Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03380.jsonl.gz/774

Das Wichtigste in Kürze
- Ausläufer des Hurrikans «Irma» haben in Kuba für Überschwemmungen gesorgt.
- In der Nacht war «Irma» über die Karibik getost und hat mindestens 24 Menschen das Leben gekostet.
- Der Wirbelsturm wurde vom Hurrikan-Zentrum (NHC) der USA auf die zweithöchste Stufe (4) herabgestuft.
- Aktuell zieht der Sturm mit Windgeschwindigkeiten von 250 Kilometern pro Stunde in Richtung Florida und Georgia.
Als Wirbelsturm der höchsten Kategorie fünf mit Windgeschwindigkeiten von fast 300 Kilometern pro Stunde hatte «Irma» zuvor schwere Zerstörungen auf mehreren Karibikinseln angerichtet.
Saint-Martin: Die zwischen den Niederlanden und Frankreich geteilte Insel wurde schwer getroffen. Der französische Teil sei «zu 95 Prozent zerstört», zitierte der «Guardian» einen örtlichen Beamten. Der französische Innenminister Gérard Collomb bezifferte die Zahl der Toten dort und in den anderen französischen Überseegebieten auf acht. 23 Menschen seien verletzt worden. Bereits zuvor war je ein Mensch auf Anguilla (Grossbritannien) und Barbuda gestorben. Es gab Berichte über Plünderungen. Auf Sint Maarten sorgen rund 200 niederländische Soldaten für Ordnung. 70 Prozent der Infrastruktur sind nach Schätzungen der Marine zerstört.
Puerto Rico: Auf der zu den USA gehörenden Insel Puerto Rico und den amerikanischen Jungferninseln starben mindestens sieben Menschen. Bis zu neun Meter hohe Wellen schlugen über die Insel. Mehr als eine Million Menschen seien ohne Strom. Es wird erwartet, dass die Zahl der Toten weiter steigt, da hinter «Irma» bereits der nächste Hurrikan «José» heranzieht. Er wurde zur Kategorie 4 hochgestuft.
Dominikanische Republik und Haiti: Entgegen den Befürchtungen kam das bitterarme Haiti mit einem blauen Auge davon. Ein Mensch gilt als vermisst, wie der Leiter des Zivilschutzes mitteilte. «Es gibt im Norden einige Überschwemmungen, aber es ist weniger schlimm als erwartet», sagte die Vize-Länderdirektorin der Hilfsorganisation Care. «Die grösste Gefahr sind nun Krankheiten. Wir werden die Menschen in der Region mit sauberem Trinkwasser versorgen.»
In Haiti leiden die Menschen noch immer unter den Auswirkungen des Erdbebens von 2010 und Hurrikan «Matthew» 2016. Viele Haitianer leben in provisorischen Unterkünften. Jeder Tropensturm wirft sie zurück. Hilfsorganisationen brachten sich schon vor «Irma» in Stellung.
Bahamas: Über die südlichen Ausläufer der Inselgruppe zog der Hurrikan am frühen Morgen, wie das nationale US-Hurrikan-Warnzentrum in Miami mitteilte. Es gab die grösste Evakuierung in der Geschichte der Bahamas.
Kuba: Die Ausläufer von Hurrikan «Irma» haben auf Kuba die ersten Überschwemmungen verursacht. Der Sturm brachte starken Wind, heftigen Regen und bis zu vier Meter hohe Wellen. Von der Nordküste Kubas wurden Tausende Touristen in sicherere Gebiete gebracht. «Da sucht man Sonne und Ruhe und dann wird man von so etwas überrascht», sagte der kanadische Tourist Michael Brent der Deutschen Presse-Agentur bei einem Zwischenstopp in Villa Clara.
Die kubanischen Behörden gelten als sturmerprobt und gut auf Naturkatastrophen vorbereitet. «Uns wurde gesagt, wir sollen uns keine Sorgen machen. Das Land habe Erfahrungen mit solchen Situationen», sagte der kanadische Tourist Alex Grois. Bis Samstag sollte das Zentrum von «Irma» über das Meer an der Nordküste Kubas entlangwandern.
US-Festland: «Irmas» Zentrum soll am Sonntagmorgen die Inselgruppe der Florida Keys auf Höhe von Marathon erreichen. Erste Ausläufer könnten den Staat schon am Samstag erreichen. Für die gesamte Südküste Floridas, vom Atlantik bis in den Golf von Mexiko, gilt eine Warnung vor bis zu drei Meter hohen Wellen. Hunderttausende an der Atlantikküste müssen ihre Häuser verlassen. Auch Donald Trumps «Winter White House» Mar-a-Lago muss geräumt werden.
Auch die Metropolregion Miami rüstet sich für den Hurrikan. Die Behörden riefen 650'000 Menschen zum Verlassen ihrer Häuser auf. Es handele sich um die grösste Evakuierung in der Geschichte der Region, sagte der Bürgermeister des Bezirks Miami-Dade.