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Sonnenzeit,
die durch die scheinbare Bewegung der Sonne [* 2] gemessene und bestimmte Zeit. Der Zeitraum, der zwischen zwei aufeinander folgenden Mittagen oder (obern) Kulminationen der Sonne verfließt, heißt ein Sonnentag; er würde aber als Zeiteinheit oder Zeitmaß nur dann geeignet sein, wenn er immer gleiche Länge hätte. Teils der Umstand, daß die Erde nicht immer gleich weit von der Sonne entfernt ist und sich je nach der geringern oder größern Entfernung schneller oder langsamer bewegt, teils die Neigung der Ekliptik, in der sich scheinbar die Sonne bewegt, gegen den Äquator haben eine Ungleichheit der wahren Sonnentage zur Folge, die zwar an sich nicht bedeutend ist, indem der Unterschied zwischen dem längsten und kürzesten derselben im ganzen Jahre noch keine volle Minute beträgt, aber doch bedeutend genug, um störend zu sein.
Man denkt sich daher statt der wahren Sonne eine mittlere, die sich nicht in der Ekliptik, sondern im Äquator, und zwar mit völlig gleichmäßiger Geschwindigkeit bewegt, und nennt den Zwischenraum zwischen zwei aufeinander folgenden Kulminationen dieser gedachten Sonne, der das Mittel aus allen wahren Sonnentagen im ganzen Jahre ist, einen mittlern Sonnentag. Daher unterscheidet man auch wahre und mittlere Zeit; die erstere wird von den Sonnenuhren angegeben, nach letzterer sind die im bürgerlichen Leben gebräuchlichen Taschen- und Pendeluhren reguliert.
Beide Zeiten oder Zeitangaben weichen zweimal im Jahre ungefähr eine Viertelstunde voneinander ab, nämlich um den 11. Febr., wo der wahre Mittag um 14¼ Minuten später, und um den Anfang des Novembers, wo er um 16¼ Minuten früher fällt als der mittlere; viermal im Jahre stimmen sie überein, nämlich um den 15. April, 15. Juni, 1. Sept. und 25. Dez. Der Unterschied zwischen beiden Zeiten heißt Zeitgleichung. über die Beziehung zwischen mittlerer Zeit und Sternzeit s. Sternzeit.