Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03269.jsonl.gz/441

Elterninformation - Varizellen (Windpocken, Wasserpocken, Spitze Blattern, Wilde Blattern)Inhaltsverzeichnis
«Windpocken» sind eine ansteckende Kinderkrankheit, die durch den Erstkontakt mit Varizella-
Zoster-Viren verursacht werden. Übertragen werden diese Viren durch direkten Kontakt mit Personen, die zurzeit an Windpocken erkrankt sind.
10-21 Tage nach Ansteckung entwickeln die Kinder einen typischen Ausschlag und eventuell Fieber.
Der Ausschlag breitet sich innerhalb Stunden auf den ganzen Körper aus. Auch die Schleimhäute
(Mund, Genitale) können befallen sein, selten sind auch die Augen betroffen.
Es bilden sich zuerst rote Flecken, die wenig später zu Knötchen werden. Im Zentrum der Knötchen
entstehen rasch Bläschen, die aufplatzen und schliesslich verkrusten.
Alle Formen können gleichzeitig vorkommen.
Die Behandlung der Windpocken beschränkt sich auf Linderung des Juckreizes sowie allenfalls auf Senkung des Fiebers. Dazu können folgende Medikamente eingesetzt werden:
- Tropfen gegen Juckreiz zum Einnehmen (Antihistaminika z. B. Dimetindenmaleat)
- Juckreiz stillende Substanz zum Bepinseln des Ausschlages (Antipruriginosa)
- Fiebersenkung mit Zäpfchen oder Sirup (Antipyretika z.B. Paracetamol)
Die Krankheit verläuft bei Kindern meist günstig. Selten können folgende Komplikationen auftreten:
- Bakterielle Hautinfektion (gelbe/ eitrige Kruste mit ausgedehnter Hautrötung um die Kruste herum)
- Mittelohrenentzündung, Lungenentzündung
- Entzündung des Gehirns (Bewegungsstörung oder Koordinationsstörung am Ende der Erkrankung oder danach)
Windpocken können für Personen mit einer Immunschwäche gefährlich sein und sehr schwer verlaufen
Windpocken im Erwachsenenalter sind selten, verlaufen oft schwerer und mit deutlich mehr Komplikationen. Deshalb sollen Jugendliche (und Erwachsene), die bisher noch nicht an
Windpocken erkrankt sind, geimpft werden. Gewisse Kinder, z.B. solche mit einer Immunschwäche, Leukämie oder Neurodermitis, haben ein höheres Risiko für schwer oder
komplikationsreich verlaufende Windpocken. Diese Kinder und ihre Familien sollten sich von ihrem Kinder- oder Hausarzt beraten lassen und falls möglich zum Schutz vor einer solchen
Erkrankung rechtzeitig impfen lassen.
Bei Windpocken weisen folgende Zeichen auf eine Komplikation hin:
- Schmerzen (z.B. Ohrenschmerzen, Kopfschmerzen...), welche mit Paracetamol nicht besser werden
- Mühe beim Atmen
- Zeichen für eine bakterielle Hautinfektion (gelbe/eitrige Kruste mit ausgedehnter Hautrötung um die Kruste)
- Erbrechen und/oder unzureichende/fehlende Flüssigkeitsaufnahme
- Plötzlich unsicheres Gehen, wiederholtes Hinfallen, Zittrigkeit
- Oder wenn Sie sich aus einem anderen Grund Sorgen machen um Ihr Kind
Bei Unsicherheiten oder Fragen erhalten Sie jederzeit Auskunft über das Beratungstelefon
Kindernotfallstation Kantonsspital Aarau
0900-000-480 (3.23 Fr./Min.)
©Kinderspital Zürich