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In Indien wird oft durch Geschichten gelehrt – wie im Sufismus übrigens auch. Ebenfalls in anderen Kulturen und zu allen Zeiten dienten sinnbildliche Erzählungen dazu, Erkenntnisse auf liebevolle Weise zu vermitteln. Hier eine Geschichte aus dem alten Griechenland.
Der Fabeldichter Aesop sass einmal am Rand der Strasse nach Athen. Ein Mann, der vorbeikam, fragte ihn: „Wie sind denn die Menschen in Athen?“
Aesop fragte ihn: „Sag mir zuerst, woher du kommst und wie die Leute dort sind.“
Der Reisende sagte: „Ich komme aus Argos. Die Menschen dort lügen, stehlen, sind ungerecht und streitsüchtig. Ich bin froh, von dort wegzukommen.“
„Ja, schade für dich“, antwortete Aesop, „du wirst in Athen ebensolche Leute finden.“
Etwas später kam ein anderer Reisender vorbei und stellte die gleiche Frage. Auch bei ihm erkundigte sich Aesop nach seiner Herkunft und den Bewohnern seiner Stadt. Der Mann antwortete: „Ich komme aus Argos. Alle Menschen dort sind sehr nett, freundlich, ehrlich und gerecht. Ich ziehe wirklich ungern von dort weg.“
Da lächelte Aesop und sagte: „Du wirst in Athen die gleiche Art Menschen finden.“
Eine persönliche Erfahrung in den letzten Tagen (ihr findet sie hier) hat mich dazu bewogen, heute diese Geschichte wiederzugeben.
Die Dinge, Menschen, Situationen sind weder gut noch schlecht. Einzig unsere Bewertung macht sie zu dem, was wir sehen (wollen), und diese hängt oft mit unserer eigenen inneren Zufriedenheit beziehungsweise Unzufriedenheit zusammen. Finden wir die innere Zufriedenheit, die unabhängig von äusseren Umständen ist, so ist alles nur noch schön, angenehm, lieblich…