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Das älteste erhaltene Barockbad der Schweiz
Tamintatal im Jahre 1240: Jäger des Klosters Pfäfers entdecken in der engen, dunklen Schlucht eine Heilquelle. Sie ist nur mühsam durch Leitern und Seilzüge zu erreichen. Bald werden Gästehäuser in den Felswänden hoch über dem Fluss gebaut. Den Ruhm der Therme begründet ein Gutachten des berühmten Arztes und Alchemisten Paracelsus im 16. Jahrhundert. Erst im 17. Jahrhundert wird das Wasser mit Holzleitungen an den heutigen Ort geführt. Bald gibt es zwei grosse Gasthäuser mit Kapelle, eine Trinklaube, eine Metzgerei und eine Sägerei. Während der Unruhen der Französischen Revolution werden die Anlagen teilweise wieder zerstört. Danach setzt eine europaweite Erneuerungsphase ein. Das Bad Pfäfers steht in seiner vollsten Blüte. Es ist ein Ort der Gesundheit und des Gesellschaftslebens. Zwei- bis dreihundert Menschen verweilen hier, baden, essen und trinken, promenieren, vergnügen sich. Die Gäste stammen aus allen Teilen der Schweiz, aus Deutschland und fernen Städten Europas.
1838 nach Auflösung der Benediktinerabtei Pfäfers gingen Quelle und Badehäuser in das Eigentum des Kantons St.Gallen über. 1839 wurde die Schlucht mit einer Strasse erschlossen. Ab 1840 führte man das Thermalwasser nach Ragaz, wo der Weltkurort Bad Ragaz entstand. Zwischen 1983 und 1995 wurde das Badgebäude umfassend restauriert und ist heute ein Natur-, Kultur- und Genussort mit überregionaler Ausstrahlung.