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Foxtrot
Regie: Samuel Maoz
Darst.: Lior Ashkenazi, Sarah Adler, Yonaton Shiray, Shira Haas, Dekel Adin, Yehuda Almagor, Shaul Amir, Gefen Barkai, Ran Buxenbaum u.a.
Eines Morgens klingeln zwei Offiziere der israelischen Armee an der Wohnungstür des Ehepaars Feldmann in Tel Aviv. Dafna Feldmann öffnet – und fällt beim Anblick der Uniformierten gleich in Ohnmacht. Hinter ihr steht Ehemann Michael, auch ihm ist der Grund des frühmorgendlichen Besuchs sofort klar: «Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Ihr Sohn Jonathan letzte Nacht in Erfüllung seiner Pflicht gefallen ist.» Schon die ersten Minuten im neuen Spielfilm des Israeli Samuel Maoz geben, bei aller Tragik, in ihrer knochentrockenen Art einen Eindruck von der Absurdität militärischer Abläufe. Mit langen Einstellungen und meist statischer Kamera lotet der Regisseur in den folgenden 110 Minuten erst den unermesslichen Schmerz der Feldmanns aus, zeigt danach ihren Kampf mit der Armeebürokratie, um später in die Militärwelt von Sohn Jonathan einzutauchen: ein immer grotesker werdendes Universum. Der 1962 in Tel Aviv geborene Samuel Maoz hat viele Jahre als Kameramann, Szenenbildner und Dokumentarfilmer gearbeitet, bevor er 2006 – dem Jahr, in dem Israel wieder einmal Krieg gegen Libanon führte – mit der Realisierung seines ersten Kinospielfilms «Lebanon» begann. Ähnlich wie Ari Folman in «Waltz with Bashir», verarbeitet Maoz darin eigene traumatische Erfahrungen als junger Soldat im Libanon-Krieg von 1982. Die Arbeit an «Lebanon» dauerte drei Jahre. Seine Weltpremiere hatte der Film 2009 im Wettbewerb des Filmfestivals Venedig, wo er prompt den Goldenen Löwen gewann: als erster israelischer Film in der Geschichte des ältesten Filmfestivals der Welt. Trotz dieser Ehre fand «Lebanon» nie den Weg in die Schweizer Kinos. Mit «Foxtrot», Samuel Maoz’ Zweitling, kehrte der Regisseur 2017 nach Venedig zurück und erhielt dieses Mal den Silbernen Löwen. Wie sein Vorgängerfilm ist auch «Foxtrot» eine schneidend scharfe Abrechnung mit israelischem Militarismus und Chauvinismus, wobei der Ton noch um einiges bösartiger und satirischer ist. «‹Foxtrot› steht für einen Tanz wie für ein Armee-Codewort und zeigt ein Israel, das bei aller Surrealität ein Ort grenzenlosen Schmerzes ist, der psychische Schäden hinterlässt. Die Originalität des Films liegt sowohl in seiner intensiven, verrätselten Erzählweise als auch in seinem bizarren, entfremdeten Stil.» Deborah Young, The Hollywood Reporter