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Tee spielt in der japanischen Kultur eine wichtige Rolle. Das war nicht immer so, denn das Getränk hatte in Japan anfänglich einen schweren Stand. Der Teegenuss verbreitete sich in einer Zeit, als Kyoto in den letzten Jahrzehnten des 12. Jahrhunderts von einer Reihe von Naturkatastrophen heimgesucht wurde und viele Menschen von Krankheit und Pestilenz gebeutelt waren.
Teeernte in Japan, undatiertes Bild aus dem Nachlass von Otto Jaag (ETH-Bibliothek, Bildarchiv, Dia_289-0996)
Im Jahr 1191, als der Buddhistische Mönch Myōan Eisai von seinen Studien in China zurückkehrte und in seinem Gepäck Teesamen mitbrachte, fing der Zenmeister an, Tee als Medizin zu propagieren, welche die vielen kranken Menschen wieder heilen würde. Damit begann sich die japanische Teekultur zu etablieren. Eisai, der selbst Tee anpflanzte, verfasste ein Traktat über die wunderbaren medizinischen Eigenschaften des Tees, das Kissa Yōjōki. Darin stellt er fest, dass die japanische Küche zwar reich an sauren, scharfen und süssen Geschmäckern ist, jedoch des bitteren Geschmacks entbehre. Dieser sei aber unabdingbar für die einwandfreie Funktion des Herzens.
Mit der wachsenden Popularität des Tees in Japan wurde das Getränk zunehmend in die religiösen, kulturellen und ästhetischen Praktiken integriert. Am Angelpunkt von Natur, Kunst und menschlichen Beziehungen entstand so die japanische Teezeremonie, die unter dem Namen chanoyu (wörtlich: „heisses Wasser für Tee“) bekannt ist und etwa im 16. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreichte (The true History of Tea, S. 85-87).