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Eine Fotoauswahl von Yvan Rodic, alias Face Hunter (Kulturforscher, Trendscout und Autor von kurzlebigen Inhalten), von seinen jüngsten Reisen.
Der 39-jährige Yvan Rodic, alias Face Hunter, aus Vevey begann seine Karriere bei Saatchi&Saatchi, bevor er den innovativsten Modeblog auf dem Netz lancierte. Als einer der Ersten stellte er fest, dass die Mode nicht mehr nur von Designern kreiert, von bekannten Models getragen und von einflussreichen Herausgebern in Hochglanzmagazinen präsentiert wird, sondern auf der Strasse entsteht und von Unbekannten vorgeführt wird.
Seit 2006 reist er mit seiner Kamera in der Welt herum, um diese Revolution auf Fotos festzuhalten. Jede Reise bietet ihm die Möglichkeit, verführerische Unbekannte mit ihrem überraschenden, verrückten oder hypergestylten Look aufzuspüren. Seine Models sind Leute, die er dank seines aussergewöhnlichen Modeflairs auf der Strasse entdeckt. Die Zehntausenden von Followern auf Facebook und Twitter beweisen, dass er richtig liegt.
Kommt es vor, dass Sie jemanden nur wegen seiner originellen Brille auswählen?
Ja, das kommt vor. Eine Brille kann einiges über die Persönlichkeit einer Person aussagen und einen speziellen Look kreieren.
Wie sprechen Sie die Leute auf der Strasse an? Ist es einfach, sie davon zu überzeugen, sich fotografieren zu lassen?
Ich versuche, natürlich und direkt zu sein. Die Leute sind oft ein bisschen scheu, doch sobald der Überraschungseffekt vorbei ist, fühlen Sie sich geschmeichelt und sind in 80% der Fälle bereit, sich fotografieren zu lassen.
In welcher Stadt arbeiten Sie am liebsten und weshalb?
Ich arbeite und bewege mich generell gerne in unterschiedlichen Umgebungen. Müsste ich jedoch eine Stadt wählen, wäre dies L.A. aufgrund der Diversität seiner Bewohner, des speziellen Lichts und der inspirierenden Atmosphäre.
Sie fotografieren vor allem junge Frauen. Ist das Absicht oder sind die Männer und die Frauen über 30 einfach zu wenig exzentrisch?
Ich versuche, jede Person zu fotografieren, die mich inspiriert. Aber ich denke, aus kulturellen und soziologischen Gründen sind junge Leute oft innovativer, was den Stil angeht, bevor Sie in festen Händen oder verheiratet sind. Auch wenn sich die Dinge langsam ändern, Frauen experimentieren in der Regel noch immer lieber mit verschiedenen Stilen als Männer.
Gibt es unter den Tausenden von fotografierten Leuten solche, die Sie nachhaltig geprägt haben? Welche und weshalb?
Ja, klar. Jedes Bild ist eine Begegnung, jede fotografierte Person ist eine Art Inspiration. Manchmal ist es nur ein kurzer gemeinsamer Moment beim Ablichten, manchmal sind die Begegnungen der Beginn einer langen Freundschaft. Die Begegnung mit der australischen Schauspielerein Nathalie Kelley hat mich beispielsweise dazu gebracht, meine Arbeit neu zu überdenken und mit einer humanistischeren und spirituelleren Note zu versehen.
Welches sind Ihre Projekte für 2017?
Ich arbeite zurzeit an meinem dritten Buch.
Wenn Sie nicht Face Hunter wären, was würden Sie dann machen?
Dann wäre ich wahrscheinlich Anthropologe.