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Alufolie
Aluminiumfolie, auch Alufolie oder âSilberpapier“, ist die Bezeichnung fĂŒr zwischen 0,004 und 0,2 mm dicke Folie, die durch Walzen aus Aluminium hergestellt wird. Aluminiumfolien sind gas- und luftdicht sowie nach WĂ€rmebehandlung weich und biegsam. Deshalb werden sie hĂ€ufig zur Verpackung von Lebensmitteln und Medikamenten verwendet. Gelegentlich wird Aluminiumfolie auch fĂ€lschlicherweise als Stanniol (Zinnfolie) bezeichnet.
Geschichte
Die AnfÀnge der Alufolien-Produktion ist mit den Namen weniger Unternehmerper- sönlichkeiten verbunden, die ihre Ziele in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg formulierten und teilweise bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts begleiteten.
Am 15. April 1905 erhielt der Schweizer Unternehmer Heinrich Gautschi das Pa- tent auf die Herstellung von Aluminiumfolien nach dem sogenannten "Paket- bzw. Buchwalzverfahren". Dieses Verfahren bestand im Prinzip darin, dass ein dĂŒnnes Aluminiumblech gewalzt, dann in zwei HĂ€lften aufgeteilt, aufeinandergelegt und der Vorgang so lange wiederholt wurde, bis man ein Paket von 64 FolienblĂ€ttern erreicht hatte. Damit konnte man eine wesentlich gröĂere ReiĂfestigkeit und FlexibilitĂ€t der Folie erreichen als durch das DĂŒnnwalzen nur eines Bleches.
Da auf diesem Weg nur relativ kleine Folien hergestellt werden konnten, entwickel- te der aus Schaffhausen in der Schweiz stammende Robert Victor Neher zusam- men mit Erwin Lauber und Albert GmĂŒr ein spezielles Verfahren, endlose BĂ€nder auszuwalzen. Dieses wurde am 27. Oktober 1910 patentiert. Zur Produktion dieser Folien, die sich zur maschinellen Verpackung von Schokolade, SchachtelkĂ€se oder Zigaretten eigneten, grĂŒndeten sie im gleichen Jahr die "Dr. Lauber, Neher & Cie." in Emmishofen in der Schweiz .
Ebenfalls 1910 wurde in Teningen als Ableger einer Maschinenfabrik und Eisen- gieĂerei die "Aluminium GmbH" gegrĂŒndet, die unter der Leitung von Emil Tscheulin Aluminiumfolien nach dem Paket- bzw. Buchwalzverfahren herstellten. 1912 wurde eine Tochter der Emmishofener Firma, die "Dr. Lauber, Neher Co. GmbH", in Singen am Hohentwiel angesiedelt, in der erstmals in Deutschland endlose BĂ€nder aus Alufolie hergestellt wurden. Die Firmen in Emmishofen, Singen und Teningen wurden zur "Aluminium-Walzwerke AG" (AWAG) mit Sitz in Schaffhausen zusammengeschlossen. Nach dem Tod von Neher, der 1918 der Spanischen Grippe zum Opfer gefallen war, hat der 1920 in die Firma eingetretene Hans Constantin Paulssen die Entwicklung der AWAG und deren Nachfolgegesell- schaften von 1922 bis 1963 wesentlich bestimmt.
FĂŒr Gautschi und Tscheulin stand die Verwendung der Alufolie als Verpackung zunĂ€chst nicht im Vordergrund. Auch Neher und seine Mitstreiter hatten zunĂ€chst andere Anwendungen im Auge, etwa die Kaschierung von BallonhĂŒllen mit Alumi- niumstreifen.
Dagegen machte die "Stanniolfabrik Supf & Klinger" in Roth bereits ab 1913 erste Versuche, FolienblĂ€tter aus Aluminium von Hand zu veredeln. 1920 wurden die "Staniolfabriken F. Supf & Bauerreis & MĂŒller" gegrĂŒndet, in denen Alufolien in groĂem MaĂstab vor allem fĂŒr die Verpackung von Konsumartikeln veredelt wur- den. Die Aluminiumfolie wurde allerdings nicht selbst gewalzt, sondern eingekauft.
Der Betrieb in Roth konnte unter anderem deshalb so rasch mit der Veredelung des vergleichsweise billigen Rohstoffs Aluminium expandieren, weil er auf ihre Erfahrungen mit Stanniol zurĂŒckgreifen konnte, mit deren Produktion schon 1877 begonnen worden war. Unter der Leitung von Willy Supf wurde Stanniol ab 1890 gefĂ€rbt und mit PrĂ€gungen versehen. Eine weitere Entwicklung war das Aufdrucken von Mustern und NamenszĂŒgen auf die Zinnfolie mit der zahlreiche Produkte wie Kaffee, SuppenwĂŒrfel, Bonbons, Pralinen, WeihnachtsmĂ€nner und Osterhasen aus Schokolade verpackt wurden. Die Fa. Supf & Klinger lieferte ihre Folien schon vor 1900 in mehrere europĂ€ische LĂ€nder.
In den USA wurde Aluminiumfolie ab 1913 fĂŒr den Markt produziert. Einige der ersten Kunden waren BrieftaubenzĂŒchter, die ihre Tiere mit FolienbĂ€ndern aus Aluminium markierten. Um 1920 wurden erste mit Alufolie kaschierte Kartons eingesetzt. An der Entwicklung der Alufolie in den USA war die Reynolds Metals Company beteiligt, die 1919 von Richard S. Reynolds Sr. als U.S. Foil Company in Louisville (Kentucky) gegrĂŒndet wurde und zunĂ€chst Folie aus Blei und Zinn produzierte, um ab 1926 auch Alufolie fĂŒr Verpackungen herzustellen.
In den Fabriken von Singen und Teningen wird noch heute Aluminiumfolie herge- stellt bzw. veredelt. Beide gehörten bis 2010 zum kanadischen Aluminiumherstel- ler Rio Tinto Alcan (RTA) und wurden zwischenzeitlich vom australischen Verpa- ckungsspezialisten Amcor Flexibles ĂŒbernommen. Nachfolger der von Gautschi gegrĂŒndeten Firma ist heute Teil der Alu Menziken Gruppe, deren Mehrheitsak- tionĂ€rin die Familie Gautschi bis zum Jahre 2007 war. Sie gehört heute zum Industriekonzern Montana Tech Components.
Herstellung
Aluminiumfolien werden meist aus Reinaluminium (Al-Gehalt 99 bis 99,9 %) hergestellt. Dazu werden sogenannte VorwalzbĂ€nder mit ca. 0,6 bis 1,5 mm Dicke in mehreren Walzschritten (Stichen) auf die gewĂŒnschte Dicke kaltgewalzt. Bei der Herstellung sehr dĂŒnner Folien wird zweilagig gewalzt (Doppelwalzen). Dies fĂŒhrt zu zwei unterschiedlichen OberflĂ€chen auf solchen Folien (glĂ€nzend und matt). Grund ist, dass die jeweils Ă€uĂere Seite mit den polierten Walzen in BerĂŒhrung kommt und daher sehr glatt wird, die Innenseiten werden dagegen etwas aufgeraut und erscheinen matt. Beim Walzen verfestigt sich das Aluminium infolge der starken Umformung, das heiĂt, die Folie wird hart und spröde. Durch anschlie- Ăendes WeichglĂŒhen wird sie wieder weich und flexibel.
Quelle: Wikipedia