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Lukas Gähwiler habe während seiner Zeit in den USA einen Master of Business Administration geschafft, so die Finanz und Wirtschaft (FuW) in einem kürzlichen Porträt.
Dem ist nicht so. Gähwiler, die Nummer 2 im Verwaltungsrat der UBS, hatte lediglich einen Kurs bei der von der CS betriebenen Weiterbildungsstätte in Übersee besucht.
Einen “MBA in Corporate Finance der International Bankers School“ in New York, wie dies die FuW nannte, gab es im CS-eigenen Trainings-Camp nicht.
Ein solcher Abschluss existierte nie.
Ein Sprecher der UBS verweist auf den Lebenslauf von Gähwiler auf der Homepage der UBS. Dort stehe nichts von einem MBA.
Das stimmt. Zum umstrittenen MBA hält die UBS auf ihrer Homepage nämlich fest: “MBA-Programm, International Bankers School, New York”.
Nicht falsch, doch offensichtlich genug verwirrlich, sonst hätte die FuW die Weiterbildung nicht in einen MBA-Abschluss verwandelt.
Gähwilers USA- und Kanada-Zeit geht auf die 1990er Jahre zurück. Damals gehörte der Kredit-Manager aus Langnau am Albis zu den Youngsters der Credit Suisse.
Dass Gähwiler in Übersee “(v)erschiedene leitende Front-Office-Positionen im Firmenkundengeschäft” für die dortige CS ausgeübt hätte, wie dies die UBS kundtut, wird von Insidern hinterfragt.
Effektiv habe es sich keineswegs um Vorgesetztenjobs gehandelt, welche Gähwiler vor 30 Jahren in den beiden Ländern Nord-Amerikas besetzt hätte, so die Kritiker.
Die UBS widerspricht.
In Hintergrundgesprächen betont eine Auskunftsperson der Grossbank, Gähwiler habe für die CS “mehrere Jahre in Übersee” verbracht und dort diverse Jobs ausgeübt.
Darunter auch ein halbes Jahr lang als “Chief Credit” der CS in New York.
Gähwilers Karriere endete bei der CS im 2010. Damals holten ihn die “Notretter” Oswald Grübel und Ulrich Körner als Chef Schweiz und hievten ihn in die Konzernleitung zur UBS.
Nach seinem Ende als operativer Spitzenmann durfte Gähwiler Platz nehmen im VR der UBS.
Mit Inthronisierung des Angelsachsen Colm Kelleher im Frühling 2022 machten die Strippenzieher Gähwiler dann zu dessen Vize.
Ziel der Übung war, der UBS den Anstrich einer Bank zu verleihen, die trotz ausländisches Ober-Kommandos weiterhin die Interessen der Heimat hochhalten würde.
Dieser Lackmustest steht nun bevor.
In zwei Monaten will New UBS die Katze aus dem Sack lassen, was die gekaufte CS angeht. Gibt es noch eine separate CS Schweiz, die an die Börse kommt?
Oder bleibt alles im “Schlund” der UBS stecken?
Und vor allem: Wie viele Jobs gehen in der Schweiz verloren? 10’000? Mehr?
Für Lukas Gähwiler wird die Weichenstellung zur persönlichen Crunch-time.
Entweder geht er als Fighter für Helvetiens Interessen in die Geschichte ein, oder er landet als Grüss-August von Kelleher und Co in den Annalen des Finanzplatzes.
Polierter CV hin oder her.