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Das kommunistische Nordkorea hat einen Atomtest durchgeführt, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA. Sie bezeichnete den Test zugleich als «Teil von Massnahmen zum Schutz unserer nationalen Sicherheit und Souveränität».
Auch ein Diplomat beim UNO-Sicherheitsrat sagte unter Berufung auf südkoreanische Angaben der Nachrichtenagentur Reuters, es habe einen derartigen Test gegeben.
US-Geologen registrierten in der Nähe einer Atomanlage ein Erdbeben der Stärke 4,9. Das Epizentrum habe nur einen Kilometer unter der Erdoberfläche gelegen. Die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, die Regierung in Pjöngjang habe China und die USA bereits über ihre Pläne für einen Atomtest unterrichtet.
Bereits 2006 und 2009 Tests registriert
Derweil berichtet die UNO-Behörde zur Überwachung des internationalen Kernwaffenteststopp-Abkommens (CTBTO) von ungewöhnlichen Erdstössen in Nordkorea. «Wir haben ein ungewöhnliches seismisches Ereignis in Nordkorea gemessen», teilte CTBTO-Sprecherin Annika Thunborg in Wien mit.
Die Bezeichnung «ungewöhnliches seismisches Ereignis» wird für möglicherweise von Menschen verursachte Erdstösse verwendet. Nach südkoreanischen Angaben ist es sehr wahrscheinlich, dass Nordkorea einen angekündigten dritten Atomtest unternommen hat.
Das weltweite Netzwerk der UNO-Behörde hatte 2006 und 2009 bereits die ersten beiden nordkoreanischen Atomtests aufgezeichnet. Zu den jüngsten Erschütterungen in dem kommunistischen Land könne sie zunächst aber keine weiteren Details nennen, sagte Thunborg.
Auch das japanische Wetteramt berichtete, der Erdstoss sei «kein normales Erdbeben» gewesen. Die Stärke der Erschütterung habe der Stärke 5,2 entsprochen. Das chinesische Erdbebenzentrum erklärte seinerseits in Peking, dass es in Nordkorea einen offenbar durch eine Explosion hervorgerufenen Erdstoss gegeben habe.
Ob Nordkorea wirklich einen Atomtest vornahm, blieb zunächst unklar. Sowohl das südkoreanische Verteidigungsministerium als auch das Präsidentenbüro erklärten, sie versuchten herauszufinden, ob eine Atomexplosion stattgefunden habe.
Die nordkoreanische Regierung gab zunächst keine Erklärung ab. Nur wenige Stunden vor dem «künstlichen Erdbeben» hatte die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA aber eine «Aktion hoher Intensität» angekündigt. Auch wenn der KCNA-Bericht einen Atomtest nicht explizit erwähnte, so heizte er doch Spekulationen über einen baldigen Test an.
Dem isolierten Staat ist es durch UNO-Resolutionen verboten, Atom- und Raketentechnik zu entwickeln.
Uno-Sicherheitsrat tagt
Der UNO-Sicherheitsrat ist wegen des Atomtests in Nordkorea zu einer Dringlichkeitssitzung einberufen worden. Sie werde am Dienstag um 15 Uhr MEZ stattfinden, hiess es in Diplomatenkreisen.
Die USA, Südkorea und europäische Mitglieder des Rates streben weitere Sanktionen gegen Nordkorea an. Nordkorea ist es per UNO-Resolutionen verboten, Raketen- oder Atomtechnik zu entwickeln.
UNO-Generalsekretär verurteilt Atomtest
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den nordkoreanischen Atomtest verurteilt. Er stelle einen klaren und schweren Verstoss gegen geltende UNO-Resolutionen dar.
Es sei bedauerlich, dass die Regierung in Pjöngjang dem starken und unmissverständlichen Ruf der internationalen Gemeinschaft nicht gefolgt sei, sich weiterer provokativer Schritte zu enthalten, erklärte Ban nach Angaben seines Sprecher am Dienstagmorgen in New York. Er sei überzeugt, dass der UNO-Sicherheitsrat die angemessenen Massnahmen ergreifen wird.
«Destabilisierender Akt»
Der UNO-Generalsekretär zeigte sich äussert besorgt über die negativen Auswirkungen «dieses zutiefst destabilisierenden Akts» auf die regionale Stabilität und die weltweiten Bemühungen um die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen.
Auch Russland hat den neuen Atomtest in Nordkorea entschieden verurteilt. Das Land habe damit wiederholt gegen Resolutionen des Sicherheitsrates verstossen, kritisierte ein Sprecher des russischen Aussenministeriums der Agentur Interfax zufolge.
Das Verteidigungsministerium in Moskau kündigte eine Prüfung der Lage in seiner Grenzregion zu Nordkorea an. Es sei auf russischem Gebiet bisher kein Anstieg der Radioaktivität zu verzeichnen, teilten die oberste Gesundheitsbehörde und der meteorologische Dienst mit.
(chb/muv/sda)