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Deflation ist ein Begriff in der Volkswirtschaftslehre, der einen anhaltenden Rückgang des Preisniveaus für Waren und Dienstleistungen beschreibt. Eine Deflation kann entstehen, wenn die gesamte Nachfrage unterhalb des gesamten Angebots an Leistungen sinkt.
In einer Volkswirtschaft existieren immer leichte Tendenzen zu einer Deflation oder auch Inflation. Dies ist nicht in jedem Fall als problematisch zu werten. Von grosser Bedeutung ist jedoch die Höhe der jeweiligen Rate. So ist in der Phase einer Deflation die Geld- sowie Kreditmenge deutlich im Sinken begriffen. Dies hat zur Folge, dass alltägliche Produkte, wie zum Beispiel Lebensmittel, aber auch Investitionsgüter, zunehmend an Wert verlieren und die Preise dafür sinken. Den Ausgangspunkt solcher Entwicklungen begründet meist ein stotternder Wirtschaftsmotor, bei dem die Nachfrage geringer ist als das Angebot.
Eine Deflation kann aus verschiedenen Gründen entstehen. In der Regel ist nicht nur ein Grund verantwortlich. Alle Gründe haben jedoch zur Folge, dass sich die umlaufende Geldmenge reduziert. Grund Nummer 1 ist ein hoher Leitzins, der zu einer Deflation führt. Im EU-Raum wird er von der Europäischen Zentralbank festgelegt. Dieser Leitzins bestimmt, wie teuer Kredite sind und wie hoch sich die Nachfrage danach entwickeln soll. Der zweite Grund können zu hohe Sparmassnahmen des Staates sein, wenn zum Beispiel, zum Abbau von Staatsschulden Ausgabenkürzungen beschlossen werden. Dies hat zur Konsequenz, dass die Staatsnachfrage sinkt und weniger Geld in den Umlauf kommt. Meist entsteht dies in Wirtschaftskrisen (siehe Finanzkrise), in denen die privaten Haushalte als auch die Unternehmen sowieso schon sparen. Die logische Folge: Die Nachfrage für Waren, Dienstleistungen und Investitionsgüter sinkt, und die Preise fallen ebenfalls. Grund Nummer 3 kann eine Währungsaufwertung sein. Damit kann das Land für andere Länder zu teuer werden. Aufgrund der EU-Krise zog die Schweiz viele Anleger an, die dann in Schweizer Franken investierten.
Aus monetaristischer Sicht kann Deflation durch niedrigere Leitzinsen bekämpft werden. Das heisst, die Kredite werden günstiger und die Investitionsneigung grösser. Wenn das alles nichts hilft, weil die Nachfrage (Konsumabneigung, Niedriglöhne usw.) lahmt, muss der Staat als grosser Nachfrager auftreten und mit Investitionen wieder mehr Geld in den Geldkreislauf bringen.