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«Sayonara Atomkraft!»
«Der riesige Andrang deutet darauf hin, dass die Krise den gewöhnlich passiven Geist der Nation endlich aufgerüttelt hat», schrieb die Japan Times über die bislang grösste Protestveranstaltung gegen die Atomkraft.
Am Montag, es war ein Feiertag in Japan, versammelten sich 60’000 friedlich demonstrierende Menschen im Tokioter Meiji Park. Das-Sayonara- Atomkraft-Treffen nannten sie ihre Protestversammlung, die später als friedlicher Umzug durch die Viertel Aoyama und Omotesando führte. «Wir brauchen keine Atomkraft!», «Tepco soll Entschädigungen zahlen» hiess es auf Plakaten.
Aus der kleinen Ansammlung von Atomaktivisten, welche ihre ersten Protestveranstaltungen im Tokioter Viertel Koenji gestartet hatten (Asienspiegel berichtete) ist eine wahre Bewegung entstanden. Und sie bekommt immer prominentere Unterstützung. Kenzaburo Oe, der japanische Nobelpreisträger für Literatur, Komponist Ryuichi Sakamoto, Schauspieler Taro Yamamoto und auch die Schriftstellerin Keiko Ochiai waren anwesend.
Die Worte von Kenzaburo Oe
«Die Atomkraft geht einher mit Verwüstung und Opfern», zitiert die Asahi Shimbun die Rede von Kenzaburo Oe im Meiji Park. «Es ist eine Notwendigkeit, dass wir den Entscheidungsträgern der politischen Parteien und den Wirtschaftsverbänden klar machen, dass wir gegen die Atomkraft unseren Widerstand leisten.»
Der Nobelpreisträger erwähnte weiter, dass sich Italien in einem Referendum gegen den Bau von Atomkraftwerken gewandt hatte. Derweil gäbe es in Japan immer noch Kräfte, welche die Atomkraftwerke weiter betreiben wollen.
Die Opfer von Fukushima
Unter den Demonstranten war auch Ruiko Muto von einer Bürgerbewegung aus Fukushima, die gegen die Nuklearenergie kämpft. Sie selbst bezeichnet sich als Hibakusha, als Atombombenopfer, ein Begriff der für die Opfer von Hiroshima und Nagasaki verwendet wird (Asienspiegel berichtete).
«Die Regierung tut nichts, um die Bevölkerung zu schützen. Der Fukushima-Unfall ist noch nicht zu Ende», beklagte sie sich. Die Menschen in der Präfektur Fukushima müssten mit einer Katastrophe leben, die jede noch so alltägliche Entscheidung beeinflusse. Fragen wie «Flüchten oder nicht flüchten? Essen oder nicht essen?» würden sich die Bewohner seit dem 11. März jeden Tag stellen. Es sei daher an jedem Einzelnen in Japan, eine Veränderung der heutigen Atompolitik herbeizuführen.