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Das St.Galler Tagblatt publizierte an diesem Tag eine Zuschrift:
Stimmen aus dem Publikum.
(Ohne Verantwortung der Redaktion.)
Bessere Gaszuteilung.
Da gegenwärtig im Gemeinderat der Gaspreis verhandelt wird, wäre es meines Erachtens endlich einmal am Platze, ein anderes und gerechteres Zuteilungssystem einzuführen, z.B. per Kopf, wie bei den Lebensmitteln, dann würde es nicht vorkommen, dass Familien pro Monat nur 14-18 Kubikmeter zugeteilt erhalten, während sogenannte „bessere“ Familien mit gleicher und noch kleinerer Kopfzahl 35-45 Kubikmeter bekommen. Eine dreiköpfige Familie braucht bei äusserster Sparsamkeit 25 Kubikmeter. Einsenderin dieser Zeilen möchte deshalb die zuständigen Behörden dringend bitten, dieser Angelegenheit, die eine ungleiche Verteilung und Härte in sich birgt, in angedeutetem Sinne näher zu treten.
Frau R.
Auf derselben Seite der Zeitung findet sich auch ein Kurzbericht aus dem Protokoll der Regierung, die sich ebenfalls mit Verteilungsfragen befasst hatte:
Kriegswirtschaftliche Massnahmen. In Ausführung eines Bundesratsbeschlusses vom 9. August betreffend den An- und Verkauf und die Abgabe von getragenen alten Schuhen, Kleidern und Wäschestücken und auf Grund einer Vorlage des Polizei- und Militärdepartements erlässt der Regierungsrat ein Kreisschreiben an die Gemeinderäte mit den erforderlichen weitern Anweisungen.
Salzpreis. Dem Grossen Rat wird im Hinblick auf die neuerdings eingetretene ganz erhebliche Steigerung der Gestehungskosten des Staates für die Erwerbung des nötigen Salzes die Revision und Aufhebung des Gesetzes vom 7. Januar 1918 betreffend den Salzpreis in dem Sinne beantragt, dass dem Regierungsrat die Ermächtigung, die Festsetzung des Preises sowohl für das Kochsalz wie für die andern Salzsorten unter Berücksichtigung der jeweiligen sachlichen, volkswirtschaftlichen und sozialen Gesichtspunkte vorzunehmen, übertragen werden soll.
Ob Frau R. angesichts ihrer hausfraulichen Sorgen für folgende Anzeige in der gleichen Ausgabe des Tagblatts empfänglich war, ist nicht zu erfahren:
Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, P 909 (St.Galler Tagblatt, 78. Jg., Nr. 195, 21.08.1918, S. 4 und S. 6, Anzeige)