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Die geplante Standseilbahn sollte direkt ab der Dorfstrasse in Langnau über eine Länge von 2,13 Kilometer hinauf zum Albispass führen.

Mit der Bahn ins Wintersport-Mekka
Die neuste Nummer der Langnauerpost steht ganz im Zeichen des Albis-Passes. Viel ausführlicher als noch vor sechs Jahren kann dabei die Geschichte der Albisbahn nacherzählt werden: In den 1930er-Jahren lag das vom Bundesrat bewilligte Projekt vor, eine Standseilbahn vom Bahnhof auf den Langnauer Hausberg zu führen. Es haperte allein mit der Finanzierung.
Es wurde mit der grossen Kelle angerichtet: Demnach sollte die Talstation nur 50 Meter von der Sihltalbahnstation Langnau entfernt an die Dorfstrasse zu liegen kommen. Die Bergstation war auf dem Albis vorgesehen, in Höhe der letzten Strassenkehre, beim so genannten Escherrank. Die Länge der Bahn war mit 2130 Metern vorgesehen. Sie sollte von der unteren Station auf 473 m.ü.M. zur Bergstation auf 771 m steigen und somit 298 Höhenmeter überwinden, und dies bei einem Steigungsgrad zwischen 7 und 27,5 %.
Die Linienführung sollte weitgehend dem Gelände angepasst werden. Geplant waren zwei gemauerte Viadukte, eines oberhalb der Talstation, ein zweites kurz vor der Einfahrt in die Bergstation. Mit eisernen Viadukten sollten die Renggerstrasse und das Bachtobel oberhalb Unter-Albis überbrückt werden. Die Albisstrasse sollte in einem 60 m langen Tunnel beim Unter-Albis unterfahren werden. Kurz oberhalb des Tunnels war eine Zwischenstation Unter-Albis vorgesehen.
Zwei Wagen von je 8,5 m Länge und einer Spurbreite von 1 m sollten je 80 Personen Platz bieten und mit einer Geschwindigkeit von gut 14 km/h in 9 Minuten hoch- und runterfahren, was eine Förderleistung von 440 Personen in jeder Fahrtrichtung entsprach. Die gesamten Baukosten wurden auf 1 Million Franken veranschlagt.
Das Konzessionsgesuch wurde am 18. März 1932 eingereicht. Am 5. April 1934 stimmte eine von 160 Stimmberechtigten besuchte Gemeindeversammlung oppositionslos der Zeichnung von 30’000 Franken Aktienkapital zu. Die benötigten Mittel konnten jedoch nur bis zur Hälfte beschafft werden. 1935 gab der Bundesrat den Initianten nochmals zwei Jahre Beschaffungsfrist, 1937 lehnte er eine weitere Verlängerung des Konzessionsgesuches jedoch ab.
Auf dem Weg zur Niederlage
Es ranken sich noch viele weitere Geschichten um den Albispass: Reformator Huldrych Zwingli soll 1531 auf dem Weg zum Zweiten Kappelerkrieg hier eine letzte, einschwörende Rede gehalten haben. Es nützte nichts: Die Zürcher verloren gegen die Innerschweizer, Zwingli wurde gefangen genommen und später getötet.
Bereits 1932 wurde ein kleiner Skilift eingerichtet. 1955 kam dann der grosse, der 1989 abgebrochen wurde, weil es keine langen Winter mit viel Schnee gab. Wenige hundert Meter stand während rund 15 Jahren, ab dem Winter 1935/36, eine Skisprungschanze. Mehrfach donnerten auch PS-Boliden den Berg hinauf. Ein erstes Rennen wurde 1905 ausgetragen, das letzte 1951. Insgesamt fanden in dieser Zeitspanne acht Rennen statt. (rr)
Werner Zuber, Redaktionsleiter