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Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.
Publiziert am: 06.02.2020
Das Kapitel Aktuelles ist aktualisiert worden: Wiederholung der Präsidentschaftswahlen bis Anfang Juli 2020.
Reisehinweise für Malawi
Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Aktuelles
Am 3. Februar 2020 hat das Verfassungsgericht das Resultat der Präsidentschaftswahlen vom Mai 2019 annulliert. Die Wahlen sollen bis spätestens Anfang Juli 2020 wiederholt werden; das neue Datum ist noch nicht bekannt. Die politischen Spannungen bleiben hoch. Demonstrationen, Protestaktionen und Plünderungen häufen sich seit den Wahlen vom Mai 2019. Es wird auch eine Zunahme der Kriminalität gemeldet. Mit Ereignissen dieser Art muss weiterhin gerechnet werden.
Unternehmen Sie Reisen in Begleitung eines ortskundigen Reiseführers, und vergewissern Sie sich, dass er die aktuelle Sicherheitslage abgeklärt hat. Befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (z.B. Ausgangssperren) und meiden Sie Kundgebungen jeder Art.
Beachten Sie auch die nachstehenden Informationen und Empfehlungen.
Grundsätzliche Einschätzung
Die politische Lage ist gespannt. Wirtschaftliche Schwierigkeiten können kurzfristig zu Unruhen und Streiks führen.
Demonstrationen und Protestaktionen kommen seit den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen vom 21. Mai 2019 im ganzen Land vermehrt vor. Sie können von Ausschreitungen, Strassenblockaden und Plünderungen begleitet sein. Es besteht die Gefahr von Ausschreitungen und gewaltsamen Zusammenstössen mit den Sicherheitskräften.
Im Süden des Landes kursieren in abgelegenen Gebieten Gerüchte, wonach Reisende das Blut von einheimischen Personen stehlen wollen. Seit Mitte September 2017 ist es zu gewaltsamen Übergriffen auf in- und ausländische Reisende gekommen, die mehrere Todesopfer und Verletzte gefordert haben. Das Risiko von weiteren Übergriffen kann auch in anderen Landesteilen nicht ausgeschlossen werden.
Unternehmen Sie Reisen in Begleitung eines ortskundigen Reiseführers, und vergewissern Sie sich, dass er die aktuelle Sicherheitslage abgeklärt hat. Befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (z.B. Ausgangssperren) und meiden Sie Kundgebungen jeder Art.
Das Risiko von terroristischen Anschlägen kann auch in Malawi nicht ausgeschlossen werden. Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.
Terrorismus und Entführungen
Spezifische regionale Risiken
Grenzgebiet zu Tansania: Offene Grenzgängerfragen können kurzfristig zu lokalen Spannungen und Streitigkeiten führen. Es kommt vor, dass die Grenzübergänge vorübergehend geschlossen werden. Informieren Sie sich vor und während Reisen am Nordende des Malawi-Sees und bei geplanten Grenzübertritten bei den lokalen Behörden über die aktuelle Lage und lassen Sie Vorsicht walten.
Grenzgebiet zu Mosambik: Der Konflikt in den zentralen Gebieten von Mosambik kann sich auf die Sicherheitslage im malawischen Grenzgebiet auswirken. Anfang August 2016 kam es im Distrikt Mwanza nahe der Grenze zu Schiessereien. Informieren Sie sich vor und während Reisen ins Grenzgebiet zu Mosambik in der Southern Region bei den lokalen Behörden über die aktuelle Lage und lassen Sie Vorsicht walten.
Kriminalität
Taschen- und Entreissdiebstähle, Raubüberfälle sowie Diebstähle von Autos unter Androhung oder gar Anwendung von Gewalt kommen vor. Beachten Sie unter anderem nachstehende Vorsichtsmassnahmen:
- Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck etc.) und nur wenig Geld auf sich.
- Deponieren Sie Ihre Dokumente im Hotelsafe; tragen Sie jedoch immer eine Fotokopie des Reisepasses auf sich (einschliesslich der Seite mit dem Einreisestempel)
- Halten Sie die Autofenster geschlossen und die Türen verriegelt.
- Lehnen Sie Angebote von selbsternannten "Reiseführern" ab.
- Seien Sie nach Einbruch der Dunkelheit besonders vorsichtig und verzichten Sie nachts auf Spaziergänge und Überlandfahrten.
- Nehmen Sie von Unbekannten keine Getränke oder Esswaren an. Es kommt vor, dass diese mit Betäubungsmitteln versetzt werden, um das Opfer leichter berauben zu können.
- Leisten Sie bei einem Überfall keinen Widerstand, denn die Gewaltbereitschaft ist hoch.
- Geschäftsleuten wird empfohlen, nur mit ihnen bekannten Personen Geschäfte abzuschliessen.
Verkehr und Infrastruktur
In Malawi herrscht Linksverkehr. Das Unfallrisiko auf Malawis Strassen ist sehr hoch. Verzichten Sie auch aus diesem Grund auf nächtliche Überlandfahrten.
Während der Regenzeit (November bis April) muss mit Überschwemmungen gerechnet werden; der Verkehr kann erheblich erschwert sein resp. vorübergehend zum Erliegen kommen.
Besondere rechtliche Bestimmungen
Gleichgeschlechtliche Handlungen sind strafbar. Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei geringen Mengen und bei jeder Art von Drogen mit langjährigen Gefängnisstrafen geahndet (bis lebenslänglich). Die Haftbedingungen sind prekär.
Kulturelle Besonderheiten
Passen Sie Verhalten und Kleidung (konservativ) den verschiedenen lokalen Gepflogenheiten an. Informieren Sie sich in Reiseführern, bei Ihrem Reisebüro oder vor Ort über die Verhaltensregeln.
Naturbedingte Risiken
Malawi liegt in einer Erdbebenzone. Sollte sich während Ihres Aufenthalts ein grösseres Erdbeben ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden.
Vor allem in den Bergen können sich die Witterungsverhältnisse rasch ändern. Outdoor-Aktivitäten erfordern eine gute Vorbereitung und Ausrüstung. Unternehmen Sie Trekkingtouren nur mit einem ortskundigen, qualifizierten Führer.
Von Dezember bis April muss mit starken Regenfällen gerechnet werden. Sie können Überschwemmungen, Erdrutsche und Infrastrukturschäden verursachen. Beachten Sie die Wettervorhersagen sowie die Warnungen und Anweisungen der lokalen Behörden.
Malawi Meteorological Service
Medizinische Versorgung
Ausserhalb von Lilongwe und Blantyre ist die medizinische Versorgung kaum gewährleistet. Ernsthafte Krankheiten und Verletzungen werden mit Vorteil im Ausland behandelt (Südafrika oder Europa). Eigenes Verbandsmaterial und Wegwerfspritzen können sich als nützlich erweisen. Krankenhäuser verlangen eine Vorschusszahlung, bevor sie Patienten behandeln.
Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.
Besondere Hinweise
Strassenkontrollen sind relativ häufig. Tragen Sie deshalb stets Ihren Pass auf sich (oder eine Fotokopie davon, die auch das Visum einschliesst).
Nützliche Adressen
Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Regionales Konsularcenter Pretoria, Südafrika
Helpline EDA
Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz
Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.