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Matsuyama siegte einen Schlag vor dem amerikanischen Newcomer und Aussenseiter Will Zalatoris. Vor ihm hatte nur ein Asiate eines der vier Major-Turniere gewonnen. Der Südkoreaner Y.E. Yang triumphierte an der US PGA Championship. Er konnte seinen grossen Erfolg nie annähernd bestätigen und büsste wenige Jahre später das Spielrecht auf der US PGA Tour ein.
Matsuyama, der frühere Amateurmeister Asiens, siegte ab 2014 fünfmal auf dem amerikanischen Profi-Circuit, viermal davon zwischen Februar 2016 und August 2017. Seither, also seit fast vier Jahren, blieb er auf dem amerikanischen Circuit erfolglos. An dem von Brooks Koepka gewonnenen US Open 2017 wurde er Zweiter. Er kletterte dadurch in der Weltrangliste auf den 2. Platz. 83 Wochen am Stück hielt er sich unter den Top 10. Seither rutschte er in der Weltrangliste kontinuierlich ab. Vor dieser Woche belegte er den 25. Platz.
Matsuyama stieg im Augusta National Golf Club mit vier Schlägen Vorsprung auf Will Zalatoris in die Schlussrunde. Einen Schlag rettete er ins Ziel. Matsuyama leistete sich im Finish, auf den letzten vier Löchern, drei Schlagverluste, während Zalatoris auf den Löchern 15 und 17 je ein Birdie glückte.
Matsuyamas Triumph wird im golfverrückten Japan einen neuen Hype auslösen. Japans Premierminister Yoshihide Suga sagte, der Sieg habe die japanische Öffentlichkeit in Anbetracht der anhaltenden Auswirkungen des neuartigen Coronavirus inspiriert und ermutigt. "Herr Matsuyama ist noch jung. Ich freue mich auf seine zukünftigen Darbietungen."
"Gratulation zu dieser grossen Errungenschaft für dich und dein Land", twitterte der fünfmalige US-Masters-Siegers Tiger Woods, der nach seinem Autounfall nicht am Start war. Dieser historische Sieg werde die ganze Golfwelt beeinflussen.
Mit dem legendären grünen Jackett des Siegers am Körper hatte Matsuyama in Augusta National Golf Club die Arme in die Luft gerissen und den Applaus für seinen historischen Sieg genossen. "Ich bin geehrt und begeistert, dass ich im wundervollen Augusta National gewonnen habe", sagte er etwas schüchtern und mithilfe eines Übersetzers, ehe er auf Englisch hinzufügte: "Thanks!"
Sofort nach dem letzten Putt hatte er seinen Caddie auf dem 18. Green in den Arm genommen, auf dem Weg zum Klubhaus wischte er sich mehrfach mit der Hand über die Augen.
Als Trophäe bekam Matsuyama das Sieger-Jackett von seinem Vorgänger Dustin Johnson angezogen. Er bekam auch den Pokal und einen Preisgeld-Check von rund zwei Millionen Dollar.
In Japan standen am Montagmorgen viele Menschen besonders früh auf, um die Übertragung der letzten Runde live mitzuverfolgen. Ein Kommentator des Senders TBS weinte nach dem entscheidenden Schlag.
In der Heimat war Matsuyama schon vor dem Masters-Triumph ein Star. Bereits vor zehn Jahren war er beim Masters als bester Amateur ausgezeichnet worden. 2011 hatte der damals 19-jährige Asia-Pacific-Champion beim Sieg des Südafrikaners Charl Schwartzel den geteilten 27. Rang belegt.
Nun dürfte im Vorfeld der Olympischen Spiele in Tokio die Verehrung für den 29-Jährigen in der Heimat noch weitaus grösser werden. Schon 2017 hatte er mit dem 2. Platz am US Open und dem Aufstieg zur Nummer zwei der Weltrangliste einen Hype ausgelöst.
(sda)