Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03321.jsonl.gz/808

Bericht auf Fricktal.info vom 18. September 2023
(sh) Zum Ende einer aus Fricktaler Sicht von sehr vielen Höhepunkten geprägten Leichtathletiksaison standen die Nachwuchs-Schweizermeisterschaften auf dem Programm. Diese wurden für die Kategorien U23 und U20 in Lausanne, für die U18 und U16 in Frauenfeld ausgetragen. Nicht weniger als 11 Athletinnen und Athleten des LV Fricktal hatten sich für diese Wettkämpfe qualifiziert, darunter Sina Ettlin, Romy Burkhard, Fabienne Hoenke, Lucia Acklin und Nicolas Pfrommer, die dieses Jahr allesamt an Europäischen Meisterschaften die Schweiz vertreten hatten. Alle fünf wurden ihrem Renommee gerecht und krönten sich zum Saisonabschluss mit einem Schweizermeistertitel.
Dreifaches Gold im Stabhochsprung
Für die erste von drei Fricktaler Goldmedaillen im Stabhochsprung sorgte Romy Burkhard aus Zeiningen. Zum Saisonabschluss zeigte sie sich in bestechender Form, und übersprang als einzige Athletin die Höhe von 4,10m. Damit hatte sie den Titel in der Tasche, gab sich damit aber noch nicht zufrieden und liess die Latte dann auf 4,20m legen, eine Höhe, die sie bislang noch nie bezwungen hatte. Im 3. Versuch übersprang sie diese Höhe, und auch damit war ihr Wettkampf noch nicht vorbei, denn auch die nächste Höhe von 4,26m überquerte sie im dritten Versuch. Damit wurde sie Schweizermeisterin und schiebt sich in der aktuellen Europäischen U20 Saisonbestenliste auf den 3. Rang.
Ähnlich überzeugend trat ihre Vereinskollegin Sina Ettlin (Gipf-Oberfrick) in der Kategorie U23 auf. Sie überquerte Höhe um Höhe im ersten Versuch, auch als sie noch als einzige Athletin im Wettkampf stand. Erst auf der Höhe von 4,20m war dann Endstation, mit 4,10m holte sie den Meistertitel in der Kategorie U23.
Auch Nicolas Pfrommer aus Eiken zeigte eine tadellose Serie bei den männlichen U23: Er überquerte sämtliche Höhen bis 5,30m jeweils im ersten Versuch und konnte mitverfolgen, wie sich ein Konkurrent nach dem anderen aus dem Wettkampf verabschieden musste. Erst auf der Höhe von 5,40m, was eine persönliche Bestleistung gewesen wäre, scheiterte er knapp, belohnte sich aber mit Gold für zum Abschluss einer tollen Saison.
Fabienne Hoenke knapp am Sprint-Double vorbei
Fabienne Hoenke (Möhlin) trat über beide Sprintdistanzen 100m und 200m bei den U20-Frauen an. Am ersten Tag der Meisterschaften standen die 100m auf dem Programm, für die 200m-Spezialistin quasi ein Aufwärmen für ihre Paradedisziplin, die am zweiten Tag folgen sollte. Ihren 100m-Vorlauf gewann sie locker, und spätestens mit dem Sieg in ihrem Halbfinale zeigte Hoenke, dass sie auch im Kampf um die Medaillen über die kurze Sprintdistanz ein Wörtchen mitreden wollte. Im Final gelang der Fricktalerin ein Blitzstart, und am Ende musste der Zielfilm über die Medaillenvergabe entscheiden. Und er entschied denkbar knapp gegen Hoenke, die in 11,71s lediglich eine Hundertstelsekunde hinter der Siegerin Soraya Becerra aus Martigny den zweiten Platz belegte. Am zweiten Wettkampftag fand der 200m-Lauf mit umgekehrten Vorzeichen statt. Hoenke, die in dieser Saison über diese Distanz zweimal den U20-Schweizerrekord verbessert hatte trat entsprechend als Favoritin an. Im Finale liess sich allerdings Emma Van Camp (Lausanne Sport) lange nicht abschütteln, und Hoenke musste alle verbleibenden Kräfte mobilisieren, um in der Zeit von 23.72s Sieg und Meistertitel zu erringen.
Lucia Acklin mit Exploit im Kugelstossen
Mehrkämpferin Lucia Acklin aus Herznach ging in Frauenfeld bei den U18 gleich in 3 Disziplinen auf Medaillenjagd. Zuerst stand der Weitsprung auf dem Programm, in dem sie als bisherige Saisonbeste antrat. Dieser Wettkampf gelang nicht ganz nach Wunsch, mit einer Weite von 5,63m blieb sie unter ihren Erwartungen, gewann aber immerhin Silber. Mit etwas Ärger im Bauch ging die Herznacherin ans Kugelstossen, und verschaffte sich Luft: Bereits mit dem ersten Stoss katapultierte sie die Kugel auf eine persönliche Bestweite von 15,25m, eine Weite, die keine andere Konkurrentin erreichen sollte. Acklin hingegen legte noch weiter zu, mit hervorragenden 15,55m krönte sie sich überlegen zur Schweizermeisterin in dieser Disziplin.
Am zweiten Tag trat Acklin dann über 100m Hürden an. Aufgrund der bisherigen Leistungen wurde im Vorfeld ein spannender Kampf um die Medaillen zwischen Acklin, der Zürcherin Elina Ikezu und der Aarauerin Jael Nöthiger erwartet, die alle in dieser Disziplin bereits einmal an einer europäischen Meisterschaft im Einsatz gestanden waren. Am Ende wurden die Favoritinnen jedoch von der jungen Newcomerin Jil Sanchez überrascht, welche sich im Final knapp gegen Lucia Acklin durchsetzen konnte. Die Fricktalerin gewann in 13,69s Silber und damit ihre 3. Medaille.
Weitere Resultate aus dem LV Fricktal
Auch weitere Fricktaler Leichtathletiktalente konnten an diesen Schweizermeisterschaften gute Resultate erringen, oder sich auch einfach mit der Teilnahme für eine gute Saison belohnen. Eine Medaille denkbar knapp verpasste Laura Perlini im Weitsprung der U23 mit der Weite von 5,93m. Sie verpasste eine Medaille lediglich um einen Zentimeter und wurde undankbare Vierte. Lara Hugenschmidt erzielte mit 3,00m im Stabhochsprung der U23 das zweitbeste Resultat ihrer Karriere, Noelia Küttel sprang bei den U18 in derselben Disziplin mit 2,85m persönliche Bestleistung und klassierte sich auf dem 8. Rang. Bei den U16 sprintete Manuel Nunez über 80m bis in den Halbfinal, er konnte seine Bestleistung auf 9,61s verbessern. Nicht nach Wunsch lief es Chiara Liaudet im Weitsprung der U16: Von einem Infekt geschwächt kam sie mit 4.73m leider nicht an ihre Bestleistung heran. Pechvogel des Tages war Simon Hochreuter. Er musste auf seinen Start über die 100m Hürden bei den U16 kurzfristig verzichten, da er sich kurz vor der SM verletzt hatte.