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Die von Mykobakterium tuberkulosis (MTB) verursachte Tuberkulose (TB) führt zu geschätzten 1.4 Millionen Tote pro Jahr. Resistenzen gegen die Antibiotika, welche gegen MTB eingesetzt werden, nehmen weltweit zu. Impfungen gegen MTB und Versuche, das Immunsystem für die Abwehr von MTB zu stärken, sind bisher weitgehend erfolglos geblieben. Umso erstaunlicher ist es, dass trotz fehlendem Schutz von aussen mehr als 90% der Menschen, die mit MTB in Kontakt kommen, die Infektion ohne Zeichen einer Erkrankung kontrollieren können. Auf Grund dieser Beobachtung nehmen wir an, dass das menschliche Immunsystem in der Lage ist, MTB zu kontrollieren und so eine natürliche Immunität gegen MTB besteht.
Mit dem Forschungsprojekt versuchen wir, die Mechanismen von natürlicher Immunität besser zu verstehen. Unsere Hypothese ist, dass mit besserem Verständnis der Mechanismen der natürlichen Immunität wir diese mit gezielten immunologischen Eingriffen wiederherstellen können - und dies ohne Antibiotika und die Gefahr erneuter Resistenzentwicklung gegen diese Antibiotika.
In dem aktuellen Projekt werden wir neue in vitro und in vivo Modelle verwenden und mit modernen Analysemethoden untersuchen um einen unvoreingenommenen Blick auf die immunologischen Prozesse während asymptomatischer MTB Infektion zu werfen. Mit Hilfe von computergestützten Analysemethoden aus der Systembiologie werden wir regulatorische Moleküle identifizieren, die mit der Kontrolle der MTB Infektion assoziiert sind. Den potentiellen therapeutischen Nutzen dieser so identifizierten Moleküle werden wir mit innovativen state-of-the-art Technologien in in vitro und in vivo Modellen testen.
Zusammenfassend werden diese Untersuchungen das Fundament für einen vollkommen neuen, zell-basierten Therapieansatz der Tuberkulose liefern mit dem Ziel, die natürliche Immunität zwischen Wirt und Pathogen wiederherzustellen.