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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Drittes Buch
II. Kapitel
7.
1. Aber auch für die Erzeugung gibt es kein geschriebenes Gesetz (denn es wäre sonst abgeändert worden) sondern sie erzeugen und gebären in gleicher Weise, da sie von der Gerechtigkeit her die Gemeinsamkeit angeboren erhalten haben. Der Schöpfer und Vater des Alls hat mit seiner eigenen Gerechtigkeit die Gesetze gegeben und allen gemeinsam in gleicher Weise das Auge zum Sehen verliehen und dabei keinen Unterschied zwischen Weib und Mann, zwischen vernünftig und unvernünftig, und überhaupt nicht bei irgend etwas gemacht, vielmehr ganz gleich und ohne jeden Unterschied ausgeteilt und die Fähigkeit zu sehen mit einem einzigen Befehl allen in gleicher Weise geschenkt.
2. Da aber die Gesetze", sagt er, "die Unwissenheit der Menschen nicht strafen konnten, lehrten sie dieselbe erst, daß sie widergesetzlich handeln. Indem nämlich die Gesetze Einzelbesitz vorsahen, zerschnitten sie die durch das göttliche Gesetz geregelte Gleichheit und zerstören sie." Dabei verstand er das Wort des Apostels nicht, der sagte: "Durch das Gesetz erkannte ich die Sünde."1
3. Und er behauptet, die Begriffe Mein und Dein seien erst durch die Gesetze in die Welt gekommen, so daß man nicht mehr in Gemeinsamkeit die Erde und den Besitz sich zunutze macht und auch nicht die Ehe.
4. "Denn zum gemeinsamen Besitz hatte Gott für alle die Weinstöcke gemacht, die sich ja auch gegen Sperlinge und Diebe nicht wehren, und ebenso auch das Getreide und die anderen Früchte. Indem man aber die Gemeinsamkeit und die Gleichheit gesetzwidrig aufhob, schuf man den Dieb der Haustiere und der Früchte.
1: Röm 7,7.