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Folgende Mitteilung hat die Schweizerische Depeschenagentur zirkulieren lassen (leicht gekürzt):
Klimawandel: Australien erwägt CO2-Zertifikate für Tötung rülpsender Kamele
Sydney (sda/dpa) Mit dem Abschlachten rülpsender Kamele will Australien zur Klimarettung beitragen. Der Vorschlag, für die getöteten Paarhufer CO2-Zertifikate auszugeben, kommt nächste Woche ins Parlament und hat schon Zuspruch von allen Parteien. „Die Zertifikate könnten im In- und Ausland an Firmen verkauft werden, die Verschmutzungsrechte brauchen“, meinte der zuständige Staatssekretär, Mark Dreyfus, am Donnerstag. Die Idee stammt von Tim Moore, dessen Firma Northwest Carbon in Adelaide mit Verschmutzungszertifikaten handeln will. Ein getötetes Tier könnte nach Schätzungen 70 australische Dollar (rund 62 Franken) bringen. Kamele gelten als Klimasünder, weil sie im Jahr 45 Tonnen Methan ausstossen. In Australien leben 1,2 Millionen wilde Kamele. Sie gelten als Pest, weil sie die karge Vegetation abfressen und die wenigen Wasserstellen leersaufen. Alle Tiere in Australien zu töten spare im Jahr so viel klimaschädliche Gase wie der Ausstoss von 300’000 Autos, meinte der Oppositionssprecher für Agrarfragen, John Cobb.
(SDA/ATS – gt/bsd120/DAC/4/110609 1441)
Die Firma Northwest Carbon betreibt tatsächlich Klimaschutz unter anderem durch
- Fire Management (CO2-Reduktion durch gezieltes und frühzeitiges Abbrennen von Wäldern in der Frühsaison)
- Bestandeskontrolle von Wildtieren (z.B. bei Kamelen)
Und das Kamelproblem ist in Australien sehr ernsthaft, wie auch ein umfassender Bericht der Regierung bezeugt.
Die Bestandesreduktion ist allerdings nicht ganz einfach umzusetzen, und die Experten sind sich in der Wahl der Methode nicht einig. So berichtete MSNBC:
Tony Peacock, CEO of the University of Canberra’s Invasive Animals Cooperative Research Center, said a cull was the most effective method. „To be shot from a helicopter is actually quite humane, even though that sounds brutal,“ he said. „If I was a camel, I’d prefer to just get it in the head.“ Mark Pearson, executive director of the animal welfare group Animal Liberation New South Wales, offered another solution: birth control. Giving the animals a drug to render them infertile is far kinder than pumping them full of bullets, he said. No matter what solution is accepted, he said, waiting much longer to act would be disastrous. „We need to get moving as soon as we can because we are facing a crisis,“ he said.
[Mit Dank an Daniel Bächtold für die sda-Meldung]