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Geschichte Freiamt
Das historische Freiamt – die Freien Ämter
Nach dem Sempacherkrieg von 1386 schob sich das luzernische Territorium in die österreichischen Vorlande hinein. Trotz des 1412 mit Österreich abgeschlossenen fünfzigjährigen «Friedens» wurde der aargauische Raum durch die Eidgenossen bedroht. Dabei richteten die Berner ihr Augenmerk auf den Aargau südlich der Aare bis Brugg, respektierten jedoch die Rietenberglinie.
Das Territorium der späteren Freien Ämter teilte sich nach 1415 in zwei Herrschaftsgebiete auf: In das Gebiet des Standes Luzern und in dasjenige der sechs Orte Zürich, Luzern, Schwyz, Unterwalden, Zug und Glarus. Uri distanzierte sich vorerst. Luzern verfügte über alleinige Sonderbesitzrechte in den Ämtern Meienberg, Richensee und Villmergen und war vielerorts mit einem Sechstel beteiligt. Diese Vorherrschaft war den übrigen Fünf Orten ein Dorn im Auge. Nach zähen und langwierigen Verhandlungen bildete sich das nach heutigem Gesichtspunkt „historische“ Freiamt, das von 1435 – 1712 Bestand hatte. Das Amt Merenschwand blieb nach wie vor bei Luzern.
Nach dem Zweiten Villmergerkrieg von 1712 wurden die Freien Ämter zweigeteilt: Im südlichen Teil stellten die acht Alten Orte abwechslungsweise den Landvogt. Im nördlichen Teil regierten nur die Orte Zürich, Bern und Glarus. Die Grenze wurde in schnurgerader Linie von der Kirche Lunkhofen zum Hochgericht Fahrwangen gezogen und behielt ihre Gültigkeit bis 1798.