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Eine Eishockey-WM ist ein lukratives Geschäft. Die Schweiz bewirbt sich mit besten Aussichten für die WM 2019.
Eine Eishockey-WM ist eine internationale Sportveranstaltung, die in der Schweiz – anders als Olympische Spiele - problemlos organisiert werden kann. Das Bewerbungsprozedere ist einfach. Es muss niemand bestochen werden und wer eine Bewerbung verliert, kann damit rechnen, dass er ein oder zwei Jahre später berücksichtigt wird. Der Aufwand für die Organisation einer WM hält sich mit einem Budget von 40 bis 50 Millionen Franken in Grenzen, und es können bereits bestehende Infrastrukturen benützt werden.
Eine Eishockey-WM ist ein lukratives Geschäft. Es sind jeweils die Landesverbände, die den Zuschlag erhalten. Für die Ausrichtung der WM wird stets eine Firma gegründet. Der Internationale Eishockeyverband (IIHF) verlangt das so. Damit die Landesverbände kein existenzgefährdendes unternehmerisches Risiko eingehen. Dieses Risiko ist allerdings sehr gering. 2009 blieben nach der WM in Bern und Kloten gut drei Millionen Gewinn in den Kassen. Logisch also, dass die Schweiz sich wieder für eine Eishockey-WM bewirbt.
Bern möchte 2019 erneut eine Eishockey-WM durchführen. Es wäre nach 1971, 1990 und 2009 das vierte Titelturnier in der Hauptstadt. SCB-General Marc Lüthi, der «seine» PostFinance-Arena den Organisatoren vermieten würde, bestätigt auf Anfrage: «Ja, die Stadt Bern und wir sind an der WM 2019 interessiert.»
Die WM ist für 2015 (Prag), 2016 (Moskau) und 2017 (Köln und Paris) bereits vergeben. Die WM 2018 wird hier in Minsk bestimmt und die WM 2019 beim Kongress während der nächsten WM 2015 in Prag. Voraussichtlich muss sich die Schweiz gegen den Verlierer der Bewerbung 2018 (Lettland oder Dänemark) und die Slowakei durchsetzen. Im Falle einer Niederlage würden wir mit ziemlicher Sicherheit 2020 den Zuschlag bekommen.
Finnland hat zwar das Interesse für 2020 deponiert und zugleich erklärt, im Falle einer Bewerbung der Schweiz auf 2021 auszuweichen. Die Schweiz hat auch deshalb gute Chancen, weil wir im nächsten Frühjahr mit Hauptspielort Zug die U18 WM durchführen. Die Junioren Titelkämpfe sind in Europa - im Gegensatz zu Nordamerika - ein Verlustgeschäft. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass nur ein Land die richtige WM bekommt, das auch hin und wieder eine Junioren-WM organisiert.
Die Verbandsverantwortlichen haben in der Schweiz bereits mit den Gesprächen mit möglichen Ausrichtern für eine WM 2019 begonnen. Neben Bern hat auch das Zürcher Hallenstadion sein Interesse angemeldet. Verbandsgeneral Peter Lüthi, zuständig für internationale Anlässe, führt bereits Gespräche über eine WM mit Zürich als Hauptspielort und Kloten als zweitem Standort. Zürich hat die WM auch schon 1939, 1953 und 1998 mit Basel organisiert.
Sowohl bei der IIHF als auch beim Schweizer Verband (Swiss Ice Hockey) ist also schon mehr oder weniger klar: Bern wird bei einer WM 2019 weder Haupt- noch Zweitspielort sein. Weil das Stadion in Bern den Ansprüchen als WM-Hauptspielort (Zuschauerkomfort, Kabinen) nicht mehr genügt. Zudem gibt es zwischen den beiden Alphatieren René Fasel (IIHF-Präsident) und Marc Lüthi seit der WM 2009 atmosphärische Störungen.
Die Konzentration auf den Grossraum Zürich liegt sowieso im Trend: Der Verband wird die Administration in Zürich zentralisieren und demnächst das Büro der Nationalliga im Haus des Sportes in Ittigen bei Bern auflösen. Ob diese Konzentration auf den Grossraum Zürich Sinn macht, ist eine ganz andere Frage. Gerade wegen der grossen Bedeutung der Westschweiz für unser Eishockey wäre der Standort Bern für die Verbandsadministration und Grossanlässe viel sinnvoller. Von der Verkehrssituation her sowieso.