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3. Inhalt
1. Stoffe
Bei der Deponie Feldreben handelt sich um eine sogenannte Mischdeponie oder Siedlungsabfalldeponie, in der Aushub, Bauschutt, Hauskehricht, Gewerbe-, Industrie- und Chemieabfälle deponiert wurden.
Wichtigste Kategorien abgelagerter Abfälle der Basler Chemie-Industrie sind:
- Press- und Nutschrückstände (vorwiegend anorganische Stoffe wie Kieselgur, Gips, Kalk, schwefelsaure Tonerde, Schwefeleisen, Sulfit, etc.)
- Destillations-Rückstände (praktisch ausschliesslich pechartige Rückstände mit geringen Restmengen organischer Chemikalien)
- Russ (aus dem Kesselhaus)
Weitere Abfallerzeuger haben Kalkschlamm, Phenole enthaltende Kalkschlämme, Zinkschlamm, Kehricht, Brennereiabfälle, Ölsaat, Putzereiabfälle, Karbidschlamm-, Bitumen- und Kunststoffrückstände, Alu-Abfälle und Aushub/Bauschutt in der Grube abgelagert.
2. Inhalt und Verteilung
Der überwiegende Teil des Inhalts ist nicht dokumentiert. Die Daten dafür basieren also vor allem auf den Feld und Laboruntersuchungen im Rahmen der technischen Untersuchung, die 2007 abgeschlossen wurde.
Das Deponievolumen von rund 650’000 m3 besteht nur zu einem geringen Teil an chemischen Abfällen.
Im westlichen Deponiebereich konnte ein ca. 30 x 30 m grosser Bereich lokalisiert werden, wo früher Fels abgebaut wurde und die Felsoberfläche bis gegen 20 m unter Tag liegt. Im und um diesen ehemaligen Felsabbau-Bereich befindet sich eine „zentrale Belastungszone“, welche hauptsächlich durch einen hohen Gehalt an leichtflüchtigen Kohlenwasserstoffe (CKW und BTEX) charakterisiert ist.
Nahezu alles Material aus den 6 Kernbohrungen bestand überwiegend aus gesteinsähnlichem Material, mehrheitlich handelt es sich um Ablagerungen aus tonigem Silt mit Sand und Kies. Das Deponiematerial enthält einen unterschiedlich hohen Anteil an Betonbruchstücken, Glas-, Plastik und Eisenresten, etc. sowie auch organische Materialien wie Holz- oder Textilreste. Darüber hinaus war das Deponiematerial stellenweise organoleptisch stark auffällig, indem ein deutlich „chemischer“ bis stechender Geruch wahrgenommen werden konnte und das Material deutlich dunkelgrau bis schwarz verfärbt war. Generell wechseln solche Abschnitte sowohl horizontal als auch vertikal rasch ab, so dass keine Korrelation einzelner
Schichten zwischen den Bohrungen möglich war.
Es ist davon auszugehen, dass höchstens ¼ des Deponiematerials (schätzungsweise maximal rund 100’000 bis 170'000 m3) stark mit Schadstoffen belastet sind. Der Rest ist nur sehr schwach belastet.
Der grösste Schadstoffherd liegt im mittleren Deponiebereich und kann gestützt auf die durchgeführten Untersuchungen relativ gut abgegrenzt werden.
Rund die Hälfte der Schadstoffe sind organische Schadstoffe, namentlich Kohlenwasserstoffe (KW), PAK und CKW (Per- und Trichlorethen). Die andere Hälfte wird durch Schwermetalle (Blei, Zink, Chrom, Kupfer) verursacht.
Die im Deponiematerial vorhandenen reinen Schadstoffmengen betragen schätzungsweise rund 2’000 Tonnen, was ungefähr 0.16 Gew.-% der ganzen Deponie beträgt. Gerade bei den Schwermetallen muss die Herkunft dieser Schadstoffmengen nicht zwangsläufig aus Abfällen der chemischen Industrie stammen, sondern kann genauso gut aus Anteilen im Bauschutt hervorgerufen werden.
3. Herkunft und Menge
a) Chemie
Die Menge der von der Basler Chemie-Industrie abgelagerten Chemieabfälle in der Deponie Feldreben wird auf ca. 13'750 t geschätzt, was einem Volumen von ca. 10'000 m3 entspricht. Der Anteil der Chemieabfälle beträgt zwischen 1 und 2 Prozent des Gesamtvolumens der Deponie.
b) Weitere Abfallerzeuger
In einer Abfallerhebung werden für 1950 folgende jährlichen Abfallmengen genannt:
|Abfall
||Herkunft
*)
||Menge
pro Jahr

|Kehricht
||v.a.
Gemeinde

1300
m3
|Brennereiabfälle
||Getränkeherstellung

50
m3
|Ölsaat,
Putzereiabfälle
||Nahrungsmittelherstellung

24
t
|Karbidschlammrückstände
||Herstellung
von Metallerzeugnissen

4
t
|Alu-Abfälle
||Herstellung
von Metallerzeugnissen

60
t
|Aushub
und Bauschutt
||Baugewerbe

1500
m3
|Total
pro Jahr

ca.
2900 m3
*) Branchenbezeichnung
nach NOGA (Systematik der Wirtschaftszweige des Bundesamtes für
Statistik)