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Fr, 14. Juni 2019
klang-Musiktage: Mandelring Quartett
Das Mandelring Quartett lädt auf eine kleine musikalische Europareise ein.
Das Mandelring-Quartett mit:
Sebastian Schmidt – Violine
Nanette Schmidt – Violine
Andreas Willwohl – Viola
Bernhard Schmidt, Violoncello
Werke:
Wolfgang Amadeus Mozart 1756-1791
Streichquartett in Es-Dur, KV 428
Giacomo Puccini 1858-1924
«Crisantemi» für Streichquartett
Antonín Dvořák 1841-1904
Steichquartett in Es-Dur, op. 51
«Haydn-Quartetten» – Einen exquisiten Musikabend schildert der englische Tenor Michael Kelly, der erste Interpret des Don Curzio in «Die Hochzeit des Figaro»: einen Quartettabend im Jahre 1784, veranstaltet von dem Komponisten Stephan Storace für seine Freunde. Es spielten: die erste Violine Joseph Haydn, die zweite Carl Ditters von Dittersdorf, Cello sein ehemaliger Kompositionsschüler Johann Baptist Vanhal, Bratsche: Wolfgang Amadeus Mozart. Die Spieler waren akzeptabel; nicht einer von ihnen war überragend, aber es war ein wenig Wissenschaft unter ihnen, schreibt Kelly mit britischem Understatement, um dann doch zu unterstreichen: Ich war dort, und ein größeres Vergnügen, oder ein bemerkenswerteres, ist nicht vorstellbar. Welche Noten auf den Pulten lagen, ist bedauerlicherweise nicht überliefert. Möglich wäre es, dass eins von Wolfgang Amadeus Mozarts so genannten «Haydn-Quartetten» darunter war: 1782 hatte Mozart die Reihe jener sechs Quartette in Angriff genommen, die er seinem väterlichen Freund mit den Worten widmete, sie seien die Frucht einer langen und mühsamen Arbeit. Kein Wunder, dass die Arbeit mühsam war, denn Mozart zieht in diesen Werken, die eine direkte Antwort auf Haydns Opus 33 sind, alle Register seines Könnens. Das Es-Dur-Quartett KV 428 ist eins der heitersten unter den sechs. Sein Kopfsatz beginnt mit einem Unisono aller vier Streicher: eine gewichtige Einleitung, nach der sich ein munteres Spiel der Stimmen entfaltet. In der Durchführung, dem mittleren Teil, wird dieser Beginn aufgegriffen, wobei nun die beiden unteren Stimmen kanonartig nach den oberen einsetzen; es schließen sich virtuose Triolenketten an. Spannungs- und farbenreich ist der gefühlsintensive zweite Satz, Andante con moto: stark chromatisch, voller unerwarteter Töne und rhythmischer Verschiebungen, sehr dicht komponiert. Das folgende Menuett hat Mozart als skurrile Mischung aus bäuerlichem Stampfen und den grazilen Gesten eines höfischen Tanzes angelegt, womöglich eine Hommage an den berühmt-berüchtigten Humor Joseph Haydns. Im Finale kehrt der Rondoteil, ein Refrainthema wie aus dem Bilderbuch (Nicole Schwindt), dreimal wieder; eingeschoben ist ein Couplet, das beim zweiten Mal wild wie ein Gewitter hereinbricht, dann aber doch in geordnete Bahnen zurückfindet. Wie ein stotternder Motor gerät die Musik ins Stocken, bevor a tempo die Coda einsetzt und fröhlich zu einem augenzwinkernden Schluss hinführt.
Crisantemi – eine schöne Blume (Chrysantheme) die in vielen Kulturen als Todesblume gilt. Dieses einsätziges Kammermusikwerk des Opernkomponisten Giacomo Puccini entstand noch vor seinen ganz großen Erfolgen, 1890, Puccini war gerade 31 Jahre alt. Es hat einen traurigen Hintergrund - Ich habe es in einer Nacht geschrieben anlässlich des Todes von Amedeo di Savoia (des Herzogs von Aosta, Sohn des Königs Vittorio Emanuele II.), erklärte der Komponist - aber es ist eine wunderschöne melancholische Musik. Drei Jahre später, 1893, hat Puccini diese Melodie in seiner Oper «Manon Lescaut» noch einmal verwendet, in der ergreifenden Sterbeszene im 4. Akt – jenem Werk, das seinen endgültigen Durchbruch als Opernkomponist bedeutete.
«Slawisches Quartett» – Ein Brief seines Verlegers Fritz Simrock lieferte die Initialzündung dafür, dass Antonín Dvořáks Leben im Jahre 1878 von Grund auf umgekrempelt wurde. Simrock schlug ihm vor, eine Reihe von böhmischen und mährischen Tänzen nach dem Vorbild der Ungarischen Tänze von Brahms zu schreiben, und zwar von Verwendung Ihnen passend dünkender Originalmelodien, durchflossen von Ihrer eigenen Empfindung. Der Erfolg der «Slawischen Tänze», die der 37-jährige Dvořák daraufhin innerhalb weniger Wochen niederschrieb, war überwältigend. Ein Artikel des angesehenen Berliner Kritikers Louis Ehlert machte den im Ausland nahezu unbekannten Komponisten buchstäblich über Nacht zu einem international berühmten Mann. Klavierliebhaber stürmten die Musikalienhandlungen, Dirigenten setzten die Orchesterfassung der Tänze aufs Programm, Verleger rissen sich um neue Werke. Zum ersten Mal in seinem Leben war Dvořák, der als Sohn eines Metzgers und Gastwirts aus einfachen Verhältnissen stammte, frei von materiellen Sorgen. Und er konnte sich kaum noch retten vor Kompositionsaufträgen. Viele wünschten sich «slawische» Werke, so auch Jean Becker, der Primarius des seinerzeit renommierten Florentiner Streichquartetts. Das Streichquartett Es-Dur op. 51, das Dvořák für ihn komponierte, erhielt dann auch passenderweise den Beinamen «Slawisches Quartett». Der gemütvolle Kopfsatz ist noch am ehesten am «klassischen» Streichquartettsatz orientiert mit seiner Abfolge von Exposition, Durchführung und Reprise, aber im Tonfall durchaus «slawisch». Es folgt eine Dumka, ein ukrainischer Tanz mit typischem Wechsel von elegischen und ausgelassen-fröhlichen Abschnitten. Nach einer zarten Romanze als langsamem Satz bildet ein böhmischer Springtanz den lebhaften Kehraus.
CHF 60.00 / CHF 40.00 Erwachsene
CHF 170.00 / CHF 150.00 mit Apéro und Essen
Jugendliche 15 - 25 Jahre und Studenten: 50% an der Abendkasse
CHF 10.00 Kinder unter 15 Jahren
https://klang.ch/de/tickets#bestellformular
Montag-Freitag 9.00-11.30 Uhr / 14.00-17.00 Uhr; Telefonnummer: 041 250 79 02
Anschliessend an das Konzert können die Besucher auf Vorbestellung ein Apéro und ein 3-Gang-Gourmetmenu geniessen - ein Genuss für alle Sinne.