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Bob Marley tourte erstmals anlässlich der «Babylon by Bus»-Tour, Link öffnet in einem neuen Fenster 1979 durch Japan und spielte da eine Handvoll unglaublich energiegeladene Konzerte (Osaka 79 nachhören, Link öffnet in einem neuen Fenster).
Kurze Zeit später freundete sich Marley mit dem japanischen Perkussionisten Pecker an, der schon bald mit ein paar japanischen Musikerinnen und Musikern nach Jamaika flog, um die japanisch-jamaikanische Freundschaft mit Studioaufnahmen zweier gemeinsamer Alben zu besiegeln. So entstand unter anderem auch eine Version des Marley-Songs «Jamming» mit japanischer Besetzung. In den 1980er-Jahren entwickelte sich ein Japan-Reggae-Hype, Link öffnet in einem neuen Fenster, der sich bis heute in einer florierenden Reggae-Szene widerspiegelt (Japan , Link öffnet in einem neuen Fenstermacht 70% des gesamten asiatischen Reggae-Markts aus, Link öffnet in einem neuen Fenster). Eine Auswahl von Japareggae-Songs – von damals bis heute und morgen:
Der Chartstürmer aus Ikoma
Miki Douzan ist einer der Japareggae-Artists, der in den 90er-Jahren gross wurde und es mit seinem Song «Lifetime Respect» auf Platz eins der japanischen Charts schaffte.
Vom Werbespot zum Szenen-Hit
Eigentlich ursprünglich als zynischer Werbespot für die japanischen Pachinkos (Geldspielautomaten) gedacht. Der Mann dahinter nennt sich Boogie-Man, stammt aus Osaka und landete 1994 mit seinem «Pachincoman» einen Szenenhit.
Japan-Pop mit Reggae-Skank
Yōsuke Kubozuka ist ein japanischer Schauspieler, der nebenbei auch noch Musik macht, die zwar schon ziemlich klar in die Pop-Kiste kippt, aber meist auf einem Reggae-Rhythmus fusst. Er nennt sich 卍LINE. (Ja, das ist eine Swastika, aber eine linksgewinkelte, so wie sie in Japan an Buddhastatuen oder auf Strassenkarten vorkommt.)
Rudeboy Rocksteady aus Osaka
Chehon trat 2009 mit dem Album «Rhyme Life» auf das japanische Reggae-Parkett und ist immer noch unterwegs. Mittlerweile zwar eher in der Pop-Ecke anzusiedeln ist hier einer seiner ersten, vorwärtstreibenden Rocksteady, Link öffnet in einem neuen Fenster-Songs.
Nanjaman – Gangsta 893
Nanjamans Liebe zum Reggae ging so weit, dass er Ende 1980er-Jahre nach Jamaika zog. Dort lebte er im heruntergekommenen Stadtteil Rose Heights, Montego Bay. Er begann zu singen, war nebenbei Taxifahrer und gründete etwas später in Japan mit Bananasize Hi-Fi eines der ersten japanischen Sound Systems, Link öffnet in einem neuen Fenster.
Akustischer Live-Jam
Ein kurzer Abstecher nach Osaka in den Proberaum von Takafin – einem Mitglied des aktuell angesagten Dancehall-Trios Mighty Jam Rock. Hier aber komplett runtergestrippt auf die Reggae-Roots.
Mighty Crown – weltweit bekannte Reggae-DJs
Mighty Crown ist mehr als nur ein Sound System, Link öffnet in einem neuen Fenster, also eine Reggae-Crew bestehend aus Zeremonienmeister und DJs, die gemeinsam Songs auflegen und Stimmung machen. Mighty Crown ist DAS japanische Sound System schlechthin. Sie füllen Stadien rund um den Globus, spielten sich an dem «World Clash '99, Link öffnet in einem neuen Fenster», einem Dancehall-Sound-System-Battle in Brooklyn, auf den ersten Platz und verschufen Japan in Sachen Reggae erstmals globale Aufmerksamkeit.
Die Dancehall-Queen
Sie ist sowas wie die Königin der kommerziell ausgerichteten japanischen Reggaeszene. Minmi, Link öffnet in einem neuen Fenster spielt schon seit Mitte der 90er-Jahre als Produzentin und Musikerin zwischen soulig, poppigen Arrangements, klassischem Reggae und vorwärtstreibendem Dancehall.
Aktuelle Speerspitzen
Im Vergleich zu den 1990er-Jahren haben sich mittlerweile in Japan die Reggae-Szenen wieder etwas aufgedröselt in Pop- und chartsorientierte Reggaeacts und eher alternativ ausgerichtete Acts, die sich gegenseitig nur selten supporten. Triga Finga ist einer der global agierenden, jungen Dancehall-Artists, die es auch in Jamaika auf einschlägige Playlists schaffen oder Kollaborationen mit aktuell angesagten jamaikanischen Acts, Link öffnet in einem neuen Fenster erzielen.
Interkontinentale Zukunftsmusik
Zum Schluss noch etwas, das vielleicht gar nicht so offensichtlich hier hingehört – aber letztlich eben doch ein gutes Beispiel abgibt: Awich, die 33-jährige Musikerin aus Osaka, vermischt die Genres und Nationen zu einem grossen, innovativen, interkontinentalen Bass-Feuerwerk. Eine Songkultur, welche zu gleichen Teilen HipHop-, Experimentalpop- oder moderne Dancehallströmungen vereint.