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Veranstaltungen - 12.05.2016 - 00:00
12. Mai 2016. Der Unternehmer und Autor Martin Ford sprach am St.Gallen Symposium zum Thema «Rise of the Robots». Ford ist Gründer von Solutionsoft, einer Softwareentwicklungs-Firma im Silicon Valley, und Autor des New York Times-Bestsellers «Rise of the Robots: Technology and the Threat of a Jobless Future» (das 2015 die Auszeichnung Financial Times/McKinsey Business Book of the Year erhielt).
Die grundlegende These des Buches ist, dass Technologie sich allmählich bis zu einem Punkt weiterentwickelt, an dem sie menschliche Arbeiter in grösserem Umfang als bisher ersetzen kann. Im Zuge der industriellen Revolution hätten wir erlebt, wie Maschinen monotone Arbeiten übernahmen und Arbeiter entweder neue Fähigkeiten erwarben, um mit diesen Maschinen zu arbeiten oder zu einer anderen Aufgabe übergehen mussten. Der Unterschied heute sei, sagt Ford, dass «die Maschinen anfangen zu denken. Sie nehmen echte kognitive Funktionen an.»
Ein Beispiel sei das Autofahren, eine alltägliche Aufgabe in nahezu jeder Gesellschaft. Wenn selbst fahrende Autos Realität würden, wird es Millionen von Menschen geben, die ihrer Tätigkeit nicht mehr nachgehen können und für die es keine Möglichkeit gäbe, irgendeinen Job im selben Bereich auszuüben.
Wie man vermeiden kann, wegautomatisiert zu werden
Ford glaubt, dass nahezu alle Berufe routinemäßiger Art verschwinden werden. Zuerst wären das Tätigkeiten, an die man sofort denkt, wie landwirtschaftliche Arbeiten und Fabrikarbeit. Es werde jedoch weitergehen und auch wissensbasierte Arbeiten betreffen – Berufe wie Anwalt, Buchhalter und Radiologe. Dies seien heute gut bezahlte Jobs, die ein hohes Bildungsniveau erfordern und die in absehbarer Zeit verschwinden könnten.
Handwerkliche Berufe mit einer Mobilitätskomponente findet Ford schwieriger zu automatisieren. Gemeint sind Berufe wie Klempner, Krankenschwester und Elektriker, die eine gewisse Sachkenntnis erfordern und bei denen man zudem mobil sein muss.
Inwiefern ist ein Grundeinkommen relevant?
Im Juni wird die Schweiz über diese Idee abstimmen und Ford glaubt, dass das eine positive Entwicklung sei. Ein elementares Sicherheitsnetz, dass die Grundbedürfnisse erfüllt und nicht zu gross ist, bedeute, dass die Menschen kreativere und erfüllendere Dinge tun könnten, anstatt nur wegen des Gehalts in einer Anstellung bleiben zu müssen, sagt Ford. «Ich glaube, dass wir eine radikale Umgestaltung unserer Gesellschaft brauchen, und ich befürworte ein garantiertes Minimaleinkommen.»
Die Arbeit verschaffe vielen von uns ein Gefühl der Erfüllung und liefere uns ausserdem ein Einkommen. Ford sieht vorher, dass dieses Konzept in Zukunft geteilt sein könnte. Das Gefühl der Erfüllung könnte aus einem Bereich kommen, in dem man nicht bezahlt wird.
Regierungen hätten eine moralische Aufgabe und wir als Gesellschaft eine moralische Verpflichtung. Konzerne stünden in der Verantwortung, gewinnbringend zu sein. Wir könnten nicht erwarten, dass sie diesen Bereich regulieren und es werde höchstwahrscheinlich von Regierungsseite kommen.
Die positive Zukunftsperspektive beim Aufstieg der Roboter sei, dass Maschinen in der Lage sein werden, Aufgaben zu übernehmen, die niemand tun will – gefährliche Arbeiten, langweilige Arbeiten, wie das Graben einer Rinne, werden nicht mehr erforderlich sein. Mehr und mehr Menschen werden in der Lage sein, sich auf kreativere Vorhaben zu konzentrieren.
Ford merkte zudem an, dass Regierungen und Politiker sich über diese Entwicklungen keine Gedanken machten, weil sie noch in der Zukunft liegen. Er sieht immer noch viel Skepsis und glaubt, dass es eine grosse Herausforderung für uns alle und besonders für die Generation seiner acht Jahre alten Tochter sein wird. Es sei unmöglich, vorauszusagen, wie genau es ausgehen wird.
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