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Tarkowski macht in seinem ersten Farbfilm einen ungewohnten Abstecher ins Science-Fiction-Genre: «Solaris» basiert auf dem 1961 erschienenen gleichnamigen Roman des polnischen Autors Stanisław Lem und erzählt vom Psychologen Kris Kelvin, der zum Planeten Solaris beordert wird und dort gleich nach seiner Ankunft neben einer jungen Frau erwacht, die seiner verstorbenen Frau Hari bis aufs Haar gleicht. Trotz Kelvins Versuchen, sich der Doppelgängerin zu entledigen, kehrt diese immer wieder unversehrt zu ihm zurück.
Der Film gilt als Tarkowskis zugänglichstes und populärstes Werk und stellt einen Höhepunkt des sowjetischen Genrekinos dar. «Kein Film hat so gut die komplexen Feinheiten moderner Science-Fiction eingefangen, durch die Vermischung von Zeit und Erinnerung, die Darstellung der Unruhe und durch die Betonung von Eleganz und Stil. Die blendend fotografierte Raumstation, vollgestopft mit barockem, widersinnigen Mobiliar, ist ein hervorragend gestaltetes Labyrinth nicht artikulierter Panik, ein denkwürdiges Symbol des in Unordnung geratenen menschlichen Verstandes.» (Philip Strick, Sight & Sound)
Bei solcher Vorlage wundert es nicht, dass das intellektuelle Regie-/Autor-/Kameramann-Wunderkind Steven Soderbergh 2002 versuchte, mit einer 47-Millionen-Dollar-Hollywoodvariante an Tarkowskis Geniestreich anzuknüpfen. Stanisław Lem allerdings konnte mit Soderberghs Version wenig anfangen: «Blödsinn, absoluter Blödsinn. Alles Interessante an meinem Roman bezog sich auf das Verhältnis der Menschen zu diesem Ozean als einer nicht-humanoiden Intelligenz – nicht auf irgendwelche zwischenmenschlichen Liebesgeschichten.» Keine Sorge – das Kino Cameo zeigt das Original.