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Zhangjiajie liegt zwischen riesigen hügeligen Bergen und ist daher sehr grün und neblig. Im Kopf ein Bild von einem kleinen Dorf zu haben, ist dennoch falsch. Zhangjiajie zählt ca. 1,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner, besitzt einen internationalen Flughafen und zwei Bahnhöfe. Als wir am späten Nachmittag nach einer langen und schlaflosen Zugfahrt ankommen, ist es aber dennoch eher still am Bahnhof und wir laufen 15 Minuten zu Fuss bis zum Panda Hostel. Es liegt in einem eher touristischen aber zentral gelegenen Stadtteil von Zhangjiajie.
Wir waren hierher gereist, um zwei Nationalparks zu besuchen. Einerseits den Tianmen Mountain National Forest Park im Süden der Stadt. Dieser ist mit der längsten Gondelbahn der Welt, die Mitten aus dem Stadtzentrum von Zhangjiajie abfährt, einfach zu erreichen. Der Zweite Park war das Wulingyuan Scenic Area. Dieses riesige fast 370 Quadratkilometer grosse Gebiet liegt ca. eine Fahrstunde im Norden der Stadt und besteht aus vier kleineren Parks: Dem Zhangjiajie National Forest Park (wo auch die Avatarberge liegen), dem Tiazi Mountain Nature Reserve, dem Suoxi Valley Natural Resource Reserve und dem Yangjiajie Scenic Area. Apropos, der Avatar-Park, also der Zhangjiajie National Forest Park, wird nochmals in drei Gebiete unterteilt. Eine gute Übersicht fanden wir hier (anklicken).
Wir hatten den Besuch in Zhangjiajie schon ein paar Tage vorher geplant, somit hatten wir den Abend „frei“. Aus unserem Hotelzimmer sahen wir die Gondel, die hoch in den Tianmen Park fuhr. Wir hatten die Lage des Hotels so ausgewählt, damit wir vom Bahnhof zu Fuss bis zum Hotel laufen konnten und auch zu Fuss bis zur Talstation der Gondelbahn. So sparten wir uns Zeit, Geld und Nerven.
Später gegen Abend gingen wir raus in die Strassen des Quartiers. Es war zu unserem Glück voll mit diversen kleinen Restaurants und wir hielten schon beim zweiten Laden an. Schauten kurz in die Karte und verstanden kein Wort. Wir konnten wohl das erste Mal nachfühlen, wie sich ein Analphabet fühlen muss. Die sehr freundliche Kellnerin war geduldig und mit Einsatz des Translation-Apps konnten wir bestellen. Huhn und Reis. Sie gab uns noch zu verstehen, dass dies die Spezialität ihres Hauses war. Wir waren gespannt.
Kurze Zeit später servierte sie uns eine grosse Suppenschüssel, gefüllt mit chinesischen Morcheln, Gewürzen, Lauch, Hühnerfleisch in einer dickflüssigen würzigen Brühe. Als Beilage gab es Jasminreis und Gemüse. Wir nahmen unsere Schälchen und schlagen zu. Das Gericht in der Suppenschale leerten wir immer mehr. Plötzlich holte Banana mit ihren Stäbchen einen Hühnerfuss raus. Wir rümpfen bereits die Nasen, Banana stochert weiter herum und es kam auch noch der zweite Fuss mit Bein zum Vorschein. Uns stellte es langsam aber sicher den Appetit ab. Als Banana also so rührte und schaute, was sich noch im Topf versteckte, schwamm plötzlich der ganze Hühnerkopf oben auf. Chinesische Delikatessen! Wir prusteten laut los. Es war wirklich eklig und wir hatten definitiv keinen Appetit mehr. Das arme Huhn assen wir nicht vollständig auf. Diese Erfahrung wollen wir uns noch etwas aufheben...
Zurück im Hotel packen wir unsere Tagesrucksäcke für eine Nacht und waren schon lange nicht mehr so müde wie nach diesen sozialen und kulinarischen Experimenten der vergangenen Stunden.
Ps: Das wir etwas anderes als erwartet auf useren Teller hatten, ist uns in den 50 Tagen nur dieses eine Mal passiert. Ausser natürlich wir haben das Hundefleisch nicht als solches erkannt... Wer weiss...