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Die abgelegensten Inseln Japans
Die Ogasawara-Inseln, die man auch als Bonin-Inseln kennt, sind verwaltungstechnisch ein Teil der Präfektur Tokio. Die rund 1000 Kilometer südlich von der Hauptstadt gelegene, weit verstreute Inselgruppe ist mehrheitlich unbewohnt. Ausnahmen bilden Chichi-jima («Vater-Insel») und Haha-jima («Mutter-Insel), wo rund 2500 Menschen leben. Die wohl bekannteste Insel der Region ist jedoch Iwo-jima (Asienspiegel berichtete), die im Zweiten Weltkrieg zum Schauplatz einer der blutigsten Schlachten zwischen japanischen und amerikanischen Truppen wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieben die Ogasawara-Inseln bis 1968 unter amerikanischer Kontrolle. Iwo Jima dient heute als Militärstützpunkt für die japanische Marine, der auch über einen Flughafen verfügt. Ohne Sondergenehmigung darf man nicht auf die Insel.
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Chichi-jima und Haha-jima gehören derweil zu den isoliertesten japanischen Inseln mit einer ständigen Wohnbevölkerung. Eine Schiffsverbindung ist der einzige Zugang zu diesem kleinen Inselparadies. Die Fahrt von Tokio bis nach Chichi-jima dauert ganze 24 Stunden. Einen Flughafen gibt es nicht. Die japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte unterhalten jedoch einen Heliport. Kommt es zu einem medizinischen Notfall, der eine Behandlung in Tokio notwendig macht, dann kommt ein Hubschrauber von Iwo-Jima oder ein Wasserflugzeug der japanischen Truppen von den Hauptinseln zum Einsatz.
Ein Flughafen würde der Bevölkerung entsprechend viel Nutzen bringen, nicht nur medizinischen, sondern auch wirtschaftlichen. Die Reise würde sich auf 2,5 Stunden verkürzen. Pläne dafür gibt es seit Jahrzehnten. Zuletzt gab es 2017 Gespräche zwischen der Tokioter Regierung und den Lokalbehörden auf Chichi-jima, wie Tokyo MX berichtete. Geplant ist, einen kleinen Flughafen im Westen von Chichi-jima zu bauen, wo sich noch Überreste einer Start- und Landebahn der ehemaligen japanischen kaiserlichen Armee befindet.
Grosse Umweltbedenken
Auch wenn beide Seiten ein solches Projekt befürworten, bleibt es fraglich, ob es jemals zustande kommen wird. Bereits 2001 scheiterten ähnliche Pläne an Umweltbedenken. Denn die Ogasawara-Inseln verfügen über ein einmaliges Ökosystem, das seit 2011 sogar zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Entsprechend besorgt zeigt sich die International Union for Conservation of Nature (IUCN), die sich für den Schutz des globalen Naturerbes einsetzt und der UNESCO Empfehlungen abgibt, über das Flughafenprojekt. Die Bio-Diversität und die fragile Natur sei so in Gefahr – und damit auch der UNESCO-Status, warnt die IUCN laut der Mainichi Shimbun. Es scheint derzeit so, dass Chichi-jima und Haha-jima auch in Zukunft die isoliertesten Inseln Japans bleiben werden.
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