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Das Wichtigste in Kürze
- Priapismus kommt selten vor: In Europa liegt die Inzidenz bei 0,5 bis 1 pro 100.000.
D.h. eine von 100‘000 Personen ist betroffen.
- Hält eine Erektion länger als 2-4 Stunden an, gilt sie als Dauererektion
- Es wird unterschieden zwischen High-flow- und Low-flow-Priapismus
- Die Dauererektion sollte innert 4-6 Stunden ärztlich behandelt werden
- Häufigste Ursachen sind Krankheiten und Verletzungen im Dammbereich
Was ist Priapismus?
Der Begriff Priapismus stammt aus der griechischen Mythologie, benannt nach dem Gott Priapos, der für seine beständige Erektion bekannt war. Medizinisch betrachtet ist Priapismus eine Erektion, die länger als zwei bis vier Stunden dauert, ohne dass eine sexuelle Erregung vorliegt.
Es gibt zwei Haupttypen des Priapismus:
High-Flow-Priapismus:
Auch als «Nicht-ischämischer Priapismus» bekannt wird durch eine gestörte Blutzirkulation im Penis verursacht, oft als Folge einer Verletzung oder eines Traumas im Genitalbereich. Dabei fliesst zu viel Blut in den Schwellkörper.
Low-Flow Priapismus:
Auch als «Ischämischer Priapismus» bekannt, tritt auf, wenn das Blut im Penis nach einer normalen Erektion nicht abfliessen kann. Durch den Druckanstieg im Penis kommt es zu einer mangelnden Durchblutung. Mit 90 Prozent aller Fälle ist der Low-Flow der deutlich häufigere Priapismus-Typ. Häufige Ursachen sind Blutkrankheiten wie Sichelzellanämie, Leukämie oder Thrombose. Medikamente, insbesondere solche, die zur Behandlung von Erektionsstörungen oder Antidepressiva eingesetzt werden, können ebenfalls Auslöser sein.
Symptome bei Priapismus
Das Hauptmerkmal bei Priapismus ist eine Erektion, die länger als zwei bis vier Stunden anhält, ohne dass eine sexuelle Erregung vorliegt. In der Mehrzahl der Fälle wird das Glied sehr hart, verfärbt sich bläulich und es werden starke Schmerzen beschrieben.
High-Flow (nicht ischämisch)
Low-Flow (ischämisch)
Geringe oder keine Schmerzen
Der Penis ist:
- Weniger prall
Sehr schmerzhaft
Der Penis ist:
- Geschwollen, sehr prall und hart*
*die Eichel bleibt weich
Bei beiden Arten von Priapismus bleibt die Eichel in einem schlaffen Zustand und auch der Harnröhrenschwellkörper ist nicht betroffen, wodurch Wasserlassen während der Dauererektion möglich ist.
Ursachen von Priapismus
In etwa einem Drittel der Fälle bleibt die Ursache unbekannt. Im Übrigen unterscheidet man vor allem zwischen Verletzungen im Genital-, Becken- oder Dammbereich sowie Krankheiten. Letztere haben oftmals einen Einfluss auf die Bluteigenschaften.
Mögliche Ursachen:
- Verletzungen: Im Genital-, Becken- oder Dammbereich
- Blutkrankheiten: Leukämie, Sichelzellanämie, Thalssämie
- Neurologische Krankheiten: Multiple Sklerose, Querschnittslähmung, Bandscheibenvorfall
- Infektionskrankheiten: Sexuell übertragbare Krankheit Syphilis
- Drogen: Alkohol, Kokain, Crystal Meth, Marihuana
- Selbstinjektionsbehandlung von Alprostadil bei Erektiler Dysfunktion (ED): Bei der Injektion einer Überdosis in den Penis zur Auslösung einer Erektion, aber auch aus unersichtlichen Gründen
- Medikamente: Erektionsförderer (PDE-5-Hemmer) bei ED, Antidepressiva, Blutdrucksenker, Blutverdünner
High-Flow (nicht ischämisch)
Low-Flow (ischämisch)
Verletzungen im Genital- oder Dammbereich gelten oftmals als Ursprung
Als Folge von Krankheiten oder Alkohol- und Drogenmissbrauch
Diagnose & Behandlungsmethoden bei Priapismus
Die Behandlung des Priapismus hängt vom Typ und der Ursache der Erkrankung ab. Die Diagnose des Priapismus erfolgt durch eine körperliche Untersuchung, Anamnese und Blut- oder Bildgebungstests. Diese Tests helfen dabei, die Art des Priapismus zu bestimmen und die geeignete Behandlung einzuleiten.
Behandlungsmethoden umfassen:
- Medikamentöse Therapie: Einsatz von Medikamenten zur Verringerung der Erektion
- Chirurgische Eingriffe: In schweren Fällen kann eine Operation notwendig sein, um den normalen Blutfluss wiederherzustellen
- Schmerzlinderung: Schmerzmittel können zur Linderung der Beschwerden eingesetzt werden
Wichtig ist, schnell zu handeln, um dauerhafte Schäden zu vermeiden.