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9.12.1930, Solothurn - 12.7.2000, Bern
Skulpturen, Objektkunst, Malerei, Grafik
Franz Eggenschwiler wurde am 9.12.1930 in Solothurn geboren. Er verstarb nach zwei Hirnschlägen am 12. Juli 2000 im Berner Inselspital.
Er entwickelte unter dem Einfluss von J. Beuys eine Objektsprache, die sowohl den Symbolfunktionen und der individuellen Poesie der Alltagsdinge nachspürte. Sie führte ihn in eine Dingwelt ohne moralische Belastung. Dieser Perspektivwechsel ermöglichte es ihm, die Schrottberge der Von Roll-Werke von Gerlafingen in eine Märchenlandschaft voller Magie und rätselhafter Zeichen zu verwandeln
Die besondere Faszination für den Druckvorgang liessen ihn u.a. eine innovative Art des Offset- und Holzdrucks entwickeln. Beim Holzdruck übertrug er die Formen auf eine furnierte Holzplatte, sägte sie aus und setzte sie für den Druck wieder zusammen. Die Struktur und Maserung der verschiedenen Holzplatten bezog er gezielt ein und druckte die einzelnen «Puzzle-Teile» in ganz präziser Farbgebung, häufig in mehreren Schichten. Inhaltlich basierten sie oft auf den sog. «Telefonskizzen», Zeichnungen, die fast beiläufig beim Telefonieren entstanden und oftmals Ideengrundlagen lieferten.
Seine Jugend war durch eine streng katholische Erziehung geprägt. Nach der Grundschule in Biberist machte er eine Lehre als Glasmaler. Gleichzeitig mit D. Roth, B. Luginbühl, R. Iseli und R. Memprecht war er Kunstgewerbeschüler in Bern und bildete sich dann in der Malschule von M. von Mühlenen weiter. Von 1951-1968 war er als Glasmaler in Bern tätig und von 1955-1971 bildete er mit P. Meier, K. Vetter und R. Wälti die «Berner Arbeitsgemeinschaft».
Anfänglich schuf Franz Eggenschwiler Bilder, Skulpturen und Grafiken in Anlehnung an den Konstruktivismus.
Ab 1967 begann er, aus Fundgegenständen und Abfällen Assemblagen und Objekte zu gestalten und Schmuck anzufertigen.
Die Grafik wurde neben der Plastik und der Kunst am Bau für Firmen und öffentliche Institutionen zu einem Schwerpunkt in seinem künstlerischen Arbeitsprozess. Für Grafik und Zeichnen hatte er von 1981-1996 auch eine Professur an der Kunstakademie in Düsseldorf inne, nachdem er 1980/81 dank eines Stipendiums des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Berlin tätig war.
1971 erhielt er den Förder- und 1980 den Kunstpreis des Kantons Solothurn. Er nahm 1972 an der «Documenta 5» in Kassel teil. Er stellte in Galerien und Museen v.a. in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz (u.a. im Kunstmuseum Basel) aus.
Nach dem Brand seines Wohn- und Atelierhauses, bei dem viele seiner Werke und von Künstlerfreunden verbrannten, wurde die «Franz und Rosemarie Eggenschwiler-Stiftung» gegründet, die einen Neubau für seine weitere Tätigkeit sowie Ausstellungen diverser Künstler ermöglichte.
Von Anbeginn der künstlerischen Arbeit Franz Eggenschwilers geht neben dem Erschaffen von Objektsammlungen, Objekten und technisch perfekten grafischen Folgen und Einzelblättern die Entstehung von Telefonzeichnungen einher: Beiläufige Kritzeleien, gedankenlose Zeichnungen ohne zweckdienlichen Zusammenhang mit dem gleichzeitigen Gespräch, automatische, mechanische Bewegungen der Hand, die einen Stift, einen Kugel- oder Filzschreiber oder was sich gerade anbietet, hält und damit auf herumliegende Zettel zeichnet.