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Es ist eine der grossen politischen Fragen: Was passiert, wenn man die Steuern für Reiche drastisch erhöht? In England liegen jetzt Resultate vor. Sie sind dramatisch.
Rund zwei Drittel der Vielverdiener sind aus dem Königreich verschwunden, seit die Regierung in London vor zwei Jahren die Höchststeuersätze massiv erhöhte – zumindest wenn man sich die Zahlen zur Versteuerung der Einkommen ansieht.
Noch im Steuerjahr 2009/2010 meldeten 16'000 Briten ein Einkommen von einer Million Pfund oder höher. Und dann kam die 50-Prozent-Steuer. Der damalige Premierminister Gordon Brown führte diesen Höchststeuersatz für Vielverdiener im April 2010 ein. Und in der Folge begann im Königreich offenbar der Reichenschwund.
Um zwei Drittel gesunken
Wie die Zeitung «The Telegraph» eruiert hat, ist die Zahl der Menschen, die ein Einkommen von einer Million Pfund oder mehr angeben, seitdem auf 6'000 gesunken – also eben um satte zwei Drittel.
An der Finanzkrise wird das nicht ausschliesslich liegen. Aber fraglich ist auch, ob alle von ihnen tatsächlich das Land verliessen. In vielen Fällen dürften sie auch andere Wege gefunden haben, aus dem Raster zu fallen, so ein Bericht, den die Zeitung zitiert.
Einnahmen reduziert
Die Zahlen hat die Konservative Partei zusammengetragen, um ihre Argumentation zu unterstützen, dass der Steuersatz eher die Einnahmen in der Staatskasse reduziere, statt sie zu erhöhen. Wie die konservative Parlamentarierin Harriet Baldwin der Zeitung vorrechnet, seien rund sieben Milliarden Pfund durch die Steuererhöhung verloren gegangen.
Nun will die Regierung diesen «Fehler der Labour-Partei», so Baldwin, wieder gutmachen. Denn neben den fehlenden Einnahmen, so Schatzkanzler George Osborne, würde die Steuer auch Unternehmer davon abhalten, ins Land zu kommen.
Schon wieder mehr Reiche im Land
Schon früher im Jahr hatte er daher eine Reduzierung des Steuersatzes auf 45 Prozent bekannt gegeben. Und allein das reichte schon, um die Zahl der Höchstverdiener von 6'000 wieder auf 10'000 steigen zu lassen.