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Das Schubladenmuseum von Herbert Distel
Mit dem Schubladenmuseum hat der Schweizer Künstler Herbert Distel von 1970 bis 1977 ein Kunstwerk verwirklicht, welches aus einer Sammlung von zeitgenössischen Kunstwerken im Miniaturformat besteht. Es ist auch als «Le Musée en Tiroirs» oder «The Museum of Drawers» bekannt. Seit 1979 befindet es sich als Schenkung des Künstlers und der Julius Bär Stiftung im Besitz des Kunsthauses Zürich.
Die Konservierung und Restaurierung des Schubladenmuseums wird von der Bank Julius Bär, anlässlich des Jubiläums «100 Jahre Kunsthaus Zürich», unterstützt.
Gerne wird das Schubladenmuseum als das kleinste Museum für moderne Kunst bezeichnet. Über diese Aussage lässt sich gewiss streiten. Fest steht jedoch, dass im Schubladenmuseum eine aussergewöhnliche Vielfalt an Kunstwerken, Künstlern und Kunstströmungen der 1960er und 1970er auf kleinem Raum vertreten ist und es einen Überblick über die Kunst dieser Zeit gibt.
Das Schubladenmuseum versammelt innerhalb eines seriell hergestellten Nähseidenspulenkastens 500 Miniaturobjekte von über 500 verschiedenen Künstlern. Der hölzerne Schubladenschrank (186 cm hoch, 37,5 cm breit und 38,5 cm tief) war ursprünglich für die Präsentation von Nähseidenspulen in einer Kurzwarenhandlung gedacht. In den 20, an der Frontseite verglasten Schubladen befinden sich jeweils 25 Kästchen mit den gleichen Massen (4,3 cm hoch, 5,7 cm breit und 4,8 cm tief). Die Miniaturobjekte sind grösstenteils in den 1970er Jahren eigens für das Schubladenmuseum angefertigt worden und passen jeweils in ein einzelnes Kästchen. Die Beiträge variieren stark bezüglich künstlerischer Ausdrucksformen, Materialien und Techniken sowie Motiven und spiegeln Unterschiede im Umgang mit dem Thema Massstab wider. Darüber hinaus gehört der metallische Sockel «Base to the Museum of Drawers» (1974) von Ed Kienholz als 501. Beitrag zum Schubladenmuseum. Auch ein Teil des Schriftverkehrs zwischen Herbert Distel und involvierten Künstlern wird stets zusammen mit den anderen Bestandteilen des Schubladenmuseums ausgestellt. Weitere Dokumente des Schriftverkehrs werden im Archiv des Kunsthauses Zürich aufbewahrt.
Fast vierzig Jahre nach Beginn der Realisierung des Schubladenmuseums befinden sich einige der 500 Miniaturobjekte aufgrund von Materialalterung und/oder mechanischen Beschädigungen (z. B. Transportschäden) in einem schlechten Zustand. Der Erhalt ihrer Aussagekraft ist gefährdet. In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Konservierung und Restaurierung der Hochschule der Künste Bern wurde ein Konservierungs- und Restaurierungsprojekt initiiert, welches nun dank der finanziellen Unterstützung der Bank Julius Bär fortgesetzt werden kann.