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Es regnete in Strömen an diesem 21. April 1985 in Estoril, und es war genau das Wetter, das Ayrton Senna so liebte. Bereits ein Jahr zuvor war der junge Brasilianer wie ein Tornado durch die Formel 1 gefegt, im technisch hoffnungslos unterlegenen Toleman hatte er in seiner Debütsaison sogar dem grossen Alain Prost alles abverlangt.
Vor allem in den Strassenschluchten von Monaco, wo er – natürlich im strömenden Regen – den führenden Prost gnadenlos vor sich hertrieb. So lange, bis die Rennleitung mit dem wild gestikulierenden Franzosen im McLaren ein Einsehen hatte und den Grand Prix wegen der widrigen äusseren Bedingungen abbrach.
Jeder hat sein Limit. Mein Limit ist ein ganz anderes.
Konkurrenz chancenlos
Ein Jahr später sass der Mann mit dem leuchtend gelben Helm im legendären schwarz-goldenen Lotus. Und im 2. Saisonrennen in Estoril schlug endlich seine grosse Stunde. Senna gewann mühelos. Er siegte mit einer Leichtigkeit, die ihn während seiner gesamten Karriere auszeichnete.
Der Lotus flog in die Kurven, Senna war immer der, der einen Tick später bremste als alle anderen. «Jeder hat sein Limit», sagte er einmal, «mein Limit ist ein ganz anderes.»
Bibel, Klavier und Philosophen
Bei der Siegerehrung hatte er Tränen in den Augen, überhaupt war Senna, der Feingeist, ein hochemotionaler Mensch. Die Bibel war sein ständiger Begleiter, er liebte die schönen Künste, spielte leidenschaftlich Klavier und las alte Philosophen. Und er gewann nach jenem Rennen in Estoril noch 40 weitere. Das letzte für McLaren beim Grossen Preis von Australien im November 1993 in Adelaide, ein halbes Jahr vor seinem viel zu frühen Tod.
Ayrton Senna da Silva, Weltmeister 1988, 1990 und 1991, starb am 1. Mai 1994 in den Trümmern seines Williams in der Tamburello-Kurve von Imola. Das Rennen gewann ein gewisser Michael Schumacher im Benetton, der in jenem Jahr seinen ersten von sieben WM-Titeln holte.