Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03154.jsonl.gz/686

Mehr zum Thema
Die Untersuchungen im Detail
Für die im Jahr 2022 durchgeführte Untersuchung wurden stichprobenartig Böden bei vier in Betrieb stehenden sowie einer stillgelegten KVA (Josefstrasse Zürich) untersucht. Pro Anlage wurden drei bis vier Flächen in Hauptwindrichtung und in unterschiedlicher Distanz beprobt. Flächen mit baulichen Veränderungen in der jüngeren Vergangenheit (z.B. Bodenaustausch) wurden soweit möglich ausgeschlossen, in Siedlungsgebieten wurden prioritär Flächen sensibler Nutzung ausgewählt (Spielplätze, Parkanlagen, Schulwiesen). Die Auswahl der Probenahmeflächen wurde unter anderem mit Hilfe von Luftbildern getroffen. Die Bodenbeprobung und die Auswertung wurden durch ein privates Ingenieurbüro durchgeführt, für die Messung der Dioxine wurde das darauf spezialisierte Labor der Empa Dübendorf beauftragt.
Die zusammengefassten Resultate pro Standort:
KVA Zürich Hagenholz:
Die in den 1990er-Jahren untersuchten Böden standen aufgrund der regen Bautätigkeit für eine erneute Untersuchung nicht mehr zur Verfügung. Die neuen Messungen bestätigen aber das Bild von damals: Böden im Umfeld der KVA können geringfügig mit Dioxinen belastet sein (Gehalte zwischen Richt- und Prüfwerten). Bei einer landwirtschaftlichen Fläche sowie einer Schulanlage (Auzelg II) wird der Richtwert leicht überschritten. Dies stellt keine Gefährdung für Menschen und Tiere dar. Bei der zweiten untersuchten Schulanlage (Herzogenmühle) liegt die Dioxinkonzentration unterhalb des Richtwerts. Die Ergebnisse zeigen, dass es seit den 1990er-Jahren zu keiner weiteren Zunahme der Dioxinbelastung gekommen ist.
KVA Hinwil:
Das Umfeld der KEZO Hinwil wurde nicht erneut untersucht. Bei den Messungen in den 1990er-Jahren wurden in der näheren Umgebung Dioxin-Belastungen zwischen Richt- und Prüfwerten gefunden, bei der Nutzung der Böden besteht keine Gefährdung.
KVA Zürich Josefstrasse:
In allen untersuchten Parkanlagen wurden Dioxinbelastungen festgestellt, eine weitere Fläche in einem Hausumschwung ist unbelastet. Bei zwei Anlagen (Flussbad unterer Letten und Bäckeranlage) wurden Dioxingehalte über dem Richtwert, jedoch deutlich unterhalb des Prüfwertes gemessen. Solche Belastungen stellen bei der aktuellen Nutzung dieser Flächen keine Gefährdung dar. Einzig in der direkten Umgebung der ehemaligen KVA, auf der Josefwiese, wurden erhöhte Dioxingehalte im Bereich der Prüfwerte festgestellt. Grün Stadt Zürich wird daher in den nächsten Monaten zusammen mit der kantonalen Fachstelle Bodenschutz weitere Abklärungen tätigen. Weitere Massnahmen sind vorderhand nicht erforderlich.
KVA Winterthur:
Auf allen untersuchten Flächen (zwei Schulareale sowie eine weitere Grünfläche) wurden lediglich Hintergrundbelastungen gefunden. Die Dioxinkonzentrationen lagen für alle Böden deutlich unterhalb des Richtwerts.
KVA Horgen:
Auf den vier untersuchten landwirtschaftlichen Flächen in der Nähe der KVA wurden keine übermässige Belastung mit Dioxinen gefunden. Auf drei Flächen liegen die Gehalte unterhalb des Richtwerts der VBBo, auf der am weitesten entfernten Fläche wird der Richtwert knapp überschritten. Nach dem aktuellen Stand des Wissens besteht auch hier keine Gefährdung bei Nutzung der Böden.
KVA Dietikon:
Direkt angrenzend an die KVA wurde eine geringe Überschreitung der VBBo-Prüfwerte festgestellt. Die betroffene Fläche steht unter Naturschutz, ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich und wird nicht landwirtschaftlich genutzt. Daher sind hier keine weiteren Massnahmen nötig. Die Belastungen nehmen mit zunehmendem Abstand von der KVA rasch ab. Für eine der untersuchten landwirtschaftlichen Flächen wird der Richtwert knapp überschritten, auf einer weiteren Fläche liegen die Gehalte deutlich darunter.
Die Schwellenwerte gemäss Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo)
Bei Böden, deren Schadstoffgehalt grösser als der Richtwert ist, gilt die Bodenfruchtbarkeit als langfristig nicht mehr gewährleistet. Das bedeutet, dass mit Beeinträchtigungen der Bodenfruchtbarkeit hinsichtlich Artenvielfalt und biologischer Aktivität der Lebensgemeinschaft sowie Abbaufähigkeit und Filtereigenschaften des Bodens gerechnet werden muss.
Überschreiten Schadstoffgehalte die Prüfwerte, sind konkrete Gefährdungen von Menschen, Tieren und Pflanzen möglich. Ob eine solche Gefährdung tatsächlich vorliegt, wird unter Berücksichtigung von Rahmenbedingungen wie beispielsweise dem Vorhandensein einer geschlossenen Vegetationsbedeckung geprüft.
Sanierungswerte bestehen für bestimmte Nutzungen. Werden sie im Boden überschritten, sind die jeweiligen Nutzungen nicht mehr ohne Gefährdung von Menschen, Tieren oder Pflanzen möglich und werden daher untersagt.