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dringender Blödsinnalarm
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23. April 2021
Test, testen, am Testen
Ihr kennt mich. Durch die ganze Pandemie hindurch habe ich die von der Regierung angeordneten Schutzmassnahmen stets infrage gestellt. Allerdings nur unter der Bedingung, sie umgehend und fairerweise einer wissenschaftlichen Prüfungen zu unterziehen. Da mir in meiner Laborumgebung die nötigen Mittel fehlen, musste ich nicht selten die zu prüfende Schutzmassnahme zu diesem Zweck einem Selbsttest am eigenen Leib unterziehen. Ihr findet mich also erneut auf dem empirischen Weg der Erkenntnis umherschreiten. Schutzmassnahmen anzuwenden, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, war mir dabei stets ein zu billiger Antrieb und den pöbelige Anwurf, ich würde die Gesichtsmaske nur deshalb tragen, damit ich unbehelligt mit der Eisenbahn fahren darf, lasse ich nicht gelten. Beim Tragen der Gesichtsmaske ging es mir einzig darum, die Menschheit weiter zu bringen - also herauszufinden, ob man genügend Sauerstoff kriegt, um ausserordentliches zu leisten. Zum Beispiel ohne zu sterben, mit angehängtem Wintersportreisegepäck, im Bahnhof Bern, eine stillgelegte, mit steckengebliebenen Reisenden vollgestopfte Rolltreppe hoch zu rennen, um einen Anschlusszug zu erreichen.
Ähnlichen Tests unterzog ich den Homeofficezwang, das Impfgebot, oder die Testerei. Präziser, die Durchtesterei mit Selbsttests.
In einem ersten Schritt meiner wissenschaftlichen Prüfungen steht dabei immer das Sammeln von Erfahrungswerten. Bei der Untersuchung der Selbsttest war das aber eher schwierig. Durchs Band kriegte ich nämlich auf die Frage nach den Erfahrungen dieselbe Antwort: "Der Corona Selbsttest kannst du mit einem Schwangerschaftstest vergleichen".
Meine Einwände, dass ich als Mann (ihr entschuldigt mir diese sexistische Bemerkung, aber ich kriege sonst die Kurve nicht, um diese Klippe wenigstens verbal zu umschiffen) keine Ahnung habe, wie ein Schwangerschaftstest funktioniert oder aussieht, werden nicht selten mit dem Einwand abgetan, dass ich dies sicherlich bereits in einem Film gesehen haben müsse.
An diesem Punkt musste ich dann jeweils die Erhebung von Erfahrungswerten stoppen, denn Schwangerschaftstests in Filmen sind mir durchaus nicht fremd. Die Vorstellung aber, dass besagte Tests im Entferntesten etwas mit Corona Selbsttests zu tun haben sollen, kann ich fast nicht glauben, denn Corona Selbsttests soll es angeblich umsonst in Apotheken geben und da gehen die Unterschiede bereits vehement los. Nicht selten muss nämlich in den Filmen, die ich mir gerne anschaue, eine Schwangerschaft meist just dann festgestellt werden, wenn gerade keine Apotheke (oder kein Schleckzeugautomat) zur Verfügung steht. Im besten Fall können sich die Protagonisten zum Testen gerade noch in eine ruinöse Kapelle retten, im schlechtesten muss es sich die zu testende Frau in einem Haufen giftiger Skorpione gemütlich machen.
Das Testen selber ist dann meistens schnell durchgeführt und bringt ein bestechend eindeutiges Resultat (anders im Vergleich dazu die pharmazeutischen Produkte, die teils nur eine 99%-ige Gewähr bieten.) Getestet wir mit einem zehnzölligen Rambomesser, das sich dabei rot verfärbt. Auch rot verfärben tut sich meistens der Wüstensand, so wie das weisse Kleid der getesteten Braut.
Angesichts dessen wurde mir schnell klar: Um herauszufinden, ob man den Corona Schnelltest tatsächlich mit einem handelsüblichen Schwangerschaftstest vergleichen kann, bleibt mir nichts anderes übrig, als mich entweder ins Kino zu begeben, wo sie Filme zeigen, in denen handelsübliche Schwangerschaftstest durchgeführt werden oder den Vergleich selber vornehmen.
Da ich bis heute nicht den Hauch einer Ahnung habe, um welche Art Film es sich da generell handeln könnte, blieb diese Türe für mich vorerst geschlossen. Die Thematik liess mich hinter dieser verschlossenen Türe aber nicht in Ruhe und ich probierte mir einen Reim zu machen. Sind es Beziehungsfilme? Können die durch Schwangerschaften einhergehenden Bindungsängste unter Menschen drehbuchtechnisch ausgeschlachtet werden? Oder bauen Filmemacher Spannungsbögen aus Schwangerschaften, die als Folge von füdlebluttem (hier synonym für knallhartem) Geschlechtsverkehr entstanden sind? Muss ich ins Pornokino (formerly known as Sexkino?) Entstehen dort Plotpoints unter Zuhilfenahme von Schwangerschaftstest? Warum eigentlich nicht, schliesslich sollen gemäss einer Forschungsarbeit von drei amerikanischen Forscherinnen aus dem Jahre 2003, die weissen Tenissocken der Darsteller beim Betrachter eine ähnlich erotisierende Wirkung zeigen wie der Heckspoiler eines vorbeifahrenden 94er Subaru Impreza WRX STI.
Wenn ihr mich fragt, alles Horrorvorstellungen unterster Schublade und mit der angestrebten zerstörungsfreien Wirkstoffprüffung nur bedingt vereinbar. Aus der cineastischen Ecke schien auf jeden Fall keine Hilfe in greifbare Nähe zu rücken. Es schleckte keine Geiss weg, ich musste den Vergleich selber vornehmen.
D J B r u t a l o @ S ç h n u l l i b l u b b e r.ç h
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