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Längswerk, das dazu dient, Hochwasser, Murgänge oder Lawinen von einem zu schützenden Gebiet abzulenken.
Empirisch feststellbare persönliche oder gesellschaftliche Bereitschaft, das subjektiv erkannte Risiko eines Zustandes oder einer Handlung hinzunehmen.
Wahrscheinlichkeit, dass bei Eintritt eines Gefahrenprozesses dieser einen bestimmten Punkt erreicht. Dies berücksichtigt, dass ein einzelnes Ereignis oft nicht die gesamte Fläche eines Grundszenarios betrifft.
Das Ausgangsrisiko entspricht der aktuellen Risikosituation ohne Einbezug jeglicher organisatorischer Massnahmen wie vorsorgliche Sperrungen und Evakuationen. Bestehende bauliche Schutzmassnahmen sind allenfalls in der Gefahrenbeurteilung bereits berücksichtigt.
Hydraulisches Bauwerk, das zum Beispiel dazu dient, umgeleitetes oder abgeleitetes Wasser in einen Vorfluter zurückzuführen.
Empirisch feststellbar und theoretisch begründbares Phänomen, mögliche Ereignisse mit grossem Schadenausmass stärker zu gewichten, als es aufgrund des zugehörigen Schadenerwartungswertes angezeigt wäre. So führen Ereignisse mit grossem Schadenausmass zu einer überproportionalen Reaktion der betroffenen Gemeinschaft und stossen überproportional stark auf Ablehnung.
Zum Beispiel wird ein Unfall mit 100 Toten stärker gewichtet als 100 Unfälle mit einem Toten.
Detaillierungsgrad / Genauigkeit der erhobenen Parameter für die Beurteilung.
Ereignisgrösse, die bei der Projektierung und Planung von Schutzmassnahmen zugrunde gelegt wird.
Jährliche Kosten, die dem Betreiber/Eigentümer einer Schutzmassnahme durch den Betrieb bzw. Gebrauch laufend entstehen (z.B. Beleuchtung, Munitionskosten etc.).
Meist längliches Bauwerk aus Blocksteinen, das vom Ufer her in ein Fliessgewässer gebaut wird. Dieses Bauwerk dient hauptsächlich dazu, die Strömung gegen die Gewässermitte abzudrängen und das Ufer gegen Erosion zu schützen.
Sohlenbauwerk mit rauer Oberfläche und eher geringem Gefälle.
Lage von unbearbeiteten Steinblöcken (Wuhrsteinen), die mauerwerkartig in die Uferböschung oder Ufersohle gesetzt werden, um diese gegen Erosion zu schützen.
Gesamtheit der in einem Gebiet bestehenden Voraussetzungen für das Entstehen eines gefährlichen Prozesses.
Sperre mit einer oder mehreren grossen Öffnungen, die bei einem Murgang oder stark geschiebeführendem Hochwasser vorwiegend gröberes Geschiebe und Wildholz zurückhält, wovon ein Teil nach dem Ereignis durch kleinere Abflüsse wieder abtransportiert wird.
Maximal mögliche Wassermenge, die in einem Gerinne abfliessen kann, ohne dass das Gewässer über die Ufer tritt.
Bauwerk, in dem ein Gewässer unter einem Verkehrsweg, Damm oder einem anderen Bauwerk hindurchgeleitet wird.
Online-Berechnungsprogramm des BAFU zur Bestimmung der Wirtschaftlichkeit von Schutzmassnahmen gegen Naturgefahren.
Wahrscheinlichkeit, dass ein Ereignis bestimmter Grösse innerhalb einer definierten Zeitspanne genau einmal stattfindet.
Abgegrenztes Gebiet, aus dem sämtliches Wasser einem bestimmten Ort zufliesst.
Bauwerk, das dazu dient, überschüssiges Wasser abzuführen.
Die Ereignisanalyse ist Bestandteil der Gefahrenanalyse und beinhaltet die Identifizierung und Lokalisierung der erwiesenen Gefahren. Normal: historische Ereignisse aufarbeiten und interpretieren.
Im Rahmen von Unwettern: Zusatzprodukt zur Ereignisdokumentation im Rahmen der StorMe Erhebung.
Qualitative und quantitative Beschreibung eines kürzlich abgelaufenen Naturereignisses.
Identifikation von Art und Ort der gefährdeten Objekte (Personen, Sachwerte) sowie ihrer zeitlichen und örtlichen Präsenz (Expositionssituationen).
Eine Expositionssituation wird charakterisiert durch eine bestimmte Dauer und durch die Anzahl exponierter Personen und mobiler Objekte im Untersuchungsgebiet. Typischerweise werden Expositionssituationen in eine Grund- und Sondersituation unterteilt.
Grundsituation: ist i.d.R. bei Wohnhäusern, Handwerks- und Industriebetrieben, Personen auf Strassen und im Freien anwendbar, wo während des Grossteils der betrachteten Zeiträume eine konstante kleine bis mittlere Anzahl von Personen anwesend ist.
Sondersituation: bilden Fälle ab, in welchen während relativ kurzer Zeit viele bis sehr viele Personen im gefährdeten Bereich anwesend sind. Bsp.: Zugsdurchfahrten, Durchfahrten vollbesetzter Reisebusse auf Strassen, Verkehrsstau auf der Strasse, Durchmarsch grösserer Wandergruppen, Open-Air- und Sportveranstaltung mit Hunderten oder sogar Tausenden Personen, Schulhäuser, Ferienheime, Hotels, Kirchen etc.
Ereignis, welches im Rahmen des EHQ-Szenarios beschrieben wird. Die Wiederkehrperiode des EHQ wird für Wasserprozesse mit 1000 Jahren und für die gravitativen Gefahren mit > 300 Jahren festgelegt. Das entsprechende Szenario dient zur Ermittlung der in der Gefahrenkarte gelb-weiss schraffierten Fläche.
Senkrechter Abstand zwischen dem Bemessungswasserspiegel und der Oberkante des Ufers oder eines Wasserbauwerks. Es kann aber auch die Unterkante einer Brücke als Messpunkt dienen.
Zustand, Umstand oder Vorgang, aus dem ein Schaden für Personen, Umwelt und/oder Sachwerte entstehen kann.
Verfahren, das dazu dient, mögliche Gefahren zu identifizieren und zu lokalisieren sowie Art, Ausdehnung und Grad der Gefährdung zu bestimmen. Die Gefahrenanalyse besteht aus der Ereignisanalyse und der Wirkungsanalyse. Das Produkt der Gefahrenanalyse ist die Bildung von Szenarien. I.d.R. werden Szenarien mit Wiederkehrperioden von 30, 100 und 300 Jahren sowie ein Extremereignis (EHQ) festgelegt. Gelegentlich werden auch häufigere Szenarien (< 30 Jahre) beschrieben.
Karte, die nach wissenschaftlichen Kriterien erstellt wird und innerhalb eines Untersuchungsperimeters detaillierte Aussagen macht über die Gefahrenart, die Gefahrenstufe und die räumliche Ausdehnung der gefährlichen Prozesse.
Summe aller Naturgefahren im betrachteten Untersuchungsperimeter.
Gefahr, die sich ganz konkret auf eine bestimmte Situation oder ein bestimmtes Objekt bezieht.
Bauwerk zum Auffangen von Geschiebe.
Landschaftsraum, der das Gerinne und gewässernahe Bereiche, welche in direkter Beziehung zum Gewässer stehen, umfasst.
Höhe der Kosten für Schutzmassnahmen, die eine Gesellschaft maximal bereit ist zu investieren, um Schäden (z.B. Todesfälle) zu verhindern.
Die Grenzkosten für einen verhinderten Todesfall werden in der Schweiz für den Bereich Naturgefahren auf 5 Mio. Franken festgelegt. Bewertet wird nicht das Leben an sich sondern die Bereitschaft und finanzielle Möglichkeit Todesfälle zu verhindern. Dies entspricht dem Grenzkostenkonzept nachdem Investitionen bis zu einem best. Grenzbetrag als verhältnismässig angesehen werden.
Wahrscheinlichkeit eines gewählten Szenarios mit einer oberen und einer unteren Grenze. Die Häufigkeit eines Szenarios 30-100 Jahre berechnet sich daher aus:
Mit Steinen und Erdmaterial gefüllte Holzkastenkonstruktion, die für Gewässerverbauungen und Hangfusssicherungen verwendet wird.
Gewässer- oder Hangverbau mit lebenden pflanzlichen Baustoffen (zum Beispiel ausschlagfähigen Hölzern, Jungpflanzen, Gras).
Physikalische Grösse eines Naturprozesses. Die Angabe der Intensität erfolgt in drei Stufen (stark, mittel und schwach, siehe Empfehlungen BAFU).
Die Karte zeigt die räumliche Ausdehnung eines Naturereignisses mit einer bestimmten Wiederkehrdauer respektive Jährlichkeit. Auf der Karte sind die verschiedenen Intensitätsstufen unterschiedlich aufgeführt.
Einmalige Kosten, die zur Erstellung bzw. Einrichtung von Schutzmassnahmen aufgewendet werden müssen.
Wahrscheinlichkeit p, in der ein Ereignis bestimmter Wiederkehrdauer T statistisch im Durchschnitt einmal erreicht oder überschritten wird.
Konstruktive Massnahme zur Vermeidung von örtlich begrenzten, durch Strömungsvorgänge verursachten Vertiefungen in der Gewässersohle.
Gesamtheit aller anfallenden Kosten über die Lebensdauer einer Massnahme.
Die Massnahmenkosten beinhalten folgende Elemente: Investitions-, Betriebs-, Unterhalts- und Rückbaukosten. Die Massnahmenkosten werden mit dem Zinssatz für Bundesobligationen diskontiert (2%) und als jährliche Kosten (CHF/Jahr = CHF/a) angegeben.
Verhältnis zwischen Massnahmenkosten und dem erreichten Nutzen resp. erreichter Risikoreduktion. In EconoMe wird die Verhinderung von Schäden (als Summe von monetarisierten Todesfällen und Sachschäden) als alleiniger Nutzen definiert.
Verhältnis zwischen Massnahmenkosten und erreichter Risikoreduktion in CHF pro physischer Einheit (z.B. Franken pro verhinderten Todesfall).
Die Lebensdauer beschreibt die Funktionsdauer (volle Wirksamkeit) einer Schutzmassnahme.
Natürlicher Prozess, bestimmt durch Art, Dauer, Intensität und räumliche Ausdehnung.
Sämtliche Vorgänge in der Natur, die für Personen, Umwelt und Sachwerte schädlich sein können.
Der Nutzen einer Massnahme entspricht der Risikoreduktion, welche dadurch erzielt werden kann. Der Nutzen beinhaltet monetarisierte Risiken von Personen und Sachwerten und wird in Franken pro Jahr ausgedrückt.
Schutz eines Objektes (Gebäude oder Anlage) durch bauliche Massnahmen.
Gesamtheit der Schäden an Personen. Das Schadenausmass von Personen wird in EconoMe 1.0 mit einem Wert von 5 Millionen Franken beziffert (Grenzkosten zur Verhinderung eines Todesfalls durch ein Ereignis).
Ein mit groben Blöcken ausgebautes Gerinne, welches dadurch eine hohe Rauigkeit aufweist.
Nach der Realisierung aller notwendigen Sicherheitsmassnahmen (bezüglich eines gewählten Szenarios) noch verbleibendes Risiko. Dieses setzt sich zusammen aus bewusst akzeptierten Risiken und falsch beurteilten oder nicht erkannten Risiken.
Grösse und Wahrscheinlichkeit eines möglichen Schadens (R = p x A, Häufigkeit p multipliziert mit dem Schadenausmass A). Das Risiko wird als individuelles und als kollektives Risiko charakterisiert.
Systematisches Verfahren, um ein Risiko hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines Naturereignisses (Gefahrenanalyse), der Präsenzwahrscheinlichkeit (Expositionsanalyse) und des Schadenausmasses (Konsequenzenanalyse) zu charakterisieren und zu quantifizieren. Die Risikoanalyse beantwortet damit die Frage «Was kann passieren?»
Die Risikobewertung ermittelt auf der Basis der festgelegten Schutzziele und der berechneten individuellen und kollektiven Risiken die vorhandenen Schutzdefizite unter Berücksichtigung sozio- ökonomischer Aspekte, der Risikoaversion und des Freiwilligkeitsgrades. Sie beantwortet damit die Frage «Was darf passieren?»
Die Risikoreduktion ist die Differenz von Ausgangsrisiko minus dem verbleibenden Restrisiko nach ausgeführten Schutzmassnahmen.
Sachwerte beziehen sich auf mobile und immobile materielle Güter jeglicher Art (Gebäude, Infrastrukturanlagen, Fahrzeuge etc.), welchen ein monetärer Sachwert zugewiesen werden kann.
Negativ bewertete und unerwünschte Folge einer Handlung, eines Ereignisses oder eines Vorgangs.
Grösse eines Schadens in Bezug auf seine Ausdehnung, den Grad der Zerstörung und die damit verbundenen Folgen für Mensch und Umwelt.
Schadenbilder sind voneinander unabhängige, repräsentative Auswirkungen gefährlicher Ereignisse zur Ermittlung der Risiken.
Grösse des maximal möglichen Schadens im Untersuchungsgebiet, der durch ein Naturereignis oder eine Handlung ausgelöst werden kann, entspricht häufig dem Gesamtwert von exponierten Personen und Sachwerten (Totalschaden).
Massnahme zur Reduktion des Risikos von Personen und Sachwerten.
Ein Schutzwald ist ein Wald, bei dem der Schutz vor Naturgefahren im Vordergrund steht. Andere Waldfunktionen (Wohlfahrt, Nutzung) haben dort eine geringere Bedeutung.
Unter einem Schutzziel wird die Festlegung von Grenzwerten für die Sicherheitsanstrengungen verstanden. Damit wird das akzeptierte Risikoniveau verankert und Risiken lassen sich an verschiedenen Orten und für verschiedene Naturgefahren vergleichen.
Für individuelle Risiken werden Grenzwerte festgelegt, die normativ festlegen, welche Todesfallwahrscheinlichkeit zusätzlich zur natürlichen Sterblichkeit zulässig ist. Diese Grenzwerte richten sich nach der Freiwilligkeit des eingegangenen Risikos.
Seitlicher Teil einer Sperre, der gegenüber der Abflusssektion erhöht ist.
Reihe mehrerer aufeinanderfolgender Sperren
Eine Spundwand besteht aus einzelnen Stahlprofilen, die in den Boden gerammt oder gerüttelt werden und so eine Abdichtungsfunktion wahrnehmen können. Spundwände können im Hochwasserschutz verwendet werden, um beispielsweise das Durchsickern eines Dammes zu verhindern.
Datenbank (Ereigniskataster) des BAFU zur Dokumentierung von Naturereignissen einschliesslich deren Prozessräume und Auswirkungen.
Festes Wehr, das in der Regel parallel, selten auch schräg zur Fliessrichtung angeordnet ist. Übersteigt der Wasserstand des Flusses die Wehrhöhe, wird Wasser über die Wehrkante seitlich in ein Entlastungsgerinne oder Rückhaltebecken geleitet.
Hypothetischer Ereignisablauf eines Gefahrenprozesses.
Meist unterhalb eines Querwerks gelegenes Becken, in dem überschüssige Bewegungsenergie des Wassers schadlos abgebaut wird. Mit dieser Massnahme können Gewässersohle und Ufer vor Erosion geschützt werden.
Ein Ereignis, das die Dimensionierungsgrösse übersteigt und durch einen Überlastkorridor abgeleitet werden muss.
Abflusskorridor, welcher im Hochwasserfall zur Entlastung der Gewässer dient.
Jährliche Kosten, die dem Betreiber/Eigentümer einer Schutzmassnahme durch den Unterhalt laufend und die Reparaturen periodisch entstehen.
Klar abgegrenzter Ausschnitt eines Raumes (geschlossenes Polygon), der in der Risikoanalyse berücksichtigt wird.
Gewässer, das einen oder mehrere Zuflüsse aufnimmt.
Zeitspanne T in Jahren, in der ein Ereignis eine bestimmte Grösse (z.B. Anrisshöhe, Kubatur, Niederschlagsmenge) statistisch im Durchschnitt einmal erreicht oder überschreitet. Siehe Jährlichkeit.
Kleineres natürliches Fliessgewässer mit streckenweise grossem Gefälle, rasch und stark wechselndem Abfluss und zeitweise hoher Feststoffführung.
Gebrauchs- und Schutztauglichkeit einer Massnahme gegenüber der Einwirkung eines Naturprozesses (z.B. Lawine einer bestimmten Kubatur wird durch einen Schutzdamm aufgefangen).
In der Wirkungsanalyse werden die Intensitäten der massgebenden Szenarien bestimmt und in Form von Intensitätskarten festgehalten. Die Wirkungsanalyse ist Bestandteil der Gefahrenanalyse.
Flüelistrasse 3, 6061 Sarnen
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