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20.09.2021, 17:31 Uhr
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Die Bankiervereinigung zeigt in Zusammenarbeit mit Boston Consulting Group auf, dass Investitionen im Umfang von insgesamt CHF 387,2 Mrd. erforderlich sind, damit die Schweizer Volkswirtschaft bis 2050 klimaneutral wird. Dabei könne der Schweizer Finanzplatz die Transition mit Krediten und Kapitalmarktinstrumenten wirksam unterstützen.
Die von der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) in Zusammenarbeit mit Boston Consulting Group (BCG) erarbeitete Studie zeigt, dass die Transition der Schweiz zu einer emissionsarmen Volkswirtschaft in den nächsten 30 Jahren Investitionen von insgesamt CHF 387,2 Mrd. erfordert. Dies bedeutet im Durchschnitt einen jährlichen Investitionsbedarf von CHF 12,9 Mrd. Gemessen am Bruttoinlandprodukt der Schweiz beträgt der jährliche Investitionsbedarf für die Umsetzung der Klimaziele rund 2%.
Diese Investitionen ermöglichen die Umsetzung der notwendigen Reduktion von Treibhausgasen zur Erreichung des Netto-Null-Ziels bis 2050 bei den emissionsstärksten zehn Sektoren der Schweizer Wirtschaft. Ein Grossteil der erforderlichen Investitionen entfällt auf die Sektoren «Leichter Strassenverkehr», «Gebäude» und «Schwerer Strassenverkehr».
Ein Grossteil des Investitionsbedarfs kann laut der Studie durch das herkömmliche Angebot von Banken finanziert werden. Neben Bankkrediten und Hypotheken im Umfang von CHF 10,7 Mrd. (83% des jährlichen Investitionsbedarfs) könnten weitere CHF 1,0 Mrd. (8%) durch den Schweizer Kapitalmarkt finanziert werden. Die notwendigen Bankkredite für die Klima-Transition würden beim heutigen Volumen rund 10,8% der jährlichen von Schweizer Banken vergebenen Hypotheken und Unternehmenskredite ausmachen. Die notwendige Kapitalmarktfinanzierung von rund CHF 1,0 Mrd. zur Klima-Transition würde 1,6% der jährlichen Anleiheemissionen an der Schweizer Börse ausmachen.
Bei den weiteren notwendigen Investitionen handelt es sich um öffentliche Güter wie den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, die traditionell durch den Staat finanziert werden (CHF 0,9 Mrd.). Die restlichen CHF 0,3 Mrd. bringen aufgrund der fehlenden Reife der benötigten Technologien gewisse Herausforderungen mit sich. Ansätze wie beispielsweise gemischte Finanzierungen (Blended Finance) oder Public-Private-Partnerships (PPP) können Lösungen für diese Investitionen bieten.
Damit die Transition und deren Finanzierung gelingt, sei ein optimales Zusammenspiel von Staat, Wirtschaft und Finanzplatz entscheidend, betonen die SBVg und BCG in ihrer Medienmitteilung vom Donnerstag. Der Staat sei gefordert, optimale Rahmenbedingungen zu schaffen. Regulatorische oder steuerliche Hürden und Einschränkungen bei der Finanzierungstätigkeit gelte es zu vermeiden. Nur ein starker Finanzplatz werde in der Lage sein, seine entscheidende Rolle bei der Finanzierung der Schweiz hin zu einer emissionsarmen Volkswirtschaft wahrzunehmen. Der Regulator könne zudem im Sinne eines "Green-Supporting"-Ansatzes regulatorische Anreize für klimaorientierte Finanzierungen schaffen. Im Weiteren sei die angemessene Offenlegung klimabezogener Informationen der zu finanzierenden Unternehmen und Projekte eine wichtige Voraussetzung für Finanzierungen.
Die SBVg weist darauf hin, dass zahlreiche Institute sich globalen Initiativen wie den Principles for Responsible Banking (PRB) angeschlossen haben, Zahlen zur Klimaverträglichkeit offenlegen (z. B. TCFD, Klimaverträglichkeitstests des Bundesamts für Umwelt, BAFU) oder spezifische Angebote für die Finanzierung von klimaorientierten Investitionen geschaffen haben.
Die gesamte Branche – von den Regionalbanken über Kantonalbanken bis hin zu den Grossbanken – und ihr gesamtes Leistungsangebot – von Hypotheken und KMU-Krediten über Fahrzeugleasing bis hin zu Kapitalmarktgeschäften – würden benötigt, um die einzelnen Finanzierungsbedürfnisse ideal abdecken zu können. Zahlreiche Beispiele aus der Praxis zeigten, dass Unternehmen und Banken erfolgreich nachhaltige Projekte umsetzen können.