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Knabe oder Mädchen?
Männer haben als Geschlechtschromosomenpaar ein X und ein Y, Frauen zwei X-Chromosomen. Der Vater bestimmt das Geschlecht des Kindes, denn je nachdem, ob er ein Y- oder X-Chromosom weitergibt, wird es ein Sohn (Y) oder eine Tochter (X). Von der Mutter kommt immer eines ihrer beiden X-Chromosomen dazu. Die Chancen stehen also 50 zu 50.
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Allerdings gibt es doch nicht unerhebliche Unterschiede zwischen den beiden Spermienarten: Die Spermien mit dem Y-Chromosom haben kleinere, rundliche Köpfe, sind schneller, schwächer und kurzlebiger, weil sie empfindlicher gegen einen sauren pH-Wert im Scheidenmilieu reagieren. Die X-Chromosom-tragenden Spermien haben einen grösseren, länglichen Kopf, sind langsamer, stärker und können in saurer Umgebung länger überleben.
Da das Scheidenmilieu um den Eisprung herum eher alkalisch (basisch) wird und auch der Orgasmus der Frau den pH-Wert des Scheidenmilieus zum Alkalischen verschiebt, ergeben sich daraus folgende Tipps, die natürlich keine Garantie geben, sondern nur die Wahrscheinlichkeit für das eine oder andere Geschlecht erhöhen:
Wer eine Tochter zeugen will...
- sollte häufig Geschlechtsverkehr haben, aber zwei Tage vor dem Eisprung pausieren, weil die weiblichen Samenzellen länger überleben.
- Vor dem Verkehr ist eine Spülung mit Essiglösung durchführen (1 EL Essig auf 1 Liter warmes Wasser), denn je saurer die Scheidenflora, um so wahrscheinlicher ist es, ein Mädchen zu zeugen - die schwächeren Y-Samenzellen können die saure Umgebung nicht so gut vertragen und gehen schneller zugrunde.
- Das Ejakulat sollte nicht ganz so tief in die Scheide gelangen (z.B. mit der Missionarsstellung).
- Die Frau sollte auf den Orgasmus verzichten, weil dieser angeblich das Scheidenmilieu alkalischer macht.
- Häufiger Geschlechtsverkehr um die fruchtbaren Tage herum und ein heisses Bad vor dem Sex sollen das Verhältnis der weiblichen und männlichen Samen zugunsten der weiblichen erhöhen.
- Die Ernährungsempfehlung: Auf Kalium und Natrium, also Speisesalz, verzichten und mit viel Calcium und Magnesium aus beispielsweise Mineralwasser, Fleisch, Fisch, Käse, Butter, Eier, Rosenkohl, Getreide, Nüssen und Schwarzem Tee für ein relativ saures Scheidenmilieu sorgen.
Wer einen Sohn zeugen will...
- sollte möglichst zum Zeitpunkt des Eisprungs (oder kurz vorher) Geschlechtsverkehr haben.
- Vorher mit alkalischer Lösung spülen (2 EL Natriumbicarbonat=Backpulver auf 1 Liter warmes Wasser, 15 Min. stehen lassen).
- Das Ejakulat sollte möglichst tief in die Scheide gelangen (z.B. mit der Löffelchenstellung), um so kürzer ist der Weg zum Muttermund. Da die Y-Samenzellen schneller sind, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass die männlichen Y-Zellen zuerst bei der Eizelle ankommen.
- Der Orgasmus ist auch der Frau erlaubt!
- Zuvor sollte der Mann einige Tage enthaltsam sein, weil dies den Anteil der männlichen Samen im Ejakulat erhöht.
- Die Ernährungsempfehlung: Frauen, die sich einen Jungen wünschen, sollen mit Natrium und Kalium aus beispielsweise Bananen, Milchprodukten, Blumenkohl, Tomaten,Kartoffeln und Spinat sowie Kräutertee die Bedingungen für Y-Spermien verbessern.
Wie man es auch dreht und wendet, ob man diese Ratschläge ernst nimmt oder nicht - im besten Fall wird das natürliche Verhältnis von X- und Y-Spermien (49 % Mädchen zu 51 % Jungen) ein wenig verschoben. Wissenschaftlich einwandfrei erwiesen ist keine einzige der Empfehlungen. Andererseits ist aber auch keine der empfohlenen Methoden schädlich, man darf also unbesorgt ausprobieren, ob es hilft!
Aus dem Bereich "Häufige Fragen":
Wissen
Newsticker
Männlicher Nachwuchs ist komplizierter | 29.09.2016
Öfter Frühgeburten, häufiger Schwangerschaftshochdruck und Gestationsdiabetes: Der männliche Nachwuchs bereitet Schwangeren mehr Ärger als der weibliche, wie eine statistische Auswertung australischer Geburten jetzt ergab. Bei einem Grossteil der Schwangerschaftskomplikationen erwarteten die Frauen einen Knaben. Das Risiko für eine sehr frühe Geburt ist beispielsweise bei einem männlichen Fetus rund 27% höher als bei einem weiblichen. Die höhere Komplikationsrate ist aber nicht nur für die werdenden Mütter ein Problem, sondern auch für deren Nachwuchs. So erkranken Frühgeborene sowie Kinder nach einem Schwangerschaftsdiabetes oder einer Schwangerschaftshypertonie im späteren Leben ebenfalls häufiger an Zuckerkrankheit, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Newsticker
In Hungerphasen bringen Frauen häufiger Mädchen zur Welt: Die Auswertung von Daten während einer zweijährigen Hungersnot in China zwischen 1959 und 1961 ergab deutlich weniger Geburten männlicher Babys. Die Mütter waren etwa im Juli 1959 schwanger geworden, also ein halbes Jahr nach Beginn der Hungersnot. Nach deren Ende, im Oktober 1963, kam es zu einem schnellen Anstieg der Zahl neugeborener Jungen. Das herkömmliche Geschlechterverhältnis wurde binnen zwei Jahren wieder erreicht. Wie es zu dem Effekt kommt, ist ungeklärt. Mädchen sind möglicherweise im Mutterleib anspruchsloser und überleben schlechte Zeiten eher als Jungen. (swissmom-Newsticker 21.4.12)
Geschlechtswahl möglich: Mit der sogenannten Microsort-Methode (ein patentiertes Verfahren, bei dem die Spermien vor einer künstlichen Befruchtung nach X- und Y-Chromosomen sortiert werden) können Ärzte heute schon die Wahrscheinlichkeit für das eine oder andere Geschlecht stark vergrössern. In der Schweiz ist dies jedoch gesetzlich nur erlaubt, wenn ein geschlechtsgebundener Gendefekt mit schwerem Krankheitsverlauf beim Kind vorliegen könnte, wie bei der erblichen Muskelschwäche oder der Bluterkrankheit. An der Baseler Universitäts-Frauenklinik wird die Methode ab Juli 2013 angeboten. (swissmom-Newsticker, 3.6.2013)
Abtreibung wegen des „falschen“ Geschlechts? SP-Ständerätin Pascale Bruderer hat bei ihrer zweiten Schwangerschaft erlebt, dass mit dem Ergebnis des neuen pränatalen Bluttests (Panorama, PrenDia oder Praena) nicht nur der Ausschluss bestimmter Chromosomenstörungen, sondern auch das Geschlecht des Kindes mitgeteilt wurde. Da dies schon einige Wochen vor dem Ablauf der Fristenregelung (12. SSW) möglich ist, ergibt sich die Gefahr eines Abbruchs wegen des „falschen“ Geschlechts. Diese sei in der Schweiz zwar nicht gross, aber in einigen Kulturkreisen ist Geschlechterselektion weit verbreitet. Pascale Bruderer hat deshalb eine Motion initiiert, um das Missbrauchsrisiko von nichtinvasiven Pränataltests zu reduzieren. Denkbar ist ein Mitteilungsverbot für Ärzte bis nach der 12. SSW. (swissmom Newsticker, 10.9.14).
Weltweit mehr Knaben: Das Geschlechterverhältnis bei der Geburt ist nicht ganz gleich - das ist lange bekannt. International werden mehr Knaben als Mädchen geboren, etwa in einem Verhältnis von 51 zu 49 Prozent. Bisher gingen viele Experten aber davon aus, dass bereits bei der Empfängnis die Knaben die Nase vorn haben - also mehr Schwangerschaften mit männlichem Geschlecht entstehen als mit weiblichem. Dass dies nicht stimmt, zeigt eine aktuelle Untersuchung. Forscher aus Großbritannien und den USA berichten in der renommierten Fachzeitschrift "PNAS", dass zum Zeitpunkt der Empfängnis das Verhältnis der Geschlechter gleich ist. Allerdings sterben im Verlauf der Schwangerschaft insgesamt mehr ungeborene Mädchen. (swissmom Newsticker, 1.4.15)
Letzte Aktualisierung : 05.2018, BH