Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03462.jsonl.gz/1202

In Studien und Befragungen geben rund drei Viertel aller Frauen an, dass sie vor der Menstruation Beschwerden haben. Bei jeder dritten Frau sind die Symptome so ausgeprägt, dass man von einem prämenstruellen Syndrom - kurz PMS genannt - spricht. Während PMS früher oft als Einbildung abgetan wurde, weiss man heute, dass es sich um reale und oft sehr belastende Beschwerden handelt. Oft lassen sich die Symptome jedoch durch sanfte, pflanzliche Mittel deutlich vermindern oder sogar ganz verhindern. Zusätzlich helfen nicht-medikamentöse Massnahmen dabei, die Beschwerden zu lindern.
Was ist PMS?
Der Monatszyklus der Frau ist in der Theorie ganz einfach: Er ist 28 Tage lang und beginnt mit dem Tag der Menstruationsblutung. Nach der Blutung baut sich die Gebärmutterschleimhaut auf. Parallel dazu reift eine Eizelle heran. In der Zyklusmitte, also etwa an Tag 14, kommt es zum Eisprung. Wird die Eizelle nicht befruchtet, wird die Gebärmutterschleimhaut in Form der Menstruationsblutung abgestossen. Ein neuer Zyklus beginnt.
In der Praxis hat jedoch kaum eine Frau einen solchen Lehrbuch-Zyklus. Eine Zykluslänge zwischen 25 und 35 Tagen ist normal. Einige Frauen leiden unter Zyklusstörungen. Dabei können längere oder kürzere Zyklen auftreten. Unter Umständen bleiben Regelblutungen aus oder es kommt zu Zwischenblutungen. Manche Frauen kennen es auch, dass der Zyklus sich unter Stress verändert. Das zeigt, dass der weibliche Zyklus ein komplexes System ist, das bei jeder Frau individuell unterschiedlich aussehen kann. Zahlreiche Hormone und Signalstoffe haben dabei einen Einfluss.
Prämenstruelles Syndrom (PMS)
Von einem prämenstruellen Syndrom (PMS) spricht man, wenn vier bis 14 Tage vor der Regelblutung verschiedene Symptome wie Brustspannen, Unterleibsschmerzen oder Stimmungsschwankungen auftreten. Typisch ist, dass diese Beschwerden mit Beginn oder kurz nach Einsetzen der Regelblutung wieder verschwinden. Jede dritte Frau ist von PMS betroffen.
Prämenstruelle dysphorische Störung (PMDD)
Zwischen 2 und 5 Prozent aller Frauen leiden unter einer besonders schweren Form des PMS, die sie im Alltag stark einschränkt. Man spricht dann von einer prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDD = premenstrual dysphoric disorder).
Ursachen für PMS
Bis heute sind die Entstehung von PMS und die genauen Ursachen noch nicht vollständig aufgeklärt. Oft scheinen mehrere Faktoren zusammenzuspielen. Die grundlegende Ursache, so nehmen Experten an, ist ein hormonelles Ungleichgewicht. In der zweiten Zyklushälfte werden vermehrt Progesteron und Prolaktin gebildet. Das Östrogen, das in der ersten Zyklushälfte hoch ist, sinkt ab. Diese hormonellen Schwankungen können zu Änderungen des Flüssigkeits- und Elektrolythaushaltes führen, die Brust anschwellen lassen und viele weitere, unterschiedliche Symptome auslösen.
Diese hormonellen Vorgänge finden bei jeder Frau statt. Warum betrifft das prämenstruelle Syndrom jedoch nur rund ein Drittel aller Frauen? Studien zeigen, dass betroffene Frauen womöglich anders auf die Hormone reagieren. Sie könnten zum Beispiel empfindlicher auf Abbauprodukten des Progesterons reagieren, die sich vor Beginn der Periode im Körper anhäufen.
Auch Wechselwirkungen mit anderen Botenstoffen könnten beteiligt sein. Serotonin, Melatonin und die Schilddrüsenhormone arbeiten eng mit den Geschlechtshormonen zusammen. Individuelle Spiegel und Wechselwirkungen dieser Botenstoffe untereinander könnten eine Ursache für die PMS-Symptome sein.
Zusätzlich ist bekannt, dass einige Faktoren die Beschwerden zwar nicht ursächlich auslösen, aber verstärken können. Dazu gehören Stress, eine ungesunde Ernährung, Rauchen, zu wenig körperliche Aktivität und bestimmte Medikamente (z. B. Abführmittel).
Symptome des prämenstruellen Syndroms
Insgesamt kann das prämenstruelle Syndrom mit über 150 unterschiedlichen Symptomen verbunden sein. Sie alle haben gemeinsam, dass sie nicht vor der Zyklusmitte auftreten und mit Einsetzen der Menstruation wieder nachlassen.
Die häufigsten PMS-Symptome
Die Symptome des prämenstruellen Syndroms lassen sich in drei Gruppen unterteilen: Es können körperliche und psychische Beschwerden sowie Verhaltensänderungen auftreten.
Körperliche Symptome
- schmerzempfindliche Brüste
- Kopfschmerzen
- Gewichtszunahme
- Wassereinlagerungen
- Unterleibskrämpfe
- Hautprobleme
Psychische Symptome
- labile Stimmungslage
- depressive Verstimmungen
- Übersensibilität
- Reizbarkeit
- Ängstlichkeit
- nervliche Anspannung
Verhaltensveränderungen
- Motivationsmangel
- sich zurückziehen
- Konzentrationsmangel
- erhöhter Appetit
- Veränderung des Sexualverhaltens
PMS: Mögliche Auswirkungen auf Alltag und Partnerschaft
Wenn man sich die oben aufgelisteten Symptome ansieht, wird schnell klar, dass diese auch Auswirkungen auf den Alltag haben. Viele Frauen fühlen sich während der prämenstruellen Phase weniger motiviert, sind gereizt oder müde. Das kann, vor allem bei schweren PMS-Formen, soweit gehen, dass die Arbeit nicht oder nur eingeschränkt möglich ist. Das Gleiche trifft auch für Tätigkeiten im Haushalt, für Hobbys und Unternehmungen zu.
Besonders belastend ist für Frauen oft, dass auch das enge Umfeld mit betroffen sein kann. Häufig kommt es in der PMS-Zeit vermehrt zu Streit mit dem Partner. Wer gereizt oder übersensibel ist, kann manchmal auch nicht gewohnt souverän in der Kindererziehung reagieren. Doch betroffene Frauen sollten sich bewusst sein, dass PMS kein Schicksal ist. Man kann durchaus etwas dagegen tun. Oft reichen bereits einige Umstellung im Lebensstil und pflanzliche Mittel aus, um auch an den Tagen vor den Tagen fröhlich, gelassen und schmerzfrei zu bleiben.
Wer ist von PMS betroffen?
Grundsätzlich kann jede Frau im gebärfähigen Alter am prämenstruellen Syndrom leiden. Die Art der Symptome und wie stark sie sind, kann sich jedoch mit der Zeit ändern. Manche Frauen sind nicht jeden Monat gleich stark betroffen, da äussere Faktoren wie Bewegung, Stress und Ernährung eine Rolle spielen. Hormonelle Verhütungsmittel können bei einigen Frauen die Beschwerden lindern, bei anderen werden sie durch die Anti-Baby-Pille jedoch sogar verstärkt.
Da PMS mit dem Menstruationszyklus zusammenhängt, treten die Beschwerden nach der letzten Regelblutung (Menopause) nicht mehr auf. Während der Wechseljahre kommt es allerdings zu einem hormonellen Auf und Ab. Zyklen werden unregelmässiger, Eisprünge bleiben aus, die Produktion weiblicher Hormone sinkt. Das kann in manchen Fällen dazu führen, dass PMS-Beschwerden stärker werden oder sogar in den Wechseljahren erstmalig auftreten. Während der Wechseljahre können pflanzliche Medikamente mit Traubensilberkerze (cimifemin® neo) oft unterstützend und lindernd wirken.
Behandlung von prämenstruellen Beschwerden
Wer unter den PMS-Symptomen leidet und sich dadurch im Alltag eingeschränkt fühlt, sollte etwas dagegen unternehmen. Bei starken Beschwerden ist ein Besuch beim Arzt ratsam. Bei leichten Beschwerden kann man jedoch selbst einiges tun.
Mönchspfeffer bei PMS und Zyklusstörungen
Als Heilpflanze zur Linderung von Beschwerden haben sich die Früchte des Mönchspfeffers (lateinischer Name: Vitex agnus-castus) bewährt. Studien zeigen, dass der Spezialextrakt Ze 440 (prefemin®) regulierend auf den weiblichen Hormonhaushalt wirkt. Mönchspfeffer vermindert unter anderem die Freisetzung des Hormons Prolaktin, das für das Schmerzen und Anschwellen der Brust vor der Periode verantwortlich ist. Körperliche und psychische PMS-Symptome können vermindert werden. Deshalb werden Präparate mit Mönchspfeffer häufig auch von Gynäkologen eingesetzt. Mönchspfeffer muss täglich über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, da die Wirksamkeit währen dieser Zeitspanne aufgebaut wird. Ausserdem wird Mönchspfeffer traditionell auch bei Zyklusstörungen (zu häufigen oder zu seltenen Regelblutungen) eingesetzt.
Pflanzliche Beruhigungsmittel
Wer in der prämenstruellen Zeit besonders unter Gereiztheit, Anspannung und Nervosität leidet, kann auf pflanzliche Beruhigungsmittel zurückgreifen. Dazu gehören zum Beispiel Präparate mit Johanniskraut (z. B. remotiv), die stimmungsaufhellend wirken und Spannungszustände lösen. Baldrian, Pestwurz, Passionsblume und Melisse wirken entspannend und lindern Reizbarkeit. Besonders gut wirken sie in Kombinationspräparaten (zeller entspannung). Bei Einschlaf- und Durchschlafstörungen haben sich Baldrian und Hopfen bewährt (zeller schlaf).
Andere Wirkstoffe oder Medikamente
Bei starkem prämenstruellem Syndrom kann ein Arzt Medikamente verordnen, die die Symptome lindern. Schmerzmittel oder krampflösende Mittel können gegen Kopfschmerzen und Unterleibskrämpfe eingesetzt werden. Bei starken Wassereinlagerungen können Diuretika (harntreibende Mittel) helfen. Unter Umständen und bei entsprechenden Beschwerden können zur Behandlung auch Antidepressiva und Hormonpräparate zum Einsatz kommen.
Tipps bei PMS
Durch eine Veränderung des Lebensstils lässt sich das prämenstruelle Syndrom bei manchen (aber nicht bei allen) Frauen lindern. Da die folgenden Tipps auch generell zu einer gesunden Lebensführung beitragen, ist es oft einen Versuch Wert, einige davon umzusetzen. Besonders hilfreich kann es sein, diese Tipps mit der Einnahme von Mönchspfeffer zu kombinieren.
Tipps zur Vorbeugung von PMS-Beschwerden:
- Eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst, aber wenig Zucker und wenigen tierischen Fetten.
- Eine ausreichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren. Eine gute Quelle ist Leinöl oder fetter Seefisch (Lachs, Hering).
- Viel Bewegung und regelmässiger Sport.
- Eine gute Versorgung mit B-Vitaminen (Hülsenfrüchte, Fleisch, Nüsse, Fisch) und Magnesium (Vollkornprodukte, Reis, Hülsenfrüchte)
- Stressabbau durch bewusste Auszeiten oder Entspannungstechniken (autogenes Training, progressive Muskelentspannung).
- Nicht rauchen.
- Koffein meiden.
- Übermässigen Alkoholkonsum vermeiden.
- Ein PMS-Tagebuch kann dabei helfen, sich über Einflussfaktoren und auftretende körperliche und psychische Symptome bewusst zu werden. Dieses Tagebuch kann auch als Grundlage dienen, um die Behandlung mit einem Arzt zu besprechen.
Genauso wie bei der Einnahme von Mönchspfeffer gilt auch hier: Die Wirkung kann einige Zeit dauern. Umstellungen des Lebensstils und der Ernährung sollten am besten über mehrere Monate beibehalten werden. Oft zeigt sich erst dann ein spürbarer Effekt.