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Im Sorgerechtsstreit um den kleinen Eitan, den einzigen Überlebenden des Seilbahnunglücks in Norditalien, hat die Staatsanwaltschaft in Pavia nach Medienberichten zwei internationale Haftbefehle erlassen.
Die Haftbefehle seien gegen den Grossvater und einen mutmasslichen Komplizen ergangen, berichtete die Zeitung «Corriere della Sera» am Mittwoch.
Der damals fünf Jahre alte Eitan hatte am Pfingstsonntag (23. Mai) den tödlichen Gondelabsturz am Monte Mottarone westlich des Lago Maggiore schwer verletzt überlebt. Seine Eltern, Urgrosseltern und der Bruder starben. Eitans Tante nahm den Jungen bei sich zu Hause nahe Pavia auf.
Der Grossvater mütterlicherseits soll den Jungen entgegen einer richterlichen Anordnung nach Tel Aviv gebracht haben. Die italienische Justiz schickte die Gesuche dem Zeitungsbericht zufolge nach Israel, wo der Grossvater lebt, und nach Zypern, wo sein 50 Jahre alter Helfer leben soll.
Die Behörde in der norditalienischen Stadt wirft den beiden Männern laut «Corriere della Sera» vor, es strategisch geplant zu haben, den Jungen zurück nach Israel zu holen.
Der Helfer habe wahrscheinlich für das private US-Sicherheits- und Militärunternehmen Blackwater gearbeitet, zitierte Ansa die Staatsanwaltschaft weiter. Der Grossvater und sein mutmasslicher Helfer sollen das Kind laut «Corriere della Sera» Mitte September mit einem Auto von Italien in die Schweiz nach Lugano und vom dortigen Flughafen mit einem gecharterten Kleinflugzeug nach Israel gebracht haben.
In Tel Aviv kämpft die Familie um den Grossvater mütterlicherseits weiter gegen Versuche, Eitan wieder nach Italien zu bringen. Für diesen Donnerstag war eine Anhörung beim Bezirksgericht geplant. (yam/sda/dpa)