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Man unterscheidet Brüche (Frakturen) im Bereich des Humeruskopfs, des Schafts sowie des Ellbogens (Abbildung). Sie sind gewöhnlich auf ein direktes Trauma (Gewalteinwirkung, Unfall) zurückzuführen. Bei vorbestehender Schwächung des Knochens, insbesondere bei Knochenmetastasen, sind auch pathologische Frakturen möglich, also Knochenbrüche aufgrund einer ganz leichten oder ohne jede Krafteinwirkung.
Der Oberarmknochen (lateinischer Fachausdruck: Humerus) besteht aus einem leicht geschweiften Rohr, dem Oberarmschaft. An seinem oberen und unteren Ende finden sich knorpelüberzogene Strukturen, welche Teile des Schulter- und Ellbogengelenks bilden.
Es handelt sich zumeist um ein Abscheren des Gelenkkopfs durch Sturz auf die Schulter oder – insbesondere bei älteren Menschen – auf den gestreckten Arm. Altersbedingte Unsicherheit beim Gehen und verminderte Reaktionsfähigkeit in Kombination mit Osteoporose tragen zum Zustandekommen der Fraktur bei.
Seltener ist der Humeruskopf in sich selbst zerborsten, oder es sind Knochensplitter mit Sehnenansätzen abgesprengt.
Knochenbrüche in diesem Bereich nennt man Schaftfrakturen; sie betreffen den röhrenförmig aufgebauten mittleren Abschnitt des Knochens und setzen eine unmittelbare Einwirkung von aussen, einen Schlag gegen den Oberarm, voraus. Hier finden sich allerdings auch viele pathologische Frakturen (s. oben).
Sie entstehen durch direktes Trauma mit massivem Aufprall der Ellbogenregion oder indirekt durch Sturz auf den ausgestreckten Arm und weisen meist mehrere Bruchstücke auf. Die Fraktur kann durch die Gelenkfläche des Ellbogens (intraartikuläre Fraktur) und bei Kindern durch die Wachstumszone verlaufen (s. dazu unten bei „Begleitverletzungen und Komplikationen“).
Weil der Unfallmechanismus meist ein direkter Schlag ist, sind Begleitverletzungen möglich. Je nach Art der Gewalteinwirkung sind Haut, Nerven, Blutgefässe oder Wachstumszone involviert.
Der Verdacht auf eine Fraktur erfordert einen Arztbesuch. Röntgenaufnahmen erlauben es, den Schaden zu beurteilen und über das weitere Vorgehen zu entscheiden.
Bei Brüchen am oberen Ende des Knochens und bei Kindern kommt mitunter eine konservative Therapie mit kurzfristigem Fixieren des Arms am Brustkorb in Frage. Ansonsten ist das operative Einrichten (Reposition) und Fixieren der Bruchstücke (Osteosynthese) die Methode der Wahl. Erst wenn der Knochen in korrekter Stellung stabilisiert ist, wird ein frühzeitiges Mobilisieren von Schulter- und Ellbogengelenk möglich, was für das Erhalten der Beweglichkeit nötig ist. Eingesetzt werden je nach Frakturtyp Schrauben, Platten, Marknägel, zum Ersatz eines zerborstenen Humeruskopfs auch Prothesen aus Metall oder Kunststoff.
Eine stärkere Verschiebung (Dislokation) von Bruchstücken, insbesondere am Ellbogen, beeinträchtigt die Nervenfunktion an Unterarm und Hand, weshalb rasch operiert wird.
Die Rehabilitation mit regelmässigen Bewegungsübungen des Arms muss früh beginnen, damit eine möglichst gute Beweglichkeit erhalten bleibt.