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Crocus sativus
ZENTRALE BEGRIFFE
Worauf richtet sich der Fokus der inneren Aufmerksamkeit?
Crocus ist empfindlich für jede emotionale Schwingung. Er fühlt sich allem Möglichen ausgeliefert und erlebt Wettereinflüsse, Landschaftsbilder oder zwischenmenschliche Begegnungen als überwältigend und daher auch als anstrengend. Äusserst empfindlich kann er auf Musik Th 8 oder Kunst reagieren.
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Die Themenliste umfasst eine inhaltlich gruppierte Sammlung von Original Prüfungssymptomen
Wie zeigt sich das Leiden des Patienten? (Sekundäre Psora)
Wie kompensiert er sein Leiden? (Egotrophie, Egolyse, Alterolyse)
Wie lautet die eigentliche Hypothese „nach Masi“? (Primäre Psora)
Hier finden Sie spannende Interpretationen von einzelnen Themen oder Symptomen
1. Übermässige Fröhlichkeit
Grosse, über ihr Temperament gehende Heiterkeit und Lustigkeit. St 289
Grosse Fröhlichkeit, selbst bei Melancholischen und Hypochondrischen. St 290
Bei Zeichen übertriebener, an Wahnsinn grenzender Freude Blässe, Kopfweh, Gesichtsverdunkelung. St 291
Lieblicher Wahnsinn, Kinderpossen. St 292
Bei grosser Hinfälligkeit und sehr erweiterten Pupillen, gewaltige Neigung zum Scherzen und zum Lachen. St 293
Springt, tanzt, lacht, pfeift; ist sehr liebevoll, möchte jeden küssen. He 1.7
St 294, 296, He 1.8
2. Lachen
Fast stetes unanständiges Lachen. St 303
Kinder lachen zugleich, wenn sie eine Flasche riechen, in der Safran gewesen ist. St 304
Unbändiges Lachen bis zum Tode. St 305
Widerwärtige Stimmung; auffahrend, ärgerlich, zänkisch; 1 Std. später gesprächig, lustig, lachend, singend. St 306
Bei einer geringfügigen Veranlassung, die sie ein andermal zum Lachen gereizt haben würde, geräth sie in den heftigsten Unwillen, fast in Wuth, dass ihr alles Bewusstsein zu schwinden droht; späterhin wundert sie sich selbst über diesen Ausbruch. St 310
Im Traume ist er sehr heitrer, lachender Laune. St 256
Ärger und im Widerspruch dazu Ausbrüche von Lachen. He 1.12
3. Übermässige Ängstlichkeit und Schwermut
Unruhige, ängstliche, sorgenvolle Stimmung; tiefe Schwermut. Übermässige Schüchternheit. He 1.11
Grosse nervliche Übererregung und Niedergeschlagenheit. He 36.1
So starke Ängstlichkeit, von Zeit zu Zeit, dass sie nicht liegen konnte, sondern Tag und Nacht zu sitzen genöthigt war. St 286
Erst kommt ihr eine Ängstlichkeit ans Herz; dann geht von da ein Mattigkeitsgefühl durch den Leib herab, als fiele dieser nieder, und setzt sich bis zu den Unterfüssen fort. St 287
St 313
4. Extremer Stimmungswechsel
Schwankend ärgerliche Gemüthsstimmung; eine geringe Veranlassung treibt ihn zum Zorne, dessen Ausbruch ihn in der nächsten Minute reuet, aber auch bald wiederkehrt, weil die Anwandlung von Sanftmut ihn verdriesst, indem sie ihn hindert, seinem Herzen Luft zu machen. Gewöhnlich vertauschte er ein hartes Wort, das er auf der Zunge hatte, mit einem sanfteren; letzteres deuchte ihm dann allzu sanft, und er wählte wieder ein härteres, das aber, im Augenblick, wo es ausgesprochen werden soll, wieder in ein milderes verwandelt wird; und so fort, im Sprechen, Denken, Handeln. St 314
Ist bisweilen auf Personen sehr ärgerlich und ergrimmt, und im nächsten Augenblick möchte er sie umarmen. St 309
St 306, 307, 313, 319, He 1.9, 10, 12, 36.4
5. Unangenehmes Gefühl, als sehnte er sich nach etwas ohne zu wissen nach was, mit einer Art Bänglichkeit, wobei er jedoch sehr heiter gestimmt war. St 308
6. Während einer interessanten Lektüre nimmt sein eigener Ideengang plötzlich eine eigne wehmütige Richtung, die er wie sehr er sich auch bemüht, nicht nach seinem Willen und im Geiste der Lektüre, bestimmen kann. St 323
7. Die geringste Kleinigkeit
Furchtbare Träume; die geringste Kleinigkeit, welche sie den Tag über denkt und behandelt, erscheint ihr im Traum, dessen sie sich wachend erinnert. St 250
Bei einer geringfügigen Veranlassung, die sie ein andermal zum Lachen gereizt haben würde, geräth sie in den heftigsten Unwillen, fast in Wuth, dass ihr alles Bewusstsein zu schwinden droht; späterhin wundert sie sich selbst über diesen Ausbruch. St 310
8. Musik, singen
Er singt im Schlafe. St 241
Wie wohl sie, auf Veranlassung, eben sehr ärgerlich ist, so wiederholt sie doch in Gedanken eine lustige Melodie fortwährend. St 300
Wenn jemand von ohngefähr einen einzigen musikalischen Ton angibt, so fängt sie an unwillkürlich zu singen, und muss dann selbst über sich lachen; doch bald singt sie wieder, ohngeachtet aller Vorsätze, es zu unterlassen. St 301
Plötzlich steht vor ihrer Phantasie ein Konzert, dem sie vor langer Zeit beigewohnt, so lebhaft, als würde es vor ihren Ohren aufgeführt, so dass sie die einzelnen Instrumente zu hören wähnt. Nach einiger Zeit verschwindet diese lebhafte Erinnerung des Vergangenen und sie ist nicht mehr im Stande, sich die Töne zurückzurufen. St 302
St 298, 299, St 306, He 36.7
9. Stellt sich alles schlimmer vor
Melancholische Traurigkeit; sie stellt sich alles schlimmer vor und hat weder Muth noch Leben. St 317
Sehr beunruhigt wegen seines Lebens, glaubt, dass er sterben wird, ist nicht mehr tauglich für Geschäfte. He 1.3
St 318
10. Im Traume will sie zu einem fernen Ziele eilen, kann jedoch, wie sehr sie sich auch bemüht, nicht dazu gelangen. St 255
11. Wie berauscht
Spannende Eingenommenheit erst der Stirne, dann bald darauf des ganzen Kopfes, wie berauscht. St 3
Dumm im Kopfe, vorn, wie trunken und drehend, im Freien nicht, nur in der mässig warmen Stube. St 4
St 5-7
12. Grosse Vergesslichkeit; sie fragt nach etwas, und weiss es durchaus im nächsten Augenblicke nicht mehr, dass und was sie gefragt hat. St 322
13. Es ist ihr plötzlich auf Augenblicke, als sollten ihr die Gedanken vergehen. St 321
14. Lesen und Schreiben
Wenn er etwas niederschreiben wollte, konnte er nicht, wegen Besinnungslosigkeit. St 320
Beim Lesen ist's gleich, als hätte er einen Flor vor den Augen, was sich durch öfteres Blinken verliert; zugleich ein Drücken in den Augäpfeln, das beim Schliessen der Augenlider zu blosser Schwere wird, aber nach ihrer Wiedereröffnung wiederkehrt. St 33
Wenn er eine Weile (selbst am Tage) liest, so thun ihm die Augen drückend und wundbrennend weh, mit einiger Trübheit, dass er oft blinken muss. St 46
Er kann keinen Buchstaben lesen, ohne dass aus den sehr trüben Augen Wasser in Mengen stürzt. St 48
Während einer interessanten Lektüre nimmt sein eigener Ideengang plötzlich eine eigne wehmütige Richtung, die er wie sehr er sich auch bemüht, nicht nach seinem Willen und im Geiste der Lektüre, bestimmen kann. St 323
Nach dem Abendessen fühlt er sich, gegen seine Gewohnheiten, überaus schläfrig, beginnt er aber irgend ein geisterregendes Geschäft — Lesen oder Schreiben — so wird er bald ganz munter. St 239
Abends nach dem sehr einfachen und mässigen Essen, ungemein hinfällig, müde und matt, als hätte er die schwersten körperlichen Anstrengungen gehabt, mit grosser Schläfrigkeit und schläfrigem Drücken in den Augenlidern und dem Gefühl, als wären sie geschwollen; literarische Beschäftigung vertreibt diese Müdigkeit. St 237
Beim Lesen sieht das Papier blassrot oder rosafarben aus und glänzt. He 5.4
St 36, 46
15. Gefühle für andere Menschen
Grosse Ärgerlichkeit; das Benehmen einer ihr nahen und werthen Person reizt sie zum Zorne und sie steht im Begriffe, denselben gegen sie ausbrechen zu lassen, fühlt sich aber in diesem Augenblick zum Nachgeben gestimmt; im nächsten Moment erscheint ihr diese Nachsicht als Schwäche, sie ärgert sich über sich selbst und ihr Zorn steigt noch höher. Dieses ihr sonst ganz ungewöhnliche Schwanken der Stimmung dauert mehrere Stunden an. St 313
Er nimmt alles zu hoch auf und schnell reuet es ihn, andern weh gethan zu haben. St 319
Springt, tanzt, lacht, pfeift; ist sehr liebevoll, möchte jeden küssen. He 1.7
(...) Übermässige Schüchternheit. He 1.11
Ist bisweilen auf Personen sehr ärgerlich und ergrimmt, und im nächsten Augenblick möchte er sie umarmen. St 309
St 324
16. Übermässig gesprächig
Er ist überaus gut gelaunt, und redet immer scherzend vor sich hin, ohne dass es ihm auffällt, als bis ihn andere darauf aufmerksam machen. St 295
Übermässig gesprächig. St 297
Überspannte Gedanken und grosse Geschwätzigkeit. He 1.5
17. Erkennt Dinge und Personen nicht
Zerstreutheit und Vergesslichkeit; eine ihm bekannte Person, die er sehr oft sieht, wird, als sie in seine Nähe tritt, von ihm gänzlich verkannt. Er sieht sie verwundert an, erinnert sich wohl, sie gesehen zu haben, kann sie aber nicht nennen und hält sie für eine andere. Erst nach langer Zeit erkennt er sie. St 324
Verirrung der Gedanken; er irrt sich in der Zeit und den Gegenständen, obgleich beide ganz nahe und deutlich vor ihm lagen. St 325
18. Sprechen
Erhaltene Vorwürfe machen sie sehr ärgerlich: sie will sich rechtfertigen, aber das Wort stirbt ihr gleich auf den Lippen; sie ärgert sich nun ihres Stillschweigens, versucht wieder zu reden und die Sprache versagt ihr abermals den Dienst; so schwankt sie fortwährend und bringt zu ernster Verteidigung, bei allen Versuchen dazu, kein Wort heraus. St 311
Muss sich oft räuspern, wegen stets in Menge von neuem zufliessenden Schleims, welcher die Stimme unrein und scharrig macht. St 161
19. Träumt von Feuerbrunst. St 254
20. Etwas Lebendiges, das in die Höhe hüpft
Ein unschmerzhafter Schlag im Oberbauche, wie von etwas Lebendigen, das in die Höhe hüpfte. St 134
Gefühl, als hüpfte in beiden Seiten seines Unterleibes innerlich etwas Lebendiges herum, mit Übelkeit und Frostschauer. St 135
Gefühl, als ob etwas Lebendiges in der Brust hüpfen würde. He 28.2
St 136, 138, He 17.4, 19.3, 28.3
21. Wie nach Strapazen
Schmerzliche Müdigkeit in den Unterfüssen, auch beim Sitzen, mit Schwerheitsgefühl, wie nach grossen Strapazen. St 213
Die Unterfüsse, besonders die Fusssohlen, brennen und kribbeln, wie nach einer Fuss-reise in engen Schuhen. St 214
St 237
22. Wie eine schmerzliche Ader
Auf der rechten Seite, von hinten nach vorne, vom Hinterkopf bis in die Stirn, ein momentaner ziehender Kopfschmerz, wie eine schmerzliche Ader; mehr äusserlich, doch in Zwischenräumen wiederkehrend. St 11, 12
23. Als würde ein stumpfer Pfeil hineingedrückt
Unter dem linken Stirnhügel ein plötzlicher empfindlicher Schmerz als würde ein stumpfer Pfeil hineingedrückt; dann folgen noch einige stossweise Absätze desselben Schmerzes. St 19
Vom After von Zeit zu Zeit ein langsamer stumpfer Stich durch die Kreuzgegend bis in die linke Schossgegend hinauf, wo dann ein einfaches Wehtun bleibt, welches sich beim Einathmen verschlimmert und dann allmählich vergeht. St 147
St 13, 21, 65, 141, 146, 174, 180, 192
24. Messer dringt immer weiter, immer schärfer ein
Ein absetzendes, scharfes Stechen von den Geschlechtstheilen an bis hinauf in die rechte Oberbauchhälfte, wie wenn ein Messer mit schnellen, allmälig weiter dringenden und immer schärfer werdenden Stössen in dieser Richtung hinaufgeführt würde; absatzweise. St 153
25. In der linken Brust innerlich, ein eigener zuckender Schmerz, als würde dieselbe mittels eines Fadens nach dem Rücken zu den Absätzen gezogen. St 175
26. Auf einer kleinen Stelle
Im rechten Unterarme, in schräger Richtung nach dem Daumen zu gehender Schmerz, eine Art absetzendes Ziehens, so dass jeder Absatz ein flüchtiges Herumwühlen auf einer kleinen Stelle macht; schlimmer, wenn sie den Vorderarm auflegt, wobei sich eine betäubende Wärme über die Hand verbreitet. St 188
Auf dem linken Vorderarme, nicht weit vom Ellenbogen, auf einer kleinen Stelle, ein leiser Schmerz und dabei wirft es den Ellenbogen krampfhaft und unwillkürlich in die Höhe, dass er erschrickt. St 189
St 25, 45
27. Auf einer kleinen Stelle des linken Seitenbeins eine plötzlich kältende Empfindung, als wie von einem aus der Höhe herabfallenden Wassertropfen. St 25
28. Als würde der Arm ausgerenkt
Bei einer schnellen Bewegung, Knacken in dem Achselgelenke, mit empfindlichem Schmerz daselbst, als würde der Arm ausgerenkt. St 182
Im linken Schultergelenke Empfindung, als würde sich der Arm leicht ausrenken, als wäre er zu locker drin. St 184
St 185
29. Wie ein Flor vor den Augen
Die sonst sehr hellen und scharfsehenden Augen sind wie umnebelt, d.h. sie sieht alles weit schwächer und bleicher, wie ein Flor vor den Augen, wobei sie immer wischen muss, wonach es auf einen Augenblick hell wird, doch die Trübheit sehr bald zurückkehrt. St 31
St 33-36, 39, 46, 47
30. Im Kopfe und im rechte Auge, sowie im hohlen Zahne der linken Seite, empfindliches Reissen, mit Trübheit vor diesem Auge und dem Gefühl, als zöge ein kalter Luftzug hindurch. St 27
31. Schlechter vom Richten des Blickes fest auf einen Gegenstand, kann nicht einmal eine Nadel einfädeln. He 5.15
32. Wie von Weinen
Gefühl in den Augen, als wenn immer Wasser kommen sollte; in der freien Luft nicht, nur in der Stube. St 45
Gefühl in beiden Augen, als hätte sie viel geweint; es ist ihr alles wie geschwollen und gespannt, ohne dass man von aussen etwas bemerken könnte. St 52
St 47, 48, 50, 53, He 5.10, 14
33. Augen zugezogen oder verkleinert
Gefühl von Schwere in dem oberen Augenlide, als wäre es zu schwer, als zöge es die Augen immer zu, mit Trübsichtigkeit. St 41
Gefühl als würden die Augen kleiner. St 43
Wacht sie die Nacht auf, so kann sie die Augen nicht aufmachen, weil es ihr ist, als läge eine Last darauf; will sie es mit Gewalt thun, so spannt und drückt es drin und sie kann sie dann, nach vielen Versuchen, durch Reiben und Drücken nur unvollkommen öffnen. St 66
34. Funken oder Flecken vor den Augen
Plötzliche Wallungen vor den Augen wie elektrische Funken. He 5.2
Erscheinung eines Flecks, der vor den Augen auf und ab tanzt. He 5.3
35. Beim Lesen sieht das Papier blassrot oder rosafarben aus und glänzt. He 5.4
36. Augenentzündung zur Menstruationszeit bei Patientinnen von sanguinischem Temperament, die an Anfällen von Blutandrang und Neigung zu (hysterischen) Krämpfen im Klimakterium leiden. He 5.16
37. Kratzig im Halse, wie nach dem Genusse sehr fetter Speisen. St 79
38. Fremdkörper im Hals
Bei leerem Schlingen ist's ihr tief im Halse, als stäke da eine Hülse, die nicht hinunter könnte. St 86
Nach dem Mittagessen Gefühl im Hals, wie von einem hineingedrängten Stöpsel, mehr beim leeren als beim Speiseschlingen, was bis den folgenden Tag anhält; dabei erscheint das Zäpfchen etwas verlängert, mit einem drückenden Gefühl ausser dem Schlingen. St 88
39. Beim Einathmen im Halse ein Gefühl wie von Schwefeldampfe. St 171
40. Blutfluss
Gebärmutterblutfluss von safrangelber Farbe. St 156
Nach zehnwöchigem Ausbleiben der Menses, plötzlich starke abwärtszerrende Schmerzen im Bauch und Kreuz mit starker Blutung; Blut fliesst in grossen, schwarzen, geronnenen Massen aus der Gebärmutter, erschöpft die Patientin sehr. He 23.6
Absonderung zusammengesetzt aus schwarzen Fäden; sobald das Blut aus der Vulva fliesst, formt es sich zu schwarzen, fädigen Massen. He 24.6
Blutiger Schleim oder dunkles fadenziehendes Blut aus der Nase. He 7.4
Husten mit Spucken von dunklem, fadenziehendem Blut. He 27.2
Stühle enthalten dunkles, fadenziehendes Blut. He 20.3
St 157, 159, He 7.1, 23.3, 23.4, 5, 10, 24.5
41. Schwangerschaft
Eingebildete Schwangerschaft. He 24.1
Nachts beim Erwachen erfährt sie wiederholte Stösse in der linken Seite des Bauches wie von einem Fötus. He 19.3
Drohende Fehlgeburt, besonders wenn eine Blutung von dunklem, fadenziehendem Blut vorhanden ist; Fehlgeburt im 3. Monat. He 24.3
Eine Viertelstunde nach der Entbindung wird die Plazenta noch zurückgehalten, Blut kommt in Klumpen; die Gebärmutter ist erweitert, weich; Ohnmacht; totenbleich; ohne Puls, Glieder eiskalt. Nachgeburtsblutung. He 24.4
42. Gähnen erleichtert
Eine Art von Beklemmung, dass sie bei aller Neigung dazu doch nicht ausgähnen kann, was erst nach mehreren vergeblichen Versuchen gelingt. St 166
Es kommt ihr warm herauf ans Herz, mit Ängstlichkeit und einiger Odembeklemmung, dass sie nicht tief athmen kann, bei Neigung zum Tiefathmen; auch wird's ihr jedesmal nach dem häufig erfolgenden Gähnen wohler. St 167
Brustbeklemmung mit Verlangen tief einzuatmen, besser vom Gähnen. He 26.1
43. Wie zerschlagen, Wundheitsgefühl
St 63, 111, 12, 7190, 191, 211, 212, 213, 225, 226, 229-232, 234, 287
44. Eingeschlafenheit der Glieder, wie fest eingewickelt
Eingeschlafenheit beider Arme und Hände, mit einer Art Unbeweglichkeit, mehrmals den Tag über wiederkehrend und eine halbe Stunde dauernd. St 195
Nachdem er in etwas rauher Luft gegangen und nun in die mässig warme Stube getreten ist; plötzlich in den Fingerspitzen eine unruhige brennend, kribbelnde Bewegung, wie eingeschlafen, mit einem spannenden Gefühle, als wären sie ganz fest eingewickelt und das Blut könnte nicht gehörig umlaufen; krümmt er den Finger zur Faust, so bleibt nur noch ein brennend kribbelndes Gefühl, das bald vergeht. St 197
Crocus leidet an seinen heftig umschlagenden Stimmungen, mit denen er nicht umgehen kann. Er ist bisweilen auf Personen sehr ärgerlich und ergrimmt, und im nächsten Augenblick möchte er sie umarmen Th 4.
Die Anamnese dieses Menschen könnte sich absolut dramatisch gestalten. Grosse Lach- und Weinarien folgen einander in nicht nachvollziehbarem Wechsel. Er klagt darüber, dass er seinen Gefühlen so ausgeliefert sei.
Seine spontanen Reaktionen auf äussere Einflüsse — in Form von Angst Th 3 oder Freude Th 1, 2 — erschöpfen ihn derart, dass er sich fühlt wie nach grosser Strapaze Th 21.
Egotrophie
Wenn Crocus seine Vorstellung von Vollkommenheit verwirklichen will, erhebt er Stimmung und Schwingung zum einzigen Lebenssinn: In exaltierter Art stellt er Heiterkeit und Trauer dar. Er singt, tanzt und lacht ohne Mass und ohne Grund Th 1, 2. Er zeigt gewaltige Neigung zum Scherzen, möchte jeden küssen und ist übermässig gesprächig Th 16.
In der Kompensation des Verlustes hingegen versucht Crocus, seinen emotionalen Aufruhr dadurch zu leugnen, dass er sich durch nichts mehr aus der Ruhe bringen lässt. Einflüsse lassen ihn scheinbar ungerührt, er gibt sich betont pragmatisch. Vielleicht spüren wir aber zwischendurch das Aufblitzen einer heftigen Emotion, welches verrät, dass es unter der ruhigen Oberfläche brodelt.
Egolyse
Die Egolyse von Crocus können wir uns am besten vorstellen als Bild einer gesprungenen Glocke: Sie kann nicht mehr schwingen oder in Resonanz geraten. Alles Empfinden hat sich erschöpft, die Beziehungen sind zu anstrengend geworden: Die Sprache versagt ihr den Dienst Th 18, grosse Vergesslichkeit; sie fragt nach etwas, und weiss es durchaus im nächsten Augenblicke nicht mehr, dass und was sie gefragt hat Th 12. Sie wird besinnungslos beim Schreiben Th 14 und erkennt Dinge und Personen nicht mehr Th 17, er ist nicht mehr tauglich für Geschäfte Th 9.
Alterolyse
In dieser Phase könnte Crocus die Verantwortung für seine heftigen Stimmungsschwankungen dem Mitmenschen zuschieben. Er behauptet dann, dass sie ihn durcheinander bringen: Grosse Ärgerlichkeit, das Benehmen einer ihr nahen und werten Person reizt sie zum Zorne; er nimmt alles zu hoch auf Th 15; bei einer geringfügigen Veranlassung, die sie ein andermal zum Lachen gereizt haben würde, gerät sie in den heftigsten Unwillen, fast in Wut Th 7.
Welche „Conditio humana“ lehnt er ab? Wo wünscht er sich Vollkommenheit?
Crocus will in sich selbst einen vollkommenen Gefühlsreichtum erleben. Er wünscht sich den emotionalen Zustand eines symphonischen Orchester-Tutti, ein gewaltiges Miteinander verschiedenster Gemütszustände.
Er lehnt also die menschliche Bedingung ab, wonach wir oft nur Resonanzkörper sind für Einflüsse, die uns von aussen anrühren: Gewisse Handlungen anderer bringen uns zum Lachen, zum Weinen oder erregen unseren Zorn, ohne dass wir dies immer willentlich kontrollieren können. Crocus möchte aber selbst auf seinen inneren Saiten musizieren und nicht bloss ein Instrument sein.
Der Mensch erlebt Gefühle normalerweise auch in einer zeitlichen Abfolge: So wie sich Wellen auf einer Wasseroberfläche abebbend ausbreiten, müssen wir unsere Stimmungen verklingen lassen, bevor wir wieder offen sind für neue Einflüsse. Crocus lehnt auch diese Einschränkung ab, er sehnt sich nach einer Gleichzeitigkeit von Emotionen, die allein deshalb unmöglich ist, weil E-motion eine Bewegung von innen nach aussen bedeutet, und damit einer zeitlichen Abfolge unterworfen ist.
Wo erlebt er deshalb ein Nichtgenügen, einen Verlust?
In der Folge wird Crocus immer latent enttäuscht sein über sein emotionales Erleben. Möglicherweise empfindet er es als schal oder farblos, oder er sehnt sich weiterhin nach etwas Unbestimmtem, obwohl er sich eigentlich heiter fühlt Th 5.
Er empfindet sich nicht als Herr über seine Stimmungen, sondern fühlt sich ihnen als passiver Resonanzkörper ausgeliefert: Wenn jemand einen Ton angibt, so fängt sie unwillkürlich an zu singen Th 8. Unwillkürlich lacht er und gerät in Wut Th 2, bzw. ist er sehnsüchtig, bang und heiter in einem Th 5. Sie gerät in Wut über einen Anlass, der sie ein andermal zum Lachen reizen würde Th 2. Während des Lesens nimmt sein Ideengang eine wehmütige Richtung, die nicht dem Geist der Lektüre entspricht Th 6. Er lacht unbändig bis zum Tode Th 2.
Was empfindet er infolge der Ablehnung als Bedrohung oder als Strafe?
Weil er nicht Herr sein kann über seine Emotionen, jagt ihm alles Angst ein, was ihn in Stimmungsaufruhr versetzen könnte Th 7. Er fürchtet um sein Leben, ist hypochondrisch, übermässig ängstlich und schüchtern Th 3. Er stellt sich alles schlimmer vor und hat weder Mut noch Leben Th 9.
Wie könnte sich ein bewusster Umgang mit der Grundproblematik darstellen?
Wenn Crocus nicht mehr bestimmen will, „wo die Musik spielt“, sondern sich mit seiner Rolle als Resonanzkörper zufrieden gibt und ihr Sinn abgewinnt, wird er die „Melodien“ anderer aufnehmen und verstehen können. Seine besten Fähigkeiten liegen darin, in Ein-Klang zu gehen, mitzuschwingen oder Misstöne aufzuspüren.
Schwankend ärgerliche Gemüthsstimmung; eine geringe Veranlassung treibt ihn zum Zorne, dessen Ausbruch ihn in der nächsten Minute reuet, aber auch bald wiederkehrt, weil die Anwandlung von Sanftmut ihn verdriesst, indem sie ihn hindert, seinem Herzen Luft zu machen. Gewöhnlich vertauschte er ein hartes Wort, das er auf der Zunge hatte, mit einem sanfteren; letzteres deuchte ihm dann allzu sanft, und er wählte wieder ein härteres, das aber, im Augenblick, wo es ausgesprochen werden soll, wieder in ein milderes verwandelt wird; und so fort, im Sprechen, Denken, Handeln Th 4.
In diesem Symptom sehen wir den hypertrophen Anspruch an die Gleichzeitigkeit des Erlebens. Eigentlich möchte Crocus das harte und das sanfte Wort synchron aussprechen und ist deshalb unfähig, sich für das eine oder andere zu entscheiden. Er ist nicht mehr im Kontakt mit seiner Emotionalität, weil er versucht, verschiedenste Stimmungen gleichzeitig zu erleben. Eine ganze Anzahl weiterer Symptome illustriert diesen Zustand ebenfalls: Er weiss nicht, ob er sich ärgern oder über einen Anlass lachen soll Th 2, ob er seine Mitmenschen umarmen oder sich über sie ärgern soll Th 4, ob er zürnen oder jemandem nachgeben soll Th 15, und sie kann sich nicht rechtfertigen, obwohl sie sich über Vorwürfe ärgert Th 18.
Plötzlich steht vor ihrer Phantasie ein Konzert, dem sie vor langer Zeit beigewohnt, so lebhaft, als würde es vor ihren Ohren aufgeführt, so dass sie die einzelnen Instrumente zu hören wähnt (...) Th 8.
"Konzert" bedeutet: Übereinstimmung, Vereinigung, Übereinkommen, Abmachung, Vertrag Hw. Crocus masst sich in egotropher Weise an, eine Übereinstimmung, die einzelnen Faktoren, die einzelnen Teile einer Harmonie gleichzeitig wahrzunehmen. Menschliches Glück kann jedoch immer nur nacheinander er-fahren, oder eben e-motional wahrgenommen werden, in einer schweifenden Bewegung der Aufmerksamkeit.
Unerreichbares fernes Ziel Th 10
Ein Bild für die geschwächte Willenskraft, welche ihrerseits Resultat eines überanstrengten Versuchs zu Kontrolle und Konzentration ist. In die gleiche Richtung gehen die Symptome "wie nach Strapazen" Th 21: Die Unterfüsse, besonders die Fusssohlen, brennen und kribbeln, wie nach einer Fussreise in engen Schuhen.
Träumt von Feuerbrunst Th 19
Das Feuer kann man sich hier als Symbol für verzehrende Leidenschaft denken.
Auf einer kleinen Stelle des linken Seitenbeins eine plötzlich kältende Empfindung, als wie von einem aus der Höhe herabfallenden Wassertropfen Th 27, sowie: Als würde ein stumpfer Pfeil hineingedrückt Th 23, sowie: Ein Messer dringt immer weiter, immer schärfer ein Th 24. Folternd dringt die Welt in ihn ein und wühlt seine innere Ruhe auf.
Beim Lesen sieht das Papier blassrot oder rosafarben aus und glänzt. Th 35
Die "rosa Brille", Schönfärberei und Illusion: Beim Lesen kann Crocus wahrscheinlich am ehesten distanziert und ungerührt am menschlichen Schicksal teilnehmen, weshalb das Lesen eine echte Erholung darstellen kann.
In die gleiche Richtung deuten die beiden egotrophen Symptome: Nach dem Abendessen fühlt er sich (...) überaus schläfrig, beginnt er aber irgend ein geisterregendes Geschäft — Lesen oder Schreiben Th 14 — so wird er bald ganz munter, sowie: Abends (...) ungemein hinfällig, müde und matt, als hätte er die schwersten körperlichen Anstrengungen gehabt, (...) literarische Beschäftigung vertreibt diese Müdigkeit.
Die Empfindung von etwas Lebendigem, das in die Höhe hüpft Th20 lässt die Vorstellung eines Resonanzkörpers anklingen. Streut man Salz auf den Bauch eines tönenden Instrumentes, hüpfen die Körnchen auf und nieder.
Ein weiteres Instrumentenbild zeigt sich in der Empfindung eines Fadens, mit dem die linke Brust zu den Absätzen gezogen wird Th 25: Es ist, als würde eine Saite gespannt, sinnigerweise auf der linken, der emotionalen Körperseite, und von der Herzregion zum Absatz, resp. zur Ferse und damit zu einem verwundbaren Teil eines sonst unverwundbaren Körpers, z.B. bei Krishna oder Achilles LdtS.
Schwangerschaft Th 41
In der egotrophen Phase erlebt Crocus mit der Schwangerschaft ein "Tutti": Zwei Körper in einem, was aus Sicht der Hypothese das Höchste ist, was ein Mensch erleben kann. Darum auch die eingebildete Schwangerschaft bzw. das Gefühl eines Fötus im Bauch. Die Geburt, d.h. das Loslassen dieses "Übermasses" ist schwierig, was sich in Plazentaretention und Ohnmacht nach der Entbindung zeigt.
Die übermässige Blutungsneigung Th 40 könnte eine körperliche Reaktion sein auf den Anspruch, alles in sich behalten zu wollen.
Vor allem vom klassischen Pulsatilla-Bild her kennt man die Launenhaftigkeit und Beeinflussbarkeit, welche an Crocus erinnert. Pulsatilla möchte allumfassende Einheit sein und weigert sich deshalb, sich den Elementen der Aussenwelt aktiv zuzuwenden. Die Schwankungen im Gefühlsleben sind also eher das Resultat einer Blockade, einer Abwehrhaltung. Bei Crocus rühren die Stimmungsschwankungen jedoch daher, dass er sich gegen die emotionale Resonanz überhaupt wehrt.
ZUR SUBSTANZ
Crocus sativus, Safran (Familie: Iridaceae)
Bis heute eine der teuersten Substanzen, wertvoller als Gold. 120'000 bis 140'000 Blüten ergeben ein Kilogramm Safran.
ANMERKUNGEN
Safran wurde schon im berühmten Papyrus Ebers (ca. 1600 v. Chr.) genannt und auch in der Bibel, nämlich im Hohelied Salomons, wird das Gewürz Karkom erwähnt. Im alten Griechenland und auch in Rom kannte man die Pflanze und verwendete sie als Heil- und Färbemittel. Im alten Rom soll mit Safran der Randstreifen der Toga, die Kleidung des Magistrats, gefärbt worden sein www.
In der Volksheilkunde sowohl zur Beruhigung als auch zur Stimulierung verwendet!
Krokuskränze sollen angeblich vor Trunkenheit schützen HdA.
Die deutsche Bezeichnung Safran stammt vom arabischen Wort safran oder safara für hervorragend, glänzend. Der Gattungsname Crocus entstand aus dem griechischen krokos für Faden, womit er auf die Blütennarben Bezug nimmt. Der Artname sativus ist lateinisch und bedeutet angebaut www.
Das kleine Bergdorf Mund, an der Lötschberghalde, im schweizerischen Wallis, ist der einzige Ort in Mitteleuropa, wo der Safran gedeiht.
QUELLEN
Überarbeitung im Rahmen der Arzneimittelstudiengruppe Basel II, Juli 1999
|St

He
Hw
LdtS
HdA
www
Bild
|Stapf, Archiv für die homöopathische Heilkunst, Band 1/2, Leipzig 1822|
Hering Constantin, The Guiding Symptoms of our Materia Medica, New Delhi 1989, Band 4
Das Herkunftswörterbuch, Etymologie der deutschen Sprache, Duden, Mannheim, 1989
Cooper, J.C., Illustriertes Lexikon der traditionellen Symbole, Wiesbaden 1986
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, Berlin, New York 1987
Information aus dem Internet
Mit freundlicher Genehmigung, Dr. J. Rohmeder, Safranerie GmbH, CH - 3982 Bitsch, VS