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Polio in Nahost 2015 – Rolf kron
Aktueller Text von Rolf Kron, prakt. Arzt
Eine bedeutungslos gewordene Krankheit wird zum Schreckgespenst
Die Krankheit
Am 21. Juni 2002 erklärte die WHO in Kopenhagen die 51 Staaten der Region Europas für poliofrei. Nord-, Mittel- und Südamerika waren bereits 1984 und der westpazifische Raum im Jahr 2000 für poliofrei erklärt worden. Polio gibt es nach Angaben der WHO nur noch in einem kleinen Teil Afrikas und Indiens. Bis zum Jahr 2005 sollte auch der Rest der Welt poliofrei sein. Wir müssen also bei uns in Europa keine Angst mehr vor dem Wildvirus Polio haben.
Die heutige, ältere Generation erinnert sich noch mit Schrecken an diese Krankheit. Polio brach vor allem im Sommer aus und man nahm deshalb an, dass der Erreger sich im Wasser aufhalte. Dr. B. Sandler aus North Carolina, USA, veröffentlichte 1941 seine bahnbrechende Arbeit, in der er bewies, dass eine Ansteckung mit dem Poliovirus nicht möglich ist, wenn man sich ohne Fabrikzucker und Auszugsmehle ernährt (Sandler B.P., Amer J Pathol., 17, p. 69, 1941). Er durfte seine These bei einer Polioepidemie in North Carolina austesten, und es kam in der Folge zu keinen weiteren Ansteckungen. Dr. Neveau, ein franz. Arzt, beschrieb 1943 eine Behandlungsmethode, mit der er grossen Erfolg hatte. Er verabreichte den Erkrankten Magnesiumchlorid und brachte so erstaunliche Heilungen zustande. Der Nobelpreisträger Prof. A. Lwoff entdeckte, dass das Poliovirus bei einer Temperatur von 40 °C abstirbt. Deswegen sollte man bei Poliokranken niemals das Fieber senken.
Die Impfung
Der Schluckimpfstoff (OPV) wurde ab ca. 2000 in allen Ländern abgesetzt, da es in den letzten Jahrzehnten ausschliesslich zu Poliofällen unter den Geimpften, verursacht durch die Impfung kam. Heute wird bei uns nur noch die Spritzimpfung gegen Polio (IPV) verwendet. Die Massenimpfungen, die die WHO z.B. in Afghanistan und Indien an den Kindern vornimmt, sind hingegen immer noch Schluckimpfungen.
Heute ist belegt, dass die Schluckimpfung bis zu ihrem Absetzen im Jahr 2000, mit SV40-Viren verseucht war. Diese Viren verursachen beim Menschen nach einer Latenzzeit von 15-20 Jahren Krebs. Selbst die nächste Generation der Geimpften hat noch ein erhöhtes Risiko, an Gehirntumoren zu erkranken.
Kinderlähmung trat bis vor ca. 200 Jahren fast ausschliesslich ohne die heute so gefürchteten Lähmungen auf. Polioepidemien waren unbekannt. Erst seit Ende des 19. Jahrhunderts erschien plötzlich die paralytische Form, d.h. mit Lähmung. Genau zu diesem Zeitpunkt begannen die ersten Massenimpfungen gegen Pocken. Es handelte sich um eine Immunschwäche der Menschen, bedingt durch die Pockenimpfungen (Plotkin, Orenstein, Vaccines, W.B. Saunders Company, 3. Edition, 1999).