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Als Gesellschaft haben wir uns in den letzten Jahrzehnten im Zuge der Globalisierung eine Art zu essen angewöhnt, welche die Klimaerwärmung vorantreibt, den Welthunger und die Wasserknappheit verschärft, keine ausreichende Versorgungssicherheit gewährleistet, ungesund ist, und den Verfassungsgrundsatz der Tierwürde verletzt. Das ethische und politische Problem besteht dabei hauptsächlich im hohen Konsum tierlicher Nahrungsmittel. Eine rationale Lösung würde folglich darin bestehen, vermehrt pflanzliche Ernährung zu fördern.
Ressourceneffizienz und Klimawandel
Die Nutztierhaltung führt zu vielen Umweltproblemen. In der Schweiz ist die Ernährung mit einem 30%-Anteil der Hauptfaktor aller Umweltbelastungen. Dabei ist insbesondere die Nutztierhaltung eine Hauptursache des Klimawandels. Das UNO-Umweltprogramm UNEP hält eine Reduktion der THG-Emissionen um mindestens 50% bis 2050 für notwendig, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu verhindern. Die Empfehlung lautet: Um dieses Ziel zu erreichen, sollten wir uns als Gesellschaft vermehrt pflanzlich ernähren.
Als Hauptfaktoren des Klimawandels werden meist nur die Bereiche Verkehr und Wohnen genannt. Das ist irrational: Gemäss der UNO-Welternährungsorganisation FAO verursacht die Nutztierhaltung 14.5% der globalen Treibhausgas-Emissionen. Sie ist damit praktisch ebenso klimaschädlich wie der Verkehr mit 15%! Auf Obst und Gemüse hingegen entfallen lediglich 1.9% der THG-Emissionen, auf Getreideprodukte sogar nur 1.4%. Die ETH kommt denn auch zum Schluss, dass die landwirtschaftlichen Treibhausgas-Emissionen der Schweiz in erster Linie durch die Reduktion der Tierbestände gesenkt werden können. Der Klimawandel verschärft zudem auch die Ernährungsunsicherheit der ärmsten Menschen.
Für eine pflanzliche Ernährung wird eine 5-mal kleinere Agrarfläche benötigt als für die aktuelle Durchschnittsernährung. Die Nutztierhaltung beansprucht 70% des weltweiten Kulturbodens und 30% der Erdoberfläche. 70% des abgeholzten Amazonaswaldes werden zu Viehweiden und ein Grossteil der restlichen 30% wird für den Futteranbau verwendet. Die Schweiz importiert ihr Soja grossmehrheitlich aus Brasilien und trägt damit zu dieser Abholzung bei. Auch in der der Bio-Tierhaltung stammt über 80% der Kraftfutters aus dem Ausland.
Tierexkremente (Ammoniak), Antibiotika, Hormone und Düngemittel sowie Pestizide für den Futteranbau machen die Nutztierhaltung zudem zu einer der grössten Quellen der Wasserverschmutzung.
Wird nichts gegen diese Umweltprobleme unternommen, entstehen gemäss der britischen Regierung allein durch die Folgen des Klimawandels volkswirtschaftliche Verluste von 5-20% des globalen Bruttoinlandsprodukts (bis zu € 5’500 Mia. pro Jahr). Die Kosten zur Vermeidung der schlimmsten Folgen werden dagegen auf lediglich 1% des globalen BIPs geschätzt.
Ressourceneffizienz und Weltarmut
Die Tierindustrie führt durch ihren enormen Ressourcenverschleiss zu vielen sozioökonomischen Problemen. Sie untergräbt dadurch unsere Fairness gegenüber den Bewohnern der ärmsten Länder und verschärft insbesondere den Welthunger.
In Regionen, in denen Futterpflanzen künstlich bewässert werden müssen, verschärft die Nutztierhaltung die Wasserknappheit. Wird der Wasserverbrauch berücksichtigt, der in die Produktion eingeht, so werden für 1kg Rindfleisch über 15’000l Wasser benötigt [18]. Für 1kg Weizen sind es nur 1’600l [19].
Weiter führt der massive Landbedarf der Nutztierindustrie oft zur Vertreibung indigener, kleinbäuerlicher Bevölkerungen aus ihrem angestammten Land.
Ebenfalls trägt der Futtermittelbedarf der Nutztierindustrie zu steigenden Weltmarktpreisen für Getreide und Soja bei. Dies trifft insbesondere die Menschen in den ärmsten Ländern.
Schliesslich benötigt die Produktion von Rindfleisch bis zu 13kg Getreide, für 1kg Schweinefleisch sind es bis zu 6kg Getreide. Global werden 85% der Sojaernte und 35% der Getreideproduktion an Nutztiere verfüttert, in der Schweiz gar 80%. Gleichzeitig sind 842 Mio. Menschen permanent unterernährt, 20’000 sterben täglich an den Folgen. Würde man die Getreidernten der menschlichen Ernährung zur Verfügung stellen, könnten bereits heute 4 Mia. Menschen mehr ernährt werden – mehr als der erwartete Bevölkerungsanstieg von 2.4 Mrd.
Aufgrund ihrer Effizienz bietet die pflanzliche Ernährung eine rationale Lösung für diese Probleme und sollte deshalb gefördert werden.
Pflanzliche Ernährung und Gesundheit
In der Schweiz werden aus medizinischer Sicht gegenwärtig zu viele tierliche Nahrungsmittel konsumiert, was zu zahlreichen Gesundheitspoblemen und hohen Kosten führt.
Damit die Tiere nicht erkranken, werden allein in der Schweizer Nutztierindustrie jährlich 66’000kg Antibiotika eingesetzt. Multiresistente Keime sind unter Nutztieren entsprechend weit verbreitet – auch in der Bio-Tierhaltung und in 36% der Gewässer! Werden sie durch den Konsum tierlicher Produkte auf Menschen übertragen, sind die Behandlungsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Findet kein Umdenken statt, könnten die heutigen Antibiotika in 10-15 Jahren wirkungslos sein. Bereits heute sterben jedes Jahr 80 Personen an resistenten Keimen. Die Keimdichte in der Nutztierindustrie begünstigt ausserdem die Entstehung von Pandemien wie der Vogelgrippe.
Der Expertenbericht der Eidgenössischen Ernährungskommission EEK beurteilt eine vorwiegend pflanzliche Ernährung positiv:
Unabhängig vom Vegetarismus hat sich in den letzten 20 Jahren die wissenschaftlich begründete Erkenntnis durchgesetzt, dass ein hoher Anteil an Gemüse/Früchten, an Nüssen oder an Vollkornprodukten in der Ernährung wesentlich zur Erhaltung und Verbesserung der Gesundheit beiträgt. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen lässt sich durch eine Erhöhung des pflanzlichen Anteils an unserer Ernährung deutlich reduzieren. Pflanzliche Produkte enthalten weniger gesättigte Fettsäuren und kein Cholesterin. Je weniger tierliche Produkte konsumiert werden, desto geringer ist auch das Risiko, an Diabetes mellitus zu erkranken. Bei einer gänzlich fleischlosen Ernährung liegt das Risiko fast 50% tiefer. Es ist davon auszugehen, dass die volkswirtschaftlichen Folgekosten des zu hohen Konsums tierlicher Produkte massiv sind. In der Schweiz betragen allein die Kosten für Diabetes mellitus Fr. 5.8 Mrd. pro Jahr.
Die Werbung lässt uns weiterhin glauben, dass der Konsum von Kuhmilchprodukten für gesunde Knochen notwendig sei. Die w