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Was bedeutet es Osteuropa zu studieren? Was ist überhaupt Osteuropa - wo fängt es an und wer entscheidet darüber, welche Regionen dazu gehören? Wir möchten Sie einladen, auf dieser Seite diesen und anderen Fragen ein wenig nachzugehen und so einen Eindruck zu bekommen, was Sie bei einem Studium in Basel erwartet. In der Videoreihe stellen Mitarbeitende und Studierende des Profilbereich sich und ihre Themen vor und in der FAQ finden Sie Inputs zu unseren Fächern und zum Studium. Natürlich würden wir Sie auch gerne persönlich kennen lernen - etwa in einer Sprechstunde oder im Rahmen eines Schnupperstudiums.
Und wenn Sie noch andere Fragen zum Studium, zu Osteuropa, zu seiner Geschichte, Film, Literatur oder Sprache haben - dann können Sie diese hier stellen, wir nehmen sie gerne auf.
Fragen und Antworten zu Osteuropa - Videoreihe
Wo liegt Osteuropa?
Warum gehen so viele Nobelpreise nach Osteuropa?
Was ist Filmwissenschaft?
Warum muss man heute noch (slavische) Sprachen lernen?
Warum ist es interessant in osteuropäische Länder zu reisen?
Fragen und Antworten zu Osteuropa - FAQ
In Osteuropa kulminierten viele der wichtigsten historischen Prozesse des 20. Jahrhunderts. Die Mobilisierung nationalistischer Bewegungen gegen dynastische Imperien, der Kampf zwischen Faschismus und Kommunismus, der Kalte Krieg – all diese Konflikte spielten sich zuvorderst im Raum zwischen Berlin und Moskau ab.
Wer 2014 diese Frage auf den Plätzen von Moskau gestellt hätte, der hätte zur Antwort bekommen: “Krym naš!” - die Krim gehört uns. Die Annexion der Halbinsel von der Ukraine durch Russland fasste die internationale Staatengemeinschaft dagegen weitgehend als Völkerrechtsbruch auf. Und die Krimtataren, eine seit Jahrhundert dort lebende Ethnie, hatten sich hier noch gar nicht zu Gehör gebracht. In der osteuropäischen Geschichte untersuchen wir solche Deutungs- und Hoheitsansprüche in ihrer historischen Tiefe.
Während die Ukraine um 1600 grösstenteils polnisch beherrscht war, gehörte ein Grossteil des Landes in der Moderne zum Zarenreich und dann zur Sowjetunion. Auch die Kultur des Landes wurde polnisch und russisch mitgeprägt. Schon seit dem 19. Jahrhundert verstehen aber viele ukrainische Intellektuelle die Ukraine als eigenständige Nation.
Das ist eine regionale internationale Organisation. Ihre Mitglieder sind Nachfolgestaaten der Sowjetunion.
Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Rumänien und Bulgarien.
Estland, Lettland und Litauen.
Diese Frage kann nur das schwedische Komitee beantworten, oder Bob Dylan. Wenn man sich aber mit Literatur aus Osteuropa beschäftigt, dann wird schnell ersichtlich, dass diese – vielleicht aufgrund der soziopolitischen Herausforderungen im Osteuropa der letzten Jahrhunderte sowie wegen ihrer traditionellen Nähe zur Philosophie und Gesellschaftsanalyse – auch für (West-)Europa von besonderem Interesse ist. Svetlana Aleksijevics und Olga Tokarczuks Nobelpreise (2015, 2018) zeugen außerdem davon, dass die osteuropäische Literatur gerade auch durch ihre starken Frauen Entscheidendes zu unserem Weltverständnis beitragen kann.
“Die Rolle meiner Familie in der Weltrevolution” ist ein kurzes, unglaublich witziges und scharfsinniges Buch des jugoslawischen Autors Bora Ćosić von 1968. Darin wird exemplarisch und prägnant vorgeführt, wie sich in der Literatur das Individuelle mit der grossen Geschichte verbinden kann, während es diese gleichzeitig subversiv kritisch unterläuft. Literatur ist deshalb eines der produktivsten Medien für alternative Gesellschafts-, Denk- und Kommunikationsmodelle. Besonders in Osteuropa.
Gay-ropa ist ein Kunstwort aus gay und Europa, das besonders in den russischen Medien aber auch in anderen Diskursen seit den 2000er Jahren verwendet wird. Es dient dazu Westeuropa und den Westen allgemein als Ort der Dekadenz und des Sittenverfalls einem unverfälschten und natürlichen Russland gegenüberstellen. Durch den Begriff werden also populistische Stereotype propagiert. Im Fach Osteuropa-Studien werden solche Argumentationsmuster kritisch hinterfragt und es wird aufgezeigt in welchen Diskurstraditionen sie stehen.
Das 19. Jahrhundert ist nicht nur das Jahrhundert des Nationalstaats, sondern auch das Jahrhundert der Nationaldichter. Die Vorstellung von einem Autor, der dem Wesen einer Nation in seinem Werk Ausdruck verleiht, ist uns heute in vielfacher Hinsicht fremd, hat aber in den letzten zweihundert Jahren eine erstaunliche Wirk- und Anziehungskraft besessen und in vielen Ländern Osteuropas Auswirkungen bis in die Gegenwart. Wenn man diese Frage untersucht, dann geht es deshalb natürlich nicht darum Höhenkammliteratur zu lesen, sondern diesem Konzept nachzugehen und seine Entstehung im komplexen Gefüge aus Nationalstaat und Nationalliteratur, Kanonbildung und kulturellem Gedächtnis nachzuvollziehen.
In den 1920er Jahren erkundeten in zahlreichen Experimenten die sowjetischen Filmemacher*innen die Macht der Montage. Sie interessierte nicht die mechanische Aneinanderreihung von Bildsegmenten oder die Konstruktion einer spannungsvollen Geschichte, ihnen ging es um die Wirkung der Montage auf die Wahrnehmung des Publikums und somit die Möglichkeit, neue Gedanken zu schaffen.
Sergej Eisenštein, einer der bekanntesten Filmavantgardisten, proklamierte die Montage als Grundlage der Filmkunst und entwickelte die sog. «Montage der Attraktion». Eine Folge filmischer Reize soll beim Publikum Erschütterungen auslösen und auf diese Weise das menschliche Erleben und Bewusstsein steuern. Die Montage wurde somit nicht bloss als dramaturgisches Mittel verstanden, sie war Ausdruck der revolutionären Beziehung zur Welt.
Dank einer neuen Kulturpolitik entstanden in den 1950er Jahre zahlreiche Filmklubs in ganz Jugoslawien. Später international gefeierte Regisseur*innen (wie Dušan Makavejev oder Želimir Žilnik) begannen ihre Karriere in jenen Amateur-Klubs. Unabhängig von kommerziellen Strukturen und ideologischen Vorstellungen bildeten diese den perfekten Ort für künstlerische Experimente und gesellschaftskritische Filme.
Das slavische Seminar in Basel bietet Kurse in Russisch, Tschechisch, Polnisch und Serbokroatisch an. Ausserdem werden an der Uni Basel auch Kurse für Ungarisch und Jiddisch angeboten. In unregelmässigen Abständen finden Intensivkurse in Ukrainisch statt.
Da gibt es grundsätzlich keine Vorgaben. Russisch ist allerdings als einzige Sprache für alle Studierenden Pflicht und da empfiehlt es sich, möglichst früh im Studium anzufangen. Ob bzw. wie viele weitere Sprachen man lernt und zu welchem Zeitpunkt, ist eine individuelle Frage. Man sollte allerdings im Auge behalten, dass die Kurse für Serbokroatisch, Tschechisch und Polnisch nicht jedes Semester beginnen bzw. jedes Semester ein anderer der Sprachkurse neu beginnt.
Osteuropa ist uns geografisch und kulturell vergleichsweise nah und trotzdem scheint uns die Region hierzulande so fern und fremd. Und genau dieser Andersartigkeit, aber auch den Stereotypen und Vorurteilen vor Ort auf den Grund zu gehen, ist sehr spannend und bereichernd. Gerade auch wenn man Osteuropa studiert, macht es extrem Spass die Länder, mit deren Sprachen, Kulturen und Geschichten man sich intensiv auseinandergesetzt hat, auch tatsächlich zu besuchen und die Theorie praktisch zu erfahren.
Das Studienfach wird immer mit einem zweiten Fach kombiniert (z.B. Wirtschaft, Politik, Germanistik etc.). Der Studiengang Osteuropa-Studien ist in sich geschlossen und wird nicht kombiniert. An Stelle eines zweiten Fachs studiert man hier zusätzlich osteuropäische Geschichte.
Die Universität Basel ist schweizweit der einzige Standort, an dem die interdisziplinären Osteuropa-Studien als Mono- bzw. Vollstudiengang studiert werden können. Ausserdem bietet nur die Basler Slavistik eine eigenständige Auseinandersetzung mit dem osteuropäischen Film an.
Das slavische Seminar in Basel bietet Kurse in Russisch, Tschechisch, Polnisch und Serbokroatisch an. Ausserdem werden an der Uni Basel auch Kurse für Ungarisch und Jiddisch angeboten. In unregelmässigen Abständen finden Intensivkurse in Ukrainisch statt.
Da gibt es grundsätzlich keine Vorgaben. Russisch ist allerdings als einzige Sprache für alle Studierenden Pflicht und da empfiehlt es sich, möglichst früh im Studium anzufangen. Ob bzw. wie viele weitere Sprachen man lernt und zu welchem Zeitpunkt, ist eine individuelle Frage. Man sollte allerdings im Auge behalten, dass die Kurse für Serbokroatisch, Tschechisch und Polnisch nicht jedes Semester beginnen bzw. jedes Semester ein anderer der Sprachkurse neu beginnt.
Noch mehr Fragen?
Wenn Sie noch Fragen zum Studium oder zu Osteuropa, seiner Geschichte, seinen Sprachen, Literaturen und Filmen haben - freuen wir uns über Ihr Feedback. Natürlich können Sie jederzeit eine Sprechstunde vereinbaren oder Sie stellen Ihre Frage zu Osteuropa hier und wir ergänzen unsere FAQ.