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Autor: Josef Jungo
Grolley Nach einer Quarantänezeit von 85 Tagen wurden am Dienstagmorgen in Grolley 91 Schafe und 29 Ziegen verladen. Bereits am Vorabend war der grosse, nach EU-Normen ausgerüstete Tiertransporter vorbereitet worden. Gruppenweise wurden die Schafe und Ziegen in die tief eingestreuten Abteilungen des Lastenzuges auf drei Etagen verladen. Das Fahrzeug ist mit Tränke- und Lüftungsanlage ausgerüstet. Mitgeführt wurde auch Heu.
2600 Kilometer
Kurz nach acht Uhr fuhr der Tiertransporter los. Vom Zoll in Basel führte die Route über Berlin nach Polen, wo in Zrebredowice, ungefähr in der Mitte der 2600 Kilometer langen Strecke Zwischenhalt gemacht wird. «Von dort geht es dann in die Ukraine», erklärte der Lenker des Gefährts, Karl Gritsch, aus Schweinfurt D.
Die Kontakte mit dem Besitzer eines Grossbetriebes aus der Region südlich von Kiev mit den Freiburger Schafzüchtern Jean Berset, Mur, und Jean-Paul Robert, Bionnens, kamen eher zufällig zustande. Der Ukrainer knüpfte vor zwei Jahren bei seinem Aufenthalt in Freiburg die ersten Kontakte. Nach einer Besichtigung von Zuchtbetrieben interessierte sich dieser Grundbesitzer für Schafe und Ziegen aus dem Kanton Freiburg. Er will auf einer ehemaligen Kolchose reinrassige Schafe der Rassen Weisses Alpenschaf, Schwarzbraunes Bergschaf, Charolais, die Saanenziege sowie die Gemsfarbige Gebirgsziege züchten. Der ukrainische Landwirt beauftragte die zwei Freiburger Züchter mit der Organisation dieser Tiervermittlung. Ende 2010 wurde der Vertrag für den Tierverkauf unterzeichnet. Anfang Jahr kauften die zwei Züchter bei 17 Berufskollegen Schafe und Ziegen und organisierten im Einvernehmen mit einem Tierarzt die Quarantäne mit all den verlangten Blutproben und Impfungen (Blauzunge).
Eine Dolmetscherin war den Tierverkäufern bei den komplizierten Verhandlungen über die strengen Einfuhrformalitäten behilflich. «Bis die erforderlichen Zeugnisse und Dokumente für die Einfuhr in die Ukraine beschafft werden konnten, waren viele Umtriebe erforderlich», erklärt Jean-Paul Robert. «Diese Expedition erfolgt auf privater Basis, ohne finanzielle Unterstützung des Bundes», betonte Jean Berset. Die zwei Schafzüchter haben schon vor Jahren für den Zuchtverband einen Tiertransport nach Tunesien organisiert.
Jean Berset und die Dolmetscherin begleiten den Transport bis in der Ukraine. Dort wird der Schafzüchter mit den neuen Betreuern die Haltung der Tiere organisieren. «Ich rechne, dass ich in etwa zehn Tagen wieder zurück sein werde. Mir ist es wichtig, dass die Tiere nach dem langen Transport einen guten Start haben.»
Jean Berset (vorne) und Jean-Paul Robert organisierten den Tierverkauf und Transport.Bild Josef Jungo