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Der Italiener Vincenzo Nibali gewinnt mit der Lombardei-Rundfahrt das letzte wichtige Radrennen des Jahres. Der Gewinner der Tour de France 2014 erreicht das Ziel in Como nach 245 km solo.
Nibali attackierte gut 17 km vor dem Ziel in der Abfahrt des zweitletzten Hindernisses. Keiner der Konkurrenten vermochte dem vielleicht besten Abfahrer unter den Radprofis zu folgen. 21 Sekunden hinter dem Profi des Teams Astana wurde der Spanier Daniel Moreno Zweiter. Platz 3 mit einem Rückstand von 32 Sekunden ging an den Franzosen Thibaut Pinot.
Für den 30-jährigen Nibali, der im nahen Lugano lebt, ist es der wichtigste Sieg in einem Eintagesrennen. Letztmals hatte mit Damiano Cunego 2008 ein Einheimischer das letzte der fünf Radsport-Monumente für sich entschieden. In diesem Jahr hatte Nibali vor der Lombardei-Rundfahrt "nur" die italienische Meisterschaft, zwei kleinere Eintagesrennen und eine Etappe der Tour de France gewonnen.
Im Ziel unweit der Schweizer Grenze durfte sich Nibali auch bei seinen Teamkollegen von Astana bedanken. Sie bereiteten dem Italiener den Triumph perfekt vor und kontrollierten das Renngeschehen ab dem ersten Kilometer. Nibali und Co. liessen sich auch nicht beirren, als bereits rund 70 km vor dem Ziel mit Michal Kwiatkowski (Pol) und Tim Wellens (Be) zwei Sieganwärter in den Angriff übergingen.
Astana stellte nicht nur das ausgerissene Duo wieder, es zermürbte am zweitletzten Anstieg mit Nibali und dessen Landsmann Diego Rosa die Gegner regelrecht. Weil sich die Konkurrenten aber bergauf nicht abschütteln liessen, griff Nibali schliesslich in seiner "Spezialdisziplin", der Abfahrt, mit Erfolg an.
Alejandro Valverde, der in den letzten beiden Jahren Zweiter geworden war, musste dieses Mal mit dem 4. Rang Vorlieb nehmen. Als Trost durfte sich der Spanier in Como nach 27 Rennen zum Gewinn der World-Tour-Gesamtwertung gratulieren lassen.
Keine Rolle spielten die Schweizer. Als bester des Quartetts, das am Start gestanden hatte, klassierte sich Steve Morabito mit knapp neun Minuten Rückstand im 41. Rang. Nicht am Start stand dieses Jahr Oliver Zaugg, der "Il Lombardia" 2011 sensationell gewonnen hatte und auf die kommende Saison zum Schweizer Team IAM wechselt.