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Genderstern
Vielfalt der Geschlechter sichtbar machen
Bei der Stadt Zürich wird der Genderstern als typografisches Zeichen verwendet. Er ist eine Form, um in der Schriftsprache alle Geschlechter (Männer, Frauen, non-binäre Personen) in Personenbezeichnungen einzubeziehen.
Binnen-I oder Schrägstriche kommen nicht mehr zur Anwendung.
Der Genderstern steht zwischen dem männlichen Wortstamm und der weiblichen Nachsilbe:
Gemeinderatspräsident*in, Anwohner*in, Student*in
Gemeinderatspräsident*innen, Anwohner*innen, Student*innen
In der gesprochenen Sprache hat sich die Aussprache etabliert, den Genderstern durch eine kurze Sprechpause darzustellen. Eine solche Sprechpause findet sich zum Beispiel im Wort «Spiegelei» zwischen «Spiegel» und «Ei».
Genderstern bei Wörtern mit veränderlichem Wortstamm
In Wörtern mit veränderlichem Wortstamm verhält sich der Wortstamm so wie bei der weiblichen Form (Arzt, Ärztin oder Bauer, Bäuerin):
Ärzt*in, Bäuer*in
statt: Arzt*in, Bauer*in
Kein Genderstern bei geschlechtsneutralen Wörtern
Bei Wörtern, für die es keine getrennten männlichen und weiblichen Formen gibt, werden auch keine Formen mit Genderstern gebildet:
Gäste, Koryphäen, Mitglieder
statt: Gäst*innen, Koryphä*innen, Mitglieder*innen
Genderstern in Mehrzahl/Pluralformen
Tipp: Verwenden Sie den Genderstern wo immer möglich in Mehrzahl/Pluralformen.
Der Genderstern ist für viele noch ungewohnt, wenn er in mehreren aufeinanderfolgenden Wörtern steht. Eine gute, leicht lesbare Alternative bieten Pluralformen.
Indem Sie Mehrzahl verwenden, vermeiden Sie das Problem der Artikel und Adjektive, die dann ebenfalls im Plural stehen und keine Gendersterne enthalten:
Die Feldspieler*innen dürfen nur mit den Füssen und einem Knie sowie der Stockhand Bodenkontakt haben.
Geblendete Fahrer*innen könnten die Kontrolle über ihre Fahrzeuge verlieren.
Weichen Sie nur von der Pluralform ab, wenn tatsächlich von konkreten einzelnen Personen die Rede ist.
Genderstern bei Artikeln und Adjektiven
Achten Sie darauf, dass Sie bei der Verwendung des Gendersterns auch Artikel und Adjektive in ihrer Schreibweise anpassen. Beachten Sie, dass Sätze in Mehrzahl/Pluralformen einfacher lesbar sind.
Verwenden Sie bei Artikeln keine Schrägstriche, sondern verwenden Sie auch hier den Genderstern, um die Artikel zu verbinden. Die Reihenfolge der Artikel kann dabei variiert werden:
Die*der Gläubiger*in muss ein Arrestbegehren stellen.
statt: Die/der Gläubiger*in muss ein Arrestbegehren stellen.
Oder: Gläubiger*innen müssen ein Arrestbegehren stellen.
In einigen Fällen ist die männliche Form des Artikels in der weiblichen enthalten oder umgekehrt. Hier können Sie den Genderstern an der betreffenden Stelle in den Artikel einfügen:
Ein*e Feldspieler*in darf nur mit den Füssen und einem Knie sowie der Stockhand Bodenkontakt haben.
Genderstern in zusammengesetzten Wörtern
Auch in zusammengesetzten Wörtern kann der Genderstern stehen, vor allem, wenn das Wort einen Bezug zu einer konkreten Gruppe hat.
Die Lesbarkeit von zusammengesetzten Wörtern ist nicht immer einfach. Setzen Sie wo immer möglich Bindestriche, um die Lesbarkeit zu verbessern.
Wenn Ihr Kind die Schule nicht besuchen kann, rufen Sie bitte zwischen 8.00 und 8.15 Uhr im Lehrer*innen-Zimmer an.
statt: Wenn Ihr Kind die Schule nicht besuchen kann, rufen Sie bitte zwischen 8.00 und 8.15 Uhr im Lehrerzimmer an.
Als Schüler*innen-Club bieten wir den Kindern durch Betreuung, Kursangebote, sowie Aufgabenstunden eine Alltagsstruktur an.
statt: Als Schülerclub bieten wir den Kindern durch Betreuung, Kursangebote, sowie Aufgabenstunden eine Alltagsstruktur an.
Sie werden sehen, dass Sie mit den meisten Wörtern auf diese Weise verfahren können (z. B. «Kund*innen-Parkplatz» statt «Kundenparkplatz», «Besucher*innen-Zentrum» statt «Besucherzentrum», «Zuschauer*innen-Saal» statt «Zuschauersaal»).
Abstrakte Bezeichnungen
Wo das Wort sich eher auf eine abstrakte Kategorie bezieht, formulieren Sie so um, dass Sie das zusammengesetzte Wort nicht benötigen:
Wer COVID-19-Symptome aufweist, soll zuhause bleiben oder eine ärztliche Praxis konsultieren.
statt: Wer COVID-19-Symptome aufweist, soll zuhause bleiben oder eine Arztpraxis konsultieren.
Es ist nur von Bedeutung, ob die Wohnung effektiv von den Eigentümer*innen selber bewohnt wird oder nicht.
statt: Es ist nur von Bedeutung, ob die Wohnung effektiv von der Eigentümerschaft selber bewohnt wird oder nicht.
Sichtbarkeit für unterrepräsentierte Personen und Gruppen
Da eine Überbetonung des Männlichen an vielen Stellen immer noch gesellschaftlicher Normalfall ist, geht es häufig darum, Sichtbarkeit für Frauen und non-binäre Personen zu schaffen.
Keine Überbetonung des Männlichen
Dies sollte nicht ausschliesslich durch eine Feststellung der männlichen Überbetonung geschehen.
Nicht: In Schweizer Museen werden immer noch überwiegend Werke von Männern ausgestellt.
Obwohl die männliche Dominanz hier bedauert wird, sind Männer die einzigen, die in diesem Satz sichtbar sind – Frauen und non-binäre Personen sind nur im Umkehrschluss zu erahnen.
Gruppe explizit nennen und sichtbar machen
Stattdessen sollten die sichtbar zu machenden Gruppen explizit genannt werden:
In Schweizer Museen werden kaum Werke von Frauen und non-binären Personen ausgestellt.
Ausschliesslich non-binäre Gruppen können durch explizite Benennung in Kombination mit dem Genderstern sichtbar gemacht werden:
Drei Viertel der non-binären Schweizer*innen würden laut einer aktuellen Umfrage einen non-binären Geschlechtseintrag beantragen, wenn es die Möglichkeit dazu gäbe.
Juristische Personen (kein Genderstern)
Der Genderstern kommt nur bei Bezeichnungen für natürliche Personen (Menschen) zum Einsatz.
Werden Personenbezeichnungen auf juristische Personen (Institutionen, Firmen, Organisationen) übertragen, erscheinen sie in der grammatisch angemessenen Form:
Die Stadt Zürich ist eine der grössten öffentlich-rechtlichen Arbeitgeberinnen der Schweiz.
statt: Die Stadt Zürich ist eine*r der grössten öffentlich-rechtlichen Arbeitgeber*innen der Schweiz.
Der Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich ist Ihr Ansprechpartner in der Planungsphase.
statt: Der Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich ist Ihr*e Ansprechpartner*in in der Planungsphase.
Grussformeln und direkte Ansprache
Während es bei Frauen und Männern üblich ist, sie mit Formen wie «Sehr geehrte Frau Bürgisser» und «Sehr geehrter Herr Alves» oder «Liebe Frau Bürgisser» und «Lieber Herr Alves» anzusprechen, gibt es für non-binäre Personen keine entsprechende Form.
Achten Sie bei der direkten Ansprache von gemischten Gruppen darauf, auf binäre Formen (Mann/Frau) zu verzichten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten.
Verwenden Sie hier deshalb eine allgemeine Grussformel und den vollen Vor- und Nachnamen:
Sehr geehrte*r Claude Dupont
Guten Tag Mika Keller
Grüezi Kim Thalmann
Auch bei der direkten Ansprache von gemischten Gruppen sollten Sie auf weibliche und männliche Formen verzichten, da Sie nicht wissen können, ob sich unter den Angesprochenen auch non-binäre Personen befinden. Entsprechend können Sie auch vorgehen, wenn Sie eine Institution oder ein Amt anschreiben, wo Sie keine direkte Ansprechperson haben:
Sehr geehrtes Team des Sportamts
Sehr geehrte Mitarbeitende des Schulamts
Sehr geehrtes Publikum
Liebes Kollegium
Liebe Interessierte
statt: Sehr geehrte Damen und Herren
Bei der Ansprache von Gruppen kann selbstverständlich auch der Genderstern zum Einsatz kommen:
Liebe Bürger*innen
statt: Liebe Bürgerinnen und Bürger