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Mein lieber Freund!
Gegen meine Depesche von heute Morgen, womit ich Dir anzeigen konnte, daß die hierseitige Zeichnung zur Betheiligung am Konsortium die anfänglich in Aussicht genommene Summe schon merklich überschritten hat, erhielt ich heute Mittag Dein Telegramm, womit Du den Wunsch aussprichst, es möchte unsere Betheiligung auf 3–4 Millionen abgerundet werden. Ich nehme an, daß hier ein Irrthum Seitens des Telepgraphisten obwaltet, und daß es sich wohl um ¾ Millionen handelt dürfte. |
Gestern hat hier eine Versammlung stattgefunden, in welcher neben dem Komite für die Kreuzlinger-Linie nun auch ein solches für die Verbindung Schaffhausen–Donaueschingen aufgestellt worden ist. Ich habe mich absichtlich von dieser Versammlung fern gehalten, um vollkommen freie Hand zu behalten. Es wird nun gewünscht, daß ich demselben beitrete und deßen Leitung übernehme. – Abgesehen von etwaigen Motiven politischer Natur, welche dafür sprechen, in solchen Materien das Feld nicht zu räumen, habe ich im Allgemeinen den Eindruck, daß in der vorliegenden Frage die Interessen der Nordostbahn und Schaffhausen's ganz identisch sind, und daß somit, wenn ich in dieser | Angelegenheit meine Mitwirkung eintreten lasse, nicht nur eine Kollision der Stellungen nicht gedenkbar ist, sondern diese Mitwirkung wohl nur zur Forderung der beiderseitigen Zwecke beitragen wird. Bevor ich jedoch einen bestimmten Entschluß faße, wäre es mir äußerst erwünscht zu wissen, wie Du die Sache ansiehst, und da Du aber ohnehin zuviel zu schreiben hast, so bitte ich Dich, mir Deine Ansicht nur mit drei Worten telegraphisch anzudeuten.
Der Deine
Peyer im Hof
Schaffhausen, 24 April 1869.