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Eigene Motive offen deklarieren
Für das Gelingen einer Veranstaltung ist es ausserordentlich wichtig, dass die Teilnehmer/innen vom/von der Moderator/in, vom/von der Vortragenden oder vom/von der Kursleiter/in glaubhaft erfahren, aus welcher Motivation sie die entsprechende Rolle einnimmt.
Das heisst sie muss ihr eigenes Interesse offen legen. Fehlt diese Transparenz, dann fragen sich die Teilnehmer/innen während des Anlasses immer wieder: «Weshalb sagt sie dieses oder jenes?» oder: «Wie soll ich diese Information einordnen?». Während sie sich diese Frage stellen, ist ihre Aufmerksamkeit nicht auf das eigentliche Thema ausgerichtet und die kleinen, unerwünschten Zeitfresser treten auf: Rückfragen, Wiederholungen etc.
Eigene Motive nennen
Am Anfang jedes Anlasses stelle ich mich zuerst den Anwesenden vor und sage ihnen dann, was mich motiviert, ihren Anlass zu moderieren, welches mein Anliegen ist. Mit dieser Erklärung können die Teilnehmer/innen viele meiner Äusserungen richtig deuten und müssen sich nicht unterschwellig fragen: «Weshalb sagt er das? Was will er wohl?». Ihre Aufmerksamkeit bleibt erhalten.
Im Fall des Moderatorentrainings lautet das so: «Ich will etwas dazu beitragen, dass sich die Teilnehmer/innen an Sitzungen, Workshops und anderen Veranstaltungen wohl fühlen, und es ist mir ein Anliegen, dass dabei in kurzer Zeit befriedigende Resultate zustande kommen (Wohlbefinden, Effizienz und Effektivität)». Das ist mein ganz persönliches Interesse, und ich bin jeweils selbst erstaunt, wie häufig ich mich während des Trainings auf diese Absicht beziehe. (TZ)
Dieser Grundsatz gilt für alle Veranstaltungen, sei es ein Vortrag, ein Kurs oder eine Sitzung. Wenn wir am Anfang des Anlasses unser ganz persönliches Anliegen bzw. Interesse nennen, den Grund, weshalb wir vor der Gruppe stehen, dann schafft das Transparenz, Offenheit und Vertrauen. Wenn Teilnehmer/innen ihre Anliegen und den erwarteten Nutzen, den sie aus einer Veranstaltung zu ziehen hoffen, offen legen, dann trägt das ebenso zur Transparenz bei.
Versteckte Absichten erzeugen Unmut
An einem internationalen Treffen von Geldgebern hält ein Vertreter einen Vortrag über eine neue Vorgehensweise. Er deklariert seinen Beitrag als Information an die Teilnehmenden. Im Verlauf des Vortrags wird den Zuhörern jedoch mehr und mehr klar, dass der Redner sie davon überzeugen will, diese Vorgehensweise auch zu übernehmen.
Das wahre Anliegen des Redners war nicht informieren, sondern Anhänger für seine Idee gewinnen, seine Idee verkaufen. Da seine Ankündigung nicht mit seinem wirklichen Anliegen und seinem Interesse übereinstimmt, kommt es, wie es kommen muss: Viele Zuhörer fühlen sich hereingelegt und in ihrem Unmut nehmen sie nicht einmal die Information auf. (TZ)