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Ein ehemaliger Vertreter des Rohstoffkonzerns Gunvor hat vor einem US-Gericht zugegeben, an der Zahlung von mehr als 22 Millionen Dollar an Bestechungsgeldern an hochrangige ecuadorianische Beamte beteiligt gewesen zu sein. Dabei ging es um Verträge mit der grössten staatlichen Ölgesellschaft des Landes.
Die in Genf ansässige Gunvor bestätigte am Freitag auf AWP-Anfrage, dass das US-Justizministerium Anklage gegen einen ehemaligen Mitarbeiter des Unternehmens im Zusammenhang mit Geschäften mit einem Vermittler und mit Petroecuador erhoben habe. Allerdings habe Gunvor die Beziehung zu dem fraglichen Vermittler aus Compliance-Gründen beendet, «bevor wir über irgendwelche Ermittlungen informiert wurden».
Gunvor kooperiere voll und ganz mit dem US-Justizministerium und verfolge einen Null-Toleranz-Ansatz bezüglich der Einhaltung von Vorschriften. Der Konzern habe deshalb auch den Einsatz von Vermittlern für geschäftliche Zwecke umgehend untersagt. Dagegen gab Gunvor keine Auskunft dazu, ob sich die strafrechtlichen Ermittlungen auch gegen den Konzern richten.
Der ehemalige Händler gab gemäss Angaben der Nachrichtenagentur AP in einem mit der US-Justiz abgeschlossenen Vergleich zu, hohe Zahlungen an zwei ungenannte Berater genehmigt zu haben. Dabei sei es klar gewesen, dass ein Teil dieser Honorare zur Bestechung der Beamten von Petroecuador verwendet werde, dies im Austausch für Kaufverträge für Erdölprodukte.
Laut dem kanadischen Staatsangehörigen funktionierte das Bestechungssystem mindestens von 2012 bis August 2020. Es habe von den Bahamas aus operiert. Ein von der Nachrichtenagentur Bloomberg zitierter FBI-Agent deutete derweil an, dass mehrere Führungskräfte des Konzerns über die Korruption gewusst haben könnten.
Gunvor wurde 2019 von der Schweizer Bundesanwaltschaft im Zusammenhang mit Korruptionsfällen verurteilt. Das Unternehmen musste damals insgesamt rund 94 Millionen Franken zahlen, davon 4 Millionen Franken als Busse. Gemäss Bundesanwaltschaft hatte der Erdölhändler zwischen 2008 und 2011 die Bestechung von Amtsträgern der Republik Kongo und der Elfenbeinkünste zugelassen. (aeg/sda/awp)