Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03470.jsonl.gz/1698

Rutschungen in der Schweiz
Heute weisen ca. 6% der Gesamtfläche der Schweiz instabile Hänge auf. Die Gefährlichkeit von Rutschungen wird nicht nur von der Geschwindigkeit und dem Volumen der bewegten Massen bestimmt, sondern vor allem durch die Verstellungen und die zueinander unterschiedlich erfolgenden Differentialbewegungen der einzelnen Schollen. Diese Bewegungen können die Stabilität von Bauwerken stark beeinträchtigen. Dies kann zu Rissen in Mauern, Absenkungen oder gar Kippungen von Bauwerken führen. Im schlimmsten Fall droht Einsturzgefahr. Rutschungen können auch Schäden an Strassen und Leitungen bewirken. Falls eine Rutschmasse in einen Wasserlauf vordringt und diesen temporär zurückstaut, besteht zudem die Gefahr von Hochwasserdurchbrüchen und Murgängen.
In Zukunft muss durch die Folgen des Klimawandels ebenfalls mit häufigeren und grösser auftretenden Rutschprozessen gerechnet werden: Durch eine erwartete Zunahme der Starkniederschäge sowie eine Zunahme der Winterniederschläge in Kombination mit der steigenden Schneefallgrenze steht zukünftig mehr Wasser zur Auslösung von Rutschungen zur Verfügung. Durch den Gletscherrückzug und auftauende Permafrostböden kommen zudem neue Gebiete mit einer hohen Anfälligkeit für Rutschungen zu den bestehenden instabilen Hängen dazu.
Ein Beispiel einer grossen Rutschung ereignete sich 1994 im Kanton Fribourg: Die Rutschung Falli-Hölli zerstörte rund 30 Ferienhäuser und verursachte Schäden in der Höhe von 20 Millionen Franken.