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Ich finde, Rilke schaut auf den Fotos immer ziemlich ernst aus. War aber vielleicht nicht ungewöhnlich in der damaligen Zeit... Das heißt nicht unbedingt, dass er das Fotografiertwerden nicht gemocht hat... Trotzdem, er guckt meistens nicht gerade fröhlich...
Um weise zu werden, müssen die Menschen ... halt manchmal auch zu "Wiki-ngern" werden...
Auf http://de.wikipedia.org/wiki/Daguerreotypie finde ich:
Daguerreotypie ist, wenn das Bild bei der Aufnahme nicht mit einem Spiegel umgelenkt wird, die Abbildung seitenverkehrt dargestellt und eigentlich ein Negativ ist. Je nach Lichteinfall sieht man sie negativ oder positiv, weshalb sie auch als Schein-Positiv bezeichnet wird.
Das scheint zwar nicht wirklich Deutsch zu sein, sondern eher "Wikingerisch", aber ich kann's trotzdem verstehen, also will ich versuchen, diese Definition positiv zu sehen!
Und: gibt's nun so ein "Schein-Positiv" von Rilke?
Lieben Gruß
stilz
Tja, nun, das beantwortet nur leider meine Frage nicht. Ich wollte ja nicht wissen, was "Daguerreotypie" ist, sondern die von Paul angesprochene "Daguerrotypie". *g* Darüber konnte ich nur leider auf Wikipedia nichts finden, und auch nichts in meinem Lexikon, in dem ich natürlich schon vor vielen Stunden, lange vor deinem Beitrag, nachgeschlagen habe...
Liebe Grüße
Orpheus
Also, wenn man das Buch so durchsieht, hat man nicht den Eindruck, daß Rilke viel gegen das Photographiertwerden hatte. (Es tut zwar nichts zur Sache, aber mich hat kein Rilke-Photo stärker beeindruckt als das Bild in Uniform, vollkommen erbittert, geradezu angekotzt von den ihn nicht verschonenden Zeitläuften, ein Rilke der Verneinung, S. 195).
Anders scheint es mit dem Portraitiertwerden. Viele haben ihn nicht gemalt, bekannt ist wohl das (unvollendet gebliebene) Bildnis Paula Modersohn-Beckers, und natürlich das von Lou Albert-Lasard, Rilke im schlabbrigen Anzug, die in ihrem Buch "Wege mit Rilke" ein bißchen anekdotisch davon erzählt: "Stefan Zweig und Kokoschka besuchten uns in Rodaun, um Rilkes Porträt zu sehen. Kokoschka sagte mir, er sei sehr böse gewesen, als er hörte, daß Rilke, der es ihm abgeschlagen hatte, für mich gesessen habe." (148) Wenn ich mich richtig erinnere, hat Rilke das Bildnis von Frau Albert-Lasard bejaht, was ihn nicht hindert, 1924 zu schreiben: »was mich angeht. so bin ich allem Abgebildetwerden durchaus und dauernd abgeneigt. Was natürlich nicht versichern will, daß ich nicht doch noch einmal nachgebe, und daß eines Tages ein ebenso künstlerisches wie gültiges Porträt zustande kommt, das dann bestehen mag.« (an W. v. Hulewicz, 10. April)
Was immer er mit dem Wort "bestehen" verbunden haben mochte.
h.
- lilaloufan
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Hallo Paul,Paul A. hat geschrieben:weiss jemand, ob es eine Daguerrotypie von Rilke gibt ?
Rilke schreibt «Daguerreotyp»:
- Jugend-Bildnis meines Vaters
Im Auge Traum. Die Stirn wie in Berührung
mit etwas Fernem. Um den Mund enorm
viel Jugend, ungelächelte Verführung,
und vor der vollen schmückenden Verschnürung
der schlanken adeligen Uniform
der Säbelkorb und beide Hände -, die
abwarten, ruhig, zu nichts hingedrängt.
Und nun fast nicht mehr sichtbar: als ob sie
zuerst, die Fernes greifenden, verschwänden.
Und alles andre mit sich selbst verhängt
und ausgelöscht als ob wirs nicht verständen
und tief aus seiner eignen Tiefe trüb -.
Du schnell vergehendes Daguerreotyp
in meinen langsamer vergehenden Händen.
ich hole mal diesen etwas älteren Beitrag wieder ans Licht. Mich interessiert, seit wann sich die Fotografie durchgesetzt hat, ohne so umständlich zu sein, wie man es sich bei alten Fotoaufnahmen vorstellt, mit Guckkasten unter schwarzem Vorhang und so ? Seit wann gehören Bilder zum Alltag zb bei Bewerbungen oder Gruppenbildern ...? Seit wann sind Fotos Teil des öffentlichen Raums ? Das bedeutet für mich auch, dass es sich so gut wie jeder leisten kann, nicht nur der Adel und reiche Leute . Wie war früher die Verbreitung von Fotos, Vervielfältigung... ? Seit wann gibt es Fotoautomaten für Passbilder ... ?
Mona
Bo
Das Aufstellen der ersten Passbildautomaten, wie ich gerade feststelle, beginnt nicht in den Sechzigern, als ich sie kennenlernte. Es gibt sie anscheinend schon über 100 Jahre. Näheres dazu hier: http://www.susanne-regener.de/texte/rainer_deu.html -
Gruß
gliwi
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wer die Beiträge im Radio verpasst hat oder nochmal reinhören will, sie stehen jetzt auch zum Anhören (und Downloaden) im Internet unter:
http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=30906
http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=30907
... eine kleine vorweihnachtliche Gabe
Herzlichst, Barbara
Vielen Dank für ein sehr informatives Thema. Leider hatte ich die gleichen Probleme und endlich fand ich Antworten auf meine Fragen.
Ich möchte auch gerne eine Foto-Cam mit Ihnen teilen, die alles tun kann, anstatt Sie. Wenn Sie Freizeit haben, überprüfen Sie bitte den Link. Ich denke, Sie werden es genießen.
http://fixthephoto.com/blog/tech-tips/relonch-camera-review.html
schöne Grüße
James