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Von Simon Haefeli und Johan Rochel – Le projet soi-disant démocratique de l’ASIN n’a pas trouvé grâce auprès du souverain. Dieses Resultat ist als Plädoyer für das heutige System zu lesen, welches sowohl das Flexibilitätsbedürfnis befriedigt, als auch die demokratische Legitimität von Staatsverträgen sicherstellt.
La votation sur la première initiative populaire de l’Action pour une Suisse Indépendante et Neutre (ASIN) se termine sur un résultat clair. Quelque 75% des votants et tous les cantons ont repoussé un texte qui voulait soumettre un nombre très important de traités internationaux au référendum obligatoire. Ce résultat doit être lu comme le résultat logique d’une campagne vantant les mérites du système actuel. Un système qui permet à chaque parti, groupe d’intérêt ou associations de citoyens d’exiger une votation populaire par l’intermédiaire du référendum facultatif. Cette possibilité d’appeler un texte aux urnes fonctionne alors comme courroie de transmission entre l’intérêt des citoyens de débattre d’un traité international et les décisions prises par les Parlementaires.
Pour l’emploi du référendum
La campagne a montré l’intérêt prononcé de certains groupes pour des sujets de politique étrangère. Cet intérêt reflète l’interdépendance et l’interconnexion grandissantes de la Suisse dans un monde globalisé. A ce titre, les traités internationaux et leurs effets sur la vie des concitoyens renvoient à l’action d’une Suisse forte et déterminée à défendre ses intérêts sur la scène internationale. Même si ces engagements sont essentiels pour notre prospérité, ils doivent être légitimés démocratiquement. En ce sens, réjouissons nous que certains groupes recourent au référendum et exigent un débat citoyen ouvert et informé sur de nombreux sujets de première importance, à l’exemples des accords de double-imposition, de l’extension de l’accord de libre-circulation des personnes à la Croatie ou encore du traité ACTA sur les contrefaçons.
Ein falsches Demokratiebild
Die AUNS wurde in dieser Abstimmung als ein Extrem wahrgenommen und konnte dementsprechend auch nicht über ihre Mitglieder hinaus mobilisieren. Der gesamtschweizerische Ja-Stimmenanteil liegt deutlich tiefer als der Wähleranteil der SVP. Der Schluss liegt nahe, dass wirtschaftsliberale Kreise der SVP die isolationistische Haltung der AUNS nicht teilen. Auch die mit der Initiative verfolgte Stärkung der Kantone verfing nicht; offensichtlich fühlen sich die kleinen nicht von den Grossen bevormundet. Die leicht überdurchschnittlichen Ja-Anteile in den beiden Appenzell sowie in Ob- und Nidwalden und Schwyz dürften eher Ausdruck der etwas stärkeren national-konservativen Gesinnung sein, denn einer generellen Unzufriedenheit mit der Macht der Kleinkantone.
Dennoch muss die Initiative der AUNS, und insbesondere deren anfängliche Popularität (bei der ersten Umfrage waren Gegner und Befürworter gleichauf) als Ausdruck einer grösseren Strömung aufgefasst werden, die wohl als Bedrohung für die demokratischen Institutionen des Landes gesehen werden darf. In allen Debatten bekräftigten die Vertreter der AUNS nämlich die Grundhaltung, dass das Volk die höchste, ja sogar die einzige Legitimationsquelle sei.
Die Initiative greift damit die zunehmende Geringschätzung gegenüber der Regierung und der gewählten Legislative dieses Landes auf. Deutlich wird dies in den Worten Luzi Stamms, der an einer Veranstaltung in Luzern kundgab, er sei in seiner Karriere immer wieder vom Volk erstaunt worden, weil dieses wesentlich bessere Entscheide fälle, als die Politiker, die sich mit der Materie auseinandersetzen würden. Dieses immer wiederkehrende ceterum censeo vom Klassenkampf zwischen der „classe politique“ und Volk führt dazu, dass breite Kreise den gewählten Vertretern des Volkes immer weniger zutrauen, den Gesellschaftskonsens in Gesetze umzuwandeln und diese umzusetzen. Die gesellschaftspolitisch problematische Konsequenz dieses Handelns sind immer tiefergreifende Brüche zwischen den Anhängern der in der Gesellschaft vertretenen Weltsichten.
Rechtsstaat als Korrigendum
Zudem wurde mit der Erhebung des Volkes zur höchsten und einzige Legitimationsquelle die Rechtsstaatlichkeit als neben der Demokratie stehendes Prinzip verneint. Die Rechtsstaatlichkeit, ebenfalls durch Volk und Stände angenommen, wurde zum Schutz der liberalen Demokratie und zu deren Vervollkommnung in der Verfassung verankert. Direkte Konsequenz der (Welt-)Sicht der Befürworter der Initiative ist, dass für die Rechtsetzung keine Grenzen gelten sollen und so beispielsweise auch die Initiative für die Wiedereinführung der Todesstrafe zugelassen werden sollte. Auch wenn das Recht selbstverständlich nicht zu verhindern vermag, dass ein Volk radikalisiert wird, so kann es doch dazu dienen, die Auswirkungen solcher Radikalisierungswellen im Idealfalle so lange zu verzögern, bis sie wieder abflauen. Dadurch wird der materielle Kern der Verfassung, die Grund- und Freiheitsrechte, geschützt.
Simon Haefeli, lic. iur., ist Jurist und Vorstandsmitglied von foraus sowie Mitverfasser der foraus-Studie zur Initiative.
Johan Rochel, M.A. in political philosophy, est le vice-président du foraus. Il est doctorant à l’université de Zurich.
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