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Heilsarmeeaufnahmen auf Phonographenwalzen Im Jahr 1878 führte Thomas Edison ein Gerät vor, welches er konzipiert hatte. Es war eine Maschine, die Geräusche speichern und reproduzieren konnte. Bei diesem Mechanismus, den er Phonograph oder sprechende Maschine nannte, wurde ein mit Zinnfolie bedeckter Zylinder als Aufnahmeträger gebraucht, auf welchen der Klang durch einen Stahlstift eingeprägt wurde.
Alexander Graham Bell und seine Partner entwickelten und verfeinerten diese Technik weiter zu dauerhaft haltbaren Aufnahmen durch das Schneiden der Tonübertragung in einen mit Bienenwachs überzogenen Papierzylinder. Dies führte im Jahr 1889 zur Gründung der "The Columbia Phonograph Company".
Eine der frühsten belegten Aufnahmen der Heilsarmee wurde im Mai 1896 durch die Trade Headquarters' Band aufgenommen, welche The Indian March spielte, der "durch den Phonographen aufgenommen und fünf Minuten später sorgfältig reproduziert wurde".
Walze mit dem Marsch "Southall March"
Gespielt von der International Staff Band
der Heilsarmee
Unglücklicherweise bedeutete die Zerbrechlichkeit der Wachszylinder und das Fehlen einer geeigneten Technik für die Massenproduktion der Aufnahmen, dass der Phonograph vorwiegend etwas für die reichen Leute war.
Dies änderte sich 1902, als ein Verfahren zur Vervielfältigung von soliden Wachszylindern eingeführt wurde. Preiswerte Phonographen und Zylinder erschienen bald, als Columbia sich mit den Schallplatten und Geräten von Victor und andere Grammophonhersteller ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferte.
Im Herbst 1905 nahm die International Staff Band acht Titel auf, inklusive die Selektion Hebrew Melodies und die Märsche Melbourne, Southall und Christchurch, welche die drei Preisgewinner eines internationalen Marschwettbewerbes waren, der etwas früher im gleichen Jahr stattgefunden hatte.
Die Handelsabteilung der Heilsarmee war sehr daran interessiert nicht nur die Aufnahmen, sondern auch die Abspielgeräte zu verkaufen.
Anzeigen dafür findet man nicht nur in den englischen Heilsarmeezeitschriften "The War Cry" und "The Young Soldier", in welchen ein Phonograph zusammen mit acht Zylinderwalzen für nur 10 Shilling und 6 Pence (0.80 Euro) angeboten wird, sondern auch im deutschen Kriegsruf .
Zwei weitere Zylinder erschienen ebenso während des Jahres 1905: Onward Christian Soldiers und The Swedish March, gespielt durch die Salvation Army Eastern District Band und hergestellt durch The Star Golded Record Company. Die genaue Entstehung dieser Aufnahmen ist unbekannt, aber es wird vermutet, dass sie von den Aufnahmen "genommen" wurden, welche die International Staff Band für die Gramophone Company Ltd gemacht hatten und welche als Schallplatten im gleichen Jahr herausgegeben wurden. Der Namen der Band wurde wahrscheinlich geändert, im Bestreben die Tatsache zu verbergen, dass sie nachgemacht waren.
Phonographenwalze im Heilsarmee Museum Basel
Während sich Zylinderwalzen anfangs des frühen 20. Jahrhunderts beachtlicher Verkäufe erfreuten, war die Formherstellung kompliziert und langwierig, verglichen mit dem einfachen Prägen, welches für die herkömmlichen Schallplatten gebraucht wurde. Dies führte zum Niedergang des Phonographen und der Phonographenwalze. Nur dreizehn Heilsarmee Phonographenwalzen, zehn Aufnahmen der International Staff Band zusammen mit drei der Reden von William Booth aus dem Jahr 1907, sind je herausgegeben worden und sind deshalb heute sehr selten und von Sammlern gesucht.
(Colin R. Waller, GB)