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(Stein am Rhein)(PPS) Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurden Reisen einer immer breiteren Bevölkerungsschicht zugänglich. Fremdenverkehr wurde zu einem wichtigen Wirtschaftszweig. Es entstanden professionelle Organisationen mit dem Ziel, den Fremdenverkehr am Bodensee zu fördern und auszubauen. Das Gebiet von Bodensee und Rhein über Ländergrenzen hinweg – von Vorarlberg bis Schaffhausen – sollte als einheitliche Tourismusregion etabliert und vermarktet werden. Neben zahlreichen Initiativen einzelner Hoteliers oder Gemeinden – wie z.B. in Stein am Rhein - entstanden ab ca. 1890 mehrere Organisationen, die versuchten, das Gebiet vom Bodensee bis zum Rheinfall als Tourismusregion attraktiv zu machen: 1893 der Verband der Gasthofbesitzer am Bodensee und Rhein, 1902 der Bodensee-Verkehrsverein, 1907 der Verkehrsverein Untersee und Rhein. Eisenbahnen und Schiffsbetriebe aller Bodensee-Anrainerstaaten warben um die neue Kundschaft. Moderne Werbestrategien wurden entworfen, ausprobiert und umgesetzt. Gemeinschaftsannoncen, Artikel in Zeitungen und Zeitschriften, der Herausgabe von Karten, Plänen und Fahrplänen gehörten zu den Massnahmen. Zu den wichtigsten Werbemitteln zählten Plakate, Prospekte und Reiseführer, die im Zentrum der Ausstellung „Bodensee und Rhein. Tourismuswerbung über Grenzen 1890 – 1950“ stehen.
Nicht nur die Politik, auch die Gesellschaft, das Reisen und die Werbung veränderte sich – vom Individual- zum Massentourismus, vom Künstlerplakat und Künstlerprospekt hin zur Werbegrafik, von rein informativen oder literarischen Texten zur Werbesprache. Viele dieser Entwicklungen lassen sich an den Plakaten und noch deutlicher, an den Prospekten und ihrer Gestaltung ablesen.
Die Ausstellung präsentiert u.a. die damals noch neuartigen Plakate, Prospekte und Reiseführer und zeigt auf, wie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, in vielfältigen Kooperationen funktionierte.
Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit wurde mit viel Elan angegangen, immer wieder aber durch die politische Situation erschwert oder unmöglich gemacht: Erster und Zweiter Weltkrieg bildeten, am Bodensee und Rhein, im Grenzgebiet mehrerer Staaten, ganz besondere Zensuren.
Die Ausstellung vereint erstmals eine Vielzahl an Prospekte, die zwischen 1904 und 1939 als Werbemittel über Grenzen entstanden sind, Prospekte, denen bislang nur wenig Beachtung als kulturhistorische Quellen geschenkt wurde und zeigt deren Entstehungs- und Verbreitungsgeschichte auf. Erst in den Fünfziger Jahren erreichten diese grenzüberschreitenden Werbeaktivitäten allmählich wieder das Vorkriegslevel.
Die Ausstellung wird am Donnerstag, 22. März, 19h eröffnet.
Öffentliche Führungen, finden jeweils freitags 15h am 6. April, 1. Juni, 6. Juli, 3. August, 24. August, 28. September statt. Führungen für Gruppen auf Voranmeldung.
Elisabeth Schraut, Gesamtleiterin Kultureinrichtungen
Jakob und Emma Windler – Stiftung
Obergass3
CH-8260 Stein am Rhein
info @ kultur-windler-stiftung.ch