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Am Ende des Kalten Krieges, Ende der 1980er Jahre, zählte die Schweizer Armee 800000 dienstpflichtige Männer und einige freiwillige Frauen. Die Kader dieses Massenheers hatten in den allermeisten Fällen auch wichtige Posten in der Wirtschaft inne.
Als sich Matthis Cabiallavetta als Arbeiterkind aus Chur ohne Offiziersrang anmachte, Chef der damaligen Bankgesellschaft zu werden, war das ein Sensation. Das Finanzinstitut galt als «Militärbank», was bedeutete, dass der unternehmerische und militärische Aufstieg der Banker meistens parallel verlief.
Die damalige Schweiz rechnete jederzeit mit dem Ausbruch eines totalen Krieges zwischen Ost und West oder wenigstens einer ernsthaften Krise zwischen den beiden verfeindeten ideologischen Blöcken. Das Schweizer Mittel dagegen: Es wurde geübt, gedrillt und nochmals geübt. Einmal, zweimal, tausend Mal. Führungsprinzipien und Krisentraining – durchexerziert in zahllosen Übungen – galten als einziges probates Mittel, damit sich die Eidgenossenschaft in einem Konflikt behaupten konnte.
Heute ist dieses Know-how der Krisenbewältigung verloren. Die damaligen Führungskader und Kalter Krieger geniessen längst ihren Ruhestand und wurden durch Persönlichkeiten ersetzt, die sich nie auf eine Krisenbewältigung vorbereitet haben und die deshalb die aktuelle Covid-Krise auf dem falschen Fuss erwischte.
Zurück in den Kalten Krieg will niemand, und ob die alten Militärs die heutige Herausforderung besser bewältigt hätten als die heutige Führung, weiss niemand. Sicher ist aber: Sie wären geübt gewesen.
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