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Es gibt über 360 Arten von Kopfschmerz. Jeder zehnte Mensch leidet explizit an Migräne. Was sind deren Kennzeichen? Was hilft dagegen? Antworten zum lästigen Phänomen.
Häufige Symptome sind: einseitige, pochende oder pulsierende Kopfschmerzen; Übelkeit und/oder Erbrechen; die Tatsache, dass Bewegung die Schmerzen verstärkt; Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Gerüchen; eine Aura: Rund 10 bis 20 Prozent der Migränebetroffenen leiden an einer Migräne mit Aura. Dazu gehören vor allem Sehstörungen wie Augenflimmern. Es können jedoch auch Lähmungserscheinungen oder Sprachstörungen auftreten, da sich das richtige Wort nicht immer findet. Eine Migräne wird nicht immer von einer Aura begleitet.
Nein. Migräne tritt in individuell unterschiedlichen Formen auf und kann bis zu drei Tagen dauern. Höchstens die Hälfte der Migräne-Betroffenen weiss, dass sie Migräne haben.
Das ist nicht vollständig erforscht. Eine genetische Neigung liegt nahe, denn in vielen Familien wird die Krankheit von Generation zu Generation weitergereicht. Wenn ein Elternteil Migräne hat, dann ist das Risiko für die Kinder fifty-fifty, dass sie ebenfalls betroffen sein werden. Leiden beide Eltern an Migräne, dann beträgt die Wahrscheinlichkeit für die Kinder 75 Prozent.
Rund jeder zehnte Mensch leidet an Migräne. Frauen sind doppelt so häufig davon betroffen wie Männer. Ein Grund dafür sind vermutlich die weiblichen Sexualhormone. Bei rund einem Drittel der Frauen beginnt die Migräne etwa zur Zeit ihrer ersten Menstruation. Bis zu 80 Prozent der betroffenen Frauen haben während einer Schwangerschaft weniger Migräne. Nach der Menopause lässt sie bei zwei Dritteln der Frauen nach.
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Häufig löst erst die Kombination mehrerer so genannter Trigger einen Migräneanfall aus: Stress; zu wenig Flüssigkeitsaufnahme; ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus – verursacht etwa durch Schichtarbeit; hormonelle Schwankungen wie Menstruation; Auslassen von Mahlzeiten; gewisse Medikamente; allenfalls bestimmte Nahrungsmittel. Um herauszufinden, was nun der Auslöser sein könnte, lohnt es sich, ein Migränetagebuch zu führen.
Die Schoggi war schuld, das Wetter, ein anstrengendes Training … ein Fünftel der von Migräne Geplagten glaubt zu wissen, was ihre Kopfschmerzen auslöst. Oft sind diese vermuteten Auslöser aber bloss die ersten Vorboten. Diese ersten Symptome können einer Migräne nämlich bis zu zwei Tagen vorausgehen. Dann bekommen manche Betroffene Lust auf Schokolade oder Salziges, sie werden durstig, müde, ihre Stimmung kippt oder andere Symptome treten auf. Bei knapp jedem Dritten sind solche Anzeichen der erste Hinweis auf die nachfolgende Migräne. Ein Kopfschmerztagebuch zu führen kann helfen, mehr herauszufinden.
Ein gesunder Snack am späten Abend kann morgendliche Migräneanfälle manchmal verhindern. Gut sind Kohlenhydrate mit hohem glykämischem Index, zum Beispiel Müesli oder Vollkornbrot, kurz vor dem Schlafen. Ein warmes, kohlenhydratreiches und stressfreies Frühstück hilft ebenfalls.
Es gibt über 360 Arten von Kopfschmerz. Viele Betroffene haben keine genaue Diagnose und so möglicherweise auch nicht die passende Behandlung, sagt Dr. Alexander Vierheilig, Leitender Arzt Medbase Winterthur Neuwiesen. Sie sind unterschiedlich stark und treten mit unterschiedlichen Symptomen auf. Die drei wichtigsten sind: Spannungskopfschmerzen, Migräne mit oder ohne Aura und Cluster-Kopfschmerzen. Bei der Migräne ist der Schmerz pochend und sehr stark. Bewegung verstärkt die Schmerzen. Kopfschmerzen treten im Unterschied zur Migräne ohne Begleiterscheinungen wie Augenflimmern oder auch Tränen wie etwa bei Clusterkopfschmerzen auf. Sie betreffen den ganzen Kopf oder beide Kopfseiten. Der Schmerz ist leicht bis mittelschwer und fühlt sich dumpf, drückend und beengend an. Ein Merkmal von Clusterkopfschmerzen ist, dass sie wie eine Attacke auftreten, heftig-bohrend sind und meist Augen und Schläfen auf einer Seite betreffen. Sie können mehrere Male pro Tag auftreten. Betroffene spüren einen Bewegungsdrang.
Die Vorgeschichte (Anamnese) der Erkrankten ist der erste Schritt. Migräneleidende werden zur Art ihrer Kopfschmerzen und den begleitenden Beschwerden befragt. Abklärungen, um andere Ursachen auszuschliessen können ein Elektroenzephalogramm (EEG), eine Computertomographie (CT) und/oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) sein.
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Bei der Akuttherapie kommen vor allem Schmerzmittel und Medikamente gegen Übelkeit zum Einsatz. Das Ziel: die Beschwerden sollen gelindert werden. Laut dem Kantonsspital Winterthur (KSW) sind je nach Schweregrad Aspirin, Dafalgan, Ibuprofen und sogenannte Triptane angezeigt. Diese Medikamente wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd. Triptane sind spezifische Migräne-Medikamente, die auch gefässverengend wirken sowie Begleitsymptome wie Übelkeit oder Erbrechen bekämpfen. Gegen die Aura hingegen zeigen sie keine Wirkung.
Zur Prophylaxe sollten zum einen die oben genannten Triggerfaktoren vermieden werden. Dabei helfen Entspannungsmethoden und eine Anpassung des Lebensstils. Die meisten Migräneanfälle ereignen sich vermutlich am Samstag, weil sich dann der sonst gelebte Rhythmus ändert. Wichtig für alle mit Migräneattacken ist ein gleichmässiger Ess- und Schlafrhythmus. Das heisst: Auch am Wochenende zur selben Zeit aufstehen wie sonst. Zum anderen können bei der Vorbeugung nach Absprache mit dem Arzt auch Medikamente eingesetzt werden.
Die nicht-medikamentöse Migräneprophylaxe ist mindestens genauso wirksam wie eine Vorbeugung mit Medikamenten. Neben Verhaltenstherapie und Entspannungsverfahren eignen sich auch Ausdauersport und Akupunktur zur Vorbeugung von Migräne. Idealerweise sollten eine medikamentöse und nicht-medikamentöse Prophylaxe kombiniert werden.
Nur wenige Menschen bekommen bei Wetterwechsel oder Föhn Migräne. Weltweit tritt die Migräne überall ungefähr gleich häufig auf. Das Klima scheint also keine grosse Rolle zu spielen. Rasche Wetterwechsel dagegen können bei einigen Menschen Migräne auslösen.
Quellen: