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Kann die Influenza Surveillance automatisiert werden‘
Eine wichtige Aufgabe bei der Erfassung einer epidemisch sich ausbreitenden Erkrankung ist die möglichst zeitgleiche und präzise Erfassung von neuen Erkrankungsfällen. Die Fallstatistik ist Grundlage für zahlreiche Entscheidungen zur Wahrung der öffentlichen Gesundheit. Für viele Krankheiten erfolgt die Erfassung durch Arzt- oder Labormeldungen. Bei häufigen Erkrankungen, wie einer Influenza, stützen wir uns üblicherweise auf die Sentinella Erfassung, die ausführliche Meldung einzelner ausgewählter Arztpraxen. Eine originelle Idee zur vereinfachten Surveillance von Influenza wurde in einem Latebraker aus den USA vorgestellt. Leider ist das System noch nicht so ausgereift, dass es eine Surveillance ersetzen würde. Doch die Idee ist bestechend: Anstatt sich auf eine Stichprobe von meldenden Ärzten zu verlassen, schlagen die Autoren vor, das ICD-10 Diagnostiksystem zu verwenden. Patienten, die hospitalisiert werden, werden in de USA sofort per Diagnostikcode erfasst. Natürlich muss man dann auch nicht nur eine Influenza Diagnose erfassen, sonder auch andere Diagnosen, wie zum Beispiel eine Otitis Media bei Kindern erfassen.
Die Autoren haben ein komplexes Modell erstellt, mit dem – je nach Setpoint – mit einer Sensitivität und Spezifität von 60-70% gerechnet werden kann. Für ein grösseres Spital sicher ein mögliches Vorgehen, doch als flächendeckende Methode für eine Nationale Surveillance noch ungenügend. Die nebenstehend abgebildete ROC-analyse der vorgeschlagenen Methode zeigt auch bei schlechter Bildqualität dass die Treffsicherheit der Methode (gemessen an der Fläche unter der Kurve) nicht viel grösser ist als die Fläche der Diagnonale. Ein Kurvenverlauf auf der Diagonale entspricht einer völlig zufälligen Antwort einer diagnstischen Methode (Werfen eines Würfels).
Colemann et al, 49th ICAAC 2009, Abstract K-1916