Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03292.jsonl.gz/1208

Klaus Mettler besuchte die F + F, Farbe und Form, der Schule für experimentelle Gestaltung in Zürich. Die Lehrer waren Hansjörg Mattmüller, Serge Stauffer, Doris Stauffer, Peter Jenny – lauter klingende Namen und damals führende Köpfe einer zeitgemässen künstlerischen Ausbildung. Klaus Mettler verbrachte drei anregende Jahre in einer Künstlerwohngemein-schaft mit Rudolf de Crignis und Dani Jablonsky. Er arbeitete 25 Jahre zurückgezogen im solothurnischen Schönenwerd. Gelegentliche Ausstellungen, Werkankäufe durch die öffentliche Hand, ein Werkbeitrag des Kantons Zürich führten nicht zu einer kontinuierlichen Karriere.
Mit Wegwerfware beschäftigt sich Klaus Mettler. Jahrelang legte er die gebrauchten Glaspapiere, die er als Rahmenmacher bei der Galerie Palette in Zürich verwendet hatte, zur Seite. Jahrzehnte später, als er diese Tätigkeit längst nicht mehr ausübte, kamen die gesammelten Papiere wieder zum Einsatz. Klaus Mettler zerschnitt sie und setzte sie neu zusammen. Er schafft aus dem Verbrauchsmaterial gleichsam edle Intarsien. Verschiedenfarbige, gelbe oder rote Glaspapiere ermöglichen ihm eine Palette von feinen Farbabstufungen. Weil er die Kompositionen in bestehende Passepartouts einsetzte, entstanden Reststreifen, die er zu weiteren Intarsienbildern zusammenfügte. Recycling des Recyclings gewissermassen.
Die Schleifspuren darauf, die Farbrückstände der geschliffenen Rahmen, akzentuierte er in einem nächsten Arbeitsschritt, indem er sie umrandete, dunkle Spuren weiss, helle Spuren schwarz. Er machte sich quasi auf die Spurensuche seiner Tätigkeit, die ihm über viele Jahre ein Grundeinkommen sicherte. Klaus Mettler setzt mit diesen feinen Arbeiten der damaligen Zeit ein bescheidenes Denkmal.