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Den Kontinent Wirziana erkunden
Das «Andere» in der Kunst – Kulturdialoge der Outsider Art. Diesem Themenkreis ist die aktuelle Ausstellung im open art museum St. Gallen gewidmet. 147 Ausstellungsobjekte von 26 Künstlerinnen und Künstlern zeigen, wie existentielle und aktuelle gesellschaftliche Themen sichtbar gemacht werden können. Der Ausstellung «outsider art unter dem halbmond» wird die Dialogausstellung «Kontinent Wirziana des Schweizer Art Brut-Künstlers Peter Wirz (1915 – 2000) gegenübergestellt. Die Präsentation ist bis zum 20. August 2023 im open art museum zu sehen.
Peter Paul Wirz ist der Sohn des bekannten Ethnologen Paul Wirz (1892-1955). Im Verborgenen schafft Peter Wirz etwa 700 erhaltene Zeichnungen im A4 Format, zahllose Skizzen und handschriftliche Aufzeichnungen den Kontinent «Wirziana».
Peter Wirz lebte vier Jahre bei einem Onkel in Goldach und dann die meiste Zeit bei Tanten in Basel. Seine Eltern führten ein bewegtes Leben, in das der schwierige Sohn nicht hineingepasst hat.: Forschungsreisen, Aufbau eines Heims im Tessin und schliesslich der traumatische Tod der Mutter, die bei einem Bootsausflug der Familie ums Leben kam.
Peter Wirz lebte in verschiedenen Erziehungsheimen, Ausbildungs-und Arbeitsversuche scheiterten. Er wurde zunehmend verhaltensauffällig und wegen «Debilität» und «Psychopathie» entmündigt. Ende der 1940er Jahre durchlitt er eine schizophrene Psychose und wurde in der Basler Anstalt Friedmatt interniert und 1950 der Kastration zugeführt. Nach der Entlassung arbeitete er als Gärtnergehilfe in einer sozialen Einrichtung. 1973 zog er in ein betreutes Wohnheim und starb im Jahr 2000.