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1910 verlassen die Eltern mit dem dreijährigen Sohn den Geburtsort Chemnitz/Sachsen und übersiedeln nach St.Gallen. Vom Vater, Lithograph von Beruf, hat Werner Weiskönig sein frühes zeichnerisches Talent mitbekommen. So verlässt er auch die Kantonsschule frühzeitig, um an der Fachklasse der Kunstgewerbeschule St. Gallen den noch jungen Beruf des Grafikers zu erlernen. Dort erhält er als 18-Jähriger den Auftrag zum Entwurf von Briefmarken. Seine Arbeiten werden an verschiedenen Schülerausstellungen gezeigt, wo auch die Schweizer Postverwaltung auf den jungen Mann aufmerksam wird. Diese lädt ihn bereits zu Wettbewerben ein. 1930/1931 bildet er sich an der Kunstakademie in Düsseldorf weiter. Zurück in St. Gallen, macht er sich selbständig und entwirft 1938 eine erste realisierte Serie von Marken für die Erhebung der Nach-Porti. Später gewinnt er den gestalterisch weit anspruchsvolleren Wettbewerb für eine Schweizer-Städte-Serie. Schon bald gehört Weiskönig zu den erfolgreichsten Gestaltern von Schweizer Briefmarken. Von seinen insgesamt 36 realisierten Serien sind alle erstprämiert aus Wettbewerben mit anderen namhaften Künstlern hervorgegangen. Weiskönig hat sich auch mit wirkungsvollen Plakaten wie dem stilistisch starken Sujet für Davos von 1930 oder dem eigenwilligen Entwurf für die Fussball-Weltmeisterschaft von 1954 einen Namen gemacht. Frau Helga Lutz, seine Tochter, hat sich um die Erhaltung seines Lebenswerks gekümmert, und so kann die Swiss Graphic Design Foundation dem Schaffen eines bedeutenden, zu wenig anerkannten Gestalters die gebührende Beachtung verschaffen.