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Geschichtlicher Hintergrund
Zur Gründung des Schweizerischen Hafnermeisterverbandes (SHV), so der frühere Name, fanden sich im Jahre 1889 die Hafnermeister und die Kachelfabrikanten zusammen. Damals musste man sich mit erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten auseinandersetzen: Die deutsche Konkurrenz, Lohnprobleme und Streiks waren die Hauptgründe für einen Zusammenschluss.
Divergierende Verbands- und Geschäftspolitiken sowie die Unvereinbarkeit der Meinungen und Strategien führten dazu, dass sich im Jahr 1915 die Fabrikanten von den Handwerksbetrieben trennten. Die Fabrikanten gründeten den Verband Schweizerischer Kachelofenfabrikanten (VSKF).
Nach und nach organisierten sich die Handwerksbetriebe in 11 regionalen Sektionen. Dank der regionalen Struktur kann der schweizerischen Verschiedenartigkeit gebührend Rechnung getragen werden.
Gründung der Handelsgenossenschaft
Am 3. August 1919 erfolgte im Zunfthaus "Zur Schmiden" in Zürich die Gründung der Handelsgenossenschaft des SHV. Dabei handelte es sich um eine Selbsthilfeorganisation. Die Handelsgenossenschaft hatte zum Zweck, durch Zusammenfassung der Kaufkraft und andere Massnahmen, die Leistungsfähigkeit und die wirtschaftliche Sicherheit der Mitglieder zu verbessern. Die Handelsgenossenschaft hatte über Jahrzehnte für feusuisse eine grosse Bedeutung und sicherte auch zum grossen Teil die Finanzierung der Tätigkeiten des Verbandes. 2011 beschlossen die Mitglieder der Handelsgenossenschaft an ihrer Generalversammlung in Davos die Tätigkeiten der HG auf Ende 2011 einzustellen. Die Genossenschaft wurde nach einer Liquidationsphase per Ende 2016 aufgelöst. An der Davoser Versammlung beschloss feusuisse auch, neu die Hersteller und Handelsbetriebe der Branche als Vollmitglieder in den Verband aufzunehmen.
Vom SHV zum VHP und zu feusuisse
An der Delegiertenversammlung 1970 in Appenzell wurden die Verbandsstatuten revidiert und damit die rechtliche Grundlage geschaffen, dass künftig auch reine Plattenlegergeschäfte in den SHV aufgenommen werden konnten. Dies hatte zur Folge, dass der Verbandsname auf "Verband Schweizerischer Hafner- und Plattengeschäfte" (VHP) abgeändert wurde.
Nach der Fusion 2014 mit der SKAV (Schweizerische Kamin- und Abgasanlagenvereinigung) stimmte die Delegiertenversammlung des VHP am 12. Juni 2015 der Umbenennung zu feusuisse, Verband für Wohnraumfeuerungen, Plattenbeläge und Abgassysteme zu.
An der Delegiertenversammlung 2019 in Basel gab sich der Verband eine neue Organisationsstruktur. Nachdem im Frühling 2019 die Mehrzahl der Sektionen ihre Auflösung verabschiedete, beschloss die Delegiertenversammlung den Wechsel vom Delegiertensystem zur Direktmitgliedschaft.
Eine Fachzeitschrift mit langer Tradition
Der SHV beschloss 1917 die Einführung des Fachblattes als offizielles Verbandsorgan. Die Zeitschrift erscheint heute in einer Gesamtauflage von 1300 Exemplaren unter dem Namen "das Fachmagazin" (früher HP / HP für Hafner und Plattenleger). In moderner Gestaltung, aber unverändert engagiert versorgt feusuisse die Mitglieder und Abonnenten seit über 100 Jahren in jährlich 4 Ausgaben mit Informationen über das Geschehen im Verband und in den Sektionen sowie über Neuerungen in Technik, Reglementen und Vorschriften.
Die fachtechnische Beratungsstelle
Der fachlichen Betreuung der Mitglieder wird grösste Wichtigkeit beigemessen. Mit bescheidenen Unterbrüchen wurde deshalb immer eine fachtechnische Beratungsstelle unterhalten.
Aus- und Weiterbildung
Die Aus- und Weiterbildung gilt im Verband seit jeher als eine der zentralsten Aufgaben. Die ganze Entwicklung der Berufsausbildung erstreckt sich über Jahrzehnte und geht Hand in Hand mit den gesetzlich gegebenen Vorschriften, an deren Gestaltung der Verband sich immer aktiv beteiligt hat. Die Entwicklung führte über eine bescheidene Prüfungsordnung, mit welcher die bloss während der Wintermonate durchgeführten Lehrlingskurse abgeschlossen wurden, über die Schweizerische Hafnerfachschule bis hin zur interkantonalen Fachschule, die 1967 auf der Froburg bei Olten Einzug halten konnte.
Im Jahr 1994 eröffnete feusuisse auf der Froburg ein neues Ausbildungszentrum. Früher absolvierten dort rund 80 Lernende ihre Ausbildung zur Ofenbauerin EFZ oder zum Ofenbauer EFZ. Zu dieser Zeit besuchten die Lernenden in jährlichen Blockkursen den Fachunterricht und die überbetrieblichen Kurse (praktische Kurse). Die allgemeinbildenden Fächer wurden an der Gewerblich-industriellen Berufsschule Olten unterrichtet.
Infolge der strategischen Neuausrichtung des gesamten feusuisse Bildungsbereiches wurde der Schulbetrieb per 01. August 2017 von der Froburg, Wisen SO, ins SPV Bildungszentrum nach Dagmersellen LU verlegt. Dieser Schritt erfolgt auf Basis ökonomischer Überlegungen und nachdem die bestehende Leistungsvereinbarung über die interkantonalen Fachkurse im Beruf Ofenbau EFZ verlängert und bezogen auf den neuen Standort angepasst werden konnte. Am bisherigen Modell der Kurse des berufskundlichen Unterrichts wird festgehalten. Gleiches gilt für die Durchführung von überbetrieblichen Kursen. Der allgemeinbildende Unterricht wird durch das Berufsbildungszentrum Bau und Gewerbe Luzern in Dagmersellen sichergestellt.