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Volker Koepp (*1944 in Stettin) begleitet in seinem siebenteiligen Wittstock-Zyklus während 22 Jahren das Leben dreier Textilarbeiterinnen des «Volkseigenen Betriebs» Ernst Lück für Obertrikotagen im märkischen Wittstock in der damaligen DDR. Der Filmemacher versteckt sich dabei nicht hinter einer kühl beobachtenden Kamera, sondern nimmt Anteil an der Situation seiner Protagonistinnen, stellt ihnen Fragen und lässt ihnen viel Zeit zum Antworten. Auf diese Weise ist eine einzigartige und berührende Langzeitdokumentation über (Arbeits-)Biografien von Individuen im Wechsel der historischen Gezeiten entstanden.
Zunächst dreht Koepp 1975, 1976, 1978 und 1981 vier Kurzfilme und 1984 ein erstes Resümee davon. Nach der «Wende» kehrt Koepp 1992 erneut und 1997 noch ein letztes Mal in die märkische Kleinstadt zurück. Die Arbeitssituation der drei ehemaligen Textilarbeiterinnen hat sich nach der Abwicklung des alten Betriebs und mit dem Übergang zur kapitalistischen Marktwirtschaft radikal verändert: Elsbeth ist langzeitarbeitslos; Renate arbeitet als Zimmerfrau in einem Hotel; Edith ist nach Süddeutschland ausgewandert und arbeitet in einem Betrieb zur Herstellung von Schaltkreisen.