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Vor 100 Jahren flog der Schweizer Oskar Bider von Bern nach Mailand – der erste Flug über die Alpen war geschafft. Sein Flugbrevet hatte er weniger als ein Jahr zuvor bei Louis Blériot gemacht, einem anderen Flugpionier.
Einige Monate vor seinem Rekordflug war ihm bereits der Erstflug über die Pyrenäen geglückt. Im März 1913 hatte Bider auch den ersten Schweizer Postflug absolviert, von Basel nach Liestal. Im Mai folgte dann die Überquerung der Berner und Walliser Alpen mit dem Flug von Bern nach Sitten.
Am 13. Juli 1913 startete der 22-jährige Bider, ursprünglich ausgebildeter Bauer, in Bern Richtung Süden. Das höchste Hindernis, das er zu überwinden hatte, war das Jungfraujoch. Um die Höhe von 3600 Metern zu schaffen, damals Schweizer Rekord, war Bider nicht mit vollem Tank gestartet.
Deshalb musste er mit seiner Blériot – Spötter sprachen von einer "Windfahne mit Motor" – im italienischen Domodossola einen geplanten Tankstopp einlegen. Nach seiner Ankunft in Mailand blieb er fast zwei Wochen dort, bevor er zum Rückflug in die Schweiz ansetzte.
Während des Ersten Weltkriegs wurde Bider Mitbegründer und Chef-Fluginstruktor der Schweizer Luftwaffe. Nach Kriegsende war er an einem Unternehmen beteiligt, das den Aufbau einer Schweizer Fluggesellschaft zum Ziel hatte. Er sollte aber die Realisierung nicht mehr erleben.
Wie viele seiner pionierhaften Kollegen verlor er sein Leben bei einem Absturz. Das Unglück geschah am 7. Juli 1919 nach der Feier zu seinem Abschied von der Schweizer Luftwaffe. Bider wurde nur 28 Jahre alt. Am selben Tag nahm sich seine Schwester Leny das Leben. Beide wurden in ihrem Geburtsort Langenbruck bei Basel begraben.
(Alle Bilder: Keystone/PHOTOPRESS/Verkehrshaus)