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Medienmitteilungen, NKVF, 10.12.2013
NKVF veröffentlicht ihren Bericht über die Strafvollzugsanstalten von Orbe
Materielle Haftbedingungen und Haftregime hervorragend
Die Kommission bezeichnete die materiellen Haftbedingungen in den EPO als hervorragend. Auch das Haftregime in der Anstalt erachtete sie als zufriedenstellend. Mit dem Haftregime wird das Ziel verfolgt, den Insassen die Verantwortung für alltägliche Aufgaben wie Wäschewaschen und Reinigung zu übertragen und ihnen andererseits eine maximale Bewegungsfreiheit zu lassen. Die relative Flexibilität des Regimes, insbesondere der tägliche Zugang zu einem breiten Sport- und Beschäftigungsangebot, fördert die Freiheit zusätzlich. Besonders positiv hervorzuheben sind die Fortschritte im Bereich der materiellen Haftbedingungen in der Hochsicherheitsabteilung, namentlich die Einrichtung eines Fitnessraums und eines Werkateliers.
Therapierung ungenügend
Kritischer beurteilte die Kommission die Therapierung der Personen, die therapeutischen Massnahmen nach Artikel 59 Absatz 3 StGB unterliegen. Im Gegensatz zu anderen Strafanstalten in der Deutschschweiz, in denen Personen im Massnahmenvollzug aufgenommen werden, ist die therapeutische, insbesondere die sozialtherapeutische Betreuung in den EPO klar ungenügend und erhöht die Chancen auf eine Reintegration dieser Personen nicht. Aus Sicht der Kommission führt dies zu einem Teufelskreis: Die psychischen Störungen der betroffenen Insassen werden durch die mangelnde Therapierung noch zusätzlich verstärkt, sodass die Vollzugsbehörden in der Folge die therapeutische Massnahme zum Schutz der Bevölkerung verlängert werden muss. Die Kommission hat den konkordatlichen Behörden demnach empfohlen, für die angemessene Therapierung der Insassen mit psychischen Problemen zu sorgen. Sie begrüsst die Stellungnahme des Waadtländer Staatsrats, wonach ein Projekt für ein Behandlungszentrum am Standort der Strafanstalten von Orbe demnächst eingehend geprüft wird.
nach oben Letzte Änderung 10.12.2013