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Natürliche Ressourcen, Energie & Infrastruktur
Kolumbien verfügt über vielfältige Landschaften und Klimazonen mit einer der grössten Biodiversitäten der Welt. Kolumbien hat ausreichend fruchtbare Böden, grosse Süsswasserreserven, ausgedehnte Wälder und verschiedene nicht erneuerbare Rohstoffe. Eine äusserst ungleiche Verteilung des Grundbesitzes zwingt jedoch landlose Bauern immer weiter in sensible Ökogebiete wie Hochmoore und Wälder. Dieser Prozess wird durch den Drogenanbau und die chemische Bekämpfung des Cocaanbaus noch verschärft. Verschiedene Megaprojekte wie Strassen, Pipelines und Staudämme bedrohen ebenfalls wertvolle Ökosysteme.
Kolumbien betreibt an seinen natürlichen Ressourcen massiv Raubbau, das Wirtschaftswachstum ist alles andere als nachhaltig. Wesentliche Probleme sind Umweltverschmutzung, Bodendegradierung und Abholzung sowie die Folgen des Bergbaus. Viele Böden werden nicht angepasst genutzt: auf fruchtbaren, ebenen Böden weiden Kühe, während Kleinbauern an erosionsgefährdeten Steilhängen Lebensmittel produzieren. Dieses Problem wird durch den massiv geförderten Anbau von Energiepflanzen zur Herstellung von Agrotreibstoffen noch verschärft. Auch der Klimawandel verschärft die Umweltkrise, die letzten Gletscher schmelzen in beängstigendem Tempo, Klimaschwankungen wie El Ñiño werden heftiger und mehrere grosse Städte haben Probleme mit der Trinkwasserversorgung. Sowohl in den andinen Nebelwäldern wie in den Regenwäldern des Pazifik und des Amazonas wird viel mehr abgeholzt als aufgeforstet wird oder nachwächst. Ohne Rücksicht auf die Umwelt werden die Bodenschätze (Öl, Kohle, Metalle) so schnell wie möglich abgebaut und dabei in immer sensiblere Ökogebiete vorgedrungen. Megaprojekte wie die Fertigstellung der Panamericana nach Panama, Strassen- und Eisenbahnverbindung zwischen dem Orinoko und der Pazifikküste, Staudämme zur Energiegewinnung etc. bringen ganze Ökosysteme in Gefahr.
Der jetzige sowie der frühere Präsident der kolumbianischen Tochterfirma des US-Amerikanischen Kohleunternehmens Drummond werden von der kolumbianischen Justiz beschuldigt, Komplizen bei schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen gewesen zu sein. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft dem jetzigen Präsidenten José Miguel Linares und dem früheren Präsidenten Augusto Jiménez in der Anklageschrift vom 17. Dezember 2020 vor, die paramilitärischen Vereinigten Selbstverteidigungskräfte AUC zwischen 1996 und 2001 unterstützt und finanziert zu haben. Bei den Tatvorwürfen handelt es sich um Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die nach kolumbianischem Recht nicht der Verjährung unterstehen.
Heute Dienstag, 19. Januar 2021 werden bei den Nationalen Kontaktpunkten der OECD in Australien, England, Irland und der Schweiz „Klagen“ gegen Glencore, Anglo American und BHP Billiton sowie gegen den irischen Energiekonzern ESB und das Handelsunternehmen CMC eingereicht. Eingereicht wird die Klage vom irischen Global Legal Action Network GLAN, in Allianz mit kolumbianischen NGOs wie das Volksbildungsinstitut CINEP und das Anwaltskollektiv CAJAR. Weitere europäische NGO wie ABColombia, Christian Aid Irland und die Arbeitsgruppe Schweiz Kolumbien ask! unterstützen die Eingabe ebenfalls.
In der Nacht vom 30. November 2020 haben Sintracarbón und Cerrejón nach 91 Tagen Streik einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unterzeichnet. Damit geht der längste Streik in der Geschichte von Cerrejón zu Ende. Dank dem entschlossenen Widerstand und internationaler Unterstützung ist es der Gewerkschaft gelungen, die bisherigen Vorteile zu halten. Fast gleichzeitig kündigten die drei Shareholder von Cerrejón, Glencore, BHP und Anglo American, an, bis 2023 ihre Anteile an Cerrejón verkaufen zu wollen.