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An der Hauptstrasse zwischen Zwingen und Laufen befindet sich das untere Ende von Dittingen. Das Siedlungsgebiet erstreckt sich von hier aus langgezogen in das Tal des Dittingerbaches hinein nach Nordwesten bis zum historischen Dorfkern. Dittingen ist ein Bachzeilendorf und nimmt als Talsiedlung unter den Blauendörfern nicht nur lagemässig, sondern auch hinsichtlich der Nutzflächen eine Sonderstellung ein. Der Hauptteil der Wiesen-Acker-Flur liegt hoch über dem Dorf auf dem Dittingerfeld. In diesem Zusammenhang sind aber auch die ehemaligen Wässermatten in der Niedermatt (Hüslimatt) zu erwähnen. Die Weidezone setzt sich vom oberen Teil des Plateaus bis zu den flachgründigen, mit Wacholdersträuchern durchsetzen Steilhalden um das Dorf fort. Die geschützte Siedlung ist von einem Kranz von Obst- und Gemüsegärten umgeben. Die 1950er- und 1960er-Jahre brachten einen deutlichen Bevölkerungszuwachs, welcher in den Überbauungen Richtung Talausgang (Hüslimatt) und am Sonnenhang zum Ausdruck kommt.
Die Nutzung des Waldes besass der beschränkten Ackerfläche wegen für die Dittinger grosse Bedeutung. Das nicht für den Eigenbedarf bestimmte Holz wurde entweder auf der Birs nach Basel geflösst oder den Eisenhütten im Jura zugeführt. Es wurde aber auch oft noch am Ort zur Gewinnung von Holzkohle verarbeitet, zum Beispiel im Chilchebode oder im Chälen. Schon früh war die wirtschaftliche Basis des Bauerndorfes durch forstwirtschaftliche und gewerbliche Tätigkeiten erweitert worden. Ausser der Steinhauerei im Schachlete war vor allem die Nagelschmiederei von Bedeutung. Die Nagler verwendeten ebenfalls die lokal erzeugte Holzkohle. Die Betriebe – 1836 bestanden deren 17 – waren meist in Schöpfen untergebracht, die an Bauernhäuser angebaut wurden.
Schon die Römer nutzten am alten Weg von Dittingen nach Blauen einen Steinbruch. Abbauspuren sind vom Chälen bis zur Holle sichtbar. Vermutlich wurde der Steinbruch nicht nur zum Bau der Gutshöfe in der Gegend, sondern auch für Augusta Raurica genutzt. Im 17. und 18. Jh. wurde der Muschelkalk in diesem Steinbruch noch gebrochen. So wurden wahrscheinlich auch das Schloss Zwingen und die Kirche in Dittingen mit diesem Stein gebaut. Ende des 18. Jh. und anfangs des 19. Jh. begann man den als Laufener Kalkstein bekannt gewordenen Malmkalk im Schachlete abzubauen.
Durch das enorme Siedlungswachstum von Basel stieg der Bedarf an Bausteinen erheblich. Ein bekanntes Bauwerk aus Dittinger Steinen ist der Bahnhof SBB in Basel (1904–1907). Den grössten Boom erlebte das Dittinger Steinhauergewerbe in den ersten dreissig Jahren des 20. Jh. Im Schachlete-Tal arbeiteten zeitweise bis zu 400 Arbeiter. Ein Vergleich der Karte von Siegfried 1875 und der Landeskarte von 1955 zeigt die massive Veränderung des Schachletetales. Wo um 1875 noch kaum etwas zu sehen war, sind ab 1900 schon riesige Abbrüche in den Talwänden feststellbar. Die gewaltigen Mengen Abraum wurden anfangs bloss auf die gegenüberliegende Talseite getürmt. Mit diesem Vorgehen wurde so das einst enge und tiefe Tal markant verbreitert und aufgefüllt. Die ursprüngliche Landschaft, bestehend aus Matten und Äckern, verwandelte sich in ein Gebiet intensiver Nutzung mit neuen Wegen und Gewerbebauten. Die meisten Steinbrüche sind heute wieder der Natur überlassen, welche mit einer spektakulären Pioniervegetation wieder Besitz ergriffen hat.
Eine wichtige Landschaftskammer ist das Dittinger Feld. Die Hochebene liegt südwestlich über dem Dorf. Hier hat sich bis heute das traditionelle Landschaftsbild recht gut gehalten. Die heutigen Flurnamen dokumentieren die ehemaligen Zelgen der Dreifelderwirtschaft. Die landwirtschaftliche Fläche mit ihren zahlreichen Feldgehölzen, Einzelbäumen und Hochstammobstbäumen ist eine gut strukturierte Landschaft. Die Stufenraine und Böschungen sind ebenfalls wertvolle Strukturelemente der Landschaft. Bei den vorhandenen Feuchtwiesen handelt es sich um sehr artenreiche Biotope. Südlich und westlich geht es im Wald steil in die Schachlete hinunter.
Der Flugplatz liegt westlich Dittingen auf der Hochebene Hag (536 m ü. M.) und auf ehemaligem Allmendland. Die Start- und Landebahn ist rund 700 Meter lang.Die Segelfluggruppe Zwingen wurde 1933 gegründet und betrieb einen Flugplatz auf dem Hägeberg südlich von Zwingen. Wegen neuen Bundesvorschriften wurde dieser Flugplatz aufgehoben und nach Dittingen verlegt. Seit 1956 wird der Flugplatz Dittingen von einem privaten Verein betrieben, der sich nun «Segelfluggruppe Dittingen» nennt. Überregional bekannt sind die Dittinger Flugtage.
Gleich oberhalb des Siedlungsgebietes befindet sich mit der «Dittinger Weid» ein landschaftlich und ökologisch sehr wertvoller Trockenstandort von nationaler Bedeutung. Die Halbtrockenrasen sind aussergewöhnlich artenreich. Häufige Gräser sind Aufrechte Trespe sowie stellenweise das Blaugras und die Berg-Segge. Bemerkenswert ist der hohe Anteil an seltenen Pflanzen wie zum Beispiel Edel-Gamander, Wundklee, Feld-Thymian, Sonnenröschen sowie zahlreiche Orchideenarten. Bedingt durch die unterschiedlichen Expositionen weist die «Dittinger Weid» eine deutlich höhere Standortvielfalt auf als die Blauen- und Nenzlinger Weide. Weite Flächen sind mit Wacholderbüschen bestanden.
HPM
Quellen: Bundesamt für Statistik 1850–2000 eidg. Volkszählung, Statistisches Amt Kanton Basel-Landschaft ab 2001 Fortschreibung