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Betroffen sind vor allem Wohnhäuser, in denen früher auch gearbeitet wurde. Insbesondere Frauen haben in Heimarbeit Aufgaben für die Uhrenindustrie erledigt. Beispielsweise haben sie Zifferblätter und Zeiger mit Leuchtfarbe bestrichen. Dafür wurde bis in die 1960er Jahre radioaktives und krebserregendes Radium-Pulver verwendet.
Diese ehemaligen Uhrenateliers am Jurabogen zwischen Neuenburg und Solothurn strahlen noch immer. Genauer untersucht wurden sie bislang aber nur zum Teil. Dies soll jetzt nachgeholt werden. Der Bund hat am Dienstag einen Aktionsplan präsentiert. Bis 2019 will er an allen Standorten Messungen durchführen und wo nötig die Häuser entgiften.
Zahl der Solothurner Uhrenateliers unklar
Wie viele der rund 500 Häuser im Kanton Solothurn liegen, war am Dienstag nicht zu erfahren. Bekannt ist aber, dass es in der Uhrenstadt Grenchen mehrere solcher Uhrenateliers gegeben hat. Auch in Solothurn, Zuchwil und Biberist wurde mit der radioaktiven Leuchtfarbe gearbeitet. Versuche mit dem krebserregenden Radium-Pulver wurden zudem bei der damaligen Uhrenfabrik Lanco in Langendorf durchgeführt.
Der arbeitsärztliche Dienst des Bundes schreibt in einem Bericht von 1957 über die Lanco: «Die Langendorf Watch Company hat versuchsweise zwei Uhren mit Zifferblättern versehen, die so hell sein sollten, dass damit die Schrift an einer Hausglocke des Nachts lesbar sein sollte. Zwei Angestellte trugen diese Uhren während vier Wochen. Bei beiden stellte sich nach Ablauf dieser Zeit eine starke braun-rote Verfärbung am Unterarm ein. Es kann kein Zweifel sein, dass die Veränderung durch die Strahlung der Uhr hervorgerufen worden ist».