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"Shutter Island" in den Schweizer Alpen: Vorschau zu "A Cure for Wellness"
Dane DeHaan wird in die Schweiz entsandt, um seinen Boss aus einem Wellnesshotel zu holen. Doch dies wird sich als schwierig herausstellen. Wir konnten die ersten 35 Minuten des Filmes sehen.
Rückkehr eines Meisters
Mit The Ring hat Gore Verbinski eines der besten Horrorfilm-Remakes aller Zeiten geschaffen. Fast schockierender als der Film ist jedoch die Tatsache, dass der Regisseur seither keinen Gruselfilm mehr gedreht hat. Aaaaaah!
Doch keine Angst, Horror-Fans: Verbinski hat seinen Weg zurückgefunden. Mit A Cure for Wellness bringt er uns einen Psycho-Thriller der unangenehmeren Art, der in einer angenehmen Location spielt: in einem Wellness-Hotel in den Schweizer Alpen. Wir hatten die Gelegenheit, die ersten 35 Minuten des Filmes zu sehen. Leichte Spoiler folgen.
Mach mal 'ne Pause
Der Film beginnt in einer Grossstadt. An den Gemäuern der Hochhäuser sind die Credits lesbar, was ein wenig an die Eröffnungssequenz von David Finchers Panic Room erinnert. Die Szenerie wechselt in einen der Wolkenkratzer. Wir sehen einen Mann spätabends an seinem Computer sitzen und arbeiten. Auf seinem Pult hat er einen Brief, der mit Wachs versiegelt ist. Wie wir lernen, ist dies eine Einladung für gestresste Leute für ein Timeout in einem Wellnesshotel in den Schweizer Bergen. Dieser Einladung folgen kann dieser Bürolist jedoch nicht - er stirbt nach wenigen Minuten Laufzeit an einem Herzinfarkt. Ob das Wellnesshotel ihm hätte helfen können?
Jemand, der dieser Ansicht ist, scheint der Gründer der Firma des soeben Verstorbenen zu sein. Dieser Herr Roman E. Pembroke ist sogar so begeistert, dass er nicht plant zurückzukehren. Da die Firma aber momentan gerade einen Sündenbock für einen unsauberen Deal des Neulings Lockhart (Dane DeHaan) braucht, soll dieses hohe Tier seinen Urlaub kurzfristig pausieren und zurückkehren. Um dieser Bitte Nachdruck zu verliehen, wird Lockhart in die Schweiz entsandt, um Pembroke zu holen. Doch dies wird sich als schwieriger herausstellen als gedacht.
Alles normal hier, oder?
Verbinski ist ein Meister, wenn es um das Aufbauen einer unheimlichen Atmosphäre geht. Schon die Büroszenen in seinem Neusten strahlen eine unmenschliche Kälte aus, was sich auch in den Szenen in den Bündner Bergen fortsetzt - gefilmt wurde übrigens nicht in der Schweiz, sondern in Deutschland. Während dieser ersten Minuten schleicht sich ein Gefühl ein, dass etwas nicht stimmt und dass der junge Bürolist schon bald mit unheimlichen Dingen konfrontiert wird. Verbinski betreibt auch fleissig "Foreshadowing": Wir sehen in dieser ersten halben Stunde unter anderem Lockharts Mutter, die unheilvoll ihrem Sohn prophezeit, dass sie nicht mit seiner Rückkehr rechnet, und ein kleiner Junge malt mit kondensiertem Wasser ein Teufelchen an ein Zugfenster.
Kommt Lockhart schliesslich beim Wellnesshotel an, nimmt der Film ein Shutter Island-ähnliches Feeling an. Wie schon Leonardo DiCaprio in den Martin-Scorsese-Film wird auch Dane Dehaan als Lockhart merken, dass dieser Ort seltsam ist. Als man ihm verweigert Pembroke zu sehen, da sich Lockhart wegen weniger Minuten ausserhalb der Besuchszeit befindet, möchte er am liebsten sofort gehen. Doch auf der Fahrt ins Tal gerät er in einen Unfall und wacht mit gebrochenem Bein in dem Wellnesshotel auf. Er macht sich auf die Suche nach Pembroke und findet ihn wenig später im Dampfraum. Wie es weiter geht, wissen wir nicht, die Preview war dann zu Ende.
Wir würden gerne wieder einchecken
Es ist cleveres Filmemachen, welches Verbinski hier betreibt. Offensichtliche Schockszenen wie Gewaltausbrüche oder "Jump Scares" sucht man in der ersten halben Stunde vergebens. Wenn man es sich genau überlegt, könnte in diesem Wellnesshotel sogar alles normal vor sich gehen. Das bedrohliche Gefühl wird durch die düstere Inszenierung und das Foreshadowing im Kopf des Zuschauers ausgelöst. Der effektivste Horror ist ja immer noch jener, den man sich selbst ausmalen muss. Dem neu veröffentlichten Trailer nach zu urteilen, wird uns Verbinski beim Ausmalen scheinbar ein bisschen helfen. Ob mit oder ohne graphische Bilder, A Cure for Wellness hat das Potenzial zum heftigen Psycho-Horrorfilm mit hohem Verstörungsfaktor und damit zu den Filmentdeckungen von 2017 zu werden. Wir werden am 23. Februar 2017 ganz sicher wieder einchecken. Seid ihr auch mutig genug?
Quelle: OutNow.CH