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|Allgemeines:

Das
Frettchen gehört zur Familie der Marder und stammt vom Iltis ab.
Zur Familie der Marder gehören auch die Wieselartigen, die wiederum
in die Gattung der Erd- und Stinkmarder zu unterteilen sind. Zu einer
weiteren Untergattung gehören unter anderem auch der Iltis und das
Frettchen. Der Stammvater des heute bekannten Frettchens ist wahrscheinlich
der europäische Waldiltis. Das Frettchen ist nichts weiter als eine
durch jahrhundertlange Zähmung und Züchtung in Gefangenschaft
entstandene Haustierform des Waldiltis. Es stellt eine durch Mutation
entstandenen albinotischen Typ (Albino) des Iltis dar. Albinos sind Tiere
die ohne jegliche Farbpigmente geboren werden, so dass Fell oder das Federkleid
reinweiss sind und ihre Augen durch die pigmentfreie Regenbogen- und Netzhaut
rot erscheinen. Die unter dem Nahmen Iltisfrettchen bekannten Tiere sind
Kreuzungsprodukte aus Albino und dem wilden Iltis. Diese Tiere tragen
weitgehend die typischen Fellzeichnungen des Iltis und sind durch die
jahrelange Zucht heute genauso zahm und als Haustier geeignet wie das
Albinofrettchen. Schon bevor die Katze als Mäuse- und Rattenfänger
eingesetzt wurde, war den Menschen das Frettchen als geschickter Räuber
bekannt. Da der Iltis besonders flink und schnell den Hof von einer Mäuseplage
befreite, begann man planmässig, Iltisse zu züchten, um sie
in Gefangenschaft jederzeit zur Jagd verwenden zu können. Bald versuchte
man, Frettchen zur Jagd auf Wildkaninchen einzusetzen, da sie als besonders
kleine Jagdgehilfen schnell und unkompliziert durch die unter der Erde
liegenden Kaninchenbaue stöbern können und so die Kaninchen
zur Flucht veranlassen. Die vor den Bauen postierten Jäger sind nun
in der Lage, die flüchtenden Kaninchen zu erlegen. Wo das Frettchen
zuerst auftrat, ist kaum noch nachzuvollziehen, da an vielen verschiedenem
Orten des Mittelmeerraumes der Iltis und sein weisser Abkömmling
schon früh gehalten und gezüchtet wurden. Es ist aber eindeutig,
dass dort wo eine grössere Zahl von Wildkaninchenpopulation lebte,
stets auch Frettchen gehalten wurden. Das Frettchen ähnelt in seinem
Körperbau dem freilebenden Waldiltis. Es ist langgestreckt und muskulös,
steht auf kurzen, stämmigen Branten, die jeweils fünf Zehen
aufweisen. Der Kopf besteht aus einem relativ kurzen Gesichtsschädel,
der nach vorne hin spitz zuläuft. Die Nasenspitze soll sowohl beim
Albinofrettchen als auch beim Iltisfrettchen fleischfarben sein. Die Rute
(Schwanz) ist behaart, läuft zum Ende hin spitz zu und erreicht nicht
die hälfte der gesamten Körperlänge. Der Körper misst
bei zierlichen Fähen etwa 25 bis 40 cm, Rüden dagegen werden
oft bis zu 60 cm lang. Das Gewicht beträgt bei Fähen 550 bis
850 Gramm, Rüden werden meistens von 1900 Gramm bis 2200 Gramm schwer.
Bei uns in der Schweiz braucht man eine Wildtierhaltebewilligung, was ich auch gut finde. Wenn Sie Ihr Frettchen dann endlich beim Züchter abholen, ist in den ersten Tagen der Eingewöhnung auf einige Punkte zu achten. Setzen Sie das Frettchen während der Heimfahrt in den vorbereiteten Transportkasten. Falsch wäre es, das Tier auf dem Schoss zu transportieren. Sprechen Sie beruhigend auf das Frettchen ein und streicheln Sie es gegebenenfalls. Schon jetzt können Sie es bei seinem Rufnahmen nennen, damit es sich von Anfang an, an ihn gewöhnt. Zuhause angekommen, ist der Käfig schon mit Futter und Wasser vorbereitet, auch die Schlafkiste sollte mit Nistmaterial ausgepolstert sein. Setzen Sie das Tier behutsam in sein neues Heim, streicheln Sie es ein wenig und reden Sie mit ihm. Auch wenn das Frettchen den Sinn Ihrer Worte nicht versteht, so nimmt es doch die beruhigende Wirkung Ihrer Stimme auf. Denken Sie daran dass das Frettchen erst kürzlich von seiner Mutter und den Geschwistern getrennt, dann in eine Kiste verpackt und schauckelnd in eine fremde Behausung transportiert wurde. Es ist verständlich, dass es nach alldem aufgeregt ist und vielleicht aus Angst einmal zuschnappen wird. Am besten Sie ziehen sich jetzt für einige Stunden zurück, damit das Frettchen sein neues Reich in Ruhe untersuchen und beschnuppern kann. Das Tier braucht Zeit, um sein neues Zuhause kennen zu lernen. Zeigen Sie Ihren neuen sicherlich ungewöhnlichen, Hausgenossen nicht gleich allen Bekannten und lassen Sie ihn nicht von neugierigen Kindern durch Streicheln zusätzlich aufregen. Verschieben Sie diese Dinge auf später, es wird noch genug Zeit sein, allen das Frettchen vorzustellen. Am nächsten Tag können Sie das Frettchen aus seinem Käfig herausnehmen und vorsichtig auf dem Arm tragen. Jetzt wird es Gelegenheit haben, Sie durch Körperkontakt kennenzulernen. Lassen Sie es auch schon einmal in einem geschlossenem Raum, in dem eine Klokiste aufgestellt ist, laufen. Nehmen Sie sich in den nächsten Tagen, sehr viel Zeit für ihren neuen Hausbewohner. Frettchen sind sehr reinliche Tiere. Dies merkt man schon daran, dass sie ihr Geschäft nur in einer Ecke des Käfigs verrichten. Das Fell der Tiere bedarf keiner speziellen Pflege, Frettchen putzen sich selbst sehr ausgiebig. Lediglich während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst sollten Sie das tote Haar mit einer weichen Bürste durch sorgfältiges Bürsten mit dem Strich entfernen. Gelegentlich sind auch die Ohren auf Verschmutzung oder Parasiten hin zu untersuchen und eventuell mit einem Wattestäbchen zu säubern. wenn der Verdacht auf Milben besteht, kontaktieren Sie Ihren Tierarzt er wird Ihnen sicherlich weiter helfen. Gegen Ohrmilben hat sich (Otiprin n), breit wirksame Ohrentropfen gegen Parasiten sehr gut bewährt. Wenn das Frettchen seine Krallen nicht im Garten oder beim Spazieren gehen ausreichend abnutzen kann, müssen diese regelmässig geschnitten werden, um nicht beim Laufen behindernd zu wirken. Sie können die Krallen von einem Zoofachhändler oder einem Tierarzt schneiden lassen. Wenn Sie geschickt sind, können Sie es sogar einmal selbst versuchen. Am besten arbeiten Sie beim Krallenschneiden zu zweit. Eine Person hält das Frettchen, die andere schneidet. Halten Sie die Brante des Frettchens so ins Licht, dass Sie die einzelnen Blutgefässe sehen können. Zwicken Sie dann den Hornteil kurz vor den Blutgefässen ab. Achten Sie besonders auf diese Gefässe, da diese wenn sie verletzt werden, dem Frettchen erhebliche Schmerzen zufügen. Sind Sie sich bei der Ausführung dieser Arbeit nicht ganz sicher, dann lassen Sie sich diesen Vorgang von einem Tierarzt genau erklären. Zum Krallenschneiden eignen sich kleine Fussnagelknipser oder Spezialzangen, die in jedem Zoofachgeschäft erhältlich sind.
Frettchen sind als Raubtiere in erster Linie Fleischfresser und damit auf einen hohen Eiweiss- Proteinanteil in der Nahrung angewiesen. Gegenüber anderen Räubern weisen sie einige wichtige anatomische Eigenheiten des Verdaungstracktes auf, die bei der Ernährung zu berücksichtigen sind. Im Verhältnis zur Körperlänge besitzen Frettchen einen äusserst kurzen Magen-darm-kanal, bei dem der Blinddarm völlig fehlt. Die Anteile des Dünndarms gehen ohne deutliche anatomische Grenze in den Dickdarm über. Die Verweildauer von Futter im Darm beträgt nur ungefähr drei Stunden, wenig Zeit für eine gründliche Aufschliessung der Nahrungsbestandteile durch Verdauungsenzyme und bakterielle Prozesse. Allein aus diesem Umstand ergibt sich die Forderung, dass Frettchen mehrfach am Tag mit einem sehr nährstoffreichen, hochwertigen und leichtverdaulichen Futter versorgt werden sollten. Viele ältere Frittchenbesitzer sind auch heute noch der Meinung, dass eingeweichte Weissmehlbrötchen mit frischer Milch das einzig wahre Futter sei. Dies ist natürlich grundsätzlich falsch. Auch der freilebende Iltis ernährt sich in der Regel von animalischer Beute wie Mäusen, Kleinvögeln, Fröschen, Kaninchen und auch Kriechtieren, was einer sehr protein- und fettreichen, aber kohlenhydratarmen Ernährungsweise entspricht. Einseitig oder fleischarm oder - los ernährte Frettchen zeigen schon nach kurzer Zeit Mangelerscheinungen, die Stoffwechselstörungen zur Folge haben, stumpfes Fell und einen schlechten Allgemeinzustand. Zur gesunden und artgerechten Fütterung gehört eine vielseitige und vor allem abwechslungsreiche Kost auf den Frettchentisch. Das ausgewogene Futter sollte zu mindestens 80% aus Muskelfleisch und maximal 20% aus Pflanzlichen Anteilen bestehen.
Der Zoofachhandel bietet heute eine grosse Anzahl fertiger Alleinfuttermittel als Dosen oder Trockenfutter an, die speziell auf die besonderen Ernährungsbedürfnisse von Hund und Katze abgestimmt sind. Diese Fertignahrungen sind nach den modernsten, wissenschaftlichen Erkenntnissen der Tiernahrung speziell zusammengesetzte Futtermittel, die alle notwendigen Nährstoffe, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente enthalten und für die entsprechende Tierart keiner Aufwertung durch Zusatzstoffe bedürfen. Die Tiernahrung wird unter veterinärmedizinischer Kontrolle und den sehr strengen Vorschriften des deutschen Futtermittelgesetzes hergestellt. Ein ausgewachsenes Frettchen benötigt etwa zwischen 150 und 200 Gramm Futter pro Tag. Für die Fütterung von Frettchen ist besonders die Fertignahrung für Katzen geeignet. Dosennahrung ist in verschlossenem Zustand leicht und besonders lange lagerfähig. Durch einen Feuchtigkeitsgehalt von ungefähr 80% (d.h. vier Fünftel des Doseninhaltes sind Wasser!) kann das Frettchen seinen Flüssigkeitsbedarf fast vollständig über das Dosenfutter decken. Es sollte aber dennoch stets frisches Trinkwasser zur Verfügung haben. Dosenfutter für Katzen gibt es in einer sehr reichen Auswahl an Geschmacksrichtungen, so dass eine abwechslungsreiche Gestaltung des Speiseplans möglich ist. Die Zusammensetzung ist bei allen Sorten nahezu identisch, denn der nahmen- und geschmackgebende Anteil (z.B. Huhn, Lachs, Rind oder Kaninchen) macht meist weniger als 5% aus. Nachteilig sind die weiche Konsistenz und der Gehalt an Karamell- und Zuckerstoffen, was zu vermehrter Zahnsteinbildung und Zahnschädigung führt. Bei Zimmertemperatur ist der Verderb des Dosenfutters rasch, so dass Futterreste stets sofort beseitigt werden sollten. Da Frettchen auch dazu neigen, gelegentlich Futter in die Schlafkiste zu bunkern, sollten Sie auch die Schlafkiste täglich kontrollieren.
Verhalten:
Frettchen sind von Natur aus sehr gesellige Tiere. Sie tollen gerne zu zweit oder zu mehreren in ihrem Käfig herum und geniessen es regelrecht, aneinandergekuschelt in ihrer Schlafkiste zu dösen. Ein einzeln gehaltenes Frettchen benötigt sehr viel mehr Zuwendung und Auslauf als Tiere, die zu mehreren in einem Käfig gehalten werden. Dennoch rate ich jedem ab ein einzelnes Frettchen zu kaufen da es sehr unglücklich wäre. Das Leben eines Zuchtpaares kann sehr harmonisch und ohne grössere Probleme verlaufen. Die Partner fressen gemeinsam, putzen sich gegenseitig und verteidigen ihr Revier, in unserem Fall den Käfig gemeinsam gegen Eindringlinge. Wenn irgendwie möglich halten Sie zwei Frettchen. Zwei Tiere benötigen nicht viel mehr Platz und Futter als ein einzeln gehaltenes Frettchen. Haben Sie sich dazu entschlossen, zwei Tiere bei sich aufzunehmen, dann sollten Sie auf folgendes achten. Rüden vertragen sich meist nicht, ( habe aber die Erfahrung gemacht dass sich zwei Rüden oder mehr wohl vertragen, dass heisst wenn sie mit ca. 9 Monate kastriert werden, gibt es keine Probleme.) Hatte mal über 2 Jahre 5 Rüden alles Brüder aus einem Wurf, waren von klein an zusammen und nicht mal kastriert, ging alles wunderbar so lange keine Fähe dazu kommt. Auch zwei Fähen könnten sich in der Paarungszeit gegenseitig stören, so dass es zu Beissereien und Kämpfen kommen kann. Jedoch sind auch etliche Fälle bekannt, wo zwei und mehr Fähen ohne Schwierigkeiten zusammenleben. Also die beste Lösung ist ein Paar zu halten. Eine Frettchen Ehe verläuft ohne Probleme, und wenn Sie nicht unbedingt Jungtiere aufziehen möchten, sollten Sie beide ca. mit 9 Monate kastrieren, da es bei den Fähen zu grossen Problemen kommen kann wenn man Sie nicht kastriert betreff ( Dauerranz. )
Es kommt nicht selten vor dass Tierfreunde, die schon andere Haustiere besitzen, sich fragen, ob und mit welchen anderen Tieren das Frettchen zusammen leben kann. Zierfische, ständig in Terrarien gehaltene Amphibien und Reptilien können ungehindert mit Frettchen zusammen gehalten werden. Problematischer wird es, wenn das Frettchen dass ja ein Raubtier ist, mit Nagetieren wie Hamstern, Meerschweinchen, Mäusen und Kaninchen in einem Haushalt wohnen soll. Das Frettchen sieht diese als Jagdbeute an und würde solche Haustiere angreifen und sogar töten. Dies ist verständlich schliesslich lebt ein Waldiltis von Vögeln und Nagetieren. Das Frettchen hat diesen Jagdtrieb geerbt. Es wird sich bei Gelegenheit genauso verhalten wie der Iltis. Frettchen und Nagetiere dürfen deshalb auf keinen Fall gemeinsamen Freilauf geniessen. Auch der Käfig der( Beute) muss ausreichend gesichert sein, damit das Frettchen ihn nicht öffnet und es zum tragischen Unfall kommen kann.
Frettchen sind keine Spieltiere für Kinder, trotzdem kann man Kinder mit Frettchen vertraut machen, wenn Sie mindestens 10 Jahre alt sind. Die Kinder sollten über Eigenarten und Verhaltensweisen der Frettchen genaustens unterrichtet werden, da bei falscher Handhabung das Frettchen aus Angst oder Erschrockenheit zuschnappen kann. Haben die Kinder gelernt, mit Frettchen richtig und vertrauensvoll umzugehen, kann das Frettchen auch für Kinder ein interessanter Hausgenosse werden. Helfen die Kinder Ihnen beim täglichen Füttern und Pflegen der Tiere lernen sie schon früh, Verantwortung gegenüber einem lebenden Wesen zu übernehmen. Psychologen befürworten sogar, Kinder schon frühzeitig mit Tieren in Kontakt zu bringen, um sie so mit einer verantwortungsvollen Aufgabe zu beschäftigen.
Frettchen sind von Natur aus sehr wiederstandsfähig und robust. Bei artgerechtre Haltung und verantwortungsvoller Pflege wird ein gesundes nicht vorbelastetes Frettchen selten krank. Doch gibt es einige Virus und bakteriell bedingte Krankheiten, gegen die Frettchen recht anfällig sind. Jährliche Schutzimpfungen beugen zum Teil lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten vor und sind deshalb dem Frettchenhalter unbedingt zu entfehlen. Es gibt auch Zeiten besonderer Belastung, in denen Sie das Frettchen noch sorgsamer als sonst pflegen müssen. Seine Wiederstandsfähigkeit ist dann herabgesetzt, wenn dem Körper eine erhöhte Leistung abverlangt wird. Das trifft zu für Jungtiere, für Fähen während der Säugezeit, beim Haarwechsel sowie bei plötzlich auftretenden Klimaveränderungen, denen sich ein Frettchen nicht unmittelbar anpassen kann. Die besten Vorbeugemassnahmen, die wesentlich zur Gesunderhaltung beitragen, sind artgemässe Haltung, Fütterung und Pflege, so wie ich sie schon oben erwähnt habe.
Wenn Sie sich regelmässig mit Ihrem Frettchen beschäftigen, wird Ihnen eine Veränderung im Verhalten und Erscheinungsbild sofort auffallen. Kommt es wie immer schnell aus seiner Schlafkiste geschlüpft, wenn Sie es füttern möchten? Hat es einen guten Appetit, ist es lebhaft und munter? Ist seine Verdauung in Ordnung? Hat das Frettchen keinen Durchfall oder Verstopfungen? Ist sein Fell glatt, dicht, seidig und glänzend: Frei von jeglichem Ungeziefer? Sind die Augen sauber und wach? Befindet sich Schmutz oder Milben in den Ohrmuscheln? Hockt es teilnahmslos in seiner Schlafkiste, frisst es schlecht oder gar nicht, ist sein Blick trübe und starr, der Bauch aufgebläht oder sehr abgemagert? Kratzt es sich ständig, atmet es unregelmässig, zeigt es sonstige auffällige Verhaltensweisen. Beobachten Sie Ihr Frettchen genau, damit Sie rechtzeitig eine mögliche Erkrankung erkennen und frühzeitig mit einer Therapie durch einen Facharzt beginnen können.
Frettchen werden oft von Spulwürmer befallen. Erwachsene Tiere infizieren sich durch die Wurmtiere, die Sie durch die Nahrung oder vom Fell aufnehmen. Frettchenwelpen werden meist direkt durch die Muttermilch mit Wurmlarven infiziert. Würmer schwächen die Wiederstandskraft gegen Infektionskrankheiten und können den Impfschutz beeinträchtigen. Es ist deshalb ratsam dass Sie Ihre Frettchen mit einer handelsüblichen Entwurmungspaste wie (Banminth Katze) nach Packungsvorschrift entwurmen. Welpen sollten sobald sie beginnen feste Nahrung aufzunehmen, in Abständen von einer Woche nach Packungsvorschrift entwurmt werden.
Tollwut und Staupe:
Tollwut ist eine anzeigepflichtige Viruserkrankung, die durch Bisse auf andere Tiere und sogar auf Menschen übertragen wird. Frettchen können sich durch einen Hundebiss oder durch Bisse von Mardern, Füchsen und Wildkaninchen bei der Frettierjagt im Bau infizieren. An Tollwut erkrankte Frettchen sind stark erregt und meist bissig. Im späteren Krankheitsverlauf werden sie apathisch und gelähmt. Besteht der Verdacht, dass das Frettchen Tollwütig ist, muss es sofort zu einem Tierarzt gebracht werden. Bestätigt sich die Annahme, sind erkrankte Tiere unverzüglich einzuschläfern. Eine Schutzimpfung gegen Tollwut ist ab der dreizehnten Lebenswoche möglich und sollte bei Freigängern und Haltung in einem Aussengehege einmal jährlich vorgenommen werden.
Frettchen die an dem Staupe- Virus erkranken, sind meist auch aphatisch, verweigern ihr Futter und schlafen mehr als üblich. Fieber, Augen und Nasenfluss sind weitere Symptome für eine Staupeerkrankung. Später stellen sich noch verkrustete Ekzeme an den Extremitäten ein, wobei der Krankheitsverlauf meist so schwächend für das Tier ist , das es nach wenigen Tagen eingeht. Eine erfolgreiche Behandlung durch einen Tierarzt ist bis heute noch nicht möglich. Um dieser tödlichen Infektion vorzubeugen, sollte man Frettchen schon ab der sechsten Woche Schutzimpfen lassen. Die zweite Impfung der Welpen erfolgt dann in der Regel im Alter von zwölf Wochen. Da eine geimpfte Fähe den Impfschutz gegen Staupe in den ersten Lebenswochen der Welpen auf diese übertragen, sollte man sämtliche zur Zucht verwanten Fähen impfen lassen. Die Schutzimpfung gegen Staupe ist jährlich zu wiederholen. Achten Sie bitte darauf, dass Hunde und Katzen, die mit Frettchen in näheren Kontakt kommen, ebenfalls gegen Staupe schutzgeimpft sind.
Influenza:
Besonders Frettchen die im Freien gehalten werden, sind oft von sogenannten Parasiten befallen, die dem Tier meist unangenehm sind und auch dem Besitzer keine Freude machen, da sie sich auch in der Wohnung niederlassen können. Im folgenden habe ich einige Parasitenarten aufgeführt. Frettchen die von Flöhen befallen werden, kratzen sich viel, zeigen Hautveränderungen sowie Rötungen und sind infolge des starken Juckreizes nervös. Tiere, die ständigen Kontakt zu Hunden oder Katzen haben, können sich mit speziellen Hunde oder Katzenflöhen infizieren. Flöhe können darüber hinaus Überträger von Bandwurmeiern sein. Gut wirkende Flohmittel erhalten Sie beim Tierarzt. Empfehle (Biokill) sehr verträglich und wirkt mehrere Monate. Wichtig ist vor allem, dass Sie die Schlafkiste und den gesamten Käfig besonders gut desinfizieren, um sicher zu gehen, dass Sie auch sämtliche Floheier und Larven abgetötet haben. Zecken lassen sich von Büschen oder Gräsern auf die Tiere fallen, oder kriechen von draussen in den Käfig. Sie verbeissen sich in der Kopfhaut oder an anderen Körperpartien, um Blut aus ihren Opfern zu saugen. Nach wenigen Tagen haben sie sich schon so voll Blut gesogen, dass sie dem Besitzer meist als erbsengrosses, grauglänzendes Gebilde auffallen. Um die Zecke schadlos aus der Haut entfernen zu können, sollten Sie eine spezielle Zeckenzange verwenden. Durch mehrfache Drehung in beliebiger Richtung ohne Zug kann das Tier mit dem Kopf ohne Quetschung entfernt werden. Jede Vorbehandlung mit Öl oder anderen Mitteln führt wie das Quetschen des Zeckenkörpers mit der Pinzette dazu, dass die Zecke ihren mit Infektionserregern angereicherten Speichel in der Blutbahn des Wirtstieres entleert. Achten Sie auch darauf, dass Sie auch den Kopf der Zecke entfernen, da er schnell zu eitrigen Entzündungen führen kann, wenn er in der Haut stecken bleibt.
Ohrmilben setzen sich in den Ohrmuscheln der Frettchen fest und verursachen übelriechende Ausflüsse und Krustenbildungen. Häufig leiden befallene Frettchen unter starkem Juckreiz und kratzen sich blutig. Schwarze Verkrustungen im Ohr weisen fast immer auf Ohrmilben hin, die dann mit einer Milbenpaste, (Otiprin N ) Lösung die bei jedem Tierarzt erhältlich ist und behandelt werden müssen. Räudemilben dabei kommt es unter heftigem Juckreiz zum Befall des ganzen Frettchen Körpers mit Haarverlust und borkigen Hautauflagerungen. Auch die lokale Erkrankung der Pfoten ist möglich.
Herzerkrankungen erste Anzeichen einer möglichen Herzerkrankung sind ein Erhöhtes Schlafbedürfnis, verminderte Ausdauer, verstärkte Atemtätigkeit oder Gewichtsverlust sind meist keine normalen Veränderungen im Rahmen des Alterungsprozesses, sondern Folgen einer fortschreitenden Herzmuskelerkrankung. Das Herz als zentrale Pumpe des Kreislaufsystems verliert dabei zunehmend die Fähigkeit, sich unterschiedlichen Belastungen anzupassen. Immer weniger Blut wird dabei in die Lungen zum Sauerstoffaustausch oder in den Körperkreislauf befördert. Der Rückstau von sauerstoffarmem Blut vor dem Herzen führt zu lebensbedrohlichen Störungen des Körperkreislaufes mit Flüssigkeitsergüssen in Bauch oder Brusthöhle. Frettchen in der zweiten Lebenshälfte sollten deshalb mindestens einmal im Jahr im Rahmen der Jahresimpfungen einer gründlichen Allgemeinuntersuchung mit Kontrolle des Herz / Kreislaufsystem unterzogen werden. Moderne diagnostische Möglichkeiten erlauben auch beim Frettchen eine Frühzeitige Diagnose und eine effektive Therapie der gestörten Herzfunktion.
Zucht:
Bei vielen Tierfreunden, die eine Zeitlang eine Tierart mit Erfolg gepflegt haben, entsteht der Wunsch, es auch einmal mit der Zucht zu versuchen. Erst die erfolgreiche Aufzucht von Jungtieren gibt Ihnen das Gefühl, die Tiere besonders gut und umsorgend gepflegt zu haben. Meist ist es die Freude am Beobachten der biologischen Abläufe von Trächtigkeit und Geburt bei Tieren, die es so reizvoll machen, Nachwuchs aufzuziehen. Bevor Sie sich aber entscheiden, mit Ihrem Frettchen zu züchten, sollten Sie einige wesentliche Dinge beachten und vorher überlegen, was mit der Aufzucht von jungen Frettchen auf Sie zu kommt. Ich kann Ihnen sagen es ist ein ziemlicher Arbeitsaufwand, der zusätzlich auf Sie zukommt. Denken Sie daran, dass es nicht nur Freude bereitet, Frettchen aufzuziehen. Vielleicht werden Sie Ihre Fähe von einem fremden Rüden decken lassen, oder Sie besitzen sogar einen eigenen Deckrüden. Folglich brauchen Sie zuerst einmal viel Platz. Mindestens zwei Käfige für das Pärchen und nochmals einen für die Welpen, wenn diese im Alter von acht bis zwölf Wochen von der Mutter getrennt werden. Haben Sie ausserdem daran gedacht ob Sie in der Zeit, in der die Jungen geboren werden, auch selbst genügend freie Zeit haben, um sich um die Welpen und die säugende Fähe kümmern zu können? Sie müssen auch daran denken, dass die Welpen alle an gute Plätze weitervermittelt werden müssen und dass Sie nicht alle Welpen behalten können. Obschon ich am liebsten alle behalten möchte. Die Mutter benötigt in der Trag und Säugezeit viel Aufmerksamkeit und besonders nahrhaftes Futter. Haben Sie dafür Verständnis? Ab einem Alter von etwa drei Wochen müssen die Welpen mindestens dreimal täglich gefüttert werden. Wer hilft Ihnen dabei, falls Sie berufstätig sind?
Nicht jedes Frettchen ist zur Zucht geeignet. Manche
Tiere sind von Geburt an unfruchtbar, andere wiederum neigen zu Kannibalismus
und fressen ihren Nachwuchs nach der Geburt auf. Sie sollten deshalb den
Nachwuchs planen und die Elterntiere sorgfältig aussuchen, die ohne
grössere Komplikationen ihre Welpen aufziehen werden. dabei sollten
Sie folgende Punkte beachten, damit der züchterische
Erfolg gesichert ist. Beide Elterntiere müssen völlig gesund
sein und dürfen keine Erbkrankheiten aufweisen. Die Tiere sollten
sich zum Zeitpunkt der Verpaarung nicht im Haarwechsel befinden, dieser
belastet sie nur zusätzlich. Das Alter der Zuchttiere spielt eine
grosse Rolle. Frettchen werden zwischen dem neunten und zwölften
Lebensmonat geschlechtsreif. Zu diesem Zeitpunkt sollten Sie Wurfgeschwister
demnach spätestens voneinander trennen, um Inzucht zu vermeiden.
Fähen die zu früh gedeckt werden, können davon Schäden
erleiden und sind oft schlechte Muttertiere, die ihren Nachwuchs vernachlässigen
oder gleich nach der Geburt auffressen. Ich rate Ihnen deshalb, die Fähe
erst in einem Alter von zwölf bis fünfzehn Monaten, je nach
Jahreszeit, decken zu lassen. Sie ist dann in der Lage ihre Jungtiere
ordnungsgemäss zu gebären und aufzuziehen.