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Weingeist erschien ebenfalls richtig, doch hinterliess dasselbe beim Rektifiziren 20-33% eines festen brüchigen Harzes, und das Destillat theilte sich bei der Destillation in zwei Schichten, eine im Wasser untersinkende (wirkliches Cassiaöl) und eine auf dem Wasser schwimmende, welche sich bei genauer Untersuchung als Petroleum erwies.
Man hatte also augenscheinlich 20-25 % Kolophonium im Cassiaöl gelöst und dann das spez. Gew. durch Zusatz von Petroleum wieder richtig gestellt.
Schimmel & Co., denen wir die Aufdeckung dieses Betruges verdanken, schreiben am Schluss ihres Artikels Folgendes:
Die Anforderungen, welche wir an ein gutes Cassiaöl zu stellen haben, sind folgende:
1. Das Cassiaöl soll bei 15° C. ein spez. Gew. von 1,050-1,070 haben.
2. Bei der Destillation müssen ca. 90% reines Cassiaöl übergehen.
Der Rückstand darf nach dem Erkalten nicht fest werden und den Charakter eines spröden Harzes annehmen, sondern muss mindestens dickflüssig bleiben.
Derselbe soll 6-7 %, keineswegs aber mehr als 10 % betragen.
Die Prüfung der Löslichkeit des Oels in verdünntem Sprit hat für den Nachweis von Harz keinen Werth, wie sich bei Untersuchung von Oelen, welche absichtlich damit versetzt waren, ergab.
Óleum cinnamómi Ceylánici oder cinnamómi acúti.
Echtes Zimmtöl.
Wird aus den Abfällen des Zimmts bereitet;
es gleicht dem vorhergehenden im Aeussern und in seinen Eigenschaften, nur ist sein Geruch feiner und der Geschmack feuriger, das spez.
Gewicht etwas geringer, 1,030. Es ist auch chemisch von dem vorhergehenden nicht zu unterscheiden.
Echtes Zimmtöl, aus wirklichem dünnem Ceylon-Zimmt destillirt, soll folgende Eigenschaften zeigen: in kaltes Wasser getropft muss es untersinken;
mit der Zunge in Berührung gebracht, muss es sofort die Empfindung hochgradiger Süssigkeit, welche diejenige des Zuckers weit übertrifft, hervorrufen und dieser rein süsse Zimmtgeschmack muss bis zuletzt anhalten.
Ordinäre Sorten, wie solche vielfach von Ceylon kommen, zeigen anfangs einen mehr nelkenartigen Geschmack und auch später nicht die Süsse der echten Sorten.
Sie sollen nach Schimmel & Co. dadurch gewonnen werden, dass man die holzigen Stücke und Zimmtblätter mit zur Destillation verwendet.
Óleum citri, Óleum de cédro.
Citronenöl.
Durch Auspressen der frischen Fruchtschalen von Citrus limonum, der Citrone, gewonnen;
namentlich in Italien und Südfrankreich.
Seltene ¶
wird es destillirt, doch kommt ein solches Oel über Citronenschalen destillirt unter dem Namen Citronenschalenöl, Oleum córticis citri, in den Handel;
es ist weniger fein von Geruch.
Das gepresste Oel ist gelb bis blassgrünlich, frisch stets trübe.
Man kann dasselbe sofort klären durch Schütteln mit ein wenig gebrannter Magnesia, doch wird es auch von selbst nach längerem Stehen unter Abscheidung eines weissen Bodensatzes klar. Es ist von kräftigem Citronengeruch und ebensolchem, aber nicht scharfem Geschmack.
Spez. Gew. 0,840-0,860. Sein Siedepunkt liegt bei 160-175°. Es ist dünnflüssig, selbst wenn es etwas verharzt ist.
Citronenöl ist gleich dem Terpentinöl ein reiner Kohlenwasserstoff, verpufft wie dieses lebhaft mit Jod. Es oxydirt sich namentlich unter dem Einfluss des Lichtes ungemein leicht und nimmt dann, selbst wenn es rein war, einen strengen, terpentinartigen Geruch an.
Ein solches verharztes Oel hat einen sehr unangenehmen Geschmack und ist namentlich für Genusszwecke völlig unbrauchbar geworden, da die geringste Menge davon dem Backwerk oder Likören einen widerlichen Geschmack verleiht;
es lässt sich wieder einigermaßen durch die Hager'sche Methode: Schütteln mit Borax, Thierkohle und Wasser (s. Einleitung) verbessern.
Gerade das Citronenöl ist zahllosen Verfälschungen ausgesetzt;
namentlich in neuerer Zeit, wo das Oel zu ganz abnorm billigen Preisen aus Italien zu uns kommt, ist die grösste Vorsicht beim Einkauf geboten.
Seine Hauptverfälschungen sind feines Terpentinöl, Apfelsinen- und Pomeranzenöl.
Alle drei sind höchst schwierig mit völliger Gewissheit zu konstatiren, sie verrathen sich fast einzig und allein durch die Geruchsprobe.
Chemische Reagentien und die Löslichkeitsprüfung lassen uns völlig im Stich.
Die Prüfung auf Alkohol geschieht mit Fuchsin.
Anwendung. In grossen Massen in der Parfümerie, der Likörfabrikation und zu sonstigen Genusszwecken.
Es kommt in kupfernen Ramièren von 20-40 kg Inhalt in den Handel.
Óleum coriándri.
Korianderöl.
Aus den Früchten von Coriandrum sativum (s. d.) durch Destillation mit Wasserdampf bereitet.
Farblos bis blassgelb, von angenehmem Koriandergeschmack und Geruch.
Spez. Gew. 0,867. Siedepunkt etwa bei 150°.
Mit Jod verpufft es und ist leicht löslich in Alkohol und Acidum aceticum.
Anwendung. Hauptsächlich in der Likörfabrikation. ¶