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Wie der europäische Dienst Copernicus berichtet, lag die globale Durchschnittstemperatur im Februar 2021 im Bereich der Norm 1991−2020. In Europa war der Monat durch starke Temperaturkontraste und regional viel Niederschlag gekennzeichnet.
Februartemperatur im Bereich der Norm
Die globale Durchschnittstemperatur war im Februar 0,06 °C höher als die Norm 1991−2020. Im Vergleich zur Periode 1981−2010, die von MeteoSchweiz noch bis Ende Jahr als Klimanorm verwendet wird, war sie um 0,26 °C höher. Der global kälteste Februar im Copernicus-Datzensatz ab 1979 datiert vom Jahr 2014. Der Februar 2016 war im globalen Mittel der mildeste Februar im Copernicus-Datzensatz.
In weiten Gebieten kalt
Der Februar 2021 war besonders kalt über Nordeuropa und weiten Teilen Sibiriens, sowie zwischen Ostrussland und Westkanada. Die zentralen Vereinigten Staaten und Texas erlebten ebenfalls einen Februar mit deutlich unterdurchschnittlicher Temperatur. Wie der U.S. Weather Service berichtet, wurden zwischen dem 12. und 17. Februar in den Vereinigten Staaten mehr als 3000 neue Kälte-Rekorde (sowohl Minimum- als auch Maximumtemperatur) an Messstationen mit Messreihen von mindestens 75 Jahren aufgezeichnet, darunter 79 absolute Kälterekorde. Am 16. Februar waren 73 % der kontinentalen USA mit Schnee bedeckt, der höchste Prozentsatz seit 2003 (Quelle: U.S. Weather Service). Auch auf der Südhemisphäre lag die Februartemperatur verbreitet unter der Norm, mit einigen regionalen Ausnahmen.
Milde Gebiete
Februartemperaturen über der Norm 1991−2020 zeigten hingegen der Nordosten Kanadas, Grönland, das Nordpolarmeer, der Nahe Osten, das nordwestliche Afrika, Zentralasien und China.
Zweigeteiltes Europa
Gemittelt über Europa war der Februar um 0,17 °C kälter als die Norm 1991−2020, allerdings mit einem starken Unterschied zwischen Nord und Süd: Während im südlichen Teil Europas die Februartemperatur über der Norm lag, blieb sie in Nord- und Nordosteuropa, insbesondere im Nordwesten Russlands, unter der Norm.
Eine spezielle Besonderheit im Februar waren die grossen Temperaturschwankungen. In Göttingen in Deutschland zum Beispiel bewegte sich die Temperatur innerhalb von vier Tagen von -23,8 °C auf +18,1 °C, wie der Deutsche Wetterdienst berichtet. In der zweiten Monatshälfte wurden in Frankreich, in Norwegen und auch in der Schweiz zahlreiche Februarrekorde der Tagesmaximum-Temperatur verzeichnet.
Langsamer Polarwirbel
Die grossen Temperaturschwankungen über Europa wurden teilweise durch die Verlangsamung des Polarwirbels verursacht, ausgelöst durch eine plötzliche Erwärmung der Stratosphäre. Der Polarwirbel ist eine starke westliche Strömung, die von Westen nach Osten um ein grosses Kaltluftreservoir über dem Nordpol weht. Die Abschwächung dieser Strömungen hat eine meridionale (nord-süd/süd-nord gerichtete) Ausrichtung der Winde begünstigt. Deshalb floss mal sehr kalte Luft aus den nördlichen Breiten, und dann wieder sehr milde Luft aus südlichen Breiten nach Europa.
Grosse Gebiete mit reichlich Niederschlag
In weiten Gebieten Europas lagen die Niederschlagsmengen im Februar über der Norm 1991−2020, besonders im westlichen Teil der Iberischen Halbinsel, im Vereinigten Königreich, in Irland und in einem Streifen von den Niederlanden bis nach Osteuropa. Über dem Südwesten Norwegens, der Türkei und der Alpenregion blieben die Februarmengen unter der Norm 1991−2020.
Der Februar 2021 in der Schweiz
Die Schweiz erlebte den dritten sehr milden Februar in Folge, besonders ausgeprägt in den Bergen der Alpennordseite oberhalb von 1000 m. Viele Tage mit weit überdurchschnittlicher Temperatur standen einer kurzen Kältewelle gegenüber. Im letzten Monatsdrittel gab es auf der Alpennordseite mit viel Sonnenschein rekordhohe Tageshöchsttemperaturen. In vielen Gebieten der Schweiz blieben die Niederschlagsmengen mit 40 bis 60 % der Norm 1981−2010 deutlich unterdurchschnittlich. Auf der Alpensüdseite hingegen fielen verbreitet 120 bis 145 % der Norm 1981−2010.
Wintertemperatur in Europa leicht überdurchschnittlich
Mit dem Februar endet der meteorologische Winter, der die Monate Dezember bis Februar umfasst. Global gesehen war die Temperaturverteilung im Winter 2020/2021 sehr ähnlich wie die des Februars (Abbildung 1).
Im europäischen Mittel war der Winter um 0,6 °C milder als die Norm 1991−2020. Um einen Winter zu finden, der unter der Norm lag, müssen wir bis ins Jahr 2013 zurückgehen, wie die folgende Abbildung zeigt. Der Winter war über dem grössten Teil Europas niederschlagsreicher als die Norm 1991−2020, besonders aber über Nordspanien, Nordostitalien sowie entlang der Ostküste der Adria und des südlichen Tyrrhenischen Meeres.
Der Winter 2020/2021 in der Schweiz
Der Winter 2020/2021 war in der Schweiz insgesamt milder als die Norm 1981−2010. Die meisten Gebiete erhielten reichlich Niederschlag, insbesondere die Alpensüdseite. Dort zeigte sich der Winter auch ausgesprochen sonnenarm. Im Dezember gab es in den Alpen grosse Neuschneefälle, auf der Alpensüdseite auch bis in tiefe Lagen. Im Januar verzeichnete die Ostschweiz einen der kräftigsten Neuschneefälle seit Messbeginn, lokal mit Rekordmengen.