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1. Bewusstwerdung (Berufung)
Der Held gelangt zu Bewusstsein und erkennt eine höhere Aufgabe, seine Berufung zum höheren Weg der Liebe.
Die geistige Berufung ist jene zum Lehrer, Prediger, Propheten oder Heiler.
Beispiele: Die höhere Bestimmung drückt sich in Geschichten durch hohe Herkunft aus (als Königssohn, Prinzessin), durch eine Vision (z. B. ein Traum wie in Ritter Georg und die Jungfrau) Jesus erkannte als Zwölfjähriger im Tempel seinen «wahren Vater».
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2. Initiation, Bekenntnis (Taufe)
Als Nächstes gilt es, ein nach Aussen klar erkennbares Zeichen, ein Bekenntnis für den Weg der Liebe durch Wort und Tat zu geben.
Die Taufe ist die geistige Initiation.
Beispiele in Märchen und Mythen: Der Held verlässt sein Zuhause und begibt sich ins Abenteuer. Die Heldin zeigt ihre Liebe und Bereitschaft zu Hingabe. Der erste Geschlechtsverkehr ist ein Zeichen für den Weg der Liebe in der Beziehung. Viele Gläubige und selbst Jesus liessen sich als Zeichen ihrer Entscheidung durch Untertauchen im Wasser taufen.
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3. Treue in Mangel, Widerständen und Entbehrungen (Wüste)
In Mangel und Entbehrungen hat der Held die Gelegenheit, sich zu bewähren und Widerstände zu überwinden. Er übt Enthaltsamkeit, Disziplin und Kontrolle und zeigt seine Treue, indem er an seiner Vision festhält.
Auf dem geistigen Weg bedeutet diese Phase die Wüstenerfahrung mit Fasten.
Beispiele: Der Held/die Heldin muss „unten durch“, sich unter harten Bedingungen, in Aschenarbeit bewähren, zum Beispiel im Dienst in der Küche des fremden Schlosses (Der Eisenhans) oder als Magd unter der Tyrannei einer bösen Stiefmutter (Aschenputtel, Schneewittchen). Jesus fastete 40 Tage in der Wüste.
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4. Hingabe der Ressourcen im Erfolg (Dienst)
Nachdem er den Mangel überwunden hat, wird er mit Erfolg gesegnet. Hier besteht die Prüfung darin, diesen Erfolg nicht zu egoistischen Zwecken, das heisst für die Erweiterung der eigenen Macht zu missbrauchen, sondern vielmehr die errungenen Ressourcen anderen zur Verfügung zu stellen.
Der Heiler und Prophet leistet vollmächtigen Dienst durch Zeichen und Wunder.
Beispiele: Der Held im Märchen Der Eisenhans hält sich noch immer bedeckt und verhilft dem fremden König zum Sieg. Aschenputtel tanzt auf dem Ball mit ihrem Geliebten und geht rechtzeitig wieder. Jesus widerstand der Versuchung der Macht und diente den Menschen.
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5. Die Feuerprobe (Sterben des Egos)
Die letzte Prüfung ist die Feuerprobe. Hier steht nun die ganze Existenz auf dem Prüfstein, alles droht in Flammen aufzugehen. In dieser Phase wird der Held geprüft, ob er bereit ist, wenn nötig sein Leben, ja seine ganze Existenz für das Grössere hinzugeben. Er blickt dabei dem eigenen Tod, seinem Ego ins Gesicht und „stirbt“ innerlich. Es ist der Weg der Läuterung im Feuer und der Integration der Schatten (s. Die Integration des Schattens und der Weg durch die Unterwelt). So gewinnt der Held seine geistige, ewige Existenz.
Beispiele: Im Märchen Der Eisenhans wird der Held als schwarzer Ritter verwundet. Aschenputtel muss wieder zurück zur Stiefmutter und wird noch übler behandelt. Odysseus wird nackt an den Strand von Ithaka gespült, nachdem er alles verloren hat. Seine geliebte Gattin Penelope nimmt ihn wieder auf (die Vergebung ist ihre Feuerprobe.) Jesus wird gekreuzigt.
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