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Volksrepublik China. Hauptstadt: Peking. Fläche: 9'571'300 km2. Einwohner: 1'300 Mio.
43 Prozent der Fläche Chinas werden von Gebirgen, ein
knappes Viertel von bergigen Hochländern eingenommen. Beckenlandschaften, die
meist hügelig sind und in ariden Regionen liegen, bedecken 19 Prozent der
Fläche, und nur 12 Prozent der Gesamtfläche sind Ebenen. China kann in sechs
geographische Großregionen eingeteilt werden, wobei jede von ihnen eine
spezifische geomorphologische oder topographische Besonderheit aufweist.
2000 Jahre vor unserer Zeitrechnung, doch scheint der
Wein in China zunächst nur zu religiösen Opfern in der Shang-Zeit gedient zu haben.
Schriftliche Dokumente über Weinherstellung stammen aus der Tang-Dynastie im 7.
Jahrhundert n.Chr. und betreffen die aus Russland eingeführten Sorten Schlange,
Stutenzitze und Drachenperle. Auch Marco Polo (1254-1324) erzählt in seinen Reiseberichten
von ausgezeichnetem Wein in der Region Taiyuan. Später, im 14. Jahrhundert,
wurde seine Gewinnung und Benutzung verboten, und die meisten Weingärten mussten
auf Befehl des Kaisers ausgerodet werden. An ihrer Stelle wurde Getreide
angebaut.
Im Jahr 1892 wurde durch Zhang Bishi in Yantai, Provinz Shandong, die erste Kellerei Zhangyu (übersetzt: Wohlstand) gegründet. Bishi stammte aus der Region Meixian in der Provinz Quandong. Im Alter von 16 Jahren wanderte er nach Malysia aus und kam dort zu sehr grossem Reichtum. Er erfuhr, dass die Region Yantai sich für Weinbau bestens eignete, kaufte vorerst 70 Hektaren Ackerland, beschaffte aus Europa und verschiedenen Orten in China an die 120 unterschiedliche Rebsorten und startete die ersten Schritte zu einem erfolgreichen Wein-Unternehmen, das heute noch existiert. Weil in China das entsprechende Know-how fehlte, engagierte er einen anerkannten Weinfachmann aus Österreich, den Baron Max von Babo. Zhang Bishi wendete grosse Summen auf, um eine ähnliche Qualität in seiner Produktion zu erreichen, wie in Europa. Er kaufte dort sogar Eichenweinfässer und andere Geräte ein.
Der Erfolg stellte sich ein und die Zhangyu-Weine wurden sogar international mit einer Auszeichnung geehrt (Panama Pacific Exposition, San Francisco 1915). Nach dem zweiten
Weltkrieg brach die Produktion ein, eine Schliessung
drohte und es arbeiteten nur noch 5 Mitarbeiter in den Weinbergen bei Yantai.
Heute beschäftigt das Unternehmen wieder an die 4'000 Mitarbeiter und exportiert
seine Produkte in über 30 Länder weltweit.
Wein macht in diesem Markt nur ein Prozent aus. Der
jährliche Pro-Kopf-Konsum liegt bei etwas weniger als einem halben Liter (im
Gegensatz zum Weltdurchschnitt von 7,5 und dem westeuropäischen Schnitt von 24
Litern - kaum auszudenken, was passierte, wenn sich die 1,3 Milliarden Chinesen
diesem Limit annäherten.
Die wichtigsten Rebsorten für die Weinherstellung sind: Weisswein – Chardonnay, Chenin Blanc, Gewürztraminer, Riesling, Müller-Thurgau und Rotwein – Blaufränkisch, Cabernet Sauvignon, Carignan, Malbec und Gamay.
Wie schon zur Gründung der Weinkellerei Zhangyu anno 1892 greifen in den letzten Jahren lokale Produzenten auf das Know-how ausländischer Unternehmen zurück.
Aus den Sorten Longyan und Muskateller wurde zum Beispiel in Zusammenarbeit mit Rémy Martin durch die Tianjin Vineyards der Weisswein „Dynasty“ hergestellt. Auch der Schaumwein „Imperial Court“ stammt aus der gleichen Kooperation. Die italienische Marco Polo Winery, Allied Domecq , Pernod-Ricard und die spanische Bodega Torres aus Katalonien haben sich unter vielen andern in China aktiv engagiert. Der Grund zu dieser Öffnung lag in der mageren Qualität des chinesischen Weines vor 1965. Eine Änderung drängte sich tatsächlich auf.
Die Beurteilung eines Weinkenners
Peter Züllig, pensionierter Journalist des Schweizer Fernsehens und bestbekannter Weingeniesser hat bei einer privaten Bordeaux-Verkostung als Pirat einen chinesischen Wein "eingeschleust". Hier seine Beurteilung:
"Huandong, Cabernet Sauvignon, 2000, China
Auch in China wird gepanscht
Fünf Weinproduzenten in Changli werden verdächtigt,
gepanschte Weine produziert und als bekannte Marken wie etwa Great Wall Wine
angeschrieben zu haben, der von der China National Cereals, Oils & Foodstuffs
Import & Export Corporation (COFCOA) hergestellt wird. Andere Weine aus der
Küstenstadt Qinhuangdao sollen nur gerade 20 Prozent fermentierten Traubensaft
enthalten und der Rest aus Zuckerwasser bestehen, das mit Chemikalien versetzt
ist. Diese geben dem Getränk eine echte Farbe und einen passenden Geschmack.
Jiahua, eine der betroffenen Weinkeltereien, hat sogar für seine Weinproduktion
ausschließlich auf Wasser und Chemikalien zurückgegriffen.