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Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, er habe den Tod anderer Autoinsassen zumindest billigend in Kauf genommen, wie sie vergangenen März in ihrer Mitteilung zur Anklageerhebung schrieb. Sie fordert eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und eine vollzugsbegleitende ambulante Therapie. Anschliessend sei der Montenegriner für zehn Jahre des Landes zu verweisen.
Die Verhandlung findet aus Platzgründen in der Mehrzweckhalle in Hausen statt. Am Montag und Dienstag werden der Beschuldigte, ein psychiatrischer und ein medizinischer Sachverständiger sowie mehrere Zeugen befragt. Danach kommen die Parteienvertreter zu Wort. Die Urteilseröffnung ist für Mittwochnachmittag vorgesehen.
In stockende Kolonne gerast
Zum Unfall kam es am Vormittag des 27. November 2019 auf der A3 kurz vor der Einfahrt in den Bözbergtunnel in Richtung Zürich. Wegen einer Baustelle war der Überholstreifen gesperrt. Der Verkehr kam auf dem Normalstreifen nur langsam und stockend voran.
Mit «mindestens 133 Kilometern pro Stunde», so die Staatsanwaltschaft, näherte sich auf der gesperrten Überholspur der Beschuldigte mit seinem Porsche. Er schwenkte nach rechts in die Normalspur ein, touchierte einen Sattelschlepper und prallte dann ungebremst ins Heck eines Renault.
Durch die Wucht des Aufpralls wurde dieser nach vorne ins Heck eines Anhängerzuges geschoben und eingeklemmt. Alle drei Insassen - eine 55-jährige Frau sowie ein 42- und ein 64-jähriger Mann - wurden getötet. Ihr Renault war derart zerquetscht, dass die Rettungskräfte zunächst nicht erkennen konnten, wie viele Menschen sich darin befanden.
Unverletzt geflüchtet
Der Porschefahrer stieg nach der Kollision unverletzt aus seinem demolierten Auto und rannte davon. Kurz darauf wurde er festgenommen. Er wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.
Laut Staatsanwaltschaft macht er geltend, sich nicht an den Unfall erinnern zu können. Gemäss dem psychiatrischen Gutachten war der Mann aufgrund seiner psychischen Erkrankung zur Tatzeit vermindert schuldfähig.