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Das ist das Problem: Die mexikanische Mafia hat es auf den Umberfisch, von den Einheimischen auch Totoaba genannt, abgesehen. Denn für dessen Schwimmblase zahlen reiche Chinesen ein Vermögen. Sie verwenden sie für die Zubereitung bestimmter Suppen – und sie halten die Schwimmblase für ein Aphrodisiakum. In den Treibnetzen für diesen Fisch verfangen sich aber auch andere Tiere: Schildkröten, Delfine und Kalifornische Schweinswale. Diese Unterart des Schweinswals ist der kleinste Meeressäuger der Welt. Er ist etwa 1.50 Meter lang, 50 Kilogramm schwer und akut gefährdet. Wissenschaftler schätzen, dass es noch 19 bis 30 Exemplare im Golf von Kalifornien gibt.
Der Anfang der Fischerei: Der Umberfisch wird schon seit Ende des 19. Jahrhunderts gejagt. Damals haben sich chinesische Arbeiter, die für die pazifische Eisenbahn arbeiteten, in der Gegend niedergelassen. Sie fingen an, den Umberfisch zu jagen, ihn zu verarbeiten und nach China zu verkaufen. Es gibt im Golf von Kalifornien somit Fischer, die schon seit Generationen vom Verkauf der Schwimmblase an die Chinesen leben. Seit Ende der 70er-Jahre ist der Fang von Totoabas allerdings verboten. Seither organisieren die Fischer den lukrativen Schmuggel zusammen mit kriminellen Organisationen.
Die heutigen Profiteure: Der Markt wird beherrscht von einem gut organisierten, mexikanisch-chinesischen Kartell. Dessen Mitglieder sind zum Teil dieselben, die auch mit Drogen oder Migranten handeln. Denn ein Kilogramm der Schwimmblase des Totoaba kostet in China mehr als die gleiche Menge an Kokain. Es gibt auf Totoaba spezialisierte Geschäftsleute. Und auch bei den Fischern selbst bleibt ein recht lukrativer Anteil hängen.
Das macht der Staat dagegen: Die mexikanische Regierung hat auf Druck von Umweltschützern die Strassenkontrollen und Razzien in den Dörfern in der Region verstärkt. Sie arbeitet eng mit Wissenschaftlern und Umweltschützern zusammen, um den Schweinswal zu schützen. Aber das eigentliche Problem in Mexiko ist die Korruption und die Straffreiheit. Wenn ein Schmuggler gefasst wird, so wird er relativ schnell wieder freigelassen.
Druck der internationalen Gemeinschaft: An der Artenschutzkonferenz in Genf, die Mitte dieser Woche zu Ende ging, sollte Mexiko unter Druck gesetzt werden, um die Raubfischerei endlich effektiv zu unterbinden. Die Rede war sogar von Sanktionen. Ob sich Mexiko davon beeindrucken lässt, ist offen. Denn bisher hat keine der bisherigen Regierungen das Übel an der Wurzel angepackt. Auch Präsident Andrés Manuel López Obrador hat keinen schlüssigen Plan vorgelegt. Er setzt auf das alte Rezept: mehr Repression und Militarisierung.
Beschlüsse an der Cites-Artenschutzkonferenz
- Der Export von Elefanten aus Simbabwe, Botswana, Namibia und Südafrika für Zoos und Zirkusse wird verboten.
- Der Handel mit über 30 Reptilienarten wird eingeschränkt.
- Die wegen ihrer Flossen in Asien begehrten Makohaie und Gitarrenrochen werden besser geschützt.
- Der Umgang mit gefährdeten Giraffen als Jagdtrophäen wird strikter geregelt.
- Ein Antrag zur Lockerung des Handelsverbots mit Hörnern von Breitmaulnashörnern wurde abgeschmettert.
- Ein Ende des Handelsverbots mit Elfenbein aus den Stosszähnen von Elefanten wurde abgelehnt.
- Mammuts kommen nicht auf die Liste der geschützten Arten.
Hoffen auf die Wissenschaft: Universitäten haben begonnen, Umberfische zu züchten. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend: Er vermehrt sich in Gefangenschaft. Das löst allerdings das Problem des illegalen Handels nicht. Denn die Mafia hat kein Interesse an einem kontrollierten, legalen Handel, weil sie damit ihr lukratives Geschäftsmodell verliert. Was noch nicht gelungen ist, ist die Vermehrung von Schweinswalen in Gefangenschaft oder in abgeschirmten Buchten. Für den Erhalt ihrer Art ist das keine Lösung.