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- Nach dem Seilbahn-Unglück am Lago Maggiore im Mai 2021 ist der einzige Überlebende, ein sechsjähriger Waisenjunge, aus Italien nach Israel gebracht worden.
- Die Umstände der Reise sind noch unklar. Italienische Medien berichten übereinstimmend von einer «Entführung».
Der Knabe wurde am Samstag nach einem Besuch von seinem Grossvater nicht wie verabredet bei der Tante väterlicherseits – dem richterlich angeordneten Vormund – abgegeben.
«Der Junge ist vom Grossvater nach Israel gebracht worden, und das gegen den Willen der Erziehungsberechtigten und trotz eines vom Gericht ausgesprochenen Verbots, das Land zu verlassen», teilte der Anwalt der Tante mit. Die Staatsanwaltschaft in der norditalienischen Stadt Pavia ermittelt bereits wegen Kidnappings.
Wir haben den Jungen nach Hause zurückgebracht.
«Wir haben den Jungen nach Hause zurückgebracht», sagte die Schwester der bei dem Unglück am 23. Mai 2021 getöteten Mutter des Jungen, dem israelischen Radiosender 103FM. «Wir haben ihn nicht entführt, wir werden dieses Wort auch nicht verwenden», sagte sie.
Unfall am Pfingstsonntag
Das sechsjährige Kind hatte bei dem Absturz einer Seilbahn-Gondel am Pfingstsonntag 2021 seine beiden Eltern und seinen Bruder verloren. Insgesamt kamen bei dem Unfall im Piemont 14 Menschen ums Leben. Ein Gericht ernannte daraufhin die in Pavia in der Region Lombardei lebende Schwester des Vaters zum Vormund.
Beim Unglück war ein Zugseil gerissen, die Notbremsen waren bisherigen Ermittlungen zufolge blockiert, sodass die Gondel talwärts rauschte, an einer Seilbahnstütze aus der Verankerung sprang und zu Boden krachte.
Hintergrund der Aktion vom Wochenende ist ein Streit der Angehörigen des Jungen, die das Sorgerecht für sich beanspruchen.
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