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Neutralität ist heutzutage ein wichtiges Schlagwort im Zusammenhang mit Schule. Politiker, Schulleitungen, Eltern, Lehrer und Schüler verweisen immer wieder auf die Neutralität der Schule und prangern alles an, was nicht ihrer Vorstellung von Neutralität entspricht.
Doch was meint eigentlich der Begriff "Neutralität"? Neutralität leitet sich vom lateinischen Wort ne-utrum, was "keines von beidem" bedeutet, ab.
Was bedeutet das für unsere Schule? Die neutrale Lehrperson darf kein Mann, aber auch keine Frau sein. Sie darf nicht sportlich, aber auch nicht unsportlich sein. Sie darf nicht religös, aber auch nicht areligiös sein. Etc.
Michael In Albon, Jugendmedienschutzbeauftragter der Swisscom, hat in einem Zeitungsartikel, wo es um die Neutralität eines Lehrers ging, folgende Aussage gemacht: "... dann könnte man sich die Lehrperson als asexuelle, genormte und absolut neutrale Person vorstellen."
Er fügt im nächsten Satz aber glücklicherweise noch an: "Das ist sie aber nie und das Internet macht sichtbar, dass auch Lehrpersonen ein Privatleben haben. In erster Linie ist auch der Lehrer eine Person mit bestimmten Neigungen, Interessen und Hobbys, die nicht mit seiner Funktion übereinstimmen müssen".
Ich stimme der Aussage von Herrn In Albon zu. Ich bin Lehrer, ich bin ein Mann, ich bin Christ, ich koche gerne, mag Tiere, bin Nichtvegetarier... Ich bin nicht neutral. Im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern teile ich meine Interessen und Hobbys mit. Und ich erzähle auch, dass ich Christ bin.
Neutralität im Zusammenhang mit Schule meint, dass ich nicht indoktrinierend bin. Ich soll ausgewogen von mir erzählen und nicht meine Interessen, meinen Glauben als die einzig Richtigen darstellen.
Teilst du deine Interessen, deinen Glauben deinen Schülerinnen und Schülern mit?