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NO.-Winkel der
Schnee sich zum Blauschneegletscherchen sammelt; der tiefe
NW.-Kessel ist in den letzten Jahren schneefrei geworden,
der
SW.-Kessel ist ein Trockenthälchen, der
SO.-Winkel ist offener und birgt den Abhang mit dem Gasthaus und den Grossschnee.
Auch auf dem Seewerkalk des Gipfels, der den ganzen Sommer eine schneefreie Kuppe darstellt, wachsen
noch polsterförmige Felspflanzen
(Sileneacaulis, Saxifraga oppositifolia etc.).
Der Gault, sehr reich an Versteinerungen, umzieht den Seewerkalksattel wie ein
Saum und ist östl. unter dem Gipfel von einem
blumigen
Rasen bedeckt. Der Schrattenkalk springt mit karriger Oberfläche gegen W. vor. Das Hôtel, nur im Sommer geöffnet,
steht etwa 40 m westl. unter dem Gipfel auf Schrattenkalk. 1816 war dort die erste Schutzhütte und 1868 das
erste kleine Gasthaus, das dann stets vergrössert worden ist, erbaut worden. Eine Treppe mit Geländer führt an der Ostkante
auf den Gipfel. An der O.-Seite, eben mit der Dachfläche an den Gipfel angesetzt, ist 1887 die eidgenössische
Wetterwarte erbaut worden. Sie hat ständigen Beobachter und ist zugleich schweizerische Telegraphenstation. Auf dem Gipfel
steht eine Pyramide mit Windmesser und Windfahne und ein eiserner
Tisch. Für die sehr notwendige Blitzableitung ist überall
reichlich gesorgt.
Um das Verständnis für die grossartige Aussicht vom Gipfel aus zu erleichtern, hat die Sektion St. Gallen
des
S. A. C. von Prof.
Alb.
Heim ein Panorama herstellen lassen, das 1872 erschienen ist. Die Zugänge zum Säntisgipfel waren
früher nicht ganz leicht; sie sind dann mehr und mehr verbessert worden durch Anlage von
Wegen, wo nötig mit Drahtseilgeländer.
Der sicherste und bequemste Weg führt von Meglisalp neben dem Grossschnee hinauf. Er ist 1868 und 1869 angelegt
worden. 1871 bis 1873 wurde von
Urnäsch der Weg über Schwegalp zur Thierwieshütte (mit Hôtel) und mit Drahtseilgeländer
unter dem Girespitz durch über die Seewerkalkplatten (die
«Platten») zum Gipfel geführt. 1901 ist ein sehr
guter Weg zum Aufstieg von
Wildhaus erstellt und der Weg von
Escher-Ebenalp über Altenalp, hinter dem Oehrli durch und über
den Blauschnee markiert und an schwierigeren
Stellen mit Drahtseilgeländer versehen worden. Der Säntisgipfel wird sehr viel
besucht (6 Stunden vom
Weissbad her). An schönen Sonntagen findet dort oben oft ein wahres Menschengedränge
statt. Umfassende Aussicht auf die
Berner, Urner,
Glarner, Bündner, Tiroler und Vorarlberger
Alpen, auf den
Bodensee, Baiern,
Schwaben und das schweizerische
Mittelland.
auch
Alpstein genannt. Lage. Die nördlichsten Kreideketten der schweizerischen
Alpen bilden das Säntisgebirge.
Orographisch besteht es im W. aus 2, in der Mittelregion aus 4, gegen O. aus 3 Bergketten, die WSW.-ONO.
streichen. Das wirkliche Westende liegt im
Häderenberg westl. der
Thur, die als einziges Querthal das ganze Gebirge durchschneidet.
Ungefähr in der Mitte des Säntisgebirges und durch den Säntisgipfel selbst läuft eine quere Wasserscheide schief vom
Girespitz über Säntisgipfel,
Lisengrat,
Kalbersäntis,
Altmann,
Zwinglipass,
Kraialpfirst,
Mutschen. Die
Thäler östl. davon liefern das
Wasser der
Sitter, die westlichen der
Thur. Ein Teil des Nordabhanges wird von der
Urnäsch,
der Südabhang im östl. Teil direkt zum
Rhein dräniert.
Urnäsch und
Sitter gehen zusammen in die
Thur und diese in den
Rhein,
so dass das ganze Säntisgebirge im Flussgebiete des
Rheines liegt. Das Sittergebiet des Säntisgebirges
gehört zu Appenzell
I. R., das Urnäschgebiet zu Ausser Roden, das
Thur- und das
¶
mehr
unmittelbare Rheingebiet zu St. Gallen.
Die alten Karten, sowie noch die älteren Ausgaben der Dufourkarte und Schöll's Relief zeichnen
alle fälschlich den Nordgrat als durch den Säntisgipfel gehend, und so schien es ganz natürlich, dass alle drei Kantone
auf dem Säntisgipfel sich trafen. Dieser Irrtum führte zu einem bundesgerichtlichen Grenzstreit, denn
wenn die Südgrenze von Ausser Roden ö. vom Grenzkopf der Wasserscheide folgen soll, so bleibt sie in Wirklichkeit 400 m
n. des Säntisgipfels. Da aber Ausser Roden auf den Anspruch an den Säntisgipfel nicht verzichten wollte, wurde dann die
Grenze unabhängig von der Wasserscheide vom Säntisgipfel geradlinig quer über den Kessel zum Graukopf
geführt und so der oberste Teil des Kessels zwischen Säntis und Girespitz Ausser Roden zugeteilt.
Gestalt.
Von der Nordseite betrachtet, erhebt sich das Säntisgebirge in einer ununterbrochenen steilen Wand unvermittelt über die
Nagelfluhberge hoch empor. Von W. oder O. sieht man, dass mehrere Ketten hinter einander liegen, die
alle ihr steiles Abbruchprofil gegen N., die Schichtrücken gegen S. weisen. Das n. Vorland ist hoch. Die Thalgründe stehen
dort
über 900 m. Das sö. Vorland ist die Auffüllungsfläche des Rheines mit 400 bis 450 m Meereshöhe. Die Hauptkulminationen
sind: