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Kurzwellenempfänger „Kit“ („Wal“) P-250M, hergestellt von Industrial Union Proton, Charkov.
Wohl um 1948 wurde der schwergewichtige Kurzwellenempfänger R-250M (kyrillisch „P-250M“) vorgestellt, der Name „Kit“ („Wal“) kommt dem Erscheinungsbild und Gewicht recht nahe… kaum ein Empfänger meiner Sammlung hat mit knapp 100 kg ein ähnliches Gewicht.
Der Empfänger in seinem Metallgehäuse bringt beinahe 100 kg auf die Waage, das separate Netzspeisegerät ist mit einem dicken Speisekabel mit Metallumhüllung mit dem Empfänger verbunden. Hierbei ist Vorsicht geboten, dass die Spannung erst eingeschaltet wird, wenn das Kabel eingesteckt ist, da die Stecker auf beiden Seiten „männlich“ sind und bei abgezogenem Speisegabel Hochspannung an den Kontakten liegt.
In der Originalversion ist die metallene Frontplatte mit einer Beschriftung in kyrillischer Sprache versehen; wer des Russischen nicht mächtig ist, hat Glück, wenn er ein Gerät mit deutscher Frontplattenbeschriftung erwischt, dass in der DDR im Einsatz gestanden hatte.
Die Frontplatte ist zweigeteilt. Im oberen Bereich befinden sich die Bedienlemente des Demodulators und der NF-Stufen, im unteren Bereich die Abstimmeinheiten mit der Projektions- Frequenzskala.
Links im oberen Frontplattenbereich befindet sich der Hauptschalter. Gleich daneben unter dem Messinstrument der Laustärkeregler und daneben der Regler für die NF-Bandbreite, die von 0.3 - 8 kHz umgeschaltet werden kann. Rechts davon befindet sich der HF-Bandbreitenregler, die ZF-Bandbreite kann zwischen 1 - 14 kHz eingestellt werden. Weiter rechts ist der Betriebsartenschalter TN (Telephonie) - TG (Telegraphie A1) - KORR und der AGC-Schalter angeordnet, mit dem die Abfallgeschwindigkeit der automatischen HF-Verstärkungsregelung angepasst werden kann. Mit dem Messschalter darüber kann das Messintrument zur Anzeige verschiedener Kontrollespannungen umgeschaltet werden.
Der untere zweite Frontplattenbereich wird dominiert von der Abstimmeinheit. In der Mitte liegt die Frequenzskala mit unten der Grobskala mit 100 kHz - Marken und darüber die Projektionsskala, die Frequenzskala wird von hinten auf die rechteckige Mattscheibe projiziert. Der gesamte Frequenzbereich von 1.5-25.5 MHz wird in 12 jeweils 2 MHz breiten Bereichen überstrichen.
Darunter sind links die konzentrischen Abstimmknöpfe, Grob- und Feintrieb, angeordnet; rechts daneben finden sich der runde Knopf für die Bandumschaltung. Rechts sind die Bereichsgrenzen in einer Tabelle aufgeführt, darunter die Kopfhöreranschlüsse mit Bananenbuchsen.
Links von den Abstimmelementen finden sich die Schalter für den Eichmarkengeber und darunter der Regler für die HF-Verstärkung (RF Gain).
Doppelsuperhet, im Bereich 1.5 - 3.5 MHz arbeitet das Gerät als Einfachsuper, in den höheren Frequenzbereichen wird ähnlich wie bei einem Konverter auf diesen Bereich als durchstimmbare erste ZF umgesetzt.
Das Gerät ist bestückt mit verschiedenen russischen Röhrentypen.
Von einer Gruppe um Anton Antonovich Saveliev und Yuri Alexandrov (U1SX) wurde Ende der Vierzigerjahre ein Doppelsuperempfänger entwickelt; das Projekt blieb lange der Geheimhaltung unterworfen. Die Geräte mit den Vorläufern AS-1, AS-2 und R-250 wuden bei den Truppen der Sowjetunion und der RGW-Staaten verbreitet eingesetzt.
Geräte mit einer deutschsprachigen Frontplatte standen in den Streitkräften der DDR im Einsatz.