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Notker Gächter
Inhaltsverzeichnis
Lebensdaten
Profess: 29. September 1922
Priesterweihe: 1. Mai 1926
Primiz: 13. Mai 1926
Lehrer an der Stiftsschule: 1926–1946
Bibliothekar: 1932–1946
Beziehungsnetz
Verwandtschaft
Sohn des Carl Gächter und der Henricka Benz.
Lebensbeschreibung[1]
Bruno Gächter stammte von St. Gallen aus einer im Rheintal beheimateten, vielköpfigen Familie, in die er 1899 als zweitjüngstes Kind geboren wurde. Das Gymnasium absolvierte er in Engelberg. Seine Intelligenz liess Bruno das Studium nicht schwer werden, vor allem nicht in den Disziplinen, die vorwiegend an den Verstand appellierten. Ein ehemaliger Mitschüler schrieb über ihn: "Wo Phantasie und Gefühl zur Mitarbeit aufgerufen wurden, trat er eher zurück. So konnte es geschehen, dass er, am Federhalter kauend, noch den ersten Satz Wort um Wort komponierte, während sein Gegenüber im 'Philosophenmuseum' bereits den Schlussstrich unter einen Aufsatz zog. Dass er einmal ein eigenes Gedicht fabrizieren sollte, war ihm helles Entsetzen. Zeitlebens blieb es seiner Art fremd, um irgendetwas, und mochte es ihn innerlich noch so sehr bewegen, viele und pathetische Worte zu machen."
Nach bestandener Matura trat Bruno im Herbst 1921 ins Noviziat ein und erhielt den Namen Notker. Er absolvierte seine theologischen Studien und feierte an Christi Himmelfahrt, am 13. Mai 1926, seine Primiz. Im darauffolgenden Herbst begann der Schuldienst in den untersten Gymnasialklassen. Aber schon 1930 wurde ihm das Amt des Unterbibliothekars übertragen. Die Erweiterung der Bibliotheksräume und die Einrichtung des prächtigen Lesezimmers im Neubau des Klosters zusammen mit der Neukatalogisierung brachte viel Arbeit, die mit der Ernennung zum Stiftsbibliothekar 1932 noch wuchs. Seither bewegte sich der Schuldienst P. Notkers nur noch am Rande der Klosterschule. Er beschränkte sich auf die Realschule und auf Freifächer am Gymnasium: Stenographie, Buchhaltung, in der er sich zeitweilig auch praktisch in der Grosskellnerei betätigte, und vor allem Englisch. Ihm galt fortan seine besondere Liebe. Zweimal zog es ihn zu längerem Studienaufenthalt nach England und nützte auch sonst jede Gelegenheit, um seine Sprachkenntnisse zu verbessern.
Sein Amt als Stiftsbibliothekar brachte P. Notker vor allem in der sommerlichen und winterlichen Hauptkurzeit viel Mühe und Zeitverlust durch die Bibliotheksbesucher. Nie hat er sich ob dieser Beanspruchung verdrossen gezeigt. Mit grosser Geduld leitete er interessierte Personen durch die Bücher- und Ausstellungsräume. Der Bibliothek selbst war P. Notker vorab ein gewissenhafter Verwalter und Organisator. Sein peinlicher Ordnungssinn, der gelegentlich die Grenzen der Pedanterie streifen mochte, war hier in seinem Element.
Drei Jahre vor seinem Tod nahmen seine gesundheitlichen Probleme zu. Vermutlich erlitt er einen kleinen Schlaganfall und hatte fortan Lähmungserscheinungen im Gesicht, die nicht mehr völlig behoben werden konnten. Ab diesem Zeitpunkt hatte sein Bergsteigen ein Ende und der einst so stürmische Schritt durch die Klostergänge verlangsamte sich zusehends. Von Zeit zu Zeit sich wiederholende Schwindelanfälle liessen die Befürchtungen wachsen, und ein hartnäckiger Husten schien immer deutlicher auf einen weiteren Krankheitsherd hinzuweisen. Nur selten sprach P. Notker von sich und seinen Gebrechen. Wenn er es tat, geschah es ohne zu klagen. Die gelassene Selbstverständlichkeit, mit der er auch diese Prüfungen und Nöte auf sich nahm, mag mit daran schuld sein, dass man ihn weniger krank wähnte, als er in Wirklichkeit war. Wohl einer der letzten guten Tage war ihm am 9. September beschieden, als er, umgeben von seinen Klassengenossen, frohen Mutes sein silbernes Matura-Jubiläum feierte. Nach nur dreitägigem Aufenthalt im Sanatorium "Sanitas" in Davos im darauffolgenden November aber versagte P. Notker das Herz. Er starb dort am 12. November.
Professnummer
- Nr. 730
Einzelnachweise
- Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Nachruf in den Titlisgrüsse 33, 1946/47, S. 7-9, übernommen.
Bibliographie
- Nachruf P. Notker Gächter, in: Titlisgrüsse 33, 1946/47, S. 7-9.