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Imre Kertész (HU)
Roman eines Schicksallosen
Rowohlt Verlag, 1996
De: Imre Kertész. Roman eines Schicksallosen. Rowohlt Verlag, 1996
Draussen war die Morgenfrühe kühl und und wohlriechend, über den weiten Feldern graue Nebelschwaden und dann, auf einmal, ist von hinten ein scharfer, dünner, roter Strahl erschienen, und ich habe begriffen, dass ich den Sonnenaufgang sah... Ich habe dann auch noch ein Gebäude erblickt, eine gottverlassene Station oder vielleicht den Vorboten eines grösseren Bahnhofs, gleich hier, links von mir. Es war winzig, grau und noch völlig menschenleer, mit geschlossenen kleinen Fenstern und mit dem lächerlich steilen Dach, wie ich es in dieser Gegend schon gestern gesehen hatte... Auch andere haben es bemerkt, und ich habe darüber etwas zu den Neugierigen hinter mir gesagt. Sie haben gefragt, ob ich nicht auch einen Ortsnamen daran ausmachen könne. Das konnte ich, und zwar gleich zwei Wörter im beginnenden Licht an der schmalen, unserer Fahrtrichtung entgegengesetzten Seite des Gebäudes auf dem obersten Teil der Wand. Auschwitz-Birkenau stand dort, in der spitzen, schnörkeligen Schrift der Deutschen, verbunden durch ihren doppelt gewellten Bindestrich.