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FALSCHSEXUELLER KLATSCH UND TRATSCH AUS DEN EUROPÄISCHEN KÖNIGSHÄUSERN
Falschsexualität kommt in den besten Familien vor, und zwar nicht erst seit den wilden 1968ern. So gibt es auch die eine oder andere Geschich- te von römischen Imperatoren, die sich gerne mit Jünglingen umgaben, und skandalösen Renaissancekönig_innen, denen nachgesagt wird, herzzerreissend enge Beziehungen mit anderen Frauen geführt zu haben. Hier eine kleine Auswahl.
Queen Anne Stuart
(1665-1714) von England hatte eine ziemlich intensive Beziehung mit ihrer «Lady of the Bedchamber» (ja, das war ein echter Job) Sarah Churchill, Duchess of Marlborough. Die beiden waren seit ihrer Kindheit befreundet, verbrachten ihre gesamte Zeit miteinander und schrieben sich romantische Briefe. Später stellte sich Sarah jedoch als ziemlich machthungrig heraus und erpresste Queen Anne, indem sie ihr drohte, ihre leidenschaftlichen Briefe zu veröffentlichen.
Elagabalus
(204 - 222), später bekannt als römischer Imperator Marcus Aurelius Antoninus, lebte seine Falschsexualität ganz offen. Er war bekannt für seine vielen Liebhaber. Während seiner vierjährigen Regierungszeit heiratete er fünf Frauen und liess sich wieder scheiden. Daneben hatte er auch eine Beziehung mit seinem Kutschenführer Hierocles, welchen er seinen Ehemann nannte. Ihm wurde nachgesagt, Make-up und Perücken zu tragen. Er sei entzückt gewesen, mit weiblichen Titeln angesprochen zu werden, und habe angeblich Ärzten grosse Geldsummen geboten, um ihm zu weiblichen Genitalien zu verhelfen. Nach nur vier Jahren auf dem Thron wurde er mit zarten 18 Jahren ermordet, sein Kutscher mit ihm.
Ludwig II. von Bayern
(1845-1886) ist für das Märchenschloss Neuschwanstein verantwortlich. Ludwig heiratetet nie, und war als junger Erwachsener beim Anblick eines shirtlosen Holzfällers zu Tränen gerührt. Später war er in den Opernkomponisten Richard Wagner verknallt. Wagner hatte zwar kein Interesse an Ludwig, aber für ihn kam das Interesse des Königs einer unlimitierten Kreditkarte für seine Projekte gleich, sehr zur Unfreude von König Ludwigs Beratern. Nach langem Hin und Her beschlossen jene, der einfachste Weg, Ludwig loszuwerden sei, ihn für wahnsinnig zu erklären und wegsperren zu lassen. Nur einen Tag, nachdem Ludwig in seiner Verbannung ankam, wurden er und einer der Psychiater, die das Gutachten schrieben, ertrunken im nahen See gefunden. Die genauen Umstände wurden nie aufgeklärt.
Christina von Schweden
(1626-1689) wurde schon im Alter von fünf Jahren Königin von Schweden. Ihr Vater starb früh und hatte sich gewünscht, dass seine Tochter zum Kronprinzen ausgebildet wird. Sie lernte Reiten, Jagen, bekam Unterricht und trug Kleider und Haare, wie es damals für Männer üblich war. Später hatte sie aber kein grosses Interesse am Regieren und verbrachte ihre Zeit lieber in Festsälen und Theatern. Sie weigerte sich strikt zu heiraten, weil sie nicht von einem Mann abhängig sein wollte, und gründete einen Ritterorden für Männer und Frauen, deren Mitglieder versprechen mussten, nie zu heiraten. Mit ihrer Hofdame Ebba Sparre hatte sie fast 20 Jahre lang eine Affäre, aber auch mit einem Kardinal, der dafür sogar vom Papst getadelt wurde. Nach ihrem Rückzug aus der Politik eröffnete sie in Rom ein Theater, in dem – entgegen der damaligen Tradition – auch Frauen auftreten und singen durften.