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Unveränderte Übernahme aus dem Katalog von 1985
Biographische Notizen zu Fritz Moos (1894–1984) und Erika Moos-Flury (1898–1977)
Fritz Moos wurde am 3. Juni 1894 in Subingen geboren, wo seine Eltern eine Bäckerei führten. Vier Jahre später sicherten sie sich in Biberist ein Haus mit einem Bäckereigeschäft. Hier verbrachte der Knabe Fritz den grössten Teil seiner Jugendzeit als ältestes von vier Geschwistern.
Das Austragen von Bäckereiwaren in der Ortschaft führte den aufgeweckten Knaben gelegentlich auch in die Wohnung von Oskar Miller, Direktor der Papierfabrik, der einer der grossen Sammler von Werken Schweizer Maler war, vornehmlich von Hodler und Amiet. Der Knabe begegnete diesen Bildern mit Ehrfurcht und Verehrung. In seiner Seele regte sich der Wunsch, entweder einmal eine Bildersammlung zu besitzen oder aber selbst Maler werden zu dürfen.
Was in der kindlichen Seele zu Staunen und Verehrung führt, das verwandelt sich zu Lebenskraft im späteren Leben. Wohl hat er bald einmal auf das Erlernen des Kunstmalerberufs verzichten müssen, doch das Bildersammeln hat sich später als ein Teil seines Lebenswerkes verwirklicht.
Das Verehren und Bewundern blieb in seinem Lebensgang als Grundelement erhalten. Von seinen Eltern hat er Zeit seines Lebens mit Hingabe und Hochachtung gesprochen. Sie ermöglichten ihm trotz der einfachen Verhältnisse, in denen sie lebten, die «Kanti» in Solothurn zu besuchen. Eben zur Kantizeit kam der Entschluss zustande, auf den Beruf eines Kunstmalers zu verzichten und stattdessen ein Ingenieurstudium an der ETH in Zürich zu absolvieren.
Zuvor aber wünschte der Vater, dass Fritz erst einmal seine Arbeitskraft und Zähigkeit unter Beweis stellen sollte, bevor er ein höheres Studium ergriff. So trat Fritz als Volontär in die Fräserei der von Roll'schen Eisenwerke AG in Gerlafingen ein. Als er 1914 die Rekrutenschule hinter sich hatte und just zu Hause die Vorbereitungen zum Studium in Zürich treffen wollte, brach der Erste Weltkrieg aus. Er wurde zur Feldbatterie 25 aufgeboten. Anschliessend machte er die Aspirantenschule und begann 1915 mit dem Studium. Inzwischen war der Vater mit 47 Jahren gestorben, und der tapferen Mutter oblag es, die Bäckerei unbeirrt weiterzuführen und für die Erziehung der Kinder zu sorgen.
Das Studium wurde oft durch den Militärdienst unterbrochen. Als Fritz Offizier geworden war, hat sich sein Interesse – das zur Hauptsache dem Studium eines Bauingenieurs galt neben den künstlerischen, literarischen und philosophischen Fächern auch auf die militärischen Wissenschaften erstreckt. Die vielfarbige Palette des Studiums hat sich später in seiner Lebensarbeit in einer reich gefächerten Tätigkeit ausgewirkt. Ohne Semesterverluste beendete er sein Studium und erwarb 1920 das Diplom eines Bauingenieurs.
5 Jahre arbeitete er in der beispielhaft geführten Baufirma Rothpletz und Lienhard in Bern, die hauptsächlich auf Tunnelbau ausgerichtet war. Als bauleitender Ingenieur war er sodann am Um- und Neubau des Grenchentunnels und am Bau des Sulgenbachstollens in Bern beschäftigt, den er allen Widerwärtigkeiten zum Trotz zu Ende führte.
1925 wurde die Firma Moos + Jaeggi gegründet. Dem unbedingten Vertrauen seines Batteriechefs Gustav Eisenmann, dem technischen Direktor der Papierfabrik Biberist, hatte es Fritz Moos zu verdanken, dass die neu gegründete Baufirma den Auftrag zu einem Fabrikneubau für die Papierfabrik erhielt. Das war der Beginn einer 40 Jahre andauernden Zusammenarbeit mit diesem Unternehmen. Fritz Moos hat diesen glückhaften Beginn oft seine «Sternstunde» genannt. Er hat mit dem Ausbau der Fabrik eine Betriebsstätte schaffen dürfen, die an Geschlossenheit und Einheit ihresgleichen sucht.
1925 verband er seinen Schicksalsweg mit demjenigen seiner herzlich geliebten Erika Flury, der Schwester des Komponisten Richard Flury. Die harmonische Ehe brachte auch eine rege Zusammenarbeit im Geschäft: Erika besorgte die Büroarbeit, währenddem Fritz zu Fuss oder per Velo Aufträge einholte oder aber von Baustelle zu Baustelle radelte.
Neben den Aufträgen für die Papierfabrik Biberist, für welche die Baufirma Moos an die 80 % der Gebäulichkeiten erstellt hat, und für die Cellulosefabrik Attisholz sowie die Papierfabrik Utzenstorf, wären Aufträge aus der ganzen aufstrebenden Agglomeration und anderwärts zu nennen. Die Belegschaft – in guten Zeiten um die 200 Arbeiter und Personal – blieb auch im Winter und durchgehend beschäftigt. Weder Streiks noch Arbeitslosigkeit sind in der Geschichte der Firma zu verzeichnen. Sie wurde von 1943 an unter dem Namen «Moos AG Hoch- und Tiefbau» geführt.
Im Jahre 1932 baute sich das Ehepaar Moos ein schönes geräumiges Heim an der Zelglistrasse am Rande der Ortschaft Biberist, ein sonniger Hort und passender Rahmen für die Kunstsammlung, die allmählich heranwachsen sollte. Wer in seinem Vaterhaus eng und gedrängt, ohne eigenes Zimmerchen oder eigenen Schrank, sich hat bescheiden müssen, der hat (so erzählte Fritz Moos) ein unbezähmbares Sehnen nach grossen Räumen und grünem blütenreichem Umschwung.
Dieses Sehnen wurde nun mit dem grosszügigen Neubau erfüllt. Wesentlich dabei war das Leben, das sich in diesen lichten Räumen und im Park abspielte: Maler, Musiker, Geschäfts- und Militärfreunde, Schriftsteller fanden sich ein, Gäste aus dem In- und Ausland; aber auch Schulklassen belebten gelegentlich das Haus und ergötzten sich bei Dichtern und Malern an Vorträgen und in der Bildergalerie.
Ein wichtiger Abschnitt im Leben Fritz Moos' war seine Ernennung zum Verwaltungsratspräsidenten der Bank von Kriegstetten. Die Generalversammlungen unter seinem Vorsitz waren in gewissem Sinne Attraktionen, seine äusserst originellen Ansprachen wurden stets schmunzelnd und mit grosser Aufmerksamkeit aufgenommen. Die 16 jährige Mitarbeit an der Kasse war ihm eine freudvolle Genugtuung. Mit Leib und Seele war Fritz Moos Offizier. Seine Karriere führte ihn 1944 bis zum Rang eines Obersten als Munitionschef der 2. Division. In seinem Dienstbüchlein sind 2800 Diensttage verzeichnet; das sind bei nahe 8 Jahre.
Die Erfolge der Moos'schen Unternehmung waren zum grossen Teil durch die aufopfern de Tätigkeit vieler Angestellter bedingt. Dazu kam, dass die Schwester Bertha Moos mit grossem Einsatz am Gedeihen der Firma mit gewirkt und gewichtige Entscheidungen mit getragen hat.
Erika Moos, seine Gattin, war vom ersten Tag der Firmengründung an mittätig und betreute unermüdlich und zuverlässig das Rechnungswesen. Nach 33 Jahren Mitarbeit trat sie 1958 aus dem Geschäft aus, um das schöne Heim, die vielen Gäste und die Gemäldesammlung zu betreuen. Am Aufbau der Sammlung und der Errichtung der Moos Flury-Stiftung war sie massgeblich mitbeteiligt. Sie verschied 1977 allzufrüh und hinter liess eine schmerzhafte Lücke. Seit dem Dezember 1971 ist die Firma Moos Bestandteil der Losinger AG. Fritz Moos blieb auf Lebenszeit Vizepräsident des Verwaltungsrates.
Planvolles Wirken, Zielstrebigkeit, Verehrung des Schönen und Edlen, Treue zu seinen Freunden und eine wohltuende Art von Humor waren in Fritz Moos verkörpert. Weithin ins Land hinaus zeugen seine Werke von einem unermüdlichen Streben, Bilden und Wirken.