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7.2.1883-14.2.1960. Max Maag kam in Dorf am Irchel zur Welt, war also ein waschechter Zürcher. Sein Vater war Lehrer und stammte aus Sünikon, seine Mutter aus Flaach. Es folgte ein Umzug nach Flurlingen und dann ein weiterer nach Schwamendingen. Hier verbrachte Max Maag seine Jugendzeit. Er hatte drei Geschwister: Amalia (1882), Gustav (1884) und Klara (1885).
Kuriosum: Er besuchte die Primarschule in der Klasse seines Vaters. Später besuchte er das Gymnasium, welches er aber nach drei Jahren verliess und in die Industrieschule wechselte. Das war nicht ganz nach den Vorstellungen seines Vaters, welchem eher Pfarrer oder Zeitungsberichterstatter vorschwebte. 1901 bestand er die Matura und besuchte das Polytechnikum (ETH). Er belegte die Studienrichtung Maschinenbau, besuchte aber die Vorlesungen nur lückenhaft und verliess die Hochschule nach vier Semestern. 1903 begann er eine Lehre als Mechaniker bei der Maschinenfabrik Örlikon (MFO), wo er sich sofort wohl fühlte und gut aufgehoben war.
Nach bestandener Lehre trat Max Maag 1908 in die Maschinenfabrik Wüst & Cie. in Seebach ein. Er arbeitete in der Zahnradabteilung und bemerkte bald, dass hier noch recht antik gearbeitet wurde. So studierte er an Lösungen, wie die Fabrikation von Zahnrädern vereinfacht werden könnte. Die Fertigstellung seiner ersten Pfeilradfräsmaschine wurde aufmerksam verfolgt, doch ergaben sich gegen Ende beim Fräsen Probleme im Bereich Räderübersetzungen. Man bespöttelte ihn danach, doch konnte er mit Hilfe seines Chefs die Richtigkeit seiner Berechnungen nachweisen. Danach ergab eine Demontage der Maschine, dass ein Zahnrad einen Zahn zu wenig hatte. Nun hatte er die Lacher auf seiner Seite.
Es würde zu weit führen, sich in die Details der Zahnradtechnik zu vertiefen. Max Maag entdeckte jedenfalls ganz grundlegende neue Mechanismen bei der Herstellung von Zahnrädern. Er schlug in der Folge Caspar Wüst technische Neuerungen vor und dieser vertraute ihm. Er wurde aber von der Belegschaft erneut ausgelacht. Doch schliesslich obsiegte seine neue Technik. Und exakt in dieser Zeit stand Wüst & Cie. vor der Zahlungsunfähigkeit. Die SKA refinanzierte den Betrieb und es kamen damit die neuen Geldgeber und Besitzer in die Geschäftsleitung. Max Maag wollte aber nicht mehr zu den alten Bedingungen weiter arbeiten, sondern Chef der Zahnradabteilung werden. Damit waren aber die neuen Herren nicht einverstanden und so verliess er im August 1909 die Maschinenfabrik, die seit 1908 als Wüst AG und ab 1910 dann als Aufzüge- und Räderfabrik Seebach firmierte. Je nach Quelle wird manchmal auch das Austrittstdatum August 2008 genannt. Max Maag verliess nicht nur die Wüst AG, sondern auch Seebach. Damit wäre eigentlich die Seebacher Geschichte des Max Maag zu Ende, wäre da nicht der vage Verdacht, dass «Zahnräder» und «Maag» etwas sehr Bekanntes sind und zusammen gehören.
Der Verdacht ist berechtigt. Die obige Geschichte ist nämlich die Vorgeschichte der bekannten Zürcher Maschinenfabrik «Maag-Zahnräder AG», welche er nur etwa drei Jahre später gründete und noch bis 1927 leitete. Von da an war dann Georg Fischer der neue Mann bei Zahnräder Maag und Max Maag verliess die von ihm gegründete Firma. Nicht im Streit, sondern einfach, weil Max Maag sein eigener Chef sein wollte. Er kehrte nicht mehr in seine ehemalige Firma zurück. Er gründete 1928 die Micro-Maag in Seebach und konzentrierte sich auf die Produktion von Mess- und Präzisionsinstrumente sowie auf Kleinmaschinenbau. 1940 übernahm sein gleichnamiger Sohn diese Firma.
Die obige Geschichte ist eine Kurzfassung aus einem Bericht in der Hauszeitung Nr. 2 von 1976 der «Maag-Zahnräder AG» und verfasst von Ingenieur Paul F. Aschwanden aus Zürich-Affolten. Dieser ist ein ehemaliger Seebacher und ging in Seebach zeitgleich mit Kurt Wirths Mutter zur Schule. Er hat 1992 mit Verspätung bemerkt, dass dieses wichtige Kapitel Industriegeschichte in «Unser Seebach» samt der Maschinenfabrik von Caspar Wüst vergessen ging und hat daher «die Vorstadt» informiert und eine Kopie des Schreibens an den damaligen Präsidenten des Quartiervereins Seebach, Kurt Wirth, jun. weitergeleitet, wo die Unterlagen solange warteten, bis die OGS gegründet wurde und somit wieder eine Plattform zur Verfügung stand, um es dem interessierten Publikum noch nachzureichen. In der Vorstadt scheinen sie nie veröffentlicht worden zu sein.
Dieser Aufgabe ist die OGS hiermit nachgekommen. Die Fotos stammen ebenfalls aus der Hauszeitung Nr 2/1976 der «Maag-Zahnräder AG».
Quellen: - Paul Aschwanden über die Vorstadt und Kurt Wirth