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Der US-Milliardär Warren Buffet ist nicht der einzige seinesgleichen, der eine höhere Besteuerung für Superreiche fordert. Auch in Europa, allen voran in Frankreich, wird der Ruf danach immer lauter angesichts der schwersten Wirtschaftskrise der jüngsten Geschichte.
Auch wenn manche noch einen Marketinggag dahinter wittern, platzt mitten in die Debatte eine Studie, wonach 25 der 100 bestbezahltesten CEOs in den USA 2010, worunter sich auch diverse CEOs aus dem IT-Bereich befinden, mit Gehalt, Boni und anderen Zuwendungen mehr verdient haben, als ihre Unternehmen an Einkommenssteuer abgeführt haben. Auch die Ausgaben für Lobbyarbeit sollen nicht selten höher gewesen sein als die Steuerabgaben.
Urheber der Studie ist das Institute for Policy Studies (IPS), eine linksgerichtete Washingtoner Expertengruppe, die seit 18 Jahren mit solchen Zahlen immer wieder aufrüttelt und wie jetzt den Nerv der Zeit trifft. So hat der demokratische Abgeordnete Elijah Cummings als hochrangiges Mitglied des Committee on Oversight and Government Reform des US-Repräsentantenhauses gleich zu Anhörungen über die Vergütung von Vorständen aufgerufen. In einem Brief an den Vorsitzenden des Komitees, den Republikaner Darrell Issa, verlangt Cummings laut Indiens 'Economic Times' (ET) eine Untersuchung darüber, in welchem Umfang die Probleme mit den CEO-Vergütungen dazu geführt haben, dass die Wirtschaftskrise bis heute anhält. Ausserdem stellte er die Frage, "warum die CEO-Gehälter und Unternehmensprofite in den Himmel schiessen, während die Arbeitnehmergehälter stagnieren und die Arbeitslosenzahlen in inakzeptabler Höhe bleiben“.
Der IPS-Studie zufolge haben 25 CEOs mit im Schnitt 16,7 Millionen Dollar höhere Vergütungen erhalten als ihre Unternehmen im Schnitt Steuern bezahlt haben. Der Durchschnitt der Vorstandsbezüge lag laut Standards & Poor 500 im Vorjahr bei 10,8 Millionen Dollar.
Den Vogel bezüglich Vorstandsgehalt, Steuern und Ausgaben für Lobbying abgeschossen hat der Studie zufolge General Electric. CEO Jeff Immelt hat im Vorjahr 15,2 Millionen Dollar an Einkommen kassiert, das Unternehmen aber nur 3,3 Millionen Dollar an den Staat abgeführt und obendrein noch 41,8 Millionen Dollar für Lobbyarbeit und politische Kampagnen ausgegeben. Der eBay-CEO John Donahoe soll 2010 rund 12,4 Millionen Dollar verdient haben, während das Unternehmen 131 Millionen Dollar an Steuerrückzahlungen erhalten hat. Boeing-CEO Jim McNerney strich im Vorjahr 13,8 Millionen Dollar ein, das Unternehmen bezahlte aber nur 13 Millionen Dollar an Einkommenssteuer und gab 20,8 Millionen Dollar für Lobbyarbeit und Kampagnen aus. (Klaus Hauptfleisch)