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Durchschnittlich starten auf Schweizer Flugplätzen fast hundert Privatflieger – täglich! Das zeigt eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie aus dem Jahr 2022. Die allermeisten dieser Flüge gingen über sehr kurze Strecken, wie etwa Genf–Paris, was in zweifacher Hinsicht problematisch ist: Sie liessen sich problemlos im Zug zurücklegen und weisen aufgrund ihrer kurzen Distanz eine höhere CO2-Bilanz aus, da die schädlichen Gase beim Start und bei der Landung verstärkt ausgestossen werden.
Gemäss der Studie verursachten alle Privatflüge von 2022 in der Schweiz einen CO2-Ausstoss von über 166 000 Tonnen – so viel, wie 12 000 Durchschnittsschweizer:innen während eines ganzen Jahres verursachen. Erzeugt wird diese grosse Menge zudem für sehr wenige Menschen. Ein Jumbojet verursacht aufgrund seiner Grösse zwar mehr Emissionen, aber diese verteilen sich auf drei- bis achthundert Personen.
«Es stellt sich auch die Frage nach der sozialen Gerechtigkeit»
Es stellt sich auch die Frage nach der sozialen Gerechtigkeit: Darf eine extrem kleine Gruppe Superreicher das Klima übermässig belasten, während der ärmste Teil der Bevölkerung in Regionen lebt, die am stärksten von der Klimakrise betroffen sind? Solche Überlegungen bringen etwa Greenpeace dazu, ein Privatflieger-Verbot zu fordern.
Der Philosoph Dominic Roser äusserte dazu im «Tages-Anzeiger» die meines Erachtens zentralen Worte: «Ein Verbot hätte fast nur Vorteile.» Man müsse aber im Auge behalten: «Um die Klimakrise zu lösen, reicht es nicht, sich bloss auf Sündenböcke wie die Superreichen einzuschiessen.»
Entscheidend sei, dass Personen und Länder, die dank fossiler Energien reich geworden seien, nun die Technologien finanzierten, mit denen andere fossilfrei der Armut entfliehen könnten.