Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03093.jsonl.gz/784

Der Lernende der 18B nahm in der ersten Juli-Woche an den Jugend-Europameisterschaften im russischen Kazan teil. Seine Bilanz ist geradezu fantastisch: Gold über 400 Meter Freistil, Bronze im 200-Meter-Renne und Rang 4 im 100er.
Antonio reiste mit viel Selbstvertrauen in den Südwesten Russlands. An den Top-Meetings in Barcelona und Rom mass er sich zuvor noch mit den Allerbesten seines Fachs und erschwamm sich mehrere Finalstartberechtigungen. Und daneben rückten ihn auch seine gemeldeten Saisonbestwerte in mehreren Distanzen zu den ersten Medaillenanwärtern.
So fackelte der UNITED-Schwimmer gar nicht lange rum und machte die internationale Schwimm-Szene vom ersten Rennen an auf sich aufmerksam. Sowohl im 400er wie im 100er stellten die Vorläufe und Halbfinals nur Zwischenstationen dar. Im Finalrennen über die acht Bahnlängen startete Antonio dann forsch, übernahm nach dem ersten Rennviertel die Führung und parierte auch in der Endphase sämtliche Erfolge gekonnt. Seine Siegerzeit von 3:47.89 bedeutet auch gleich noch Schweizer Rekord!
Philipp Walter, der Sportdirektor von Swiss Swimming, sprach am Abend von Antonios Goldmedaille gar von einem historischen Tag für den Schweizer Schwimmsport. Denn Antonio ist erst der dritte Schweizer überhaupt, der sich an einer Jugend-EM als Erstplatzierter auszeichnen lassen kann. Die Marke des Ustermers über die 400er-Strecke ist auch aus einem anderen Grund eine absolute Sensation. Mit einer einzigen Ausnahme schwamm nie zuvor ein Mensch im Jugendalter schneller. Und dieser Rekordhalter aus Frankreich ist mittlerweile Olympiasieger.
Der Auftakt der kontinentalen Titelkämpfe hätte also nicht besser ausfallen können. Doch für den 16-Jährigen ging es ja noch weiter. Im 100-Meter-Final verpasste er die zweite Medaille lediglich um eine Nuance. Mit 49:41 Sekunden stellte der UNITED-Mann eine persönliche Bestzeit auf und verpasste Bronze um 16/100 Sekunden.
Mit der schnellsten Zeit qualifizierte sich Antonio dann auch noch für den Endlauf über die 200er-Strecke im freien Stil. Im elften Rennen innert einer Woche lieferte Antonio nochmals eine Parforce-Leistung ab, führte das Final-Feld lange an und musste sich erst auf dem Schlussabschnitt zwei Kontrahenten knapp geschlagen geben. Damit reist Antonio als doppelter Medaillen-Gewinner aus Russland ab. Mehr als eine Randnotiz ist aber Antonios 200er-Zeit wert. Mit seiner neuen PB streift er die A-Limite für die Olympischen Spiele im kommenden Sommer in Tokio; noch zwei Zehntel und der Lernende darf sich nach Japanisch-Freifachkursen umblicken.
Mit Fabian Kempf qualifizierte sich noch ein zweites Schwimm-Talent für die Jugend-Europameisterschaften. Der Rückenspezialist blieb indes in den Vorläufen hängen und konnte nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen.
Für Antonio ist nach dem Wettkampf vor dem Wettkampf. Der Ustermer reist von Kazan direkt weiter ins Vorbereitungscamp für die A-WM in Südkorea. Dort misst sich Antonio mit der absoluten Weltelite und kämpft nicht zuletzt um ein Olympia-Ticket.