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Zuerst möchtest du wahrscheinlich erfahren, mit wem du es hier zu tun hast und was dich erwartet. Hier eine Zusammenfassung:
Als Sohn des KTA-Einfliegers Walter Läderach wurde ich in Dübendorf geboren und noch in den Windeln nach Emmen gezügelt. Im dortigen, gerade eröffneten Flugzeugwerk (F+W, heute Ruag Aerospace), lief der Lizenzbau der französischen Morane-SaulnierJagdflugzeuge an. Die ursprüngliche MS 412 war dazu zur schweizerischen D-3801 weiterentwickelt worden, von der über 200 Maschinen gebaut wurden. Sie bildeten in den frühen Jahren des zweiten Weltkriegs das Rückgrat der Schweizer Luftwaffe im Aktivdienst.
Die fertiggestellten Maschinen mussten eingeflogen werden. Das war der Job der KTA-Einflieger (KTA war die Abkürzung für die Kriegstechnische Abteilung, heute Armasuisse). Mein Vater war einer dieser Einflieger, hier der Zweite von links. Alle nannten ihn „Lädi“. So erging es bald auch mir. Und mit unserem Sohn Florian ging der „nickname“ bereits in die dritte Generation…
Am 22. April 1949 stürzte mein Vater auf einem Nacht-Schiessflug zur Erprobung neuer 8 cm-Oerlikon-Raketen mit seiner Morane aus nie eindeutig geklärten Gründen in den Neuenburgersee.
Trotz des traumatischen Erlebnisses für die Familie haben auch mich Flugzeuge von klein auf fasziniert. Eine berufliche Pilotenlaufbahn blieb mir aufgrund einer Grün-Rot-Braun-Farbenfehlsichtigkeit verwehrt. Auf den Tag genau am 17. Geburtstag flog ich aber immerhin zum ersten Mal solo in einer Rhönlerche, im Birrfeld, beim legendären René Vetterli („Cocifläschli-Banger“). Ein paar Jahre später folgte das PPL auf der Flying Ranch, mit dem unvergessenen, bei einem Piper-Absturz (HB-OXV) tragisch ums Leben gekommenen Franz Müller als Fluglehrer.
Ein Zeitsprung: Mein Fliegerfreund Hans Leder (ein universell begabter „Holzwurm“) und ich kauften 1977 die DR 1050 M1 „Sicile-Record“ HB-EUO. Die war allerdings von einer nächtlichen Windhose auf dem Flugplatz Konstanz arg „vom Winde verweht“. Lädiert, zerlegt und ausgetucht lag sie traurig in einer Hangarecke von Lommis.
In zäher Arbeit unter Hansen’s Holzbau-Regie wieder flügge geworden, haben wir dann mit unserem „Oscarli“ ab der Homebase Flying Ranch viel Schönes erlebt.
Diese Luft/Luft Aufnahme wurde aus einer C-172 der Flying Ranch geschossen, geflogen von Bruno Müller und etwa eine halbe Spannweite von mir entfernt.
„Oscarli“ ist übrigens bis heute tapfer am Himmel unterwegs. Mit seinem jetzigen Besitzer kommt er in Europa herum, so etwa auf den Fly-outs der Antique Airplane Association AAA.
Siehe auch http://www.a-a-a.ch/
Erneut blättern wir eine Seite weiter: Es war zum Jahreswechsel 1990/91 in unseren Ferien auf Barbados, als mich meine Freundin (und heutige Frau) mit einem Heli-Rundflug überraschte. Bis dahin hatten mich die „Schripp-schrapps“ eigentlich nicht besonders interessiert. Der Flug im Jet-Ranger, tief über die karibische Brandung hinweg, erwies sich dann allerdings als Schlüsselerlebnis: 1992 begann ich meine Heli-Ausbildung bei Sandro Brugnoli von Fuchs Helikopter in Schindellegi.
Für Inhaber eines „PPL Flächenflugzeuge“ genügten dannzumal 25 h Heli-Flugzeit für die Zulassung zur Heli-Prüfung. Auch so war’s nicht billig, aber noch kein Vergleich zu heute.
In der Selbstbauer-Szene jener Tage war gerade viel die Rede von einem amerikanischen Helikopter-Kit, der Exec90 von Rotorway. Schön anzuschauen und offenbar auch schön zu fliegen. Auf unserer Hochzeitsreise lag ein Besuch im (damals noch) kleinen Werk in Phoenix am Weg. Brent Marshall, der Verkaufsleiter, rückte – typisch amerikanisch – gleich mit einem verlockenden Discount-Angebot heraus. Langsam, langsam – die Hochzeitsreise ging ja noch weiter. Da hatte der Bazillus aber wohl schon inkubiert…
Wieder zuhause, ich hatte gerade meine ersten Alleinflüge auf der Hughes 300 absolviert, bestellten wir mutig meinen Kit. Die US-Vertretung der Max Dätwyler Corporation holte diesen kurz vor Weihnachten 1992 im Werk in Arizona ab und organisierte den Transport in die Schweiz.
Und so sah es am 12. Februar 1993 in Feldmeilen aus: Ich hatte bei MDC am Flugplatz Bleienbach acht grosse Übersee-Kisten auf einen Kleinlaster von Avis geladen und zuhause (mit tatkräftiger Hilfe, danke Stöps!) in die zugemietete Werkstatt bugsiert. Es konnte losgehen.
Ende Mai 1994 dann ein kurzer, willkommener Unterbruch durch das einwöchige Flight & Maintenance-Training bei Rotorway Intl. in Chandler, Arizona. Kurz vor der Abreise hatte ich beim BAZL-Experten Peter Hässig, damals Chefpilot Heli der REGA, meine praktische Heli-Flugprüfung bestanden. Mit 26 h und 11 min Flugzeit im Buch.
Die Woche in Phoenix erwies sich als gute Investition. Ich lernte viel über den Charakter meines Heli, und konnte das „solo endorsement“ und das „type rating“ für mein zukünftiges Maschinchen erfliegen.
Beflügelt durch die Art wie das kleine Ding sich flog, ging es zuhause wieder ans Werk. Am 29. Mai 1996 erfolgte die Endabnahme meiner HB-YGU durch die Prüfer des BAZL (unter Führung von Herrn Hunninghouse). Und am 12. Juli 1996 – meine Frau war im 8. Monat schwanger mit dem zukünftigen Copiloten – war endlich der grosse Tag gekommen: „Jonathan Livingstone Seagull“ hob auf der Basis der Rhein-Heli in Balzers zum ersten Mal ab, vorerst noch mit David Vogt als Testpilot.
Während der Erprobungs- und Einflugphase wuchs mir mein Heli dann so richtig ans Herz
Die Zeit verging wie im Flug: Schon bald sass nun auf dem rechten Sitz oft unser Sohn Florian. Womit es auf der Start-up Checklist einen wichtigen zusätzlichen Punkt gab, von Hand und gross hinzugefügt: „NUGGI!“
Es folgten unvergessliche Jahre im Kreis der Schweizer Exec90-Community. An den „ad hoc Fly-in’s“ kamen manchmal bis zu zehn Helis zusammen: Mal auf einem Stoppelfeld am Heli Event Melchnau, immer wieder spontan auf der Privatwiese von Meinrad Frey (Exec 162 HB-YIJ) oder auch beim jährlichen Heli-Treff von Willy Frefel bei der Heli Sitterdorf.
Im Solothurner Jura, neben einer Beiz. (Hinten die HB-YGR des viel zu früh verstorbenen ex Swissair-Captains Peter Jäggi)
Aber – zurück zur Geschichte, und gleich auch ein paar Jährchen vorwärts, während derer man bekanntlich nicht jünger wird. Schweren Herzens, nach längeren inneren Kämpfen, verkaufte ich unseren Heli schliesslich einem angehenden CPL-Helipiloten auf der Suche nach günstigeren Trainingsstunden als jenen auf dem Jet-Ranger. Er hatte mich schon geraume Zeit und zunehmend ultimativ bekniet, den Deal nun endlich durchzuziehen.
Gesagt, getan. Das hiess für mich nun „back to the roots“: Ich flog fortan wieder in Maschinen mit Flügeln statt Rotorblättern, in gemieteten statt eigenen. Etwa in einem der unverwüstlichen Piper L4 oder einer DR 400 meiner alten Homebase Flying Ranch, beim Flugplatzchef, Fluglehrer und 4-fachen Akrobatik-Schweizermeister Bruno Müller.
Auch bei diesen Abenteuern im „reiferen“ Alter hat mich oft mein bewährter Copi und Sohn Florian begleitet, inzwischen längst dem Nuggi entwachsen und auch selbst vom Flug-Bazillus infiziert…
Florians erster Alleinflug mit der ASK-21 in Schänis