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“Deshalb, und weil ich von den literarischen Tischgesprächen im Primarschulalter nichts verstand, waren seine Besuche für mich keine Höhepunkte”, sagte die heute 56-Jährige der “Coopzeitung”. Der Gast machte sogar noch Witze über das feine Fleisch: In einer Widmung dankte er Gisigers Mutter “für den Salat”. Gisigers Vater war ein Schulfreund von Dürrenmatt.
Sie selber freundete sich mit Dürrenmatts Werk an, als sie Bücher von ihm in der Schule lesen musste. Die gefielen ihr so gut, dass sie freiwillig alle anderen Texte von Dürrenmatt verschlang.
Dass ihr Dokumentarfilm Dürenmatts erste Frau Lotti in den Fokus nimmt, verdankt Gisiger einem Radio-Interview. Bei der Sichtung von 80 Stunden Archivmaterial fiel ihr auf, dass sich Dürrenmatt selten über sein Privatleben äusserte.
Einzig im erwähnten Interview gab er etwas von sich preis, indem er vom Abgrund erzählte, der sich nach dem Tod seiner Frau vor ihm öffnete: “Man weiss eigentlich nicht mehr, wie man leben soll. Ich muss mir irgendwie ein neues Leben erfinden, eine neue Technik, zu leben”. Das habe sie neugierig gemacht, sagt Gisiger.
(SDA)