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Weihnachten ist ohne sie fast nicht vorstellbar: das Aschenbrödel aus dem Defa-Film «Drei Nüsse für Aschenbrödel». Für Šafránková war die Rolle Fluch und Segen zugleich, denn die damals 20-Jährige war in ihren Rollen für lange Zeit auf Märchenfilme festgelegt. So spielte sie die Hauptrollen in «Die kleine Meerjungfrau» und «Der Prinz und der Abendstern».
Šafránková stand in fast 150 Kino- und Fernsehfilmen vor der Kamera. Stärker ausleben konnte sie ihr schauspielerisches Talent später auf der Theaterbühne des Prager Kammertheaters «Cinoherni klub» (Schauspielklub).
In dem mit einem Oscar als bester ausländischer Film ausgezeichneten Drama «Kolya» von 1996 überzeugte sie in der Rolle der Sängerin Klara. Šafránková war mit dem Schauspielerkollegen Josef Abrham verheiratet, der unter anderem als Arzt in «Das Krankenhaus am Rande der Stadt» zu sehen war. Die beiden galten lange als das Traumpaar des tschechischen Fernsehens.
«Unglaublich talentierte Schauspielerin»
Tschechiens Präsident Milos Zeman zeigte sich über Šafránkovás Tod zutiefst berührt und sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Regierungschef Andrej Babis schrieb bei Twitter, er habe Šafránková sehr geschätzt. «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel» habe er vielleicht hundertmal gesehen. Ohne diesen Film könne er sich Weihnachten nicht vorstellen.
Als eine «unglaublich talentierte Schauspielerin» würdigte der Regisseur Zdenek Sverak («Kolya») die Verstorbene. «Sie hat uns berührt und sie hat uns zum Lachen gebracht.»
An Lungenkrebs erkrankt
Im Jahr 2014 erkrankte Šafránková an Lungenkrebs und musste sich einer schweren Operation unterziehen. An der Verleihung der tschechischen Verdienstmedaille im Herbst 2015 konnte sie nicht persönlich teilnehmen. «Mich hat die Auszeichnung sehr überrascht, denn ich habe das Gefühl, dass ich erst noch richtig etwas leisten sollte», sagte sie damals der Zeitung «Blesk». In den letzten Jahren zog sie sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück und gab nur noch äusserst selten Interviews.
Šafránková wurde am 7. Juni 1953 in Brünn (Brno) in eine Lehrerfamilie geboren. Schon als Kind zog es sie zum Theater. Als 17-Jährige stand sie erstmals vor der Fernsehkamera und begeisterte mit ihrem Charme und ihrem Temperament. Starallüren waren ihr dennoch fremd.
Als junge Frau sei sie nach abendlichen Theateraufführungen mit dem Güterzug nach Hause gefahren, erinnerte sie sich einmal. «Die Züge haben bei uns in der Nähe immer abgebremst – und ich bin während der Fahrt abgesprungen.»