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In Chile halten ausgedehnte Waldbrände die Einsatzkräfte in Atem. Rund 130'000 Hektar Wald- und Wiesenfläche sind betroffen, das ist eine Fläche zweimal so gross wie die der Sechs-Millionen-Metropole Santiago de Chile.
Nach Angaben der nationalen Forstbehörde CONAF gab es am Montag noch über hundert Brandherde in verschiedenen Regionen. Chiles Präsidentin Michelle Bachelet sagte ihre für Dienstag geplante Reise zum Lateinamerika-Gipfel in der Dominikanischen Republik und nach Haiti ab. «Wir begegnen der grössten Waldkatastrophe unserer Geschichte, aber wir werden den Notstand überstehen», twitterte sie.
Innenminister Mario Fernández erklärte vor dem Parlament, es könne Brandstiftung als Ursache nicht ausgeschlossen werden. In O'Higgins, wo knapp 100'000 Hektar zerstört wurden, führte die Staatsanwaltschaft mindestens einen der Grossbrände darauf zurück, dass Äste mit Stromleitungen in Kontakt geraten waren. Dies habe sich wegen ausgebliebener Wartungsarbeiten der Elektrizitäts-Unternehmen ereignet, die die Leitungen frei halten sollten, erklärte Staatsanwalt Emiliano Arias. Rund 200 Menschen wurden aus dem Gebiet in Sicherheit gebracht.
Um Cauquenes, 350 Kilometer südlich von Santiago de Chile, sind 40 Weingüter in Flammen aufgegangen. Die Einsatzkräfte brachten in den vergangenen Tagen mit der Unterstützung von 37 Flugzeugen und Helikoptern rund hundert Brände unter Kontrolle. In den Regionen O'Higgins und Biobío herrscht weiterhin Alarmstufe rot. Mexiko, Kanada, Frankreich und Brasilien haben der chilenischen Regierung Unterstützung bei der Brandbekämpfung zugesagt. (sda/dpa/afp)