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Komödie. Indien. Hindi
Alternativer Titel अंगूर
Regie Gulzar
Drehbuch Gulzar nach dem Stück "The Comedy of Errors" von William Shakespeare
Produktion Jai Singh
Songs R.D. Burman
Kamera M. Sampat
Darsteller Sanjeev Kumar, Deven Verma, Moushumi Chatterjee, Aruna Irani, Deepti Naval,
Padma Chavan, D.S. Dubey, Yunus Parvez, Utpal Dutt, Shammi, Ram Mohan, Kamaldeep
Länge 115 Min.
Kinostart 5.3.1982
Box office classification Hit
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 0
|Humor||Spannung||Action||Gefühl||Anspruch||Erotik|
|.|
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Text Marco, molodezhnaja 9.7.09
© Bilder indiaweekly, Screenshots molodezhnaja
STORY
Der wohlhabende Raj Tilak (Utpal Dutt) und seine Frau (Shammi) haben Zwillinge, die beide Ashok heissen - sie sehen ja gleich aus. Bevor die Tilaks auf eine Schiffsreise geht, nehmen sie zwei weitere Zwillinge auf, die von ihren Eltern zurückgelassen wurden, und nennen beide Bahadur. Doch das Schiff gerät in einen grauenhaften Sturm und die Familie wird getrennt. Jedes Elternteil überlebt mit einem der Zwillingspärchen. Und während Mr. Tilak bald darauf stirbt, lebt seine Frau mit einem Ashok und einem Bahadur. Viele Jahre später ist der verwaiste Ashok (Sanjeev Kumar) mit Sudha (Moushumi Chatterjee) verheiratet und lebt mit ihr und ihrer Schwester (Deepti Naval) in einem schmucken Häuschen. Bahadur (Deven Verma) arbeitet als sein Diener und ist verheiratet mit der Köchin Prema (Aruna Irani). Da tauchen der andere Ashok und der andere Bahadur in der Stadt auf - und sorgen für jede Menge Chaos.
REVIEW
Verwechslungskomödien sind eine spassige Sache, doch das Konzept ist bereits ziemlich ausgelutscht. Schliesslich hat sich schon William Shakespeare des Themas angenommen und mit "The Comedy of Errors" sozusagen die definitive Blaupause für diese Komödienrichtung abgeliefert. Der als Poet und Bollywood-Regisseur berühmte Gulzar dachte sich wohl dasselbe und griff direkt auf den Klassiker des Barden zurück, als er "Angoor" inszenierte. Natürlich packt er die Story in ein indisches Umfeld, doch die Vorlage hat ein paar Jahrhunderte auf dem Buckel. Sie funktioniert denn auch wie ein Uhrwerk, wir wissen, wie was abläuft. Wir ahnen, welche Komplikationen kommen. Und wir amüsieren uns.
Doch mir fehlt dabei einfach die Frische. Mag sein, dass "Angoor" deutlich besser ist als zeitgenössischer Verwechslungsramsch, den uns Bollywood alle paar Wochen vorsetzt, doch wirklich innovativ ist dennoch nichts daran. Auch inszenatorisch zeigt sich Gulzar hier als solider Handwerker - nur von Virtuosität ist wenig zu spüren. Man kriegt nie das Gefühl, diese Story müsse zwingend nochmals erzählt sein. Den tollen Ruf, den die Komödie in Indien geniesst, kann ich daher nur zum Teil nachvollziehen. Geschmunzelt habe ich alle paar Minuten. Doch richtig grosse Lacher bleiben aus. Es fällt leicht, den Film daher zu mögen - aber zu vergöttern? Das scheint doch arg übertrieben.
Etwas, was den Film jedoch aufwertet, ist seine Besetzung. Gulzar hat ein gutes Gespür für Schauspielführung und kitzelt starke Darbietungen aus seinem Ensemble heraus. Dass er in Sanjeev Kumar zudem einen grandiosen Star gefunden hat, zeigte sich schon im meisterhaften Koshish sowie anderen Gulshan-Werken wie Aandhi oder Parichay. "Angoor" war ihre letzte Zusammenarbeit, denn ein Jahr später verstarb Kumar 47-jährig. Und er spielt einmal mehr voller Menschlichkeit, Witz und Intelligenz. Der Mann ist einer der ganz Grossen und vielleicht auch notorisch unterschätzten Altstars der indischen Filmindustrie. In Deven Verma hat er zudem einen dankbaren, weil unterwürfigen Partner. Weil jener einen Diener spielt, passt seine zurückhaltende Darbietung bestens zu Kumar.
Die Frauen sind schriller und solide, aber für den Plot weniger wichtig. Und in Nebenrollen gilt es ein paar souveräne Akteure zu erkennen - etwa Utpal Dutt, der Hrishikesh Mukherjees Komödie Gol Maal ein paar Jahre vorher so göttlich machte. Apropos Mukherjee: Gulzar fischt hier im selben Zuschauerbecken wie sein Kollege - beide sprechen mit ihren Komödien das Massenpublikum an, aber nicht mit vulgärem, plumpem Witz, sondern mit Cleverness und Understatement. Letzteres, also die Kunst des subtilen Witzes, ist in Bollywood längst so gut wie ausgestorben. Zu sehen, wie Regisseure à la Mukherjee und Gulzar vor ein paar Jahrzehnten damit noch umgehen konnten, macht etwas wehmütig. Oder traurig.
"Angoor" kriegt von mir eine Empfehlung: Er ist unterhaltsam, er lässt schmunzeln, er hält sich mit soliden (aber wenig euphorischen) Songs zurück und zeigt tolle Stars. Die ganze Verwechslungs-Schose ist nicht neu und wirkt konstruiert, aber immerhin ist sie mit Kurzweil umgesetzt. Zum Meisterwerk, als das "Angoor" oft angesehen wird, reicht es zwar nicht - zu abgenudelt ist der Inhalt, zu unglaubwürdig die Konstellation, zu lang der Film. Aber das soll euch nicht abhalten, hier reinzuschauen und euch unterhalten zu lassen. Entertainment auf gehobenem Niveau ist schliesslich selten geworden und wir können dankbar sein, gibt es in Bollywoods Vergangenheit ein paar Werke, die genau das noch erreichten.
MEINE DVD
Indiaweekly (USA), Code 0, NTSC
Bild: 4:3
Ton: Hindi 2.0 mit englischen, japanischen, französischen und spanischen Untertiteln (Film und Songs).
Disk Rating * * (Solides Bild, aber ausgewaschen und etwas verpixelt. Kratzer und Verschmutzungen inklusive)
BESTELLEN
indiaweekly (Liefert aus USA)
EXTERNE REVIEWS
imdb.com
SCREENSHOTS
Screenshots der DVD mit PowerDVD 8, verkleinert und leicht geschärft mit CorelPaint
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