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In der Schweiz ist das Tontaubenschiessen ein beliebter Freizeitsport, der immer mehr Anhänger findet. Derzeit gibt es hierzulande rund 20 Vereine, in denen verschiedene Disziplinen des Tontaubenschiessens (unter anderem Trap, Skeet und Jagdparcours) ausgeübt werden. Rechnet man alle anderen Schiesssportarten hinzu, gibt es schweizweit mehr als 250.000 aktive Schützen. Der Schweizer Schiesssportverband (SSV) ist der drittgrösste Sportverband des Landes.
Daneben existieren in der Schweiz einige privat geführte Schiessanlagen, die überwiegend von Einsteigern und Hobbyschützen besucht werden. Auf Wunsch bekommen die Besucher die gesamte Ausrüstung, die beim Tontaubenschiessen benötigt wird, leihweise zur Verfügung gestellt. Bei Bedarf kann auch ein zertifizierter Lehrer vermittelt werden, der Interessierten die wichtigsten Grundtechniken des Wurftaubenschiessens nahebringt (siehe unterer Abschnitt).
Der nationale Dachverband für das Tontaubenschiessen (Swiss Clay Shooting Federation, Abk. SCSF) vertritt in der Schweiz verschiedene olympische und nicht-olympische Disziplinen. Jede Wurfscheibendisziplin wird im Vorstand von einem sogenannten Disziplinverantwortlichen vertreten. Die SCSF dient als Ansprechpartner für Schützen und Vereine. Gleichzeitig sorgt sie für die Einhaltung der international gültigen Richtlinien der Weltverbände ISSF und FITASC.
Zu den weiteren Aufgaben des Schweizerischen Dachverbandes gehören die Vertretung der Interessen der in der SCSF organisierten Mitglieder, Schützen und Vereine sowie die Organisation der Schweizermeisterschaften, die jährlich durchgeführt werden.
Die in der SCSF organisierten Mitgliedervereine sind über die gesamte Schweiz verteilt. Die weitaus meisten der rund 20 Vereine sind in der Deutschschweiz sowie in den französischsprachigen Kantonen ansässig. Im Tessin gibt es mit dem Tiro a Volo Serpiano (Tremona/Mendrisio) derzeit nur einen Club, der in der SCSF organisiert ist. Der Verein mit der grössten Zahl an ausgeübten Disziplinen des Tontaubenschiessens ist der STV Versoix, der im Kanton Genf beheimatet ist: Hier können die Mitglieder zwischen Olympischem Trap, Skeet, Doppel-Trap, Universal-Trap und Jagdparcours wählen. Bei den Jagdschützen Bern werden ebenfalls Trap, Skeet und Jagdparcours angeboten.
Auf internationaler Ebene sind bislang nur sehr wenige Schweizer Erfolge im Tontaubenschiessen zu verzeichnen. Bei olympischen Spielen gab es bisher keine einzige Medaille. Dies ist insofern bemerkenswert, als der Schiesssport in der Schweiz eine längere Tradition hat als in den meisten anderen Ländern. Bei den Weltmeisterschaften 2011 in Belgrad erreichte der Schaffhauser Fabio Ramella Rang fünf; die Teilnahme an den olympischen Schiesswettbewerben in London brachte jedoch nicht die erhoffte Medaille.
Die geringe Zahl an internationalen Erfolgen ist zweifellos auch darauf zurückzuführen, dass die Trainingsmöglichkeiten in der Schweiz sehr beschränkt sind. Viele Top-Sportler, die den Sprung in die Weltelite schaffen wollen, trainieren in Deutschland, Frankreich oder Italien. Zudem sind die Budgets, mit denen Schiesssportler in der Schweiz gefördert werden, eher bescheiden.
Einige Schiessanlagen in der Schweiz bieten Schnuppertage bzw. -nachmittage an, die von jedem Erwachsenen gebucht werden können. Bei ganztägigen Events beträgt die Schiessdauer etwa 5 bis 6 Stunden, bei Schnuppernachmittagen ca. 4 Stunden. Die Teilnehmer erhalten eine kurze Einführung und werden mit den wichtigsten Grundlagen des Tontaubenschiessens vertraut gemacht. Häufig werden solche Veranstaltungen von Gruppen gebucht, teilweise aber auch von Unternehmen, die für ihre Mitarbeiter Betriebsausflüge organisieren.
Da es sich beim Tontaubenschiessen um einen reinen Outdoor-Sport handelt, wird grundsätzlich bei jedem Wetter geschossen. Ausgenommen sind Tage mit starkem Regen, orkanartigen Böen oder anderen Wetterlagen, die einen normalen Schiessbetrieb nicht zulassen. Es liegt bei den Teilnehmern, wetterfeste Kleidung mitzubringen. Die meisten Betreiber von Schiessanlagen raten dazu, beim Tontaubenschiessen flache und rutschfeste Schuhe zu tragen.