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Kupferschmied/in
Der Kupferschmied[1] verarbeitet Kupfer und Kupferlegierungen (Bronze, Messing, Tombak), heutzutage zunehmend auch Materialien wie Aluminium und Chromstahl.
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Die traditionelle Arbeitsmethode des Kupferschmiedes besteht aus Treiben und Hämmern des Metalls. Hauptsächliche Erzeugnisse waren bis ca. zur Mitte des 20. Jahrhunderts Gebrauchsgegenstände wie Kessel, Töpfe oder Krüge, daneben wurden auch Waffen, Schmuck, Ziergefässe und Skulpturen hergestellt. Heute sind Kupferschmiede, wenn sie sich nicht auf Kunstschmiedearbeiten spezialisiert haben, vor allem im Apparate- und im Rohrleitungsbau tätig, ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet ist die Herstellung und Wartung von Wärmeanlagen.
Am Beginn der Arbeit des Kupferschmieds steht die Skizze: Der zu verfertigende Gegenstand wird gezeichnet und seine Abmessungen werden festgelegt. Daraufhin werden die Masse der Bleche, die als Ausgangsmaterial dienen, berechnet. Nach dem Zuschneiden werden die Bleche in die gewünschte Form gebracht. In modernden Grossbetrieben kommen hierbei Geräte wie Blechrundwalze, Abkantpresse und Rohrbiegemaschine zum Einsatz. Das Endprodukt, zum Beispiel eine Rohrleitung, entsteht schliesslich, indem die geformten Einzelteile durch Schweissen oder Löten (→ Schweisser, Löter) oder auch durch Nieten und Falzen (→ Nieter) miteinander verbunden werden.
Kupferschmiede sind in vielen Betrieben, insbesondere der Chemie-, Pharma- und Lebensmittelindustrie, gefragte Betriebshandwerker. Sie überwachen die Fabrikationsanlagen und führen Reparaturen aus.
Künstlerisch und gestalterisch begabte Kupferschmiede, die ihr Handwerk als Kunstgewerbe betreiben, stellen handgearbeitete Zierstücke aller Art her, von Gefässen über Schmuck bis hin zu Figuren.
Das Handwerk des Kupferschmieds kann über die reguläre Berufsbildung in der Schweiz heute nicht mehr erlernt werden. Als Grundlage empfiehlt sich eine Ausbildung zu einem metallverarbeitenden Beruf, zum Beispiel zum Metallbauer EFZ (4 Jahre), Metalldrücker EFZ (4 Jahre) oder Metallbaupraktiker EBA (2 Jahre).
Geschichte
Der Übergang von der Steinzeit zu den Metallzeiten begann von ca. 7000 v. Chr. an in Westasien. Kupfer, ein weiches Metall, das in der Natur in elementarer Form vorkommt, war zusammen mit Gold das erste Metall, das der Mensch gezielt bearbeitete, und hat dem Zeitabschnitt zwischen Jungsteinzeit und Bronzezeit den Namen gegeben: Von ca. 5000-3000 v.Chr. spricht man in Westasien vom ‚Chalkolithikum‘, der Kupfersteinzeit. Das Kupferschmiedehandwerk ist somit eines der ältesten metallverarbeitenden Handwerke der Menschheitsgeschichte.
Die frühesten aus Kupfer hergestellten Gegenstände waren Schmuck, Kultobjekte und Statussymbole, gelegentlich auch kleinere Werkzeuge wie Nadeln und Ahlen. Die Bearbeitung erfolgte noch überwiegend durch Hämmern und Rollen im kalten Zustand, erst vereinzelt wurde das Metall im Feuer erhitzt.
Kupferlegierungen
Bereits sehr früh wurde entdeckt, dass das sehr weiche Metall Kupfer durch die Beimengung anderer Metalle härter und widerstandsfähiger gemacht werden konnte. Von Persien und Anatolien aus verbreitete sich zunächst die Kupferlegierung Arsenbronze im ganzen Nahen Osten und löste das reine Kupfer als hauptsächlich verwendetes Material ab. Ab ca. 3000 v. Chr. wurde dann eine andere Kupferlegierung allmählich häufiger und schliesslich so dominant, dass sie der ganzen Epoche von 3000-1000 v. Chr. den Namen gab: Bronze. Die goldfarbene Bronze ist eine Legierung aus Kupfer und Zinn. Ein Mengenverhältnis von 90% Kupfer und 10% Zinn ergibt ein gegenüber reinem Kupfer wesentlich härteres Metall; es kann durch Hämmern noch weiter gehärtet werden und ist dann bereits vergleichbar mit einfachem Stahl. Erst in der römischen Antike wurde eine weitere Kupferlegierung bedeutend: Messing. Die Kupfer-Zink-Legierung Messing ist etwas weicher als Bronze, lässt sich aber ausgezeichnet verarbeiten und ist äusserst korrosionsresistent. Ab ca. dem 1. Jahrhundert v. Chr. wurde Messing im römischen Reich das wichtigste Metall für die Herstellung von Waffen und Rüstungen.
Herkunft des Kupfers
Wo kam das Kupfer her? Kupferbergbau wurde bereits im Chalkolithikum in Mesopotamien, Anatolien, der Levante und auf dem Balkan betrieben (→ Verhütter). Besonders reiche Vorkommen gab es auf Zypern; die Insel wurde in der späten Bronzezeit zum wichtigsten Kupferproduzenten im Mittelmeerraum. Dies hinterliess auch Spuren in der Etymologie: Der Name der Insel findet sich wieder in der lateinischen Bezeichnung „aes cyprium“ („zyprisches Erz“) bzw. „cuprum“; von „cuprum“ wiederum leitet sich unser Wort „Kupfer“ ab. In der römischen Antike wurde auch die Iberische Halbinsel zu einem bedeutenden Kupferlieferanten.
Beginn der Kupferbearbeitung in Europa
Es dauerte, bis die metallurgischen Entdeckungen und Entwicklungen Vorderasiens auch Europa erreicht hatten. Die Kupfersteinzeit begann in Europa erst um ca. 3800 v. Chr. und dauerte bis ca. 2200 v.Chr.; die europäische Bronzezeit wiederum setzt man von ca. 2200-800 v. Chr. an. Der Einfluss aus dem Osten ist zwar an den erhaltenen Erzeugnissen der europäischen Kupferschmiede deutlich ablesbar, früh kam es aber an verschiedenen Orten auch zu eigenen, unabhängig entwickelten Neuerungen. Ein berühmter Fund aus dem bronzezeitlichen Europa ist die sogenannte „Himmelsscheibe von Nebra“, die auf ca. 1600 v. Chr. datiert wird und Zeugnis ablegt für den hohen Stand der damaligen Kupferschmiedekunst. Die Himmelscheibe wurde aus Bronze geschmiedet, in welche Goldblechplättchen eingelegt wurden.
Kupferschmiedekunst vom Altertum bis zur Gegenwart
Im vorderasiatischen und europäischen Raum erreichte die Schmiedekunst im 1. Jahrtausend v. Chr. regional höchste Blüten, so im antiken Griechenland und Rom oder weiter im Norden bei den Kelten.
Nach dem Untergang des römischen Reiches setzte in Europa ein Niedergang ein. Erst im 9. Jahrhundert lässt sich ein neuer Aufschwung in der Verarbeitung von Kupfer feststellen. Insbesondere kirchliche Geräte, hergestellt aus starkem Kupferblech und meist vergoldet, zeugen vom neuerlich hohen Stand der Kupferschmiedekunst. Ab dem 14. Jahrhundert stellten Kupferschmiede zunehmend auch Gebrauchsgegenstände her, und im Zeitalter des Barock wurde Kupfer für die Plastik entdeckt: Auf hölzerne Grundformen wurden Kupferplättchen gehämmert.
Die industrielle Revolution führte im 18. und 19. Jahrhundert zu einem massiv gesteigerten Kupferbedarf. Kupferschmiede wurden nun zunehmend in der sich rasant entwickelnden Industrie gebraucht. Mit der Erfindung von Maschinen veränderte sich das Handwerk; viele Arbeitsschritte, die während Jahrtausenden in prinzipiell unveränderter Art und Weise in Handarbeit erfolgt waren, wurden mechanisiert.
Mit der zunehmenden Verdrängung von Kupfer als Material für Gebrauchsgegenstände seit Mitte des 20. Jahrhunderts geriet die Kupferschmiedekunst in Bedrängnis. Traditionelle Kupferschmiede, die früher von der Herstellung von Tellern, Schüsseln, Kesseln, Pfannen, Waschbecken und anderen Haushaltsgegenständen lebten, finden heute kaum noch ein Auskommen.
[1] Für bessere Lesbarkeit wird nur die männliche Form verwendet.
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Literatur
Elkar Rainer S., Keller Katrin, Schneider Helmuth (Hg.): Handwerk. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Darmstadt 2014.
Neukirchen Florian: Von der Kupfersteinzeit zu den Seltenen Erden. Eine kurze Geschichte der Metalle, Berlin/Heidelberg 2016.
Seeberger Marcus: Der Kupferschmied. In: Hugger Paul (Hg.): Sterbendes Handwerk, Heft 21, Basel 1969.
Rzepka Joachim (Hg.): Das grosse Lexikon der Berufe, Braunschweig 1984, S. 336-337.
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