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***) In diesem Zwischenmittel sezt eine Störung durch, und ist die Mächtigkeit deffelben zweifelhaft.
†) Die mit + bezeichneten sind die bis jezt in Bau genommenen Flöße.
In dieser Flößpartie, deren Gesammtmächtigkeit 217,1 Lachter (453TM,7) beträgt, kommen 38 Flöße mit 631 Fuß (19TM,9) Steinkohlen vor, unter denen sich 19 bauwürdige Flöße mit 570 Zoll oder 481 Fuß (15,1) Steinkohle befinden. Das Zwischenmittel zwischen je zwei der sämmtlichen Flöße beträgt 5,2 Lachter (10TM,9) und dasjenige zwischen je zwei der bauwürdigen Flöße 11,5 Lachter (24TM). Jedes bauwürdige Flöß enthält im Durchschnitt 301 Zoll (798mm) Steinkohle, und die Steinkohle in diesen Flößen verhält sich zu der gesammten Gebirgsmächtigkeit wie 1 zu 30.
Unter dem 38. Flög aufgeführten segt eine sehr beträcht liche Ueberschiebung auf, so daß der Zusammenhang der im Liegenden derselben bekannten Flöße mit den vorher aufgeführten bis jezt nicht ermittelt ist. Es wird jedoch für wahrscheinlich gehalten, daß hierdurch Wiederholungen einiger Flöße herbeigeführt werden.
Die weiter im Liegenden aufgeschlossenen Flöße sind folgende:
Unter der die beiden Partieen trennenden Ueberschiebung bis zum Flöge Friedrich ist eine Gebirgsmächtigkeit von 27 Lachtern (56,4) aufgeschlossen.
Die Lagerung dieser Flöße ist ähnlich, wie im Wormreviere. An den Schächten fallen die Rechten widersinnig mit 35o gegen Süd ein und die gegen Nord anstoßenden Platten mit 60o gegen Süd. Die südlich von dem ersten Rechten folgenden Platten fallen mit 50 bis 60° gegen Süd ein, während die folgenden Rechten senkrecht stehen. Die folgenden Platten fallen mit 20o gegen Süd. Die Sattel- und Muldenlinien fallen zwar im Ganzen gegen Ost ein; doch kommen auch, gerade wie auf der im Fortstreichen gegen West gelegenen Grube Gouley, sehr erhebliche Abweichungen vor, indem dieselben stellenweise mit 9 bis 10° gegen West einfallen.
In etwa 50 Lachter (104,5) östlicher Entfernung von dem östlichen Ende der Baue seßt eine durch Bohrversuche bekannte Verwerfung durch das Feld hindurch, welche ihrer Lage nach für die nordwestliche Fortsegung der Sandgewand in der Eschweiler Mulde gehalten wird. Außer dieser seßt eine andere Verwerfung durch das Feld von Maria, welche auch bereits auf Auna bekannt geworden ist; sie streicht in St. 71 bis 81 und fällt mit 65° gegen S. W. ein. Die Schichten liegen auf dieser ihrer hangenden Seite etwa 70 Lachter (146,8) tiefer, als in ihrem Liegenden.
Die Baue der Grube Anna liegen etwa 1000 Lachter (2090m) in nordwestlicher Richtung von denen der Grube
Maria entfernt und dehnen sich in einer streichenden Länge von 700 Lachter (1463m) bei einer querschlägigen Breite von 500 Lachtern (1045m) aus. Die bisher aufgeschlossenen Flöße können daher auch mit den auf Mariagrube bekannten nicht in Verbindung gebracht werden.
Die Reihenfolge der auf Anna bisher bekannten Flöge von oben nach unten ist in der Zusammenstellung auf Seite 745 und 746 enthalten.
Ueber dem Flöße Nr. 12 ist noch eine Gebirgsmächtigkeit von 4,3 Lachtern (9TM) aufgeschlossen. In der 73 Lachtersohle (152mm,6) ist zwischen den Flößen Nr. 12 und 11 noch ein Flöß von 39 Zoll (1,02) mit 21 Zoll (550mm) Kohle; zwischen den Flößen Nr. 10 und 9 zwei kleine Flöße von 8 und 1 Zoll (210mm und 25mm); zwischen Nr. 9 und 8 ein Flög von 2 Zoll (50mm); zwischen Nr. 7 und 6 fünf Flöße von 5, 2, 12, 14 und 8 Zoll (130mm, 50mm, 315mm, 365mm und 210mm) und zwischen Nr. 5 und 4 drei Flöße von 8, 6 und 7 Zoll (210mm, 160mm und 185mm) durchfahren.
Unter Hinzurechnung derselben steigt die Zahl der Flöße auf 24, mit einer Mächtigkeit an Steinkohle von 341 Zoll oder 28 Fuß (8,92). Unter denselben befinden sich nur 8 als bauwürdig zu betrachtende Flöße mit 15 Fuß (4TM,9) Steinkohle. Die Gebirgsmächtigkeit, worin dieselben eingeschloffen sind, beträgt 72,6 Lachter (151",7). Die Mächtigkeit der Steinkohle in den 8 bauwürdigen Flößen verhält sich daher zu der des Gebirges, wie 1 zu 31.
Die Lagerung dieser Flöße bietet eine beträchtliche Ab
*) Die mit † bezeichneten Flöße sind bisher in Abbau genommen worden.
weichung gegen diejenigen auf den Gruben des Wormrevieres und der Grube Maria dar. Zwischen dem Förderschachte und der nur 120 Lachter (250m,8) davon entfernten südlichen Feldesgrenze zieht ein Sattel hindurch, dessen Rücken eine geringe Neigung gegen Nordost besigt. Der gegen Süd fallende Flügel dieses Sattels hat eine Neigung von 35 bis 45°, und der gegen Nord fallende eine solche von 20 bis 35o, also umgekehrt gegen die Regel im Wormreviere. An diesen Sattel schließt sich gegen Nord eine flache und breite Mulde an, in deren Mitte eine horizontale Lagerung eintritt. Das Fallen nimmt allmälig bis zu 5o ab, und dieses findet sich auch in der Muldenwendung, deren Tiefstes 220 Lachter (460) nördlich vom Förderschachte liegt, gegen Südwest gerichtet. An diese Mulde schließt sich weiter ein ebenso flacher Sattel an, auf welchem das Einfallen nirgends 5° übersteigt. Die Sattellinie liegt 110 Lachter (230TM) von der vorhergehenden Muldenlinie entfernt und ist wie diese gegen Südwest geneigt. Ju welcher Weise sich diese hier ungewöhnlichen Lagerungsverhältnisse denen der Hauptmulde einordnen, wird erst nach weiteren Aufschlüffen in diesem und den benachbarten Grubenfeldern zu ermitteln sein.
Die Fortsetzung der westlichen Verwerfung auf der Grube Maria liegt hier 160 Lachter (334",4) westlich vom Hauptförderschachte und bildet bisher die Baugrenze; fie streicht in St. 7 und fällt mit 70 bis 85° gegen Süd ein. Zwei andere Verwerfungen, von denen eine ziemlich im Streichen der Flöge liegt, find von geringerer Bedeutung.
Wenn auch das Flögverhalten in diesen beiden Feldern keinesweges bekannt ist, so scheint es für eine allgemeine Uebersicht zulässig zu sein, die Flößfolgen beider als verschie
denen übereinander liegenden Gruppen angehörend zu betrach
Es unterliegt keinem Zweifel, daß in diesen beiden Fel-
Zu weiterer Aufsuchung dieser Kohlenflöße in ihrer streichenden Erstreckung gegen Nordost sind bisher nur vergebliche Versuche wegen der steigenden Mächtigkeit der aufgelagerten Tertiärschichten gemacht worden, und selbst ein Bohrloch von 900 Fuß (283m) Teufe zwischen Aldenhoven und Nieder-Merß hat die Oberfläche des Kohlengebirges nicht erreicht. Dagegen ist westlich von Alsdorf nach der Worm hin, nördlich von Herzogenrath, das Kohlengebirge erreicht worden, bei Magerau in 447 Fuß (140TM,4), bei Merkstein 351 Fuß (110TM,1), zwischen Plitschart und Palenberg in 450 Fuß (141TM,8). An dem ersteren Punkte wurde in 528 (165,8) Teufe das erste und in 556 Fuß (174,6) ein Kohlenflög von 331 Zoll (875mm) Mächtigkeit nachgewiesen.
Auf der Westseite des Wormrevieres ist das Kohlengebirge mit Flößen in den Grubenfeldern Melanie und Carl Friedrich bei Horbach, Heyden, Richterich und Vetschau nach
gewiesen. In einigen Gegenden bei Heyden ist das Kohlengebirge nur mit Diluvium 20 bis 65 Fuß (6,3 bis 20m,4) hoch bedeckt; in anderen, bei Richterich und Vetschau, steigt die Mächtigkeit der aufgelagerten Kreideformation bis 267 Fuß (83,8). Darunter sind nur schmale Flöße getroffen worden, welche sämmtlich Sand- oder magere Kohlen, wie die Flöße des Wormrevieres, enthalten. Das Verhalten derselben ist, da diese Versuche noch zu keinem Bergbau geführt haben, bis jegt unbekannt.
Die Bohrversuche, welche in dem Königreich der Niederlande, unmittelbar an der preußischen Grenze bei Gracht und Ham, ausgeführt wurden, haben das Kohlengebirge und in demselben auch Flöße erreicht; doch sind aus den betreffenden Angaben um so weniger Folgerungen zu ziehen, als eine gewisse Unsicherheit bei denselben stattfindet.
Von thierischen Resten ist aus diesem Kohlengebirge nur wenig anzuführen. In den liegendsten Schichten der Eschweiler Mulde ist bei dem Hüttenwerke Concordia einmal vorgekommen Goniatites Diadema Lister. Aus den in der Nähe der Außenwerke auftretenden Schichten stammen zahlreiche
Steinferne von Unio in dem Eisenbahneinschnitte am Cambacher Weiher nahe bei der Station vom Stolberg. In den liegenden Schichten, nicht weit vom Kohlenkalf entfernt, im Felde von Maria, kommen viele Abdrücke von Avicula papyracea mit ungemein verdrückten Goniatiten zusammen vor, deren Species daher nicht zu bestimmen ist. In den hangenderen Schichten in diesem Felde kommen zwei verschiedene, noch nicht bestimmte Species von Unio oder Anthracosia vor.
Unter den Pflanzenresten aus den Steinkohlenrevieren in der Gegend von Aachen kommen namentlich Stämme von Sigillarien, ziemlich häufig in mehr winkelrechter Stellung gegen die die Schichtungsflächen, vor. Dieselben bestehen größtentheils aus thonigem Sphärofiderit, und sind mit einer dünnen Rinde von Steinkohle umgeben.
Die chemische Zusammenseßung dieser Steinkohlen ist durch die Analysen von W. Baer, welche unter Aufsicht des Professors W. Heinz ausgeführt worden sind, am Genauesten bekannt geworden. *)
Die Analysen) sind auf 100 Theile nach Abzug der Usche berechnet.
stimmt worden:
bei Nr. 1
zu
9,45 3,99 3,57 2,25 1,45 2,92 4,17 Diese Bestimmungen scheinen nicht frei von Zufälligkeiten zu sein; der Aschengehalt der Kohle vom Flöß Fornegel ist ganz auffallend hoch im Vergleiche zu demjenigen, welchen die übrigen Flöße geliefert haben, und doch ist Fornegel eins der reinsten Flöße der ganzen Ablagerung. 5)
Der Stickstoffgehalt ist bei den vorstehenden Analysen nur allein beim Flöße Großfohl von der Grube Centrum be stimmt worden, und zwar zu 1,30 pCt.
Ein Gehalt der Kohlen der Eschweiler Mulde an Blei und Zink, welcher in den Zügen und Schornsteinmündungen, sowie an den Thüröffnungen der Cofsöfen sich zu erkennen giebt, ist seiner Quantität nach noch nicht genügend ermittelt, und bei dahin gehenden Untersuchungen bis jezt nur constatirt, daß die Schieferthone einen noch größeren Gehalt an diesen Metallen befizen, wie die Kohle, in welcher dieser Gebalt vielleicht nur in den kleinen Schiefermittelchen sich befindet.
Ein Anhalten zur Beurtheilung der Beschaffenheit dieser Kohlen liefern die Bestimmungen des specifischen Gewichtes, des darstellbaren Kohlenstoffgehaltes in Coks und des Aschengehaltes (Karsten, 1826).
91,74
4,09
4,17
91,26
4,22
4,52
93,21
3,97
2,82
*) Untersuchungen über die Heizkraft der wichtigeren Brennstoffe des preußischen Staates von Dr. Ph. W. Brix. Berlin, 1853.
*) Vergl. Anm. 2) zu S. 559 und Anm. 3) zu S. 625. Die Eschweiler Flöße liefern demnach eine Fettkohle, welche noch etwas kohlenstoffreicher, als der mittlere Typus d, ist. Die Analysen der Anthracitkohlen des Wormrevieres stimmen sehr gut mit der typischen f überein. R. P.
*) Die Untersuchungen von Baer bezogen sich auf reine, von den Bergbehörden und Grubenbesitzern eingesendete Proben, so daß aus denselben nur auf die Zusammensetzung der organischen Theile, nicht aber auf den mittleren Aschengehalt geschlossen werden konnte, und war es wohl möglich, daß von Flöten, welche bei der Förderung im Großen eine unreinere Kohle liefern, doch durch sorgfältige Ausscheidung der Schiefer eine weniger aschenreiche Probe zur Untersuchung gestellt wurde, als von andern, welche bei der Förderung im Großen reiner sind, aber den geringeren Aschengehalt inniger mit Kohle durchwachsen zeigen. Der mittlere Aschengehalt ist nur durch Einäscherung von Durchschnittsproben zu constatiren, welche von großen Kohlenmengen sorgfältig und unparteiisch genommen werden, und zeigt derselbe im Allgemeinen viel höhere Zahlen, als man nach den Untersuchungen von Brix, Baer zc. annehmen könnte. Bei zahlreichen Analysen derartiger Durchschnittsproben der Förderung aus vielen Gruben deutscher Kohlenbassins ist mir niemals ein Aschengehalt unter 5 pCt. vorgekommen, häufig dagegen überstieg derselbe 15 pCt. Im Großen dürfte der Aschengehalt der Förderkohlen des Indeund Wormrevieres zwischen 10 und 20 pCt., den Durchschnittszahlen für westvbälische und faarbrücker Kohle, variiren. R. P.
18.
17. Grube Kircheich, Neu- Voccart
Flöß Gr. Athwerk
= 1,365
Merl
1,359
im
19.
20.
desgl. Kämpchen
Steinknipp Furth
21.
Mittel 1,305
82,2
2,82
Der Unterschied der Backkohlen der Eschweiler Mulde und der Sandfohlen des Wormrevieres tritt in diesen Resultaten sehr deutlich hervor. Das specifische Gewicht der Backkohlen von Eschweiler und ihr in Coks darstellbarer Kohlenstoffgehalt find geringer, als in den Sandkohlen des Wormrevieres, dagegen der Gehalt an Asche höher. Dieselben Resultate ergeben sich übrigens aus den Versuchen, welche bei der Ermittelung der Heizkraft derjenigen Kohlen angestellt worden sind, deren Elementaranalysen oben angeführt wurden. Die numerischen Werthe zeigen Abweichungen, weil nur 3 Sorten Backkohlen und ebensoviel Sorten Sandkohlen verwendet wurden. Die Mittelzahlen sind folgende:
1,355 96,4 1,76 1,378 94,8 1,7 1,351 94,0 2,15 1,354 95,5 Mittel 1,344 94,8
ހ
1,445
Die Heizkraft, oder der nußbare Heizeffect, ist bei diesen Ermittelungen in der Anzahl von Pfunden (Gewichtseinheiten) Wassers von 0° Temperatur verstanden, welche durch 1 Pfd. Steinkohle in Dampf von 90o R. (112,5o C.) verwandelt wird. Dieselbe ist auf das ungetrocknete, mit der hygroskopischen Feuchtigkeit versehene, und auf das getrocknete Brennmaterial bezogen. Dieser nugbare Heizeffect ist die wahre Grundlage, nach welcher sich im Allgemeinen der Werth der Steinkohle in Vergleich untereinander und zu anderen Brennstoffen richtet (fiche Tabelle auf Seite 751 und 752).
Der nußbare Heizeffect der Backkohle der Centrumgrube ist im Mittel im ungetrockneten Zustande
6) Der geringere, durch die Brix’schen Versuche constatirte Heizeffect der Sand- oder Anthracitkohlen des Wormrevieres ist nicht durch großen Aschengehalt oder durch ungünstige Zusammensetzung der organischen Theile bedingt da dieselben zu den nicht sehr aschenreichen Sorten gehören und sich durch hohen Gehalt an Kohlenstoff auszeichnen — sondern jene bei der Verbrennung unter einem Dampfkessel erhaltenen ungünstigen Resultate sind dadurch hervorgerufen, daß von dem im Feuer leicht zerspringenden Brennmateriale sehr viel feiner Gruß unverbrannt durch den Roft fiel (vergl. Bd. III, S. 63 d. 3.). Für Keffelheizung, Flammöfen 2c. ist daher die Wormkohle unvermischt mit backenden Sorten wenig geeignet, sehr gut dagegen, wie S. 560 bemerkt, für Kalk- und Ziegelbrennereien, und für Hausbrand, für welch' letteren Zweck sie häufig mit Lehm ver mischt wird, um einen gewissen Zusammenhang der sonst sehr mageren. Kohle zu bewirken. R. P.