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Haute Couture für die Massen – Designer Pierre Cardin
Er wollte grosse für Mode für alle und erfand den Prét-á-Porter, Pierre Cardin machte Mode auch für Menschen zugänglich, die nicht unglaublich reich waren. Sich selbst nannte er den „am längsten im Modegeschäft tätige Mensch der Welt“.
Der Designer wurde im Juli 1922 unter dem Namen Pietro Costante Cardin in San Biagio di Callalta in der Nähe von Treviso in Italien geboren.
Cardin war der jüngste Sohn eines Weinhändlers und hatte sechs Geschwister. Nach der Befreiung Frankreichs durch die Alliierten zog Cardin nach Paris um, dort bekam er eine Stelle als Modezeichner bei Paquin. Nach seinem Wechsel zu Elsa Schiaparelli im Jahr 1946 designte er die Kostüme für den Film „Es war einmal“ (im Französischen „La belle et la Béte“, die Geschichte von „Die Schöne und das Biest“) von Jean Cocteau mit Jean Marais und Josette Day.
Seine Bewerbung bei Cristóbal Balenciaga wurde danach jedoch abgelehnt, stattdessen arbeitete er ab 1947 für Dior. Dort entwarf er den „New Look“ für Frauen – ein Look, der sich vor allem durch seine weit ausgestellten, verschwenderisch geschnittenen Röcke, schmalen Schultern und enge Taillen auszeichnete und von der Masse abhebt.
Im Jahr 1950 gründete Cardin als erster Couturier ein eigenes Haute-Couture-Unternehmen für Mode, die nicht nur für die breite Masse erschwinglich war (Prét-á-Porter), sondern gleichzeitig auch die Damenmode dieser Zeit durch Alltagstauglichkeit und Eleganz auszeichnete. Zehn Jahre später entwarf Cardin als erster grosser Modemacher auch eine Männerlinie. 1963 gilt Cardin zusammen mit Paco Rabanne und André Courréges als Erfinder der futuristischen Mode.
Heute lebt Pierre Cardin in einem Küstenort in der Nähe von Cannes in Théoule sur Mer im „Palais Bulles“, einer Anlage mit 25 Räumen, die allesamt kugelförmig sind. Das ungewöhnliche Haus entwarf Cardin zusammen mit dem spanischen Architekten Antti Lovag.
Modezitat:
„Mir hat es immer gefallen, durch meine Arbeit zu existieren, und es hat mich noch nie amüsiert, mich zu amüsieren.“
Artikel von: fashionpress.de
Artiklebild: © kojoku – Shutterstock.com