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Die Technologie ist ein Instrument mit tausend Facetten und Möglichkeiten und wenn sie richtig genutzt wird, kann die Verwendung sogar helfen gegen Gewalt an Frauen vorzugehen. Eine innovative Nutzung der Mobiltelefone in Kenia, zum Beispiel, hat es Frauen und Mädchen, die Opfer von sexueller und psychischer Gewalt wurden, ermöglicht, rechtliche, medizinische und psychosoziale Hilfe in Anspruch zu nehmen. Laut den vom Gender Violence Recovery Center erhobenen Daten ist in Kenia beinahe die Hälfte der Frauen (45%) zwischen 15 und 49 Jahren Opfer sexueller und psychischer Gewalt. Insgesamt ist eine Frau von fünf in Kenia von sexueller Gewalt betroffen, jedoch nur 8,7% der Opfer haben den Mut diese Gewaltübergriffe anzuzeigen.
Und würde es sich um die Schweiz handeln? In der Schweiz leben über 4 Millionen Frauen: das wäre also so als würden 1,8 Millionen dieser Frauen Opfer von Gewalt werden. Diese Daten sind erschütternd und sind für ein Land wie die Schweiz nicht einmal annähernd vorstellbar. Und trotzdem sind Kenianerinnen jeden Tag stille Opfer solcher Gewaltübergriffe, da sie weder ihre Rechte, noch die gesetzlichen Bestimmungen, die sie schützen würden oder die Hilfseinrichtungen, die ihnen zur Verfügung stehen würden, kennen.
Die Initiative von ActionAid Kenia
ActionAid Kenia hat in Zusammenarbeit mit der Wangu Kanja Foundation ein gratis SMS-System eingerichtet, um es den Frauen zu ermöglichen die an ihnen verübten gewaltsamen Übergriffe zu melden. Das Ziel ist es ihr Bewusstsein in Zusammenhang mit dem Thema zu stärken und ihnen Zugang zum Rechtssystem zu gewähren. Dieses System wurde vor allem in Mukuru vorangetrieben, einem der Slums mit einer sehr hohen Anzahl von Gewaltopfern in Kenia: dort wurden 8 Systembetreuer und 26 freiwillige Mitglieder der Gemeinschaft ausgebildet, um die SMS-Nachrichten zu überwachen und auf die Hilfeersuchen sowohl in englischer Sprache als auch in Suaheli zu antworten. Das System wird einerseits von den Frauen verwendet, um Gewaltübergriffe zu melden, aber andererseits auch von den Betreuern um Mitteilungen mittels Gruppen-SMS zu versenden. Diese Software ist auch in der Lage nützliche Daten für die Analyse und die Berichterstattung zu verarbeiten, um die Sensibilisierungs- und Informationsarbeit der Bevölkerung zum Thema geschlechtsbezogene Gewalt zu unterstützen.
Actionaid und die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen
Die Arbeit von Actionaid in der ganzen Welt zielt darauf ab gegen Gewalt an Frauen in jeglicher Form vorzubeugen und diese abzuwenden. Dieses Ziel wird unterstützt durch:
- Sensibilisierungs- und Informationskampagnen;
- der Forderung gegenüber Institutionen effiziente Antworten durch die Umsetzung von angemessenen Leistungen zu schaffen;
- Änderungen in der Gesetzgebung, dort wo noch die notwendigen Schutzmaßnahmen fehlen.
Aber Actionaid will die Verhaltensweisen der Menschen und nicht nur die Gesetze verändern: die Frauen und Mädchen werden in der Herausforderung soziokulturelle Barrieren zu überwinden, die der Gewalt zugrunde liegen, so wie auch in der Erkennung der Veränderungen, die diese zu Hause, in der Schule und der Gemeinschaft durchführen wollen, unterstützt. Es ist notwendig dieses Bewusstsein stärker zu verbreiten, denn nur durch die Zusammenarbeit aller, Männer und Frauen, wird es möglich sein, für immer die Gewalt die weltweit 35 % der Frauen betrifft, für immer zu eliminieren.