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Der Kilimandscharo (5895 m über Meer), der Aconcagua (6962 m über Meer) oder die Ama Dablam (6812 m über Meer) sind Gipfel, welche Dr. Isabelle Frésard, eine äusserst begeisterte Bergsteigerin, problemlos bezwungen hat. Sie kennt die Risiken einer solchen Bergbesteigung und bereitet sich entsprechend auf den Aufstieg vor, um nach Möglichkeit eine Höhenkrankheit zu vermeiden. Bergbesteigungen, Gebirgswanderungen und Trails sind sportliche Aktivitäten, die unsere körperlichen Fähigkeiten stark beanspruchen und trotz ihrer Schönheit zu einem Drama werden können, wenn der Körper überfordert ist.
Aktivitäten im Gebirge werden immer attraktiver. Für Alpinistinnen und Alpinisten, Trekking-Begeisterte oder Personen, die unter chronischen kardiorespiratorischen Erkrankungen leiden, ist allerdings eine gute Vorbereitung wichtig. Gespräch mit der Fachärztin.
Was sind Höhenkrankheiten?
Die Erkrankungen in Zusammenhang mit grosser Höhe stellen ein Problem dar, das alle betreffen kann. Man unterscheidet drei Beschwerden:
- die akute Höhenkrankheit (AMS)
- das Höhenlungenödem (HAPE)
- das Höhenhirnödem (HACE)
Bei den beiden letzten Erkrankungen handelt es sich um lebensbedrohende Notfälle.
Die akute Höhenkrankheit ist das Ergebnis einer ungenügenden Anpassungsfähigkeit auf den geringen Sauerstoffgehalt in grosser Höhe (+2500 m über Meer). Bei einem raschen Aufstieg kommt diese Erkrankung recht häufig vor. Auf 2500 m über Meer sind 10 bis 25 % der Berggängerinnen und Berggänger betroffen. Zwischen 4500 m und 5500 m sind es 50 bis 85 %. Auf körperlicher Ebene treten folgende Beschwerden auf:
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- Verdauungsstörungen (Übelkeit/Erbrechen)
- Schwindel
- Schlafstörungen
Diese Symptome sind nicht harmlos. Es muss rasch reagiert werden, um die Entwicklung eines Höhenhirnödems zu verhindern, das eine AMS verschlimmern und zum Tod führen kann. Wenn die Symptome nicht verschwinden, obwohl man genug getrunken, sich ausgeruht und ein entzündungshemmendes Medikament eingenommen hat, ist es ratsam, wieder abzusteigen. Wenn man später wieder eine Expedition unternehmen möchte, ist eine Sprechstunde sinnvoll, um die Risiken für schlimmere Beschwerden zu evaluieren.
Eine andere mögliche Erkrankung ist das Höhenlungenödem. Im Allgemeinen tritt es ab einer Höhe von 4000 m auf. Es kommt zu einer grösseren Atemnot, die von einem rosafarbigen Auswurf begleitet sein kann. Bei Verdacht auf ein Lungenödem muss man rasch wieder absteigen.
Welche Risikofaktoren bestehen?
Wir sind nicht alle gleichermassen von Höhenkrankheiten betroffen. Es gibt gewisse Voraussetzungen für eine erhöhte Anfälligkeit:
- Junge Personen: Dies könnte dadurch erklärt werden, dass junge Personen besser in Form sind und die Gipfel rascher erklimmen. Im Gebirge muss man langsam fortschreiten, um seinem Körper genügen Zeit zu lassen, sich an die Höhe zu gewöhnen.
- Personen mit Migräne haben in grosser Höhe eher mit Problemen zu kämpfen.
- Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen der Atemwege können bereits in mässiger Höhe Problemen begegnen.
- Wenn man bereits Probleme in Zusammenhang mit der Höhe hatte, ist das Risiko, dass sie nochmals auftreten, höher.
Was kann man tun, wenn man unter Höhenkrankheiten leidet?
Falls die Symptome auftreten, wenn man im Gebirge ist, darf man nicht mehr höher aufsteigen. Bei leichten und erträglichen Symptomen genügt es, entzündungshemmende Medikamente einzunehmen, sich auszuruhen und ausreichend zu trinken. Bei stärkeren Symptomen muss man rasch absteigen. Wenn eine Sauerstoffflasche oder ein Überdrucksack zur Verfügung steht, kann es notwendig sein, diese einzusetzen, bevor ein Abstieg möglich ist.
Kann man Höhenkrankheiten vorbeugen?
Die beste Vorbeugung gegen Höhenkrankheiten ist ein langsamer Aufstieg, der dem Körper genügend Zeit zur Angewöhnung lässt.
Eine Angewöhnungszeit in einer Höhenlage kann nützlich sein. Es gibt auch medikamentöse Behandlungen (medikamentöse Prophylaxe). Anhand des Risikopotenzials können die Medikamente im Voraus eingenommen werden, um das Auftreten von Symptomen und grösseren Problemen zu vermeiden.
Was kann man für diejenigen Personen tun, die unter einem chronischen Gesundheitsproblem leiden und sich trotzdem in der Höhe aufhalten möchten?
Die Sprechstunde Höhenmedizin berät und betreut Personen mit einem Gesundheitsproblem, die einige Stunden oder Tage in einer mittleren Höhenlage verbringen möchten. Könnte Sauerstoff notwendig sein? Die Ratschläge und Behandlungsvorschläge der Sprechstunde sollen trotz gesundheitlicher Probleme allen einen komfortablen und sicheren Höhenaufenthalt ermöglichen.
Eine Sprechstunde im Spital Wallis
Im Wallis gibt es viele Anhängerinnen und Anhänger von Trails in grosser Höhe sowie Alpinistinnen und Alpinisten, die immer höhere Gipfel erklimmen möchten. Die neue Sprechstunde Höhenmedizin richtet sich an:
– Gesunde Personen, die Aktivitäten im Gebirge ausüben möchten. Mit einem Hypoxie-Belastungstest (Richalet-Test) werden die Risiken für eine Erkrankung in grosser Höhe evaluiert. Dabei wird ein Höhensimulator (AltiTrainer) eingesetzt. Die Personen werden in Ruhe und unter Belastung auf einer simulierten Höhe von 5000 m getestet. Die Sprechstunde wird im Spital Martinach seit Mai 2021 angeboten. Neben verschiedenen Messungen unter Hypoxie-Bedingungen werden ebenfalls der Gesundheitszustand evaluiert und allfällige Vorgeschichten (wie Asthma) berücksichtigt. Auch die Belastungskapazität kann getestet werden.
– Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen der Atemwege (COPD, Covid-19, Asthma, usw.), die einen Aufenthalt in mittlerer Höhe (Skistationen, Wanderungen) oder einen Flug planen. Mit der Simulation verschiedener Höhen kann evaluiert werden, ob für Patientinnen und Patienten mit einer Erkrankung der Atemwege eine Sauerstoffbeigabe notwendig ist.
Zusätzliche Informationen: Sprechstunde Höhenmedizin
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