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SDG 10: Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern
[…] [Es] bestehen weiterhin Ungleichheiten und grosse Unterschiede beim Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und bei anderen Produktionsfaktoren. Ausserdem konnten die Einkommensunterschiede zwischen den Ländern zwar reduziert werden, die internen Ungleichheiten haben aber zugenommen. […]
Schweizer Unterziel 10.7: Die Zuwanderung erfolgt sicher, regulär und berücksichtigt den wirtschaftlichen Wohlstand sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt der Schweiz. Flüchtlingen und schutzbedürftigen Personen wird Schutz gewährt. Dabei werden die geschlechter- und altersspezifischen Bedürfnisse und Verletzlichkeiten berücksichtigt. Die Ursachen von Flucht und irregulärer Migration nach Europa werden angegangen und die Integration von Flüchtlingen sowie Migrantinnen und Migranten wird gefördert und eingefordert.
Bedeutung des Indikators
Der Indikator zeigt den Anteil der Personen, die unter der Armutsgrenze leben (nach Migrationsstatus). Er misst das Risiko der sozialen Ausgrenzung und das Ausmass der Einkommensungleichheit zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen mit oder ohne Migrationshintergrund. Eine höhere Armutsquote in einer bestimmten Bevölkerungsgruppe weist darauf hin, dass in dieser Gruppe in verschiedenen gesellschaftlichen Lebensbereichen nicht dieselben Teilhabechancen bestehen wie beim Rest der Bevölkerung. Aus Sicht der nachhaltigen Entwicklung müssen der Anteil der Bevölkerung, der unter der Armutsgrenze lebt, sowie der Unterschied zwischen der Armutsquote von Personen mit und jenen ohne Migrationshintergrund verringert werden.
Lesehilfe
Mit diesem Indikator wird die Einkommensarmut berechnet. Da das Vermögen nicht berücksichtigt wird, kann das abgebildete Mass an Armut, insbesondere bei den Betagten, verzerrt sein.
Internationaler Vergleich
Die von Eurostat und der OECD publizierten Indikatoren der Einkommensarmut basieren auf dem Konzept der relativen Armut und können daher nicht mit dem vorliegenden Indikator (der auf dem absoluten Konzept basiert) verglichen werden.
Bemerkung: Berechnung der Veränderung in % anhand des Unterschieds zwischen der Bevölkerung mit Migrationshintergrund und jener ohne Migrationshintergrund.
Die Gleichstellung der Geschlechter ist aufgrund des Prinzips der sozialen Gerechtigkeit und Chancengleichheit ein wichtiger Pfeiler der nachhaltigen Entwicklung. Die Werte des Indikators werden daher auch getrennt nach Geschlecht dargestellt.
Tabellen
Methodologie
Der Indikator zeigt den Anteil der Personen der ständigen Wohnbevölkerung ab 16 Jahren, der unter der Armutsgrenze lebt, nach Migrationsstatus.
Für den Indikator wird die „ständige Wohnbevölkerung nach dem für die Integrationsmessung angepassten Migrationsstatus“ verwendet:
- Die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund umfasst die in der Schweiz oder im Ausland geborenen gebürtigen Schweizerinnen und Schweizer mit mindestens einem in der Schweiz geborenen Elternteil sowie die in der Schweiz geborenen eingebürgerten Schweizer Staatsangehörigen, deren Eltern beide in der Schweiz geboren wurden.
- Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund umfasst alle Ausländerinnen und Ausländer (unabhängig von ihrem Generationenstatus), die eingebürgerten Schweizerinnen und Schweizer der ersten und zweiten Generation (d.h. die im Ausland Geborenen bzw. die in der Schweiz Geborenen mit mindestens einem im Ausland geborenen Elternteil) sowie die gebürtigen Schweizerinnen und Schweizer mit zwei im Ausland geborenen Eltern.
Definitionen
Armutsquote
Die Armutsquote entspricht dem prozentualen Anteil der armen Personen an der gesamten Bevölkerung. Eine Person gilt als arm, wenn sie in einem Haushalt lebt, dessen verfügbares Haushaltseinkommen unter der Armutsgrenze liegt.
Armutsgrenze
Die so genannte «absolute» Armut bezieht sich auf eine Schwelle, unterhalb derer die Menschen als arm bezeichnet werden. Zur Messung der Armut in der Schweiz verwendet das BFS eine Armutsgrenze, die auf einem sozialen Existenzminimum basiert, das gemäss den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) bestimmt wird. Dieses Minimum umfasst einen Grundbedarf (Nahrung, Kleider, Pflege, Fahrkosten, Ausgaben für Freizeit usw.), die Wohnkosten sowie einen Betrag von 100 Franken pro Monat und Person ab 16 Jahren für «weitere Ausgaben». Abgeleitet aus diesen Komponenten wird für jeden Haushalt eine Armutsgrenze bestimmt.
Armutslücke
Die mediane Armutslücke misst den medianen Abstand der verfügbaren Haushaltseinkommen der armen Bevölkerung zur Armutsgrenze und gibt dadurch an, wie stark die arme Bevölkerung von Armut betroffen ist. Die Armutslücke wird grösser, wenn sich die Einkommen der Armen weiter von der Armutsgrenze entfernen. Sie wird in Prozenten der Armutsgrenze ausgedrückt.
Links
Quellen
Unterziele
Schweizer Unterziel 10.7: Die Zuwanderung erfolgt sicher, regulär und berücksichtigt den wirtschaftlichen Wohlstand sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt der Schweiz. Flüchtlingen und schutzbedürftigen Personen wird Schutz gewährt. Dabei werden die geschlechter- und altersspezifischen Bedürfnisse und Verletzlichkeiten berücksichtigt. Die Ursachen von Flucht und irregulärer Migration nach Europa werden angegangen und die Integration von Flüchtlingen sowie Migrantinnen und Migranten wird gefördert und eingefordert.
Internationales Unterziel 10.7: Eine geordnete, sichere, reguläre und verantwortungsvolle Migration und Mobilität von Menschen erleichtern, unter anderem durch die Anwendung einer planvollen und gut gesteuerten Migrationspolitik.
KontaktBundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
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