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Pferdefleisch aus Australien: unsere neuen Recherchen vor Ort
In Australien nennt man sie „Wastage“, wörtlich übersetzt „Abfall“. Gemeint sind Rennpferde, die nicht mehr profitabel sind, und junge Vollblüter und Traber, die es nicht durch den Selektionsprozess geschafft haben. Die Pferde werden von der milliardenschweren Rennsportindustrie zum Wettobjekt degradiert. Werden sie unbrauchbar, entsorgt man sie als Billigware im Schlachthof. Rund 10'000 Rennpferde pro Jahr. Getötet werden sie auf grausame Weise im EU-zugelassenen Schlachthof Meramist, ausschliesslich für den Export.
Ihr Fleisch landet hauptsächlich auf europäischen Tellern. In Belgien und der Schweiz sitzen Unternehmen und Verbände, die seit Jahrzehnten massiv am Import von Pferdefleisch aus billiger Qualproduktion profitieren. In Belgien sind es die Firmen Velda und Multimeat und in der Schweiz ist es der Verband der schweizerischen Pferdefleischimporteure (VPI).
Wir waren vor Ort in Australien, um die Lieferkette der „Schlacht“pferde zu dokumentieren. Kurz bevor die Grenzen aufgrund des Coronavirus geschlossen wurden. Wir waren bei Pferderennen, in Zuchtbetrieben, auf Auktionen und in den Sammelstellen der Schlachthändler. Dort fehlt es an Futter, Witterungsschutz und medizinischer Versorgung. Wir haben Transporte zum Schlachthof Meramist begleitet und dokumentiert, in welchem Zustand die Pferde dort ankommen. Viele sind schwach und stark abgemagert.
Diese und weitere Rechercheergebnisse haben wir für Sie in unserem neuen Heft zusammengefasst.