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Wer Strom hat, helfe dem, der keinen hat...
In einer Kirche wird gepredigt, gebetet, gesungen, gelehrt. In einer Kirche werden verschiedene Programme für Menschen aller Generationen durchgeführt. In einer Kirche finden Sitzungen statt. In einer Kirche wird Leben und Glauben geteilt. Und manchmal wird in einer Kirche auch ganz neu buchstabiert, was «Radikale Gastfreundschaft» bedeutet.
Schwere Gewitterstürme hatten am Freitag, 29. Juni 2012, im Osten der USA eine über 1000 km lange Schneise der Verwüstung zurückgelassen – von Indiana über Ohio nach Virginia und Maryland. Auch die Region um Washington war betroffen. Durch die Böen, die Spitzenwerte von fast 130 Stundenkilometern erreichten, wurden nicht nur viele Häuser abgedeckt und Strassenlaternen sowie Werbetafeln zusammengefaltet; auch unzählige Bäume wurden entwurzelt, die fatalerweise beim Umstürzen oberirdisch verlaufende Stromleitungen mitrissen. Dies sorgte zu massiven Stromausfällen, von denen insgesamt rund vier Millionen Haushalte betroffen waren.
Weil dies mitten in einer Hitzewelle geschah, stieg als Folge der schlechten Isolation vieler Häuser die Temperatur in deren Innern schon nach wenigen Stunden auf 35 bis 40 Grad. Alles, was auf eine Stromversorgung angewiesen war, funktionierte nicht mehr: Klimaanlagen und Kühlschränke beispielsweise, sehr bald aber auch Kommunikationsmittel wie Handys und Laptops.
Auch Kirchen und andere Gebäude der EMK wurden von diesen Stürmen beschädigt. Die Mitglieder und Freunde der Somerton UMC, OH, beispielsweise werden ihre Gottesdienste mit der benachbarten Jerusalem UMC feiern, bis das Dach ihrer Kirche ersetzt worden ist. Vor drei Jahren, als das Gebäude der Jerusalem UMC bis auf die Grundmauern niedergebrannt war, war es noch die Somerton-Gemeinde gewesen, welche Gastfreundschaft gelebt hatte...
Zahlreiche Gemeinden der EMK, deren Häuser unbeschädigt geblieben waren und deren Stromversorgung noch funktionierte, erkannten aber auch, dass sie nun auf ganz besondere Weise gefordert waren. Sie bieten ihren Nachbarinnen und Nachbarn drei tägliche Mahlzeiten an, eine Möglichkeit zum Duschen, kostenloses Internet, Ladestationen für Handys – und vor allem auch einen Ort, an dem die Menschen sich abkühlen können.
«Cool off and power up» – manchmal geschieht dies in einer Kirche im übertragenen Sinn. Manchmal aber auch ganz praktisch.
Quelle: United Methodist News Service