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Sterankos Nick Fury von SHIELD 🛰💣
Jim Steranko schlug Mitte der 60er Jahre wie eine Bombe ein und revolutinierte das graphische Geschichtenerzählen bei den Comics. Sein immenser Einfluss auf zukünftige Generationen von Comiczeichnern ist umgekehrt proportional zur bescheidenen Anzahl von Comics, die er vor allem für den Verlag Marvel zeichnete.
Wenn man ihn mit Jack Kirby vergleicht, fallen zwei Dinge auf. Zum einen war Steranko ein grosser Fan von Kirby und lernte sehr viel vom King of Comics. Zum anderen hat er in relativ kurzer Zeit die Möglichkeiten, die das Medium Comic bietet, ausgelotet und perfektioniert.
Kirby und Steranko
Kirby hat in fünf Jahrzehnten seines Comicschaffens Heerscharen von Superhelden geschaffen, war mitbeteiligt an der Definierung des Genres und hat Tausende von Comicseiten gezeichnet. Er hat sich im Gegensatz zu Steranko immer wieder selber kopiert und bewährte Muster neu aufgearbeitet, während Steranko das Feld der Comics ziemlich rasch verliess, und sich immer neueren Innovationen des Graphischen zuwandte.
Kirby war der unermüdliche Arbeiter, der allen voranschritt und neue Visionen zu Papier brachte, während Steranko einen Schritt weiter ging und Fantasien aufzeigte, die oft so fernab von allem Bekannten lagen, dass man als Leser nicht mehr aus dem Staunen herauskam. Der Schüler überflügelte den Lehrer, für den es kein besseres Kompliment geben kann. Kirby erkannte das und ehrte Steranko mit der Serie Mister Miracle, deren Hauptcharakter nach Steranko modelliert war.
Neues Design für Nick Fury
Als Steranko vor mehr als 50 Jahren in den Redaktionsbüros auftauchte, war Stan Lee offenbar so beeindruckt von seiner Vorstellungsmappe, dass er ihn die Serie wählen liess, die er zeichnen wollte. So besagt es zumindest die Legende. Tatsache ist, dass in der Nummer 151 der Reihe Strange Tales das erste Nick Fury – Agent of SHIELD Comic von Jim Steranko erschien.
Von da an hagelte es rasante Action, wie es die Comicleser bis anhin nie gesehen hatten. Manchmal hatte man als Leser den Eindruck, in einer Achterbahn zu sitzen und gleichzeitig einen furiosen Actionfilm zu sehen. Steranko zeichnete auch die ersten Nummern der 1968 gestarteten eigenen Serie von Nick Fury, wo er zu absoluten Höhen auflief.
Das war James Bond und beste Science Fiction in einem. Steranko brachte in der Nummer 1 eine dreiseitige Sequenz ohne Worte. Das hatte es bei den Comics noch nie zuvor gegeben. Er musste sich die Bezahlung für diese drei Seiten als Autor erkämpfen, weil die Redaktion argumentierte, da seien keine Worte, also könnte man ihm für diese Seiten kein Autorenhonorar zahlen!
Rückblickend ist Nick Fury sein Vermächtnis bei Marvel. Er hat den bärbeissigen Chef der Spionageorganisation SHIELD definiert und ihm Tiefe verliehen. Etliche der interessanten Nebencharaktere gehen auch auf sein Konto, wie zum Beispiel Countess Valentina, Furys Gefährtin. In den MCU Filmen ist uns Nick Fury als Samuel Jackson ans Herz gewachsen, aber der Original Fury ist eine stilisierte Version von Clint Eastwood!
Habt Ihr gewusst, dass es Steranko war, der die Geheimorganisation HYDRA so richtig zum Erzgegner von SHIELD aufbaute?Captain Collectors subtile Superheldentrivia