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Ein interner E-Mail-Verkehr zeigte, dass Regierungsvertreter eine PR-Kampagne lancierten, um sicherzustellen, dass die Katastrophe in Fukushima die Pläne für neue Atomkraftwerke in England nicht entgleisen liessen.
Gemäss der englischen Tageszeitung «The Guardian» zeigt der E-Mail-Verkehr, wie das Handels- und Energiedepartement hinter den Kulissen eng mit multinationalen Gesellschaften wie EDF Energy, Areva und Westinghouse zusammenarbeitete, um eine Auswirkung auf die Atomwirtschaft unbedingt zu vermeiden. Bevor das Ausmass der freigesetzten Radioaktivität bekannt wurde, also zwei Tage nach dem Erdbeben und dem Tsunami in Japan, sollte eine PR-Strategie das Ausmass der Katastrophe herunterspielen.
«Dieser Unfall habe das Potential, die Nuklearindustrie weltweit zurückzuwerfen», schrieb ein Vertreter des Department for Business, Innovation and Skills (BIS), «wir müssen sicherstellen, dass antinukleare Kerle keinen Boden gewinnen. Wir müssen das Territorium besetzen und halten. Wir müssen wirklich die Sicherheit von Nuklearanlagen zeigen.»
Der konservative MP Goldsmith verurteilt das Ausmass der Koordination zwischen der englischen Regierung und der Atombranche, das diese E-Mails enthüllten.
«Es ist nicht das Geschäft der Regierung, PR für die Industrie zu machen, und es wäre erschreckend, wenn Regierungsabteilungen das Ausmass von Fukushima heruntergespielt hätten.»
Vertreter der Regierung legten nahe, dass wenn die Atombranche ihre Kommentare abgeben würde, sie in Briefings von Ministern und Regierungsstatements aufgenommen würden. Antinukleare Typen hätten nicht gezögert, in ganz Europa alles mit Tschernobyl zu vermischen. «Wir müssen alles unternehmen, den Vergleich mit Tschernobyl auszumerzen.»
Das Department for Energy and Climate Change (DECC) hat mehr als 80 E-Mails freigegeben, die in den Wochen nach Fukushima gesendet wurden. Sie zeigen auch, dass Westinghouse zugab, dass ihr neuer Reaktortyp, AP1000, nicht für Erdbeben der Stärke des japanischen Erdbebens entworfen war. Für seismische Regionen wie Kalifornien und Japan müsste dieser Typ AP1000 geändert werden.
Das Ausmass der Verdunkelung zwischen dem Office for nuclear regulation und der Nuklearindustrie ist schockierend.
Als die E-Mails ans Tageslicht kamen, wurde ihre Bedeutung heruntergespielt. Tom Burke, ein früherer Umweltberater der englischen Regierung warnte, dass die britische Regierung den gleichen Fehler mache wie die japanische Regierung. Die Nähe zur Atomindustrie sei zu gross, Probleme würden versteckt anstatt benannt.
Quelle: The Guardian, 30.6.2011
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