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Rindfleisch für China
Die Weltbank stellt armen Ländern Darlehen und Kredite
zur Verfügung, um die wirtschaftliche Entwicklung anzukurbeln.
Wie aus dem Jahresbericht der Bank ersichtlich ist, sollen diese
Programme «bedeutenden Einfluss auf Mensch und Umwelt»
haben.
Gegenwärtig plant die Weltbank 93.5 Millionen Dollar in Form von Kühen, Fütterungsstellen und Fleischverarbeitungszentren an chinesische Bauern zu vergeben, um deren Rindfleischproduktion zu fördern. Falls die Fleischindustrie den gleichen Effekt auf die Chinesen hat, wie sie auf die Amerikaner hatte, wird sie ganz bestimmt «bedeutenden Einfluss» haben, wenn auch nicht einen sehr gesunden.
Die traditionelle chinesische Ernährung, reich an Reis, Nudeln, Gemüse mit wenig Fleisch oder Milchprodukten, verschonte die chinesische Bevölkerung vor Herzkrankheiten und anderen chronischen Zivilisationskrankheiten, die vor allem in Amerika und anderen reichen Ländern zu finden sind.
Dr. T. Colin Campbell hat in einer Studie die Unterschiede zwischen ländlichen und städtischen Regionen in China untersucht und fand dabei heraus, dass Infektionskrankheiten immer noch vor allem ärmere Gegenden betreffen, während Zivilisationskrankeiten wie z.B. Krebs- und Herzerkrankungen vor allem in wirtschaftlich stärkeren Gegenden auftreten, wo die Leute sich vermehrt Fleisch leisten können. Die Recherchen haben gezeigt, dass selbst ein kleiner Anstieg des Fleischkonsums den Cholesterinspiegel im Blut derart erhöht, dass ein ernstzunehmendes Risiko für degenerative Erkrankungen besteht.
Verglichen mit der durchschnittlichen amerikanischen Ernährung, wo 60 bis 80 Prozent der Nahrung tierischer Herkunft sind, ist die typisch chinesische Ernährung ärmer an Fett und reicher an Ballaststoffen, da nur 0 bis 20 Prozent der Nahrung tierischer Herkunft sind. Krebs- und Herzerkrankungen sind viel seltener ausserhalb der grossen chinesischen Städte zu finden, genauso wie Brustkrebs, Fettleibigkeit und Osteoporose. Diese Krankheiten steigen kontinuierlich an, sobald Fleisch die konventionellen Getreide- und Gemüsespeisen verdrängt. Osteoporose ist in China weniger verbreitet auch wenn die Kalziumeinnahme unter der amerikanischen Norm liegt. Es ist bekannt, dass eine geringe Einnahme von tierischem Eiweiss, regelmässige körperliche Betätigung und der Konsum von kalziumarmen Nahrungsmitteln die Gründe dafür sind. Brustkrebs, ebenfalls weniger verbreitet in China, wird in Verbindung mit der vermehrten Produktion von reproduktiven Hormonen gebracht, welche durch den Fleischkonsum stimuliert wird.
Den Preis, den wir für schlechte Essgewohnheiten in den USA bezahlen, ist astronomisch und ansteigend. Über 60 Prozent der amerikanischen Gesundheitskosten, welche von $ 250 Millionen im Jahr 1980 auf $ 666 Millionen im Jahr 1999 gestiegen sind, werden für die Behandlung von degenerativen Erkrankungen aufgewendet. Wenn wir die Gesundheitskosten schon nicht im Griff haben, wie sollen dann arme Regionen wie Henan, Hebei, Anhui und Shandong damit umgehen können?
Trotz diesen Erkenntnissen führt die Weltbank dieses Projekt weiter. In früheren Konferenzen mit den Repräsentanten der Bank, haben Dr. Campell und PCRM Präsident Dr. Neal Barnard die Auswirkungen dieses Projektes aufgezeigt: Umweltverschmutzung, Risiko von chronischen Krankheiten und Tierquälerei. Ein Brief des Schauspielers Alec Baldwin, eine im Dezember 99 organisierte Demonstration vor dem Hauptsitz der Weltbank in Washington D.C. und unzählige Präsentationen und Korrespondenz sind bis jetzt von der Weltbank ignoriert worden.
Was können wir tun? Bitte schreibt an den Präsidenten der Weltbank und bittet ihn dieses Projekt in China zu stoppen, da es sich gegen die Volksgesundheit, gegen die Umwelt und gegen das Wohlergehen der Tiere richtet.
James D. Wolfensohn President The World Bank Room MC12-750 1818 H St. N.W. Washington, DC 20433 Fax: 001 202-477-2733.
Kristine Kieswer
übersetzt von Petra Jenni
Dieser Artikel ist eine Übersetzung eines PCRM-Artikels.Letzte Aktualisierung dieser angezeigten Seite: 9.12.2008
Originaldokument der Weltbank zu diesem Thema: www.worldbank.org
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