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Die Sendung im Juli mit Anna Rosenwasser von der LOS, Ambra und Susanne von QueerAmnesty, Nationalrat Michael Töngi sowie mit Malcolm Elmiger von ‘Create Equality.
Die Lesbenorganisation Schweiz LOS ist nicht zufrieden mit der Antwort des Bundesrates auf die Motion «Überlebende Partnerinnen sind ganz normale Witwen», welche Ständerätin Liliane Maury-Pasquier am 19. September 2017 eingereicht hatte.
In seiner Stellungnahme vom 15. November hält der Bundesrat fest:
Würde man eingetragene Partnerinnen im Todesfall als Witwen behandeln, wäre damit zwar eine Gleichstellung mit den Ehefrauen erreicht. Gleichzeitig würde damit aber eine neue Ungleichheit geschaffen: Sozialversicherungsrechtlich wären damit die eingetragenen Partnerinnen sowohl gegenüber Ehepaaren als auch gegenüber eingetragenen Partnerschaften von Männern besser gestellt.
Diese Aussage ergibt keinen Sinn. Es wird zwar akzeptiert, dass die eingetragene Partnerschaft von Frauen schlechter gestellt ist als die Ehe. Der überlebende eingetragene Partner hat die gleichen Rechte wie ein Witwer. Wieso gilt dies nicht auch für Witwen? Weshalb hat eine überlebende Partnerin nicht die gleichen Rechte wie eine Witwe?
Der Bundesrat hält zudem fest, dass die Privilegierung der Witwen auf die traditionelle Rollenverteilung bei verheirateten Paaren zurückzuführen sei. Dieses traditionelle Rollenbild lasse sich nicht einfach auf eingetragene Partnerschaften übertragen.
Diese Aussage ist entweder Ausdruck von mangelnder Kenntnis oder von der Negierung der Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern, die immer noch besteht. Zwei Frauen, die je bis zu 15 Prozent weniger Lohn als Männer erhalten, sind auch bei der zweiten Säule schlechter gestellt und haben niedrigere Renten!
Der Bundesrat schliesst seine Stellungnahme mit der Aussage, dass das Anliegen der Motion im Rahmen der parlamentarischen Initiative «Ehe für alle» weiter behandelt werde. Es wird jedoch noch Jahre dauern, bis diese Initiative behandelt wird oder vors Volk kommt. Die Stellungnahme des Bundesrates ist enttäuschend und zeugt von einer geringschätzigen Haltung gegenüber den Frauen, die sich heutzutage beim Tod ihrer Lebenspartnerin in einer prekären Situation befinden.
Die Lesbenorganisation Schweiz LOS wird ihre Unterschriftensammlung für die Petition «Eine Witwe ist kein Witwer» fortsetzen (wir haben berichtet). Bereits sind 1000 Unterschriften zusammengekommen. Und die LOS wird Anfang 2018 die Behandlung des Postulats im Nationalrat verfolgen, welches Nationalrätin Yvonne Feri zum selben Thema eingereicht hat.
Gemäss einer Medienmitteilung
Die Petition der Lesbenorganisation Schweiz LOS verlangt die Änderung von Artikel 13 des Sozialversicherungsrechts. Aktuell sieht der Artikel vor, dass eine Frau in einer eingetragenen Partnerschaft einem Witwer gleichgestellt ist, wenn ihre Partnerin stirbt. Sie hat daher kein Anrecht auf eine Witwenrente, währenddessen eine verheiratete Frau eine Rente erhält, wenn sie älter als 45 Jahre ist und die Ehe fünf Jahre gedauert hat.
Die LOS akzeptiert diese Diskriminierung lesbischer Frauen nicht und fordert die Änderung des Artikels.
Parallel zur Lancierung der Unterschriftensammlung wird SP-Nationalrätin Yvonne Feri im Parlament eine Motion einreichen, die in die gleiche Richtung zielt.
>www.los.ch
Unser Infovideo zur Stiefkindadoption! Was hälst Du davon? Schreibs uns in die Kommentare und teil das Video für deine Freunde!
Gepostet von QueerUp Radio am Sonntag, 13. August 2017
Die Lesbenorganisation Schweiz LOS setzt dieses Jahr zum Internationalen Tag gegen Lesbo-, Homo- und Transphobie – kurz IDAHOT – vom 17. Mai ein positives Zeichen zugunsten der Familien, die ihre Kinder so akzeptieren, wie sie sind.
Jedes Kind sollte in seiner Familie die Unterstützung und den Respekt finden, die es für eine harmonische Entwicklung braucht. Die Akzeptanz eines Kindes sollte nicht von seiner sexuellen Orientierung oder seiner Geschlechtsidentität abhängen.
Um all jenen Familien, die ihr Kind so lieben, wie es ist, eine positive Botschaft zu übermitteln, möchte die LOS auf das Jubiläum von FELS hinweisen. FELS ist eine Organisation von Eltern und Freund*innen homosexueller und trans* Kinder. Sie feiert dieses Jahr ihr zwanzigjähriges Bestehen. Seit zwei Jahrzehnten setzt sie sich für die Akzeptanz homosexueller Kinder ein, betreibt Aufklärung, vermittelt Informationen und bietet Unterstützung für Eltern homosexueller und trans* Kinder, aber auch für alle anderen Personen, die wegen der Homosexualität eines Kindes, eines Freundes, einer Freundin oder eines Angehörigen Rat suchen.
Die LOS möchte zum diesjährigen IDAHOT all jenen Menschen ihren Dank aussprechen und ihren Respekt erweisen, die ohne Vorurteile ihr Herz geöffnet haben, ihr Kind so lieben, wie es ist, und es durch die Prüfungen des Lebens begleiten. Die Lesbo-, Homo- und Transphobie sind noch längst nicht ausgemerzt. Für ein Kind ist die Familie ein Zufluchtsort von unschätzbarem Wert, der im Schutz bietet gegen alle Arten von Diskriminierungen und Mobbing sowie gegen Ausgrenzung.
Wir hoffen, dass die Politik und Gesellschaft in Zukunft auch die Vielfalt der Familien unterstützen und damit die Gleichwertigkeit innerhalb der Familie erleichtern werden, damit jedes Kind bedingungslos geliebt wird – unabhängig von seiner sexuellen Orientierung oder seiner Geschlechtsidentität.
Der Vorstand im Amt wurde ohne Gegenstimme wiedergewählt. Theres Bachofen, Maya Burkhalter und Domenica Priore hatten sich für ein weiteres Jahr als Co-Präsidentinnen zur Verfügung gestellt. Drei Co-Präsidentinnen hatten sich nicht mehr zur Wahl gestellt: Sie waren im Februar wegen interner Meinungsverschiedenheiten aus dem Vorstand ausgetreten. Barbara Lanthemann ist seit 2013 die Geschäftsleiterin der LOS.
Die Lesbenorganisation Schweiz wurde 1989 gegründet und zählt 1000 Mitfrauen und 28 regionale Organisationen aus der ganzen Schweiz. Sie erhält keine staatlichen Subventionen, sondern finanziert sich einzig durch Mitgliederbeiträge und Spenden von Sympathisant*innen. Die Geschäftsleitung wird in einem 90-Prozent-Pensum ausgeübt, die Co-Präsidentinnen leisten unentgeltliche Arbeit. Aufgrund der schwierigen finanziellen Lage sah sich die LOS gezwungen, auf eigene Büroräume zu verzichten. Weitere Sparmassnahmen werden nötig sein, um die zahlreichen und komplexen Herausforderungen zu meistern.
An der diesjährigen Generalversammlung gaben vor allem das Image und die politische Ausrichtung der LOS für die nächsten Jahre zu diskutieren. Kritisiert wurden insbesondere das neue Logo, das Anfang dieses Jahres eingeführt wurde, sowie der bewusste Einschluss von Frauen*, der – gemäss der Meinung einiger bisheriger Mitfrauen der LOS – von den Leitlinien der Statuten abweicht. Wie andere Organisationen hat sich die LOS dafür entschieden, offener zu sein gegenüber bi und trans* Frauen sowie gegenüber all jenen Frauen, die sich keiner Geschlechtsidentität oder sexuellen Orientierung zuordnen wollen. Diesen Entschied haben einige Mitfrauen kritisiert: Sie sind der Meinung, dass die LOS damit nicht mehr genügend die Interessen der lesbischen Frauen vertrete.
Das neue Logo wurde mit einer knappen Mehrheit der Stimmen angenommen. Dem Antrag des Vorstands für einen konstruktiven Dialog wurde mit einer grossen Mehrheit zugestimmt. Nach der Sommerpause wird ein Symposium stattfinden, an dem Vorstand, Geschäftsleitung und Mitfrauen sowie Vertreterinnen der Mitorganisationen die zukünftige Ausrichtung der LOS debattieren werden.
Die LOS hatte zwei Referentinnen an ihre Generalversammlung eingeladen: Sylvia Locher, die Präsidentin der Organisation «Pro Single Schweiz», und Johanna Egli, Mitglied von aktivistin.ch. Dieses feministische Kollektiv aus Zürich hat in den vergangenen Monaten einige originelle militante Aktionen durchgeführt.
Gemäss einer Medienmitteilung