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Ölpreise sinken weiter04.11.2014
Die Ölpreise sind erneut gesunken. Experten begründen dies mit der überraschenden Preiskorrektur von Saudi-Arabien, dem grössten Ölproduzenten der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC). Saudi-Arabien verbilligte seine Ölexporte in die USA und setzte damit die amerikanischen Schieferölproduzenten unter Druck. Die Ölpreise sind daraufhin zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren gefallen.
Am Dienstagmorgen kostete ein Fass Rohöl (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember 84.10 US-Dollar. Das waren 68 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 56 Cent auf 78.22 US-Dollar.
Saudi-Arabien hatte die Preise für Exporte in die USA gesenkt, diejenigen für Exporte nach Asien und Europa jedoch erhöht, was auf eine gezielte Verteidigung der Marktanteile in den USA hindeutet. Analysten hatten vielmehr damit gerechnet, dass Saudi-Arabien die Preise in allen Regionen gleichermassen verändern würden.
In Asien waren Ölexporteure in den letzten Monaten besonders auf ihre Marktanteile angewiesen, weshalb die Strategie Saudi-Arabiens im Handel für Verwunderung sorgte. Analysten vermuten, dass die Preissenkung für US-Abnehmer ein gezielter Angriff gegen die amerikanische Schieferölproduktion ist. Die Förderung von Schieferöl ist deutlich teurer als die konventionelle Ölförderung. Die amerikanischen Schieferölproduzenten sind daher auf einen höheren Ölpreis angewiesen.
Ein Branchenvertreter, der sich mit dem Preisbeschluss Saudi-Arabiens auskennt, dementiert diese Annahme jedoch. Es ginge vielmehr darum, für amerikanische Raffinerien den Anreiz zu schaffen, Öl aus Saudi-Arabien zu beziehen. Die Exporte von saudi-arabischem Öl in die USA sind dieses Jahr gegenüber Vorjahr deutlich gesunken.
Bisher gibt es noch keine Reaktion seitens der US-Ölproduzenten. Experten rechnen damit, dass die Produzenten die Ölförderung in den USA nicht reduziert werden, bis die Ölpreise unter 70 Dollar pro Fass fallen. Möglicherweise wird es jedoch erste Kürzungen von Investitionen geben.
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Stand: 04.11.2014, nächstes Update: 05.11.2014
Die Marktnews beziehen sich auf die Entwicklung der Rohölpreise. US-Rohöl gilt als Referenzprodukt. Die Entwicklung dieses Produkts dominiert in der Regel auch die Preise für Heizöl und Benzin. Die effektive Preisentwicklung in der Schweiz kann aufgrund von Einflussfaktoren wie Transportkosten, Rheinfrachten oder Dollarkurs jedoch abweichen.
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