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EUCHARIUS ROESSLIN
KREUTERBUCH, 1538
Tiere zwischen Phantasie und Realität
Bei Roesslin finden sich Drache, Dachs, Phönix,Schlange oder der Basilisk. Es gibt in dieser Zeit keine grundsätzliche Abgrenzung zwischen Magie und Wissenschaft. Die Glaubwürdigkeit der zugetragenen Beschreibungen konnte Roesslin nicht einschätzen, denn er hatte weder Elefanten noch Drachen gesehen.
Die Schlange, so schreibt Roesslin, wohne im Schatten und bewege sich mit «krummem Gange» durch schlüpfrige Gänge und Löcher. Schlangenhaut, in Öl gekocht, helfe gegen Ohrenschmerzen.
Die grösste Schlange sei der Drache, der aus dem «Mohrenland»und Indien stamme. Er wohne gern in den Felsen beim Turm zu Babel. Sein Schwanz sei gefährlicher als seine Zähne. Nützlich sei das ausgelassene Fett («Schmalz») des Drachen, das giftige Tiere vertreibe.