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Die Pflanze der Paradieskörner «Aframomum melegueta» gehört zur Familie der Ingwergewächse. Beheimatet ist die Pflanze vor allem an der tropischen Küste Westafrikas, doch sie wird auch in anderen Gebieten Afrikas kultiviert. Die getrockneten gelblich-braunen Kapseln in der Grösse getrockneter Feigen beherbergen die roten kegelförmigen Paradieskörner. Im Mittelalter gelangten die Paradieskörner über den Landweg in den Norden Afrikas und von dort nach Europa. Seit dem 13. Jahrhundert galten die Samen als kostengünstiger Pfefferersatz und es wurden neben Speisen auch Bier und Südweine damit aromatisiert. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gerieten dann die Paradieskörner in Vergessenheit.
Die auch als Melequetapeffer oder Guineapfeffer bezeichneten Paradieskörner finden heute vor allem in der orientalischen Küche Verwendung, so zum Beispiel in der tunesischen Gewürzmischung Qâlat Daqqa zusammen mit Pfeffer, Zimt, Nelken und Muskat, und im Maghreb gehören sie in das bei uns bekanntere Gewürz Ras el-Hanout. Neben den westafrikanischen Ländern findet man die Paradieskörner vereinzelt auch in der karibischen Küche. In den Ursprungsländern nutzt man sie ausserdem in der Volksmedizin. Die frischen Früchte sind essbar, auch ein aromatisches Öl kann aus den Samen gewonnen werden. Die ganze Pflanze und die Rhizome werden ebenfalls medizinisch verwendet.
Hierzulande findet man das Paradieskorn vorwiegend in Gewürzmischungen, etwa für Glühwein, Lebkuchen oder Würste. In Skandinavien sind Paradieskörner Bestandteil des Aquavits, und in so manchem Gin ist das Gewürz mit dem schönen Namen ebenfalls enthalten.
Die Paradieskörner passen in Schmorgerichte von Lamm, Rind oder Huhn. Gemüse wie Auberginen, Tomaten, Kürbis und allgemein Wurzelgemüse, aber auch Reis harmonieren ebenfalls mit den Paradieskörnern, und Gewürze wie Kreuzkümmel, Muskat, Nelken, Piment, Pfeffer und Zimt sind gute Partner.