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Rotseefähre
In den Akten des Zisterzienserinnenklosters Rathausen - ihm gehörte der Rotsee einst - ist die Rotseefähre schon 1406 erwähnt.
Der Lehensmann des Gutsbetriebs Seehof war im Auftrag des Klosters verpflichtet, «Boten, Kaplane und andere Besucher des Klosters ohne Lohn über den See zu setzen». Es wurden auch Vieh und Wagen transportiert. Seine Entschädigung damals waren «sieben Pärli Brot» pro Woche. Von Reisenden, die nichts mit dem Koster zu tun hatten, konnte er Geld verlangen, und zwar bis zu zwei Rappen pro Person oder eineinhalb Rappen für ein Stück Vieh.
Als gesichert gilt, dass das Kloster Rathausen die Fähre bis 1848 betrieb.
Die Bedeutung der Fähre als Verkehrsweg nahm im 20. Jahrhundert ab, weil die Liegenschaften rund um den Rotsee besser mit Strassen erschlossen wurden. Auch Kinder nutzten die Fähre nicht mehr für ihren Schulweg.
Der Quartierverein Maihof setzte sich unter dem Einfluss dieser Entwicklung dafür ein, dass der Fährbetrieb erhalten blieb, nun angepasst an die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer des Naherholungs- und Freizeitgebiets Rotsee.
Fährmann 1960 (Foto: Hans Peter Jaeger, Bildrechte: AURA)
Zu Beginn wurde die Fähre über den Rotsee gerudert, später mit einem Verbrennungsmotor ausgestattet. Heute - mehr als 600 Jahre später - wird die Fähre mit einem Elektromotor betrieben, dessen Batterien mit einer Fotovoltaik-Anlage geladen werden.
Die Rotseefähre ist im Besitz des Quartiervereins Maihof. Im Pachtvertrag mit der Stadt Luzern heisst es, der Quartierverein als Pächter müsse einen Rotseewärter für den Betrieb der Fähre und die Sicherstellung und Kontrolle des Fischereibetriebs stellen. Die Rotseewärter können im «Fährihus» wohnen. Das Haus gehört der Stadt, die Wohnung im «Fährihus» wird dem Quartierverein für die Erfüllung seiner Aufgaben zur Verfügung gestellt.