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Früher wurden geschredderte Akten bei Bedarf in mühsamer Handarbeit wieder zusammengesetzt. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die Wiederherstellung von Akten nach der US-Botschaftsbesetzung in Teheran 1979, als iranische Studenten in jahrelanger Arbeit geschredderte Akten von US-Agenten und Behörden von Hand zusammensetzten. Ein weiteres Beispiel ist der Enron-Skandal von 2001, bei welchem leitende Mitarbeiter belastende Beweise durch schreddern zu vernichten versuchten. Das FBI stellte diese Dokumente teilweise in Handarbeit wieder her.
Die Technik für eine automatisierte Rekonstruktion von Akten hat aber in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Der sogenannte E-Puzzler des Fraunhofer Instituts für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK in Berlin kann automatisiert geschredderte Akten bis zur Sicherheitsstufe 5 wieder erfolgreich zusammensetzen. Das vom Deutschen Bundestag finanzierte Projekt wurde ursprünglich zur Wiederherstellung von geschredderten und zerrissenen Stasi-Akten lanciert, welche nach dem Mauerfall sichergestellt wurden (ca. 600 Mio. Schnitzel in 15’500 Säcken). Mittlerweile fragen aber auch Behörden und Private die Dienstleistungen des IPK nach.
Auch ist es heute jedem Einzelnen möglich, über das Internet Software zu beziehen, welche eine Reproduktion von zuvor eingescannten Schnipsel ermöglicht (Beispiel: Unshredder der Safe Guard Ltd., Israel).
Bei aufgelösten Akten hingegen ist eine Rekonstruktion der Akten nach dem ‘Stand von Wissenschaft und Technik’ unmöglich, es sind keine Risskanten oder sonstige verwendbare Muster vorhanden und auch die Tinte oder Druckerfarbe wird vom Material abgelöst. Im Vergleich zu weiteren Vernichtungsmethoden der höchsten Sicherheitsstufe 7 nach DIN 66399 (kleinst geschredderte Partikel ≤5 mm2 oder Verbrennen zu Asche) ist das Material nach dem Auflöseprozess aber dennoch vollständig rezyklierbar.