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Bewohner fühlen sich wohl in Freiburg
Eine Studie zum Stadt-Marketing vorgestellt
Die Freiburgerinnen und Freiburger lieben ihre Stadt und wohnen gerne hier. Handlungsbedarf
herrscht beim Verkehr und der Steuerbelastung. Nach diesen Ergebnissen einer Studie prüft die Stadt konkrete Massnahmen.
Von CHRISTIAN SCHMUTZ
«So genannte periphäre Städte haben immer mehr Probleme, sich marketingmässig zu entwickeln», sagte Nicolas Babey von der Hochschule für Wirtschaft in Neuenburg. La Chaux-de-Fonds, Renens, Siders, die Region Siders und Freiburg hätten deshalb herausfinden wollen, welches Bild sie bei ihren Bürgerinnen und Bürgern abgeben, um diese dann im Marketing auszuschlachten.
Die direkte Befragung sei eine ganz andere Vorgehensweise als die Zeitschriften, welche aufgrund von Zahlen und Fakten jährlich die Lebensqualität in den Schweizer Städten messen, sagte Projektleiter Babey. «Nicht Steuern und Lebenskosten machen die Lebensqualität aus.»
2000 Fragebogen wurden im Juni 2004 nach demographischen Kriterien in den Quartieren der Stadt Freiburg verteilt, 34 Prozent kamen zurück und wurden ausgewertet.
Besser bewertet als Vergleichsstädte
Zu den Ergebnissen: Die Freiburgerinnen und Freiburger sind mehrheitlich zufrieden mit ihrer Stadt. Auf einer Notenskala von 5 bis 1 gaben die Einwohner ihrer Stadt im ästhetischen Aspekt eine 3,6, im kulturellen Aspekt eine 3,5, im funktionellen und Ruf-Aspekt je eine 3,4 sowie im gewerblichen Aspekt eine 2,7. Damit erreichte Freiburg höhere Noten als die Vergleichsstädte.
Diese Bewertung wurde unterstrichen, wenn «der Wunsch hier zu bleiben» (Note 4,1), «die Lust hier zu leben» (4,4) und die «Liebe zu Freiburg» (auch 4,4) erfragt wurden. Männer und Frauen hielten sich dabei in etwa die Waage. Die «Liebe zu Freiburg» war bei den Deutschsprachigen noch ausgeprägter als bei den Romands. Sie korrelierte sehr stark mit dem Begriff «Lebensfreude». Hingegen erschien Freiburg den Romands viel eher «warm und gastfreundlich».
Unter dem Durchschnitt von 2,5 bewertet wurden in Freiburg hingegen die Kosten für öffentlichen Verkehr, die fehlenden Parkplätze (beide mehrheitlich bei weniger lang Geschulten) und die hohe Steuerbelastung (vor allem von Uni-Abgängern). Uni-Absolventen finden auch die Sicherheit der Velofahrer eher ungenügend. Es fehlen geeignete Plätze für Kinder und Jugendliche und Freiburg ist nicht bekannt für allzu grosse Kreativität und perfekte Kommunikation.
Weniger Zufriedenheit in Bürglen
Am besten gefällt es den Leuten im Alt-Quartier, im Schönberg (!) und im Perolles (alle über 4,5), am wenigsten in Bürglen (3,8). «Hier waren die Leute kritischer, was die funktionellen Aspekte angeht», sagte Mitarbeiter Jean-Claude Perret-Gentil. Zu wenig Einkaufs- und öffentliche Transport-Möglichkeiten kennzeichnen Bürglen. Am meisten Freude macht das Wohnen aber gemäss Studie im Alt- und im Au-Quartier (beide über 4,5).
Der Gemeinderat habe die Evaluation zur Kenntnis genommen und sich gefreut, dass die Bevölkerung mehrheitlich zufrieden sei, sagte Ammann Jean Bourgknecht gestern gegenüber den Medien. Jetzt wolle man die Schwächen studieren und diese gezielt verbessern. Mit der Agenda 21 habe man bereits einiges angepackt. In diese Richtung gehe es weiter, aber heute könne man noch keine konkreten Massnahmen verkünden.