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Gemeindehaus Riedmatt
Ansicht Süd (Atrium)Download
Gemeindehaus Riedmatt
Innenraum (Halle Bürotrakt)
Gemeindehaus Riedmatt
Adresse
6030 Ebikon
LU
Architektur
Das Gemeindehaus der Lustenberger Condrau Architekten AG in Ebikon präsentiert sich auf den ersten Blick nicht wie ein typisches Bürogebäude. Der Baukörper wirkt introvertiert, er bietet abgeschiedene Wohn- und konzentrierte Arbeitsbereiche. Im Inneren überzeugen helle, offene Räume und ein transparentes, klares Nutzungskonzept. Die Mischung mit der Wohnnutzung bereichert die Gestaltung und wertet das Ortszentrum auf.
Chronologie
Die Gemeinde Ebikon legte 1977 in einem Bebauungsplan verbindlich fest, dass die Parzelle an der Riedmattstrasse 14 einem zweigeschossigen, öffentlichen Gebäude Platz bieten soll, das auf einer Grundfläche von beinahe 40 x 40 Metern die Verwaltung der Gemeinde integriert. Zusätzlich sollten darüber, in drei zusätzlichen Geschossen mit einer Bautiefe von 17 Metern, Wohnungen entstehen. Unter diesen Vorgaben wurde 1994 ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Das Büro Lustenberger Condrau Architekten AG, das den ersten Platz belegte, konnte in den Jahren 1995 bis 2003 das neue Gemeindehaus realisieren.
Lage
Die Riedmattstrasse und das Gemeindehaus liegen zwischen dem Ebikoner Bahnhof und der Hauptverkehrsader Zentralstrasse, von denen sie jeweils durch eine Häuserreihe getrennt sind. Die Nordwestfassade des Baukomplexes ist dem Bahnhof zugewandt, der Südwesten grenzt an den Dorfplatz. Der Nordosttrakt korrespondiert mit der gegenüberliegenden Bebauung an der Bahnhofstrasse und bildet mit dieser einen geschlossenen Strassenraum. Unter dem Baukomplex ist eine Tiefgarage angeordnet, die von Nordwesten erschlossen wird.
Beschreibung
Das Gemeindehaus ist ein flach gedeckter Baukörper. Es umfasst zwei Geschosse und umschliesst ein Atrium. Im Nordosten ist dem Kubus ein dreigeschossiger Wohntrakt aufgesetzt. Die 40 Meter lange Sichtbetonfassade an der Bahnhofstrasse ist regelmässig mit schmalen, raumhohen Fenstern, die sich mit Alu-Klappläden schliessen lassen, versehen. Das regelmässige Raster der Fassade wird von schmalen, vertikalen Glasstreifen, die in die Fassade eingeschnitten erscheinen, durchbrochen. Die zwölf Wohnungen sind über zwei, in der Gebäudemitte liegende Erschliessungskerne erreichbar – das Foyer springt zurück. Die Nordwest- und die Südostfassade zeichnen den Höhensprung zu den zweigeschossigen Büroräumen nach. Sie sind von einer lamellenartigen Struktur überzogen. Vor die gerasterten Fenster sind markante Lamellen aus matt geätztem Glas gesetzt. Diese können manuell verstellt werden, um die Bewohner und Mitarbeiter vor Sonnenlicht oder Blicken zu schützen. Die Südwestfassade des Wohntrakts ist gestaffelt konzipiert, der Riegel in addierte Baukörper differenziert. Den Wohnräumen sind Loggien vorgelagert, ihre Beschattung wird über Fallarmmarkisen gewährleistet. An der Südwestfassade des zweigeschossigen Kubus liegt der Haupteingang des Gemeindehauses. Er ist von der Fassade zurückversetzt und durch das auskragende Obergeschoss geschützt. Die Fassadengestaltung des Bürotrakts lehnt sich an diejenige der Wohngeschosse an.
Beim Betreten des Gemeindehauses öffnet es sich in eine grosszügige, zweigeschossige Halle. Das angrenzende Atrium verstärkt den offenen Eindruck. Von der Halle aus gelangt man über eine jeweils abteilungseigene Kombizone zu den einzelnen Arbeitsbereichen. Die Bereiche sind durch verschiedene Bodenfarben – rot, orange und gelb – differenziert, was die Klarheit des Konzepts der verschiedenen Schichten zeigt und die Orientierung innerhalb des Gebäudes erleichtert.
Literatur