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Irreguläre Hornhautverkrümmung (Keratokonus)
Eine irreguläre Hornhautverkrümmung kann durch Krankheit oder Unfall entstehen – die Hornhaut ist wellig und unregelmässig. Auch eine Gewebeveränderung (Keratokonus) kann dazu führen, dass Ihre Sicht verschwommen oder verzerrt ist, da es oft zu einer progressiven Vorwölbung der Hornhaut kommt.
Die Sehkraft kann sich mit der Zeit massiv verschlechtern und die Vorwölbung kann die Hornhaut immer dünner machen – sie könnte im Extremfall vernarben oder sogar durchbrechen. Um eine Hornhauttransplantation zu vermeiden, kann durch eine chirurgische Hornhautstabilisierung eine irreguläre Hornhautverkrümmung in den meisten Fällen stark vermindert und stabilisiert werden. Durch ebensolche Massnahmen kann die Hornhautoberfläche wieder symmetrischer (regelmässiger) gemacht werden.
Kera-Ringe
Kera-Ringe – auch intracorneale Ringsegmente genannt – sind Hornhautimplantate. Diese ermöglichen bei Personen, welche an irregulärer Hornhautverkrümmung (z.B. dem Keratokonus) leiden, die Hornhaut weitgehend zu stabilisieren. Die Hornhautoberfläche kann durch diese Behandlung wieder symmetrischer gemacht werden, sodass sich die Sehkraft verbessern kann.
Um hornhautstabilisierende Kera-Ringe zu implantieren, werden zunächst mit dem Femtosekundenlaser, welcher auch bei der Laserkorrektur eingesetzt wird, ein oder wenn nötig zwei halbkreisförmige Kanäle in die Hornhaut präpariert. Danach werden die Kera-Ringe in die vorbereiteten Kanäle in der Hornhaut chirurgisch eingeschoben. Diese Ringe bewirken nun eine Spannung auf der Hornhaut, der zentrale Teil der Hornhaut flacht ab und korrigiert auf diese Weise die asymmetrische Hornhautverkrümmung.
Nach der Implantation von Kera-Ringen besteht meistens eine gute Voraussetzung für eine weiterführende Massnahme zur Stabilisierung der Hornhaut, nämlich der Hornhautvernetzung (Crosslinking).
Eigenschaften von Kera-Ringen:
Hornhauttransplantation
Bei schweren Erkrankungen der Hornhaut ist oftmals die Übertragung einer Spenderhornhaut (Hornhauttransplantation, Keratoplastik) die einzige Möglichkeit, brauchbares Sehvermögen wieder zu erlangen.
Bis vor wenigen Jahren wurde in der Regel die Transplantation einer Hornhaut in ihrer vollen Dicke durchgeführt (sogenannte «perforierende Keratoplastik»). Heutzutage stehen uns modernere und schonendere Verfahren zur Verfügung, bei denen speziell nur mehr die erkrankten Schichten der Hornhaut getauscht werden. Die unveränderten, gesunden Anteile können so erhalten bleiben. In vielen Fällen bringt dies eine erheblich Reduktion des Risikos und eine schnellere Erholung der Sehschärfe mit sich.
Bei der DALK (= deep anterior lamellar keratoplasty) werden die äusseren Schichten der Hornhaut getauscht. Die innerste Schicht der Hornhaut («Endothel») kann so erhalten werden, Abstossungsreaktionen kommen dadurch kaum mehr vor. Dieses Verfahren kommt in erster Linie bei starken Verformungen der Hornhaut (sog. Keratokonus) und Hornhautnarben zur Anwendung.
Bei der DMEK (= Descemet membrane endothelial keratoplasty) wird lediglich die innerste Schicht der Hornhaut getauscht, die äusseren 99% bleiben unverändert bestehen. Abstossungsreaktionen und Verkrümmungen des Transplantates sind so viel seltener. Es müssen keine Nähte verwendet werden und die Heilungsphase ist gegenüber der herkömmlichen Operation deutlich verkürzt. Diese Operationstechnik kommt bei Erkrankungen der innersten Hornhautschicht (Fuchs’sche Endotheldystrophie) zum Einsatz.
In sehr schweren Fällen (z.B. nach Verätzungen) kann neuerdings auch eine künstliche Hornhaut (Keratoprothese) implantiert werden. Die Boston-Keratoprothese kommt in bisher aussichtslos scheinenden Fällen zur Anwendung.
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