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Im Sommer 2011 führte die Kantonsarchäologie in Grenchen an der Ecke Jurastrasse/Maria Schürerstrasse eine zweimonatige Ausgrabung durch. Die römische Fundstelle auf dem Kastelsfeld ist seit dem 19. Jahrhundert bekannt, doch brachte die fortschreitende Überbauung des Gebiets seit der Mitte des 20. Jahrhunderts keine archäologischen Überreste zum Vorschein. Nachdem eine Baubegleitung im Winter 2006/2007 verschiedene Schutt- und Versturzschichten sowie unzusammenhängende Mauerfundamente aufdeckte, lieferten die Ausgrabungen 2011 erstmals konkrete Hinweise zur Siedlung.
Aus einer ersten Phase stammt ein mindestens 27 m langer und 1, 50 Meter breiter V-förmiger Graben. Wann er angelegt wurde, ist nicht bekannt. Funde aus der unmittelbaren Umgebung deuten auf eine Besiedlung des Ortes in der späten Eisenzeit hin. Spätestens um die Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. war der Graben verfüllt und darüber ein Gebäude errichtet worden. Der rechteckige Bau war 13,30 Meter breit und mindestens 19,50 Meter lang. Er bestand aus einem grossen Raum und einem Anbau aus drei kleinen Räumen und war wohl bis ins 3. Jahrhundert in Gebrauch. Seine Funktion ist nur schwer bestimmbar, da sich die Erhaltung auf den Fundamentbereich beschränkte und benutzungszeitliche Horizonte fehlten. Vergleichbare Gebäudetypen kommen als Wirtschafts- oder Wohnbauten in ländlichen Siedlungen vor. Nach heutigem Kenntnisstand gibt es aber keine Hinweise, dass der Bau Teil einer grösseren Gutshofanlage war. Vielmehr ist er als kleineres landwirtschaftliches Gehöft zu betrachten, wie sie in römischer Zeit auch andernorts am Jurasüdfuss auftraten.