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...Knoblauchsrauke...
Alliaria petiolata
Beim Sammeln von Pflanzen ist, sowie auch beim Sammeln von Pilzen, Vorsicht geboten! Bei Unsicherheit lieber stehen lassen! Tiere haben ausserdem Vorrang. Bitte alle Pflanzen nur an Standorten sammeln, an denen reichlich vorhanden ist.
Die Knoblauchsrauke Alliaria petiolata beschäftigt mich schon seit einigen Jahren. Damals habe ich sie im Wald gesehen und später Zuhause darüber recherchiert. Ich war total fasziniert von den vielen Berichten im Internet. Ich ging einige Tage später in den Wald zurück und nahm mir eine Pflanze mit, um sie zu probieren. Wurzel, Blätter und Blüten sollen essbar sein. Die Wurzel war holzig und geschmacklich nicht sehr vielversprechend, genau so wie auch die Blätter. Was ich nicht wusste war, dass die Pflanze nur im Frühling und Herbst zum verzehr geeignet ist.
Kürzlich habe ich frisch gestossene Knoblauchsrauken in meinem Garten gefunden. Ich habe also beschlossen, der Pflanze eine zweite Chance zu geben. Die Blätter
schmeckten frisch und leicht nach Knoblauch, ähnlich wie Kapuzinerkresse. Die Wurzel ist zu vergleichen mit dem scharfen Geschmack von Meerrettich.
Wenn man die Knoblauchsrauke einmal kennt, fällt sie einem überall auf. In Gärten, Wäldern und an Wegränder. Sie gehört zu der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) und ist verwandt mit der Kapuzinerkresse. Zu Beginn der Saison ist die Pflanze ca. 20 cm hoch, wenn sie später blüht, kann die Knoblauchsrauke eine Höhe von einem Meter erreichen. Sie hat eine lange und etwa daumendicke Pfahlwurzel und die Stiele der Pflanze sind vierkantig. Die Blattstiele sind leicht behaart. Die Blätter sind langstielig und nierenförmig. Die Blätter am Spross sind wechselständig angeordnet und spitzer als die Grundblätter. Die Blütezeit ist zwischen April und Juli. Die Blüten sind etwa 5-8 mm gross. Auffällig sind die vier Kronblätter und die vier weissen Kelchblätter der Blüte. Nach der Blütezeit entwickeln sich etwa 4-6 cm grosse Schoten, die 6-8 Samen enthalten.
Man findet sie an Waldrändern und unter Bäumen, eher nicht in direkter Sonne. Auffällig ist auch, dass sich meistens eine ganze Gruppe von Knoblauchsrauken findet. Sie haben die Eigenschaft andere Pflanzen zu vertreiben.
Nun zum wichtigen Teil. Was ist verwendbar? ALLES! Das ist das Tolle daran. Mit den Pfahlwurzeln der Knoblauchsrauke habe ich kürzlich eine Art Meerrettichcreme gemacht. Zu Lachs passt das auch wunderbar:
100 g Wurzeln der Knoblauchsrauke
100 g Sauerrahm
Salz
Pfeffer
Die Wurzeln werden gut gewaschen, braune Stellen werden weggeschnitten. Dann die Wurzeln fein reiben. Den Sauerrahm darunter mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Aber Achtung! Die Wurzeln sind an sich schon sehr scharf.
Mit den Blättern lässt sich ein wunderbares Pesto zaubern. Dafür das Basilikum einfach durch die Blätter der Knoblauchsrauke ersetzen. Auch die Samen in den kleinen Schoten können verwendet werden. Sie sind ungefähr vergleichbar mit Senfsamen und können beispielsweise zum Würzen verwendet werden. Nun bleiben nur noch die zarten Blüten. Diese machen sich genau wie die Blätter wunderbar in Salaten, oder zum Dekorieren von Speisen.