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Die Mulde von Metzerlen-Mariastein
Mariastein und Metzerlen liegen in der Mulde von Hofstetten–Metzerlen, einem Malm-Korallenkalk-Plateau des Nordteils der Blauen-Falte
. Die etwa 500 Meter breite Mulde liegt im Gegensatz zu derjenigen von Hofstetten etwas höher. Ausserdem ist der Faltenschenkel der Landskron
deutlich ausgeprägter als derjenige von Hofstetten. Dieser Teil der Vorfalte nähert sich der Blauenfalte bei Burg. Die Mulde von Metzerlen-Mariastein selbst ist wie diejenige von Hofstetten mit Löss- und Lehmböden bedeckt, welche einen recht intensiven Ackerbau ermöglichten. Nördlich der Landskronkette liegt das Sundgauer Hügelland.
Der Wallfahrtsort Mariastein und sein Kloster
Bei Flüh durchbricht der Flühbach die Landskronkette. Die Quellarme des Flühbachs haben sich rückwärts cañonartig eingetieft. Dadurch ist die Malm-Fluh von Mariastein entstanden. In einer natürlichen Kluft ist die bekannte Gnadenkapelle des Klosters eingefügt. Diese Felsen sind auch Ort der Legende von Mariastein aus dem 14. Jh., welche besagt, dass die Muttergottes einem Kind, welches über die Felsen gefallen war, das Leben gerettet habe.
In der Folge wurde die 1434 erstmals erwähnte Kapelle «Im Stein» errichtet. Das Kloster selbst wurde 1648 von Mönchen des Benediktinerklosters Beinwil im Tal der Lüssel (Kanton Solothurn) gegründet. In Anknüpfung an eine alte Wallfahrtstradition wurde Mariastein zu einem der meistbesuchten Wallfahrtsorte der Schweiz. Die Wallfahrt war und ist auch ein wirtschaftlicher Faktor, werden doch Stellen in Gasthäusern und Läden geschaffen.
Bis anfangs des 20. Jh. wurde auf dem «Aeusseren Berg» und auf «Ussere Reben» Rebbau betrieben. Dieser verschwand wie vielerorts in der Region gänzlich im 20. Jh. Die schönen Sonnenhänge der ehemaligen Rebberge sind heute mit Einfamilienhäusern überbaut. Erst in den letzten Jahren entstand ein neuer Rebberg im nördlichen «St. Annafeld» (Heulen).
Das Dorf Metzerlen
Metzerlen liegt auf einem mächtigen Bergsturzkegel, der vom Blauen abgeglitten ist. Obwohl an der Verbindungsstrasse hinteres Leimental–Laufenbecken (Challpass) liegend, bot Metzerlen seit jeher wenige Arbeitsplätze. Das Dorf hat bis heute seinen stark ländlichen Charakter erhalten. Von den in den 1930er-Jahren noch 58 grösseren und kleineren Bauernbetrieben mit Viehhaltung sind anfangs des 20. Jh. noch 12 Haupt- und 3 Nebenerwerbsbetriebe verblieben. Heute wird hauptsächlich Getreide, Raps und Mais angebaut.
Daneben spielt der Obstbau, vor allem Kirschen, eine wichtige Rolle. Der Obstbaumgürtel, welcher das Dorf Metzerlen umgibt, ist entscheidend für das Landschaftsbild. Die Gemeinde Metzerlen-Mariastein führte in den Jahren 1991–2006 eine Güterregulierung durch. Im Rahmen dieser Regulierung wurden drei Aussiedlerhöfe geschaffen und über 23 Kilometer neue Feldwege erstellt. In der zweiten Hälfte des 20. Jh. entwickelte sich Metzerlen zu einem lockeren Haufendorf und dehnte sich dabei mit Einfamilienhäusern den Blauenhang hinauf aus.
Metzerlen-Mariastein ist arm an Gewässern. Bedingt durch die geologischen Verhältnisse kommen nur wenige Bäche vor. Einige wurden um die Zeit des Zweiten Weltkriegs eingedolt. Gleichzeitig wurden ehemalige Feuchtgebiete um das Dorf drainiert. Man vergleiche dazu die Karten von 1877 und 1956
! Eine Zielsetzung der Güterregulierung war es, naturnahe Bachläufe wiederherzustellen. Zu diesem Zweck wurde von Pro Natura der Fichtenraingraben
renaturiert, indem er auf einer Länge von 760 Meter freigelegt wurde und indem ein 12 Meter breiter Streifen für die Entfaltung der Vegetation geschaffen wurde. Darauf wurden rund 900 Sträucher gepflanzt.
Schloss Rotberg
Das Schloss Rotberg liegt am Blauen-Nordhang in der Nähe des Blauenüberganges Metzelerchrütz, welcher nach Dittingen führt. Die Burg wurde 1311 als Sitz des Geschlechts von Rotberg erwähnt. 1515 kam die Burg mit der ganzen Herrschaft inklusive Bättwil, Hofstetten, Metzerlen, Rodersdorf und Witterswil an Solothurn. Das Kloster Beinwil erwarb 1638 das Schloss mit dem zugehörigen Sennhof, liess es aber zerfallen. 1936 wurde die Ruine rekonstruiert und dient heute als Jugendherberge.
HPM