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Der frühkindliche Autismus, auch Kanner-Syndrom genannt:
Er führt zu einer vielfältigen Art von Auffälligkeiten, besonders in der Entwicklung, im Sozialverhalten, in der Wahrnehmung und der Kommunikation.
Oft entwickeln sich die Kinder bereits in den ersten Lebensmonaten auffällig.
In anderen Fällen verläuft die frühkindliche Entwicklung anfangs scheinbar normal, Auffälligkeiten werden zum Teil erst im zweiten oder dritten Lebensjahr sichtbar.
Weiter gibt es den Verlauf, dass es nach einer anfangs scheinbar normalen Entwicklung erst im zweiten oder dritten Lebensjahr zu einem Verlust der bereits erworbenen sozialen und kommunikativen Fähigkeiten kommt.
Fasst man die beiden international anerkannten Klassifikationssysteme ICD-10 und DSM-IV zusammen, erkennt man folgende übereinstimmende Merkmale:
- qualitative Beeinträchtigungen wechselseitiger sozialer Aktionen
- qualitative Beeinträchtigung der Kommunikation
- eingeschränkte Interessen und stereotype Verhaltensmuster
- Beginn der Erkrankung vor dem dritten Lebensjahr
Abkapselung
Ein Merkmal des frühkindlichen Autismus ist u.a. die Abkapselung von den Mitmenschen. Die Zuwendung zur Primärperson, die für dieses Alter typisch ist, weist deutliche Störungen auf. Der Affekt ist indifferent, die emotionale Schwingungsfähigkeit herabgesetzt. Im direkten Kontakt ist ein verminderter Blickkontakt feststellbar. Für manche autistische Menschen ist es kaum möglich, eine Beziehung zu Personen aufzubauen. Andere zeigen Interesse am Sozialkontakt, leiden dann aber oft darunter, dass sie aufgrund ihrer Probleme im Sozialverhalten bei anderen Menschen anecken und ausgegrenzt werden.
Veränderungsangst
Teils reagieren autistische Menschen mit Angst- und Panikzuständen, wenn sich etwas nur geringfügig im geregelten Tagesablauf verändert oder Erwartungen (z.B. der Platz, an dem die Möbel stehen) nicht erfüllt werden.
Sprachauffälligkeiten
Kanner-Autisten haben meist starke Sprachauffälligkeiten. Ungefähr 30 % der kanner-autistischen Menschen können sich nicht lautsprachlich äussern. Diejenigen, die sprechen können, haben oft Sprachauffälligkeiten (beispielsweise monotone Sprachmelodie; wortwörtliches Verständnis von Sprache). Im Allgemeinen sind Artikulation und Grammatik weniger betroffen, oft etwas stärker die Semantik und oft ganz stark der sachgerechte Gebrauch der Sprache, denn dieser bereitet oft am meisten Schwierigkeiten. Bei Kindern fällt eine retardierte Sprachentwicklung auf. Typische Symptome sind Echolalien, Neologismen, Iterationen sowie pronominale Umkehr.
Sinneswahrnehmung
Um die Sinneswahrnehmungen zu schulen, kann Zeichnen bzw. Malen als therapeutisches Mittel eingesetzt werden. Zur unterstützenden Kommunikation kann Schreiben dienen. Ängste werden abgebaut, indem die Betroffenen auf dem Computer oder Rechner sich schriftlich ausdrücken lernen oder mit Tonbandaufnahmen und dem anschließenden Abspielen ihre Sprache trainieren.
Vergleich Kanner-Autismus vs. Asperger-Syndrom