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Editorial
Als ich jung war, war ein US-Dollar 4.30 Franken wert, ein britisches Pfund 12 Franken, 1000 italienische Lira kosteten 7 Franken, und eine Deutsche Mark 1.25 Franken.
Als der Euro im Jahre 2002 eingeführt wurde, waren 1000 Lira 70 Rappen wert und eine Deutschmark 75 Rappen.
Heute ist der US-Dollar 98 Rappen wert, das britische Pfund 1.20 Franken. Der Euro – der bei seiner Einführung 1.60 Schweizer Franken galt – ist inner 20 Jahren auf 1.04 Fr. abgesunken, dies trotz aller Anstrengungen der Schweizer Nationalbank SNB, dessen Kurs zugunsten unserer Exportwirtschaft künstlich hochzuhalten.
In anderen Worten gesagt: US-$ = – 77%, britisches Pfund = – 90%, italienische Lira = – 90%, DM = – 40%, Euro = – 35%.
Weit davon entfernt, mich als Wirtschaftsspezialisten zu betrachten, erlaube ich mir dennoch als einfacher Mann auf der Strasse, einige Überlegungen anzustellen.
Die Auslandsverschuldung: Aber wer sind denn die Geldgeber?
Ich lese im Wikipedia, dass die weltweite Auslandverschuldung so zirka 226’000 Milliarden Dollar beträgt. Eine Tabelle gibt diesen Wert (aufgrund von Erhebungen von 2015-2017, je nach Land) für 190 Staaten an, dies im Hinblick auf die Prokopfwerte und im Verhältnis zum prozentualen Verhältnis zum BIP (Bruttoinlandprodukt). Da kann man nur noch fassungslos den Kopf schütteln, denn auch die Schweiz ist dabei keine Ausnahme; mit ihrer Staatsschuld von 1’783’370 Millionen US-$ (Juni 2017), was pro Kopf auf 205’000 US-$ hinausläuft, entspricht dies 265% des Bruttoinlandproukts BIP. Das sind Zahlen, die gar für Dagobert Duck schwindelerregend sein würden.
Nun scheint es mir – der ich bereits einleitend meine wirtschaftspolitisch Inkompetenz zugegeben habe – so zu sein: Wenn ich Schulden habe, dann weil irgend jemand mir einen Kredit gegeben hat. Somit sei die Frage erlaubt: Wenn sämtliche Staaten dieser Erde sich für total 226’000 Milliarden US-$ verschuldet haben, wem schulden sie denn diese Summe? Wer denn könnte die Rückzahlung dieser Schulden einfordern? Es gibt sicher eine wirtschaftliche Erklärung, um dieses Geheimnis zu lüften, aber die Tatsache, dass diese Verschuldung unaufhaltsam stark anwächst, lässt mich mehr und mehr vermuten, dass es sich letzten Endes um rein theoretische Beträge handelt, die keine Regierung dieser Erde jemals zurückzuzahlen gedenkt.
Die Geldmaschine
Vor dem Bretton-Woods-Abkommen (1944) waren die nationalen Währungen an den Goldstandard gebunden, d.h. an einen ausreichenden Goldbesitz der einzelnen Staaten, um die Sicherheit ihrer Währungen zu garantieren. Mit diesem Abkommen wurde die bestehende Goldbindung in gewissem Sinne aufrecht erhalten, dies aber mit einem US-$ als Referenzwährung. Und solange man auch für den US-$ eine zumindest teilweise Golddeckung verlangte, verliefen die Dinge recht gut. Im Jahre 1971 beschlossen die USA jedoch – um die enormen Kosten ihres Vietnamkrieges zu decken – die Gold/Dollar-Konvertibilität aufzugeben; sie begannen, mit anderen Worten ausgedrückt, hemmungslos Dollarbanknoten zu drucken, wobei der US-$ die Leitwährung für den internationalen Handel blieb. Aber die USA waren nicht der einzige Staat in Geldnöten: Und so ging man in vielen weiteren Staaten dazu über, in den jeweiligen nationalen Währungen Banknoten zu drucken. Dies mit dem Resultat, dass dort nicht nur eine kaum noch zu kontrollierende Inflation entstand, sondern dass der Wert deren Währungen zusammenbrach, wie einleitend erwähnt. Jeder Bedarf wurde erfüllt mittels Druckens weiterer Banknoten, die so mit der Zeit auf den Wert von rein spielerischem Monopoly-Geld reduziert wurden. Wenn deren Inflationsraten auf absurde Höhen stiegen, sahen einzelne Staaten von Zeit zu Zeit vor, ihre Währung «aufzuwerten», aber dies waren nur Scheinlösungen. Denn für den Mann auf der Strasse spielt es absolut keine Rolle, ob er bei einem Einkommen von 100’000 Fr. für ein Kg Brot 100 («alte Franken») zahlen muss oder mit einem Einkommen von 1’000 «neuer Franken» nur 1 Franken. Da ändert sich für ihn absolut nichts.
Und wie steht’s in der Schweiz? Offenbar hat unsere Nationalbank vorsichtig und vernünftig gehandelt, denn der Schweizer Franken ist stets stabil geblieben, so dass er für ausländische Investoren als Fluchtwährung attraktiv blieb.
Aber dann kam der Euro
Mit der eingetretenen Geldentwertung konnten sich die verschiedenen Staaten zumindest kurzfristig hinter den internationalen Wirren der Weltwirtschaft verstecken, als die öffentlichen Schulden gefährliche Spitzen erreichten. Aber dann trat die Europäische Zentralbank auf den Plan, um die Euros wie Konfettis anzubieten, und damit hat man den einzelnen Staaten das Instrument der Abwertung ihrer Währung weggenommen, um damit zumindest vorübergehend deren dringendsten Probleme zu lösen. Die Einführung des Euro hat die Mitgliedstaaten zwar davon gehindert, die eigene Währung abzuwerten, aber diese Abwertung erfolgte dann sukzessive eigenständig, höchstwahrscheinlich wegen dem Überfluss des auf den Markt gepumpten Papiergeldes. Persönlich habe ich den Eindruck, dass die von EU-Geberstaaten wie Deutschland, Frankreich oder Grossbritannien einbezahlten Beiträge insgesamt nie die von der EU an ihre Empfängerstaaten ausbezahlten Gelder zu kompensieren vermochten. Wenn man die weniger begüterten Staaten oder auch schon nur solche mit bescheidenem Finanzhaushalt besucht, sieht man oft völlig überrissene öffentliche Bauvorhaben mit grossen Hinweisschildern, dahin lautend wie etwa: «Autobahn, die dank Beiträgen der EU erstellt wird».
Abgesehen von Fällen, in denen dann diese überquellende Wohlständigkeit ins Gegenteil umschlug, als man Griechenland den Hahn zudrehte und damit einen guten Teil der Bevölkerung an den Rand des Ruins brachte. Und dies erklärt denn auch die Titelsetzung für diesen Artikel. Die EZB verschwendet Milliarden, verteilt Milliarden von gedrucktem Eurogeld nach jeweiligem Bedarf, womit somit auch diese Währung sich im freien Fall befindet.
Auch der US-Dollar steht nicht zurück
Auch jenseits des Atlantiks erscheint die Zukunft des Dollars nicht als rosig. Die einst schwachen Währungen legen gegenüber dem Dollar signifikant an Wert zu: So seit November 2021 der mexikanische Peso um +9%, der brasilianische Real seit einem Jahr um 21% und um 11% in den letzten 5 Monaten der südafrikanische Rand. Auch die USA haben also den einfachen Weg der Geldvermehrung eingeschlagen, um ihre Probleme zu lösen bzw. ihre Lösung zu verschieben. Dies aber vor allem, um – wie in Europa die EU das tut – ihre Einmischung in die Politik von Staaten zu finanzieren, die nachträglich betrachtet heut bedeutend besser dastehen würden, wenn man ihre Souveränität respektiert hätte. Dies vor allem in jenen Fällen, in denen diese Einmischung zu Kriegen mit hunderttausenden von Toten geführt hat.
Auch die Schweiz?
Die Schweiz verfolgt mit Ausnahme der Haltung einiger mit inkompetenten Allüren auftretenden Wichtigtuern keine expansionistischen Ziele und will keine anderen Staaten vereinnahmen. Dessen ungeachtet nimmt sie dennoch mit Subventionen und Entwicklungshilfegeldern an der leider heutzutage üblichen Politik «der Milliardenverschwendung» teil. Dies zweifellos teilweise, um dafür zugunsten unserer Wirtschaft Handelsvorteile zu erzielen; aber geschieht dies nicht vielmehr, um sich schlichtweg der Politik der grossen westlichen Mächte anzupassen? Die der EU zugestandene Kohäsionsmilliarde ist ein klares und deutliches Signal dafür. Aber auch die blindlings beschlossene und neutralitätsverletzende vollständige Übernahme der EU-Sanktionen gegenüber Russland ist ein Akt, der unserer Wirtschaft und damit der Schweiz indirekt hohe Kosten verursachen wird; es werden wohl weitere «Milliarden verschwendet» werden müssen, um den daraus entstandenen Schaden zu beheben. Hoffen wir darauf, dass die SNB klüger überlegt als Bundesbern und Lösungen findet, ohne dass man Schweizer Banknoten ohne Deckung drucken muss.