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Otto Meyer-Amden (1885–1933) und Hermann Huber (1888–1967) lernen sich 1904 an der Kunstgewerbeschule in Zürich kennen und führen ab 1905 einen ausführlichen Briefwechsel, der bis zu Meyer-Amdens Tod anhält. Meyer-Amden zieht 1906 nach München, wo er an der Kunstakademie studiert, bevor er sich 1907 an der Akademie von Stuttgart einschreibt. Dort lernt er Oskar Schlemmer und Willi Baumeister kennen, wird Meisterschüler bei Adolf Hölzel, verlässt die Schule jedoch bald wieder und arbeitet bis 1912 selbständig oder gemeinsam mit Schlemmer in Stuttgart. Huber arbeitet in Düsseldorf, Berlin, München, Rom, Jerusalem und Algier, bevor er 1912 mit anderen Künstlern ins Bergdorf Amden über dem Walensee zieht. Meyer-Amden reist auf Anregung von Huber und Baumeister aus Stuttgart an und bleibt, als sich die Gemeinschaft kurze Zeit später auflöst, bis 1928 als einziger dort wohnhaft. Die Briefe erreichen Hermann Huber von 1918–1925 in Klosters und von 1925–1933 in Schooren bei Kilchberg. Meyer-Amden arbeitet von 1928–1932 in Zürich als Lehrer an der Kunstgewerbeschule und unternimmt trotz schwerer Krankheit Reisen nach Holland und Deutschland. Die letzten Monate bis zu seinem Tod verbringt er bei Hermann Huber auf der Halbinsel Au.
Der zu Beginn der 1980er-Jahre dem Archiv von SIK-ISEA geschenkte Nachlass besteht aus über 300 Briefen Meyer-Amdens und aus über 60 Briefen Hermann Hubers. Der Briefwechsel dokumentiert den intensiven Austausch der beiden Freunde über philosophische und ästhetische Themen, er spiegelt aber auch die Lebensbedingungen der beiden Kunstschaffenden und ihres Umfelds wider. Ein besonderes Schlaglicht fällt dabei auf das Sammlerwesen und auf den Ausstellungsbetrieb in der Schweiz und in Deutschland. Die Korrespondenz gibt insbesondere Einblick in den intensiven Diskurs über die Gestaltungsprinzipien von Gegenständlichkeit und Abstraktion in der Malerei, die Meyer-Amden seit Studientagen im Austausch mit Oskar Schlemmer entwickelt und mit Huber weiterführt. Als Schlemmer 1920 Professor am Bauhaus wird, finden die dort verhandelten kunsttheoretischen Konzepte auch ihren Weg ins abgelegene Bergdorf und zu Meyer-Amdens und Hubers Freundeskreis.
Signatur
SIK-ISEA, Schweizerisches Kunstarchiv, HNA 29
Konzeption und Durchführung
Michael Schmid, lic. phil., Einführungstext und Auswahl Dokumente
Kontakt
Schweizerisches Kunstarchiv
T +41 44 388 51 04
<email-pii>
Publiziert am 2.10.2009