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Frederick und seiner Familie geht es persönlich gut.
Die Situation für die Bevölkerung von Kerala hat sich nach seiner Einschätzung jedoch weiter verschlechtert. Die gesamte Tourismusbranche ist aufgrund der Pandemie total zum Erliegen gekommen und somit sind auch Tausende von Arbeitsplätzen betroffen. Die Gesellschaft leidet, es besteht immer noch ein Lockdown und die meist als Tagelöhner arbeitenden Dorfbewohner und Fischer haben keinerlei Einkommen. Immer mehr Verzweifelte wählen den Selbstmord als letzten Ausweg. Ein von der Regierung versprochenes „Coronageld“ ist bis heute nicht bei den Bedürftigen angekommen. Covid-19 trifft in Indien vor allem die Armen, sie können sich keine Arztbesuche oder Krankenhausaufenthalte leisten, werden deshalb von Familienangehörigen gepflegt und stecken diese dann an. Bei einem positiven Corona-Test muss man in eine der staatlichen Isolationskrankenstationen.
· Schulen noch geschlossen, Unterricht digital per Smartphone
Die Schulen sind immer noch geschlossen und wurden mit Ausnahme der «St.Therese Residential School» von der Regierung als Corona-Isolationskrankenstationen beschlagnahmt. Dadurch sind die Schulkinder und die Schüler der beiden Schulheime bei ihren Familien oder anderen Personen untergebracht. Die von Frederick ausgebildeten Animatorinnen versuchen in regelmäßigen Abständen die Kinder zu besuchen und berichten dann an ihn. Leider geht es nicht allen Kindern gut, es wird von Hunger, Krankheiten, aber auch von körperlicher und seelischer Gewalt berichtet. Mit unseren Spenden versucht er, die größte Not zu lindern, kauft Grundnahrungsmittel oder bezahlt medizinische Behandlungen.
Da an alle Schüler Smartphones verteilt worden sind, können die Lehrer online aus der «St.Therese Residential School» unterrichten. Zurzeit finden Zwischenprüfungen statt. Einmal pro Woche kommen die Schüler gruppenweise in diese Schule um sich «real» mit den Lehrern auszutauschen. Die Lehrer gehen z.T. auch mit den Animatorinnen in die Dörfer, um besonders schwache Schüler zu unterstützen. Die Studenten der Hotelfachschule erhalten online Anleitung, z.B. zum Kochen und führen den praktischen Unterricht zuhause aus.Die «Marion Public»- und die «Rosa Mystica Residential»-School werden zurzeit als Corona-Isolationsstationen genutzt. Dort sind jeweils ca. 150 Corona-Infizierte untergebracht. Für das Essen der 300 sich in Isolation befindenden Personen kommt die Regierung auf. Frederick lässt zusätzliche Snacks an die Kranken verteilen.
· Hotel
Das Resort ist geschlossen, aber Frederick hat niemanden entlassen. Er zahlt den Therapeuten und Arbeitern weiterhin min. 50% ihres Gehaltes. Sie kommen täglich zur Arbeit und werden für Unterhaltsarbeiten, der Gartenpflege und im biologischen Gemüsebau eingesetzt. Ein Amphitheater wurde während der Sommermonate von den Hotelangestellten gebaut. Auf die Frage, wie lange Fredrick so weiter machen möchte, meinte er: «Ich denke nicht so weit, ich mache einfach und helfe einfach, so lang ich kann».
· Kloster
Im Kloster sind neue Aspirantinnen eingetreten, 8 junge Frauen aus Nordindien und 4 aus Kerala, die eine religiöse Ausbildung im Kloster machen möchten. Frederick macht sich Sorgen, da das Mutterhaus des Karmelitinnen Ordens bis zum 16. Mai 2021 vier ältere Nonnen aus dem Kloster in BETHSAIDA abrufen will. Wer ersetzt das Wissen und die Erfahrung dieser erfahrenen Schwestern als Ausbildnerinnen?
· Hafen
Der Hafen wird weiter gebaut. Das ursprüngliche Versprechen der Regierung, der enteigneten lokalen Bevölkerung Arbeit beim Hafenbau zu geben, wurde nicht gehalten, da die Aufträge an Subunternehmen weitervergeben worden sind.