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Voraussetzungen für eine Adoption
Die Voraussetzungen für eine gemeinschaftliche Adoption (nach ZGB 264, 265)
- Ehepaar, mindestens 5 Jahre verheiratet und über 35 Jahre alt. Ehegatten können nur gemeinschaftlich adoptieren.
- Ausländische Gesuchsteller benötigen die Niederlassungsbewilligung B oder C
- Das Schweizerische Recht schliesst sowohl die gemeinschaftliche Adoption eines Kindes durch Konkubinatspartner sowie die Adoption des Kindes des einen durch den anderen Konkubinatspartner aus. Die Adoption durch einen Konkubinatspartner kann nur durch Einzeladoption erfolgen, die das Kindesverhältnis zum Elternteil aufhebt.
- Gleichgeschlechtliche Paare sind von der Möglichkeit einer Adoption ausgeschlossen.
- Geschwistern ist die gemeinschaftliche Adoption nicht gestattet.
Voraussetzungen für eine Einzeladoption
- Unverheiratet und über 35 Jahre alt
- Eine verheiratete Person darf das Kind des Ehegatten adoptieren (Stiefkindadoption) nach mindestens 5 Jahren Ehe
- Verheiratete Personen dürfen alleine adoptieren, wenn der andere Ehegatte dauernd urteilsunfähig ist, mehr als 2 Jahre mit unbekanntem Aufenthalt abwesend ist, oder die Ehe seit mehr als 3 Jahren gerichtlich getrennt ist.
Zudem gilt: Das Adoptivkind muss mindestens 16 Jahre jünger sein als die Adoptiveltern. Zudem achten die Behörden auf das Alter der Eltern. Diese sollten nicht mehr als 40 Jahre älter sein als das Adoptivkind. Andere Kinder der Adoptiveltern dürfen nicht in unbilliger Weise benachteiligt werden. Die Adoption einer erwachsenen mündigen oder entmündigten Person ist nur möglich, wenn eigene Nachkommen fehlen.
Paare befinden sich meist in einer schweren Entscheidungs- und Warteposition. Wenn sie kinderlos geblieben sind, können neben den Gefühlen der Hoffnung auf ein Kind auch Enttäuschung, Trauer und Wut ausgelöst werden. In den Adoptionsvorbereitungskursen geht es denn auch meisten ziemlich emotional zu und her, berichtet eine Kursleiterin. Am Ende des Vorbereitungskurses gebe es immer wieder Paare, denen klar wurde, dass eine solche Aufgabe für sie nicht in Frage kommt.
Von Adoptiveltern wird mehr verlangt als von Eltern eines leiblichen Kindes.
Die Adoption eines Kindes ist eine enorme Herausforderung. „Ich glaube, als Adoptiveltern fühlt man sich noch mehr verantwortlich. Wir mussten eine grössere Entscheidung treffen, als wenn wir einfach so ein Kind bekommen hätten. Aber wenn die Wartezeit jahrelang dauert wie bei uns und viele Hürden überwunden werden mussten, dann ist man wirklich vorbereitet“, sagt eine frischgebackene Adoptivmutter.
Und die Vorbereitung ist wichtig. Denn das Adoptivkind stellt seine Adoptiveltern nicht selten vor grosse Probleme, die mit Liebe und Fürsorge allein oft nicht gelöst werden können. Viele Adoptivkinder haben Schwierigkeiten mit ihrer Identitätsentwicklung, leiden unter Trennungsangst und eine geringen Selbstwertgefühl.
Früher verheimlichte man den Adoptivkindern die Tatsache ihrer Herkunft. Heute weiss man, dass es richtig ist, die Adoption nicht zu tabuisieren. Für die gesunde Entwicklung des Kindes ist es wichtig, dass es von Anfang an die Wahrheit kennt.