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Die Gründung des Ensemble Neue Horizonte Bern fällt ins bedeutsame Jahr 1968 und vereinigte schon 1969 fünf der noch heute tätigen Mitglieder. Das Ensemble hat Hunderte von Konzerten, Radioaufnahmen, Konfrontationen des Publikums mit jeweils Neuer Musik realisiert, wobei alle möglichen Konzertformen bis hin zur Auflösung des Rituals erprobt wurden. Das Repertoire, vorerst auf bernischen Nachholbedarf ausgerichtet, erweiterte sich im Lauf der Jahre und enthält nun eine überwiegende Anzahl von Stücken, die von andern Ensembles nicht gespielt werden können oder wollen. Viele Werke wurden eigens für das Ensemble geschrieben, von ihm uraufgeführt und in weiteren Zusammenhängen verwendet, neben internationalen vor allem schweizerische und amerikanische. Zahllose Konzerte in ganz Europa und den USA, an wichtigen Festivals, aber immer auch in Nischen, an der Basis, für konzentriert Hinhörende. 1978 erhielt es eine Jubiläumsgabe des Kantons Bern, vertrat 1979 die Schweiz am Weltmusikfest in Athen mit einem Programm aus sämtlichen Kantonen, realisierte 1978 eine Doppel-LP mit Intimer Musik und 2002 eine Doppel-CD mit Historischen Aufnahmen.
Bekannt sind die MusikerInnen des Ensembles, vielfach mit Preisen geehrt und alle auch pädagogisch tätig, durch sogenannte Komponierte Programme, die sich dann auch im regulären Konzertbetrieb bewährten, absichtsvolle, intelligente, hintergründige Folgen von sich teilweise selber kommentierenden Stücken. Ab 1987 gab das Ensemble einen vierjährigen Zyklus mit Vorserieller, Serieller, Nachserieller Musik aus den vier Himmelsrichtungen zu hören, und anschliessend gestaltete es alle zwei Jahre ein intermediäres, mehrtägiges Festival in der Dampfzentrale Bern. Seit den Gründerjahren kompetent in Multimedia, Performance, Musiktheater und in der Arbeit mit KünstlerInnen anderer Sparten, finden wir es an der Documenta Kassel 1992 zusammen mit Black Market International an einem EmpedoklesSpektakel.
Alle Mitglieder des seit einigen Jahren neunköpfigen Ensembles spielen neben ihren Hauptinstrumenten auch zahllose exotische, primitive, experimentelle oder sonstwie randständige Instrumente, singen und sprechen und agieren schamlos oder professionell, was vielfarbige, heterogene Programme ermöglicht. Das Ensemble regt vor allem die Beschäftigung mit einer Kunstform an, die von Konzepten, denkerischen Ansätzen, Spielmodellen ausgeht, mit Improvisationen und Ritualen, und sucht diese weniger den Noten als den dahinterstehenden Haltungen verpflichtete Musik auch jungen und jüngsten Komponierenden näher zu bringen. Neben eigentlichen Konzeptwerken etwas des Fluxus, des Scratch, gar des Happenings spielt das Ensemble allerlei Konzeptuelles auch von traditioneller vorgehenden AutorInnen.