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Zehntausende Menschen haben sich in Buenos Aires beim argentinischen Parlament versammelt, um für und gegen die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs zu demonstrieren.
Im Senat hat die Abstimmung über ein Gesetz zur Legalisierung der Abtreibung begonnen. Die Vorlage ist von der Abgeordnetenkammer zuvor schon angenommen worden. Einige Senatoren lehnen eine Abtreibung aber grundsätzlich ab, sogar im Falle einer Vergewaltigung.
In Argentinien ist Abtreibung bislang nur im Fall einer Vergewaltigung oder bei Lebensgefahr für Mutter oder Kind erlaubt. Nach Schätzungen des Gesundheitsministeriums werden jedoch jährlich über 350'000 illegale Abtreibungen durchgeführt.
Rund 50'000 Frauen müssen jedes Jahr wegen gesundheitlicher Komplikationen nach solchen Eingriffen ins Spital. Etwa 50 Frauen sterben jedes Jahr an den Folgen einer illegalen Abtreibung.
Abtreibung spaltet das Land
Die Lehrerin Mariana Rodriguez Varela protestiert gegen Abtreibungen, indem sie bei Demonstrationen Plastikbabys in Originalgrösse verteilt. Für sie kann auch das Auszulöschen eines Kindes die Folgen einer Vergewaltigung nicht heilen. «Das ist nicht wie ein Antibiotikum bei einer Grippe. Eine Kur gegen eine Vergewaltigung geht anders.» Jedes Kind habe das gleiche Recht geboren zu werden, so wie wir es hatten, sagt Varela.
Für eine Gesetzesänderung setzt sich der Frauenarzt Daniel Lipchak ein. Der Senat müsse die Realität im Lande anerkennen. Er empfange als Arzt Frauen mit schweren Komplikationen nach illegalen Abtreibungen. Gerade letzten Monat sei eine Frau bei ihm im Spital gestorben. «Wir können die Augen verschliessen, als würde das alles nicht passieren, oder etwas dagegen tun.»
Das Abstimmungsergebnis im Senat wird am frühen Donnerstag erwartet.