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Schauen Sie sich das ausführliche Interview der Website Medicina ed Informazione mit Dr. Francesco Martelli zum Thema „Parodontitis“ an. Dort erfahren Sie alles über die Symptome von Parodontitis, die verschiedenen Arten und Erscheinungsformen dieser Krankheit, ihre frühzeitige Diagnose mithilfe mikrobiologischer Methoden, ihre Behandlung mittels der gemeinsamen Anwendung von Mikroskop und Laser, den Zusammenhang zwischen Parodontitis und systemischen Krankheiten und die neueste zahnmedizinische Forschung zum Einsatz von aus Zähnen gewonnenen Stammzellen.
Was ist Parodontitis?
Parodontitis oder parodontale Erkrankung, umgangssprachlich auch als Parodontose bezeichnet, ist eine sehr häufig bei Erwachsenen auftretende bakterielle Infektion des Zahnhalteapparats: Knochen, Wurzelhaut und Wurzelzement. In der medizinischen Fachsprache wird die Endung -itis an einen anatomischen Begriff angefügt und bildet so ein neues Wort, das eine Entzündung des Gewebes oder des Organs anzeigt, auf das sich der ursprüngliche Begriff bezieht. In diesem Fall bezeichnet es folglich eine Infektion des Parodontiums, d.h. des Zahnhalteapparats. Das Parodontium (von Griechisch para „neben“ und odontos „Zahn“) ist die Gesamtheit der Gewebe, die den Zahn umgeben und ihm Halt und Stabilität verleihen. Es besteht aus Zahnfleisch, Knochen, Wurzelhaut und Wurzelzement.
Behandlung von Parodontitis
Wenn diese Infektion nicht behandelt wird, verursacht sie einen progressiven Abbau von Knochengewebe mit Zerstörung der entsprechenden Verankerung und kann im fortgeschrittenen Stadium zu Zahnausfall führen.
Der Zahn besteht aus einer Krone (dem sichtbaren Teil) und einer Wurzel (dem im gesunden Zustand nicht sichtbaren Teil). Die Wurzel liegt in einer als Zahnfach oder Alveole bezeichneten Vertiefung im Knochen und ist mit diesem durch Fasern verbunden, die die sogenannte Wurzelhaut bilden. Am Übergang zwischen der Krone und der Wurzel haften diese Fasern direkt am Zahnfleisch an und bilden so eine Versiegelung, den sogenannten supraalveolären Fasernapparat, der Bakterien daran hindert, in die darunter liegenden Bereiche einzudringen.
An dieser Verbindungsstelle mit dem Zahn bildet das Zahnfleisch eine kleine Furche, fachsprachlich Sulcus gingivae genannt, die in gesundem Zustand nicht tiefer als 2 mm ist. Die Bakterien der Mundhöhle siedeln sich bevorzugt in dieser Zahnfleischfurche an. Wenn sie nicht durch regelmäßige häusliche Mundpflege entfernt werden, häufen sie sich an und bilden einen als bakterielle Plaque oder Zahnbelag bezeichneten Biofilm. Patienten können klinisch erkennen, dass ihr Zahnfleisch gesund ist, wenn dieses hellrosa ist, dem Profil jedes Zahns U-förmig folgt und nicht blutet.
In gesundem Zustand bilden die Fasern, die den Zahn mit dem Zahnfleisch und dem Knochen verbinden, eine Art Gürtel: Das Ganze ist ein geschlossenes System. Die Zahnfleischfurche ist dabei der kritische Bereich, da sie eine Vertiefung darstellt, in der sich Bakterien ansammeln können. Wie ist es also möglich, hier einen guten Gesundheitszustand aufrechtzuerhalten?
Wenn einer dieser drei Punkte fehlt, setzt ein Entzündungsprozess ein.
Zahnbelag bildet sich vermehrt an den Stellen, die mit den einfachen Hilfsmitteln der häuslichen Mundpflege (Zahnbürste, Zahnseide, Interdentalbürsten usw.) schwer zu erreichen sind. Er verhärtet sich dort zu Zahnstein, der die nächste Stufe der Mundpflege nötig macht, die professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt. Die durch die oben beschriebenen Reinigungsmaßnahmen nicht entfernten Bakterien setzen Entzündungsprozesse in Gang, die zunächst nur das Zahnfleisch betreffen (Zahnfleischentzündung) und reversibel sind. Wenn sie jedoch chronisch werden, zerstören sie die Verbindungen zwischen Zahn und Zahnfleisch, führen zu Knochenresorption und lösen eine Parodontitis aus.
Der Spalt, der sich so zwischen der Zahnwurzel und dem Zahnfleisch bildet, wird als Tasche bezeichnet.
Parodontitis ist zunächst eine sehr hinterhältige Erkrankung, da sie keine offensichtlichen Symptome zeigt. Nur ein Facharzt kann ihr Vorliegen erkennen, wenn er auf einer Röntgenaufnahme einen mangelhaften Knochenaufbau feststellt und die Zahnfleischfurche mit einer Sonde misst (einem stumpfen Messgerät mit Millimetermarkierungen).
Im weiteren Verlauf der Erkrankung können die Symptome leicht selbst diagnostiziert werden: Zahnfleischbluten sowohl beim Zähneputzen als auch spontan, sich zurückziehendes Zahnfleisch (Zahnfleischrückgang), Empfindlichkeit gegen Wärme und/oder Kälte, lockere Zähne, Zähne, die ihre Stellung wechseln, hartnäckiger Mundgeruch.
Parodontitis wird durch eine Vielzahl von Bakterien verursacht und daher als polymikrobielle Infektion bezeichnet. Tatsächlich können in der Mundhöhle hunderte verschiedener Bakterienarten vorliegen, von denen mehr als 50 % als Krankheitserreger gelten.
Aufgrund dieser Eigenart kann Parodontitis nicht mit Antibiotika behandelt werden. Eine andere wichtige Eigenschaft ist die ortsspezifische Natur der Krankheit, die dazu führt, dass die Infektion mehr oder weniger aggressiv eher an einem Zahn als an einem anderen auftritt. Und nicht nur das: Unterschiede bezüglich des Schweregrads können sogar an verschiedenen Stellen ein und desselben Zahns beobachten werden.
[Foto eines Patienten mit schwerer Parodontitis: : Die Abbildung könnte auf manche Menschen verstörend wirken.]