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Dank Fairtrade haben in Afrika, Asien und Lateinamerika zahlreiche Bäuerinnen und Bauern ein sichereres Einkommen. Ausserdem erhalten Beschäftigte auf Plantagen bessere Arbeitsbedingungen. Sie schicken ihre Kinder statt aufs Feld in die Schule und haben endlich einen Gesundheitsposten in der Nähe des Dorfs. Viele Bauernfamilien haben jetzt eine Perspektive. Jedoch leben trotz Fairtrade einige Bauernfamilien noch immer in Armut.
Kakao ist eines der wichtigsten Agrarhandelsgüter weltweit und Einkommensgrundlage für 40 bis 50 Millionen Menschen – vor allem in Westafrika. Weil der Kakao-Weltmarktpreis enormen Schwankungen ausgesetzt ist, leben viele der Kleinbauern unterhalb der absoluten Armutsgrenze. In der Elfenbeinküste bekommt der Grossteil der Kakaobauern gerade Mal 67 Cent pro Tag. Selbst Fairtrade-Produzenten verdienen noch zu wenig, da sie durchschnittlich nur 35 bis 40 Prozent ihrer Ernte zu fairen Bedingungen verkaufen können.
Um diesen Herausforderungen entgegenzuwirken, hat Fairtrade Referenzwerte für existenzsichernde Einkommen berechnet und zeigt, wie diese zu erreichen sind.
Während sich der existenzsichernde Lohn auf den von einem Angestellten erwirtschafteten Lohn bezieht, wird der Begriff des existenzsichernden Einkommens für die Einnahmen von Kleinbauernfamilien verwendet, die sie ohne Arbeitgeber aus der Landwirtschaft erzielen.
Vor 70 Jahren fasste die UNO-Generalversammlung in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte viele Grundrechte zusammen, die jeder Mensch überall und jederzeit haben sollte, um ein menschenwürdiges Leben zu führen. In Artikel 23 heißt es: «Jeder Mensch, der arbeitet, hat das Recht auf angemessene und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert und die, wenn nötig, durch andere soziale Schutzmaßnahmen zu ergänzen ist.»
Ein Einkommen sollte die Kosten für Lebensmittel, Wasser, Wohnen, Bildung, Gesundheit, Verkehr, Kleidung und andere lebenswichtige Bedürfnisse decken, einschließlich des Sparens für Notlagen.
Viel hängt von den Bäuerinnen und Bauern selbst ab. Sie beeinflussen mit ihrer Arbeit auf dem Feld sowohl die Kosten als auch die Produktivität. Und mit der Diversifizierung etwa auf Gemüse für den lokalen Markt verschaffen sie sich eine zusätzliche Einnahmequelle. Wichtig ist auch ihr Engagement innerhalb der Kooperative: Wenn sie ihre Rechte kennen und wahrnehmen, tragen sie entscheidend dazu bei, dass sie von der Fairtrade-Zertifizierung in dem Mass profitieren, das ihnen zusteht. Fairtrade unterstützt sie dabei.
Zwar sind der Preis und die Prämie wichtige Faktoren. Deshalb hebt Fairtrade den Mindestpreis für Kakao im Oktober um 20 % an. Doch Fairtrade verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: Die Bäuerinnen und Bauern sollen die Produktivität erhöhen, die Ausgaben senken und sich diversifizieren. Die Fairtrade-Produzentennetzwerke in Afrika, Asien und Lateinamerika unterstützen sie dabei mit Workshops und Schulungen. Und letztlich versucht Fairtrade in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Nachfrage nach zertifizierten Produkten zu erhöhen, um so den Bäuerinnen und Bauern im Süden einen höheren Absatz zu ermöglichen.