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Ist das wirklich der Barfüsserplatz? Eine Ansicht aus dem Jahr 1820
Den Barfi erkennt man auf diesem Bild kaum mehr, es zeigt den Platz mit Blick in Richtung Steinenvorstadt. Kein Wunder, denn der Maler Maximilian Neustück (1756-1834) hielt 1821 das Leben auf dem Seibi fest, bevor ein Teil der Klosterbauten mitsamt der angrenzenden Stadtmauer und ihren Türmen, dem Wasser- und Eselsturm abgerissen wurde. Auf dem Platz - damals noch als «Säuplatz» wegen des Schweinemarktes und bis heute den Baslern als «Seibi» bekannt - herrscht reges Treiben von spazierenden, sich unterhaltenden oder arbeitenden Menschen. Links aussen war die Mädchenschule sowie die Pfarr- und die Schaffnerwohnung; im Hintergrund die Almosenverwaltung oder auch Almosenschaffnei genannt, der Wasserturm und der Eselsturm. Das Haus «Zum Vogel Strauss» mit dem namengebenden Motiv als Fassadenmalerei schliesst das Bild rechts ab. Dem Maler ist der «Seibi» nur zu gut bekannt gewesen, wohnte er doch am Barfüsserplatz 20. Damals war das Haus unter dem Namen «Im Grünen Eck» als Künsterhöhle bekannt.
Ein Kaufhaus am Barfüsserplatz
33 Jahre nach dem Bild von Maxiliman Neustück zeigte sich der Barfi in einem ganz anderen Licht. Zwar gab es noch immer den Schweinemarkt, aber auch einen gewaltigen Neubau. Es war die Zeit der grossen Warenhäuser und 1840 mietete die Kaufhausanstalt die Barfüsserkirche zu Lagerzwecken. Der Architekt Christoph Riggenbach baute die Barfüsserkirche zu ihrem neuen Zweck um: Der Kreuzgang erhielt drei grosse Einfahrtstore. Nischen, Gemälde und Grabdenkmäler verschwanden mit den zahlreichen Erneuerungen. So wurde 1846 das neue Kaufhaus bezogen, und es war ein teurer Bau: statt 350'000 kostete das Gebäude 430'000 Schweizer Franken. Während der nächsten dreissig Jahre brachten Händler ihre Ware zum Barfi, wo Zwischenhändler diese in Empfang nahmen. Da die Ware verzollt werden musste, gab es sogar ein Zollbüro am Barfüsserplatz. Doch mit den Jahren verlor das Kaufhaus seine ursprüngliche Bedeutung, das Zollbüro wurde an die Grenze verlegt und das Kaufhaus schliesslich liquidiert. Heute erinnert noch der Name der «Kaufhausgasse» nördlich der Kirche an dieses Kapitel der Vergangenheit.
1865 fiel die Barfüsserkirche an den Stadtrat zurück und 1973 musste die Anlage mit den drei Toren aus Platzmangel abgebrochen werden, denn ein weiteres Grossprojekt wurde gebaut: Der Musiksaal des Stadtcasinos.
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