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Praxis Prof. Dr. med. à Wengen, Hauptstrasse 11, CH-4102 Binningen, Tel.: 061 423 70 00 , https://swissear.ch
Montag, 23.11.2020
Das Innenohr besteht aus zwei Anteilen:
Diese zwei Anteile sind über einen Gemeinschaftsraum (Vestibulum) miteinander verbunden. Der Übergang des Mittelohrs mit seinen Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss, Steigbügel) erfolgt an der Fussplatte des Steigbügels. Diese Struktur ist in einen elastischen Ring eingespannt, damit die mechanischen Schwingungen des Steigbügels leicht auf die Flüssigkeit des Innenohrs übertragen werden kann.
Bei der reinen Innenohrschwerhörigkeit funktioniert also die Mechanik des Trommelfells und der Mittelohrknöchelchen (Ossikelkette) gut. Die Perzeption, also die Aufnahmefähigkeit des Innenohrs ist aber beeinträchtigt.
In der Hörschnecke laufen drei Kanäle parallel zueinander in zweieinhalb Windungen nach oben. Im mittleren Gang liegt der Empfangsteil der Cochlea, das Cortische Organ. Dieses beinhaltet die Haarzellen der Cochlea. Der Aufbau des Cortischen Organs ist ziemlich kompliziert. Einfach beschrieben: es gibt einen Verstärker-Anteil und einen Empfänger-Anteil, ganz ähnlich wie bei einer Hi‑Fi‑Stereoanlage. Die äusseren Haarzellen sind die Verstärker und die inneren Haarzellen sind die Empfänger. Letztere liefern dann die feinen Nervenimpulse über die Fasern im Gehörnerv zum Hirnstamm.
Die häufigste Schwerhörigkeit betrifft die äusseren Haarzellen. Diese Verstärker können vor allem durch Lärm, aber auch durch Altersdegeneration in ihrer Zahl und Funktion reduziert werden. Die Cochlea ist vor allem im Hochtonbereich besonders empfindlich auf Schädigung. Im Hörtest (Audiogramm) sehen wir als erstes eine Senke bei 4-6'000 Hertz. Diese "Hochtonsenke", früher auch c‑4‑Senke, wegen den Hörgabeltest, genannt, ist ein Alarmzeichen für den Patienten. Die Lärmempfindlichkeit ist ziemlich individuell. Es gibt Menschen mit einer hohen und solche mit einer geringen Empfindlichkeit. Jeder Mensch sollte da seinem Empfinden und Gefühl folgen. Für viele ist die Disco zu laut. Sie müssen sich unbedingt mit Gehörschutz vor dem schädlichen Lärm schützen. Andere können relativ viel ertragen. Sicherer ist immer die Prophylaxe. Was immer nämlich an Schädigung im Innenohr entsteht wird lebenslang so bleiben. Es gibt im Bereich der Haarzellen keinerlei Regenerationsmöglichkeit. Viele Forscherteams arbeiten an diesem Projekt. Leider ist trotz vielen Millionen Investitionen noch keine Lösung gefunden worden.
Neben dem Verlust der äusseren Haarzellen kommt insbesondere mit zunehmendem Alter auch ein Verlust der Anzahl Nervenfasern im Hörnerv dazu. Mit der Reduktion dieser "Kabel in der Leitung" nimmt auch die Differenzierungsfähigkeit des Hörsinnes ab. Das Resultat: ältere Menschen hören zwar oft noch, dass etwas gesprochen wird, sie verstehen es aber nicht mehr. Diese Differenzierungsfähigkeit ist also wesentlich von diesen zentralen Strukturen abhängig. Kommt dazu, dass die akustische Hirnrinde bei zu geringer Aktivierung auch verkümmern kann. Neue Forschungen haben dieses Phänomen klar belegt. Der grösste Fehler, der alternde Menschen mit fortschreitender Schwerhörigkeit also machen können ist, zu lang mit einer Hörgeräteversorgung zu warten.
Die Versorgung mit Hörgeräten sollte heute also so früh wie möglich erfolgen!
Damit bleibt der neurale Anteil der Hörbahnen aktiviert. Die Akzeptanz von Hörgeräten steigt zum Glück auch langsam an. Dies ist durch die konstante Verkleinerung und Verbesserung der Hörapparate bedingt, aber auch durch die neue Welle der Bluetooth Geräte am Ohr (Airpods), die heute trendiger Weise getragen werden. Diese In-Ear-Kophörer helfen anderen Menschen den Fremdkörper eines Hörgerätes zu akzeptieren.
Die modernen Hörgeräte sind bei weitem kleiner und eleganter als diese Bluetooth-Adapter.
Bis vor ein paar Jahren musste der Patient zwischen einem Stöpsel im Ohr (Im-Ohr-Hörgerät) und dem grösseren Hinter-dem-Ohr-Hörgerät entscheiden. Beide haben bedeutende Nachteile. Moderne Hörgeräte aber bieten viel mehr: das Volumen ist bei den HdO-Geräten sehr viel kleiner und damit praktisch nicht mehr sichtbar geworden.
Weitere Informationen auch bei Hörgeräte auf dieser Webseite.