Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03298.jsonl.gz/1842

Vom 20.-23. September fand die Weltmeisterschaft im kroatischen Nin statt. Die beiden Anlagen, Filz und Eternit, waren brandneu erst im Mai desselben Jahres aufgestellt worden und gehören zum Ferienresort Zadar Holiday Resort. Um sich optimal auf die Meisterschaft vorzubereiten, reiste die Schweizer Delegation bereits am 10. September nach Kroatien. Der MCE wurde durch Rebecca Weber und Maja Wicki vertreten.
Schon am ersten Trainingstag zeigte sich das Wetter von seiner schlechtesten Seite. Es regnete und gewitterte ununterbrochen, die ganze Ferienanlage war teils unter Wasser. So entschied man sich den Tag nur mit einem Theorieblock zu besetzen, ansonsten hatte das Team freie Zeit und man vergnügte sich beim Karten-Spielen. An jenem und am darauf folgenden Tag fanden die ersten World Deaf Championships und die World Adventuregolf Masters statt im selbigen Resort. Die beiden Wettkämpfe konnten erst am späten Abend eröffnet werden wegen des Dauerregens und auch erst nachdem die Feuerwehr das Wasser von den Bahnen gepumpt hatte.
An den darauffolgenden Tagen besserte sich das Wetter und die Teams konnten ihr Training starten. Abgesehen von 1-2 weiteren heftigen Regenschauer war das Training sehr erfolgreich.
Gut vorbereitet und in bester Stimmung startete das Schweizer Team am 20. September in den ersten Wettkampftag. Leider hatte man am ersten Tag mit heftigem und kaltem Wind zu kämpfen. Diese äusseren Einflüsse waren eine ziemliche Herausforderung. Während die letzten Damen noch ihre erste Filzrunde beendeten, entschied das Schiedsgericht, dass nun alles erlaubt war, um Windschatten zu spenden. Nach dieser Entscheidung war der Wettkampf um einiges fairer. Die Bilanz nach dem ersten Tag sah recht gut aus. Bei den Damen waren insgesamt vier Teams (Deutschland, Schweden, Tschechien und die Schweiz) innerhalb nur eines Schlages in den drei vorderen Medaillenrängen. Ein spannender zweiter Wettkampftag wurde erwartet. Bei den Herren führte das Herrenteam der Schweiz nach dem ersten Tag mit einem Schlag Vorsprung auf Deutschland, dicht gefolgt von Schweden und Tschechien. Auch da versprach es spannend zu werden.
Der zweite Wettkampftag zeigte sich vom Wetter her wieder ideal und diesmal ohne Wind. Leider wollte bei den Damen nichts recht gelingen und am Ende mussten sie mit dem undankbaren 4. Platz auskommen. Die Enttäuschung war riesig. Gewonnen hat Deutschland mit nur einem Schlag Vorsprung auf Schweden und Tschechien holte sich die Bronzemedaille. Die Damen unterstützten nach ihrem Turnierende noch ihre männlichen Teamkollegen tatkräftig auf deren letzten und entscheidenden Runde. Deutschland spielte in einer anderen Liga und war bald nicht mehr einzuholen. Extrem spannend war es allerdings bei den Plätzen um 2 bis 4. Auf der Online-Rangliste wechselten sich die Teams von Schweden, Tschechien und der Schweiz ständig ab. Tschechien spielte eine starke letzte Teamrunde und kämpfte sich auf Platz zwei. Reto Sommer, der Schlussspieler der Schweizer Mannschaft, konnte sein Team mit einer exzellenten 23er Runde auf Filz die Bronzemedaille sichern.
Der dritte Wettkampftag startete mit einem Massenstart auf eine Doppelrunde, wo jeder Teilnehmer noch mal sein Bestes gab. Nach diesen zwei Runden spielten die Finalisten des Strokeplay Wettkampfes eine weitere Doppelrunde. Von der Schweiz schaffte es nur Reto Sommer ins Final, er jedoch führte seine Kategorie an. Nach der ersten Runde im Final lag er immer noch an der Spitze mit 5 Schlägen Vorsprung auf den Schweden Alexander Dahlstedt. Die letzte und entscheidende Filzrunde lief aber gänzlich schief. Nichts wollte ihm mehr gelingen und er verlor Punkt um Punkt. Schlussendlich gewann Alexander Dahlstedt verdient vor seinem Teamkollegen Fredrik Persson. Letzterer hatte sich von weit hinten in die Medaillenränge gespielt und auf seiner Abschlussrunde einen neuen Weltrekord auf Filz aufgestellt, welcher nun bei 20 Schlägen liegt. Um Rang drei musste ein Stechen entscheiden zwischen den Deutschen Marcel Noak und Dennis Kapke, sowie Reto Sommer. Reto misslang auch das Stechen und er verlor schon an der ersten Bahn, was ihn schlussendlich auf Rang fünf brachte. Das Stechen gewonnen hat Marcel Noak an der zweiten Stechbahn und sicherte sich damit Bronze. Bei den Damen ging der WM-Titel nach Deutschland an Melanie Hammerschmidt, Silber holte sich die Schwedin Karin Olsson mit nur einem Schlag Rückstand auf Melanie und Bronze ging an Eva Molnarova aus Tschechien.
Am letzten Wettkampftag war das Matchplay an der Reihe. Die 32 besten Herren und die 16 besten Damen kämpften jeweils in einem Duell gegeneinander. Die Damen hatten in der ersten Runde noch Pause, für die Schweizer Herren, die es ins Matchplay geschafft haben, hiess es Vollgas! Von den vier Schweizern kamen drei eine Runde weiter und fokussierten sich auf ihre nächsten Gegner. Im Achtelfinal waren nun auch die Damen mit am Start. Rebecca und Maja besiegten beide ihre ersten Gegnerinnen und konnten sich schon mal über ein sicheres Diplom freuen. Yvonne Trachsel hatte leider kein Glück und musste als Verliererin ihres Duells vom Platz. Die drei verbliebenen Herren mussten sich auch alle in ihrer zweiten Runde geschlagen geben. So blieben im Viertelfinal nur noch Rebecca und Maja als Schweizer Spielerinnen auf dem Platz. Rebecca hatte mit der Tschechin Eva Molnarova ein hartes Los gezogen und konnte gegen Ende ihren Rückstand nicht mehr aufholen. Maja traf auf die Deutsche Jasmin Ehm und konnte sich am Ende ihres Durchgangs über einen Sieg freuen. Im Halbfinal traf Maja dann auf die routinierte Karin Olsson. Beide lieferten sich einen engen Punktekampf und mussten nach 18 Bahnen weiterziehen auf die Stechbahnen. An der vierten Stechbahn lieferte Karin Olsson einen Fehler, Maja konnte sich das zu Nutze machen und spielte sich somit ins Finale und in den Kampf um Gold! Eine weitere Medaille für die Schweiz war also sicher. Das kleine Finale um Bronze fand zwischen Melanie Hammerschmidt und Karin Olsson statt, welches Erstere gewann und sich Bronze sicherte. Im Final um Gold musste Maja schon zu Beginn einige Fehler einstecken und lag schon bald 0:3 im Rückstand gegen ihre Gegnerin Eva Molnarova. Sie schaffte es aber immer wieder etwas aufzuholen und später auf Filz sogar wieder zum 4:4 auszugleichen. Gleich darauf folgte aber ein weiterer Fehler der Schweizerin und mit einer 4:5 Niederlage ging das Final zu Ende. Gold holte sich somit die Tschechin Eva Molnarova und Maja konnte sich trotzdem über Silber freuen!
Bei den Herren erspielte sich der Schwede Fredrik Persson dem WM-Titel, Silber ging an den Tschechen Ondrej Skaloud und Bronze sicherte sich der Deutsche Walter Erlbruch.
Nach zwei ereignisreichen Wochen machte sich das Schweizer Team am Sonntag 24. September auf die Heimreise und freute sich über einen kleinen Empfang am Flughafen wo die Medaillen nochmals gefeiert wurden. Alles in allem kann man auf eine gut organisierte WM zurückblicken und die Spieler und Betreuer machten sich müde auf den Heimweg.
Autorin: Maja Wicki