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Wenn man im Alltag das Wort Grammatik hört, denkt man wahrscheinlich sofort an das Schulfach Deutsch und an die Schriftsprache.
Zur Grammatik gehören jedoch auch die Grammatikregeln der gesprochenen Muttersprache.
Dieser Regeln sind wir uns nicht bewusst, da wir sie schon im Kleinkindesalter erlernen.
Für den Erwerb der Grammatik sind Melodie- und Rhythmusgefühl vonnöten. Bereits ein Säugling reagiert stark auf diese Reize. Wenn ein Kleinkind Melodie und Rhythmus der Muttersprache verinnerlicht hat, kann es den Anfang und das Ende eines Wortes auch im Sprachfluss erkennen. So ist das Kind bereit, um die ersten Wörter zu lernen.
Dies geschieht etwa im Alter von 1.5 Jahren.
Ab etwa 2 Jahren macht ein Kind Zweiwortäusserungen in richtiger Reihenfolge z.B. „Papi fahre“, „Wauwau bös!“
Etwa mit 2.5 Jahren kann ein Kind bereits einfache Sätze formulieren. Die Wortreihenfolge im Satz ist noch nicht ganz richtig und einzelne Wörter sind noch nicht in der richtigen Form.
Das Verb (Tunwort), welches in unserer Sprache meist an zweiter Stelle im Satz steht, steht meist noch am Schluss. Auch fehlen noch Präpositionen (Ortsangaben) und Artikel (Begleiter). Z.B. „Schöni roti Jacke ha“, „ich Baby Bett tue“, „jetzt du Auto male!“.
Ab ca. 3 Jahren kann ein Kind das Verb an die richtige Stelle (2.Stelle im Satz) setzen. Auch kann es nun das Verb (Tunwort) dem Subjekt (Person) anpassen und erste Artikel (Begleiter) richtig benützen. Z.B. „Dä Papi gaht“, „ich bau en Turm“.
Mit 3.5 Jahren kann ein Kind zusammengesetzte Sätze („ich schlafä und du muesch mich wecke.“) und Nebensätze („ich will hei gah, well i müed bin!“) bilden.
Das Kind verfügt nun über die wichtigsten grammatikalischen Merkmale der gesprochenen Sprache.
Man spricht von einer Grammatikerwerbsstörung, wenn die Sprachentwicklung des Kindes stark vom oben Beschriebenen abweicht.
Wie kann ich meinem Kind helfen?
- Sprechen Sie in kurzen und einfachen Sätzen
- Sprechen Sie langsam und deutlich
- Eine ruhige und gelassene Atmosphäre schaffen (keine störende Hintergrundgeräusche)
- Interessieren Sie sich vor allem dafür, WAS das Kind zu sagen hat und nicht WIE es etwas sagt
- Das Kind sollte Bestätigung erhalten, dass es verstanden wurde
- Wiederholen Sie seine Äusserung in richtiger Form (z.B. sagt das Kind: „Anna Chueche nöd ässä“, eine sinnvolle Antwort wäre: „ja, d`Anna isst dä Chuechä nöd“)
- Eine zuversichtliche Haltung und Geduld können eine positive Entwicklung unterstützen
- Erzählen Sie Ihrem Kind Geschichten oder Bilderbücher und achten Sie dabei besonders auf die Betonung, den Rhythmus und die Melodie der Sätze