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Nachweise von Wolf und Bär in Südbünden
Der vierte Quartalsbericht «Grossraubtiere» des Amts für Jagd und Fischerei Graubünden ist seit Donnerstag online. Darin wird unter anderem ersichtlich, dass in Zernez im Herbst Bärenkot gefunden wurde.
Bilder von Kamerafallen im Ofenpassgebiet zeigtem im Herbst 2023 mindestens vier Jungtiere (Foto). Am 24. November konnten insgesamt zehn Wölfe, mutmasslich acht Welpen und zwei Elterntiere ebenfalls auf einer Fotofalle festgehalten werden. Foto: SNP
Ende Oktober wählte die EP/PL folgenden Titel für den dritten Quartalsbericht über die Grossraubtiere im Kanton Graubünden: «Nur im Oberengadin hat es noch keine Wölfe». In der Zwischenzeit konnte auch im Oberengadin ein männliches Tier, M339 mehrmals genetisch nachgewiesen werden. Aufgrund der wiederholten Nachweise wird davon ausgegangen, dass es sich um einen sesshaften Einzelwolf handelt. Zum Jahresende gingen mehrere Nachweise bei S-chanf und La Punt-Chamues-ch ein, die auch die Anwesenheit von zwei sesshaften Wölfen möglich erscheinen lassen.
Am 14. Oktober wurde zudem von einer Privatperson auf dem Gemeindegebiet von Zernez im Gebiet des Piz d’Arpiglias Kot eines Bären gefunden. Es handelt sich dabei um den einzigen bestätigten Bärennachweis im Jahr 2023.
Im Weiteren bestätigt der vierte Quartalsbericht den Nachweis von vier Welpen und somit dem ersten Wolfsrudel im Puschlav. Das reproduzierende Paar bewegt sich nach aktuellen Kenntnissen südlich des Berninapasses auf dem Gebiet der Gemeinde Poschiavo sowie möglicherweise im angrenzenden Italien. Das Rudel umfasste per Jahresende nach einem Abschuss noch fünf Tiere.
Am 12. September 2023 bestätigten zudem Fotofallenbilder vom Ofenpassgebiet, dass mindestens vier Wolfswelpen im Gebiet des Ofenpasses leben. Dies ist der erste Nachweis eines Wurfs im Engadin seit über hundert Jahren. Am 24. November 2023 konnten insgesamt zehn Wölfe, mutmasslich acht Welpen und zwei Elterntiere auf einer Fotofalle festgehalten werden. Neben der seit 2016 sesshaften F18 wurden im Gebiet der Rüde M312 sowie die Fähe F98 nachgewiesen. Ob sie die Elterntiere der aktuellen Reproduktion sind, ist genetisch noch nicht bestätigt. Die Rudelgrösse beträgt per Ende Jahr mindestens acht Wölfe.
Auch im Bergell mehren sich Wolfsnachweise und es wurden nach mehreren Nutztierrissen DNA-Proben an die Universität Lausanne eingesandt. Derzeit ist unklar, ob die Nachweise auf einen Einzelwolf oder um Wölfe eines im Valchiavenna neu gebildeten Wolfsrudels zurückzuführen sind. Derzeit bestehen nur wenige Nachweise, die zur Aufklärung der Situation beitragen können.