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Seit 1830 belebte eine Vereinigung "Musikgesellschaft
Glarus" mit meist orchestraler Musik und Gesang das
kulturelle Leben in Glarus. Nach der Wiederaufbauphase,
nach dem grossen Brand von Glarus 1861, erinnerte man
sich wieder an diese musikalische Vereinigung. Auf Initiative
von Jost Walcher gründeten am Sonntag, 10. Dezember 1865
Jost Walcher und 23 Gleichgesinnte die Harmoniemusik-Gesellschaft
Glarus. Bereits im Februar 1866 wurde im Saale zum "Raben"
ein Unterhaltungskonzert gegeben. Das erste Hauptkonzert
fand am 16. Dezember 1867 statt.
Gründer und Kapellmeister Jost Walcher hatte am Anfang
auch noch das Präsidium inne, übergab dieses jedoch 1867
an Jean Kubli.1868 wurden 11 Blechblasinstrumente, 6 neue
Klarinetten sowie Trommel und Pauke für zusammen Fr. 1200.-
angeschafft. Von Ende 1869-1871 stagnierte die Vereinstätigkeit
infolge interner Querelen, dem Krieg 1870/1871 und der
regen Tätigkeit der glarnerischen Bataillonsmusik. Für
das Konzert am 9. Juli 1871 wurden erstmals "Kappen"
angeschafft . Ab 1871 bis 1989 fanden die Proben im Probelokal
zum Restaurant "Adler" statt.
Im September 1873 nahm die Harmoniemusik Glarus erstmals
an einem Eidg. Musikfest, dem Militär- und Volksmusikfest
in Schaffhausen teil.
Mit Einführung der neuen Bundesverfassung wurde 1875 die
Kantonale Bataillonsmusik aufgelöst. Aus diesem Grunde
wurde fortan die HMG, welche für viele Jahre die einzige
für eine solche Aufgabe in Frage kommmende Blasmusik des
Kantons war, für die Landsgemeinde und für die Näfelser
Fahrt engagiert. Um für diese Anlässe auch optisch gerüstet
zu sein, schaffte man 1875 erstmals eine einheitliche
Uniform an.
Durch die Teilnahme an zahlreichen grossen Anlässen (Eidg.
Musikfest 1880 in Biel, Landesausstellung 1883,500-Jahr-Feier
der Schlacht bei Näfels, zahlreiche kantonale Feste) wurde
1887 schon wieder eine neue Uniform nötig. Gleichzeitig
wurde auch erstmals eine Vereinsfahne angeschafft.
Nach Teilnahmen an den Eidgenössischen Musikfesten in
Thun (1890) und St.Gallen (1897) gipfelte der musikalische
Aufstieg in einem unerwarteten Erfolg am Eidg. Musikfest
in Aarau 1900. Durch harte Arbeit und eiserne Disziplin
(Verbot der Benutzung von Privatlogis, Zimmerappell 23:00
Uhr) gelang es, den 1. Lorbeerkranz in der Kategorie Harmoniemusik
zu erringen. Die zweitplazierte Stadtmusik Luzern lag
bereits 24 Punkte zurück !
Im Jahre 1904 sank der Bestand der HMG-Aktivmitglieder
altershalber auf 20 Mann zusammen und weitere Austritte
waren in Aussicht. Deshalb fasste der Schulrat Glarus
zusammen mit der HMG den Beschluss, eine Blasmusikschule
zu gründen. Im Zeitungsinserat stand zu lesen:
"Zur Teilnahme können nur solche zugelassen werden,
welche mindestens das 14. Altersjahr zurückgelegt haben.
deren jetzige und spätere Berufstätigkeit einen bleibenden
Wohnsitz in Glarus oder nächsten Umgebung wahrscheinlich
macht und sich durch ein ärztliches Zeugnis ausweisen
kann, dass sie unbeschadet ihrer Gesundheit, Blasmusik
betreiben dürfen"
18 Interessenten begannen kurz darauf die Ausbildung,
welche die Meisten von ihnen im August 1906 erfolgreich
abschlossen. Von den 22 Aktivmitgliedern der HMG im Jahre
1909 waren noch 10 aus der glorreichen Zeit um die Jahrhundertwende
und 12 waren ehemalige Absolventen der neuen Blasmusikschule.
1904 Gründung einer Musikschule 1912 wurde wiederum eine
neue Uniform angeschafft, welche ganz im Zeichen des kommenden
ersten Weltkrieges militärisch grün gehalten wurde und
mit einer steifer Mütze ergänzt wurde. 1912 konnte erstmals
wieder an einem Eidg. Musikfest (in Vevey) teilgenommen
werden. Die 29 teilnehmenden Mitglieder erreichten in
der zweiten Division den ersten Rang. Wegen des Weltkrieges
ruhten ab 1914 alle gesellschaftlichen Veranstaltungen
mit wenigen Ausnahmen. Zu Ehren der im Felde stehenden
Wehrmänner erklang am Nachweihnachtstage 1917 der neue
Marsch "Unsere Feldgrauen", komponiert vom Musikdirektor
der befreundeten Stadtmusik Bern (Ehrenmitglied der HMG)
Carl Friedemann. Durch die Kriegswirren musste auch die
Jubiläumsfeier zum 50-Jährigen Bestehen der HMG von 1915
bis nach Kriegsschluss auf 1919 verschoben werden. Das
Jubiläumskonzert der unterdessen 40 Aktiven fand in der
Stadtkirche statt.
©1998 HMG (mag) Quellen
Archiv der HMG / Hans Aebli

Jost Walcher
Grundüngsmitglied,
1. Dirigent und
1. Präsident