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Die Skischuhe sind montiert, ab geht es auf die Piste. Den Hang ist schnell hinabgeflitz und die Bewegung gibt warm. Doch auf dem Skilift peitscht der Wind um die Ohren und die ganze Wärme vom Herunterbrettern verlässt den Körper.
Die Hände in den Handschuhen werden kalt und auch die Füsse in den Skischuhen verwandeln sich langsam in Eisblöcke. Die Lösung? Ab in die warme Hütte! Doch dies stellt sich als Irrtum heraus: Zwar friert man nicht mehr, doch jetzt spürt man einen Schmerz, als würden Tausende Nadeln stechen: Der Kuhnagel hat zugeschlagen.
Kommt Kuhnagel von den Kühen?
Ob in Ski- oder den Handschuhen – Kuhnagel tut schweinisch weh. Doch was bedeutet der Begriff Chuenagel überhaupt? Das Schweizer Idiotikon, das Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache, bezeichnet «Chuenagel» als «prickelnden Frost an den Fingerspitzen».
Es scheint naheliegend zu sein, dass sich der Begriff aus «Kuh» und «Nagel» zusammensetzt. Mit Kühen hat er aber nichts zu tun hat. Denn auch die Begriffe «Chunagel», «Unagel», «Unigler», «Hornagel», «Hurnagel» und «Hurnigel» sind geläufig.
Um den Begriff zu verstehen, muss er in die Wortstämme «Chun» und «Agel» geteilt werden – nicht in «Chue» und «Nagel». «Agel» stammt wahrscheinlich von «Agle» oder «Agne», wie das Schweizer Idiotikon schreibt. Diese Begriffe beschreiben etwas Spitziges, etwa Tannennadeln oder Splitter von Hanf oder Flachs. Etwas, das pikst und sticht.
Stechende Finger- und Fussnägel
Schwieriger ist die Herkunft von «Chun». Der Begriff könnte vom Hochdeutschen «Kühn» stammen. Das könnte auch als «kräftig» oder «stark» verstanden werden. Dann würde «Chuenagel» also ein «starkes Stechen» sein. Plausibler ist laut dem Idiotikon jedoch, dass gar nicht «Chuenagel» der ursprüngliche Begriff ist, sondern «Hornagel». Wenn das der Fall ist, kann man darauf schliessen, dass «Horn» von Nagel kommt.
So würde «Chuenagel» also «Nagelstechen» bedeuten – was Sinn ergibt, wenn man sich die stechenden Schmerzen in Erinnerung ruft, die der Kuhnagel auslöst.
Das kannst du gegen Kuhnagel tun
Was kann gegen den Schmerz nun unternommen werden? Einerseits ist es wichtig, draussen warme Kleidung zu tragen, dass man nicht zu fest friert. Heisst: Dicke Socken und warme Handschuhe montieren und Handwärmer in die Jackentaschen stopfen. Zudem hilft es, in Bewegung zu bleiben, um den Kreislauf und die Durchblutung anzuregen. Auch mit warmen Getränken oder einer Suppe kann Chuenagel vorgebeugt werden. So wird der Körper von Innen aufgewärmt und die Durchblutung langsam angeregt.
Werden Hände oder Füsse trotzdem kalt, sollte man diese, wenn man ins Haus geht, langsam aufwärmen. Etwa mit einem Wasserbad, indem man schrittweise warmes Wasser hinzufügt. .
Das solltest du bei Kuhnagel vermeiden
Wenn der stechende Schmerz dennoch einsetzt, sollte man es unbedingt vermeiden, Hände oder Füsse mit heissem Wasser oder an einem heissen Gegenstand aufzuwärmen – auch wenn dies naheliegend scheint. Weil die Haut aber zu diesem Zeitpunkt nicht gut durchblutet ist, kann es sie Heisses nicht schnell wahrnehmen. So kann es im schlimmsten Fall sogar zu Verbrennungen kommen.
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