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1957 sorgte die angebliche «Iss-Popcorn-trink-Cola-Studie» für grosse Aufregung. Darin wurde beschrieben, wie die unterschwellige Einblendung der Wörter «iss Popcorn» und «trink Cola» in einem Kino den Verkauf von Popcorn und Cola signifikant steigerten. Alle fünf Sekunden seien die Wörter für 1/3000stel Sekunden in den Kinofilm eingeblendet worden. Die Meldung über diese neue Art der Kundenmanipulation schlug hohe Wellen. Die Amerikanische Regierung erliess umgehend ein Verbot für jegliche Form unterschwelliger Werbung. Weitere Länder taten es ihr gleich.
Erst fünf Jahre später wurde enthüllt, dass die Studie so gar nie stattfand. Die Ergebnisse waren frei erfunden. Bei der angeblichen Studie handelte es sich um eine raffinierte Werbeaktion eines Marketing-Unternehmens.
Doch der Mythos der unterschwelligen Werbung ist geblieben und hält sich seither hartnäckig. Verschiedenste Studien versuchten das Phänomen zu klären. Mit unterschiedlichen Ergebnissen. In den ersten Jahrzehnten nach dem vermeintlichen Experiment gab es zahlreiche Studien, welche die Theorie der unterschwelligen Werbung widerlegten. Lange wurde die Theorie als Hirngespinst abgetan. Doch unter den Wissenschaftlern fand ein Umdenken statt. Zwei jüngere Studien konnten nachweisen, dass unterschwellige Werbung durchaus die Rezipienten beeinflussen kann – jedoch nur, wenn dabei ein aktuelles Bedürfnis angesprochen wird. So griffen durstige Testpersonen beispielsweise häufiger zu dem beworbenen Getränk. Auf nicht durstige Personen hatte die Werbung keinen Einfluss.
Eine weitere Studie konnte sogar belegen, dass unterschwellige Bilder dazu verleiten können, ein Produkt nicht zu wählen, wenn es in einem negativen Kontext gezeigt wurde. Das Logo einer Marke wurde dazu an einer besonders ekligen Stelle des Filmes «Trainspotting» eingefügt. Die Probanden griffen danach lieber zu alternativen Produkten.