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Das Weibchen ging seit dem Legen des Eis nicht mehr raus. Alle paar Stunden (8:55 und 11:01) läuft sie kurz vom Ei weg, streckt und lockert die Flügelmuskeln. Zwischendurch werden die Eier gedreht, damit sie gleichmässig ausgebrütet werden. Das Männchen war tagsüber nicht im Nest, bringt Mäuse und letzte Nacht fanden auch immer noch mehrere Paarungen statt.
Dieser Film gibt Einblick in verschiedene Szenen zwischen 20:47 und 23:36. Erstens zeigt er, dass um 20:47:36 das zweite Ei da ist. Er zeigt, dass das Männchen nachts im Nistkasten ist und noch immer mehrere Paarungen stattfinden. Er zeigt, dass das Weibchen zwischendurch von den Eiern aufsteht, um sich zu bewegen. Meistens sitzt das Weibchen jedoch ziemlich regungslos auf den Eiern, was auf diesen Filmen aber weniger ersichtlich ist.
Die Schleiereule sitzt die meiste Zeit auf den Eiern. Auf dem Film ist zu sehen, wie sie zwischendurch isst und die Muskeln lockert. Zwischen 7:44:49 und 7:45:16 verlässt sich kurz – also für etwas mehr als eine Minute – den Nistkasten. Die dunklen Stellen am Boden sind Gewölle, das heisst nicht-verdauliche Knochen und Haare der verschlungenen Mäuse, die die Schleiereule wieder aus dem Schnabel herauswürgt.
Die ganze Maus wird verschlungen, alles kann jedoch nicht verdaut werden! Die unverdaulichen Teile (Knochen, Haare, Krallen etc.) werden im Magen gesammelt und zu Ballen gepresst und dann als Gewölle (Speiballen) wieder hochgewürgt und aus dem Schnabel ausgestossen. Die Bestandteile in den Gewöllen geben einen interessanten Einblick in das Nahrungsspektrum der Schleiereule.
Kampf gegen Turmfalke
Bereits am 27. April hat sich ein Turmfalke im Schleiereulenkasten blicken lassen und wurde vom Weibchen vertrieben (weiter oben, Film vom 27.4.2021). Am 8. Mai kommt es zu einem Kampf, als das Männchen in den Nistkasten tritt. Schliesslich gehen Männchen und Weibchen beide bei den Eiern in Abwehrstellung gegen den Eindringling. Auch am 10. Mai wird es nochmals zu einem Kampf kommen (weiter unten, Film vom 10.5.2021).
Küken schlüpfen aus den Eiern
Der Turmfalke ist noch immer nicht vollends vertrieben (weiter oben, Filme vom 27.4. und 8.5.). Er sitzt teils im vorderen Teil des Nistkastens und als das Schleiereulen-Männchen eintritt, kommt es zum Kampf. Der Turmfalke könnte den Mäusevorrat plündern oder wenn beide Schleiereulen-Eltern zu einem späteren Zeitpunkt draussen sind, gefährlich für die jungen Schleiereulen werden.
Alle 6 geschlüpft – Aufzucht der Jungen beginnt
Muskeln bewegen, essen, putzen und Kinder aufziehen
Mäuse, Mäuse und nochmals Mäuse …
Bei so vielen Geschwister ist es nicht immer einfach. Vor allem, wenn sie noch so viel grösser sind… drängeln, sich Platz verschaffen und sich durchsetzen ist teils überlebenswichtig. Zum Glück haben nicht alle grossen Geschwister einen Mordshunger und es hat genügend Mäuse, so erhält das kleinste wohl doch was ab. Das grösste Geschwister schnappt sich aber letztlich (32:46) doch das grösste Stück!
Dieser Film ist ein Zusammenschnitt vom 2.6.2021. Er zeigt, dass alle 6 jungen Schleiereulen munter sind, schlafen und essen und bisher genügend Nahrung erhalten. Die Mutter und auch die kleinen Schleiereulen putzen sich fleissig. In der Nacht geht nun auch die Mutter auf Mäusejagd und lässt die Kleinen alleine im Nistkasten.
Schleiereulen sind sehr unflexibel, was das Essen angeht: Sie essen nur Mäuse. Wenn im Winter viel Schnee liegt und die Mäusejagd schwieriger wird, kann es vorkommen, dass Schleiereulen über den Winter verhungern, weil sie nicht auf andere Nahrung ausweichen können. Vielleicht finden Sie dann in einem Stall auf einem Heuboden noch Mäuse oder irgendwo unter Bäumen, wo kein Schnee liegt. Zum Glück finden die beiden Eltern momentan in der Nacht viele Mäuse.
Brav in Reih und Glied geordnet stehen die Kinder da, bis die Mutter bei 02:08 über die Kinder „stolpert“ und die Ordnung ihrer Kinder durcheinander bringt. 🙂 Mit der Zeit werden die Kinder dann aber aufmüpfiger und aktiver (05:02). Und letztlich pickt ein Junges ab 06:17 vehementer an der Mutter herum. Warum wohl? Gibt’s zu wenig Mäuse? Oder sind das zärtliche Neckereien?
Die Maus wird der Familie bei 0:02 (Uhrzeit: 1:29:14) übergeben und schnell verschwinden die Eltern wieder. Bei 1:15 (Uhrzeit: 3:50) wird wieder eine Maus gebracht. Unterdessen jagen beide erwachsenen Schleiereulen wieder in der Nacht. Die Jungvögel werden nicht mehr gehudert und sind alleine im Nest.
Wechsel vom Daunenkleid ins erwachsene Federkleid
Es ist erfreulich, dass es genügend Mäuse gibt und daher alle sechs Jungvögel gross werden. Das ist nicht selbstverständlich. Es kommt bei Schleiereulen vor, dass das kleinste Junge eine Art „lebendiger Vorrat“ für Zeiten mit Nahrungsknappheit darstellt, der dann von den Eltern in Not gefressen wird. Eine einzige Schleiereule verschlingt pro Nacht etwa 5 Mäuse. Während der Jungenaufzucht können es pro Eulenfamilie und Nacht mehr als 30 Mäuse sein, sodass in der 3-monatigen Aufzuchtzeit die ganze Familie 3000-4000 Mäuse frisst. Im Jahr kann ein Eulenpaar bis zu 6000 Mäuse vertilgen!
Hecheln hilft gegen Hitze
Maus zu gross oder Schnabel zu klein?
Flugübungen – Bald bereit für den Abflug?
Die starr nach vorne gerichteten Augen der Schleiereule sind unbeweglich. Diese Unbeweglichkeit der Augen macht die Eule jedoch mit der extremen Beweglichkeit ihres Kopfes wieder wett. Bis zu 270 Grad ist der Kopf drehbar. Wenn die Eule also den Kopf nach rechts bewegt, kann sie nicht bloss nach hinten schauen, sie kann mit der Rechtsbewegung sogar nach links schauen! Dies hilft der Eule nicht nur ihre Blickrichtung, sondern vor allem auch ihre Hörrichtung zu ändern. Die Schleiereule hat ein exzellentes Gehör, mit dem sie ihre Beute im Dunkeln exakt ortet. Auch die Augen der Schleiereule sind gut auf die Dunkelheit abgestimmt, extrem lichtempfindlich und gross, damit sie bei wenig Licht in der Nacht Mäuse jagen kann. Zudem ermöglichen die beiden starr nach vorne gerichteten Augen der Schleiereule ein gutes räumliches Sehen.
Seit dem 26.7. sind alle Schleiereulen ausgeflogen und verbringen den Tag schlafend in einem geschützten Unterschlupf in der Nähe des Nistkastens, z.B. Scheune oder Baum. Die sechs unterschiedlich alten Schleiereulen flogen etwa zwischen dem 23. und 26.7. aus und kehren in der Nacht kurz zum Essen einzeln oder gruppenweise wieder in den Nistkasten zurück. Am 30.7. hat die Kamera zwischen 2:27-5:07, am 31.7. zwischen 3:53-5:13 Aktivitäten registriert.