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Eine Stadt, die wir immer mal wieder ansteuerten, war Hoorn. Abends gaben wir uns natürlich auch gerne dem speziellen Charme dieser niederländischen Hafenstadt hin. Allerdings wurde mir erst kürzlich bewusst, dass Hoorn zwei berühmte Söhne hat, die auf der Weltkarte ihre Spuren hinterlassen haben. Ihre Namen sind Willem Cornelisz Schouten und Jakob Le Maire.
Wie es sich für Abkömmlinge einer Segelnation gehört, begnügten sie sich nicht mit dem Ijssel- und Wattenmeer, sondern bereisten die Weltmeere. Ihr Auftrag war, einen Weg nach Niederländisch Indien zu finden, der nicht um das Kap der guten Hoffnung und nicht durch die Magellanstrasse führte. Auf diesen Wegen hatte nämlich die Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC) das Monopol. Und heute vor 405 Jahren fanden sie tatsächlich eine Route um die Südspitze Südamerikas, die sie nach ihrer Heimatstadt Kap Hoorn nannten.
Die Tragik bestand darin, dass die Söhne Hoorns in Java aufgegriffen und in Ketten gelegt wurden. Man glaubte ihnen nicht, dass sie einen alternativen Seeweg gefunden hatten, was nur bedeuten konnte, dass sie die verbotene Magellanstrasse befahren hatten. Ihre Schiffe wurden konfisziert und Schouten und Le Maire als Gefangene in die Niederlande zurückgeschickt. Le Maire, erst 31-jährig, überlebte die Rückfahrt nicht. Sein Vater ging vor Gericht. Und nach einem dreijährigen Prozess erhielt er Recht. Der finanzielle Schaden musste von der VOC erstattet werden, und es wurde offiziell anerkannt, dass sein Sohn zusammen mit Schouten den Weg um Kap Hoorn entdeckt hatte.
Auch auf unseren Segeltörns kamen wir uns zuweilen wie Weltreisende vor. Und wir erlebten durchaus unsere Abenteuer. Wir entdeckten zwar keine neuen Seewege. Dafür sind alle gesund wieder nach Hause gekommen.