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Napoleonmuseum: Wohnen auf Arenenberg mit Hortense de Beauharnais
Einst war Schloss Arenenberg am Bodensee das Zuhause von Napoléon III und seiner Mutter Hortense de Beauharnais. Heute gehört es dem Kanton Thurgau und lädt als Napoleon-Museum zur Zeitreise ins 19. Jahrhundert, und erzählt nicht nur vom bewegten Leben seiner Bewohner sondern vor allem von Wohnkultur und Gartenbaukunst des vorletzten Jahrhunderts.
Quelle: Napoleonmuseum Thurgau
In ihrem Exil auf Schloss Arenenberg residierte Hortense de Beauharnais mit ihrem Sohn, nach der Trennung von ihrem Gatten
Quelle: Napoleonmuseum Thurgau
Selbstportrait von Hortense de Beauharnais im nachtblauen Kleid.
Wer den Park von Schloss Arenenberg betritt, begibt sich ins 19. Jahrhundert. Den grosszügigen Landschaftsgarten verdankt das Schloss Hortense de Beauharnais (1783-1837). Seine Gestaltung geht unter anderem auf den Gartenarchitekten Hermann von Pückler-Muskau zurück. Während Jahren verwildert, ist der Park mittlerweile wieder zu einem grossen Teil wieder instandgesetzt.
Arenenberg wurde umgebaut und modernisiert
Die Stieftochter von Napoleon und Tochter der Kaiserin Joséphine hatte das anfangs des 16. Jahrhunderts erbaute Anwesen nach ihrer Trennung von ihrem Gatten, Napoleons jüngstem Bruder Louis, erworben und zu ihrem Exilsitz erkoren. Bevor Hortense jedoch mit ihrem jüngsten Sohn, dem späteren Kaiser von Frankreich Napoleon III einzog, liess sie es modernisieren: Türmchen und Zinnen wurden entfernt, die Umfassungsmauer geschleift und die Ökonomiegebäude bis auf eines rückgebaut. Auch die Innenräume erfuhren eine Umgestaltung und wurden nach der neusten Mode eingerichtet.
Mit Hortense de Beauharnais wurde Arenenberg zum intellektuellen Treffpunkt: Unter anderem waren hier etwa der Schriftsteller Alexandre Dumas zu Gast, der Architekt Karl Schinkel, Naturforscher Alexander von Humboldt oder Henri Dufour. Die Frau Herzogin, wie sie sich nennen liess, sollte hier bis zu ihrem Tod bleiben. Doch 1843 brauchte der mittlerweile im englischen Exil lebende Napoleon III Geld – und verkaufte es.
Aber letztlich kehrte das Gut wieder in den Besitz der kaiserlichen Familie zurück: Napoléons III Gemahlin, Kaiserin Eugenie, erwarb es 1855 und schenkte es ihm zum Geburtstag. In der Folge wurde es abermals saniert und umgebaut. Und 1906 vermachte Kaiserin Eugenie, die nach dem Tod ihres Gatten nicht mehr häufig auf Schloss Arenenberg weilte, Arenenberg dem Kanton Thurgau.
Als Gäste von Napoleon III unterwegs im Schloss
Quelle: Napoleonmuseum Thurgau
Das Schlafgemach von Hortense de Beauharnais wurde restauriert.
«Die Besucher sollen sich wie Gäste Hortenses fühlen», sagt Dominik Gügel, der gemeinsam mit Christina Egli das Napoleon Museum leitet. Das gelingt ihnen in jeder Hinsicht: Wer in der kleinen Eingangshalle, die an das Innere eines Zeltes erinnert, in die bereitgestellten Pantoffeln schlüpft und dann über das auf Hochglanz polierte Parkett durch die Räume schlurft, gewinnt den Eindruck, dass die Bewohner nur kurz ausser Haus gegangen sind.
Der Tisch im Speisesalon ist mit zartem Porzellan und funkelndem Kristallglas gedeckt, während in der Bibliothek ein Billardtisch auf Spieler zu warten scheint. Im Stockwerk darüber befinden sich die eher privaten Gemächer, unter anderem auch das Schlafzimmer von Hortense de Beauharnais mit seinen mit leuchtend gelbem Damast bespannten Wänden. Laut dem Museum ist es in seinen Originalfarben rekonstruiert und restauriert worden.
Willkommen fühlt man sich allerdings nicht nur als grosser sondern auch als kleiner Besucher. Das Museum veranstaltet neben Führungen durch das Museum oder den Park hin und wieder spezielle Kinderführungen, bei denen man sich als Prinzessin oder Prinz verkleiden darf. Hierfür braucht es allerdings eine Anmeldung im Voraus, die Plätze sind beschränkt. Während die Kleinen im Reifrock und Frack das Schloss erkunden, lädt das Bistro Louis mit lokalen Spezialitäten, Afternoon Tea oder eigenem Wein zum Verweilen. (mai)
Napoleonmuseum Arenenberg, 8268 Salenstein
Öffnungszeiten: April bis September, täglich von 10 bis 17 Uhr
Oktober bis April April, Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr
Geschlossen vom 24. Dezember bis 6. Februar
Weitere Informationen: https://napoleonmuseum.tg.ch
Linktipp: Ein interaktiver 360-Grad Blick über das gesamte Anwesen: https://www.goldgelb.ch/360/arenenberg/arenenberg360.html
Quelle: Napoleonmuseum, Thurgau
Die Bibliothek war zu Zeiten von Hortense de Beauharnais ein beliebter Ort des Austauschs unter den Gästen.
Quelle: Napoleonmuseum Thurgau
Früher wurden die Räume des Schlosses durch ein blau-weiss gestreiftes Vorzelt betreten. Ein Thema, das im Innern aufgegriffen wurde.