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Strand und Neuseeland
Bei diesem Blogtitel könnte der Eindruck entstehen, dass die Blogschreiberin mit den Gedanken in den Ferien ist. Dem ist aber nicht so. Was Strand und Neuseeland mit Wetter zu tun haben, erfahren Sie wenn Sie weiterlesen.
Aufgrund der hohen Obergrenze zwischen 1400 bis 1700 Meter, konnte der Hochnebel auch weit in die Alpentäler hineinragen.
Bei der Bewölkung in der Nordwestschweiz handelte es sich nicht um Hochnebel, sondern um Bodennebel. Die Bisenströmung war wohl in dieser Region zu schwach, um eine Abkopplung des Nebels vom Boden zu bewirken.
Strand Schweiz
Die Wolkenoberfläche heute Vormittag ähnelte den gerippten Sandstrukturen, welche man häufig am Strand begegnet. Diese Struktur wurde mit grosser Wahrscheinlichkeit durch Schwerewellen (Beispielsweise Leewellen sind auch Schwerewellen) verursacht. Damit Schwerewellen entstehen, benötigt es einerseits Luftschichten unterschiedlicher Dichte und anderseits Auf- und Abwärtsbewegungen der Luft.
Die Auf- und Abwärtsbewegung wird in diesem Beispiel durch die mit der Höhe zunehmenden Windgeschwindigkeit (A) verursacht. Eine Windzunahme mit der Höhe führt zu Reibung (B) und dies kann zu vertikalen Bewegung (C) der Luftteilchen führen. Nun kommen die Dichte bzw. die Stabilität der Luftschichten ins Spiel. Wird nun eine vertikale Bewegung angeregt, kann sich diese in einer instabil geschichteten Luftschicht fortsetzen. Erreicht dieses Teilchen nun eine stabil geschichtete Luftschicht, kann es nicht mehr weiter und wird zurückgelenkt (D).
--> Buchstaben siehe Bild unten
Um die Zutaten für Schwerewellen zu finden, lassen sich einerseits Radiosondierungen zu Rate ziehen, jedoch werden diese nur alle 12 Stunden durchgeführt (00 und 12Z). Ein weiteres Hilfsmittel ist das sogenannte AMDAR. Dabei handelt es sich um meteorologische Messungen, welche durch kommerzielle Linienflugzeuge durchgeführt werden.
Ein solches AMDAR ist unten abgebildet und die Zutaten für Schwerewellen sind vorhanden: Eine Windzunahme mit der Höhe und eine instabile Schichtung, welche durch eine stabile Schichtung gedeckelt wird.
Ab nach Neuseeland
Unser Blick richtet sich heute nach Neuseeland. Der tropische Sturm «Cody» (Kategorie 1) befindet sich momentan südwestlich der Fiji Inseln und bewegt sich in Richtung Neuseeland.
Die genaue Zugbahn sowie auch die Stärke sind noch mit Unsicherheiten behaftet. Der neuseeländische Wetterdienst geht jedoch davon aus, dass der tropische Sturm am Sonntag den Norden Neuseelands erreichen wird. Das Potential ist da, dass der tropische Sturm zeitweise die Kategorie 2 oder 3 erreicht.
Tropische Stürme sind ja eigentlich nichts Ungewöhnliches, warum wird das hier also erwähnt? Lassen Sie mich ausholen.
Ein tropischer Sturm benötigt eine warme Meeresoberfläche um genügend «Sprit» zu haben. Eine zu kalte Meerestemperatur stoppt die Wärme- bzw. Energiezufuhr und der tropische Sturm schwächt sich ab. Neuseeland ist dank seiner Lage südlich des 35°S Wendekreis weniger von solchen tropischen Stürmen betroffen, da die Meerestemperatur dafür zu niedrig ist.
Das Meer und die Atmosphäre sind miteinander gekoppelt, dies kennt man auch als Walker Zirkulation. Diese Koppelung am pazifischen Äquator ist besser bekannt als ENSO oder El Niño-Southern Oscillation. Dabei gibt es drei Phasen: El Niño, La Niña und eine normale Phase.
Aktuell hat sich eine La Niña Situation eingestellt, was dazu führt, dass die Meerestemperatur deutlich wärmer ist als üblich. Dies erklärt auch warum der tropische Sturm «Cody» in diesem Fall für Neuseeland gefährlich werden kann.
Aktuelle Einschätzungen finden Sie beim neuseeländischen Wetterdienst.