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Föderative Republik Brasilien. Hauptstadt: Brasilia.
Fläche 8'547'404km2. Einwohner: ca. 175 Mio.
Die Landesnatur lässt sich in drei Einheiten gliedern:
das Hochland von Guyana, das Amazonasbecken und das Brasilianische Bergland.
Über zwei Drittel Brasiliens werden vom Amazonas, dessen Nebenflüssen und vom
Rio Tocantins entwässert. Der Amazonas ist von Iquitos in Peru bis zu seiner
Mündung an der Nordostküste Brasiliens auf einer Länge von etwa 3 700 km für
große Schiffe befahrbar.
Das Klima in Brasilien ist in den nördlichen
Landesteilen vorwiegend tropisch, nach Süden nimmt es subtropischen Charakter
an. Im Amazonasbecken beträgt die jährliche Durchschnittstemperatur zwischen 27
und 32 °C und ist nur geringen Tages- und jahreszeitlichen Schwankungen
unterworfen.
Die Hauptstadt Brasilia
Seit 1960 ist nicht mehr Rio de Janeiro Hauptstadt
Brasiliens, sondern die Retortenstadt Brasília. Sie liegt im östlichen Hochland
von Goiás in einer Höhe von etwa 900 m.ü.M.
Die Idee, die Hauptstadt Brasiliens ins Binnenland zu verlegen, entstand bereits
Ende des 18. Jahrhunderts; 1891 wurde die Errichtung einer neuen Hauptstadt im
Landesinneren als Absichtserklärung in der brasilianischen Verfassung verankert,
aber erst 1957 wurde mit dem Bau begonnen. Heute zählt Brasilia ca. 2 Mio
Einwohner.
Die Platzierung der neuen Hauptstadt in
Zentralbrasilien sollte der Erschliessung des Binnenlandes einen entscheidenden
Anstoss geben.
Der Grundriss der Stadt, den der brasilianische Stadtplaner Lucio Costa entwarf,
ähnelt einem Kreuz oder eher einem Flugzeug. Entlang des “Flugzeugrumpfes” der 5
km langen Hauptachse der Stadt, befinden sich die Regierungsgebäude, die
Kathedrale und das Theater; an der insgesamt 13 km langen Querachse, den beiden
“Flügeln”, sind quadratische Wohnblocks angesiedelt. An der Spitze des
“Flugzeugrumpfes”, der Hauptachse also, befindet sich der Platz der Drei Mächte
mit repräsentativen Regierungsgebäuden. Der aus Glas und Stahl erbaute
Präsidentenpalast liegt zwischen dem Platz und dem Lago Paranoá und wurde vom
brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer entworfen. Jenseits der Stadtgrenzen
haben sich mehrere schnell wachsende Satellitenstädte und Elendsviertel
gebildet.
In Brasília gibt es eine Universität, mehrere Forschungseinrichtungen,
botanische Gärten, einen Zoo, ein Stadion sowie zahlreiche Parkanlagen.
Der Weinbau in Brasilien
Die Kolonialisierung des riesigen Landes in Südamerika
begann Mitte des 16. Jahrhunderts durch die Portugiesen, die 1532 in der Region
Sao Paulo die ersten Reben pflanzten. Im Jahre 1626 kamen die Jesuiten und
bauten spanische Reben in Grande do Sul an. Doch nach der Zerstörung der
Jesuiten-Missionen wurde der Weinbau wieder aufgegeben. Um 1840 wurde die
Hybridrebe Isabella an der Südküste der Region Rio Grande mit Erfolg eingeführt.
Eine bedeutsame Weinbau-Entwicklung gab erst wieder ab dem Jahre 1875 durch
italienische und später deutsche Einwanderer. Diese brachten ihre heimischen
Reben mit. Weinbau wird heute hauptsächlich in den gemäßigteren, äquatorferneren
Zonen betrieben, vor allem im Bundesstaat Rio Grande do Sul im Hügelland um die
zwei Städte Bento Goncalves und Garribaldi. Weitere Weinbau-Gebiete sind Sao
Paulo, Rio de Janeiro, Sierra Gaucha und die ab den 1970er-Jahren neu
geschaffenen und vorwiegend mit europäischen Vinifera-Reben bestockten
Rebflächen im Gebiet Frontera an der Grenze zu Uruguay.
Im Jahre 2000 betrug die
Gesamt-Rebfläche 61.000 Hektar, von mehr als der Hälfte davon werden
Tafeltrauben vor allem aus den Sorten Isabella und Pirovano erzeugt. Per anno
werden rund 3,7 Millionen Hektoliter Wein produziert. Der Prokopf-Verbrauch ist
gering.
Bemerkenswert ist, dass in den Gebieten nahe des Äquators jährlich
zumindest zwei Traubenernten möglich sind, in zwei Jahren kann es sogar bis zu
fünf geben. Auf Grund des heißen Klimas und der hohen Luftfeuchtigkeit (Gefahr
von Pilzkrankheiten) werden zu 70% die diesbezüglich resistenten Rebsorten der
Spezies Vitis labrusca wie Concord, Delaware, Dutchess, Isabella (häufigste
Sorte), Niagara (häufigste weiße Sorte) und verschiedene Hybriden auf Basis
Seibel angebaut. Die Lese muss aus den erwähnten klimatischen Gründen relativ
früh erfolgen, deshalb ergeben die Trauben säurereiche aber etwas körperarme
Weine. Die etwas derben, alkoholreichen Rot- und Weissweine sind vor allem für
den Inlandsmarkt bestimmt. Zunehmend werden in letzter Zeit aber auch
europäische Sorten wie Bordo (Ives Noir), Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc,
Chardonnay, Malvasia, Merlot, Muskateller-Sorten, Petite Sirah und Trebbiano
forciert.
Grosse europäische Unternehmen setzen neue Initiativen, vor allem Cinzano, Domecq und Moet et Chandon (mit dem Weingut Chandon Brazil), die auch
Schaumweine erzeugen. Der weitaus grösste Produzent ist die Cooperativa Vinicola
Aurora mit 60 Millionen Flaschen per anno, der die Trauben von rund 1.500
Produzenten verarbeitet.
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