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Liv (17) und Zoé (19) Egli tauchen ihre Hände in den kleinen schwarzen Beutel und verteilen das weisse Pulver über ihre Handflächen. Konzentriert stellen sie sich vor die vier Meter hohe Wand, setzen den ersten Fuss auf einen farbigen Knubbel, greifen mit den Händen nach den ersten Griffen. Und bewegen sich nach wenigen Sekunden wie Spinnen an der überhängenden Kletterwand. Mal ist ein Bein über den Händen, mal müssen sie zum nächsten Griff springen. Ungesichert. Auf dem Boden liegen dicke Matten, die Stürze abfedern sollen. In der Halle in Wilderswil BE dürfen sie jederzeit mit einem Badge trainieren – und das tun sie auch. «So 18 bis 20 Stunden pro Woche», sagt Zoé. «Und zwischen Frühling und Herbst sind wir alle zwei Wochen an einem Wettkampf», ergänzt Liv.
Die Schwestern aus Hünibach BE klettern seit sie denken können, ihre Eltern, selbst passionierte Kletterer, haben sie schon als kleine Kinder in die Kletterhalle mitgenommen. «Wir waren etwa 4 und 5 Jahre alt, als wir den ersten Kletterkurs besuchten», erinnert sich Liv. Seither hat sie der Sport nicht mehr losgelassen. Heute trainieren die beiden im Kader der Schweizer Nationalmannschaft und erklettern sich regelmässig gute Resultate an nationalen und internationalen Wettkämpfen. Mitte Mai erreichte Zoé an der Juniorinnen Europameisterschaft in Russland Rang 5 und ihre Schwester Rang 7 in der Disziplin «Lead» (siehe Box).