Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03541.jsonl.gz/140

11.1 Sektorale Struktur
Die Veränderung der Wertschöpfungsanteile der einzelnen Sektoren oder Wirtschaftsbereiche ist Ausdruck des Strukturwandels einer Volkswirtschaft. Je grösser die Anteile der innovativsten Bereiche sind (Hightech-Industrie und wissensintensive Dienstleistungskategorien), desto zukunftsorientierter ist eine Volkswirtschaft.
In der Schweiz ist der Wertschöpfungsanteil der Industrie von 2000 bis 2015 um 0,4 Prozentpunkte angestiegen (Abbildung B 11.1). Nebst der Schweiz hatte nur Deutschland mit +0,2 Prozentpunkte einen Zuwachs zu verzeichnen. In allen anderen Vergleichsländern war der Wertschöpfungsanteil in der Industrie rückläufig. Besonders ausgeprägt war diese Entwicklung in Finnland und Schweden. Dieser Rückgang betraf vor allem die Lowtech-Branchen des Industriesektors. Doch in zahlreichen Ländern (vor allem in Finnland und Schweden) verringerte sich auch der Anteil der Hightech-Branchen an der Wertschöpfung stark. Die Schweiz, Deutschland, Dänemark und Österreich gehören zu den Ländern, in denen der Anteil der Hightech-Branchen anstieg (in der Schweiz von 15% im Jahr 2000 auf 17,9% im Jahr 2015). Dank dieser Produktivitätssteigerung konnte die Schweizer Industrie ihren Wertschöpfungsanteil trotz des Rückgangs bei den Lowtech-Branchen leicht verbessern.
Der Wertschöpfungsanteil der Dienstleistungen hat sich zwischen 2000 und 2015 in allen betrachteten Volkswirtschaften erhöht. Die höchsten Zuwachsraten verzeichneten Schweden, Finnland, die Niederlande, Dänemark, Österreich, die USA, und Frankreich. Diese beachtlichen Wertschöpfungsgewinne entstanden hauptsächlich durch die modernen Dienstleistungen. In der Schweiz ist der Anteil der modernen Dienstleistungen leicht gesunken; er bleibt jedoch immer noch vergleichsweise hoch. In einigen Ländern (z.B. Dänemark, Finnland und Schweden) erklärt sich die starke Erhöhung durch den Aufholbedarf.
Die Hightech-Industrie und die modernen wissensbasierten Dienstleistungen lassen sich zur Hauptkategorie «wissensintensiver Sektor» zusammenfassen (Abbildung B 11.2). In der Schweiz stieg dessen Anteil von 50,4% im Jahr 2000 auf 52,2% im Jahr 2015. Damit belegte die Schweiz unter den Vergleichsländern hinter den USA und Deutschland den dritten Rang. Dies unterstreicht die Wissensorientierung der Schweizer Volkswirtschaft. Die höchsten Zuwachsraten im Zeitraum 2000 bis 2015 wiesen Dänemark und Österreich auf.