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Weinbau in Graubünden
Verfasst 1950 zum 50 jährigen Jubläum des Bündner Weinbauvereins
Bevor die meteorologischen Aufzeichnungen regelmässig erfolgten, stützt sich die ganze Klimageschichte Europas auf die alten Chroniken, wo von Unwettern, Schneegrenzen, Hungersnöten, Trockenzeiten, Anbaugrenzen von Wein und Getreide die Rede ist.
So muss um die Jahrtausendwende bis ins Hochmittelalter hinein in Nord- und Mitteleuropa ein ausserordentlich mildes klima geherrscht haben. Der Höhepunkt dürfte in der Zeit von 1100 -1400 gelegen haben.
Weinbau bis nach Ostpreussen
Weinbau wurde betrieben bis nach Ostpreussen hinauf; im Bündnerland bis in die Gegend von Truns und Domleschg. Auch die Waldgrenze in unseren Alpen lag durchschnittlich 300 Meter höher als heute.
Zu Beginn des 15. Jahrhunderts setzte vorübergehend eine kältere Periode ein, besserte sich dann wieder, um erst im 16. Jahrhundert wieder schlimmer zu werden.
Gute wie schlechte Weinjahre
Im 17. Jahrhundert schien dann wieder ein milderes Regiment zu herrschen; berichtet doch die Chronik von vielen guten und frühen Weinjahren. Ab 1739/40 trat dann wieder eine Verschlechterung ein, welche mit wenig Ausnahmen bis 1870 andauerte.
Danach waren wieder mildere Winter zu Gast mit wenig Ausnahmen: 1928/29, 1939/40, 1955/56 und 1962/63.