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Hypoglykämie
Unterzuckerung
Eine Unterzuckerung (Hypoglykämie oder „Hypo“) kann jeden Diabetiker treffen – unabhängig von Art des Diabetes und der jeweiligen Therapie. Faktoren wie eine übermässige Insulindosierung, Sport oder Alkoholgenuss können eine Rolle spielen. In der Regel fallen sogenannte „Hypos“ leicht aus und lassen sich gut beheben. Es gibt aber auch schwere Hypoglykämien, die ernste Folgen haben können.
Unterzuckerung: Ursachen
Unterschiedliche Faktoren können eine Unterzuckerung begünstigen. Dazu zählen:
- Zu hohe Gabe von Insulin
- Zu viel Alkohol
- Körperliche Überanstrengung
- Zu wenig Nahrung
- Erbrechen und Durchfall
Wichtig ist es, die persönlichen Faktoren zu erkennen, die zu einer Hypoglykämie geführt haben. So gilt es, aus den Hypos zu lernen und Konsequenzen zu ziehen.
Unterzuckerung: Symptome
Wenn der Blutzuckerspiegel unter einen gewissen Wert absinkt, kann sich dies durch verschiedene Anzeichen bemerkbar machen. Diese variieren je nach Stadium der Unterzuckerung.
Häufige Anzeichen einer Unterzuckerung sind:
- Nervosität
- Zittrigkeit
- Starkes Schwitzen
- Herzklopfen
- Schneller Puls
Kommt es zu einem Glukosemangel im Gehirn , sind folgende Symptome typisch:
- Nachlassende Konzentration
- Beeinträchtigtes Sprach- und Sehvermögen
- Lallen (als ob man betrunken wäre)
- Taubheits-Gefühl im Bereich von Mund, Händen und Beinen
- Heisshunger
- Emotionale Extreme (plötzliches Weinen oder Lachen, Aggressivität)
- Stolpern, Torkeln
Was tun bei Unterzuckerung?
Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, welche Massnahmen Sie im Falle einer Unterzuckerung treffen sollten.
In der Regel hat sich folgende Vorgehensweise bei den ersten Anzeichen einer Hypoglykämie bewährt:
- Flüssigzucker (2 Beutel)
- Traubenzucker (4 Täfelchen)
- Zuckerhaltige Limonade wie z. B. Cola (200 ml); keine Light-Produkte!
- Saft (200 mlg)
- 1 komplexe Kohlenhydrateinheit (Brot) zur Stabilisierung
Weder Diät- noch Lightprodukte sind bei einer Unterzuckerung geeignet. Auch Speisen, die viel Fett enthalten (z. B. Schokolade, Milch) sind jetzt ungünstig!
Für den Fall einer schweren Unterzuckerung, die mit Bewusstlosigkeit enhergeht, sollten Angehörige und Freunde über das richtige Vorgehen genau informiert sein. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, worauf es ankommt. Eine Glucagon-Spritze kann ebenfalls vom Arzt verordnet werden. Auch hierzu wird Sie Ihr Diabetologe gerne umfassend beraten.
Unterzuckerung vorbeugen
Um „Hypos“ vorzubeugen, haben sich folgende Massnahmen bewährt:
- Messen Sie regelmässig Ihre Blutzuckerwerte
- Vor körperlichen Belastungen sollten zusätzliche Brot-Einheiten (2 BE) eingeplant werden
- Lassen Sie sich von Ihrem Diabetologen erklären, wie die Insulin-Dosis bei längerer körperlicher Anstrengung angepasst werden muss
- Meiden Sie übermässigen Alkoholgenuss
- Haben Sie für den Fall des Falles immer etwas Traubenzucker dabei
In Diabetes-Schulungen lernen Menschen mit Diabetes alles zum richtigen Umgang mit dem Thema Unterzuckerung.
Auch Überzuckerung kann gefährlich sein
Eine Überzuckerung (Hyperglykämie) kann mitunter lebensbedrohlich sein. Lassen Sie sich daher auch zu diesem Thema von Ihrem Diabetologen beraten.
Ursachen einer Überzuckerung sind z. B. eine zu geringe Dosis Insulin oder auch eine defekte Insulinpumpe. Auch bei Versagen oder einer zu niedrigen Dosierung von blutzuckersenkenden Tabletten ist eine Überzuckerung möglich. Nicht zuletzt können fieberhafte Infekte zu einem Anstieg des Insulinbedarfs führen.
Mögliche Anzeichen einer Überzuckerung sind:
- Starker Durst
- Häufiges Wasserlassen
- Geruch des Atems nach Nagellackentferner oder faulem Obst
Bei einer Überzuckerung sollten Sie den Arzt aufsuchen. Lassen Sie sich zudem in der Diabetes-Schulung erläutern, worauf es im Fall des Falles ankommt.
Tipps bei Diabetes
Bewegung im Alltag
Körperliche Aktivität spielt bei Diabetes eine wichtige Rolle. Schliesslich hat Bewegung vielfältige positive Effekte: Sie senkt den Blutzuckerspiegel, reguliert den Blutdruck, verbessert die Blutfettwerte und hilft dabei, Übergewicht abzubauen.
Um Ihr Bewegungskonto wieder auf Vordermann zu bringen, hier einige Anregungen:
- Fangen Sie klein an: Mit dem Fahrrad zur Arbeit, täglich ein 15-minütiger Spaziergang, Treppe statt Aufzug – am Anfang zählt vor allem der Wille, etwas zu verändern
- Wählen Sie eine Sportart, die Freude macht. Egal ob Nordic Walking, Schwimmen oder Tanzen – wenn Sie mit dem Herzen dabei sind, bleiben Sie auch am Ball
- Suchen Sie sich einen Trainingspartner – gemeinsam ist der innere Schweinehund leichter zu besiegen
Erfahren Sie mehr zum Thema Sport bei Diabetes.
Ernährung
Eine ausgewogene Ernährung ist bei Diabetes grundsätzlich wichtig. Denn was wir essen, hat direkten Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Bei Typ-2-Diabetes ist eine Ernährungsumstellung daher meist wesentlicher Bestandteil der Therapie. Kein Wunder, gelten doch Übergewicht und eine zu kalorienreiche Kost als wesentliche Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes.
Menschen mit Diabetes sollten grundsätzlich wissen, wie sich Kohlenhydrate, Fette und Eiweisse auf den Blutzuckerspiegel auswirken. Bei der Gabe von Insulin sollte die Insulindosis auf die zugeführten Kohlenhydrate abgestimmt werden. Hier bietet eine Schulung die nötige Orientierung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema Ernährung bei Diabetes.
Insulintherapie
Da Menschen mit Typ-1-Diabetes einen absoluten Insulinmangel haben, sind sie ihr Leben lang auf Insulin angewiesen. Anders sieht es bei Typ-2-Diabetikern aus: Sie haben einen relativen Insulinmangel, der mitunter ohne die Gabe von Insulin aufgefangen werden kann. Eine wichtige Rolle spielen dabei unter anderem regelmässige sportliche Aktivität, eine ausgewogene Ernährung und der Abbau von Übergewicht. In einigen Fällen kann zusätzlich die Einnahme bestimmter Tabletten sinnvoll sein. Erst wenn diese Massnahmen nicht greifen, ist auch bei Typ-2-Diabetes in der Regel eine Insulintherapie angezeigt.
Erfahren Sie hier mehr zum Thema Insulintherapie.
Diabetes-Schulung
Allen Menschen mit Diabetes und ggf. ihren Angehörigen wird ein spezielles Schulungsprogramm angeboten. Dabei steht das Selbstmanagement der Stoffwechselerkrankung im Fokus. Unter anderem geht es bei Schulungen um Aufklärung über das Krankheitsbild, Blutzuckerselbstkontrolle, Umgang mit Komplikationen wie Unterzuckerungen sowie Tipps für eine gesunde Lebensführung. Auch spezielle Aspekte wie zum Beispiel die Themen Beruf oder Versicherungen werden berücksichtigt.
Lassen Sie sich dazu von Ihrem behandelnden Arzt umfassend beraten. Fest steht: Je genauer man sich mit Diabetes auskennt, desto freier, selbstbestimmter und aktiver lässt sich der Alltag gestalten.