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Alpine ist der Name einer französischen Sportwagenmarke, die Jean Rédélé 1955 in seiner Heimatstadt Dieppe F gründete. Das Logo der Marke Alpine ist das Alpine „A“ oder der Schriftzug Alpine.
Jean Rédélés Eltern betrieben in seiner französischen Heimatstadt Dieppe eine Renault-Vertragswerkstatt, die er kurz nach dem Zweiten Weltkrieg im Alter von 24 Jahren übernahm. Jean Rédélé interessierte sich für den Motorsport und fuhr ab 1950 selbst Rennen. Als erfolgreicher Fahrer mit Renault-Fahrzeugen, vor allem Renault 4CV, hatte er die Idee, einen eigenen Sportwagen zu konstruieren. Dieser soll mit einer leichten, strömungsgünstig geformten Karosserie, einem neuen 5-Gang-Getriebe und verbessertem Motor noch geeigneter für den Motorsport sein.
Das erste Fahrzeug, das Jean Rédélé neu konstruierte, war ein Rallye-Wagen auf der Basis eines Renault 4CV. Bei der Entwicklung der Karosserie wurde er von Giovanni Michelotti unterstützt, welcher den Wagen entworfen hatte. Gebaut wurde die Karosserie aus
Aluminium bei Allemano in Italien. Das Gewicht des Fahrzeugs lag bei 550 kg. Jean Rédélé holte den Wagen persönlich aus Italien nach Frankreich und setzte ihn selber im Rennsport ein. Er siegte mit dem Wagen 1953 bei diversen Rallyes im In- und Ausland. Es folgten zwei weitere Prototypen, die beide als „Renault 4CV Rédélé Spezial“ bekannt sind. Der erste Prototyp hatte wiederum eine Aluminiumkarosserie. Der zweite Prototyp wurde 1954 auf der New Yorker Auto Show gezeigt und sollte ursprünglich als „The Marquis“ (der Adelige) oder „The
Rogue“ (der Spitzbube) in den USA produziert und verkauft werden. Das Projekt scheiterte und der Wagen blieb aus Kostengründen in den USA, da eine Rückführung nach Frankreich zu teuer gewesen wäre.
Mit den Gebrüdern Chappe entwickelte Rédélé die Form des ersten, nun tatsächlich Alpine getauften Wagens. 1955 gründete Jean Rédélé die „Société des Automobiles Alpine“ in Dieppe; Alpine wurde zu einem Markennamen und war eine Anlehnung an die „Critérium des Alpes“,
die Rédélé Ende 1953 gewonnen hatte. 3 Stück dieser sogenannten A106 wurden sogar in den Nationalfarben Blau, Weiss und Rot im Renault-Stammwerk in Billancourt dem Renault-Konzern präsentiert. Die Fahrzeuge konnten individuell den Kundenwünschen angepasst werden und wurden von Hand einzeln hergestellt. 1956 begann die Serienproduktion der Alpine A106 als Strassenversion. Nur kurze Zeit später begann bereits der fliessende Übergang zur Alpine A108, die zuerst als Cabrio und dann als Coupé hergestellt wurde. Der Alpine A106 wurde noch einige Jahre parallel weitergebaut. Bis 1960 wurden 251 Fahrzeuge produziert, 40 weitere als Lizenzbau in Belgien. Nach einer entscheidenden Überarbeitung des Designs wurden 1960 fünf verschiedene Alpine-Modelle produziert: Alpine A106 Coach, Alpine A108 Cabrio Sport, Alpine A108 Coupé Sport, Alpine A108 Berlinette Tour de France (der in überarbeiteter Version später als Alpine A110 Berlinette weltberühmt wurde) und ein Alpine mit vier Sitzplätzen, die Alpine A108 Coupé 2+2. Mit dem neuen Modell des Alpine A108 übernahm Jean Rédélé selbst mit seinem Unternehmen die Herstellung der Karosserie.
Der bekannteste Alpine, der A110 Berlinette, wurde erstmals im Herbst 1961 gebaut, doch wurde der Wagen erst im folgenden Jahr, im Herbst 1962, in Paris offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt. Der A110 Berlinette Tour de France hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht seine charakteristischen Doppelscheinwerfer. Diese Designveränderung kam erst im Jahr 1967. Der Alpine A110 Berlinette entwickelte sich stetig im Detail und vor allem in der Motoren-Vielfalt und wurde bis 1977 gebaut. Dieser Wagen wurde einem der erfolgreichsten Rallye-Fahrzeuge
der Motorsportgeschichte; so unter anderem die Rallye-Weltmeisterschaft 1973. Einige frühe Alpine-Modelle (A108 oder A110) wurden in Lizenz auch von verschiedenen anderen Automobilherstellern gebaut: Dinalpin (Mexiko), Bulgaralpine (Bulgarien), Willys Interlagos (Brasilien) und FASA Alpine (Spanien).
Das letzte Serienmodell, das Jean Rédélé selbst entwickelte, war die futuristische Alpine A310. Die Alpine A310 wurde bis zum Modellauslauf der A110 parallel zur Berlinette hergestellt. Die A310 ist etwas grösser und komfortabler als seine Vorgänger und sollte als französischer Porsche-Konkurrent auf dem Markt platziert werden. Da die Entwicklung des PRV-Motors (Zusammenarbeit zwischen Peugeot, Renault und Volvo) noch nicht abgeschlossen war, kam die A310 im Jahr 1971 zuerst als Vierzylinder-Version auf den Markt und wurde erst 1976, wie ursprünglich geplant, mit dem V6-Motor im Heck ausgerüstet. Im Jahr des sogenannten ersten Ölschocks 1973 wurden markant weniger Fahrzeuge als im Vorjahr produziert. 1974 war die Krise greifbar und die Verkaufs- und Produktionszahlen sanken um über 40% auf unter 1000 Stk. Wen wunderte es da, dass Rédélés mühsam aufgebaute Firma ganz in die staatlich abgesicherte Hand von Renault gelangt war. Die Alpine A310 V6 als damals schnellste Strassensportwagen Frankreichs wurde nicht nur technisch, sondern auch optisch überarbeitet. Das auffälligste Merkmal sind die geänderten Frontscheinwerfer. Nach einer weiteren Überarbeitung 1980 wurde die A310 bis zum Produktionsende 1984 in zwei Versionen, Alpine A310 V6 (Vierloch-Ausführung) und Alpine A310 V6 GT Pack (in Deutschland bekannt als Alpine A310 V6 S), verkauft. Der A310 war der letzte Alpine, die vollständig von Hand gefertigt wurde und ist bisher das nach den Verkaufszahlen erfolgreichste Modell von Alpine.
Ab 1984, nun vollumfänglich unter der Regie von Renault, wurden zwei neue Alpine-Modelle auf den Markt gebracht, der Alpine V6 GT (Saugmotor) und der Alpine V6 Turbo, die sich rein optisch nur in Details unterschieden. Anders als bei den erfolgreichen Vorgängermodellen waren die Modelle als reine Straßensportwagen und nicht mehr für den Rennsport geplant und konstruiert.
Während der Produktionszeit des Alpine V6 Turbo änderte der Mutterkonzern Renault seine Strategie bezüglich der Vermarktung der Marke Alpine und begann ab 1989, den Doppelnamen „Renault Alpine“ vollständig zu streichen. Dieser doppelte Markenname wurde als reine Verkaufsbezeichnung in den 1980er-Jahren für Fahrzeuge der Marke Alpine verwendet, obwohl in den Papieren auch weiterhin
nur Alpine als Hersteller und Marke offiziell eingetragen wurde. Die Rückbesinnung zu den historischen Ursprüngen sollte der Marke Alpine das eigenständige Image wieder zurückgeben. Die Zeit der unscharfen Trennung von beiden Marken, die rechtlich gesehen zu jedem Zeitpunkt zwei eigenständige Marken waren, führt bis heute im Volksmund zu Verwirrungen welchem Hersteller bzw. welcher Marke die Alpine Fahrzeuge korrekter Weise zugeordnet werden müssen.
Der Alpine V6 Turbo wurde weiter überarbeitet und ab 1990 als Alpine V6 Turbo Le Mans angeboten. Die neue Karosserie zeigte schon den Übergang zum Nachfolgemodell Alpine A610 Turbo. Ab 1991 wurde der Alpine A610 Turbo mit einem neuen Motor mit 3 Litern Hubraum und
veränderter Front bis 1995 gebaut. Man verfolgte mit dem Wagen das Ziel, in das Segment der Supersportwagen einzusteigen, was den Preis auf CHF 90'000.- ansteigen, die Verkaufszahlen jedoch einbrechen liess. Mit dem Ende der Produktion des Alpine A610 Turbo wurde die Fahrzeugproduktion unter der Marke Alpine eingestellt.
Ab März 2017 wird ein weiteres Kapitel Alpine-Geschichte geschrieben. Mit der Präsentation der A110 „Première Edition“ auf dem 87. Genfer Autosalon wird nach über 22 Jahren Abstinenz eine neue Alpine für die Serienproduktion vorgestellt. Mit deren kompakten Abmessungen, Leichtbau und Heckantrieb und vielem mehr ganz nach dem Konzept der Urahnin von 1961. Wir sind hungrig auf mehr…
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