Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03390.jsonl.gz/1173

Löhne
Die Lohnmasse eines NHL-Teams in Nordamerika liege bei rund 82,5 Millionen Dollar, sagt Ueli Schwarz, Berner und Eishockey-Experte bei MySports auf Anfrage von BärnToday.
In der Schweiz variiere diese Zahl – kleinere Clubs der NLA hätten etwa 7 Millionen zur Verfügung für die Löhne der Spieler, grössere Clubs etwa 14 bis 15 Millionen. Dies ist ein massiver Unterschied. «Da bekommt jeder Schweizer Spieler, obwohl er sehr gut und fürstlich bezahlt wird, wässerige Augen, wenn er hört, was Roman Josi verdient.» Ein NLA-Spieler und ein NHL-Spieler seien aber Akteure, welche in ganz unterschiedlichen Märkten agieren würden. Und letztendlich würden diese Märkte bestimmen, wer was verdienen kann.
Umsätze
Die NHL in Nordamerika sei «Big, Big, Big Business», so Ueli Schwarz. Vor einem Jahr wurde beispielsweise ein Fernsehvertrag abgeschlossen mit dem US-amerikanischen Sender ESPN, mit Disney und Turner Sports. Dieser Vertrag bringe jährlich etwa 625 Millionen Dollar ein. Das Geld werde einerseits gebraucht, um die laufenden Kosten der Liga zu decken, es werde aber auch wieder rückverteilt an die einzelnen NHL-Clubs.
Im Vergleich zur NLA bewege sich die NHL in einem viel grösseren Markt – werbemässig, aber auch hinsichtlich des Publikums. Einerseits die Fans in Nordamerika, es gebe aber auch viele Zuschauerinnen und Zuschauer aus Europa. Auch wegen Spielern aus der Schweiz, Schweden, Finnland oder Deutschland, werde die NHL weltweit mitverfolgt. Die NLA hingegen nicht. Genaue Zahlen zur NLA bezüglich Umsätzen hat Hockey-Experte Ueli Schwarz nicht, von den Dimensionen her sei es aber klar: «David gegen Goliath».
Fans
Der SC Bern war 2019 zum 18. Mal in Folge die Mannschaft mit dem höchsten Zuschauerschnitt im europäischen Profieishockey. Eine Partie in der Postfinance Arena verfolgten in der Saison 18/19 knapp 16’500 Zuschauerinnen und Zuschauer.
Zum Vergleich: Eine Partie der Nashville Predators hatte in derselben Saison im Schnitt knapp 17'500 Zuschauerinnen und Zuschauer.
Matchbedingungen
Wenn die NHL international auftritt, dann brauche es enorme Anforderungen – vieles ist anders als in der NLA. Zum Beispiel musste die Eisfläche abgehobelt werden. Die Bullykreise in der Postfinance Arena in Bern mussten für das Spiel am Montagabend komplett neu gezeichnet werden, enger beieinander, erklärt Ueli Schwarz. Dies, weil sich die NHL-Goalies andere Winkel gewohnt seien. Auch müssten alle Offiziellen der NHL während des Spiels Sicherheitsleute an der Seite haben, darauf werde aber häufig verzichtet. Ausserdem seien die TV-Produktionen in der NHL viel umfangreicher. Und pro Drittel gibt es in Nordamerika drei Werbeunterbrüche.