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Elternzeit
Die EKFF fordert seit 2010 die Einführung einer nationalen Elternzeit von insgesamt 38 Wochen. 2018 hat sie die Forderungen mittels einer Analyse der Literatur von Ländern mit Elternzeit erhärtet. 2021 hat sie die dazu notwendigen Investitionen berechnen lassen. Die EKFF hat die Aufteilung der Wochen in ihrem Modell laufend aufgrund der Erkenntnisse in Ländern mit Elternzeit angepasst.
Um einen grösstmöglichen Nutzen für die Gesundheit aller Familienmitglieder, für die Gleichstellung der Geschlechter, für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie für die Bildungsrendite der Mütter zu ziehen, schlug die EKFF 2010 und 2018 zusätzlich zu den14 Wochen Mutterschaftsurlaub 24 Wochen Elternzeit vor. Für eine paritätischere Aufteilung der 38 Wochen plädierten im Jahr 2020 die Autoren des EKFF Policy Brief Nr. 3 Elternzeit – eine notwendige und lohnende Investition.
Die Kommission schlägt 2022 in ihrem Positionspapier je 15 Wochen Elternzeit pro Elternteil vor, im Anschluss an das achtwöchige Arbeitsverbot der Mutter. Die Eltern können auch eine andere Aufteilung der Wochen wählen und die Mutter kann bis zu 7 ihrer 15 Wochen auf den Vater übertragen, aber nicht umgekehrt. Somit stehen dem ersten Elternteil 16 bis 23 Wochen, dem zweiten Elternteil 15 bis 23 Wochen zur Verfügung. Eine paritätische Aufteilung mit je 19 Wochen wäre mit diesem Modell möglich.
Die Kosten dieses EKFF-Modells variieren je nach Aufteilung der Wochen auf Mutter oder Vater beträchtlich, denn die Kosten der Bezugstage von Müttern und Vätern sind unterschiedlich. Bei einer Übertragung der Bezugsdauer und Bezugsquote von Ländern mit Elternzeitmodellen, die mit demjenigen der EKFF vergleichbar sind, würden die Kosten für diese zusätzlichen Wochen für unser Land 1,44 Milliarden Franken pro Jahr betragen, was 18'000 Franken pro neugeborenes Kind entspricht.
Elternzeit ist ein international vielerprobtes Erfolgsmodell als wichtiges zeitliches Entlastungsmodell zur Unterstützung von Familien mit kleinen Kindern. Will die Schweiz international mithalten und dem Fachkräftemangel entgegenwirken, dann muss sie in eine moderne Familienpolitik investieren. Frauen und Männer wollen sowohl im Beruf als auch in der Familie und im Haushalt gleichberechtigt Verantwortung übernehmen.