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| Apostolische Väter - Der Hirte des Hermas

I. Gesichte.
Drittes Gesicht.
2. Kap. Das Gesicht vom Bau des Turmes.
1. „Was“, fragte ich, „haben sie ertragen?“ „Höre“, erwiderte sie, „Geißeln, Gefängnis, große Trübsal, Kreuzesstrafe, wilde Tiere um des Namens willen. Deshalb gehört jenen die rechte Seite der Beseligung und jedem, der wegen des Namens leidet; den übrigen gehört die linke Seite. Aber beide, sowohl die zur Rechten als auch die zur Linken Sitzenden haben die gleichen Gnaden und dieselben Verheißungen; nur genießen die zur Rechten Sitzenden eine gewisse Ehre. 2. Du bist voll Begierde, mit ihnen zur Rechten zu sitzen, aber deiner Unvollkommenheiten sind es viele; aber du wirst von ihnen gereinigt werden; auch werden alle diejenigen auf diesen Tag von ihren Fehlern befreit, die nicht doppelten Sinnes sind. 3. Nach diesen Worten wollte sie gehen; ich fiel ihr aber zu Füßen und bat sie bei dem [S. 188] Herrn, sie möge mir das versprochene Gesicht zeigen. 4. Da fasste sie mich wiederum bei der Hand, hob mich auf und hieß mich auf der Bank zur Linken Platz nehmen; sie selbst nahm auch Platz zur Rechten. Und nachdem sie einen prunkvollen Stab erhoben hatte, begann sie zu mir: „Du siehst etwas Großes.“ Ich entgegnete ihr: „Herrin, ich sehe gar nichts.“ Sie sprach zu mir: „Da, siehst du nicht, wie dir gegenüber ein großer Turm über den Wassern aus prächtigen Quadersteinen erbaut wird?“ 5. Im Viereck aber wurde der Turm aufgeführt von den sechs Jünglingen, die mit ihr gekommen waren; aber außerdem trugen unzählige Männer Steine herbei, die einen aus der Meerestiefe, die anderen von der Erde, und übergaben sie den sechs Jünglingen; diese nahmen sie in Empfang und setzten sie in den Bau. 6. Die aus der Tiefe heraufgezogenen Steine fügten sie alle so in den Bau; denn sie eigneten sich so und passten in den Mauerverband mit den übrigen Steinen; sie wurden so untereinander verbunden, dass man die Fugen nicht sah. Es schien, als ob das Gefüge des Turmes aus einem Stein hergestellt sei. 7. Von den anderen Steinen, die sie von der trockenen Erde holten, warfen sie einen Teil weg, den anderen fügten sie ein in den Bau; wieder andere schlugen sie zusammen und warfen sie weit weg vom Turme. 8. Und wieder andere Steine lagen in großer Zahl rings um den Turm, aber sie verwendeten sie nicht für den Bau; einige von ihnen hatten Flecken, andere hatten Risse, andere waren verstümmelt, andere waren glänzend und abgerundet, so dass sie in den Bau nicht passten. 9. Auch sah ich, wie einige Steine weit vom Turme weggeschleudert auf den Weg fielen, aber in dem Wege nicht liegen blieben, sondern weiter rollten vom Weg auf unwegsamen Boden; andere sah ich ins Feuer fallen und verbrennen; endlich sah ich, wie einige nahe am Wasser niederfielen, wie sie aber nicht ins Wasser weiterrollen konnten, obwohl sie weiter springen und ins Wasser fallen wollten.