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Brünisried Zum Beginn ihres 100. Lebensjahres durfte Geneviève Brügger-Deriaz gestern ein Geschenk von Staatsratspräsident Beat Vonlanthen in Empfang nehmen.
Die Jubilarin wurde am 12. Oktober 1911 in Aigle geboren. Sie wuchs als jüngstes von drei Kindern auf und besuchte die Schule und das Collège in Orbe. Sprachaufenthalte führten sie von 1927 bis 1928 nach Leipzig und von 1928 bis 1930 als Au-pair nach Reading (UK). Nach ihrer Rückkehr arbeitete sie als Telefonistin und Telegrafistin in Leysin. Dort lernte sie ihren Ehemann Isidor Brügger kennen. Er war Lehrer und hatte keine Anstellung gefunden. Als Angestellter des Sanatoriums musste er öfters Telegramme der Kurgäste zur Telefonzentrale bringen oder sie dort abholen.
Um den katholischen Junglehrer heiraten zu können, musste Geneviève Deriaz konvertieren. Das Ehepaar Brügger-Deriaz hatte sechs Kinder. Zwei verstarben noch im Säuglingsalter.
Begabte Musikerin
Im Nebenberuf war die Jubilarin auch Musikerin. Sie spielte Klavier, Orgel-Harmonium, Cello und Gitarre. Früher waren Junglehrer verpflichtet, im Dorf als Kirchenmusiker zur Verfügung zu stehen. Weil Geneviève Brügger ihrem Gatten darin überlegen war, übernahm sie diese Verpflichtung. Sie dirigierte bis 1973 den Cäcilienchor und war Organistin. Dafür erhielt sie 1980 die päpstliche Ehrenmedaille.
Geneviève Brügger-Deriaz führt ihren Haushalt noch selbständig, kocht und bestellt den Garten. Trotz nachlassender Sehkraft liest sie noch immer viel, interessiert sich für das Weltgeschehen und vertritt in Diskussionen ihre eigene Meinung. Sie ist Grossmutter von zwölf Enkeln und hat 21 Urgrosskinder. hpa