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Jeremy Menuhin, Klavier
Olivier Charlier, Violine
Gérard Caussé, Bratsche
Aleksey Shadrin, Violoncello
Programm
Johannes Brahms (1833 – 1897) – Klavierquartett c-moll op. 60 (1875)
Allegro non troppo
Scherzo: Allegro
Andante
Finale: Allegro comodo
***
Antonín Dvorák (1841 – 1904) – Klavierquartett Es-dur op. 87 (1889)
Allegro con fuoco
Lento
Allegro moderato, grazioso
Finale: Allegro, ma non troppo
Johannes Brahms hat nie vergessen, wie ihn Robert Schumann in jungen Jahren gefördert hatte. Auch er trat als Mentor und Förderer für einen ihm verwandten Geist ein: für den böhmischen Komponisten Antonín Dvořák.
Brahms, als Komponist schon etabliert und Jurymitglied der Kommission in Wien, setzte sich 1874 für seinen jüngeren Kollegen ein, als sich dieser um den „Oesterreichischen Staatspreis für Musik“ bewarb. Dieses Stipendium verhalf Dvořák zu einer finanziellen Absicherung, die ihm genug Zeit fürs Komponieren liess.
Beeindruckt vom künstlerischen Schaffen des jüngeren Kollegen, vermittelte Brahms den in Wien mit anti-tschechischen Vorurteilen kämpfenden Dvořák an seinen eigenen Verlag Simrock in Berlin und unterstützte auf diese Art das Bekanntwerden seiner Kompositionen. So entstand eine lebenslange Freundschaft mit einem intensiven Austausch. Oft legten sie einander Partituren der neuesten Kompositionen vor und spielten sich an gemeinsamen Klavierabenden durch ihre Werke.
Der Verleger Fritz Simrock drängte Dvořák immer wieder zu einem Klavierquartett; die drei Werke, die er von Brahms verlegen konnte, hatten sich als Erfolg erwiesen. 15 Jahre dauerte es, bis Dvořák diesem Wunsch nachkam. Brahms hatte mit seinen Quartetten einen hohen Standard gesetzt, doch Dvořák fand aus dem Melodienreichtum seiner böhmischen Heimat zu einer eigenen Tonsprache. Es entstand ein grossartiges Kammermusikwerk, das vor allem im langsamen Satz die im Geist verbündeten Seelen erkennen lässt.
Johannes Brahms tat sich mit seinem Klavierquartett in c-moll aus anderen Gründen viel schwerer. Erste Entwürfe liegen 20 Jahre zurück, aus seiner Zeit der Begegnung mit Robert und Clara Schumann. Auch nach mehrmaligen Überarbeitungen der zwei ersten Sätze spiegelt diese Musik Johannes Brahms` persönliches Hin-und Hergerissen-Sein zwischen den Liebesgefühlen für Clara und der Freundespflicht gegenüber seinem Förderer Robert. Ruhe und Lösung der Konflikte bringt das innige Andante. Diese Musik klingt gleichsam wie in goldenes Herbstlicht getaucht. Mit dem neu geschriebenen Finale findet Brahms einen befreienden Schluss in C-Dur, ähnlich wie in der im gleichen Jahr vollendeten Sinfonie Nr.1.
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[accordion-item title=“Jeremy Menuhin, Klavier“]
«Lyrisch unverwechselbar, vorbildlich, mit feinstem Schliff, feinfühlig und ausdrucksstark»
New York Times
«Jeremy Menuhin besitzt die Eigenschaften eines Maestro, eine Mischung aus edler Kunst und Leidenschaft bestimmen sein Spiel.»
Le Figaro
Jeremy Menuhin hat mit den berühmtesten Orchestern gespielt, wie mit den Berliner Philharmonikern, dem Berliner Radioorchester, den Wiener Philharmonikern, dem English Chamber Orchestra, der Philharmonie St. Petersburg, dem Houston Sinfonieorchester, dem Tonhalleorchester, dem Orchestre National de France, Los Angeles Philharmonic, dem Warschauer Sinfonieorchester, dem Zürcher Kammerorchester u.v.m.
Gespielt hat er in den grössten Sälen der Welt wie dem Kennedy Centre in Washington, der Berliner Philharmonie, der Royal Festival Hall, in der Albert Hall, Wigmore Hall und dem Barbican Center in London, der Carnegie Hall in New York, dem Musikverein und dem Konzerthaus in Wien, dem Théâtre des Champs-Elysées, u.v.m. von London bis St. Petersburg.
Seine Karriere begann 1984 in New York mit dem Gewinn der Young Concert Artists Competition. Seither hat er mit Berühmtheiten wie sein Vater Yehudi Menuhin wie zum Beispiel Pina Carmirelli, Ivry Gitlis, Joshua Bell, Dong-Suk Kang, Mark Steinberg, Mstislav Rostropovich u.v.m. gearbeitet.
Zahlreiche Aufnahmen sind bei Chandos, EMI, Adés und Nimbus erschienen. Die Violinsonaten von Baròk, aufgenommen mit seinem Vater Yehudi Menuhin, wurden mit dem «Grand Prix du Disque» ausgezeichnet. Vor ein paar Jahren hat sich Jeremy Menuhin wieder vermehrt der Komposition gewidmet, dies gemeinsam mit Nadia Boulanger. Seine Werke umfassen u.a. eine Suite für 2 Klaviere, ein Streichquartett, ein Stück für Cello und Klavier zu vier Händen.
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[accordion-item title=“Olivier Charlier, Violine“]
Bild und Bio folgen.
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[accordion-item title=“Gérard Caussé, Bratsche“]
Als einer der weltweit führenden Bratschisten verfolgt Gérard Caussé eine glänzende Karriere als Solist, sei es in Recitals oder an der Seite der namhaftesten Orchester und Dirigenten. Gleichzeitig ist er ein leidenschaftlicher Kammermusiker, der sich als «Vermittler» zwischen den hohen und tiefen Stimmen des Streichquartetts versteht und allgemein für seine musikalische Grosszügigkeit geschätzt wird.
Zu seinen Kammermusikpartnern zählen grosse Künstler wie Gidon Kremer (Les Sept Dernières Paroles du Christ von Haydn), Dimitry Sitkovetsky (Welturaufführung von dessen Transkription der Goldberg-Variationen von Bach), Mischa Maisky, Michel Portal, Paul Meyer, François-René Duchâble, Renaud Capuçon, Franck Braley und Nicholas Angelich. Gérard Caussé hat mit seiner einzigartigen Spielweise und seiner Aura mehrere Generationen von Musikern beeinflusst, die nach seinem Vorbild Bratschisten aus Berufung geworden sind. Einem Instrument mit intimem Klang und einem eher bescheidenen Repertoire, das sich von Natur aus nicht in den Vordergrund drängt, hat er diese so besondere, unverkennbare Stimme zu entlocken vermocht, mit der er die grössten Komponisten seiner Zeit inspiriert hat: Henri Dutilleux, Philippe Hersant, Michaël Lévinas, Pascal Dusapin, Hugues Dufour, Betsy Jolas, Wolfgang Rihm, Gérard Pesson…
Neben seinem Engagement für das zeitgenössische Repertoire – bei der Gründung des Ensemble Intercontemporain ernannte ihn Pierre Boulez zum Solo-Bratschisten – ist er als innovativer Pädagoge bekannt. Er lehrt am Conservatoire Supérieur de Paris und an der Escuela Reina Sofia von Madrid und gibt weltweit zahlreiche Meisterklassen: in Verbier, Salzburg, Siena, Villecroze, Lissabon, Havanna und Caracas…
Dirigent und künstlerischer Leiter des Orchestre de Chambre de Toulouse und anschliessend der Camerata der Fundación Caja Duero von Salamanca, verkörpert Gérard Caussé alle Facetten eines aussergewöhnlichen, einzigartigen Bratschisten. Seine Diskographie bei den namhaftesten Labels umfasst über 60 Aufnahmen, die vom Publikum und von der Kritik gleichermassen gefeiert wurden, wie die jüngst bei Erato erschienene CD mit der Transkription von Bachs Cellosuiten für Bratsche sowie Rilke-Gedichten, gesprochen von Laurent Terzieff.
Gérard Caussé spielt eine Bratsche von Gasparo da Salò aus dem Jahr 1560.
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[accordion-item title=“Aleksey Shadrin, Violoncello“]
Der Cellist Aleksey Shadrin wurde 1993 im ukrainischen Kharkov in eine Musikerfamilie geboren. Mit sieben Jahren wurde er an der Musikschule für hochbegabte Kinder der Universität der Künste Kharkov als Schüler von O. M. Schelkanovzena aufgenommen. Er begann zunächst als Jungstudent an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und setzte daraufhin dort sein Studium bei Prof. Leonid Gorokhov fort. Hinzu kamen Meisterkurse bei Alexander Rudin, Anner Bylsma, Gary Hoffman, Maria Kliegel und Ivry Gitlis. Seit 2004 ist er Stipendiat der Internationalen Stiftung zur Förderung hochbegabter Kinder, welche vom Geiger und Dirigenten Vladimir Spivakov ins Leben gerufen wurde.
Aleksey Shadrin war Finalist des 3. Internationalen David Popper Wettbewerbs 2005 in Ungarn und des 6. Internationalen „Nussknacker“ Wettbewerbs in Moskau 2005 sowie Gewinner des zweiten Preises des Internationalen Musikwettbewerbs in Minsk 2008. 2012 wurde er mit dem ersten Preis des Internationalen Lysenko Wettbewerbs in Kiev ausgezeichnet. 2018 belegte er den dritten Platz bei der Prague Spring Competition. In seiner Heimat, der Ukraine, sowie unter anderem in Russland und Frankreich konzertierte er bereits solistisch und arbeitete mit Künstlern wie Pavel Baleff, Valeriy Sokolov und Evgeny Izotov zusammen.
Aleksey Shadrin spielt einen Neubau des Geigenbauers Haiko Seifert von Plauen.
2016 und 2018 war er aktiver Teilnehmer der Cello Meisterkurse der Kronberg Academy, spielte 2017 zum Gedenken an das musikalische Schaffen Mstislav Rostropovichs bei der Verabredung mit Slava der Kronberg Academy und wirkte beim Kronberg Academy Festival mit. Seit Oktober 2016 studiert Aleksey Shadrin an der Kronberg Academy bei Frans Helmerson.
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