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Lymphgefässe
Das Lymphsystem besteht aus Lymphgefässen und Lymphknoten. Lymphgefässe transportieren Flüssigkeit (Lymphe) und Eiweisse aus dem Bindegewebe ins Venensystem. Zudem spielt das Lymphsystem mit Lymphknoten als Filterstationen eine wichtige Rolle in der körpereigenen Immunabwehr. Wird der Lymphabfluss beeinträchtigt, entsteht eine Schwellung, ein Lymphödem.
Lymphödeme
Man unterscheidet zwischen primärem und sekundärem Lymphödem. Beim primären Lymphödem ist eine angeborene Störung der Lymphgefässe vorhanden, wobei die Schwellung meist nicht schon bei der Geburt vorhanden ist, sondern sich erst im jungen Erwachsenenalter entwickelt. Von einem sekundären Lymphödem spricht man, wenn die Lymphgefässe durch „äussere“ Einflüsse beschädigt werden. Typischerweise entwickelt sich ein sekundäres Lymphödem nach Operationen, bei denen Lymphknoten entfernt werden müssen (zum Beispiel bei Krebserkrankungen) oder Lymphgefässe verletzt werden, aber auch nach Bestrahlungen oder Infektionen kann es zum Verschluss von Lymphgefässen kommen.
Lymphödeme erhöhen die Infektanfälligkeit der betroffenen Gliedmassen. Eine sorgfältige Hautpflege und rasche Behandlung bei drohenden Infektionen ist daher wichtig. Lymphödeme, die nicht behandelt werden, können gravierende Ausmasse annehmen. Sehr selten entwickelt sich als Spätkomplikation ein Lymphgefässkrebs (Lymphangiosarkom).
Diagnostik
Die Diagnose des Lymphödems kann durch eine sorgfältige Untersuchung beim Gefässspezialisten gestellt werden, selten sind apparative Untersuchungen wie ein MRI oder sogar eine Lymphszintigraphie notwendig.
Therapie
Die Behandlung des Lymphödems besteht in erster Linie aus einer Kompressionstherapie mit Bandagen oder Kompressionsstrümpfen, kombiniert mit einer manuellen Lymphdrainage.
Heute besteht zudem die Möglichkeit einer operativen Verbesserung des Lymphödems durch Transplantation von Lymphknoten oder Herstellung von Verbindungen zwischen noch vorhandenen Lymphgefässen und Venen oder Entnahme von gesunden Lymphgefässen und Implantation dieser Lymphgefässe an der erkrankten Extremität.