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Sie waren im September vom englischen Magazin NME als „Radar Band of the Week“ betitelt gelten anderorts als „die britische Antwort auf Tame Impala“. Wir haben uns das Album der younghusband angehört, namens Dromes (2013) unter Sonic Cathedral Records.
I. ÜBER DIE BAND: YOUNGHUSBAND
Auf NME hat der Sänger Euan Hinshelwood erzählt, er habe die Songs in einem ärmlichen Häuserblock verfasst, in welchem viele randständige Leute leben würden.
“They were like big wet-rooms, so if someone overdosed and died they could just be dragged in and hosed down while their room was sorted out (…) That was years before I moved in, but there was still a very strange atmosphere there.”, sagt Hinshelwood gemäss NME.
Die Band besteht seit einigen Jahren und besteht ausser dem Frontman Euan Hinshelwood aus drei weiteren Mitgliedern namens Joe Chilton, Adam Beach und Pete Baker. Sucht man im Internet Informationen, findet man noch nicht allzu viele Informationen über diese Londoner Band. Einen ausführlichen Blog-Artikel des Blogs „The Sound of Confusion“ bringt jedoch genaueren Aufschluss über den Entstehungsprozess von Dromes. Beispielsweise wird hier erwähnt, dass Euan viele der Songs selbst in isolierter Weise aufgenommen hat.
II. MELODIEN AUS RENNENDEN GEWÄSSERN UND WAS WIR ÜBER SIE DENKEN
„Running Waters“ nennt sich das erste Lied und läutet schon einmal durch Sanftheit und akribischer Zurückgenommenheit die allgemeine Klangabsicht des Albums ein. „Divisions“ ist ein galaktisches Liedchen, welches es auf eine eigenartige Weise schafft, schwer und leicht zugleich zu sein. Physik ist innerhalb von Musik(rezeption) thematisch auch zu vernachlässigen. „Comets Crossed“ schneidet den Post Punk an und überzeugt mit einer Harmonie aus Stimme und Gitarre, die sich rhythmisch ergänzen und wie Kometen kreuzen. Das Lied selbst handelt thematisch von Bekanntschaften und Momenten, welche irgendwo zwischen Raum und Zeit im Nichts verschwinden und in der Erinnerung koexistieren. „Left on the Rocks“ beinhält eine synthetische Elektronik-Verzerrung und der Hintergrundklang streicht Arcade Fire’s Übertrack „Afterlife“. Dann gibt es noch die zwei Lieder, die einfach Stern I und Stern II heissen – also so geschrieben * / **. Stern I klingt grungy verschrammelt wogegen Stern II durch Echoklänge geprägt wie eine Erinnerung an Stern I klingt. „Silver Sisters“ ist ein belebtes Stück mit einer mitreissenden Melodie. Ein kurzweiliger Tempowechsel prägt das Lied weiterhin, welcher es zu einem der packendsten Stücke von Dromes macht.
„Reunion Message“ ist aufrüttelnd und dämmrig-düstrig zugleich. Aus einer hallenden Ferne dröhnen repetitive Phrasen, die sich textlich nicht ganz erkennen lassen (im Internet findet man die Lyrics nicht, aber es klingt wie „I couldn’t provide“, auch wenn dies irgendwie aus der Luft gegriffen keinen Sinn macht.) Musikalisch ist „Reunion Message“ aber ein bisschen langweilig, um es ehrlich zu sagen. Dem Stück fehlt irgendetwas, das es hervorhebt.
Bei anderen Liedern auf Dromes kommt das fehlende irgendetwas etwas mehr an die Oberfläche, so bei „Divisions“, „Constantly in Love“ und auch dem Schlussstück, das wie das Album selbst heisst, „Dromes“.
FAZIT: Das schattenhafte, farblose Werk „Dromes“ überzeugt trotz einiger geistesabwesender Momente und psychischer Zurückgezogenheit mit träumerisch entrückter Klangschönheit. Eine weltverlorene Bereicherung fürs Gehör.
III. BANDNAME – WIESO YOUNGHUSBAND?
Wieso heisst Fritz Fritz? Oder wieso heisst Holland Holland? Wir wissen es nicht, denn Namen entstehen oftmals durch Fremdbestimmung oder Willkür. Bei selbstgewählten Namen verhält sich dies anders. Der Name Younghusband stammt aus einem Buch, das Hinshelwood früher gelesen hat: “it was the surname of a character in a book I was reading years ago”, sagt er gemäss Louder Than War .
IV. WAS BEDEUTET “DROMES”, DER ALBUMTITEL?
Gemäss dem Online Wörterbuch „The Free Dictionary“ bedeutet Dromes folgendes:
- “an airfield equipped with control tower and hangars as well as accommodations for passengers and cargo” o d e r
- “The crab plover (Dromas ardeola), a peculiar North African bird, allied to the oyster catcher.”
Drome oder Dromes (der Plural) bedeutet also irgendetwas mit Fliegen. Entweder Flugplatz mit Turm oder afrikanischer Vogel.
Mit dieser spannenden Entscheidungsoffenheit wünschen wir euch einen schönen …. (Was auch immer ihr einsetzen wollt!)
KEEP BUZZIN.