Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03202.jsonl.gz/1569

Wie gering die Wahrscheinlichkeit für einen Höchstgewinn in Euro Million ist, kann man an folgendem Beispiel vor Augen führen: Die Distanz zwischen Basel und Istanbul beträgt ca. 1100 km. Das sind ca. 110'000'000 Zentimeter. Nun legt man zwischen Basel und Istanbul ein Messband mit einer Zentimeter-Unterteilung aus und bestimmt einen dieser 110 Millionen Zentimeter als Hauptgewinn. Dann geht man dieses Strecke zu Fuss und lässt irgendwann - in der Schweiz, in Italien, in den Balkanstaaten - eine Pfeil auf das Messband fallen. Die Chance, den als Hauptgewinn bestimmten Zentimeter mit dem Pfeil zu treffen, entspricht der Chance auf einen Hauptgewinn in Euro Millions. Viel Vergnügen beim Euro-Million-Spielen.
Wenn man einen sehr guten Tag hat und die andern einen schlechten, dann kann man als Schweizer Mannschaft gegen Gegner wie Bayern, Manchester oder Lissabon bestehen. Basel hat das in dieser Kampagne gleich viermal geschafft, was eine ausserordentliche Leistung ist. Spielen beide Mannschaften gut oder schlecht, dann verliert die Schweizer Mannschaft in der Regel. Und wenn man selbst einen schlechten Tag einzieht (was es ja geben soll) und die andern super spielen, dann resultiert halt mal ein 0:7. Das ist nicht toll, aber kann schlicht und einfach mal vorkommen.
Fraglos spricht der Artikel wichtige Punkte an. Andererseits fokussiert er mit seinen Beispielen nicht auf die Prävention, sondern auf die Früherkennung und damit auf eine Form von Diagnose, wie sie in der behandlungsorientierten Medizin üblich ist. Die Früherkennung ist darauf ausgerichtet, Krankheiten in einem möglichst frühen Stadium zu erkennen - mit dem Nachteil, dass die Zahl der Diagnosen und der beunruhigten Personen mit dem Ausbau der Früherkennung steigt.
Die Prävention wiederum hat mit Früherkennung nur wenig zu tun, da die Probleme bei der Prävention noch nicht aufgetreten sind, auch nicht ansatzweise. Prävention ist Ursachenbehandlung. Das bedeutet, dass die Prävention Risikofaktoren reduziert, welche Krankheiten begünstigen, und Schutzfaktoren stärkt, welche den Einfluss der Risikofaktoren reduzieren. Wenn dies gelingt, lassen sich in der Tat auch Kosten einsparen.
Die Kinder und Jugendlichen von heute sind unsere Zukunft. Wir können uns nicht leisten, nicht in sie zu investieren. Das Tagesstrukturangebot wird laufend ausgebaut, heisst es. Aber offenbar soll dies 'kostenneutral' geschehen. Die Betreuerinnen an den Mittagstischen leisten für einen Minimallohn eine höchst anspruchsvolle Arbeit. Dabei zahlen sie sogar ihr Mittagessen noch selber, obwohl sie wegen der Betreuung kaum zu essen kommen. Das Gleiche bei der Jugendarbeit. Die knausrige Haltung des Erziehungsdepartmentes ist nicht nachzuvollziehen. Sie diskreditiert die Arbeit, die die Jugendarbeiterinnen und -arbeiter für unsere Stadt leisten und sie verkennt den Umstand, dass diese Leistung nicht nur mit schönen Worten entgolten werden kann. Die Folge dieser Haltung sind Stellenwechsel von bewährten Personen - Stellenwechsel, die sich auf die Qualität der Arbeit negativ auswirken, da die Kinder und Jugendlichen Beziehungskonstanz mehr brauchen als alles andere.