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Island wird 2019 keine Finnwale jagen. Die zwei aktiven Walfang-Unternehmen der Insel gaben dies unlängst bekannt. Begründet wurde dies einerseits damit, dass die Regierung die Fanggenehmigung zu spät ausgestellt habe und die Vorbereitung zeitlich nicht gereicht hätte. Zudem sei die Jagd viel zu teuer geworden, weil vor der isländischen Küste die Fangverbotszone erweitert wurde und weit aufs Meer hinausgefahren werden müsse. Es gibt auch Absatzschwierigkeiten. Der grösste Teil des Walfleischs wird nach Japan exportiert, die nachgefragte Menge ist aber rückläufig. Das Geschäft wird immer weniger profitabel.
„Japans kommerziellen Walfangansprüchen steht kein Bedarf an Walfleisch in Japan oder anderswo auf der Welt gegenüber.“
Fabienne McLellan, Leiterin Internationale Zusammenarbeit OceanCare
Nippon stellt sich quer
Japan selbst kämpft schon seit Jahren um ihre Waljagd. Seit 1951 ist der Staat Mitglied bei der Internationalen Walfangkommission IWC. Diese Kommission unterscheidet drei Kategorien: den kommerziellen Walfang, Walfang der Ureinwohner zur Selbstversorgung und den wissenschaftlichen Walfang. Seit 1986 besteht ein Moratorium für den kommerziellen Walfang. Damit war auch Japan verpflichtet, die kommerzielle Jagd zu unterlassen. Der wissenschaftliche Walfang kann hingegen nicht direkt vom IWC kontrolliert werden. Japan nutzte dieses Schlupfloch und ging in der Antarktis und im Nordpazifik auf Walfang für sogenannte Forschungszwecke.
„Wir sind der Ansicht, dass Wale genau wie Fische Meeresressourcen sind und auf Grundlage wissenschaftlicher Kriterien genutzt werden können.“
Verantwortlicher japanisches Fischereiministerium
Die Forschungsarbeiten wurden jedoch kaum in Fachzeitschriften publiziert. Dies wurde immer wieder von verschiedenen Seiten kritisiert. Der internationale Gerichtshof kam in einem Urteil von 2014 zum Schluss, dass die Wissenschaftlichkeit fehlte, und verlangte, dass Japan dieses Programm einstellt.
Japan vollzieht einen problematischen Schritt
Ende Dezember 2018 ist Japan aus der IWC ausgestiegen und ist somit nicht mehr an die Verpflichtungen gebunden. Dieser Entscheid war absehbar. Schon mehrmals bat Japan darum, das Moratorium für den kommerziellen Walfang zu lockern; ohne Erfolg. Trotz der Kündigung der Mitgliedschaft will der Staat aber als Beobachter bei der Kommission verbleiben und hofft, so weiterhin Einfluss nehmen zu können.
Der kommerzielle Walfang in japanischen Gewässern wurde nun am 1. Juli dieses Jahres wieder aufgenommen. Im Gegenzug wird auf die Forschungsfänge in der Antarktis und im Nordpazifik verzichtet.
Dass das Land der aufgehenden Sonne die Finger von der Waljagd nicht lassen kann, wird von Japankennern mit der Angst begründet, das Gesicht zu verlieren. Doch der Verzehr von Walfleisch nimmt im Land kontinuierlich ab und der Berufszweig muss mit hohen Subventionssummen am Leben erhalten werden. Die Nachfrage bei der jungen Generation ist gering. Die Pro-Walfang-Lobby versucht daher, Walfleisch wieder populärer zu machen. Dies entspricht aber nicht den Interessen der japanischen Öffentlichkeit. Immer mehr Japaner verurteilen die Waljagd. Dagegen wird Whale-Watching auch in Japan immer beliebter. Das ist ein gutes Zeichen; denn für eine Wende muss der Druck vor allem von der einheimischen Bevölkerung selbst kommen.
„Tiere, Menschen und Küstenregionen profitieren, wenn Kameras statt Harpunen auf Wale gerichtet werden.“
Patrick Ramage, IFAW
Mit dem Austritt von Nippon aus der IWC sehen Walschutzorganisationen gar eine Chance, dass nun für den Schutz der Wale mehr getan werden kann. Denn bisher hat dies besonders Japan immer wieder blockiert. Weitere Experten spekulieren gar, dass die Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs das Ende dieses Industriezweiges in Japan einläutet.