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Rätisches Museum
Museum retic
Museo retico
Objekt des Monats August 2023
Datierung: Anfang 20. Jh.
Herkunft: Lüen
Inventarnummer: H1975.1803
Seit Jahrhunderten mähten die Bauern in den Alpen auch die höchstgelegenen Wiesen. Da der Ertrag der Fettwiesen nur knapp ausreichte, waren sie auf das Wildheu angewiesen. Im August stiegen sie ausgerüstet mit Nagelschuhen, Sense, Dengelstock, Wetzstein, Holzrechen und Heutüchern zum Wildheuen in die Steilhänge hinauf. Früher wurde das Heu zu Tristen (Heuhaufen) aufgeschichtet, zugedeckt und erst im Frühling ins Tal transportiert. Temporäre Seilbahnen zu den einige hundert Meter tiefer liegenden Heuschobern erleichterten die Heuernte. Für den Abtransport hängten die Wildheuer jedes Heubündel mithilfe des mit einem Haken versehenen Laufholzes an das Drahtseil und liessen es in die Tiefe gleiten. Das zischende Geräusch war weit herum zu hören. Die Rille des Holzes musste geölt werden, damit es durch die Reibung nicht in Brand geriet. Unten prallten die Heubündel auf einen Bock aus Rundhölzern. Nach der Zwischenlagerung in den umliegenden Heuschobern wurde das Heu im Frühwinter mit Fuhrschlitten ins Dorf gebracht.
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