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Interpellation Andres Bührer siehe hier.
Der Fahrplanwechsel im Dezember 2015 und die geplante Bus-Durchmesserlinie erfordern gemäss Mitteilung des Stadtrates eine Umgestaltung der Bushaltestelle Sonnenhof. Aufgrund der Einsprachen und einer Interpellation von Gemeinderat Andres Bührer, BSB, verabschiedete sich der Stadtrat mit Beschluss vom 8. Juli mindestens vorübergehend von der ursprünglichen Idee, die Haltestelle Sonnenhof West umzubauen. Er will nun auf der Winterthurerstrasse bei der Seematt (vor der ehemaligen Drogerie Widmer) zwei provisorische Fahrbahnhaltestellen errichten. Beim Durchlesen der Beantwortung der Interpellation des Stadtrates lösen viele Punkte gedankliche Reaktionen aus. Hier die fünf gravierendsten:
1. Die Tendenz des Stadtrates ist klar ersichtlich. Er will sich von Haltestellen auf der Fahrbahn von stark befahrenen Durchgangsstrassen nicht distanzieren. Statt der misslichen Verkehrssituation in der Innenstadt entgegen zu treten, fördert er sie mit solchen unsinnigen Massnahmen.
2. Die Begründungen halten einer genauen Betrachtung nicht stand. Obwohl sich der Stadtrat die Frage stellte, ob die neue Buslinie östlich oder westlich an der Altstadt vorbei geführt werden soll, begnügte er sich mit dem Argument Die Altstadt dürfe nicht „links liegen gelassen“ werden und die Einrichtung neuer Bushaltestellen an der Schaffhauserstrasse (Staatsstrasse) würden schwierig. Die Variante wurde nicht weiter verfolgt. Tatsache aber ist, dass die Altstadt von der Schaffhauserstrasse her ungefähr gleich gut erreichbar ist, wie von der Poststrasse. Für allfällige Busbuchten wäre seitlich der Schaffhauserstrasse aber mehr Platz vorhanden. Mit gutem Willen und Engagement könnten für die Schaffhauserstrasse bessere Lösungen gefunden werden.
3. Sogar eine abstruse Variante (b) wurde als geprüft aufgeführt. Sie hätte von der Schaffhauserstrasse über die Zufahrt Sonnenhof zur Bahnhofstrasse geführt. Diese entspricht schon eher einer Schnapsidee. Wurde sie wohl nur aufgeführt, um sagen zu können, dass Varianten studiert worden sind.
4. Die wohl beste Alternative (c), die von der Schaffhauser- über die Kreuz- zur Kasernenstrasse geführt hätte, wurde auch verworfen. Die Bemerkung „Eine Öffnung (der Kreuzstrasse) ausschliesslich für den Bus wäre baulich nicht realisierbar“ ist falsch und widerspricht den Tatsachen. Auch eine Teilöffnung nur für den Busbetrieb wäre möglich. Genau so, wie das jetzt auch auf der Feldstrasse praktiziert werden soll. Vor allem aber wäre auf der Kreuzstrasse genügend Platz für eine Buslinie in beiden Richtungen vorhanden. Sie war ja früher Bestandteil der Ost-West-Transversale.
5. Die Fahrbahnhaltestellen auf der Winterthurerstrasse bei der Seematt, die nun provisorisch eingerichtet werden sollen, sind unakzeptable Lösungen. Wohlverstanden auf einer Strasse, auf der gemäss einer Verkehrszählung (Mai 2013) zwischen 17 und 18 Uhr rund 930 Fahrzeuge in beiden Richtungen und auf dem Fussgängerstreifen beim Restaurant La Vita rund 250 Fussgänger zirkulieren. Und der Verkehr nimmt nicht ab, solange keine zusätzlichen Ost-West-Verbindungen geschaffen werden. Beim Bau des Seemattquartiers hat es der Stadtrat ein weiteres Mal versäumt, bei der Winterthurerstrasse für optimale Bushaltebuchten den nötigen Platz zu sichern.
In Bülach werden bezüglich der Bushaltestellen bei Bauvorhaben entlang von Strassen praktisch keine vorausschauenden Planungen betrieben. Es sind pure Basteleien. Ein Machtwort des Gemeinderates ist überfällig. Das untaugliche Gesamtverkehrskonzept ist unverzüglich ausser Kraft zu setzen und durch ein neues incl. einem gesamtheitlichen Buskonzept zu ersetzen. Bus-Fahrbahnhaltestellen auf stark befahrenen Durchgangs- und Staatsstrassen sind nicht mehr akzeptabel. Beachten Sie auch die ausführlicheren Beiträge auf www.beobachter-stadt-buelach.ch.
Ruedi Meister, Bülach