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Die gesamte Maisanbaufläche hat zwischen 2010 und 2015 um ungefähr 2000 Hektar abgenommen. Nach einer stetigen Zunahme seit dem Jahr 2000 ist die Fläche, die für Maissilage bestimmt ist, ab 2015 leicht zurückgegangen (Tabelle 1). Dieses Futtermittel ist aber für die Mast und die Milchproduktion weiterhin ein interessantes und wirtschaftliches Produkt. Mit einem Rückgang von rund 7000 Hektar seit dem Jahr 2000 beträgt die Anbaufläche für Körnermais, der damals auf rund einem Drittel der gesamten Maisanbaufläche angebaut wurde, gegenwärtig noch zirka ein Viertel. Bei Biomais ist die angebaute Fläche mit rund 2200 Hektar seit 2012 unverändert geblieben (Tabelle 2). Die Nachfrage nach Körnermais ist gut, deshalb kann eine Erhöhung der Produktion dieses hervorragenden, von Viehmästern und Milchproduzenten gleichermassen geschätzten Futtermittels zugelassen werden. In den letzten drei Jahren wurden rund 50% des Körnermaisbedarfs mit Einfuhren gedeckt. Mit einem Gesamtverbrauch von etwa 250 000 Tonnen könnte die Schweiz daher die Körnermaisanbaufläche wieder um jene 7000 Hektar ausdehnen, die seit dem Jahr 2000 verloren gegangen sind.
Die Nachfrage nach Körnermais ist gut, deshalb kann eine Erhöhung der Produktion dieses hervorragenden, von Viehmästern und Milchproduzenten gleichermassen geschätzten Futtermittels zugelassen werden. In den letzten drei Jahren wurden rund 50% des Körnermaisbedarfs mit Einfuhren gedeckt. Mit einem Gesamtverbrauch von etwa 250 000 Tonnen könnte die Schweiz daher die Körnermaisanbaufläche wieder um jene 7000 Hektar ausdehnen, die seit dem Jahr 2000 verloren gegangen sind.
Erfolg mit Körnermais 2017
Zum Bestimmen des Reifezeitpunkts müssen das Anbaugebiet und das gewünschte Erntedatum berücksichtigt werden. Es ist sehr wichtig, den Feuchtigkeitsgehalt beim Erntezeitpunkt abzuschätzen. Die Erfahrung zeigt, dass ein Feuchtigkeitsgehalt von unter 30% bis sogar unter 25% optimal ist. UFA-Samen hat im Jahr 2016 elf Körnermaisversuche durchgeführt (siehe Grafiken 1 und 2). Mithilfe der Ergebnisse dieser Versuche, die schweizweit auf zwischen 380 und 520 m ü. M. durchgeführt wurden, können die für die entsprechenden Anbaugebiete geeigneten Sorten ausgewählt werden.
Aus der Ergebnistabelle der Versuche mit mittelspätem und spätem Körnermais geht hervor, dass die Sorte DKc 4621 ertragreicher ist als die Sorte DKc 3730, jedoch weist letztere einen deutlich tieferen Feuchtigkeitsgehalt auf. Der Mittelwert der Versuche zeigt schliesslich, dass der wirtschaftliche Bruttoertrag für die beiden Sorten identisch ist (CHF 3800/ha). Wird aber DKc 4621 in einer sehr günstigen Zone angebaut, könnte aufgrund des Potentials und eines tieferen Feuchtigkeitsgehalts der wirtschaftlich Ertrag sogar noch höher liegen. Dieser Ertrag wäre mit der Sorte DKc 3730 wahrscheinlich nicht zu erzielen.
Mit dem Anbau von Körnermais kann während einer sehr kurzen Vegetationsperiode (150 – 180 Tage) ein guter Ertrag erzielt werden und es besteht die Möglichkeit zur Aussaat eines Wintergetreides unter noch guten Bedingungen. Wird auf eine Mischsorte (Körner-/Silomais) zurückgegriffen, kann in den guten Jahren auch der Überschuss an Silage verwertet werden. Das UFA-Samen Top10 Maissortiment umfasst auch ertragreiche Körnersorten. Wenden Sie sich für die richtige Sortenwahl an Ihre LANDI.
Das sagen Experten zum Thema Körnermais
Die UFA-Revue hat mit drei Personen aus der Branche über das Thema Körnermais in der Schweiz gesprochen. Dabei ging es vor allem um den Rückgang der Anbauflächen für Körnermais im Inland und die Möglichkeit, diesen Trend abzuwenden, um die Vorteile dieser Kultur und die Bedeutung von Swissness bei diesem Produkt.
Die Interviewpartner waren Jakob Widmer, Landwirtschaftsunternehmer im Kanton Zürich und Präsident der Kommission Mais des SGPV, Michel Dromard, Experte für Rinderernährung bei UFA AG in Puidoux sowie José Dorthe, Geschäftsführer der LANDI Payerne AG.
Mit technischem Wissen die Flächen ausdehnen
Der Betrieb von Jakob Widmer liegt in einer Region, die für den Anbau von Körnermais gut geeignet ist und wo hohe Erträge zu erwarten sind. Die Wildschweinschäden und die Begrenzung auf 110 Einheiten Stickstoff pro Hektare sind für diese Kultur im Vergleich etwa zu Weizen ein Nachteil. Mit einer Wildregulierung und technischem Wissen über die Kultur könnten die Anbauflächen für Körnermais relativ einfach erhöht werden, sofern ein durchdachtes Überwachungskonzept vorliegt, so Widmer.
«In Bezug auf organisches Material und Humus ist der Wert des eingearbeiteten Maisstrohs nicht zu unterschätzen. Zudem könnten bei den mechanischen Arbeiten und den Sammelstellen gemeinsame Anstrengungen zugunsten von Kostensenkungen unternommen werden, um so den Anbau zu fördern.
Was die Swissness betrifft, so wird ein erheblicher Teil des Maissaatguts in der Schweiz produziert. Die Kultur hat somit ihren Platz im Schweizer Pflanzenbau.» Für Jakob Widmer ist Mais, der auf dem Römerhof seit 1947 angebaut wird, nach wie vor eine faszinierende Kulturpflanze.
Jakob Widmer, Betriebsgemeinschaft Römerhof, Rickenbach ZH
Nachfrage nach Körnermais für Futtermittel ist nicht gedeckt
«Bei der Rinderernährung liefert Mais einen bedeutenden Energiebeitrag. Die auf dem Markt verfügbare und in der Schweiz produzierte Körnermaismenge ist ganz offensichtlich nicht ausreichend für die Futtermittelproduktion für Nutztiere. In diesem Bereich besteht eine Abhängigkeit, die nicht sein sollte, da eine höhere Körnermaisproduktion im Inland möglich ist.
Körnermais bildet mit Silomais die Manövriermasse. Fehlt es an Silomais, wird zur Kompensation ein Teil des Körnermaises siliert. In günstigen Jahren hingegen werden Teile der Silomaisflächen zu Körnermaisflächen. Eine Vergrösserung der Anbauflächen ist für diese Kulturpflanze eine einfache wirtschaftliche und vor allem planbare Frage. Für die Milchprodukte, die auf der Basis von inländischen Futtermitteln – darunter auch Mais – produziert werden, besteht eine Nachfrage. Daher ist Swissness auch für den Futtermittelproduzenten ein wichtiger Faktor.»
Dromard Michel, Experte für Rinderernährung
Den Selbstversorgungsgrad erhöhen
«In der Region von Payerne wurde vor einigen Jahren aufgrund einer gewissen Konkurrenz zwischen den Kulturen ein starker Rückgang des Körnermaisanbaus verzeichnet. Die Landwirte investierten beispielsweise in die Kartoffelproduktion, was eine sinkende Anbaufläche für Körnermais zur Folge hatte. Zudem wurde teilweise auch ein Wechsel von Körner- zu Silomais festgestellt.
Eine Erhöhung des Maispreises ist wünschenswert und würde zu einer Zunahme der Anbauflächen führen. Eine Preiserhöhung kann durch die Übernahme eines Teilbetrags, der an die Produzenten für ihre Ernte ausbezahlt wird, erreicht werden.
Die Vorteile der Maiskultur sind Flexibilität, da gestaffelte Arbeitsschritte möglich sind, und im Vergleich zu Rüben- oder Kartoffelkulturen der geringere Einsatz landwirtschaftlicher Betriebsmittel. Mit der Swissness ist ein besserer Selbstversorgungsgrad möglich, zudem ist der Einsatz von einheimischen Rohstoffen zur Nahrungsmittelproduktion wichtig und wünschenswert.»
José Dorthe, Geschäftsführer der LANDI Payerne AG