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George Berkeley bestreitet die Existenz materieller Substanzen. Wahrnehmbare Gegenstände sind für ihn Bündel wahrnehmbarer Eigenschaften, wahrnehmbare Eigenschaften nichts anderes als Vorstellungen (ideas). Berkeley scheint diese Thesen in seinem Meister-Argument ausgerechnet mit der Behauptung zu verteidigen, dass wir uns einen Körper, der unabhängig davon existiert, dass er wahrgenommen oder vorgestellt wird, nicht einmal vorstellen können. Der erste Teil des Forschungsprojekts ist einer Rekonstruktion des Arguments gewidmet, die zeigt, dass ihm eine Kritik an einer verbreiteten Auffassung des menschlichen Abstraktionsvermögens zugrunde liegt. Der zweite Teil des Projekts ist Berkeleys Auffassung von Zeit gewidmet. Berkeley behauptet, dass wir die Zeit nicht von der Abfolge von Vorstellungen in unserem Geist abstrahieren können und das Verstreichen der Zeit nur anhand der Anzahl von Vorstellungen abschätzen, die einander in unserem Geist ablösen. Gezeigt werden soll, dass auch Berkeleys Anmerkungen zur Zeit weniger abwegig sind, als dies auf den ersten Blick scheinen mag. Eine Interpretation der Metaphysik Berkeleys als eine Form von direktem Realismus soll seine Konzeption der Zeit erhellen.
Die Bedeutung des Projekts liegt neben dem philosophiehistorischen Erkenntnisgewinn, den es zu erbringen verspricht (Berkeley ist einer der wichtigsten neuzeitlichen Empiristen und als Idealist ein Vorläufer Kants), in der Bearbeitung einer Reihe grundlegender Fragen menschlicher Kognition, die unser Abstraktionsvermögen und die Zeitlichkeit der Wahrnehmung betreffen.