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Starship Troopers — Die filmische Adaption von Heinleins Roman aus dem Jahr 1959 hat ein ungnädiges Schicksal erlitten: Nur zwei Jahre nach ihrem Erscheinen hat die cineastische Science Fiction mit «The Matrix» ihr Argumentationsfeld ganz in den Cyberspace verschoben. Erinnert wird er meist nur noch mit Blick auf seine überzeichnete Gewaltdarstellung. Wer sich überwinden kann, wird indessen erkennen, dass Verhoeven hier nicht nur ein immens politischer Film, sondern auch die vielleicht eindrücklichste Selbstreflexion des Genres «Space Opera» gelungen ist. Wer Starship Troopers anschaut, der wird der «Friend or foe»-Logik des Hollywoodkinos schonungslos ausgesetzt: Auf der einen Seite eine hochglanzpolierte Highschoolwelt mit dem bedrohten Paar Johnny Rico (Infanterie) und Carmen Ibanez (Pilotin) – auf der anderen Seite die «Bugs», ein Feind, der überall lauert und in Heinleins Roman zur evolutionären Entsprechung des Kommunismus ernannt wird. Dazwischen aber steht ein Weltstaat, der weder Rassen noch Geschlechter kennt; ein Staat, der die Menschheit vereint, indem er den Faschismus ins All hinausträgt. Dort wartet auf die irdische Blechbüchsenarmee dann das Unbewusste, die tierische, insektenhafte und nackte Geschlechtlichkeit, deren medialer Perhorreszierung der Zuschauer beiwohnt – und damit sich selbst als Teil dieses Systems erkennt. Womöglich ist Starship Troopers deswegen auch die letzte, niemals endende Space Opera. Und somit selbst Bedingung seines Verschwindens.
Paul Verhoeven:
Starship Troopers (1997)