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(Kt. St. Gallen,
Bez.
und Gem. Tablat).
671 m. Gruppe von 2
Häusern, über dem rechten Ufer des Galgentobels und 1,4 km nö. der Station
St. Fiden der Linie St. Gallen-Rorschach. 23 kathol. Ew. Kirchgemeinde St. Gallen-St. Fiden. Viehzucht. Elektrizitätswerk.
Wiesen- und Obstbau,
Wald. 59 Stickmaschinen
mit 106 Arbeitern. Tobel hat den Namen von seiner Lage erhalten: es liegt am Ausgang der waldigen
Schlucht, durch die der
von
Braunau herabkommende Bach fliesst, in einem engen Thalkessel, den nach O. und W. mässig hohe, aber
steil aufsteigende Hügelzüge umschliessen. Zu Anfang des 13. Jahrhunderts befand sich hier ein
Hofgut der
Grafen von
Toggenburg.
Im Jahr 1226 kam ein schweres Leid über die gräfliche Familie.
GrafDiethelm II. hatte 2 Söhne,
Diethelm III. und Friedrich.
Der letztere erwarb sich im Dienste des Kaisers die Ehre des Rittertums. Nach seiner Rückkehr gab ihm
der Vater die
FesteToggenburg und das Städtchen
Wil. Das weckte den Neid und Hass des Bruders
Diethelm, der durch Grosstuerei
und Verschwendung die Zuneigung des Vaters verscherzt hatte. Er lud Friedrich zu sich nach der Burg
Wängi
und liess ihn dort durch gedungene Knechte umbringen. Der
Bischof vom Konstanz verhängte über den Brudermörder den Kirchenbann
und erklärte ihn damit für unfähig, das
Erbe des Bruders anzutreten. 1228 ward daher Tobel dem Johanniterorden vergabt,
mit der Bestimmung, dass daselbst drei Ordensleute den Gottesdienst besorgen.
Auch wählten die
Grafen die dortige Kirche zu ihrer Grabstätte. Von da an war Tobel durch nahezu 6 Jahrhunderte
eine Komthurei der Johanniter. Im Laufe der Zeit wuchs deren Besitz und Einfluss. Sie besass Kirchensatz und Kollatur von
Affeltrangen,
Märwil und
Bussnang. Zum
Schutz gegen feindliche Ueberfälle stand auf dem felsigen Vorsprung
des östl. Hügelzuges ein fester
Turm, der in neuerer Zeit zum Kirchturm, aber von der Kirche um einige Schritte abstehend,
geworden ist. Es waren namentlich vornehme schwäbische Rittergeschlechter, welche der Verbindung ihre Komthurn gaben. Zur
Zeit der Reformation war Tobel neben Katharinenthal die einzige klösterliche Anstalt im Thurgau,
welche dem katholischen
Glauben treu blieb, während alle andern vorübergehend der Reformation zufielen. Als dann
Napoleon I. in den ersten Jahren
des 19. Jahrhunderts den Johanniterorden für aufgehoben erklärte, verfiel auch die Komthurei Tobel diesem
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Schicksal. Ihre Güter und ihr Besitz im Kapitalwert von gegen 200000 Gulden gingen in die Hände des Staates über. Die Komthurei,
mit welcher ein ausgedehnter Landbesitz verbunden war, wurde 1811 zu einer kantonalen Strafanstalt eingerichtet und ist es
bis auf diesen Tag geblieben. Vergl. Kuhn, Konrad. Thurgovia sacra. 3 Bde. Frauenfeld 1869-1883. - ThurgauischesNeujahrsblatt von 1832.
588 und 558 m. Zwei Gruppen von zusammen 5 Häusern,
auf den Höhen über der Tobelschlucht und 4,8 km ö. der Station Uzwil der Linie Zürich-Winterthur-St. Gallen. 22 kathol.
und reform. Ew. Kirchgemeinden Niederglatt und Oberuzwil.