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Nachruf: Ernst Hofmann
Nach kurzer, schwerer Krankheit ist Ernst H. Hofmann, pensionierter Zentralsekretär der ehemaligen Gewerkschaft Kommunikation, am 6. Februar 2012 kurz vor seinem 75. Geburtstag verstorben. Die Gewerkschaft Syndicom spricht den Hinterbliebenen ihr herzliches Beileid aus.
Ernst Hofmann war Zentralsekretär und stellvertretender Generalsekretär der mit Comedia zu Syndicom fusionierten Gewerkschaft Kommunikation. Ende Juni 2000 trat er in den vorzeitigen Ruhestand. Mehr als 25 Jahre war er hauptberuflich Verbandssekretär gewesen.
Geboren wurde Ernst Hofmann 1937 in Grindelwald. In Zürich schloss er eine Lehre als Telegrafist mit dem Erstklasspatent ab. Sein beruflicher Weg führte ihn nach Genf und nach Basel, wo er zum Chef des Telex- und Mietleitungsdienstes gewählt wurde.
Seine gewerkschaftliche Laufbahn begann nach der Lehre mit dem Beitritt zum VSTTB (Verband Schweizerischer Telephon- und Telegraphenbeamter), und mit dem aktiven Mitmachen in der Sektion Basel und in Kommissionen des VSTTB. 1970 wurde Ernst Hofmann in den Zentralvorstand und ein Jahr später bereits als Vizepräsident gewählt. 1974 nahm er seine Arbeit als Verbandssekretär der PTT- und Zollbeamtenverbände (PTT+Z) auf. Seine Aufgaben bei PTT+Z waren vielfältig: Verantwortung für den VSTTB und bis 1984 zusätzlich für den VSZB (Verband Schweizerischer Zoll-Beamten), Redaktor der Zeitung PTT+Z, mehrere Jahre geschäftsleitender Sekretär, drei Jahre Vizepräsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, Mitglied des Vorstands und des Präsidiums der PTT-Vereinigung, PTT-Verwaltungsrat ab 1992 und danach im Swisscom- Verwaltungsrat.
In der jungen Gewerkschaft Kommunikation betreute Ernst Hofmann einen Teil der Branche Telecom. Bis Ende der Amtsdauer im Mai 2001 vertrat Ernst Hofmann nach seiner frühzeitigen Pensionierung weiter im Swisscom-Verwaltungsrat das Personal. Daneben nahm er weitere Funktionen wahr, so die Geschäftsführung der Bundespersonal-Ferien-Genossenschaft (BFG).
Gewerkschaft Syndicom (Mü/red)
Es bleibt die Erinnerung
Wir lernten uns in den 1980-er-Jahren kennen. Du warst der «Guru» des Verbandes Schweizerischer Telegraphen- und Telephonbeamter (VSTTB) und ich sammelte meine ersten gewerkschaftlichen Erfahrungen. Von 1988 an gingen wir denselben Weg in einer sehr engen gewerkschaftlichen Zusammenarbeit, die bis zu deiner Pensionierung gedauert hat. All diese Jahre waren geprägt von intensiven Momenten mit engagierten, ja leidenschaftlichen Diskussionen, aber auch von vielen schönen Gemeinschaftserlebnissen. Von den angeregten Debatten bei den Delegiertenversammlungen bis zu den plastischen Schilderungen deiner vielen Reisen. Nicht zu vergessen die Abende nach den ZV-Sitzungen mit den witzigen Sprüchen und verbissenen Jasspartien, die manchmal etwas länger dauerten.
Viele Erinnerungen sind wieder aufgetaucht, als ich bei unserer letzten Begegnung von deiner Krankheit erfuhr, und dann bei der Nachricht von deinem Ableben. Dein Tod hinterlässt nicht nur deine Ehefrau, deine Kinder und die Angehörigen in tiefer Trauer, sondern auch deine anderen «Familien»: die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, die Ehemaligen des VSTTB, das Sekretariat PTT+Z, die Gewerkschaft Kommunikation und jetzt Syndicom; die Telegrafisten und Telegrafistinnen, deren Beruf es nicht mehr gibt, der aber von den Ehemaligen immer noch hochgehalten wird; die Liebhaber eines guten Glases Wein; auch die BFG (die Eingeweihten wissen, um was es geht), in die du bis im Jahr 2011 deine Energie und Leidenschaft investiert hast. Und schliesslich die grosse Familie der Reisenden, welche du in alle Winkel dieses Planeten begleitet oder selbst geführt hast.
Vielen Dank, Ernst, für dein gewerkschaftliches Engagement, für deine Herzlichkeit, deinen Humor, deine Leidenschaften, die wir mit dir teilen durften, und für all die schönen Erinnerungen, die wir noch lange Zeit im Gedenken an dich bewahren werden.
Alain Carrupt, Co-Präsident Syndicom