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| Basilius von Cäsarea († 379) - Ausgewählte Briefe

XCIV. (Mauriner-Ausgabe Nr. 342)
Basilius an Libanius
[S. 337] Inhalt: Basilius vergleicht den vorhergehenden Brief mit einer dornigen Rose.
Die an Rosen ihre Freude haben, wie natürlich die Ästhetiker, sind keineswegs bös über die Dornen aus denen die Blume hervorwächst. Auch hörte ich jemand, vielleicht im Scherze, vielleicht im Ernste, hierüber etwa Folgendes sagen: Wie den Liebenden gewisse liebende Neckereien eigen seien, so habe die Natur dieser Blume jene zarten Dornen gegeben, um durch die wohl angebrachten Stacheln die Pflückenden zu größerer Sehnsucht zu reizen. Doch, was will die Rose hier in diesem Brief? Darüber bedarfst Du keiner Belehrung; Du brauchst nur an Deinen Brief zu denken, der eine blühende Rose enthielt, indem er mit meiner glänzenden Sprache den ganzen Frühling entfaltete, dem aber auch mit dem Tadel und den Vorwürfen gegen uns die Dornen nicht fehlten. Aber mir sind auch die Dornen Deiner Rede zum Vergnügen, weil sie zu größerer Sehnsucht nach Freundschaft entflammen.