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die vereinigten Menschenkräfte, welche berufen sind, bei Feuersgefahr Hilfe zu leisten. Der Dienst derselben
beim Feuer hat sich auf die eigentliche Löschthätigkeit, auf die Rettung und Bergung von Menschenleben
und beweglichem Eigentum und auf die Absperrung des Brandplatzes zu erstrecken. Hiernach zerfällt die in Lösch-, Rettungs-
und Wachmannschaft. Die Löschmannschaft, Feuerwehr im engern Sinn, hat die Herbeischaffung des Wassers, Bedienung der Spritzen und
Schlauchleitungen, Führung des Rohrs und das Einreißen zu besorgen.
Bis in die Mitte dieses Jahrhunderts wurden bei Feuersgefahr auf Grund der alten Feuerordnungen zur Hilfsleistung die großen,
aller Einübung entbehrenden Massen der Einwohner aufgeboten. Erst in den 40er und 50er Jahren begann man inDeutschland
[* 4] für den Feuerlöschdienst bestimmte Mannschaften heranzubilden, indem die Bildung der ersten freiwilligenFeuerwehr zu
Durlach
[* 5] 1846 den Anstoß zu den nachfolgenden zahlreichen Feuerwehren dieser Art gab, während 1851 die nach französischen
Vorgängen organisierte Berufsfeuerwehr in Berlin
[* 6] zum Muster der in den größern StädtenDeutschlands
[* 7] nachgebildeten
Feuerwehren gleicher Art wurde.
Hieran schloß sich die Einführung des allgemeinen Zwanges der Einwohner zum Feuerlöschdienst, wodurch überall da, wo es
keine Berufs- oder freiwilligen Feuerwehren gab, wenigstens ein Surrogat derselben in der Pflichtfeuerwehr gebildet wurde.
Während diese, der geringern Ausbildung wegen, nur unvollkommen denjenigen Erwartungen entspricht, die
man an eine Feuerwehr stellen muß, so vermag eine wohlgeübte freiwillige Feuerwehr den an einen Löschkörper
zu stellenden Ansprüchen schon eher zu entsprechen, und bietet die Berufsfeuerwehr unter allen Löschinstituten das möglichst
Beste.
Ihrer Kostspieligkeit wegen vermögen sich jedoch nur größere Städte diesen Vorteil zu verschaffen. Die unzweifelhaften
Vorzüge dieses Instituts kann man am besten an den Feuerlöscheinrichtungen Berlins ersehen. Dieselben beruhen auf dem Grundsatz,
daß das Feuer möglichst im Entstehen zu unterdrücken und Schnelligkeit der Löschanstalten vor allen Dingen anzustreben sei.
Daher die strenge Durchführung der militärischen Organisation, die Schlagfertigkeit und Bereitschaft der ständigen Wachen,
deren jede eine für sich sofort aktionsfähige Abteilung besitzt, die augenblickliche Meldung des Feuers
von zahlreichen Meldestellen nach den Wachen und deren telegraphische Verbindung untereinander, endlich die vorzügliche Wasserversorgung
mit zahlreichen Hydranten und die einheitliche, sachgemäße Oberleitung. Die Berliner
[* 8] Feuerwehr zählte in neuerer Zeit unter einem
Branddirektor ein Personal von über 800 Mann
mit 92 Pferden, welche mit den erforderlichen Spritzen und
Geräten in fünf Hauptwachen und acht Nebenwachen nebst Depots verteilt sind. Behufs der Feuermeldung bestanden 113 Stationen.
S. Feuerschutz.