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Ist dem berüchtigten Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán «Vernarrtheit» in das mexikanische TV-Sternchen Kate del Castillo zum Verhängnis geworden?
Das seien «falsche Geschichten», erklärte die 43-Jährige Schauspielerin gestern auf Twitter.
SMS-Nachrichten zwischen del Castillo und El Chapo, die mexikanische Medien zuvor veröffentlicht hatten, lassen indes einen anderen Schluss zu.
Demnach teilte der Drogenbaron dem TV-Sternchen vor dem Treffen mit ihr und dem Hollywoodstar Sean Penn mit, wie «wahnsinnig aufgeregt» er über die bevorstehende Zusammenkunft sei.
«Ich hoffe, wir werden gute Freunde. Du bist die beste der Welt. Ich werde dich besser hüten als meine eigene Augen», schrieb El Chapo. Und er versprach der Aktrice, dass sie gemeinsam Tequila und Champagner trinken werden. «Auch wenn ich kein grosser Trinker bin.»
Der Drogenboss liess es sich auch nicht nehmen, del Castillo Glückwünsche zum Geburtstag zu übermitteln. «Happy Birthday von jemandem, der Zuneigung für dich empfindet und dich liebt», schrieb er am 23. Oktober.
Die Schauspielerin selbst fühlte sich durch die Nachricht offenbar geschmeichelt. Sie antwortete: «Was für ein grossartiges Geburtstagsgeschenk. Danke! Wir werden uns bald umarmen.»
El Chapo musste Sean Penn googeln
Drogenboss El Chapo hatte offensichtlich keine Ahnung wer der Schauspieler Sean Penn ist, der ihn für einen Artikel im Magazin «Rolling Stone» interviewen wollte. Vor dem Treffen mit dem Hollywoodstar fragte El Chapo bei seinem Anwalt mehrmals per SMS nach, wie der Typ denn nochmals heisse, der ihn besuchen wolle. Nachdem der Anwalt den Namen nochmals genannt hatte, schrieb El Chapo: «Ich werde Sean Penn nun online nachschlagen.»
In späteren SMS betont El Chapo mehrmals, dass er del Castillo gerne nochmals sehen wurde. Und er gibt ihr zu verstehen, dass er sie gerne seiner Mutter vorstellen möchte.
Am 9. November, rund zwei Monate vor der Verhaftung des Drogenbarons, reisst der Kontakt schliesslich ab; in einer der letzten SMS schreibt del Castillo, sie werde wohl überwacht: «Die Sache» werde deshalb «zu gefährlich». Die Schauspielerin betont aber, dass sie «die Mission» zu Ende bringen werde, die er, El Chapo, ihr aufgetragen habe.
Regierungsvertreter haben die Echtheit der veröffentlichten Textnachrichten inzwischen bestätigt.
Del Castillo dementiert aber nach wie vor, dass sie und der Kartell-Chef eine enge Beziehung unterhielten. Es seien «Informationen manipuliert» worden, schrieb sie auf Twitter.
Sie will nun «bald» ihre Version der Dinge bekannt machen. (bau)Publiziert am 14.01.2016 | Aktualisiert am 18.01.2016