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Menschen reagieren empfindlich, wenn es um ihr persönliches Abbild geht. Doch sollte der Fotograf Menschen nur so darstellen, dass diese sich geschmeichelt fühlen?
Einen Fall, aus dem ich diese Problematik herauslese, schildert der Artikel
Drüben in Bern im
Das Magazin von diesem Wochenende. Der Berner Fotograf Michael von Graffenried fotografierte Menschen in der US-Kleinstadt New Bern. Seine Fotos wurden von den Amerikanern als «wenig schmeichelhaft» empfunden, auf den Fotos würde ein negatives Bild gezeichnet.
Ich selber habe letzte Woche Porträts gemacht, auf die die abgebildeten Personen empfindlich reagierten. Zum Beispiel störte sich jemand an den Knittern auf seinem Hemd – wo ich mich darüber freute, wie das Licht die Struktur des Hemdes so hervor treten liess, und damit ein Merkmal der Person herausstrich.
Diese Fragen dürften mich wohl noch weiter beschäftigen, sollte ich vermehrt Menschen fotografieren: Sollten Fotos schmeicheln? Darf der Fotograf seine Vorstellung einer Abbildung über das Abbild der Person stellen? Kann er gar Böses anstellen mit so harmlosen Mitteln wie Licht und Kamera?
Gemäss
Das Magazin setzte sich wenigstens der Bürgermeister von New Bern für die Arbeit von Graffenrieds ein. Der Fotograf, sagte er, sei schliesslich «ein Künstler. Und man kann einem Künstler nicht vorschreiben, was er darstellen soll.»