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Theodor (Ted) Kremer, mein verstorbener Schwiegervater, wurde am 6. März 1942, inmitten der Wirren des Zweiten Weltkrieges, in Amsterdam geboren. Monate später begannen die Nazis, Juden aus Amsterdam zu deportieren und Teds Eltern mussten ihren Jungen verstecken. Er fand Zuflucht bei einer holländischen Familie im kleinen Dorf Naaldwijk. Die christliche Familie Van Es retteten Ted das Leben, indem sie ihn bis zum Kriegsende bei sich aufwachsen liessen. Sie schenktem ihm Liebe und Zuwendung, so als wäre er ihr eigener Sohn & Enkel. Ted hielt die enge Verbindung zu seiner Adoptivfamiie in Ehren und erachtete sie bis zu seinem Tod als seine Familie.
Nach dem Krieg kehrten Teds Eltern, die nur knapp den Holocaust überlebt hatten, nach Amsterdam zurück, um ihr Leben dort fortzusetzen. Sie holten ihren Sohn zurück und wenige Jahre später wurden Teds zwei Brüder geboren.
Man könnte annehmen, dass Teds späteres Leben aufgrund dieser schwierigen Erlebnisse ein trauriges war, doch dem war nicht so. Ted wuchs heran und lernte, ein glücklicher Mensch zu sein, beliebt und geliebt und mit zahlreichen Hobbies. Für seinen Beruf als Handelsindustrieller Rohstoffhändler bereiste er die ganze Welt und lernte so viele Länder, Menschen und Traditionen kennen. Überall fand er Schönheit und er knüpfte wertvolle Freundschaften. Ted kam auch in die Schweiz, wo er seine zukünftige Frau kennen lernte; sie heirateten und bekamen zwei Söhne. Ted war ein hingebungsvoller Familienmensch. Er glaubte an die Liebe und schenkte sowohl seiner eigenen wie auch seiner Adoptivfamilie in Holland stets viel Liebe.
Ted war vielseitig interessiert. Er liebte es zu lesen und zu lernen, besass in vielen Sparten ein grosses Wissen und sprach mehrere Sprachen. Von all seinen menschlichen Qualitäten zeichnete ihn meiner Meinung nach vor allem seine Gutherzigkeit aus. Er war ein richtiger “Mentsch”, aufrichtig und stets hilfsbereit. Ted war ein Vorbild für seine Familie und für die Menschen, die ihn umgaben.
Seine Leidenschaft galt der Kunst im Allgemeinen und der Musik im Besonderen. Er liebte die Oper und klassische Musik und sang selber regelmässig Arien.
Ted starb am 15. Dezember 2011 und liess uns alle schockiert und tief traurig zurück. Zu Ehren seiner unerschöpflichen Qualitäten und seiner Liebe zur Kunst sei ihm dieses Festival gewidmet.
Möge die Erinnerung an ihn auf ewig Segen bringen.
Annette Kremer- Präsidentin Festival & Art Director