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Das Haus wurde nach dem letzten Dorfbrand von 1560 auf früheren Fundamenten aufgebaut. Vielleicht waren es damals zwei längliche, parallel geführte Bauten in der Höhe von 1-2 Stockwerken. Auch das Haus Bazar Hersche auf der anderen Strassenseite war früher ein Längsbau, und das angebaute Haus mit Coiffeurgeschäft ist es heute noch.
Josef Anton Keller, der Urgrossvater von Remigius hatte das Haus vor rund 120 Jahren gekauft und führte dort ein Kolonialwarengeschäft. Man nannte sie "Konsum Kellers". Einzelne Wohnbereiche dieses Hauses wurden temporär als Gästezimmer oder längerfristig als Mietwohnungen vermietet.
Zwei Töchter von Josef Anton Keller waren begeisterte Bergsteigerinnen und Skitourenläuferinnen. Sie tauften das gelbe Haus "Marwies" nach einem Berg im Alpstein. Im Treppenhaus sind alte Skier und weiteres Bergsteigermaterial als Erinnerung daran ausgestellt. Da und dort sind alte Reklamen oder sonstiges Material aus dem früheren Kolonialwarengeschäft zu sehen.
Sanierung
Die Stockwerke 2-4 im gelben Haus an der Poststrasse 1 sind zwischen 22. Oktober 2018 und Ende Juli 2019 umgebaut worden. Im Frühling 2020 soll die Sanierung in den unteren Stockwerken weitergeführt werden.
Das Haus soll den historischen Charme bewahren, und gleichwohl den heutigen Anforderungen an Behaglichkeit und Sicherheit genügend entsprechen.
Isolationen, Stabilisierungen und einzelne Korrekturen wurden in den oberen Stockwerken inzwischen angebracht. Böden, Wände und Decken sind wiederhergestellt. Die alte Bausubstanz kommt nach der Sanierung noch deutlicher und schöner zur Geltung also zuvor. Wir haben auch möglichst natürliche Baumaterialien ausgewählt und bei elektrischen Leitungen auf eine gute Abschirmung geachtet, um den Wohnkomfort zu erhöhen.
In einem Zimmer sind Malereien mit Pflanzenornamenten und alte Tapeten zum Vorschein gekommen. Restauratoren haben die Malereien stabilisiert, die Zimmerleute nachher mit einer Beplankung zugedeckt. Auf dieser Beplankung werden wir durch Abbildungen auf die Malereien dahinter hinweisen.
Der östliche Teil des Hauses besteht aus einer länglichen Ständerkonstruktion mit Bohlenwänden. Der westliche Teil des Hauses ist im Strickbau konstruiert.
In zwei Zimmern sind noch Kachelöfen vorhanden. Der neue Elektroherd in der Küche gesellt sich zum Holzherd aus dem frühen 19. Jahrhundert. In sechs Zimmern wird die barocke Holztäferung an Wänden und Decke teilweise mit profilierten Stäben gezeigt, während eine davon aufgrund der einfacheren Bearbeitung noch etwa hundert Jahre älter ist. In einem Zimmer ist ein Stubenbuffet eingebaut. In einem Schlafzimmer und in den oberen zwei Mittelräumen wurde die Täferung aus jüngerer Zeit entfernt. Dort ist nun die ursprüngliche Holzkonstruktion an Wänden und Decken zu sehen. Der Mittelraum im zweiten Stock hat eine frühbarocke Kassettendecke, die einen neuen Farbanstrich in rot und grün erhalten hat. In einem kleinen Bereich werden die früheren Farbanstriche gezeigt.
Bei der Freilegung der alten Holzböden wurden an drei Stellen schmale Aufgänge vom Untergeschoss gefunden. In den oberen Stockwerken wurden die Böden verstärkt und isoliert. Zwei Zimmer erhielten die alten Holzböden neu gehobelt wieder zurück, während in den übrigen Zimmern neue Böden aus Holz oder Kork eingebaut wurden.
Im Estrich konnte der alte Flaschenzug erhalten bleiben. Auch die Vorfenster und fast alle bisherigen Fenster durften bleiben und erhielten einen neuen Farbanstrich. Der schmale, lange Gang zum WC im zweiten Stock erinnert noch an die alten Latrinen der früheren Jahrhunderte. Das barocke Treppenhaus hat einen neuen Farbanstrich bekommen, der mit der Kassettendecke zusammenspielt.
Das Treppenhaus zum zweiten Stock nach der Restaurierung
Noch nicht restauriert ist der erste Stock. In ordentlichem Zustand sind die Räume in der Ferienwohnung des ersten Stocks (unten Stube und Schlafkammer):
Remigius wird Gegenstände des Hauses aussortieren, verschenken, restaurieren, evtl. verkaufen, entsorgen. Wer Interesse hat, kann gerne mit ihm eine Besichtigung vereinbaren.
Ausblick
Am liebsten möchten wir mit ein paar Freunden in einer Art Hausgemeinschaft leben, wo jeder 1-2 Zimmer des Hauses mietet und mit uns die gemeinsame Küche nutzt. Das Haus hat die Struktur für eine Grossfamilie erhalten und passt so zu unseren Absichten. Wohl wird es auch dann noch ein Gästezimmer oder eine Ferienwohnung geben. Die übrigen Gästezimmer warten darauf, passende Bewohner/innen der Hausgemeinschaft aufzunehmen.