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DAS KUR-ZENTRUM DER 60er JAHRE
Der deutsche Mineralwasserunternehmer Kurt Vorlop liess sich in den 60er Jahren – auf der Suche nach neuen Investitionsmöglichkeiten in den Bündner Bergen – von der wissenschaftlich belegten Therapiewirkung der Valser Mineralquellen überzeugen. Er beschloss, das 1893 eröffnete und seit 1956 stillgelegte Hotel Therme samt Quellen zu übernehmen. Als erstes initiierte er eine Abfüllstation für das Valserwasser, danach widmete er sich dem Aufbau eines eigentlichen Kur-Zentrums. Die Gemeinde unterstützte ihn dabei tatkräftig, da sie sich von der Wiederbelebung der Therme einen neuen wirtschaftlichen Aufschwung erhoffte. Obwohl das Projekt während der Planungsphase mehrfach vergrössert wurde, kann sich das Ergebnis des jahrelangen Entwurfsprozesses sehen lassen. Es entstand ein ausgewogenes Ensemble, das sich trotz der städtischen Terminologie und Grösse positiv in die gegebene Dorf- und Geländesituation einfügt.
Die Anlage wurde im Jahre 1969 eröffnet. Funktionales wie architektonisches Herzstück bildete das Kurmittelhaus, welches an höchster Stelle über den drei Appartementhäusern thront. In einem sanften Bogen richtet sich die Hauptfront nach Süden aus. Der hangseitige Endpunkt wird akzentuiert durch den pavillonartigen Glasvorbau, der bis zur Erstellung der neuen Therme von Peter Zumthor das Schwimmbad enthielt und dem das erste Wellen-Freischwimmbad Europas vorgelagert war.
Den Abschluss der Anlage zur Dorfstrasse hin bilden die drei Appartementhäuser. Das Haus Selva und das Haus Tomül markieren, leicht zurückversetzt und umgeben von hochstämmigen Bäumen, als acht- beziehungsweise zehngeschossige Turmhäuser mit ihrer schlanken Höhe eine punktuelle, aber weit sichtbare Präsenz. Das niedrigere Haus Zerfreila wirkt als Bindeglied zwischen der Anlage und dem Dorf. Der südliche Teil dieses Gebäudes umschliesst einen zur Strasse hin offenen begrünten Hof mit einem gedeckten Rundgang. Im Erdgeschoss der Gebäudeflügel befinden sich der Thermeshop inklusive kleiner Architekturausstellung und ein Hotelrestaurant. Die Anlehnung an den klösterlichen Kreuzgang – dem architektonischen Inbegriff von Ruhe und Einkehr – ist nicht zu übersehen.
Das Haus Tomül folgt dem Ruf der Moderne nach Licht, Luft und Sonne.
Der Grünanlage beim Haus Zerfreila als Ort der Stille und Ruhe.
Mit der Eröffnung der Felsentherme im Jahre 1996 begann in Vals ein neues touristisches Zeitalter. Die medizinische Bäderkur rückte in den Hintergrund. Von nun an richtet sich das Angebot an ein Publikum, das Wellness, Erholung und ein Badeerlebnis für alle Sinne sucht, verbunden mit einer exzellenten Küche in einer eindrücklichen Umgebung. Seither ist die Therme in aller Munde. Man muss sie gesehen haben.
Bei der Therme von Peter Zumthor handelt es sich um ein Solitärgebäude, das sich lose in die bestehende Anlage einfügt. In ihrer architektonischen Haltung und Ausstrahlung erzeugt sie eine Wirkung, als ob sie bereits immer an diesem Ort hätte stehen können. So soll die Therme auch erlebt werden: Baden wie vor tausend Jahren – reduziert auf die Elemente Stein, Wasser und Licht.
Eine Ikone der Architektur: Die Therme von Vals
Im Jahre 2012 übernahm der aus Vals stammende Immobilienunternehmer Remo Stoffel die Hotelanlage. Er investierte tatkräftig in die bestehende Gebäudestruktur und änderte den Hotellerie- und Gastrobereich in Richtung Internationalisierung und höhere Preissegmente. Im gleichen Zug erfolgte eine Namensänderung: Das Hotel Therme – der Name bestand seit den Anfängen in den 1890er Jahren – heisst neu 7132. Der neue Brand, der sich aus der Valser Postleitzahl generiert, soll ein Zeichen zur Ortsverbundenheit des Unternehmens setzen.
Das ehemalige Kurmittelhaus wurde zum luxuriösen 5-Sterne-Bettenhaus umgebaut. Im House of Architects (HoA - ehemals Haus Selva) befinden sich neben den privaten Appartements die 4-Sterne-Hotelzimmer. Deren Umbau erfolgte nach schlussendlich einvernehmlich geregelten Vereinbarungen mit der privaten STWEG-Eigentümerschaft in mehreren Etappen. Neben den bereits bestehenden Stucco-Zimmern von Peter Zumthor entstanden weitere, ebenfalls von hochdotierten Architekten gestaltete, hochwertige Hotelzimmer. Namentlich sind dies Tadao Ando, Kengo Kuma und Thom Mayne – wie Peter Zumthor allesamt Pritzker Preisträger. Sicherlich hat der ausgezeichnete Ruf von Vals mit seiner Therme – speziell in Architekturkreisen – die Zusammenarbeit mit solch renommierten Vertretern aus der Branche begünstigt.
Während die Häuser Zerfreila und Tomül über apart angelegte Aussenwege mit dem Hotel verbunden sind, führt beim House of Architects eine Passerelle direkt zur Hotellobby und zur Therme. Die Eigentümer und das Hotel bilden somit eine enge Gemeinschaft. In jedem der drei Häuser sind die 7132 AG und die Privateigentümer als Stockwerkeigentümergemeinschaft organisiert. So übernimmt das Hotel im Auftragsverhältnis auch die meisten Aufgaben, was den Unterhalt der Aussenanlage und der Häuser betrifft. Als Eigentümer oder Mieter eines Appartements sind Sie also nicht nur Bewohner Ihrer eigenen vier Wände, sondern zugleich auch Gast vom Hotel 7132 und der Therme!
Die neue Eingangslobby vom Haus Zerfreila nach dem Entwurf von Thomas Hildebrand