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Jüdische Organisationen in der Schweiz haben die Botschaft von Bundespräsident Ueli Maurer zum Gedenken an den Holocaust bedauert. Sie lasse die "Schwächen und Irrtümer" der Politik der Schweiz während des Zweiten Weltkriegs ausser Acht, kritisieren sie.
Der Bundespräsident habe zwar zu Recht erwähnt, dass die Schweiz während des Krieges eine "Insel für viele Bedrohte und Verfolgte" geworden sei, teilten der Schweizerische Israelitische Gemeindebund und die Plattform der Liberalen Juden der Schweiz am Montag mit.
Vergessen worden seien aber jene Flüchtlinge, die wegen der Haltung der Schweiz in den "sicheren Tod" abgeschoben worden seien, sowie die mutigen Fluchthelfer. Die Organisationen bedauern, dass der Bundespräsident heute die "notwendige" kritische Auseinandersetzung der Schweiz mit ihrer eigenen Vergangenheit unerwähnt lasse.
Bundespräsident Ueli Maurer hatte zum internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am Sonntag eine Botschaft veröffentlicht. Darin schreibt er, dass die Schweiz "in jener dunklen Epoche" ein Land der Freiheit und des Rechts geblieben sei. So sei das Land für viele Bedrohte und Verfolgte zur rettenden Insel geworden.
Bisher unveröffentlichte Dokumente zeigen indessen, dass der Bundesrat bereits 1942 über die Verbrechen der Nazis in Kenntnis gesetzt wurde. Die "Tagesschau" des Schweizer Fernsehens SRF hatte am Sonntag die diplomatischen Dokumente präsentiert.
SDA-ATS