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Im Rahmen der Kulturbotschaft soll die Verlagsförderung für den Zeitraum 2025 bis 2028 soll um mindestens 2,8 Millionen Franken auf rund 10 Millionen Franken erhöht werden. Gedruckte Bücher fördern die Lesefähigkeit deutlich besser als dies elektronische Medien vermögen.
Professorin Anne Mangen vom Lesezentrum der Universität Stavanger weist in ihrer Arbeit auf einen starken Zusammenhang zwischen dem Lesen langer, linearer Texte in gedruckter Form und besseren Lesefähigkeiten hin und erläutert die negativen Auswirkungen von Bildschirmen auf das Leseverständnis, insbesondere bei Informationstexten. Diese Erkenntnisse werden durch die Ergebnisse von 54 Experimenten1 mit über 170'000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gestützt, die durchweg einen deutlichen Vorteil für das Lesen auf Papier zeigen, vor allem bei Informationstexten.
Die Forschung legt nahe (Delgado et al. 2018; PISA 2022), dass digitale Umgebungen weniger geeignet sind, ein tiefes Verständnis zu fördern, während das Lesen auf Papier in Situationen, die eine erhöhte geistige Anstrengung erfordern, wie beispielsweise das Lesen unter Zeitdruck oder die Auseinandersetzung mit komplexen Texten, einen grösseren Vorteil bietet. Ausserdem führt das Lesen am Bildschirm eher zu einer oberflächlichen Verarbeitung, während das Lesen in gedruckter Form das vertiefte Lesen besser unterstützt, insbesondere bei längeren und komplexeren Texten. Die Forschung weist daher auf einen negativen Zusammenhang zwischen extensivem digitalen Lesen und der allgemeinen Lesekompetenz hin.
Relevanz
Der Bund fördert in allen Landesteilen Verlage mit Strukturbeiträgen. Die heute 94 bezugsberechtigen Verlage profitierten bislang von 7,5 Millionen Franken, verteilt auf vier Jahre. Dieser Betrag ist für die Verlage und die damit in Verbindung stehenden grafischen Betriebe der Schweiz deutlich zu klein. Eine Untersuchung des BAK belegt, dass heute von jedem in der Schweizer grafischen Industrie ausgegebenem Franken 80 Rappen zurück in die Wirtschaft fliessen. Die Arbeitsgruppe, die das ursprüngliche Verlags-Fördersystem entwickelt hat, ging von einem jährlichen Beitrag von 16 bis 18 Millionen Franken pro Jahr aus um einen wirksamen Einfluss auf die Verlagslandschaft und damit die grafische Industrie zu gewährleisten. Davon ist das heutige System weit entfernt.
Position von dpsuisse
dpsuisse unterstützt die Haltung der drei Buchhandels- und Verlegerverbände sbvv, livresuisse und alesi mit der Forderung, die Verlagsförderung um 2,8 auf rund 10 Millionen Franken anzuheben.
Gedruckte Bücher fördern das Leseverständnis
Bücher fördern wie kein anderes Medium die kulturelle Vielfalt der mehrsprachigen und diversen Schweiz. Verlage prägen die kulturelle Identität des Lands, indem sie Werke aus anderen Sprachen übersetzen, regionale Themen der Öffentlichkeit zugänglich machen oder gesellschaftliche Debatten anstossen. Sie fördern das gegenseitige Verständnis der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und tragen massgeblich zur Kohäsion der Schweiz bei.
Der wirtschaftliche Druck auf die Branche nimmt zu. Die Kosten für Papier, Energie und Transporte sind in den vergangenen 24 Monaten explodiert. Dies führt zu massiven Mehrkosten in der Buchproduktion.
1 Pablo Delgado, Cristina Vargas, Rakefet Ackerman, Ladislao Salmerón, Don't throw away your printed books: A meta-analysis on the effects of reading media on reading comprehension, Educational Research Review, Volume 25, 2018, Pages 23-38, ISSN 1747-938X,
https://doi.org/10.1016/j.edurev.2018.09.003. (https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1747938X18300101)