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Wegen der
zu grossen Brandgefahr beim Biersieden, beschränkte die bayrische
Brauverordnung von 1539 die Brautätigkeit auf die Zeit zwischen dem heiligen
Michael (29. September) und dem Ehrentag des heiligen Georg (23. April). In den
Sommermonaten war das Bierbrauen in Bayern untersagt.
(Unser Tip:
das Brauen besser den Nüchternen überlassen, dann klappt’s auch im Sommer ohne
Waldbrand).
Zudem
erfreute sich der untergärige Biertyp, der bei Temperaturen unter 10°C vergärt,
grosser Beliebtheit. Vor der Erfindung der Kältemaschine 1876 durch Carl Linde,
erreichte man diese Bedingung in den warmen Monaten aber nur durch die
Errichtung von Felsenkellern, die zusätzlich bis in den März mit Eis aus den
Eisweihern versorgt wurden.

|Um den Kühleffekt zu verbessern, pflanzte man über
den Felsenkellern schattenspendende Kastanien an, die mit ihren flachen Wurzeln
keine Gefahr für die Keller darstellten - der Biergarten war geboren. Jetzt
konnte man bis in den März untergärig brauen (daher der Name „Märzenbier“). Um
das Bier über die Sommermonate haltbarer zu machen, erhöhte man den Gehalt an
Stammwürze/Alkohol.
Das
Märzenbier ist ursprünglich das nach dem Winter letzte untergärig gebraute
Bier. Die Vorräte mussten deshalb bis zum Beginn der neuen Brausaison (29.
September) halten. Das ist auch der Grund, warum es am ersten Oktoberfest 1810
zum Wies’n-Bier wurde: es war das einzig verfügbare untergärig gebraute Bier.
Das Märzen ist sattgelb bis rotgolden, kräftig malzig, süffig, untergärig,
mit einer Stammwürze von 12.5 bis 14%.