Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03561.jsonl.gz/1823

Auftaktsieg für Philipp Freitag in Silverstone
Philipp Freitag gewann in der Moto3 Standard-Klasse das erste Rennen des neu geschaffenen ADAC Northern Europe Cups.
Im britischen Silverstone sicherte er sich zunächst als Trainingsschnellster die Pole Position in seiner Klasse und triumphierte später unter schwierigen Witterungsbedingungen. Im zweiten Rennen waren die Bedingungen deutlich besser, doch der 18-jährige Buchholzer stürzte im Tumult der ersten Runde und sah die Zielflagge nicht. Freitag blieb unverletzt und reist als Meisterschaftsdritter in die Niederlande, wo schon am kommenden Wochenende auf dem TT Circuit in Assen im Rahmen der
Superbike-Weltmeisterschaft das nächste Rennen ausgetragen wird.
Der ADAC Moto3 Northern Europe Cup (NEC) begann seine Saison im Rahmen der MCE Insurance British Superbike Championship auf dem 5,9 km langen Silverstone Circuit. Die beiden Rennen wurden gemeinsam mit der HEL Performance British Motostar Moto3 GP-Klasse ausgetragen, so dass insgesamt 47 Moto3 Piloten am Start waren. Das gesamte Wochenende war von wechselhaftem, nasskaltem Wetter geprägt, inklusive Bodenfrost über Nacht. Die Teams mussten sich vor jedem Einsatz kurzfristig auf andere Bedingungen einstellen. Philipp Freitag (Buchholz in der Nordheide, Team „F.Koch Rennsport & Hannes Allwardt“) fuhr zwar das erste Mal auf dem Kurs, kam aber von Anfang an bestens zurecht: Beim ersten Qualifikationstraining, das er im Trockenen auf Slick-Reifen fuhr, steigerte er sich von Runde zu Runde stetig. Auf Position eins liegend übertrieb er es dann aber und überbremste sein Vorderrad in der 90°-Linkskurve im Abschnitt „Vale“. Der Sturz war harmlos, da es die langsamste Passage des Kurses ist. Seine Bestzeit hielt bis zum Ende des Trainings stand, der Tscheche Oliver König kam als Zweitschnellster nur bis auf 0,9 Sekunden heran. Als beim zweiten Qualifikationstraining unter nassen Bedingungen sich niemand mehr verbessern konnte, feierte Freitag seine erste Pole Position in der Moto3 Standard-Klasse. Insgesamt qualifizierten sich 46 Starter für das Rennen, davon 17 aus der Standard-Klasse.
Im Vorfeld des ersten Rennens war es nach einsetzendem Regen und einem kurzen Hagelschauer eine besonders schwere Entscheidung, mit welchen Reifen und welchem Setup man am besten rausfahren sollte. Freitag ging kein Risiko ein und entschied sich so wie alle anderen Fahrer für Regenreifen. Die Strecke trocknete dann aber weitestgehend ab, was eine starke Belastung für die empfindlichen Regenreifen bedeutete. Der Norddeutsche konnte dabei von Anfang an das Rennen kontrollieren und mit einer schonenden Fahrweise seine Reifen über die Distanz bringen. Lediglich Matthias Meggle (Reichholzried, Dynavolt Intact GP Junior Team) zeigte sich in der Anfangsphase zwischenzeitlich neben Freitag und nahm dem Buchholzer eine halbe Runde lang die Führung in der Standard-Klasse ab, fiel aber in der zweiten Rennhälfte mit abbauenden Reifen um insgesamt fünf Sekunden zurück. „Ich war mir nicht sicher, ob ich Matthias abgeschüttelt hatte, daher erhöhte ich in den letzten Kurven das Tempo. Insgesamt war es aber ein erstaunlich leichter Sieg für mich.“ stellte Freitag anschließend fest. Hinter dem Zweitplatzierten Meggle belegte König den dritten Platz.
Das zweite Rennen fand am letzten Tag unter trockenen Bedingungen statt. Freitag konnte nach dem Start zunächst erneut die Führung innerhalb der Standard-Klasse übernehmen. Als sich jedoch in der ersten Runde vor ihm ein Pulk von GP-Fahrern gegenseitig ausbremste, nutzte Manou Antweiler (Bienenbüttel, Freudenberg Racing Team) die Chance und ging an Freitag vorbei. Freitag musste reagieren und innerhalb des Pulks attackieren, um nicht zurückzufallen. Dabei verlor er in derselben Kurve wie im Qualifying den Grip am Vorderrad und ging gemeinsam mit zwei weiteren Fahrern zu Boden. Auch Antweiler stürzte unmittelbar darauf nach einem Highsider. Insgesamt konnten 13 Piloten das Rennen nicht beenden. Der Sieg ging an König, gefolgt von Meggle auf Platz zwei und Simon Jespersen (Dänemark) auf Platz drei. Philipp Freitag war am Ende nicht glücklich mit dem Verlauf des Rennwochenendes: „Ich bin schwer enttäuscht von dem Ausfall, weil ich sehr optimistisch war, den Erfolg des ersten Rennens auf Slicks erst recht wiederholen zu können. Jetzt heißt es nach vorne schauen, denn in Assen kenne ich mich bestens aus.“ Auf dem niederländischen Grand Prix Kurs „TT Circuit Assen“ wird am Wochenende (15. - 17. April) das dritte Rennen des ADAC Moto3 Northern Europe Cups im Rahmen der MOTUL FIM World Superbike Championship gefahren. Dem Buchholzer wurde im Medical Center von Silverstone dafür die Freigabe erteilt, nachdem lediglich eine geprellte Hand festgestellt worden war. Teamchef Frank Koch ist trotz des Ausfalls mit seinem Schützling zufrieden: „Was sich bereits im Laufe unserer Testwoche in Cartagena abgezeichnet hatte, hat sich nun bestätigt: Philipp hat seine Siegfähigkeit unter Beweis gestellt. Die Saison ist noch lang, so dass wir guter Dinge sind, unseren Tabellenrang zu verbessern.“ Mit Blick auf die kurze Vorbereitungszeit ergänzt Co Team Leader Hannes Allwardt: „Durch die zu behebenden Sturzschäden ist die Situation vor dem anstehenden Back-to-Back Rennen stressig, doch wir sind für solche Fälle bestens ausgerüstet.“
Meisterschaftsstand (Top 5) in der Standard-Klasse des ADAC Moto3 Northern Europe Cups:
1. Oliver König (CZE) 41 Punkte
2. Matthias Meggle (D) 40 Punkte
3. Philipp Freitag (D) 25 Punkte
4. Simon Jespersen (DEN) 24 Punkte
5. Sasha De Vits (BEL) 22 Punkte