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Neff setzte sich in Huskvarna mit dem riesigen Vorsprung von 3:40 Minuten vor der Dänin Annika Langvad durch. Die Deutsche Sabine Spitz büsste auf den gut 25 Kilometern als Dritte fast sechs Minuten auf die 23-jährige St. Gallerin ein. Corina Gantenbein, die zweite Schweizerin am Start des Frauen-Rennens, realisierte mit Platz 6 (8:01 zurück) ihr Bestergebnis.
“Ich fühlte mich gut und fuhr einfach mein Tempo”, meinte Neff hinterher. Dem hohen Tempo vermochte einzig die dreifache Marathon-Weltmeisterin Langvad etwas länger zu folgen. Spätestens ab Runde 3, als auch die letzte Begleiterin den Anschluss verloren hatte, entwickelte sich das Rennen zur Solo-Show der zweifachen Weltcup-Gesamtsiegerin, die schon am Donnerstag im Mixed-Wettkampf mit dem Schweizer Team triumphiert hatte.
Absetzen konnte sich Neff bereits in der zweiten Abfahrt der 4,1 Kilometer langen Schleife. Im äusserst selektiven zweiten Anstieg vergrösserte sie ihre Reserve dann sehr schnell. Am Ende der Runde betrug diese bereits 45 Sekunden, bis ins Ziel wuchs die Marge auf über dreieinhalb Minuten an.
Vergleichbar grosse Vorsprünge gab es in jüngerer Vergangenheit nicht mehr. Die letzte, die ihre Konkurrenz ähnlich dominierte, war Gunn-Rita Dahle-Flesja in ihren besten Tagen. 2004 gewann die Norwegerin den EM-Titel im Cross Country mit 4:25 Minuten Vorsprung.
Zufrieden konnte auch die zweite Schweizerin sein. Der 6. Rang ist Corina Gantenbeins bisher wertvollstes Ergebnis bei internationalen Titelkämpfen. “Es lief perfekt”, befand die 30-jährige Bündnerin, nachdem sie im Verlauf des Rennens sechs Plätze gutgemacht hatte. Im Gegensatz zu den Männern waren bei den Frauen die besten Fahrerinnen am Start.
Bei den Männern holte Topfavorit Julien Absalon in Abwesenheit seiner härtesten Konkurrenten Nino Schurter und Jaroslav Kulhavy souverän seinen vierten EM-Titel in Folge. Fabian Giger nutzte die Gunst der Stunde und sicherte sich 1:41 Minuten hinter dem Franzosen die Silbermedaille. Für Giger war es die zweite EM-Medaille nach 2014. Schon damals wurde er vom nunmehr fünfmaligen Europameister Absalon geschlagen.
Martin Fanger verpasste die Bronzemedaille nach einer starken zweiten Rennhälfte als Vierter nur um 13 Sekunden. Eine Position hinter dem Walliser reihte sich Matthias Stirnemann ein.
Grosses Pech beklagte Lukas Flückiger. Der EM-Zweite des Vorjahres nahm die Schlussrunde auf Bronzekurs liegend in Angriff, stürzte dann aber in der zweiten Abfahrt nach einem Fahrfehler und prallte gegen einen Baum. Letztlich wurde er Siebter.
Eine Medaille für die Schweiz gab es am Sonntag auch im Rennen der U23-Männer durch Marcel Guerrini, der auf Platz 3 fuhr. Die Schweiz sammelte damit an den Titelkämpfen in Schweden sechs Medaillen, darunter drei goldene durch Neff, U23-Fahrerin Sina Frei und das Mixed-Team.
(SDA)