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Whirlpools mit eingebautem Ozonator oder UV-Wasserdesinfektion benötigen weniger Zusätze.
Ozon ist eine natürliche Form von Sauerstoff in 3-facher Konzentration (O3). Es wurde im Anfang des 19. Jahrhundert entdeckt. Es ist ein instabiles Gas, welches nach kurzer Zeit ein Sauerstoff Atom abspaltet und so Bakterien vernichtet. Der Rest (O2) ist Sauerstoff. Dieser Prozess, bekannt als Oxidation ist höchst wirksam, um einen Grossteil von Mikroorganismen zu töten.
Es wird auch zur Trinkwasseraufbereitung oder bei Aquarien verwendet, weil es pH- neutral ist, Metalle ausflockt, Bakterien und andere organische Verunreinigungen schnell vernichtet und keine chemischen Rückstände hinterlässt.
Ein ganz deutlicher Effekt der Ozonung von chlorhaltigem Wasser ist die Herabsetzung der Chlor-Substitutionsprodukte, die bekanntlich den typischen Chlorgeruch in Bädern verursachen und Haut- und Schleimhaut-Irritationen hervorrufen. Bei einer Konzentration von Durchschnittlich 110 Mikrogramm/Liter Ozon werden nicht nur anthropogene Wasserinhaltsstoffe oxidiert, die bei der Chlorung unerwünschte Nebenprodukte bilden würden, sondern es werden auch Bakterien und Viren abgetötet und Zysten von Einellern (z.B. Amöben) inaktiviert. Die im Badebereich relevanten Bakterien, wie Pseudomonaden und Legionellen, werden bei dieser Konzentration in ca. 15 Sekunden zu 99,9% abgetötet.
Irrtümlicherweise wird beim sogenannten «rote Augen Effekt» oder beim spannen der Haut nach einem Badegang vielfach das Chlor als Ursache vermutet. Sicherlich ist ein kleiner Teil der Bevölkerung tatsächlich etwas empfindlicher auf diesen Zusatz, als Alternative werden dann die ebenfalls sehr effizienten Zusätze wie z.B. Aktivsauerstoff verwendet.
In den allermeisten Fällen jedoch liegt die Ursache bei der Vernachlässigung oder ungenauen Einstellung des ph-Wertes, ideal 7,0 bis 7,4.
Wird die Wasserpflege regelmässig durchgeführt kann das gleiche Wasser problemlos 3 bis 4 Monate im Whirlpool gelassen werden.
Wir empfehlen 3 bis 4 mal einen Wasserwechsel pro Jahr bei einer Benützung von 2 Personen und 2-3 Badegängen pro Woche. Im Vergleich zu einer herkömmlichen Badewanne mit ca. 350 Liter Wasser “verbrauchen” Sie so nur ca. 23 Liter Wasser pro Person und Badegang.
Sie können Ihre Wasserpflegeprodukte direkt online bei uns bestellen.
Abhandlung betreffend der Verkeimung von Warmsprudelbecken (Whirlpool, Spa, Hottub)
von Dr.rer.nat.med.Dipl.-Biol. R. Michel, Hygiene- und Umwelttechnologie, Reischach, Deutschland
Da es bisher keine prospektiven Studien über das mögliche Infektionsrisiko in Warmsprudelbecken-Geräten gibt, kann zu den möglichen Risiken nur auf der Grundlage allgemeiner hygienischer Kenntnisse und Erfahrungen Stellung genommen werden.
Das als Füllwasser für Warmsprudelbecken verwendete Wasser sollte der Trinkwasserverordnung entsprechen. Demnach ist aber das Wasser nicht keimfrei, eine Keimzahl von bis zu 100 kolonienbildenden Einheiten (KBE) pro Milliliter ist zulässig.
Ohne schnell wirkende Desinfektionsmassnahmen (wie z.B. einer Chlorung) führen die mit dem Trinkwasser und die durch den Benutzer in das Warmsprudelbecken eingebrachten Keime zunächst zu einer mehr oder weniger hohen Kontamination des Wassers. Innerhalb von wenigen Stunden (1-3 h) beginnen diese Keime mit der Bildung von Biofilmen an den mit Wasser benetzten Oberflächen. Diese biologischen Strukturen, die sich durch Einlagerung von Kalk stabilisieren, sind es, die einen neuen Lebensraum für Keime schaffen, in denen sie sich geschützt vor den im Wasser befindlichen, keimtötenden Substanzen vermehren können.
Durch bewegtes Wasser werden Biofilme abgelöst und die darin enthaltenen Keime gelangen somit in das Wasser. Die mit Biofilmen assoziierten Keime sind somit zu einer bedeutenden Ursache für die Vermehrung der Keime in der wässrigen Phase, insbesondre eines warmen Wassers, geworden. Die erhöhte Anzahl von Bakterien führt bei günstigen Wachstumsbedingungen zunächst zu einer Vermehrung im Wasser, gefolgt von einer erneuten Biofilmbildung. Diesen Circulus vitiosus (Kettenreaktion) gilt es zu unterbrechen.
Erfolgt keine effiziente Keimabtötung, der durch den Badegast und mit dem Füllwasser eingebrachten Keime, einschliesslich einer Massnahme, die Kalkablagerungen verhindert, exazerbriert der Verkeimungsvorgang in einem Warmsprudelbecken in kürzester Zeit.
Die Verkeimung des Wannenwassers mit dafür typischen Keimen (wie Pseudomonas aeruginosa, Acinetobacter, Aeromonas sp., Hefen, Staphylokokken sp., etc., ggf. Legionellen sp., wenn das Füllwasser mit Legionellen kontaminiert ist) einhaltet ein nicht zu unterschätzendes Infektionsrisiko, vor allem für Personen mit vermindeter Infektabwehr (Kleinkinder, alte Menschen, Immunsupprimierte, etc.). Bei der Betreibung eines Warmsprudelbeckens sind mindestens die gleichen Anforderungen an das Wasser zu stellen, wie sie für Schwimmbadwasser gefordert werden.
Da die Aerosolbildung im Warmsprudelbecken nicht unerheblich ist, ist eine Übertragung von aerosol-assozierten Keimen (wie Legionellen) möglich. Wegen der im Warmwasser-Systemen gehäuft auftretenden Legionellen-Problematik ist zur Aufbereitung des Wassers in Warmsprudelbecken eine Verfahrenskombination mit Ozonstufe zu fordern. Ozon tötet nicht nur Bakterien ab, sondern wirkt auf biologische Strukturen höherer Lebewesen inaktivierend, in welchen z.B. Bakterien wie Legionellen leben und sich vermehren (Amöben).
Daneben ist eine Verhinderung von Kalkablagerungen (Senkung und Stabilisierung der Carbonathärte) anzustreben, da Kalkablagerungen ein wesentlichster Mediator der Biofilmbildung ist, und somit die Wiederverkeimung fördert. Der pH-Wert des Beckenwassers ist unter den Wert zu senken , der dem Kalk-Kohlensäure-Gleichgewichts-pH-Wert des Füllwassers (mit gegebener, stabilisierter Härte) entspricht (pH-Wert ideal 7,2 bis 7,6).