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Bei dem Fall ging es um über hundert Verkäufe von Eigentumswohnungen und Mehrfamilienhäusern in der Zeit von 1999 bis 2004. In die Geschäfte waren gut 200 Personen verstrickt, darunter zwei Snowboard-Gold- und Silbermedaillen-Gewinner an Olympiaden und Weltmeisterschaften. Viele Beteiligte waren eher Opfer als Täter und verloren viel Geld.
Die Drahtzieher des Schwindels, Ostschweizer Geschäftsleute, sollen stapelweise Unterlagen gefälscht haben: Eigenmittelbelege, Lohnausweise, Steuererklärungen, Versicherungsausweise, Auszüge aus dem Betreibungsregister. So erschlichen sie Hypotheken, die den Marktwert der Immobilien zum Teil weit überstiegen.
Über Zeitungsinserate wurden Käufer geködert. Ihnen wurde eine «Vollfinanzierung» ohne Eigenmittel in Aussicht gestellt. Zudem erhielten die Käufer Provisionen von fünf Prozent ihrer Hypotheken.
Manche Käufer blieben auf ihren zumeist schwer verkäuflichen Liegenschaften sitzen, konnten die Bankzinsen nicht mehr bezahlen und mussten Konkurs anmelden.
Als das betrügerische Geschäftsmodell 2004 aufflog, gerieten sie in die Mühlen der Justiz. Acht Jahre lang wurden gegen 220 Personen Strafverfahren geführt. Die Mehrheit der Beteiligten erhielten Strafbefehle und bedingte Strafen.
Hauptangeklagter schweigt
Er fühle sich zu Unrecht angeklagt, sagte ein 55jähriger Kaufmann vor Gericht. Er sei seit 30 Jahren im Immobiliengeschäft tätig. Er habe sich auf den Kauf von älteren Liegenschaften, deren Sanierung und Weiterverkauf mit Gewinn spezialisiert. Als er vom Gerichtspräsidenten auf konkrete Geschäfte angesprochen wurde, verweigerte der 55jährige jegliche Aussage.
Etwas gesprächiger zeigte sich ein 63jähriger, in der Ostschweiz wohnhafter Deutscher. Auch er konnte sich aber häufig nicht mehr erinnern, wenn ihn der Richter auf konkrete Vorgänge und Widersprüche ansprach. Die Angeklagten wickelten ihre Geschäfte über eine Vielzahl von Firmen ab. Anzahlungen, Darlehen, Sanierungsbeiträge wurden mit den Verkaufspreisen der Immobilien verrechnet, um die Hypothekengeber zu täuschen. In vielen Fällen gab es interne Absprachen, die von den offiziellen Verträgen abwichen.
Die Verhandlung wird am Dienstag, Donnerstag und Freitag fortgesetzt. Danach folgen, mit längeren Unterbrüchen, weitere Verhandlungstage bis Mitte Januar 2014. Weil die Säle des Kreisgerichts für den Fall zu klein sind, wird in einem leer stehenden Geschoss der St. Galler Hauptpost verhandelt.