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Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts
Im abendländischen Kulturkontext wird die moralische Motivation in zwei Hauptquellen aufgeteilt: einerseits Vernunft oder Wille, andererseits vernunftlose oder vernunftwidrige Lust oder Emotionen. Diese Einteilung stammt von der altgriechischen, insbesondere von Platon und Aristoteles vertretenen Auffassung, dass unsere Psyche zwei Teile hat, einen vernünftigen und einen vernunftslosen. Wer gut leben will, muss das vernunftlose Element unbedingt in Einklang mit der Vernunft bringen. Das Ziel dieses Projekts ist es, diese Auffassung von moralischer Motivation mit der klassisch altchinesischen Konzeption zu vergleichen. Auch die altchinesischen Denker reden über Selbstbeherrschung oder Willensschwäche; die Unterscheidung zwischen Vernunft und Vernunftslosem kommt jedoch nicht vor. Das legt die Frage nahe, ob sie eine alternative Unterscheidung erarbeitet haben, die uns neue Perspektiven auf das Phänomen des Motivationskonfliktes eröffnen könnte.
Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext
Obwohl dem chinesischen Denken in der abendländischen philosophischen Forschung immer mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird, steht eine systematische Erforschung des Phänomens des Motivationskonfliktes bisher aus. Das vorliegende Projekt soll diese Lücke schliessen oder zumindest verringern.