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Die Stadt Neapel galt schon im 18. Jahrhundert als «Paradies und vulkanische Hölle» gleichermaßen. Sie war zu jener Zeit eines der größten Zentren Europas für künstlerische Aktivitäten und Diskurse und ein Anziehungspunkt für Musiker, Künstler, Gelehrte und Schriftsteller. Das musikalische Leben kreiste um Komponisten wie Alessandro Scarlatti, Francesco Mancini und Francesco Durante sowie um die Konservatorien, die bis weit ins 19. Jahrhundert großen Einfluss auf musikalische Entwicklungen in ganz Europa hatten.
Auch in Bezug auf originales barockes Blockflötenrepertoire ist Neapel eine wahre Goldmine und steht Zentren wie Venedig um nichts nach. Inzwischen sind beinahe 100 originale Werke für Blockflöte aus Neapel bekannt, viele davon Concerti für Blockflöte, Streicher und Basso continuo. Die Programmauswahl des Konzerts möchte Sie als Zuhörer in den Saal eines neapolitanischen Palazzo versetzen. Während die Blockflöte in den stark von der Oper geprägten Werken von Alessandro Scarlatti als obligates Instrument eingesetzt wird, tritt es in den Concerti von Mele, Fiorenza und Sarro solistisch und in grosser klanglicher Vielfalt in Erscheinung. Die Werke für Streicher von Durante und Fiorenza zeigen die Meisterschaft der beiden Komponisten im Umgang mit dem Orchestersatz. Abgerundet wird das Programm mit einer «Cantata per flauto» von Johann Adolf Hasse, der in diesem Werk seinen langjährigen Aufenthalt in Neapel und die Liebe zu einer wunderbar neapolitanischen Klanglichkeit erkennen lässt.
Wir freuen uns, mit diesem Konzert Andreas Böhlen, den kürzlich berufenen Professor für Blockflöte an der Schola Cantorum Basiliensis mit seinem Ensemble den Freunden der Alten Musik Basel präsentieren zu können.