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Gabrielle Chanel (Audrey Tautou) wächst mit ihrer Schwester Adrienne (Marie Gillain) Ende des 19. Jahrhunderts in einem Waisenhaus in der französischen Provinz auf. Die Nonnen des katholischen Klosters Aubazine ermöglichen es ihr, den Beruf der Näherin zu lernen, mit dem sie sich bald ein bescheidenes Einkommen verdient. Neben ihrer Arbeit tingelt sie mit Adrienne als Sängerin durch Kneipen und Varietés, wo sie - mehr schlecht als recht - auch den Gassenhauer «Qui qu'a vu Coco?» zum Besten gibt. Ein Übername, der um die Welt gehen wird, ist geboren.
Bei einem ihrer Auftritte lernt Coco den reichen Erben und Frauenhelden Etienne Balsan (Benoît Poelvoorde) kennen und beschliesst, ihm auf sein Gut zu folgen. Dort beschäftigt sie sich intensiv mit ihrer und Balsans Garderobe, verändert Kleider und Hüte, experimentiert mit Stoffen und Schnitten. Doch als sich herausstellt, dass Balsan sie nur als Bettgespielin will und vor seiner Umgebung versteckt hält, ist Coco nicht gewillt, das Spiel mitzuspielen, und führt sich gleich selber in die feine Gesellschaft ein - in Männerreithosen und Hemdbluse.
Die Geschichte einer Emanzipation
Sie wird zur Modeberaterin der eleganten Damen, denen sie unverblümt zu verstehen gibt, wie eingeengt und unfrei sie mit ihren sperrigen Hüten, aufgeplusterten Roben und eingeschnürten Korsetten doch sind. Ihrem forschen Charme erliegt der englische Industrielle Arthur «Boy» Chapel (Alessandro Nivola), der sie bei der Eröffnung ihres ersten Modehauses in Paris finanziell unterstützt. Coco, die sich geschworen hat, sich nie zu verlieben oder zu heiraten, steht plötzlich zwischen dem rasend eifersüchtigen Balsan und dem zurückhaltenden «Boy», der bereit ist, sie auf Händen zu tragen.
Wie es der Originaltitel - «Coco avant Chanel» - bereits sagt, konzentriert sich die Regisseurin Anne Fontaine in ihrem Film vor allem auf die Person der Gabrielle «Coco» Chanel, bevor diese als Modeschöpferin zur Legende wurde. Sie erzählt darin die Geschichte einer Emanzipation - nicht nur der rebellischen Protagonistin selber, sondern der Frauen im allgemeinen, die durch die bequeme Mode von Chanel neue Freiheiten erlangten. Und sie erzählt eine Dreiecksgeschichte, die von starken Darstellerinnen und Darstellern getragen wird: Audrey Tautou gibt die Heldin als stolze, eigensinnige und rebellische Frau, die ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen lebt, was zu Beginn des 20. Jahrhunderts alles andere als eine Selbstverständlichkeit war und sie immer wieder in Schwierigkeiten brachte; der Belgier Benoît Poelvoorde («Rien à déclarer») brilliert als wunderbar süffisanter und cholerischer Lebemann; Alessandro Nivola als sanfter «Boy» vervollständigt das Trio.
SRF zwei zeigt «Coco Chanel - Der Beginn einer Leidenschaft» im Rahmen der «SRF Fashion Week».
Sendeplatz
Dienstagnacht, 22. September 2015, um 01:10 Uhr auf SRF 1