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Trotz ansprechender Instrumentierung, ordentlich fetter Produktion und den fraglos sehr überzeugenden Leadvocals von Bengt Christer Göransson hat es bisher jedoch nicht zu höheren Weihen gereicht. Hört man sich vor allem die neue Mucke aufmerksam an, weiss man bald, warum Stilbrüder wie Judas Priest, Iron Maiden oder Saxon schon zu der Zeit weit voraus waren, als Mindless Sinner 1983 ihre erste EP «Master Of Evil» auf die Menschheit losliessen. Im Infoblatt steht "Die EP «Master Of Evil» ist für jede 80er Metal-Sammlung unverzichtbar." Sowas schürt natürlich die Erwartungen, die aber aus Erfahrung bewusst tief gehalten werden. Der erste Durchlauf der Zitat "vier kultigen Lieder" bestätigt dann einmal mehr, dass der Wille sicher da war und Mr. Göransson schon in jungen Jahren spürbares Potenzial aufwies. Die Anfänge klangen dann entsprechend auch nach Judas Priest (mehr), Iron Maiden (weniger) oder zum Beispiel den frühen Def Leppard. Letztere hatten aber schon von Anfang an Songs am Start, die gleich hängen blieben! Man denke da an «Getcha Rocks Off» oder den Killer-Track "The Overture" (1979), die anschliessend als «Overture» und «Rocks Off» auf dem legendären Debüt «On Through The Night» (1980) landeten. Der Rest ist Geschichte. Das Frühwerk von Mindless Sinner hinterlässt hingegen keine allzu grossen Glücksgefühle, und das Ganze riecht simpel nach Geldmaschine. Nicht, dass einige alte Trouvaillen und dabei vor allem alter geiler US-Metal Shit durchaus eine zweite wie letzte Chance verdient haben, noch ein paar zusätzliche Käufer zu finden. Ob da die EP «Master Of Evil», angereichert mit fünf Demo-Songs von 1983, "unverzichtbar" ist, müssen Puristen dieser Genre-Ecke mit sich selber ausmachen.
Rockslave