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Der Zink
Der Zink (ital. Cornetto = Horn) ist ein wiederentdecktes historisches Holzblasinstrument mit sinnlichem Klang, großer Beweglichkeit und starkem Ausdruck. Der gemeine Musikwissenschaftler und Instrumentenkundler bezeichnet es als ein “Grifflochhorn”.
Das Instrument hatte eine bewegte Geschichte: Im frühen Mittelalter wurde es vermutlich aus dem abgesägten Horn eines Tieres hergestellt. Im Lauf der Zeit entwickelte sich aus einem weitmensurierten und damit tief und dumpf klingenden Instrument mit kleinem Tonumfang ein überaus erfolgreiches Instrument, welches in der Renaissance die Position des führenden Sopraninstrumentes in den Hof- und Kirchenkapellen errungen hatte. Nachdem der Zink ab der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts langsam von der leistungsfähigeren und moderneren Violine verdrängt wurde, mussten sich die Zinkenisten nach und nach zurückziehen und fanden nur noch als Türmer und Stadtpfeifer Verwendung. Dieser Prozess begann in Italien und um einige Jahrzehnte verspätet fand diese Entwicklung im deutschsprachigen Raum eine Parallele. Johann Sebastian Bach zum Beispiel verwendete den Zinken nur noch äusserst sparsam. Spätestens im frühen 19. Jahrhundert verschwand er endgültig aus dem Musikleben.
In seinen besten Zeiten aber, zwischen 1500 und 1650, schätzten Komponisten, Musiker und Publikum den Zink vor allem wegen seiner herausragenden Fähigkeit, die menschliche Stimme zu imitieren. Zinkenisten waren damals oft grosse Virtuosen und wurden häufig höher dotiert als andere Musiker oder sogar die Kapellmeister. Die Zinkenisten von damals waren die Sänger von heute.
Die Naturtrompete
unterscheidet sich schon in ihrer Anfertigung von modernen Instrumenten. Entsprechend der historischen Bauweise des 16.-18. Jahrhunderts wurde sie von Hand aus Messingblech gehämmert und ausgeschmiedet und mit einem engen Schallstück versehen. Im Vergleich zu heutigen Trompeten ergibt sich ein verschmelzungsfähiger Klang, der nur auf Naturtönen beruht. Der Praxis der Stadtpfeifer des 15.-18. Jahrhunderts folgend, ist die Trompete zusätzlich mit einem beweglichen Einzelzug zur Erweiterung des Tonvorrates versehen.
Die Trompete war von jeher das musikalische Symbol der Herrscher und so wurden die Trompeter in den besten Zeiten – insbesondere im Barockzeitalter – exklusiv besoldet, mit einer Uniform eingekleidet und im Range von Offizieren geführt. Vor allem wegen ihres “schmetternden” Klanges ist das Image der Trompeter bis heute eher ein “heroisches”.
Der oben beschriebene verschmelzungsfähige Klang beförderte bei den sich in der Minderheit befindlichen “muskalischen Trompetern” allerdings eine Qualität, die alles andere als nur schmetternd genannt zu werden verdient.
Im Gegensatz zum Beispiel zur Gambe oder dem Zink konnte sich die Trompete seit dem Barockzeitalter trotz aller musikalischer Umbrüche bis heute behaupten. Allerdings veränderte sich das Klangideal und damit die Bauweise, d.h. die Instrumente wurden vor allem immer lauter. Auch insofern ist die seit Jahrzehnten zu beobachtende Wiedergeburt der “historischen” Blasinstrumente mit ihren differenzierten Tönen eine Bereicherung unseres Klangspektrums.
Hans-Jakob Bollinger spielt eine Naturtrompete nach Nagel und eine nach Ehe von Rainer Egger , Basel.
Die Barocktrompete
Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Naturtrompete ‘wieder entdeckt’. Die Pioniere kamen alle mit ihrem Wissen und Können von der modernen Trompete her (dies ist auch heute meist noch so). Die historischen Techniken wie das Treiben von Tönen, vor allem um den zu hohen 11. und den zu tiefen 13 Partialton zu korrigieren, waren weitgehend unbekannt (geworden), da man auf der modernen Trompete dafür ja die Ventile hatte. So entwarf Otto Steinkopf eine Naturtrompete mit einem Korrekturloch, das, wenn geöffnet den 11. und 13. Naturton korrigiert erklingen liess. Bald darauf folgten ein Überblasloch für die geradzahligen Naturtöne, sowie ein einem zusätzlichen Loch, welches die Korrektur des 11. Partialtones in einen um einen Halbton höheren Ton zuliess (ein wichtiger Ton in der barocken Trompetenliteratur).
Damit hatte man nicht nur Korrekturmöglichkeiten sondern zusätzlich auch noch Treffsicherheit gewonnen, da man mit diesem Grifflochsystem nun eigentlich die Rohrlängen verkürzte und so die ‘gefährlichen’ Töne in der Nähe des anzuspielenden ausschaltete.
Ob ein Instrument nun Barocktrompete oder Naturtrompete genannt wird ist im Moment noch ein Streitpunkt. In der Praxis werden die Trompeten ohne Korrekturhilfen Naturtrompete, jene mit Grifflöcher Barocktrompete genannt.
Heute werden Naturtrompeten,wieder von einigen wenigen Spezialisten gespielt. Die Grosszahl der heutigen Konzerte und CD-Einspielungen finden aber immer noch auf der Barocktrompete statt.