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Zavos berichtet über neue Klonversuche mit Zellen von Verstorbenen und Kuheizellen
03.09.2004 / USA
Panayiotis Zavos, Reproduktionsmediziner am Kentucky Center for Reproductive Medicine in Lexington (USA) behauptete am 31. August 2004, erfolgreich überlebensfähige Embryos geklont zu haben. Diese seien aus Zellen von Verstorbenen und entkernten Kuheizellen gezeugt worden, behauptete der umstrittene Klonbefürworter. Er beteuerte, die Versuche hätten rein experimentellen Zwecken gedient. Keine der Embryo seien implantiert worden.
Experten, die z.T. selbst am so genannten therapeutischen Klonen forschen, begegneten den neuen Behauptungen Zavos mit grosser Skepsis und/oder mit offener Ablehnung. Sie befürchten, dass die Aktivitäten von Zavos zu einem generellen Klonverbot führen könnten. Zavos hatte im letzten Jahr vor der American Society for Reproductive Medicine (ASRM) eine Plattform erhalten, um ähnliche Klonergebnisse zu präsentieren - einziger Unterschied - die verwendeten menschlichen Zellen stammten von lebenden Personen. Sein Auftritt hatte damals kaum zu Protesten Anlass gegeben, obwohl seine Experimente nach eigenen Angaben eindeutig dem reproduktiven Klonen dienen sollten.
Die Zellen für die geklonten Embryos wurden einem bei einem Autounfall umgekommenen 11jährigen Mädchen, einem 18 Monate alten Jungen und einem 33jährigen Mann entnommen. Die Angaben von Zavos sind wie immer mit Vorsicht zu geniessen - ebenso sein Hinweis, die Ergebnisse würden zur Publikation von einer Fachzeitschrift geprüft. Unabhängig von ihrem zweifelhaften Wahrheitsgehalt sind Zavos Medienmitteilungen sehr gefährlich. Sie wecken Hoffnungen, zu denen es weder aus ethischer noch aus medizinischer Sicht einen Grund gibt.
Bhattacharya Shaoni, Cloning from the dead claim attacked. New Scientist 31. Aug. 2004 http://www.newscientist.com/news/print.jsp?id=ns99996338.
Vgl. Zavos P.M., Illmensee K., Development of Bioassays Using the Bovine Model to Measure the Efficiency of SCNT in Humans: Fertil Steril 80 Suppl 3 (2003) S19, O-51