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Die Entscheidung am British Open der Golfprofis im schottischen Troon dürfte in einem Duell fallen. Der Amerikaner Phil Mickelson und der Schwede Henrik Stenson haben den Rest des Feldes distanziert.
Stenson führt das Zwischenklassement mit 12 unter Par einen Schlag vor Mickelson an. Alle übrigen 79 Finalisten liegen dagegen schon fünf und mehr Schläge hinter Mickelson zurück.
Unterschiedlich könnten der gebürtige Kalifornier Mickelson und der stille Schweden Stenson nicht sein. Mickelson ist vor allem in den USA eine schillernde Figur. Absoluter Publikumsliebling, fünffacher Sieger von Majorturnieren, Vertreter des aggressiven Spielstils und Erzrivale, wenn nicht gar Erzfeind von Tiger Woods.
Henrik Stenson dagegen ist eine Art Fleissgolfer. Er siegte zwar neunmal auf der Europa-PGA-Tour und dreimal in den USA, aber an einem der vier grossen Turniere hatte er noch nie die Nase vorn. Er ist vor allem dank seiner Konstanz Dauergast in den Top 10 der Weltrangliste. Die Nummer 1 war er noch nie. Stenson ist natürlicher Linkshänder, spielt aber rechts, während es bei Mickelson genau umgekehrt ist. Zu Beginn seiner Karriere vor rund 15 Jahren spielte Stenson auf der Challenge Tour unter dabei anderem auch am damaligen Credit Suisse Private Banking Open in Ascona.
Stenson würde an dem mit 9,11 Millionen Franken dotierten 145. British Open auf dem Platz von Royal Troon Geschichte schreiben, falls er sich als erster schwedischer Sieger eines Majorturniers feiern liesse. An den Turnieren auf Grand-Slam-Stufe war er bereits einmal Zweiter, und zwar am British Open 2013 im schottischen Muirfield. Er musste sich damals ausgerechnet Phil Mickelson geschlagen geben, seinem grössten Widersacher vor der diesjährigen Schlussrunde.
Die meistgenannten Favoriten auf den Sieg am ältesten, seit 1860 ausgetragenen Golfturnier der Welt sind allesamt nach spätestens drei Runden aus der Entscheidung gefallen. US-Open-Sieger Dustin Johnson ist als Bester von ihnen als 14. mit elf Schlägen Rückstand am besten platziert, während Rory McIlroy und der Weltranglisten-Leader Jason Day weiter zurückliegen. Jordan Spieth ist nach drei unbefriedigenden Runden sogar nur 50. Der Vorjahressieger Zach Johnson aus den USA verspielte mit einer 74er-Runde am dritten Tag ebenfalls alle Chancen.
Mickelson, dreimaliger Gewinner des US Masters in Augusta, musste sich darüber ärgern und sich selbst tadeln, dass er nicht schlaggleich mit Stenson in die letzte Runde steigen kann. Am 14. Loch regte sich Mickelson über einen knapp vergebenen Birdie-Putt dermassen auf, dass er in der Frustration den Ball eiligst ins Loch löffeln wollte. Er verfehlte es gleich noch einmal. Die sofort bestrafte Dummheit schmerzte Mickelson noch mehr, als Stenson an diesem Loch ein Birdie gespielt hatte. Solche Nachlässigkeiten wird sich der ansonsten immer seriös auftretende Amerikaner in der Schlussrunde nicht mehr leisten.
sda-ats