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Seit Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien im Jahr 2011 ist die Schweiz mit dem grössten humanitären Programm ihrer Geschichte vor Ort. Sie engagiert sich in Syrien für die Einhaltung des humanitären Völkerrechts und unterstützt den UNO-Friedensprozess.
Bilaterale Beziehungen
MENA-Strategie
Am 14. Oktober 2020 verabschiedete der Bundesrat eine regionale Strategie für den Mittleren Osten und Nordafrika (MENA-Strategie) für den Zeitraum 2021–2024. Darin legte er fünf thematische Schwerpunkte fest: Frieden, Sicherheit und Menschenrechte, Migration und Schutz von Menschen in Not, nachhaltige Entwicklung, Wirtschaft, Finanzen und Wissenschaft sowie Digitalisierung und neue Technologien.
Diese Schwerpunkte werden auf die einzelnen Regionen und Länder abgestimmt. Im Nahen Osten konzentriert sich das Engagement der Schweiz auf die Suche nach Lösungen für die bewaffneten oder politischen Konflikte, die wirtschaftliche Entwicklung und die Gouvernanz. Zudem setzt sich die Schweiz für die junge Generation ein, indem sie die Berufsbildung fördert und dadurch den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert.
Schwerpunkte der Schweiz in Syrien
Die MENA-Strategie sieht folgende Schwerpunkte für das Schweizer Engagement in Syrien vor:
1. Frieden, Sicherheit und Menschenrechte
Die Schweiz unterstützt als Gaststaat den UNO-Friedensprozess in Genf und achtet auf den Einbezug der Zivilgesellschaft. Sie unterstützt Initiativen zur Verbesserung der Situation von Inhaftierten und vermissten Personen. Sie setzt sich für die Einhaltung des Völkerrechts (z. B. durch den International, Impartial and Independent Mechanism) und im Rahmen der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) für die Beseitigung chemischer Waffen in Syrien ein. Sie leistet Präventionsarbeit bei gewalttätigem Extremismus (inklusive Dschihadismus).
2. Migration und Schutz für Menschen in Not
Die Schweiz unterstützt Menschen in Not mit Nothilfe und setzt sich für den Schutz der Zivilbevölkerung, die Sicherung von Lebensgrundlagen und den Zugang zu Basisdienstleistungen ein.
Sie hat seit Ausbruch der Syrienkrise im Jahr 2011 über 520 Millionen CHF für humanitäre Hilfe und für die Stärkung der Resilienz der notleidenden Bevölkerung bereitgestellt (Stand: Anfang 2021). Sie unterstützt Initiativen zugunsten der Bevölkerung, die von der Gewalt betroffen ist und Schutz braucht. Sie trägt aktiv zur Förderung des Friedens und zur Verhinderung von Gewaltkonflikten bei. Sie setzt sich für ein nachhaltiges Wassermanagement, eine qualitativ hochwertige Bildung und die Schaffung von Einkommensquellen für Flüchtlinge, Binnenvertriebene und gefährdete Migrantinnen und Migranten ein. Zudem unterstützt sie die Aufnahmegemeinschaften in Syrien, aber auch im Irak, in Jordanien, im Libanon und in der Türkei.
3. Nachhaltige Entwicklung
Die Schweiz fördert die Resilienz der Bevölkerung, um ihre Abhängigkeit von der humanitären Hilfe zu verringern.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Syrien entwickelten sich schon früh. Die Seidenstrasse führte über Syrien und verband den Nahen, Mittleren und Fernen Osten mit Europa. Im 19. Jahrhundert trieben Schweizer Textil- und Chemieexporte nach Syrien sowie Textilimporte aus Syrien in die Schweiz den Handel an. Schweizer Händler liessen sich in Aleppo nieder; die Stadt war eine Drehscheibe zwischen Okzident und Orient.
Syrien wurde 1941 unabhängig, und die Schweiz erkannte die neue Republik 1945 an. Von 1946 bis 1958 war die Schweiz in Damaskus durch eine Kanzlei vertreten, danach durch ein Generalkonsulat, das 1962 zur Botschaft aufgewertet wurde.
Die Schweizer Botschaft in Damaskus wurde 2012 aus Sicherheitsgründen geschlossen. Seit Dezember 2017 ist die Schweiz mit einem humanitären Büro vor Ort, das die humanitären Aktivitäten der Schweiz in Syrien koordiniert.