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Nach der offiziellen Version der Geschichte wurde Alfonsina am 29. Mai 1892 in Sala Capriasca geboren (nach einer anderen am 22. Mai). Als die einjährige Alfonsina noch im Tessiner Dorf spielte, fuhr die Toulouser Wäscherin Berthe Gardès wie Tausende anderer Immigranten nach Buenos Aires. Damals war ihr Söhnchen Charles, nach der Ankunft Carlitos, zwei Jahre alt, vielleicht aber auch schon sechs (auch von Carlos Gardel kursieren zwei Geburtsdaten). Alfonsina und Carlos wurden zu Stars nicht nur ihrer Zeit.
„Singen wir einen Tango“, flüstert Carlos, „zur Feier des Tages, heute ist einer deiner Geburtstage, nicht wahr?“. Alfonsina hat nichts dagegen, damals, in Buenos Aires, sang sie gerne Tangolieder, damals, als alle drei noch lebten. „Cantemos pues …“. Aber Borges will nicht mitsingen, heute hat er keine Passion für Fiktion.
http://www.youtube.com/watch?v=Rk07q-pyaB8
Carlos Gardel drehte diese Filmszene kurz vor seinem Tod am 24. Juni 1935 (auf einer Lateinamerika-Tournee stürzte das Flugzeug ab), aber der Film kam erst 1936 in die Kinos. Regie führte Harry John Reinhardt, ein deutscher Emigrant in Hollywood, der sich mit Filmen für den lateinamerikanischen Markt einen Namen machte. Carlos Gardel trat in vielen Filmen auf, hier in „Blonde aus New York“ (1934).
Der schauspielernde Tangosänger entsprach dem Typus des singenden Kinostars auch im deutschsprachigen Film – hier der Wiener Wolf Albach-Retty in Winternachtstraum (1935), mit Magda Schneider; drei Jahre später wurde Tochter Romy Schneider geboren.
Gardel, Storni und Borges wurden, wie es sich gehört, auf Prominentenfriedhöfen begraben. Carlos‘ und Alfonsinas Gräber liegen nicht weit voneinander im Friedhof La Chacarita in Buenos Aires. Borges aber wurde auf der anderen Seite des Atlantiks begraben, sein Grab ist im Genfer Cimetière des Rois. Im Café Tortoni ist ein kleiner Salon für Alfonsina eingerichtet.