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Projektwettbewerb
Bis zum Fall der Stadttore trennte sich die Stadt Frauenfeld deutlich von ihren Vorstädten ab. Durchs Kronentor (bei der katholischen Kirche) gelangte man in die «obere» Vorstadt, deren Wohnhäuser und Scheunen sich links und rechts der «Erchingerstrasse» aufreihten – mit Ausnahme einiger weniger zurückgestaffelten Bauten. Auf gleicher Ebene mit der Stadt gelegen, hing die «obere» Vorstadt sehr eng mit der Innenstadt zusammen. Viele Stadtfamilien besassen hier Land und Ökonomiegebäude.
Anders zeigten sich die Verhältnisse westlich der Stadt. Das Niedertor, flankiert vom Schloss, bildete einen deutlicheren Trennstrich gegen die «niedere» Vorstadt. Die Höhendifferenz der Schlosshalde schied «unten» und «oben» ganz klar. Hatten sich an der Schlosshalde in früheren Zeiten vor allem die feuergefährlichen und lärmigen Berufe, die in der Stadt weniger gern gesehen waren, angesiedelt, so zog das Gebiet immer mehr jene Betriebe an, welche sich das Wasser und die Wasserkraft der Murg zunutze machen wollten. Das reichte von der Bleicherei, der Mühle, der Sägerei, der Färberei, der Gerberei bis zu den später entstandenen Maschinenfabriken, Schlossereien, und anderen kleinen Industrien. Diese verschiedenen Gewerbe- und Handwerksbetriebe gaben (und geben) der «niederen» Vorstadt ihr besonderes Gepräge. Die Strasse vom Schloss her erreicht nach dem Murgübergang ihren tiefsten Punkt, steigt wieder leicht an und führt auf eine neue Ebene, in die «Ergaten». In alten Dokumenten werden die Gebäude hier als «auf den oberen Ergeten» gelegen bezeichnet. Die alte Herberge «Zum Kreuz» mit der schräg gegenüberliegenden Trotte – es waren früher einmal sechs Trotten hier – bildeten noch um 1825 gleichsam den Abschluss der Stadt Frauenfeld. Weiter westwärts endete die zusammenhängende Überbauung, und nach dem Siechenhaus (heute ungefähr Zürcherstrasse 106a) war bis zum Schönenhof kein einziges Haus mehr anzutreffen. Beim Siechenhaus bog die Strasse (heutige Walzmühlestrasse) nach Elgg ab; wenige Schritte weiter westwärts, bei der Kreuzung mit der Laubgasse und dem Weg nach Junkholz, endete das eigentliche Stadtgebiet.