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Nominierte Firmen Public Eye Awards 2014
22. Januar 2014
Eskom
Eskom, Südafrikas staatlicher Energiekonzern, produziert circa 90% seiner Energie in 18 Kohlekraftwerken. Internationale Studien beweisen, dass das Verbrennen von Kohle nicht nur Treibhausgase verursacht, sondern auch für die Gesundheit extrem schädlich ist. Dies bedeutet wiederum eine grosse finanzielle Belastung für die Steuerzahlenden und den Staat. Häufig befinden sich die Kraftwerke von Eskom in Gebieten, in denen die südafrikanischen Luft-Qualitätsstandards nicht eingehalten werden.
Nichtsdestotrotz behauptet Eskom, die Firma verfüge nicht über die nötigen finanziellen Mittel, um die Mindeststandards zum Schutz der Gesundheit und Umwelt zu erfüllen. Eskom hat gar beantragt, sich in einigen Fällen erst später oder gar nicht an die Emissionsstandards halten zu müssen.
FIFA
Brasilien bekommt die negativen Auswirkungen der Durchführung der Fussballweltmeisterschaft 2014 hautnah zu spüren, vor allem jene Menschen, welche in unmittelbarer Nähe der Austragungsorte leben.
Hunderttausende wurden in den zwölf Städten, in welchen die Spiele stattfinden, zwangsvertrieben und haben dadurch ihr Zuhause und ihre Existenzgrundlage verloren. Zudem macht die FIFA keinerlei Anstalten, Klein- oder Familiengewerbe von der Meisterschaft profitieren zu lassen.
Im Umkreis von 2 Kilometern um Stadien oder Fan-Bereiche werden exklusive Zonen errichtet, in denen die Bewegung der Menschen und der Verkauf von Produkten kontrolliert werden. Dies treibt unzählige Strassenverkäuferinnen und -verkäufer in den Ruin. Die ärmere Bevölkerung trägt wie so oft den Grossteil der Last. Setzen sich die Menschen für ihre Rechte ein, wird ihnen mit Gewalt begegnet.
GAP
Nach dem Einsturz der Rana-Plaza-Fabrik in Bangladesch, welchem mehr als 1100 Menschen zum Opfer fielen, haben über 100 global tätige Bekleidungsfirmen ihre Verantwortung für die Sicherheit in ihren Wertschöpfungsketten wahrgenommen und den «Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh» unterzeichnet.
Textilgigant Gap hingegen – einer der Hauptabnehmer von Kleidern aus Bangladesch – weigert sich bis heute, das rechtlich verbindliche Abkommen mit den Gewerkschaften zu unterzeichnen. Stattdessen unterminiert Gap mit einem eigenen Pseudo-Abkommen aktiv die Bemühungen für wirksame Reformen.
Das Abkommen von Gap wird einzig von den beteiligten Firmen gesteuert, ist nicht rechtlich verbindlich und enthält keine Rechenschaftspflicht gegenüber den Arbeitnehmenden. Gap stellt damit PR-Massnahmen über die Sicherheit und Rechte von Arbeitnehmenden und hat andere Firmen wie Walmart und Target davon überzeugt, ebenfalls mitzuziehen.
GAZPROM
Gazprom ist das erste Unternehmen, welches eine Bohrplattform in der eisbedeckten Petschorasee in der Arktis errichtet hat.
Die Pläne des Unternehmens, im Dezember 2013 das erste arktische Öl zu fördern, stehen aufgrund der schwerwiegenden Umweltrisiken in der Kritik. Gazprom weigert sich bis heute, ihren Notfallplan gegen Ölverschmutzung öffentlich zu machen.
Einzig eine Zusammenfassung ist erhältlich, welche darlegt, dass Gazprom nicht für die grossen Risiken einer Ölbohrung in der Arktis vorbereitet ist. Das Unternehmen bekennt sich zur Einhaltung von Umweltstandards, hält jedoch trotzdem an seinen Bohrplänen in der Arktis fest.
GlencoreXstrata
Glencore Xstrata ist das weltweit grösste diversifizierte Handelsunternehmen für Rohstoffe wie Kohle, Öl, Kupfer, Zink, Blei, Aluminium, Metalllegierungen, Getreide oder Ölsaaten. Durch die Bergbau-Aktivitäten von Glencore Xstrata werden lokale und indigene Bevölkerungsgruppen von ihren Territorien vertrieben, Lebensgrundlagen wie Wasser und Land verschmutzt und zerstört, ganze Gesellschaften gespalten und Behörden korrumpiert.
Zudem vermeidet das Unternehmen aggressiv Steuern, was die Förderländer um dringend nötige Einnahmen bringt, und arbeitet mit korrupten Mittelsmännern zusammen. KritikerInnen werden, teils juristisch, verfolgt und von Sicherheitskräften oder bewaffneten Gruppen bedroht.
Ungeachtet bestehender Gerichtsprozesse und staatlich verordneter Sanktionen gegen das Unternehmen, bestreitet Glencore Xstrata kategorisch seine Verantwortung für die Missstände.
HSBC
Die HSBC, eine der führenden globalen Banken, tätigt Geschäfte in Ländern wie Malaysia, Indonesien oder Liberia, wo schwere Fälle von Landenteignungen (Land Grabbing) und Menschenrechtsverletzungen aufgedeckt wurden. HSBC beteiligt sich an der Finanzierung der Palmölfirmen Sime Darby und Wilmar International, die dafür bekannt sind, die Menschenrechte nicht zu respektieren. Trotz Studien, welche die zerstörerischen Geschäftspraktiken der Firmen belegen, vergibt HSBC weiterhin Kredite an die beiden Unternehmen und hält deren Aktien.
Die Gesamtsumme dieser finanziellen Unterstützung beläuft sich auf über 1 Milliarde €, eine Unterstützung, welche es den beiden Firmen ermöglicht, ihre Landenteignungen und die umweltzerstörerischen Geschäftspraktiken weiterzuführen.
Marine Harvest
Die norwegische Marine Harvest Gruppe ist das weltweit grösste Lachszucht-Unternehmen. In seiner Heimat präsentiert sich Marine Harvest gern grün und transparent. In Chile hingegen führen die unverantwortlichen Geschäftspraktiken und die schwache Gesetzeslage zu Umweltkatastrophen und sozialen Missständen.
Das Unternehmen profitiert von tiefen Standards und missachtet zudem Arbeits-, Gesundheits- und Umweltgesetze. Marine Harvest gefährdet die Lebensgrundlage und den Lebensraum indigener Bevölkerungsgruppen, weil das Unternehmen die Umwelt zerstört und die nicht-industrielle Fischerei verunmöglicht.
Wenn Fjorde durch Abfälle der Lachsindustrie zu sehr verschmutzt sind, lässt Marine Harvest diese «ökologischen Friedhöfe» zurück und zieht weiter in den Süden, ins noch kaum berührte Patagonien.
Syngenta, Bayer und BASF
Syngenta, Bayer und BASF (die «Bienen-Killer») sind grosse, multinationale Firmen, welche hochgiftige Pestizide herstellen und verkaufen. Diese Pestizide sind für das Massensterben von Bienen und anderen Bestäubern, die für Umwelt, Landwirtschaft und die globale Nahrungsmittelproduktion wichtig sind, mitverantwortlich.
Das Geschäft mit den für Bienen tödlichen Pestiziden garantiert den Unternehmen einen Profit in Milliardenhöhe. Zudem streben sie eine vollständige Kontrolle über die industrielle Nahrungsmittelproduktion an. Gewisse dieser Pestizide sind in Europa seit 2013 verboten. Nichtsdestotrotz streiten die Unternehmen grösstenteils ab, dass ihre Pestizide negative Auswirkungen auf Bienen und das Ökosystem haben.