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Grenache und seine Assemblagen
Aus Weinbruderschaft
Bei der Grenache-Traube handelt es sich um eine der bedeutendsten roten Rebsorten der Welt. Die Rebsorte mit dem vollen Namen Grenache Noir ist mit ca. 318.00 Hektar Rebfläche die zweitmeist angebaute der Welt, und unter dem Namen Garnacha Tinta mit rund 170.000 Hektar Anbaufläche die häufigste rote spanische Rebsorte. Vermutlich stammt sie aus der nordspanischen Provinz Aragón, von wo sie sich in das französische Languedoc-Roussillon jenseits der Pyrenäen, in das Rhônetal und bis nach Sardinien verbreitete (diese Gebiete gehörten vom 14. bis 17. Jahrhundert zum Einflussbereich des damals sehr mächtigen Königreiches Aragón). Auf Sardinien nennt man sie Cannonau und die Sarden beanspruchen für sich den umgekehrten Weg der Verbreitung.
Der grosse Vorteil der frühreifenden Rebsorte ist ihre hohe Widerstandsfähigkeit gegen Dürre in heissen, trockenen Weinbaugebieten, wo sie häufig in Buschform erzogen wird. Sie gilt als echter Massenträger, was die Verbreitung auch gefördert hat. Bei einem Ertrag bis maximal 40 hl/ha und auf kargen Böden erbringt sie die besten Ergebnisse - einen charaktervollen, konzentrierten und feurigen Rotwein.
In Spanien ist sie in allen nördlichen und westlichen Provinzen verbreitet und ist zum Beispiel als grösster Anteil in den Rotweinen aus Priorato und als Verschnittpartner des Tempranillo im Rioja enthalten. Im Roussillon ist sie Bestandteil der süssen, gespriteten Vin doux naturel von Banyuls, Maury und Rivesaltes. Im südlichen Rhônetal wird sie unter anderem für den Châteauneuf-du-Pape verwendet und erreicht hier in Kombination mit anderen Rebsorten (Syrah etc.) ihr höchstes Niveau. Weiters wird sie in nahezu allen Ländern der Neuen Welt, in Israel und in Nordafrika kultiviert. Es gibt auch die Spielarten Grenache Blanc, Grenache Rosé und Grenache Gris. Die Rebsorte verfügt über eine klare, sich schnell wandelnde rote Farbe und über eine erstaunliche Lagerfähigkeit. Speziell im Mittelmeerraum werden aus ihr alkoholreiche, warme, zarte und tanninarme Weine gewonnen. Und dass aus ihr reinsortige Weine und Assemblagen mit aussergewöhnlichen Qualitäten erzielt werden können, beweisen engagierte Winzer aus dem Châteauneuf-du-Pape, Gigondas, Vacqueyras, Roussillon, Nordspanien, Sardinien etc.
Wir hoffen, Sie mit einer Auswahl qualitativ hochstehender Grenache-Weine für diese oft verkannte Rebsorte zu begeistern. Seien Sie herzlich eingeladen, zusammen mit Frau Barbara Meier-Dittus, der bekannten Weinfachfrau und Vinum-Redaktorin, reinsortige Grenache-Weine und Assemblagen mit mehrheitlichem Grenacheanteil zu degustieren.
Rückblick
Grenache - Garnacha - Cannonau
Grenache eine Modesorte? Bricht eine neues "Weinzeitalter" an? Nach Cabernet Sauvigon und Syrah eine neue Welle? Ein neuer Main-Stream? Fragen über Fragen. Kompetent und äusserst sympathisch führte die Referentin Barbara Meier-Dittus, Weinfachfrau und Weinjournalistin, durch den Abend. Das Thema ist voller Geheimnisse und es ist sehr interessant zu hören, dass diese Rebsorte - sie wird auch "blauer Engel" genannt - voll im Trend liegt. Mit vollem Namen Grenache Noir und ungefähr 318.00 ha Rebfläche ist sie Nummer 2 weltweit und beherrscht vor allem den westlichen Mittelmeerraum. Garnacha Tinta ist die häufigste rote spanische Rebsorte. Die Spanier behaupten, dass ihr Ursprung in der nordspanischen Provinz Aragón zu finden sei und sie sich über das Languedoc-Roussillon ins Rhonetal bis nach Sardinien verbreitetet habe. Alles Gebiete, welche vom 14. bis 17. Jahrhundert in den Einflussbereich des mächtigen Königreichs Aragón gehörten. Auf Sardinien nennt man sie Cannonau und die Sarden beanspruchen für sich, die Stammreben gehabt zu haben.
Der Vorteil der frühreifen Rebsorte ist ihre hohe Widerstandsfähigkeit gegen Hitze und Wind in heissen, trockenen Weinbaugebieten, wo sie meist in Buschform erzogen wird. An Hanglagen und auf kargen, kiesigen Böden erbringt sie beste Ergebnisse - charaktervolle, konzentrierte und feurige Rotweine. Sie ist widerstandfähig gegen echten Mehltau, neigt jedoch zu Graufäule. Ein rigoroser Rebschnitt zügelt die zur Ueppigkeit neigende Sorte. Im Herbst verfärbt sich das Reblaub in Purpur. Rebstöcke von 50 und mehr Jahren erbringen Weine von höchster Qualität.
Kräftige granatrote Weine haben als reinsortige Grenache-Weine kaum Tradition und wurden in den meisten Gebieten zugunsten von mehr Frucht, Eleganz und Lagerfähigkeit mit Syrah, Cinsault, Carignan und Mourvèdre in Frankreich, mit Tempranillo und weiteren in Spanien, assembliert. Im Roussillon ist sie Bestandteil der Vins doux naturels von Banyuls, Maury und Rivesaltes. Im südlichen Rhonetal wird sie unter anderem für den Châteauneuf-du-Pape verwendet und erreicht hier in Kombination mit Syrah und anderen Sorten ihr höchstes Niveau. In Spanien ist sie in den nördlichen und westlichen Provinzen verbreitet zu treffen und als grösster Anteil in den Rotweinen aus dem Priorato zusammen mit Merlot und Cabernet Sauvignon und dem Rioja meist mit Tempranillo enthalten. In nahezu allen Ländern der Neuen Welt, in Israel und in Nordafrika wird sie ebenfalls kultiviert. Die Grenache Blanc, Grenache Rosé und Grenache Gris ergeben willkommene Spielarten. Die Weine von weiss über federweiss und rosé beeindrucken durch ihren gehaltvollen Charakter, ihre Rasse und ihrem Schmelz.
Eine bunte und höchst interessante Palette an Weinen wurden präsentiert. Der Languedoc AOC Grenache blanc, Domaine du Mas Crémat, gefolgt vom Rosado Navarra Gran Feudo, eröffneten die Degustation. Ein Connonau di Sardegna Riserva von Sella & Mosca, ein Vacqueyras Clos Montirius, ein Château-Neuf-du-Pâpe Cuvée Chaupin und Navarra Arazuri, waren Vertreter der reinen Grenache. Priorat Tinto Crianza lugiter Vinyes Velles und Barossa Valley Cranefort Grenache sowie Banyuls Rimage zeigten interessante Spielarten auf. Der Reigen reichte von blassgelben, rosé, granat-und purpurroten Farben zu Düften von wilden Kräutern, Kirschen, Baumnüssen, Zwetschgen, Korinthen und Karamel in der Nase und Hagebutten, Mandeln und Grenadine auf der Zunge. Vom Weisswein über Rosé, Rotweine zum Dessertwein ähnlich dem Portwein. - Echt eine Sensation diese Grenache!
Barbara Meier-Dittus hat mit ihrer Kompetenz, ihren lebendigen Ausführungen und fachlichen Kenntnissen souverän durch den Abend geführt - schade nur, dass die Zuhörerschaft nicht zahlreicher war. Les absents avaient tort! Herzlichen Dank für die höchst interessante Führung durch den Abend und die Vermittlung von Wissen um die Grenache.