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Ein Deodorant besteht grundsätzlich aus drei Komponenten:
- Parfümstoffe überdecken den Schweissgeruch.
- Antibakterielle Stoffe bekämpfen die Bakterien, die für die Entstehung des üblen Geruchs verantwortlich sind.
- Aluminiumverbindungen (meistens in Form von Aluminiumsalzen wie Aluminiumchlorid oder Aluminiumhydroxychlorid) verklumpen mit Hautbestandteilen und blockieren so die Ausgänge der Schweissdrüsen, damit ein Teil des Schweisses gar nicht mehr an die Oberfläche gelangt.
Weil die Aluminiumsalze der einzige Bestandteil der Deos sind, die effektiv etwas gegen die Entstehung des Schweisses tun, werden sie seit den 1970er-Jahren den meisten Deos zugefügt.
Ungenügende wissenschaftliche Evidenz
Seit Jahren gehen Meldungen durch die Medien, die vor dem Gebrauch aluminiumhaltiger Deos warnen. Ursprünglich wurde das Aluminium mit der Entstehung von Alzheimer und anderen Nervenerkrankungen in Verbindung gebracht, dann wurde ein Zusammenhang mit Brustkrebs postuliert, sowie eine generell schädliche Wirkung durch Aluminium.
Trotzdem hat die wiederholte wissenschaftliche Prüfung der Fakten durch verschiedenste Gesundheitsgremien bis heute ergeben, dass die Hinweise nicht genügend stichhaltig sind um gemäss der heutigen Datenlage vom Gebrauch aluminiumhaltiger Deos abzuraten. Was steckt hinter den Behauptungen?
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Aluminium und Alzheimer Die Grundlage für diese Vermutung waren Beobachtungs-Studien Anfangs der 2000er, welche einen Zusammenhang zwischen dem Aluminiumgehalt im Trinkwasser und dem gehäuften Auftreten von Alzheimer in den betroffenen Regionen fanden. Jedoch wiesen diese Untersuchungen gravierende qualitative Mängel auf, und zahlreiche weitere Studien bestätigten den Zusammenhang nicht.
Auch im Tierexperiment bildeten sich keine alzheimertypischen Hirnveränderung bei hohen Aluminiumbelastungen, so dass die Befunde von der grossen Mehrzahl der Fachkundigen als reine Zufallsbefunde bewertet werden.
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Aluminium und Brustkrebs Zu Grunde liegen hier hauptsächlich Studien, welche in Brustkrebs-betroffenem Gewebe erhöhte Aluminiumkonzentrationen fanden. Jedoch beweist dies noch nichts, denn es gibt Hinweise, dass gewisse Tumoren einfach dazu neigen, vermehrt Aluminium einzulagern. Dies würde die erhöhten Aluminiumwerte ebenso erklären. Zudem gibt es zahlreiche Studien, die keinen Zusammenhang zwischen Aluminium und Brustkrebs fanden.
Was bleibt, sind einzelne Beobachtungsstudien, die fanden, dass Brustkrebs-Betroffene zeitlebens mehr Deodorantien gebraucht hätten als gesunde Frauen. Auch hier gibt es aber so viele weitere Faktoren (nicht zuletzt den Zufall), dass Experten keinen genügenden Grund für eine Warnung sehen.
Aluminium ist das dritthäufigste Element in der Erdkruste. Schon mit der Nahrung nehmen wir täglich eine gewisse Menge davon auf, was für die Gesundheit unbedenklich ist. Weil aber sehr hohe Aluminiumdosen in Tierversuchen zu Nervenschäden führten, wurde für den Menschen eine maximale Menge festgelegt, die täglich eingenommen werden darf ohne dass wir langfristig um unsere Gesundheit bangen müssen.
Dass das Aluminium in den Deodorantien einen Beitrag zu dieser täglichen Dosis liefert, steht fest – wie viel genau ist allerdings umstritten: Berechnungen reichen von einem Viertel der Tagesdosis bis hin zum Überschreiten des Grenzwerts nur schon durch den Deoeinsatz. Bei normalen Deos ist der Aluminiumgehalt jedoch so gering, dass ein Überschreiten der erlaubten Tagesdosis eher unwahrscheinlich erscheint. Es macht aber Sinn, Deos nicht auf frisch rasierter Haut anzuwenden, da das die Aluminium-Aufnahme durch die Haut um eine Vielfaches erhöht.
Ohne Alu nutzlos gegen Schweiss
Wer trotzdem auf der sicheren Seite bleiben will, kann zum Beispiel nur jeden zweiten Tag aluminiumhaltige Deos benutzen oder ganz auf aluminiumfreie Deos umsteigen. Die gibt es in vielen Apotheken und vereinzelt auch bei den Grossverteilern. Die Deosprays von Lavera und Axe sind generell aluminiumfrei, auch Nivea oder I am zum Beispiel haben Deos ohne Aluminium.
In Tests zeigen sich einige aluminiumfreie Deos in puncto Geruchsbekämpfung als ausreichend wirksam, gegen Achselnässe wirken sie allerdings nicht.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA hat 2008 eine wöchentlich tolerierbare Aufnahmemenge von 1 mg Aluminium je Kilogramm Körpergewicht definiert. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass mit keinen gesundheitlichen Folgen zu rechnen ist, wenn dieser Wert eingehalten wird.