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Herbert Klopfer ist 80 Jahre alt. Im Atelier seiner Eltern im Zürcher Seefeld hat er eine Lehre als Vergolder gemacht. Nach Stationen in Paris und Genf eröffnete er vor 40 Jahren ein Atelier in der Stadt St.Gallen.
Der vermeintliche Einbrecher
In seinem Beruf erlebte er viel: Bei der Restauration in der Reha-Klinik wurde er mit einem Arzt verwechselt, weil er ebenfalls einen weissen Kittel trug; bei der Restauration des Frauenklosters Appenzell bekam er von den Nonnen Stumpen, die eigentlich für den Bischof vorgesehen waren; und bei Arbeiten in der Nothelferkapelle in Engelberg wurde er beinahe verhaftet, weil er nachts arbeitete und die Polizei dachte, er sei ein Einbrecher.
Ein echter Tizian
Ein spezielles Erlebnis ist in besonderer Erinnerung geblieben. In den 50er-Jahren musste er bei einem Bild Mass nehmen. Beim Waschen des Bildes löste sich plötzlich die Farbe ab. Unter dem mittelmässigen Bild kam ein echter Tizian zum Vorschein, ein Bild des italienischen Künstlers aus dem 16. Jahrhundert.
Ende Jahr geht Herbert Klopfer in Pension. Für sein Atelier hat er keinen Nachfolger gefunden.