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Es ist mir bewusst, dass im noch jungen Alter eine Aufnahmeprüfung für eine Talentklasse eine Herausforderung ist. Einerseits findet die Prüfung von Talenten zu einer Zeit statt, wo das Talent bei einem Kind erst schwer feststellbar ist, andererseits muss das Kind bei einer allfälligen Aufnahme in die Talentklasse genug clever sein, um trotz viel Training den Schulstoff bewältigen zu können. Das aktuelle Aufnahmeverfahren besteht heute aus 40 % Potenzialeinschätzung des Sportverbandes, in welchem das Kind Sport treibt, aus 30 % sportmotorischem bzw. musikalischem Test und aus 30 % Persönlichkeitstest. Was mich an diesem Verteilschlüssel stört ist, dass die Einschätzung der Sportverbände, welche die Talente der Kinder am besten kennen, nur ein Gewicht von 40 % hat. Dies ist heute so, damit die 40 Prozent Verbandseinschätzung durch Persönlichkeitstest und Polysporttest «neutralisiert» bzw. überstimmt werden kann, falls diese nicht seriös gemacht wurde. Auch das ist eigentlich ein guter Gedanke. Doch besser wäre es doch, wenn alle Verbandseinschätzungen qualitativ auf einem sehr hohen Niveau wären. Ich habe mir diese Verbandsselektion beim Unihockey zeigen lassen. Und ich kann ihnen sagen, diese wird mit sehr viel Aufwand und Akribie gemacht und ist sehr vorbildlich. Wenn es nun gelingen würde, dass alle Verbände eine qualitativ ebenbürtige Selektion aufziehen würden und damit allfälliges Misstrauen an der Verbandseinschätzung ausgeräumt würde, dann könnten eben dieses 40 % Verbandseinschätzung wesentlich erhöht werden und diese Selektion von jener Instanz, welche die Talente am besten kennt, könnte damit an Gewicht gewinnen. Wenn wir es schaffen, mit einer qualitativ hochwertigen Verbandseinschätzung die richtigen Talente ausfindig zu machen, dann investieren wir in die «wirklichen» Talente. Der Persönlichkeitstest und insbesondere der Polysporttest sind dann sekundäre Faktoren, welche aber auch berücksichtigt sein sollen, um die Verbandseinschätzung zu ergänzen.
Gemäss Antwort auf den Auftrag lautet die Leitidee heute «Nicht die aktuell Besten, sondern die Geeignetsten» sollen selektiert werden, gemäss meiner Auffassung müsste die Leitidee aber lauten: «die Besten, die auch geeignet dazu sind». Ein kleiner, aber feiner sprachlicher Unterschied.
Ich finde es sollte mehr Wert auf die qualitative Optimierung dieses Aufnahmeverfahrens, insbesondere der Verbandseinschätzung, verbunden mit wie eben erläutert einer höheren Gewichtung dieser gelegt werden, als auf die Auslagerung der Aufnahmeverfahren an die Talentschulen. Denn durch diese Auslagerung können sich weitere Reibungspunkte ergeben, wenn bspw. die Talentschule Davos eher auf Hockey- und Skisportler setzen würde. Ich möchte da aber nichts unterstellen.
Trotzdem möchte ich der Regierung danken, dass sie bereit ist, das Aufnahmeverfahren zu überprüfen. Und bitte sie geschätzte Kolleginnen und Kollegen, dies ebenfalls zu tun.