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Ziel
Parallel Compression oder New York Compression ist eine spezielle Art der Audiokompression, die immer häufiger in den Disziplinen Recording, Mixing und Mastering angewendet wird. Im Unterschied zur klassischen Audiokomprimierung werden bei dieser Technik, vereinfacht gesagt, nicht die lautesten Signalanteile reduziert und anschließend die Gesamtlautstärke angehoben, sondern die leisesten Signalanteile verstärkt. Dabei wird das unkomprimierte Dry-Signal mit einer sehr stark komprimierten Version des gleichen Signals gemischt. Peaks und Transienten bleiben somit erhalten, was beispielsweise bei Produktionen mit Live-Drums oder akustischen Instrumenten die bessere Alternative zur herkömmlichen Kompression sein kann. Es können auch beide Komprimierungsverfahren kombiniert werden.
In diesem Tutorial wollen wir in Ableton Live die Anwendung von Parallel Compression demonstrieren.
1. Kompressor auswählen
Wir wählen einen beliebigen Kompressor aus dem Audio-Effects-Menü auf der linken Seite aus und ziehen das Modul auf die Spur, auf die wir Parallel Compression anwenden wollen. Dies kann beispielsweise die Master-Spur sein oder ein Aux-Channel, der mehrerer Spuren zusammenfasst. In unserem Beispiel wenden wir das Verfahren auf eine Drum-Spur an (1).
Für den Mix von Dry- und Wet-Signal (d.h. dem unkomprimierten und dem stark komprimierten Signal) haben wir zwei Möglichkeiten: Wir können die jeweilige Spur duplizieren und nur auf einer der beiden Spuren den Kompressor anwenden. Die unkomprimierte Spur lassen wir unangetastet, während wir die komprimierte Spur minimal zu dem Dry-Signal hinzumischen – hierzu später mehr. Da der Kompressor von Ableton Live jedoch über einen Dry-/Wet-Regler verfügt, können wir den Mix zwischen komprimiertem und unkomprimiertem Signal auch mit diesem Regler bestimmen und uns mit einer Spur begnügen (2).
2. Kompressor Settings
Um die Kompressor-Settings zu bestimmten, drehen wir den Dry-/Wet-Regler des Kompressors zunächst voll auf (1).
Außerdem schalten wir die zu bearbeitende Spur auf solo (2).
Für die Settings des Kompressors wählen wir sehr extreme Werte: Den Threshold bringen wir auf -20dB und die Ratio auf 10:1. Alle anderen Werte lassen wir auf Default (3).
Natürlich werden für jede Produktion andere Settings verlangt, doch können diese Einstellungen als gute Ausgangsbasis dienen. Wichtig ist darauf zu achten, die Attack-Dauer relativ gering zu halten, so dass die Peaks und Transienten wesentlich vom Pegel her reduziert werden. Es soll ganz bewusst ein „Klangbrei“ erzielt werden, der über einen sehr geringen Dynamikumfang verfügt.
Diese extremen Settings würde man so wohl nie auf einen einzelnen Track anwenden. Der Trick von Parallel Compression besteht darin, dieses völlig überkomprimierte Signal minimal dem unkomprimierten Signal hinzuzumischen. Dadurch haben wir im finalen Mix nichts an der Schärfe und Knackigkeit der Transienten verloren, während wir dennoch einen insgesamt subjektiv lauteren Klangeindruck bekommen, da durch Hinzumischen des überkomprimierten Tracks die leiseren Signalanteile angehoben werden.
3. Mix von originalem und komprimiertem Signal
Wir ziehen Dry-/Wet-Regler ganz nach unten und lassen die Sequenz laufen.
Nun drehen wir den Regler langsam auf und mischen so nach und nach das Wet-Signal hinzu bis wir einen subtilen Unterschied hören (1). Es ist wichtig darauf zu achten, das komprimierte Signal nur minimal hinzuzumischen – die unkomprimierte Version soll dominieren!
Da wir durch diesen Vorgang die Gesamtlautstärke leicht anheben, können Übersteuerungen entstehen. Um die Lautstärkeanhebung zu kompensieren, reduzieren wir die Lautstärke der Spur um ein entsprechendes Maß (2).
Nach der Anwendung von Parallel Compression sollte die Sequenz subjektiv minimal lauter klingen aber nicht überkomprimiert! Sind wir noch nicht zufrieden mit dem Ergebnis, versuchen wir es mit anderen Kompressor-Settings oder mit einem anderen Dry-/Wet-Verhältnis von komprimiertem und nicht komprimiertem Signal.
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17/07/2016