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Die Kahlschläge im Amazonas-Regenwald führen dazu, dass Fische abmagern. Zu dem Ergebnis kommt eine jüngst im wissenschaftlichen Magazin PLOS ONE von brasilianischen Wissenschaftlern veröffentlichte Studie.
Sie haben Bäche und kleine Fließgewässer untersucht, die den Fluss Xingu speisen. Verglichen haben sie die Fischwelt von Bächen, die im intakten Regenwald liegen, und Fließgewässern in gerodeten Bereichen, die vormals als Rinderweiden und nun für den Soja-Anbau genutzt werden.
Laut den Untersuchungsergebnissen unterscheiden sich die Lebensbedingungen für die Fische in den beiden Habitaten erheblich. Während der Regenwald durch seine Baumkronen für eine ausgeglichene Wassertemperatur von 24 bis 26 Grad sorgt, ist sie bei den Bächen in den landwirtschaftlich intensiv genutzten Bereichen durchschnittlich um drei Grad höher. Hinzu kommt eine starke Schwankung, die von 24 bis 34 Grad reicht.
Nachgewiesen haben die Wissenschaftler in den Fließgewässern 29 verschiedene Fischarten. Individuen der sechs am häufigsten vorkommenden Arten wurden gewogen. Bei fünf Fischarten gab es dabei Gewichtsunterschiede. Die in den Bächen der ausgeräumten Landschaft lebenden Fische waren laut den Forschern zudem kleiner, als ihre Verwandten aus den Waldbächen.
Bestätigt hat sich die Vermutung des Einflusses der Wassertemperatur auf Wachstum und Gewicht ebenso in Labortests mit zu den Killifishes gehörenden Fischen der Art Melanorivulus zygonectes. Die nur vier Zentimeter groß werden Fische wurden in den untersuchten Bächen gefischt und in Auquarien mit unterschiedlichen Temperaturen gehalten.
Nach zwei Monaten hatten die Fische in den Aquarien mit einer Temperatur von 24 Grad 27,5 Milligramm zugenommen, die in den Aquaraien mit 32 Grad hingegen 27,5 Milligramm abgenommen. Darüber hinaus ist ein Drittel der Fische in den Warmwasseraquarien gestorben, während in den 24-Grad-Aquarien 93 Prozent überlebt haben.
Luís Schiesari, Biologe der Universität São Paulo (USP) und einer der beteiligten Forscher, erklärt die Differenz mit dem Stress der Tiere. Statt Energie in Wachstum und Fortpflanzung zu investieren, müssen die Fische in aufgeheizten Gewässern mehr davon in die Beibehaltung ihrer Körpertemperatur ausgeben.
Nachgewiesen haben die Wissenschaftler mit der Studie, dass nicht nur die Klimaerwärmung Auswirkungen auf Fischwelt der Amazonasflüsse hat, sondern ebenso die Kahlschläge zu kleineren und magereren Fischen führen können.