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Schnyder, Walter (1885-)--DB3226
Person
Lebensdaten
22.03.1885-
Mädchenname, Herkunftsort bzw. Heimatort
Diessbach BE
Zivilstand, Konfession, Nachkommen
Verheiratet mit 1) Herren, Marie (1892-1925) und 2) Bertha Rey; reformiert; 4 Kinder (Walter, Marianne, Margrith, Käthi) aus erster und 3 Kinder (Theres, Christoph, Samuel) aus zweiter Ehe
Soziale Herkunft, verwandtschaftliche Beziehungen
Sohn von Schnyder, Jakob (1840-1924)--DB3225 und Schnyder-Herren, Anna (1854-1923)--DB3227; 21 Geschwister, darunter Schnyder, Bertha (1887-1968)--DB3219, Schnyder, Arnold (1890-1953)--DB3218, Schnyder-Michel, Rudolf (1895-1977)--DB3230 und Schnyder, Heinrich (1897-1974)--DB3222
Ausbildung, berufliche Tätigkeit und Funktionen in der Öffentlichkeit
Ausbildung
Studienreise nach Deutschland 1910 und Nordamerika 1912-1914; Baumschule in Oppligen; Landwirtschaftliche Winterschule Rütti; Sekundarschule Laupen; Welschlandaufenthalt in Colombier
Berufsausübung
Landwirt Uttewil; Melker im Simmental; Elterlicher Betrieb: Meisterknecht
Funktionen in landwirtschaftlichen Institutionen
Saatzuchtgenossenschaft des Sensebezirks, Düdingen: Präsident 1917-1955 (als Vorgänger von Lüdi, Hermann (-1968)--DB2191), Ehrenpräsident
Funktionen in anderen Institutionen
Funktionen in der Politik
Biographische Skizze
Walter Schnyder besuchte die Sekundarschule in Laupen. Danach verbrachgte er einen Winter in Colombier bei einem Lehrer namens Gauchat. Nach der Rekrutenschule absolvierte er die Landwirtschaftliche Winterschule Rütti und lernte bei seinem Schwager in Bulle das Metzgerhandwerk. Als seine Brüder Hans, Hermann und Fritz heirateten und vom Hof in Uttewil wegzogen, rückte Walter auf dem Hof zum 'Meisterknecht' auf.
Als ihn sein jüngerer Bruder Schnyder, Arnold (1890-1953)--DB3218 im Sommer 1910 auf dem Hof vertrat, verbrachte Walter Schnyder zuerst zwei Monate auf der Baumschule von Daepp, Paul--DB767 in Oppligen und lernte dort die Baumpflege und die alkoholfreie Obstverwertung kennen. Danach begab er sich ins Simmental, auf eine Rinderalp oberhalb von Erlenbach. Hier molk er zwei Monate lang die Kühe und half bei der Käseherstellung, bevor er nach Uttewil zurückkehrte.
Im Herbst 1910 unternahm er eine Studienreise nach Deutschland. Käppeli, Josef (1872-1942)--DB1840, der Direktor der landwirtschaftlichen Schule Rütti-Zollikofen, hatte ihm Kontakte vermittelt. So reiste er nach Stuttgart, Nürnberg, Magdeburg, Halle und auf ein Rittergut des Ökonomierats Hösch in Neukirchen bei Seehausen in der Altmark. Dort lernte er die Schweinezucht kennen. Seine Reise setzte er über Berlin, Hamburg, Celle und Elmshorn fort, wo er die Pferdezucht besichtigte. Ende Oktober 1910 kehrte er nach Hause zurück, um in der hofeigenen Schnapsbrennerei zu arbeiten.
Im November 1912 reiste Walter Schnyder in die USA, um dort den Obstbau, den Obsthandel und die neusten Techniken der Aufbewahrung von Tafelobst kennenzulernen. In Oregon hielt er sich bei einem Gärtner auf, in Portland besuchte er eine Abendschule und im Willamette-Tal lernte er die Beerenkultur kennen. Er half bei Obsternten mit und reiste danach in die Stadt Corvallis. Auf der hiesigen Hochschule besuchte er einen Farmerkurs. Im Gebiet der Blue Mountains lernte er grosse Weizenfarmen kennen. Zuletzt arbeitete er auf einer Farm, welche vor allem Luzerne anpflanzte.
Als der Erste Weltkrieg ausbrach, reiste er nach Portland zum Schweizer Konsulat. Dort traf er seine Schwester Martha, mit der er auf dem französischen Dampfer 'Rochambeau' via Le Havre in die Schweiz zurückfuhr.
Autor: Peter Moser
Quellen und Literatur
Eigene Publikationen
Quellen
- Balmer, Emil 1941: Uttewyl. Vom Hof u syne Lüt. Es Buech über d'Familie Schnyder. Bern, Büchler und Co., S. 209-218