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Gideon Flachsmann
Ältere/andere Namen:
Gideon Fontalba/Gwydïon Fontalba
Vaiśhvik Mahaśhaktīśvar Yogiraj Shin Shiva Svayambhu Bairavanath
Shin
Der ca. 1950 in der Schweiz geborene Gideon Flachsmann ist heute vorwiegend in Indien, aber auch in der Schweiz und Deutschland aktiv. Vor der Gründung einer Vielzahl von Angeboten und Projekten, war er ein Eurythmie- und Philosophielehrer an einer süddeutschen Waldorfschule. 1969 bis 1981 war er Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft.
Gideon Flachsmann wirkte bereits in den 1980er Jahren und gründete damals unter dem Namen Gideon Fontalba die Schule der Weissen Quelle. Die umstrittene Schule bestand aus einer Vermischung von Anthroposophie und Inhalten von diversen religiösen Strömungen. Sie vertrat eine Inkarnationslehre, in welcher auch Flachsmann sich selber immer wieder als verschiedene Reinkarnationen ausgab, beispielsweise jener von Christian Rosenkreutz.
Im Jahr 1995 gründete Flachsmann den Verein Min-I.L.I.T. in Deutschland. Mittlerweile nennt er sich Vaiśhvik Mahaśhaktīśvar Yogiraj Shin Shiva Svayambhu Bairavanath, oder kurz Shin.
1998 gründete Flachsmann den Ganga-Verlag. Dieser gibt auch heute noch auf der Website an, Werke von den beiden Autoren Shin und Gwydïon Fontalba zu verkaufen, obwohl dies beide Pseudonyme für Gideon Flachsmann sind (http://www.gangaverlag.ch/Kontakt.html; Zugriff 23.09.2020).
1999 begann Flachsmann mit dem Aufbau des «Pionierdorfes» Bhairava Nagar in Nordindien. Mittlerweile wird dieses, zusammen mit diversen anderen Projekten, als Engagement des Vereins Pan Terra angegeben, wobei auch bei diesem Verein Flachsmann als Gründer gilt (https://pan-terra.org/impulsgeber/; Zugriff 23.09.2020).
Ab 2004 war Flachsmann zusätzlich der Leiter des Musikensembles «Lhyros – Traumgesang der Kulturen», mit dem Ziel, der Verbindung von Musikern und Musikerinnen aus verschiedenen Kulturen, Völkern und Musikrichtungen. Das Ensemble ist heute nicht mehr aktiv, war jedoch einigermassen erfolgreich und hat sogar in der Tonhalle in St. Gallen ein Konzert gegeben.
Mit dem Verein Pan Terra begann Flachsmann 2006 mit dem Bau einer Naturschule, sowie 2013 mit dem Bau eines Friedenstempel. Beide befinden sich in Nordindien.
Im Jahr 2009 gründete Flachsmann die «Freie Bewegung zur Wahrung und Entfaltung der Menschenwürde», welche sich für den Frieden und gegen die Kriegstreiberei einsetzen möchte. Im selben Jahr eröffnete er die Naturheilpraxis Liv Vitan in Graubünden.
So vielseitig wie Flachsmanns (ehemalige) Pseudonyme und Aktivitäten, ist auch seine Weltanschauung, sodass eine genaue Einordnung schwer zu erfassen ist. So lässt sich eine bunte Vielfalt an Einflüssen finden, allen voran aus der Anthroposophie, Esoterik, dem Hinduismus und dem Neuen Keltentum.
In vielen Tätigkeiten von Flachsmann können Elemente aus der Anthroposophie, der Esoterik und dem Hinduismus gefunden werden. So vertritt er verschiedene Glaubensinhalte, die aus dem Tantrismus oder der Yoga-Lehre abgeleitet werden können, und in der, durch ihn gegründeten Naturheilpraxis in Graubünden, werden verschiedene anthroposophische Mittel vertrieben. Zentral für seine verschiedenen Angebote ist das «Integrale Lernen», welches er selbst entwickelt hat. Dabei sollen beim Lernen alle Lebensbereiche und vor allem die Natur miteinbezogen werden.
Flachsmann findet durch seine Liebe zur Natur Gefallen am Neuen Keltentum. Diese Verbindung macht er mit dem Durchführen von keltischen Feiern, sowie «Erdenfeiern», wo die Erde verehrt wird, deutlich.
Von sich selbst behauptet Flachsmann den unmittelbaren Zugang zur Schöpferenergie zu haben, sodass er suchenden Menschen auf ihrem Weg zur Heilung helfen könne. Seine vielfältigen Verwendungen der Bezeichnungen von Schöpferenergie auf «indisch» (Kundalini), «keltisch» (Vouivra), «christlich» (Pfingstfeuer) und «wissenschaftlich» (Nullpunktenergie) zeigen seine vielschichtige Weltanschauung musterhaft auf.
Gideon Flachsmann engagiert sich in einer Vielzahl von Projekten und ist der Gründer von zahlreichen Angeboten, die jedoch nicht alle erfolgreich sind. So werden hier nur die grösseren Projekte besprochen:
Naturschule Paramarth Awadhawan: Die Schule in Nordindien wurde 2017 durch Flachsmann eröffnet. Sie stützt sich auf das Prinzip des Integralen Lernens und möchte die Natur in den Lernprozess miteinbeziehen. Die Schule möchte einen Beitrag an die Unterstützung von Benachteiligten leisten, sodass sie auch für Kinder aus ärmeren Familien offen ist.
https://naturschule-indien.com/
Pionierdorf Bhairava Nagar: Das Pionierdorf in Nordindien wird seit 1999 stetig ausgebaut. Im Dorf werden spiritueller Unterricht, ganzheitliche Medizin und Arbeitsplätze für altes Handwerk angeboten. Zudem verfügt es über ein Resort mit kleinen Bungalows und einem Restaurant. Der spirituelle Unterricht wird in erster Linie durch Flachsmann selbst durchgeführt.
https://pan-terra.org/pionierdorf/
Min-I.L.I.T.: Min-I.L.I.T. (Integrales Lernen, Intuitives Tun) wird durch den Verein «Ozean des Lebens» getragen und wurde ebenfalls von Flachsmann gegründet. Durch den Verein werden regelmässig Veranstaltungen an den grossen neukeltischen Feiertagen, sowie Reisen nach Indien, organisiert.
http://www.min-ilit.org/
Gideon Flachsmann wurde besonders in seiner früheren Wirkungszeit für seine autoritäre und narzisstische Art kritisiert, die wenig Kritik an der eigenen Person ertrug.