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Austritt aus der Erbengemeinschaft
Jede Erbin, jeder Erbe kann grundsätzlich jederzeit den Austritt aus der Erbengemeinschaft verlangen. In diesem Fall muss die Gemeinschaft über eine Aufteilung des Nachlasses entscheiden. Häufig geht es um Immobilien. Zwei mögliche Lösungen:
- Die Erbengemeinschaft beauftragt einen Immobilienmakler, das Haus oder die Wohnung zu verkaufen, und teilt den Verkaufserlös unter allen Erbinnen und Erben auf.
- Eine Erbin oder ein Erbe, die oder der die Immobilie übernehmen will, lässt den Marktwert von einem Makler schätzen und bezahlt alle Miterbinnen und Miterben aus.
Ohne Einigung entsteht eine Pattsituation. Weil alle Beschlüsse einstimmig gefällt werden müssen, kann das Haus oder die Wohnung weder vermietet noch verkauft werden. Möglicherweise löst ein Mediator den gordischen Knoten und findet eine Lösung, mit der alle Erbinnen und Erben gut leben können. Falls nicht, bleibt der oder dem ausstiegswilligen Erben oder Erbin nur eine Teilungsklage.
Die Erbteilungsklage oder Teilungsklage
Mit einer Erbteilungsklage oder Teilungsklage kann jede Erbin, jeder Erbe ihren beziehungsweise seinen Teilungsanspruch gerichtlich durchsetzen. Die Klage muss beim Gericht am letzten Wohnsitz der oder des Verstorbenen eingereicht werden. Das Verfahren dauert lange, ist aufwendig und kostet viel. Darum lohnt es sich, aussergerichtlich mit einem Erbenvertreter oder Mediator eine gütliche Lösung zu suchen. Die Teilungsklage ist die letzte Massnahme, wenn die Situation so festgefahren ist, dass die Erbengemeinschaft handlungsunfähig ist. Mit der Klage tritt die Erbin, der Erbe aus der Gemeinschaft aus und verlangt die Auszahlung des Erbanspruchs. Das Gericht stellt den Umfang des Nachlasses fest, ermittelt die Erbquoten und teilt das Erbe auf. Eine Immobilie wird beispielsweise öffentlich versteigert, falls …
- … keine Erbin, kein Erbe das Haus oder die Wohnung kaufen und die Miterbinnen und Miterben auszahlen will.
- … eine Erbengemeinschaft sich nicht auf einen Verkauf durch einen Immobilienmakler einigen kann oder will.
Fortgesetzte Erbengemeinschaft
Manchmal ist es sinnvoll, eine Erbengemeinschaft nicht aufzulösen. Beispielsweise, weil alle Erbinnen und Erben das Haus oder die Wohnung erst später verkaufen wollen. Allerdings sollten sich die Mitglieder bewusst sein, dass eine fortgesetzte Erbengemeinschaft volatil ist und sich verändert. Wenn ein Erbe stirbt, kommt mindestens ein neuer Miterbe dazu und die Gemeinschaft wird grösser und heterogener.