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Anfang 2020 haben wir zum ersten Mal über unser Aktien Mehrfaktoren-Modell für Länder/Regionen und dessen Aktienmarktprognosen berichtet. Die faktorbasierte Methode rangiert Länder bzw. Regionen nach Ihrer Attraktivität. Dabei kommen die Kriterien Preis-Momentum, Bewertung, Gewinn-Wachstum und Qualität zum Einsatz. Die Summe dieser Bewertungen bestimmt die Rangreihenfolge. Das Modell erlaubt damit eine Prognose über die erwartete relative Rendite der Märkte in den nächsten 12 Monaten.
Ein Jahr nach der ersten Prognose können wir die Modellperformance im Rückblick, sogenannt «out-of-sample», evaluieren. Im letzten Jahr erzielte das Modell gute Ergebnisse. Die durchschnittliche Jahresrendite in CHF der drei aus Modellsicht attraktiven Regionen (Schwellenländer, Schweiz, Nordamerika) betrug nämlich 7.1%, während die drei aus Modellsicht unattraktiven Regionen (Japan, Europa ex UK, UK) im Durchschnitt -3.8% verzeichneten. Unser Modell konnte einen klaren Mehrwert generieren. Dies in einem Jahr, in welchem systematische Vorgehensweisen (sogenannte quantitative Modelle) teilweise grosse Mühe bekundeten.
An dieser Stelle sei selbstverständlich der übliche Hinweis angebracht, dass die vergangene Performance des Modells keine Garantie für die zukünftige Performance ist. Wie jedes Modell, hat auch unser Ländermodell einen erheblichen Schätzfehler.
Basierend auf Daten von Ende 2020 interessiert uns natürlich die in die nähere Zukunft gerichtete Betrachtung der Modellvorhersage für 2021:
Es zeigt sich ein qualitativ ähnliches Bild wie letztes Jahr. Die Schweiz und die Schwellenländer haben die Nase vorne. Die Schwellenländer schneiden bei allen Faktoren überdurchschnittlich ab. Deshalb ist dies aus Faktorsicht der attraktivste Markt. Die Schweiz schneidet ähnlich gut ab, verliert in der Rangierung gegenüber den Schwellenländern aufgrund von etwas schwächeren Preis-Momentum und Gewinnwachstumszahlen (Momentum in den Schätzungen der Analysten). Japan und Kontinentaleuropa bilden zusammen die goldene Mitte und erzielen die gleiche Attraktivitätswertung. Grossbritannien und Nordamerika sind aus heutiger Modellsicht unattraktiv. Ein Grund dafür sind die hohen Bewertungen dieser Märkte.
Die Corona Pandemie, Entscheidungen der Zentralbanken und Bundesfinanzbehörden werden auch im 2021 die Märkte beschäftigen. Es bleibt also spannend, welche Regionen/Länder im Endeffekt zu den Gewinnern und welche Regionen/Länder zu den Verlierern gehören werden.
Wir bleiben für Sie am Ball.