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Was ist psychische Gewalt?
Eine einheitliche Definition von psychischer Gewalt in der Erziehung gibt es nicht.
Wissenschaftler sprechen von psychischer Gewalt, wenn Eltern …
- ihrem Kind durch Worte oder Gesten vermitteln, es sei wertlos, fehlerhaft und ungeliebt, oder ihm nur dann Zuneigung entgegenbringen, wenn es die Wünsche anderer erfüllt.
- es mit Erwartungen überfrachten, die es nicht erfüllen kann.
- kindliche Bedürfnisse, etwa nach Zuwendung oder Trost, ignorieren.
- dem Kind offene Verachtung oder Zurückweisung signalisieren.
- verbale Gewalt anwenden, beispielsweise durch Drohen, Demütigen, Angstmachen oder Blossstellen.
- das Kind massivem Liebesentzug aussetzen, indem sie ihm sagen, sie hätten es nicht mehr gern, oder ihm über längere Zeit das Gespräch verweigern.
- das Kind Gewalt in der Paarbeziehung miterleben lassen.
Im Rahmen der «Studie zum Bestrafungsverhalten von Eltern in der Schweiz», welche die Universität Freiburg im Auftrag von Kinderschutz Schweiz durchführte, zeigen sich Unterschiede in den Sprachregionen, was psychische Gewalt betrifft: So drohten Mütter und Väter in der Romandie und im Tessin ihren Kindern etwa dreimal so häufig mit Schlägen, dagegen praktizierten sie in der Deutschschweiz doppelt so oft Liebesentzug. Für diese Studie befragten Forscherinnen und Forscher Eltern nicht nur zu ihrem Bestrafungsverhalten, sondern auch danach, ob sie dieses als Gewalt einstuften. Dabei zeigte sich: Neun von zehn Müttern beurteilten die meisten Formen von psychischer Gewalt auch als solche – jedoch betrachtete jeder vierte Vater viele davon nicht als Übergriff.
Am 20. November 1989 wurde die Kinderrechtskonvention von der UNO-Generalversammlung einstimmig verabschiedet. Es ist die bisher erfolgreichste Konvention, da sie von allen Mitgliedsstaaten – mit Ausnahme der USA – ratifiziert wurde. Die Konvention umfasst 54 Artikel. Sie anerkennt ein Kind als eigenständiges Wesen mit eigenem Willen und fordert, dass das Wohl eines Kindes bei allen Entscheidungen vorrangig behandelt wird.
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