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Die Perikarditis ist eine Entzündung des Herzbeutels. Die häufigsten Ursachen für eine Perikarditis mit Ergussbildung sind der akute Herzinfarkt und virale Infektionen. Während früher die Tuberkulose als Hauptursache der Perikarditis galt, steht heute die virale Perikarditis im Vordergrund.
Bereits wurde auch in der Literatur Fälle von Perikarditis nach COVID-19 Infektion berichtet. Als weitere Ursachen kommen auch Krankheiten des Immunsystems, rheumatologische und onkologische Erkrankungen und Zustände nach ausgiebiger Bestrahlung im Bereich des Brustkorbes in Frage.
Im Frühstadium der Erkrankung kommt es meistens zu einer Flüssigkeitsansammlung im Perikard. Ein Perikarderguss wird nicht selten auch nach unproblematischen Herzoperationen beobachtet. Mit einer frühzeitigen medikamentösen Therapie kann eine übermässige Flüssigkeitsvermehrung im Herzbeutel verhindert werden. Ist dies nicht der Fall, kann die Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel zu einer Beeinträchtigung der Pumpfunktion (Perikardtamponade) des Herzens durch die erschwerte Füllung führen. In diesem Fall muss der Erguss durch eine Drainage (mittels Ultraschallführung oder chirurgisch durch einen kleinen Schnitt am unteren Ende des Brustbeines) entlastet werden. Füllt sich der Herzbeutel nach einer einmaligen Drainage erneut, kommt allenfalls eine sog. Perikardfenestration in den Brustraum oder in den Bauchraum – damit die Flüssigkeit keine Kompression des Herzens verursacht und langfristig besser resorbiert wird.
Unabhängig von der Ätiologie führt der entzündliche Prozess zu Verwachsungen zwischen dem Epikard und dem Perikard und zu einer zunehmenden fibrotischen Verdickung des perikardialen Gewebes. Im chronischen Stadium treten nicht selten Verkalkungen auf, die im konventionellen Thoraxröntgenbild sichtbar sind (siehe Abbildung). Diese Veränderungen führen zu einer Behinderung der diastolischen Ventrikelfüllung und damit zu einem venösen Rückstau und einer reduzierten Herzleistung. Die Vernarbungen können den Herzbeutel so stark einschnüren, dass sich das Herz nicht mehr genügend ausdehnen kann. Man spricht in diesem Fall von einem Panzerherz (chronische konstriktive Perikarditis). Bei dieser Form der chronischen Perikarditis mit den entsprechenden Symptomen einer Leistungsminderung (begleitet von Atemnot, Rhythmusstörungen, Völlegefühl im oberen Bauchbereich) ist die Perikardektomie (Entfernung des Perikards) die einzige wirkungsvolle Therapie.
Der Eingriff wird in der Regel durch eine Sternotomie und kann im Normalfall ohne Herz-Lungenmaschine durchgeführt werden. Als alternativer Zugang wird der seitliche Zugang durch die Rippen betrachtet. Dieser Zugang erlaubt jedoch keine vollständige Befreiung der Konstriktion im Bereich des rechten Vorhofes und der Einmündung der Hohlvenen. Bei älteren und wenig symptomatischen Patienten, steht eine konservative und medikamentöse Therapie mit Diuretika im Vordergrund. Die Entfernung des verdickten Perikards führt zur Abnahme der Füllungsdrücke; dies kann gelegentlich zu einer vorübergehenden Verschlechterung der ventrikulären Pumpfunktion führen. Der kurzfristige Einbruch der Kreislauffunktion kann perioperativ mit Medikamenten aufgefangen werden, um der Gefahr einer übermässigen Dilatation des Herzens entgegenzuwirken.
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