Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03612.jsonl.gz/257

Die Akupunktur zielt auf die Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen Yin und Yang und des freien fliessens von Qi, der Lebensenergie. Eine Störung von Qi führt zur Krankheit.
Aufgrund überlieferter Traditionen können auf der Körperoberfläche bestimmte Linien, sogenannte Meridiane, definiert werden. Meridiane sind Energiebahnen, die in enger Wechselbeziehung zu den ebenfalls nach Yin und Yang aufgeteilten Organen stehen. Es gibt 12 Yin und Yang Hauptmeridiane. Zusätzlich existieren zwei weitere wichtige Meridiane auf der Mittellinie der Körpervorder- und Körperhinterseite. Auf den 14 Meridianen liegen insgesamt 361 klassische Akupunkte, wobei verschiedene Akupunktur-Richtungen noch weitere Punkte kennen. Jeder Akupunkt steht mit einem Organsystem in enger Wechselwirkung. Bei der Reizung eines Akupunkts durch einen Nadelstich oder Akupressur wird Energie zugeführt oder abgezogen. Dadurch bringt man die blockierte Qi-Energie wieder zum Fliessen.
Moxibustion (nach dem japanischen Wort "mogusa") ist das Stimulieren eines Akupunkturpunktes durch Erwärmung mit Moxakraut. Als Moxakraut wird getrockneter Beifuss verwendet, der, wenn er glimmt, eine milde, angenehme Wärme ausstrahlt.
Moxibustion stärkt das Yang, die bewegende, wärmende Funktion. Es vertreibt Kälte und löst Feuchtigkeit aus den Meridianen. Es hilft auch, stagnierendes Qi wieder in Bewegung zu bringen. Nach westlicher Vorstellung verbessert Moxibustion vor allem die Gewebedurchblutung und hat eine beruhigende Wirkung.
Das Moxakraut wird ohne direkte Berührung des Körper abgebrannt, z.B. indem eine glühende Moxazigarre über den Akupunkturpunkt gehalten wird, oder indem das Moxakraut auf einer, direkt auf der Haut aufliegenden Scheibe frischen Ingwers oder Knoblauch abgebrannt wird.
Schröpfen ist ein altes chinesisches Heilverfahren. Kleine Schröpfgläser werden auf Akupunkturpunkte gesetzt. In den Gläsern wird ein Unterdruck hergestellt, so dass sich das Glas auf der Haut festsaugt, wo man es während mehrerer Minuten haften lässt. Durch den Unterdruck im Glas werden die Haut und das darunterliegende Gewebe in das Glas gesaugt, was die Durchblutung erhöht und damit auf den Kreislauf von Blut und der Lebensenergie Qi einwirkt. Es kommt zu einer Anregung der Blutzirkulation und zur Aktivierung des freien Fliessens des Qi. im entsprechenden Gebiet.
Zum Einsatz kommt das Schröpfen bei Muskel und Gelenksschmerzen, bei Aktivierung einzelner Punkte und zur Stärkung der Organe
Jeder Teil des menschlichen Körpers findet im Ohr seine Entsprechung. Durch das Mikrosystem Ohr kann demzufolge der Mensch in seiner Gesamtheit (Körper, Seele, Geist) beeinflusst werden. Anders als bei der Körperakupunktur basiert die Ohrakupunktur nicht auf der Meridianlehre, sondern sie ist eine Reflexzonentherapie. Grundlage ist die Abbildung des menschlichen Embryos im Ohr. Wie auf einer Landkarte lassen sich so die verschiedenen regionen des Körpers auffinden. Die Reflexpunkte für den Kopf (Augen, Ohren, Nase etc.) befinden sich zum Beispiel auf dem Ohrläppchen.
Der im Ohr ausgelöste Reiz wird direkt via Gehirn und Nervenbahnen zur entsprechenden Körperregion weitergeleitet. Durch die kurzen Informationswege erfahren Beschwerden in der Regel umgehend Linderung. Besonders in der Schmerztherapie und Suchtbehandlung lassen sich mit dieser Methode erstaunliche Ergebnisse erzielen.
Die Tuina-Massage als Teilbereich der Traditionellen chinesischen Medizin hat sich parallel zur Akupunktur entwickelt. Wie bei der Akupunktur werden auch bei Tuina einzelne Punkte behandelt, zusätzlich wird großflächig entlang der Meridiane gearbeitet. Die Tuina-Massage hat das Ziel, die Energie (das Qi) durch den direkten Kontakt mit der Haut zu stimulieren, das Gleichgewicht von Yin und Yang wiederherzustellen, die Durchblutung zu fördern und Nerven, Muskeln, Haut und Knochensubstanz anzuregen. Die Behandlung erfolgt auf Grundlage des Akupunktur- und Meridiansystems.
Während herkömmliche Massagen primär am Ort des Schmerzes geschehen, ist die Tuina-Massage weit komplexer in ihrem Aufbau. Sie versucht Energieflussstörungen aus Sicht des ganzen Meridiansystems zu betrachten und zu behandeln. Dadurch unterscheidet sie sich auch ganz wesentlich von der Akupressur, die primär der Linderung von akuten Schmerzzuständen dient.