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Qualitätsstandards sollten von Psychologinnen und Psychologen, die Onlineinterventionen anbieten und durchführen, eingehalten werden.
Als Qualitätsstandards gelten alle Punkte, die unter den Titeln «Transparenz», «Grenzen von Online-Beratung», «Vertraulichkeit und Datenschutz» und «Berufsethik» genannt sind. Die kursiven Texte in den Boxen sind als zusätzliche Hinweise zu verstehen.
In diesem Dokument folgen nach der Darstellung der Qualitätsstandards Informationen zu folgenden Themen: Definition und Formen von Onlineinterventionen, Anwendungsbereiche, Wirkung, Chancen und Risiken, sowie spezifische Kompetenzen, die für Anbieter von Onlineinterventionen hilfreich sind.
Identifikation des Anbieters
- Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse des Anbieters oder der Anbieterin sind bekannt.
- Es wird offengelegt, über welche Qualifikation, Ausbildung, Kompetenzen und Titel der Anbieter oder die Anbieterin verfügt.
- Die Berufsorganisationen, welchen der Anbieter oder die Anbieterin angehört, werden genannt.
Transparenz des Angebotes
- Das Angebot ist verständlich beschrieben.
- Es werden realistische Ziele genannt, die mit Hilfe des Angebots erreicht werden können.
- Die Schwerpunktthemen, auf die der Anbieter oder die Anbieterin spezialisiert ist, werden genannt.
Transparenz der Kosten
- Die Kosten des Angebots und die möglichen Bezahlungsarten werden offengelegt.
|Die Tarife sollten gleich hoch sein wie im Sprechzimmer, da es sich um die gleichen Leistungen handelt. Die Entscheidung für Zahlungsmöglichkeiten bleibt den Fachpersonen überlassen. Einige verlangen gerade bei Onlineinterventionen Vorauszahlung. |
Zeitliche Struktur
- Klarheit in Bezug auf die zeitliche Struktur (wann finden allfällige Gespräche/Austausche statt?) und bezüglich Beantwortung von Anfragen (im Falle einer asynchronen Kommunikation): Der Klient oder die Klientin soll wissen, innert welcher Frist eine Antwort zu erwarten ist.
Allgemeine Geschäftsbedingungen
- Die für das Angebot gültigen allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) werden in geeigneter Form offengelegt.
- Selbstverständlich ist es möglich, statt allgemeine Geschäftsbedingungen einen individuellen Vertrag zu erstellen.
|Allgemeine Geschäftsbedingungen sind Vertragsbedingungen, welche von einer Vertragspartei zum Zweck des Abschlusses einer Vielzahl von Verträgen vorformuliert werden. Diese werden somit nicht für spezifische Vertragsverhältnisse einzeln ausgehandelt, sondern in ihrer Gesamtheit übernommen. Gemäss Bundesgericht gelten nur die Klauseln, mit denen gerechnet werden musste. Ungewöhnliche Klauseln, d.h. solche, mit denen nicht gerechnet werden musste, haben keine Gültigkeit, sofern der Kunde nicht ausdrücklich auf sie aufmerksam gemacht wurde (sogenannte Ungewöhnlichkeitsregel).|
Angaben zur hilfesuchenden Person
- Bei Onlineinterventionen kann der Klient oder die Klientin im Prinzip auch anonym bleiben, aber gewisse Angaben sind je nach Fall unabdingbar.
|Es ist empfehlenswert, gewisse Grundangaben, die der Anbieter oder die Anbieterin in jedem Fall benötigt, mittels eines Formulars zu erheben.|
Grenzen der Anwendung von Online-Beratung
- Falls im Laufe eines Beratungsgesprächs Anzeichen von psychischen Störungen erkennbar sind, ist die beratende Person angewiesen, an eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten weiter zu verweisen.
- Falls das Online-Verfahren nicht ausreicht, sollte die beratende Person die ratsuchende Person auf ein persönliches Gespräch einladen.
Aufklärung und Verschlüsselung
- Klientinnen und Klienten werden darüber aufgeklärt, dass das Internet Risiken bezüglich der Vertraulichkeit der Datenübermittlung und -speicherung birgt. Alle relevanten Informationen über die Datensicherheit und allfällige Sicherheitsrisiken, über Art, Umfang und Dauer der Datenspeicherung sowie über die Rechte der Klientinnen und Klienten werden in geeigneter Form zugänglich gemacht. Die Fachperson kann eine schriftliche Einwilligung in das Risiko einfordern.
- Der Psychologe oder die Psychologin hält höchste Standards der Verschlüsselung ein: verschlüsselte Datenübertragung mit Secure-Sockets-Layer-(SS- L)-Verschlüsselung bei Webseiten oder zum Beispiel Pretty Good Privacy (PGP) bei E-Mails; verschlüsselte Datenspeicherung; passwortgeschützter Zugang zum Angebot mit starkem und regelmässig gewechseltem Passwort; Virenschutz, Firewall, regelmässige Sicherheitsupdates, Sicherheitskopien.
Verantwortung der Klientinnen und Klienten
- Klientinnen und Klienten werden darauf aufmerksam gemacht, dass die Fachperson keine Verantwortung übernimmt für die Sicherheit von Daten, die Klientinnen und Klienten auf ihrem eigenen Computer speichern oder mit unverschlüsselten E-Mails senden.
Datenaufbewahrung
- Die E-Mails, Chats, Videos werden direkt nach Ende der Beratung vom während der Beratung gebrauchten Server gelöscht.
Verantwortung von Drittpersonen
- Auch Drittpersonen mit Zugriff auf die Daten (z.B. Sekretariat, IT-Verantwortliche…) unterliegen der Schweigeplicht und sollten eine entsprechende Vereinbarung mit dem Psychologen oder der Psychologin unterschreiben, sofern nicht technische Lösungen eine Dateneinsicht verunmöglichen.
|Auch Sprechzimmerberatungen bedürfen oftmals der Koordination oder Organisation über digitale Kommunikationswege. Sie hinterlassen deshalb auch eine digitale Spur, für die die spezifischen Anforderungen an den Datenschutz ebenfalls beachtet und eingehalten werden müssen.|