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Anton
Ulrich, Herzog von Sachsen-Meiningen, jüngster Sohn Herzog Bernhards I. aus dessen zweiter Ehe mit Elisabeth Eleonore von Braunschweig-Wolfenbüttel, geb. erhielt eine gute und vielseitige Bildung, die er durch längere Reisen in Holland, England, der Schweiz [* 2] und Italien [* 3] noch vervollständigte, trat 1707 in kaiserl. Kriegsdienste, machte einige Feldzüge des Spanischen Erbfolgekrieges mit, nahm aber 1711 als Generalmajor seinen Abschied und vermählte sich mit Philippine Elisabeth Cäsar, der Tochter des hess. Hauptmanns David Cäsar.
Diese ohne Vorwissen seines Hauses geschlossene und lange verheimlichte Ehe wurde der Anlaß zu erbitterten Erbstreitigkeiten. Nach dem Testament vom J. 1706 sollte das Land ungeteilt bleiben und von den drei Söhnen Bernhards, unter Leitung des ältesten Ernst Ludwig, gemeinsam regiert werden. Dieser aber strebte danach, seinem Geschlechte die alleinige Erbfolge zu sichern. Dagegen suchte seinen Erbanspruch und die Gleichberechtigung seiner bürgerlichen Gemahlin und ihrer Kinder, die von den sächs. Herzögen von der Erbfolge ausgeschlossen werden sollten, zu verfechten.
Endlich erlangte nach dem
Tode seines ältesten
Bruders 1724 eine kaiserl.
Verfügung, die dessen Primogenitur-Erbfolgegesetz
auf seinen ältesten Sohn beschränkte und
Anton Ulrichs Gemahlin mit ihren
Kindern in den Reichsfürstenstand erhob (1727).
Kaiser
Karl VII. erklärte aber auf das Drängen seiner Verwandten die von
Karl VI. verfügte
Standeserhöhung
der Gemahlin
Anton Ulrichs für ungültig, und
Kaiser
Franz I.
Stephan bestätigte diese Erklärung auch seinerseits (1744). Philippine
starb 1744, und lebte seitdem meist in
Frankfurt
[* 4] a. M. bei seinen
Kindern.
Endlich rief ihn der Tod seines zweiten Bruders Friedrich Wilhelm 1746 nach Meiningen [* 5] zurück, wo er nun die Alleinherrschaft übernahm. 1747 verwickelte ihn seine Rücksichtslosigkeit und Hartnäckigkeit in den sog. Wasunger Krieg (s. Wasungen) mit Gotha. [* 6] 1750 vermählte sich ebenbürtig mit Charlotte Amalie von Hessen-Philippsthal, die ihm noch acht Kinder schenkte. So wurde er der Stammvater des neuen meiningenschen Fürstenhauses. Er war ein Fürst von guten Anlagen, gründlicher Bildung, starkem Selbstbewußtsein, festem Rechtsgefühl und großer Selbständigkeit. Er starb in Frankfurt.