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Poppingas Auffassung zufolge treiben die von den Agrarökonomen vorgelegten Massnahmen die „Industrialisierung der Milchviehhaltung“ weiter voran. Dies werde jedoch keines der bisherigen Probleme lösen. Dazu zählt der emeritierte Agrarwissenschaftler die schwache Position der Milchbauern gegenüber ihren Abnehmern, die Strukturentwicklung mit einer wachsenden Zahl von Grossställen und die abnehmenden Möglichkeiten zur Erzeugung von Qualitätsprodukten.
Der stellvertretende AbL-Vorsitzende Ottmar Ilchmann hatte den Agrarökonomen vorgeworfen, die von ihnen entwickelten liberalen Konzepte seien mitverantwortlich für die gegenwärtige Krise auf dem Milchmarkt. Die „wahren Profiteure“ der Ratschläge seien stark exportorientierte Molkereien, die auf einen „billigen Rohstoff im Überfluss“ zugreifen könnten.
Die neun Wissenschaftler äußern in ihrem Papier grundsätzliche Kritik an den gegenwärtigen Vorschlägen für eine Mengensteuerung auf demMilchmarkt. Eine Aushebelung des Marktes halten sie für nicht geeignet, den Landwirten zu helfen. Ein „Milchkartell“ zur Durchsetzung höherer Preise sei wettbewerbspolitisch problematisch und kaum umsetzbar.