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a) Tabellen
b) Schuhe (Zeichnungen)
c) Fundverteilung
© Tabellen und Photos aus Carol van Driel-Murray : Women in forts
?, in : Gesellschaft Pro Vindonissa Jahresbericht 1997, 55-61
Erläuterungen zu einem neuen Forschungsansatz :
Wir zeigen
Ihnen Ausschnitte aus den neuen Forschungen von Carol van Driel-Murray.
Die Autorin untersuchte die Reste von Schuhen, die in Vindolanda,
im Auxiliarkastell am Hadrianswall in England, gefunden wurden (vgl.
oben den Brief der Claudia Severa) und verglich die Schuhgrössen,
wobei sie immer auch darauf achtete, wo innerhalb des Auxiliarkastells
die Schuhreste entdeckt wurden. Sie entdeckte, dass es neben grossen
Schuhen auch viele kleinere gab; darauf fasste sie ihre Ergebnisse
in Tabellen zusammen (a). Die Periode II aus dem Anfang der Belegung
des Auxiliarkastells, 90–95 n.Chr., zeigt die Schuhreste, die
im Praetorium gefunden wurden; der Pfeil zeigt auf Nr. 34/35, die
Grenze zwischen den Schuhgrössen von Frauen und jenen von Männern.
Achtung : Im Altertum waren die Leute generell kleiner als heute,
was Sie unschwer an den Rüstungen ersehen können. Offenbar
gab es damals nur eine Frau und ein Kind, die Familie des Kommandanten,
sonst nur Männer. Die Periode III (95–104 n.Chr.) weist
eine andere Verteilung auf : verschiedene Individuen können erfasst
werden (ihre Nummern 1–6); auch diese Funde stammen aus dem Praetorium
: elegante Frauenschuhe (die Autorin nimmt an, dass sie Lepidina,
der Ehefrau des Kommandanten Flavius Cerialis und Adressatin des Geburtstagseinladung,
gehörten ; der Schuhfabrikant, L. Aebutius Thales, hat seinen
Namen in das Leder eingestempelt); dazu gibt es mehrere Kinderschuhe
von vermutlich drei Kindern. 104 n.Chr. wurde die cohors IX Batavorum
abgelöst und durch die cohors I Tungrorum
ersetzt. In
Periode IV verschwinden die Individuen, doch Frauen und Kinder sind
immer noch nachweisbar, auch nach 120 n.Chr. (Perioden V und VI).
Die Zeichnungen in (b) zeigen die eleganten Frauenschuhe, höchstwahrscheinlich
von Lepidina sowie von einem Kind.
Im Plan (c) ist die Fundverteilung der Schuhreste der Periode IV nach
dem Abzug der cohors IX Batavorum
eingezeichnet, als die nachfolgende
erste tungrische Kohorte des ehemaligen Prätoriums Baracken für
die Soldaten erbaute. Auch in diesen Baracken fanden sich Frauen-
und Kinderschuhe.