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Bret
(Lac de) (Kt. Waadt, Bez. Lavaux). 672 m. Kleiner See, 10 km ö. Lausanne auf dem Plateau des Jorat, n. Chexbres. Ca. 1,5 km lang und im Mittel 300 m breit. Er erreicht seine grösste Tiefe von 15 m beinahe im Zentrum des Beckens und füllt den Boden einer Wanne, die zwischen dem aus tertiären Sandsteinen, Mergeln und Conglomeraten der Aquitanischen Stufe bestehenden Hügelzug von Gourze und dem aus tertiären Conglomeraten der Burdigalischen Stufe aufgebauten Mont-Pélerin eingesenkt ist. Am Seeufer selbst treten sowohl im O. als im W. Bänke von grobkörnigem Sandstein zu Tage, die OSO. fallen. Die Wanne ist somit in anstehendem Fels ausgewaschen. Die den See an seinem N.- u. S.-Ende stauenden Massen von Glacialschutt lassen ihn als Moränensee erkennen, wie ein solcher auch der kleine See war, der ehemals an der Stelle der heutigen Sumpfebene von Le Verney (beim Bahnhof Chexbres) bestand und der durch Erosion der Moränenbarre von La Crausaz trocken gelegt wurde. Einer irrtümlichen Annahme zufolge wäre der Stauriegel nur ein durch die Mönche des Klosters Haut Crêt zum Zweck der Fischzucht künstlich aufgeführter Damm. Zwei in neuester gemachte Bohrungen haben aber ¶
forlaufend
erwiesen, dass wir es hier thatsächlich mit einer typischen Moräne zu thun haben. Dem Lac de
Bret fliessen die Entwässerungskanäle
der n. von ihm gelegenen Sumpflandschaft zu, denen sich allem Anscheine nach noch unterirdisch fliessende Wasser beigesellen.
Das Wasser des n. vom See vorbeifliessenden Grenet wird künstlich in ihn geleitet, seit 1875 zum Teil,
seit 1895, da die Wasserrechte einiger am Grenet unterhalb der Abgangsstelle des Kanals gelegener Mühlen zurückgekauft wurden,
vollständig. Der Abfluss des Lac de
Bret, zuerst Forestay und später Flon geheissen, umgeht in grossem Bogen die den See im
S. abschliessende Moräne, durchfliesst die Ebene von Le Verney und das Dorf Chexbres und mündet in den
Genfersee.
Der See wird von Hechten und zahllosen Anodontiern (Anodonta cellensis) bewohnt. Im Winter bietet er oft dem Schlittschuhsport ein prachtvolles Feld. Das Seewasser wird in Kanälen nach Lausanne und Morges geleitet und dient hier als Kraftquelle u. als wenig geschätztes Trinkwasser, dort als Wasser zur Strassenbesprengung und ebenfalls zur Speisung industrieller Betriebe, z. B. der Turbinenanlage der kleinen Seilbahn Lausanne-Ouchy. Der Verbrauch ist ein so starker, dass der Seespiegel beträchtlichen Schwankungen unterworfen ist.
Bei Niedrigwasser sieht man am Seegrund eine Decke von grauem Mergel, der aus unzähligen Schalen u.
Trümmern von Muscheln zusammengesetzten sog. Seekreide. Die allein zur Entnahme von Wasser gesetzlich berechtigte «Compagnie
des eaux du Lac de
Bret et chemin de fer Lausanne-Ouchy» darf vertragsgemäss den Spiegel des Sees nicht über eine bestimmte
Grenze anwachsen und ihn nicht unter diese sinken lassen, weshalb sie am Ausfluss des Forestay einen Damm
mit Schleuse errichtet hat, die bei Niedrigwasser geschlossen wird und so zu jeder Zeit gestattet, im See ein genügendes
Quantum von Brauchwasser vorrätig zu halten. Der Name
Bret leitet sich vom altfranzösischen brai, keltisch-bretonischen
bré = Sumpf her. Am See, z. B. bei Tollovaux, Spuren römischer Ansiedlung (Ziegel und Münzen).