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Die fruchtbarkeitserhaltende Operation bei Gebärmutterhalskrebs
Bei Patientinnen mit bestehendem Kinderwunsch, die an Gebärmutterhalskrebs erkrankt sind, führen wir bis zu einer Tumorgrösse von 2 cm eine sog. radikale vaginale Trachelektomie nach Dargent durch. Bei der Trachelektomie werden zwei Drittel des Gebärmutterhalses und die innere Hälfte des Halteapparates der Gebärmutter entfernt, der Gebärmutterkörper und der innere Muttermund bleiben erhalten. Dadurch bleibt auch die Möglichkeit einer späteren Schwangerschaft ohne eine Erhöhung des Rückfallrisikos erhalten.
Die nervschonende modifizierte Operation bei Gebärmutterhalskrebs nach Prof. Possover
Über lange Zeit hinweg bis fast zur Mitte des 20. Jahrhunderts war der übliche operative Zugangsweg bei der Therapie des Gebärmutterhalskrebses über die Scheide. Über diesen Zugang war das Infektionsrisiko geringer als bei einer offenen Operation mit Bauchschnitt, da noch keine Antibiotika zur Verfügung standen. Die Operation wurde zu dieser Zeit auch wesentlich radikaler durchgeführt, eine Lymphknotenentfernung war allerdings nicht möglich. Da die Lymphknotenentfernung heute laparoskopisch durchgeführt werden kann, konnte die radikale vaginale Gebärmutterentfernung wieder eingeführt werden. Damit wurde die Radikalität der Operation erhöht und die Krankheitshäufigkeit drastisch gesenkt. Die radikale vaginale Entfernung der Gebärmutter mit laparoskopischer Lymphknotenentfernung wird immer noch als "neue Methode" bezeichnet.
Um die Radikalität der Operation bei grossen Tumoren zu erhöhen, wurde eine weitere Methode von Prof. Possover entwickelt (LARVH, laparoskopisch assistierte radikale vaginale Hysterektomie), bei der mehr Gewebe am Gebärmutterhals entfernt werden konnte. Durch die erhöhte Radikalität dieser Operation kam es aber auch zu vermehrten Blasenfunktionsstörungen nach der Operation. Aus diesem Grund wurde eine nervenschonende, d.h. modifizierte LARVH-Methode entwickelt. Da mit der Laparoskopie eine 10- bis 15-fache Vergrösserung der Strukturen und Nerven möglich ist, können die beteiligten Nerven sichtbar gemacht und anschliessend während der Operation geschont werden. Zur Identifikation dieser Nerven wird die LANN-Technik verwendet. So können Blasen- und Darmnerven geschont werden, ohne dass Einbussen an Radikalität bei der Operation in Kauf genommen werden müssen.