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Was sind Eselsbrücken?
Erinnern Sie sich noch an den Geschichtsunterricht in der Schule? Falls ja, fällt Ihnen vielleicht auch eine bekannte Eselsbrücke wieder ein: Im Jahre 333 besiegte Alexander der Grosse in der Nähe der kleinasiatischen Stadt Issos den Perserkönig Darius. Gut merken lässt sich diese Jahreszahl mit dem bekannten Satz "Im Jahre drei drei drei gab es bei Issos Keilerei".
Eselsbrücken gehören zu den sogenannten Mnemotechniken, mit denen Menschen ihrem Gedächtnis auf die Sprünge helfen können. Der Begriff geht darauf zurück, dass Esel wasserscheue Tiere sind. Da sie nicht abschätzen konnten, wie tief ein Bach oder Fluss ist, den sie überqueren sollen, weigern sie sich, hineinzusteigen - die Menschen mussten ihnen dafür folglich Brücken bauen. Im wortwörtlichen Sinne sind Brücken einfache Hilfsmittel, um Hindernisse zu überwinden und Gefahren aus dem Weg zu gehen - als Bezeichnung für eine Merkhilfe hat das Wort "Eselsbrücke" angeblich der römische Gelehrte Plinius zum ersten Mal verwendet. Im Mittelalter dienten Eselsbrücken ausschliesslich als Hilfsmittel bei der Lösung mathematischer Probleme. Heute hat sich der Begriff als Bezeichnung für Lernhilfen und Merksprüche eingebürgert. Eselsbrücken sind prägnant und bleiben deshalb einfach im Gedächtnis haften. Zum Teil sind sie in Reimform formuliert oder geben durch die Anfangsbuchstaben ihrer Wörter Hilfestellung.
Wie funktionieren Eselsbrücken?
Ebenso wie Esel oder Menschen bei der Nutzung einer realen Brücke macht das Gedächtnis bei der Anwendung dieser Technik einen kleinen Umweg - oft ist eine Eselsbrücke der einfachste oder sogar der einzige Weg, um sich etwas zu merken. Besonders hilfreich sind sie dabei, Faktenwissen im Gedächtnis zu verankern. Wenn es gebraucht wird, kann es problemlos über eine Eselsbrücke abgerufen werden.
Eselsbrücken sind so wirkungsvoll, weil sie daran anknüpfen, wie das menschliche Gehirn tatsächlich funktioniert. Im Kern ist es nicht darauf ausgerichtet, abstrakte Informationen zu behalten. Deutlich besser merkt es sich Dinge, die durch andere Sinne - Hören, Sehen, Fühlen - übermittelt werden. Psychologen haben hierfür eine kleine Statistik aufgestellt - demnach merken wir uns:
- 10 % der Informationen, die wir lesen
- 20 % der Informationen, die wir hören
- 30 % der Informationen, die wir sehen
- 50 % der Informationen, die wir sehen und hören
- 70 % von dem, was wir selbst sagen oder schreiben
- 92 % der Inhalte und Informationen, die uns emotional berühren.
Diese Eigenschaften unseres Gehirns machen wir uns mit Eselsbrücken zunutze. Sie übertragen Informationen durch Reime ins akustische Gedächtnis oder aktivieren durch ungewöhnliche Bilder Gehirnareale, in denen visuelle Inhalte abgespeichert werden. Ein gutes Beispiel dafür ist eine Eselsbrücke, mit der wir uns die Reihenfolge der Planeten unseres Sonnensystems problemlos merken können:
Mein / Merkur
Vater / Venus
Erklärt / Erde
Mir / Mars
Jeden / Jupiter
Sonntag / Saturn
Unseren / Uranus
Nachthimmel / Neptun.
Eselsbrücken in Ausbildung und Job - Warum sie hilfreich sind
Unter anderem, weil sie einfach sind und auf den ersten Blick nicht selten etwas absurd erscheinen, werden Eselsbrücken oft belächelt. Ebenso stehen sie im Ruf, dass sie nur dazu dienen, sich mehr oder weniger nutzloses Wissen anzueignen, das bei Bedarf ebenso gut aus Google abgerufen werden kann. Gedächtnisexperten gehen dagegen davon aus, dass Eselsbrücken dabei helfen, auch grössere Informationsmengen problemlos zu behalten. Hilfreich sind in Ausbildung und Job sind sie beispielsweise, um sich Namen besser einzuprägen oder sich auf Prüfungen, Meetings und Präsentationen vorzubereiten. Nicht zu vergessen: Eselsbrücken helfen Ihnen auch dabei, sich mit Ihrem Wissen von anderen abzuheben. Schliesslich ist nicht jeder Mensch dazu in der Lage, in ein Gespräch scheinbar mühelos beeindruckende Daten und Fakten einzubringen.