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Ich ging durch einen Wald, in dem jeder Stamm, jedes Blumengerippe, jedes Blatt mit einer Flamme aus Eis versehen war. Ästchen, kaum dicker als Zahnstocher, von fingerlangen Eis-Bordüren zum Erstarren gebracht, krachten wie zarte Kunstwerke aus Muranoglas unter meinen Füssen weg. Das Eisfeuer haftete an den Dingen wie jene Geschwindigkeitsstreifen, mit denen Comic-Zeichner andeuten, dass sich etwas mit grossem Tempo durch das Bild bewegt. In diesem Wald aber schien es, als sei die Zeit zu einem Stillstand gekommen, und hätte dabei an allem und jedem eine Art Bremsspur hinterlassen. Die Luft war erfüllt vom hellen Klirren, mit dem sich die Eisnägel von den Bäumen lösten, zu Boden fielen und über Haufen aus bereits gefallenen Eisstiften rutschten. Regen, Wind und Kälte hatten hier auf eine Weise zusammengespielt, die mir einzigartig vorkam. Ich erkannte die Welt nicht wieder, durch die ich mich hier bewegte – aber es kam mir wie ein unverschämtes Privileg vor, in diesem Moment an diesem Ort zu sein.
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