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8. Konzern – Cash – Flow – Rechnung
Die Konzern-Cash-Flow-Rechnung stellt die Zahlungsströme zwischen dem Konzern und Dritten einer Berichtsperiode dar. Sie gibt darüber Auskunft, welche Geldmittel der Konzern aus seiner Geschäftstätigkeit erwirtschaftet, welche zahlungswirksamen Investitionstätigkeiten und welche Finanzierungsmassnahmen vorgenommen worden sind. Von der Cash-Flow-Rechnung der Muttergesellschaft unterscheidet sie sich dadurch, dass sie alle Geldflüsse im Konzern umfasst und insbesondere nicht voraussetzt, dass diese Geldflüsse bei der Muttergesellschaft erfolgt sind.
Dokumentation:
- Ernst Young – Die Konzerngeldflussrechnung praktische Umsetzung von IAS 7 zur Erstellung von konsolidierten Geldflussrechnungen
Gefahren der konsolidierten Cash-Flow-Rechnung:
- Bei der Analyse der Konzern-Cash-Flow-Rechnung ist immer zu beachten, dass es keine einheitliche Konzernliquidität gibt. Die liquiden Mittel stehen immer den einzelnen Konzerngliedern zu und können nicht ohne weiteres im Konzerninteresse verwendet werden. Solche konzernweiten einheitlichen Liquiditätsverwendungen, sogenannte «Cashpools», sind zwar grundsätzlich zulässig, aber führen zu zahlreichen Problemen, vor allem wenn die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einiger Konzernglieder sinkt und ihr Konkurs nicht mehr ausgeschlossen werden kann. Beispielsweise steht bei einem hohen freien Konzern-Cash-Flow keinesfalls fest, dass dieser ohne weiteres für die Finanzierung des Konzerns verwendet werden darf. Vielmehr ist es durchaus denkbar, dass ein hoher freier Konzern-Cash-Flow auf einen hohen freien Cash-Flow in einer Tochter zurückzuführen ist, die nicht befugt ist, diese Liquidität an die Konzernmutter weiterzuleiten, sodass diese Liquidität für die Konzernfinanzierung nicht verwendet werden kann.
- Besonders akut stellt sich das Problem, wenn Minderheitsaktionäre an dieser Tochtergesellschaft beteiligt sind. Diese rechtlichen Einschränkungen, die sich aus zwingenden Kapitalschutzvorschriften der einzelnen Konzerngesellschaften ergeben, sind für den Abschlussleser nicht feststellbar. Im Einzelabschluss kann durch einen Blick auf die Erfolgsrechnung rasch festgestellt werden, wie der Free Cash Flow verwendet werden kann. Im Konzern ist das nicht möglich, denn die Einschränkung in der Verwendung der Liquidität ergibt sich ausschliesslich aus der (oft nicht publizierten) Bilanz des betreffenden Tochterunternehmens. Die konsolidierte Cash-Flow-Rechnung kann nicht nur die Aussagekraft der Zahlen einschränken, sondern auch zu falschen Entscheiden führen.