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Burg Oltigen im Üechtland, Kanton Bern, Schweiz
Koordinaten: 586 580/203 690
Wappen von Oltigen, Quelle: Internet
Der Name Oltigen und Üechtland haben den gleichen Ursprung und kommt vom althochdeutschen uochta, was soviel wie Ödland heisst. Üechtland bezeichnete früher das Gebiet zwischen Aare im Osten und der Saane im Westen. Das Gebiet war Überschwemmungsgebiet zahlreicher Flüsse und Bäche, daher eher schwach besiedelt. Stets war es auch Grenz- und Streitgebiet der herrschenden Mächten und daher strategisch wichtig.
Die Burgstelle Oltigen liegt im nördlichen Rand des Üechtlandes, am rechten Aareufer knapp unterhalb des Zusammenflusses von Aare und Saane. Einst gab es dort, aus Römerzeit stammende, Handelswege und eine Brücken über die Aare, später nur noch eine Fähre. Die Burg und Grafschaft Oltigen gehört zu den ältesten in der Gegend und taucht schon zu Beginn des 12.Jahrhunderts in Urkunden auf. Zu erst in Zähringischen, dann in Kyburgischen Besitz. Um 1410 soll die Burg einem Bauernaufstand zum Opfer gefallen sein, danach aber wieder hergestellt und in Berner Besitz übergegangen. Ein Berner Vogt zog in die Burg. Durch die Erschliessung anderer Handelswege durchs Üechtland, wurde Olten strategisch unwichtig und wohl schon im 15. Jahrhundert verlassen.
Plan der Burgstelle von B. Moser;1920 Quelle:www.dillum.ch
Die Burgstelle erreicht man heute vom Örtchen Oltigen auf einem steilansteigenden Natursträsschen. Die Burg wurde auf einem, aus Sandstein bestehenden und nach drei Seiten steilabfallenden, Felsband errichtet. Das Felsband fällt senkrecht Richtung Aare ab und bietet einen fantastischen Ausblick Richtung Westen über die Ebene ins Seeland. Die Burgstelle wurde nicht an oberster Stelle des Felsbandes errichtet, so ist die Anlage durch zwei tiefe Halsgräben gegen den Hang hin abgetrennt worden. Ob der Hügel zwischen den Halsgräben ein Vorwerk getragen hat ist unklar. Auf dem, wohl künstlich noch überhöhten, Burghügel stand wahscheinlich ein rechteckiger Turm. Der längliche Burghügel besteht aus drei Terrassen, die gegen Nordwesten hin abfallen.
Leider wurde im Jahre 1850 die Reste der Ruine abgetragen und als Baumaterial wiederverwendet, dadurch ist die Lokalisation der verschiedenen Burgteilen nicht mehr möglich. Aber das mehrere Bauten auf dem grossen Burghügel standen ist anzunehmen. Auch der Ort des Einganges ist unklar. Einige vermuten ihn eher im Südosten mit Zugbrücken über die Halsgräben,
wahrscheinlicher aber war der Eingang im Nordwesten wo noch heute eine Einschnitt im Gelände auf die unterste Terrasse führt.
Heute sind einige Löcher und Hügel im Gelände des Burghügels zu sehen, die wohl erst in jüngster Zeit entstanden sind. Im ersten Weltkrieg wurde der Burghügel als rückwärtige Stellung verwendet. Es wurden einige Maschinengewehrnester gegraben, die Spuren dieser Bautätigkeiten sind noch immer, wenn auch nur schwach, im Gelände sichtbar, dadurch sind die Spuren der Burg fast ganz verschwunden. Unter der heutigen Humusschicht lässt sich aber der Schutt und Reste von Mauern der einstigen Feste noch finden.
Sicht vom südlichen Vorwerk in den zweiten Halsgraben und zum Burghügel
Auf dem Burghügel
freigelegter Mauerrest
Blick von der unteren Terrasse zur mittleren Terrasse und dem Burghügel im Hintergrund, Blickrichtung Süd
Blick auf den Zusammenfluss von Aare und Saane, rechts davon das Überschwemmungsgebiet
Das Güggelisloch
Eine Besonderheit findet man etwas unterhalb der Burgstelle, das Güggelisloch. Über die Funktion dieses etwa 30 Meter langen Tunnels und wann er entstanden ist weiss man nichts genaues. Lage, Verlauf und Grösse des Tunnels machen einfach keinen Sinn! Es gibt auch keinerlei Hinweise auf sein Alter. (alter Erdstall oder Militärstellung im ersten Weltkrieg?) Der Tunnel verläuft so ziemlich genau unterhalb dem grossen Halsgraben und endet in einer Öffnung in der Felswand ca. 60m über der Aare. Speziell ist ein senkrechter Schacht nach unten, im hinteren Drittel des Tunnels. Auch die Funktion dieses Schachtes ist völlig unklar. An Fuss des Schachtes geht in östlicher Richtung ein weiterer Tunnel weg. Heute ist das Güggelisloch wieder freigelegt und passierbar.
Das Güggelisloch, Aareseitig
Das Güggelisloch,Eingang Strassenseitig
Plan mit eingezeichnetem Verlauf des Güggelislochs blau, rot, der untere Tunnel .
Der Schacht in der Mitte des Tunnels. Blickrichtung senkrecht nach unten.Tiefe 4 Meter. Sichtbar, die Abzweigung des unteren Tunnelschachtes.
Der untere, horizontale, Tunnelschacht in östlicher Richtung. Höhe 80cm, Breite 50cm, Teife 2.5m. Rechts und links Vertiefungen für Lichter.
Die Burg Oltigen in einem TV-Beitrag des LOLY Lokalfernsehen Lyss und Umgebung vom 22.März 2014:
Burg_Oltigen_LolyTV.avi
Literaturverzeichnis:
Burgenkarte der Schweiz-West
Die Burgen und Schlösser der Schweiz/ Kanton Bern: Jura und Seeland II. Teil/ Paul Aeschbacher, 1936
Internet
Eine weitere Seite über die Burg gibt es hier: Dillum
Die Website des LOLY Lokalfernsehen Lyss und Umgebung: www.loly.ch
Last updated: 13.August
2017
erstellt im Januar 2012
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