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Unterrichtsministerium errichtet worden, um die wissenschaftliche Erforschung deutscher Geschichte zunächst im vatikanischen Archiv, sodann in den übrigen römischen und italienischen Archiven und Bibliotheken zu fördern und deutsche Forscher bei ihren Arbeiten in Rom [* 2] zu unterstützen;
sie steht unter der Leitung einer durch die königliche Akademie der Wissenschaften zu Berlin [* 3] gewählten Kommission.
Zunächst sind Dr. Konrad Schottmüller, Professor an der Hauptkadettenanstalt zu Lichterfelde, welcher kürzlich ein Werk über den Templerorden herausgegeben, und Dr. Friedensburg, Privatdozent der Geschichte in Göttingen, [* 4] nach Rom gesendet worden, um die Herausgabe der Berichte päpstlicher Gesandten in der Reformationszeit vorzubereiten.
O. E. und A. B. in Reudnitz.
Der Satz lautet: »Dieselbe setzt... eine spezifische Anlage und deren durch Übung zur vollen Beherrschung sowohl des Gehalts,..., als des sinnlichen Stoffes,..., gelangte Entwickelung voraus etc.« Derselbe bedarf daher nur richtig gelesen, aber nicht berichtigt zu werden.
M. L. in Winterhude.
Wie aus dem Prospekt ersichtlich und auch aus dem Artikel »Australien«, [* 5] den Sie sich nicht genau angesehen haben, hervorgeht, gehört die von Ihnen vermißte Tafel zum Artikel »Ozeanien« [* 6] (in vorliegendem Band). [* 7]
M. H. in Hamburg. [* 8] Adoxa hat nur floristisches Interesse und gehört nicht ins Konversations-Lexikon.
Cand. phil. S. Schwere in Etzweil.
Solcher Sammlungen gibt es viele, es seien nur erwähnt: Gandtner und Junghans, Sammlung von Lehrsätzen und Aufgaben aus der Planimetrie (Berlin, Weidmann);
Lieber und Lühmann, Geometrische Konstruktionsaufgaben (Berlin, Simion);
Wiese und Lichtblau, Sammlung geometrischer Konstruktionsaufgaben (Hannover, [* 9] Karl Meyer).
A.
in Brünn. [* 10] »Heliominiatüre« könnte man wohl alles nennen, was mit Hilfe der Photographie verkleinert wird;
auf die Drucktechnik angewandt, dient der Name jedenfalls vorzugsweise zur Bezeichnung von Verkleinerungen in Lichtdruck und Photogravüre, resp. Heliographie.
Jeder »Künstler« in diesen Fächern liebt es, seinen oft recht zweifelhaften »Verbesserungen« einen besondern Namen zu geben, um sie damit zu »Erfindungen« aufzubauschen.
Daraus ist aber schon viel Wirrwarr entstanden.
Karl M. in Wetzlar. [* 11] Eine Geschichte des Karl Stangenschen Reisebüreaus in Berlin finden Sie in der Zeitschrift »Die Natur«, Jahrg. 1884, Nr. 50. - Die von dem »Deutschen Ökonomist« mitgeteilt Tabelle der in den letzten fünf Jahren in Deutschland [* 12] stattgefundenen Gründungen zeigt, daß nach Erlaß des Aktiengesetzes vom die Gründungsthätigkeit bedeutend eingeschränkt worden war. Im ersten Halbjahr 1884 war sie noch mit besonderm Eifer betrieben worden, im zweiten ließ sie ganz gewaltig nach;
das Jahr 1885 ergab noch nicht die Hälfte der 1884er Gründungen. Im J. 1886 hat man sich schon etwas freier bewegt, und 1887 zeigt wieder eine Steigerung.
Die Gesamtsumme der deutschen Gründungen und der Betrag der dabei verwandten Kapitalien stellten sich wie folgt:
|Jahr||Zahl||Kapital|
|1883||193||176032000 Mk.|
|1884||153||111239000 "|
|1885||70||53474000 "|
|1886||113||103944000 "|
|1887||168||128414000 "|
Außer diesen in deutschen Aktien-Unternehmungen verwendeten Kapitalien sind bekanntlich auch in auswärtigen Anleihen, Aktiengesellschaften etc. sehr bedeutende Beträge deutschen Geldes zur Anlage gelangt.
Rud. Hermann in Marienbad.
Sie wünschen zu wissen, welches der längere Fluß ist, der Mississippi oder der Amazonas. Im Konversations-Lexikon finden Sie die Länge des Mississippi-Missouri zu 7052 km angegeben.
Diese Länge schließt sämtliche Krümmungen ein, selbst die geringsten.
Unsre Angabe stimmt zwar nicht ganz, aber doch so ziemlich mit andern, teilweise ältern Angaben überein. So geben Humphreys u. Abbot (»Hydraulics of the Mississippi«) dem Fluß eine Länge von nur 6750 km, Gannet hat 6615 km, de Colange (»Gazetteer«) 6999 km, was mit unsrer Angabe am ehesten übereinstimmt.
Was nun den Amazonas betrifft, so können ähnliche Angaben kaum gemacht werden, ehe nicht genauere Aufnahmen vorliegen als zur Zeit.
Wir gaben dem Amazonas (den Ucayali als Quellstrom angenommen) eine Länge von 5340 km;
Wagner (Guthes »Lehrbuch der Geographie«) schätzt dieselbe auf 5500 km. Um aber einen direkten Vergleich zwischen den beiden Flüssen machen zu können, muß man die Länge derselben nach gleichem Prinzip messen, und dies haben wir auf den Karten in Stielers »Handatlas« mit einer Zirkelöffnung von 10 Seemeilen gethan.
Danach mißt der Mississippi-Missouri 5530 km, der Amazonas aber nur 5080 km. Nehmen wir nun an daß die Krümmungen beider Flüsse [* 13] den gleichen Prozentsatz erreichen, dann wäre die Gesamtlänge des Amazonas gleich 6480 km, verglichen mit 7052 km für den Mississippi.
Wir werden daher kaum irren, wenn wir den Mississippi-Missouri als den längern der beiden Flüsse bezeichnen.
Albert St. in Magdeburg. [* 14]
Die Mitteilungen über die Wetterpflanze wollen Sie mit der größten Vorsicht aufnehmen.
Wie eine Pflanze, welche man gegen alle äußern Verhältnisse sorgsam abschließt, auf 48 Stunden das Wetter, [* 15] sogar Erdbeben [* 16] vorhersagen soll, ist nicht einzusehen.
Die Broschüre des »Entdeckers« der Wetterpflanze erweckt wenig Vertrauen.
Wir halten das Ganze für eine dreiste Spekulation auf die Leichtgläubigkeit des Publikums, welches einer enorm teuren, mit Hieroglyphen etc. versehenen Sache mehr glaubt und derselben mehr Interesse entgegenbringt als den nüchternen Sätzen eines Lehrbuchs.
Karl Haiser in Wien. [* 17] Wir können Ihrer Ansicht nicht beitreten, die Frage des kleinkaliberigen Gewehrs hinsichtlich der »Art und Konstruktion des Geschosses« noch als ungelöst oder gar problematisch zu betrachten.
Inzwischen hat ja auch die österreichische Regierung, Ihrer Ansicht entgegen, das kleine Kaliber von 8 mm für das neue Repetiergewehr angenommen und dabei nicht unerhebliche Geldopfer gebracht, die jedoch durch die mit dem kleinen Kaliber gewonnenen Vorteile reichlich aufgewogen werden. Zu diesen Vorteilen gehören: leichtere Munition, flachere Flugbahn, größere Treffsicherheit und Durchschlagskraft der Geschosse, [* 18] geringerer ablenkender Einfluß des Windes auf das fliegende Geschoß, Verminderung des Rückstoßes und schließlich - last not least - humanere Verwundung bei Verwendung der sogen. Verbundgeschosse.
Eine Patrone zum 8 mm Gewehr wiegt durchschnittlich 34, zum 11 mm Kaliber 42-43 g. Der Gewinn an Gewicht kommt der notwendig größern Munitionsausrüstung beim Repetiergewehr zu gute.
Die flache Flugbahn und die Treffsicherheit sind Folgen der großen Querschnittsbelastung des Geschosses, dem man durchschnittlich eine Länge von 4 Kalibern gibt.
Daß die Herstellung eines allen Anforderungen entsprechenden so langen ¶
und dünnen Geschosses schwierig war, ist begreiflich;
weiche, selbst Hartbleigeschosse sind wegen zu großer Stauchung und des dadurch verursachten Widerstandes in den Zügen ganz ungeeignet, selbst die Kupfermantelgeschosse befriedigen nicht.
Ein entscheidender Fortschritt war das Compoundgeschoß von Lorenz in Karlsruhe, [* 20] in dessen Mantel aus Kupfer, [* 21] Stahl oder einer Nickellegierung (Nickel und Antimon) ein Kern aus Weich- oder Hartblei (97 Blei, [* 22] 3 Antimon) eingelötet ist, wodurch einer Deformierung der Geschosse vorgebeugt und deren Durchschlagskraft außerordentlich gesteigert ist, so daß sie in den Weich- und Knochenteilen von Menschen- und Tierkörpern nur einen runden Schußkanal erzeugen und nicht die Verwüstungen hier anrichten wie Bleigeschosse.
Der fingerhutartige Mantel ist gepreßt, vorn etwa 1,5 mm dick, nach hinten zur Dünne feinen Papiers auslaufend.
Um den Stahlmantel gegen Rost bei der Aufbewahrung der Patrone zu schützen, hat ihn Lorenz vernickelt.
Die 4 Kalibergeschosse bedürfen bei der Anfangsgeschwindigkeit von 550-600 m eines außerordentlich steilen Dralles, um die nötige Festigkeit [* 23] in der Achsenrichtung des Geschosses beim Schießen [* 24] zu erlangen.
Hebler hat seinem 7,5 mm Kaliber 12 cm Dralllänge gegeben, das Geschoß macht dann im Flug in der Sekunde gegen 5000 Umdrehungen um seine Achse.
Sehr günstige Treffergebnisse erzielte man durch Nachahmung der Artillerie, indem man dem Geschoß am Boden einen etwa 5 mm breiten Führungsteil gab, der sich allein in die Züge einpreßt, während der übrige Teil des Geschosses nur den Durchmesser der Seele zwischen den Feldern hat, so daß derselbe gar nicht in die Züge eintritt.
Größere Schwierigkeiten als das Geschoß machte die Pulverladung.
Lorenz in Karlsruhe hat ein Patent auf das Verdichten der Pulverladung in der Patronenhülse mit stark eingezogenem Geschoßraum unter Freilassung eines zentralen Längskanals erhalten.
Obschon mit solchen Patronen die besten Erfolge erzielt wurden, konnten sie doch das Verlangen nach einem bessern, namentlich einem rauchlos verbrennenden Pulver nicht befriedigen.
Frankreich hat mit dem Pikrinpulver des Obersten Brugère bei den Gewehren gleich üble Erfahrungen gemacht wie mit dem Melinit bei Verwendung als Sprengladung in Artilleriegeschossen. Es verwendet jetzt ein von Vieille erfundenes rauchloses Pulver, dessen Hauptbestandteil Schießwolle ist.
Neuerdings hat aber die Pulverfabrik Rottweil-Hamburg, welche sich bereits durch die Erfindung des braunen Geschützpulvers einen Weltruf erwarb, ein Gewehrpulver mit wenig Rauch erfunden, welches auch für das österreichische neue Gewehr angenommen worden sein soll. Es scheint, daß auch andre Staaten dasselbe erworben haben da die Gesellschaft behufs großartiger Betriebserweiterung zur Anfertigung dieses Gewehrpulvers eine Anleihe von 900,000 Mk. aufgenommen hat.
Die Zusammensetzung, Herstellung und Leistungen dieses Pulvers sind noch Geheimnis, wie denn alle Staaten, selbst neuerdings die Schweiz, [* 25] das Geburtsland der kleinkaliberigen Gewehre, über ihre Gewehrversuche strenges Schweigen beobachten.
Der Geradezugverschluß des österreichischen Gewehrs (System Mannlicher) ist der denkbar einfachste.
An der Verschlußkammer sitzt unten ein um ein Scharnier auf und nieder drehbarer Riegel, der schwalbenschwanzförmig einen keilförmigem Ansatz am Griffteil des Verschlusses umfaßt.
Mit dem in der Verschlußkammer vor und zurück verschiebbaren Griffteil wird der Verschluß geöffnet und geschlossen, hierbei der bewegliche Riegel gehoben, bez. so weit nach unten gedruckt, daß er hinter einen Ansatz der Verschlußhülse greift und so den Rückstoß auffangen kann, der Schlagbolzen wird gespannt etc. Die Patronen stecken zu fünf in einem halbkapselartigen Magazin, welches mit kurzem Griff durch die Ladeöffnung eingesetzt wird;
nach dem Abschießen wird es selbstthätig nach unten ausgeworfen.
Das Visier reicht bis 2500 m. Deutschland hat für das neuanzufertigende Repetiergewehr von 8 mm Kaliber gleichfalls einen Mannlicher-Verschluß angenommen, der noch Patentgeheimnis (vom Staat angekauft) ist.
Frankreich hat bereits einen großen Teil seiner Armee mit dem neuen Repetiergewehr M/86 von 8 mm Kaliber bewaffnet.
Dasselbe hat Vorderschaftmagazin;
der Geradezugverschluß ähnelt demjenigen von Gras-Kropatschek;
das Verbundgeschoß hat einen Mantel aus Nickellegierung.
Richard Wendt in Hamburg.
Der am in Wiesbaden [* 26] verstorbene Komponist Kéler Béla, eigentlich Albert von Kéler, wurde zu Bartfeld in Ungarn [* 27] geboren. Er begann juristische Studien, ging aber dann zur Landwirtschaft und 1845 zur Musik über und studierte zu Wien unter Schlesinger und Sechter.
Nachdem er einige Zeit als Violonist im Theater [* 28] an der Wien mitgewirkt und durch seine Tänze und Märsche bekannt geworden, wirkte er 1854 kurze Zeit als Dirigent der früher Gunglschen Kapelle in Berlin, kehrte dann nach Wien zurück an die Spitze der Kapelle des soeben verstorbenen Lanner (1855) und war sodann 1856-1863 Militärkapellmeister zu Wien und bis 1873 in Wiesbaden, wo er seitdem privatisierte.
H. v. Üchtritz in Berlin.
Ein Verzeichnis der zur Zeit erscheinenden heraldischen Zeitschriften finden Sie in Professor Hildebrandts »Wappen-Fibel«, wo auch die Adressen einiger Wappenmaler angegeben sind.
Finanzrat B. in Debreczin. [* 29]
Wir verweisen Sie auf das soeben im Verlag von M. Diesterweg in Frankfurt [* 30] a. M. erschienene Werk von G. Schinkenberger und H. Kreidel: »Handbuch der Berechnungen von Anleihen und Annuitäten und der Kurs- und Rentabilitätswerte von Obligationen«.
Dasselbe ist auf Grundlage von 32 Tilgungsplänen mit verschiedenen Tilgungsweisen ohne algebraische Zeichen und Symbole ausführlich für die Praxis bearbeitet und entspricht diesem seinem Zweck vollkommen.
Die finanzwissenschaftliche Litteratur hat zwar keinen Mangel an Werken über Zinseszinsen und Renten sowie über deren Anwendung auf die Berechnung von Anleihen und Obligationen, diese sind aber mehr als Lehrbücher der Mathematik denn als Nachschlagbücher und Wegweiser für die Praxis abgefaßt.
Das vorliegende Buch setzt deshalb bei gänzlicher Vermeidung der Buchstabenrechnung von dem Benutzer nur die Kenntnis der vier Spezies voraus und belehrt hauptsächlich durch praktische Beispiele, gibt daneben aber dem geübten Rechner und Finanzbeamten auch ausführliche logarithmische Tafeln als Hilfsmittel an die Hand. [* 31]
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Holzfreies Papier. ¶