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Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht
Wie verkünde ich Entlassungen, respektive Stellenabbau? Orange macht das so:
Orange führt per 1. März 2006 eine schlankere Unternehmensstruktur ein, die eine noch stärkere Ausrichtung auf die Kunden erlaubt und interne Prozesse wesentlich vereinfacht. ... Zur Stimulierung dieses Prozesses hat Orange ein innovatives und sozialverträgliches Programm entwickelt: Mitarbeitende, welche ohnehin entschieden haben, Orange im Laufe des Jahres zu verlassen, können von einer Abgangsentschädigung profitieren."
Nun - ich bin nicht wirklich sicher, ob ich je von Orange stimuliert werden möchte. Aber ich bin ja auch kein Prozess...
Man könnte auch die Wahrheit in einer Pressemitteilung mitteilen - aber wer will schon die Wahrheit in der Zeitung lesen? Das würde dann etwa so tönen: "Weil die blöde Migros und die gemeine Cablecom den schönen Burgfrieden zwischen Swisscom, Sunrise und uns aufgekündigt haben und das Telefonieren mit dem Handy deshalb billiger wird, wir aber der französischen Konzernzentrale weiterhin gleich viel oder mehr Gewinn abliefern müssen, bauen wir 100 Stellen ab. Weniger Arbeit gibt es deshalb nicht, sondern die übrig gebliebenen müssen die Jobs der 100 auch noch erledigen, weshalb eh viele Leute gehen werden. Deshalb brauchen wir auch niemanden zu entlassen."
Die Meldung von Orange über den geplanten Stellenabbau hätten wir übrigens fast übersehen. Der Titel war nämlich genial formuliert: "Mehr Effizienz und Kundennähe." Hätten Sie gedacht, dass sich hinter diesem Titel der Abbau von sieben Prozent der Stellen bei Orange verstecken könnte? (Christoph Hugenschmidt)