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So wurde er genannt: Jiddu Krishnamurti (1895-1986), Philosoph, Denker und spiritueller Lehrer. Im Katalog von buchplanet.ch findet sich eine Biographie Krishnamurtis von Mary Lutyens, die ihn persönlich kannte.
Krishnamurti war der Sohn (das achte von insgesamt zehn Kindern) eines Inders, der für die britische Kolonialverwaltung arbeitete. 1909 kam es zu einem folgenschweren Ereignis: Am Strand von Adyar begegnete Krishnamurti einem Mann namens Charles Leadbetter, einem führendes Mitglied der Theosophischen Gesellschaft. Diese internationale esoterische Vereinigung hatte ihren Hauptsitz in Adyar. Leadbetter war so begeistert von der Aura des jungen Inders (gemäss seiner eigenen Aussage), dass er ihn unter seine Fittiche nahm und seinen Kollegen als den „Neuen Messias“, den „Kommenden Weltenlehrer“ vorstellte. Viele Theosophen waren nämlich der Ansicht, fast 2000 Jahre nach Jesus Christus würde erneut ein grosser Religionsstifter zur Welt kommen. Den Rest seiner Jugend verbrachte Krishnamurti also bei den Theosophen, in der Obhut von Charles Leadbetter und Annie Besant, die ihn in ihrem Sinne ausbilden liessen. 1911 wurde er nach England gebracht, wo er auch die Jahre des Ersten Weltkriegs verbrachte und vergebens versuchte, ein Universitätsstudium aufzunehmen (Oxford wollte ihn seiner Verbindung mit den Theosophen wegen nicht aufnehmen, in London fiel er bei der Aufnahmeprüfung zweimal durch). 1929 verabschiedete sich Krishnamurti endgültig von der Theosophie und begann, seine eigene Philosophie zu vertreten, aber ganz ohne religiöse Bindung. Er war kein Sektenprediger und betonte stets, seine Lehre sei nicht autoritativ zu verstehen. Jahrzehntelang schrieb er Bücher, reiste, hielt Vorträge in aller Welt und gab Interviews. Drei Monate vor seinem 91. Geburtstag starb Krishnamurti in seiner Wahlheimat Kalifornien.
George Bernard Shaw, Aldous Huxley, Pablo Casals, aber auch Jawaharlal Nehru, Indira Gandhi und der Dalai Lama – sie alle waren mit Krishnamurti bekannt. Ein faszinierender Mann; nicht jeder hätte es fertig gebracht, aus der Rolle, in die man ihn so früh hineingezwängt hatte, auszubrechen und etwas Eigenes zu schaffen.