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Die SVP holt sich das 1935 an die FDP verlorene Mandat im Nationalrat zurück. Die SP vermag ihren bisherigen Platz sicher zu behaupten.
von Walter Joos
Peter Briner (FDP) und Hannes Germann (SVP) erwiesen sich gestern als sichere Werte. Die beiden bisherigen Standesvertreter vermochten ihre Sitze im Stöckli ohne Probleme zu behaupten. Das Ergebnis – 16’831 Stimmen für Peter Briner und 16’774 Stimmen für Hannes Germann – liegt in der Grössenordnung des 2003 erzielten Resultates. Peter Briner verlor gegenüber dem vor vier Jahren erzielten Resultat knapp 800 Stimmen – Hannes Germann vermochte 265 Stimmen zuzulegen. Am souveränen Wahlsieg des gemeinsam auftretenden bürgerlichen Gespanns vermag dies jedoch nichts zu ändern. Hans Jakob Glor (ÖBS) und Sabine Spross (SP) blieben mit 6’481 und 6’196 Stimmen deutlich unter dem absoluten Mehr von 12’805. Ihr Resultat ist auch im Vergleich zu früheren Herausforderern bescheiden. Insbesondere Sabine Spross erzielte im Vergleich zu früheren Ständeratskandidatinnen und Ständeratskandidaten der SP ein schwaches Ergebnis. Für Florian Keller (ALSH) wurden 3’279 Stimmen gezählt. Das sind wohl wegen der grösseren Zahl von Mitbewerbern 789 Stimmen weniger als vor vier Jahren. Die Stimmbeteiligung lag mit insgesamt 63,35 Prozent etwas über der Vergleichszahl aus dem Jahre 2003.
SVP gewinnt frei werdenden Sitz
Bei der Nationalratswahl vermochte Hans-Jürg Fehr (SP) sein Mandat ohne Schwierigkeiten zu behaupten. Seine Stimmenzahl sank war im Vergleich zur Wahl 2003 von 14’094 auf 11’875. Dafür erzielte Martina Munz (SP) mit 8’900 Stimmen ein vergleichsweise gutes Resultat. Ihr Ergebnis lag über dem Resultat von Ursula Hafner-Wipf vor vier Jahren. Gesamthaft sank jedoch die Parteistimmenzahl der SP – sie lag gestern bei 20’885 Stimmen – im Vergleich zu den letzten Wahlen um 2’169 oder 5,46 Prozent. Demgegenüber vermochte die SVP 7’112 Stimmen oder 10,67 Prozent zulegen. Ihre Parteistimmenzahl betrug gestern 18’971. Zusammen mit der Jungen SVP und der SVP International avancierte sie gestern mit total 23’860 Stimmen zur eindeutig stärksten politischen Gruppierung. Mit Thomas Hurter (SVP) stellt die SVP zudem den eigentlichen Sieger des gestrigen Wahltages. Der im Wahlkampf sehr sympathisch auftretende Linienpilot vermochte mit 10’262 Stimmen seinen Listenkameraden Franz Hostettmann (SVP) um nicht weniger als 1’678 Stimmen zu überflügeln. Einzig in vier Gemeinden – drei davon befinden sich im oberen Kantonsteil – vermochte sich der initiative Stadtpräsident von Stein am Rhein gegenüber seinem Mitbewerber durchsetzen.
FDP geht nach 72 Jahren leer aus
Weniger gut erging es gestern Hans-Peter Lenherr (FDP) und Barbara Müller-Ochsner (FDP). Sie vermochten den bisher von Gerold Bührer (FDP) besetzten Sitz nicht zu halten. Die Parteistimmenzahl der FDP sank gegenüber dem Ergebnis vor vier Jahren um fast 4’600 Stimmen oder knapp neun Prozent. An diesem fatalan Einbruch vermochte auch das Ergebnis der Jungfreisinnigen und der Liberalen Auslandschweizer nichts Wesentliches zu ändern. Die Listengruppe der FDP – sie erzielte insgesamt 16’288 Stimmen – ging bei der Verteilung der Sitze leer aus. Das 1935 mit Heinrich Sigerist-Schalch der damaligen Bauernpartei abgerungene Mandat ging gestern wieder an die SVP. Hans-Peter Lenherr lag mit 8’193 Stimmen um 3’160 Stimmen hinter dem 2003 von Gerold Bührer erzielten Ergebnis. Barbara Müller-Buchser kam auf lediglich 4’027 Stimmen. Das sind nicht einmal ganz die Hälfte der Stimmen von Hans-Peter Lenherr und 1’391 weniger Stimmen als das Resultat von Christian Heydecker als Listenkamerad von Gerold Bührer vor vier Jahren.