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Der Streit um die Westsahara ist seit Jahrzehnten festgefahren und gehört zu den ältesten, ungelösten internationalen Konflikten. Nach dem Abzug der Spanier vor 40 Jahren besetzte Marokko die ehemalige spanische Kolonie und beansprucht sie seither als integralen Bestandteil des Königreichs. Die ursprünglichen Bewohner, die Saharauis bestehen dagegen weiterhin auf ihrem Recht auf Selbstbestimmung, wie das im internationalen Recht vorgesehen ist.
Nach einem langjährigen Bürgerkrieg einigten sich Marokko und die Befreiungsbewegung Polisario vor 25 Jahren unter Vermittlung der UNO auf eine Waffenruhe. Zur Vorbereitung einer Volksabstimmung, in der die Saharauis entscheiden könnten, ob die Westsahara ein eigener Staat oder zu einer Region Marokkos werden sollte. Die UNO stationierte in der Westsahara eine Friedenstruppe mit dem Auftrag, die Waffenruhe zu kontrollieren und diese Abstimmung vorzubereiten.
Schon rasch zerstritten sich Marokko und die Polisario, wer überhaupt stimmberechtigt sei. Dies festzustellen ist nicht einfach in einem Land von der Grösse Italiens, bevölkert von Nomaden. – Die Abstimmung wurde aufgeschoben.
Seit 25 Jahren wartet die Bevölkerung der Westsahara, dass sie über ihr Schicksal entscheiden können. In den von Marokko beherrschten Gebieten – aber auch in den Flüchtlingslagern der Polisario, wo seit 40 Jahren bis zu 165‘000 Flüchtlinge leben. Marokko hat inzwischen seine Position revidiert. Die Westsahara sei ein nicht verzichtbarer Teil des Königsreichs, sagt die Regierung. Möglich sei eine weitgehende Autonomie, aber keine Unabhängigkeit. Die Polisario dagegen beharren auf dem international verbrieften Recht auf freie Entscheidung über die eigene Zukunft.