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Metallica rollen die „Master Of Puppets“-Geschichte nochmal auf und veröffentlichen am 13. September das Buch „Metallica: Back To The Front“, in dem sie die Geschichte ihres Meilensteins „Master Of Puppets“ inklusive der nachfolgenden Tour beleuchten…
Mike Rowe macht beim Discovery Channel die Handwerker-Serie „Dirty Jobs“ und kümmert sich nebenbei eine Stiftung. Auch über diese wollte James Hetfield in einem Cafe mit dem Moderator sprechen. Rowe, der sich nach eigener Aussage „sehr gut an Namen und Gesichter“ erinnern kann, kam mit Hetfield ins Gespräch – und erkannte den Musiker zunächst nicht. Was dann passierte, ist reinste Situationskomik.
Irgendwie kam Rowe einfach nicht darauf, mit wem er es da zu tun hatte. Er erkannte den Sänger nicht, verortete ihn zunächst in einer „lokalen Band“ und verwechselte ihn, nachdem klar war, dass er mit einem Metallica-Mitglied sprach, mit Lars Ulrich. Rowe hat jetzt auf seinem persönlichen Blog einen offenen Entschuldigungsbrief an James Hetfield und seine ebenfalls anwesende Nichte Sohpia veröffentlicht, in dem u.a. das kurze Gespräch als Gedächtnisprotokoll zusammengefasst ist. Dieses liest sich so:
Draussen, später morgen. Ein grosser Mann mit vielen Tattoos und einer dunklen Sonnenbrille kommt über die Strasse zu dem Tisch, an dem Mike Rowe al fresco isst und Mimosas trinkt.
Grosser, tätowierter Mann: „Entschuldigen Sie, Sie sind Mike Rowe, richtig?“
Mike Rowe: „Der bin ich.“
Grosser, tätowierter Mann: „Ich wollte Ihnen nur sagen, ich mag ihre Shows und ich finde es toll, was sie für das Handwerk tun.“
Mike Rowe, nachdem er seinen bellenden Hund beruhigt hat: „Entschuldigung. Seid ihr von hier?“
Grosser, tätowierter Mann: „Ich lebe hier und Sophia kommt aus Argentinien.“
Mike Rowe: „Das ist toll, aus welchem Teil?“
Sophia: „Buenos Aires“
Mike Rowe: „Da war ich vor ein paar Jahren. Wunderschöne Stadt.“
Sophia: „Ja, das stimmt.“
Mike Rowe: „Also, was macht ihr hier?“
Grosser, tätowierter Mann: „Ich spiele in einer lokalen Band.“
Grosser, tätowierter Mann: „Rock’n’Roll“
Mike Rowe: „Super! Wie nennt ihr euch?“
Grosser, tätowierter Mann: „Metallica!“
Mike Rowe: „Oh mein Gott! Natürlich! Sie sind Lars Ulrich. Entschuldigen Sie. Ich hab gehört, dass sie hier in der Gegend wohnen. Was für ein Vergnügen sie zu treffen!“
Grosser, tätowierter Mann: „Eigentlich heisse ich James. James Hetfield!“
Heavy Metal Legende James Hetfield hat angekündigt, dass er Metallica verlässt, um eine neue Karriere in Nashville zu starten. Er ist seit über 30 Jahren Mitglied von Metallica und hat mit dieser Band so ziemlich alles im Musikbusiness geschafft. Nun sei es an der Zeit, neue Wege einzuschlagen. Fans sind schockiert, eine Quelle nahe der Band erklärte, dass dieser Schritt schon lange Zeit in Vorbereitung war.
*Es ist Zeit für mich zu gehen und sich wieder auf meine ländlichen Wurzeln zu konzentrieren“ so das Statement von Hetfield. Sein Debüt-Album wird bereits im Juni veröffentlicht und seinen ersten Auftritt wird er am Grand Ole Opry im Juli haben. Hetfield wurde vor kurzem in Blue Jeans und Cowboy-Stiefel von Paparazzi in Los Angeles beim Einkaufen gesehen. In einem Interview über seine Entscheidung, die Band zu verlassen, sagt Hetfield, dass er in „seinem Herzen“ schon während „vier oder fünf Metallica Aufnahmen“ ein Country-Sänger ist. Hier meint er offensichtlich die weniger heavy-lastigen Alben von Metallica, wo Hetfields Gesangsdarbietungen bereits stark an modernen Country erinnern.
„Hetfield Road“ wurde im letzten Herbst aufgenommen und wurde seitdem irgendwie vor den Fans geheim gehalten. Man erwartet, dass dieses Debüt-Album ein grosser kommerzieller Erfolg wird, da das Album auch Gastauftritte von Garth Brooks, Trisha Yearwood, Phil Anselmo und Eminem enthält. Laut einer Pressemitteilung wird das Album zusammen mit einer Packung Zigaretten und einer Flasche Whisky verkauft. Fans können auch eine „VIP – Edition“ erstehen, welche 100% authentische Tränen von Hetfield enthält, welche geflossen sind, während er seine neue Single „My wife left me and my dog died“ aufgenommen hat.
(via Heavier Metal)
Yeah!!!
Metallicas Show beim „Rock In Rio“ Festival vom 19. September könnt ihr euch nun in voller Länge als Video-Mitschnitt anschauen. Folgende Songs spielten James Hetfield und Co. in Brasilien:
- Fuel
- For Whom The Bell Tolls
- Battery
- King Nothing
- Ride The Lightning
- The Unforgiven
- Cyanide
- Wherever I May Roam
- Sad But True
- Turn The Page
- The Frayed Ends Of Sanity
- One
- Master of Puppets
- Fade To Black
- Seek And Destroy
- Whiskey In the Jar
- Nothing Else Matters
- Enter Sandman
Zugabe:
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Fehlt nur noch das Bild zu James Headbitch…
Metallica-Fronter James Hetfield „bewirbt“ sich in folgendem Video als Zombie-Darsteller für das Videospiel „Call Of Duty: Black Ops 3“. Manche mögen sagen, dass Hetfield und Metallica schon vor langer Zeit gestorben sind… – ob Hetfield einen guten Untoten abgeben würde, könnt ihr im Anschluss selbst beurteilen…
Jimmy Two Hands, ein Musiker und Cartoonist aus Chicago, bringt Garfield in die dunkle Welt des Heavy Metal. In „Hetfield„, einer Parodie des klassischen Comics von Jim Davis, hat er Garfield mit einer Katzen Version von James Hetfield, dem Lead-Sänger und Mitbegründer der Band Metallica ersetzt. Und so tritt Hetfield
Odie Kirk, beleidigt Jon Lars und vernichtet Lasagne während er entsprechende Texte aus Metallica^s Platten zitiert. Hetfield ist die ideale Mixtur aus montagsmisstrauischer Rabauken-Mentalität mit Vorliebe für italienische Teiggerichte und – Garfield.
Da unsere Sammlung von Metal-Musiker-Jahrbuch Bildern so verdammt beliebt ist, dachten wir, wir gehen noch ein wenig weiter zurück in die Vergangenheit von einigen der grössten Stars der extremen Musik:
Gesichter von Gitarristen beim Solo sehen aus, als ob sie gerade realisieren, eine riesige Schnecke in Händen zu halten
Sehr schöne Bilderserie, hier fürs erste einmal zwei Exemplare, nach dem Klick gibts noch einige mehr…
Im August 1991 beehrte die Elite der harten Gitarrenklänge Basel im Rahmen des „Monsters of Rock“ und der Name wurde für 50’000 Metal-Jünger zum Programm! Metallica fegten damals mit (heute verbotenen) 110 Dezibel durchs Joggeli, so dass der Hauptact AC/DC trotz wild umher hampelnden Angus Young und einer grossartigen Show wie ein laues Lüftchen wirkten. Legenden besagen, dass Metallica noch im 20 Kilometer entfernten Rodersdorf zu hören waren. Nach über 20 Jahren kehrten Metallica am Freitag nach Basel in den ausverkauften Basler St. Jakob-Park zurück und versetzten 40’000 Fans in Euphorie – und beschwor einen dramatischen Wetterwechsel herauf. So begann die Show bei strahlendem Sonnenschein und endete im wahrsten Sinn des Wortes in einem kleinen Sturm. Die Zuschauer schien das Gewitter jedoch nicht im Geringsten zu stören, im Gegenteil: Es war, als setzten sie Blitz und Donner noch mehr unter Strom!
Nach der absoluten Schlammschlacht am Sonisphere 2010 in Jonschwil, dem organisatorischen Chaos, dass schlussendlich den Veranstalter in den Konkurs trieb am Sonisphere 2011, ebenfalls im Basler Joggeli, und dem Sonisphere 2012 in Yverdon-les-Bains, endlich einem rundum gelungenen Anlass mit Metallica, Motörhead und Slayer, fand letzten Freitag also das Sonisphere 2014 im Basler FCB St. Jakobs Park, mit Kvelertak, Airbourne, Alice in Chains und Metallica statt. Metallica im Sankt Jakob, das ist ein Anlass mit Geschichte. Das letzte Mal trat das amerikanische Quartett im Jahre 1993 hier auf, die Tour nach dem sogenannten schwarzen Album, das die Band von der Spitze der Heavy-Metal-Szene in die Riege der Stadionbands katapultierte und dort halten sie sich seither hartnäckig – trotz schwacher Alben, Besetzungswechseln, Alkoholproblemen und einem Dokfilm, der die Band mit einem Therapeuten beim Sezieren der eigenen Psyche zeigte. Nachdem Schwarzen Album war für mich persönlich Metallica tot und ausverkauft und die Napster-Affäre bestätigte mich in diesem Denken. Doch es gab nichts, was die Band-Fan-Beziehung nachhaltig beschädigen konnte und auch ich konnte den Herren verzeihen und kam mit St. Anger wieder auf den Geschmack.
Im Publikum dominierte am Freitag ganz klar Schwarz, wie es sich für ein Metal(lica)-Konzert auch gehört. Doch schnell wurde klar, hier ist auch viel Mainstream unterwegs: Besucher mit karierten Hemden und beigen Shorts, Menschen mit Föhnfrisuren und Damen und Herren in Deutschlandtrikots – was gar nicht geht an einem Metal-Konzert. Sei’s drum, Hauptsache die Technik stimmt und hier wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt und dass so richtig: Die Bühne ist 110 Tonnen schwer, rund 14 Kilometer Kabel wurden verlegt, 1200 Menschen sind am Tourtag im Einsatz und 55 40-Tonnen LKW’s karrten das Material heran. Zwei Kranwagen à 60 Tonnen und sieben Gabelstapler waren im Dauereinsatz, 312 Meter Traversen wurden montiert und elf Nightliner brachten Musiker und Crew an den Ort des Geschehens. Wie konnte eine Band, die derart harte Musik spielt, zu einer der grössten Rockbands überhaupt werden? Nur so zum Vergleich: Slayer und Anthrax, die seit den Achtzigerjahren zusammen mit Megadeth und Metallica die „Big Four“ des Thrash Metal bilden, traten vor einem Monat gemeinsam im Z7 in Pratteln vor 1500 Leuten auf. Im Gegensatz zu ihren Weggefährten schrieben Metallica schon früh auch melodiöse und balladeske Stücke, doch das allein kann nicht erklären, wieso Zehntausende an Metallica Konzerte strömen. Dafür muss es noch einen anderen Grund geben und der heisst James Hetfield. Er gehört zu den wenigen Frontmännern, die mit ihrer Aura ein Stadion füllen können. Breitbeinig steht er da, präsent und lässt mit kumpelhafter Autorität keine Zweifel aufkommen, wer hier das Sagen hat.
Die Vorbands Kvelertak, Airbourne und Alice in Chains konnten sich noch so ins Zeug legen: Die Metal-Könige waren in der Stadt und liessen alles andere verblassen! Bis Metallica war der Sound im kompletten Stadion völlige Grütze und wurde den Bands nicht gerecht. Schade! Doch als Metallica dann nach kurzer Umbauphase loslegten war der Sound äusserst fett! Bereits das altbewährte Intro von „The Good, the Bad und the Ugly“ brachte die Meute mehr zum Toben, als jeder bis zu diesem Zeitpunkt dargebotene Song. Die grosse Stadion-Uhr war mit einem schwarzen Tuch verhängt und von der Bühne her erschallte der Hochgeschwindigkeitsangriff „Battery“ aus dem Jahre 1986. Es schien, als wollten Metallica die Zeit anhalten. Spätestens beim nahtlos angehängten „Master of Puppets“ aus dem gleichen Jahr klangen Metallica deutlich besser als noch vor sechs Jahren in Jonschwil. Die Hände gingen bis in die hintersten Reihen hoch und die Band holzte weiter ein Brett nach dem anderen raus. Seit zehn Jahren „neu dabei“ ist Bassist Robert Trujillo, der sich sofort seinen Platz im dichten Frequenzspektrum der Band erkämpft hatte und das metallische Grollen seines Fünfsaiters blieb selbst dann hörbar, wenn Hetfield und Lead-Gitarrist Kirk Hammett schwere Riffs pumpten, wie etwa im erbarmungslosen „Ride the Lightning“.
Hungrig fieberte die Menge den Titeln entgegen, die im Vorfeld via Online-Voting gewählt werden konnten. „Metallica by Request“ lautet das Motto der aktuellen Tour, was bedeutet, dass die Setlist im Vorfeld eines jeden Gigs durch Stimmabgabe der Fans über das Internet festgelegt und veröffentlicht wird. Dienst am zahlenden Kunden, denn wer derartige Massen vor sich hat, darf sich keine künstlerische Freiheit herausnehmen, sondern hat für Unterhaltung zu sorgen. Der Fan will Hits hören, denn dafür gibt er Geld aus und nimmt für die Anreise völlig überfüllte Extrazüge, in denen es viel zu wenig Toiletten gibt, in Kauf. Doch leider wurde nicht die gesamte Setlist per Online Voting bestimmt: Während des Konzerts wurde das Publikum wiederholt aufgefordert zwischen drei noch offenen Songs via SMS abzustimmen. Selbstverständlich für 80 Rappen pro Stimmabgabe, was die Veranstaltung zeitweise in eine richtig schmierige Verkaufsshow abdriften liess.
Somit bewegte sich der Auftritt von Metallica zwischen einem routiniertem Konzert und einer absolut grenzwertigen Verkaufsshow. Ein Wunder konnte man nicht noch an einem SMS Gewinnspiel teilnehmen, mit dümmlichen Fragen im Stile moderner TV-Shows. Diese überflüssige Zuschauerinteraktion zum Voting nervte ungemein, so richteten sich bereits vor dem eigentlichen Gig die Bandmitglieder via Videoeinspieler an die Fans, um sie zum „Voten“ aufzufordern. Doch dem nicht genug, so liess es sich James Hetfield nicht nehmen, sogar während des Auftritts immer wieder auf diese Votingmöglichkeit hinzuweisen, wobei er immer wieder mittels eines schicken Balkendiagramms den sehr knappen Zwischenstand präsentierte und die Fans aufforderte, ihr „Bestes zu geben“ – gemeint war wohl: Ihr Geld. Und auch wenn Metallica in Basel satt spielten, so dürfte nicht jeder Fan wunschlos glücklich geworden sein bei diesem Wunschkonzert. Angesichts der anbiedernden Ausverkaufsshow wünschte man sich die böse Truppe aus den Zeiten vor dem schwarzen Album zurück, die hatte immerhin eine tiefschwarze Seele.
Abgesehen von diesen störenden Unterbrechungen zeigten sich Metallica im Rahmen der zweieinhalbstündigen Show gewohnt routiniert. Untermalt von gelungenen Visuals und Video-Clips, die über die LED-Wand liefen, ballerte die Band aus der kalifornischen Bay Area die Wunsch-Setliste nahezu fehlerfrei bis ins letzte Eck des Stadions. Metallica spielten, was sich das Publikum wünschte und lieferten solide Arbeit ohne Getue. Die vier Jungs aus San Francisco spielten die 16 meistgefragten Songs und lieferten so „Metallica auf Bestellung“. Der Klang war überragend, setzen doch insbesondere die Stücke aus den frühen Jahren vorrangig auf überwältigende Soundwände. Über die gesamte Breite der Bühne hing eine mehr als 360 Quadratmeter grosse LED-Wand, auf der nicht nur Aufnahmen der Musiker aus vier verschiedenen Kameraperspektiven zu sehen waren, da marschierten Soldaten und Skelette auf, es tropfte Blut und es wurde einem eine perfekt abgestimmte Inszenierung geboten. Die Lightshow war atemberaubend, zeichnete aberwitzige Muster auf die Ränge, zersägte die Bühne mit grellen Laserstrahlen und verwandelte die Menschenmenge in ein blutrotes Meer, aus dem lediglich James Hetfield weiss herausragte. Er suchte immer wieder den Kontakt zu den Fans, dazwischen sein dreckiges Lachen – auch wenn das etwas zu einstudiert rüberkam, der Meister liess die Puppen tanzen und immer wieder ging es von der 56 Meter breiten Bühne aus auf den Laufsteg in die Massen.
Als Metallica den einzigen neuen Song des Abends spielten, ging es los: Im Schutze der Dunkelheit hatte sich eine Gewitterfront übers Joggeli geschoben, welche nun die Schleusen öffnete. Die Erstaufführung des Songs, der möglicherweise auf dem neuen Album erscheinen wird, fiel somit komplett ins Wasser. Dabei ist „Lords Of Summer“ nicht mal sooo übel. Mit Galopp-Rhythmus und den Wechseln ins schwere Halftime befinden sich Metallica zwar nahe dem Eigen-Plagiat. Egal, Zeit, um Biernachschub zu holen, für dessen Gewährleistung im Laufe der Woche einige Anstrengungen unternommen wurden. Drei Sattelschlepper mit insgesamt 400 Paletten Flüssigkeit standen im Stadion bereit. Fünf Kühlwagen und weitere fünf Kühlzellen kühlten die Getränke auf fünf Grad, zu den bestehenden Ständen im Stadion wurden zusätzliche 50 Durchlaufkühler – wie die mobilen Stände im Fachjargon heissen – installiert. Zudem entbehrte es nicht einer gewissen Ironie, dass sich ausgerechnet nach diesem Schlachtruf für den Sommer ein Regenschauer vom Himmel ergoss. Immerhin wusste Hetfield den plötzlichen Wetterumschwung zu nutzen und stellt sich für die Gesamtdauer von „Sad but True“ auf die Rampe in den strömenden Regen. Das ist Solidarität zu den Fans, welche die eingängigen Strophen des wuchtigen Shuffles aus voller Kehle mitsangen. Und es stand nicht nur Hetfield, sondern auch Gitarrist Kirk Hammet und Bassist Robert Trujillo regelmässig auf dem Steg und liessen die Fans nicht alleine im Regen stehen, sondern standen mit ihnen im Regen und gaben dermassen Gas, dass selbst die Blitze, die über dem St. Jakob Park zuckten, zum Teil der Inszenierung wurden.
Während ihres Auftrittes unterstrichen Metallica immer wieder ihre Nähe zu den Fans, die sie als Teil der „Metallica-Family“ bzw. fünftes Bandmitglied betrachten. Dies wurde auch dadurch zum Ausdruck gebracht, dass einige Fans während der gesamten Show am Bühnenrand stehen durften. Irgendwie fehlt mir das Rotzige, alles „Love, Peace and Happiness“, der Frontmann wirkt gezähmt. Es lässt sich nicht verleugnen, dass da ein anderer Mann auf der Bühne steht als vor zwei Jahrzehnten. Ging von ihm damals eine eher bedrohliche, dunkle Aura aus, so wirkt Hetfield jetzt kumpelhaft. Ansatzweise so oft wie er in den Songs „Die!“ oder „Kill!“ schreit – und das ist beileibe nicht gerade selten, so oft verkündet Hetfield in seinen Ansagen „Metallica loves you, Basel“. Es fällt mir schwer, darin keinen Widerspruch zu sehen. Da kann sich Hetfield noch so lange demonstrativ in den Regen stellen. Blitze zuckten während des gesamten Auftritts über den Himmel und Hetfield, Hammet und vorallem Trujillo prügeln unbeirrt auf ihre Instrumente ein. Darum heisst dieses Genre Thrash Metal. Thrash mit H. Nicht Trash, denn das ist kein Müll sondern ein Shredder, der den ganzen Müll, der einem das Leben versaut, zerkleinert und zermalmt, bis nur noch ein Gefühl von Taubheit und Erlösung übrigbleibt. Guter Thrash Metal wirkt wie Meditation, oder so ähnlich…
Erst gegen Ende kam „Nothing else Matters“ und gleich hinterher „Enter Sandman“. Das Publikum wurde nie abgehängt und zu diesen Songs hing es sich noch mal voll rein. Hetfield hätte sich das „Sing it!“ vor dem Refrain sparen können, die Metallica-Meute machte von sich aus mit und das mit einem Enthusiasmus, den selbst das endorphin-gewöhnte FCB-Stadion nur selten erlebt. „St. Anger“ eröffnete die Zugaben, ein vergleichsweise neues Stück, dass wohl zu den härteren der Bandgeschichte zählt. Anschliessend spielten die Herren den per SMS gewählten Song, in Basel entschied sich das Publikum für „Orion“ bis dann „Seek & Destroy“ losgelassen wurde. Noch einmal blitzte es heftig am Himmel, dann verabschiedete sich die Band. Das letzte Stück spielten Metallica kurz nach elf, während im Stadion schon jede verfügbare Lampe brannte. Das lag wahrscheinlich nicht daran, dass man den Musikern ihr pflotschnasses Publikum zeigen wollte, sondern am Umstand, dass in Basel die Sperrstunde auch für Rockgötter gilt.
Alles in Allem bleibt festzuhalten: Metallica halt. Zweieinhalb Stunden Weltklasse. Die vier Ausnahmemusiker sind nach mittlerweile mehr als 30 Jahren Bühnenpräsenz nicht nur technisch unschlagbar, sondern schienen in Basel einen echt guten Tag zu haben. Zumindest vermittelten sie den Eindruck, dass sie Bock auf jeden Song hatten, den sie spielten. Und wie sie diese spielten: Hetfield wechselte seine Gitarren öfter, als andere Leute ihre Unterhosen in der Woche. Hinzu kam ein einfach überragender Sound, wuchtig, schneidend, glasklar, absolut rein bei den Balladen, welche die Band geschickt zwischen die thrashigen Songs mischte und so mal die Luft raus nahm, um sofort wieder Gas zu geben. Dass die Fans die Songauswahl jeden Abend der „By Request“-Tour neu bestimmen dürfen, ist schliesslich auch nicht viel mehr als ein Werbegag. Schliesslich setzt sich bei diesem Online-Voting stets der Massengeschmack gegenüber den Insider-Wünschen durch. Angesichts der Abstimmungsergebnisse titelte ein grosses deutsches Metal-Magazin unlängst „Ihr Langweiler!“ und meinte damit die Fans. Man darf jedoch gespannt sein, was sich die Marketingabteilung der Band um James Hetfield noch alles einfallen lässt. Nachdem Metallica vor kurzem bereits medienwirksam einen Gig in der Antarktis spielten (Antarctica), scheint im Sinne der Vermarktung alles möglich zu sein. Hier einige Vorschläge: „Titanica – Drown’em all“ oder „Desertica – Meet the Sandman“. Es darf gevoted werden.
Setlist:
- Battery
- Master of Puppets
- Welcome home (Sanitarium)
- Ride the Lightning
- The Unforgiven
- Creeping Death
- Lords of Summer
- Sad but true
- Fade to Black
- …And Justice for all
- One
- For whom the Bell tolls
- Whiskey in the Jar
- Nothing else matters
- Enter Sandman
- St. Anger
- Orion
- Seek & Destroy
Zugabe:
Mit James Hetfield, Ron McGovney, Dave Mustaine und Lars Ulrich… Und wer ist der Meinung, dass Dave einen Haarschnitt braucht?
Tja, wir werden alle nicht jünger… und so geht es auch James Hetfield, wie das folgende Mashup Bild verdeutlicht…
Jetzt weiss ich auch warum Dave Mustaine bei Metallica rausgeschmissen wurde… Dave scheint mit dieser Pose nicht ganz glücklich gewesen zu sein