Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03383.jsonl.gz/156

Aeschenschwibbogen
Frau Z. / 18.September 2005:
Wenn ich bei meinen Recherchen nicht mehr weiter weiss, so suche ich auf Ihrer homepage weiter! Leider bin ich nun aber nicht fündig geworden betreffend einer alten Adresse von 1847: beim Aeschen Schwibbogen 1055.
Können Sie mir sagen an welcher heutigen Strasse der Schwibbogen lag? Im Adressbuch von 1862 konnte ich die No 1055 nicht finden. Ich danke Ihnen herzlich für Ihre Hilfe und Information, die ich dann gerne wieder unter "Tore" vorfinden kann.
Antwort von altbasel.ch:
Der Aeschen-Schwibbogen wird 1261 erstmals als "Eschmertor" erwähnt. Der Name geht vermutlich auf einen in der unmittelbaren Nachbarschaft wohnenden Mann oder einen Torhüter Eschmar zurück, und wurde später auf die ganze Vorstadt übertragen. Am Tor gab es bereits in der ersten Hälfte des 16.Jh eine Uhr. Der Torturm war bis 1545 doppelt so hoch. Risse im Mauerwerk machten jedoch eine Kürzung nötig. Als Teil der inneren Stadtmauer des 13.Jh wachte das Tor über den oberen Zugang zur Freien Strasse.
Mit dem Wachsen der Stadt im 13. und 14.Jh entstand vor dem Mauerring ein neues Quartier, die Aeschenvorstadt. Als in der zweiten Hälfte des 14.Jh die äussere Grossbasler Stadtmauer erbaut wurde, verlor das alte Tor seine Funktion. An seine Stelle trat ein neues Aeschentor, am heutigen Aeschenplatz gelegen. Das Tor an der Freien Strasse wurde zum Schwibbogen. 1841 schlug dem Tor die Stunde - es wurde abgerissen, was den Bau des heutigen Schilthofes am Bankenplatz ermöglichte.
Die von Ihnen angesprochene Hausnummer dürfte an der oberen Freien Strasse gelegen haben. Analog zum Kunos Tor an der Rittergasse, wo heute noch ein nahes Haus "Bei dem Kunos Tor" heisst, obwohl das Tor (auch St.Alban-Schwibbogen genannt) 1878 abgerissen wurde. Um absolute Gewissheit zu bekommen denke ich dass Ihnen das Historische Grundbuch im Staatsarchiv BS weiterhelfen könnte. Wenn mir recht ist, sind da auch die alten Hausnummern verzeichnet.
Literatur:
C.A. Müller, 134.Neujahrsblatt der GGG, Die Stadtbefestigung von Basel, 1956, Seiten 12 bis 14
Eugen A. Meier, Basel Einst und Jetzt, 3.Auflage 1995, Buchverlag Basler Zeitung, ISBN 3-85815-266-3, Seiten 118 bis 119
Rudolf Suter, Von der alten zur neuen Aeschenvorstadt, 1991, Herausgegeben von der Pensionskasse der F.Hoffmann-La Roche AG, ISBN 3-907946-40-5, Seiten 6 und 22
zurück