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In den 1830er Jahren erstellten die Oberägerer eine Strasse durch das Dorfbachtobel
, welche die Allmenden besser erschliesen sollte und die Entstehung der Siedlung Alosen
ermöglichte. Fernziel war eine bessere Verbindung nach dem Wallfahrtsort Einsiedeln, mit dem Oberägeri enge Beziehungen pflegte. Vor allem erhoffte man sich von der Strasse mehr Pilgerverkehr durch das Ägerital. Da dem Kanton das Geld für den Bau fehlte, übernahmen wiederum die Oberägerer die Aufgabe.
Im Herbst 1866 begann der Strassenbau. Eines der zehn versteigerten Baulose ging an einen Italiener, neun fielen Oberägerer Unternehmern zu. Der Strassenbau war eine mühsame Angelegenheit. Das Graben von Löchern, die Abtragung von Böschungen, die Auffüllung von Senken und Tobeln, die Abfuhr von Erde und Steinen - alles geschah in Handarbeit, mit Schubkarren und Fuhrwerken ohne maschinelle Hilfe.
1869 konnte die neue Ratenstrasse eingeweiht werden. Sie kostete mit fast 39'000 Franken weit mehr als geplant und trieb den Oberägerer Bauunternehmer Paul Meier in den Konkurs. Der Strassenabschnitt, mit dem er sich übernommen hatte, heisst heute noch "Paulisloch". Die Pilger zogen fortan über die neue, bequeme Ratenstrasse. Der alte Pilgerweg über Sankt Jost
vereinsamte. 1883 verliess der letzte Eremit Josef Huber
die Klause.
Schon 1867 war auf dem nahen Gottschalkenberg ein einfaches Kurhaus entstanden. In der Zwischenkriegszeit wurde das Ratengebiet zunehmend für den Wintersport entdeckt, 1965 der Schilift eröffnet und zur gleichen Zeit das Restaurant auf der Passhöhe gebaut.
Heute ist der Raten ein beliebtes Ausflugsziel, während die Pilgerströme, für die man die Ratenstrasse ursprünglich angelegt hatte, nur noch an Auffahrt von Bedeutung sind. Bild:
Der Ratenpass auf einem Bild des Unterägerer Kunstmalers Meinrad Iten, 1900/20, und auf einem Prospekt aus den 1970er Jahren.