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Die Großgrundbesitzer Brasiliens besitzen in etwa die gleiche Fläche wie sämtliche Schutzgebiete und Indio-Territorien des Landes. Das geht aus dem Atlas „A geografia da agropecuária Brasileira“ hervor. In dem sind erstmals Informationen mehrerer Datenbanken miteinander vereint worden, um ein umfassendes Bild über die Bodennutzung Brasiliens zu geben.
Eine der verwendeten Datenbanken ist das neue CAR, ein Kadaster, in das alle Landbesitzer ihre Flächen, deren Nutzung und Biotope eintragen müssen. Zugrunde liegt dem Atlas ebenso der Agrozensus des Statistikamtes IBGE sowie weitere öffentliche Quellen. Die wurden von den Mitarbeitern der Organisation Imaflora und dem GeoLab der Universität São Paulos zusammengetragen.
Entdeckt wurden mit der Vereinigung der 20 Datenbanken einige Überraschungen. So liegt die Zahl der kleinen Landwirtschaftsbetriebe um eine Millionen Anwesen höher, als beim Agrozensus 2006 angegeben.
Die Großgrundbesitzer vereinen zudem mit 2,34 Millionen Quadratkilometern mehr Land, als alle Schutzgebiete und Indio-Territorien Brasiliens, die 2,32 Millionen Quadratkilometer einnehmen, eine Fläche, in die Deutschland mehr als sechsmal passen würde.
Von den 850 Millionen Hektar Brasiliens liegen 53 Prozent in privater Hand. Kleinlandwirte vereinen 114 Millionen Hektar, mittlere Landwirte 104 Millionen. Die öffentlichen Flächen sind mit 86 Millionen Hektar angegeben.
Der vor wenigen Tagen aufgelegte Atlas ist über das Internet öffentlich zugänglich und soll als Entscheidungsgrundlage dienen. Geplant ist ebenso eine Erweiterung der Daten, um Aussagen über die Verteilung, Produktion und Produktivität der in Brasilien angebauten Kulturen geben zu können sowie über Umweltfragen und soziale Belange.
Auch über die Kahlschläge, nicht nur im Amazonas-Regenwald, sondern in allen Biomen Brasiliens, soll der Atlas einmal Auskunft geben.