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Wie im Vorjahr darf sich Marco Odermatt auf der verkürzten Abfahrt auf der Piste Saslong über eine Top-3-Platzierung freuen. Der Abfahrts-Weltmeister zeigte vor allem im oberen Teil eine starke Fahrt. In der Ciaslat, der Schlüsselstelle dieser Abfahrt, wählte er eine freche Linie, die ihm letztlich den zehnten Abfahrts-Podestplatz im Weltcup eintrug.
Mit Startnummer 34 zum Sieg
Hatten Odermatt vor zwölf Monaten als Zweitem elf Hundertstel auf Sieger Vincent Kriechmayr gefehlt, so ging es dieses Mal an der Spitze noch knapper zu und her. Der Sieg in der ersten von zwei Abfahrten in Gröden ging dabei überraschend an Bryce Bennett. Der US-Riese - er ist 2,05 m gross - fuhr mit Startnummer 34 noch zu seinem zweiten Weltcup-Sieg. Den ersten hatte er ebenfalls in Gröden realisiert. Ausser im Dezember 2021 stand der mittlerweile 31-Jährige auf oberster Stufe nie mehr auf dem Podest.
Hinter dem «Saslong-Spezialisten» Bennett musste sich der letztjährige Speed-Dominator Aleksander Kilde mit dem 2. Rang begnügen. Der Norweger, der in dieser von vielen Verschiebungen geprägten Saison noch ohne Renneinsatz war, verpasste seinen 22. Weltcup-Triumph nur um drei Hundertstel.
Marco Kohler überrascht mit Rang 8
Als zweitbester Schweizer klassierte sich nicht Stefan Rogentin (21.) oder Niels Hintermann (26.), sondern überraschend Marco Kohler. Der 26-jährige Berner, in der vergangenen Saison auf Stufe Europacup der beste Abfahrer, startete erst zu seiner dritten Weltcup-Abfahrt. Dabei verblüffte er mit Rang 8, nur 0,42 Sekunden hinter Sieger Bennett.
Eine Enttäuschung setzte es mit einer Ausnahme für Ski Austria (ehemals ÖSV) ab. Einzig der mit Nummer 44 gestartete Stefan Babinsky, der Sechster wurde, bewahrte die Österreicher vor der Schmach, keinen Fahrer in den ersten 15 zu haben.
Zweitbester Österreicher war Vincent Kriechmayr. Der letztjährige Sieger auf der Saslong büsste als 17. nur sechs Zehntel auf den Sieger ein. Insgesamt klassierten sich in Gröden gleich 30 Fahrer innerhalb einer Sekunde.
Am Freitag folgt in Gröden der Super-G (Start 11.45 Uhr), am Samstag die Abfahrt vom Originalstart. Allrounder wie Marco Odermatt haben in diesen Tagen ein Mammutprogramm zu bestreiten, stehen doch am Sonntag und Montag in Alta Badia noch zwei Riesenslaloms auf dem Programm.