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Der Hyperkapitalismus kommt aus der Kohlenmine
von Cedric Weidmann
Auf dem delirium-Blog habe ich einige Gedanken zum Hunger Games-Film geschrieben: Man darf Katniss Everdeen nicht als Revolutionärin lesen, aber erstrecht nicht als wache Kritikerin der Revolution, die im verstiegenen Humanismus Mitleid für Freunde und Feinde hegt: Sie fühlt nichts, sie denkt wenig, sie will nichts. Sie ist der Hyperkapitalismus.
Auf Kulturmutant hat der Filmkritiker Gregor Schenker eine wohlmeinende Rezension zum neuen Hunger Games-Streifen geschrieben. Leider hat er, wie viele andere, einige Dinge verkehrt: Er ist noch viel besser, als er denkt.
Der neuste Film, der zweite Teil des dritten Buches, Mockingjay Teil 2, beginnt mit einem Porträtshot auf Katniss Everdeen. Ihr verletzter Hals wird von schwarzen Frauenhänden geformt und gedrückt, als wäre sie eine Gipsskulptur, der man den rechten Schliff geben muss. Bis dahin war die vielen Todesgefahren entronnene Heldin schon dutzende Male im Krankenhaus aufgewacht, man fürchtet, häufiger als Harry Potter im Krankenflügel. Es wird auch in diesem Film nicht das letzte Mal sein.
Die Hände sind fertig, sie verschwinden aus dem Bild: Eine Frauenstimme bittet Katniss zu sprechen. Sie krächzt. Ihre Stimmbänder seien angeschwollen, hört sie sagen. Nur langsam kommt ihr Sprechen zurück. «Sprich mir nach», heisst es. «Mein Name ist Katniss Everdeen. Ich bin…
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