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Roger Federer steht am Australian Open zum fünften Mal im Final und hat am Sonntag die Chance, seinen 18. Grand-Slam-Titel, den ersten seit Wimbledon 2012, zu gewinnen. Unter Druck fühlt er sich deswegen nicht.
Roger Federer wiederholte es auch nach dem gewonnenen Fünfsatz-Krimi gegen Stan Wawrinka: «Nie hätte ich mir vorstellen können, bereits wieder so gut und so konstant zu spielen.» Als es im vierten Satz nicht mehr so gut lief, habe er sich gesagt: «Relax! Das Comeback ist jetzt schon grossartig. Lass es einfach von deinem Racket fliegen.» Diese Einstellung hat ihn in den Final gebracht, und sie soll ihn auch da zum Erfolg führen.
«Das ist vielleicht zum ersten Mal ein Final, den ich nicht gewinnen muss», erklärte der 17-fache Grand-Slam-Champion (vier in Australien). «Ich muss es entspannt angehen, als ob ich nichts zu verlieren habe. Das hat bis jetzt tiptop funktioniert, also ziehe ich das weiter.»
Nicht ganz so überrascht vom starken Comeback ist Coach Severin Lüthi, auch wenn er sagt, der fünfte Satz gegen Wawrinka hätte «in beide Richtungen kippen» können. Der Schweizer Davis-Cup-Captain spürte aber bereits beim Training im November und Dezember in Dubai, dass Federer wieder stark sein würde. «Er hat brillant trainiert. Ich sagte ihm: Du kannst das Australian Open gewinnen.»
Dafür muss der 35-jährige Basler am Sonntag (9.30 Uhr Schweizer Zeit) Rafael Nadal oder Grigor Dimitrov bezwingen. Gegen den Spanier hat er sechs von acht Grand-Slam-Finals (viermal in Paris, einmal in Wimbledon sowie 2009 in fünf Sätzen in Melbourne) verloren, gegen den als Nummer 15 gesetzten Bulgaren in fünf Partien noch nie verloren. Dimitrov steht erst zum zweiten Mal nach Wimbledon 2014 (Viersatz-Niederlage gegen Novak Djokovic) in einem Grand-Slam-Halbfinal.
«Es wird gegen jeden der beiden kompliziert», weiss Federer. Zumindest die Adduktoren, die er sich nach dem vierten Satz behandeln liess, sollten kein Hindernis sein. Er habe sie während des gesamten Spiels gegen Stan gespürt und sie hätten ihn langsamer gemacht. «Aber es ist nichts, das mir für den Final sorgen macht.»
Lustiges Detail am Rande: Neben Federer steht auch bei den Frauen die Nummer 17 der Welt, Venus Williams, im Final. Und der letzte Spieler, der als Nummer 17 des Turniers einen Grand-Slam-Final erreichte, war Pete Sampras am US Open 2002. Der Amerikaner gewann dann seinen 14. und letzten Major-Titel.
Und letztmals gewann Federer am French Open 2009 zwei Fünfsatz-Matches im gleichen Turnier (gegen Tommy Haas und Juan Martin del Potro) – und am Ende den Titel. «Das kann man als gutes Omen sehen», meinte der Schweizer lächelnd, bevor er in die Melbourner Nacht verschwand. Froh über zwei freie Tage. (pre/sda)