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Renovation Liebenauhaus Luzern
Renovation Liebenauhaus Luzern
Das Liebenauhaus zählt zu den bedeutendsten historischen Gebäuden Luzerns. Seine Ursprünge reichen bis ins 16. Jahrhundert und es enthält diverse wertvolle Räume, Malereien und Stuckaturen. Das Gebäude liegt in der Kleinstadt Luzerns, unmittelbar am Franziskanerplatz.
Das westliche Drittel des Hauses zum Krienbach und zum Philip-Anton-von-Segesser-Platz ist durch eine dicke Quermauer abgeschieden, welche in den beiden unteren Geschossen deutlich erkennbar ist. Es handelt sich um einen Teil der alten Stadtmauer, über welche die Häuser gewachsen sind.
Besonders bemerkenswerte Räume befinden sich im ersten Obergeschoss: ostwärts liegen eine getäferte Stube mit eingebautem dreiteiligem Buffet, anschliessender Türe und steinernem Ofen aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Der Régence (1715-1730) gehört dem südöstlich gelegenen Salon an, der von einem mit Stuckmarmor verzierten Ofen geziert wird. Seine reich verzierte Stuckaturdecke umfasst fünf bizarre Stuckmarmor-Kartuschen. In allen Geschossen sind Malereien aus verschiedenen Epochen vorhanden, wobei die zahlreichen Malereien im 1. Obergeschoss im westlich gelegenen Teil besonders augenfällig sind. Sie lassen sich ebenfalls auf das 16. Jahrhundert datieren.
Das Gebäude wurde 1981 aufwendig saniert, wobei an der Burgerstrasse die Fensteröffnungen neugestaltet resp. idealisiert wurden. Im gleichen Rahmen wurden die beiden Dachgeschosse ausgebaut und ein neuer Estrich im obersten Dachbereich angelegt.
Im Zuge dessen wurde das Dach vergrössert: Der in Nord-Süd-Richtung verlaufende First des Satteldachs wird im südlichen Teil durch die Brandmauer des Nachbargebäudes abgeschlossen. Im Norden endet das Dach mit seiner ursprünglichen Dachkonstruktion in einem Krüppelwalm, welcher an den Walm des Nachbargebäudes anschliesst. In der ursprünglichen Form war auch südseitig ein Walm vorzufinden, welche an den oben genannten Innenhof angrenzte.
Historischer Hintergrund
Zur Geschichte des Hauses sind leider nur wenige Dokumente vorhanden. 1556 gehörte das Haus dem Hauptmann Cloos. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts was es nach dem Cheminée-wappen in sonnenbergischem Besitz. Auf die Familie Pfyffer folgte die Liebenau; der Staatsarchivar Theodor von Liebenau (1840-1914) und seine Schwester, die Schriftstellerin Anna von Liebenau. Nach dem Ableben Anna von Liebenaus wurde das Haus stiftungsweise an die Pfarrei der Franziskanerkirche übertragen, welcher es als zweites Pfarrhaus diente.
Sanierungskonzept
Das Gebäude befindet sich in gutem Zustand. Daher soll die historisch wertvolle Substanz nur leicht und nur bei dringendem Bedarf saniert werden. Das heisst, dass nur schadhafte Stellen repariert werden.
Das Erdgeschoss und die beiden historisch wertvollen Salons im 1. Obergeschoss sollen der öffentlichen Nutzung zur Verfügung gestellt werden. Dafür werden im Erdgeschoss ein Gastronomiebetrieb und ein Verkaufsbereich vorgesehen, welche die beiden Salons bedienen.
Das gesamte Gebäude wird mit angemessenem Aufwand an die heute geltenden Brandschutzvorschriften angepasst.