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Pierrot ist sieben Jahre alt, als er Paris 1936 verlassen muss. Sein deutscher Vater hat sich das Leben genommen, seine französische Mutter ist an Tuberkulose gestorben. Die jüdische Familie seines taubstummen Freundes Anshel kann ihn nicht aufnehmen, und so kommt er ins Waisenhaus.
Eines Tages schreibt seine Tante Beatrix einen Brief. Sie, die als Haushälterin in einem deutschen Anwesen arbeitet, nimmt Pierrot bei sich auf. Das Anwesen ist der Berghof, Adolf Hitlers Sommerresidenz. Und so wird aus Pierrot bald einmal Peter und aus dem sensiblen Jungen, der auf der Suche nach Halt ist, ein glühender Anhänger des Führers, der zu allem bereit ist. Der irische Autor John Boyne erzählt den erschreckenden Wandel des Jungen flüssig und eindringlich. Atemlos verschlingt man den Roman, der auch für Jugendliche geeignet ist, und einen – trotz halbwegs versöhnlichem Ende – aufgewühlt und erschüttert zurücklässt.
John Boyne, Fischer Verlag, 300 Seiten