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In der belgischen Stadt Affligem begannen sechs Ritter des Heiligen Römischen Reiches, die zu Mönchen konvertierten, schon 1074 mit dem Bierbrauen. Affligem ist damit das älteste der 22 Abteibiere, die es weltweit gibt. Bruder Tobias war der Brauer der Abtei im Zweiten Weltkrieg und traf die schwierige Entscheidung, die Braugeheimnisse seines Ordens an eine unabhängige Brauerei weiterzugeben, um den Erhalt zu sichern. In seiner Formula Antique Renovata legte er die Überlieferungen nieder, die noch heute zum Brauen von Affligem verwendet werden.
Flaschengärung
Die geschmackliche Besonderheit von Affligem ergibt sich aus der Flaschengärung. Dabei wird nach der Abfüllung eine sorgfältig kalkulierte Prise Zucker und Hefe zugeführt. In den warmen Kellern, in denen die Flaschen 14 Tage ruhen, vergärt die Hefe den Zucker zu Alkohol und verwandelt das Bier in einen intensiven, prickelnden Nektar. Die gut ausflockende Hefe sinkt zu Boden – dadurch ist das Bier besonders hell und klar. Wer das Bier gerne mit der Hefe in der Schwebe trinkt, braucht die Flasche aber nur einmal zu schwenken.
Einschenkritual
Charmant ist das Einschenkritual der belgischen Mönche. Der letzte Schluck wird nicht ins Glas gegossen, sondern zunächst in der Flasche geschwenkt und anschließend in ein Stamperl geleert. Auf diese Weise entsteht ein „Hefedepot“ und die „Seele des Bieres“ wird geschmacklich besser erfahrbar.