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Empathie, also die Versetzung meiner selbst in andere, spielt nicht nur im familiären Umfeld eine grosse Rolle, sondern auch in der Medizin. So wirkt sich das Einfühlungsvermögen eines Arztes direkt auf die Prognose seiner Patienten aus. Als Hauptgrund für häufige Arztwechsel gilt denn auch die mangelnde Fähigkeit von Ärzten, mit ihren Patienten verständnisvoll und einfühlsam zu kommunizieren.
In einer Studie wurde jetzt der Zusammenhang zwischen dem empathischen Vermögen von Allgemeinärzten und den Herzkreislauf-Zwischenfällen sowie die Sterblichkeit ihrer Patienten nach der Diagnose eines Typ-2-Diabetes untersucht. Im Schnitt wurden die 628 Probanden zehn Jahre lang nachbeobachtet. Im Verlauf dieser Zeit erlitten 120 Patienten nichttödliche oder tödliche Komplikationen, einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder eine Amputation etc. Gestorben waren in der Nachbeobachtungzeit 132 Patienten.
Die Resultate sind erstaunlich. Den Patienten, die bei empathischen Ärzten in Behandlung waren, ging es eindeutig besser. Ihr Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen sank um rund ein Drittel. Die Sterblichkeit der einfühlsam behandelten Patienten lag um 40 bis 50 Prozent tiefer als die Mortalität der Vergleichspersonen.
Die Autoren der Studie betonen, dass bei der Betreuung von Patienten nicht nur auf biologische und technische Aspekte der Krankheit geschaut werden sollte, sondern dass vermehrt die menschlichen Fähigkeiten der Ärzte schon im Studium gezielt gefördert werden müssen.