Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03466.jsonl.gz/2126

TKD Riehen gewinnt die Schulwertung
Die Taekwondo-Schule Riehen ist
erfolgreich in die Saison gestartet.
Am vergangenen Samstag reiste die
Schule mit 16 Wettkämpferinnen und
Wettkämpfern an das zum sechsten
Mal ausgetragene internationale
Poomsae-Open-Turnier in Schaffhausen, feierte dort acht Kategoriensiege und gewann die Schulwertung
unter zwölf teilnehmenden Schulen.
Die Riehener Delegation stand unter
der Leitung von Maria Gilgen, die in
der Nacht zuvor mit einer Silbermedaille im Gepäck von den Europameisterschaften in Antalya zurückgekehrt war.
In der Disziplin Formenlaufen
standen Wettkämpfe im Einzel-, Paar-
und Team-Wettbewerb an. Als erfolgreichste Wettkämpfer gewannen
Laura Fasciano, die die Sportklasse
Bäumlihof besucht, und Daniel Morath gleich in allen drei Disziplinen
in der höchsten Kategorie A bei den
Junioren/Juniorinnen die Goldmedaille. Am Ende des Turniers durfte
Teamleiterin Maria Gilgen den Pokal
für die beste Schule des Tages in Empfang nehmen.
An der Taekwondo-Europameisterschaft im Formenlaufen (Poomsae), die
diese Woche im türkischen Antalya
stattgefunden hat, gewann die Riehenerin Maria Gilgen im Einzelwettkampf
der Frauen U50 die Silbermedaille hinter der französischen Vizeweltmeisterin
Laila Kocheida. Bronze holten die Finnin Niina Virtala und die Spanierin Sonia Perez Gonzalez. Damit gewann die
gebürtige Portugiesin, die schon lange
in Riehen lebt und seit 2017 Schweizerin
ist, bei ihrer dritten Teilnahme ihre erste Medaille an einer internationalen
Meisterschaf.
Am Sonntag reist die Riehener Taekwondo-Sportlerin Maria Gilgen mit
dem Schweizer Nationalteam nach
Antalya in der Türkei und wird dort an
den Europameisterschaften im Formenlaufen (Poomsae) teilnehmen.
Die Wettkämpfe finden von 2. bis 4.
April statt, der genaue Zeitplan steht
noch nicht fest. Maria Gilgen wird in
der Altersklasse Frauen bis 50 Jahre
antreten und hat sich einen Rang unter
den ersten Fünf zum Ziel gesetzt. An
der letzten EM im Mai 2017 auf Rhodos
war sie Sechste. Aus der Schweiz ebenfalls im Einsatz stehen werden Katia
Parroche in der Elite-Kategorie Frauen
U30 und Luzian Kopp bei den Männern U40.
Die kleine Schweizer Delegation
wird übrigens nicht von Nationaltrainer Fredy Wüthrich betreut, da dieser
als Schiedsrichter im Einsatz stehen
wird. Die Wettkampfbetreuung übernimmt deshalb Thomas Kläy, der bei
den Schweizern offiziell als «Head of
Team» amtet und im Verbandsvorstand
von Swiss Taekwondo für die Finanzen
zuständig ist.
Obwohl Maria Gilgen in einer Masters-Altersklasse antritt, macht sie bei
der Ausübung ihres Sports keine Kompromisse. Laut Wettkampfreglement
könnte sie zum Beispiel die Kicks auch
weniger hoch ausführen – das ist so
festgelegt, weil der menschliche Körper
mit zunehmendem Alter an Beweglichkeit verliert. «Ich trainiere oft mit Katia
Parroche zusammen, die meine Tochter sein könnte, und sie ist beeindruckt,
weil sie sieht, dass ich dasselbe mache
wie sie auch», sagt Maria Gilgen nicht
ohne Stolz.
Wichtiger als sportliche Erfolge zu
feiern ist es Maria Gilgen denn auch,
dass sie durch das intensive Training
die Kraft und Beweglichkeit ihres Körpers behalten kann. Zurzeit trainiert
sie neben ihrem Job mehrere Stunden
pro Tag und gibt ausserdem noch Lektionen in der Taekwondo-Schule Riehen. Beweglichkeit, Dynamik, Kraft,
Schnelligkeit – das sind die Stärken der
gebürtigen Portugiesin, die schon lange in der Schweiz lebt und inzwischen
das Schweizer Bürgerrecht erhalten
hat. Sie geht im Wettkampf im Vergleich
mit ihren Konkurrentinnen einen hohen Rhythmus. Geht es auf, gibt das
hohe Noten. Das Risiko ist allerdings
höher, dass einmal etwas schieflaufen
könnte.
Beim Poomsae werden festgelegte
Bewegungsabläufe, sogenannte Formen, gezeigt, die nach Präzision, Ausdruck und Korrektheit benotet werden.
Noch offen ist, ob in Antalya nur nach
Noten klassiert wird oder ob die Finalistinnen in einem K.o.-Wettkampf
gegeneinander antreten. Im K.o.-Wettkampf werden jeweils zwei Konkurrentinnen gegeneinander gelost – wie etwa
im Tennis – und zeigen dann nacheinander ihre jeweilige Form. Diejenige
mit der höheren Note kommt dann jeweils eine Runde weiter bis zum Final,
in welchem es um den Turniersieg geht.
«Es wäre mir lieber, wenn es nur um
Noten geht und kein K.-o.-Wettkampf
ausgetragen wird», sagt Maria Gilgen.
Denn im Kopf sei sie noch nicht so stark
wie andere. Ihr Können im entscheidenden Moment und bei grosser Nervosität auch im vollen Umfang zeigen
zu können, daran müsse sie noch arbeiten. Man darf gespannt sein, wie Maria
Gilgen in Antalya abschneiden wird.
Sie hat das Zeug dazu, ganz weit vorne
zu landen.
An den
Taekwondo-Weltmeisterschaften im Formenlaufen (Poomsae) qualifizierte sich
Maria Gilgen von der Taekwondo-Schule Riehen in der Altersklasse Frauen bis 50
Jahre unter Teilnehmerinnen aus 18 Nationen für den Final der besten acht
Athletinnen, unterlag in den Viertelfinals der späteren Vizeweltmeisterin Leila
Kocheida aus Frankreich mit 6,930 zu 7,110 Punkten und wurde hervorragende Fünfte.
Auf diese Leistung war sie mit Recht stolz. Sie hatte sich zum Ziel gesetzt,
sich für die Finals zu qualifizieren. Weltmeisterin wurde in dieser Kategorie
die Koreanerin Kim Yeon- Blu, Bronze gewannen Wu Chi Liu aus Taipei und die
spanische Europameisterin Jo Lee Soo Mi.
Die
Poomsae-Weltmeisterschaften wurden vom 15. bis 18. November in Taipei
ausgetragen. Das Schweizer Nationalkader hatte sich unter der Leitung von
Nationaltrainer Fredy Wüthrich während Monaten auf diesen Höhepunkt
vorbereitet. Fredy Wüthrich selbst amtete als Schiedsrichter und wurde am Ende
des Turniers als «best Referee» ausgezeichnet.
Unter der Verantwortung
und Leitung von Walid Younes war das Schweizer Nationalteam bereits drei Tage
vor Beginn der Wettkämpfe angereist, um sich optimal akklimatisieren zu können.
Das Schweizer Wettkampfkader bestand aus Steve Marro (4. Dan), Maria Gilgen (3.
Dan) und Katia Parroche (3. Dan). Alle drei bestätigten ihre guten
Saisonleistungen und erreichten in den Konkurrenzen, die auf extrem hohem
Niveau standen, gute Ergebnisse. Für einen Medaillenplatz fehlten Maria Gilgen
in ihrem Viertelfinalwettkampf nur zwei Zehntelpunkte. Nach anfänglicher Enttäuschung
über ihr Ausscheiden kam bald die grosse Freude über diesen fünften Platz, der
zeigt, dass sie sportlich den richtigen Weg eingeschlagen hat. Bereits jetzt
schaut sie voraus auf die nächste Weltmeisterschaft, die in zwei Jahren
stattfinden wird. Das Schweizer Kader schnitt so gut ab wie noch nie an einer
WM. Katia Parroche wurde bei den Frauen bis 30 Jahre (Senior 1) Fünfte, Steve
Marro bei den Männern U30 (Senior 1) Neunter.
Es folgt
nun eine kurze Winterpause, bis im Februar das internationale Turnier in Lille
(Frankreich) folgt. Maria Gilgen wird mit ihrem Trainer, dem Riehener
Schulleiter Daniel Liederer, Anfang Januar wieder mit dem Aufbau- und Leistungstraining
beginnen.
Die ganze Schule gratuliert Maria zu diesem Erfolg.