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Damit der pH-Wert in den verschiedenen Organen möglichst gleich bleibt, hat der Körper viele eigene Puffersysteme. Das heisst: Der Körper ist selber in der Lage, Säuren und Basen als Gegenspieler zu neutralisieren. Dieser Neutralisationsmechanismus wird Puffersystem genannt und ist ein natürlicher und wirkungsvoller Schutz des Körpers. Leichte Schwankungen des pH-Wertes werden dadurch sofort und problemlos ausgeglichen. Wird der Körper aber lange Zeit stark gefordert, kommt es zu einer Überforderung der Puffersysteme.
Doch was heisst in diesem Zusammenhang den Körper überfordern? Die Hauptfaktoren, welche die Puffersysteme überlasten, sind einerseits eine einseitige, vitamin-, mineralien- und spurenelementarme Ernährung. Andererseits spielt eine ungesunde Lebensweise mit wenig Bewegung und viel Stress eine negative Rolle. Folge: Der Körper gerät aus dem Gleichgewicht.
Problem Säureüberschuss
In dieser «Notsituation» springen als Ersatz ein oder mehrere andere Puffersysteme ein. Bei anhaltender Belastung verausgaben sich aber auch diese zusätzlichen Ausgleichssysteme. Ändert sich die Säurekonzentration anhaltend, werden praktisch alle biochemischen Vorgänge in unserem Körper in ihrer Aktivität gehemmt oder überaktiviert. Das heisst, die betroffenen Organe, da sie stark am Säure-Basen-Ausgleich beteiligt sind, entwickeln Beschwerden und Symptome, die ernsthafte Krankheiten verursachen können. Im Vordergrund bei den Erkrankungen stehen meist die Organe, die unmittelbar von einem Säureüberschuss oder Basenmangel betroffen sind. Das sind der Magen, die Bauchspeicheldrüse, der Zwölffingerdarm, die Leber, die Gallenblase und der Darm. Es können aber auch eine Arthrose, rheumatische Beschwerden, Osteoporose, chronische Bronchitis, Schlafstörungen, Hautprobleme, Müdigkeit, Migräne, Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen, depressive Zustände mit einer Übersäuerung im Zusammenhang stehen.
Dieses Regulations- bzw. Puffersystem hat jedoch einen Haken: Zur Neutralisation verwendet der Organismus hauptsächlich basische Mineralstoffe wie Kalzium, Natrium, Kalium oder Magnesium, die er den Gewebedepots entnimmt. Wenn dieses Regulationssystem ständig im Einsatz steht, führt das mit der Zeit zur «Plünderung» der basischen Mineralsalz-Reserven im Organismus.
Die gute Nachricht ist: Einfache diätetische Massnahmen und regelmässige Bewegung erlauben, den übersäuerten Körper zu «neutralisieren» und damit die Lebensqualität und Vitalität der betroffenen Personen zu verbessern.
Säure-Basen-Test
Sind Sie im Gleichgewicht oder neigen Sie zur Übersäuerung? Machen Sie den Säure-Basen-Test. (Foto: © SDV)
Säure-Base in der Forschung
Von Forschern wird der Einfluss von zu viel Säure im Körper erst seit wenigen Jahren untersucht. Die Studienergebnisse sind kontrovers, die Mechanismen im Chemieregelwerk Mensch hochkomplex. Der eindeutige medizinische Wirkungsnachweis fehlt. In der Wissenschaft ist die Übersäuerung als Ursache von Beschwerden deshalb bis heute teilweise umstritten. Die Sportmedizin jedoch nutzt das Wissen um den Säure-Basen-Haushalt zum Ausgleich einer Belastungsübersäuerung im Spitzensport.
Wie immer bei Forschungsresultaten, jagen sich die Meldungen über neue Erkenntnisse. Dementsprechend sind auch die jeweiligen Empfehlungen nicht in Stein gemeisselt. Am besten ist es, dem Körper durch eine abwechslungsreiche Nahrung und gesunde Lebensgewohnheiten Sorge zu tragen. Dazu gehören auch die Freude am Essen und ein gesundes Mass an Verwöhnen: Gegen etwas Schokolade und Kuchen ist somit nichts einzuwenden.
Umfrage
- Quellen
«Drogistenstern»
«d-inside»
Dr. sc. nat. ETH Guido P. Jutz, Dr. med. Jean-Jacques Weidmann: «Unser Säure-Basen-Haushalt - Das Zünglein an der Waage zwischen