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GESCHICHTE DES GADMERTALS:
Die urgeschichtliche Besiedlung vom Oberhasli kann zeitlich nicht genau bestimmt werden, aber Funde von römischen Münzen, keltischen Gilsteinlampen und Spuren von Höhlensiedlungen weisen auf eine sehr frühe Besiedlung hin.
Nach schriftlicher Überlieferung soll das Tal im 1. Jahrtausend durch schwedische oder ostfriesische Einwanderer genutzt worden sein. Auch germanische Orts- und Flurnamen oder altdeutsche Namen wie z.B. Radlef deuten darauf hin. Die Motive der Handweberei von Gadmen und die Tracht der Haslerinnen sind ein weiteres Indiz für eine skandinavische Einwanderung. Name wie Kirchet, Sust, Rüsch, Aare und Föhn sind aber romanischen Ursprungs.
Im 11. Jahrhundert besiedelten die Walser das Tal. Sie führten die Grundstückteilung ein. Ein jedes Kind bekam ein produktives Landstück, so dass eine starke Zersplitterung der Parzelle die Folge war.
Bis zum Jahre 1236 herrschte im Haslital der kleine Landadel. Viele Geschlechter besassen Würde- und Standestitel und waren Besitzer von grösseren Bodenrechten. Die Herren Husen und Resti besassen z.B. solche Bodenrechte.
Vom 12. bis zum 14. Jahrhundert hatten die Herren von Ringgenberg viel Grundbesitz im Gadmertal. Am Anfang des 14. Jahrhunderts verlor das Gadmertal seine Selbständigkeit an die Herren von Weissenburg und wurde abhängiges Pfandland.
1334 kam die Landschaft Hasli zu Bern.
1420 erscheint der Name Gadman erstmals in den Chroniken. Der Name Gadmen entspricht dem schweizerischen Gattungswort gadem, gade(n) und leitet sich vom Althochdeutschen gadam, gadum ab („Stall, Scheune, kleines Haus“). Die ursprüngliche Form im lokativischen Dativ bedeutet „bei den Ställen, Scheunen, kleinen Häusern“. Das Gemeindewappen von Gadmen zeigt im oberen Teil den schwarzen Hasliadler auf goldenen Grund und im unteren Teil einen dieser Gaden. Urkundlich wird das Gadmertal erst in der ersten Hälfte des 13. Jahrhundert erwähnt.
Historische Belege:
1382: von dem buw imm Gadmen
1402: Ächer im Veld zu Gadmen gelegen
1577: Gadmen im Halse
Im 15. Jahrhundert besass das Kloster Interlaken grosse Landteile, welche sie von den von Ringgenberg erworben hat. Die Feindseligkeiten zwischen dem Oberwallis und dem Hasli waren im 14. und 15. Jahrhundert sehr gross. Gegenseitige Raub und Vergeltungszüge waren nicht selten. Obergestelen im Goms wurde dabei abgebrannt.
1420 wurde im unteren Gadmertal (Mühletal) ein Eisenbergwerk erstellt und durch die Berner Regierung betrieben. Es sollte die Abhängigkeit dieses wichtigen Rohstoffes vom Ausland beheben. Eine lange Leidensgeschichte von fast 400 Jahren begann. Da die Erzader nur von mittelmässiger Qualität war, rentierte der Abbau nie. Aber Bern wollte auf den Guss von Kanonenkugeln nicht verzichten.
1628 zerstörten die Gadmer das Werk, aber die Regierung liess es wieder aufbauen. Der Wald, die Weiden, die Alpwege kamen wegen des Erztransportes zu Schaden. Durch den brutalen Kahlschlag der Wälder veränderte sich das Klima und die Lawinentätigkeit nahm zu. Endlich wurde im Jahre 1813 das Eisenbergwerk geschlossen und an der Stelle eine Sägemühle erstellt.
1528 wurde das Hasli mit Waffengewalt zum reformierten Glauben gezwungen.
1712 lieferten sich die Urner und Berner harmlose Scharmützel.
1722 wurde das schöne kleine Kirchlein von Gadmen unter der Leitung von Hüttenmeister Hans Jakob des Berner Münsters erstellt.
1750 erste Auswanderungswelle von Gadmer Söldnern nach Sumatra (Besatzungsmacht-Kolonialmacht Holland).
1798 bis 1799 überschreiten die französischen Truppen unter schweren Mühsalen des öfteren den Sustenpass im Kampf gegen die Österreicher und den Russen. Gadmer mussten ihnen dabei beim Transport von Kriegsmaterial helfen.
1762 bis 1821 lebte Johannes von Weissenfluh der Ältere. Der Chronist und Philosoph von Mühlestalden schilderte aus eigenem Erleben die kriegerischen und politischen Ereignisse zu jener Zeit. 1799 bis 1885 lebte Johann von Weissenfluh der Jüngere. Ein bekannter Bergführer sowie Freund von Gottlieb Studer und ein hervorragender alpiner Schriftsteller.
1870 bis 1930 viele Einwohner wandern aus wirtschaftlichen Gründen nach Amerika aus.
1938 bis 1946 in schwierigen Zeiten wurde der Lebensnerv des Tales, die Sustenstrasse erbaut.
Der Lawinenwinter 1999 hat grosse Schäden angerichtet, dabei war die Strasse nach Gadmen tagelang gesperrt und das Dorf nur mit dem Helikopter erreichbar.
2004 Fertigstellung der höchstgelegensten und längsten Hängeseilbrücke Europas im Trift.
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