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Die Industriellen Betriebe Genf (SIG) hatten für Donnerstag zum 125-Jahr-Jubiläum eingeladen und einen Überraschungsgast angekündigt, der den Jet d'eau um 9 Uhr anstellt. Das übernahm der Genfer Erfolgsautor Joël Dicker.
"Das ist sehr eindrücklich", sagte Dicker der mit seinen Werken "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" und "Die Geschichte der Baltimores" bekannt wurde. Bei strahlendem Sonnenschein schoss das Wasser in die Höhe, nachdem Dicker den Schalter gedrückt hatte.
Normalerweise bleibt dieses Privileg fünf Pensionierten der SIG vorbehalten, die den Betrieb des Jet d'eau sicherstellen. Zum 125-Jahr-Jubiläum erhält der Jet d'eau eine neue Beleuchtung aus 13 LED-Scheinwerfern. Diese verbrauchen weniger Strom als die bisherigen Lichter und können 65'000 Farben auf die Wasserfontäne projizieren.
Damit können neu auch Banner gezeigt werden, wie beispielsweise von humanitären Veranstaltungen, die im internationalen Genf oft stattfinden. Der Jet d'eau geht auf die 1885 fertiggestellte Druckwasserleitung eines Kraftwerks zurück, welches den Genfern Handwerks-Betrieben die Antriebsenergie für ihre Maschinen lieferte.
Mit der Fontäne wurden Überdruck oder Arbeitsunterbrechnungen ausgeglichen. Erst 1891 widmete die Stadt Genf den Jet d'eau dem Tourismus und versetzte die Fontäne ins Seebecken. Anlass dafür war das eidgenössische Turnfest.
Die damals 90 Meter hohe Fontäne befand sich noch an einem anderen Ort und war wegen des schlechten Wetters während des Turnfests kaum zu sehen, wie Christian Brunier, Generaldirektor der SIG, sagte. Danach wurde entschieden, den Jet d'eau zu beleuchten.
Die heutige Anlage wurde 1951 fertiggestellt. Das Geheimnis der Form und der Farbe des berühmten Wasserstrahls liege in der Düse, hielt Gérard Luyet fest, der bei der SIG für das Trinkwasser verantwortlich ist.
Mit einem Durchmesser von 16 Zentimeter könne sie 500 Liter Seewasser pro Sekunde in die Höhe schiessen, bei einem Druck von 16 Bar. Damit wird eine sieben Tonnen schwere Wassersäule in die Luft gestossen.
Die weisse Farbe erhält der Jet d'eau durch das Beimischen von Millionen von Luftblasen. "Der Jet d'eau ist nicht der höchste der Welt, aber sicherlich der schönste, wegen des Dekors im Hintergrund", sagte Gérard Luyet.
Der höchste Springbrunnen der Welt steht in Dschidda in Saudi-Arabien und ist 312 Meter hoch. Vorbild für das Werk war der Genfer Jet d'eau. Für das 125-Jahr-Jubiläum des Genfer Wahrzeichens lanciert die SIG nun einen Wettbewerb. Verlost werden 125 Gelegenheiten, den Jet d'eau am Morgen einzuschalten.
(SDA)