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Ich schreibe ja gerne mal über das „digitale Fundraising“ – so hier in meinem Blog aber auch immer wieder, wenn ich mal eine Master Thesis zu gleichem Thema aushecke. Basis für das ganze ist in meinen Augen ein klares Verständnis darüber, was Fundraising überhaupt ist – deshalb hier ein Erklärungsversuch.
Mit dem englischen Wort Fundraising ist die Beschaffung von Finanzmitteln in der Fachsprache umschrieben. Es setzt sich zusammen aus den Begriffen „the fund“ für Geldmittel oder Geldsumme sowie „to raise“ für beschaffen. Diese Definition geht der Literatur, allen voran Michael Urselmann welcher folgende Definition geprägt hat, zu wenig weit:
„Fundraising ist die systematische Analyse, Planung, Durchführung und Kontrolle sämtlicher Aktivitäten einer steuerbegünstigten Organisation, welche darauf abzielen, alle benötigten Ressourcen (Geld-, Sach- und Dienstleistungen) durch eine konsequente Ausrichtung an den Bedürfnissen der Ressourcenbereitsteller (Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, öffentliche Institutionen) zu möglichst geringen Kosten zu beschaffen.“ (vgl. Urselmann, 2011, S. 1).
Auch der Schweizer Peter Buss definiert Fundrasing klar als Beschaffung von Spenden wobei Spenden nicht nur unentgeltliche Zuwendungen finanzieller Art sein können sondern auch Sach- oder Zeitspenden (Buss, 2012).
Grundlage und Basis für das Fundraising ist das prosoziale Verhalten der Menschheit. Die Religionswissenschaftlerin Karen Armstrong sagt in ihrer These, dieses Verhalten geht auf die Zeit zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert v. Christus zurück. So ist seit damals bekannt, dass ebensolches Verhalten auch ausserhalb von Familienbanden zu beobachten ist (Armstrong, 2006). Aus dieser Zeit kommen die Gebote des Spendens oder des Almosens. Nicht nur das das Christentum mit dem neuen Testament sondern auch der Islam führen zu dieser Zeit die Gebote des Spendens ein womit die Religion als Mitbegründer des modernen Fundraising angesehen werden kann (Adloff, Priller, & Graf Strachwitz, 2010).
Dieselben Autoren stellen weiter fest, dass sich die frühere Satzung von „Tue Gutes, aber rede nicht darüber“ verändert hat in „Tue Gutes und rede darüber“. Im Jahre 2002 wurde gar ein Buch mit dem entsprechenden Titel „Tue Gutes und rede darüber: Erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit für Non-Profit-Organisationen“ publiziert (Fischer, 2002). Ist nicht genau das die Satzung der heutigen Zeit, der Digitalisierung und der Zeit von sozialen Medien?