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4. Jahrhundert
SIEG DES KREUZES
Die Chronik des 4. Jahrhunderts nach Christi Geburt mit den berühmten und wichtigen Persönlichkeiten, den grossen Köpfen des 4. Jahrhunderts, die in den hundert Jahren zwischen 300 und 399 lebten und wirkten. Zu ihnen zählen etwa Martin von Tours und Augustinus von Hippo.
Das 4. Jahrhundert zählt in Europa zur Spätantike, die im ausklingenden 3. Jahrhundert mit der Amtszeit des römischen Kaisers Diokletian 284–305 eingeläutet wird. Mit ihm findet die Christenverfolgung ihren Höhepunkt und schliesslich ein Ende. Nachfolger Konstantin I. der Grosse garantiert mit der Mailänder Vereinbarung 313 Religionsfreiheit und leitet mit seinem Toleranzedikt die „konstantinische Wende“ ein. Das Christentum tritt seinen Siegeszug an und verdrängt heidnische Kulte.
In den 320er-Jahren lässt Konstantin auf dem Petrusgrab in Rom eine Basilika errichten, den Vorläufer des Petersdoms. 330 verlegt er seine Residenz von Rom nach Osten in das nun nach ihm „Konstantinopel“ benannte Byzantion, die neue Hauptstadt des Römischen Reiches. Um 800 wird eine Urkunde gefälscht werden, die eine „Konstantinische Schenkung“ bezeugen soll – die Übergabe auch der weltlichen Macht in Rom an Papst Silvester I. und seine Nachfolger.
Im Jahr 320 wird auf dem Gebiet des heutigen Nordindiens das bis ins Jahr 550 bestehende Gupta-Reich gegründet. Es beginnt das „Goldene Zeitalter“ in der Geschichte Indiens.
Um 350 fallen die Hunnen zunächst in Indien und Persien ein, im Jahr 375 mit der Überschreitung des Flusses Don auch erstmals in Osteuropa. Mit ihrer überlegenen Kampftechnik verbreiten sie Angst und Schrecken. Sie lösen die bis ins 6. Jahrhundert andauernde europaweite Völkerwanderung u. a. der Goten aus. In der Schlacht von Adrianopel 378 fügen die Westgoten, auf der Suche nach neuem Siedlungsraum, dem Römischen Reich unter Kaiser Valens in einem Aufstand eine ihrer empfindlichsten Niederlagen zu.
Unter Kaiser Theodosius I. wird im Römischen Reich das Christentum in den Jahren 380/390 faktisch zur Staatsreligion erhoben. Nach seinem Tod wird das Imperium Romanum 395 zwischen seinen Söhnen Arcadius und Honorius, diesmal endgültig, in ein Oströmisches (Byzantinisches) und ein Weströmisches Reich geteilt. Die mehrere Jahrhunderte andauernde Transformation vom Altertum zum Mittelalter hat begonnen.