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Seine Augen waren blau und seine Haare blond wie die von Atatürk. Und genau wie der «Vater der modernen Türkei» kam auch er in Saloniki zur Welt. Die eher nordische Erscheinung des 1902 geborenen Osmanen war die Hinterlassenschaft eines preussischen Urgrossvaters namens Karl Detroit und eines polnischen Urgrossvaters, auf den er besonders stolz war. «Wo und wann immer man für die Freiheit kämpft, war da nicht an vorderster Front ein Pole dabei?», stellte er in einem Gedicht fest. Seine eigene Front lag zunächst in Anatolien, wo er 1921 die Türkei gegen westeuropäische Machtansprüche verteidigte.
Dort tat sich bald eine zweite Freiheitsfront auf: Das Leben der anatolischen Landbevölkerung beeindruckte den wohlbehüteten Paschasohn so stark, dass er deren Armut und Entrechtung in Gedichten zu verarbeiten begann, und zwar in einer Form, die die traditionelle Dichtung revolutionierte. Der Lebensweg des frisch gebackenen Kommunisten war damit vorgezeichnet. Bereits zuvor immer wieder mit Zensur und Haft konfrontiert, wurde er 1938 wegen Anstiftung zum Aufruhr zu 28 Jahren Gefängnis verurteilt.
Dank einer Amnestie kam er nach 12 Jahren wieder frei, er wurde jedoch – obwohl inzwischen schwer herzkrank – zum Militärdienst einberufen. Als er sich deshalb nach Moskau absetzte, bürgerte ihn die türkische Regierung kurzerhand aus; seine Bücher - die eindrucksvollsten waren während seiner langen Haft entstanden – wurden verboten. 1963 starb – in seinem sowjetischen Exil hoch geehrt. Wie heisst der Dramatiker und Dichter, nach dem sogar ein Schlachtschiff benannt wurde?
Wir fragten nach dem 1951 aus der Türkei ausgebürgerten Dichter und Dramatiker Nazim Hikmet.