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Höhere Mortalität in gewinnorientierten Spitälern
|m -- Devereaux PJ, Choi PT, Lacchetti C et al. A systematic review and metaanalysis of studies comparing mortality rates of private for-profit and private notfor- profit hospitals. CMAJ 2002 (28. Mai); 166: 1399-1406 [Link]|
|Kommentator(in): Gerhard Kocher|
|infomed screen Jahrgang 6 (2002)
, Nummer 9

Datum der Ausgabe: September 2002
Studienziele
In Kanada sind 95% der Spitäler private, nichtgewinnorientierte Institutionen. In dieser nordamerikanischen Metaanalyse wurde bei privaten Spitälern untersucht, ob sich die Sterblichkeitsraten unterscheiden, wenn gewinnorientiert oder nicht-gewinnorientiert gearbeitet wird.
Methoden
Die Metaanalyse stützt sich auf 15 Beobachtungsstudien, die zwischen 1982 und 1995 in den USA durchgeführt worden waren und die Mortalität in gewinnorientierten und nichtgewinnorientierten Akutspitälern analysiert hatten. Die Daten stammen aus insgesamt 26’000 verschiedenen Akutspitälern und umfassen 38 Millionen Personen, bei denen man den Hospitalisationsverlauf – in den meisten Fällen über 30 Tage – festgehalten hatte. Die meisten Personen waren über das «Medicare»-System krankenversichert. Bei 14 Studien bestand das Kollektiv aus Erwachsenen, bei einer aus Neugeborenen.
Ergebnisse
In sieben Studien war die Mortalität in den nichtgewinnorientierten Spitälern niedriger, in einer Studie war sie in gewinnorientierten Spitälern niedriger. Bei den gewinnorientierten Spitälern errechnete sich für Erwachsene ein um 2% und für Neugeborene ein um 9,5% höheres Sterberisiko (beide Unterschiede signifikant). Wenn man Schweregrad der behandelten Krankheiten und Ausbildungsstand des Personals in die Analyse einbezog, wie es in zwei Studien durchgeführt worden war, verminderten sich die Unterschiede zwischen den beiden Spitaltypen.
Schlussfolgerungen
Es scheint, dass Patientinnen und Patienten in gewinnorientierten Spitälern einem leicht höheren Sterberisiko ausgesetzt sind als in nicht-gewinnorientierten. Es kann vermutet werden, dass das Erwirtschaften eines Gewinns auf Kosten der medizinischen Qualität stattfindet. (UM)
Diese kanadische Metastudie (38 Millionen Patientinnen und Patienten, über 26'000 Krankenhäuser) vergleicht Privatspitäler mit öffentlichen Krankenhäusern in den USA. Die leicht höhere Mortalitätsrate in den gewinnorientierten Krankenhäusern wird damit erklärt, dass die Investoren 10-15% Rendite erwarten und die obersten Kader substanzielle Erfolgsprämien erhalten. Zudem müssen diese Spitäler Steuern zahlen. Der daraus entstehende Rationalisierungsdruck führt am Krankenbett zu einem geringeren Bestand an hochqualifiziertem Personal.
Gerhard Kocher
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Höhere Mortalität in gewinnorientierten Spitälern (September 2002)
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