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Hergestellt von Grundig, Fürth.
Als Nachfolger des Satellit 400 brachte Grundig im Jahre 1989 den Satellit 500 heraus, das Gerät wurde bis 1991 produziert.
Aufgrund von Bandbeschränkungen des Kurzwellenbereichs in Deutschland gibt es auch den Satellit 500 in mehreren Varianten: Der Satellit 500 Professional mit eingeschränkter Abdeckung der Kurzwelle (CB-Funk um 27 MHz und das 10 m Amateurfunkband bleiben aussen vor), der uneingeschränkt bis 30 MHz reichende Satellit 500 International, bei dem allerdings nicht auf die ROM-Tabelle mit den häufigst eingesetzten Frequenzen der europäischen Kurzwellen - Auslandsdienste zugegriffen werden kann, sowie noch eine noch stärker eingeschränkte Variante: der Satellit 500 Italia deckt im Langwellenbereich lediglich 148-302 MHz und auf der Kurzwelle 3,9 - 26,1 MHz ab.
Der Grundig Satellit 500 basiert technisch auf dem Satellit 400, der aber eine gründliche Überarbeitung erfahren hat. Technisch handelt es sich auch beim Satellit 500 um einen Doppelsuper, der dank Mikroprozessorkontrolle über ausgedehnte Möglichkeiten von Speicherfunktionen, Scan- & Timerfunktionen verfügt. Es ist mit einem vollständig neu konzipierten LCD-Display mit der Möglichkeit der alphanumerischen Anzeige von Stationsnamen ausgestattet, die deutsche (d.h. die Professional - Version) verfügt über eine ROM-Tablle in der 156 Frequenzen von 40 internationalen Kurzwellendiensten in einem „read only“-Speicher permament niedergelegt sind, leider hat dieses Feature an Nutzen sehr verloren, zahlreiche Kurzwellenstationen haben den Sendebetrieb seit den achziger Jahren eingestellt oder die Sendefrequenz gewechselt.
Mit 30,4 x 17,8 x 6,6 cm und 1,8 kg entsprechen die Abmessungen und das Gewicht in etwa denen der Vorgängergeräte Satellit 300 und 400. Der Satellit 500 wird von vier Monozellen / UM-1 gespiesen, ein interner automatisch aufgeladener Li-Akkumulator erhält die gespeicherten Daten der Uhr und Stationsspeicher aufrecht. Das Gerät kann auch mit NiCd-Akkumulatoren betrieben werden, wenn das Gerät vom Netz betrieben wird und der Schalter im Batteriefach auf ACCU steht, werden die Akkus automatisch nachgeladen. Eine Versorgung mit 9 - 12 V Gleichstrom (über einen center-positiven Steckkontakt) ist ebenfalls möglich, Grundig's Originalnetzteil trägt die Bezeichnung NR-90.
Auf der Geräteoberseite findet sich unter dem Tragegriff lediglich die aufgdruckte Weltzeitumrechnungstabelle und die Teleskopantenne.
An der linken Geräteschmalseite finden sich die Drehregler für Bässe und Höhen, der Lautstärkeregler und der Schalter für die elektronische Lock-Funktion, die das unbeabsichtigte Einschalten des Gerätes im Reisegepäck verhindert. Die Drehregler sind weniger auf Verschmutzungen anfällig, als die Schieberegler des Vorgängers. Die linke Hälfte der Front nimmt der Lautsprechergrill ein, die Tonqualität ist mit 1,5 W Sinus-/ 3 W Musikleistung für ein Reisegerät hervorragend.
Das digitale Anzeigefeld wurde komplett überarbeitet und gibt eine Fülle an Informationen. Neben der Anzeige der Uhrzeit, der Empfangsfrequenz mit einer Genauigkeit von 100 Hz wird auch das empfangene Kurzwellenband und alphanumerisch die Stationsbezeichnung angezeigt, allerdings nur maximal vier Buchstaben. Im der rechten oberen Ecke zeigt ein Symbol an, ob das breite oder schmale ZF-Filter geschaltet ist und signalisiert USB, LSB oder Synchrondetektorempfang. Eine elektronische Balkenanzeige in der linken unteren Ecke gibt über die Signalstärke (keine Eichung, 0 - 5 Einteilung) resp. Batteriespannung Auskunft.
13 Tasten werden benötigt um das Gerät einzuschalten, AM oder FM (UKW-Bereich), Mono/Stereo-Empfang, die Bandbreite oder USB/LSB und Synchrondetektion zu aktivieren. Die MEMORY SCAN-Tasten erlauben es, rasch die gespeicherten Frequenzen durchzusuchen, SEARCH aktiviert einen Sendersuchlauf.
Eine Reihe Tasten in der Mitte schalten die verschiedenen Timerfunktionen, um die Uhr zu stellen, muss die Zeit (mit einem Punkt zwischen Stunden und Minuten) eingegeben werden, ein Druck auf die Taste TIME1 und das Loslassen pünktlich auf den letzten Pieps des Zeitzeichens stellt die Uhrzeit, mit der Taste TIMEII kann gleichermassen eine zweie Zeitzone, beispielsweise die Weltzeit programmiert werden. SELECT aktiviert die Timer - Funktionen.
Die Zifferntasten werden eingesetzt, um eine bekannte Frequenz oder einen Speicherkanal direkt aufzurufen.Mit der Eingabe 6 - 0 - 7 - 5 FREQUENCY springt man direkt auf das Signal der Deutschen Welle auf 6075 kHz, 6 - Punkt - 0 - 7 - 5 FREQUENCY bewirkt genau dasselbe, 8 - 9 - PUNKT - 3 Frequency lässt das Gerät auf UKW 89,3 MHZ schalten, mit 4 - 9 - FREQUENCY landet man im 49m-Kurzwellenband. Mit der anderen Taste werden die Speicherkanäle angewählt.
Die gleichen Zifferntasten werden benutzt, um einen der 42 Speicherplätze zu belegen. Um abzufragen, ob eine gehörte Station bereits im Speicher abgelegt ist, kann die Taste STORE gedrückt werden. STATxx zeigt an, dass die Frequenz bereits im Speicher xx abgelegt ist, ansonsten wird HA (Handabstimmung) angezeigt. Um eine Station abzuspeichern, muss die Nummer des gewünschten Speicherplatzes eingegeben und mit einem längeren Druck auf STORE abgespeichert werden. Der Speicher kann durch Eingabe der Nummer und Druck auf MEMORY aufgerufen werden. Jedem Speicherkanal kann eine vierstellige alphanumerische Bezeichnung zugeordnet werden: die A-Z/0-9 Taste aktiviert die alphanumerische Dateneingabe, mit dem Abstimmknopf kann der gewünschte Buchstabe gewählt werden, auf einen erneuten Druck auf die Taste A-Z/0-9 wird der nächste Buchstabe angewählt. Ein letzter Druck auf die A-Z/0-9 Taste nach der Eingabe des vierten Zeichens speichert die Bezeichnung in den Speicherkanal. Der einfachste Weg, eine Station auf einer bekannten Frequenz einzustellen, ist die direkte Frequenzeingabe über die Zifferntasten, beispielsweise die Eingabe von 6 - 1 - 5 - 5 - FREQUENCY um den Österreichischen Rundfunk auf 6155 kHz zu empfangen. Ebenso unproblematisch ist der Einsatz des Hauptabstimmknopfes an der rechten Geräteschmalseite. Im Falle von Nachbarkanalstörungen kann die ZF-Bandbreite durch Durck auf die Wide/Narrow - taste verringert werden. Oftmals hilft auch der Einsatz des Synchrondetektors weiter, oder es wird im SSB-Modus das untere oder obere Seitenband eingestellt und manuell auf „Zero Beat“ abgestimmt, bis der Pfeifton durch den im Gerät erzeugten Hilfsträger verschwindet, den automatischen ECSS-Empfang erlaubt der Satellit 500 nicht. Es gibt noch eine selten dokumentierte Möglichkeit, den Empfang noch etwas zu verbessern. Bei Druck auf die MONO-Taste kann mit dem Hauptabstimmknopf die automatische Preselektion verstimmt werden; lässt man danach den MONO-Knopf los und dreht am Abstimmknopf weiter, spring das Gerät wieder in die automatische Preselektion. Die HF-Verstärkung kann durch gefühlvollen Einsatz des RF-Gain-Reglers (MGC) an der rechten Geräteschmalseite kontrolliert und manche schwierige Empfangssituation vor allem im SSB-Empfang so gemeistert werden.
In manchen schwierigen Empfangssituationen kann auch der Anschluss einer externen Antenne viel bringen. Ein Schalter unter der ausserhalb Europas wenig verbreiteten DIN 45325-Buchse schaltet auf die externe Antenne um. Bei Überladungserscheinungen beim Einsatz einer allzu langen Antenne oder in der Nähe einer starken Sendestation verspricht der Abschwächer SENS DX/LOC in der LOCAL-Stellung Abhilfe.
In der deutschen Version, dem Satellit 500 Professional, ist die ROM-Tabelle aktiviert: in einem ansonsten unbenutzten Speicherbereich hat Grundig Frequenzen von 40 internationalen Kurzwellendiensten direkt ins ROM einprogrammiert. Um diese permanent gespeicherten Frequenzen aufzurufen, wird die MEMORY RECALL-Taste und dann die Speicherkanalnummer mit einer führenden Null eingegeben, beispielsweise ruft 0 - 1 - MEMORY die Frequenzen der Deutschen Welle, 0 - 2 - 7 - MEMORY die BBC London auf. Zwischen den vierzig Stationen kann mit der MEMORY SCAN-Taste gewechselt werden, aus den verschiedenen für einen Anbieter gespeicherten Frequenzen die beste mit der SEARCH-Taste abgerufen werden. 0 - 1 - 7 - MEMORY ruft die Frequenzen von Radio RSA auf, mit Druck auf die Taste SEARCH können die Frequenzen 5980 / 11900 / 15240 kHz abgerufen werden. Dies funktionierte zumindest vor fünfundzwanzig Jahren problemlos, nachdem nun zahlreiche Kurzwellensender verstummt sind, ist dieses Feature nicht mehr von gleichem Nutzen: beim Versuch Radio RSA oder Radio Berlin International auf 6115 kHz aufzurufen, werden nur noch nostalgische Gefühle wach - kaum zu glauben, 1989 existierte die DDR noch…
Es gibt eine undomentierte Option: im „Test Modus“, der aufgerufen wird, indem beim ausgeschalteten Gerät die Tasten 0 - 5 - 0 - 2 - 5 - 1 - STORE gedrückt werden, zeigt der Satellit die Version (PROF / ITAL / INT) an, ein Druck auf SELECT aktiviert alle Segmente der LCD-Anzeige, STORE informiert darüber, welche Dioden vorhanden sind, die Gerätevariante definiert sich aufgrund der vorhandenen Dioden.
Beim Satellit Professional wird - 1 1 1 angezeigt (Diode B3 -, B2 vorhanden, B1 vorhanden, B0 vorhanden), der Satellit International zeigt - 0 0 1 (nur Diode B0 vorhanden), die Italia-Version outet sich durch - 0 1 0 (nur B1 vorhanden).
Hieraus ergibt sich die Möglichkeit, das Gerät zu modifizieren, um zur ROM-Tabelle Zugang zu erhalten oder - häufiger gefragt - das Gerät für den gesamten Kurzwellenbereich freischalten zu können. In der rechten unteren Ecke der Hauptplatine müssen die Dioden D506-508 lokalisiert werden, die Diode D506 ist die Diode ganz rechts aus den dreien. Wenn die Diode D506 entfernt wird, ist die Zugangsbeschränkung oberhalb 26,1 MHz aufgehoben, wenn die Diode D508 (ganz links) eingelötet ist, kann die ROM-Tabelle auch in der International - Version aktiviert werden. Bevor Sie sich an dem Gerät zu schaffen machen, lohnt es sich, die Diode anhand des Service Manuals sorgfältig zu identifizieren, sonst können Sie mit dem Unterfangen Schaden am Gerät anrichten (ich übernehme keinerlei Garantie für's Gelingen) und verlieren alle Ganrantieansprüche. Letzteres sollte kein gewaltiges Problem mehr sein, seit Grundig sich aus dem Weltempfängergeschäft zurückgezogen hat, die Garantie dürfte zwischenzeitlich ohnehin abgelaufen sein…
Zusammenfassend handelt es sich beim Grundig Satellit 500 um einen Reiseempfänger, der für Flugreisen etwas gross und schwer geraten ist, aber alle Qualitäten eines guten Kurzwellenempfängers auch für etwas höhere Ansprüche aufweist. Er ist empfangsstark, dank dem Doppelsuperdesign werden Spiegelfrequenzen und andere „Geistersignale“ zuverlässig unterdrückt.
Das Gerät ist nicht gar zu oft auf dem Gebrauchtgerätemarkt zu finden, meist wird es etwas günstiger als der verbreitetere Satellit 700 angeboten, der zusätzlich mit dem automatisierten ECSS-Empfang und der RDS-Fähigkeit beim UKW-Empfang aufwartet.
Das Gerät ist halbleiterbestückt.