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Das Reiter- und Fahrerbrevet gehört zur Grundausbildung aller Personen, die sich mit dem Pferd beschäftigen. Es ist auch Voraussetzung für die Teilnahme an Veranstaltungen in den Disziplinen Dressur, Springen, Concours Complet, Fahren, Endurance, TREC und Reining.
Das Reiterbrevet kann je nach gewähltem Reitstil in den Richtungen „klassisches Reiten“, „Westernreiten“ oder „Gangpferdereiten“ absolviert werden.
Nach erfolgreichem Abschluss des Reiterbrevets kann die Ausbildung über den Silber- und Goldtest sowie die R Lizenz und N Lizenz weiter vertieft werden. Dazu kommt die Möglichkeit, sich als J&S-Ausbildner/in oder als Vereinstrainer/in formen zu lassen.
Nach erfolgreichem Abschluss des Fahrerbrevets kann dieses mit dem Erwerb der Lizenzen L (Prüfung), M oder S (gestützt auf Resultate) erweitert werden.
Voraussetzungen für die Teilnahme der Kandidaten & Pferde an einem Brevetkurs/einer Brevetprüfung
Kandidaten
Grundkennnisse des Reitens in allen Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp sind schon vor Beginn des Kurses erforderlich.
Für die Teilnahme am Reiterbrevet besteht kein Mindestalter. Kandidaten für das Fahrerbrevet müssen das 14. Altersjahr vollendet haben ( Jugendfahrerbrevet: nach Vollendung des 10. Altersjahres bis zur Vollendung des 14. Altersjahres). Die Kandidaten müssen in der Lage sein, längere Texte zu verstehen und schreiben zu können.
Kandidaten mit ausländischen Diplomen
Zum Brevet adäquate ausländische Diplome werden durch die Geschäftsstelle SVPS (Lizenzen/Brevets) auf Gesuch hin anerkannt.
Kandidaten für das Fahrerbrevet mit vorhandenem Reiterbrevet, Spring- oder Dressurlizenz
Inhaber eines Reiterbrevets oder einer Dressur- bzw. Springlizenz absolvieren nur noch den praktischen Teil – den allgemeinen Teil müssen Sie nicht mehr wiederholen.
Kandidaten für das Reiterbrevet mit vorhandenem Fahrerbrevet oder mit Fahrlizenz
Inhaber eines Fahrerbrevets oder einer Fahrlizenz absolvieren nur noch den praktischen Teil (Reiten).
Brevetpflicht
Für Prüfungen der Kategorie P1, P2 und P3 besteht neu Brevetpflicht (Ausnahme: Reiter unter 10 Jahren). Für Prüfungen im Westernsport sowie Gangpferde besteht seit 01.01.2004 eine allgemeine Brevetpflicht.
Pferde und Ponys
Zugelassen sind Pferde und Ponys, deren Ausbildungs- und Gesundheitszustand den Prüfungsanforderungen genügen. Das gleiche Pferd oder Pony darf an einer Brevetprüfung maximal dreimal eingesetzt werden. Der Chefrichter (A Richter) kann einen Pferdewechsel erlauben, grundsätzlich wird die gesamte Prüfung mit dem gleichen Pferd absolviert.
Anmeldung für die Teilnahme an einem Brevetkurs/einer Brevetprüfung
Kandidaten für eine Brevetprüfung melden sich beim Anbieter des Brevetkurses direkt an. Er wird Ihnen die entsprechenden Informationen über die Kursdurchführung sowie die Kosten mitteilen.
Die Daten und Orte der Brevet-Prüfungen finden Sie rechts auf dieser Seite in den Info-Containern.
Kursinhalt
Der praktische und theoretische Kursinhalt sowie die Aufteilungen der Lektionen in die Themen werden vom SVPS folgendermassen empfohlen:
Zur Erarbeitung der theoretischen Lektionen dient der Brevet-Ordner bzw. das E-Learning-Tool.
Videomaterial
Einzelne Bereiche aus der Brevet-Ausbildung werden in kurzen Videoclips gut verständlich dargestellt. Das Angebot an Videos wird nach und nach erweitert
- Video Kapitel 5 – Umgang mit dem Pferd: Einstieg in die Bodenschule
Prüfung (Zulassung & Inhalt)
Die Brevet-Prüfung besteht aus einem rein praktischen Teil (Reiten/Fahren) sowie einem praktischen, mit Theorie-Elementen vermischten Teil (Allgemeiner Teil) oder am Fahrapparat. Es gibt keine schriftliche Prüfung.
Zulassung zur Prüfung
Kandidaten aus dem Bereich Para-Equestrian müssen ihre PE ID-Card vorweisen können.
Prüfungsinhalt
Der Inhalt und Ablauf der Prüfung wird in den folgenden Dokumenten beschrieben:
Ausrüstung von Kandidat & Pferd an der Prüfung
Reitprüfung klassisches Reiten
- Reithose mit Reitstiefel, Jodhpurs mit Stiefeletten, Reithose mit Stiefeletten und Minichaps
- Reitjacke oder anliegender Pullover
- Reithelm mit Dreipunktsicherung
- Rückenschutz empfohlen
- Handschuhe empfohlen
- Sporen sind nicht erlaubt, Peitsche fakultativ,
- Zäumung: Es sind nur Trensen erlaubt, welche im Brevet-Ordner aufgeführt sind.
- Spring-, Vielseitigkeits- oder Dressursattel
- Als Hilfszügel ist nur das gleitende Martingal erlaubt
- Gut leserliche Startnummern am Rücken oder beidseitig aussen an Stiefel oder Chaps
Reitprüfung Gangpferdereiten
- Reithose mit Reitstiefel, Jodhpurs mit Stiefeletten, Reithose mit Stiefeletten und Minichaps
- Reitjacke oder anliegender Pullover
- Reithelm mit Dreipunktsicherung
- Für Islandpferdereiter
- Trensenzäumung gemäss IPO CH, einfache Prüfungen
- Islandpferdegerechte Sattlung
- Peitsche fakultativ
- oder dem Reitstil und dessen Reglement entsprechend
- Gut leserliche Startnummern am Rücken oder beidseitig aussen an Stiefel oder Chaps
Reitprüfung Westernreiten
Gemäss SWRA Regelbuch zwingend:
- Saubere Westernbekleidung
- Langärmliges Hemd/Bluse oder Pullover (Ärmel nicht hochgekrempelt)
- Westernstiefel oder Westernstiefeletten die über den Fussknöchel reichen
- Reithelm mit Dreipunktsicherung
- Geeignete Reitjacke bei schlechtem oder kaltem Wetter
- Gut leserliche Startnummern am Rücken oder beidseitig aussen an Stiefel oder Chaps
Zusätzlich erlaubt:
- Chaps
- Sporen
- Handschuhe
Zäumungen (sind nicht abhängig vom Alter des Pferdes)
- Bosal: Zweihändige Zügelführung
- Snaffle Bit: Zweihändige Zügelführung
- Bit: einhändige Zügelführung
Es sind keine Hilfszügel, Hilfsmittel und Nasenbänder gestattet. Alles was in diesem Kapitel nicht geregelt ist, wird nach aktuellem Regelbuch SWRA entschieden.
Praktische Fahrprüfung
- Für Fahrerkandidaten müssen Aufmachung und Anzug sauber und ordentlich sein
- Kopfbedeckung und Handschuhe sind obligatorisch
- Bockdecke fakultativ
Brevet-Richter (Auswahl & Einsatz)
Auswahl der Richter
Zur Abnahme der Prüfung zugelassen sind offizielle Richter gemäss den Profilen für SVPS A-Richter (Chefrichter) und B-Richter aller Reitweisen.
Je nach Anzahl Kandidaten an den Prüfungen und Typ (Reiter oder Fahren) werden 2-4 Richter für die Prüfung eingesetzt. Dabei wird der Chefrichter (A-Richter) vom SVPS zugeteilt, den B-Richter kann der Organisator auswählen. Es darf kein Familienmitglied des Ausbildners oder der Ausbildner selber als A-oder B-Richter eingesetzt werden.
Prüfungsabschluss & Brevetgebühr
Zum erfolgreichen Prüfungsabschluss muss der Kandidat in der praktischen Prüfung und im Allgemeinen Teil je einen Notendurchschnitt 3 (genügend) erreichen.
Bei der Fahrerprüfung Teil "Fahren im Verkehr" muss mind. die Note 3 erreicht werden, sonst gilt die gesamte praktische Fahrerprüfung als nicht bestanden.
Notenskala:
- 5 = sehr gut
- 4 = gut
- 3 = genügend
- 2 = mangelhaft
- 1 = schlecht
- 0 = nicht ausgeführt
Notenblätter
Die Notenblätter werden den Kandidaten nicht abgegeben. Der Kandidat hat keine Einsicht in die Notenblätter der Prüfung.
Auszeichnungen
Bei Bestehen der Brevet-Prüfung erhält der Kandidat ein Brevet-Diplom sowie eine Brevet-Anstecknadel. Beides wird direkt im Anschluss an die Prüfung abgeben.
Brevetgebühr
Um nach bestandener Brevetprüfung an Pferdesportveranstaltungen starten zu können, muss der Kandidat die jährlich anfallende Brevetgebühr begleichen. Dies erfolgt entweder online per my.fnch.ch oder mittels Rechnung (bitte die Rechnung bei der Geschäftsstelle des SVPS verlangen).
Verschiedenes
Rechtliche Grundlage
Zu den Weisungen für das Reiter- und Fahrerbrevet
Versicherung
Die Unfall- und Haftpflichtversicherung ist Sache des Kandidaten. Der Veranstalter/Organisator/Ausbildner übernimmt für Schäden an Menschen, Pferden und Material keine Haftung.
Zuständige Organe
Die Prüfungskommission (PKO) behält sich vor, durch Kontrollorgane die Brevetkurse und Brevet-Prüfungen kontrollieren zu lassen. Diese Kontrollorgane sind berechtigt, die Unterlagen zu prüfen, Änderungen vornehmen zu lassen sowie Anlagen und Organisation zu begutachten. Wahrnehmungen werden in einem Bericht zu Handen der Prüfungskommission (PKO) abgegeben.
Rekurse
Angefochtene Ergebnisse von Prüfungen werden auf Rechtsverletzungen und Verletzung von Verfahrensvorschriften überprüft. Die Rüge der Unangemessenheit ist ausgeschlossen.