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Von Daniel Künzi, Schweiz 2017.
Die jurassischen Bauern lieben ihren Beruf und üben ihn voller Leidenschaft aus. Aber die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind immer schlechter geworden. Die Jungen wollen keine Bauern mehr sein. Hier droht eine ganze Berufsgattung auszusterben. Oder nicht?
Als ich vor ein paar Jahren in einem Schneesturm im Jura wanderte, traf ich einen Bauern, der grad aus seinem Hof kam. Weil er eine Sturmhaube trug, habe ich Paul Sautebin zuerst nicht erkannt. Es war ein Freund, den ich seit Jahren nicht gesehen hatte. Er hat vor 20 Jahren seine Arbeit als Uhrmacher aufgegeben und hat mit seiner Frau Isabelle, eine Lehrerin, einen Bauernhof übernommen. Diese Biobauern, die in den Bergen leben, stellten mir ihre Freunde vor. Hier helfen alle einander aus oder verkaufen Hühner, Kälber, Honig usw.
Ich lernte die Familie Hofstetter kennen, das sind Imker, die am Ufer des Doubs leben. Weiter weg, beim Kloster von Bellelay, wohnte die Familie Willemin-Gerber mit ihren 4 Töchtern. Die produzieren die Milch für den berühmten 'Tête de Moine'-Käse. 60% der Produktion ist für den Export bestimmt.
Die Bauern arbeiten hart und ihr Einkommen ist prekär. Über 80% ihres Einkommens wird von Direktzahlungen bestritten, doch diese Subventionen hängen davon ab, wie die Parlamentarier in Bern abstimmen. Die Situation ist so, dass in der Schweiz heute jeden Tag 2 bis 3 Bauern in den Konkurs gehen. Wird es hier in 20 Jahren überhaupt noch Bauern geben?