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Städtebau
Mit der Erneuerung wird versucht diesen Ort neu zu interpretieren und gleichzeitig auf beide gewachsenen Strukturen einzugehen. Der Baukörper wirkt als Monolith im „Flussbett“ der Eulach und nimmt gleichzeitig über das Wasser räumlichen Bezug zur ZHAW auf. Dabei wird ein Freiraum zum bestehenden Baukörper der Kantonsschule aufgespannt, welcher den bestehenden Platz mit Freitreppe und Baumbestand mit einbezieht. Das Gebäude zwischen kleinteiligen und vorwiegend länglichen Gebäudetypen nimmt keinen geometrischen Bezug zur unmittelbaren Nachbarschaft auf. Dazwischen entstehen vielfältige Freiräume, welche dem Quartier genügend „Luft“ verschaffen. Auf der anderen Seite schliesst es zusammen mit dem Altbau die von der Fachhochschule vorgegebene Campus-Struktur gegen den Hügel ab: Es entsteht eine Ambivalenz zwischen Eingliedern und sich Abheben. Das städtebauliche Konzept an diesem Ort basiert auf dieser Gegensätzlichkeit.
Architektur
Das Konzept der Gegenüberstellung von unterschiedlichen Systemen wird in der Gebäudestruktur fortgesetzt. Ein regelmässig, hofförmig angelegtes Konglomerat von rechtwinkligen Klassenzimmer und Räumen wird überlagert mit einem schiefwinkligen, in sich rotierenden Erschliessungssystem. Zusammen mit den von Innen nach Aussen gestülpten gemeinschaftlichen Räumen entstehen verschiedenartige Zwischenräume als Aufenthalts- und Begegnungszonen im Schulhaus. Die äussere Gebäudehülle manifestiert sich als eine Überlagerung einer primären regelmässigen sowie einer sekundären unregelmässigen Struktur. Dadurch werden die Grenzen zwischen Innen und Aussen verwischt. Die Fassade erhält eine Tiefenwirkung und gewinnt eine beabsichtigte Unschärfe.
Funktionalität Ökologie und Energie
Ein Schulhaus richtet die Klassenzimmer zwecks indirektem Licht Richtung Norden. Im Gegensatz dazu öffnet sich ein energieeffizenetes Gebäude Richtung Süden, minimiert diese aber im Norden. Aus diesem Gegensatz wird ein Konzept erarbeitet, das die Bedeutung der Himmelsrichtung in der Energiebilanz neutralisiert. Mit einem umlaufenden Luftraum als Gebäudehülle soll die Temperatur vor dem eigentlichen Dämmperimeter über das ganze Gebäude ausgeglichen werden. Sensoren in unterschiedlichen Höhen und an allen Fassaden messen konstant die Lufttemperaturen, welche über ein intelligentes Wärmetausch- und Umluftsystem die Unterschiede beispielsweise zwischen Nord- und Südfassade ausgleichen.
Wirtschaftlichkeit und Kosten
Das Gebäude ist in seiner Grundform äusserst kompakt und kann desshalb als sehr wirtschaftlich eingestuft werden. Die möglichen Mehrkosten der zweifachen Gebäudehülle werden über eine gute Energieeffizienz egalisiert. Zudem trägt die doppelte Fassade zu einem günstigen Unterhalt bei und die nicht tragenden, flexiblen Raumunterteilungen zwischen den Zimmern erhöhen die Nachhaltigkeit der Struktur.
|Bauherrschaft||

Hochbauamt Kanton Zürich
|Aufgabe||

Ersatz- und Erweiterungsbau
|Bereich||

Wettbewerb
|Jahr||

2009