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Obwohl die UNO erst 1945 gegründet wurde, war Dag Hammarskjöld bei seiner Wahl am 10. April 1953 bereits der dritte UN-Generalsekretär. Diese Aufgabe erfüllte er mit viel Weitsicht, bis er am 18. September 1961 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Bis heute ist nicht klar, ob es sich dabei um einen Mord oder um einen Unfall handelte.
An diesem Tag wollte Hammarskjöld überraschend von Ndola im Kongo zur Grenze zwischen Rhodesien und Katanga fliegen, um über einen Waffenstillstand zu verhandeln. Er sollte dieses Ziel nie erreichen. In seinem Zimmer in Leopoldville fand man seine letzte Lektüre, in die er sich anscheinend noch vor dem Abflug vertieft hatte: «Die Nachfolge Christi» von Thomas von Kempen.
Die UNO wurde 1945 gegründet mit dem Ziel, weltweit den Frieden zu schaffen und zu erhalten, über alle Nationen hinweg. Kenner dieser Organisation sagen: «Während seiner Zeit als Generalsekretär stand das Vertrauen in die UNO auf einem Höhepunkt.» Seine Familie war von jeher tief im Glauben verwurzelt. Von daher hatte er auch die Überzeugung und das durchaus radikale Verständnis, dass alle Menschen von Gott geschaffen sind und deshalb auch als seine Geschöpfe zu behandeln seien. Um seinen Glauben hatte Hammarskjöld nie grosses Aufhebens gemacht.
Gewählt wurde Hammarskjöld aus reinem Kalkül. Er war ein Mann der Mitte, eckte kaum irgendwo an, und für viele Machthaber war er ein harmloser Kompromisskandidat. Es glaubte niemand, dass er die UNO schon bald in einem Mass prägen würde, das viele überraschen sollte. Doch Hammarskjöld war sich bewusst, dass die Friedensaufgabe eine schwierige Herausforderung war. Zu diesen Prozessen meinte er: «Das höchste Gebet des Menschen bittet nicht um den Sieg, sondern um den Frieden.» In der Suezkrise von 1956 kamen erstmals die «Blauhelme» erfolgreich zum Einsatz. Hammarskjöld wurde für die Weltmächte immer unbequemer. In seiner berühmten Rede «Die Mauern des Misstrauens» an der Universität von Cambridge sprach er auch über spirituelle Leiterschaft und meinte: «Zerstörerische Kräfte sind schon immer mit uns gewesen. Sie machen sich in neuen Formen fühlbar. Sie zeigen uns die grösste Herausforderung, welcher wir Menschen ins Angesicht zu schauen haben.»
Dag Hammarskjöld sprach selten über seinen Glauben. Er lebte ihn einfach. Bewusst hielt er diesen wichtigen Teil seines Lebens zurück, damit er als Generalsekretär ein echter Vertreter und Vermittler für alle Nationen sein konnte. Am Tag seiner Wahl schrieb er in sein Tagebuch: «Demütig und stolz im Glauben: das heisst dies leben, dass ich nicht in Gott bin, aber Gott in mir.»
Noch heute gilt der Schwede als einer, der Politik und Spiritualität in einer Art zusammenbrachte, die glaubwürdiger kaum sein könnte. Deshalb wurde ihm 1961 posthum der Friedensnobelpreis verliehen.
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