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Alexander Suworow war ein russischer Generalissimus und Stratege, dessen Alpenfeldzug von 1799 bis heute im kollektiven Gedächtnis vieler Innerschweizer und in Russland präsent. Obschon das Leid der Soldaten und der lokalen Bevölkerung unvergessen bleibt, wird General Suworow als Hoffnungsträger in Erinnerung behalten.
Alexander Wassiljewitsch Suworow wurde am 24. November 1730 als einziger Sohn von Wassili Iwanowitsch Suworow in Moskau geboren. Sein Vater war Mitglied des «Dienstadels» am Hof von Zar Peter dem Grossen in Sankt Petersburg.
Am 5. November 1742 wurde Suworow in die Stammliste des Semjonowski-Garderegiments eingetragen. Bis zum aktiven Dienstantritt als Korporal am 12. Januar 1748 bestand seine Dienstpflicht darin, seine Schulbildung zu erweitern. Er besuchte die Landkadettenakademie, deren Abschluss sowohl einen militärischen als auch einen zivilen Rang beinhaltete. Im Jahr 1751 wurde er Adjutant von Generalmajor Nikita Fjodorowitsch Sokownin.
In den folgenden Jahren machte er eine steile militärische Karriere und kämpfte als Offizier im Siebenjährigen Krieg (1756-1763), im Feldzug gegen die polnische Konföderation von Bar (1768–1772) sowie im Russisch-Türkischen Krieg (1768-1774).
Am 27. Januar 1774 heiratete er Warwara Iwanowna Prosorowskaya, die Tochter eines Generals a. D.
Im April 1774 war Suworow mit seinen Truppen auf dem Marsch zum Balkan. Dort besiegte er mit nur 8’000 Russen bei Kosludscha etwa 40’000 Türken entscheidend. Im gleichen Jahr war er massgeblich an der Niederschlagung des Pugatschow-Aufstandes beteiligt und erhielt, mittlerweile Generalleutnant, im befriedeten Gebiet das Kommando über die dort stationierten Truppen.
1775 starb sein Vater und am 11. August wurde seine Tochter Natalja geboren. Nach einem längeren Urlaub wurde er 1776 erst stellvertretender Kommandeur des Krimkorps und 1777 dessen Kommandeur.
Nach verschiedenen weiteren erfolgreichen Kommandos wurde er am 3. Oktober 1786 zum General ernannt.
Im Russisch-Türkischen Krieg (1787–1791) wurde er mehrfach schwer verletzt. Für seine Verdienste in den Sieg bei Focsani am 1. August 1789 verlieh ihm Zarin Katharina II. den St.-Andreas-Orden mit Brillanten.
Am 22. September 1789 schlug er zusammen mit den österreichischen Verbündeten in der Schlacht bei Martinesti die Türken entscheidend. Die Zarin erhob ihn dafür zum Grafen Suworow-Rymnikski, der österreichische Kaiser Joseph II. zum Grafen des Heiligen Römischen Reiches.
Am 5. April 1791 kommandierte ich die Zarin zur Inspektion der schwedischen Grenze ab. Am 6. Juli 1791 wurde er Leiter des Festungsbaus in Karelien. Am 13. Dezember 1792 folgte die Versetzung in die Ukraine, wo ihm alle russischen Truppen an der türkischen Grenze unterstellt wurden. Er gründete die Stadt Odessa, die Festung in Tiraspol und baute Sewastopol zu einer starken Festung aus.
1794 schlug Suworow in Polen den Kościuszko-Aufstand nieder, besiegte am 19. September 1794 die polnische Armee bei Brest und eroberte am 4. November 1794 Warschau. Neben dem langersehnten Rang des Feldmarschalls, den Suworow am 30. November 1794 erhielt, bekam er aus dem ehemaligen Besitz des letzten polnischen Königs die Herrschaft Kobrin. Er kommandierte nun alle russischen Truppen in Polen.
Ende 1795 kehrte Suworow nach Sankt Petersburg zurück. Der neue Zar Paul I. misstraute der Armee und setzte Reformen durch, welche die Entscheidkompetenzen der militärischen Führung massiv einschränkten. Auch Suworow war davon betroffen. Im Februar 1797 wurde er unehrenhaft entlassen und unter Aufsicht gestellt.
Aber schon zwei Jahre später drehte sich das Blatt wieder. Im Zweiten Koalitionskrieg von (1798-1802) kämpfte eine Allianz Russland, Österreich und Grossbritannien gegen das Napoleonische Frankreich. Suworows Fähigkeiten waren wieder gefragt. Am 24. Februar 1799 wurde er zum Oberbefehlshaber der vereinten russisch-österreichischen Armeen ernannt und konnte an frühere militärische Erfolge anknüpfen. Die Schlacht an der Adda am 27. April, der Einzug in Mailand am 30. April, der Fall von Turin am 22. Mai und am 18. Juni die Schlacht an der Trebbia waren Erfolge unter seinem Kommando. Die siegreiche Schlacht bei Novi am 15. August 1799 beendete den Feldzug und am 19. August wurde Suworow für seine Erfolge vom Zaren zum Fürsten von Italien ernannt.
In der Schweiz regte sich Widerstand gegen die 1798 unter französischer Besatzung ausgerufenen «Helvetischen Republik». Russland wurde von den Schweizern als Verbündeter im Kampf gegen die Franzosen angesehen und die Bevölkerung erhoffte sich Hilfe durch die russischen Truppen.
Suworow sollte sich mit seiner Armee von Süden nähern und in der Gegend von Zürich auf die französischen Truppen von General André Masséna treffen. Gleichzeitig sollten Franzosen durch eine zweite Russische Armee unter Alexander Rimski-Korsakow sowie einer österreichischen Armee unter General Hotze in die Zange genommen werden. Dieser Plan machte es erforderlich, dass Suworow mit seiner gesamten Armee von rund 21'000 Mann die Alpen überquerte. Am 7. September 1799 machte er sich auf den Weg. Es folgten verlustreiche Kämpfe gegen die Franzosen im Tessin bei Airolo und in der Tremola. Obwohl die Russen noch nie zuvor in den Bergen gekämpft hatten, eroberten sie am 24. September den Gotthardpass. Die berühmteste Schlacht fand am 25. September auf der Teufelsbrücke in der Schöllenenschlucht statt. Die Soldaten mussten steile Felswände und schneebedeckte Pässe überwinden. Im unwegsamen Gebirge kämpfen sie gegen die feindlichen Truppen und um ihr Leben. Unter grossen Verlusten erreichten sie schliesslich am 26. September Altdorf. Dort erkannte Suworow, dass der Weg entlang des Vierwaldstättersees, mit dem er gemäss der ihm von den Österreichern zur Verfügung gestellten Militärkarten gerechnet hatte, gar nicht existierte. Ein Weiterkommen wäre nur mit Booten möglich gewesen, aber die Franzosen hatten alle Schiffe abgezogen. Suworow entschied sich darum für ein waghalsiges Manöver über den Kinzigpass ins Muotatal. Obwohl seine Armee zu diesem Zeitpunkt bereits sehr erschöpft war, gehorchte sie treu seinen Befehlen. Das Muotatal wurde am 27. September erreicht. Dort erreichte Suworow die Nachricht, dass am 25. und 26. September Rimski-Korsakow und Hotze von Massena in der Zweiten Schlacht um Zürich vernichtend geschlagen wurden.
Damit wurden er und seine Armee vom Jäger zum Gejagten und sie sassen obendrein noch in der Falle des Muotatals. Nach dem Sieg über Masséna in der Schlacht im Muotatal am 1. Oktober gelang Suworow jedoch der Ausbruch über den Pragelpass nach Glarus, von wo aus sich die russische Armee über den Panixerpass ins Bündnerland absetzte und dann über den St. Luzisteig Richtung Österreich marschierte.
Trotz der widrigen Bedingungen gelang es Suworow, rund 15’000 Mann seiner Armee und 1'200 französische Gefangene aus der Umzingelung herausführen. Insgesamt konnten die Ziele des Alpenfeldzugs wegen der hohen Verluste und der Niederlagen der Armeen von Rimski-Korsakow und Hotze aber nicht erreicht werden. Damit herrschte Frankreich über das gesamte Gebiet der ehemaligen Eidgenossenschaft.
Am 5. Dezember 1799 erreichte Suworow mit seiner Armee Prag. Suworow, mittlerweile 69 Jahre alt, erkrankte schwer und musste den Oberbefehl über die Armee abgeben. Am 20. März 1800 fiel er beim Zaren erneut in Ungnade, weil während des Feldzuges administrative Dienstvorschriften nicht eingehalten worden waren.
Am 18. Mai 1800 starb Alexander Suworow und wurde sechs Tage später im Alexander-Newski-Kloster in Sankt Petersburg beigesetzt. Die öffentliche Presse und der Hof nahmen weder vom Tod noch von der Beisetzung offiziell Kenntnis. Das einfache Volk versammelte sich aber in grosser Zahl zur Beisetzung.
Noch heute ist Suworows Alpenfeldzug im kollektiven Gedächtnis vieler Innerschweizer präsent. Obschon das Leid der Soldaten und der lokalen Bevölkerung unvergessen bleibt, wird General Suworow als Hoffnungsträger in Erinnerung behalten. Auch in Russland wird der erfolgreiche Feldherr bis heute verehrt. 2009 besuchte der damalige russische Präsident Dmitri Medwedew das Suworow-Denkmal in der Schöllenenschlucht und legte dort einen Kranz nieder. Das zwölf Meter hohe Granitkreuz ist 1898 im Auftrag des russischen Fürsten Sergei Galitzin errichtet worden.
Felix Werner
Quellen: Schweizerisches Nationalmuseum, Wikipedia

Alexander Suworow
Route von Suworows Armee durch die Schweiz (Quelle: Schweizerisches Nationalmuseum)
Das Leiden der Soldaten während der Alpenüberquerung
Das Suworow-Denkmal in der Schöllenenschlucht zu Ehren der gefallenen Soldaten
Der Russische Präsident Dimitri Medwedew besuchte das Suworow-Denkmal am 22. September 2009