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90 Häschen
Heute ist Ostersonntag, meine Damen und Herren, von der Schokoladenindustrie überreichlich mit Hasen und Häschen bedient, und «Hase» oder «Häschen», also: «Bunny» bringt uns zu: Hugh Hefner. Dem Gründer und, äh, Vater des «Playboy»-Imperiums. Hugh Hefner wird 90. Vor acht Jahren, als er 82 wurde, tanzte Pamela Anderson (die bisher 13-mal im «Playboy» zu sehen war) nackt für ihn. Was die Frage nahe legt: Womit kann man dem Mann noch eine Freude machen? Hier kommen fünf Vorschläge:
Hef hat zwar immer das Gleiche an (ein bisschen wie eine Cartoonfigur), nämlich dieses obligate Smoking Jacket, von dem er laut Auskunft seiner aktuellen Ehefrau Crystal Harris (29) ungefähr 200 Stück besitzt. Das macht ihn noch schwerer zu beschenken. Man könnte es mit einem Trenchcoat versuchen. Wie Bogart in «Casablanca». Das ist nämlich Hefs Lieblingsfilm. Den er jedes Jahr an seinem Geburtstag schaut.
Man könnte Hef auch glücklich machen, indem man sein Haus kauft. Das Playboy Mansion, Hefs Wohnsitz und Tummelplatz im Gothic-Tudor-Rivival-Stil, ist auf dem Markt. Für 200 Millionen Dollar. Mit der Auflage, dass Hef darin wohnen bleibt. Dazu gehören 29 Zimmer, ein Weinkeller sowie eine Zoolizenz für die Menagerie im Garten. Ausserdem natürlich der Pool samt der berühmten Grotte. Da soll allerdings neulich die Legionärskrankheit ausgebrochen sein. Überhaupt soll das Anwesen in desolater Verfassung sein. Aber bei welcher Legende darf man schon genauer hinschauen?
Man könnte auch einen Flughafen nach Hef benennen. In den USA ist dies schon zu Lebzeiten möglich. Vielleicht den von Reno, Nevada?
Das Playboy Mansion steht bekanntlich in Holmby Hills, jener Gegend der Agglomeration Los Angeles, wo die Häuser gross sind und die Hecken dicht. Und Bürgersteige fehlen. Damit nicht einfach irgendwelche Leute rumlaufen. Es geht ja sowieso niemand zu Fuss. Falls Hef mal wieder selbst hinters Steuer will, freut er sich bestimmt über ein paar Auffrischfahrstunden.
Und als besondere Überraschung: ein Abendessen mit Gloria Steinem. Frau Steinem ist ungefähr Hefs Alter, Feministin und hat vor einem runden halben Jahrhundert mit einer Undercover-Enthüllungsstory über den damaligen New Yorker «Playboy Club» Furore gemacht. Inzwischen aber ist der «Playboy» kulturell überholt worden, nicht zuletzt von jenem Bewusstseinswandel, den er selbst mitinitiiert hat. Die US-Ausgabe hat sich jüngst von Nacktfotos losgesagt. Frauen werden allerdings immer noch präsentiert. Da wäre es doch angezeigt für Hugh und Gloria, den Diskurs fortzusetzen.
Bild oben: Happy Birthday! Hugh Hefner und seine Bunnys. Foto: Reuters