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Im Sandwich
Die Schweiz befand sich heute in einer sogenannten Sattelpunktlage oder anders ausgedrückt im Sandwich von verschiedenen Luftmassen. Was dies genau bedeutete, erfahren Sie in den folgenden Zeilen.
Ein Sattelpunkt ist beispielsweise eine Sitzposition auf einem Pferd. Ober es kann ein Pass in den Alpen, also eben eine Einsattelung sein. Oder, wer hätte das gedacht, ein meteorologischer Ausdruck. Es ist, wie die meisten von Ihnen wahrscheinlich richtig angedacht haben, die Konstellation von Druckzentren (in höheren Luftschichten), welche namensgebend ist. Und zwar illustriert die folgende Grafik die heutige Situation recht gut:
Für eine Sattelpunktlage sind zwei gegenüberliegende Hochs und zwei gegenüberliegende Tiefs nötig. Es ist sozusagen ein Vierer-Druckfeld, wobei die Region in der Mitte dieser vier Druckzentren die eigentliche Sattelposition darstellt.
In der obigen Grafik liegt ein Tief südlich der Schweiz über dem Tyrrhenischen Meer, ein weiteres Tief liegt über Nordeuropa (das Druckzentrum ist nicht mehr zu sehen). Westlich/südwestlich und östlich der Schweiz liegen Hochausläufer, bzw. sogenannte Rücken. Oder einfacher ausgedrückt: der Wind dreht in einem antizyklonal gekrümmten Feld (Hoch) im Uhrzeigersinn, was östlich der Schweiz anhand der schwarzen Windpfeile sehr gut, westlich/südwestlich von unserem Land etwas weniger gut erkennbar ist.
Die Schweiz lag also recht genau zwischen diesen Druckzentren, sozusagen im Sandwich. Die Winde in der Höhe waren entsprechend meist schwach und wehten aus unterschiedlichen Richtungen, je nachdem, wo im Schweizer Luftraum man sich genau befand.
Nun gibt es verschiedene Arten von Sattelpunktlagen:
- Symmetrisch: zyklonale (tiefdruckbestimmte) und antizyklonale (hochdruckbestimmte) Strömung halten sich die Waage.
- Antizyklonal: bei dieser Art von Sattelpunktlagen haben die Hochdruckzentren einen höheren Einfluss. Es ist normalerweise mit ruhigem Wetter zu rechnen, bei welchem kein Luftmassenaustausch stattfindet.
- Zyklonal: bei dieser Art von Sattelpunktlagen sind die Tiefdruckzentren eher wetterbestimmend. Die (zusammenströmende) Luft sorgt für viel Bewölkung und teils Niederschlag, je nach Jahreszeit auch für Gewitter.
Wie so häufig kann die Theorie nicht eins zu eins auf die Praxis angewendet werden. So kann die heutige Sattelpunktlage nicht eindeutig einer Art zugewiesen werden. Was man allerdings sagen kann, ist, dass die heutige Lage im Tagesverlauf einen immer zyklonaleren Charakter erhielt. Dies vor allem darum, weil im Tagesverlauf aus Südosten immer dichtere mittelhohe und hohe Schichtwolken herangeführt wurden, und es bis gegen Abend vor allem zwischen dem Tessin und dem Unterengadin einige Niederschläge gab. Auswirkungen also, die mit dem Tief über dem Tyrrhenischen Meer zusammenhängen.
Das gegenüberliegende Tief hatte heute noch wenig Einfluss auf unser Wetter. Eine wenig aktive Kaltfront, welche sich heute von der Ostsee über Deutschland bis nach Frankreich erstreckte, wird jedoch von diesem Tief auf morgen Dienstag zur Alpennordseite gelenkt. Erste Ausläufer in Form von etwas mehr Bewölkung war heute bereits über dem Jura sichtbar.
Der Jura erfuhr heute also ein deutlich anderes Wetter als zum Beispiel das Engadin. Und dazwischen? Dazwischen, etwas genauer gesagt im Mittelland, befand man sich längere Zeit mehr oder weniger genau zwischen diesen beiden verschiedenen Luftmassen in einer eher etwas stabileren Zone, womit auch der Einfluss der beiden Hochs westlich/südwestlich und östlich der Schweiz auszumachen war. Im Tagesverlauf nahm dann aber auch im Mittelland die Bewölkung aus Südosten immer mehr zu, und zudem bildeten sich einige flache Quellwolken.
Also, wie Sie spätestens jetzt wissen, hat eine Sattelpunktlage nicht nur mit Pferden zu tun.