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Alex Zülle hat am Dienstag (29.08.) das Leadertrikot auf der 4. Etappe der Spanien-Rundfahrt (Vuelta) glücklich verteidigt, nachdem der Tscheche Jan Hruska zwischenzeitlich theoretisch die Spitze des Gesamtklassements übernommen hatte.Dieser Inhalt wurde am 30. August 2000 - 08:11 publiziert
Sieger der 159 km langen 4. Teilstücks von Valdepeñas nach Albacete wurde der spanische Strassenweltmeister Oscar Freire. Rolf Huser klassierte sich als bester Schweizer im zehnten Rang.
Zülle kam die Schlussphase der Etappe zugute, als sich das Feld wegen des plötzlich einfallenden Seitenwindes in zahlreiche Windstaffeln aufteilte. Diese Gruppen lieferten sich auf den letzten 40 km ein imposantes Verfolgungsrennen, wobei sich die Gesamtersten mit Ausnahme des Dritten Hruska, den Schweizern Laurent Dufaux und Oscar Camenzind sowie dem Tour-de-France-Dritten Roberto Heras und Fernando Escartin (beide Sp) in der 42 Fahrer umfassenden Spitzengruppe befanden.
Bevor sich die Ereignisse in der Schlussphase zu überstürzen begannen, stand Zülle kurz vor der Abgabe seines Leadertrikots. Bei einer "fliegenden" Sprintwertung nach 100 km sicherte sich der Tscheche Jan Hruska, vor der Etappe mit 0:04 Rückstand Gesamtdritter, als Zweiter eine Gutschrift von ebendiesen vier Sekunden und schloss zeitgleich zu Zülle auf.
In einem solchen Fall werden gemäss Vuelta-Reglement die Hundertstelsekunden aus den Zeitfahren herbeigezogen. Da Hruska in der ersten Prüfung gegen die Uhr in Malaga eine um zwei Zehntel schnellere Zeit hinter dem Komma hingelegt hatte, galt er als virtueller Leader. Hruska verlor aber schliesslich 4:43 Minuten auf Zülle und fiel im Gesamtklassement weit zurück.
"Ich hatte Glück, dass ich mich vorne einreihen konnte", befand Zülle nach dem ereignisreichen Tag. Zusammen mit seinem Zimmerkollegen Vicente Garcia Acosta sorgte Zülle immer wieder für Tempo und half mit damit bei, die Differenz auf die nachfolgende Gruppe möglichst hoch ansteigen zu lassen, die schliesslich 1:20 Minuten einbüsste.
Den Sprint um den Tagessieg entschied zum zweiten Mal der Spanier Oscar Freire für sich, nachdem der Strassenweltmeister zwei Tage zuvor bereits in Cordoba gewonnen hatte. Der erst 24-jährige Freire stellte damit einmal mehr unter Beweis, dass er sich von seinen letzten Vorgängern deutlich abhebt.
Nachdem die Weltmeister seit 1990 im Folgejahr meistens deutlich schlechtere Resultate erzielten hatten, entstand der Begriff des "Fluchs desRegenbogentrikots". Freire steht nun bereits bei acht Saisonerfolgen, obwohl er wegen seinen chronischen Rückenschmerzen weit weniger Renntage als seine Gegner absolvieren konnte.
Im Gesamtklassement führt Zülle weiterhin zwei Sekunden vor dem Spanier Abraham Olano. Neu auf Platz drei liegt der Spanier Iñigo Cuesta, der 21 Sekunden zurückliegt.
swissinfo und Agenturen