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Kung-fu Master!
Regie: Agnès Varda
Darst.: Jane Birkin, Mathieu Demy, Charlotte Gainsbourg, Lou Doillon, Judy Campbell, David Birkin, Andrew Birkin, Pénélope Pourriat, Thomas Bensaïd u.a.
Während einer Party ihrer 15-jährigen Tochter lernt die alleinerziehende Mary-Jane einen von Lucys Klassenkameraden kennen. Julien, der für sein Alter etwas klein geraten ist und diesen Mangel durch Vorwitzigkeit und Coolness auszugleichen versucht, hat etwas zu viel getrunken. Mary-Jane kommt ihm zu Hilfe und ist auf seltsame Weise fasziniert von dem selbstbewussten Teenager. Als sie ihn wenige Tage später versehentlich fast mit dem Auto überfährt, wird der Vierzigjährigen bewusst, dass sie mehr als nur mütterliche Zuneigung für den Jungen empfindet. Mary-Jane versucht, ihre Gefühle zu verdrängen. Doch Julien, der einem amourösen Abenteuer nicht abgeneigt ist, steht eines Morgens mit Blumen und Frühstück vor der Tür … Mit feinem Gespür und grosser Sympathie für ihre Figuren kratzt Agnès Varda in dieser ungewöhnlichen Amour-fou-Geschichte an Tabus und Konventionen und spürt den unergründlichen Wegen der Liebe und der Sehnsucht nach der verlorenen Kindheit nach. Dabei verteilt sie die Rollen im engeren Familienkreis. Ihr Sohn Mathieu Demy spielt den verliebten Julien. Jane Birkin, aus deren Feder die Geschichte stammt, mimt die Mutter ihrer eigenen Töchter Charlotte Gainsbourg und Lou Doillon; auch ihre Eltern Judy Campbell und David Birkin sowie ihr Bruder Andrew sind mit von der Partie. Sybille Simon-Zülch schrieb seinerzeit in der taz: «Es geht ein grosser Zauber aus von dieser ‹Zeit mit Julien› [so der deutsche Titel], von den warm getönten Bildern, den federleichten Dialogen, der fliessenden Beiläufigkeit, mit der die Liebe zwischen dem Jungen und der erwachsenen Frau erzählt wird. Ich kann mir aber auch kaum eine andere Schauspielerin als Jane Birkin denken, die in der Lage wäre, eine solche Liebe erotisch und intellektuell, uneindeutig-gebrochen und sehr verliebt, klug und kopflos zugleich zu spielen. Ihre Beziehung zu Julien ist aussichtslos, das weiss und vermittelt sie in jedem Augenblick. Doch ist sie weder tragisch noch lächerlich, sondern als eigentümliche und glaubhafte Verwirrung der Gefühle über sie gekommen. Das kann jeder Frau passieren und auch nicht.»