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Die Korkeiche ist ein heimischer Baum der iberischen Halbinsel und des westlichen Mittelmeerraumes. Kultivierungsversuche zeigten, dass der Quercus suber, wie sein botanischer Name lautet, sich dort am wohlsten fühlt auch wenn er in anderen Regionen des Mittelmeerraumes mittlerweile kultiviert wird.
Ein typischer Baum der Algarve
Wer die Algarve und andere Regionen Portugals öfter besucht, kennt diesen genügsamen Baum als Bestandteil der dort heimischen Flora.
Die Korkeiche ist äusserst Dürreresistent. Sie besitzt die Fähigkeit, Ihren Stoffwechsel zu reduzieren und ist so in der Lage, längere Trockenperioden zu überstehen.
Der bis zu 20 m hoch werdende Baum verträgt Temperaturen bis zu 40°C, obwohl er durchschnittliche Temperaturen von 12 bis 17 °C bevorzugt. Nur Frost unter – 5 °C verträgt er nicht.
Guter Kork braucht seine Zeit
Die Portugiesen nennen ihn „Sobreiro“. An der Algarve und im Alentejo gibt es viele Korkeichen-Plantagen. Korkeichen sind ein Generationenprojekt.
Nach der Pflanzung benötigt der Baum mindestens 30 Jahre bis er zum ersten Mal geschält werden kann. Qualitativ guter Kork wird ab dem 50. Lebensjahr einer Korkeiche geerntet.
Pro Jahr wächst die Baumrinde um einen oder eineinhalb Millimeter. Nach zehn Jahren werden in Portugal die Korkeichen dann geschält. Dabei wird sehr vorsichtig gearbeitet. Denn, wird die Rinde verletzt, wächst kein Kork mehr nach.
Nach der ersten Schälung wird der Baum alle 10 Jahre geerntet.
Die Korkbauern achten beim Schälen der Bäume darauf, nie mehr als maximal ein Drittel des Baumes abzuernten. Mehr würde der Baum nicht verkraften. Pro ausgewachsener Korkeiche kann mit einem Ertrag von ca. 100 – 150 kg gerechnet werden.
Die frisch geschälten roten Stämme erhalten zur Markierung die Jahreszahl aufgemalt, damit man weiss, wann die Bäume wieder geschält werden können.
Vom Weinverschluss bis zur Schuheinlage
Bereits die Römer benutzten Kork u. a. als Verschluss ihrer Weinamphoren. Mit dem Untergang des römischen Reiches ging auch dieses Wissen verloren. Erst ab dem 18. Jahrhundert ca. wurde der Kork als Weinverschluss wieder entdeckt.
Heute nimmt Portugal unter den Korkenherstellern weltweit den ersten Rang ein. Vor allem an der Algarve und im Alentejo befindet sich der Grossteil der portugiesischen Korkeichenbestände. Hergestellt werden ca. 190.000 Tonnen Korken.
Das sind ca. 51 % der Weltproduktion. Die Korkverarbeitung wiederum findet in Fabriken in Lissabon und im Norden des Landes statt.
Der qualitativ hochwertigste Kork wird für Flaschenkorken verwendet. Die zweite Wahl wird zu Fussbodenkork oder zu Tapeten verarbeitet.
Die dritte Wahl, was also noch übrig bleibt, wird als Dämmmaterial oder Granulat verwendet. Gepresst wird es auch als Fussbett für Sandalen genutzt.