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Die Namensherkunft
Der Name Port lässt sich auf die römische Zeitepoche zurückführen. Damals befand sich ein bedeutender Hafen der Binnenschifffahrt nahe bei Port, wo auch ein reger Handelsverkehr geherrscht haben muss. Frühgermanische, gallische und lateinische Sprachwurzeln führen denn auch zu Porta (Durchgang, Übergang) oder Portus.
Historische Pfahlbeuersiedlung, 6000 v. Chr.
Bereits vor Jahrtausenden herrschten in Port günstige Lebensbedingungen. Wertvolle Funde aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit belegen, dass diese Örtlichkeit zu den ältesten und gut besiedelten Regionen der Schweiz gehörte. Man geht davon aus, dass sich der Bielersee vor 6000 v. Chr. bis in die unteren Partien des heutigen Port erstreckte, wo die Leute in Pfahlbauten wohnten. Der grösste Fund aus dieser Zeit ist ein gut erhaltener römischer Soldatenhelm, der bei den Bauarbeiten fürs Stauwehr gefunden wurde und seit 1944 das Porter Gemeindewappen ziert. Der Originalhelm ist heute im Zürcher Landesmuseum zu sehen, eine Kopie befindet sich im Gemeindehaus.
Erste urkundliche Erwähnung, 1228
Im Mittelalter war Port spärlich besiedelt und lag im Herrschaftsgebiet des Grafen von Neuenburg-Nidau. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Gemeinde 1228 im Kartular (Kirchenbuch) von Lausanne. Damals gehörte Port zum Dekanat Solothurn, später zu St. Immer und nach mehreren Schlachten wurde die Gemeinde 1382 an die Stadt Freiburg verkauft. Im Jahr 1391 wurde Port bernisch, drei Jahre nachdem Berner und Solothurner das Schloss Nidau eingenommen hatten.
Entstehung des Nidau-Büren-Kanal,1800
Im 18. Jahrhundert war Port auf ein Dutzend Feuerstätten zusammengeschrumpft. Die Hänge des Jäissbergs wurden als Grasland genutzt. Die so genannten „Seebutzenbitzen“ gehörten teilweise den Einwohnern von Vingelz, Tüscherz, Twann und Ligerz und wurden auch von ihnen bewirtschaftet. In dieser Zeit litt das Seeland immer wieder unter vernichtenden Überschwemmungen. Die Juragewässerkorrektion sollte Abhilfe schaffen. Als 1868 die Arbeiten zu diesem gewaltigen Bauwerk begannen, wurde der Nidau-Büren-Kanal übrigens noch von Hand ausgeschaufelt. Als Folgen der Korrekturarbeiten sanken die Seespiegel um mehr als zwei Meter unter den gewohnten Niedrigwasserstand und verursachten durch Mauereinbrüche und abrutschende Rebgelände grosse Schäden. Das Stauwehr Port, das 1887 eingeweiht wurde, sollte die Gewässer regeln. Eine Schleuse für die Schifffahrt wurde jedoch erst 1938 erstellt. Zum gleichen Zeitpunkt wurde auch die Brücke über den Kanal gebaut, gegen die sich die Nidauer übrigens heftig wehrten: Sie hatten Angst, ihr Städtchen werde fortan umfahren.
Unvergessliche Dorfjubiläen, 1978
Ein unvergesslicher Meilenstein für Port war das Jubiläumsjahr 1978. Die ganze Dorfbevölkerung feierte ihr 750-jähriges Bestehen – ein Fest, das mit seinen kulturellen Darbietungen weit über die Gemeindegrenze hinaus strahlte. In die Geschichte ging auch das Festjahr 2005 ein. Diesmal hiess der Grossanlass «777 Jahre Port». Dank Konzerten von bekannten Bands wie DJ Bobo, Gotthard oder den Paldauern, erhielt die Jubilarin gar nationale Aufmerksamkeit. Nicht zuletzt überzeugten beide Feierlichkeiten durch die reichhaltigen Darbietungen und Aktivitäten der Dorfvereine und sind bei Porterinnen und Portern bis heute ein beliebtes Thema mit vielen persönlichen Erinnerungen.
Hochkonjunktur löst Bauboom aus
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Port immer mehr zu Bieler Vorortsgemeinde. Der gute nachbarschaftliche Kontakt führte bei beiden Gemeinden zu Fusionsabsichten, die der bernische Grosse Rat 1950 jedoch abschmetterte. Eine Niederlage, die Port nicht daran hinderte, sich wirtschaftlich und politisch weiterhin nach Biel auszurichten. Die Hochkonjunktur löste in der Gemeinde am Jäissberg eine enorme Bautätigkeit aus: über 40 Hektaren Land wurden mit Ein- und Mehrfamilienhäusern überbaut. Endlich wurde auch ein Sportplatz errichtet, das zu kleine Schulhaus mit Pavillons erweitert und mit dem Matthäuszentrum entstand ein Ort für das kirchliche Leben. Anfangs der 80er-Jahre folgte eine Mehrzweckhalle und im „Spärs/Stüdeli“ wurde die Gewerbezone erschlossen und überbaut.
Wachsende Bevölkerung
Ende 19. Jahrhundert zählte Port gerade mal 372 Einwohner, eine Zahl, die bis 1928 auf 480 Einwohner anstieg und sich bis nach dem Zweiten Weltkrieg kaum veränderte. Erst als im benachbarten Biel in den 50er-Jahren die Uhren- und Autoindustrie zu wachsen begann, vermehrte sich auch die Porter Bevölkerung und beherbergte immer mehr Pendler. Nachdem 1956 im Portmoos das erste Einfamilienhaus errichtet wurde, dauerte es nur ein paar Jahre, bis das ganze Gebiet fast vollständig überbaut war. Zwischen 1950 und 1960 verdoppelte sich die Bevölkerung von 563 auf 1260 Einwohner, zehn Jahre später lebten bereits 2090 Menschen in Port, im Jahr 1980 waren es 2560. Nach einer Wachstumsberuhigung in den 80er- und 90er-Jahren, die Gemeinde zählte in zwanzig Jahren nur 300 zusätzliche Einwohner, setzte sich das sprunghafte Wachstum nach der Jahrtausendwende fort. Durch die hohle Bautätigkeit in den Jahren 2013 bis 2016, insbesondere im Gebiet Lohn-Bellevue, entstanden rund 200 zusätzliche Wohneinheiten. Heute zählt Port rund 3500 Einwohner.