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Roger Federer überstand auch den zweiten Match beim US Open nur mit viel Mühe. Der fünffache Turniersieger qualifizierte sich dank einem Fünfsatz-Sieg über Michail Juschni für die nächste Runde.
Nachdem er schon in der 1. Runde gegen Frances Tiafoe über die volle Distanz hatte gehen müssen, benötigte er auch gegen Juschni fünf Sätze, um sich mit 6:1, 6:7 (3:7), 4:6, 6:4, 6:2 durchzusetzen. Federer verwertete nach über drei Stunden seinen zweiten Matchball. Dass er das Nervenspiel für sich entschied und sich im Turnier halten konnte, verdankte er einer klaren Steigerung nach den beiden verloren Sätzen.
Dabei hatte die Partie für Federer gemütlich begonnen. Der 19-fache Grand-Slam-Sieger führte nach einer Viertelstunde mit 5:0. Es machte den Eindruck, dass Juschni nicht an den Sieg glauben würde, was nicht verwundert hätte. Der Russe hatte bis am Donnerstag in den letzten 17 Jahren 16 Mal gegen Federer gespielt und verloren, bei einem Satzverhältnis von 4:31.
Im zweiten Satz ging Juschni zwar 2:0 in Führung, Federer gelang aber sofort die Korrektur. Bei 5:4 schlug er zum Satz auf, musste seinen Service aber abgegeben. Danach war nichts mehr wie vorher. Juschni begann an seine Chance zu glauben, umso mehr als sich beim Favoriten nun zahlreiche unerzwungene Fehler ins Spiel einschlichen. Am Ende waren es 68. Je öfter Federer das Feld verfehlte, desto grösser wurde das Selbstvertrauen von Juschni.
Federer fehlte die Konstanz. Er spielte immer wieder schöne Punkte, dominierte phasenweise deutlich das Geschehen. Doch er schaffte es nicht, sein Niveau konstant hoch zu halten. Im vierten Satz führte er mit 5:3 und schlug wie schon im zweiten Umgang erfolglos zum Satzgewinn auf. Etwas später sicherte er sich den Umgang aber bei Service Juschni.
Der 35-Jährige Russe bekundete ab dem vierten Satz körperlich Probleme, litt an Krämpfen, was Federer zugute kam. Der 36-jährige Schweizer trat derweil wieder stärker auf, setzte Juschni bei dessen Aufschlag in den letzten beiden Umgängen oft unter Druck. Im fünften Satz zahlte sich das im sechsten Game aus: Er schaffte das Break zum 4:2 und schloss den Match mit einem weiteren Servicedurchbruch ab.
Nach dem 80. Sieg beim US Open – nur Jimmy Connors hat mit 98 mehr auf dem Konto – trifft Federer in der 3. Runde auf einen anderen alten Bekannten: Feliciano Lopez. Auch gegen den 35-jährigen Spanier besitzt der Baselbieter mit 12:0 eine ausserordentlich gute Bilanz. Nach dem Kampf gegen Juschni weiss Federer aber mehr denn je, dass das nicht viel heissen muss. (sda)