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Reitergewicht
Reitergewicht – Stellungnahme der Islandpferde-Vereinigung Schweiz IPV CH
«Wie viel Gewicht darf aufs Pferd» ist ein gewichtiges Thema und es ist heutzutage jedem bewusst, dass das Körpergewicht der Reiterin oder des Reiters eine wichtige Rolle spielt. Nicht nur der Schweizerische Verband für Pferdesport SVPS, seine Mitgliederverbände sowie der Schweizer Tierschutz STS, sondern auch die Islandvereinigung Schweiz (IPV CH) und die FEIF, der Dachverband aller Islandpferdevereinigungen, haben sich mit diesem heiklen Thema bereits beschäftigt und werden dies auch in Zukunft tun. Die Islandvereinigung Schweiz war zudem in der Arbeitsgruppe, die die vorliegende Broschüre erarbeitet hat, vertreten.
Die Islandpferde-Vereinigung Schweiz hat in Zusammenarbeit mit der FEIF eine rassespezifische Empfehlung verfasst, die auf wissenschaftlichen Daten basiert. Das Körpergewicht der Reiterinnen und Reiter spielt eine wichtige Rolle, aber lässt sich unmöglich mit einer allgemein gültigen Ziffer reglementarisch festhalten. Die in der Broschüre angeführte Faustregel von 15% als grundsätzlichen Richtwert – prozentuales Gewichtsverhältnis Mensch zum Eigengewicht Pferd – ist eine Empfehlung, die, wie auch angeführt wird, von einer langen Liste an Faktoren beeinflusst wird. Gerade beim Islandpferd kommen zahlreiche dieser Faktoren zum Tragen.
Islandpferde werden seit Jahrhunderten für den landwirtschaftlichen Gebrauch und für das Reiten über weite Strecken gezüchtet. Trotz ihrer relativ geringen Widerristhöhe und dem daraus resultierenden geringeren Gewicht im Vergleich zu anderen Pferderassen, werden Islandpferde seit Jahrhunderten als Reit- und Arbeitspferd eingesetzt und gelten als starke, widerstandsfähige und robuste Rasse.
Die Islandpferdezucht legen seit vielen Jahren einen klaren Schwerpunkt auf die Zucht von Islandpferden mit einem starken und gut bemuskelten Rücken, mit robusten Beinen und gut entwickelten Gelenken und Knochen. So ist auch die Widerristhöhe bei Islandpferden in den letzten 30 Jahren um durchschnittlich 10 cm gestiegen.
Diverse wissenschaftliche Studien, die zum Thema Belastbarkeit des Islandpferdes durchgeführt wurden, unterstreichen die unterschiedlichen Faktoren, die zu diesem Thema beleuchtet werden müssen. Neben der Größe und dem Körpergewicht des Pferdes, spielen auch das Alter, der Ausbildungs- und Trainingsstand, die Muskulatur, die Geschwindigkeit und die Gangart, in der geritten wird, sowie die Konstitution und Kondition eines Pferdes eine wichtige Rolle. Aber auch das reiterliche Können der Reiterinnen und Reiter – Balance, Reitstil, Ausbildungsstand – der Zustand der Ausrüstung, die Art der Nutzung und Intensität des Reitens sowie scheinbar unwichtige Faktoren wie Wetter, Bodenbeschaffenheit und Jahreszeit können einen Einfluss auf die Belastbarkeit des Pferdes haben.
Die Ausbildung von Pferd und Reiter ist unabdingbar, um das Bewusstsein und das Wissen der Pferdehalter zu schulen und um einschätzen zu können, was ein Pferd leisten kann und was aus tierschutzrelevanter Sicht vertretbar ist. Deshalb ist die Islandpferdevereinigung Schweiz unter anderem in der Berufsbildung der OdA Pferdeberufe und in der nationalen und internationalen Trainerausbildung sehr aktiv. Unsere Trainer werden auch nach der Beendigung der Ausbildung laufend weiter geschult, sodass Reiter und Besitzer von Islandpferden stetig auf ein großes und kompetentes Netzwerk von geschulten Fachkräften zurückgreifen können.
Die vorliegende Broschüre empfiehlt eine Selbsteinschätzung, die auf viele der soeben erwähnten Punkte eingeht und aufzeigt, was aus tierschutzrelevanter Sicht vertretbar ist und wie jeder das individuelle Gesamtbild analysieren kann. Ein erster Ansatz, den jede und jeder versuchen sollte.
Roger Scherrer, Präsident IPV CH