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In einem Jahr beginnen die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Die Organisatoren versichern auf dem IOC-Kongress: Alles soll bis zum 5. August 2016 bereit sein. Die Sorge um die Wasserverschmutzung in den Olympia-Gewässern wird bis dahin wohl ein Dauerthema bleiben.
Ein Jahr vor Beginn der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro gerät der brasilianische Gastgeber wegen der gesundheitsgefährdenden Verschmutzung der Olympia-Gewässer immer stärker unter Druck. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) empfohlen, die Untersuchungen der Wasserqualität zu intensivieren. Zudem kündigte der Segel-Weltverband ISAF an, eigene unabhängige Experten für Prüfungen des Reviers in der Guanabara-Bucht zu beauftragen. Die Olympia-Organisatoren wollen aber am maritimen Wettkampf-Ort festhalten.
«Die WHO empfiehlt dem IOC, die wissenschaftlichen Untersuchungen zu erweitern, dazu gehören auch die auf Viren», heisst es in einer Erklärung der Organisation. Die Risikobewertung solle entsprechend überarbeitet werden, bis die Ergebnisse weiterer Analysen vorliegen würden. Auch die ISAF will aktiv werden. «Wir werden jemanden finden, der für uns das testen kann, was wir über Viren und Bakterien wissen müssen», zitierte die Nachrichtenagentur AP den Verbandsgeschäftsführer Peter Sowrey. «Ich will sicherstellen, dass jeder, der ins Wasser geht, so sicher wie möglich ist.»
«Die Guanabara-Bucht ist für uns ein Wahrzeichen. Deshalb wollen wir beweisen, dass die Gesundheit der Athleten uns wichtig ist», sagte Sidney Levy, Generaldirektor des Organisationskomitees (OCOG), am Samstag auf dem IOC-Kongress in Kuala Lumpur zum Wirbel um eine gefährliche Konzentration von Bakterien und Viren in den Gewässern, wo Segler und andere Sportler ihre Medaillenkämpfe austragen. Ausserdem sei die Lage nicht so dramatisch, wie es dargestellt werde. Die Wasserqualität entspreche internationalen Normen, betonte er.
Dennoch wolle man weitere Anstrengungen unternehmen. «Es wird neue Reinigungsaktionen und Massnahmen geben», kündigte Levy an. So sollen Öko-Barrieren errichtet werden, um bei in die Bucht einmündenden Zuflüssen den Dreck rauszufiltern. Von Schiffen aus soll dieser Müll dann gesammelt und entsorgt werden. «Die Segelwettbewerbe werden in der Guanabara-Bucht stattfinden - und sie wird gereinigt werden», versprach OCOC-Präsident Carlos Nuzman im Rapport vor dem IOC.
Die geplanten Olympia-Regatten in der Bucht von Guanabara sind seit längerem umstritten. Hier schwimmt Müll, das Wasser ist mitunter von einem Ölfilm bedeckt und diverse Abwässer werden hereingeleitet. Aber auch die Gewässer für die Langstreckenschwimmer und Triathleten vor der Copacabana gelten als gesundheitsgefährdend.
Bei den Triathleten stand am Wochenende ein Testwettkampf in Rio auf dem Programm. Zuvor hatte die Internationale Triathlon Union (ITU) eine Unbedenklichkeitserklärung hinsichtlich der Wasserqualität herausgegeben. «Das IOC und die ITU würden die Sportler nicht auf dieser Strecke schwimmen lassen, wenn die Qualität dort so schlecht wäre. Ich vertraue den Organisatoren. Und ausserdem: Wenn man mal überlegt, in welcher Pampe wir in manchen Rennen schon geschwommen sind...», meinte der deutsche Cheftrainer Ralf Ebli.
Die schlechte Wasserqualität wird aber ein Dauerthema bleiben - allen Entwarnungen zum Trotz. Die Furcht, dass noch Bauverzögerungen und Probleme mit der rechtzeitigen Fertigstellung der Sportstätten hinzukommen, versuchten die Macher in Rio indes zu zerstreuen.
Im Barra Olympic Park, der grössten der vier Olympia-Zonen in Rio de Janeiro, sind nach OCOC-Angaben 86 Prozent der Baumassnahmen abgeschlossen. Das dort angesiedelte olympische Dorf sei zu 84 Prozent fertig. «Wir werden keine Verzögerungen haben und alles pünktlich abliefern», sagte Olympia-Sportdirektor Agberto Guiaraes. Bei den jeweils rund 20 Testwettkämpfen in diesem und im nächsten Jahr soll die Tauglichkeit der Sportanlagen geprüft werden.
«Wir sind zuversichtlich, dass uns Rio einmalige Spiele bescheren wird», sagte Nawal El Moutawakel, die Vorsitzende der Koordinierungskommission des IOC. Bis zum Olympia-Start ist es nicht mehr lange hin. Nicht vergessen ist, dass vor der Fussball-WM 2014 in Brasilien viele Stadien gerade so fertig wurden. (si/dpa)