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Strasse
Strassenradfahren ist die populärste und bekannteste Radsportart. Seit den ersten Sommerspielen 1896 in Athen gehört die Sparte zum Olympiaprogramm. Gefahren wird auf asphaltierten Strassen, beim Streckenprofil reicht die Spanne von der Ebene bis ins Hochgebirge. Grundsätzlich gibt es zwei Formen von Strassenrennen: das Massenstartrennen und das Zeitfahren.
Der Strassenradsport ist eine Ausdauersportart. Die Rennen sind die längsten aller Radsportarten, für die Elite-Kategorie gibt es etliche Wettkämpfe, bei denen mehr als 250 Kilometer zurückgelegt werden müssen. Gefragt sind Ausdauerqualitäten und technische Fähigkeiten – Letzteres in zweierlei Hinsichten. Das Kurvenfahren, insbesondere in Abfahrten bei hohen Tempi, will ebenso gelernt sein wie das Verhalten respektive die Fahrweise in einem häufig über 100 Athleten umfassenden Feld.
So unterschiedlich sich die Streckenprofile präsentieren, so unterschiedlich sind die Fahrertypen. Leichtgewichte beispielsweise, die sich in den Anstiegen entfalten können, werden Kletterer oder Bergspezialisten genannt. Die Qualitäten des «Rouleurs» kommen in der Fläche zur Geltung, derweil der Sprintspezialist in der Lage ist, über kurze Zeit mit ausserordentlich hoher Geschwindigkeit zu fahren.
Es gibt Eintagesrennen – die bekanntesten heissen Classiques – und mehrtägige Wettkämpfe. Die längsten Etappenrennen, die drei sogenannten Grand Tours (Tour de France, Giro d’Italia und Spanien-Rundfahrt), dauern drei Wochen. Neben dem Gesamtklassement werden weitere Ranglisten geführt. So gibt es zum Beispiel die Bergpreis- und die Punktewertung. Wer eine dieser Ranglisten anführt, trägt ein unverwechselbares Trikot. Die bekanntesten dieser Leibchen sind das «Maillot jaune» des Tour-de-France-Leaders sowie die «Maglia rosa» des Führenden im Giro d’Italia.
Disziplinen
Es handelt sich um das klassische Rennformat. Auf die Strecke gehen alle Athleten gleichzeitig; der erste Fahrer, der die Ziellinie überquert, ist der Sieger. Die Wettkämpfe werden in Teams bestritten. Der Sportliche Leiter der Equipen legt die Strategie des Teams fest und weist jedem Athleten eine bestimmte Funktion zu. Weil sich ein Massenstartrennen nur bedingt planen lässt, spielt das taktische Gespür eine wichtige Rolle.
Bei Einzelzeitfahren starten die Athleten in regelmässigen Abständen. Ziel ist, den Parcours so schnell wie möglich zurückzulegen. Es gewinnt, wer sich die beste Zeit notieren lässt. Was die Distanzen anbelangt, reicht die Spanne vom wenige Kilometer umfassenden Prolog bis zu Wettkämpfen von über 50 Kilometern Länge.
Das Teamzeitfahren funktioniert nach selbigem Muster. Gestoppt wird die Zeit, wenn der je nach Rennen vierte oder fünfte Fahrer des Teams die Ziellinie überquert.
Strassenradsport in der Schweiz
Es gab eine Ära, in welcher der Strassenradsport die halbe Schweiz in seinen Bann zog. K oder K, lautete die Frage nach dem Zweiten Weltkrieg, Ferdy Kübler gegen Hugo Koblet die Affiche; das Duell spaltete die Anhängerschaft in zwei Lager. Je einmal gewannen der «Adler von Adliswil» und der «Pédaleur de Charme» (als bis dato einzige Schweizer) die Tour de France, je dreimal die Tour de Suisse. Koblet reüssierte zudem als erster Nicht-Italiener im Giro d’Italia. Gut 40 Jahre später stand mit dem St. Galler Alex Zülle ein zweimaliger Vuelta-Gewinner und Tour-de-France-Zweiter im Zentrum des Festina-Skandals, welcher die Sportart in ihren Grundfesten erschütterte. 2006 triumphierte Fabian Cancellara erstmals bei Paris–Roubaix. Es war der Auftakt zu einer aussergewöhnlichen Karriere, die zehn Jahre später mit dem zweiten olympischen Goldgewinn wie im Bilderbuch zu Ende ging.