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Silvia Kolbowski zeigt in zwei Ausstellungsräumen des Kunsthaus Glarus die Videoarbeiten Who will save us?, 2022 und Missing Asher, 2019. Die Arbeit Who will save us? ist speziell für die Ausstellung entstanden. Das Video ist eine filmische Collage aus den beiden Filmen Metropolis (1927, Regie: Fritz Lang) und THX 1138 (1971, Regie: George Lucas). Beide Vorlagen sind Science-Fiction-Filme und verhandeln, wenn auch mit unterschiedlichen Handlungsverläufen, futuristische Lebens- und Arbeitsstrukturen in ausgeprägten Zweiklassengesellschaften. In beiden Filmen werden Themen wie Entfremdung des Menschen von Arbeit, Gleichschaltung von Gruppen und deren leichte Manipulierbarkeit diskutiert. Kolbowski geht in Who will save us? mit einer pointiert ins Verhältnis gesetzten, experimentellen Zusammenstellung von aus beiden Filmen herausgelösten Elementen der Frage nach, wie unterschiedliche politische Systeme spezifische Gruppenideologien begünstigen können. Gerade die Wahl zweier Filme aus unterschiedlichen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts lenkt das Augenmerk auf die Übertragbarkeit auf aktuelle Ereignisse wie etwa den Sturm auf das Kapitol in Washington 2021 oder auf vergleichbare Vorgänge, denen ähnliche Dynamiken zugrunde liegen. Kolbowski beschäftigt sich mit ebensolchen gesellschaftlichen Mustern und deren unterbewusst übernommenen Ideologien im Verlauf der Geschichte. Kolbowski setzt sich in ihrer Arbeit zumeist in zeitbasierten Medien mit Fragen der Historizität, des politischen Widerstands und der Einflüsse des Unterbewusstseins in sozialpolitisch motivierten Massenbewegungen auseinander. Sie nutzt für ihren konzeptuell angelegten Arbeitsprozess häufig historisches Ausgangsmaterial, um kulturelle Phänomene und Ungleichgewichte in Machtgefügen zu analysieren und experimentell zu verarbeiten.