Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03480.jsonl.gz/1827

Hintergrund
Statistische Daten belegen, dass Männer und Frauen nicht die gleichen Berufe wählen. Berufe in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik werden von Männern favorisiert, von Frauen hingegen gemieden. Dies verursacht nicht nur Engpässe bei der Rekrutierung von Arbeitskräften in naturwissenschaftlich-technischen Berufsbranchen, sondern bestärkt auch das Vorurteil, wonach gewisse (Persönlichkeits-)Eigenschaften «typisch weiblich» bzw. «typisch männlich» sind. In solchen Vorurteilen liegt ein wesentlicher Grund für die ungleichen Berufs- und Lebenschancen von Frauen.
Ziel
Ziel des Projekts ist es zu erforschen, was junge Frauen dazu veranlasst, einen für Frauen untypischen Beruf (z.B. Physikerin, Mechanikerin) zu wählen. Dazu untersuchen die Forschenden, welche Bedeutung das familiäre und das schulische Umfeld für die beruflichen Zukunftsvorstellungen hat. Entscheiden sich Frauen für einen Beruf in naturwissenschaftlich-technischen Bereichen, weil sie persönliche Vorbilder in ihrem Umfeld haben (Eltern, Lehrpersonen) oder weil sie vom Unterricht in den naturwissenschaftlichen Fächern (Mathematik, Physik und Chemie) angesprochen wurden? Um diese Frage zu beantworten, werden mit Hilfe von Fragebogen und Interviews Jugendliche aus Gymnasial- sowie Berufsmittelschulklassen in der Deutschschweiz befragt.
Bedeutung
Die Ergebnisse erlauben auf der einen Seite, eine weit verbreitete, auch unter Politikerinnen und Politikern beliebte, Erklärung für Probleme im Bereich der Gleichstellung von Mann und Frau – «es fehlen weibliche (männliche) Vorbilder» – kritisch zu beurteilen. Auf der anderen Seite bilden sie die Grundlage, um mögliche konkrete Massnahmen in der Grundausbildung und Weiterbildung von Gymnasial- und Berufsschullehrkräften sowie allenfalls bei der Lehrmittelgestaltung in die Wege zu leiten.