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Der ehemalige Chef des deutschen IT-Händlers "PC Fritz" wurde vom Landgericht Halle zu mehreren Jahren Haft verurteilt. Einem Bericht von 'Heise' zufolge
wurde der 31-jährige Firat C. bereits im März wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Nun sei das Urteil vom Gericht wegen gewerbsmässigem Betrug, Urheber- und Markenrechtsverstössen auf sechs Jahre und drei Monate erhöht worden. Der Angeklagte, der ein Geständnis abgelegt hat, hatte über die Firma "PC Fritz" hunderttausende Raubkopien von Microsoft-Software vertrieben, so eine Medienmitteilung des Unternehmens.
"PC Fritz" hatte unter anderem stark reduzierte Windows-Betriebssysteme verkauft. Dabei handelte es sich um Fälschungen, die in einem ukrainischen Presswerk hergestellt worden seien. Firat C. soll die Produktion von 1,5 Millionen gefälschten Windows-Produkten in Auftrag gegeben haben. 'Heise' zufolge haben die Angeklagten damit zwischen 2012 und 2014 insgesamt knapp 10 Millionen Euro eingenommen.
Microsoft begrüsst das Urteil
"Softwarepiraterie ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die nicht nur den einzelnen Unternehmen schadet, sondern in besonderem Masse auch den Käufern. Die hohe Haftstrafe verdeutlicht dies", so die Rechtsanwältin bei Microsoft Deutschland Julia Keim in einer Medienmitteilung.
Verdächtig hoher Marktanteil
Wie Microsoft erklärt, hatte "PC Fritz" durch sehr günstige Preise und aggressives Marketing seit 2012 in kurzer Zeit einen grossen Marktanteil erlangt. Daraufhin hätten Händler Microsoft kontaktiert und sich über die verdächtigen Angebote beschwert. 2013 wurden schliesslich mehrere Durchsuchungen durchgeführt und über 100'000 Datenträger mit Microsoft-Programmen sichergestellt. Bei einer weiteren Razzia 2014 wurden erneut gefälschte Produkte beschlagnahmt und mehrere Beschuldigte verhaftet. (kjo)