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Beinahe hätte alles schon 20 Jahre früher begonnen. Am 11. Mai 1879 gründeten 21 Musiker und Musikinteressierte im Hotel Bahnhof die Musikgesellschaft Eintracht Pfäffikon, die am 1. Februar 1880 mit der ersten «Produktion» aufwartete. Aber dem Verein, der zuweilen auch unter dem Namen «Musik-Verein Pfäffikon» auftrat, liefen die Mitglieder davon. Auch soll der Dirigent ab und zu die Proben ausgelassen haben. 1882 wurde der Verein wieder aufgelöst und das «Mobiliar» (Instrumente, Musikalien, Mappen etc.) unter den Mitgliedern versteigert.
Einige Zeit später riefen die Pfäffiker Kadetten ein Musikkorps mit zehn Bläsern und fünf Tambouren ins Leben. Diesem war aus anderen Gründen kein Erfolg beschieden: Ein Erlass von oben verbot kleineren Kadettenkorps – und dazu gehörte auch Pfäffikon – die Haltung einer Kadettenmusik. Die Musik verstummte, und die angeschafften Blechinstrumente wurden in einem Schulhaus eingelagert.
Auf diese Instrumente konnten Emil und August Weber, die beiden Initianten der heutigen Harmonie Pfäffikon, zurückgreifen, als sie im Frühjahr 1899 eine Musikgruppe auf die Beine stellten. Es waren 2 B-Trompeten, 1 Bügel, 1 Es-Althorn, 1 Es-Bass und 2 B-Althörner, zur Verfügung gestellt von der Sekundarschulpflege. Am 14. Januar 1900 gab das Ensemble unter dem Namen «Musikverein Pfäffikon» das erste Konzert im Hotel Bahnhof. Fünf Tage später, am 19. Januar 1900, erfolgte die offizielle Gründung des Musikvereins. Neun Personen unterzeichneten die Gründungsurkunde. Emil Weber, von Beruf Müller, amtete als erster Präsident, sein Bruder August, ein Färber, als Vizepräsident und Musiklehrer. Zu den übrigen Mitgliedern zählten ein Fabrikarbeiter, ein Bäcker, zwei Spinner, zwei Färber und – als Aktuar – der Feilenhauer Heinrich Raths. Der vierköpfige Vorstand wurde übrigens in geheimer Wahl erkoren. Obwohl lediglich neun Stimmberechtigte anwesend waren, benötigte es für die Wahl des Aktuars und des Quästors tatsächlich je einen dritten Wahlgang. Und dies an einer Gründungsversammlung.