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Der sechsjährige Mason (Ellar Coltrane) lebt mit seiner Schwester Samantha (Lorelei Linklater), die nur ein paar Jahre älter ist, und seiner Mutter Olivia (Patricia Arquette) in Austin, Texas. Die Eltern leben getrennt, sein Vater Mason Sr. (Ethan Hawke) arbeitet in Alaska. Der Junge steht kurz vor dem Eintritt in die erste Klasse.
Zwölf Jahre vergehen, die beiden Geschwister werden erwachsen, erleben Erfolge und Rückschläge in der Schule, Freundschaften und die erste Liebe. Aber auch zahlreiche Umzüge innerhalb des Bundesstaates Texas stehen an, hervorgerufen durch ihre Mutter. Olivia gerät stets an die falschen Männer, und nach der unvermeidlichen Trennung zieht die Kleinfamilie in ein neues Zuhause. Nebenbei studiert sie und wird Lehrerin. Aus dem zunächst eher sprunghaften Mason Sr. wird im Verlauf der Jahre ein sesshafter Mann, der sich zunehmend um seine Kinder kümmert.
Der amerikanische Regisseur Richard Linklater konnte sich vor allem durch seine "Before"-Reihe einen Namen machen. Before Sunrise (1995), Before Sunset (2004) und Before Midnight (2013) mit Ethan Hawke und Julie Delpy sind weltweit bekannt.
Seit 2002 jedoch arbeitete Linklater bereits an einem Spielfilmprojekt, das alljährlich die gleichen Darsteller vor der Kamera versammelte - unter ihnen auch sein Lieblingsdarsteller Ethan Hawke. Jahr für Jahr versammelte er ihn und Patricia Arquette als Elternpaar und mit Ellar Coltrane einen Darsteller für den in Realzeit heranwachsenden Mason. Durch dieses einmalige Projekt kann der Zuschauer quasi direkt an der Entwicklung der Figuren teilnehmen. Er bekommt die Möglichkeit, Menschen über einen längeren Zeitraum beim Leben zuzuschauen. So steht bei Boyhood auch eine Familie im Vordergrund, bei der wir die Kinder als Kinder kennenlernen, sie von ihrem ersten Schultag an begleiten, bis sie das College abschliessen bzw. besuchen.
Es ist ein Film, der zum einen die alltäglichen Bedürfnisse und Sorgen Heranwachsender zeigt, ihre Angst vor einem ständig neuen Umfeld und dem Finden neuer Freunde. Aber auch die Höhen und Tiefen, die Heranwachsende im Alltag erleben, die Suche nach einem neuen Partner, nach einer neuen beruflichen Herausforderung, stehen im Mittelpunkt des Films. Es gibt keinerlei Wertungen, vielmehr leben wir für die Dauer des Films als stille Zuschauer das Leben der Familie mit.
Mit einer entspannten Leichtigkeit kommt dieser Film daher, so dass man ihm seine Länge überhaupt nicht anmerkt. Glück und Rückschlag erleben wir mit den Figuren, kleine und grosse Probleme, uns bekannte alltägliche Sorgen und Ängste. Das spannende Experiment kann in seiner Gesamtheit komplett überzeugen, ist wunderbar inszeniert und zugleich ein typisches Panorama einer amerikanischen Kindheit und Jugend.