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Das Kantonsgericht Baselland hat am Mittwoch die vom Strafgericht im November 2015 verhängte Freiheitsstrafe von vier Jahren um ein Jahr verlängert. Das Gericht ging im Gegensatz zur Vorinstanz nicht von einfacher, sondern von qualifizierter Veruntreuung aus.
Die mit einer höheren Strafe verbundene Qualifikation ist für das Kantonsgericht unumgänglich: Der Präsident stufte den Treuhänder als berufsmässigen Vermögensverwalter ein, der ein erhöhtes Vertrauen genossen und dieses missbraucht habe. Das Verschulden des Beschuldigten beurteilte das Gericht als mittelschwer bis schwer.
Berufsverbot von fünf Jahren
Das Kantonsgericht folgte mit seinem Urteil weitgehend der Staatsanwaltschaft, blieb jedoch beim Strafmass um ein halbes Jahr unter deren Antrag. Dagegen kam es der Forderung nach einem fünfjährigen Berufsverbot nach, die das Strafgericht abgelehnt hatte.
Neben der Staatsanwaltschaft hatte auch die Verteidigung das erstinstanzliche Urteil angefochten und eine Strafe von lediglich zwei Jahren und neun Monaten verlangt. Davon aber wollte das Kantonsgericht nichts wissen. Verdient hätte der Treuhänder gar eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren, gab der Präsident zu bedenken.
2,6 Millionen für ein Leben in "Glanz und Glamour"
Der Treuhänder zweigte während insgesamt elf Jahren Gelder ab und fälschte Belege, damit die Buchungen nicht aufflogen. Geschädigt wurden etwa die römisch-katholische Kirchgemeinde von Birsfelden, die der Beschuldigte selbst präsidierte, das Theater "Roxy" in Birsfelden, der Hauseigentümerverband Basel-Stadt, aber auch Private. Die Schadenssumme belief sich auf 2,6 Millionen Franken.
Mit seinem kriminellen System sei der Treuhänder so raffiniert vorgegangen, dass seine Machenschaften nicht aufflogen, sagte der Gerichtspräsident. Besonders verwerflich sei, dass nicht etwa grosse Konzerne, sondern Institutionen und Personen mit wenig Geld geschädigt wurden.
Bei einem legalen Einkommen von rund 100'000 Franken pro Jahr gab der Treuhänder 200'000 bis 300'000 Franken aus. Das ergaunerte Geld diente der Finanzierung seines Luxusleben mit Prostituierten und teuren Ferien. Der Mann habe ein Doppelleben "in Glanz und Glamour" geführt als Treuhänder mit öffentlichen Funktionen und permanenter Veruntreuer und Urkundenfälscher, sagte der Gerichtspräsident.
Dass ihn das Kantonsgericht statt zu sieben nur zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilte, hat der Treuhänder laut dem Präsidenten einer "grossen persönlichen Leistung" zu verdanken. Diese bestand darin, dass sich der Beschuldige 2013 selbst anzeigte und reinen Tisch machte.