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Die Privatbank wittert das Geschäft im heiss laufenden Immobilienmarkt Londons. Sie gibt sogenannte RMBS aus. Solche Papiere sind seit der Subprime-Krise nur zu bekannt.
Um bis zu 60 Prozent sind die Immobilienpreise in Londons besten Gegenden seit 2009 gestiegen. Den Boom heizen russische Oligarchen wie Roman Abramowitsch oder Reeder John Fredriksen an, die Häuser in Knightsbridge oder Chelsea besitzen und das nötige Kleingeld dafür haben.
Die grosse Mehrheit der Nicht-Milliardäre und Superreichen bleibt vom Boom aber ausgeschlossen. Wie das Wirtschaftsmagazin «Businessweek» schreibt, springt nun die EFG Privatbank in diese Lücke.
Sie hat kürzlich Anleihen verkauft, die mit Hypotheken von Luxus-Penthouses und -Häusern in London besichert sind: Residential Mortgage Backed Securities oder RMBS. Mit genau solchen Anlagen haben Wall-Street-Banken wie auch die UBS und die Credit Suisse Heerscharen von Investoren getäuscht und die Immobilien- und Finanzkrise ausgelöst.
Prime, nicht Subprime
Kurt Haueter, Treasury-Chef der EFG Bank, beruhigt: «Die Anleihen sind durch Hypotheken besichert, welche an wohlhabende Individuen zu konservativen Bedingungen vergeben worden sind». Es handle sich um «Prime»-Mortgages, sagt Haueter gegenüber «Businessweek». Im Unterschied zu den Subprime-Hypotheken, welche zum Immobilien-Crash in den USA führten.
Zunächst hat die EFG RMBS in der Höhe von 266 Millionen Pfund (402 Millionen Franken) emittiert mit einem Coupon von 0,75 Prozent und einem AAA-Rating von Moody's. Im Durchschnitt beläuft sich der Wert der Hypotheken auf 1,5 Millionen Pfund (2,3 Millionen Franken). Sie decken laut Daten von «Bloomberg» rund 50 Prozent des Werts der Immobilien.
Ein Triple-A gibt es dazu
Eine sichere Anlage demnach? Gemäss den Eckdaten schon: Vergleichsweise tiefe Zinszahlungen, bestes Rating einer der führenden Agenturen, Exposure auf die besten Lagen Londons konzentriert, gute Bonität der Kreditnehmer.
Auch Subprime-RMBS hatten 2007 noch ein Triple-A-Rating von Moody's, Fitch und Co. erhalten. Ausserdem scheint das Timing der EFG Bank etwas spät: Der Immobilienboom in London hat gemäss verschiedenen Einschätzungen längst ein Blasenniveau erreicht.
Mark Carney, der Governer der Bank of England warnte vergangene Woche, die massiv gestiegenen Häuserpreise stellten momentan das grösste Risiko der britischen Wirtschaft dar.
Hitzezeichen: Haus für 175 Millionen Pfund
Dass Käufer an den besten Lagen in London jegliche Vernunft über Bord geworfen haben, zeigt der Verkauf eines Penthouses für 175 Millionen Pfund (264 Millionen Franken) vergangenen Monat.
Völlig überhöhte Preise müssen aber weniger die Sorge der EFG und der Käufer ihrer RMBS sein als die Banken, welche die Hypotheken vergeben haben und die Hausbesitzer, welche diese Hypotheken bedienen müssen.
Das Kalkül der Privatbank: Solange es «Prime»-Leute sind wie Rinat Akhmetov, der reichste Mann der Ukraine oder Vladimir Khan, Kupferminen-Mogul aus Kasachstan, ist wohl alles in Ordnung.