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Selbständigerwerbende
Selbständigerwerbend ist, wer Erwerbseinkommen erzielt, das nicht Entgelt für eine als Arbeitnehmender geleistete Arbeit darstellt.
Selbständigerwerbende:
- treten nach Aussen mit einem Firmennamen auf. Das heisst, sie besitzen beispielsweise einen Eintrag im Handelsregister, im Adress- und Telefonbuch, eigenes Briefpapier oder eine Bewilligung zur Berufsausübung. Sie stellen zudem in eigenem Namen Rechnung, tragen das Inkassorisiko und rechnen die Mehrwertsteuer ab.
- tragen ihr eigenes wirtschaftliches Risiko. Das heisst, sie tätigen beispielsweise Investitionen mit langfristigem Charakter, kommen für ihre Betriebsmittel selbst auf und zahlen Miete für Arbeitsräume selbst. Zudem sind sie frei in der Auswahl der Arbeiten.
- können ihre Betriebsorganisation frei wählen. Das heisst, sie bestimmen selbst ihre Präsenzzeit, die Organisation ihrer Arbeit und ob sie Arbeiten an Dritte weiterleiten. In der Regel üben sie ihre Arbeit in Räumen ausserhalb ihrer Wohnung aus.
- sind für mehrere Auftraggeber tätig. Die Tätigkeit für lediglich einen Auftraggeber gilt im Normalfall als unselbständige Erwerbstätigkeit.
Ob eine Person im Sinne der AHV selbständigerwerbend ist, beurteilt die AHV-Ausgleichskasse im Einzelfall. Massgebend für die Beurteilung sind die wirtschaftlichen Verhältnisse und nicht die vertraglichen.
Die selbständige Erwerbstätigkeit kann im Haupterwerb oder im Nebenerwerb ausgeübt werden.
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Beitragspflicht
Bei der Erfüllung der Beitragspflicht ist zu unterscheiden, ob die selbständige Erwerbstätigkeit im Haupt- oder Nebenerwerb ausgeübt wird.
Beitragspflicht für Selbständigerwerbende im Haupterwerb
Erwerbseinkommen von Selbständigerwerbenden im Haupterwerb unterliegen ab dem 1. Januar nach Vollendung des 17. Altersjahres der Beitragspflicht an die AHV/IV/EO. Die Beitragspflicht an die Familienausgleichskasse ist auf den Höchstbetrag gemäss UVG beschränkt.
Selbständigerwerbende, welche das ordentliche AHV-Rentenalter erreicht haben und weiter erwerbstätig sind, zahlen weiterhin Beiträge an die AHV, die IV und die EO. Beitragspflichtig ist das Erwerbseinkommen, welches den Freibetrag von Fr. 16'800.- pro Jahr übersteigt.
Beitragspflicht für Selbständigerwerbende im Nebenerwerb
Erwerbseinkommen von Selbständigerwerbenden im Nebenerwerb unterliegen ab dem 1. Januar nach Vollendung des 17. Altersjahres der Beitragspflicht an die AHV/IV/EO, sofern dieses höher ist als Fr. 2'300.- pro Jahr. Die Beitragspflicht an die Familienausgleichskasse ist auf den Höchstbetrag gemäss UVG beschränkt.
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Höhe der Beiträge
Es gelten unterschiedliche Regelungen je nach Höhe des Erwerbseinkommens.
Höhe der Beiträge
Ab einem Einkommen aus der selbständigen Erwerbstätigkeit von Fr. 56'400.- pro Jahr und mehr entspricht:
- der AHV-Beitrag 7.8%
- der IV-Beitrag 1.4%
- der EO-Beitrag 0.5%
Für Einkommen zwischen Fr. 9'400.- und Fr. 56'400.- gelten reduzierte Prozentsätze.
Der jährliche Mindestbeitrag an die AHV/IV/EO (ohne Verwaltungskosten) beträgt Fr. 480.-.
Der Beitrag an die Familienzulagen: 1.35%.
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Abrechnungsverfahren
Das Abrechnungsverfahren ist in die Erhebung von Akontobeiträgen für das Laufjahr und die definitive Beitragsrechnung unterteilt.
Abrechnungsverfahren
Im laufenden Beitragsjahr setzt die AHV-Ausgleichskasse Akontobeiträge fest, die auf dem voraussichtlichen Einkommen basieren. Die Akontobeiträge müssen in der Regel vierteljährlich bezahlt werden. Wird sich voraussichtlich im Laufjahr das Einkommen aus der selbständigen Erwerbstätigkeit massgebend verändern, so kann dies der Ausgleichskasse schriftlich mitgeteilt werden, damit diese die Akontobeiträge anpassen kann.
Die definitiven Beiträge werden aufgrund der Steuerveranlagung festgesetzt. Zum Nettoeinkommen gemäss Steuerveranlagung werden die bezahlten AHV-, IV- und EO-Beiträge wieder hinzugerechnet. Die Ausgleichskassen berechnen die Differenz zwischen den bezahlten Akontobeitägen und den definitiven Beiträgen:
- sind die bezahlten Akontobeiträge höher als die definitiven Beiträge, erstattet die Ausgleichskasse die Differenz zurück (inkl. allfällige Vergütungszinsen)
- sind die bezahlten Akontobeiträge tiefer als die definitiven Beiträge, stellt die Ausgleichskasse für die Differenz Rechnung (inkl. allfällige Verzugszinsen
Bestehen bei der Zahlung der Akontobeiträge oder der definitiven Beiträge Schwierigkeiten, ist mit der Ausgleichskasse Kontakt aufzunehmen. Falls eine Ratenzahlung vereinbart wird, sind Verzugszinsen in der Höhe von 5 Prozent geschuldet.
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Individuelles Konto (IK)
Die Angaben im individuellen Konto (IK) geben Aufschluss über sämtliche Einkommen und Betreuungsgutschriften, die den einzelnen Ausgleichskassen gemeldet wurden.
Individuelles Konto (IK)
Die Angaben im individuellen Konto (IK) geben Aufschluss über sämtliche Einkommen und Betreuungsgutschriften, die den einzelnen Ausgleichskassen gemeldet wurden.
Einkommen, die im laufenden Jahr erzielt wurden, sind im individuellen Konto noch nicht eingetragen. Bei Selbständigerwerbenden werden die Einträge auf dem individuellen Konto erst vorgenommen, wenn die Beiträge definitiv festgesetzt sind.
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Familienzulagen/Mutterschaftsentschädigung
Selbständigerwerbende mit Kindern haben unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Familienzulagen und nach der Geburt auf Mutterschaftsentschädigung.
Familienzulagen
Selbständigerwerbende haben Anspruch auf Familienzulagen, sofern sie ein Jahreseinkommen erzielen, das höher ist als Fr. 7'050.- (50% der minimalen AHV-Altersrente).
Der Anspruch ist bei der Familienausgleichskasse geltend zu machen. Er entsteht und endet mit der Aufnahme respektive Beendigung der selbständigen Erwerbstätigkeit.
Für jedes Kind besteht nur Anspruch auf eine Zulage. Erfüllen mehrere Personen die Voraussetzungen für den Bezug von Familienzulagen, richtet sich der Anspruch nach der folgenden Reihenfolge:
- die erwerbstätige Person
- die Person, welche die elterliche Sorge innehat oder bis zur Mündigkeit innehatte
- bei gemeinsamer elterlicher Sorge oder wenn keine der berechtigten Personen die elterliche Sorge hat, ist in erster Linie anspruchsberechtigt, wer überwiegend mit dem Kind zusammenlebt oder bis zu seiner Mündigkeit lebte; bei Trennung oder Scheidung hat deshalb in erster Linie Anspruch, wer das Kind bei sich betreut
- leben beide Eltern mit dem Kind zusammen, was bei verheirateten Eltern die Regel ist, so hat Vorrang, wer im Wohnsitzkanton des Kindes arbeitet
- arbeiten beide oder arbeitet keiner der Elternteile im Wohnsitzkanton des Kindes, so bezieht die Familienzulagen, wer das höhere AHV-pflichtige Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit hat. Bezieht keiner ein Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit, so hat Vorrang, wer das höhere Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit bezieht
Die zweitanspruchsberechtigte Person hat Anspruch auf den entsprechenden Differenzbetrag, wenn die gesetzlichen Familienzulagen in ihrem Kanton höher sind als im Kanton, in dem die Familienzulagen vorrangig ausgerichtet werden. Für Nichterwerbstätige besteht kein Anspruch auf Differenzzahlung.
Je nach Konstellation besteht ein Erst- und ein Zweitanspruch auf Kinder- und Ausbildungszulagen. Das Tool: "Familienzulagen: Erst-Anspruchsberechtigung" gibt Hinweise, wer Erstanspruchsberechtigter ist (Entscheid der zuständigen Familienausgleichskasse vorbehalten).
Bei Unfall, Krankheit und Tod bleibt der Anspruch für den laufenden und drei weitere Monate bestehen, bei Mutterschaftsurlaub jedoch längstens während 16 Wochen.
Bei Kindern im Ausland gelten besondere Bestimmungen.
Mutterschafts- entschädigung
Die Mutterschaftsentschädigung ersetzt einer Mutter nach der Geburt während einer bestimmten Dauer den Lohn.
Der Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung entsteht, wenn die Anspruchsberechtigte:
- während 9 Monaten unmittelbar vor der Niederkunft im Sinne des AHV-Gesetzes obligatorisch versichert war
- in dieser Zeit während mindestens 5 Monaten eine Erwerbstätigkeit ausgeübt hat und
- im Zeitpunkt der Niederkunft Arbeitnehmerin ist oder
- Selbständigerwerbende ist oder
- im Betrieb des Ehemannes mitarbeitet und einen Barlohn bezieht.
Der Anspruch ist bei der AHV-Ausgleichskasse geltend zu machen.
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Militär-/Zivil-/Zivilschutzdienst
Die Leistungen aus der Erwerbsersatzordnung (EO) ersetzen den Selbständigerwerbenden einen Teil des Erwerbsausfalls.
Militär- / Zivil- / Zivilschutzdienst
Die Leistungen aus der Erwerbsersatzordnung ersetzen den Selbständigerwerbenden einen Teil des Erwerbsausfalls.
Anspruch auf Erwerbsausfallentschädigung haben dienstleistende Personen, die in der Schweiz oder im Ausland wohnen:
- für jeden besoldeten Diensttag in der schweizerischen Armee, im Zivilschutz und im Rotkreuzdienst
- für jeden anrechenbaren Diensttag im Zivildienst
- für jeden Kurstag bei eidgenössischen oder kantonalen Kaderbildungskursen von Jugend und Sport
- für jeden Kurstag in Jungschützenleiterkursen, für den sie den Funktionssold erhalten
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Unfall/Krankheit/berufliche Vorsorge
Erleidet eine selbständigerwerbende Person einen Unfall oder erkrankt sie längerfristig, hat dies Einfluss auf die Leistungen von verschiedenen Sozialversicherungen.
Unfall/Krankheit
Die Heilungskosten infolge Unfall / Krankheit sind im Rahmen der obligatorischen Krankenversicherung (KVG) gedeckt. Eine weitergehende Versicherungsdeckung (zum Beispiel Verdienstausfall) ist Sache der / des Selbständigerwerbenden.
Bei langandauernder Arbeitsunfähigkeit ist eine Früherfassung bei der Invalidenversicherung (IV-Stelle des Wohnkantons) angezeigt.
Der Anspruch auf Familienzulagen endet nach dem dritten Monat nach dem Unfallmonat.
Berufliche Vorsorge
Wenn sich ein Selbständigerwerbender freiwillig versichern liess (Vorsorgeeinrichtung des Berufsverbandes, Stiftung Auffangeinrichtung BVG, oder wenn Arbeitnehmende beschäftigt werden, bei dieser Vorsorgeeinrichtung), ist eine langandauernde Erwerbsunfähigkeit dieser Vorsorgeeinrichtung zu melden.
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Befristete Erwerbstätigkeit in einem EU-/EFTA-Staat
Wird in einem EU-/EFTA-Staat eine befristete Erwerbstätigkeit aufgenommen, bleibt die Versicherungsunterstellung in der Schweiz erhalten.
Befristete Erwerbstätigkeit in einem EU-/EFTA-Staat
Die Versicherungsunterstellung bleibt bestehen, wenn:
- in der Schweiz eine selbständige Erwerbstätigkeit ausgeübt wurde
- die Sozialversicherungsbeiträge an die Ausgleichskasse entrichtet wurden
- die selbständige Erwerbstätigkeit vorübergehend in einem EU-/EFTA-Staat ausgeübt wird
Um die Unterstellung unter die schweizerischen Sozialversicherungen belegen zu können, muss eine entsprechende Bescheinigung verlangt werden (A1 für EU-Statten, E101-Bescheinigung für EFTA-Staaten).
Die Entsendung als Selbständigerwerbender ist in der Regel auf ein Jahr möglich. Eine Verlängerung um ein weiteres Jahr bedarf der Zustimmung des ausländischen Sozialversicherungsträgers. Eine befristete Entsendung von mehr als 24 Monaten ist beim Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) anzumelden.
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Anstellung von Arbeitnehmenden
Anstellung von Arbeitnehmenden
Wenn ein Selbständigerwerbender eine Person anstellt, dann wird sie / er zum Arbeitgebenden.
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Ich bin selbstständig erwerbend und habe gesundheitliche Probleme
Anmeldung bei der Invalidenversicherung
Versicherte Personen, die bei ihrer selbstständigen Tätigkeit gesundheitlich eingeschränkt sind, sollten sich möglichst schnell bei der IV-Stelle melden. Die IV-Stelle wird in der Folge abklären, ob ihre Erwerbstätigkeit durch die Anpassung oder Umstrukturierung des Betriebs erhöht werden kann. Lässt sich die gesundheitliche Einschränkung dadurch nicht verringern, mutet die IV-Stelle der selbständigen Person auch zu, sich beruflich neu zu orientieren. Die IV-Stelle kann bei der Berufswahl beraten und die Umschulung und Einarbeitung in einen neuen Tätigkeitsbereich finanziell unterstützen. Der Anspruch auf eine Rente wird erst geprüft, wenn keine Aussicht auf die Erhöhung der Erwerbsfähigkeit im bisherigen Beruf oder einer anderen zumutbaren Tätigkeit besteht.