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Die Partnerorganisation, die nationale Caritas Brasilien, mit der das vorliegende Projekt durchgeführt wird, und Caritas Schweiz haben langjährige Erfahrung in der Durchführung von humanitären Hilfsprojekten in Krisengebieten weltweit. Alle Projektaktivitäten werden in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen lokalen und regionalen Regierungen, dem Justizministerium und anderen internationalen Akteuren im Bereich humanitäre Hilfe sowie UNHCR (United Nations High Comission for Refugees) und unter Einhaltung und Anwendung internationaler Standards und Richtlinien koordiniert und umgesetzt.
Das Projekt trägt dazu bei, die Lebensbedingungen von 3'500 Migrantinnen und Migranten zu verbessern, humanitäre Versorgungslücken zu schliessen und gleichzeitig 28’500 Menschen durch Kampagnen und Öffentlichkeitsmaterialien für die Flüchtlingsproblematik und insbesondere gegen Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung zu sensibilisieren.
Schwerpunktinterventionsgebiet der Projektdurchführung ist der Bundesstaat Roraima im Nordosten Brasiliens. Von dort werden 1'200 Begünstige entlang der Strategie der brasilianischen Regierung und UNHCR zur Unterbringung von Flüchtlingen in die Bundesstaaten Amazonas, Pernambuco, Bundesdistrikt, Paraná, Santa Catarina und São Paulo transferiert (siehe Karte auf Seite 2). Im Rahmen dieser Aktivität kann das Projekt auf das auf nationaler Ebene breit aufgestellte Netzwerk der Caritas Brasilien mit seinen unzähligen Freiwilligen und professionellen Fachkräften im Bereich der sozialen Arbeit zurückgreifen.
Weitere Projektaktivitäten beinhalten die Stärkung der Begünstigten sich in den neuen lokalen Kontext zu integrieren und Zugang zu Schutz und Leistungen im Rahmen der Grundversorgung sicherzustellen. Dazu gehört schwerpunktmässig die Sensibilisierung der lokalen Bevölkerung gegenüber der asylsuchenden Bevölkerung sowie die Unterstützung von Munizipien und der Lokalregierung in der administrativen und organisatorischen Bewältigung der Flüchtlingsströme. Im Bereich Schutz stehen Kinder und Frauen als vulnerabelste Migrationsgruppe im Fokus – im Rahmen des Projekts werden sowohl psychologische Unterstützung als auch anwaltschaftliche Dienstleistungen angeboten. Dabei werden die Migrierenden darin unterstützt, Asylanträge zu stellen und humanitäre Leistungen einzufordern, vor allem aber sollen sie vor sexueller Ausbeutung und anderen illegalen Beschäftigungen geschützt und aufgeklärt werden.
Um die Selbstständigkeit der Begünstigten und deren Zugang zu Hygiene zu verbessern, ist die Verteilung von Gütern für die Befriedigung von grundlegenden menschlichen Bedürfnissen vorgesehen. Diese Güter beinhalten Gesundheitsartikel für Frauen und Mädchen für zwölf Monate, Seife, Waschmittel, Zahnbürste und Deodorant. Ausserdem Küchen-Sets mit Wasserfilter, Kühlschrank und Öfen sowie Decken und Matratzen. Um die Verteilung der Güter und Dienstleistungen in Quantität und Qualität korrekt gewährleisten zu können, wird im Vorfeld des Projekts ein breit angelegtes digitales Datenerhebungs- und Registrierungssystem aufgesetzt, welches durch ein professionelles Team mit jahrelanger Erfahrung im humanitären Bereich überwacht wird.
Weitere Aktivitäten beinhalten die Bereitstellung von würdigen und den internationalen Standards entsprechenden Unterkünften sowie die Implementierung von sogenannten Focal Points, die den Flüchtlingen als Zulauf- und Informationsstelle dienen und damit die lokalen Strukturen unterstützen. Mit Hilfe von Zusatzunterricht für Kinder und Jugendliche Flüchtlinge und der Stärkung der lokalen Lehrkräfte, wird die Integration in das brasilianische Schulsystem gefördert.