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Es hätte für Lüthi, der auf dem Stop-and-Go-Kurs in Spielberg als Fünfter vor sämtlichen Titelkonkurrenten gestartet war, aber weit schlimmer kommen können. Nachdem der Kalex-Fahrer zwischenzeitlich an dritter Stelle gelegen hatte, konnte er nach der Hälfte der 25 Runden das Tempo nicht mehr mitgehen und wurde auf Platz 9 zurückgereicht.
"Am Anfang ging es gut, dann machte ich einfach zu viele Fehler", sagte Lüthi. *Ich bremste oft am Limit und geriet dadurch einige Male neben die Strecke. Dabei verlor ich nicht nur viel Zeit, sondern eben auch viele Positionen. Ich bin froh, dass wir am Montag hier in Spielberg noch einen Testtag haben und so schon das nächste Rennen vorbereiten können."
Dass sich für Lüthi der Schaden in Grenzen hielt, lag einerseits an WM-Leader Alex Marquez. Nach fünf Triumphen in den letzten sechs Rennen griff der Spanier am Schluss den südafrikanischen Sieger Brad Binder nicht mehr an und begnügte sich mit Rang zwei, was ihm 20 statt 25 Punkte einbrachte. "Das Risiko war mir bei diesen rutschigen Bedingungen einfach zu gross", erklärte Marquez, der das Qualifying lediglich als Elfter beendet hatte.
Andererseits profitierte Lüthi davon, dass fünf im Rennen vor ihm liegende Fahrer ausschieden. In der vierten Runde schoss Marquez-Teamkollege Xavier Vierge den führenden Pole-Setter Tetsuta Nagashima ab. In der 20. Runde stürzte Remy Gardner an zweiter Stelle liegend, und eine Runde später crashten sich Enea Bastianini und Luca Marini im Kampf um einen Podestplatz gegenseitig aus dem Rennen. Als Dritter fuhr der Spanier Jorge Navarro über die Ziellinie, der vor dem nächsten Rennen in zwei Wochen in Silverstone nur noch zwölf Zähler Rückstand auf Lüthi aufweist.
Binder gewann des elfte von 19 Saisonrennen mit 0,330 Sekunden Vorsprung auf Marquez. Der Südafrikaner machte sich mit dem elften GP-Triumph an seinem 24. Geburtstag gleich selber das schönste Geschenk und bescherte KTM, das 2020 aus der Moto2 aussteigt und sich nur noch in der MotoGP und Moto3 engagiert, bei dessen Heimspiel auf dem Red-Bull-Ring eine riesige Party.
Für Dominique Aegerter endete der GP von Österreich einmal mehr mit einer Enttäuschung. Der 28-jährige Oberaargauer konnte auf seiner MV Agusta nie in den Kampf um die Punkteränge eingreifen und wurde mit 25 Sekunden Rückstand lediglich 17.
Im auf fünf Runden verkürzten MotoE-Rennen klassierte sich der von Position vier gestartete Jesko Raffin im achten Rang, wurde später aber um einen Platz strafversetzt, weil er bei gelber Flagge überholt hatte. Der 23-jährige Zürcher kehrt 2020 im japanischen NTS-Team in die Moto2-WM zurück. Gewonnen wurde das zweite von sechs Rennen dieser neuen Elektro-Rennserie vom Italiener Mike Di Meglio, der auch die Gesamtführung übernahm.
(sda)