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Der in Süditalien gut verbreiteten Rebsorte wurde lange Zeit ein griechischer Import zugeschrieben, was zunächst eine Quelle aus dem Jahr 1581 nahelegte. Nachdem aber eine andere Quelle auftauchte, die bereits 60 Jahre früher auf exisitierende Weinberge bepflanzt mit Aglianiche, dem Plural von Aglianico, verwies, ist diese These wohl Makulatur, obwohl sie sich bis heute hartnäckig hält. Der Name stammt vermutlich viel wahrscheinlicher aus dem Spanischen, da die Spanier im 15. und 16. Jahrhundert weite Teile Süditaliens okkupiert hatten. Zudem weist der Aglianico so gut wie keine Verwandschaften zu heutigen griechischen Rebsorten auf, dafür aber viele zu anderen Rebsorten im Süden Italiens. Er treibt sehr früh und reift erst nach einer langen Reifeperiode spät aus, auch ein Grund, warum er nur in den warmen Regionen Süditaliens Fuss fassen konnte. Er ist fruchtbar und starkwüchsig und verlangt daher für gute Qualitäten eine rigorose Ertragsbeschränkung, andernfalls wirken die Weine dünn und betonen das reichlich vorhandene Tannin, was zu einem sehr herben und aggressiven Geschmack führt. Der hohe Anteil an Gerbstoff ist auch dafür verantwortlich, dass der Aglianico eine gewisse Flaschenreife benötigt, bevor er mit Genuss getrunken werden kann. Seine Bestform erreicht der Aglianico in den Regionen Basilikata als Aglianico del Vulture sowie in Taurasi als gleichnamiger Wein, wobei es Letzterer mittlerweile sogar schon zu einer gewissen Berühmtheit gebracht hat. Ausserhalb Italiens ist der Aglianico, von einigen wenigen Winzern in Australien einmal abgesehen, nicht anzutreffen.