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Auf dieser Reise besuchten wir drei Hauptstädte in drei Staaten des ehemaligen Jugoslawiens. Die historischen und geografischen Unterschiede zwischen Ljubljana, Zagreb und Belgrad manifestieren sich, gepaart mit lokalen Besonderheiten, in völlig verschiedenen Architekturen, Stadtstrukturen und letztlich auch Atmosphären.
Das beschaulich aufgeräumte Ljubljana ist zum einen geprägt vom eigenwilligem Klassizismus in den Bauten von Jože Plečniks aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, das auch ein wesentlicher Teil unseres Programm sein wird. Zum anderen verleihen die voralpine Topografie und die gut erhaltene, kleinteilige Altstadt am geschwungenen Lauf der Ljubljanica der Stadt eine pittoreske Erscheinung, die eher an Städte des nahen Italiens erinnert als an den kontinentalen Monumentalismus des ehemaligen österreichischen Kaiserreichs.
Belgrad verfügt zum einen durch seine bewegte Geschichte, aber auch seine Lage an zwei Flüssen über eine grosse bauliche Heterogenität. Im historischen Stadtkern mit den Spuren der verschiedenen Kulturen, aber auch Kriege, die im Laufe der Jahrhunderte ihre Spuren hinterlassen haben, wirkt die Stadt europäisch-metropolitan. Am anderen Ufer der Sava liegt Neu-Belgrad, eine gigantische Stadterweiterung in ehemaligem Sumpfgebiet, geprägt vom grossen Massstab, offener Bauweise und Experimenten im modernen Massenwohnungsbau aus der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Das „Dritte Belgrad“ wiederum liegt am Nordufer der Donau und ist das Resultat unkontrollierter und illegaler Bautätigkeit der jüngsten Vergangenheit.
Auf ausgedehnten Stadtspaziergängen und ausgewählten Besichtigungen erkundeten wir die Zusammenhänge zwischen Geschichte, Baustruktur und einzelnen Gebäuden und versuchten so, die unterschiedlichen Atmosphären dieser drei Städte zu verstehen.