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Spaniens bedeutendster Dirigent der Gegenwart
- Mittwoch, 11. Juni 2014, 17:12 Uhr
Der Dirigent Rafael Frühbeck de Burgos ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Zeitlebens hatte der Spanier deutscher Herkunft zahlreiche Chefpositionen inne. In der Schweiz war er regelmässiger Gast in der Tonhalle und leitete bedeutende Produktionen am Opernhaus Zürich.
Rafael Frühbeck de Burgos war ein weltweit gefragter Dirigent. Erst letzte Woche hatte er seinen Abschied von der Bühne wegen seiner Erkrankung bekanntgegeben. Während seiner Karriere hatte Frühbeck de Burgos viele Chefpositionen inne. Von 1966 bis 1971 war er Generalmusikdirektor der Stadt Düsseldorf und Chefdirigent der Düsseldorfer Symphoniker. Weitere Stellen folgten in Montreal, Tokio, Wien und bei der Deutschen Oper in Berlin.
Alles andere als ein Angeber
Der Spanier deutscher Herkunft war bis 1992 auch ein regelmässiger Gast in der Tonhalle Zürich. In den 1990er-Jahren leitete er bedeutende Produktionen am Opernhaus Zürich, zum Beispiel Gounods «Faust» unter der Regie von Götz Friedrich oder Verdis «Otello» und Wagners «Der fliegende Holländer» mit Regisseurin Ruth Berghaus.
Elmar Weingarten, der Intendant des Tonhalle Orchesters Zürich, hatte als Leiter der Berliner Rundfunk-Orchester und -Chöre mit Frühbeck de Burgos zusammengearbeitet. Er bezeichnet den Dirigenten als herzhaft zupackenden Musiker. «Schön an ihm war, dass er überhaupt kein Angeber war», sagt Elmar Weingarten. «Er hat nie eine Show veranstaltet, sein Dirigieren diente immer der Sache. Derart positiv kann man das nicht von allzu vielen Dirigenten sagen.»
Der brillanteste «Sacre»-Dirigent
Gemäss Weingarten war Frühbeck de Burgos zwar ein Spezialist für spanische Musik. Er habe aber einen Zugang zu einem sehr breiten Repertoire gehabt. Davon hätten besonders auch seine beiden Orchester der ehemaligen DDR sehr profitiert. «Durch Tourneen hat Frühbeck de Burgos diese Orchester systematisch und klug in die internationale Musikwelt eingeführt», sagt Elmar Weingarten.
Und ein Stück habe Frühbeck de Burgos in den 1970er bis in die 1990er Jahre so gut dirigiert wie niemand anderes: Igor Strawinskys «Sacre du Printemps». «Man brauchte nur Takte zu nennen und Frühbeck de Burgos wusste sofort, was da los war», meint Weingarten. «Er war wirklich einer der brillantesten Sacre-Dirigenten.»
Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kultur kompakt vom 11.6.2014, 17:45 Uhr
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