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Als moderne Kunst wird umgangssprachlich die Kunst des 20. Jahrhunderts verstanden. In der Kunstgeschichte geht man mit dem Begriff aber bis ins 19. Jahrhundert zurück. Man unterscheidet heute meist die Kunst der Moderne und die zeitgenössischen Kunst. Letztere wird wegen des Fortschreitens der Zeit auch immer wieder aktualisiert. Was heute zeitgenössisch ist, wird in zehn Jahren Kunst der Moderne sein.
Die moderne Kunst des 20. Jahrhunderts hat mit der Avantgarde begonnen, die sich zum Jahrhundertwechsel etabliert hatte. Die Grundlagen hatten der Impressionismus und der Jugendstil gelegt. Im Impressionismus löste man sich von den vorherrschenden Farbmustern und der Jugendstil brachte mit seinen Ornamenten neue Formen zum Vorschein. Den Durchbruch schaffte aber der Expressionismus. In diesem malten Künstler das erste Mal abstrakte Werke, die ein komplett neues Kunstverständnis nach sich zogen. Hier stand das subjektive Erleben im Mittelpunkt, und zwar wie es der Künstler empfunden hatte. Er drückte sich aus, ohne dabei aber gegenständlich und deutlich sein zu müssen.
Expressionismus schaffte den Durchbruch
Die Anfänge der modernen Kunst machten dann auch viele bekannte Expressionisten, allen voran Vincent van Gogh, Paul Gauguin, Paul Cézanne und Edvard Munch. Außerdem bildeten sich Künstlerschulen und Kolonien. Eine der bekanntesten Gruppen waren die Brücke und die Künstlervereinigung München sowie die Mitglieder des Blauen Reiters.
Mit der Machtergreifung durch die Nazis wurde die moderne Kunst in Deutschland und den besetzen Gebieten als entartete Kunst bezeichnet und verboten. Viele Künstler mussten fliehen, wurden verhaftet oder gar von den Nazis ermordet. International, vor allem in der Schweiz und den USA, konnte sich die Kunst aber weiter entwickeln. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen einige Künstler wieder nach Deutschland zurück. In Europa begann eine neue Zeitrechnung in der Kunst, die wir noch immer als zeitgenössische Kunst kennen. Während in der Kunstgeschichte die Moderne historisch abgeschlossen ist, dauert die zeitgenössische Kunst noch an. Die meisten Menschen benutzen aber beide Begriffe mit der gleichen Bedeutung, nämlich für aktuelle Kunst.
Einer der großen Vertreter der neuen deutschen Kunst war Joseph Beuys. Er schuf den erweiterten Kunstbegriff und sah in jedem Menschen einen Künstler sowie die Kunst als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe an. Damit setzte er sich von Andy Warhol ab, der die Realität erst durch den künstlerischen Prozess zu einem Kunstwerk machte. Beuys war mit seinen Werken und Aktionen auch immer auf der documenta in Kassel vertreten, der wichtigsten deutschen Kunstmesse. Er war aber auch jemand, der ständig provozierte, sowohl künstlerisch als auch im politischen und gesellschaftskritischen Sinne. Für ihn gab es zwischen diesen Bereichen ohnehin keine Grenzen, er sah sie als Ganzes.
Ein weiterer bedeutender deutscher Künstler der Neuzeit ist Gerhard Richter. Er war Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie, eine der bekanntesten Kunstuniversitäten der Welt. Seine Werke gehören zu den bekanntesten und auch teuersten Werken lebender Künstler. Er war von Pop-Art, Expressionismus und Dada am meisten beeinflusst.