Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03587.jsonl.gz/2313

Angolas Staatsfonds plant, der Zuger Quantum das Private-Equity-Mandat über 3 Milliarden Dollar zu entziehen.
Man habe «grosse Bedenken» hinsichtlich der Vorgehensweise von Quantum Global bei der Anlage der Gelder des Staatsfonds. Quantums Vorgehensweise stimme nicht mit den Grundsätzen des Staatsfonds überein, schreibt FSDEA in einem kürzlich veröffentlichten Statement: «Als Konsequenz aus den Untersuchungen durch international führende Consultants unternimmt FSDEA nun Schritte, um Quantum als Vermögensverwalter zu entfernen».
Das nun angekündigte Ende der Geschäftsbeziehungen bezieht sich auf jene drei Milliarden Dollar an Private-Equity-Beteiligungsfonds, die Jean-Claude Bastos und seine Quantum Global auf der Insel Mauritius verwaltet haben. Bereits Anfang Monat hat die «Handelszeitung» darüber berichtet, dass der Staatsfonds FSDEA die Vermögensverwaltung mit der Zuger Tochter Quantum Global beendet hatte. Es ging damals um 1,7 Milliarden Dollar an klassische Anlageportfolios.
Rochade an der Spitze des Staatsfonds
Der Kündigung der Milliardenmandate ging ein Führungswechsel beim angolanischen Staatsfonds FSDEA voraus. Anfang Jahr wurde der Sohn des angolanischen Ex-Präsidenten Dos Santos – ein Jugendfreund von Bastos – an der Spitze des mit 5 Milliarden Dollar dotierten Staatsfonds abgelöst. Der Rochade war eine Untersuchung einer internationalen Consultingfirma beim Staatsfonds vorausgegangen. Sie führte unter anderem zu Tage, dass es seinerzeit bei der Vergabe der Verwaltungsmandate an die Quantum Gruppe an Transparenz mangelte. Gleichzeitig fehle es an Risikostreuung, weil Quantum den Grossteil der FSDEA-Mandate auf sich vereinte.
Dutzende Bankkonten des angolanischen Staatsfonds wurden kürzlich in Mauritius wegen des Verdachts der Unterschlagung von Geldern während der Amtszeit seines früheren FSDEA-Präsidenten, Filomeno «Zenu» dos Santos, gesperrt. Konkret hat der maurizische Fondsregulator FSC auch alle von Quantum gemanagten Investmentvehikel des angolanischen Staatsfonds gesperrt. Die sieben Vehikel decken Bereiche wie Gesundheitswesen, Holzwirtschaft, Minen oder Hotellerie ab. In den jeweiligen Verwaltungsräten sass stets der damalige Präsidentensohn Zenu, ein enger Freund Bastos’. Das Nettovermögen der sieben Mauritius-Fonds betrug gemäss Staatsfonds-Bericht per Ende 2015 rund 2,7 Milliarden Dollar.
Bastos hofft auf einvernehmliche Lösung
In einer ersten Stellungnahme hat Quantum Global die «Einschüchterungstaktik» ihres angolanischen Auftraggebers FSDEA verurteilt. Die Gruppe wiederholte gleichzeitig ihre Forderung nach einem fairen Verfahren. Die Absicht des FSDEA, Quantum Global aus dem Management der in Mauritius ansässigen Private-Equity-Fonds zu entfernen, würde «langfristig vertragliche Vereinbarungen» verletzen. Jede übereilte Entscheidung, die FSDEA-Mittel einzufrieren oder abzubauen, würde zu einem erheblichen Wertverlust des bestehenden Portfolios führen, da sich viele dieser Projekte in der frühen Entwicklungsphase befinden. Weiter hofft Quantum Global im Statement darauf, die Sache mit FSDEA auf «einvernehmliche Weise» zu lösen.