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1921-1972, geboren in Luzern, gestorben in Volketswil
Nach Jugendjahren in Luzern und Zürich zog die Familie Stocker als „Aussteiger“ nach Gruppaldo, einen Ortsteil von Ronco sopra Ascona. Der Vater Ernst, ein Ingenieur, und die Mutter erbauten das charakteristische Haus an der Kantonsstrasse, wo sie als Pflanzer und Imker tätig waren. Nach ihrer Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Zürich, sie war beim Besuch 16jährig, und der Ecole des Beaux-Arts in Genf, machte Carlotta Stocker sich im Tessin als Illustratorin selbständig. Sie arbeitete in Ascona und Losone, blieb aber auch in Zürich gut vernetzt, wo sie später an der Wuhrstrasse ein Atelier hatte. Es folgten verschiedene Ausstellungen, sie gewann Stipendien der Stadt Zürich und der Eidgenossenschaft. Anfang der 1960-Jahre trat sie mit dem Tessiner Musiker Ermano Maggini in eine Beziehung. Eine von Magginis ersten Kompositionen aus dem Jahr 1969 trägt den Titel „Cinque Disegni“, fünf Zeichnungen, sie ist Carlotta Stocker gewidmet „dedicati a Carlotta Stocker“. 1969 Heirat mit Imre Julius, einem ungarischen Mathematiker, mit dem sie nach Volketswil zog. 1972 starb Carlotta Stocker in ihrem Atelier an einem Hirnschlag.
Auszug aus
„Alles im Überblick 2012 mit Wuhrsträsslern und Wahnwelten“ von Trudi Demut und
Otto Müller – auch das Portraitbild von Stocker stammt aus dieser Quelle: „In Zürich
fand die Malerin in den Atelierhäusern an der Wuhrstrasse einen Arbeitsort, wo
sie einen festen Bezugspunkt hatte.
Begabung, Zielstrebigkeit und Spontanität sicherten Carlotta Stocker
früh künstlerischen und auch gesellschaftlichen Erfolg. Seit Ende der vierziger
Jahre stellte sie regelmässig aus und erhielt Aufträge für Wandgestaltungen.
1951 und 1963 gewann sie das Stipendium der Stadt Zürich, 1957 und 1960 das
eidgenössische Kunststipendium und 1955 den Zürcher Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis,
was ihr Studienaufenthalte und Paris, Italien und Südfrankreich ermöglichte. Doch war sie ruhelos: Die
Auflösung einer Beziehung, das Misslingen eines Gemäldes oder die Empfindung
künstlerischer Stagnation konnten Carlotta Stocker zu Ausbrüchen und Abstürzen
treiben. Auf ungeklärte Situationen oder künstlerische Probleme reagierte sie
mit Flucht, mit Orts-, Beziehungs- und Motivwechseln.“
Literatur: Peter F. Althaus, Carlotta Stocker, NZZ Verlag, 1995, Zürich.