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Die konservative (nicht operative) Behandlung der Adipositas ist bereits bei einem BMI von > 25 kg/m² indiziert, bei einer abdominalen Fettverteilung. Individuell wird für jeden Patienten eine multifaktorielle Therapie zur Gewichtsreduktion im Rahmen der Erstkonsultation ausgearbeitet.
- Etablierung einer Verhaltenstherapie, vor allem bei spezifischen Essstörungen (Binge Eating Disorder)
- Zuweisung Kompetenzzentrum für Ernährungspsychologie oder zu einem externen Psychotherapeuten nach Evaluation durch die internen Psychiater
- Gegebenenfalls Einleitung einer medikamentösen Therapie zur Unterstützung der Gewichtsreduktion.
Nach Festlegung der Therapieziele erfolgen regelmässige Konsultationen in der Adipositas-Sprechstunde ca. alle 2 – 3 Monate zur Erfassung der Gewichtsreduktion und der Veränderung der Körperzusammensetzung, z. B. mittels der bioelektrischen Impedanzmessung (BIA).
Im konservativen Therapiemodell ist eine Gewichtserhaltung sehr wichtig, sodass eine langfristige Behandlung der Patienten notwendig ist.
Eine Gewichtsabnahme ist mit jeder Kostform möglich, die zu einem Energiedefizit führt. Dies ist mit verschiedenen ernährungsmedizinischen Prinzipien zu erreichen, z. B.:
- fettarme und kohlenhydratreiche Kost
- kohlenhydratarme und fettreiche / proteinreiche Kost („Low-Carb-Diät“)
- proteinreiche, fett- und kohlenhydratarme Kost
- Kost mit geringer Energiedichte
- Kost mit niedrigem glykämischem Index (GI)
Eine Negativierung der Energiebilanz ist natürlich nicht nur durch eine Einschränkung der Energiezufuhr, sondern auch durch eine Steigerung des Energieverbrauchs zu erreichen. Es wird für den Patienten ein individuelles Behandlungskonzept, welches die Komorbiditäten, die Belastungsintensität, sowie die persönlichen sportlichen Vorlieben des Patienten beachtet, erstellt.
Zum Beispiel:
Körperliche aerobe kardiovaskuläre Aktivität: Drei Mal pro Woche 30 – 60 Min.
Adipöse Patienten müssen im Rahmen der konservativen Therapie ihre Ernährung umstellen und sich mehr bewegen, und somit zwei Verhaltensweisen ändern, die sie über viele Jahre verinnerlicht haben. Es ist äusserst wichtig, dem adipösen Patienten Hilfe zu bieten, die es ihm erleichtert, neue Verhaltensweisen auszuprobieren und langfristig zu ändern.
Gemeinsam mit dem adipösen Patienten wird entschieden, ob eine Verhaltenstherapie z. B. im Kompetenzzentrum für Ernährungspsychologie (www.kep-zh.ch) stattfindet, oder bei einem Psychotherapeuten, den wir gemeinsam mit dem Patienten auswählen.
Folgende Elemente der Verhaltensmodifikation stehen dabei im Vordergrund:
- Selbstbeobachtung
- Selbstbewertung
- Selbstkontrolle
- Bewältigungsstrategien
- Motivationsstärkung
- Kognitive Umstrukturierung
- Stimuluskontrolle
- Flexible Esskontrolle
- Selbstmanagement
- Rückfallprophylaxe
Grundsätzlich kann man pharmakologisch die Energieaufnahme hemmen oder den Energieverbrauch stimulieren, manche Pharmaka bewirken auch beides.
Die unterschiedlichen Medikamente, die man zur Gewichtsreduktion einsetzen kann, basieren auf sehr verschiedenen Wirkungsprinzipien.
Nach Erhebung des Ess-Typs sowie vorliegender Vorerkrankungen, versuchen wir, mit dem adipösen Patienten die richtige medikamentöse Unterstützung zur Gewichtsreduktion zu finden.
Diese antiadipösen Medikamente wenden wir an:
- Liraglutide
Führt über Mechanismen, die zu einer Verminderung des Hungergefühls und der Energieaufnahme führen, umfassend zu einer Abnahme des Körpergewichtes und der Körperfettmasse.
- Fluoxetin
Durch die Hemmung der Wiederaufnahme des Serotonins an den präsynaptischen Neuronen führt Fluoxetin zu einer Reduktion der Energieaufnahme durch eine Appetithemmung und Reduktion der süssen Gelüste.
- Metformin
Metformin ist ein orales Antidiabetikum, welches zur Klasse der Biguanide gehört. Neben seiner Wirkung auf die Gluconeogenese, die Hyperinsulinämie und die Insulinresistenz hat es auch Auswirkungen auf die intestinale Glucoseabsorbtion und wird somit zur Stabilisierung des Körpergewichts angewendet oder führt zu einer moderaten Gewichtsabnahme.
Im Rahmen einer Gewichtsreduktion ist eine Veränderung der Körperzusammensetzung der erwünschte Therapieeffekt. Wir wählen vor allem therapeutische Methoden aus, die besonders das viszerale Fett (Bauchfett) vermindern und den Eiweissverlust durch eine hypoenergetische Ernährung möglichst geringhalten.
Dazu bieten wir apparative Messungen in unserer Klinik an, wie:
- Bioelektrische Impedanzmessung (BIA mit dem BIA-Messgerät BIA Corpus RX 4004M)
Die bioelektrische Impedanzanalyse misst die Körperzusammensetzung und somit können wir den Erfolg der Gewichtsreduktion damit sehr einfach messen.
Mit dem Fitmate PRO-Gerät können wir den Grundumsatz ermitteln und basierend auf der Energiebilanz einen persönlichen Ernährungsplan erstellen.