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Die kurze, aber inhaltsreiche Zusage der Gegenwart und Hilfe des Herrn wird uns in leicht differenzierter Form an verschiedenen Stellen in der Bibel vorgestellt. Dieses Versprechen Gottes gilt sowohl uns persönlich als auch uns gemeinsam. Ausserdem macht Er einen Unterschied, indem Er manchmal sagt, Er sei bei uns, während Er an anderen Stellen verheisst, mit uns zu sein. Wir können diese unterschiedlichen Zusagen Gottes wie folgt einteilen:
a) «Ich bin bei dir»
Der Herr verspricht dem einzelnen Gläubigen seine persönliche Gegenwart. Er sagt z.B.: «Wenn du durchs Wasser gehst, ich bin bei dir, und durch Ströme, sie werden dich nicht überfluten; wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt werden, und die Flamme wird dich nicht verbrennen» (Jes 43,2).
b) «Ich bin bei euch»
Der Herr verspricht uns gemeinsam, dass Er bei uns sein will, so z.B. in Matthäus 28,20: «Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.»
c) «Ich bin mit dir»
Der Herr sagt dem Einzelnen nicht nur seine Gegenwart, sondern auch seine aktive Mithilfe zu. Ein Beispiel für diese im Alten wie im Neuen Testament häufige Zusage finden wir in 1. Mose 26,24: «Der HERR erschien Isaak in jener Nacht und sprach: Ich bin der Gott Abrahams, deines Vaters; fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir, und ich werde dich segnen und deine Nachkommenschaft mehren um Abrahams, meines Knechtes, willen.»
d) «Ich bin mit euch»
Der Herr gibt dieses Versprechen seinem Volk als Ganzem oder einem Überrest, der sich auf seine Seite stellt, z.B. in Jeremia 42,11: «Fürchtet euch nicht vor dem König von Babel, vor dem ihr euch fürchtet; fürchtet euch nicht vor ihm, spricht der HERR; denn ich bin mit euch, um euch aus seiner Hand zu retten und zu befreien.»
Zu diesen vier ähnlich lautenden Zusagen Gottes wollen wir uns vier Fragen stellen:
Wer gibt das Versprechen ab?
Wenn jemand uns etwas zusagt, dann ist es nicht unwesentlich, wer dies tut. Ist die Person vertrauenswürdig oder nicht? Wohl jeder von uns ist schon von Menschen enttäuscht worden, weil eine gemachte Zusage nicht eingehalten wurde. Ganz anders ist es bei Dem, der uns in der Bibel seine Gegenwart und Hilfe verspricht.
Im Alten Testament ist es meistens der HERR (Jahwe/Jehova), der sich Einzelnen oder seinem Volk zuwendet. Was Er verspricht, hält Er immer. Sein Wort wird in jedem Fall in Erfüllung gehen.
Dieser Punkt wird durch die Tatsache unterstrichen, dass Gott sich in Verbindung mit der Zusage seiner Gegenwart und Hilfe sehr oft als der HERR vorstellt. Dieser Name Gottes betont die Unveränderlichkeit seines Wesens. So hat Er sich einem Mose im brennenden Dornbusch als der ewige «ICH BIN», der Unveränderliche, vorgestellt. Am Ende des Alten Testaments heisst es: «Ich, der HERR, ich verändere mich nicht» (Maleachi 3,6).
Wenn wir diesen Gedanken im Neuen Testament suchen, dann finden wir in Hebräer 13,8 die Worte: «Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit.» Das Rad der Veränderungen in dieser Welt mag sich immer schneller drehen. Selbst gute Freunde mögen uns enttäuschen und eine gegebene Zusage nicht einhalten. Der Herr aber verändert sich nicht und enttäuscht nie. Er lässt uns sagen: «Vertraut ewig auf den HERRN; denn in Jah, dem HERRN, ist ein Fels der Ewigkeiten» (Jes 26,4). Er ist absolut vertrauenswürdig. Er kann nicht enttäuschen. Das gilt auch für die Zusagen seiner Gegenwart und Hilfe.
Für wann gilt das Versprechen?
Versprechen werden oft für die Zukunft gemacht. Wenn … dann! Die Zusage der Gegenwart und Hilfe des Herrn ist eine Verheissung, die für jetzt und heute gilt. Er sagt: «Ich bin …» Gott erinnert uns hier nicht daran, dass Er mit unseren Vätern gewesen ist – obwohl das zutraf. Er sagt uns auch nicht, dass Er mit unseren Kindern sein will – obwohl auch das wahr ist. Nein, sein Versprechen gilt für heute. Er möchte uns in den Umständen, in denen wir uns gerade jetzt befinden, Mut machen – sei es persönlich oder gemeinschaftlich.
Natürlich dürfen wir uns daran erinnern, dass der Herr in der Vergangenheit mit uns, aber auch mit unseren Vorfahren gewesen ist. Wir werden zudem ermutigt, wenn wir daran denken, dass Er in der Zukunft bei uns sein wird. So hat der HERR einst Josua gestärkt, indem Er ihn daran erinnerte: «Es soll niemand vor dir bestehen alle Tage deines Lebens: So, wie ich mit Mose gewesen bin, werde ich mit dir sein; ich werde dich nicht versäumen und dich nicht verlassen» (Josua 1,5). – Die Erfahrung der Vergangenheit hilft uns, doch wir leben in der Gegenwart. Jeder neue Tag darf uns daran erinnern, dass unser Herr versprochen hat, bei uns und mit uns zu sein. Und das gibt Kraft.
Was beinhaltet das Versprechen?
Es geht, wie wir bereits gesagt haben, um die Gegenwart und die Hilfe des Herrn. Seine Zusage: «Ich bin bei euch oder bei dir», lässt uns daran denken, dass wir seine Gegenwart geniessen dürfen. Wenn Er jedoch sagt: «Ich bin mit euch oder mit dir», heisst das, dass wir seine aktive Hilfe erfahren dürfen. Beide Gedanken sind eng miteinander verbunden. Doch wir dürfen sie unterscheiden, denn wir brauchen beides – seine Gegenwart und seine Hilfe – jeden Tag.
Wir sind also nie allein. Menschen mögen uns verlassen, sodass wir uns tatsächlich einsam vorkommen. Aber Einer verlässt uns nie: unser Herr. Wie oft hat die Tatsache, dass jemand bei uns war, uns getröstet und ermuntert! Das gilt noch viel mehr für die Gegenwart des Herrn. David drückte dies einst mit den Worten aus: «Auch wenn ich wanderte im Tal des Todesschattens, fürchte ich nichts Übles; denn du bist bei mir» (Ps 23,4). Das gibt auch in schwierigen Umständen Kraft.
Neben seiner Gegenwart brauchen wir auch seine aktive Hilfe, denn Er hat selbst gesagt: «Ausser mir könnt ihr nichts tun» (Joh 15,5). Wenn wir für Ihn tätig sein wollen – persönlich oder gemeinschaftlich –, dann sind wir immer auf seine Hilfe angewiesen. Als der Überrest des irdischen Volkes Gottes in den Tagen des Propheten Haggai wieder anfing, den Tempel zu bauen, sicherte Gott ihnen zweimal zu: «Ich bin mit euch» (Hag 1,13; 2,4). Darauf dürfen auch wir uns stützen.
Wem gilt das Versprechen?
Allen Kindern Gottes! Doch der Herr gibt uns keinen Blankoscheck in die Hand. Wenn wir uns gegen Ihn stellen, dürfen wir nicht erwarten, dass Er uns hilft. Wir müssen vielmehr damit rechnen, dass Er in seiner Regierung gegen uns ist (Hag 1,9). Die Zusage seiner Gegenwart und Hilfe ist an bestimmte Bedingungen in unserem Leben geknüpft. Der Prophet Asarja hatte dies verstanden, als er zu König Asa sagte: «Der HERR ist mit euch, wenn ihr mit ihm seid. Und wenn ihr ihn sucht, wird er sich von euch finden lassen; wenn ihr ihn aber verlasst, wird er euch verlassen» (2. Chr 15,2).
Haben wir Herzen, die unserem Herrn entgegenschlagen? In Haggai 1 z.B. ist die Zusage Gottes das Ergebnis der Gottesfurcht des Überrests der Juden. Wenn unser Herz und unser Leben in Übereinstimmung mit unserem Herrn sind, dann dürfen wir sowohl mit seiner Gegenwart als auch mit seiner Hilfe rechnen.
Das gilt einmal für jeden von uns persönlich. Unsere persönlichen Lebensumstände mögen sehr verschieden sein. Es gibt Wegstrecken, die durch Täler führen, und solche, die über Höhen gehen. In beiden Fällen ist der Herr bei uns und mit uns. Mit Ihm und seiner Hilfe dürfen wir das Tränental zu einem Quellenort machen (Ps 84,7).
Das Versprechen des Herrn gilt aber auch uns gemeinschaftlich. Wir leben in der letzten Zeit des christlichen Zeugnisses. Durch unsere Untreue ist sehr viel in die Brüche gegangen – auch bei denen, die bekennen, der Wahrheit zu folgen. Und doch ist es nie zu spät, einen Neubruch zu pflügen (Hos 10,12). Dann wird der Herr sich zu uns bekennen und uns seine Zusage geben: «Ich bin mit euch und bei euch.» Wir haben wirklich einen guten Herrn.
«Sei stark und mutig und handle, fürchte dich nicht und erschrick nicht! Denn Gott der HERR, mein Gott, wird mit dir sein: Er wird dich nicht versäumen und dich nicht verlassen, bis alles Werk zum Dienst des Hauses des HERRN vollendet ist» (1. Chr 28,20).