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Königlicher Film
“The King’s Speech” von Tom Hooper
In einer Zeit des politischen Aufruhrs und der Unsicherheit muss ein Mitglied der Royal Family lernen, über seine Behinderung hinwegzukommen. Colin Firth glänzt in “The King’s Speech” als angehender König mit Sprachproblemen und erspielt sich eine Oscarnomination.
Von Kevin Mc Loughlin.
Albert (Colin Firth) hat ein Problem. Seit seiner frühen Kindheit stottert er. Das wäre an und für sich nicht weiter schlimm, müsste er nicht öffentlich auftreten. Nur ist er der Duke of York und sein Vater König George V (Michael Gambon). Nachdem er bei einer Rede an der British Empire Exhibition 1925 kein Wort vor das andere bringt, sucht seine Frau Elizabeth (Helena Bonham Carter) – die spätere Queen Mom – einen Sprachtherapeuten für ihn. Diverse Therapeuten versuchen ihre Methoden und scheitern. Als Prinz Albert bereits aufgegeben hat, findet seine Ehefrau mit dem etwas unkonventionellen Lionel Logue (Geoffrey Rush) eine letzte Hoffnung.
Politische Wirren
Nach einem etwas harzigen Anfang beginnt Logue mit Albert Fortschritte zu erzielen. Immer wieder bringt er ihn an seine Grenzen und somit weiter in seinem Kampf gegen seine Sprachbehinderung. Währenddessen befindet sich das Land im Umbruch und Europa im politischen Aufruhr. Nach dem Tod von König George V geht die Regentschaft der Tradition entsprechend an seinen ältesten Sohn über, King Edward VIII (Guy Pearce). Da dieser jedoch partout seine Geliebte, Wallis Simpson (Eve Best) heiraten will, die aber mitten in einer Scheidung steckt – etwas, das die anglikanische Kirche nicht billigt – wird er dazu gedrängt, als König abzudanken. Zeitgleich kommt in Deutschland Adolf Hitler an die Macht und stürzt mit seiner aggressiven Aussenpolitik Europa in Wirren. Plötzlich sieht sich Albert zu König George VI gekrönt und Europa am Rande des Zweiten Weltkriegs.
Historische Genauigkeit
Regisseur Tom Hooper – unter anderem bekannt durch “The Damned United” – wollte für “The King’s Speech” möglichst historisch korrekt bleiben. Dies ist ihm mit kleinen Ausnahmen auch erstaunlich gut gelungen. Die Zeitspanne der Zusammenarbeit Logues und Prinz Alberts wurde für den dramatischen Effekt verkürzt, die Figuren von George V und Edward VIII werden wohl etwas antagonistischer dargestellt, als sie es wirklich waren, und Winston Churchill kommt an Orten vor, an denen der historischen Churchill nicht dabei war. Ansonsten hält sich der Film an die historischen Fakten. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde er für insgesamt 12 Oscars nominiert und darf an den Academy Awards (zu Recht!) als grosser Favorit gelten. Die Geschichte ist herzerwärmend, Geoffrey Rush wunderbar und Colin Firth stellt einmal mehr eindrücklich unter Beweis, dass er zur Zeit zu den absolut besten seines Fachs gehört. “The King’s Speech” dürfte Ende Jahr locker mit zu den besten Filmen 2011 zählen.
Seit dem 17. Februar 2011 im Kino.
Originaltitel: The King’s Speech (England, Australien, USA 2011)
Regie: Tom Hooper
Darsteller: Colin Firth, Geoffrey Rush, Helena Bonham-Carter
Genre: Tragikomödie, Historienfilm
Dauer: 118 Minuten
CH-Verleih: Ascot Elite