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Widerristhöhe: Rüden ab 79 cm / Hündinnen ab 71 cm
Gewicht: Rüden ab 54,5 kg / Hündinnen ab 40,5 kg
Lebenserwartung: 6 – 10 Jahre
Herkunft: Irland
Art: Begleithund / Windhund
Charakter: der Irischer Wolfshund ist freundlich, gelassen, treu, wachsam, menschenbezogen
Farben: grau, gestromt, rot, schwarz weiß, rehbraun
Verhalten und Wesen
Der Irische Wolfshund, auch als Irish Wolfhound bekannt, zählt zu den größten Hunderassen weltweit. Er ist ein absoluter Familienhund, der sich mit Kindern und Artgenossen sehr gut versteht und sich auch Fremden gegenüber sehr offen zeigt. Die Riesen sind ihrer Größe oftmals nicht bewusst, weshalb sie vor allem beim Schmusen und Spielen etwas tollpatschig rüberkommen.
Ursprung und Geschichte
Die Geschichte der Irischen Wolfshunde führt bis einige Jahre vor Christus zurück. In der Zeit vom Mittelalter bis ins 17. Jahrhundert stellten die Irischen Wolfshunde ein geschätztes Geschenk in Königshäusern dar. So kamen die Hunde zum Beispiel nach Dänemark, England, Spanien, Frankreich, Polen und in zahlreiche weitere Länder. Dort war ihre Aufgabe, die Herden der Bauern vor den Wölfen zu beschützen, wobei jede Grafschaft verpflichtet war, 24 Stück der Hunde zu halten.
Da die Jäger aber mit der Zeit immer bessere Waffen besaßen und die Herden kaum noch von Wölfen angegriffen wurden, wurden auch die großen Hunde kaum noch bei der Jagd eingesetzt.
Der Bestand sank ständig und das Interesse an der Rasse ging verloren. Um die Hunde vor dem Aussterben zu retten, erstellte Oliver Cromwell Mitte des 17. Jahrhunderts ein Ausfuhrverbot aus Irland.
Dass die Hunderasse heute noch besteht, ist George Graham zu verdanken. Er kreuzte die wenigen noch vorhandenen Wolfshunde mit
- Deutschen Doggen,
- Deerhounds
- und Barsois.
Die daraus entstandenen Hunde waren sehr groß und kräftig gebaut und wurden wie die früheren Hunde als Irische Wolfshunde bezeichnet. Als sie Ende 1870 auf einer Ausstellung präsentiert worden sind, wurden sie sofort als eigenständige Rasse anerkannt.
Haltungsempfehlung für den Irischen Wolfshund
Viele der Irischen Wolfshunde haben auch heute noch einen ausgeprägten Jagdinstinkt sowie ein hohes Laufbedürfnis. Bei anderen wiederum sind diese beiden Eigenschaften eher weniger stark ausgeprägt. Dies ist aber sehr vom Charakter des einzelnen Hundes abhängig.
Im Allgemeinen ist es sehr wichtig, dass die Abwechslung im Alltag nicht fehlt und die je nach Charakter variierenden Bedürfnisse des Hundes gestillt werden. Ansonsten kehrt bei den Vierbeinern schnell Langeweile ein.
Aufgrund der Größe und des teilweise noch vorhandenen Jagdinstinktes ist eine konsequente Erziehung sehr wichtig. Diese sollte aber auf eine sehr liebevolle Art geschehen, denn der Wolfshund ist eher sensibel gebaut. Weiterhin kann der Wolfshund ein echter Sturkopf sein, welcher Kommandos erst mal hinterfragt, bevor er sie ausübt.
Als Zuhause eignet sich am besten eine große Wohnung oder ein Haus mit direktem Anschluss an den Garten. Der Wolfshund ist sehr menschenbezogen und sucht die ständige Nähe zu seinem Rudel. Eine Haltung im Zwinger kommt deshalb auf keinen Fall in Frage.
Vorsicht bei Wohnungen oder Häusern mit Treppen. Die Gelenke der Vierbeiner sind aufgrund der extremen Größe sehr anfällig für Verletzungen.
Irischer Wolfshund » Beschäftigungsmöglichkeiten
Der Irische Wolfshund ist für viele verschiedene Sportarten sowie auch für Fährtenarbeit und andere Aktivitäten zu begeistern.
Agility ist für die Rasse jedoch weniger geeignet, da die Gelenke der Riesen anfälliger sind als die von anderen Hunden. Wichtig bei der Wahl der Freizeitaktivität ist einfach, dass es beiden Spaß macht. Denn nur so kann das Vertrauen aufgebaut und die Beziehung gestärkt werden.
Krankheiten
Die Rasse ist aufgrund ihrer Größe und Abstammung anfällig für verschiedene Krankheiten. Viele dieser Krankheiten können jedoch durch eine seriöse Zucht und eine artgerechte Ernährung verhindert werden.
Dilatative Kardiomyopathie (DCM)
Bei einer dilatativen Kardiomyopathie, kurz DCM, handelt es sich um eine Herzmuskelerkrankung, bei welcher eine Pumpschwäche Auslöser für eine Erweiterung der Herzkammern ist. Es handelt sich um eine Krankheit, bei welcher der Vierbeiner nicht vollständig geheilt werden kann. Mehr Infos über die Dilatative Kardiomyopathie findest Du hier.
Ellbogendysplasie (ED)
Bei der Ellbogengelenksdysplasie handelt es sich um eine Fehlbildung des Ellbogengelenkes. Dieses ist aufgrund hoher Belastung, einer extremen Wachstumsphase, nicht richtiger Ernährung, zu langen Spaziergängen oder zu starkem Treppensteigen überlastet. Symptome dafür sind Lähmungsanzeichen oder eine sonderbare Auswärtsstellung der Vorderpfoten. Mehr Infos über Ellbogendysplasie findest Du hier.
Epilepsie
Auch Epilepsie ist eine Krankheit, die immer mehr beim Irischer Wolfshund anzutreffen ist. Leider ist die Krankheit bis jetzt nicht vollständig erforscht. Es steht aber fest, wird der Hund mit Medikamenten und Therapien behandelt, kann eine deutliche Minderung der Anfälle in Anzahl und Stärke erreicht werden.
Hüftgelenksdysplasie (HD)
Bei einer Hüftgelenksdysplasie sitzt die Gelenkkugel nicht richtig in der Gelenkpfanne, was zu erheblichen Problemen und Schmerzen führen kann. Die Krankheit ist vererbbar und bereits bei vielen Hunderassen anzutreffen. Ist die Erkrankung genetisch bedingt, lässt sich diese durch eine ausgewogene Ernährung vorbeugen. Mehr Infos über Hüftgelenksdysplasie findest Du hier.
Magendrehung
Bei einer Magendrehung dreht sich der Magen einmal um die eigene Achse. Als Folge werden Blutgefäße sowie Magen Ein- und Ausgang abgeschnürt. Besonders große Rassen wie die Deutsche Dogge oder der Irische Wolfshund sind davon betroffen. Mehr Infos über Magendrehung findest Du hier.
Osteosarkom (Knochenkrebs)
Osteosarkom ist der am häufigsten auftretende Knochentumor beim Hund. Dabei handelt es sich um einen sehr bösartigen und schmerzhaften Tumor mit einer hohen Metastasierungsrate.
Betroffen von diesem Knochenkrebs sind vor allem große Rassen. Dies hat teilweise einen genetischen Hintergrund, andererseits tritt der Knochenkrebs häufig auch nach Knochenbrüchen oder Verletzungen des Knochens auf.
Hauptsymptom ist die Lahmheit der betroffenen Körperstelle, wobei diese auf die starken Schmerzen sowie die auftretende Schwellung zurückzuführen ist.
Portosystemischer Shunt (Lebershunt)
Ist der Hund von einer Lebershunt betroffen, leidet er an einer angeborenen Fehlbildung, wodurch es zu einer Störung der Leberdurchblutung kommt.
Das Blut fließt nicht wie gewohnt direkt durch die Leber, sondern durch ein Gefäß neben der Leber durch. So wird das Blut nicht entgiftet und Abfallstoffe gelangen direkt in den großen Blutkreislauf, wobei Schäden am Gehirn und anderen Organen die Folge sind.