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(Buchführung), im allgemeinen jede Rechnungsführung, welche eine möglichst klare
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Einsicht in einen Vermögensstand gewähren soll; im kaufmännischen Sinn die in besonders dazu bestimmten Büchern und nach
gewissen Regeln bewerkstelligte Verzeichnung aller Geschäftsvorfälle, mittels deren man zu jeder Zeit von der Geschäftsführung
Rechenschaft zu geben und den Stand des Geschäfts im ganzen, bez. auch in seinen einzelnen Zweigen darzulegen vermag.
Sie soll jedoch nicht allein einen genauen Überblick über Vermögens- und Geschäftsverhältnisse und deren Änderungen,
sondern damit auch eine sichere Leitung der Unternehmung ermöglichen. Da sie als Beweismittel dient, verpflichtet auch die
Gesetzgebung den Kaufmann bei Meidung von Strafen in Fällen der Versäumnisse und der Nachlässigkeit zur ordnungsmäßigen
Buchhaltung (näheres s. unten).
Ursprünglich bestand wohl die Buchhaltung lediglich in einer einfachen Verzeichnung von Einnahmen und Ausgaben, von Forderungen und
Schulden, welche vorzugsweise den Zweck hatte, das Gedächtnis zu unterstützen. Dazu genügte ein einziges Buch, in welches
alle Geschäftsvorfälle, sowie sie sich ereigneten, eingetragen wurden. Als Entwickelung und Ausdehnung
[* 4] des Handels
eine übersichtliche Zusammenstellung aller schriftlichen Nachweise erheischten, kam man auf diejenige Methode, deren Erfindung
einem italienischenMönch, Luca Paciolo (1504), zugeschrieben und die daher als italienische oder, wegen ihrer Einrichtung,
als doppelte Buchhaltung bezeichnet wird. Dieselbe unterscheidet sich von der einfachen Buchhaltung durch die
Art des Eintrags der Geschäftsvorfälle. Bei der einfachen Buchhaltung wird jeder Geschäftsvorgang
nur einmal in Rechnung gebracht, indem dabei nur in Betracht kommt, ob die beteiligte Person zu dem Geschäftsherrn in das
Verhältnis des Gläubigers oder des Schuldners tritt.
Hierauf folgt die Beschreibung des Geschäftsvorfalls, deren Schluß der in die sogen. Geldkolumne auszuwerfende Betrag bildet.
Diese Bücher werden seitenweise geführt; blattweise, d. h. aus zwei einander
gegenüberstehenden Seiten, wird das Kassabuch geführt. Die linke Seite, das Soll, nimmt alle Einnahmen, die rechte Seite,
das Haben, alle Ausgaben in barem Geld auf. Am Schluß jeden Monats oder jeder Woche, in großen Bankgeschäften täglich, schließt
man das Kassabuch dadurch ab, daß man die Differenz zwischen Haben und Soll (den Kassabestand) der Ausgleichung
wegen in das Haben einstellt, um sie bei Eröffnung der neuen Rechnung wieder im Soll als Einnahme vorzutragen.
Oft werden Memorial und Kassabuch derart miteinander verbunden, daß in ersteres auch die Geldgeschäfte gebucht werden. Die
Eintragung der Geschäftsvorfälle in die genannten Bücher erfolgt, sowie sie sich ereignen; von diesen
werden dann diejenigen Posten, welche nicht durch Barzahlung reguliert worden sind, auf das Hauptbuch (Kontokorrentbuch) übertragen.
In diesem Buch errichtet man jedem Geschäftsfreund auf zwei einander gegenüberstehenden Seiten eine Rechnung oder ein Konto,
dessen linke Seite, Debet- oder Sollseite, die Schulden, dessen rechte Seite, Credit- oder Habenseite, das
Guthaben des Geschäftsfreundes nachweist.
Das Eintragen auf die Debetseite nennt man debitieren oder belasten, das auf die Habenseite kreditieren, gutschreiben oder
erkennen. Behufs der Errichtung eines solchen Kontos zieht man über beide Seiten einen wagerechten Strich (Kopflinie); etwas
über denselben kommt links das WortSoll (Debet; Sollen, Debent) zu stehen, dann folgen Name und Wohnort des
Geschäftsfreundes, rechts das WortHaben (Credit, Credunt). Beide Seiten eines Kontos tragen dieselbe Seitenzahl (dasselbe Folium).
Unterhalb der Kopflinie werden Kolumnen für Monat und Tag der Einschreibung, für den Text des Postens sowie für den Geldbetrag
und für das Folium des Buches errichtet, aus welchem der Übertrag erfolgt. Der Unterschied der Summen von
Soll und Haben ist der Saldo der Rechnung, den der Geschäftsfreund schuldet, wenn das Soll, den er dagegen guthat, wenn das
Haben größer ist.
Die doppelte Buchhaltung bucht jeden Geschäftsvorgang auf zwei verschiedene Konti, indem sie jedem Schuldner seinen Gläubiger und
umgekehrt ebenso jeder Ausgabe die für dieselbe erfolgte Einnahme gegenübersteht. Was dem einen Konto, welches etwas erhalten
hat, oder für welches eine Ausgabe gemacht worden ist, debütiert wird, das wird hierbei dem andern,
dem Gegenkonto, welches jenen Gegenstand abgeliefert oder eingebracht hat, kreditiert. Demgemäß wird nicht allein für
jede Person, welche mit dem Geschäft verkehrt, sondern auch für jeden Besitzteil, jeden Geschäftszweig, welcher Einnahmen
oder Ausgaben, Gewinn oder Verlust bewirkt, ein Konto eröffnet.
Man unterscheidet hiernach die persönlichen (personellen) oder Personenkonti, welche über die zwischen
der Firma und ihren Geschäftsfreunden abgeschlossenen Geschäfte, und die unpersönlichen (impersonellen) oder Sachkonti,
auch Hilfskonti oder tote Konti genannt, welche für Sachen errichtet werden. Zunächst wird für den Geschäftsinhaber das
Kapitalkonto eröffnet, in welchem ihm das eingebrachte Handelsvermögen gutgeschrieben wird. Mit den entsprechenden
Beträgen werden dagegen die Konti belastet, welche für die einzelnen Bestandteile der Aktiva errichtet
werden, so das Kassakonto für das bare
Geld, das Warenkonto für die Waren, das Wechselkonto für die Wechsel, das Effektenkonto
für die öffentlichen Kreditpapiere, die Konti für etwa eingebrachte Forderungen an andre (Personenkonti), das Mobilien- und
Immobilienkonto, das Fabrikationskonto etc. Als Debitor tritt dagegen das Kapitalkonto auf für die eingebrachten
Passiva denjenigen Konti gegenüber, welche den einzelnen Bestandteilen des Passivums errichtet werden.
Dies sind wiederum Personenkonti für die eingebrachten Gläubiger und, soweit laufende Tratten auf den Geschäftsinhaber oder
von ihm ausgestellte eigne Wechsel zu den Passiven gehören, das sogen. Acceptationskonto. Diese Konti
werden auf dem Hauptbuch eröffnet, dessen formale Einrichtung der des Hauptbuches der einfachen Buchhaltung gleich ist. Im Lauf des
Geschäftsbetriebs wird nun jeder Geschäftsvorfall dem oben ausgesprochenen Grundsatz gemäß behandelt;
demnach ist z. B.
für einen Wareneinkauf auf Zeit Debitor das Warenkonto, Kreditor der Verkäufer;
für eine auf den Geschäftsinhaber ausgestellte (und von diesem
genehmigte) TratteDebitor der Aussteller, Kreditor das Acceptationskonto;
wird eine solche Tratte eingelöst, so ist das Kassakonto,
weil es das Geld liefert, der Kreditor, das Acceptationskonto, zu dessen Lasten die Zahlung erfolgt, der
Debitor etc. Einige Konti weisen nur Gewinn oder Verlust nach, wie das Interessenkonto, das Haushaltungskonto, das Handlungsunkostenkonto;
wieder andre saldieren sich nicht allein durch Bilanz, sondern ergeben auch Gewinn, wie das Warenkonto,
Effektenkonto, Wechselkonto etc. Wie die einfache Buchhaltung, so hat auch die doppelte
ein Memorial, in welchem bei jedem Posten sowohl der Schuldner als auch der Gläubiger angegeben werden, ein Kassabuch, in welchem
auf der Sollseite bei jedem Posten das Konto angegeben wird, dem die betreffende Summe gutzuschreiben, auf der Habenseite
das Konto, das mit ihr zu belasten ist.
Aus diesen Büchern erfolgt am Schluß des Monats der Übertrag auf das Hauptbuch entweder
direkt oder durch Vermittelung eines lediglich dazu bestimmten Buches, das den NamenJournal führt. In demselben werden, indem
jedem Debitor die entsprechenden Kreditoren und umgekehrt gegenüberzustehen kommen, die in den Vorbüchern
zerstreuten Posten systematisch zusammengestellt, wodurch der Übertrag in das Hauptbuch vereinfacht wird. Da nun das Hauptbuch
mit seinen für den Zweck, nach der monatlichen Übertragung den Saldo jedes Kontos nachzuweisen, gemachten summarischen Eintragungen
eine fortlaufende Übersicht der Rechnungsverhältnisse mit den Geschäftsfreunden nicht gestattet, so verschafft man sich
diese durch Führung des Kontokorrentbuchs, in welchem jeder Geschäftsfreund ein Konto erhält, und in das die Posten wie im
Hauptbuch der einfachen Buchhaltung eingetragen werden. Im Warengeschäft wird das vorzüglich im Wechselgeschäft
übliche Kontokorrentbuch auch wohl durch ein Debitorenbuch und Kreditorenbuch ersetzt. Der gesamte Inhalt des Kontokorrentbuchs
wird im Generalkonto, dem Kontokorrentkonto, dargestellt, dessen Saldo beim Abschluß genau mit dem Unterschied
zwischen den Debet- und Creditsaldos des Kontokorrentbuchs hiernach übereinstimmen muß. Da jeder Betrag gleichzeitig einem
Konto zur Last und einem andern
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