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In der Belle Époque wurde Küssnacht weniger mit der Rigi als vielmehr mit Wilhelm Tell in Verbindung gebracht. Geschichtsbegeisterte Touristen besuchten hier Gesslers Burg und Tells Kapelle an der Hohlen Gasse und reisten danach mit dem Dampfschiff auf ihrem Wilhelm-Tell-Parcours weiter bis zum Rütli.
Die hinter Küssnacht liegende Hohle Gasse, wo sich der Sage nach Tells nationale Heldentat abgespielt haben soll, geriet trotz ihres touristischen Potentials bereits früh unter die Räder. Als Teil der Gotthardachse wurde der Hohlweg von Fuhrwerken und später von Autos stark befahren. Verbreiterungen hatten den ursprünglichen Charakter des Weges bereits arg geschädigt, als 1937 dank einer nationalen Geldsammelaktion endlich eine Umfahrungsstrasse finanziert werden konnte. Mit dem Rückbau der Hohlen Gasse zum Hohlweg Tells setzte man in der Zeit der Geistigen Landesverteidigung bewusst ein politisches Zeichen.
Im Gebiet des Feldgrasbaus zwischen Küssnacht und Meggen umfassen die in lockerer Streusiedlung verteilten Bauernhöfe seit jeher grosse Betriebseinheiten aus Weideland und Obstkulturen. Die gemeinsame Nutzung der Allmende (Allmig) wurde hier früh aufgehoben und das Allmendland unter den Bauern aufgeteilt.
Anders als im Kornland, wo die engen Nutzungsvorgaben des Dreizelgensystems und die starke Zerstückelung der Bauerngüter eine Modernisierung der Landwirtschaft lange behinderten, waren die Bauern am Nordufer des Küssnachtersees, die bereits im Ancien Régime frei über grosse Betriebsareale verfügten, offener für Modernisierungsbestrebungen wie Allmendteilungen und neue Anbaumethoden. Nach 1918 ermöglichten zudem staatlich geförderte Güterzusammenlegungen sowie Trockenlegungen von Riedflächen (siehe Bild) eine rationellere und ertragreichere Bewirtschaftung des Bodens und eine Motorisierung der Landwirtschaft.