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stellt einen jungen Schweizer dar, der über die Leiche Winkelrieds mit wuchtigem
Morgenstern in die Linie der Feinde eindringt.
Auf dies Werk eines kräftigen Realismus folgte das 1872 von ihm in Rom vollendete, noch lebensvollere St. Jakobs-Denkmal
in Basel,
das, eine Helvetia als Siegesgöttin mit vier sterbenden Kriegern amSockel darstellend, dem Andenken
an die 1444 bei St. Jakob im Kampf gegen Frankreich gefallenen Schweizer gewidmet ist. Dazu kamen später noch eine Gruppe:
Adam und Eva, und ein preisgekrönter Entwurf zu einem Tegetthoff-Denkmal in Wien.
Karl H. W., Bildhauer, geb. zu Pinneberg in Holstein, bildete sich
in seiner Kunst auf der Akademie zu Dresden, besonders im Atelier von
Schilling, aus, lebte dann mit preußischem Stipendium
drei Jahre in Rom und ließ sich 1870 in Dresden nieder.
Die bedeutendsten seiner bis jetzt geschaffenen Werke sind: eine
Hermann-Statue, eine Semiramis und ein auf antikem Säulenkapitäl sitzender römischer Hirtenknabe (1878,
Marmor, Nationalgallerie in Berlin).
Ferdinand, Tiermaler, geb. zu Friedrichshafen am Bodensee, besuchte
1862-66 das Polytechnikum in Stuttgart und die Akademie in München, wo er sich unter Karl v.
Piloty ausbildete.
Unter seinen bis jetzt ausgestellten, oft recht humoristischen Tier-, insbesondere Schafbildern, die sich
manchmal bis zur natürlichen Größe versteigen, nennen wir: das Schafbild im Museum zu Köln, Heideschafe,
Schafe und Hühner, Schafe im Krautacker u. a.
Matthias, Historien- und Genremaler, geb. zu See im Paznauner Thal in
Tirol, kam, um Maler zu werden, mit
15 Jahren zu einem sogen. «Tuifelnmaler»
(Bildstockmaler) in die Lehre, wo sein Debüt die Bekleidung einer an der Decke seiner Dorfkirche angebrachten Eva mit einem
reichen Blätterkranz war. 1853 ging er nach München, trat aber erst, nachdem er drei Jahre bei einem Vergolder gelernt
hatte, als Schüler in die Akademie, widmete sich unter
Schraudolph der religiösen Historie und brachte
hierin als erstes Bild: Ruth, nach Bethlehem ziehend (1858), das vom Erzherzog Karl
Ludwig gekauft wurde.
Ein Jahr nachher folgte das auf dem Friedhof zu Innsbruck stereochromisch ausgeführte Gemälde der drei Marien am
Grab Christi,
das zwei andre ähnliche Aufträge zur Folge hatte, die aber bald nachher wieder zurückgezogen wurden.
Dadurch verbittert und wegen seiner zu freien Ansichten vom Klerus verfolgt, begab er sich nach München, lieferte zunächst
Zeichnungen für verschiedene Journale und trat dann 1869 in die Schule
Pilotys, wo seine regelrechte künstlerische Thätigkeit
erst begann.
Sie erstreckte sich besonders auf die Schattenseiten des Tiroler Landes und die Verkehrtheiten des Lebens
der Geistlichkeit, so vor allen: der Herrgottshändler, der zuerst seinen Namen bekannt machte, und die in denselben Richtungen
sich bewegenden Bettelmönche und die Beichtzettelsammlung. Koloristisch am feinsten behandelt ist das ähnliche Bild: der
Sittenrichter, und das reifste und ergreifendste dieser Tendenzbilder, das zugleich einen historischen
Hintergrund hat: der Auszug der protestantischen Zillerthaler 1837, das, obgleich ein energischer Protest gegen die Intoleranz,
doch mehr elegisch als polemisch ist. Und ähnlich elegisch sind seine Bilder, die ohne alle polemische Tendenz nur das mühevolle
Dasein der Tiroler schildern, z. B.: die Karrenzieher, die Schmuggler, und die trefflichen
Zeichnungen zuHerm. v. Schmids «Unser Vaterland in Wort und
Bild», und wiederum sehr heitern Inhalts das Namensfest der Pfarrersköchin (1874) und
das Verlöbnis (1879).
1)
Friedrich, Architekt, geb. zu Frickenhofen in
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Württemberg, machte seine Studien an der polytechnischen Schule in Stuttgart unter Mauch und Breymann, war 1841 und 1842 mit
der Aufnahme der Liebfrauenkirche in Eßlingen beschäftigt und weckte dadurch seinen Sinn für mittelalterliche, insbesondere
gotische, Formen. Zugleich erlernte er praktisch das Steinmetzhandwerk, was für seine spätere Thätigkeit nicht ohne Einfluß
blieb. Mit 18 Jahren trat er in den Verband der Kölner Dombauhütte, wurde dort 1848 Steinmetzmeister und legte 1856 in
Berlin das Staatsexamen als Baumeister ab. Nachdem er bereits mehrere gotische Kirchen gebaut hatte, konkurrierte er auch
für den Bau derWiener Votivkirche und erhielt für sein Projekt des Berliner Rathauses (1859) den ersten
Preis. 1857 folgte er von Wien aus einem Ruf als Professor der Akademie in Mailand, trat aber, als die Lombardei den Österreichern
entrissen wurde, trotz der glänzenden Anerbietungen der italienischen Regierung von dieser Stellung zurück und vertauschte
sie mit einer Professur an der Akademie in Wien, wo sich ihm sowohl als Kunstlehrer wie als Monumentalarchitekt
ein fruchtbares, weites Feld eröffnete.
Unter seinen zahlreichen Schülern führte er jene Kunstreisen ein, deren Zeichenmappen jetzt einen kostbaren Schatz im Archiv
der Wiener Bauhütte bilden, und trachtete in seiner Lehrmethode vor allem dahin, aus dem Schüler einen selbständig schaffenden
Künstler zu bilden. Als Monumentalarchitekt errichtete er 1860-62 in eigentümlich schmucklosem gotischen
Stil die Lazaristenkirche, die durch ihre Anlage und ihre Detailbehandlung höchst interessante Fünfhauser Kirche, ebenfalls
gotisch (1867-75), die frühgotische Weißgerberkirche (1866-73) und die Pfarrkirche desselben Stils in der Brigittenau.
Dazu kommen seine Thätigkeit als Baumeister des Stephansdoms (seit 1862), dessen Turm er 1864 vollendete,
die Errichtung des weniger beifällig aufgenommenen akademischen Gymnasiums und als sein bedeutendstes Meisterwerk das 1872 begonnene
neue Rathaus italienisch-gotischen Stils, ein Rechteck
von 154 m Länge und 124 m Breite mit majestätischem Turmbau. Vor
kurzem erhielt er vom Baron Wrangel in Südrußland den Auftrag, bei Kiew ein Schloß im mittelalterlichen
Stil zu erbauen. Er ist Oberbaurat, Mitglied vieler Akademien und erhielt 1880 zu seinen zahlreichen Auszeichnungen auch
den Orden pour le mérite. - Auch sein Sohn und Schüler Heinrich S. hat sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht durch
die trefflich durchgeführte Restauration der Pfarrkirche in Gelnhausen und durch die Leitung der Restauration
der Katharinenkirche zu Oppenheim.
2) Hermann, Landschaftsmaler, geb. 1819 zu Magdeburg, kam 1837 nach Berlin auf die Akademie,
mußte aber seine dortigen Studien aus Mangel an Mitteln bald wieder aufgeben. Dann lebte er von 1845 an einige Jahre in
Hamburg der Porträt- und Landschaftsmalerei, kehrte nach Berlin zurück, widmete sich ganz der Landschaftsmalerei
und bereiste zu diesem Zweck die Alpengegenden Österreichs. Seine recht gediegenen, sehr einfachen Stimmungsbilder geben
den Charakter der Gegend treu wieder.
3) Karl Christian, Historienmaler, geb. 1808 zu Stuttgart, war dort anfangs Schüler von
Joh. Gotth. v. Müller, ging 1827 nach München, wo er bis 1830 Schüler von Cornelius war, und später
nach Paris, wo er sich unter Ingres weiterbildete. Anfangs malte er vorzugsweise wohlgelungene Porträte und trat dann 1839 mit
seinem ersten Historienbild, der Erscheinung der Engel bei den Hirten, auf. Unter seinen bis zur Mitte der
60er Jahre gemalten religiösen Historienbildern von trefflichem Kolorit, aber bisweilen ohne Wärme des Gefühls, nennen
wir: Maria und Johannes am Grab Christi (1844), Abschied des jungen Tobias, Christus am Kreuz, die Verurteilung Christi (1861,
Museum in Stuttgart) und, wohl sein bestes Bild, die Auferstehung Christi (1864, Altarbild in Rottenburg). Er
ist Professor an der Kunstschule in Stuttgart und schrieb auch ein Werk über die Proportionen des menschlichen Körpers
(Stuttg. 1849).
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