Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03223.jsonl.gz/2137

Willkommen im Musikzimmer! Dies sind die empfohlenen Inhalte, Neuerscheinungen und Veranstaltungsankündigungen.
UK-Underground
Mit «UK-Underground» werden im Musikzimmer sowohl die britische populäre Musik aus en Anfangszeiten der Rockmusik bezeichnet (die Jahre zwischen 1966 und 1972) als auch die psychedelische Szene in London. Diese Szene entwickelt sich innerhalb der populären Kunstszene Londons, die zuerst unter dem Stichwort Swinging London bekannt wurde. Je nach dem, wie man die zeitlichen, sachlichen und sozialen Grenzen zieht, ist der UK-Underground Teil oder eine Folge von «Swinging London».
Die frühe Rockmusik wird mit den Adjektiven «psychedelisch» (siehe Mojo: Psychedelia UK oder Fact Magazine: 20 Best: UK Psych Records Ever Made) und «progressiv» beschrieben, ein Teil des Bluesrocks und des aufkommenden Hardrocks mit «heavy» (siehe Jon Savage: Heavy Weather 1968).
Anstoss
Es waren vor allem die psychedelischen Alben der Beatles, die anderen Musikern den Weg wiesen und den Labels zeigten, dass sich ernste Popmusik im Longlay-Format sehr gut verkaufen lässt und wegen dem höheren Verkaufspreis einer LP gegenüber einer Single mehr Umsatz generiert. Rubber Soul, Revolver und Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band stiessen britische (und amerikanische) Musik an, die psychedelisch klang und von der man als «progressiver» sprach.
Vielfalt
Die Bandbreite dieser Musik war weit. Progressiv waren nicht nur Progressive Roch bzw. Progrock und Psychedelic Rock, sondern Bluesrock, Folkrock, Rootsrock, Hardrock oder Poprock. Eigentlich bildeten sich diese genannten Sparten der Rockmusik erst aus. Bei vielen Rock-Bands, die zwischen 1967 und 1972 musizieren, hört man eine Stilistische Unentschiedenheit. Etwa Deep Purple spielen Progressiverock und Hardrock, Led Zeppelin spielten Bluesrock, Hardrock und Folkrock. Die ganze stilistische Bandbreite fand damals ein gemeinsames Rockpublikum: junge Leute, die lange Haare trugen, gern rauchten / kifften und Musik kontemplativ hörten. Die einen lasen die Lyrics mit, die anderen konzentrierten sich auf die neuartigen Sounds von exotischen und elektronischen Instrumenten sowie von elektrischen Gitarren (und zuweilen Orgeln), die durch Effektgeräte gespielt wurden.
Die Labellandschaft
Das erst britische Label, das in die neue Untergrundmusik investierte war Island (während es in den USA Elektra war). Die Mainstream-Labels sprangen indes schnell auf den fahrenden Zug auf. Doch gründeten sie Sublabels mit eigenem Personal, das auf Rockmusik spezialisiert war. Die britische Niederlassung von Liberty ist hier zu nennen. EMI gründete Harvest, Philips Vertigo. Hinzukamen Neugründungen wie Immediate, Charisma und Chrysalis.
Martin Powell schrieb das einschlägige Buch über die Szene und er verfasste einige Booklets von Compilations (z.B. Legend Of A Mind: The Underground Anthology, Revolution. Underground Sounds Of 1968, Banquet Underground Sounds Of 1969, Taking Some Time On. Underground Sounds Of 1970 und Breakthrough. Underground Sounds Of 1971).
Querverweis
– Musikzimmer: Spreadsheet «UK-Underground» (work in progress)
Link zum Inhalt: [M]