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Die Fortifikation Hauenstein bestand aus den Sektoren "Ostfront", "Nordfront", "Wisenberg", "Bölchen" und "Westfront". Der folgende Rapport bezieht sich auf Arbeiten im Sektor Bölchen, in dem auch der Stützpunkt Spitzenflüeli lag.
Aus dem Bericht geht hervor, dass der Graben am Spitzenflüeli Ende Oktober 1914 vollendet gewesen sein muss, und dass die Arbeiten dort besonders schwer waren und im Fels nur mit Hilfe von Sprengungen zu bewältigen waren.
Bemerkenswert ist ferner, dass man bei manchen Grabenabschnitten im Sektor Bölchen nicht rechnete, dass sie den Winter 1914/15 unbeschadet überstehen. Viele Werke waren im Oktober 1914 gar nicht auf Dauer ausgelegt.
Rapport über den Stand der Befestigungsarbeiten am Bölchen
Bern, den 1. Oktober 1914
Der Unterstabschef besichtigte am 30. September die Befestigungsarbeiten im Sektor "Bölchen" der Fortifikation Hauenstein. Der Unterzeichnete erhielt den Befehl, über den jetzigen Stand der Werke und der voraussichtlichen Dauer der jetzt noch nötigen Vollendungsarbeiten zu berichten.
Die Befestigung des Bölchen geht von der Lauchfluh 1046 (nördlichster Punkt) über Spitzenflühli - Lauch nach Gwidenfluh 1072 (südlichster Punkt) und zerfällt in verschiedene Kompagnie-Abschnitte. - Die in der Ausführung begriffenen Werke machen Front: Südwest und West, mit Ausnahme der Bölchen-Werke; diese nach Norden.
1.) Lauchweid.
Auf der Lauchfluh befindet sich ein betonnierter Beobachtungsstand und betonnierte Untertände. Diese Werke sollen in ca. 14 Tagen fertig erstellt sein.
2.) Schattenberg (-Infanteriewerke-)
Diese Arbeiten sind am weitesten fortgeschritten und sollen bis Ende dieser Woche fertig sein.
3.) Spitzenflühli (-Infanteriewerke-)
Da hier sehr viel gesprengt werden musste, verlangt dieses Werk noch längere Zeit zur Vollendung, und zwar ca. 2 Wochen.
4.) Kilchzimmer-Oberweid.
Die dort placierte Batterie von zwei 12cm Kanonen ist erstellt. An den Infanterie-Werken wird noch gearbeitet. Diesselben dürften noch ca 1-2 Wochen für ihre Vollendung verlangen.
5.) Lauch (Punkt 1006).
Längs des Waldes östl. Lauch 1006 sind Schützengräben fertig. Des sehr rutschigen Terrains wegen mussten dieselben verspriesst werden und es ist fraglich, ob sie den Winter überdauern.
Bei Punkt 1006, am westlichsten Rand des Waldes ist ein Infanterie-Werk in armiertem Beton angefangen. Dieses Werk ist einstweilen auf die Länge von 20 m in Ausführung begriffen, verlangt aber zur Fertigstellung noch mindestens 14 Tage mit 50 Mann. Diese Arbeit wäre als Versuch anzusehen. Fällt derselbe gut aus, so ist in Aussicht genommen, beidseitig in Verlängerung dieser zwanzig Meter noch weitere Anschlussstücke auszuführen, die aber mindestens noch ebensoviel Zeit in Anspruch nehmen würden.
6.) Gwidenfluh.
Die dort angelegten Schützengräben sind fertig. Für die dort in Aussicht genommenen Unterstände für 4 Mitrailleusen (Maschinengewehre) ist der Feldaushub fertig, und es fehlen noch die Beton-Arbeiten. Diese benötigen zur Fertigstellung noch ca. 2-3 Wochen.
7.) Oberbölchen.
Geschützplacements (Artilleriestellungen) für vier 12cm Kanonen sind fertig und die Geschütze in Stellung.
8.) Niederbölchen.
Dort sind die vorgesehenen Infanterie-Werke kaum angefangen. Wenn nach Beendigung der obern Infanterie-Werke mit der Mannschaft an das Werk Niederbölchen geschritten würde, so könnte dasselbe in 2-3 Wochen fertig erstellt werden.
9.) Verbindungswege.
Hinter der ganzen Stellung, durch den Wald des Lauchbergs, ist ein guter auch für Pferde gut begehbarer ca 80-90 cm breiter Weg angelegt.
10.) Allgemeines.
Die obigen Angaben über Vollendung der Werke stammen von Jng. Offizier Oberlt. Gutzwiller, welcher die Arbeiten am Bölchen leitet. Oberlt. Gutzwiller betont jedoch, dass diese ungefähren Daten nur eingehalten werden können wenn:
a. Das Wetter einigermassen günstig bleibt. Jeder Regentag bedeute nicht nur einen Stillstand, sondern Rückschritt der Arbeiten, da des lehmigen und schlechten Bodens wegen oft Rutschungen und kleine Verschüttungen vorkommen.
b. dürfen keine Änderungsvorschriften mehr gegeben werden, wie dies seit Anfang der Arbeiten in weitgehendem Masse der Fall war, das solche Änderungen, wie sie z.B. jetzt wieder am Schützengraben an der Geissfluh ausgeführt werden müssen, die Fertigstellung des Ganzen sehr verzögert.
Was die Dauerhaftigkeit der Werke anbetrifft, so dürfte bei einigen Gräben das hinterliegende Terrain durch Rutschungen Schaden verursachen, der aber im Frühling überall relativ leicht durch Truppen wieder behoben werden könnte.
Die Drahthindernisse vor den Stellungen sind fast überall fertiggestellt.
Ein grösserer Waldschlag wurde östl. Dürstelegg vorgenommen. Bei den übrigen Werken wurde der Wald noch geschont und nur das nötigste gelichtet, immerhin in der Vorausssicht, dass bei drohender Gefahr auch vor den anderen Stellungen der Wald umgehauen werde.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass wenn:
a. die Witterung eine einigermassen günstige bleibt,
b. keine eingreifenden Änderungen mehr befohlen werden,
c. mit dem Verbleib der jetzt dort beschäftigten Mannschaft gerechnet werden kann,
- die jetzt angefangenen Arbeiten (mit Ausnahme von Niederbölchen) bis ca Mitte (20.Oktober) so weit fertiggestellt sein werden, dass sie den Winter überdauern.
Sarasin Oberstlt.
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