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Roadmovie
Japan 1977
Alternative Titel Shiawase no kiiori hankachi; 幸福の黄色いハンカチ
Regie
Yoji Yamada
Drehbuch Yoji Yamada nach einer Kurzgeschichte von Pete Hamill
Darsteller Ken Takakura, Tetsuya Takeda, Kaori Momoi, Chieko Baisho, Kiyoshi Atsumi
Länge 108 Min.
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 6
|Humor||Spannung||Action||Gefühl||Anspruch||Erotik|
|.||.|
©
Text Marco, molodezhnaja 14.9.08
© Bilder Shochiku, Screenshots molodezhnaja
STORY
Der überdrehte Kinya Hanada (Tetsuya Takeda) wird von seiner Freundin verlassen. Kurzum schmeisst er seinen Job hin, kauft sich ein kleines, rotes Auto und macht sich auf den Weg nach Hokkaido im Norden Japans. Unterwegs trifft er die schüchterne Akemi Ogawa (Kaori Momoi), die genug hatte von ihrer Arbeit, und ausbrechen musste. Das Duo fährt zusammen weiter und nimmt bald auch noch den wortkargen Yusaku Shima (Ken Takakura) an Bord. Der ehemalige Häftling ist auf dem Weg zu seiner Frau Mitsue (Chieko Baisho).
REVIEW
Die meisten Filme, die Yoji Yamada in den Drehpausen seiner langjährigen Tora-San-Serie inszenierte, waren leise sentimentale Dramen über das harte Leben auf dem Land oder in einfachen Verhältnissen. Darunter fallen etwa Home from the Sea oder "The Village". Der 1977 gedrehte "The Yellow Handkerchief" markiert demnach eine kleine Ausnahme, handelt es sich doch um ein Roadmovie, das einen moderneren Anstrich hat als das Gros von Yamadas Arbeiten. Es basiert auf der 1971 erstmals erschienenen Kurzgeschichte "Going Home" des Schriftstellers und New-York-Post-Journalisten Peter Hamill, die unter anderem auch den Song "Tie a Yellow Ribbon Round the Old Oak Tree" von Orlando Tree, einen thailändischen Film Namens The Yellow Sky und 2008 auch eine US-Verfilmung mit William Hurt inspirierte.
Yamadas Film dürfte aber die bekannteste und beste Inkarnation des Stoffes sein. Sie gehört zu den erfolgreichsten japanischen Filmen des Jahrzehnts und holte mehrere Preise, darunter jenen des besten Films bei den zum ersten Mal vergebenen Awards der japanischen Academy. Auch Yamadas Regie, das Drehbuch, Ken Takakuras Hauptrolle und seine beiden Co-Stars als Nebendarsteller wurden ausgezeichnet. All dies aus gutem Grund, schliesslich zeigt Yamada einmal mehr ein beachtliches Talent darin, eine einfache Geschichte mit Hilfe einer unprätentiösen Inszenierung reifen zu lassen und mit ihr direkt in die Herzen der Zuschauer einzudringen. Bei "The Yellow Handkerchief" braucht es angesichts der anfänglichen Dreiteilung der Geschichte etwas länger, bis sich die Sogwirkung einstellt, doch ist es einmal so weit, lässt der Film nicht mehr los.
Das ist auch den Akteuren zu verdanken, allen voran dem unerschütterlichen Ken Takakura. Der "Clint Eastwood Japans", der seit den Sechzigerjahren in Filmen wie "Black Rain" und Riding Alone for Thousands of Miles brillierte, zeigt einmal mehr mit wenig Mimik eine starke Performance. Als aktiver Ausgleich dienen neben ihm der Debütant Tetsuya Takeda und Kaori Momoi (Sukiyaki Western Django, "Kagemusha"). Ergänzt wird dieses Trio von mehreren Tora-San-Veteranen, allen voran der reizenden Chieko Baisho als Takakuras Ehefrau. Dazu kommen Tora-San persönlich, Kiyoshi Atsumi, in der Rolle eines netten Polizisten, und "Octopus" Hisao Dazai als Motel-Manager.
Die Kraft ergibt sich aus dem Zusammenspiel der unterschiedlichen Charaktere in einer sich zuspitzenden Geschichte. Anfänglich wissen wir kaum etwas über die Figuren, später wird klar, wie unterschiedlich sie sind und dass Shima eine düstere Vergangenheit hat. Gerade diese bringt die Protagonisten jedoch zusammen auf einen gemeinsamen Pfad: Einen melancholisch-nostalgischen Pfad, von dem alle wissen, dass er sie am Ende wieder auf getrennte Wege führen wird. Als Zuschauer sehnt man sich nach der Katharsis, man bangt, sie möge hoffnungsvoll sein und fürchtet sich doch vor ihr, weil sie das Ende dieses kuriosen Roadmovie-Dreigespanns herbeiführen wird. Nur eines sei verraten: Sie ist simpel und geht ans Herz, wie es in so vielen Filmen Yamadas der Fall ist. "The Yellow Hankerchief" sei keinesfalls nur seinen treuen Anhängern empfohlen, sondern jedem Freund von hochstehenden japanischer Dramen.
MEINE
DVD
Hongkong, Code 3, NTSC
Bild: Letterboxed Widescreen
Ton: Japanisch 2.0 mit englischen und chinesischen Untertiteln.
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YesAsia (Liefert aus HK)
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