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Als sie aufwachte und das lahme Bein über den Bettrand kletterte,
und der Horizont als blassgelber Schlitz durch die abgenutzten Jalousien
drängte, und oben Geschirr klirrte in der neuesten Maschine
zu einem dumpf orakelnden Spülgang. Und
eine weibliche Stimme zur männlichen sagte: Es ist Mittag!
Komm, hilf mir mal! Hilf mir mal … dabei! Brach auch für sie ein weiterer
Tag herein.
Ein Gesicht, lachend und verzerrt, von Mäandern wie von Rennbahnen
durchzogen, schnellte vor, wie die Faust eines alten Boxers und liess sie
sie innerlich aufspringen wie eines dieser Seile, die einige,
gebunden an einen Pfeiler, benötigen, um in die Tiefe zu springen,
oder als hätte sie mit dem Finger in das Gehäuse eines Stromkastens
gelangt.
Prognostisch dominierte das Immergleiche, die Ungewissheit und eine
gewisse Gefahr, dass Schmerz und Lust sich in keinem Verhältnis
zueinander verhalten würden, mal wieder, auch an diesem Tag,
unter dem verabreichten Kinnhaken.
So konstruierte sie schnell die mittelhässliche Wirklichkeit, ehe sie dann
aufs Bett zurück fiel mit dem ganzen Gewicht ihres Körpers, der sie
fortwährend an einen kalten, kriechenden Magneten drückte, ihre
Bewusstseinsfuseln, die mit der Beweglichkeit von Kaulkauppen davon
schwimmen wollten, zu Spänen harkte.
Und schloss Madame Immobile dann die Schoten, um weiterzuschlafen
und nichts anderes als diese Fantasie mehr einzulassen.
Und sich davon überschwemmen zu lassen, sich damit zu betäuben
wieder und wieder, entflammbar wie ein unbrennbarer Knopf,
für den Rest irgendeiner Zeit, in der es zählt.
Für die einen, für andere nicht.
(9.1.18)