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Anfang April haben Astronomen ein grosses Projekt in Angriff genommen: die Beobachtung von KIC 8462852 AKA, genannt “Tabbys Stern” (benannt nach Tabetha Boyajian, der Hauptautorin der Veröffentlichung vom September 2015) oder “Where´s the flux”, kurz: WTF Stern (Ja, so nannten ihn die Astronomen absichtlich.)
Tabbys Stern ist ein Hauptreihenstern der Spektralklasse F im Sternbild Schwan, etwa 454 Parsec (1480 Lichtjahre) von der Erde entfernt. Er wurde im Programm “Planet Hunter” beachtet, in dem Laienwissenschaftler mit blossem Auge und Dateien des Kepler-Teleskops Planeten finden können, die ausserhalb unseres Sonnensystems sind. Die Helligkeit eines Sterns nimmt bei einem Transitvorgang ab, das heisst, wenn ein Himmelskörper zwischen der Erde und einem Stern vorbeizieht. Man stellt die Helligkeit als Y-Achse und die Zeit als X-Achse dar; so bekommt man die Helligkeitskurve und kann somit mehr Details über diesen Himmelskörper erfahren.
Die Helligkeitskurve von Tabbys Stern ist nun im Vergleich zu anderen Sternen ziemlich eigenartig: Die Helligkeit reduzierte sich innerhalb des Tages 792 um 16%, und betrug später wieder rund 100%. Am Tag 1518 gab es nochmal eine Reduzierung um 9% und am nächsten Tag sogar um 22%. Im Vergleich: Jupiter kann bei diesem Stern die Helligkeit nur um 1% reduzieren. Das heisst, entweder hat das verdunkelnde Objekt ungefähr den halben Radius des Sterns oder es gibt kleine Objekte, die in riesigen Mengen um ihn kreisen.
Von der Spektralklasse dieses Sterns weiss man, dass er kein veränderlicher Stern ist. Das bedeutet, die Helligkeitsänderungen entstehen nicht eigenständig, sondern durch äussere Einflüsse. Astronomen stellten bis jetzt folgende Therorien auf:
- Akkretionsscheibe eines jungen Sterns: Wenn der Stern jünger ist, als was seine Rotationsgeschwindigkeit anzeigt, so könnte es sein, dass Stoffe der Formung noch um den Stern kreisen. Aber Infrarotteleskope von der NASA haben keine Anzeichen von solchen Stoffen gefunden.
- Planetentrümmerfeld: Wenn mehrere grosse Planeten miteinander kollidieren, so entstehen warmer Staub und Infrarotstrahlung, aber in der Spektralenergiedistribution haben die Astronomen keine übermässige Infrarotenergie gefunden.
- Kometenwolken: Wenn Kometenwolken wegen der Gravitation von einem Stern bis in die Nähe dieses Sterns gezogen werden, so kann das zu einer Helligkeitsreduzierung führen. Aber diese Vorstellung ist ziemlich unrealistisch, weil es kaum möglich ist, dass die Helligkeit deswegen um 22% abnimmt.
- Alien Megastruktur: Diese Struktur ist in der Vorstellung der Astronomen der wirkliche Grund für die Helligkeitsreduzierung. Wie zum Beispiel eine Dyson-Sphäre. Solch eine Sphäre besteht aus einer grossen Zahl von Solarkollektoren, die den Stern umkreisen. Deswegen wird diese Vorstellung gerne von den Medien propagiert. Dazu vergleichen die Astronomen Tabbys Stern auch mit KIC 4150611, der auch eine eigenartige Helligkeitskurve hat. Am Schluss wird aber bewiesen, dass es ein 5-Sternesystem ist.
Die Forschungsgruppe von Tabetha Boyajian hat am 1. April ihre Beobachtungen fortgesetzt. Jetzt beantragen sie, das Hubble-Weltraumteleskop benutzen zu dürfen. Weitere Informationen und sogar einige der neusten Dateien kann man auf folgender Webseite finden: wherestheflux.com/
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