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zum gedenken
= Berthy Rappo-Wider, Alterswil
Berthy Rappo-Wider wurde am 26. Mai 1932 als viertes von neun Kindern der Familie Alois und Cécile Wider-Sifringer geboren. Sie wurde auf den Namen ihrer Patin getauft, in Rechthalten war sie aber «Widersch Ougi». Als Zweijährige erlitt sie schwerste Verbrennungen. Diese haben sie vielleicht stark gemacht für die Anforderungen des Lebens. Sie war eine aufgestellte, humorvolle Frohnatur, versprühte Lebensfreude und Zuversicht.
Sie war zeitlebens sehr kontaktfreudig und gesellig. So machte sie schon als Schulmädchen Botengänge nach Giffers zur Näherin oder zu den Verwandten nach Freiburg. Als Schülerin verkaufte sie auf dem Markt in Freiburg selbst gepflückte Heidelbeeren oder die Produkte des Hofes.
Berthy Rappo-Wider hatte eine schnelle Auffassungsgabe und konnte eine Klasse überspringen. Darum besuchte sie den Hauswirtschaftsunterricht nicht in Rechthalten, sondern in der La Providence, während sie ein Französischjahr absolvierte. Anschliessend besuchte sie die französischsprachige Handelsschule Salve Regina in Bürglen, wo ihre zeitlebens grosse Marienverehrung entstand.
Berthy Rappo-Wider hatte schon einige Stellenangebote, als die Sternen-Wirtin dringend eine Serviertochter brauchte. Sie zögerte nicht lange auszuhelfen. Es sollte aber nicht nur eine Arbeit für einen Sommer werden. In dieser Zeit lernte sie auch Paul Rappo von der Stockera Alterswil kennen, den sie über alles liebte. Während ihres Spitalaufenthaltes konnten die beiden ihren 56. Hochzeitstag feiern.
Berthy Rappo-Wider war eine grosse Schafferin. Samstag für Samstag war es ihr wichtig, ihren Kindern einen Butterzopf zu backen. «Berthy nationale», wie sie liebevoll genannt wurde, lebte auf, wenn sie ihre immer grösser werdende Familie um sich hatte und sie verwöhnen konnte.
Als junge Frau wurde sie zur Präsidentin des Müttervereins gewählt, dem sie 25 Jahre vorstand. Als begeisterte Samariterin wurde sie mit der Henri-Dunant-Medaille geehrt. Zusammen mit ihrem Mann tat sie alles, um den Kindern eine schöne und glückliche Kindheit zu bescheren und ihnen eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Sie arbeitete während zehn Jahren Freitag- und Samstagabend bei ihrem Bruder als Serviertochter. Am Sonntag aber ging es im Sommer mit der ganzen Familie in die Berge oder an die Sense, im Winter auf die Skier. Ihre Kinder sind ihren Eltern dankbar für all die Liebe, die sie ihnen geschenkt haben.
Mit der Zeit kamen gemütlichere Jahre auf die beiden zu. Sie konnten viele Reisen unternehmen. In den letzten Jahren war das Jassen, etwas Lotto spielen, die Pflege ihrer Blumen für sie vergnügliche und entspannende Hobbys.
Eine Operation verlief zwar erfolgreich, brachte aber nicht die Heilung, die sie sich so sehr erhoffte. Ihr Herz war zu müde. So konnte sie am Samstagmorgen, 8. Oktober 2011, friedlich einschlafen. Eing.