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Chronischer Husten
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Husten ist einer der häufigsten Gründe für einen Arztbesuch. Akuter Husten dauert meist nicht länger als vier Wochen. Er wird vorwiegend durch virale Infekte der Atemwege ausgelöst und klingt gewöhnlich spontan ab. Ein mehr als acht bis zwölf Wochen anhaltender chronischer Husten hingegen, kann verschiedene Ursachen haben und muss von einem Arzt genauer untersucht werden. Oft stellt der chronische Husten für Patient und Arzt ein frustrierendes Problem dar, da die Ursache schwierig zu finden ist und die Behandlung teilweise kurzfristig wenig Besserung bringt.
Bei neun von zehn Patienten ist einer der folgenden vier Gründe für den chronischen Husten verantwortlich: Chronische Entzündungen der Nase und der Nasennebenhöhlen, Asthma bronchiale, Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre oder Zigarettenrauch (aktiv und passiv). Diese Ursachen sollten sorgfältig abgeklärt werden oder Behandlungsversuche in diese Richtung erfolgen. Ausserdem ist es wichtig, andere seltene, aber potentiell wichtige Erkrankungen auszuschliessen.
Entzündungen der Nase und der Nasennebenhöhlen sind eine der häufigsten Hustenursachen. Eine beeinträchtigte Nasenatmung, eine laufende Nase, häufiges Niesen oder ein verschleimtes Gefühl im Hals- und Rachenbereich können auf eine Erkrankung in diesem Bereich hindeuten. Häufig nimmt der Patient aber ausser dem Husten keine oder nur leichte Beschwerden im Bereich der Nase wahr. Oft können unspezifische Substanzen oder Allergene die Hustenrezeptoren in der Nase reizen und zu Husten führen, ohne dass sich in den Untersuchungen Auffälligkeiten zeigen.
Bei chronischen Entzündungen der Nase und der Nasennebenhöhlen (chronische Rhinosinusitis) kommt es zu einer Überproduktion von Schleim in der Nase und den Nasennebenhöhlen. Dieser fliesst in den Rachenraum und wird dort als störend wahrgenommen. Hier kann eine zusätzliche Untersuchung bei einem Hals-Nasen-Ohren-Spezialisten sinnvoll sein. Die Behandlung mit Nasenspülungen, Nasensprays (z.B. mit topischen Steroiden) muss hoch dosiert und über einen längeren Zeitraum erfolgen.
Asthma bronchiale ist eine chronische Entzündung, gepaart mit einer Überempfindlichkeit der Bronchien. Die genauen komplexen Mechanismen, die zur Entstehung von Asthma führen, sind noch nicht hinreichend geklärt und Gegenstand intensiver Forschung. Patienten mit Asthma zeigen oft sehr unterschiedliche Beschwerden und Krankheitsverläufe. Asthma kann durch Untersuchungen der Lunge sowie deren Funktion und gegebenenfalls mittels Provokationstests diagnostiziert oder ausgeschlossen werden.
Neben den bekannten Asthmabeschwerden mit chronischer oder episodenhaft auftretender Atemnot, gibt es auch Asthmaformen, die sich allein mit chronischem Husten äussern, wie das sogenannte «Cough-Variant-Asthma». Auch äussere Einflüsse und Allergene, wie beispielsweise Pollen, Hausstaub oder kalte Luft, können die Beschwerden verstärken und zum Teil zu leichter Atemnot bei körperlichen Belastungen führen.
Der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre, ein sogenannter gastrooesophagealer Reflux, ist vielen Menschen durch die typischen Symptome des Sodbrennens bekannt. Durch undichte Verschlussmechanismen zwischen Speiseröhre und Magen, oft verstärkt nach üppigen Mahlzeiten oder beim Hinlegen, kommt es zum Rückfluss von Magensäure und zu brennenden Schmerzen im Magen oder hinter dem Brustbein.
Bei einigen Patienten äussert sich der Rückfluss lediglich durch einen Hustenreiz, der sich beim Hinlegen verstärkt – verursacht durch eine Reizung der Speiseröhre. Auch kann es zu einem Übertritt von Speichel, Speisebrei und Magensäure in die Lunge kommen. Keine üppigen Mahlzeiten vor dem Zubettgehen und ein leichtes Anheben des Kopfteils im Bett können präventiv wirken. Oft ist aber zusätzlich eine hoch dosierte und über einen längeren Zeitraum (6 – 8 Wochen) andauernde medikamentöse Behandlung mit sogenannten Säureblockern nötig. Tritt danach keine Besserung ein, sind gegebenenfalls weitere Abklärungen (z.B. eine Magenspiegelung) angezeigt.
Raucher leiden häufig an einem «Raucherhusten», bedingt durch eine Reizung und die chronische Schädigung der Bronchien (chronische Bronchitis). Husten bei Rauchern kann auch das erste Anzeichen einer chronisch obstruktiven Bronchitis (COPD) sein. Durch die anhaltende Schädigung der Bronchien verlieren diese an Stabilität und sind dauernd verengt. Verändert sich der Charakter oder die Stärke des Hustens eines Rauchers aussergewöhnlich stark sowie bei einem raschen Fortschreiten der Symptome sind weitere Untersuchungen zwingend, um eine allfällige Lungenkrebserkrankung auszuschliessen oder zu diagnostizieren und entsprechend zu behandeln.
|Bei Erwachsenen||Bei Kindern|
|Häufig||

|Seltener||

1 Bronchien / Luftröhre
2 Magen
3 Rippenfell
4 Innenohr
5 Nase
6 Nasennebenhöhlen
7 Rachen / Kehlkopf
8 Herzbeutel
9 Zwerchfell