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Quelle: Kleine Schriften zur Zürcher Denkmalpflege, Heft 2 von Peter Ziegler
Haldenhof Vers.-Nr. 1666, von Osten, 1999. Durch die Freilegung des Fachwerks auf der südöstlichen Traufseite wurde der Bau aufgewertet.
Lage
Der Haldenhof liegt im Mittelort, auf der ersten Geländeterrasse oberhalb der Bahnstation Au. Bevor in den 1830er Jahren die Seestrasse gebaut wurde, führte hier die Landstrasse durch, die Hauptverbindung längs des linken Ufers. Die von der Alten Landstrasse zurückgesetzten Bauten des Haldenhofes gruppieren sich am Fuss einer steil ansteigenden Halde, welche dem Gehöft den Namen gab.
Situationsplan. Massstab 1 : 2 500
1 Vers.-Nr. 1593 Scheune, bestehend 1813, umgebaut 1841 zu Wohnhaus und Scheune.
2 Vers.-Nr. 1666 Wohnhaus mit Trotthaus, erbaut 1679.
Gemäss Jahreszahl im Rundbogen des südlichen Kellereingangs wurde das Bauernwohnhaus Haldenhof im Jahre 1679 gebaut. Allianzwappen und Initialen HH S AE weisen auf den Bauherrn Hans Heinrich Suter-Aeschmann (junger: Eschmann) hin. 1695 umfasste sein Hof folgende Bauten und Grundstücke: Haus, Trotte, Holzschopf, Schweinestall, zwei Scheunen; Garten, Hanfland, Weiden und Reben, Riedland am Fuss des Auhügels sowie Holz in der Schlieregg und in der Riedwies Horgen. Nach dem Tod des Armenpflegers Hans Caspar Suter wurden die vier Tochter und der Sohn Heinrich 1782 und 1786 vom Erbgut ausgekauft, und die Söhne Rudolf und Jakob teilten das väterliche Heimwesen. 1830 war ein Jakob Suter Eigentümer des Heimwesens «im mittleren Ort», 1864 ein Heinrich Suter. Heute ist der Haldenhof im Besitz der Familie Hauser.
Kunstgeschichtliche Würdigung
Der Haldenhof, ein quer zum First geteiltes Doppelhaus, war ursprünglich ein Weinbauernhaus mit integriertem Trottraum. Der grossvolumige Baukörper weist ein niveauausgleichendes Kellergeschoss auf und darüber zwei Wohngeschosse und einen dreigeschossigen Dachstock. Das tief herunterreichende Satteldach trägt eine Biberschwanz-Eindeckung. Vorstossende Pfettenköpfe stützen auf beiden Giebelseiten das Dachgesims. Die bergseitige Giebelfassade ist wie das Kellergeschoss massiv gemauert und verputzt. Die meist in Paaren ausgebildeten Fenster sind mit gefasten Steingewänden eingefasst. Hauptfassade ist die in Fachwerk gestaltete Traufwand mit symmetrischer Fensteranordnung. Zwei Rundbogenportale und eine Rechtecktüre in der Mitte erschliessen das Kellergeschoss mit den zwei gewölbten Kellern.
Der Haldenhof 1975, mit verputzter traufseitiger Fachwerkwand.
Im Sturz des südlichen Portals ist die Jahreszahl 1679 eingemeisselt, im Sturz der zentralen Rechtecktüre das Allianzwappen Suter-Aeschmann mit den Initialen «HH S AE». Die holzumrandeten Fensterpaare sind im zweiten Geschoss dichter angeordnet als im ersten. Die seeseitige Giebelfront weist im Keller- und ersten Wohngeschoss eine Verputzwand auf und darüber dichtes, jedoch nicht symmetrisches Riegelwerk. Ein zweigeschossiger Anbau mit Garage und Veranda verstellt den vorderen Teil der Fassade. Die als Hausruckseite ausgebildete Westfront ist wegen der enganschliessenden Scheune kaum einsehbar.
In der Wohnstube steht ein Spätrenaissance-Wandbuffet mit Eierstab-Ornamentik, rocaillegeschnitzten Füllungen, Zinnausguss und zwei mit 1685 datierten Schrankschlossern.
Zur Hofgruppe gehören verschiedene Nebenbauten. Die langgestreckte Scheune Vers.-Nr. 1667 mit massiv gemauertem Erdgeschoss und bretterverschaltem Obergeschoss in Holzbauweise wurde 1871 aus einem bestehenden Schopf umgebaut, und 1914 gliederte man einen Pferdestall an. Der langgestreckte Schopf Vers.-Nr. 1668 mit massiv gemauertem Erdgeschoss, bretterverschaltem Kniestock und Krüppelwalmdach ersetzte 1924 einen Vorgängerbau. Der grossvolumige Satteldachbau Vers.-Nr. 1669 mit gemauertem Erdgeschoss und bretterverschalter Holzkonstruktion im Obergeschoss diente zu Beginn des 19. Jahrhunderts als doppelte Sennhütte und nach 1895 als Waschhaus und Keller. Vor der Giebelseite steht ein Wandbrunnen. Dessen Stock von 1908 trägt einen skulptierten Löwen aus Sandstein als Schildhalter. Die Inschrift «HCS AE 1742» ist stark verwittert. Sie weist auf Hans Caspar Suter-Aeschmann hin und vielleicht auch auf das Baujahr der Sennhütte. Die Steinhauerarbeit darf als Ausdruck einer wohlhabenden Bauernaristokratie gewertet werden.
Brunnen mit skulpiertem Löwen als Schildhalter, datiert 1742.
Schutz
Das Bauernwohnhaus Haldenhof ist als schutzwürdiges kommunales Objekt mit hervorragendem Eigenwert und bedeutendem Situationswert eingestuft. Die Gebäudegruppe steht noch in einer intakten Umgebung und ist landschaftlich gut eingebettet.
Literatur
Wädenswil: Inventar der kommunalen Schutzobjekte, September 1983. – Peter Ziegler, Geschichte der Au, Au-Wädenswil 1966, S. 23–25.