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Beschreibung
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Kundenrezensionen
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Dickens
Bei Lobpudeleien ist immer, ich sage immer vorsicht geboten, ob ein Buch ein wirklicher Klassiker wird und damit in den grossen Kanon der Literatour hineinschliedert vermag alleine die Zeit(Longseller ) zu bestimmen Ich würde es dem Buch gönnen.
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The Great American Novel
Jeder angehende Schriftsteller in den USA träumt davon, sie irgendwann zu schreiben, die "Great American Novel" - das Buch, das den Zustand der Gesellschaft innerhalb einer bestimmten Zeitspanne einfriert, kritisch beleuchtet und lebendig für die Nachwelt konserviert. Romane wie Steinbecks "Früchte des Zorns" zum Beispiel, Twains "Huckleberry Finn", Fitzgeralds "Der große Gatsby", Salingers "Fänger im Roggen" oder Harper Lees "Wer die Nachtigall stört". Barbara Kingsolver ist nun eine Autorin, die erneut verdammt nah dran ist an dieser Idealform einer Geschichte - und ganz im Zeichen ihrer eigenen Generation unerreicht großer Autoren (Cormac McCarthy, Bret Easton Ellis, David Foster Wallace) schreckt sie nicht zurück vor naturalistischen Darstellungen und anklagender Gewalt. Das Resultat heißt "Demon Copperhead", gewann den letztjährigen Pulitzer-Preis und bringt Barbara Kingsolver ein ganzes Stück weiter auf dem Weg zum Thron der neuen "Great American Novel". "Demon Copperhead" ist nicht nur eine Hommage an den großen Charles Dickens, es borgt sich sogar unverhohlen den groben Plot und den größten Teil seiner Figuren (mit teilweise nur leicht veränderten Namen) aus dessen Klassiker "David Copperfield" (der seinerseits wohl das beste Beispiel für eine "Great British Novel" wäre). Das ist nicht als Plagiat gemeint, sondern instrumentalisiert bewusst Dickens' damalige Themen für einen Vergleich mit der Jetztzeit. Insofern kann man Kingsolver durchaus den Vorwurf machen, mit ihrer Geschichte des bitterarm und vernachlässigt aufgewachsenen Demon in einer der rückständigsten Gegenden der USA auf die künstliche Emotionalität eines aufgekitschten Groschenroman-Elends abzuzielen, aber das verfehlt den Punkt, da diese Kunstgriffe schon in der Dickens-Version inhärent und dort sicherlich sogar weitaus mehr einem damaligen Publikumsgeschmack geschuldet sind. Kingsolver greift diese Mechanik auf und macht sich nicht die Mühe, dem Publikum eine mildere, versöhnlichere Beschreibung des harten Lebens inmitten der Appalachen anzubieten, nur um diesem Vorwurf zu entgehen. Stattdessen zielt sie genau dorthin, wo es weh tut, bombardiert den Leser mit kraftvoller, lebensnaher Sprache, dem Schmutz des Trailerparks, der seelischen Verwahrlosung und physischen Gewalt einer Unterschicht ohne Perspektive, die immer wieder durchbrochen wird von den unschuldigen kleinen Freuden der Kindheit und von der Sorglosigkeit des Coming of Age. Das ändert sich spätestens, als Demon nach einer Verletzung abhängig von OxyContin wird, jenem teuflischen Schmerzmedikament, dass besonders in den verarmten Gegenden der Vereinigten Staaten durch seine skrupellose Verbreitung zum Nutzen der großen Pharma-Konzerne eine massive Opioid-Krise auslöste. Doch das ist fast schon eine andere Geschichte. Auf weit über 800 Seiten windet sich "Demon Copperhead" durch ein Leben am Rande lauernder Katastrophen, beobachtet sein Umfeld mit messerscharfer Präzision und schafft vor allem durch diese ausufernde Detailfreude ein ultrarealistisches Abbild einer verlorenen Gesellschaft, festgefroren in einem ewigen Status Quo. Und genau das macht Barbara Kingsolvers wohl ambitioniertestes Werk dann doch schon zum heißesten Anwärter auf die nächste "Great American Novel". Auf jeden Fall kürt es "Demon Copperhead" mit fast schon obszöner Leichtigkeit zum unumstrittenen Buch des Jahres!
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Das Schicksal eines Kindes, das stellvertretend für eine ganze Generation und Region steht
Demon Copperhead hat es schon zu Beginn seines Lebens nicht leicht: sein Vater ist vor seiner Geburt gestorben, seine Mutter ist drogenabhängig. Sein weiteres Leben wird von diesem Schicksal geprägt sein. Er wird in unterschiedliche Pflegefamilien geschickt, die ihn nur wegen des Geldes oder seiner Arbeitskraft aufnehmen und erlebt so Hunger und Armut am eigenen Leibe. Bis er eines Tages auch noch in die Drogensucht rutscht. Schonungslos ehrlich erzählt Barbara Kingsolver von den brutalen Auswirkungen auf sein Leben. Seine Geschichte steht stellvertretend für eine ganze Generation, der man nachlässig Schmerzmittel verschrieben hat und die so unfreiwillig in die Drogensucht reingerutscht sind. Anhand der vielen gut recherchierten Details wird Kingsolvers intensive Beschäftigung mit der Opioidkrise deutlich. Demon Copperheads Geschichte ist in Kingsolvers Heimatregion, den Appalachen angesiedelt. Neben den schrecklichen Zuständen, die sie in den Blick nimmt, lernen wir auch ihre Einwohner, die Melungeons kennen. Kingsolver erzählt die Geschichte authentisch aus der Sicht eines Kindes und lässt durch die vielen Details die harte Realität deutlich werden. Die Themen, die Kingsolver thematisiert, sind stark in das Leben ihres Protagonisten Demon eingebettet und werden erst durch dessen Entwicklung begreifbar. Ein beeindruckender Roman, der einen noch lange danach zum Nachdenken anregt.
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Beeindruckendes Meisterwerk
In "Demon Copperhead" erzählt die amerikanische Autorin Barbara Kingsolver die Geschichte "David Copperfield" von Charles Dickens neu. Das ist ihr so meisterhaft gelungen, dass sie dafür im letzten Jahr mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde. Demon Copperhead, der eigentlich Damon Fields heißt, kommt in einem armen Bezirk in Appalachia zur Welt. Seine Mutter ist 18 Jahre alt und drogensüchtig, sein Vater starb bereits vor seiner Geburt. Die kleine Familie lebt in einem gemieteten Wohnwagen auf dem Grundstück der Familie Peggot, deren Enkel Maggot Demon ein enger Freund werden wird. Als die Mutter ihren Freund Stoner heiratet, ist Demon zunehmend dessen Gewalttätigkeiten ausgesetzt. Als er 10 Jahre alt ist, wird er auf einer Farm untergebracht, auf der er das Vieh hüten und bei der Tabakernte helfen muss. Ein Jahr später stirbt seine Mutter an einer Überdosis Oxycontin. Da Stoner kein Interesse an Demon hat, wird dieser bei Pflegefamilien untergebracht. Demon erzäht uns seine mitreißende Geschichte von der Kindheit bis ins frühe Erwachsenenalter mit schonungsloser Offenheit in der Ich-Form. Wir erleben den kleinen Jungen, der nach dem Tod der Mutter in den Pflegefamilien ein trostloses Leben führt, oft Hunger hat und in der Schule die Reste seiner Mitschüler isst. Nachdem er sich Jahre später aufmacht, um seine Großmutter väterlicherseits zu suchen, scheinen sích seine Lebensumstände endlich zu verbessern. Die zentralen Themen des Buches sind die Armut, in die viele Kinder hineingeboren werden, und Drogenabhängigkeit mit ihren daraus resultierenden Problemen. Es geht auch um das Schmerzmittel Oxycontin, einem Opiod, das Ende der 1990er Jahre in den Vereinigten Staaten im Rahmen der Opiodkrise bekannt wurde. Die Autorin beschreibt nicht nur sehr detailliert, was Oxycontin mit den Menschen macht, sie setzt sich in diesem Zusammenhang auch kritisch mit der Skrupellosigkeit vieler Ärzte auseinander. Der Roman ist keine leichte Kost, er behandelt auch Themen wie Vernachlässigung von Kindern, Pflegefamilien, Grausamkeit und schmerzliche Verluste. Demon ist ein fesselnder Charakter, der von seinem Überlebenswillen durch die harte Realität geführt wird. Seine Geschichte. die deutlich mehr Tiefen als Höhen hat, ist meisterhaft in kraftvoller Sprache erzählt und geht unter die Haut. Sie hat mich erschüttert und zutiefst bewegt. Das hoffnungsvolle Ende bildet einen gelungenen Abschluss dieses großartigen Romans. Absolute Leseempfehlung für dieses beeindruckende Meisterwerk!
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Aus dem Leben eines Satansbratens
Wenn die Times schreibt, dass sich das Buch lese, „[a]ls hätten die Coen-Brüder Dickens verfilmt“, klingt das interessant und will näher ergründet sein – auch wenn das Buch annähernd 900 Seiten zählt. Erzählt wird die Geschichte des titelgebenden Demon Copperhead – wobei er dem Namen oder umgekehrt alle Ehre macht, denn er hat kupferrote Haare, ein loses Mundwerk und einen unbedingten Willen, sich vom Leben nicht unterbuttern zu lassen. Verortet ist die schwierige Kinder- und Jugendzeit des Kindes eines auf sich allein gestellten drogensüchtigen Teenagers auf dem wie man so schön sagt gottverlassenen Land von Tabakbauern und Schwarzbrennern, in den Wäldern. Zwar soll es für Demon sogar noch schlimmer kommen: Pflegefamilien, (eigene) Drogensucht, Verlust und Einsamkeit; doch er ist auch ein unverbesserlicher Optimist, der sein Leben als keinesfalls hoffnungslos betrachtet. Klassische Handlung, über die man berichten könnte, hat das Buch nicht viel – da stimmen fast 900 Seiten umso „bedenklicher“. Doch bis auf einzelne Längen, in denen die Verzweiflung nachgerade aus den Seiten troff, las sich das Buch keinesfalls langweilig, was mich verdutzte, zumal ich kein erklärter Dickens-Fan bin. Allerdings erinnerte mich das Buch an eine andere literarische Figur: Huckleberry Finn, der in der Verfilmung, die ich mal gesehen habe, auch rote Haare hatte und diesen Habitus des sich vom Schicksal und seiner Unbill nicht unterbuttern Lassenden hatte, wozu auch das Setting im ländlichen „abgehängten“ Amerika passt. Daraus wiederum ergibt sich, dass Kingsolver die Themen Drogensucht (vor allem die Macht, die die Droge vom Süchtigen ergreift), Opioid-Krise, Pflegekindersystem, Umweltausbeutung, aber auch die Resilienz der Landbewohner „aufarbeiten“ kann – und das in einem nicht moralisierenden Ton, da sie den wenig intellektuellen, aber „bauernschlauen“ Satansbraten (das schoss mir als beste Beschreibung Demons sehr schnell in den Kopf) darüber schlicht plaudern lässt. Das wirkt leicht und unbeschwert und schlägt sich natürlich im Erzähl- bzw. Schreibstil nieder. Wie genau sie es macht, ist mir schleierhaft, aber in weiten Teilen ist die Geschichte sprachlich schlicht brillant. Man merkt, dass Kingsolver ihre Figuren, allen voran ihren Protagonisten mit großer Liebe gezeichnet hat, was auch nötig ist, weil man als „Otto-Normal-Leser“ das Leben Drogensüchtiger, aber auch als sich abgehängt Fühlender, ja vielleicht „Multikrisengeplagter“, kaum nachzuvollziehen vermögen würde. Obwohl Demons Leben von zahlreichen echten Härten geprägt ist und das Leben ihn jederzeit von dem Drahtseil, auf dem er tanzt, herunterschubsen könnte, lässt er sich nicht unterkriegen: das macht Hoffnung. Doch auf über 800 Seiten bleiben vereinzelte Längen nicht aus und es bedarf aufgrund der Vielzahl der auftretenden Figuren ein wenig Konzentration. Barbara Kingsolver war mir bis zu „Demon Copperhead“ unbekannt – warum eigentlich? Denn sie vollbringt ein echtes Kunststück: Sie schreibt ein beinah episodenhaftes und gut lesbares Epos, das schwere Themen aufarbeitet, ohne zu werten.
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