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Schulhaus Mattenbach
Schulhaus Mattenbach
Talgutstr. 71
8400 Winterthur
052 235 27 70
An der Talgutstr. 71 wurde eine Gross-Schulanlage erstellt. Sie wurde nach der immensen Überbauungsboom im Stadtkreis Mattenbach dringend nötig. 1973 konnte der Primarschultrakte und 1974 der Oberstufenschultrakt bezogen werden. Das grosse Bauvorhaben wurde durch die Architekten von Paillard + Lehmann Projektiert und geleitet. Baubeginn war 1970 gewesen, die Einweihung hat 1974 stattgefunden.
Die neuen Quartiere im äusseren Mattenbach, im Gutschick und im Grüzefeld sind so rasch und so intensiv überbaut worden wie zuvor kein anderes Quartier der Stadt Winterthur. Dadurch wuchs die Bevölkerung dieser neuen Quartiere auf beiden Seiten der Tösstalstrasse zwischen dem Deutweg und der Grünzone vor Seen bis 1970 auf rund 10‘000 Einwohner. Es gab bis vor wenigen Jahren weder Schulhäuser noch Kindergärten. Bereits im Frühjahr 1959 wurde für dieses Quartier und den späteren Stadtkreis Mattenbach ein vollständiges Schulbauten-Programm für den Bau zweier grossen Schulhäuser mit 42 Klassenzimmern und dreier Kindergärten für die neuen Abteilungen erstellt. Nachdem das Schulhaus Gutschick (1967) und die Kindergärten Gutschick I (1963), Gutschick II (1966) und am Bach (1969) erstellt waren, beantragte der Stadtrat anfangs 1970 für Fr. 7,665 Mio. das Schulhaus Mattenbach an der Talgutstrasse 71 zubauen. Das Raumprogramm umfasst nebst den notwendigen Neben- und Spezialräumen zehn Klassenzimmer für die Primarschule und vierzehn für die Oberstufe. Die nebeneinanderliegenden Turnhallen können als Mehrzweck-Turn- und Sporthalle auch für Veranstaltungen aller Art genutzt werden.
Für über drei Mio. Franken (Kostenanteil Stadt Winterthur Fr. 910000.-) wurde nach dem „kriegsmässig sanitätsdienstlichen Dispositiv des Kantons Zürich“ unter dem Turnplatz ein zweigeschossiger Notspital (1. UG Notspital, 2. UG Technikanlagen) erstellt.
Aus dem Bericht Architekten Claude Paillard + Peter Leemann
Das Grundstück der Schulanlage grenzt nördlich an ein teilweise viergeschossig überbautes Wohnquartier und auf der Südseite an den Grünzug längs des Mattenbaches. Jenseits des Baches zieht sich ein Grünraum mit Spielwiese, Pünten und Wiesland bis zum Waldrand hinauf. Die Gliederung des umfangreichen Raumprogrammes in vier Haupttrakte ermöglicht es, dieser besonderen und anspruchsvollen Lage des Schulhauses Rechnung zu tragen. Schon im Wettbewerb im Jahre 1963 war gefordert worden, dass die Oberstufenklassen mindestens dreigeschossig und die Primarklassen mindestens zweigeschossig zu planen sei. … Die Trakte sind durch einen eingeschossigen, begehbaren Verbindungsbau zusammengeschlossen, ohne die Durchblicke von den Wohnquartieren zur Grünzone abzuriegeln. Dieser Verbindungsbau, dessen begehbares Dach zugleich Zugang, Pausenplatz und Fussgängerweg von der Endlikerstrasse zur Talgutstrasse ist, bildet das Rückgrat der ganzen Anlage, an dem die Trakte Oberstufe, Doppel-Turnhalle, Primar West und Ost beidseitig aufgereiht sind.
Die innere Organisation der einzelnen Trakte ist klar und übersichtlich:
-Beim Oberstufentrakt liegen die Spezialräume im ausgreifenden Erd- und Untergeschoss; die 14 Klassenräume sind auf vier Geschosse turmartig in die Höhe verteilt. Zuoberst liegt mit einer eigenen Dachterrasse der Zeichensaal.
-Die beiden Primartrakte mit je sechs nach Süden gerichteten, über Eck belichteten Klassenzimmern haben eine grosszügig bemessene und vielfach nutzbare Eingangshalle. Der Tageshort liegt ungestört unter dem Pausenplatz und sein vorgelagerter Spielplatz ist mit einem runden Wall gegen den Mattenbach abgegrenzt.
-Der Turnhallentrakt mit der in zwei Turnhallen unterteilbaren Sporthalle von 22 x 42 m wirkt durch die Verglasung der Halle und der Galerie durchsichtig und überschaubar. Unter dem Turnhallentrakt liegen grosszügige Zivilschutzräume und ein Notspital.
Sanierung Schulhaus Mattenbach
Der Stadtrat hat im September 2015 gebundene Ausgaben in der Höhe von 150 000 Franken für die Projektierung der Sanierung des Schulhauses Mattenbach freigegeben. In einem ersten Schritt wurden eine Bauzustandsanalyse und eine Machbarkeitsstudie erstellt. Damit wurde der Umfang der Sanierung bestimmt.
Ziel der Machbarkeitsstudie war es, ein Massnahmenpaket zu schnüren, welches das Kostenziel von 11,7 Millionen Franken einhält. Neben der Sanierung der Fassade sollen Gruppenräume als Erweiterung angebaut und rollstuhlgängige Lifte eingebaut werden. Verschiedene Instandhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten sowie Anpassungen an feuerpolizeiliche Vorschriften sind ebenfalls vorgesehen.