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Raymondo de Girard (1862-1944)
Raymondo de Girard ( 1862-1944 ) Raymond de Girard war der Sohn eines Obersten, der am Krimkrieg teilnahm, bevor er in seiner Heimatstadt Fribourg in Dienst trat, und Enkel eines weiteren Kommandanten eines Freiburger Regimentes, das Anno 1815 am Port Noir in Genfan Land ging. Girard studierte am Polytechnikum in Zürich unter Albert Heim, später an der Ecole des Mines in Paris sowie in Deutschland, worauf er im Jahre 1895 als Dozent für Geologie an die Universität Freiburg berufen wurde, wo er während 40 Jahren lehrte.
Schon in jungen Jahren war er ein begeisterter Kletterer. 1879 unternahm er eine erste Bergfahrt, als er Mitglied der Section Moléson wurde. Er gehörte dem CC Fribourg, 1907-1909, an, in dem er das Führerwesen betreute. Er hat die meisten der hohen Walliser und Berner Gipfel bestiegen und sich vor allem der Erschliessung der Gastlosen zugewandt, diesem Paradies der heutigen Kletterer, das damals noch wenig bekannt war. Nachdem er hier als Geologe einige berufliche Fahrten durchgeführt hatte, verfiel Raymond de Girard mehr und mehr dem Spiel des Bergsteigens, um die ge- wagtesten Klettergipfel dieses Massivs zu besteigen. Mit Greyerzer Jägern oder Waldarbeitern zusammen führte er, oft nur mit einfachsten Hilfsmitteln, schwankenden Leitern und in Nagelschuhen, die gewagtesten Klettereien durch und bestieg: Les Pucelles, Capucin, Chat, Grenadier und weitere Gipfel, die man damals als unzugänglich bezeichnete. So konnte er innert zehn Jahren in seiner « Jagdliste » 21 Erstbesteigungen verbuchen. In seiner Schrift « La Conquête des Gastlosen » ( 1921 ) hat er die Erlebnisse seiner zahlreichen Fahrten geschildert. Von da an haben die Freiburger, Waadtländer und Berner Alpen ihn angezogen und ein schönes Gleichgewicht zu den unwirtlichen Kletterbergen der Gastlosen ihm gegeben.louìs seylaz