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Der Name Bad Bubendorf steht nicht nur für Hotel und Restaurant, sondern auch für die ganze Region zwischen der Hinteren und der Vorderen Frenke, die das so genannte Föiflibertal von Reigoldswil aus mit dem Waldenburgertal verbindet.
Zunächst bestand das Bad ausschliesslich aus dem geschichtsträchtigen Hotel. 1880 kam eine Station der Waldenburgerbahn gegenüber dem Hotel hinzu, gefolgt von Gewerbegebäuden und Wiesen für Sportanlässe. Eine neue, wichtige und stak besuchte Begegnungstätte war geboren.
Die Quelle
Die am Fusse des Furlenhügels entspringende Quelle wurde allerdings schon vor ihrer urkundlichen Erwähnung im Jahr 1641 von der Landbevölkerung zu Heilzwecken verwendet. Als 1641 ein Täufer aus Lenzburg die Heilkraft des Wassers für besser als jene von Gontenschwil erklärte, wurde die Quelle wegen des grossen Volksandrangs eingefasst und abgeschlossen. In der Grotte des Bades lebte ein Eremit, der das Wasser in Zeinen fasste.
Wasserqualität nicht vergleichbar mit Bad Eptingen
Bereits 1641 holte der Basler Rat bei der medizinischen Fakultät der Universität ein Gutachten über die Quelle zu Bubendorf ein. Anders als bei der extrem guten Wasserqualität von Bad Eptingen äusserte sich hier das Kollegium aber zurückhaltend. Dies wiederum störte die Besucher nur wenig, sie sagten dem Wasser weiterhin Wundersames nach, denn die solehaltige Qualität des Wassers brannte beim Baden, verursachte sogar Hautirritationen auf der Haut. Und genau damit wurde der Mythos um die heilende Wirkung des Wassers begründet.
Zu Beginn ein bescheidenes Badehaus
1741 erstellte Dorfschneider Hans Jakob Rudin gegen den Widerstand der Bubendörfer das erste bescheidene Badehaus. Da er kein Wirtepatent erhielt, verkaufte er es schnell wieder an die umtriebige Witwe Antonia Katharina Heusler, geborene Burckhardt, aus Basel. An Stelle des ursprünglichen Gebäudes liess sie ein äusserst stattliches Haus erbauen. Dort wurde fortan herrschaftlich gebadet, gewirtet, getanzt und Wein ausgeschenkt – mit der Einschränkung, dass der Weinverkauf nur vom 15. Mai bis 15. September, während der Badezeit, erlaubt war. So streng wie die Sitten damals eigehalten, oder durchgesetzt wurden, pfiff man in diesem Haus aber mehr oder weniger auf die strikten Regeln der Obrigkeit.
Ein dreigeschossiges Gebäude
1763 musste das Hauptgebäude wegen Schäden am Fundament abgebrochen und unter dem damaligen Besitzer David-La Roche durch ein dreigeschossiges Gebäude ersetzt werden. 1804 kaufte Mathias Flubacher, Sonnenwirt zu Läufelfingen, den ganzen Besitz zum Preis von 23 000 Pfund, was sich heute nicht mehr in Franken und Rappen umrechnen lässt, aber ein sehr stolzer Betrag gewesen sein soll. 22 Jahre später wurde der spätere Physikprofessor Christoph Staehelin wegen der hohen Investitionen mit einem erneuten Gutachten zur Heilkraft des Wassers beauftragt, das jedoch den Erwartungen wiederum nicht entsprechen vermochte.
Bad Bubendorf: Das Baselbieter Rütli
Und doch geschah am längst berühmten Landsitz Denkwürdiges: Am 18. Oktober 1830 unterschrieben im Wirtshaus Bad Bubendorf versammelte 25 Männer rund um den Therwiler Advokat und Grossrat Stephan Gutzwiller eine Bittschrift an die Regierung. Darin enthalten war ein für die damalige Zeit revolutionäres Verlangen: Die Forderung nach der vollkommenen Gleichberechtigung zwischen Stadt- und Landbürgern.
Es folgten Trennungswirren, blutige Kämpfe und führte am 3. August 1833 im Zusammenhang mit der ursprünglich in Bad Bubendorf formulierten Botschaft nach Kantonstrennung, zur entscheidende Schlacht zwischen Truppen der Stadt und der Landschaft an der Hülftenschanz. Dabei wurden die Truppen der Stadt vernichtend geschlagen. Bereits zuvor, 1832 konstituierte sich Basel-Landschaft als selbständiger Halbkanton, welcher dann 1833 von der Tagsatzung der Eidgenossenschaft offiziell anerkannt wurde. Seither gilt Bad Bubendorf als das «Baselbieter Rütli».
Aufgabe des Badebetriebs
Obwohl im Bad Bubendorf zu Beginn des neuen Kantons noch Solbäder eingerichtet wurden, musste der Badebetrieb einige Jahrzehnte später aufgegeben werden. 1977 erwarb Rudolf Huber die Überbauung und liess sie 1980 total renovieren und zu einem modernen Restaurant- und Hotelbetrieb umbauen. Bereits ein Jahr später wurden das Gebäude in das Inventar der geschützten Baudenkmäler aufgenommen.
Die heutigen Besitzer und anstehende Wechsel
Ende 1998 verkaufte Rudolf Huber das zuvor in zweijähriger Arbeit erneut renovierte Haus an die beiden Gastronomen Roland Tischhauser und Felix Suhner, die 2007 einen Erweiterungsbau erstellten, der sich durch seine Modernität stark vom unter Denkmalschutz stehenden historischen Bau unterscheidet. Noch bis Ende dieses Jahres und bevor Roland Tischhauser Delegierter des Verwaltungsrates wird, führen er und seine Gattin das Haus mit seinen drei Restaurants, 53 Hotelzimmern und diversen Seminarräumen. 98 Mitarbeitende stehen ihnen dabei zur Seite. Wenn die Familie Tischhauser sich in die zweite Reihe zurückziehen wird, sind die Erwartungen an ihre operativen Nachfolger enorm gross. Die jetzige Führung hat über knapp zwei Jahrzehnte einfach einen ganz grossartigen Job gemacht.
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Weitere Informationen zur Geschichte rund um die Bäder der Landschaft finden sich im Band «Von alten Bädern in der Stadt und der Landschaft Basel», 1964 von Eugen A. Meier, Verlag Helbing & Lichtenhahn.
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