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Geschichte der Post im Klöntal
Texte und Abbildungen von Jakob Kubli
Das Glarnerland ist bekanntlich eine aussergewöhnlich stempelreiche Gegend. So gab es bis zur Einführung der Postleitzahlen im Jahre 1964 über 700 verschiedene Stempel. Darunter gibt es Seltenheiten, die man bisher erst in wenigen Exemplaren kennt. Auch das Klöntal hat eine interessante Postgeschichte, die wir anhand von Dokumenten der Post nachzuzeichnen versuchen.
Mit der Einführung einer Postwagenverbindung ins Klöntal während den Sommermonaten wurden im Juni 1914 an der zu befahrenden Strecke zwei Postdienststellen eingerichtet. Nach Abklärungen der verschiedenen Amts- und Dienststellen entschied man sich, im Vorauen (hinten am See) eine rechnungspflichtige Postablage einzurichten. Man einigte sich im Hinblick auf einen späteren allfälligen Domizilwechsel auf die Ortsbezeichnung "Klönthal“ (alte Schreibweise), die für die ganze Talschaft galt. Vorn am See wurde im Gasthaus "Rhodannenberg“ zudem eine Reisenden-Einschreibestelle eingerichtet. Für diese Poststelle wurde ein Stabstempel “Rhodannenberg (Glarus)“ geschaffen. Es war vorgesehen, die beiden Poststellen während der Saison der Postautokurse vom 15. Juni bis 15. September offen zu halten. Der Erste Weltkrieg machte diesem Vorhaben aber ein jähes Ende. Nach der Mobilmachung mussten anfangs August 1914 die Postwagenkurse ins Klöntal eingestellt werden und die beiden Poststellen wurden aufgehoben. Erst im Jahre 1927 konnten auf Gesuch hin die Postautokurse Glarus – Riedern – Klöntal wieder aufgenommen werden. Die Wiedereinrichtung der Poststelle im Vorauen erfolgte aber erst im Juni 1941.
Auf dem neu geschaffenen Datumstempel übernahm man die inzwischen gebräuchliche Schreibweise "Klöntal“. Die Poststelle "Rhodannenberg“ hingegen wurde nicht mehr eröffnet. Da der "Rhodannenberg“-Stempel somit nur rund 1½ Monate eingesetzt worden war, sind Belege sehr selten und gesucht. Mit der Einführung des automatisierten Briefpostvertriebes im Jahre 1964 erhielt das Klöntal wie der Hauptort Glarus die Postleitzahl 8750 zugesprochen. Mit Ausnahme einer Auswechslung des lädierten Stempels im Jahre 1980 gab es keine Stempeländerung mehr. Im Jahre 1993 beschloss die Kreispostdirektion St. Gallen, zu deren Rayon auch das Glarnerland gehörte, die Postagentur Klöntal im Vorauen am Ende der Sommersaison aus Kostengründen aufzuheben.
Somit ging am 16. Oktober 1993 die wechselvolle Postgeschichte des Klöntals zu Ende.