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Text, Italo Calvino I Skulpturen, Remo Roth
DIE STÄDTE
UND DER AUSTAUSCH
Um die Zusammenhänge festzulegen, die das Leben der Stadt regeln, spannen die Einwohner von Ersilia Schnüre von Hauskante zu Hauskante, weisse oder schwarze oder weiss-schwarze, je nachdem, ob sie Beziehungen von Verwandtschaft, Warenverkehr, Autorität oder Vertretung bezeichnen. Sind es dann so viele Schnüre, dass man nicht mehr durchkommt, gehen die Einwohner fort: Die Häuser werden abgebaut; es bleiben nur die Schnüre und die Halterungen der Schnüre.
Von eines Berges Höhe, wo die Flüchtlinge aus Ersilia mit ihrem Hausrat kampieren, blicken sie auf das Gewirr von gespannten Schnüren und Stangen, das sich in der Ebene erhebt. Das ist noch die Stadt Ersilia, und sie sind nichts.
Sie bauen Esilia anderswo von neuem auf. Flechten mit den Schnüren ein ähnliches Gebilde, das sie noch komplizierter und zugleich noch regelmässiger möchten als das andere. Dann lassen sie es zurück und bringen sich selbst und die Häuser noch weiter weg.
Wenn du also das Gebiet von Ersilia bereist, triffst du auf die Ruine der verlassenen Städte, ohne die Mauern, die keinen Bestand haben, ohne die Gebeine der Toten, die der Wind fortrollt: Spinnweben verworrener Beziehungen, die nach einer Form suchen.
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REMO ROTH I <email-pii>