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Leadership
Wie die «Sympathielücke» die Teamarbeit behindert
Zwei Personen, die sich zum ersten Mal treffen, unterschätzen routinemässig, wie sehr ihr Gegenüber sie mag. Psychologen nennen das die «Sympathielücke» (engl.: Linking Gap).
Eine neue Studie zeigt, dass die Sympathielücke auch in Gruppen auftritt und sich darauf auswirkt, wie Gruppen funktionieren.
Experimente ergaben, dass die Teilnehmer ihr Gegenüber mehr mochten, als sie glaubten, dass ihr Gegenüber sie mag. Zudem hielten sie sich selbst für die unbeliebteste Person in der Gruppe. Dazu kommt, dass die Fehlwahrnehmungen am stärksten unter Gleichaltrigen auftreten.
Die geringe Einschätzung der eigenen Sympathie verringert die Bereitschaft, andere um Hilfe zu bitten, ehrliches Feedback zu geben und in Zukunft zusammenzuarbeiten. Dies wiederum verringert die Effektivität des Teams und die Arbeitszufriedenheit.
Eine mögliche Erklärung für die Sympathielücke: Menschen neigen dazu, sich auf positive Gedanken zu konzentrieren, wenn sie darüber nachdenken, wie sehr sie jemand anderen mögen («Ich freue mich, dass sie befördert wurde»). Jedoch verfallen sie in negative Gedanken, wenn sie darüber nachdenken, wie andere sie sehen («Ich wurde befördert, also könnte jemand neidisch sein»).
Fazit: Leitungspersonen sollten sich nicht nur Gedanken darüber machen, wie Teamkollegen einander sehen, sondern auch darüber, wie Teammitglieder denken, dass sie selbst gesehen werden.
Die Korrektur falscher Wahrnehmungen könnte die Zufriedenheit und Leistung des Teams steigern.
«Wenn die Menschen nur wüssten, wie positiv ihre Teamkollegen tatsächlich über sie denken, könnten sie besser kommunizieren, sich in ihren Teams mehr einbezogen fühlen und wären insgesamt zufriedener mit ihrer Arbeit.»