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1. Es ist jetzt doch kalt geworden. Es ist jetzt doch auch nass geworden. Es ist jetzt doch wieder so, dass das warme Essen besser schmeckt, dass das Daheim sein sich besser anfühlt und sogar ein bisschen die Musik besser klingt, vor allem die traurige. Es ist jetzt doch so, dass man auf nassen Blättern rutscht und Mandarinen isst. Es ist jetzt doch so, dass Draussen niemand mehr ist, nur noch Glitzer und die kalten Fingerkuppen und das nasse Katzenfell.
2. Weiterschreiben nicht gelungen.
3. Oder: Anais sagt, Ich habe Mutter von Bruno ausgerichtet, dass er es nicht mag, wenn sie ihn „Verrücktchen“ nennt. Ich habe ihr gesagt, dass ich wisse, was sie damit meine und, dass sie damit ja auch nicht ganz im Unrecht sei, aber er es nicht möge, wenn sie ihn „Verrücktchen“ nenne und es deshalb nicht gut sei, wenn sie es sage. Ich habe ihr erklärt, dass ich nicht grundsätzlich der Meinung bin, sie dürfe ihm nichts sagen, was er nicht mag, aber es müsse für sie von grösserem Wert sein, grösser als sein „nicht mögen“ müsse der Wert sein. Zum Beispiel habe ich gesagt, fände ich es gut, wenn sie ihm sage, er müsse sich waschen, auch wenn er es nicht mag. Mutter sagte, sie wisse genau was sie ihm sagen dürfe. Wir reden doch auf gleicher Augenhöhe miteinander, sagte sie, also darf ich ihm das doch sagen, dass er ein „Verrücktchen“ ist, und wenn es doch wahr ist und wenn ich doch noch dafür verantwortlich bin, sagte sie. Das sei ihr schon bewusst. Aber du bist viel grösser als er, sagte ich. Aber das ist doch symbolisch gemeint, sagte sie. Aber von irgendwo kommt die Redewendung ja, sagte ich. Also ich kann nur die Mutter sein, die ich bin, sagte Mutter.
4. Als ich heute Zigaretten gekauft habe, hat die Verkäuferin mich lange angesehen. Darum habe ich mich weggedreht und dem Kind gerufen, das aber neben mir stand, zu klein um von der Verkäuferin gesehen zu werden. Das Kind hat mich dann lange fragend angesehen und die Verkäuferin hat weggeschaut.
5. Anstatt zu schreiben, rufe ich bei der AHV an. Anstatt zu schreiben, kaufe ich einen Kindersitz. Anstatt zu schreiben, kratze ich auch Essensreste von der Tischkante. Anstatt zu schreiben, schaue ich auch auf die Uhr. Anstatt zu schreiben, sehe ich mir meine Hände an und komme zu dem Schluss, dass sie reifer geworden sind, aber nicht schrumplig. Anstatt zu schreiben, laufe ich auch durch Zürich und sehe dabei gut gekleidete Menschen mit gut gekleideten Menschen reden. Anstatt zu schreiben, diskutiere ich mit meinen Eltern darüber, wer die Klopapierrolle leergemacht hat. Anstatt zu schreiben, stelle ich mir vor, was der Nachbar zu seiner Technomusik macht. Anstatt zu schreiben, gehe ich als Literaturdienst an eine Sitzung, an der sie darüber diskutieren, wie genau die Kiste auseinanderfallen sollte, damit der in der Kiste sitzende Musiker gut zur Geltung kommen kann. Anstatt zu schreiben, denke ich darüber nach, dass das Schreiben schon eine intensive Sache ist.
6. Anais ist weg.
7. Es ist nicht schlimm, denn ich weiss, Anais kommt wieder. Nur ist dann wahrscheinlich Winter. Auch bei Anais. Bei Anais war aber Frühling. Ich frage mich, was ich mit dem Sommer machen soll.
8. Es ist gut, wenn man etwas hat, das man liebt. Es ist auch gut, wenn man verschiedenes hat, das man liebt. Es ist auch gut, wenn man ganz viel hat, das man liebt, aber dann wird es kompliziert.
In der Wirtschaft verschafft sich die Kaufkraft ihr Recht. In einer Demokratie basiert es auf gemeinsamen Grundsätzen, wie sie die Bundesverfassung formuliert. Noch haben wir das Recht auf ein Fernsehen und Radio mit gesellschaftlicher Verantwortung.
Wie wollen wir in Zukunft miteinander leben? Einmal mehr stellen Performance-Künstler diese brennende Frage. Nicht auf einer etablierten Bühne, sondern mitten in einer Stadt, die spürbar um ihre Zukunft ringen muss: im englischen Hull.
Erneut ist die Zürcher Landwiese zum Treffpunkt einer bunten Schar von Bühnenkünstler*innen aus aller Welt und einem neugierigen örtlichen Publikum geworden. Manche Gäste kommen schon seit Jahren, um im „Wohnzimmer der Stadtzürcher“ von globalen Veränderungen zu erzählen.
Ein stiller Ort in Berlin. Ein Haus mit Vergangenheit, ein Haus mit Ausblick. Ein Haus zum Schreiben. Hier das Haus, der See, die Touristen. Dort das Schreiben. Und auf der Suche nach dem, worum es geht: das Zeichnen.
„Wenn ich gross bin, möchte ich einen Fotzelschnittenstand!“ sagte sich Herr Bühler einst. Er muss mittlerweile eine gewisse Reife erreicht haben, denn dieser Wunsch erfüllte sich vom 19. – 22. Juli am Boui Boui-Festival bei Brenzikofen. Frau Boss berichtet.
Alexandras Liebesgrüsse kommen diesmal aus dem Norden, versammeln aber neben Sibirischen Tigern auch australische Vögel und mexikanische Pinguine... Ganz andere Eindrücke aus einem Hamburg vor dem G20-Gipfel - und aus Hannover.
Alexandra schickt monatlich Post von den Theaterfestivals Europas. Ihre erste Station und Ausgangspunkt war ihr Zuhause: Bern mit seinem Festival AUAWIRLEBEN. Was passierte beim Aufeinandertreffen von internationalen Theaterproduktionen mit den Spielstätten und dem Publikum der kleinen Stadt an der Aare?
Eine Autorin, das ist ein Ich unter mehreren in einem Menschen, die das Zusammenleben üben. Ein Ich, das den Blick auf die Welt wachhält und sie auf diese Weise immer neu erfahrbar macht, für die vielen Ichs in anderen Menschen.
Die letzten beiden Wochenenden haben die Küssnachter Theaterleute im Mostkeller Merlischachen den Woyzeck gegeben. Christof hat Regie geführt und ist in der Provinz asylpolitischen Wirklichkeiten begegnet.
Während mehrerer Monate hat die Band Overdrive Amp Explosion an ihrem neuen Album gebastelt und gefeilt. Nun wurde die finale Phase der Produktion mit Artwork, Vinylmaster und der abschliessenden Pressung eingeläutet. Und am 8. April ist Plattentaufe - im Bonn, versteht sich.
Bei Christine können die Jahreszeiten schon mal Kopf stehen. Im Winter ging es rund, jetzt beruhigt sich alles, wo die Blüherei draussen anfängt. Und doch lebt sie in einem ständigen Kreislauf aus Säen und Ernten.
Frau Boss spielte über Weihnachten und Neujahr auf dem zugefrorenen Mühleplatz in Thun in einem mal mehr, häufiger weniger geheizten Zelt die Titelrolle in Hans Christian Andersens Märchen „Die Schneekönigin“ und lernte dabei so dies und jenes über Kinder und deren Theaterverständnis. Ein kurzer Einblick.
Im Unterschied zu Birnen und Melonen gedeihen Musikstücke zu jeder Jahreszeit. Ein Frühjahrssturm, eine sommerliche Trockenperiode oder eisige Winterstarre können ihnen nichts anhaben. Aber vielleicht hört man ihnen die Jahreszeit an?
Es ist immer wieder eigenartig mit einem neuen Jahr. Im Grunde genommen geht alles einfach weiter. Trotzdem, mir gefällt die Idee eines Neuanfangs, auch bei uns Seelenreitenden. Wie könnte der aussehen?
Wer sind sie in Wirklichkeit, die schwankenden Gestalten auf den Brettern, die die Welt bedeuten? Gerade, wenn es sich nicht um professionelle Schauspieler handelt? Eine Frage, die genauso spannend sein kann wie die Beschäftigung mit Woyzeck, Marie und dem Tambourmajor.
Drehbücher werden für viele Hände geschrieben, gestikulierende, technisch versierte, nähende oder Klappen schlagende... Oft werden sie auch von mehr als zwei Händen verfasst. Drehbuch mehrhändig, wie geht das eigentlich?
Als Musikerin machst du alles Mögliche, um Geld zu verdienen. Du übernimmst zum Beispiel die technische Leitung eines experimentierfreudigen Festivals. Und stehst plötzlich mitten im Chaos. Erfahrungsbericht einer Bühnenkünstlerin über ihre Arbeit mit BühnenkünstlerInnen.
Im Jetlag Studio hat die Band Overdrive Amp Explosion weiter an ihrem neuen Album gefeilt. Sie hat den aufgenommenen Tönen noch einmal so richtig auf den Zahn gefühlt – und sich Fragen gestellt, die bisher kein Thema waren.
Ein Berner Theaterkollektiv, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Faust nicht im Sack zu machen, sondern kräftig auf die Bretter zu hauen, die die Welt bedeuten. Und das von nun an öfters hier die Seele reiten wird. Den Anfang macht ein Sitzungsprotokoll.
Ob wir ferne Länder bereist haben, einfach kurz in die Aare getaucht sind oder uns auf einer Restaurantterrasse am Fluss die Füsse wund gelaufen haben - woher wir auch kommen in diesem ausgehenden Sommer: wir sind wieder da.
Gian-Marco Schmid alias Gimma wartet in der Dritten Person auf das Erscheinen seines ersten Buchs. Obwohl das Buch aus der Perspektive der ersten Person von ihm handelt. Deshalb schreibt er «ihm» auch klein. Weil: es ist ein böses Buch.