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Alles nimmt 1970 bei einem Polospiel in Windsor seinen Anfang. Thronfolger Prinz Charles, 69, und die ein Jahr ältere Camilla Rosemary Shand, 71, begegnen sich zum ersten Mal. Eine gemeinsame Freundin hat das Treffen arrangiert, die beiden finden sich attraktiv und fühlen sich vom anderen angezogen. Wenig später folgt das erste Date und damit der Beginn einer Liebe - voller Hindernisse.
Ein Jahr hält die Beziehung, bis Charles in die Royal Navy der Vereinigten Königreichs eingezogen wird und für einige Monate auf See muss. Sie macht sich keine Hoffnungen mehr auf eine Beziehung mit dem Sohn der Queen und heiratet 1973 Andrew Parker Bowles, 78, einen hochrangigen Offizier der britischen Armee. Während Charles zum Missfallen der Queen weiterhin Single ist, krönt Camilla ihre Ehe mit zwei Kindern. Im Sommer 1980 aber scheint sich das Blatt zu wenden und die Hoffnungen, dass der Junggeselle nun doch endlich einen Thronfolger zeugen kann, flammen wieder auf: Charles geht eine Liaison mit Lady Diana Spencer, †36, ein, die er zwar drei Jahre zuvor bereits kennenlernt, doch damals noch keinerlei Gefühle für die erst 16-Jährige hegt - auch weil er zu jenem Zeitpunkt mit Dianas älterer Schwester, Lady Sarah, zusammen ist.
Beide zweifeln
Am 29. Juli 1981 feiern die Royals und mit ihnen Millionen Menschen auf der ganzen Welt schliesslich die lang herbeiersehnte Traumhochzeit zwischen Charles und der schüchternen Kindergärtnerin Diana. Camilla scheint in weiter Ferne und doch ist sie präsent - in Dianas Kopf und in der Kirche, trotz Widerspruch der Braut. Kurz vor der Hochzeit entdeckt Diana ein Abschiedsgeschenk von Charles für die «gute alte Freundin», wie er Diana seine ehemalige Geliebte vorgestellt hat. Ein Rückzieher, so sehr sie sich ihn in diesem Moment auch wünscht, liegt nicht drin. Das führt ihr ihre Schwester Jane vor Augen: «Du kannst nicht mehr zurück, dein Gesicht ist schon auf allen Geschirrtüchern!»
Auch Charles befallen plötzlich Zweifel - offenbar nicht wegen seiner Zuneigung zu Camilla, sondern wegen Dianas Temperament, wie aus einer neu erschienenen Biografie hervorgeht. Doch die Folgen eines Rückziehers erachtet er als «katastrophal» und sagt schliesslich Ja.
Sie lassen ihren Gefühlen freien Lauf
Einige Jahre später können die ebenfalls noch verheiratete Camilla und Charles ihre Zuneigung nicht mehr unterdrücken und geben ihren Gefühen schliesslich nach. Wie sehr sie sich lieben und den anderen begehren, wird in einem Gespräch, das als «Tampon-Telefonat» bekannt ist, deutlich. Darin wünscht sich Charles, Camillas Tampon zu sein, um immer bei - und in - ihr zu sein. Diana weiss von der Affäre ihres Mannes und stellt Camilla gemäss in den 1990er-Jahren veröffentlichten Tonbandaufnahmen an einer Party zur Rede. «Ich sagte zu Camilla: Es tut mir leid, dass ich im Weg bin, und es muss die Hölle für euch beide sein. Aber ich weiss, was los ist, also behandelt mich nicht wie eine Idiotin.» Camilla antwortet: «Du hast alles, was man haben kann. Du hast alle Männer der Welt, die sich in dich verlieben, und zwei wunderschöne Kinder, was willst du mehr?» Die Antwort der Prinzessin ist deutlich: «Ich will meinen Mann.» Das war 1989.
Fünf Jahre später, als die Ehe zwischen Charles und Diana offiziell für beendet erklärt wird, spricht Prinz Charles über das Scheitern seiner Beziehung. Er sei Diana treu gewesen, «bis klar wurde, dass nichts mehr gerettet werden kann». Er betont, dass er im Glauben an eine glückliche Ehe mit Diana Ja gesagt habe. Doch Trennungen passieren, resümiert er. So unschön es sei.
1996 ist die Scheidung rechtskräftig und damit die Ehe, die für viele mit einer Traumhochzeit begann, definitiv Geschichte. Der Weg für Charles und seine Geliebte, die sich ein Jahr zuvor von ihrem Mann trennt, ist damit aber noch lange nicht frei. Camilla gilt lange Zeit als Schuldige und Verantwortliche für das Scheitern von Dianas Ehe, sie wird öffentlich geächtet und verachtet, mit der Folge, dass sich die zweifache Mutter zurückzieht und ihr Haus während eines Jahres fast gar nicht verlässt. «Ich wünsche dies nicht einmal meinem ärgsten Feind», sagt sie in einem Interview mit der «Mail on Sunday» anlässlich ihres 70. Geburtstag im letzten Jahr. «Ohne meine Familie hätte ich das nicht überstanden.» Die Belagerung der Presse vor ihrem Haus sei zeitweise unerträglich gewesen.
Eine öffentliche Beziehung zwischen Charles und Camilla ist auch nach Dianas tödlichem Autounfall nicht möglich. Zu tief sitzt der Schock über das tragische Ableben der Königin der Herzen und den damit verbundenen Schmerz durch die Affäre, der Diana widerfahren ist. Erst 1999 gibt es das erste gemeinsame Foto. Und es vergehen weitere sechs Jahre, bis der Ruf Camillas weitgehend rehabilitiert ist und Charles seiner Camilla das langersehnte Jawort geben kann. Am 9. April wird die Ehe standesamtlich vollzogen. Da Camillas Ex-Mann zum Zeitpunkt der Hochzeit noch lebt, wird dem Paar eine kirchliche Trauung untersagt, einen kirchlichen Segen erhalten sie.
Die Ehe hält seither und die Widrigkeiten scheinen - zumindest nach aussen - vergessen.
Lesen Sie im sechsten Teil: Alles zum Clarence House, dem Wohnort von Prinz Charles.