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Total verrückte Wörter
„Dies ist eine wunderbare Sammlung von Wörtern, die sich nicht so einfach übersetzen lassen. Sie spielt mit der Magie der Sprache und liefert Fakten zu Ländern und Lebensweisen, aus denen die Wörter stammen. (…) Manche Wörter, die man nicht übersetzen kann, sind großartige Beispiele dafür, wie schön Sprache sein kann. Wir erfahren durch sie neue Dinge über uns selbst, über andere und die Welt. Ist es nicht toll zu wissen, dass jemand das selbe Gefühl oder die gleiche Erfahrung wie wir hatte und dem Ganzen sogar einen Namen geben konnte …“
Ein kurzweiliges Buch – nicht nur für Kinder – über unübersetzbare Wörter von Nicola Edwards (Autorin) und Luisa Uribe (Illustratorin) das – wie ich finde – perfekt in die Sommerferienzeit passt und zu eigenen Wortkreationen einlädt.
Auf jeder Seite wird jeweils ein wörtlich unübersetzbarer Begriff aus einem anderen Land sowohl beschrieben als auch bildlich festgehalten. Zusätzlich gibt es eine kurz zusammengefasste Inforeihe über das jeweilige Land, die Sprache und/oder besondere Gepflogenheiten.
Isländer*innen haben ein Wort für Wetter, das vom Fenster aus schön aussieht, aber zu ungemütlich ist, um hinauszugehen. Dieses “Fensterwetter” soll viele Schriftsteller*innen und Leseratten hervorgebracht haben.
Jugaad beschreibt die Fähigkeit, aus ganz wenig etwas zu machen und neue, kreative Wege zu finden, um Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen.
Pelinti bedeutet heißes Essen im Mund hin- und herjonglieren, damit es abkühlt und man es runterschlucken kann.
“Pochemuchka” beschreibt ein Kind, das ständig “Warum?” fragt oder eine Person, die zu viele Fragen stellt.
Während mich die Wortspielereien faszinieren, interessiert sich das Kind dieser Tage mehr für die Infos der jeweiligen Regionen. Die ausgewählten Lieblinge sind,
- dass es in Ghana unmöglich sein soll, mit der linken Hand ein Taxi anzuhalten, da diese als „unrein“ gilt weil sie zum abputzen genutzt wird, wenn man auf der Toilette ist.
- dass es in der bolivianischen Stadt Tarata ein riesiges Fest gibt, um die Regenzeit zu feiern.
- dass es in Indien die größte Bevölkerungszahl an Jugendlichen (356 Millionen Menschen im Alter zwischen zehn und 24 Jahren) weltweit gibt bzw. die Schlussfolgerung, „dass es nicht weiter erstaunlich ist, dass es in diesem Land so viele clevere Leute und aufregende neue Ideen gibt“.
- dass es in Brasilien mehr Affenarten gibt als in jedem anderen Land der Welt.
- dass es den Begriff „Verschlimmbesserung“ tatsächlich gibt.
- dass Wissenschaftler*innen schätzen, dass das menschliche Gehirn bis zu 2,5 Millionen Gigabyte an Daten speichern kann (was in etwa drei Millionen Stunden Fernsehzeit entsprechen soll).
- dass es in Thailand (Provinz Lopburi) einmal jährlich ein Buffet für ungefähr 600 Affen gibt, bei dem sich die Einwohner*innen bei den Affen bedanken, dass diese jedes Jahr tausende von Touristen anlocken.
- dass der Bürgermeister von Megion (Sibirien) im Jahr 2007 den Beamten der Stadt verboten hat, Ausreden zu benutzen. Es gab 27 Sätze, die er untersagte, darunter beispielsweise „Ich weiß nicht“!
Eine unvorstellbar lange Zeit. Es heißt, dass eine Kalpa solange dauert, wie das Universum braucht, um einmal komplett zu entstehen und wieder zu verschwinden.
Ein perfektes Buch fürs Sommerloch, das immer wieder gut von neuem in die Hände genommen werden kann und sich wunderbar eignet, um kreuz und quer hinein zu schmökern.
Nicola Edwards, Luisa Uribe: “Total verrückte Wörter – Eine Sammlung unübersetzbarer Wörter aus der ganzen Welt” (360 Grad Verlag)