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Mehmed Uzun, geboren 1953, lebte nach 1977 im schwedischen Exil, nachdem er in seiner Heimat aufgrund politischer und journalistischer Tätigkeit verfolgt und mehrmals verhaftet worden war. Mehmed Uzun veröffentlichte neben umfangreichen literatur- und kulturkritischen Arbeiten sechs Romane. Er gilt als bedeutendster moderner kurdischer Romancier. 2006 kehrte er nach Diyarbakır zurück, wo er im Oktober 2007 einem Krebsleiden erlag.
Mehmed Uzun wurde 1953 im Norden Kurdistans auf türkischem Boden geboren und ist dort in einer Gegend aufgewachsen, wo sich die kurdische Literatur und Volksdichtung vereint hat. Die wichtigen kurdischen Sagen, Märchen, Lieder und Totenklagen werden in dieser Gegend erzählt und gesungen. Mehmed Uzun besuchte türkische Schulen und war im Türkischen bald genauso beheimatet wie im Kurdischen, seiner Muttersprache.
Seit 1971 wurde er aufgrund seiner politischen und journalistischen Tätigkeiten in der Türkei mehrfach verhaftet, sodass er 1977 ins schwedische Exil ging. Dort trug er gemeinsam mit anderen Intellektuellen dazu bei, die kurdische Literatur wieder zu neuem Leben zu erwecken, indem er sich aktiv an der Herausgabe von verschiedenen Zeitschriften in kurdischer Sprache beteiligte. Er war Mitglied des PEN-Clubs und des schwedischen Schriftstellervereins. Im Rahmen seiner Mitarbeit am Kurdischen Institut gab er die wissenschaftliche Zeitschrift Kurmanci heraus. Neben zahlreichen literatur- und kulturhistorischen Veröffentlichungen hat er sechs Romane verfasst. 1994 wurde ihm der Prinz-Wilhelm-Preis verliehen.
Mehmed Uzun starb 2007 nach einem langen Krebsleiden in Diyarbakır.
»Bilder von schlichter Schönheit verzaubern den Leser so sehr, daß er sich dem Bann kaum entziehen kann.«
»In seinen Romanen geht es hauptsächlich um Intellektuelle, die, wie er, den Dialog mit der Kultur suchen, aber enttäuscht werden. Der Dialog mit der Kultur ist für ihn die Quelle spirituellen Reichtums.«
»Mehmed Uzun geht in die Geschichte der Kurden ein, nicht nur mit seinem literarischen Schaffen und seiner zutiefst humanistischen Lebenseinstellung, sondern auch als Schöpfer einer neuen, modernen kurdischen Schriftsprache«