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Schweizer Christkatholiken für sakramentale Gleichstellung von heterosexuellen und homosexuellen Ehen
Seit 16 Jahren segnet die Christkatholische Kirche der Schweiz homosexuelle Paare, während das Ehesakrament bisher Verbindungen von Mann und Frau vorbehalten bleibt. Am 22. August hat eine ausserordentliche Session der Nationalsynode in Zürich den Weg für eine Gleichstellung vorgespurt. Zur Diskussion standen vier verschiedene Modelle, darunter das Festhalten am Status quo, ein Modell mit zwei unterschiedlichen Sakramenten und die vollständige Gleichstellung. Die 95 Teilnehmer der Versammlung, davon 75 Synodale, haben sich in der Konsultativabstimmung deutlich für eine vollständige Gleichstellung hetero- und homosexueller Paare ausgesprochen, sagte der bischöfliche Vikar, Pfarrer Daniel Konrad, gegenüber kath.ch. Das entsprechende Modell bekam 62 Ja-Stimmen, vier Teilnehmer lehnten es ab. «Es soll ein einziges Sakrament der Ehe geben, das für Ehen von heterosexuellen und gleichgeschlechtlichen Paaren gelten soll», erklärte Konrad. Dieses beinhalte ein identisches Eheverständnis und eine gleichartige liturgische Form, die jedoch noch ausgearbeitet werden müsse. Konsequent abgelehnt worden sei der Status quo, also das Modell, das für ein Nebeneinander von Ehe (Mann und Frau) und der Partnerschafts-Segnung auch in Zukunft plädierte.
Die Konsultativabstimmung hat keine Rechtskraft, sie soll aber dem Bischof und dem Synodalrat, der Exekutive der Kirche, die Richtung weisen. Deren Aufgabe ist es, Anträge zuhanden der ordentlichen Synodensession zu formulieren, an der dann Beschlüsse gefasst werden können. Ob die Schweizer Christkatholiken dereinst die Ehe für alle einführen können, hängt von der Zustimmung der Internationalen Bischofskonferenz (IKB) ab. Diese ist Entscheidungsorgan der Utrechter Union, der die Christkatholische Kirche der Schweiz und die altkatholischen Kirchen der Niederlande, Deutschlands, Österreichs, Tschechiens und Polens angehören.
kath.ch