Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03476.jsonl.gz/868

Möglichkeiten des Aufbaus
Der „Abruf aus Reizsituationen als motiviertes Spiel“ setzt eine zuverlässige Grunderziehung des Hundes voraus. Die vier Eckpfeiler „Leinenführigkeit“, „Freifolge“, „Platz aus der Bewegung“ und „Freiablage“ sind bereits in formaler Form erarbeitet worden. Ohne dieses Fundament im formalen Lehrbereich ist es nur schwer möglich, den „Abruf aus dem Spiel“ für den Hund nachvollziehbar und konfliktfrei auszubilden.
Der Hundehalter legt seinen Hund ins „Platz“, entfernt sich rund zwanzig Meter von ihm und stellt sich seitlich zu ihm hin. Den Motivationsgegenstand hält er in seiner Hand, sein Arm ist ausgestreckt. Auf das Rückrufsignal kommt der Hund in rasantem Tempo auf seinen Halter zugerannt. Sobald der Hund auf der Höhe seines Halters ist, lässt dieser die Beute fallen und ruft dabei das Kommando „Platz“, das der Hund sofort ausführt, ohne das Spielzeug zu greifen. Das muss korrekt funktionieren, bevor einen Schritt weitergegangen werden kann.
Der Hund sitzt in Grundposition, sein Halter entfernt sich zwei Meter zur rechten Seite. Dann wirft er den Motivator rund vier Meter nach vorne und stellt sich zu seinem Hund zurück. Das Kommando „Lauf“ und unmittelbar danach das Kommando „Platz“ folgen. Wieder hat der Hund die Beute nicht zu beachten und sich sofort ins „Platz“ zu legen.
In einem letzten Schritt wird der Motivator nicht nur vier Meter, sondern rund dreißig Meter weit geworfen. Abermals erfolgt nach dem Kommando „Lauf“ das Abbruchsignal. Kooperiert der Hund, darf er zum Abschluss der Arbeit die Beute greifen, zum Hundehalter zurückbringen und sie dort auf das Kommando „Platz“ ausgeben.
Für diejenigen Hunde, die an der Beute nicht interessiert sind, wird der Lernschritt in der zweiten Variante über den Halter ausgeführt. Im Aufbau ist es dabei von Vorteil, wenn eine Hilfsperson das Training unterstützt.
Der Hund wird in der Grundposition ins „Platz“ gelegt. Der Hundehalter entfernt sich rund fünfzig Meter, dreht sich dann um und steht seinem Hund gegenüber. Die zweite Person stellt sich hinter den Halter und hält ein Schlauchstück in der Hand. Sobald der Hund mit dem Abrufsignal gerufen worden ist, wirft die Hilfsperson das Schlauchstück über den Hundehalter auf eine Distanz von rund zehn Metern. Trifft der Schlauch auf dem Boden auf, gibt der Hundehalter das Kommando „Platz“. Der fallende Schlauch stoppt den Hund und unterstützt den Befehl zusätzlich, da er diese Vorgehensweise mit dem Sozialen Lernen verknüpft. Der Hund hat sich sofort hinzulegen, darf die vor ihm liegende Beute nicht fassen und hat die Distanz zu seinem Halter zu wahren.
Zeigt der Hund diesen Ablauf zuverlässig, schnell und fehlerfrei, kann zur korrekten Ausführung des Lernziels ohne Hilfsperson übergegangen werden.