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Seit Menschengedenken ist der Kormoran in der Schweiz bekannt. Schon 1557 erwähnte ihn der Zürcher naturforscher und Stadtarzt Conrad Gesner in seinem Vogelbuch. Noch zu beginn des 20. Jahrhunderts war der Kormoran jedoch selten. Von anfänglich einigen Dutzend stieg die Zahl ab Mitte der sechziger Jahre stetig auf mehrere Tausend.
Diese Zunahme hängt vom Brutbestand in nördlichen Gewässern ab. Im 19. und bis Mitte des 20. Jahrhundert wurde der Kormoran als verhasster Konkurrent der Meeresfischerei unerbittlichverfolgt. 1920 brüteten nur noch wenige hundert Paare in Holland und Polen. Nach der Unterschutzstellung in den siebziger Jahren erholten sich die ehemals grossen bestände rasch wieder. Der bei uns überwinternde Bestand (1991) wird sich auf ca. 8'000 Kormorane einpendeln.
Mehrere einheimische Fischarten sind heute bedroht. Die Hauptursache dafür sind Gewässerverschmutzung, Uferverbauungen und der damit verbundene Verlust von Laichplätzen. Verschiedene Arten werden heute nur mit grossem Aufwand künstlich erhalten. So werden z.B. laichreife Edelfische gefangen (Laichfang), ihre Eier künstlich ausgebrütet und die Jungfische später ausgesetzt. Die vermeintlich fischreichen Gewässer entpuppen sich somit teilweise als Wasserrinnen und Wannen mit darin ausgesetzten Fischen.
Da einzelne Fischarten kaum mehr Laichplätze, aber auch kaum mehr Schutz- und Rückzugsmöglichkeiten in unseren Gewässern vorfinden, sind die Zeiten einer natürlichen Fischpopulation vielerorts längst vorbei.
Der Kormoran jagt hauptsächlich die in Schwärmen lebenden und nah an der Oberfläche schwimmenden Fische. Fast 90% unserer Kormorane fischen auf Seen und Fluss-Stauseen. Auf diesen Gewässern machen, bei einer natürlichen Artenvielfalt, die sog. Weissfische mehr als Dreiviertel ihrer Nahrung aus.
Da sich der Kormoran nicht auf bestimmte Fischarten spezialisiert, sondern häufige oder leicht zu fangende Arten frisst, variiert seine Nahrung von Gewässer zu Gewässer stark. Von ausgezählten 9561 Fischresten, die von Kormoranen gefressen wurden, machen Weissfische 75%, Barsche 14% und Felchen weniger als 5% aus.
Berufsfischer und Kormorane sind daher nachweislich nicht auf die gleichen Fischarten angewiesen. Namhafte Schäden entstehen aber, wenn Kormorane Fische aus Fischernetzen reissen und diese dadurch beschädigen.