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Schlechte Luft, giftiges Wasser oder belastete Böden töten jährlich weltweit knapp 9 Millionen Menschen, wie eine am Mittwoch in der Fachzeitschrift «Lancet» veröffentlichte Studie aufzeigt. 6,7 Millionen vorzeitige Todesfälle seien laut der Studie auf Luftverschmutzung zurückzuführen, 1,4 Millionen auf Wasserverschmutzung und 900'000 auf Bleibelastung.
Krebs, Schlaganfall, Herzprobleme
Damit seien die Auswirkungen der Umweltverschmutzung auf die Gesundheit «sehr viel grösser als die von Krieg, Terrorismus, Malaria, HIV, Tuberkulose, Drogen und Alkohol», so die Autoren der Studie. So würden Umweltverschmutzung und Abfälle, die in Luft, Wasser und Boden gelangen, zwar selten direkt zum Tod führen, sie verursachen aber schwere Krankheiten. Dazu gehören Krebs, Lungenerkrankungen, Atemprobleme, Durchfall, Schlaganfall oder Herzschwächen.
Allein in der EU sterben laut der Studie jährlich 400'000 Personen vorzeitig aufgrund von Umweltverschmutzung. Nichtdestotrotz sei die Situation weiterhin in besonders armen Regionen der Welt äusserst dramatisch, etwa in Afrika, Asien und Südamerika.
Bleibelastung in armen Ländern steigt
Den Wissenschaftlern zufolge habe sich die Situation seit 2015 nicht verbessert. Im Gegenteil: So steige zum Beispiel die Bleibelastung vor allem in ärmeren Ländern sogar an. Und damit die Zahl der Todesfälle. Auch die mit der Industrialisierung in Zusammenhang stehenden Todesfälle nahmen zu; besonders in Asien.
Teheran: Wegen Luftverschmutzung sind heute Behörden- und Bildungseinrichtungen ausgesetzt.— Nahost Review (@NahostR) May 17, 2022
Teheran gehört zu den ersten 3 Städten, die weltweit am stärksten unter Luftverschmutzung leiden. pic.twitter.com/6PFI91LuYR
Positiv sei hingegen die Entwicklung bei den Todesfällen, die durch schlechte Luftqualität in Innenräumen, unsauberes Trinkwasser und Hygienemängel verursacht werden. Nichtdestotrotz fehle weiterhin das richtige Bewusstsein für das Problem sowie die finanziellen Mittel zur Bekämpfung. «Wenn wir es nicht schaffen, auf saubere und grüne Weise wirtschaftlich zu wachsen, machen wir etwas furchtbar falsch», so Hauptautor der Studie, Richard Fuller.