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Die Radiotherapie (RT) ist neben der radikalen Prostatektomie eine der beiden Säulen der kurativen Therapie des Prostatakarzinoms. Die Resultate sind denjenigen der Operation gegenüber gleichwertig.
Eine retrospektive komparative Analyse zeigte in keiner Gruppe einen Vorteil der radikalen Prostatektomie (RP) gegenüber einer Radiotherapie (RT), bezogen auf das biochemisch rezidivfreie Überleben, und zwar weder bei der Low-, Intermediate- noch High-risk-Gruppe. Auch wenn es sich nicht um einen direkten Vergleich der verschiedenen Methoden handelte, zeigte sich in keiner der Risikogruppen eine Überlegenheit der Chirurgie gegenüber der RT.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass wir beim lokalisierten Prostatakarzinom (PCa) drei gleichwertige Methoden haben (Brachytherapie, perkutane RT und RP) und beim lokal fortgeschrittenen Karzinom die RP der RT kombiniert mit einer antihormonellen Therapie nicht überlegen ist.
Die RT kann eine kurative Option sein für alle nicht-metastasierten Stadien des PCa, inklusive jener mit regionalem Lymphknotenbefall und postoperativ, sowohl adjuvant als auch in der Salvage-Situation. Bei hohem Risiko oder nachgewiesenen Lymphknoten-Metastasen ist die RT meiner Meinung nach vorzuziehen: Zwar besteht die Möglichkeit einer Salvage-RT nach Operation, die Resultate sind allerdings nicht besser als die Resultate nach RT plus antihormoneller Therapie alleine, und der Patient muss die Morbidität beider Verfahren durchleiden. Nach RP mit Risikofaktoren wie Stadium pT3 oder positive Schnittänder sollte dem Patienten bei einer Lebenserwartung von mehr als zehn Jahren eine adjuvante RT angeboten werden. Mit den modernen radiotherapeutischen Verfahren kann die Rate von relevanten Spätnebenwirkungen mit Grad ≥2 gering gehalten werden.
Von Dr. med. Thomas Lippuner
Den kompletten Artikel von Dr. med. Thomas Lippuner finden Sie in der Printausgabe von OncoMag 2-17.