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Depression
Finden Sie in diesem Dossier:
- einen Test in 3 Fragen für eine erste Einschätzung Ihrer Laune.
- eine Telefon-Hotline, die orientiert und über Fragen zur Depression informiert.
- die Erklärungen eines Tabakologen über die Zusammenhänge zwischen der Tabaksucht, dem Rauchstopp und der Depression (Antworten auf die Fragen unserer Webseitenbesucher).
Stimmungsschwankungen und Deprimiertheit sind häufige Entzugserscheinungen. Es gibt Möglichkeiten, diese zu mildern (siehe Rubrik "Mit dem Entzug umgehen").
Aber die Grenze zwischen dem Deprimiertsein und der Depression ist nicht immer eindeutig, und der nachfolgende Test erlaubt eine schnelle Einschätzung. Eine Telefon-Hotline existiert seit kurzem, die orientiert und auf Ihre Fragen antwortet.
Deprimiertsein oder Depression?
Der folgende Test erlaubt eine erste Einschätzung seiner persönlichen Laune und eine Evaluierung, ob eine Beratung nützlich sein kann. Dieser Test wurde durch die Alliance genevoise contre la dépression erstellt. Während den letzten 2 Wochen:
A. Haben Sie sich deprimiert oder hoffnungslos gefühlt?
0 = Ueberhaupt nicht
1 = Während mehreren Tagen
2 = Während mehr als der Hälfte der Tage während den letzten 2 Wochen
3 = Fast jeden Tag
und/oder
B. Fanden Sie Ihre Tätigkeiten uninteressant oder hatten Sie keine Freude daran?
0 = Ueberhaupt nicht
1 = Während mehreren Tagen
2 = Während mehr als der Hälfte der Tage während den letzten 2 Wochen
3 = Fast jeden Tag
Wenn Ihr Resultat gleich oder höher als 3 ist, leiden Sie vielleicht an einer Depression. Zögern Sie in diesem Fall nicht, einen Arzt oder eine Gesundheitsfachperson zu kontaktieren oder der Telefon-Hotline anzurufen (Telefonnummer nachfolgend).
Benötigen Sie Hilfe? +41 22 305 45 45 (Lokaltarif)
Eine Telefon-Hotline zur Information, Beratung und Orientierung über Depression antwortet auf Ihre Fragen von Montag bis Freitag von 14 Uhr bis 18 Uhr.
Für wen?
Die Telefon-Hotline richtet sich an Personen mit Anzeichen einer Depression, sowie deren Angehörige, aber auch an Personen, die sich einfach nur über die Krankheit informieren möchten. Sie beantwortet ebenfalls Fragen von Aerzten und Gesundheitsfachpersonen, die in Kontakt mit zu Depression neigenden Personen sind.
Die Alliance genevoise contre la dépression ist ein Programm des kantonalen Gesundheitsförderungs und Präventionsprogramms, das durch das Departement für regionale Angelegenheiten, Wirtschaft und Gesundheit (département des affaires régionales, de l’économie et de la santé, DARES) koordiniert wird.
In Zusammenarbeit mit den Hôpitaux Universitaires de Genève (HUG) und den folgenden Vereinen: Genfer Aerzte (AMG), Genfer Psychologen (AGPsy), Apotheker und Apotheken in Genf (pharmaGenève), Dialogai, Trajectoires, Stop-suicide.
Deprimiertsein, Depression und Tabaksucht (FAQ)
I. Frage: Ich habe am 1. Januar 2007 mit Rauchen aufgehört... Ich fühle mich seither nicht gut... Es kam schleichend... Ich habe das Gefühl, den ganzen Tag ängstlich zu sein, ich weine dauernd, sobald ich zu Hause bin und habe Schlafstörungen... Nachts drehe ich mich von einer Seite auf die andere und tagsüber schlafe ich! Was soll ich tun? Welches Medikament soll ich einnehmen?
Antwort: Es ist sehr wahrscheinlich, dass Ihre Symptome auf eine Depression zurückzuführen sind, die sich im Allgemeinen 1-2 Monate nach dem Rauchstopp manifestiert. In den meisten Fällen ergibt sich spontan eine Besserung. Manchmal braucht man die Hilfe einer Gesundheitsfachperson und ein Medikament über eine begrenzte Zeitspanne.
Wenn Ihre Symptome anhalten, empfehle ich Ihnen, Ihren Arzt aufzusuchen. Nur Mut und machen Sie so weiter.
II. Frage: Ich habe mich zum Rauchstopp entschlossen. Vor 4 Jahren hatte ich eine Depression und habe Angst, nach dem Rauchstopp wieder eine zu haben. Zu dieser Zeit fühlte ich mich sehr müde und nervös. Handelt es sich nun nur um Angst?
Antwort: Man muss sich darüber im Klaren sein, dass der Rauchstopp bei Personen, die schon einmal eine Depression hatten, erneut eine Depression auslösen kann. Ich empfehle Ihnen, einen Arzt aufzusuchen (Psychiater). Er kann Ihnen im Voraus ein Antidepressivum verschreiben, vor dem Rauchstopp, zur Prävention.
Müdigkeit und Aengstlichkeit sind Anzeichen einer Depression.
Das neue Medikament Bupropion ist auch wirksam gegen diese Störungen. Siehe www.stopnow.ch (auf Französisch) und www.zyban.com (auf Englisch). Ein während 3 Monaten nach dem Rauchstopp eingenommenes, genügend hoch dosiertes Nikotinersatzprodukt (Patch mit starker Dosis und Kaugummi) kann die durch den Nikotinmangel verursachten Störungen wie die Depression vorbeugen.
III. Frage: Hören Sie auf, sagten sie, hören Sie mit Rauchen auf, es wird Ihnen besser gehen. Und ich habe daran geglaubt. Mit oder ohne Antidepressivum geht es nicht mehr. Es hat mit geholfen, aber es funktioniert nicht mehr. Ich habe es für 2 Wochen aufgegeben und bin krankgeschrieben. Aber ich kann so nicht leben. Ich denke, dass ich reingelegt wurde.
Antwort: Ich verstehe Ihre Frustriertheit und Ihr Gefühl, reingelegt worden zu sein. Die von Ihnen erwähnte Depression betrifft Millionen weltweit in unterschiedlichem Schweregrad. Bei Ihnen scheint die Depression schwerwiegend zu sein und nicht gut auf die Behandlung anzusprechen. Sie halten den Tabakstopp für verantwortlich, was teilweise richtig ist. Als Sie rauchten, haben Sie sicher die antidepressive Wirkung des Nikotins gesucht, was Ihre unterschwellige Depression übertüncht hat. Der Rauchstopp, d.h. das Absetzen des Nikotins, hat diese Depression aufgedeckt, an der Sie jetzt leiden, aber sie hat bestimmt mehrere Ursachen, darunter den Rauchstopp. Es ist möglich, dass Sie vielleicht später depressiv geworden wären, wenn Sie weitergeraucht hätten, aber das werden Sie nie mit Sicherheit wissen! Aber wieder mit Rauchen anzufangen wird sicher nicht Ihre Depression wie durch einen Zauber verschwinden lassen, und Sie legen sich selber rein, wenn Sie denken, dass Ihre Depression vergeht, wenn Sie wieder mit Rauchen anfangen würden. Sie haben sich noch nicht endgültig von der Zigarette verabschiedet, weil Sie denken, dass die Zigarette die Lösung ist. Ausserdem riskieren Sie grosse Gesundheitsprobleme, wenn Sie wieder mit Rauchen anfangen, wie chronische und oft sehr einschränkende Krankheiten wie ein Infarkt, Krebs oder chronische Bronchitis. Wollen Sie einen anderen Grund, deprimiert zu sein? Es gibt allerdings Behandlungen der Depression, deren Wirksamkeit nicht optimal für jede Person ist. Manchmal muss man mehrere Antidepressiva ausprobieren und die Dosis anpassen, bevor man dasjenige mit der besten Wirkung findet. Ausserdem gibt es die Psychotherapie durch einen Psychologen oder Psychiater, die aber regelmässig (wöchentlich) über mehrere Jahre stattfinden muss. Viele Depressive getrauen sich aber nicht, diesen Weg zu gehen, weil sie fälschlicherweise davon überzeugt sind, dass dies ihnen nicht helfen wird. Die beste Behandlung ist schliesslich die mit Antidepressiva kombinierte Psychotherapie. Haben Sie wirklich alle Behandlungsmöglichkeiten ausprobiert? Ich weiss nicht, wer Sie behandelt, aber wenn Sie von einem Allgemeinarzt beraten werden, lohnt es sich, einmal einen Psychiater aufzusuchen, um die Meinung eines Spezialisten einzuholen, da verschiedene Behandlungsmethoden nicht funktioniert haben. Wie jede/r deprimierte/r ExraucherIn müssen Sie schliesslich eine Beschäftigung finden, die Sie interessiert, indem Sie sich in etwas engagieren, das Sie zufrieden macht: Arbeit, Freizeit, soziale Betätigung. Glücklicherweise gibt es nicht nur die Zigaretten auf der Welt, die Freude machen. Diese neue Tätigkeit soll eine Aktivität werden, die Sie mit Freude ausüben, die in Ihrem Gehirn und Ihrem Leben die Zigarette ersetzt.
IV. Frage: Ich möchte wissen, wie lange man warten muss, bis das Schlimmste (das Unausstehlichste) der Nebenwirkungen vorüber ist.
Ich habe gerade meine 3. Woche hinter mir (Anfangs gab ich mehrmals nach, indem ich einige Zigaretten rauchte. Ich weiss nicht, ob das die Nebenwirkungen andauern lässt.) und möchte wissen, wann der Rauchzwang aufhört (oder sich zumindest beruhigt), und wann das grosse Deprimiertsein ein Ende hat... Als Mutter einer grossen Familie mit Kleinkindern kann ich mich nicht einfach dem kompletten Deprimiertsein überlassen. Ich habe 26 Jahre intensiver Tabaksucht hinter mir (zwischen 4 und 1 1/2 Zigarettenpäckchen pro Tag) und die Rauchstoppversuche haben die letzten 10 Jahre nie länger als 2 Tage gedauert, abgesehen von einer Woche im Alter von ungefähr 16 Jahren.
Antwort: Im Allgemeinen treten die Nikotinmangelerscheinungen 24 Stunden nach dem Rauchstopp auf, dauern maximal 48-72 Stunden und das Meiste klingt in 10-30 Tagen ab, je nach Abhängigkeitsgrad (Für Dich also mindestens 30 Tage!), und verschwinden ganz nach 6-8 Wochen. Jede Zigarette reaktiviert hingegen die Abhàngigkeit und dann den Entzug... Das durch typische Situationen, in denen der Exraucher früher rauchte, ausgelöste Rauchverlangen nimmt weniger schnell ab: in 6-12 Monaten mit einer Abnahme der Häufigkeit und Stärke; aber schon nach 1-2 Monaten sind es im Allgemeinen Ideen, die nicht mehr an ein Bedürfnis gekoppelt sind. Allerdings handelt es sich dabei um eine allgemeine Tendenz und es gibt nicht wenige Unterschiede von einer Person zur nächsten. Schliesslich können alle diese Symptome merklich reduziert werden, indem Nikotinersatzprodukte oder Zyban richtig dosiert eingenommen werden. Angesichts der Schwierigkeit des Entzugs empfehle ich Ihnen wirklich die Hilfe einer Fachperson. Dadurch erhöhen Sie Ihre Erfolgschancen wirklich.
|Depression and Smoking go Hand in Hand (Zusammenfassung auf Englisch)|