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In der englischen Sprache ist man meist fein aus dem Schneider, da bei fast allen Formen bereits alle Geschlechter mitgemeint sind, weil es im Englischen den bestimmten Artikel nur in der Form «the» gibt. Achtet jedoch auf Wörter wie «businessman» und «waitress», die Stolperfallen bilden können, und darauf, ob ihr von einem «doctor» und «his or her patients» oder am besten über «their patients» sprechen solltet.
Gendern ist also in aller Munde und wir bei Apostroph finden zurecht. Wie genau soll man es aber jetzt machen? Den Doppelpunkt setzen oder doch eher den Genderstern verwenden?
Wir zeigen euch einige Varianten und nennen euch unsere bevorzugte Wahl fürs Gendern.
Genderstern
Beispiel: Freelancer*innen.
Der Grundgedanke ist aufgrund von Computersystemen entstanden, bei denen der Stern als Platzhalter dient.
Doppelpunkt
Beispiel: Freelancer:innen
Der Doppelpunkt ist eine eher neue Form des Genderns und ausserdem barrierefrei. Das bedeutet, dass Softwares für sehbeeinträchtigte Personen an der Stelle des Doppelpunktes eine Pause machen und so für die Zuhörenden klar ist, dass beide Geschlechter einbezogen sind.
Schrägstrich
Beispiel: Freelancer/innen
Der Schrägstrich wurde in den 1960er-Jahren von Feministinnen eingeführt.
Binnen-I
Beispiel: FreelancerInnen
1981 verwendete der Journalist Christoph Busch das Binnen-I.
Gender Gap
Beispiel: Freelancer_innen
Diese Schreibweise konnte sich nicht durchsetzen, jedoch sollte sie Menschen einbeziehen, die sich mit den binären Geschlechtern nicht identifizieren können.
Neutrale, umschreibende Formen
Beispiel: Übersetzende, Sprachprofis, Menschen mit einer Sprachaffinität
Neutrale Formen haben den Vorteil, dass der Lesefluss nicht gestört wird und nicht nur Männer und Frauen mitgedacht werden, sondern Personen jeglichen Geschlechtes. Oft kann man durch die Endung –ende eine neutrale Form kreieren: So werden Studentinnen und Studenten zu Studierenden.
Beide Formen ausschreiben
Beispiel: Freelancerinnen und Freelancer
Manchmal klingt eine neutrale Form wie Freelancende nicht üblich und eine umschreibende Formulierung fällt euch auch nicht ein? Dann könnt ihr einfach beide Geschlechter erwähnen. Dabei kommt meistens zuerst die weibliche und dann die männliche Form.
Und wie weiter?
Die Schweizer Bundeskanzlei hat sich zur genderneutralen Schreibweise geäussert und verzichtet auf Doppelpunkt und weitere Sonderzeichen, da diese den Lesefluss stören und bei der Anwendung oft grammatikalische Fehler entstehen. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Bund die genderneutrale Schreibweise ablehnt, ganz im Gegenteil. Die Bundesverwaltung verwendet neutrale Umschreibungen, um jegliche Geschlechter zu inkludieren.
So wie es die Bundeskanzlei vorschlägt, verwenden auch wir bei Apostroph neutrale Formen oder führen jeweils das weibliche und männliche Nomen auf.
Ob nun der Gender-Gap oder doch das Binnen-I verwendet wird, ist euch überlassen oder abhängig von den Anweisungen zum jeweiligen Auftrag, an dem ihr arbeitet. Wichtig ist, dass man sich mit dem Thema auseinandersetzt und eine angemessene und inkludierende Sprache verwendet. Hat uns nicht zuletzt erst das Coronavirus gezeigt, wie wichtig Sprache zur Vorbeugung von Diskriminierung ist, indem man die Mutationen aus den verschiedenen Ländern zu griechischen Buchstaben umbenannte.
Verliert euch jedoch nicht in der Welt des Genderns. Sonst versucht ihr wie wir noch das Wort «Mitglied» zu gendern, obwohl Mitglied schon eine neutrale Form ist («das» Mitglied). Ausgeschrieben sieht Mitgliedin einfach nur merkwürdig aus – da haben wir unseren Fehler schnell bemerkt.
Welches sind eure bevorzugten genderneutralen Formen? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen.