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|Quelle||Die Schweizer Bundesräte - ein biographisches Lexikon. S. 133|
|Quelle||Sammlung Rolf Ramseier|
|Art||signiertes Dokument¸ 21.5x35cm|
|Ort/Datum||Bern¸ 14.12.1859|
|Inhalt||Vom Vorsteher des Schweizerischen Militärdepartements Bundesrat Friedrich Frey-Herosé visierte und signierte Abrechnung der Scharfschützenschule Luzern. "Verzeichniss der Ausgaben für Schiessplätze und Schiesseinrichtungen bei obiger Schule¸ welche nach Art. 7 der bundesräthlichen Vollziehungsverordnung vom 10. März 1854 auf die partiesierenden Cantone nach Anzahl der Rekruten abgetheilt werden. Es folgt eine Aufstellung der Kosten wobei Zimmermeister Gyger Fr. 327.85 für die Erstellung der Scheiben erhällt. Danach eine Aufstellung mit Anzahl der Soldaten und der anfallenden Kosten der jeweiligen Kantone."|
Aargauer Politiker, Landammann, Offizier und Generalstabschef, 6. Bundesrat
12.10.1801 Lindau (Bayern), 22.9.1873 Bern, ref., von Aarau. Sohn des Daniel, Fabrikanten und Stadtpräs. von Aarau, ursprünglich aus Lindau (Bayern), und der Anna Elisabeth geb. Sulzer. Bruder des August. 1824 Henriette Auguste Herosé (1849 geschieden), 2) 1849 Emilie Langel. F. studierte Chemie in Paris, wo er sich 1830 aktiv an der Julirevolution beteiligte. Zu Hause in Aarau übernahm er die väterl. Firma und absolvierte eine glänzende militär. und polit. Karriere. 1834 in den Gr. und 1837 in den Kl. Rat des Kt. Aargau gewählt, erlangte er 1839, 1842 und 1845 das Amt des Landammanns sowie 1841 die Würde des aarg. Oberbefehlshabers. Er brach den bewaffneten Widerstand des Freiamts und vollzog persönlich die Klosteraufhebungen in Muri, Wettingen und Fahr (Letztere wurde später wieder rückgängig gemacht). 1847 war F. Generalstabschef Dufours im Sonderbundskrieg, 1848 einer der ersten aarg. Nationalräte. Am 16.11.1848 wurde er im zweiten Wahlgang zum Bundesrat gewählt. Als Vorsteher des Handels- und Zolldepartements arbeitete er das erste Geschäftsreglement des Bundesrates und das erste Zollgesetz des Bundesstaates aus, das 1850 in Kraft trat. Handelsverträge mit Sardinien, Baden und Bayern folgten, bevor F. 1854 als Bundespräs. das Polit. Departement übernahm, in welchem er die teilweise Aufhebung der österr. Blockade gegen den als Hort der Revolution verschrieenen Kt. Tessin erreichte. Als Nachfolger des im Dez. 1854 abgewählten Ulrich Ochsenbein im Militärdepartement hatte er 1856 die militär. Vorbereitungen für den geplanten Kampf gegen Preussen im Neuenburger Handel an die Hand zu nehmen; anfangs 1856 liess er sich sogar kurzzeitig vom Bundesrat beurlauben, um wie 1847 als Generalstabschef zu wirken. In den unruhigen Folgejahren scheiterte F. mit einer Reform der eidg. Stäbe im Parlament, das sich eine radikalere Vorlage wünschte. 1860 geriet er als Bundespräs. unter Druck, nachdem seine zunächst nur in vertraulichen Gesprächen geäusserte Überzeugung, dass der rechtlich begründbare schweiz. Einspruch gegen Sardinien-Piemonts Abtretung von Hochsavoyen an Frankreich realpolitisch nicht vertretbar sei, publik geworden war. Damit hatte F. nun auch radikale Kreise in Bern und Genf gegen sich aufgebracht, was sich in schwindender Stimmenzahl in den Bestätigungswahlen ausdrückte und schliesslich trotz weiterer Erfolge im Handels- und Zolldepartement 1866 zum Rücktritt aus dem Bundesrat führte. 1872 gab er auch sein Nationalratsmandat auf. Mit F. starb im Folgejahr einer der Väter des modernen Bundesstaates, dessen Politik weder Konservative noch Radikale jemals ganz billigten. Seine globale Vision - er studierte noch im Alter die japan. Sprache - und sein Realitätssinn bilden ein Vermächtnis, das seinen Wert auch nach fast anderthalb Jahrhunderten nicht eingebüsst hat.
In den Bundesrat gewählt als Vertreter des Kantons Aargau am 16. November 1848.
Freisinnig-demokratische Partei der Schweiz
Bundespräsident im Jahre 1854, 1860
Vize-Präsident im Jahre 1853, 1859
1861 - 1866 Handels- und Zolldepartement
1860 Politisches Departement
1855 - 1859 Militärdepartement
1854 Politisches Departement
1848 - 1853 Handels- und Zolldepartement
Quelle Biografie:

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Friedrich Frey-Herosé aus dem Historischen Lexikon der Schweiz (HLS) - Onlineversion des Historischen Lexikon der Schweiz. Autorin/Autor: Jürg Stüssi-Lauterburg. Version : 09.01.2006.