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Waguih Ghalis einziger Roman «Snooker in Kairo» erschien zwar schon 1964, das Werk wurde aber während des Arabischen Frühlings 2011 zu einem Fanal für die Demonstrierenden, die darin viele Parallelen zu den Repressionen der Gegenwart fanden. Ghali zeichnet ein vielschichtiges Bild von Kairo in den 1950er Jahren, nachdem Gamal Nasser in einem Militärputsch an die Macht gekommen war. Er beschreibt den Zynismus der Reichen, die Vetternwirtschaft, die Ausbeutung der Landbevölkerung und die Perspektivlosigkeit in den Städten. Bei aller Zeitkritik ist «Snooker in Kairo» zugleich auch ein zärtliches, von leichter Hand geschriebenes und humorvolles Werk. Im Zentrum steht Ram, der – wie der Autor – der ägyptischen Oberschicht entstammt und dennoch immer pleite ist, eher europäisch als arabisch geprägt, und bis über beide Ohren verliebt in die Jüdin Edna. Die deutsche Übersetzung ist 2018 im C.H. Beck Verlag erschienen (aus dem Englischen von Maria Hummitzsch). – Alle, die das Buch gelesen haben, sind zur Diskussion herzlich eingeladen.
Eintritt frei
Der nächste Lesezirkel findet am 16. April statt, diskutiert wird über Raymond Chandlers «Der lange Abschied» (der ursprünglich ausgewählte Titel von Alain Robbe-Grillet, «La Jalousie oder Die Eifersucht», ist leider vergriffen.)