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Sie war das einzige in seinem Leben, das er nicht verkorkst hatte. Sicher, gelegentlich hatte er auch bei ihr Mist gebaut, aber nie auf unverzeihbare Art und Weise. Er hatte sich bei ihr niemals schuldig gefühlt, weil sie ihn liebte. Er hatte sich nie als unwürdig empfunden, eher als Glückspilz. Vielleicht war er ein schlechter Mensch gewesen, ein schlechter Mann, und ganz sicher ein schlechter Ehemann, aber kein schlechter Vater.
(Seite 362)
Informationen
ISBN: 3-404-16775-9
Originaltitel: The Innocent Bone
Verlag: Bastei-Lübbe Taschenbücher
Altersempfehlung: Ab 18
Format: Taschenbuch
Genre: Thriller
Seitenzahl: 608 Seiten
Jahr: 2012
Preis: sFr. 14.90
Kaufmotivation / Allgemeines
Ich bin ein grosser Fan von Cody McFadyen, seit ich sein erstes Buch der „Smoky Barrett“-Reihe gelesen habe. Ich habe alle Teile dieser Thrillerserie nacheinander verschlungen und war sehr enttäuscht, als dann plötzlich kein weiterer Roman aus der Serie veröffentlicht wurde, sondern ein eigenständiger Roman, um Smoky Barrett eine Babypause zu gönnen. Nun, da ich alle Bücher von Cody McFadyen absolut toll gefunden habe, war ich auf „Der Menschenmacher“ sehr gespannt…
Handlung und Charakteren
David, Allison und Charlie wurden, als sie noch Kinder waren, von einem Mann adoptiert, den sie „Dad“ nennen müssen. Die drei Kinder haben nur sich selbst und sind tagtäglich den Launen und Stimmungsschwankungen von „Dad“ ausgesetzt. Sie werden vorzu mit Schmerzen bestraft und einzeln für Tage in einen dunkeln Keller eingesperrt. Als es immer schlimmer wird, wird den dreien klar, dass es keinen anderen Ausweg gibt, als Dad zu töten.
Gegenwart:
Alle drei leben ein total verschiedenes Leben, aber alle leben mit den Einflüssen der Vergangenheit. Allison arbeitete beim FBI um Psychopathen zu jagen, sie trinkt zu viel und hat sich von ihren beiden Brüdern abgewandt. Charlie und David hingegen stehen noch in Kontakt und versuchen auf ihre Art die Welt etwas besser zu machen. Während Charlie sich an niemanden bindet, hat David eine Tochter, ist Schriftsteller und hat die gemeinnützige Stiftung »Innocence Foundation« ins Leben gerufen. Doch plötzlich passieren wieder furchtbare Dinge und die drei fühlen sich wie zurückversetzt. Wie kann das alles passieren, wenn „Dad“ nicht mehr ist? Zu dritt stellen sie sich der Gegenwart – und somit erneut der Vergangenheit…
Meine Meinung
Brutalität hat einen neuen Namen. Denn obwohl dieses Buch das – bis auf das Finale – am wenigsten blutige Werk von Cody McFadyen ist, muss ich mir nicht zweimal überlegen, ob es das brutalste von ihm ist. Die Ereignisse und deren Erzählungen sind teilweise so unmenschlich und brutal, dass ich mich beim Lesen schon beschmutzt gefühlt habe. Ich lese viele Thriller, die meisten davon auch blutige Psychothriller, doch dieses Buch habe ich als eines der bisher brutalsten empfunden. Immer wenn man denkt, schlimmer kann es nicht mehr werden, kommt es schlimmer. Man lernt die Charakteren Allison, Charlie und David so gut kennen und sie wachsen einem richtig ans Herz und dann leidet man richtig mit ihnen mit.
Das Buch beginnt so schön, wie David aufwachst, bei seiner liebenden Mutter; sie haben kein Geld, aber sie waren glücklich. Das mag jetzt sehr klischeehaft klingen, aber es bringt einem die Figuren näher. Ich hatte immerzu das Gefühl, dass Cody McFadyen David sehr am Herzen liegt, welcher ebenfalls Schriftsteller ist. Zufall? Ich denke nein. David wurde am meisten von den dreien umschrieben, ohne aber dass er in den Mittelpunkt gerückt wurde. Mein Lieblingscharakter war jedoch Charlie. Charlie empfand ich von allen am authentischsten und obwohl er so stark und mutig ist, ist er liebevoll und sensibel.
Etwas gekünstelt wirken gewisse Ausführungen zum Schluss. Da hätte man ruhig einpaar Seiten aussparen können. Sollte man zuvor keine Kenntnisse zu Friedrich Nietzsche und dessen Thesen zum „Übermenschen“ haben, wird sich das dann mit diesem Roman ändern, denn ausführlichst werden diese immer wieder beschrieben.
Auch wenn das alles vielleicht nicht nach einem guten Buch klingt, ist das falsch, denn das Buch hat mich sofort mitgerissen und ich war an keiner Seite gelangweilt. Die Spannung war stets da und es gab keine wirklichen Hochs und Tiefs.
Fazit
Ein zwar sehr brutales, aber berauschendes Werk, welches man ab der ersten Seite nicht mehr weglegen will. Auch wenn die Geschichte an ein oder zwei Stellen etwas klischeehaft wirken könnte, ist es vielleicht keine neue Geschichte, aber auf jeden Fall auf eine neue Weise erzählt. Alle Personen in diesem Buch werden sehr authentisch geschildert und man ist von Anfang an mittendrin. Für alle mit starken Nerven, welche gerne Psychothriller lesen, sehr zu empfehlen.
Wertung
Cover/Gestaltung: 2.5/5
Schreibstil: 5/5
Charaktere: 5/5
Spannung: 5/5
Überraschungseffekte: 4/5
Tiefgang: 4/5
Lesetempo: 5/5
Punkte gesamt: 30.5/35
Gesamtwertung
(4.5 Sterne)