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Walter Flury
|Walter Flury|
|* 1896|
|† 1918|
|Ballonoffizier|
Text Ehrentreppe[Bearbeiten]
Walter Flury wurde 1896 geboren. Sein Vater, Oskar Flury, war Lehrer und übte seinen Beruf in Grenchen aus. Nach seiner Schulzeit in Grenchen absolvierte Walter Flury das Technikum in Biel. Als er gegen Ende des Ersten Weltkrieges für die Rekrutenschule aufgeboten wurde, entschied Flury sich für eine Ausbildung bei den Ballontruppen und stieg dort schnell zum Leutnant auf. Am 30. September 1918 wurde die Ballonpionier Kompanie 2, der auch Flury angehörte, zu ihrem ersten Einsatz an die Schweizer Grenze beordert. Bei Pruntrut in der Ajoie wurde sie stationiert. Am 7. Oktober wurde Flury auf seinen Beobachtungsposten in einem Fesselballon in der Nähe des Dorfes Miécourt geschickt, wo er auf über 1'000 Meter Höhe aufstieg. Nach wenigen Minuten näherten sich zwei deutsche Jagdflugzeuge was Flury mit Hornstössen anzeigte und so anordnete, den Fesselballon einzuziehen. Dies gelang nicht mehr: Als Flury immer noch 600 Meter über Boden war, begannen die Jagdflieger den Ballon zu umkreisen und auf ihn zu schiessen. Flury war sofort tot, man fand ihn noch mit dem Feldstecher in den Händen. Da Flury auf Schweizer Boden abgeschossen wurde, löste der Vorfall einen diplomatischen Zwischenfall zwischen der Schweiz und dem Deutschen Reich aus. Zudem machte Flurys Vater zivilrechtliche Ansprüche geltend. Im April 1919 einigte sich die Familie des Toten mit dem Deutschen Reich auf eine Entschädigungszahlung von 80'000 CHF. Der deutsche Schütze wurde zu drei Monaten bedingter Freiheitsstrafe verurteilt. Walter Flury wurde zwei Tage nach seinem Tod in Grenchen beerdigt und gilt als erster Toter der 1900 gegründeten schweizerischen Ballontruppen.
(Zurück zur Ehrentreppe)
Quellen[Bearbeiten]
- BROTSCHI, Peter, Grenchner Ballonpionier im 1. Weltkrieg von deutschen Fliegern abgeschossen, in: Grenchner Tagblatt, 5.10.2018.
- O.A., Gedenkfeier zum 100. Todestag von Lt Walter Flury in Miécourt, in: Grenchner Tagblatt, 4.10.2018.
- O.A., Abschuss bei der Grenzbesetzung, in: AeroRevue, März 2002, S. 23.