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Das Kyoto-Protokoll halte er allerdings für einseitig. Die neue Administration werde es jedenfalls nicht unterstützen. Unter Präsident Clinton hatte es die amerikanische Regierung zwar unterzeichnet, aber nicht dem Senat zur Ratifizierung unterbreitet.
Präsident Bush hat seinen Vizepräsidenten zum Leiter eines besonderen Kabinettsausschusses mit der Aufgabe ernannt, eine langfristige Strategie für eine grössere Versorgungssicherheit der USA zu entwickeln. Die Empfehlungen des Ausschusses sollen Anfang Mai 2001 vorliegen. Laut Cheney wird sich ein Kapitel mit der Frage befassen, ob und wie die USA mit der Kernenergie weitermachen sollen. Entscheide seien jedoch noch keine gefallen. So oder so müssten die USA mehr Energie erzeugen, um Stromversorgungsengpässe wie diejenigen in Kalifornien landesweit zu vermeiden.
Spencer Abraham, der neue Vorsteher des Department of Energy, meinte dazu an einer Veranstaltung der amerikanischen Handelskammer, die USA brauchten alle Energien "von der Kohle bis zu den Windkraftwerken, von der Kernenergie bis zum Erdgas", um in den kommenden 20 Jahren über eine zuverlässige Energieversorgung zu verfügen.
An der gleichen Veranstaltung bestätigte Joe Colvin, Leiter des Nuclear Energy Institute, dass Elektrizitätsversorger beabsichtigten, noch vor Ende April bei der zuständigen Bundesbehörde Nuclear Regulatory Commission Gesuche um Standortbewilligungen für neue Kernkraftwerke einzureichen. "Eines oder mehrere von fünf Unternehmen" würden um Bewilligungen für eine ganze Reihe Einheiten nachsuchen. Alle bis auf eine der neuen Einheiten sollen laut Colvin an bestehenden Standorten errichtet werden, eine Einheit an einem völlig neuen Standort. Das sei ein "klares Signal" der Branche. Sie interessiere sich wieder für den Bau von Kernkraftwerken und liege damit auf der Linie der Legislative, welche die Kernenergie besser unterstütze.
Quelle
P.B. nach NucNet, 21. und 22. März 2001