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Die Theodorskirche wird schon im Jahr 1048 erwähnt. Über das Aussehen der damaligen Kirche existieren keine Anhaltspunkte. Es kann jedoch angenommen werden, dass alte Teile der damaligen Kirche heute noch vorhanden sind. Die Kirche gehörte zu Beginn des 12. Jahrhundert. zum Kloster St. Alban.
Die Kirche liegt rheinaufwärts im heutigen Kleinbasel im Bereich des später verlassenen Dorfes Niederbasel, welches zu jener Zeit kirchenrechtlich zum Bistum Konstanz, grundrechtlich jedoch zum Bistum Basel gehörte. 1947 wurden die Gräber aus dem 8. Jahrhundert innerhalb der Kirche gefunden. 1984 und 1993 sind Gräber aus dem 11. Jahrhundert ausserhalb der Kirche gefunden worden.
Mit dem Bau der Rheinbrücke im Jahre 1225 siedelte sich ein Teil der Gemeinde rheinabwärts, in der Nähe der Brücke an. So fehlten der Gemeinde nun etliche Kirchgänger und vor allem Kirchensteuern. Als finanzieller Ausgleich wurde 1255 die Tochterkapelle St. Niklaus, neben dem damaligen Härenhaus und heutigen Hotel Merian Spitz, in der Nähe der Rheinbrücke errichtet. Für jene Zeit konnte auch erstmals St. Theodor als Namenspatron der Mutterkirche nachgewiesen werden.
Nach dem Grundriss der heutigen Kirche zu schliessen, welche im Jahre 1422 neu gebaut und Ende des 15. Jahrhunderts fertig gestellt wurde, hatte die romanische Kirche 2 Türme. Die Fundamente oder unteren Teile des einen Turms sind beim Neubau der spätgotischen Kirche für die Sakristei verwendet worden. Die dreischiffige, gotische Kirche hatte im Innern vor den diversen Umbauten eine Quergalerie, welche den gewölbten Chor mit den schönen Schlusssteinen vom Langhaus abschloss. Das Hauptschiff war frei von Einbauten. Nach dem Plan von Matthäus Merian war an der Ecke Turm / Chor eine Kapelle angebaut. Das Innere der Kirche war reich ausgestattet mit Altären, von welchen der bedeutendste der Altar der heiligen Jungfrau war, der im Winkel zwischen Sakristeiwand und Südwand des Langhauses stand, unterhalb des schönen Fensters das die Madonna mit Kind und dem Härenwappen zeigt.
Ludwig Hans Kilchmann und seine Familie stifteten 1497 die Kanzel und ein Sakramentshäuschen, sowie den Taufstein. Die Wappen der Familie Kilchmann sind in der Kirche wiederholt zu sehen.
Auf der rechten Unterseite der Kanzel ist als einziges Datum der Kirche das Jahr 1497 eingemeisselt, von den Steinmetzen wohl als Zeichen der Vollendung nicht nur der Kanzel, sondern auch der ganzen Kirche gedacht. Darüber erscheinen die vier Evangelisten mit ihren Symbolen, die in der Spätgotik allenthalben entweder als schreibende Männer oder mit, aus der Apk. Joh. Stammenden Symboltieren mit Flügeln abgebildet wurden. Diese vier Evangelistenattribute befanden sich auch auf dem verschwundenen „Lettner“.
Der Lettner, auch „Doxale“ genannt, ist eine steinerne oder hölzerne Schranke, die vor allem in Domen, Kloster – und Stiftskirchen den Raum für das Priester- oder Mönchskollegium vom übrigen Kirchenraum, der für Laien bestimmt war, abtrennte. Er ist eine Weiterentwicklung der frühchristlichen Chorschranken. Er entwickelte sich in der Spätromanik, hatte eine Blütezeit in der Gotik und wurde dann in seiner Funktion als „Lectorium“ allmählich von der Kanzel ersetzt.
Wann die die Drei Ehrengesellschaften Kleinbasels als Körperschaft und Stifter der ganzen Bevölkerung die Einzelfamilien in der Kirche abgelöst haben ist nicht bekannt. Jedenfalls zeugen die Scheiben mit dem Rebmesser auf rotem Grund, gehalten von zwei Engeln 1480, die Marienscheibe auf welcher das Härenwappen mit weissem Schild 1526, sowie das Greifenwappen von der nahen Verbindung der Drei Ehrengesellschaften zur Theodorskirche. Diese Scheiben wurden jeweils von den 3 Gesellschaften gestiftet.
Im Jahre 1691 wurde an der Nordwand des Langhauses eine Empore in barocken Formen eingebaut und im Jahre 1770 erfolgte die Erstellung einer Orgel vom berühmten Meister Joh. Andreas Silbermann von Strassburg.
Beim Abriss der Allerheiligenkapelle im Jahre 1881 wurden einige Grabplatten vom Friedhof St. Theodor an der Aussenmauer der Kirche angebracht, wo sie noch heute zu sehen sind. Unter anderen ist auch die Gedenkplatte vom Rebhausvorgesetzten Rudolf Ritter 1749 -1809 zu sehen. In der Kirche befindet sich auch der Epitaph von Heinrich Falkner dem Stadtschreiber, gest. 1566. Ebenso eine Ehrengedächtnistafel der Familie Brenner, auf welcher auch der Name des Greifenmeisters Joh. Heinrich . Brenner eingemeisselt ist.
Eine weitere Renovation im Jahre 1836 änderte das Aussehen der Kirche im Äusseren und im Innern wesentlich. Unter der Leitung von Amadeus Merian wurden die Vordächer an den Fassaden entfernt, die Fenster vergrössert, an der Westfassade die pseudogotische Vorhalle mit gusseisernen Säulen und Balustrade und an der Nordfassade ein hölzerner Windfang erstellt. Die Drei Ehrengesellschaften wurden durch das Bauinspektorat angefragt ob sie die Kosten für einen neuen Wetterhahn welcher auf dem Dach montiert war, übernehmen würden. Ein kupferner Wetterhahn wurde vergoldet und durch die Drei Ehrengesellschaften auch bezahlt. Die Renovation 1883 verfolgte den Zweck im Innern möglichst viel Platz zu schaffen. Die Orgel wurde an die Westfassade versetzt. Sie wurde im Jahre 1916 durch eine neue ersetzt.
Im Jahre 1942 erfolgte eine weitere Renovation in welche auch der Turm der Kirche einbezogen wurde. Es wurden zusammenhängende Emporen errichtet. Eine Neubemalung und ein Neuverputz des Innenraumes vorgenommen. Die Vordächer an den Längsseiten des Langhauses wurden zum Schutz der Grabtafeln wieder angebracht. Beim Kircheneingang, Westseite, wurde die Vorhalle wieder entfernt und durch ein einfaches Vordach ersetzt.
Im Jahre 2007 musste eine Dachsanierung beim Seitenschiff vorgenommen werden. Sämtliche drei Dächer des Langhauses wurden saniert, da diese Löcher aufwiesen. Durch Witterungseinflüsse verloren die Dachsparren ihren Halt, die Ziegelsteine verschoben sich und das Dach war undicht. Das Dach befindet sich heute in einem Zustand wie im Mittelalter. Da die Dachsparren und Ziegel bis zu den Nägeln wie im Mittelalter zusammengefügt sind. Gemäss Denkmalpflege ist dies eine bauliche Sensation.
Die Renovation hatte nur ein Wermutstropfen. Durch Vandalen wurde im September 2008 das steinerne Dachkreuz auf dem Kirchendach beschädigt. Die Täterschaft verschaffte sich über das Baugerüst Zugang zum Dach und verursachte so den Schaden. Man sollte meinen dass es von wesentlicher Bedeutung ist bauliche Zeitzeugen sowie alte Bräuche zu erhalten und zu schützen. Eine solche Einstellung zur Sache trägt wesentlich zum Erhalt unserer Kultur bei.
Erwin Hensch, E. Gesellschaft zum Greifen
Quellennachweis: 25 Jahresbericht Denkmalpflege 1936 und 1943, W.R. Staehelin, E.A. Meier, Der Basler Arbeitsrappen 1984, Staatsarchiv BS, Pfarrkirche St. Theodor von Paul Barth
Dieser Bericht zeigt einen kurzen Abriss über das Kleinbasel von seiner ersten Erwähnung bis zum 14. Jahrhundert.
Seit seiner Entstehung nahm das Kleinbasel eine separate Stellung in der Basler Geschichte ein. Es sind nur Vermutungen und Rückschlüsse möglich. Aber die zeitliche Einordnung ist klar. Den einen Punkt gibt 1225 als das Jahr der Vollendung der Rheinbrücke und den anderen 1241 als das Jahr, in dem zum ersten Mal von einem jenseitigen Basel die Rede ist. Es wurde von den Dörfern "Niederbasel" und "Oberbasel" gesprochen. Das ganze Gebiet gehörte kirchlich zum Bistum Konstanz.
Die neue Stadt benötigte 1255 eine eigene Kirche und erhielt die Niklauskapelle an der heutigen Rheingasse. Zur gleichen Zeit bildete sich auch das Gemeindeleben in festere Formen. Es ist der Moment, wo das Kleinbasel in die Geschichte eintrat. Um die neu gebildete Stadt lagen diverse Besitztümer, welche nicht nur "Herren und Burgern von Grossbasel" gehörten, sondern auch Entfernteren wie z.B. den Klöstern Lützel und Einsiedeln. Die Umgebung der neuen Stadt bestand aus Äckern, Hainen, Gärten und Rebgelände. Neben diesen Parzellen bestand auch eine Allmend. Aus dieser Fläche erhob sich nun die Stadt. Als solche in seiner Befestigung zu erkennen. Es ist jedoch zu erwähnen, dass in der Anfangszeit, also 1255, nicht von Mauern und Türmen, sondern nur von Gräben die Rede ist. Man machte sich jedoch innert kurzer Zeit daran, die Befestigung der neuen Stadt zu verbessern und während des Krieges mit Rudolf von Habsburg festigten und bauten die Bürger ihre Stadt auf eigene Kosten mit viel "Arbeit an Leib und Gut". Mit anderen Worten ausgedrückt mit Fronarbeit und Geldbeträgen. In Archivalien werden die Mauern Kleinbasels im Jahre 1270 erstmals erwähnt. Die markantesten Punkte in dieser Ummauerung waren die Eingänge in die Stadt. Man konnte die Stadt über zwei Tore betreten. Durch das "obere Tor", ("Tor gegen Riehen"), welches erstmals 1265 erwähnt wurde und das "niedere Tor", (das "Tor gegen Istein"), welches 1256 erstmals in der Geschichte erwähnt wird.
Die Ummauerung war im Grossen und Ganzen vom dreizehnten bis ins neunzehnte Jahrhundert die gleiche. Es haben sich keine Vorstädte gebildet, so wie man das von der linksrheinischen Seite kennt. Noch 1277 lag St. Theodor ausserhalb der Stadtmauern. Der Abschluss der Stadt befand sich damals auf der Höhe der heutigen Riehentorstrasse. Es ist nicht mit Bestimmtheit zu sagen, wann die Stadtmauer hinausgeschoben wurde. Jedenfalls wird St. Theodor im vierzehnten Jahrhundert als im Kleinbasel liegend bezeichnet.
Am Anfang des 14. Jahrhunderts erstreckte sich das Stadtgebiet Kleinbasels, also die Fläche innerhalb der Stadtmauern, vom Rhein her rechtsseitig des heutigen Klingentalgrabens bis zur Klybeckstrasse. Die Mauer verlief am oberen Rande des heutigen Kasernenareals bis zur Klingentalstrasse/ Kasernenstrasse, wo früher das "Bläsitor" stand. Im rechten Winkel bog die Mauer ab und verlief dann bis zum heutigen Claragraben. Auf dieser Höhe erstreckte sie sich bis zum heutigen Wettsteinplatz, immer im Verlauf des heutigen Claragrabens entlang. Am Wettsteinplatz beim damaligen "Isteiner-Turm", bog die Mauer wiederum im rechten Winkel nach rechts ab und verlief bis zum Rheinufer. Auf die Gestaltung der Mauern wirkten sodann die in ihrer Nähe entstehenden Ansiedlungen der Klöster; z. B. diejenige Klingentals. Ehe dieses nach Kleinbasel kam, zog sich die gezinnte Mauer vom Bläsitor (Verzweigung Unt. Rebgasse/ Klingentalstrasse / Kasernenstrasse) auf der Höhe der heutigen Kasernenstrasse bis zum Rhein. Da die Schwestern die Besitztümer innerhalb und unmittelbar ausserhalb der Stadtmauer hatten, entstand das Bedürfnis, die Klostergebiete miteinander zu verbinden und wieder hinreichend zu befestigen.
Ein bemerkenswerter Teil an der Entstehung des Kleinbasels und dem Wohlstand seiner Bewohner, kam aber auch den Teichen zu. An ihnen erblühten verschiedene Handwerksberufe, die in ihrer Arbeitsleistung auf die Wasserkraft angewiesen waren. Es waren dies z.B. die Mühlen, die Färbereien, die Gerbereien etc.! Die Teiche wurden vom damaligen "Wiesenfluss" abgeleitet und wurden auf der Höhe des "Drahtzug" (heutige Claramatte) in die Stadt eingeleitet. Beim Eintritt in die Stadt teilten sie sich in drei Arme auf. Ein Arm verlief auf der Achse der heutigen Klingentalstrasse, Kasernenstrasse zum Rhein. Der zweite Arm aus Richtung Stadtmauer auf der Achse Webergasse und der dritte Arm verlief auf der Achse Sägergässlein zum Rhein. In diese Zeit fielen auch die ersten Erwähnungen der Drei Ehrengesellschaften. Die Gesellschaft zum Rebhaus wurde 1304 erstmals urkundlich erwähnt. Darauf folgte im Jahre 1384 die Gesellschaft zur Häre mit der ersten Erwähnung in den Archivalien. Als letzte Gesellschaft wurde im Jahre 1409 die Gesellschaft zum Greifen erstmals erwähnt. Es kann aber angenommen werden, dass alle drei Gesellschaften schon früher existiert haben. Im Jahre 1354 ereignete sich eine Feuersbrunst im Kleinbasel. Zwei Jahre darauf 1356 war das grosse Erdbeben. Es ist anzunehmen, dass durch diese beiden Ereignisse einige Archivalien wie Gründungsurkunden etc. vernichtet wurden.
Erwin Hensch, E. Gesellschaft zum Greifen
Quellennachweis: Geschichte der Stadt Basel, Band 1, von Rudolf Wackernagel. Staatsarchiv BS Bq 1 bis. Jubiläumsbuch 600 Joor Glai- Groossbasel zämme
Teil 1: Einleitung / A-D
Einleitung
Beim Blick auf die Gestalt Kleinbasels ist der Gedanke an eine einheitliche und planmässige Anlage nicht von der Hand zu weisen. Die Ausrichtung der Hauptstrasse (Greifengasse) auf die Brücke hin, der regelmässige Zug der Querstrassen und die Linien der Ummauerung deuten auf einen der Anlage zugrundegelegten Plan und auf eine rasche Umsetzung desselben hin. Man wird kaum fehl gehen, wenn man den Willen dieser Gründung beim Bischof als Stadtherrn und vor dem Hintergrund des durch diesen erfolgten Baus der Brücke sucht. Dass es eine Stadtgründung ohne Rücksicht auf schon Vorhandenes war, zeigt die Tatsache, dass die alte Kirche St. Theodor im Jahre 1277 als „etxra muros“ bezeichnet wird. Man muss also für diese Zeit einen innerhalb der späteren Mauer gelegenen Stadtabschluss annehmen und kann einen solchen nur in der Richtung der heutigen Riehentorstrasse für wahrscheinlich halten. Erst zu späterer Zeit befand sich St. Theodor innerhalb der Befestigungen der Stadt. Es ist auch bekannt, dass das Kleinbasel vom 1. Jh. bis ca. in das 13. Jh. bedeutend kleiner war. Bemerkenswert ist das gänzliche Fehlen eines Platzes. Im allgemeinen kann gesagt werden, dass in dieser neuen Stadt die verschiedenen Schichten der Bevölkerung sich gleich zu Beginn getrennte Wohnplätze gesucht haben. In der unteren Stadt bei den Teichen siedelten sich das Gewerbe und die Handwerker an. In der oberen Stadt ist zu beachten, dass die einzelnen Liegenschaften meist von grösserem Umfang sind, wenigstens im Komplex zwischen Rhein- und Rebgasse. Als ältester und grösster Grundbesitzer im Kleinbasel kann das Kloster St. Alban genannt werden.
Mit der Benennung der Strassen durch Namen wurde im Mittelalter begonnen. Die älteste Erwähnung von Strassennamen geht auf das Jahr 1190 zurück, als die zunehmende Anzahl von Häusern in Städten eine Koordination nötig machte und die Bezeichnungen von Häusern (wie zum Beispiel „Haus zum Greifen“, „Härenhaus“, „Rebhaus“ oder „Haus zem Boum“) nicht mehr ausreichten. Obwohl einzelne Häuser unserer Stadt noch immer Namen tragen, ist deren Bezeichnung durch die Angabe von Strasse und Hausnummer üblich. (Anders verhält es sich beispielsweise bei der Bezeichnung von Gasthäusern. Man sagt nicht: „Treffen wir uns im Haus an der Riehentorstrasse 11.“ Sondern: „Treffen wir uns im Rebhaus.“) Die Strassennamen beziehen sich unter anderem auf Orts- und Geländenamen der Region, auf bekannte Persönlichkeiten oder auch - wie bei uns im Kleinbasel - auf die Drei Ehrengesellschaften. Ohne diese Benennung der Strassen, hätte man sich nicht mehr zurechtgefunden. Es entwickelten sich hierzu verschiedene Systeme. Nach dem Beispiel Frankreichs wurden die Häuser einer Stadt häufig zunächst fortlaufend nummeriert, während bei uns bekanntlich mittlerweile die Hausnummern linksseitig und rechtsseitig der Strassen in gerade und ungerade Nummern aufgeteilt sind. In diesem Bericht werden soweit möglich auch die alten Nummern der markanten Häuser genannt.
Badergässlein (existiert heute nicht mehr)
Verbindung: damals Ochsengasse Höhe Haus Nr. 17 / Webergasse Höhe Haus Nr. 3. (Ob die Hausnummern an der Ochsengasse heute noch identisch sind ist fraglich.)
Alte Bezeichnungen: 1350 „lang Cunrats gesseli“, 1422 „gesslin so man nampt des langen Cunratz geszlin“, 1437 „gässlin so man nempt das Beltzgesslin und man vor ziten nampt lang Cunrats gesslin“, 1600 „Gesslin zum Bad“. In dieser Gasse befand sich eine Badestube, welche schon 1307 genannt wird. Im 15. Jh. sind zwei Badestuben nachgewiesen. Die „krüterbadstube zem fröwelin“ und das „badstüblin zer Trüwe“.
Dolderweg (amtlich benannt 1884)
Verbindung: Rebgasse Höhe Haus Nr. 15 / Claragraben Höhe Haus Nr. 49
Alte Bezeichnungen: 1693 „Iltisgässlein“, vor 1884 „Kanonenweg“
Im 18. Jh. galt der Weg unbestritten als Allmendweg. Er war beidseitig von einer Mauer eingefasst und bildete den Zugang von der Rebgasse her zum Rondenweg und zur Ringmauer.
Erwin Hensch, E. Gesellschaft zum Greifen
Quellennachweis: Die vorliegende Übersicht wurde auf Grund von Recherchen im Staatsarchiv Basel-Stadt und anhand der „Beiträge zur geschichtlichen Topographie von Klein-Basel“ von Rudolf Wackernagel (In: Historisches Festbuch zur Basler Vereinigungsfeier 1892. Basel 1892 (S. 221-335.)) und dem Band „Die Basler Strassennamen“ von Andé Salvisberg (Basel 1999) erarbeitet. Dabei ist die historische Schreibweise übernommen worden. Der Plan stammt aus dem historischen Festbuch zur Basler Vereinigungsfeier von 1892 (Basel 1892).
Es ist möglich, dass die Angaben wegen mangelhafter Hinweise lückenhaft sind. Es sind nur Strassen und Liegenschaften erwähnt, die in irgend einem Bezug zu den Drei Ehrengesellschaften Kleinbasels standen und teilweise noch stehen.
Teil 2: E-L
Greifengasse (amtlich benannt 1861)
Verbindung: Mittlere Brücke / Claraplatz Höhe Haus Nr. 1
Alte Bezeichnungen: 1375 und 1403 wird in den Akten die Greifengasse als „gasse als man wider sant Claren uffhin gat“ genannt. 1423 findet sich die Bezeichnung „sant Claren gassen“, 1443 „Kremergasse“, 1478 „Burgergasse“, 1550 „Crützgasse“ und 1577 unterscheidet man drei Gassen auf dieser Strecke: Im unteren Teil die „Grempergasse“, in der Mitte bei den Einmündungen der heutigen Uten- und Ochsengasse die „Kreuzgasse“ und im oberen Teil die „Burgergasse“.
Bekannte Gebäude:
Nr. 1 war das Haus zum „Waldeck“ (alte Nummerierung - in der Folge „alt Nr.“ genannt - 378). In diesem Haus, welches gegenüber dem „Richthaus“ stand, hat der Rat von Grossbasel bereits früh Fuss gefasst. Der Grund war sicherlich, dass er so sein Recht auf die Brücke geltend machen konnte.
Nr. 29 „Zum goldenen Greifen“ (alt 228). Im Jahre 1788 ist der Küfer Franz Lux Linder Eigentümmer und darf sein Abwasser auf Grund eines gerichtlichen Entscheides in den „Turm der Heimlichkeit“ des anstossenden Gesellschaftshauses leiten.
Nr. 31 Gesellschaftshaus „zum Greifen“ (alt 224). Die Gesellschaft hiess noch am Anfang des 15. Jh. „zem Boum“ oder „zum Baum“ und nahm den Namen „zum Greifen“ erst durch den Erwerb dieses Hauses 1425 an. Irgend etwas Näheres ist nicht bekannt. Beachtung verdient nur eine Urkunde von 1671, wodurch Rudolf Kluberls Witwe den Vorstehern der Gesellschaft zum Greifen gestattet „von der hinteren oberen Stube des Gesellschaftshauses durch das mittlere Fenster einen gang, drei Schuh breit, jedoch ohne Fenster, nach der Gesellschaft's altem Hause über ihr der Witwe Kluber Höflein auf Käpfern zu legen“. 1858 wird das Haus von der Gesellschaft an die Bierbrauer Benjamin Merian-Heusler und Ludwig Dietrich verkauft.
Karthausgasse (amtlich benannt 1878)
Verbindung: Riehentorstrasse Höhe Haus Nr. 12 / Theodorskirchplatz
Alte Bezeichnungen: Die Karthausgasse wird bis in die Mitte des 19. Jh. „Kirchgässlein“ und „unteres Kirchgässlein“ genannt. 1434 war die Bezeichnung „nidre Kilchgasse“ und 1455 „Kilchgasse“. Der Name „gesslin zur Carthus“ erscheint im Verzeichnis von Felix Platter. 1767 erscheint auch der Name „Zuchthausgässlein“ da in der Karthause die städtische Strafanstalt untergebracht war.
Kirchgasse (amtlich benannt 1861)
Verbindung: Riehentorstrasse Höhe Nr. 30 / Theodorskirchplatz.
Alte Bezeichnungen: Die 1281 erstmals genannte Kirchgasse wird 1374 „Obere Kirchgasse“ und 1736 „Kirchweg“ genannt. Bei Felix Platter wird sie als „gassen zuo S. Joder“ (St. Theodor) bezeichnet.
Klingental (amtlich benannt 1861)
Verbindung: Webergasse Höhe Haus Nr. 1 / Kasernenstrasse Höhe Haus Nr. 25
Alte Bezeichnungen: 1610 wird das Klingental als „Rhingasse nitsich“ (untere Rheingasse) erstmals genannt. Im 19. Jh. lautet die Bezeichnung „Im Klingental“.
Bekannte Gebäude: Das Klingentalkloster lag in umittelbarer Nachbarschaft des Klingentals. Ebenso waren hier diverse Mühlen angesiedelt. So wird im Jahre 1267 die „Drachenmühle“ erwähnt, die 1468 und 1471 „Mittelmühle“ genannt wird. Weiter erscheint die „Rösslinmühle“ im Jahr 1303. 1657 wird eine „hintere Klingentalmühle“ genannt. Im Jahre1566 findet sich die „vordere Klingentalmühle“.
Lindenberg (amtlich benannt 1861)
Verbindung: Rheingasse Höhe Haus Nr. 69 / Riehentorstrasse Höhe Haus Nr. 10
Alte Bezeichnung: 1610 findet sich die erstmalige Nennung. Der Name dürfte auf den Lindenbaum, welcher damals in der Strasse stand, zurückgehen. (Es wird auch von zwei Linden berichtet.)Teilweise wurde das Strassenstück „Obere Rheingasse“ oder „Obere Utengasse“ genannt.
Bekannte Gebäude:
Nr. 12 „Hatstätterhof“ (alt Nr. 106). Auf dem vom Rheinweg, der Riehentorstrasse und dem Lindenberg umschlossenen Areal, jedoch in einer unbekannten Ausdehnung, befand sich ursprünglich ein „Ziegelhof“. Der „Hatstätterhof“ war im 19. Jh. zeitweise im Besitz des Oberstmeisters Miville-Iselin.
Erwin Hensch, E. Gesellschaft zum Greifen
Quellennachweis: Die vorliegende Übersicht wurde auf Grund von Recherchen im Staatsarchiv Basel-Stadt und anhand der „Beiträge zur geschichtlichen Topographie von Klein-Basel“ von Rudolf Wackernagel (In: Historisches Festbuch zur Basler Vereinigungsfeier 1892. Basel 1892 (S. 221-335.)) und dem Band „Die Basler Strassennamen“ von Andé Salvisberg (Basel 1999) erarbeitet. Dabei ist die historische Schreibweise übernommen worden. Der Plan stammt aus dem historischen Festbuch zur Basler Vereinigungsfeier von 1892 (Basel 1892).
Es ist möglich, dass die Angaben wegen mangelhafter Hinweise lückenhaft sind. Es sind nur Strassen und Liegenschaften erwähnt, die in irgend einem Bezug zu den Drei Ehrengesellschaften Kleinbasels standen und teilweise noch stehen.
Teil 3: M-Rh
Ochsengasse (amtlich benannt 1861)
Verbindung: Greifengasse Höhe Haus Nr. 15 / Webergasse Höhe Haus Nr. 18
Alte Bezeichnungen: 1280 findet sich die Ochsengasse als „nidre gasse“, Im 14. Jh. als „Crützgasse“. Sie wurde auch in Anlehnung an die Untere Rheingasse und der Untere Rebgasse „untere Utengasse“ genannt.
Bekannte Gebäude:
Nr. 10 Haus „zum rothen Ochsen“ (alt Nr. 246). Der alte Name des Hauses ist „Mühlegk“. Im 16. Jh. tritt der Name „roter Ochsen“ hervor.
Nr. 15 (alt Nr. 355) In der Liegenschaft war die „grosse Badstube“ (Männerbad).
Rappoltshof (amtlich benannt 1861)
Verbindung: Klingentalstrasse Höhe Haus Nr.3 /Claragraben Höhe Haus Nr. 101
Alte Bezeichnungen: 1610 nennt Felix Platter die Strasse „Gesslin zur Cloren müle“, genannt „Robertsloch“. 1675 liest man „Rochusloch“, im 17. Jh. „Im Rumpel“. Beim Rappoltshof befanden sich auch die Teicheinläufe, welche den verschiedenen Gewerbebetrieben nördlich der Greifengasse das nötige Wasser von ausserhalb der Stadtmauer lieferten.
Rebgasse (amtlich benannt 1861)
Verbindung: Claraplatz Höhe Haus Nr. 1 / Theodorskirchplatz
Alte Bezeichnungen: Die Rebgasse wird schon seit 1390 so genannt. 1686 bezeichnete man sie als „lange Strass“. Im Jahre 1546 wurde begonnen diese Gasse von der Clarakirche bis zum Riehentor mit Kieselsteinen zu pflastern.
Bekannte Gebäude:
Nr. 12 / 14 „Burgvogtei“ (alt Nr.197). Zu Beginn des 14 Jh. hiess die Liegenschaft „zer Sunnen“. 1686 erhielt das Haus den Namen „Burgvogtei“ oder „Landvogtei“. Das Haus diente als Unterkunft für Beamte und Bedienstete der Herrschaft von Röteln, welche zu dieser Zeit Besitzer der Liegenschaft waren.
Nr. 16 Haus „zum Schaf“ (alt Nr. 192). Die 1553 „Herberg zum guldinen Schoff“, 1578 „Herberg zum Schoff“ und 1850 „zum goldenen Lamm“ genannte Herberge zählte im 16. Jh. so wie der „rote Ochsen"“ zu den Herrenwirtshäusern.
Nr. 30 Haus „zum Paradies“ (Pfarrhaus) (alt Nr. 176). Diese Liegenschaft war von 1743 bis 1789 im Besitze des Oberstmeisters zur Hären, Johannes Brenner.
Reverenzgässlein (amtlich benannt 1970)
Verbindung: Oberer Rheinweg Höhe Haus Nr. 63 / Utengasse Höhe Haus Nr. 46
Alte Bezeichnungen: 1450 „Ruessgesslin“ und „Allmentgesslin“, 1457 „Hagengesslin“ und „Goldgesslin“. Die Bezeichnung geht wohl auf die Drei Ehrenzeichen Kleinbasels zurück. Diese erweisen durch eine Verbeugung einem Meister oder Vorgesetzten oder einer anderen geschätzten Persönlichkeit die Reverenz.
Rheingasse (amtlich benannt 1861)
Verbindung: Greifengasse Höhe Haus Nr. 4 / Lindenberg Höhe Haus Nr. 1
Alte Bezeichnungen: Die Rheingasse wird 1347 „Ringasse“ und 1368 „obre Gasse“ genannt.
Bekannte Gebäude:
Nr. 2 „Zum Schwalbennest“ (alt Nr. 5).
Nr. 4 St. Niklauskapelle, Gesellschaftshaus zur Hären (alt Nr. 10). Die Errichtung der Niklauskapelle geschah im Jahre 1255. Die Kapelle kann als Filiale der zu dieser Zeit ausserhalb der Stadtmauer gelegenen St. Theodorskirche bezeichnet werden (s.o.). Zu dieser Kaplanei kamen im Laufe der Zeit weitere Pfründen hinzu, wie um das Jahr 1420 durch Stiftung der Gesellschaften „zur Hären“ und „zum Baum“ eine Kaplanei am St. Niklausaltar. In späterer Zeit entstand aus den drei Ehrengesellschaften auch eine „Niklausbruderschaft“, die sich um Arme und Bedürftige kümmerte. Ihre Funktion ist mittlerweile an die heutige Spendenkommission der drei Ehrengesellschaften übergegangen. Nach der Reformation diente die Kapelle lange als Salzmagazin. 1803 richtete sich im Gebäude eine Reitschule ein und 1813 wurde die Liegenschaft versteigert. Später gehörte die Kapelle als Stallung und Remise zum Gasthof „zum weissen Kreuz“. Über das „Gesellschaftshaus zur Hären“ kann nicht viel gesagt werden. Die Liegenschaft erscheint in frühester Zeit als Eigentum des Klosters Klingental, die im Jahr 1384 der Gesellschaft zur Hären geliehen wird. Die Gesellschaft beanspruchte über der Kapelle einen Raum als Eigentum. Im Gesellschaftshaus stand ein Ofen aus gegossenen Eisenplatten, auf welchen unter anderem ein Basilisk und der „Wilde Mann“ abgebildet waren. Auf der Fassade des Hauses war der „Wilde Mann“ aufgemalt. In späterer Zeit hatte der Stubenknecht nur ein Patent für Kaffeeausschank. Wein und anderes konnte aber, wenn es verlangt wurde, aus dem anstossenden Gasthaus zum weissen Kreuz durch einen Verbindungsgang geholt werden. Eine Änderung dieser Verhätnisse trat 1857 in der Weise ein, dass die drei vereinigten Gesellschaften die Errichtung eines Neubaus neben ihrem bestehenden Gesellschafthaus beschlossen. Zu diesem Neubau diente das Areal der alten St. Niklauskapelle, indem diese vom Wirt des Gasthofes „Weisses Kreuz“ tauschweise gegen das Gesellschaftshaus zur Hären erworben wurde. An der Stelle des letzteren und des alten weissen Kreuzes erhob sich in der Folge der Neubau dieses Gasthofs neben dem neuen Gesellschaftshaus.
Erwin Hensch, E. Gesellschaft zum Greifen
Quellennachweis: Die vorliegende Übersicht wurde auf Grund von Recherchen im Staatsarchiv Basel-Stadt und anhand der „Beiträge zur geschichtlichen Topographie von Klein-Basel“ von Rudolf Wackernagel (In: Historisches Festbuch zur Basler Vereinigungsfeier 1892. Basel 1892 (S. 221-335.)) und dem Band „Die Basler Strassennamen“ von Andé Salvisberg (Basel 1999) erarbeitet. Dabei ist die historische Schreibweise übernommen worden. Der Plan stammt aus dem historischen Festbuch zur Basler Vereinigungsfeier von 1892 (Basel 1892).
Es ist möglich, dass die Angaben wegen mangelhafter Hinweise lückenhaft sind. Es sind nur Strassen und Liegenschaften erwähnt, die in irgend einem Bezug zu den Drei Ehrengesellschaften Kleinbasels standen und teilweise noch stehen.
Teil 4: Ri-T
Riehentorstrasse (amtlich benannt 1861)
Verbindung: Oberer Rheinweg / Claragraben Höhe haus Nr. 23
Alte Bezeichnung: Die Riehentorstrasse wird bei Felix Platter auch „Obertorgasse“ genannt. In früherer Zeit bis ins 19. Jh. Sind die Bezeichnungen „Obere Rheingasse“ „Obere Rebgasse“ und „beim Rebhaus“ gebräuchlich. Der Name Riehentorstrasse ist neueren Ursprungs.
Bekannte Gebäude:
Nr. 10 Früher „Zehntentrotte des Domstiftes“ (alt Nr.116). „Die Trotte jenseits am Kirchgässlein-Eck gelegen“ laut Augenscheinbericht von 1805 „ein Gebäud mit 4 Mauern, Plainpied und eine Bühne, lang 60 Fuss, breit 50 Fuss, hoch 15 Fuss und ein Vorhof mit zwei Flügeln links und rechts, welche schlechte offene Stallungen sind, allwo an dem einten vornen beim Eingang sich ein Spritzenhäuslein befindet, da die Spritzen der drey E. Gesellschaften darinnen verwahrt sind; annoch hinder diesem Hauptgebäud befindet sich ein kleines Gärtlein und ein kleines sehr schlechtes Losament.“ Die Zehntentrotte wird schon 1382 hier erwähnt. 1487 heisst sie der „Thumbherren zehnden trotte“. 1801 waren darin fränkische Militärpferde einquartiert. 1802 wurden die verschiedenen „Gelasse an die drei Gesellschaften jenseits für Unterbringung ihrer Spritzen, sowie einzelne Bestände vermietet“. Vor 1811 wurde das Gebäude an Christof Pack, späterer Obristmeister E.E. Gesellschaft zum Rebhaus, verkauft.
Nr. 11 „Rebhaus“ (alt Nr. 118). Die Nachrichten darüber sind dürftig. Aus einer Urkunde der Rebhausgesellschaft geht hervor, dass 1382 hier an der Stelle des Gesellschaftshauses drei Hofstätten zu finden waren, welche „ze Strasburg“ hiessen. Als Haus der Rebleute wird die Liegenschaft erstmals 1404 bezeichnet. Im Jahre 1769 wurde das Gesellschaftshaus neu aufgebaut. 1577 wird das Rebhaus als Trinkstube der Gesellschaft der Rebleute genannt. 1859 wird das Haus an das Comité des Theologischen Pensionats verkauft und blieb in dessen Besitz bis 1889. Im Jahre 1997 sind durch die E. Gesellschaft zum Rebhaus einige finanzielle Anstrengungen unternommen worden und das Gesellschaftshaus der E. Gesellschaft zum Rebhaus gelangte wieder in den Besitz der Ehrengesellschaft.
Nr. 22 „Haus zum hohen Wind“ (alt Nr. 149). In dieser Liegenschaft wohnte der Rebhaus-Obristmeister Mattheus Merian (1744 – 1824). Er war Professor der griechischen Sprache.
Sägergässlein (amtlich benannt 1861)
Verbindung: Rheingasse Höhe Haus Nr. 12 / Ochsengasse Höhe Haus Nr. 17
Alte Bezeichnungen: 1407 „Segengesslin“, 1438 „Synnegässlin, als man die schlichti von der finne herab wider das rinthürli gat“.
Schafgässlein (amtlich benannt 1861)
Verbindung: Rheingasse Höhe Haus Nr. 17 / Rebgasse Höhe Haus Nr. 18
Alte Bezeichnungen: Im 14. Jh. wird das Schafgässlein „Hiltmars gasse“ oder „Hiltmars gesslin“ genannt, 1487 „Wettingergässlein“, 1634 und noch 1779 „Silbergässlein“. Allerdings findet sich schon 1670 die Bezeichnung „Schafgässlein“.
Vor dem Jahre 1427 hatte die „Gesellschaft zum Boum“ oder „Gesellschaft zum Baum“ (später „Gesellschaft zum Greifen“) ihre Räumlichkeiten in einer Liegenschaft Ecke Schafgässlein/Rheingasse, beim heutigen Restaurant „Zum schwarzen Bären“.
Teichgässlein (amtlich benannt 1861)
Verbindung: Ochsengasse 4 Höhe Haus Nr. 2 / Claragraben
Alte Bezeichnung: 1610 „Dich gesslin zum dich“.
An dieser Stelle floss ein Arm des Riehenteichs, welcher den Gewerbebetriebe, die das Teichwasser benutzten, diente.
Erwin Hensch, E. Gesellschaft zum Greifen
Es ist möglich, dass die Angaben wegen mangelhafter Hinweise lückenhaft sind. Es sind nur Strassen und Liegenschaften erwähnt, die in irgend einem Bezug zu den Drei Ehrengesellschaften Kleinbasels standen und teilweise noch stehen.
Teil 5: U-Z
Ueli Gässli (amtlich benannt 1970)
Verbindung: Oberer Rheinweg / Rheingasse Höhe Haus Nr. 12
Der Name geht auf die am Vogel Gryff-Tag im Kleinbasel anzutreffenden Ueli zurück. Die Ueli werden seit 1721 in den Stadtumgängen der einzelnen E. Gesellschaften auch als Wappentierführer (vorab des Leus) genannt. 1879 wird die Uelisammlung von „Batzen“ der Bevölkerung erstmals erwähnt. Es betätigte sich lediglich ein Ueli zur Sammlung von Scherflein als Spende für arme Witwen und Waisen von Gesellschaftsbrüdern. Heute kommen die Spenden bedürftigen Einwohnern unserer Stadt zugute. In der 2. Hälfte des 20. Jh. haben Firmen begonnen, ihre Spenden dem Ueli nicht mehr in die Kasse zu stecken, sondern direkt auf das Spendenkonto zu überweisen. Das Ergebnis der jeweiligen Uelisammlung und der Dank an die Spenderinnen und Spender werden nach dem Vogel Gryff-Tag in der Tagespresse veröffentlicht (Rubrik: „D’ Ueli dangge“).
Untere Rebgasse (amtlich benannt 1861)
Verbindung: Claraplatz Höhe Haus Nr. 1 / Klingentalstrasse Höhe Haus Nr. 1
Alte Bezeichnungen: 1280 und 1386 werden die Untere Rebgasse und die Rebgasse „Obere Gassen“ genannt. 1572 findet sich die Bezeichnung „Clarengasse“ und im 18. Jh. „obere Webergasse“.
Bekannte Gebäude:
Nr. 23 / 25 „Bläsihof“ (alt Nr. 274). Dabei handelt es sich um eine grössere Hofstatt. Als 1609 der Bischof von Konstanz Basel besuchte, nahm er seine Wohnung im „Bläsihof“. Von 1798 bis 1804 und 1807 diente der „Bläsihof“ als Pfarr- und Schulhaus der katholischen Gemeinde.
Untere Rheingasse (amtlich benannt 1861)
Verbindung: Greifengasse Höhe Haus Nr. 1 / Webergasse Höhe Haus Nr. 1
Alte Bezeichnungen: 1466 „undre Ringasse“, 1481 „nidre Ryngasse“ genannt.
Bekannte Gebäude:
Nr. 2 Haus „zum witen Keller“ (alt Nr. 376). Hier stand das früheste Richthaus (Rathaus) von Kleinbasel. In ältester Zeit befanden sich im Haus die „Fleischschalen“ (Fleischverkaufstellen), später und auch noch 1671 die Brotlaube (Brotverkaufsstelle).
Utengasse (amtlich benannt 1861)
Verbindung: Greifengasse Höhe Haus Nr. 18 / Lindenberg Höhe Haus Nr. 7
Alte Bezeichnungen: Erstmals erwähnt wird die Utengasse im Jahre 1284. Im 15. Jh. findet man den Namen „Crützgasse“ (dieser Name erscheint auch in Verbindung mit der Greifengasse - vgl. oben). Im 18. Jh. wird sie „Rutengasse“ und im 19 Jh. „Udengasse“ genannt.
Bekannte Gebäude
Nr. 11 Haus „zum Silberberg“ (alt Nr. 409). Im 16. Jh. gehörte der „Silberberg“ zu den „Mittelwirtshäusern“, die Fuhrleute, Karrer und „meniglichen zu ross und fuss beherbergen, ein zwey oder dryerley wynen inlegen und haben mögen“. Später muss das Gasthaus geschlossen worden sein. Es wurde weiterverkauft und als Wohnung genutzt. Gebhard Basler, dessen Vater angeblich bis 1551 Wirt „zum Silberberg“ gewesen sein soll, wohnte in der Liegenschaft. Er war einer der Stifter des Rebhausbechers.
Nr. ? (alt Nr. 418) In diesem Hause wohnten der Zimmermann Jakob Christoph Eglin und dessen Sohn Christoph Eglin. Anno 1871 gründete dieser mit dem späteren Präsidenten von Frankreich, Felix Faure, eine freiwillige Feuerwehr in Paris. Für diese Leistung erhielt er später das Ritterkreuz der Ehrenlegion. Er wurde 1898 Mitmeister in der E. Gesellschaft zum Greifen. 1901 starb Eglin in Basel.
Vogel Gryff-Gässli (amtlich benannt 1970)
Verbindung: Unterer Rheinweg / Untere Rheingasse
Alte Bezeichnungen: 1610 „Gesslin zum Rhin“. An dieser Gasse befanden sich keine Hauseingänge. Der Name geht auf den Vogel Gryff zurück, den Wappenhalter der E. Gesellschaft zum Greifen.
Webergasse (amtlich benannt 1861)
Verbindung: Rheingasse Höhe Haus Nr.19 / Untere Rebgass Höhe Haus Nr. 21
Alte Bezeichnungen: Im 15. Jh. wird die Strasse „Bindgasse“ und „gasse als man zu S. BlesinTor gat“ genannt. 1446 heisst die Gasse „Kuttelgasse“. Zur Erklärung des heutigen Namens, dem man schon zu Anfang des 14. Jh. begegnet, existiert eine Urkunde von 1327, laut welcher das Kloster Klingental ein Haus verleiht, „das da stosset an der weber hus“ Eine Anmerkung aus dem 16. Jh. fügt ergänzend bei: „von dem hus das do stosst an Clingentaler weber hus“.
Wild Maa-Gässli (amtlich benannt 1970)
Verbindung: Oberer Rheinweg / Rheingasse
Alte Bezeichnung: 1610 wird die Gasse durch Felix Platter als „Rossdrencke zum Rhin“ genannt. Auch an dieser Gasse befanden sich keine Hauseingänge. Die Gasse unterquert das heutige Hotel Merian. Durch diese Gasse gehen am Vogel Gryff-Tag der Vogel Gryff und der Leu in Begleitung des Tambours und des Bannerherren der Gesellschaft zum Greifen an das Rheinufer und begrüssen den Wild Maa auf seinem den Rhein hinunter treibenden Floss, auf welchem auch die Tambouren und Bannerherren der Gesellschaften zur Hären und der Gesellschaft zum Rebhaus mitfahren.
Erwin Hensch, E. Gesellschaft zum Greifen
Es ist möglich, dass die Angaben wegen mangelhafter Hinweise lückenhaft sind. Es sind nur Strassen und Liegenschaften erwähnt, die in irgend einem Bezug zu den Drei Ehrengesellschaften Kleinbasels standen und teilweise noch stehen.