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1845 kam Marie Vögtlin zur Welt, als Pfarrerstochter in Bözen im Kanton Aargau. Ihr Vater bereitete sie für das damals übliche Leben als Hausfrau vor. Ihr Ehemann war schon früh gefunden, ein Cousin und Arzt. Dieser überlegte es sich jedoch anders, löste die Verlobung auf und heiratete eine russische Ärztin. Die damals 22-jährige Marie Vögtlin dachte damals, dass sie nie mehr einen Mann finden würde, erzählt die Historikerin Verena Müller. «Sie sagte sich dann: Wenn ich schon keinen Mann mehr finde, will ich wenigstens einen interessanten Beruf.»
Als Zürich kurze Zeit später von einer Cholera-Epidemie heimgesucht wurde, war für sie klar, dass sie Medizin studieren wollte. Eine für die damalige Zeit unerhörte Idee. Noch nie zuvor wurde eine Schweizerin Ärztin. Sie benötigte für das Studium die Unterschrift ihres Vaters. Obwohl er sich «grosse Sorgen» machte, wie Marie Vögtlin einer Freundin schrieb, habe er sie gewähren lassen.
Eine Praxis nur für Frauen
Das Studium schloss sie mit Bestnoten ab. Damit machte sie den Weg frei für weitere Frauen.
Nach dem Studium eröffnete sie in Hottingen eine eigene Praxis nur für Frauen. Kurze Zeit später fand sie – trotz ihren früheren Befürchtungen – einen Mann, den Geologieprofessoren Albert Heim. Später gehörte sie auch zu den Mitbegründerinnen des ersten Frauenspitals der Schweiz, der Pflegerinnenschule in Zürich.
1916 starb Marie Heim-Vögtlin im Alter von 71 Jahren an Tuberkulose. Zum 100. Todestag widmet ihr die Schweizer Post eine Sonderbriefmarke.