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Frei - endlich frei, das müssen sich die Pauken und Trommeln und Ratschen und Rasseln und Kuhglocken und Tempelgongs und Reisschalen und Konservenbüchsen und all die Klangspender ihresgleichen gesagt haben, als der italienisch-französisch-amerikanische Komponist Edgard Varèse (1883-1965) die klassischen rhythmischen Begleitinstumente mit seiner Komposition "Ionisation", (1930/31) aus ihrem Statistendasein erlöst und in den Stand der eigenständigen Soloinstrumente erhoben hat. "Neue Musik" war angesagt, die für westlichzivilisierte Ohren wohl neu klang, in sogenannt primitiven Kulturen allerdings längst kultiviert wurde.
Varèse hat aber nicht nur die Rhythmusinstrumente wirbeln lassen, er hat auch Zunftgenossen aufgewirbelt. Ihnen verleiht das New Music Consort, das sich seit 1975 insbesondere der zeitgenössischen amerikanischen Komponisten annimmt, in seinen jährlichen Konzertreihen und Aufnahmen geräuschvoll Gehör. Und wie das chesslet und chüblet und rasslet und ratscht und säuslet und schärbelet und winslet und wirblet und paukt und packt und pulst und pulsiert - enorm. Eine Vorahnung davon geben mag die ganze Batterie von Instrumenten, die der hierzulande wohl namhafteste Vertreter dieser neuen Musik, John Cage, etwa für seine "Third Construction" (1941) ins Feld führt: neben verschiedensten Schlaginstrumenten etwa auch zwanzig verschieden grosse Konservenbüchsen, zwölf Tom-Toms, Gongs, Ratschen, Kuhglocken und eine Muschel, die geblasen wird - die Vertonung eines aufbrausenden Wirbelsturms, wogegen die "Second Construction" (1940) orientalisch angehauchter einhersäuselt. In seiner mit Lou Harrison gemeinsam komponierten "Double Music" (1941) wiederum poltert's ausgelassen schrill wie auf einem Jahrmarkt der Kesseltreiber, während die noch zeitgenössischeren Wirbelwinde Harvey Sollberger ("The Two and The One", 1972, das eine Cellistin zwischen zwei Perkussionisten vermitteln lässt) und Lukas Foss ("Percussion Quartett", 1983, das von singend über monströs bis tänzerisch sämtliche Register zieht) weniger rhythmusbetont zu Werke gehen, sondern Instrumente und Klänge miteinander konfrontieren. Im wesentlichen aber ist "Pulse" wie im gleichnamigen Titelstück von Henry Cowell (1939) Rhythmus pur, pulsierend und packend - und definitiv enorm spannungsgeladene Musik.