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«Der Niger ist nicht mehr bereit, zu betteln, um seine Bevölkerung ernähren und ihre grundlegenden Bedürfnisse decken zu können, während der französische Energiegigant Areva seit über 40 Jahren enorme Gewinne mit dem nigrischen Uran macht», sagt Ali Idrissa, Koordinator der ROTAB, einer von SWISSAID unterstützten Organisation der nigrischen Zivilgesellschaft.
In einer gemeinsamen Medienmitteilung vom 16. Dezember 2013 verurteilen die ROTAB und die Kampagne «Publish What You Pay» – an der sich SWISSAID beteiligt – Arevas fehlende Verhandlungsbereitschaft. Der französische Konzern will weiterhin allein vom Uranabbau im Niger profitieren. Die nigrische Bevölkerung, deren grosse Mehrheit in bitterer Armut lebt, sieht nichts von den Milliardengewinnen.
Zum allerersten Mal verlangt der Niger, dass die äusserst unausgewogenen Abbauverträge neu verhandelt werden. Und dies noch, bevor sie am 31. Dezember 2013 ablaufen. Die Zeit drängt also. Die Verhandlungen stecken im Moment aber in einer Sackgasse. Areva bemüht alle möglichen und denkbaren Argumente, um nichts aufgeben zu müssen. So behauptet das Unternehmen, der Uranabbau im Niger wäre ohne die Steuerbefreiungen und -vorteile – von denen es seit Jahrzehnten profitiert – nicht rentabel. Oder die weltweite Nachfrage sinke.
Für Ali Idrissa und die ROTAB sind diese Argumente inakzeptabel. Sie fordern die nigrische Bevölkerung auf, sich gegen das Verhalten des Areva-Konzerns zu mobilisieren. Am Samstag, 21. Dezember 2013, soll vor dem Sitz des französischen Unternehmens in Niamey, seinen Minen in Arlit und Agadez und auch in Frankreich protestiert werden. Ali Idrissa sagt, dass «Areva seit Beginn seiner Tätigkeit im Niger bis 2010 über 114'000 Tonnen Uran gefördert hat». Davon hat der Niger aber kaum profitiert. Ausserdem trete Areva das nigrische Recht mit Füssen, denn der Konzern weigere sich, das 2006 verabschiedete neue Minengesetz anzuwenden. Dieses enthält Steuer- und Zollbestimmungen, die dem Niger zu höheren Einnahmen verhelfen sollen.