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Titel
Charlemont
(spr. scharlmóng), 1) Eduard, Genre- und Porträtmaler, geb. 1848 als Sohn eines Zeichenlehrers zu Znaim, war schon als Knabe seinem Vater bei Anfertigung von Miniaturporträten behülflich, kam mit 15 Jahren auf die Akademie in Wien unter Engerth, bis 1870 Makart auf ihn aufmerksam wurde, ihn in sein Atelier nahm und ihm später auch eine Reise nach Italien ermöglichte. Er eignete sich aus der Makartschen Formengebung nur die ihm zusagenden Elemente an und verarbeitete sie durchaus selbständig.
Den ersten bedeutenden Erfolg hatte er 1872 mit dem Bilde: die Antiquare, dem dann bald zwei Sneewittchenbilder (im Auspitzschen Empfangssalon) folgten. Auch seine Plafondbilder beim Baron Wehli (vier Tages- und vier Jahreszeiten in Kindergestalten), die Wandgemälde für Salon und Speisesaal des Barons Liebig in Reichenberg und die Deckengemälde (fünf Weltteile) für einen Salon in London sind in ihrer Allegorie poetisch angelegt und kräftig ausgeführt. Im Bildnis hat er sich besonders als Porträtist der Kinder mit Glück versucht. Nach einem längern Aufenthalt in Venedig und größern Reisen in Deutschland und Frankreich nahm er neuerdings seinen Wohnsitz in Paris.
2) Hugo, jüngerer Bruder des vorigen, geb. 1850 ebenfalls zu Znaim, ergriff anfangs die Beamtenlaufbahn; aber ein unwiderstehlicher Drang trieb ihn zur Kunst. 1873 trat er in die Wiener Akademie, genoß kurze Zeit den Unterricht des Landschaftsmalers v. Lichtenfels und erhielt seine weitere Ausbildung durch seinen Bruder Eduard und durch Makart. 1874 ergriff er auch die Radiernadel und brachte einige hübsche Blätter nach Originalzeichnungen, die er auf einer Reise in Holland gemacht hatte. Auch einige Ölbilder waren die Früchte dieser Reise. In den letzten Jahren malte er viele Tierbilder in der Weise des Hondekoeter und Weenix, die besonders den malerischen Reiz des Gefieders wiedergeben.