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Der Tourismus auf den Bahamas boomte und war auf Kurs, Rekordzahlen im Bereich Tourismus für das laufende Jahr hinzulegen. Doch dann kam Hurrikan «Dorian» und traf auf die Karibikinseln. Vor allem die Insel Grand Bahama und die Abaco-Inseln wurden hart getroffen und die dortigen Hotels sowie Ferienhäuser weitgehend zerstört. Über 50 Menschen verloren durch die Naturkatastrophe ihr Leben. Die weltweite Betroffenheit und Solidarität ist riesig.
Rund 160 Kilometer entfernt, auf Paradise Island, wo unter anderem das weltbekannte Atlantis Resort steht, war vom schweren Sturm kaum etwas zu spüren. Ebenfalls nicht betroffen ist die Hauptstadt Nassau. So müssen die Bahamas gleich zwei Herausforderungen gleichzeitig bewältigen: Touristen davon überzeugen, weiterhin in das Land zu reisen, ohne das Leid auf den betroffenen Inseln zu verharmlosen.
«Alle Spenden sind willkommen, aber sie können uns auch sehr helfen, indem sie weiterhin die Inseln der Bahamas in den unbeschädigten Gebieten besuchen. Wir sind offen für den Tourismus», sagte Ellison Thompson, die stellvertretende Generaldirektorin des Tourismus und Flugministeriums der Bahamas, gegenüber «Orlando Sentinel». Dass der Tourismus auf dem Inselstaat weitergehen muss, kommt nicht von ungefähr, denn es ist der wichtigste Wirtschaftszweig des Landes. Die Hälfte des jährlichen Bruttoinlandsprodukts wird durch die Tourismuseinnahmen generiert, in Zahlen ausgedrückt sind das umgerechnet etwa 5,6 Milliarden Franken.
Nicht betroffene Gebiete können problemlos bereist werden
Wie das Tourismusministerium der Bahamas offiziell bestätigte, sind sämtliche Hotels und Resorts auf den Inseln Abaco und Grand Bahama geschlossen. Zusammen verfügen diese über rund 3000 Hotelzimmer, was 19 Prozent der insgesamt 16'000 Zimmer auf den Bahamas ausmacht, wie Frank Comito, CEO des Karibischen Hotel- und Tourismusverbandes, festhält. Ausserdem sind über 600 Ferienwohnungen über Airbnb auf den Inseln registriert und über das Cruise-Terminal sind im letzten Jahr rund 670'000 Besucher angereist.
Die Reederei Carnival Cruise Line gab Anfang des Jahres bekannt, an einem Hafenentwicklungsprojekt in Grand Bahama interessiert zu sein – dies sei noch immer der Fall. Voraussichtlich soll dieses 2021 fertiggestellt werden und rund 1000 Arbeitsplätze schaffen und die Wirtschaft ankurbeln. Wenn Reisende weiterhin die unbeschädigten Inseln besuchen, schafft dies nicht nur Arbeitsplätze für Hotelangestellte, die wegen der Zerstörung versetzt werden sondern bringt auch dringend benötigtes Geld in den Iselstaat.
Bahamas Premierminister Hubert Minnis äusserte sich kürzlich wie folgt: «Eine der besten Möglichkeiten, wie Menschen auf der ganzen Welt ihre Unterstützung und Solidarität zeigen können ist es, unsere anderen Inseln per Flugzeug oder Kreuzfahrtschiff zu besuchen». Denn der Wiederaufbau von Häusern, Geschäften und Versorgungsnetzen werden von Pallab Mozumder, einem Umweltökonom der Florida International University, auf umgerechnet rund 14 bis 24 Milliarden Franken geschätzt und dürfte laut seiner Annahme rund fünf Jahre dauern.