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Stagnation
In der zweiten Hälfte der 1880er Jahre trat im Gesellschaftsleben der Gemeinnützigen Gesellschaft der Stadt Luzern (GGL) eine unübersehbare Stagnation ein – besonders seit dem Tod des sehr aktiven Präsidenten Oberst Abraham Stocker. Die Zahl der jährlichen Versammlungen sank auf zwei statt der statutarischen vier. Die Versammlungen wurden nur schwach besucht. Oft war der Vorstand allein anwesend. Die Mitgliederzahl ging zurück und in der Bevölkerung schwand das Interesse an den Bestrebungen der GGL. Diese unerfreuliche Entwicklung dämpfte auch die Initiative des Vorstands, der kaum noch Sitzungen abhielt. Für viele Jahre dieser Periode sind nicht einmal die Präsidenten bekannt.[1]
Neuer Schwung
In dieser unerfreulichen Situation, die derjenigen von 1844 bis 1854 nicht unähnlich war, nahmen ein paar tatkräftige Männer eine Rettungsaktion vor. 1890 wurde ein neuer Vorstand gewählt, der mit Elan daran ging, der GGL zu neuem Schwung zu verhelfen und sich den drängenden sozialen Fragen der Zeit zu stellen, die sich durch die starke Bevölkerungszunahme und die dadurch bedingte demographische Umschichtung ergaben.[2] Luzern war in wenigen Jahrzehnten zu einer pulsierenden Tourismusmetropole und zu einem wichtigen Knotenpunkt im Eisenbahnverkehr herangewachsen, insbesondere seit der Eröffnung der Gotthardbahn 1882. Die Einwohnerzahl nahm sprunghaft zu, ebenso die sozialen Probleme.[3]
Braucht es noch eine Suppenanstalt?
Im langen und strengen Winter 1890/91 prüfte die GGL die Frage der Wiedereröffnung einer Suppenanstalt oder einer Volksküche. Im Winter 1891/92 wurde die Suppenanstalt dann am 14. Dezember eröffnet und am 20. Februar wieder geschlossen. Die Behörden hatten dafür die alte Kaserne zur Verfügung gestellt. Im Jahr 1906 wurde dann eine Revision der Statuten beschlossenen. Die Suppenabgabe wurde nicht mehr alle Jahre durchgeführt, dafür aber der Milchausschank an die Schulkinder. In der Versammlung der GGL vom 11. Juli 1919 wurde der Milchausschank zum letzten Mal erwähnt.[4]