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Süddeutschland oder Elsass, letztes Viertel 15. Jh.
Holzschnitt, handkoloriert
Dm. um 4,5 cm
Inv. 1975.48.
Im Jahre 1377 pries ein Dominikaner namens Johannes aus Freiburg i. Br. das Kartenspiel als Abbild der göttlichen Weltordnung. Streit beim Spiel und Verlust von Hab und Gut hatten jedoch schon 1367 in Bern zum Verbot des "Teufelszeugs" geführt. Umso pikanter ist der Fund dieser rundgeschnittenen Karten als Unterlage der Medaillons eines gotischen Kruzifixes der Christkatholischen Gemeinde während dessen Restaurierung. Aufgrund der Kleidung der Figuren und im Vergleich mit der frühesten Darstellung eines Kartenspiels in der Schweiz auf einem Wirkteppich des Museums aus dem Jahr 1471 sind die Spielkarten in den Zeitraum des letzten Viertels des 15. Jahrhunderts zu datieren. Der Basler Ratsherr und Grosskaufmann Heinrich Halbysen d.Ä. richtete gegen 1440 eine Papiermühle ein, wohl im Hinblick auf einen erhöhten Papierbedarf während des Basler Konzils 1431-1448. Deren Papier wurde fortan auch zu Spielkarten verarbeitet mit den Farben Schilten, Schellen, Eicheln und Rosen. Über 200 Jahre lang belieferten die Basler Kartenmacher die damalige Eidgenossenschaft. Basler Kartenspiele aus dieser Frühzeit sind jedoch in der Sammlung des Historischen Museums nicht vertreten.