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| Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Schutzschrift gegen die Arianer (Apologia contra Arianos [seu Apologia secunda])

70.
Ein größerer und offenbarer Beweis, daß wir verleumdet worden sind, ist die Reue des Johannes. Und dafür ist Zeuge der gottesfürchtige Kaiser Constantin seligen Andenkens. Denn da er wußte, welche Anklage Johannes gegen sich selbst erhoben, und da er vom Reumüthigen einen Brief erhalten hatte, schrieb er Folgendes:
Constantin der Größte, Durchlauchtigste, an Johannes.
„Ganz erwünscht ist mir das von deiner Klugheit mir zugekommene Schreiben. Denn ich erfuhr daraus, was ich vorzugsweise zu erfahren wünschte, du habest alle niedrige Denkungsart abgelegt, seiest mit der Kirche, wie es sich [S. 143] geziemte, in Gemeinschaft getreten und habest dich vorzugsweise mit dem ehrwürdigen Bischof Athanasius ausgesöhnt. Wisse also, daß ich dir deßhalb besonderes Lob spende, daß du jeden Zank aufgegeben und, was Gott lieb war, gethan hast, indem du die Vereinigung mit der Kirche suchtest. Damit du nun auch das erlangt zu haben glaubest, wornach du Verlangen hast, so glaubte ich dir gestatten zu müssen, ein öffentliches Fuhrwerk zu besteigen und ins Lager meiner Milde zu eilen. Deine Sache wird es also sein, nicht zu zögern, sondern da dieser Brief dir ein öffentliches Fuhrwerk zur Verfügung stellt, sogleich zu uns zu kommen, damit du dein Verlangen befriedigest und, indem du uns siehst, die entsprechende Freude genießest. Gott möge dich bewahren, geliebter Bruder!“