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Syrien Affäre: Holcim kassiert Niederlage vor Gericht und legt Berufung ein
Schlappe für Holcim: Das Berufungsgericht in Paris bestätigte die Anklage gegen die mit Holcim fusionierte Lafarge. Dem Konzern wird vorgeworfen, den Betrieb seiner Zementfabrik während des Bürgerkriegs in Syrien mit Zahlungen an Terroristen gewährleistet zu haben.
Quelle: zvg
Holcim kassierte vor dem Pariser Berufsgericht eine Niederlage. Dieses bestätigte die Anklage gegen die mit Holcim fusionierte Lafarge wegen «Beihilfe zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit» in Syrien.
Das Berufungsgericht in Paris hat am Mittwoch die Anklage gegen den französischen Zementkonzern Lafarge wegen «Beihilfe zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit» im Zusammenhang mit seinen Aktivitäten in Syrien bestätigt. Dies gab das Gericht nach dem Urteil bekannt.
Lafarge «bleibt wegen dieser Vorwürfe» und der Gefährdung des Lebens anderer «im Rahmen der Fortsetzung der gerichtlichen Ermittlungen» angeklagt, so das Dokument. Damit lehnten die Ermittler den Antrag auf Aufhebung der Anklage gegen das französische Unternehmen, das 2015 mit Holcim fusionierte, ab.
Millionen an Terrorgruppen
Im Gerichtsfall, der bereits 2017 eröffnet wurde, geht es um die sogenannte Syrien-Affäre. Der damals zweitgrösste Zementkonzern der Welt wird verdächtigt, 2013 und 2014 über die Tochtergesellschaft Lafarge Cement Syria (LCS) fast 13 Millionen Euro an terroristische Gruppen, darunter den Islamischen Staat (IS), sowie an Mittelsmänner gezahlt zu haben.
Damit wollte Lafarge, der Konzern fusionierte 2015 mit der schweizerischen Holcim, den Betrieb seiner Zementfabrik während des Bürgerkriegs in Syrien aufrechterhalten. Lafarge soll zudem Zement aus dem syrischen Werk an den IS verkauft haben, um von der Terrorgruppe im Gegenzug Rohstoffe für den Betrieb der Zementproduktion zu beziehen.
Holcim legt Berufung ein
Holcim lehnt die Entscheidung des Berufungsgerichts «entschieden ab», wie ein Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP sagte. Man werde gegen den Entscheidung vor dem Obersten Gerichtshof Berufung einlegen.
Es sei wichtig, darauf hinzuweisen, dass es sich bei dieser Entscheidung nicht um ein Urteil handle. «Es geht darum, den Umfang der untersuchten Anklagepunkte zu bestimmen», schrieb Holcim.
Vorfälle «verschwiegen»
Nach der Fusion von Holcim und Lafarge hiess der Konzern im Anschluss während mehrerer Jahre offiziell LafargeHolcim. Inzwischen wurde der Namen des Gesamtunternehmens jedoch wieder zu Holcim zurück geändert.
«Die Vorfälle bei Lafarge SA wurden unserem Verwaltungsrat zum Zeitpunkt der Fusion im Jahr 2015 verschwiegen», erklärte Holcim in einer Stellungnahme weiter. Lafarge SA gehe mit dieser Altlast verantwortungsvoll um und arbeite weiterhin uneingeschränkt mit den Behörden zusammen.
Bei den Investoren kam der Entscheid aus Paris nicht gut an. Der Aktienkurs rauschte um 3 Prozent in die Tiefe, erholte sich dann aber wieder etwas. (sda / kev)