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Ceres ist die römische Göttin des Ackerbaus, der Fruchtbarkeit und der Ehe. Und «Ceres» ist auch der Name des grossen Gehöfts mit Wies- und Ackerland in der Buchser Rheinau an der Grenze zu Sennwald.
Die vor Weihnachten 2019 erscheinenden WERDENBERGER GESCHICHTE|N 2 befassen sich unter anderem mit der Frage nach der Lebensmittversorgung in der Zeit des Ersten Weltkriegs. Ja, es herrschte Knappheit und Teuerung. Die Behörden waren gefordert. Im Herbst 1917 ordnete der Bundesrat eine erhebliche Produktionssteigerung im Feldbau an. Im Werdenberg sollte sie unter anderem durch die Urbarisierung von grösseren Flächen Erlenwaldes in den Rheinauen erreicht werden. So auch in der Gemeinde Buchs an der Grenze zu Sennwald. Die Rodungs- und Meliorationsarbeiten wurden ausgeführt durch die «Ostschweizerische Produktions-Genossenschaft ‘Ceres’» – benannt nach der gleichnamigen römischen Göttin – und von einem Hilfspionier-Detachement, unterstützt von einer grossen Gruppe Freiwilliger.
Mit der Waldabtretung zuvor nicht einverstanden war der Verwaltungsrat der Ortsgemeinde Buchs, der Besitzerin des Waldes. Der Erlenwald sei in der während des Kriegs herrschenden Brennmaterialienknappheit unentbehrlich. Der St.Galler Regierungsrat aber blieb hart und setzte auf Antrag des kantonalen Feldbauamtes die zwangsweise Durchführung der Urbarisierung einer Fläche von gegen 17 Hektaren durch.
Die Urbarisierung des Erlenwaldes wurde 1918 zwar verwirklicht, das Unternehmen schloss aber mit einem so gewaltigen Defizit ab, dass die Produktions-Genossenschaft bald danach liquidiert wurde. Geblieben sind die grossen Wies- und Ackerflächen, das Gehöft mittendrin und der göttliche Name «Ceres».
HJR