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Der Charpak-Ritz-Preis 2022 geht an Laura Baudis, Professorin an der Universität Zürich, für ihre führende Rolle in der internationalen Astro-Teilchenphysik-Zusammenarbeit, ihre Outreach-Aktivitäten und ihre bahnbrechenden Beiträge zur Erforschung dunkler Materie. Der Preis wird gemeinsam von der Französischen und der Schweizerischen Physikalischen Gesellschaft verliehen.
Laura Baudis hat wichtige Beiträge zu einer brennenden Frage der Astrophysik und Kosmologie geleistet: Was hält die kosmologischen Strukturen wie Galaxien und Galaxienhaufen zusammen?
Wenn man allein die Gravitation der sichtbaren Materie in Betracht zieht, reicht das nicht aus um zu erklären, wie sich etwa Galaxien in einem Galaxienhaufen bewegen. Deshalb vermuten Forschende, dass nicht nur die sichtbare Materie zur Bewegung beiträgt. Ein etablierter Erklärungsansatz ist die "dunkle Materie". Das ist Materie, die durch elektromagnetische Wechselwirkungen nicht nachweisbar ist, also für uns nicht sichtbar. Die dunkle Materie, die wahrscheinlich 85% der gesamten Materie im Universum ausmacht, könnte aus neuen Elementarteilchen bestehen, z. B. aus schwach wechselwirkenden massereichen Teilchen (WIMPs). Die Suche nach WIMPs ist ein wichtiger Pfeiler in Laura Baudis' Karriere.
Detektoren mit flüssigem und gasförmigem Xenon haben die weltweit besten Ergebnisse erreicht, um WIMPs nachzuweisen. Laura Baudis ist Professorin an der Universität Zürich und hat eine führende Rolle bei der Entwicklung von grossen Xenon-Detektoren gespielt, die Teil des internationalen XENON-Programms sind. Laura Baudis hat auch Schlüsselrollen in der Kollaboration übernommen: als Co-Sprecherin, Vorsitzende des Kollaborationsausschusses und seit kurzem als Vorsitzende des wissenschaftlichen Strategieteams.
Laura Baudis ist auch in der Öffentlichkeitsarbeit aktiv: Sie hielt einen TED-Vortrag und spielte in zwei Dokumentarfilmen über Wissenschaft und Wissenschaftler mit ("Chasing Einstein", "Eros und Atome").