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| Cyrill von Jerusalem († 387) - Katechesen an die Täuflinge (Procatechesis et Catecheses ad illuminandos)

XI. KATECHESE AN DIE TÄUFLINGE, frei vorgetragen in Jerusalem.
Über die Worte: „den eingeborenen Sohn Gottes, der aus dem Vater geboren wurde als wahrer Gott vor aller Zeit, durch den alles erschaffen wurde".
22.
[S. 175] Ich will zum Verständnis des Gesagten ein Gleichnis geben; ich weiß zwar wohl, daß der Vergleich hinkt. Wie sollte nämlich in der sichtbaren Welt etwas mit der göttlichen, unsichtbaren Kraft genau verglichen werden können? Doch mag der Vergleich auch schwach sein: von Schwachen sei er zu Schwachen gesprochen! Gleichwie ein König, der eine Stadt bauen will, den Plan der Stadt seinem mitregierenden Sohne vorlegt, dieser aber, wenn er den Plan erhalten hat, das Projekt ausführt, so hat, als der Vater das Weltall erschaffen wollte, der Sohn nach dem Plane des Vaters alles gemacht: zeugt auch der Plan für die Oberherrlichkeit des Vaters, so sollte doch der Sohn der Herr seiner eigenen Geschöpfe sein. Einerseits sollte der Vater nicht der Herrschaft über seine eigenen Geschöpfe beraubt werden, andererseits sollte der Sohn nicht über fremde, sondern eigene Geschöpfe regieren. Denn, wie gesagt, haben nicht Engel die Welt erschaffen, sondern der eingeborene Sohn, der, wie gesagt, vor aller Zeit erzeugt worden ist. Durch ihn ist alles geworden, und nichts steht außer seinem Wirkungskreise. Soviel sei euch einstweilen mit der Gnade Christi gesagt.