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5 Wochen Utah - ein Erlebnisbericht08.10.2017
Seit 5 Jahren wohne ich nun in Oberhofen und arbeite Vollzeit als Bauzeichnerin. Die Arbeit gefällt mir sehr und trotzdem wurde der Wunsch nach einer Auszeit immer grösser. Da ich letztes Jahr die Ausbildung zum Technischen Delegierten der FIS angefangen habe und ich internationale Einsätze im Auge habe, wollte ich meine Auszeit mit einem englischen Sprachaufenthalt kombinieren. Durch meine sportliche Vergangenheit bin ich schnell mit dem amerikanischen Skiverband in Kontakt gekommen und sie haben mich an Soldier Hollow weitergeleitet. In Soldier Hollow fanden bei den Olympischen Spielen 2002 Salt Lake City die nordischen Wettkämpfe statt. Viele Bauten von damals sind immer noch in Betrieb und werden als Trainingszentren genützt. Soldier Hollow hat seit einem Jahr eine neue Leitung und durch diese Neubesetzung wird nun vermehrt auch auf Biathlon gesetzt.
Die meisten Athleten, welche in diesem nordischen Zentrum trainieren, kommen aus der Region Heber City und Midway und sind zwischen 10 und 18 Jahren alt. Da die Schule jeden Tag bereits um 15 Uhr beendet ist, können die Jugendlichen jeweils um 15:30 mit dem Training in Soldier Hollow starten. Das Herbst- und Wintertraining begann Mitte September und somit haben die jungen Langläufer von Montag bis Freitag jeden Nachmittag die Möglichkeit, an einem Langlauf- oder Biathlonspezifischen Training teilzunehmen. Für Biathlon und Langlauf gibt es jeweils 3 verschiedenen Gruppen, welche aber meistens zusammen trainieren. Hauptverantwortlich fürs Training ist Sara Studenbaker-Hall (zweifache Teilnehmerin an Olympischen Spielen im Biathlon). Sie wird von ihrem Mann Zach Hall unterstützt. Neu dazugekommen ist eine mir bekannte Langläuferin, Evelyn Dong, mit welcher ich mich in früheren Jahren an Langlaufwettkämpfen duellierte. Die ganze Trainingsorganisation der drei ist auf sehr hohem Niveau und sie geben alles, um "ihre" Kids so gut wie möglich auf den Winter in Form zu bringen.
Meine Aufgabe hier in Soldier Hollow war die drei so gut es geht zu unterstützen. Die Vormittage waren gespickt mit verschiedenen Aufgaben. Das nordische Zentrum besteht aus einem riesigen Gebäude mit sehr viel Material und teilweise herrschte vor einem Jahr immer noch ein Restchaos von 2002. Es wurde zwar verschiedentlich schon aufgeräumt, aber die Struktur dahinter versteht wirklich niemand mehr. Mit den verschiedenen Trainingsgruppen sowie dem Biathlon wurde nun ein wenig Ordnung in das Gebäude gebracht. Jedoch ist im Winter auch eine riesengrosse Langlaufvermietung im Gebäude untergebracht und ich hab noch nie so viele Langlaufskis gesehen. Wir haben Tage verbracht, um alles zu ordnen und ein richtiges Inventar zu machen. Ab nächstem Sommer soll noch eine Bikevermietung dazukommen; dafür wurden die ersten Pläne erstellt und es gab einen Besuch bei Rossignol in Park City, um die neuen Bikes anzuschauen.
Da Soldier Hollow für diverse Sommerevents bekannt ist, durfte ich deren zwei miterleben. Beim Ersten war ich nur noch beim Aufräumen mitbeteiligt, aber beim Zweiten zu 100% voll im Einsatz. Das Langlaufteam organisiert an solchen Events jeweils das Parking und darf den Erlös behalten. Eine grosse Herausforderung für das Team, jedoch resultiert pro Tag ein Gewinn von ca. 5000 bis 7000 Dollar.
Circa in der Mitte meines Aufenthaltes hatte ich 3 Tage frei und was liegt näher, als mit dem Greyhound-Bus nach Las Vegas zu fahren ;-) Ok, es waren jeweils 8 Stunden, die ich im Bus verbrachte, aber da die Rückfahrt über Nacht stattfand, halb so wild. Einen Tag verbrachte ich am Strip in Las Vegas. Sehr eindrücklich und eigentlich viel zu kurz, um alles zu sehen. Trotzdem wollte ich am zweiten Tag etwas komplett anderes unternehmen und buchte eine Wandertour im Valley of Fire. Dieser State Park liegt nur 45 Fahrminuten vom Strip entfernt und es war unglaublich schön. Wir hielten an verschiedenen Orten an und liefen drei Mal ca. 3km. Was ich dort alles zu sehen bekam ist unbeschreiblich und hatte ich vorher noch nie gesehen. Die ganzen Gebirgszüge aus Sandstein in den verschiedenen Farben imponierten mir sehr und alles scheint so zerbrechlich.
Die Tour war super organisiert und der Guide erzählte sehr viel über die Entstehung vom Valley of Fire und von Las Vegas. Dieser Ausflug war sicherlich eines meiner Toperlebnisse von meinem USA-Trip. Mein Gesamteindruck von meinem Aufhalthalt fällt durchaus positiv aus. Es war eine interessante und lehrreiche Zeit und ich bekam einen guten Einblick, wie die Amis so ticken. Dies sicherlich auch, da ich während den 5 Wochen bei einer typischen Ami-Familie wohnen durfte. Diese Erlebnisse hier noch aufzuschreiben würde jedoch das Informat sprengen.
So kann ich nur noch sagen, dass ich am Schluss doch froh war, durfte ich wieder zurück in die Schweiz ;-)