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(Ergänzt um Details zu den Hauptkritikpunkten Transoceans)
Zürich (awp) - Der Tiefsee-Bohrkonzern Transocean hat einen internen Untersuchungsbericht zur Ölkatastrophe im Golf von Mexiko veröffentlicht. Darin kommen die Autoren zum Schluss, dass das so genannte Macondo-Unglück, welches im April 2010 seinen Lauf nahm, die Folge des Zusammenspiels eines fehlerhaften Bohrlochdesigns, mangelhafter Ausführung und falscher Entscheidungen ist. Die Entscheidungen, von denen viele von BP-Verantwortlichen getroffen wurden, basierten auf dem Wissen von BP, dass der geologische Korridor für eine sichere Bohrung zunehmend enger wurde, heisst es in einer Mitteilung Transoceans vom Mittwoch.
BP sei vor allem besorgt gewesen, dass zusätzlicher Abwärtsdruck auf das Ölfeld, sei dies durch schweren Bohrschlamm oder das Einpumpen von Zement zur Kontrolle des Bohrlochs, zu einer Ausweitung von Frakturen in den Gesteinsschichten geführt hätte. Daraus hätten Ölverluste resultieren können, was Geld gekostet und die Möglichkeit zukünftiger Ölförderung beeinträchtigt hätte, heisst es weiter.
Dabei gibt Transocean vier Hauptkritikpunkte an, wobei von einem fehlerhaften Risikomanagement und einer schlechten Kommunikation bekannter Risiken, einer fehlerhafte Bohrlochkonzeption und -konstruktion, mangelhafter Ausführung sowie einer unzureichenden Prozesssicherheit gesprochen wird. Demgegenüber kommt der Bericht zum Schluss, dass der Blowout-Preventer von Transocean fachmännisch gewartet und betrieben worden war.
Beim Risikomanagement und der Kommunikation habe BP beispielsweise versäumt, der Bohrmannschaft Transoceans mitzuteilen, dass der verwendete Zement zum Ausgiessen des Bohrloches nicht ausreichend getestet wurde. Zudem seien die Tests für die Rückflussbarrieren, welche verhindern sollten, dass Kohlenwasserstoffe in die Quelle gelangen, unzureichend gewesen, was BP ebenfalls nicht mitgeteilt habe.
Einer der wichtigsten Kritikpunkte ist das mangelhafte Design und die Konstruktion des Bohrloches. So habe der verwendete Zement es nicht geschafft, das Reservoir zu isolieren, woraufhin Kohlenwasserstoffe in das Ölfeld gelangt waren. Während des Bohrprozesses habe BP sowohl abfallende Bohrrotationen als auch Kick-Backs erfahren und die Bohrung kurz vor der geplanten Maximaltiefe für die Quelle gestoppt.
Dies war aufgrund eines immer enger werdenden geologischen Korridors, welcher eine sichere Bohrung erlaubte, geschehen. Zudem verhinderte der sich verengende Korridor ein Ausgiessen der Zementummantelung in ausreichender Stärke. BP habe sich daraufhin entschieden, anstelle eines neuen Schachtdesigns einen komplexen Nitrogenschaum-Zement zu verwenden, welcher es ermöglichen sollte, beim ursprünglichen Schachtdesign zu verbleiben, so der Bericht.
Der verwendete Zement sei jedoch in minimaler Menge verwendet worden und habe kaum Raum für Fehler gelassen, auch sei dieser nicht ausreichend getestet worden, weder vor noch nach der Anwendung. Ausserdem sei es möglich, dass der spezielle Zement verunreinigt gewesen war und durch die Verwendung zu weniger Zentralisatoren ungleichmässig im Bohrloch verteilt wurde.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Risikobeurteilung und Prozesssicherheit. So habe es BP versäumt, die Prozesssicherheit während der Applikation zu überwachen. Zudem hätten sowohl BP als auch Halliburton das Zementspritzverfahren nicht adäquat getestet, bevor es angewendet worden war, obwohl die technischen Herausforderungen äusserst komplex waren und zudem einige Testdaten indiziert hatten, dass der Zement nicht stabil war.
Operativ wurde ein negativer Drucktest dem Bericht zufolge falsch interpretiert, da die Testauslegung fehlerhaft war und die zur Quellenbeobachtung genutzten Geräte während des Testablaufs verschoben wurden. Im Nachhinein sei klar, dass nach dem negativen Drucktest die Arbeiten nicht hätten fortgesetzt werden dürften, heisst es, aber keiner der am Test Beteiligten habe die Fehler bemerkt.
dl/cc
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