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Lungenkrebs
Definition
Man unterscheidet zwei Hauptformen von Lungenkrebs: Das kleinzellige Karzinom (bösartigster Typ) und das nicht-kleinzellige Karzinom.
Lungenkrebs ist eine gefürchtete Krebsart (siehe unten: Überlebensrate) und entsteht hauptsächlich durch Tabakkonsum.
Gemäss Forschungsarbeiten in der Schweiz im Jahr 2008 sind Frauen anfälliger auf krebserregende Auswirkungen von Tabakrauch als Männer.
Epidemiologie
Nachfolgend finden Sie einige interessante Kennzahlen über Lungenkrebs:
Der Tabak ist in 9 von 10 Fällen für Lungenkrebs verantwortlich.
Für eine Person, die regelmässig raucht, liegt die Wahrscheinlichkeit, an einem Lungenkrebs zu erkranken, bei rund 20% (1:5).
Hinweis: Einige medizinische Fachbücher sprechen auch von einer Wahrscheinlichkeit von 1:7.
Lungenkrebs ist eine der gefährlichsten Krebsarten. Für 85% der an Lungenkrebs erkrankten Patienten endet diese Krankheit tödlich.
Lungenkrebs ist der am am häufigsten tödlich verlaufende Krebs. Für die Hälfte der von Lungenkrebs betroffenen Patienten verläuft die Krankheit im Verlauf des ersten Jahres tödlich, für 80% der überlebenden Patienten im Verlauf von 2 Jahren. Das Risiko sinkt, wenn mit dem Zigarettenkonsum aufgehört wird, und die Überlebensrate liegt bei frühzeitiger Diagnose der Krankheit weit höher [Quelle: SDA, Juni 2009].
Weiter beträgt die 5-Jahres- Mortalität in der Schweiz 14% und ist damit die Höchste von ganz Europa. [Quelle: Lungenliga, Oktober 2011].
Es scheint, dass Männer häufiger von dieser Krebsart betroffen sind als Frauen. Es erkranken jedoch auch immer öfter Frauen, weil immer mehr Frauen rauchen. Diese Anpassung der beiden Geschlechter dauert bereits seit vielen Jahren und ist noch nicht abgeschlossen.
In der Schweiz verzeichnet man jedes Jahr [Quelle: Lungenliga, Oktober 2011]:
– ungefähr 3’700 neue Fälle : 2’500 Männer und 1’200 Frauen
– ungefähr 2’900 Todesfälle (2’000 Todesfälle bei den Männern und 900 bei den Frauen)
Ursachen
– Tabakkonsum ist mit Abstand die Hauptursache von Lungenkrebs (in 9 von 10 Fällen).
Interessant: Eine Person, die ein Päckchen Zigaretten (20 Stück) pro Tag raucht, kann 20 Jahre nach Beginn des Tabakkonsums einen Krebs entwickeln. Eine Person, die 2 Päckchen (40 Stück) pro Tag raucht, kann jedoch bereits nach 10 Jahren erkranken.
Frauen sind laut im Jahr 2009 veröffentlichten Studien anfälliger auf krebserregende Ausirkungen von Tabakrauch als Männer.
Es ist noch gefährlicher am Morgen direkt nach dem Aufstehen zu rauchen
Im August 2011 hat eine amerikanische Studie gezeigt, dass Personen, welche in den ersten 30min. nach dem Aufstehen eine Zigarette rauchen ein um 79% höheres Risiko haben an Lungenkrebs zu erkranken, im Vergleich zu Rauchern, welche mindestens eine Stunde warten bis sie ihre erste Zigarette des Tages rauchen. Die Studie wurde mit 4’775 an Lungenkrebs erkrankten Rauchern und 2’835 nicht betroffenen Rauchern durchgeführt.
– Neben Tabak können auch umweltschädliche und radioaktive Substanzen einen Lungenkrebs begünstigen.
Risikopersonen
– Regelmässige Raucher bzw. Passivraucher
– Frauen, die rauchen (erhöhtes Risiko im Vergleich zu Männern)
Zu bemerken ist, dass Lungenkrebs häufig zwischen dem 50. und 70. Lebensalter auftritt.
Symptome
Leider sind die Symptome von Lungenkrebs äusserst selten sehr klar und typisch, so dass ein Tumor häufig rein zufällig entdeckt wird, zum Beispiel bei einer Röntgenaufnahme.
Hier nennen wir dennoch einige alarmierende Symptome:
– starke Gewichtsabnahme in kurzer Zeit
– regelmässiger, grundlos auftretender Husten
– Schleimiger, blutiger Auswurf
– Lungenentzündung
– Schmerzen in der Brust (im Bereich des Brustkorbes); bei Schwitzen verstärkt
– pfeifende Atmung
Für einen Raucher ist es äusserst wichtig, sich regelmässig von einem Arzt kontrollieren zu lassen. Denken Sie immer daran, dass es sich nicht nur um eine ‘normale’ Erkältung oder Bronchitis handeln könnte.
Diagnose
Eine Diagnose wird insbesondere durch eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes gestellt (der Tumor ist im Allgemeinen als Schatten auf dem Röntgenbild zu erkennen). Für eine genauere Untersuchung kann der Arzt ebenfalls eine Bronchoskopie durchführen.
Für weitere Informationen zur Diagnose von Lungenkrebs fragen Sie bitte Ihre Pneumologin oder Ihren Pneumologen (Arzt, der sich auf Erkrankungen der Lunge spezialisiert hat).
Komplikationen
Wie bei anderen Krebsarten besteht das grösste Risiko in der Bildung von Metastasen. Metastasen sind Ablagerungen vom Tumor in anderen Regionen als dem Ursprungsort. Dies ist leider häufig der Fall bei Lungenkrebs, da der Tumor lebenswichtige, umliegende Organe befällt.
Komplikationen, die im Falle eines Lungenkrebses auftreten können, sind:
– Lungenentzündung
– Atemschwierigkeiten
– Appetitlosigkeit
– Cushing-Syndrom (körperliche Veränderungen aufgrund eines hohen Cortisolspiegels)
Wann Zum Arzt
Denken Sie daran, regelmässig eine Kontrolle Ihrer Lungenfunktion (Check-up) bei Ihrem Arzt oder in Ihrer Apotheke machen zu lassen, insbesondere wenn Sie Raucher sind. Falls ein Resultat verdächtig erscheint, werden Sie von der Apotheke an einen entsprechend ausgebildeten Arzt weitergeleitet. Ihr Arzt wird dann entscheiden, ob allenfalls eine Röntgenuntersuchung der Lunge durchzuführen ist.
Auch wenn dies im Hinblick auf das Resultat beängstigend sein kann, muss darauf hingewiesen werden, dass je eher ein Tumor entdeckt wird, desto höher die Überlebenschancen stehen!
Behandlung
Die Art der Behandlung variiert je nach Typ des Tumors (kleinzelliges oder nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom) sowie je nach Stadium. Hier mögliche Behandlungsarten:
– Chirurgie, das heisst eine Operation: Nur bei bestimmten Krebsarten und wenn der Tumor sich noch nicht auf weitere Organe ausgebreitet hat, ist dies möglich und sinnvoll.
– Strahlentherapie
– Chemotherapie
– Therapie mit modernen biologischen Medikamenten (z.B. Antikörper).
Diese Behandlungsarten befinden sich häufig noch im Anfangsstadium, erweisen sich jedoch als vielversprechend.
Im Mai 2014 kam in der Schweiz ein neues Medikament, das Giotrif®, auf den Markt. Es wirkt gegen das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom.
Bemerkung: Die Therapie kann sich im Verlauf der Krankheit verändern. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Sie entsprechen darüber informieren.
Ratschläge
– Die wichtigste Massnahme ist, mit dem Rauchen aufzuhören, um den Zustand nicht zu verschlimmern.
– Für den restlichen Teil der Therapie befolgen Sie die Anweisungen Ihres Lungenarztes oder Ihrer Lungenärztin.
– Es wird empfohlen, bei Lungenkrebs keine Antioxidantien (ausser auf ärztlichen Rat) einzunehmen. Gemäss einer schwedischen Studie, die anfangs 2014 in der amerikanischen Zeitschrift „Science Translational Medicine“ erschienen ist, beschleunigt die Einnahme von antioxidativen Vitaminen (z.B. Vitamin A, C , E oder Betacarotin) die Entwicklung von präkanzerogenen Läsionen oder frühzeitigem Lungenkrebs bei den Mäusen oder menschlichen Körperzellen im Labor. Dies zeigt diese Studie, die zum ersten Mal diesen Mechanismus erläutert.
Vorbeugung
– Die beste Vorbeugungsmassnahme gegen Lungenkrebs ist ganz einfach: Nicht rauchen!
– Die tägliche Einnahme von 200 µg Selen mit der Ernährung oder als Nahrungsergänzung hätte einen wichtigen Effekt in der Prävention von Lungenkrebs. Gewisse Studien sprechen von einer Risikoverminderung von 45%. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat für die tägliche Selen-Dosis, die für diese Indikation empfohlen wird.