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David Aebischer spielt jetzt Golf und geht aus
Der Freiburger Eishockey-Goalie nach seinem Nicht-Aufgebot für die WM in Finnland
Das Team von David Aebischer, Colorado Avalanche, ist in den Playoff-Achtelfinals der NHL ausgeschieden. Die Schweizer Eishockey-Nation rechnete damit, dass der Freiburger Goalie für die WM in Finnland aufgeboten würde. Aber Nationaltrainer Ralph Krueger dachte nicht im Geringsten daran.
Mit DAVID AEBISCHER
sprach GUIDO BIELMANN
David Aebischer, Sie haben sich gestern mit Wut im Bauch über Ihre Nichtnomination geäussert. Hat sich ihre Wut etwas gelegt?
Sicher hat sich die Wut etwas gelegt. So ist es eben. Das Leben geht weiter.
Wie schätzen Sie Ihre Form zurzeit ein, nachdem sie in den vergangenen Wochen wenig Einsätze gehabt haben?
Eigentlich habe ich mich in letzter Zeit sehr gut gefühlt. Ich denke, ich wäre für die WM bereit gewesen.
Haben Sie überhaupt mit dieser Absage von Nationaltrainer Krueger gerechnet?
Ich habe damit gerechnet, dass ich aufgeboten werde.
Aber Sie hatten diese Saison noch überhaupt keinen Kontakt mit Krueger. War das kein Indiz?
Das ist ein Punkt, zu welchem ich nicht viel sagen kann. Darauf müsste schon Krueger antworten.
Wie sehen Ihre nächsten Wochen aus, denn Ihre Saison ist mit dem Ausscheiden von Colorado in der NHL zu Ende?
Die Saison ist für mich noch nicht ganz fertig. Ich treffe mich noch mit einigen Spielern, gehe etwa mit ihnen essen. Dann will ich noch etwas Golf spielen. Am Montag beginne ich wieder mit Trainieren. Im Juni gehe ich für zwei, drei Wochen in die Ferien.
Kommen Sie auch in die Schweiz zurück?
Ja, aber erst im Juni, wenn ich Ferien machen werde, reise ich in die Schweiz zurück.
Sie beginnen bereits am Montag wieder mit dem Trainieren. Machen Sie keine Pause?
Doch, im Juni, wenn ich Ferien mache. Jetzt trainiere ich noch, damit die Form nicht sehr abnimmt. Im Juli und August ist dann das Training happig.
Welchen Stellenwert hat bei Ihnen das Eishockey im Vergleich zu Ihrer Anfangszeit 1997 in den USA?
Eigentlich hat sich nichts verändert. Ich habe immer gerne Eishockey gespielt. Es ist mein Beruf und gleichzeitig auch meine Passion. Von daher hat sich nichts geändert.
Sie sind einer der besten, wenn nicht der beste Goalie in der Schweiz und können wenig spielen. Wie gehen Sie damit um? Noch keine Ermüdungserscheinungen?
Ich möchte sicher gerne mehr spielen. Ich denke, dass ich früher oder später eine Chance als Goalie Nr. 1 bekomme. Wenn ich hier in der NHL bin, heisst das, dass ich zu den sechzig besten Goalies der Welt gehöre. Aus dieser Optik bin ich mit meiner Situation und mit dem, was ich bisher geleistet habe, zufrieden.
In welcher Beziehung haben Sie sich als Spieler verbessern können?
Ich denke in jeder Beziehung. Aber am meisten konnte ich mich in der Arbeit mit der Scheibe und vor dem Goal steigern, aber auch in der Zusammenarbeit mit den Verteidigern.
Wie sieht Ihre Situation bei Colorado nächste Saison aus? Können Sie dies bereits abschätzen?
Ich weiss dazu noch überhaupt nichts. Es ergibt sich in ein paar Monaten, wie entschieden wird.
Bleiben Sie im Team, oder kommen Sie allenfalls zu einem Farmteam?
Ich glaube eher, dass ich hier im Team von Colorado Avalanche bleiben werde.
Wenn Sie heute von einem Schweizer Club ein Spitzenangebot erhalten würden, was würden Sie sagen?
Nein, danke.
Sie sind seit 1997 in den USA. Könnten Sie sich überhaupt noch ein Leben in der Schweiz vorstellen?
Sicher, schon. Es gefällt mir zwar gut hier in den USA. Aber ich bin in der Schweiz aufgewachsen. Wenn ich zurückkommen würde, hätte ich sicher keine Probleme, in der Schweiz zu leben.