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Erstmals seit etwa neun Jahren exportiert Russland wieder schwarzen Kaviar in die Europäische Union. Die nationale Fischereibehörde habe eine Lieferung von 150 Kilogramm der teuren Delikatesse aus Zuchtanlagen erlaubt, berichteten Medien in Moskau am Montag.
Damit solle Wilderern das Handwerk gelegt werden, die jährlich mit dem illegalen Verkauf von schwarzem Kaviar Hunderte Millionen Euro verdienten. Wilder Kaviar erzielt in Europa einen Preis je Kilogramm von rund 3700 Euro.
Von dem Verkauf verspricht sich Russland ausserdem mehr Arbeitsplätze in der Fischerei. Exportiert wird jedoch nur Kaviar aus Zuchtstationen. Seit Jahren bemüht sich Russland, Störe wieder in Flüssen wie der Lena oder dem Amur in Sibirien anzusiedeln. Zu Sowjetzeiten hatte Moskau nach Angaben der Regierungszeitung "Rossijskaja Gaseta" jährlich bis zu 1000 Tonnen des beliebten Fischrogens exportiert.
Untersagt bleibt der Export der Eier wild lebender Störe. Die kommerzielle Fang des wilden Störs ist in Russland seit 2006 verboten, um ihn vor der Ausrottung zu schützen. Im vergangenen Jahr einigte sich das Land mit den vier anderen Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres - Kasachstan, Aserbaidschan, Turkmenistan und Iran - zudem auf ein fünfjähriges Moratorium für den Fang des begehrten Kaviarfisches.
Angesichts des Fangverbots sind in den vergangenen Jahren aber zahlreiche Zuchtanlagen in Russland aufgebaut worden. Russland will wieder weltgrösster Kaviarexporteur werden: "Es ist möglich, pro Jahr 200 Tonnen Kaviar in den Zuchtanlagen zu produzieren", sagte der Sprecher. Die Nachfrage weltweit liege jährlich bei 350 bis 360 Tonnen.
SDA-ATS