Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03222.jsonl.gz/1039

verstorben am 7. Dezember 2018 im Alter von 70 Jahren
Andreas Auer war ordentlicher Professor für Öffentliches Recht und einer der weltweit führenden Experten zur direkten Demokratie. Er gründete das Forschungs- und Dokumentationszentrum Direkte Demokratie «c2d» und war Mitbegründer und erster Direktor des Zentrums für Demokratie Aarau (ZDA).
Andreas Auer studierte an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Neuenburg und erlangte im Jahr 1971 das «Licence en Droit». Nach einem weiteren Studium an der Southern Methodist University in Dallas erlangte er den Titel Master of Law. Von 1973 bis 1980 arbeitete er an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Genf, zunächst bis 1978 als Assistent, anschliessend bis 1980 als Dozent. Dazwischen promovierte er 1975 an der Universität Neuenburg.
Im Jahr 1980 wurde er zum ordentlichen Professor an der Faculté de Droite der Universität Genf gewählt. Im Jahr 2008 folgte schliesslich sein Wechsel an die Universität Zürich als ordentlicher Professor ad personam für Öffentliches Recht.
Verbunden mit diesem Wechsel nach Zürich war die Gründung des Zentrums für Demokratie Aarau (ZDA), das sich unter der Leitung von Andreas Auer zu einer international anerkannten Institution für Demokratieforschung entwickelte. Teil des ZDA war das von Auer mitbegründete Forschungs- und Dokumentationszentrum Direkte Demokratie «c2d». Dieses bietet unter anderem mit einer öffentlich zugänglichen Datenbank ein weltweit geschätztes Forschungsinstrument, das weitreichende Analysen über Volksabstimmungen aus aller Welt seit 1971 ermöglicht.
In seiner Forschung beschäftigte sich Andreas Auer insbesondere mit der politischen Partizipation sowie den Institutionen und Verfahren der direkten Demokratie. Er galt als einer der weltweit führenden Experten für Demokratiefragen, und wurde bisweilen auch als «Monsieur Démocratie» bezeichnet. Andreas Auer war es dabei ein wichtiges Anliegen, seine Forschungsergebnisse nicht nur mit Fachkolleginnen und -kollegen an Konferenzen zu teilen, sondern diese auch der breiten Bevölkerung zugänglich zu machen. Dazu bezog er etwa wiederholt dezidiert Stellung zu verschiedenen demokratierelevanten Themen in verschiedenen Schweizer Medien.
Sein Engagement für die Demokratie wirkte auch über die hiesigen Landesgrenzen hinaus: Andreas Auer wirkte als Berater in verschiedenen Ländern, etwa im Südsudan oder der Mongolei, die demokratische Strukturen einführen oder ihre Demokratie weiterentwickeln wollten.
In der Lehre profitierten die Studierenden unter anderem von seiner langjährigen Expertise. Verbunden mit seiner Leidenschaft fürs Unterrichten war sie Garant für spannende interdisziplinäre Veranstaltungen zwischen Politik und Recht.