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Andreae - Veress - D'Alessandro
Schweizer Werke für Klaviertrio
Tracklisting
Volkmar Andreae (1879-1962): Zweites Trio für Klavier, Violine und Violoncello Es-Dur op. 14; Sándor Veress (1907-1992): Trio Tre quadri per pianoforte, violino e violoncello; Raffaele d’Alessandro (1911-1959): Sechs Miniaturen für Klaviertrio
Beschreibung
Das Absolut Trio bewegt sich mit Vorliebe abseits des Mainstreams des Musikbetriebs und verschafft Musik Gehör, die aus verschiedensten Gründen an den Rand gespült wurde. Die drei Werke von Volkmar Andreae, Sándor Veress und Raffaele d’Alessandro lassen nachvollziehen, welche Juwelen auf diese Weise aufzuspüren sind. Volkmar Andreae hat das Zürcher Musikleben in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beeinfl usst wie kaum ein anderer. Nachdem schon sein op. 1 ein Klaviertrio gewesen war, mit dem er gegen Ende seines Studiums als Komponist an die Öffentlichkeit trat, legte Andreae ein Jahrzehnt später im Jahr 1908 ein zweites Werk für diese Besetzung vor, das schon am 27. Mai des Jahres in Darmstadt uraufgeführt wurde. Das zweite Trio zeigt Andreae als einen Musiker auf der Höhe seiner Zeit, dessen Musiksprache zwar in der späten Romantik des ausgehenden 19. Jahrhunderts wurzelt, der aber dennoch auch aktuelle Errungenschaften zu adaptieren weiss.
Für Sándor Veress wurde zunächst die Begegnung mit Bartók und Kodály prägend, bei denen er studierte und mit denen er alsbald zusammenarbeitete. Später kam der Einfluss Schönbergs hinzu. Veress, der nach 1945 einige Hoffnungen in die unter kommunistischen Vorzeichen sich neu formende Gesellschaftsordnung gesetzt hatte, war schon bald desillusioniert, ersuchte 1949 um Asyl in der Schweiz und liess sich in Bern nieder – seine Wahlheimat bis zu seinem Tod 1992. Zu jung, um gleichrangig neben Bartók und Kodály bestehen zu können, war er zu alt, um von der Nachkriegsavantgarde noch als einer der ihren akzeptiert zu werden. So wurde er in eine Aussenseiterposition gedrängt. Deshalb verwundert es nicht, dass sich ein Werk wie das Klaviertrio aus dem Jahr 1963 in der musikalischen Landschaft jener Jahre einigermassen fremd ausnimmt.
Raffaele d’Alessandro, geboren in St. Gallen als Sohn eines italienischen Einwanderers und einer aus Graubünden stammenden Mutter, wurde seine Ausbildung zum Organisten vor allem durch private Förderer ermöglicht. Als Komponist wurde er durch Studien in Paris bei Nadia Boulanger geprägt. Seine musikalische Sprache ist dementsprechend an neoklassizistischen Idealen orientiert. Die sechs Miniaturen erweisen sich als präzise formulierte Charakterstücke. Die Melodik zeigt eine Tendenz zu sehr plastischen, einfachen Formulierungen. Im Harmonischen fallen die Vorliebe für modale Wendungen und die fast durchgängigen dissonanten Schärfungen auf, welche dem musikalischen Idiom einen Zug ins Herbe und Dunkle verleihen.
Komponist
Volkmar Andreae, Sándor Veress, Raffaele D
Mitwirkende
Absolut Trio: Bettina Boller, Violine; Judith Gerster, Violoncello; Stefka Perifanova, Klavier
CD-Bestellnummer
MGB CD MGB 6278