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Hochdosiertes Vitamin D und extensive Physiotherapie nach Hüftfraktur
Ältere Patienten haben nach Hüftfraktur ein beträchtliches Risiko, wieder zu stürzen und rehospitalisiert zu werden. Eine Schweizer Studie ist der Frage nachgegangen, durch welche Interventionen diese Komplikationen nach Hüftfraktur reduziert werden können.
173 im Durchschnitt 84 Jahre alte Patienten mit einer Hüftfraktur nahmen an der randomisierten Studie teil. Einerseits erfolgte neben der Akutbehandlung entweder eine extensive oder eine Standard-Physiotherapie (1 Stunde täglich in der Akutphase, danach Heimprogramm oder ½ Stunde täglich ohne Heimprogramm), andererseits eine doppelblinde Behandlung mit 2000 oder 800 IU Cholecalciferol pro Tag. Endpunkte waren die Sturz- und Rehospitalisationsraten während des einjährigen Follow-ups.
Bei Studieneinschluss hatten 51% der Teilnehmer 25-Hydroxyvitamin D Spiegel < 12 ng/ml und 98% Spiegel < 30 ng/ml. Die Studienautoren registrierten 212 Stürze und 74 Rehospitalisationen. Die extensive Physiotherapie reduzierte die Sturzrate gegenüber der Standard-Physiotherapie um 25%, nicht jedoch die Rehospitalisationsrate. Hoch dosiertes Cholecalciferol reduzierte das Sturzrisiko nicht, dafür jedoch die Rehospitalisationsrate um 39%.
Konklusion der Autoren: Ausgedehnte Physiotherapie reduziert das Sturzrisiko und die höher dosierte Behandlung mit Cholecalciferol das Rehospitalisationsrisiko. Die Kombination der beiden Therapiestrategien könnte dazu beitragen, das Komplikationsrisiko nach Hüftfrakturen zu reduzieren.
Link zur Studie
Arch Intern Med 2010;170:813-820 - Bischoff-Ferrari HA et al
12.05.2010 - dde