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Dass Roger Federer an jedem Turnier zu allem fähig ist, ist bekannt. In den letzten Jahren war er auf höchstem Niveau zwar nicht mehr so konstant gewesen wie in seinen besten Jahren, doch seit November 2011 fand er zu alter Stärke zurück. Über 6000 Punkte - mehr als der Gegenwert von 3 Grand-Slam-Titeln - lag er vor einem Jahr hinter Novak Djokovic zurück. Die Rückkehr an die Weltranglisten-Spitze schien in weiter Ferne. Doch der «Maestro» schlug zurück.
Mit viel Selbstvertrauen in den Sommer
Der erfolgreichste Schweizer Sportler aller Zeiten schaffte zum Jahresende 2011 das «Triple» mit den Siegen in Basel, Paris-Bercy sowie dem ATP-Final in London und legte so die Basis zu einer gewaltigen Aufholjagd. Danach gewann er hintereinander in Rotterdam, Dubai sowie Indian Wells und triumphierte später auch beim ATP-1000-Sandplatzturnier in Madrid. Mit all diesen Erfolgen tankte er Selbstvertrauen für Wimbledon.
Höhepunkt in Wimbledon
Dort, bei seinem Lieblingsturnier, zeigte er einmal mehr, welch' einzigartiger Spieler er ist. Im Halbfinal bezwang er Djokovic, im Endspiel zerstörte er die Hoffnungen von Andy Murray und dem ganzen Vereinigten Königreich auf den ersten einheimischen Champion seit Fred Perry 1936. Federer stemmte unter den Augen seiner Zwillingstöchter die Wimbledon-Trophäe zum 7. Mal in die Höhe.
Es war der 17. Major-Titel insgesamt, womit er diese Rangliste nun um 3 Einheiten vor Pete Sampras anführt. Durch die grossartigen Leistungen im Londoner Südwesten kehrte er auf den Tennis-Thron zurück und übertraf kurz darauf Sampras’ Marke von 287 Wochen als Nummer 1 der Welt. Als er im November von Djokovic wieder abgelöst wurde, totalisierte er 302 Wochen an der Weltranglisten-Spitze.
Epischer Krimi an Olympia
3 Wochen nach dem Triumph in Wimbledon kehrte Federer in die englische Metropole zurück und schloss die zweitletzte Lücke in seinem Palmarès neben dem Davis Cup. Im «All England Club», äusserlich anders und doch immer noch mythisch, gewann er Olympia-Silber im Einzel und erweiterte den magischen Sommer um ein weiteres Kapitel. Unvergessen der Halbfinal-Krimi gegen Juan Martin Del Potro, den Federer nach mehr als 4 Stunden mit 19:17 im 3. Satz für sich entschied. Verständlich, dass er 2 Tage später im Endspiel vor allem emotional leer war und Murray den Vortritt lassen musste.