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To DFÜ or not to DFÜ
Von einem, der auszog, ein Hayes-Modem zu kaufen.
Unser Normaluser M. Umpitz (Name von der
Redaktion geändert) begab sich also auf die
Suche nach einem schnelleren Modem, um die Kosten
pro ausgelesenem Byte zu senken. Daß der
Computer dieses Herrn keine FZZ-Nr. hat und
daher die Post dort keines ihrer 1200BpS-Modems
anschließt, brachte den Herrn auf die
Idee, sich ein Hayes-kompatibles Modem zuzulegen.
Um das Ende der Geschichte gleich vorweg zu nehmen:
Keines der getesteten Modems war ohne Macken.
Nicht ein einziges hat sich komplett an diesen
sogenannten Hayes-Standart gehalten.
Erklärung für Neulinge:
Ein Hayes-Modem wird normalerweise direkt an die
RS232-Schnittstelle angeschlossen. Es gibt auch
PC-Karten, die die RS232 mit ersetzen. Alle Komandos
bis auf eines fangen mit einem großgeschriebenen
"AT" an. Sie starten also Ihr Terminalprogramm,
stellen es auf die gewünschte Baudrate ein,
und können nun ihre Komandos eingeben.
(Einige Modems haben auf der Platine ein paar
Schalter, die müssen vorher noch eingestellt
werden). Man unterscheidet den Komando-Modus, in
dem Befehle eingegeben werden können und den
Online-Modus, wärend das Modem die Verbindung
mit einem anderen hat. Die Hayes-Modems haben
den Vorteil, daß das Eingeben der Komandos über
Schnittstelle geschieht. Man braucht also nicht gezielt
irgendwelche Pin's an der Schnittstelle zu setzen, um
auch gezielt wählen zu können.
Modem: WD-1600c
Generalvertrieb: PIM Computer AG, Schweiz
Wertung: Vom Kauf abzuraten
Besonderheiten: Telephonhörer wird mitgeliefert
Begründung: Alles scheitert am Terminal-Escape-Character.
Bei einem normalen Hayes-Modem muß
erst eine gewisse Zeit gewartet werden, dann gibt
man ihm dreimal ein "wartet wieder" und ist im
Komandomodus (ohne aufgelegt zu haben). Dieses
Modem hat das nicht nötig. Sofort, wenn dieser
Character übertragen wird, legt es auf und ist im
Komandomodus. Wenn Sie "ATS2=255" sagen, um
die Übertragung transparent zu schalten, kann das
Ding nach dem Wählen den Carrier nicht mehr
erkennen. Binärdateien können also mit diesem
Modem nicht übertragen werden. Auch eine anständige
Carrier-Erkennung im Autoanswer-Modus bringt
das Ding nicht zustande. Der DTR-Pin, mit dem man
das Modem normalerweise zum Reset bringen kann,
wird komplett ignoriert u.s.w.
Modem: WELCOM
Generalvertrieb: Nicht auszumachen
Wertung: Unter Umständen brauchbar
Besonderheiten: Wenige DIP-Switches
Begründung: Hängt sich manchmal aus unerklärlichen
Gründen mitten während der Übertragung auf.
Hängt sich auf, wenn während der Komandoeingabe
ein Anruf erkannt wird. Benutzt zur Baudratenerkennung
bei einem Anruf einen 600 Carrier, auf den
manche Modems nicht antworten, und schickt auch
keinen 2100Hz-Ton vorweg. Die ersten beiden Fehler sollen
durch ein neues Eprom beseitigt seien
(Händler treten!). Was mit den anderen ist.
Modem: LIGHTSPEED 1200
Generalvertrieb,- M.PJ., Aachen
Wertung: Bestes Modem im Test
Besonderheiten: Scheisse Billig
Begründung: Bis jetzt nur eine Macke bei dem neuen
Eprom, das derzeit ausgeliefert wird. Das Alte sollten
sie wegwerfen (wiedermal kräftig den Händler
treten). Bei dem Neuen wird kein Carrier erkannt,
wenn man das Busy-Signal abfragt ("ATX3") und
die Mailbox keinen 210OHz-Ton sendet. Wenn man
das wegläßt: ganz prima. Wird bei Dauerbetrieb ein
wenig zu warm. Hat für Begriffsstutzige noch eine
Kurzanleitung, die das Modern an die Schnittstelle
überträgt (nette Spielerei). Sendet bei
Anruferkennung zuerst einen 210OHz-Ton und schaltet dann
immer zwischen 300- und 1200-Baud Carrier um,
also ganz korrekt.
Modem: GVC 1200
Generalvertrieb.- Resco, Augsburg
Wertung: Viel zu teuerfür die Leistung, die gebracht wird
Besonderheiten: keine
Begründung: Schwierigkeiten mit der Anruferkennung.
Die Firma liefert, obwohl sie zur Cebit schon
ein neues Eprom hatte, zweieinhalb Monate danach
immer noch Modems mit dem alten Eprom aus.
2100Hz vorweg fehlt. Ansonsten gut zu gebrauchen.
Modem: GVC 300
Generalvertrieb: Resco, Augsburg
Wertung: Von Kauf abzuraten
Besonderheiten: Nur 300 Baud maximal
Begründung: Scheint die Eigenheit zu haben, öfters
kaputt zu gehen (Drei Stück in einem Monat ist wohl
nicht mehr normal!). Kann nur 300 Baud. Wenn -
während das Modem einen Anruf erkannt hat und er
den 2100Hz sendet - ein Carrier anliegt, erkennt das
Modem diesen nicht. Also immer erst nach dem
210OHz-Ton senden. Überhaupt ein Witz, für 300
Baud soviel Kohle zu verlangen. Wenn schon illegal
denn schon richtig.
Modem: PC Link
Generalvertrieb: GVM, Düsseldorf
Wertung: Unter Umständen brauchbar
Besonderheiten: Modembox für MDB 1200-3, teuer,
aber das sind die Modemboxen alle, FZZ-Zulassung
Begründung: Keine Spaces zwischen den Komandos erlaubt.
Kein Hardware-Handshake bei 1200/75
Baud, daher Pufferüberlauf möglich. Reagiert im
Hayesmodus bei der Anruferkennung allergisch auf
gewisse Koppler (Epson z.B.). Die Login-Meldung
kommt deshalb nur verstümmelt an. Sonst keine
Probleme. Der Dealer wollte uns auch erst nicht
glauben, aber wir haben ihn eines Besseren belehrt.
Wir fordern endlich anständige HayesModems!!
Wir fordern hiermit jeden Hersteller auf, der was auf
sich hält, uns so ein Ding mal für eine Woche zu
leihen, damit wir es testen können. Wir sind zu
erreichen in der IUS-Mailbox 0203/596245, an
"Hackowiz", oder per Snailmail an
Postlagerkarte:056945 B, 4100 Duisburg 1.
Hackowiz
CLINCH/SYSOP/GAST/06.07.87/19:28/5621