Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03510.jsonl.gz/2669

Hunkeler, Anton - Amtsstatthalter, später Ständerat und Nationalrat
Brief vom 8. Juli 1848 des Statthalteramts von Luzern an das Polizeiamt von Obwalden in Sarnen mit der Bitte um Zusendung eines Leumundscheins für den wegen Ziegendiebstahl verhafteten F. J. B. von Kerns.
Transkription:
«Staatswegen – N. 946
Tit. Polizei-Amt von Obwalden in Sarnen
[Vermerk:] Luzern 8. July 1848. Statthalteramt wünscht ein Leumundzeugnis über einen F. J. B.
Luzern, den 8ten. Juli 1848.
Das Statthalteramt von Luzern
an das Tit. Polizei-Amt Obwalden in Sarnen
Hochgeehrter Herr!
J.... B... von Kerns steht hierorts wegen Ziegendiebstahl in Untersuchung u. Verhaft. Ich ersuche Sie, gefälligst anzuordnen, daß mir ein Leumundschein über denselben mitgetheilt werde. Bei diesem Anlasse hat die Ehre, Sie seiner vollkommenen Hochachtung zu versichern.
Der Amtsstatthalter
A. Hunkeler»
Anton Hunkeler (*6.1.1799 in Schötz - †7.3.1879 in Luzern) war ein liberaler Schweizer Politiker. Hunkeler stammte vom Gutshof Buttenberg in der schweizerischen Gemeinde Schötzab. Als Sohn des Landwirts Josef Hunkeler holte er sich seine Bildung in den Gymnasien des Klosters Einsiedeln und in Luzern. In Eriswil absolvierte er eine Handelslehre. Ab 1823 begann er als Mitglied der Liberalen Partei Luzerns seine politische Laufbahn, zuerst als Amts-, dann als luzernischer Staatsschreiber. Bereits mit 32 Jahren sass er in den Legislativen von Stadt (Grosser Stadtrat) und Kanton Luzern (Grosser Rat). Mit 38 Jahren übernahm er Regierungsverantwortung im Kleinrat, der Exekutive des Kantons Luzern. In der Zeit von 1848 bis 1854 war er Amtsstatthalter und studierte gleichzeitig Jurisprudenz, das er im Jahre 1853 mit dem Anwaltspatent abschloss. Zur gleichen Zeit gelang ihm der Sprung in die Bundespolitik, zuerst als luzernischer Ständerat (1853–1855). Bei den Parlamentswahlen 1863 folgte die Wahl in den Nationalrat, dem er bis 1869 angehörte. Ausserdem amtete Hunkeler von 1854 bis 1857 als luzernischer Oberrichter (Appellationsgericht). Er war im Verwaltungsrat der Schweizerischen Centralbahn und als Mitglied des Initiativkomitees der Bern-Luzern-Bahn ein grosser Förderer der Eisenbahnerschliessung in der Schweiz. Er blieb ledig und als er mit 80 Jahren in Luzern starb, widmete er sein Vermögen einer Stiftung zur Förderung der Berufsausbildung junger Leute.
Grösse und Beschaffenheit des Dokuments: 37x23 cm, Papier.