Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03504.jsonl.gz/1340

Das Leben von Jimi Hendrix war kurz und rauschhaft. Er wurde nur 27 Jahre alt – wie auch Janis Joplin, Jim Morrison, Brian Jones und Kurt Cobain. Jahrelang faszinierte die Gitarren-Legende die Fans mit Klangteppichen. Hendrix liess sein Instrument explodieren, brummen, heulen und krachen wie niemand vor und niemand nach ihm.
Die Rock & Roll Hall of Fame nannte das Idol der amerikanischen Hippie-Bewegung den «begabtesten Instrumentalisten aller Zeiten».
Seine Karriere begann der 1942 in Seattle geborene Jimi Hendrix im Alter von 20 Jahren. Im Rampenlicht standen zunächst aber andere. Hendrix begleitete Stars wie Curtis Knight, Ike & Tina Turner oder Sam Cooke an der Gitarre. «Jimi stahl mir die Show. Ich dachte, die Leute applaudierten mir, aber sie applaudierten ihm», erinnerte sich Little Richard, der im Mai diesen Jahres starb.
Jimi Hendrix wollte mehr als nur Begleitmusiker sein, eine eigene Karriere als Gitarrist, Sänger und Songwriter starten.
Hendrix performt «Purple Haze» am Atlanta Pop Festival
(Quelle: Youtube)
Schwarzer Musiker, weisses Publikum
Doch für seine unkonventionelle Art, die Gitarre mit den Zähnen und auf dem Rücken zu spielen, war das amerikanische Publikum im New York Mitte der 1960er Jahre noch nicht reif. 1966 überredete ihn Chas Chandler, Bassist der Band The Animals, mit ihm nach London zu kommen. Gemeinsam mit dem Schlagzeuger Mitch Mitchell und dem Bassisten Noel Redding gründete er die Band The Jimi Hendrix Experience. Ihre Show entwickelte sich zu einer Sensation und Hendrix zum schwarzen Musiker mit weissem Publikum. Stars wie Paul McCartney, John Lennon, Pete Townshend und Eric Clapton waren begeistert.
Die Band veröffentlichte bis zu ihrer Auflösung im Jahr 1969 drei Alben mit bis heute populären Songs, wie «Purple Haze», «Little Wing» oder «Vodoo Chile». Das letzte Album «Electric Ladyland» schaffte es bis auf Platz 1 der amerikanischen Billboard-Charts.
Woodstock 1969, ein Meilenstein
Doch das Publikum liebte besonders die Live-Auftritte. Und wie Jimi Hendrix dabei sein Instrument mit Fingern, Lippen und Zähnen bearbeitete, es zum Liebesobjekt machte und am Schluss oft zerstörte. Der Verstärker blieb fast immer voll aufgedreht. «Der Glaube kommt zu den Leuten durch Elektrizität», sagte Jimi Hendrix. «Darum spielen wir so laut. Wir wollen, dass unser Sound direkt die Seele der Menschen trifft.»
Am legendären Woodstock -Festival im Jahr 1969 schrieb Hendricks Musikgeschichte
(Quelle: Youtube)
Seine Version der amerikanischen Nationalhymne «The Star Spangled Banner» beim legendären Festival von Woodstock 1969 wurde zum historischen Meilenstein der Musikgeschichte. Bei seinem Auftritt imitierte Jimi Hendrix mit der Gitarre auf brachiale Weise Maschinengewehre, Bombeneinschläge und Militärflugzeuge. Viele sahen es als Protest gegen den Vietnamkrieg.
Hendrix selbst aber gab sich in der «Dick Cavett Show» wenig später zurückhaltend, er habe vor dem Auftritt einen Nervenzusammenbruch gehabt, erzählte er da. Zu seiner Interpretation der US-Hymne sagte er nur: «Ich weiss nicht, Mann. Alles, was ich getan habe, ist sie zu spielen. Ich bin Amerikaner, also habe ich sie gespielt».
Überforderter Weltstar
In dem TV-Interview verriet Jimi Hendrix dabei auch, wie müde er sei. Er habe die Nacht zuvor nicht geschlafen. Nicht nur die Schlaflosigkeit sollte ihm mehr und mehr zum Verhängnis werden. Der Aufstieg zum Weltstar und die immensen Erwartungen überforderten ihn zusehends. Der Gitarrengott begann, immer mehr Drogen zu konsumieren und sich zurückzuziehen. Seinen letzten Rausch überlebte er nicht.
Um Hendrix‘ Tod im Londoner Apartment seiner deutschen Freundin Monika Dannemann rankten sich lange Zeit Gerüchte. Allen Anzeichen und auch der offiziellen Version zufolge aber starb die Gitarren-Legende am 18. September einen kleinen, elenden und zufälligen Tod. Nach einer Flasche Wein und möglicherweise zu hoch dosierten Schlaftabletten erstickte Jimi Hendrix an seinem eigenen Erbrochenen.