Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03315.jsonl.gz/1302

Einen Monat ist es her, seit das verheerende Erdbeben und der dadurch ausgelöste Tsunami die indonesische Insel Sulawesi in die Katastrophe gestürzt haben. Über 7.000 Menschen sind vermutlich gestorben, mehr als 10.000 Personen sind verletzt, hunderte werden unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermisst.
Seit Oktober 2018 werden die rund 7000 Titel der Fachbibliothek Heilpädagogik und Sozialtherapie des Anthroposophic Council for Inclusive Social Development in die öffentliche Goetheanum-Bibliothek integriert.
Einen Monat ist es her, seit das verheerende Erdbeben und der dadurch ausgelöste Tsunami die indonesische Insel Sulawesi in die Katastrophe gestürzt haben. Über 7.000 Menschen sind vermutlich gestorben, mehr als 10.000 Personen sind verletzt, hunderte werden unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermisst.
Im einleitenden Kapitel der »Geheimwissenschaft im Umriss« (»Charakter der Geheimwissenschaft«) setzt sich Steiner nicht nur mit einer Reihe von Einwänden gegen die Möglichkeit einer solchen Wissenschaft auseinander, sondern legt auch dar, worin seiner Auffassung nach ihre Wissenschaftlichkeit besteht.
Eine Bemerkung sei vorausgeschickt. Unter »Geheimwissenschaft« versteht Steiner nicht etwa ein »geheimzuhaltendes Wissen«, sondern die Wissenschaft von dem, was den Sinnen und dem gewöhnlichen Alltagsbewusstsein verborgen ist, mit anderen Worten: die Wissenschaft vom realen geistigen Weltinhalt. Um Verwirrungen zu vermeiden, wird hier von »Geisteswissenschaft« im Sinn dieser Begriffsbestimmung, statt von »Geheimwissenschaft« gesprochen. Wenn von »Geisteswissenschaft« im akademischen Sinn die Rede ist, dann stets mit diesem ergänzenden Prädikat.
Offenbar ist auch der Begriff der Wissenschaft, wie alle Bewusstseinsphänomene, von den ontologischen Bedingungen des jeweiligen Bewusstseins abhängig. Ein Bewusstsein, dessen Erfahrungshorizont sich auf die Sinneswahrnehmungen und die an diese anschließenden Verstandesoperationen beschränkt, wird seinen Begriff der »Wissenschaft« demnach auf etwas anderes beziehen, als ein Bewusstsein, das für andere Erfahrungsräume offen ist.
Da die Bewusstseinsform, die für die »Geheimwissenschaft« oder »Geisteswissenschaft« konstitutiv ist, sich ontologisch mit einer anderen Wirklichkeit verschränkt, wird die Aktivität dieses Bewusstseins, die zu den für dieses Bewusstsein spezifischen Erkenntnissen führt, dem sinnesgestützten Bewusstsein als »irreal«, als Rede von etwas Nichtexistentem, erscheinen. Ein Wirklichkeitsbegriff, der die konstitutionellen Bedingungen einer bestimmten Bewusstseinsform verabsolutiert, ist jedoch reduktionistisch. Das Bewusstsein ist ein Bestandteil der Wirklichkeit und entsteht aus dieser. Letztere umfasst das erstere und nicht umgekehrt. Das auf die Sinneserfahrungen gestützte Bewusstsein erfährt zwar seinen eigenen Inhalt, die konstitutiven Faktoren, die seiner eigenen Wirklichkeit zugrunde liegen, sind ihm jedoch unzugänglich. Wie kommt die Wahrnehmungswelt zustande, die das auf sie gestützte Bewusstsein als allein wirklich postuliert? Wie kommt die Wahrnehmungsorganisation zustande, der die sinnlichen Wahrnehmungsinhalte gegeben sind? Welche Prozesse erhalten beide im Dasein? Wie kommt das auf die Sinne gestützte Bewusstsein selbst zustande?
All diese Fragen lassen sich aus der Perspektive dieses Bewusstseins nicht beantworten, da es zwar die Ergebnisse, nicht aber die Prozesse zu beobachten vermag, die diesen Ergebnissen zugrunde liegen. Allein diese Feststellungen müssten eigentlich ausreichen, um das sinnesgestützte Bewusstsein davon zu überzeugen, dass es selbst mit all seinen Inhalten nicht die gesamte Wirklichkeit umfasst. Die schlichte und dennoch fundamentale Tatsache, dass die Wirklichkeit des sinnesgestützten Bewusstseins mit jedem Einschlafen im Nichts versinkt und mit jedem Aufwachen wieder aus diesem Nichts auftaucht, könnte – wenn sie nicht verdrängt würde – zur Einsicht führen, dass der Grund, auf dem die Wirklichkeit dieses Bewusstseins steht, ein prekäres Fundament ist.
>> weiter zum ganzen Bericht auf anthroweb.info
__________________________________
Kontakt:
AfAnt – Agentur für angewandte Anthroposophie c/o Lorenzo Ravagli Kunigundenstrasse 4 80802 München
Vertreten durch: Lorenzo Ravagli
Kontakt: Telefon: 0175-2052099