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Kiko, wären Sie ein Mädchen gewesen, wie hätte Ihr Vorname gelautet?
Ich nehme an Franziska. Meine Brüder heissen Gregorio Bolivar Emeteria und Boris Mercedes – und ich bin einfach der Frank.
Was ist Ihre früheste Erinnerung?
Als ich mit fünf das erste Mal meinen Vater gesehen habe. Er kam aus den USA zu uns nach Santiago in der Dominikanischen Republik. Und als ich mit meinem Onkel das erste Mal Nintendo spielte. Beides war kurz bevor ich in die Schweiz kam.
Als Sie Kind waren: Was hat Ihre Mutter da immer zu Ihnen gesagt?
Meine Mutter sagte nie viel mit Worten, dafür viel mit ihrem Blick. Sie war so streng, wir hatten enormen Respekt.
Ihr Lieblingsbild im Fotoalbum aus Kindertagen?
Jenes von Boris’ Geburtstag. Wir sind alle zusammen – und meine Mutter sieht so schön aus.
Welchen Spitznamen hatten Sie?
Meine Familie nennt mich Kiko, das ist die Kurzform von Francisco. Jene aus der Schulzeit sagen Frank. Wie jemand mich ruft, verrät, woher er mich kennt.
Ihr erster Schulschatz?
Fiona schrieb mir Liebesbriefe. «Liper Franck!! Ick lippe dick.» Wir waren sieben Jahre alt und hielten auf der Schulreise Händchen. Die Buben riefen: «De Frank isch es Meitli.» Als Latino checkte ich das nicht, schliesslich hatte ich meine Freundin am Start.
Ihr schönstes Geschenk als Kind?
Als ich zwölf war, hat mir meine Tante aus dem Tessin Fila-Schuhe geschenkt. Wow, die waren der Killer!
Welche Musik hat Ihr Leben massiv beeinflusst?
Mit 14 in den Frühlingsferien in Santo Domingo entdeckte ich Bachata. Die Musik hat mich so berührt, plötzlich wusste ich, wohin ich gehörte. Wir hatten schon eine harte Zeit im Thurgau.
Ihre peinlichste Modesünde?
An einem Konzert von Aventura trug ich ein schwarzes Playboy-Shirt inklusive Häsli und hatte einen weissen Kuba-Hut auf. So peinlich.
Wovon träumen Sie schon lange, getrauen sich aber nicht, es zu tun? «Von einem Sixpack, doch ich traue mich nicht ins Fitness»
Haben Sie ein Tattoo?
Ich habe drei. Den Namen meiner Mutter auf dem Rücken. Ein Foto von meiner Mutter und mir als Baby und darüber der Mond. Dann «361 Grad» für meine Brüder und ihre Namen. Alle habe ich vor 15 Jahren und für mich gemacht.
Ihr träfstes oder ulkigstes Mundartwort?
«Trötele» benützen wir für alles. Haben Sie Phobien? Meine einzige Phobie ist, dass es mit dem Leben bald «vorbi isch».
Ihre liebste Webseite oder App?
Google. Selbst, um auf die Youtube-Website zu gelangen, google ich.
Haben Sie nachts einen Traum, der immer wiederkommt?
Nicht mehr. Als Junge träumte ich stets, dass ich verfolgt würde und dabei lernte, zu fliegen. Heute versuche ich meinen Traum zu leben. Das ist einfacher.
Welches Geräusch lieben Sie?
Ich liebe morgens das Geräusch, wenn beim Mokka der Kafi rauskommt – und mag es nicht, wenn es dann bereits an der Tür klingelt.
Zu welchem Thema haben Sie Ihre Meinung fundamental geändert?
Zu vegetarischem Essen. Früher habe ich meine Kollegen geärgert, heute esse ich bewusster.
Für welche Eigenschaften bekommen Sie oft Komplimente?
Für den Body (lacht)! Nein, wohl oder übel: «Bisch en luschtige huere Cheib.»
In welcher Situation in Ihrem Leben hatten Sie so richtig Schwein?
Bei der Maturaarbeit hatte ich schriftlich eine 1,8 und habe trotzdem bestanden.
Welches war der härteste Job, den Sie je verrichtet haben?
Ich habe viel «ghandlangered», auch als Dachdecker auf dem Flachdach. Und ich sehe nicht wie ein Mensch aus, der auf dem Dach sein sollte!
Was können Sie alkoholisiert besser als in nüchternem Zustand?
Länger wach bleiben. Ich schlafe stets früh ein, da ich ein Morgenmensch bin.
Engagieren Sie sich ehrenamtlich?
Ich nehme an WWF- und Unicef-Läufen teil. Ansonsten helfe ich in meinem Umfeld, sende der Familie Kleider. Wenn du aus einem sogenannten Drittweltland kommst, hilfst du viel direkt.
Ab welchem Geldbetrag ist man – Ihrer Meinung nach – reich?
Ab dem Moment, ab dem du nicht mehr über Geld nachdenken musst. Mein Bruder isst vegan, meditiert, gibt nichts auf Materialismus und lebt abgeschieden in einem Häuschen. Für ihn ist das der grösste Reichtum.
Sie wären für einen Tag eine Frau. Was würden Sie tun?
Ich würde Zug fahren und erfahren, wie es ist, wenn Leute sich freiwillig neben mich setzen.
Wie alt wären Sie gern für immer?
33. Ich erinnere mich an die Worte meiner Mutter, als ich 33 wurde: «Das ist das Alter von Jesus. Das wird ein gutes Jahr für dich.» Tatsächlich habe ich den Newcomer-Award gewonnen und konnte von der Comedy leben. Mit 33 hast du dich langsam gefunden, bist noch jung und doch erwachsen. Bis auf meinen Hexenschuss war ich auch fit.
Sie sind alt und werden für Ihr Lebenswerk geehrt. Wer soll die Laudatio halten?
Meine Mutter, weil das bedeutet, dass sie dann auch noch unter uns ist.