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Die weisse Frau
Liebe Christine,
Mein Freund Kurtchen hat sein Geisterhaus verlassen und ist wieder nach Hause gefahren in die Schweiz. Warum Geisterhaus ? Bei uns gibt es eben Geister. Eines Morgens kam Kurt ganz aufgeregt angesaust und meinte, jemand hätte morgens um ein Uhr an seine Haustüre des Ferienhauses gepoltert. Das ist aber unmöglich denn das Ferienhaus ist eingezäunt, da kommt niemand rein. Wenn nur eine Maus hustet sind meine 3 Hunde zur Stelle.
Eine Weile nach Kurts Abreise hat der Direktor der Poolfirma aus Bangkok ein paar Tage hier gewohnt um die Arbeiten an unserem Pool zu überwachen. Ebenfalls eines Morgens erschien er bei und mit bleichem Gesicht. Er erzählte uns dass in der vergangenen Nacht auch etwa um ein Uhr jemand an seine Schafzimmertüre geklopft habe. Nach einiger Überwindung habe er nachgeschaut...... niemand da.
Er meinte ernsthaft, es sei ihm ein kalter Schauer den Rücken herunter gelaufen. Am Morgen fuhr er sofort in die Stadt, kaufte Blumen und ein paar andere Sachen, welche er dann dem Geist opferte.
Ich weiss nun auch warum meine Thaihündin Tutseli manchmal plötzlich den Schwanz zwischen die Beine klemmte, in mein Schlafzimmer rannte um sich unter meinen Bett zu verstecken. Ich musste sie immer wieder nach einer halben Stunde an den Pfoten hervorziehen weil es so eng war unter meinem Bett. Der Clou kommt aber noch.
Vor etwa einem halben Jahr schlief Peppermint bei uns. Peppermint hat ihr Zimmer mit Bad im Hochparterre, gegenüber von Mooki.
Eines Nachts nach Mitternacht rannte sie schreiend aus ihrem Zimmer, polterte bei Mooki und wollte bei ihr schlafen. Was war geschehen ? Peppermint wollte
schlafen gehen, putzte sich die Zähne und verliess ihr Badezimmer......... auf ihrem Bett sass eine alte Frau mit langen weissen Haaren. Das war zuviel für sie.
Sie verliess schreiend ihr Zimmer um bei Mooki Unterschlupf zu finden. Anderntags gingen beide in den Tempel um zu beten.
Ich weiss, Du glaubst nicht an Geister aber wenn Du später in meinem Buch liest ..... Kapitel Geisterstunde .... dann sieht es vielleicht anders aus. Ich habe Tutseli sehr geliebt. Leider hat sie eine Infektion Bekommen und wurde sehr krank. Wir haben sie in das Tierspital gebracht und man hat alles versucht um sie zu heilen. Aber es war alles um sonst. Nach zehn Tagen haben wir sie wieder nach Hause geholt. Ich wollte nicht, dass sie allein im Spital stirbt. Ich habe sie im Ferienhaus auf eine weiche Decke gebettet und habe sie gestreichelt. Ich habe sie gestreichelt, sie hat mich lange angeschaut mit ihren freundlichen Augen als wolle sie mich trösten. Sie hat noch meine Hand geleckt dann war sie tot. Ich fühlte mich furchtbar.
Auf der Farm im Schatten eines grossen Baumes habe ich sie begraben. Es ist der einzige Platz auf der Farm wo immer Blumen blühen welche nicht von mir gepflanzt wurden.
Jedes Mal wenn ich im Ferienhäuschen an der Stelle weile wo Tutseli gestorben ist kann ich sie fühlen und ihr Fell riechen.
Unsere Geister sind ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber es sind gute Geister. Sie passen auf uns auf und bringen uns Glück. Alles was wir machen gelingt uns.
Liebe Grüsse an Euch alle
Stefan und Entourage