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Klimaschutz
TartufiVino importiert heute die Weine, wenn immer möglich, nicht mehr mit dem LKW, sondern mit der Bahn in die Schweiz.
Der Klimawandel ist unbestritten. Die Symptome lassen sich in zwei wesentlichen Punkten zusammenfassen: Es wird heisser und es wird nasser. Zum einen treten immer häufiger Trocken- bzw. Hitzeperioden mit Extremtemperaturen auf und die Durchschnittstemperaturen steigen. Zum anderen konzentrieren sich die Niederschläge zunehmend auf die Wintermonate, die Regenfälle werden heftiger und unregelmässiger, und Starkniederschläge nehmen zu. Witterungsschwankungen beeinflussen grundsätzlich die Qualität des Weins, und durch die Klimaveränderungen verschieben sich die Weinanbauzonen. Die Rebe stellt einerseits hohe Anforderungen an das Klima, kann sich aber andererseits gut anpassen.
Treibhausgase verursachen Klimaveränderungen
Die Ursache für den Klimawandel ist der so genannte Treibhauseffekt. Er entsteht dadurch, dass bestimmte Gase sich in der Erdatmosphäre sammeln und eine Schicht bilden, die die Wärmestrahlung der Sonne auf der Erde festhält - wie die Glasscheiben in einem Treibhaus. So heizt sich das Erdklima allmählich auf. Zu den Treibhausgasen gehören insbesondere Kohlendioxid (CO2) und Methan (CH4). Durch menschliche Aktivitäten ist der Ausstoss an Treibhausgasen seit dem Beginn der industriellen Revolution Mitte des 19. Jahrhunderts erheblich angestiegen. Diese Aktivitäten sind im Wesentlichen Stromerzeugung, Verkehr, Industrie, Heizung und Bodennutzung. CO2 ist laut Greenpeace für rund 60 Prozent der vom Menschen verursachten Erderwärmung verantwortlich.
Konsequenzen für den Weinbau
Auf den Weinbau hat der Klimawandel sowohl positive als auch negative Auswirkungen, wobei die Nachteile überwiegen. Allgemein lassen sich - speziell für Mitteleuropa - zunächst die folgenden Punkte festhalten: Die Erwärmung betrifft vor allem die Sommer- und Wintermonate und führt generell zu höheren Tages- und Nachttemperaturen. Die Weine werden sich insgesamt reifer, extrakt- und alkoholreicher präsentieren. Besonders Weissweine werden aufgrund der früheren Reife mehr Alkohol und weniger Säure aufweisen, da hohe Nachttemperaturen zu einem verstärkten Säureabbau führen können. Trauben aus dem Mittelmeerraum bringen dank des wärmeren Klimas auch hierzulande respektable Qualitäten hervor, etwa die roten Rebsorten Cabernet Sauvignon, Merlot oder Syrah. So vergrössern und verschieben sich die für Weinbau geeigneten Zonen und Gebiete, und das Rebsortenspektrum speziell in den nördlicheren Regionen verändert sich. Die Winzer werden danach streben, die Reifezeit der Trauben zu verlängern.
Positive und negative Effekte
Die längere Vegetationsperiode ist von Vorteil für den Weinbau, denn weniger Frosttage sowie mehr Wärme sorgen dafür, dass die Trauben besser ausreifen können. Dadurch können sich die Weine insgesamt qualitativ verbessern, besonders die Rotweine. Die frühere Traubenreife eröffnet auch einen grösseren Spielraum, um bestimmte Qualitätsstufen zu erreichen. Höhere Temperaturen in der Reifephase begünstigen die Bildung der primären Aromastoffe. Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit, dass zur Lesezeit trockenes und stabiles Wetter herrscht. Gleichzeitig erwachsen aus der Klimaveränderung jedoch erhebliche Nachteile: Durch den früheren Rebenaustrieb kann eventuell einsetzender Spätfrost grössere Schäden anrichten. Extreme Witterung mit grosser Hitze und Unwettern führt zu schwankenden Erträgen und gefährdet die Traubenqualität. Schädlingsbefall und Rebkrankheiten sowie Probleme mit Bakterien, Phytoplasmen und Viren können häufiger auftreten. Die Weine haben unter Umständen ein geringeres Alterungspotenzial und sind anfälliger für Gärstörungen oder untypischen Alterston.
Hitze führt zu Trockenheit und Krankheiten
Wenn sich der Frühling schneller entwickelt, werden die jungen Beeren, insbesondere gleich nach der Rebblüte, eventuell nicht genug abgehärtet. Sie können dann stärker durch Sonnenbrand geschädigt werden. Zudem führt die Wärme zu verstärktem Trockenstress, die Reben verbrauchen mehr Wasser, und auch die Begrünungspflanzen haben mit Wassermangel zu kämpfen. In manchen Weinbaugebieten kann es in der Folge sogar zu Versalzungsproblemen des Bodens kommen. Daher werden im Sommer vermehrt künstliche Bewässerung und Massnahmen zum Sonnenschutz notwendig sein. Die extreme Witterung stört die Nährstoffversorgung, was zusammen mit mangelnder Düngung die Traubenwelke fördert. Da sich bei höheren Temperaturen während der Reifephase früher Botrytis und Grünfäule bilden können, steigt zusätzlich der Aufwand bei der Lese.
Niederschläge, Wind, Strahlung und Schädlinge bedrohen die Reben
Parallel zum Temperaturanstieg am Boden nimmt das Ozon in der oberen Atmosphäre ab. Der Filter der gefährlichen UV-B-Strahlung der Sonne wird geschwächt, und das Ozonloch vergrössert sich weiter. Die UV-B-Strahlen können die Zellen der Rebpflanzen zerstören und bewirken, dass sich verstärkt Gerbstoffe in den Beerenschalen einlagern. Das beeinträchtigt die Weinqualität. Der Klimawandel bedeutet auch häufiger Starkregen und Hagel. Niederschläge und Überschwemmungen können die Reben schädigen, ausserdem steigt die Gefahr von Bodenerosionen. Die mittlere Windgeschwindigkeit wird zunehmen, und Wirbelstürme treten vermehrt auf. Ein weiteres Problem ist die zunehmende Population und höhere Generationszahl von Schadinsekten. Heimische Schaderreger finden günstigere Entwicklungsbedingungen vor, und neue Schädlinge aus südlichen Regionen breiten sich auch in nördlicheren Gefilden aus. Auch Rebkrankheiten treten ausserhalb ihrer bisherigen Verbreitungsgebiete auf.
Änderungen im Weinbau
Konsequenzen wird es weltweit für alle Weinbaugebiete in unterschiedlicher Ausprägung geben. In Australien, Kalifornien und Teilen von Südeuropa werden die Niederschläge wahrscheinlich so stark zurückgehen, dass diese Regionen für Qualitätsweinbau zu heiss werden könnten. Weine aus der Champagne und Bordeaux könnten durch verbesserte Traubenreife weiter an Qualität gewinnen. Die Weinbauzonen werden sich in Richtung der Pole erweitern: In Europa sind Dänemark, Schweden, England, die Niederlande, Kroatien, Polen und die Ukraine Kandidaten für neue Anbaugebiete. Ausserhalb Europas werden vermutlich Argentinien, Chile, Neuseeland, Teile Australiens sowie der Norden von China zulegen können. Insgesamt wird sich der Weinbau sowohl in der Weinbergsarbeit als auch in der Weinbereitung anpassen müssen: Die Wahl von Rebsorten, Unterlagen, Düngung, Erziehungsform, Rebschnitt, Begrünung und Pflanzenschutz muss überprüft werden, und auch die Weinstile werden sich ändern.
Verpackung und Transport als Umweltsünder
Die Weinwirtschaft ist jedoch nicht nur Opfer, sondern auch Mitverursacher der Klimawandels. Sie trägt mit Traubenproduktion, Gärung und Agrochemikalien sowie mit Energie, Verpackungsmaterial und Transport zu den Treibhausgas-Emissionen bei. Dabei setzt die Produktion von Glasflaschen deutlich mehr CO2 frei als die Arbeit im Weinberg und im Keller. Eine Studie im Auftrag des Fachverbands für Bordeaux-Weine (CIVB) besagt, dass auf den Anbau und Ausbau des Weins 15 Prozent der klimarelevanten Umweltbelastungen entfallen, auf den Transport 18 Prozent und auf die Verpackung - also Glas und Kartonagen - 44 Prozent. Der Transport von Flaschenwein mit dem LKW hat eine besonders schlechte Ökobilanz, wie eine Studie des Instituts für angewandte Ökologie in Berlin zeigt. Es besteht also Handlungsbedarf.
Als Kunde handeln, während Politiker scheitern
Auf der 16. UNO-Klimakonferenz, die im Dezember 2010 im mexikanischen Cancún stattfand, konnte allerdings kein rechtlich verbindliches Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll beschlossen werden. Von der grossen Politik ist daher eine Lösung der Klimaproblematik in absehbarer Zeit kaum zu erwarten. Bei den Verbrauchern ist das Umweltbewusstsein dagegen höher. So sprach sich bei einer Umfrage des Weinmagazins Vinum Anfang 2011 eine Mehrheit der Nutzer für eine klimaneutrale Produktion von Wein aus.
Winzer, Händler und Kunden helfen gemeinsam
Ökologisches Engagement der Anbieter ist bei vielen Produkten längst zu einer wichtigen Kaufentscheidung geworden. Auch die meisten Weingeniesser sind sehr sensibel für Umweltaspekte geworden. Die Slow-Food-Bewegung und die LOHAS-Philosophie (Lifestyles of Health and Sustainability) zeugen von einem neuen Bewusstsein, das Genuss und Nachhaltigkeit miteinander verbindet. Konsumenten, die diese Motive teilen, sind eine wichtige Zielgruppe für Weinerzeuger und Weinhändler. Sie wissen, dass exzellente Weine nur aus gesunden natürlichen Bedingungen hervorgehen können.
TartufiVino Importiert heute die Weine, wenn immer möglich, nicht mehr mit dem LKW, sondern mit der Bahn in die Schweiz.