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nährt sich von Baumfrüchten, Wurzeln, Insektenlarven und richtet in den angrenzenden Äckern durch Umwühlen und Abfressen des Getreides großen Schaden an. Es frißt auch Aas und soll Wildkälber und verwundete Hirsche [* 3] und Rehe töten. Es läuft ziemlich schnell und am liebsten geradeaus, durchbricht mit Gewalt Dickichte, hört und riecht scharf, sieht aber schlecht. Aus seiner gewöhnlich harmlosen Ruhe geht es sehr leicht zur rasendsten Wut über, nimmt dann den bewaffneten Mann ohne weiteres an und wird durch seine Hauer sehr gefährlich.
Das Fleisch ist fein und wohlschmeckend, Kopf und Keulen gelten als Leckerbissen, auch Haut [* 4] und Borsten sind sehr gesucht, der Schade aber, welchen das Tier anrichtet, überwiegt bei weitem den Nutzen. Man gewährt daher dem Schwarzwild keine Schonzeit, weshalb es mehr und mehr ausgerottet und nur noch in Saugärten in größerer Zahl gehalten wird. Die Fährte [* 5] des Schwarzwildes unterscheidet sich von der des Rotwildes durch kürzern Schritt [* 1] (Fig. 1), flachere Ballen und besonders durch die weit auseinander stehenden, stark ausgedrückten Geäfter [* 1] (Fig. 2). Man erlegt wenigstens stärkere Sauen am sichersten mit der Kugel, weil diese durch Suhlen und Mahlen für Schrot undurchdringliche Schwarten bekommen (gepanzerte Sauen).
Angeschossene Sauen setzen sich zur Wehr, die Keiler schlagen mit ihren scharfen Gewehren von unten nach oben, während die Bachen beißen, aber viel weniger gefährlich sind. Von den Jagdmethoden ist der Anstand am lohnendsten, wenn man die Sauen durch Eicheln, Erbsen, Kartoffeln vorher angekirrt hat. Bei Wind und weichem Schnee [* 6] gelingt es auch, durch Folgen der Fährte die Sauen im Kessel anzuschleichen. Die Treibjagd hat meist nur Erfolg, wenn die Sauen vorher durch Einkreisen bei einer Neue festgespürt sind und Finder benutzt werden, weil sie sonst meist durch die Treibwehr brechen.
Vor den Saufindern stellen sie sich dagegen und können von dem den Hund führenden Jäger beschlichen werden, andernfalls werden sie flüchtig und kommen dann den vorstehenden Schützen zu Schuß. Stehen schwere Packer und Hetzhunde zur Verfügung, so hetzt man diese zu, wenn der Finder stellt, d. h. durch Lautgeben auf einer Stelle anzeigt, daß sich das S. vor ihm zur Wehr setzt, und läßt durch diese das S. festhalten (decken), um es abzufangen. Endlich werden die Sauen noch auf der Parfocejagd ^[richtig: Parforcejagd] erlegt und in Saufängen gefangen.
Das indische S. (S. indicus Pall.) ist über das östliche Asien [* 7] und die Malaiischen Inseln verbreitet. Eine Form desselben, das chinesische S. (S. indicus brachyotis), wird in China [* 8] seit Jahrhunderten mit Sorgfalt als Haustier gehalten, besitzt einen kurzen, breiten Kopf mit aufrechter Stirn und eingedrücktem oder konkav geformtem Nasenrücken, einen kurzen, breiten Rüssel, starke, fleischige Backen, kurze, zugespitzte, aufrecht stehende Ohren, einen kurzen, dicken Hals, langen Leib, geraden, zwischen Schuft und Becken sogar eingesenkten, breiten Rücken, gerades Kreuz, [* 9] gewölbte Rippen, einen großen Tiefendurchmesser der Brust, breit gestellte, kurze Schenkel und eine dünne, mit schwachen Borsten besetzte Haut. Es zeichnet sich durch Frühreife und großen Fettansatz aus.
Die andre Form, das japanische Masken
schwein (S. pliciceps
Gray, S. indicus macrotis), hat ähnliche Schnellwüchsigkeit und
Mastfähigkeit, unterscheidet sich aber von dem chinesischen durch dicke Gesichtsfalten, lange, herabhängende
Ohren,
eine dicke
Schwarte, einen etwas flachrippigern
Rumpf und höhere, starkknochige
Beine. Es ist bei uns vielfach in zoologischen
Gärten vertreten; die
Versuche, es zur
Hebung
[* 10] der deutschen
Schweinezucht zu benutzen, sind aber nur mäßig günstig ausgefallen.
Rassen des zahmen Schweins.
Zur Heranbildung der heute in
Europa
[* 11] vorkommenden Haus
schweine haben beide, das europäische
Wildschwein
und das indische S., beigetragen. Durch den Einfluß der verschiedenen Klimate und der Züchtung sind dieselben vielfach
in ihren innern und äußern
Eigenschaften abgeändert worden. Je nachdem nun mehr der Einfluß der
Natur oder der der Züchtung
in den
Formen des Haus
schweins zum
Ausdruck gelangt, unterscheidet man natürliche (primitive, unveredelte,
Land-)
Rassen und Kulturrassen (Züchtungs-, künstliche, veredelte
Rassen). Zu den natürlichen
Rassen gehören: das großohrige,
das kurzohrige, das kraushaarige und das romanische S., welche sämtlich auf dem europäischen
Kontinent einheimisch sind;
zu den Kulturrassen stellt man die modernen englischen Rassen.
Bei den drei erstgenannten tritt die Verwandtschaft mit dem europäischen Wildschwein deutlich zu Tage, während das romanische und englische S. den Einfluß vom Typus des Sus indicus nicht verkennen läßt.
1) Das großohrige S. ist charakterisiert durch die nach vorn und unten hängenden Ohren, welche
[* 1] ^[Abb.: Skelett [* 12] des Schweins.] ¶
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breit und länger sind als der Raum zwischen Ohröffnung und Auge,
[* 14] durch die hohen Beine, die Flachrippigkeit und den Karpfenrücken.
Gute Ernährung und verminderte Bewegung bessern diese fehlerhaften Körpereigenschaften. Zuweilen sind am Hals zwei Hautausstülpungen,
»Glocken«, vorhanden. Borsten sind schlicht oder schwach gelockt; die Farbe derselben ist vorherrschend gelbweiß, doch
kommen auch dunkle und schwarzscheckige Tiere vor. Die Tiere dieser Rassen werden bis 2 m lang und 1 m hoch; sie entwickeln
sich langsam, sind spät reif. Das großohrige S. ist durch den mittlern, westlichen und nördlichen Teil von Europa verbreitet,
und es gehören zu dieser Rasse die großen polnischen Schweine,
[* 15] die deutschen Marsch
schweine (holsteinisches,
jütländisches und westfälisches, letzteres wegen seiner vorzüglichen Schinken berühmt), die französischen (craonnaisischen,
Champagner, normännischen) Schweine und die frühern großen englischen Schweine.
2) Das kurzohrige S. hat Hochbeinigkeit, Flachrippigkeit und Karpfenrücken mit dem großohrigen gemeinsam. Der Rumpf ist aber nie so lang gestreckt wie bei letzterm; die Ohren sind klein, aufrecht stehend oder schwach nach vorn geneigt; die Augenachse ist länger im Verhältnis zu den andern Dimensionen des Kopfes, die Stirn höher und breiter. Es ist mehr Niederungsrasse und vorzugsweise durch das mittlere Deutschland [* 16] verbreitet.
3) Das kraushaarige S. Gesicht [* 17] unterhalb der Augen schmal, spitz in den Rüssel übergehend, Ohren wenig länger als der Raum zwischen Ohröffnung und Auge, aufrecht oder schwach nach vorn geneigt, Rumpf kurz, Rippen flach, Rücken konvex, scharfgrätig, Länge der Beine gleich der Tiefe der Brust, Körper stark behaart, Borsten kraus, Farbe asch- bis schwarzgrau; dasselbe ist über den Südosten Europas, namentlich über Ungarn, [* 18] Slawonien, die Donaufürstentümer, die Türkei, [* 19] Südrußland, und über die westlichen Teile von Mittelasien verbreitet.
4) Das romanische S. Kopf kurz im Verhältnis zur Breite, [* 20] Gesicht eingeknickt in der Augenachse, Stirn vorstehend und gerunzelt, Rüssel schlank, Backen dick, Ohren länger als der Raum zwischen Ohröffnung und Auge, nach vorn geneigt, nicht schlaff hängend, lanzettförmig zugespitzt, Falten über dem Auge, keine deutliche Halsfläche, Rippen gewölbt, Rücken breit und geradlinig, Kreuz abschüssig, Beine kürzer als die Brusttiefe. Behaarung schwach, Farbe dunkel, schwarz oder dunkel aschgrau, sehr selten feuerrot. Die Tiere sind klein, aber gute Futterverwerter. Die Anklänge an den Typus des indischen Schweins sind unverkennbar. Es gehören zu dieser Rasse das portugiesische, das französische Périgord- und das italienische S.
5) Die englischen Schweine. Seit der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts ist es den englischen Landwirten nach dem Vorgang Bakewells in Dishley und dessen Schülers Colling gelungen, durch Einführung indischer und romanischer Schweine und Kreuzung derselben mit dem einheimischen großohrigen S. sowie durch sorgfältige Pflege und Fütterung ein Tier zu erzielen, das sich durch schnelle Entwickelung und große Mastfähigkeit auszeichnet. Bei der Züchtung dieser neuern englischen Kulturrassen ist der Hauptgesichtspunkt auf die größtmögliche Entwickelung aller nutzbaren Teile gerichtet gewesen, während die nicht oder wenig nutzbaren Teile, wie Kopf und Beine, auf das kleinste Maß beschränkt wurden.
Der Kopf dieser Rassen ist klein, kurz, in der Profillinie eingesenkt, mit dicken, muskulösen Backen und kurzen, aufrecht stehenden
Ohren
versehen. Die Kopflänge, vom Auge bis zur Rüsselspitze, erreicht nur den 9., bei den größern Rassen
sogar nur den 11. Teil der Körperlänge, während bei dem natürlichen oder Land
schwein dieses Verhältnis sich auf 1:6 stellt.
Der Hals ist kurz, der Leib gedrungen, breit, tonnenförmig, von Parallelogrammform; der Rücken ist gerade oder etwas eingesenkt,
das Kreuz nur wenig abschüssig, der Schwanz leicht geringelt.
Die Brust ist tief, die Beine sind kurz, voll und fleischig. Das Knochengerüst ist fein und leicht, ebenso die Haut fein und oft nahezu nackt, bei den neuern Zuchten jedoch spärlich mit feinen Haaren bedeckt. Die Tiere zeichnen sich durch Frühreife, gute Futterverwertung und große Mastfähigkeit aus, Vorzüge, welche durch das denselben eigne phlegmatische Temperament wesentlich gefördert werden. Anderseits zeigen sie sich aber auch sehr empfindlich gegen die Einflüsse der Witterung und stehen in der Fruchtbarkeit weit hinter den Tieren der natürlichen Rassen zurück.
Beides gilt besonders von der ursprünglich durch Paarung mit der romanischen Rasse hergestellten kleinern Zucht, bei der man
die Frühreife und Mastfähigkeit etwas zu weit getrieben hatte auf Kosten der Widerstandsfähigkeit des
Körpers und der Fruchtbarkeit. Fester und fruchtbarer sind die Tiere der großen Zuchten, in denen mehr von dem Blute des alten
englischen Land
schweins steckt. Freilich ist die Körperentwickelung bei diesen auch eine langsamere und das Verhältnis der
nutzbaren und nicht nutzbaren Teile ein ungünstigeres. In neuerer Zeit hat man Mittelrassen produziert,
in denen die Vorzüge der kleinen und großen Zuchten gut vereinigt sind. Man unterscheidet sonach englische Rassen der kleinen,
der großen und der mittelgroßen Zucht. Die Körperunterschiede sind, abgesehen von Farbe und Größe, gering; Parallelogrammform
des Rumpfes, Kleinheit der Beine und des Kopfes sind allen eigen.
a) Rassen der kleinen Zucht (small breed):
1) schwarze Essex (die verbreitetste), Sussex, Suffolk;
2) weiße Yorkshire (s. Tafel), Windsor, Coleshill.
b) Rassen der großen Zucht (large white breed): Leicester, [* 21] Yorkshire, Suffolk, Lincolnshire, Lancashire.
c) Rassen der mittelgroßen Zucht (middle breed).
1) bunte Berkshire (s. Tafel), Hampshire (s. Tafel);
2) weiße Yorkshire, Suffolk.
Nach dem Kontinent und namentlich nach Deutschland sind seit Jahrzehnten in sehr großer Zahl englische Schweine eingeführt
und entweder rein in sich fortgezüchtet oder zur Verbesserung der einheimischen Schweine der natürlichen Rassen verwandt worden.
Die letztern werden mehr und mehr verdrängt, die reinen Land
schweine werden immer seltener, während
die Schweine der englischen Kulturrassen (die edlen) als Vollblut- oder Halbbluttiere von Jahr zu Jahr weiteres Terrain erobern.
Die amerikanischen Hausschweine, welche neuerdings eine große Bedeutung durch den Massenimport von Speck und Schmalz bei uns erlangt haben, sind durch von auswärts eingeführte und miteinander gekreuzte Rassen entstanden; dasselbe gilt von dem Kapschwein in Afrika, [* 22] während sich außerdem in diesem Erdteil und in Australien [* 23] einheimische, von den Eingebornen gezähmte Hausschweine finden, dort das Senaar- und das guineische S., hier das Papuaschwein.
Schweinezucht.
Bei dem Betrieb der Schweinezucht hat man nur die Produktion von Fleisch und Fett im Auge. In den kultivierten Wirtschaften unsrer Gegenden ¶
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spaltet sich aber der auf einer niedern Kulturstufe einheitliche Betrieb in drei verschiedene Weisen. Bei dem einen hält man Mutterschweine zum Zweck der Produktion und des Verkaufs von Gebrauchs- und Zuchtferkeln; bei dem andern kauft man Ferkel an oder züchtet sie auch wohl selbst, um sie aufzuziehen und erwachsen im magern Zustand an Mäster zu verkaufen (Läufer- oder Faselschweinhaltung); bei dem dritten kauft man erwachsene magere Schweine, um sie zu mästen und fett zu veräußern.
Die Wahl der Betriebsweise richtet sich nach den vorhandenen Futtermitteln und den Absatzverhältnissen. Der Ferkelverkauf ist die unsicherste Betriebsart wegen der Schwierigkeit der Aufzucht und des Schwankens der Preise; anderseits ist der Verkauf von Ferkeln aber der lohnendste, wenn viele derselben als Zuchttiere abgesetzt werden. Läuferhaltung ist am Platz in solchen Wirtschaften, welche nur vorübergehend (wie z. B. bei nur im Winter im Betrieb stehenden Brennereien) Schweinefutter zur Verfügung und bei einer zahlreichen Bevölkerung [* 25] der Umgegend leichten Absatz der aufgezogenen Schweine zur Mästung in Haushaltungen haben. Mästung (abgesehen von der für den Hausbedarf) ist nur lohnend in Wirtschaften mit technischen Gewerben, die genügende Abfälle bieten, oder vorübergehend, wenn die Ernte [* 26] große Mengen von Hinterkorn ergeben hat, oder wenn das Getreide [* 27] sich durch den Verkauf schlechter verwertet.
Nur dort, wo die Schweine auf der Weide [* 28] groß gezogen werden und größtenteils im Freien sich aufhalten sollen, wählt man Tiere der natürlichen Rassen. Wo die Fütterung aber lediglich im Stall stattfindet, sind jene als schlechte Futterverwerter nicht am Platz. Da erscheinen nur englische Schweine geeignet, für deutsche Verhältnisse freilich solche mit nicht zu dünner und nackter Haut. Je nachdem man Fleisch- oder Speckschweine ziehen will, wählt man entweder die kleinen, sich früh entwickelnden Rassen, die ein zartes, feines, mit Fett durchwachsenes, aber nicht zu speckiges Fleisch liefern, oder die Tiere der großen Zuchten, welche im ausgemästeten Zustand große Mengen von Schmalz, kernige Speckseiten und feine Schinken ergeben.
Zur Beurteilung des Alters der Schweine gewähren das Hervorkommen und der Wechsel der Zähne [* 29] Anhaltspunkte, wie die folgende Tabelle zeigt:
|Zähne||Ausbruch der Milchzähne im Alter von:||Wechsel d. Milchzähne im Alter von:||Ausbruch der Zähne, denen kein Milchzahn vorangeht, im Alter von:|
|Zangen (incisivi 1)||4 Wochen||12 Mon.||-|
|Mittelzähne (incisivi 2)||3 Monaten||18 "||-|
|Eckzähne (incisivi 3)||vor d. Geburt||9 "||-|
|Hakenzähne (canini)||" " "||9 "||-|
|Prämolaren 4 (Lückenz.)||-||-||6 Monaten|
|" 3 (1. Backenz.)||5-6 Wochen||13 Mon.||-|
|" 2 (2. ")||8-14 Tagen||12 "||-|
|" 1 (3. ")||8-14 "||12 "||-|
|Molaren 1 (4. ")||-||-||6 Monaten|
|" 2 (5. ")||-||-||9 "|
|" 3 (6. ")||-||-||18 "|
Bei der Auswahl der Zuchtschweine hat man das Hauptaugenmerk auf die Körperform zu richten. Der Kopf muß kurz, mit einem fein zulaufenden Rüssel und mit starken, fleischigen Backen versehen, die Stirn aufrecht, die Profillinie eingesenkt, die Augen müssen munter, freundlich, nicht heimtückisch, die Haut über denselben in Falten, die Ohren nicht zu groß, noch dickhäutig, das Genick kräftig und breit, der Hals kurz und voll, der Widerrist breit, mit dem Rücken in einer Ebene verlaufend, der Rücken gerade oder höchstens ganz wenig eingesenkt, das Kreuz breit, der Schwanz hoch angesetzt, die Rippen gut gewölbt, die Brust tief, der Leib im ganzen lang sein.
Der Rumpf soll annähernd Parallelogrammform besitzen, die Beine kurz, stämmig, an den Oberschenkeln fleischig, die Haut mit feinen Borsten besetzt sein. Flachrippigkeit, Karpfen- oder stark eingesenkter Rücken, spitz zulaufendes Kreuz sowie Hochbeinigkeit sind verwerflich. Das männliche Tier, der Zuchteber, darf außerdem keinen plumpen, schweren Kopf haben; sein Hinterteil muß besonders kräftig, die Schenkel breit gestellt, nicht zu fein und nicht übermäßig kurz, er selbst von reger Begattungslust und nicht bösartig sein.
Man verwendet ihn erst im Alter von etwa einem Jahr zum Springen. Im zweiten und dritten Lebensjahr ist er am leistungsfähigsten und fruchtbarsten. Später erhält er eine Neigung zum Fettwerden, wird deshalb schwerfällig und träge beim Springen. Die Zuchtsau soll in ihrer ganzen Erscheinung das Gepräge der Weiblichkeit zeigen, namentlich einen leichten Kopf mit feinem Rüssel haben, außerdem einen möglichst langen Leib, damit das Gesäuge recht ausgedehnt sei und womöglich mehr als zwölf Zitzen aufweise; das Hinterteil muß eine gehörige Breite haben, damit die Jungen sich gut entwickeln und die Geburt leicht von statten geht.
Ein großes Gewicht ist auch auf eine feine, mit Haaren gleichmäßig besetzte Haut und auf ein ruhiges Temperament zu legen. Im Alter von 10-14 Monaten können die jungen Sauen zur Zucht benutzt werden. Bis zum Alter von 3-4 Jahren sind sie am fruchtbarsten, dann werden sie zu beleibt und müssen in den Maststall gebracht werden. Manche bleiben indessen bis zum Alter von sechs Jahren zur Zucht brauchbar. Die Zeit der Zulassung der Sau zum Eber richtet sich nach dem Eintritt der Brunst, des »Rauschens«, welches 30-40 Stunden dauert und, wenn die Sau nicht oder ohne Erfolg besprungen wurde, nach 3-4 Wochen wiederkehrt.
Bei geordnetem Betrieb läßt man die Sau im März und September ferkeln. Da sie nahezu vier Monate trägt, so muß der eine Sprung in den November, der andre in den Mai fallen, immer etwa acht Wochen nach der Geburt. Ein Eber genügt für 25-40 Sauen. Zum Zweck des Springens läßt man Eber und Sau in einem geräumigen Stall oder in einem umschlossenen Hofraum zusammen, am besten etwa 12 Stunden nach Eintritt der Brunst. Kehrt das Rauschen bei der Sau nicht wieder, so gilt sie als trächtig.
Während der Trächtigkeit muß die kräftige Entwickelung des Fötus durch verdauliche und ausreichende Nahrung gefördert werden. Bei zu starker Fütterung wird die Sau fett, und die Entwickelung der Frucht leidet. Schwerverdauliches, stopfendes und blähendes Futter anderseits, ebenso Hetzen und Jagen des tragenden Tiers begünstigen das Verwerfen. Die jungen Ferkel sucht man nach 2-3 Wochen durch Vorsetzen von Milch an die Aufnahme von Futter zu gewöhnen. Daneben gibt man weiterhin etwas ganze Gerste, [* 30] bringt die Ferkel bei guter Witterung bald ins Freie und nimmt sie von der Mutter im Alter von etwa sechs Wochen. Nach dem Absetzen bringt man sie in einen reinen, warmen Stall und reicht ihnen in der ersten Zeit reine, frische Kuhmilch fünf bis sechsmal des Tags, pro Tag und Stück etwa 2 Pfd. Nach einigen Wochen kann ein Teil und dann die ganze Milch abgerahmt gegeben und im Alter von 10-12 Wochen durch Schlickermilch ersetzt ¶