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Kann die Pneumokokkenimpfung einen komplizierten oder schweren Verlauf einer COVID-19 verhindern? Welche Indikationen gelten für den Impfstoff Prevenar13®?
In der Schweiz wird aktuell ein erhöhter Bedarf für den Pneumokokken-Konjugatimpfstoff Prevenar13® im Rahmen der Pandemie mit SARS-CoV-2 beobachtet. Dies beruht möglicherweise auf falschen Informationen, dass die Pneumokokkenimpfung einen komplizierten oder schweren Verlauf einer COVID-19 verhindern könnte. Ein solcher Verlauf entwickelt sich nicht aufgrund von bakteriellen Sekundärinfektionen durch Pneumokokken, sondern im Rahmen der durch das Virus SARSCoV-2 verursachten pulmonalen und systemischen Entzündungsreaktionen. Diese Entwicklung kann durch eine Pneumokokkenimpfung NICHT verhindert werden. Die Indikation zur Pneumokokkenimpfung soll daher weiterhin gemäss den Empfehlungen im Schweizerischen Impfplan 2020 gestellt werden. Der Impfstoff Prevenar13® ist lieferbar, aber seine Verfügbarkeit ist begrenzt. Er muss in erster Linie für die Indikationen gemäss Schweizerischem Impfplan zur Verfügung stehen: Erstens für Kleinkinder zur Verhinderung der in dieser Altersgruppe häufigen und gefährlichen invasiven Pneumokokken-Erkrankungen (IPE), und in zweiter Linie für andere Patienten mit erhöhtem IPE-Risiko wegen chronischer Krankheiten.
Lesen Sie dazu das Informationsblatt des BAG
Die WHO publiziert auf ihrer Internetseite hilfreiche Factsheets mit Antworten auf die Unsicherheiten der Bevölkerung und zur Entkräftigung von Falschinformationen.
Hat die COVID-19 Pandemie einen Einfluss auf Kinder mit Diabetes mellitus Typ 1?
Wie Fallberichte von Notfallmedizinern aus dem Ausland verlauten lassen, führt diese aussergewöhnliche Krise vermehrt zu verspäteten Neudiagnosen von Kindern mit Typ 1 Diabetes und hochgradig dekompensierter Ketoazidose. Die verläuft unbehandelt letal. Es bleibt daher wichtig, weiterhin an eine Früherkennung des Diabetes bei Kindern zu denken und bei Bedarf abzuklären, um Leben zu retten und die Intensivstation nicht weiter zu belasten.
Fragen rund um die Telemedizin während der COVID-19 Pandemie
Das Faktenblatt der FMH informiert Ärztinnen und Ärzte über die Möglichkeiten der sicheren telemedizinischen Konsultation im Kontext der COVID-19-Pandemie. Dies umfasst insbesondere die rechtlichen Grundlagen der telemedizinischen Konsultation, die tarifarische Abgeltung sowie eine Risikobewertung der gängigen Informations- und Kommunikationstechnologien.