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Von der Inspiration zum Objekt aus Aluminium; Eine technische Erklärung
Manchmal lassen sich die Ideen, die es aufs Papier geschafft haben, in der Dreidimensionalität nur sehr schwer umsetzen. Denn die 2- dimensionale Skizze zeigt nur eine Ansicht, die Plastik jedoch offenbart eine Rundumansicht. Schafft es die Skizze nicht, mich in meiner Vorstellung der kompletten Ansicht zu entmutigen, stelle ich ein Plastilinmodell in einem günstigen Massstab her. Das Modell schafft dann Klarheit über Verläufe, Winkel und Übergänge.
Nach der Fertigstellung des Plastilinmodells übersetze ich die Form in ein 1:1-Modell aus Draht, Kleister und Papier. Das 1:1-Modell dient dem Erfassen der Einzelformteile. Auf dem Modell werden nun die einzelnen Blechabschnitte eingezeichnet und auf transparentes Papier übertragen. Das ausgeschnittene Papier dient wiederum als Vorlage, deren Kontur ich dann auf das 3mm-Aluminiumblech übertrage. Durch einen Plasmastrahl werden die einzelnen Blechteile zugeschnitten und dann wird die Kontur nachgeschliffen. Auf einem Holzblock treibe ich mit dem entsprechenden Kugelhammer die Blechteile in die passende Form. Das Zusammensetzen der Einzelteile geschieht auf dem 1:1-Modell. Kleine Schweisspunkte ermöglichen das Zusammenhalten der Einzelteile. Wenn das ganze Modell ummantelt ist, wird die Blechstruktur an geeigneter Stelle wieder aufgetrennt, um das Modell zu entfernen. Danach beginnt der Schweiss- und Schleifprozess, welcher meist mehrere Tage in Anspruch nimmt. Wenn die Plastik grob verschliffen wurde, können kleine Unebenheiten mit dem Hammer ausgeglichen werden. Damit sich am Ende eine feine, evtl. polierte Oberfläche ergibt, wird mit verschiedenen Schleifmitteln geschliffen. Durch die Oberflächenbeschaffenheit können sehr unterschiedliche Effekte erzielt werden und der Plastik zu mehr Tiefe oder Präsenz verhelfen.
Die so entstehenden Objekte sind Unikate. Um sie zu vervielfältigen, muss der ganze Prozess wiederholt werden, wobei aber nie ein absolut identisches Resultat erzielt werden kann. Von kleineren Plastiken lasse ich auch Replikate herstellen. Dies geschieht im Sandgussverfahren in kleinsten Auflagen bis fünf Stück.
Meine Werke aus Aluminium werden ausschließlich aus Altmetall hergestellt, ich verzichte auf die Nutzung von Atomstrom und verwende zu 100% Naturstrom.
Einige Fakten zu Aluminium
Dichte 2.7 kg/dm3
Schmelzpunkt 660 °C
Aluminium wurde erst spät entdeckt. Der englische Chemiker Sir Humphy Davy beschrieb das leichte Metall erstmals 1808, und die Herstellung von Reinaluminium gelang dem deutschen Chemiker Friedrich Wöhler erst 1827.
Aluminium ist mit einem Anteil von 7,57 Gewichtsprozent nach Sauerstoff und Silicium das dritthäufigste Element der Erdkruste und damit das häufigste Metall. Die Gewinnung von Aluminium ist sehr energieintensiv, deshalb verwende ich für meine Plastiken ausschliesslich Altaluminiumblech.
Die Arbeit mit dem scheinbar toten Material Aluminium ist wunderbar. Es ist gut formbar, verliert nie den Glanz und korrodiert nicht. Es bildet in der Verbindung mit Sauerstoff eine harte Oxydschicht, welche das Aluminium schützt.
Die Erschaffung einer Plastik erfahre ich als sehr intensiven Schöpfungsprozess. Es ist ein wunderbares Gefühl, meine Gedanken mit Aluminium zu ummanteln und etwas völlig Neues zu erschaffen. An dieser Stelle gilt ein tiefer Dank dem Vater und Schöpfergott, dass ich mich hier in dieser Zeit erfahren darf.