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Seid nicht halsstarrig, sondern gebt eure Hand dem HERRN
und kommt zu seinem Heiligtum.
Chronik 30,8
Die heutige Losung ist aus einem Kapitel des zweiten Chronikbuches, das wie ein Licht im Dunkel der Geschichte aufleuchtet. Der Chronist erzählt vom Versuch König Hiskias, die Priester und das Volk zur Umkehr zu bewegen. Hiskia, der in der jüdischen Überlieferung als der Friedefürst identifiziert wird, von dem der Prophet Jesaja weissagte (Jes 9,1–6), er war ein Gerechter, ein König, der Gott dienen wollte. Er rief zur Busse und wurde erhört. Die königliche Evangelisationskampagne fruchtete, und man feierte Passah wie in alten Zeiten. «Und es war grosse Freude in Jerusalem. Denn seit den Tagen Salomos, des Sohnes Davids, des Königs von Israel, war derartiges in Jerusalem nicht gewesen.» (30,27)
Hiskia war ein Reformer, der auf die alte JHWH-Tradition setzte. Der Erfolg seiner Mission war allerdings nicht nachhaltig. Sein Sohn Manasse machte die Reformen wieder rückgängig. Muss man das Ganze als Strohfeuer abtun? Läuft es immer so? Geht jeder Aufbruch irgendwann wieder zu Ende? Man kann es so lesen. Oder man hört das Evangelium. Denn wir haben einen König, der zur Umkehr ruft. Wir sind mittendrin, sind gerufen, unseren Hals zu lockern, uns an seiner Reformation zu beteiligen, und wir werden, so Gott will, eines Tages sagen. «Und es war grosse Freude in Bern, Berlin, Frauenfeld, Bonn, Rom, New York, Richterswil, Hongkong, Kapstadt, Timbuktu …
Von Ralph Kunz