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Red Joan
Regie: Trevor Nunn
Darst.: Judi Dench, Sophie Cookson, Stephen Campbell Moore, Tom Hughes, Freddie Gaminara, Laurence Spellman, Tereza Srbova, Ben Miles, Robin Soans u.a.
Joan Stanley ist eine distinguierte alte Dame, die einen ruhigen Lebensabend in ihrem Haus in einem gutbürgerlichen Londoner Vorort verbringt. Eines Tages, gegen Ende des Jahres 1999, stehen Beamte des britischen Inlandgeheimdienstes MI5 vor ihrer Haustür und verhaften sie. Die 86-jährige pensionierte Physikerin ist angeklagt, jahrzehntelang bis in die Achtzigerjahre, militärische Geheimnisse an die Sowjetunion verraten und damit den Sowjets den Bau einer eigenen Atombombe ermöglicht zu haben. Dies bestreitet Joan Stanley nicht, die sich während ihrer Studienjahre an der Universität Cambridge in den jungen Kommunisten Leo Galich verliebt und dessen Ideologie zu teilen begonnen hatte. Den Ermittlern kann sie jedoch glaubhaft versichern, ihre Spionagetätigkeit und ihr Geheimnisverrat seien stets von der Überzeugung ausgegangen, dass bei gleichem Wissensstand über die Wirkungskraft der Bombe sie letztlich keine Seite je einsetzen würde. Basierend auf der Lebensgeschichte von Melita Norwood (1912–2005), von der Boulevardpresse «Super Spy Granny» genannt, hat die britische Autorin Jennie Rooney 2013 Norwoods Biografie unter dem Titel «Red Joan» literarisch verarbeitet. Das Buch wurde ein Bestseller und diente Regisseur Trevor Nunn als Grundlage für einen Film, der als Mix aus Biopic und Spionageepos das Publikum an den Festivals von Toronto, San Sebastián und Zürich begeisterte. Viel trägt Judi Dench als «Super Spy Granny» dazu bei, aber als jugendliche Joan Stanley macht auch Sophie Cookson – bekannt geworden als Agentin Roxy Morton in den «Kingsman»-Comicverfilmungen «The Secret Service» und «The Golden Circle» – eine grossartige Figur. Deborah Young schrieb in The Hollywood Reporter: «Das ist ein Spionagefilm, der ganz auf Adrenalinstösse mit explodierenden Gebäuden und aus Wolkenkratzern springenden Protagonisten verzichtet. Aber es ist dennoch kein ruhiger Film, sondern einer über Ideale und Selbstaufopferung, die heutzutage unglaublich fern zu sein scheinen. (…) Und sein Reiz besteht darin, dass das Publikum dank Rückblenden stets mehr weiss als die Ermittler und der Film einen im Ungewissen darüber lässt, wie viel Joan in den Verhören tatsächlich der Polizei erzählt.»