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Die günstigste Einschussentfernung, kurz GEE genannt, ist ein jagdlich sehr relevanter Begriff und kommt aus der Aussenballistik. Die GEE ist die Distanz zu der Schnittstelle, bei der das Projektil während des Fluges die Visierlinie zum zweiten Mal kreuzt. Dieser Wert ist abhängig von der Höhe des Mittelpunktes des Zielfernrohrs zur Seelenachse des Laufes. Die maximale Höhe der Flugbahn sollte bei zirka 100 Meter 40mm erreichen. Diese Abweichung von 40mm kann bei der Jagd auf das meiste Wild vernachlässigt werden und ermöglicht eine weitere Schussdistanz, ohne den Haltepunkt anpassen zu müssen. Rasante Patronen weisen daher eine höhere GEE auf, wenn sie auf die vorgenannten Bedingungen eingeschossen werden.
Die Visierlinie (blau) ist eine durchgehende Strecke ohne Abweichungen in Höhe oder Breite. Die Flubahn des Projektils (hellblau) weist einen Anstieg und ein Gefälle auf. Ein abgefeurtes Projektil wird nach Verlassen des Laufes von der Schwerkraft und dem Luftwiderstand gebremst und Richtung Boden gezogen. Es folgt den Regeln der Physik und fällt. Ohne Luftwiderstand und Schwerkraft würde es der Laufseelenachse folgen (schwarz). Für jagdliche Zwecke wird der Lauf entsprechend der Flugbahn des Projektils so ausgerichtet, dass bei 100 Meter ein maximaler Hochschuss von 4cm erreicht wird (orange). Das Projektil hat also auf dem Weg zum Ziel die Visierlinie bereits einmal gekreuzt (rot). Nachdem der maximale Hochschuss erreicht ist, beginnt das Projektil zu sinken und durchkreuzt auf seinem Weg erneut die Visierlinie (grün). Diese Überschneidung stellt die günstigste Einschussentfernung dar. Selbst auf diese Distanz und wenig darüber hinaus kann noch das Zentrum des Ziels anvisiert werden. Jäger die sehr häufig weite Schüsse machen, kann der Hochschuss von 40mm auch erhöht werden, beispielsweise auf 50mm. Daraus resultiert logischerweise eine noch weitere GEE.
Als Beispiel zur Veranschaulichung dient hier die Auswertung eines Ballistikprogramms. Als Patrone wurde hier eine .308 Winchester mit 165 grain Nosler Partition Geschoss gewählt. Die Mündungsgeschwindigkeit beträgt 800m/s. Die schwarze Linie entspricht der Visierlinie und der rote Bogen der Flubahn des Projektils. Die erste Überschneidung von Projektil und Visierlinie liegt bei 36 Meter. Bei 100 Meter hat das Projektil die Maximalhöhe von 40mm über der Visierlinie erreicht. Die zweite Überschneidung des fallenden Projektil liegt bei 166 Meter. Also der GEE für diese Patrone.
Mit der gleichen Patrone wie oben beschrieben wird in dieser Auswertung deutlich gemacht, wieso die GEE berechtigterweise angewendet wird. In dieser Darstellung wird eine Flugbahn simuliert, in welcher der Fleckschuss genau auf 100 Meter fällt. In der oberen Darstellung erfolgt der Fleckschuss bei 166 Meter. Ist der Fleckschuss bereits bei 100 Meter, erfolgt bei 166 Meter bereits ein Tiefschuss von 7cm. Wer in einem reinen Waldrevier jagd, wird wohl kaum auf die 166 Meter Fleckschussentfernung angewiesen sein. Für alle anderen ist die GEE eine empfehlenswerte und wenig aufwendige Methode, auch auf weite Distanzen sicher die Kugel ins Ziel zu leiten.