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Die Sammlung von Schloss Chillon verfügt über ein Kunstwerk: eine Statue benannt nach dem Heiligen Georg von Lydda, einem christlichen Märtyrer aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. Wer ist er wirklich?
Er galt nicht nur als Beschützer der Ritter, sondern war der «Superheld» des Mittelalters. Der Legende nach habe er einen Drachen, den fürchterlichsten aller Gegner, besiegt. Thanos und andere Joker können einpacken!
Die Skulptur besteht aus Lindenholz. Die Rüstung und die Frisur sind typisch für das ausgehende Mittelalter (fünfzehntes Jahrhundert). In der linken Hand hält der Heilige Georg ein Schild, das er wie ein echter Badass dem Monster in den Schlund sticht. Leider hat der Arme im Kampf seinen rechten Arm verloren. Ursprünglich hielt dieses verlorene Glied vermutlich ein Schwert oder eine Lanze, die Waffen, die auf den meisten künstlerischen Darstellungen zu sehen sind.
Der Drache steht ihm in nichts nach. Auch er hat einige Körperteile verloren: sein rechtes Hinterbein, drei Krallen am linken Hinterbein und die Spitze seines Schwanzes. Er sieht jetzt aus wie eine Eidechse. Was für eine Demütigung.
Die schlimmste Wunde trägt jedoch der Heilige Georg. Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurde ihm in der Lendengegend ein Teil abgerissen, um es vorsichtig auszudrücken. Niemand weiss, ob es sich um einen Unfall, einen Scherz oder einen bewussten Akt zur Verschandelung der Statue handelte. Es tut schon weh beim Hinschauen…
Wenn wir nun den Schritt verlassen und zu den Augen des Heiligen hinaufwandern, sehen wir, dass sie nach unten gerichtet sind. Nicht etwa aus Schüchternheit oder um den Verlust seiner männlichen Attribute zu bedauern. Die Statue befand sich vielleicht in der Höhe und an einer Wand. Sie ist hinten und auf der Seite nicht verziert, was bedeutet, dass sie hergestellt wurde, um von vorne und von unten gesehen zu werden.
Heute ist unser Heiliger Georg ganz braun, aber früher war er sehr viel bunter. Sein Gesicht und seine Hände waren rosarot bemalt. Seine Hose, seine Schuhe und sein Hemd waren rötlich, genauso wie der Schlund des Drachens. Das Monster war grüngelb. Das am meisten verzierte Element war die Rüstung, die mit Silberblatt überzogen war, ausser an den Gelenken, die goldig waren. Das Nec plus ultra der Kunst!
Wenn ihr genau hinschaut, könnt ihr noch Überreste all dieser Pigmente sehen. Ist euer Interesse geweckt? Ausserhalb von Sonderausstellungen kann die Statue des Heiligen Georgs in der Kapelle von Chillon (Raum Nr. 24) bewundert werden.
Und vergesst nicht, den Namenstag aller Georgs gebührend zu feiern! Er ist am 23. April. What else?