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Jeder Mensch mit einem Schönheitsempfinden sollte wiedermal nach Paris fahren, den diese Stadt ist ein einziges Museum. Doch dem ist erst so, seit Georges Haussmann Mitte des 19. Jahrhunderts das alte Paris abriss und das moderne bis heute erhaltene Stadtbild schuf.
Jeder Mensch mit einem Schönheitsempfinden sollte wiedermal nach Paris fahren, den diese Stadt ist ein einziges Museum. Doch dem ist erst so, seit Georges Haussmann Mitte des 19. Jahrhunderts das alte Paris abriss und das moderne bis heute erhaltene Stadtbild schuf. Neben der neuen Architektur, veränderte vor allem die Eisenbahn die Pariser Sicht auf das Leben des Franzosen. Kreisten die Sujets der Maler bis anhin um das Leben der Oberschicht oder Mythen, fuhren die bildenden Künstler mit der Bahn durchs Land und brachten die Wirklichkeit und den Eindruck des Moments auf ihren Gemälden in die Hauptstadt zurück. Der Ort Auvers sur Oise war ein 17 Kilometer entferntes Dorf und ist heute ein Aussenbezirk von Paris, der auch heute am besten mit der Bahn in 40 Minuten erreichbar ist. Auvers sur Oise war einer der Lebensorte von Künstlern wie Vincent van Gogh. Der als schwierig geltende Holländer malte nur zehn Jahre in seinem Leben, schuf dabei aber 300 Bilder und die berühmtesten kommen von diesem Ort und nicht Holland. Während das Chateau d’Auvers die Entstehungsgeschichte des Impressionismus in den sozialen und politischen Wirren darstellt, geht ein Spaziergang durch die Gassen mit 180-jährigen Häusern, dem Leben und Wirken van Goghs und anderen Malern nach. So sehen wir, wo der Calvinist und nicht wie behauptet wird arme aber schlecht wirtschaftende van Gogh in der Auberge Ravoux seinen Wein trank. Hier kann man noch heute essen. Bei der Kirche vergleicht eine Tafeln das Gemälde mit dem Sujet. Lillien, die Vincent neben den Sonnenblumen liebte und malte säumen den Weg zum kleinen Zimmer in der Auberge Ravoux, wo der Meister starb.
Besonders eindrücklich ist der Ort seines letzten Bildes, ein Baum mit Krähen und der Wald dahinter, wo er einen missglückten Selbstmord unternahm und die Grabstätte, wo die beiden Brüder Vincent und Theo van Gogh unter Efeu heute liegen. Alle drei Orte liegen keine zwei Hundert Meter auseinander. Der Geist des Genies lebe auch heute weiter, weiss der Guide zu berichten. So wächst heute auf dem Gelände des einzigen Käufers eines Bildes van Goghs Doktor Paul Gachet der Baum, der dem Maler durch das Loch im Herz von seinem Selbstmord im Grab wuchs und die Kirche, die er malte, kauft seit Jahren niemand, weil es da angeblich spuckt.
Das Hotel für Gays , Montmatre und das Musee d’Orsay
Zurück in Paris bietet “4 roues sous 1 Parapluie” eine witzige Gelegenheit im Citroën 2CV durch die Stadt zum Beginn des Impressionimus dem Montmartre Quartier vorbei am Moulin Rouge zum Hotel Villa Royale zu fahren. Jedes Zimmer dieses Viersternhotels ist anderes eingerichtet, einige haben sogar ein Cheminée und jedes trägt einen Namen eines Impressionisten oder Künstlers aus Musik und Mode. Hier wird es jedem Gay warm ums Herz, den bei soviel Rosa oder anderen Farben in Plüsch und dann das Gold lässt es sich leben wie ein König oder eine Diva.
Der Höhepunkt unserer Reise zu den Malern des 19. Jahrhunderts bildet das Musée d’Orsay. Entstanden ist das Museum, für das man ruhig einen Tag reservieren kann, aus einem alten Bahnhof. Gleich im Erdgeschoss hängt viel nackte Haut. Die Jünglinge und Männer in verschiedenen Posen oder als Skulpturen sind Sinnlichkeit pur bevor sich der zweite Stock den Impressionisten wie Claude Monet, Pierre Auguste Renoir und Edgar Degas widmet. Hier hängen ihre Gemälde in einer grossen Auswahl und geniessen erst heute was ihnen zur Entstehungszeit verwehrt blieb, die Aufmerksamkeit und Anerkennung durch das Publikum.