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Geraldine Chaplins Lieblingsfilme am Filmfestival Freiburg
Redaktion: Miriam Suter; Interview: Thierry Jobin; Foto: Daniel Ammann
«Nashville» von Robert Altman (USA 1975)
Nashville ist einer der drei Filme, bei denen ich das Glück hatte, mit dem Regisseur Robert Altman drehen zu dürfen. Das hat mir eine Nominierung für die Golden Globes eingebracht. Vor den Dreharbeiten liess Altman uns Hauptdarsteller in einem wundervollen Anwesen zusammenkommen und sagte: «Ihr habt alle das Drehbuch? Werft es weg! Ihr schreibt eure Szenen selbst. Euch stehen hier Autoren zur Verfügung, wenn ihr Hilfe braucht. Wichtig ist nur, dass ihr wisst, in welchem Szenenbild ihr seid und wer mit euch spielt». Alles andere konnten wir frei erfinden! Robert Altman war das beste Publikum, das ich je gesehen habe. Er liebte es, zu drehen. Er liebte die Schauspieler. Er rief nie «Cut!». Er hatte eine solche Ausstrahlung, dass wir alles für ihn taten. Er war einzigartig.
«Nashville» läuft am Donnerstag, 17. März um 21 Uhr im Kino Arena 3
«Margaret» von Kenneth Lonergan (USA 2011)
Der einzige Film in dieser Auswahl, bei dem man nicht richtig lacht. Ich habe «Margaret» in einem Jahr entdeckt, als ich die DVDs für die Oscar-Nominierungen durchging und alles furchtbar enttäuschend fand. Bis ich auf diesen Film stiess. Welch ein wunderbares Werk über Zufälle, Zwischenfälle, Unfälle und Lügen, die zu weiteren Lügen führen. Die Geschichte entwickelt sich in etwa mit derselben Komplexität und Schönheit wie ein Spinnennetz. Ana Paquin, die bereits als kleines Mädchen einen Oscar als beste Nebendarstellerin in «The Piano» von Jane Campion (1993) gewann, spielt in «Margaret» einfach fantastisch. Die Szene am Ende in der Oper ist tief bewegend und unvergesslich.
«Margaret» läuft am Dienstag, 15. März um 20:45 Uhr im Kino Arena 6
«To be or not to be» von Ernst Lubitsch (USA 1942)
«Was für ein unglaublicher Film. Es ist sicherlich Lubitschs lustigste Komödie, weil sie die ernsteste ist. Der Film wurde während des Krieges gedreht. Da muss man schon starke Nerven haben, um sich das zu trauen. Ein gefährliches Thema: eine Komödie über den Krieg während des Krieges. Bei «To be or not to be» lacht man vom Anfang bis zum Ende, und es besteht eine verblüffende Aktualität.»
«To be or not to be» läuft am Samstag, 19. März um 12:45 Uhr im Kino Arena 6
Das 30. Internationale Filmfestival Freiburg läuft noch bis Samstag, den 19. März, und steht dieses Jahr ganz im Zeichen der Weiblichkeit: Mit einer Fülle an Regiearbeiten, Produktionen und Geschichten, die allesamt die Frauen in den Mittelpunkt stellen. Insgesamt 126 Filme aus 62 Ländern stehen auf dem Programm, etwa 100 davon erzählen die Geschichten von Frauen, mehr als die Hälfte sind unter weiblicher Regie entstanden. Mehr Informationen finden Sie unter www.fiff.ch