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Auf einem Arbeitsblatt erhalten die SuS Thesen zur Entstehung von Homosexualität.
Die SuS werten Aussagen über die Ursache von Homosexualität aufgrund ihrer persönlichen Meinungen und Erfahrungen. Sie begründen ihr Urteil mit Argumenten.
Ziele
- Die SuS erfahren, dass die Wissenschaft keine einheitliche und keine überzeugende Erklärung für Homosexualität hat.
- Sie können durch das Unterrichtsgespräch eine Kompromisshaltung zu ihren eigenen Aussagen finden.
Ablauf
Je nach Grösse der Lerngruppe werden so viele Thesen ausgewählt, dass jeweils 3-4 SuS über eine These diskutieren.
EA SuS gehen – jede/jeder für sich – alle Thesen durch und bewerten diese mit kurzer Begründung.
GA Jede Gruppe vergleicht ihre Einschätzungen, diskutiert dann über eine ihnen zugeteilte These und findet ggf. ein Kompromissurteil.
PL Die Gruppen präsentieren nacheinander ihr Urteil mit einer kurzen Begründung. Danach findet eine Diskussion im Plenum statt.
Hinweise
Die zentrale Information dieser Stunde muss sein, dass die Wissenschaft keine überzeugende Erklärung für Homosexualität hat. Homosexualität ist offenbar eine natürliche Variante der Sexualität wie Heterosexualität auch. In der abschliessenden Diskussion wird es sicherlich auch SuS geben, die auf einer anderen Meinung beharren, auch wenn sich gegen jede monokausale Erklärung mit Fakten argumentieren lässt. Dies liegt im Wesen von Vorurteilen.
In die noch freien Felder der Kopiervorlage können neben weitere Aussagen durch die LP eingebracht werden. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass nicht nur zugespitzte, sondern auch ernsthaft diskutierbare oder sogar unstrittige Aussagen Platz finden.
Wichtig ist ausserdem, den SuS die Problematik von wissenschaftlicher Ursachenforschung nahe zu bringen: Wie Beispiele aus der Geschichte belegen, ist auch Ursachenforschung selten zweckfrei; oft impliziert die Suche nach einer Ursache den Wunsch, ein Phänomen zu beseitigen.
Varianten
Weitere Thesen, die in die Kopiervorlage eingefügt werden können, sind z. B.:
- Homosexualität ist eine psychische Lösung frühkindlicher Konflikte, für die eine andere Lösung Heterosexualität ist.
- Man wird schwul, weil man als kleiner Junge von erwachsenen Männern verführt wurde.
- Schwule und Lesben kommen aus Elternhäusern, in denen das Verhältnis der Rollen von Vater und Mutter gestört war.
- Lesben mussten in ihrer Kindheit für ihren Vater den Sohn ersetzen.
- Homosexuelle gibt es nur, weil man heute auch ohne Kinder im Alter nicht verhungern muss.
- Es gibt Schwule und Lesben, weil sonst keiner Zeit für Kunst und Wissenschaft hätte.
Quelle
LISUM. S. 30–31.
|Stufe||Material||Anhang|
|Sek I/II||Thesen

|Arbeitsblatt|
|Zeit||Methode|
|1 Lektion||EA, GA, PL|