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Computer an Volksschulen weit verbreitet, aber noch wenig genutzt
Neuenburg (ots) - Computer gehören bei der grossen Mehrheit der
Schulen zur Grundausstattung: 82% aller öffentlichen Volksschulen
haben Computer für Schülerinnen und Schüler. Auf der Primarstufe sind
es 73%, auf der Sekundarstufe I sogar nahezu 100%. Der Computer kommt
jedoch im Unterricht noch nicht regelmässig zum Einsatz: Nur 19% der
Schülerinnen und Schüler nutzen den Computer mehrmals in der Woche in
der Schule. Dies sind die ersten Ergebnisse einer Erhebung, die das
Institut für interdisziplinäre Wirtschafts- und Sozialforschung (IWS)
der Fachhochschule Solothurn Nordwestschweiz im Auftrag des
Bundesamtes für Statistik (BFS) durchgeführt hat.
Deutliche Zunahme bei der Verbreitung von Computern
Die schweizerischen Volksschulen besitzen insgesamt rund 59000
Computer, die von Schülerinnen und Schülern benutzt werden können
(Stand Ende 2001). Damit verfügen 82% aller Schulhäuser (Primarstufe
und Sekundarstufe I) über Computer für Schülerinnen und Schüler. Auf
der Primarstufe sind 73% und auf der Sekundarstufe I nahezu alle
Schulen mit Computern ausgerüstet - 1989 betrug der Anteil der
Schulen der Sekundarstufe I mit Schülercomputern erst 37%.
Ein bis zwei Computer pro Schulklasse
Pro Schulklasse stehen an den Volksschulen in der Schweiz
durchschnittlich 1,5 Computer zur Verfügung. Im Mittel teilen sich
auf der Primarstufe sechzehn, auf der Sekundarstufe I neun
Schülerinnen und Schüler einen Computer. Mit dieser Computerdichte
schneidet die Schweiz vor dem Hintergrund der diesbezüglich
verfügbaren OECD-Kennzahlen im internationalen Vergleich recht gut
ab. In Kanada z.B. teilten sich 1998/1999 durchschnittlich auf der
Primarstufe elf und auf der Sekundarstufe I neun Schülerinnen und
Schüler einen Computer; in Finnland sechzehn Schülerinnen und Schüler
auf der Primarstufe - also etwa gleich viele wie im Jahr 2001 in der
Schweiz. Hingegen war das Verhältnis auf der Primarstufe in den
Niederlanden (27 Schüler auf 1 Computer) und in Italien (158 zu 1)
deutlich schlechter. Allerdings ist beim Vergleich dieser Zahlen zu
berücksichtigen, dass sich die Computerdichte an den Schulen auch in
den anderen Ländern in der Zwischenzeit kontinuierlich verbessert
haben dürfte.
Der Computer kommt im Unterricht noch nicht regelmässig zum
Einsatz
19% der Schülerinnen und Schüler des 5. bis 9. Schuljahres geben
an, den Computer mehrmals in der Woche in der Schule zu benutzen.
Ausserhalb der Schule ist der Computer für die junge Generation
allerdings ein ziemlich gebräuchliches Medium: 70% der Schülerinnen
und Schüler des 5. bis 9. Schuljahres nutzen den Computer mehrmals in
der Woche zu Hause. Dabei verwenden sie den Computer am häufigsten
zum Spielen.
Die Lehrpersonen sammeln zunehmend mehr Erfahrung mit dem Einsatz
von Computern im Unterricht: 80% der Lehrpersonen auf der
Sekundarstufe I und 55% der Lehrpersonen auf der Primarstufe haben
den Computer bereits einmal zu Unterrichtszwecken eingesetzt; der
Computer wird jedoch im Unterricht noch selten und nur für
spezifische Nutzungszwecke verwendet. Auf der Primarstufe benutzen
die Lehrpersonen den Computer am ehesten für den Einsatz von
Lernsoftware: 18% der Lehrpersonen auf der Primarstufe setzen den
Computer mehrmals pro Woche dafür ein. Auf der Sekundarstufe I ist
die Textverarbeitung noch die verbreiteste Anwendung im Unterricht.
Allerdings verwenden ihn nur 9% der Lehrpersonen auf der
Sekundarstufe I mehrmals wöchentlich für diesen Zweck.
Mehr als die Hälfte der Computer für Schülerinnen und Schüler
haben Internetanschluss
Für den Internetzugang sind insgesamt 55% der Schülercomputer
ausgerüstet. Auf der Primarstufe ist der Zugang zum Internet von 36%
der Computer, auf der Sekundarstufe I sogar von 68% der Computer
möglich.
Der Anteil der an das Internet angeschlossen Schulen wird in den
nächsten drei Jahren deutlich ansteigen. Rund 86% der über
Schülercomputer verfügenden Schulen auf der Primarstufe dürften bis
Ende 2004 Zugang zum Internet haben. Auf der Sekundarstufe I werden
in drei Jahren mehr als 99% der Schulen über einen Internetanschluss
verfügen.
Positive Grundhaltung der Lehrpersonen gegenüber dem Computer,
aber auch kritische Einschätzung der eigenen Informatikkenntnisse -
speziell bei den Frauen
Die Lehrpersonen stehen der Computernutzung im Unterricht
grundsätzlich positiv gegenüber. 64% aller Lehrerinnen und Lehrer
stimmen der Aussage zu, dass der Computereinsatz im Unterricht
wichtig ist; und eine Mehrheit der Primarlehrpersonen befürwortet die
Einführung des Computers im Unterricht bereits ab dem 1. Schuljahr.
Gleichzeitig beurteilt die Lehrerschaft ihre eigenen Computer- und
Informatikkenntnisse durchaus kritisch. Am grössten sind ihre
Kenntnisse nach eigener Ansicht in der Textverarbeitung: Etwa 80%
aller Lehrpersonen verfügen nach eigenen Angaben über gute bis sehr
gute Kenntnisse in diesem Bereich. Hingegen schätzen sie z.B. ihre
methodisch-didaktischen Kenntnisse für den Einsatz des Computers im
Unterricht als eher mittelmässig bis gering ein.
Frauen bewerten ihre Informatikkenntnisse in allen erfragten
Bereichen (beim Umgang mit Lernsoftware und dem Internet bis hin zur
Installation von Hard- und Software) deutlich schlechter als ihre
männlichen Kollegen. Dabei beurteilen Lehrerinnen auf der
Sekundarstufe I ihre Kenntnisse ähnlich wie ihre Kolleginnen auf der
Primarstufe.
ots Originaltext: BFS
Internet: www.newsaktuell.ch
Kontakt:
Maja Huber, BFS, Sektion Hochschulen und Wissenschaft,
Tel. +41 32 713 61 49
E-Mail: <email-pii>
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Fax: +41 32 713 60 61,
E-Mail: <email-pii>
Neuerscheinungen:
BFS aktuell, Informations- und Kommunikationstechnologien an
den Volksschulen in der Schweiz, Neuchâtel Mai 2002,
Bestellnummer: 513 - 0100.
Niederer, R., Greiwe, S., Pakoci, D. und Aegerter, V.
(erscheint in der 2. Hälfte 2002). ICT-Situation an den
Volksschulen in der Schweiz. Schlussbericht. Neuchâtel: BFS.
Huber, M., Cosandey, F., Täube, V. G., Arvanitis, S.,
Bonfadelli, H., Bütschi, D., Hollenstein, H., Marr, M.,
Perret,
J.-F., Sabo, M. und Trechsel, A. H. (erscheint in der 2.
Hälfte 2002). Informationsgesellschaft Schweiz.
Standortbestimmung und Perspektiven. Neuchâtel: BFS, GWF,
BAKOM.
Indikatoren zur Informationsgesellschaft Schweiz finden Sie
auf der Site des Bundesamtes für Statistik unter
http://www.infosociety-stat.admin.ch