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Erst die schwere Niederlage an der Urne, jetzt der Hochhausbrand in London: Theresa May hat katastrophale Tage hinter sich, so katastrophal, dass die Polizei sie am Freitag vor der Wut der Bevölkerung schützen musste.
Gerade der Hochhausbrand zeigt zwei grosse Schwächen Mays als Premierministerin: Erstens brauchte sie fast drei Tage, um ihr Mitgefühl zu zeigen und Überlebende zu trösten. Zweitens weigert sie sich, wahrzuhaben, dass sich in Grossbritannien eine heftige Debatte über Ungleichheit und Sparprogramme anbahnt.
Das abgebrannte Hochhaus ist zum Fanal dafür geworden, weil vorwiegend ärmere Familien darin lebten und sich der Verdacht erhärtet, dass aus finanziellen Gründen Sicherheitsrisiken wie fehlende Sprinkleranlagen ignoriert wurden.
Schnell haben die Medien den Hochhausbrand für Grundsatzkritik an der britischen Sozialpolitik instrumentalisiert. Doch anstatt dass May eingesteht, dass offensichtlich etwas schief gelaufen ist, hält sie Distanz und weicht kritischen Fragen aus.
Welche Folgen solche Abgehobenheit für sie haben kann, weiss der frühere US-Präsident George W. Bush: Nach dem Hurrikan in New Orleans besichtigte er die Schäden aus 10 000 Metern Höhe vom Flugzeug aus, ohne nur eine Hand zu schütteln. Davon erholten sich er und seine Partei politisch nicht mehr.