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Diese erschreckende Bilanz ist der US-Steuerstatistik zu entnehmen, welche zwei namhafte Professoren ausgewertet haben. Der eine ist Professor Thomas Piketty von der «Paris School of Economics» und der «École de hautes études en sciences sociales». Er ist Spezialist für Einkommensverteilung und Soziale Ungleichheit. Der andere ist Emmanuel Saez, Wirtschaftsprofessor an der University of Berkeley in Kalifornien.
93 Prozent der zusätzlichen Einkommen an 1 Prozent der Steuerzahler
Die neusten auswertbaren Zahlen stammen aus dem Jahr 2010. Vom zusätzlichen Einkommen in der Höhe von 288 Milliarden Dollar, welches das Wirtschaftswachstum in jenem Jahr brachte, gingen 93 Prozent an nur ein Prozent der Steuerzahler, die bereits im 2009 ein Einkommen von über 352’000 Dollar hatten.
Über 100 der 288 Milliarden steckte eine ganz kleine Gruppe von rund 15’000 Extrem-Reichen ein. Das sind 0,01 Prozent aller Steuerzahler.
Für 99 Prozent der Steuerzahler blieben real noch 80 Dollar pro Person
Das ist ein Durchschnittswert. Die meisten der 99 Prozent Haushalte in den USA hatte im Jahr 2010 real weniger zum Ausgeben als ein Jahr zuvor.
Trend der letzten dreissig Jahre
Dies setzt einen Trend fort, der schon vor mehr als dreissig Jahren angefangen hat, vor allem bei den tiefsten Einkommen. Das reale Einkommen der US-Amerikaner, die über keinen High School Abschluss verfügen, ist ständig gesunken. Im Jahr 2010 hatten sie nur noch drei Viertel so viel reales Einkommen (=nominales Einkommen abzüglich Inflation) wie 1978.
Die Autoren Saez und Piketty sehen viele Gründe dafür: Unter anderem George W. Bushs Steuersenkungen für die Reichen sowie die Stagnation oder sogar der Rückgang der realen Arbeiterlöhne und die starke Zunahme der Kapitaleinkommen.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
keine