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Review: Betalaktam alleine versus Kombination mit Aminoglykosiden bei Sepsis
Insbesondere bei einer durch spezielle Keime, wie Pseudomonas oder Gram negative Bakterien, ausgelöste Sepsis wird häufig eine kombinierte Antibiose mit Betalaktamen und Aminoglykosiden eingesetzt, in der Hoffnung, dadurch Synergismen zu erzielen und Resistenzen zu verhindern. Die folgende Metaanalyse hat untersucht, ob Patienten mit einer Sepsis auch wirklich mehr von einer Kombinationstherapie als von einer Monotherapie mit Betalaktamen profitieren.
Medline, Embase, Lilacs, die Cochrane Library und Referenzlisten der eingeschlossenen Publikationen wurden nach randomisierten Studien, welche eine Betalaktam-Monotherapie mit einer Kombination Betalaktam/Aminoglykosid bei immunkompetenten Patienten mit einer Sepsis verifizierten, durchsucht. Die Selektion der Literatur und die Beurteilung erfolgte durch zwei voneinander unabhängige Reviewer. Primärer Endpunkt war die Gesamtmortalität.
64 randomisierte Studien an insgesamt 7'586 Sepsis-Patienten wurden in die Metaanalyse eingeschlossen. Bezüglich Gesamtmortalität zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen Monotherapie und Kombination (relatives Todesrisiko 0.90 zugunsten der Monotherapie). Ein Therapieversagen war unter der Monotherapie seltener (relatives Risiko insgesamt 0.87, bei Vergleich verschiedener Betalaktame 0.76). Auch Patienten mit Pseudomonas- oder Gram negativen Infekten profitierten nicht von der Kombination mit einem Aminoglykosid. Die Nephrotoxizität der Behandlung war unter Betalaktamen alleine signifikant weniger ausgeprägt (relatives Risiko 0.36).
Konklusion der Autoren: Bei immunkompetenten Patienten mit einer Sepsis sollte auf eine Kombinationstherapie mit Aminoglykosiden verzichtet werden. Ohne die Mortalität günstig zu beeinflussen steigt das Nebenwirkungsrisiko an.
Originalstudie
BMJ 2004;328:668 - M. Paul et al
25.03.2004 - dde