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Wasserschöpfi 15, Bau einer Tiefgarage mit Baumfunden in der Baugrube
Wahrscheinlich um 12'500 vor heute dürften auch in Zürich und Wiedikon die ersten Birken und Föhren eingewandert sein. Sie wuchsen als eine Art Galeriewald in der Talniederung und begannen sich langsam über den kahlen Lehmschwemmfächer Richtung Uto auszubreiten. Leider fehlen uns noch immer datierte Holzfunde aus dieser Zeit im Raume Zürichs. Im Dättnauertal bei Winterthur sind sie dagegen sehr zahlreich. Es begann dort mit Birken, welche sehr bald durch die Föhren ins Unterholz verdrängt wurden. Solange die oberhalb des Friesenbergs liegenden Hangbereiche kahl blieben, konnte der Lehm die Bäume langsam eingraben. Diesem Umstand verdanken wir die gut erhaltenen Baumstümpfe, welche immer wieder in Baugruben (Foto) zum Vorschein kommen können. Solange der Baum überlebte, reagierte er mit dem Ausbilden sogenannter epitropher Wurzeln, welche er im Boden drin aufwärts trieb. Wieder andere Bäume bildeten ein zweites Wurzelstockwerk über dem ursprünglichen. Sie konnten so länger überleben. Immer wenn viel Wasser den Üetliberghang herunter kam, führte dies zu engen Jahrringfolgen in den Bäumen. Die Jahrringe der Stammscheibe widerspiegeln daher die wechselvollen Umweltbedingungen. Nach dem Absterben des Baumes blieb der Stamm noch stehen, bis ihn ein Sturm umwarf. Die Stämme sind, weil sie der Luft ausgesetzt waren, in der Regel nicht erhalten geblieben. Auch von Waldbränden, ausgelöst beispielsweise durch Blitzschlag, blieb der Wald nicht verschont. Einer der ausgestellten Bäume korrigierte eine solche Schädigung durch überwalmen. Mit Ausnahme der waldlosen Jüngeren Tundrenzeit (zwischen 10'800 und 10'000 vor heute) können Bölling und Alleröd (zwischen 12'500 und 10'800) vor heute immer Bäume fossilisiert worden sein. In einer Baugrube an der Wasserschöpfi konnten wir in ca. 5 m Tiefe 20 Föhrenstümpfe sowie einen Weidenstumpf bergen und eine grosse Zahl dünner Birkenstämmchen feststellen. Leider warten wir noch auf eine Altersdatierung, doch vermuten wir, dass es sich eher um rund 11'000jähriges Holz aus der Späteiszeit als um solches aus der frühen Nacheiszeit (10'000 bis 9'900 vor heute) handelt.