Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03334.jsonl.gz/2509

Schlafstörungen
Wer kennt das nicht: man liegt wach im Bett und möchte einschlafen, doch die Gedanken kreisen und man findet keinen Schlaf.
Gelegentliche Schlafstörungen sind normal, doch wenn diese über längere Zeit anhalten, ist dies ein ernstzunehmendes Problem. Von Einschlafstörungen spricht man, wenn jemand beim Versuch einzuschlafen, regelmässig über eine halbe Stunde wach liegt, von Durchschlafstörungen, wenn er regelmässig vor Ablauf von sechs Stunden von selbst aufwacht. Das wichtigste Symptom von Schlafstörungen und letztendlich bestimmed für die Diagnose sind allerdings die Folgen (Tagesmüdigkeit, Stimmungsschwankungen, Konzentrations- und Leistungsschwäche, Kopfschmerzen etc.). Schlafbedürfnis und -gewohnheit sind starken individuellen Schwankungen unterworfen und es kann durchaus sein, dass sich jemand mit fünf Stunden Schlaf pro Tag hervorragend fühlt.
Am Anfang der Behandlung steht eine genaue Anamnese (Befragung) mit dem Ziel, die wesentlichen Hindernisse für einen gesunden Schlaf zu ermitteln. Wichtige Aspekte dabei sind Zeitpunkt des „Zu-Bett-Gehens“, Aktivitäten vorher, Lichtquellen, Ess- und Trinkgewohnheiten etc. Beispielsweise haben bestimmte Lebensmittel eine belebende, aufweckende Wirkung, die Ruhe und Schlaf stören. So kann z.B. der Konsum von Pfefferminz- oder Lindenblütentee, Ingwer, Chili und Schokolade eine erhebliche Ursache von Schlafstörungen sein. Alkohol entspannt zwar und wirkt in höheren Dosen schlaffördernd, wird aber in der Nacht abgebaut. Dies vermindert die Schlaftiefe, da die Leber aktiv bleiben muss. Andererseits wirkt der niedrige Blutalkoholspiegel dann während der Nacht eher aktivierend und damit aufweckend. Abendliche Mahlzeiten, v.a. schwer verdauliche Lebensmittel, belasten den Körper und können den Schlaf behindern.
Lichtquellen, v.a. mit hohen Blauanteilen, können sehr störend auf die Produktion des „Schlafhormons“ Melatonin wirken. Sensible Patienten sollten bereits viele Stunden vor der geplanten Nachtruhe solche Reize mit blauem Licht meiden (z.B. Handy- und Tabletdisplays, Fernseher etc.)