Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03375.jsonl.gz/2321

Langenthal–Huttwil-Bahn
|Kürzel||LHB|
|Bahntyp||Normalbahn|
|Betriebseröffnung||1889-11-01|
|Mutiert||Ab 1944-01-01 Vereinigte Huttwil-Bahnen|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1889 eröffnete LHB gehörte einer Aktiengesellschaft. Neben dem Verkehr auf der eigenen Linie besorgte die LHB ab 1895 ausserdem den gesamten Betriebsdienst der Huttwil–Wolhusen-Bahn (HWB, daher die Zunahme des Personalbestands). Die beiden Gesellschaften schlossen sich 1944 zu den Vereinigten Huttwil-Bahnen (VHB) zusammen. Zugleich erfolgte die Elektrifikation (Wechselstrom). Bereits vorher, im Jahr 1927, hatte die LHB mit der Huttwil–Eriswil-Bahn (HEB) fusioniert, deren Betrieb ab 1915 ebenfalls ihr oblag.
Die LHB war ursprünglich konzipiert als Teil eines ehrgeizigen Projekts, nämlich einer Transitachse, die ausgehend von Delle über Moutier, Solothurn, Herzogenbuchsee, Huttwil, Wolhusen und weiter bis nach Luzern den kürzesten Anschluss Frankreichs an die Gotthardbahn (GB) herstellen sollte. Allerdings kam die LHB nie über den Status einer Lokalbahn hinaus.
Finanziell stand sie hingegen auf einem soliden Fundament. Die Betriebsergebnisse lagen stets deutlich im Plus. Passivsaldi musste die LHB nie vortragen. Von 1896 bis 1916 konnte sie alljährlich eine Dividende auszahlen, die in den besten Zeiten um 1910 bis zu 5 Prozent des Aktienkapitals erreichte. Letzteres erfuhr 1909 eine namhafte Aufstockung, wobei der Zweck dieser Massnahme aus den verfügbaren Zahlen nicht klar hervorgeht. Bis zum Ersten Weltkrieg, den die LHB vergleichsweise schadlos überstand, hielten sich die Erträge aus dem Personen- und dem Güterverkehr etwa die Waage. Danach stieg jedoch die Warenspedition zum dominierenden Geschäftsfeld auf und blieb dies auch, was die Finanzlage der LHB insbesondere in den kriegsbedingten Krisenjahren massgeblich stützte. Ab 1920 stammten rund 75 Prozent der Einnahmen aus dem Güterverkehr.
1916 baute die LHB ihren Lokbestand ab. Gleichzeitig verkehrten auf ihrer Strecke ab diesem Zeitpunkt in zunehmendem Masse Triebwagen, obwohl sie selbst über keine solchen Maschinen verfügte. Es handelte sich dabei um dampfbetriebene Fahrzeuge der 1915 eröffneten Anschlussbahn Huttwil–Eriswil (HEB).
In der Bilanz und im Baukonto der LHB ist ein «Hilfsbetrieb» im Wert von 111'000 Franken (Stand 1920) enthalten. Um welche Art von Betrieb es dabei ging, erörterte die Statistik nicht.
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: