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Mit ihrem brillanten goldenen Etikett und der leuchtend roten Kapsel sticht eine Flasche Château Palmer als Herzstück jeder Tafel hervor, ein unerschütterlicher Ausdruck des Bordeaux im Allgemeinen und des großen Terroirs von Margaux im Besonderen. Das historische Anwesen erstreckt sich über 66 Hektar wunderschönen Kiesboden und beherbergt ein biologisch-dynamisch bewirtschaftetes Weingut mit Blick auf die Gironde-Mündung. Der Château Palmer Grand Vin und sein Alter Ego bieten zwei verschiedene Ausdrucksformen desselben großartigen Terroirs, eine wahre Referenz des Medoc.
Die Entstehung des Château Palmer geht zurück auf eine Postkutschenfahrt. Im Jahr 1814 traf Oberstleutnant und zukünftiger Generalmajor der britischen Armee Charles Palmer die junge französische Witwe Marie Brunet de Ferriere. Auf der gemeinsamen Postkutschenfahrt durch Frankreich verliebte sich die Witwe nicht nur, sondern erklärte sich auch bereit dem charmanten Oberstleutnant ihre gerade geerbten Weinberge im Medoc zu verkaufen. Dieser Besitz gehöre ursprünglich zum Château d’Issan, wobei aber 1748 50 Hektar an die Familie Gascq übergingen. Im Laufe der Jahre wurden die Weine immer berühmter und auch am Hof von Versailles populär. Das letzte Mitglied der Familie Gascq, welches das Château erbte war besagte Marie Brunet de Ferriere.
So gelang Charles Palmer also zu dem heute so bekannten Château. Mit Hilfe eines Managers gelang es ihm in den folgenden 30 Jahren die Weinberge zu erweitern und die Rebfläche auf 80 Hektar zu vergrößern, sowie wichtige Modernisierungen voranzutreiben. Dank seinem Status und der Bekanntschaft mit dem Prinzregenten gelang es Palmer seine Weine der britischen High-Society vorzustellen, wo sie auf den Geschmack der Gesellschaft trafen. Die Weine mit unverwechselbarem, einzigartigen Stil wurden so immer populärer.
Nachdem es zweimal den Besitzer wechselte, wurde das Château Palmer 1853 von Isaac und Emile Pereire übernommen. Die beiden Brüder tätigten bis dato Investitionen in der Eisenbahn-, Immobilien- und Bankbranche und waren bereit sich einer neuen Herausforderung zu stellen: der Herstellung von Weltklasse-Weinen aus Bordeaux. In nur wenigen Jahren vergrößerten sie die Gesamtfläche der Weinberge weiter und errichteten ein Schloss im Neorenaissancestil. Trotz vieler Schwierigkeiten in der Zeit der Wende zum 20. Jahrhundert, wie der Reblaus, zweier Weltkriege und Wirschaftskrisen, gelang es ihnen das Schloss und seinen Ruf zu erhalten. Trotzdem sahen sie sich 1938 gezwungen das Schloss zu verkaufen.
Zu dieser Zeit erwarben vier Weinhändlerfamilien, die im Bordeaux-Weinhandel tätig waren, Anteile am Weingut und bauten das Château nach dem Zweiten Weltkriegs wieder auf. Durch ihre großzügigen Investitionen erreichten die Weine des Château Palmer den Höhepunkt ihrer Qualität. Tatsächlich wurde der 1961er - ein legendärer Jahrgang in der Geschichte von Bordeaux - in der Kritik so sehr gelobt, dass das Weingut seit diesem Jahr als "Super Second" gilt, trotz seines Status als "Third Classified Growth" nach der Klassifizierung von 1855. Heute befindet sich das Weingut immer noch im Besitz von zwei dieser ursprünglich vier Familien - den Nachkommen der Linie Sichel und Malher-Besse. Im Jahr 2004 wurde Thomas Duroux als Manager eingestellt und begann mit der Produktion einiger der besten Jahrgänge in der Geschichte des Château.
66 Hektar Weinreben des Château Palmer finden sich in der Appellation Margaux in Medoc, am linken Ufer von Bordeaux. Im Medoc gibt es ein Sprichwort, das besagt: "Das größte aller Terroirs übersieht das Wasser". Dies ist sicherlich der Fall für die Weinberge des Château Palmer, die entlang der Gironde und ihrer Mündung liegen und von dem besonderen Mikroklima profitieren, das durch die Gironde geschaffen wurde. So schützt der Nebel, der vom Fluss herrührt, die Reben vor der härtesten Kälte des Winters und kühlt die Temperatur im Sommer ab. Tatsächlich war es die Nähe des Château Palmer zur Gironde, die ihm half, den Frost im April 2017 zu überleben, der vielen andere Weingüter in Bordeaux starke Schäden zufügte.
Der Boden ist ein weiterer Faktor von dem die Weine des Gutes profitieren. Reich an Ablagerungen aus den nahe gelegenen Flüssen Garonne und Dordogne, ist er sehr gut dräniert und vermag es den Reben einen guten Nährboden zu liefern. Das kiesige Terroir wird auch mit einigen weiteren der berühmtesten Weine des Medoc in Verbindung gebracht und gelobt. Obwohl diese Böden für die Landwirtschaft recht schwierig zu kultivieren sind, eignen sie sich ideal für den Anbau von Weinreben, insbesondere Cabernet Sauvignon, da sie die Wurzeln zwingen, sich auf der Suche nach Wasser sehr tief in den Boden zu strecken. Die zunehmende Oberfläche der Wurzel während des Wachstums führt zu einem höheren Grad an Kontakt zwischen der Pflanze und ihrer natürlichen Umgebung (dem Boden), was zu einem höheren Grad an Komplexität der fertigen Weine führt.
Die Weinberge des Château Palmer sind zu etwa gleichen Teilen mit Cabernet Sauvignon - der Flaggschiffsorte des linken Ufers von Bordeaux - und Merlot bepflanzt, zusammen mit einem Hauch von Petit Verdot. Aus diesen drei Rebsorten, die diesem Bordeaux-Wein Kraft und Strukturreichtum (Cabernet Sauvignon), Großzügigkeit und Geschmeidigkeit (Merlot) und einen Hauch von Würze (Petit Verdot) verleihen sollen, entsteht jedes Jahr die finale Assemblage.
Seit dem Jahrgang 2014 sind alle 66 Hektar der Weinberge des Château Palmer nach biologisch-dynamischen Prinzipien bewirtschaftet worden. Das Weingut wird nach der Philosophie von Thomas Duroux geleitet, der zu einer neuen Winzergeneration gehört und an die Kraft der Technologie glaubt, die Weinbergsbewirtschaftung zu verbessern, indem sie sie umweltfreundlicher macht. Nach den ersten schwierigen Jahrgängen 2004 und 2005 begann Duroux mit einer umfassenden Untersuchung des Bodens des Gutes, um herauszufinden, wie sich biologisch-dynamische Praktiken am besten auf den hiesigen Weinbau anwenden lassen.
Die Weinberge wurden mit Infrarotkameras fotografiert, um die Vitalität zu analysieren, und es wurden umfangreiche Probenahmen durchgeführt, um verschiedene Grade von Wasserstress und Stickstoffgehalt zu kartieren. Das Weingut verbot auch den Einsatz von Pestiziden bei der Behandlung der Reben, selbst wenn dies eine Verringerung des Gesamtertrags bedeutete. Heute werden das Gras und die Blumen, die inmitten der Rebzeilen wachsen, zwischen November und März von einer Herde von 109 Schafen geweidet. Die Schafe erhalten den gesunden Zustand der Böden aufrecht, indem sie das Wachstum einschränken und nahrhafte organische Substanz wieder in das Ökosystem einbringen, was das Wachstum der Reben fördert. Im Keller begann das Team damit, Parzellen mit unterschiedlichen Terroir-Charakteristika separat zu vinifizieren, um jeden Aspekt des Weinbergs besser zu repräsentieren. Mit dem Jahrgang 2014 schließlich, stellte das Château auch die Zugabe von Sulfiten während der Weinbereitung ein.
Die Weinbereitung des Château Palmer steht unter dem Leitmotto der Präzision. So führte das Château eine "Präzisionsweinbereitung" durch und teilte den 66 Hektar großen Weinberg nach Rebsorte, Boden und Qualität in 106 Parzellen auf. In der großen Sortierhalle des Weingutes werden die Trauben auf einen vibrierenden Sortiertisch gegeben und zunächst von qualifiziertem Personal manuell sortiert. Danach werden die Trauben abgebeert, bevor sie einen optischen Sortierer durchlaufen. Nach einer leichten Pressung werden die Trauben in den Bottich umgefüllt. Der Bottichraum von Château Palmer beherbergt 54 konische Bottiche unterschiedlicher Größe, in denen die Trauben Parzelle für Parzelle, Sorte für Sorte, Jahrgang für Jahrgang vinifiziert werden.
Anschließend erfolgt die alkoholische Gärung in den temperaturkontrollierten Edelstahlbehältern, wobei eine Maschine periodisch von unten Wein übergießt, um den Deckel der Schalen aufzubrechen. Duroux zieht dieses Verfahren (Remontage) dem Aufschlagen des Deckels (Taubenschlag) vor, da es seiner Meinung nach schonender ist als letzteres und zu einer übermäßigen Extraktion führt. Nach etwa 10 Tagen Mazeration werden die Weine zur malolaktischen Gärung in Holzfässer umgefüllt. Während dieser Zeit werden die Grundweine verkostet und im Labor des Weinguts genauestens analysiert, bis - nach und nach – die Assemblage definiert ist. Die finale Assemblage reift 18 bis 21 Monate in Eichenfässern, von denen etwa 50% neu sind. Die teilweise Verwendung von alten Fässern für die Reifung erlaubt es dem fertigen Wein, die Eigenschaften des Jahrgangs, der Rebsorten und des Terroirs von Château Palmer besser zum Ausdruck zu bringen.
Der gleichnamige Grand Vin von Château Palmer ist ein komplexer Ausdruck von Cabernet Sauvignon, Merlot und Petit Verdot in einem Anteil, der jedes Jahr durch den Jahrgang bestimmt wird. Thomas Duroux beschreibt Château Palmer als Ausdruck von Mäßigung über Prunk, einer harmonischen Sinfonie von Aromen und Geschmacksrichtungen, kräftigen Tanninen und einem samtigen Mundgefühl mit einer sehr großzügigen Länge am Gaumen. Diese Bordeaux-Weine blühen in der Flasche auf und entwickeln im Laufe der Zeit eine unglaubliche Komplexität und aromatische Fülle, während sie gleichzeitig eine seidige und zarte Textur behalten. Jede Flasche des Grand Vin des Weinguts ist mit einem Etikett versehen, auf dem das Neorenaissance-Château in Gold vor einem schwarzen Hintergrund abgebildet ist. Die Jahrgänge 2015 und 2016, die in der Bordeaux-Weinregion außergewöhnlich erfolgreich sind, wurden von Kritikern in aller Welt als großartig bezeichnet und erhielten sowohl von James Suckling als auch von Wine Enthusiast 98-100 Punkte.
Während der Château Palmer Grand Vin ein Ausdruck von Komplexität ist, präsentiert der zweite Wein des Gutes, der berühmte Alter Ego, eine spontanere Interpretation desselben großen Terroirs. Der 1998 erstmals hergestellte Alter Ego ist das Ergebnis einer anderen Auffassung von Selektion und Assemblage. Dieser zweite Wein ist geschmeidig und gut abgerundet, mit mehr frischer Frucht als sein distinguierter älterer Bruder und mit einer knackigen Intensität, die ihn zu einer leichter zugänglichen Alternative macht. Doch trotz seiner frischeren, jugendlicheren Art bewahrt der Alter Ego die seidigen Tannine und die schöne Säurestruktur, die zu einem Markenzeichen des Château-Palmer-Stils geworden ist.
Kurzum: Das Château Palmer bietet rundum gelungene und genussreiche Weine, die als ausgezeichnete Referenz von Margaux dienen und Weinliebhaber aus aller Welt begeistern und bezaubern.