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Zum ersten Mal seit 1993 und 1995 wird Martina Hingis an dem Ende Mai beginnenden French Open nicht dabei sein. Ihre Verletzung am linken Fuss ist schlimmer als angenommen.
Seit Dienstag wird die ehemalige Weltranglisten-Erste von ihrem Vertrauensarzt Heinz Bühlmann intensiv untersucht. Computertechnische Tests haben ergeben, dass die Entzündung an ihrem linken Fuss schlussendlich ernsthafter ist als zuerst vermutet. "Sogar beunruhigend ernsthaft", wie Bühlmann einräumt. "Noch genauere Abklärungen werden in den nächsten Tagen mehr aussagen, aber Martina wird sich in jedem Fall mit Geduld wappnen müssen."
Verletzungsopfer seit 2001
Eine Operation kann laut Bühlmann nicht ausgeschlossen werden. Die Folge wäre 2 Monate lang kein Tennis, kein Roland-Garros, sehr wahrscheinlich auch kein Wimbledon und weitere Rangverluste im Weltklassement.
Hingis hat seit letztem Jahr schon des öftern Verletzungen erlitten. Der Muskelriss im linken Knöchel ist möglicherweise auf eine zu starke Belastung des linken Fusses zurückzuführen. Dies wäre eine Folge eines in Filderstadt erlittenen Bänderrisses.
Unpassendes Schuhwerk
Die Schweizerin schleppt die Spätfolgen ihrer Verletzung an der linken Ferse wie eine schwere Last hinter sich her. Als Gründe werden auch die alt bekannten Probleme mit ihrem damaligen Ausrüster Sergio Tacchini angeführt, von dem sie sich inzwischen getrennt hat. Er soll Hingis mit ungeeignetem Schuhwerk versorgt haben bis 1999, als sich ihr linker Fuss erstmals entzündete.
"Aus dem Gleichgewicht gebracht, hat Martina unwillkürlich ihr Knie wie auch den Rücken und den restlichen Körper überbelastet", betont Heinz Bühlmann. Falls Hingis bei negativem Befund weiter spielen würde, könnten die Folgen gravierend sein. "Dann würde innerhalb von zehn Jahren ein Arthrose drohen, so dass auch allgemeine sportliche Aktivitäten nicht mehr möglich wären."
Ausgebootet
Hingis, die ex-Weltbeste ist recht eigentlich "weg vom Fenster" seit ihrer Niederlage gegen Serena Williams im Halbfinal am Turnier von Hamburg vor zehn Tagen. Nach der Absage der Spiele in Berlin und Rom diese Woche belegt sie bloss noch den 7. Rang in der Weltrangliste. Im Extremfall könnte ihr das Ende der Karriere drohen.
swissinfo/Jonathan Hirsch