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Bahrain erhält eine Kathedrale «Unsere Liebe Frau von Arabien»
Eine zentrale Kirche für die 2,5 Millionen Katholiken in Bahrain, Kuwait, Katar und Saudiarabien
Am 10. Dezember wird in Awali (Bahrain) die Kathedrale Unserer Lieben Frau von Arabien von Kardinal Luis Antonio Tagle, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, geweiht. An der Feier nehmen Erzbischof Eugene M. Nugent, Apostolischer Nuntius in Kuwait und Bahrain, und der Schweizer Bischof Paul Hinder, Apostolischer Administrator von Nordarabien, teil.
Das Apostolische Vikariat für das Nördliche Arabien, das Bahrain, Kuwait, Katar und Saudiarabien umfasst, zählt etwa 2,5 Millionen Katholikinnen und Katholiken, die zumeist Wanderarbeitende aus verschiedenen Nationen und Kulturen sind. Um sie seelsorgerisch zu betreuen, initiierte der im Mai 2020 verstorbene Bischof Camillo Ballin ein kühnes Projekt: den Bau der Kathedrale Unserer Lieben Frau von Arabien, Schutzpatronin des Arabischen Golfs. Der Spatenstich erfolgte am 31. Mai 2014.
Unterstützt vom König von Bahrain
Laut einer Medienmitteilung des katholischen Hilfswerks «Kirche in Not (ACN)» ist König Hamad Bin Isa bin Saman Al Khalifa von Bahrain einer der grössten Förderer des Projekts und stiftete das 9000 Quadratmeter grosse Grundstück für die Kathedrale. Für Pater Saji Thomas, Projektleiter und Pfarrer der neuen Kathedrale in Awali, südlich der Hauptstadt Manama, ist die Kathedrale «ein Paradebeispiel für religiöse Harmonie und Toleranz im Königreich Bahrain und für die Welt ein grossartiges Beispiel für friedliche Koexistenz». Bis jetzt gab es in Bahrain nur eine Kirche in der Hauptstadt und eine kleine Kapelle in einem Vorort. Für die rund 90’000 Katholikinnen und Katholiken, die in dem Land leben, mussten von Freitag bis Sonntag mehr als 25 heilige Messen gefeiert werden, und die Kirche war stets voll.
Keine einzige Kirche in Saudiarabien
Die Kathedrale ist jedoch nicht nur für Bahrain gedacht, sondern für alle vier Länder des Vikariats Nördliches Arabien. Denn bisher gibt es nur fünf offiziell anerkannte Kirchen in dem 880’000 Quadratmeilen umfassenden Vikariat. Wichtig ist die Kathedrale in Bahrain vor allem für die Menschen in Saudiarabien, wo es keine einzige Kirche für die fast 1,5 Millionen katholischen Gläubigen gibt. «Auf der gesamten Arabischen Halbinsel, insbesondere aber in Saudiarabien, ist die öffentliche Ausübung des Christentums stark eingeschränkt und auf das Gelände ausländischer Botschaften und Privathäuser beschränkt. Deshalb fahren viele der in Saudiarabien lebenden Christen ins angrenzenden Land Bahrain, um dort die Sakramente zu empfangen und ihren Glauben in Gemeinschaft zu leben», erklärt Regina Lynch, Projektleiterin beim internationalen katholischen Hilfswerk «Kirche in Not (ACN)». Pater Saji Thomas schildert die Situation der katholischen Kirche in Arabien: «Hier gibt es eine wandernde Bevölkerung. Die Menschen kommen und gehen aus beruflichen Gründen. Wir haben hier eine sehr internationale Gemeinde, hauptsächlich aus Indien, den Philippinen, Pakistan, Sri Lanka, dem Libanon, Palästina, Jordanien, aber auch aus vielen Ländern Lateinamerikas und Afrikas. Wir haben lateinische, syro-malabarische, syro-malankarische, maronitische, koptische und andere Riten.»
Laut der Medienmitteilung hat «Kirche in Not (ACN)» das Projekt der Kathedrale «Unsere Liebe Frau von Arabien» in verschiedenen Phasen unterstützt.
acn