Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03104.jsonl.gz/760

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Das Quarzsandwerk
Geschichte
Auf dem Gebiet der Gemeinde Benken, am Südostfuss des Kohlfirstes, wurde seit der Entdeckung im Jahre 1836 die fossilreiche Quarzsandgrube abgebaut. Es wurde in etwa 500 Meter Meereshöhe ein aussergewöhnlich reicher Quarzsand abgebaut, welcher neben dem Torf im Hauserseegebiet als einer der wenigen Bodenschätze des Weinlands galt.
In den Jahren 1945 – 1960 wurden Mengen an Quarzsand an diverse Unternehmen geliefert. Im Jahre 1961 wurde das Quarzsandwerk von der Firma Bader & Co. übernommen und eine neue Aufbereitungs- und Sandtrocknungsanlage erstellt. Mehrmals musste der Wald gerodet werden, um den weiteren Abbau des Quarzsandes zu ermöglichen. Im Jahre 1983 musste die Quarzsandausbeutung jedoch eingestellt werden, da der Regierungsrat weitere Rodungsgesuche ablehnte.
Die Werkanlagen wurden noch im selben Jahr abgetragen und das Grundgelände für die Wiederaufforstung vorbereitet.
Die rund 40 Meter hohe Abbauwand bleibt als geologischer Aufschluss von nationaler Bedeutung erhalten.
Geologie
Die bestehende Quarzsandgrube ist als Naturschutzgebiet gekennzeichnet. Die Felsunterlage bilden die Mergel und Sandsteine der sogenannten unteren Süsswassermolasse. Deren Schichten sind im Nordwest-Gebiet gegen Südosten geneigt und bilden im Gebiet der Grube eine flache Mulde. Die häufig vorkommenden Mergel wirken als Wasserstauer.
Direkt über den bunten Mergeln liegen grobkörnige, wasserdurchlässige Sande. Diese sind hochgradig quarzreich, kalkarm und beherbergen Fossilien.
Die Schicht über den Grobsanden bilden quarzreiche Sande mit Geröllkörnern. Zusammen bilden diese die obere Meeresmolasse. Über den quarzreichen Sanden findet man eine Schicht, welche aus Feinsanden besteht. Die oberste Schicht bildet dann die schottererfüllte Glazialrinne.
Abbau und Nutzung des Quarzsandes
Im Jahre 1840 nahm die Gemeinde Benken das Quarzwerk in Betrieb. Die jährliche Ausbeutung betrug durchschnittlich 11‘000 Tonnen Quarzsand, wobei die Anzahl Arbeiter bloss 15 bis 20 Mann betrug. Aufgrund der grossen Abräumschichten, welche in harter Handarbeit abgetragen werden mussten, wurde der Abbau anfänglich im Stollenbau betrieben. Später konnten Baumaschinen eingesetzt werden und die Gewinnung erfolgte ausschliesslich im Tagbau. Damals diente der Schluechtweiher als Reservoir für das Waschen des Quarzsandes.
Der gewonnene Quarzsand wurde anfänglich in erster Linie an Glashütten geliefert. Seit ca. 1880 kamen weitere Abnehmer dazu. Quarzsand war nun beliebt in Giessereien, Kläranlagen, Sportanlagen, in der Dachpappenproduktion sowie als Streusand bei den Schweizerischen Bundesbahnen. Ausserdem benötigte man ihn als Sägesand in Marmorwerken und später auch für Hartbetonmischungen.
Flora und Fauna
In den letzten 100 Jahren sind im schweizerischen Mittelland über 90% aller Feuchtgebiete zerstört worden. Es ist eine vordringliche Aufgabe des Naturschutzes, die wenigen noch bestehenden Nassstandorte zu erhalten und neue Lebensräume für unsere einheimischen, an Wasser gebundenen Pflanzen und Tiere zu schaffen.
Da Sand- und Kiesgruben für zahlreiche, meist hochspezialisierte Pflanzen und Tiere sehr gute Lebensbedingungen bieten, sind auch einige im Naturschutzgebiet der Quarzwerkgrube anzutreffen.