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Allein die Liste der Komponisten zeigt schon, dass das Herz des Geigers Hugo Ticciati vor allem für die zeitgenössische Musik schlägt: Violinkonzerte von Alfred Schnittke, Rodion Schtschedrin, Lera Auerbach, Philip Glass und Toru Takemitsu führte er in den letzten Jahren auf, hinzu kamen Uraufführungen von Tobias Broström, Sergei N. Jewtuschenko and Albert Schnelzer. Dabei tritt Ticciati in allen wichtigen Konzertsälen Europas und Amerikas sowie bei renommierten Festivals auf. Seine Leidenschaft für die Kammermusik brachte ihn mit Musikern wie der Pianistin Angela Hewitt, der Percussionistin Evelyn Glennie, dem Cellisten Steven Isserlis und dem Posaunisten Nils Landgren zusammen. Er ist Leiter seines eigenen Festivals, O/MODƏRNT in Schweden, das außerdem Konzertreihen an der Wigmore Hall in London und am Muziekgebouw aan’t LJ in Amsterdam präsentiert. Darüber hinaus gibt der Musiker Meisterklassen und Seminare und beschäftigt sich intensiv mit der Anwendung der physischen und spirituellen Aspekte der Meditation auf das Geigenspielen. Ticciati, 1980 in London geboren und älterer Bruder des Dirigenten Robin Ticciati, ist heute schwedischer Staatsbürger.
www.hugoticciati.com
Der Fagottist Bram van Sambeek wurde 2002 als erst 22-Jähriger zum Solofagottisten der Rotterdamer Philharmoniker ernannt und behielt diese Position bis 2011. Seit 2009 unterrichtet er am Konservatorium in Rotterdam, außerdem ist er Mitglied des Orlando Quintet und tritt als Solist auf. So veröffentlichte Van Sambeek 2012 die CD „Bassoon-Kaleidoscope“, die neben Kammermusik auch einen Rocksong bietet. Außerdem brachte er Ende 2014 in Lahti/Finnland ein neues Fagottkonzert des finnischen Komponisten Sebastian Fagerlund zur Uraufführung. 2009 erhielt Van Sambeek als erster Fagottist den Niederländischen Musikpreis zugesprochen.
www.bramvansambeek.com
Der Niederländer Rick Stotijn erhielt seine klassische Kontrabassausbildung an den Konservatorien von Amsterdam, Utrecht und Freiburg. Neben seinen solistischen Auftritten macht er Kammermusik in verschiedensten Besetzungen, tritt im Trio mit seiner Schwester, der Sopranistin Christianne Stotijn, und dem Pianisten Joseph Breinl auf und veranstaltete eine vierteilige Konzertreihe am Amsterdamer Concertgebouw. Derzeit ist Stotijn Solokontrabassist beim Schwedischen Radio-Sinfonieorchester, mit dem er auch das Kontrabasskonzert von Nino Rota eingespielt hat.
www.rickstotijn.com
Der Schlagzeuger Marijn Korff de Gidts, Absolvent des Konservatoriums von Amsterdam, hat verschiedenste Erfahrungen mit außereuropäischer Musik bei Aufenthalten in Westafrika, Indien und New York gesammelt. Seine Neugier gilt dem „klassischen“ Schlagzeug genauso wie zeitgenössischer Musik, Weltmusik, Improvisation und elektronischer Musik. Er ist Mitglied des Percussion-Trios Twitching Eye und des Soil Ensemble (Percussion, Klavier und Violoncello), gleichzeitig arbeitet er auch mit dem Concertgebouw Orchester oder dem Niederländischen Bläserensemble zusammen.
Sven Figee, Hammondspieler und Kopf der Band Sven Hammond Soul, stammt aus dem niederländischen Almelo. Er arbeitet als Komponist, Dirigent, Produzent und als Co-Präsentator der niederländischen Talent-Show „The Voice of Holland“. In den 90er Jahren ging er mit der Rocksängerin Anouk auf Tournee durch Europa und die USA, und an dem Debüt-Album „Trust“ der Soulsängerin Rose war er als Produzent, Komponist, Arrangeur und Pianist beteiligt. Sven Figee leitet ein eigenes Tonstudio in Delft; die jüngste CD seiner Band mischt Rock, Pop und Soul mit Rhythm ’n’ Blues.
«VIVALDI ROCKS: GUT STRINGS AND METAL»
Werke von Vivaldi, Metallica, Pink Floyd, Muse,
Dream Theater und anderen
Dr. Matthias Kollatz-Ahnen ist Finanzsenator in Berlin.
Schon zu Studienzeiten an der TU Darmstadt stand Dr. Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) für sozialdemokratische Werte ein: als Asta-Mitglied für die Juso-Hochschulgruppe. Seitdem ist in seinem Leben viel passiert, das politische Engagement aber hat überdauert. Der Diplom-Physikingenieur, der später noch ein Studium der Volkswirtschaft in Frankfurt am Main und Berlin hinterherschob, ist heute Berlins Finanzsenator und hat damit die nicht ganz einfache Aufgabe, die chronischen Geldprobleme der Hauptstadt in geregelte Bahnen zu lenken. Als früherer Vorstand der Europäischen Investitionsbank, ehemaliger SeniorExpert bei der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers und Mitglied des Beratungsgremiums der EU Kommission ‘Innovation for Growth‘ dürfte ihm diese Aufgabe liegen. Mit seiner Frau kann er sich ebenfalls austauschen, diese bekleidet nämlich denselben Posten im Bundesland Rheinland-Pfalz. Ob er dort wohl ab und zu mit seinem Motorrad hinfährt? Zumindest am 11. August wird er aber zu unserer Freude in Berlin sein, und als EU-Experte die Patenschaft für das European Union Youth Orchestra übernehmen!
Die chinesisch-amerikanische Dirigentin Xian Zhang, geboren 1973 in Dandong, erhielt ihre musikalische Ausbildung am Zentralkonservatorium in Beijing, wo sie schon mit 16 Jahren erste Dirigierkurse belegte. Mit 19 Jahren leitete sie am Opernhaus von Beijing ihre erste Opernaufführung (Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“). Als 25-Jährige ging Xian Zhang zur weiteren Ausbildung in die USA, wo sie ab 2004 als Assistenzdirigentin von Lorin Maazel beim New York Philharmonic tätig war. Danach entwickelte sich schnell ihre eigene Karriere, die sie zu bedeutenden Orchestern wie dem Los Angeles Philharmonic, dem London Symphony Orchestra und dem Concertgebouw Orchester in Amsterdam führte. 2009 wurde Zhang Chefdirigentin des Orchestra Sinfonica Giuseppe Verdi in Mailand; seit 2011 ist die Dirigentin Artistic Director der niederländischen NJO Music Academy. Neben ihren zahlreichen Opernengagements (Washington, Mailand, Cardiff, Savonlinna) setzt sie sich besonders für Werke chinesischer Komponisten wie Chen Yi, Huang Ruo, Qigang Chen und Tan Dun ein.
Gerade einmal 33 Jahre alt, kann die amerikanische Cellistin Alisa Weilerstein bereits auf eine (fast) 30-jährige „Karriere“ zurückblicken. Denn mit nur vier Jahren erfüllten ihr die Eltern den Wunsch nach einem Cello, und sechs Monate später trat sie erstmals öffentlich auf. Mit 13 gab Weilerstein mit Tschaikowskys Rokoko-Variationen ihr Debüt mit dem Cleveland Orchestra, mit 15 war sie erstmals in der New Yorker Carnegie Hall zu hören. Seitdem hat sich die Musikerin schnell einen Platz unter den besten Cellisten der jüngeren Generation erobert. Sie wurde weltweit zu allen großen Festivals eingeladen; in der letzten Saison musizierte sie mit dem Orchestre de Paris und dem London Philharmonia Orchestra, dem Tonhalle Orchester in Zürich, dem New York Philharmonic und dem NHK Orchestra Tokyo. Mit Daniel Barenboim nahm sie die Cellokonzerte von Edward Elgar und Elliott Carter auf, zuletzt erschien ein Recital mit Solo-Sonaten des 20. Jahrhunderts bei ihrem Label DECCA. In ihrem Einsatz für zeitgenössische Musik spielt Weilerstein nicht nur regelmäßig Werke von Osvaldo Golijov, Lera Auerbach und Joseph Hallman, sondern bestritt 2014 auch die New Yorker Premiere von Matthias Pintschers Cellokonzert „Reflections on Narcissus“.
Fantasie-Ouvertüre «Hamlet» op. 67 (1888)
«Rokoko-Variationen» für Violoncello und Orchester
op. 33 (1877)
Symphonie Nr. 5 d-Moll op. 47 (1937)
Prof. Dr. h.c. Klaus-Dieter Lehmann ist der Präsident des Goethe-Instituts.
Dieser Mann ist ein Phänomen: Als diplomierter Mathematiker und Physiker arbeitete Prof. Dr. h.c. Klaus-Dieter Lehmann in der Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut, die 1969 die erste Proben der Apollo-11-Mission untersuchte, hatte er selbst doch zuvor ein hochauflösendes Massenspektrometer entwickelt, mit dem man kleinste Mengen von Isotopen nachweisen konnte. Dennoch begann der damals 29-Jährige buchstäblich einen zweiten Bildungsweg – und wurde Bibliothekar. Inzwischen ist der Mann, der die Deutsche Nationalbibliothek als Zusammenschluss unterschiedlicher Standorte gründete, in seiner zweiten Amtszeit als Präsident des Goethe-Instituts, einem international funktionierenden Netzwerk aus 160 Institutionen in 94 Ländern. Er ist Träger vieler Auszeichnungen, u.a. des Großen Bundesverdienstkreuzes, als ehemaliger Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz maßgeblich verantwortlich für die Sanierung der Berliner Museumsinsel, Mitbegründer der Idee des Humboldt-Forums – die Liste ließe sich in dieser Größenordnung weiterführen. Er selbst sagt bescheiden: «Ich bin in erster Linie ein Vermittler. Ich liebe es, Menschen zusammenzubringen und an Ideen teilhaben zu lassen». Dieses Verhalten hat ihm zu viel Respekt und Anerkennung verholfen, Frank-Walter Steinmeier nennt ihn „den Humanisten der digitalen Wissensgesellschaft“. Es ist uns eine Ehre, ihn als Paten für das Guangzhou Youth Orchestra zu wissen, und freuen uns das das Orchester eines seiner Lieblingswerke spielen wird: den „Feuervogel“ von Strawinski.
Seit 2014 amtiert Huan Jing als Chefdirigentin des Guangzhou Youth Orchestra. Ihre musikalische Ausbildung erhielt die 31 Jahre junge Chinesin zuerst am Zentralkonservatorium in Beijing, anschließend setzte sie ihr Studium in den USA an der Universität von Cincinnati fort. Dort sammelte sie erste Erfahrungen als Assistenzdirigentin beim Cincinnati Symphony Orchestra und beim Cincinnati Youth Orchestra (2011-13) und leitete Aufführungen von Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“, Puccinis „Turandot“ und Strawinskis „The Rake’s Progress“. Einladungen führten Huan Jing nach Kroatien, Polen und zum Spoleto-Festival in Italien. Seit September 2013 fungiert sie als Hausdirigentin beim Guangzhou Symphony Orchestra, wo sie mit Tschaikowskis Violinkonzert und Maxim Vengerow als Solist ihren Einstand gab.
Seit dem Gewinn der Goldmedaille beim Internationalen Van Cliburn- Klavierwettbewerb in Fort Worth, Texas im Jahr 2009 hat Haochen Zhang schnell international Karriere gemacht. Zu den Höhepunkten der letzten Jahre zählten 2013 die China-Tournee mit den Münchner Philharmonikern unter Lorin Maazel und eine Verpflichtung als Artist in Residence beim Shanghai Symphony Orchestra in der Saison 2013/14. Im Dezember 2014 spielte Haochen Zhang unter Valery Gergiew Prokofjews zweites Klavierkonzert in Beijing; im Februar 2015 debütierte er beim Los Angeles Philharmonic unter Xian Zhang mit Tan Duns Klavierkonzert „Triple Resurrection“. Mit elf Jahren kam der Pianist 2001 an die Musikschule im südchinesischen Shenzhen, später studierte er zuerst am Konservatorium von Shanghai und anschließend am Curtis Institute in Philadelphia unter Gary Graffman.
www.haochenzhang.com
Der chinesisch-australische Cellist ist in Berlin kein Unbekannter: Li-Wei Qin trat hier bereits mit dem Konzerthausorchester, mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester und zuletzt auch mit dem Deutschen Symphonie-Orchester auf. Als Preisträger des Tschaikowski-Wettbewerbs in Moskau und des Naumburg-Wettbewerbs in New York führen den Cellisten Einladungen um die ganze Welt: In London und Prag trat er ebenso auf wie in Sydney und Auckland, Osaka und Hong Kong, beim Rheingau Musik Festival und im Lincoln Center in New York. Geboren 1976 in Shanghai, ging Li-Wei Qin als 13-Jähriger mit seiner Familie nach Australien; später studierte er bei Ralph Kirshbaum in Manchester und David Takeno in London. Spektakuläre Auftritte absolvierte der Cellist auch bei den Olympischen Spielen 2008 in Beijing und 2012 in London. Seine Diskographie umfasst Werke von Beethoven und Rachmaninow ebenso wie die Cellokonzerte von Dvořák, Elgar und Walton. Li-Wei Qin spielt auf einem Guadagnini-Cello von 1780.
www.liweicello.com
Jia Lei zählt heute zu den angesehensten Sheng-Virtuosen in China. Ausgebildet am Konservatorium in Xi’an und am Zentralkonservatorium in Beijing, gewann er 1995 den Exzellenzpreis des Nationalen Musikwettbewerbs und wurde als Sheng-Spieler in das nationale chinesische Jugendorchester aufgenommen. Nach seinem Diplom wirkte er an der Nationaloper und am Theater für Tanz und Drama. Mit dem Chinesischen Rundfunk-Orchester trat Jia Lei im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins auf. Seit 2001 ist der Sheng-Spieler Mitglied des China National Orchestra, seit 2004 auch des Macao Chinese Orchestra.
«Till Eulenspiegels lustige Streiche» op. 28 (1894)
«Er Huang», Konzert für Klavier und Orchester (2009)
«Duo» Konzert für Cello, Sheng und Orchester (2013, Deutsche Erstaufführung)
«Der Feuervogel» Suite Nr. 2 (1919)
Nils Landgren ist zweifellos einer der erfolgreichsten Jazzmusiker Europas. Schon jetzt rätseln die Fans und Beobachter des 58-jährigen Schweden, ob seine Tage vielleicht mehr als 24 Stunden lang sind. Kritiker haben ihm den Ehrentitel hardest working man in showbusiness verliehen. Wenn „Mr. Redhorn“, der Mann mit der roten Posaune, nicht mit seiner legendären Funk Unit oder anderen Projekten unter eigenem Namen tourt, ist er als Produzent und Talentscout tätig oder vermittelt sein Knowhow an Studenten. In der Bundeshauptstadt hat er sich als künstlerischer Leiter des JazzFest Berlin ausgezeichnet. Bewunderung erregt nicht zuletzt die Vielseitigkeit dieses Musikers, der schon mit sechs Jahren Schlagzeug zu spielen begann und mit 13 die Posaune für sich entdeckte: Neben knallhartem Jazz pflegt er die schwedische Folklore oder spielt bei Christmas With My Friends romantisch-eigenwillige Weihnachtslieder ein. In Kooperation mit Ärzte ohne Grenzen unterstützt Nils Landgrens Funk Unit ein Projekt zur musikalischen Förderung von Kindern und Jugendlichen in einem der größten Slums in Kenias Hauptstadt Nairobi. Nach der Leitung des erfolgreichen „Young Euro Classic meets Jazz“ Projekts im letzten Jahr kehrt Nils Landgren 2015 zu dessen Fortsetzung zurück.
Die Schlagzeugerin Malin und die Saxophonistin Karolina Almgren, zwei Schwestern aus Göteborg, treten seit 2013 als „Sisters of Invention“ auf. Dabei können sie ihre ganzen Qualitäten als Musikerinnen und Arrangeurinnen ausspielen: 2014 erschien nach „Om & Om Igen“ bereits ihr zweites eigenes Album „Navigating“. Noch nicht einmal Mitte 20, haben die beiden Schwedinnen bereits Arrangements für das Arctic Youth Jazz Orchestra geschrieben und traten beim Fife Jazz Festival in Schottland auf. Inzwischen arbeiten sie auch für die Bohuslän Big Band, mit der sie im Herbst 2015 auf Tournee gehen werden.
Die Pianistin Fanny Gunnarsson stammt aus Malmö, wo sie 2014 auch ihr Diplom an der dortigen Musikakademie gemacht hat. Schon als Schülerin entdeckte sie den Jazz. Inzwischen hat sie sich längst einen Namen als Pianistin und Sängerin gemacht, außerdem gründete sie das Fanny Gunnarsson Quartet. Als Songwriter verbindet Fanny Gunnarsson heutigen Jazz mit Popmusik; ihr Debüt-Album „Same Eyes As You“ brachte dem Quartett Einladungen zum Ystad Sweden Jazz Festival und zum renommierten Jazz-Club „Fasching“ in Stockholm.
Im vergangenen Jahr hat Lisa-Rebecca Wulff, geboren 1990 in Hamburg, ihr Studium der Musikerziehung im Bereich Jazz und jazzverwandte Musik mit den Hauptfächern E- und Kontrabass in Bremen abgeschlossen und setzt seitdem ihre künstlerische Ausbildung in Hamburg fort. Nicht nur als Bassistin, sondern auch als Sängerin ist Lisa-Rebecca Wulff auf der Bühne zu erleben. Außerdem komponiert sie und gründete nach Erfahrungen mit ersten eigenen Bands wie Kalís, Greenroom und takadoon zuletzt das Lisa Wulff Quartett. Konzerte führten sie über Deutschland hinaus ins europäische Ausland und nach China.
Die Schlagzeugerin Malin und die Saxophonistin Karolina Almgren, zwei Schwestern aus Göteborg, treten seit 2013 als „Sisters of Invention“ auf. Dabei können sie ihre ganzen Qualitäten als Musikerinnen und Arrangeurinnen ausspielen: 2014 erschien nach „Om & Om Igen“ bereits ihr zweites eigenes Album „Navigating“. Noch nicht einmal Mitte 20, haben die beiden Schwedinnen bereits Arrangements für das Arctic Youth Jazz Orchestra geschrieben und traten beim Fife Jazz Festival in Schottland auf. Inzwischen arbeiten sie auch für die Bohuslän Big Band, mit der sie im Herbst 2015 auf Tournee gehen werden.
Die Pianistin Fanny Gunnarsson stammt aus Malmö, wo sie 2014 auch ihr Diplom an der dortigen Musikakademie gemacht hat. Schon als Schülerin entdeckte sie den Jazz. Inzwischen hat sie sich längst einen Namen als Pianistin und Sängerin gemacht, außerdem gründete sie das Fanny Gunnarsson Quartet. Als Songwriter verbindet Fanny Gunnarsson heutigen Jazz mit Popmusik; ihr Debüt-Album „Same Eyes As You“ brachte dem Quartett Einladungen zum Ystad Sweden Jazz Festival und zum renommierten Jazz-Club „Fasching“ in Stockholm.
Im vergangenen Jahr hat Lisa Wulff, geboren 1990 in Hamburg, ihr Studium der Musikerziehung im Bereich Jazz und jazzverwandte Musik mit den Hauptfächern E- und Kontrabass in Bremen abgeschlossen und setzt seitdem ihre künstlerische Ausbildung in Hamburg fort. Nicht nur als Bassistin, sondern auch als Sängerin ist Lisa Wulff auf der Bühne zu erleben. Außerdem komponiert sie und gründete nach Erfahrungen mit ersten eigenen Bands wie Kalís, Greenroom und takadoon zuletzt das Lisa Wulff Quartett. Konzerte führten sie über Deutschland hinaus ins europäische Ausland und nach China.
«Kleine Dreigroschenmusik» (1928)
«Le Boeuf sur le Toit» op. 58 (1920)
sowie Werke von George Gershwin, Duke Ellington, Jacques Ibert und anderen
Ulrich Deppendorf ist Journalist.
Ulrich Deppendorf, das Urgestein des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, das Signal für eine wichtige Information aus dem aktuellen Weltgeschehen – 289 mal moderierte er den Bericht aus Berlin, der Wahlheimat des Ruhrgebiet-Kindes, dem „Sehnsuchtsort“ des inzwischen 65-Jährigen. Nach seinem Jurastudium in Münster kam er einst über ein Volontariat zum WDR, dessen Fernseh-Programmdirektor er nach vielen erfolgreichen Jahren als Redakteur und Verantwortlicher vieler unterschiedlicher Sendungen und Programmbereiche, darunter „ARD aktuell“ mit Verantwortung für „Tagesschau“ und „Tagesthemen“, einige Jahre war. Dieser Job unterbrach ihn bei seiner Tätigkeit als Studioleiter und Chefredakteur des ARD-Hauptstadtstudios, die er dann 2007 bis 2015 aber wieder aufnahm. Für viele und vielleicht auch für ihn kam er zurück „nach Hause“. Seine Wohnung in Berlin-Charlottenburg hat er ja auch in der ganzen Zeit behalten – mit der ruppigen Art der Berliner kommt er gut klar, sagt er, vielleicht ist es auch der kulturelle Überfluss der Stadt, die ihn so anzieht. Der bekennende Klassik-Fan hatte nämlich in seinen jungen Jahren noch einen ganz anderen Berufswunsch: „Ich habe die Entscheidung zum Journalismus nicht einen Tag bereut. Aber in meinem zweiten Leben würde ich dann gerne Dirigent werden.“ Deppendorf ist Stammgast in der Philharmonie, und bei Young Euro Classic ist er als Mitbegründer des Festivals schon seit der ersten Minute aktiv dabei. Wir hoffen, dass das auch noch viele Jahre so bleiben wird!
Der georgische Dirigent Nikoloz Rachveli ist ein musikalisches Multitalent, dessen Begabung sich schon in frühester Jugend bemerkbar machte. Mit neun Jahren komponierte er eine Kinderoper, mit zehn stand er erstmals vor einem Orchester. Sein späteres Studium in Wien brachte ihn mit Persönlichkeiten wie Pierre Boulez, György Ligeti und Luciano Berio in Berührung. Später war Rachveli der erste, der Kompositionen von Stockhausen, Cage, Schnittke und Gubaidulina in seiner georgischen Heimat aufführte. Nach der Rosenrevolution übernahm Rachveli wichtige Positionen an der Oper in Tbilissi und beim Staatlichen Orchester; heute amtiert der 36-Jährige als Chefdirigent des Georgischen Philharmonischen Orchesters. Sein Klavierkonzert „Introversion“ wurde mit dem Georgischen Kammerorchester im Konzerthaus Berlin aufgeführt; als Dirigent widmet er sich in besonderer Weise dem Werk Giya Kanchelis. 2013 nahm Rachveli neben Künstlern wie Gidon Kremer, Daniel Barenboim, Khatia Buniatishvili und Sergei Nakariakov an einem Solidaritätskonzert „To Russia with Love“ in der Berliner Philharmonie gegen die Verletzung der Menschenrechte in Russland teil.
Der estnische Dirigent Andres Mustonen, Jahrgang 1953, wandte sich schon früh der zeitgenössischen Musik zu, machte dann aber eine abrupte Kehrtwende hin zur Alten Musik. 1972 gründete er das Ensemble Hortus Musicus, mit der er zu vielen internationalen Festivals eingeladen wurde und 25 Schallplattenalben produzierte. Inzwischen versteht es Mustonen, der auch als Geiger auftritt, mühelos, alte und moderne Musik miteinander zu verbinden, wobei sein Schwerpunkt stets auf Kirchenmusik liegt. Zum einen dirigiert er Schütz, Bach und Mozart, zum anderen Giya Kancheli, Krzysztof Penderecki, John Tavener, Alexander Knaifel und Sofia Gubaidulina. Bekannt wurde Mustonen für seinen unkonventionellen Dirigierstil, in dem sich Spontaneität, Improvisation und flammende Begeisterung für die Musik ausdrücken. Für die Auswahl der Künstler, mit denen er musiziert, hat der Dirigent klare Vorstellungen: „Ich teile nie die Bühne mit jemand, den ich nicht kenne, nicht als meinen Freund betrachte oder liebe.”
Der georgische Bratscher Giorgi Zagareli, 1986 in Tbilissi geboren, ging nach dem Studium in seiner Heimatstadt zur weiteren Ausbildung zuerst an die Hochschule für Musik in Detmold, dann nach Leipzig und an die Hochschule Basel. Seitdem hat sich Zagareli international einen Namen als Solist und Kammermusiker gemacht. Besonders verbunden fühlt sich der Musiker der Musik der Gegenwart: In Georgien führte er erstmals Werke von Berio, Feldman, Xenakis, Penderecki und Ligeti auf; außerdem widmete er sich der Uraufführung von Kompositionen seiner Landsleute Sulkhan Nasidze, Tigran Mansurian sowie von Giya Kancheli. Von ihm hat er zahlreiche Werke auch auf CD eingespielt, so das Projekt „Kancheliada“ mit dem Ensemble „Septeriment“. Zusammen mit Nikoloz Rachveli gehörte Zagareli auch zu den Begründern des georgischen Festivals Kontrapunkt für zeitgenössische Musik. 2014 nahm er mit Nikoloz Rachveli Giya Kanchelis 20 Miniaturen für Bratsche und Klavier auf. Der Komponist widmete dieses Werk Giorgi Zagareli und Nikoloz Rachveli.
Die georgische Pianistin Dudana Mazmanishvili, 1980 in Tbilissi geboren, hat in den letzten Jahren ihre größten Erfolge in den USA gefeiert, wo sie an der Mannes School of Music in New York City studierte. Aber auch mit Deutschland ist sie eng verbunden. Nach erstem Unterricht in ihrer Heimat kam die junge Pianistin zum Klavierstudium bei Elisso Virsaladze an die Musikhochschule in München, machte dort für den Bayerischen Rundfunk ihre erste CD und lebt inzwischen seit einigen Jahren in Berlin. Die georgische Regierung ernannte sie 2013 zur „Kulturbotschafterin Georgiens in Deutschland“. Auch im deutschen Klavierrepertoire fühlt sich Dudana Mazmanishvili zuhause; so spielt sie Bach und Beethoven genauso gern wie Schumann, Brahms und Busoni. Darüber hinaus widmet sie sich besonders Chopin, Liszt, Rachmaninow und auch georgischen Komponisten. Im Frühjahr dieses Jahres trat sie erstmals beim Klavierfestival Ruhr auf.
«Warzone» für Symphonieorchester (2002)
«Für Lennart in memoriam» für Streichorchester (2006)
«Silent Prayer» für Violine, Violoncello, Vibraphon, Bassgitarre, Streichorchester und Tonband (2007)
«Credo» für Klavier, gemischten Chor und Orchester (1968)
«Trisagion» für Streichorchester (1992/1994)
«Styx» für Viola, gemischten Chor und Orchester (1999)
Dieter Rexroth gilt als einer der kreativsten Köpfe in der deutschen Musikszene. Er war von 1996 bis 2006 Intendant und Dramaturg der Rundfunkorchester und Chöre GmbH und des Deutschen Symphonie Orchesters Berlin und holte in dieser Eigenschaft den inzwischen weltbekannten Dirigenten Kent Nagano nach Berlin, dessen Konzertprogramme er auch heute noch gestaltet. Zudem ist Dieter Rexroth seit der Gründung im Jahr 2000 Künstlerischer Leiter von Young Euro Classic und als solcher einer der Väter des äußerst erfolgreichen Festivals, das 2015 zum sechzehnten Mal stattfindet. Wichtige Stationen seiner Karriere waren die Leitung des Frankfurter Paul-Hindemith-Instituts sowie Positionen als Dramaturg und Programmverantwortlicher der Alten Oper Frankfurt. Er war Künstlerischer Leiter der „Frankfurt Feste“ (1986 bis 1994) und ist seit 2006 in gleicher Funktion für die „Kasseler Musiktage“ verantwortlich. Außerdem betreut er in ehrenamtlicher Rolle den „Felix Mendelssohn Hochschulwettbewerb“ der deutschen Musikhochschulen und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.
Lea Philippa Heinrich studierte Schulmusik mit den Fächern Klavier und Jazz-Saxofon sowie Spanisch/Lateinamerikanistik an der Universität der Künste Berlin, der Freien Univresität Berlin und an der Universität von Granada (Spanien). Derzeit studiert sie im Fernstudium Kultur- und Medienmanagement an der HfMT Hamburg. Sie war ferner Stipendiatin der 2. Masterclass on Music Education der Körber Stiftung. Seit 2012 leitet sie die Musikvermittlungsabteilung des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin und ist Assistentin von Andrea Tober für Musikvermittlung / Musikmanagement an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Lea Philippa Heinrich arbeitete künstlerisch, konzeptionell und organisatorisch in unterschiedlichen Musikprojekten, so z.B. für die Education Abteilung der Berliner Philharmoniker, die Elbphilharmonie Hamburg, das südafrikanische Umculo Cape Festival, Young Euro Classic sowie in eigenen Projekten. Bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern gab sie Konzerteinführungen und moderierte den Interpretationsvergleich im Rahmen des Festivals 360° Streichquartett mit dem Artemis Quartett.
Giya Kancheli studierte von 1959 bis 1963 am Konservatorium von Tbilissi bei Iona Tuskiya. Seit seinem Examen ist er als freischaffender Komponist tätig. 1971 wurde Kantscheli musikalischer Leiter des Rustaweli-Theaters in Tbilissi. Der Komponist zog 1991 nach Berlin, wo er ein Stipendium des DAAD erhielt. 1995 wurde er Composer-in-residence der Königlichen Flämischen Philharmonie in Antwerpen. Seither lebt Kancheli als freischaffender Komponist in Belgien. Nachdem Kancheli in den sechziger Jahren als Komponist der „sowjetischen Avantgarde“ begonnen hatte, erarbeitete er sich seitdem zielstrebig einen eigenen musikalischen Stil. Kanchelis Klangwelt besitzt etwas ungemein Natürliches. Seine musikalischen Strukturen richten sich allein nach emotionalen Gesichtspunkten wie Steigerung und Spannung, Erregung und Ruhe. Er arbeitet mit dynamischen Extremen und fordert nicht selten äußerste Langsamkeit. Kanchelis Musik ist atmosphärisch seiner Heimat Georgien verbunden, ohne dass sie jedoch georgische Folklore zitiert. Nostalgie und Melancholie sowie Trauer über die politischen Zustände in der damaligen Sowjetunion (z. B. „Leben ohne Weihnacht“) und die Zerstörungen des georgischen Bürgerkrieges prägen sein Schaffen.
Eintritt frei