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Früher war Ziegenfleisch weit verbreitet, heute kennt man es vor allem noch in der Form eines Oster-"Gitzi". Branchenorganisationen möchten, dass das Fleisch junger Ziegen in der Schweiz wieder vermehrt auf den Teller kommt, beispielsweise als Herbst-"Gitzi".
Vertreter des Schweizerischen Ziegenzuchtverbandes, der Gilde etablierter Schweizer Gastronomen und der Organisation ProSpecieRara lobten das Herbst-"Gitzi" am Dienstag vor den Medien als das qualitativ beste Ziegenfleisch.
Die Jungtiere hätten den Sommer im Berg- und Alpgebiet verbracht, wo sich die landläufig als "Feinschmecker" geltenden Ziegen an besten Kräutern gütlich tun konnten. Dadurch werde das Fleisch röter und aromatischer, sagte Christian Zuffrey, Vorstandsmitglied des Ziegenzuchtverbands, laut einer Medienmitteilung.
Beim Ziegenfleisch könne man durchaus von einer sehr nachhaltigen Produktion sprechen. Die Tiere würden naturnah gehalten, und das Fleisch stamme meist aus der Region, was lange Transportwege überflüssig mache.
Verbandspräsdient Andreas Michel gab zu bedenken, dass Ziegen aber nur gehalten werden, wenn auch ein Markt für deren Produkte besteht.
Tod nach der Geburt
Im Ausland würden Jungtiere aus wirtschaftlichen Gründen oft gleich nach der Geburt getötet. "Wir in der Schweiz haben damit ethisch Mühe", sagte Michel. Besser sei es, die "Gitzi" als Gourmet-Spezialität zu nutzen. Die Saison für Herbst-"Gitzi" dauert von Ende August bis in den Oktober hinein.
Historisch war Ziegenfleisch vor allem bei ärmeren Bevölkerungsschichten und in kargen Gegenden beliebt. Im Volksmund galten Ziegen als "Kuh des armen Mannes". Seit dem 18. Jahrhundert wird fast nur noch das zarte Fleisch der Jungtiere gegessen.