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Die dritte Ausstellung in der Nicola Erni Collection zeigte Fotografie, Malerei sowie Installationen.
Im Rahmen der Fotografie wurden Werke der Modefotografen Guy Bourdin, Hiro und Sarah Moon gezeigt sowie Street Style Photography von Scott Schuman, auch bekannt als The Sartorialist, und Tommy Ton.
In Bezug auf Malerei wurde ein Augenmerk auf das Spätwerk von Robert Rauschenberg gelegt. Seine Werke wurden in Bezug zu denjenigen seines langjährigen Assistenten, dem Künstler Darryl Pottorf gesetzt und der Dialog kulminierte in einem Gemeinschaftswerk der beiden Künstler.
Ein spezielles Highlight der Ausstellung war die Serie «The Garden of Earthly Delights» von Tim Walker, welche als Auftragsarbeit entstanden war und 2017/2018 im Het Noordbrabants Museum, 's-Hertogenbosch, Niederlande mit überwältigender Resonanz ausgestellt wurde.
Installationen von Maurizio Cattelan, Tim Noble & Sue Webster sowie Yinka Shonibare CBE und eine Fotografie-Installation von Tomoko Sawada rundeten die Ausstellung ab.
Ausgestellte Künstler
Fotograf. 1928 in Paris geboren. 1991 in Paris gestorben.
Als einer der einflussreichsten und innovativsten Mode- und Werbefotografen des späten 20. Jahrhunderts prägte Guy Bourdin mit seinen manchmal unheimlichen, surrealen, erotischen und provokativen Fotografien eine neue Form der Modefotografie. Bourdin war einer der ersten Modefotografen, der narrative Komponenten in seine melodramatischen Kompositionen einfliessen liess und mit intensiv gesättigten Farben und experimentellen Aufnahmewinkeln spielte. Er war des Weiteren stark von seinen zeitgenössischen Künstler-Kollegen beeinflusst, allen voran von seinem Mentor Man Ray aber auch Edward Weston, Magritte, Balthus und Luis Buñuel.
Fotograf. 1930 in Shanghai, China geboren. Lebt und arbeitet in New York.
Hiro verfolgte eine große Karriere in der Mode-, Beauty-, Stillleben- und Porträtfotografie. Er verbrachte seine Kindheit in China und Japan und begann seine Karriere als Fotograf als Autodidakt in Tokio. 1954 zog er nach New York und wurde Studioassistent bei den bekannten Modefotografen Lester Bookbinder, Rouben Samberg und Richard Avedon, in Zuge dessen sein Talent und die Originalität seiner Fotografien bald entdeckt wurden. 1963 wurde er als erster Fotograf von der US Harper's Bazaar unter Vertrag genommen. Darüber hinaus fotografierte er zahlreiche Modestrecken für Vogue, Esquire, Life, Rolling Stone und viele andere. Seit 1981 arbeitet er als Hausfotograf für Condé Nast. Hiros Arbeit zeichnet sich durch ungewöhnliche Beleuchtung, Surrealismus, Normabweichungen und Überraschungen aus.
Fotografin. 1941 in Vernon, Frankreich geboren. Lebt und arbeitet in Paris.
Sarah Moon, deren Geburtsnamen Marielle Warin lautet, begann unter dem Namen Marielle Hadengue in Paris und London als Model zu arbeiten. Im Jahr 1970 widmete sie sich ernsthaft der Fotografie und nahm den Namen Sarah Moon an. Sie arbeitete intensiv mit Barbara Hulanicki von der Londoner Bekleidungsmarke Biba zusammen und später, ab 1967 für das französische Label Cacharel. Sie fotografierte für zahlreiche Publikationen wie Marie Claire, Harper's Bazaar, Nova, Vogue, Elle und den Stern. Weitere Zusammenarbeiten entstanden mit den Modehäusern Comme des Garçons, Chanel und Dior. 1972 fotografiert sie als erste Frau den Pirelli-Kalender. Seit 1985 konzentriert sie sich auf Galerie- und Filmarbeiten. Ihr Werk zeichnet sich durch ihre malerische, magische und romantische Ästhetik aus, die oft imaginär erscheint.
Fotograf. 1968 in Indianapolis, USA geboren. Lebt und arbeitet in New York.
Scott Schuman arbeitet als autodidaktischer Street Style-Fotograf, Modeblogger und Journalist. Er studierte Mode Marketing an der Universität Indiana bevor er als Verkaufsleiter in der Modebranche arbeitete. Im Jahr 2005 rief er "The Sartorialist" ins Leben, der zu einem der angesehensten Modeblogs der Welt avancierte. Beretis 2009 zog er einen ersten Auftrag für eine Werbekampagne an Land, für niemand geringeren als Burberrry, In Zuge dessen wurde auch style.com auf Schuman aufmerksam. In Zeiten vor Instagram war die Website die Instanz für Berichterstattung während der Fashion Weeks, Schuman wurde zum auserkorenen Street Style Fotograf.
Schuman legt Wert darauf, reale Menschen auf der Straße abzulichten und dadurch eine Verbindung zwischen Mode, Stil und dem täglichen Leben herzustellen. Er veröffentlichte vier Bücher, die sich alle seinen eigenen Street Style-Fotografien widmen und sein Fotografien sind in bedeutenden Museumssammlungen vertreten. www.thesartorialist.com.
Fotograf. 1984 in Oakville, Kanada geboren. Lebt und arbeitet in Ontario, Kanada.
Tommy Ton, mit gebürtigem Namen Thomas Ton, arbeitet als Street Style-Fotograf und Modeblogger. 2005 gründete er sein eigenes Onlinemagazin "Jak & Jil", welches 2008 als offizieller Modeblog lanciert wurde. 2009 übernahm er die Position der Street Style-Ikone Scott Shuhman bei style.com. Unter anderem arbeitete Ton für Vogue (USA, Frankreich, Japan), die amerikanische GQ, UK Elle und The New York Times und produzierte Werbekampagnen für L’Oreal, Topshop, Selfridges, Sergio Rossi und Saks 5th Avenue. Seit 2015 publiziert er auf seiner eigenen Webseite: www.tommyton.com.
Fotograf. 1970 in Surrey, England geboren. Lebt und arbeitet in London.
Walker studierte Fotografie am Exeter College of Art in Oxford. Als Praktikant bei der britischen Vogue war er am Aufbau des Cecil Beaton Archivs beteiligt. Nach seinem Abschluss verbrachte er ein Jahr als Assistent von Richard Avedon in New York. Heute arbeitet er für die britische, amerikanische und italienische Vogue, als Werbefotograf und Filmemacher. Das Victoria & Albert Museum (V&A) und die National Portrait Gallery in London zählen Werk von Tim Walker zum festen Bestandteil ihrer Sammlungen.
Maler und Bildhauer. 1925 in Port Arthur, USA geboren. 2008 auf Captiva Island, USA gestorben.
Als Maler und Bildhauer hat Milton Ernst Rauschenberg, wie er mit gebürtigem Namen heisst, einen grundlegenden Beitrag zum Aufstieg der amerikanischen Pop-Art-Bewegung geleistet. Er begann seine formale Kunstausbildung am Kansas City Art Institute und setzte dann sein Studium am bekannten Black Mountain College in North Carolina fort. Im Jahr 1951 fand seine erste Einzelausstellung in der berühmten Betty Parsons Gallery in New York statt. Rauschenberg war der erste amerikanische Künstler, der 1964 den Großen Preis für Malerei auf der Biennale in Venedig gewann. Sein Werk ist sehr vielfältig und reicht von der Konzeptkunst bis zur Skulptur.
Maler, Grafiker und Fotograf. 1952 in Cincinnati, USA geboren. Lebt und arbeitet auf Captiva Island, USA.
Der Künstler Darryl Pottorf erforscht und entdeckt neue, innovative Druckverfahren und -Oberflächen. Pottorf studierte Kunst und Psychologie am Edison College, Fort Myers, Florida und machte seinen Abschluss in Kunst und Kunstgeschichte an der Florida State University. Er besuchte drei Jahre lang Kunst- und Architekturkurse in Florenz und reiste in dieser Zeit durch Europa. Anfang der 1980er Jahre begann Pottorf als Assistent von Robert Rauschenberg (1925-2008) zu arbeiten, mit dem er eng befreundet war und mehrere Kollaborationen schuf.
Maler, Filmemacher und Fotograf. 1951 in New York geboren. Lebt und arbeitet zwischen New York und Montauk (Long Island).
Julian Schnabel studierte von 1969 bis 1973 an der University of Houston und nahm 1973-74 an einem unabhängigen Studienprogramm am Whitney Museum of American Art teil. Nach einem ersten Aufenthalt in Italien im Jahr 1977 besuchte Schnabel ein Jahr später Europa erneut und war insbesondere von der Architektur von Antoni Gaudí in Spanien angetan. Die Idee für seine berühmten, grossformatigen Gemälde aus zerbrochenen Porzellantellern kam ihm sodann auch in Barcelona. Neben den sogenannten “plate paintings” experimentiert Schnabel mit einer grossen Spannbreite an unterschiedlichen Materialien für seine monumentalen Arbeiten. Sein eklektischer und expressiver Stil vereint literarische wie auch malerische Referenzen der Vergangenheit mit abstrakten Zeichen.
Neben seiner Arbeit als Künstler produziert Julian Schnabel auch Filme bzw. führt Regie, u.A. (in) Basquiat (1996), Before Night Falls (2000), The Diving Bell and the Butterfly (2007) und Van Gogh - At Eternity's Gate (2018).
Bildhauer, Installationskünstler, Kurator und Herausgeber. 1960 in Padua, Italien geboren. Lebt und arbeitet in Mailand und New York.
Maurizio Cattelan ist ein italienischer neo-konzeptueller Künstler ohne formale Kunstausbildung. Er ist bekannt für seine subversiven und streichartigen Installationen, Skulpturen und Performances. Seine Karriere begann als Industriedesigner, in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre wandte er sich aber der Kunst zu. Im Jahr 1993 nahm er an der Biennale in Venedig teil. Außerdem hatte er mehrere Einzelausstellungen in großen Institutionen wie dem Museum of Modern Art und dem Solomon R. Guggenheim Museum in New York.
Fotografin und Performancekünstlerin. 1977 in Kobe, Japan geboren. Lebt und arbeitet in New York.
Mit ihren Selbstporträts konzentriert sich die japanische Künstlerin auf die Darstellung von Geschlechterrollen und Stereotypen in der japanischen Kultur. Ihre konzeptuellen Fotoarbeiten vermitteln zudem verschiedene Aspekte aktueller gesellschaftlicher Themen.
Sawada schloss ihr Studium an der Seian University of Art and Design in Otsu, Japan, mit einem Diplom in Mediendesign und Fotografie ab. Im Jahr 2004 erhielt die Künstlerin den prestigeträchtigen Infinity Award des International Center of Photography. Ihre Werke waren in mehreren Gruppenausstellungen in Europa, Japan und den USA zu sehen.
Multimedia-Künstler. 1962 in London geboren, wo er auch lebt und arbeitet.
Yinka Shonibare CBE verbrachte einen Grossteil seiner Kindheit in Lagos, Nigeria bevor er 17-jährig nach London zurückkehrte. Er bezeichnet sich selbst als post-koloniales Hybrid und Weltenbürger. Shonibare arbeitet mit unterschiedlichsten Medien, sein Markenzeichen ist aber die Verwendung von afrikanisch konnotierten Batik- bzw. Wachsdruck-Stoffen. Trotz übergeordneter Themen wie Rasse, Klasse, kultureller und nationaler Identität sowie Kolonialismus ist er kein politischer Künstler und kontrastiert die teilweise Schwere seiner Inhalte stets mit der Schönheit seiner Werke.
Installation-Künstlerduo. 1966 in Stroud bzw. 1967 in Leicester, UK geboren. Leben und arbeiten in London.
Tim Noble und Sue Webster arbeiten seit 1996 zusammen und bewegen sich im Umfeld der «Young British Artists» (YBAs). Inspiriert von der Punk-Bewegung und dem Hinterfragen des Status quo bestehen ihre Arbeiten im Wesentlichen aus Schatten-Installationen und Licht-Installationen. Immer geht es dabei um Gegensätze: Licht versus Schatten, Form versus Anti-Form, Kunst versus Kommerz.