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Direkte Sonneneinstrahlung kombiniert mit der internen metabolischen Wärmeproduktion machen weidende Milchkühe besonders anfällig für Hitzestress. Hitzestress beeinträchtigt nachweislich die Fruchtbarkeit und die Tiergesundheit und verringert das Wohlbefinden der Tiere. Ziel der Studie war, unter moderaten Klimabedingungen Hitzestress
bei weidenden Milchkühen frühzeitig anhand von Verhaltensmerkmalen zu identifizieren.
Das Verhalten von 24 Deutsch Holstein Milchkühen wurde über mehrere Perioden von
jeweils mindestens zwei Tagen mit steigendem Comprehensive Climate Index (CCI) erhoben. Parallel dazu wurde die Vaginaltemperatur (VT) gemessen. Die Daten wurden
pro Tag für Vormittag (AM, 09:00-11:00 Uhr) und Nachmittag (PM, 12:30-14:30 Uhr) analysiert.
Während AM veränderte sich die VT mit zunehmendem CCI wenig und die Kühe zeigten kaum Verhaltensänderungen. Während PM zeigte sich ein exponentieller Anstieg der
VT mit zunehmendem CCI. Mit steigender VT nahmen der Anteil liegender- und wiederkäuender Tiere ab, die Tiere wurden im Liegen aktiver, während die Aktivität im Stehen
und Gehen dagegen zurückging. Die VT korrelierte zudem positiv mit der Nähe der Tiere
zum Wassertrog und der Häufigkeit geringer interindividueller Distanzen. Mit steigender
VT nahm die Häufigkeit des Leckens des eigenen Körpers so wie die Atemfrequenz zu.
Veränderungen im Verhalten dürften somit Verhaltensanpassungen an beginnenden Hitzestress widerspiegeln.