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Sun-Mitgründer Bill Joy berichtet über eine ganze Reihe von Annäherungsversuchen zwischen den beiden Microsoft-Konkurrenten.
Anlässlich eines Events im kalifornischen Computer History Museum
hat Bill Joy, einer der Gründer von Sun, etwas aus dem Nähkästchen geplaudert, wie 'The Register' berichtet. Er erklärte, dass es mehrere Male fast zu einem Zusammenschluss zwischen Sun und Apple gekommen wäre.
Während Sun-CEO Scott McNealy diesbezügliche Fragen abwiegelte, scheint Apple-Fan Joy, so der 'Register', vom Erzählerdrang erfasst worden zu sein. Gemäss Joy habe Sun im Laufe der Jahre einmal Apple beinahe gekauft, und zweimal – wahrscheinlich als die Sun-Aktien nach dem 2000er-Gipfel in den Keller gesunken waren – sei es fast zu einer Fusion gekommen.
Ausserdem sei es bei drei Gelegenheiten fast zu einer technologischen Zusammenarbeit gekommen. Zuerst hätten Sun, Apple und Microsoft (!) über ein gemeinsames Filesystem verhandelt. Dabei habe man sich sogar auf einen konkreten Vorschlag geeinigt, der dann aber doch nicht akzeptiert wurde. Später hätten Apple und Sun daran gearbeitet, eine gemeinsame Benutzeroberfläche zu entwickeln und ausserdem habe Sun versucht, Apple zum Umstieg auf SPARC-CPUs zu bewegen.
Widersprüchliche Philosophien
Auch wenn Joy, anscheinend auch speziell ein Bewunderer von Apple-CEO Steve Jobs, nostalgischen Gedanken über verpasste Gelegengheiten nachhängen mag, stellt sich die Frage, ob es nicht besser war, dass Sun und Apple getrennt blieben. Trotz oberflächlichen Ähnlichkeiten – die vor allem früher von beiden gerne gepredigte Feindschaft zu Microsoft sowie ein UNIX-basiertes Betriebssystem – wären die konkreten Ambitionen und Kundenschichten wohl sehr schwierig unter einen Hut zu bringen gewesen. Apple konzentriert sich immer noch überwiegend auf Heimkosumenten, und feiert in letzter Zeit auch auf diesem Gebiet seine grossen Erfolge.
Sun hingegen konzentriert sich getreu seinem zwar nicht mehr gebrauchten aber in der McNealy'schen Strategie immer noch aktuellen Slogan "The Network ist the Computer" weiterhin auf Serverinfrastrukturen für Datenzentren.
Und McNealy scheint auch nicht an eine grosse Zukunft für Gadgets wie zum Beispiel den iPod zu glauben. "Es gibt da eine Art Pendelbewegung", wird er vom 'Register' zitiert, "bei der Funktionen zuerst auf Clients wandern und dann wieder ins Netzwerk zurückgehen, wo sie auch hingehören." Als Beispiel führte McNealy den Trend in der Telefonie von Anrufbeantwortern weg und hin zu Voiceboxen an. "Ich garantiere Ihnen, in fünf oder sieben Jahren, wenn man mit seinem Handy aus von überall her auf seine persönliche Musiksammlung zugreifen kann, wird es ziemlich schwierig sein, noch einen iPod zu verkaufen." (Hans Jörg Maron)
(Bild: Dieses Paar hat sich übrigens, trotz traditioneller Hochzeitstortenschlacht, letztendlich gefunden.)