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Reppisch
(Kt. Zürich,
Bez. Affoltern
und Zürich).
700-385 m. Linksseitiger Nebenfluss der
Limmat, in die er unterhalb
Dietikon
mündet. Als Quelle ist der
Krebsbach zu betrachten, der am
W.-Hang des
Albis beim
Weiler
Teufenbach in etwa 700 m entspringt.
Er bildet den
Türlersee (s. diesen Art.) und fliesst von da an unter dem Namen
Reppisch in engem Thal erst nordwärts, dann
nw. und zuletzt wieder n., um nach 24 km langem
Lauf bei
Dietikon in 385 m zu münden. Das Einzugsgebiet
umfasst 69 km2, und die Wasserführung schwankt zwischen dem Minimum 0,3 m3 und dem Maximum 190 m3. Die
Reppisch
ist von oberhalb
Dietikon bis zur Mündung korrigiert und wird von einem Teil der industriellen Betriebe
Dietikon's als Triebkraft benutzt.
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Eigentümlich ist die Geschichte dieses Flusses. Er existiert nämlich erst seit der letzten Vergletscherung. Vorher flossen die vielen Bäche vom Albis herunter alle gegen W. und vereinigten sich zu dem Flüsschen Jonen, das damals in dem breiten Thal Affoltern-Hedingen-Birmensdorf-Urdorf nach N. ging und etwa oberhalb Dietikon in die Limmat mündete. Während der letzten Eiszeit wurde dieser alte Thallauf durch die Endmoränen der östl. Zunge des Reussgletschers zerstückelt: Der äusserste Wall (in diesem Thal) schloss das Stück n. von Oberurdorf ab, so dass es zu einem Trockenthal ohne Fluss wurde.
Der zweite Wall geht s. Birmensdorf und der dritte bei Bonstetten quer durch das alte Jonenthal. Dieser
letztere wies die Jonen aus ihrem alten Thal hinaus, worauf sie sich ein neues Bett nach W. einschnitt, um nun seither der Reuss
zuzufliessen. Gleichzeitig entstand nun die
Reppisch. Der Reussgletscher lagerte nämlich seine Seitenmoräne an den W.-Hang
des Albis und zwang dadurch alle vom Albis kommenden Bäche, diesem entlang nach N. zu fliessen. Die
Reppisch
schnitt sich bei dem bedeutenden Gefälle bald tief in die Unterlage der Moränen, in die Molasse, ein.
Bei Wettswil, wo die rechte Seitenmoräne in die erwähnte zweite Endmoräne übergeht, musste sie sich nach W. wenden, wodurch
sie in das alte Jonenthal kam. Aber sie konnte ihm nicht weiter folgen, da die nördlichste erste Endmoräne
den Ausgang verbarrikadierte. Sie wendete sich deshalb noch weiter nach W. und benutzte die erste flache Lücke zum Durchbruch
nach N., nämlich die zwischen dem Honert und dem Herrenberg. Auch hier schnitt sie sich rasch ein tiefes
Thal in die Molasse. So besteht also das Thal der
Reppisch aus drei verschiedenen Stücken: a) dem Oberlauf in einem
jungen, engen Thal, an dessen Abhängen infolge der Vertiefung der Thalsohle Nachrutschungen häufig sind, b) dem
breiten Thalkessel von Birmensdorf, der quer aus dem alten Jonenthal herausgeschnitten ist und c) dem
jungen, schluchtenähnlichen Unterlauf bis nach Dietikon, der ebensolche Rutschungen zeigt, wie der Oberlauf.
Darnach richten sich auch die Siedelungen. Das einzige grosse Dorf im Thal ist Birmensdorf (Dietikon liegt schon in der Ebene des Limmatthales), sonst finden sich nur kleine Weiler und Einzelhöfe. Zahlreich sind die Mühlen und kleineren Fabriken, die von dem raschen Flüsschen getrieben werden; aber ein Zentrum für grosse Industrie ist nirgends vorhanden, ausser am Ausgang bei Dietikon. Vergl. Wettstein, Alex. Geologie von Zürich und Umgebung. Zürich 1885.