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(23.03.2022) In der Schweiz ist auf dem Weg zur beruflichen Gleichstellung von Frauen und Männern noch einiges zu tun. Das Land belegt im "Women in Work Index" der Wirtschaftsberatung PwC, der die Unterschiede zwischen den Geschlechtern in den 33 Ländern der OECD analysiert, den 14. Platz.
Die COVID-19-Krise hat die Fortschritte bei der Gleichstellung zwischen den Geschlechtern in der Berufswelt erheblich verlangsamt. Aufgrund der Pandemie sind in den Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) 5,1 Millionen Frauen arbeitslos geworden. Das ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass sich die Frauen um die Betreuung der Kinder kümmerten, als die Schulen und Betreuungseinrichtungen geschlossen waren.
In der Schweiz hängt der Beschäftigungsgrad stark vom Geschlecht ab. Während 89% der Männer einen Vollzeitjob haben, arbeiten nur 56% der Frauen 100%, womit die Schweiz von allen OECD-Ländern den vorletzten Platz belegt. Jedoch gehen hierzulande 80% der Frauen einer Erwerbstätigkeit nach (3. Platz).
Bei den Führungspositionen im Top-Management liegt der Frauenanteil in der Wirtschaft nur bei 26%. Diese Ungleichheit spiegelt sich auch in den Löhnen wider. Der "Gender Pay Gap" beläuft sich in der Schweiz auf 17%, im Durchschnitt der OECD-Länder hingegen auf 14%. Ohne diesen Unterschied würden die Schweizerinnen pro Jahr CHF 23 Milliarden mehr verdienen. Wenn die Entwicklung im selben Tempo vorangeht wie in der OECD, wird es 63 Jahre dauern, bis diese Lücke geschlossen ist.
Mehr berufliche Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen dürfte der gesamten Wirtschaft zugutekommen. Mit einem ähnlich hohen Beschäftigungsgrad der Frauen wie in Schweden könnte die Schweiz ihr Bruttoinlandprodukt (BIP) um CHF 33 Milliarden, also um 6%, erhöhen. Dafür muss die Arbeitswelt den Frauen, die das wollen, mehr Flexibilität bieten.
Letzte Änderung 23.03.2022