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Funerale bianco
Edoardo Berta (1867–1931)
Edoardo Berta, Funerale bianco (Weisses Begräbnis), 1900–1902, Öl auf Leinwand. Museo d'arte della Svizzera italiana, Lugano Collezione Città di Lugano
Edoardo Berta wird in Giubiasco bei Bellinzona geboren. Er studiert an der Accademia di Brera in Mailand und an der Accademia Carrara in Bergamo unter der Leitung von Cesare Tallone. Während des Studiums lernt er Giuseppe Pellizza da Volpedo kennen, mit dem er 1889 die Weltausstellung in Paris besucht und während zwanzig Jahren eine intensive Freundschaft pflegt, von der ein umfangreicher Briefwechsel zeugt. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit ist sein Engagement in der Kommission für die Erhaltung der Kulturdenkmäler des Kantons Tessin hervorzuheben; so leitet er etwa die ersten Restaurierungen und Arbeiten zur Inventarisierung des kunsthistorischen Erbes im Kanton.
Weisses Begräbnis ist sein erstes wichtiges Gemälde in der Art des Symbolismus und des Jugendstils. Es wurde auf zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt, so etwa 1901 auf der Nationalen Kunstausstellung in Vevey, 1902 auf der ersten Esposizione Quadriennale in Turin und 1904 auf der Internationalen Kunstausstellung in Düsseldorf.
In einer von ausgeprägten vertikalen und horizontalen Linien unterteilten und in eisigen Farbtönen gemalten Schneelandschaft stellt der Künstler einen Trauerzug von jungen Mädchen dar. Dabei greift er auf eigenständige Weise das zum Beispiel von Giovanni Segantini behandelte Thema des Winterbegräbnisses oder das Thema der Prozession von weissgekleideten Mädchen auf, das sein Freund Pellizza gemalt hatte. Die symbolistische Poetik, die hier zum ersten Mal erkennbar ist, prägt auch Bertas künftige Arbeiten und verleiht seiner Landschaftsmalerei im divisionistischen Stil, den er ab 1906 systematisch anwendet, einen ganz eigenen Charakter.
Das Gemälde, von dem sich eine weitere Version in der Sammlung der Stadt Locarno befindet, wurde kürzlich restauriert, wodurch die zarte Palette von Weiss,- Grau- und Blautönen sowie die lebhaften Farbakzente, die das Lichtspiel auf den Gesichtern und den bauschigen Kleidern der Mädchen wiedergeben, ihre ursprüngliche Frische zurückerlangt haben.