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<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen: </p><p>1. Welcher Zusammenhang besteht zwischen schlechter Qualität an den Universitäten und mangelndem schweizerischem Nachwuchs für hochqualifizierte Stellen? </p><p>2. Gedenkt er, die Qualität in allen universitären Fächern in Zukunft zu garantieren? Wenn ja, wie?</p><p>3. Wie gedenkt er in Zukunft die Nachfrage nach hochqualifizierten Fachkräften sicherzustellen? Durch vermehrte Einwanderung? </p><p>4. Wie hoch ist der Export von Humankapital durch ausgewanderte Schweizerinnen und Schweizer?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Zwischen mangelndem schweizerischem Nachwuchs für hochqualifizierte Stellen und der Qualität an den Schweizer Universitäten besteht nicht gezwungenermassen ein Zusammenhang. So ist beispielsweise der Fachkräftemangel vor allem in Ingenieur- und Naturwissenschaften hoch, in denen das in der Interpellation angesprochene Betreuungsverhältnis sehr gut ist. Der Mangel an Hochqualifizierten hängt von verschiedenen Faktoren ab und kann von den Hochschulen und vom Bund nur bedingt beeinflusst werden. Die Vorbildung auf Primarschul- und Gymnasialstufe spielt beispielsweise eine Rolle, aber auch das zu erwartende Lohnniveau in den betroffenen Branchen sowie persönliche Neigungen. Es sei aber trotzdem auf die Bemühungen von Bund und Kantonen hingewiesen, welche die Qualität der neuen Matura evaluieren (Evamar II) und allenfalls geeignete Anpassungen vornehmen werden.</p><p>2. Es ist das erklärte Ziel des Bundes und der Kantone, die Qualität in allen universitären Fächern zu garantieren. Zu diesem Zweck wurde 1999 das Organ für Akkreditierung und Qualitätssicherung (OAQ) geschaffen und mit der Sicherung und Förderung der Qualität von Lehre und Forschung an den schweizerischen Hochschulen beauftragt. Gemäss den gesetzlichen Grundlagen (Universitätsförderungsgesetz vom 8. Oktober 1999 (UFG), Interkantonales Konkordat über die universitäre Koordination vom 9. Dezember 1999 und Vereinbarung zwischen dem Bund und den Universitätskantonen über die Zusammenarbeit im universitären Hochschulbereich vom 14. Dezember 2000) führt das OAQ Qualitätsprüfungen durch und erarbeitet Richtlinien für die interne Qualitätssicherung von Hochschulen. Auch im neuen Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetz (HFKG), welches derzeit erarbeitet wird, nehmen Qualitätssicherung und Akkreditierung im Hochschulbereich eine zentrale Stelle ein.</p><p>3. Mit Einwanderung wird der Mangel an hochqualifizierten Fachkräften momentan abgeschwächt. Zu diesem Zweck wurde auch das neue Ausländergesetz (Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG) vom 16. Dezember 2005) angepasst: Im Rahmen der Teilrevision der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE, 1. Januar 2009) wurde Artikel 47 Buchstabe a VZAE ergänzt. Hochschulabsolventen und -absolventinnen können demnach nicht nur bei einem hohen wissenschaftlichen Interesse, sondern auch bei einem hohen wirtschaftlichen Interesse erleichtert auf dem Schweizer Arbeitsmarkt zugelassen werden. Mit dieser Ergänzung kann den Bedürfnissen der Schweizer Wirtschaft noch besser entsprochen werden. </p><p>Allerdings ist der Bundesrat der Ansicht, dass Einwanderung allein keine längerfristige Lösung ist. Der Bundesrat hat einen Bericht in Aussicht gestellt, der in Beantwortung der Postulate 05.3508 Fetz, 07.3538 Hochreutener, 07.3747 Recordon und 07.3810 Widmer der Frage nach dem Fachkräftemangel in naturwissenschaftlichen und technischen Bereichen, in denen der Mangel besonders hoch ist, nachgehen wird. Der Bericht wird u. a. den heutigen und künftigen Bedarf der Wirtschaft sowie geplante und denkbare Massnahmen zur Förderung dieser Bildungsbereiche untersuchen. Aber auch hier gilt, dass der Handlungsspielraum des Bundes beschränkt ist, denn auf vor- und ausseruniversitäre Ausbildungen und Entwicklungen der Wirtschaft, z. B. der Löhne, kann der Bund kaum Einfluss nehmen.</p><p>4. In den letzten zehn Jahren befanden sich ein Jahr nach Studienabschluss durchschnittlich nur gerade 2 Prozent der Schweizer Hochschulabsolventinnen und -absolventen im Ausland ("Regionale Abwanderung von jungen Hochqualifizierten in der Schweiz", BFS 2007). Hingegen blieben zwischen 52 Prozent und 78 Prozent der Ausländer und Ausländerinnen, welche für das Studium in die Schweiz gekommen waren, in der Schweiz (Stichtag: ein Jahr nach Studienabschluss). Im gleichen Zeitraum hat die Schweiz damit aufgrund der nach dem Hochschulabschluss in der Schweiz verbleibenden Bildungsausländer und -ausländerinnen hochqualifiziertes Humankapital gewonnen.</p>  Antwort des Bundesrates.