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Vorgeschichte der Musikgesellschaft Röthenbach
Die Vorgeschichte unserer Musikgesellschaft liegt im Dunkeln. Sicher ist, dass bereits 1895 in Röthenbach eine Blasmusik existierte, da ihre Fahne mit dieser Jahreszahl noch vorhanden ist. Sie wird in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts durch einen Zusammenschluss der damaligen militärischen Signaltrompeter entstanden sein. Sie existierte auch noch bei der Einweihung der neuen Dorfkirche 1905, wird sich aber während der Grenzbesetzung 1914-18, wie viele andere Vereine, aufgelöst haben.
Gründung der Musikgesellschaft Röthenbach
Unter dem im Jahre 1923 konfirmierten Jahrgang regte sich nach dem Abschluss der Schulzeit das Bedürfnis nach einem engeren Zusammenschluss. Die Eltern einiger jüngerer Männer äusserten den Wunsch, es möchte eine Geselligkeit entstehen, an der ihre Söhne mit ihrem besonderen Einverständnis teilnehmen könnten. So fassten die jungen Leute den Entschluss, einen Posaunenchor zu gründen und fragten den Pfarrer an, ob er ihnen dazu das Lokal zur Verfügung stellen könnte.
So kamen wir am 1. September 1923 an einem Sonntagnachmittag im Pfarrhaus zusammen und beschlossen, in diesem Sinne einen Posaunenchor ins Leben zu rufen. Wir hatten weder ein Instrument, noch wussten wir, wer uns lehren könnte. Da wurde in unserem Kreise laut, Sattler Rettenmund in Wyden bei Bowil wäre wohl der Mann, der uns anleiten könnte. Zu unserer grössten Freude kam er zu uns herüber und erklärte sich zu diesem Liebesdienst bereit. So kamen wir dann am Sonntag, den 4. November 1923 zum ersten Mal mit 4 Instrumenten versehen im Pfarrhaus zusammen unter der Leitung von Sattler Rettenmund.
Damals fanden sich nur noch 8 Männer ein, wovon 6 bereit waren, endgültig beizutreten. Die sechs sind: Fritz Bigler, Farnern; Otto Ellenberger, Meienried; Alfred Moser, Loohalde; Hans Schüpbach, Heimenrütti; Hans Krähenbühl, Trübenbach; Ernst Stucki, Gauchern. Die erste Übung fand am Donnerstag, 8. November 1923,20.00 Uhr im Pfarrhaus statt. Noch im gleichen Jahr traten immer mehr Personen bei:
H. Münger, Pfarrer von Röthenbach; Ernst Aeschbacher, Heimenrütti; Hans Moser, Würzbrunnen; Walter Stucki, Rüegsegg; Rudolf Rüegsegger, Lippenlehn; Albert Rüegsegger, Farnern; Fritz Rüegsegger, Farnern; Ernst Rüegsegger, Fischbachboden; Fritz Schenk, Fambach; Fritz Schenk, Senggen; Fritz Aeschlimann, Senggen; Christian Flükiger Salzhaus; Hans Bürki, Post Röthenbach; Hans Stucki, Rüegsegg; Fritz Moser, Loohalde; Albrecht Keller, Nägelisboden.
In Jahren
1924: Erstellen der Statuten und erste Auftritte
Am 27. Januar stellten wir die Statuten auf und wagten uns zum ersten Mal aus dem Haus. Beim Gartenhaus des Pfarrhauses stellten wir uns auf und bliesen zum ersten Mal:
1927: Erste offizielle Hauptversammlung
Die erste Hauptversammlung, die im Protokoll steht, fand am Donnerstag, 27. Januar, um 20.00 Uhr in der Kirche Röthenbach statt.
Als Präsident wird wieder Pfarrer Münger bestätigt. Der Dirigent E. Rettenmund hat sich entschlossen, die Gesellschaft vorläufig noch zu leiten. Wegen Geldknappheit beschloss man, Konzert und Theater im Restaurant Rössli durchzuführen.
1930: Änderung des Namens
Es wird auf Antrag von Ernst Blaser einstimmig beschlossen, den Namen des Vereins zu ändern. Der Name Landeskirchlicher Posaunenchor wird abgelegt und der Verein als Musikgesellschaft bis auf weiteres unter sonst gleichen Bedingungen weiter geführt.
1946: Anschaffung unserer 1. Uniform
Weit herum sind wir noch die einzige Musikgesellschaft ohne Uniform. Wir konnten aber nicht daran denken, uns eine neue Bekleidung anzuschaffen, da wir ja das nötige Geld nicht zusammenbrächten. Es wurde an der Hauptversammlung vom 19. Dezember 1944 beschlossen, durch vermehrte Anlässe einen Uniformenfonds anzulegen und abzuwarten, bis sich eine günstige Occasion-Uniform zeige. Nun vergingen einige Monate und schon hatte R. Bürki eine sehr günstige Offerte erhalten von der Musikgesellschaft "Konkordia" aus Reinach BL.
Es wurde an der Übung beschlossen, sich um diese Uniform zu bewerben, sofern sie sich noch in tadellosem Zustande befinde. Die Gesellschaft bestimmte zwei Mitglieder, die die Uniform besichtigen
sollen und, wenn sie sich in tadellosem Zustande befinde, eventuell einen Handel einzugehen. Doch sollen sie ihnen nicht mehr als Fr. 300.- offerieren.
Also fuhren am Pfingstmontag Vize-Präsident Alfred Rüegsegger und Sekretär Walter Rüegsegger nach Reinach und kauften die Uniformen. 26 Stück zu Fr. 2'900.-
Nun mussten wir irgendwo Geld bekommen, da unsere Kasse diesen Betrag lange nicht decken konnte. Wir erhielten von Herrn Lehrer Bieri, gegen Schuldschein Fr. 1'000.- Es wurde beschlossen, Sammellisten zu machen und von Haus zu Haus zu gehen und um einen Beitrag zu bitten. Diese Sammlung ergab die erfreuliche Summe von Fr. 1'242.--.
Am Sonntag, den 1. Juli weihten wir die Uniform unter freundlicher Mitwirkung der Nachbargesellschaften Eggiwil und Linden ein. Walter Stucki beschenkte uns mit einem schönen Trinkhorn und die Gesellschaft Linden mit einem Becher.
1951: Anschluss an den BKMV
Die Statuten des Bernischen Kantonal-Musikverbandes und drei beigelegte Reglemente wurden vorgelesen. Mit 16 Stimmen von 22 Stimmberechtigten wurde beschlossen, sich dem Verband anzuschliessen.
1962: Neuer Dirigent /Einweihung der neuen Uniform
Otto Pfäffli und Albert Rüegsegger geben bekannt, dass sie einen Dirigent gefunden hätten, was ja schon lange unser Wunsch war. So wurde sofort einstimmig Herr Ernst Junker in gegenseitigem Einverständnis gewählt.
Otto Pfäffli regt an, dass in Zukunft mehr Disziplin herrsche und man während der Übung nicht rauche. Bei der ersten Probe-Übung mit Ernst Junker, stellten ihm der Präsident und die Gesellschaft als erste Anstellungsbedingung, dass der zukünftige Dirigent mit allen Musikanten per Du sei. Am 14. Juni war der grosse Freudentag, an dem wir unsere schöne Uniform einweihen konnten. Überall im Dorf flatterten die Fahnen, um die Gastsektionen zu empfangen. Als Göttigesellschaften wirkten Eggiwil und Linden mit. Eggiwil beschenkte uns mit einer schönen Weinkanne und Linden mit einem Blumenkorb und einem grossen Becher. Die Gastgesellschaften überraschten uns mit Geschenken. Oberlangenegg mit einem Becher und Wyssachen mit 70 Fr. Dies war wirklich ein Freudentag, der gewiss jedem in Erinnerung blieb.
1963: Einweihung der neuen Fahne
Da unsere alte Fahne sehr stark gelitten hat und nicht mehr als Symbol taugt, überraschte uns der Fähnrich Hans Leuenberger, er wolle uns eine neue Fahne schenken. Die Musikgesellschaft habe nur einen kleinen Teil zu leisten. So wurde das gleiche Komitee gegründet wie bei der Uniformenanschaffung. Bald war der Entwurf der neuen Fahne beschlossen, und wir konnten der Einweihung zustreben. Zur Fahneneinweihung am 19. Mai, wurden die beiden benachbarten Göttigesellschaften Eggiwil und Linden eingeladen. Leider war Petrus mit uns nicht einig, denn er liess es regnen. Die Musikgesellschaft Linden überreichte uns eine Weinkanne und Eggiwil einen Becher. Als Andenken überreichten auch wir beiden Gesellschaften einen Silberteller. Aus Dankbarkeit wurde dem treuen Fähnrich eine Weinkanne übergeben, mit der Hoffnung, dass er die Musikgesellschaft mit dem neuen Banner noch etliche Jahre anführen könne. Mit diesem Anlass konnte die Musikgesellschaft ihr 40jähriges Bestehen feiern und konnte die vier ältesten Mitglieder und Gründer mit einem Blumenstrauss ehren.
1969: 1. Musiktag in Röthenbach
Bei gutem Wetter trafen am Sonntagmorgen, 11. Mai, Musikgesellschaften aus allen Teilen des Emmentals ein: Dürrenroth, Huttwil, Eriswil, Wasen, Sumiswald, Langnau, Trubschachen, Eggiwil, Schüpbach, Wyssachen, Oberlangenegg und Linden.
1977: Erstmalige Durchführung der "Gabelspitzchilbi"
23. + 24. Juli: Zum ersten Mal führen wir die "Gabelspitzchilbi" unter der tüchtigen Mithilfe der Musikanten-Frauen durch.
Gutes Echo
Gabelspitzchilbi: In der Zeitung danach konnten wir lesen: "Im Jahr 1977 führte die Musikgesellschaft Röthenbach unter Mitwirkung des Schwingklubs erstmals die traditionelle Gabelspitzchilbi und den "Schwinget" durch. Erstmal seit Jahren wurde dieser Anlass wieder in ursprünglicher Weise, unter freiern Himmel, ohne Festhütte und Schaubudenbetrieb durchgeführt. Wir gratulieren der MG Röthenbach für diesen Schritt zurück zur Bodenständigkeit" .
1984: Einmal mehr konnte eine neue Uniform eingeweiht werden
Der Festbetrieb über den 10. / 11. + 12 August fiel wegen des ungünstigen Wetters etwas ins Wasser. So war das Festzelt am Freitagabend nur knapp zur Hälfte gefüllt. Der Samstagabend mit der Einweihung unserer Uniform war gut besucht. Am Sonntag hatte Petrus ein Einsehen mit uns, das Wetter war schön und der Anlass gut besucht.
1986: 2. Emmentalischer Musiktag in Röthenbach
Über 600 Musikantinnen und Musikanten aus elf Ortschaften und Gemeinden erwarten wir. Darunter auch eine Musikformation aus Rötenbach im Schwarzwald (Deutschland). Sorgen bereiten uns die Niederschläge der letzten Tage: Das Regenwasser drohte beinahe das Festzelt zu überschwemmen, zudem mussten wir eiligst eine Heizung fürs Zelt mit 1300 Plätzen organisieren. Samstag, 7. Juni: Unterhaltungsabend im Festzeit mit den Mitwirkenden: MG Röthenbach, Musikverein Rötenbach im Schwarzwald, Jodlerklub Röthenbach und Damenturnverein Röthenbach. Anschliessend schwang man das Tanzbein mit der Kapelle "Älplerfründe" Eggiwil. Sonntag, 8. Juni: Ab 10.00 Uhr: Konzertvorträge im Festzelt und in der Turnhalle. 13.30 Uhr Marschmusikdemonstration durchs Dorf, anschliessend Gesamtchorvorträge und Veteranenehrung. Aus folgenden Ortschaften nahmen die Vereine teil: Dürrenroth, Eggiwil, Huttwil, Langnau, Schüpbach, Sumiswald, Trubschachen, Wasen, Wyssachen, Rötenbach im Schwarzwald und Röthenbach i. E. 16.00 bis 18.00 Uhr: Unterhaltungsmusik mit der Kapelle "Eggiwiler Ländlerfründe". Abend: 20.30 Uhr: Unterhaltungsprogramm im Festzelt. Mitwirkende: MG Röthenbach, Trachtengruppe Röthenbach, Jodlerchörli Waldegg, Gauchern. Unter dem Präsidium von Ernst Kindler ist der Musiktag zu einem vollen Erfolg geworden. Dank der Mitwirkung der Dorfvereine am Unterhaltungsabend konnten die enormen Kosten eines gekauften Unterhaltungsprogrammmes eingespart werden. Abgesehen von kleinen, nicht zu vermeidenden Pannen, lief alles rund und plangemäss.
1989: Vereinsausflug zu den deutschen Freunden
Samstag und Sonntag 10./11. Juni: Vereins Ausflug nach Rötenbach im Hoch-Schwarzwald. Samstag und Sonntag besuchten wir die fast gleichnamige Ortschaft im Schwarzwald. Hier fand die erste Austragung des vom Blasmusikverband Hochschwarzwald e. V. durchgeführten Marschmusik-Wettbewerbes statt. Wir Musikantinnen und Musikanten beteiligten uns an diesem Wettspiel und konnten einen grossen Erfolg verbuchen: Der Auftritt auf der Marschstrecke wurde mit dem ersten Rang mit Auszeichnung belohnt!
1998: 75-Jahr Jubiläum und Fahnenweihe
Nach anfänglichen Unstimmigkeiten über den genauen Zeitpunkt der Gründung der MG Röthenbach hatten wir nun beschlossen, das Jahr 1923 als Gründungsjahr anzusehen. Aus diesem Grund feierten wir nun das 75-Jahr Jubiläum. Zu diesem Anlass hatte der Verein entschieden, eine neue Fahne anzuschaffen. Es wurde ein unvergessliches Fest mit toller Stimmung und tollem Wetter.
1999: erstes Turmkonzert
Am Sonntag 5. September führten wir beim Aussichtsturm im Chuderhüsiwald das erste Turmkonzert durch. Das Wetter war gut und Besucher hatten wir ebenfalls viele. Mit dem positiven Echo das das Konzert mit sich brachte, waren wir schnell einig darüber, dass wir diesen Anlass weiter in unserem Jahresprogramm einbauen.
2000: Jahreskonzert neu in der Turnhalle
An der letzten Hauptversammlung hatten wir entschieden, das Jahreskonzert neu in der Turnhalle durchzuführen. Dies hauptsächlich, damit mehr Einnahmen generiert werden können. Am 02. und 05. Januar wurde das Konzert dann mit grossem Erfolg durchgeführt.
2006: 3. Emmentalischer Musiktag in Röthenbach
Am 24. /26./ 27./ und 28./ Mai fand das Festwochenende in Röthenbach statt. Zum Auftakt gab es am 24. und 26. Mai ein Bar&Pub Festival mit den Dorfvereinen. Am 27. Mai wurde dann mit Unterstützung unserer Freunde aus Rötenbach im Schwarzwald die neue Uniform eingeweiht. Es war ein wunderschönes Fest das uns Allen immer in Erinnerung bleiben wird. Am Sonntag 28. Mai fand dann der Emmentalische Musiktag statt. Die teilnehmenden Vereine: MG Wasen, MG Schüpbach, MG Eriswil, Stadtmusik Huttwil, MG Sumiswald, MG Belp, MG Eggiwil, MV Bleiken, MG Oberlangenegg und MG Dürrenroth boten in der Kirche und in der Turnhalle tolle Konzertvorträge. Am Nachmittag fand dann die Marschmusik statt, die von uns eröffnet wurde. Zusätzlich zu den teilnehmenden Musikgesellschaften marschierte auch der Musikverein Rötenbach die Strecke ab und zeigte ihr Können. Der gemütlichen Ausklang im Festzelt rundetet das unvergessliche Fest ab.