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Nobody Has to Know
Regie: Bouli Lanners
Darst.: Bouli Lanners, Michelle Fairley, Andrew Still, Julian Glover, Cal MacAninch, Ainsley Jordan, Clovis Cornillac, Therese Bradley u.a.
In der engen presbyterianischen Gemeinschaft auf der kargen, windgepeitschten Isle of Lewis sind sie beide Aussenseiter: Phil, ein belgischer Landarbeiter, der offenbar auf der Flucht vor seiner Vergangenheit auf dieser abgelegenen schottischen Insel gestrandet ist, sowie die einheimische Farmerstochter Millie, die mit Mitte fünfzig noch unverheiratet den wenig charmanten Spitznamen «die Eiskönigin» nicht loswird. Als Phil nach einem Schlaganfall vorübergehend sein Gedächtnis verliert, ergreift Millie die unverhoffte Chance. Mit der ihr eigenen Diskretion nimmt sie sich seiner an und beginnt, ihm ins Leben zurückzuhelfen, indem sie ihn, soweit sie ihn kannte, an seine Herkunft, seine Vorlieben und Gewohnheiten zu erinnern versucht. Sie erzählt ihm die Geschichten seiner Tattoos – und dass sie vor seinem Schlaganfall heimlich ein Liebespaar gewesen seien. Während Phil sich von seiner neuen Vergangenheit mitreissen lässt und das vermeintlich wiedergefundene Glück des Zusammenlebens geniesst, fürchtet Millie den Tag, da er sein Gedächtnis wiedererlangt … Vor atemberaubenden Naturkulissen erzählt der belgische Autor, Regisseur und Schauspieler Bouli Lanners in seiner fünften Regiearbeit die Geschichte einer späten Liebe. In wunderbar melancholischen Tönen verbindet er die Geschichte einer Emanzipation mit einer Reflexion über die Erinnerung. Diana Sanchez schreibt für das Toronto International Film Festival: «Wir verlassen uns auf unsere Erinnerungen, um uns zu erzählen, wer wir sind. Wenn diese Erinnerungen verschwinden, wessen Geschichten werden dann an ihre Stelle treten? (…) Die Begegnungen von Phil und Millie entwickeln sich zu einem Dialog über Identität, Begehren und Projektion. Zusätzlich zu seiner kognitiven Beeinträchtigung verstärkt Phils Rolle als Ausländer in der Gemeinschaft seine Verletzlichkeit und erlaubt ihm gleichzeitig eine Direktheit, die die Einheimischen oft überrumpelt. Millie dagegen ist schüchtern, und so ergänzen sich die beiden, während sie ihre gemeinsame Vergangenheit und ungewisse Gegenwart verhandeln. ‹Nobody Has to Know› ist ein zutiefst liebenswerter Film, der uns auffordert, darüber nachzudenken, wer wir sind und was wir wollen, unabhängig von den Geschichten, die wir erzählen – oder erzählt bekommen.»