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Ein-Satz-Review
Inzwischen, nachdem ich die Geschichte des Kohlhaas, Rosskamm an der Havel im 16. Jahrhundert, aus Ärger über die Ungerechtigkeit, die ihm von Seiten des Junker Wenzels von Tronka widerfährt, eine grausame und gehirnversprützende Wendung um die andere zu nehmen, und somit immer schneller einen Strudel von Geschehen einzulassen, gelesen und mit in der Hektik aufgepeitschter Begeisterung genossen habe, schien ich mich an das Stakkato der Apposition, jenen sprachlichen Galopp gewöhnt zu haben, in dem die Kohlhaas entwendeten Rappen, von ihrem abgeschundenen bis zum strahlend wiederhergestellten Auftritt, nie inne gehalten haben müssen, und das den Takt dieser Geschichte trommelt; dergestalt, dass die Poetik des Clusterfuck, wie ihn die Coen-Brüder viele Jahre später wieder aufnehmen, der Verwechslungen und kleinen Ungerechtigkeiten wegen, die gänzlich unentwirrbar Knoten um Knoten knüpfen, bis sich ein chaotisches Geflecht ergibt, hier auf einer Schnelligkeit der Sprache reitet, wie sie die bewundernswerten Unberechenbarkeiten im Film vielleicht doch nicht vermögen.