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Metallfläche des Zapfens die Geschwindigkeit desselben selbst angenommen hat. Auch der Druck in den einzelnen Ringen ändert sich. Der specifische Druck im Scheitel des Zapfens oder, allgemeiner ausgedrückt, in der Mantellinie, durch welche die Resultirende der Kräfte hindurchgeht, erweist sich bei normal zur Kraftlinie geschnittenen Schalen mehr als doppelt so gross als der mittlere Druck, während der Druck nach den Seiten hin stetig bis auf die Festigkeit der Flüssigkeit selbst abnimmt. Tower hatte am Anfange seiner Versuche gefunden (s. weiter oben), dass es möglich sei, den Flüssigkeitsdruck, welchen das Oel in einem Lager an irgend einer Stelle erleidet, zu messen. Er führte nun die Versuche nach dieser Richtung hin weiter durch, und zwar sind die Versuche mit einem Zapfen ausgeführt worden, welcher dem für die Reibungsversuche benutzten gleicht.) Der Zapfen hatte 102" Dmr. und war 152,4mm lang. Die Schale umfasste den Zapfen wiederum nicht ganz halb, und betrug die Sehne des Berührungsbogens 99" (vgl. Fig. 10 und 1 1). Es wurden drei 6,5" weite Löcher von der einen Stirnseite her in die Schale gebohrt, welche etwas über die
Hannoverscher Bezirksverein: Neuere Versuche zur Bestimmung der Zapfenreibung. 841
Benutzt man diese Zahlenwerte als Ordinaten, so erhält man die in den Figuren wiedergegebenen Druckcurven. Wie man sieht, liegt der grösste Druck hinter der Mittellinie inbezug auf die Bewegungsrichtung, und der Druck in den gleichliegenden Oeffnungen ist auf der Hinterseite bedeutend grösser als auf der Vorderseite. Der grösste aus diesen Curven abgeleitete Druck beträgt 46”5/" oder das 1,92fache des mittleren.
Ermittelt man aus allen Curven die Summe aller Verticaldrücke, so erhält man 36238, also eine Grösse, welche innerhalb der zulässigen Beobachtungsfehler liegt und für gewissenhafte Beobachtung bürgt. »
Um ein gutes Einlaufen des Lagers an den Zapfen zu erzielen, legte man zuerst ein schwereres Gewicht auf, als
dasjenige war, mit welchem die Versuche ausgeführt werden
sollten. Hierbei fand man, dass die Drucke sich unmittelbar wie die Belastungen änderten. Am Ende der Versuchsreihe wurde die Geschwindigkeit verringert; der Druck an den einzelnen Stellen blieb fast genau derselbe. Das angewendete Oel war ein schweres Erdöl; der Zapfen tauchte wiederum mit der unteren Seite in das Oel. Nachdem die soeben beschriebenen Druckversuche beendet waren, wurde die Umlaufsgeschwindigkeit von 150 auf 20 Umdr. vermindert (von 0,807 auf 0,108" in 1 Sekunde), und nun wurden wiederum wie früher die Versuche mit den verschiedensten Gewichtsbelastungen durchgeführt. Hierbei hatten sich Zapfen und Lager so gut eingelaufen, dass nach dem Anhalten des Zapfens sich der Flüssigkeitsdruck an den einzelnen Stellen ziemlich langsam verminderte; in einem Falle bedurfte es z. B. fast /2 Stunde, um den Druck von 42ks/aem auf 0 herabzubringen. Die Reibung hatte wiederum fast genau dieselbe Grösse wie die bei den früheren Versuchen mit derselben Oelsorte gefundenen. Die beobachteten Werte sind in folgender UeberSicht zusammengestellt.
Es sei an dieser Stelle noch einmal darauf hingewiesen, dass diese geringen - Werte nur für den vollkommen durch Oelbad geschmierten Zapfen gelten, und dass sie sich für die üblichen Schmierweisen entsprechend erhöhen. Tower ist sich dessen wohl bewusst gewesen und hat deshalb über diese Wertverhältnisse die weiter oben mitgeteilten Versuche angestellt. » - » Zu ähnlich geringen Werten für den Reibungscoëfficienten wie Tower gelangt Marcel Deprez, welcher dieselben nach Comptes rendus, 1884 Bd. 94 S. 861 folgendermassen ableitet. Deprez liess eine Dynamomaschine, deren Trommelgewicht (3500*5) und Trägheitsmoment er ermittelt hatte, in Gang bringen; sobald eine bestimmte Umdrehungszahl erreicht war, wurde der Riemen abgeworfen und nun die Verzögerung beobachtet, welche die Trommel erfuhr. Hieraus lässt sich dann der Reibungscoéfficient berechnen. Deprez fand, dass bei einer Verminderung der Geschwindigkeit von 550 auf 145 Umdr. in 1 Minute, was einer Verminderung der Umfangsgeschwindigkeit von 1,73 auf 0,455" in 1 Sekunde entspricht, der Reibungscoéfficient sich von 0,025 auf 0,005 verringerte; von 145 bis 120 Umdr. (0,455 bis 0,375" in 1 Sekunde) bleibt der Coëfficient fast unverändert und wächst bei noch geringeren Geschwindigkeiten von neuem rasch an, was mit den früheren Versuchen (Dingler's polyt. Journal 1885, 255, 129) übereinstimmt.
In der daran schliessenden Besprechung bezweifelt Hr. Rühlmann die Zuverlässigkeit der Tower'schen Versuche, weil sie zu wesentlich abweichen von denen eines Rennie, Morin usw. Ferner erinnert er an einen zwischen Weisbach und Brix 1837 bis 1840 geführten Streit, indem letzterer zur Ermittlung der Reibung eines Tragzapfens den Druck in einem beliebigen Punkte der Lagerschale radial und tangential zerlegte, während ersterer radiale und hori
deutscher Ingenieure.
Zum Schluss erwähnt er als Kabinetstück einen Ziegelstein aus Stoekener Thon, der auf einer Hälfte gefrittet, auf der anderen schlecht gebrannt in etwa 60 Teile je fünfseitiger gleichmässiger Säulen zerfallen ist und so die Basaltbildung in kleinem Massstabe zeigt.
Eingegangen 20. Juli 1885. Bezirksverein an der niederen Ruhr.
Versammlung am 14. Juni 1885 in der »Loge« zu Duisburg. – Vorsitzender: i. V. Hr. A. Arntzen. Schriftführer: Hr. L. Backhaus. Anwesend etwa 65 Mitglieder und Gäste.
(Schluss von Seite 825)
Es ist oft äusserst schwierig und erfordert ein gründliches praktisches Studium, die richtige Auswahl der zu jedem bestimmten Zwecke sich gerade eignende Steinsorte zu treffen. Jedenfalls ist es anzuraten, sich bei der Anschaffung von feuerfestem Material nicht allein durch die Preisfrage leiten zu lassen, denn gerade hier gilt, mehr als anderswo, der Satz: »Das billigste ist oft das teuerste, und das beste in der Regel das billigste.« «Da die verschiedenen Qualitätsbezeichnungen für feuerfeste Materialien oft sehr missbraucht werden, und ausserdem eine streng begrenzte Norm für die einzelnen Sorten nicht vorhanden ist, so ist die Wahl oft äusserst schwierig zu treffen. Bei den heutigen so ungünstigen Industrieverhältnissen wird wohl jeder Fabrikant bestrebt sein, für einen bestimmten Preis ein möglichst gutes Product herzustellen. Ein Herabdrücken der Preise wird daher oft eine Verschlechterung der Qualität herbeiführen müssen. Von der Haltbarkeit der Oefen hängt oft die Lebensfähigkeit mancher Fabriksanlagen ab; auch ist die Durchführbarkeit und der gewinnbringende Betrieb verschiedener neuer Ofenconstructionen nur dann möglich, wenn ein geeignetes haltbares Steinmaterial zur Verfügung steht. Die Anforderungen, die man an feuerfeste Steine stellt, sind von Jahr zu Jahr gestiegen. Manches Material, das vor 20 bis 30 Jahren geschätzt war, ist bei den gesteigerten Hitzegraden unserer neuen Gasheizungen nicht mehr zu verwenden. Wie aus meinen ersten Ausführungen hervorgeht, haben die verschiedenen feuerfesten Materialien oft sehr von einander abweichende Zusammensetzungen und verschiedene Eigen
schaften. Derselbe Stein, der sich an der einen Stelle einer
Feuerungsanlage bewährt, hält vielleicht an einer anderen garnicht. «. Es gehört eine gründliche wissenschaftliche Prüfung der
Rohmaterialien und ein mit Sachkenntnis durchgeführtes ein
gehendes Studium der bei den verschiedenen Feuerungsanlagen sich geltend machenden Einflüsse dazu, um für all die verschiedenen Beanspruchungen geeignete Steine anzufertigen. Die deutsche Chamotteindustrie ist noch jung, aber doch kann dieselbe mit Stolz und Befriedigung auf die Erfolge blicken, welche sie bis jetzt errungen. Wir können uns nicht rühmen, so günstige örtliche Verhältnisse zu haben, wie die Engländer, die ja in fast jeder Beziehung von der Natur so äusserst vorteilhaft bedacht worden sind; dennoch ist es den deutschen Fabriken gelungen, durch sorgfältige, auf wissenschaftlicher Grundlage beruhende Fabrikation und beste Ausnutzung technischer Hilfsmittel ein dem englischen Fabrikate gleichwertiges Product zu liefern, ja die englischen Erzeugnisse oft weit zu übertreffen. Unser deutsches Vaterland ist sehr reich an wertvollen Rohmaterialen, welche den höchsten Ansprüchen für feuerfeste Zwecke vollständig genügen; es ist allerdings nötig, dieselben streng sachgemäss unter Berücksichtigung der verschiedenen Anforderungen zu verwerten. Ehe ich über die in den verschiedenen Oefen erforderlichen Qualitäten spreche, möchte ich erst einige allgemeine Bemerkungen über die Ausführung feuerfesten Mauerwerkes machen. Dasselbe wird teils aus Normalsteinen, teils aus Formstücken hergestellt. Um ein starkes Behauen der Steine unnötig zu machen und ein solides Mauerwerk mit engen Fugen zu erhalten, ist es jedenfalls zweckmässig, bei allen schwierigeren Bauanlagen besondere Formsteine anzuwenden. Bei der Construction ist aber jedenfalls darauf Rücksicht zu nehmen, dass die Abmessungen der einzelnen Formsteine nicht
Band XXIX. No. 43. 24. October 1885.
zu gross genommen werden. Ein zu grosser Stein bietet bei der Anfertigung ziemliche Schwierigkeiten; er lässt sich schwer herstellen, trocknet ungleichmässig, lässt sich in rohem Zustande nicht leicht transportiren und, was die Hauptsache ist: er wird meist nicht bis in die innersten Teile so genügend durchgebrannt, wie es regelrecht geschehen sollte. Ausserdem ist zu berücksichtigen, dass ein aus kleinen Steinen hergestelltes Mauerwerk elastischer ist und die durch die Temperaturschwankungen hervorgerufenen Volumenveränderungen leichter vertragen kann, als ein aus übermässig grossen Stücken bestehendes. Den oft unvermeidlichen Rissen wird der Platz dabei in den Fugen angewiesen, wo dieselben weniger gefährlich werden und der Festigkeit des Mauerwerkes keinen grossen Schaden zufügen. Erhalten grosse Steine infolge der Volumenveränderung bei Temperaturschwankungen Risse, so entstehen dieselben oft an Stellen, wo sie sehr gefährlich werden können. wEs ist sehr wichtig, bei der Vermauerung von Steinen Rücksicht auf die spätere Volumenveränderung zu nehmen; Chamottesteine namentlich, wenn dieselben, wie es zum grossen Nachteile des Abnehmers so oft geschieht, nicht sehr scharf gebrannt sind, werden sehr leicht noch etwas Schwindung zeigen, während Quarzsteine sich in der Hitze ausdehnen. Eine allgemeine Regel ist es, feuerfestes Mauerwerk mit ganz engen Fugen herzustellen. Bei Chamottesteinen ist dieses möglichst scharf durchzuführen. Bei Quarzsteinen ist es nötig, schon bei Herstellung des Mauerwerkes auf die später eintretende Volumenvergrösserung Rücksicht zu nehmen und die Fugen nicht gar zu eng zu machen. Namentlich muss man bei Ausführung eines Gewölbes das spätere Verhalten der Steine im Feuer in Betracht ziehen. Da die untere Seite eines Ofengewölbes stark erhitzt wird, die obere Seite aber in der Regel abgekühlt ist, so wird gerade die untere Partie der Steine die sich durch den Charakter des Steinmateriales ergebende Volumenveränderung durchzumachen haben. Ein jedes Gewölbe soll so ausgeführt werden, dass jeder einzelne Stein in allen seinen Teilen gleichmässig beansprucht wird, dass also der auf jeden Stein wirkende Druck auf die ganze Fugenfläche verteilt wird, nicht aber auf eine Kante allein wirkt. Sehr oft werden stark beanspruchte Gewölbe aus Quarzsteinen in Normalformat ausgeführt, d. h. aus rechtwinkligen Steinen. Da sich dieselben nun schlecht behauen lassen und dieses auch viel Zeit erfordern würde, so hilft sich der Maurer dadurch, dass er unten die Steine dicht an einander stossen lässt und die sich nach oben hin bedeutend erweiternden Fugen einfach mit Mörtel ausfüllt. Wird ein so hergestelltes Gewölbe erhitzt, so geht dasselbe infolge der Ausdehnung der unteren fest gegen einander gepressten Steinpartien in die Höhe, die oberen Fugen treten weit auseinander, und das ganze Gewicht wirkt zuletzt nur auf die unteren Kanten. Eine derartige ungleichmässige Beanspruchung hat zur Folge, dass die unteren Teile der Steine an einzelnen Stellen abgedrückt werden und herunterfallen. Von ziemlicher Bedeutung für die Ausführung von feuerfestem Mauerwerk ist noch die Mörtelfrage. Der Mörtel soll das feuerfeste Mauerwerk verbinden, er soll also bei der herrschenden Temperatur fest werden. Die Qualität, namentlich die Feuerbeständigkeit desselben, muss sich daher nach dem Verwendungszwecke richten. Viele glauben, ein Mörtel sei je feuerfester desto besser, und verwenden selbst für Feuerungsanlagen, die nicht stark beansprucht werden, einen hochfeuerfesten Thonsand von über 90 pCt. gehendem Kieselsäuregehalt. Dieser Mörtel verfehlt dann seinen Zweck; er wird nicht fest, und man hat nur ein aus losen Steinen zusammengefügtes Mauerwerk. Lürmann empfiehlt für feuerfestes Mauerwerk, namentlich für Hochöfen, einen leicht sinternden Mörtel, den er aus Sand, Kalk und Cement herstellt. Ueber die Zweckmässigkeit eines solchen sehr leicht schmelzbaren Mörtels sind die Meinungen noch sehr geteilt. Der Cementmörtel wird allerdings die Hochofensteine an der Aussenseite zu einem äusserst festen geschlossenen Ganzen verbinden, im Innern jedoch bei der herrschenden hohen Temperatur schnell schmelzen und aus den Fugen herausfliessen, wodurch eine Abnutzung der
Ruhr-B.-V.: Die Eigenschaften feuerfester Materialien und deren Verwendung in der metallurgischen Industrie. 843
Steine veranlasst werden muss. Vielleicht ist es zweckmässig, einen Hochofen mit gutem feuerfestem Mörtel zu mauern und nur die äusseren Fugen mit Cementmörtel auszufüllen. «Da sehr oft Fehler bei der Aufbewahrung feuerfester Steine gemacht werden, so möchte ich mir auch darüber einige Bemerkungen erlauben. Chamottesteine, und namentlich Quarzsteine, sind in einem vor den Einflüssen der Witterung geschützten Raume zu lagern. Es ist jedenfalls verkehrt, dieselben, wie gewöhnliche Ziegelsteine, einfach im Freien aufzustellen und lange Zeit liegen zu lassen. Da feuerfeste Steine aus einer nicht geschmolzenen oder gesinterten Masse bestehen, so saugen dieselben begierig Wasser auf, werden dann locker und verwittern. Oefen, welche aus Steinen hergestellt sind, die lange Zeit im Freien gelegen, werden nur kurze Dauer haben.
Nachdem ich so über die Ausführung vom feuerfesten Mauerwerk im allgemeinen gesprochen, wende ich mich zu den Bedürfnissen der einzelnen metallurgischen Industriezweige. Y In erster Linie ist der in den verschiedenen Ofenanlagen zur Ausführung metallurgischer Arbeiten erforderliche Hitzegrad bestimmend für die Auswahl der zu verwendenden Steinqualität. In dieser Beziehung gewähren die Schmelzpunkte der verschiedenen Metalle einen gewissen Anhalt. Die Schmelztemperaturen von Blei, Zinn, Wismuth, Antimon, Magnesium und Aluminium liegen zwischen 330 und 7000 und gebrauchen Ofenanlagen für Gewinnung dieser leicht schmelzbaren Metalle keine Ausmauerung von besonders hervorragend feuerfesten Steinen. Höhere Anforderungen stellt man aber an Steine, welche in der Zink-, Silber-, Gold- und Kupferindustrie verwendet werden; dort steigt der Schmelzpunkt bereits auf 1200°, und es machen sich ausserdem die stark zerstörend wirkenden chemischen Einflüsse geltend. Bei den Ofenanlagen, welche zur Gewinnung von Roheisen, Stahl und Schmiedeisen dienen, steigt die Temperatur bis annähernd 2000°, und können dort selbtverständlich nur Steine von höchster Feuerfestigkeit verwendet werden. Zu denjenigen Feuerungsanlagen, welche keiner übermässig hohen Temperatur ausgesetzt sind, verwendet man zweckdienlich Chamottesteine. Dieselben werden hier in der Regel weit besser halten als Quarzsteine, widerstehen den chemischen Einflüssen mehr und ertragen sich oft wiederholenden Temperaturwechsel, ohne ihre Festigkeit zu verlieren. Betrachten wir zunächst die zur Roheisenindustrie gehörenden Ofenanlagen, also die Koksöfen, Winderhitzungsapparate und Hochöfen. » Bei den Koksöfen finden wir in den verschiedenen Teilen eine sehr verschiedene Beanspruchung des Mauerwerkes. Das Material der Seitenwände hat keine übermässig hohe Temperatur auszuhalten, muss aber möglichst fest sein. Es eignen sich hier am besten recht scharfgebrannte Chamottesteine, denen man eine Beimischung von alten feuerfesten Steinbrocken geben kann. Grösserer Zusatz von Sand und Kies zu den Seitenwandsteinen schadet der Qualität. Er wird auch in der Regel nur dort angewendet, wo ein gedrückter Preis die Anwendung von besseren Materialien nicht gestattet. In den Sohlkanälen der Koksöfen ist die Temperatur eine bedeutend höhere und steigt oft sogar sehr hoch, während die mechanische Festigkeit und auch die Widerstandsfähigkeit gegen Temperaturwechsel in den Hintergrund treten. Hier sind daher am besten Quarzsteine anzuwenden. Steine für Winderhitzungsapparate werden auf Feuerfestigkeit nicht besonders hoch beansprucht, sie müssen aber eine genügende Festigkeit besitzen und sollen, wenn man eine lange Dauer verlangt, keinen grossen Zusatz von Kies oder Sand enthalten. Steine zum Ausmauern eiserner Windleitungsrohre sollen bei möglichst niedrigem specifischem Gewichte eine geringe Wärmeleitungsfähigkeit besitzen. Es eignen sich hierzu vorzüglich Hohlsteine, welche aus einer sehr leichten porösen Masse hergestellt sind. K.* Gehen wir jetzt zu einer für die Roheisengewinnung sehr wichtigen Steinqualität, den Hochofenzustellungen, über, so sehen wir auch hier eine sehr verschiedene Beanspruchung. Die höchste Temperatur finden wir im Gestelle, der Rast und
dem Kohlensacke. Weiter oben im Schacht ist die Temperatur eine geringere, doch treten dort starke mechanische und chemische Einflüsse auf, welche auf das Ofenmaterial zerstörend einwirken. Wenn allerdings bei unregelmässigem Ofengange Oberfeuer eintritt, also der Schmelzpunkt höher heraufrückt, so werden auch die Schachtsteine sehr stark auf ihre Feuerbeständigkeit beansprucht. Der Hochofenschacht ist gerade der Teil, von welchem oft die Dauer des ganzen Ofens abhängt, und es ist jedenfalls ein sehr falscher Grundsatz mancher Fabriken, zu den Schachtsteinen geringere Steinqualitäten zu verwenden als zu den anderen Teilen des Ofens. Bei Gestell und Raststeinen hat man es leichter in der Hand, die Dauer derselben durch geeignete Wasserkühlungen zu verlängern und schadhafte Stellen durch neue Einmauerungen während des Betriebes auszubessern. K « Von grossem Einfluss auf die Haltbarkeit eines Hochofenschachtes ist die abreibende und schleifende Wirkung der niedergehenden Gichten und die chemische Einwirkung der Hochofengase. Wenn diese Gase bei Rotglut mit Eisenoxyd in Berührung gebracht werden, so wird Kohlenoxyd in Kohlenstoff und Kohlensäure zersetzt. Enthalten Hochofensteine Eisenoxyd und sind dieselben noch dazu schwach gebrannt (welche beiden Bedingungen bei den so hoch gerühmten englischen Steinen sehr oft vorhanden sind), so durchdringen die Gase die Steinmasse und scheiden im Inneren derselben Kohlenstoff ab. Die Steine werden dadurch mürbe und bröcklich und eine schnelle Zerstörung des Mauerwerkes ist die unausbleibliche Folge. Das Ofenmaterial des aus Garnkirksteinen hergestellten Ofens der Friedrich-Wilhelms-Hütte zu Mülheim a/Ruhr, welcher nach neunmonatlichem Betriebe 1875 ausgeblasen wurde, hatte an vielen Stellen einen Kohlenstoffgehalt von 24 pCt., war vollständig mürbe und locker und musste nach erst */4jährigem Betrieb, als bereits unbrauchbar, abgebrochen werden. Schon sehr oft hat man schlechte Erfahrungen in Deutschland mit englischen Hochofensteinen gemacht. «Kerpely berichtet von einem 1877 mit schottischen Steinen zugestellten Hochofen in Oberschlesien, der sachverständig betrieben, doch innerhalb fünf Tagen so betriebsunfähig wurde, dass er ausgeblasen werden musste. Die darauf vorgenommene Untersuchung ergab, dass die schlechte, ungenügende Qualität der Steine j alleinige Ursache dieses Vorfalles war. Dieselben waren schwach gebrannt, mürbe und zeigten im Inneren
sind es noch die in den Hochofengasen enthaltenen Alkalien, welche oft einen stark zerstörenden Einfluss auf die feuerfesten Steine ausüben. « s Zu Hochofensteinen verwendet man eine Mischung von hochfeuerfestem Thon und scharfgebranntem Chamotte; Quarzzusatz ist ausgeschlossen. Eine Hauptbedingung, namentlich für die Schachtsteine, ist es, dass dieselben sehr scharf gebrannt werden und ein ganz dichtes geschlossenes Gefüge zeigen, damit ein Durchdringen von Gasen möglichst vermieden werde. Thone, welche viel Schwefelkies enthalten, eignen sich, auch wenn dieselben sehr feuerfest sind, nicht zur Anfertigung von Hochofensteinen. In vielen Werken stellt man die Böden der Hochöfen aus grossen Blöcken von natürlichem Sandsteine, den sogenannten Puddingsteinen, her. Bei Anwendung derselben ist es aber unbedingt nötig, eine ziemlich dicke Lage Chamottesteine darüber zu legen, um ein Abspringen bei der plötzlichen Erhitzung zu vermeiden. Bei den Eisenwalzwerken verwendet man zu Puddel- und Schweissöfen hauptsächlich Quarzsteine in gewöhnlich kleinen Formaten; es haben sich da die deutschen Dinas vorzüglich bewährt. Steine mit noch höherem Kieselsäuregehalte sind zwar feuerfester, ertragen aber kein so schnelles Anheizen oder Abkühlen, wie es in den Walzwerken in der Regel vorgenommen wird. Einen sehr starken Einfluss auf die Dauer der mit directem Feuer geheizten Oefen hat der alkalireiche Aschengehalt der Kohlen, und ist es daher nötig, bei der Composition der Steine darauf Rücksicht zu nehmen; da die in den Quarzsteinen enthaltene Kieselsäure sich sehr leicht mit den
O
Alkalien verbindet und dann ein leichtflüssiges Silicat bildet, welches bei einer viel niedrigeren Temperatur schmilzt als der Stein an und für sich, so können Quarzsteine nur dort
angewendet werden, wo die Kohlen keinen hohen Aschengehalt besitzen. Dieses ist der Fall im rheinisch-westfälischen Kohlenreviere. Aus diesem Grunde nimmt man auf vielen Walzwerken zur Ausmauerung der Feuerungen der mit directem Feuer betriebenen Schweissöfen beste Chamottesteine von höchstem Thonerdegehalt. In der Bessemerstahlfabrikation zur Ausmauerung der Converter verlangt man ein Material, welches nicht schwindet, grosse Hitze verträgt und alle Fugen fest schliesst; es werden daher allgemein Quarzsteine verwendet, die sich, wenn dieselben zweckentsprechend zusammengesetzt und sorgfältig hergestellt sind, auch ganz vorzüglich bewähren. Der am meisten beanspruchte Teil im Converter ist der Boden, der durch die in fortwährender Bewegung befindliche Eisenmasse stark zu leiden hat. . Die Steine im Boden werden aus sich besonders dazu eignenden Quarziten von höchstem Kieselsäuregehalte mit geringem Zusatze bewährten Thones hergestellt. Sie dürfen nicht springen oder abbröckeln, sollen scharf gebrannt sein und dichtes Gefüge besitzen.
In der Gussstahlfabrikation finden wir verschiedene Steinqualitäten in Anwendung; bei Tiegelöfen sind beste Chamottesteine mit hohem Thonerdegehalt in Gebrauch, ebenso in Flammöfen mit directer Feuerung; Quarzsteine würden hier bei dem starken Zuge durch Temperaturwechsel und Flug
asche leicht zerstört werden.
Die höchsten Anforderungen stellt man inbezug auf Feuerbeständigkeit an Steine, welche zu den Siemens-MartinSchmelzöfen Verwendung finden. Es haben sich hier am besten die Kalkdinassteine mit hohem Kieselsäuregehalt und möglichst geringem Kalkzusatze bewährt.
Ich habe Ihnen, m. H., im vorhergehenden einen Ueberblick über den jetzigen Stand der Chamotteindustrie gegeben und Ihnen die Materialien beschrieben, welche angewendet werden, um die zu metallurgischen Zwecken dienenden Oefen zuzustellen. Diese Materialien genügen zur Zeit bei der jetzigen Construction der Feuerungsanlagen den Ansprüchen und entsprechen den in den Oefen erzeugten Hitzegraden. Jede Vervollkommnung in der Construction der Feuerungsanlagen, durch welche die Entwickelung höherer Temperaturen erreicht wird, wird auch ihren Wiederhall in der Verbesserung feuerfester Materialien finden. Ein ähnlicher Wettstreit, wie sich zwischen Kanonen und Panzerplatten entspann in der Weise, dass auf jede Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Geschütze eine Verstärkung der Panzerplatten erfolgte, besteht zwischen der Verbesserung der Feuerungsanlagen und der Fabrikation feuerfester Steine. Wenn die metallurgische Industrie durch neue Feuerungssysteme in die Lage versetzt wird, bei weit höheren Temperaturen, als die jetzt angewendeten, zu arbeiten, so wird auch die Chamotteindustrie nicht zurückbleiben, sondern neue, bis jetzt noch wenig angewendete Stoffe in den Bereich ihrer Fabrikation ziehen und dann auch
den bis aufs höchste gesteigerten Anforderungen genügeleisten.«
In der an diesen Vortrag sich schliessenden Besprechung fragt Hr. Blumendeller, ob man vergleichende Versuchsresultate zwischen englischen und deutschen Dinassteinen habe, namentlich solcher Steine, die im Martinofen Verwendung finden. Hr. Weynen teilt mit, dass er schon lange deutsche Dinassteine im Zinkofen benutze und sehr zufrieden damit sei, und Hr. Büttgenbach, dass aus einer deutschen Thongräberei von einer Stelle 900 Waggon Thon nach Amerika versandt worden seien, ein Beweis, dass das deutsche Material, wenn auch sehr hoch im Preise, dem englischen gleich komme. Hr. Wahlkampf betont die grossen Fortschritte der deutschen Fabriken feuerfester Materialien; die Firma Scheidhauer & Giessing habe ihm Steine für den Schweissofen geliefert, die bis doppelt so viel ausgehalten hätten als anderwärts bezogene. Er glaube jedoch nicht, dass es der deutschen Fabrikation bis jetzt gelungen sei, in Dinassteinen für den Martinofen ein dem englischen gleiches Material herzustellen. Er hoffe das beste von der Zukunft und, dass es den deutschen Fabriken unter dem Schutze des Eingangszolles gelingen möge, die englische Concurrenz zu besiegen.
Es folgt die Beratung und Beschlussfassung über die Resolution des Hannoverschen und des Niederrheinischen Bezirksvereines bezüglich der Berechtigung der Realgymnasien als alleiniger Vorbildungsanstalten für technische Hochschulen.
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Patent bericht.
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Hr. Hollenberg als Berichterstatter verliest die Anträge der genannten Bezirksvereine und teilt dann die von ihm und Hrn. Dr. Closterhalfen gemäss den Beschlüssen der Commission aufgestellte Resolution mit, lautend:
»Der Bezirksverein an der niederen Ruhr lehnt es ab, hinsichtlich der Zulassung zu den technischen Hochschulen einer bestimmten Gattung von höheren Unterrichtsanstalten den Vorzug zuzusprechen oder gar für eine derselben ein ausschliessliches Privilegium zu befürworten.«
Nachdem der Berichterstatter gebeten, diese schon lange verhandelte Frage mit möglichster Sachlichkeit und Unbefangenheit zu besprechen, damit die friedlichen, bisher fast nur wissenschaftliche Ziele verfolgenden Versammlungen des Ingenieurvereines nicht zum Tummelplatz des Kampfes zwischen Gymnasium und Realgymnasium gemacht werden, führt er etwa folgendes aus: Es bedürfe wohl keiner weiteren Erörterung, dass ein reichlich bemessenes Mass allgemeiner Bildung für den in den Ingenieurstand tretenden jungen Mann erforderlich sei; und seien die hierhin zielenden Forderungen, um dem Stande die ihm gebührende sociale Stellung zu erwerben und zu sichern, nicht niedriger zu stellen, als für jeden anderen gebildeten Stand. Ueber die Art und Weise dieser Vorbildung, ob sie auf klassischer oder moderner Sprachbildung als Grundlage oder auf Grundlage mathematischer und naturwissenschaftlicher Kenntnisse sich aufbaue, darüber sei zur Zeit bei dem heftigen grundsätzlichen Kampfe der angedeuteten Richtungen eine Klärung kaum abzusehen, und bleibe dies vorläufig eine Sache persönlicher Neigung. Für den Ingenieurverein sei es ratsam, diesem mehr subjectiven Kampf abwartend gegenüber zu stehen und auf dem bisher verfolgten Wege fortzuschreiten. Die Fortschritte der letzten 50 Jahre seien in technischer Hinsicht so gewaltig und ihr Einfluss auf die Cultur
ein so durchschlagender, dass sich diesem Strome gegenüber ver
altete Anschauungen ja ohne unser unmittelbares Zuthun nicht würden halten können. Man könne dies dem läuternden Feuer der Praxis und des praktischen Lebens überlassen, in welchem die Mitglieder des Ingenieurvereines als Männer der That den massgebenden Einfluss ausüben. -
Was nun die Vorbildung betreffe, so sei zu unterscheiden, ob Eintritt in den Staats- oder Privatdienst beabsichtigt werde. Für ersteres werde die Vorbildung regierungsseitig bestimmt, während für letzteres der Ingenieurverein ein vorwiegendes Interesse habe. Da nun das Bedürfnis der Gewerbe ein sehr vielseitiges sei, so sei ein Studium einer Specialität auf der Hochschule nicht durchführbar, und die industriellen Interessenten müssen sich begnügen, von der Hochschule Leute mit allgemeiner technischer Ausbildung zu erhalten, welche auf Grund derselben mit den Specialfächern desto rascher fertig werden. Zum Verständnis der Vorträge an den Hochschulen sei nun allerdings eine gute sprachliche Ausbildung erforderlich, Gewandtheit im Erfassen und Festhalten des Vorgetragenen. Vor allen Dingen und in erster Reihe sei aber eine tüchtige Uebung und Fertigkeit in der gewerblichen Sprache erforderlich; diese sei das Zeichnen und die dadurch erworbene Uebung in der Vorstellung der Körperwelt sowie die Fertigkeit, Gesetze der Mathematik (graphische Methoden) aus Zeichnung zu lesen und darzustellen. Jede Vorbildung, welche das Zeichnen vernachlässige, sei als minderwertig für die Zwecke der Vorbereitung zur Hochschule anzusehen. Und welch vorzügliches Bildungsmittel das Zeichnen sei, das haben die technischen Schulen längst erkannt und in der erfolgreichsten Weise ausgenutzt. Für diesen Teil des Unterrichtes fehle leider in den massgebenden Kreisen der vorbildenden Schulen meistens jedes Verständnis, und es sei eine Hauptaufgabe des Vereines deutscher Ingenieure, zu bewirken, dass hier Wandel geschafft werde.
In zweiter Reihe seien die mathematischen und naturwissenschaftlichen Kenntnisse als Grundlage allen technischen Wissens und Fortschrittes von Bedeutung, und erst in dritter Reihe ständen
die Sprachen.
Sehe man ab von der unter den Philologen noch streitigen Frage, ob den alten- oder den neuen Sprachen der Vorzug der formalen Bildung zu geben sei, so sei für den Ingenieurstand als solchen diejenige sprachliche Bildung vorzuziehen, welche das Verständnis der technischen Litteratur eröffne. Dies können aber nur die französische und mehr noch die englische Sprache sein, da die technische Litteratur in letzter Sprache wohl unübertroffen dastehe. Der Berichterstatter erörtert nun noch nach einem dem Zehmeschen Programme entnommenen, sehr übersichtlichen Diagramme die Lehrpläne des Gymnasiums, des Realgymnasiums, der Oberrealschule und der Gewerbeschule (Bürgerschule mit Fachklassen). Er hebt die Vorteile der Oberrealschule und der Gewerbeschule hervor und macht noch besonders darauf aufmerksam, dass der Cursus der letzteren nur 8jährig sei, während die übrigen Schulen einen 9jährigen Cursus beanspruchen. Wenn trotzdem die obige Fassung der Resolution vorgeschlagen werde, so geschehe dies teils aus dem Grunde, die Versammlungen des Bezirksvereines von Polemik frei zu halten, teils weil eine Härte darin liege, gewisse Schulen, ganz besonders aber die Oberrealschulen und Gewerbeschulen, auszuschliessen. Es bleibe den Hochschulen. freigestellt, auch an die Gymnasiasten die Anforderung der Fertigkeit im Zeichnen und Nachweis derselben behufs Aufnahme zu stellen. Unter allen Umständen sei es aber wünschenswert, dass die bisherige Freiheit in der Wahl der Vorbildung nicht durch weiteres Reglementiren beschränkt werde, wie dies der Antrag des niederrheinischen Bezirksvereines bewirken würde. Er empfehle deshalb die Resolution zur Annahme. „“ Hierauf nimmt Hr. Dr. Closterhalfen als Correferent das Wort und behandelt das Thema in demselben Sinne wie der Vorredner. Besonders sucht derselbe zu beweisen, dass es namentlich mit den mathematischen Kenntnissen der Gymnasiasten gar nicht so schlecht bestellt sei, wie angenommen worden, und legt zu diesem Zweck eine Anzahl Schülerarbeiten zur Ansicht vor. Er tritt warm für die Gymnasien ein und empfiehlt schliesslich ebenfalls die unveränderte Annahme der Resolution. An diese beiden Berichte schliesst sich eine lebhafte Besprechung, an der sich namentlich die Herren Quedenfeld, Brockhoff, Horn, Schilling, Arntzen, Bischoff, Carlier, Seifert und die Berichterstatter beteiligen. -Hr. Quedenfeld tritt lebhaft für die Realgymnasien ein, findet
den Antrag sehr scharf und hält es nicht für folgerichtig, den
genannten Antrag einzubringen, nachdem der Berichterstatter anerkannt habe, dass die Vorbildung auf den Gymnasien ungenügend sei. Namentlich sei nicht einzusehen, warum man nicht die Folgerungen eines Ausspruches des Geheimrates Dr. Wehren pfennig ziehe, der die Vorbildung durch die Gymnasien zum Besuche der technischen Hochschulen für ungenügend erklärt habe. Hr. Dr. Closterhalfen beruft sich auf den amtlichen Lehrplan des Jahres 1882, welcher die mathematische Vorbildung der Gymnasien zum Besuche der technischen Hochschulen für ausreichend erkläre. Hr. Bischoff vertritt den Standpunkt der Gleichberechtigung von Gymnasium und Realgymnasium. Er wünscht für beide Anstalten Gleichberechtigung zum Besuche der Universitäten und technischen Hochschulen. Hr. Horn schliesst sich keiner der beiden Strömungen an. Er hält das Ganze für ein angenehmes theoretisches Experiment in den Verhandlungen des Vereines und masst sich kein entscheidendes Urteil an. Die grössten Techniker früherer Zeit seien aus einer Periode entstammt, wo unsere Polytechniken noch nicht die heutige Bedeutung hatten, und doch hätten sie ausserordentliches geleistet. Er wünscht keine ausgedehntere Reglementirung und ist deshalb für den Antrag der Commission, also für freie Ausbildung der Techniker. Der éÄ aller weiteren Ausführungen ist fast immer der, dass man wohl die Ausbildung auf den Realgymnasien für die zweckentsprechendste halte, jedoch keine besondere Bevorzugung der einen oder anderen Lehranstalt wünsche. Dem entsprechend gestaltet sich auch die Abstimmung, indem der Antrag HollenbergClosterhalfen mit grosser Mehrheit angenommen wird.