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<h2>SubmittedText<h2><p>Aufgrund einer kürzlich veröffentlichten und von den Medien weiterverbreiteten Studie über die schädlichen Einwirkungen von Kuhglocken, die im Rahmen einer Doktorarbeit an der ETH Zürich durchgeführt wurde, stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen: </p><p>1. Auf welcher Grundlage legt die ETH Zürich die Prioritäten bei der Wahl ihrer Doktorarbeiten fest?</p><p>2. Sollten die für die Forschung zur Verfügung gestellten Mittel nicht ernstzunehmenden Bereichen vorbehalten sein?</p><p>3. Gibt man sich nicht der Lächerlichkeit preis, wenn öffentliche Mittel für solche Studien bereitgestellt werden?</p><p>4. Wie beurteilt der Bundesrat eine solche Studie?</p><p>5. Was gedenkt der Bundesrat zu unternehmen, um solche Auswüchse zu verhindern und um sicherzustellen, dass die öffentlichen Mittel gut eingesetzt werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Das ETH-Gesetz (SR 414.110) garantiert in Artikel 5 Absatz 3 die Lehr-, Lern- und Forschungsfreiheit. Gestützt darauf halten die Richtlinien zur Integrität in der Forschung und gute wissenschaftliche Praxis der ETH Zürich in Artikel 4 fest, dass die Forschenden ihre Forschungsziele und -methoden frei wählen, wobei sie die ethischen Grenzen der Forschungsfreiheit zu beachten haben. Zudem sollen die ETH und die Forschungsanstalten gemäss Artikel 2 Buchstabe b des ETH-Gesetzes durch Forschung die wissenschaftlichen Erkenntnisse erweitern. Bei der Wahl der Forschungsthemen ergeben sich die Prioritäten aus der persönlichen Einschätzung der für die Projektdurchführung verantwortlichen Forschenden, der Kompetenz und Arbeitskapazität der zur Verfügung stehenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, den Möglichkeiten der Infrastruktur und gegebenenfalls der Zweckbestimmung der eingeworbenen Drittmittel.</p><p>Die Schulleitung der ETH Zürich, ihre Departemente und ihre Institute können im Rahmen ihrer Strategie Schwerpunkte setzen. Diese wirken sich aber nur auf eine Minderheit der über 700 pro Jahr abgeschlossenen Doktorate aus. Doktorarbeiten werden nicht nur vom Betreuer, sondern auch von zusätzlich mindestens einem unabhängigen Korreferenten beurteilt.</p><p>2. Die Schweiz gehört weltweit zu den Ländern mit den höchsten Ansprüchen an das Tierwohl in der Nutztierhaltung. Lehre und Forschung zum Verhalten landwirtschaftlicher Nutztiere hat dazu beigetragen, das von der Gesellschaft geforderte Tierwohl zu steigern. Diese Art der Forschung wird in den Agrarwissenschaften der ETH Zürich seit über 30 Jahren betrieben.</p><p>3. Die Forschung hat unter anderem die Aufgabe, wissenschaftliche Grundlagen für den gesellschaftlichen Diskurs bereitzustellen. Wie die in den Medien zur Untersuchung zum Kuhglockengeläut zitierten kontroversen Meinungen aus der Bevölkerung bezeugen, werden deren Auswirkungen auf das Wohl von Tier und Mensch schon länger diskutiert.</p><p>4./5. Der Bundesrat misst der Freiheit von Lehre und Forschung grösstes Gewicht bei. Er sieht daher keinen Anlass, sich zur Berechtigung der erwähnten Studie zu äussern oder in Verletzung des obgenannten Grundsatzes in die Hoheit der Institutionen des ETH-Bereichs und ihrer Mitarbeitenden einzugreifen.</p>  Antwort des Bundesrates.