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Abgefahren!
Eisbrecher
Roger ist Rentner. Seine 72 Jahre sieht man ihm nicht an. Er ist drahtig, trainiert, macht OL-Läufe auf der ganzen Welt, besucht Unihockey-Turniere, geht oft tanzen und strahlt mit der Herbstsonne um die Wette. Wobei: Strahlen ist das falsche Wort. Roger grinst. Er grinst, wenn man ihm auf der Tanzfläche begegnet, und er grinst, wenn er an der Migros-Kasse sagt, er habe keine Cumuluskarte. Ganz besonders grinst er aber, wenn er von den vielen schönen jungen Frauen erzählt, die ihm in seinem Pensionärenleben auffällig oft begegnen. Wie diese «junge hübsche Frau» im Nachbarabteil, als Roger aus Graubünden zurückfuhr. Sie fiel ihm sofort auf. In Zürich verliessen sie auf unterschiedlichen Wegen den Zug. Roger stieg in den Zug nach Bern, betrat den oberen Stock, wählte zufällig ein Abteil – und im Nachbarabteil sass dieselbe Frau! «Wir sahen uns an und lachten, dann setzte ich mich zu ihr», erzählt Roger. Aber ich weiss: Er lachte nicht, er grinste. Und vermutlich war Rogers eisbrechendes Grinsen auch verantwortlich dafür, dass der 72-Jährige und die Studentin bis Bern angeregt miteinander plauderten: über Gott und die Welt, das Tanzen und die Kraft der guten Laune.