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Vielfrass
Gulo gulo
© 1987 Markus Kappeler
(erschienen in der American Wildlife Stamp Collection)
Der Vielfrass oder Järv (Gulo gulo) ist der grösste Vertreter der Familie der Marder. Die erwachsenen Männchen weisen eine Schulterhöhe von 40 bis 45 cm und eine Körperlänge von etwa 90 cm auf, wovon knapp 20 cm auf den kurzen, buschigen Schwanz entfallen. Das Gewicht der Männchen beträgt durchschnittlich 13 bis 14 kg, dasjenige der Weibchen 7 bis 8 kg.
Der Vielfrass hat einen gedrungenen, bärenartigen Körper und weist für seine Grösse enorme Kräfte auf. Selbst Wölfe, Bären und Pumas gehen diesem mutigen und starken Raubtier aus dem Weg. Es ist schon beobachtet worden, wie ein Vielfrass einen Luchs auf einen Baum jagte, ihm nachkletterte und ihn dann mit seinem kräftigen Gebiss buchstäblich vom Ast herunterriss und ihm den Garaus machte.
Seinen Namen trägt der Vielfrass durchaus zu recht: Er hat einen immensen Appetit; dauernd ist er auf der Suche nach Essbarem. Mit kurzen, charakteristischen Mardersprüngen durchstreift er täglich während Stunden sein Revier und legt dabei viele Kilometer zurück. Was immer er auf seinen Streifzügen findet oder fangen kann, verschlingt er gierig. Gerne macht er sich über die Beute anderer Raubtiere her, und auch Aas verschmäht er keineswegs. Selbst Seife und Leder fallen ihm mitunter «zum Opfer». Oft plündert er auch Fallen und bricht in Blockhütten von Trappern ein, um sich an deren Nahrungsmitteln gütlich zu tun. Sein Ruf ist daher in manchen Regionen nicht der beste.
Das Vielfrass-Weibchen bringt seine 3 bis 4 Jungen im März und April in Baum- oder Erdhöhlen zur Welt. Die Neugeborenen wiegen etwa 90 bis 100 g und sind ungefähr 15 cm lang. Schon nach fünf Wochen verlassen sie den Wurfplatz und folgen der Mutter auf ihren Fresswanderungen nach.
Vielfrasse sind in Nordamerika weit verbreitet, kommen aber nirgends häufig vor, da jedes Individuum einen grossen Eigenbezirk von oftmals mehreren hundert Quadratkilometern für sich beansprucht.
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