Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03597.jsonl.gz/554

Villen Bühlstein und Bühlhalde, Leimeneggstr./im Leesteig
Villa Bühlstein
Leimeneggstr. 64
Villa Bühlhalde
im Leesteig 3
Die Villen wurden in den Jahren 1872 bis 1874 für Karl und Hermann Bühler, die Inhaber der Spinnerei J.H. Bühler Söhne in Zell-Kollbrunn durch den Architekten Ernst Jung erstellt. Die beiden Brüder waren Cousin von Eduard-Bühler-Egg (Bühler-Villa an der Lindstrasse)) Sie liegen in einer prachtvollen Gartenanlage im Geviert Rychenbergstrasse-im Leesteig-Leimeneggstrasse.
Villa Bühlstein
Das stattliche Wohnhaus wurde 1872 durch den Architekten Ernst Jung für den Spinnereibesitzer Hermann Bühler-Weber (1843-1907) erbaut. Revolutionär für den Villenbau war die Verwendung des roten Sichtbausteins als dominierendes Baumaterial. Die Wände leben durch die Fugenzeichnung. Die beiden Villen Bühlhalde und Bühlstein waren Vorreiter nicht nur für die Bauten von Ernst Jung, sondern generell für den schweizerischen Villenbau. Dabei ist der englische Einfluss unverkennbar.
Das junge Ehepaar Bühler-Weber hatte zuvor, 1868 bis 1874 Bezug der neuen Villa, im Adelgarten in der Parterre-Wohnung gewohnt. Dort waren sie zumiet bei Salomon Sulzer gewesen. Hermann Bühler-Sulzer und Martha Keller-Bühler sind im Adlergarten geboren. Die Villa kam später in den Besitz des Sohnes Richard Bühler-Steiner (1879-1967), der es 1935 verkaufte.
Villa Bühlhalde
Dieses Wohngebäude wurde 1873/74 durch den Architekten Ernst Jung für den Spinnereibesitzer Karl Bühler-Blumer (1845-1897) erbaut. Das Gebäude ist dreistöckig, quadratisch angelegt und wird durch ein Schieferdach bedeckt. Die Villa ist ein frühes Beispiel der von der Symmetrie befreiten Architektur, die eine individuellere Raumeinteilung gestattete. 1901 wurde als Nebengebäude ein Waschhaus mit Schopf und Zimmer erstellt. 1910 wurde südlich eine Terrasse angebaut. Seine Tochter Hedy Hahnloser-Bühler (1873-1952) hat sich in der Villa Flora als Kunstsammlerin einen grossen namen erworben.
Später wohnte sein Sohn Carl Arthur Bühler-Bea (1882-1961) in den Bühlhalde. Carl Bühler war ab 1915 Mitglied des Verwaltungsrates der SIDI und ab 1936 bis zu seinem Tode dessen Präsident. Ferner war er Mitglied der Generaldirektion der Bankgesellschaft (heute UBS), Präsident des Verwaltungsrates der Maschinenfabrik Rieter, Verwaltungsrat der Spinnerei Niedertöss und im Militär bekleidete er den Rang eines Oberstleutnant.
1967 erwarb der Kanton Zürich Haus und Garten. In der Villa ist heute die Musikschule der Kantonsschule untergebracht.
Gartenanlage
Für den Umschwung der beiden Villen wurde durch Neher & Mertens ein Park als Einheit geplant. Von Anfang an wurde auch eine spätere Unterteilung der Gartenanlage als Option miteingeplant. Eine solche Doppelvillen-Anlage war für die Schweiz aussergewöhnlich. Dieser Landschaftsgarten enthielt spät klassizistische Züge und somit freiere, nicht zwingend symmetrische Elemente und eine brezelartige Wegführung. Auch ein Blumengarten und Wasserteile fehlten natürlich nicht.
Am Eingang an der Leimeneggstrasse markiert ein Gartenpavillon, der an der Weltausstellung 1878 in Paris erworben wurde, die Vornehmheit des späthistorischen Landschaftsgartens. Die ganze Parkanlage ist heute durch Landabtretungen (Leimenggstrasse bis Bahnareal) und neuere Bauten in Gartenmitte und an der Rychenbergstrasse eingeschränkt. Sehr beeinträchtigt ist der untere westliche Teil durch ein Schulprovisorium der Kantonsschule.
Beide Liegenschaften und die Gartenanlage sind als überkommunale Schutzobjekte bezeichnet.
Verwandte Einträge
- Bühler-Guyer Johann Heinrich, Industrieller, 1804-1866
- Bühler-Egg Eduard, Industrieller, 1833-1909
- Bühler Robert, Stadtrat, Nationalrat, 1902-1971
- Villa Bühler, Lindstrasse 8
- Münzkabinett
- Hahnloser Hedy, Kunstgewerblerin und Kunstsammlerin, 1873-1952
- Kunst Museum Winterthur Villa Flora mit der Sammlung Hahnloser
- Hahnloser, Hans Robert, Kunsthistoriker, 1899-1974
- Geschichte der Bühler-Spinnereien