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Gemäss Stiftungsurkunde, vom 27.11.96, wird jährlich ein Jahresbericht und die Jahresrechnung erstellt und vorgelegt.
Im vergangenen Jahr erreichten uns wiederum viele Anrufe. Wir konnten Hilfe vermitteln und die Anrufenden beraten. In folgenden Fällen durften wir selber helfen.
Hier sehen Sie einen Auszug aus dem Jahre 2010:
06.01.10:
Eine 61-jährige Frau aus Zürich lebt alleine in einer Mietwohnung. Durch ihre körperliche Behinderung (Failed-Back-Surgery Syndrom, Diskushernie, Wurzeltaschenzysten etc.) ist sie in ihrer Mobilität stark eingeschränkt. In der Wohnung und nahen Umgebung ist sie auf Krückstöcke oder den Rollstuhl angewiesen. Um sich draussen weiter fortzubewegen ist sie auf den Rotkreuzfahrdienst und Pro Mobil angewiesen. Diese Frau lebt sehr zurückgezogen mit ihren zwei Katzen in ihrer Wohnung. Soziale Kontakte hat sie nur sehr wenige. Vom September bis Dezember musste sich die Frau für eine schwere Operation ins Spital begeben. Während dieser Zeit musste die Betreuung ihrer zwei Katzen geregelt werden. Privat kennt sie niemanden, der dies übernehmen hätte können und in einem Tierheim konnte kein geeigneter Platz gefunden werden. Das Angebot Cat-Sitting hatte jedoch Kapazität und übernahm die Betreuung. Die Gesuchstellerin lebt von ihrer IV-Rente und Ergänzungsleistungen. Die Kosten für die Katzenbetreuung bedeuten für sie eine grosse finanzielle Belastung. Das Abzahlen des Betrages wäre nur in kleinen Raten möglich und würde lange dauern. Die Stiftung übernimmt diese Kosten.
15.03.2010:
Eine Frau bezieht aufgrund starker Depressionen eine ganze IV-Rente sowie Ergänzungsleistungen. Die Frau war drogenabhängig. Seit sie im 2009 einen Entzug gemacht hat, konsumiert sie jedoch keine Drogen mehr. Diese Frau ist geschieden und hat zwei erwachsene Söhne. Sie hat sich im 2009 eine Hündin gekauft, welche ihr viel Halt und Lebenskraft gibt. Seit Ende 2008 ist es dieser Frau gesundheitlich sehr schlecht gegangen. Im 2009 war sie dreimal in der Klinik – einmal aufgrund einer Unterleibsoperation und zweimal aufgrund Suizidversuche. Das Erledigen von administrativen Angelegenheiten überforderte sie im vergangenen Jahr zunehmend. Da diese Frau in dieser Zeit starke Todeswünsche hatte und davon ausgegangen ist, dass sie den nächsten Winter sowieso nicht überleben würde, war es ihr nicht so wichtig, ob alle Zahlungen gemacht sind oder nicht. Es entstanden diverse Zahlungsrückstände. Anfangs 2010 hatte sich diese Frau an die Pro Infirmis gewandt und um Unterstützung beim Ordnen ihrer administrativen Angelegenheiten gebeten. Es wurden bereits diverse Ratenzahlungen vereinbart. Das Budget der Gesuchstellerin (IV und EL) lässt jedoch nur beschränkt Spielraum, um Zahlungsrückstände abzubezahlen. Die bisherigen Tierarztrechnungen hat die Frau immer bezahlt. Die nun anstehende Kastration der Hündin übersteigt jedoch die Zahlungsmöglichkeiten. Trotzdem ist es aber sehr wichtig, dass dieser Eingriff vorgenommen werden kann. Der Stiftungsrat beschliesst die Kosten zu übernehmen.
17. 03.2010:
Eine Frau lebt allein mit 2 Katzen in einer 2-Zimmer Wohnung. Die Katzen bedeuten ihr sehr viel und sind sehr zentral im Leben dieser Frau. Sie tragen einen grossen Anteil zum Wohlbefinden bei. Als eine der beiden Katzen Krankheitssymptome zeigte, hat die Frau sofort die Hilfe eines Tierarztes beansprucht. Für eine genaue Diagnose musste ein Ultraschall und eine Röntgenaufnahme gemacht werden. Bei der Katze wurde leider eine schwerwiegende Nierenkrankheit festgestellt. Die mit dem Tierarztbesuch verbundene hohe Rechnung bringt diese Frau in eine Problemsituation. Aus diesem Grund ist sie mit ihrem Anliegen an die Beratungsstelle Pro Infirmis gelangt, die das Gesuch an uns weitergeleitet hat. Die Frau erhält eine IV-Rente und wird zudem vom Amt für Zusatzleistungen mit Ergänzungsleistungen unterstützt. Somit sind die finanziellen Möglichkeiten dieser Frau sehr eingeschränkt. Pro Infirmis kann leider keine finanzielle Unterstützung bieten, da bereits eine Rechnung vorliegt bzw. der Leistungsbezug bereits passiv ist. Der Stiftungsrat beschliesst die Kosten zu übernehmen.
05.10.2010:
Die Gesuchstellerin ist 17 Jahre alt und lebt mit ihrem Freund zusammen. Sie absolviert eine Lehre in einem Malergeschäft in St. Gallen. Ihr Lehrlingslohn ist sehr bescheiden und es sind noch Schuldscheine für einen grossen Betrag vorhanden, die schrittweise abbezahlt sein wollen. Ihre Katze hat den rechten, hinteren Oberschenkel gebrochen und die Operationskosten übersteigen natürlich die Finanzkraft dieser jungen Frau, obwohl sie Einsparungen tätig wo auch immer sie nur kann. Der Stiftungsrat beschliesst die Kosten der Operation zu übernehmen.
22.11.2010:
Eine Praxisangestellte einer Tierklinik im Raume Bischofszell meldete uns, dass eine Frau ihre Katze in die Behandlung gebracht hat, und diese Frau nicht in der Lage ist, die Rechnung zu bezahlen. Die Katze ist verunfallt und hat einen Beinbruch. Die Frau ist IV-Bezügerin und hat monatlich wenig Mittel für alle Aufwendungen zur Verfügung. Die Tierklinik hat zugesagt, bei der Rechnung auch einen Tierschutzrabatt zu gewähren. Der Stiftungsrat hat entschieden, diese Kosten zu übernehmen.
Im Jahre 2010 sind total 23 Unterstützungsgesuche bei unserer Stiftung eingereicht worden. Die Prüfung der Gesuche erfolgt mit grosser Genauigkeit und mit vielen Abklärungen, bevor der Stiftungsrat eine Übernahme der Kosten ausspricht.
Am 29. November durften wir, Jrène und Kurt Sieber, erneut einen Stand am Friedau-Markt in Frauenfeld betreiben, um zugunsten der Stiftung zu werben und Bastelarbeiten zu verkaufen. Der ganze Erlös floss in unsere Stiftungskasse.
Stiftung Thurgauer Tierfreunde
Kurt F. Sieber, Stifter und Geschäftsführer