Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03305.jsonl.gz/1234

Wüstenbildung bedeutet, dass die lebenswichtigen Kräfte in – meist ariden – Böden schwinden. Die Konvention der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) spricht in diesem Zusammenhang von einer „Degradierung der Böden“. Die jährliche Zunahme an solchen „Wüsten“ entspricht der dreifachen Fläche der Schweiz. Bereits ist ein Viertel der Erdoberfläche und zwei Drittel der Landwirtschaftsfläche von diesem Phänomen betroffen. Mehr als 250 Millionen Menschen in Regionen wie Südafrika, Zentral- und Südasien, Australien, Nord- und Südamerika, Südeuropa und der Sahelzone leiden unter den ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen dieser stillen Katastrophe.
Die Ursachen für die Wüstenausbreitung sind vielfältig – aber fast alle menschgemacht. Nebst klimatischen Schwankungen wird die Vegetationsschicht vor allem durch den Anbau von Monokulturen, hohe Pestizideinsätze, die Überweidung von Flächen, die Abholzung von Wäldern, die Verschwendung von Wasser und den menschgemachten Treibhauseffekt stark geschädigt. Den Böden werden dadurch wichtige Nährstoffe entzogen, was die Erosion fördert.
In der Folge versalzen nicht nur die Böden, sondern häufig versiegen gleichzeitig auch Flüsse und Seen und der Grundwasserspiegel sinkt drastisch statt. Für die arme Bevölkerung, die in den ariden Gebieten lebt, gleicht dies einem Teufelskreis. Um zu überleben, sind die Menschen häufig gezwungen, ihre Böden überzustrapazieren. Laut Yves Guinand, Programmverantwortlicher für Ernährungssicherheit bei der DEZA, kann in den empfindlichen Ökosystemen bereits ein kleines Ungleichgewicht zwischen Regenwasser, Ackerbau und Weidenutzung zur Wüstenbildung führen.
Um die Bevölkerung und die Politik auf diese traurige Entwicklung aufmerksam zu machen, wurde im Zuge der Konferenz von Rio 1996 die Konvention der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) verabschiedet. 190 Staaten erklärten sich gemeinsam bereit, gegen die Wüstenbildung und die Auswirkungen der Dürre vorzugehen. Ansätze dazu bestehen in der Wiederaufforstung und der Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft. Gerade in der Landwirtschaft dürfte in Zukunft altes Wissen traditioneller Kulturen wieder stärker gefragt sein – das insbesondere den Pflanzenanbau ohne schädliche Pestizide, Herbizide und Düngemittel erlaubt.
„Jährlich verschwinden 24 Milliarden Tonnen fruchtbare Erde.“
Eidgenössisches Departement für Auswärtiges DEZA
Um über die Gefahren der Wüstenbildung aufzuklären, organisieren DEZA und die NGO «Initiatives of Change International» am 17. Juni 2014 in Genf eine öffentliche Tagung.