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Beschreibung
Schriftlich belegt wird schon seit dem Jahr 1560 auf dem Gelände des heutigen Château Weinbau betrieben. Die Rebflächen waren seit dem 16. Jahrhundert unter dem Namen Salles de Poujeaux bekannt und damals Teil von Château Latour. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts war die Rebfläche Teil des damaligen Weinguts Château Grand-Poujeaux und gehörte der Familie Gressier. Am 18. Juli 1806 kaufte André Castaing, der seinen Reichtum im Handel mit den Antillen erworben hatte, den ausgedehnten Besitz namens Grand-Poujeaux. 1820 kam es zu einer ersten Erbteilung, aus der später auch das Château Chasse-Spleen hervorging. 1820 kam es zu einer zweiten Erbteilung, aus der das heutige Château Gressier Grand Poujeaux hervorging. Ein anderer Erbteil bestand aus einem damals namenlosen Teil sowie dem heutigen Château Maucaillou. Als dieser Bestand im Jahr 1860, also fünf Jahre nach der Bordeauxweinklassifikation, abermals aufgeteilt wurde, musste ein Name für diesen namenlosen Teil gefunden werden.
Ob der englische Dichter Lord Byron im Jahr 1809 auf der Durchreise von London nach Sevilla den Namen für das Weingut ungewollt gab oder ob es der Franzose Charles Baudelaire während seines Urlaubs bei Odilon Redon, einem Nachbar des heutigen Châteaus Chasse-Spleen, war, ist nicht gesichert festgehalten. Dem melancholischen Byron soll die Atmosphäre der Gegend um Moulis gutgetan haben. Er formulierte dies wie folgt: „getting rid of the blues“, oder auf französisch „chasser le spleen“.
Odilon Redon hingegen war Illustrator des berühmten Gedichtbandes Les Fleurs du Mal von Charles Baudelaire. Dieser Gedichtband ist in sechs Themenbereiche eingeteilt; eine dieser Themensammlungen ist unter den Titel „Spleen et Ideal“ gestellt.
Im Jahr 1908 endete die Zeit der Familie Castaing auf Château Chasse-Spleen; das Gut wurde von der deutschen Firma A. Segnitz & Co. übernommen. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde Segnitz durch den französischen Staat mit nur geringer Entschädigung enteignet, das Gut aber war während dieser Zeit oft Opfer von deutschfeindlichen Übergriffen.
Nach dem Krieg wurde das Weingut im Jahr 1922 durch die Familie Lahary ersteigert, die das Château allerdings mit wenig Glück führte. Trotzdem wurde das Gut im Jahr 1932 als Cru Bourgeois eingestuft. 1976 kaufte es Jacques Merlaut für eine Gruppe von Gesellschaftern um Bernard Taillan. Merlauts Tochter Bernadette Villars studierte Önologie bei Professor Émile Peynaud, und sie war es, die das Weingut ab 1976 zusammen mit Peynaud als Berater wieder zu alter Blüte brachte. Als Bernadette mit ihrem Ehemann im Jahr 1992 ums Leben kam, übernahm ihre Tochter Claire Villars die Leitung.
Der Gutsbesitz umfasst 110 Hektar, die Weinanbaufläche beträgt ca. 80 Hektar.
Die Jahresproduktion liegt bei ca. 580.000 Flaschen. Der Zweitwein trägt den Namen L´Ermitage de Chasse-Spleen und der Drittwein den Namen L’Oratoire de Chasse-Spleen. Château Chasse-Spleen wird vom Önologen Jacques Boissenot sowie dessen Sohn Eric begleitet und beraten.
Weingüter der Familie Villars
Château La Gurgue
in Margaux seit 1978
Château Ferrière
in Margaux
Château Haut-Bages-Libéral
in Pauillac seit 1983
Château Camensac seit 2005
Château Chasse-Spleen in Saint-Julien