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Das rechte Auge ist teilweise aus der Augenhöhle hervorgetreten. Die Bindehaut ist stark blutunterlaufen, und auch im Auge selbst hat eine Blutung stattgefunden. Bindehautschwellung und der Vorfall des Augapfels bewirken, dass Mimi ihr Auge nicht mehr schliessen kann - die Hornhaut droht (wie im Fall des Monats September) auszutrocknen, wodurch das Auge verloren gehen würde.
MIMI, Hauskatze, weiblich, 3 Monate alt
Vorgeschichte
Nachdem die Besitzer einen plötzlichen Lärm und ein Fauchen bemerkt haben, stellen sie fest, dass Mimi am rechten Auge verletzt ist. Möglicherweise hat die zweite Katze des Haushalts die Verletzung verursacht. Das Tier wird uns notfallmässig vorgestellt.
Untersuchung
Therapie
Es kann im Moment nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob das Auge seine Sehkraft bewahren wird. Trotzdem wird versucht, das Auge zu retten und zu vermeiden, dass eine Entfernung des Augapfels nötig wird. Unter Narkose wird das Auge gespült und die Lidränder temporär miteinander vernäht. Die so zusammengefügten Lider bewirken, dass die Hornhaut feucht gehalten wird und das Auge sanft wieder in die Augenhöhle gepresst wird. Der innere Augenwinkel wird nicht vernäht, damit über die kleine Öffnung Augensalbe appliziert werden kann. Die Katze erhält Antibiotika und Schmerzmittel und wird mit einem Halskragen nach Hause entlassen - so kann das Tier nicht mit der Pfote an den feinen Nähten manipulieren.
Weiterer Verlauf
Schon 3 Tage später wird das Tier wieder notfallmässig vorgestellt: Da Mimi den Halskragen nicht tolerierte, konnte dieser nicht getragen werden. Offenbar hat die Katze nun am Auge gerieben, und 2 der Nähte sind ausgerissen. Das Auge steht immer noch etwas vor, wird aber von den Lidern nun schön bedeckt. Der Bluterguss im Auge hat sich zurückgebildet; die Hornhaut weist aber eine weissliche Trübung, ein Ödem auf. Es wird beschlossen, die restlichen noch verbleibenden Nähte 2 weitere Tage zu belassen, und das Tier wird wieder nach Hause entlassen.
2 Tage später wird die letzte Naht des temporären Lidverschlusses entfernt. Die Hornhaut hat sich erholt, die Iris ist aber noch leicht entzündet und deshalb etwas gerötet. Das Auge scheint blind - möglicherweise wird sich der Sehnerv aber noch erholen. Jedenfalls ist die Gefahr, dass, das Auge entfernt werden müsste, gebannt.
Wissenschaftliches
Wahrscheinlich hatte ein Krallenhieb beim Spielen die Verletzung bewirkt - das Auge wurde aus der knöchernen Augenhöhle gezogen, was eine Schwellung der Bindehäute, eine Einblutung ins Auge und wohl auch einen Bluterguss zwischen Auge und Augenhöhle verursachte. Dadurch entstand ein Bulbusprolaps - ein vorgefallener Augapfel. Als Folge wurde der Sehnerv beschädigt und das Auge drohte verlorenzugehen, weil die Hornhaut nicht mehr befeuchtet werden konnte.
Das Auge ist ein erstaunlich regenerationsfreudiges Organ und kann sich recht gut von Verletzungen erholen. Je nachdem, wie stark der Sehnerv bei einem Bulbusprolaps durch Zug beschädigt worden ist, kann die Sehkraft jedoch ganz oder teilweise verloren gehen.