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Arnold Escher von der Linth (1807-1872), später Geologieprofessor an der Universität Zürich und am Polytechnikum, begleitete schon als Kind seinen Vater Hans Conrad Escher von der Linth auf Reisen in die Alpen. Seinem Vater und der Familie wurde 1823 vom Kanton Zürich das Recht verliehen, den Ehrennamen Escher von der Linth zu tragen. Arnold Escher von der Linth studierte 1825-1827 in Genf, dann bis 1828 in Berlin und 1828-1829 in Halle Geologie und ihre Hilfswissenschaften. Im Anschluss daran folgte eine Studienreise durch Deutschland, Österreich und Oberitalien. 1830-1832 war Arnold Escher mit dem Geologen Friedrich Hoffmann aus Berlin auf einer Studienreise durch Italien nach Sizilien. Im Verlauf seines Lebens folgten weitere ausgedehnte Studienreisen in benachbarte Länder. 1834 wurde Arnold Escher Privatdozent für Mineralogie und Geologie an der neu gegründeten Universität Zürich. Er schlug die Professur beharrlich aus, erst 1852 nahm er den Titel an. 1856 wurde er Professor am neu ins Leben gerufenen Polytechnikum und war damit Professor an beiden Lehranstalten. Er unterrichtete nur im Wintersemester und reservierte sich das Sommerhalbjahr für seine Untersuchungsreisen und für Exkursionen mit den Studierenden. Arnold Escher bereiste nicht der Reihe nach ein Gebiet nach dem andern, sondern kehrte in ein früheres Umtersuchungsgebiet zurück, nachdem er neue Erkenntnisse gesammelt hatte. Wie Albert Heim in seinen Erinnerungen an Arnold Escher 1896 ausführte, bedeutete das zum Beispiel, dass er den Kanton Glarus 1834, 1835, 1862, 1868 und 1871 bereiste. Arnold Escher erforschte systematisch die Geologie der Schweizer Alpen und der angrenzenden Gebiete, er beschrieb den Faltenbau der Alpen und die Abfolge der Schichten. Er widmete sich dem Studium der Gletscher und ihrer Ablagerungen und schuf im Verlauf der rund 40 Sommerhalbjahre, die er seiner Forschung im Gelände widmete, ein in sich zusammenhängendes Werk von Skizzen, Handstücken und Tagebucheinträgen, das er anderen Forschern zur Verfügung stellte. Arnold Escher wurde zudem als Experte bei Umweltkatastrophen und für Tiefbauprojekte etwa bei Tunnelbauten beigezogen. Er publizierte selbst ausserordentlich wenig, übermässige Bescheidenheit hielt ihn davon zurück. Eine grosse Anzahl geologischer Werke und Karten profitierte jedoch entscheidend von seiner Forschung und von seinem handschriftlich aufgesetzten Werk.
Die Unterlagen in Hs 4, Hs 4a, Hs 4c bilden zusammen den handschriftlichen wissenschaftlichen Nachlass. Von einigen Briefpartnern sind andernorts Gegenbriefe überliefert, zum Beispiel von Peter Merian (Staatsarchiv Basel), von Bernhard Studer (Burgerbibliothek Bern) oder von Johann Rudolf Bühlmann (Graphische Sammlung der ETH).
Sehr viele Profile und Zeichnungen stammen eindeutig von Arnold Escher. Ein Teil der aufbewahrten Zeichnungen war jedoch aufgrund des thematischem Bezugs mit abgelegt worden und war nicht von ihm selbst. Es gibt einzelne Stücke, die vom Vater Hans Conrad Escher stammen oder für die aufgrund des Dokumentationscharakters die Autorschaft unklar ist.
Die geologischen Gesteinsproben, die Arnold Escher während seiner Forschung gesammelt hat, sind vermutlich teilweise überliefert. Als Erweiterung der Sammlung, die sich an der Universität Zürich befand und deren Ursprung älter ist, fanden die Stücke wohl als Teil der Sammlung zuerst unter das Dach der von Universität und ETH gemeinsam betriebenen Sammlung und deren Verwaltung. 1909 ging die Sammlung in den Besitz der ETH über.
Siehe: biogr. Dossier: Biogr Escher, Arnold, von der Linth - Siehe: Franks, Sibylle: Escher, Arnold (von der Linth), in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 03.09.2009, URL: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D28816.php