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Gegründet wurde die Organisation 1925 als Gesellschaft Schweiz-Sowjetunion (GSS).
Am 6. Februar 1944 erfolgte in Basel eine Neugründung. An der Versammlung nahmen 18 Personen teil. Aus politischen Gründen entschied man sich für den Namen «Gesellschaft zur Förderung und Pflege normaler Beziehungen zwischen der Schweiz und der Sowjetunion». Gleichzeitig wurde aber auch die Bezeichnung «Gesellschaft Schweiz-Sowjetunion» weiterhin verwendet. Den Statutenentwurf wurde von Fritz Heeb verfasst, der als erster Zentralsekretär der GSS fungierte und später als Rechtsanwalt von Alexander Solschenizyn Bekanntheit erlangte.
1944 lancierte die GSS eine an den Bundesrat gerichtete Petition, mit welcher eine Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen mit der neuen Grossmacht Sowjetunion forderte. Unterstützt wurde die Petition von Persönlichkeiten aus einem breiten politischen Spektrum. Den «harten Kern» bildeten emigrierte deutsche Künstlerinnen und Künstler wie die Schauspielerin Mathilde Danegger, Professorinnen und Professoren der Universität Basel wie Fritz Lieb und Elsa Mahler sowie Mitglieder der Partei der Arbeit.
GSS-Vorstandsmitglieder berichteten davon, der Bundesrat und die Bundesanwaltschaft «legten uns jedoch alle nur möglichen Schwierigkeiten in den Weg». Die GSS musste monatelang um die Bewilligung für die Herausgabe einer eigenen Zeitschrift kämpfen. Es wurde über Details wie die Seitenzahl und die Vertriebswege verhandelt. Gleichzeitig verbot die Abteilung Presse und Funkspruch der Schweizer Armee zunächst den Abdruck eines Inserates der GSS. Nachdem dieses Verbot aufgehoben wurde, weigerten sich «Der Bund», die «Neue Zürcher Zeitung» und sämtliche Zeitungen der französischsprachigen Schweiz, das Inserat abzudrucken. Trotz derartiger Hindernisse kamen in 20 Tagen rund 120'000 Unterschriften für die Petition zusammen.
Einen Eindruck über die politische Stimmung im sich abzeichnenden Kalten Krieg widerspiegelt sich insbesondere im Skandal um ein Plakat des Künstlers Hans Erni.
Hans Erni war es denn auch, der zur Unterstützung der Petition ein neues Logo für die GSS entworfen hatte. In der oberen Hälfte das GSS-Logo mit der Schweiz und der Sowjetunion auf einer stilisierten Europakarte, wobei von der kleinen Schweiz vier Kreise wie Funkwellen die Sowjetunion umschlossen. In der unteren Hälfte verband sich ein dickes und ein dünnes Tau zu einem fotorealistischen Schifferknoten. Der Kunsthistoriker und Essayist Konrad Farner schrieb, auf dem Plakat seien «die Grössenverhältnisse eindeutig dargestellt, und wiederum sind, indem sich die beiden Seile gleichberechtigt vereinigen, die Möglichkeiten und Notwendigkeiten vor Augen geführt. Im Knoten werden die zwei verschiedenen Qualitäten beider Länder in einer neuen, einheitlichen Qualität vereinigt.»
Im Frühjahr 1945 zählte die Gesellschaft bereits über 2'700 Mitglieder und in verschiedenen Städten der Schweiz (u.a. in Arbon, Basel, Bern, Locarno, Luzern, St. Gallen, Winterthur und Zürich) bestanden Ortsgruppen.
Am 8. April 1945 tagten im Zürcher Kongresshaus erstmals 240 Delegierte der GSS. Präsident Paul Vosseler schrieb im Rückblick auf die Versammlung stolz, dass sich die Delegiertenversammlung «zusammensetzte aus Arbeitern, Geschäftsleuten, Industriellen, Kleingewerbetreibenden, Schriftstellern, Ingenieuren, Angestellten, Politikern, Universitätsprofessoren, Künstlern, Technikern, Juristen, Lehrern, Handwerkern und auch das bäuerliche Element fehlte nicht.»

Bezeichnung
1925 bis 1944
Gesellschaft Schweiz-Sowjetunion
ab 6. Februar 1944
Gesellschaft zur Förderung und Pflege normaler Beziehungen zwischen der Schweiz und der Sowjetunion
Präsidium
1925 bis 1944
N.N.
1944 bis 1946
Paul Vosseler (Basel)
ab 1946
Hans Mühlestein (Celerina)
W. A. Liebeskind (Genf)