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Historisches
Erste menschliche Spuren in Aeschi
Schon in der Bronzezeit müssen sich Menschen in unserer Gegend aufgehalten haben; verschiedene alte Fundgegenstände in Heustrich, Aeschi, Krattigen und andern Orten bezeugen dies.
Die Römer (58 v. Chr. – ca. 400 n. Chr.) und die Alemannen (ab 400 n. Chr.) Ab 58 v. Chr. beherrschten die Römer alle keltischen Stämme, so auch die Helvetier. Die Helvetier behielten grundsätzlich ihre keltische Sprache, nahmen aber manches Wort von den Römern auf. Im Kandertal gibt es viele Namen solcher Herkunft, in Aeschi aber nur einen, nämlich „Lattreyen“. Dieser Name tönt ähnlich wie ital. „latte“ und franz. „lait“. Offenbar wurden auf Lattreyen schon in alten Zeiten Kühe gealpt. Im Jahr 454 verdrängten die Alemannen die Römer und siedelten sich in grossen Teilen der Schweiz an.
Burg und Städtchen Mülenen 1240-1553
1240 wird der Ort erstmals als „Molendino“ erwähnt. Hier liess sich der Zugang zum Kandertal sehr gut kontrollieren und verteidigen. Besitzer waren die Freiherren von Kien, die wahrscheinlich in Mülenen eine Burg und die Letzimauern bauen liessen. Die Herren von Mülenen beherrschten während Jahren das ganze Tal. Ihnen gehörte auch die Tellenburg bei Frutigen. Sie gelangten in Konflikt mit der Stadt Bern. Die Berner verbrannten in Frutigen einige Häuser und die Kirche. Es wird angenommen, dass damals auch die Burg Mülenen zerstört und später ein zweites Mal wieder errichtet wurde. Die „Herrschaft Mülenen“ wechselte mehrmals den Besitzer. 1352 verkaufte der Ritter Thüring von Brandis die Herrschaft Mülenen an Bern. Dazu gehörten auch Rechte von Aeschi und Reichenbach, ferner die Kirche und der Kirchensatz (das Recht einen Pfarrer einzusetzen) von Aeschi.
„Landschaft Aeschi“
Die Landrechte von 1469 und 1675 bewiesen, dass die Landschaft Aeschi manches nach eigenem Gutfinden regeln konnte. Zudem besass Aeschi das Recht zu freiem Handel. Alle militärischen Angelegenheiten aber wurden von Bern aus verfügt. Das Landrecht von Aeschi war bis 1835 massgebend.
Die Kirche
Die Kirche Aeschi hat ihren Ursprung im 10. Jahrhundert. Eine Chronik erzählt, dass in den Jahren nach 930 der hochburgundische König Rudolf II. rund um den Thunersee 12 Kirchen im romanischen Stil bauen liess: Uttigen, Thierachern, Hilterfingen, Sigriswil, Thun, Scherzligen, Frutigen, Wimmis, Leissigen, Amsoldingen, Spiez und Aeschi.
Aeschi gehörte zum Bistum Lausanne. In einem Verzeichnis von 1228 ist Aeschi unter dem Namen „Ashes“ erstmals urkundlich erwähnt.
Das Pfarrhaus in Aeschi galt als Freistätte für allerlei Übeltäter. Wer sich dorthin flüchtete, war drei Tage und sechs Wochen sicher. Wenn er nach dieser Zeit drei Schritte vor das Dachtrauf machte und wieder ins Pfarrhaus zurückkehrte, war er wieder für drei Tage und sechs Wochen geschützt.