Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03542.jsonl.gz/1422

Das MEHR ALS KUNST Gremium hat anlässlich der Sitzung vom 23. Mai 2011 über das weitere Vorgehen diskutiert. Ursprünglich war eine zweite Phase für den Zeitabschnitt von Baubeginn (Sommer 2012) bis zum Einzug der Mieter geplant und mit CHF 400’000 budgetiert. Das Gremium hätte für diese Tranche weitere Künstler oder Kuratoren vorschlagen sollen, war sich aber nicht im Klaren darüber, wie diese Phase inhaltlich auszusehen hat. Man wurde sich nicht einig, was in dieser Zeitspanne geschehen und auch nicht, wie man einen Künstler oder Kurator für dieses Projektphase finden sollte. Eine Zusammenlegung mit der anschliessenden Phase drei (nach Bezug der Mieter) wurde andiskutiert, mehr aber auch nicht. Andreas Hofer brachte den Wunsch nach einer übergeordneten Kommunikations- und Dialogsphase ein, welche alle Phasen und alle Kuratorenprojekte zusammenfassen und begleiten sollte. Dafür würden insgesamt CHF 90’000 zur Verfügung stehen. Wer, womit und von wem informiert werden sollte, blieb unklar. Eine öffentliche Ausschreibung für die Vergabe dieses Auftrags wurde diskutiert und wieder verworfen. Die Wettbewerbserfahrene Charlotte Tschumi konnte die Nachteile eines öffentlichen Wettbewerbs deutlich aufzeigen und hatte sich mit klaren Worten dagegen ausgesprochen. Peter Schmid, welcher zum ersten mal physisch an einer Sitzung teilgenommen hatte, formulierte den Wunsch nach einem breiten, offenen Wettbewerb, welcher „Filzbildung“ und dem Inzestcharakter direkter Auftragsvergabe entgegenwirken sollte. Ausserdem fielen die Begriffe „Wettbewerb auf Einladung“ und „Wettbewerb mit eingegrenzten Rahmenbedingungen“.
Nach zweistündiger Sitzung war wenig Klarheit vorhanden. Die Gremiumsmitglieder wurden aufgefordert, Konzepte zu entwickeln welche ebensolche schaffen sollte.
Die Schreibende, welche ja grundsätzlich fürs Schreiben und nicht fürs Mitreden engagiert wurde und demzufolge innerhalb des Gremiums auch keine Stimme besitzt, bemühte sich redlich ums Klappe halten. Dies gelang ihr beinahe durchgehend. Allerdings musste sie Ihrer Verwirrung ob sprunghaftem Konzeptgeplänkel Ausdruck verleihen und etwas mehr Mut zu zivilem Ungehorsam fordern. Der Seiltanz zwischen genossenschaftlichem Demokratie- und künstlerischem Querdenken kann ihrer Meinung nach nicht gut gehen. Sie fordert mehr Entscheidungskraft und Mut zu Fehlentscheiden! Kunst muss Risiko beinhalten dürfen und soll nicht in einem verkappten Marketingkonzept enden.
Es geht um die Vergabe einer knappen Million für MEHR ALS KUNST. Die Schreibende bittet inständig um ein Quentchen Zivilcourage, damit schlussendlich auch MEHR ALS KUNST entstehen kann!