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Dem Fahnenheiligtum (sacellum)kam innerhalb der Heiligtümer eines Legionslagers die bedeutendste Rolle zu. Dies war ein zentrales Element innerhalb des Stabgebäudes (principia). Mit dem dort aufgestellten Kaiserbildnis und den fast religiös verehrten Feldzeichen kann dieser Gebäudeteil sozusagen als Zentrum des Legionslagers angesehen werden.
Auf einem Feldzug wurden natürlich die Feldzeichen auch mitgetragen und ebenso prominent im Zentrum des Marschlagers präsentiert. Es versteht sich von selber, dass diese nicht der Witterung ausgesetzt worden sind. Leider haben sich praktisch keine Spuren von mobilen Feldlager-Fahnenheiligtümer erhalten. Dies hier ist eine Rekonstruktion angelehnt an die klassische Tempelarchitektur der Römer sowie wenigen bruchstückhaften Reliefdarstellungen.
Die aktuelle Forschung belegt unterdessen sehr gut, dass die römischen Tempel kunterbunt ausgemalt und üppig dekoriert waren.
Der Tempelfries stellt die Gottheiten Mars (Kriegsgott) und Neptun (Gott des Meeres, sowie Schutzgott der Legio XI) dar, flankiert von der personifizierten Schlacht bei Actium sowie dem besiegten und angeketteten Ägypten, symbolisch dargestellt mit der Königin Cleopatra.
An wichtigen Feiertagen der römischen Armee, die in einem offiziellen Festtagskalender (nach einem erhaltenen Exemplar feriale Duranum genannt) verzeichnet waren, gab es das im Mai gefeierte Fest rosalia signorum, das Fest der rosengeschmückten Feldzeichen. Im Hof der Principia trat hierzu die Einheit an und sah zu, wie in einem feierlichen Akt die Standarten mit Rosengirlanden geschmückt wurden. Zu dem Festakt gehörte auch eine Ehrung an die Götter. Ein weiterer wichtiger Festakt wurde am Geburtstag der Feldzeichen natalis signorum gefeiert. Dieses Fest wurde an den jeweiligen Gründungstagen der Truppe, an denen sie die Feldzeichen erhalten hatte, gefeiert. Es gibt noch weitere offizielle Feiern, an denen die Standarten eine wichtige Rolle spielten.
Meist wurde in den Fahnenheiligtümern auch die Truppenkasse aufbewahrt. Hier befanden sich die zur Besoldung und Sachanschaffung vorgesehenen Gelder. Vegetius berichtet, dass die Gelder durch die Fahnenträger (signiferi) verwaltet wurden.