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Der Aktivdienst im Zweiten Weltkrieg ist in der Schweiz Gegenstand vieler Erinnerungen und Diskussionen. Gleiches gilt für das Réduit, das den Willen der Schweiz zum Widerstand symbolisiert.
Das Réduit
Ob und wann die deutsche Wehrmacht die Schweiz angreifen wollte und warum sie es schliesslich nicht getan hat – darüber gehen die Meinungen in der Fachwelt auseinander. Sicher ist: Entsprechende deutsche Planskizzen existierten, der schweizerische Generalstab ging von einer ernsthaften Bedrohung aus.
In diesem Zusammenhang wurde der Rütlirapport von General Henri Guisan von 1940 berühmt. Guisan verkündete auf der für die Geschichte der Eidgenossenschaft bedeutenden Rütli-Wiese am Vierwaldstättersee, die Verteidigung auf den Alpenraum zu konzentrieren. Damit wäre die Mehrheit der Bevölkerung im Mittelland Angriffen schutzlos ausgesetzt gewesen. Dennoch symbolisierte in der Nachkriegszeit das sogenannte «Réduit» den Willen zum Widerstand der Schweiz.
General Guisan genoss eine enorme Popularität in der Schweiz. Daran konnte auch seine geheime Abmachung mit dem französischen Generalstab über das Verhalten der Armee im Falle eines deutschen Angriffs auf die Schweiz nichts ändern, welche die Deutschen 1940 in La-Charité-sur-Loire entdeckten.
Unterlagen zum Réduit, zu Angriffsplänen, Abwehrdispositiven und zu General Guisan sind in den Beständen Landesverteidigung (1600-1960) und Armeestab: Plansammlung des Geniechefs der Armee (1940-1941) zu finden. Weitere zentrale Unterlagen zur Planung und Organisation der Armee und Verteidigung sind im Bestand Persönlicher Stab des Generals Guisan (1916-1960) abgelegt. Die Nachlässe der beiden Vorsteher des Eidgenössischen Militärdepartements Rudolf Minger (1895-1965) und Ernst Wetter (1914-1954) enthalten ergänzende Unterlagen zur Landesverteidigung während des Zweiten Weltkriegs.
Das Schweizerische Bundesarchiv beherbergt darüber hinaus eine Vielzahl von audiovisuellen Unterlagen zum Zweiten Weltkrieg. Wichtig ist insbesondere die Fotosammlung Zweiter Weltkrieg (1937-1945) des Armeestabes. Im Bestand des Stabs der Gruppe für Ausbildung (1912-1993) sind zudem Armeefilme zu finden.
Auch Privatarchive verfügen über audiovisuelle Unterlagen: In jenem von Henri Guisan (1886-1988) beispielsweise sind eine Vielzahl von persönlichen Bildern aus dem Zweiten Weltkrieg greifbar. In der Schweizer Filmwochenschau (1940-1976) sind Filmbeiträge zum Aktivdienst und zu General Guisan zu finden.
Der Aktivdienst
Der Aktivdienst, also die Mobilisierung der Armee im Zweiten Weltkrieg, ist in der Schweiz Gegenstand vieler Erinnerungen und Diskussionen. Das Bundesarchiv liefert dazu zahlreiche Unterlagen: Im Bestand Landesverteidigung (1600-1960) sind beispielsweise die Aktivdienstberichte und Tagebücher der Heereseinheiten und Stäbe zu finden. Dort wie auch in der Fotosammlung Zweiter Weltkrieg des Armeestabs gibt es zahlreiche Bilder.
Weitere Tagebücher sind in den Beständen Stäbe und Einheiten des Armeestabs (1924-1949) und Diverse Truppeneinheiten (1914-1944) einzusehen. Der militärische Einsatz von Frauen ist in den Beständen des Frauenhilfsdienstes der Armee (1939-1980) und des Schweizerischen Verbands der Frauen in der Armee (1940-1999) dokumentiert.
Tipps zur weiteren Recherche
- Historisches Lexikon der Schweiz mit Artikeln u.a. zum Zweiten Weltkrieg, zum Réduit und zum Militärischen Frauendienst mit umfangreichen Literaturhinweisen.
- Bibliothek am Guisanplatz (BiG): Umfangreiche Literatur und Dokumentationen zur Militärgeschichte.
- Archiv für Zeitgeschichte (AfZ): Nachlässe wichtiger Exponenten aus Politik und Wirtschaft im Zweiten Weltkrieg.
- Centre Général Guisan (franz.): Ehemaliges Wohnhaus des Generals kann als Museum besichtigt werden.
Publikationen des Bundesarchivs
Letzte Änderung 19.01.2017