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PERU
Stellungnahmen
September 2020
Glencore weist die Vorwürfe des Initiativkomitees der Unternehmens-Verantwortungs-Initiative in Bezug auf Cerro de Pasco entschieden zurück.
Wie in unserem Verhaltenskodex und unserer globalen Menschenrechtspolitik festgehalten, verpflichten wir uns, bei allen weltweiten Aktivitäten von Glencore die Menschenrechte einzuhalten und zu wahren. Wir respektieren die Menschenrechte unserer Mitarbeitenden und der loka-len Gemeinden, in denen wir tätig sind. Dies gilt auch für schutzbedürftige Gruppen wie Frauen, Kinder, indigene Bevölkerungen und Opfer von Konflikten. Wir handeln verantwortungsbewusst und versuchen sicherzustellen, dass unsere Aktivitäten die Menschenrechte nicht verlet-zen oder gefährden. Glencore unterstützt und achtet zahlreiche globale Standards, darunter
- die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen
- die Leitprinzipien der UNO zu Wirtschaft und Menschenrechten (UNGP), einschliesslich ihres "Protect, Respect and Remedy"-Rahmens
- die Prinzipien des UN Global Compact
- die Kernübereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO)
Cerro de Pasco ist ein Zinkbetrieb, der sich auf etwa 4300 Metern im peruanischen Hochland befindet. Der Betrieb ist über 100 Jahre alt und besteht aus einer Zinkmine und –verarbeitungsanlage. Die Zinkmine hat ihren Betrieb im Jahr 2012 eingestellt. Seitdem ist nur noch die Aufbereitungsanlage, die vor allem alte Zinkhalden verarbeitet, mit reduzierter Kapazität im Betrieb.
Die Stadt Cerro de Pasco liegt rund um den Betrieb und ist über die Jahre mit ihm gewachsen. Verschiedene Eigentümer haben die Cerro de Pasco-Anlage während ihrer langen Geschichte betrieben, darunter die peruanische Regierung bis Ende der 1990er Jahre. Seit 1999 befindet sich Cerro de Pasco mehrheitlich im Besitz der Volcan-Gruppe, einem an der peruanischen Bör-se notierten peruanischen Bergbauunternehmen mit über 10’000 Mitarbeitenden.
Im November 2017 hat Glencore eine Mehrheitsbeteiligung an Volcan erworben und dadurch eine indirekte Beteiligung an Cerro de Pasco.
Wir sind uns bewusst, dass frühere Abbaupraktiken während der langen Geschichte des Be-triebs von Cerro de Pasco möglicherweise Auswirkungen auf die Umwelt um Cerro de Pasco hatten. Nach dem Erwerb hat Glencore zusammen mit Volcan rasch an Massnahmen im Bereich der Umwelt und Gesundheit gearbeitet, die als Teil eines umfassendes Sozial- und Umweltma-nagementplans umgesetzt werden. Die Umweltmassnahmen stellen sicher, dass der Betrieb der Verarbeitungsanlage keine Auswirkungen auf den Boden hat. Die Gesundheitsmassnahmen helfen der lokalen Gemeinde, Krankheiten wie Anämie zu bekämpfen.
Im November 2019 haben Volcan und das kanadische Unternehmen Cerro de Pasco Resources (CDPR) bekannt gegeben, dass Volcan den Cerro de Pasco-Betrieb an CDPR verkauft. CDPR ist in Kanada börsenkotiert und seit mehreren Jahren in der Region von Cerro de Pasco aktiv. Die Konzession von CDPR liegt unmittelbar neben derjenigen des Cerro de Pasco-Betriebs.
Nach Abschluss des Verkaufs wird der Cerro de Pasco-Betrieb weder Volcan noch Glencore gehören. Der Verkauf erfolgt unter den Bedingungen, dass CDPR über ausreichende finanzielle Mittel verfügt, um den Sozial- und Umweltmanagementplan weiterzuführen.
Der Sozial- und Umweltmanagementplan umfasst folgende Massnahmen:
- Verstärkte Kontrolle der potenziellen Auswirkungen der Verarbeitungsanlage auf Luft, Boden und Wasser und die Änderung von Abläufen, um die Bleistaubbelastung in der Anlage und auf den umliegenden Strassen zu reduzieren
- Wiederinbetriebnahme der Wiederaufbereitungsanlage für saures Wasser, um die Einsammlung und Aufbereitung des durch die Anlage belasteten Wassers sicherzustellen
- Studie, um potenzielle Ursachen und Ausbreitungswege von Blei und anderen Schwermetallen zu verstehen
- Schliessung und Sanierung von Zinkvorratshalden in der Nähe der Gemeinde, um das Versickern von Schwermetallen im Boden und eine Mehrbelastung der Umwelt zu ver-hindern
- Partnerschaft mit einer lokalen NGO zur Bekämpfung von Anämie bei Kindern;
- 2019 wurden über 700 Blutproben entnommen. Volcan zielt darauf ab, mit seinem Programm eine Reduzierung der hochgradigen Anämie um 50 Prozent und eine Reduzie-rung der Anämie bei Kindern und schwangeren Frauen um 10 Prozent zu erreichen. Wir erwarten, dass Volcan im Jahr 2021 an seinen diesjährigen Erfolg anknüpfen wird. Ge-spräche über eine Fortsetzung des Programms sind mit der NGO und der Regierung im Gange.
20. Dezember 2019
Am 29. Dezember 2018 kam es in der Kupfermine Antapaccay von Glencore in der peruanischen Provinz Espinar zu einer Auseinandersetzung zwischen einer lokalen Familie, dem Sicherheitspersonal von Antapaccay und den Mitarbeitern der beauftragten privaten Sicherheitsdienstleister.
- Antapaccay Security-Zwischenfall (DE)
- Antapaccay Security Incident (ENG)
- Incidentes en Antapaccay (ES)
- Foley Hoag Assessment (ENG)
- Evaluación de Foley Hoag (ES)
Glencore und Antapaccay bedauern diesen Vorfall. Beide Unternehmen sind den Menschenrechten im Einklang mit den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (UN-Leitprinzipien) und den Freiwilligen Prinzipien für Sicherheit und Menschenrechte (Freiwillige Prinzipien) verpflichtet. Glencore und Antapaccay dulden keine Gewalt und engagieren sich für ein transparentes und konstruktives Engagement.
Als Teil dieses Engagements und um Antapaccay bei der Stärkung der Beziehungen zu den lokalen Gemeinschaften zu unterstützen, hat Glencore externe Menschenrechtsexperten mit einer unabhängigen Menschenrechts-Untersuchung beauftragt. Diese hatte zum Ziel, die Wahrnehmungen und Anliegen der Interessengruppen gegenüber Antapaccay zu verstehen. Die Experten haben sich mit der betroffenen Familie und mit Vertretern der lokalen Gemeinschaft und Zivilgesellschaft getroffen.
Um dieses Engagement transparent zu machen, haben wir auf unserer Website eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Menschenrechts-Untersuchung (ENG) veröffentlicht.
Glencore und Antapaccay sind mit den Ergebnissen und Empfehlungen des Berichts weitgehend einverstanden. Die Umsetzung der Empfehlungen wird es Antapaccay ermöglichen, unter Beweis zu stellen, dass Antapaccay im Einklang mit den oben genannten UN-Leitprinzipen, den Freiwilligen Prinzipien und anderen internationalen Leitlinien die Rechte der Personen achtet, die von Antapaccays Tätigkeit betroffen sind.
Im Kern sieht der Aktionsplan nun wie folgt aus:
- Lücken- und Qualifikationsanalyse des Management-Teams von Antapaccay, des Sicherheitspersonals und der beauftragten Sicherheitsdienstleister.
- Stärkung der internen Prozesse zur Meldung von sozialen und Menschenrechtsvorfällen.
- Aufklärung der lokalen Gemeinschaft über die Beschwerdeprozesse und -mechanismen, die ihnen zur Verfügung stehen sowie Förderung der Beschwerdeprozesse und -mechanismen.
- Vertrauensbildung durch Aktivitäten für die lokale Gemeinschaft, die das Engagement von Antapaccay für Achtung der Menschenrechte unterstreichen.
- Verbesserung der Kommunikation mit der lokalen Gemeinschaft und anderen relevanten Interessengruppen
Glencore wird in seinem Menschenrechtsbericht 2020 (Human Rights Report) über Antapaccays Fortschritte bei der Umsetzung des Aktionsplans berichten.