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|16-jähriger Rekord pulverisiert|
Wenn die Rennen im Wochentakt stattfinden, ist es immer ein wenig stressig. Mein Team und ich haben es aber wieder geschafft, den Osella optimal auf das Rennen von La Roche nach La Berra vorzubereiten. Am Donnerstag Abend konnten wir bereits einen guten Platz im Fahrerlager beziehen. Freitagmorgen richteten wir dann unseren Platz ein, um dem Rennwagen noch die passende Getriebeübersetzung zu spendieren.
Für Samstag und Sonntag stand uns dann ein strammes Programm mit je einem separat gewerteten Rennen pro Tag bevor, wobei nur das Sonntagsrennen zur Schweizer Bergmeisterschaft zählte. Das Samstagsrennen konnten wir also als erweitertes Training nehmen.
Somit begann der Samstag schon um halb Zehn mit dem 1. Trainingslauf. Die Strecke war noch sehr rutschig. Dennoch konnte ich schon eine Zeit von 1.49.57 vorlegen (dies entsprach in etwa meiner Rennzeit mit dem Martini im Vorjahr). Joel Volluz (Raynard F3000), Florian Lachat (Tatuus / Mugen- Turbo) und Christian Balmer (Tatuus / Ranault) fuhren alle über 1.52-er Zeiten. Für den 2. Trainingslauf nahmen wir noch keine Änderungen am Osella vor. Der Grip der Strecke wurde minimal besser und auch meine Zeit konnte ich auf 1.47.48 verbessern. Nur Volluz konnte auch die 1.50-er- Marke unterbieten, alle Anderen blieben darüber.
Auf den 1. Rennlauf stellten wir den Heckflügel etwas steiler für mehr Abtrieb und dadurch bessere Bodenhaftung und montierten etwas bessere Reifen. Mit diesen Veränderungen konnte ich den 16-jährigen Streckenrekord, aufgestellt von Fredy Amweg, in 1.45.57 ein erstes Mal um 0.04 sec unterbieten. Aber auch Joel gelang mit neuen Reifen eine ausgezeichnete Zeit in 1.45.92. Florian war in 1.48.69 schon deutlich geschlagen.
Im 2. Rennlauf probierte ich eine neue, leicht härtere Reifenmischung und leichte Fahrwerksoptimierungen aus. Die Reifen bewährten sich aber nur bedingt, im untersten Teil bauten diese zu wenig Grip auf und ich konnte meine Zeit nicht ganz halten und fuhr 1.46.37. Joel Volluz, wieder mit den alten Gummis 1.48.30 und Florian Lachat bloss 1.50.49. Im Allgemeinen wurden die Zeiten im diesem Lauf ein wenig langsamer. In der Addition der beiden Läufe hatte ich dann rund 2.3 sec Vorsprung auf Joel. An der Siegerehrung wurde ich dann für den Streckenrekord mit einer schönen Uhr von Certina überrascht.
Am Sonntag stand nun nochmals dasselbe Programm an, nur mit Meisterschaftspunkten. Also auch etwa der gleiche Zeitplan und einem 1. Trainingslauf bei noch relativ kühlen Temperaturen. Mit den alten Reifen und leichter Veränderung am Fahrwerk machte ich da weiter, wo ich am Samstag aufgehört hatte - mit einem Streckenrekord. Obwohl ich nicht attackierte, fuhr ich 1.45.42, diesmal gefolgt von Lachat (1.47.04) vor Volluz (1.47.60).
Im 2. Training fanden wir dann wohl die besten Gripverhältnisse des Wochenendes vor. Dies zeigte sich bei mir mit einer neuerlichen Rekordfahrt in 1.44.95. Joel steigerte sich auf 1.46.87, Florian kam auf 1.47.08.
Mit neuen Reifen ausgerüstet, machte ich im 1. Rennlauf eine neuerliche Jagd auf den Streckenrekord. Da die Temperaturen über Mittag sehr stark anstiegen, war dies eine grössere Herausforderung. Die Strecke war nicht mehr so einfach zu fahren und bot nicht mehr die gleiche Bodenhaftung wie am Morgen. Mit viel Einsatz schaffte ich es dennoch und konnte den Rekord auf 1.44.784 runterschrauben. Auch Joel Volluz fuhr eine sensationelle Zeit in 1.45.25, beschädigte sich aber kurz vor dem Ziel an einer Strohballe eine Aufhängung, worauf er den 2. Rennlauf nicht mehr bestreiten konnte. Florian Lachat blieb bei seinen 1.47-er- Zeiten hängen.
Mein ärgster Gegner hatte sich also selbst ins Out befördert und ich hatte die Möglichkeit, den zweiten Gesamtsieg innert 24 Stunden nach Hause zu fahren. Wir wechselten wieder auf ältere Reifen, mit denen ich immerhin 1.45.24 erreichte. Lachat folgte als nächster mit 1.47.97 und Christian Balmer rutschte mit seinen zwei Rennläufen, mit 1.49.66 und 1.50.37, auf den 3. Gesamtrang vor.
Mit nun zwei Gesamtsiegen und zwei Streckenrekorden konnte ich die Führung in der Schweizer Bergmeisterschaft leicht ausbauen. Jetzt haben wir drei Wochen „Rennferien“, bevor es im Wallis beim Bergrennen Ayent-Anzere am 23.-24. Juli an den Start geht.
Bis bald…
Marcel