Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/159789

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, konkrete Massnahmen vorzuschlagen, mit denen der Zugang zu einer gesunden Ernährung (vor allem Obst und Gemüse) für die gesamte Schweizer Bevölkerung, insbesondere für Personen mit niedrigem Einkommen, gefördert werden kann.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist eine wichtige Basis für den Erhalt der Gesundheit. Daher hat das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) die Schweizer Ernährungsstrategie erarbeitet, welche die wichtigsten Handlungsfelder aufzeigt. Die Schweizer Ernährungsstrategie wird aufgrund der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse regelmässig aktualisiert; die nächste Überarbeitung steht für 2016 an.</p><p>Im Rahmen der Umsetzung der Schweizer Ernährungsstrategie verfolgt das EDI aktuell zwei Ansätze: Erstens wird die Bevölkerung über eine ausgewogene Ernährung informiert, damit alle ihre Eigenverantwortung wahrnehmen und eine gesunde Wahl treffen können. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern, u. a. mit der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung. Zweitens arbeitet der Bund mit der Wirtschaft zusammen, um bei Lebensmitteln und Mahlzeiten (Gemeinschaftsgastronomie) den Salz- und Zuckergehalt, wo notwendig und möglich, zu reduzieren, ohne dass der Geschmack der Produkte negativ beeinflusst wird. Dadurch soll den Konsumentinnen und Konsumenten die Möglichkeit gegeben werden, ernährungsphysiologisch besser zusammengesetzte Produkte zu konsumieren. Diese Zusammenarbeit wurde im Rahmen der Expo 2015 in Mailand durch den Abschluss eines Memorandum of Understanding zwischen dem EDI und Schweizer Lebensmittelproduzenten sowie Vertretern des Detailhandels formalisiert. Im Rahmen von Actionsanté werden gegenwärtig mit der Lebensmittelindustrie Massnahmen erarbeitet.</p><p>Bei der Umsetzung der Ernährungsstrategie legt der Bund das Augenmerk besonders auf die vulnerablen Zielgruppen in der Bevölkerung wie z. B. Kleinkinder, Kinder, Jugendliche, ältere Menschen sowie auf sozioökonomisch benachteiligte Bevölkerungsgruppen. Ferner hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) kürzlich die in Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachorganisationen überarbeitete Broschüre "Die Ernährung rund um Schwangerschaft und Stillzeit" veröffentlicht. Sie weist auf die Bedeutung der Ernährung während dieser Lebensphase als wichtige Weichenstellung für das Wachstum und die Entwicklung des Kindes hin und soll über die verschiedenen Fachorganisationen die Zielgruppe erreichen.</p><p>Zudem hat das BLV 2014 die weitverbreitete Annahme, dass eine gesunde Ernährung teuer ist und sich diese nur wenige leisten können, von der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften in Zollikofen überprüfen lassen. Sowohl die Berechnung des Warenkorbs als auch die im Rahmen dieser Studie durchgeführte Befragung kommen zum Schluss, dass die finanziellen Aspekte allein kein entscheidendes Kriterium für die Wahl einer gesunden oder eher ungesunden Ernährung bilden. Der gesunde, ausgewogene Warenkorb (monatliche Kosten: Fr. 469.30) ist tatsächlich etwas teurer als der ungesunde (Fr. 412.05). Im Gegensatz dazu hat die Studie des Universitätsspitals in Lausanne (CHUV) nicht direkt erfasst, ob sich ein tiefes Einkommen negativ auf die Ernährungsweise auswirkt. Es wurde lediglich der bekannte Zusammenhang zwischen hoher Bildung und gesünderer Ernährung belegt. Die Autoren erwähnen, dass die Studie den Einfluss finanzieller Schwierigkeiten auf die Ernährungsweise nicht abschliessend beurteilen kann.</p><p>Die Anliegen des Postulates sind somit schon erfüllt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.