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«Das war auch im Vatikan bekannt», betonte Lessenthin und kritisierte erneut das zwischen China und dem Heiligen Stuhl seit 2018 bestehende Geheimabkommen über die Ernennung von Bischöfen. Es sei zu erwarten gewesen, dass die Kommunistische Partei Chinas auf Dauer den aus dem Abkommen resultierenden Verpflichtungen nicht nachkommen werde, so die IGFM.
Vor einer Woche war bekannt geworden, dass China den Vatikan offenbar mit einer nicht abgestimmten Versetzung eines Bischofs brüskiert hatte. Laut Vatikansprecher Matteo Bruni versetzte die Regierung in Peking den Bischof von Haimen, Shen Bin, ohne vorherige Abstimmung mit dem Heiligen Stuhl nach Shanghai.
Shanghai ist ein symbolisch besonders wichtiger Bischofssitz in China. Der später zum Kardinal erhobene Bischof Kung Pin-Mei war von 1950 bis zu seiner Inhaftierung durch die kommunistischen Machthaber im Jahr 1955 Bischof der Diözese. Er verbrachte 33 Jahre im Gefängnis und starb im Alter von 98 Jahren am 12. März 2000 im amerikanischen Exil. Seit Jahren gilt der Bischofssitz von Shanghai aus vatikanischer Sicht als unbesetzt.
Laut IGFM übt derzeit überdies ein «KP-treuer» und «staatshöriger» chinesischer Bischof Druck auf Katholiken aus. Bischof Joseph Han Zhi-hai von Lanzhou in der Provinz Gansu habe jüngst gefordert, dass sich katholische Geistliche in China registrieren lassen sollten, um die Spaltung zwischen staatlich anerkannten Kirchen und Untergrundkirchen zu beenden. Lessenthin sagte: «Jetzt sind KP-kritische Katholiken auch noch dem Druck KP-naher Bischöfe ausgesetzt, die ‹Einheit über die Glaubensfreiheit› stellen.»
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