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Mit dem eigenen, "Surface" genannten Tablet hat Microsoft iPad- und Ultrabook-Kunden im Visier. Die langjährigen Hardwarepartner bleiben vorerst aussen vor.
Der Software-Riese Microsoft hat gestern Nachmittag in Hollywood seinen neusten Wurf in Sachen Tablet vorgestellt: Das "Surface" genannte Gerät ist Redmonds Antwort auf das sehr erfolgreiche iPad von Apple wie auch auf die zahlreichen Android-Tablets. Es ist aber nicht der erste Tablet-Versuch Microsofts: Man erinnert sich an das früh gescheiterte Tablet-Konzept "Courier"
, ausserdem hatte Firmengründer Bill Gates schon vor einer Dekade erfolglos versucht, ein Tablet auf den Markt zu bringen.
Das neue Gerät verfügt über einen 10-Zoll-HD-Bildschirm und kommt mit einem 3mm dünnen Cover daher, das auch als Tastatur dient. Surface gibt es einerseits als Consumer-Version mit Windows RT (mit ARM-Prozessor). Dieses Gerät, das einige Office-Apps enthält, wird im Herbst beim Erscheinen von Windows 8 auf den Markt kommen. Rund 90 Tage später will Microsoft für Firmenkunden und anspruchsvolle
User ein Surface mit Windows 8 Pro und Intel-CPU lancieren. Surface mit Windows RT wiegt 676g und ist 9,3mm dünn. Die Pro-Version ist schwerer (903g) und dicker (13,5mm), verfügt dafür im Vergleich zur ARM-Version über bessere Anschlüsse (microSDXC statt microSD, USB 3.0 statt 2.0). Ausserdem wird die Pro-Version bis 128GB Speicher haben. Preise sind noch keine bekannt.
Konkurrenz für die PC-Hersteller
Der Umstand, dass Surface mit einer dünnen Tastatur daherkommt, qualifiziert das Gerät nicht nur als iPad- sondern auch als Ultrabook-Alternative. Microsoft konkurrenziert damit seine langjährigen Hardwarepartner direkt. Das 'Wall Street Journal' betont denn auch, Surface sei der erste Computer, der von Microsoft hergestellt werde. Hardwarepartner wie HP, Lenovo oder Dell spielen zumindest momentan keine Rolle bei der Produktion, obwohl Microsoft von einem Software- und Hardware-Ökosystem spricht. Berichte aus Taiwan
, die auf ein White-Box-Gerät deuteten, erweisen sich hiermit als falsch. Bislang haben sich die Hardware-Partner noch nicht über Surface geäussert.
Microsoft hat mit der Xbox und mit Peripheriegeräten bewiesen, dass aus Redmond auch gute Hardware kommen kann. Es gibt aber auch negative Beispiele, etwa den MP3-Player Zune
. Doch bislang hat Microsoft noch nie eigene Hardware in Kombination mit eigener Flaggschiffsoftware (Windows) auf den Markt gebracht. (mim)