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Geschichte
Am 16. September 1970 tagten gleichzeitig aber getrennt die fünf Versammlungen der Ortsgemeinden Au, Dussnang, Fischingen, Oberwangen und Tannegg. Es wurde beschlossen, per 1. Januar 1972 die damaligen Ortsgemeinden aufzulösen und sich unter dem Motto «Einigkeit macht stark» zur Einheitsgemeinde Fischingen zusammenzuschliessen. Als Gemeindename ist Fischingen beibehalten worden, weil dieser Ortsteil zweifellos auf eine grosse, historische Vergangenheit und auch Berühmtheit zurückblicken konnte. Am 26. Februar 2002 entstand durch die regierungsrätliche Genehmigung der neuen Gemeindeordnung die Politische Gemeinde Fischingen.
Au
Die Talsiedlung Au ist als «in der Owe» schon 1275 belegt. Während Wohnhäuser und Landwirtschaftsgebäude zerstreut in der hügeligen Voralpenlandschaft angeordnet sind, bildet das Dörfchen Au die eigentliche Infrastruktur. Um etwa 1830 war einzig die Kirche gemauert, zwei Wohnhäuser bestanden aus Riegelwerk und die übrigen 103 Gebäude aus Holz. 97 von insgesamt 106 Bauten trugen damals Schindeldächer.
Dussnang (Tuzzinwang)
Der Ort Tuzzinwang wird 754 erstmals urkundlich erwähnt. Die am 06. 08. 754 von Rothpaldus an das Kloster St. Gallen geschenkten Güter befanden sich im damaligen Tuzzinwang. Die im 13. Jahrhundert auftauchenden Herren von Dussnang waren Ministralen der Toggenburger, welche ihrerseits im Dienste der Abtei St. Gallen standen. In der Nähe von Dussnang soll in früheren Zeiten eine Burg gestanden haben. Die Niedergerichtsbarkeit über das Dorf gehörte dem Bistum Konstanz, welches das nach der nahen Burg Tannegg benannte Amt Tannegg besass. Dieses ging im Jahre 1693 gesamthaft an das Kloster Fischingen über. Noch vor 140 Jahren zählte Dussnang lediglich 14 Häuser. Dank des im Jahre 1890 gegründeten Kneipp-Kurhauses konnte sich das Dorf stattlich entwickeln.
Fischingen (Vischinen-Piscina)
Der Name Fischingen lautete ursprünglich auf Vischinen, was lateinisch Piscina, also Fischteich bedeutet. Vorgeschichtliche Überreste sind allerdings nicht gefunden worden. Es scheint aber, dass der hintere Teil des Murgtales bis zur Gründung des Klosters ein geschlossener Urwald war. Die Geschichte von Fischingen ist eng mit derjenigen des 1135 von der Abtei Petershausen bei Konstanz gegründeten Klosters verbunden. Gebino, früher Abt in Wagenhausen, führte das mönchische Leben ein, 1138 folgte Waltram, der vom Bischof zum Abt ernannt wurde und ein Klostergebäude samt Kirche und Glockenturm errichtete. Die Sage der heiligen Idda, einer Gräfin von Toggenburg, brachte dem Kloster den Besuch von Wallfahrern. Eine Reliquie der frommen Frau, nämlich ihr Haupt, wurde beim Klosterbrand gerettet, ging aber in den Wirren der Reformation verloren.
Oberwangen (Wanga)
Ebenfalls im Jahre 754 wurden dem Kloster St. Gallen Güter und Hörige «in Wangas» übertragen. Nach 1324 hatte es dort Lehen inne. Weite Teile des ehemaligen Ortsgemeinde-Gebietes gehörten den Toggenburgern, welche die St. Galler Rechte verwalteten und deren Dienstleute sich auf Oberwanger Gebiet niedergelassen hatten. 1693 kam auch Oberwangen als Teil des Tannegger Amtes zum Kloster Fischingen.
Tannegg
Das Tannegger Amt, früher zum Bistum Konstanz gehörend und dann unter die Herrschaft des Klosters Fischingen gekommen, spielte in der Geschichte eine bedeutende Rolle. Leider gehören die urkundlich 1245 belegte Burg und Anlage der Vergangenheit an. Heute zeugt nur noch die kürzlich wieder hergestellte Ruine von ihrer Existenz. Bedeutung erhielt die Burg als Verwaltungszentrum des neu geschaffenen Tannegger Amtes sowie als Bollwerk des Bischofs von Konstanz gegen den Abt von St. Gallen.
Die Burg und ihr später in der Mitte des 14. Jahrhunderts zu einem Städtchen erweiterten Vorwerk wurden 1407 durch die Appenzeller eingeäschert. Vier Jahre später brandschatzten die Zürcher die Gegend. Die Burg entstand wieder, aber das Städtchen, von dessen Stadtrecht und Markt nichts überliefert ist, erwies sich durch seine Höhenlage nordwestlich des Dorfes Dussnang auf dem Tannegger-Grat sowie durch seine Abgeschiedenheit als nicht lebensfähig und ging ein. Der Turm wurde erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts abgetragen und die Tuffquadersteine zum Bau dreier Murgbrücken verwendet.