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Wenn das Geräusch im Ohr nie verstummt: Ohrensausen als starke Belastung im Alltag
Der Begriff Ohrensausen bezeichnet das Hören von störenden Geräuschen im Ohr. Die bekannten Ursachen sind vielfältig und Mediziner erforschen das Phänomen weiterhin. Behandlungsansätze beinhalten Medikamente, Musiktherapie und Psychotherapie.
Was ist Ohrensausen?
Ohrensausen oder Ohrgeräusche werden von Medizinern als Tinnitus bezeichnet. Der Fachbegriff stammt vom lateinischen Wort „tinnire“, was so viel wie klingeln oder klimpern bedeutet. Klingelt, knistert, pfeift oder brummt es nur für wenige Sekunden oder Minuten im Ohr, gibt es keinen Grund zur Sorge. Besteht die Symptomatik aber für Tage oder wiederkehrend über Stunden, bezeichnet der Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) sie als Ohrensausen. Ein krankhaftes Ohrgeräusch ist in den meisten Fällen nur für den Betroffenen auf einem oder beiden Ohren wahrnehmbar (subjektiver Tinnitus). In vereinzelten Fällen tritt jedoch ein sogenannter objektiver Tinnitus auf, den auch der Untersuchende hören kann. In diesem Fall liegt zum Beispiel eine Verengung eines Blutgefässes vor. Das Symptom Ohrensausen erhält Krankheitswert, wenn der Patient sich von dem Geräusch beeinträchtigt fühlt. Hier variieren die Folgen der Erkrankung von leichter Irritation bis hin zu Selbstmordgedanken.
Was sind die Ursachen von Ohrensausen?
Das Phänomen Ohrensausen ist nicht vollständig geklärt. Innenohr, Hörnerv und die zentrale Hörbahn im Gehirn sind mögliche Entstehungsorte für den subjektiven Tinnitus. Ist ein Knalltrauma oder ein vergleichbarer Lärmschaden der Auslöser, liegt eine Verletzung der Sinneszellen im Innenohr vor. Bei 30 Prozent der Betroffenen ist dies der Fall. Ein Hörsturz zählt ebenfalls zu den möglichen Ursachen von Ohrensausen.
Erkrankungen, die das Potenzial haben, Ohrgeräusche auszulösen, sind:
- Versteifung der Gehörknöchelchen (Otosklerose)
- Entzündungen im Mittel- und Innenohr
- Durchblutungsstörungen
- Belüftungsstörungen des Mittelohres
- Defekt des Trommelfells
- Schwerhörigkeit in ihren verschiedenen Formen
- Verlegung des äusseren Gehörgangs
- Tumor des Hörnervs (Akustikusneurinom)
- Beschwerden der Halswirbelsäule
- Stress und psychische Erkrankungen
Der objektive Tinnitus wird durch Strömungsgeräusche in verengten Blutgefässen, muskuläre Verspannung am Gaumen oder im Mittelohr, Anämie, Herzklappenerkrankungen oder einen gutartigen Tumor der Kopfschlagader (Glomustumor) verursacht.
Wie beuge ich Ohrensausen vor?
Es ist schwierig, einem Tinnitus gezielt vorzubeugen. Massnahmen, die das Gehör schützen, verringern eventuell die Wahrscheinlichkeit, in der Zukunft an einem Ohrgeräusch zu leiden. Besuchen Sie zum Beispiel Rockkonzerte oder Diskotheken nur mit Ohrstöpseln. Führen Sie einen entspannten Lebensstil und lassen Sie Stress nicht zur Gewohnheit werden. Beobachten Sie akutes Ohrensausen bei sich, wenden Sie sich nach spätestens 48 Stunden an einen Spezialisten. Eine frühe Abklärung und eventuell rasche Therapie sind wichtige Schritte auf dem Weg zur Heilung.
Was kann ich gegen Ohrensausen tun?
Die Therapie eines Tinnitus richtet sich nach Ursache und Dauer der Erkrankung. Verschiedene Behandlungsansätze werden in Studien untersucht und liefern ständig neue Erkenntnisse. Die Diagnostik wird erweitert und zeigte in einer Versuchsreihe einen Zusammenhang zwischen der Erkrankung und biochemischen Stressfaktoren im Blut der Patienten.
Therapie eines akuten Ohrensausens
Ein Ohrensausen, das keine erkennbare physische Ursache hat, bezeichnen HNO-Ärzte als akuten idiopathischen Tinnitus. Die Behandlung dessen zielt primär auf die Ablenkung des Patienten, um eine Chronifizierung des Ohrensausens zu vermeiden. Zusätzlich verordnen Spezialisten Kortison und durchblutungsfördernde Medikamente.
Therapie des chronischen Ohrensausens
Ein wichtiger Aspekt bei der Behandlung eines chronischen Tinnitus ist ein früher Beginn der Massnahmen. Ist eine Heilung nicht in Aussicht, versucht der Spezialist, dem vom Ohrensausen betroffenen Patienten eine trotz allem möglichst hohe Lebensqualität zu ermöglichen. Der HNO-Arzt versucht hierbei, mit einer akustischen Stimulation das störende Ohrgeräusch sozusagen zu überschreiben. So beinhaltet ein Hörtraining wie zum Beispiel die Tinnitus-Retraining-Therapie Musik und Entspannungstraining.
Betroffene haben zudem die Möglichkeit, ein Hörgerät oder ein Rauschgerät einzusetzen, um besonders in einer stillen Umgebung eine Konzentration auf den Tinnitus zu vermeiden. Moderne Hörgeräte bieten neben der Möglichkeit, den Tinnitus zu übertönen, auch weitere Hilfsmittel, um mit Hörproblemen zurechtzukommen.
Psychotherapeutische Gespräche und Beratung sind ebenfalls Teile der Behandlung von Ohrgeräuschen. Da die ständige Ablenkung und Stimulation des Gehörs das Gehirn kaum zur Ruhe kommen lassen – wodurch Stress bei Betroffenen erheblich ansteigt – bedarf es auch in diesem Bereich einer Behandlung.
Therapie des objektiven Ohrensausens
Der Arzt behandelt bei objektivem Ohrensausen direkt die Ursache. So therapiert der Mediziner zum Beispiel eine Gefässverengung operativ oder verordnet muskelentspannende Medikamente bei krankhaften Verspannungen. Ist der Auslöser des Ohrgeräusches erfolgreich behandelt, besteht eine realistische Chance auf Heilung des Tinnitus.