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Beissen oder stechen Zecken?
Der Begriff «Zeckenbiss» ist wissenschaftlich nicht korrekt. Die Parasiten haben einen Stechrüssel und verfügen über…Mehr
Um zu wachsen und sich zu vermehren, sind Zecken auf Blut angewiesen. Dieses finden sie bei anderen Lebewesen wie Menschen oder Wild- und Haustieren. Mit einem Stich können sie Krankheiten wie Borreliose oder FSME übertragen.
Das Leben der blutsaugenden Spinnentiere beginnt als Larve. Die Körper der Larven messen lediglich bis zu 0,5 Millimeter und haben im Gegensatz zu den folgenden Entwicklungsstadien nur sechs Beine. Nachdem eine Zecke zum ersten Mal Blut zu sich genommen hat, wächst das vierte Beinpaar und sie erreicht das Nymphenstadium. Nymphen erreichen eine Grösse von 1-2 Millimetern und haben einen weissen bis durchsichtigen Körper. Nach einer weiteren Blutmahlzeit wird aus der Nymphe ein ausgewachsener und paarungsbereiter Parasit.
Um ihre Eier ablegen zu können, benötigt die ausgewachsene weibliche Zecke nach der Paarung erneut eine Blutmahlzeit. Sie legt nach der Befruchtung bis zu 3’000 Eier im Laub ab. Die Männchen sterben direkt nach der Paarung, die Weibchen erst nach der Eiablage. Die Blutsauger überleben in freier Wildbahn durchschnittlich 3 bis 6 Jahre.
Waldränder, Waldlichtungen, Waldwege und Hecken von Laub- und Mischwäldern mit üppigen Gräsern, Sträuchern und Büschen sowie hohes Gras- und Buschland: Diese Orte zählen zum bevorzugten Lebensraum von Zecken. Die blutsaugenden Parasiten leben in gemässigten Klimata, sind aber bezüglich Höhe und Feuchtigkeit sehr anpassungsfähig. Sie leben auch in Parks oder Gärten – insbesondere, wenn diese in der Nähe von Wäldern liegen und darin Sträucher, Bäume oder hohe Gräser wachsen. Sinkt die Temperatur jedoch während mehrerer Tage unter 8 Grad, fällt das Spinnentier in eine Winterstarre und ist nicht mehr aktiv.
Die Zecke ernährt sich vom Blut ihrer Opfer. Bei einem Zeckenstich können die Parasiten Krankheiten wie Borreliose oder die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Auf der Jagd nach einer Blutmahlzeit klettern Zecken nicht – wie fälschlicherweise oft angenommen – auf Bäume, um sich mit einem Fall auf ihre Opfer zu stürzen. Meistens klettern die Parasiten bis zur menschlichen Knie- und Hüfthöhe. Zecken sind daher viel eher auf Büschen oder Gräsern anzutreffen als auf Bäumen. Dort warten sie geduldig, um sich bei Gelegenheit von ihren Wirten, wie Menschen oder Wild- und Haustiere, abstreifen zu lassen.
Mit Borrelien oder FSME-Viren infizierte Zecken können Krankheitserreger bei einem Stich an den Wirt übertragen. Die Erreger können Infektionen beim Menschen auslösen, die Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit aber auch schwerere Beschwerden zeigen. Erfahren Sie mehr zu den Symptomen von Borreliose und FSME. Sobald die Zecke mit Blut vollgesogen ist, lässt sie sich wieder auf den Boden fallen.
Menschen, die sich gerne im Freien aufhalten, wird geraten, sich nach einem Waldspaziergang nach den kleinen Parasiten abzusuchen. Bis vor einigen Jahren ging man davon aus, dass sich Zecken vor allem bis zu 800 Meter über Meer aufhalten. Denn die blutsaugenden Spinnentiere können bis 2’000 Meter über Meeresspiegel überleben. Daher ist es wichtig, dass sich auch Wanderer vor Zeckenstichen und vor durch Zecken übertragbaren Krankheitserregern wie Borrelien oder FSME-Viren schützen. Selbst Blutsauger, die mit FSME-Viren infiziert sind, können in solch hohen Lagen vorkommen.