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Das Management der seit 2007 an der Mailänder Börse notierten Mediengruppe "Sole 24 Ore" wird beschuldigt, in den Jahren 2015 und 2016 die Zahl der verkauften Kopien nach oben korrigiert zu haben. Auch bei der Zahl der digitalen Abos sollen die Zahlen gefälscht worden, um die Bilanzen zu verschönern. Bei den Ermittlungen geht es ausserdem um Unterschlagung von drei Millionen Euro, berichteten italienische Medien.
Die Ermittlungen wurden aufgrund einer Anzeige des Konsumentenschutzverbands Adusbef sowie einiger Journalisten der Mailänder Tageszeitung aufgenommen, die Bilanzfälschungen seit dem Börsengang der Tageszeitung 2007 vermuten, berichteten italienische Medien.
Die Gesellschaft im mehrheitlichen Besitz des Arbeitgeberverbands Confindustria hatte am 30. September mitgeteilt, im ersten Halbjahr 2016 einen Verlust von 49,8 Millionen Euro verzeichnet zu haben. Der Umsatz betrug im ersten Halbjahr 151,8 Millionen Euro. Confindustria versicherte seine Zusammenarbeit mit den Ermittlern zur Klärung der Vorwürfe.
Mit einer Auflage von 191'000 Exemplaren ist "Sole 24 Ore" vor der "Financial Times" hinsichtlich Auflage die drittstärkste Tageszeitung in Italien und Europas grösste Wirtschaftstageszeitung. Vor rund 40 Jahren aus einer Fusion zweier Wirtschaftstitel hervorgegangen, gilt die Mailänder Zeitung als das politisch unabhängigste Blatt des Landes.
(AWP)