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Sind chronische Belastungen im Körper vorhanden, bedeutet dies einen Dauerstress. Davon betroffen ist das autonome (vegetative) Nervensystem. Das autonome Nervensystem steuert rund um die Uhr alle lebenswichtigen Grundfunktionen des Körpers (Atmung, Verdauung, Säure-/Basen-Haushalt, Schlaf-/Wach-Rhythmus) weitgehend ohne willentliche Kontrolle. Es besteht aus dem parasympathischen, dem sympathischen und dem enterischen (Darm) Nervensystem.
Eine chronische Belastung im Körper triggert (reizt) neurologisch das autonome Nervensystem. In der Folge kommt es zu einem Ungleichgewicht zwischen Sympathicus und Parasympathicus. Der Körper ist chronisch in einem Sympathicotonus, was u.a. zu einer Minderdurchblutung der Organe führt und Stress bedeutet. Die Wirkung des v.a. nachts aktiven und für die Erholung (Tiefschlaf) und Entgiftung zuständigen Parasympathicus ist stark eingeschränkt. Die Regeneration des Organismus ist deshalb stark reduziert. Die Belastungen verursachen deshalb eine Art Vorprogrammierung des Körpers für weitere Erkrankungen, Defekte und Anfälligkeiten.
Diese chronisch entzündlichen, degenerativ veränderten oder toxisch belasteten Gewebebezirke können überall im Organismus vorkommen.
Ganz ausgeprägt findet man diese im Zahn- und Kieferbereich. Jeder Zahn ist ein Organ mit einer eigenen Blut-, Nerven- und Lymphversorgung, welche wiederum mit dem Gesamtorganismus vernetzt ist. Ist die Veränderung ist nicht mehr abbaubar resp. wegregulierbar, entsteht eine Reizüberflutung (Sympathicotonus). Die Gesamtregulation wird beeinträchtigt und kann eine Fernwirkung auslösen.
Mögliche Trigger im Zahn- und Kieferbereich sind: toxische Belastungen (Schwermetalle), Materialunverträglichkeiten, chronische Zahnfleischentzündungen, Zähne mit entzündetem Zahnnerv, Toxine aus wurzelgefüllten Zähnen, Fremdkörper in Zahnfleisch und im Kieferknochen, chronisch veränderte Gebiete im Kieferknochen.
Metalle im Körper verursachen aufgrund ihrer Toxizität eine Mitochondropathie (verminderte ATP-Bildung) und eine immunologische Sensibilisierung in Richtung Entzündungsförderung.
Metalle im Mund und Kiefer bleiben nicht in diesem Bereich. Die frei werdenden Giftstoffe werden im ganzen Körper aufgenommen. Davon ist das quecksilberhaltige Amalgam bei weitem das gefährlichste. Quecksilber ist für die Nervenzellen giftiger als Blei, Cadmium und Arsen. Es ist lipophil und lagert sich ein in Niere, Leber und Gehirn. Quecksilberdampf aus Amalgam, Luft (Krematorien, Müllverbrennung, Kohle und Ölkraftwerke etc) wird über die Riechzellen in der Nase aufgenommen (penetrieren einfach in die Nervenenden) und werden retrograd axonal in das Gehirn transportiert, wo sie dann zu oxidativen Stress, Zellschäden, Inflammation, Tubulusschäden (neurofibrilläe Tangels) und schließlich zum Zelltod führen (meist eine massive Quecksilberbelastung des Corpora amygdala, der Riechnervenkerne sowie des Hippocampus ). Der retrograde Transport von Quecksilber wurde von Prof. Arvidsson und Prof. Störtebecker u.a auch in Lancet publiziert.
Einige neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson, Alzheimer werden mit Quecksilber in Verbindung gebracht ( s. Video Neurodegeneration Univ. Calgary). Ein abnehmender Geruchssinn geht oft z.B einer Alzheimer oder Parkinson Krankheit voraus.
Der LTT oder Lymphozytentransformationstest zeigt die individuelle Verträglichkeit von möglichen Zahnersatzmaterialien, jedoch nicht das aktuelle Vorliegen von toxisch bedingten Blockaden von Neurotransmitern und/oder Enzymen beim Einzelnen. Die erweiterten Schwermetall spezifischen Laboruntersuchungen werden von den uns zuweisenden Umweltmedizinern durchgeführt.
Die Metallentfernung in unserer Praxis erfolgt unter aufwändigen Sicherheitsvorkehrungen für den Patienten und das Praxisteam. Mehrfache Barrieren (Nase und Mund) für Metall-Partikel und Dämpfe, Sauerstoffzufuhr, vorbereitende und begleitende Medikation auf Verordnung durch den Umweltmediziner.
Nach der Metall-Entfernung erfolgt eine komplexe Entgiftungstherapie durch den Umweltmediziner.
Der retrograde Transport von Quecksilber Prof. Arvidsson und Prof. Störtebecker u.a auch in Lancet publiziert.
Metalle im Mund und Kiefer können wie eine Antenne wirken. Sie verstärken Strahlungen von Handys, WLAN, Schnurlostelefonen um ein Vielfaches. Die nur wenige Zentimeter vom Mund und Kiefer gelegenen Nerven- und Gehirngewebe werden dadurch besonders starken Strahlungsfeldern ausgesetzt und können darauf mit unterschiedlichen Symptomen wie z.B. Kopfschmerzen, Migräne, Schlafstörungen reagieren.
Ist eine Wurzelentzündung des Zahnes entstanden, wird diese mittels einer Wurzelbehandlung therapiert. Es ist zu einer bakteriellen Besiedelung des komplizierten Hohlraumes im Zahn gekommen. Die Wege der Bakterien sind unterschiedlich. Beispiele: eine bis zum Nerven reichende Karies, Entzündungen des Zahnhalteapparates (Parodontitis) mit Eindringen der Bakterien über die Zahnfleischtaschen (Paro-Endo-Läsion), eine neue Karies an einem bereits wurzelbehandelten Zahn (Reinfektion der bestehenden Wurzelfüllung). Das Ziel der Wurzelbehandlung ist die Eliminierung aller Bakterien und der anschliessende bakteriendichte Verschluss der komplizierten Kanalsysteme.
Je nach Anatomie der Zähne liegen ein bis mehrere Wurzelkanäle vor. Die feinere morphologische Ausprägung der Wurzelkanalsysteme kann sehr unterschiedlich sein. Besonders auffällig sind die filigranen Verästelungen (Ramifikationen) im apikalen Bereich (Wurzelspitze). Gerade diese Verzweigungen und Seitenkanäle sind bei der endodontischen Behandlung eine grosse Herausforderung.
Bild Dr. Holm Reuver endodontische Topographie
Problematik:
Die multiplen Verzweigungen und seitlichen Kanäle beherbergen oft auch nach der Wurzelbehandlung Mikroorganismen, da meist nur die Hauptkanäle gereinigt und mit einer Wurzelfüllung versehen werden können. Die Verzweigungen und seitlichen Kanäle jedoch sind durch mechanische Reinigung nicht erreichbar,
Neben der komplexen Topographie der Wurzelkanalsysteme besteht noch eine weitere Problematik. Trotz guter Reinigung und Desinfektion bei der Wurzelbehandlung lässt sich das die Wurzelkanäle umgebenden infizierte Dentin auch nicht vollständig reinigen. Die Dentinkanälchen des Dentins bleiben deshalb mit Bakterien (v.a. gramnegative Anaerobier) infiziert. Diese sind der instrumentellen Reinigung durch den Zahnarzt ebenfalls nicht vollständig zugänglich. Die Dentinkanälchen sind zudem durch Querverbindungen mit den Kapillaren der Wurzelhaut des Zahnes und somit auch mit den Kapillaren des Kieferknochens verbunden.
Die in den Seitenkanälen und im infizierten Dentin verbliebenen Bakterien setzen über ihren Metabolismus die hochtoxischen Schwefel-Wasserstoffverbindungen Thioäther und Mercaptane in ihre Umgebung frei.
Diese schädigen den Organismus auf zwei Arten: Toxische Effekte auf zellulärer Ebene führen zu einer Schädigung der Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen: ATP-Bildung) und auf immunologischer Ebene zu einer Dauer-Sensibilisierung des Organismus in Richtung Entzündungsförderung. Der Patient ist in einem chronisch-entzündlichen Alarmmodus, was langfristig zu einer negativen Beeinflussung des Gesamtorganismus führt,
Die Wurzelbehandlung ist ein kompromissbehaftetes Verfahren. Denn für den devitalen Zahn lässt sich durch kein medizinisches Verfahren die biologische Wertigkeit des Ausgangszustandes wiederherstellen.
Es sind allgemein drei Faktoren, die einen Menschen krank machen: Giftstoffe (Toxine), eine andauernde Belastung des Immunsystems und psychischen Blockaden. Jede Vermeidung bzw. Eliminierung von Belastungen tragen zu einer Verbesserung des Organismus bei.
Jegliche Art von Fremdkörpern, die sich in den Weichgeweben und den Kieferknochen befinden, sind zu entfernen. Quecksilber beispielsweise wird im Gewebe durch Methylierung zum hochneurotoxischen Di-Methyl-Quecksilber verändert.
Patienten mit einem beeinträchtigten immunologischen Zustand oder Patienten im Wachstum weisen oft ein Nährstoffdefizit auf, Wird diese Ausgangslage bei einem oralchirurgischen Eingriff nicht berücksichtigt, heilen oftmals Operations- und Extraktionswunden nicht vollständig aus. In der Folge entstehen durch die mangelnde Durchblutung stille, chronische Kieferentzündungen, die den Gesamtorganismus dauerhaft belasten. Dabei handelt es sich um eine fettige Knochenauflösung oder Kavitäten bildende Knochendestruktion, die auf dem Boden einer chronischen Stoffwechselstörung (Ischämie) im Kieferknochen entstanden sind. Oft ist der Trigeminus (N. mandibularis) eingebettet in den Entzündungsherd. Es folgt eine chronische Ueberreizung des autonomen Nervensystems mit erheblichen Auswirkungen auf den gesamten Körper.
Die Diagnose erfolgt mittels eines DVT's (Digitales Volumentomogramm) und neuraltherapeutisch. Zu beachten ist, dass typische akute Entzündungszeichen wie Schwellung und Schmerzen meist ausbleiben, und die chronische Kiefernekrose ein vollständig stummes Geschehen darstellt (silent inflammation). Zuweilen findet man aber auch lokale Breschwerden wie atypische Gesichtsschmerzen und Trigeminus-Neuralgien. Die systemischen Auswirkungen sind erheblich und oft die Basis von Erkrankungen im mittleren und höheren Alter. (z.B. CFS chron. Müdigkeitssyndrom, u.a.)
Die Therapie erfolgt nach entsprechender imunologischer Vorbereitung des Patienten ausschliesslich chirurgisch mittels Knochenkürettage und flankierenden Massnahmen zur Revitalisierung des betroffenen Knochenbereichs.
Dr. Konrad Borer
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