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Chow-Chow
Der Chow-Chow ist eine Persönlichkeit der ganz besonderen Art und wird selbst von seinen Freunden als kaum erziehbar und wenig lauffreudig beschrieben. Er ist eine vom FCI anerkannte chinesische Hunderasse, der Gruppe 5 „Spitze und Hunde vom Urtyp“.
Herkunft
Der Chow-Chow zählt zweifelsfrei zu den urtümlichen Hunderassen und damit zu den ältesten der Welt. Er gehört zu der Gruppe der asiatischen Spitze.
Vor vielen hundert Jahren brachten die Mongolen Jagd-, Schutz- und Kriegshunde mit nach China. In der Antike wurden die Chow-Chows dort als Tempelwächter eingesetzt. Bereits im elften Jahrhundert vor Christus beschreiben Historiker in Chroniken einen Tartarenhund, der die einzigartigen Merkmale der heutigen Rasse schon beschreibt: schwergebaut, bürstiges Haar, gerade Hinterläufe und eine blaue Zunge.
Am chinesischen Kaiserhof wurden viele Chows als Statussymbol gehalten. Allerdings dürften auch viele Chow-Chows auf dem Speiseteller ihrer Halter gelandet sein! In den nördlichen Provinzen wurden sie als Schlittenhunde und zur Jagd verwendet. 1980 kam der Chow-Chow nach Europa und wurde in England nicht als Hund gehalten, sondern war im Zoo zu bestaunen, wo sie auf grosses Interesse der Besucher stiessen. 1987 wurde dann mit der Zucht dieser „Löwenhunde“ begonnen.
Heute leben kaum noch Chow-Chows in China, sondern der grösste Teil in Europa und Nordamerika.
Die Rassebezeichnung Chow-Chow führt vermutlich von einer Umschrift der chinesischen Sprache der heute selten gewordenen chinesischen Bezeichnung Xiaoxiao „Tschau-Tschau“. Vielleicht stammt es aber auch vom chinesischen Wort „Gou“, ausgesprochen „Kou“ oder „Kau“, was einfach Hund bedeutet. Oder aber die Herkunft des Wortes stammt aus einer Variante des Pidgin-Englisch, wo Tschau-Tschau Leckerbissen bedeutet, dies wiederum könnte darauf hindeuten, dass die Chow-Chows früher auch als Fleischlieferanten dienten.
Veranlagung und Charakter des Chow-Chows
Majestätisch & eigenwillig: Der Chow-Chow zeichnet sich durch einen ganz besonderen Charakter aus. Er ist sehr eigenwillig und kaum erziehbar. Mit Konsequenz und liebevoller Erziehung, kann aber auch ein Chow-Chow die üblichen Gehorsamsregeln lernen und befolgen. Er ist seinen Menschen treu ergeben und hat nicht nur das Aussehen, sondern auch das Herz eines Löwen. Durch seine eigenwillige Art, entspricht sein Wesen mehr der einer Katze als einem Hund.
Er ist ein zurückhaltender, ruhiger Hund, der bellt, aber nie anhaltend. Er ist ein sehr guter Wächter, Fremden gegenüber sehr misstrauisch und reserviert. Der Chow-Chow ist sehr selbstbewusst und territorial. Diese macht ihn zu einem guten Wachhund, kann aber auch zu schwer kontrollierbaren Aggressionen unter Artgenossen führen. Daher ist er absolut kein Anfängerhund und gehört in erfahrene Hände. Typische Anfängerfehler nutzt der Chow aus, so dass es zu heiklen Situationen kommen kann. Ansonsten ist der Chow-Chow eher gemütlich unterwegs, strahlt Ruhe und Gelassenheit aus.
Aussehen
Nicht nur sein löwenähnliches Äusseres ist ein besonderes Kennzeichen des Chow-Chows, auch seine blaue Zunge und die blauen Lefzen sind auffällig. Woher diese Färbung kommt und was sie für Vorteile hat, ist nicht ganz klar. Wahrscheinlich ist die Blauverfärbung der Zunge genetisch bedingt. Wobei auch diese Rasse mit einer rosa Zunge auf die Welt kommt, aber bereits ab dem 10. Tag färbt sie sich dunkel. Also etwa zur selben Zeit, wie die Welpen die Augen öffnen. Es könnte aber auch an einer erhöhten Konzentration von Melanin liegen, welche zu einer intensiven Farbe der Zunge und Lefzen führt. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass eine Durchblutungsstörung zu der besonderen Farbe führt.
Der Chow-Chow ist von kompakter Statur, mit langen oder kurzen Haaren. Es gibt dabei sowohl einen Kurz- als auch einen Langhaar-Chow-Chow, wobei bei beiden das Fell sehr weich und plüschig ist, aber die langhaarige Variante weit verbreiteter ist. Diese haben auch das dichte Unterfell mit der Löwenmähne. Das Fell ist immer einfarbig, in schwarz, rot, blau, rehfarben, creme oder weiss. Jedoch nie gefleckt oder gescheckt. Sie werden bis zu 56cm gross und bis zu 30kg schwer. Die Ohren sind klein und an den Spitzen leicht gerundet. Die Rute wird hoch über dem Rücken getragen.
Pflege & Gesundheit
Mit seinem üppigen, oftmals langhaarigen Fell, ist der Chow-Chow kein pflegeleichter Hund. Die Löwenmähne will gepflegt sein. Daher empfiehlt es sich, den Chow-Chow mehrmals pro Woche zu bürsten und einmal pro Woche intensiv und gründlich mit einem Kamm zu pflegen. So dass keine Verfilzungen der Haare entstehen. Das Entfernen der Unterwolle sorgt zudem für eine besseren Durchlüftung der Haut und sorgt so für ein besseres Hautklima. Besonders hinter den Ohren und an der Halskrause, sowie an den Vorderbeinen neigen sie zu Verfilzungen. Diese Stellen muss man also besonders sorgfältig pflegen. Zudem neigen Chow-Chows mit ihrer empfindlichen Haut zu Entzündungen. Daher müssen die Falten immer auf Rötungen untersucht werden. Regelmässiges Kämmen und Bürsten beugt Entzündungen der Haut vor. Achtung: durch zu häufiges Kämmen kann es zu zusätzlicher Reizung der Haut kommen.
Baden sollte man den Chow-Chow möglichst wenig. Wenn es nicht umgänglich ist, sollte sehr mildes Hundeshampoo verwendet werden. Es ist darauf zu achten, dass es keine Shampoo-Rückstände im Fell hat. Dies kann zu Juckreiz und geröteter Haut führen.
Leider wird die Lebensqualität des Chow-Chows aufgrund unsinniger Schönheitsideale stark eingeschränkt. Der gewünschte, grimmige Gesichtsausdruck, begünstigt tiefliegende Augen mit eingerolltem Augenlied und ständig tränenden Augen. Zudem hat er eine Neigung zu Hautekzemen, sowie Ellbogen- und Hüftgelenksdysplasien. Ebenso sind Chow-Chow extrem hitzeempfindlich und neigen zu röchelndem Atmen. Auch Allergien und Schilddrüsenunterfunktion kommen leider sehr häufig vor. Daher ist es ratsam eine gute Zucht auszusuchen, welche sich auf den ursprünglichen, gesunden Chow-Chow spezialisiert hat und nicht auf den Show-Chow!