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Telekryptogerät 53
Gretag, Dr. Edgar Gretener AG, Zürich

überarbeitet am 17.12.2012

Von Gilbert Vernam, einem Ingenieur von AT&T, stammt die Idee, einen
Fernschreiber Lochstreifen mit Hilfe eines zweiten Lochstreifens, dem Schlüssel-
Lochstreifen zu verschlüsseln, indem die Zeichenelemente 1 und 0 resp. "Loch" und
"Kein Loch" addiert werden, wird als Chiffrat die Summe der jeweiligen
Zeichenelemente ausgegeben, nach Überlagerungen des Lochstreifens mit dem
Chiffrat und nochmaliger Addition des Schlüssel - Lochstreifens, entsteht
wieder der Klartext.
Das Telekryptogerät wird in eine Drahtverbindung dem sendenden ETK-Schreiber nachgeschaltet, empfangsseitig setzt es die chiffrierten Impulse in für den ETK auf der Empfangsseite verständliche Signale um - eine Echtzeitverschlüsselung ist möglich.
Der Schlüssel besteht aus einem Buchstabenschlüssel von 12 Buchstaben und
einem Zahlenschlüssel aus 4 von 8 Zahlen. Die vier Permutierwalzen /-räder auf der
linken Seite und die Nockenräder auf der rechten Seite des Schlüsselablesefensters
werden elektrisch mit Wählschaltern in die Ausgangposition gebracht, je nach
Ziffernschlüssel werden dann die Zahlenhebel 1 - 8 eingeschaltet.
Das runde SPG, das Schlüsselproduktionsgerät, ist nichts anderes als ein Buchstaben - Zufallsgenerator, mit dem sich ein zufälliger Meldeschlüssel generieren lässt, dass nicht immer SONNE, REGEN oder der Name des Kompaniekommandanten als Schlüsselwort herhalten muss. Ähnliche Passwortgenerator sind heute im Computerzeitalter wieder aktuell, da die mensch - gemachten Passwörter oft zu wenig zufällig erstellt werden und mit einer "dictionnary - Attacke" leichter zu knacken sind.
Das Telekryptogerät 53 wurde von der Dr. E. Gretener AG in Zürich hergestellt.
Die Telekryptogeräte 53 mit dem Schreiber ETK-R 55 standen bei den Übermittlungstruppen für drahtgebundene und Funkverbindungen im Einsatz, 1983 wurde das Material aus dem Korpsmaterial zurückgezogen und zum Grossteil aufgelöst, d.h. vernichtet.
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© Martin Bösch 11.6.2011