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Wie eine Nahrungsmittelallergie getestet wird
Bei Kindern, die an Anaphylaxie leiden, liegt in den meisten Fällen eine Allergie gegen bestimmte Lebensmittel wie Erdnüsse, Milch, Ei oder Fisch vor. Um eine relevante Nahrungsmittelallergie sicher festzustellen, ist der Provokationstest die einzige zuverlässige Methode.
Besteht ein begründeter Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie, lohnt es sich immer, einen Provokationstest durchzuführen, so lautet das Fazit einer deutschen Übersichtsarbeit (1).
Insbesondere empfiehlt sich der Test, wenn allergische Reaktionen auftreten, nachdem ein bestimmtes Nahrungsmittel verzehrt wurde und eine entsprechende Sensibilisierung vorliegt. Auch wenn Hinweise auf eine Lebensmittelallergie bestehen, obwohl keine Sensibilisierung nachgewiesen wurde, oder wenn eine Sensibilisierung für ein bestimmtes Nahrungsmittel festgestellt wurde, das bisher noch nicht bewusst verzehrt wurde, ist eine Überprüfung ratsam.
Ebenso sollte der Test durchgeführt werden, wenn sich die Symptome nach gezielter Elimination eines Nahrungsmittels verbessern, um den Verdacht auf eine Allergie zu bestätigen. Zudem kann der Test eingesetzt werden, um nach einer Phase der Allergenkarenz zu überprüfen, ob eine klinische Toleranz entwickelt wurde.
Zeitpunkt für den Provokationstest hängt von der Nahrungsmittelallergie ab
Der Zeitpunkt für den Test hängt sowohl vom verdächtigen Allergen als auch vom Alter des Kindes ab.
Viele IgE-vermittelte Nahrungsmittelallergien treten im Baby- oder Kleinkindalter auf und verschwinden bis zum Schulalter. Allergien gegen Kuhmilch, Hühnerei, Weizen und Soja neigen beispielsweise dazu, spontan in den ersten sechs bis 24 Lebensmonaten zu remittieren. Daher sollten diese Allergien in diesem Alter überprüft werden.
Allergien gegen Erdnüsse, Walnüsse, Fisch und Krebstiere bleiben häufiger bestehen, auch wenn bei ihnen eine Toleranzentwicklung ebenfalls möglich ist. Daher empfehlen die Autoren, einen Verdacht kurz vor der Einschulung durch einen Provokationstest abzuklären.
Die Durchführung des Tests bei Kindern sollte in die Hände von allergologisch erfahrenen Pädiatern gelegt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen können offene Nahrungsmittelprovokationen ambulant durchgeführt werden. Dies ist möglich, wenn das Kind beispielsweise nur ein orales Allergie-Syndrom zeigt oder ein bestimmtes Nahrungsmittel aufgrund einer serologischen Sensibilisierung (bis RAST-Klasse 2) oder rein präventiv ohne Nachweis von IgE vermieden wird.
Schrittweise Einführung scheint erfolgreich zu sein
Für die ambulante offene Provokation mit Allergenen wie Kuhmilch oder Hühnerei empfehlen die Autoren die sogenannte Milch- bzw. Hühnerei-Leiter, die im Rahmen einer kanadischen Studie entwickelt wurde. Dabei wird das Allergen schrittweise eingeführt.
Bei Verdacht erhält das Kind zunächst Backwaren wie Muffins oder Kekse, die Milch als Zutat enthalten. Wenn dies vertragen wird, darf das Kind nach und nach Milch in verarbeiteter, kurz erhitzter und schliesslich roher Form verzehren. Tritt eine allergische Reaktion auf, wird eine Stufe zurückgegangen und für vier Wochen die zuletzt tolerierte Verarbeitungsart gegeben. Anschliessend kann erneut versucht werden, zur nächsthöheren Stufe zu wechseln.
Die schrittweise Einführung der Nahrungsmittelallergene scheint erfolgreich zu sein. Eine Studie ergab, dass 91 % der Patienten nach vier bis sechs Monaten Kuhmilch vertrugen, ohne dass es zu systemischen Reaktionen kam. Auch bei Eiern konnte eine Toleranzentwicklung festgestellt werden.
Ein stufenweises Vorgehen ist jedoch nur für jüngere Kleinkinder geeignet, die weder eine Anaphylaxie noch Reaktionen auf kleinste Mengen zeigen und weder an instabilem Asthma noch an atopischem Ekzem leiden. Zudem müssen die Eltern zuverlässig mitarbeiten und die Handhabung von Notfallmedikamenten beherrschen.
Wann nur ein stationärer Provokationstest hilft
Eine stationäre Provokationstestung mit liegendem venösem Zugang ist erforderlich, wenn es in der Vergangenheit bereits zu anaphylaktischen Reaktionen gekommen ist oder wenn eine vorbekannte Sensibilisierung vorliegt und die klinische Reaktion schwer einzuschätzen ist. In der Regel werden dem Kind dabei Provokationsmahlzeiten verabreicht, die das zu testende Allergen in sieben verschiedenen Konzentrationsstufen enthalten und in zeitlichen Abständen von etwa 30 Minuten verzehrt werden. Die Testung kann offen oder doppelblind und placebokontrolliert erfolgen.
Provokationstest entlastet Kinder und Eltern
Vermutete Nahrungsmittelallergien bei Kindern bedeuten für betroffene Familien viel Aufwand und Stress. Ein Provokationstest klärt einerseits, ob tatsächlich eine Nahrungsmittelallergie vorliegt, und ermittelt andererseits ab welcher Allergenkonzentration das Kind klinische Symptome zeigt. Ein negativer Test entlastet das Kind und die Eltern.
Ein positives Ergebnis gibt zumindest einen Anhaltspunkt dafür, welche Dosis zu allergischen Symptomen führt. Für viele Familien bedeutet dies, dass sie Verpackungshinweise auf mögliche Spuren des allergenen Nahrungsmittels in Zukunft ignorieren können, da das Kind auf diese geringen Mengen nicht reagiert.