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Touriga Nacional
Diese autochthone Rebsorte aus Portugal ist zwar ertragsarm, ergibt aber Weine mit viel Körper, Tannin, Säure und Geschmack. Ein strenger Rebschnitt ermöglicht ausgesprochen hochklassige Weine mit komplexer Aromatik.
Diese wenig verbreitete Rebsorte ist unbestritten eine unbekannte Grösse in der Weinwelt. Angebaut wird sie in Portugal und Australien. Sie ist die Portweintraube «par excellence». Ihre kleinen, dickschaligen Beeren und der niedrige Ertrag sind fast Gold wert. Leider teilt sie ihr Schicksal mit vielen anderen hochwertigen Rebsorten in den Weinbergen Europas: Allmählich wird sie durch Rebsorten ersetzt, die zwar weniger konzentrierte Weine ergeben, dafür aber produktiver sind.
Im Dão wurde sie früher als Zusatz benutzt, um einen komplexeren Geschmack, ein höheres Alterungspotenzial und mehr Struktur zu erhalten. Aber auch da wird sie heute fast nicht mehr angebaut.
Touriga Nacional steht als Rebsorte für die grossen Portweinjahrgänge der 20er und 30er Jahre, die auf Auktionen Spitzenpreise erzielen. Mit ihrer kräftigen Konstitution ergibt sie sehr dunkle, straffe Weine mit einem grossen Aroma von Wild und Leder, dem die Portweine den guten Ruf verdanken. Die heutigen Portweine basieren fast ausschliesslich auf Rebsortenverschnitten. Welcher Anteil an Touriga und der gleichfalls klassischen Tinta Cão eingesetzt wird, ist für die Portweinhäuser wohl eine Kostenfrage.
In den 80er Jahren wurde im Dourotal eine strikte Auslese der Reben eingeleitet, um den Ertrag und den durchschnittlichen Zuckergehalt zu erhöhen. In diesem unzugänglichen Weinterrain scheint die Rebsorte überhaupt nicht bedroht zu sein. Es deutet eher alles darauf hin, dass Touriga auch in den Tafelweingebieten wichtig wird. Wie Cabernet Sauvignon in Südfrankreich könnte sie dort verstärkt als verbessernde Rebsorte eingesetzt werden.