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Nachweis der Erkrankung
Die Krankheit wird heutzutage mit Hilfe einer Tupferprobe nachgewiesen. Der Vorteil der Tupferprobe besteht darin, dass das Bakterium auch nachgewiesen werden kann, wenn keine Moderhinkesymptome vorliegen. In aktuellen Forschungsarbeiten konnte nämlich gezeigt werden, dass auch scheinbar gesunde Tiere Träger des Bakteriums sein können. Solche Tiere stellen dann eine konstante Infektionsquelle für andere Schafe dar.
Entnahmetechnik
Bei der Beprobung des Schafes werden Einweghandschuhe getragen und der Zwischenklauenspalt wird vom grössten Schmutz (z.B. eingetrocknete Erde) befreit, ohne dabei die Haut in diesem Bereich zu berühren. Für die Beprobung einer Gliedmasse wird jeweils ein Viertel des Tupfers verwendet und die Spitze des Tupfers wird mit sanftem Druck durch den Zwischenklauenspalt gezogen.
Sind offensichtliche Moderhinkesymptome vorhanden, wird der Tupfer dort angesetzt.
Mit diesem Vorgehen können alle vier Gliedmassen mit demselben Tupfer beprobt werden. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Tupfer verschmutzt wird, da der Test sehr empfindlich für das Moderhinkebakterium ist. Für das nächste Tier werden die Handschuhe gewechselt und ein neuer Tupfer verwendet.
Poolproben
Im Labor können anschliessend bis zu 10 Einzeltierproben im Rahmen derselben Analyse untersucht werden. Bei den 10 zusammengefügten Einzelproben spricht man dann von einem Pool. Dies hat den Vorteil, dass beispielsweise die Tupferproben von bis zu 10 Tieren zum Preis von einer Probe untersucht werden können. Der Befund "Moderhinke-positiv" bedeutet dabei, dass mindestens eines der Tiere mit dem Bakterium infiziert ist. Bei einer Sanierung oder vor der Integration eines zugekauften Tieres in die Herde wird also ein negatives Testresultat angestrebt.
Risikobasierte Beprobung
Bei der Bekämpfung der Moderhinke geht es darum, die Krankheit innerhalb der ganzen Herde und nicht nur auf Einzeltierebene auszurotten. Deshalb spielt es für den Moderhinke-Status der Herde keine Rolle, ob nur ein Einzeltier oder mehrere Schafe Moderhinke-positiv sind.
Um nachzuweisen, dass die gesamte Herde frei von Moderhinke ist, wurde eine risikobasierte Beprobung ausgearbeitet. Diese lässt auch bei einer begrenzten Anzahl Proben von maximal 30 Tieren, aufgeteilt in drei Pools, eine Aussage über die ganze Herde zu. Die Anzahl zu beprobender Tiere leitet sich hierbei aus der Herdengrösse ab und kann unter folgender Anleitung nachgeschaut werden.
Auswahl der Tiere
Im Rahmen dieser Untersuchung geht es darum, diejenigen Tiere zu beproben, bei welchen das Risiko einer Moderhinkeinfektion am höchsten ist. Solange das Moderhinkebakterium bei diesen Tieren nicht nachgewiesen werden kann, sind auch die restlichen Tiere, und somit die ganze Herde, mit grosser Wahrscheinlichkeit Moderhinke frei. In der folgenden Grafik ist aufgeführt, welche Tiere bei einer Beprobung ausgewählt werden. Die Pools werden immer mit maximal 10 Tieren aufgefüllt, bevor ein neuer Pool angefangen wird. Sobald keine Risikotiere mehr ausgemacht werden können, werden die Pools mit zufällig ausgewählten Tieren aufgefüllt, bis die notwendige Anzahl Tiere erreicht sind.
Sobald nicht genügend Hoch-Risiko-Tiere in einer Herde zu finden sind, wird Pool 1 beispielsweise mit Tieren mit mittlerem Risiko aufgefüllt. Sobald dann keine Risikotiere mehr ausgemacht werden können, werden die Pools mit zufällig ausgewählten Tieren aufgefüllt, bis die notwendige Anzahl Tiere erreicht ist.