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"Es ist zu erwarten, dass die Strompreise im Herbst und Winter noch weiter steigen, weil in dieser Zeit der Strombedarf zunimmt, insbesondere in Ländern wie Frankreich, wo viel mit Strom geheizt wird", sagte der Energieexperte vom RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung der Düsseldorfer "Rheinischen Post" vom Dienstag.
"Wenn dann noch das Angebot knapp bleibt, etwa indem die Hälfte der französischen Kernkraftwerke weiter ausfällt, oder das Angebot sogar verknappt wird, wie durch die Abschaltung der drei verbliebenen deutschen Kernkraftwerke, kann der Strompreis noch weitere ungeahnte Preisspitzen erreichen."
Einkommensschwache Haushalte gezielt unterstützen
Zugleich warnte Frondel vor Preisdeckeln: "Eingriffe in den Preisbildungsmechanismus des Marktes" wären "der völlig falsche Weg, hierauf zu reagieren", sagte der Energieexperte. "Soziale Härten sollten möglichst gezielt bei einkommensschwachen Haushalten abgefedert werden.
Denkbar wäre auch eine weitere Energiepreispauschale, wie sie jetzt im September 2022 gewährt wird und bei der einkommensschwache Haushalte stärker begünstigt werden als wohlhabende Haushalte, da Wohlhabende auf diese Pauschale mehr Steuer zahlen müssen."
Am Montag hatte sich der deutsche Kanzler Olaf Scholz offen für eine Energiepreis-Bremse auf europäischer Ebene gezeigt. Die gegenwärtigen Strompreise liessen sich "nicht rechtfertigen", sagte der Kanzler bei einem Besuch in Prag.