Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03513.jsonl.gz/171

Tatsächlich haben wir alle zu 99,9 % genau die gleiche, und diese 99.9 % machen uns zu Menschen. Die restlichen 0,1 % aber bewirken, dass jeder von uns einzigartig ist. Dies scheint sehr wenig, aber auf molekularer Ebene handelt es sich dabei um 3‘000‘000 Unterschiede.
Unter diesen 3‘000‘000 Unterschieden gibt es genau einen einzigen, der zu blauen Augen führen könnte. Dies wurde erst 2008 entdeckt, als Wissenschaftler eine Studie an einer dänischen Großfamilie durchführten. Der Vater besaß braune und die Mutter blaue Augen. Sie hatten 17 Kinder und 20 Enkel. Der Austausch eines einzigenim Gen HERC2 reichte aus, um die blauen Augen in der Familie zu erklären. Noch überraschender: Die Mehrzahl der blauäugigen Menschen mit europäischen Vorfahren besitzt den gleichen Unterschied.
Der erstaunliche Wechsel der Augenfarbe trat in Europa vermutlich in der Jungsteinzeit, vor 6‘000 bis 10‘000 Jahren, auf. Neuere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Menschen mit blauen Augen von einem einzigen gemeinsamen Urahnen abstammen, der eine entsprechendetrug. Dieser Mensch lebte vermutlich in der Gegend des Schwarzen Meeres und kam mit der ersten großen Auswanderungswelle steinzeitlicher Bauern nach Nordeuropa. Seitdem blieben blaue Augen über Jahrtausende hinweg erhalten. Aber wozu? Jede Änderung in unserer , die über die Zeit erhalten bleibt, muss für unsere Art von Vorteil sein. Doch welchen Vorteil haben blaue Augen? Diese Frage ist noch ungeklärt .