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Mit der Grafitproduktion hatte die PBMR Ltd. bereits im August 2005 die SGL Carbon AG - heute SGL Group - im deutschen Wiesbaden beauftragt. Das Auftragsvolumen betrug EUR 35-40 Mio. (CHF 56-64 Mio.). Die SGL Group ist ein weltweit führendes Unternehmen zur Herstellung von Produkten aus Kohlenstoff. Diese reichen von Grafitprodukten über Karbonfasern bis zu Verbundwerkstoffen. Die SGL hat 38 Produktionsstätten in Europa, Nordamerika und Asien.
Grafit: Schlüsselelement der passiven Sicherheit
Nach der Auftragserteilung liess die PBMR Ltd. auf Ersuchen des NNR die Grafitproduktion suspendieren. Es fehlten noch ausreichend detaillierte Spezifikationen und der Nachweis der Lieferantenqualifikation. Für den NNR sind diese Auflagen jetzt erfüllt und die SGL Group kann mit der Erzeugung der benötigten Vorräte an Spezialgrafit beginnen.
Grafit wird beim PBMR einerseits zur Beschichtung der kugelförmigen Brennelemente gebraucht. Andererseits erhält der Reaktordruckbehälter eine Innenauskleidung aus Grafit als Neutronenreflektor. In beiden Funktionen ist er ein wesentliches Sicherheitselement: Bei Ausfall der Heliumgaskühlung schützt er den Kernbrennstoff passiv gegen Überhitzung, indem er die Nachzerfallswärme wirksam ableitet.
Wenige Tage vor der Freigabe der Grafitproduktion hatte die PBMR Ltd. den Bauvertrag für das PBMR-Demonstrationsprojekt erteilt. Sie hofft, bis 2010 über alle Bewilligungen zum Bau der 165-MW-Einheit in Koeberg zu verfügen. Die Hauptinvestoren sind die südafrikanische Elektrizitätsgruppe Eskom Holding Ltd., die südafrikanische Investitionsförderung IDC, die südafrikanische Regierung und die amerikanische Westinghouse Electric Power Co. Das Projekt ist für sie die erste Demonstrationseinheit für einen gasgekühlten Hochtemperatur-Leistungsreaktor der IV. Generation.
Quelle
P.B. nach PBMR, Medienmitteilung, 29. August, und NucNet, 2. September 2008