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19.01.2019 17:17:40
Entstehung und Aufbau der Gemeinde
Die politische Geschichte der Gemeinde Mels darf als eine der eigenwilligsten und interessantesten des Kantons bezeichnet werden. Sie hängt offenbar weitgehend mit der Bevölkerungsstruktur zusammen. Das rätische Element, gemischt mit alemannischen Einwanderern, hat einen heimattreuen und schollenverbundenen Volksschlag geschaffen.
Im Weisstannental haben sich freie Walser aus den bündnerischen Walserkolonien Davos und Rheinwald um 1300 als drittes Volkselement angesiedelt. Ihre freiheitlichen Institutionen verfehlten demnach im jahrhunderte langen Ringen um Selbstbestimmungsrechte nicht ihre Wirkung auf die Mitlandsleute.
Die Ablösung der rätischen Grundherrschaft nach dem Vorbild Roms, die auch im Sarganserland langsam aber stetig unter Einflüssen aus dem Norden zerbröckelte, führte zu den heutigen Ortsgemeinden. Das Verfügungsrecht der Bürgergemeinden über die Allmenden, Alpgebiete und Wälder bildete besonders in den Bergzonen den eigentlichen wirtschaftlichen Hintergrund.
Die "Eine und unteilbare Helvetische Republik", welche an die Stelle der untergegangenen Eidgenossenschaft trat, hat eine neue Ordnung des Gemeindewesens, die Politische Gemeinde oder Einwohnergemeinde geschaffen. Sie trat neben die alten Ortsgemeinden, die sich fortan namentlich mit der Verwaltung ihrer Korporationsgüter, dem Armenwesen und der Verleihung der Bürgerrechte befassten. Bis zur Neugestaltung der politischen Verhältnisse der Schweiz in den Jahren 1798-1803 gab es in den Gemarkungen der jetzigen Politischen Gemeinde MeIs nur zwei Gemeindeverbände, nämlich die Ortsgemeinden Mels und Weisstannen.
Persönliches Mels
Die Gemeinde Mels ist mit einer Fläche von 140 km2 die grösste St. Galler Gemeinde und reiht sich auch unter die 20 flächenmässig grössten Gemeinden der Schweiz ein. Sie ist somit beispielsweise nur unwesentlich kleiner als das Fürstentum Liechtenstein oder der Kanton Appenzell Innerrhoden.
Das Gemeinwesen von Mels wird von verschiedenen Institutionen geprägt, welche aktiv zur Entwicklung des Dorfes beitragen. Die Gemeinde ist bestrebt, eine offene und transparente Politik zu betreiben. Die tiefe Verankerung in der Bevölkerung von Mels schafft Nähe und Vertrauen zu politischen Institutionen. Die Ortsbürgerschaft verfügt über Besitztümer wie Allmenden, Alpgebiete und grossflächige Wälder, welche mit viel Engagement und Liebe gehegt und gepflegt werden.
Eine Schlüsselfunktion im Gemeinwesen nimmt die Ausbildung ein. Kindergarten, Primar-, Sekundar- und Realschulen bilden dabei die Schwerpunkte.
In Mels kommt auch den kirchlichen Institutionen eine grosse Bedeutung zu. Mit ihrem Reichtum an Kirchen und Kapellen sind sie bis tief hinein in die Seitentäler stets in der Nähe der Bevölkerung. Der christliche Glaube ist in Mels tief verwurzelt. Ein Zeugnis hiefür sind die kirchlichen Ereignisse während des Jahres.