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Das Komponisten-Quartier
«Die Geschichten liegen auf der Strasse», heisst es so schön. Manchmal liegen sie aber auch an der Strasse. Das realisierte Bloggerin Lucilia Mendes von Däniken bei der x-ten Durchfahrt durch die Hans-Huber-Strasse.
X-mal am Schild vorbei Richtung Kofmehl, x-mal das Schild gelesen und dann irgendwann die Frage: Warum heisst die Hans-Huber-Strasse eigentlich so? Gefragt habe ich mich das erst, als mir aufgefallen ist, dass es im selben Quartier noch eine Edmund-Wyss-, eine Stephan-Jaeggi- und eine Casimir-Meister-Strasse gibt. Wer sind die Herren, was verbindet sie?
Casimir Meister wurde am 22. November 1869 in Matzendorf geboren. Meister wuchs in Murten auf, besuchte danach das Gymnasium der Klosterschule Einsiedeln und wurde in Lausanne von Carl Eschmann-Dumur (1835-1913) im Klavierspiel unterrichtet. Einen grossen Einfluss hatte auch der Orgellehrer Charles Blanchet (1833-1900). Es folgte eine Ausbildung an der Königlichen Musikschule in München. Um 1891/1892 lernte Meister in Paris wichtige Vertreter der damals modernen Musik kennen. Mit 23 wurde er Musikdirektor in Bulle. Von 1894-1898 wirkte er in Glarus, bevor er 1898 als Gesangslehrer der städtischen Schulen in Solothurn seine Lebensstelle antrat. Dieses Amt übte er während 36 Jahren aus. Gleichzeitig dirigierte er den Cäcilienverein und den Männerchor bis er 1921 aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat. Nach einem Jahr Pause wurde er 1922 Domkapellmeister der St. Ursen-Kathedrale. Bekannt wurden vor allem Meisters Vertonungen von Josef-Reinhart-Gedichten. Am 22. Dezember 1941 starb Casimir Meister nach kurzer Krankheit.
Edmund Wyss wurde am 10. August 1867 in Solothurn als Sohn des Volksschriftstellers und Primarschullehrers Bernhard Wyss geboren. Wyss studierte an den Konservatorien von Leipzig und Basel. Dabei wurde er ein vorzüglicher Schüler der Komponisten Friedrich Hegar und Hans Huber. Mit ihnen verband ihn eine dauernde Freundschaft. Nach dem allzu frühen Tod seines Vaters übernahm der Musikus die Leitung des väterlichen kaufmännischen Unternehmens. Er erteilte aber in Grenchen und Solothurn Privatunterricht und gründete Gesangvereine, bis er 1892 zum Professor für Gesang, Klavier und Orgel an der höheren Lehranstalt des Kantons Solothurn gewählt wurde. Zur Hauptsache vertonte er Texte Josef Reinharts, der zur selben Zeit als Deutschlehrer an der Kanti tätig war. So zum Beispiel das Singspiel «Dursli und Babeli» sowie die «Zehn Lieder im Volkston».
Stephan Jaeggi war neun Jahre alt, als er vom Untergang der Titanic hörte. Dieses Ereignis beschäftigte ihn über Jahre so sehr, dass er mit 19 Jahren die von ihm komponierte dramatische Fantasie «Titanic» zusammen mit der Stadtmusik Olten uraufführen konnte. Nach dem Musikstudium am Konservatorium in Basel, wurde er von diversen Musikkorps als musikalischer Leiter verpflichtet. 1933 wurde Jaeggi, der mit seinen 30 Jahren als Newcomer und als einer der besten Blasmusikdirigenten Europas galt, neuer Musikdirektor der Stadtmusik Bern. Immer häufiger tauchte in den Programmen der Schweizer Musikvereine der Name Stephan Jaeggi auf. Insgesamt sind 148 Kompositionen und 176 Bearbeitungen aus seiner Feder bekannt. 1939 wurde Trompeter-Wachtmeister Stephan Jaeggi zum Aktivdienst gerufen. Er war damals Spielführer im Solothurner Infanterie-Regiment 11 (Bat.-Spiele 50/51). Zu dieser Zeit schrieb General Guisan einen Wettbewerb aus, mit dem Ziel, einen Marsch mit seinem Namen zu finden. Drei Tage brauchte Jaeggi für die Fertigstellung des Marsches. General Guisan hörte sich alle sieben eingereichten Märsche an. Nach der Uraufführung von Jaeggis Marsch wandte sich der General an Jaeggi: «Wachtmeister Jaeggi, ich danke Ihnen. Ihr Marsch soll meinen Namen tragen.» Jaeggis Engagement als Komponist, Dirigent, Leiter von Dirigentenkursen, Kampfrichter und Bearbeiter von Orchesterwerken sowie sein Schaffen für das Blasmusikwesen forderte einen hohen Preis: 1957 erlag Stephan Jaeggi im Alter von 54 Jahren einem plötzlichen Herzversagen. Sein «Fulenbacher-Marsch» ist noch fast wöchentlich im Radio zu hören.
Hans Huber wurde in Eppenberg geboren, wohnte aber viele Jahre in Schönenwerd im Hans Huber-Haus. Vom 10. Lebensjahr an lebte er in Solothurn und besuchte das Choraulen- und Partisten-Institut, in welchem er als Sängerknabe ausgebildet wurde. 1870 reiste er ans Konservatorium Leipzig. Dort lernte Hans Huber zahlreiche prominente Musiker kennen. Am stärksten profitierte er von Carl Reineckes, dem 1910 verstorbenen Zeitgenossen von Chopin, Liszt, Schumann und Mendelssohn. Nach 1877 wirkte Huber als Klavierlehrer an der Allgemeinen Musikschule Basel, die er ab 1896 leitete. Als ihr das 1905 auf seine Veranlassung gegründete Konservatorium angeschlossen wurde, stand Hans Huber beiden Institutionen als Leiter vor. Von 1899-1902 leitete er den Basler Gesangverein. Nebst Klavierwerken schrieb Huber acht programmatische Sinfonien, Opern, Oratorien, Chorwerke und Festspiele. Wobei die sogenannte «Böcklin-Sinfonie», am 2. Juli 1900 in der Zürcher Tonhalle aufgeführt, wohl die herausragendste ist. Huber verstarb 1921 in Locarno.(Verfasst mit Texten und Elementen von Wikipedia sowie von Stiftungsseiten)