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Doch Ever meint es ernst. Er muss dringend tanzen lernen, damit er bei »einer sozialen Verpflichtung« einen guten Eindruck hinterlässt. Eine Stunde würde reichen, denn er brauche nur minimale Schritte zu einem einzigen Lied. Dies dürfe aber kein langsames Lied sein, denn er mag keinen Körperkontakt…
Langsam beginnt Senga sich für diesen merkwürdigen Mann zu interessieren, der Professor für Geowissenschaften ist, ein umfangreiches Wissen hat, aber nicht in der Lage zu sein scheint, einen einfachen Witz zu verstehen. Er nimmt einfach jeden Satz wörtlich. Als Autist kann er Gefühlsregungen nicht entschlüsseln. Und er zeigt auch keinerlei Empathie angesichts der düsteren Zukunftsaussichten von Senga, die nicht weiss, ob sie jemals wieder als Tänzerin arbeiten kann. Doch genau das lockt sie aus ihrer Einsiedelei hervor, in die sie sich nach ihrem Unfall verkrochen hat.
Sie sind ein sehr ungleiches Paar, die leidenschaftliche Tänzerin mit dem gebrochenen Bein und der Professor, dessen Hirn anders tickt, als das »neurotypischer« Menschen. Es ist ein amüsanter Clash zwischen Emotion und Ratio, zwischen Phantasie und Fakten, zwischen Musik und Mathematik, die erst bei genauerem Hinsehen sehr viel miteinander zu tun haben.
Der amerikanische Theater- und Filmautor Mark St. Germain hat ein sehr berührendes und unterhaltsames Stück über zwei einsame Seelen geschrieben, die sich langsam näherkommen. Witzige Dialoge, eine romantische Geschichte und zwei faszinierende Persönlichkeiten machen »Die Tanzstunde« zunächst in Amerika und jetzt auch in Deutschland so erfolgreich. «Man will, dass es niemals aufhört.» (The Boston Globe)