Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03302.jsonl.gz/468

Öffentliche Verwaltung in der Schweiz wächst und wächst
- Introduction Executive summary | Positions of economiesuisse
- Chapter 1 Einleitung
- Chapter 2 Indikator 1: Entwicklung der Vollzeitäquivalente
- Chapter 3 Indikator 2: Vergleich mit der Privatwirtschaft
- Chapter 4 Indikator 3: Vergleich mit dem Ausland
- Chapter 5 Indikator 4: Lohnentwicklung
- Chapter 6 Indikator 5: Lohnvergleich mit Privatwirtschaft (zwischen den Branchen)
- Chapter 7 Indikator 6: Lohnvergleich mit Privatwirtschaft (innerhalb der Branchen)
- Chapter 8 Indikator 7: Effizienz der öffentlichen Verwaltung
- Chapter 9 Indikator 8: Effizienzvergleich mit dem Ausland
- Chapter 10 Zusammenfassung und Forderungen
Indikator 5: Lohnvergleich mit Privatwirtschaft (zwischen den Branchen)
Mit welchen anderen Branchen in der Schweiz sind die Staatslöhne zu vergleichen? Sollten die Beamten zu den Spitzenverdienern gehören oder muss sich deren Entlöhnung am Durchschnitt aller Beschäftigten in der Schweiz orientieren? Als Reaktion auf den in den Medien wiederholt vorgebrachten Vorwurf hoher Beamtenlöhne weisen die Behörden jeweils auf zwei Punkte hin: den gestiegenen Anteil von Fachkräften und periodisch durchgeführte Lohnvergleichsstudien, die der Bundesverwaltung marktgerechte Löhne attestieren. Die Vergleichsstudien orientieren sich an Unternehmen, die zu den besten Lohnzahlern der Schweiz gehören. Die Frage ist berechtigt, ob dies legitim ist, denn die Staatsangestellten geniessen im Vergleich zur Privatwirtschaft zusätzliche Privilegien wie einen besseren Kündigungsschutz oder grosszügigere Pensionskassenregelungen (siehe Box). Wie dem auch sei: Vergleichen wir die Löhne der öffentlichen Verwaltung mit denjenigen von Finanzdienstleistern und Versicherungen. Das Anforderungsprofil für die Angestellten in diesen beiden Branchen ist ähnlich wie dasjenige in der Verwaltung.
Lohn- und Pensionskassenvergleiche der Bundesverwaltung
Die vom Bund in Auftrag gegebenen Lohnvergleichsstudien überzeugen nicht. Die Studien weisen jeweils eine faire Entlöhnung des Bundespersonals aus. Doch diese Beurteilung hängt von der gewählten Vergleichsgruppe ab. Doch ist es richtig, Grossbanken, Versicherungen, Bundesbetriebe und grosse Kantone als Vergleichsgruppe zu wählen? Dass die Resultate für den Bund in dieser 2005 durchgeführten Analyse entsprechend zufriedenstellend ausfielen, erklärt sich fast von selbst.
Auch im Anfang 2018 publizierten Pensionskassenvergleich ist die Wahl der Vergleichsgruppe kritisch zu hinterfragen: Mit IBM, Unilever und Philips gesellen sich internationale Grosskonzerne mit über 100’000 Angestellten zu den hiesigen grössten Arbeitgebern wie Grossbanken und Versicherungen. Dass die Pensionskassenleistungen der Bundesverwaltung dennoch überdurchschnittlich abschneiden und teilweise Spitzenplätze belegen, lässt vermuten, dass der Bund in einem Apfel-Apfel-Vergleich noch deutlich besser abschneiden würde.
Die Angestellten des Bundes schneiden im Quervergleich sehr gut ab. Die Löhne der Staatsangestellten liegen fast 50 Prozent über dem Durchschnitt aller Schweizer Saläre. Im Gegensatz zu Abbildung 4 liegen für diesen Vergleich lediglich Daten zwischen 2012 und 2016 vor. In dieser Periode stieg der Lohn der Staatsangestellten im Vergleich zu Finanzindustrie und Gesamtwirtschaft deutlich stärker an. Nur die Versicherungsbranche konnte seit 2012 bei den Lohnerhöhungen mithalten. Mittlerweile gehören die Bundesbeamten somit zu den Spitzenverdienern und liegen fast mit den Bankangestellten gleichauf.