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Nach Herzstillstand gestorben
Eine Rocklegende weniger – Tom Petty ist tot
Tom Petty | Bild: Wikipedia Commons
Der Musiker Tom Petty ist im Alter von 66 Jahren nach einem Herzstillstand gestorben. Er wurde in den 1970er-Jahren durch die Band Tom Petty & the Heartbreakers berühmt.
03.10.2017 09:21, Stefan Künzli/AZ, 0 Kommentare
«Ich gehe nicht davon aus, dass wir noch einmal auf eine grössere Tour gehen werden. Wir sind alle weit über 60 Jahre alt, ich habe eine Enkeltochter und würde gerne mehr Zeit mit ihr verbringen», sagte Tom Petty in diesem Jahr dem «Rolling Stone». Der 66-jährige Musiker war auf Abschiedstour. Vor wenigen Tage trat er in Los Angeles aufgetreten und im November waren zwei Konzerte in New York geplant. Doch am Montag hatte er zuhause in Malibu bei seiner Familie einen Herzinfarkt erlitten. Reanimationsversuche waren vergeblich.
Tom Petty, 1950 in Florida geboren, gehörte zu den grössten amerikanischen Rockstars und feierte mit seinen Heartbreakers ab den 70er-Jahren Welterfolge. Songs wie «American Girl», «Free Falin'», «Refugee», «I Won't Back Down» und «Into the Great White Open» sind zu Evergreens der Rock- und Popgeschichte geworden. Der Rolling Stone listete Petty auf Rang 91 der 100 grössten Musiker sowie auf Rang 59 der 100 besten Songwriter aller Zeiten.
Tom Petty verschmolz in seiner Band den flackernden Gitarrensound von The Byrds mit dem aggressiveren Rock’n’Roll der Rolling Stones und fügte einen kräftigen Schuss aus den Südstaaten hinzu: Country und Folk. Charakteristisch war aber vor allem sein wispernder Gesang, sein schwermütiges Gemurmel zwischen Bob Dylan und Byrds-Sänger Roger McQuinn.
Eine Seelenverwandtschaft verband Petty mit Dylan. Sie komponierten zuerst zusammen, schliesslich gründeten sie mit Jeff Lynne, George Harrison und Roy Orbison 1988 die Traveling Wilburys, die zwei Jahre bestehen sollte. Danach produzierte er mit dem Star-Produzenten Rick Rubin eine Reihe von Alben mit glasklarem, schnörkellosen Rocksound. Das letzte Album «Highway Companion» erschien vor elf Jahren.
Tom Petty war in letzter Zeit vor allem in den USA unterwegs. In seiner Heimat war er ein gefeierter Superstar. Doch zog er die Publikumsnähe der Clubs den gigantischen Stadionkonzerten vor. «Das ist einfach der bessere Gig. Oder glaubst du, ich könnte vor 20'000 Leuten derart obskure Musik machen?», sagte er 1999. Seine Musik näherte sich einfachen Strukturen. «Ich merke, dass ich mit zunehmenden Alter dem Blues immer näher komme. Das ist Musik pur. Oh Mann, was gäbe ich dafür, wie Jimmy Reed zu sein».