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B.1 Forschungsprojekt Kehrsiten
Es gibt kaum bessere Quellen für die Erforschung unserer schriftlosen Vergangenheit als die Pfahlbauten. Zahlreiche Fundstücke, vor allem aus organischen Materialien, haben sich in der feuchten Umgebung unter Luftabschluss ausgezeichnet erhalten und erzählen vom Leben der Siedler von damals. Neben Werkzeugen, Keramikgefässen, Schmuckstücken und sogar Textilien gibt auch der in den Schichten eingelagerte Abfall, Essensreste, Knochenstücke, Samen von Wild- und Kulturpflanzen wie auch Fäkalien, Aufschluss über ihren Alltag. Die Fundstücke machen sichtbar, wie die Menschen ihre Häuser gebaut und zum Dorf angeordnet haben könnten, was sie gegessen, welche Tiere sie gehalten haben, wie sie sich als Gesellschaft organisiert oder weitläufigen Handel betrieben haben.
Die Auswertungen der Funde aus Kehrsiten weisen auf eine Besiedelung um 3500 vor Christus hin. In Kehrsiten gelang zum ersten Mal der Nachweis einer Seeufersiedlung im Vierwaldstättersee; gleichzeitig handelt es sich um den ersten Fundort der Pfyner Kultur westlich des Zugersees. Um wissenschaftlich gesicherte Ergebnisse zu erhalten, wurde 2008 ein gross angelegtes Forschungsprojekt gestartet, das jeweils zur Hälfte vom Schweizerischen Nationalfonds und vom Kanton Nidwalden finanziert wurde.
Eine sechswöchige Grabung sollte genügend Informationen liefern, um fundierte Antworten zu erhalten.