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Griechenland-Krise? Flüchtlingsdramen an Europas Südostküste? Gab es alles schon im Ersten Weltkrieg, und ein junger Mann aus Barcelona, der unter dem Pseudonym Gaziel zu einem der elegantesten und besten Journalisten Spaniens wurde, hat es aufgeschrieben. Mit dem Schiff fuhr er 1915 nach Griechenland, wo er statt klassisch humanistischer Szenerien ein in Auflösung begriffenes zerrissenes Staatswesen von Europas Gnaden vorfand. In Saloniki, von Engländern und Franzosen besetzt, unterhält er sich mit der in Angst und Schrecken versetzten jüdischen Bevölkerung, bevor er in Richtung Serbien fährt und vom Elend der von deutschen und bulgarischen Truppen vertriebenen Flüchtlinge erzählt. Es lohnt sich, diesen mit grosser Verve geschriebenen Reisebericht in Zeiten des Krieges genau zu lesen. Ähnlichkeiten mit heutigen Begebenheiten sind ebenso zufällig wie wenig verwunderlich.
Gaziel wurde 1887 als Agustí Calvet Pascual in Sant Feliu de Guixols, Katalonien, geboren. Als Student erlebte er den Ausbruch des Ersten Weltkriegs in Paris und wurde umgehend Kriegskorrespondent der in Barcelona erscheinenden Tageszeitung "La Vanguardia", deren Chefredakteur er später werden sollte. Seine Reportagen erschienen in mehreren Bänden, "Nach Saloniki und Serbien" ist die erste Übersetzung ins Deutsche. Gaziel starb 1964 in Barcelona.