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Ein problematisches Stück, das ganz eigene Wege geht. Es ist nicht jeder Spielgruppe zu empfehlen, wohl aber solchen, die Neues, Ausgefallenes suchen und auch imstande sind, es darstellerisch zu bewältigen. Ein nicht alltägliches Problem ist hier behandelt, das sonderbare Doppelleben eines gepflegten Herrn. Er ist Präsident einer Kunstkommission, die zur Zeit einen Wettbewerb zu begutachten hat. Es ist auch eine Plastik mit dem Titel «Tanz im Netz» eingegangen — und der Präsident ficht mit allen Mitteln gegen deren Zulassung. Er beschmiert die aufgestellte Plastik sogar mit Farbe. Seine Beweggründe werden nach und nach aufgedeckt. Er hat vor Jahren eine Tänzerin mit allen Fasern seines Herzens geliebt, Sie tanzte ihm ihren «Stundentanz» einmal nachts am Seeufer vor, verstrickte sich aber in ein Fischernetz und ertrank. Seither sucht er die Tote unter den Lebenden wieder zu finden, jagt diesem Phantom in allen Cabarets nach, hat dort auch ein Mädchen gefunden und als Sekretärin zu sich geholt. Die Plastik stellt eben dieses Mädchen bei einem Tanz im Netz dar — und dies ist für den Mann unerträglich. Der Künstler anderseits sieht seine Karriere durch ihn vernichtet, spürt deshalb seinem Privatleben nach und kann beweisen, dass er zur Deckung seiner Cabaret-Besuche Unterschlagungen begangen hat. Nach der Auseinandersetzung mit dem Künstler nimmt sich der Präsident der Kunstkommission das Leben. Der Bildhauer aber fühlt, dass auch er sich in ein Netz verstrickt hat, das nicht mehr abzuwerfen ist, entdeckt, dass er sich durch seine Tat die Liebe seines Modells, eben der Sekretärin, verscherzt hat — und er zerreisst seine Eingabe zum Wettbewerb. «Tanz im Netz» kommt nicht zur Ausstellung.