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Das Plutonium stammte aus wiederaufbereiteten Brennstäben des Forschungsreaktors «Diorit». Dieser wurde von 1960 bis 1977 vom damaligen eidgenössischen Institut für Reaktorforschung in Würenlingen betrieben. Das Material war geeignet für den Bau von Atombomben.
Nun ist das radioaktive und giftige Schwermetall weg. Thierry Strässle, Stabschef des Paul Scherrer Instituts (PSI), nimmt im Interview dazu Stellung, wie das Plutonium jahrzehntelang im Aargau gelagert wurde.
Thierry Strässle, der Bund sagt, das Plutonium habe beim PSI in Tresoren gelagert. Wie muss man sich diese vorstellen?
Das sind ganz spezielle, gepanzerte Tresore. Sie kennen das aus dem Bankwesen. Die sind rund anderthalb Meter hoch und haben ein bis zwei Tonnen Gewicht.
Und dort war das Plutonium dann eben drin. War es denn flüssig oder fest?
Plutonium kann in verschiedenen Formen gelagert werden. Es ist in den 1960er und 1970er Jahren ans eidgenössische Institut für Reaktorforschung gelangt und hatte Pulverform. Das Pulver wurde dann in geschlossenen Stahlbehältern weiter verlagert.
Das Paul Scherrer Institut ist gross. Wo auf dem Gelände wurde das Plutonium gelagert?
Das Plutonium wurde in einer unserer Kernanlagen gelagert, in einem ganz spezifischen Gebäude. Über den genauen Standort kann ich aus Sicherheitsgründen keine Auskunft geben.
Wenn es in einem speziellen Gebäude war, dann war es also nicht im Zwischenlager für radioaktive Abfälle des Bundes und auch nicht im Zwilag für Abfälle aus AKW?
Jawohl, das ist richtig.
Das Plutonium wurde permanent überwacht. Was heisst das konkret? Standen Wachen vor den Tresoren? Oder war es eine wissenschaftliche Überwachung?
Die Überwachung erfolgte nach einem Übereinkommen mit der IAEA, der internationalen Atomenergie-Organisation, nach schweizerischen Vorschriften und nach Vorschriften der Kernenergiegesetzgebung. Das beinhaltet unter anderem, dass das Lager durch Kameras aufgenommen wurde und die Bilder dieser Kameras permanent der IAEA übermittelt worden sind.
Es fanden mehrmals jährlich Inspektionen der internationalen Atomenergie-Organisation statt. Wie liefen diese ab?
Die Inspektionen finden immer etwas anders statt. Die IAEA entscheidet ganz kurzfristig über den Termin und über die Art und Tiefe der Inspektionen. Es kann sein, dass die Inspektoren nur die Versiegelung eines Tresors anschauen wollen. Es kann aber auch sein, dass sie anschauen wollen, was in den Tresoren genau drin ist. Dazu werden spektroskopische Messungen gemacht um zu schauen, ob es wirklich Plutonium ist und ob das Material da ist.
Der Bund hat jetzt die 20 Kilogramm Plutonium, die ihm gehört haben, abtransportiert in die USA. Lagert auf dem Gelände des PSI denn jetzt noch Plutonium?
Sie haben es richtig gesagt, das Plutoniumlager des Bundes ist jetzt vollständig aufgelöst worden. In den am Anfang erwähnten Tresoren, in denen das Plutonium jahrzehntelang gelagert worden ist, befindet sich nichts mehr, die sind komplett leer.
Die Frage war, ob sich auf dem Gelände des PSI noch Plutonium befindet.
Nein, es hat kein Plutonium mehr.
Als Laie weiss ich nicht, wieviel Platz es brauchte, um 20 Kilogramm Plutonium zu lagern. Was macht das PSI jetzt mit dem frei gewordenen Platz?
Wir haben noch keinen definitiven Entscheid getroffen. So ein Tresorraum ist auch nicht besonders gross. Zuerst müssen wir die Sicherheitsmassnahmen der IAEA entfernen, die erwähnten Kameras beispielsweise, und dann schauen wir weiter, wofür wir den Raum verwenden.
Die Fragen stellte Marco Jaggi vom Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF.