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Hochgeehrter Herr
Herr Hammer1 schreibt mir so eben er habe sich «bei massgebender Stelle» über die Zeitungsnachricht erkundigt, wonach die preuss. Regierung dem Reichstag eine Betheiligung von 15 Mill. Franken bei dem Gotthardunternehmen vorschlagen werde.2 Über die ihm gewordene Antwort berichtet er wörtlich: «Man ist hier mit den Resultaten der Conferenzen im wesentlichen einverstanden und ist daher, wenn auch einzelnes an den Resultaten bemängelt wird, [e?]in Vorgehen der nordd. Bundesregierung auf der gewonnenen Basis in | Aussicht zu nehmen.
Bevor die Bundesregierung jedoch einen Antrag auf Gewährung einer Subvention an den Bundesrath u Reichstag einbringen wird, sollen die meistinteressirten Eisenbahngesellschaften in Norddeutschland zur Übernahme verhältnissmässiger Subventionsraten im Wege der Unterhandlung herbeigezogen werden.3 Zum Behufe dieser Unterhandlungen und zur Vorbereitung der öffentlichen Meinung in und ausserhalb der Behörden wird ein Memorial die Gotthardfrage betreffend amtlich ausgearbeitet und durch den Druck ver| öffentlicht werden.»4
So Herr Hammer. Es wird sich nun nur fragen ob die Regierung den gesammten Antheil von Norddeutschland durch die Eisenbahnen wird decken wollen oder nur einen Theil. Im ersteren Fall stünde die Sache nach meiner Ansicht nicht gut. Unter allen Umständen wird bei diesem Vorgehen an eine Betheiligung der norddeutschen Bahnen bei dem Actiencapital nicht mehr viel Aussicht auf Erfolg haben.
Mit bekannten Gesinnungen
Ihr ergbnster
E Welti
Bern
30. Oct. 1869.