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Milchverband kauft weitere Cremo-Aktien
Autor: Von JOSEF JUNGO
Die ehemalige Swiss-Dairy-Food-Gruppe (SFD), welche sich in Liquidation befindet, war mit 26,11 Prozent an der Cremo AG beteiligt. Dies entsprach 150 000 Aktien. Im Anschluss an die Übernahme der Butterzentrale in Gossau durch die Cremo einigten sich der FMV und die SFD in einem Aktionärsabkommen gegenseitig auf ein Vorkaufsrecht ihrer Cremo-Aktien. Aufgrund des horrenden Betrages, welcher der Veräusserer von SFD forderte, verzichtete der FMV darauf, sein Vorkaufsrecht geltend zu machen.
Angebot an bisherige Aktionäre
Um das eigene Unternehmen abzusichern und insbesondere auch zu verhindern, dass die Aktien an einen Dritten verkauft werden, was für die Zukunft der Cremo unvorhersehbare Konsequenzen hätte, hat Cremo dieses Aktienpaket zurückgekauft. Laut Obligationenrecht darf eine Aktiengesellschaft jedoch nur maximal zehn Prozent des eigenen Aktienkapitals besitzen. Die Cremo bietet nun den jetzigen Aktionären die Möglichkeit an, durch den Kauf weiterer Aktien zum Nominalwert von 25 Franken ihren Anteil am Aktienkapital zu erhöhen. Jeder Aktionär hat die Möglichkeit pro fünf Aktien, welche er bereits besitzt, eine weitere Aktie zu zeichnen.Der FMV, der bereits 210 623 Aktien der Cremo besitzt, was einen Anteil von 36,66 Prozent entspricht, erhöht nun mit dem neuen Kauf seinen Anteil weiter. Seit 1995 hat der FMV damit 7 878 730 Fr. in das Aktienkapital der Cremo investiert. Dazu kamen noch 1 500 000 Fr. als Beitrag des Kantons an den FMV.Nach dem Verlustgeschäft (Chocolat-Villars) war Cremo im Jahre 1994 auf dem Tiefstpunkt seiner Geschichte mit einer Eigenfinanzierung von nur sechs Prozent, inzwischen hat sich das Milchverarbeitungsunternehmen gewaltig entwickelt. Heute beträgt die Eigenfinanzierung 48,2 Prozent. Der Umsatz stieg auf 507,9 Millionen Franken an.
Restrukturierung der Westschweizer Milchverbände
«Mit dem Rückgang der Anzahl Milchproduzenten müssen auch die Strukturen der Milchverbände angepasst werden», begründete FMV-Präsident Georges Godel am Donnerstagabend in Bulle seine Idee für die Zusammenführung der drei Milchverbände Freiburg, Waadt und Neuenburg. Laut seinen Ausführungen sollen die Verbände als Immobiliengesellschaften weiter bestehen, aber das Administrative würde der Produzentenorganisation Prolait SA übertragen. Prolait verwaltet bereits jetzt die Milchlieferrechte der Produzenten, welche am 1. Mai 2006 aus der staatlichen Milchkontingentierung ausgestiegen sind.Nach einer kurzen Diskussion sprachen sich die Milchproduzenten in einer Grundsatzabstimmung einstimmig für die Weiterführung dieser Verhandlungen aus.