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Freitag 11.05.2012, 20:00
Das Stück: Eine scheinbar belanglose Entscheidung hat weit reichende Konsequenzen. Celia unterbricht ihren Frühjahrsputz und tritt auf die Terrasse. Alles Folgende hängt davon ab, ob sie dort eine Zigarette raucht oder nicht. Raucht sie, hört sie die Türklingel, öffnet dem verliebten Gärtner Lionel und verpasst den Besuch von Miles. Raucht sie nicht, holt sie aus dem Schuppen eine Leiter, überhört die Klingel und läuft stattdessen Miles in die Arme, einem Freund ihres Mannes und ebenfalls in Celia verliebt. Diese Wahlmöglichkeiten führen zu unterschiedlichen Personenkonstellationen, und für alle Beteiligten gänzlich andere Lebensvarianten. Mehrmals noch steht Ayckbourns Komödie vor ähnlichen Gabelungen.
Viele Geschichten, viele Figuren, 2 Schauspieler
Unverändert bleibt nur die ländliche Gemeinde, eine Art wandelbares Bilderbuch, das einen zusätzlichen Reiz dadurch gewinnt, dass sämtliche Rollen von nur einem Schauspieler und einer Schauspielerin dargestellt werden können. Alain Resnais hat einige Stränge von Ayckbourns Stück verfilmt. Sein Smoking / No Smoking begeisterte 1993 Publikum und Kritik.
Der Autor: Sir Alan Ayckbourn wurde 1939 in London geboren. Mit inzwischen über 70 geschriebenen Theaterstücken gilt er als erfolgreichster Komödienautor unserer Zeit in Europa. Seine Stücke wurden in 30 Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet. Ayckbourn wurde 1969 künstlerischer Leiter des Stephen Joseph Theatre. 1987 wurde er von der Queen zumCommander of the Order of the British Empire ernannt.
Ayckbourn ist ein Meister der Konversationskomödie. In seinen von schnellem Tempo und viel schwarzem Humor geprägten Stücken widmet er sich vor allem den Menschen und ihren Beziehungen. Frustrierte, desillusionierte Liebespaare liefern sich Wortgefechte und haben am Ende alle ein Geheimnis voreinander. Durch die daraus resultierende, unvorhersehbare Kettenreaktion, entsteht eine Situationskomik die typisch für Ayckbourns Stücke ist.
“Ayckbourn … schreibt über die Mühen der modernen Menschheit, den Pleuelstangen, Zahnrädern, Kolben des “großen Mechanismus” auszuweichen. Wo Shakespeare die Menschen exemplarisch fallen lässt, sieht Ayckbourn sie alltäglich hüpfen, stolpern und tanzen. Wo bei Shakespeare die Männer Macht und Bedeutung haben, sind bei Ayckbourn längst die Frauen Trägerinnen der Potenz und des Lebenswillens.” Peter Kümmel / DIE ZEIT
Warum Raucher/Nichtraucher
Was passiert, wenn Handeln besser ist als enttarnt zu werden?
Das Theater Schrama, hat mit der letzen Produktion Schiller: Ganz oder gar nicht bereits seine Affinität zur Unterhaltung bewiesen. Die letztjährige, erfolgreiche Zusammenarbeit mit Regisseur Samuel C. Zinsli hat den Wunsch geweckt, erneut in dieser Konstellation eine Komödie auf die Bühne zu bringen.
Mit Raucher/Nichtraucher haben wir ein Stück gewählt, welches unseren Zeitgeist sehr gut trifft. Beziehungen werden zum Wegwerfartikel. “Anything goes”. Alle Möglichkeiten stehen einem im Leben offen, man muss sich nur entscheiden. Hier setzt das Stück an und stellt die Frage, was passieren würde, wenn man sein Leben ein zweites Mal leben könnte. Würde man alle Entscheidungen anders fällen?
Viele Figuren in diesem Stück betreten eine gesellschaftliche Grauzone – sie gehen fremd, werden verrückt oder setzen sich oder andere bewusst Gefahren aus. Diese Grauzone interessiert uns. Raucher/Nichtraucher entwickelt an den Stellen die beste Komik, an denen die Figuren auf berührend menschliche Weise an ihrer Verzweiflung mit dem Schicksal strampeln, straucheln, stolpern und am Ende scheitern, wenn es vor lauter Schwierigkeiten keinen Weg zurück gibt.
Erneut wollen wir uns der Herausforderung stellen, zu zweit (wie vom Autor ausdrücklich gewünscht) sämtliche Figuren lebensnah, unterhaltsam und berührend zu spielen.
Details
Spiel: Nadine Martig, Michael Schraner, Regie: Samuel C. Zinsli;
Eintritt: 25.- / 35.- CHF, sowie Spezialtickets mit Extras sind über unsere Website buchbar. www.theaterschrama.ch / <email-pii>