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Was ist ein Keratokonus?
Es handelt sich dabei um eine degenerative Erkrankung der Augenhornhaut mit fortschreitender Verdünnung und Verformung des Hornhautgewebes, die einen unregelmässigen, insbesondere mit Kurzsichtigkeit einhergehenden Astigmatismus hervorruft.
Es gibt eine genetische Veranlagung für die Krankheit; in der Regel sind beide Augen betroffen. Hinzu kommen verhaltensbedingte Risikofaktoren wie das wiederholte, starke Reiben der Augen.
Diagnose des Keratokonus:
Ein Keratokonus ist bereits in der Pubertät oder beim jungen Erwachsenen diagnostizierbar; nach dem 40. Lebensjahr verlangsamt sich der
Krankheitsverlauf. An spezialisierten Fachzentren kann mittels Messung der Hornhautdicke, der anterioren und posterioren Hornhautkrümmung sowie durch Erstellung einer Hornhauttopographie, d. h. einer „Landkarte“ der Hornhaut, die Diagnose gestellt werden.
Behandlung:
Der Sehfehler lässt sich lediglich in frühen Erkrankungsstadien mit einer Brille korrigieren. Bei fortgeschrittener Hornhautverkrümmung muss in der Regel auf formstabile (halbharte) Kontaktlinsen zurückgegriffen werden.
Die klassische chirurgische Behandlungsoption war bis vor kurzem die Hornhauttransplantation, die zwar optimale Ergebnisse in Bezug auf die Sehfunktion lieferte, jedoch mit dem erheblichen Risiko einer postoperativen Abstossung behaftet war und daher die Gabe von Kortikosteroiden und anderen Immunsuppressiva wie Interferon sowie regelmässige augenärztliche Kontrollen erforderlich machte.
1. Crosslinking (CXL) bzw. Kollagenvernetzung: Hierbei handelt es sich um ein einfaches, sicheres und wirksames Verfahren, mit dem sich das Fortschreiten des Keratokonus verlangsamen lässt.
2. Ringe oder Ringsegmente aus durchsichtigem Kunststoff (PMMA): Diese werden in die Hornhaut implantiert und vermindern auf diese Weise die Vorwölbung des Hornhautzentrums und den Astigmatismus, sodass sich das Sehvermögen verbessert.
Was geschieht beim Crosslinking (CXL)?
Das Crosslinking (CXL) ist eine nichtinvasive Technik, mit der versucht wird, die Hornhautstruktur durch die kombinierte Wirkung von Riboflavin
(Vitamin B2) und UVA-Strahlung zu stabilisieren, um neue, stärkere Brücken oder Verbindungen zu schaffen. Die Technik kann in zwei Varianten
ausgeführt werden:
1. Klassische Variante mit Epithelabtragung („epithelium off“) vor dem Crosslinking (CXL).
2. Transepitheliales Crosslinking – neuere Variante ohne Epithelabtragung („epithelium on“) vor dem Crosslinking (CXL).
3. Die zweite Variante, das transepitheliale Crosslinking (CXL), bietet zahlreiche Vorteile für den Patienten, sowohl im Hinblick auf Patientenkomfort und Sicherheit als auch in Bezug auf die postoperative Wiederherstellung der Sehfunktion. Durch den Verzicht auf die Epithelabschabung ist das Verfahren schmerzfrei und das Infektionsrisiko praktisch null. Der Patient kann seine berufliche Tätigkeit unmittelbar im Anschluss daran wiederaufnehmen.