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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Fünftes Buch
IX. Kapitel
56.
1. Aber ich bin, wie es scheint, ohne es selbst zu merken, in dem Bestreben, Beweise zu geben, über das rechte Maß hinausgegangen. Mein Leben würde ja nicht hinreichen, wenn ich die ganze Menge derer aufführen wollte, die bei ihrer Philosophie Sinnbilder verwenden.
2. Dieser Art sind aber die Schriften der barbarischen Philosophie, um das Gedächtnis zu stärken, um die Lehre kurz zusammenzufassen und auf die Wahrheit gespannt zu machen.
3. Sie wollen nämlich, daß die wirklich echte Philosophie und die wahre Theologie im Besitz nur derer zu finden sei, die sich ihnen oft genähert und sich bereits in ihrem Glauben und in ihrem ganzen Leben bewährt haben.
4. Sie wollen aber auch, daß wir einen Erklärer und Lehrer nötig haben. Denn sie nahmen an, daß man sich dann eifriger mit ihnen beschäftigen würde und daß sie so denen, die ihrer würdig sind, mehr Nutzen bringen könnten und daß diese dann nicht in die Irre gehen würden, wenn sie von Sachkundigen in die Schriften eingeführt würden.
5. Dazu kommt noch, daß alles, was durch eine gewisse Verhüllung hindurch zu sehen ist, das wirklich Vorhandene noch größer und imposanter erscheinen läßt, wie das z.B. bei Früchten der Fall ist, die man durch Wasser hindurch sieht, und bei Gestalten, die man durch Verhüllungen hindurch sieht, die ihre Erscheinung in vorteilhafter Weise ergänzen. Denn eine allseitige Beleuchtung läßt die wirkliche Gestalt mit allen ihren Mängeln hervortreten, ganz [S. 169] abgesehen davon, daß das, was ganz deutlich zu sehen ist, nur auf eine einzige Art aufgefaßt werden kann.