Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03217.jsonl.gz/1016

Vorab eine Begriffseinordnung: "La Rucola" ist ein italienisches Wort und dort (wie alle Worte, die auf "a" enden) mit dem Artikel "la" versehen und selbstverständlich weiblich. In den deutschsprachigen Ländern ist "die Rucola" beziehungsweise "die Rauke" eine einjährige Krautpflanze. Wenn wir aber über den "Rucola-Salat" aus den Blättern der Rucola-Pflanze sprechen, dann gilt der (semantisch widersprüchliche) männliche Artikel "der Rucola".
(Der) Rucola, oder auch Rauke genannt, wird als Würze genutzt, aber auch gern als Salat zubereitet. Die Senfrauke ist übrigens eine urgermanische Pflanze. Erst jene Römer, die ausnahmsweise auch mal erfolgreich in Germanien unterwegs waren, fanden, dass die Senfrauke durchaus in der römischen Küche etwas zu suchen hat. So gelangte die Pflanze ans Mittelmeer, wo sie sich in dem wärmeren Klima prächtig ausbreitete. Die Einschätzung der Römer und Griechen, dass die Vitamine der Rucola der Liebe eine besondere Beschleunigung angedeihen lassen, versetzte der Pflanze einen enormen Schub in die Riege der kulinarischen Favoriten.
Dann trat aber eine lange (historische) Phase ein, in der diese Pflanze ziemlich in Vergessenheit geriet. Allein die sogenannten Kräuterhexen wussten noch um ihre appetitanregende und harntreibende Wirkung. Aber in der Gegenwart erlebt die Rucola endlich wieder eine Renaissance. Gerade die mediterrane Küche "zwingt" uns täglich mit dem Rucola-Salat, die Vorzüge dieser Pflanze bewusst zu geniessen. Ihre positive Wirkung auf unsere Gesundheit ist ein wichtiges Argument, das auch den letzten Zweifler überzeugt.
Die Rauke gehört der Familie der Kreuzblütengewächse an, sie ist also mit dem Kohlgemüse verwandt. Die Salatrauke unterscheidet sich von der etwas länglicheren wilden Rauke durch ihre bis zu 15 Zentimeter langen Blätter, die auch nicht ganz so stark gezahnt sind. Dennoch ist auch die wilde Rauke essbar, sie ist übrigens noch schärfer, da sie mehr Senföle enthält.
Was ist so besonders an Rucola?
Zunächst ist da der recht hohe Anteil von Senfölen (Glucosinolate), die für den etwas scharfen bis nussigen Geschmack verantwortlich sind. Rucola enthält auch Beta-Carotin, aus dem unser Körper selbst Vitamin A herstellt, Vitamin C und die Mineralstoffe Kalium und Kalzium. Folsäure gehört zu der Gruppe der B-Vitamine. Sie unterstützt die meisten Stoffwechselvorgänge und ist ebenfalls in der Rucola enthalten.
Wie auch andere Salatsorten kann Rucola Nitrate enthalten, besonders dann, wenn die Felder stark gedüngt werden (künstlich oder natürlich). In höheren Konzentrationen sind Nitrate vor allem für Babys und Kleinkinder schädlich, weil sie sich an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin anheften und dadurch den Sauerstofftransport im Körper behindern. Es wird empfohlen, die besonders nitrathaltigen Blattstiele, so gut es geht, zu entfernen.
Vor dem Verzehr sollte Rucola immer gründlich gewaschen und alle gelben Blätter entfernt werden. Grundsätzlich sollte Rucola nach dem Kauf zeitnah gegessen werden, da seine Blätter schnell verwelken. In feuchtem Küchenpapier eingewickelt, hält sich Rucola im Kühlschrank höchstens drei Tage. Es hat sich sehr bewährt, etwas ältere Rucolablätter vor der Zubereitung ein paar Minuten lang in kaltes Wasser zu legen.
Weniger ist mehr
Rucola braucht nicht unbedingt aufwendiges Dressing. Hier ist ein einfaches Rezept, das den besonderen Geschmack voll zur Geltung kommen lässt und sehr schnell zubereitet werden kann: der Rucola-Tomaten-Mozzarella-Salat.
- 200 Gramm Rucola
- 300 Gramm Cherry- oder Roma-Tomaten
- 125 Gramm Mozzarella (eine Packung)
- Saft von einer Scheibe Zitrone
- Oliven- oder Sonnenblumenöl
- Salz und Pfeffer
Der Rucola wird gewaschen, die Blattstiele abgeschnitten und die Blätter auf einem Teller verteilt. Die gewaschenen Tomaten werden halbiert oder geviertelt (je nach Grösse) und auf den Rucola gelegt. Oben drauf kommt Mozzarella, der in dünne und nicht zu grosse Scheiben geschnitten wird. Der Zitronensaft wird mit Salz und Pfeffer gemischt und dann gleichmässig auf dem gesamten Salat verteilt. Zuletzt noch etwas Öl darüber träufeln.
Sie werden sehen: Auch dieses Beispiel bestätigt die alte Erkenntnis - das Geniale liegt im Einfachen.
Bildquelle: CheRei1985 / pixabay.com