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Traumata entstehen, wenn das Bewältigungssystem eines Menschen in einer Situation vollkommen überfordert ist und er sich deshalb hilflos und überwältigt fühlt. Dabei spielt es keine Rolle, wie bedrohlich die Situation objektiv war, sondern wie sehr sich der oder die Betroffene bedroht fühlte.
Die normale Reaktion unseres autonomen Nervensystems in einer Bedrohungssituation ist "Kampf" oder "Flucht" oder -wenn das aussichtslos scheint- "Erstarren".
Wenn dieser Zustand sich nach Verschwinden der Bedrohung nicht wieder zurückbilden kann, bleiben die Betroffen in diesen "Alarm"-Modus. Sie kämpfen/flüchten oder erstarren auch dann, wenn keine oder kaum eine Bedrohung besteht, was auch als "posttraumatisches Belastungssyndrom" (PTBS) bezeichnet wird.
Jeder Mensch hat schon viele solche überwältigende Situationen erlebt (z. B. in der Kindheit ein grosser Hund, der plötzlich laut bellt, schreiende Erwachsene, Verlustsituationen, bei einem Unfall, bei Übergriffen und Missbrauch u.v.a.m.). Die Reaktionen sind im Nervensystem "gespeichert" und können -manchmal auch völlig unerwartet- plötzlich reaktiviert werden. Es ist hilfreich, in solchen Situationen jemanden zu haben, der angemessen reagieren kann.