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Bei der Wahl im Senegal zeichnet sich ein zweiter Wahlgang ab.
Der bisherige Präsident des Senegals, Abdoulaye Wade, muss um seine Wiederwahl bangen. Am Montagabend hat er erstmals offen über die Möglichkeit eines zweiten Wahlgangs gesprochen. Im Vorfeld der Wahl war dies im Hause Wade kein Thema.
Inoffizielle Resultate von über der Hälfte aller Wahllokale zeigen einen deutlichen Trend: Keiner der Kandidaten erreicht das absolute Mehr. Der bisherige Präsident Wade liegt mit einem guten Drittel der Stimmen an der Spitze. Gefolgt wird er von Youssou Ndour vom Oppositionskandidaten Macky Sall, der etwa fünf Prozent weniger ereicht.
Dieses Stimmenverhältnis wurde auch von Seite des Präsidenten bestätigt. Medien und Opposition im Senegal waren schon gestern Mittag davon ausgegangen, dass es im März zu einer Stichwahl kommen wird. Herausforderer Macky Sall betonte, die Souveränität des Volkes sei am Wahltag klar zum Ausdruck gekommen. «Nun müssen alle Senegalesen dieses Verdikt akzeptieren. Die bisherigen Resultate zeigen klar, dass ein zweiter Wahlgang unumgänglich ist.»
Kommt es zu diesem zweiten Wahlgang, wird es schwierig für den Präsidenten. Die meisten Kandidaten, wenn nicht alle, werden sich im zweiten Wahlgang hinter den Gegenkandidaten stellen.
Herausforderer Macky Sall, 50 jährig, war lange ein enger Vertrauter von Präsident Abdoulaye Wade. Während drei Jahren amtierte er als dessen Premierminister. Dann jedoch überwarf er sich mit dem Präsidenten und gründete seine eigene Partei.
Die Wahlbeteiligung in Senegal lag bei ungefähr 60%. Das definitive Ergebnis wird am Freitag erwartet. Die Wahl verlief ruhig, Befürchtungen über Auschreitungen oder massiven Wahlbetrug haben sich nicht bewahrheitet. Senegal hat damit seinen Ruf als funktionierende Demokratie bisher bestätigt.
Dieser Beitrag wurde am 28. Februar 2012 auf DRS 4 News gesendet.