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Hypothesen aufstellen in wissenschaftlichen Arbeiten
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Hypothesen sind für bestimmte Formen der wissenschaftlichen Arbeit unverzichtbar – Sie müssen nicht zu jeder Forschungsfrage eine passende Hypothese aufstellen, wenn es um empirische Arbeiten geht, allerdings schon. Denn mit einer oder mehreren Hypothese formulieren Sie genauer, was Sie beweisen wollen, und folgen damit den Vorgaben der Forschungsfrage.
Mit dem umgangssprachlichen Begriff der Hypothese als einer spekulativen Aussage oder eher einer unbegründeten Behauptung hat die wissenschaftlich korrekt aufgestellte Hypothese nichts zu tun. Für sie gelten Regeln und Leitlinien, die Sie kennen sollten.
Arten von Hypothesen
Hypothesen stellen Sie auf, wenn Sie im Verlauf Ihrer Arbeit einen Zusammenhang zwischen einem (bekannten) Faktor A und einem mutmaßlichen Faktor B aufdecken wollen. Verwendet werden Hypothesen in wissenschaftlichen Arbeiten überwiegend in der quantitativen Forschung auf der Basis empirischer Methoden.
Bestimmte Aspekte gelten aus Rahmen bei der Formulierung von Hypothesen:
- Die behaupteten Aspekte, auch Variablen genannt, und deren Zusammenhänge müssen empirisch messbar und beweisbar – oder auch widerlegbar – sein.
- Im Fall mehrerer Hypothesen dürfen diese sich nicht widersprechen.
- Jede Hypothese hat einen allgemeinen Anspruch und begnügt sich nicht mit einem Einzelfall.
- Die Formulierung trägt knapp und präzise dem Anliegen Rechnung – mit „Wenn-dann“ oder „Je mehr-desto“ Konstruktionen.
Damit nicht genug, werden zwei Arten von Hypothesen unterschieden:
Die ungerichtete Hypothese nimmt einen Zusammenhang zwischen A und B an, gibt diesem jedoch keine „Richtung“: „Das Alter des Vaters hat Auswirkungen auf die Intelligenz der Kinder.“
Die gerichtete Hypothese formuliert einen positiven oder negativen Zusammenhang: „Das höhere Alter des Vaters hat einen positiven Einfluss auf die Intelligenz der Kinder.“
In wissenschaftlichen Arbeiten sind gerichtete Hypothesen aufgrund ihrer deutlich höheren Aussagekraft vorzuziehen, da sie Forschende zu einem präziseren Arbeiten anhalten.
Eigene Hypothese richtig aufstellen
Wenn Sie nun für Ihre wissenschaftliche Arbeit eine oder mehrere eigene Hypothesen aufstellen möchten, arbeiten Sie sich in einzelnen Schritten an die Formulierung heran.
- Zunächst überlegen Sie mögliche Hypothesen, die sich aus der Forschungsfrage ergeben.
- Dann prüfen Sie mit einer Literaturrecherche, ob die Hypothese(n) ergiebig sind.
- Ebenso können Sie Hypothesen anhand eigener Beobachtungen und Fragen aufstellen.
Hypothesen formulieren mit Beispielen
Sobald Sie an einem Punkt angekommen sind, an dem Sie klare Vorstellungen von den Arbeitshypothesen haben, formulieren Sie diese – und zwar als Konditionalsatz. Gehen Sie dabei so präzise wie möglich zu Werk. Beispiele können sein:
„Wenn Väter zum Zeitpunkt der Zeugung bereits älter als 50 Jahre sind, hat dies positive Auswirkungen auf die Intelligenz der Kinder.“
oder
„Je älter die Väter zum Zeitpunkt der Zeugung, desto intelligenter der Nachwuchs.“
Testen von Hypothesen
Nach der Aufstellung eigener Hypothesen müssen diese im Verlauf der Arbeit bestätigt oder besser gesagt verifiziert werden. Kann eine Hypothese nicht bestätigt werden, wird sie falsifiziert.
Um einen Test einer Hypothese durchzuführen, können Sie eine sogenannte Nullhypothese, kurz H0, aufstellen. Nullhypothesen dienen dazu, die eigentliche Hypothese H1 auf den Prüfstand zu stellen.
Beispiel Nullhypothese
„Das Alter des Vaters hat keinerlei Einfluss auf die Intelligenz der Kinder.“
Beispiel H1
„Wenn Väter zum Zeitpunkt der Zeugung bereits älter als 50 Jahre sind, hat dies positive Auswirkungen auf die Intelligenz der Kinder.“
Im Verlauf der eigenen Forschung können Sie mögliche Zusammenhänge aufdecken – oder jedweden Zusammenhang von der Hand weisen. Dazu lassen sich empirische und statistische Mittel nutzen.
Fazit
Eine oder mehrere Hypothesen aufzustellen und im besten Fall zu verifizieren gehört insbesondere bei einer empirischen Untersuchung zum Ablauf einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit. Sobald Sie vielversprechende Hypothesen aufgestellt haben, denen Sie sich im Folgenden widmen wollen, müssen Sie diese natürlich auch in den Text der Arbeit einbetten.
Die Ableitung Ihrer Hypothesen aus der Fragestellung erläutern Sie Ihren Lesern in der Einleitung, oder Sie erklären sie im Zusammenhang mit der Bestandsaufnahme der vorhandenen Literatur.
Nach dem empirisch-praktischen Teil der Arbeit widmen Sie sich in der Diskussion der Verifizierung – oder Falsifizierung – der aufgestellten Hypothesen, die Sie nun überprüfen bzw. widerlegen. Im Fazit am Ende der Arbeit fassen Sie die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und formulieren auch eine knappe Antwort auf die aufgestellten Hypothesen und deren Zusammenhang mit der Forschungsfrage und dem Thema.