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Ein Schlaganfall – auch Hirnschlag genannt – tritt ein, wenn die Blutzufuhr in einem Hirnbereich unterbrochen wird. Die Ursachen dafür können verschieden sein: Die meisten Schlaganfälle werden von Thrombosen oder Embolien verursacht, also von Blutgerinnseln oder Teilen davon, die ein Blutgefäss verstopfen. Man spricht dann von einem ischämischen Infarkt.
Auch Blutungen ins Hirngewebe oder zwischen Hirn und Hirnhäute, so genannte Subarachnoidalblutungen, können einen Schlaganfall verursachen. Rund 16000 Personen erleiden in der Schweiz pro Jahr einen Schlaganfall – mit unterschiedlichen Konsequenzen. Häufig sind Lähmungen einer Körperhälfte, Seh- und Sprechstörungen, Schwindel oder heftige Kopfschmerzen die Folge – jeder vierte Schlaganfall endet tödlich. In der Akutphase kann vielen Patientinnen und Patienten mit einer Thrombolyse geholfen werden, also einer Öffnung des verschlossenen Gefässes.
Gelingt dies in den ersten Stunden nach dem Schlaganfall, erhöht sich die Chance auf eine Rückbildung der Lähmungen und anderen Ausfällen markant. Bleiben die Ausfälle, ist eine Rehabilitation angezeigt. Diese kann lange dauern und Geduld sowie stetiges Üben erfordern, ist jedoch meist erfolgreich.
Oft gehen einem Schlaganfall Warnsignale voraus, die ernst zu nehmen sind: Bei flüchtiger oder anhaltender Gefühlsstörung oder Lähmung einer Extremität, bei vorübergehenden Sprach- oder Sehstörungen, plötzlichem Schwindel oder ungewohnten, intensiven Kopfschmerzen sollte sofort der Rettungsdienst (Nr. 144) alarmiert werden. Auch wenn ein Schlaganfall die Betroffenen oft wie der sprichwörtliche Blitz trifft, ist er meistens vermeidbar. Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, ist von verschiedenen Faktoren abhängig, wie dem Alter und der erblichen Veranlagung.
Darüber hinaus gibt es neun Risikofaktoren, die durch einen gesunden Lebenswandel und gegebenenfalls mit ärztlicher Hilfe und Medikamenten vermieden werden können. Es sind dies Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Rauchen, Übergewicht, hohe Blutfettwerte, Bewegungsmangel, hoher Alkoholkonsum, Schlaf-Apnoe-Syndrom und Stress. Ein gesunder Lebensstil sollte man schon im Jugendalter führen und nicht erst bei Symptomen. Doch selbst dann ist es nie zu spät, den Lebensstil zu ändern und Risikofaktoren zu behandeln.
Prof. Dr. med. Heinrich Mattle
ist Chefarzt und Leiter der neurologischen Poliklinik am Inselspital Bern, Vorstandsmitglied der Schweizerischen Hirnschlaggesellschaft sowie Ausschussmitglied im Stiftungsrat der Schweizerischen Herzstiftung.