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Die indonesische Regierung berichtete kürzlich von einer Zunahme der Orang-Utan Population. Ein Team von internationalen Wissenschaftler kritisiert und bestreitet diese Aussage: Die von der Regierung angewandten Monitoring-Methoden seien ungeeignet gewesen. Die Lage der Orang-Utans habe sich nicht verbessert, sondern weiter verschlechtert.
In einem kürzlich veröffentlichten Bericht der indonesischen Regierung heißt es, die Orang-Utan-Populationen hätten im Zeitraum von 2015 bis 2017 um mehr als 10 Prozent zugenommen. Diese Zahlen werden nun in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Current Biology kritisiert. Erstautor Erik Meijaard erklärt: «Diese Zahlen stehen in krassem Gegensatz zu anderen Studien über die Entwicklung der Orang-Utan-Populationen.»
Verlust von 100’000 Borneo-Orang-Utans seit 1999
Laut den Autoren ist alleine in den vergangenen zehn Jahren die Anzahl der Borneo-Orang-Utans um mindestens 25 % zurückgegangen, was einem Verlust von über 100.000 Individuen seit 1999 entspricht. Sumatra-Orang-Utans und der kürzlich beschriebene Tapanuli-Orang-Utan haben zwischen 1985 und 2007 mehr als 60 % ihres Lebensraums verloren und es wird befürchtet, dass bis 2020 weitere 11–27 % der Orang-Utan-Bestände auf Sumatra verschwinden. Die jüngsten Zahlen zeigen aus Sicht der Wissenschaftler, dass das Überleben der drei Orang-Utan-Arten nach wie vor ernsthaft durch Abholzung und Tötung gefährdet ist. Alle drei Arten werden auf der Roten Liste der IUCN (Weltnaturschutzunion) als «vom Aussterben bedroht» eingestuft.
Monitoring nur in geschützten Gebieten
Wie kommt es zu einer derartigen Diskrepanz zwischen dem, was die Regierung sagt und dem, was unabhängige Wissenschaftler über den Status der Orang-Utan-Populationen veröffentlicht haben? Aus Sicht der Autoren gibt es dafür mehrere Erklärungen:
Das Monitoring der Regierung konzentriert sich stichprobenartig auf neun Populationen. Diese Populationen repräsentieren allerdings weniger als 5 Prozent des Verbreitungsgebiets der Borneo- und Sumatra-Orang-Utans und 0 Prozent des Verbreitungsgebiets des Tapanuli-Orang-Utans. Alle Beobachtungsflächen befinden sich innerhalb geschützter Gebiete, während die Mehrheit der Orang-Utans in nicht geschützten Gebieten wie Holzeinschlaggebieten, Palmölplantagen, Privatgärten und Gemeindeland lebten. Die Lebensraum-Bedingungen und Gefährdungen unterscheiden sich zwischen diesen enorm. Daher können die an wenigen geschützten Orten erhobenen Populationstrends keine zuverlässigen Informationen über den Status aller drei Spezies liefern. Die von der Regierung angegebenen Zuwächse sind auch extrem unwahrscheinlich angesichts der niedrigen Reproduktionsraten sowie der häufig beobachteten Tötungen.
Regierung Indonesiens ist ungenügend aufgeklärt
Hauptautorin Maria Voigt betont die Notwendigkeit, die Zusammenarbeit und den Datenaustausch zwischen Wissenschaftlern und den indonesischen Regierungsbehörden zu verbessern: «Die Regierung ist offenbar nicht ausreichend über die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse informiert», erklärt Voigt. «Beide Seiten müssen stärker zusammenarbeiten.»
Laut Voigt ist eine bessere Zusammenarbeit zwischen Regierung, Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaftlern besonders wichtig, weil Indonesien derzeit seinen neuen Aktionsplan zum Schutz der Orang-Utans für den Zeitraum 2018 bis 2027 erstellt. «Es müssen die besten Daten und Methoden genutzt werden, um die richtigen Maßnahmen wählen zu können», erläutert Voigt. «Welches die besten Schutzmassnahmen sind – ob Waldschutz, Strafverfolgung, Aufklärung, gesellschaftliches Engagement oder Rettungs- und Rehabilitationszentren für Orang-Utans – hängt von den Populationstrends, den Überlebensraten und den konkreten Bedrohungen der lokalen Orang-Utan-Bestände ab. Und hier kann sich die Wissenschaft einbringen.»
«Ich bin optimistisch», sagt Erstautor Erik Meijaard. «Ich glaube immer noch: wenn wir Wissenschaft, Politik, Landnutzung und Artenmanagement an einen Tisch bringen, können wir den Orang-Utan retten und sein Aussterben in der freien Wildbahn verhindern.»
10’000 Orang-Utans retten
Das neue Moratorium des indonesischen Präsidenten Jokowi auf Ölpalmenlizenzen könnte jene 10.000 Orang-Utans retten, die derzeit in Wäldern leben, wo demnächst Ölpalmen wachsen sollen. Das Moratorium soll diesen Gebieten einen permanenten Schutzstatus verleihen. Allerdings erfordere dies, so die Wissenschaftler, ein neues Denken im Artenschutz: «Wir müssen lernen, wie wir die Populationen, die außerhalb offiziell geschützter Gebiete leben, besser schützen können», so Voigt. «Dafür brauchen wir eine echte Zusammenarbeit und das Engagement aller Parteien, die ein Interesse an diesen Gebieten haben: der Agrarindustrie, der lokalen Bevölkerung und der Kommunalpolitik.»
Die Originalpublikation findet ihr hier.
Wir Menschen in den reicheren Länder, die wir unser Fleisch in Läden kaufen können, anstatt es selber jagen, erlegen und auswerten zu müssen, sollten dieses Privileg hochachten und mit Verstand einsetzen! Auf diese Weise könnten/müssten weniger Tiere gezüchtet (GEZÜCHTIGT) werden: Sie hätten mehr Platz und dürften zum Beispiel ihre Hörner behalten, da die Ausrede der gegenseitigen Verletzungen durch zu wenig Platz nicht mehr gälte. Weniger Tiere würden der Angst und dem Schrecken der letzten Transporte in die Schlachthöfe, ausgesetzt. Denn ganz wichtig: AUCH IN DER SCHWEIZ SIND DEM TIERSCHUTZ OFT DIE HÄNDE GEBUNDEN, SO DASS GEWISSE TIERZÜCHTER KNAPP AM LIMIT DES GESETZES, IHRE TIERE LEIDEN LASSEN KÖNNEN!!! (Ich habe einen solchen Hof mit eigenen Augen gesehen und gefilmt!)
Und zu guter Letzt werden mit dem Abholzen der Regenwälder nicht “nur” die Bäume gefällt, da werden ganze Völker, Menschen und Tiere, deren Lebensraum die Wälder sind, einfach verjagt oder getötet! Und wofür? Damit wir mit gutem Gewissen Autofahren können!
Doch leider ist dieses “gute Gewissen” meist ungenügend nachgefragt: Heute müsste es eigentlich allen klar sein, dass nur ein kleiner Teil des Biokraftstoffes aus Abfällen stammt. Der grösste Teil stammt aus eigens dafür angelegten Palmölplantagen!!!
Dadurch wird das Klima verändert, die Auswirkungen sind bereits überall erkennbar!
Wir Konsumenten sollten die Inhaltsstoffe der Lebensmittel ansehen und klar auf Produkte, welche Palmöl enthalten, verzichten.
Nur so müssten früher oder später keine weiteren Wälder, Menschen und Tiere Plantagen weichen, weil die Besitzer merken, dass der Nutzen fehlt. Auch hier geht es einmal mehr uns Geld!!!
Eigentlich wäre hier das Bild der Ameisen auf den Kenianischen Akazien angebracht: Würden wir Menschen uns so schnell und gezielt gegen die Ermordung des Regenwaldes wehren, wie die Ameisen die Akazien gegen Elefanten und Co., und würden wir entsprechende Produkte boikotieren, könnten wir viel mehr erreichen, als derzeit getan wird!
(Ich bin Vegetarierin, und ich verzichte auf Biskuits, Suppen und, und, und, welche Palmöl beinhalten.)