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Die Unwetterkatastrophe
1993 trat die Saltina, ein Bach aus dem Simplongebiet, der in Brig in die Rhone mündet, über die Ufer und verursachte damit eine der grössten Unwetterkatastrophen der Schweiz. Die «Springende» (lat. saltare) führte dabei Unmengen von Geröll mit, welches sich in der Folge in der gesamten Innenstadt ablagerte und bis auf Erdgeschosshöhe unzählige Gebäude und deren Einrichtungen beschädigte. Im Areal des Bahnhofs und des Rhonesandquartiers bildete sich durch das gestaute Wasser eine skurrile Seelandschaft, die mit Booten befahren werden musste. Zwei Todesopfer waren zu beklagen; angesichts des gewaltigen Naturausbruchs hätten es noch weit mehr sein können. Seither erinnert sich Brig-Glis jedes Jahr am 24. September mit einem Gedenkgottesdienst an das tragische Ereignis.
Die Überschwemmung traf Brig-Glis unerwartet, lag es doch mehr als 70 Jahre zurück, als die Saltina letztmals ihre unbändige Kraft spüren liess. Rund ein Jahr lang dauerten die Räumungs- und Instandstellungsarbeiten, die von einer grossen schweizweiten Solidarität unterstützt wurden. Das Ergebnis ist unter anderem eine neu gestaltete Innenstadt, die mit Ausnahme der alten Burgschaft schwer beschädigt worden war. Gleichzeitig ergriff man die Gelegenheit, die Zone um den Stadtplatz massgeblich zu vergrössern und verkehrsfrei zu gestalten; heute ist dieser Bereich stark frequentiert. Regelmässig finden hier Veranstaltungen aller Art statt und der wöchentliche Bauernmarkt am Samstag ist nicht mehr vom Stadtbild wegzudenken. Über die Saltina wurde eine neue Brücke gespannt, die mittels einem hydraulischen System durch das Eigengewicht des Wassers angehoben werden kann. Die innovative Brücke schützt seither zusammen mit einer Reihe von weiteren Hochwasserschutzmassnahmen das Siedlungsgebiet von Brig-Glis.