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Olaf L. Müller, Dozent für Naturphilosophie und Wissenschaftstheorie an der Humboldt-Universität in Berlin erläutert die CO2-Problematik an einem sehr anschaulichen Gedankenexperiment, das ich aus der „Zeit“ (42/08, S. 53) abschreibe:
Einige Leute sitzen auf einem Metallrost und essen Knäckebrot. Manche krümeln stärker, andere essen vorsichtiger. Doch die Krümelei lässt sich nie ganz vermeiden. Und das Knäckebrot ist das einzige Nahrungsmittel, das die Leute haben.
Viele Krümel sind schon durch den Rost gefallen, und es werden immer mehr. Sie landen auf einer Waagschale. Deren stetig höher steigender Zeiger wird irgendwann den kritischen Wert X erreichen, den keiner kennt. Sobald der Zeiger X berührt, wird eine Zeitbombe in Gang gesetzt, die Teile der Knäckebrot-Gesellschaft in die Luft jagen wird. Keiner kann sagen, wen es treffen wird. Manche werden Hab und Gut verlieren, andere Leib und Leben, einige werden ungeschoren davon kommen.
Vielleicht tickt die Zeitbombe schon und es ist zu spät. Dann könnte ma hemmungslos krümeln. Vielleicht ist der kritische Punkt noch nicht erreicht oder vielleicht ist die Bombe auch nur eine Attrappe. Was würden sie tun?
Erstens sollten Sie so wenig wie möglich krümeln. Da ihre Zurückhaltung aber die Gefahr allein nicht bannen kann, sollten Sie zweitens mit den anderen Leuten auf dem Rost einen gerechten Vertrag schliessen, der unmässige Krümelei so schnell wie möglich beendet.