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Im Kontext meiner Systemtheorie bezeichne ich die Gegenstandsbedeutung in einem Handlungszusammenhang als Sinn.

Beispiel:
Um das Bild zuzuspitzen: Eine Balkontüre hat die Bedeutung eine Türe zu sein, sie macht aber keinen Sinn, wenn vor der Türe kein Balkon ist. Oft werden solche Türen mit einem Geländer im Türrahmen hergestellt. Dann liegt der Sinn darin ein grosses Fenster zu haben. Innerhalb dieses Sinnes kann man über die Gegenstandsbedeutung erneut nachdenken.

Bildquelle: Wikipedia
Beispiel:
Wenn jemand für ein Stück bemalte Leinwand ein Million Franken bezahlt, ist das im Handlungszusammenhang der Warenökonomie nicht "verstehbar". Sinnvoll beschreiben lässt sich dieses Verhalten aber im Handlungszusammenhang "Kunst". Wenn das Tuch im Hinterhof eines Malergeschäftes liegt, hat es einen anderen "Sinn", als wenn es in einem Museum hängt.
Die Differenzierung der Wahrnehmung braucht einen Ausdruck, ich kann so viele Unterschiede erkennen, wie ich benennen kann. Die Schulung des Hörens ist weitgehend eine Schulung des über verschiedene Geräusche und Töne sprechen könnens. Das Gehör kann kaum verbessert werden.
Der Hörsinn ist konstant offen, ich kann ihn nicht schliessen und nicht blinseln (also keien Augenblicke machen).
Der Hörsinn hat kein Gesichtsfeld. Er lässt eine sehr gute Ortung zu. Auf der Rennstrecke fahre ich ohne Rückspiegel, damit ich höre und nicht nach hinten schaue.
Literatur
K. Holzkamp schrieb: Sinnliche Erkenntnis. Historischer Ursprung und gesellschaftliche Funktion der Wahrnehmung. Wahrnehmung steht für etwas für wahr nehmen, Erkenntnis steht für erkennen im Sinne von konstruieren (Adam erkannte Eva. Das heisst nicht, dass er sie gesehen hat, weil sie da war, sondern ...)
N. Luhmann spricht im Kontext der funktionalen Systeme in dem Sinne von "Sinn", dass jede Kommunikation (in seinem Sinn) innerhalb eines Sinns stattfindet. Nach N. Luhmann kann man nur etwas sinnvolles oder etwas sinnloses sagen.
"In Wirklichkeit ist die Spur der absolute Ursprung des Sinns im allgemeinen; was aber bedeutet, daß es einen absoluten Ursprung des Sinns im allgemeinen nicht gibt. Die Spur ist die différance, in welcher das Erscheinen und die Bedeutung ihren Anfang nehmen." (Derrida, Grammatologie S.113f.)