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Parkinson: Frühe Neurostimulation von Vorteil
Die Neurostimulation wurde bisher nur bei Patienten mit langjähriger Erkrankung und schwerer Symptomatik eingesetzt. Eine Studie im New England Journal of Medicine zeigt nun, dass davon auch Patienten in früheren Stadien deutlich mehr profitieren als von der alleinigen medikamentösen Therapie.
An der in 16 Zentren in Frankreich und Deutschland durchgeführten Studie nahmen 251 Parkinson-Patienten mit frühzeitigen motorischen Komplikationen teil. Die Patienten waren im Schnitt 52 Jahre alt und seit 7.5 Jahren an Parkinson erkrankt. Eine Hälfte wurde mit optimaler medikamentösen Therapie (best medical treatment, BMT) behandelt, die andere Hälfte mit Neurostimulation plus BMT. Primärer Endpunkt war die mit dem Parkinson's Disease Questionnaire (PDQ-39, 0 bis 100 Punkte) gemessene Lebensqualität nach zwei Jahren. Die wichtigsten sekundären Endpunkte umfassten die mit der Unified Parkinson's Disease Rating Scale (UPDRS) gemessenen Phasen der stärksten motorischen Einschränkungen aufgrund des Parkinson (UPDRS III), die Aktivitäten des täglichen Lebens (UPDRS II) und die L-Dopa induzierte motorische Komplikationen (UPDRS IV) sowie die Phasen mit guter Motorik respektive ohne Dyskinesien.
Mit Neurostimulation verbesserte sich die Lebensqualität im PDQ-39 um 7.8 Punkte, in der Medikamentengruppe verschlechterte sie sich hingegen um 0.2 Punkte (p=0.002). Auch bei allen sekundären Endpunkten schnitt die Neurostimulation signifikant besser ab als die alleinige Medikation. Schwerwiegende Nebenwirkungen waren in der Gruppe mit Neurostimulation häufiger (54.8%, 17.7% davon in Zusammenhang mit der Implantation bzw. mit dem Gerät selbst) als in der Medikamentengruppe (44.1%). Gemäss der Beurteilung eines Expertengremiums hatten 96.8% in der Gruppe mit Neurostimulation und 94.5% in der Medikamentengruppe eine Therapie streng nach den aktuellen Leitlinien erhalten.
Konklusion der Autoren: Bei Parkinson-Patienten mit frühzeitigen motorischen Komplikationen war die Neurostimulation der medikamentösen Therapie überlegen.
Link zur Studie
N Engl J Med. 2013;368(7):610-22 - Schuepbach WM et al. for the EARLYSTIM Study Group
21.02.2013 - gem