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Die Konstruktion der unmöglichen “zweiten Generation”: Eine historisch-anthropologische Re-Lektüre des schweizerischen Assimilationsregimes im 20. Jahrhundert”
Ab 1900 gewinnt der Topos der „zweiten Generation“ eine strategische Bedeutung im staatlichen und wissenschaftlichen Denken und Handeln zu Migration. Sowohl in der frühen amerikanischen Migrationsforschung der Chicago School als auch im schweizerischen Überfremdungsdiskurs erschien die „zweite Generation“ im Narrativ der Assimilation als hybride Kategorie, die zwischen Versprechen und Gefährdung eines erfolgreichen nation building oszilliert.
Anhand einer genealogischen Analyse zeigt das Paper, wie die koloniale Figur der “zweiten Generation” in unterschiedlichen Konfigurationen des schweizerischen Assimilationsregimes staatliches Handeln und öffentliche Diskurse regulierte und machtvolle Subjektivierungslogiken des „Eigenen“ und des „Anderen“ hervorbrachte. Im Schweizer Assimilationsregime zielten die politisch-affektiven Muster der Paranoia, des Mitleids, der Utopie und des Nutzens darauf ab, die Kontaminierung der nationalen Ordnung durch eine „reale“ Begegnung zu verhindern. Dadurch wurde die „zweite Generation“ im staatlichen Denken und Handeln der Schweiz immer wieder neu als „unmögliche Lebensform“ konstruiert.
Die Analyse beruht auf Texten der Chicago School, des schweizerischen Überfremdungsdiskurses ab 1900, des Assimilationsdiskurses ab 1960 sowie auf aktuellen Debatten über Second@s.