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ADHS steht für Aufmerksamkeits-Defizit-Störung mit oder ohne Hyperaktivität. Zu tun hat diese komplexe Veranlagung mit dem Botenstoffsystem im Gehirn, sogenannten Neurotransmittern wie Dopamin, Noradrenalin.
Als Ursache gelten genetische Faktoren und ein Ungleichgewicht der Botenstoffe (Neurotransmitter). Umwelteinflüsse können dabei verstärkend wirken und es kommt zu einem Wechselspiel. Die Kernsymptome (Merkmale) dieser Entwicklungsstörung sind: Unaufmerksamkeit, Impulsivität und eventuell Hyper- oder Hypoaktivität. In der Schweiz gibt es schätzungsweise rund 200’000 Menschen mit ADHS. Rund 5 Prozent der Kinder sind davon betroffen.
ADHS entsteht nicht durch Erziehungsfehler. Früher wurde angenommen, dass sich diese Besonderheit „auswächst“. Heute zeigen Studien, dass bis zu 50 Prozent der betroffenen Kinder auch im Erwachsenenalter noch deutliche Symptome haben, die ihr Leben erheblich beeinflussen. Der falsche Umgang mit dem Betroffenen kann jedoch die Symptome ungünstig beeinflussen oder verstärken. Die Diagnose ist seit langem wissenschaftlich belegt und neurobiologisch erklärbar.
Die Ausprägung kann sehr unterschiedlich sein. Eine vereinfachte Betrachtungsweise anhand der Leitsymptome hilft, sich ein wenig zu orientieren: Rund 60 Prozent der Betroffenen leiden unter dem sogenannten kombinierten Typ, bei dem Unaufmerksamkeit, Impulsivität und vermehrte Unruhe auftreten. Das heisst, hier liegen die Störungen im Wahrnehmungs- und im sozialen Bereich. Dieser umfasst die Interaktion mit anderen Menschen, aber es geht auch um die Planung des eigenen Alltags. Die übrigen 40 Prozent teilen sich auf zwei weitere Typen auf: Bei 30 Prozent stehen die Unaufmerksamkeit (ADS) im Vordergrund, bei 10 Prozent die Impulsivität und Unruhe.
ADHS-betroffene Menschen verfügen zuweilen auch über Stärken, mit denen sie Nachteile ausgleichen können. Eine Studie von Holly A. White und Priti Shah stellt 2005 fest, dass die kreativen Denkleistungen ADHS-Betroffener im Durchschnitt deutlich höher liegen.