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Für eine gerechtere Welt
National bekannt wurde er, als er im «Wort zum Sonntag» des Schweizer Fernsehens zum Boykott von Waren aus Südafrika aufrief. 1981 hatte er seinen Studienurlaub in Südafrika verbracht. Seit 1974 war er Präsident der Anti-Apartheid-Bewegung der Schweiz gewesen, die sich – im Einklang mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen – für die Aufhebung der Rassentrennung in Südafrika einsetzte. Als Nelson Mandela, der zu Zeiten der Apartheid im Gefängnis sass, 1993 als südafrikanischer Staatspräsident die Schweiz besuchte, trafen sich die beiden und Paul Rutishauser erhielt für sein Engagement von Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela ein Kompliment mit den Worten: «Paul, you have done a good job – Paul, du hast gute Arbeit geleistet.»
Für die Basler Mission in Ghana
1935 geboren, hatte Paul Rutishauser als Bub noch die Kriegszeit erlebt. Nach seinem Theologiestudium, seinem Vikariat in Oberaach und der Ordination zum Pfarrer trat Paul Rutishauser 1961 zusammen mit seiner Frau Christiane in den Dienst der Basler Mission in Ghana. Die zehn Jahre in Afrika öffneten ihm den Blick für die Welt und für die grosse Kluft zwischen Erster und Dritter Welt und zwischen Arm und Reich. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz war Paul Rutishauser ab 1971 während 21 Jahren als Gemeindepfarrer in Horn tätig.
20 Jahre Mitglied des Kirchenrates
1983 wurde Paul Rutishauser in den Thurgauer Kirchenrat gewählt. Zusammen mit dem späteren Kirchenratspräsidenten Walter Vogel prägte Paul Rutishauser bis 2003 die Geschicke der Thurgauer Landeskirche. Von 1992 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2000 war Paul Rutishauser als Seelsorger an der Psychiatrischen Klinik in Münsterlingen tätig.
Ernst Ritzi (12. Mai 2017)