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Die ersten Eisenbahnstrecken wurde im eher dünnbesiedelten Kanton Thurgau bereits 1855 mit den beiden Ost West Strecken in betrieb genommen. Die Zürich – Bodensee Bahn führte von Zürich über Winterthur, Frauenfeld und Weinfelden nach Romanshorn am Bodensee. Die Zürich Bodensee Bahn Fusionierte mit der Schweizerischen Nordbahn zur Nordostbahn. Die andere Linie wurde von der St. Gallisch – Appenzellischen – Bahn betrieben und ging in der Vereinige Schweizerbahnen (VSB) auf.
Das Streckennetz wuchs in den nächsten Jahren am Bodensee von Romanshorn nach Rorschach und nach Konstanz. Aber eine eigentliche Querverbindung gab es immer noch nicht so musste immer noch den Umweg über Romanshorn oder Winterthur gemacht werden um aus dem Mittelthurgau ins St. Gallische zu gelangen. Das änderte sich als 1876 die Bischofzellerbahn und 1887 die Frauenfeld Will Bahn ihren Betrieb aufnahmen. Das Streckennetz wuchs weiter, so wurde am Untersee und Rhein und eine Verbindung von Winterthur über Etzwilen nach Singen gebaut.
Es gab auch Bestrebungen vom abgelegenen Eisenbahnkontenpunkt Etzwilen eine Linie nach Frauenfeld zu Bauen und die Schmalspurige Strassenbahn durch ein Normalspurbahn zu ersetzten. Eine solche Line hätte ganz bestimmt unteranderem dem Transitverkehr aus Süddeutschland Richtung Gotthard und weiter nach Italien einen Nutzen. Dieses Projekt wurde unteranderem wegen fehlenden Finanziellen Mittel in weiter vorangetrieben. So blieb Die Frauenfeld Wil Bahn Schmalspurig.
Im Thurgau gab es recht viele Bahnprojekte, die einen wahren als Schmalspur analog der Frauenfeld Wil Bahn geplant um Kosten bei Bau und Betrieb zu sparen. Gebaut wurden einzig nur noch die Strecken, der Bodensee-Toggenburg-Bahn von Romanshorn nach St. Gallen St. Finden und die Mittelthurgau-Bahn von Kreuzlingen über Weinfelden nach Wil.
Die MThB entsteht
In den Achtzigerjahren des vorletzten Jahrhunderts kahmen Diskussionen auf um eine Bahnlinie von Konstanz in Richtung Wil zu bauen. Diese Linie sollte eine südliche Fortsetzung durch eine Hörnli- oder Rickenbahn erhalten. Der Weinfelder Gemeindeammann Bornhauser erkannte die Chancen dieser Verbindung und lud interessierte am 11. August 1890 nach Kreuzlingen an eine Versammlung.
Ingenieur Ehrenperger aus Winterthur erhielt vom Initiativkomitee den Auftrag ein Projekt auszuarbeiten. Weinfelden konnte sich im Bezug der Linienführung und Querung der Nordostbahnlinie durchsetze, da die Gemeinde im Winterhalbjahr das Kantonsparlament in ihrem Rathaus zu Gast haben und sich finanziell an den Kosten für die Studie beteiligte hatten, waren sehr gute Argumente die Strecke über ihr Gemeindegebiet zu leiten.
Neben einer Studie für eine Normalspurbahn wurde von Ingenieur Erensperger auch eine für eine Schmalspurbahn ausgearbeitet welche rund 2 Millionen Franken gekostet hätte. Die Kosten für eine Normalspurbahn wurden auf rund 5 Millionen Franken geschätzt, das ist mehr als das doppelte, einer kostengünstigen Schmalspurbahn. Das Initiativkomitee favorisierte von Anfang an für eine Normalspurbahn auch wenn die Schmalspur günstige gekommen währe.
Ende des 19 Jahrhundert, waren alle Bahnen in der Schweiz Privatrechtlich organisiert und die Kapitalgeber waren öfters mehr am wohl Ihres Portmonee als für das Gemeinwohl interessiert. Darum gab es Bestrebungen die grössten Schweizer Privatbahnen durch den Bund zu übernehmen. Die Schweizermänner (Frauenstimmrecht gab es noch nicht) stimmten dem Rückkauf der fünf grösten Privatbahnen durch den Bund zu. Die geburtsstunde von der Schweizerischen Bundes Bahn gilt der 1. Januar 1902, ab dem Zeitpunkt, wurde unter neuen Organisation den Zugsverkehr durchgeführt. Obschon im Vorfeld die zu Übernehmenden Bahnen im Auftrag des Bundes den Betrieb durchführten.
Unter den Gegebenheiten von der Verstaatlichung der Privatbahnen durch die Schweizerische Eidgenossenschaft, schien es so das der Bund keine neuen Bahnkonzessionen mehr an Private Unternehmungen vergeben werde. Und der ungeklärten Frage nach einer Südlichen Fortsetzung, was für einen Wirtschaftlicher Betrieb unerlässlich ist hat sich das ganze um Jahre verzögert. Erst wo der Bau des Rickentunnels mit einer Bauverpflichtung durch den Bund geregelt war, gab es wieder Schubkraft für die MThB.
Dem Initiativkomitee wurde mit dem Beschluss vom 19. Dezember 1902 die Konzession für eine Bahnlinie Quer durch den Thurgau erteilt. Das Land Baden sicherte am 24. August 1903 die Einführung von Zügen in den Bahnhof Konstanz zu.
Ausländische Geldgeber
Die Finanzierung der Mittelthurgau – Bahn –Gesellschaft war eher schwierig, da der Kanton Thurgau nicht gerade auf Rosengebettet ist, trat er trotzdem als Hautaktionär auf und Finanzierte 25% oder Maximal Fr. 40’000 pro Streckenkilometer. Das Initiativkomitee hatte schon früher Kontakt mit der West-deutschen Eisenbahngesellschaft in Köln, es gelang mit Ihnen einen Vertrag über den bau einer Normalspurigen Bahn zwischen dem St. Gallischem Wil über Weinfelden ins Badische Konstanz abzuschliessen.
Die mutmasslichen Baukosten inklusiv für den Erwerb des Grund und Bodens betrugen Fr. 6’700’000. Um Diese Summe zu Finanzieren, wurde ein Aktienkaptal von Fr. 3’790’000 vorgesehen, den Restbetrag wurde von der West deutschen Eisenbahngesellschaft in Köln, mit einer hypothekarischen Sicherheit übernommen.
Die Initianten gelangten an die interessierten Gemeinden mit der Einladung zum Aktienzeichnen. Die meisten Gemeinden haben, den das Initiativkomitee vorgesehenen Betrag gezeichnet.Mit den teilweise Bescheidenen Beteiligungen von den Kleinstgemeinden wurde am 28. April 1908 die Mittelthurgau-Bahn Gesellschaft gegründet.
Nicht nur bei der anfangsfase war die Finanziellen Verstrickungen International, das blieb bis Mitte des 20. Jahrhunderts so, bis die Bahn Ihren Darlehensgeber das Geld zurückbezahlt hatte und der Kanton Thurgau deren Aktien übernahm.
Vorgesehene Beträge der Initianten für Aktienzeichnung:
Hautaktionär Kanton Thurgau Fr. 1’440’000
Stadt Konstanz Fr. 700’000
Wil Fr. 300’000
Weinfelden Fr. 300’000
Kanton St. Gallen Fr. 250’000
Westdeutsche Eisenbahngesellschaft Fr. 330’000
Munizipalgemeinde Emmishofen Fr. 65’000
Ortsgemeinde Kreuzlingen Fr. 65’000
Ortsgemeinde Affeltrangen Fr. 23’000
Ortsgemeine Alterswilen Fr. 5’000
Ortsgemeine Altishausen Fr. 5’000
Ortsgemeine Andhausen Fr. 5’000
Bürgergemeine Berg Fr. 5’000
Ortsgemeine Berg Fr. 61’000
Ortsgemeine Bettwiesen Fr. 8’000
Einwohnergemeinde Bronschofen Fr. 7’000
Bürgergemeine Buch Fr. 4’000
Ortsgemeine Buch Fr. 4’000
Ortsgemeine Bussnang Fr. 15’000
Bürgergemeinde Dippishausen Fr. 1’000
Ortsgemeinde Dippishausen Fr. 7’000
Ortsgemeine Graltshausen Fr. 5’000
Ortsgemeine Lanterswil Fr. 5’000
Ortsgemeine Märwil Fr. 27’000
Ortsgemeine Oberbussnang Fr. 6’000
Ortsgemeine Oberhofen Fr. 12’000
Ortsgemeine Rothenhausen Fr. 2’000
Ortsgemeine Siegershausen Fr. 8’000
Ortshemeine Tägerschen Fr. 7’000
Munizipalgemeine Tägerwilen Fr. 65’000
Ortsgemeine Tobel Fr. 24’000
Ortsgemeine Weerswilen Fr. 3’000
Ortsgemeine Zezikon Fr. 3’000
Private Fr. 23’000
(Quelle: Festschrift zur Elektrifikation der Mittel – Thurgau –Bahn 24. September 1965)
Da mittlerweile diese Gemeinden sich zu grösseren Gebilden zusammengeschlossen haben, zeigt es einmal mehr wie viele Gemeindelandschaft im Thurgau verändert hat. So musste ich, (bin im Thurgau in die Schule gegangen) auf Google Map nachschauen wo zum Beispiel Dippishausen liegt, zur meiner Beruhigung es ist klein und ist keine Schande diesen Weiler nicht zu kennen.