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Das Schweizer Neutralitätsverständnis löst in der Ukraine Kopfschütteln aus: Die Ukrainerinnen und Ukrainer verstünden nicht, wie die Schweiz ihre Neutralität auslege, sagte der Schweizer Botschafter in der Ukraine, Claude Wild. «Manchmal gibt es Verärgerung.»
Nach der erneuten Absage an Deutschlands Antrag für die Lieferung von in der Schweiz hergestellter Munition an die Ukraine kritisierten Blogger die Schweiz scharf, sagte der Botschafter in einem am Montag veröffentlichten Interview von «Arcinfo» und «Le Nouvelliste».
Man müsse den Ukrainern immer wieder die Position der Schweiz und ihre Neutralität erklären, so Wild. Die beste Antwort sei das, was die Schweiz vor Ort tue: «Je effizienter unsere humanitäre Hilfe ist, desto besser werden wir verstanden».
Eine Lektion in Resilienz
Der Botschafter, der Ende Februar, als russische Soldaten Kiew bedrohten, von Spezialkräften der Schweizer Armee aus dem Land geholt worden war, kehrte im Mai auf seinen Posten in der ukrainischen Hauptstadt zurück und arbeitet nun an den verschiedenen Nothilfeaktionen der Schweiz für die Ukraine.
Die russische Invasion brachte vieles durcheinander, «doch etwa zwei Wochen nach Beginn der Kämpfe funktionierte alles wieder erstaunlich gut», so Wild. Selbst als die Schweizer Botschaft geschlossen wurde, leisteten lokale Mitarbeiter «enorme Anstrengungen», um den Transport der humanitären Hilfe zu erleichtern.
«Die Ukraine hat der ganzen Welt eine Lektion in Sachen Widerstandsfähigkeit erteilt. Die lokalen Volksvertreter haben die Dinge in die Hand genommen», betonte der Diplomat.