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Wo liegt der Unterschied zu CFD's , Optionen?
Warum ist der Future-Preis immer höher als der Spot-Preis?
Diese und andere Fragen tauchen immer wieder auf.
Versuchen wir mal einen Einstieg:
Grundsätzlich handelt beides vom selben: Es geht um einen Kauf und einen Verkauf..
Wenn ich zum Bauern gehe und einen Sack Kartoffeln für Fr. 20.- kaufe, den Sack bar bezahle und die Kartoffeln mitnehme, dann spricht man vom Spot-Markt oder Kassamarkt.
In diesem Sinne ist die NYSE oder SWX ein Spotmarkt. Aktien werden jetzt gekauft und jetzt bezahlt.
Ich kann aber auch Waren auf Termin kaufen, nämlich, wenn ich sie jetzt nicht brauche. Dennoch wird der Preis bereits heute abgemacht.
Beispiel: Wenn ich den Sack Kartoffeln nicht jetzt sofort für Fr. 20.- kaufe sondern die Kartoffeln erst im August brauche, wird dann der Bauer mehr Geld von mir verlangen?
Richtig. Denn er überlegt wie folgt: Wenn ich die Fr. 20.- jetzt hätte, könnte ich sie zu 4% Zins anlegen. Also entgehen mir 15 Rappen Zinsen. Ausserdem verursachen die Kartoffeln Lagerkosten von 25 Rappen pro Monat.
Der Bauer wird mir also die Kartoffeln für Fr. 20.80 anbieten, wenn ich sie erst im August abhole und bezahle.
Dieser Handel ist also ein Termin-Kontrakt. Ein Kontrakt, der den Bauern verpflichtet, mir im August die Kartoffeln zu liefern (er darf also nicht alle verkaufen) und der mich verpflichtet, den Sack Kakrtoffeln per August für Fr. 20.80 abzunehmen.
Für uns beide gilt: Es ist absolut egal, was die Kartoffeln auf dem Markt im August kosten. Unsere Abmachung ist bindend.
Der Future ist dann nur noch das Papier, das es uns erlaubt, diesen Vertrag zu handeln. Ich darf diesen Future an einen anderen Verkaufen und dann muss der Bauer halt ihm die Kartoffeln für Fr. 20.80 liefern.
Ebenso darf auch der Bauer den Future an einen anderen Bauer weiterverkaufen.
In diesem Beispiel ist der Future-Preis also etwas höher als der Spot-Preis. Für Zinsen und Lagerung über 2 Monate werden in diesem Beispiel 80 Rappen verrechnet. Also 40 Rappen pro Monat.
Würde ich den Kontrakt per Juli abschliessen kämen mich die Kartoffeln auf 20.40 zu stehen.
Das nennt man Contango (
Quizfrage: Wenn ich also die Kartoffeln erst in 5 Monaten, im November brauche, dann kosten mich die Kartoffeln Fr. 22 (Fr. 20 Spotpreis + Zinsen + Lagerung) richtig?
Nein, falsch!
Sie kosten mich nur Fr. 20.75!
Warum :?:
Ganz einfach deshalb, weil nur die Zinsen von 0.15/Mt aufgerechnet werden. Es fällt keine Lagerung an, weil der Bauer mir im November die frischen Kartoffeln aus der Novemberernte 2008 verkaufen wird. Er wird nicht Kartoffeln vom November 2007 ein Jahr lang lagern.
Das nennt sich dann Backwardation (http://de.wikipedia.org/wiki/Backwardation)
Auf den Aktien- und Index-Futures gibt es meines Wissens nur Contango. Der Future ist also immer etwas höher als der Spot-Preis. Je näher wir dem Verfalltag kommen (dem Tag, an dem der Vertrag eingelöst wird) umso niedriger wird natürlich die Differenz.
Wir sehen das sehr schön am aktuellen Juni-Kontrakt des FDAX (DAXFuture) im Vergleich zum DAX (Spot-Markt).
Der Kontrakt verfällt am Freitag 20.6.08 also liegen derzeit die beiden Kurven fast aufeinander. Im März hingegen ist die Zinsdifferenz sehr gut zu erkennen.
Futures sind vom Verständnis her also sehr viel einfacher zu verstehen als Warrants. Warrants sind nichts anderes als Konstrukte, mit denen Futures von den Emitenten angeboten werden. Richtig: Hinter jedem Warrant steckt schlussendlich ein Future.
Der Vorteil von Warrants besteht darin, dass man nicht mehr als 100% des Investitionskapitals verlieren kann.
Bei Futures hingegen kann der Verlust enorm sein.
Beispiel: Ich mache den Vertrag über den Kartoffelsack nicht direkt mit einem Bauern sondern mit einem Börsianer. Der spekuliert nämlich darauf, dass er im August die Kartoffeln billiger bekommt. Er "verkauft" mir also eine Ware, die er gar nicht besitzt. Das kann gefährlich sein!
Wenn nämlich die Kartoffelpreise auf Fr. 80 steigen, dann muss er meinen Sack auf dem Markt zu Fr. 80 kaufen, um ihn mir für Fr. 20.80 zu verkaufen. Eine bittere Pille!
Um dies zu verhindern, muss man als Future-Händler den Beweis erbringen, dass man in der Lage ist, am Verfalltag seinen Verpflichtungen nachzukommen. Das nennt man Margin.
Je nach Volatilität des Markte wird die Margin mal höher oder niedriger gewählt. Bei Aktien beträgt sie vielleicht 10%.
Ich kann also auf dem Future-Markt 100 UBS-Aktien zu Fr. 25.- erstehen und muss dazu nur Fr. 250 als Margin hinterlegen (10% von Fr. 2500).
Das schöne dabei: Diese Margin ist nicht einmal mit dem UBS-Deal gekoppelt. Ich kann nun z.B. gleichzeitig auch einen ABB-Aktien kaufen.
Wenn meine Verluste aus allen Trades grösser sind als die hinterlegte Margin, dann werden die Positionen automatisch glatt gestellt ("Margin call") und mein Konto ist innert Sekunden leergeräumt. Im Future-Handel kann es dann sogar noch passieren, dass man Nachschussplfichtig wird, weil die Positionen in einer Marktpanik erst viel zu spät und zu einem schlechten Kurs verkauft wurden.
Bei einem Warrant weiss ich immer genau, wieviel ich verlieren kann. Bei Futures weiss ich es nicht.
Wenn ich ein konto mit Fr. 10'000 habe, könnte ich theoretisch 4000 UBS-Aktien im Wert von 100'000 kaufen. Aber nur ein Tick nach unten und das Konto ist sofort leer.
Wenn ich nur 2000 UBS-Aktien kaufe (Wert 50000), habe ich immerhin einen Spielraum von 20% den die Aktie sinken dürfte:
==> UBS sinkt von 25 auf 20
Wert des PF = 2000 * 20 = 40000
10'000 Margin und 40'000 Wert der Aktien reicht knapp um meiner Verpflichtung nachkommen zu können, 4000 UBS-Aktien zu liefern.
Bei Warrants muss ich mir wie gesagt keine Überlegungen über die Positionsgrösse machen. Diese Überlegungen sind im Preis von Warrants enthalten. Die Bank lässt sich diese Absicherung auch sehr gut bezahlen. Deshalb sind Warrants auch recht teuer.
Ein weiterer Vorteil der Futures liegt auch darin, dass man den Wert kennt. FSMI steht halt ein bisschen höher als der SMI aber dieselbe Charttechnik gilt für beide.
Hingegen ist bei Warrants nur schwer berechnebar, warum er jetzt 0.75 kostet und wie hoch er sein wird, wenn der SMI in 2 Wochen um 240 Punkte steigt.
Future und Spot-Markt haben eigentlich nichts miteinander zu tun. Aber würden sie zu weit auseinander driften, würden sofort Arbitrageure die Kurslücken schliessen.
Aber das ist ein anderes Kapitel und das Johnny P hier schon erklärt. http://board.cash.ch/bb/viewtopic.php?t=2216
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keywords: Future Contract contango backwardation Termin