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Vor der Schließung der belgischen «Princess Elisabeth Antarctica»-Station für die Überwinterung war es für das BELARE-Team entscheidend, den Bau der neuen Garage der Station zu beenden. Die neue Garage befindet sich im nördlichen Anbau der Station.
Die mehr als zehn Jahre alte Garage und die Werkstätten waren auf das Eis des Gletschers gebaut worden und mussten nun ersetzt werden. Deshalb konzentrierte sich das BELARE-Bauteam mit aller Kraft auf den Bau der neuen, speziell entworfenen PREFALUX-Struktur.
Die neue Struktur kann der Bewegung des Gletschers standhalten und beherbergt eine lang erwartete beheizte Garage für die Wartung und Reparatur aller in der Station verwendeten Maschinen, mehrere Werkstätten, einen Lagerbereich und einen endgültigen Unterstand für die beiden Backup-Generatoren der Station. Glücklicherweise erlaubten es die guten Wetterbedingungen dem Team, die Arbeiten und den Bauprozess in etwas mehr als zwei Wochen abzuschließen.
Erste Schritte des Baus im Jahr 2019
Im November und Dezember 2019 wurde die alte Garage abgebrochen. Im Januar 2020 wurde das Gelände bis zur Anlieferung der Baumaterialien per Schiff vom Schnee geräumt und auf zwei verschiedene Höhen eingeebnet. Ebenfalls wurden die Fundamente des Gebäudes vorbereitet.
Eine der Herausforderungen während dieser Zeit bestand darin, die Notstromgeneratoren geschützt und betriebsbereit zu halten, falls sie jemals benötigt werden sollten. Daher wurde ein verbleibender Teil der alten Garage intakt gehalten, bis genügend Platz in der neuen Garage vorhanden war und ihr neuer Lagerbereich fertig war.
Ankunft der Baumaterialien per Eisbrecher
Nachdem das südafrikanische Wissenschafts- und Versorgungsschiff, die «S.A. Agulhas II» am 30. Januar 2020 an der Küste des Droning Maud Land angekommen war, wurde ihre gesamte Ladung auf das Schelfeis entladen. Danach transportierte das BELARE-Team etwa 150 Tonnen gelieferte Baumaterialien zur Station, um so bald wie möglich mit dem Bau des neuen Gebäudes zu beginnen.
Am 16. Februar war die neue Garage fertig und bereit für die Überwinterung. Zu diesem Zeitpunkt hatte die zweite Gruppe von Wissenschaftlern die Station bereits verlassen, und die letzten 16 Mitglieder des BELARE-Teams waren übrig geblieben, um mit dem technischen Betrieb der Überwinterung der Station zu beginnen.
Funktionen des neuen Gebäudes
Einer der größten Vorteile der neuen Garage ist, dass sie ab der Saison 2020/21 beheizt wird. Dies war für die ordnungsgemäße Wartung aller Maschinen und für den Arbeitskomfort der Mechaniker unerlässlich. Wenn in der nächsten Saison alle Feinarbeiten an der Innenausstattung abgeschlossen sein werden, wird das neue Gebäude auch eine Holz- und eine Metallwerkstatt sowie einen Lagerraum für Werkzeuge, Ausrüstung und Ersatzteile für Maschinen beherbergen.
Info zur Prinzessin-Elisabeth-Station
Die «Prinzessin-Elisabeth-Station» ist eine belgische Polarforschungsstation, die während des Internationalen Polarjahres 2007–2008 im Hinterland der Prinzessin-Ragnhild-Küste im Königin-Maud-Land aufgebaut wurde. Die Station wird ausschließlich durch Solar- und Windkraft mit Energie versorgt. Sie wurde am 15. Februar 2009 eingeweiht.
Nach fast vierzig Jahren ohne direkte belgischen Beteiligung an der Polarforschung in der Antarktis wurde auf Initiative der Internationalen Polarstiftung und mit der Unterstützung der Stiftung Fondation Roi Baudouin beschlossen, zum fünfzigsten Jahrestag der Eröffnung der ersten belgischen Polarstation Base antarctique Roi Baudouin in der Antarktis eine neue belgische wissenschaftliche Polarforschungsstation zu bauen.
Das felsige Gelände, auf dem die Station erbaut wurde, befindet sich in 1400 m Höhe über Meer und 180 km von der Küste entfernt.
Das aerodynamisch gestaltete Gebäude der Station besteht zu achtzig Prozent aus Holz. Solarzellen an den Wänden und auf dem Dach der Station sowie acht Windkrafträder stellen die Stromversorgung sicher. Für den Notfall steht ein Dieselgenerator zur Verfügung. Drei Viertel der Abwässer werden wiederaufbereitet.
Zwölf Forscher werden in der Station auf einer Nutzfläche von 700 m² Forschungen auf verschiedenen Gebiete durchführen, darunter Meteorologie, Glaziologie, die Erforschung des Erdmagnetismus, Forschungen zur Mikrobiologie sowie Untersuchungen zum Thema „Klimawandel“. Die «Prinzessin-Elisabeth-Station» ist für eine Nutzungsdauer von 25 Jahren, und damit für einen fast doppelt so langen Zeitraum wie andere Stationen konzipiert.
Heiner Kubny, PolarJournal