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Details zu Aretius und seiner Sammlung
Der Berner Theologe und Naturforscher Benedikt Aretius vermachte seine Sammlung 1574 testamentarisch der Hohen Schule. Die Sammlung umfasst 32 Titel aus dem 16. Jahrhundert, davon sind 26 auf Latein verfasst. Neben wenigen Titeln in griechischer Sprache beinhaltet die Sammlung Aretius lediglich einen Titel auf Deutsch. Die Titel sind in 23 Bänden zusammengefasst. Vermutlich war seine Bibliothek umfangreicher, einige Titel gelten als verschollen.
Benedikt Aretius (dt.: Marti) wurde als Sohn eines Bätterkinder Priesters um 1522 geboren und starb am 22. März 1574 vermutlich an der Pest. Nach dem Besuch der Berner Lateinschule studierte er an der Hohen Schule Theologie. Mit einem Stipendium des Berner Rates reiste er als Student von Zürich nach Strassburg und Marburg. In Marburg wurde Aretius Professor für Logik und Dialektik. Seine Beschäftigung mit der Flora Hessens und sein späterer Versuchsgarten in Bern wurden auch zum Gegenstand des Briefverkehrs mit Conrad Gesner (1516-1565). Gesner plante eine Pflanzenart seines Pflanzensystems nach Aretius zu benennen, dessen früher Tod verhinderte jedoch die Umsetzung. Erst zweihundert Jahre später realisierte der Naturforscher Albrecht von Haller das Vorhaben Gesners und benannte eine Untergruppe der Androsacae „Aretia“ (die Pflanzengattung Androsacae = Mannsschild gehört zur Familie der Primelgewächse).
Nach der Rückkehr 1549 von Marburg nach Bern wurde Aretius erst Lateinlehrer und dann Vorsteher der Lateinschule. Schliesslich erhielt er 1553 den Lehrstuhl für Hebräisch und Griechisch an der Hohen Schule, bis er dort 1563 Professor für Theologie wurde. Der Gelehrte versah seine Bücher mit seinem Namen und dem Jahr der Erwerbung, zusätzlich fügte er dem Besitzvermerk die Kosten für den Kauf und für den Buchbinder hinzu. Dass die Sammlung für Aretius ein Arbeitsinstrument war, dem er viel Zeit widmete, sieht man an den zahlreichen Randnotizen und Bearbeitungspuren in den Bänden. Die Bände spiegeln sein wissenschaftliches Interesse und seine berufliche Laufbahn wieder: Fast die Hälfte des Bestandes sind theologische Schriften, die andere Hälfte enthält Werke zum Trivium (Dialektik, Grammatik, Rhetorik), zur Geschichte und zur Botanik.