Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/151140

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Schweiz bezieht einen Teil der fossilen Rohstoffe aus Russland. Vor allem Gas aus diesem Gebiet deckt einen wesentlichen Teil unseres Bedarfs ab.</p><p>- Wie schätzt der Bundesrat die Versorgungslage der Schweiz ein, wenn aufgrund der gegenwärtigen politischen Unruhen in der Ukraine diese Lieferungen nicht mehr im gewohnten Umfang stattfinden?</p><p>- Hat die Schweiz Vorräte für solche Engpässe, oder können andere Lieferanten allfällige Lieferausfälle kompensieren?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In der Schweiz ist die Gewährleistung der Versorgungssicherheit primär Aufgabe der Gaswirtschaft. Die Schweiz bezieht rund zwei Drittel ihres Erdgases in EU-Ländern und Norwegen. Etwa 20 Prozent stammen aus Russland. Die drei wichtigsten Erdgaspipelines, welche Europa mit russischem Gas versorgen, sind die Nord-Stream-Pipeline durch die Ostsee, die Jamal-Europa-Pipeline durch Weissrussland und Polen sowie die Druschba-Pipeline durch die Ukraine.</p><p>Der grösste Teil des Erdgases wird im Winter zum Heizen in Wohn- und Dienstleistungsbauten eingesetzt. Gerade weil dieser Winter relativ warm und die Nachfrage nach Erdgas gering war, sind die Erdgasspeicher im Ausland, von welchen die Schweiz abhängig ist, gut gefüllt. Es wird geschätzt, dass die Speicher einen 45-tägigen Lieferstopp über die Ukraine abdecken könnten.</p><p>Die europäische Erdgasbranche hat bis jetzt gelassen auf die Situation reagiert, insbesondere weil dank den zurzeit wenig ausgelasteten Terminals für verflüssigtes Erdgas mittelfristig zusätzliche Versorgungskanäle zur Verfügung stehen, weil Erdgas aus Afrika und dem arabischen Raum importiert werden kann.</p>