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2016 verdienten Frauen im privaten Sektor 14,6 Prozent weniger als Männer, im öffentlichen Sektor waren es insgesamt 12,5 Prozent. Das sind die Ergebnisse der Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik (BFS). Darum wird am 22. Februar 2019 der Equal Pay Day begangen, ein internationaler Aktionstag für Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern, der in der Schweiz vom Netzwerk Business and Professional Women (BPW) organisiert wird. «Mann und Frau haben Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit», steht in der Bundesverfassung. Doch das wird nicht von allen Unternehmen umgesetzt. Am 14. Dezember 2018 verabschiedete das eidgenössische Parlament die Revision des Gleichstellungsgesetzes. Darin werden alle Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitenden dazu verpflichtet, während zwölf Jahren alle vier Jahre eine Lohngleichheitsanalyse durchzuführen.
Warum der Lohnunterschied?
Vielen sind die negativen Auswirkungen einer Lohnlücke nicht bekannt: Viele Frauen weisen später eine grosse Rentenlücke auf. Um diese Lücke auszugleichen, muss der Sozialstaat (und damit die gesamte Bevölkerung) in die Tasche greifen. 60 Prozent des Lohnunterschieds seien erklärbar, sagt Silvia Strub vom Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien. Frauen verdienen weniger, weil sie in anforderungsreicheren Positionen und Kaderstellen untervertreten sind und weil sie eher in Niedriglohnbranchen arbeiten. Sie verdienen weniger, weil sie immer noch weniger ausgebildet sind, schlechter entlöhnte Tätigkeiten ausüben, weniger betriebsspezifische Erfahrung aufweisen und sich bezüglich Arbeitspensum von den Männern unterscheiden. 40 Prozent des Lohnunterschieds seien hingegen unerklärbar, also diskriminierend, so Strub. Ein grosser Teil dieses Unterschieds sei im Basislohn für Beschäftigte ohne Erfahrung, also unabhängig von weiteren Merkmalen, festzustellen. Dieser Teil betreffe alle Frauen. Weiter fänden sich unerklärbare Lohnunterschiede vor allem bei älteren und bei verheirateten Frauen.
Die Benachteiligung der Frauen auf dem Arbeitsmarkt ist ein Grund für den nationalen Frauenstreiktag, der am 14. Juni 2019 über die Bühne gehen wird. Mit dabei ist auch die Gewerkschaft Syna, die auffordert, sich bei den Syna-Sekretariaten der Wohnregion zu melden, um an diesem Tag gemeinsam die Arbeit niederzulegen. So können sich Frauen gegen die Ungleichbehandlung und Diskriminierung zur Wehr setzen und zeigen, was ihre Arbeit wirklich wert ist: nämlich mindestens gleich viel wie jene der Männer.