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hier noch eine Info zu TrueType-Schriften in XPress 8, Erstellung von PDF/X und der PDF/X-Prüfung in Preflight Acrobat 9:
- mit XPress 8 werden anders als vorher TrueType-Schriften im XPress-Dokument auch als TrueType-Schriften in ein PDF (und PDF/X) exportiert; das ist durchaus richtig und positiv zu bewerten
- die TrueType-Schriften werden als sog. symbolische TrueType-Fonts eingebettet ('nonsymbolic' geht nur, wenn ausschließlich 'westliche/lateinische Buchstaben' in dem betreffenden Font zur Verwendung kommen; 'symbolic' ist aber immer erlaubt und wird wohl deswegen hier immer verwendet, auch wenn manchmal 'nonsymbolic' ginge)
- die eingebetteten (als symbolisch gekennzeichnete) TrueType-Schriften enthalten zwei cmap-Encoding-Einträge; das ist zumindest laut PDF 1.3 bzw. 1.4-Spezifikation (die auch dem PDF/X-1a bzw. PDF/X-3-Standard zugrunde liegt) suboptimal: "A symbolic font should not specify an Encoding entry; its font program’s “cmap” table should contain exactly one encoding."
- allerdings sind sich die beiden cmap-Encoding-Einträge im Prinzip einig: egal welchen der beiden man benutzt, um die Glyphen zu finden, die ausgegeben werden sollen, kommt das gleiche dabei heraus (wobei man hierzu mehr wissen muss, als aus den PDF 1.3/1.4-Spezifikationen bzw. den zugrundeliegenden TrueType-Spezifikationen ersehen kann, vgl. hierzu den übernächsten Punkt).
- es ist also so, dass sich die durch XPress 8 eingebetteten TrueType-Fonts auf dem Hintergrund von PDF 1.3/PDF 1.4 bzw.PDF/X-1a/PDF/X-3 in einer syntaktischen Grauzone bewegen (should ist in der Tat nicht shall oder must - andererseits ist man in der Regel gut beraten, den "should's" in der PDF-Spezifikation zu folgen...)
- eine interessante Wendung bekommt diese ganze ja eh' schon unübersichtliche Thematik dadurch, dass ISO 32000-1 (die ISO-Standard-Variante von PDF 1.7) nunmehr folgendes sagt: "The font descriptor’s Symbolic flag (see Table 123) should be set, and its font program’s “cmap” table should contain a (1, 0) subtable. It may also contain a (3, 0) subtable; ..." Hier soll also doch alles anders ein...
- noch spannender wird es, wenn man berücksichtigt, dass PDF/X-4 ausdrücklich erzwingt, dass es für symbolische TrueType-Fonts nur genau einen cmap-Encoding-Eintrag geben darf: "All symbolic TrueType fonts shall not specify an Encoding entry in the font dictionary, and their font programs' “cmap” tables shall contain exactly one encoding."
Falls mir bis hierher jemand folgen konnte (oder mochte): je nachdem aus welchem Blickwinkel man drauf schaut, sind die XPress-8-mit-TrueType-PDFs OK oder nicht so richtig OK. Eigentlich weiss man auch nur unter Zuhilfenahme neuerer PDF-Spezifikationen genau, wie man mit zwei cmap-Encoding in einem symbolischen TrueType-Font umgehen sollte (wenn denn diese beiden Encoding-Einträge Windows Symbol und MacRoman sind - das ist nämlich eine weitere, von den XPress 8-PDFs aber eingehaltene Voraussetzung, dass das klappt)
Es ist glaube ich auch müßig, weiter viel Zeit damit zu verbringen, den eigentlichen und absolut Schuldigen zu identifizieren. Hier ist einfach im Dickicht der Spezifikationen und Standards etwas in die Hose gegangen. callas hat einen Teil dazu beigetragen, da man in diesem Fall die PDF/X-Absolution nicht unbedingt hätte verweigern müssen. Quark wäre durchaus gut damit beraten, die PDFs künftig ein kleines bisschen anders zu bauen, da PDF/X-4 die jetzige Konstruktion ausdrücklich nicht erlaubt. Und das ISO-PDF-Komitee sollte sich abschließend überlegen, wie denn das alles bitte schön wirklich sein soll... (Dass callas' nächste Version der pdToolbox diesen XPress-8-PDFs wieder den PDF/X-1a oder PDF/X-3-Segen erteilt, wird leider nicht allen nützen).
In den Hintern gekniffen ist am Schluss der Anwender, der ja kein einwöchiges Fontformat-Training absolvieren wollte, sondern sich durch PDF-Technologie bei seiner Arbeit unterstützen lassen wollte. So ganz auf die Schnelle wird weder Quark noch Adobe passende Updates herausgeben - das dauert bei Firmen, die etwas größer sind als callas, halt alleine schon wegen der nötigen Qualitätsssicherung immer seine Zeit.
Leider habe ich die charmante und rundum befriedigende Lösungsidee auch nicht zur Hand...