Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03432.jsonl.gz/1882

Dazu legte das Agrarressort in Moskau einen Entwurf zur Änderung des Gesetzes „Über den Umgang mit landwirtschaftlichen Flächen“ vor. Demnach soll die Pachtdauer für landwirtschaftlich genutzte Grundstücke grundsätzlich zwischen drei und 49 Jahren liegen müssen, wie dies bereits bei Flächen der Fall ist, die sich im staatlichen Eigentum befinden. Nur dann lohnt es sich dem Ministerium zufolge für die Pächter, Meliorations- und Sanierungsarbeiten vorzunehmen, um die Qualität des Bodens zu erhalten beziehungsweise zu verbessern.
Momentan schlössen die privaten Eigentümer der Grundstücke in der Regel Pachtverträge nur für ein Jahr ab. Diese kurze Pachtdauer stelle eine Gefahr für die Bodenfruchtbarkeit dar, weil die meisten Pächter sich dann nicht verpflichtet fühlten, entsprechende Rekultivierungsarbeiten durchzuführen, erklärte das Agrarressort. Es sei nämlich nicht auszuschliessen, dass ein anderer Interessent komme und einen höheren Pachtpreis zahle.
Die Direktorin des Zentrums für Agrar- und Ernährungspolitik des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung an der Russischen Akademie für Volkswirtschaft und öffentliche Verwaltung unter dem Präsidenten der Russischen Föderation, Natalja Schagaida, wies indes darauf hin, dass Pachtverträge bis zu einem Jahr keine behördliche Registrierung erforderten. Bei einer längeren Pachtdauer sei nach den geltenden Vorschriften dagegen eine offizielle Vermessung des Grundstücks durchzuführen, die mit zusätzlichen Gebühren und Transaktionskosten verbunden sei.
Aus diesem Grund bevorzugten die meisten Grundstückseigentümer momentan, Pachtverträge nur bis zu einem Jahr abzuschliessen. Schagaida empfahl der Regierung, die Registrierungs- und Vermessungsgebühren zu erlassen beziehungsweise in Teilen zu erstatten.