Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/206860

<h2>SubmittedText<h2><p>Laut "Tages-Anzeiger" tragen 85 Prozent der deutschen Schweinebauern den multiresistenten Krankheitserreger MRSA CC398 auf sich. Damit können Erreger in Spitäler und Pflegeheime eingeschleppt werden und andere Patienten gefährden. Diverse europäische Länder bestätigen erste Todesfälle.</p><p>Ich bitte den Bundesrat zu beantworten, ob diese Meldung korrekt ist und wie die Situation in der Schweiz ausschaut.</p><p>Gibt es weitere resistente Erreger aus der Landwirtschaft, die sich auf Menschen übertragen können?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) können beim Menschen und bei vielen Nutz- und Heimtieren nachgewiesen werden. In Deutschland wurde tatsächlich nachgewiesen, dass bei 77 bis 86 Prozent der beruflich exponierten Landwirte eine Besiedlung mit nutztierassoziierten MRSA vorliegt. In der Schweiz wurde 2017 in einer Studie mit 156 Schweizer Bauern und Bäuerinnen bei nur 5,1 Prozent eine Besiedlung festgestellt. Im Gegensatz zu Deutschland beschränkte sich diese Studie aber nicht nur auf Landwirte, die in Anlagen mit MRSA-positiven Schweinen tätig sind. Eine reine Besiedlung mit diesen MRSA-Keimen führt dabei zu keiner Krankheit, und für die betroffenen Personen ergeben sich keinerlei direkte gesundheitliche Konsequenzen. Um der Verschleppung dieser Keime in Spitälern vorzubeugen, wird Landwirtinnen und Landwirten und ihren Familien, Tierärztinnen und Tierärzten sowie Schlachthofmitarbeitenden empfohlen, bei einem allfälligen Spitaleintritt die behandelnde Ärzteschaft zu informieren, dass ein beruflicher Kontakt zu Schweinen besteht. Andere nutztierassoziierte resistente Keime spielen bis anhin in Bezug auf die Ausbreitung von multiresistenten Erregern in Spitälern eine untergeordnete Rolle.</p>