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Urner Familien
Uri, Bewohner, Namen, Besitz und Eigentum
Die ersten Urner Vor- und Nachnamen (Inzlin-Gruoba
Bedeutung der Familiennamen
Urner Familiennamen nach Stammbuch
Amtliche Schreibweise der Familiennamen
Herkunft der Urner Familien
Bürgerort URI
Bürger der Talschaft Ursern
Landleutebuch
English
Summary
Die älteste alpenstämmige Mumie stammt aus der der mitteleuropäischen Kupferzeit. «ÖTZI, der Eismann vom Tisenjoch, hatte ein Beil bei sich, dessen Klinge zu 99 % aus Kupfer bestand. Die väterliche Linie Ötzis gehört zu einer genetischen Grundausstattung, die bei den ersten jungsteinzeitlichen Wanderbewegungen, vor circa 8000 Jahren, aus dem Nahen Osten nach Europa mitgebracht wurde.
Die genetische Linie von Ötzis Vater war in der Jungsteinzeit in ganz Europa verbreitet. Der mütterliche Familienzweig vom Gletschermann Ötzi ist höchstwahrscheinlich ausgestorben, Europäischen Akademie Bozen. Obwohl er keine direkten Nachkommen zu hat, sind seine Verwandten mit höchster Wahrscheinlichkeit die Alpinide Urbevölkerung, da Teile seiner Gene (G2a) im ganzen Alpenraum und den angrenzenden Gebieten Norditalien, Süddeutschland von der Türkei bis nach Sardinien zu finden sind. Wie er zu Lebzeiten gerufen wurde wissen wir nicht, da keine schriftlichen Aufzeichnungen existieren.
In den grossen Stadtstaaten, wie den Sumerern in Mesopotamien (Irak) im 4 Jahrhundert v. Chr. wurde das Schreiben und Rechnen erfunden. Die sie für das Steuerwesen und die Verwaltung als Instrument staatlicher Kontrolle einsetzten. Deshalb werden Namen aufgeführt, wenn sie mit Steuer, Besitz und Eigentum verbunden sind.
Es waren es die Römer die zuerst die alpenländischen Völker detailliert beschrieben, da Sie diese die Volksstämme eroberten und unter Ihre Verwaltung nahmen. Sie wurden als Kelten bezeichnet. Bedeutung des Namens liegt dabei im Dunkeln. Griechische und römische Schriftsteller aus dem 6. und 5. Jahrhundert v.Chr. kannten jeweils nur einen Teil der heute als keltisch angesehenen Stämme vom Norden Spanien bis nach Böhmen mit deren kulturellen Gemeinsamkeiten.
Das keltische Volk der Lepontier, wahrscheinlich vermischt mit etruskischen Einwohner Norditalien haben Uri zu dieser Zeit bevölkert. Von den Lepontiern leitet sich der Name der Leventina (Tal südlich des Gotthardpass) ab. Sie kannten bereits das sog. Lugano Alphabet. Inwieweit die Helvetier und Rhäter in Uri Wohnsitz nahmen ist unbekannt.
Obwohl die Kelten kaum schriftliches Quellen über Personennamen hinterliessen sind doch zahlreiche Orts- und Gewässernamen keltischen Ursprung. Silenen: ketisch «Sil», tröpflen oder Surenen: Bachnamen «Sura», saures Wasser.
Bis ins 1. Jahrhundert v. Chr. wurde das gesamte Gebiet der heutigen Schweiz schrittweise ins Römische Reich integriert. Uri wurde der römischen Provinz Raetia zugeordnet. Auch die Römer haben ihre romanischen Siedlungsnamen hinterlassen Ora (Küste, Rand) für Uri, Gurtnellen von «curtis», eingefriedetes Grundstück. Realp lat. «Rivus albus», weisser Bach.
Die Römer hatten bereits drei Namen. Dabei ist grundsätzlich zu unterscheiden zwischen Männer- und Frauennamen sowie zwischen römischen Bürgern und Freigelassenen. In Uri treffen wir auf keinen Römischen Personennamen.
Nach dem Einfall der Germanen und der grossen Völkerwanderung, hatte sich das Reich der Franken etabliert. Das Reich der Franken ging auf mehrere westgermanische Kriegerverbände der Völkerwanderungszeit zurück. Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches stieg es im Frühmittelalter unter den Dynastien der Merowinger und der Karolinger in drei Jahrhunderten zu einer Großmacht auf, die weite Teile West-, Mittel- und Südeuropas beherrschte. Der Besitz jener römischen Grundherren, die während der fränkischen Eroberungskriege getötet oder vertrieben wurden, gelangte in den Besitz der neuen Machthaber.
In diese Zeit fällt die Einwanderung der Alemannischen Stämme in Uri. Zugleich erfolgte die Beseitigung des Alemannischen Herzogtums durch den karolingischen Hausmeier Karlmann im Jahr 746. Die Besitztümer der Alemannischen Adligen wurden konfisziert. 843 wurde das Frankenreich geteilt, aus dem Ostfrankreich bildete sich langsam das Heilige Römische Reich deutscher Nation. Die Besitzverhältnisse mussten neu geordnet werden.
Der Karolinger, König Ludwig der Deutsche beschenkt 853 in der Königsurkunde das neu gegründete Fraumünster Kloster in Zürich mit den konfiszierten Reichsgut in Uri. Seine Tochter Hildegard beauftragte er mit der Leitung der Abtei. Hildegard Karolinger war somit die erste verbriefte Besitzerin in Uri.
Der erste schriftlich erwähnte Einwohner war wahrscheinlich Abt Heddo von Reichenau. Der St. Galler Chronist erwähnt dabei zum ersten Mal den Namen Uri «Uraniam». Der Abt war Anhänger der Franken, deshalb 732 verbannte ihn der Alemannische Herzog Theodebaldus nach Uri. Im selben Jahr wurde er durch den fränkischen Hausmeier Karl Martell, wieder in sein Amt eingesetzt und schließlich im Jahr 734 zum Bischof von Straßburg ernannt.
In Uri wurde aber neues Land durch die Alemannischen Einwanderer, und mehrheitlich Zähringischer Adel gewonnen. Zur Kennzeichnung der Besitzverhältnisse reichten somit der übliche Vorname nicht mehr aus und mussten näher gegenzeichnet werden.
In der blutigen Familienfehde, dem sog. Inzlin- und Gruobahandel ist in der Gerichtsurkunde die Erweiterung von Vornamen zum zusätzlichen Familiennamen ersichtlich. Obwohl der Grund zur Blutfehde nicht bekannt ist, dürfte es im weitesten Sinne um Besitzverhältnisse handeln.