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Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts bot der Riehenteich günstigen Bedinungen für Kleinbasler Branchen, die viel Wasser (Färber, Gerber) oder seine Kraft (Mühlen, Walken) benötigten. Sechsundzwanzig Mühlen und andere Gewerbebetriebe nutzten zuletzt den Kanal als Wasserzufuhr und zur Abfallentsorgung. Die Ruinen des Teichauslaufs in den Rhein sind am Unteren Rheinweg 14, unmittelbar vor dem Polizeiposten der Rheinpolizei, zu sehen. Das Datum der Errichtung dieser Wasseranlage ist zwar nicht überliefert, wird aber, wie Wackernagel bereits vermutete, in das 12. Jahrhundert zu setzen sein. Die Wahrscheinlichkeit einer noch früheren Entstehung ist gering. Aus den sehr gründlichen und sachkundigen Untersuchungen von E. Schweizer über die Stadtteiche ergibt sich als nahe liegende Folgerung, dass alle drei Teiche (Rümelinbach, St. Albanteich, Riehenteich) im 12. und frühen 13. Jahrhundert entstanden sind, also in einer auffallenden, durch die Ausbreitung der Gewerbe bedingten Wachstumsperiode, jeweils anlässlich der städtischen Erschliessung einer Gegend, als gemeinschaftliches Unternehmen der Siedler und der Obrigkeit, technische Meisterwerke in der geschickt dem Gelände angepassten Führung und dem ausgeglichenen Gefälle.
Das Wasser für den Riehenteich wurde bei Riehen auf deutscher Seite von der Wiese abgeleitet. Mit dem Bau des Teichs auf der Grundlage eines alten Seitenarms der Wiese wurde nach der Gründung Kleinbasels 1225 begonnen; 1280 war er vollendet. Er verlief oberirdisch bis nach Kleinbasel, wo um 1823 mit seinem Wasser insgesamt 26 Werke (Mühlen, Stampfen, Walken, Sägen etc.) angetrieben wurden. Auf dem Areal der heutigen Mustermesse verzweigte er sich; der Hauptarm führte weiter geradeaus und machte vor dem Riehentor eine scharfe Biegung nach Norden, wo die beiden Arme hinter dem Claraplatz wieder zusammenflossen. Auf den historischen Plänen (z.B. von Keller, Löffel) ist das gut ersichtlich. Der Kanal wurde bis 1907 genutzt. Seit der Inbetriebnahme des Riehenteich-Kraftwerkes 1923 fliesst das Teichwasser unter dem Tierpark Lange Erlen hindurch in die Wiese zurück.
Quellen: Kaufmann 1948, Amt für Umwelt und Energie