Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03344.jsonl.gz/1120

In Lausanne wird eine neue Tramlinie geplant, die durch die rue de Genève führen wird. Die künftige Trambahn wird Erschütterungen abstrahlen, die sich durch den Boden ausbreiten und im Innern benachbarter Gebäude nicht nur als Erschütterungen, sondern auch als sogenannter abgestrahlter Körperschall wahrzunehmen sein werden. Nun befinden sich aber drei Einrichtungen längs der rue de Genève, die besonders lärmempfindlich sind, nämlich ein Konzertsaal, ein Kinokomplex sowie ein Tonstudio. Die Frage war deshalb, ob der von der künftigen Trambahn hervorgerufene abgestrahlte Körperschall hörbar sein wird und damit die Zuhörer oder Tonaufnahmen stören wird.
Erschütterungsprognosen werden üblicherweise semi-empirisch erarbeitet, auf der Basis punktueller Messungen in einigen repräsentativen Gebäuden. Der abgestrahlte Körperschall wird anschliessend aus den prognostizierten Erschütterungen hergeleitet, mit Hilfe einer statistischen Beziehung, die erhebliche Unschärfen aufweist. Obwohl dieses Vorgehen für „gewöhnliche“ Fälle ausreicht, wäre dieses für die hier erwähnten Einrichtungen nicht ausreichend zuverlässig gewesen. Es wurde deshalb beschlossen, die Erschütterungen der künftigen Trambahn auf der Strasse zu simulieren und den sich daraus ergebenden abgestrahlten Körperschall in den relevanten schallempfindlichen Räumen direkt zu messen. Diese Simulation wurde von Résonance Ingénieurs-Conseils SA, zusammen mit CSD Ingenieure AG, durchgeführt. .
Eine Versuchswalze der Firma Ammann AG erlaubte, Erschütterungen auf der Strasse zu erzeugen, die im Innern der untersuchten Gebäude abgestrahlten Körperschall hervorrufen. Diese Erschütterungen wurden auf dem Gehsteig vor dem Gebäude gemessen, und der abgestrahlte Körperschall wurde gleichzeitig im Innern der schallempfindlichen Räume aufgezeichnet, an den Orten, für die sich die höchsten Schallpegel ergaben.
Die von der Versuchswalze erzeugten Erschütterungen waren nicht identisch mit denjenigen der künftigen Trambahn. Die vor dem Gebäude gemessenen Erschütterungen wurden deshalb denjenigen gegenübergestellt, die am gleichen Ort beim Vorbeifahren der künftigen Trambahnen zu erwarten sind. Daraus liessen sich rechnerische Korrekturen für die Messungen des abgestrahlten Körperschalls herleiten, um die entsprechenden Unterschiede zu berücksichtigen. Diese vertiefte Studie hat erlaubt, eine zuverlässige Prognose zu erstellen, die eine Optimierung der Massnahmen zur Reduktion des abgestrahlten Körperschalls ermöglichte.