Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03649.jsonl.gz/1622

Eine kürzliche Untersuchung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung BIB zeigt, dass die Geburtenziffer in Deutschland seit Anfang des Jahres abrupt gesunken ist. Es wird vermutet, dass dies daran liegt, dass sich viele Frauen erst impfen lassen wollten, bevor sie schwanger werden. In den anderen deutschsprachigen Ländern, aber auch zum Beispiel in Schweden sieht es ähnlich aus. Als Ursache wird unter anderem vermutet, dass ein allfälliger Kinderwunsch verschoben wurde, da negative Auswirkungen der Impfung auf die Fruchtbarkeit befürchtet worden seien. Zudem sei nicht nur die Gesundheitskrise an und für sich für den Geburtenrückgang verantwortlich, sondern auch damit verbundene wirtschaftliche Unsicherheiten.
Corona, beziehungsweise die Covid-Impfung, könnte aber auch einen Einfluss auf künstliche Befruchtungen haben. Eine Studie chinesischer Wissenschaftler untersuchte, wie sich eine Impfung mit inaktivierten Viren auf den Erfolg einer In-vitro-Fertilisation (IVF) auswirkt. Patientinnen einer chinesischen Kinderwunsch-Klinik, die weniger als 60 Tage vor einer IVF geimpft wurden, hatten demnach signifikant niedrigere Schwangerschaftsraten als Patientinnen, die sich 90 Tage oder mehr nach der Corona-Impfung künstlich befruchten liessen. Betroffen sind aber nur Impfstoffe mit inaktivierten Viren. Für die bei uns überwiegend verwendeten RNA-Vakzine ergaben Studien keine negativen Folgen, wie Studien aus den USA und Israel zeigen.
Impfung beeinflusst den Zyklus, eine Erkrankung die Fruchtbarkeit
Worauf eine Coivid-19-Impfung allerdings tatsächlich einen Einfluss haben kann: den weiblichen Zyklus. Eine kürzich veröffentlichte internationale Studie zeigt: Dieser verlängert sich nach der ersten Covid-Impfung im Durchschnitt um 0,71 Tage, nach der zweiten Impfung um durchschnittlich 0,56 Tage. Auf die Länge des Zyklus und auf die Fruchtbarkeit habe sie aber keinen Einfluss. Zudem seien Zyklusveränderungen auch bei anderen Impfungen denkbar.
Und wie siehts bei den Männern aus? Hier zeigen Studien, dass eine Covid-19-Impfung keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit hat. Eine Erkrankung hingegen schon. Es gibt Hinweise auf eine teils verminderte Spermienproduktion, Erektionsstörungen oder Testosteronmangel nach einer Infektion. Im Schnitt gut 60 Tage lang sei die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft teilweise rapide gesunken. Die reduzierte Fruchtbarkeit ist aber nur temporär. Knapp zwei Monate nach der Erkrankung waren alle Männer wieder so fruchtbar wie zuvor.
Auch in der Schweiz ist die Geburtenrate nach dem Boom des vergangenen Jahres rapide gesunken. Dass dies mit Corona im Zusammenhang steht, ist sehr wahrscheinlich. Allerdings liegt dies nur beschränkt an den Folgen des Virus oder der Impfung, sondern daran, dass die Familienplanung in Zeiten nach dem Lockdown offenbar anders angegangen wurde.