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58,5 cm, mit allem.
Urhobo
Nigeria
Holz, Naturfasern
deutsche Privatsammlung, Berlin.
Ohne Sockel (without base)
500.00 CHF
1,000.00 CHF
929.60 CHF
In der flachen Küstenregion des Nigerdeltas schwellen die zahlreichen Flüsse mit ihren Hunderten von Flachwasser-Nebenflüssen in der Regenzeit zu einem wahren Labyrinth aus Bächen und Wasserwegen an, die mit der Lagunenküste verbunden sind. Diese fischreichen Gewässer sind die Lebensgrundlage der ansässigen Völker und ermöglichten als Transportwege Handelskontakte zwischen benachbarten Ethnien sowie mit Europäern.
In dieser Umgebung wurden Wassergeister (edjorame) als spirituelle Kräfte für das Gedeihen und das Wohlergehen der lokalen Bevölkerung bedeutend. Diese Mächte befinden sich im Wasser als Ganzes, das ebenso unter ihrer Kontrolle steht wie deren Nutzer. Regelmässige Tänze zu Musik und Gesang (oworu) dienen zwar vielfach der Unterhaltung, haben aber gewöhnlich auch tieferen Sinn in der Verehrung dieser Wassergeister um sich deren Wohlwollen zu sichern.
Dieser seltene Kopfaufsatz aus der zweiten Hälfte des 20. Jh. gehört zur Vielfalt der Masken die an diversen Anlässen auftreten. Bei der Figur die auf dem Kopf getragen wird, handelt es sich vermutlich um eine jugendliche Schönheit (omotokpokpo) die auch als Braut oder Kind des Geistes verstanden wird. Hinweise dafür sind die kunstvolle Frisur, die eindrücklichen Skarifizierungen und der prestigeträchtige Schmuck. Die rote Farbe soll dabei an den schönen Ton der mit Öl eingeriebenen Haut erinnern und steht allgemein für Fruchtbarkeit, Schönheit, Klasse und Würde.
Weiterführende Literatur:
Foss, Perkins (2004). Where Gods and Mortals Meet. New York: Museum for African Art.