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Nicht nur das AKW Fukushima sorgt in Japan für Probleme.
© Keystone
Auf Betreiben der Regierung wird der japanische AKW-Betreiber Chubu Electric Power die erdbebengefährdeten Reaktoren in Hamaoka abschalten. In anderen AKW des Landes gab es neue Probleme.
Premierminister Naoto Kan hat vergangene Woche die Abschaltung der zwei noch laufenden Reaktoren von Hamaoka gefordert. Gemäss einer Regierungsstudie besteht eine 87%-Wahrscheinlichkeit, dass in den nächsten 30 Jahren ein Erdbeben der Stärke 8 die Region erschüttert. Aufgrund einer tektonischen Verwerfung gilt die Anlage Hamaoka mit fünf Reaktoren als eine der gefährdetsten des Landes. Das AKW liegt zudem 200 Kilometer südwestlich von Tokio. Im Falle einer Havarie zöge der Wind in Richtung Hauptstadt. Erst wenn der Betreiber von Hamaoka eine höhere Tsunami-Schutzwand errichtet und andere Nachrüstungen vorgenommen hat, soll die Anlage wieder in Betrieb gehen dürfen.
Aufgrund erhöhter Radioaktivitätswerte muss auch ein Reaktor in der Anlage Tsuruga in der Provinz Fukui heruntergefahren werden. Im Kühlwasser der Brennstäbe wurden erhöhte Xenon- und Jodwerte gemessen, die auf eine Beschädigung der Brennstabumhüllung hindeuten. Ausserhalb der Anlage scheinen die Radioaktivitätswerte normal. Der Betreiber Japan Atomic Power will zunächst seine Messungen intensivieren, um abzuklären, wodurch der Radioaktivitätsaustritt verursacht wurde.
In der weltweit grössten Atomanlage im japanischen Kashiwazaki-Kariwa gab es zudem ein Problem mit einem kaputten Ventil. Nach Angaben des Betreibers Tepco dient das Ventil im Notfall zur Kühlung. In der Atomanlage mit sieben Reaktoren gab es bereits 2007 nach einem Erdbeben massive Probleme, bei denen aus einem Leck radioaktives Wasser ins Meer floss.
In Tokio protestierten am Samstag erneut mehrere tausend Menschen gegen die Nutzung der Atomenergie und für eine Wende in der Energiepolitik. Die Stilllegung von Hamaoka haben am Sonntag vor dem Sitz von Chubu Electric rund tausend Menschen gefordert.