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Lese-Empfehlungen, die 2te
Montecristo, Martin Suter
Das Buch handelt von einem Journalisten, der auf die Spur eines grossen Bankenskandals kommt. Es ist äussert spannend geschrieben. Zudem ist es mal interessant, eine Geschichte zu lesen, die in einer mir vertrauten Umgebung spielt. Meine Lektüre von schweizer Autoren beschränkte sich bisher auf die Fälle des Wachtmeister Studer. (Die natürlich auch allesamt lesenswert sind!)
What if?, Randall Munroe
Es gibt diese Bücher, die liegen neben dem Klo, weil man sie so schön kapitelweise lesen kann. Dafür hat meine Frau dieses Buch gekauft. Doch es blieb nie bei einem Kapitel und so habe ich dieses Buch geradezu verschlungen. Nicht nur auf dem stillen Örtchen.
Munroe, bekannt durch die berühmten XKCD Comics, hat einen weiteren Blog, auf dem er völlig absurde Fragen wissenschaftlich exakt und präzise erklärt. Daraus ist dann dieses Buch entstanden. Wolltest du schon immer mal wissen, von welcher Höhe man ein Steak fallen lassen muss, damit es durchgebraten auf der Erde ankommt? Oder was passiert, wenn ein Baseball mit Lichtgeschwindigkeit abgeschlagen wird? Kann man alle Elemente des Periodensystems in einem Modell-Periodensystem stapeln? Diese und weitere Fragen werden sehr ausführlich beantwortet.
Das Buch ist äusserst unterhaltsam, gibt aber trotzdem eine sehr gute Einführung in physikalische, chemische oder biologische Konzepte.
Im Namen der Anklage, Carla Del Ponte
Carla del Ponte war von 1999 - 2007 Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofes für die Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien.
Über diese Zeit schreibt Del Ponte in diesem recht unterhaltsamen Buch. Sie erzählt dabei viele Anekdoten über die Zusammenarbeit mit Regierungen der beteiligten Länder. Insbesondere der Ausdruck “Murro di Gomma” ist mir geblieben. Immer wieder werden Fortschritte versprochen, um unangenehmen Fragen und Druck von Aussen aus dem Weg zu gehen. Und nichts davon wird eingehalten.
Eindrücklich sind auch die Zeugenberichte, die sie teilweise wiedergibt.
Wer an der neueren Geschichte Europas interessiert ist, für den ist dieses Buch definitiv die Zeit wert.
Der Islam - Für Kinder und Erwachsene, Lamya Kaddor & Rabeya Müller
Wenn man mit Menschen in Westeuropa über das Thema Flüchtlinge und Zuwanderung spricht, kommt immer wieder das Thema “Angst vor dem Islam” zur Sprache. Dabei machen sich aber die allerwenigsten Leute die Mühe, sich etwas intensiver mit dem Thema zu befassen. In “20 Minuten” scheint ja alles wichtige drin zu stehen.
Deshalb ist es gut, gibt es Bücher, die einem ein Thema auf einfache Weise näher bringen. Kaddor und Müller erklären in einer einfachen Sprache, was den Islam ausmacht, welche Gedanken er prägt und wie man ihn auf eine moderne Art deuten kann.
Meine wichtigste Erkenntnis daraus: Der Koran und die anderen Quellen des Islam sind auf viele verschiedene Weisen deutbar. Also auch auf eine, die sich sehr wohl in unsere mitteleuropäische Kultur einfügen kann. Genau so wird der Islam auch von den meisten Angehörigen dieser Religion bei uns gelebt. Nur zeigen unsere Medien fast immer nur die schlechten Seiten und lassen diejenigen zu Wort kommen, die eine äusserst konservative Auffassung vertreten.
Mit diesem Buch jedenfalls kann man sich selber eine Meinung bilden und verliert damit ein Stück dieser grossen Distanz.