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Mittel-Thurgau-Bahn
|Kürzel||MThB|
|Bahntyp||Normalbahn|
|Betriebseröffnung||1911-12-20|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1911 eröffnete MThB war eine Aktiengesellschaft. Sie führte von Wil (SG) über Weinfelden und Siegershausen nach Konstanz. Erbauerin der Bahn war die «Westdeutsche Eisenbahngesellschaft» mit Sitz in Köln, die auch den Fahrdienst besorgte und etliche weitere Verpflichtungen übernahm, namentlich die Deckung der Betriebsdefizite sowie Dividendengarantien. Die Ersteren sind in der Datenbank als Betriebssubventionen erfasst.
Anfangs eher auf den Personenverkehr ausgerichtet, änderte sich dies gegen das Kriegsende. Der Gütertransport stieg zum dominanten Geschäftsfeld auf, was auch nach 1920 so blieb. Den Kriegsausbruch 1914 bekam die MThB schwer zu spüren. Allerdings besserte sich die Ertragslage nach 1916 dank dem wachsenden Güterverkehr schnell und markant. In ähnlichem Mass nahmen jedoch auch die Betriebsausgaben zu. Die MThB war und blieb schwer defizitär. Dies wirkte sich nur deshalb nicht auf den Passivsaldo oder die schwebenden Schulden aus, weil die Verluste durch Betriebssubventionen gedeckt wurden. Angesichts der dort verzeichneten Beträge fragt es sich, was die Westdeutsche Eisenbahngesellschaft mit dieser Linie eigentlich bezweckte, obwohl die nicht voraussehbaren Kriegsereignisse manche Pläne durchkreuzt haben dürften. Nach 1920 besserte sich jedenfalls die Ertragslage der MThB stetig, doch bereits ab Mitte der 1930er-Jahre zogen neue dunkle Wolken auf. Woher die Bausubventionen für die MThB stammten, erläuterte die Statistik nicht.
Für Schlagzeilen sorgte die MThB 1997, als es ihr gelang, mit einer Konkurrenzofferte den übermächtigen SBB den Betrieb der so genannten Seelinie (Schaffhausen–Romanshorn) abzujagen. Es war das erste Mal, dass die Staatsbahn einer Mitbewerberin eine Linie abtreten musste. Allerdings hatte die MThB dabei zu hoch gepokert und geriet schon bald in grösste Finanznöte, was 2002 schliesslich zur langwierigen Liquidation und – in Form einer neu gegründeten Gesellschaft namens «Thurbo» – zur faktischen Übernahme durch die SBB führte.
Erwähnungen
Diese Bahn wird in keinen anderen Kommentaren erwähnt.