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Sag zum Abschied leise servus: "Bluewin", der bekannteste Name im Schweizer Internet-Business, wird in Zukunft nur noch für einzelne Produkte stehen.
Der Name "Bluewin" als Bezeichnung für den Consumer-Internetbereich der Swisscom wird schon bald verschwinden, wie die 'Handelszeitung' heute berichtete, und durch die Dachmarke 'Swisscom' ersetzt werden. Der Bluewin-Brand solle – zumindest vorerst – noch für einzelne Angebote verwendet werden, zum Beispiel das Portal, Chats und Bluewin-TV. Bei anderen Angeboten, zum Beispiel dem VoIP-Service Bluewin-Phone soll er dagegen schon schneller verschwinden.
Swisscom-Sprecher Josef Huber hat gemäss 'Handelszeitung' diese Resultate der Recherchen des Wirtschaftsblatts bestätigt. Man passe "die Anmutung und die Bildwelt" der neuen Swisscom-Strategie an, so Huber.
Die Pläne der Swisscom zu einer grossen Reorganisation, durch die der Telekommunikationskonzern seine verschiedenen Angebote zusammenführen und die Dachmarke "Swisscom" stärken will, drangen im letzten Herbst durch verschiedene Presseberichte scheibchenweise an die Öffentlichkeit. Dabei blieb bis zuletzt unklar, ob auch "Bluewin", wie zum Beispiel "Swisscom Mobile" oder "Swisscom Fixnet", verschwinden würde.
Seit in der Schweiz das Internet als Massenphänomen aktuell wurde, spielte der Name "Bluewin" eine wichtige Rolle. Zuerst war "Bluewin" der Markenname für die Internet-Angebote der Swisscom für Heimanwender. Ab dem Mai 2000 firmierte die Bluewin AG sogar als eigenständige Tochterfirma der Swisscom. (Den gloriösen Plänen für einen Börsengang setzte dann aber das wenig später folgende lautstarke Platzen der Internet-Blase ein ernüchterndes Ende.) Per März 2005
wurde die Bluewin AG dann wieder mit der Swisscom Fixnet AG fusioniert.
Die Geschichte von Bluewin illustriert einige allgemeine Trends in der Telekommunikationsindustrie. Im Zuge der rasanten Zunahme der Bedeutung des Internets in den 90ern lagerten manche traditionelle Telcos ihre diesbezüglichen Aktivitäten oder zumindest Teile davon in Tochterfirmen aus. Hintergrund waren einerseits Deregulierungszwänge, andererseits die Absicht, mehr Agilität für den Konkurrenzkampf mit den wie Pilze aus dem Boden schiessenden spezialisierten ISPs zu gewinnen und natürlich die Hoffnung auf lukrative IPOs. In den letzten Jahren folgte aber nun – Stichworte VoIP und IP-TV – der Trend zur Verschmelzung von Sprach-, Daten- und Fernsehservices, und damit macht es für die Telcos auch Sinn, ihre diesbezüglichen Angebote zu reintegrieren. (Hans Jörg Maron)