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Der südafrikanische Anti-Apartheid-Kämpfer und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu ist tot. Der emeritierte Erzbischof starb im Alter von 90 Jahren, wie Südafrikas Präsident am Sonntag mitteilte.
"Der Tod des emeritierten Erzbischofs Desmond Tutu ist ein weiteres Kapitel der Trauer im Abschied unseres Landes von einer Generation herausragender Südafrikaner, die uns ein befreites Südafrika hinterlassen haben", sagte Präsident Cyril Ramaphosa.
Die Apartheid beginnt 1948: Als die burischen Nationalisten die Macht übernehmen, wird die Rassentrennung zur Staatsdoktrin. Immer neue Gesetze schränken die Rechte Schwarzer weiter ein. Ob Geschäfte, Behörde, oder öffentliche Transportmittel: sie alle sind jeweils nur für eine Rasse zugelassen. Auch Wohngebiete werden nach Hautfarbe getrennt.
Tutu galt auch im hohen Alter noch als die moralische Stimme seines Landes. Zuletzt trat der als heiter und energetisch bekannte Friedensnobelpreisträger mit dem gewinnenden Lächeln jedoch nur noch selten in der Öffentlichkeit auf.
Im Mai zeigte er sich seinen Landsleuten, als er gemeinsam mit seiner Frau Leah die Corona-Impfung erhielt. Im Rollstuhl sitzend winkte er in die Kameras - ein Bild, das nur schwer mit dem lebhaften Mann zu vereinbaren war, der einst die Welt mit seiner scharfen Kritik an Südafrikas Apartheid-Regimes in seinen Bann zog. Zuletzt war er bei den Feierlichkeiten zu seinem 90. Geburtstag in der Öffentlichkeit zu sehen.
Bekam Friedensnobelpreis im Jahr 1984 verliehen
1984 bekam Desmond Tutu den Friedensnobelpreis für seine Opposition gegen das Apartheid-Regime in Südafrika verliehen. Im selben Jahr wurde er der erste schwarze Bischof von Johannesburg und forderte ein Embargo gegen die Regierung der weißen Minderheit.
Einen seiner wichtigsten Aufträge erhielt Tutu nach dem Ende der Apartheid: Ab 1996 führte er die Wahrheits- und Versöhnungskommission an, die öffentliche Anhörungen zu den Gräueltaten während der Apartheid abhielt.
Jeder Südafrikaner wird von Amts wegen einer Hautfarbe zugeteilt. Schwarze brauchen zusätzliche Passbücher, die sie ständig bei sich tragen müssen. Darin steht, wo sie sich aufhalten dürfen. In Weiß-Südafrika, so die neue Theorie, hielten sie sich nur vorübergehend auf, als eine Art Gastarbeiter.
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