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Heute im RaBe-Info: Der indische Premier regiert mit immer härterer Hand. Im Anschluss folgt das „Uncanny Valley“, ein Theaterstück zu Mensch und Roboter. Schliesslich folgt ein Beitrag zu Tatjana Rothenbühler (FDP). Sie kandidiert für das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland.
Autoritäres Indien? Die Politik Narendra Modis
Narendra Modi steht seit sieben Jahren steht er an der Spitze Indiens. Bei seinem Amtsantritt galt er als grosser Hoffnungsträger: Er solle Indien aus der Wirtschaftskrise führen, er werde das Land modernisieren.
Doch je länger je mehr zeigt Modi sein wahres Gesicht. Der hindunationalistische Politiker regiert mit harter Hand, oftmals gegen die Interessen der ärmeren Bevölkerungsschichten.
Yvonne Zimmermann ist Koordinatorin beim Solifonds und beschäftigt sich unter anderem mit den Rechten der Arbeiterinnen und Arbeiter in Indien. So verfolgt sie schon einige Zeit den sogenannten Bima-Koregan-Fall.
Ein-Roboter-Stück «UNCANNY VALLEY»
Die Stimme ist zwar eine menschliche, aber der Glanz der Augen, der starre Blick und die eckigen Bewegungen sind es nicht. Irgendetwas stimmt nicht mit diesem Mann, der da auf der Bühne sitzt. Er ist unheimlich.
The Uncanny Valley (Stefan Kaegi / Rimini Protokoll) ist ein Ein-Mann-Stück, welches bei der diesjährigen Ausgabe des Theaterfestivals auawirleben zu sehen ist. Oder besser gesagt: ein Ein-Roboter-Stück. Was da im Scheinwerferlicht sitzt, sieht zwar aus wie ein Mann aus Fleisch und Blut, genauer: wie der deutsche Schriftsteller Thomas Melle und hat auch dessen Mimik und Gestik, ist aber ein Avatar, der nach Melles Vorbild gebaut wurde.
Dieser Avatar lotet im Stück «Uncanny Valley» während 90 Minuten das Verhältnis von Mensch und Maschine aus. Das tut er anhand zweier Biografien: Zum einen der des Autors Thomas Melle, wobei auch dessen manisch-depressive Erkrankung zur Sprache kommt, die er 2016 im Buch « Die Welt im Rücken» ausführlich beschrieb. Die andere Biografie, die angesprochen wird, ist diejenige des britischen Mathematikers und Kryptoanalytikers Alan Turing, der einen grossen Teil der theoretischen Grundlagen für die moderne Computertechnologie entwickelte.
Daneben kommen in «Uncanny Valley» über Video-Einspielungen auch Menschen zu Wort, die in irgendeiner Form künstliche Technologie mit Körpern verbinden. Dabei beleuchtet das Stück unser Unwohlsein mit Maschinen, wenn diese allzu menschenähnlicher Gestalt sind – eben das Phänomen des «uncanny valley» – und fragt danach, wie erstrebenswert Perfektion in unserer Gesellschaft ist. Sein Avatar würde nicht Stimmungsschwankungen unterliegen und könnte so jede Lesung auch wirklich durchführen, spricht die Stimme von Thomas ironischerweise gerade aus diesem Avatar. Bloss, ist es vielleicht nicht genau das Unperfekte, das die Einzigartigkeit des Menschen ausmacht? Und würden wir zusammen mit unseren Fehlern vielleicht auch unsere Menschlichkeit verlieren?
Der Audiobeitrag zum Stück:
The Uncanny Valley, Theaterfestival @ Schlachthaustheater, Freitag 14.5. 18:00 | Freitag 14.5. 20:00 | Samstag 15.5. 18:00 | Samstag 15.5. 20:00 | Sonntag 16.5. 18:00 | Sonntag 16.5. 20:00 | Publikumsgespräch am 15.5.2021 um 22:45 im Festivalzentrum auf dem Waisenhausplatz
Rothenbühler Tatjana, 1971, Köniz, FDP
Aufgrund ihrer beruflichen Erfahrungen beim Regierungsstatthalteramt Fraubrunnen weiss Tatjana Rothenbühler genau, was sie im Falle einer Wahl erwartet. Rothenbühler fasziniert die ganze Bandbreite der vielseitigen Tätigkeiten als Genehmigungs-, Verwaltungs-, Justiz- und Vollzugsbehörde, als Vermittlungsinstanz zwischen den Anliegen von Bürger*innen, Gemeinden, Behörden und der Wirtschaft. Die Balance zwischen den verschiedenen Anspruchsgruppen zu suchen und zu finden, dünkt sie eine sehr spannende Aufgabe.
Die 49-jährige Rothenbühler hat in Bern Rechtswissenschaften studiert und in Fribourg in Sicherheits- und Völkerrecht doktoriert. Aktuell arbeitet sie als Expertin im Compliance-Bereich beim Bund. Zudem ist sie 2. Vizepräsidentin des Könizer Parlaments und ist sich somit gewohnt, über die Parteigrenzen hinaus zu verhandeln und tragfähige Lösungen zu erarbeiten, wie sie im Gespräch mit RaBe sagt.
Lange Jahre war das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland in den Händen der SP. Es sei zwar explizit kein politisches Amt, sagt die FDP-Politikerin, dennoch sei klar, dass jeder Mensch aufgrund seines Werdeganges und Wertesystems andere Vorstellungen mitbringe, welche in die Entscheidungen einfliessen.
Wichtig sei ihr, den Handlungsspielraum zugunsten der Bürger*innen zu nutzen. Bei den schwierigen Debatten rund um das Nachtleben und den konträren Bedürfnissen von Wohnbevölkerung und Partygänger*innen würde Rothenbühler die Schaffung von spezifischen Zonen in den Städten befürworten, welche jedoch die Wohnbevölkerung nicht zu stark beeinträchtigten.