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Sonja Sekula
Malerin und Schriftstellerin, *8. April 1918 in Luzern - †25. April 1963 in Zürich
Biografie
Als Tochter eines Ungarn und einer Luzernerin wächst Sonja Sekula in Luzern auf. 1936 zusammen mit den Eltern Emigration in die USA. 1955 endgültige Übersiedlung mit ihren Eltern in die Schweiz; sie lebt vorerst in St. Moritz, ab 1958 in Zürich. Nach Jahren der Isolation zeigt sie 1957 erstmals in Zürich ihre Zeichnungen und Bilder, doch ihre «amerikanisch» wirkenden Werke finden nur wenig Zuspruch. Von Krankheit und Misserfolgen gezeichnet, wählt Sonja Sekula 1963 den Freitod. Sie ist in St. Moritz beerdigt. [1]
Auszüge aus der Biografie: 1935 lernt sie Annemarie Schwarzenbach kennen. Sie besucht sie 1936 im Engadin und trifft dort auch Klaus Mann. Sie verliebt sich 1945 in Alice Rahon, lernt auch Frida Kahlo in Mexiko kennen. Mit ihrer Freundin Natica Waterbury zieht sie im Herbst 1946 nach New Mexiko. 1949 verliebt sie sich in St.Tropez in Manina Thoeren. 1950 lernt sie in Paris Jane Bowles und Alice B. Toklas kennen und 1959 Manon. [2]
Regula Schnurrenberger merkt in einem Artikel in der Frau ohne Herz an:
- Er [der Artikel von R. Perret] verschweigt auch Sekulas lesbische Seite nicht. Was er jedoch zu thematisieren versäumt, ist die gesellschaftliche Dimension, die das Lesbischsein in einer heterozentrischen Umgebung hat, in diesem Fall das Spezifische der 40er und 50er Jahre. Gerade im Zusammenhang mit psychiatrischer Behandlung muss das Verhältnis der Psychiatrie zur Homosexualität unbedingt beleuchtet werden. Sich Heilung zu erhoffen von einer Institution, deren Lehrinhalte den lesbischen Teil der eigenen Existenz als abnormal einstufen und deren Massstäbe und Theorien sich am Bild des «gesunden Menschen (=Mannes)» orientierten, ergibt Widersprüche, die dargestellt werden sollten. Wiederholt wird auch die enge Bindung an die Mutter erwähnt - und hier, aber auch darüber hinaus, werden Parallelen zu Annemarie Schwarzenbach gezogen -, so dass leicht ein schiefes Bild entsteht (immer diese Mütter...). Das Material müsste deshalb auch in Kenntnis feministischer Psychologie, den Theorien zur psychischen Entwicklung von Frauen, verarbeitet werden. Der fehlende Bezug zu Sexismus und Homophobie erscheint bei einem sonst so akribischen Text doppelt sträflich, wird er doch laufend zitiert und gelobt.
- Ich wünsche mir von Männern ein weniger ahistorisches Vorgehen, wenn sie sich mit Personen beschäftigen wollen, die (in Sekulas Fall als «Frauen» oder «Lesben») in besonderer Weise von den herrschenden Normen tangiert werden. [3]
Bilder
Viele ihrer Bilder sind online auf Artnet.com zu sehen.
Literatur
- Sonja Sekula's Time May Have Finally Come, John Yau, 30.4.2017
- http://www.glbtqarchive.com/arts/sekula_s_A.pdf
- Annemarie von Matt - Sonja Sekula: Wie Bilder zur Sprache kommen, von Roman Kurzmeyer
- Sonja Sekula: Was ist denn das, Wirklichkeit?", Max Bolliger in Du 24/1964, S. 57-58. Mit Auszügen aus ihren schriftlichen Aufzeichnungen.