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Die Materialien und Oberflächen
Das Gebäude mit vier Vollgeschossen und einem Dachgeschoss ist aus monolithischem Dämmziegel errichtet. Die ungebrochen durchlaufende Ziegeloberfläche des Rohbaus ermöglichte den Einsatz eines mineralischen Dickputzes. Die Korngrössen der Zuschlagstoffe im Putz konnten bei diesem Aufbau erheblich grösser gewählt werden als bei Putzen mit synthetischen Komponenten.
Das Projekt schöpft das Spektrum der Möglichkeiten dieser Form des Aussenputzes gestalterisch aus. Die Gliederung des Baukörpers in Sockelbereich, Fassade und Abschluss nach oben wird durch die horizontal differenzierte Ausführung des Aussenputzes akzentuiert: Analog zu einer Rustika in der klassischen Architektur steht ein grober Putz für die Erdverbundenheit des Sockelbereichs und kontrastiert deutlich mit dem fein abgeriebenen Putz der aufgehenden Fassadenbereiche. Von diesem setzt sich wiederum der obere Teil des Gebäudes durch einen senkrecht gerillten Kammputz ab. Diese Putzausführung lässt das oberste Vollgeschoss als skulpturale Bekrönung des Baukörpers wirken.
Die Treppenhäuser sind als einzige Bauteile in Beton ausgeführt, der dort sichtbar belassen wurde. Der gezielte Einsatz einer Teilbemalung des Sichtbetons mit roter Wandfarbe führt Bewohnende wie Gäste durch das Haus.
Für den Kammputz wurde eine Kammputztraufel nach den Vorgaben der Kammzugstruktur mittels Laser angefertigt. Für die Applikation war es unabdingbar, dass erstens eine ruhige Hand die Kammputztraufel führt und zweitens die Achsabstände des Kammes, in der Länge der Traufel, eingemessen werden, um ein fortlaufendes, gleichbleibendes Erscheinungsbild zu erhalten.
Der Glattputz wurde mittels rostfreier Traufel aufgezogen und abgeglättet, bis die Oberfläche den gewünschten Glättegrad erreicht hat.
Produkt für Kamm- und Glattputz
Als Produkt wurde sowohl für den Kamm- als auch für den Glattputz ein biozidfreier Mörtel verwendet. Als Bindemittel wurden Zement und Weisskalkhydrat verwendet und als Zuschlagstoffe wurden Rund- und Brechsande der Körnung 0–1 mm (Gruben- und Kalksteinsand) eingesetzt. Als Ergänzung und Zusätze des Putzes wurden Wasserrückhaltemittel, Haftvermittler und Hydrophobierungsmittel hinzugegeben.
Beim Kellenwurf, der von Hand mit einer Maurerkelle ausgeführt wird, lag das Augenmerk in der Gleichmässigkeit des Anwurfes und in der Handschrift des jeweiligen Verarbeiters. Der angeworfene Putz ist die Endstruktur und bleibt unverändert stehen.
Als Produkt wurde ein biozidfreier Mörtel verwendet. Als Bindemittel wurden Weisskalk und Portlandzement verwendet und als Zuschlagstoffe wurden Kalksteinsande und Strukturkorn aus Bimsstein 10–12 mm eingesetzt. Als Ergänzung und Zusätze wurden Wasserrückhaltemittel und Luftporenbildner hinzugegeben.