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Ohne CO2 gäbe es kein höheres Leben auf der Erde. Es nährt nicht nur die Pflanzen, die am Anfang aller Nahrungsketten stehen, weshalb die höheren CO2-Werte in den letzten Jahrzehnten nachweisbar zum Ergrünen der Welt und zum Anwachsen der Ernten führten. Nein: Es schafft überhaupt erst die Bedingungen, dass Pflanzen, Tiere und Menschen auf der Erde leben können. Denn CO2 wirkt als Treibhausgas: Es sorgt wie andere Moleküle in der Atmosphäre dafür, dass die Erde weniger Wärme ins All abstrahlt, als von der Sonne einstrahlt. Ohne diesen Effekt wäre das Klima 32 Grad kälter, also lebensfeindlich.
Der Treibhauseffekt wurde schon 1824 vom französischen Physiker Joseph Fourier entdeckt und 1896 vom schwedischen Chemiker Svante Arrhenius quantitativ beschrieben. In der Wissenschaft bestreitet ihn niemand. Deshalb anerkennen fast alle, dass das Ansteigen des CO2-Anteils in der Atmosphäre zu einer Erwärmung führt. Die entscheidende Frage ist aber: Wie stark wirkt das von Menschen erzeugte CO2 – jährlich 36 Gigatonnen neben 550 (!) Gigatonnen aus der Natur?
In der Erdatmosphäre machte das CO2 in der vorindustriellen Zeit rund 280ppm (parts per million) aus, also etwa ein Viertelpromille. Seit der Industriellen Revolution, die dem Verbrennen von Kohle und später Gas und Öl zu verdanken ist, stieg dieser Wert auf über 400ppm, das heisst um 45 Prozent. Mit diesem Anstieg liesse sich aber die beobachtete Erwärmung nicht erklären, sondern nur im Zusammenwirken mit anderen, teils weit stärkeren Treibhausgasen wie Methan und aufgrund von Rückkoppelung mit dem Wasserhaushalt der Erde. Vor allem die Wirkung von H2O in seinem gasförmigen Aggregatszustand – gemeinhin als Wolken bekannt – verstehen die Klimaforscher aber noch überhaupt nicht.
Sie machen denn auch seit zwanzig Jahren keine Fortschritte beim Bestimmen der Klimasensitivität. Diese gibt an, wie stark sich das Klima bei einer Verdoppelung des CO2-Anteils erwärmt – der Wert ist also für alle Prognosen entscheidend. Im letzten Bericht von 2014 weitete der IPCC die Unsicherheitsspanne sogar wieder aus, auf 1,5 bis 4,5 Grad. Dass er sich um klare Aussagen drückt, hat einen einfachen Grund: Die grosse Mehrheit der neueren Studien deutet darauf hin, dass die Klimasensitivität am unteren Ende dieser Spanne oder gar darunter liegt:
Das hiesse aber: Der Anstieg des CO2-Anteils führt nicht zu katastrophalen Folgen. Denn es bedeutet: Die Modelle, mit denen Forscher wie der ETH-Professor Reto Knutti die Entwicklung des Klimas voraussagen wollen, laufen viel zu heiss.