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Die Zielsetzung der Tantras ist identisch mit der der buddhistischen Sutren: die Befreiung aus dieser Welt, dem samsâra - jedoch mit den Tantras sind die dazu verwandten Mittel vermehrt: nicht allein ethisches Verhalten, Weisheit und Meditation werden eingesetzt, sondern auch Rituale, Sâdhanas, Mantren, Mandalas, Initiationen und Transformation.
Der uns heute vorliegende Text dieses Hevajra Tantra wurde um das 9. Jahrhundert in Indien zusammengestellt und einige Zeit später ins Tibetische und Chinesische übertragen. Es ist ein buddhistisches Tantra von zwanzig Kapiteln. Der Name basiert auf der männlichen Gottheit Hevajra, welche oft in Vereinigung mit der Göttin Nairatmya dargestellt ist, was die Vereinigung von Methode und Weisheit und die Befreiung von Anhaftung symbolisiert.
Hevajra ist ein halb zornvolles und halb friedvolles Wesen und symbolisiert das liebevolle Mitempfinden. Die Hauptform von Hevajra ist achtgesichtig und sechzehnarmig. Gemeinsam mit Hevajra manifestiert sich oft eine Versammlung von Dakinis. Die Dakinis spielen in den Buddha-Aktivitäten eine grosse Rolle.
Diese Lehren werden streng geheim gehalten und nur in mündlicher Form weitergegeben. Der fortgeschrittene Teil der Vollendungsphase besteht aus dem Auflösen aller Formen und dem Eingehen in den natürlichen Urzustand des Geistes.