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Werkwürdigung
Jonas ist eine Mehrfachbegabung: Maler, Schriftsteller, Philosoph, Urbanist. Seine Vielseitigkeit, aber auch seine unbestechliche Auseinandersetzung mit künstlerischen und urbanistischen Problemen der 60er und 70er Jahre haben die Rezeption seines gemalten und grafischen Werkes in der Öffentlichkeit erschwert. Er wiederholt sich kaum, denn er lehnt jede Formel ab, bekennt sich zum dauernden Wandel und versucht sich in vielen Ausdrucksformen: Werke, die das Erbe des Expressionismus wahren, klassizistische, surreale und abstrakte Arbeiten ergeben das breite Spektrum seines Œuvres. Der Grundton bleibt das Expressionistische, mit dem Jonas im Berlin der 20er Jahre in Kontakt kommt. Auf Berlin folgt Paris, das er nach 1933 als Hort der Emigranten miterlebt. Diese Jahre der leidenschaftlichen Auseinandersetzung mit Bedrohung und existenziellen Fragen prägen den Maler und sein Werk. Jonas gehört zu den bedeutenden Porträtisten. Die Beschäftigung mit Grundfragen dokumentieren auch seine Grafik-Zyklen: Gilgamesch (1943), Suite zum Tanz (1944), die Illustrationen zu Gotthelf, Horaz und Don Giovanni. Jonas entwickelt einen farbig suggestiven Malstil, teils mit sinnbildhaften Motiven, was sich besonders in seinen Landschaften des Himalaja oder Brasiliens zeigt. Im Zentrum dieser Werke steht der Antagonismus Zivilisation-Natur, der dramatische Dialog zwischen Mensch und Erde.
Ausschnitt aus einer TV-Sendung mit Walter Jonas (1958). CLICKEN Sie hier.