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Wir sind auf die Erforschung archäometallurgischer Prozesse spezialisiert. Die Analyse aller am Prozess beteiligten Materialien erlaubt es, Aussagen zum Prozessverlauf, der Ausbeute und der Prozesstemperatur zu machen. Die chemische Charakterisierung des Rohmetalls macht es möglich, vom Rohstoff auf die Produkte zu schliessen.
Die gute Kenntnis historischer Metallproduktionsprozesse sowie der Metallkorrosion kann auch in ganz anderen Gebieten erfolgreich angewandt werden. So etwa bei Echtheitsabklärungen oder der Reproduktion historischer Metallsorten im Experiment und für die Fertigung von Nachbauten.
Dienstleistung: In der anorganischen analytischen Chemie sind wir auf nachweisstarke Elementanalytik von Kleinstproben mittels induktiv gekoppelter Plasma-Massenspektrometrie (ICP-OES, ICP-MS und LA-ICP-MS) von historischen und prähistorischen Metallen spezialisiert. Viel Erfahrung haben wir mit der Charakterisierung von Silber, Eisen- und Kupferlegierungen. Je nach Fragestellung kommen weitere Methoden zum Zug (Computer-Tomographie, Metallographie, REM/EDX, WD-XRF, XRD etc).
Frühmittelalterliche Eisenmetallurgie: In den letzten Jahren lag ein Schwerpunkt in der Erforschung der frühmittelalterlichen Eisenmetallurgie im Schweizer zentralen Jura. An Hand von chemischen und metallographischen Untersuchungen an Schlacken und Eisenabfällen wurde festgestellt, dass der Eisenschwamm, das Produkt der Rennöfen, in den Schmieden direkt in Eisengegenstände umgearbeitet wurde, ohne Barren als Zwischenprodukt. Aus dem Eisengehalt und der Masse der Ausheiz- und Schmiedeschlacken sowie dem Zeitrahmen, während dem die Gehöfte in Develier-Courtételle JU bewohnt waren, liess sich ableiten, dass diese Schmiede im Frühmittelalter von supraregionaler Bedeutung war. Aus den metallischen Schmiedeabfällen wurde an Hand der chemischen Merkmale eine Eisensorte bestimmt, die auch in anderen Siedlungen im Jura im 7. Jh. verarbeitet wurde und die in diesem Distrikt vorherrscht. Metallographische und chemische Untersuchungen an Eisenfunden wie Messern und Werkzeugen gaben Aufschluss darüber, welche Gegenstände aus dieser Eisensorte hergestellt wurden und deshalb lokale Produkte sind (Kontakt: M. Senn, Partner: Office de la Culture, Section darchéologie et paléontologie, Porrentruy JU).
Anschliff-Atlas: Im Projekt MIFAC-metal zur gleichberechtigten Beschreibung von Metall und Korrosionsprodukten an archäologischen und historischen Proben wurden fast 30 Proben mit Schweizer Herkunft systematisch mit verschiedenen Methoden nachuntersucht (Metallographie, Elementverteilung und Kristallstruktur in der Korrosionsschicht). So ist ein Atlas entstanden, der den Zeitraum Bronzezeit bis 20.Jh. AD abdeckt und Einblick in die Entwicklung und Korrosion von Kupfer- und Eisenlegierungen sowie von Aluminium und Zink gibt (Kontakt: M. Senn, Partner: Haute Ecole Arc he-arc, Conservation Restauration, Neuchâtel)