Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/244341

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat schafft die Grundlagen, damit Vorsorgeeinrichtungen innert 10 Jahren ein Prozent ihres Anlage-Portfolios n Venture Capital Finanzierungen, die strengen Nachhaltigkeitskriterien genügen, investieren können.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Anlagevorschriften in der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen und Invalidenvorsorge (BVV 2, SR 831.441.1) lassen die in der Motion geforderten Investitionen bereits zu. Die Vorsorgeeinrichtungen können gemäss Artikel 55 Buchstabe d BVV 2 bis zu 15 Prozent ihres Anlagevermögens in alternative Anlagen investieren, wozu auch Formen des Venture Capital gehören (Art. 53 Abs. 1 Bst. e BVV 2). Darüber hinaus hat der Bundesrat mit Artikel 53 Absatz 1 Buchstabe dbis BVV 2 per 1. Oktober 2020 Infrastrukturanlagen mit einer Anlagelimite von 10 Prozent (Art. 55 Bst. f BVV 2) und mit Artikel 53 Absatz 1 Buchstabe dter BVV 2 per 1. Januar 2022 nichtkotierte, schweizerische Anlagen in Private Equity und Private Debt mit einer Anlagelimite von 5 Prozent (Art. 55 Bst. g BVV 2) neu in den Katalog der zulässigen Anlagen aufgenommen.</p><p>Mit der Aufnahme von nichtkotierten, schweizerischen Anlagen in Private Equity und Private Debt hat der Bundesrat die Motion Graber (13.4184 "Langfristanlagen von Pensionskassen in zukunftsträchtige Technologien und Schaffung eines Zukunftsfonds Schweiz") im Sinne einer Förderung der hiesigen Innovation umgesetzt. Selbstredend geht es dabei auch um eine Förderung von Innovation im Rahmen des ökologischen Wandels.</p><p>Die Vorsorgeeinrichtungen sind im Rahmen der rechtlichen Vorgaben zur Vermögensverwaltung frei, ihre Vermögensanlage selbstverantwortlich nach Kriterien der Nachhaltigkeit auszurichten. Das gilt für alle Anlagekategorien, also auch für Investitionen in Venture Capital. Auch wenn es in der Schweiz kein allgemein anerkanntes oder einheitliches Nachhaltigkeitskonzept gibt, beispielsweise im Sinne der Taxonomie der EU (vgl. EU taxonomy for sustainable activites), deutet die Studienlage klar darauf hin, dass immer mehr Vorsorgeeinrichtungen ihre Vermögensanlage nach Kriterien der Nachhaltigkeit ausrichten (z. B. Swisscanto Vorsorge AG: Schweizer Pensionskassenstudie 2021).</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.