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Die Tour de Romandie war eine der ersten Rundfahrten, die nach dem Shutdown vom 16. März 2020 die Segel strich und nicht auf eine Austragung in der zweiten Jahreshälfte setzte. Die Tour de Suisse folgte im Laufe des Aprils, da im Juni zwar Rennen mit entsprechenden Schutzkonzepten wieder möglich gewesen wären, viele Fahrer aber wegen den Reise-Einschränkungen gar nicht hätten nach Europa bzw. in die Schweiz reisen können. Eine Absage 2020 und Durchführung in diesem Jahr auf dem Parcours 2020 war besser, auch die Sponsoren haben mitgezogen. Für die Tour de France noabene, aber auch für den Giro d’Italia, beides dreiwöchige Landesrundfahrten, die Tour de France ist der drittgrösste Sportevent der Welt, war es wegen den Sponsoren besser, die Rennen im Herbst auszutragen.
Das letzte Rennen vor dem Corona-Unterbruch war im März 2020 Paris-Nizza, das um einen Tag verkürzt wurde. Unter der Woche verschwanden die Zuschauer, die Zielankünfte waren menschenleer.. Es sollte die Blaupause für die Radrennen im Herbst und in diesem Jahr sein. Da dieses Jahr in Nizza dieses Jahr wegen der zweiten Covid-Welle Ausgangssperre herrschte, musste die Streckenführung der letzten Etappe angepasst werden. Das Publikum am Strassenrand trägt, auch bein Frühlingsklasikern in Belgien, zumeist Maske. Zuschauer im Zielbereich sind nicht zugelassen, nur die Velofahrer, ihre Mannschaften, Medienschaffende und Sportfunktionäre. Tritt in einem Team ein Corona-Fall auf, wird die gesamte Mannschaft disqualifiziert und für zwei Wochen in Quarantäne geschickt.
Auch in der zweiten Corona-Welle fährt die Schweiz einen weniger rigideren Kurs, zwar gilt Home-Office-Pflicht, die nicht systemrelevanten Läden hatten im Winter geschlossen, die Gastronomie von Weihnachten bis zum Sechseläuten. Aber Skifahren war erlaubt. Bei der Tour de Romandie gelten natürlich zuerst auch die aktuellen schweizerischen Corona-Massnahmen. Da nach wie vor grössere Menschenansammlungen im öffentlichen Raum verboten sind, gibt es auch keine Zuschauer im Start und Zielraum, also alles wie bei den Rennen im benachbartem Ausland.
Ein grosses Problem im Radsport sind bei den Rundfahrten die Transfers. Nach einer Etappe möchten die Fahrer am liebsten einfach nur noch ins Hotel, wenn dann zwei- oder dreistündige Transfers im Mannschaftsbus folgen, oder die Anreise zu einem Startort so lange dauert, wird auf die Dauer gemurrt. Selbst bei der Tour de France. Das Schutzkonzept der UCI, des internationalen Radsport Verbandes, sieht vor, dass die Teams möglichst in ihrer Bubble bleiben. So ist es Journalisten nicht gestattet, in den Teamhotels herumzulungern und auf Interviews mit den Fahrern zu hoffen. Deshalb sind bei UCI Rennen, aktuell noch passend zu den meisten Corona-Massnahmen an den Veranstaltungsorten, auch kein Publikum im Start- und Zielberech zugelassen.
Die Tour de Romandie startet heuer mit einem Prologzeitfahren in Oron, heute ist die erste Wallis-Etappe dran. Morgen geht es vom Bielersee in den Jura, am Freitag ist es eine Etappe auf der Südseite des Neuenburgersees auf waadtländischem Gebiet, am Samstag ist die Hochgebirgsetappe im Wallis dran, am Sonntag beendet das Zeitfahren rund im Fribourg die Tour. Normalerweise hätten die Mannschaften ein Hotel in der Region Fribourg-Montreux und Neuenburg für die Etappen im Jura und im Wallis genommen. Angesichts der Pandemie sind die Mannschaften für die gessamte Tour, also für fast eine Woche, in der Region Fribourg im selben Hotel einquartiert. Die TV-Kommentatoren auf RTS 2 meinten, dass Rennfahrer zwar stundenlange Transfers hassen würden, aber noch mehr würden sie es lieben, wenn sie in einem Hotel auch einmal ihre Koffer auspacken können, weil sie mehr als eine Nacht blieben. Dass das Schutzkonzept der Tour de Romandie zwar etwas längere Anreisen im Bus vorsah, aber überhaupt keine Transfers, wurde sehr geschätzt.
Prologsieger Rohan Dennis in Oron, corona-konform auch auf dem Podest mit Atemmaske.