Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03347.jsonl.gz/15

B- Bewilligung! Was ist denn das?
Obwohl man schon jahrelang von der Flüchtlingslage Bescheid weiss, ist es vielen noch unklar, wie das Asylverfahren funktioniert. Was soll ein B-Ausweis sein? Dublin-Verfahren, noch nie gehört? In diesem Artikel werden dir die wichtigsten Begriffe erklärt.
Bild: unsplash.com
Zum einfacheren Verständnis werden wir Mohamed auf seiner Reise begleiten.
Mohamed musste aus seinem Land fliehen, da Krieg herrschte und er um sein Leben bangte. Somit ist er ein Kriegsflüchtling. Er ist nicht der einzige, welcher auf der Flucht ist. 2017 mussten etwa 66 Mio. Menschen aus ihrer Heimat fliehen. Nicht all diese Menschen waren Kriegsflüchtlinge, wie Mohamed.
Wirtschaftsflüchtlinge
Gemeint sind hier Flüchtlinge, welche fliehen, da sie sich wirtschaftlich eine bessere Chance erhoffen. Normalerweise erhalten diese Flüchtlinge kein Asyl.
Binnenflüchtlingen
Als Binnenflüchtlingen bezeichnet man jene, welche innerhalb ihres Landes auf der Flucht sind.
Umweltflüchtlinge
Aufgrund von Naturkatastrophen oder des Klimas verlassen Umweltflüchtlinge ihr Heimatsland.
Bild: unsplash.com
Nach einer langen Reise betritt Mohamed Griechenland. Es ist das erste europäische Land, auf welchem er landet. Mohamed will so schnell wie möglich ein Asyl bekommen. Aus diesem Grund will er in jedes europäische Land, um ein Asylgesuch einzureichen. Ziemlich schnell merkt er, dass dies aufgrund der Dublin-Verordnung nicht möglich ist. Was ist denn eine Dublin Verordnung?
Die Dublin Verordnung regelt, welcher Staat eines Asylantrags innerhalb der EU verantwortlich ist. Ziel ist, dass das Asylgesuch nicht mehrmals geprüft wird. Mohamed kann also nicht von Land zu Land reisen.
Mohamed bleibt nicht lange in Griechenland und reist in die Schweiz, um hier ein Asylgesuch einzureichen. Immer wieder fiel der Begriff «Asyl.» Mohamed ist sich gar nicht ganz sicher, was «Asyl» heisst und in welchen Kombinationen es gebraucht wird. Na dann… erklären wir es doch mal Mohamed
Stammen tut das Wort «Asyl» aus dem Griechischen. Es bezeichnet ein Heim, bzw. ein sicherer Zufluchtsort für obdachlose Menschen.
Sucht jemand Asyl, so spricht man von einem «Asylbewerber», welcher darum bitten sich in einem Land aufhalten zu dürfen. Diese Bitte nennt man «Asylgesuch» Bei einem Asylgesuch, muss die Person Gründe nennen, weshalb sie aus ihrer Heimat fliehen musste und nun Schutz in z.B der Schweiz braucht.
Bild: unsplash.com
Mohamed hat nun alles verstanden. Er hat verstanden, dass er nun ein Asylbewerber ist, da er sein Asylgesuch eingereicht hat. Nun wird ihm mitgeteilt, dass das «Asylverfahren» beginnt. Was ist das denn jetzt?
Mit dem Asylverfahren wird entschieden ob das Gesuch akzeptiert oder abgelehnt wird. Wird einem Flüchtling das Asyl verweigert, so nennt man dies «Asylausschluss»
Mohamed ist verunsichert. Er wurde registriert und in verschiedenen nationalen und internationalen Datenbanken überprüft. Seine Fingerabdrücke wurden genommen und er wird befragt. In der Befragung erklärt Mohamed, dass er aus seinem Heimatsland fliehen musste, da Krieg herrschte.
Mohamed wird ein N-Ausweis in die Hände gedrückt. Er hat allerdings keinen Schimmer, was dieser Ausweis für ihn bedeutet.
Ein N-Ausweis erhalten jene, welche sich in der Schweiz in einem laufendem Asylverfahren aufhält.
Bild: unsplash.com
Mohamed ist nun bereits eine Woche in der Schweiz. Untergebracht wurde er in einem Empfangs- und Verfahrenszentrum. Dort wartet er auf weitere Informationen.
90 Tage sind vergangen. Für Mohamed heisst es nun, umziehen. Er wurde dem Kanton Zürich zugewiesen und landet in eine neue Unterkunft. Diese Unterkunft nennt man Durchgangszentrum. Es handelt sich um eine Kollektivunterkunft. Mohamed wird darauf vorbereitet, wie er sich selbstständig verhaltet, wenn er in der Schweiz bleiben darf oder wieder zurück in den Herkunftsstaat muss. Stolz spricht Mohamed die ersten Worte, welche er im Deutschunterricht gelernt hat.
Obwohl Mohamed auch schon Freunde gefunden hat, will er trotzdem wissen wie lange er noch den N-Ausweis haben muss. Und gibt es noch weitere Ausweise, bzw Bewilligungen? Ja, gibt es.
F-Bewilligung
Wird jemand vorläufig aufgenommen, so erhält diese Person eine F-Bewilligung, welche ein Jahr gültig ist, in der Praxis regelmässig verlängert wird.
B-Bewilligung
Die B-Bewilligung ist eine Aufenthaltsbewilligung mit Arbeitserlaubnis. Anerkannte Flüchtlinge erhalten eine B-Bewilligung, welche ihnen nur entzogen werden kann, wenn es sich um einen Widerruf des Asyls handelt. „Widerruf des Asyls“ wird vollzogen, wenn man erkennt, dass der Asylbewerber falsche Angaben gemacht hatte.
C-Bewilligung
Die C-Bewilligung wird auch Niederlassungsbewilligung genannt, da sie in der Schweiz den besten ausländerrechtlichen Status darstellt. Nach 10 Jahren Aufenthalt kann eine C-Bewilligung verleiht werden.
Bild: unsplah.com
Für Mohamed heisst es nun warten, warten, warten. Allerdings weiss er nun endlich, was „Asyl“ oder „B-Bewilligung“ heisst.
Weiss du das nun auch?
Bildquellen
- ali-tareq-213997-unsplash: unsplash.com
- stephen-leonardi-435066-unsplash: unsplash.com
- soragrit-wongsa-489069-unsplash: unsplash.com
- felipe-p-lima-rizo-363093-unsplash: unsplash.com
- vignesh-moorthy-419909-unsplash: unsplah.com
- mitch-lensink-220106-unsplash: unsplash.com