Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03661.jsonl.gz/134

Ende vergangener Woche sorgten in Brasilien die Ergebnisse einer Studie über Vergewaltigungen für Aufsehen. Jetzt räumte das Forschungsinstitut Ipea, das die Umfrage durchgeführt hatte, Fehler ein und korrigierte die Zahlen von zwei Antworten. Danach stimmten “nur” 26 Prozent der Aussage ganz oder teilweise zu, dass Frauen in knapper Bekleidung eine “Attacke” verdienen würden. In der ersten Veröffentlichung des Institutes war die Zahl mit 65,1 Prozent angegeben worden. In Wirklichkeit hätten sich jedoch 70 Prozent der Befragten gegen die Affirmation ausgesprochen.
Bei der Veröffentlichung der Studie seien die Zahlen allerdings vertauscht worden, heißt es in einer Pressemitteilung. Die 65,1 Prozent der Zustimmung haben sich vielmehr auf die Aussage bezogen, dass Frauen, die von ihrem Partner geschlagen werden und diesen dennoch nicht verlassen es mögen, Prügel zu beziehen.
Das renommierte Institut, das der Regierung angelehnt ist, bedauerte den Fehler. Der Zahlendreher bei zwei der insgesamt 41 Fragen reduziere zwar das Ausmaß bezüglich der Aussage mit der knappen Kleidung, die Gesamtaussage der Studie bleibe indes erhalten. Nichts ändert sich beispielsweise an dem Ergebnis, dass 58,5 Prozent der Befragten zustimmen, dass es weniger Vergewaltigungen gäbe, wenn Frauen sich zu benehmen wüssten.
Der Aufruf in den sozialen Netzwerken, wie der einer Journalistin im Facebook, zu einer Nulltoleranz gegenüber solcher Vorurteile bleibt bestehen. Zu einer Nulltoleranz von Gewalt gegenüber Frauen hatte nach Bekanntwerden der Studie auch Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff aufgerufen.
Angesichts des Fehlers bei der Veröffentlichung der Studie ist der Direktor des Institutes, Rafael Guerreiro Osorio, bereits zurückgetreten. Er bleibt dem Institut jedoch als Forscher erhalten.