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Leas Gesundheitszustand habe sich in den letzten Tagen rapide verschlechtert, teilte der Zoo am Donnerstag mit. Deshalb habe man sich entschieden, sie von ihrem Leiden zu erlösen.
Dicht bei der Scheibe sitzend empfing Lea über Jahrzehnte die Besucher im Menschenaffenhaus. Interessiert habe sie den Blick der Leute erwidert, die aus ungewohnter Nähe in das ruhige Antlitz eines ihrer nächsten Verwandten schauen konnten.
Gemäss Mitteilung hatte Lea in den 1980er- und 1990er-Jahren ihren eigenen Freundeskreis, der sie regelmässig besuchte und keinen ihrer Geburtstage verpasste. Mitglieder dieses Kreises brachten ihr Zeitschriften mit und zeigten sie ihr durch die Scheibe hindurch.
Erhielt sie später zur Beschäftigung selber Zeitschriften, so breitete sie diese geschickt aus und blätterte die Seiten um. Sie betrachtete die Seiten aufmerksam - "auch wenn sie die Zeitschrift verkehrt herum hielt oder sich der Inhalt um Motorradzubehör drehte".
Wegen zunehmender sozialer Spannungen in der Orang-Utan-Gruppe bezogen die beiden Weibchen Lea und Oceh vor gut drei Jahren einen Teil der ehemaligen Schimpansen-Anlage im alten Gebäudeteil des Menschenaffenhauses.
Hier habe Lea "ohne jegliche Hektik" ihren Lebensabend verbracht - mit einem Schlafplatz direkt an der Scheibe. Dieser bot einen guten Überblick über das Geschehen im Besucherraum.
Lea kam im August 1967 in der Wilhelma Stuttgart zur Welt. 1974 zog sie nach Zürich. Hier gebar sie vier Junge. Ein fünftes Jungtier starb kurz nach der Geburt. Drei Enkelkinder und ein Urenkel leben heute in Deutschland, Belgien und Grossbritannien.
(SDA)