeumfang eines Sängers von 0 bis 127, so sollte der Schwellwert so eingestellt werden, dass der Kompressor ungefähr bei 40 zu arbeiten beginnt. Eine vorhandene Softknee Funktion ist vorzuziehen.
Zu kurze Attack-Zeiten ergeben Knackser und erzeugen einen unangenehmen Pumpeffekt: Durch laute Signale wie z.B. Bassdrum wird der gesamte Pegel ständig heruntergedrückt – dadurch ergeben sich hörbare Lautstärkeschwankungen. Das Pumpen tritt auch bei zu kurzen Releasezeiten oder bei extremer Kompression auf. Zu lange Attack und Releasezeiten vermindern wiederum die Effektivität des Kompressors.
Attack
Längere Attack-Zeiten wählen von 10-100ms aufgrund möglicher Verzerrungen tiefer Frequenzen (lange Laufzeiten).
Release
Nicht zu kurze Releasezeiten einstellen (unter 50ms). Sonst auf mögliches Pumpen des Signales achten. Ergibt meist auch einen rauhen und unnatürlichen Klang. Releasezeit der Tondauer des Instruments anpassen.
Nach Kompression Signal mit Exciter oder Enhancer bearbeiten – wenn zu dumpf, da nachher brillanter.
Der Kompressor sollte vor dem Equalizer eingeschleift werden.
Niedriger Threshold und
niedrige Ratio
Mit niedrigen Ratio- und Threshold-Werten erreichen Sie eine allgemeine Verdichtung des Klangs.
Niedriger Threshold und hohe Ratio
Mit hohem Ratio-Wert bei einem niedrigem Threshold können Sie einzelne Instrumente oder Gesang auf einer relativ konstanten Lautstärke halten, damit sich die Signale besser in den Mix integrieren lassen.
Mittlerer Threshold und
geringe Ratio
Ein mittlerer Threshold mit geringer Ratio-Einstellung und Gainreduction von etwa 6dB ist gut zur Bearbeitung eines Summensignals geeignet.
Hoher Threshold und hohe Ratio
Und ein hoher Threshold mit hoher Ratio dient zur Begrenzung des Gesamtpegels ihres Signals, ist also eine klassische Limiter-Einstellung.
Mittlere Attack-Zeit
Eine unauffällige Kompression erreichen Sie mit einer mittleren Attack-Einstellung, die Sie dann vorsichtig verringern, bis Sie erste Verzerrungen wahrnehmen. Wenn Sie dann den Regler wieder ein wenig zurück bewegen, haben Sie den idealen Kompromiß gefunden.
Längere Attack-Zeit
Wenn Sie den Kompressor eher zur Klangformung einsetzen und die Einschwingphase eines Instrumentes betonen möchten, sollten Sie eine längere Attackzeit einstellen.
Lange Attack- und Release-Zeiten
Bei extrem langen Attack- und Releasezeiten spricht man von Levelling, weil der Kompressor dann kaum noch auf kurzfristige Pegelschwankungen reagiert und den Pegel langfristig auf gleichem Niveau hält. So wird die kurzzeitige Dynamik der Musik nicht beeinflusst, bearbeitet werden nur längerfristige Abeichungen in der Lautstärke. Lange Attack-Zeiten heben auch Popp- und Zischlaute hervor.
Man kann einem relativen statischen Klang einen
perkussiven Kick am Anfang geben: dazu wählt man eine hohe Ratio
(mindestens 1:10) und eine Attackzeit von 5-10ms. Der Schwellwert bestimmt
dabei die Stärke des Kicks. Ob jede Note oder nur legato gespielten Noten
bearbeitet werden, bestimmt die Release-Einstellung.
Mit der Lautstärkeangleichung durch die Kompression geht einher, dass die Änderungen des Obertongehaltes verdeutlicht werden. Tiefe Instrumente wie Cello, Posaune und Tenorsaxophon gewinnen dabei ungemein. Auch für synthetisch erzeugte Klänge öffnet sich ein weites Feld von Anwendungen.

Starke Kompression als Effekt (bei Saiteninstrumenten)
|Attack||Release||Ratio||Gainredution|
|1ms||500ms||8:1||bis zu 10dB|
|Komprimieren von Räumen|
|1ms||500ms||4:1||bis zu 6dB|
Anwendbar bei Drums mit Raummikrofonierung.
Nachhall der Drums bekommt Sustain, dass über kurze Zeit an Pegel
verliert. Klingt, als ob der Drummer mit voller Kraft spielt.
|Fingered Bass|
|Attack||Release||Ratio||Threshold|
|25ms||200ms||2:1 (4:1)||-10dB|
|50-80ms||500ms||3:1|
|50-100ms||nicht zu lange||3:1 - 4:1|
Release sollte kürzer als die
natürliche Ausschwingzeit des Basses eingestellt werden (mehr Sustain,
mehr Durchsetzungsfähigkeit. Schwellwert so einstellen, dass die leisen
Töne keinen Ausschlag an der Gainreduction Anzeige auslösen.
Die Release-Zeit sollte je nach Notenlänge gewählt werden: 0.3 sek. oder weniger bei kurzen Noten, 1 sek. bei langen Noten. Je kürzer die Release-Zeit, desto stärker sind Griffgeräusche hörbar.
Effekte
E-Bass
Wenn der E-Bass wie ein A-Bass klingen soll (für Jazz- und Blues-Balladen):
Man zweigt das DI-Signal ab und boostet mit enger Bandbreite das Zupfgeräusch, sowie den Frequenzbereich um 1 kHz und bearbeitet dieses Signal mit einem Noise Gate. Der Threshold dieses Noise Gates muss knapp oberhalb des Zupfgeräusches liegen.
Attack:
10-20ms
Release: 0.5s
Range: -20 bis -30dB
Die beiden Signale werden gemischt und mit EQ bearbeitet, um die besten Komponenten herauszubringen.
|Slapbass|
|Attack||Release||Ratio||Threshold||Output|
|15ms||70ms||10:1||-15dB|
|4-8ms||300ms-1s||4:1 - 10:1|
|1ms||50ms||6:1||-20dB||+6dB|
Wenn man unsicher ist, wieviel "Leben" man später im Endmix braucht, arbeitet man mit einer kleineren Ratio und einem höheren Threshold, und komprimiert den Bass im Mix leicht nach. Der bass sollte nicht zu hoch komprimiert werden, sonst wirkt er flach, langweilig und kraftlos. Spielt der bass in Slaptechnik, so muss die ratio eventuell höher oder die Attackzeit kürzer gewählt werden. Bei Slapping oder starker Dynamik muss die Ratio sehr hoch sein.
|Fretlessbass|
|Attack||Release||Ratio||Threshold|
|30ms||500ms||4:1||-15dB|
Kompressor
Ein Kompressor sollte aus 3 Gründen eingesetzt werden:
1.
Aufgrund der Resonanzen
2. Aufgrund hoher Dynamik (30dB)
3. Aufgrund zu wenig "Sustain" (Ausklingzeit"
Der Attack liegt zwischen 3-5 ms. Um die Attackzeit einzustellen, lässt man den Bassisten tiefe, laute Töne staccato spielen.
Release: unter 0,5sec. Die Attackphase der nächsten Note darf nicht in die Releasezeit der vorigen geraten. Sie sollte so kurz wie möglich sein, ohne dass man zu viel Fingergeräusche, Dämpfungsgeräusche oder den Kompressor "atmen" hört.
Ratio: 4:1. "Gainreduction" von 6 bis 10 dB in lauten Passagen ist völlig normal.
|Synthbass|
|Attack||Release||Ratio||Threshold||Output|
|0.5ms||300ms||12:1||-5dB||+4dB|
|Gesang|
|Attack||Release||Ratio||Gainreduction|
|10-20ms||50ms||2:1 - 4:1||6-10dB|
|20-50ms||100-500ms||4:1||-6dB|
|10-20ms||300-400ms||3:1||-6 bis -10dB|
|50ms||1-2s||2:1||5-12dB|
|50ms||300-500ms||2:1 - 6:1|
|2ms||500ms||3:1||2-5dB|
|10ms||500ms||4:1 bis 8:1|
Bei einer Dynamik der Stimme 0-127, Kompressor
sollte bei 40 arbeiten.
Lange Attackzeit / schnelle Release (kurze Attack und eine mittlere Releasezeit. Bei Sprachaufnahmen sollte man mit kürzeren Regelzeiten arbeiten. Eine kleine Releasezeit ergibt fliessende Übergänge. Gesang bei der Aufnahme mit 3:1 komprimieren, bei der Endabmischung nur noch 1.5:1
|E-Gitarre|
|Attack||Release||Ratio||Threshold||Outputanhebung|
|5-10ms||100-200ms||4:1||-20dB|
|10-50ms||300-500ms||4:1 - 10:1|
|10ms||80ms||4:1||-20dB||+ 6dB|
|Heavy Gitarre|
|Attack||Release||Ratio||Threshold|
|30ms||500ms||1:1,5||-20dB|
|Clean Gitarre|
|Attack||Release||Ratio||Threshold||Outputanhebung|
|5ms||100ms||6:1|
|Lead Gitarren|
|Attack||Release||Ratio||Threshold||Outputanhebung|
|20ms||100ms||3:1||-20dB||+4dB|
|Attack||Release||Ratio||Threshold||Outputanhebung|
|10ms||200ms||2:1 (10:1)||-10dB||+2dB|
Softknee Kennlinie, Reines Solospiel flinkerer Kompressor, Akkordbegleitung längere Attack. und Releasezeiten
|Orgel|
|Attack||Release||Ratio||Threshold||Gainreduction|
|40ms||90ms||2:1||-20B|
|Gebläse|
|Attack||Release||Ratio||Threshold||Gainreduction|
|10-20ms||300ms||Nach Geschmack|
Holzblasinstrumente wie Saxophon und Klarinette mit längerer Attackzeit
Hochwertiger Kompressor verwenden, Softknee Kennlinie, Längere Attack- und Releasezeiten
schnelle Attack-Zeiten

Live Bassdrum (schlechter Drummer)
|Attack||Release||Ratio||Threshold|
|50ms||300ms||8:1||-15dB|

Live Bassdrum (mehr Durchsetzungsfähigkeit)
|Attack||Release||Ratio||Threshold|
|100ms||300ms||8:1||-20dB|

Live Bassdrum (bei Verzerrungen = Limitereinsatz)
|Attack||Release||Ratio||Threshold|
|1-10ms||0.5-10ms||unendlich:1||-5 - 0dB|

Bassdrum
|Attack||Release||Ratio||Gainreduction|
|50ms||300ms||5:1||-4 - -10dB bei lauten Schlägen|
|10-30ms||200ms||4:1 - 8:1|
|5ms||50ms||4:1||3-6dB|
Aufgrund
des Closemiking (Mikrofon nahe an der Schallquelle) geht das natürliche
Sustain durch erste Reflektionen verloren. Die "Release Time"
darf nicht so lang sein, damit der nächste Schlag nicht beeinflusst wird.
Die "Release Time" darf auch nicht kürzer sein als die
"Fade Time" des Noise Gates. Sonst wird der Schlag zum Ende hin
lauter. Je größer die "Ratio", desto linearer die Sustainkurve.
Bei typischem Pop im mittleren Tempo und bei leichtem Rock sollte die "Attack Time" 2ms oder weniger betragen. Es sollte eine mittlere "Ratio" gewählt werden. Dann klingt die Bassdrum wie ein Drumcomputer.
Für schnellen Pop, R´n´B, und Dance wählt man einen "Attack" von 5-10 ms, somit wird der Kick Sound nicht mit komprimiert. Die "Ratio" sollte hoch eingestellt sein. Die Bassdrum kann im Mix mit wenig Pegel zugemischt werden und setzt sich trotzdem durch.
Für Hardrock und Heavy Metal empfiehlt sich eine kurze "Attack" Zeit. Auch die "Release" Zeit sollte kurz sein (30ms der weniger). Die "Ratio" sollte sehr hoch sein.
|Snare|
|Attack||Release||Ratio||Threshold|
|5-20ms||150ms||4:1 - 6:1|
|20-30ms||200ms||3:1 - 6:1|
Bei einem guten Drummer, hohe Kompressionsschwelle, nur bei lauten Schlägen sollte der Kompressor regeln. Unsicherer Drummer: niedrige Schwelle, Soft-knee Kennlinie
Für
Popmusik ist eine ruhige, weiche, glatte Snare gefragt. Diese erreicht man
mit folgenden Kompressor-Einstellungen: "Attack" unter 2 ms,
"Release" 1 sek. oder mehr, "Ratio" auf mittlere
Einstellung. Die Attackphase (Einschwingvorgang) wird bei diesen
Einstellungen auch komprimiert. Die Snare ist dann im Mix leicht zu
kontrollieren.
Eine flotte, muntere Snare wird für Dance und R´n´B benötigt. Hierzu sind folgende Einstellungen notwendig: "Attack" muss lang sein (5-15 ms), "Release" dagegen sehr kurz (weniger als 200 ms), "Ratio" auf mittlere Einstellung. Die Attackphase (Einschwingvorgang) wird somit nicht mitkomprimiert: Die Snare "knallt".
Schließlich braucht man für Hard Rock und Heavy Metal eine fette Snare mit langem Sustain (Abklingzeit). Dies erreicht man mit folgenden Einstellungen: "Attack" ist kurz (unter 2 ms), Release ist lang (2 sek.) und "Ratio" ist hoch (8:1). Eine sehr stark komprimierte Snare kann so erreicht werden.
|Toms|
|Attack||Release||Ratio||Threshold|
|5-10ms||0.5-1s||5:1|
|5-20ms||150ms||4:1 - 6:1|
Kompressor selten, aber häufig Noisegate
Bei langem Nachschwingen tiefer Stand- und Hängetoms etwas Kompression verwenden.
Toms
müssen nur komprimiert werden, wenn der Song sehr dicht ist und sie sich
ansonsten nicht durchsetzen könnten.
Einen "Reverse" Effekt bekommt man, wenn die Releasezeit kürzer ist ("Release" auf 100 ms). Der einzelne Tom-Schlag wird dadurch hervorgehoben. Bei komplexen Drumläufen ("fills") ist der Effekt eher störend. Die Toms sollte man allgemein hoch aussteuern.
Guter Link zum Thema Kompressor
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Stand: 03. September 2008 18:36:03 +0200