Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/214183

<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat um Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p></p><p>1. Welche Massnahmen schlägt der Bundesrat vor, die verhindern, dass Trophäen von Tieren in die Schweiz importiert werden, welche tierschutzwidrig getötet worden sind?</p><p>2. Wäre es aus Sicht des Bundesrates sinnvoll, dass für die Einfuhr von Jagdtrophäen neu zusätzlich die Art der Jagdwaffe angegeben werden muss?</p><p>3. Wäre es nicht analog zu den Einfuhrbestimmungen lebender Wildtiere gerechtfertigt, auch für tote Tiere ungeschützter Arten (inkl. Teile davon) eine Einfuhrbewilligung zu verlangen?</p><p>4. Wie steht der Bundesrat dazu, in Anbetracht der verschärften Wildereiproblematik ein Importverbot für Jagdtrophäen bedrohter Tierarten zu erlassen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1./4. Der Bundesrat hat sich schon mehrfach zur Thematik von Importverboten zwecks Verbesserung des Tier- und Artenschutzes geäussert. Dabei hat er einseitige Importverbote stets abgelehnt, weil diese die Probleme des Arten- oder Tierschutzes nicht lösen oder diese höchstens marginal entschärfen und zugleich die Gefahr besteht, dass sie lediglich zu einer Verlagerung des Handels in Länder ohne entsprechende Importverbote führen (vgl. z.B. Stellungnahmen zu Motion Chevalley 19.3263 "Jagdtrophäen, die von Tieren nach den Anhängen l-lll CITES stammen. Verbot der Ein- und der Durchfuhr",19.4425 und Motion Aebischer Matthias</p><p>"Importverbot für tierquälerisch erzeugte Pelzprodukte"). Auch das Parlament hat sich im hier betroffenen Themenbereich bereits ablehnend geäussert, so namentlich zur ähnlich gelagerte Motion Trede 15.3736 "Importverbot für Jagdtrophäen" im Jahr 2017.</p><p>Nach Auffassung des Bundesrates trägt das CITES-Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES-Übereinkommen; SR 0.453) mit seinen strengen Auflagen für den Handel mit gefährdeten Arten massgeblich zum Schutz dieser Arten bei. Diese Auflagen gelten auch für Jagdtrophäen von Arten, die dem CITES-Übereinkommen unterstellt sind. Der Bundesrat erachtet es daher als wichtig, dass sich die Schweiz weiterhin in den massgeblichen CITES-Gremien für eine Stärkung des Abkommens und seiner Umsetzung sowie generell auf internationaler Ebene für den Arten- und Tierschutz engagiert.</p><p>2. Der Bundesrat erachtet die Angabe der Jagdwaffe als nicht zielführend, da sie keine Gewähr dafür bietet, dass ein Tier tatsächlich tierschutzgerecht getötet wurde. Eine Überprüfung der gemachten Angaben wäre zudem kaum möglich und würde somit für den Arten- und Tierschutz keinen nennenswerten Mehrwert bringen.</p><p>3. Tiere, die nicht dem CITES-Übereinkommen unterstehen, gelten in Bezug auf den internationalen Handel grundsätzlich als nicht gefährdet. Eine Bewilligungspflicht für die Einfuhr entsprechender Jagdtrophäen, würde somit ohne ersichtlichen Mehrwert für den Artenschutz unverhältnismässigen administrativen Aufwand verursachen.</p>  Antwort des Bundesrates.