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Der Elektroautohersteller Tesla wird laut Konzernchef Elon Musk die Kryptowährung Bitcoin sehr wahrscheinlich wieder als Zahlungsmittel akzeptieren. Das kündigte Musk am Mittwoch bei einer Konferenz an.
In den vergangenen Monaten hatte sich Musk wiederholt zu der Cyber-Devise geäussert. Im März erklärte er, Tesla werde seine Autos künftig auch gegen Bitcoin verkaufen. Im Mai vollzog er eine Kehrtwende und begründete dies mit Klimabedenken.
Im Juni schliesslich machte er für eine Erlaubnis von Bitcoin-Zahlung unter anderem zur Bedingung, dass bei der Erzeugung der Kryptowährung zu etwa 50 Prozent erneuerbare Energien genutzt würden. Transaktionen mit Cyber-Devisen über die Blockchain-Technologie sind sehr energieintensiv.
Am Mittwoch erklärte Musk zudem, er persönlich halte – unabhängig von Bitcoin-Beständen bei Tesla und seiner Raumfahrtfirma SpaceX – neben Bitcoin auch die Kryptowährungen Ethereum und Dogecoin.
Musk steht seit Monaten bei mehreren Marktbeobachtern in der Kritik. Sie werfen ihm vor, mit teils einfachen Tweets den Bitcoin-Kurs zu beeinflussen und sich oder Tesla dadurch die Möglichkeit finanzieller Vorteile zu verschaffen.
Am Mittwoch legte Bitcoin 8 Prozent auf rund 32'160 Dollar zu. Ethereum schoss fast 12 Prozent auf 1993 Dollar nach oben. Dass diese Wertsteigerungen direkt mit Musks jüngsten Äusserungen zu tun haben, ist nicht erwiesen.
Anfang Juli musste sich der Tesla-Chef vor einem US-Gericht für den Kauf der Firma SolarCity im Jahr 2016 rechtfertigen. Der Kaufpreis betrug 2,6 Milliarden US-Dollar.
Eine Gruppe Tesla-Aktionäre behauptete, dass die Übernahme, die Elon Musk 2016 tätigte, nicht im Sinne von Tesla war, sondern nur seinen privaten Interessen entsprach.
Wichtig zu wissen sei in dem Zusammenhang, dass die Gründung von Solarcity im Jahr 2006 auf einen Vorschlag Musks zurückgeht. Operativ geführt wird das Unternehmen von den Brüdern Lyndon und Peter Rive, Musks Cousins. Musk selbst investierte bereits vor der Übernahme ein Teil seines Vermögens in das damals noch junge Unternehmen.
Musk bestritt vor dem Gericht im US-Staat Delaware jeglichen Interessenkonflikt und erklärte, er habe durch die Übernahme auf Aktienbasis nichts gewonnen, weil er Aktien beider Unternehmen besitze. Musk war zum Zeitpunkt der Übernahme 2016 der grösste Anteilseigner bei SolarCity und deren Vorsitzender. Als der finanzielle Erfolg ausblieb, erhoben Aktionäre von Tesla Klage.
Im vergangenen August hatte ein Richter einen Vergleich im Wert von 60 Millionen Dollar genehmigt. Damit wurden die Ansprüche gegen alle Vorstandsmitglieder von Tesla ausser Musk ohne Schuldanerkenntnis beigelegt. Schliesslich blieb Musk, der sich weigerte, einen Vergleich zu schliessen, als einziger Angeklagter übrig. Der Prozess, der am 12. Juli begann, war für März letzten Jahres angesetzt worden, wurde aber wegen der Corona-Pandemie verschoben.
(sda/reuters)