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von 9`632 km - 10`111 total 479 km
Etwas erschöpft kam ich am Serbischen Zoll an. Mein Pass wurde überprüft und als die Zöllnerin zurück kam, forderte sie mich auf, die Kroatische Fahne weg zu nehmen. Ich war etwas erstaunt, aber sie meinte, sie könne nicht garantieren, dass nicht irgend ein Hitzkopf mir schaden wolle.
Ich fuhr ins nächste Dorf , und da es schon etwas spät war, suchte ich nach einer Unterkunft.Plötzlich ruft mir jemand zu, ich solle doch ein Bier trinken kommen . Gesagt, gebremst und umgekehrt. In dieser Gartenwirtschaft sassen einige Männer und da fragte ich sie nach einer Uebernachtungsmöglichkeit. Ein paar Kilometer entfernt sei ein Hotel, war die Antwort. Ich habe dann auch dort für wenig Geld übernachtet und bekam am Morgen auf der Terrasse über der Donau ein tolles Frühstück serviert. Es war ein herrlicher Morgen mit eine traumhafte Spazierfahrt entlang der Donau und anschliessend mit der Fähre hinüber an das nördliche Ufer.
Von hier waren es ein paar wenige Kilometer durch die Vororte von Novi Sad bis ins Zentrum dieser Stadt. Während dem schon in Vukovar angesprochenen Krieg, haben hier die Amerikaner die ganze Stadt dem Erdboden gleich gemacht und auch sämtliche Brücken gesprengt. Heute gibt es nur noch wenige alte Gebäude wie zum Beispiel die Burg am Südufer und einige Kirchen. Die ganze Stadt und die Brücken wurde aber wieder aufgebaut.
Nach dem Mittagessen in Novi Sad entschloss ich mich die nächsten 60 Kilometer auf der Schnellstrasse nach Belgrad zu fahren. Ein Kraftakt der erst um 22:00 Uhr auf dem Campingplatz in Zemun endete. Vom Städtchen Zemun aus, konnte man auf einem von Restaurants gesäumtem Uferweg nach Belgrad fahren.
Von der Brücke aus die über die Save liegt, sieht man die ganze Altstadt von Belgrad mit der Burg, verschiedenen Kirchen und Parlamentsgebäuden. An der Save, unterhalb der Burg, liegt auch der Anlegeplatz der Donauschiffe. Zwischen die antiken, renovierten Baudenkmäler, baute man immer wieder Banken, Versicherungen und andere Geschäftshäuser. Vom Park neben der Burg hat man auch einen schönen Ueberblick über die Umgebung der Stadt.
Damit man weiterhin der Donau entlang fahren kann, muss man über die gute alte Donaubrücke nach Norden fahren und kommt dann nach dem Städtchen Pantschowa.
Von Pantschowo fuhr ich stundenlang entlang von Mais und Sonnenblumenfelder. Dazwischen passierte ich kleine verschlafene Dörfchen und am Abend suchte ich einen Campingplatz.
Hier begann nun mal wieder ein Riesenfrust, welcher aber mit einem wunderschönen und gemütlichen Abend endete. Da der im offiziellen Serbischen Campingführer erwähnte Camping so lange nicht auftauchte, fragte ich in einem Wochenendhaus wo der denn genau sei. 7 Kilometer von hier,l war die nette Antwort des Serben. Als ich dort ankam, verweigerten mir die anwesenden Leute den Zutritt, da dieser Patz nur für Serben sei. Etwas (sehr) frustriert fuhr ich wieder zurück und machte bei dem Garten, wo ich die Auskunft bekam, halt, um ihm zu sagen, dass er die Leute die dorthin wollten, auf diesen Umstand aufmerksam machen würde. Er lud mich danach zu einem Nachtessen ein und bot mir sogar an, in seinem Hause zu schlafen. Mir aber genügte der Garten und wir erlebten einen schönen Abend an dem ich tiefe Einblicke ins serbische Leben und den Sorgen und Nöten dieser Menschen bekam. Es ist für mich nicht verwunderlich, dass dieser alte Mann einen Groll auf die Amerikaner hat, die sein Land ausgebomt und viele Arbeitsplätze zerstört haben und dies, weil die Regierung, für die er kaum Sympathien empfand, diesen unnötigen Krieg angezettelt hatte. Am frühen Morgen radelte ich dann weiter, ohne dass sich die Landschaft änderte. Plötzlich aber kam ein Wechsel und es hatte eine kleine Steigung und danach fing eine herrliche Heidelandschaft an bis ich wieder an einem Kanal war, der zur Donau führte. Hier traf ich auf eine belgische Familie die mit ihren beiden Kindern unterwegs waren. Dem Kanal entlang traf ich auf Schafherden und grössere Rinderherden. Die Rinder genossen es im Kanal zu baden – einfach ein herrliches, naturnahes Bild. Haustierhaltung auf bestem Niveau.
Kurz vor 20:00 Uhr fuhr dann die Fähre zum anderen Ufer wo Astrid mit dem Camper wartete.
Da es schon spät war und 20 km auf und ab anstanden, lud ich meine ganze Bagage kurzerhand in den Camper. Es wurde auch so noch stockdunkel um ein Plätzchen auf dem Silberseecamping zu finden und ohne die Hilfe von zwei freundlichen Serben, hätte die Odyssee wohl viel länger gedauert. Von hier aus radelte ich am nächsten Tag nach Veliko Gradiste und weiter nach Golubac immer entlang der Donau die aber hier mehr wie ein See aussieht bevor sie dann nach dem Eingang zum Eisernen Tor immer enger wird.
Die Burg am Eingang der Schlucht, ist im Moment in Totalrestauration. Auf der Strasse, muss man unter der Burg hindurchfahren und das gibt einem schon das Gefühl, dass die Burgherren die totale Kontrolle über Fluss und Strasse besassen.
Danach kam man immer wieder durch kleine Dörfchen und manchmal mussten wir die Hauptstrasse verlassen um entlang und durch kleine Nebenflüsschen zu fahren.
Bald kam auch die engste Stelle die nur etwas über 100 m breit ist und hier so wurde mir von einem Serben erzählt, wurde immer scharf geschossen wenn einer von Rumänien ins damals „freie“ Jugoslavien flüchten wollte. Vielleicht baute man deshalb dort ein Kloster.
Wenige Kilometer nach dieser engsten Stelle wurde die Donau wieder breit und man konnte auch wieder Kreuzfahrtschiffe beobachten. Es fuhren aber bedeutend weniger Schiffe durch, da die Schleusenkapazität wohl nicht sehr gross ist (meine Vermutung).
Das serbische Donauufer ist naturbelassen und es zeigen sich immer wieder schöne Flecken.Nach dem grossen Staudamm von Novi Sip führte dann der Radweg von der Donau weg und ich hatte Glück, dass mich der Koordinator für den serbischen Teil warnte, da ein Erdrutsch den Weg dem Ufer entlang versperren würde. Ich fuhr also zügig über Land nach Negotin. Ein letzter Blick zurück nach Kladovo und zur Donau. Ab hier wird die Sicht auf die Donau rar.
Von Negotin aus, dem letzten Uebernachtungsort in Serbien, waren es nur wenige Kilometer bis zur Bulgarischen Grenze und damit lag ein weiteres Land hinter mir.