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Die Schweiz hat eine zuverlässige Infrastruktur zur Entwässerung von Siedlungsgebieten. Entwässerungspläne helfen, diese Dienstleistung zu erhalten und weiterzuentwickeln. Infolge des Klimawandels sind auch neue Ansätze im Umgang mit Regenwasser notwendig, z.B. in Form einer «Schwammstadt».
Die Schweiz verfügt über eine flächendeckende, leistungsfähige und zuverlässige Entwässerungsinfrastruktur. Um diese auch in Zukunft funktionsfähig und auf dem Stand der Technik zu erhalten, braucht es eine Generelle Entwässerungsplanung (GEP). Wegen den mit dem Klimawandel häufiger auftretenden Starkniederschlägen, Hitze- und Trockenperioden ist es notwendig, den Umgang mit Regenwasser zu überdenken. Das Konzept der Schwammstadt ist ein vielversprechender Ansatz, bei welchem während Starkniederschlägen in Siedlungsgebieten grosse Wassermengen gespeichert werden können, um sie dann langsam an die Umwelt abgeben zu können. Dies hat positive Einflüsse auf die Siedlungsentwässerung und auf das Kleinklima in urban geprägten Gebieten.
Der Generelle Entwässerungsplan GEP
Das Konzept des Generellen Entwässerungsplans (GEP) wurde 1991 im Gewässerschutzgesetz verankert. Dabei war das Ziel, dass jede Gemeinde den Zustand seiner Entwässerungsinfrastruktur und der von diesen betroffenen Gewässern kennt und ein Konzept erstellt, wie und wann Defizite behoben werden. Der GEP ist im Sinne einer rollenden Planung nachzuführen. Daneben existieren – wo es sich anbietet – auch Entwässerungspläne von Abwasserverbänden (VGEP) oder Regionale Entwässerungspläne (REP), die sich thematisch mehr mit der Entwässerung von Einzugsgebieten auseinandersetzen; denn es ist sinnvoll, in einem hydrologisch zusammenhängenden Gebiet die Gewässerschutzmassnahmen aufeinander abzustimmen.
Heute ist der GEP das zentrale Planungsinstrument der Siedlungsentwässerung, welches einerseits den Erhalt der Entwässerungsinfrastruktur und andererseits einen effizienten Gewässerschutz sicherstellt. Um den (Wert-)Zerfall der milliardenschweren Investitionen der Vergangenheit zu verhindern, haben sich die unterirdischen, unsichtbaren und unkontrollierten Kanalisationen mit dem GEP zu einem modernen, sichtbaren und kontrollierten Infrastruktur-Management gewandelt. Der GEP ist aber viel mehr als Infrastrukturmanagement, indem er in Wechselwirkung mit gewässerschutzrechtlichen Anforderungen steht. So werden beispielsweise Gewässerzustand, Fremdwasser, Gefahrenvorsorge und Versicherungsmöglichkeiten in die Planung miteinbezogen. Im Entwässerungskonzept werden dann auch Massnahmen zur Beseitigung nachteiliger Einwirkungen auf Gewässer definiert.
Seit der Initialisierung des Konzeptes GEP sind schon 30 Jahre vergangen. Auch wenn dies lange erscheint, so ist es im Rahmen von Gesetzesbildung und -umsetzung ein noch junges Konzept. Bereits heute kann eine positive Bilanz gezogen werden und die Notwendigkeit eines GEP-Konzeptes hat sich bestätigt. Heute verfügen 94% der Schweizer Gemeinden über einen GEP und 4% arbeiten an der Erstellung. Vorhandene Defizite, insbesondere in Bezug auf das Entwässerungskonzept, den Zustand der Leitungen und Sonderbauwerke sowie den Fremdwasseranfall wurden erkannt und die notwendigen Massnahmen definiert.
Der GEP hat sich als Planungsinstrument bewährt. Wichtige anstehende Herausforderungen im Bereich GEP sind die Umsetzung der definierten Massnahmen, die Berücksichtigung von Grundwasserschutzzonen, deren Schutz durch die Ausdehnung der Siedlungen nachteilig beeinflusst werden und die Digitalisierung und Standardisierung des Datenmanagements.
Konzept Schwammstadt
Das Klima ändert sich und damit auch die Niederschlagsverhältnisse. Extremereignisse wie Starkniederschläge, längere Hitze- und Trockenperioden häufen sich. Mit einem Versiegelungsgrad von über 60% der Schweizer Siedlungsflächen, hat dies einen direkten Einfluss auf die Entwässerung, indem Risiken wie Überschwemmungen und extrem heisse und trockene Sommer zunehmen. Das Konzept der Schwammstadt wirkt diesen negativen Folgen entgegen. Damit ist sowohl grösstmöglicher Nutzen für Gewässerschutz mit kleinstmögliche Sachschäden bei Hochwasserereignissen als auch ein ausgeglicheneres Klima im Siedlungsraum realisierbar.
Wie ein Schwamm soll die Stadt der Zukunft während Starkniederschlägen so viel Regenwasser wie möglich speichern, um dieses dann langsam wieder abzugeben mit mehrfachem Nutzen. Bei Starkregenereignissen sind Kanalisationen überlastet. Daraus resultieren Überschwemmungen und Entlastungen der Schmutzwasserkanalisationen und bei Abwasserreinigungsanlagen in die Gewässer. Besser wäre es, wenn man mehr Rückhalte- und Speichermöglichkeiten in Siedlungsgebieten wie Grünflächen auf Plätzen und Dächern, temporäre Teiche schaffen würde so dass der Regen verzögert aus der Siedlung abfliessen, im Siedlungsraum versickern, durch Pflanzen aufgenommen und verdunstet werden kann. Dadurch und die vermehrte Vegetation werden auch die negativen Auswirkungen von Hitzeperioden abgedämpft. Die Schwammstadt hat weniger Überschwemmungen, weniger Umweltbelastung und ein ausgeglicheneres Klima.
Einen ersten Schritt in Richtung Schwammstadt wurde bereits durch die Richtlinie «Abwasserbewirtschaftung bei Regenwetter» (2019) des Verband Schweizer Abwasser und Gewässerschutzfachleute (VSA) gemacht, welche der gute Umgang mit dem Niederschlagswasser (integrales Regenwassermanagement) berücksichtigt.
Entwässerung von Verkehrswegen
Von stark frequentierten Verkehrswegen - insbesondere von Strassen - können bei Regenwetter beträchtliche Schmutzstofffrachten in das Grundwasser oder die Oberflächengewässer gelangen. Verschiedenen Publikationen regeln die Umsetzung der gesetzlichen Vorschriften zur Beseitigung dieses Abwassers.
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Letzte Änderung 04.10.2021