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Eingereicht wurden 140 deutschsprachige, 20 französischsprachige, 5 italienischsprachige und 2 rätoromanische Texte, wie die Organisatoren am Mittwoch mitteilten.
Daniela Bär (*1989) schreibt als freischaffende Autorin Reportagen, Essays und literarische Kurzformen. In ihrem Siegerbeitrag "Piemontessen" schildert sie das Silvesteressen einer in der Schweiz lebenden Familie bei den Verwandten in Italien. "Der Tisch präsentiert sich als Gabentafel einer adipösen Gottheit", heisst es darin und in die ellenlange Speisenfolge mischen sich Beobachtungen zu den kulturellen Unterschieden zwischen Italienern und Schweizern.
Michael Facchin (*1981) kommt aus der Bildenden Kunst und unterrichtet unter anderem Drehbuchschreiben. In seinem Gewinnertext "Opérer (la peau)" lässt er einen Mann erzählen, wie ihn sein Vater, ein Tätowierer, von Kindsbeinen an als lebendes Notizbuch missbrauchte und dem schreienden Buben Skizzen auf die Haut stach.
Johanna Veszeli (*1996) studiert am schweizerischen Literaturinstitut in Biel. In "Schwimmhäute" erzählt eine Frau vom Verschwinden einer Freundin. Sie findet Trost in der Vorstellung, die Freundin habe sich wie die Robbenfrau im Märchen das Fell übergezogen und sei wieder zur Robbe geworden.
(SDA)