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Dass sich eine gute Corporate Governance für Unternehmen und Anleger lohnt, zeigt sich immer wieder in wissenschaftlichen Untersuchungen. Kürzlich hat dies eine Studie von Nicholas Benes über den japanischen Aktienmarkt von neuem bestätigt (The Economist, 25.1.2020).
Eine besondere Rolle spielen dabei aktive Verwaltungsräte, die den Mut haben, kritische Fragen zu stellen und die bereit sind, auch einmal gegen den Strom zu schwimmen.
Boardroom Battlefield (Symbolbild)
Dear Chairman!
Der amerikanische Autor Jeff Gramm beschreibt in seinem Buch „Dear Chairman“ (Harper Collins Verlag, New York, 2015) verschiedene historische Beispiele, wie mutige Persönlichkeiten sich an den Verwaltungsrat (engl. board of directors) gewandt haben, um auf Missstände und Fehlentwicklungen aufmerksam zu machen und wie dies zu Fortschritten in der Corporate Governance beigetraten hat.
Ross Perot versus General Motors
Eines der spannendsten Beispiele ist der Fall von Ross Perot, der sich in den achtziger Jahren als bedeutender Aktionär im Verwaltungsrat des Autoherstellers General Motors (GM) aktiv und mutig einbrachte.
Perot kam nicht wie die anderen einfach nur an die Meetings ins Sitzungszimmer des Verwaltungsrates (engl. boardroom), sondern lud als erstes zweihundert Führungskräfte in Achtergruppen zu sich nach Hause ein, um mehr über deren Probleme und Sorgen zu erfahren. Es folgten persönliche Gespräche mit über tausend Arbeitern und Autohändlern.
Perrot erkannte schnell, dass General Motors vor allem ein Qualitätsproblem hatte und die teure High-Tech Strategie des Managements in die falsche Richtung ging.
Board Room Battle – Die Schlacht im Verwaltungsrat
Als er diese Probleme zur Sprache brachte, wollte der Präsident des Verwaltungsrates (engl. chairman of the board) von seinen unbequemen Vorschlägen nichts wissen. Seit Jahrzehnten waren alle Beschlüsse im Boardroom nur einstimmig gefasst worden – mit Perot gab es zum ersten Mal seit Jahrzehnten eine Gegenstimme. Und als Perot nicht locker liess, drängte man ihn schliesslich aus dem Verwaltungsrat wieder hinaus, indem man ihm seine Aktien – massiv überteuert – wieder abkaufte.
Die Schlacht verloren – den Krieg gewonnen
Doch dieses Vorgehen kam bei den übrigen Aktionären gar nicht gut an. Kurz nachdem Perot den VR verlassen hatte, reichten vier grosse Pensionskassen fast fünfzig Anträge zur Verbesserung der Corporate Governance ein – ein absolutes Novum in den USA. Und sie sorgten schliesslich auch dafür, dass der langjährige Chairman gefeuert wurde.
Als aktiver und mutiger Verwaltungsrat hat Ross Perot damit einen Bewusstseinswandel bewirkt – letztlich zu Gunsten aller Anleger und zum Wohle der gesamten Wirtschaft. Und er hat ein inspirierendes Beispiel für alle vorgelebt, die als Verwaltungsräte Verantwortung für ihre Firma und deren Anleger tragen.
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