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Beim Berner Bahnhof wird seit 160 Jahren gebaut
Nicht nur die Hauptstadt hat eine lange Geschichte, sondern auch der 1860 eröffnete Berner Bahnhof. Provisorien, ständige Erweiterungen und Umbauten, aber auch Unfälle und Brände prägen die Geschichte des zweitgrössten Bahnhofs der Schweiz.
Die Geschichte des Berner Bahnhofs reicht lange zurück. Er hat den Ersten und Zweiten Weltkrieg überstanden und nebenbei zahlreiche andere Hindernisse gemeistert. Eines davon war, dass die Bahnstrecke Olten–Bern, die von der Schweizerischen Centralbahn im Jahre 1857 gebaut wurde, nicht in der Stadt endete sondern schon im Vorort Wylerfeld. Grund dafür war eine fehlende Brücke über die Aare. Natürlich mussten die Reisenden aber nicht zu Fuss nach Bern laufen. Sie wurden komfortabel von Postkutschen ins Berner Zentrum gefahren. Rund ein Jahr später spannte sich die «Rote Brücke» über die Aare und die Züge konnten fortan direkt in die Berner Innenstadt fahren.
Als die erste Bauetappe geschafft war, wurde bereits fleissig am Bahnhof selber gebaut. Denn es fehlte zu jener Zeit noch ein zentrales Empfangsgebäude. 1860 war es dann so weit, der Berner Bahnhof konnte endlich eingeweiht und vollumfänglich in Betrieb genommen werden. Schnell wurde festgestellt, dass der Platz nicht ausreichte und man noch mehr Raum schaffen musste. So kam es, dass 1864, der im 14. Jahrhundert erbaute Christoffelturm abgebrochen wurde, damit sich der Bahnhof erweitern konnte.
Das Empfangsgebäude prägte fast 40 Jahre den Eingang zum Bahnhof. Bis 1897 ein grosser Brand ausbrach, der die Halle völlig zerstörte. Die Berner liessen sich dadurch aber nicht aus der Ruhe bringen: Sie bauten die Halle im gleichen Stil nochmals auf. Fünf Jahre später brannte es erneut. Dabei wurden aber glücklicherweise nur die Unterkünfte des Personals beschädigt.
Erste Schritte in die moderne Welt
Zwischen 1902 und 1957 veränderte sich das Aussehen des Bahnhofs kaum. Doch dann beschloss die Schweizerische Bundesbahn einige Probleme zu beheben. Dazu gehörten veraltete Gebäude und zu wenige Perrons, die mit der Zeit einfach zu kurz waren. Im Juni 1957 fiel der Startschuss zu den Bauarbeiten, die gleichzeitig einen neuen Post-Bahnhof, eine Parkgarage und einen weitläufigen Baukomplex vorsahen. Die Kapazität sollte zudem verdoppelt werden. Mit dem erstmaligen Bau eines unterirdischen Bahnhofs.
Trotz laufenden Bauarbeiten mussten die 700 Züge, die täglich mit zirka 50 000 Passagieren den Bahnhof passierten, ein- und ausfahren können. 1965 war dann das erste Ziel geschafft: Der erste Zug fuhr unterirdisch in den Bahnhof Bern ein. Erst 1974 nach 17 Jahren Bauzeit war der gesamte Bahnhof fertiggestellt. Mit modernster Technik und elektronischen Anzeigetafeln war der neue Bahnhof Bern betriebsbereit. Neu gab es einen Lift, der die Personen direkt hinunter zur Garage und dem Postauto-Bahnhof führte. Das 400 Millionen Franken schwere Projekt lohnte sich.
Aber obschon der neue Bahnhof Bern kräftig gewachsen war, hatte er immer noch einige Schwachstellen. Dazu gehörte, dass in Folge eines verspäteten Zuges mehrere weitere betroffen waren – genau wie das heute teilweise der Fall ist. Das setzt auch die Lokomotivführer unter Druck, wie ein Fall aus dem Jahre 1982 zeigt: Der Fahrer eines Schnellzuges versuchte die entstandene Verspätung wieder aufzuholen und fuhr mit 120 Stundenkilometern über eine Weiche in abgelenkter Stellung – anstatt mit den erlaubten 40. Der Zug entgleiste: Der Unfall forderte 15 Verletzte.
Genau wie vor 160 Jahren versucht man auch heute das bestmögliche Potenzial aus dem Bahnhof herauszuholen. Das zeigt das aktuelle Projekt «Enflechtung Wylerfeld» sehr gut auf.
Der nächste Ausbau erfolgt
Genau wie früher, gilt der Berner Bahnhof auch heute noch als wichtiger Bestandteil im Verkehrsnetz der Schweiz. Auch vor 161 Jahren wurde bereits versucht, das bestmögliche Potenzial aus dem Bahnhof rauszuholen. Das das heute nicht anders ist, zeigt das Projekt zur «Entflechtung Wylerfeld» sehr gut auf. Die Baugeschichte rund um den Berner Bahnhof wird aber wohl noch lange nicht enden, denn während die Bauprojekte noch im Gange sind, nehmen auch die Passagierströme stetig zu.
Kommenden Freitag erscheint im Baublatt Nr. 8 ein Bericht zum Projekt «Enflechtung Wylerfeld».
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