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Der Freiburger Bericht der HBSC-Studie zum Gesundheitsverhalten von Jugendlichen im Alter von 11 bis 15 Jahren bestätigt die Ausrichtung der kantonalen Strategie für Gesundheitsförderung und Prävention. Die Schülerinnen und Schüler fühlen sich im Allgemeinen bei guter Gesundheit, auch wenn für über einen Viertel die Schule eine Quelle erhöhten Stresses darstellt. Problematiken im Zusammenhang mit Cybermobbing und dem Konsum psychoaktiver Substanzen wie Tabak und Alkohol sind in diesen Altersgruppen präsent.
1678 Freiburger Schülerinnen und Schüler zwischen 11 und 15 Jahren haben 2014 den Fragebogen der Studie “Health behaviour in school-aged children (HBSC)” zu ihrem Gesundheitsverhalten ausgefüllt. Unter Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation WHO wird die Studie alle vier Jahre in zahlreichen Ländern durchgeführt.
Psychoaffektives Wohlbefinden
Über 90 % der 11- bis 15-jährigen Schüler/innen des Kantons Freiburgs fühlen sich bei guter oder ausgezeichneter Gesundheit. Mit 15 Jahren fühlen sich dennoch 21,8 % der Jungen und 29,3 % der Mädchen des Kantons Freiburg durch die Arbeit für die Schule eher gestresst. Müdigkeit ist das wiederholt bzw. chronisch auftretende Symptom, das am häufigsten von den 11- bis 15-Jährigen genannt wurde, bei den Jüngeren auch Einschlafprobleme.
Von zehn 11- bis 15-jährigen Schülerinnen und Schülern wurde in den Monaten vor der Befragung gut eine/r mindestens zwei oder drei Mal pro Monat in der Schule schikaniert (Mobbing unter Gleichaltrigen). Rund 10 % der Mädchen und 6 % der Jungen dieser Altersgruppe geben an, mindestens einmal in den vergangenen Monaten durch elektronische Nachrichten (Instantmessages, Mails, Posts) Opfer von Cybermobbing geworden zu sein.
Substanzenkonsum
Im Vergleich zu 2010 sind bei den 15-jährigen Jungen und Mädchen gegensätzliche Ergebnisse feststellbar: Der Anteil der 15-jährigen Jungen, die mindestens wöchentlich Tabak konsumieren, ist deutlich zurückgegangen, der Anteil 15-jähriger Mädchen ist gestiegen. Es bestehen grosse Unterschiede zwischen den Altersgruppen: Bei den 11- bis 13-Jährigen ist der mindestens wöchentliche Tabakkonsum noch praktisch inexistent, beginnt sich aber ab dem Alter von 14 Jahren zu verbreiten; im Alter von 15 Jahren konsumieren 8,6 % der Jungen und 12,7 % der Mädchen mit dieser Häufigkeit Tabak. Dabei ist der Ansatz der Prävention durch Peers, entwickelt im Rahmen des Kantonalen Programms Tabak der Fachstelle Tabakprävention (CIPRET), besonders vielversprechend und stösst bei den Jugendlichen auf grossen Erfolg.
Körperliche Aktivität nimmt mit zunehmendem Alter ab
Es wird empfohlen, dass sich Kinder und Jugendliche mindestens 60 Minuten pro Tag körperlich betätigen. Mit 11 Jahren erfüllen 19,5 % der Jungen und 9,2 % der Mädchen des Kantons Freiburg diese Vorgabe, mit 15 Jahren sind es nur noch 5,5 % der Jungen und 7,7 % der Mädchen. Im Vergleich zu 2010 ist ein Anstieg bei den 11- bis 13-jährigen Jungen und den 11- bis 15-jährigen Mädchen erkennbar. Das Projekt Carambole des Freiburgischen Roten Kreuzes zielt auf Kinder von null bis zwölf Jahren, ihre Eltern und Anlaufstellen ab und bietet Schnitzeljagden, Kochwettbewerbe, Märchenstunden, Degustation u. Ä. an.
Realgewicht und Selbstbild
13 % der 11- bis 15-jährigen Schülerinnen und Schüler des Kantons Freiburg sind von Übergewicht (d. h. leichtes oder starkes Übergewicht) betroffen, 17 % der Jungen und 9 % der Mädchen. Im Rahmen der HBSC-Studie wird der Gewichtsstatus basierend auf den eigenen Angaben der Jugendlichen zu ihrer Grösse und ihrem Gewicht (Body Mass Index) berechnet; das kann dazu führen, dass der BMI unterschätzt wird. Es handelt sich hier also um eine Schätzung, die mit Vorsicht interpretiert werden muss. Stellt man die Resultate basierend auf dem (geschätzten) BMI der Jugendlichen und Ergebnisse basierend auf ihrer eigenen Wahrnehmung einander gegenüber, erkennt man, dass sich diese beiden Indikatoren nicht immer zu entsprechen scheinen.
Zum Beispiel sind 9,2 % der 15-jährigen Mädchen gemäss ihrem BMI übergewichtig, jedoch schätzen sich 38,7 % als ein bisschen oder viel zu dick ein.