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Der Gaskessel in Bern ist eines der ältesten Jugendkulturzentren Europas. Seit den frühen 1970er Jahren finden dort regelmässig Konzerte, Theateraufführungen, Discos, Ausstellungen, Diskussionen, Filmnächte und viele weitere soziokulturelle Veranstaltungen statt.
Die gesamte Anlage befindet sich in den ehemaligen Gasreservoirs der Stadt Bern direkt neben der Aare und ist aufgeteilt in zwei sphärische Halbkugeln. Durch die sich wechselnden Bedürfnisse der Besucher, werden ständig bauliche Veränderungen an der eigenwilligen Architektur vorgenommen.
Betrieben wird der Gaskessel von einem Trägerverein, welcher mehrheitlich durch Jugendliche Vorstandsmitglieder geführt wird. Die Besitzerin der Liegenschaft ist die Stadt Bern.
Während der 1980er und 1990er Jahre konsumierten die Gäste zum Teile illegale und harte Drogen (Heroin, Kokain, LSD), doch zu Beginn des neuen Jahrtausends hat sich diese Angelegenheit auf den Genuss von Cannabis und Alkohol reduziert. Paradoxerweise wird im Gaskessel erst seit Mitte der 1990er Jahre Alkohol ausgeschenkt.
Der Gaskessel bietet auch vielen so genannten „randständigen“ Jugendlichen durch „Taglöhner-Projekte“ Arbeitstage mit konkreten Aufgaben und einem definierten Lohn. Daneben bietet der Gaskessel Jugendlichen aus der Region Bern Raum zur Selbstverwirklichung durch Konzertorganisationen, Kunst- und Theaterprojekte. Die Beitrittsschwelle zum Trägerverein wird deswegen bewusst tief gehalten. Dieses soziale Engagement wurde von der Bürgi-Willert-Stiftung im Sommer 2011 mit dem Sozialpreis ausgezeichnet.[1]
Mitte der 1980er Jahre war auch die alternative Wohnsiedlung Zaffaraya auf dem Areal des Gaskessels zugegen, bevor diese „Wohn-Träume“ durch die Polizei mit Tränengas und Schlagstöcken in die Nähe des Autobahnzubringers Bern-Neufeld verlegt wurden.