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Nichtsteroidales Antiphlogistikum für Rinder, Schweine und Pferde
ATCvet-Code: QM01AC06
Zusammensetzung1 ml Injektionslösung enthält:
Meloxicam 20 mg
Conserv.: Ethanolum 96% 159.8 mg, Macrogolum 400, Poloxamerum 188, Megluminum, Glycinum, Aqua ad iniectabilia q. s. ad solutionem
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Eigenschaften / WirkungenMeloxicam ist ein nichtsteroidales Antiphlogistikum (NSAID) der Oxicam-Gruppe, das die Prostaglandinsynthese hemmt und antiinflammatorisch, analgetisch, antiexsudativ und antipyretisch wirkt. Es reduziert die Leukozyteninfiltration in das entzündete Gewebe. Ausserdem besteht eine schwache Hemmung der kollageninduzierten Thrombozytenaggregation. Meloxicam verfügt ebenfalls über antiendotoxische Eigenschaften. Es konnte gezeigt werden, dass die Thromboxan B2 Produktion bei Kälbern und Schweinen nach E. coli-Endotoxin Verabreichung durch Meloxicam gehemmt wird.
PharmakokinetikAbsorption: Nach subkutaner Verabreichung einer einzelnen Dosis von 0.5 mg Meloxicam/kg KGW wurden im Plasma bei Kälbern Cmax-Werte von 2.1 µg/ml nach 7.7 Stunden erreicht. Nach zwei intramuskulären Dosen von 0.4 mg Meloxicam/kg KGW wurden im Plasma bei Schweinen Cmax-Werte von 1.9 µg/ml nach 1 Stunde erreicht.
Verteilung: Über 98% von Meloxicam wird an Plasmaproteine gebunden. Die höchsten Meloxicam-Konzentrationen werden in Leber und Nieren gefunden. Vergleichsweise geringe Konzentrationen finden sich in der Skelettmuskulatur und im Fettgewebe.
Metabolismus: Meloxicam wird vorwiegend im Plasma gefunden. Bei Rindern wird Meloxicam hauptsächlich über die Milch und Galle ausgeschieden, während im Urin nur Spuren der Muttersubstanz nachweisbar sind. In der Galle und im Urin von Schweinen sind nur Spuren der Muttersubstanz nachweisbar. Meloxicam wird zu einem Alkohol, einem Säurederivat und mehreren polaren Metaboliten verstoffwechselt. Alle Hauptmetaboliten haben sich als pharmakologisch inaktiv erwiesen. Der Metabolismus bei Pferden wurde nicht untersucht.
Elimination: Meloxicam wird nach subkutaner Injektion bei Jungrindern mit einer Halbwertszeit von 26 Stunden und bei Milchkühen mit einer Halbwertszeit von 17.5 Stunden eliminiert. Bei Schweinen beträgt die mittlere Plasma-Eliminations-Halbwertszeit nach intramuskulärer Verabreichung etwa 2.5 Stunden. Bei Pferden wird Meloxicam nach intravenöser Injektion mit einer terminalen Halbwertszeit von 8.5 Stunden ausgeschieden. Etwa 50% der verabreichten Dosis werden über den Urin und der Rest über die Faeces ausgeschieden.
Indikationen
Rinder:Zur Verringerung klinischer Symptome bei akuten Atemwegsinfektionen in Verbindung mit einer geeigneten antibiotischen Behandlung
Zur Unterstützung bei der Behandlung der akuten Mastitis in Verbindung mit einer geeigneten antibiotischen Behandlung
Bei Kälbern zur Linderung post-operativer Schmerzen nach der Enthornung
Schweine:Zur Verringerung von Lahmheits- und Entzündungssymptomen bei nicht-infektiösen Erkrankungen des Bewegungsapparates
Zur Unterstützung bei der Behandlung des Mastitis-Metritis-Agalaktia-Syndroms (MMA) der Muttersauen in Verbindung mit einer geeigneten antibiotischen Behandlung, zur Entzündungshemmung und Schmerzlinderung
Pferde:Zur Linderung von Entzündungen und Schmerzen bei akuten und chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates
Zur Schmerzlinderung bei Kolik
Rinder:Einmalige subkutane oder intravenöse Injektion von 0.5 mg Meloxicam/kg Körpergewicht (entspr. 2.5 ml/100 kg Körpergewicht) in Verbindung mit einer geeigneten antibiotischen Behandlung.
Bei der Enthornung von Kälbern muss die Injektion 20 Minuten vor dem Eingriff erfolgen.
Schweine:Einmalige intramuskuläre Injektion von 0.4 mg Meloxicam/kg Körpergewicht (entspr. 2.0 ml/100 kg Körpergewicht) in Verbindung mit einer antibiotischen Behandlung, falls erforderlich. Bei Bedarf kann eine zweite Meloxicam-Verabreichung nach 24 Stunden erfolgen.
Pferde:Einmalige intravenöse Injektion von 0.6 mg Meloxicam/kg Körpergewicht (entspr. 3.0 ml/100 kg Körpergewicht). Zur Linderung von Entzündungen und Schmerzen bei akuten oder chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates kann Metacox 15 mg/ml orale Suspension in einer Dosierung von 0.6 mg Meloxicam/kg Körpergewicht 24 Stunden nach der Injektion zur Weiterbehandlung eingesetzt werden.
Verunreinigungen während der Entnahme sind zu vermeiden.
Im Falle einer Überdosierung soll eine symptomatische Behandlung eingeleitet werden.
Anwendungseinschränkungen
KontraindikationenNicht anwenden bei Tieren, die an Leber-, Herz- oder Nierenfunktionsstörungen oder haemorrhagischen Erkrankungen leiden oder bei denen Hinweise auf ulzerogene gastrointestinale Läsionen vorliegen.
Nicht anwenden bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der sonstigen Bestandteile.
Nicht bei tragenden oder laktierenden Stuten anwenden.
Nicht anwenden bei Pferden, die jünger als 6 Wochen sind oder bei Kälbern, die jünger als eine Woche sind.
Kann bei Rindern und Schweinen während der Trächtigkeit und Laktation angewendet werden.
VorsichtsmassnahmenFalls Nebenwirkungen auftreten, sollte die Behandlung abgebrochen und der Rat eines Tierarztes eingeholt werden.
Die Anwendung bei Tieren mit ausgeprägter Dehydratation, Hypovolämie oder Hypotension, bei denen eine parenterale Flüssigkeitstherapie erforderlich ist, ist zu vermeiden, da hier ein potentielles Risiko einer Nierentoxizität besteht.
Ist bei der Behandlung von Koliken bei Pferden eine ungenügende Schmerzlinderung festzustellen, sollte eine sorgfältige Überprüfung der Diagnose erfolgen, da dies auf die Notwendigkeit eines chirurgischen Eingriffes hindeuten könnte.
Die Behandlung der Kälber mit Metacox 20 mg/ml Injektionslösung 20 Minuten vor der Enthornung reduziert die post-operativen Schmerzen. Metacox alleine ist jedoch nicht ausreichend für eine angemessene Schmerzausschaltung während der Enthornung. Um eine angemessene Schmerzausschaltung während des Eingriffs zu erreichen, ist eine Co-Medikation mit einem geeigneten Schmerzmittel erforderlich.
Unerwünschte WirkungenVetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
Sowohl die subkutane oder intravenöse Verabreichung beim Rind als auch die intramuskuläre Applikation beim Schwein wird gut vertragen. In klinischen Studien wurde lediglich eine vorübergehende leichte Schwellung an der Injektionsstelle nach subkutaner Verabreichung bei weniger als 10% der behandelten Rinder beobachtet.
Bei Pferden kann es zu einer vorübergehenden Schwellung an der Injektionsstelle kommen, die von selbst verschwindet.
In sehr seltenen Fällen können anaphylaktoide Reaktionen auftreten, die schwerwiegend sein können (auch lebensbedrohend). Diese sollten symptomatisch behandelt werden.
WechselwirkungenNicht zusammen mit Glukokortikoiden, anderen nichtsteroidalen Antiphlogistika oder Antikoagulantien verabreichen.
Sonstige Hinweise
LagerungshinweiseNicht über 25°C und vor Licht geschützt aufbewahren. Medikament ausser Reichweite von Kindern aufbewahren. Das Präparat darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP." bezeichneten Datum verwendet werden. Aufbrauchfrist nach 1. Entnahme: 28 Tage. Maximale Zahl von Durchstichen ist 14 für die 20 ml, 50 ml und 100 ml Stopfen.
AnwenderhinweiseEine versehentliche Selbstinjektion kann schmerzhaft sein. Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber NSAIDs sollten den direkten Kontakt mit dem Produkt vermeiden.
Bei versehentlicher Selbstinjektion ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen. (Packungsbeilage mitnehmen!)
PackungenDurchstechflasche zu 20, 50 und 100 ml
Informationsstand: 08/2014
Dieser Text ist behördlich genehmigt.