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Römische Torsionsgeschütze
Ab etwa 400 v. Chr. begannen die Griechen Torsionsgeschütze zu verwenden. Torsionsgeschütz ist ein Sammelbegriff für historische Artillerie-Waffen, die die Energie zum Schuss aus der Verdrehung von Seilbündeln beziehen. Die von den Griechen wegen ihrer Torsionsspannung „Palintona“ genannte Art der Katapulte wurde von den Römern unter dem Namen „Balliste“ übernommen.
Die Balliste war ein zweiarmiges Geschütz, dessen Schleuderkraft auf der Verdrehung zweier Sehnenbündel beruhte, und mit welchem vorzugsweise Steine oder kräftig dimensionierte Bolzen und Pfeile in einem Winkel von 10 bis 45° geschleudert wurden. Die Seile bestehen in der Regel aus Pferdehaaren oder Tiersehnen, zur Not wurden auch Frauenhaaren verwendet.
Als Skorpion wurde im römischen Militär der späten Republik und frühen Kaiserzeit eine Waffe bezeichnet, welche statt Kugeln Bolzen verschoss und nicht gegen Gebäude und Befestigungen sondern gegen gegnerisches Personal eingesetzt wurde. Pro Zenturie wurde ein Skorpion eingesetzt, daher waren ca. 60 Stück pro Legion im Einsatz. Der Skorpion wurde von speziellen Legionären (Ballistari) bedient.
Die Bolzen weisen mit ihren 4-seitigen Spitze eine Kopfform auf, die eine optimale Durchschlagskraft bei Metallpanzerungen gewährleistet. Die technische Beschreibung dieser Waffe ist im zehnten Buch von Vitruvs „De architectura“ erhalten. Ein beinahe vollständiger Spannrahmen wurde vor wenigen Jahren in Xanten entdeckt. Von der Reichweite der Ballista behauptet der Anonymus in „De rebus bellicis“, dass sie über die Donau schiessen könne – jedoch ist nicht überliefert, an welcher Stelle. Heute schätzt man, dass der Skorpion eine Maximalreichweite von bis zu etwa 350 m erreichten kann.
Die effektive Reichweite eines Skorpions hängt jedoch nicht in erster Linie von ihrer Spannkraft, sondern von den Möglichkeiten der Schussbeobachtung ab. Da es sich um Punktzielwaffen handelte, die mit Bolzen Personen bekämpften, konnte nur auf Distanzen wirkungsvoll geschossen werden die es erlaubten den Einschlag des Geschosses ohne, in der Antike unbekannte, Fernrohre oder Ferngläser zu beobachten um gegebenenfalls bei Folgeschüssen Höhen- oder Seitenrichtung korrigieren zu können. Wir gehen daher von einer maximalen Kampfentfernung um 150 bis 200 Meter aus.
Nachbau eines römischen Torsionsgeschützes vom Typ Cremona.
Der Nachbau erfolgte aus Eschenholz, die Metallteile sind aus Eisen. Die Spannbuchsen sowie die vordere Abdeckplatte sind aus Bronze. Die Seilbündel sind aus Pferdehaar, während die Malereien sind mit Leinölfarbe und Naturpigmenten erstellt wurden.
Für die Reskonstruktion stütze ich mich auf diverse archäologische Funde bzw. auf diverse Artikel aus der Fachliteratur. Das gilt indsbesondere für den Geschützkopf, die Zahnräder und die Masse des Geschützes. Die mechanische Funktionsweise ist hypothetisch.Ich bin dabei von einer möglichst einfachen Lösung ausgegangen.
Auch die Rekonstruktion der Lafette ist fiktiv. Abbildungen zeigen die Geschütze jeweils auf einem Dreibein und laut Fachliteratur erfolgte die Einstellung des Schusswinkels mittels eines Winkelrechens. Rekonstruktionsvorschlag hat den Vorteil, dass das Geschütz auch auf unebenen oder schrägem Gelände sehr schnell und einfach aufgestellt werden kann.
Vex. LEG XI C.P.F.
Clavdivs Antonivs Procvlvs
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