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Gregor Deschwanden flog bei der WM in Oberstdorf beim Wettkampf von der Grossschanze in den 20. Rang. Der Luzerner setzte nach zwei ordentlichen Sprüngen bei 124 und 126 m auf.
Simon Ammann bekundete etwas Pech mit dem Wind. Die Sprünge auf 118 und 114,5 m widerspiegeln nur bedingt das Leistungsvermögen. Insbesondere im Finaldurchgang wurde er mit Rückenwind bestraft.
Die Schweizer Männer-Staffel läuft an der WM in Oberstdorf über 4×10 km in den starken 5. Rang. Zum Coup fehlt nicht viel.
Das Schweizer Quartett mit Beda Klee, Dario Cologna, Jason Rüesch und Roman Furger tilgte die Schmach ihrer Vorgänger von Oberstdorf 2005. Damals waren die Schweizer auf der dritten Ablösung überrundet und aus dem Rennen genommen worden. Diesmal blieben sie sogar lange in Tuchfühlung mit einer Medaille. Letztmals hatte die Schweizer Langlaufstaffel der Männer an den Olympischen Spielen 1972 am Grossanlass eine Medaille geholt. Nun fehlten rund 10 Sekunden zum Exploit. (sda)
Simon Ammann und Gregor Deschwanden nehmen an der WM in Oberstdorf am Freitag von der Grosschanze einen zweiten Anlauf, um die in die Top Ten zu springen.
Die Qualifikation schafften Gregor Deschwanden (14.), Simon Ammann (30.) und Dominik Peter (31.) sicher, so richtig zufrieden waren sie mit ihren Sprüngen aber (noch) nicht. Ammann zeigt sich vor seinem aller Wahrscheinlichkeit nach letzten Einzel-Wettkampf an einer Nordisch-WM aber zuversichtlich.
«Es war nicht so ein freier Sprung», meinte der 39-jährige Toggenburger zu seinen 113,5 m, bei allerdings fast einem Meter pro Sekunde Rückenwind. Im Probesprung war er zuvor zwölf Meter weiter unten gelandet. Die letzten Tage waren nach dem etwas enttäuschenden Wettkampf von der kleinen Schanze (20.) für den vierfachen Olympiasieger nicht ganz einfach, wie er verriet. «Ich habe recht lange gebraucht und die schweren Beine fast nicht weggebracht.» Deshalb verzichtete er am Donnerstag auf das Training. «Heute habe ich einen Moment lang gedacht, vielleicht springe ich gar nicht», meinte er lachend und wohl eher scherzend.
Johannes Lamparter ist mit erst 19 Jahren Weltmeister in der Nordischen Kombination. Der Österreicher holte bei den Titelkämpfen in Oberstdorf überlegen vor Topfavorit Jarl Magnus Riiber aus Norwegen Gold im Wettkampf von der Grossschanze.
Im 10-km-Langlauf verteidigte der Juniorenweltmeister seine deutliche Führung nach dem Springen souverän und triumphierte 37,1 Sekunden vor Riiber, dem Sieger im Wettkampf von der Normalschanze. Bronze ging an den Japaner Akito Watabe.
Das Schweizer Frauen-Quartett lief an der WM in Oberstdorf mit der Staffel über 4×5 km in 7. Rang. Diese Klassierung geht in Ordnung.
Laurien van der Graaff und Nadine Fähndrich hatten die Schweiz im Sektor mit der klassischen Technik mit dem 5. Zwischenrang auf Kurs gehalten. Der Rückstand des Silber-Duos auf die Spitze mit Norwegen und Russland betrug bloss eine halbe Minute. Im Skating-Abschnitt büssten Lydia Hiernickel und Alina Meier wie erwartet an Terrain ein, aber sie zeigten für ihr Potenzial gute Auftritte. Der Rückstand im Ziel betrug 2:49 Minuten.
An der Spitze fiel Schweden überraschend früh aus der Entscheidung. Die Schwäche der Schwedinnen nutzten die Finninnen mit der 42-jährigen Riitta-Liisa Roponen für den Gewinn der Bronzemedaille.
Den Sieg für Norwegen lief Therese Johaug auf der vorletzten Ablösung heraus. Sie distanzierte Russland um 20 Sekunden. Die junge Helene Marie Fossesholm verwaltete die Reserve gegenüber Natalia Neprjajewa souverän. (sda)
Langlauf, Männer: 15 km (Skating/Einzelstart)
1. Hans Christer Holund (NOR) 33:48,7 Minuten
2. Simen Hegstad Krüger (NOR) +20,2 Sekunden
3. Harald Östberg Amundsen (NOR) +35,6 Sekunden
4. Alexander Bolschunow (RUS) +43,7 Sekunden
5. Artem Malzew (RUS) +50,7 Sekunden
6. Sjur Röthe (NOR) +55,3 Sekunden
7. Martin Johnsrud Sundby (NOR) +55,9 Sekunden
8. Jens Burman (SWE) +56,9 Sekunden
9. William Poromaa (SWE) +1:02,7 Minuten
10. Andrew Musgrave (GBR) +1:06,3 Minuten
Die Schweizer:
13. Dario Cologna +1:13,2 Minuten
20. Jason Rüesch +1:52,8 Minuten
25. Beda Klee +2:02,2 Minuten
54. Roman Furger +4:13,1 Minuten
Überraschung an der WM über 15 km Skating: Gleich drei Norweger weisen den Wunderläufer Alexander Bolschunow in die Schranken. Dario Cologna verpasst als 13. die Top Ten.
Der dreifache Olympiasieger auf dieser Strecke kann nach ansprechendem Start – nach einem Fünftel der Distanz liegt er an 5. Stelle – wie zu befürchten war nicht mit den Besten mithalten. Auf der letzten der drei Runden mit dem berüchtigten Anstieg am Burgstall fällt der 34-jährige Bündner noch aus den Top Ten. Er nimmt die neuerliche Enttäuschung in einem WM-Rennen über 15 km relativ gelassen. «Ob 5. oder 13., da war es relativ eng», stellt er gefasst fest. Tatsächlich beträgt die Differenz zum 5. Platz, der sein WM-Bestresultat über die Distanz dargestellt hätte, nur 23 Sekunden.
Den ganzen Rennbericht finden Sie hier.
Die Ereignisse überschlagen sich am Mittwoch in Sachen Coronavirus bei der WM in Oberstdorf. Nach dem norwegischen Skisprung-Topstar Halvor Egner Granerud, der positiv auf Covid-19 getestet wurde, reist auch das gesamte italienische WM-Team vorzeitig von den Titelkämpfen ab. Grund sind zwei weitere positive Covid-19-Fälle aus der italienischen Delegation nach zuvor bereits zwei Fällen im Skisprungteam. Die zwei Delegationsmitglieder waren während ihres Aufenthaltes in keinem der Stadien, hiess es.
Therese Johaug, wer denn sonst? Die Norwegerin gewinnt in Oberstdorf über 10 km Skating hochüberlegen ihre 12. WM-Goldmedaille.
Die Hierarchie bei den Frauen in Distanzrennen ist regelrecht in Stein gemeisselt. Mit Therese Johaug sowie den beiden Schwedinnen Frida Karlsson und Ebba Andersson sieht das Podest identisch aus wie am vergangenen Samstag im Skiathlon über zweimal 7,5 km. Überraschend war höchstens der gewaltige Abstand von gut 54 Sekunden, mit dem die 32-jährige Johaug die elf Jahre jüngere Karlsson distanzierte. Dahinter folgen im gleichen Zeitintervall die Ränge 2 bis 11.
Johaug feierte ihren zwölften WM-Titel – den neunten in einem Einzelrennen – und liegt damit in der ewigen Bestenliste nur noch hinter ihrer Landsfrau Marit Björgen (18 Titel) und der heutigen russischen Verbandspräsidentin Jelena Välbe (14). Es würde nicht überraschen, wenn in der Staffel und über 30 km zwei weitere dazu kommen würden. Bei Olympia steht Johaug hingegen erst bei einer Goldmedaille mit der Staffel 2010, nachdem sie die Spiele vor drei Jahren in Pyeongchang wegen einer Dopingsperre verpasst hat.
Die Schweizer Männer konnten an der WM in Oberstdorf im Team-Sprint nicht an den Höhenflug ihrer Teamkolleginnen anknüpfen. Das Duo Jovian Hediger/Roman Furger beendete den Wettkampf über 6×1,2 km als enttäuschende Neunte. Sie verpassten eine bessere Klassierung bereits im Halbfinal.
Langlauf, Team-Sprint, Männer: (6×1,2 km/Skating)
1. Erik Valnes/Johannes Hösflot Klaebo (NOR) 15:01,74 Minuten
2. Ristomatti Hakola/Joni Mäki (FIN) +1,68 Sekunden
3. Alexander Bolschunow/Gleb Retiwych (RUS) +2,09 Sekunden
4. Lucas Chanavat/Richard Jouve (FRA) +13,91 Sekunden
5. Francesco De Fabiani/Federico Pellegrino (ITA) +16,66 Sekunden
9. Jovian Hediger/Roman Furger (SUI) +29,64 Sekunden
Frauen:
1. Maja Dahlqvist/Jonna Sundling (SWE) 16:27,94 Minuten
2. Laurien van der Graaff/Nadine Fähndrich (SUI) +0,95 Sekunden
3. Eva Urevc/Anamarija Lampic (SLO) +3,46 Sekunden
4. Julia Stupak/Natalia Neprjajewa (RUS) +3,95 Sekunden
5. Rosie Brennan/Sadie Bjornsen (USA) +5,83 Sekunden
Der wohl einzige Schweizer Medaillentrumpf an den nordischen Weltmeisterschaften in Oberstdorf sticht. Laurien van der Graaff und Nadine Fähndrich laufen im Team-Sprint zu Silber.
Mehr zum historischen Sieg gibt es hier.
Kombination, Frauen: (1 Sprung Normalschanze, 5 km Langlauf)
1. Gyda Westvold Hansen (NOR) 13:10,4 Minuten
2. Mari Leinan Lund (NOR) +13,8 Sekunden
3. Marte Leinan Lund (NOR) +28,8 Sekunden
4. Anju Nakamura (JPN) +39,9 Sekunden
5. Tara Geraghty-Moats (USA) +1:09,4 Minuten
6. Annika Sieff (ITA) +1:09,7 Minuten
Ohne Schweizer Beteiligung
Dario Cologna blieb im Skiathlon bei der WM in Oberstdorf mit Blick auf eine Medaille chancenlos. Der vierfache Olympiasieger lief beim Sieg von Alexander Bolschunow zwar in die Top Ten, der Rückstand summierte sich aber auf zwei Minuten.
Wer das Rennen gewonnen hat erfahren Sie hier.
Skiathlon, Männer: (15 km klassisch/15 km Skating)
1. Alexander Bolschunow (RUS) 1:11:33,9 Stunden
2. Simen Hegstad Krüger (NOR) +1,1 Sekunden
3. Hans Christer Holund (NOR) +1,7 Sekunden
4. Johannes Hösflot Klaebo (NOR) +21,5 Sekunden
5. Emil Iversen (NOR) +22,1 Sekunden
6. Sjur Röthe (NOR) +47,3 Sekunden
7. Andrew Musgrave (GBR) +1:33,3 Minuten
8. Iwan Yakimuschkin (RUS) +2:00,3 Minuten
9. William Poromaa (SWE) +2:00,4 Minuten
10. Dario Cologna (SUI) +2:00,8
Die weiteren Schweizer:
15. Jason Rüesch +2:04,1 Minuten
20. Jonas Baumann +3:31,0 Minuten
30. Candide Pralong 4:10,5 Minuten
Skiathlon, Frauen: (7,5 km klassisch/7,5 km Skating)
1. Therese Johaug (NOR) 38:35,5 Minuten
2. Frida Karlsson (SWE) +30,0 Sekunden
3. Ebba Andersson (SWE) +30,2 Sekunden
4. Teresa Stadlober (AUT) +1:11,4 Minuten
5. Charlotte Kalla (SWE) +1:12,1 Minuten
6. Helene Fossesholm (NOR) +1:15,6 Minuten
Ohne Schweizer Beteiligung.
Bei der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf sind drei Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Betroffen sind zwei Mitglieder des italienischen Skisprung-Teams der Frauen sowie ein Mitglied von Sloweniens Delegation der Skisprung-Frauen, wie der Weltverband FIS mitteilte. Alle drei Personen wurden sofort isoliert, hiess es weiter. Namen wurden nicht genannt. Die örtliche Gesundheitsbehörde ermittelte zudem eine weitere Kontaktperson, die sich nun ebenfalls in Quarantäne befindet.
Kombination Männer, Normalschanze: (1 Sprung/10 km Langlauf)
1. Jarl Magnus Riiber (NOR) 23:01,2 Minuten
2. Ilkka Herola (FIN) +0,4 Sekunden
3. Jens Luraas Oftebro (NOR) +0,9 Sekunden
4. Eric Frenzel (GER) +5,9 Sekunden
5. Akito Watabe (JPN) +9,0 Sekunden
6. Fabian Riessle (GER) +16,8 Sekunden
Denn ganzen Rennbericht finden Sie hier.
Alexander Bolschunow steht nach seinem unrühmlichen Ausraster Ende Januar im Ziel der Staffel in Lahti, als er den Finnen Joni Mäki über den Haufen fuhr, in den nächsten Langlaufrennen unter Bewährung. Wenn er sich bei den nächsten fünf FIS-Rennen bei der WM in Oberstdorf oder im Weltcup nichts zu Schulden kommen lässt, bleibt seine Aktion von Lahti ohne Folgen. Fällt Bolschunow hingegen erneut negativ auf, wird er für zwei Weltcup-Events gesperrt.
Mit seinen 34 Jahren kann und will Dario Cologna nicht mehr in jedem Rennen ans Limit gehen. Er muss sich die Rosinen herauspicken um zu brillieren. Auch wenn es bei den letzten beiden Weltmeisterschaften aus verschiedenen Gründen nicht mehr aufging, hat der vierfache Olympiasieger und dreifache WM-Medaillengewinner zur Genüge gezeigt, dass er es wie kaum ein anderer versteht, auf den Punkt bereit zu sein.
«Ich bin sicher nicht der grosse Favorit», sagt Cologna nun vor seinem ersten WM-Einsatz in Oberstdorf am Samstag im Skiathlon (15 km klassisch, gefolgt von 15 km Skating). «Aber ich bin gut vorbereitet und freue mich auf die Rennen.»
Welche Ziele sich Cologna trotzdem gesetzt hat und welche Schweizer sonst noch an de Start gehen finden Sie hier.
Langlauf, Sprint (klassische Technik)
Männer:
1. Johannes Hösflot Klaebo (NOR) 3:01,30.
2. Erik Valnes (NOR) 0,66 Sekunden zurück.
3. Haavard Solaas Taugböl (NOR) 0,80.
4. Alexander Bolschunow (RUS) 5,92.
5. Sergej Ustjugow (RUS) 17,41.
6. Oskar Svensson (SWE) 20,49.
Frauen:
1. Jonna Sundling (SWE) 2:36,76.
2. Maiken Caspersen Falla (NOR) 2,32 Sekunden zurück
3. Anamarija Lampic (SLO) 2,35.
4. Johanna Hagström (SWE) 3,94.
5. Ane Appelkvist Stenseth (NOR) 7,31.
6. Tiril Udnes Weng (NOR) 10,76.
Jovian Hediger stösst zum Auftakt der nordischen Weltmeisterschaften in Oberstdorf im Sprint in klassischer Technik in den Halbfinal vor.
Hediger hatte jenes Glück, das Laurien van der Graaff verwehrt blieb. Der Romand schaffte im Viertelfinal nach einem beherzten Lauf im Rücken von Alexander Bolschunow über die Zeit gerade noch den Vorstoss in die Vorschlussrunde. In den Halbfinals war der Tank aber leer. Die Norweger und Russen drückten derart aufs Tempo, dass der Schweizer bereits vor der Zielgeraden aus der Entscheidung gefallen war.
Zum Auftakt der nordischen Ski-WM in Oberstdorf setzte es für Nadine Fähndrich eine Enttäuschung ab. Die Luzernerin scheiterte im Sprint im klassischen Stil bereits im Prolog. Fähndrich verpasste den Viertelfinal-Vorstoss als 33. Gescheitert ist auch Alina Meier.
Als einzige Schweizerin qualifizierte sich Laurien van der Graaff als 25. für die K.o.-Runden. Sie scheitertet dann ganz knapp im Viertelfinal und verpasste die Halbfinalqualifikation nur um 14 Hundertstel.
In Oberstdorf wird am Donnerstag zur nordischen Ski-WM gestartet. In den kommenden zehn Tagen werden im Markt-Städtchen im Oberallgäu insgesamt 24 Medaillensätze vergeben. Den Auftakt machen am Vormittag die Sprinter. Zu den Medaillenkandidatinnen gehört im Rennen im klassischen Stil Nadine Fähndrich. Die 25-jährige Luzerner feierte kurz vor Weihnachten ihren ersten Weltcup-Sieg, allerdings mit den Skating-Ski.
Wegen der hohen Temperaturen im deutlich zweistelligen Bereich wurde der Start der Qualifikation auf 9 Uhr vorverlegt, die K.o.-Runden beginnen um 11.30 Uhr. Wegen der Corona-Beschränkungen in Deutschland sind keine Zuschauer zugelassen, sämtliche Beteiligten werden jeden zweiten Tag getestet.
Die Skispringer Simon Ammann und Gregor Deschwanden streben an der WM in Oberstdorf Plätze in den Top Ten an. Ein Exploit scheint aber ausser Reichweite.
Nach der Vierschanzentournee musste einem um die Schweizer Skispringer Angst und Bange sein. In Bischofshofen und dann auch an der folgenden Weltcup-Station in Titisee-Neustadt schaffte es kein einziger Swiss-Ski-Athlet in den zweiten Durchgang. Alle mussten über die Bücher – und fanden in den letzten Wochen neue Hoffnung.
Immer zu den Medaillen-Kandidaten gezählt werden muss Dario Cologna. Mit vier Olympiasiegen, dem WM-Titel 2013 im Skiathlon sowie zwei weiteren Silbermedaillen bei Weltmeisterschaften hat der bald 35-jährige Bündner zur Genüge bewiesen, dass er ein Meister darin ist, auf den Punkt bereit zu sein.
Da er im Endspurt nicht mehr mit den Schnellsten mithalten kann, ist das einzige Rennen mit Einzelstart am Mittwoch der nächsten Woche vermutlich seine beste Medaillenchance. Auch im Skiathlon (je 15 km klassisch und Skating), mit dem die Distanzläufer am Samstag ihr Programm eröffnen, und allenfalls im abschliessenden 50-km-Rennen, beide mit Massenstart, könnte ihm bei günstiger taktischer Konstellation ein Coup gelingen. Im Weltcup war Cologna meist bester Nicht-Norweger oder -Russe. Das Problem: Von diesen gibt es (zu) viele. (sda)
Mit den Sprints am Donnerstag fällt der Startschuss für die nordische Ski-WM in Oberstdorf. Mit mindestens einem Auge schielen Nadine Fähndrich und Laurien van der Graaff aber schon auf den Team-Sprint am Sonntag. Eine Medaille ist fast schon Pflicht.
Es klingt ein wenig unschweizerisch, zumal im Langlauf. Doch wer bei allen vier Weltcup-Rennen der letzten zwei Jahre auf das Podest gesprintet ist, kann fast nicht anders: Und so spricht Nadine Fähndrich ganz am Ende des virtuellen Mediengesprächs in Oberstdorf den Satz, den alle hören wollen: «Alles, was nicht eine Medaille ist, wäre eine Enttäuschung.» Die 25-jährige Luzernerin meint damit den Teamsprint vom Sonntag.
Das erhoffte Volksfest im deutschen Bergstädtchen Oberstdorf wird in den nächsten zehn Tagen ausbleiben. An die bisherigen Austragungen hat aber eine Schweizerin sehr gute Erinnerungen.
Das hatten sich die Organisatoren anders vorgestellt, als sie vor fünf Jahren den Zuschlag für die Ski-WM 2021 der Nordischen erhielten. Die Strassen des Städtchens mit knapp 10’000 Einwohnern, die südlichste Gemeinde Deutschlands, sind praktisch leer, die Läden geschlossen, die Restaurants zu. Zum dritten Mal nach 1987 und 2005 finden im Allgäu Weltmeisterschaften statt, anstelle von 350’000 skibegeisterten Fans wie vor 16 Jahren werden die Wettkämpfe vor fast leeren Tribünen ablaufen. Einzig Pappkameraden und Tonbandeinspielungen sollen für so etwas wie Stimmung sorgen.
Kritik aufgrund Lockdown
Dass in Zeiten der Pandemie und angesichts eines in Deutschland wesentlich strengeren Lockdowns als in der Schweiz überhaupt ein solcher Grossanlass stattfindet, sorgt im Ort auch für kritische Stimmen. «Diese WM passt nicht in diese Zeit», wetterte der Hotelier Jürnjakob Reisigl gegenüber der «Allgäuer Zeitung». «Das ist doch pervers, wenn alles stillsteht und wir hier ein Fest des Sports feiern wollen.»
1987 und 2005 war das natürlich ganz anders. Besonders gute Erinnerungen an 1987 hat Evi Kratzer. Die damals 26-jährige Engadinerin holte über 5 km klassisch die Bronzemedaille. Es ist bis heute die einzige WM-Medaille einer Schweizer Langläuferin. (sda)
(Daniel Karmann/dpa via AP)
Normalerweise steht bei Nordisch-Weltmeisterschaften Dario Cologna aus Schweizer Sicht im Mittelpunkt. In Oberstdorf könnten ihm aber ab Donnerstag die Sprinterinnen Nadine Fähndrich und Laurien van der Graaff den Rang ablaufen.
Trotz Langlauf-Boom: Die Schweiz ist keine Nordisch-Nation. Während die Alpinen fast immer reich mit Edelmetall geschmückt von Titelkämpfen zurückkehren, sind Medaillen bei Weltmeisterschaften im Langlauf und Skispringen die Ausnahme. 20 hat es seit der ersten WM 1925 gegeben. Und doch reisten die Athletinnen und Athleten von Swiss-Ski nicht ohne Ambitionen ins Allgäu.
In fünf Wettkämpfen dürfen sich Schweizer realistische Chancen auf Medaillen ausrechnen. Zu einer eigentlichen Domäne von Nadine Fähndrich und Laurien van der Graaff wurde in den letzten beiden Wintern der Team-Sprint.
Die Topfavoritinnen werden in Oberstdorf am Sonntag die Schwedinnen sein, dahinter kämpfen wohl Norwegen, die USA, Russland, Slowenien und die Olympia-Vierten aus der Schweiz um die weiteren Medaillen. Zuvor darf sich Nadine Fähndrich bereits zum WM-Auftakt am Donnerstag auch im Einzelsprint, der im Gegensatz zum Teamsprint klassisch gelaufen wird, einiges ausrechnen. (sda)