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Ein datensammelkritischer Politiker hat einen entsprechenden Gesetzesvorschlag eingereicht. Das Überraschende: Er könnte sogar Chancen haben.
Wenn man ein Rechenzentrum sabotieren möchte, ist es das sicherste, ihm den Strom abzuklemmen. Wenn es allerdings auf Wasserkühlung ausgelegt ist, kann man mit Abdrehen der Wasserzufuhr fast ebensoviel erreichen. Der für seine Datensammelwut berüchtigte US-Geheimdienst NSA hat vor rund einem Jahr in der Nähe des Städtchens Bluffdale im Staate Utah ein riesiges Rechenzentrum (Foto) eröffnet
. Hauptgrund für die Standortwahl waren tiefe Preise für Strom und Wasser. Wenn es voll ausgebaut ist, wird das Rechenzentrum laut Schätzungen rund vier Millionen Liter Wasser pro Tag brauchen, um die Server zu kühlen.
Ein NSA-kritischer Politiker, der Republikaner Marc Roberts, hat nun einen Gesetzesvorschlag eingereicht, der bewirken würde, dass das RZ in einigen Jahren kein Wasser mehr erhält, wie die 'Salt Lake Tribune' berichtet
. Konkret soll es das Gesetz Gemeinden verbieten, die Sammlung von Daten durch die Bundesregierung und Geheimdienste in irgendeiner Weise materiell zu unterstützen. Die Gemeinde Bluffdale hat laut der 'Tribune' 3,5 Millionen Dollar Kredit aufgenommen, um den Bau von Wasserleitungen zum NSA-RZ zu bezahlen. Ausserdem soll die Gemeinde das Wasser billiger liefern als in den Gemeindestatuten vorgesehen. Im Gegenzug hofft Bluffdale, langfristig finanziell zu profitieren.
Letzte Woche wurde der Vorschlag in einem Kommitee des Repräsentantenhauses von Utah besprochen. Laut dem 'Tribune' -Reporter Nate Carlisle hätte das Kommitee dem Vorschlag mit einer grundsätzlichen Ablehnung beerdigen können, tat das aber nicht. Stattdessen habe man den Vorschlag ernsthaft diskutiert. Roberts sei lediglich gebeten worden, die Formulierung zu verbessern, um klarer zu definieren, wer betroffen wäre. Zudem haben sich gemäss dem Bericht auch weitere Kommiteemitglieder kritisch über das NSA-Rechenzentrum und dessen mögliche Unterstützung durch Steuergelder geäussert.
Der Gesetzesvorschlag soll nächstes Jahr im Parlament von Utah beraten werden. Wenn er durchkäme, würde das NSA-RZ nach dem Ablaufen der bestehenden Verträge im Jahr 2021 kein Wasser mehr erhalten. Laut 'Wired.com'
gab es in Utah schon öfter Auseinandersetzungen zwischen der lokalen Regierung und Bundesbehörden. Einer solchen Behörde das Wasser abzustellen, sei aber noch nie vorgeschlagen worden. (hjm)
(Foto: Electronic Frontier Foundation)