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Violinsonate Nr. 7 c-Moll, op. 30 Nr. 2
Patricia Kopatchinskaja, Violine
Joonas Ahonen, Klavier
Arnold Schönberg (1874-1951)
Fantasie für Violine und Klavier op. 47
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Violinsonate Nr. 7 c-Moll, op. 30 Nr. 2
Allegro con brio
Adagio cantabile
Scherzo. Allegro
Finale. Allegro – Presto
Live aufgezeichnet am 15. August 2020 in der Kirche Saanen
Das Repertoire der Geigerin Patricia Kopatchinskaja reicht von Barock und Klassik, oft gespielt auf Darmsaiten, bis hin zu neuen Auftragsarbeiten und Neuinterpretationen moderner Meisterwerke. Zu den Höhepunkten der letzten Spielzeiten gehörten Residenzen im Konzerthaus Berlin, beim Lucerne Festival, in der Londoner Wigmore Hall und beim Kissinger Sommer. Kammermusik ist für Patricia Kopatchinskaja von immenser Bedeutung. Regelmässig tritt sie mit den Pianisten Markus Hinterhäuser, Polina Leschenko und Anthony Romaniuk auf oder mit der Cellistin Sol Gabetta. Patricia Kopatchinskaja hat über 20 CDs aufgenommen mit Partnern wie Fazil Say, Polina Leschenko, Philippe Herreweghe, Gidon Kremer, Peter Eötvös, Teodor Currentzis und Heinz Holliger. Ihre Aufnahmen gewannen neben anderen Auszeichnungen eine Grammy-Nomination und einen Grammy-Award.
Die Bandbreite im künstlerischen Schaffen des finnischen Pianisten Joonas Ahonen reicht von der Interpretation der Werke Beethovens auf historischen Instrumenten bis zu Uraufführungen zeitgenössischer Musik. Ahonen wurde 2011 Mitglied des Klangforum Wien, wenige Jahre nach Abschluss seiner Ausbildung an der Sibelius Akademie. Seine Aufnahmen von Ligetis Klavierkonzert mit dem BIT20-Ensemble und Ives‘ Concordsonate bei BIS Records wurden von der Kritik begeistert aufgenommen. Jüngst war er mit dem Helsinki Philharmonic Orchestra, dem Finnish Radio Symphony Orchestra und dem BBC Symphony Orchestra zu hören und ging im Rahmen von Anne Teresa De Keersmaekers Produktion Achterland mit einer Auswahl von Ligeti-Studien auf Tournee.
Beethoven betitelte die meisten der zehn Sonaten, die er der Violine gewidmet hat, mit «Sonaten für Klavier und Violinbegleitung». Eine Bezeichnung, die täuscht: Die Violine spielt darin mitnichten eine untergeordnete Rolle als Begleitinstrument. Wie Mozart vor ihm, ist Beethoven schon bei den drei Sonaten Op. 12 darum bemüht, das Instrument zu emanzipieren, um aus ihm einen eigenständigen Partner im musikalischen Dialog mit dem Klavier zu machen. Diese «Aufteilung der Aufgaben» kommt besonders in den langsamen Sätzen dieses ersten Zyklus zum Ausdruck, wo die Violine nicht nur gewisse Themen, sondern abwechselnd mit dem Klavier auch Begleitmotive übernimmt. Beethoven spielte übrigens selbst Violine, und zwar gut genug, um in Bonn am Hof zeitweise als Bratschist beschäftigt zu werden. Er nahm in Wien auch ein paar Stunden bei seinem Freund Wenzel Krumpholz und wagte sich sogar daran, die eigenen Sonaten auf der Violine zu interpretieren – mit mässigem Erfolg allerdings, wie folgender Kommentar von Ferdinand Ries, der sonst ein grosser Bewunderer des Komponisten war, beweist: «Es war aber wirklich eine schreckliche Musik; denn in seinem begeisterten Eifer hörte er nicht, wenn er eine Passage falsch in der Applicatur einsetzte!»
Vor der monumentalen «Kreutzersonate» von 1803 und nach den Op. 23 und 24 entstehen drei weitere Violinsonaten, in denen der Komponist die schon in den ersten Takten der Ersten Sonate begonnene Erneuerung der musikalischen Sprache fortsetzt: die drei Sonaten Op. 30, die von Anfang an als ein Ganzes konzipiert waren und eine Antwort auf die immer zahlreicheren Anfragen der Verleger darstellten, insbesondere im Bereich der Kammermusik. Möglicherweise stammt die ursprüngliche Idee, neue Sonaten für Klavier «mit Violinbegleitung» zu schreiben, vom grossen Leipziger Verleger Breitkopf und Härtels. Doch als Beethoven ihm Ende April 1802 mitteilt, er habe drei Sonaten fertig gestellt, schlägt er das Angebot aus, da er es für zu teuer hält. Beethoven veröffentlicht das Opus 30 dann in Wien und versieht es mit einer Widmung an den Zaren Alexander I.