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Ich nehme an, dass Witze wie der Fachjargon zu jeder Berufsgruppe gehören. Näher kenne ich ausser den Buchhändler- und Lehrerwitzen nur die Musikerwitze (der Kürzeste: Zwei Musiker gehen an einer Beiz vorbei). Ich kann mir zwar Humor nicht besonders gut merken, aber seine Entwicklung in meinen beiden Berufen ist beobachtenswürdig. Der Lehrerwitz, in dem der Schüler schlecht dasteht, ist beinahe verschwunden. Die Witze, die heute im Lehrerzimmer erzählt werden, nehmen die Psychologisierung des Berufes und die politische Korrektheit aufs Korn.
Unter Buchhändlern hatte der Witz um die Jahrtausendwende etwas an Terrain verloren, vielleicht auch weil die komische Kundenfrage – die ja zu unserem Beruf gehört wie zum Bäcker das Mehl – eine Weile über den Beruf hinaus als unterhaltsam galt. Am liebsten sind mir die lustigen, aktuellen Geschichten, an denen etwas Wahres ist, die aber mit jeder Wiedergabe an Pointe gewinnen. Es gab sie in meiner Lehrzeit und es gibt sie noch immer:
Kommt ein junger Deutscher in die Buchhandlung und sagt zur ebenfalls jungen Buchhändlerin, er suche das Buch von einem Schweizer Kolumnisten, der auch entsprechend heisse, mit „ä“ im Vornamen und einer Verkleinerungsform im Nachnamen…? „Findest du mich dick?“ fragt die Buchhändlerin. „Nein, nein! Das gefällt mir so!“ antwortet der Kunde.