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Venezuela hat als erster Staat eine Kryptowährung lanciert: den Petro. Der Name leitet sich ab vom altgriechischen Wort Petroleum, welches seit dem 19. Jahrhundert international als Synonym für Erdöl verwendet wird, und soll darauf hinweisen, dass die enormen Erdölreserven des Landes, die Währung decken.
Das heisst: Wie früher in der Schweiz, als der Franken noch an die Goldreserven des Bundes gebunden war und Münzen und Geldscheine einen Anspruch auf eine entsprechende Menge des bei der Nationalbank verwahrten Goldes darstellten, garantiert Venezuela pro Petro-Token den Eintausch von einem Barrel Rohöl – das sind 159 Liter des «Schwarzen Goldes». An sich plausibel, denn Erdölvorkommen hat Venezuela am meisten weltweit.
Garantien sind allerdings wertlos, wenn der Garant einen korrupten, despotischen Ruf hat. In Nicolas Maduros Regierungszeit ist der südamerikanische Staat quasi bankrott gegangen – trotz des enormen Rohstoffreichtums. Der Bolivar, die Landeswährung, ist der Hyperinflation ausgeliefert und hat kaum noch Wert. Die Proteste der Opposition und der verarmten Bevölkerung werden mit Hilfe des Militärs unterdrückt.
Maduro gibt nun an, dass der Petro das Land unabhängiger machen solle von der imperialistischen Finanzpolitik kapitalistischer Mächte, allen voran den USA. Diese seien durch ihr manipulatives Handeln schliesslich schuld an der Misere in Venezuela; am Währungszerfall, an der Arbeitslosigkeit, der Lebensmittelknappheit, an der kaum vorhandenen Gesundheitsversorgung.
Tatsächlich haben die USA und die EU in der letzten Zeit immer schärfere wirtschaftliche Sanktionen gegen Venezuela verhängt. Diese waren allerdings stets als Reaktion auf die zunehmend autoritäre Politik von Maduro und die damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen gefolgt. Die Massnahmen haben mitunter zum Ziel, die finanzielle Handlungsfähigkeiten des Präsidenten und seiner Getreuen zu paralysieren.
So wird in Krypto-Foren spekuliert, dass der Verkauf von Petros nur dazu dienen solle, das korrupte Regime mit harter Währung zu versorgen. Zudem bieten Blockchain-Transaktionen eine gesteigerte Anonymität, wodurch Maduro und Co. eine allfällige persönliche Bereicherung unter dem Radar der internationalen Finanzaufsicht betreiben könnten.
Will man den Worten von Maduro Glauben schenken, so lassen sich die eigene Bevölkerung und gehypte Krypto-Investoren von diesen Befürchtungen – angeblich geschürt von US-Agenten und der Opposition – nicht beeindrucken. Drei Wochen nach der Einführung des Petro, habe man bereits fünf Milliarden US-Dollar eingenommen, so Maduro.