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Mehrere europäische Länder, insbesondere Norwegen und das Vereinigte Königreich, haben die Bedeutung von Wasserstoff für die künftige Energieversorgung schon vor Jahren erkannt.
In jüngster Zeit haben andere Länder nachgezogen, und für die Europäische Kommission stellt die Erarbeitung einer EU-Wasserstoff-Strategie einen wichtigen Bestandteil des sogenannten European Green Deals dar, mit dem die EU bis 2050 die Klimaneutralität erreichen soll. Mit der Wasserstoff-Strategie der EU soll aufgezeigt werden, in welchem Mass Wasserstoff auf kosteneffiziente Weise zur Erreichung der Emissionsreduktionsziele beitragen kann.
Die Europäische Kommission will dabei auf zahlreichen Feldern aktiv werden. So soll eine «Clean Hydrogen Alliance» dafür sorgen, dass die Produktion und die Nutzung von erneuerbarem Wasserstoff europaweit massiv ausgebaut werden; dies nicht nur im Wärmebereich und in der Mobilität, sondern auch in Prozessanwendungen wie der Stahlproduktion. Soweit dies noch nicht wirtschaftlich ist, sind Förderprogramme geplant. Zudem soll die Marktregulierung angepasst werden, um unter anderem den grenzüberschreitenden Handel von erneuerbarem Wasserstoff unbeschränkt zu ermöglichen und dessen klimaschonende Eigenschaften zu berücksichtigen.
In Grossbritannien besteht unter anderem das Projekt «H21», das zum Ziel hat, die Gasversorgung der drittgrössten Stadt, Leeds, vollständig von Erdgas auf Wasserstoff umzustellen. Die britische Regierung unterstützt sodann zahlreiche Projekte, um die Wasserstoffproduktion auszubauen, wobei die Mittel des aktuellsten Förderprogramms einem Betrag von rund 500 Millionen Franken entsprechen.
Die norwegische Regierung hatte bereits im Jahr 2005 die erste nationale Wasserstoff-Strategie lanciert und ein Beratungsorgan geschaffen, das in den Jahren 2006 und 2012 Aktionspläne erarbeitete. Inzwischen wurde mit «Hydrogen 2020» ein neues Forschungs- und Entwicklungs-Netzwerk geschaffen, das auch der Vernetzung in diversen internationalen Projekten dienen soll. Norwegen legt starkes Gewicht auf die Entwicklung von Wasserstoff in der Mobilität, insbesondere der Schifffahrt und dem Güterverkehr auf der Strasse.
Im Juni 2020 lancierte die deutsche Bundesregierung ihre «Nationale Wasserstoffstrategie» und hielt dabei fest, dass Wasserstoff eine zentrale Rolle bei der Weiterentwicklung und Vollendung der Energiewende bekomme. Dies auch vor dem Hintergrund, dass langfristig nach Ausschöpfen der Effizienz und Elektrifizierungspotenziale bei der Prozesswärme und im Gebäudebereich ein Bedarf an gasförmigen Energieträgern bestehen bleiben wird. Der Aktionsplan der Regierung mit aktuell 38 Massnahmen sieht zwei Phasen vor: Eine erste bis 2023, wo der Markthochlauf gestartet werden soll, und eine zweite, wo dieser national und international verstärkt werden soll.
In Frankreich haben sich die wichtigsten energiewirtschaftlichen Akteure in der «Association française pour l’hydrogène et les piles à combustible» (AFHYPAC) zusammengeschlossen. Dort wird davon ausgegangen, dass Wasserstoff bis 2050 einen Anteil von 20 Prozent am Endenergieverbrauch erreichen kann und einen jährlichen Beitrag zur Reduktion des Treibhausgasausstosses von rund 55 Millionen Tonnen CO2 leisten kann.
Auch in anderen europäischen Ländern gab es in jüngster Zeit markante Entwicklungen im Wasserstoffbereich. Als Beispiel kann Österreich erwähnt werden, wo im November 2019 die weltgrösste Pilotanlage zur CO2-freien Herstellung von Wasserstoff beim Technologiekonzern Voestalpine in Linz in Betrieb genommen wurde. Mit dem von der EU geförderten Projekt «H2FUTURE» erforschen unter anderem Voestalpine, Siemens, das Stromunternehmen Verbund und weitere Partner die industrielle Produktion von grünem Wasserstoff.
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