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Jedes Fernsehkind der 90er kannte und liebte sie: Die schrulligen Charaktere der damaligen Sitcoms. Heute blicken wir zurück und fragen uns: Was ist eigentlich aus Steve Urkel und Co. geworden?
Steve Urkel war der Prototyp für das moderne Klischee des Supernerds. Dicke Brillengläser, die Hose bis zum Bauchnabel hochgezogen, brillant und dabei sozial absolut unfähig. Die schönen Mädchen waren für ihn genauso unerreichbar wie der Respekt anderer Männer.
Jaleel White, der die Figur verkörperte, hat das klassische Schicksal so vieler Serienstars ereilt: Auf seine erste, grosse Rolle reduziert, blieben weitere, vielversprechende Rollenangebote aus. Auch sein Versuch, im Filmgeschäft Fuss zu fassen, brachte ihm nichts weiter, als zwei kleinere Nebenrollen in «Lügen haben kurze Beine» (2002) und «Dreamgirls» (2006).
Heute schlägt sich Jaleel White vor allem mit kleinen Gastrollen in TV-Serien und gelegentlichen Moderationsjobs durch. Auch als Reality-Star in Sendungen wie «Dancing with the Stars» ist er zu sehen. Wenn er mal doch auf einem roten Teppich auftaucht, dann ist er vor allem eines: Der alternde Schauspieler, der früher mal Steve Urkel war.
Zu einer allfälligen Rückkehr als Steve Urkel meinte White nur:
Carlton Banks war zwar der spiessige Cousin von Will, aber sein Herz hatte er immer am rechten Fleck. Wie oft haben wir über ihn, aber auch mit ihm gelacht, wenn Will immer und immer wieder seinen Schabernack mit ihm getrieben hat? Nach dem Ende der Serie hat Will Smith eine steile Schauspielkarriere hingelegt. Und Carlton?
Schauspieler Alfonso Ribeiro hat bereits ein Jahr vor dem Ende von «Der Prinz von Bel-Air» eine Rolle in einer anderen Serie ergattert. In der bei uns kaum bekannten Sitcom «Ein schrecklich nettes Haus» gehörte er für vier Jahre zur Hauptbesetzung. Nachdem auch diese Serie zu Ende ging, trat Ribeiro nicht mehr gross als Schauspieler in Erscheinung.
Seither kennen ihn die Leute in den USA vor allem als Moderator und Reality-Star. Bereits 2008 moderierte Ribeiro zwei Spielshows, bevor es ihn dann 2013 ins britische Dschungelcamp zog. Eine Leidenschaft, die Ribeiro sein Leben lang verfolgte, war das Tanzen und so gewann er dann 2014 auch die US-Ausgabe von «Dancing with the Stars». Auftritte als Schauspieler hat er nur noch sehr selten.
Er war der liebenswerte Sidekick von Heimwerkerkönig Tim Taylor in dessen fiktiver Sendung «Tool Time». Obwohl er der beste Freund von Tim war, ist er dessen genaues Gegenteil –ruhig, besonnen und lieber etwas vorsichtiger mit selbst modifizierten Maschinen. Doch dann war die Show zu Ende und von Richard Karn hörte man in unseren Breitengraden nichts mehr.
Tatsächlich war Karn in den USA aber noch einige Zeit auf den Bildschirmen präsent. So war er ab 2002 vor allem als Game-Show-Moderator zu sehen. Auch drehte er ein paar familienfreundliche Filme, die aber nur wenig Erfolg hatten. Ab 2006 wurden seine Auftritte in Film und Fernsehen immer seltener und nach 2009 wurde es dann sehr ruhig um ihn.
2015 wagte er dann ein Comeback und zwar ausgerechnet mit einer Heimwerkershow namens «You Karn Fix It Yourself». Die Sendung wurde allerdings bereits nach einem Jahr wieder eingestellt.
Er war der brave Familienvater, der einem Ausserirdischen Unterschlupf gewährte, auf dessen Heimatplanet Katzen als Delikatesse galten. Immer wieder kam Max Wright als William «Willie» Tanner mit dem frechen Ausserirdischen Alf in Konflikt und unterhielt so ein Millionenpublikum.
Als die Serie 1990 eingestellt wurde, war dies gleichzeitig der Beginn des unrühmlichen Abstiegs von Max Wright. Bereits während des Drehs soll Wright immer öfters durch Alkoholkonsum und Aggressionen für Probleme gesorgt haben. Dies hatte zur Folge, dass er sich in der Unterhaltungsindustrie selbst immer mehr ins Abseits manövrierte.
Nachdem er 1995 an Krebs erkrankte, war seine Schauspielkarriere definitiv vorbei. In den folgenden Jahren machte Wright vor allem noch durch Alkoholeskapaden auf sich aufmerksam. Als 2001 auch noch ein Video auftauchte, dass ihn dabei zeigte, wie er Crack konsumiert und Sex mit Obdachlosen hat, brach auch seine Familie den Kontakt zu ihm ab. Zwar konnte die Echtheit des Videos nie verifiziert werden, dennoch war Wrights Ruf nun endgültig zerstört. Heute lebt er angeblich vereinsamt und verarmt in einer kleinen Wohnung in Kalifornien.
Sie ist wohl der bekannteste Rotschopf der 90er. 11 Staffeln lang versuchte Katey Sagal als Margaret Peggy Bundy sich vor Hausarbeit zu drücken und ihren Mann zu etwas mehr Intimität mit ihr zu nötigen.
1997, nach dem Ende der Serie, ging es für Katey Sagal karrieretechnisch erstmal nicht sonderlich steil nach oben. Immer mal wieder trat sie in einzelnen Episoden von verschiedenen TV-Serien auf und drehte auch eine Handvoll Fernsehfilme. 2002 dann, ergatterte sie in der Serie «Meine wilden Töchter» eine Rolle, die sie für die nächsten drei Jahre begleiten sollte.
Danach war Sagal definitiv eine feste Grösse im Serienbusiness. Fast ständig war sie in Gastrollen von Serien zu sehen. 2008 dann liess sie ihre Vergangenheit als Sitcom-Star hinter sich als sie in der Dramaserie «Sons of Anarchy» die Rolle der Gemma Teller Morrow annahm. 2014 ging die Serie «Sons of Anarchy» zu Ende. Seither ist Sagal wieder in diversen Serien zu sehen, unter anderem auch einer Sitcom. In «The Big Bang Theory» hatte sie bereits einen ersten Auftritt als Pennys Mutter.
Ein ganzes Jahrzehnt hat Roseanne Barr uns als Roseanne in der gleichnamigen Sitcom geprägt. Die herrische Hausfrau und Mutter hat uns gezeigt, wie man seine Kinder und den Mann im Griff hat und dabei auch noch den Alltagswahnsinn meistert. 1997 wurde die Serie und damit ein Stück Fernsehgeschichte nach 9 Jahren eingestellt.
Doch für Roseanne Barr war dies keinesfalls das Karriereende. Bereits vor der Sitcom war sie eine – zumindest in den USA –bekannte Stand-Up-Komödiantin und so erhielt sie 1998 ihre eigene Talkshow, in welcher sie Gäste mit ihrem gewohnt brachialen Humor konfrontierte. Doch bereits nach zwei Jahren wurde die Show eingestellt und auch alle nachfolgenden Versuche von Barr, mit einer neuen Show beim Publikum zu punkten, schlugen fehl.
Beinahe 10 Jahre war es dann sehr ruhig um den ehemaligen Sitcom-Star. 2012 trat sie sogar als Präsidentschaftskandidatin an, konnte aber nur 62'000 Stimmen für sich verbuchen. Seit 2014 ist sie wieder etwas mehr ins Rampenlicht gerückt. Ihre schauspielerischen Tage sind aber wohl definitiv vorbei. Stattdessen wirkt Barr nun als Jurorin an Comedy-Talentshows mit oder moderiert Sendungen.
Sie waren wohl die beliebtesten Zwillinge der 90er Jahre –Mary-Kate und Ashley Olsen. Abwechselnd verkörperten sie in der Serie «Full House» die freche Michelle Tanner, die schon bald der Liebling der Nationen war.
Nach dem Ende von «Full House» gingen auch die Schauspielkarrieren der Olsen-Zwillinge schnell zu Ende. Ashley selbst sagt, dass sie seit ihrem 17. Lebensjahr nicht mehr vor einer Kamera gestanden hat. Rein finanziell war das für die beiden nicht von belangen, denn mit 18 Jahren hatten beide schon über 200 Mio auf ihrem Konto.
Wie viele Künstler versuchten sich die beiden Zwillinge als Modedesignerinnen und sind damit äusserst erfolgreich. 2012 wurden sie vom Time-Magazine zur All-Time-Mode-Ikone gewählt, ein Titel, den zuvor schon Modeschaffende wie Miuccia Prada oder Coco Chcanel erhielten.
Heutzutage ist Mary-Kate vor allem noch wegen ihrer Ehe mit dem 17 Jahre älteren Olivier Sarkozy, dem Bruder von Nicolas Sarkozy, in den Medien. Ihre Schwester Ashley hat sich bereits 2012 aus dem Rampenlicht zurückgezogen. Als Grund gibt sie ihre Erkrankung an Lyme-Borreliose an.