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In den Tagen nach Helenes Abreise hiess es für mich: "Übe dich in Vertrauen". Ich hatte eine Tour nach Phnom Penh gebucht. Doch da ich mit Helene den ersten Tag der Mekong Tour schon gemacht hatte, war der Plan, dass ich mich am ersten Abend, also nach Tag eins der 3 Tage, der Gruppe anschliesse. So buchte ich einen Sleeping Bus nach Can To. Gerade als ich bezahlt hatte, sah ich den Slogan des Tourunternehmen: " Always the cheapest way"... Oh... aber ich möchte lieber den sichersten Weg. Ich war also ziemlich gespannt darauf, was auf mich zukommen würde.
Ich wurde mich einem Taxis vom VIN Tour Office zu einer Bushaltestelle gebracht. Dort wartete ich mit ausschliesslich Asiaten auf die Abfahrt. Der erste Bus brachte uns zu einem anderen Bus, der dann für die Fahrt gedacht war. Darin lag ich nun 4 Stunden lang in einer von drei Reihen Doppelbetten in einem Bus... als einzige Europäerin.
In Can To angekommen wurde ich in den nächsten Bus gesetzt. Der Fahrer wollte mein Hotel wissen. Also kramte ich meinen undeutlich von Hand geschriebenen Zettel raus. Doch der Fahrer kannte das Hotel nicht. Spontan meldete sich ein Einheimischer, der gut Englisch sprach und bot sich als Navi an.
Im Hotel angekommen, wussten sie nichts von mir und dass ich mich am Abend der Gruppe anschliesse. Ein Telefon später bekam ich dann aber doch einen Zimmerschlüssel. Der Tourguide erklärte mir dann am Abend das Programm vom nächsten Tag. Er meinte dann: " ... und am Mittag geht es dann zurück nach Ho Chi Minh"... hä??? Nein, ich habe eine Fahrt nach Phnom Penh gebucht! Er fotografierte darauf hin meinen Bestätigungszettel und meinte, dass wir am nächsten Tag eine Lösung finden werden.
Am nächsten Morgen stand der Floating Market auf dem Programm. Eindrücklich, aber irgendwie auch unangenehm, da wir mitten drin waren und belagert wurden von Booten, die alle etwas verkaufen wollten.
Nach dem Markt ging es noch schnell in eine Reispapier und -nudelfabrik und dann noch in einen Tropischen Garten und da fragte ich mal schüchtern meinen Guide, was denn nun der Plan für meine Weiterreise sei.
Also... ich werde am Mittag die Gruppe wechseln und mit anderen Leuten weiter reisen.
Also fuhr meine aktuelle Gruppe am Mittag los und ich sass da ganz alleine an der Strasse und hoffte, dass der nächste Tourbus mich mitnimmt. Das tat er auch. In dieser Gruppe war ich einmal mehr die einzige Europäerin und die eine Vietnamesin hatte einen Narren an mir gefressen. Sie wollte, dass ich alles ausprobiere, gab mit Fisch zum essen und spezielle Drinks und lachte und sprach die ganze Zeit. Dies war im romantischen Mangrovenwald fast ein bisschen störend.
Irgendwann fragte ich dann die neue Tourguidin, ob sie mich nun bis Phnom Penh begleite. Sie meinte NEIN... ab dem nächsten Morgen hätte ich einen neuen Tourguide und am Mittag müsse ich dann nochmals die Gruppe wechseln. Also wartet nach den "floating fish farms" ein neues Boot und eine neue Gruppe auf mich.
Dieses Schnellboot brachte mich dann zur Grenze und mit Hilfe des nun insgesamt 4ten Tourguides erhielt ich mein Visum für Kambodscha und da bin ich nun!
Es sie hier aber festgehalten: Auch wenn etwas chaotisch und insgesamt sicher "cheapest way".... ich bin angekommen und das sogar MIT meinem Gepäck.
Lektion "Vertrauen" erfolgreich gelernt, denn ich hatte nie Angst!