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Besuch
Schauspiel
Stückinfo
Deutsche Erstaufführung
Siv geht nicht zur Schule, mit dem Bruder ins Kino will sie nicht mehr, um eine Arbeitsstelle kümmert sie sich nicht. Sie geht nur spazieren, stundenlang, hört Musik, schläft den halben Tag und in der Nacht treibt sie sich rum. Sitzt eigensinnig in einem Sessel, verschwindet, wenn Mutters Freund zu Besuch kommt. Alle machen sich Sorgen - die Mutter, der Bruder, Mutters Freund.
Die unvergleichliche Kunst Jon Fosses, Unausgesprochenes unter und zwischen den brüchigen Sätzen seiner Figuren aufscheinen zu lassen, erzeugt in der klaustrophobischen Familienkonstellation seines Stückes die Spannung eines Gefühlsthrillers.
Wo ist Siv, wenn sie weder zuhause noch in der Schule ist? Ist ihr Schweigen schüchtern, verstockt oder durchtrieben? Wo ist der Vater und warum meldet er sich nicht mehr? Warum ist dem Freund der Anblick des Kinderschlafzimmers so unangenehm? Wissen vielleicht alle viel mehr, als sie zugeben? Sorgsam vermeiden die vier Figuren, Klartext zu sprechen. Nur der Bruder erhält einen Hinweis von Siv: Sie sei belästigt worden. Vom Freund der Mutter. Die beiden Männer belauern sich, neugierig, feindselig, aggressiv.
Schauspieldirektor Elias Perrig bringt mit "Besuch" das Stück eines Autors zur deutschsprachigen Erstaufführung, mit dessen Werk er sich bereits mehrfach auseinandergesetzt hat. Im Jahr 2003 inszenierte er "Der Sohn" am Zürcher Schauspielhaus und 2005 "Lila/Purple" mit dem Jungen Ensemble in Stuttgart.
Jon Fosse, 1959 geboren, lebt in Bergen/ Norwegen und arbeitet seit Ende der siebziger Jahre als freier Schriftsteller. Seine vielfach preisgekrönten Theaterstücke werden heute in der ganzen Welt aufgeführt.