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Die 1919 geschaffene Union Académique Internationale (UAI) fördert die internationale Kooperation mit konkreten Projekten und durch die Koordination wissenschaftlicher Tätigkeiten. Mit Editionen und Publikationen im Bereich des philologischen, archäologischen, historischen, politischen und sozialen Wissens trägt sie zum internationalen Fortschritt der Forschung bei.
Kommission «Corpus Vasorum Antiquorum»
Projektbeginn: 1920 / Gründungsjahr Kommission: 1952
Die Kommission sorgt für eine vollständige Erfassung der antiken Gefässe in den Museen und Sammlungen der Welt. Die Gefässe sollen der Forschung insbesondere in einer ausreichenden Abbildungsdokumentation von guter Qualität zugänglich gemacht werden. Jedem Gefäss ist zudem ein Katalogtext beigegeben, der alle museographischen Angaben, eine Beschreibung des Erhaltungszustandes, der Dekoration und allfälliger Figurenbilder enthält.
Kommission «Lateinische Wörterbücher»
Gründungsjahr: 2018
Die Kommission ist hervorgegangen aus der Fusion der schweizerischen UAI-Kommission «Mittellateinisches Wörterbuch», die von 1952 bis 2018 bestanden hatte, und der Kommission des bei der Vereinigung für Altertumswissenschaften angesiedelten Langzeitprojekts «Thesaurus Linguae Latinae». Die Kommission «Lateinische Wörterbücher» will sich wie ihre Vorgängerinnen für die Förderung der lexikographischen Arbeit in der Latinistik und für die Fortsetzung der Schweizer Beteiligung an den beiden Langzeitunternehmen «Mittellateinisches Wörterbuch» und «Thesaurus Linguae Latinae» einsetzen.
Kommission «Corpus Vitrearum Medii Aevi Helvetiae»
Projektbeginn: 1952 / Gründungsjahr Kommission: 1956
Die Aufgabe dieser Kommission ist es, die historische Glasmalereien der Schweiz systematisch zu untersuchen, zu dokumentieren und zu publizieren. Sie erstellt so eine kunstgeschichtliche Grundlage für eine breite wissenschaftlichen Nutzung dieses für die Schweiz bedeutenden Kulturguts. Die wissenschaftliche Zusammenarbeit und Organisation der Forschung sowie die Publikationsvorbereitungen werden weitgehend vom Vitrocentre Romont geleistet.
Kommission «Corpus Americanensium Antiquitatum»
Projektbeginn: 1962 / Gründungsjahr Kommission: 1972
Die Kommission widmet sich der wissenschaftlichen Bearbeitung und Veröffentlichung der Bestände aus Alt-Amerika in Museen ausserhalb Lateinamerikas. Die Aufarbeitung der archäologischen Sammlungen aus Amerika ist ein bedeutendes Thema: Sie ermöglicht eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Herkunftsländern der in den völkerkundlichen Museen aufbewahrten Gegenstände und ist bedeutend in Bezug auf das Gesetz über den Kulturgütertransfer in der Schweiz.
Gründungsjahr: 2006
Das Kuratorium fördert die Digitalisierung der mittelalterlichen Handschriften in der Schweiz und gewährleistet die Koordination verschiedener Projekte. Dafür hat es ein gemeinsames Internet-Portal geschaffen: e-codices. Darin werden die digitalisierten Handschriften der einzelnen Bibliotheken zusammen mit ihren wissenschaftlichen Beschreibungen sukzessive der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Gründungsjahr: 1989
Grosse und kleine Bibliotheken der Schweiz verfügen über einen bedeutenden Bestand an mittelalterlichen Handschriften aus allen zeitgenössischen Wissensgebieten. Das Kuratorium unterstützt die Bibliotheken bei der Erfassung und Katalogisierung der Handschriften, plant und koordiniert die Arbeiten und sorgt für eine nach einheitlichen Grundsätzen gestaltete Edition der Kataloge.
Gründungsjahr: 2000
Mit dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache des 20. Jahrhunderts (DWDS) baut die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) eine elektronische Datenbank zur deutschen Gegenwartssprache in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf. Die SAGW gründete das Kuratorium mit dem Auftrag, ein Korpus an Schweizer Texten für das DWDS zusammenzustellen und seine Erschliessung zu sichern.
Gründungsjahr Gesellschaft: 1991 / Gründungsjahr Kommission: 1997
Die Kommission fördert in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jahrhunderts die Forschung über die Aufklärung in der Schweiz. Im Rahmen von Kolloquien und wissenschaftlichen Publikationen werden interdisziplinär die intellektuellen, kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Aspekte des 18. Jahrhunderts untersucht. Insbesondere in bisher vernachlässigten Bereichen formuliert die Kommission Anregungen zur Erforschung.
Projektbeginn: 1983 / Gründungsjahr Kuratorium: 1991
Der «Grundriss der Geschichte der Philosophie» des deutschen Philosophieprofessors Friedrich Ueberweg, zwischen 1863 und 1928 in ersten 12 Auflagen erschienen, ist die wohl traditionsreichste und umfassendste Darstellung der Geschichte der Philosophie von der Antike bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Das Werk zeichnete sich durch das Bestreben aus, philosophische Systeme, Schulen und Richtungen dem Leser möglichst objektiv und gründlich dokumentiert zu präsentieren. Das 1991 geschaffene Kuratorium knüpft an diese Tradition an und koordiniert die Herausgabe einer neubearbeiteten Ausgabe in 30 geplanten Bänden, die im Schwabe Verlag erscheinen.
Gründungsjahr: 2020
Die Forschungsinfrastruktur «Repertorium Academicum» (REPAC) wurde Anfang 2020 eingerichtet. Es vereint verschiedene an der Universität Bern angesiedelte Forschungsprojekte und bietet eine digitale Infrastruktur für weitere Datenbankprojekte an. Das REPAC baut auf dem Ende 2019 abgeschlossenen «Repertorium Academicum Germanicum» (RAG) auf, das seit 2001 die an deutschen und auswärtigen Universitäten zwischen 1250 und 1550 graduierten Theologen, Juristen, Mediziner und Artisten-Magister in ihren biographischen und sozialen Daten erfasste und eine prosopographisch orientierte Datenbank für das gesamte Gebiet des Alten Reiches erstellte.
Im REPAC kommen einige Erweiterungen hinzu: Dazu gehören die beiden neuen Repositorien «Repertorium Academicum Helveticum» und «Repertorium Bernense» mit denen sowohl die untersuchte Gruppe wie auch die Datengrundlage im Vergleich zum RAG erweitert werden. Das REPAC ist ein wichtiger Bestandteil der prosophographisch orientierten Universitäts-, Bildungs- und Vernetzungsgeschichte des Spätmittelalters und ermöglicht einen umfassenden Einblick in die Ursprünge der modernen Wissensgesellschaft.
Gründungsjahr: 2005
Karl Leonhard Reinhold (1757–1823) war Philosoph, Schriftsteller und ein bedeutender Vertreter der deutschen Aufklärung. Er gilt heute vor allem als scharfsinniger Ausleger des vernunftkritischen Systems Kants und Begründer des deutschen Idealismus. Mit dem Editionsprojekt wird einem dringenden Bedürfnis der Reinhold-Forschung sowie der Forschung zu Kant und zur nachkantischen Philosophie Rechnung getragen. Denn dem wachsenden Interesse an Reinholds Schriften stand lange eine ungenügende Editionslage entgegen. Das Projekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützt. Das SAGW-Kuratorium dient der institutionellen Verankerung und unterstützt den Projektleiter und die Mitarbeitenden bei ihren planerischen und editorischen Aufgaben.
Gründungsjahr: 1993
Der Rat repräsentiert die sozialwissenschaftlichen Fachgebiete der SAGW. Als Organ der SAGW vereinigt er gegenwärtig neun Fächer: Psychologie, Soziologie, Politologie, Erziehungswissenschaften, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Ethnologie, populäre Kulturen, Sprachwissenschaften und Sozialgeschichte. Seine Aufgabe ist es, die Entwicklung der Sozialwissenschaften im Dienste der Schweizer Gesellschaft zu fördern. Er verfolgt den wissenschaftlichen und sozialpolitischen Diskurs und bringt sich mit Empfehlungen, Stellungnahmen und Vorstössen inhaltlich ein. Wesentliche Aktivitäten im Bereich der sozialwissenschaftlichen Forschungsförderung gehen auf seine Initiative zurück, darunter auch die Lancierung des 2008 in Lausanne realisierten Forschungszentrums für die Sozialwissenschaften FORS.