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Es klingt fast ein bisschen unwirklich: Andrei Chomutow steht in der kommenden Saison in Düdingen an der Bande. Bei den Elite-B-Junioren von SenSee. Andrei Chomutow, der als Spieler siebenmal Weltmeister wurde, dreimal die Olympischen Spiele gewann und in den neunziger Jahren zusammen mit Slawa Bykow nicht nur die Gottéron-Fans, sondern die gesamte Liga verzückte. Andrei Chomutow, der auch als Trainer bereits prestigeträchtige Ämter innehatte und zwischen 2008 und 2010 mit Nowosibirsk, Dynamo Moskau und Barys Astana drei Clubs aus der russischen KHL trainierte und das kasachische Nationalteam leitete.
«Man müsste verrückt sein»
«Das ist eine schöne Überraschung, oder?», fragt Präsident Emanuel Jungo und lässt dabei seinen Stolz durchblicken. In den letzten zwei Jahren stand Pascal Schaller, gleichzeitig Trainer der Elite-A-Junioren Gottérons, an der Bande der Elite-B-Junioren. SenSee übernahm dafür einen Teil des Lohns des ehemaligen NLA-Stürmers. In Zukunft wird sich Schaller jedoch voll auf seine Aufgaben bei Gottéron konzentrieren. «In den Gesprächen mit ihm fiel dann plötzlich der Name Andrei Chomutow», sagt Jungo. Der Russe war zuletzt als Elite-A-Trainer in La Chaux-de-Fonds tätig. Täglich pendelte der 53-Jährige, der seit langem in Belfaux wohnt, zwischen Arbeits- und Wohnort hin und her.
Ende März lief Chomutows Vertrag aus. Also versuchte SenSee sein Glück. «Bereits beim ersten Gespräch wurde klar, welch einfacher, bescheidener Mensch er ist», so Jungo. «Er hat sofort Interesse gezeigt, also haben wir geschaut, ob und wie dieser Coup realisierbar ist. Aber uns war klar: Man müsste verrückt sein, nicht zuzugreifen, wenn man einen solchen Mann zu solchen Konditionen verpflichten kann.»
Die genauen Zahlen will Jungo nicht nennen. «Aber das Gehalt bewegt sich in einem sehr bescheidenen Rahmen.» Dennoch wird der Club den Betrag für den Trainerposten der Elite-B-Junioren verdoppeln. Die zusätzlichen Kosten werden durch zusätzliche Beträge von Sponsoren gedeckt. Zudem hat auch Gottéron mitgeholfen, den Deal einzufädeln. Chomutow wird letztlich in die Vereinigung Gottérons integriert, SenSee Future zahlt den Freiburgern dadurch wiederum nur die effektiven Lohnkosten.
Hoffen auf Begeisterung
Ende April wurden die Nachwuchsspieler darüber informiert, dass sich ein Engagement Chomutows abzeichnet. «Da hat man sofort gemerkt, was das auslöst. Die Begeisterung war spürbar.» Genau solche Begeisterung erhofft sich Jungo von dieser Verpflichtung. «Zudem hoffen wir, dass er den Weg weiterführt, den Pascal Schaller eingeschlagen hat, und die jungen Spieler so ausbildet, wie es sich für eine Elite-Mannschaft gehört.»
Chomutow, der momentan in Russland weilt, wird sein Engagement am 1. August beginnen. Es ist für ihn ein Vollzeitjob; zumindest während der Saison wird er sich voll auf den EHC SenSee Future konzentrieren. Assistiert wird er dabei von Jean-Pierre Mülhauser.