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Eine Mehrlingsschwangerschaft mit zwei oder mehr Babys kann bereits bei der ersten Ultraschalluntersuchung festgestellt werden.
Eineiige oder zweieiige Zwillinge im Ultraschall
Zwischen der 8. und 12. Schwangerschaftswoche ist auch erkennbar, ob es sich um ein- oder zweieiige Zwillinge handelt. Zu diesem Zeitpunkt ist im Ultraschall nämlich ersichtlich, ob sich die Babys in zwei getrennten oder in einer Embryonalhülle entwickeln. Nach der 16. Schwangerschaftswoche liegen die Embryonalhüllen schon so nahe an der Wand der Gebärmutter, dass es kaum mehr möglich ist festzustellen, ob die Kinder ein- oder zweieiig sind.
Hat jedes Baby eine Embryonalhülle für sich, sind es in der Regel zweieiige Zwillinge. Teilen sich die Babys eine Hülle, handelt es sich sehr wahrscheinlich um eineiige Geschwister. Wenn festgestellt wird, dass beide Kinder über eine gemeinsame Plazenta versorgt werden, sind sie eindeutig eineiig.
Ultraschall nach erfolgreicher Kinderwunschbehandlung
Wenn Sie durch assistierte Reproduktion, zum Beispiel durch künstliche Befruchtung schwanger geworden sind, wird die erste Ultraschalluntersuchung zur Kontrolle des Behandlungserfolges bereits sehr früh durchgeführt. Mit entsprechend hochauflösenden Geräten kann eine Zwillingsschwangerschaft bereits dann – in der vierten bis fünften Schwangerschaftswoche – sichtbar sein.
Fetofetales Transfusionssyndrom bei eineiigen Zwillingen
Bei eineiigen Zwillingen ist es wichtig, im Ultraschall festzustellen, ob sie sich eine Plazenta teilen. In einem solchen Fall besteht nämlich die Gefahr des fetofetalen Transfusionssyndroms (FFTS). Wenn über die gemeinsame Plazenta eine Gefässverbindung – wie bei einem Kurzschluss – zwischen den Zwillingen besteht, ist es möglich, dass der Blutfluss darin ungleichmässig verteilt ist und ein Baby schlechter mit Blut versorgt wird, währen das andere zu viel davon erhält.
Das Zwillingstransfusionssyndrom betrifft 15 Prozent aller eineiigen Zwillingspaaren.
Ein Baby bekommt zu wenig Blut für seine Entwicklung, wächst langsamer und die Nieren werden so schlecht durchblutet, dass zu wenig Fruchtwasser produziert wird. Dadurch können sich die Lungen nicht richtig entwickeln. Bei der Geburt ist das Baby kleiner als sein Zwilling und blass.
Das andere Baby erhält zu viel Blut und produziert sehr viel Fruchtwasser. Im schlimmsten Fall kann dadurch die Fruchtblase zu früh platzen und es kann zu einer Frühgeburt kommen. Für das Herz ist der Blutüberschuss eine Belastung und kann dazu führen, dass es im Körper Wasser einlagert. Bei der Geburt ist dieser Zwilling deutlich grösser als sein Geschwister und durch das viele Blut in seinem Körper dunkelrot.
Wird das FFTS nicht behandelt, ist das Risiko, dass beide Kinder während der Schwangerschaft versterben, sehr hoch. Mit einem Laser, der über einen kleinen Schnitt in die Gebärmutter eingeführt wird, können die Gefässverbindungen verödet werden, die den ungleichmässig verteilten Blutfluss zu den Babys verursachen. Bei dieser Behandlung besteht die Gefahr einer Frühgeburt. Verglichen mit den Risiken eines unbehandelten FFTS ist dieses Risiko aber deutlich kleiner.