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Seife und Schaum, eine ganz gewöhnliche Kombination. Aber was macht eigentlich, dass Seife schäumen kann?
Seife entsteht aus der chemischen Reaktion von Fett/Öl und einer alkalischen Lauge. Die Eigenschaft des Schaums ist von der Fettsäuren der verwendeten Fetten/Ölen abhängig. Die gesättigten, ungesättigten und mehrfachungesättigten Fettsäuren sind im Wasser unterschiedlich löslich, das bringt in der fertigen Seife mehr oder weniger Schaum.
Relevant sind die einzelnen Fettsäureneigenschaften, die wichtigsten für die Seifenkunde sind Laurinsäure, Myristinsäure, Palmitinsäure, Oleinsäure, Stearinsäure, Linolsäure, Linolensäure, Ricinolsäure. Jede dieser Säuren verursacht einen anderen Schaum: Grobblasig, kleinblasig, cremig, reinigend, pflegend und macht die Seife hart oder weich. Optimal ist deswegen eine Kombination von verschiedenen Ölen und Fetten, um ein ausgewogenes Fertigprodukt zu erhalten, das nicht zu hart und nicht zu weich ist und angenehm schäumt.
Der Schaum ist nicht der waschende Komponent an sich sondern die Seifenmoleküle, die sich um den Schmutz zusammentun, um ihn mit dem fliessenden Wasser wegzuspülen. Je löslicher die Seife - der Schaum entwickelt sich sehr schnell und üppig - wie z.B. beim Kokosöl, desto schneller ist sie verbraucht.
Wenn eine Seife nicht sehr schäumt, braucht sie etwas mehr "Bearbeitung": Man nimmt am besten warmes Wasser und wälzt die Seife einige Male in den Händen, bis die Seife verteilt ist, evtl. mit Zugabe von frischem Wasser und nochmals wälzen. Es lohnt sich trotzdem diese Seife zu benutzen, wenn sie für die Haut pflegend ist.
Im Herbst habe ich von meiner Freundin Astrid ein Feuerdorn-Puree bekommen, das ich natürlich sofort in Seife benutzen wollte! Da viele Fette, die einen üppigen Schaum bilden, aus dem Ausland kommen, habe ich mich entschieden, einmal eine ganz andere Seife zu sieden. Sie besteht ausschliesslich aus Ölen, die man in der Schweiz findet und selbstverständlich aus dem Feuerdorn-Puree. Die Schweizer-Seife gehört zur Kategorie Seifen, die sehr wenig schäumen, jedoch ein sehr angenehmes Gefühl auf der Haut hinterlässt. Ich sage immer, es ist eine Seife für Fortgeschrittenen, da diese Person sich schon mit Naturseifen gut auskennen und diese Seife bewusst wählen. Selbstverständlich sind auch "Anfänger"-Naturseifen-Benutzer willkommen, diese Seife auszuprobieren.
Danach habe ich gleich noch den Rest vom Feuerdorn-Puree in eine ebenso spezielle, reine Olivenölseife benutzt. Olivenöl ist ein super-Öl für die Seifenherstellung, da es eine harte Seife gibt, die sehr pflegend und sanft für die Haut ist. Man muss allerdings die 100% Olivenölseife lang lagern, bis sie die beste Qualität hergibt. Der Schaum kann sich je nach Rezept etwas schleimig anfühlen mit ganze kleinen Blasen. Ebenfalls für Kenner oder Liebhaber, diese Feuerdorn-Seife!
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