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Postautohalle Busbahnhof Chur
Adresse
7000 Chur
GR
Architektur
Die Postautohalle in Chur wurde im Wettbewerbsverfahren von einem interdisziplinären Team entwickelt. Währen der Ausführung wurden grosse Anstrengungen unternommen, dem Grundgedanken des Wettbewerbs gerecht zu werden. Hand in Hand mit Unternehmern und britischen Stahlbauexperten wurde die komplexe Geometrie der Rohrbogenbinder, die dem Tragwerk Leichtigkeit verleiht, entwickelt und ausgefeilt. Die Halle wirkt durch die Glaseindeckung nicht nur hell, sondern erlaubt Durchblicke auf die umliegenden Berge.
Chronologie
Das ursprünglich grösser geplante Bauwerk ging aus einem Wettbewerb hervor, an dem namenhafte Architekturbüros aus dem In- und Ausland teilnahmen. Die Architekten Richard Brosi sowie Robert Obrist und Partner konnten zusammen mit dem berühmten Tragwerksplaner Peter Rice vom Londoner Büro Ove Arup & Partners den Wettbewerb für sich entscheiden. Die Postautohalle wurde in den Jahren 1991–1992 errichtet.
Lage
Die Halle im Zentrum von Chur überspannt die Plattform des Busbahnhofs, welche die Altstadt im Süden mit dem Norden von Chur verbindet. Denn sie liegt oberhalb der Bahngleise, welche die Stadt in westöstlicher Richtung durchschneiden. Die Plattform wird im Südwesten von der als Brücke ausgeführten Gürtelstrasse begrenzt. Auf der nordöstlichen Seite führen Treppen hinunter auf die Gleise. Die Umgebung der Halle ist kaum gestaltet und dient einzig der zweckmässigen Erschliessung für Fussgänger und Postautos.
Beschreibung
Das grosse, im Schnitt bogenförmige Dach, besteht aus einem leichten, weiss bemalten Tragwerk. Sechs Segmente aus stählernen Rohrbogenbindern bilden die Hauptelemente des Tragwerks. Diese sind durch ein Laschensystem mit den Stützen verbunden. Die Eindeckung des Dach besteht aus 16mm starken Floatglas-Scheiben und ist 30cm vom Tragwerk abgehoben. Lediglich zwölf grosse Stützen am Rand der Plattform tragen das Dach. Die Stützen ragen über die Traufhöhe des Dachs hinaus und verbinden mit groben Querstreben jeweils zwei Stahlbögen. Die Zugkräfte der grossen Bögen werden über Stahlsehnen aufgenommen. Sie verlaufen sternförmig von den Bögen und finden ihr Zentrum in der Mitte der Spannweite. Die künstliche Beleuchtung ist mittels grosser Schweinwerfer gelöst. Das Licht der auf das Dach gerichteten Schweinwerfer wird mit Reflektoren zurück auf das Deck geworfen. Tagsüber sind durch das gläserne Dach Durchblicke auf die umliegenden Berge möglich, nachts erstrahlt es und ist von weitem sichtbar. Die vom Dach überspannte Halle besteht aus einem offenen Raum, welcher von allen Seiten erschlossen ist und z.T. als Durchgangsfläche benutzt wird.
Literatur
- Gantenbein, Köbi; Jan, Lienhart; Seger, Cordula. Bauen in Graubünden. Ein Führer zur Gegenwartsarchitektur. Zürich 1996, 2. Aufl. Zürich 1999, S. 42–43.
- Brosi, Richard; Obrist, Robert. Modern konzipiert, handwerklich ausgeführt. Die Hallenkonstruktion des Bahnhofs Chur, erste Etappe: Architekten Richard Bosi, in: Werk, Bauen und Wohnen 80/1993, S. 28–35 (online)
- 52 beste Bauten. Baukultur Graubünden 1950-2000: 46. Überdachung Postautodeck, Chur (online)