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Er forscht mit dem Dirigierstab
Raphael Honegger dirigiert für sein Leben gern. Am übernächsten Wochenende misst… Weiterlesen
von
Walter Labhart
08. Oktober 2019
08:10
Es liegt auf der Hand, an die deutsche Pianistin und Komponistin Clara Schumann-Wieck (1819–1896), Robert Schumanns Frau, mit ihren eigenen Werken zu erinnern. Der in Bad Zurzach aufgewachsene, an Meisterkursen u. a. von Brigitte Engerer und András Schiff weiter ausgebildete Aargauer Pianist Gregor Loepfe, der sich auch als Jazzmusiker einen Namen schuf, geht einen anderen, sehr speziellen Weg.
Zusammen mit der Geigerin Ardina Nehring spielt er als Hauptwerke des «Clara Schumann und ‹ihre Männer›» betitelten Programms zwei Violinsonaten mit einem besonderen Bezug zur berühmten Jubilarin. Die Sonate A-Dur WWV 1015 von Johann Sebastian Bach hatte Clara Schumann nebst anderen Werken desselben Komponisten 1857 in ihr ausserordentlich breites Repertoire aufgenommen. Sie trug damals aus Bachs Englischer Suite in d-Moll auch jene Gavotte vor, welche in Budapest mit dem Vermerk «in ihren Concerten gespielt von Clara Schumann» erschien und das hohe Ansehen der weitgereisten Klaviervirtuosin zum Ausdruck brachte.
Frei, aber einsam
Den zweiten Schwerpunkt des auf drei grosse Werke konzentrierten Konzertes bildet eine der originellsten Kollektivkompositionen der Romantik, eine Violinsonate mit dem geheimnisvollen Titel «F.A.E». Die Buchstabenfolge bezieht sich auf den Wahlspruch «Frei Aber Einsam» des Geigers Joseph Joachim (1831–1907), dem die Violinkonzerte von Johannes Brahms und Antonín Dvořák gewidmet sind. Zur Überraschung Joachims, der am 27. Oktober 1853 unter der Leitung seines Freundes Robert Schumann in einem Düsseldorfer Konzert auftrat, schrieben Brahms, Schumann und dessen Schüler Albert Dietrich zusammen dieses selten zu hörende Gemeinschaftswerk in der Grundtonart a-Moll. Der Kopfsatz, der schon im ersten Takt die Töne e, a und f enthält, stammt von Dietrich, das an zweiter Stelle stehende Intermezzo mit den Grundtönen F, A und E im Klavierpart (linke Hand) und das mit den gleichen Tönen beginnende Finale komponierte Robert Schumann. Brahms steuerte mit dem dritten Satz in c-Moll ein von leidenschaftlichem Temperament erfülltes Scherzo bei, das gelegentlich als Einzelstück gespielt wird.
Rezitation aus Briefen
Eröffnet wird das Konzert mit den Joseph Joachim zugeeigneten Drei Romanzen op.22 für Violine und Klavier von Clara Schumann. Zwischen den Werken und Sätzen rezitiert Julia Haenni höchst abwechslungsreiche Auszüge aus Briefen von Clara und Robert Schumann, Brahms und Joachim. Zu jenen beiden Komponisten und zu zahlreichen weiteren pflegte die seit ihrem neunten Lebensjahr öffentlich auftretende Pianistin freundschaftliche Beziehungen. Kein Wunder, dass ihr so verschiedene Tonschöpfer wie Felix Mendelssohn Bartholdy, Franz Liszt, Bedřich Smetana, der Schweizer Hans Huber oder die damals in Winterthur lebenden deutschen Romantiker Hermann Goetz und Theodor Kirchner sehr anspruchsvolle Klavierwerke widmeten.
Mittwoch, 30.Oktober, 20 Uhr
Villa Boveri, Baden
www.abb-wfs.ch