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Früher durchfloss der WürzenBACH ausgedehnte Flächen. Seine Gestaltungskraft war so gross, dass er ein umfangreiches Feuchtgebiet (Flachmoor) schuf. Der WürzenBACH mündete damals in einem natürlichen Delta im Vierwaldstättersee. Daneben floss der Gerlisbergbach beim heutigen Verkehrshaus in den See. Über die Jahrhunderte transportierten die beiden Bäche Sedimente in die Luzerner Bucht und liessen dadurch wertvolle Zonen mit Flachwasser entstehen. Im Einzugsgebiet des WürzenBACH (Brüelmoos) waren auch zahlreiche (mittlerweile verschwundene) Pflanzenarten heimisch. Viele Amphibien, Vogelarten und Wasserwirbellose lebten im und am WürzenBACH. Die Seeforelle, und gar der atlantische Lachs, suchten den Würzenbach regelmässig auf, um zu laichen. In den Feinsedimenten des Unterlaufs konnte gar das heute selten gewordene Bachneunauge beobachtet werden. Die Lebensräume waren von grosser Bedeutung.
Im 18. Jahrhundert begradigten die Menschen den vormals kurvenden WürzenBACH und beeinträchtigten damit die funktionelle Einheit zwischen Fliessgewässer und Flachmoor wesentlich. Irreversibel zerstört wurde diese Einheit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit dem Bau eines Damms für die Eisenbahn. Der WürzenBACH verlor an Gestaltungskraft. Später wurde das Flachmoor entwässert. Parallel dazu deponierten die Menschen Allerlei im Sumpfboden (selbst Kehricht!). Schliesslich verbauten sie das Seeufer mit Mauern.
Spannende Einblicke in dieses unrühmliche Kapitel mit seinen katastrophalen Folgen für Natur und Umwelt bietet folgender Auszug aus dem Buch («Der Bach, der See, die Bütten») von Heinz Bolzern.