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Der 59-jährige Guy Parmelin ist als Bauernsohn im Waadtländer Dorf Bursins bei Nyon aufgewachsen. Nach dem Gymnasium lernte er Landwirt auf einem Hof im deutschsprachigen Teil des Kantons Fribourg. 1979 erhielt an der Landwirtschaftsschule in Marcelin VD das Diplom als Landwirt EFZ, 1985 den eidgenössischen Fachausweis als Betriebsleiter Weinbau.
1993 trat Parmelin als Präsident des Einwohnerrats von Bursins in die Politik ein. Von 1994 bis 2003 war er Mitglied des Grossen Rates des Kantons Waadt. Von 2000 bis 2004 präsidierte er die Waadtländer SVP, wobei er als pragmatischer SVP-Politiker nahe der Mitte eingeschätzt wurde.
Parmelin ist Landwirt und Winzer, dessen Hof ohne Nebenerwerb nicht überleben würde
Das Landgut verströmt aber nicht die klassische Waadtländer Winzer-Idylle. «Eingeklemmt zwischen Autobahn und der Eisenbahn-Seelinie trotzt die Familie dem Druck auf ihr Kulturland», schreibt die «BauernZeitung».
In einem Interview erklärte Parmelin, dass sein Landgut in Bursins jährlich 69'000 Franken Zuschüsse des Bundes erhält. Der Gesamtumsatz des Hofes betrage 330'000 Franken. Zu wenig für zwei Familien, wie Parmelin sagt: «Hätte ich kein Einkommen aus der Politik, müsste einer von uns Brüdern noch anderswo Geld verdienen.»
In Bern vertritt Parmelin die Blocher-Linie innerhalb der SVP – mit Waadtländer Gemütlichkeit
2003 wählten ihn die Waadtländer nach Bern. Als Nationalrat widmete er 80 Prozent seiner Zeit der Politik und noch 20 Prozent seinem Landgut. Parallel dazu war Parmelin Vize-Präsident des Verwaltungsrates der Fenaco-Unternehmensgruppe.
Im Nationalrat machte sich Parmelin mit soliden Dossierkenntnissen und der Bereitschaft zum Dialog einen Namen. In Bern haben sich seine Positionen aber verhärtet. Er vertritt die Blocher-Linie innerhalb der SVP, zeigt sich in der Form aber milder als im Inhalt: «Es kommt auch auf die Art und Weise an, wie man Sachen sagt. Man muss weder brüllen noch ein übertriebenes Vokabular benutzen.»
In der spektakulären Rochade im Bundesrat vom 7. Dezember 2018 konnte er das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) übernehmen. Dieses wird er ab dem 1. Januar 2019 führen. Zu seinen Zielen hielt sich der neue Landwirtschaftsminister in den ersten Interviews bedeckt, sagte nur: «Was erreicht wurde, muss konsolidiert werden.»
Welche Landwirtschafts-Politik wird Guy Parmelin in den nächsten Jahren einschlagen?
Im Dezember 2015 bezeichnete die «BauernZeitung» Guy Parmelin noch als «sicheren Wert für die Anliegen des Schweizer Bauernverbandes SBV und dessen Lobby-Arbeit. Zwischen Parmelin und die offizielle Verbandspolitik geht kein Blatt Verordnungspapier.»
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