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Sie sind sich doch gar nicht sooo ähnlich. Und sie leben auf unterschiedlichen Kontinenten. Aber sie gehören trotzdem zu einer Familie – der Familie der Kamele.
Die Familie der Kamele umfasst die Neuweltkamele, die in der Neuen Welt (genauer: in Südamerika) leben und die Altweltkamele, die in der Alten Welt (Europa, Asien, Afrika) leben.
Zu den Neuweltkamelen gehören:
das Lama
das Guanako
das Alpaka
und das Vikunja.
Zu den Altweltkamelen gehören:
das Trampeltier oder zweihöckriges Kamel
und das Dromedar oder einhöckriges Kamel.
Was speichern Trampeltiere im Höcker?
Die Höcker von Trampeltieren und Dromedaren enthalten kein Wasser, sondern Fett. Von dem Fett zehren sie, wenn sie in der Wüste nichts zu fressen finden – die Reserven sollen bis zu 30 Tage halten. Daher sind die Höcker manchmal prall (mit Fett gefüllt) und manchmal hängen sie schlaff herab (wenn das Tier lange nichts zu Fressen gefunden hat). Dadurch dass das Fett nicht einfach überall im Körper verteilt, sondern im Höcker konzentriert ist, können sich die Tiere besser bewegen.
Wie kommt ein Dromedar so lange ohne Wasser aus?
Nicht nur Fett, sondern auch Wasser können Trampeltiere und Dromedare speichern und zwar für 2 bis 4 Wochen! Ein Kamel kann aufs Mal über 100 Liter Wasser trinken, das dann im Magen – und nicht im Höcker – gespeichert wird. Ausserdem ist der Urin vom Kamel stark konzentriert und es kann seine Körpertemperatur ansteigen lassen, so dass es weniger schwitzt. Zudem ist die Nase so gebaut, dass Wasser aus der Atemluft wieder aufgenommen wird. Insgesamt verliert das Kamel dadurch weniger Wasser.
Stimmt es, dass Lamas spucken?
Ja, Lamas spucken tatsächlich. Aber keine Spucke, sondern ein Gemisch aus Magensaft und Speisebrei. Brrr… Sie setzen Spucken, neben Treten und Beissen, als Waffe gegen ihre Rivalen ein, wenn es darum geht zu zeigen, wer der Stärkere ist. Sie sollen übrigens ziemlich gut treffen können. Daher solltest du ein Lama lieber nicht ärgern!
Haben Vikunjas Schlafzimmer?
Vikunjas leben in Gruppen, die aus einem Männchen und etwa 3 Weibchen mit ihren Jungen bestehen. Jede Gruppe verteidigt zwei Reviere gegen Eindringlinge: das „Fressrevier“, in dem sie sich tagsüber zur Nahrungsaufnahme aufhält, und das „Schlafrevier“, in das sie sich nachts zurückzieht, da es höher gelegen und sicherer vor Angreifern ist. Vikunjas haben also tatsächlich eigene Schlaforte. Übrigens: Vikunjas gelten als die wilden Vorfahren der Alpakas.
Was fressen Guanakos?
Alle Kamele einschliesslich der Guanakos sind Pflanzenfresser. Sie fressen vor allem Gräser, zu ihrer Nahrung gehören aber auch Blätter und Knospen. Wie eine Kuh würgen sie die gekaute und geschluckte Nahrung hoch, um sie ein zweites Mal zu kauen. Trotzdem gehören Kamele nicht zu den Wiederkäuern. Man nimmt an, dass sich der Verdauungsapparat der Kamele unabhängig von dem der Wiederkäuer entwickelt hat. Aber auch bei Kamelen helfen Mikroorganismen im Verdauungstrakt bei der Verdauung von Pflanzenbestandteilen. Übrigens: Guanakos gelten als die wilden Vorfahren der Lamas.
Haben Alpakas Milchzähne?
Ja, Alpakas haben tatsächlich Milchzähne, die im Alter von 2,5 bis 5 Jahren herausfallen. Das Gebiss des erwachsenen Alpakas besteht aus Backenzähnen, Schneidezähnen im Unterkiefer, und einer Kauplatte im Oberkiefer. Die Schneidezähne nutzen sich aufgrund der harten Gräser ab, wachsen aber nach. Die Backenzähne kommen vor allem beim Wiederkauen zum Einsatz. Ausserdem besitzen Alpakas (und Lamas) rasierklingenscharfe Kampfzähne. Diese setzen sie gegen ihre Rivalen ein, was häufig zu argen Verletzungen an Ohren, Schwanz oder Beinen führen kann.
Übrigens: Kamele sind Passgänger, d.h. wenn sie laufen, bewegen sie das rechte Hinterbein und das rechte Vorderbein gleichzeitig nach vorne, während die Beine der linken Seite den Körper tragen.
Mehr Videos zu verschiedenen Gangarten bei Tieren gibt es im Artikel „Tiere beobachten“ .
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