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Nicaraguas Präsident Daniel Ortega hat angesichts tagelanger blutiger Proteste die geplante Rentenreform zurückgezogen. Das erklärte der Staatschef am Sonntag nach Gesprächen mit Wirtschaftsführern.
Das federführende Institut für soziale Sicherheit (INSS) habe beschlossen, das Reformprojekt fallenzulassen. Mit dem Entscheid solle ein breiter Dialog zwischen der Regierung und den Arbeitern ermöglicht und der Frieden wieder hergestellt werden, sagte der Staatschef am Sonntag in einer Fernsehansprache.
Bei den Protesten gegen die Rentenreform in dem lateinamerikanischen Land waren mindestens 25 Menschen getötet worden. Dutzende Personen wurden zudem verletzt, und zahlreiche Geschäfte wurden geplündert.
Die Rentenreform sah vor, dass die Beiträge von Arbeitgebern und Arbeitnehmern für die Rentenversicherung um bis zu 22.5 Prozent steigen, zugleich aber die Renten um fünf Prozent gekürzt werden. Damit sollte das Defizit in Nicaraguas Sozialsystem verringert werden.
Die Demonstrationen gegen das Projekt waren die bisher heftigsten Proteste in Ortegas Amtszeit. Nicaragua ist das zweitärmste Land Lateinamerikas; der Mindestlohn liegt bei 170 Dollar pro Monat. (sda/afp/dpa)
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