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Schulter / Ellenbogen
Frozen Shoulder / Schultersteife / adhäsive Capsulitis
Eine Frozen Shoulder (Schultersteife), in der Fachsprache adhäsive Capsulitis, ist eine entzündliche Erkrankung der Schultergelenkkapsel. Sie geht teilweise mit starken Schmerzen sowie im Verlauf mit einer Einschränkung der Schulterbeweglichkeit einher.
Ursache
Die Ursache ist nach wie vor nicht genau geklärt. Es kommt zu einer entzündlichen Reaktion der Gelenkschleimhaut. In diesem Rahmen lagert sich Kollagen ein, was zur Verdickung und zur Verminderung der Elastizität der Gelenkkapsel führt. Dadurch nimmt die Beweglichkeit ab, das Gelenk «friert ein». Daher stammt auch die englische Bezeichnung Frozen Shoulder.
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Wie kann es zu einer Schultersteife kommen?
Eine Capsulitis kann nach jeglicher Art von Traumatisierung des Schultergelenks auftreten. So z. B. nach einem Unfall, einem Knochenbruch oder auch nach einer Operation. Teilweise kann die Erkrankung auftreten, obwohl die Schulter an sich von der Verletzung gar nicht betroffen ist, so z. B. bei einer Handgelenksfraktur. Auch eine anderweitige Erkrankung der Schulter wie z. B. eine chronische Sehnenverletzung oder eine Schleimbeutelentzündung kann eine adhäsive Capsulitis auslösen oder unterhalten.
Generell gilt eine Verminderung der Beanspruchung bzw. eine Schonhaltung als Risikofaktor. Zum Teil tritt die Capsulitis jedoch auch ganz spontan und ohne ersichtlichen Auslöser auf.
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Häufigkeit
Typischerweise sind Frauen zwischen dem 45. und dem 55. Lebensjahr häufiger betroffen. Ein vermehrtes Auftreten wird aber auch in Verbindung mit Stoffwechselstörungen wie Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes mellitus oder Fettstoffwechselstörungen beobachtet.
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Verlauf
Der Verlauf gliedert sich typischerweise in drei Phasen:
- die entzündliche,
- die adhäsive Phase und schliesslich
- die Erholungsphase.
Die entzündliche Phase ist v. a. durch starke bis sehr starke Schmerzen gekennzeichnet. Diese sind oft diffus und klingen auch in Ruhe und in der Nacht nicht ab. Typisch sind zudem einschiessende Schmerzen bei ruckartigen unkontrollierten Bewegungen.
In der zweiten Phase kommt es zunehmend zur Einsteifung der Schulter, wobei die Schmerzen oft rückläufig sind.
In der dritten Phase kehrt die Beweglichkeit langsam zurück, und die Schulter wird beschwerdefrei.
Wie lange die einzelnen Phasen dauern und wie ausgeprägt die Symptome sind, ist individuell. Insgesamt kann die Erkrankung über einen Zeitraum von mehreren Monaten bis zu zwei Jahren verlaufen. Gerade langwierige Verläufe können sehr frustrierend sein. Nichtsdestotrotz kommt es nahezu immer zu einer vollständigen Ausheilung.
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Behandlung
Die Therapie ist in erster Linie konservativ und besteht in der Linderung des Entzündungsreizes und der Schmerzen sowie im weiteren Verlauf in einer schrittweisen Verbesserung der Beweglichkeit.
In der Phase der akuten Entzündung und bei starken Schmerzen ist die wirksamste Therapie eine Kortisoninfiltration ins Schultergelenk. Dies wird bei uns unter bildgebender Kontrolle von Radiologen durchgeführt. Eine Kortisoninfiltration führt in den meisten Fällen innerhalb von 3–7 Tagen zu einer effektiven Linderung der Entzündung und damit auch der Schmerzen. Als unerwünschter Nebeneffekt kann es zu allgemeinen Reaktionen wie Herzrasen oder Blutdruckanstieg und bei Diabetikern zum Anstieg des Blutzuckerspiegels kommen.
Begleitend bzw. bei weniger ausgeprägten Symptomen kommen zudem entzündungshemmende Schmerzmedikamente (NSAR) zur Anwendung. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Therapie sind physiotherapeutische Massnahmen zur Schmerzlinderung und zur Wiederherstellung der Beweglichkeit.
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Wann ist eine Operation notwendig?
Nur sehr selten kommt es nicht zu einer spontanen Wiedererlangung der Beweglichkeit. In diesem Fall oder bei sehr langwierigem Verlauf kann eine operative Behandlung mit arthroskopischer Lösung der verklebten bzw. verdickten Kapselstrukturen erfolgen.
Allerdings besteht wegen der operativen Reizung des Gelenks die Gefahr, dass die Entzündung erneut aufflammt. Entsprechend ist vor und nach der Operation eine sorgfältige Schmerztherapie notwendig.
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Vorbeugung
Um das Auftreten einer Capsulitis nach einem operativen Eingriff zu vermeiden, ist eine ausreichende Schmerzmedikation in der frühen postoperativen Phase wichtig, v. a. bei bekannter Veranlagung bzw. bereits durchgemachter Capsulitis.
Darüber hinaus sollte eine anhaltende Schonhaltung der Schulter, sofern nicht im Rahmen der postoperativen Rehabilitation gefordert, vermieden werden, da auch sie die Ausbildung einer Capsulitis fördern kann.