Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03621.jsonl.gz/2569

Das Wachstum einer Volkswirtschaft hängt auf längere Frist stark von der Innovationsfähigkeit der Unternehmen ab. Um diese beurteilen zu können, führt die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF ETH) seit 1990 regelmässig eine Erhebung bei über 6000 Firmen durch. Im Folgenden präsentieren wir Resultate zu folgenden Fragen: Wie entwickelte sich die Innovationsleistung der Schweizer Wirtschaft in den letzten 15 Jahren? Welche Faktoren behinderten in dieser Zeit die Innovationstätigkeit? Warum forscht und entwickelt die Wirtschaft zunehmend auch im Ausland? Wie innovativ sind Schweizer Firmen – insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen KMU – im Vergleich zum Ausland? Und wie kann die Politik die Innovationsfähigkeit der Firmen stärken?
Entwicklung seit 1990
Der Anteil von Firmen, die am Markt bzw. im Betrieb Innovationen (Produktbzw. Prozessneuerungen) einführten, nahm in der Industrie seit 1991/1993 kontinuierlich ab. Allerdings verlangsamte sich dieser Rückgang seit 2000/2002 (siehe Grafik 1). Bereits seit 1997/1999 stabilisierte sich der Anteil der Firmen, die Forschung und Entwicklung (F&E) betrieben und Patente angemeldet haben, wenn auch auf tiefem Niveau. Letzteres gilt auch für die Dienstleistungen. Hingegen nahm in diesem Sektor der in den 90er Jahren konstant hohe Anteil innovierender Firmen in jüngster Zeit markant ab. Um die Entwicklung der Innovationsperformance beurteilen zu können, spielt neben der Häufigkeit auch die Intensität, mit der die Unternehmen Innovationen vornehmen, eine Rolle. Sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor wurde in der Periode 2003/2005 ein weit geringerer Anteil des Umsatzes für Innovationsaktivitäten aufgewendet als in den bisher besten Jahren 1991/1993. Der negative Trend schien zwischen 1997/1999 und 2000/2002 gebrochen, setzte sich aber in der Folge wieder fort. Die Zusammensetzung der Innovationsausgaben verschob sich im Laufe der Jahre von den eher auf eine Verstärkung der Grundlagen zielenden F&E-Aktivitäten auf die anwendungsnäheren Ausgabenkomponenten Konstruktion/Design und innovationsorientierte Folgeinvestitionen (z.B. Marktabklärungen für ein neues Produkt). Noch günstiger entwickelte sich der Umsatzanteil innovativer Produkte (Angaben nur für die Industrie), der nach einem deutlichen Rückgang seit 2002 wieder leicht gestiegen ist (siehe Tabelle 1).
Innovationshemmnisse haben an Bedeutung eingebüsst
In der Periode 2003/2005 waren in der Industrie wie auch bei den Dienstleistun-gen – in dieser Reihenfolge – vier Gruppen von Hemmnissen von Bedeutung (siehe Tabelle 2): Kosten- und Risikoaspekte, Finanzierungsschwierigkeiten sowie – mit bereits deutlichem Abstand – ein Mangel an F&E- und Fachpersonal (nur Industrie) und einzelne staatliche Regulierungen (Planungs-/Bauvorschriften, Umweltgesetzgebung, allenfalls auch noch hohe Steuern). Die Mehrzahl der staatlichen Regulierungen – Beschränkung des Zutritts zum EU-Markt, restriktive Arbeitsmarktregelungen für Ausländer, Regulierung von Produktmärkten im Inland – und eine zu geringe staatliche Forschungs- und Innovationsförderung scheinen hingegen die Innovationstätigkeit nur selten zu behindern. Die Desaggregation der Resultate nach Unternehmensgrösse und Branchen liefert praktisch keine Hinweise auf zusätzliche Hindernisse. Eine Ausnahme bilden lediglich besonders ausgeprägte Finanzierungsengpässe bei kleinen Firmen. Im längerfristigen Trend haben die Innovationshemmnisse – von Ausnahmen abgesehen (Innovationskosten, Finanzierungsrestriktionen) – stark an Bedeutung eingebüsst. Angesichts des mittlerweile niedrigen Anteils von Firmen, deren Innovationsaktivitäten substanziell gehemmt werden, kann nicht (mehr) von einer strukturell bedingten Behinderung gesprochen werden. Zudem sollten die zum Zeitpunkt der Innovationserhebung 2005 noch beträchtlichen Finanzierungsschwierigkeiten im Laufe des gegenwärtigen Konjunkturaufschwungs spürbar gemildert werden. Im Gegensatz zu früher ist zudem kaum damit zu rechnen, dass im Zuge des Aufschwungs die Innovationsaktivitäten in grösserem Ausmass durch Engpässe bei (hoch)qualifiziertem Personal behindert werden (freier Personenverkehr mit der EU). Diese relativ günstige Einschätzung soll jedoch die Wirtschaftspolitik nicht davon abhalten, die staatlich bedingten Innovationshemmnisse weiter zu reduzieren und das inländische Angebot von Humankapital auszudehnen.
Weshalb hat die Innovationsleistung im Trend abgenommen?
Zur Erklärung des Rückgangs der Innovationsleistung seit 1991/1993 kommen einerseits strukturelle Faktoren in Frage (staatliche Regulierungen, verstärkter Wettbewerbsdruck im Zuge der Globalisierung usw.). Anderseits könnte die zwischen 1991 und 2003 über weite Strecken ungünstige gesamtwirtschaftliche Entwicklung eine Rolle gespielt haben. Was lässt sich zur relativen Bedeutung dieser beiden Erklärungsmomente sagen?
Konjunkturelle Effekte
Konjunktur und Investitionen in Innovationsaktivitäten scheinen recht stark zu korrelieren, wie die folgende Skizze der Entwicklung seit den frühen 90er Jahren zeigt: Geht man von der durchaus plausiblen Annahme einer leichten Verzögerung gegenüber der Konjunkturentwicklung aus, erfolgte der generelle Rückgang des Einsatzes von Ressourcen für Innovationsaktivitäten zwischen 1991/1993 und 1997/1999 im Einklang mit der anhaltenden wirtschaftlichen Schwächeperiode des Zeitraums 1991 bis 1997. Gegenüber dem bis 2000/2001 dauernden Aufschwung erneut leicht verzögert, stabilisierten sich zwischen 1997/1999 und 2000/2002 die Innovationsaufwendungen. Auch der neuerliche Rückgang der Innovationsausgaben im Zeitraum 2000/2002 bis 2003/2005 ist mit der konjunkturellen Entwicklung nach Beendigung des erwähnten Aufschwungs einigermassen kompatibel. So dauerte die Rezession ab 2001 recht lange, und die konjunkturelle Erholung ab dem 2. Halbjahr 2003 wurde nochmals unterbrochen (Irakkrieg), bis sie sich dann ab Anfang 2005 endgültig durchsetzte und in ein kräftiges Wachstum mündete. Vor diesem Hintergrund ist die Schwäche der Innovationsausgaben in der Periode 2003/2005 nicht so überraschend.
Strukturelle Faktoren
Die skizzierte Entwicklung spricht für die konjunkturelle Bedingtheit der insgesamt negativen Entwicklung der Innovationstätigkeit in den letzten 15 Jahren. Damit wird jedoch nicht ausgeschlossen, dass auch strukturelle Faktoren eine Rolle gespielt haben. So könnten die in seit 1991/1993 anhaltenden Schwierigkeiten bei der Finanzierung von Innovationsprojekten auf eine strukturelle Kompression der Margen im Zuge des verschärften internationalen Wettbewerbs (Globalisierung) – allenfalls auch der etwas geringer gewordenen Konkurrenzbeschränkungen im Inland – zurückzuführen sein. Andererseits hätten sich gewisse strukturelle Veränderungen eigentlich positiv auf die Innovationstätigkeit auswirken müssen. Zu erwähnen ist insbesondere die starke Lockerung der Zugangsbeschränkungen für ausländische (qualifizierte) Arbeitskräfte, insbesondere mit dem Abkommen mit der EU zum freien Personenverkehr. Dass auch die übrigen staatlichen Innovationshemmnisse – mit den erwähnten Ausnahmen – an Bedeutung eingebüsst haben, müsste die Innovationsneigung ebenfalls gestärkt haben. Insgesamt ist es vor allem die Konjunkturentwicklung, die erheblich zum Rückgang der Innovationstätigkeit zwischen 1991/1993 und 2003/2005 beigetragen hat. Strukturelle Faktoren (verschärfter Wettbewerb) dürften ebenfalls eine gewisse Rolle gespielt haben. Da sich der gegenwärtige Konjunkturaufschwung noch einige Zeit fortsetzen wird, stehen die Chancen gut, dass die Innovationstätigkeit wieder zunehmen wird.
F&E-Aktivitäten an ausländischen Standorten
Zwischen 2000/2002 und 2003/2005 nahm die Zahl schweizerischer Unternehmen, die auch im Ausland in F&E investieren, einem längerfristigen Trend folgend, von 15% auf 21% zu. Dieser Anstieg weckte die Befürchtung, dass F&E-Kapazitäten zunehmend ins Ausland verlagert werden (Substitutions-Hypothese). Indessen wird auch die Gegenthese vertreten, wonach F&E-Aktivitäten im Ausland dazu dienen, die ausländischen Märkte besser zu erschliessen und die spezifischen Wissensvorteile ausländischer Standorte zu nutzen (Komplementaritäts-Hypothese).
Motive für eine Auslandspräsenz
Als treibende Kraft hinter dem stark gewachsenen Auslandsengagement erweisen sich marktorientierte Motive, die darauf abzielen, die in der Schweiz entwickelten Produkte im Ausland an die lokalen Märkte anzupassen, um diese besser erschliessen zu können. Dieses Motiv steht insbesondere bei grossen Unternehmen, die in quantitativer Hinsicht die ausländischen F&E-Investitionen prägen, mit Abstand an erster Stelle. Das marktorientierte Motiv, das für die Komplementaritäts-Hypothese spricht, hat gegenüber 2000/2002 an Bedeutung sogar noch gewonnen. Dasselbe gilt jedoch auch für das Motiv, durch die Auslandspräsenz die F&E-Kosten zu senken, das hinter der Substitutionshypothese steht. Allerdings ist das Kostenmotiv noch immer bei weitem nicht so häufig wie das Marktmotiv, ist aber auch für die Grossunternehmen, für die es früher weit gehend bedeutungslos war, wichtiger geworden. Das Motiv, im Ausland spezifisches Wissen zu erwerben, um es zur Stärkung der einheimischen Wissensbasis zu nutzen, ist zwar etwas verbreiteter als das Kostenmotiv, aber bei weitem nicht so häufig wie das Marktmotiv (siehe Tabelle 3).
Internationaler Vergleich der Innovationsaktivitäten
Das in Grafik 2 dargestellte Gesamtbild Das internationale «Benchmarking» ist auf Europa beschränkt, da nur in der EU Innovationsumfragen («Community Innovation Survey») durchgeführt werden, die mit unserer Erhebung vergleichbare Daten liefern. beruht auf dem Durchschnitt der Ränge, die ein Land bei den sieben in Tabelle 4 aufgeführten Innovationsindikatoren erreichte (je tiefer die Rangziffer, umso besser die Innovationsleistung). Die berücksichtigten Einzelindikatoren decken alle Phasen des Innovationsprozesses (input-, output- und markt-ergebnisorientierte Messgrössen) ab. Aus der Grafik geht hervor, dass die Schweiz – dicht gefolgt von Schweden und Deutschland – den ersten Rang einnimmt. Danach folgen Grossbritannien und Dänemark, während die nachfolgenden Länder bereits deutlich zurückliegen. Die Schweiz, Deutschland und Finnland schneiden in der Industrie besonders gut ab, während die Innovationsleistung in Grossbritannien, Italien und Österreich ihren Schwerpunkt bei den Dienstleistungen hat.
Schweiz: Innovationen sind häufig, Marktorientierung ist ausgeprägt
Die im Durchschnitt führende Position der Schweiz beruht in erster die Linie darauf, dass sehr viele Unternehmen Innovationen realisieren (Rang 2), firmeninterne F&E betreiben und F&E-Aufträge extern vergeben (je Rang 1). Bei den Ausgaben für Innovationen und F&E der innovierenden Firmen liegt die Schweiz nicht ganz vorn (Rang 3 bzw. 4). Bei den beiden marktorientierten Indikatoren «Umsatzanteil mit innovativen Produkten» liegt die Schweiz auf Rang 1, wenn es sich um Produkte handelt, die für den Betrieb neu sind. Nicht ganz so weit vorne rangiert sie bei Marktneuheiten (Rang 3).
Wissensnetzwerk als strukturelle Stärke des «Innovationssystems Schweiz»
Die ausgezeichnete Innovationsleistung der Schweizer Wirtschaft wird durch ein im internationalen Vergleich dicht geknüpftes Netz von F&E-Kooperationen gestützt. Die Schweizer Firmen sind – zusammen mit denjenigen Frankreichs und der Niederlande – nur wenig hinter den skandinavischen Ländern am stärksten in solche Kooperationen eingebunden. In Finnland und in der Schweiz ist das Wissensnetzwerk am stärksten international orientiert, und Partnerschaften zwischen Hochschule und Privatwirtschaft sind besonders häufig. Diese beiden Merkmale des Wissensnetzwerks stellen eine strukturelle Stärke des «Innovationssystems Schweiz» dar.
Veränderung der relativen Innovationsposition der Schweizer Wirtschaft seit 1993
Im Laufe der 90er Jahre büsste die Schweiz ihren anfänglich grossen Vorsprung gegenüber den nächstplatzierten Ländern weit gehend ein. Gemessen am Anteil der Firmen mit Innovationen musste sie schliesslich sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor den ersten Platz an Deutschland abtreten (siehe Tabelle 5); sie liegt aber immer noch auf Platz zwei (gemäss dem auf mehreren Indikatoren beruhenden Gesamtranking in Grafik 2 noch immer knapp an der Spitze). Im Dienstleistungssektor, in welchem die Schweiz seit 2000/2002 eine stark rückläufige Innovationsleistung verzeichnete, machten die EU-Länder besonders viel Boden gut, während der Aufholprozess der anderen Länder in der Industrie relativ schwach ausfiel. Fasst man die Entwicklung der beiden Sektoren zusammen, so waren in den letzten zehn Jahren Deutschland und Finnland die grossen Gewinner, mit einem gewissen Abstand gefolgt von Schweden und Dänemark.
Innovationshemmnisse: Wenige Schweizer Besonderheiten
Die Innovationshemmnisse insgesamt unterscheiden sich sowohl innerhalb der EU als auch zwischen der Schweiz und der EU nur gering. Lediglich Finnland und die Niederlande profitieren von einem merklich günstigeren Innovationsklima. In allen Ländern fallen als Hemmnisse insbesondere hohe Innovationskosten und ein Mangel an (internen) Finanzmitteln ins Gewicht, wobei in der Schweiz Finanzierungsprobleme – relativ gesehen – im Vordergrund stehen. Vergleichsweise günstig ist die Situation in der Schweiz hinsichtlich der Verfügbarkeit von hoch qualifiziertem Personal (Immigration!).
Schlussfolgerungen für die Politik
Aufgrund der Analyse kristallisieren sich die folgenden Ansatzpunkte zur Verbesserung der Innovationsfähigkeit schweizerischer Unternehmen heraus: – In der Schweiz wird die Innovationstätigkeit grundsätzlich durch günstige Rahmenbedingungen unterstützt. – Ein wesentlicher Aspekt der Verbesserung der Rahmenbedingungen ist die Öffnung bisher geschützter Märkte. Dadurch liessen sich Ressourcen freisetzen, die – sofern sie zur Finanzierung von «Zukunftsinvestitionen» verwendet werden – zur Verbesserung der Innovationsleistung der Schweizer Wirtschaft beitragen würden. – Die Innovationstätigkeit wird trotz wesentlicher Verbesserungen in Teilbereichen noch immer durch restriktive Regulierungen (z.B. Planungs- und Umweltgesetzgebung) behindert. Generell und besonders in diesen Bereichen sind Verbesserungen mit möglichst marktkonformen Mitteln und auf administrativ einfache Weise wünschenswert. – Der Mangel an hoch qualifiziertem Personal scheint als Innovationshemmnis dank Immigration (freier Personenverkehr mit der EU) an Bedeutung verloren zu haben. Es wäre indes falsch, deshalb die Stärkung der einheimischen Humankapitalbasis zu vernachlässigen. – Die Innovationsförderung sollte noch stärker als bisher auf kleine Firmen fokussiert werden, da vor allem diese – u.a. aufgrund von Unvollkommenheiten des Kapitalmarkts – unter strukturellen Finanzierungsrestriktionen leiden.
Grafik 1 «Innovationsaktivitäten 1988/1990 bis 2003/2005»
Grafik 2 «Durchschnittlicher Rang aus den verfügbaren Innovationsindikatoren»
Tabelle 1 «Anteil innovativer Produkte am Umsatz; Industrie 1994/1996 bis 2003/2005 (in %) Basis: Innovative Firmen»
Tabelle 2 «Innovationshemmnisse 1988-1990 bis 2003-2005»
Tabelle 3 «Motive für F&E-Aktivitäten im Ausland, 2003-2005 Anteil der Firmen in %, die dem jeweiligen Motiv eine hohe Bedeutung beimessen; Werte 4, 5 auf einer fünfstufigen Likert-Skala»
Tabelle 4 «Innovationsleistung im internationalen Vergleich»
Tabelle 5 «Veränderung der Innovationsleistung, 1993–2004»
Kasten 1: Bericht zur Innovationsumfrage Der vorliegende Beitrag basiert auf dem Bericht zur 6. Innovationsumfrage, welche die KOF ETH mit ihrem Unternehmenspanel im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) im Herbst/Winter 2005/06 durchführte. Bezugsquelle: <email-pii>, S., Hollenstein, H., Kubli, U., Sydow, N., und M. Wörter (2007): Innovationsaktivitäten in der Schweizer Wirtschaft. Eine Analyse der Ergebnisse der Innovationserhebung 2005, Strukturberichterstattung Nr. 34, Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), Bern.Weiterührende Literatur:Arvanitis, S und H. Hollenstein (2007): Determinants of Swiss Firms‘ R&D Activities at Foreign Locations: An Empirical Analysis Based on Firm-level Data, in: G.R.G. Benito and H.R. Greve (Eds.), Progress in International Business Research, Amsterdam: Elsevier
Kasten 2: In keinem Land sind die KMU so innovativ wie in der Schweiz Im internationalen Vergleich schneidet die Schweiz bezüglich Innovationsleistung bei den KMU besonders gut ab. Sowohl bei den kleinen als auch den mittelgrossen Unternehmen steht sie an der Spitze, während sie bei den grösseren Unternehmen im hinteren Mittelfeld platziert ist. Dieses Resultat bedeutet, dass in der Schweiz ein Grossteil der Firmen – basierend auf eigenen Innovationsaktivitä-ten – befähigt ist, firmenexternes Wissen aufzunehmen und in ihre eigenen Neuerungen zu integrieren. Andererseits sind viele Unternehmen in der Lage, mit technologisch hochwertigen Spezialprodukten auf dem Weltmarkt erfolgreich Marktnischen zu besetzen. Die Kombination eines im internationalen Vergleich sehr innovativen KMU-Sektors und einiger grosser multinationaler Firmen ist eine strukturelle Stärke des «Innovationssystems Schweiz».