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Transparenz ist in der Tat wichtig. Doch muss man auch wissen, über was Transparenz herzustellen ist. Wenn man über einen «Migrationshintergrund» transparent informieren muss, muss man wissen, was dies genau ist. Liegt ein Migrationshintergrund vor, wenn ein ursprünglich Deutscher vor 13 Jahren eingebürgert wurde? Ist er dann ein Schweizer mit Migrationshintergrund? Gilt dies immer noch, wenn seine Mutter Schweizerin war? Wie verhält es sich mit einer Liechtensteinerin, die vor 7 Jahren eingebürgert wurde. Hier ist wohl ein Migrationshintergrund zu bejahen, auch wenn man in Liechtenstein einen schweizerischen Dialekt (bzw. eben nur einen ähnlichen Dialekt) spricht und mit Franken zahlt. Was gilt in folgendem Fall: Ein Schweizer namens Bruno Manser wandert nach Borneo aus. Er freundet sich mit Eingeborenen an, läuft nackt im Regenwald herum, spricht nur noch in ausländischer Sprache und kehrt dann nach Jahren in die Schweiz zurück. Ist er noch ein Schweizer oder ein Schweizer mit Migrationshintergrund bzw. Migrationserfahrung? Was muss in der Polizeimeldung stehen, wenn Hr. Manser seine handgefertigten Giftpfeile im Zug vergisst? Ist die Migrationserfahrung dann relevant, denn gelernt hat er das Herstellen von Giftpfeilen ja im Rahmen der Migrationserfahrung.
Der Begriff «Migrationshintergrund» ist nichts anders als reines «Juristenfutter» - und zwar massig. Wichtig ist, dass diejenigen, die Juristen nicht mögen, die Initiative ablehnen, denn dann gibt es weniger «Juristenfutter». Wenn die SVP gewollt hätte, dass anzugeben ist, ob einer eingebürgert oder Doppelbürger ist, dann hätte man das in den Initiativtext schreiben sollen und nicht einfach «Migrationshintergrund». Man hätte vorher besser einen Juristen gefragt. Davon gibt es in der SVP viele.
Rolf Kuhn, GLP Bezirksratskandidat, Mettmenstetten