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Am 25. Juli läuft der von einem japanischen Reeder betriebene und unter panamaischer Flagge fahrende Frachter Wakashio auf einem Korallenriff vor Mauritius auf Grund.
Über 1000 Tonnen Öl sind bislang aus den Tanks ausgelaufen. Die Ölpest verschmutzt das Meeresschutzgebiet Blue-Bay und die Mangroven im Südosten der Insel. Hunderte Fischarten und Meeressäuger sind von der Katastrophe bedroht. Der Ölstreifen treibt auf die Ile aux Aigrettes und ihr unschätzbares Naturerbe zu. Dadurch ist eine hochsensible Flora und Fauna gefährdet. Strände sind bereits von klebrigem Öl bedeckt.
Die mauritische Wirtschaft ist in hohem Masse vom Tourismus abhängig. Die Havarie der Wakashio wird diesen Sektor zusätzlich belasten, der bereits durch die globale Pandemie geschwächt ist. Trotz der Gefahr engagiert sich die Bevölkerung zu Tausenden: Die Menschen versuchen, die Küste zu säubern und das ausgetretene Öl selbst einzufangen. Gleichzeitig wächst der Unmut gegenüber der Regierung, die für ihre abwartende Haltung kritisiert wird.
Das Auseinanderbrechen der Wakashio bringt neue Sorgen mit sich. Die mauritische Regierung hat beschlossen, den Bug der Wakashio abzuschleppen, um ihn etwa 15 Kilometer vor der Küste entfernt im Meer zu versenken. Greenpeace Afrika und Greenpeace Japan sind empört ob dieser Entscheidung. «Unter allen verfügbaren Optionen hat die mauritische Regierung die schlimmste gewählt. Der Untergang des Frachters würde die Artenvielfalt gefährden und das Meer mit grossen Mengen an Schwermetallen verseuchen. Damit wären auch andere Gebiete, zum Beispiel die französische Insel La Réunion, bedroht. Die mauritische Bevölkerung hat in keiner Weise davon profitiert, dass die Wakashio ihre Gewässer durchquerte. Nun muss sie den Preis für diese Katastrophe zahlen. Eine noch schlimmere Umweltverschmutzung verschärft die Gefahr für den Tourismus als wirtschaftlichen Kernsektor und die Fischerei als Ernährungsgrundlage für die Bevölkerung», heisst es in der Medienmitteilung vom 19. August 2020. Die Entscheidung wird als «typische Ausflucht der Ölindustrie» kritisiert, die das Problem so kostengünstig wie möglich verschwinden lassen will.
Eine lange Reihe von Ölunfällen
Die Ölkatastrophe der Wakashio ist leider kein Einzelfall. Im Juni gelangten im Norden Russlands 20’000 Tonnen Ölprodukte in den Fluss Ambarnaja. Und im Jemen bedroht ein verlassener Frachter über 8 Millionen Menschen sowie das einzigartige Ökosystem des Roten Meeres. Der als schwimmendes Lager benutzter Tanker ist mit 1,1 Millionen Barrel beladen. Seit der Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon vor zehn Jahren kam es zu mindestens 15 mittleren bis schweren Unfällen, bei denen 750’000 Tonnen Öl in die Umwelt gelangt sind.
«Es gibt keine absolute Sicherheit bei der Produktion, Beförderung und Lagerung von Erdöl. Diese Ölkatastrophe ist kein Schicksalsschlag, sondern das Ergebnis unserer erdölgestützten Wirtschaft. Als Antwort darauf müssen wir den Energiewandel beschleunigen», wird Happy Khambule, Energie- und Klima-Campaigner von Greenpeace Afrika, in einer Medienmitteilung vom 7. August 2020 zitiert. Die Ölpest vor Mauritius mahnt uns, dringend auf eine weltweite Energieversorgung ohne fossile Brennstoffe umzustellen. Dies hilft dem Klima, der Biodiversität, den Meeren und allen Menschen, deren Überleben direkt davon abhängt. «Einmal mehr werden uns die Risiken vor Augen geführt, die Erdöl mit sich bringt: Verschärfung der Klimakrise, Zerstörung der Ozeane und der biologischen Vielfalt sowie Bedrohung der Lebensgrundlagen rund um unwiederbringliche Lagunen Afrikas», so Happy Khambule.
Für den wirksamen Schutz der Meere benötigen wir endlich ein umfassendes, internationales Regelwerk: Deshalb macht sich Greenpeace für einen globalen Ozeanvertrag stark. 30% der Meere wollen wir bis 2030 unter Schutz stellen, denn nur so ist Schutz und Erholung für die Meere möglich.
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