Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/96700

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, verbindliche Zahlen zu erheben, wie viele Kinder und Jugendliche mit Ritalin, Concerta und ähnlichen Psychopharmaka behandelt werden, um ein gewünschtes Verhalten zu erzielen. Weiter ist die Öffentlichkeit über die Nebenwirkungen dieser Präparate in objektiver Weise zu informieren und auch auf andere Möglichkeiten hinzuweisen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat sich bei zahlreichen Gelegenheiten zum Medikament Ritalin, zu dessen Verabreichung und Nebenwirkungen geäussert, namentlich in den Antworten auf die Interpellation von Siebenthal 08.3914, "Ritalin. Negative Folgen der Verabreichung an Kinder", auf die Frage Meier-Schatz 05.5136, "Hyperaktivität und Verschreibung von Ritalin", oder auf die Motion Freysinger 05.3670, "Verschreibung gefährlicher psychotroper Medikamente. Fragwürdige Diagnosen und Verschreibung an Kinder und Jugendliche".</p><p>Nach den Bestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes (BetmG; SR 812.121) sind die kantonalen Behörden für die Überwachung der Verschreibung von Medikamenten und deren Abgabe durch Apotheken (und wo erlaubt, durch selbstdispensierende Ärztinnen und Ärzte) an Patienten zuständig.</p><p>Tatsächlich können die Kantone aufgrund der Rezepte kontrollieren, welche Ärztin bzw. welcher Arzt wie viel Ritalin verschreibt. Um jedoch zu kontrollieren, ob die Verschreibung nach dem derzeitigen Stand der medizinischen Wissenschaft erfolgt ist, müsste auch bekannt sein, ob die Diagnose richtig gestellt wurde. Dazu müssten die Kantone bei den Ärztinnen und Ärzten, die Ritalin verschreiben, die Diagnosen überprüfen. Zurzeit besteht kein Anlass für eine solche allgemeine Überprüfung. Denn der Bundesrat geht davon aus, dass die Ärztinnen und Ärzte ihre Arbeit nach dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft ausführen. </p><p>Wie bei allen verschreibungspflichtigen Medikamenten ist die Ärztin bzw. der Arzt verpflichtet, die Patienten und Patientinnen über die Nebenwirkungen zu informieren. Bei der Behandlung von Kindern müssen auch die Eltern mit einbezogen werden. Über die zugelassenen Indikationen und Nebenwirkungen geben zudem die Packungsbeilagen Auskunft.</p><p>Zu Ritalin wurden nach der Zulassung zahlreiche (mehr als 200) klinische Prüfungen zur Langzeitsicherheit sowie zu weiteren spezifischen Fragestellungen wie zum Beispiel zum Suchtpotenzial durchgeführt, und es liegt eine umfangreiche Datenbasis vor, da das Medikament seit 1954 in der Schweiz zugelassen ist. Deshalb ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Ritalin gut bekannt. Fachleute wurden mehrmals über neue Erkenntnisse informiert, und die Arzneimittelinformationen, d. h. sowohl die Information für die Fachleute wie auch die jeder Packung beiliegende Patienteninformation, werden laufend den aktuellen Erkenntnissen angepasst, sodass eine objektive Information auch für die Bevölkerung gewährleistet ist. </p><p>Der Bundesrat sieht keine Notwendigkeit für weitere Informationsmassnahmen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.