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Was konnte man nicht alles lesen in den Monaten nach dem Erdbeben vom 25. April 2015 in Nepal, das fast 9000 Menschen den Tod brachte und etwa 5,4 Millionen Nepalesinnen und Nepalesen betraf: Blockierung von Nothilfesendungen am Flughafen, totale Desorganisation der humanitären Hilfe, unzugängliche Dörfer. Das Umfeld, in dem die Schweizer Botschaft und die DEZA in Nepal tätig werden mussten, war wie für alle humanitären Organisationen ziemlich komplex.
Trotzdem konnte die Schweiz einen substanziellen Beitrag zum Wiederaufbau des Landes leisten. Dabei nutzte sie ihre jahrzehntelange Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit und die diplomatischen Beziehungen vor Ort. Auch Dutzende von Experten des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe standen während fast zwei Monaten im Einsatz.
Zahlreiche Einsätze
Nach der ersten Nothilfephase finanzierte die Schweiz die Instandsetzung von Hängebrücken. Sie bildete Maurer in nachhaltigen Bautechniken aus. Sie finanzierte die Verteilung von Saatgut in 45 Dörfern, unterstützte die Tätigkeit einer psychologischen Einrichtung für Menschen, die durch das Erdbeben traumatisiert worden waren, und initiierte in Dolakha, einer historisch bedeutsamen Stätte etwa hundert Kilometer östlich der Hauptstadt Kathmandu, den Wiederaufbau von Tempeln. Heute koordiniert eine Schweizerin, die von der DEZA entsandt wurde, die «Housing Recovery and Reconstruction Platform», die mit der landesweiten Aufsicht über Initiativen zum Wiederaufbau von Wohnhäusern betraut ist.
Ein Jahr nach dem Erdbeben bleibt viel zu tun. Aber die Solidarität spielt. Oder, wie es ein Maurer ausdrückt, der von einer Partnerorganisation der DEZA ausgebildet wurde: «Heute kann ich anderen beim Wiederaufbau ihrer Häuser helfen.»