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Die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), die Wetter- und Ozeanographie-Behörde der Vereinigten Staaten, will im kommenden Jahr ein neues Klima-Simulationstool online bringen, den Earth Observation Digital Twin (EODT). Dabei handelt es sich um den Prototyp eines digitalen Zwillings der Erde, der auf Technologien von Lockheed Martin und Nvidia basiert. Dies hat Nvidia an der diese Woche stattfindenden Supercomputing-Konferenz SC22 in Dallas angekündigt.
Der EODT soll es den NOAA-Wissenschaftlern und anderen Forschern ermöglichen, sehr viel schneller als bisher Daten aus den massiven Datenbeständen der Behörde zu visualisieren und zu analysieren. Der Launch ist für September 2023 geplant. Anfänglich soll das System unter anderem seine Fähigkeit zeigen, Oberflächentemperaturen der Ozeane zu visualisieren. In das System sollen aber auch aus verschiedenen Quellen stammende Daten zur Luftfeuchtigkeit, der Konzentration von im Meer treibendem Eis oder zum Sonnenwind einfliessen.
Laut Peter Messmer, Chef des High-Performance-Computing-Bereichs von Nvidia, dürfte es mittels dem EODT nur noch Minuten dauern, aus Terabyte von Daten komplexe Wettervisualisierung zu erstellen. Bisher dauert dies noch Stunden.
Integriert und analysiert werden die Daten von Lockheed Martins Bildanalyse und Modellierungssoftware "Openrosetta3D". Nvidia seinerseits will Konnektoren entwickeln, die es erlauben, Snapshots von Openrosetta3D-Daten in die eigene "Omniverse"-Plattform zu importieren. Dadurch können sie laut Nvidia in "Universal Scene Descriptors" (USD) umgewandelt werden. Nvidia bezeichnet dieses Fileformal als das 3D-Pendant zu HTML. Präsentiert werden die Bilder letztendlich mit der Agatha 3D-Software von Lockheed.
Die Infrastruktur für EODT wird hybrid sein. Ein Teil der Rechenpower wird von GPU-Instanzen von AWS stammen, ein weiterer Teil von DGX- und OVX-Servern von Nvidia, die vor Ort betrieben werden.