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Bild „Ohrenrelief“ und nachstehender Text von Ulrich Rothe, omu-music.de:
„Menschliches Raunen
Fast unscheinbar steht das Ohrenrelief im Museum für Kunst und Gewerbe in einer Vitrine der neu gestalteten Antikensammlung: 29 cm hoch, 24 cm in der Breite und aus graubraunen Marmor. Dieses griechische Weiherelief reiht sich durch eine großzügige Schenkung, in die Sammlung des Museums ein. Was in der Ausstellung singuläre Bewunderung hervorruft, evoziert aber eine Vielzahl von Fragestellungen, die einige Grundmotive für den Aufsatz andeuten. Worauf verweisen zwei reliefartig ausgearbeitete Ohren? An welchen Orten und zu welchem Zweck wurden sie hergestellt und nicht zuletzt: Welche Bedeutung hatte das Hören in der antiken Welt?“
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Ein Kaufmann aus Mexiko-Stadt wollte Freunde auf einer Hazienda besuchen. Es war eine mühsame Reise. Die Strassenverhältnisse waren schlecht und nur mit grösster Aufmerksamkeit liess sich ein Unfall vermeiden. Endlich kam der Kaufmann im Hochland in ein Dorf. Dort machte er Rast.
Ein Indio sass da vor seiner Hütte und war mit dem Flechten eines Korbes beschäftigt. Dem Kaufmann gefiel der Korb und er fragte nach dem Preis.
«50 Pesos, Senior», antwortete der Mann. Das war billig, und schon regte sich der Geschäftssinn des Kaufmanns. Er rechnete aus, dass solche Körbe mit viel Gewinn in der Hauptstadt zu verkaufen seien.
«Und was würden zwanzig Körbe kosten?», fragte er den Korbflechter.
«100 Pesos das Stück, Senior», war die Antwort.
«Aber wenn ich dir so viele abnehme, müsstest du doch billiger sein.»
«O nein, Senior, einen Korb zu machen, das ist Freude, Vergnügen, aber zwanzig Körbe zu machen, ist keine Freude, sondern viel, viel Arbeit.»
Anonymus