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Die Zeit hat schreibt im Artikel «Strauch ohne Stimulanz» über verschiedene Methoden zur Entkoffeinierung von Kaffee und zeigt den aktuellen Forschungsstand auf. Kurz zusammengefasst: Die nachträgliche Extraktion von Koffein wirkt sich immer auf den Geschmack aus. Kaffeepflanzen, die Bohnen ohne Koffein produzieren, sei es gezüchtet oder per Gentechnik manipuliert, sind kaum überlebensfähig, weil die Pflanzen das Koffein als natürlichen Abwehrstoff gegen Schädlinge einsetzen.
Zu den Schwierigkeiten bei der Herstellung von koffeinfreiem Kaffee kommen die psychologischen Hürden, die ein koffeinfreier Kaffee am Schluss noch überwinden muss:
»Der Beitrag des Koffeins zum Kaffeegeschmack wird überschätzt«, behauptet der Ernährungswissenschaftler Guido Ritter von der Fachhochschule Münster. Im Auftrag eines Kaffeerösters ließ er Probanden im Blindversuch Kaffee mit und ohne Wirkstoff verköstigen. »Die schmeckten keinen Unterschied!« Und als er ihnen koffeinhaltigen Kaffee vorsetzte, aber behauptete, das Getränk sei entkoffeiniert, schmeckten die Tester genau das, was sie erwarteten: ein weniger bitteres, weniger kräftiges Aroma, das sie einfach nicht so gern mochten. Andersherum übrigens genauso. Offensichtlich also sind alle noch so geschmackschonenden Entkoffeinierungs-Finessen zunichte, sobald auf der Kaffeedose ein einfaches Wort steht – »entkoffeiniert«.