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Die Grundlagen des Staatenwettbewerbs
Roland Vaubel lieferte am LI einen umfassenden Überblick der Idee des institutionellen Staatenwettbewerbs.
Mit dem Mannheimer Ökonomie-Professor Roland Vaubel durfte das LI am 14. Mai 2008 nicht nur eine ausgewiesene Kapazität im Bereich des staatlichen Wettbewerbs, sondern auch ein Mitglied seines Akademischen Beirats in Zürich begrüssen. Vaubel referierte zum «Wettbewerb zwischen Staaten: Eine Theoriegeschichte von David Hume bis heute». In einem umfassenden Überblick konnte er dabei die Idee des institutionellen Staatenwettbewerbs auf Klassiker der politischen Philosophie wie Hume, Montesquieu, Rousseau und Kant zurückführen.
Vaubel machte deutlich, dass eine grosse Vielzahl bedeutender Autoren in den vergangenen Jahrhunderten die Vorzüge zwischenstaatlichen Wettbewerbs priesen. So wurde der kulturelle und ökonomische Aufstieg Europas nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches wiederholt mit der politischen Kleinteiligkeit und Vielfalt des Kontinents begründet. Als abschreckendes Gegenbeispiel diente hingegen immer wieder die verzögerte gesellschaftliche Entwicklung des zentralistischen China.
Zu den bedeutendsten Vorzügen des Staatenwettbewerbs wurden und werden dabei die Möglichkeit vielfältiger institutioneller Experimente und der zwischenstaatliche Vergleich angemessener politischer Lösungen gezählt. Aber auch die „Exit-Option“, also die Möglichkeit eines Ausweichens des Bürgers vor dem Zugriff expansiver Staaten kann als zivilisatorische Errungenschaft des Staatenwettbewerbs betrachtet werden. Nicht zuletzt wurden politische Kleinteiligkeit und Non-Zentralismus wiederholt als Voraussetzung einer lebendigen Demokratie, einer effektiven Kontrolle der politischen Führung durch die Bürger charakterisiert.
Entsprechend warnten liberale Geistesgrössen wie Lord Acton, Friedrich A. von Hayek oder James M. Buchanan vor den Versuchungen superstaatlicher Experimente. Gerade auch die Schweiz verkörpert in vielerlei Hinsicht die erfolgreiche europäische Tradition des institutionellen Staatenwettbewerbs — vor allem im aktuell umstrittenen Bereich der Steuerhoheit. Zusammenfassend gelang es Vaubel, jene liberale Geistestradition herauszuarbeiten, welche auch den aktuellen Tätigkeiten des Liberalen Instituts zugrunde liegt.
«Wettbewerb zwischen Staaten:
Eine Theoriegeschichte
von David Hume bis heute»
Präsentation von Prof. Dr. Roland Vaubel, Universität Mannheim
Der Aufsatz «A History of Thought on Institutional Competition» von Roland Vaubel erscheint demnächst in: Institutional Competition (Edward Elgar Publishing, 2008).
14. Mai 2008