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Die Idee autofreier Tage ist im Aufwind. Die auf lokaler und regionaler Ebene durchgeführten autofreien Anlässe wie Slow-Up-Days und Quartierfeste nehmen laufend zu und erfreuen sich steigender Beliebtheit. Sie stellen eine ideale Gelegenheit dar, ein breites Publikum mit Alternativen zur individualisierten Mobilität vertraut zu machen. Die Idee der autofreien Tage ist auf politischer Ebene schon lange ein Thema. Die ersten Vorstösse erfolgten bereits in den dreissiger Jahren und hatten zum Ziel, den Motorfahrzeugverkehr an gewissen Sonntagen, insbesondere am eidgenössischen Bettag, zu verbieten. Nach der Erdölkrise von 1973 kamen zwei Volksinitiativen zur Abstimmung: Sie forderten mehrere autofreie Sonntage für die ganze Schweiz. Sie sollten ein Umdenken in Richtung eines bewussten, umweltschonenden Verhaltens im Umgang mit dem Autoverkehr bewirken. Alle Vorstösse und Initiativen wurden abgelehnt. Ein bisher letzter Versuch wurde 1998 gestartet: Die Volksinitiative «für einen autofreien Sonntag pro Jahreszeit – ein Versuch für vier Jahre» verlangte, dass vier Mal pro Jahr alle öffentlichen Plätze und Strassen der Bevölkerung zum Gebrauch ohne privaten Motorfahrzeugverkehr offen stehen sollen. Nach vier Jahren sollte das Volk nochmals darüber abstimmen, ob diese Sonntage beibehalten werden sollten oder nicht. Nachdem auch diese Initiative abgelehnt worden war, schlug der Nationalrat 2001 vor, jeweils am eidgenössischen Bettag einen autofreien Sonntag pro Jahr einzuführen.
"Dieser Vorschlag ist wie wenn man in einem stickigen Haus einmal die Fenster aufmacht und so richtig frische Luft hereinlässt."
Beat Ringger (Präsident umverkehr)
Am kommenden Sonntag, dem 22. September 2013, findet gleichzeitig zum eidgenössischen Bettag der europaweite Aktionstag „In die Stadt ohne mein Auto“ statt. In über 800 Städten und Quartieren, die am Aktionstag mitmachen, werden ausgewählte Quartiere und Strassen für den individuellen Motorverkehr gesperrt. Die Erfahrungen, die an diesem Tag gemacht wurden, sind durchwegs positiv: Die Luftverschmutzung wurde in den verkehrsfreien Zonen zwischen 20 und 50% gesenkt. Der Lärmpegel konnte um 50% gesenkt werden.
Es sieht so aus, als wären die Hauptideen des Bettags erhalten geblieben. Der Ruf zum Innehalten und Entschleunigen manifestiert sich in der Slow-Up-Bewegung. Die Idee, nichtmotorisierter Mobilität mehr Raum zu geben, wird mit dem Aktionstag „In die Stadt ohne mein Auto“ neu umgesetzt. Die Hoffnung auf einen gesamtschweizerischen autofreien Tag bleibt, wenn auch kleinlauf, am Leben.
Weiterführende Links:
SchweizMobil, Netzwerk für den Langsamverkehr