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Werdenden Müttern wird bereits seit längerem die Einnahme von Multivitaminen empfohlen, um Nährstoffdefiziten vorzubeugen. Diese Empfehlung stützt sich auf Hinweise, dass eine Supplementierung mit einem Multivitaminpräparat das Auftreten von Krämpfen während der Schwangerschaft vermeiden hilft und zur Vermeidung von Schwangerschaftskomplikationen beitragen kann.
Nun zeigen zwei neue Studien, dass Multivitamine offenbar auch eine starke Schutzwirkung gegen Fehlgeburten besitzen und das normale Wachstum des Säuglings fördern. Dies zeigte sich an einer verringerten Bildung von Fettgewebe in den ersten fünf Lebensmonaten.
In einer Studie an 344 amerikanischen Frauen mit Schwangerschaftswunsch zeigte sich, dass die tägliche Verwendung eines Multivitamins das Risiko einer Fehlgeburt offenbar erheblich verringert. Bei Frauen, die vor der Empfängnis ein Multivitaminpräparat verwendet hatten, lag die Risikoreduktion gegenüber Frauen, die kein Multivitamin einnahmen, im Durchschnitt bei 55 %. Wenn die Frauen die Multivitamineinnahme während der Schwangerschaft fortsetzten, verringerte sich das Risiko einer Fehlgeburt sogar um 79 %.[1]
Die Forscher weisen auf vergleichbare Ergebnisse bei chinesischen Frauen hin, bei denen Vitamin B6 offenbar eine starke Schutzwirkung gegen Fehlgeburt gezeigt hatte. Sie empfehlen Frauen mit Schwangerschaftswunsch, zusätzlich zu einer gesunden Lebensweise und einer Reduzierung ihres Kaffeekonsums auch ein Multivitaminpräparat einzunehmen.[2] Vor kurzem wurde bei Zink eine schützende Wirkung gegen Schwangerschaftskomplikationen festgestellt.[3] Auch von Omega-3-Fettsäuren ist eine Schutzwirkung gegen Fehlgeburten bekannt.[4]
Bei der „Healthy Start Study“, einer Studie mit 626 Frauen mit Schwangerschaftswunsch, zeigte sich bei Verwendung von Multivitaminen vor und während der Schwangerschaft eine normalisierende Wirkung auf die Bildung von Fettgewebe beim Säugling in den ersten fünf Monaten nach der Geburt. Eine normale Wachstumsrate des Fettgewebes in diesem Zeitraum liegt bei etwa 3 % pro Monat.
Babys von Frauen, die keine Multivitamine nahmen, wiesen eine signifikant höhere Wachstumsrate des Fettgewebes auf (3,45 %) als Babys von Frauen, die ein Multivitaminpräparat verwendeten. Letztere zeigten eine normale Wachstumsrate (3,06 %) und ließen auch sonst keinerlei negativen Erscheinungen bezüglich des Körpergewichts und der Körperzusammensetzung erkennen.[5]
1. Buck Louis GM, Sapra KJ, Schisterman EF, Lynch CD, Maisog JM, Grantz KL, et al. Lifestyle and pregnancy loss in a contemporary cohort of women recruited before conception: The LIFE Study. Fertil. Steril. 2016 Jul;106(1):180–8. PubMed: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27016456. DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.fertnstert.2016.03.009
2. Daniells S. Prenatal vitamins may reduce risk of pregnancy loss by 55%. Nutraingredients USA. 2016. URL: http://www.nutraingredients-usa.com/Research/Prenatal-vitamins-may-reduce-risk-of-pregnancy-loss-by-55
3. Nossier SA, Naeim NE, El-Sayed NA, Abu Zeid AA. The effect of zinc supplementation on pregnancy outcomes: a double-blind, randomised controlled trial, Egypt. British Journal of Nutrition. 2015 Jun 23;114(02):274–85. PubMed: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26099195. DOI: http://dx.doi.org/10.1017/S000711451500166X
4. Daniells S. Prenatal multivitamins may provide early life growth benefits for children. Nutraingredients.com. 2017. URL: http://www.nutraingredients-usa.com/Research/Prenatal-multivitamins-may-provide-early-life-growth-benefits-for-children
5. Sauder KA, Starling AP, Shapiro AL, Kaar JL, Ringham BM, Glueck DH, et al. Exploring the association between maternal prenatal multivitamin use and early infant growth: The Healthy Start Study. Pediatr Obes. 2016 Oct;11(5):434–41. PubMed: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26663829. DOI: http://dx.doi.org/10.1111/ijpo.12084