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Wie bekannt leidet nicht nur ein sehr großer Teil der Rückenmarksverletzten (RMV) unter der sog. Blaseninkontinenz, sondern auch viele Menschen aller Altersgruppen, deren Zentralnervensytem nicht direkt betroffen ist.
Vor allem ältere Personen klagen vielfach darüber, dass sie ihre Blase nicht mehr so kontrollieren können wie in jüngeren Jahren. Meistens haben sie das Problem, schon bei rel. geringem Füllungsgrad der Blase einen Harndrang zu verspüren, der bei zusätzlichem schwachen Schließmuskel zu unkontrolliertem Harnabgang führt.
Urologen raten hier häufig dazu, nicht jedem Harndrang mit dem direkten Gang zur Toilette nachzugeben, den Schließmuskel dadurch zu trainieren und - vor allem - sich mental dahingehend zu konditionieren, keine Angst vor besagten unfreiwilligem Harnfluß zu entwickeln.
Letzteres wirke nämlich kontraproduktiv dadurch, dass die Angst den Harndrang nur noch weiter anheizt und der Blasendruck steigt, was dann quasi unvermeidlich darin mündet, zum Klo laufen zu müssen, wodurch sich der Teufelskreis schließt.
Richtig wäre es demnach, dass man bei leichtem bis mittleren Harndrang angesichts der Tatsache, dass die Blase noch gar nicht "voll" sein kann, auch mal Nein(!) sagen sollte.
Was hat das mit Blaseninkontinenz von RMVs zu tun?
RMV können einige Wochen nach ihrem traumatischen Unfall ebenfalls ihre Blase nicht mehr kontrolliert entleeren. Danach stellt sich, je nach Schädigungshöhe, entweder eine spastische oder schwache Blase ein.
Wie ich sicher weiss, gibt es immer wieder RMV-Patienten, die es dennoch "schaffen", ihre Blase sehr weitgehend zu kontrollieren. Ob diese Funktion sich wieder von alleine einstellt oder ob es durch ein gezieltes Blasentraining in Verbindung mit psychisch/mentaler Unterstützung erreicht wird, ist mir nicht bekannt.
Von meinem Ehemann weiss ich, dass er (RMV Th 6) bei Harndrang sofort zur Toilette eilen muss, weil sonst der Druck unerträglich stark würde und - wie ein paar Mal geschehen - auch etwas "in die Hose" dabei geht.
Außerdem kann er die Blase nur zur Hälfte entleeren und muss deshalb mind. einmal pro Tag katheterisieren. Hinzu kommt seine (begründete?) Angst vor einer Balkenblase.
Meine abschließende Fragen:
1. Gibt es für RMV- oder auch MS-Patienten ein geeignetes Training, wodurch diese ihre Blasenkontrolle zumindest partiell oder weitgehend wiedererlangen können ähnlich dem, was man auch älteren Leuten mit Blaenproblemen empfielt?
2. Empfielt es sich seitens RMVs, bei erhöhtem Druck auch einfach Nein! zu sagen bzw. Jetzt nicht! oder einfach Später!
3. Gibt es RMV, die es durch Training geschafft haben, wieder "clean" zu werden, und durch welche Maßnahmen?
Soviel erstmal,
vielen Dank für Eure Antworten!
Mikas