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Die NGO Rroma Foundation hat am Dienstag eine qualitative Studie zur Berichterstattung von acht Deutschschweizer Medienprodukten über die Roma vorgestellt. Der untersuchte Zeitraum umfasst die Jahre 2008 bis 2013; neben dem «Tages-Anzeiger», der NZZ, der «Weltwoche» und anderen Zeitungen ist auch die WOZ für die Studie berücksichtigt worden.
Das Fazit der Studie ist sehr ernüchternd: Alle untersuchten Medien verbreiten Stereotypen und Falschinformationen – auch wenn es bezüglich Häufigkeit und Heftigkeit durchaus Unterschiede gibt. So wird die WOZ in einem Fall gerügt für die unreflektierte Wiedergabe des Stereotyps vom «archaischen Rrom».
Eine weitere Kritik – auch an die Adresse der WOZ – richtet sich an die weitverbreitete Darstellung, «dass Rroma im Inland fast ausschliesslich als Täter (…) genannt werden, in der Auslandberichterstattung hingegen meistens als Opfer». Immerhin taucht die WOZ im Zusammenhang mit dem Armutsstereotyp als positives Bespiel einer differenzierten und relativierenden Berichterstattung auf.
Die Rroma Foundation formuliert in ihrer Studie einen zweiten zentralen Kritikpunkt: Eine positive Berichterstattung über Roma fehle fast gänzlich. Der Fokus liege klar auf «einer kleinen ausgegrenzten Minderheit der Rroma», über die gängige Klischees auf alle Roma übertragen werden – Betteln, Kriminalität, Clanstrukturen –, während die sesshafte, unauffällige und integrierte Mehrheit verschwiegen werde.
Diese Kritik hat ihre Berechtigung, übersieht aber, dass es zum üblichen Mechanismus der Medien gehört, vorwiegend über Negatives und Aussergewöhnliches zu berichten. Das betrifft nicht nur die Berichterstattung über Roma, und deshalb müssen die entsprechenden Berichte nicht zwangsläufig einem diskriminierenden Motiv entspringen.
Trotzdem zeigt die aktuelle Studie auf, dass die Schweizer Presse inklusive der WOZ dringend Nachhilfestunden gegen Antiziganismus braucht.