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Weg-Wort vom 4. Mai 2020
Der Vater eines meiner Konfirmanden erzählte mir vor ein paar Jahren von einem schweren Unfall, den er auf der Autobahn gehabt hatte. Dazu zeigte er mir Bilder von seinem demolierten Unfallwagen.
Ich konnte mir nicht vorstellen, wie er überhaupt lebend aus diesem Auto hatte geborgen werden können.
Nach dem Unfall musste er lange im Spital liegen. In den beiden Jahren danach folgte Operation auf Operation. Die Ärzte gaben ihr Bestes. Die Verletzungen an einem Bein aber waren gravierend. Die Ärzte sahen keine andere Möglichkeit, als das Bein abzunehmen.
Der Mann war verzweifelt. Er wollte sein Bein unter keinen Umständen verlieren. Unter Missachtung aller Krankenhausregeln verließ er nachts sein Spitalzimmer und ging auf die Dachterrasse. Dort setzte er sich auf einen Stuhl und schaute lange in den Sternenhimmel. Er kam zur Ruhe und schickte seinen großen Wunsch als Gebet in den Himmel. Unbemerkt kehrte er in sein Zimmer zurück.
Bei der nächsten Visite schlug der Chirurg vor, auf eine Amputation zu verzichten und das verletzte Bein weiter zu behandeln. Ich weiß nicht, ob sein Bein jetzt völlig in Ordnung ist. Es musste ihm aber nicht abgenommen werden.
Als mir der Mann von diesem Wunder erzählte, berührte mich seine Interpretation. «Das Wunderbare an diesem Gebet unter Sternen war, dass ich mich beim Beten mit der göttlichen Kraft verbunden fühlte. Ich bin froh, dass ich das Gebet als Kraftquelle entdeckt habe.»