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Die verzwickte Frage der
Grösse

Von Anne G. Biddlecombe (Teekay Pembroke Corgis)
Ich gehe dieses Thema mit einer gewissen Zurückhaltung an, denn ich weiss, dass es umstritten ist. Ich bin mir auch bewusst, dass meine Vorstellungen sich bei weitem nicht mit denen anderer Züchter decken.
Dass ausgestellte Corgis in letzter Zeit zu Übergewicht neigen und sie, wenn auch nicht zu gross, unter allen Umständen an der obersten Grenze der erwünschten Grösse liegen, ist unumstritten. Wie weit sich das auf die gesamte Rasse bezieht, ist eine offene Frage.
Wenn ich über die Jahre zurück schaue, bin ich der Meinung, dass die Rasse von diesen eher schwereren Hunden enorm profitiert hat. Man vergisst schnell, aber es ist noch nicht so lange her, dass der Aufschrei in die andere Richtung ging und der Pembroke in ernster Gefahr war, eine Zwergrasse zu werden. Vorbei sind die Tage, als die Puppy und Novice Klassen* mindestens zur Hälfte aus kleinen, feinknochigen, schmächtigen Hunden bestand. Das Gegenteil von damals, ein übertrieben tiefgestellter, knochenschwerer, schwerfälliger Hund, ist ebenfalls weitgehend verschwunden.
Mit der Grösse haben wir punkto Typ und Wesen sehr viel gewonnen. Ich weiss nicht, warum das so ist, aber gesamthaft scheint der grössere Corgi Typ gelassener zu sein als sein kleinerer Bruder. Der nervöse, kläffende Welpe war nach meiner Erfahrung fast immer etwas leichter und kleiner.
Wir haben jetzt viele junge Hunde von gutem Typ und innerhalb des Standards betreffend Grösse, auf welche wir setzen können, um die Rasse weiter in die gewünschte Richtung zu entwickeln.
Wir dürfen nicht vergessen, dass ein Pendel nie still steht, es sei denn, die Uhr ist kaputt. Sie kann aber justiert werden, so dass sie mehr oder weniger stark ausschlägt. Ich erlaube mir daher vorzuschlagen, dass wir unser Pendel äusserst behutsam in Schwingung versetzen, damit es nicht zu stark in die eine oder andere Richtung ausschlägt.
Um dieses Problem zu lösen, wurden kürzlich zwei Vorschläge unterbreitet. Ich finde beide nicht nur impraktikabel, sondern direkt falsch.
Gemäss dem einen Vorschlag sollen Richter bedingungslos alle Hunde einzig auf Grund von Grösse oder Gewicht schlechter bewerten. Sogar der Gebrauch einer Waage im Ring wurde vorgeschlagen. Die Grösse muss wie die anderen Punkte im Standard bewertet werden. Vorausgesetzt, dass weder mit Bezug auf Grösse oder Gewicht eine Übertreibung besteht, so dass der Hund untypisch wirkt, müssen seine anderen Qualitäten in Betracht gezogen werden. Gebt mir jederzeit einen guten, gesunden und typischen Pembroke, der ein Pfund oder zwei zu viel wiegt, anstelle eines kleineren, mit steiler Schulter, kurzem Rücken oder einem anderen wirklich schweren Fehler.
Der andere Vorschlag läuft darauf hinaus, dass der Standard geändert werden soll, um dem Geschmack der Zeit zu entsprechen. Falls dieser Vorschlag je ernsthaft erwägt werden sollte, würde es nicht lange dauern, bis wir eine Missgeburt von Rasse hätten, die jeder vorübergehenden Laune ausgesetzt wäre. Der Standard dient als Massstab, der uns zögern lässt, wenn es Anzeichen wie jetzt gibt, dass wir davon abweichen.
Ich glaube, die Gefahr besteht in der generellen Tendenz, dass der Hund entweder zu gross oder zu klein wirkt, weil sich das Auge daran gewöhnt. Ich weiss, wie klein ein 10 Kilo schwerer Hund in einer Offenen Klasse mit vielen grossen Hunden wirken kann, und wie gross derselbe Hund in einer Novice Klasse unter vielen Welpen scheinen kann.
Ich bin überzeugt, dass ich im Namen der grossen Mehrheit der Züchter spreche, wenn ich sage, dass wir nicht vom Standard abweichen sollen, wenn es um die Grösse geht. Der Corgi ist, oder sollte eine handliche Rasse sein, klein genug, um überall Platz zu haben, aber gross genug, um sozusagen alles zu können. Lassen wir es dabei bleiben.
Welsh Corgi League Handbook 1954