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Die Schweiz und Thailand nahmen 1932 diplomatische Beziehungen auf. Ihre Beziehungen beruhen auf der starken Präsenz von Schweizer Unternehmen in Thailand, auf der bedeutenden Kolonie von thailändischen Staatsangehörigen in der Schweiz und von schweizerischen Staatsangehörigen in Thailand (zurzeit die grösste Schweizer Kolonie in Asien) sowie auf dem Tourismus.
Bilaterale Beziehungen
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Die Schweiz und Thailand nahmen 1932 diplomatische Beziehungen auf. Die Schweiz geniesst insbesondere aufgrund ihrer Verbindungen zur Königsfamilie grosse Sympathie in Thailand, lebte doch der verstorbene König Bhumibol Adulyadej (1927–2016) von 1933 bis 1951 in der Schweiz.
Die Beziehungen beruhen in erster Linie auf Handel und Tourismus. Seit September 2011 führen die beiden Länder zudem einen regelmässigen politischen Dialog auf der Ebene des stellvertretenden Staatssekretärs.
Seit 2012 werden alle konsularischen Dienstleistungen vom Regionalen Konsularcenter in Bangkok erbracht, das ausserdem für Kambodscha, Laos, Malaysia und Myanmar zuständig ist.
Die Schweiz und Thailand arbeiten auch im Rahmen des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN) zusammen, wo die Schweiz seit Juli 2016 den Status als sektorielle Dialogpartnerin innehat. Thailand war 1967 eines der fünf Gründungsländer der ASEAN.
Wirtschaftliche und finanzielle Beziehungen
In Thailand werden Konsum- und Luxusgüter aus der Schweiz ebenso geschätzt wie Maschinen und Präzisionsinstrumente für die verarbeitende Industrie. 2017 war Thailand der zweitwichtigste Handelspartner der Schweiz in Südostasien, und die Schweiz war die zwölftwichtigste Handelspartnerin sowie die neuntwichtigste Investorin des südostasiatischen Landes.
2016 kamen 118’000 (+13,3% im Vergleich zu 2015) thailändische Touristinnen und Touristen in die Schweiz. Umgekehrt reisten im gleichen Jahr 208’967 Schweizer Touristinnen und Touristen nach Thailand.
Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation
Forschende und Kulturschaffende aus Thailand können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Die DEZA unterstützte Thailand im Rahmen ihrer humanitären Hilfe gezielt bei Naturkatastrophen wie zum Beispiel beim Tsunami vom Dezember 2004 und den Überschwemmungen von 2011.
Zur Unterstützung der DEZA-Projekte in Südostasien und im Pazifik und zur raschen Intervention bei Naturkatastrophen in diesen Regionen sind seit 2013 zwei regionale Experten für Katastrophenvorsorge und ‑management in Bangkok stationiert. Diese unterstützen zudem die ASEAN beim Kapazitätsaufbau im Bereich Katastrophenvorsorge und rasche Hilfe.
Schweizerinnen und Schweizer in Thailand
Anfang 2018 lebten 9568 schweizerische Staatsangehörige in Thailand.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Die ersten dokumentierten Kontakte zwischen der Schweiz und Thailand reichen ins 17. Jahrhundert zurück. Es waren die Reiseberichte von Schweizer Missionaren, die das Königreich Siam erkundet hatten. Im 19. Jahrhundert suchten Schweizer Textilunternehmen neue Absatzmärkte in Südostasien.
Das Königreich Siam trat bereits 1895 dem Weltpostverein in Bern und der ersten Genfer Konvention bei. Nach einem ersten Besuch des thailändischen Monarchen in der Schweiz im Jahr 1897 handelten Vertreter beider Länder ein Freundschafts- und Handelsabkommen aus, das jedoch erst 1931 unterzeichnet wurde. 1932 eröffnete die Schweiz in Bangkok ein Honorarkonsulat und 1949 eine Botschaft.
2012 wurden 80 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen der Schweiz und Thailand gefeiert.