Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/58582

<h2>SubmittedText<h2><p>Poststellen in Wohnvierteln, im Stadtzentrum und in Dörfern werden oft geschlossen oder in Einkaufszentren verlegt.</p><p>Damit richtet die Post ihre Infrastruktur ganz auf das Auto aus und fördert aktiv eine Stadtentwicklung, durch die auf Kosten von Wohnvierteln und Dörfern immer mehr Geschäfte und Dienststellen in grossen Einkaufszentren geballt werden. Dies hat auch umweltpolitische Folgen, da diese Entwicklung zu einer Erhöhung des motorisierten Individualverkehrs führt.</p><p>Wie steht der Bundesrat zu dieser Entwicklung? Gedenkt er in diesem Bereich etwas zu unternehmen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Frage wirft eine berechtigte Sorge zur Siedlungsentwicklung auf. Die wesentlichen Entscheide zur Siedlungsentwicklung werden jedoch von privaten Investoren und durch die Kantone und die Gemeinden im Rahmen ihrer raumplanerischen Kompetenzen getroffen. Die Post muss diesen Entwicklungen wohl oder übel folgen, denn es macht keinen Sinn, wenn die Post ihre Poststellen an Orten weiterführt, die nicht mehr oder nur noch sehr wenig aufgesucht werden. Es ist viel sinnvoller, wenn die Post ihre Poststellen in der Nähe der Kundschaft platziert.</p><p>Dabei achtet die Post selbstverständlich darauf, dass alle Poststellen mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden können und die Kundschaft nicht auf das Auto angewiesen ist. Gestützt auf die neue Postverordnung ist die Post verpflichtet, für die Beurteilung der Erreichbarkeit der Poststellen für alle Bevölkerungsgruppen insbesondere auf die Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehr abzustellen.</p><p>Ausserdem muss die Post gemäss der neuen Postverordnung Schliessungen und Verlegungen von Poststellen zunächst mit den betroffenen Gemeinden diskutieren und mit ihnen eine Einigung zu erzielen versuchen.</p><p>Damit wird sichergestellt, dass die Gemeinden ihre eigenen Anliegen und Entwicklungsperspektiven einbringen können und die Post unter Umständen auf Entwicklungen hingewiesen wird, die sie selbst übersehen hat.</p><p>Der Bundesrat ist der Ansicht, dass mit der neuen Postverordnung und mit den Massnahmen der Post zur Verbesserung der Situation in den Städten der Westschweiz die nötigen Prozesse bereits eingeleitet sind.</p>