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Obwohl Sodbrennen ein Symptom und keine Krankheit ist, sollte ein Arzt/eine Ärztin aufgesucht werden, wenn das Aufstossen häufiger als einmal pro Woche auftritt. Sodbrennen an sich kann zwar harmlos sein, häufige Beschwerden sollten aber ernst genommen werden.
Sodbrennen ist ein Symptom, das verschiedene Ursachen haben kann. Oft ist es harmloser Natur; doch jede*r Dritte leidet daran.
Der Ausdruck «Sod» stammt vom Wort «sieden». Und genauso fühlen sich die Beschwerden auch an: Hinter dem Brustbein scheint ein Feuer zu brennen, dazu kommen häufig Schluckbeschwerden, nächtlicher Husten und saures Aufstossen. Der Auslöser dieses Symptoms ist saurer Magensaft, der in die Speiseröhre zurückfliesst und sich als unangenehmes Gefühl bemerkbar macht.
Solches Aufstossen mit leichten Beschwerden ist relativ häufig.
Sodbrennen, beziehungsweise Refluxbeschwerden, kennen viele besonders nach einer üppigen Mahlzeit, in der Schwangerschaft, bei enganliegender Kleidung, beim Liegen und Bücken, bei einem Zwerchfellbruch oder bei Fettleibigkeit.
Normalerweise verhindert ein ringförmiger Muskel am Mageneingang, dass Säure zurückfliesst. Regelmässiger Konsum von Alkohol, Kaffee, Schwarztee, Cola oder Nikotin, Frittiertem und zu grossen Portionen lassen diesen Schliessmuskel jedoch erschlaffen.
Bei Säuglingen und Kleinkindern ist er übrigens noch nicht richtig entwickelt oder entspannt sich zum falschen Zeitpunkt. Bei Beschwerden ist aber ein Arztbesuch angesagt.
Vorbeugen kann man mit bevorzugt faserreicher Kost, Obst und Gemüse, Verzicht aufs Rauchen und nicht zu flaches Liegen im Bett. Wer aber zu fettig, zu sauer, zu süss oder oft schwer Verdauliches isst, produziert übermässig Magensäure. Ein prall gefüllter Magen sowie enge Kleider pressen diese zusätzlich nach oben. Stress, hastiges Essen und seelische Belastungen können die Symptome verstärken.
Ebenso kann eine chronische Magenentzündung durch eine Infektion mit Helicobacter-pylori-Bakterien dafür verantwortlich sein; mit Blutarmut und Vitamin-B12-Mangel als Folgen.
Der Magen-Darm-Trakt ist mit dem vegetativen Nervensystem eng verbunden. Bei Nervosität, Angst und Ärger kann es deshalb zu einer Fehlsteuerung kommen.
Viele Reflux-Betroffene suchen erst gar nicht einen Arzt auf, sondern ignorieren die Beschwerden oder halten diese für normale Begleiterscheinungen des modernen Lebens. Andere greifen wie selbstverständlich zu vermeintlich altbewährten Hausmitteln: etwa einem Schluck warmer Milch, einem Stück Weissbrot oder zu Quark.
Oft können Beschwerden vorübergehend gelindert, jedoch nicht geheilt werden.
Ein weiterer Haken: Wenn die Medikamente nach zwei oder drei Monaten abgesetzt werden, tritt bei 50 bis 80 Prozent der Betroffenen das Sodbrennen erneut auf, weil auch Medikamente sauer aufstossen können.
Auch mit den modernen, teils rezeptfrei erhältlichen Protonenpumpenhemmern (PPI), die die Produktion von Magensäure vollständig unterdrücken, klingen die Beschwerden ab; aber es können Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt auftreten.
Falls eine Operation ins Auge gefasst werden muss, sollte der Vorgang in jedem Fall zuerst mit der Hausärztin oder einem Magen-Darm-Spezialisten besprochen werden. Bei einer notwendigen «Anti-Reflux-Operation» wird ein Teil des Magens um das untere Ende der Speiseröhre geschlungen. Die so gebildete Manschette verhindert, dass weiterhin Magensaft in die Speiseröhre zurückfliesst; Viszeralchirurg*innen haben grosse Übung darin.