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Pater Joseph Dietrich (Johann Ludwig) war am 11. November 1645 in Rapperswil als Sohn von Johann Peter Dietrich, des damaligen Stadtschreibers und späteren Schultheissen von Rapperswil, und der Maria Magdalena Breny geboren worden. Die Vorfahren väterlicherseits stammten aus Bregenz (A), mütterlicherseits gehörte er in die Rapperswiler Goldschmiedefamilien Breny und Domeisen. Vermutlich war unser Tagebuch-Verfasser das achte von zehn Kindern. Die Familie gehörte zur Oberschicht der Stadt und legte Wert auf eine gute Ausbildung, denn neben weltlichen Berufen wie Lehrer, Stadtschreiber und Goldschmied haben drei Kinder eine geistliche Laufbahn beschritten, so unser Diarist im Kloster Einsiedeln und zwei der fünf Töchter, die beide Äbtissinnen wurden, nämlich Maria Caecilia im Zisterzienserinnenkloster Magdenau (SG), und Maria Elisabeth im Zisterzienserinnenkloster Tänikon (TG). Auch für das Chronikschreiben lassen sich familiäre Parallelen belegen. So verfasste schon der Grossvater Johann Breny (1584(?)-1662) eine Chronik, später schrieb der Vater Dietrichs einen Bericht über die Belagerung Rapperswils von 1656 und auch die Äbtissin Maria Elisabeth in Tänikon verfasste eine Klosterchronik.
Am 21. Januar 1662 legte Joseph Dietrich in Einsiedeln die Profess ab und wurde am 17. November 1669 zum Priester geweiht. Im Laufe seines Klosterlebens besetzte er mehrere Klosterämter, so war er Direktor der Stiftsdrucker, Brüderinstruktor, Küchenmeister, Statthalter in Einsiedeln ab 1681, später Statthalter in Eschenz und Pfäffikon sowie Beichtiger im Kloster Fahr. Daneben spielte er Orgel und komponierte zahlreiche Werke. 1692 gehörte er sogar zum engeren Kreis der Kandidaten für die Abtswahl und darf somit zum inneren, gut informierten Zirkel des Klosters gezählt werden. Er führte das Einsiedler Klostertagebuch, das mit dem Amtsantritt von Abt Augustin II. Reding im Jahr 1670 von Pater Friedrich Helmlin begonnen worden war, ab 1671, mit kurzen Unterbrüchen, bis wenige Tage vor seinem Tod am 5. April 1704.
Das Manuskript umfasst 18 Bände mit gut 12’000 Seiten. Dietrichs Schriftbild zeigt überwiegend sorgfältige und deutlich gebildete Ausformungen und ist deshalb meist unproblematisch zu entziffern, zudem ist der Erhaltungszustand des Manuskriptes sehr gut. Nur vereinzelt hindern Flecken, Risse und Löcher ein zuverlässiges Entziffern, was im textkritischen Apparat entsprechend vermerkt wird. Zudem ist jederzeit eine Kontrolle der Transkription durch die Benutzenden möglich, denn die technischen Möglichkeiten des Online-Edierens erlauben das Beifügen einer Originalkopie samt Lupenfunktion.
Abbildung aller 18 Bände des Tagebuchs. Im linken Regalabschnitt sind die zwölf Bände aufgereiht, welche im Kloster Einsiedeln entstanden sind, und rechts diejenigen, die in den Aussenstationen Freudenfels, Pfäffikon (SZ) und im Kloster Fahr verfasst worden waren.