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Dendroaspis viridis
Grüne Mamba (Hallowell, 1844)
Die grüne Mamba besitzt meistens acht Ober- wie Unterlippenschilde. Die ungekielten Schuppen umgeben den Körper in 13 Reihen. Die Anzahl der Bauchschilde schwankt zwischen 211 und 225, die der Schwanzschilde zwischen 107 und 120. Ihre grünen Schuppen sind mit einem schwarzen Rand umgeben. Gegen das Schwanzende sind die Schuppen gelblich gefärbt.
Länge: 200 bis 270 cm
Lebensraum
Dendroaspis viridis ist in Westafrika vom Senegal bis zum Delta des Niger und auf der Insel Sào Tomé beheimatet. Man findet sie nicht nur im tropischen Regenwald, sondern auch in sehr trockenen Gegenden wo weit und breit kein Wasser ist. Sie lebt hauptsächlich auf Büschen und Bäumen. Sie ist jedoch auf dem Erdboden genauso flink wie im Gebüsch, auf Bäumen und zudem eine hervorragende Schwimmerin. Ihre Nahrung besteht aus Vögeln und kleinen Säugetieren, die ihrem starken Nervengift schnell erliegen. Im Zustand der Erregung züngelt sie intensiv. Indem sie den Kopf hin und her bewegt, wie ein nervöses Zucken, kann sie wie 3-dimensional sehen und die Entfernung zum Opfer auf den Millimeter genau bestimmen, diese Aussage ist jedoch nicht bewiesen. Da das Verhalten von starkem Züngeln und seitlicher Kopfbewegung vorwiegend bei Erregung eintrifft kann es sich auch nur um ein ganz normales Warnverhalten handeln. Wobei dann die Frage käme, wer sollte so eine Warnung erkennen können?
Haltung und Zucht
Diese Mamba braucht ein geräumiges Regenwaldterrarium, dessen Bodengrund aus Wald-oder Teicherde bestehen sollte. Starke Kletteräste und ein Wasserbecken dürfen nicht fehlen. Da sie baumbewohnend ist könnte man auf eine Bodenheizung verzichten, ist jedoch unter dem Wasserbecken sehr praktisch um die Luftfeuchtigkeit von 60 - 80 % zu erreichen. Bei einer Beleuchtung von 10 bis 12 Stunden und einer Tagestemperatur von 25 bis 28° C, die nachts auf 18- bis 20° sinken kann, fühlt sie sich sehr wohl. Mit einem UV-Spot erschaffen wir einen Sonnenplatz mit über 28° der ausser im Hochsommer gerne genutzt wird. Sie trinken hauptsächlich die Wassertropfen von ihrem Körper oder den Blättern nach dem Besprühen. Wer einen Wasserfall in einem Terrarium einbringen kann hat einen grossen Vorteil. Das regelmässige Sprühen entfällt weil 1. dadurch die Luftfeuchtigkeit schon genügend hoch ist und 2. die Mambas von fliessenden Gewässer Trinken gehen. Wir halten unsere Mambas relativ trocken und sprühen nur einmal die Woche das Terrarium komplett ab. Ein Heisswasservernebler bringt jeden Morgen für ca. 20min etwas Feuchtigkeit ins Terrarium. Das Sprühen ist jedoch nicht zu Unterschätzen, da Mambas sehr selten aus einem Wasserbecken am Boden trinken. Seit dem Jahr 2020 haben wir auch echte Pflanzen in den Terrarien was durch das regelmässige Giessen eine etwas höhere Luftfeuchtigkeit bewirkt. Damit es jedoch zu keiner Staunässe kommt sollte die Belüftung genügend gross sein.
Nach der Paarung, die im April (manchmal schon im Februar) bis Mai erfolgt, dauert es ca. 80 - 95 Tage, bis die Eier gelegt werden, und nochmals 70 - 85 Tage bis die Jungen schlüpfen. Die Eier werden bei ca. 28° in feuchtem Vermiculit oder Erde Inkubiert. Die Luftfeuchtigkeit sollte über 80% sein. Nach der ersten Häutung fressen junge Mambas in der Regel selbständig, wenn man das richtige Futter gibt. Wer frischgeborene, sogenannte nackte Mäuse gibt, der kann lange warten und kommt zu keinem Erfolg. Von den drei Mambaarten die wir halten frisst nur die kaimosae im Adultstadion frisch getötete Mäuse. Bei den anderen zwei Arten muss zuerst der Jagtinstinkt erweckt werden. Natürlich wird es trotzdem auch adulte Exemplare geben die frischtotes Futter von der Pinzette nehmen.
Da sich frischgeborene Mäuse zuwenig bewegen wird kein Jagtinstinkt geweckt. Also gibt man einfach leicht behaarte oder sogenannte Pelze- Mäuse, die schon herumkrabbeln. Auf den ersten Blick denkt man jedoch sofort, scheisse, die Maus ist doch viel zu Gross. Doch keine Angst, das schier unglaubliche geschieht und die Maus wird verschlungen.
Bei den Adulten Mambas werden genügend lebende Mäuse oder kleine Ratten, meist um die sechs an der Zahl, mittels einer Box ins Terrarium gegeben. Es dauert nicht lange und schon kommt die erste Mamba Richtung Boden und beisst zu. Zuerst werden meist alle Futtertiere zu Tode gebissen bevor mit dem Fressen begonnen wird. In der Regel frisst jede Mamba die Futtertiere die sie auch gebissen hat. Das zwei Mambas sich an einem Futtertier verbeissen ist äusserst selten. Zur Sicherheit sollte man jedoch beim Füttern immer dabei sein und ein Auge darauf werfen.
Vielleicht fragt sich der eine oder andere, wie man ein Terrarium mit Mambas reinigt? Man kann sie doch nicht immer aus dem Terrarium nehmen?
Zum einen muss man Wissen, Mambas sind in der Regel Neugierig, immer Hungrig, haben ein gutes Wesen und sind überhaupt nicht Angriffslustig. Meist halten sie sich in den obersten Ästen im Terrarium auf. Nur berühren lassen sie sich nicht gerne, da kann es schon sein dass sie sich drehen und schauen kommen. Was sie überhaupt nicht mögen ist das festhalten. Da muss man auch mit einem Biss rechnen.
Lässt man Mambas zuoberst auf den Ästen liegen, spritzt sie vorher mit Wasser an damit sie wissen, es gibt nichts zu Fressen, so kann man unten den Boden mit einem langen Löffel gut reinigen. Die Mambas bleiben oben liegen und schauen Neugierig zu. Wenn Mambas sich in einem Terrarium wohl fühlen so kann man ohne Probleme die Scheiben öffnen und Wasser wechseln, Bodengrund säubern und Scheiben reinigen. Kommt ein Tier etwas zu nahe so nimmt man den Wasserspritzer und spritzt sie kurz an.
Laut Gesetzt in der Schweiz ist es Vorschrift, eine Schlupfbox im Terrarium zu Montieren. Das ist ja auch gut und recht. Doch wenn ich jedes Mal darauf warten müsste bis die Mambas in der Box sind, so würde man vor lauter Kot keinen Boden mehr sehen. Also, Mambas sind wirklich angenehme Pfleglinge solange man sie nicht Händeln muss. Sie ist jedoch eine der schnellsten und gefährlichsten Giftschlangen und muss daher mit grösster Vorsicht gepflegt werden. Die Schlupfboxen machen natürlich trotzdem Sinn, dienen sie doch sehr gut als Eiablageplatz und manchmal auch als Rückzugsmöglichkeit.
Persönliche Erfahrungen
Die Haltung und Pflege von viridis ist keine Hexerei. Seit dem Jahr 2000 füttere ich sie auch ab der Pinzette mit frisch toten Futtertieren. Sie beissen zu und behalten das Futtertier in der Regel auch im Maul. Manchmal braucht es zwei Anläufe damit sie es behalten. So habe ich auch eine gute Übersicht we wieviel frisst. Man sollte immer dabei sein und genügend Futtertiere bereit halten. Es gab es auch schon dass das Weibchen sein Futtertier fallen lies und dann das vom Männchen holen wollte. Bietet man jedoch sofort ein neues Futtertier an bleiben konflikte aus. Wenn ich das Terrarium reinigen möchte sprühe ich die mambas vorher an. So wissen sie mit der Zeit dass es kein Futter gibt und sie bleiben ruhig in dem Geäst. Mit 2 Haken kann man sie gut aus dem Terrarium nehmen falls das mal nötig wird. Je ruhiger man arbeitet je einfacher ist es.
Giftwirkung und Symptome, die bei einem Vollbiss eintreten können:
Neurologische Gifteffekte
- Hirnnervenausfälle (Ptosis, Ophthalmoplegie, Dysarthrie, Dysphagie)
- Lähmungen der Extremitäten- und der Atemmuskulatur
- Muskelfaszikulationen
- Muskelspasmen
Sonstige Symptome
- Schwitzen
- Erbrechen
- Tachykardie
- arterielle Hypotension
- Schock
- epigastrische krampfartige Schmerzen
Erste Hilfe
- Schlange versorgen
- Notarzt-Krankenwagen anrufen und Ruhe bewahren.
- Haustüre aufschliessen, Schmuck wie Ringe abziehen.
- eventuell eine Kompressionsbinde anlegen.
- Als eine der wenigen Ausnahmen ist bei Mambabissen eine arterielle Stauung gerechtfertigt. Rasch einsetzende und schnell progrediente neurologische Gifteffekte können innerhalb kurzer Zeit zum Tod führen. Eine arterielle Stauung ist jedoch nicht ungefährlich.
Bissunfall
Therapie
- Endotracheale Intubation und künstliche Beatmung
Antivenin
- VINS / Indien Bioproducts Limited / Snake Venom Antiserum Afrika
Wirksamkeit des Antivenin
Beachte die Angaben des Herstellers.
Antiveningabe innerhalb der ersten 50 Minuten tritt eine unmittelbare Besserung der Lähmungserscheinungen ein.
Auch eine Besserung der Schocksymptomatik kann unmittelbar festgestellt werden.
In der Regel sind die ersten 6 bis 8 Stunden kritisch.