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Rindvieh: Wann ist eine Kuh effizient?
Was ist eine effiziente Kuh? Ist eine effiziente Kuh, eine Kuh, die möglichst viel Milch gibt? Oder ist eine effiziente Kuh eine Kuh, die im Verhältnis zum eingesetzten Futter eine angemessene Menge Milch produziert? Der Landwirt wirtschaftet erfolgreich, wenn nach Abzug der Kosten von seinem Ertrag ein Gewinn übrig bleibt.
Manchmal lässt man sich vom Offensichtlichen blenden. Nehmen wir ein Beispiel: Eine Simmentaler Mutterkuh mit einem Lebendgewicht von 778 kg führt ein Kuhkalb, welches nach 266 Lebendtagen ein Gewicht von 402 kg erreicht hat. Eine Dexterkuh mit einem Lebendgewicht von 226 kg hat ein Kuhkalb, welches nach 211 Lebendtage ein Lebendgewicht von 138 kg erreicht hat.
Welche Kuh ist bei gleicher Futtergrundlage effizienter? Das Kalb der Simmentalerkuh hat zwar einen Tageszuwachs von über 1,5 kg, wogegen das Dexterkalb nur auf einen Tageszuwachs von 600 g kommt. Das Dexterkalb hat aber nach 211 Tagen bereits 61% des Körpergewichtes seiner Mutter erreicht. Das Simmentalerkalb nach 266 Tagen erst 51% des Körpergewichtes seiner Mutter. Welche Kuh ist nun effizienter?
Damit sich der Produzent in seiner Effizienz weiterentwickeln kann, muss er seine Produktionsdaten aufzeichnen und vergleichen. Er muss sich tagtäglich auf seinem Betrieb fragen, was er besser machen könnte. Durch diese Verhaltensweise unterscheiden sich erfolgreiche von durchschnittlichen Landwirten.
Adrian Dietrich, Inforama Hondrich
Mutterkühe: Sorghum als Alternative in der Mutterkuh-Ration
Trotz grosser Trockenheit hat dieses Jahr die Sorghumkultur mit Saattermin Ende Mai beachtlichen Ertrag geliefert. Die Kultur bietet eine mögliche Trockenheitsversicherung und kann als Alternative zum Maisanbau geprüft werden.
Die Gehalte von Sorghum lassen sich mit einer Grassilage im Stadium 4 vergleichen. Wird das Sorghum nicht zu trocken siliert, kann das Häckselgut besser verdichtet werden und fördert die Schmackhaftigkeit des Futters.
Mit einem Energiegehalt von rund 5 MJ NEL pro kg TS lässt sich Sorghum ideal mit Grassilage und Dürrfutter kombinieren. Eine Verfettung der Kühe mit negativen Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit und die Abkalbe-Eigenschaften kann vermieden werden.
Eine nach NEL, APDE und APDN ausgeglichene Ration mit 12 kg Tagesmilch kann gut zusammengestellt werden. Wenn die Kälber im Kälberschlupf mit gehaltvollerem Grundfutter zugefüttert werden, sind Tageszunahmen von über 1200 g pro Tag realistisch. Unter diesen Aspekten kann eine bedarfsgerechte Ration für Kuh und Kalb zusammengestellt werden.
Reto Spörri, LZ Liebegg
Schweine: Auf starken Klauen durch den Winter
Die Gefahr für eine schleichende Verschlechterung der Klauengesundheit ist im Winter besonders gross. Verschiedene Faktoren begünstigen dies: Durch die kälteren Temperaturen ist die Durchblutung der Extremitäten vermindert und Verletzungen heilen langsamer. Die geringere Sonneneinstrahlung lässt Böden länger feucht sein und Keime werden weniger abgetötet. Ein Vorteil ist, dass sich Keime bei tiefen Temperaturen auch weniger schnell vermehren können.
Bevor über Fütterung, Genetik und Aufzucht diskutiert wird, gilt es die
Verletzungsursachen auf den Betrieben zu eliminieren. Kleine Absätze, hervorstehende Schraubköpfe oder unebene Böden führen zu Rissen in den Klauen und damit zu einer idealen Eintrittspforte für Keime.
Es lohnt sich, diesen Risiken gezielt nachzugehen. Am einfachsten geschieht dies während dem Misten: Überall, wo man mit dem Mistschaber hängen bleibt, kann sich eine Sau verletzen. Hinkende Sauen sind zu behandeln und zu separieren, damit sie sich erholen können.
Lukas Schulthess, Strickhof
Geflügel: Micarna eröffnet modernen Elterntierpark in Siders VS
Der neue Elterntierpark in Siders VS ist einer der modernsten in Europa. Er nimmt in Januar 2019 den Betrieb auf. Der Elterntierpark gilt als Vorzeigeprojekt in Bezug auf die Aufzucht von Elterntieren für die Pouletmast. Pro Jahr werden 8 Mio Bruteier produziert.
Die Ställe bestehen aus vier Hallen à 2000 Quadratmeter mit je einem Wintergarten à 630 Quadratmeter. Pro Halle ist Platz für 12 500 Tiere (11 500 Hennen/1000 Hähne).
Die Wintergärten sind gemäss Micarna ein Novum in der weltweiten Bruteier-Produktion für die Pouletmast.
Die Elterntiere haben in diesem Stall rund 40 Prozent mehr Platz als in vergleichbaren Betrieben in Europa. Weitere Pluspunkte im Bereich Tierwohl sind: Helligkeit durch Tageslicht, Körnerstreuer um das natürliche Scharr- und Pick-Verhalten zu fördern, Sprühkühlung, erhöhte Sitzgelegenheiten und grosszügig angelegte Legenester.
Im Neubau kommt eine Tunnelbelüftung zum Einsatz. Die Luft wird aus den Hallen mittels Staubfilter und Biofiltern gereinigt. Ein Kotband unter den Rosten transportiert den Kot automatisch ans Ende des Stalls. Ammoniak-Emissionen werden damit tief gehalten. Der getrocknete Kot wird durch die Walliser Dünger-Firma «Optisol» weiterverarbeitet.
«Noch nicht geplant, aber angedacht sind zwei weitere Parks in dieser Grössenordnung», sagt Micarna-Projektleiter Anton Grub. Mit dem Ausbau ihrer Produktionskapazitäten will die Micarna Abhängigkeiten verringern.
Martina Rüegger
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