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Familie Jeno Kovac
Hier wird für die ganze Familie gekocht.
Dorica ist mit der Ordnung von Jeno unzufrieden - und sagt ihm das auch deutlich.
Christina mit ihrem Neffen
Jeno mit seinem Enkelkind
Diese Familie lernten wir bei unserem Besuch im Dezember/Januar 07/08 kennen. Boite Doina, die Lebenspartnerin von Jeno Kovac, verstarb letztes Jahr.
Jeno blieb mit vier arbeitslosen erwachsenen Kindern zurück. Er ist ein liebevoller und aufmerksamer Vater – vielleicht manchmal überfordert mit den vier jungen Leuten. Jeno kann gelegentlich arbeiten. Bei unseren Besuchen treffen wir die erwachsenen Kinder meist untätig und unmotiviert in ihrer düsteren Kellerwohnung an. Es fehlt ihnen an Kraft, sich nach Arbeit umzusehen. Das Leben der Jungen war seit jeher schwer und ohne
Perspektiven.
Die Tochter Annamaria hat im Sommer 2009 ein Kind geboren und ist mit ihrem arbeitstätigen Mann zwischenzeitlich in eine Wohnung gezogen. Die Rumänienhilfe Malans unterstützte die junge Familie damals mit Kleidern, Kinderwagen etc. Bei unserem Besuch im Oktober 2010 jedoch erfuhren wir, dass Annamaria mit ihrem Kind getrennt von ihrem Mann wieder bei Jeno wohnt. Bei unserem Besuch im Februar 2010 motivierten wir die Familie, ihr Zimmer frisch zu streichen.
Mit Freude stellten wir fest, dass der Anstrich gemacht wurde; allerdings erfuhren wir, dass das Zimmer vom Vater gestrichen wurde und nicht, wie abgemacht, von den erwachsenen Kindern. Daraufhin haben wir mit diesen konkrete Ziele vereinbart: Die jungen Frauen sollen sich um die Wäsche kümmern, die Männer tauschen bis Weihnachten den abgenutzten und maroden Küchenschrank gegen einen neuen aus, der von uns im November geliefert wird.
Christina (16), die jüngste Tochter, übernimmt bislang keine Aufgabe innerhalb der Familie. Seit die Mutter gestorben ist, liegt sie fast den ganzen Tag - mit ihrer Katze - im Bett. Sie hat keine Ausbildung, und die Frauen aus dem Verein Initiativa Malans sind der Auffassung, dass Christina geistig unterentwickelt ist. Ihr Erscheinungsbild entspricht ca. einer Zwölfjährigen, und sie ist sehr introvertiert. Wir wollen versuchen Christina dahin zu bringen, Verantwortung innerhalb der Familie zu übernehmen, und sie dazu motivieren, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Die Familie erhält seit Jahren Essenspakete und Jeno etwas Geld. Versuchsweise nahmen wir bei unserem Besuch im Oktober 2010 Christina in ein Lebensmittelgeschäft mit, um mit ihr zusammen Einkäufe zu tätigen. Wir waren erstaunt, wie vernünftig und kostenbewusst sie einkaufte. Christina blühte dabei richtiggehend auf – und zum ersten Mal zeigte sie etwas Selbstsicherheit und Verantwortungsbewusstsein. Nach diesem Erlebnis möchten wir versuchen, ihr einen Teil der Verantwortung für den Haushalt zu übergeben. Mitglieder des rumänischen Vereins werden Christina unterstützen, indem sie monatlich mit ihr zusammen einkaufen gehen, statt dem Vater, wie bis anhin, das Haushaltsgeld zu übergeben. Ein weiteres Ziel wäre, Christina in die Arbeit im Verein einzubinden.