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The story of Arai
Vom einfachen Strohhut zur von Motorsport-Piloten und Amateuren bevorzugten Schutzhelm Marke:
Dies ist die unglaubliche Geschichte von Arai, erzählt vom Sohn des Gründers Mitch Arai;
« Mein Vater, Hirotake Arai, war Sohn eines Hut-Herstellers » erinnert sich Michio Arai, aktueller Präsident von Arai Helmet und Geschäftsführer seit mehr als 50 Jahren.
« Sein Vater hatte einen Hut-Laden im Herzen von Tokyo welcher von meinem Vater nach dem Tod meines Grossvaters übernommen wurde. Dies war kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges. Meinem Vater gefiel das Erfinden von neuen Objekten und daher entwarf er dauernd neue Hut-Formen. Als der Krieg ausbrach wurde er von der Japanischen Armee beauftragt, für deren Soldaten Helme und thermische Isolationen zu entwickeln, da er einer ganz wenigen Hersteller war welcher sich in diesem Gebiet auskannte. Sein kleiner Hut-Laden veränderte sich schnell in eine grosse Helmfabrik.
Nach dem Krieg fuhr er fort, Helme herzustellen, nicht mehr für die Soldaten, sondern für Bau-Konstruktionsunternehmen. »
Was hat Ihn dazu geführt, Motorrad-Helme herzustellen?
« Mein Vater war schon immer Motorradfahrer » erinnert sich Michio Arai. « Es gibt eine Foto von Ihm, wo er aufrecht auf einem Motorrad steht, mit einem einfachen Hut auf dem Kopf. Es handele sich hier sicher um einen der Strohhüte, die er zu jener Zeit in seinem Laden verkauft hatte! Als er in den 40-er Jahren anfing, die ersten Helme aus Glasfaser herzustellen, dachte er, es sei eine gute Idee, für sich selber einen Kopfschutz für das Motorradfahren anzufertigen. So halbierte er in der Höhe einen Glasfaser-Helm für Bauunternehmen und passte eine Polsterung ein. Der erste japanische Motoradhelm war somit geboren. »
Damit aber gab sich Hirotake Arai nicht zufrieden. Als er einen Artikel über Styropor las, entschied er sich, dieses Material anstelle des bisher üblichen Korks für die Polsterung seiner Helme zu verwenden.
„So wurde Arai der erste Hersteller welcher einen Helm in dieser Art und Weise produzierte“ erklärt Michio Arai. Das bekannte ovale Markenzeichen gab es damals übrigends noch nicht. Hirotake Arai versah seine Helme damals mit den beiden Initialen seines Vor- und Nachnamens HA.
« Sehr schnell haben wir mit dem Export in die USA begonnen. Die japanischen Produkte gewannen an Wichtigkeit bei den Amerikanern, in einem ganz anderen Mass als heute die chinesischen Produkte.
Unser erster Importeur war in New York angesiedelt, eine glänzende Person. Während einer Diskussion, meinte er einmal zu mir : Michio, HA ist wirklich kein gutes Markenzeichen, es tönt wie ‘ha’ beim Lachen. Dies kommt einer Beleidigung gleich; der Name muss geändert werden. Wir haben uns dem Problem angenommen. Ausser einigen eher schlechten Ideen haben wir an Arai gedacht. Arai tönte nicht speziell japanisch wie Kawasaki oder Suzuki, tönte aber auch nicht europäisch.
Es tönte gewissermassen neutral. »
« Nachdem wir den Namen gefunden hatten, brauchten wir einen Logo. Wenn man die Millionen in Betracht zieht, die oft von den Unternehmen in die Erneuerung eines Logos gesteckt werden, dann können wir sagen, dass das Arai-Logo wirklich nicht teuer war“
« Unser amerikanischer Importeur kannte einen 19-jährigen Studenten welcher in einer Kunstschule ein und aus ging » erinnerte sich Herr Arai leicht amüsiert, « Wir haben Ihm ein gemeinsames Nachtessen in einem Restaurant und zusätzliche 50 Dollar versprochen, wenn er uns ein passendes Logo vorschlagen könne. Am nächsten Tag stellte er uns das Markenzeichen vor welches wir bis heute noch verwenden. Ich habe Ihn also ins Restaurant eingeladen und die 50 Dollar zugesteckt damit er seinerseits seine Freundin zum Abendessen einladen kann »
Gemäss seinen eigenen Aussagen hatte Michio in jener Zeit keine konkrete Lösungen was das Ankurbeln des Verkaufes betraf, klar jedoch war er sich bewusst über die Wichtigkeit, Arai auf die Rennstrecken zu bringen um langfristig seine gesetzten Verkaufsziele zu erreichen.
« Bei der Übernahme des Unternehmens wurde ich von einer Journalistin gefragt, welche Absichten ich betreffs der Weiterführung der Marke hegte. Sie war mit einem Motorrad angereist und hielt einen Helm der Marke Bell in der Hand, also habe ich schlicht und einfach geantwortet: « mit Arai Bell übertreffen ». Diese Antwort war damals sehr ehrgeizig. Öffnete man in dieser Zeit eine Motorsport-Zeitschrift war klar ersichtlich, dass praktische sämtliche renommierte Piloten Helme der Marke Bell benützten. Von der Marke Arai war nicht die Rede.
Ich wusste damals nicht, mit welchen Mitteln wir unsere Marke bekannt machen wollen, aber ich wusste genau wo anfangen:
„Bessere Helme als Bell herzustellen“
Wir haben sofort viel Aufwand in Versuche und Entwicklungen gesteckt und natürlich noch mehr in die Qualitätskontrolle. Nach anderthalb Jahren konstanter Anstrengungen war ich überzeugt, dass unsere Helme besser waren als die von Bell. Nun war die Zeit gekommen dies auch der Öffentlichkeit vor die Augen zu führen und zu beweisen.
Ich überlegte mir, wenn jemand z.B. unseres Arai Helms bestätigen kann, würde dies bestimmt auch die Alltags-Motorradfahrer überzeugen, von nun an einen Arai zu tragen. Dies war der Entscheid welcher Arai in den Rennsport brachte!
Da Michio Arai selber in der Japanischen Meiserschaft fuhr, verfügte er die nötigen Kontakte in den Auto- und Motorrad Meisterschaften um seine Marke dem Motorsport zu zuführen. Nach kurzer Zeit trug der Grossteil der japanischen Auto- und Motorrad Piloten einen Arai, aber die USA bedeutete eine andere Herausforderung.
« Zu jener Zeit war der Amerikanische Markt der Grösste. Ich habe damals mit Roger Weston Kontakt aufgenommen (er wurde später Direktor von Arai America). Roger hatte viele Beziehungen im US Motorsport. Er nahm einige von unserer Helmen mit nach Daytona um sozusagen „ die Temperatur zu fühlen“ . Während der Rennwoche hatte Roger mehreren Piloten den Helm zum Testen offeriert, aber unser Produkt wurde als „billiges, asiatisches“ Produkt abgestempelt. Ich erinnere mich noch gut, dass einer der Piloten sich sogar demonstrativ auf den Helm stellte. Aber statt aufzugeben haben wir weiter insistiert und unsere Produkte fortlaufend entwickelt.
Schlussendlich war es 18-jähriger Pilot namens Ted Boody Jr. damals die Nummer 2 der AMA-Serie (American Motorcyclist Association) welcher Interesse bei uns gezeigt hat. Ich habe ihm während über einer Stunde die Vorteile unseres Produkts erklärt. Daraufhin antwortete er:
„ich bin Pilot und nicht Ingenieur. Um ehrlich zu sein, ich habe keine Ahnung, von was Sie reden. Aber Sie geben den Eindruck eines ehrlichen Menschen, ich werde also Ihren Helm probieren“.“
Anschliessend suchte uns ein anderer Pilot namens Skip Askland auf. Er war von eher kleiner Körpergrösse, aber ein Grossmaul. Er forderte eine enorme finanzielle Entschädigung, um mit unseren Helmen zu fahren. Vom Potential dieses Piloten überzeugt, habe ich eingewilligt. Also reiste er nach Daytona, mit einem Arai im Gepäck. Skip hatte bereits viele Stürze hinter sich, beim letzten blieb er 2 Tage im Koma.
Bereits beim ersten Qualifier stürzte Skip schwer und schlug hart mit dem Kopf auf dem Boden auf. Er rappelte er jedoch sich wieder auf und führte das Qualifikationsrennen fort. Dank seinem lockeren Mundwerk wusste bald der ganze Paddock um den Nutzen und die Qualität unseres Produktes. Nach diesem Vorfall wurde es relativ leicht, andere Piloten von Arai zu überzeugen. »
Erwähnenswert ist sicher noch die Geschichte von einem erst 14 jährigen Rennfahrer welche Mitch Arai entdeckte und welcher später eine wahre Legende, auch für Arai, werden sollte.
« Zum ersten Mal sah ich diesen jungen damals 14-jährig auf der Rundstrecke von Loudon, Connecticut. Er fuhr ein kurzes Training als plötzlich ein Hund auf der Piste herumirrte. Während alle Piloten panikmässig bremsten, blieb dieser Jugendliche auf Vollgas, entspannt, und antizipierte die Richtungsänderungen des Hundes, um diesem auszuweichen. Ich habe sofort begriffen, dass dieser Pilot wirklich anders war und entschied mich dazu, ihm einen Helm zu schenken. Er war überglücklich und so haben Freddy Spencer und ich uns kennengelernt»
Arai hat das Racing im Blut:
« Der Motorrennsport ist der Grundstein zu allem, was wir bisher erreicht haben. In diesem Sinn haben wir auch unsere Qualitätskontrolle verbessert. Wir haben unsere 300 Angestellten angewiesen, der Qualitätsarbeit so viel Aufmerksamkeit wie nur möglich zu schenken und die Helme ohne Kompromisse was Sicherheit betrifft zu entwickeln und bauen.“
„Eine von mir aufgedrängte Regel ist, dass wir nie Spezialhelme für die Piloten herstellen. Ein Angestellter bei uns weiss nie, ob der eben hergestellte Helm für Mike Doohan, Dany Pedrosa oder für einen Alltagsfahrer bestimmt ist. Alle Helme kommen bei uns von derselben Produktionslinie. Dies ist ein enormer Druck für unsere Arbeiter aber zugleich auch sehr motivierend. Sämtliche Arai Helme haben somit das Potential, im Moto-GP benützt zu werden» erklärt Mitch Arai stolz.. «
Die Motorsportrennen haben die Firmenkultur von Arai geprägt. Wenn ich mir einen Arai überziehe, habe ich Vertrauen in die Person die Ihn hergestellt hat, würden wir Spezialhelme für die Piloten herstellen wäre dieses Vertrauen nicht mehr möglich.
Mit welchem Modell fährt Herr Arai? « Wenn ich mit meiner Monster oder Speed Triple unterwegs bin, benütze ich einen RX-7GP, wähle aber et einen Tour-X wenn ich mit der GS1200 fahre. Obwohl ich selber kein besonders guter Maler bin, nehme ich an einer der ersten gewesen zu sein, welcher Designs und Farben auf Helmen eingeführt hat. Einen Helm zu bemalen heisst ihm einen Charakter zu verleihen, ihm eine Persönlichkeit zu geben.
Nehmen wir das Beispiel einer schönen Frau. Hat Sie es wirklich nötig, sich zu schminken? Eine wirklich schöne Frau hat keine Kosmetik nötig. In diesem Sinne, als in den 90-er Jahren der Markt von bunt bemalten Helmen überflutet war habe ich entschieden, wieder zu Einheitsfarben zurück zu kehren. Mit dieser Wende sind wir wieder zu der wirklichen Schönheit unserer Helme zurückgekehrt, denn ich bin überzeugt, dass die Schalenformen unserer Helme grossartig sind. Dies ist auch einer der Gründe, warum wir auch alle unsere Helme in Einheitsfarben offerieren »
Das Innere des Helms, dieser kleine Raum zwischen Auge und Visier welcher uns von der Aussenwelt trennt, ist gross genug um sich seine eigene Welt zu kreieren. Im Inneren des Helms lebt man Emotionen, erforscht Gefühle und entdeckt neue Sensationen. Wenn man den Helm schlussendlich abnimmt, ist es wie man eine virtuelle Welt verliesse um wieder zurück in die Realität zu gelangen.
Im Helm drinnen ist man immer im Kontakt mit dem inneren Ich und seiner Seele, das Schönste, das nur das Motorradfahren in einem erwecken kann. Nur Arai ermöglicht dieses Erlebnis.