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Die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts kann als Hochblüte der barocken Orgelmusik bezeichnet werden. In Mitteldeutschland wirkten nebst Johann Sebastian Bach u. a. sein Vetter Johann Gottfried Walther, in Frankreich Louis-Nicolas Clérambault, Jean-François Dandrieu und Louis-Claude Daquin.
Johann Sebastian Bach (1685–1750) ist zweifellos der bedeutendste Komponist von Orgelmusik in der Barockzeit. Es sind etwa 220 Orgelkompositionen überliefert, die mit Sicherheit Bach zugewiesen werden können – ein Fünftel seines Gesamtwerks. Diese Zahl zeigt die Bedeutung der Orgel für Bach. Choralbearbeitungen, Partiten, Fantasien, Präludien, Fugen, also orgelspezifische musikalische Formen, bildeten von früher Jugend bis ins hohe Alter die Grundelemente seiner Kompositionen. Weiterlesen
Louis-Nicolas Clérambault (1676–1749) begann in früher Jugend mit dem Erlernen der Violine und des Cembalos. Orgelunterricht erhielt er von André Raison und die Kompositionslehre brachte ihm Jean-Baptiste Moreau bei. Im Alter von dreizehn Jahren komponierte er seine erste «Grand Motet». Später wurde er Organist an der Kirche der Grands-Augustins und 1710 an Saint-Sulpice. 1705 kam Clérambault in den höfischen Dienst, wo er Konzerte organisierte und Kantaten schrieb. 1719 folgte er seinem Lehrer André Raison als Organist der Kirche der Grands-Jacobins in der Rue Saint-Jacques.
Jean-François Dandrieu (um 1682–1738) erhielt im Alter von 18 Jahren die Organistenstelle an Saint-Merry. 1721 avancierte er zum Organisten der königlichen Kapelle. Schliesslich folgte er 1733 seinem Onkel, Pierre Dandrieu in der gleichen Funktion an St. Barthelémy. Dandrieu schuf Werke aller Gattungen, darunter Violinsonaten, Stücke für Cembalo und Orgel sowie etliche Airs.