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Groupe E und Swatch spannen zusammen
Zweck der Vereinbarung zwischen der Groupe E und der Swatch Group ist es, auf Wasserstofftechnologie und Brennstoffzellen basierende Systeme zur Produktion von Elektrizität zu entwickeln, zu produzieren, zu vermarkten und zu vertreiben. Die Brennstoffzellen sollten so verkleinert werden, dass sie auch in Autos und Häusern verwendet werden können, gaben die beiden Unternehmen heute bekannt.
Groupe E beteiligt sich mit Millionen
An der Gründung der Holding sind nebst der Groupe E und der Swatch Group eine grosse internationale Bank, die eidgenössischen Hochschulen und die Hayek Engineering AG beteiligt. Hayeks private Unternehmen Hayek Engineering und Swatch wollen an dem Gemeinschaftsunternehmen die Mehrheit von 51 Prozent halten.Wie Annette Zunzer, Verantwortliche Unternehmenskommunikation bei der E Groupe, auf Anfrage erklärte, beträgt das Gesamtkapital 20 Millionen Franken. «Die Groupe E wird nach Nicolas Hayek der grösste Partner sein. Mit welcher Summe wir aber beteiligt sein werden, hängt noch von den anderen Partnern ab. Es werden sicher mehrere Millionen sein.»
Gründung in zwei Monaten
Laut Groupe-E-Generaldirektor Philippe Virdis soll die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens in den nächsten zwei Monaten erfolgen. Zuvor seien noch juristische Einzelheiten zu klären. Sitz und Name der Firma seien noch nicht bestimmt.Die Holding kann dann mit Partnern zum Beispiel aus der Automobilindustrie spezifische Tochtergesellschaften gründen. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte die Holding gegebenenfalls auch an die Börse gehen, wie die Groupe E und die Swatch Group weiter mitteilen.
Know-how zusammenführen
Philippe Virdis und Nicolas Hayek haben ehrgeizige Ziele. Bis im nächsten Jahr wolle man Pilotanlagen entwickelt haben. «Wir haben die Absicht, die neuen Entwicklungen in drei bis fünf Jahren auf den Markt zu bringen. Es könnte aber auch schneller gehen», sagte Virdis.Die beiden Unternehmen wollen dafür ihr Know-how in diesem Bereich zusammenführen. Die Swatch Group ist unter anderem in der Entwicklung von Hybrid-Fahrzeugen und Solarfahrzeugen aktiv.Die Groupe E arbeitet seit drei Jahren mit dem Research-and-Development-Zentrum Michelin in Givisiez an einer industriellen Wasserstoffproduktionsinstallation mit Elektrolyseanlage. Ziel ist es, Wasserstoff zu produzieren, der zum Antrieb des sauberen, mit einer Brennstoffzelle funktionierenden Fahrzeugs Hy-light genutzt werden kann. Diese Projekt läuft parallel zum jetzigen Vorhaben weiter.
Potenzial der Elektrolyse
Eine Wasserstoff-Sauerstoff-Brennstoffzelle erscheint vielen Experten ökologisch besonders interessant. Wasserstoff kann durch Einsatz erneuerbarer Energien gewonnen werden, während der Sauerstoff aus der Erdatmosphäre kommt. Wird Solarstrom für die Gewinnung von Wasserstoff genutzt, wäre dies CO2-emissionsfrei und somit klimaneutral.Die Verantwortlichen der beiden Unternehmen, Philippe Virdis und Nicolas G. Hayek, äussern sich sehr erfreut über diese Partnerschaft und glauben fest an das Potenzial der Elektrolyse, wie sie sagen. Sie sähen Chancen und Möglichkeiten, dass die Schweiz ihre industrielle Tradition reaktiviert und weltweite Leaderin in der Produktion der vollständig erneuerbaren Energie wird.
Ein alter Traum
Swatch und Groupe E sind nicht die einzigen, die die Brennstoffzellen voranbringen wollen. Mehrere Automobilfirmen (unter anderem BMW, Volkswagen, Toyota, DaimlerChrysler, Ford, Honda, General Motors/ Opel) forschen seit zum Teil 20 Jahren an Autos, deren Elektromotor durch eine Brennstoffzelle gespeist wird. Die technischen Hürden sind aber noch hoch.Die Vision vom Bau eines umweltfreundlichen Hybrid-Autos, das sowohl über einen Elektro- wie auch einen Verbrennungsmotor verfügt, hatte Hayek bereits Ende der 90er-Jahre bei der Lancierung des Smart. Neben dem normalen Kleinwagen sollte der Autohersteller Mercedes nach dem Willen Hayeks auch ein ökologisches Auto bauen.So weit kam es aber nie: Im Smart-Modell sei aus Platzgründen der Einbau eines Hybrid-Motors nicht möglich, begründete Mercedes den Verzicht. 1998 stieg der Swatch-Konzern aus der Produktion des Mini-Autos aus und verkaufte seinen Anteil an die Smart-Herstellerin MCC. rsa/sda