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Eisbären vor der Livecam
Ihre Lebensräume schmelzen dramatisch: Eisbären, die zweitgrössten lebenden Landraubtiere, fühlen sich eigentlich auf dem Packeis wohl. Vor allem auf demjenigen, welches das Polarmeer rund um den Nordpol bedeckt. Nur nimmt dessen Menge rasant ab. Die Folgen des Klimawandels machen sich bemerkbar, durch den sich nicht zuletzt auch die Ozeane erwärmen.
Wissenschaftler haben gemessen, dass etwa rund die Hälfte des Eisverlustes in Grönland dadurch zustande kommt, dass Eis an der Oberfläche abschmilzt und abfliesst. Der Rest des Eisverlustes entsteht durch die zunehmende Fliessgeschwindigkeit der Gletscher, die dann in grossen Stücken abbrechen und ins Meer stürzen. Dasselbe Phänomen lässt sich im Polarmeer weiter im Norden feststellen, wo die Schollen mitunter Refugium für die Einsbären sind, bis sich auch diese gekalberten Überreste der Gletscher in Wasser auflösen.
Der Wapusk-Nationalpark
In solchen Momenten tut es besonders gut zu wissen, dass es doch noch Gebiete gibt, in denen sich die Eisbären wohl fühlen dürfen. Eines davon ist der Wapusk-Nationalpark in Kanada. Er liegt im Hudson-James-Tiefland, rund 50 Kilometer östlich der Stadt Churchill. Hier, im Gebiet Manitobas, gibt es zwei Nationalpärke, wobei der Wapusk der grössere der beiden ist. Mit einer Ausdehnung von 11,475 Quadratkilometern besitzt er eine stattliche Fläche. 1996 wurde er geschaffen und spielt heute für die Eisbären-Population eine wichtige Rolle. In ihm befindet sich eines der weltweit bedeutendsten Geburtshöhlen-Gebiete.
Hier finden die Eisbären noch Nahrung: vor allem Ringel- und Bartrobben, die sie auf dem Meereseis der Hudson Bay in den Wintermonaten jagen. Das Eis dient ihnen zugleich im Frühling als Ort der Paarung.
Zurzeit ist es allerdings weitgehend geschmolzen. Die Bären haben sich wie immer im Sommer aufs Land zurückgezogen, ins Innere des Nationalparks. Während eines knappen Quartals werden sie hier bleiben und fasten, bis sich wieder Meereis bildet und die Jagd von vorne losgehen kann. Schätzungen zufolge halten sich bis zu 1200 Eisbären im Parkgebiet auf.
Kein Wunder, wurde der Park nach den Tieren benannt: «Wapusk» heisst in der Sprache des in der Region ansässigen indigenen Volkes der Cree «Weisser Bär».
Wer die Tiere beobachten will, hat dank eines Livestreams aus einer arktischen Webcam die Möglichkeit dazu. Ein Projekt, dass dazu beitragen soll, dass die Eisbären und ihr Schicksal nicht vergessen werden.