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Als im heutigen Kunstmuseum das Hospiz für Arme und Kranke untergebracht war, war dieses Oratorium die Kirche.
Die rechte Seite dieses Oratoriums verdient besondere Aufmerksamkeit, insbesondere die Spuren der antiken romanischen Struktur, die durch die Restaurierungen ans Licht gebracht wurden: eine kleine Eingangstür, die von einer Lünette ummauert und überragt wird, hängende Bögen, die mit Köpfen von Kühen und Ziegen geschmückt sind, zwei einspurige Fenster mit Gewinde, die die Kompaktheit des Mauerwerks erleichtern.
Im Inneren befinden sich neoklassische Ornamente und an der Rückwand Stuckstatuen der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die den Seligen Angelo Porro und San Filippo Benizzi mit schöner Treue darstellen und die strenge schwarze Gewohnheit der Serviten tragen.
Der barocke Altar umschließt eine Lünette aus der Zeit um 1350: Im Zentrum befindet sich die Madonna mit dem Kind, die rechts von Johannes dem Täufer und links von einer Heiligen, die als Heilige Katharina von Alexandria bezeichnet wird, flankiert wird. Das Fresko wurde von mehr als einem Gelehrten bewundert. Giuseppe Martinola betonte "die Lebendigkeit der Farbe, die Verfeinerung der Hände, den Inhalt des Naturalismus des Kindes"; Carla Travi lobte "die besondere Technik der dünnen und dichten Schraffur, mit der die Frische den Figuren Volumen und Leuchtkraft verleiht"; Piero Bianconi mochte die Heilige Katharina, die "mit lebhafter Leidenschaft das jugendliche und volle Gesicht erhebt, zart in Rosa bemalt und mit blonden und dicken Haaren umrahmt".
Was den Autor betrifft, so übertrug Michele Boskovits 1971 das Werk Giovanni da Milano, eine Zuschreibung, die seitdem von Kritikern geteilt wird. Der Künstler, ein großer Schüler von Giotto, malte unter anderem die Fresken mit den Geschichten der Jungfrau, die in der Florentiner Kirche Santa Croce aufbewahrt wurden.