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Ländlerfreunde, die Engadin lesen und hören, denken automatisch an die Engadiner Ländlerfründa sowie Namen wie Caflisch, Janett und Simonelli. Diese sind mit einer Musikformation verbunden, die vor über 50 Jahren von den nach wie vor aktiven Musikern Carlo Simonelli (1938) und Arno Caflisch (1942) mitbegründet wurde. Bei eben diesen Engadiner Ländlerfründa spielt seit 1974 auch der Profimusiker Domenic Janett (1949) mit, seit 1985 aber auch Carlos Sohn Gian Carlo, der jetzt 54 wird. Damit ist Gian Carlo der Benjamin der Stammformation. Je nach Konstellation werden Ueli Mooser (1944) und Pius Baumgartner (1967) beigezogen.

Gian Carlo erlernte den Lehrerberuf und ist heute in Samedan tätig. Er ist mit Ladina verheiratet, Vater von Tochter Riccarda und wohnt in Samedan im eigenen Haus, das einst den Schwiegereltern gehörte. Dass er an seinem Wohnort im Oberengadin auch seinen Beruf als Gewerbeschullehrer ausüben kann, bezeichnet er als angenehm, vor allem aber als Glücksfall für die jungen Berufsleute im südlichen Hochtal des Kantons Graubünden. Die Berufsschule Samedan existierte schon vor jener in Chur, so die überraschende Information des heutigen Gastes.
Mit seinen Musikkollegen hat dieser zwangsläufig schon viel erlebt und kraft der Musik die weite Welt gesehen. Aber auch die Enge von Studios für die Produktion verschiedener Tonträger der Formation. In einem dieser Studios wurde auch ein von Papa Carlo und Domenic Janett gemeinsam komponierter Titel aufgenommen. «Heidiland», wie vor der heutigen Bezeichnung in der Region der Bündner Herrschaft auch schon mal ein Gebiet um St. Moritz genannt worden sei. Und genau diesen Titel würde er jetzt zu seinem Geburtstag gerne anhören, auch als Erinnerung an jene Zeit , in der die Engadiner bereits zum dritten Mal eine Co-Produktion mit der PS Corporation, einer Dixi-Jazz-Band aus Basel, eingegangen seien. Er möge sich gut erinnern, sagt Gian Carlo. Er möge sich gut erinnern, sagt Gian Carlo. Die führenden Köpfe der zwei Formationen hätten da nicht viel miteinander ab- und vorbesprochen. Man habe musiziert und die Wiedergabe der Melodien jeweils fortlaufend arrangiert. Es ist eines der wenigen Ländler-Experimente, das nicht nur im Tonstudio, sondern immer wieder live gespielt wird.
Der grössere Teil der Engadiner Ländlerfründa steht im hohen Alter um 80. Wie lange dürfen die Fans und die Freunde der Engadiner ihre Formation noch live geniessen? Ist gar eine Nachfolgeregelung aufgegleist? Gian Carlo sagt klar, was er sich persönlich vorstellt: «Die Engadiner Ländlerfründa wird es in dieser Art wie heute nicht mehr geben, obwohl das Reservoir an guten Musikanten auch im Kanton Graubünden gut gefüllt ist». Die Ressourcen an Ländlermusikanten seien im Engadin allerdings nicht so ausgiebig wie in der Innerschweiz, «wos klöpft und täschtscht vo gueta Musikanta». Er lasse die Entwicklung auf sich zukommen. Musizieren werde er wohl auch nach der Ära der heutigen Formation.
Ob bald, und wenn ja, ab wann wieder musiziert wird in den Ländlerlokalen, künden die Weisungen des BAG an. Die Veranstaltungskalender VSV, Alpenrosen und Typisch führen einzelne Anlässe bereits auf. Nähere Infos sind vorteilhaft in den einschlägigen Restaurants einzuholen.
Geri Kühne