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Thea Graf (1888 – 1989) war die Enkelin von Johann Martin Graf. Er hatte 1847 die stattliche Liegenschaft Nord gekauft, wo er nebst seinem Land- und Viehwirtschaftsbetrieb auch Gäste zu beherbergen begann. Sein Haus war evangelisch-reformierten Grundsätzen verpflichtet, und bereits ab 1865 stand ein Kurpastor im Dienste der zahlreichen Gäste. Gleichzeitig sorgte Grafs ökologisch geführter Landwirtschaftsbetrieb für Aufsehen, was ihm den Titel «Musterbauer vom Nord» eintrug.
Mit der Gemeindekasse nach Amerika geflüchtet
Ab 1885 führte Sohn Caspar Konrad Graf gemeinsam mit seiner Gattin Maria Schmutziger den blühenden Betrieb. Er war Mitglied des Gemeinderats, und als sich der diebische Gemeindeschreiber 1888 mit dem Geld aus der Gemeindekasse nach Amerika absetzte, hatte Graf auch das Gemeindeschreiberamt zu übernehmen. Im gleichen Jahr wurde Tochter Thea geboren. Nach dem Tod von Caspar Konrad im Jahre 1928 lag die Nord-Betriebsführung in den Händen von Witwe Maria und Tochter Thea.
Seit elf Jahren geschlossen
1946 erwarb das Zürcher Ehepaar Stehli die dem Verband christlicher Hotels der Schweiz angehörende Pension Nord, um das Haus etappenweise zu modernisieren und auszubauen. Mit Andres und Anne Stehli folgte 1975 die zweite Generation, die dem Hotel bis 2012 die Treue hielt. Dann ging die Liegenschaft in das Eigentum der Familie Muhr über, deren Sanierungs- und Neubaupläne sich leider nicht realisieren liessen. Noch immer ist die Zukunft des Hauses ungewiss.
Einsatz für die Sonntagsschule
Mit dem 1946 erfolgten Nord-Verkauf übersiedelte die ledig gebliebene Thea Graf gemeinsam mit Nord-Köchin Ida Hochuli ins benachbarte kleine Appenzellerhaus. Von hier aus verfolgte sie mit wachem Geist die weitere Nord-Entwicklung, und entsprechend dem christlichen Geist ihrer Vorfahren stellte sie sich langjährig in den Dienst der örtlichen Sonntagsschule.