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Grusswort vom Regierungspräsidenten des Kantons Basel-Stadt
Als Kolumban von Luxeil vor über 1400 Jahren, von Mainz herkommend, bei Basel den Rhein überquerte, betrat er zum ersten Mal das Gebiet der heutigen Schweiz. In der Siedlung Basilia hätte der irische Wandermönch um 600 keines der heute noch prägenden baulichen Wahrzeichen der heutigen Stadt Basel, wie z. B. das zwischen 1504 und 1514 erbaute Rathaus am Marktplatz oder das hoch über dem Rhein thronende, zwischen 1010 und 1500 im romanisch und gotischen Stil erbaute Basler Münster erblicken können.
Basel war seit Urzeiten Zentrum eines besiedelten Gebiets, dessen ältester archäologischer Fund, ein Faustkeil, auf etwa 120’000 Jahren vor Christus datiert wird. Nach dem Rückzug eines Grossteils der Römischen Truppenkontingente aus der Befestigung auf dem Münsterhügel im Jahr 401/402 fiel die Stadt Ende des 5. Jahrhunderts an die Franken. Kolumban befand sich bei seinem Besuch in Basel also im fränkischen Reich der Merowingerkönige.
Im Gegensatz zu damaligen Reisenden können all jene, die heute auf dem Kolumbansweg in Basel Halt machen, den Rhein bequem über eine der fünf Brücke auf dem Stadtgebiet gelegenen Brücken überqueren. Der Bau der ersten Rheinbrücke wurde im Jahr 1225 von Bischof Heinrich von Thun in Auftrag gegeben. In der Folge entstand auf der anderen Flussseite die Stadt Kleinbasel zur Brückensicherung.
Betrachtet man heute den Wohlstand der Stadt mit seiner malerischen Altstadt, deutet nichts mehr darauf hin, dass Basel im 14 Jahrhundert schwere Schicksalsschläge verkraften musste. 1348 starb annähernd die Hälfte der Bevölkerung während einer Pestepidemie Und lediglich acht Jahre später (1356) ereignete sich das Basler Erdbeben. Das bis heute schwerste Erdbeben Mitteleuropas forderte zwar nur wenige Opfer, doch der anschliessende Grossbrand legte grosse Teile der Stadt in Schutt und Asche.
Davon erholte sich die Stadt in den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten jedoch wieder. Prägend für diese Entwicklung war vor allem die Gründung der Universität im Jahre 1460. Dadurch kamen zahlreiche Gelehrte nach Basel, das sich in ein veritables Zentrum des Humanismus und des Buchdrucks verwandelte.
Die Reformation brachte schliesslich die Seidenweberei und -färberei, woraus später die Chemie- und bis heute die global tätigen Life Science-Unternehmen hervorgingen. Heute ist die einst befestigte Siedlung ein Kultur-, Handels- und Finanzzentrum, welches nicht mehr viel mit jener bescheidenen frühmittelalterlichen Siedlung am Rheinknie zu tun hat, welche Kolumban vor über 1400 auf seiner Reise antraf.
Beat Jans, Regierungspräsident