Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03510.jsonl.gz/2590

Die Folgen der Klimakrise für Japan
Eine Häufung von Starkregen, Überschwemmungen, Erdrutschen und zerstörerischen Taifunen, abnehmende Fischbestände, gefährdete Korallen, Ernteausfälle und unerträgliche Sommertage: In Japan sind die Folgen des Klimawandels bereits spürbar.
Februar 2021 – Dieser Japan-Blog kann 2021 nur mit der aktiven Unterstützung der Leser überleben. Mit einem Abo sichern sie die Zukunft des Asienspiegels. Vielen Dank!
Mit dem Projekt «Mirai 47 Kei» macht WWF auf dieses Problem, das sich in den kommenden Jahren verschärfen wird, aufmerksam. Anhand konkreter Illustrationen zeigt die Naturschutzorganisation auf, was auf sämtliche 47 Präfekturen noch zukommen könnte. Die Botschaft ist unmissverständlich: Falls Politik und Gesellschaft jetzt nicht handeln, wird die Klimakrise einen unmittelbaren Einfluss auf regionale Traditionen, kulinarische Spezialitäten, Sehenswürdigkeiten und die Landwirtschaft haben. Im Folgenden einige Beispiele.
Sehenswürdigkeit unter Wasser
Durch die Klimakrise häufen sich zerstörerische Taifune, Starkregen und Überschwemmungen. In Tokio besteht in einem Drittel der 23 Bezirke die Gefahr, dass die Flüsse regelmässig über die Ufer treten. Auch die Zentren von Osaka, Kobe, Kanazawa oder das Torii des Shirahige-Schreins im Biwa-See wären von wiederkehrendem Hochwasser betroffen.
Das Verschwinden des Schneelandes
Falls die Durchschnittstemperaturen bis zum Ende des Jahrhunderts um 4 Grad zunehmen, wäre nicht mehr viel übrig vom Winterland Japan (Asienspiegel berichtete). Die berühmten Strohdächer von Shirakawago in Gifu wären überflüssig (Asienspiegel berichtete) und die hohen Schneewände von Tateyama nur noch eine Erinnerung. (Asienspiegel berichtete). Beim Schneefestival von Sapporo (Asienspiegel berichtete) würde man sich mit kleinen Eisskulpturen begnügen müssen.
Die Gefahr für die Essnation
Die globale Erwärmung verändert den Rhythmus der Jahreszeiten und damit auch die Landwirtschaft. Diese Entwicklung könnte folgenschwere Auswirkungen auf die Grünteefelder von Shizuoka, die Apfelbäume von Aomori, die Weintrauben von Yamanashi oder die Udon-Nudelproduktion von Kagawa haben. Taifune, Hochwasser und Erdrutsche gefährden zudem den Reisanbau.
Eine unerträgliche Hitze
Die Sommer in Japan sind heiss (Asienspiegel berichtete). Bald könnten es pro Jahr mehr als 40 Hitzetage pro Jahr geben mit Temperaturen von über 35 Grad. Eine solche Hitze würde traditionelle Sommer-Veranstaltungen wie das Awaodori-Tanz-Festival in Tokushima (Asienspiegel berichtete), das Gion-Festival von Kyoto oder das Hakata Gion Yamakasa-Volksfest gefährden.
LIEBE LESERIN, LIEBER LESER
Mit einem freiwilligen Abo tragen Sie dazu bei, dass dieses tägliche Stück Japan nach 12 Jahren weiterexistiert.
Februar 2021 – Ich schreibe diesen Blog seit 2009. Über 4400 kostenlose Artikel, Reisetipps und Kurzfilme kostenlos verfügbar. Die Corona-Krise hat mein bisheriges Reisegeschäft (Vorträge, Beratungen, Bücher) zum Erliegen gebracht. Dass dieser Blog weiterexistiert, ist der Grosszügigkeit vieler treuer Abonnenten zu verdanken. Mit regelmässigen kleinen und grossen Beiträgen tragen diese Menschen dazu bei, die Zukunft dieses unabhängigen journalistischen Ein-Mann-Unternehmens zu sichern.
- Zahlungsmittel: Master, Visa, PayPal, Apple Pay, Google Pay
- Für TWINT bitte via Asienspiegel Shop bezahlen
- Für Banküberweisung hier klicken