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Bei der Explosion eines Gebäudes im historischen Stadtzentrum von Prag sind am Montag nach Angaben von Rettungskräften mindestens 43 Menschen verletzt worden. Andere Quellen gingen von mindestens 55 Verletzten aus. Berichte über bis zu vier Todesopfer bestätigten sich bis zum Abend nicht.
Ministerpräsident Petr Necas sagte dem Fernsehsender CT 24, es habe sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Gasunfall gehandelt. Von den Menschen, die nach der Explosion ins Spital gebracht worden seien, habe nur ein älterer Mann schwere Verletzungen erlitten, teilten Rettungskräfte mit.
Die meisten Menschen erlitten Verletzungen durch Glassplitter, da die Wucht der Explosion zahlreiche Fensterscheiben zerstörte. Unter den leicht Verletzten waren unter anderem ein Deutscher, ein Slowake, zwei Portugiesen und zwei Kasachen. Die Gegend in der Nähe des Nationaltheaters und des berühmtem Café Slavia ist bei Touristen beliebt.
Necas und Prags Bürgermeister Bohuslav Svoboda liessen sich am Unfallort persönlich über die Rettungsarbeiten informieren. Necas forderte eine schnelle Aufklärung des Unglücks.
Keine Vermissten
Tote wurden bis zum Abend nicht gefunden. Svoboda sagte vor Journalisten, niemand sei vermisst gemeldet worden. "Der Leiter der Rettungsdienste, Zdenek Schwarz, hatte tschechischen Medien zuvor gesagt, Spürhunde hätten an einer Stelle angeschlagen, wo sich drei oder vier Tote befinden könnten.
Laut Polizei ereignete sich der Vorfall in einer aus dem 19. Jahrhundert stammenden früheren Wohnanlage, die mittlerweile als Bürokomplex genutzt wird. Der Unglücksort befindet sich in der Nähe der Wissenschaftsakademie, nur wenige hundert Meter von der berühmten Karlsbrücke entfernt.
Panik ausgebrochen
Die Polizei riegelte die Gegend ab und evakuierte mehrere angrenzende Häuser, wie ein Polizeisprecher dem Fernsehen sagte. Die Beamten brachten etwa 230 Anwohner vorsorglich in Sicherheit.
Angesichts der Schwere der Explosion sei ein Gasunfall wahrscheinlich, sagte auch ein Polizeisprecher. Tschechische Medien zitierten Augenzeugen, wonach es am Explosionsort nach Gas gerochen habe. In etwa 20 Gebäuden wurde die Gaszufuhr vorsorglich abgestellt.
Bei Studierenden und Lehrenden der nahe gelegenen Filmakademie (FAMU) und der Fakultät für Sozialwissenschaften der Karlsuniversität löste die Explosion Panik aus. Viele befürchteten zunächst, es handele sich um einen Bombenanschlag.
"Es geht um eine Gasexplosion, nicht um einen Terroranschlag", sagte Svoboda. Wegen veralteter Gasrohre kommt es in Tschechien immer wieder zu Unfällen.
SDA-ATS