Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03622.jsonl.gz/2603

Rabble-GrandSlam-Reise nach Paris 2004

zurück zur Übersicht Last updated: 24.10.2005
|Daniela Hantuchova - mein Traum|
Daniela Hantuchova, geboren am 23. April 1983 in Poprad, wohnhaft in Bratislava und Monte Carlo, Slovakin, 181cm gross.
Stärken: Ein elegantes, technisch starkes Spiel. Schwungvolle, harte Grundlinienschläge und gutes Spiel am Netz.
Das erste Mal sah ich sie am TV bei ihrem Spiel an den Australian Open 2001. 2:6 5:7 verlor sie damals in der ersten Runde gegen Anna Kournikova, die zu jenem Zeitpunkt eine Top 10-Spielerin war. Kournikova hin oder her, meine Sympathien hatte Daniela Hantuchova gleich auf sicher.
Es ging steil nach oben mit der Slovakin. 2002 gewann sie sensationell dank einem Finalsieg über Martina Hingis das Turnier in Indian Wells. Nach den vier Grand Slam-Turnieren und dem Masters ist Indian Wells wohl die bedeutendste Veranstaltung auf der Tour. Das sechst grösste Turnier der Welt also.
Hantuchova erreichte im Jahr 2002 die Viertelfinals von Wimbledon und den US Open.
Im Oktober 2002 fand die Swisscom Challenge in Kloten statt. Es war Dienstag oder Mittwoch. Ich lag gerade krank zu Hause und durfte somit das Spiel Patty Schnyder gegen Daniela Hantuchova miterleben. Ein grossartiges Match. 7:6 im Tie-Break des dritten Satzes für Schnyder, die später im Turnier sogar Lindsay Davenport schlug und den Turniersieg errang.
Bei den Australian Open stand Daniela ebenfalls in den Viertelfinals, wo sie gegen Venus Williams nur knapp unterlag. Nach den Australian Open 2003 war sie in der Weltrangliste der WTA auf Rang 5 klassiert, ihr bisheriger Höchststand.
Am Australian Open 2003 war sie die auf der offiziellen Internetseite meist angeklickte Spielerin. Sie löste damit Anna Kournikova in dieser Wertung ab. Das war wohl ein schlechtes Omen. Seither ging es nur noch bergab, zum Teil steil bergab und sie hatte bittere Niederlagen zu verkraften.
Wimbledon 2003: WTA-Nr 9, Niederlage in der
zweiten Runde gegen Shinobu Asagoe im dritten Satz mit 10:12 nach drei
vergebenen Matchbällen.
US Open 2003: WTA-Nr 10, Aus in Runde 3 gegen Tamarine Tanasugarn.
Australian Open 2004: WTA-Nr 18, Zweitrundenniederlage gegen Alicia Molik.
Und
nun das French Open 2004. Absturz auf Weltranglistenposition 49. In der ersten
Runde musste sie wieder gegen Shinobu Asagoe ran, gegen die sie im letzten Jahr
in Wimbledon unglücklich verloren hatte. Damals kullerten nach dem Match einige
Tränen über ihr Gesicht.
1:6 3:6. Nur zu Beginn des zweiten Satz konnte sie mithalten, führte sogar mit 3:2. Das war's dann aber. Sie musste sich aus der Einzelkonkurrenz bereits nach der Startrunde verabschieden, noch bevor ich sie live in Roland Garros sehen konnte! In der zweiten Runde wäre das sie auf Patty Schnyder getroffen. Schade. Wirklich schade.
Zumindest in der Doppelkonkurrenz konnte ich Daniela aber live erleben. Auch, weil die ersten Runden im Doppel erst ab Mittwoch ausgetragen wurden und sie deshalb gar keine Chance hatte, vorher auszuscheiden! ;-)
Nein, Spass bei Seite, Daniela Hantuchova ist eine exzellente Doppelspielerin. Sie stand bei den Australian Open 2002 im Doppel zusammen mit Arantxa Sanchez-Vicario im Final. Letztes Jahr erreichte sie in Roland Garros an der Seite von Chanda Rubin die Halbfinals.
An
der Seite von Dinara Safina gab's in der ersten Runde einen Sieg über das
Doppel mit Maria Vento-Kabchi und Angelique Widjaja.
Das freute mich natürlich. Röbi sah's gelassen: Daniela hier... Daniela da... und Doppel findet er eigentlich auch nicht so prickelnd.
Dann aber war es schon wieder vorbei mit der Herrlichkeit. Vor allem sind auch die Klarheit der Niederlagen beängstigend. In der nächsten Runde unterlagen sie Weingärtner/Craybas mit 1:6 2:6. Gut, Marlene Weingärtner hatte wenige Stunden zuvor im Einzel die Top 10-Spielerin Nadia Petrova geschlagen, war voller Selbstvertrauen und die beste Spielerin auf dem Platz. Aber trotzdem dürfen Daniela Hantuchova und Dinara Safina gegen die beiden nicht so untergehen.
Es tat mir schon richtig weh, ihr hättet die Seufzer von Daniela Hantuchova hören sollen, die sie auf dem Platz von sich gab. Es klang, als ob alles über ihr zusammenbrechen, als ob die Welt untergehen würde.
Auch im Mixed-Doppel gab es eine klare Niederlage. Zwar schlug sie zusammen mit dem australischen Doppelspezialisten Todd Woodbridge die an 8 gesetzten Suk/Casanova sowie die Paarungen Vizner/Testud und Ram/Mandula. Gegen Wayne und Cara Black aus Zimbabwe gab es in den Halbfinals mit 2:6 0:6 aber wieder eine riesen Klatsche.
Daniela Hantuchova hatte bei Grand Slam einmal eine 10-0 Matchbilanz im Mixed. Damals gewann sie mit Leos Friedl aus Tschechien und Kevin Ullyett aus Zimbabwe bei ihren ersten beiden Auftritten in Wimbledon 2001 und bei den Australian Open 2002 gleich ihre ersten beiden Grand Slam-Titel! Respekt.
Tags zuvor erlebten wir die Niederlage von Dinara Safina in der zweiten Runde der Einzelkonkurrenz gegen die Qualifikantin Marissa Irvin aus den USA.
Auch Daniela's Doppelpartnerin Dinara Safina hat es alles andere als leicht. Während Daniela Hantuchova nur auf ihr Äusseres reduziert und von allen abgelichtet wird, ist Dinara Safina dafür für jedermann nur die kleine Schwester von Marat Safin. Und versuch' da mal, aus dem Schatten herauszukommen!?
Sie wollte in ihrem Einzel zu sehr mit dem Kopf
durch die Wand. Sie hat zwar harte Grundlinienschläge, aber sie hätte mehr
variieren müssen, um zu gewinnen. Jedenfalls wir wissen wir jetzt, dass es
imposant klingt, wenn jemand auf russisch flucht! Und [glisch] (phonetisch
geschrieben) heisst wohl etwa soviel wie "come on" auf russisch.
(Anmerkung: Die Erklärung zu [glisch] bzw [kisch].)
zurück zur Übersicht