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Im Foyer des ersten Stocks im Thuner Rathaus vor dem Stadtratsaal hängt ein grosser Wandteppich. Auf roten, schwarzen und weissen Flächen sind abstrakte Motive zu erkennen, teils flächig, teils in dreidimensionale Andeutungen übergehend. Sie laden die Passantinnen und Passanten zu eigenen Assoziationen ein. Die Tapisserie trägt auf Deutsch übersetzt den Titel «Die Würfel sind gefallen», womit eine Verbindung zur Funktion des Ortes geschaffen wird, an dem viele städtische Entscheidungen getroffen werden. Auf der rechten, oberen Ecke ist die Inschrift «Le Corbusier» zu lesen. So handelt es sich beim Urheber mit vollem Namen um Charles-Édouard Jeanneret-Gris, einen unter dem Pseudonym Le Corbusier einflussreichen und kontrovers diskutierten Architekten, Maler, Bildhauer und Möbeldesigner. Im Jahr 1970 wird das Werk für die Aula des geplanten Neubaus des Gymnasiums in Thun gekauft und später ins Rathaus überführt. Ein weiteres Exemplar des Kunstwerks, das von Weberinnen und Webern der Aubusson-Werkstätten in Frankreich hergestellt wurde, ist im Opernhaus in Sidney zu finden.
Katrin Sperry