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Jojobaöl kommt in den nussähnlichen Samen des Jojobastrauches (Simmondsia sinensis) in Konzentrationen um die 50 Prozent vor. Der Strauch ist heimisch in Halbwüsten und Wüsten Mittelamerikas und heißt in der Sprache der Papago-Indianer »Ho-ho-ba«.
Genau genommen ist das Jojobaöl gar kein Öl, sondern ein bei Zimmertemperatur flüssiges Wachs.
In den USA, in Israel, Indien, Kenia, Peru, Argentinien und Australien liegen wichtige Jojoba-Anbaugebiete. Weil die Jojoba-Pflanze sehr genügsam ist, kann sie überall dort wachsen, wo Landwirtschaft wegen fehlender Niederschläge sonst kaum möglich ist. Die Sträucher schützen den Boden vor Erosion und schaffen ein günstiges Kleinklima, in dem sich auch andere Lebewesen ansiedeln.
Die Büsche sind ziemlich robust, sodass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln meist unnötig ist. In seiner natürlichen Umgebung erreicht ein Jojobastrauch eine Alter von bis zu 200 Jahren.
Schon nach einem Jahr liefert ein Strauch schon 500 Gramm Früchte, nach 25 Jahren beträgt die Ernte bis zu 13 Kilogramm pro Pflanze. Die Bauern ernten die Samen in der Trockenperiode meist von Hand, mitunter jedoch auch mit Hilfe von Erntemaschinen.
Jeder Samen beziehungsweise jede Nuss besteht zu 48 bis 56 Prozent aus Jojobaöl. Chemisch gesehen ist Jojobaöl ein Wachs, weil es nicht aus Triglyceriden besteht, sondern aus Estern primärer Alkohole und Monocarbonsäuren (Fettsäuren) mit einer Kettenlänge von 38 bis 44 Kohlenstoffatomen. Da der Schmelzpunkt des Wachses bei 7 Grad Celsius liegt, ist es das einzige in der Natur vorkommende flüssige Wachs. Jojobaöl verdirbt nicht durch Ranzigwerden wie die fetten Öle, denn seine chemische Struktur ist unempfindlich gegenüber einer Oxidation an der Luft. Ohne Zusatz von Konservierungsstoffen ist es deshalb bis zu zehn Jahren haltbar.
Weitere wichtige Inhaltsstoffe der Jojoba-Samen sind Vitamin E, Provitamin A (Betacarotin), Mineralien und das Simmondsin mit seinen Derivaten Simmondsinferulat, 4-Desmethylsimmondsin und 5-Desmethylsimmondsin. Die Samen enthalten zudem geringe Mengen freier ungesättigter Fettsäuren (etwa 1 Prozent) und Fettalkohole.
Die Indios verwendeten Jojobaöl in ihrer Volksmedizin lokal zur Wundbehandlung und gegen Kopfschmerzen sowie als Haarwuchsmittel. Die gerösteten Samen dienten als Kaffee-Ersatz und wurden in Notzeiten auch als Nahrung genutzt.
Die Kosmetikhersteller in Europa entdeckten das Wachs in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, als die Behörden zum Schutz der Pottwale den Einsatz von Walrat (Cetaceum) verboten.
Heute ist Jojobaöl geschätzter Bestandteil vieler kosmetischer Zubereitungen wie Hautcremes und Haarpflegeprodukte. Das Wachs hat eine sehr gute Spreitung und ist darum sehr angenehm anzuwenden. Es zieht sehr rasch in die Haut ein und ist für alle Hauttypen geeignet. Sein besonderes Spektrum an Fettsäuren soll die Haut glätten, ihren pH-Wert stabilisieren und den Feuchtigkeitsgehalt regulieren.
Jojobawachs wirkt entzündungshemmend und besitzt einen natürlichen Lichtschutzfaktor von drei bis vier. Da es kein Öl ist, hinterlässt es auch keinen Fettfilm auf der Haut. Für Massagen lässt es sich deshalb besser in Kombination mit fetten Ölen wie Mandelöl verwenden. Auch mit ätherischen Ölen ist Jojobawachs gut mischbar. Massageöle gegen Cellulite, Sport- und Schwangerschaftsöle enthalten oft Jojobawachs.
Eine Packung mit Jojobaöl gibt schuppigem, trockenem und sprödem Haar einen schönen Glanz. In zahlreichen Haarshampoos und Haarkuren ist darum Jojobaöl enthalten. Auch die Hersteller dekorativer Kosmetik nutzen Jojoba. So sorgt es zum Beispiel für die Geschmeidigkeit und Pflegewirkung von Produkten wie Make-up und Lipgloss.
Die Qualität des Jojobaöls hängt wie bei den fetten Ölen von der Gewinnung und Verarbeitung ab. Hochwertiges Öl stammt immer aus der ersten Kaltpressung der Jojoba-Samen. Weitere Pressungen ergeben minderwertige Qualität und erfordern oft den Einsatz von hohen Temperaturen oder Zusatzstoffen.
Quelle:
http://www.pta-forum.de/index.php?id=1076
Kommentar & Ergänzung:
Ein weiterer Inhaltsstoff der Jojoba-Samen ist Simmondsin. Samenpulver mit hohem Simondsin-Gehalt wurde Anfang 2007 Nahrungsmitteln zugesetzt und als Schlankheitsmittel angepriesen. Dieser Nahrungsmittelzusatz ist jedoch europaweit gesetzlich verboten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät von einer Einnahme ab, weil sich die Samen im Tierversuch als stark giftig erwiesen haben.
(Quelle: Wikipedia)
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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