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Die 20 Klubs der beiden höchsten Schweizer Ligen konnten sich am Donnerstag nicht auf einen neuen Modus in der Super League ab der Saison 2021/22 einigen. Mit einem Stimmenverhältnis von 10:10 verpasste die 12er-Liga die geforderte Zweidrittelsmehrheit deutlich.
Klubs wie Xamax und Lugano oder GC und Lausanne wünschen sich lieber mehr Vereine in der höchsten Liga, weil sie so grössere Chancen hätten, in der Super League mitzuwirken.
Im Lager des aktuellen Meisters ist man zufrieden mit dem Entscheid, beim Status Quo zu bleiben. YB hat sich gegen den «schottischen Modus» ausgesprochen. CEO Wanja Greuel nennt dafür 2 Hauptgründe:
- Wirtschaftlich negative Konsequenzen des neuen Modus
- Ungleichheit bei Heim-/Auswärtsspielen wegen Teilung der Tabelle nach 33 Spieltagen (3 Runden)
Uneinigkeit ist erklärbar
Mit 10 Pro- und 10 Kontra-Stimmen war die Gespaltenheit zwischen den Profiklubs maximal. Für Greuel liegt die Erklärung dafür auf der Hand: «Verschiedene Interessen sind überall in der Gesellschaft vorhanden, nicht nur im Sport.»
Top-Klubs wie Basel und YB hätten andere Sorgen als zum Beispiel Xamax und Lugano (Super League) oder GC und Lausanne (Challenge League). «Letztere wünschen sich natürlich lieber mehr Vereine in der höchsten Liga, weil sie so grössere Chancen hätten, in der Super League mitzuwirken», meint der 42-jährige YB-Funktionär.
12er-Liga: Grundsätzlich ja, aber ...
Gleichzeitig unterstreicht Greuel, dass auch die Young Boys mit einer Super League bestehend aus 12 Klubs einverstanden wären. Das Problem sei nur – auch nach jahrelanger Prüfung verschiedener Varianten –, dass es keinen guten Modus für 12 Teams gäbe. «Wir haben alle Möglichkeiten sehr detailliert analysiert und dabei Fans, Medien und Sportchefs miteinbezogen. Das Ergebnis ist ganz einfach: Für 12 Teams gibt es keinen vernünftigen Modus. Punkt.»
Wie funktioniert der «schottische Modus»?
Eine 12er-Liga gemäss «schottischem Modus» hätte nach 33 Runden eine Teilung der Tabelle vorgesehen. Die oberen 6 Mannschaften hätten in 5 weiteren Runden den Meister ausgespielt, die unteren 6 Teams den Absteiger.
Dementsprechend glaubt Greuel auch nicht, dass der Zeitpunkt der Abstimmung mitten in der Corona-Krise eine wesentliche Rolle gespielt habe: «Klar, die Unsicherheit bei den Klubs ist aktuell gross. Entscheidend war das für das Abstimmungsergebnis aber nicht.»