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Die Interamerikanische Entwicklungsbank (IDB) ist die wichtigste multilaterale Finanzierungsquelle für Entwicklungsprojekte in Lateinamerika und in der Karibik. Ihr Ziel ist die Reduktion von Armut, die Bekämpfung von sozialen Ungleichheiten und die Förderung nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung in der Region. Die Schweiz ist aktives Mitglied der Führungsgremien der IDB und realisiert mit ihr zusammen Entwicklungsprojekte.
Die Interamerikanische Entwicklungsbank – IDB
Die IDB als wichtigste multilaterale Finanzierungsquelle in Lateinamerika und in der Karibik (LAK) bietet den Ländern der Region Unterstützung durch Kreditlinien oder nicht-rückzahlbare Zuschüsse an. Politikdialog mit Partnerregierungen und Austausch von Expertise sind weitere Instrumente der IDB.
Die gesamte IDB-Gruppe umfasst zudem die folgenden Institutionen:
- IDB Invest (frühere «Interamerikanische Investitionsgesellschaft - IIC»): Unterstützung insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen.
- IDB Lab: Förderung von neuen, innovativen Ansätzen in kleinen und mittleren Unternehmen mit Potenzial für eine Ausweitung auf die gesamte IDB-Gruppe.
Die Region
Lateinamerika und die Karibik stellen eine Region von globaler Bedeutung dar. Sie weisen ein erhebliches wirtschaftliches Potenzial und natürliche Ressourcen auf. Gleichzeitig sind die Länder der Region geprägt von politischen Entwicklungen, welche in der Vergangenheit oft zu innerstaatlichen Auseinandersetzungen und damit zu Fragilität geführt haben. Nachdem die Armut vor der Corona-Krise zurückgegangen war, führte die Pandemie in den Jahren 2020/21 zu Rückschlägen in der Grundbildung, auf dem Arbeitsmarkt und im Zugang zu Dienstleistungen. Der Klimawandel und die damit verbundenen Naturereignisse stellen ernst zu nehmende Risiken dar. Nicht zuletzt ist die Region charakterisiert durch grosse Migrationsbewegungen, welche die aufnehmenden Länder vor enorme Herausforderungen stellen.
Ziele der IDB-Gruppe
- Armut und soziale Ungleichheit reduzieren
- Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung durch Einbezug des öffentlichen und des privaten Sektors
- Beitrag zur Bewältigung des Klimawandels durch Förderung erneuerbarer Energien, ökologischer Nachhaltigkeit und der Biodiversität.
Bedeutung der IDB
Besonders in Ländern mit tiefen Einkommen und hoher Verschuldung sind die günstigen Kredite einer Entwicklungsbank begehrt. Die IDB-Gruppe setzt bei der Umsetzung auf Dialog mit nationalen oder lokalen Behörden und auf Fachaustausch, um die nationalen Politiken und die regionale Umsetzung mitzugestalten. So können beispielsweise Dienstleistungen und Infrastrukturen zum Nutzen aller Bevölkerungsgruppen auf- und ausgebaut werden.
IDB auf einen Blick
Gegründet: 1959
Hauptsitz: Washington D.C., USA
Präsident: Ilan Goldfajn (Nationalität Brasilien & Israel)
Mitgliedsländer: 48, in 14 Stimmrechtsgruppen eingeteilt
Empfängerländer: 26 (Länder Lateinamerikas und der Karibik)
Schweizer Beitritt: 1975
Schweizer Vertretung: Mitglied einer Stimmrechtsgruppe, welche aus sieben Ländern besteht und einen Sitz im Verwaltungsrat hat.
Engagement der Schweiz in der IDB
Die Schweiz ist Aktionärin der IDB und mit Belgien, China, Deutschland, Israel, Italien und den Niederlanden in einer Stimmrechtsgruppe. Als Mitgliedsland beteiligt sie sich aktiv an den Entscheidungen des Verwaltungsrats und kommt dadurch ihrer Aufsichtsfunktion als Aktionärin nach. Die Schweiz setzt sich für Qualität und Nachhaltigkeit der Entwicklungsvorhaben der IDB ein und legt Wert auf eine solide Finanzbasis der Entwicklungsbank.
Zusätzlich zur institutionellen Zusammenarbeit im Verwaltungsrat arbeiten die Schweiz und die IDB operationell zusammen. Die Schweiz konzentriert sich insbesondere auf folgende Ziele:
- Unterstützung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung durch Stärkung des Privatsektors (SDG 8, 9), beispielsweise mittels Engagements in einer Berufsbildungsinitiative der IDB
- Unterstützung von regionalen Initiativen, z. B. im Bereich Migration oder Schutz der Ökosysteme im Amazonasbecken (SDG 8, 12, 13, 14)
- Unterstützung der IDB-Gruppe bei der Armutsreduktion, mit besonderem Augenmerk auf Ungleichheit, Fragilität und Geschlechterfragen (SDG 1, 5, 10).
Die aktuelle Strategie der internationalen Zusammenarbeit der Schweiz (2020–2024) sieht einen Ausstieg aus der zwischenstaatlichen (bilateralen) Zusammenarbeit in der Region LAK vor, um die finanziellen Mittel der DEZA vermehrt auf andere Weltregionen mit grösserem Entwicklungsbedarf zu konzentrieren.
Umso wichtiger bleibt die multilaterale Zusammenarbeit mit Entwicklungsbanken wie der IDB oder der Weltbank. Diese ergänzen Entwicklungsprogramme, welche von Geberländern, Nichtregierungsorganisationen oder anderen multilateralen Organisationen oder Programmen durchgeführt werden. Zu letzteren gehören insbesondere die Fonds und Programme der Vereinten Nationen.
Im Nachgang der Covid-19-Krise sind in der Region LAK verstärkte Anstrengungen nötig, um Ungleichheiten zu reduzieren, benachteiligten Bevölkerungsgruppen soziale und wirtschaftliche Entwicklung zu ermöglichen und den Privatsektor zu unterstützen. Die drängenden Probleme des Klimawandels zwingen alle Beteiligten zu umfassenden Anstrengungen, um klimaresistente Entwicklung (SDG 13) zu ermöglichen.