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Altertum bis Neuzeit
ca. 3000 v. Chr. bis ca. 1798 n. Chr.
Altertum
Waldmatte – Die prähistorischen und antiken Siedlungen bei Gamsen
Die ausführlichen Ausgrabungen in der Waldmatte bei Gamsen, die Spuren von Siedlungen bis zurück in die Bronzezeit (1400-1100 v. Chr.) zutage förderten, zeigen, dass in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts vor Christus auf dem Gebiet der Gemeinde Brig-Glis eine erste Siedlung entstanden ist. Bis ins Frühmittelalter (500 n. Chr.) war die Waldmatte durchgehend, später zeitweise bewohnt. In der Römerzeit erreichte sie ihre grösste Ausdehnung.
Das definitive Aufgeben der Siedlung Gamsen/Waldmatte fällt zweifellos mit dem Produktionsstopp der Gipsherstellung ab dem 11.-12. Jh. zusammen.
Quellen: Waldmatte – Nr. 19/2013
600 v. Chr.
13. Jahrhundert
Die Geteilschaft wurde gegründet, um das Dorf Gamsen vor Überschwemmungen zu schützen und um Land zu gewinnen. Diese Geteilschaft wurde von den Dorfbewohnern ins Leben gerufen. Zuerst wurde ein Erddamm errichtet. Laut einer Volksüberlieferung wurde dieser im 13. Jahrhundert durchbrochen. Anschliessend wurde eine Mauer errichtet, aber auch diese war zu schwach und wurde um 1301 von der Gamsa zerstört. Danach entstand der lfang, eine starke Mauer, die sich zwischen der Landmauer und der heutigen Stöckenmauer befand. Als diese 1698 aufgefüllt war, erbaute man die drei Meter dicke Stöckenmauer.
Quelle: Das historische Gamsen
1233
Urkundlich ist erstmals 1233 von ≪Gamosun≫, 1301 von ≪gamsun≫, 1354 von ≪gamsul≫ die Rede, was etymologisch die Nähe zu campus/Feld und auch Gams/Schafweide (seit dem 10. Jh.) aufzeigt.
Ob der Name vom lateinischen campus d.h. Feld oder vom gallischen camocs dh. Gemse herkommt, überlassen wir den Namenforschern, jedenfalls war Gamsen auch zur Gallierzeit schon besiedelt, obwohl wir zwar nicht direkt in Gamsen, wohl aber in seiner Umgebung genug Zeugnisse für eine Besiedlung schon jener Zeit haben.
1290
Das Wallis kennt heute zwei Arten von Gemeinden, die Munizipalgemeinden (auch politische Gemeinden oder Einwohnergemeinden genannt) und die Burgergemeinden (Burgerschaften oder Heimatgemeinden). Die Trennung von Munizipalgemeinde und Burgergemeinde geht auf Einfluss der Französischen Revolution in der Schweiz seit Beginn des 19. Jahrhunderts zurück. Vor 1848 gab es im Wallis nur eine Art Gemeinde, die Burgergemeinde (Burgerschaft). Die Geburtsstunde der Einwohnergemeinde schlug 1848, als die Schweizerische Bundesverfassung die Niederlassungsfreiheit proklamierte und jedem Schweizer an seinem Niederlassungsort die gleichen politischen Rechte zuerkannte wie einem Bürger der entsprechenden Gemeinde.
Die Wurzeln der Burgergemeinde Brig-Glis reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Gamsen als Burgerschaft ist im Jahre 1290 entstanden und hat im Jahre 1690 mit Glis fusioniert.
1301
Das Nanzerdorf ist der älteste Dorfteil in Gamsen. Der Name stammt von den Leuten aus dem Nanztal, die früher da gewohnt haben. lm Nanztal gab es ein Dorf, das Nanz hiess. Nanz heisst auf keltisch das Tal. Die Bewohner des Tales waren die Nantuaten. 1301 wurde das Dorf Nanz von der,,Gamsa“ verschüttet. Die Bewohner mussten das Tal verlassen und liessen sich in Gamsen nieder. Von den Nantuaten wurden sie zu den Nanzern und ihr Wohnort zum Nanzerdorf.
1352 - 1355
Die Landmauer Gamsen, zwischen 1352 und 1355 von den drei oberen Zenden in Gemeinwerk als Talsperre von ca. 850 m Länge zur Abwehr savoyischer Angriffe aus Westen errichtet, ist die einzige „Letzi“ im schweizerischen Alpenraum, von der noch grössere Teilstücke auf einer Länge von ca. 450 m erhalten sind. Gemäss einem Gutachten der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege (EKD) von 1984 ist die Landmauer Gamsen ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung.
1354
Im Grenzstreit zwischen Eyholz und Gamsen wurde die Grenze im Jahre 1354 genau angegeben. Vom Rotten, beim Grossen Haus den tiefen Graben hinauf bis auf die Bergspitze des Gebidums. Alles östlich des Gebidums gehört den beiden Gemeinden Nanz und Gamsen. Terminen reicht nicht ins Nanztal herunter. Erst nach dem Untergang von Nanz um 1301, kam die innere Hälfte von Nanz zu Terminen und äussere zu Gamsen
1620 - 1640
Die Kapelle in Gamsen kann auf eine lange Vorgeschichte zurückblicken. Die Kapelle ist dem hl. Sebastian geweiht. Diese Weihung lässt uns folgern, dass die Kapelle zwischen den Jahren 1620-1640 erbaut wurde. Zu dieser Zeit wütete der schwarze Tod und als Dank für den glimpflichen Verlauf der Pestepidemie wurde die Kapelle zu Ehren des Pestheiligen Sebastian gebaut.
Vor einiger Zeit stand vor der Kapelle ein Kult- und Opferstein zwischen der Linde und dem Stall, der auf einen heidnischen Kultplatz schliessen lässt. Ein solcher Stein diente schon in vorgeschichtlicher Zeit den Bewohnern der Umgebung als Opferstätte und im Mittelalter übernahmen die Priester diese Stätten und bauten sie in den christlichen Kult ein. Auch die alte Linde könnte als ein Zeichen für einen alten Versammlungsort gedeutet werden. Denn auch in verschiedenen Orten im Oberwallis versammelten sich die Menschen zweimal jährlich unter einer Linde. Schriftlich erwähnt wird sie zum ersten Mal 1652 in einem Geschäftsbrief.
1686 und 1757-1764
1690
1799