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Einträge aus Basel, Neuchâtel, München und Paris, 1822–1829
Tinte, Gouache, Kreide und Bleistift auf Papier
H. 10 cm, B. 17 cm
Inv. 1941.320.
Das Stammbuch des Basler Malers Friedrich Horner (1800–1864) erlaubt einen Einblick in ein reisefreudiges Künstlerleben: Neuchâtel, Bern, München und Paris sind die hier dokumentierten Stationen. Später kamen ausgedehnte Reisen mit seinem Jugendfreund Rudolf Müller (Basel 1802–1885 Rom), ebenfalls Maler, nach Neapel, Griechenland und bis zum Bosporus hinzu. Ihre zahlreichen Ansichten von griechischen Ruinen und Landschaften prägten das Griechenlandbild der Philhellenischen Bewegung in der Schweiz. 1838 liess sich Horner für zehn Jahre in Rom nieder, von wo aus er Italien und Sizilien erkundete; danach kehrte er nach Basel zurück und verheiratete sich im Alter von 51 Jahren.
Die Einträge aus der Zeit seines Münchner Aufenthaltes im Jahr 1824 zeigen ihn im vertrauten Umgang mit befreundeten, ungefähr gleichalterigen Künstlern. So schrieb der Münchner Maler und Zeichner Eugen (Napoleon) Neureuther (1806–1882) einen ausgelassenen Vers ein, andere steuerten kleinformatige Zeichnungen bei. An den meist recht genauen Herkunftsangaben wird deutlich, dass die Schweizer Künstler im Ausland anscheinend viel Kontakt untereinander hatten und das auch bewusst so erlebten. Der Zürcher Kupferstecher und Zeichner (Hans) Rudolf Denzler (1801–1857), den Horner 1826 in Paris antraf, stiftete die Darstellung einer solchen munteren Gruppe. Neun junge Männer erheben das Glas und bringen den Trinkspruch aus: «Unser schönes Vaterland lebe hoch!!»