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Denn die Methode, die bisher zur Bewertung der Verwesung von Leichen verwendet wurde, basieren auf einem südafrikanische Modell, teilte die Universität Bern am Mittwoch mit. Die Forschenden wollten herausfinden, wie genau die Verwesung unter Schweizer Bedingungen vonstatten geht. Die Resultate wurden in der Fachzeitschrift«Journal of Forensic Sciences» veröffentlicht.
Mancherorts seien solche Versuche an menschlichen Leichen möglich, in den meisten Ländern allerdings nicht, so die Universität Bern. Daher seien Schweinekadaver verwendet worden. «Obschon sich die Verwesung von Mensch und Schwein in vielerlei Hinsicht unterscheidet, lassen sich dennoch wichtige Erkenntnisse aus solchen Versuchen ziehen, die forensische Methoden verbessern können», sagte Studienleiterin Sandra Lösch laut der Mitteilung.
Sechs tote Schweine im Wald
Für ihre Studie legten sie im Juni 2021 sechs Schweinekadaver in einen Wald in Krauchthal BE und beobachteten, wie sich die Kadaver bis im November des gleichen Jahres zersetzten.
Das südafrikanische Modell eignet sich demnach nicht für die Schweiz. Hierzulande werden Kadaver schneller durch Fliegenmaden besiedelt, was den Prozess beschleunigt. Ausserdem beeinflussten häufige Regenfälle und Aasfresser wie Füchse den Verwesungsablauf in der Schweiz, wie die Forscherinnen und Forscher in der Studie zeigte. In ihrem Experiment konnten sie den Verwesungsablauf genau beschreiben.
Genauere Bestimmung des Todeszeitpunkts
Das erhöhe schliesslich die Genauigkeit bei der Brechnung des Todeszeitraums markant, schrieb die Universität Bern. Für die Forensik seien solche Analysen in freier Natur wichtig: «Aufgrund der naturräumlichen Gegebenheiten der Schweiz haben wir regelmässig mit forensischen Fällen zu tun, die einen längeren Zeitraum in der Natur lagen, bevor sie gefunden wurden», sagte Lösch.
Dazu gehören beispielsweise Personen, die bei einer Bergwanderung in einem abgelegenen Gebiet zu Tode stürzen und erst nach Jahren entdeckt werden.