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Fachstelle für Rassismusbekämpfung FRB
Seit 2016 führt das Bundesamt für Statistik (BFS) alle zwei Jahre die Erhebung «Zusammenleben in der Schweiz» durch. Sie ermittelt Einstellungen der Bevölkerung zu Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens und zu einzelnen Bevölkerungsgruppen, und erhebt persönliche Erfahrungen der Befragten mit Diskriminierung.
Von den 12 % der Befragten, die angaben, in den letzten fünf Jahren aufgrund der Religion diskriminiert worden zu sein, war ein knappes Drittel islamischer Konfession. Umgekehrt gaben 10–12 % der Befragten an, sich durch die Anwesenheit von Personen einer anderen Religionszugehörigkeit in ihrem Alltag, in der Nachbarschaft oder bei der Arbeit gestört zu fühlen. Dieser Wert umfasst allerdings jegliche Religionszugehörigkeit und sagt daher nichts aus über die spezifisch muslimfeindliche Prävalenz.
Die BFS-Erhebung ermittelt spezifisch muslimfeindliche Einstellungen mit einer Reihe von standardisierten Fragen. Die negativen Meinungen (besser keine Muslime in der Schweiz; Religionsausübung verbieten; Zuwanderung untersagen) wurden zu einem Index zusammengefasst, um nur die konsolidierten Einstellungen zu erfassen. In der Umfrage 2016 haben 14 % der Befragten diesen negativen Meinungen zugestimmt.
16,8 % der Befragten stimmten auch negativen Stereotypen systematisch zu: Musliminnen und Muslime seien fanatisch, aggressiv, unterdrückten Frauen und respektierten die Menschenrechte nicht. Demgegenüber sind aber 91 % der Befragten der Meinung, Musliminnen und Muslime seien Menschen mit Stärken und Schwächen wie alle anderen auch, und 5% lehnten es grundsätzlich ab, zu den vorgeschlagenen negativen Stereotypen Stellung zu nehmen. Ein überwiegender Teil der Bevölkerung steht also vorgefassten Urteilen und Meinungen über Musliminnen und Muslimen ablehnend gegenüber. Gesamthaft zeigt sich in der Erhebung ZidS 2016 jedoch, dass negative Meinungen und Stereotype über Musliminnen und Muslime mehr Zustimmung erfahren als solche über andere Bevölkerungsgruppen.
Wie in anderen Ländern variieren negative Einstellungen und Stereotype auch in der Schweiz stark nach Alter und Urbanitätsgrad. In der Erhebung ZidS 2016 lässt sich dies bei den Stereotypen beobachten. So haben 14 % der Befragten im Alter von 25–39 Jahren systematisch negative Stereotype zu Musliminnen und Muslimen in der Schweiz, gegenüber 21 % der Befragten im Alter von 55–64 Jahren. In städtischen Gebieten sind die Einstellungen etwas positiver als auf dem Land. So bejahen 22 % der Bevölkerung in schwach besiedelten Gebieten systematisch negative Stereotype gegenüber 14 % der Bevölkerung in dicht besiedelten Gebieten. Dies kann auch mit der stärkeren Präsenz von Musliminnen und Muslimen in eher städtischen Gebieten zu tun haben, welche es den Befragten eher erlaubt, auf eigene direkte Erfahrungen zurückgreifen zu können.
Eine vertiefte thematische Beurteilung der Umfrageergebnisse kann erst ab 2020 erfolgen, wenn die Daten aus den drei ersten Umfragen Trendauswertungen ermöglichen.