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Magirus-Deutz MK-Reihe
Der Iveco 110-17 ist der grösste und stärkste der MK-Reihe der ursprünglich von Magirus-Deutz produzierten Nutzfahrzeuge.
MK steht für «Mittelklasse. Die Zahlen 110 und 17 stehen für 11 Tonnen Gesamtgewicht und 170 PS (125kW).
Die 1936 aus dem Motorenhersteller Humboldt-Deutz und der Fahrzeug- und Feuerwehrgerätefabrik Magirus entstandene Firma Magirus-Deutz produzierte bis in die 1970er Jahre Lastwagen, Omnibusse, Feuerwehrfahrzeuge und Brandschutztechnik. Zeitweise war Magirus-Deutz der zweitgrösste deutsche Nutzfahrzeughersteller, hatte grosse Bedeutung im Bereich allradgetriebener Baufahrzeuge und war Marktführer für Feuerwehrfahrzeuge in ganz Europa. Nach grossen Markterfolgen in den 1950er und 1960er Jahren geriet die Firma in den Siebzigern in eine Krise und wurde in den Iveco-Konzern eingegliedert.
Die MK-Reihe entstand ab 1971 aus einem Projekt des sogenannten «Vierer-Clubs» (Magirus-Deutz, DAF, Saviem, Volvo) als Neukonstruktion eines leichten bis mittelschweren Lastwagens mit Frontlenker-Fahrerhaus. Frontlenker-Fahrerhäuser haben keinen Motor-Vorbau, sondern die Stossstange sitzt unterhalb der Frontscheibe. Der Motor ist bei dieser Bauart unter der Fahrerkabine gelegen, welche im Normalfall nach Vorne abgekippt werden kann.
Anfang 1975 kamen die Fahrzeuge von Magirus-Deutz auf den Markt. Wichtige Bauteile waren herstellerübergreifend identisch, insbesondere die Fahrerkabine. Magirus-Deutz war der einzige Hersteller, der luftgekühlte Motoren in seine Fahrzeuge einbaute. Diese LKWs waren die ersten, die mit einer Kippkabine ausgestattet waren, was Magirus-Deutz einen Marktvorteil verschaffte.
Iveco 110-17
Iveco baute diese Lastwagen nach dem Ende der Marke Magirus-Deutz anfangs der 1980er Jahre mit Erfolg bis ins Jahr 1992 weiter.
Der Typ mit der ursprünglichen Bezeichnung 168M11 von Magirus-Deutz, unser «Muni», ein Iveco 110-17, hat einen Magirus-Motor des Typs BF6L913 mit 6 Zylindern in Reihe und einem Gesamthubraum von 6128 cm3, einem Drehmoment von rund 500 Nm, der etwa 485 kg wiegt.
(Quelle: https://www.trucksnl.com/TruckPics/size5/4399054_3.jpg)
(Quelle: https://www.trucksnl.com/TruckPics/size5/4399054_3.jpg)
Diese Fahrzeuge waren komplett mechanisch und mit einer simplen Elektrik ausgestattet. Durch ihre weltweit grosse Verbreitung und ihre grosse Zuverlässigkeit sind sie auch heute noch zuverlässige Arbeitstiere und können von jedem einigermassen gewieften Mechaniker repariert werden.
Unser «Muni»
Unser Fahrzeug wurde 1990 zum ersten Mal bei der Bundeswehr in Verkehr gesetzt. Nur zwei Jahre später war bei Iveco Produktionsende.
Lorenz, der in einer Vorortgemeinde von Bern bei der Feuerwehr arbeitet, hat über Kontakte den weissen Iveco 110-17 gefunden und ein sehr gutes Angebot erhalten. Hansjörg, ein Garagist aus einer Gemeinde südlich von Bern, hat das Fahrzeug 2014 gekauft, importiert und ausgebaut.
Neben der zweckmässigen und sauber gefertigten Möblierung verfügt der Lastwagen über einen 300 Liter Dieseltank, mit dem rund 1’200 km gefahren werden können, einen Frischwassertank von 200 Litern, einen 220V-Generator, eine Webasto-Standheizung, eine Solaranlage auf dem Dach mit Batterie-Stromversorgung, ein chemisches Camping-WC und eine kleine Dusche mit Warmwasserboiler. Gekocht wird auf einem Gasrechaud mit zwei Flammen.
In diesem Zustand war der Lastwagen bereits in der Mongolei und in Murmansk…er hat also durchaus Langstreckenerfahrung…und das ohne nennenswerte Schwierigkeiten.