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„Wie willst du König sein, wenn dein Reich nur eine Ruine ist?“
Immerhin erklärt Hayao Miyazaki in seinem dritten Film Tenkū no Shiro no Rapyuta (Das Schloss im Himmel), dass der Name der titelgebenden, fliegenden Insel nicht seine Erfindung ist, sondern die von Jonathan Swift. Der Brite schrieb in seinem Roman Gulliver’s Travels nämlich von einer fliegenden Insel namens Laputa. Es ist anzunehmen, dass er sich der Mehrdeutigkeit dieses Begriffs durchaus bewusst war. Miyazaki übernahm diesen Namen in der Folge für seinen Film, der wohl deshalb in fast allen internationalen Märkten ganz bewusst als „Schloss im Himmel“ vermarktet wird und in spanischsprachigen Regionen sogar von einer Insel namens „Lapuntu“ erzählt. Versteht sich von selbst, dass Hayao Miyazakis Film über die Suche nach einer geheimen fliegenden Insel nicht einaml ansatzweise so schlüpfrig ist wie sein Titel. Noch immer dem Steampunk verfallen, erzählt der japanischen Filmemacher in Tenkū no Shiro no Rapyuta eine berührende Geschichte über Freundschaft und Treue, übt aber auch einmal mehr offen Kritik am Kriegstreiben.
Seine zauberhafte Insel ist nämlich, so schön und idyllisch sie aussehen mag, eine gefährliche Waffe, mit der ein sinistrer Spion die Erde unterwerfen will. Sowohl die Prinzessin Sheeta und der Waisenjunge Pazu als auch eine Bande von ruchlosen Luftpiraten stellen sich ihm in den Weg und es entbrennt ein wilder Wettstreit. Tenkū no Shiro no Rapyuta ist ein packender Abenteuerfilm, der den bescheuerten Humor von Rupan Sansei: Kariosutoro no Shiro (Das Schloss des Cagliostro) mit den atemberaubenden Bildern von Kaze no Tani no Naushika (Nausicaä aus dem Tal der Winde) kombiniert. Joe Hisaishi, der nach Miyazakis Manga-Verfilmung hier nun zum zweiten Mal die Musik schreiben darf, setzt abermals stark auf Synthesizerklänge. Er versieht diese mit pompösen Bläsern und einem dezenten Streicherteppich und kreiert daraus einen stimmigen und immer wieder berührenden Soundtrack.
In Kürze:
Ich hatte bislang immer ein bisschen Mühe mit Tenkū no Shiro no Rapyuta, den ich zu wirr und trashy fand. Doch nach erneuter Sichtung gefällt mir dieser Steampunk-Abenteuerfilm mit seiner tollen Musik und den schönen Bildern sogar sehr gut.
Wertung:
5 von 5 plongenden Robotern