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Das alte Antarktika war wärmer und feuchter als bisher angenommen, genug um einen Grüngürtel entlang der Kontinentalrandes zu bilden. Durch die Untersuchung von Resten von Blattwachs, welches in Sedimentbohrkernen aus dem Boden unterhalb des Rosseisschelfs gefunden wurde, konnten Forscher von der Universität von Südkalifornien (USC), der Louisiana State (LSU) und dem Jet Propulsion Labor der NASA nachweisen, dass die Sommertemperaturen entlang der antarktischen Küste vor 15 – 20 Millionen Jahren 11 °C höher lagen als heute und es auch viel häufigere Niederschläge gab. Dies geschah während einer Periode globaler Erwärmung im mittleren Miozän mit erhöhten Mengen von CO2 in der Atmosphäre. «Diese Resultate gehören zu den ersten Beweisen, die zeigen, wie viel wärmer es damals war», sagt Sarah J. Fearkins, Assistenzprofessorin für Erdwissenschaften an der USC und Hauptautorin der Studie, die in Nature Geoscience veröffentlich wurde.
Wissenschaftler hatten vermutet, dass die Temperaturen in den höheren Breitengraden viel wärmer waren als bisher angenommen, als Sophie Warny, Mitautorin der Studie, grosse Mengen von Pollen und Algen in Sedimentkernen rund um Antarktika gefunden hatte. Pflanzenfossilien in der Antarktis zu finden ist schwierig aufgrund der Bewegungen der massiven Eispanzer, die alle Beweise zermalmen und wegkratzen auf ihrem Weg. «Tiefseebohrkerne sind ideal um Aufschlüsse über die vergangenen Vegetationen zu erhalten, da die abgelagerten Fossilien vor den sich bewegenden Eismassen geschützt sind. Sie sind aber technisch schwierig zu bekommen in der Antarktis und es braucht internationale Zusammenarbeit», sagt Warn, die als Assistenzprofessorin an der LSU lehrt. «Eiskerne gehen nur bis 1 Million Jahre zurück», sagt Fearkins. «Aber Sedimentkerne erlauben uns einen Blick in die Tiefen der Zeit.»
Angetrieben durch die winzigen Pollenfunde, machte sich das von der USC angeführte Team an die Überbleibsel von Blattwachs, welche in den Sedimentkernen gefunden wurden, um nach weiteren Hinweisen zu suchen. Die Wachsschicht von Blättern dient als ein Beleg für Klimawandel durch das Untersuchen von Wasserstoffisotopen des Wassers, welches die Pflanze aufgenommen hatte während ihres Lebens. Jung-Eun Lee, ein Wissenschaftler am Jet Propulsion Labor der NASA und Mitautor der Studie, entwarf Modellexperimente, um herauszufinden, wie viel wärmer und feuchter das Klima gewesen sein könnte. «Wenn der Planet sich erwärmt, sieht man die grössten Veränderungen an den Polen. Die Verschiebung von Regenbänder nach Süden liess die Ränder des antarktischen Kontinents weniger wie eine polare Wüste aussehen, sondern mehr wie das heutige Island.»
Das ultimative Ziel der Studie war ein besseres Verständnis für die möglichen Auswirkungen des Klimawandels, sagt Sarah Fearkins. «So wie die Geschichte uns vieles über die Zukunft mitteilt, ist es mit den vergangenen Klimata: Was uns diese Funde sagen, ist, wie viel wärmer und nasser es um den antarktischen Eispanzer wird, wenn die sich das Klima weiter erwärmt».
Der Höhepunkt der antarktischen Grünphase während dieser Periode, bekannt als das mittlere Miozän, lag zwischen 16.4 und 15.7 Millionen Jahren. Während dieser Zeit, die weit nach dem Ende der Dinosaurier lag, hatten sich schon viele modern erscheinende Tierarten entwickelt, wie beispielsweise 3-zehige Pferde, Hirsche und Kamelarten. Auch verschiedene Arten von Affen existierten. Die warmen Bedingungen während des mittleren Miozäns werden hohen Kohlendioxidwerten zugeschrieben, die bei ca. 400 – 600 ppm lagen. Zum Vergleich: In diesem Jahr wird mit einem Durchschnittswert von 393 ppm gerechnet, dem höchsten Wert seit einigen Millionen Jahren. Bei Beibehaltung der gegenwärtigen Anstiegsgeschwindigkeit von CO2 in der Atmosphäre, werden ähnlich Werte wie im mittleren Miozän gegen Ende dieses Jahrhunderts erwartet.
Quelle: www.antarcticanz.govt.nz; University of Southern California
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