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Subventionen für die Landwirtschaft
Immer wieder hört man Bauern über zu wenige Subventionen (Steuergelder) klagen. Die Fakten: Die Schweizer zahlen pro Kopf 890 Franken Subventionen an die Landwirtschaft. Im Mittel der EU sind es 480 Franken pro Kopf – also 54 Prozent weniger als bei uns. Die EU-Landwirte leben trotzdem recht (Beispiel Österreich, das etwa die gleichen landwirtschaftlichen Voraussetzungen hat wie die Schweiz).
Die überdurchschnittliche Subventionierung in der Schweiz verzerrt die Marktsituation. Ein Bauer wird in dieser Situation seinen Kälbern die Kuhmilch ihrer Mutter vorenthalten, da er beim Verkauf der Milch mehr verdient, als wenn er sie zur Kälbermast verwenden würde. Es ist wirtschaftlich, die eigene Milch zu verkaufen (zu 94 Rappen) und für die Kälber Trockenmilch (die mit Steuergeldern verbilligt wird) zu 64 Rappen zu kaufen (Preise 2008). Dieser Unsinn wird durch Steuergelder von über einer Milliarde Franken jährlich, die in die Milch-wirtschaft fliessen, gefördert.
Wo ist nun das Problem? Wohl nicht bei zu wenig Subventionen. Eher dürften die Steuergelder nicht dorthin fliessen, wo sie dringend gebraucht würden, nämlich zu den produzierenden Bauern. Haben diese nicht die richtigen Vertreter in Bern? Könnte es sein, dass zu viele Steuergelder in Betriebe fliessen, die landwirtschaftliche Produkte verarbeiten? Geld, das bei den Bauern fehlt?
Bei den nächsten Wahlen dürfte es deshalb angezeigt sein, echte Bauernvertreter nach Bern zu senden.
Autor: Otto Pürro, Schmitten