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Tag 178 Schnee, Schnee, Schnee
Sälü Zäme,
Es war eine kalte Nacht im Wohnwagen, die Temperatur fiel auf 1,8° Grad. Aber ich konnte ganz gut schlafen. Es hörte endlich auf zu regnen, aber es begann zu schneien. Im Nachhinein hätten wir die letzten 500 Höhenmeter am Vortag erklimmen müssen. Wir packten unsere Sachen so schnell es ging und versuchten die Fahrt über den Pass. Nach den ersten Höhenmetern merkten wir, dass die Naturgewalt zu groß war. Meine Ausrüstung war zu schlecht, um das Rad über den Pass zu schieben.
Verschwitzt und mit kalten Zehen gingen wir zurück zum Laden am Anfang des Skigebietes Goderdzi. Dort angekommen, wärmten wir uns auf und fragten, ob wir einen Bus nehmen könnten. Schließlich machten die Leute dort einen Deal mit uns. Sie hatten einen weißen Lieferwagen und unsere beiden Fahrräder passten in den Laderaum. Für etwa 60 Chf fuhren sie uns nach Akhaltsikhe, 60 km entfernt. Stefan und ich teilten uns die Kosten. Die Leute im Laden machten dann noch kurz Inventur und prüften, was sie noch aus der Stadt brauchten und dann ging es los.
Dies war das erste Mal, dass ich wegen der Naturgewalten ein motorisiertes Fahrzeug zum Reisen nehmen musste. Die Fahrt war angenehm. Wir stellten fest, dass die Fahrt über den Pass nicht mit dem Fahrrad möglich war. Die ersten 30 km der Straße waren Schutterweg. Die Fahrräder waren aber gut verstaut. Der Verschleiß der Autos auf dieser Strecke muss enorm sein. Es dauert noch eine Weile, bis die Straßen gebaut sind.
Wir erreichten die Stadt Akhaltsikhe. Wir suchten eine Herberge. Wir hatten ein gutes Hostel gefunden. Aber als wir läuteten, antwortete niemand. Wir gingen in den Vorhof und suchten die Rezeption. Schließlich sahen wir die Großmutter, die vor einem Fernseher saß und in irgendeine Tätigkeit vertieft war. Schließlich klopfte ich so fest an das Fenster, dass die Frau uns bemerkte.
Nach einem Telefongespräch mit dem Sohn oder Enkel teilte er uns mit, dass wir kein Zimmer in dem Hostel bekommen konnten, aber er schickte uns in das Gästehaus seiner Familie Wine Garden Rabati. Das Gästehaus war fantastisch. Dort lebte eine ganze Familie, und wir hatten ein Zimmer mit zwei Betten und einem Kamin. Aber wir hatten nicht viel Zeit zu verlieren und haben erst einmal alles sauber gemacht. Zuerst die Fahrräder mit den Taschen. Wir sind mit den Rädern zu einer Waschanlage gefahren und haben den Schlamm entfernt. Dann mussten noch die Bremsen frisch eingestellt werden. Der Schlamm hat die Bremsbeläge stark angegriffen.
Zurück im Gästehaus gab es eine Materialkontrolle und ich muss sagen, dass ich von Ortlieb enttäuscht bin. In einigen Taschen war Wasser drin und viele Sachen sind nass geworden. Alles wurde zum Trocknen gelegt. Nach dem Duschen wurden alle schmutzigen Sachen in die Waschmaschine gesteckt.
Endlich ein Moment, um zu Atem zu kommen. Ich sprach mit unserer Gastfamilie und sie erzählte mir, dass es eine Live-Veranstaltung auf der Burg Akhaltsikhe gab. Ich beschloss schnell mir das anzusehen und Stefan blieb im Haus. Alle meine warmen Klamotten waren in der Waschmaschine, aber ich hatte Glück und bekam einen Pullover und eine Jacke von meinen Gastgebern.
Ich hatte eine junge Fremdenführerin und wir gingen zum Schloss. Ich sah die letzten Momente der Aufführung von georgischen Tänzern und Musik. Alle waren gut kostümiert und die Tänzer waren ziemlich wild. Die Frauen sahen aus wie Prinzessinnen aus dem Mittelalter. Es war kurz, aber sehr schön. Ich machte noch einen letzten Rundgang und sah mir das Schloss an, dann ging ich zurück zum Gästehaus.
Georgy kam und bot mir ein Sandwich an. Ich hatte schon lange kein gutes Sandwich mehr gegessen und war froh über das Angebot. Stefan bekam auch eins und es war stark gewürzt. Mit vollen Mägen schliefen wir ein.
Das war alles.
Tschüss Zäme…