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Die von Goethe 1791/92 erstmals herausgegebenen Beiträge zur Optik wurden 1928 vom Deutschen Wissenschaftshistoriker Julius Schuster (1886-1949) neu aufgelegt. Das Werk besteht aus vier Teilen: zwei gebundenen Büchlein mit dem eigentlichen Text („Erstes Stück“ und „Zweites Stück“), einem Etui mit 27 Karten, sowie einer grossen chromatischen Tafel von 38×35 cm. Hinzu kommen in der Faksimileausgabe noch ein Nachwort des Herausgebers und eine Broschüre mit Ausführungen zur grossen Tafel. Darin äussert sich Schuster über den etwas unglücklichen Umstand, dass die Einzelteile von Text, Spielkarten und chromatischem Tableau von vornherein als einzelne Teile in den Verkauf gelangten, anstatt in einem einheitlichen Behältnis. Das hatte dann auch zur Folge, dass Teile verloren gingen und die grosse Tafel zum Zeitpunkt der Herstellung von Schusters Faksimile kaum mehr auffindbar war. Glücklicherweise konnte in der Landesbibliothek Stuttgart noch ein Exemplar gefunden werden, welches für das Faksimile originalgetreu nachgebildet wurde.
Erstes Stück, Zweites Stück und Etui mit Karten zu Goethes Beiträgen zur Optik (Faksimile)
Grosse Tafel zu Goethes Beiträgen zur Optik (Faksimile)
Goethe selbst meinte zu seiner grossen Tafel:
Da ich in dem Wahn stand, denen, die sich mit Naturwissenschaften abgeben, sei es um die Phänomene zu tun, so gesellte ich wie zum ersten Stücke meiner Beiträge ein Paket Karten, so zum zweiten eine Folio-Tafel, auf welcher alle Fälle von hellen, dunklen und farbigen Flächen und Bildern dergestalt angebracht waren, dass man sie nur vor sich hinstellen, durch ein Prisma betrachten durfte, um alles wovon in dem Hefte die Rede war, sogleich gewahr zu werden. Allein diese Vorsorge war gerade der Sache hinderlich […] denn diese Tafel, vielmehr noch als die Karten, war unbequem zu packen und zu versenden, so dass selbst einige aufmerksam gewordene Liebhaber sich beklagten, die Beiträge nebst dem Apparat durch den Buchhandel nicht erhalten zu können.
Offenkundig befand sich Goethe in einem Dilemma. Um seine sinnesorientierte Farbtheorie zu stützen, wollte er ein Instrumentarium mitliefern, das die Theorie für den Leser erfahrbar machte. Fehlten einzelne Teile daraus, war seine Theorie jedoch nicht mehr nachvollziehbar.
Link:
Goethes Beiträge zur Optik im Bibliothekskatalog NEBIS: http://opac.nebis.ch/F/?local_base=NEBIS&con_lng=GER&func=find-b&find_code=SYS&request=002295866