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Als Oliver Washington im Sommer 2014 nach Brüssel zog war die Euro-Krise mehr oder weniger unter Kontrolle gebracht worden. Oliver Washington war etwas beunruhigt, ob die journalistisch wirklich interessante Zeit in Brüssel gerade vorbei sein könnte. Doch dann folgte eine Krise auf die nächste, ein Grossereignis aufs nächste: Die Ukraine-Krise, die Griechenlandkrise, Terroranschläge, die Flüchtlingskrise, der Brexit, die Angst, dass die EU auseinanderbrechen könnte, die Wahl von Emmanuel Macron in Frankreich, die Wahl von Trump in den USA, die Debatte über die Zukunft der EU und nun ein West-Ost-Graben. Eine interessantere und herausfordernde Zeit habe er sich nicht vorstellen können, meint Oliver Washington heute. Es sei als ob er permanent in den Viertel-Finals, den Halb-Finals oder einem Final der Champions-League spiele.
Die zweite grosse Herausforderung ist das Berufs- und das Privatleben unter einen Hut zu bringen. Oliver Washington hat zwei Kinder, die in Brüssel den Kindergarten besuchen. Nach Startschwierigkeiten mit dem belgischen Schulsystem haben er und seine Frau unterdessen einen wunderbaren Ort für die Kinder gefunden. Seine Frau arbeitet ebenfalls bei Radio SRF, sie reist hie und da zurück in die Schweiz und arbeitet wochenweise bei den Nachrichten. Wenn sie in der Schweiz ist, kommen auch mal die Grosseltern nach Brüssel um auf die Kinder aufzupassen.
Als EU-Korrespondent reist Oliver Washington nicht so viel wie andere Korrespondenten. Das hat Vorteile, weil er so neben der Arbeit seine Kinder oft sieht, aber auch Nachteile, weil er oft vom Büro aus über die grossen Probleme und Fragestellungen berichten muss. Umso wertvoller sind die Reisen, die er unternehmen kann – so etwa auf die griechische Insel Lesbos während der Flüchtlingskrise.