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Zecken sind in der Schweiz an vielen Orten anzutreffen. Hundebesitzer, die regelmässig mit ihren Vierbeinern in der Natur unterwegs sind, gehören automatisch zur Risikogruppe für von Zecken übertragene Krankheiten.
Zecken in der Schweiz
Weltweit sind über 900 Arten von Zecken bekannt, hauptsächlich gehören sie den Familien der Schild- und Lederzecken an.
In der Schweiz ist insbesondere die Schildzecke, auch als gemeiner Holzbock bekannt, weit verbreitet. Die Verbreitung der Zecken erfolgt vor allem durch Vögel und Säugetiere, die sich in keinem festen Territorium aufhalten.
Lebensraum der Zecken
Zecken bevorzugen Laubwälder mit Unterholz, wo sie auf Ästen, Blättern oder im Gestrüpp herumkriechen können. Allerdings fühlen sich Zecken auch ausserhalb von Wäldern wohl, zum Beispiel im hohen Gras oder auf verschiedenen Arten von Wiesen. Neueste Studien zeigen sogar, dass sich Zecken in Stadtparks niedergelassen haben. Zecken sind äusserst widerstandsfähig gegen Temperatur und Luftfeuchtigkeit, weshalb sie in der Schweiz trotz grosser Temperaturunterschiede gut überleben können. Sie überwintern in der obersten Schicht feuchter Böden. Sobald die Aussentemperatur dauerhaft unter 6 bis 8 Grad Celsius fällt, bereiten sie sich auf die Überwinterung vor.
Wie gelangen Zecken auf die Haut ihrer Wirte?
Zecken halten sich an der Vegetation, wie zum Beispiel hohen Grashalmen, fest und strecken ihre vorderen Beinpaare aus, während sie auf einen geeigneten Wirt warten, von dem sie sich dann einfach abstreifen lassen. Manche Zecken sind auch aktiv auf der Suche nach einem passenden Wirt.
In welcher Jahreszeit gibt es besonders viele Zecken?
Die Gefahr, in der Schweiz von einer Zecke gestochen zu werden, ist von April bis Oktober am grössten, wobei die Zecken aufgrund der idealen klimatischen Bedingungen im Frühsommer und Herbst besonders aktiv sind.
Welche Krankheiten können Zecken übertragen?
Zecken können verschiedene Erreger übertragen, die wiederum zu schweren Krankheiten führen können. In der Schweiz werden folgende Krankheiten am häufigsten von Zecken übertragen:
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME): eine Virus-Erkrankung, die das Nervensystem betrifft und zu Hirnhautentzündungen und Hirnentzündungen führen kann.
Borreliose: eine bakterielle Erkrankung, die Haut, Gelenke, Muskeln, Herz und Nervensystem betreffen kann.
Babesiose (auch Piroplasmose genannt): eine bakterielle Erkrankung, die die roten Blutkörperchen angreift.
Ehrlichiose (auch Zeckenfieber genannt): eine bakterielle Erkrankung, die die weissen Blutkörperchen angreift.
Diese Krankheiten zeigen oft zunächst grippeähnliche Symptome wie Fieber und Müdigkeit oder können auch Merkmale aufweisen, die bei vielen anderen Krankheiten auftreten, wie zum Beispiel eitriger Nasenausfluss oder Gelenkentzündungen. Dies erschwert die frühzeitige Erkennung einer Infektion, und die Krankheiten können bei Hunden (und Menschen) lange unentdeckt bleiben. Eine frühzeitige Erkennung wäre für eine erfolgreiche Behandlung umso wichtiger.
Gibt es Impfungen gegen Krankheiten durch Zecken?
Ja, es gibt Impfungen. Eine Impfung kann jedoch keine Zeckenstiche verhindern, senkt aber das Risiko einer Ansteckung, beispielsweise bei Piroplasmose und Borreliose. Es gibt jedoch keinen 100%igen Schutz. Für Hunde gibt es Impfungen gegen Piroplasmose und Borreliose.
Wie kann man sich vor Zecken schützen?
Nach jedem Spaziergang sollte der gesamte Körper gründlich auf Zecken abgesucht werden. Oft findet man Zecken, die noch nach einer geeigneten Stelle suchen.
Zecken sollten sofort fachgerecht entfernt werden.
Die Einstichstelle sollte beobachtet werden, und bei auffälligen Veränderungen der Haut oder dem Auftreten anderer Symptome innerhalb weniger Tage nach dem Zeckenstich sollte sofort ein Tierarzt konsultiert werden.
Vorgehensweise zur Entfernung einer Zecke
Das Hilfsmittel sollte so nah wie möglich an der Haut unter die Zecke geführt werden, und die Zecke sollte mit einem leichten, kontinuierlichen Zug von der Einstichstelle entfernt werden (eine Vorbehandlung der Zecke ist nicht erforderlich!). Achten Sie darauf, dass der Kopf nicht stecken bleibt. Eine leichte Drehung im Gegenuhrzeigersinn kann hilfreich sein.
Die Stelle kann anschliessend desinfiziert werden, um einer möglichen Entzündung entgegenzuwirken, auch wenn dies keinen Schutz vor einer möglichen Krankheitsübertragung bietet.
Zusätzliche Massnahmen zur Vorbeugung von Zeckenstichen bei Hunden
Verwenden Sie ein Zeckenhalsband oder Spot-on-Produkte zum Schutz Ihres Hundes. Es gibt heutzutage eine grosse Auswahl an chemischen, pflanzlichen und homöopathischen Produkten.
Homöopathie: Es gibt verschiedene Produkte wie Schwarzkümmelöl, Kokosöl oder Zistrosenpulver, die gegen Zecken wirken. Sie können als Spray auf das Fell aufgetragen oder oral verabreicht werden. Jeder Hund reagiert anders, daher ist es wichtig, auszuprobieren, was bei welchem Hund am besten wirkt.
Spot-on: Hierbei wird eine Flüssigkeit auf die Haut des Tieres (Hals, Rücken) aufgetragen, um Schutz vor Zecken, Flöhen und je nach Produkt auch vor Stechmücken zu bieten. Solche Produkte werden insbesondere bei Reisen in südliche Länder empfohlen.
Zeckenhalsband aus Bernstein: Bernsteinketten sollen Hunde auf natürliche Weise und ohne Chemie vor Zecken schützen. Es ist wichtig sicherzustellen, dass der Bernstein natürlich und unbehandelt ist.