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Es müssen Taten folgen
FN vom Samstag, 5. Juni 2010: Bedeutsamer Auftrag des Bundesrates an das Institut für Mehrsprachigkeit. Nächster Halt: Fribourg/Freiburg! Ein nationales Kompetenzzentrum für Mehrsprachigkeit in einer offiziell einsprachigen Stadt! Dabei werden viele, teilweise schon uralte Fragen aufgeworfen: Weshalb ist der Bahnhof in Freiburg nicht zweisprachig angeschrieben (wie in Biel)? Weshalb sind nicht alle Strassen zweisprachig angeschrieben (wie in Biel)? Weshalb werden in Freiburg nicht alle Kinofilme in Originalversion mit zweisprachigen Untertiteln gezeigt (wie in Biel oder Bern)? Weshalb gibt es keinen Lohnbonus für Angestellte, die sowohl Deutsch als auch Französisch sprechen (ähnlich wie in Südtirol)? Weshalb schrumpft der Anteil Deutschsprachiger in der Stadt kontinuierlich (1888: 37 Prozent, 2000: 21 Prozent)? Man kann diese und viele weitere Fragen gerne auch zwei- oder sogar mehrsprachig formulieren, aber beantworten kann man sie nur mit konkreten Taten. Zum freudigen Anlass könnte der Kanton seiner Hauptstadt und den SBB doch – als ersten Schritt – ein grosses Schild spendieren: Prochain arrêt/nächster Halt Fribourg/Freiburg.
Autor: Markus Gerteis,Freiburg