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Der These folgend, dass jegliche Erfindungen des Menschen eine prothetische Verlängerung des Körpers darstellen, so schaut uns dieser Zirkel mit seinem feingliedrigen metallischen Knochengerüst – das an einen Zeigefinger erinnert – unheimlich an. Beginnen wir beim Deus artifex, dem Weltschöpfer, und seinem Symbol, dem Zirkel: beides wurde in der Renaissance vom männlichen Künstler übernommen. Viel später, anfangs der 60er Jahre, als gleichzeitig die Frage nach Autorschaft innerhalb und ausserhalb der bildenden Kunst verhandelt wurde, zeigen z. B. die Zirkelzeichnungen von Dieter Roth, dass das Zeichnen als ein automatisierter und mechanischer Prozess verstanden werden kann. Somit kam die Vormachtstellung des Schöpfers und Genies ins Wanken. Und so fragen wir uns heute weiter: Hat der Zirkel das Potenzial zu einem «Kontrollverlust», – nach Donna Haraway – der mit der Tradition «einer vom Menschen kontrollierten und beherrschten Schöpfung, die sich auf eine Genealogie von Schöpfern und Geschöpfen beruft und in der weder die Grenzen zwischen Mensch und Tier beziehungsweise Mensch und Maschine noch die zwischen Subjekten und Objekten genau umrissen sind» (Verena Kuni), bricht?