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Deuter
Firmenportrait
Die Firma Deuter wurde 1898 von Hans Deuter gegründet. Deuter gründet die „ Mechanische Segeltuch- und Leinenweberei“, Augsburg-Oberhausen. Schon bald beliefert das Werk die königlich-bayrische Post mit dem Gesamtbedarf an Briefbeuteln und Säcken. Mit dem Verleih von Grossraumzelten eröffnete Deuter 1905 ein neues, weiteres Geschäftsfeld.
Kurze Zeit später folgt bereits der erste Grossauftrag. Tornister, Rucksäcke, Lager- und Stallzelte werden in zunehmenden Umfang auch für den Heeresbedarf gefertigt. 1909 erweitert Hans Deuter die Geschäftsfelder um die Bereiche Koffer und Lederwaren und benennt die Firma in Hans Deuter um. Die Sackfabrikation wird als Aktiengesellschaft ausgegliedert. Der Zeltvermietbestand erreicht die 10.000 qm Grenze. Zum ersten Mal stehen Deuter-Zelthallen auf dem Oktoberfest.
1928 wird die Ausstattung namhafter Expeditionen mit Deuter-Produkten zur wichtigen Tradition. Auf der Pamir Expedition des Hochgebirgsforschers Willi Rickmer wurde das gesamte Team mit Deuter Rucksäcken, Tragesäcken, Planen und Zelte ausgestattet. 1934 bewährten sich erstmals Tauern Rucksäcke bei der legendären Nanga Parbat Expedition und 1938 durchstieg Anderl Heckmair erstmals die Eiger Nordwand, ausgerüstet mit einem Deuter Rucksack. 1939 werden Ausrüstungsgegenstände und Zelte für die Wehrmacht gefertigt. Die Fertigung lastet das Werk vollständig aus. 1953 trug Hermann Buhl auf seinem berühmten Alleingang bei der Erstbesteigung des Nanga Parbat (8.125 m) einen Tauern Rucksack. Neben Deuter Rucksäcken, von denen einige probeweise aus der Kunstfaser Perlon gefertigt sind, gehören auch Tragesäcke und Zelte zur Expeditionsausrüstung.
Wenige Jahre später wird das Familienunternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Das Unternehmen heisst von nun an „Deuter Industriewerke AG-Augsburg“. Der Hallenbau hingegen wird eine selbstständige Vertriebsgesellschaft, die „ Deuter Hallenbau GmbH“. Eine der zahlreichen von Deuter ausgerüsteten Expeditionen erreicht den Gipfel des Nanga Parbat über die äussert schwierige Diamirflanke.
1968 stellt Deuter die erste Nylon-Rucksack-Serie am Markt vor. Es wird bald zum Rucksackmaterial Nummer eins. 1971 ist Deuter bereits Marktführer und mit seiner Rucksack-, Koffer und Taschenfabrikation führender Hersteller in der Bundesrepublik. Der Produktions- und Lagerbereich der Kofferfabrik wird auf fast 40.600 qm verdoppelt. Zum vierten Mal stattet Deuter das Olympische Team mit Sport- und Reisetaschen aus.
1984 wird das Deuter Aircomfort System, ein völlig neuartiges Netzrücken-Tragesystem, entwickelt und patentiert. Das Original wird geboren und revolutioniert weltweit den Rucksack-Markt. 1988 beginnt eine neue Ära und Alpinisten, Bergführer und Radsportler nehmen direkt Einfluss auf die Kollektion: Pepi Stückl und Peter Vogler, staatlich geprüfte Bergführer, werden Mitglieder des Entwicklungsteams. Bernd Kullmann, hervorragender Allroundbergsteiger, wird Produktemanager und Verkaufsleiter bei Deuter. Peter Habeler, Profi-Bergsteiger, testet die Produkte auf seinen Touren und Expeditionen unter extremsten Bedingungen.
Im August 1990 steigt Andi Heckmair auf sein Rad, um 4 Tage 10 Pässe, 315 Kilometer und 11.000 Höhenmeter später den Alpencross erfunden zu haben. Und nebenbei den Bikerucksack, denn keiner der damaligen Rucksäcke taugte fürs Biken. Das Urmodell, der Bike 1, mit dem Airstripes-Rücken wird eingeführt.
1994 fanden Deuter und sein Produktions-Partner Duke zusammen. Was damals mit 35 Nähmaschinen begann ist mittlerweile eine hochspezialisierte Rucksackmanufaktur in Vietnam mit 3.500 Mitarbeitern, die exklusiv alle Rucksäcke und Accessoires von Deuter produziert. Denn aufwändige, technisch hochwertige Nähprodukte lassen sich in Deutschland nicht mehr zu marktgerechten Preisen herstellen.
1997 beginnt die enge Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Berg- und Skiführer. Zwei Jahre später folgt die Einführung der heute legendären Rucksack-Bestsellerserie Futura mit dem weiterentwickelten Netzrücken System Aircomfort-Futura.
Um die Jahrhundertwende ist Deuter erneut Marktführer in Deutschland im Bereich Funktionsrucksäcke und gründet die Tochterfirma „ Deuter USA“. Deuter ist damit bereits in 28 Ländern vertreten. Die multifunktionelle AC LITE Serie mit Aircomfort Rückensystem überzeugt technisch durch ihr geringes Gewicht, vor allen Dingen aber setzt sie durch ihr innovatives Design einen Trend. Mit dem Shield System führt Deuter ein weiteres innovatives Rucksack-Konzept ein. Der im Rucksack intergierte, TÜV/GS-geprüfte Rückenprotektor bietet Bikern und Wintersportlern mehr Sicherheit. Das Bikemodell Attack wird mit dem Innovationspreis Eurobike Award Gold ausgezeichnet.
2006 übernimmt die Schwan Stabilo Gruppe Deuter und Bernd Kullmann, seit 20 Jahren mit Herz und Seele Produktentwickler, wird Geschäftsführer. Zudem ist Deuter stolz erstmals Ausnahmesportlerin Gerlinde Kaltbrunner für das SL-Entwicklungsteam gewinnen zu können. Von ihren Expeditionen und Vorbereitungstouren in den Alpen bringt sie wertvolle Erfahrungsschätze für die Entwicklung der Deuter SL Damen-Linie mit.
Drei Jahre später finden mit den neuen EL Modellen auch grosse Leute ihren passenden Rucksack. Die Rückenlänge dieser Modelle ist etwas länger als die der Standard Versionen. Aircomfort Flexlite System heisst das neue Aircomfort System, das speziell für die neue Spectro Leichtgewichtserie entwickelt wurde. 2010 kommt es zu einer weiteren Innovation: Die Schlafsäcke Exosphere und Neosphere kommen auf den Markt. Die dehnbaren Schlafsäcke überzeugen durch Technik und Komfort und bringen Bewegung in den Schlafsackmarkt.
Deuter ist seit dem Umzug 1997 nach Gersthofen um 800% gewachsen. Den Bedarf nach mehr Platz, um effektiver arbeiten zu können, deckt ein Neubau. Modernste Bautechniken, wie etwa die Nutzung der Geothermie, erlauben mehr ökologische Qualität zu reflektieren.
Hauptsitz:
Gersthofen, Deutschland
Fertigung in:
Für die Herstellung seiner Produkte hat sich Deuter für einen in der Outdoor-Branche unüblichen Weg entschieden. Während andere Hersteller ihre Produkte häufig in vielen unterschiedlichen und oft wechselnden Lohnfabriken fertigen lassen, arbeitet Deuter seit fast 20 Jahren mit seinem koreanischen Produktionspartner Duke zusammen. Mit Hilfe von 3.500 Fachkräften produziert dieser in Vietnam exklusiv für Deuter Rucksäcke und Accessoires. Aus dieser strategischen Entscheidung ist über die Jahre hinweg eine enge und freundschaftliche Partnerschaft entstanden, die beiden Unternehmen, Duke und Deuter, dauerhafte Planungssicherheit bei Aufträgen, Lieferterminen, aber auch bei Arbeitsplätzen bietet. Zugleich gibt diese Verbindung Deuter die Möglichkeit, ganz erheblichen Einfluss auf Produktion und Produktionsbedingungen zu nehmen. Auch bei Schlafsäcken setzt Deuter auf eine stabile Partnerschaft. Diese werden seit fünf Jahren in derselben Produktionsstätte in China hergestellt.
Deuter-Produkte sind für ihre hohe Qualität und lange Haltbarkeit bekannt. Um diese Standards kontinuierlich gewährleisten zu können, braucht es gut ausgebildete und erfahrene Mitarbeiter. Das Hauptaugenmerk liegt daher auch in Asien, auf Mitarbeiterbindung und -motivation. Neben einer Arbeitnehmervertretung gibt es eine Krankenversicherung, feste Urlaubstage, überdurchschnittliche Bezahlung sowie ein kostenloses Mittagsessen. Zehn Jahre Betriebszugehörigkeiten sind daher auch bei Duke in Vietnam keine Seltenheit. Zur internen Qualitätssicherung besuchen Mitarbeiter aus der Zentrale in Gersthofen alle vier bis acht Wochen die Produktionsstätte in Vietnam sowie viermal im Jahr die Fabrik in China. Dabei stehen jedes Mal auch die Arbeitsbedingungen auf dem Prüfstand. Mit dem Beitritt zur Fair Wear Foundation (FWF) im August 2011 schliesst sich Deuter einer unabhängigen Multi-Stakeholder-Initiative an. Die FWF ist eine unabhängige Verifizierungsinitiative, die mit Unternehmen und Fabriken zusammenarbeitet, um die Arbeitsbedingungen für Arbeiter in der Textil- und Bekleidungsindustrie, vor allem in Niedriglohnländern, zu verbessern.
Für Deuter-Schlafsäcke werden nachweislich ausschliesslich Daunen verwendet, die als Abfallprodukt in der Nahrungsmittelindustrie anfallen. Lebendrupf kann daher ausgeschlossen werden. Es besteht direkter Kontakt zu dem Lieferanten in China. Dieser ist ausserdem bluesign-Systempartner und wird damit höchsten Umweltanforderungen gerecht.
Die Einsatzgebiete von Deuter-Rucksäcken, -Schlafsäcken und -Accessoires sind vielfältig, doch im Mittelpunkt steht immer das Erleben der Natur. Aus diesem Grund ist Umweltschutz für Deuter und seine Mitarbeiter eine Selbstverständlichkeit. Bereits bei der Entwicklung von neuen Produkten wird bei der Wahl der Materialien auch die Umweltverträglichkeit berücksichtigt. Die hauseigenen Kriterien gehen dabei weit über die gesetzlichen Standards hinaus und werden von unabhängigen Instituten überprüft. Im Rahmen der bluesign-Mitgliedschaft, die Deuter 2008 eingegangen ist, arbeitet Deuter aktiv daran, sukzessive seine Produkte und den gesamten Produktzyklus von der Planung am Computer bis hin zur Auslieferung zum Handel noch ressourcenschonender und umweltfreundlicher zu gestalten. Duke wurde im Sommer 2010 als erster Rucksackhersteller in Asien bluesign-Systempartner und hat sich damit ebenfalls den strengen Standards verpflichtet. Anlässlich eines bluesign-Screenings wurden bereits die Prozesse in der Produktion in Vietnam durchleuchtet und notwendige Verbesserungsmassnahmen eingeleitet. Bei Deuter gibt es keine Wegwerfmentalität. Auch Jahrzehnte alte Produkte werden, sofern dies technisch noch möglich ist, repariert und wieder funktionsfähig gemacht. Dabei steht die Überlegung im Vordergrund, dass ein langer Produktlebenszyklus der einfachste Beitrag zur Ressourcenschonung und damit zur Umweltverträglichkeit ist. Eine extrem niedrige Reklamationsquote von 0,3 % erleichtert natürlich diese Politik. Zu guter Letzt wird die fertige Ware über den Seeweg aus Asien nach Hamburg und von dort mit der Bahn ins Lager nach Gersthofen gebracht. Der Versand zum Fachhändler wird über DHL GOGREEN CO²-neutral abgewickelt.