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Der Gemeinnützige Frauenverein Seebach geht auf eine Initiative des reformierten Pfarrers Maag zurück, welcher am 6.2.1924 die «Gemeinnützige Arbeitsstelle» gründete. Diese basierte auf der Idee der Hilfe zur Selbsthilfe. Sie vergab Heimarbeit wie Socken stricken und verschiedene Näharbeiten an Frauen. Die Arbeitsstelle war in jener Zeit bitter nötig, denn es gab grosse Arbeitslosigkeit und die Löhne waren sehr niedrig. Ein Fürsorgesystem im heutigen Sinne war unbekannt und die Gemeindekasse war stets leer. Dennoch bemühte man sich auch seitens der Gemeinde, diesen Leuten zu helfen. Ein Problem war damals, dass für jeden, welchem geholfen werden konnte, durch Zuwanderung aus anderen Gemeinde zwei weitere nachfolgten. Diese Zuwanderung erfolgte aufgrund der industriellen Entwicklung in Ã?rlikon und die Gemeinde war machtlos dagegen.
Am 2.12.1924 wurde im Restaurant Neubühl ein Basar durchgeführt, welcher einen Erlös von Fr. 1328.-- erbrachte. Damit konnte die Gemeinnützige Arbeitsstelle weiteren Menschen helfen. Trotz finanzieller Schwierigkeiten gelang es der Gemeinnützigen Arbeitsstelle, das begonnene Werk zu festigen und auszubauen. Es zeigte sich aber, dass es auch notwendig war, den bedrängten Menschen in Form von Naturalien zu helfen. Besonders in Not geratenen Wöchnerinnen wurde entsprechend geholfen. Im Jahre 1929 wurde die «Gemeinützige Arbeitsstelle» in «Gemeinnütziger Frauenverein Seebach» umbenannt und schon 1931 wurde dieser eine Sektion des «Schweizerischen Gemeinnützigen Frauenvereins».
Unter der Leitung von Frau Hurter und Frau Wyss entwickelte sich die Hauspflege in den folgenden rund 30 Jahren zu einem grossen Organisation, die dann ab 1969 zu einem selbständigen Verein wurde, siehe unter Hauspflege Seebach! Die 1930er Jahre mit ihrer hohen Arbeitslosigkeit sowie der 2. Weltkrieg von 1939 bis 1945 brachten dem Frauenverein eine Unmenge Arbeit. Die Wäsche der auf dem Felde arbeitenden Bäuerinnen musste in Ordnung gehalten werden. Heimarbeit war jetzt, bedingt durch Bundesbestellungen für das Militär, war jetzt mehr als genug vorhanden. Mehr als 35'000 Gegenstände wie Socken, Schlafsäcke, Proviantsäckli usw. wurden von den Arbeiterinnen, die nicht selten erst in Kursen ausgebildet werden mussten, hergestellt.
Nach dem Krieg begann sich der Verein zu verändern, denn die ab 1948 einsetzende bessere Konjunktur versetzte die Industrie in die Lage, wieder bessere Löhne zu zahlen, sodass die Nachfrage nach Heimarbeit stark zurück ging. Nun suchte der Verein neue Wege, um das für die Hilfeleistung benötige Geld zu beschaffen. Es fand eine Verlagerung in Richtung Geldspenden zugunsten der wohltätigen Institutionen statt.
In den 1980er Jahren zählte der Verein über 350 Mitglieder, die sich jeweils am letzten Montag eine Monats zusammen fanden, um Handarbeiten herzustellen, welche dann anlässlich Basaren verkauft wurden. Diese jährlichen Basare brachten regelmässig um Fr. 15'000.- ein, welche für verschiedene Werke bereit gestellt werden konnten. Dazu gehörte auch das Alterswohnheim Grünhalde und die Kinderkrippe, welche übrigen 1946 vom gemeinnützigen Frauenverein Seebach auf wiederholte Anregung hin gegründet wurde. Dieser Krippenverein Seebach wurde am 3.6.2004 in den Gemeinnützigen Frauenverein Zürich integriert, um sein Ã?berleben zu sichern.
Der Wandteppich im Foyer des Alterswohnheims hängt, wurde von 32 aktiven Mitgliedern des Gemeinnützigen Frauenvereins Seebach in über 1000 Arbeitsstunden geschaffen. Der Verein befasst sich nicht mehr mit Hilfeleistungen an die Ã?rmsten, wie das in den ersten Jahrzehnten der Fall war. Das ist heute dank sozialer Einrichtungen nicht mehr nötig. Seine Existenz ist heute aber nicht weniger wichtig. In einer Zeit zunehmender Anonymität wurde er zu einer jener Stellen, welche die Begegnung von Jung und Alt ermöglicht und bei gemeinsamer Arbeit auch die Bedürftigen nicht vergessen lässt, welche heute in Heimen untergebracht sind und oft am Rande unserer Gesellschaft leben müssen.
Der Gemeinnützige Frauenverein fusionierte nach 1983 mit dem gleichnamigen Verein in Zürich.
Der obige Text wurde leicht gekürzt und zum grossen teil aus «Unser Seebach» übernommen.
Fortsetzung folgt demnächst!
Präsidentinnen:
1924-34: Frau Maag (Frau des ref. Pfarrers) 1935-59: Elise Gimpert, Bühlwiesenstrasse 5
Quellen: - Vereinsliste des QVS von 1958 - «Unser Seebach», 1983, 174-175 (Beitrag von B. Bisang)