Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03463.jsonl.gz/531

Wieso die Umstellung?
Der ursprüngliche Gedanke hinter der Zeitumstellung war es, durch eine bessere Nutzung des Tageslichts Energie zu sparen. Im Jahr 1975 beschlossen die meisten Länder der damaligen Europäischen Gemeinschaft die Einführung der Sommerzeit. In der Schweiz dauerte es wegen einer Volksabstimmung ein paar Jahre länger. Seit 1981 gilt die Sommerzeit auch bei uns. Mit der Umstellung auf die Winterzeit im Herbst stellen wir unsere Uhren auf Normalzeit um.
Bis heute gibt es keinen Nachweis, dass die zusätzliche Sonnenstunde eine relevante Energieersparnis bringt. Die Chancen für die Abschaffung stehen schlecht. Der Grund: Die Kosten für die restlichen Länder seien zu hoch, wenn einzelne ausscheren.
Eine Stunde vor oder zurück?
Jeweils am letzten Sonntag im Oktober werden die Uhren um 3.00 Uhr nachts um eine Stunde zurückgestellt auf 2.00 Uhr. Wir können somit eine Stunde länger schlafen. Jeweils am letzten Sonntag im März werden die Uhren um 2.00 Uhr nachts eine Stunde vorgestellt auf 3.00 Uhr. Wir verlieren somit eine Stunde Schlaf.
Hier ein paar Eselsbrücken:
- Im Frühjahr werden die Stühle vor das Lokal gestellt, im Herbst kommen sie zurück ins Lager.
- Sommer ist schön, deshalb wirst du bestraft. Winter ist schrecklich, deswegen kriegst du eine Belohnung.
- Im Sommer sind die Temperaturen im Plusbereich, im Winter im Minusbereich.
- Im Frühling muss man früher aufstehen.
- Und noch auf Englisch: Spring forward, fall back.
Nice to know
- Im November 2007 hat Laura Cirioli im US-Bundesstaat North Carolina um 1.32 Uhr ihren Sohn Peter auf die Welt gebracht und 34 Minuten später Tochter Allison. Wegen der Zeitumstellung um 2.00 auf 1.00 Uhr ist Allison schliesslich um 1.06 Uhr auf die Welt gekommen. Laut Auskunft von Thomas Rütsche vom Zivilstandsamt der Stadt St.Gallen wäre dieser Fall in der Schweiz kein Problem: “Die Stunde von 2.00 bis 3.00 Uhr kommt zweimal vor und wird deshalb im Zivilstandsregister mit dem Zusatz A bzw. B ergänzt. Allison wäre also nicht vor Peter auf die Welt gekommen, da bei ihr der Zusatz B neben der Geburtszeit gestanden hätte.”
- 1982 wurde in der Schweiz die Initiative zur Abschaffung der Sommerzeit lanciert. Treibende Kraft hinter dem Volksbegehren war Christoph Blocher. Der Grund für sein Handeln war der “mit Füssen getretene Volkswille” – am 28. Mai 1978 hatte das Schweizer Stimmvolk nämlich ein Referendum gegen die Einführung der Sommerzeit gutgeheissen. Die nötigen 100’000 Unterschriften brachte Blocher allerdings nicht zusammen.
(chf)