Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03299.jsonl.gz/286

Epidemiologische Studien weisen seit langem darauf hin, dass das Trinken von grünem Tee bei der Vorbeugung gegen Krebs hilft (1). Dabei werden die im grünen Tee enthaltenen Polyphenole für die positive Wirkung verantwortlich gemacht. Bislang wurden verschiedene Theorien postuliert, wie die Polyphenole den menschlichen Körper vor Krebs zu schützen vermögen (1-3), aber keine dieser Theorien ist auf alle Krebsarten anwendbar. Eine Forschungs-gruppe aus den USA (4) stellte nun die Vermutung auf, dass die Hemmung eines bestimmten Enzyms, genannt Urokinase, für die Krebsprävention verantwortlich sind. Dieses Enzym wird in Krebszellen in grossen Mengen produziert und könnte ein Angriffspunkt in der Bekämpfung gegen Krebs werden. Obschon sich mit der Theorie von Jankun et al. die Wirkung von grünem Tee bzw. Grüntee-Extrakt auf den Krebs universell beschreiben lässt, hat die Studie doch eine wesentliche experimentelle Schwäche. In der Studie wurden Polyphenol Konzentrationen eingesetzt, welche rund 1000 bis 10’000 mal höher sind, als diese im menschlichen Gewebe nach dem Konsum von Tassen Tee anzutreffen sind (5). Damit stellt sich die Frage, ob sich die in dieser Studie gewonnen Erkenntnisse auf reale Situationen anwenden lassen. Dass die Einnahme von grünem Tee bzw. Grüntee-Extrakt gegen Krebs vorzubeugen hilft, scheint erwiesen, doch wieso ist also immer noch unklar.
Quellen