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1. April 2008
Zürcher Orchester: Probleme mit Transparenz?
Schauspielhaus, Opernhaus, Kunsthaus und auch einige kleinere Institutionen veröffentlichen einen ausführlichen Geschäftsbericht im Internet. Das ist praktisch, will man etwas nachsehen, hat man sämtliche relevanten Zahlen gleich verfügbar. Beim Schauspielhaus stehen sogar die Geschäftsberichte der vergangenen paar Jahre zum Download bereit, wodurch auch Vergleiche möglich sind.
Die zwei hochsubventionierten Orchester von Zürich, das Tonhalle-Orchester und das Kammerorchester ZKO, erachten eine solche Transparenz nicht für nötig. Wer dort die Zahlen möchte und den gedruckten Geschäftsbericht gerade nicht zur Hand hat, muss sich mühselig durchfragen.
Die Zahlen nur schwer zugänglich zu machen, hat sich bisher für die Orchester gelohnt. Während beim Schauspielhaus jede Auflösung von stillen Reserven irgendwann zum Medienthema wird, bleiben die Orchester weitgehend unbehelligt. So hat bei der Tonhalle niemand untersucht, ob und wie die teure Ablösung des Intendanten Tyrgve Nordwall verbucht wurde; viele Fragen blieben in jener Affäre offen (siehe hier). Auch beim kriselnden ZKO wäre es interessant, die Zahlen der letzten paar Jahre vergleichen zu können. Deshalb: Eine Veröffentlichung von detaillierten Zahlen im Internet sollte bei Kulturinstitutionen eine Bedingung für den Bezug von Subventionen sein.