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Christoph Vitali
Am 18. Dezember 2019 ist Christoph Vitali an den Folgen einer Operation verstorben. Er war 79 Jahre alt. Er wuchs in Zürich auf, studierte Jura an der Uni Zürich und erlangte das Anwaltspatent. 1961 lernte er Dorothee Bosshard kennen. Die beiden heirateten 1966 und noch im gleichen Jahr kam Sohn David zur Welt. Die Söhne Samuel und Michael folgten 1968 und 1971.
1969 wechselte Christoph Vitali von der Anwaltskanzlei in Winterthur in die Stadtverwaltung, wo er unter Stadtpräsident Sigmund Widmer die Kultur unserer Stadt wesentlich prägte.
Ab 1979 folgten dreissig fulminante Jahre in Deutschland und Basel, in denen er jeweils zwischen seinem Arbeitsort und dem Familienwohnsitz am Lindenhof pendelte. Arbeit und Familie verschmolzen oft miteinander. Er liebte es, an Wochenenden und vor allem in den Ferien für Familie und Freunde kulinarische Köstlichkeiten zuzubereiten.
In Frankfurt leitete er als Verwaltungsdirektor das Dreispartenhaus Städtische Bühnen. 1985 bot sich ihm die Möglichkeit zu einem neuen Karriereschritt: er wurde Direktor der neu gegründeten Kunsthalle Schirn und dem Theater am Turm in Frankfurt. Zahlreiche berühmte Ausstellungen wie die erste Kandinsky-Retrospektive fanden unter seiner Ägide statt. 1993 wurde er nach München gerufen, um die Leitung des Hauses der Kunst zu übernehmen. Für ihn waren die zehn Jahre in der bayerischen Metropole die beste Zeit, wie er selber sagte. Für Ausstellungen wie die Barns Collection oder «Die Nacht» strömte das Publikum zu Tausenden ins Museum. Hier fanden die ersten Ausstellungen während der Nacht statt.
2003 kehrte Christoph Vitali in die Schweiz zurück, wo er als Direktor das Museum der Fondation Beyeler mit grosser Begeisterung leitete. Seine Ausstellungen gelten als legendär und lockten breite Bevölkerungsschichten ins Museum.
Nach zwei weiteren Jahren in Bonn kehrte er 2009 schliesslich an die Lindenhofstrasse zurück. Hier konnte er im Kreise seiner Familie etwas zurücklehnen, auch wenn er bis kurz vor seinem Tod zahlreiche Reisen nach Deutschland und Basel zu Vernissagen unternahm.
Vor allem in den 1970er-Jahren hat Christoph Vitali das kulturelle Leben unserer Stadt geprägt. Er hat Welttheater der bekanntesten Regisseure mit ihren hervorragenden Inszenierungen in das Theater 11 und die Gessnerallee gebracht.
Er wird fehlen.
Christine Schmuki