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Eine arme Witwe musste einst ganz allein für ihre Kinder sorgen. Kurz bevor der Winter begann, nahm sie einen grossen Sack und ging in den Wald. Beim Tannenzapfen sammeln wurde sie von einem heftigen Gewitter überrascht. Die beissende Kälte liess sie erfrieren. Schliesslich fand sie Unterschlupf in einer Höhle. Darin brannte ein Feuer, an dem ein kleines Männlein sass.
Dieses begrüsste sie und begann mit ihr zu sprechen. „Schlimmes Wetter heute“, rief es. «Aber nein! Ich finde den Winter schön und die Kinder lieben weisse Weihnachten. Jetzt muss ich aber nach Hause.» nachdem die Frau aufgestanden war, half das Männlein ihr, den schweren Sack zu tragen. Zu Hause angekommen, ermahnte sie das Männlein: „Geht ins Haus, schliesst alle Türen und Fenster und öffnet erst dann den Sack.“ Mit diesen Worten verschwand es. Die Frau befolgte die Anweisung. Im Sack fand sie keine Tannenzapfen, sondern Goldtaler. Von da an ging es der Familie gut. Sie hatten genügend Gold, um zu überleben. An Weihnachten verteilte sie Geschenke an die Armen.
Die Nachbarin wunderte sich aber sehr über den plötzlichen Geldsegen. Sie fragte und zog darauf mit einem grossen Sack zur Höhle hinauf. Nachdem sie ein paar Tannenzapfen gesammelt hatte, erschien auch schon wieder das Unwetter. Schnell suchte sie Zuflucht in der selben Höhle, wo wiederum das Männlein am Feuer sass. Es begrüsste sie ebenfalls. „Schlimmes Wetter heute“, rief es. „Ja, ihr habt recht“, sagte die Frau. „Der Winter ist eine schlechte Zeit. Aber jetzt muss ich nach Hause!“ Das Männlein sprang wieder auf und half ihr, den Sack nach Hause zu tragen. Zu Hause angekommen, sprach es die selben Worte: „Geht ins Haus, schliesst alle Türen und Fenster und öffnet erst dann den Sack. Die Frau eilte hinein und folgte der Anweisung. Lauter Ameisen befanden sich in dem grossen Sack, die sie zwickten und zwackten. Das Männlein hat man seit diesem Tag nicht mehr gesehen.