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Das Wichtigste in Kürze
- Im Laufe des Lebens werden wir immer dicker. Hauptgrund: Schlemmen über die Feiertage.
- Der Feiertagsspeck lässt sich aber durch tägliches Wiegen verhindern, zeigt eine Studie.
- Sahen Probanden ihre Gewichtsentwicklung in einer Grafik, konnten sie ihr Gewicht halten.
Wir werden jedes Jahr ein bisschen dicker. Das sagt nicht nur ein Blick in den eigenen Kleiderschrank, sondern auch die Wissenschaft. Zwischen fünf und zehn Prozent des Körpergewichtes legen wir in unserem Leben zu. Die Hälfte davon über die Feiertage. Wissenschaftler, die das Gewicht von fast 3000 Teilnehmern aus den USA, Deutschland und Japan ein ganzes Jahr hindurch beobachteten, stellten fest: Über Weihnachten und Neujahr legt eine 70 Kilogramm schwere Person 350 Gramm zu. Die Hälfte davon verloren die Probanden danach zwar wieder, aber die andere Hälfte blieb. So summieren sich über die Jahre ein paar Kilos.
Dies liesse sich verhindern, wie eine Studie aus den USA zeigt, die dieses Jahr in Fachblatt Obesity erschienen ist. Ernährungswissenschaftler und Psychologen teilten 111 Erwachsene in zwei Gruppen. Die eine musste sich täglich mit einer Waage wiegen, die über eine App den Gewichtsverlauf grafisch darstellte. Die andere Gruppe verhielt sich normal. Während letztere zwischen November und Januar über zwei Kilogramm zulegte, blieb das Gewicht der Gruppe, die sich wog, stabil. Die Teilnehmer nahmen so gar ein wenig ab.
Mehr Pausen einlegen
Dadurch, dass die Teilnehmer den Verlauf ihres Gewichtes als Grafik sahen, sei es Ihnen wahrscheinlich leichter gefallen, eine Achtsamkeit zu entwickeln, erklärt David Fäh, Ernährungswissenschaftler an der Berner Fachhochschule, die Resultate. So gelänge es, öfter mal eine Pause einzulegen. Dabei sei das 16:8-Fasten eine Methode, die gut funktioniere. Das heisst: 8 Stunden schlemmen, 16 Stunden fasten.
Eine Einschränkung hat die Studie aber: «Die Teilnehmer fassten von sich aus den Entschluss, an der Studie teilzunehmen. Sie waren vielleicht besonders motiviert, ihr Gewicht zu kontrollieren oder setzten sich generell mit Ernährung auseinander.» Auch hat die Studien Mängel: «Das Verhältnis von Männern und Frauen, sowie von über- und normalgewichtigen war nicht representativ», sagt David Fäh. Aber es gebe ähnliche, repräsentativere Studien, die zeigten, dass tägliches Wiegen und eine grafische Aufzeichnung des Gewichtverlaufs dabei helfen, das Gewicht längerfristig zu halten. Die Studie liefert also weitere Evidenz.
Die Anschaffung einer Waage könnte also helfen, über das Leben hinweg wenig oder nicht zuzulegen. Denn: Ist der Speck mal drauf, bringt man ihn nur unter Anstrengung wieder weg. Unser Körper ist evolutionsbiologisch darauf programmiert, das maximale Gewicht zu halten. Fäh sagt: «Es ist besser eine Gewichtszunahme über die Feiertage zu vermeiden, als hinterher zu versuchen, abzunehmen». Noch besser, als die Kalorienzufuhr zu beschränken, sei es aber, sich zwischendurch zu bewegen.
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«Nau forscht»
Im Rahmen dieser Serie erscheint jeden Sonntag ein exklusiver Beitrag des Wissenschaftsmagazins «higgs»
Dieser Beitrag wurde verfasst von Cornelia Eisenach