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Bevor er versuchen kann, Novak Djokovic bereits in der Gruppenphase ein Bein zu stellen, muss Roger Federer heute Abend die Pflichtaufgabe gegen Tomas Berdych erledigen. Der 30-jährige Tscheche müsste mit seinem druckvollen Grundlinienspiel eigentlich prädestiniert sein für gute Resultate auf den Hallen-Hartplätzen.
In früheren Jahren war der Wimbledonfinalist von 2010 auch ein gefürchteter Gegner, dem zwar die Konstanz fehlte, der aber immer für eine Überraschung gut war. Diese Qualität hat er allerdings je länger je mehr verloren. Der Weltnummer 6 gelingt es kaum noch, besser klassierte Spieler zu bezwingen.
In diesem Jahr hat der dies ein einziges Mal geschafft, im Viertelfinal des Australian Open gegen Rafael Nadal. Insgesamt hat Berdych nur gerade drei von elf Partien gegen Top-Ten-Spieler gewonnen – neben dem Nadal-Sieg dank einer Aufgabe von Milos Raonic in Monte Carlo und vor gut einer Woche in Paris-Bercy gegen die Weltnummer 10 Jo-Wilfried Tsonga. Dort scheiterte er im Viertelfinal in zwei knappen Tiebreaks an Djokovic. Die Formkurve zeigt also aufwärts, Federer ist gewarnt. “Ich weiss, dass er in der Halle sehr stark spielen kann”, betonte der Schweizer.
In diesem Jahr hatte Berdych in Indian Wells und Rom gegen Federer allerdings nicht den Hauch einer Chance. Überhaupt liegt der letzte von immerhin sechs Siegen des Wahl-Monegassen gegen Federer (bei 14 Niederlagen) bereits fast drei Jahre zurück. Trotzdem gibt er sich zuversichtlich. “Ich fühle mich bereit und glaube an meine Chance.” Zumindest gegen Federer. Denn um Überflieger Djokovic zu bezwingen, sieht Berdych nur einen Weg: “Man muss selber mehr als 100 Prozent seiner Möglichkeiten abrufen, und Djokovic darf nicht seinen besten Tag erwischen.”
Wahrscheinlicher ist, dass Berdych wie meist in der Vorrunde ausscheidet. Er ist zwar zum sechsten Mal hintereinander an den ATP-Finals dabei, erreichte aber nur einmal den Halbfinal (2011, als er gegen Janko Tipsarevic statt gegen den nach einem Spiel verletzten Andy Murray spielte). Der Tscheche hat über die Jahre zu Konstanz auf hohem Niveau gefunden, die Exploits gegen die absolute Spitze wurden aber immer rarer.
(SI)