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Als die Stanford-Studenten Larry Page und Sergey Brin mit der Entwicklung einer Suchmaschine begannen, gaben sie ihr zunächst den Namen Backrub (Rückenmassage). Es war ein verspielter Hinweis auf die Grundidee, dass Internetseiten relevanter sind, wenn es für sie mehr Verlinkungen – Backlinks – gibt. Das war 1996, zwei Jahre vor der Google-Gründung.
Aus Googol wird Google
Page und Brin kamen schnell zu dem Schluss, dass ihre Suchmaschine einen griffigeren Namen braucht. Zeitweise favorisierten sie «The Whatbox», wie der Silicon-Valley-Journalist Steven Levy in seinem Buch zur Google-Geschichte schrieb. An einem September-Tag 1997 warf ein Zimmernachbar Pages den Begriff «Googol» in den Raum, die mathematische Bezeichnung für eine 1 mit 100 Nullen. Der Begriff wurde ab 1938 durch den amerikanischen Mathematiker Edward Kasner geprägt, der seinen damals neunjährigen Neffen gebeten hatte, sich ein einfacheres Wort für den eher sperrigen systematischen Namen auszudenken.
Page gefiel das Wort. Der Zimmergenosse tippte der Legende nach die falsche Schreibweise «Google» in die Suche nach verfügbaren Domain-Namen ein. Die Internetadresse war noch frei – und binnen weniger Stunden wurde Google.com von Page besetzt. Am 7. September 1998 schliesslich gründeten Lary Page und Sergey Brin in einer Garage das Unternehmen «Google Inc.» und warfen die erste Testversion von Google auf den Markt.
Die Werbe-Innovation
So innovativ wie Googles Suchmaschinen-Algorithmus war auch die Idee, wie man damit Geld verdienen kann: mit kleinen Anzeigen im Umfeld der Treffer – die dazu passen, wonach der Nutzer sucht. Bezahlt werden muss nur, wenn die Werbung angeklickt wird, und der Preis wird in einer Auktion festgelegt. 2000 startete Google dafür sein AdWords-Programm, mit dem Unternehmen Anzeigen schalten konnten, die auf die Suchbegriffe der Nutzer abgestimmt waren. Dies war der Beginn von Googles enormem Erfolg als Online-Werbeplattform.
Mit solchen Mini-Deals scheffelte Google Milliarden. Die Such-Anzeigen sind trotz aller neu dazugekommenen Aktivitäten nach wie vor die Basis des Geschäfts von Google und auch der Dachgesellschaft Alphabet. Im Jahr 2022 setzte das Unternehmen Alphabet mit Google und anderen Konzernunternehmen rund 282,84 Milliarden US-Dollar um. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz um rund zehn Prozent. Immer noch entfällt der Löwenanteil von rund 80 Prozent auf Werbeerlöse von Google.
Schnelle Expansion
In den folgenden Jahren expandierte Google schnell und entwickelte neue Produkte und Dienstleistungen, wie beispielsweise Google Maps, Google Docs und Gmail. Seit der Gründung hat sich der Suchmaschinen-Riese zu einem wertvollen Konzern sowie einer bekannten Marke entwickelt. Dabei hat Google ausserdem zahlreiche Unternehmen aufgekauft und in das Unternehmen integriert. Dazu gehören unter anderem «Android», «Youtube»,«DoubleClick», «reCAPTCHA», «AdMob», «Kaggle» und «HTC». Im Jahr 2004 ging Google an die Börse und erreichte eine Bewertung von über 23 Milliarden US-Dollar.
Der Mutterkonzern
Alphabet wurde am 2. Oktober 2015 von den beiden Google-Gründern Sergey Brin und Larry Page aus der Taufe gehoben. Sergey Brin ist Präsident des neuen Unternehmens und Larry Page CEO. Googles ehemaliger Produktchef, Sundar Pichai, ist CEO der Tochtergesellschaft. Die bestehenden Aktien von Google wurden im Verhältnis eins zu eins automatisch in Alphabet-Aktien umgewandelt. Das neue Unternehmen firmiert unter Googles ehemaligen Tickersymbolen «GOOG» und «GOOGL».
Alphabet ist eine börsennotierte US-amerikanische Holding mit Sitz in Mountain View, Kalifornien. Sie umfasst alle Unternehmen, die früher unter der Marke von Google angesiedelt waren. Google selbst existiert als hundertprozentige Tochtergesellschaft von Alphabet weiter. Die Gründung der Dachgesellschaft erfolgte im Rahmen der Restrukturierung von Google. Laut Larry Page soll die neue Struktur helfen, Firmenziele langfristiger zu planen und ambitioniertere Ziele zu erreichen. Er verspricht sich unter anderem positive Auswirkungen auf künftige Investitionen und mehr Transparenz und Kontrolle. Den Namen Alphabet wählten die Google-Gründer, weil das Alphabet «eine Sammlung von Buchstaben ist, die die Sprache repräsentieren, eine der wichtigsten Innovationen der Menschheit, und es der Kern des Google Suchindexes ist.»
Google behält weiter die Kontrolle über das Kerngeschäft, also unter anderem die Suchmaschine, Youtube, Android und Apps. Andere Ableger der ehemaligen Firma einschliesslich Calico, Google Ventures, Google Capital, Google X, und Nest Labs – ebenso wie Google – sind nun Tochtergesellschaften von Alphabet. Jede dieser Tochtergesellschaften hat einen eigenen CEO.