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Das Klima wird oft mit einem langjährigen Durchschnitt von meteorologischen Messgrössen (Temperatur, Niederschlag, Sonnenscheindauer), sowie den Schwankungen um diesen Durchschnitt beschrieben. Ein 30-jähriger Durchschnitt wird als Normwert und die entsprechende, weltweit einheitliche Periode als Normperiode bezeichnet. Normperioden werden regelmässig dem sich ändernden Klima angepasst.
Klima-Normwerte
Häufig sind Wintermonate wie der Januar im Schweizerischen Mittelland von trübem und mit Bise recht kühlem Hochnebelwetter geprägt. Derselbe Monat kann im darauffolgenden Jahr jedoch auch mild und sonnig ausfallen, denn die Schwankungen in den Wetterbedingungen sind in der Schweiz von Jahr zu Jahr relativ gross. Was aber ist ein typischer Januar im Mittelland und mit wieviel Regen muss man im Frühling im Tessin rechnen? Antworten auf diese Fragen liefern Mittelwerte aus langjährigen meteorologischen Messreihen. Diese Daten sind nicht nur wissenschaftlich interessant, sondern dienen auch als Planungsgrundlage für Behörden und verschiedene Wirtschaftssektoren wie Landwirtschaft, Energiewirtschaft, Bauwirtschaft oder Tourismus.
Internationale Vergleichbarkeit
Gemäss einer seit 1935 bestehenden Definition der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) werden zur Bestimmung von klimatologischen Mittelwerten weltweit die gleichen 30-jährigen Perioden verwendet. Die internationale Koordination ist wichtig, um das Klima und die klimatologischen Aussagen der verschiedenen Wetterdienste über die Landesgrenzen hinweg miteinander vergleichen zu können. Die Mittelwerte dieser definierten 30-jährigen Normperioden werden Normwerte oder Klima-Normwerte genannt.
Normwerte in einem sich verändernden Klima
Unter Berücksichtigung der langfristigen klimatischen Änderungen werden die Normperioden regelmässig angepasst, damit die Normwerte das aktuelle Klima einer Region auch angemessen beschreiben. Nachdem in der Vergangenheit eine Aktualisierung der Periode nur alle 30 Jahre stattfand, hat der markante Klimawandel der letzten Jahrzehnte die WMO dazu veranlasst, eine Verkürzung des Anpassungsrhythmus auf 10 Jahre vorzuschlagen (1971-2000, 1981-2010). Seit dem 1. Januar 2013 setzt MeteoSchweiz diese Empfehlung um und verwendet die jeweils jüngste, abgeschlossene Periode für ihre Aussagen und Produkte. Die Periode 1961-1990 wird gemäss Empfehlung der WMO als Referenzperiode für die Beobachtung der langjährigen Klimaentwicklung beibehalten.
Anpassungen bei Veränderung der Messbedingungen
Normwerte werden häufig dazu verwendet, die tatsächlich aufgetretene Witterung mit dem durchschnittlich zu erwartenden Klima zu vergleichen. Für die Schweiz wird ein solcher Vergleich regelmässig im Klimabulletin der MeteoSchweiz publiziert und macht Aussagen darüber, ob eine vergangene Periode eher zu nass, zu warm oder zu sonnenreich war. Damit diese Vergleiche aussagekräftig sind, müssen die Normwerte mit den aktuellen Messwerten vergleichbar sein. Haben sich die Messbedingungen an einer Station etwa durch deren Verschiebung verändert, müssen auch die Normwerte an diese Veränderung angepasst werden. Das Verfahren dazu heisst Homogenisierung. Anpassungen an den Normwerten werden von MeteoSchweiz bei Bedarf jeweils auf den 1. Januar vorgenommen.
Verfügbare Daten und Karten zu Normwerten
MeteoSchweiz stellt jährliche und monatliche Daten und Karten der gültigen Normperioden für verschiedene Messgrössen und Stationen zur Verfügung: