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Häufige Fragen
Was bedeuten die Abkürzungen in den Pedigrees ( Stammbäumen ) der Retriever
FTCH bedeutet Field Trial Champion ! Um den Titel Field Trial Champion tragen zu dürfen, muss ein Retriever in Grossbritannien verschiedene Qualifikationen vorweisen können. a) er gewinnt die IGL Championship b) er gewinnt 2x ein 24 Hunde Open stake=2 tägiger Open Field Trial c) er gewinnt ein 24 Hunde Open stake und ein 1- tägiges Open stake d) er gewinnt drei Mal ein eintägiges Open stake.
Im restlichen Europa gelten etwas andere Regeln.
OFTW bedeutet der Hund hat einen Field Trial in der Open Klasse gewonnen ( Open = oberste Klasse )
OFTAW bedeutet dass der Hund einen Award ( 2. / 3. / 4. Platz ) in der Open Klasse gewonnen hat
FTW bedeutet Field Trial Winner in der Novice Klasse ( Novice = mittlere Klasse )
FTAW bedeutet Field Trial Award Winner ( 2. / 3. / 4. Platz ) in der Novice Klasse
Was ist ein Field Trial ?
Fieldtrials werden seit Anfang des 20. Jahrhunderts ( in Grossbritannien ) veranstaltet um die Fähigkeiten der Jagdhunde unter Wettbewerbsbedingungen zu testen und somit auch die Zuchttauglichkeit.
Trials ähneln, so gut als möglich, einem Jagdtag auf dem Feld. Von den Hunden wird erwartet dass sie mit allen Arten von Niederwild korrekt arbeiten, von Kaninchen über Hasen, Wachteln, Rebhühnern bis zu Fasanen.
Es werden spezielle Fieldtrials für verschiedene Jagd-Hunderassen veranstaltet, also auch für die Retriever Rassen.
Von den Retrievern wird während eines Trials erwartet, dass sie ruhig neben ihrem Handler ( Hundeführer ) sitzen oder im Fuss laufen, währenddessen geschossen wird, solange bis sie geschickt werden um totes oder angeschossenes Wild zu apportieren ( zu holen ), egal ob dieses an Land oder aus dem Wasser ist, und dies vorsichtig und unbeschädigt in die Hand ihres Handlers zu bringen.
Die Zeitspanne, währenddessen ein Retriever ruhig warten muss, kann teils sehr lang sein. Der Hund ist während dieser Zeit meist ohne Leine frei bei Fuss.
Fieldtrials werden in fast allen Ländern Europas ( ausgenommen Schweiz und Deutschland ) veranstaltet.
Was ist die IGL Championship ? ( IGL = International Gundog League )
Die IGL Championship findet jedes Jahr im Dezember in England statt.
Jedes Jahr werden von den 86 Clubs 2-tägige Open Stakes ( Field Trials der Open Klasse ) veranstaltet, wobei nicht alle Clubs
Open Field Trials veranstalten, an welchen sich die Teilnehmer mit einem 1. Platz oder 2-maligem 2. Platz für die IGL Championship qualifizieren können.
Insgesamt können sich jedes Jahr 64 Mensch/Hund Teams qualifizieren.
An insgesamt 3 aufeinanderfolgenden Tagen werden die Hunde geprüft. Am Abend der ersten 2 Tage werden die besten Mensch/ Hunde Teams von den Richtern ausgewählt, welche dann jeweils am nächsten Tag nochmals ihre Qualitäten zeigen dürfen. Am 3. und letzten Tag bleiben noch 10 Teams übrig, welche um den Sieg, die Platzierungen und die Awards ( an der Championship Diploma of Merit genannt ) kämpfen.
Was ist ein Working Test ( WT ), auch Dummy Prüfung genannt ?
Ein Working Test ist, wie der Name schon sagt, ein Arbeitstest für Retriever unter Wettbewerbsbedingungen.
An Stelle von Wild wird mit sogenannten Dummies, einem an Prüfungen meist grünem, 500 Gramm schweren, länglichen Stoffsäckchen gearbeitet.
Der Workingtest wird in verschiedene Aufgaben unterteilt, bei welchen jeder Teilnehmer mit seinem Hund die gleiche Aufgabenstellung zu arbeiten hat.
Meist sind dies 4 - 6 Posten à je einer Doppelaufgabe, bei welcher dann im Maximum je 20 Punkte erreicht werden können.
Während der Prüfung werden verschiedene Teilbereiche getestet.
Markierung ( Mark ) : ist ein von einem Helfer möglichst hoch geworfenes Dummy, welches vom Hundeführer und meist auch vom Hund gesehen werden sollte, und direkt oder zeitverzögert vom Hund apportiert werden soll.
Doppelte Markierung : sind zwei geworfene Dummies, die je nach Schwierigkeitsstufe, in einem engeren oder weiteren Abstend voneinander geworfen werden. Diese soll der Hund dann nach Vorgabe des Richters apportieren, zum Beispiel das erst geworfene zuerst, oder, bei hinterenander geworfenen Dummies, das nähere zuerst und danach das weiter geworfene Dummy.
Memory : ein Memory ist ein Dummy, welches am gleichen Ort ausgelegt wird, an dem der Hund vorher schon war, zum Beispiel wird zuerst
eine Markierung geworfen . Sobald der Hund sich nach erfolreichem Finden des Dummys auf dem Rückweg befindet, wird der Helfer ein weiteres Dummy am gleichen Ort auslegen. Der Hund wird dann, auch wieder abhängig von der Schwierigkeitsstufe, vom Hundeführer ein 2. Mal an den gleichen Ort geschickt. Dies setzt Einiges an Uebung voraus, da der Hund seinem Führer vertrauen muss dass da auch wirklich ein Dummy liegt.
Dieses Vertrauen vom Hund in seinen Menschen nennt man dann auch Handvertrauen.
Blind ( nicht sichtiges Dummy ) : ist wie der Name sagt ,ein weder für Hund noch Führer sichtbar ausgelegtes Dummy. Dem Hundeführer wird vom Richter ( an Prüfungen ) relativ genau erklärt in welchem Bereich ein Dummy liegt. Dieser schickt seinen Hund in die angegebene Richtung, im optimalen Fall läuft der Hund auf direktem Weg in den Bereich, bekommt das Dummy in die Nase, findet es und bringt es zurück.
Im weniger optimalen Fall muss der Hundeführer den Hund mit dem Pfeiffsignal stoppen und per Hand- und Armzeichen in den gewünschten Bereich dirigieren, was natürlich schon Vieles an Uebung, und ein sehr gutes Zusammenarbeiten von Hund und Führer, voraussetzt.
Gehen in der Linie ( Walk up ) : Während eines Walk up gehen mehrere Hundeführer mit ihrem Hund im Fuss nebeneinander auf einer Linie ( im Abstand von ca. 2 Armlängen ) über z.B. ein Feld. Je nach Stufe können dies 2 bis 4 Mensch/Hund - Gespanne sein oder auch mehr. Während einer Prüfung sind es selten mehr als 3, da dies organsiationstechnisch meist etwas schwieriger ist.
Während des gemeinsamen Gehens fallen ein oder mehrere Schüsse und Dummies werden geworfen. Die unangeleinten Hunde sollen ruhig und korrekt neben ihrem Hundeführer gehen und sich beim Schiessen sofort und möglichst ohne Kommando neben ihren Menschen absetzen ( diese bleiben natürlich auch stehen, um die geworfenen Dummies genau zu sehen und sich die Fallstellen zu merken ).
Dass ein Walk up für viele Hunde und ihre Führer diverse Schwierigkeiten in sich hat, ist unbestritten. Der Druck auf den einzelnen Hund wird enorm gesteigert sobald andere Hunde als potentielle Konkurrenten nebenher gehen ; die Nervosität und meist auch die Erwartungshaltung steigen.
Treiben : bei einem Treiben stellen sich mehrere Hundeführer mit ihren Hunden an der Seite ( der Hund soll ruhig und ohne sich vom Ort wegzubewegen links neben seinem Menschen sitzen ) in einer Linie auf, während in einiger Distanz ein Treiben simuliert wird. Das heisst meist mehrere Helfer bewegen sich lärmend durch ein Waldstück oder einen Bereich mit höherem Bewuchs und es wird auch mit Platzpatronen geschossen.
Im Anschluss an das Treiben werden die Hunde einzeln in den Bereich des Treibens geschickt, wo sie dann vorher ausgelegte Dummies suchen und apportieren sollen.
Frei Verloren Suche oder grosse Suche ( hy lost ) : bei der grossen Suche werden in einem genau definierten Gebiet ( z. B. 30 Meter x 20 Meter ) mehrere Dummies ausgelegt, ohne dass dies der Hundeführer und der Hund gesehen haben. Der Hund wird in den Bereich geschickt und soll meist 2 Dummies finden und zurückbringen. Der Handler muss dabei den Hund so steuern, falls nötig, dass dieser den richtigen Bereich nicht verlässt bevor er gefunden hat. Ein bereits gefundenes Dummy soll vom Hund auf direktem Weg zu seinem Handler gebracht werden. Unterwegs gefundene und vom Hund getauschte Dummies führen zum nicht bestehen der Aufgabe.
Wasserarbeit : Einige der oben erklärten Aufgaben können auch am Wasser gearbeitet werden. Dabei soll der Hund das Wasser gut annehmen, also auf dem vom Handler gezeigten Weg ins Wasser gehen, natürlich auch warten bis er das Kommando zum apportieren erhält und bei der Abgabe des Dummy`s dieses in die Hand des wartenden Hundeführers bringen, ohne sich vorher zu schütteln oder das Dummy abzulegen.
Antwort
Unerwünschtes Verhalten des Hundes :
- Missachten der Kommandos seines Menschen während der Prüfungsaufgaben
- Unruhiges Halten des Dummy`s, Knautschen des Dummy`s bis zu so starkem Zubeissen, dass das Dummy gelocht wird
- Ablegen des Dummy`s auf dem Rückweg
- Umher rennen mit dem Dummy im Maul ( Runden drehen ), ohne dieses seinem Handler abzuliefern
- das Dummy nicht mehr ausgeben ( der Handler muss es mit Gewalt aus dem Maul nehmen )
- Agressionen gegen andere Hunde