Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03277.jsonl.gz/1048

Xherdan Shaqiris Ausfall für den Start in die WM-Qualifikation ist gravierend. Der Stürmer von Stoke City war an der EM an zwei von drei Schweizer Toren beteiligt. In den relevanten Spielen der Qualifikation lag sein Anteil sogar bei 70 Prozent.
Die Schweiz ohne Xherdan Shaqiri, Portugal ohne Cristiano Ronaldo. Wenn am Dienstag in Basel der Start in die WM-Qualifikation erfolgt, fehlt auf beiden Seiten die beste Offensivkraft. Die Frage vor dem Spiel lautet deshalb: Wer hat den grösseren Verlust zu verkraften? Ein Blick auf die Statistik der vergangenen zwei Länderspiel-Jahre verrät: Es ist die Schweiz. Denn für den offensiven Output ist Shaqiris Beitrag im Nationalteam grösser als derjenige von Ronaldo.
An der EM-Endrunde in Frankreich wiesen beide die gleiche Statistik aus. Shaqiri schoss eines von drei Schweizer Toren und war an einem weiteren mit der Vorlage beteiligt. Auch Ronaldo erzielte einen Drittel der Treffer seines Teams (3 von 9) und war an zwei Dritteln aller Tore beteiligt (6 von 9).
Während der Qualifikationsphase aber war Shaqiri für das Schweizer Team wichtiger als Ronaldo für das portugiesische. Berücksichtigt man die wenig aussagekräftigen Partien gegen San Marino (4:0, 7:0) nicht, hatte Shaqiri bei 70 Prozent aller Schweizer Tore seine Füsse im Spiel. Ronaldo dagegen kam für Portugal bloss auf eine Quote von 45 Prozent. Der Schweizer Nationalcoach Vladimir Petkovic wollte die beiden Ausfälle nicht gegeneinander abwägen. Zu Ronaldo sagte er nur so viel: «Im EM-Final ist Portugal gegen Frankreich nach dem Ausscheiden von Ronaldo stärker geworden.»
Während die Portugiesen ohne ihren Leithammel zum EM-Titel kamen, tun sich die Schweizer gewöhnlich schwer, wenn Shaqiri fehlt. Nimmt man das Spiel gegen San Marino vom letzten Oktober erneut aus der Statistik heraus, ruft die Bilanz Besorgnis hervor. In den letzten sechs Spielen ohne Shaqiri erzielte die Schweiz ganze zwei Tore. Zuletzt war dies im März in den Tests gegen Irland und Bosnien-Herzegowina der Fall. Die Spiele gingen 0:1 beziehungsweise 0:2 verloren.
In diesen beiden Partien kamen Breel Embolo und Renato Steffen auf Shaqiris Position auf dem rechten Flügel zum Einsatz. Einer der beiden dürfte auch am Dienstag von Beginn weg spielen. Im internen Trainingsspiel setzte Petkovic Steffen mit dem violetten Joker-Überzieher ein. Der Flügel des FC Basel agierte jeweils im Team mit Ballbesitz. Das könnte ein Hinweis sein, dass Steffen den Vorzug gegenüber Embolo erhält.
Für den Aargauer spricht zumindest die Spielpraxis. Er hat in dieser Saison schon 413 Pflichtspielminuten in den Beinen. Embolo, der beim Bundesliga-Start von Schalke vor einer Woche zunächst auf der Ersatzbank sass, kommt auf 135 Minuten, 90 davon im Cup gegen Amateure aus der 6. Liga. Dafür war Embolo an der EM dabei gewesen und in jedem Spiel zum Einsatz gekommen. Grundsätzlich ist er im Nationalteam der Stammformation näher als Steffen.
Doch wer auch immer Shaqiri gegen den Europameister ersetzt: Er muss die Lücke nicht alleine füllen. Leider aber tun sich die Schweizer Offensivkräfte auch im Verbund schwer, Shaqiris Output zu erreichen. Haris Seferovic, Eren Derdiyok, Admir Mehmedi, Breel Embolo, Renato Steffen und Shani Tarashaj kommen zusammen in 156 Länderspiel-Einsätzen auf 22 Tore. Shaqiris Bilanz: 19 Tore in 57 Spielen. (sda/qae)