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Lichtstarke Objektive: Eine der drei fundamentalen optischen Eigenschaften eines Objektivs ist die Lichtstärke. Die dimensionslose Grösse wird aus dem Verhältnis von maximal möglichem Durchmesser der Eintrittspupille (Öffnungsweite) zu Brennweite des Objektivs gebildet.
Je kleiner der Wert der Lichtstärke ausfällt, desto lichtstärker ist das Objektiv. Das ergibt auch Sinn, denn nimmt bei gleichbleibender Brennweite die Zahl für die Lichtstärke ab, erhöht sich die maximal mögliche Öffnungsweite der Blende. Das bedeutet, dass viel mehr Licht auf den Fotosensor treffen kann. Bisweilen werden besonders lichtstarke Objektive als «schnelle Objektive» bezeichnet, da sich durch die Verfügbarkeit von mehr Licht die Belichtungszeit verkürzt.
Üblicherweise beträgt die Lichtstärke heutiger Objektive zwischen 1:1.4 und 1:5.6. Superlichtstarke Objektive erreichen Werte zwischen 1:1.0 und 1:0.7. Diese Objektive sind allerdings für sehr spezielle Anwendungen gedacht – wie beispielsweise das für die NASA Apollo Mission 1966 hergestellte 0.7/50 mm Carl Zeiss Planar. Damit konnte zum ersten Mal die der Erde abgewandte, dunkle Seite des Mondes fotografiert werden.
Ein Festbrennweiten-Objektiv mit den Werten «35/2.0» besitzt eine Brennweite von 35 mm und eine Lichtstärke von 1:2.0. Die Öffnungsweite der Blende muss demnach 17.5 mm betragen.
Für Zoom-Objektive mit variablen Brennweiten ist für die Lichtstärke meist ein Bereich wie zum Beispiel «70-300/4.0-5.6» angegeben. Diese Angabe bedeutet, dass die Lichtstärke bei der kleinsten Brennweite von 70 mm eine Lichtstärke von 1:4.0 beträgt. Bei der grössten Brennweite von 300 mm beträgt die Lichtstärke nur noch 1:5.6.
Bedingt durch die Bauart sind Zoomobjektive weniger lichtstark als Festbrennweitenobjektive. Das verdeutlicht sich auch an den Anfangsbrennweiten, die bei Festbrennweiten üblicherweise schon ab 1:1.4 beginnen und bei Zoomobjektiven oft erst bei 1:2.8.
Objektive mit hoher Lichtstärke besitzen viele Vorteile. Am bedeutendsten ist die kürzere Verschlusszeit, was in der Sportfotografie von Vorteil ist, da Bewegungen besser eingefroren werden können. Ausserdem entstehen weniger «Verwacklungsfehler» beim Fotografieren mit langen Brennweiten sowie bei Freihandaufnahmen.
Bei Portraitaufnahmen sind geringe Schärfentiefen wünschenswert. Diese lassen sich mit lichtstarken Objektiven einfacher realisieren.
Ausserdem haben lichtstarke Objektive den Vorteil, dass sie bei Spiegelreflexkameras ein helleres Sucherbild erzeugen und der Autofokus gemeinhin exakter und schneller bei schlechten Wetterbedingungen fokussieren kann.
Allerdings bergen selbst Objektive mit hohen Lichtstärken Nachteile. So benötigen lichtstärkere Objektive bei vergleichbarer Brennweite einen grösseren Linsendurchmesser. Das führt zwangsweise zu grösseren und schwereren Objektiven, die auch preislich überdurchschnittlich ausfallen.