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Die Erben bezeichnen den Film als unwahr und beleidigend
In «House of Gucci» spielt Lady Gaga die wegen Mordes verurteilte Patrizia Reggiani. Die Gucci-Erben wehren sich gegen die Darstellung ihrer Familie.
Es ist einer der am sehnlichsten erwarteten Filme des Jahres: «House of Gucci» von Meisterregisseur Ridley Scott läuft ab Donnerstag im Kino. Auch der Cast kann sich sehen lassen: Oscar-Gewinnerin Lady Gaga («A Star Is Born»), Adam Driver, Filmlegende Al Pacino, Jared Leto und Salma Hayek spielen im Drama um das ikonische Modeimperium.
Nur einige freuen sich gar nicht über «House of Gucci», die Guccis selbst.
Die Erben von Aldo Gucci, der von 1953 bis 1986 Vorsitzender des Modehauses Gucci war, haben eine Erklärung abgegeben, in der sie sich «ein wenig irritiert» über den Film zeigen. Obwohl das Werk vorgebe, die «wahre Geschichte» der Familie erzählen zu wollen, befürchten sie, der Film enthalte eine Darstellung, die «alles andere als akkurat» sei. Das Statement wurde von der italienischen Nachrichtenagentur Ansa veröffentlicht und von «Variety» übersetzt.
«Beleidigung für das Erbe»
Die Produktion des Films habe sich nicht die Mühe gemacht, die Familienmitglieder vor den Dreharbeiten oder der Veröffentlichung zu konsultieren. Man habe sie als Schläger und ignorant beschrieben und den Protagonisten einen Ton und eine Haltung zugeschrieben, die nie zu ihnen gehörten. «Dies ist aus menschlicher Sicht äusserst schmerzhaft und eine Beleidigung für das Erbe, auf dem die Marke heute aufbaut.»
In der Erklärung wird ausserdem beklagt, dass Patrizia Reggiani (dargestellt von Lady Gaga), die 1998 wegen Beihilfe zum Mord an Maurizio Gucci verurteilt wurde, «nicht nur im Film, sondern auch in Aussagen von Darstellern als Opfer dargestellt wird, das versucht, in einer männlichen und chauvinistischen Unternehmenskultur zu überleben».
«Dies könnte nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein», heisst es weiter, denn während der 70-jährigen Zeitspanne, in der das Unternehmen Gucci ein Familienunternehmen war, sei es «ein integratives Unternehmen» gewesen.
Die Mitglieder der Familie Gucci würden sich «jedes Recht vorbehalten, den Namen, das Image und die Würde ihrer Angehörigen zu schützen». Trotz des drohenden Tons des Statements sind bis jetzt noch keine rechtlichen Schritte eingeleitet worden.