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Männer ersehnten deutlich mehr Partnerinnen in der Zukunft, würden schneller auf die Verhütung verzichten und wählten nach dem Experiment eher einen Stift als drei Kondome. Bei Frauen löste das Bewusstmachen des eigenen Todes eher ein Bedürfnis nach Vertrautheit und Intimität aus, was im Gegensatz zur sexuellen Risikofreude steht.
Dieses Ergebnis lässt sich durch die Terror-Management-Theorie von Greenberg und Kollegen erklären. Diese Theorie besagt, dass das Bewusstwerden der eigenen Sterblichkeit eine schreckliche Angst auslöst, die auf der einen Seite durch die kulturelle Weltanschauung und auf der anderen Seite durch den eigenen Selbstwert bewältigt wird. In der eigenen Weltsicht geben soziale Normen ein Gefühl von Sicherheit und der Selbstwert stärkt das Gefühl eine Bedeutung in der Welt zu haben.
In unserer Gesellschaft steht das Männliche nach wie vor für Mut und Unabhängigkeit, während das Weibliche mit Nähe und dem Wunsch nach vertrauten Beziehungen in Zusammenhang gebracht wird. Riskantes Verhalten wird daher eher als Wert des männlichen Geschlechts gesehen und ist für diese wichtig für die Selbstachtung. Wird Personen die eigene Sterblichkeit vor Augen geführt, haben sie noch mehr das Bedürfnis diese Weltansicht zu verteidigen und seinen Selbstwert aufrechtzuerhalten.
Quelle:
Lam, S. R., Morrison, K.R., & Smeesters, D. (2009). Gender, intimacy, and risky sex: a terror management account. Personality and Social Psychology Bulletin, 35, 1046-1056.