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Fillon kam nach Auszählung fast aller Stimmen auf rund 67 Prozent, Juppe nur auf etwa 33 Prozent. Der Sieger hat gute Chancen, in den Elysee-Palast einzuziehen. Zuvor müsste er bei der Präsidentenwahl im Frühjahr vermutlich der Chefin der rechtsextremen Partei Front National, Marine Le Pen, die Stirn bieten. Dem sozialistischen Amtsinhaber Francois Hollande werden dagegen kaum Chancen ausgerechnet.
Fillon und Juppe hatten sich im Vorfeld der Stichwahl für Einsparungen im Haushalt und ein höheres Rentenalter ausgesprochen. Doch während Fillon eine halbe Million Stellen im öffentlichen Dienst streichen will, wies Juppe das als unrealistisch zurück. Fillon hat zudem der 35-Sunden-Woche den Kampf angesagt. Er strebt tiefgreifende Reformen in der Wirtschafts- und Sozialpolitik und will das Verhältnis zu Russland verbessern.
Juppe räumte im Verlauf des Abends seine Wahlniederlage ein. Er kündigte an, Fillon unterstützen zu wollen. Die Wahlbüros schlossen um 19.00 Uhr. Die Wahlbeteiligung war höher als bei der ersten Runde. An der Abstimmung durfte jeder französische Wahlberechtigte teilnehmen, eine Parteimitgliedschaft war dafür nicht notwendig. Fillon war als klarer Favorit in die Stichwahl gegangen. In der ersten Runde vereinigte er 44 Prozent der Stimmen auf sich, Juppe 28,6 Prozent. Ex-Präsident Nicolas Sarkozy war in der ersten Runde der Konservativen auf Rang drei gekommen und ausgeschieden. Er gab danach eine Wahlempfehlung für Fillon ab, der von 2007 bis 2012 sein Premierminister war.
Umfrage: Fillon deutlich vor Le Pen
Einer Umfrage zufolge würde Fillon bei der nächsten Präsidentschaftswahl Le Pen klar besiegen. Der Wirtschaftsliberale dürfte bei einer Stichwahl 67 Prozent auf sich vereinigen, Le Pen nur 33 Prozent, wie aus einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts Harris Interactive vom Wochenende hervorgeht.
Wegen einer gespaltenen Linken und der niedrigen Beliebtheitswerte hat Hollande kaum Aussichten auf eine weitere Amtszeit. Dennoch wird mit einer erneuten Kandidatur gerechnet. Aus dem Umfeld Hollandes verlautete, der Präsident werde seine Entscheidung am 7. Dezember publik machen. Derweil bahnt sich ein Machtkampf zwischen Premier Manuel Valls und Hollande an. In einem Interview mit der Wochenzeitung "Le Journal du Dimanche" schloss Valls seine eigene Bewerbung bei der Vorwahl der Sozialisten im Januar nicht mehr aus.
(Reuters)