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Alles was Recht ist
Wenn der Besuch
vom Pferdezahnarzt tödlich endet
Alle Jahre wieder steht auch die Zahn- und Maulhöhlenuntersuchung des Pferdes an und gehört zur Pflege dazu. Oftmals wird dies durch den behandelnden Tierarzt ausgeführt. Es gibt mittlerweile speziell ausgebildete Pferdezahnärzte und spezialisierte Chirurgen, welche immer dann hinzugezogen werden sollten, wenn die Routinekontrolle zeigt, dass das Pferdegebiss krankhaft ist. Ich arbeite seit Jahren mit spezialisierten Pferdezahnärzten zusammen und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht.
Frau Kern (Name fiktiv) hat ebenfalls die jährliche Zahnkontrolle ihres Pferdes durchführen lassen. Nicht aber von einem speziell ausgebildeten Pferdezahnarzt, sondern von ihrem üblichen Tierarzt. Dieser Tierarzt kannte das Pferd gut, da es zum Leidwesen des Tieres und der Pferdebesitzerin schon einige Male wegen akuten Nierenproblemen behandelt werden musste. Bevor die Zahnbehandlung durchgeführt wurde, kontrollierte der Tierarzt richtigerweise das Herz und die Lunge des Tieres und verabreichte sodann die Sedation, um die Zähne raspeln zu können. Der «Sedationscocktail» kann dazu führen, dass bereits bestehende Nierenprobleme weiter verstärkt werden, da die Nieren während der Sedation durch den blutverdünnenden Effekt schlechter versorgt werden und sich dadurch die Toxine erhöhen können, was bei bereits angeschlagenen Pferden mit Nierenproblemen zu Nierenversagen führen kann. Dies ist eine hypothetische Situation und eine Sedation per se gilt nicht als «Nierentoxisch». Der Tierarzt klärte die Pferdebesitzerin jedoch über eine solche potentielle Gefahr nicht auf. Ab dem folgenden Tag zeigte sich, dass das Pferd eine Fressunlust entwickelte und nach und nach apathisch wurde. Der Tierarzt wurde kontaktiert, um ihm dies mitzuteilen. Dieser beruhigte die Pferdebesitzerin und meinte, dass sich dies schon legen würde. Leider war dies nicht der Fall. Drei Wochen später wurde das Pferd notfallmässig in eine Klinik gefahren, wo nur noch ein Nierenversagen festgestellt und das Tier eingeschläfert werden musste.
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Lara Beaudouin, Rechtsanwältin
«Hans Dampf in allen Gassen»
Evelyne Nepple
und ihre Faszination
für Reining
Evelyne Nepple darf man schon ein bisschen als «Hans Dampf in allen Gassen» beschreiben, denn die innovative Pferdefrau hat schon so einiges erreicht, bewältigte den Spagat mit der Führung von zwei Betrieben und setzte sich stets für ihre Träume und Ziele ein. Studium, Reining-Pferde ausbilden und nicht zuletzt ihr Sohn Max halten sie auf Trab.
1980 geboren und auf dem elterlichen Hof in Rümlang aufgewachsen, kam Evelyne Nepple früh in Kontakt mit Pferden. Sie lernte das klassische Reiten von Grund auf, absolvierte schon als Kind das Reiterbrevet und hatte mit 12 Jahren die Springlizenz in der Tasche, welche sie mit ihrem ersten eigenen Pferd, der Holsteiner-Stute «Melodie», absolviert hatte. «Meine Mutter führte einen Pensionsstall und wir hatten Pferde, Ponys und Esel. Ich bin damals auf allem geritten, was vier Beine hatte und war fast nur im Stall anzutreffen. Bei Carlo Meier nahm ich Reitstunden und ihn durfte ich an Schaus begleiten, als kleines Mädchen im roten Kleid, hinter ihm auf seinem Lusitano. Er ritt Einerwechsel und Pirouetten, ich durfte alles spüren und sage noch heute, dass dies mein wirklicher Grundstein in Sachen Reiten war».
Ein schlimmer Schicksalsschlag
Als Evelyne Nepple 14 Jahre alt war und gerade so am Einstieg in den Westernsport, starben ihre Mutter und deren Partner bei einem Flugzeugabsturz. Evelynes Mutter hatte den Hof zu der Zeit an Richie Tobler und Rosmarie Enz vermietet und bei Evelyne Nepple längst die Faszination für die Westernpferde geweckt. Rosmarie Enz war auch ihre erste Reining-Trainerin. Im Reitsport und bei den Quarterhorses fand Evelyne Nepple Halt in dieser schweren Zeit: «Ursprünglich wollte ich ja eigentlich Tierärztin werden. Aber mit dem Erbe des Hofs, fünf Wohneinheiten und dem ganzen Drumherum war es verwaltungsmässig zu viel zum Managen und so entschied ich mich damals für eine kaufmännische Lehre Richtung Immobilien und danach das Handelsdiplom». Denise und Daniel Straumann besuchten Reitstunden bei Richie Tobler und so lernten sie Evelyne Nepple kennen, welche dann auch ihre Pferde reiten durfte: «Mich beeindruckte die kompakte Kraft und die Coolness der Quarterhorses immer mehr. Beim Westernreiten konnte ich mich verwirklichen und fühlte mich in der damals noch kleinen und familiären Szene gut aufgenommen».
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Karin Rohrer
Symposium Pferde 2021
Pferdegastronomie, ein Thema das die Gemüter bewegt
Anfang November trafen sich Pferdefachleute im Vorlesungssaal der Vetsuisse Fakultät UZH zum diesjährigen Symposium Pferde. Ausgesuchte Referentinnen und Referenten gaben den Teilnehmenden aus verschiedenen Blickwinkeln einen Einblick in die heutige Futterkammer. Das Interesse am Thema «Pferdegastronomie» ist gross. Trotz Zertifikatspflicht waren die Zuschauerränge bis zum letzten Platz ausgebucht.
Die Fütterung unserer Pferde wird immer mehr zum Reizthema und scheint mancherorts aus den Fugen zu geraten. Liebe geht bekanntlich durch den Magen und die Liebe zu unseren Pferden ist gross. Wir wollen nur das allerbeste für ihre Gesundheit – geht es ihnen gut, so geht es uns auch gut. Die Futtermittelindustrie freut sich über diese Entwicklung und bringt munter Produkte auf den Markt. Futterberatungen sind im Trend, doch nicht immer seriös, Social Media und Dr. Google runden das Ganze ab. Das Fazit: Um die Gesundheit unserer Pferde steht es oft nicht so gut wie wir denken. Hier ein Querschnitt durch alle Fachreferate.
Was ist die Definition von Gesundheit?
Dieser Frage stellte sich die unter anderem für Tierernährung und Diätetik diplomierte Veterinärin Anne Mösseler. Sie zitiert die von der WHO herausgegebene Definition von Gesundheit: «Gesundheit ist der Zustand völligen psychischen, physischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheiten und Gebrechen». Für die Gesunderhaltung unserer Pferde sind die Fütterungs- und Haltungsbedingungen entscheidend. Soziale Kontakte, Licht, Luft, genügend Auslauf und eine artgerechte, auf das Alter und der Bewegung angepasste Ernährung sind die Grundpfeiler. Ob ein Pferd zufrieden ist und sich wohlfühlt, ist nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen und braucht manchmal ein geschultes Auge, aber auch eine gewisse Sensibilität und eine gute Beobachtungsgabe. Genauso ein geschultes Auge ist dann erforderlich, wenn wir den Ernährungszustand beurteilen müssen.
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Andrea Fischer