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nigten Geräthe bedürfen der sorgfältigsten Reinigung*). & -, Die Blutentziehungen dürfen hier nicht unterlassen werden. Je mehr die erkrankten Individuen saftreich sind, je heftiger die Entzündung auftritt, desto reichlicher muss die Blutentleerung seyn. Wenn der Arzt bei schon vorgeschrittener Entzündung die Behandlung übernimmt, so ist auch dann noch, um die Heftigkeit der Entzündung zu brechen, die Blutentziehung nöthig. Die Temporalarterie, die Venen am Arme oder am Fusse werden mit gutem Erfolg geöffnet. Nicht selten müssen noch, um die Wirkung der Venäsection zu unterstützen, Blutigel in die Nähe des Auges gesetzt werden *). Die Erfahrung hat gezeigt, dass das Setzen einer gastrischen Krank-heit zur Abkürzung und zum gelindern Verlauf des Uebels beizutragen vermöge; desshalb sind nach Adams Brechmittel, nach Saunders Nauseosa, nach andern Abführmittel, besonders der Mercurius dulcis sehr zu empfehlen. Das letztere Mittel scheint zum vorgesteckten Zwecke das geeignetste. Der zwischen den Augenliedern und dem Augapfel sich anhäufende Schleim soll sorgfältig, stündlich wenigstens zweimal durch Ausspritzen entfernt werden; hierzu bedient man sich einer mit einem konischen Aufsatze versehenen Spritze und eines dem Zustande der Entzünduug Ä Augenwassers. Wenn im Ansange der Entzündung diesem Zwecke die 1) A letter to the directors of Greenwich Hospital by Sir W. Adams. S. Report of a Special Medical Board S. 1o7.
2) L. Franks (Dc peste, dysenteria et ophthalmia aegyptiaca) Ansicht, dass das Blutlassen Verschlimmerung bewirke, wird durch die neuesten Erfahrungen und die berühmtesten Schriftsteller (I. Peach Edinb. med. and Surgical Journal for January 18o7, Vetch an account of the ophthalmia etc. 1807 u. s. w.) widerlegt.
repercussiven Mittel auch entsprechen, so möchte doch bei dem höchsten Grade derselben eine mehr reitzmildernde Flüssigkeit, z. B. ein Absud der Mohnköpfe sich vorzüglich eignen. Dasselbe gilt auch von den auf das Auge aufzuschlagenden Mitteln ). In hartnäckigen, die Zerstörung der Hornhaut bedrohenden Fällen wird die von Wardrop empfohlene Punction der Hornhaut angerathen. Animalische Kost und geistige Getränke müssen gemieden werden. Saunders und Adams entfernen die granulirende Conjunctiva, wenn die Entzündung erloschen ist, ersterer mittelst der Scheere, letzterer mittelst des Messers. Saunders bedient sich, um diesen Zweck sicherer zu erreichen, ei–' ner Lösung des Höllensteins, Adams einer Auflösung des Alauns *), mit welchen Einspritzungen in das Auge gemacht werden. Blasenpflaster in den Nacken gelegt, in Eiterung erhalten, und durch Senfmehl geschärfte Fussbäder tragen gün– + stig zur glücklichen Entfernung des Uebels bei. - Das entzündliche Leiden der Conjunctiva ohne Blennorrhöe spricht sich nicht selten als Blepha
1) Kluyskens empfiehlt gleich nach den Blutentziehungen
2) A. letter to the Directors of Greenwich Hospital by
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f - wo .-l. O' /#xtr-- Mal. Ä A - so 2%. f J./45t------ r: #
roconjunctivitis") aus. An den Rändern der Augenlieder, besonders gegen die Winkel derselben bemerkt man Röthe, der Patient hat das Gefühl des lästigen Juckens. Wendet man das Augenlied um, so zeigt die innere Fläche desselben in ei– nem geringern oder höhern Grade entzündliche Anschwellung. Die Schleimabsonderung ist, wenn das Uebel mit Heftigkeit auftritt, unterdrückt, die Thränenabsonderung vermehrt, so, dass hier mehr ein seröser als muquöser Ausfluss Statt findet. Die Thränenabsonderung wird auch qualitativ abnorm, da die über die Wange herabfliessenden und in die Nase gelangenden Thränen Entzündung und Excoriation hervorbringen. Oft beschränkt sich die Entzündung nur auf einen oder den andern Auenwinkel. Gewöhnlich überschreitet das Uebel Ä Höhe nicht; wenn aber dasselbe sich noch steigert, so wird die Thränenabsonderung UIlterdrückt, eine Trockenheit und verminderte Beweglichkeit des Augapfels hervorgebracht. Die Thränenpünktchen contrahiren sich und resorbiren nicht; das Auge wird lichtscheu, ist gewöhn– lich geschlossen, und die auf der Conjunctiva entwickelten Gefässstränge bringen bei den Be– wegungen des Auges das Gefühl eines fremden Körpers hervor. Der Nachlass der Entzündung spricht sich durch Abnahme der Trockenheit, Aufhören des Juckens, Verminderung der Röthe aus. Die Schleimsecretion wird aber etwas vermehrt, so dass Nachts gewöhnlich die Augenlieder sich verkleben. Bisweilen lagert sich etwas verdickter Schleim auf der Hornhaut ab, so dass die Patienten die Gegenstände in Nebel gehüllt, das Licht mit einem farbigen Dunstkreise umgeben, erblicken, und dadurch geängstigt werden. Reibt man mit dem Finger das Auge, so schwin– det auch die Sinnestäuschung"). Bei einem hohen Grade dieser Entzündung werden die Ränder der Augenlieder besonders an ihren Winkeln excorirt, und es bildet sich bei Vernachlässigung des Uebels ein Anchyloblepharon partiale, indem die ulcerirten Stellen der Augenwinkel in abnorme Verbindung treten, oder es wird durch Zerstö– rung der Comissur des äussern Augenwinkels und die Zunahme der Auflockerung der Conjunctiva ein Ectropium hervorgebracht. Bei Vernachläs– Ä des Uebels bleibt ein Triefauge, und bei sehr heftigem und lange bestehendem Einwirken der Entzündung, bei dem Fortschreiten auf den Augenliedknorpel und bei dessen dadurch erfolgten Verschrumpfung ein Entropium zurück. Bisweilen gesellt sich der Entzündung ein allgemeines katarrhalisches Leiden bei, wo dann Abends Fieber und Entzündung exacerbiren. Jene specifike Veränderung der Luftmasse, welche die katarrhalische Constitution bildet, erzeugt diese oft epidemisch auftretende Augenentzündung. Die mit scharfen Theilen verunreinigte Atmosphäre scheint vorzüglich die Bindehaut zu krankhafter Thätigkeit aufzufordern, daher sind dieser Entzündung Kutscher, Viehmägde, Kloakenfeger, Gerber etc. vorzüglich ausgesetzt. Weiber werden öfters befallen, als Männer, und obgleich auch gesunde Individuen nicht verschont werden, so leiden doch vorzüglich kachektische oder zur Cachexie hinneigende, vorzüglich serophulöse Individuen. Nach Benedict *) sollen Störungen der Circulation 1) Die scrophulöse Blepharoconjunctivitis spricht sich vorzüglich durch Neigung zur Verhärtung der Augenliederränder und der Meibomischen Drüschen (Tylosis), durch längere Dauer des Uebels und durch beträchtliche Lichtscheue, so dass die Augen beinahe fortwährend krampfhaft geschlossen sind, aus. 2) Handbuch über die Erkenntniss und Heilung der Augenentzündungen. Leipzig 1814. S. 49.
4) Diese Krankheit wird in dem ophthalmologischen Wer
ken als Augenliederdrüsenentzündung beschrieben.
in den Gefässen des Unterleibs und dadurch ver– mehrter Andrang des Blutes, nach dem Kopfe eine vorzügliche Disposition zu dieser Entzün– dung setzen. Alte Personen, besonders solche, welche an Urinverhaltungen leiden, werden häufig von dieser Eutzündung befallen, worauf vorzüglich Autenrieth") aufmerksam gemacht hat. Nach Schmidt soll die Kälte, besonders bei sensibeln Individuen nachtheilig wirken; wenu auch dadurch die Entzündung beschwichtigt wird, so bleibt doch Trockenheit des Auges und ver– mindertes Sehvermögen, wobei die Pupille etwas trübe, die Iris in ihren Bewegungen träge wird, zurück. Ausser diesem ist aber vorzüglich desshalb die Anwendung der Kälte zu unterlassen, weil bei Entzündung drüsiger Theile, besonders hier, die Neigung zur Verhärtung sich ausspricht. Das Bedecken des Auges mit einer erwärmten Compresse und das öftere Auswaschen desselben mit einem Decot. capit. papaver. mit einem Infus. hb. digital. mit einem mucilaginösen Mittel verbunden, während dem Stadium der Crudität, die Anwendung einer Sublimatauflösung im Zeitpunkte der Kochung, um die vermehrte Schleimabsonde– rung zu reguliren, dieses sind die entsprechen– den auf das Auge auzuwendenden Mittel. Zeigen sich Wucherungen der Conjunctiva und droht eine Lippitudo sich zu bilden, so wende man die Janin’sche Salbe, bei ältern Individuen eine Auflösung des göttlichen Steines an. Man versäume die zweckmässige Behandlung eines bestehenden Allgemeinleidens nicht. Catarrhalische Zufälle for– dern ein diaphoretisches Verfahren; gastrische Reitze müssen entleert werden. Bei scrophulösen Individuen gebe man antiscrophulöse Arzneistoffe.
4) De ortu quorumdam morborum peritioris aetatis, praecipue ophthalmiae senilis.