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«Schlafapnoe ist behandelbar»
Behandlung Unregelmässiges Schnarchen und starke Müdigkeit können auf nächtliche Atemaussetzer hinweisen, erklärt Alexander J. Turk, Facharzt für Pneumologie.
Was passiert bei einer Schlafapnoe?
Es gibt zwei Formen von Schlafapnoe. Bei dem weitverbreiteten obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom herrscht eine Verengung der Luftwege, welche zu einer übermässigen Entspannung und in Folge zu einem Kollaps der Rachen- und/oder Zungenmuskulatur während des Schlafs führen kann.
Wir sprechen dann von einer Schlafapnoe, wenn es zu mindestens fünf Atemaussetzern pro Stunde kommt, die jeweils mindestens zehn Sekunden andauern.
Was passiert in dieser Situation mit dem Schlafenden?
Der Körper gerät durch das Ausbleiben der Atmung in Alarmbereitschaft und leitet kurzzeitig die Aufwachreaktion ein.
Welches ist die zweite Form der Schlafapnoe?
Bei dem seltener vorkommenden zentralen Schlafapnoe-Syndrom gibt das Gehirn keinen Atemimpuls. Diese Form der Schlafapnoe tritt meist in Zusammenhang mit schwerwiegenden Krankheiten wie Herzinsuffizienz oder neurologischen Gehirnerkrankungen auf.
Wodurch wird die weitverbreitete Schlafapnoe ausgelöst?
Besonders gefährdet sind Männer und Menschen mit Übergewicht ab dem 40. Lebensjahr. Auch Rauchen und Alkoholkonsum kann Atemaussetzer fördern. Bei Kindern kommt es manchmal zu Schlafapnoe, wenn dicke Mandeln die Atmung erschweren.
Wie viele Menschen sind in der Schweiz davon betroffen?
Bei Untersuchungen hat man festgestellt, dass rund 17 bis 20 Prozent der getesteten Personen Atemaussetzer haben, die den Normalwert übersteigen. Nur 5 bis 10 Prozent von ihnen haben jedoch auch Symptome festgestellt.
Welche Symptome sind das?
Die durch den gestörten Schlaf verursachte Müdigkeit ist das Hauptsyndrom, das durch Schlafapnoe verursacht wird. Neben der daraus resultierenden verminderten Leistungsfähigkeit kann es aber auch zu Kopfschmerzen, Bluthochdruck oder Schwindel kommen.
Häufig ist es jedoch auch der Bettpartner, der auf die Schlafapnoe aufmerksam wird, weil er oder sie durch ein lautes, unregelmässiges Schnarchen des Partners am Schlaf gehindert wird.
Tritt die Erkrankung plötzlich auf?
Schlafapnoe ist in der Regel mit der Erschlaffung des Gewebes und steigendem Übergewicht verbunden. Entsprechend ist es ein schleichender Prozess, der ebenso wieder verschwinden kann, wenn der oder die Betroffene beispielsweise signifikant an Gewicht verliert.
Welche Einschränkungen ergeben sich daraus im Alltag?
Die gefährlichste Situation ergibt sich für Autolenker, Chauffeure oder Menschen, die schwere Geräte bedienen. Hier kommt es leider immer wieder zu schweren Unfällen, weil die Personen tagsüber kurzzeitig einschlafen und so die Maschine oder das Fahrgerät nicht mehr unter Kontrolle haben.
Wie lässt sich eine Schlafapnoe diagnostizieren?
Zuerst erfolgt ein ausführliches Gespräch mit einem Lungenspezialisten, bevor man schliesslich eine Nachuntersuchung vornimmt und so den Schlaf überprüft.
Dies kann stationär in einem Schlaflabor passieren oder aber ambulant zu Hause mit einem Gerät, das man vom Facharzt erhält. Bei beiden Verfahren wird mehr oder weniger genau der Schlafprozess dokumentiert und anschliessend analysiert und so festgestellt, ob es zu den erwähnten Atemaussetzern gekommen ist.
Ist Schlafapnoe behandelbar?
Absolut. Es gibt Masken, die während des Schlafs regelmässig Luft in die Lunge blasen und so dafür sorgen, dass die Atemwege offen bleiben. Durch diese Therapie können die Symptome sehr gut behandelt und so die Lebensqualität der Betroffenen massiv verbessert werden.
Wer auf die Maske verzichten möchte, muss jedoch die Symptome – wie etwa Übergewicht – beheben.