Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03284.jsonl.gz/439

In einer 15-Minuten-Rede vor den Mitgliedern der Generalversammlung der (calvinistischen) Kirche von Schottland hat Erzbischof Desmond Tutu, Friedensnobelpreisträger, Stellung genommen zur Frage, ob praktizierende homosexuelle Menschen ein Amt in der Kirche ausüben dürfen.Die Generalversammlung hatte amVortag beschlossen, dass eine Kommission die Frage prüfen und im Jahr 2011 berichten soll; bis dahin soll eine offene Diskussion ausbleiben.
Erzbischof Tutu erklärte: «Ich für meinen Teil war beteiligt im Kampf gegen ein System, das Menschen für etwas bestrafte, das sie nicht ändern konnten – ihre Rasse – und ich habe nicht nur zuschauen können, wenn Menschen wieder für etwas bestraft wurden, das sie nicht ändern konnten – ihr Geschlecht. Während längerer Zeit ordinierte unsere Kirche keine Frauen zum Priesteramt. Ich stieg in den Kampf und heute ist das in unserer Kirche keine Frage mehr. Ich fände es unmöglich nur zuzuschauen, wenn Menschen wegen etwas, das sie nicht ändern können – ihrer sexuellen Orientierung – benachteiligt werden.»
Nach seiner Rede ehrten die anwesenden Mitglieder der Generalversammlung den ehemaligen Erzbischof von Capetown mit einer Standing Ovation.
ENI, Christkatholisches Kirchenblatt, Juli/August 2009, Nr. 15-16