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Das Schloss
Das Schloss Schwarzenburg war Sitz der Amtmänner, später der Regierungsstatthalter. Erbaut wurde es 1573–76 als Ersatz für die im Unterhalt viel zu teure Grasburg, die Bern und Freiburg 1423 den Grafen von Savoyen abgekauft hatten. 1980–83 erfolgte eine Gesamtsanierung durch den Kanton Bern, dem nach 1798 der Amtsbezirk zugesprochen wurde. Kauf durch die Stiftung Schloss Schwarzenburg 2009.
Das Schloss entspricht dem Typus des Herrschaftshauses des 16. und 17. Jahrhunderts: rechteckiger Baukörper unter Krüppelwalmdach. Hauptfassade ist die Giebelseite, Vertikalerschliessung durch den traufseitigen, herrschaftlich wirkenden Treppenturm. Als Besonderheiten fallen die Dreigeschossigkeit und der ummauerte Eingangshof auf. Hof, Ecktürmchen und Wehrgänge hatten keine militärische Funktion, sondern sind repräsentativ zu verstehen.
Die Hauptfassade ist asymmetrisch und lässt, sehr typisch für die Spätgotik, die innere Gliederung erkennen: Geringe Befensterung im Erdgeschoss deutet auf Nutzräume, Reihenfenster im 1. Stock zeigen, wo die Wohnräume liegen, und die grossen Kreuzstockfenster im 2. Stock lassen den Festraum erkennen. Darüber befindet sich die Türe zum Aufzug in den Estrich. Die gereihten oder gekreuzten Fenster entsprechen spätmittelalterlicher Tradition.
Verlegung des Haupteingangs auf die Nordseite im späteren 18. Jahrhundert, neues Portal Louis XVI und Obeliskbrunnen.
Schöner Wein- und Vorratskeller. Gleiche Grundrisslösung in allen drei Stockwerken: Vom Treppenturm gelangt man in ein geräumiges Vestibül, von hier in die Raumzonen Ost, Mitte und West. Im 1. Stock war die Wohnung des alle fünf Jahre wechselnden Amtmanns.
Grosse Wohnstube im Südosten, heute Schlossstube, Hauptraum des Schlosses. Schöne Felderdecke und Leibungstäfer mit Intarsien um 1575, ebenso Wandtresor.
Im 2. Stock gegen den Hof der grosse Saal, wo Zeremonien und Feste stattfanden, hier die Wappen der Amtleute seit 1798. Originale Felderdecke der Bauzeit 1575.
Ehemaliger Kornhausflügel längs der Strasse, erneuert Mitte 18. Jahrhundert und 1983.