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1. Juli 1890
Helgoland-Sansibar-Vertrag: Das Deutsche Reich erhält Helgoland von Grossbritannien; im Austausch dazu erkennt das Deutsche Reich die englischen Ansprüche auf Sansibar an und tritt die deutsche Kolonie Wituland (dann Britisch Ostafrika) an Grossbritannien ab. Der Vertrag zwischen dem Deutschen Reich und dem Vereinigten Königreich von Grossbritannien und Irland über die Kolonien und Helgoland vom 1. Juli 1890 regelte die Beziehungen zwischen Gebiets- und Hoheitsansprüchen des Deutschen Reiches und dem Vereinigten Königreich von Grossbritannien und Irland im kolonialisierten Afrika.
2. Juli 1779
Die erste gusseiserne Brücke der Welt, die den englischen Fluss Severn überspannt, wurde eingeweiht und als Meisterleistung moderner Ingenieurskunst gefeiert. Alle Gussteile stammten aus dem naheliegenden Hüttenwerk Coalbrookdale. Die Brücke steht noch heute, aber viele ihrer Nachfolger brachen in sich zusammen, denn das spröde Gusseisen erwies sich als schlechter Brückenbaustoff. Mit der Erfindung der Eisenbahn mussten die Ingenieure völlig neue Brücken entwerfen, die dem enormen Gewicht und den Bremskräften der Bahn gewachsen waren. Gusseisen wurde demzufolge von Fachwerkkonstruktionen aus Schmiedeeisen und Stahl abgelöst.
3. Juli 1971
Jim Morrison wurde in der Badewanne seiner Wohnung in Paris tot aufgefunden. Seine Band, "The Doors", feierte mit ihren Platten, wie z.B. "Riders on the Storm" und "Light My Fire", grosse Erfolge. James Douglas Morrison war am 8. Dezember 1943 in Melbourne im US-Bundesstaat Florida geboren worden. Der Sänger, der Frank Sinatra und Elvis Presley verehrte, wurde, wie vor ihm Jimi Hendrix und Janis Joplin, nur 27 Jahre alt. Sein Grabmal auf dem Pariser Friedhof Pére-Lachaise ist bis heute eine Pilgerstätte für Anhänger der "Doors" und ihres charismatischen Frontmanns.
4. Juli 1776
In der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika (The Unanimous Declaration of The Thirteen United States of America) proklamierten die dreizehn britischen Kolonien in Nordamerika am 4. Juli 1776 ihre Loslösung von Grossbritannien und ihr Recht, einen eigenen souveränen Staatenbund zu bilden. Der größtenteils von Thomas Jefferson verfasste Text stellt die Gründungsurkunde der USA dar.
5. Juli 1954
Der Lastwagenfahrer Elvis Presley nimmt im Sun Studio in Memphis den alten Blues-Song „That's All Right, Mama“ auf und beginnt damit seine Karriere als Rock’n’Roll-Star. Elvis Aaron Presley (* 8. Januar 1935 in Tupelo, Mississippi; † 16. August 1977 in Memphis, Tennessee), häufig einfach nur „Elvis“ genannt, war ein US-amerikanischer Sänger, Musiker und Schauspieler, der als einer der wichtigsten Vertreter der Rock- und Popkultur des 20. Jahrhunderts gilt.
6. Juli 1967
Truppen der nigerianischen Regierung marschierten in die Provinz Biafra ein. Die Region hatte sich wenige Wochen zuvor für unabhängig erklärt. Der Krieg um Erdölförderrechte kostete zwei Millionen Menschen das Leben, wovon 1,5 Millionen an Hunger starben. Die Weltöffentlichkeit war schockiert von den Bildern des Elends. Die Sowjetunion und Grossbritannien versorgten die Zentralregierung Nigerias mit Waffen und machten sich damit mitschuldig. Weltweit entstanden Biafra-Komitees, die auf die Leiden der Biafraner aufmerksam machten. Aus diesen Komitees bildeten sich zahlreiche Menschenrechtsorganisationen zum Schutz von ethnischen und religiösen Minderheiten.
7. Juli 1887
Der russisch-jüdische Maler und Grafiker Marc Chagall (†28.3.1985) wird in Peskowatik bei Witebsk geboren. Chagall wurde vor allem durch seine Kindheitserinnerungen an die Enge des ostjüdischen Schtetls geprägt. Er malte Bilder mit dörflichen Szenen, Hähnen, Pferden, Kühen und durch die Luft schwebenden Liebespaaren. Nach einer erfolgreichen Ausstellung 1914 in Berlin malte Chagall in Witebsk eine Reihe von Bildern, die seine enge Verbundenheit zum russischen Judentum zeigen. Von 1923 bis 1941 lebte der Künstler in Paris, danach in den USA. Nach dem Tod seiner Frau kehrte Chagall 1949 nach Frankreich zurück, wo er auch auf dem Gebiet der Glasmalerei wirkte. 1960 entstand das erste der beiden Fenster für die Kathedrale von Metz.
8. Juli 1837
Ferdinand Adolf August Heinrich von Zeppelin wurde am 8. Juli 1837 in Konstanz geboren (†8.3.1917). 1855 trat er in die Kriegsschule Ludwigsburg ein und begann eine Karriere als Offizier in der württembergischen Armee. Im Jahre 1863 ließ Graf Zeppelin sich für mehrere Monate beurlauben, um auf der Seite der Nordstaaten den amerikanischen Bürgerkrieg zu beobachten. Der Kavallerieoffizier entwarf das erste lenkbare, gasgefüllte Luftschiff, dessen erste Konstruktion er 1895 beendete. Der erste Zeppelin LZ1 startete 1900 in Friedrichshafen am Bodensee. 1908 gründete er mit Hilfe von sechs Millionen Mark Staatsgeldern die Luftschiffbau-Zeppelin GmbH. Am 8. Juli 1928 wurde Luftschiff LZ 127 auf den Namen „Graf Zeppelin“ getauft.
9. Juli 1762
Katharina die Grosse, Katharina II., geborene Sophie Friederike Auguste Prinzessin von Anhalt-Zerbst, ließ ihren Mann, Zar Peter III., durch einen Offiziersputsch absetzen, wobei dieser ermordet wurde. Katharina ließ sich am 9. Juli 1762 zur russischen Kaiserin ausrufen und verdiente sich durch eine umsichtige Regierungspolitik den Namen "die Grosse". Während der, ebenfalls mit "der Grosse" apostrophierte, Zar Peter I. seine Politik auf eine Anbindung des russischen Reiches an die, zu seiner Zeit stärksten Mächte Holland, Schweden und England ausrichtete und eine Beherrschung des Ostseeraumes anstrebte, richteten sich die Interessen Katharinas der Grossen auf den südlichen Grenzbereich des Zarenreiches. Sie bezwang dort die Osmanen und drang bis zum Schwarzen Meer vor.
10. Juli 1509
Johannes (Jean) Calvin wird am 10. Juli 1509 in Noyon in der Picardie geboren, † 27. Mai 1564 in Genf. Der französisch-schweizerische Theologe und Reformator zählte neben Martin Luther und Huldrych Zwingli zu den bedeutendsten protestantischen Reformatoren der christlichen Kirche im 16. Jahrhundert. Sein Werk "Institutio Christianae religionis" (1536) bildete die Grundlage für die reformierte protestantische Interpretation des Christentums. Ausgangspunkt der Lehren Calvins war die Prädestinationslehre, nach der das Leben des Menschen von Gott vorherbestimmt sei. Die von ihm entwickelte Glaubenslehre verbreitete sich sehr schnell von der Schweiz - wo Calvin seit 1535 lebte - über ganz Europa bis nach Nordamerika aus.
11. Juli 1613
Michail Fjodorowitsch Romanow wurde zum russischen Zaren gekrönt. Damit begann die Herrschaft der Romanovs, die bis 1917 dauerte, als Zar Nikolaus II. unter dem Druck der kommunistischen Revolution abdanken musste. Die Herrschaft Michail Romanovs beendet die so genannte "Zeit der Wirren", die auf den Tod Iwans IV. (1584) folgte. Diese drei Jahrzehnte waren von politischen Intrigen, Machtkämpfen, Erschütterungen des sozialen Gefüges, nationalen Erhebungen und ausländischer Fremdbestimmung geprägt. Erst unter Michail Romanov begann sich der Staat wieder zu konsolidieren. Es folgte eine ruhigere Zeit, doch es kam nicht zu Reformen.
12. Juli 1536
Erasmus Desiderius von Rotterdam wurde als unehelicher Sohn des Goudaer Priesters Rotger Gerard und seiner Haushälterin, einer Arzttochter, zwischen 1464 und 1469 in Rotterdam geboren. Den Beinamen Desiderius fügte sich Erasmus später hinzu und benutzte ihn ab 1496. Von 1514 bis 1529 und von 1535 bis zu seinem Tode lebte und wirkte Erasmus in Basel, um seine Schriften in der Werkstatt seines späteren Freundes Johann Froben drucken zu lassen. Als sich die von Johannes Oekolampad betriebene, an Zwingli angelehnte Reformation in Basel durchsetzte, ging er 1529 ins katholische Freiburg im Breisgau. Im Jahre 1535 kehrte er nach Basel zurück und verstarb dort am 12. Juli 1536. Seine Gebeine ruhen im reformierten Basler Münster.
13. Juli 1870
Otto von Bismarck, preußischer Ministerpräsident, liess die so genannte Emser Depesche am 13. Juli 1870 veröffentlichen. Durch manipulierte Verkürzung enthielt sie in scharfer Formulierung die Forderung Frankreichs, Preussen dürfe nie mehr eine Erbfolge der Hohenzollern in Spanien unterstützen. Die Veröffentlichung vertiefte die Krise zwischen Deutschland und Frankreich. Einige Monate später kam es zum deutsch-französischen Krieg von 1870/1871, der mit einer militärischen Niederlage Frankreichs und der Gründung des deutschen Kaiserreiches endete.
14. Juli 1789
Sturm auf die Bastille. Am 14. Juli 1789 stürmten 900 Handwerker, Kaufleute und andere Bürger der Stadt Paris das Staatsgefängnis - die "Bastille". Die Eroberung dieses negativen Symbols der Monarchie wurde zum Auftakt der Französischen Revolution. So ist der 14. Juli noch heute der Nationalfeiertag in Frankreich, allerdings nicht wegen des Sturmes auf die Bastille, sondern vor allem wegen des ein Jahr später gefeierten Föderationsfestes, als der König und die Vertreter aller Stände und aller Departemente einen feierlichen Treueeid auf die Nation leisteten.
15. Juli 1974
Unter der Führung von griechischen Offizieren verübten Mitglieder der Nationalgarde am 15. Juli 1974 einen Staatsstreich in Zypern, um die Insel mit dem Festland zu vereinigen. Der zypriotische Präsident Makarios konnte seiner Ermordung durch Flucht knapp entkommen. Auf Weisung der in Griechenland regierenden Militärjunta wurde Nikos Sampson als neuer Präsident installiert. Allerdings konnte er sich nur kurze Zeit an der Macht halten. Infolge der Invasion türkischer Truppen zur Verhinderung der Vereinigung Zyperns mit Griechenland und des Sturzes der Militärregierung in Athen musste Sampson sein Amt bereits Ende Juli wieder räumen. Bis zur Rückkehr von Makarios im Dezember übernahm Glavkos Clerides die Präsidentschaft Zyperns.
16. Juli 1945
Die weltweit erste Atombombe wurde am 16. Juli 1945 auf dem drei Jahre zuvor eröffneten Trinity-Testgelände in Los Alamos im US-amerikanischen Bundesstaat New Mexico gezündet. Die Explosion war das Ergebnis des "Manhattan Projects", einer mehrjährigen wissenschaftlichen Forschungsreihe, die unter strengster Geheimhaltung von einem Team um den bekannten Physiker J. Robert Oppenheimer durchgeführt worden war. Wenige Wochen nach dem erfolgreichen Test zerstörten Atombomben die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki und entschieden damit den Zweiten Weltkrieg. Auch heute noch dient das Gelände bei Los Alamos der wissenschaftlichen Forschung.
17. Juli 1969
Uraufführung des Films "Easy Rider“ im New Yorker Beekman-Theater. Männer, Motorräder und Rockmusik. Am 17. Juli 1969 lief in den USA mit "Easy Rider" ein Film an, der wie kein anderer das Gefühl der Hippie-Generation widerspiegelt. Bekannt wurde auch der Song „Born to Be Wild“. Es ein Rocksong, der von Mars Bonfire geschrieben und in seiner Interpretation durch die Band Steppenwolf im Film Easy Rider bekannt wurde. In der Kultur wird er häufig mit Motorrad fahrenden Rockern assoziiert.
18. Juli 1942
Am 18. Juli 1942 gelang Messerschmitt-Chefpilot Fritz Wendel vom Flugplatz Leipheim aus mit der Me 262 V3 der weltweit erste Flug ausschließlich mit Strahltriebwerken. Bis 1945 wurden 1433 Exemplare der zweistrahligen Maschinen gebaut, die bei der Luftwaffe zum Einsatz kamen. Das Fluggerät gehörte zu den propagierten Wunderwaffen des Dritten Reichs. Die Me 262 beeinflusste nach dem Zweiten Weltkrieg die Weiterentwicklung der strahlgetriebenen Kampfflugzeuge massgeblich und wird allgemein als eines der fortschrittlichsten Flugzeuge seiner Zeit angesehen.
19. Juli 1903
Der Stunden-Weltrekordhalter Henri Desgrange wollte eine Auflagensteigerung seiner Zeitung L’Auto erreichen. Ein Redakteur - Géo Lefèvre - machte am 20. November 1902 den Vorschlag einer Fahrradtour durch Frankreich in mehreren Etappen mit Ruhetagen dazwischen. Am 19. Januar 1903 wurde in der Sportzeitung "L'Auto" (die heutige L’Équipe) die Austragung einer Frankreich-Rundfahrt verkündet: "Die größte Rad-Prüfung der Welt, ein einmonatiges Rennen." Der Start zur ersten Tour de France fand am 1. Juli 1903 um 15:16 Uhr am Café Le Réveil-Matin in Montgeron statt. Die erste Tour de France erreicht am 19. Juli 1903 ihr Ziel in Paris. Erster Toursieger wird Maurice Garin.
20. Juli 1969
Apollo 11 war eine Raumfahrtmission im Rahmen des Apollo-Programms der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA und der erste bemannte Flug zum Mond, der eine Landung und eine sichere Rückkehr auf die Erde zum Ziel hatte. Die Mission verlief erfolgreich und erfüllte die Ankündigung des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy aus dem Jahre 1961, noch vor dem Ende des Jahrzehnts einen Menschen zum Mond und wieder sicher zurück zur Erde zu bringen.
Die drei Astronauten Neil Armstrong, Edwin „Buzz“ Aldrin und Michael Collins starteten am 16. Juli 1969 mit einer Saturn-V-Rakete vom Kennedy Space Center in Florida. Am 20. Juli 1969 um 20:17:58 Uhr UTC landeten Armstrong und Aldrin in der Mondfähre Eagle im Mare Tranquillitatis, während Collins im Mondorbit zurückblieb. Wenige Stunden später betrat Armstrong als erster Mensch den Mond, danach folgte ihm Aldrin. Nach einem knapp 22-stündigen Aufenthalt verließen die Astronauten die Mondoberfläche wieder und kehrten zusammen mit Collins zur Erde zurück, wo sie am 24. Juli im Pazifik wasserten.
Weltweit verfolgten rund 600 Millionen Menschen die erfolgreiche Durchführung des Flugs bei der Fernsehübertragung der Mondlandung 1969.
21. Juli 1899
Ernest Hemingway, US-amerikanischer Schriftsteller wird am 21. Juli 1899 in Oak Park, Illinois geboren (†2.7.1961). Er begann seine Karriere als Journalist beim Kansas City Star. Dort erlernte er die Grundelemente journalistischen Arbeitens, die für sein gesamtes literarisches Werk stilbildend wurden. Er führte ein abenteuerliches und wechselvolles Leben als Kriegsberichterstatter, Hochseefischer und Großwildjäger. Im Mittelpunkt seiner Romane stehen Abenteuer und Mutproben von Männern. Seine Helden sind Draufgänger, die ihre Lebenskrisen allein zu lösen versuchen. Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Fiesta" (1926), "Haben und Nichthaben" (1937), "Wem die Stunde schlägt" (1940) sowie "Der alte Mann und das Meer" (1952). 1953 erhielt er den Pulitzerpreis und 1954 den Literatur-Nobelpreis.
22. Juli 1929
Das Turbinenschiff Bremen des Norddeutschen Lloyd gewinnt auf seiner Jungfernfahrt das Blaue Band für die schnellste Atlantiküberquerung, das zuvor zwanzig Jahre lang die britische RMS Mauretania innegehabt hat. Noch vor der Ankunft startet das Postflugzeug Heinkel HE 12 mit Hilfe eines Katapults vom Schiff aus, um die Post frühzeitig nach New York zu liefern. Der britische Parlamentsabgeordnete Harold K. Hales stiftete eine silberne Statuette als Symbol für das Blaue Band. Die North Atlantic Blue Riband Challenge Trophy ist etwa 46 Kilogramm schwer und 1,20 Meter hoch. Der Anfangs- bzw. Endpunkt auf der nördlichen Route waren der Leuchtturm Bishop Rock auf den Scilly-Inseln vor Südwestengland und das Feuerschiff Ambrose vor der Einfahrt in den Hafen von New. Für die südliche Route galt Punta Marroquí, 15 Sm südlich von Gibraltar, als Startpunkt; der Endpunkt war ebenfalls das Feuerschiff Ambrose.
23. Juli 1532
Die Protestanten erhalten die Religionsfreiheit. Am 23. Juli 1532 erhielten die Protestanten von Kaiser Karl V. zumindest vorläufige Religionsfreiheit. Die Entscheidung von Kaiser Karl V., den Nürnberger Religionsfrieden zu schließen, erklärt sich aus der aussenpolitischen Situation des Heiligen Römischen Reichs. Nach der Besetzung Ungarns durch die Türken brauchte Kaiser Karl zur Abwendung der Türkengefahr im Reich freie Hand. Den protestantischen Fürsten, die sich 1531 im Schmalkaldischen Bund zusammengeschlossen hatten, ging es hauptsächlich um die Sicherung ihrer politisch-wirtschaftlichen Interessen, da sie durch die Einziehung des katholischen Kirchenguts und den Aufbau eines eigenen Landeskirchenregimes ihre Machtbasis vergrössern wollten.
24. Juli 1938
Die Eiger-Nordwand wird bezwungen. Nach zahlreichen vergeblichen Versuchen gelang einer deutsch-österreichischen Expedition erstmals die Ersteigung der 1800 Meter hohen Eiger Nordwand in den Schweizer Alpen. Das Bergsteigerteam wurde gebildet von Anderl Heckmair, Ludwig Vörg, Heinrich Harrer und Fritz Kasparek. Die Route durch die Eiger-Nordwand gilt als eine der anspruchvollsten der Welt.
25. Juli 1909
Blériot überquert den Ärmelkanal. Am 25. Juli 1909 überquerte der Franzose Louis Blériot als erster Mensch fliegend den 33 Kilometer breiten Ärmelkanal zwischen Frankreich und Großbritannien. Mit seinem selbstgebauten Flugzeug benötigte er für die Strecke von Calais bis Dover 27 Minuten und 20 Sekunden.
26. Juli 1865
Philipp Scheidemann, deutscher Politiker, wird am 26. Juli 1865 in Kassel geboren (†29.11.1939 im Exil in Kopenhagen). Scheidemann war der erste Ministerpräsident der Weimarer Republik. Er war ein führender Politiker der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Von 1903 bis 1933 war der studierte Journalist sozialdemokratischer Reichstagsabgeordneter. Scheidemann rief am 9. November 1918 vom Balkon des Reichstages die Deutsche Republik aus, nachdem von Reichskanzler Max von Baden die Abdankung des Kaisers Wilhelm II. bekannt gegeben worden war. Einige Stunden später verkündete Karl Liebknecht vom Balkon des Berliner Schlosses die Sozialistische Republik.
27. Juli 1980
Mohammad Reza Schah Pahlavi Schahinschah, geboren am 26. Oktober 1919 in Teheran, stirbt am 27. Juli 1980 in Kairo. Er war als Sohn von Reza Schah Pahlavi vom 17. September 1941 bis zum Sturz durch die Islamische Revolution am 11. Februar 1979 Schah Schahinschah von Persien und letzter Herrscher auf dem Pfauenthron. Auf den Thron kam der Schah nach einem vom CIA geführten Putsch gegen den Premierminister Mossadegh, der sich gegen die Interessen der Ölindustrie gewandt hatte. Vom Thron vertrieben hat ihn die Islamische Revolution unter der Führung von Ajatollah Chomeini.
28. Juli 1914
Österreich-Ungarn erklärte Serbien den Krieg. Gleichzeitig begann die Mobilmachung. Am 28. Juni war der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajevo ermordet worden. Ein Ultimatum vom 23. Juli konnte von Serbien nicht angenommen werden. Russland hatte der Regierung in Belgrad Unterstützung signalisiert und ebenfalls die Mobilmachung der Streitkräfte angeordnet. Bis Mitte Dezember wurde ganz Serbien erobert. Lange vor Kriegsbeginn hatten die Vorbereitungen auf den Krieg begonnen. Europa war 1914 in zwei Blöcke gespalten: Das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn, die Türkei und Bulgarien auf der einen Seite und die Entente-Mächte Frankreich, Russland, Großbritannien und ab 1915 das zuvor neutrale Italien auf der anderen. Letztlich entschieden wurde der 1. Weltkrieg durch den Kriegseintritt der USA auf Seiten der Entente mit ihren unerschöpflichen materiellen und personellen Ressourcen.
29. Juli 1907
Auf der Insel Brownsea vor dem Seebad Poole veranstaltete der britische General Robert S. Baden-Powell mit Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft das erste Pfadfinderlager. Das Lager war für Angehörige aller Klassen offen. Der für seine Verdienste im 2. Burenkrieg geadelte Lord Baden-Powell hatte damit eine für seine Zeit revolutionäre Jugendbewegung begründet: Die Pfadfinder. Abenteuer, Leben in der Natur, das Erleben einer Gemeinschaft sowie den Gedanken eines friedlichen, verständnisvollen und toleranten Umganges zwischen den Nationen wollte er den Jugendlichen vermitteln. Mit dem ersten Pfadfinderlager legte Lord Baden-Powell den Grundstein für eine weltumspannende Idee, die bis heute über 14 Millionen Menschen verbindet.
30. Juli 1863
Henry Ford wurde am 30. Juli 1863 bei Detroit im amerikanischen Bundesstaat Michigan als Sohn eines Farmers geboren (†7.4.1947). Er interessierte sich schon als Kind für Technik. Er wurde zum Maschinisten ausgebildet. Als leitender Ingenieur bei der Edison Illuminating Company in Detroit konstruierte er 1892 erste Automobile. Er gründete 1903 die Ford Motor Company und baute ab 1908 den Ford Modell T, Tin Lizzy, von dem bis 1927 über 15 Millionen Exemplare entstanden. Ab 1913 führte er die Fliessbandfertigung und die Standardisierung von Bauteilen ein. Durch Rationalisierung und Arbeitsteilung konnten fortan Autos zu erschwinglichen Preisen hergestellt werden. Die hohen Löhne, die er seinen Arbeitern zahlte, erhöhten seine Popularität in den USA.
31. Juli 1498
Auf seiner dritten Reise, zu der er am 30. Mai 1498 aufbrach, schlug Kolumbus eine Route ein, die südlicher gelegen war als auf den vorhergehenden Reisen. Er segelte an den Kapverdischen Inseln vorbei und dann westwärts über den Atlantik. Am 31. Juli 1498 entdeckte er die Insel Trinidad, im weiteren Verlauf der Reise die Nachbarinsel Tobago, die von ihm allerdings Bella Forma getauft wurde. Auf der Weiterfahrt sichtete die Expedition mit der Mündung des Orinoco den südamerikanischen Kontinent und erkundete von Schiff aus die Küsten an dieser Stelle. Zunächst schrieb Kolumbus in sein Logbuch, dass dieses Land eine in Europa unbekannte Neue Welt sei. Später war er aber wieder der Meinung, die Gegend gehöre zu Asien.