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Die Ausstellung ist der Abschluss eines Forschungsprojektes des Schweizerischen Zentrums für Forschung und Information zur Glasmalerei in Romont. Die Kunsthistorikerin Uta Bergmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Zentrums, hat in dem Bildband «Die Zuger Glasmalerei des 16. bis 18. Jahrhunderts» die Ergebnisse eines mehrjährigen Forschungsprojektes zusammengetragen.
Die Ausstellung im Glasmalerei-Museum ist in Zusammenarbeit mit dem Zuger Museum in der Burg entstanden und zeigt über 70 Gemälde und Zeichnungen aus verschiedenen Museen und Sammlungen der Schweiz.
Schweizer Tradition
Im späten Mittelalter begann man, nebst den Fenstern von Kirchen auch jene profaner Bauten zu verglasen. Gleichzeitig kam der Wunsch auf, diese Fenster mit farbigen Glasgemälden zu verzieren. Rats- und Bürgerhäuser, Schützen- und Wirtsstuben sollten mit dem in den Burgunderkriegen erworbenen Reichtum verschönert werden. Anfangs waren es Behörden, später auch Privatpersonen, die sich gegenseitig kleinformatige Einzelscheiben schenkten, um Zusammenhalt und Freundschaft zu dokumentieren. In der Regel gehörte zu einer Stiftung neben der gemalten Scheibe auch das eigentliche Fenster mit seiner Blankverglasung aus Rauten oder Butzen und der hölzernen Rahmung.
In der Schweiz stellte man länger als anderswo Kabinettscheiben her, nämlich bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Scheiben wurden zu einem Exportartikel und wegen ihrer Herkunft auch Schweizerscheiben genannt. Die typische Schweizerscheibe enthält Wappenschild, Schildhalter, Rahmenarchitektur, Zwickel- oder Oberbilder sowie Inschrifttafel. Anstelle des Wappens wurde manchmal auch eine figürliche Szene ins Zentrum gerückt.
Muster und Verhandlungsgrundlage
Von Zuger Glasmalern blieben auch einige wenige schöne Entwurfszeichnungen, so genannte Scheibenrisse, erhalten. Diese Risse dienten den Künstlern als Muster, aber auch als Grundlage für die Verhandlung mit Kunden. Deshalb wurden sie oft sorgfältig gezeichnet und koloriert oder mit Varianten für die Rahmengestaltung versehen. Sie können auch Farbangaben oder werkstattinterne Kommentare enthalten.
Ein seltenes Zeugnis für die Arbeitsweise des Glasmalers ist das in Zug erhaltene Bestellbuch von Michael IV. Müller, der darin seine Aufträge notierte.