Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03464.jsonl.gz/325

IWF-Chefin Christine Lagarde hat unterdessen in einem flammenden Appell die Vorteile des Verbleibs in der Europäischen Union betont. Grossbritannien sei Teil europäischer Fertigungsketten, etwa in der Auto- und Raumfahrtindustrie, sagte Lagarde am Freitag in Wien. Grossbritanniens Handelsvolumen sei durch die Mitgliedschaft in der EU grösser geworden, sowohl Löhne als auch Produktivität seien gestiegen.
Ferner habe die EU dazu beigetragen, Grossbritannien in eine dynamische und lebendige Volkswirtschaft zu transformieren. "Grossbritannien hat von den viele Beiträgen talentierter und fleissiger Migranten aus aller Welt und auch aus der EU profitiert", sagte Lagarde. "Die Mitgliedschaft in der EU hat Grossbritannien zu einer reicheren Volkswirtschaft gemacht, sie hat Grossbritannien aber auch zu einem diversifizierten, aufregenderen und kreativeren Land gemacht."
Die Experten des Fonds machten auch deutlich, dass Grossbritannien wirtschaftlicher Hauptverlierer eines Brexit sein würde. "Die hauptsächlichen makroökonomischen Auswirkungen würden Grossbritannien betreffen", sagte ein IWF-Experte.
Grossbritannien begebe sich in das Abenteuer Brexit trotz der zuletzt günstigeren Daten vom Arbeitsmarkt und beim Wachstum als ein wirtschaftlich angeschlagenes Land. Seit der Finanzkrise 2008 konnte das Königreich nicht mehr die Maastricht-Kriterien für die Staatsverschuldung erreichen. Das Haushaltsdefizit liegt derzeit bei vier Prozent, die Gesamtverschuldung bei über 80 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Probleme sieht der IWF weiterhin bei Produktivität und dem vergleichsweise grossen Leistungsbilanzdefizit, von über fünf Prozent./dm/DP/zb
(AWP)