Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/107757

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt:</p><p>1. Berufs- oder andere Titel - insbesondere auf Tertiärstufe - einzuführen, um den Ausbildungen der Berufs- und der Milizkader der Armee einen allgemeinen Stellenwert zu verschaffen; dabei sollen die Art, der Umfang und die Dauer berücksichtigt und die Ausbildungen, wenn notwendig, sinnvoll ergänzt werden;</p><p>2. die rückwirkende Vergabe solcher Titel vorzusehen; dabei soll den absolvierten Ausbildungen der betroffenen Armeekader genügend Rechnung getragen werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Vergabe von eigenständigen Titeln der höheren Berufsbildung und das Angebot von eigenständigen Studiengängen an Fachhochschulen setzen voraus, dass auf dem Arbeitsmarkt ein Bedürfnis nach spezifisch ausgebildeten Fachleuten besteht. Die Kaderkurse und -ausbildungen der Armee sind hingegen auf die Bedürfnisse einer einzigen Institution zugeschnitten. Entsprechende Bildungstitel und -gänge haben für Unternehmungen nicht dieselbe Aussagekraft und Bedeutung. Allenfalls werden im Militär erworbene Kompetenzen wie Problemlösungstechnik oder Menschenführung zusätzlich berücksichtigt.</p><p>Das Bildungssystem bietet verschiedene Möglichkeiten, die im Militär erworbenen Kompetenzen adäquat anrechnen zu lassen bzw. in Abschlüssen wiederzugeben:</p><p>1. Die Schweizer Armee hat bereits begonnen, ihre Kurse transparent zu gestalten und an Bildungsangeboten der Tertiärstufe zu orientieren. So ist es im Bereich der höheren Berufsbildung beispielsweise möglich, dass ein angehender Berufsunteroffizier, welcher die entsprechenden Kompetenznachweise erfüllt, den eidgenössischen Fachausweis Ausbilder/in erlangen kann.</p><p>2. Auch im Fachhochschulbereich finden sich Bildungspartnerschaften und Anrechnungsmöglichkeiten. Beispielsweise besuchen angehende Militärpilotinnen und Militärpiloten den Bachelor-Studiengang Aviatik der Zürcher Fachhochschule (ZFH). Absolventinnen und Absolventen von Generalstabslehrgängen können unter Anrechnung von rund der Hälfte der erforderlichen Studienleistungen sowie zur Hälfte der Kosten ein eidgenössisch anerkanntes Weiterbildungs-Master-Diplom (Executive MBA) an der Fachhochschule Ostschweiz (FHO) erwerben.</p><p>3. Die Militärakademie arbeitet beim Bachelor-Studiengang Berufsoffizier bereits mit der ETH Zürich zusammen (Bachelor of Arts ETH Zürich in Staatswissenschaften). Sie kann sich auch an einem Master-Studium und einem Nachdiplomstudium im Rahmen der Sicherheitspolitik an der ETH Zürich beteiligen.</p><p>Über die Einführung von neuen Fachhochschul-Bachelor- oder -Master-Studiengängen entscheidet der kantonale Träger einer Fachhochschule. Der Bund überprüft auf Gesuch des Trägers hin im Rahmen eines Bewilligungsverfahrens, ob die Rahmenbedingungen wie z. B. die Zulassungsvoraussetzungen, die Berufsqualifikation oder der Bedarf des Arbeitsmarktes erfüllt sind.</p><p>Der Bundesrat ist der Auffassung, dass die Verbindung von militärischen Kaderkursen mit zivilen Bildungsangeboten und -abschlüssen für die Kaderangehörigen der Armee der attraktivere Weg ist. Die Absolventinnen und Absolventen können damit ihre militärischen Kompetenzen in anerkannte Bildungsabschlüsse transferieren. Diese verschaffen ihnen Zugang zu verschiedenen Branchen und werden auf dem Arbeitsmarkt nachgefragt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.