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Weg-Wort vom 20. August 202
Utopie wird aus dem Altgriechischen abgeleitet und bedeutet „Nicht-Ort“.
Wikipedia schreibt: „Die in Utopien beschriebenen fiktiven Gesellschaftsordnungen resultieren aus einer Kritik der jeweils zeitgenössischen Gesellschaftsordnung und können als positive Gegenentwürfe gelesen werden.“
Ich denke sofort an Ideale, fantastische, zuversichtliche, ja träumerische Ziele. Abgehobene und vielleicht wenig realistische Wünsche, Hoffnungen und Sehnsüchte.
Abgehoben, unrealistisch, Träumerei, also weg mit den Utopien?
Nie und nimmer!!!
Utopien beflügeln uns, sie geben uns Kraft und Inspiration.
Stellen Sie sich vor, wie die Welt oder die Kirche ohne Utopien aussehen würde! Stellen Sie sich vor, Sie würden nicht mehr auf Fortschritt, Gerechtigkeit und Frieden hoffen, davon träumen, dass es möglich wird. Ohne Utopie, ohne Traum von einer Kirche, in der Gleichberechtigung von Mann und Frau Realität ist, hätte ich als katholische Theologin, schon längst das Weite gesucht.
Positive Gegenentwürfe, so können Utopien gelesen werden. Vielleicht auch wie zu grosse Schuhe?
Ich werde daran festhalten, denn ich brauche die Kraft und die Energie, die diese Utopien beinhalten, um mich mit Gleichgesinnten zu solidarisieren und um am Ball zu bleiben.
Mir gefällt die doppelte Sprengkraft der Utopie. Sie lässt mich träumen und Visionen erhoffen, sie gibt mir aber auch Power, um etwas in Bewegung zu bringen. Vielleicht sind Utopien „Noch-Nicht-Orte?“