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Der vorlaute Bauer
nach Ernst Jenny
In der Luft kam noch vor Jahren ein Gebrause vom Chilchberg her über den Albiswald, zog über den Kunzen- und Kuhrainwald, lief im Städtchen Zofingen vom Schlachthause zum Bibliotheksgebäude hinauf oder über den Mühlberg hinweg nach Reiden. Dann hörte man oben am Schürberg aus dem Hundegeheule den Ruf heraus: „Wehr unten, wehr oben!“ „Wehr du selbst oben!“ rief ihm einst ein Bauer aus Wikon zu, der bei diesem Lärmen genervt und neugierig das Fenster geöffnet hatte, „bei mir da will ich schon wehren!“ Augenblicklich hatte sich das Getöse gelegt. Als aber der Bauer in seine Kammer ging um sich schlafen zu legen, klopfte jemand ans Fenster. Der Bauer, kleinmütig geworden, wagte nicht zu öffnen, bis das Klopfen zum dritten Male drohend kam. Als er den Schieber vorsichtig auftat, brüllte ihn eine Stimme an: „Halfest du mir heute jagen, so kannst du jetzt auch Knochen nagen!“, und ein riesiger Rossknochen flog in die Kammer. Von diesem Tage an zehrte der Mann auf Haut und Bein ab und starb dann.