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Diese Jobs-Biografie ist sehr spannend zu lesen und ist keinesfalls eine Heiligsprechung, sondern ein Werk das nach hunderten Gesprächsstunden mit Jobs u. a. entstanden ist. Das Bild, das er von Jobs zeichnet, ist das einer komplizierten, manchmal zerrissenen und nicht immer angenehmen Persönlichkeit. Isaacson zeichnet dessen Leben erstaunlich nüchtern. Und er schildert Jobs Bestrebungen nach einer Synthese aus Geistes- und Naturwissenschaften durch Meditation und Intuition. Im 'Stern' formuliert er es so: "In unseren Unterhaltungen sprach er viel davon, dass das Leben ein Streben nach Erleuchtung sei."
Er vermutet, die Antwort auf das Rätsel Jobs in dessen Kindheit gefunden zu haben. Als Sechs- oder Siebenjähriger habe er einem Mädchen aus der Nachbarschaft erzählt, dass er adoptiert worden sei, erinnerte sich Jobs. Also wollten deine richtigen Eltern dich nicht?, fragte sie eindringlich. Weinend rannte er ins Haus und seine Adoptiveltern versicherten ihm, sie hätten speziell ihn ausgewählt. Auch wenn er es teilweise nicht zugeben wollte (oder konnte), er war allein, er war verlassen worden, er war anders und fühlte sich irgendwie auserwählt. Später unterzog er sich einer Primärtherapie. Und er verriet seinen Freunden, dass ihn der Schmerz, ein Adoptivkind zu sein und nicht zu wissen, wer seine leiblichen Eltern waren so sehr quälte. Dass man bei dieser Gemütslage auf kreative Weise auch ein wenig 'verrückt' wird, ist wohl kaum zu vermeiden.
Einen der ganz wenigen Fehler, die Jobs bereut, ist der Umgang mit seiner nichtehelichen Tochter: Lisa Nicole Brennan. Mit der Mutter Chris-Ann einigt er sich auf den Namen - und sei dann zurück zur Arbeit. "Er wollte nichts mit ihr oder mir zu tun haben", sagt sie - sie stand seinen großen Plänen im Weg. Erst als sie Teenager war nahm er sie in seine neue Familie auf.
"Verlassen. Ausgewählt. Besonders. - in diesem Dreiklang fand Isaacson das Leitmotiv von Jobs' Leben, das ihn daran glauben ließ, die Welt verändern zu können. Dabei ging es ihm einerseits um künstlerische Reinheit bei 'seiner' Technik, aber auch um Kontrolle der Prozesse und seiner Mitarbeiter - und sicher auch seiner Kunden. Mit den Applegeräten schuf er eine Art von Gesamtkunstwerk: ein ganzheitliches Zusammenspiel aus Hardware, Software und Inhalten, aus denen sich ein besonderes Kundenerlebnis ergibt.
Besonders erstaunlich ist, dass Jobs seinem Biografen freie Hand gelassen hat und ihm sagte: "Ich weiß, dass in dem Buch viele Sachen stehen werden, die mir nicht gefallen. Ich werde es nicht lesen, vielleicht in einem Jahr, wenn ich da noch da sein sollte."
Als er über seinen Tod nachdachte sprach er zu seinem Biografen über seine Erfahrungen in Indien, über den Buddhismus und seine Ansichten über Wiedergeburt und spirituelle Transzendenz. "Die meiste Zeit meines Lebens war ich der Meinung, dass unsere Existenz aus mehr bestehen müsse als aus dem, was man mit den Augen sehen kann."
Er räumte ein, dass er im Angesicht des Todes die Wahrscheinlichkeit überschätzen würde - aus dem Bedürfnis heraus, an ein Leben nach dem Tod glauben zu wollen. "Ich mag den Gedanken, dass etwas von dir überlebt, wenn du stirbst", meinte er."
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