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Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom) ist eine Krebserkrankung, die im Vergleich zu anderen Krebsarten sehr selten auftritt. Die Heilungsaussichten sind in vielen Fällen gut, insbesondere, wenn Morbus Hodgkin frühzeitig behandelt wird.
Morbus Hodgkin zählt – wie auch das Non-Hodgkin-Lymphom – zur Gruppe der bösartigen (malignen) Lymphome. Ein malignes Lymphom ist ein bösartiger Tumor, der aus Zellen des lymphatischen Gewebes, den Lymphozyten, entstanden ist. Das lymphatische System ist Teil des Immunsystems.
Wichtigstes Anzeichen für das Hodgkin-Lymphom sind schmerzlos geschwollene, langsam wachsende Lymphknoten, die häufig im Bereich von Hals oder Nacken auftreten. Darüber hinaus leiden Betroffene an allgemeinen Beschwerden. Hierzu zählen etwa
Wenn sich Morbus Hodgkin im weiteren Verlauf auf nicht-lymphatische Organe ausbreitet, zum Beispiel auf die Leber oder auf die Knochen, können weitere Symptome hinzutreten.
Die genaue Ursache von Morbus Hodgkin ist noch ungeklärt. Forscher vermuten, dass mehrere Faktoren die Entstehung begünstigen, so zum Beispiel eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus.
Hat der Arzt den Verdacht, dass Morbus Hodgkin vorliegen könnte, muss er eine Gewebeprobe aus einem vergrösserten Lymphknoten untersuchen, um die Diagnose eindeutig stellen zu können. Handelt es sich tatsächlich um ein Hodgkin-Lymphom, wird der Arzt durch verschiedene Untersuchungen bestimmen, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat, um seinen Patienten optimal behandeln zu können.
In der Regel kommt bei Morbus Hodgkin eine Chemotherapie zum Einsatz, oft in Kombination mit einer Bestrahlung. Ziel der Therapie ist es, das von Morbus Hodgkin befallene Gewebe zu zerstören.
Die Prognose von Morbus Hodgkin ist oft günstig. Je früher man den Krebs entdeckt und entsprechend behandelt, desto besser ist auch die Prognose. Der Verlauf hängt vor allem davon ab, wie sehr sich der Krebs bereits ausgebreitet hat.
Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom) zählt zu den bösartigen (malignen) Lymphomen. Ein malignes Lymphom ist ein Tumor, der seinen Ursprung im sogenannten lymphatischen System hat. Das lymphatische System ist Teil des Immunsystems; zu den sogenannten lymphatischen Organen zählen zum Beispiel die Lymphknoten, die Milz und die Mandeln.
Maligne Lymphome können aus allen Organen mit lymphatischem Gewebe entstehen; Morbus Hodgkin geht meist von den Lymphknoten aus.
Jedes Hodgkin-Lymphom stammt von bestimmten Zellen des lymphatischen Gewebes ab – den sogenannten Lymphozyten. Die Lymphozyten gehören zu den weissen Blutkörperchen und sind für die Immunabwehr verantwortlich. Es gibt zwei verschiedene Arten von Lymphozyten, die bei der Immunabwehr unterschiedliche Aufgaben erfüllen: die B-Lymphozyten und die T-Lymphozyten. Morbus Hodgkin entsteht durch eine Entartung der B-Lymphozyten.
Morbus Hodgkin kann sich vom lymphatischen Gewebe der befallenen Lymphknoten über die Lymphbahnen ausbreiten und benachbarte Strukturen unmittelbar in Mitleidenschaft ziehen. In fortgeschrittenen Stadien gelangen die Tumorzellen über die Blutbahn in andere Körperbereiche, so dass auch nicht-lymphatische Organe befallen sein können, so etwa die Leber.
Nicht jedes bösartige Lymphom ist auch ein Hodgkin-Lymphom – vielmehr unterscheiden Ärzte zwischen Hodgkin-Lymphomen und Non-Hodgkin-Lymphomen.
Im Unterschied zum Non-Hodgkin-Lymphom ist Morbus Hodgkin durch typische Zellen gekennzeichnet, die man feingeweblich (histologisch) nachweisen kann:
Findet der Arzt solche Zellen nicht, handelt es sich um ein Non-Hodgkin-Lymphom.
Morbus Hodgkin ist nach dem Londoner Pathologen und Anatom Thomas Hodgkin (1798-1866) benannt, der die Erkrankung auch als «Pseudo-Leukämie» beschrieb. Andere Bezeichnungen für Morbus Hodgkin sind zum Beispiel Hodgkin-Krankheit, hodgkinsche Krankheit oder Lymphogranulomatose. Auch wenn – nicht ganz korrekt – von Lymphdrüsenkrebs oder Lymphknotenkrebs die Rede ist, sind bösartige Lymphome wie Morbus Hodgkin gemeint.
Im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen ist Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom) eine seltene Krebsform: Von 100'000 Menschen erkranken pro Jahr 2 bis 3 an Morbus Hodgkin, bei Kindern ist die Krankheit noch seltener.
2008 diagnostizierten Ärzte bei 2000 Menschen in Deutschland Morbus Hodgkin, was im Vergleich zu Krebsarten wie etwa Darmkrebs – der jährlich bei über 60'000 Personen auftritt – eine relativ geringe Zahl ist. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.
Die genauen Ursachen von Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom) sind bisher unbekannt.
Morbus Hodgkin entsteht aus entarteten Zellen des lymphatischen Systems, den sogenannten B-Lymphozyten. Warum diese Zellveränderungen entstehen, ist unklar.
Forscher gehen davon aus, dass bestimmte Viren die Entstehung von Morbus Hodgkin begünstigen. Hierzu zählt insbesondere das Epstein-Barr-Virus, welches das pfeiffersche Drüsenfieber auslöst. Das pfeiffersche Drüsenfieber macht sich unter anderem mit Lymphknotenschwellungen und Fieber bemerkbar. Personen, die schon einmal pfeiffersches Drüsenfieber hatten, erkranken häufiger an Morbus Hodgkin als andere Menschen.
Allerdings leiden auch Personen am Hodgkin-Lymphom, bei denen das Epstein-Barr-Virus nicht festgestellt werden kann. Zudem sind viele Menschen mit dem Virus infiziert, während Morbus-Hodgkin eher selten vorkommt – daher muss es weitere Faktoren geben, die beeinflussen, ob Morbus Hodgkin entsteht. So ist das Erkrankungsrisiko beispielsweise bei Rauchern erhöht. Menschen, die mit dem HI-Virus infiziert sind, erkranken ebenfalls häufiger, ebenso Personen, bei denen eine Organtransplantation vorgenommen wurde. Auch spielen möglicherweise genetische Faktoren eine Rolle.
Beim Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom) setzen die Symptome typischerweise langsam ein. Schmerzlos vergrösserte Lymphknoten sind oft lange Zeit das einzige Anzeichen.
Grundsätzlich können Lymphknoten in allen Körperregionen vom Krebs befallen sein – in einigen Bereichen treten Lymphknotenschwellungen jedoch besonders häufig auf, so etwa
Häufig kann der Betroffene die geschwollenen Lymphknoten ertasten. Wenn das Hodgkin-Lymphom aber zuerst Lymphknoten befällt, die von aussen nicht zu sehen sind, ist der vergrösserte Lymphknoten nicht tastbar. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn sich der betroffene Lymphknoten im Bauchraum befindet.
Nicht tastbare Lymphknoten können sich auf anderem Wege machen. Morbus Hodgkin kann zum Beispiel mit Reizhusten oder Luftnot einhergehen, wenn ein geschwollener Lymphknoten hinter dem Brustbein auf die Luftröhre drückt. Und Lymphknotenschwellungen im Bauchraum können ein Druckgefühl, Durchfall und Schmerzen verursachen.
Zudem kann ein Hodgkin-Lymphom mit allgemeinen Symptomen einhergehen, die auch im Rahmen vieler anderer Erkrankungen auftreten (sogenannte B-Symptomatik). Der Betroffene
Unspezifische Symptome wie Fieber, Nachtschweiss oder Gewichtsverlust sind zwar eine häufige Begleiterscheinung bei Morbus Hodgkin – sie können aber auch viele andere Ursachen haben. Und auch geschwollene Lymphknoten müssen nicht zwangsläufig bedeuten, dass tatsächlich Morbus Hodgkin vorliegt. Bleiben die Beschwerden länger als zwei Wochen bestehen, ist jedoch ein Arztbesuch ratsam, um die Ursache hierfür abklären zu lassen, denn: Ein früh erkannter und behandelter Morbus Hodgkin hat gute Heilungschancen.
Darüber hinaus können weitere Symptome auf Morbus Hodgkin hinweisen, so zum Beispiel:
In der Regel breitet sich Morbus Hodgkin anfangs von den zuerst befallenen Lymphknoten auf weitere Lymphknoten und die Milz aus. In fortgeschrittenen Erkrankungsstadien kann das Hodgkin-Lymphom über den Blutweg auch auf nicht-lymphatische Organe (z.B. Leber, Knochen) übergehen – und kann somit fast alle Organe des Körpers befallen.
Je nachdem, wie fortgeschritten die Erkrankung ist und welche Region betroffen ist, können im Verlauf weitere Symptome auftreten. So können zum Beispiel Leber und Milz vergrössert sein, und auch das Skelett kann in Mitleidenschaft gezogen werden.
Symptome wie zum Beispiel geschwollene Lymphknoten können auf Morbus-Hodgkin (Hodgkin-Lymphom) hinweisen; sie reichen jedoch allein nicht aus, um eine Diagnose zu stellen.
Der Arzt wird seinem Patienten zunächst einige Fragen stellen. So wird er beispielsweise wissen wollen,
Anschliessend führt der Arzt eine gründliche körperliche Untersuchung durch. Dabei achtet er unter anderem darauf, ob Lymphknoten oder Organe wie Leber und Milz geschwollen sind.
Für eine endgültige Diagnose ist es nötig, dass der Arzt eine Gewebeprobe aus einem vergrösserten Lymphknoten nimmt und untersucht (sog. Biopsie). Meist wird dafür ein grösserer Lymphknoten in einem operativen Eingriff entfernt. In der Regel ist nur eine örtliche Betäubung notwendig.
Anhand der Gewebeprobe kann man ermitteln, ob überhaupt Krebs vorliegt und wenn ja, ob es sich dabei tatsächlich um Morbus Hodgkin handelt. Zudem kann der Arzt bei einem Morbus Hodgkin mithilfe der Gewebeprobe genauer herausfinden, um welchen Krebstyp es sich handelt (sog. feingewebliche Untersuchung).
Gelingt es, in der Gewebeprobe die für Morbus Hodgkin typischen Hodgkin-Zellen und Reed-Sternberg-Riesenzellen nachzuweisen, gilt die Krebserkrankung als diagnostiziert.
Wenn feststeht, dass tatsächlich Morbus Hodgkin vorliegt, ist es wichtig, dass der Arzt ermittelt, in welchem Stadium sich die Erkrankung befindet. Je weiter sich das Hodgkin-Lymphom im Körper ausgebreitet hat, desto höher auch das Stadium.
Zudem erhält jedes Stadium den Zusatz «A» oder «B». Der Zusatz «B» weist darauf hin, dass der Erkrankte unter allgemeinen Beschwerden wie Fieber, Gewichtsverlust oder Nachtschweiss leidet. «A» hingegen bedeutet, dass diese Symptome fehlen.
Ist ein Hodgkin-Lymphom in ein anderes Gewebe hineingewachsen – zum Beispiel in die Lunge – vergibt der Arzt ausserdem den Zusatz «E»: «E» steht dabei für extranodal und bedeutet, dass sich die Erkrankung ausserhalb der Lymphknoten ausbreitet (lat. extra = außerhalb, nodus = Knoten).
Um festzustellen, welches Stadium vorliegt, kommen verschiedene Diagnosemethoden zum Einsatz, so etwa:
Zur Behandlung von Morbus Hodgkin kommen meist eine Strahlentherapie (Radiotherapie) und eine Chemotherapie zum Einsatz.
Beide Therapiemethoden sind Risiken für bestimmte Organe verbunden. So können beispielsweise Schäden an Herz, Lunge, Knochenmark und Hoden beziehungsweise Eierstöcken die Folge sein. Um das Risiko späterer Komplikationen abschätzen zu können, ist es daher ratsam, wenn der Arzt die Funktionen dieser Organe vor Therapiebeginn untersucht und dokumentiert.
Wie die Therapie von Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom) im Einzelfall genau aussieht, hängt unter anderem vom Stadium der Erkrankung ab. Zur Behandlung kommen grundsätzlich
Das Ziel der Morbus-Hodgkin-Therapie besteht darin, das befallene Gewebe zu zerstören und so die Krebserkrankung zu heilen. Die kombinierte Behandlung aus Chemo- und Strahlentherapie verspricht bei Morbus Hodgkin hohe Heilungschancen.
Da das Hodgkin-Lymphom eine Systemerkrankung ist, sich also auf ein ganzes Organsystem auswirkt, kann man es nicht operativ behandeln. Eine Operation kommt zur Therapie nur dann in Betracht, wenn Lymphome so gross sind, dass sie Nachbarstrukturen (z.B. die Luftröhre) in ihrer Funktion beeinträchtigen.
Eine Chemotherapie kommt bei Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom) häufig zum Einsatz.
In der Regel werden mehrere, in einem bestimmten Schema miteinander kombinierte Medikamente – sogenannte Zytostatika – miteinander kombiniert. Zytostatika beeinflussen die Zellteilung. Da sich Krebszellen besonders rasch vermehren, sprechen sie besonders gut auf Zytostatika an.
Aber die Medikamente schädigen auch gesunde Zellen, zum Beispiel das blutbildende System im Knochenmark. Dadurch können Nebenwirkungen auftreten. Welche Nebenwirkungen das sind, hängt unter anderem von den Wirkstoffen und von der Dosis ab. Oft kann der Arzt Nebenwirkungen durch Medikamente vorbeugen oder aber bereits vorhandene Beschwerden lindern.
Die Chemotherapie erfolgt in regelmässigen Abständen, sogenannten Zyklen. Dabei wechseln sich Phasen, in denen die Medikamente verabreicht werden, mit behandlungsfreien Phasen ab. Die Zytostatika erhält der Patient meist über eine Infusion. In der behandlungsfreien Zeit, die circa zwei Wochen umfasst, kann sich der Körper regenerieren.
Wie viele Zyklen insgesamt nötig sind, ist individuell verschieden. Und auch die Zusammenstellung der Medikamente variiert. Insbesondere kommen zwei Schemata zur Anwendung: das ABVD-Schema und das BEACOPP-Schema. Die Buchstaben in den Namen stehen jeweils für einen bestimmten Wirkstoff, der verabreicht wird.
Während der chemotherapeutischen Morbus-Hodgkin-Therapie ist es unerlässlich, das Blutbild regelmässig zu kontrollieren. Sind bestimmte Grenzwerte der Blutkörperchen und Blutplättchen unterschritten, ist es ratsam, entweder die Dosis zu verringern oder den zeitlichen Abstand zwischen zwei Chemotherapiezyklen zu verlängern.
Als alleinige Behandlungsmethode kann eine Strahlentherapie nur infrage kommen, wenn Morbus Hodgkin noch nicht weit fortgeschritten ist. Meist erfolgt die Bestrahlung
Die Strahlentherapie kann ambulant erfolgen. Dabei werden bestimmte Bereiche – etwa die befallenen Lymphknoten – von aussen radioaktiv bestrahlt. Die Krebszellen nehmen dabei Schaden, so dass sie sich nicht mehr vermehren können.
Die Morbus-Hodgkin-Therapie durch Bestrahlung zielt darauf ab, das Tumorgewebe zu zerstören. Bei der Strahlentherapie werden zwar auch gesunde Zellen in Mitleidenschaft gezogen, sie können sich aber schneller erholen als Krebszellen. Tumorzellen, die im Vergleich zu gesunden Zellen primitiver und anfälliger sind, sterben eher ab.
Die Strahlentherapie kann mit Nebenwirkungen verbunden sein, so zum Beispiel Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Schäden an der Haut.
Eine hochdosierte Chemotherapie mit Stammzelltransplantation kann sinnvoll sein, wenn
Vor der Chemotherapie entnimmt der Arzt Stammzellen aus dem Blut seines Patienten, die er nach der Chemotherapie wieder überträgt (sog. autologe Stammzelltransplantation). Durch die hohe Dosis der Zytostatika können Krebszellen besonders gut bekämpft werden – allerdings ist die Behandlung auch mit stärkeren Nebenwirkungen verbunden.
Ziel der Behandlung ist, durch eine hoch dosierte Chemotherapie alle Tumorzellen abzutöten, um dann dem Körper über die Knochenmarktransplantation wieder gesunde, zur Blutbildung fähige Zellen (Blutstammzellen) zuzuführen.
Der Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom) muss in jedem Fall behandelt werden, da sich die Krebszellen andernfalls immer weiter ausbreiten.
Die gute Nachricht: Morbus Hodgkin zählt zu den Krebserkrankungen bei Erwachsenen, die am besten behandelt werden können. Die meisten Betroffenen werden bei entsprechender Therapie geheilt.
Beim Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom) hängen Verlauf und Prognose in hohem Mass davon ab, wie sehr sich der Krebs ausgebreitet hat. Je früher man den Krebs entdeckt und entsprechend behandelt, desto günstiger ist auch die Prognose.
Bei über 80 Prozent der Erkrankten ist die Behandlung erfolgreich, in frühen Stadien ist die Heilungsquote noch höher. Der Verlauf der Erkrankung ist jedoch immer individuell und nicht eindeutig vorhersehbar. Voraussetzung für die Heilung ist eine konsequente und individuell angepasste Therapie.
Bei einem Morbus Hodgkin kann es häufig vorkommen, dass nach einer zunächst erfolgreichen Behandlung – sprich, nach einer vollständigen Rückbildung des Lymphoms – ein Rückfall (Rezidiv) auftritt. Rezidive kommen meist innerhalb der ersten Jahre nach der Ersterkrankung vor. Fünf Jahre nach Ende der Behandlung kommt es nur noch ganz vereinzelt zu einem Rückfall.
Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom) kann im weiteren Verlauf mit verschiedenen Komplikationen verbunden sein, die zum einen durch den Morbus Hodgkin selbst entstehen, zum anderen die Folge der Therapie sein können.
Erkrankungsbedingte Komplikationen hängen in erster Linie davon ab, welche Körperregionen vom Morbus Hodgkin betroffen sind und wie sich die Erkrankung im weiteren Verlauf ausbreitet: Je nachdem, wo die Lymphome liegen und wie gross sie sind, können sie durch Druck auf benachbarte Strukturen deren Funktion beeinträchtigen.
Eine gegen Morbus Hodgkin eingesetzte Strahlentherapie oder Chemotherapie kann Nebenwirkungen und Komplikationen mit sich bringen, die darauf zurückzuführen sind, dass die Behandlung nicht nur die Krebszellen zerstört, sondern auch gesundes Gewebe schädigt. Auch die Verträglichkeit einer Therapie spielt eine entscheidende Rolle im Hinblick auf die Nebenwirkungen.
Eine Strahlentherapie von Morbus Hodgkin kann die Haut reizen und im weiteren Verlauf zu Haarausfall in der bestrahlten Region führen. Weitere Reaktionen können Entzündungen der Schleimhäute, Übelkeit, Erbrechen und Müdigkeit sein. Mögliche Spätfolgen nach Bestrahlung der entsprechenden Regionen sind Herz- und Lungenentzündung, Schilddrüsenunterfunktion und Unfruchtbarkeit. Letzteres tritt dann auf, wenn die Eierstöcke oder Hoden während der Bestrahlung nicht ausreichend geschützt sind oder die Strahlendosis zu hoch ist.
Die Nebenwirkungen einer Chemotherapie von Morbus Hodgkin sind dadurch bedingt, dass die Verabreichung der Medikamente systemisch (den Gesamtorganismus betreffend) erfolgt und sie somit auf den ganzen Körper wirken. Besonders betroffen sind die Gewebe mit einem schnellen Zellumsatz. Hierzu gehören vor allem das Knochenmark, das lymphatische Gewebe, die Keimdrüsen, die Schleimhäute und die Haut mit Hautanhangsgebilden (= Haare und Nägel). Häufig verursachen die verabreichten Medikamente Übelkeit und Erbrechen. Ist das blutbildende Knochenmark geschädigt, kommt es zu einem Abfall der Blutzellen mit unter anderem mangelhafter Immunabwehr (d.h. erhöhter Infektionsgefahr), Blässe, Schwäche und schneller Ermüdung. Sind die Keimdrüsen betroffen, kann dies die Betroffenen vorübergehend oder dauerhaft unfruchtbar machen. Schäden der Schleimhäute können Beschwerden im Magen-Darm-Trakt verursachen, aber auch Wunden im Mund-Rachen-Raum. Zu den unerwünschten Begleiterscheinungen gehören auch Haarausfall und Wundheilungsstörungen der Haut.
Ein besonderes Risiko der Strahlen- und Chemotherapie des Morbus Hodgkin besteht darin, dass sich möglicherweise ein Zweitkarzinom entwickelt. Dies kann Leukämie, aber auch Lungenkrebs, Brustkrebs oder Schilddrüsenkrebs sein.
Bei Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom) spielt für den weiteren Verlauf die Nachsorge nach abgeschlossener Behandlung eine wichtige Rolle. Bei dieser Nachsorge erfolgen über mehrere Jahre Kontrolluntersuchungen. Dazu gehören Blutbilder, Röntgen des Brustkorbs, Ultraschall-, CT- und MRT-Untersuchungen. Die Nachsorge dient vor allem dazu, ein Wiederauftreten des Morbus Hodgkin (Rezidiv) sowie Folgeschäden rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Es sind keine speziellen Massnahmen bekannt, mit denen Sie einem Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom) vorbeugen können. Wenn Sie an sich kennzeichnende Symptome (wie z.B. Lymphknotenschwellungen, unerklärlicher Gewichtsverlust, starker Nachtschweiss, über zwei Wochen anhaltender Husten) feststellen, lassen Sie diese am besten ärztlich abklären.