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Michael Ronner Experte für Technik & Hörakustik
Die Freifeldmessung ist eine Hörleistung-Messung, welche über grosse Lautsprecher stattfindet. Sie wird mit und ohne Hörsysteme durchgeführt, um einen Vergleich der Hörgeräteversorgung und dessen Gewinn, sowie Nutzen nachzuweisen.
Bei der Freifeldmessung werden im Abstand von etwa einem Meter, Soundbeispiele ab Freifeldboxen mit einer Sprachlautstärke von 65 Dezibel abgespielt. Im Gegensatz zu Hörtests über den Kopfhörer, misst man mit diesem Verfahren das Sprachverständnis in normaler Umgebung.
Inhaltsverzeichnis
Wie funktioniert eine Freifeldmessung?
Bei der Freifeldmessung gilt ein bestimmter Aufbau der Freifeldboxen und der Kundenplatzierung. Der Kunde soll in 1 Meter Entfernung zum Lautsprecher oder zu den Lautsprechern platziert sein. In der Schweiz misst der Hörakustiker mindestens mit einem Front-Lautsprecher, welcher direkt auf den Kunden gerichtet ist. In Deutschland z.B. ist es üblich, dass mindestens ein Front- und ein Lautsprecher im Rücken installiert sind. Je nach Ausstattung des Hörakustikers kommen noch einige Boxen für einen Rundum-Sound hinzu. Diese werden jedoch nicht in der typischen Freifeldmessung genutzt. Der Frontlausprecher sendet Audiosignale wie Töne oder Sprache, über den Rückraumlautsprecher werden Störgeräusche abgespielt um z.B. eine Hörsituation mit Nebengeräuschen in einem Restaurant zu simulieren.
Was wird in der Freifeldmessung ermittelt?
In der Freifeldmessung wird das Verstehen von Wörtern (Einsilber oder Mehrsilber) gemessen. Es kann indes auch mit Tönen gemessen werden. Gerade bei Kindern welche noch keinen fortgeschrittenen Wortschatz haben oder Migranten, welche einen geringen deutschen Wortschatz aufweisen, misst man häufig Töne in aufsteigender Lautstärke.
Diese Messung findet zuerst ohne Hörsysteme fest, um später sagen zu können, welche Verbesserung in Prozenten die Hörsysteme liefern. Gemessen wird bei einer Lautstärke von 65dB (Einheit Dezibel), was einer normalen Sprachlautstärke im Durchschnitt entspricht und mit der Box frontal vor dem Kunden. Als nächstes wird die selbe Messung mit Hörsystemen durchgeführt. Hier sollte man nun eine Verbesserung, respektive einen Gewinn ausweisen. Je nach Hörverlust des Kunden kann eine weitere Messung mit höherer Lautstärke folgen. Zum Schluss kommt die zweite Box zum Einsatz, die direkt hinter dem Kunden stehen sollte. Diese spielt ein ständiges Rauschen ab, welches im Gespräch den störenden Lärm imitieren soll. Der Kunde muss nun mit Hilfe der Hörsysteme, die Wörter, welche von vorn abgespielt werden verstehen und wiederholen ohne sich allzu sehr vom Hintergrundrauschen stören zu lassen.
Wozu dient die Freifeldmessung?
Wozu werden nun diese Freifeldmessungen gemacht? Sie helfen dem Hörgeräteakustiker dabei das Hörsystem optimal für den Kunden einzustellen. Mit ihrer Hilfe kann gezeigt werden, ob der Kunde ausreichend gut versteht oder gar noch mehr verstehen könnte. Sie zeigen jedoch auch Grenzen auf, sollte der Hörverlust zu gross sein.