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Wie schon in Stunde des Schakals beschreibt Benhard Jaumann auch in seinem zweiten eindrucksvollen Krimi Steinland die politische Situation im ehemaligen deutschen Südwest-Afrika, dem jetzigen Namibia. Dabei zeichnet er ein Bild von einem immer noch zerrissenen Land, in dem die Kluft zwischen Arm und Reich auch Jahrzehnte nach der 1989 errungenen Unabhängigkeit von Südafrika immens ist. Und in dem neben dem immer noch latent vorhandenen weißen Rassismus auch ein Rassismus der Schwarzen existiert. Dazu beschreibt er eine umstrittene Landreform, die die weißen Farmer enteignen soll, um das Land an ihre ursprünglichen Besitzer oder an landlose Bauern zurückzugeben - eine Reform, wie sie schon in Simbabwe, dort aber wesentlich unbarmherziger durchgeführt wurde. Auch der Polizeialltag Namibias mit all seinen kleinen und großen Hindernissen, durch die sich die junge Kripobeamtin Clemencia als Hauptfigur kämpfen muss, wird überaus anschaulich dargestellt. Die Bestechlichkeit der Behörden lässt Jaumann ebenso wenig unerwähnt wie die starken familiären Bindungen seiner jungen Heldin, die in einem Township von Windhoek, der Hauptstadt Namibias lebt. So gelingt Berhard Jaumann mit seinem Krimi Steinland ein glaubwürdiger und trotz aller Missstände liebevoller Blick auf die noch junge Nation Namibias.
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