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Alessandro Schiattarella wurde 1982 in Neapel geboren. Er machte seinen Abschluss an der Rudra Béjart in Lausanne. 2016 schloss er sein Studium der Tanzwissenschaft an der Philosophisch-historischen Fakultät der Universität Bern ab. Seit 2018 macht er einen Master in Fine Arts an der FHNW Basel. Er arbeitete als Tänzer unter anderem mit Maurice Béjart, Marco Goecke, Koen Augustijnen und Haris Pašović. 2014 kreierte er sein erstes Tanzsolo «Altrove», das von der renommierten internationalen Plattform Aerowaves Twenty17 für eine Aufführung ausgewählt wurde. Seit 1996 leidet er an der seltenen Hirayama-Erkrankung, die ihn veranlasst hat, seit 2015 choreografische Projekte im Bereich der Behinderung und seit Kurzem auch zum Thema Männlichkeit zu entwickeln. Seine Arbeit wurde in bedeutenden Theatern, Kunststätten und an Festivals gezeigt. Seit 2016 wird er von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia unterstützt, wobei Seminare, Workshops und Projekte zwischen der Schweiz und anderen Ländern organisiert werden. 2020 begann er eine Zusammenarbeit mit Ingo Niermann und entwickelte mit ihm «Army of Love», eine Initiative des Schriftstellers, die sie im Februar 2020 gemeinsam im Theater Neumarkt in Zürich präsentierten.
Johanna Heusser ist Tänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin aus Basel. Sie studierte im Bachelor Zeitgenössischen und Urbanen Bühnentanz in Zürich und tanzt(e) in verschiedenen Compagnien und Projekten in der Schweiz, Deutschland, Indien, Griechenland und Uganda. Sie war die Gewinnerin des Atelier Mondial Stipendiums des Jahres 2018. Seit 2016 kreiert sie eigene Stücke, die auf verschiedenen Festivals in der Schweiz und in Europa zu sehen sind. Ihre Arbeit lässt sich an der Schnittstelle von Theater und Tanz verorten. Johanna Heusser interessiert sich für Themenkomplexe wie kulturelle Aneignung von körperzentrierten Praxen oder für die Frage, wie neoliberales Gedankengut ihren westlich geprägten Körper beeinflusst.
Projekt
Johanna möchte sich in der Zeit des Double Mentorats mit dem Thema der To do Listen beschäftigen, einem Phänomen einer Gesellschaft, die nie alles erledigen kann und danach strebt, sich zu optimieren. Sie stellt sich Fragen, wie neoliberales Gedankengut ihren Körper beeinflusst und kontrolliert, wie sie einen Umgang mit den Dingen findet, die sie nie erledigen wird, was ein politischer Körper ist, oder was das Gegenstück von To-dos ist. Eine Soloarbeit über das kleine und grosse Scheitern und die eigenen integrierten Kontrollmechanismen. Johanna Heusser und Alessandro Schaittarella verstehen das Double-Mentorat als Ort des Austauschs, als Hilfestellung im kreativen Prozess und als Gedankenspiegel. Durch kleine Aufgaben oder Tools lernen sie die jeweilige Arbeitsweise besser kennen.