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Lipödeme stören meistens nur optisch, weil z.B. Stiefel nicht mehr passen oder eng geschnittene Jeans nicht mehr getragen werden können.
In vielen Fällen führen Lipödeme zu Beschwerden; diese können gering oder aber auch extrem (invalidisierend) sein, unabhängig vom Ausmass des Lipödems. Manchmal ist ein Lipödem nur sehr gering ausgeprägt, die Beschwerden aber immens; in anderen Fällen ist ein Lipödem grotesk ausgeprägt, aber vollständig schmerzfrei.
Im Vordergrund der Symptome steht die Schwellung der Beine, die vor allem tagsüber im Stehen und Sitzen zunimmt, sich nachts aber stets zurückbildet. Bei dieser Schwellung handelt es sich um eine lymphatische Begleitschwellung. Sie ist harmlos und tritt nur im Rahmen eines Lipödems auf. Die Schwellung geht von den einzelnen Fettzellen aus, die sich im Laufe eines Tages mit Wasser einlagern und damit grösser werden. Lymphödeme hingegen führen zu einer Stauung in den Lymphgefässen, die meistens mit einer Schwellung des Vorfusses und der Zehen einhergehen, dann den Unterschenkel ergreifen und letztendlich den Oberschenkel ebenfalls einbeziehen.
Diese Schwellung kann rein optisch stören oder aber auch mit Beschwerden einhergehen. Schwere- und Zerschlagenheitsgefühl, Müdigkeit, Berührungsempfindlichkeit und Stauungsbeschwerden werden am häufigsten als Beschwerden angegeben.
Diese Schwellungen und/oder Beschwerden werden meistens symmetrisch und vor allem im Bereich der Unterschenkel angegeben, teilweise aber auch ganz örtlich z.B. seitlich am Unterschenkel in der Knöchelregion, an der Vorderseite des Oberschenkels etc. Die Beinschwellung am Unterschenkel kann wenige Millimeter (abends finden sich die Abdrücke der Socken) bis einige Zentimeter ausmachen. Der Vorfuss und die Zehen bleiben meistens von der Schwellung ausgespart oder schwellen nur wenig auf. Bei einem Lymphödem hingegen schwellen vor allem als erstes die Füsse und dann erst die Unter- und zum Schluss die Oberschenkel auf. Im Gegensatz zu anderen Ursachen für eine Beinschwellung ist die Schwellung beim Lipödem niemals eindrückbar (beim Drücken bleiben “Dellen“ der Finger übrig).
Lipödeme beginnen üblicherweise am Unterschenkel im Bereich der Knöchelregion und hören dort wie ein “Muffenkragen“ auf. Bis zum Abend ist eine richtige Stufe sichtbar, die oftmals die Knöchel miteinbezieht, so dass diese nicht mehr sichtbar sind. Der Fuss selbst und die Zehen schwellen hierbei nur mässig oder sogar gar nicht auf. Am Oberschenkel tritt das Lipödem vor allem an der Innenseite, vorne und an der Aussenseite auf. Die typischen weiblichen Fettpolster wie Reiterhose oder der Innenbereich der Oberschenkel werden bei einem Lipödem wesentlich ausgeprägter und nehmen teilweise sogar groteske Formen an. Am Oberarm treten Lipödeme ebenfalls zirkulär auf und sind in selteneren Fällen auch am Unterarm sichtbar. Auch das Gesäss, der Bauch sowie andere Regionen können vom Lipödem betroffen sein, doch finden sich solche Befunde eigentlich nur bei zusätzlichem Übergewicht und einem Stadium III.
In vielen Fällen ist eine Neigung zu “blauen Flecken“ ein weiteres Symtom, das beobachtet wird. Die Ursachen sind noch nicht erforscht, das Phänomen ist allerdings harmlos.