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Schlagwort / tag: «Musik aus der Schweiz»
Erklärung
Unter dieser Rubrik werden Alben und Songs von Schweizer Musiker/-innen sowie Literatur, die Schweizer Musik behandelt, geführt.
«Lue zersch wohär dass dr Wind wääit»
Die Populäre Musik der Schweiz hat nur punktuell Eigenes hervorgebracht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden regelmässig Stile aus dem angelsächsischen Raum übernommen und adaptiert. Die Schweiz als kleines zentraleuropäisches Land geriet genau wie die anderen europäischen Länder in den Sog einer globalen und urbanen Popmusik, die in Zentren wie New York, Los Angeles oder London produziert und massenmedial verbreitet wurde. Es gab seit den 60er Jahren jeweils einen genug grossen Teil der Jugend, die die neuesten Spielweisen dieser Musik zur Kenntnis nahm. Diese Szenen haben überdies eigene Bands, Sängerinnen und Sänger hervorgebracht, die diese neuesten Stile adaptiert haben.
Der etablierte Kulturbetrieb, die Medien und die Erwachsenen taten sich vor allem am Anfang schwer damit und begegneten der neuen Musik mit Geringschätzung. Der Stein des Anstosses war aber nicht die Populäre Musik überhaupt, sondern die englische Sprache und die Urbanität der Musik. Zur Urbanität gehörte, dass sie selbstbewusst und laut war. Populäre Musik gab es in der Schweiz, bevor Pop aus den USA und England ein umstrittenes Thema wurde. Sie bestand zum grossen Teil aus volkstümlichen Schlagern und Ländlermusik, die vor allem in der Zeit der behaupteten Unabhängigkeit während dem Zweiten Weltkrieg, aber auch danach noch lange, ganz unter der Ideologie der geistigen Landesverteidigung stand. Populäre Musik wurde in jener Schweiz tendentiell als Volksgut kultiviert, als «Eusi Musig». Entsprechend betulich kommen diese Lieder für heutige Ohren daher. Es gab in jener Schweiz aber auch ein weltoffeneres Publikum für Swing oder Chansons.
Zwei grundlegende Adaptationsrichtungen
Wenn die neue Musik für ein junges Szenenpublikum oder für den Schweizer Markt zugerichtet wurde, dann geschah das erstens auf dem Weg der «Swiss Version of ...»: Man produzierte nach dem Motto: «Wir auch!» eine schweizerische Version einer Musik: Beispiel:
Les Sauterelles waren die «Swiss Beatles». Eine zweite Möglichkeit bestand darin, deutsche Texte zu singen oder Texte im Dialekt zu schreiben. Berner Troubadouren und der spätere Berner Mundartrock haben es damit zu grosser nationaler Anerkennung gebracht. Und jetzt kommt bereits das Problem eines kleinen Landes, das mit eigenen Produktionen nur Binnenaufmerksamkeit zu erzeugen vermag. Denn: Wer im Ausland – auch im deutschsprachigen Ausland – hat auf eine Schweizerische Version der globalen Musik gewartet? Schaut man in Europa, welche Länder abgesehen von Grossbritannien einen eigenen, international wirksamen Beitrag zur populären Musik haben leisten können, dann sieht es recht düster aus: Krautrock, Untergrund Rockmusik aus Deutschland hat es zu Kultstatus geschafft. Einige Krautrocker konnten mit ihrer Musik ihr Leben meist schlecht und recht finanzieren. Zu diesen Krautrockern kann man die Zürcher Band
Krokodil oder die Basler Band
Brainticket zählen. Aus Paris kamen afroeuropäische und orientale Musikstile, die international registriert wurden: Zum Beispiel der algerische Raï, dem einige einzelne Crossovers gelungen sind. Auch die Schweiz hat solche Einzelfälle:
Kleenex, die in England Erfolg haben.
Celtic Frost, die bis heute auf der ganzen Welt als eine der einflussreichsten Undergroundmetal-Bands gelten.
Die Schweiz muss sich mit dem Nischendasein begnügen oder es müsste so etwas wie ein Schwedisches Wunder passieren. Schweden ist vermutlich das erfolgreichste Popland Europas (immer noch abgesehen vom UK). In Schweden entstand in den 90er Jahren eine Produzenten- und Studio-Szene, die für amerikanische Popacts komponierte und produzierte (Denniz PoP, Max Martin).
Weitere Quellen
– Sam's Collection (Samuel Mumenthaler, Autor, Sammler)
– Kategorie: Schweizer Musikdatenbank (Mikiwiki von Michael Kuhn)
– Schweizer Hits mit Links auf Streaming-Objekte (Videos, Audios)
– Wikipedia: Kategorie «Schweizerische Band» – alphabetisches Interpreten-Verzeichnis
– Le monde du Rock N Twist en Suisse
– Swiss Music
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