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Letzten September lud die Gemeinde Marly die Bevölkerung zu einem Informationsabend ein. Thema des Anlasses war die Teilrevision des Ortsplanes Marly sowie die damit verbundene Realisierung zweier Wohnquartiere – eines auf dem Areal neben dem heutigen Marly Innovation Center (MIC), das andere auf dem ehemaligen Industriegelände Winckler. Seit gestern liegt der Detailbebauungsplan «Ancienne Papeterie» für das geplante Wohnquartier «Ex-Ilford» öffentlich auf.
Auf Wachstum reagieren
Das künftige Quartier neben dem heutigen Marly Innovation Center soll bis ins Jahr 2040 Wohnraum für 2200 Personen bieten. Weil sich das Gelände heute in der Industriezone befindet, wird es mit dem neuen Zonenplan von Marly in eine gemischte Zone überführt, was heisst, dass Wohnbauten und Gewerbebetriebe dort gebaut werden dürfen.
«Auf die starke städtebauliche Entwicklung, die für die Gemeinde Marly prognostiziert ist, muss reagiert werden», sagte Félicien Frossard, Generalsekretär der Agglomeration Freiburg, auf Anfrage der «Freiburger Nachrichten». Ein derartiges Bauprojekt sei die Antwort auf die zukünftige Nachfrage. Die Verwandlung der ehemaligen Ilford-Industriezone in ein Wohnquartier sei auch deshalb sinnvoll, weil der neue kantonale Richtplan verdichtetes Bauen vorschreibe. «Das Land würde ansonsten brachliegen», so Frossard.
ÖV-Anschluss
Zurzeit bietet nur der autonome Shuttlebus der Freiburgischen Verkehrsbetriebe TPF die Möglichkeit, mittels öffentlichen Verkehrs vom Marly Innovation Center (MIC) zum Ortszentrum von Marly zu gelangen. «Die Buslinie 1 der TPF könnte ihre Route bis zum MIC verlängern, damit regelmässig Verbindungen bis nach Marly beziehungsweise bis nach Freiburg verkehren würden», so Frossard. Zudem befänden sich bereits mehrere Langsamverkehrswege entlang der Ärgera, die die Agglomeration Freiburg ebenfalls begrüsse.
Noch keine Baupläne
Konkrete Baupläne für das Siedlungsprojekt würden noch nicht vorliegen, sagte Damien Piller auf Anfrage der «Freiburger Nachrichten». Piller präsidiert das Freiburger Immobilienunternehmen Anura SA. Ihm gehören 80 Prozent der Anteile am Marly Innovation Center. «Das Bauprojekt ist noch in der Planung. Die kantonale Vorprüfung des Detailbebauungsplanes ist jedoch positiv ausgefallen, und das freut uns.»
Die Gemeindeverantwortlichen von Marly waren gestern für eine Stellungnahme zum Detailbebauungsplan für das künftige Wohnquartier beim Marly Innovation Center nicht erreichbar.
Fakten
Projekte, die Marly verändern werden
Zwei Megaprojekte werden Marly in den kommenden 20 Jahren massgeblich verändern: die Siedlung «Ex-Ilford» neben dem heutigen Marly Innovation Center und das Projekt Le Parc des Falaises auf dem ehemaligen Industriegelände Winckler. Bis ins Jahr 2040 sollen in den zwei neuen Quartieren Wohnraum entstehen für insgesamt gut 3000 Menschen. Beim Parc des Falaises sollen zudem Geschäfte, Dienstleistungsbetriebe und (halb-)öffentliche Einrichtungen 400, bei der Ancienne Papeterie (Ex-Ilford) 600 Arbeitsplätze bringen. Hinzu kommt der weitere Aus- und Umbau des MIC. Dort soll es dereinst 1500 Arbeitsplätze geben, also etwa vier Mal so viel wie heute.