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| Cyrillus von Alexandrien († 444) - Erklärung des nizänischen Glaubensbekenntnisses

25.
Der allweise Paulus sagt denn auch, daß eben das Wort, das in der Gestalt Gottes und des Vaters und ihm gleich war, gehorsam geworden ist sogar bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuze.1Und in einem andern seiner Briefe schreibt er von ihm: „Der da das Ebenbild des unsichtbaren Gottes ist, der Erstgeborene vor jeglichem Geschöpfe; denn in ihm ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden istf und er ist vor allem, und in ihm hat alles Bestand; und er", heißt es, „ist der Kirche zum Haupt gegeben, und er ist der Erstling der Entschlafenen geworden und der Erstgeborene aus den Toten.“2Gewiß ist das aus Gott und dem Vater stammende Wort Leben und Lebensspender, weil aus dem Leben dessen entsprossen, der ihn gezeugt hat. Wie kann er dann aber, darf man fragen, der Erstgeborene aus den Toten und der Erstling der Entschlafenen geworden sein? Da er das dem Tode zugängliche Fleisch sich zu eigen gemacht hatte, hat er „durch die Gnade Gottes", wie der allweise Paulus sagt, „für einen jeden den Tod gekostet",3weil er im Fleische leiden konnte, ohne daß er aufhörte, Leben zu sein. Wenngleich es also heißt, daß er im Fleische gelitten hat, so empfindet er das Leiden doch nicht in der Natur der Gottheit, sondern, wie ich eben sagte, in seinem dem Leiden zugänglichen Fleische.
1: Phil. 2, 8.
2: Kol. 1, 15—18; 1 Kor. 15. 20
3: Hebr. 2, 9.