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Wenn die Profiltiefe bei Winterreifen zu gering ist, lässt sich bei Matsch, Schnee und Eis kein richtiger Grip mehr aufbauen. Die gesetzliche Profiltiefe beträgt 1,6 Millimeter. Aber reicht die immer aus? Und welche anderen Faktoren spielen bei dem Verschleiß der Winterreifen eine Rolle?
Inhalt
Was ist Reifenverschleiß?
Welche Mindestprofiltiefe bei Winterreifen?
Wann ist ein Winterreifen abgefahren?
Welche Faktoren tragen zum Verschleiß der Reifen bei?
Wie kann ich zu einer längeren Lebensdauer der Räder beitragen?
Fazit: Mindestprofiltiefe bei Winterreifen
Was ist Reifenverschleiß?
Der Reifenverschleiß bezeichnet die Abnutzung des Oberflächenmaterials eines Reifens. Abgenutzte Reifen lassen sich an der abnehmenden Profiltiefe erkennen, da das Gummi der Reifen sich beim Fahren auf der Straße mit der Zeit abreibt. Gerade Winterreifen, die bis in den Sommer gefahren werden, verschleißen aufgrund des trockenen Untergrunds schneller. Abgefahrene Reifen stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar (Beispiel: erhöhte Gefahr des Aquaplanings) und ziehen Strafen in Form von Bußgeldern und Punkten in Flensburg nach sich. Grundsätzlich verschleißen Winterreifen aufgrund der weicheren Gummimischung schneller als Sommerreifen.
Achtung
Wer sich mit abgefahrenen Reifen erwischen lässt, dem droht ein Bußgeld von mindestens 60 Euro sowie ein Punkt in Flensburg.
Welche Mindestprofiltiefe bei Winterreifen?
Da Winterreifen zu jeder Zeit extremen Belastungen standhalten müssen, ist es für jeden Fahrer ratsam, regelmäßig den Zustand seiner Reifen zu prüfen. Neben dem Luftdruck und eventuellen Schäden liegt der Fokus dabei vor allem auf der Profiltiefe. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimetern.
§ 36 Absatz 2 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO)
"Das Hauptprofil muss am ganzen Umfang eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimetern aufweisen; als Hauptprofil gelten dabei die breiten Profilrillen im mittleren Bereich der Lauffläche, der etwa 3/4 der Laufflächenbreite einnimmt. Jedoch genügt bei Fahrrädern mit Hilfsmotor, Kleinkrafträdern und Leichtkrafträdern eine Profiltiefe von mindestens 1 Millimeter."
Die verpflichtende Profiltiefe von 1,6 Millimetern reicht ebenfalls für den TÜV. Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, beträgt die empfohlene Mindestprofiltiefe bei Winterreifen laut Experten jedoch 4 Millimeter, denn schon bei dieser Profiltiefe lassen die Hafteigenschaften von Reifen nach. Der ADAC hat einen Test mit Winterreifen durchgeführt, um herauszufinden, welchen Einfluss niedrige Profiltiefen auf die Leistungsfähigkeit der Reifen haben. Folgende drei Profiltiefen wurden getestet:
Winterreifen im Neuzustand (ungefähr 8 Millimeter)
Winterreifen mit 7,5 Millimetern Profiltiefe
Winterreifen mit 4 Millimetern Profiltiefe (die empfohlene Mindestprofiltiefe)
Der Test hat u. a. folgende Erkenntnisse hervorgebracht:
Auf Schnee hat der Reifen mit empfohlener Mindestprofiltiefe schon aus Tempo 30 einen 3,2 Meter längeren Bremsweg im Vergleich zu den Neureifen. Auch der Grip lässt bei den 4-Millimeter-Reifen spürbar nach.
Bei Nässe schwimmt der 4-Millimeter-Reifen bereits bei 63 Kilometern pro Stunde auf, der Neureifen erst ab 87 Kilometern pro Stunde.
Beim Nass-Bremsen hat der Reifen mit empfohlener Mindestprofiltiefe bei 80 Kilometern pro Stunde einen 7 Prozent längeren Bremsweg als die Neureifen.
Es ist also empfehlenswert, Winterreifen mit einer Profiltiefe von weniger als 4 Millimetern auszutauschen, damit der Fahrer bei kalten Temperaturen, Nässe, Eis und Schnee sicher unterwegs ist.
Tipp
In unserem Ratgeber geben wir Tipps, wie du mit einfachen Mitteln das Reifenprofil messen kannst. Ein Beispiel: Die 1-Euro-Münze. du steckst die Münze in die Rillen in der Mitte des Reifens. Wenn du den goldenen Rand der Münze nicht mehr sehen kannst, ist alles in Ordnung und kannst du weiterfahren.
Wann ist ein Winterreifen abgefahren?
Für Fahrsicherheit im Winter sind Winterreifen unverzichtbar. Damit die Reifen bei kalten Temperaturen, Eis und Schnee mehr Grip haben, ist die Gummimischung weicher als bei Sommerreifen.
Wichtig ist, die Winterreifen ab einem bestimmten Alter auszutauschen. Grundsätzlich gilt: Im Alter von zehn Jahren ist der Winterreifensatz spätestens zu erneuern. Über die sogenannte DOT-Nummer kann der Fahrer ablesen, wann die Reifen hergestellt wurden. Führende Prüfstellen wie TÜV und DEKRA empfehlen den Austausch je nach Abnutzung schon früher, nämlich nach sechs Jahren.
Der notwendige Austausch der Winterreifen hängt nicht nur vom Alter, sondern auch von anderen Faktoren ab. Ein Überblick:
Anzahl der gefahrenen Kilometer: Ein Satz Winterreifen hat eine Lebensdauer von etwa 40.000 bis 50.000 Kilometern.
Fahrverhalten: Ein ruhiges Fahrverhalten wirkt sich in jedem Fall positiv auf die Lebensdauer der Reifen aus.
Profiltiefe: Es ist ratsam, die Reifen schon ab vier Millimetern Restprofil zu ersetzen.
Schäden: Wenn der Fahrer Löcher, Risse oder andere Beschädigungen entdeckt, sollte er die Winterreifen unabhängig vom Alter austauschen.
Tipp
Auch Winterreifen, die wenig benutzt werden, sind nach zehn Jahren auszuwechseln. Oft ist nach dieser Zeit die Mindestprofiltiefe gar nicht mehr vorhanden.
Welche Faktoren tragen zum Verschleiß der Reifen bei?
Neben der jährlichen Fahrleistung und der Qualität der Reifen gibt es einige Faktoren, die der Fahrer beim Thema Reifenverschleiß selbst in der Hand hat. Dazu gehören:
Luftdruck: Ein zu niedriger Reifendruck hat zur Folge, dass eine größere Fläche des Reifens auf dem Asphalt liegt. Das führt zu einem höheren Verschleiß und einer Verringerung der Lebensdauer des Reifens. Auch ein zu hoher Druck wirkt sich negativ auf das Fahrverhalten aus. Hier läuft der Reifen überwiegend auf einem schmalen Teil der Lauffläche in der Mitte. Die Abnutzung der Reifen erfolgt also insgesamt ungleichmäßig und sie müssen schneller ersetzt werden.
Beladung: Es empfiehlt sich, das Auto nicht unnötig voll zu laden und den Reifendruck nach Bedarf gemäß den Empfehlungen für Normallast und Volllast anzupassen.
Fahrstil: Ein sportlicher und schneller Fahrstil wirkt sich enorm auf die Lebensdauer der Reifen aus. Durch Kurvenfahren bei hohen Geschwindigkeiten, starkes Beschleunigen und starkes Bremsen nutzt die Lauffläche der Reifen stark ab. Eine behutsame, langsame Fahrweise wirkt sich in jedem Fall positiv auf die Lebensdauer der Reifen aus.
Lagerung: Der ideale Lagerort für die Winterreifen zu Hause ist kühl, dunkel und trocken. Übermäßige Wärme und Feuchtigkeit führen möglicherweise zu Rissen, außerdem können die Reifen sich verformen. Autobesitzer können ihre Reifen auch professionell einlagern lassen, zum Beispiel in einer Autowerkstatt.
Wie kann ich zu einer längeren Lebensdauer der Räder beitragen?
Überprüfe regelmäßig die Reifen auf eventuelle Risse, Löcher oder Dellen. Wenn sie beschädigt sind, lass sie von einem Fachmann reparieren.
Lagere die Reifen kühl, trocken und dunkel ein, damit das Gummi nicht vorzeitig verhärtet.
Kontrolliere regelmäßig den Reifenluftdruck. Ein zu hoher oder zu niedriger Druck führt zu einem höheren Verschleiß und einer Verringerung der Lebensdauer des Reifens. Den optimalen Reifenluftdruck findest du in der Bedienungsanleitung des Fahrzeugs.
Lass die Auswuchtung und Aufhängung der Räder von einem Fachmann kontrollieren, wenn du punktuellen Verschleiß an der Lauffläche feststellst.
Versuche, die Reifen nicht ungleichmäßig oder zu stark zu belasten.
Der Verschleiß hängt auch vom jeweiligen Fahrstil ab. Mit einem ruhigen Fahrstil halten die Reifen länger.
Fazit: Mindestprofiltiefe bei Winterreifen Wer im Winter sicher unterwegs sein willst, sollte regelmäßig die Profiltiefe prüfen und abgefahrene Reifen rechtzeitig ersetzen. Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, soll die Profiltiefe mindestens vier Millimeter betragen. Der Fahrer soll außerdem versuchen, die Faktoren, die zu einem erhöhten Verschleiß führen, im Auge zu halten. Auch du selbst kannst zu einer längeren Lebensdauer der Räder beitragen. Quelle: https://www.autoscout24.de/informieren/ratgeber/autopflege/reifenverschleiss-bei-winterreifen-informatives/