Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03097.jsonl.gz/2421

“Wait. Does Batman live in Bruce Wayne’s basement?” – “No, Bruce Wayne lives in Batman’s attic.”
Seit ein paar Jahren kann sich die Welt kaum mehr retten vor Superhelden-Filmen. Besonders die Universen von DC Comics und Marvel scheinen sich mit jeder Jahreszeit um einen neuen Film zu erweitern. Mit “The LEGO Batman Movie” zieht nun auch LEGO das Cape an und bringt eine erfrischend selbstironische Actionkomödie für Gross und Klein ins Kino.
Jeder wichtige Film beginne mit einem schwarzen Bildschirm, meint Batman aka Bruce Wayne (gesprochen von Will Arnett, “Arrested Development”) zu Beginn des Films. Und Musik brauche es. Düstere Musik. Dies nur einer von vielen selbstreferenziellen Momenten, in denen Batman das Publikum direkt anspricht. Besonders gelungen präsentieren sich auch die Anspielungen auf die vergangenen Batman-Verfilmungen. Als Batman vor dem Bild seiner Eltern steht, erinnert ihn Butler Alfred (Ralph Fiennes) daran, dass er in der Vergangenheit immer wieder sentimentale Phasen durchlaufen hat – als Anspielung auf die anderen Filme seit 1966. Batmans simple Reaktion: “I’ve aged phenomenally.”
Batman ist ein selbstverliebter und uneinsichtiger Macho, dem nichts und niemand wichtig ist ausser sich selbst. Wenn er nicht versucht, Gotham zu retten, relaxt er auf seinem Anwesen und lässt es sich gut gehen. Batman halt – einfach an allen Ecken und Kanten hemmungslos überzeichnet. Sein Leben ändert sich schlagartig, als sein Adoptivsohn (Michael Cera) bei ihm einzieht. Wie das passiert ist? Abgelenkt durch die attraktive neue Polizeichefin Barbara Gordon (Rosario Dawson), unterschreibt er die Papiere, die er für Autogrammkarten hält. Und plötzlich hat er wieder eine Familie.
Alfred: “Sir, I’ve seen you go through similar phases in 2016 and 2012 and 2008 and 2005, in 1997, in 1995, 1992 and 1989 – and that weird one in 1966.» – Batman: «I have aged phenomenally.»
Manche würden sagen, der Film sei heillos überfrachtet. Neben den üblichen Verdächtigen aus dem Batman- und DC-Universum (Superman, Green Lantern, Catwoman, The Joker, The Flash, Harley Quinn etc.) haben auch Sauron, King Kong und Voldemort ihre Auftritte. Dies bedeutet, dass der Plot teilweise etwas unfokussiert wirkt und sich gegen Schluss in überlangen Action-Sequenzen verliert. Nichtsdestotrotz handelt es sich hierbei um die beste Batman-Verfilmung seit “The Dark Knight Rises” (wobei die Messlatte mit dem unsäglichen “Batman v Superman” und dem Flickwerk “Suicide Squad” ziemlich tief angesetzt war). Eins ist jedoch sicher: Fans des Superhelden-Genres und Freunde vom ersten “Lego Movie” werden auf ihre Kosten kommen.
“The LEGO Batman Movie” läuft ab Donnerstag, 9. Februar im Kino.
Directed by Chris McKay / Written by Seth Grahame-Smith, Chris McKenna, Erik Sommers, Jared Stern und John Whittington / Mit den Stimmen von Will Arnett, Ralph Fiennes, Michael Cera, Jenny Slate, Zoë Kravitz, Channing Tatum, Rosario Dawson, Jonah Hill, Zach Galifianakis, Mariah Carey und Conan O’Brien