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Befreite Sexualität als Vorbedingung einer politischen Revolution: Das war die These von Wilhelm Reich (1897–1957). Seine «Massenpsychologie des Faschismus» von 1933 wies einen neuen Weg zur Analyse des autoritären Charakters, jene psychische Disposition vieler Deutscher, die eben gerade Hitler an die Macht gebracht hatten. Wilhelm Reich sah ihn vor allem einer «gehemmten Sexualität» entspringen, die es in der Moral wie in der Praxis zu befreien galt. Dieser Freudo-Marxismus war ebenso anregend wie umstritten, sowohl in der Arbeiter- wie der psychoanalytischen Bewegung. Im US-Exil widmete sich Reich ab 1939 der Erforschung der sogenannten «Orgonenergie», was ihn auf parapsychologische Abwege führte.
Von der Studentenbewegung 68 wurden seine sexualpolitischen Arbeiten wieder ausgegraben, während seine Studien zur Massenpsychologie neue Aktualität für die Analyse des Rechtspopulismus gewonnen haben. Mit einem podcast vermitteln wir anhand einiger Originalausgaben und Raubdrucke aus der Bibliothek des bücherraums f einen Überblick über ein bewegtes Leben und Werk, inklusive Musik von Kate Bush und Hawkwind.