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Wie riesige Tatzelwürmer folgen diese eleganten Gebilde der Schwerkraft.
Im Gegensatz zu Eisgletschern bestehen Blockgletscher vorwiegend aus Gesteinsmaterial, dessen Zwischenräumen mit Eis ausgefüllt sind. Der Schwerkraft folgend kriechen sie langsam talwärts. Ihre Form erinnert von Weitem etwas an Lawaströme. Diese formschönen Gebilde bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu einem halben Meter pro Jahr.
Im Sommer tauen die obersten 1 bis 2 Meter des Blockgletschers auf. Man kann dann hören, wie das Schmelzwasser in geringer Tiefe auf der Eisoberfläche abfliesst.
Am Blockgletscher in der Val Sassa (Bild oben) führt die Wanderroute 03 Fuorcla Val Sassa (Chamanna Cluozza–Fuorcla Val Sassa–S-chanf) vorbei. Der Blockgletscher Val Sassa ist fast 2 km lang und damit der längste Blockgletscher schweizweit! Er ist zudem auch der am längsten erforschte Blockgletscher überhaupt. Denn bereits kurz nach der Gründung des Nationalparks, nämlich im Jahre 1918, erhielt Emil Chaix von der Forschungskommission des Nationalparks den Auftrag, das Gebiet aus physiogeografischer Sicht zu untersuchen. Als einer der ersten überhaupt hat er damals das Phänomen Blockgletscher beschrieben. Auch heute noch laufen verschiedene Forschungsprojekte zu den Blockgletschern im Nationalpark.
Eine von 100 Welterbestätten!
Im Jahr 2022 wurden die Engadiner Blockgletscher – und damit auch die Blockgletscher im Schweizerischen Nationalpark – in die Liste der 100 geologischen Welterbestätten aufgenommen. Damit reihen sie sich nun ein neben Berühmtheiten dem Grand Canyon in den USA oder dem Zuckerhut in Brasilien. Mehr zu dieser Auszeichnung erfahren Sie ► hier.
► Hier finden Sie eine Zusammenstellung der Auswirkungen des Klimawandels auf die Natur im Schweizerischen Nationalpark.