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Schädlingsbekämpfung
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Die Hauswinkelspinne
Tegenaria domestica
Die Hauswinkelspinne Tegenaria domestica ist auf der nördlichen Hemisphäre wahrscheinlich in allen gemässigten Klimaten anzutreffen.
Sie lebt vor allem in Häusern in der Nähe des Menschen, in Kellern, Schuppen, Scheunen oder leerstehenden Gebäuden. In schwer zugänglichen und dunklen Ecken, die über längere Zeit ungestört sind, wie hinter Schränken und in Hohlräumen, baut sie ihre Wohnhöhle, die in einen Trichter übergeht, vor dem ein Gespinstteppich mit Stolperfäden gewoben ist.
Die Weibchen erreichen eine Körperlänge von bis zu 15 Millimetern, die Männchen bis neun Millimeter, haben aber längere Beine, die eine Spanne von maximal acht Zentimetern erreichen können. Der hell-ocker bis braun-graue Körper ist heller gefärbt als bei anderen Arten der Gattung Tegenaria. Das Mal auf dem Brustschild ist in der Mitte einmal eingeschnürt, die vier seitlichen Flecken variieren stark. Der wesentlich rundlichere Hinterleib erscheint nur auf den ersten Blick hellbraun bis hellgrau, hat jedoch auch ein ähnliches Muster wie Tegenaria atrica: die hellen "Winkelflecken" sind grösser. Der Körper ist dicht mit weichen Haaren besetzt. Die behaarten und beborsteten Beine sind undeutlich geringelt oder gefleckt.
Die Mehlmilben
Acarus siro
Mehlmilben sind Vorratsschädlinge. Sie befallen am liebsten Mehl, Müsli und andere, trockene, pflanzliche Nahrungsmittel, wie Kleie, Graupen, Griess, Teigwaren, Fisch- und Knochenmehl, Ölfrüchte, Heilpflanzen, Trockenobst und Grassamen. Häufig kommt die Mehlmilbe in Getreidelagern, Silos, Mühlen und Bäckereien vor.
Man erkennt einen Befall daran, dass die Produkte wie von einer hellen Staubschicht überzogen aussehen. Sie werden krümelig, riechen süsslich und schmecken bitter. Sollte ein Kuchen einmal nicht „gehen", kann das an einem Mehlmilbenbefall liegen. Das Schlimme ist, dass der Verzehr von befallenen Lebensmitteln zu schweren Gesundheitsschäden führen kann. Häufig treten Allergien auf, die Fieber und Kopfschmerzen hervorrufen können.
Das Silberfischchen
Lepisma saccharina
Die Länge ohne Anhänge beträgt etwa einen Zentimeter. Die Fühler sind lang und fadenförmig, und die Füsse bestehen aus zwei, drei oder vier Gliedern. Der metallische Glanz wird durch die Bedeckung mit silbrigen Schuppen hervorgerufen, die nach der dritten Häutung auftreten. Die Tiere haben zwei Tastfühler.
Das Silberfischchen kommt ebenso wie das Ofenfischchen (Thermobia domestica) in menschlichen Behausungen vor. Silberfischchen sind nachtaktiv und äusserst lichtscheu. Sie halten sich bei Tage in dunklen Ritzen und Fugen, hinter Sockel- und Scheuerleisten und losen Tapeten versteckt.
Silberfischchen bevorzugen Wärme und benötigen höhere Luftfeuchtigkeit; oft sind sie in Küchen, Bädern oder Waschküchen anzutreffen. Optimale Bedingungen liegen bei 20 bis 30 °C und 80 bis 90 % relativer Luftfeuchte. Man findet sie unter anderem unter Kühlschränken oder in gut geheizten Toilettenräumen, wenn die Bodenfliesen Risse und Spalten als potenzielle Lebensräume aufweisen. Sie benagen Bücher, Tapeten und Textilien. Schimmelbefall im Haus kann sich auch durch vermehrtes Auftreten von Silberfischchen zeigen.
Die Küchenschabe
Blatta orientalis
Auf den ersten Blick sieht die Küchenschabe aufgrund ihres Körpers Käfern sehr ähnlich, denn sie hat ziemlich glatte, der Länge verbogene Flügel, einen runden Körperumriss und ist von dunkler Farbe. Die Kakerlake hat einen ziemlich platten Körper, Flügel fehlen bei den Larven und den Weibchen, Männchen haben zwar Flügel, können damit aber nicht mehr fliegen. Die Körperfarbe ist dunkelbraun bis schwarz, Männchen sind aufgrund der Flügel von etwas hellerer Farbe. Die Beine sind hellbraun gefärbt. Die Fühler sind dünn und etwa ein Drittel so lang wie der Körper. Die Küchenschabe wird bis zu 30 mm lang.
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Gemeinen Küchenschabe ist heute nicht mehr bekannt, es wird jedoch davon ausgegangen, dass sie sich aus den Tropen und Subtropen Südasiens ausgebreitet hat. Diese Annahme manifestiert sich auch in ihrem Namenszusatz orientalis, wodurch sie gelegentlich auch als Orientalische Schabe bezeichnet wird.
Heute ist die Gemeine Küchenschabe als Kosmopolit weltweit verbreitet und selbst auf abgelegenen Inseln anzutreffen. Die einzige Ausnahme bilden die polaren Gebiete der Arktis und Antarktis, wo es für die Tiere zu kalt ist.
Die Schabe besitzt ausserdem eine enorme Widerstandsfähigkeit, so wurden noch Tiere nach Atombombentests auf dem Bikini-Atoll gefunden. Die Tiere können sich ausserdem auch durch engste Zwischenräume zwängen. Als Schädlinge sind sie daher sehr hartnäckig und schwer zu entfernen.
Das Heimchen
Acheta domesticus
Die Tiere erreichen eine Körperlänge von 16 bis 20 Millimetern, der Legebohrer (Ovipositor) der Weibchen misst zusätzlich 11 bis 15 Millimeter. Sie sind etwas kleiner und schlanker als die Feldgrille (Gryllus campestris). Der Körper hat eine strohgelbe oder gelbbraune Grundfarbe. Das Halsschild und auch der Kopf besitzen eine schwarze Zeichnung. Die leicht verhärteten Vorderflügel werden in Ruhestellung waagerecht übereinander gelegt und bedecken nicht den hinteren Teil des Hinterleibs. Die Hinterflügel sind voll ausgebildet und werden in Ruhestellung zusammengerollt. Ihre Spitzen reichen über das Hinterleibsende hinaus.
Die Art war ursprünglich vermutlich nur im ariden und semiariden Teil Afrikas verbreitet. Heute kommt sie weltweit vor, in Ostafrika ist sie bis in Höhen von über 2600 Meter nachgewiesen. In kühleren Gebieten wie Mitteleuropa, wo sie vermutlich bereits durch die Römer eingeschleppt wurden, findet man die Tiere besonders in der Nähe von menschlichen Siedlungen (Synanthropie), da sie ansonsten den Winter nicht überleben. Dort treten sie das ganze Jahr über auf.
Sie bevorzugen Habitate mit hoher Luftfeuchtigkeit, wie etwa Keller oder auch feuchte U-Bahnschächte. Ideale Lebensräume stellen Mülldeponien und Kompostlager dar, da dort durch die Gärung der Abfälle ganzjährig warme Temperaturen herrschen. Der Abfall muss jedoch locker geschichtet sein, damit die Tiere genügend Sauerstoff erhalten und die Gärgase entweichen können.
Die Hornisse
Vespa crabro
Die Hornisse ist die grösste in Mitteleuropa lebende soziale Faltenwespe. Die Körpergrösse der Königin beträgt bis zu 35 Millimeter, die der Arbeiterinnen 18 bis 25 Millimeter und die der Drohnen 21 bis 28 Millimeter. Sie bildet einjährige Staaten.
Hornissen verteidigen ihr Nest. Der Verteidigungsradius schwankt je nach Volk in der Regel zwischen zwei und sechs Metern. Werden die Tiere häufig gestört, erweitert sich dieser Radius. Innerhalb dieses Bereiches sollte man hektische Bewegungen und Erschütterungen wie Rasenmähen vermeiden. Ausserdem werden Hornissen durch Anatmen oder Anpusten zum Stechen gereizt.
Hornissennester sind an der Unterseite offen. Die Tiere lassen ihren Kot einfach aus dieser Öffnung fallen. Da ein grosses Volk etwa ein halbes Kilogramm Insekten pro Tag frisst, kann der Kot unterhalb des Nestes Bauschäden verursachen. Als Gegenmassnahme kann man ein grosses Gefäss mit saugfähigem Material unterstellen.
Hornissen stehen unter Artenschutz. Deshalb dürfen bewohnte Nester in der Bundesrepublik Deutschland nicht vernichtet werden. Muss ein Volk aber dennoch entfernt werden, kann es oft von geschulten Personen umgesiedelt werden. Dazu ist eine Ausnahmegenehmigung nötig. Auskunft erteilt die Stadt- oder Kreisverwaltung. Durch Anbringen spezieller Nistkästen in siedlungsfernen Naturzonen wird seit einiger Zeit in Deutschland versucht, das jeweilige Gebiet durch Schaffung künstlichen Nistraums für Hornissen attraktiver oder überhaupt besiedelbar zu machen. Der bekannteste und vom Ergebnis her am besten besiedelte Nistkastentyp ist der so genannte „Mündener Hornissenkasten".
Die Deutsche Wespe
Vespula germanica
Die Königin ist bis zu 20 Millimeter gross, Arbeiterinnen bleiben mit zwölf bis sechzehn Millimeter und Drohnen mit dreizehn bis siebzehn Millimeter deutlich kleiner. Sie haben die für Wespen typische schwarz-gelbe Warnfärbung.
Als Unterscheidungsmerkmal zu anderen sozialen Faltenwespen trägt die Deutsche Wespe auf dem Kopfschild, auch Stirnplatte oder Clypeus genannt, eine Zeichnung mit ein bis drei schwarzen Punkten oder einen kleinen geraden, oft etwas unterbrochenen schwarzen Strich.
Ein zweites charakteristisches Merkmal der Deutschen Wespe ist der schmale, nur 0,2–0,3 mm breite Raum zwischen dem unteren Augenrand und der Oberkiefer-(Mandibel-)Basis, welcher bei der Königin und der Arbeiterin nicht grösser, beim Männchen nur wenig grösser ist als der Durchmesser eines Ocellus (Punktauge) auf dem Scheitel.
Die Hausameise
Lasius emarginatus
Die Hausameise, lebt in der Natur Mittel- und Südeuropa in trocken-warmen Hanglagen unter Steinen oder in Felsritzen. Ähnlich günstige Nistplätze findet sie auch in den Hauswänden. Als Nahrung dienen ihr die süssen Ausscheidungen der Blattläuse sowie Kleinlebewesen, vor allem Raupen. Sie dringt auch in Häuser ein, wo ihr Küchen und Speisekammern ein buntes Nahrungsangebot liefern. Das ist häufig bei lang anhaltendem schlechtem Wetter der Fall, wenn die Blattläuse eingehen und die Ameisen eine Ersatznahrung suchen müssen.
In den letzten Jahren haben sich methoprenhaltige Köder gut bewährt. (Methopren ist ein Stoff, der dem die Entwicklung regulierenden Insektenhormon nahe kommt.) Bringen die Arbeiterinnen diesen Köder ins Nest und füttern damit die Königin, kann sich deren Nachkommenschaft nicht mehr auf normale Weise entwickeln.
Die Folge ist ein allmähliches Aussterben der Kolonie. Eine erfolgreiche Anwendung dieser Köder erfordert aber beträchtliche Fachkenntnisse, man überlässt sie am besten den Fachleuten. Methopren schadet dem Menschen nicht, ausserdem ist die Gefahr, dass Teilchen des Köders in die Lebensmittel verschleppt werden, verschwindend gering.
Der Getreidenager
Tenebrioides mauretanicus
Käfer 6–11 mm lang, flachgedrückt, glänzend dunkelbraun bis schwarz, Körper zwischen Halsschild und Flügeldecken auffallend hals-artig eingeschnürt. Das Weibchen legt 300–500 und mehr Eier in Häufchen bis zu 40 Stück. Die Larven schlüpfen nach 1–3 Wochen, häuten sich viermal und öfter und sind erwachsen fast 2 cm lang.
Ihre Nahrung bilden Getreide, Futtermittel, Feigen usw. In Mühlen halten sich die Larven mit Vorliebe in den Gespinstklumpen der Mehlmotten auf. Zur Verpuppung bohren sie sich tief ins Holz ein oder stellen sich aus Mehlteilchen und anderem Material eine Puppenwiege her.
Dabei beschädigen sie häufig die Bespannung der Sichter, durchlöchern Säcke usw. Puppenruhe 3–4 Wochen. Gesamtentwicklung bei uns fast ein Jahr, kann aber bei ungünstigen Bedingungen bis zu 3 Jahre dauern. Larve überwintert vor der Verpuppung. Die flugfähigen Käfer sind sehr langlebig und überwintern meist auch einmal. Sie ernähren sich ähnlich wie die Larven, fressen aber auch die Entwicklungsstadien der eigenen Art und die anderer Vorratsschädlinge. Der Schädling kommt bei uns auch im Freien vor, sehr häufig wird er aber mit ausländischem Getreide, mit Feigenlieferungen usw. eingeschleppt.
Die Speckkäfer
Dermestidae
Die Käfer sind zum Teil tagaktiv, zum Teil auch nachtaktiv. Die meisten sind Aasfresser und fressen tote, getrocknete Tiere und Insektenreste, auch in Häusern und Wohnungen. Es gibt aber auch einige, die Pflanzenteile und Pollen fressen. Die Käfer können erhebliche Schäden an Wollstoffen, Fellen, und in Insekten- und Tiersammlungen anrichten. Sie werden aber auch gezielt von Museen eingesetzt (insbesondere Dermestes maculatus), um Tierskelette von Weichteilen zu reinigen.
Die Imagines mancher Arten fallen durch ihren Totstellreflex auf: Bei Störungen lassen sie sich einfach fallen und legen Fühler und Beine an.
Zur Verpuppung bohren manche Arten (z. B. Dermestes) Gänge auch in harte Materialien, was an Handelsgütern grosse Schäden verursachen kann. Die Verpuppung findet innerhalb der letzten Puppenhülle statt. Je nach Art werden pro Jahr ein oder mehrere Generationen hervorgebracht. Manche Arten, besonders die Kulturfolger, können in der Nähe des Menschen auch in der kalten Jahreszeit ununterbrochen Generationen hervorbringen.
Die Moderkäfer
Latridiidae
Die Käfer sind mit einer Körpergrösse von nur 0,25 bis 3,2 Millimetern sehr klein und leben gut versteckt und sind überall dort zu finden, wo Schimmelpilze und deren Sporen zu finden sind, die ihnen als Nahrung dienen. Deswegen sind die meisten Moderkäfer mycetobiont (von Pilzen abhängig).
Die Tiere leben in vielen verschiedenen Bereichen, wie z.B. in Heu- und Strohhaufen, in vertrockneten Pflanzenteilen, in Laub und Mulm von Wäldern, unter Rinde, in Vogelnestern, aber auch in Kellern und Wohnungen z. B. hinter feuchter Tapete.
Die Kleidermotte
Tineola bisselliella
Die Larve verursacht den Hauptschaden an den Stoffen und anderen Produkten. Durch den Frass der Kleidermotte entstehen Löcher und kahle Stellen in Textilien. Besonders beliebt sind Kleider, die Schweiss- und Schmutzrückstände aufweisen, da diese eine gute Nahrungsquelle bilden. Befallen werden neben Kleidung auch zum Beispiel Teppiche, insbesondere an Stellen über Bodenritzen und unter Möbeln, wo die Mottenentwicklung nicht durch Tritt gestört wird.
Beobachtet wurde auch Befall von Lebensmitteln, welche längere Zeit gelagert wurden. Vorsicht ist bei Lagerung von Weihnachtsgebäck, Kakaoprodukten und ähnlichem geboten, da hierbei optimale Bedingungen für eine Schädlingsvermehrung entstehen können. Befallene Lebensmittel sind nicht mehr zum Verzehr geeignet. Ob sich Allergien herausbilden können, ist nicht untersucht.
Als Gegenmassnahme empfiehlt sich das regelmässige Staubsaugen, vor allem auf den Böden und in den Ritzen der Kleiderschränke und -kästen. Allerdings ist dabei darauf zu achten, dass sich das Mottennest auch im Staubsaugerbeutel befinden kann. Weiter sollte man nach der Quelle suchen und Kleidung regelmässig kontrollieren.
Klassische chemische Abwehr wird durch Mottenkugeln realisiert, heute eher Mottenpapier. Natürliche Mottenabwehr wird mit Zedern-, Zirbelkiefer- oder Niembaumholz und deren ätherischen Ölen erreicht. Ebenso kann Lavendel, in kleinen Stoffsäckchen in den Schrank gelegt, Motten abwehren.
Die Fensterfliege
Scenopinidae
Der Körper der Fensterfliegen ist fast vollständig unbehaart. Der kurze und breite Rüssel der Tiere ist mit Labellen versehen, die zum Auftupfen von Flüssigkeit geeignet sind.
Einige Arten der Fensterfliegen halten sich gern in Wohnungen auf, vor allen an den Fenstern. Hierzu gehört auch die heimische Art Scenopinus fenestralis, die bis zu sechs Millimeter lang wird und schwarz gefärbt ist.
Die Larven ähneln denen der Luchsfliegen (Therevidae) sowohl in Aussehen als auch in der Lebensweise. Sie sind räuberisch und jagen in Wohnungen auch die Raupen von Kleidermotten. Die Larven anderer Arten finden sich etwa in Pilzen oder unter Rinde sowie in Nestern von Vögeln und Säugetieren. Es wird angenommen, dass sie sich hier vor allem von totem organischen Material ernähren und eher selten lebende Beute jagen. Die Puppen der Fensterfliegen sind ziemlich beweglich.
Die Hausmaus
Mus musculus
Als sehr anpassungsfähiges Tier gilt die freilebende Hausmaus gemeinhin als Nahrungsmittelschädling.
Hausmäuse sind neben anderen kleinen Nagern ebenfalls Reservoirwirte für diverse Borrelienarten (Bakterien), die dann von Vektoren wie z.B. auch schon in Vorgärten vorkommenden Zecken auf Tier und Mensch übertragen werden können.
Die meistverbreitete Bekämpfung der Mäuse dürfte wohl neben dem Vergiften mit gebeiztem Getreide, welches zu einem qualvollen Tod führt, das Aufstellen von Fallen sein. Früher wurden zur Mäusebekämpfung unter anderem Arsenverbindungen, Bariumcarbonat, Strychnin, Weisser Phosphor und Thalliumsulfat eingesetzt. Diese Stoffe hatten den Nachteil, dass sie auch Menschen und anderen Wirbeltieren schaden konnten. Auch das aktuell erlaubte Zinkphosphid ist in dieser Hinsicht nicht unbedenklich. Für die Umwelt und für andere Lebewesen am wenigsten bedenklich sind Gerinnungshemmer, die dem Vitamin K1 ähnlich sind und die auch in der Natur vorkommen. Bei Nagetieren führen sie nach Einnahme über mehrere Tage zu tödlichen inneren Blutungen. Nur eine Einnahme grösserer Mengen ist für Menschen gefährlich.[4] Vergiftungen von Haustieren wie Hunden und Katzen durch die Aufnahme von Giftködern oder vergifteten Mäusen oder Ratten sind jedoch nicht selten.
Mausefallen lassen sich unterteilen in lebendig fangende Fallen, zum Beispiel Kasten- oder Korbfallen aus Holzbrettchen und Draht, und tödlich fangende Fallen, zum Beispiel Schlagfallen mit einem federgespannten Hebel.
Die Ratten
Rattus
Die wenig spezialisierten und somit sehr anpassungsfähigen freilebenden Tiere gelten gemeinhin als Nahrungsmittelschädlinge. Der in der Landwirtschaft durch sie verursachte Schaden ist enorm, so dass gegen sie Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt werden. Zudem treten sie in Gartenanlagen auf, wo besonders Wurzeln und Knollen angenagt werden. Sie nutzen dabei auch gern Gänge, welche durch die Maulwürfe gegraben wurden. Auch Gebäude werden in Mitleidenschaft gezogen, weil diese Nager Wasser- und Abwasserleitungen beschädigen können. Zudem ist die Verbreitung von Krankheitserregern durch die Ratten ein Problem.
Freilebende Ratten können, ebenso wie nahezu alle anderen Tiere, als Vektoren direkt oder indirekt diverse Krankheitserreger mit den von ihnen ausgelösten Krankheiten übertragen. Zu den über 70 auf den Menschen übertragbaren Krankheiten (sog. Zoonosen) zählen Salmonellen, Leptospiren, das Streptobacillus moniliformis und Hantaviren. Über den Rattenfloh (Xenopsylla cheopis), der durch seinen Biss auch Menschen mit dem Bakterium Yersinia pestis infizieren kann, können freilebende Ratten indirekt Überträger der Pest sein. Ob die Epidemien in der Antike und vor allem im Mittelalter in Europa (Schwarzer Tod) jedoch wirklich auf Ratten allein zurückzuführen sind, wird heute angezweifelt. Daneben sind Ratten neben anderen kleinen Nagern Reservoirwirte für diverse Borrelienarten (Bakterien), die dann von Vektoren wie beispielsweise Zecken auf Tier und Mensch übertragen werden können.
Betreiber von abwassertechnischen Anlagen sind nach den deutschen Unfallverhütungsvorschriften zur Rattenbekämpfung verpflichtet. Dies betrifft vor allem die Kommunen und Abwasserzweckverbände. Grund dieser Vorschrift ist die Bekämpfung der Weil-Krankheit.
Freilebende Ratten werden mit Giftstoffen bekämpft (Rodentizide). Die für Ratten entwickelten Giftstoffe (insbesondere Cumarinderivate) behindern die Blutgerinnung. Fraßköder, die den sofortigen Tod der Tiere herbeiführen, werden in der Regel von weiteren Ratten gemieden.