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Welche der folgenden Aussagen zu unterschiedlichen Definitionen von Kriminalität und Kriminalstatistiken treffen zu?
Die offiziellen Hellfeldstatistiken umfassen alle Handlungen, die sowohl formell als auch informell als Kriminalität zu definieren sind.
Gemäß der Polizeilichen Kriminalstatistik machen Gewaltdelikte den größten Teil der erfassten Straftaten aus.
Als Gewaltdelikte gelten ausschließlich strafrechtliche Verurteilungen gegen Personen.
Das Dunkelfeld umfasst kriminelle Handlungen, die keine Verstöße gegen das StGB und strafrechtliche Nebengesetze darstellen. (Gutgeschrieben)
Aggression umfasst sowohl die Ausübung von als auch die Bereitschaft zu aggressiven Handlungen
Welche der folgenden Aussagen zu soziologischen und/oder sozialstrukturellen Kriminalitätstheorien treffen zu?
Nach Durkheim ist Devianz eine normale Erscheinung in einer desorganisierten Gesellschaft im Rahmen einer frühindustriellen Entwicklung
Der hauptsächliche Unterschied zwischen Durkheims und Mertons Theorien besteht in der aktiven Beteiligung einer Person, die sich selbst als deviant identifiziert.
Gemäß der Kontroll-These wird der Einfluss von Selbstkontrolle auf kriminelle Handlungen durch situative Bedingungen moderiert.
Gemäß der Rational-Choice-Theory sind Sanktionen der wichtigste Hemmungsfaktor im Hinblick auf die Begehung krimineller Handlungen.
Würde eine Handlung als deviant definiert werden, würde nach dem Labeling-Approach primäre Devianz entstehen.
Welche der folgenden Aussagen zu psychologischen Kriminalitätstheorien sind richtig?
Gemäß der psychodynamischen Theorie kann Aggression durch die Katharsis von Thanatos entstehen.
Frustrations-Aggressions-Theorien können nur reaktive Aggressionen erklären. (Gutgeschrieben)
Behavioristisch betrachtet wird ein deviantes Verhalten nur gelöscht, wenn die negativen Konsequenzen für das Verhalten unmittelbar erfolgen.
Umweltbedingungen wie Nachbarschaft oder Freundeskreis beeinflussen den Erwerb aggressiver Verhaltensmuster dahingehend, dass positive Verstärkungen von aggressivem Verhalten stattfinden können.
Bei der Modellierung kriminellen Verhaltens spielt nach Bandura eine stellvertretende negative Verstärkung bei der Verhaltensumsetzung keine Rolle
Welche der folgenden Aussagen zu psychologischen Kriminalitätstheorien sind richtig?
Nach Bandura wird lediglich die Aufrechterhaltung von Aggression durch Persönlichkeitseigenschaften beeinflusst, aber nicht die Auslösung
Nach dem sozialen Informationsverarbeitungsmodell regulieren affektive Zustände des Sozialpartners die Auswahl einer aggressiven Reaktion.
Die Wahrscheinlichkeit aggressiven Handelns sinkt nach der Theorie von Crick und Dodge, wenn die eigene Wirksamkeitserwartung groß ist
Gemäß dem General Aggression Model erfolgt die Handlungsauswahl anhand von Affekt, Kognition und Erregungsgrad.
Durch die Einführung des Konzepts von Wahrnehmungs- und Personenschemata leistet das General Aggression Model einen Beitrag, wie sich Aggressivität als Persönlichkeitseigenschaft manifestiert
Welche der folgenden Aussagen zu psychologischen Kriminalitätstheorien sind richtig?
Nach der Unified Theory of Sexual Offending sind deviante sexuelle Interessen unabhängig von den verschachtelten neuropsychologischen Funktionen einer Person, werden aber direkt durch biologische Funktionsdefizite beeinflusst.
Nach dem bio-psycho-sozialen Modell kumulativer Risikofaktoren steigt die Intensität von Verhaltensproblemen, wenn Risiko- und Schutzfaktoren gleichzeitig zunehmen.
Farringtons integratives Modell erweitert die Rational-Choice-Theory dahingehend, dass individuelle Eigenschaften die Wechselwirkung zwischen Sanktion und Belohnung moderieren können.
Die General Personality and Cognitive Social Learning Perspective (GPCSL) unterscheidet sich vom Kumulationsmodell unter anderem dahingehend, dass das Kumulationsmodell neben kriminellen Verhalten auch anderweitiges Risikoverhalten erklärt, während die GPCSL dies nicht tut.
Die protektive Funktion eines deliktrelevanten Faktors ist abhängig von der Wechselwirkung mit anderen deliktrelevanten Faktoren.
Gemäß Andrews, Bonta und Hoge (1990) wurden drei Prinzipien der effektiven Straftäterbehandlung vorgeschlagen. Welche der folgenden Aussagen treffen zu?
Das „Risk“-Prinzip besagt, dass die Intensität der Behandlung am Risiko des Straftäters orientiert werden sollte.
Das „Need“-Prinzip besagt, dass die Art und Weise der Behandlung auf die (kognitiven) Lernstile/Lernkapazitäten/Lernfähigkeiten angepasst werden sollte.
Das „Responsivity“-Prinzip besagt, dass sich die Behandlung auf die kriminogenen Bedürfnisse/kriminogenen Faktoren/deliktrelevanten Faktoren konzentrieren sollte.
Eine systematische und valide Einschätzung der „Risk/Need/Responsivity“-Faktoren bei Straftätern ist die Grundvoraussetzung, um mögliche Veränderungen im Rahmen der Behandlung valide beurteilen zu können.
Stärken, Motivationen, Veränderungsbereitschaft sowie Persönlichkeitsmerkmale sind Merkmale der General Responsivity
Welche der folgenden Aussagen zu den Risk-Need-Responsivity (RNR)-Prinzipien und des Good Lives- Modells (GLM) treffen zu?
Laut den Vertretern der RNR-Prinzipien ist das Problem von „One-size-fits-all“- Behandlungsprogrammen nicht eine fehlerhafte theoretische Annahme in den RNR-Prinzipien, sondern eine fehlerhafte Umsetzung der RNR-Prinzipien.
Aus Sicht der Vertreter der RNR-Prinzipien ist die Grundannahme des GLM, dass ein „gutes Leben“ zur Reduktion von Kriminalität führe, zu vage, wenn keine konkreten nicht-kriminellen Verhaltensalternativen angeboten werden.
Aus Sicht der GLM-Vertreter ist die Grundannahme der RNR-Vertreter zu einseitig, da das Spektrum des menschlichen Verhaltens nur als Konsequenz von Kosten-Nutzen-Abwägungen bezüglich der Kriminalität eingeschränkt werde und keine darüberhinausgehende selbstbestimmte Lebensführung einschließe.
Gemäß dem GLM dienen die primären Güter als Mittel zur Erreichung der Identität und Lebenssinn einer Person.
Der indirekte Weg zur Kriminalität führt zu kriminellen Handlungen, wenn eine Person zwar keine Intention zur Straftatbegehung hat, aber die kriminogenen Bedürfnisse die sekundären Güter überwiegen.
Welche der folgenden Aussagen zur Behandlung von Sexualstraftätern treffen zu?
Das Konzept der „seemingly unimportant decisions“ im Relapse-Prevention-Programm ist insbesondere für die Behandlung von Sexualstraftätern relevant. (Gutgeschrieben)
Zur kognitiven Umstrukturierung sind insbesondere gruppentherapeutische Maßnahmen sinnvoll, weil die beteiligten Straftäter oft über ähnliche kognitive Verzerrungen verfügen.
Kognitive Verzerrungen im Hinblick auf Sexualdelikte können sich über die allgemeinen kriminellen Einstellungen hinaus auch während der Behandlung entwickeln. (Gutgeschrieben)
In der Erweiterung der üblichen Relapse-Prevention-Programme nach Ward und Hudson (2000) wird neben den effektiven Copingstrategien für Hochrisikosituationen auch die Veränderungsmotivation eingeübt.
Empirische Befunde weisen auf die Effektivität von Behandlungsmaßnahmen hin, wenn diese die Risk- Need-Responsivity-Prinzipien einhalten.
Welche der folgenden Aussagen zur Straftäterbehandlung treffen zu?
Empirische Befunde weisen auf einen mittleren bis großen Effekt der Straftäterbehandlung hin, welcher mit allgemeinen Befunden der Psychotherapieforschung vergleichbar ist.
Die vereinzelt schlechteren Effekte der Straftäterbehandlung können unter anderem auf die Heterogenität der Behandlungsmaßnahmen sowie auf den fehlenden Leidensdruck seitens der teilnehmenden Straftäter zurückgeführt werden.
Evaluationen von Straftäterbehandlungsprogrammen ermitteln unabhängig von den Programmmerkmalen den wahren Behandlungseffekt, wenn die methodischen Kriterien eingehalten werden.
Die wichtigsten Bestandteile im Rahmen einer Straftäterbehandlung sind schulische und berufliche Integration, vor allem aber die Förderung von Motivation, sozialer Kompetenz und Selbstkontrolle.
Die Behandlungseffekte sind vor allem bei Personen mit geringerem Risiko größer, weil diese Personen besonders gut auf die Behandlung ansprechen.
Welche der folgenden Aussagen zur Straftäterbehandlung treffen zu?
Für die Prüfung des Effekts einer Sanktion auf die Rückfälligkeit von Straftätern wäre eine randomisierte Kontrollstudie am besten, bei der die Deliktschwere und kriminelle Vorbelastung kontrolliert werden.
Die Befunde bis zum Erscheinungsjahr der Pflichtliteratur zeigen circa 10%-30%ige Senkungen der relativen Rückfallraten nach der Teilnahme an einer kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlung, auch wenn die Risk-Need-Responsivity-Prinzipien eingehalten werden.
Sozialtherapeutische Anstalten zeigen unter anderem deshalb keine einheitlichen Behandlungseffekte, weil in den Anstalten unterschiedliche Behandlungsprogramme angewandt werden.
Die Effektivität der Straftäterbehandlung unterscheidet sich signifikant zwischen männlichen und weiblichen Straftäter*innen.
Die natürlichen Schutzfaktoren, wie beispielsweise die Qualität der partnerschaftlichen und familiären Beziehungen vor der Inhaftierung, hängen mit der gelungenen Reintegration zusammen.
Welche der folgenden Aussagen zu den juristischen Grundlagen der Schuldfähigkeitsbegutachtung treffen zu?
Bewährung gemäß § 68 StGB kann nach einer Entlassung aus dem Psychiatrischen Krankenhaus (§ 64) angeordnet werden, wenn die Gefahr besteht, dass weitere Straftaten begangen werden.
Die Staatsanwaltschaft erhebt Anzeige vor Gericht, da sie für die Strafverfolgung zuständig ist.
Die aus der Begutachtung gewonnenen Erkenntnisse zur Frage nach der Schuldfähigkeit werden im Urteil dargelegt
Laut Volbert (2010) besteht eine Aufgabe für psychologische Sachverständige darin, Beweise im Rahmen des Strafverfahrens zu bewerten.
Anknüpfungstatsachen sind Befundtatsachen, welche andere Personen als die zu begutachtende Person betreffen (zum Beispiel Zeuginnen und Zeugen).
Welche der folgenden Aussagen zu den juristischen Grundlagen der Schuldfähigkeitsbegutachtung treffen zu?
Das Oberlandesgericht verhandelt Strafsachen, die vom Amtsgericht in erster Instanz in Revision gegeben wurden.
Bei vorhandener Einsichtsfähigkeit überprüft das Gericht, ob die Voraussetzungen für Steuerungsunfähigkeit oder erheblich verminderte Steuerungsfähigkeit vorliegen.
In der Schuldfähigkeitsbegutachtung im Rahmen des Ermittlungsverfahrens werden die Voraussetzungen für verminderte (§ 20) und aufgehobene (§ 21) Schuldfähigkeit überprüft.
Zu den normativen Merkmalen der Schuldfähigkeit gehören die krankhafte seelische Störung und die tiefgreifende Bewusstseinsstörung.
Aus den deutschlandweiten Anklage- und Einstellungsquoten des Statistischen Bundesamtes wurde für 2015 deutlich, dass die durchschnittliche Einstellungsquote der angeklagten Verfahren über 50% lag.
Welche der folgenden Merkmale sind charakteristisch für Affektdelikte nach Saß (1983)?
Aggressive Vorgestalten in der Fantasie, aggressive Handlungen in der Tatanlaufzeit.
Lang hingezogenes Tatgeschehen, komplexer Handlungsablauf in Etappen.
Einengung des Wahrnehmungsfeldes und der seelischen Abläufe, elementarer Tatablauf ohne Sicherungstendenzen, Folgeverhalten mit schwerer Erschütterung.
Spezifische Vorgeschichte und Tatanlaufzeit, konstellative Faktoren.
Erhaltene Introspektionsfähigkeit bei der Tat, detailreiche Erinnerung.
Welche der folgenden Aussagen zu den Eingangsmerkmalen der Schuldfähigkeitsbegutachtung treffen zu?
Schlaftrunkenheit und Somnambulismus sind unter das Eingangsmerkmal der tiefgreifenden Bewusstseinsstörung einzuordnen.
Bei voll remittierten schizophrenen Patienten ist es gerechtfertigt, keine Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit anzunehmen, wenn das Delikt aus dem Lebensstil des Betreffenden heraus nachvollziehbar ist.
Neben Drogen- bzw. Medikamentenintoxikationen werden auch chronische Missbrauchsformen, die (noch) nicht zur körperlichen Abhängigkeit geführt haben, unter das Eingangsmerkmal der krankhaften seelischen Störung gefasst.
Da Normverstöße und Delinquenz den Lebensstil von Personen mit dissozialer Persönlichkeitsstörung bestimmen, wird bei Vorliegen dieser Persönlichkeitsstörung vergleichsweise häufig eine verminderte Steuerungsfähigkeit festgestellt.
Unter die tiefgreifende Bewusstseinsstörung werden unter anderem Störungen des manischdepressiven Formenkreises eingeordnet.
Welche der folgenden Aussagen zur Einsichts- und Steuerungsfähigkeit beziehungsweise Schuldunfähigkeit und verminderter Schuldfähigkeit treffen zu?
In der Regel kommt für den Bereich der schweren anderen seelischen Abartigkeit allenfalls eine erhebliche Verminderung der Steuerungsfähigkeit in Betracht.
Steuerungsfähigkeit kann unter anderem bei schwerwiegenden intellektuellen Einbußen und psychotischen Realitätsverkennungen diskutiert werden. (Gutgeschrieben)
Eine mögliche Voraussetzung für die Anwendung des § 21 StGB ist, dass die Person bei Begehung der Tat in seiner/ihrer Steuerungsfähigkeit erheblich gemindert war.
Stellt das Gericht Einsichtsunfähigkeit fest, muss im zweiten Schritt die Steuerungsfähigkeit überprüft werden.
Wenn jemand nach § 21 StGB verurteilt wird, wird sie/er in der Regel zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.
Welche der folgenden Aussagen zu Schuldfähigkeitsgutachten treffen zu?
Für die Bewertung der Schwere von Tat überdauernden Störungen ist es zu vernachlässigen, ob es auch außerhalb des vorgeworfenen Deliktes zu Einschränkungen des Handlungsvermögens gekommen ist (zum Beispiel im beruflichen und sozialen Feld).
Die Frage der Erheblichkeit im Sinne des § 21 StGB ist eine Rechtsfrage, die der Richter/die Richterin in eigener Verantwortung zu beantworten hat.
Die psychiatrische Störungsdiagnose ist mit einem Merkmal des § 20 StGB gleichzusetzen.
Der Staatsanwalt/die Staatsanwältin oder der Richter/die Richterin hat die Tätigkeit des/der Sachverständigen zu leiten (§ 78 StPO).
Für das Vorliegen der §§ 20, 21 StGB kommt es nicht auf den Zustand bei Begehung der Tat an, sondern auf die generelle Einsichts- und Steuerungsfähigkeit.
Welche der folgenden Aussagen zu den Mindestanforderungen bei der Schuldfähigkeitsbeurteilung von Beschuldigten mit Persönlichkeitsstörung oder sexueller Devianz treffen zu?
Zu einer ausführlichen Sexualanamnese im Rahmen der Begutachtung sollten sowohl die Entwicklung der geschlechtlichen Identität und sexuellen Orientierung als auch bisherige Behandlungen psychischer und/oder sexueller Störungen oder Erkrankungen erfragt werden.
Im Rahmen der sachverständigen Einordnung einer Paraphilie als schwere andere seelische Abartigkeit muss die Intensität des paraphilen Musters geprüft werden.
Ein Grund für die Einstufung einer Persönlichkeitsstörung als schwere andere seelische Abartigkeit ist die durchgehende Störung der Selbstabwehr.
Wenn ein Beschuldigter unter vergleichbaren Umständen der Tat die Möglichkeit gehabt hätte, sich anders zu verhalten, spricht das für eine erhebliche Beeinträchtigung der Steuerungsfähigkeit.
Allein außergewöhnliche Ersatzhandlungen oder übersteigerter Reizhunger können für sich genommen schon eine Paraphilie belegen, auch bei ansonsten unproblematischer Sexualität und Partnerschaft.
Welche der folgenden Aussagen zu Abhängigkeitserkrankungen treffen zu?
Psychopathologisch kennzeichnet sich eine Opioidabhängigkeit durch Lethargie; häufig treten auch Stimmungsschwankungen vorwiegend in manischer Richtung auf.
Eine wichtige komorbide Störung der Alkoholabhängigkeit ist die Zwangsstörung.
Das Alkoholentzugsdelir ist eine schwere, potenziell lebensbedrohliche Erkrankung.
Beim schädlichen Gebrauch von Alkohol liegen – anders als bei einer Alkoholabhängigkeit – eine Toleranzentwicklung und ein körperliches Entzugssyndrom vor.
Bei einer Benzodiazepin-Abhängigkeit kann es zu einer Veränderung der Persönlichkeit kommen.
Welche der folgenden Aussagen zu Persönlichkeitsstörungen treffen zu?
Bei der Diagnose der dependenten Persönlichkeitsstörung kann es leicht zu geschlechtsspezifischen Beurteilungsfehlern kommen.
In der ICD-10 sind die schizotypische und die narzisstische Persönlichkeitsstörung des DSM-IV/DSM-5 nicht enthalten. (Gutschrift)
Rezidivierende soziale Devianz und Delinquenz allein reichen aus, um von einer antisozialen Persönlichkeitsstörung zu sprechen, da dies die Hauptmerkmale dieser Persönlichkeitsstörung sind.
Betroffene der schizotypischen Persönlichkeitsstörung fühlen sich in Gesellschaft nicht wohl und vermeiden soziale Situationen.
Die narzisstische Persönlichkeitsstörung ist wie die antisoziale Persönlichkeitsstörung durch Impulsivität und Aggressivität gekennzeichnet, weshalb sich beide Störungen nur schwer voneinander abgrenzen lassen.
Welche der folgenden Aussagen zu Schizophrenie und verwandten Störungen treffen zu?
Patienten, die unter rezidivierenden schizoaffektiven Episoden leiden, besonders mit manischen Symptomen, entwickeln häufig ein Residuum.
Die Diagnose einer wahnhaften Störung kann zusätzlich zu einer Schizophrenie-Diagnose gestellt werden.
Eine Symptomatik, die klinisch wie eine Schizophrenie erscheint, jedoch weniger als vier Wochen anhält, wird nach ICD-10 als „akute schizophreniforme psychotische Störung“ bezeichnet.
Stehen die Symptome Wahn, Halluzinationen und psychotische Ich-Erlebnis-Störungen im Vordergrund, spricht man von einem schizophrenen Residuum oder Residualsyndrom.
Die medikamentöse Behandlung schizophrener Erkrankungen sollte mit Neuroleptika erfolgen.
Zu den Maßregeln der Besserung und Sicherung gehören die ...
... Anwendung des Jugendstrafrechts auf Heranwachsende (§ 105 JGG).
... Unterbringung eines psychisch kranken Täters in einem psychiatrischen Krankenhaus (§ 63 StGB).
... lebenslange Freiheitsstrafe.
... Sicherungsverwahrung (§ 66 StGB).
... besondere Schwere der Schuld.
Die Gefährlichkeitsprognose ist definitionsgemäß …
… eine Wahrscheinlichkeitsaussage.
… deterministisch.
… auf ein Individuum bezogen.
… eine intuitive Vermutung.
… wissenschaftlich fundiert.
Welche der folgenden Aussagen zum Begriff „Psychopathy“ treffen zu?
Die Psychopathy Checklist-Revised (PCL-R) ist ein Prognoseinstrument im herkömmlichen Sinne.
Das Konstrukt ist ein Hochrisikofaktor für Gewaltneigung.
Die Beurteilung anhand der Psychopathy Checklist-Revised (PCL-R) beruht unter anderem auf dem Interaktionsstil und affektiven Merkmalen der Person.
Das Konstrukt ist auch Bestandteil des HCR-20-Schemas nach Webster et al. (1997).
Personen mit hohen Ausprägungen neigen in besonderem Maße zu fortgesetzter Delinquenz.
Welche der folgenden Aussagen zu nomothetischen und idiografischen Prognosemethoden treffen zu?
Die Bewertung der Anlasstat spielt im Rahmen der idiografischen Methode eine Rolle.
Nomothetische Methoden können sowohl Tat- als auch Tätermerkmale umfassen.
Gleichbedeutend mit nomothetischen Prognosemethoden spricht man auch von aktuarischen Prognosemethoden.
Ein Aspekt der idiografischen Vorgehensweise betrifft die Beschreibung der Biografie der zu beurteilenden Person.
Im Rahmen der idiografischen Vorgehensweise geht man davon aus, dass die relevanten Faktoren für einen konkreten Einzelfall spezifisch sein können.
Bei der Integration von nomothetischen und idiografischen Einschätzungen zur Kriminalprognose ist zu beachten, dass …
… zur Vermeidung von Urteilsfehlern die idiografische Einschätzung stets vor der nomothetischen Einschätzung vorzunehmen ist.
… die unterschiedlichen Einschätzungen (nomothetisch/idiografisch) jeweils von zwei verschiedenen Sachverständigen beigetragen werden müssen.
… Unterschiede zwischen beiden Bereichen (nomothetisch/idiografisch) Anlass geben, die nomothetische Prognose zu überdenken.
…die nomothetische Beurteilung eine empirisch begründete Einschätzung des Ausgangsrisikos liefert.
… die idiografische Einschätzung grundsätzlich den Vorrang vor der nomothetischen Einschätzung hat.
Welche der folgenden Aussagen zu aktuarischen Risikoprognoseinstrumenten treffen zu?
Die Offender Group Reconviction Scale (OGRS) umfasst 54 statische und dynamische Merkmale.
Im Rahmen des Level of Service Inventory-Revised (LSI-R) werden biografische Merkmale, die unveränderbar sind und die Vorgeschichte betreffen, dichotom erfasst.
Als Kriteriumsvariable im Rahmen der Entwicklung der Offender Group Reconviction Scale (OGRS) diente unter anderem die Rückfallwahrscheinlichkeit innerhalb eines Jahres.
Das HCR-20-Schema beinhaltet ausschließlich statische (unveränderbare) Merkmale.
Ein Beispiel für die komplexen Prognoseinstrumente der dritten Generation ist das HCR-20-Schema.
Ein aktuarisches Risikoprognoseinstrument mit fünf möglichen Punktwerten (von 0 = niedrig bis 4 = hoch) weist die folgenden Kennwerte in einer Stichprobe von 750 Personen auf.
Die kategoriespezifischen Rückfallraten steigen mit zunehmendem Punktwert an.
Die allgemeine Rückfallrate (in der Gesamtstichprobe) ist höher als die Rückfallrate bei einem Punktwert von 1.
Die relative Häufigkeit, mit der die fünf verschiedenen Punktwerte in der Stichprobe vorkommen, ist ein Beispiel für das Mittelfeldproblem.
Bei einem Punktwert von 4 ist der Anteil richtig-positiver Fälle 1/3.
Bei einem Punktwert von 0 ist der Anteil richtig-negativer Fälle 2/3.
Welche der folgenden Aussagen treffen zu? Bei der individuellen Kriminaltheorie handelt es sich um ...
... eine persönliche Einschätzung durch den Straftäter selbst.
... einen wesentlichen Baustein der nomothetischen Risikoprognose.
... eine Rekonstruktion, die auch die Persönlichkeitsentwicklung des Täters berücksichtigt.
... eine biografische Betrachtung, die auch delinquentes Verhalten mit einschließt, das unterhalb strafrechtlicher Kriterien geblieben ist.
... eine Bewertung, die sich ausschließlich aus dem Selbstbericht des Straftäters ergibt und sein Selbstbild widerspiegeln soll.
Welche der folgenden Aussagen zu den Empfehlungen für Prognosegutachten treffen zu?
Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Vorgutachten ist nicht erforderlich, weil Vorgutachten als bekannt vorausgesetzt werden können.
Wesentliche Resultate der Aktenauswertung müssen im Gutachten wiedergegeben werden.
Indikationsgeleitete Auswahl testpsychologischer Untersuchungen bedeutet, dass Testverfahren gewählt werden, deren Zielsetzung für die Testperson nicht durchschaubar ist (objektive Tests).
Zur Auswahl von Instrumenten zur Risikobeurteilung ist es ausreichend, wenn diese Instrumente standardisiert sind.
Unter der mehrdimensionalen Analyse individueller Delinquenz versteht man die tiefenpsychologisch fundierte Deutung des Tatmotivs.
Welche der folgenden Aussagen zu standardisierten Untersuchungsinstrumenten treffen zu?
Der Nutzen von Selbstberichtsfragebogen ist im forensischen Kontext oft zweifelhaft.
Will man die Testwerte derselben Person in verschiedenen Tests miteinander vergleichen, spielt auch die Korrelation beider Tests eine Rolle.
Einer Untersuchung von Zimmerman (1994) zufolge war die Beurteilerübereinstimmung klinischer Interviews im Hinblick auf Persönlichkeitsstörungen höher als die Beurteilerübereinstimmung von (halb-) strukturierten Gesprächsleitfäden.
Das Komplement (Gegenstück) zur Spezifität ist die Falsch-Negativ-Rate.
Ein Vorteil von Fremdbeurteilungsverfahren ist, dass sie auch solche Auffälligkeiten erfassen können, die der Testperson selbst nicht bewusst sind.