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Nach einem 6:4, 6:3, 6:4 gegen den Deutschen Oscar Otte (ATP 144) steht Roger Federer bei den French Open in der dritten Runde. Gegner dort ist am morgen Freitag der erst 20-jährige Norweger Casper Ruud (ATP 63). Als Federer erstmals in Paris spielte, war dessen Vater einer der Konkurrenten.
Roger Federer, Sie treffen in der dritten Runde der French Open auf den 20-jährigen Norweger Casper Ruud. Als Sie 1999 erstmals bei den French Open antraten, stand auch Ruuds Vater Christian im Feld. Was löst das in Ihnen aus?
Es zeigt, dass ich schon super alt bin (lacht). Es ist auch für mich aufregend. Obwohl ich nie gegen ihn spielte, weiss ich mehr über seinen Vater als über ihn. Casper hat sich in den letzten Jahren sehr verbessert und spielt vor allem auf Sand sehr gut. Viel weiss ich nicht über ihn, aber nur mit Glück schafft man es nicht in die dritte Runde eines Grand-Slam-Turniers.
Was denken Sie, wie es für einen 20-Jährigen ist, gegen Sie zu spielen?
Ich weiss nicht, zu wem er aufschaut. Aber für mich war es sehr speziell, in Wimbledon gegen Pete Sampras zu spielen, als ich 20 Jahre alt war. Solche Momente muss man geniessen, aber du musst auch an deine Chance glauben. Mit Glück kommst du nicht in die dritte Runde eines Grand-Slam-Turniers. Du musst gute Matches spielen. Und Casper hat seine Aufgabe erledigt.
Sie haben in Madrid und Rom die Viertelfinals erreicht und hier bereits zwei Spiele gewonnen. Betrachten Sie die Sandsaison damit bereits als Erfolg?
Vor einigen Monaten habe ich mich schon gefragt, wie erfolgreich die Rückkehr auf Sand sein würde, oder wie es sich anfühlen wird. Ich habe mit dem Schlimmsten gerechnet: In Madrid in der ersten Runde zu verlieren und dann hier auch gleich in der Startrunde auszuscheiden. Und plötzlich reden wir darüber, dass die Sandsaison schon ziemlich aufregend war, ich viele Matches hatte. Das macht mich glücklich und ich hoffe, es geht so weiter.
Es herrscht ein ziemlicher Hype um Sie. Wie erleben Sie das?
Es ist schon speziell und es macht mich glücklich, weil ich sehe, dass die Menschen verrückt nach Tennis sind. Sie haben ein grosses Verlangen, mich spielen und gewinnen zu sehen. Das gibt mir zusätzliche Energie. Ich weiss nicht, ob es gut kommt, aber ich werde deshalb noch mehr versuchen, weit zu kommen und alles auf dem Platz zu lassen. Diese Atmosphäre ist schon unglaublich, auch ausserhalb des Platzes. Wenn ich sehe, wie mir die Leute folgen und meinen Namen singen, als wäre es am Ende eines Fünfsatzmatches. Das geschieht fast nie. Es ist eine spezielle Zeit, dich ich hier in Roland Garros erlebe und ich geniesse das sehr.
Haben Sie die Spiele der letzten drei French Open verfolgt, obwohl Sie selber nicht dabei waren?
Praktisch nicht, nein. Ich habe trainiert, Zeit mit den Kindern, der Familie und Freunden verbracht. Das war auch ein Abenteuer für mich. Wenn du vier Kinder um dich herum hast, die rumrennen, schaust du nicht noch Tennis. Ich erinnere mich auch nicht mehr daran, was gelaufen ist. Mir ist einfach geblieben, dass Rafa gewonnen hat (lacht).
Sie hatten zuletzt zwei spielfreie Tage, wie haben Sie diese Zeit verbracht?
Mir ist es wichtig, abzuschalten und wegzukommen von allem. Ich war im Museum, oder wir waren auswärts essen, um den Teamspirit hochleben zu lassen. In Paris ist immer viel los, weil viele Leute aus der Schweiz mich besuchen. Nirgends ist das so einfach wie hier, weil man so schnell hier ist. Das ist lässig, macht es aber auch kompliziert mit den Tickets. Jemand muss die Liste organisieren. Es kommt immer jemand und geht immer jemand.