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Der folgende Abschnitt dient der Veranschaulichung und soll zeigen, woher die verschiedenen Typen der Ur-Hunde Nordamerikas kamen, wie sie aussahen und wofür sie eingesetzt wurden. Auch sollen so die Zuchtmethoden der amerikanischen Ureinwohner verdeutlicht werden: Der Plains Indian Dog aus den zentral gelegenen Prärien war eine Kombination der verschiedenen Typen aus allen Himmelsrichtungen. Die Einteilung der Regionen sowie die Informationen basieren auf historischen Funden, mündlichen Überlieferungen von „Alten“ und Dokumenten von frühen Entdeckern sowie Kim La Flamme‘s Nachforschungen und den Fundorten seiner und anderer Hunde. Unklar ist bis heute, warum in der Gegend von San Francisco keine Hunde vorkamen, jedenfalls wurden dafür keine archäologischen Hinweise gefunden. Neben den hier besprochenen Typen wurden noch drei weitere gefunden: Haarlose, stumpfnasige und wollige Hunde. Diese wurden in präkolumbianischen Zeiten nicht als Arbeitstiere eingesetzt und wurden nicht in die Gründungslinien von Kim La Flamme miteinbezogen. Die Darstellung verfolgt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und absoluter Präzision, sondern soll Interessierten dabei helfen, ihr Verständnis über den American Indian Dog zu vertiefen. Heute versucht Kim La Flamme immer noch den Plains Indian Dog sowie die unterschiedlichen Ur-Hunde Typen, durch die Nachahmung der Zuchtprozesse von damals, für die kommenden Generation von Morgen, zu erhalten.
Genauere Angaben zu Hunden, Fundorten und Zuchtprogramm finden Sie auf Kims La Flamme‘s Webseite.
Plains Indian Dog
Der heutige American Indian Dog entspricht dem Plains Indian Dog von damals. Durch Tauschhandel und Zucht war dieser Typ auf dem ganzen Kontinent vertreten, kam allerdings in den Prärien am häufigsten vor. Die Indianer der Prärien waren bekannt für ihre züchterischen Fähigkeiten. Sie tauschten Hunde mit Stämmen aus allen Himmelsrichtungen und vereinten die verschiedenen Typen dieser Regionen zu einer ausbalancierten Mischung, die vielseitige Aufgaben bewältigen konnte. Zum „Rezept“ gehörten die Common Indian Dogs aus dem Südosten, die grossen Village Indian Dogs aus dem Norden, die Tahltan Indian Dogs aus dem Nordwesten, die Pueblo Indian Dogs aus dem Südwesten sowie die Hare Indian Dogs aus dem Nordosten. Auch wurden die Plains Indian Dogs wieder zurück getauscht und der Kreis somit geschlossen.
Der Plains Indian Dog war im Vergleich zu den anderen Typen von mittlerer Grösse und wog zwischen 16 und 23 kg (35 to 50 lbs). Verschiedene Farben und Muster waren üblich und reichten von weiss bis schwarz mit unterschiedlichen Schattierungen und Abstufungen. Die Haarlänge des Fells reichte von kurz und dünn bis eher lang und dicht, die Augenfarbe war blau, gelb oder grau und die Ohren waren gross und stehend. Der gerade Schwanz wurde in leichtem Bogen getragen und war selten gerollt. Die verschiedenen Farben oder Schattierungen ergaben markante Zeichnungen im Gesicht, oftmals mit Punkten über den Augen.
Diese Hunde wurden sehr vielseitig eingesetzt: Sie zogen Schlitten oder Schlepptragen und trugen Packsäcke für den Transport von Nahrungsmitteln, Holz, Kleidern und Gebrauchsgegenständen. Sie jagten auf Sicht, Geruch oder Ton nach Vögeln, Fischen, kleineren und grösseren Wildtieren, Bären und trieben sogar Büffel zusammen, damit diese erlegt werden konnten. Sie dienten als Wachhunde, passten auf Kinder auf und spendeten ihren Haltern Wärme in kalten Nächten.
Common und Village Indian Dog
Der Common und der Village Indian Dog sind sich in Erscheinungsbild und Charakter ähnlich. Beide sind in etwa gleich gross und vergleichbar vom Gewicht. Die markantesten Unterschiede lassen sich am Fell und an der Verbreitung feststellen. Der Common Indian Dog hat im Vergleich zum Village Indian Dog ein dünneres, etwas kürzeres Fell. Archäologische Funde zeigen, dass diese Hunde von Südamerika bis nach Alaska verbreitet waren, während die Village Indian Dogs hauptsächlich im Norden anzutreffen waren. Im Vergleich zum den Plains Indian Dogs haben Common und Village Indian Dogs etwas längere Beine. Von allen sechs unterschiedlichen Ur-Hundetypen, waren die Common und Village Indian Dogs die grössten. Ihr Schultermass war dabei bis zu 6 cm (2“) grösser, als das der Plains Indian Dogs. Auch ihr Gewicht war im Vergleich höher, betrug jedoch nicht mehr als 25 kg (55 lbs). Durch die früher starke Verbreitung ist die Wahrscheinlichkeit viel grösser, heute einen Common Indian Dog zu finden, als alle anderen Hundetypen.
Vor nicht allzu langer Zeit ist es Kim La Flamme gelungen, zwei Village Indian Dogs in das Zuchtprogramm aufzunehmen. Beide wurden dazu verwendet, Hundeschlitten über längere Distanzen zu ziehen. Viele dieser Hunde wurden in die Alaskan Husky Registry miteinbezogen, was es heute umso schwieriger macht, sie wieder aufzuspüren. Auch verwendete Kim La Flamme diese Ur-Hundetypen, um den Plains Indian Dog zurückzuholen. Heute noch versucht er, die Common und Village Indian Dog Linien in seinem Zuchtprogramm aufrechtzuerhalten und sie in nachfolgende Generationen miteinzubeziehen.
Tahltan Bear Dog und Pueblo Indian Dog
Die Tahltan Bear Dogs wurden vor allem in der nordwestlichen Pazifik Region in Canada gefunden, wo sie von Tahltan Indianern gezüchtet wurden. Erstaunlicherweise kamen diese eher kleinen, kurzhaarigen Hunde auch im Südwesten Amerikas vor, wo sie als Pueblo Indian Dogs bekannt waren. Nachforschungen haben gezeigt, dass die Indianer aus diesen entfernten Regionen viele kulturelle Ähnlichkeiten hatten. Sie besassen die gleiche Sprache und teilten viele Traditionen. Es stellte sich heraus, dass die Tahltan, Navajo und die südlichen Apache Indianer lange Reisen zurücklegten, um Tauschhandel zu betreiben und um sich gegenseitig kulturell zu bereichern. Dabei tauschten sie auch ihre Hunde untereinander aus.
Die Tahltan und Pueblo Indian Dogs waren mit einer bis zu 6 cm (2“) geringeren Schulterhöhe als die Plains Indian Dogs die kleinsten der Ur-Hundetypen. Sie waren von stämmiger Statur, sehr robust und neigten zu Gebell. Ihr Gewicht lag zwischen 11 und 16 kg (25 bis 35 lbs). Diese Eigenschaften kamen ihnen zugute, denn sie wurden häufig zur Jagd eingesetzt. Sie hetzten Bären auf Bäume, trieben und erlegten Grosswild und halfen sogar beim Fischen.
Auch die Tahltan und Pueblo Indian Dogs wurden von den Indianern der Prärien zur Zucht verwendet und trugen somit ihren Teil zum Plains Indian Dog bei. Kim La Flamme konnte einige dieser Hunde ausfindig machen und sie für sein Zuchtprogramm verwenden. Heute noch hat er Hunde in seiner Zucht, welche diesen Typen der Indian Dogs sehr nahe kommen.
Hare Indian Dog
Die Hare Indian Dogs kamen vor allem in den nordöstlichen Teilen des Kontinents vor. Wie andere Ur-Hundetypen, wurden sie aber auch in verschiedenen Teilen des Landes gefunden. Die Hare Indian Dogs hatten eine Schulterhöhe von ca. 43 bis 49 cm (17 bis 19“). Ihre markanten Merkmale waren das längere Fell, der buschige Schwanz und die mit längeren Haaren befellten Beine. Trotz ihres wuscheligen Erscheinungsbildes, waren sie leicht gebaut aber kräftig und flink und hatten einen Collie-ähnlichen Charakter. Hinweise lassen annehmen, dass diese Hunde von den alten Wikingerhunden abstammten. Von den Indianern wurden sie für das Prüfen von Fallen, zum Jagen und zum Treiben genutzt, da sie selten bellten. Wie die Tahltan Bear Dogs konnten sie ebenfalls auf Bäume klettern, um Vögel oder andere Tiere für ihre Halter zu erjagen. Typisch war auch ihre äusserst freundliche Persönlichkeit und Verspieltheit. Auch Fremden gegenüber waren sie sehr zutraulich. Frühe Entdecker bezeugten, dass der Hare Indian Dog sich gerne anschmiegte, seinen Rücken wie eine Katze an ihnen rieb und es mochte gestreichelt und über dem Schwanz gekrault zu werden.
Heute noch sind die äusserst freundlichen, wuscheligen Hare Indian Dogs in Kim La Flamme‘s Zuchtprogramm vertreten. Alle diese Eigenschaften halfen ihm vor vielen Jahren, Hunde für die Gründungslinien seiner Zucht zu identifizieren. Die meisten der modernen American Indian Dogs haben diese Zutraulichkeit, zur Freude ihrer Besitzer, von den Hare Indian Dogs übernommen.