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Chronische Bronchitis
Synonym: «Raucherhusten»
Die chronische Bronchitis gehört zu den häufigsten Atemwegserkrankungen. Der anhaltende Husten betrifft hauptsächlich Raucher und kann ernste Folgen haben.
Wie die akute Bronchitis zeigt sich auch die chronische Bronchitis durch Husten mit Auswurf, der aber länger andauert. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine Bronchitis dann chronisch, wenn der schleimige Husten innert drei Monaten an fast allen Tagen erscheint und das in zwei aufeinanderfolgenden Jahren. Die chronische Bronchitis kann sich zu einer chronischen obstruktiven Lungenerkrankung (COPD, engl.: chronic obstructive pulmonary disease) entwickeln. Sie zählt zu den häufigsten Todesursachen. Der Übergang ist fliessend.
An chronischer Bronchitis leiden vorwiegend Raucher. Doch auch Umweltfaktoren, Abgase, berufliche Umstände, häufige Atemwegsinfekte oder chronische Nasennebenhöhlenentzündungen können zu einer chronischen Bronchitis führen.
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Symptome
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Husten Sie regelmässig über längere Zeiträume und besonders morgens?Ist der Husten produktiv, also mit schleimigem Auswurf verbunden?
Durch diese Symptome zeigt sich die chronische Bronchitis im Normalfall. Gegenüber der akuten Bronchitis spielt eine vorhergehende Erkältung für den chronischen Husten keine Rolle. Er verschwindet auch nicht nach wenigen Wochen. Der Husten, der sich vor allem am Morgen bemerkbar macht, dauert an. Der ausgeworfene Schleim ist üblicherweise hell und weisslich.
Betroffene müssen keine anderen Symptome haben ausser morgendlichem Husten. An ihn gewöhnen sich viele. Wenn sie ihren Husten wahrnehmen, finden sie ihn eher lästig als belastend oder gefährlich. Zusätzlich sind viele Personen mit chronischer Bronchitis gerade zu Beginn körperlich fit. Beim Sport und anderen körperlichen Belastungen bekommen sie oft genug Luft. Darum nehmen die wenigsten ihre Erkrankung ernst und kümmern sich nicht um eine geeignete Behandlung. Die Erkrankung schreitet häufig fort, bis körperliche Leistungsfähigkeit und Lebensqualität merklich eingeschränkt sind. Auch die Lebenserwartung sinkt. Frühe Gefahrensignale sind Atemnot bei körperlicher Belastung und möglicherweise (pfeifende) Geräusche beim Ausatmen.Die chronische Bronchitis kann in obstruktive Formen (chronische obstruktive Bronchitis, eine Form der COPD) übergehen, bei denen Atemwege verengt oder verschlossen sind (Obstruktion, lat.: obstruere = verschliessen). Dadurch sinkt die Lebenserwartung der Betroffenen um fünf bis sieben Jahre. Eine einfache chronische Bronchitis verkürzt das Leben dagegen nicht.
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Behandlung
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Grundsätzlich ist eine chronische Bronchitis heilbar. Sie kann aber schleichend und nahtlos in eine COPD übergehen, die nicht mehr heilbar ist. Die Behandlung und der Verzicht auf Zigaretten sollten also möglichst früh beginnen, was leider eher selten geschieht. Zu Anfang bessern sich Husten, Lungenfunktion und Leistungsfähigkeit nämlich noch schnell, wenn man die Auslöser der Erkrankung komplett meidet. Die meisten Behandlungsmöglichkeiten, die unten folgen, sind dann überflüssig. Mit dem Fortschreiten verlängert sich die Zeit und vergrössert sich der therapeutische Aufwand, um Verbesserungen zu erreichen. Je später die Therapie beginnt, desto höher steigt der Einsatz und desto niedriger sind die Erfolgsaussichten. Spätestens wenn Verengungen oder Verschlüsse in den Atemwegen vorliegen, sich also eine COPD entwickelt hat, sind die Funktionseinschränkungen der Lunge nicht mehr rückgängig zu machen. Um das herauszufinden, machen Fachärzte Lungenfunktionstests. Dabei messen sie die Einsekundenkapazität (FEV1). Sie gibt an, wie viel Luft die Testperson maximal in einer Sekunde ausatmen kann.
Zigaretten und andere Auslöser meiden
An vorderster Stelle steht, die Ursache des Hustens zu beseitigen. In den weitaus meisten Fällen bedeutet das: Betroffene müssen aufhören zu rauchen. Raucher mit Dauerhusten sollten nicht zögern, Hilfsmittel (z.B. Nikotinpräparate, Anti-Raucher-Pillen) und fachliche Hilfe (z.B. professionelle Entwöhnungskurse, Akupunktur) im Kampf gegen die Zigarette einzusetzen. Nützlich ist alles, was auf dem Weg zum Nichtraucher voranbringt: Die Funktion der Lunge verbessert sich schon nach wenigen Tagen Tabakverzicht. Bei anderen Schadstoffen oder schädlichen Einflüssen (z.B. Stäube, Abgase, Rauch, Hitze) ist es nötig, die Belastung so weit zu verringern wie möglich. Wenn Umweltfaktoren (z.B. Luftverschmutzung, Klima) oder berufliche Umstände (z.B. Feinstäube im Bergbau) ausschlaggebend sind, müssen Betroffene notfalls ihren Wohnort oder Beruf wechseln. Falls Passivrauchen eine Rolle spielt, ist es erforderlich, andere in die Therapie mit einzubeziehen. Der Gesundheit zuliebe sollten Partner, Angehörige, Freunde und Bekannte zum Rauchen auf den Balkon oder vor die Tür gehen. Wenn unklar ist, woher die chronische Bronchitis kommt, sollte die Ursache gründlich untersucht werden.
Allgemeine Massnahmen
Der Schleim muss raus. Er verengt die Atemwege und kann Bakterien als Nahrung dienen, wodurch die Gefahr für Komplikationen steigt. Damit sich die Sekrete der Schleimhäute leichter abhusten lassen, sollten Betroffene ausreichend trinken. Bei einigen Erkrankungen (z.B. an Herz, Nieren oder Leber) empfiehlt es sich, geeignete Trinkmengen mit Fachärzten abzusprechen.
Bewegung erhält die körperliche Leistungsfähigkeit und erhält die Lungenfunktion. Sobald die Luft bei körperlicher Aktivität knapp wird, meiden viele Betroffenen Anstrengungen und Sport. Bewegungsmangel führt aber dazu, dass Kondition, Lungenfunktion und Belastbarkeit des Herz-Kreislauf-Systems weiter abnehmen. Ebenso steigt die Gefahr, dass die chronische Bronchitis fortschreitet. Um nicht zu überfordern, sollte Sport der Leistungsfähigkeit angepasst sein.
Übergewicht kann Atembeschwerden verstärken. Fachleute raten übergewichtigen Patienten mit chronischer Bronchitis häufig dazu, ein Normalgewicht anzustreben.
Klopfmassagen, Atemtechniken, Hustentechniken und bestimmte Körperhaltungen können Atmung und Abhusten des Schleims verbessern. Sie sind in frühen Stadien selten notwendig.
Medikamente
Schleimlösende Mittel sollen den Hustenschleim verflüssigen, sodass er besser abgehustet werden kann. Meistens kommen synthetische Substanzen zum Einsatz (z.B. Acetylcystein, Ambroxol). Viele empfinden die Mittel als Erleichterung, obwohl ihr Nutzen unklar ist. Sie sind für Schwangere, Stillende, Kinder und Menschen mit bestimmte Erkrankungen nicht oder nur eingeschränkt geeignet. Auch wegen möglicher Nebenwirkungen empfiehlt sich eine fachliche Beratung, besonders wenn man die Mittel länger verwenden will.
Andere Wirkstoffe, etwa solche, die Entzündungen hemmen oder die Bronchien erweitern, kommen üblicherweise erst bei obstruktiven Formen zum Einsatz, also wenn sich Bronchien teilweise verengt oder verschlossen haben.
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Verlauf, Komplikationen, Besonderheiten
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Eine chronische Bronchitis verläuft mehrheitlich harmlos und verkürzt die Lebenserwartung nicht. Die Beschwerden verstärken sich nicht oder nur langsam.
Übergang zur COPD
Bei einem von fünf Betroffenen geht die chronische Bronchitis jedoch in die gefährliche COPD über. Der Übergang läuft in der Regel fliessend über mehrere Stufen ab, die häufig diese Schritte umfassen: Die Bronchialmuskulatur verkrampft und verdickt sich teils, sodass Bronchien enger werden. Dazu trägt bei, dass sich Bronchialschleimhaut und Schleimdrüsen vergrössern. Sie produzieren zudem so viel Schleim, dass er nicht mehr komplett abtransportiert werden kann und sich Bakterien ansiedeln. Die verdickte Bronchialwand kann Falten bilden. Kleine Verästelungen (Bronchiolen) können ihre Lage ändern. Entzündungsprozesse verstärken sich selbst und halten sich am Laufen. Die fortwährende Entzündung zerstört die Bronchialschleimhaut, sodass sie erschlafft und Bronchien beim Ausatmen zusammenfallen können. Lungenbläschen können zugrunde gehen bzw. sie verschmelzen und überblähen sich (Lungenemphysem).
Bakterielle Infektion
Bakterien können den Hustenschleim nutzen, um sich auf den Schleimhäuten der Atemwege anzusiedeln. Dann verändern sich die Symptome üblicherweise. Der Hustenschleim verfärbt sich gelblich-grün. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie andere Krankheitszeichen können erscheinen. Es kann angebracht sein, Antibiotika einzusetzen. Hierüber sollte ein Arzt entscheiden.
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Ursachen, Risikofaktoren und Häufigkeit
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Zigarettenrauch und andere Schadstoffe, die eine chronische Bronchitis verursachen können, reizen und schädigen die Bronchialschleimhaut. Sie produziert wegen der Reizung mehr Schleim. Gleichzeitig leiden aber die Flimmerhärchen. Sie erfüllen ihre Funktion, den Schleim durch eine koordinierte Wellenbewegung aus der Lunge abzutransportieren, nicht mehr so gut. Der Schleim muss abgehustet werden. Das reizt die Bronchien erneut. Entzündungen können sich in Gang setzen, sich selbst aufrechterhalten und nachteilige Umbauten der Bronchienwände auslösen. Zusätzlich schwächen Rauch und andere Schadstoffe das Immunsystem örtlich. Weil noch dazu ständig viel Schleim vorhanden ist, können sich Bakterien leicht ansiedeln und häufig Atemwegsinfekte verursachen.Zigarettenkonsum ist laut Erhebungen für acht bis neun von zehn Fällen chronischer Bronchitis verantwortlich.
Häufige Atemwegsinfekte stehen im Verdacht, die Entwicklung einer chronischen Bronchitis zu begünstigen. Allerdings ist der Zusammenhang nicht eindeutig: Ebenso möglich ist es, dass Personen mit Veranlagung für oder mit einer schon bestehenden leichten chronischen Bronchitis einfach häufiger Atemwegsinfekte bekommen. Jedenfalls sieht es so aus, dass Menschen, die als Kinder viele solcher Infekte hatten, als Erwachsene öfter unter Dauerhusten leiden als andere.
Andere Erkrankungen wie eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung, Asthma oder Mukoviszidose werden zum Teil ebenfalls in Verbindung mit chronischer Bronchitis gebracht.
Als grösste Risikofaktoren gelten ausser Rauchen noch männliches Geschlecht und Alter: Die meisten Erkrankten sind rauchende Männer über 40 Jahre. Manchen Studien zufolge leidet jeder zweite Zigarettenkonsument, der die 40 überschritten hat, an chronischer Bronchitis. Frauen sind seltener Betroffen – noch. Sie haben zuletzt deutlich aufgeholt, weil die Zahl der Raucherinnen seit 1940 stärker gewachsen ist als die der Raucher.
Die Zahlen zur Häufigkeit der chronischen Bronchitis schwanken sehr und trennen nur manchmal obstruktive und nicht obstruktive Formen. Sehr wahrscheinlich sind 15 bis 25 von 100 Schweizern von chronischer Bronchitis betroffen. Damit gehört sie zu den häufigsten Erkrankungen.
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Vorbeugung
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Nie mit dem Rauchen anzufangen oder sofort damit aufzuhören, ist die beste Vorbeugung gegen chronische Bronchitis. Nichtraucher haben die Erkrankung kaum zu fürchten, es sei denn durch eine berufliche oder andere Belastung mit Schadstoffen. Dann sollten sie versuchen, diese zu minimieren. Vorteilhaft ist ebenfalls, sich nicht dauerhaft extremen klimatischen Verhältnissen (z.B. Hitze, Trockenheit, Kälte) auszusetzen.
Sonst beschränken sich die Möglichkeiten darauf, Körper und Schleimhäute fit zu halten. Trockene Schleimhäute sind leichter reizbar. Dagegen helfen Lutschbonbons und eine angemessen feuchte Raumluft (45 bis 60% Luftfeuchtigkeit). Körperliche Bewegung kräftigt die Atemmuskulatur sowie das Herz-Kreislauf-System und erhöht die allgemeine Widerstandskraft. Auch das Risiko, dass eine chronische Bronchitis fortschreitet, soll sich verringern.
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TopPharm hilft!
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Es gibt einige Mittel, die Rauchern dabei helfen, Abschied von der Zigarette zu nehmen. Dazu gehören etwa Kaugummis und Pflaster mit Nikotin oder bestimmte Medikamente. Ihr persönlicher Gesundheits-Coach kann Sie zu den Vorzügen und Nachteilen der verschiedenen Präparate beraten. Er kennt meistens auch Anlaufstellen, bei denen sich Raucher über Entwöhnungsprogramme erkundigen können.
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Wirkstoffe
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