Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03257.jsonl.gz/937

7 Interessante Parallelen
Zwar sind in der Schweiz noch sehr wenige Kornkreise aufgetaucht, doch hat ein anderes Phänomen in den Achtziger- und frühen Neunzigerjahren in der Westschweiz, im Genferseegebiet, wiederholt für Aufsehen gesorgt: kreisrunde Löcher im Erdboden. Was zunächst wie ein absurder Scherz klingt, ist auf den zweiten Blick höchst rätselhaft. 1972 entstand in Echallens auf dem Hof des Bauern Mertinat in der Nähe eines Jungviehstalles ein kreisrundes Loch von 2 Meter Durchmesser und 1.5 Meter Tiefe. 4.7 Kubikmeter Erdmaterial war verschwunden. Das zweite Loch wurde neun Jahre später in Ollon entdeckt. Ein Zylinder von 8 Meter Tiefe und 5 Meter Durchmesser fand sich am Morgen des 5.Dez. 1981 zwischen Ollon und Villars im Weiler Les Combes unweit des Ferienhauses von Claude Chapuis, einem Linienpiloten. 157 Kubikmeter "Aushub" fehlten. Ziemlich genau ein Jahr danach, am 17. Dez. 1982, stand der Bauer Roland Häfeli verblüfft vor einem eben solchen Loch. Es mass 5.5 Meter im Durchmesser und war 7.5 Meter tief. Von 178 Kubikmeter Material fehlte jede Spur.
Das mit Abstand grösste Erdloch entstand aber in der Nacht vom 3. auf den 4. Februar in einer
Aussengemeinde von Genf. Es lag in einem grösseren Feld mit Wintersaat, hatte einen Durchmesser von 10 Meter und war 12 Meter tief. Dies entspricht einem Volumen von 942 Kubikmeter, was einem Aushubgewicht von mehr als 2000 Tonnen gleichkommt. Hundert Lastwagen hätten mit je 20 Tonnen beladen werden müssen, um dieses Material abzuführen. Auch hier blieb der Aushub buchstäblich spurlos verschwunden: Nichts deutete darauf hin, dass Erde mit schweren Vehikeln abtransportiert worden wäre, und die Anwohner hatten keine besonderen Vorkommnisse oder ausserordentlich Lärm festgestellt. So beschreibt es jedenfalls das "Psi-Journal" in seiner Ausgabe vom November/Dezember 1991.
Allen diesen Erdlöchern war gemeinsam, dass sie kreisrund "ausgeschnitten" waren, und in keinem von ihnen fanden sich Spuren der Vegetationsnarbe, die bei einem normalen Absinken des Bodens auf dem Grund des Loches hätte zurückbleiben müssen.
Auf der anderen Seite des Erdballs sorgte im Juli 1998 eine gewaltige Figur im Sand des australischen "Outbacks" weltweit für Aufmerksamkeit. Die als "Marreeman" bekannt gewordene Figur lag auf einem abgelegenen Plateau sechzig Kilometer westlich des Städtchens Marree und stellte einen nackten Aborigene dar. Mit seinen vier Kilometer Länge war das Bild derart gigantisch, dass sehr gute Satellitenaufnahmen davon gemacht werden konnten. Wie der Marree-Mann in den kargen Wüstenboden gepflügt wurde, bleibt umstritten. Jeder Strich der Figur ist 35 Meter breit. "Um die ganze Umrisse mit einem 2.5 Meter breiten Pflug zu "zeichnen" hätte ein einzelner Traktor also Hunderte von Kilometern zurücklegen müssen", rechnet die australische Tageszeitung "The West Australian" 1998 vor. Und weiter: "Die Einwohner von Marree versichern weiterhin, sie hätten keine Ahnung, wer die Figur schuf, obwohl für das Erstellen der wohl proportionierten Formen Hightech-Ausrüstung nötig gewesen wäre." Innerhalb von sechs Monaten löste sich die Figur unter dem Einfluss der Witterung langsam auf. Michael Hesemann zitiert in seinem Buch "Kornkreise" den Kornkreisforscher Colin Andrews: Ein Geologenteam der Universität Cambridge habe 1990 auf einer Expedition im Hockland von Afghanistan etwa dreissig Kreise "von der Vielfalt der Kornkreise" im tiefen Schnee entdeckt. Zuvor seien 1975 bereits "Schneekreise" im Hochland der Türkei aufgetaucht. "Eiskreise" sind fotografisch dokumentiert. Aufnahmen aus Kanada und Skandinavien zeigen langsam rotierende, perfekt gerundete Eisschollen von mehreren Dutzend Meter Durchmesser. Die Schulwissenschaft hat deren Entstehung mit besonderen Strömungsverhältnissen in langsam fliessenden Gewässern erklärt.