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Achter Abschnitt.
Von den Wohnungen und Gebäuden der Isländer.
Die Wohnungen der Isländer sind nicht durch das ganze Land gleich gebauet. Nach einigen Beschreibungen sollen sie in Nordisland ziemlich gut seyn, allein in dem Theil von Island, den ich zu sehen Gelegenheit hatte, waren sie sehr schlecht, wenn ich die für den Stiftsamtmann zu Bessestedr, für den Landphysicus zu Seltiarnarnes und den Landvogt zu Widö auf Königliche Kosten aufgebaueten Steinhäuser ausnehme. An einigen Orten sind die Wohnungen und Gebäude der Isländer von Treibholz gebauet, an andern sind sie von Lava aufgesetzt, beynahe auf eben die Art, wie wir unsere zur Befriedigung dienende Steinmauern verfertigen, so dass Moos zwischen der Lava gestopft ist. Einige sich auch inwendig an den Wänden mit Brettern ausgeschlagen. Das Dach wird mit Rasen gedeckt, die über Sparren, bisweilen auch, welches doch dauerhafter, aber auch kostbarer als Holz ist, über Ribben von Wallfischen gelegt werden. Das Sparrwerk ruht auf vielen in die Länge liegenden Balken. Die Wände sind ungefähr drey Ellen hoch, der Eingang ist noch etwas niedriger. Ich will hier den Grundriss eine solchen Hauses beyfügen.
a ist die Thüre oder Eingang des langen Ganges bbb, der etwa drey Ellen breit ist, und wohin das Licht durch einige Löcher im Dache fällt, über welche ein Tonnenband mit einer Haut überzogen, gelegt ist. Am Ende dieses Ganges ist eine Kammer c, worauf die Frauensleute ihre Geschäfte verrichten, und worinn auch gemeiniglich der Herr des Hauses mit seiner Frau schläft. Dies Zimmer ist an den Seiten mit Brettern ausgeschlagen, hat einen Fussboden und eine Decke, bisweilen auch kleine Glasfenster, aber keine Feuerstelle. An den Seiten des langen Ganges sind vier Stuben, an jeder Seite zwey, wovon d zur Küche, e zum Esszimmer, f zur Milchkammer und g zur Gesindestube dient; allein diese Stuben haben weder Decke noch Fussboden, sind auch selten mit Brettern an den Wänden versehen. Die Fenster darinn bestehen aus Chorion, der Lederhaut, der Schaafhaut, oder aus den Häuten, welche die Frucht im Mutterleibe umgeben. Diese werden über einen Tonnenband gespannt, und über eine Oeffnung im Dach gelegt, worüber man, wenn Sturmwetter einfällt, eine hölzerne Lucke fallen lässt. Man hat nicht einmal in der Küche einen Schorstein, sondern legt die Feuerung auf die Erde zwischen drey Steinen, und der Rauch muss durch ein vierecktiges Loch im Dach herausziehen.
Ausser diesem Hause haben sie auch noch eine Bude für ihre Fische, Skaemma, bisweilen auch eine für ihr Kleidergeräth und nicht weit davon ihre Viehhäuser. In den schlechtern Häusern gebrauchen sie zu Fenstern die Haut, welche bey dem Vieh um den Magen herum liegt, die sie Skaena nennen, und die nicht so klar ist, als die obenangeführte Häute.