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Die Geschichte des FCSG von 1879 bis heute:
Eigentlich dachte ich, die Spuren des FC St. Gallen lassen sich bis ins Jahr 1879 zurückverfolgen. Laut eines Berichtes im St. Galler Tagblatt, welcher anlässlich des 141. Jubiläums vom FCSG veröffentlicht wurde, gibt es aber durchaus Hinweise zu einer noch längeren Geschichte. So sollen sich Jugendliche aus dem Institut Wiget in Rorschach regelmässig in St. Gallen auf dem Brühl getroffen haben um Fussball zu spielen.
Diese Gruppe war es dann auch, die am 19. April 1879 die erste Hauptversammlung im Hörnli an der Neugasse in St. Gallen abhielt. Es wurde zum Gründungsdatum des Fussballclubs.
Der älteste dokumentierte Wettkampf war am 1. Mai 1892, als der FC St.Gallen gegen die Grasshoppers Zürich mit 0:1 verlor. Im Vorfeld der Partie reklamierten die Grasshoppers wegen den zu kleinen Toren. Das Rückspiel in Zürich, wo normale Tore aufgestellt wurden, gewann GC 6:0. Der FC St.Gallen ersetzte darauf seine Tore durch solche in der Normgrösse.
1898 entstand der Vereinigte FC St. Gallen, bestehend aus 117 Mitgliedern und es wurde kurze Zeit in gelb-schwarzen Trikots gespielt. Zum Glück wurde dieser Ausrutscher aber wieder korrigiert.
1899/1900 nahm der Vereinigte FC St. Gallen zum ersten Mal an der höchsten Schweizer Liga teil. 1902 folgte dann das erste internationale Spiel gegen Alemannia Karlsruhe. St. Gallen gewann mit 26:0!
Die Namensänderung des Vereinigten FC St.Gallen in FC St.Gallen erfolgte am 22. Juni 1903.
In der Saison 1903/1904 wurde der FC St. Gallen zum ersten Mal Schweizer Meister. Es sollte auch für längere Zeit der letzte Meistertitel bleiben, aber dazu später mehr.
1910 errichtete der FC St.Gallen auf den 28. April ein Spielfeld mit einer Holztribüne auf dem Espenmoos.
Es folgte eine Zeit mit Ab- und Aufstiegen zwischen den verschiedenen Schweizer Ligen. Auch erreichte der FC St. Gallen 1945 den Cupfinal welcher gegen die Young Boys Bern 0:2 verloren ging.
1969 klappte es dann aber besser und der FC St. Gallen holte den ersten Cup-Sieg mit einem Resultat von 2:0 gegen die AC Bellinzona, vor 24'000 Zuschauern. Im gleichen Jahr wurde auf dem Heimstadion Espenmoos die neue, heute noch bestehende Haupttribüne mit einem Fassungsvermögen von 2'200 Zuschauern eingeweiht.
1985 gelang dem FC St.Gallen die Teilnahme am UEFA-Cup dank des 4. Rangs in der Meisterschaft. Der Saisonhöhepunkt auf dem Espenmoos war die UEFA-Cup-Begegnung vor der Rekordkulisse von 16'200 Zuschauern gegen Inter Mailand mit dem beachtlichen Resultat von 0:0.
1988 kam der spätere Weltstar und chilenische Nationalspieler Iván Zamorano über den FC Bologna zum FC St.Gallen. Er wurde 1989/90 mit 23 Treffern Schweizer Torschützenkönig. Zamorano war nicht nur einer der herausragenden, sondern ist bis heute einer der beliebtesten Spieler der grün-weissen Geschichte.
Die weitern Stationen von Ivan Zamorano waren der FC Sevilla, Real Madrid, Inter Mailand, Club América in Mexico bevor er nach Chile zu Cool Cool zurückkehrte. Auch in Chile wurde Zamorano gefeiert wie Held, nicht zuletzt wegen seinen starken Auftritten mit der chilenischen Nationalmannschaft für welche er 69 Spiele absolvierte und dabei 34 Tore erzielte.
St. Gallen hatte in der Folge noch einmal die Chance den Schweizer Cup zu gewinnen, als sie 1998 im Finale gegen Lausanne-Sports bis kurz vor Spielende führten. Danach ging das Spiel im Elfmeterschiessen dann doch noch verloren. Schade!
Aber im Jahr 2000 kam dann der grosse Erfolg zurück in die Ostschweiz. Der FC St. Gallen zeigte es allen die ihn bereits als Abstiegskandidaten handelten und wurde nach 96 Jahren zum 2. Mal Schweizer Fussballmeister. Ach, wäre ich bei der Party damals gern dabei gewesen! Aber wer weiss…
Mein Interview mit Thomas Alder, Ersatztorwart der Meistermannschaft 99/2000:
Wieso wolltest du Torwart werden? (Finde ich auch eine coole Position)
Wenn ich zurückdenke, so glaube ich mich zu erinnern, dass ich eigentlich zu Beginn mit 7 Jahren als ich den FC ging das Gefühl hatte, ein guter Fussballer sprich Feldspieler zu sein. Nun der damalige Trainer schien etwas Anderes an mir bemerkt zu haben und stellte ich mich beim meinem ersten offiziellen Spiel einfach ungefragt ins Tor, was so ziemlich in die Hosen ging (sprichwörtlich das erste erhaltene Tor war zwischen den Beinen hindurch). Warum der damalige Trainer dies tat, weiss ich ehrlich bis heute nicht. Allerdings glaube ich waren es halt die Eigenschaften, wie "keine Angst vor dem Ball", "eine etwas grössere Schnauze als die anderen" und "eine etwas verrückte Art", welche halt den Torhütern nachgesagt wird, welche wohl den Ausschlag gaben. Als erwachsener Torwart waren halt das Selbstvertrauen, die Verantwortung übernehmen und eben auch die Ausstrahlung schon sehr wichtige Eigenschaften, welche irgendwie mit den Eigenschaften als Kind in Verbindung gebracht werden können.
Was war aus deiner Sicht das Geheimnis des Erfolges von der Meistermannschaft 2000
Ich glaube, dass es nicht unbedingt Geheimnisse sind, sondern meiner Ansicht heute noch gültige Eigenschaften, welche eine Mannschaft besser macht als eine andere. Der Stammt der Mannschaft war praktisch 6 Jahre zusammen, es entwickelte sich eine klare Hierarchie, die Mannschaft hatte in ihrer Zeit zwei gute Trainer (Roger Hegi stellte eine coole Truppe zusammen und Marcel Koller kitzelte das Beste aus uns heraus), in der Meistersaison bekamen wir zwei superstarke Offensivleute (Jairo und Amoah) und generell hatten wir einen megastarken Teamgeist. Es war für die Gegner nicht lustig gegen uns zu spielen und wir hatten meist sehr viel Spass.
Was war für dich das beste Erlebnis beim FCSG 1879?
Eigentlich waren meine ganzen 6 Jahre beim FC SG ein "bestes Erlebnis", allerdings war klar, in der Meistersaison und auch in der Saison danach war das Espenmoos immer ausverkauft, es war eine Riesenenergie im Stadion, jedes Training jedes Spiel machte Spass und klar einmal den Meisterpokal in die Höhe stemmen zu können und diesen dann vor mehr als 20'000 Menschen zeigen zu können, das war wohl dann das Beste von "allem Besten" beim FC SG .
Hast du noch Kontakt mit Spielern von damals?
Mein damaliger Torhüterkollege Jörg Stiel, mit welchem ich damals 6 Jahre beim FC SG zusammen war, ist noch heute einer meiner engsten Freunde, wir telefonieren sicher monatlich und wenn wir uns brauchen wöchentlich. Charly Amoah hat mich gerade gestern Mittag angerufen, er wohnt in Österreich und mit Marcel Koller, unserem damaligen Trainer stand ich in den letzten 20 Jahren immer wieder in Kontakt. Zudem haben wir seit neustem einen "Meistermannschafts-Chat", wo ich eigentlich wieder mit allen in Kontakt bin. Beim letzten Treffen der Mannschaft, ich weiss nicht mehr vor drei vier Jahren für ein Benefizspiel in Flawil, waren wir glaube ich keine 5 Minuten gemeinsam in der Kabine, es war für mich, wie glaube ich die meisten, als wenn es kein vorher gab, wir hatten sofort wieder sehr viel Spass zusammen.
Mein Interview mit Dr. Arnold Jaeger, Mannschaftsarzt der Meistermannschaft 99/2000:
Was war aus deiner Sicht das Geheimnis des Erfolges von der Meistermannschaft 2000?
Der FCSG 2000 war eine Mannschaft ohne Stars, so zu sagen eine verschworene Truppe, die unter der Leitung eines mit allen Wassern gewaschenen Übungsleiters, Marcel Koller, mit zunehmender Dauer der Meisterschaft ihre Qualitäten entdeckte und nur noch den Endsieg anstrebte. Koller - das muss hier bemerkt werden – entpuppte sich hinsichtlich seiner psychologischen Fähigkeiten als wahres Naturtalent.
Welches war dein Lieblingsspieler den du während deiner Zeit als Arzt des Fc St. Gallen kenngelernt hast?
Tardelli, der Weltmeister, Hegi, Rietmann, Stiel, Alder, Amoah, Rubio, Zamorano, Jurkemik, Fischer und viele, aber sehr viele andere mehr..
Wie siehst du als Arzt, die Corona-Sache im Profifussball?
Die Betreiber des Profifussballs müssen weltweit zur Kenntnis nehmen, dass sich ihr in den letzten Jahren in jeder Hinsicht degeneriertes Modell auf der untersten Sprosse der gesellschaftlichen Hierarchieleiter befindet. Niemand bemitleidet die vielen, überbezahlten Stars, die in einer Scheinwelt leben, nur noch ihre Frisuren pflegen und ausschliesslich nach Reichtum streben, den sie in der Regel nicht einmal zu verwalten in der Lage sind. Diese Haltung führt auch dazu, dass sie sich nicht mit dem Team, für welche sie gerade kicken, sondern nur noch mit sich selber identifizieren. Bleibt zu hoffen, dass Corona einen Sinneswandel einleiten wird!
Stimmt es was mein Vater sagte, dass Marco Tardelli auch wegen dir beim FCSG 1879 spielte?
Das mag teilweise stimmen. Wichtiger aber scheint mir die Tatsache, dass ich ihm als Italienisch Sprechender und Freund den kurzen Aufenthalt in St. Gallen etwas versüssen konnte.
Auf den Meistertitel folgten tolle Resultate im Europa-Pokal.
2008 folgte dann ein trauriger Abschied aus dem Espenmoos. Nach 98 Jahren in diesem altehrwürdigen Stadion stieg der FC St. Gallen in die 2. Spielklasse ab.
Somit begann auch die Ära im neuen Stadion, damals noch AFG Arena genannt, in der Challenge League. Eines der ersten grossen Highlights im neuen Stadion war das Europa-League Sommermärchen 2013. Nach einem 1:1 Unentschieden im Hinspiel in St. Gallen, schaffte die Mannschaft von Trainer Jeff Saibene einen 4:2 Sensationssieg in Moskau gegen Spartak und schaffte damit den Einzug in die Euro-League Gruppenphase. Dort spielte der FC St. Gallen 1879 gegen Valencia, Krasnodar und Swansea.
Danach kam eine Phase mit viel Auf und Ab welche ich selber vermehrt live im Stadion miterlebte. Mein letzter Besuch im Kybun-Park, wie das Stadion seit 2016 heisst, war dann diesen Februar gegen die Young Boys aus Bern. Es war der Spitzenkampf der Liga. Der FC St. Gallen als 1. gegen die Berner auf Tabellenplatz 2. Es war ein unglaubliches Spiel welches nach viel Dramatik in der 99. Minute mit 3:3 endete…
Ja und dann… dann kam Corona und bremste den FC St. Gallen erstmal aus. Wie diese Geschichte wohl weitergehen wird!? Wie gesagt, ich würde mich ja auf eine Meisterfeier freuen!
Mein Interview mit Jordi Quintillà, Spieler der aktuellen Mannschaft 2019/2020:
Wie geht es Ihnen und was haben Sie in dieser Corona-Zeit gemacht?
Ich trainiere viel, um wieder in Form zu kommen. Und ich bereite den Sommercampus für junge Spieler vor
Kannten Sie den FC St.Gallen 1879 schon vor Ihrer Zeit hier in der Schweiz?
Ja, ich wusste, dass es der älteste Verein der Schweiz ist.
Wie war es mit Lionel Messi zusammen im Verein?
Genial. Er ist der beste Spieler, mit dem ich je gespielt habe.
Was ist für Sie persönlich bisher das grösste Highlight in Ihrer Fussball-Kariere?
Als ich den Pokal in den USA gewann und ich den Elfmeter für den Sieg schoss.
Falls in dieser Saison nochmals gespielt werden kann, gibt es dann ein neues Highlight mit dem FC St.Gallen 1879? … ich hoffe es!?
Ich hoffe es auch, aber Gesundheit ist wichtiger und wir müssen geduldig sein.
Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bei meinen Interview-Partnern für Ihre spannenden Antworten bedanken. Ich hoffe, ich konnte die Geschichte vom FC St. Gallen 1879 mit seinen Höhen und Tiefen interessant zusammenfassen... und wer weiss, vielleicht kann ich ja schon diesen Sommer das nächste Kapitel anhängen. Hopp San Galle
Mittlerweilen ist der Corona Lockdown vorbei der FC St.Gallen wurde nach einer sensationellen Leistung Vize-Schweizermeister. Ich gratuliere dem ganzen Verein zu diesem tollen Erfolg!
Auch bei mir ist seit der Corona-Zeit sportlich viel passiert.
Ich war vor den Sommerferien dreimal in einem Sichtungstraining der Future Champs Ostschweiz. Dort sucht der FCSG junge Fussballer aus der ganzen Region. Nach diesen 3 Trainings habe ich ein erfreuliche e-Mail bekommen. Es wurde mir mitgeteilt, dass ich in den Stützpunkt aufgenommen werde.
Was heisst jetzt eigentlich Stützpunkt?
Stützpunkt heisst, dass man bei seinem Stamm-Club weiterspielt, in meinem Fall also der SC Brühl, und am Mittwoch noch ein zusätzliches Training beim St. Galler Kantonalen Fussballverband hat. Am 12. August habe ich das erste Stützpunkt-Training und ich freue mich sehr darauf.
Als gute Vorbereitung und Training für den Stützpunkt, habe ich in der ersten Sommerferienwoche das B360 Jox Fussballcamp von Jordi Quintilla besucht. Es hat sehr viel Spass gemacht. Wir hatten etwa 10 Trainer die alle aus Spanien kamen. Zwei wurden sogar beim FC Barcelona ausgebildet. Am letzten Tag haben wir eine Mini-Championsleague gemacht und mein Team hat gewonnen! Wir haben viele coole Übungen gemacht, viel mit präzisen Pässen und immer mit Ball trainiert. Ich kann dieses Camp allen sehr empfehlen und hoffe, dass Jordi bald wieder ein Jox-Camp macht! Ich bin wieder dabei!!
Gleich anschliessend hatte ich noch eine Trainingswoche mit dem SC Brühl. Nach so viel Fussball fühle ich mich nun bereit für die neue Herausforderung beim Stützpunkt des FCSG.
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