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Heute ist die Zeit sehr wichtig und oft sagen wir «keine Zeit, jede Minute zählt». Früher war das noch anders. Die Kirchentürme mit ihren Uhren und Glocken waren sehr wichtig, denn alle Bewohner orientierten sich nach ihnen.
Im Zofinger Rathausturm wurde eine Uhr eingebaut, die dem damaligen Denken über die Uhrzeit entsprach. Die feierliche Eröffnung des Rathauses fand 1795 statt.
Auf der Nord- und Südseite ist ein Stundenzifferblatt angebracht und auf der Ostseite ein Stunden- und ein Minutenzifferblatt. Wer also damals auf die Minute genau die Zeit wissen wollte, der musste auf der Ostseite die beiden Anzeigen zusammenfügen.
Zofinger Rathausturm-Uhr von 1795 – Dieses Bild wurde 14 Minuten vor 14 Uhr gemacht
Foto Res Kaderli
Bis 1852 hatte jeder Kanton seine eigene Zeit und Post, der Zeitunterschied zwischen Zürich und Bern machte 4 Minuten aus. Das spielte allerdings keine grosse Rolle, denn die Kutschenfahrt dauerte 13 Stunden.
Erst 1852 wurde in der Schweiz eine einheitliche Zeit eingeführt und alle kantonalen Postbetriebe aufgehoben. Sie wurden durch die eidgenössische Post (PTT) ersetzt.
Man errichtete 4 Telegraphen-Inspektions-Kreise, in Bellinzona, Lausanne, St. Gallen und Zofingen.
Die 1. Uhr für die Schweizer Zeit stand in Zofingen, allerdings nur bis 1860; dann wurde sie von einem genaueren Zeitmesser im Observatorium Neuenburg ersetzt.
Die ersten Taschenuhren wurden ab 1850 von den vermögenden Männern getragen. Armbanduhren gab es erst ab 1915.
Taschenuhr mit Kette und Knopfhalterung
Foto Res Kaderli
So hatten wir also ab 1852 in der Schweiz eine einheitliche Uhrzeit, aber gegenüber der Mitteleuropäischer Zeit ging die Berner Zeit um 30 Minuten nach. Das führte zunehmend zu Problemen bei der Bahn, Post und Telegrafie. Nach langen Debatten im Jahr 1893 wurde dann die Zeit am 1. Juni 1894 an die mitteleuropäische Zeit angepasst und eine halbe Stunde vorgestellt.
Einzeiger-Uhr-in Luzern
Foto Res Kaderli
Auch das historische Luzerner Altstadt-Gebäude «Sonnenberghaus im Zöpfli» an der Kramgasse 1, das zu den Luzerner Kulturgütern zählt und seit Januar 2021 einem Zürcher Unternehmer gehört, schmückt sich mit einer Stundenzifferblatt-Uhr, was allerdings vielen Luzernerinnen und Luzernern bis heute noch nie aufgefallen ist. Inklusive dem AVZ-Webmaster, der beinahe täglich an diesem wunderschönen Bau-Juwel vorbei marschiert.
Die älteste Darstellung vom Sonnenberghaus der ehemaligen Luzerner Familie von Sonnenberg stammt aus dem Jahr 1513.
Text und Fotos: Res Kaderli
17.3.2024
Sonnenberghaus Luzern
Foto Res Kaderli