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Randglaziale Sedimente
Südwestlich der aktuellen Stirn lagerte der Rhonegletscher in den letzten paar Jahren (vor 2007) bemerkenswerte randglaziale Sedimente ab. Im Gelände fallen sie durch die helle Farbe, wulstartige Strukturen und feine Körnung des Materials auf.
Randglaziale Sedimente SW der Stirn des Rhonegletschers. Die Formen der Hügel weist auf Sedimentaufnahme am Gletscherbett, Deformation im Gletscherinnern und unregelmässige Deposition durch ungleichförmige Ablation hin.
Feiner, weisse Sand deutet auf Ablagerung in einem randglazialen See hin; er überlagert Kies (Deltaschüttungen). Wallförmige Strukturen bilden rezente Gletscherstände ab. Blickrichtung Norden, der Gletscher ist rechts ausserhalb des Bildes.
Kleine Rutschungen in den feinkörnigen Sedimenten erinnern stark an Formen, wie sie im Lee von Sanddünen zu beobachten sind.
Säuerling (Oxyria digyna) als Pionierpflanze auf dem feinkörnigen Sediment. Der helle Sand besteht hauptsächlich aus Quarz- und Feldspatkörnern.
Alpen-Leinkraut (Linaria alpina) als weitere Pionierpflanze auf lockerem Substrat.
Eine kraterähnliche Vertiefung zeigt, dass im Untergrund Toteis liegt, abschmilzt und Sand nachrutscht. Links oben entstand ein Spaltenmuster durch Dehnung der Sedimente.
Rutschung der Sedimente in der Falllinie führte zu ihrer Dehnung und Spaltenbildung (oben im Bild) sowie Stauchung und dementoprechend kleinen Überschiebungen (unten).
Rezente Terrassenbildungen am Rand des älteren randglazialen Sees zeigen dessen früheren Pegelstand an. Nach Absinken der Seeoberfläche erodierte der kleine Bach einen kleinen Graben in die Terrassen (Mitte).
In den feinkörnigen Seeablagerungen haben Pegelschwankungen des aktuellen Sees markante Strandlinien verursacht. Hinten überschobenes, weitgehend stagnierendes Eis (Foto M. Hambrey, 3.9.2007).
Detailaufnahme der Strandlinien; dahinter Schmelzwassersee mit feinen Schwebestoffen. Die Pegelschwankungen gehen auf ungleichmässigen subglazialen oder englaziealen Abfluss des Sees zurück (Foto M. Hambrey, 3.9.2007).
Detail vom Gletscherrand: Im grobkristallinen, bläulichen Eis ist eine Scherflächee erkennbar, entlang derer basales Eis mit viel Moränenmaterial vom Gletscherbett hoch befördert wurde (Foto M. Hambrey, 3.9.2007).
Ein Querschnitt durch sandige Seeablagerungen zeigt deutliche Faltenstrukturen, welche auf Kompression durch das Gletschereis hinweisen (Bild kontrastverstärkt, Foto M. Hambrey, 3.9.2007).
|Fotos Jürg Alean, 27. und 28. August 2007|