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Wieder einmal bleiben wir bei einem mächtigen und renovierten Schloss stehen. Dicke Mauern umgeben die Pracht. Der Zugang ist beflaggt, als ob gleich einer der Wasa Könige hoch zu Pferd aus dem Tor reiten würde.
Die Entstehung des Schlosses begann mit einem Verteidigungssturm. Er hielt Seeräuber und schlechtes Gesindel auf. Im 13. Jh. kamen eine Ringmauer und Türme dazu. Lange Zeit war die Burg eine angesehene starke Verteidigungsanlage. Die Grenze zu Dänemark verlief nahe an der Stadt Kalmar. Die Provinzen Schonen (heute Skåne), Blekinge und Halland waren bis 1658 in dänischer Hand.
Die drei Wasakönige verwandelten die Burg ab dem 16. Jh. in ein Renaissanceschloss. Nach dem Friedensvertrag 1658 in Roskilde verlor das Schloss seine Rolle in der Verteidigungsstrategie. Die königlichen Besuche wurden seltener. Das Wasserschloss verfiel zusehends. Mitte des 19. Jh.s fand eine Sinneswandlung statt. Eine umfassende Restaurierung begann. Das Schloss ist für Kalmar ein Symbol der Bildung zur Union 1397 zwischen Schweden, Norwegen und Dänemark als Gegengewicht zur deutschen Hanse, der Grossmacht Schwedens 1658 bis 1697, der blutigen Kriege und Hofintrigen.
In der Altstadt stossen wir auf alte Holzhäuser, die vom Stadtbrand verschont blieben und gucken verstohlen in Gartenanlagen von Villen hinein. Die Kirche überstand die ständigen Angriffe nicht. 1678 wurde der letzte Überrest gesprengt. Die alten Gräber blieben. In einem frei zugänglichen Hof pflegen Freiwillige Obstbäume, Beerensträucher, Blumen- und Gemüsebeete.
Über eine Brücke erreichen wir durch das Weststadttor das Stadtzentrum. Eine Wohnung bestehend aus lauter runden Wänden, ist nicht jedermanns Sache. Ausprobieren kann man dies im alten Wasserturm.
Die drei kleinen Tripp Trapp Trull Häuschen stehen dichtgedrängt nebeneinander. Ihr einfacher Baustil eignete sich für die schmalen und kleinen Grundstücke. In diesem Stadtteil wohnten Handwerker mit ihren kleinen Werkstätten.
Die Kalmarer wurden gezwungen auf die Insel Kvarnholmen umzusiedeln. Um eine Wohnung zu haben, zügelten sie ihr Haus von der Altstadt in die neue Stadt, wie das gelbe Haus. Daneben dominiert das Anders Olofsson Bergh Haus mit dem gewellten Treppengiebel.
Am Stortorget fällt der Dom auf, eines der wenig unveränderten Gebäude aus Schwedens Grossmachtszeit. Er wirkt zwar eher wie ein Palast. Im Stadthotel gegenüber kommen neue Gäste mit ihren Rollkoffern an. Dem Radhaus wurde ein neuer Anstrich verpasst. Am Schluss sehen wir noch, wohin das Geld floss, nämlich in die Reichsbank. Sie wurde nach einer Bauzeit von vier Jahren 1902 eröffnet. Post, Telegraf und Telefon fanden einen Platz im wuchtigen Bau.