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Heute könnten wir uns ein Leben ohne diese Erfindungen gar nicht mehr vorstellen!
Sie arbeitete 15 Jahre lang im Forschungszentrum des amerikanischen Unternehmens DuPont, ohne jemals befördert zu werden: Die Amerikanerin Stephanie Kwolek (90), Erfinderin von Kevlar. Das war 1964. Seither wurde Kevlar, eine starke Faser, die feuerresistent und fünf mal stärker als Stahl ist, für die verschiedensten Produkte benutzt: Vor allem für Schutzwesten, aber auch für Autoreifen, Feuerwehrstiefel und feuerfeste Matratzen. Mit ihrer Erfindung ermöglichte Kwolek Polizisten mehr Sicherheit bei ihren Einsätzen und rettete so Tausenden das Leben.
So ziemlich jede App, das du täglich benutzt, braucht GPS. GPS wiederum gibt es nur dank Satelliten - und die Frau, die es ermöglichte, Kommunikationssatelliten im All zu stabilisieren und so die Kommunikation zu sichern, war die Amerikanerin Yvonne Brill (88). Brill studierte Mathematik und Chemie, nachdem sie zum Maschinenbau-Studium nicht zugelassen wurde, weil sie eine Frau war. Sie schaffte es trotzdem, eine Karriere als Ingenieurin zu machen und patentierte 1972 ihre Antriebssystem für Kommunikationssatelliten, das auch heutzutage immer noch verwendet wird.
Ada Lovelace (1815-1852) hatte nicht nur einen extravaganten Namen, sondern auch eine aussergewöhnliche Denkweise. Die Tochter des berühmten Poeten Lord Byron hatte nämlich zwei Leidenschaften: Mathematik und Poesie. Diese beiden unterschiedlichen Passionen führten dazu, dass die Visionärin das erste Computerprogramm der Welt schrieb. Sie arbeitete mit Charles Babbage, dem Erfinder der mechanischen Rechenmaschine, zusammen. Die Rechenmaschine von Babbage gilt heute als Vorläufer des modernen Computers. Lovelace sah voraus, dass Computer einst benutzt werden würden, um komplizierte Grafiken zu erstellen, Musik zu komponieren und sowohl für die Wissenschaft als auch für den praktischen Gebrauch gebraucht werden würden. Ausserdem schrieb sie einen «Plan», wie die Maschine die Bernoulli-Zahlen ausrechnen könnte. Sie benutzte Karton, in den sie Löcher stampfte, um die Rechenmaschine zu programmieren - das erste Computerprogramm der Welt. Indem sie die Rechenmaschine als Gerät sah, das eine eigene Sprache sprach, verband sie so die Mathematik mit ihrer Liebe für Sprache.
Brillenträger, die mit hohen Dioptrienzahlen zu kämpfen haben, verdanken Marga Faulstich (1916-1998) den Tragekomfort ihrer Brillen: Die deutsche Glaschemikerin entwickelte für die Schott Glaswerke die Spezialgläser SF 64. Dieses Leichtgewichtsbrillenglas war viel leichter und ästhetischer als das Brillenglas, das bisher verwendet wurde, was den Tragekomfort um ein Vielfaches erhöhte. Faulstich war ausserdem die erste Frau, die eine Führungsposition bei Schott Glas besetzte.
In den Anfangstagen der Autos gab es noch keine Scheibenwischer - bei schlechtem Wetter fuhren Autofahrer oftmals mit offener Windschutzscheibe, um überhaupt etwas zu sehen. Nachdem sie dieses Problem am eigenen Leib erfahren hatte, entwickelte die Amerikanerin Mary Anderson (1866-1953) handbetriebene Scheibenwischer und erhielt am 10. November 1903 ein US-Patent dafür. Spätere Scheibenwischer bauten auf dem Prinzip, das Anderson erfunden hatte, auf. Vielen Dank, Anderson, für unsere freie Sicht auf regnerische Strassen!
Die High-Society-Dame Josephine Cochrane (1839-1913) aus Illinois, USA ärgerte sich, dass beim Handabwasch so viele Teller kaputt gingen. Cochrane veranstaltete oft Partys und hatte daher eine grosse Menge an kaputten Tellern zu beklagen. Sie beschloss kurzerhand, eine Maschine zu erfinden, die die Teller auf eine schonendere Art und Weise säuberten. Der Eisenbahnmechaniker George Buttler half ihr bei ihrem Unterfangen und 1886 patentierte Cochrane schliesslich ihren Geschirrspüler. Sie gründete eine Firma und verkaufte ihre Geschirrspüler vor allem an Restaurants und Hotels. Bis die Spülmaschinen auch in Privathaushalten benutzt wurden, dauerte es aber noch einige Jahrzehnte - die privaten Spülmaschinen wurden vor allem in den 60ern beliebt.
Die Fallschirmfanatiker, die sich, sobald es warm wird, in luftige Höhen begeben, dürfen sich bei Katharina Paulus (1868-1935) bedanken. Denn Paulus, die erste deutsche Berufsluftschifferin und Fallschirmspringerin, erfand 1914 den Paketfallschirm. Das Konzept: Der Schirm wurde mitsamt Fangleinen in einen Sack zusammengefaltet. Der «Paulus-Schirm» ermöglichte im 1. Weltkrieg vielen Artillerie-Beobachtern eine sichere Landung und rettete ihnen mitunter auch das Leben. Paulus erhielt für ihre Erfindung das Verdienstkreuz für Kriegshilfe.