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Der Strassenabschnitt sei bei Ausgrabungen im Vorfeld eines Bauprojektes für Mehrfamilienhäuser gefunden worden, teilte das kantonale Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) am Dienstag mit. Eigentlich erwarteten die Archäologen in dem Gebiet Überreste aus der Mittelsteinzeit und der Bronzezeit. Doch sie stiessen 30 Zentimeter unter dem Humus auf ein 40 Zentimeter dickes Kiespaket.
Römische Dachziegel im Kies belegen laut dem BKS, dass es sich um eine römische Strasse handelt. Eine präzise Datierung sei nicht möglich, da keine Funde geborgen worden seien, die dies erlaubt hätten. Man könne jedoch davon ausgehen, dass die Strasse zur Bauzeit der an sie angrenzenden römischen Gutshöfe im ersten Jahrhundert nach Christus entstanden sei.
Typischer Strassengraben
Die Gutshöfe lagen in regelmässigen Abständen in der Nähe der Strasse. Auf dieser reisten das Militär und Zivilisten, es wurden Waren und die Post transportiert. Die Strasse wurde in römischer Zeit einmal erneuert. Auf der Talseite der Strasse lag, wie bei römischen Strassen üblich, ein Graben. Dieser war rund einen Meter breit und etwa 80 Zentimeter tief. Im Graben wurden Kalkablagerungen gefunden. Das zeigt, dass darin über längere Zeit Wasser stand.
Der Abschnitt in Seengen und ein weiterer, der zu einem früheren Zeitpunkt nördlich davon in Egliswil AG entdeckt wurde, gehörten zu einer Überlandstrasse der Römer. Diese diente der Erschliessung des Mittellandes und führte von Lenzburg AG nach Seengen und von dort vermutlich weiter ins Zugerland und in Richtung der Bündner Pässe. Auf diesen gelangte man ins Strassensystem südlich der Alpen und schliesslich bis nach Rom.