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In der Gemeinde Tujetsch wird rätoromanisch gesprochen. Rätoromanisch ist auch die Amtssprache. Der grösste Teil der Bevölkerung spricht den Tujetscher Dialekt. Er ist die Regionalvariante, die sich am stärksten von der surselvischen Schriftsprache unterscheidet. Die dialektalen Besonderheiten liegen in der Aussprache, in den Formen und in den Wörtern, sind also phonetischer, morphologischer und lexikalischer Natur. Verschiedene Eigenarten sind ausschliesslich auf das Tujetsch begrenzt, aber viele Tujetscher Formen findet man auch in der übrigen Rumantschia, sei es im Medel, in Mittelbünden oder im Engadin. Bemerkenswert sind aber auch die Ähnlichkeiten des Tujetscher Dialekts mit dem Rumantsch grischun, also mit der neuen vereinheitlichten romanischen Schriftsprache. Die Tujetscher Besonderheiten sind zuoberst im Tal weniger stark. Selva und Tschamut stimmen eher mit der surselvischen Schriftsprache überein.
Über die Gründe für die Tujetscher Besonderheiten kann man nur spekulieren: Die periphere Lage hat im Allgemeinen die Bewahrung alter mundartlicher Zustände wie auch die Herausbildung spezieller sprachlicher Züge zur Folge. Vielleicht gab es auch Kontakte mit den Tessinern der Leventina und des Bleniotals, da verschiedene Wörter sehr ähnlich sind.