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Infantado,
N. de Silva, Herzog von, Sohn eines span. Granden und einer Prinzessin von Salm-Salm, geb. 1773, erhielt seine Erziehung in Frankreich, kehrte aber 1793 beim Ausbruch des Kriegs nach Spanien [* 2] zurück, rüstete auf eigne Kosten ein Regiment aus, das er selbst anführte, und machte den Feldzug in Katalonien mit, mußte aber wegen einer erhaltenen Wunde bald vom Kriegsschauplatz abtreten. Seine Antipathie gegen den Minister Godoy schuf zwischen ihm und dem damaligen Prinzen von Asturien, später Ferdinand VII., ein enges Freundschaftsverhältnis, das ihn, als Godoy 1807 den Prinzen Ferdinand hatte verhaften lassen, in einen Hochverratsprozeß verwickelte; die Versöhnung des Prinzen mit seinem Vater, König Karl IV., bewirkte aber seine baldige Befreiung, und nach Ferdinands VII. Thronbesteigung 1808 wurde er Oberst der Garden und Präsident des Rats von Kastilien. Er begleitete den König nach Bayonne und schloß sich erst nach dessen Abdankung Joseph Bonaparte an; indes nach der Kapitulation von Baylen (Juli 1808) verließ er den Hof [* 3] und nahm an dem Aufstand gegen die Franzosen teil. 1809 führte I. ein spanisches Korps an, wurde aber zweimal, bei Ucles und Tarrazona [Tarancón], völlig geschlagen und infolgedessen durch die oberste Junta des Oberbefehls entsetzt. Er privatisierte hierauf in London, [* 4] bis im Januar 1811 die Cortes einen Regentschaftsrat von Spanien und Indien einsetzten und ihn zum Präsidenten desselben ernannten. Er war der Führer der Konservativen (Servilen). 1812 wurde er mit einer außerordentlichen Sendung an den Prinz-Regenten von England betraut.
König Ferdinand VII. setzte nach seiner Rückkehr I. in seine alten Ämter wieder ein. Nach der Revolution von 1820 trat der durchaus reaktionär und absolutistisch gesinnte Herzog von seinen Stellen zurück. Er wurde angeklagt, sich bei der Verschwörung der Garden im Palast des Königs beteiligt zu haben, auf kurze Zeit verhaftet und nach Mallorca verwiesen. Von hier wollte er nach England gehen, allein ein Sturm nötigte sein Schiff, [* 5] in einem galicischen Hafen Zuflucht zu suchen; I. ward hier erkannt und nach Madrid [* 6] gebracht.
Indes erlangte er durch den König hier seine Freiheit wieder. Nach dem Sturz der Liberalen und der Herstellung des Absolutismus durch die Franzosen 1823 erhielt I. den Oberbefehl über die Garde, verlor aber diese Stelle 1824 wieder und ward dafür zum Generalkapitän der Armee ernannt. Unter dem Minister Zea das Haupt der reaktionären Partei, nahm er 1825 dessen Stelle als erster Staatssekretär und Präsident des Ministerrats ein, verlor aber auch diesen Posten im August 1826 wieder. Später nahm er wenig Anteil an den politischen Ereignissen. Nach dem Tod Ferdinands VII. begab er sich nach Paris, [* 7] kehrte aber später nach Spanien zurück und starb in Madrid.