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Postulat über neuen Richtwert für die Modellwahl der Sekundarschule
Der Regierungsrat wird gebeten, die Verordnung §3e wie folgt anzupassen.
Bisherige Formulierung:
Mindestgrössen für die Modellwahl der Sekundarschule
1 Für die Führung des getrennten Modells werden in der Sekundarschule mindestens 70 Lernende pro Jahrgang benötigt.
2 Für die Führung des kooperativen Modells werden in der Sekundarschule mindestens 40 Lernende pro Jahrgang benötigt.
3 Für die Führung des integrierten Modells werden in der Sekundarschule mindestens 15 Lernende pro Jahrgang benötigt.
Neue Formulierung:
Richtwert Anzahl Lernende pro Jahrgang für die Modellwahl der Sekundarschule
1 Die Führung des getrennten Modells in der Sekundarschule wird ab 60 Lernenden pro Jahrgang empfohlen.
2 Die Führung des kooperativen Modells in der Sekundarschule wird ab mindestens 25 Lernenden pro Jahrgang empfohlen.
3 Für die Führung des integrierten Modells werden in der Sekundarschule mindestens 15 Lernende pro Jahrgang benötigt.
Begründungen:
Der Entscheid über die Modellwahl soll vor Ort geschehen. Lehrerteam/Schulleitung/ Schulpflege/Gemeinderat müssen dahinter stehen können. Der Entscheid über die Modellwahl soll bei der zuständigen Schulpflege respektive dem Gemeinderat sein. Ein Modellwechsel drängt sich dann auf, wenn über längere Zeit die empfohlenen Richtwerte nicht mehr erreicht werden und durch den Modellwechsel Abteilungszahlen eingespart werden können. Eine Schule darf nicht zu einem Modellwechsel gezwungen werden. Die aktuell gültigen Zahlen der Verordnung führen dazu, dass Schulen gegen ihren Willen zu einem Modellwechsel gezwungen werden, ohne dass effektiv Einsparungen gemacht werden können. Beispielsweise bei 30 Lernenden muss eine Schule aufgrund der heutigen Verordnung zum ISS-Modell wechseln. Es müssen gleichwohl zwei Stammklassen geführt werden. Alle Niveaufächer fallen gleichwohl an. Es gibt also keine Einsparungen. Allenfalls trifft das Gegenteil ein: Es fallen möglicherweise vermehrte Unterstützungslektionen an, damit ein ergiebiger Unterricht in den Realienfächern auf die Dauer möglich ist. Unterschiedliche Anspruchsniveaus in der gleichen Klasse führen zu vermehrter Unruhe in der Klasse.
Modellwechsel gegen den Willen der Betroffenen sind demotivierend, Ressourcen werden unnötig verbraucht und schaffen schlechte Voraussetzungen für Schulerfolge.
Gerade das ISS-Modell stösst bei vielen Schulen auf grosse Skepsis. Wie beim kooperativen Modell müssen die Niveaus gleichwohl geführt werden , also keine Einsparungen. Dazu kommt, dass die Leistungsunterschiede eines A-Lernenden zu einem C-Schüler, einem Schüler mit individuellen Lernzielen oder gar einem integrierten Sonderschüler (IS) zu gross sind. In den Realienfächer kommen sowohl die leistungsstarken als auch die leistungsschwachen Lernenden zu kurz. Der Weg zur Matura über das Kurzzeitgymnasium dürfte so weniger attraktiv werden. Der Gemeinde erwachsen zusätzliche Kosten, wenn vermehrt Lernende von Beginn weg ans Langzeitgymnasium gehen.
Pädagogische oder finanzielle Gründe sollte die Motivation für einen Modellwechsel sein, jedoch nicht ideologisch geprägte Absichten.
Im Weiteren ist es unverständlich, dass im kooperativen Modell C-B Abteilungen nicht mehr geführt werden dürfen. Im ISS-Model ist die ganze Breite ABC möglich, dann sollte auch eine Teil-Variante möglich sein. Diese Variante hätte bei vielen Gemeinden echte Einsparungen ermöglicht. Was der Kanton eigentlich begrüssen müsste.
Willi Knecht, Kantonsrat, Menznau und Mitunterzeichner