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Ex-Supertramp-Sänger Roger Hodgson wird 70 und fühlt sich gesegnet
Seine Megahits wie «Dreamer», «The Logical Song» und «Breakfast in America» haben die Prog-Rock-Gruppe Supertramp weltweit in die Charts katapultiert. Nach einer langen Familienpause ist er erfolgreich als Solokünstler unterwegs. Nun wird der Superstar 70.
Ohrwürmer wie «The Logical Song» mit dem Refrain «Please tell me who I am» machen nicht nur seine Fans glücklich, sondern auch ihn: Er sei stolz darauf, die Fahne hoch zu halten für eine Musik, «die Herz und Tiefe hat und zum Nachdenken und Weinen und Lachen, zur Hoffnung und zum Verständnis anregt», sagte Roger Hodgson der Deutschen Presse-Agentur.
Sein Job sei es, seinem Publikum die besten zwei Stunden zu geben, die er geben könne - mit Supertramp-Klassikern und neueren Liedern von seinen Soloalben. Am kommenden Samstag (21. März) wird Roger Hodgson 70 Jahre alt.
Seine Eltern trennten sich, als er zwölf war: «Ich verlor meinen Vater und erbte seine Gitarre», erinnerte sich Hodgson. «Plötzlich hatte ich einen sicheren Ort, an dem ich all die Gefühle und die Verwirrung, die in mir vor sich gingen, ausdrücken konnte.» Innerhalb eines Jahres gab er ein Konzert mit eigenen Songs im Internat - und hatte damit seine Bestimmung im Leben gefunden.
Erste Single floppte
Nachdem seine erste Single als Sänger floppte, meldete sich Hodgson auf eine Anzeige von Rick Davies, der einen Gitarristen für eine neue Progressive-Rock-Band suchte - Supertramp. Den Job hatte Hodgson genau einen Tag, dann übernahm Richard Palmer-James an der Gitarre und Hodgson lernte Bass. Doch ihr erstes Album «Supertramp» wurde ein Flop. Palmer-James stieg aus, und danach entwickelten Davies und Hodgson zusammen ihren unverwechselbaren Sound. Obwohl beide ihre eigenen Lieder schrieben und sangen, teilten sie sich die Credits als Songwriter - was später viel Ärger machen sollte.
Mehrere harte Jahre folgten, bis sie mit der Platte «Crime of the Century» (1974) und vor allem Hodgsons «Dreamer» in den Charts landeten. "Ich war ein junger Mann mit vielen Träumen, und als ich das Lied «Dreamer» schrieb", sagte Roger Hodgson der «Huffington Post», «explodierte es eines Tages aus mir heraus, als ich zum ersten Mal allein in einem Raum an einem Wurlitzer Piano sass.»
Mit 23 zog er in die Staaten. «Als ich in Kalifornien landete, dachte ich, ich sei gestorben und im Himmel», erinnerte sich Hodgson in der «Arizona Republic». «An jeder Ecke gab es einen Naturkostladen.» Damals sei er noch ein introvertierter, verwirrter junger Mann gewesen, Vegetarier, der sich neu erfinden und mit spirituellen Dingen beschäftigen wollte.
Spätestens mit dem Album «Breakfast in America» (1979) erreichte Supertramp weltweit Kultstatus und toppte 15 Wochen lang die Charts. Hinter dem Album steckte harte Arbeit: Acht Monate dauerte die Produktion, die letzten Wochen schlief Hodgson im Studio. Aber der Song «Breakfast in America» sei ihm in einer Stunde einfach zugeflogen, sagte Hodgson dem «Ottawa Citizen». «Meine Hände spielten diese Akkorde, und das war wunderschön, und plötzlich wurde etwas geboren».
Erfolg veränderte die Band
Doch vier Jahre später war alles vorbei. Nach einem enttäuschenden, letzten gemeinsamen Album, zutreffend betitelt «...Famous Last Words...», stieg Hodgson bei der Gruppe aus und überliess Davies den Bandnamen. «Ich glaube, was uns zusammenhielt, war das Streben nach Erfolg. Und als wir ihn erreicht hatten, war das Band zwischen uns nicht stark genug, um dem Druck und den Bedürfnissen anderer ausserhalb der Band und sogar unseren eigenen standzuhalten», sagte er dpa.
Der Mega-Erfolg hatte die Band verändert. Daher zog er mit seiner jungen Familie aufs Land und liess das Musikgeschäft für 15 Jahre hinter sich: «Mein Herz sagte mir, dass ich aufhören und mir Zeit nehmen müsse», sagte Hodgson, um für seine Kinder in ihren prägenden Jahren da zu sein, und «der Vater für sie zu sein, den ich selbst nicht hatte».
In seinem Studio daheim nahm er einige Soloalben auf. Seit Ende der 90er Jahre tourt er wieder regelmässig, da er vor allem die magische Verbindung mit seinem Publikum geniesst. Er bereue nichts, sagte er. «In diesen Jahren lernte ich viel über das Leben, über mich selbst, und als ich viele Jahre später auf die Bühne zurückkehrte, entdeckte ich, dass ich gewachsen war und ein Selbstvertrauen hatte, das in den Supertramp-Tagen nicht vorhanden war.» Er sei zwar älter und erfahrener, «aber innerlich fühle ich mich wie ein kleiner Junge», gestand er. «Ich fühle mich so gesegnet und dankbar, dass ich das tun kann, was ich liebe.»