Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03354.jsonl.gz/1436

Bereits seit Jahren vermutet man, dass es einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und einem Krebsrisiko gibt. Nun wurde in einer grossen Meta-Analyse von zirka 20 Studien der Zusammenhang deutlich nachgewiesen.
Die Resultate dieser Untersuchung wurden kürzlich in The Lancet, einem renommierten medizinischen Fachblatt, veröffentlicht. Der Unterschied mit früheren Untersuchungen besteht darin, dass neben retrospektiven Untersuchungen seit ungefähr 20 Jahren nun auch prospektive Untersuchungen durch geführt werden. Zuerst werden alle relevante Daten der Teilnehmer erfasst und danach folgt man diesen über einige Jahre: Man schaut also voraus. In Bezug auf Krebs handelt es sich um eine längere Untersuchungsperiode, da Krebs sich über einen längeren Zeitraum entwickelt.
Die Entwicklung von der Krebszelle zum Tumor
Krebs entsteht mit der ersten Krebszelle. Diese wird durch das Immunsystem nicht abgestossen, sondern überlebt, teilt sich und kann zu einem Krebsgeschwulst heranwachsen. Es kann 5-15 Jahre dauern, bevor ein Tumor 1 oder 2 cm gross ist und mit den heutzutage zur Verfügung stehenden medizinischen Techniken diagnostiziert werden kann.
Die Resultate von 20 Studien
Die oben genannte Analyse umfasst alle Ergebnisse von 20 prospektiven Untersuchungen mit mehr als 250.000 Teilnehmern. Die Schlussfolgerungen sind:
- Es besteht für eine Anzahl Krebssorten ein linearer Zusammenhang zwischen Übergewicht und Krebs risiko.
- Das Krebsrisiko nimmt entsprechend dem Übergewicht zu.
- Dieses erhöhte Risiko gilt nicht nur für Brust-, Dickdarm- und Nierenkrebs, sondern auch für Leukämie, Non-Hodgkin Lymphom, Schilddrüsen-, Speiseröhren-, Gebärmutterhals-, Gallenblasen- und Hautkrebs.
- Es scheint Unterschiede zwischen den Geschlechtern und diversen Krebssorten und Übergewicht zu geben.
- Die Zusammenhänge scheinen nicht nur für Europäer zutreffend zu sein, sondern auch für Bewohner anderer Kontinente wie zum Beispiel Asien und Australien.
Warum erhöht Übergewicht das Krebsrisiko?
Man vermutet, dass Übergewicht eine Veränderung im Fettstoffwechsel und damit in diversen Hormonhaushalten verursacht. Der Stoffwechsel anderer Zellen wird angegriffen, was die Zellen empfi ndlicher macht.
Ratschlag
Gesundheit ist lebenswichtig! Sie können Ihre Gesundheit aktiv fördern mit ausgewogener und massvoller Ernährung, täglicher Bewegung und einem Körpergewicht, das sich in Grenzen hält. Damit können Sie das Krebsrisiko erheblich verringern.
Berechnen Sie Ihren Body Mass Index (BMI)
Der BMI zeigt an, ob Sie an Übergewicht leiden. BMI = Körpergewicht: (Körpergrösse in m)2. Beispiel: Ihr Körpergewicht beträgt 53 kg und Sie Sind 1,62 m groß, also ist Ihr BMI = 53:1,622 = 20,2.
Einteilung des BMI bei Erwachsenen im Alter von 18-70 Jahren
|BMI (kg/m2||Gewichtsklasse||Risiko|
|<18,5||Untergewicht||Niedrig|
|18,5-24,9||Normalgewicht||Mittel|
|2-29,9||Übergewicht||Erhöht|
|30 und höher||Obesitas||deutlich erhöht|
Risiko = allgemeines Gesundheitsrisiko, u.a. Krebs