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30.06.2022 02:26
Player-Labeling
Mit «Player-Labeling» bezeichnet man das Hervorheben von biologischem Alter bei der Einschätzung von Spielerinnen und Spielern während des Selektionsprozesses.
Viele Merkmale der körperlichen Leistungsfähigkeit, wie beispielsweise Grösse, Gewicht, Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer, sind abhängig vom biologischen Alter. Somit haben Spielerinnen und Spieler, welche biologisch älter sind, zum Beispiel in Zweikämpfen und Laufduellen, bessere Leistungsvoraussetzungen. Bei Selektionen kommt es daher oft zu einer Übervertretung von sogenannten Frühentwicklern auf Kosten der vielleicht talentierteren, aber noch weniger reifen, Spätentwicklern.
Damit biologisch jüngere Spielerinnen und Spieler bei den Selektionsprozessen eine faire Chance erhalten, soll das Auge der Sichterin oder des Sichters durch Player-Labeling unterstützt werden. In der Praxis lässt sich Player-Labeling während Sichtungsspielen und -trainings über die Vergabe der Trikotnummern anwenden. Mit Player-Labeling gelingt es...
• ...beobachtete, aktuelle Leistungen zu relativieren.
• ...den Fokus auf das Potential der Spielerinnen und Spieler zu setzen.
• ...die Unterschiede im biologischen Alter zwischen den Spielerinnen und Spielern besser berücksichtigen zu können (z.B. bei Zweikämpfen oder Laufduellen).
Der Schweizerische Fussballverband hat in wissenschaftlicher Begleitung der Eidgenössischen Hochschule für Sport Magglingen eine Studie zur Evaluierung des Player-Labelings durchgeführt. An zwei aufgezeichneten Selektionsspieltagen wurde das Player-Labeling angewendet und im Anschluss durch insgesamt 83 Talentsichterinnen und Talentsichter schweizweit analysiert. Die Hälfte der Teilnehmenden wurde über die Anwendung des Player-Labelings informiert. Die andere Hälfte wusste nichts davon.
Wenn Talentsichterinnen und Talentsichter über das Vorgehen des Player-Labelings Bescheid wussten, richteten sie den Fokus stärker auf spätentwickelte Spieler mit Potential im Vergleich mit der Gruppe ohne Information über die Trikotnummerierung. Daraus resultierte eine Selektion vermehrt hin zu biologisch jüngeren Spielern.
► Manual Player Labeling
(SFV)