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Edward Weston
Edward Weston (1886–1958) zählt zu den Gallionsfiguren der Fotografie. Mit Alfred Stieglitz, Charles Sheeler, Paul Strand und Walker Evans schuf er die Basis des amerikanischen Modernismus. In der Fotografie will dieser Modernismus die Welt „präsentieren“, das heisst, sie nicht mehr interpretieren, romantisieren oder symbolisch aufladen, wie das im sogenannten Piktoralismus noch Absicht gewesen war, sondern das Ding, die Sache selbst sehen, direkt und schnörkellos.
Für die Porträts, Wolken, Torsi, Muscheln, Paprika, Bäume, Felsen, Landschaften, die Weston fotografiert hat, gilt deshalb, dass sie mit grosser Sachlichkeit – einer Art „form follows function“ – und mit grossem Respekt – einer Form der Identifikation mit der Natur – aufgenommen wurden. Die „Quintessenz der Dinge“ darstellen zu wollen, wie Weston es formulierte, geht aber kaum ohne eine gewisse Verklärung, so sachlich der Ausgangspunkt sein mag. Das einfache Ding wird plötzlich zum Symbol alles Lebendigen, und es verbindet sich mit den anderen Dingen zu einem universellen Rhythmus, zum „Geheimnis des Lebens“. Europa zeigte sein Gesicht in seinen Gemälden, Nordamerika in der Fotografie. Wer einen wichtigen Teil der amerikanischen Seele begreifen will, kann dies in den Fotografien von Edward Weston tun. Walt Whitman, der grosse amerikanische Poet, ist hierfür der geistige Vater.
Die Ausstellung wurde von Gilles Mora, Pierre Bonhomme, Theodore Stebbins und Karen Quinn kuratiert. Realisation in Winterthur: Urs Stahel. Eine Zusammenarbeit mit dem Museum of Fine Arts, Boston, und der Mission du Patrimoine photographique, Paris.