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Ein Blick in die Zwischenbilanz der aktuellen Weltcup-Saison nährt die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Schweizer Mission in den nächsten zwei Wochen im französischen Departement Savoyen. Die Teams von Swiss-Ski sind praktisch in allen Statistiken federführend. Die Schweizerinnen und Schweizer überzeugen in der Spitze ebenso wie in der Breite.
Sie haben die meisten Siege (16), am meisten Podestplätze (41) errungen und mit Abstand am meisten Punkte gesammelt. Mit 8022 Punkten liegt die Schweiz in der Nationen-Wertung über 1600 Punkte vor dem zweitplatzierten Österreich.
Zur Schweizer WM-Delegation gehören zwölf Athletinnen und Athleten mit mindestens einer Klassierung unter den ersten drei in dieser Saison. Auch das hat keine andere Equipe vorzuweisen. Podestplätze haben sowohl die Frauen als auch die Männer in allen vier Disziplinen belegt. Das Einzige, was fehlt, ist ein Sieg in der Abfahrt. Da hat es weder bei den Frauen in sechs Rennen noch bei den Männern in acht Rennen zu Platz 1 gereicht.
Trotz allfälliger Euphorie nach all den starken Auftritten werden wie immer vor einem Grossanlass die Mahnfinger gehoben. Der Hinweis, dass Siege und Spitzenplätze im Weltcup-Alltag keine Gewähr für eine erfolgreiche WM-Kampagne bieten, soll sein. Die Bemerkung, dass Tagesform und Wettkampfglück bei solchen Veranstaltungen eine bedeutendere Rolle spielen, ebenso. Trotzdem darf ein geregeltes Mass an Optimismus sein.
Wie die letzten Weltmeisterschaften vor zwei Jahren in Cortina d'Ampezzo und die Olympischen Spiele vor zwölf Monaten in Peking gezeigt haben, verstehen es die Fahrerinnen und Fahrer von Swiss-Ski sehr wohl, an einem bestimmten Tag ihre Bestleistung abzurufen. Je neun Medaillen in den Dolomiten, davon drei goldene, und in China, davon sogar fünf goldene, sind der Beweis dafür.
Im Männer-Team dreht sich verständlicherweise vieles um Marco Odermatt. Der Nidwaldner hat erneut drei Chancen auf seine erste(n) WM-Medaille(n) in der Elite-Klasse. Im Riesenslalom und im Super-G tritt er als vierfacher Saisonsieger an, in der Abfahrt mit der Referenz von vier Podesträngen. Dass er nach dem Rücktritt von Beat Feuz die Leader-Rolle in der Abfahrt allein zu tragen hat, ändert für Odermatt nicht allzu viel. Er hat längst gelernt, mit der enormen Erwartungshaltung umzugehen. Die Druckresistenz ist bei ihm ebenso faszinierend wie das fahrerische Können.
Ein noch strapaziöseres Pensum als Odermatt hat Loïc Meillard vor sich. Der Neuenburger tritt vier- oder womöglich fünfmal als Anwärter auf Edelmetall an. Meillard hat in diesem Winter wie der Innerschweizer Podestplätze in drei Disziplinen vorzuweisen, unter anderem seinen ersten Sieg in einem Weltcup-Riesenslalom. Im Slalom gehören Daniel Yule, er als zweifacher Sieger in diesem Winter, und auch Ramon Zenhäusern, dessen Formkurve nach verpfuschtem letztem Winter wieder stetig nach oben zeigt, zum gewohnt grossen Kreis der Mitfavoriten.
Auf Seiten der Frauen ist die Schweizer Equipe dank Lara Gut-Behrami und Corinne Suter, bei der die Nachwehen des schweren Sturzes in der ersten Abfahrt in Cortina d'Ampezzo hoffentlich nicht allzu gross sein werden, und Wendy Holdener gewohnt erfolgversprechend abgestützt. Gut-Behrami im Riesenslalom und im Super-G und Suter in der Abfahrt treten als Titelverteidigerinnen an.
Weitaus schwerer als dieses Trio hat sich im bisherigen Winter Michelle Gisin getan. Der Prozess der Materialabstimmung nach dem Ausrüster-Wechsel ist bei der zweifachen Kombinations-Olympiasiegerin noch nicht abgeschlossen.
(sda)