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Gleich vorweg: Dieser Artikel enthält Spoiler. Wer also die ersten sechs Episoden noch nicht gesehen hat: Schande! Und nicht weiterlesen!
Kommen wir also zur Frage, wie man “Star Wars” richtig schaut. Wer diese Frage nicht versteht, versteht die ganze Bedeutung von “Star Wars” nicht. Es ist eine wichtige und bedeutende Frage. Schaut man Star Wars in der neu digitalisierten Version? Oder doch in einer schlechteren Auflösung? Die Kinoversion von 1977 oder von 1997? Und überhaupt: In welcher Reihenfolge muss man die Weltraum-Saga schauen?
Beginnen wir bei der Reihenfolge: Laut George Lucas geht die Geschichte von Episode I bis Episode VI (und bald VII) und sollte auch so angeschaut werden. Aber George Lucas ist auch dieser Typ, der die “alte” Trilogie zur Unkenntlichkeit digitalisiert hat. Also: Was weiss der Typ schon. Denn diese “logische” Reihenfolge hat zwei riesige Nachteile: Man erfährt viel zu früh, dass Darth Vader der Vater von Luke Skywalker ist und noch viel schlimmer, Jar Jar Binks kommt schon früh vor und gerade Leute, die Star Wars zum ersten Mal sehen, werden genervt aufhören.
Bleibt Variante 2: Die Filme so zu schauen, wie sie ins Kino gekommen sind. Zuerst die Original-Trilogie (IV, V, VI) und dann die Prequel-Trilogie (I, II, III). Resultat: Nach einem fulminanten Finale folgt ein stundenlanger Exkurs zur Vorgeschichte. Das ist etwa so witzig, wie wenn jemand bei einem guten Witz die Pointe zuerst bringt und anschliessend den Witz nochmals zu erklären versucht. Blödsinn.
Rister oder Hilton?
Kommen wir also zu den eher experimentellen Varianten. Berühmt ist hier die Version des Drehbuchautors Earnest Rister. Er nennt seine Sichtweise die “Erzählstruktur-Reihenfolge” (“Narrative Structure Order”). Die Reihenfolge ist: IV, V, I, II, III und danach VI. So sieht man die Geschichte chronologisch und es gibt kaum Spoiler auf die späteren Folgen. Rister betrachtet das Prequel (I, II, III) als eine Art Rückblende und “Return of the Jedi” (VI) kommt als Höhepunkt zum Schluss.
Diese Reihenfolge ist sicher ok und funktioniert ganz gut. Nur: Es gibt eine noch bessere. Sie heisst “Machete Order” und wurde von Rod Hilton entwickelt. Die Reihenfolge basiert auf der Rister-Variante. Mit einer kleinen aber bedeutenden Änderung: IV, V, II, III, VI. “Phantom Menace” fehlt komplett. Und wieso macht Hilton das? Aus zwei Gründen: erstens ist “Phantom Menace” wirklich schlecht und zweitens ist jede wichtige Person aus der Episode am Ende tot oder komplett irrelevant für die Saga. Diese “Machete Version” ist in der Zwischenzeit sogar so berühmt, dass sie schon bei “The Big Bang Theory” besprochen wurde.
Mit oder ohne CGI?
Bleibt ein anderes grosses Problem. Will man die “original” Version der Geschichte schauen oder die über-digitalisierten George-Lucas-CGI-Fantasien? Man kann sogar noch weiter zurück gehen: Die Version von 2004 (DVD), diejenige von 1997 (Kino) oder jene von 1977 (Kino)? Auch das ist wohl Geschmackssache.
Für Fans, welche die Original-Filme liebten, aber doch die etwas ausführlichere Geschichte aus den Special-Effects-Filmen möchten, gibt es die sogenannte “Despecialized Edition”. Der Tscheche Petr Harmáček hat diese in mühsamer Kleinarbeit gemacht. Er hat die Original-Filme mit Szenen aus anderen Verisionen “de-mastered”. Diese Version ist in der Zwischenzeit bei den Fans so beliebt, dass sie auch eine eigene Facebook-Seite hat. (rr)