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Als die Beatles ihre Karriere starteten, waren Singles das Mass der Dinge, Alben wurden oft mit Füllern ergänzt. So kommt es, dass die Beatles, die mit ihren Alben aus der zweiten Hälfte der Sechzigerjahre zur Albumband geworden sind, zugleich eine Singleband sind. Einige ihrer grössten Hits sind gar nie auf einem Album erschienen. In England und den USA konnten die Beatles zwischen 1962 und 1970 zusammen 27 Nummer 1 Hits verbuchen. In der Schweiz hat es bis in den Januar 1968 gedauert, bis mit «Hello Goodbye» eine Single des Beatles in die Charts kam. Zwölf Singles klassierten sich von 1968 bis 1970 sowie 1996 in der schweizerischen Single Hitparade. 6 davon erreichten Spitze, fünf der Songs stammen aus der Feder Paul McCartneys. Auf «1» sind nun alle Nummer 1 Hits der Beatles aus England und den USA vereinigt. Hiervon erreichten in England 19 Songs die Hitparadenspitze, in den USA waren es 20.
Braucht es eine solche Zusammenstellung? Die Frage lässt sich mit einem eindeutigen Jein beantworten. Nein, weil mit den Zusammenstellungen «1962–1966» bzw. «1967–1970» aus dem Jahr 1973 zwei Best-Of Alben erhältlich sind, die auch die wichtigsten Albumtracks versammeln. Für «1» spricht jedoch, dass es bereits in den 60er-Jahren, vor allem aber in den 70er-Jahren, immer wieder Sampler gegeben hat, bei denen man später auf eine Wiederveröffentlichung auf CD verzichtet hat. Zwar sind «Past Masters» von 1988 und die oben erwähnten roten und blauen Alben auf CD veröffentlicht, waren aber zum Zeitpunkt der Veröffentlichung «1» noch nicht digital remastered. Zudem sind die anderen Kompilationen jeweils Doppel CDs, die auch doppelt so teuer verkauft werden als ein Einzelalbum. Trotz der fast unglaublichen Anzahl von 27 Songs ist «1» dank der Spieldauer von fast 80 Minuten eine einzige CD.
bekannte Abwesende
Zusammengestellt wurde «1» von Beatles-Produzent George Martin sowie Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr. Sie stützten sich dabei auf die als offiziell geltenden nationalen Hitparaden. In den USA ist das seit je her das Billboard Magazine. In England war es damals das Record Retailer Magazine (heute Music Week). Die Charts der Musikmagazine New Musical Express und Melody Maker, die zum Teil andere Verkaufszahlen ermittelt haben, wurden nicht berücksichtigt.
So kommt es der erste Nummer 1 Single der Beatles, «Please Please Me» von 1963, nicht auf «1» enthalten ist, da die Single zwar im New Musical Express und im Melody Maker die Chartspitze erreicht hat, im Record Retailer Magazine aber nur Platz 2. So eröffnet nun die erste Single der Beatles, «Love Me Do», das Album. Freilich in der Single-Version, auf der Ringo Starr nur das Tamburin spielt und Session Schlagzeuger Andy White hinter dem Schlagzeug sitzt, weil Produzent George Martin noch nicht restlos von Ringos Fähigkeiten überzeugt war. In England erreichte «Love Me Do» 1962 den guten 17 Rang, bei ihrer Erstveröffentlichung in den USA im Frühling 1964 erreichte die Single die Topposition.
Ringo Starr, John Lennon, Paul McCartney und George Harrison 1968. In diesem Jahr erreichte zum ersten Mal eine Beatles-Single die Schweizer Hitparade.
Neben «Please Please Me» vermisst man auch «Strawberry Fields Forever». In England wurde die Single «Penny Lane»/«Strawberry Fields Forever» als Doppel-A-Seite veröffentlicht. Es war die erste Beatles-Single nach vier Jahren, die nur Platz 2 erreichte . In den USA hingegen, wo «Penny Lane» die Chartspitze erklomm, erreichte «Strawberry Fields Forever» lediglich Rang 8. Deshalb ist der Song durch den Raster gefallen und fehlt auf «1».
Von der 1965 erschienenen Doppel-A-Seiten-Single «Day Tripper» / «We Can Work It Out» erreichte «Day Tripper» in England Platz 1, in den USA war es «We Can Work It Out». Folglich sind beide Songs auf «1» enthalten. Das Prinzip der Doppel-A-Seite führte jedoch zu einer weiteren kniffligen Fragestellung: Die letzte Single der Beatles, «The Long And Winding Road» wurde in den Billboard Charts als Doppel-A-Seite geführt. Capitol Records hat jedoch die Single als reguläre Single mit einer A- und B-Seite geführt und promoted. Folgerichtig ist George Harrisons Blues «For You Blue» nicht berücksichtig worden.
Mit dem Fokus auf die englische und amerikanische Hitparade sind weitere Nummer 1 Singles der Beatles nicht auf «1» enthalten, so fehlt beispielsweise «Ob-La-Di Ob-La-Da», das u.a. in der Schweiz die Chartspitze erreichte. Aus den Alben «Sgt. Pepper» und dem «White Album» wurden keine Singles ausgekoppelt (mit Ausnahme von «Ob-La-Di Ob-La-Da»), weshalb folgerichtig wichtige Songs wie «A Day In The Life» fehlen.
Die Zusammenstellung ist dennoch äusserst repräsentativ und kann aufgrund seines Konzeptes als das einzige Best-Of-Album der Beatles betrachtet werden. So enthält «1» mit «She Loves You», «Help!», «All You Need Is Love», «Lady Madonna» und «Get Back» die heute noch zwingenden Songs. Natürlich fehlen Paul McCartneys vier erratische Blöcke «Yesterday», «Eleanor Rigby», «Hey Jude» und «Let It Be» nicht.
digitales Remastering
Bereits bei der Erstveröffentlichung der Beatlesalben auf CD 1987 hatte George Martin die Alben ab den Originalbändern digital neu abgemischt.Wie schon 1999 für den «Yellow Submarine Songtrack» wurden für «1» die Songs neu digital restauriert und präsentieren sich ohne das Grundrauschen analoger Aufnahmen. Dabei wurden die Orignalbänder mit einer 24 Bit Auflösung digital abgemischt und auf die 16 Bit Auflösung einer modernen CD komprimiert. Durch diese Technik erhält man den Eindruck, als ob man mitten unter den Beatles im Abbey Road Studio 2 sässe. Jedes Instrument ist klar zu hören. Der Nachteil des neuen digitalen Klanges ist, dass er steril und kalt wirkt.
Peter Mew betreute die Restauration in den Abbey Road Studios. Er wurde dafür heftig kritisiert. Obwohl seine neuen Abmischungen zu den besten gehören, hat man 2009 sämtliche Beatlesalben nochmals neu remasterd und anstelle des technisch besten Klanges sich am Originalklang orientiert. 2011 ist «1» mit diesem Klang remastered erschienen und klingt leider weniger spekatulär als in der Originalversion aus dem Jahr 2000.
Das an Pop Art erinnernde Cover wurde von Rick Ward gestaltet Auf rotem Grund ist eine gelbe 1 zu sehen. Als Schrift verwendete er einen exklusiven Schnitt der Helvetica. Wie andere legendäre Covers der Beatles, wurde dasjenige von «1» sofort zu einer kopierten Ikone für Best-Of-Kompilationen. Die CD-Veröffentlichung enthält ein 32-seitiges Booklet mit Hintergrundinformationen zu den Songs und Abbildungen der verschiedenen Singlehüllen. Insgesamt sind 163 Covers abgebildet. Auf der ersten Doppelseite sind in Warhol'scher Manier 27 Varianten des Albumcovers abgebildet.
«1» wurde auch auf Vinyl veröffentlicht. Jede der vier Seiten des Doppelalbums umfasst, trotz der chonologischen Anordnung, eine andere Phase der Beatles: die Beatlemania Phase bis 1964, die prä-psychodelische Zeit 1965/1966, die experimentelle Phase 1967/1968 und die Bluesrock Phase am Ende. Dem Album liegt ein Poster bei, worauf immer noch 126 Single Covers abgebildet sind. Die auf der CD auf dem Backcover abgebildeten psychodelischen Porträts der Beatles, die Richard Avedon im Januar 1967 fotografiert hat, wurden bei der LP im Innencover verwendet.
Rezeption und Statistik
Wer gedacht hatte, dass die Beatles im Jahr 2000 alte Fürze wären, wurde mit der Veröffentlichung von «1» eines besseren belehrt. In über 35 Ländern, darunter auch der Schweiz, erreichte das Album den ersten Platz.
In der Veröffentlichungswoche wurden in England 319 216 Exemplare verkauft, in nur 5 Wochen war es das bestverkaufte Album in England geworden. Nach 11 Wochen waren zwei Millionen Exemplare verkauft, 2013 deren drei. «1» hielt sich 46 Wochen in den Top 75 der englischen Charts und ist das 26 bestverkaufte Album Englands und hinter «Sgt. Pepper» das zweiterfolgreichste der Beatles.
Ähnliches war es auch in den USA. In der ersten Woche wurden 595 000 Exemplare verkauft. Insgesamt war «1» acht Wochen an der Chartspitze. In der Weihnachtswoche wurden über 1,2 Millionen Exemplare verkauft. Insgesamt war «1» 104 Wochen in den Billboard Top 200 Chars und das sechstbest verkaufte Album des Jahres 2001. Im Februar 2014 waren 12, 41 Millionen Exemplare verkauft. Somit ist «1» das meistverkaufte Album in den USA.
Weltweit war es mit 13,2 Millionen Exemplaren das viertmeist verkaufte Album des Jahres 2000. Bis 2009 wurde es über 31 Millionen Mal verkauft.
Richard Avedons psychodelische Porträts der Beatles aus dem Jahr 1967.

Originalalbum 2000
Tracklist
Love Me Do
From Me To You
She Loves You
I Want To Hold Your Hand
Can't Buy Me Love
A Hard Day's Night
I Feel Fine
Eight Days A Week
Ticket To Ride
Help!
Yesterday
Day Tripper
We Can Work It Out
Paperback Writer
Yellow Submarine
Eleanor Rigby
Penny Lane
All You Need Is Love
Hello Goodbye
Lady Madonna
Hey Jude
Get Back
The Ballad Of John And Yoko
Something
Come Together
Let It Be
The Long And Winding Road
Remaster 2015
Digipack CD/DVD
Tracklist CD
identisch mit Originalalbum
Tracklist DVD
Videoclips, Tracklist identisch mit Album
1+:
CD, 2 DVD / 2 Blu Ray
Tracklist CD
identisch mit Originalalbum
Tracklist DVD
Videoclips, Tracklist identisch mit Album
Tracklist
Bonus DVD/Blue Ray
Twist & Shout
Baby It's You
Words Of Love
Please Please Me
I Feel Fine (Alternate Version)
Day Tripper (Alternate Version)
Day Tripper (Alternate Version 2)
We Can Work It Out (Alternate Version) Paperback Writer (Alternate Version) Rain (Alternate Version)
Rain (Alternate Version)
Strawberry Fields Forever
Within You Without You/Tomorrow Never Knows
A Day In The Life Hello, Goodbye (Alternate Version) Hello, Goodbye (Alternate Version 2) Hey Bulldog
Hey Jude (Alternate Version)
Revolution
Get Back (Alternate Version)
Don't Let Me Down
Free As A Bird
Real Love
Promotion
Promoposter zur digital remastertenten Wiederveröffentlichung und gleichzeitigen Erstveröffentlichung bei iTunes 2011.