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Parlamentspräsident Eduardo Cunha in Brasilien des Amtes enthoben
- Dienstag, 13. September 2016, 20:44 Uhr
Er brachte Brasiliens Präsidentin Rousseff zu Fall – nun ist er selbst gestürzt worden: Der frühere Präsident des Abgeordnetenhauses Eduardo Cunha ist aber noch nicht erledigt. Er kündigt brisante Enthüllungen an.
Der Antreiber im Amtsenthebungsverfahren in Brasiliens gegen die frühere Staatspräsidentin Dilma Rousseff hat sein Amt jetzt auch selbst verloren.
Dem bereits suspendierten bisherigen Präsidenten des Abgeordnetenhauses Eduardo Cunha wurde nach einer Nachtsitzung mit 450 gegen 10 Stimmen das Mandat entzogen.
Cunha gehört der Partei der Demokratischen Bewegung (PMDB) an, genauso wie der neue Staatspräsident Michel Temer. Dem 57-jährigen einflussreichsten Politiker in Brasilien wird vorgeworfen, das Parlament belogen zu haben. Er steht im Verdacht, mehrere Millionen Dollar Korruptionsgelder auf Schweizer Konten geparkt zu haben.
Abrechnung in einem Buch
Cunha warf der Regierung seines Parteifreundes Temer vor, ihn verraten und im Stich gelassen zu haben. Er versprach, ein Buch zu schreiben und alle Hintergründe und Absprachen über das Amtsenthebungsverfahren gegen seine Erzfeindin Dilma Rousseff zu veröffentlichen.
Das könnte politischen Sprengstoff für die Regierung bergen, weil Präsident Temer von den Anhängern Rousseffs ein parlamentarischer Putsch vorgeworfen wird. Temer, damals Vizepräsident, hatte die Koalition mit Rousseffs linker Arbeiterpartei platzen lassen und so die nötigen Mehrheiten organisiert, um Rousseff wegen angeblicher Trickserien zur Beschönigung des Staatshaushaltes absetzen zu lassen.
Temer selber ist wegen illegaler Wahlkampfspenden für acht Jahre von Wahlen ausgeschlossen worden. Durch die Absetzung Rousseffs kann er aber bis Ende 2018 das fünftgrösste Land der Welt politisch führen.
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