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Beim Aufstehen hat sich die Verspätung auf über 4 Stunden verlängert, die Ankunftszeit von Edmonton wurde auf 12.00 (statt 8:22 Uhr) angesagt. Die Gegend hatte sich auch geändert: Die weiten Felder waren leicht hügeligen Wiesen mit Baumgruppen gewichen: typisches Cowboy-Land eben! Dazwischen gibt es weite Täler, die von ruhig dahinfliessenden Flüssen geschaffen wurden und die wir über lange Trestle-Brücken überquerten. Dies sind filigran aussehende Gerüst-Brücken, welche ursprünglich aus Holz, inzwischen aber aus Metall bestehen und es eigentlich nur in Amerika gibt,
In Edmonton (es war unterdessen 14:00 Uhr) wurde der ganze Zug von einem Rangierbahnhof rückwärts in den Hauptbahnhof» geschoben. Dieser besteht aus 2 Geleisen und einem kleinen, einstöckigen Bahnhofgebäude, so etwa wie Turgi, ohne Kiosk, einfach leer. Dahinter war der «Bahnhofplatz» mit ein paar Taxis. Parallel zu den Geleisen verläuft ein Highway, eine autobahn-ähnliche Strasse. Und sonst gab es nichts ausser etwas Industriebrache! Die Wolkenkratzer von Edmonton waren so etwa in 3 km Entfernung zu sehen.
Es gab am Bahnhof immerhin 2 Türen: Ankunft und Abfahrt. Für einige Passagiere war hier das Ende der Zugreise, und hinter der «Departure»-Türe warteten ebenfalls ein Dutzend Leute. Das Gepäck wurde aus- und eingeladen, das Zugfahrzeug des Gepäckwagens war ein John Deere-Rasentraktor, da es sich wahrscheinlich nicht lohnte, einen «richtigen» Traktor anzuschaffen, bei 6 Zügen in einer Woche (3 in jede Richtung) , Die 3 Lokomotiven wurden aus einem Tank-Lastwagen mit neuem Diesel betankt. Und dann mussten wir schon wieder einsteigen, da noch weitere Wagen angehängt werden sollte, darunter ein Panorama-Wagen.
So verzögerte sich die Abfahrt weiter, und kurz nach 16 Uhr (statt 9:40) setzte sich die lange Zugschlange wieder in Bewegung. Es waren nun 28 Wagen hinter den 3 Dieselloks angehängt, so dass der Zug gegen 800 m lang war!
Gegen Abend hörten wir noch einen kurzweiligen Vortrag über Kanadas Bisons: Die 30-60 Millionen Tiere waren auf eine kleine Herde von 1000 Tieren dezimiert worden, welche dann in umzäunten Parks geschützt und gezüchtet wurden.
Nunmehr sind Versuche im Gange, diese Tiere wieder auszuwildern, in total abgelegenen Gegenden.
In der Küche musste nun improvisiert werden, weil die zahlreichen Fahrgäste, welche fahrplanmässig in Jasper um 16:00 Uhr den Zug hätten verlassen können, nun auch mit einem Nachtessen verpflegt werden mussten, da die voraussichtliche Ankunftszeit in Jasper nun auf 22:00 Uhr angekündigt wurde. Da nur noch 2 Essen-Sitzungen geplant waren, wurde auch im anschliessenden Dome-Car aufgetischt. Alles hat prima geklappt.
Aber als wir um 23:00 Uhr immer noch nicht in Jasper angekommen waren, sind wir dann doch ins Bett gegangen.