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Geschichtlicher Überblick
Gemeinde Wil
Obwohl die bis heute erste bekannte urkundliche Erwähnung Wils auf das Jahr 1216 fällt, ist durch archäologische Zeugnisse belegt, dass seit dem Rückzug der Gletscher ca. 10'000 v. Chr. Menschen in unserer Gegend lebten. Steinwerkzeuge, Töpfergeschirr und Grabstellen zeugen davon. Seit der Römerzeit führt eine wichtige Strasse durchs Rafzerfeld und auch der Name Wil leitet sich vom lateinischen "villa" ab, was Guts- und Herrenhof bedeutet.
In den vom Wind geschützten Nischen am besonnten Berghang des Rafzerfeldes errichteten die Alemannen ihre Siedlungen. Wil war weit über das Mittelalter hinaus das bedeutendste Rafzerfelderdorf. Es besass vor dem Jahr 1200 eine eigene Kirche und einen Pfarrer. Zur Kirchgemeinde Wil gehörten auch Buchenloo, Hüntwangen, Wasterkingen, der Wiler ob Eglisau, Hüslihof und Langenriet ob Rafz.
Die Klettgaugrafen von Tengen, Habsburg-Laufenburg und schliesslich von Sulz übten die Herrschaft und hohe Gerichtsbarkeit aus. Besitzer der Wiler Bauernhöfe und damit abgabenberechtigt waren Adelige und vor allem Klöster von St. Katharinental und Wettingen bis St. Blasien im Schwarzwald. Mit der Verarmung der Adeligen erwarb ab 1463 Bernhard Gradner und somit die Stadt Zürich Eglisau und das Rafzerfeld und errichtete eine Landvogtei. 1651 erwarb Zürich auch die Hohe Gerichtsbarkeit von den Herren von Sulz und legte den genauen Grenzverlauf im Rafzerfeld fest.
Damit war Wils Geschichte eng mit der des Standes Zürich verbunden. Es übernahm die Reformation 1523 und wurde vom Pfarrer und Landvogt unterwiesen und geleitet, gemäss den Gesetzen und Weisungen der gnädigen Herren in Zürich.
Nach dem Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft 1798 und während den napoleonischen Kriegen litt Wil unter der Besetzung durch Franzosen, Österreicher und Russen. Auch während der beiden Weltkriege war Wil durch seine Grenzlage geprägt.
Wil ist umgeben von einem fruchtbaren Landwirtschaftsgebiet mit ebenen und durchlässigen Böden - geeignet für den Ackerbau - sowie besonnten Rebhängen. Viehwirtschaft, Obst- und Beerenkulturen und ausgedehnte Wälder prägten eine ausgesprochen arbeitsame und fleissige Bauernbevölkerung, die mit ihren handwerklichen Nebenberufen weitgehend Selbstversorger war. Von Bedeutung war die Strohflechterei als Heimarbeit. Wer keine Arbeit im Dorf fand, musste lange Arbeitswege inkauf nehmen oder wegziehen. 1897 wurde das Rafzerfeld ans Eisenbahnnetz angeschlossen und seit 1990 der Verkehrsverbund eine gute Busverbindung gebracht hat, geht die Entwicklung vom Bauerndorf zum ländlichen Wohndorf mit den gepflegten Einfamilienhausquartieren weiter.