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Eine Krankheit (fast) wie jede andere
Trotz allen Fortschritten der medizinischen Wissenschaft stehen viele Menschen den psychischen Krankheiten anders gegenüber als den physischen Leiden. Anstatt mit Einfühlungsvermögen und der Bereitschaft, psychische Störungen zu akzeptieren und zu verstehen, begegnen sie ihnen oft mit Ärger, Ablehnung und Feindseligkeit. Mit solchen Reaktionen ist auch zu rechnen, wenn es sich um eine Persönlichkeitsveränderung in der Art einer Schizophrenie handelt.
Vier klinische Erscheinungsformen
Schizophrenie wird mit „Spaltungsirresein“ übersetzt. Damit werden Störungen bezeichnet, denen eine zunehmende Desintegration der Persönlichkeit und ihrer Beziehung zur Umwelt zugrunde liegt. Der gestörte Kontakt zur Umwelt und die Schwächung persönlicher Beziehungen sind typisch. Darüber hinaus sind emotionale Stabilität und Denkvermögen beeinträchtigt. Der Patient ist den Anforderungen der Umwelt nicht mehr gewachsen.
|Man unterscheidet vier klinische Erscheinungsformen schizophrener Psychosen, die sich jedoch nicht immer klar voneinander trennen lassen:

1-3% der Bevölkerung betroffen
Die Angaben zur Häufigkeit der Schizophrenie bewegen sich zwischen 1 und 3%, je nachdem, wie grosszügig Definition und Diagnosekriterien ausgelegt werden. Da eine familiäre Häufung bekannt ist, dürfte die genetische Prädisposition eine Rolle spielen; Stress-Situationen werden als Auslöser diskutiert.
Interessant ist, dass es in der Geschichte zahlreiche bekannte Persönlichkeiten gibt, die unter Schizophrenie litten, z.B. Friedrich Hölderlin, Gotthold Ephraim Lenz (Freund von J.W. Goethe), Gérard de Nerval, Robert Walser und August Strindberg.
|Genie und Schizophrenie

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften des Jahres 1994 ging an den Mathematiker John Forbes Nash. Nash hatte als ganz junger Mann eine bahnbrechende Doktorarbeit zur Spieltheorie verfasst, die später grosse Bedeutung für die Theorie der Wirtschaftswissenschaften erlangte. Nash ist Nobelpreisträger; er ist auch schizophreniekrank. Seine Psychose bedingte langzeitige Arbeitsunfähigkeit und Behinderung, bis schliesslich die Besserung einsetzte. In einer Zeitungsmeldung heisst es dazu: „Vielleicht war es das Eingebettetsein in ein besonderes soziales Umfeld, das den Spuk Anfang der 80er Jahre zum Verschwinden brachte: Nash begann langsam wieder zu arbeiten. Auch wenn vielleicht seine besten Jahre vorbei sind, halten ihn manche Kollegen noch der einen oder anderen Überraschung für fähig.