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Virbazone ad us. vet., Pulver
Antiphlogistikum, Analgetikum für Pferde und Ponys
ZUSAMMENSETZUNG
1 Beutel enthält:
Wirkstoff: Phenylbutazon 1,00 g
Hilfsstoffe: Aromatica, Excip. ad pulverem pro charta
EIGENSCHAFTEN/WIRKUNGEN
Phenylbutazon ist ein nichtsteroidaler Entzündungshemmer (NSAID) aus der Klasse der Pyrazolone mit guter analgetischer, antiinflammatorischer und antipyretischer Wirkung. Diese pharmakodynamischen Wirkungen werden durch die nicht selektive Hemmung der Prostaglandinsynthetasen (Cyclooxygenasen COX-1 und COX-2) erreicht.
PHARMAKOKINETIK
Nach oraler Gabe wird Phenylbutazon im Allgemeinen schnell resorbiert. Die Resorption erfolgt vorwiegend im Dünndarm. Die orale Bioverfügbarkeit ist hoch, allerdings kann die Resorption bei vollem Magen verzögert sein. Die gleichzeitige Fütterung von Heu kann die Resorption durch Bindung verlängern und damit den Zeitpunkt des Einsetzens der klinischen Wirksamkeit verzögern.
Die Metabolisierung erfolgt in erster Linie durch Hydroxylierung; Hauptmetabolit ist Oxyphenbutazon, das ähnliche pharmakologische Eigenschaften besitzt wie die Muttersubstanz. Die Exkretion erfolgt überwiegend renal. Die Plasmaeliminationshalbwertszeit von Phenylbutazon beim Pferd liegt zwischen 3,5–8,0 Stunden. Die Höchstwerte der Plasmakonzentration werden im Allgemeinen 2–3 Stunden nach der Verabreichung gemessen. Eine auch nach dem Absinken des Plasmaspiegels andauernde Wirkung von Phenylbutazon wird mit der lang andauernden Hemmung der Prostaglandinsynthese und der hohen Affinität zum entzündeten Gewebe erklärt. Phenylbutazon reichert sich im Entzündungsexsudat an und erreicht dort bei Pferden bis zu 3fach höhere Konzentrationen als
im Plasma. Phenylbutazon wird stark an Plasmaalbumin gebunden.
INDIKATIONEN
Muskel-, Sehnen- und Gelenksaffektionen bei Pferden und Ponys, die durch die entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften von Phenylbutazon gelindert werden können wie:
- Lahmheit bei Osteoarthrose
- akute und chronische Hufrehe
- Bursitis, Carpitis
- chronisch-entzündliche Veränderungen der Wirbelsäule (z.B. Spondylarthrose)
- Prellungen, Quetschungen und Zerrungen nach Unfällen
- andere entzündliche Weichteilveränderungen (z.B. Einschussphlegmone)
Phenylbutazon kann auch als Antipyretikum angewendet werden, z. B. bei viralen Atemwegserkrankungen.
DOSIERUNG/ANWENDUNG
Zur oralen Verabreichung.
Dosierung: 4,4–8,8 mg Phenylbutazon/kg Körpergewicht und Tag
Pferd (ca. 500 kg Körpergewicht):
1. Tag 2 Beutel zweimal täglich
2.–4. Tag 1 Beutel zweimal täglich
folgende Tage 1 Beutel täglich oder jeden 2. Tag (je nach Bedarf)
Pony (ca. 250 kg Körpergewicht):
1.–4. Tag 1 Beutel täglich
folgende Tage ½ Beutel täglich
Virbazone wird gut vermischt mit etwas trockener Kleie oder Hafer verabreicht.
Überdosierung
Eine Phenylbutazon-Überdosierung kann zu Ulzerationen im Magen und im Dickdarm und zu einer allgemeinen Enteropathie führen.
Es kann ausserdem zu einer Schädigung der Nierenpapillen und in der Folge zu einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion kommen.
Aufgrund eines Verlustes von Plasmaprotein können sich subkutane Ödeme bilden, vor allem unter dem Kiefer.
Im Falle einer Überdosierung wurden zentralnervöse Störungen (Erregungen, Krämpfe), Hämaturie und Azidose beobachtet.
Es gibt kein spezielles Gegenmittel. Bei Anzeichen einer möglichen Überdosierung ist das Tier symptomatisch zu behandeln.
ANWENDUNGSEINSCHRÄNKUNGEN
Kontraindikationen
Nicht anwenden bei Tieren mit Erkrankungen des Herzens, der Leber oder der Nieren. Nicht anwenden bei Tieren, die möglicherweise an Magen-Darm-Ulcera oder Blutungen leiden oder bei Blutbildveränderungen und Hypersensitivität.
Vorsichtsmassnahmen
Der Wirkstoff Phenylbutazon hat eine geringe therapeutische Breite, die empfohlene Dosis und die Dauer der Therapie sollen nicht überschritten werden. Bei länger dauernder Anwendung sollten Blutbildkontrollen durchgeführt werden. Wenn die Verabreichung an Tiere unter 6 Wochen erforderlich ist, sollte die Dosis reduziert und die Tiere gut überwacht werden.
Anwendung während der Trächtigkeit oder Laktation
Die Anwendung bei trächtigen Stuten sollte mit Sorgfalt erfolgen, obwohl keine unerwünschten Wirkungen von Phenylbutazon auf den Fötus oder die Erhaltung der Trächtigkeit bekannt sind. Es wurden keine Verträglichkeitsstudien bei Stuten durchgeführt. Bei Versuchstierarten sind bei hohen Dosen von Phenylbutazon fetotoxische Wirkungen aufgetreten. Die Anwendung von Phenylbutazon bei tragenden oder laktierenden Stuten sollte nur nach entsprechender Nutzen-Risiko-Bewertung durch den behandelnden Tierarzt erfolgen. Die Anwendung um den Zeitraum der Geburt ist zu vermeiden.
UNERWÜNSCHTE WIRKUNGEN
Die für die Gruppe der NSAIDs typischen Nebenwirkungen wie Schleimhautläsionen und Blutungen im Verdauungsapparat, Blutbildveränderungen und Beeinträchtigung der Nierenfunktion können auftreten. Bei ersten Anzeichen von Nebenwirkungen oder Symptomen gastrointestinaler Komplikationen wie Inappetenz, Apathie, Gewichtsverlust ist die Behandlung abzubrechen und der Tierarzt zu informieren.
ABSETZFRISTEN
Nicht bei Equiden anwenden, die für die Gewinnung von Lebensmitteln vorgesehen sind.
WECHSELWIRKUNGEN
Die hohe Plasmaproteinbindung von über 97 % kann einige Pharmaka wie Sulfonamide, Cumarinderivate, Digitoxin, Thiopental und Sulfonylharnstoffe, die ebenfalls in hohem Masse an Plasmaproteine gebunden sind, aus der Proteinbindung verdrängen und zu toxischen Konzentrationen des nicht-proteingebundenen freien Wirkstoffes führen und deren Elimination beschleunigen. Durch die Induktion von fremdstoffmetabolisierenden Enzymen kann der Plasmaspiegel anderer Stoffe und somit ihr therapeutischer Effekt beeinträchtigt werden. Infolge einer Hemmung der renalen Prostaglandinsynthese wird die Wirkung von Diuretika abgeschwächt.
Bei gleichzeitiger Gabe von Aminoglykosidantibiotika besteht ein erhöhtes Risiko nephrotoxischer Wirkungen. Die Elimination von Penicillinen wird verzögert. Phenylbutazon soll nicht zusammen mit anderen nicht-steroidalen Antiphlogistika oder Glukokortikoiden angewendet werden.
SONSTIGE HINWEISE
Lagerungshinweise
Nicht über 25 °C lagern.
Das Präparat darf nur bis zum auf dem Behälter mit 'EXP' bezeichneten Datum verwendet werden.
Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.
Besondere Vorsichtsmassnahmen für den Anwender:
Bei Personen, die gegen Phenylbutazon sensibilisiert sind, können durch Hautkontakt oder durch versehentliche Inhalation Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergie) hervorgerufen werden.
Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Phenylbutazon oder einem der sonstigen Bestandteile sollten den Kontakt mit dem Tierarzneimittel vermeiden.
Im Falle eines versehentlichen Kontaktes und des Auftretens von Symptomen wie z.B. Hautausschlag, ist ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Packung und/oder die Gebrauchsinformation vorzuzeigen. Bei Schwellungen des Gesichtes, der Lippen, der Augen oder bei Atembeschwerden handelt es sich um schwerwiegendere Symptome, die eine dringende ärztliche Behandlung erforderlich machen.
Dieses Tierarzneimittel kann Haut- und Augenreizungen hervorrufen. Kontakt mit den Augen vermeiden. Bei versehentlichem Augenkontakt diese mit reichlich sauberem Wasser ausspülen. Im Falle einer anhaltenden Reizung einen Arzt zu Rate ziehen. Betroffene Hautstellen und Hände nach der Anwendung waschen.
Die Anwendung sollte mit Umsicht erfolgen, um eine versehentliche Einnahme zu vermeiden. Bei versehentlicher Einnahme ist ein Arzt aufzusuchen und Packung oder Gebrauchsinformation vorzuzeigen.
SWISSMEDIC 66575 (B)
ATCvet-Code: QM01AA01
PACKUNGEN
100 Beutel à 5 g
ZULASSUNGSINHABERIN
Virbac (Switzerland) AG, Opfikon
STAND DER INFORMATION
Dezember 2017