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-> Drei Geschichten aus Äthiopien zum Projekt vom 15. Mai 2016 über den goldenen Schatz, vom 14. April 2016 über Geldverdienen mit Bäumen und vom 3. April 2016 über Schritte in die Unanhängigkeit.
Der Bezirk Siraro im Süden Äthiopiens ist immer wieder von Nahrungsmittelkrisen betroffen. Steigende Temperaturen und abnehmende Regenfälle setzen dem dürregefährdeten Gebiet stark zu. Die natürlichen Lebensgrundlagen haben sich stetig verschlechtert, weshalb der Pflanzenbau und die Viehhaltung - die Existenzgrundlage der Menschen - immer wieder an ihre Produktivitätsgrenzen stossen: Die Versorgung mit Wasser, Brennholz und Holzkohle ist schwieriger geworden, die Ernährung und Gesundheit der Bevölkerung sind unzureichend. Am stärksten betroffen sind Frauen, die aus traditionellen Gründen benachteiligt sind.
Mit dem Projekt sollen Massnahmen zur Wiederherstellung der natürlichen Lebensgrundlagen in den 3 Dörfern Alemtena Sirbo, Nuna Raba und Loke Hada im Berzirk Siraro ermittelt und umgesetzt werden. In partizipativer Zusammenarbeit mit der Bevölkerung werden innerhalb eines Wassereinzugsgebiets in dieser Region etwa der Erosionsschutz, Wiederaufforstungen, die Einführung holzsparender Öfen oder die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit geprüft und implementiert. Als zweite Vorbeugungsstrategie wurde die Schaffung von Verdienstmöglichkeiten für die notleidende Bevölkerung entwickelt. Geeignete Einkommensnischen waren zuvor in einer wissenschaftlichen Grundlagenstudie sorgfältig eruiert und gemeinsam mit den betroffenen Menschen ausgewählt worden. Neben der Produktion und dem Handel von Baumfrüchten und Holz gehören die Hühnerhaltung und der Eierverkauf, die Imkerei und der Handel mit Honig, das Anlegen von Küchengärten mit nachhaltiger Gemüseproduktion oder der Einstieg in die Ziegenzucht dazu. Die neuen Einnahmequellen sollen die Abhängigkeit der Menschen von der Nothilfe verringern. Mit dem erwirtschafteten Geld sollen sie sich während Dürreperioden Nahrung kaufen können und die Einnahmen in guten Zeiten in den Aufbau weiterer Verdienstquellen investieren.
Wiederherstellung der natürlichen Lebensgrundlagen und Verbesserung der Lebensbedingungen für die ärmsten Haushalte im Bezirk Siraro Woreda im Süden Äthiopiens.
Die Projektaktivitäten zielen langfristig auf einen Kurswechsel hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft. Biovision kann sich hier mit seinen jahrelangen Erfahrungen im ökologischen Landbau einbringen. Ziel ist es, das Ressourcenmanagement und die Entwicklung einer nachhaltigen Landwirtschaft zu verbessern. Das Projekt soll helfen, Methoden zu entwickeln, die auch an anderen Orten in Siraro angewendet werden können. Die Sensibilisierung der Bevölkerung für den Umweltschutz stellt einen weiteren zentralen Aspekt des Projektes dar.
Direkt begünstigt sind 1’200 einkommensschwache und sozial schlechter gestellte Haushalte – insbesondere solche alleinerziehender Bäuerinnen - sowie 1’500 Haushalte im Projektgebiet. Indirekt profitieren insgesamt 6’500 Haushalte in der ganzen Region von einem besseren Zugang zu Saatgut, vom Wissen über ökologische Anbaumethoden, Viehhaltung sowie von verbesserten Strassen und der Erhaltung natürlicher Ressourcen.
- Identifizieren, testen und einführen von nachhaltigen Massnahmen, welche die Landwirtschaft, das Einkommen und damit die Lebensbedingungen der Menschen in drei Dörfern verbessern
- Verbesserte Ernährungssicherheit für 1‘200 besonders benachteiligte Familien in Siraro
In Zusammenarbeit mit der lokalen Regierung und Gemeinschaft wurden 1‘875 besonders benachteiligte Haushalte bestimmt. Davon sind 975 von Frauen geführt. Für 400 Haushalte (304 von Frauen geführt) konnten je zwei trächtige Mutterziegen beschafft und verteilt werden. 38 Haushalte erhielten moderne Bienenkästen und eine Ausbildung in der Bienenhaltung und der Produktion von reinem Honig. 603 Haushalte profitieren von Trainings zu einkommenssteigernden Massnahmen (426 von Frauen geführt). Über 100 Familien wurden mit energiesparenden Öfen ausgestattet. Über 24‘000 Baumsetzlinge wurden an 1‘566 Haushalte abgegeben.
Eine erfolgreiche Übernahme des Projekts durch die Lokalbevölkerung basiert auf zwei wichtigen Faktoren:
- Die verschiedenen lokalen Gemeindeorganisationen werden laufend aus- und weitergebildet für ein aktives Management von Gruppen sowie der Weiterführung der Aktivitäten. Alle am Projekt beteiligten Personen erhalten über die ganze Projektphase hinweg fundierte Kenntnisse, die sie am Ende des Projekts selbstständig anwenden und erweitern können.
- Die staatlichen Beratungsdienste sind in das Projekt involviert und werden darin gestärkt, ihr Wissen über den Schutz der natürlichen Lebensbedingungen und den Aufbau verschiedener Verdienstmöglichkeiten für die Lokalbevölkerung einzubringen und die Bevölkerung bei der Umsetzung zu unterstützen.