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- 1. Anfang
- 2. Video
- 3. Die Wirbelsäulenform
- 4. I Einfluss auf die Wirbelsäulenform - das Kreuzbein
- 5. II Einfluss auf die Wirbelsäulenform - das Sitzen
- 6. I Muskulatur - Funktion und Aufbau
- 7. II Muskulatur - Anpassung an Veränderungen der Muskellänge
- 8. III Muskulatur - Hüftbeugemuskel (M. iliopsoas)
- 9. Zusammenfassung
- 10. Video zum Zweiten
- 11. Analyse der Kernaussagen
I Einfluss auf die Wirbelsäulenform - das Kreuzbein
Oben wurde gesagt, dass die obige Abbildung die Form einer durchnittlichen Wirbelsäule wiedergibt. Wie immer in der Natur gibt es verschiedene Varianten, in diesem Falle Varianten der Form.
Die Form der Wirbelsäule hängt unter anderem von der Art des Einbaus des Kreuzbeins in das Becken ab. Wie wir sehen werden, unterliegt dieser Einbau grossen individuellen Schwankungen.
Grundsätzlich ist das Kreuzbein immer in einem bestimmten Winkel in das Becken eingebaut und steht nie senkrecht. Darstellungen, die ein vertikal stehendes Kreuzbein mit einem nach hinten gedrehten Becken zeigen und damit suggerieren, dass das die normale Stellung des Beckens sein soll, entsprechen nicht den realen Verhältnissen. Sie sind falsch!
Die durchschnittliche Kreuzbeinneigung beim stehenden Menschen sieht so aus.
Diese Neigung des Kreubeines ist entwicklungsgeschichtlich bedingt. Die evolutionsmässig erfolgte Aufrichtung vom Vierfüssler zum Zweibeiner fand über die Rückbeugung der Wirbelsäule gegenüber dem Kreuzbein statt. Wäre dem nicht so, würde man auf eine ähnliche Weise stehen, wie dieser Schimpanse. Man müsste den Gesamtschwerpunkt des Oberkörpers über eine Kniebeugung nach hinten verlagern.
Wenn man nun die Relation des Kreuzbeines mit dem Becken bestimmen möchte (Syntopie), muss man Winkel zwischen dem Kreubein und dem Becken bilden. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:
- Man legt eine Tangente an die Hinterkante des Kreuzbeines und bildet einen Winkel mit einer weiteren Tangente, welche vorne an das Becken gelegt wird = Winkel 7 oder
- man legt zur Festlegung des Winkels eine Tangente an die Hinterseite des Beckens und erhält so den Winkel 8
Auf diese Weise können eindeutige Aussagen über den Einbau des Kreuzbeines innerhalb des Beckens gemacht werden. Die ermittelten Winkel sind unabhängig von der Lage des Kreuzbeines im Raum (Holotypie).
Zur Bestimmung der Lage des Kreuzbeines im Raum werden Winkel des Kreuzbeines zur Horizontalen gebildet.
Im Durchschnitt beträgt der Neigungswinkel des Kreuzbeines 35° – 45°. In solchen Fällen ist der 5. Lendenwirbel meist trapezförmig gebaut.
Auf diesen Bildern sieht man zwei Kreuzbeintypen, deren obere Fläche sehr stark gegen die Horizontale geneigt sind. Verfügt man über Bilder dieser Art, bei denen das Becken nicht vollständig abgebildet ist, können nur die holotopischen Verhältnisse gemessen werden.
In diesen Fällen beträgt der Winkel 45° – 70°.
Aufgrund der starken Neigung der Kreuzbeinoberfläche ensteht eine grosse “Rutschtendenz” des untersten Lendenwirbels auf der schiefen Ebene.
Den umgekehrten Fall sieht man auf dem nächsten Bild, bei dem das Kreuzbein sehr steil steht.
Beim steil stehenden Kreuzbein betragen die Winkel 15° – 30°.
Im Gegensatz zur starkt geneigten Kreuzbein entstehen in diesem Falle hohe Druckbelastungen auf die untersten Wirbel und Bandscheiben, so dass diese schneller degenerieren können.
Wir merken uns
Der Einbau des Kreuzbeines im Becken unterliegt individuellen Varianten. Durchschnittlich beträgt der Winkel zur Horizontalen 35 – 45°, kann aber auch grösser oder kleiner sein. Aufgrund der Neigung aber ist Lendenwirbelsäule immer lordotisch gekrümmt und nie gerade.