Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03352.jsonl.gz/1434

Der in New Haven, Conneticut, geborene Künstler lebt und arbeitet in Los Angeles. Als Assistent von Gregory Markopoulos und durch den Beistand seines Mentors Stan Brakhage erlangte der amerikanische Filmemacher Owen Land unter seinem Geburtsnamen George Landow in den 60er und 70er Jahren schnell eine gewisse Berühmtheit innerhalb der Filmgemeinde.
Seine Arbeiten gelten als Vorreiter des Strukturellen Films, und Land zählt neben Filmemachern wie Michael Snow, Hollis Frampton und Paul Sharits zu den Protagonisten dieser Bewegung. P. Adams Sitney beschrieb als erster die stilistischen Merkmale des Strukturellen Films: Feste Kameraeinstellung, Flicker-Effekt, Endlosschleifen und jedwede mechanische Verfahren wie Abfilmen, Schmelzen oder Zerkratzen. Dabei ist der Strukturelle Film mehr eine Haltung als eine Stilfrage. Wie auch in der damaligen Konzeptkunst, der Performance, der Minimal- und Prozesskunst war es für die Filmemacher von Interesse, Wahrnehmungsbedingungen zu verändern und mit dem Materialcharakter ihres Mediums zu experimentieren.
Der Apparat, das Zelluloid, Bild und Ton, sowie die Präsentationsbedingungen wurden verändert und befragt. Film verliess zunehmend die Blackbox des Kinosaals, um sich hin zur Installation innerhalb des Galerieraums zu entwickeln. Land betont seine Ausbildung als Maler und seine formalen Anspielungen auf diese Gattung, wie zum Beispiel auf den Abstrakten Expressionismus im Film in Which There Appear Edge Lettering, Sprocket Holes, Dirt Particles, Etc. (1965-1966). P. Adams Sitney attestierte Land, „einige der radikalsten, superrealistischsten und eindringlichsten Bilder des Kinos erschaffen zu haben.” Aber Owen Land distanzierte sich nach diesen frühen formalen Experimenten schnell vom Strukturellen Film, da es ihm nach eigener Aussage an Sujets fehlte.
Bereits 1976 sprach Land von dem Vorhaben, einen autobiographischen Spielfilm zu drehen. Heute führt er die Idee jedoch auf den Filmkritiker P. Adams Sitney zurück, der in seinen Schriften die Themen der Mythopie und der Autobiographie als typisch für den Avantgardefilm betrachtete. Also beschloss Land seine Parodie der Avantgarde zu einer autobiographischen Mythopie zu machen. Dialogues, or A Waist Is A Terrible Thing To Mind (2007-2009) besteht aus kurzen Episoden, in welchen Land mit einer gesunden Dosis Ironie und einer furchtlosen Haltung allen Schicklichkeiten gegenüber (seien sie politisch, sexuell, politisch oder filmisch) Themen wie Tantra, Theologie, Philosophie und Kunstkritik in Form des Platonischen Dialogs behandelt. Nach eigener Aussage konzentriert sich Dialogues auf Ereignisse aus Lands Leben im Jahre 1985, als er nach einem Japanaufenthalt nach Los Angeles zurückkehrte. Es sei eine Zeit der Einkehr hinsichtlich seiner Beziehungen zu Frauen (und Stripperinnen) gewesen. Rückblenden führen in die für Land prägenden 60er Jahren, „als wir die Sexuelle Revolution gewannen.” Der Film konnte dank finanzieller Beiträge der Kunsthalle Bern 2009 fertiggestellt werden und wurde in einer grossangelegten Einzelausstellung zu Owen Land im gleichen Jahr in Bern präsentiert. J. S. (Julia Strebelow) und J. R. (Julian Reidy)