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Vor dem Hintergrund der aktuellen Reform der Regulierungspraxis neuer Züchtungstechniken fasst dieses Positionspapier die zentralen wissenschaftlichen Erkenntnisse und Forderungen einer früheren Stellungnahme der Leopoldina, DFG und Union der Akademien der Wissenschaften von 2019 aktualisiert zusammen: So solle eine Novelle des europäischen Gentechnikrechts sicherstellen, dass eine Sicherheitsbewertung neuer Pflanzen grundsätzlich nicht von der zugrunde liegenden Technologie abhinge, sondern von den Eigenschaften des erzeugten Produkts (product-based, case-by-case).
Diese Empfehlungen liessen die Frage nach einer Kennzeichnung von Produkten, die mittels neuer Züchtungstechniken erzeugt werden, unberührt, so die Positionierung. Die Sicherung der Wahlfreiheit der Verbraucherinnen und Verbraucher sei ein wichtiges Anliegen, dem auch dann Rechnung getragen werden könne, wenn aus Genomeditierung hervorgegangene Produkte keiner gentechnikrechtlichen Risikoregulierung mehr unterlägen.
Die bisherige restriktive Regulierung der Produkte der Genomeditierungstechniken führe zu massiven Behinderungen für den Forschungsstandort Europa und insbesondere Deutschland, so die Positionierung weiter. Sie verzögere überdies die Entwicklung dringend benötigter neuer Technologien zur Sicherung der Welternährung. Freilandexperimente würden daher ins außereuropäische Ausland verlagert, und die Nutzung der Techniken durch Züchtungsunternehmen fast unmöglich gemacht. Dies habe eine stark abschreckende Wirkung auf Unternehmen, aber auch auf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in frühen Karrierephasen, die teils ins außereuropäische Ausland abwanderten oder sich für Karrieren ausserhalb der Wissenschaft entschieden.