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Experimente mit neuen Waffen im Gazastreifen - ein Risiko für genetische Mutationen 06.06.2010 22:12

Giftige und krebserregende Metalle, die auch genetische Mutationen verursachen, sind in Gewebezellen von Personen gefunden worden,
die im Gazastreifen während der israelischen Militäroperationen 2006 und 2009 verletzt wurden. Die Untersuchungen sind bei Biopsien von Wunden durchgeführt worden, die von Waffen verursacht wurden, die keine Fragmente hinterlassen, eine Besonderheit von im Gazastreifen verwendeten Waffen, auf die von Ärzten wiederholt hingewiesen wurde. Es zeigt, daß Waffen, deren Langzeitwirkung noch immer nicht beurteilt werden kann, angewendet wurden. Die Untersuchenden verglichen die Quantität von 32 in den Wunden vorhandenen Elementen durch ICP/MS ( eine Art hochsensibles Massen-Spektrometer). Die Arbeit wurde von Laboratorien in den Universitäten La Sapienza in Rom, in Kalmar (Schweden) und Beirut ausgeführt und von einer ›New Weapon-Research-Gruppe‹ (Nwrg), einem unabhängigen Komitee von Wissenschaftlern und Experten in Italien, die die Anwendung von unkonventionellen Waffen und ihren mittelfristigen Wirkungen auf die Bevölkerung in Nachkriegsgebieten untersuchen, koordiniert. Die relevante Präsenz von toxischen und krebserzeugenden Metallen, die in den Wunden gefunden wurden, weist auf direkte Risiken für die Überlebenden, aber auch auf die Möglichkeit von Umweltverschmutzung hin. Biopsien von Gewebe wurden von Ärzten des Shifa-Krankenhauses in Gaza-Stadt durchgeführt, die die Art der Wunden klassifizierten. Untersuchungen wurden an 16 Gewebebeispielen durchgeführt, die 13 Opfern gehörten. Vier Biopsien wurden im Juni 2006 während der Operation ›Summerrain‹ [was für ein Name für eine Bombardierung!] genommen, während die anderen in der ersten Januarwoche 2009 während der Operation ›Cast Lead‹ genommen wurden [diese Bezeichnung, so furchtbar sie klingt, ist wenigstens ehrlich] Alle Gewebeproben wurden entsprechend konserviert und dann von den drei Universitäten untersucht. Die Gewebeproben gehören zu vier Arten von Wunden: Amputationen ( mit A in der Studie bezeichnet), verkohlten (C), Verbrennungen (B), multiple tiefe Wunden von weißem Phosphor (M).
Folgende Elemente wurden in nicht normalen Mengen gefunden:
- Aluminium, Titanium, Kupfer, Strontium, Barium, Kobalt, Quecksilber in M-Wunden.
- Kobalt, Quecksilber, Caesium und Zinn in B-Wunden
- Blei und Uran in allen Arten von Wunden
- Barium, Arsen, Mangan, Rubidium, Cadmium, Chrom und Zink in allen außer in M- Wunden
- Nickel in A-Wunden
Einige dieser Elemente sind krebserregend (Quecksilber, Arsen, Cadmium, Chrom, Nickel und Uran), andere sind potentiell krebserregend (Kobalt und Vanadium), andere sind auch giftig für einen Fötus (Aluminium, Quecksilber, Kupfer, Barium, Blei, und Mangan). Die ersteren können auch genetische Mutationen verursachen; die zweiten können dieselben Auswirkungen auf Tiere haben; es ist noch nicht bewiesen, ob sie dasselbe auch beim Menschen verursachen; die dritte kann giftige Auswirkungen auf Menschen haben und kann entweder den Embryo oder den Fötus bei schwangeren Frauen beeinträchtigen. Alle Metalle, die in Mengen bei den Kontrollen gefunden wurden, haben pathogene/krankheitserregende Auswirkungen auf menschliche Atemorgane, die Nieren und die Haut sowie Auswirkungen auf die sexuelle und neurologische Entwicklung und Funktionen.
Prof. Paola Manduca, Sprecherin der New Weapon Research-Gruppe, Dozentin für Genetik und Forscherin an der Universität Genua, sagt: »Keiner hat bis jetzt bioptische Analysen aus Gewebeproben von Wunden durchgeführt. Wir konzentrieren unsere Aufmerksamkeit auf Wunden, die von Waffen/Munition, die keine Bruchstücke/Splitter hinterlassen, verursacht werden; auf diese wurde von Ärzten in Gaza mehrfach hingewiesen, da Waffen, die keine Splitter hinterlassen, erst in den letzten Jahren entwickelt wurden. Wir wollten überprüfen, ob Metalle vorhanden sind, die in den Wunden und in der Haut bleiben. Über die Anwendung von Metallen in Munition, die im Gazastreifen benützt wurden, wurden Hypothesen aufgestellt, aber bisher nie vorgestellt. Zu unserer Überraschung fand man nicht nur Metallkomponente bei amputierenden Waffen, sondern sogar eine hohe Komponente Metall in Brandwunden, die von weißem Phosphor verursacht wurden. Außerdem impliziert die Präsenz dieser Metalle in den Waffen, daß sie sich in unbekannten Mengen in der Umwelt verteilt haben. Sie wurden so von den Opfern und Umstehenden eingeatmet, und stellen somit ein Risiko nicht nur für das Opfer selbst dar, sondern auch für die, die nicht direkt von dem Bombardement getroffen worden waren.«
Dieser Untersuchung gingen zwei andere Studien voraus, die von ›Nwrg‹ durchgeführt wurden. Die erste wurde am 17. Dezember 2009 veröffentlicht und berichtete von der Anwesenheit toxischer Metalle in Gebieten mit Kratern, die von israelischen Bombardierungen im Gazastreifen stammten. Die zweite wurde am 17. März 2010 veröffentlicht und berichtet von der Präsenz toxischer Metalle in Haarproben palästinensischer Kinder aus Gebieten israelischer Bombardements. Beide Untersuchungen weisen auf die Präsenz von Umweltverschmutzung hin, was die Lebensbedingungen vor Ort - wo Unterkünfte dem Wind und Staub ausgesetzt sind - verschlimmert; denn auf Grund der israelischen Blockade, die kein Baumaterial und kein Werkzeug nach Gaza läßt, können die Häuser nicht wieder aufgebaut werden.
Anmerkung d.a. Man kann nur noch sagen: Der Wahnsinn hat Methode….
Quelle:
http://www.saarbreaker.com/2010/05/experimente-mit-neuen-waffen-im-gazastreifen-ein-risiko-fr-genetische-mutationen/ 25. 5. 10
Academics for Justice; Derek.Summerfield - Aus dem Englischen von Ellen Rohlfs
Ellen Rohlfs ist Autorin des Buches: »Nie wieder!«? - Was geschieht eigentlich hinter der Mauer in Palästina? ›Nur‹ Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder schleichender Völkermord? - Eine Dokumentation von Ellen Rohlfs«.
Bei der Autorin <email-pii> gegen eine Schutzgebühr von 10 € zu beziehen