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Broccoli gelte als unberechenbar und reagiere sehr sensibel auf die Temperatur, heisst es zur Erläuterung. Zwei zu unterschiedlichen Zeitpunkten gepflanzte Sätze könnten dadurch gleichzeitig erntereif sein. Zudem wüchsen nicht alle Pflanzen gleich schnell. Verlässliche Einschätzungen, wann das grüne Gemüse reif für den Kochtopf sei, seien bislang gescheitert.
Karsten Zutz untersuchte den Angaben zufolge für seine Dissertation mehr als 1'000 Broccolipflanzen in Klimakammern und setzte sie unterschiedlichen Temperaturen aus. Die so gewonnenen Informationen habe er in einem Wachstumsmodell zusammengeführt und dann auf dem Feld überprüft, so die Hochschule weiter. Basierend auf diesen Daten sei ein Prognosemodell entwickelt worden, das anhand von Temperaturmessungen verlässliche Vorhersagen ermögliche, wann das Gemüse erntereif sei.
Da Broccoli von Hand geschnitten werde, müssten die Erntehelfer an mehreren aufeinander folgenden Tagen über das Feld, um den vollen Ertrag abernten zu können, so die Hochschule. Der Einsatz des Prognosemodells könnte den Ernteaufwand erheblich reduzieren, indem Termine, an denen möglichst viele Brokkoliköpfe in möglichst wenigen Durchgängen erntefähig seien, vorhergesagt würden. Dies könne helfen, Kosten einzusparen, und der gesamte Produktionsprozess werde besser steuerbar.
Für seine Erkenntnisse ist Zutz laut Hochschulmeldung mit dem Grow Award ausgezeichnet worden, der mit 5'000 Euro höchst dotierte wissenschaftliche Innovationspreis im Gartenbau.