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Ernst Holenstein (1946-2024) begann mit 15 Jahren die vierjährige Ausbildung zum Glasmaler im Atelier von Heinrich Stäubli in Engelburg SG als erster Auszubildender des Betriebs. In den Jahren 1961 bis 1964 absolvierte er die Glasmalerlehre und besuchte einmal wöchentlich die Kunstgewerbeschule St. Gallen (heute Schule für Gestaltung). Nach Ausbildungsabschluss blieb Holenstein als Mitarbeiter im Atelier Stäubli und war fortan vor allem für die Verbleiungen, später die gesamte technische Ausführung der Glasmalereien zuständig. Im Oktober 1995 übernahm Ernst Holenstein nach 34 Jahren im Atelier Stäubli die Geschäftsleitung und führte den Betrieb unter dem Namen «Stäubli Glasmalerei» weiter, wie Atelierstempel und Briefpapier aus dieser Zeit zeigen. Dennoch entstand auch in dieser Zeit noch die ein oder andere gemeinsame glasmalerische Arbeit, die Stäubli entwarf und Holenstein in Glas ausführte, so beispielsweise zwei weitere Fenster für den Kreuzgang des Klosters Magdenau und die umfangreiche Neugestaltung der Reformierten Kirche Engelburg mit Verglasungen und Wandmalereien. Holenstein übernahm in dieser Zeit auch Konservierungen und Restaurierungen von Glasmalereien anderer Künstler, wie bspw. des Chorfensters in der Kirche Bruder Klaus in Winkeln St. Gallen von Karl Tschirky. Im Jahr 2005 löste Holenstein das Atelier endgültig auf. Ernst Holenstein führt seitdem noch vereinzelt Aufträge aus, vor allem für Wappenscheiben, und hat sich dafür bei Mathies, einer Kunstglaserei und Glasmalerei in der Helvetiastrasse 47, St. Gallen, eingemietet.
Hindelang, L. (2022). Glaskunst am Bau und Intermedialität. Das Atelier Stäubli in St. Gallen. Glaskunst – Ausstellungen des Vitromusée Romont. Berlin/Boston: De Gruyter.