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Walter Wolf war im Ölgeschäft zu grossem Reichtum gelangt und begann 1975 die ersten Pläne für den Einstieg in die Formel 1 zu schmieden. Im Herbst 1975 übernahm Wolf einen teil des Hesketh Racing Teams, einen Rennwagen vom Typ Hesketh 308C sowie Einzelteile für zwei weitere Fahrzeuge. Giampaolo Dallara stellte ihm den kontakt zu Frank Williams her, welcher damals nach mehreren erfolglosen Jahren in der Formel 1 vor dem wirtschaftlichen Ruin stand und als „Hungerleider der Formel 1“ galt. Ende 1975 übernahm Wolf die mehrheit an Frank Williams Racing Cars und beglich die Schulden des Rennstalls. Frank Williams setzte er als Leiter des Teams ein und gab ihm ein jährliches Gehalt von 25.000 £.
Der neuformierte Rennstall debütierte 1976 mit dem Schwarz Golden lackierten Hesketh 308c in der Formel-1-Weltmeisterschaft. Die Fahrzeuge wurden damals allerdings als Williams FW05 bezeichnet, Patrick Head hatte im Winter 75/76 die Hesketh Rennwagen überarbeitet, was Sie allerdings nicht schneller sondern eher nur schwerer werden lies.
Bei den ersten Rennen 1976 wurde auch der Rennstall noch unter der Bezeichnung Frank Williams Racing Cars gemeldet; ab dem Grand Prix von Spanien erfolgte die Meldung als Walter Wolf Racing. Die meisten Statistiken führen den Rennstall daher ab 1976 durchgängig als Wolf und nicht als Williams. Fahrerseitig gab es viel Bewegung im Team. Stammfahrer war zunächst Jackie Ickx, dessen Einsatz von Marlboro mit 100.000 £ finanziert wurde. Ickx kam viermal ins Ziel. Sein bestes Ergebnis war der siebente Platz beim Großen Preis von Spanien. Dies war zugleich das beste Ergebnis des Teams in diesem Jahr. Dem Rennergebnis standen vier verpasste Qualifikationen des Belgiers gegenüber. Ab dem Großen Preis von Deutschland wurde Ickx wohl auf druck von Sponsor Marlboro durch Arturo Merzario ersetzt. Bei seinem Heimrennen, dem Großen Preis von Italien, in Monza beendete die Qualifikation als 28. und war damit nicht startberechtigt. Nach dem Qualifikationstraining stellte sich allerdings heraus, dass Jochen Mass, James Hunt und John Watson regelwidriges Benzin verwendet hatten. Daraufhin wurden ihre Qualifikationszeiten gestrichen, sodass Merzario auf den 25. Qualifikationsplatz aufrückte und nunmehr startberechtigt gewesen wäre. Daraufhin zog Williams die Meldung Merzarios zurück, sodass John Watson wieder in die Startaufstellung hineinrutschte und vom Ende des Starterfeldes aus am Rennen teilnehmen konnte. Merzario kam bei keinem seiner Einsätze für Wolf ins Ziel. Den zweiten Wagen, der nicht bei jedem Rennen eingesetzt wurde, fuhren nacheinander fünf Fahrer. Beim Rennen in Brasilien wurde Renzo Zorzi gemeldet er fuhr hier noch den letztjährigen Williams FW04, er war damit in der Qualifikation eine halbe Sekunde schneller als Jacky Icks. Die folgenden sieben Rennen bis zum Großen Preis von Frankreich bestritt Michel Leclère mit einem zweiten FW05. Für die nordamerikanischen Rennen zum Saisonende hatte Walter Wolf zunächst Chris Amon verpflichtet. Amon hatte jedoch beim Qualifikationstraining zum Großen Preis von Kanada einen Unfall und wurde so schwer verletzt, dass er am Rennen selbst nicht teilnehmen konnte. Auch zum anschließenden Rennen in den USA trat Amon nicht an. Zum Großen Preis der USA meldete Wolf einmalig den Australier Warwick Brown, der hier den einzigen Formel-1-Einsatz seiner Karriere erlebte. Zum letzten Rennen des Jahres in Japan wurde schließlich Masami Kuwashima gemeldet. Der Japaner nahm allerdings weder am Qualifikationstraining noch am Rennen teil Nachdem sich seine Sponsoren vor Beginn der Veranstaltung zurückgezogen hatten, wurde der zweite Wagen kurzfristig an Hans Binder abgegeben.
Im Laufe der Saison 1976 sah Wolf zunehmend in Frank Williams den Verantwortlichen für den ausbleibenden sportlichen Erfolg. Andererseits war Frank Williams über seine Stellung als Angestellter nicht zufrieden. anfangs 1977 trennten sich Wolf und Frank Williams. Walter Wolf führte den Rennstall daraufhin ab der Saison 1977 allein weiter, während Williams zusammen mit Patrick Head einen neuen Rennstall namens Williams Grand Prix Engineering gründete, mit dem er ab 1978 in der Formel 1 antrat.
Als Teammanager verpflichtete Wolf Peter Warr, der Harvey Postlethwaite mit der Entwicklung des ersten Wolf Rennwagen beauftragte. Zudem konnte Wolf den südafrikaner Jody Scheckter von Tyrrell abwerben, der zunächst einziger Fahrer des Teams blieb. Die Saison begann mit einem Paukenschlag Scheckter gewann in Argentinien direkt das erste Rennen, mit dem ersten eigenen Wagen des Teams. Auch die weitere Saison verlief äußerst erfolgreich: Es folgten zwei weitere Siege in Monaco und Kanada sowie einige Podestplätze, am Ende war Scheckter überraschend Vize-Weltmeister hinter dem Österreicher Niki Lauda im überlegenen Ferrari.
Nach der erfolgreichen Saison 1977 zielten die Planungen Walter Wolfs für 1978 auf den Gewinn der Fahrerweltmeisterschaft. Als Fahrer blieb Jody Scheckter an Bord. Wolf Racing war in dieser Saison ganz überwiegend ein Team mit nur einem Fahrer; allein bei den Überseerennen kam der US-Amerikaner Bobby Rahal ergänzend zum Einsatz.
Das Team bestritt die Rennen der ersten Saisonhälfte mit dem bekannten WR1, ohne damit an die Leistungen des Vorjahres anknüpfen zu können. Bestes Qualifikationsergebnis war der 5. Startplatz beim Großen Preis von Südafrika, den Scheckter allerdings nicht verwerten konnte. Im Rennen fiel er in der 59. Runde nach einem Dreher aus. Beim Großen Preis von Monaco brachte Scheckter den WR1 noch einmal auf den dritten Platz.
Zum Großen Preis von Spanien erschien erstmals der neu konstruierte Wolf WR5, der erste Wolf, der auf den Ground Effect ausgelegt war. Der WR5 war ein Einzelstück. Das Handling des Wagens erwies sich als problematisch. Gleichwohl gelang es Scheckter, mit dem WR5 beim Großen Preis von Deutschland als Zweiter ins Ziel zu kommen. Der Nachfolger, der WR6, erschien zum Großen Preis der Niederlande. Postlethwaite hatte auf die Probleme des WR5 vor allem mit einer größeren Spurweite reagiert; auch die Kühler wurden anders positioniert. Wolf baute zwei Exemplare des WR6. Das erste Exemplar wurde bereits bei seinem zweiten Einsatz, dem Großen Preis von Italien in Monza durch einen Unfall zerstört. Mit dem zweiten Wagen schloss Scheckter den Großen Preis von Kanada mit dem zweiten Platz ab.
Bobby Rahal fuhr beim Großen Preis der USA den Wolf WR5 und kam mit ihm als 12. ins Ziel. In Kanada musste er dagegen den veralteten WR1 bewegen, der im Rennen mit einem Defekt im Benzinsystem ausfiel.
Ein Sieg war dem Team in dieser Saison nicht gelungen. Nach dem letzten Rennen verließ Scheckter das Team am Ende der Saison und ging zur Scuderia Ferrari, mit der er 1979 die Fahrerweltmeisterschaft gewann.
Als Nachfolger des Südafrikaners wurde für die Saison 1979 James Hunt, verpflichtet. Postlethwaite hatte dem aktuellen Trend gemäß ein modernes Wing Car gebaut, mit dem Wolf an die Erfolge von 1977 anknüpfen wollte. Es entstanden drei Exemplare, die WR7, WR8 und WR9 genannt wurden. Doch schnell stellte sich heraus, dass das neue Auto nicht schnell genug und sehr unzuverlässig war. Hunt warf, ohne einen Punkt geholt zu haben, nach dem Großen Preis von Monaco entnervt das Handtuch und erklärte seinen Rücktritt vom Motorsport. Das Team verpflichtete den zwischenzeitlich arbeitslosen Keke Rosberg als Hunts Nachfolger. Doch auch Rosberg gelang keine Wende zum Positiven; das Team blieb bis zum Saisonende punktelos.
Die Kosten auf der einen und der mangelnde Erfolg auf der anderen Seite ließen Walter Wolf die Lust am Rennsport verlieren. Er verkaufte kurzerhand sein Team inklusive des vorhandenen Materials an den zweifachen Weltmeister Emerson Fittipaldi und dessen Bruder Wilson, die es mit ihrem eigenen Team Copersucar fusionierten und die ehemalige Wolf-Fabrik als neuen Standort nutzten, um statt wie bisher von Brasilien nun von England aus operieren zu könne