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Wimbledon-Sieger Novak Djokovic steht ein frustrierender Spätsommer bevor. Weil der 21-fache Grand-Slam-Sieger nicht gegen das Coronavirus geimpft ist und sich auch in Zukunft nicht impfen lassen will, wird er in den kommenden Wochen sämtliche wichtige Turniere verpassen.
Die ATP-Tour gastiert nach Wimbledon und ein paar kleineren Sand-Turnieren in Europa ab August in Übersee. Auf dem Programm stehen die Masters-1000-Turniere in Montreal und in Cincinnati sowie das US Open in New York. Als Ungeimpfter darf Djokovic derzeit aber weder nach Kanada noch in die USA einreisen.
Die serbische Weltnummer 7 bräuchte eine Ausnahmegenehmigung, doch diese wird er Stand jetzt nicht bekommen. «Covid-19 ist nicht vorbei. Die Regeln gelten für alle», erklärte Kanadas Gesundheitsminister Jean-Yves Duclos zuletzt, als er auf das Thema angesprochen wurde. Turnierdirektor Eugene Lapierre legte nach: «Die Situation ist klar – entweder Kanada ändert die Vorschriften oder Djokovic muss den Ärmel hochkrempeln und sich impfen lassen.»
Von den US-Turnieren gab es bislang ebenfalls kein Zeichen, das Djokovic Hoffnung machen könnte. Für John McEnroe wäre ein US Open ohne den Serben allerdings «lächerlich». «Ich bin mit seiner Entscheidung, sich nicht impfen zu lassen, nicht einverstanden», stellte der siebenfache Major-Sieger in einem Interview mit tennis365.com zunächst klar. «Aber ich respektiere ihn. Er ist bei bester Gesundheit und prüft sorgfältig jede Substanz, die in seinen Körper gelangt. Es ist wirklich eine Schande, dass er von den Medien in ein schlechtes Licht gerückt wurde.»
Beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres müsse auch Djokovic teilnehmen können, schliesslich sollten sich stets die Besten mit den Besten messen können. «Ich hoffe aufrichtig, dass er bei den US Open antreten kann. Jemand muss einen Weg finden, ihn hereinzubringen. Wir brauchen einen Champion wie ihn.» Djokovic bekomme nicht die Anerkennung, die er eigentlich verdiene. «Dabei besteht kein Zweifel, dass er einer der Besten aller Zeiten ist.»
Für eine Djokovic-Teilnahme in Cincinnati und bei den US Open kämpft auch eine Fan-Gruppe. Die sogenannte «Nole Fam» hat schon vor Wimbledon eine Petition lanciert, um den amerikanischen Tennisverband USTA zu überzeugen, sich bei der US-Regierung für eine Einreise-Sondergenehmigung einzusetzen. Über 13'000 Unterschriften wurden bislang gesammelt.
Djokovic selbst scheint die Hoffnung noch nicht aufgegeben zu haben. Eineinhalb Wochen vor Turnierbeginn steht die langjährige Weltnummer 1 noch immer in der Entry List des Turniers. Das handhabte der 35-jährige Serbe allerdings schon vor Indian Wells so. Schliesslich musste er wegen seines Impfstatus dann aber doch für das Turnier in der kalifornischen Wüste absagen. (pre)
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