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Nach der Fussball-Weltmeisterschaft in Katar wirft das Emirat informierten Kreisen zufolge ein Auge auf englische Traditionsvereine wie Manchester United, FC Liverpool und Tottenham Hotspur.
Wie zu hören ist, hat der Chairman von Qatar Sports Investment, Nasser Al-Khelaifi, unlängst Gespräche mit dem Präsidenten von Tottenham Hotspur, Daniel Levi, über eine potenzielle Beteiligung an dem Londoner Club geführt.
QSI schaut sich auch Manchester United und Liverpool an, wobei sowohl Komplettübernahmen als auch Beteiligungen in Frage kämen, berichtete eine mit den Überlegungen vertraute Person.
Niemand will Stellung nehmen
Ein Sprecher von QSI lehnte eine Stellungnahme ab. Ein Tottenham-Sprecher bestritt, dass ein Treffen über den Verkauf einer Beteiligung stattgefunden habe. Manchester United wollte sich nicht zum Thema äussern.
Ein Liverpool-Sprecher antwortete nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Dem Vernehmen nach dauern die Beratungen von QSI an. Ob es im Ergebnis zu einem Deal kommt, ist offen.
Nach der Ausrichtung der aus eigener Sicht erfolgreichen Fussball-WM hat QSI beschlossen, in mindestens einen Premier-League-Club zu investieren. Das anhaltende Wachstum und das globale Profil der Liga sind dabei für das Emirat ausschlaggebend.
Teure Ausrichtung der Fussball-WM
Für die Ausrichtung der Fussballweltmeisterschaft hat Katar in den vergangenen zehn Jahren bereits mehr als 200 Milliarden Dollar (186 Milliarden Euro) in den Ausbau der Infrastruktur des Landes investiert. Neben dem Bau brandneuer Stadien und ganzer Gemeinden hat sich Katar auch im internationalen Sport eingekauft.
Aufsehen erregte etwa die Übernahme von Paris Saint-Germain. Das Emirat beteiligte sich aber auch am portugiesischen SC Braga und an dem Sport-Medien-Konzern beIN Media Group.
Die amerikanische Glazer-Familie, der Manchester United gehört, ist auf der Suche nach einem Investor und könnte auch zu einem Verkauf bereit sein. Dasselbe gilt für die Eigentümer des FC Liverpool.
Hansjörg Wyss ist bei Chelsea eingestiegen
Die Londoner «Spurs», die gerade ein hochmodernes neues Stadion mit einem Fassungsvermögen von über 60’000 Zuschauern gebaut hat, sind nach Angaben der Experten von Football Benchmark knapp 2 Milliarden Euro bewertet. Der Lokalrivale FC Chelsea wurde letztes Jahr für 2,5 Milliarden Pfund an ein US-Konsortium verkauft, an dem der Berner Hansjörg Wyss beteiligt ist.
CBS Sports berichtete zuerst über das Treffen zwischen QSI und Tottenham. Ob Katar mit anderen Vereinen aus der englischen Premier League Gespräche geführt hat, ist unklar. Im Jahr 2019 diskutierte QSI eine Beteiligung an Leeds United, als das Team aus Yorkshire noch in der zweiten Liga spielte.
City gehört einem Fonds aus Abu Dhabi
In der Premier League gibt es schon zwei Clubs mit Eigentümern aus dem Nahen Osten: ManUs Lokalrivale Manchester City gehört der in Abu Dhabi ansässigen City Football Group, und Newcastle United wurde kürzlich von einem Konsortium erworben, hinter dem der saudi-arabische Staatsfonds steht, der ebenfalls sein Portfolio im Sportbereich ausbaut.
In Deutschland übernimmt die amerikanische Private-Equity-Gesellschaft 777 Partners LLC den Bundesliga-Klub Hertha BSC. Sie erwirbt die Mehrheitsbeteiligung des Investors Lars Windhorst.
(bloomberg/mbü)