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Bild
Titel:
Heiden mit Luftschiff
Thema: Land
Datum: --.--.1932
Masse: 9 x 14 cm
Standort: Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden, KB-014738/221
Urheber/-in:
Beschreibung:
Postkarte mit Blick auf das Dorf Heiden mit Kirche, dem Bodensee im Hintergrund und wahrscheinlich einem Luftschiff „Graf Zeppelin“ am Himmel. Laut dem handschriftlichen Text auf der Rückseite der Postkarte wurde sie am 25. Juni 1932 in Heiden aufgegeben und nach Zürich verschickt. Es handelt sich bei der Postkarte um eine Fotomontage der Edition Guggenheim & Co. aus Zürich.
Geschichte:
Nach dem Ersten Weltkrieg hatte der Luftschiffbau enorme Fortschritte gemacht, durch welche u.a. der Bau der Verkehrs-Luftschiffe LZ 127 und LZ 129 (LZ steht für "Luftschiff Zeppelin") ermöglicht wurde. Die LZ 127 erlangte grosse Bekanntheit, da sie mehr als hundert Mal den Atlantik zwischen Europa und Nord- und Südamerika überquert hatte und insgesamt eine Strecke, die 42 Erdumrundungen gleich kam, zurücklegte. Die LZ 127 landete nur vier Mal auf Schweizer Boden: Am 2. November 1929 in Zürich-Dübendorf, am 14. September 1929 und Genf-Cointrin, am 12. Oktober in Bern-Beundenfeld und am gleichen Tag auch in Basel-Sternenfeld.
Bei der oben präsentierten Postkarte aus dem Jahr 1932 handelt es sich um eine Fotomontage: Die Darstellung des Zeppelins ist viel zu gross im Vergleich zum Dorf Heiden. – Eine "echte" Graf Zeppelin, also ein Modell aus der LZ-Reihe aus der Feder von Ferdinand Graf von Zeppelin (1838-1917), war schon seit den 1930er Jahren nicht mehr über die Schweiz geflogen und eigene Zeppeline hatte die Schweiz damals aufgrund zu geringer finanzieller Mittel und zu wenig Platz nicht besessen.
Die Nachfrage nach Zeppelinfahrten hat in der Schweiz im 21. Jahrhundert keineswegs nachgelassen. So bot beispielsweise das Schweizer Luftschiff Skycruise, das an der Expo 2002 Bekanntheit erlangt hatte, bis vor kurzem noch viele Passagierflüge über der Schweiz an.
Autorin: Nina Sonderegger, Speicher
Literatur:
Aste, Andreas Walter: Die Graf Zeppelin über Zürich.
http://phys-merger.physik.unibas.ch/~aste/zeppelin_german.html (06.02.2012).
Kühni, Olivia: Schweizer Zeppelin fliegt nicht mehr. In: Basler Zeitung Online.
http://bazonline.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Schweizer-Zeppelin-fliegt-nicht-mehr/story/31511740 (06.02.2012).
Luftschiff: In: Brockhaus Enzyklopädie 13 (1990), S. 593.
Rothenberger, Arnold: Ueber Entwicklung und militärische Bedeutung der Luftschifffahrt. In: Neuer Appenzeller Kalender auf das Jahr 1914. Jg. 38, Heiden.
Zeppelin: In: Brockhaus Enzyklopädie 24 (1994), S. 519.
Zeppelin Museum Friedrichshafen. http://www.zeppelin-museum.de/ (27.8.2012).
Zusatztexte:
Dr. A. Rothenberger schrieb einen kleinen Beitrag zu den Zeppelinen im Appenzeller Kalender vom Jahr 1914:
Während in Frankreich um die Jahrhundertwende die Entwicklung der Luftschiffahrt rüstig vorwärts schritt, arbeitete an den Gestaden des Bodensees in aller Stille ein alter, deutscher Offizier an der Lösung des gleichen Problems, Graf Zeppelin. Der sagte sich, dass die Herrschaft über die Meere erst mit unsern Riesendampfern erreicht worden sei, also müsse man, um den Luftozean zu beherrschen, auch grosse, starke Luftschiffe bauen; mit der Verwirklichung dieser Idee hat Zeppelin Grosses geleistet für die Entwicklung der Luftschiffahrt. So arbeitete Zeppelin seine Pläne für einen grossen Lenkballon mit starrem Gerippe aus und baute mit grossen Opfern ein solches Luftschiff. Aber das Glück war ihm zu Anfang nicht hold. Die beiden ersten Zeppeline wurden sehr bald zerstört und es brauchte die ganze, zähe Energie des alten Offiziers, um nicht am Erfolg zu verzweifeln. Fünf Jahre dauerte es, bis Graf Zeppelin die nötigen Mittel zum Weiterbauen beisammen hatte. Da führte im Jahre 1906 der Z III glänzende Probefahrten aus und nun half auch der Staat und lohnte die Ausdauer des greisen Erfinders. Zwei Jahre später stattete Z IV der Schweiz einen Besuch ab und flog noch im gleichen Sommer über Basel=Strassburg=Mainz nach Stuttgart; in dessen Nähe bei Echterdingen, wurde das stolze Fahrzeug vom Gewitter überrascht und durch Feuer zerstört. Seither haben die Zeppeline, ein Stolz der Deutschen, manch Unglück erlitten, aber auch manch schönen Erfolg davon getragen.
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