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Schützen Omega-3-Fettsäuren während der Schwangerschaft gegen Asthma?
Die Supplementierung mit Omega-3-Fettsäuren ab der 24. Schwangerschaftswoche reduziert das Risiko für Asthma bei Kindern in den ersten sechs Lebensjahren um 30 Prozent. Zu diesem Ergebnis war vor einiger Zeit eine prospektive Studie gekommen. Eine aktuelle Post-hoc-Analyse zeigt jedoch, dass man dabei zwischen atopischem und nicht atopischem Asthma differenzieren muss.
Bei der erneuten Auswertung der Daten wollten die dänischen Forscher herausfinden, ob es Unterschiede zwischen den Daten für atopisches und nicht atopisches Asthma gibt (1).
Kinder bis zum sechsten Lebensjahr nachbeobachtet
In der Studie nahmen 736 Schwangere im dritten Schwangerschaftstrimenon täglich entweder langkettige ungesättigte Omega-3-Fettsäure (LCPUFA)-haltige Fischöl-Kapseln oder ein Placebo ein. Jedes der 695 Kinder, die aus diesen Schwangerschaften hervorgingen, wurde im Zuge der Studie in den ersten sechs Lebensjahren insgesamt 12 Mal klinisch untersucht.
Atopisches Asthma wurde definiert, wenn zusätzlich zur Atemwegserkrankung eine atopische Dermatitis, Sensibilisierungen für Inhalationsallergene und/oder eine erhöhte Eosinophilen-Konzentration im Blut vorlagen. Nicht atopisches Asthma wurde diagnostiziert, wenn diese zusätzlichen Faktoren fehlten.
Die Forscher berücksichtigten auch die gemessenen Fettsäure-Konzentrationen im mütterlichen Blut vor der Einnahme der Nahrungsergänzungsmittel sowie bestimmte genetische Risikofaktoren der Mütter, insbesondere Mutationen in den FADS (Fettsäuredesaturase)-Genen 1 und 2. Diese spielen eine wichtige Rolle bei der Verstoffwechslung von Omega-3-Fettsäuren.
Unterschiede von Omega-3-Supplementierung zwischen Asthma-Phänotypen
Bei 40 Prozent der Kinder, die bis zum Alter von sechs Jahren Asthma entwickelten, handelte es sich um einen nicht atopischen Phänotyp. Die Einnahme von Fischöl durch die werdende Mutter reduzierte das Risiko um etwa ein Viertel (relatives Risiko, RR, 0,27). Dieser Effekt war unabhängig von der vorliegenden FADS-Variante und dem Omega-3-Fettsäure-Spiegel.
Bei atopischem Asthma war der protektive Effekt für die Kinder nur dann vorhanden, wenn die Mutter eine FADS-Risikomutation oder eine niedrige Fettsäure-Konzentration im Blut hatte. Wenn beides zutraf, führte dies zu einer ähnlich starken Risikosenkung wie bei Kindern mit nicht atopischem Asthma, nämlich um mehr als zwei Drittel (RR 0,31).
Neben dem Effekt auf die Entstehung von Asthma hatten die zugeführten Omega-3-Fettsäuren auch Auswirkungen auf die Inzidenz von schweren Infektionen wie Pneumonie, Krupp, Tonsillitis, Otitis media und Magen-Darm-Infekte. Bei den Kindern von Müttern, die die Nahrungsergänzungsmittel eingenommen hatten, waren diese Inzidenzen um 16 Prozent niedriger. Auch Fieber trat bei ihnen seltener in den ersten drei Lebensjahren auf.