Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03550.jsonl.gz/2207

Viele Webmaster und Marketingverantwortliche denken, die allmächtige Bounce Rate stelle ein starkes Signal für die Messung der Nutzerbindung dar. Leider wird dabei oft übersehen, dass es sich dabei um eine mangelhafte Messgrösse handelt. Die standardmässige Bounce Rate rechnet die Aufenthaltsdauer auf der Website nicht mit ein. Es ist jedoch genau diese Dauer, die ein viel besseres Anzeichen für die Nutzerbindung (und die wirkliche Bounce Rate) darstellt.
Es ist bekannt, dass die grossen Suchmaschinen die Verweildauer von Besuchern auf einer Website errechnen. Ebenso ist es bekannt, dass eine kurze Verweildauer ein starkes Anzeichen dafür sein kann, dass die präsentierten Inhalte nicht den Nutzererwartungen entsprechen. Die Verweildauer – falls Sie mit diesem Ausdruck nicht vertraut sind – ist die Dauer zwischen dem Zeitpunkt, wenn der Nutzer auf einen Eintrag in der Ergebnisliste der Suchmaschine klickt (somit eine Seite besucht), bis zum Zeitpunkt, wenn der Besucher wieder zu den Suchresultaten zurückspringt. Wenn die Suchmaschinen eine sehr kurze Verweildauer (was je nach Branche verschieden ist) ermitteln, kann dies ein starkes Anzeichen dafür sein, dass die Inhalte die Bedürfnisse des Nutzers nicht befriedigen konnten.
Absprung nach langer Verweildauer
Wie Sie sich vorstellen können, ist die Verweildauer auf der ersten Seite eminent wichtig dafür, eine „schlechte“ Bounce Rate oder eine „kurze“ Verweildauer zu verstehen. Die standardmässige Bounce Rate bietet diesen Überblick nicht. Wenn beispielsweise jemand Ihre Seite besucht, nachdem er diese bei Google gefunden hat, 10 Minuten lang einen Artikel liest und dann zu den Suchresultaten zurückkehrt, ist das ein Absprung. Aber ist es wirklich ein Absprung? Würde Google dies als Signal betrachten, dass Ihre Inhalte nicht den Nutzererwartungen entsprechen? Nein, das wäre nicht der Fall. Und das ist die Schwierigkeit mit der Bounce Rate, die Sie zurzeit bei Google Analytics vorfinden. Sie ist fehlerhaft.
Das Problem mit der standardmässigen Bounce Rate
- Die standardmässige Bounce Rate berechnet die Aufenthaltsdauer auf der Seite nicht mit ein und kann daher eine fehlerhafte Rate präsentieren.
- Wenn ein Nutzer 10 Minuten damit verbringt, auf der Seite Inhalte zu lesen, kann man doch nicht sagen, dass seine Erwartungen nicht erfüllt wurden. Darum ist es gefährlich, das Zurückkehren zu den Suchresultaten nach einer „langen“ Verweildauer“ als klassischen Absprung zu werten.
Bei vielen Seiten, z. B. Blogs, News-Websites usw., führt die Bounce Rate zu oft zu falschen Schlüssen bei der Bewertung der Seite bzw. der Einstiegsseiten.
Ein Beispiel: Ein Google-Nutzer sucht nach „Bounce Rate“ und gelangt so auf einen Blog, der das Thema Bounce Rate in einem Artikel ausführlich erklärt. Nachdem er sich längere Zeit auf der Website aufgehalten und den Artikel gelesen hat, verlässt der Besucher zufrieden diesen Blog, denn er fand ja genau die Information, die er gesucht hatte. Laut Google Analytics wäre dies nun ein Absprung, und der Artikel hätte für diesen Besuch eine Bounce Rate von 100%. Google Analytics lässt anhand der Bounce Rate also also den Schluss zu, dass dies eine optimierungsbedürftige Seite ist, obwohl der Leser des Artikels die Seite völlig zufrieden verliess. Um solche Inhalte korrekt zu bewerten, muss die Bounce Rate in Google Analytics angepasst werden.
Angepasste Bounce Rate
Google Analytics ermöglicht eine angepasste Bounce Rate, und das ist eine grossartige Ergänzung. Sie können bestimmen, dass nach Ablauf einer gewissen Zeitdauer ein Ereignis zu Google Analytics gesandt wird. Sie könnten beispielsweise den Schwellenwert für die angepasste Bounce Rate auf 10 Sekunden, 30 Sekunden oder auf 1 Minute festlegen, oder auf welche Zeitdauer auch immer für Ihren spezifischen Inhalt angemessen ist. Wenn ein Ereignis ausgelöst und von Google Analytics empfangen wird, dann zählt der Besuch nicht als Absprung. Und schon haben Sie einen viel besseren Messwert, wenn Sie eine kurze Verweildauer und die tatsächliche Bounce Rate ermitteln wollen. Dass der Besucher nur eine einzige Seite angesehen hat, sehen Sie ja nach wie vor und verlieren dadurch gar nichts.
Fehlschlüsse vermeiden
Übrigens, Sie wären überrascht, wie sehr Ihre Bounce Rate für spezifische Inhalte sinken kann, wenn Sie mit der angepassten Bounce Rate arbeiten. Bei einigen unserer Kunden ist die Bounce Rate von über 80% auf 20-25% gefallen. Das ist eine enorme Verringerung, die dabei helfen kann, besser zu verstehen, ob und welche Inhalte weshalb von „schlechter Qualität“ sind oder nicht den Nutzererwartungen entsprechen. Das hilft dabei, einerseits nicht unnötig Zeit und Ressourcen bei der Optimierung von Seiten zu verschwenden, die eigentlich einen hohen Besuchernutzen haben, und andererseits wirklich die Seiten zu optimieren, die nicht der gewünschten Nutzererwartung entsprechen.
Google Analytics konfigurieren
Haben Sie Fragen dazu, wie Sie Google Analytics als Controlling Tool korrekt einrichten und anhand dieser Daten umsatzsteigernde Massnahmen ableiten können?
|Kontaktieren Sie unsere Google Analytics Expertin Denise Schumann für eine kostenlose Erstberatung. Sie ist studierte Wirtschaftsinformatikerin mit MBA-Abschluss und verfügt über 9 Jahren Erfahrung mit der Einrichtung von Online Marketing-Controlling mit Google Analytics. Profitieren Sie unverbindlich von ihrem breiten Erfahrungsschatz!

+41 (0)41 799 80 99