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Erasmus von Rotterdam: Die Klage des Friedens . Mit einem Vorwort von Brigitte Hannemann und einem Nachwort von Stefan Zweig
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Erasmus ... Klage des Friedens
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Online-Publikation: März 2017 im Internet-Journal <<kultur-punkt>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
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176 Seiten; Hardcover Leinen ; 978-3-257-06985-3 ; € (D) 18.00 / sFr 24.00* / € (A) 18.50
Diogenes Verlag AG, Zürich; http://www.diogenes.ch
Charakteristika
Aus dem Lateinischen übersetzt und herausgegeben von Brigitte Hannemann
Überblick
Die Klage des Friedens, Klassiker der Friedensliteratur und Glanzstück der Renaissancerhetorik, wurde von Erasmus 1516/17 anläßlich des internationalen Friedenskongresses der »Friedensliga von Cambrai« verfaßt und gilt als eine der ersten Streitschriften des Pazifismus. Die vorliegende Übersetzung ist nicht nur vollständig, sondern auch originalgetreu.
Inhalt
›Die Klage des Friedens‹ wurde von Erasmus 1516/17 verfasst, anlässlich eines geplanten europäischen Fürstentreffens, das jedoch nie stattfand. Er lässt darin die Friedensgöttin Pax zu Wort kommen. In der ersten Person bringt sie ihre Klage vor und zeigt Mittel und Wege zur Wahrung von Freiheit und Frieden auf.
Die ganze geistige Entwicklung des Erasmus fiel in eine von ständigen Kriegen heimgesuchte Epoche. Die Interessen verschiedener Herrscherfamilien bestimmten die Politik und führten überall in Europa zu militärischen Konflikten. Als endlich eine vielversprechende junge Regentengeneration heranwuchs, die von humanistischen Ideen geprägt war, keimte in Erasmus die Hoffnung auf, jetzt sei die Stunde des Friedens gekommen.
In diesem Klima des Aufbruchs schrieb Erasmus die Klage des Friedens, eines der ersten Manifeste des Pazifismus. Darin stellt er die Frage: Wie kann sich die Vernunft gegen Extremismus und Gewalt behaupten? Eine Frage von ungebrochener Aktualität.
Zum Autor
I
Erasmus von Rotterdam, geboren 1466 oder 1469 in Rotterdam, starb 1536 in Basel. Er gilt als einer der bedeutendsten humanistischen Gelehrten der Renaissance. Er gab 1516 die erste Druckausgabe des ›Neuen Testaments‹ auf Griechisch heraus – die Grundlage für Luthers Bibelübersetzung. In seiner berühmten Satire ›Das Lob der Narrheit‹ tritt er mit Spott gängigen Irrtümern entgegen und setzt sich, ähnlich wie in der ›Klage des Friedens‹, für vernünftige Anschauungen ein.
II
Desiderius Erasmus von Rotterdam CRSA
(* vermutlich am 28. Oktober 1466/1467/1469, wahrscheinlich in Rotterdam; † 11./12. Juli 1536 in Basel) war ein bedeutender niederländischer Gelehrter des Renaissance-Humanismus. Er war Theologe, Priester, Augustiner-Chorherr, Philologe und Autor zahlreicher Bücher.
Ihm zu Ehren wurden das Erasmus-Programm für Studenten in der Europäischen Union, der Erasmuspreis sowie weitere Institutionen und Dinge benannt...
Rezeption und Würdigung aus moderner Sicht
Als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Repräsentanten des europäischen Humanismus wurde der Theologe durch seine kirchenkritische Haltung und seinen der historisch-kritischen Exegese verpflichteten theologischen Schriften zum Vorreiter der Reformation. Durch sein Eintreten für relative Religionsfreiheit nahm er eine humanistische Position jenseits des katholischen wie auch des lutherischen Dogmatismus ein. Ihn als Verteidiger „religiöser Toleranz“ zu bezeichnen, ist insofern missverständlich, weil er selbst stattdessen die Begriffe Frieden und Konkordanz verwendet[13] (tolerantia nur für die Wahl des Geringeren von zwei Übeln, was bei Konflikten religiöser Doktrinen nicht vorliegt). Ernsthafte Irrlehren, zu denen er letztlich auch die Reformation zählte, sollten auch seiner Meinung nach unterdrückt werden, ggf. auch durch Anwendung der Todesstrafe...https://de.wikipedia.org/wiki/Erasmus_von_Rotterdam
Erweiterter Hinweis
Vertrauliche Gespräche
Aus dem Lateinischen übersetzt, herausgegeben und mit einem Vorwort versehen von Kurt Steinmann
Er war einer der einflußreichsten Humanisten Europas, ein Pazifist, ein unermüdlicher Publizist und Propagandist für eine umfassende Bildungs-, Gesellschafts- und Glaubensreform – seiner Zeit war Erasmus von Rotterdam weit voraus. Er geriet nicht selten zwischen die Fronten von Reform und Orthodoxie, behauptete dabei aber stets seine geistige Freiheit und Unabhängigkeit. Der vorliegende Band vereinigt zwanzig vertrauliche Gespräche, Dialoge, in denen Moral und Lebensführung sowie drängende politische und gesellschaftliche Fragen thematisiert werden. Und obwohl nun nahezu 500 Jahre alt, sind die Fragen von brennender Aktualität: Kann ein Krieg gerecht, das heißt zu rechtfertigen, sein? Kann man im Namen Gottes kämpfen? Wie kommt es, daß sich einzelne so oft und auf Kosten kollektiver Solidarität durchsetzen? Und worauf gründet sich eigentlich die Diffamierung und Unterdrückung des weiblichen Geschlechts? Beharrlich und mit viel Charme verkündet Erasmus seine humanistische Botschaft: den Triumph des unabhängigen und selbständigen vor dem dogmatischen, autoritätsgläubigen, konfessionell und politisch gefesselten Denken. "
Stimme
»Erasmus hat sein geistiges Kleinod, seinen Menschheitsglauben, unversehrt heimgebracht aus dem furchtbaren Haßorkan seiner Zeit, und an diesem kleinen glimmenden Docht konnten Spinoza, Lessing und Voltaire und können alle künftigen Europäer ihre Leuchte entzünden.«
Stefan Zweig
Fazit
Mit Leseband und in handlicher Grösse ausgestattet begegnen Interessierte dem Erasmus von Rotterdam mit seiner "... Klage des Friedens" . Dank einem Vorwort von Brigitte Hannemann und einem Nachwort von Stefan Zweig erlaubt es jedem Quereinsteiger die tiefen Gedanken zu einer persönlichen Moral und Lebensführung zu erkennen und so für sich entsprechend - auch heute noch – zur Selbststärkung humanistisch abzutasten. Sehr empfehlenswert. m+w.p17-4
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