Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03209.jsonl.gz/1571

Welchen Effekt haben diese rasanten Veränderungen auf unsere Wahrnehmung von Weltereignissen?
Drei entscheidende Dimensionen der sich verändernden Medien sind besonders hervorzuheben: [1]
- Die rasante Entwicklung der Telekommunikations- und Medientechnologien hat die Medien selbst verändert. Sie werden räumlich und zeitlich zu einem integralen Bestandteil von Ereignissen. Die Live-Übertragung ist zu einem eigenen „Event“ geworden. Beispiele dafür sind der Irak-Krieg ebenso wie die Landung der US-Marines in Somalia und Haiti oder die Anschläge auf das Weiße Haus (Beli Dom) und die Fernsehstation Ostankino in Moskau.
- Politiker/innen nichtdemokratischer Regimes und nicht gefestigter Demokratien haben entscheidenden Einfluss auf die Medien. In demokratischen Gesellschaften bemühen sich Politiker/innen, die Medien durch PR-Arbeit so stark wie möglich zu beeinflussen. Andererseits gewinnen die Medien selbst immer stärkeren Einfluss auf die Entscheidungen von Politiker/innen.
- Die Kommerzialisierung schränkt die Programmvielfalt sowie Programme für und über Minderheiten, alternative Kultur und Subkulturen ein. Die Jagd nach höheren Einschaltquoten spiegelt sich in der Berichterstattung wider. Die Präsentation von Nachrichten, die Auswahl der Realitätsschnipsel, die die Medien ihrem Publikum präsentieren, zeichnen sich aus durch Trivialität, Bizarrerien und Skandale. Infolgedessen nehmen Daten und Fakten in den Medien heute weniger Raum ein. Es herrscht weniger Bereitschaft, die Kosten öffentlich-rechtlicher Sender zu decken, die nun in die Kommerzialisierung gezwungen werden. Dabei hat die Öffentlichkeit am meisten zu verlieren – nämlich ihre Informationsquellen.
Artikel 11 der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen (1992) über Medien
Die Vertragsparteien verpflichten sich, für die Sprecher/innen von Regional- oder Minderheitensprachen in den Gebieten, in denen diese Sprachen gebraucht werden, unter Berücksichtigung der Situation jeder Sprache und in dem Ausmaß, in dem die staatlichen Stellen in diesem Bereich unmittelbar oder mittelbar Zuständigkeit, Befugnisse oder Einfluss haben, unter Achtung des Grundsatzes der Unabhängigkeit und Autonomie der Medien folgende Maßnahmen zu treffen:
- soweit Hörfunk und Fernsehen eine öffentliche Aufgabe erfüllen:
- die Einrichtung mindestens eines Hörfunksenders und eines Fernsehkanals in den Regional- oder Minderheitensprachen sicherzustellen oder
- zur Einrichtung mindestens eines Hörfunksenders und eines Fernsehkanals in den Regional- oder Minderheitensprachen zu ermutigen und/oder sie zu erleichtern oder
- angemessene Vorkehrungen dafür zu treffen, dass Rundfunkveranstalter Sendungen in den Regional- oder Minderheitensprachen anbieten.
- Veran Matic, Vorsitzender der Association of Independent Electronic Media (ANEM).