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Guy Debord [D]: La société du spectacle
Der programmatische Text für den Situationismus, eine der letzten europäischen Avantgarden. Es besteht wie die Manifeste früherer Avantgarden aus programmatischen Thesen, 221 an der Zahl und in der Form von Aphorismen mit der Länge von nicht mehr als einem Abschnitt.
La société du spectacle ist eine Kritik an der Konsumgesellschaft und der Amerikanisierung. Das authentische Sozialleben sei zu einer Repräsentation geworden. Das Sein wurde zum Haben und dieses zum blossen Schein. Beziehungen zwischen Dingen hätten Beziehungen zwischen Personen ersetzt. Die Gesellschaft sei eine Gesellschaft des Spektakels. Die Wahrnehmung der Zeit falle zusammen zu einer ewigen Gegenwart (Implosion)
Debord will die Gesellschaft mit der Strategie verändern, die er «détournement» nennt: Spektakuläre Bilder werden verwendet, um das Spektakel zu unterbrechen, er will also Feuer mit Feuer bekämpfen, er will die Zuschauer/Konsumenten aus dem Schlummer aufwecken, indem er durch radikale Aktionen Momente schafft, in denen eine existenzielle Selbstwahrnehmung möglich wird.
Das Marketing von Produkten hat die Rolle der Religion eingenommen: sie ist das moderne Opium fürs Volk. Die Waren haben Fetisch-Charakter wie die alten Wunder.
Debord diskutiert amerikanische Soziologen, darunter vor allem
Daniel J. Boorstin und dessen Buch
The Image (1961),
David Riesman und sein Buch
The Lonely Crowd (1950),
William H. Whyte, Autor von
The Organization Man (1956) sowie
Wright Mills mit
White Collar: The American Middle Classes (1951).
Die moderne Gesellschaft müsse sich stets neu erfinden, in dem sie alte Ideen neu aufwärme. Das Plagiat sei daher unumgänglich.
Der Text hatte einen grossen Einfluss auf
Jean Baudrillard und auf die 68er Bewegung, auf Medienkritiker aller Couleur. Marshall MacLuhan kommt auf ähnliche Diagnosen aber zu anderen, weniger radikalen Schlüssen.
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