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Indien hat die höchste Anzahl von Jugendlichen in der Welt. Umso schwerwiegender ist die Tatsache, dass die indische Kultur höchst konservativ ist und sich, zum Schaden der jungen Generation in vielen Bereichen an traditionelle, oft einschränkende Werte klammert.
Die soziokulturelle Erziehung in Verbindung mit dem Bildungssystem spielt eine große Rolle dabei, dass Jugendliche nicht in der Lage sind, über den Tellerrand hinauszublicken. Kinder werden überbehütet und daran gehindert, eine freie und abenteuerliche Kindheit zu erleben, und junge Menschen werden nicht ermutigt, Fragen zu stellen, eine Meinung zu haben oder die eigene Komfortzone zu verlassen. KHOJ möchte das ändern. Der Gründer und kanthari Absolvent Abhilash John
ist davon überzeugt, dass ein Mensch, der aus dem “Gewohnten”
heraustritt und seine Ängste auf den Prüfstein legt, offen dafür wird,
neue Fähigkeiten zu erlernen. solche Menschen wachsen, denn sie sind in
der Lage, sich Ziele zu setzen.
Pilotprojekt in Orissa
Derzeit führt Khoj ein einmonatiges Pilotprojekt in Orissa durch. Hier arbeitet eine kleine Anzahl von Jugendlichen als Freiwillige im Hilfsprojekt Janamangal mit. Die Gastgeberin ist Jyotshna Das, ebenfalls eine kanthari Absolventin von 2015.
Die Freiwilligen nehmen an abenteuerlichen und praktischen Aktivitäten teil, die ihnen die nötige Erfahrung vermitteln, um aus ihrem Schneckenhaus herauszukommen, Selbstvertrauen aufzubauen und Wege zu erkunden, die sie sonst nicht gehen würden. Einer der Freiwilligen, Ijaz, schrieb kurz über ein bewegendes Erlebnis mit zwei seiner Co-Teilnehmern:
“Kommunikation ist immer präsent. Selbst wenn man nicht weiß, wie man das, was der andere sagt, in Worte fassen kann, finden wir einen Weg, zu kommunizieren.
Adithyan ist schwach in Englisch und versteht kein Hindi, und Smithas Muttersprache ist Oriya, aber sie spricht Hindi, und sie versucht, Englisch zu lernen. Es ist so herzerwärmend, ihre Konversation zu sehen.
Sie nehmen sich viel Zeit und bringen sich gegenseitig ihre Sprachen bei, denn beide sind sehr lernbegierig und enthusiastisch.
Smitha möchte auch Malayalam lernen, da sie nie außerhalb ihres Dorfes Kontakt hatte und gerne mehr über unsere Kultur und Sprache erfahren würde. Als sie aufwuchs, wurde sie von ihren Eltern daran gehindert, mit Jungen zu sprechen, und sie hat sich immer vor einem Gespräch gedrückt. Heute öffnet sie sich und kommt aus ihrer Komfortzone heraus. Hier gibt es so viel über das Leben zu erleben.
Auch Adithyan ist noch nie allein in einen Zug gestiegen oder hat eine Fahrkarte gebucht. Allein diese Zugreise hat ihm ein neues Leben eröffnet, denn er musste zum ersten Mal richtige Barrieren überwinden.
Adithyan und Smitha lernen jetzt die Kultur des jeweils anderen kennen, und sie sprechen zu sehen, ist etwas, das ich auf keinen Fall verpassen möchte.”
Die Reise zur Transformation ist gespickt mit Momenten wie diesen.
Langfristige Vision von KHOJ
Dieses Pilotprojekt testet die Idee der langfristigen Vision von KHOJ: The Great Indian Treasure Hunt (Die große indische Schatzsuche) zukünftig ein achtmonatiges Programm für indische Jugendliche (18 bis 28). Das Programm soll den Jugendlichen ermöglichen ganz andere Welten kennen zu lernen. Dabei arbeiten sie in sozialen Projekten, setzen sich für die Umwelt ein und müssen schwierige Aufgaben lösen. Das Ganze zielt darauf ab, Erfinder, Künstler, Philosophen, unternehmerische Geister und professionelle Teamplayer hervorzubringen – alles in allem junge Menschen, die keine Angst vor Fehlschlägen haben und sich daher trauen, in ihrem Leben Risiken einzugehen. Hier spricht Gründer Abhilash John über seinen Traum und mehr über KHOJ können Sie hier erfahren.
Ijaz, der hier in diesem Blog den kleinen Einblick in seine ersten Erfahrungen gewährt, sieht sich als Geschichtenerzähler.
Er ist in Saudi-Arabien geboren und aufgewachsen und später für sein Studium nach Indien gezogen. Durch die große indische Schatzsuche möchte er das Leben in den ländlichen Gebieten Indiens kennen und verstehen lernen und mehr über deren Kultur erfahren. Er glaubt, dass es hier eine Geschichte gibt, die darauf wartet, erzählt zu werden.