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Prag - Nach Polen hat sich auch Tschechien zur Teilnahme am Nachfolgesystem des umstrittenen US-Raketenschutzschildes bereit erklärt. Seine Regierung wolle dem neuen System beitreten, gab Ministerpräsident Jan Fischer nach einem Treffen mit US-Vizepräsident Joe Biden bekannt.
Washington hatte Mitte September seine Pläne aufgegeben, in Tschechien und Polen einen von Russland abgelehnten US-Raketenschutzschirm gegen iranische Langstreckenraketen aufzustellen. Beide ehemaligen Ostblock-Staaten hatten besorgt auf diesen Entscheid reagiert.
Nach den neuen Plänen von US-Präsident Barack Obama soll jetzt anstelle des Schutzschirms in der Region ein mobiles System zum Schutz vor Raketen mittlerer und kürzerer Reichweite stationiert werden, an dem wiederum Polen und Tschechien beteiligt werden sollen. Biden betonte, das neue System sei ein wirksamerer Schutz als das alte.
Polen hatte sich bereits am Mittwoch zur Teilnahme an der neuen Raketenabwehr bereit erklärt, gefolgt von Rumänien, das sich dem Projekt am Donnerstag anschloss. Nun kündigte auch Fischer an, Tschechien sei bereit, "am Aufbau einer neuen Raketenabwehr-Architektur mitzuwirken".
Gemäss Biden wird das neue Abwehrsystem als Teil der NATO-Strategie im 21. Jahrhundert konzipiert. Im November werde ein amerikanisches Expertenteam in Prag konkrete Gespräche aufnehmen, sagte der US-Vize.
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