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Dieser magnetoelektrische Effekt ist technologisch nutzbar, um zum Beispiel magnetische Information elektrisch zu schreiben oder stromlose Magnetfeldsensoren auszulesen. Da er in der Regel aber sehr schwach ist, suchen wir Materialien mit einer stärkeren Kopplung zwischen Magnetismus und Ferrolektrizität. Epitaktisch gewachsene Seltenenerd-Manganat- Filme stellen eine vielversprechende Materialklasse dar. In ihr entsteht der Magnetismus über das Ordnen des Manganmoments und diese Ordnung verursacht eine strukturelle Verzerrung in der Kristallstruktur, die wiederum eine elektrische Polarisation nach sich zieht. Die strukturell bedingte Verknüpfung zwischen Magnetismus und Ferroelektrizität resultiert in einer starken magnetoelektrischen Kopplung mit einer großen elektrischen Polarisation.
Mit Neutronenstreuexperimenten können wir sowohl die magnetische Struktur aufklären als auch ein magnetisches Tiefenprofil des Filmes gewinnen. Von besonderem Interesse ist dabei der Einfluss wachstumsinduzierter Verspannungen an der Substrat-Film Grenzfläche auf die magnetischen Eigenschaften. Unsere bisherigen Messungen zeigen, dass diese Verspannungen zum gleichzeitigen Auftreten verschiedener Ordnungsparameter führen: Im ferrolektrischen Film geht eine ferromagnetische Schicht an der Grenzfläche allmählich über in eine antiferromagnetisch geordnete Struktur. Da die verschiedenen Ordnungen stark miteinander gekoppelt sind, besteht ein großes Potential im Hinblick auf die technische Nutzung dieser Materialien.