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Als Arteriosklerose – auch Arterienverkalkung genannt – bezeichnet die Einlagerung von Cholesterin in die Gefässwand von Blutgefässen wie Arterien. Diese Ablagerungen können Gefäße so sehr verengen, dass die Sauerstoffversorgung des betroffenen Organs so stark beeinträchtigt wird, dass es zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff kommt. Eine typische Folge einer solchen Unterversorgung ist der Herzinfarkt.
Risikofaktoren
Anerkannte Risikofaktoren für eine Arteriosklerose sind:
- Cholesterin
- Bluthochdruck
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- Tabakrauchen
- Zuckerkrankheit
Wieso führt Cholesterin zu Arteriosklerose?
Welche Rolle das Cholesterin bei der Bildung von Ablagerungen in den Blutgefässen genau spielt, ist noch nicht komplett verstanden. Man weiss aber, dass daran neben dem LDL-Cholesterin auch freie Radikale entscheidend beteiligt sind. Diese hochreaktiven Teilchen führen dazu, dass das in die Gefäßwand gewanderte LDL-Cholesterin chemisch verändert wird; es oxidiert. Erst dieses chemisch veränderte LDL-Cholesterin wird von den Frontkämpfern des Immunsystems – den Fresszellen – als Fremdkörper erkannt und aufgenommen, um es aus der Gefäßwand zu entfernen. Die Fresszellen platzen jedoch bei diesem Versuch und hinterlassen eine Ablagerung. Eine Arteriosklerose beginnt.
Wie kann ich mich gegen eine Arteriosklerose schützen?
Die drei wichtigsten Risikofaktoren – die wir beeinflussen können – sind hohe Cholesterinwerte, der Bewegungsmangel und Bluthochdruck. Hier sollten wir ansetzen.
Bewegung
Körperliche Bewegung verringert das Risiko für eine Arteriosklerose in mehrerer Hinsicht. Es lässt langfristig den HDL-Wert (das gute Cholesterin) leicht ansteigen und senkt gleichzeitig den Blutdruck 1).
Die 2016 veröffentlichte Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie nennt für eine optimale Prävention je 30 Minuten an 5 Tagen/Woche gemäßigtes Fitnesstraining oder je 15 Minuten an 5 Tagen/Woche intensives Fitnesstraining oder eine Kombination.
Welche Bewegungsform Sie wählen, ist nicht entscheidend, wichtig sind aber drei Dinge:
- Puls- und Atemfrequenz müssen sich spürbar beschleunigen und Sie sollten leicht zu schwitzen beginnen.
- Ausdauersportarten wie Schwimmen, Joggen oder Walken sind vorzuziehen. Oberstes Gebot: Bleiben Sie auch bei etwas intensiveren Trainingseinheiten immer deutlich unter ihrer Belastungsgrenze. Wenn Sie vor Anstrengung keuchen oder hinterher einen Muskelkater haben, haben Sie diese überschritten. Ihr Puls kann als Orientierung dienen: Er sollte den Wert von 75 % der (altersabhängigen) maximalen Herzfrequenz nicht übersteigen. Als Faustregel gilt: Maximalpuls = 220 – Lebensalter. Ein paar Beispiele:
Alter 50 Jahre: maximale Trainingsherzfrequenz: 128
Alter 60 Jahre: maximale Trainingsherzfrequenz: 120
Alter 70 Jahre: maximale Trainingsherzfrequenz: 113
- Vermeiden Sie Überanstrengung durch schlechtes Zeitmanagement! Es hat keinen Sinn, nur alle zwei Wochen Sport zu betreiben und dann dafür besonders ehrgeizig zu trainieren. So überlasten Sie Ihr Herz, statt es zu pflegen.
Cholesterin
Den Einfluss des Cholesterins kann man reduzieren, indem man das LDL vor dem Oxidieren schützt. Dies tut man, indem man erstens den oxidativen Stress auf einem tiefen Niveau hält, etwa durch den Konsum von Antioxidanzien wie Q10 Link zu Fachinformationen (die Zufuhr von Vitaminen wie A und E in der Form von Nahrungsergänzungsmitteln sollte nur bei nachgewiesenem Mangel erfolgen – siehe Newsletter Vitamine; früher Topp, heute ein Flopp). Zweite Regel: Reduzieren Sie das LDL-Cholesterin im Blut (was nicht da ist, kann nicht oxidieren).
Literatur
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Perk et al., European Guidelines on cardiovascular disease prevention in clinical practice. European Heart Journal (2012) 33: 1635–1701.