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Filzgeschichte
Archäologische Funde, die den Filzgebrauch belegen, datieren in die Jungsteinzeit. Bei den Funden handelt es sich um Reste, die als gepresste Tierhaare identifizierbar waren. Dass gefilzte Gegenstände noch älteren Datums kaum auffindbar sein werden, liegt an der guten Kompostierbarkeit des Materials.
In der Fachliteratur wird teilweise die Meinung vertreten, dass Filze als textile Flächengebilde älter seien als Gewebe, wofür aber bislang Belege fehlen. Die ältesten, allerdings noch etwas unsicheren Hinweise auf die Filzherstellung wurden bei den Ausgrabungen der steinzeitlichen Stadt Çatal Hüyük in Zentralanatolien gefunden. Sie sind in die Zeit um 6000 v. Chr. einzuordnen. Wesentlich konkreter werden solche Hinweise im zweiten vorchristlichen Jahrtausend. So wurden bei den Ausgrabungen von Käwrigul in dem vorwiegend von Uiguren bewohnten Mongolischen Autonomen Bezirk Bayingolin in West-China Filzmützen aus der Zeit um 1800 v. Chr. gefunden. Mützen aus diesem Material wurden auch in Hünengräbern in Dänemark und Norddeutschland entdeckt. Sie stammen aus der Zeit um 1500 v. Chr. Bei Bleckmar sowie bei Behringen in Niedersachsen gemachte Funde von Filzen aus der Bronzezeit belegen neben den Funden aus den Hünengräbern, dass auch in Nord- und Mitteleuropa schon früh deren Herstellung bekannt war. Funde in der früheren Phrygier-Hauptstadt Gordion aus der Zeit um 700 v. Chr. zeigen, dass damals im Mittelmeergebiet Filze bekannt waren. Hinweise in der Literatur der Assyrer bestätigen dies.
Frühe Anhaltspunkte für die Existenz liegen, wie oben gesagt, von den Tocharern aus NW-China vor. Ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. findet man hierzu auch Hinweise in der altchinesischen Literatur.
Die ergiebigsten Funde früher Filze stammen aus den Pazyryk-Gräbern. Die im ewigen Eis des Altai-Gebirges entdeckten Kurgane der Skythen aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. enthielten Filze, die eine erstaunliche Gleichmäßigkeit der Dicke aufwiesen. Daraus darf auf eine weit fortgeschrittene Fertigungsmethode geschlossen werden. Diese Funde deuten auch auf eine vielseitig Verwendung der teilweise durch Applikationen kunstvoll gemusterten Filze hin. Bei den Völkern der Antike waren in der klassischen Zeit Filze gut bekannt, wie mehrere Erwähnungen in der Literatur der Griechen und Römer sowie in Pompeji ausgegrabene Filzmacherwerkstätten dies belegen.
Als Meister der Filzherstellung in Asien galten die Mongolen und die Tibeter. Für beide Völker ergeben sich Hinweise auf eine frühe Nutzung dieses Materials, das für nomadisierende Gruppen besonders wichtig war. Sie verwendeten Filze nicht nur für ihre Kleidung, sondern auch für die Herstellung ihrer Zelte.