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Nordirlands Presse geht nach dem verlorenen Hinspiel der WM-Playoffs nicht mit der eigenen Mannschaft, sondern mit dem Schiedsrichter hart ins Gericht.
What a Swizz« (»Was für ein Schwindel«), schreibt »Daily Mirror« am Tag nach der Niederlage durch das umstrittene Penaltytor von Ricardo Rodriguez. Der »Belfast Telegraph« drückte das, was die Boulevardmedien in halbwegs gelungenen Wortspielen auf den Punkt zu bringen versuchten, aus Sicht der nordirischen Fans perfekt aus: »Das war niemals ein Penalty!“ Volkes Seele kochte, das wurde nicht nur während dem Spiel deutlich, sondern auch später in der Stadt.
Dass die Blätter mit den grossen Schlagzeilen den Referee und nicht die eigene Mannschaft für die Heimniederlage verantwortlich machten, war zu erwarten. «Es war Referee Hategang, der die Rolle des Bösewichts übernahm», schreib der «Daily Mirror». Er zitierte Nordirlands Nationaltrainer Michael O’Neill: «Ich glaube, ich habe in Spielen, in die ich involviert war, noch nie einen schlechteren Entscheid gesehen. Vor allem nicht auf diesem Level.» Die «Sun» fand den Pfiff «lächerlich, er macht aus Nordirlands Traum einen Alptraum.»
Deutlich objektiver fiel die Analyse des «Daily Mail» aus, auch wenn der Penalty logischerweise ebenfalls thematisiert wurde. Als einzige der grossen Zeitungen kritisierte das Blatt auch die (ungenügende) Leistung der Nordiren. «Die Schweiz besitzt die Klasse, die Nordirland fehlt. Sie ist mehr die Summe von einigen gut geschmierten Rädchen als ein Team, das wie Nordirland fast in jedem Spiel seine Erwartungen übertrifft.»
Den Penaltypfiff umschrieb «Daily Mail» mit britischem Humor. In Anspielung an das berühmtes Handstor in den WM-Playoffs 2009 zwischen Frankreich und Irland meinte sie: «Auf einer Skala von eins bis Thierry Henry war es sicher nicht die grösste Ungerechtigkeit in einem Ausscheidungsspiel. Das bessere Team gewann, es bleiben 90 Minuten. Michael O’Neills Team mag einen Sieg nicht verdient haben, aber es hatte auch den spontanen Entscheid von Hategan nicht verdient.»