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Zerfall einer Geishavon Lula Pergoletti Der Brite Nigel Lowery präsentiert am Berner Stadttheater die vierte Operninszenierung, bei der er für Regie, Kostüme und Bühnenbild verantwortlich ist. «Madama Butterfly» handelt vom Zerfall einer Liebe und einer Gesellschaft.
Ein Offizier der US-Marine (Xavier Moreno) verliebt sich in die junge japanische Geisha Cho-Cho-San alias Madama Butterfly (Lana Kos), die er schleunigst heiratet. Für ihn ist das eine nicht ganz so ernste Sache wie für sie. Als der Offizier nach drei Jahren, die er in seiner Heimat verbrachte, wieder nach Japan zurückkehrt, wartet sie mit ihrem gemeinsamen Sohn auf ihn. Doch er kommt nicht. Diese Wahrheit schmerzt die Geisha zu sehr, um weiterzuleben.
Nagasaki wird zur Betonwüste
Das Stadttheater Bern bringt Giacomo Puccinis exotische Oper von 1904 auf die Bühne. «Madama Butterfly» ist nach Gounods «Faust» 2017 bereits die vierte Operninszenierung für Konzert Theater Bern des Engländers Nigel Lowery. Nicht zuletzt dank der sorgfältigen Ausstattung und des britischen Humors waren die Inszenierungen erfolgreich. Denn: Auch in dieser Produktion zeichnet Lowery nebst der Regie auch für Kostüme und das Bühnenbild verantwortlich.
Lowery versieht die dreiaktige Oper mit einem Zeitsprung: Von der Ausstattung her beginnt die Geschichte etwa zur Entstehungszeit der Oper. Anfangs werde ein idealisiertes Japanbild mit freier Sicht auf die Bucht von Nagasaki gezeigt, sagt der Dramaturg Gerhard Herfeldt. Der zweite Teil hingegen sei deutlich moderner und weiter fortgeschritten, eher in Richtung 60er-Jahre. «Die Szenerie verändert sich im Laufe des Abends. Nach und nach wird Nagasaki zur Betonwüste, die Umgebung wird immer düsterer.» Auch gebe es Bezüge zur modernen japanischen Kultur, wie etwa eine Pantomime in Manga-Optik.