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Roman Josi muss sich im Rennen um die James Norris Memorial Trophy – die Auszeichnung zum besten Allround-Verteidiger in der NHL – gegen Cale Makar mit dem zweiten Platz zufriedengeben. Obwohl der Schweizer Captain der Nashville Predators insgesamt mehr Erstplatz-Stimmen erhält, holt sich der Youngster von den Colorado Avalanche insgesamt mehr Stimmen.
Aus Schweizer Sicht ist es natürlich enttäuschend, dass Josi seine zweite Norris Trophy nach 2020 knapp verpasste. Doch objektiv gesehen ist es der richtige Entscheid. Diese drei Punkte beweisen es.
Roman Josi spielte eine historische Saison, knackte in 80 Spielen der Regular Season – die Playoffs fliessen nicht in die Award-Stimmen ein – die historische 90-Punkte-Marke als Verteidiger mit 96 Zählern klar. Doch Cale Makar war mit 86 Punkten aus 77 Spielen dem Schweizer auf den Fersen. Der 23-Jährige hat zudem fünf Tore mehr erzielt als Josi.
Offensiver Einfluss lässt sich aber nicht nur anhand nackter Skorerpunkte beurteilen. Es ist so, dass Makar die besseren «On-Ice-Metriken» mitbringt. Diese messen, wie sehr eine Mannschaft das Spielgeschehen kontrolliert, wenn ein spezifischer Spieler auf dem Eis steht. Mit Makar auf dem Eis kontrollierten die Avalanche 57,45 Prozent aller Torchancen und 57,0 Prozent der Schussversuche. Das sind deutlich bessere Werte, als sie Josi in Nashville mit 52,05 Prozent kontrollierter Torchancen und 51,61 Prozent kontrollierter Schussversuche vorweisen kann.
Wenn man sich die Expected Goals Above Replacement (xGAR) anschaut – eine Art Übersichtsstatistik, die diverse andere Statistiken einbezieht –, dann kommt Makar auf die besseren offensiven Werte. Das liegt sicher an den besseren «On-Ice-Metriken» und der grösseren Anzahl an Toren, aber auch an kleineren Dingen wie weniger Puckverlusten in der Offensivzone oder ähnlichen Statistiken.
Wenn man nur die Offensive beurteilen würde, hätte man die Norris-Trophy trotz allem auch Roman Josi geben können. Doch die Trophäe soll den besten Allround-Verteidiger auszeichnen und dazu gehört logischerweise auch das Spiel in der eigenen Zone. Und dort erzielte Makar relativ deutlich die besseren Resultate als sein Schweizer Konkurrent.
Das Modell von Micah McCurdy (hockeyviz.com) besagt, dass Makar in der eigenen Zone bis zu 6 Prozent weniger Torchancen zuliess als der durchschnittliche NHL-Verteidiger. Bei Roman Josi waren es dagegen vier Prozent mehr zugelassene Torchancen als beim NHL-Durchschnitt – unabhängig davon, dass er in einem weniger erfolgreichen Team spielt. Auch in Unterzahl hatte der junge Colorado-Verteidiger die besseren Resultate vorzuweisen als Josi – ein Prozent weniger gegenüber fünf Prozent mehr zugelassenen Torchancen.
Ein beliebtes Argument der Josi-Fans im Norris-Rennen lautete: «Aber Makar spielt auch in einem viel besseren Team als Josi, da ist es einfacher, gute Resultate zu erzielen.» Das stimmt zwar im Grundsatz, kommt in dieser Abstimmung aber weniger zu tragen. Einerseits, weil Josi ja nicht nur mit No-Names zusammengespielt hat. Filip Forsberg, Matt Duchene, Mikael Granlund oder Ryan Johansen haben alle gute bis sehr gute Saisons hinter sich, wenn auch die Qualität der Avalanche-Spieler unbestritten noch grösser war.
Andererseits, weil viele der obenstehenden Metriken – etwa in Micah McCurdys Modell – isoliert betrachtet werden. Das bedeutet, dass die Einflüsse der Mitspieler und Gegenspieler aus der Gleichung genommen werden. Und auch wenn das gemacht wurde, hatte Makar in vielen Kategorien noch die Nase vorn.
Und am Ende geht es bei der Norris Trophy eben nicht darum, welcher Spieler den grössten Einfluss auf das Spiel seiner Mannschaft gehabt hat. Genau für diesen Fall gibt es die Hart Memorial Trophy, die jährlich an den MVP der Liga vergeben wird. Gewonnen wurde die Auszeichnung dieses Jahr von Auston Matthews, Josi schloss in diesem Voting auf Rang 6 mit 241 Punkten ein gutes Stück vor Makar (Rang 8 mit 48 Punkten) ab. Das Rennen für den besten Verteidiger hingegen war ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem knappen, aber auch verdient besseren Ende für Makar.
Ivan Fedotov hat dem Russischen Olympischen Komitee vergangenen Winter in Peking geholfen, die Silbermedaille zu gewinnen. Unlängst hat der 25-jährige Eishockey-Goalie bei den Philadelphia Flyers seinen ersten NHL-Vertrag unterschrieben. Ob Fedotov im Herbst tatsächlich in Nordamerika trainieren und spielen wird, ist aktuell mehr als unsicher.