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Doppeldiagnose - Doppelte Herausforderung?
Eine Forschungsarbeit zur Situation der Professionellen der Sozialen Arbeit im alltäglichen Umgang mit Menschen mit Doppeldiagnose in betreuten Wohnangeboten im Kanton Bern
In Bern existieren verschiedene Wohnangebote für Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen. Die meisten der Bewohnenden leiden zusätzlich an einer psychischen Erkrankung. Durch die gegenseitige Beeinflussung der Erkrankungen wechseln die betroffenen Menschen oft zwischen den betreuten Wohnangeboten und psychiatrischen Kliniken. Die Voraussetzungen und Herausforderungen im Zusammenhang mit Menschen mit Doppeldiagnose wurden bisher im psychiatrischen Kontext betrachtet, die betreuten Wohnangebote wurden aber ausser Acht gelassen. In der vorliegenden Forschung wurden durch Leitfadeninterviews die Bedingungen, welche die alltägliche Arbeit mit Menschen mit Doppeldiagnose in betreuten Wohnangeboten für die Fachpersonen der Sozialen Arbeit bestimmen, erforscht. Es zeigt sich, dass auf allen drei Ebenen (professionelle, institutionelle und gesellschaftliche) mehrheitlich hindernde Bedingungen vorhanden sind. Um Menschen mit Doppeldiagnose im betreuten Wohnen adäquat und professionell zu unterstützen, sind Veränderungen in folgenden Bereichen nötig: äussere Rahmenbedingungen, zeitliche Ressourcen, Bewältigung von Krisensituationen, simultane Auseinandersetzung mit beiden Erkrankungen und Zusammenarbeit der Hilfesysteme (Psychiatrien und betreute Wohnangebote).