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Ursache der Arteriosklerose
Hauptrisikofaktoren für die Ausbildung der Arteriosklerose in den Beinen sind das Nikotin (Rauchen), die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), ein erhöhter Blutdruck (arterielle Hypertonie), ein erhöhter Fettgehalt im Blut (Hypercholesterinämie) und das Alter. Bei Kombination mehrerer Risikofaktoren steigt das Risiko markant an. Während Frauen nur in jungen Jahren durch die Hormone deutlich besser vor einer Arteriosklerose geschützt sind als Männer, verlieren sie diesen Vorteil im Alter.
Symptome der Peripheren Arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK)
Die Arteriosklerose verläuft anfangs meist beschwerdefrei. Erst wenn die arterielle Blutversorgung in den Beinen bei einer Anstrengung nicht mehr genügt, treten erste Beschwerden auf. In den meisten Fällen klagt der Patient über Muskelschmerzen beim Gehen, welche beim Stillstehen rasch wieder an Intensität verlieren. Bei Zunahme der Arteriosklerose verspürt der Patient bereits in Ruhe Schmerzen und klagt über einen kalten oder blassen Fuss (Weissverfärbung). Schreitet der krankhafte Prozess weiter, kann dies zum Absterben von Gewebe (anfangs hauptsächlich nur an Druckstellen, wie Fersen, Fussballen, Grosszehe), in einer späteren Phase auch spontan bis zum Absterben von Zehen führen.
Begleiterkrankung
Die Arteriosklerose kann jede Arterie im Körper befallen. In den meisten Fällen gilt, dass wenn die Arteriosklerose einmal begonnen hat, diese mehr oder weniger in allen Körperarterien vorhanden ist. Wo im Körper sich die Arteriosklerose letzlich als erstes bemerkbar macht, hängt davon ab, welche Gefäße besonders betroffen sind. So sind bei einem Patienten als erstes hauptsächlich die Herzgefässe mit der Arteriosklerose befallen, bei einem anderen Patienten hauptsächlich Gefäße, die das Hirn oder die Muskeln der Beine versorgen. Breit angelegte Studien haben ergeben, dass bei Patienten mit einer fortgeschrittenen Arteriosklerose der Beinarterien gleichzeitig auch zu 90 % die Herzkranzarterien und zu 70 % die Halsschlagadern (Hirngefässe) betroffen sind. In der Praxis bedeutet dies, dass bei Patienten mit Durchblutungsstörungen der Beine ein stark erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall besteht. Diese Tatsache unterstreicht die Notwendigkeit, Patienten nicht nur wegen der Durchblutungsstörung der Beine zu behandeln, sondern auch nach weiteren Gefahren der Minderdurchblutung im ganzen Körper zu suchen. Dank dieser Erkenntnis kann gleichzeitig auch das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall gesenkt werden.
Abklärung
Arterielle Durchblutungsstörungen der Beine werden in der Praxis mittels Druck- und Flussmessung (Doppler) und Oszillographiekurven (aufblasbare Manschetten an den Beinen mit Weiterleitung der Pulsation an ein Gerät) abgeklärt. Falls notwendig, kommt als nächster Schritt der Farbultraschalluntersuch oder die Arteriographie/ CT-Angiographie (Kontrastmittel und Röntgen) zum Einsatz.
Therapie
Die Therapie von arteriellen Durchblutungsstörungen der Beine ist heutzutage vielfältig und bedarf häufig einer interdisziplinären Zusammenarbeit mehrerer Spezialärzte. Grundsätzlich wird primär entschieden, wie rasch eine Therapie eingeleitet werden muss. Dabei wird in der Praxis zwischen der akuten und der chronischen peripheren arteriellen Verschlusskrankheit unterschieden. Ist ein Bein wegen fehlender Durchblutung akut bedroht, bedarf dies der sofortigen Wiedereröffnung der verschlossenen Gefässe, um eine Amputation zu verhindern. Klagt ein Patient hingegen über konstante und seit langer Zeit bestehende Beschwerden in den Beinen, werden die notwendigen Abklärungen in einem angemessenen Zeitraum durchgeführt. Die optimale Therapie wird mit dem Patienten besprochen und in Ruhe geplant.
Grundsätzlich stehen zwei Therapiemöglichkeiten zur Verfügung: Entweder die konservative Therapie mit Gehtraining und Medikamenten (Beispiel Blutplättchenhemmer, Prostaglandine) oder eine invasive Therapie mit Wiedereröffnung der Gefässe mittels Ballonkathetern oder einer Bypassoperation.
Prophylaxe
In alle Fällen müssen die Risikofaktoren ausgeschaltet und eine dauerhafte Pflege der Beine und der Füsse befolgt werden. Denn bereits kleinste Verletzungen können zu chronischen Wunden mit Komplikationen (z.B. Infektionen) führen. Besonders gefährdet sind Patienten mit einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Zudem müssen die leider oft vernachlässigten Kontrolluntersuchungen eingehalten werden.
Unterschätzte Gefahr
Manche Patienten unterschätzen eine Durchblutungsstörung der Beine, weil sie in ihr keine unmittelbare Lebensbedrohung sehen. Doch die Erkrankung ist durchaus ernst zu nehmen. Schließlich kann ein zu später Therapieeinsatz eine Amputation des Beines zur Folge haben.