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Ratet mal wieviel der Becher mit Inhalt gekostet hat? $ 1,39! Und ich kann immer wieder für $ 1 nachfüllen gehen… Da sagt ich mal prost!
Laut ertönt die Musik: „Tradition – Traaadition – Tradition! Tradition – Traaadition – Tradition!“. Ich glaube dies ist eines der besten Musicals, welches je aufgeführt wurde. Fiddler on the Roof! Ich geniesse die drei Stunden Film auf dem Weg Richtung Omaha Nebraska (sie Karte). Die ganze Familie ist unterwegs in Richtung Creigthon College, wo Susi (älteste Host-Schwester) studiert. Nach der siebenstündigen Fahrt geht es direkt zu einem Baseballspiel, von welchem Susi einer der Athletiktrainer ist. Als ich mein Ticket am Eingang zeige und erfolgreich durchkomme, stoppt mich ein ca. 2 Meter grosser Mann. Ich habe keine Ahnung wieso. Er sagt ich solle mich umdrehen und den Hut abnehmen. Als ich mich rätselnd umdrehe und ein Musik zu spielen beginnt, und ich mich schliesslich der Amerikanischen Flagge zuwende, geht mir ein Lichtlein auf. Die Nationalhymne wird gespielt und alle stehen wie auf Pause gedrückt still und singen stolz die Nationalhymne. Ich denke mir, zumindest hinein lassen hätte er mich können. Naja, Amerikaner und ihr Nationalstolz, den sie unbedingt auch Ausländern beibringen wollen. Aber wir möchten jetzt nicht zu politisch werden. Wer noch nie Baseball geschaut hat, dies ist die Sportart bei dem eine Person einen kleinen Ball auf eine andere Person wirft, während die andere Person versucht, diesen flinken Ball mit einem grossen Schläger zu treffen und danach versucht eine Runde zu laufen. Dies eine sehr grobe Erklärung – wer sich da mehr interessiert sollte sich Google zum Freund machen (kleine Werbeeinblendung). Unser Team, die Bluejays, gewinnen und wir gehen alle fröhlich und zufrieden zur Wohnung von Susi. Sie lebt mit zwei Mitbewohnerinnen in einer Art Studenten-WG. Wir schauen den Film „August Rush“ und gehen zufrieden ins Bett. Wobei Sofa und Luftmatratze anstelle von Bett treffender wäre. Der Freitag, den die Amerikaner aus Gründen von Religionsfreiheit, „Good Friday“ nennen, ist vorbei. Wir würden diesen Feiertag einfach Karfreitag nennen.
Am Samstag geht es an ein zweites Baseballspiel. Dieses Mal verliert unser Team, aber wenigstens opfert sich Susi auf und bringt mir ein Souvenir. Einen College NCAA Baseball! Mit Freude nehme ich den entgegen!! Zum Nachtessen geht es in ein gutes Fast Food Restaurant. Kein Vergleich mit dem, was wir in der Schweiz als Fast Food bezeichnen. Ich bestelle mir den „Hot Big Red Burger“ mit Pommes Frites – oder wie man sie hier nennt „French Fries“. Ich muss den Burger in zwei Hälften schneiden. Wer sich je gefragt hat, ob es Burger in Grösse eines Volleyballs gibt, dem kann ich bestätigen: es gibt sie… Und ich habe einen auf meinem Teller. 1 Pfund Burger, ¼ Pfund Käse, tonen weise Salat, Tomaten, Gurken und Zwiebeln und natürlich ein gigantisches Brot. Es schein eine „Mission Impossible“ aber ich schaffe auch diesen Burger und war nicht einmal überessen um ehrlich zu sein. Nach diesem triumphalen Sieg über den gigantischen Burger, den grössten den ich je gesehen und gegessen habe, und der in der Schweiz aus gesundheitlichen Gründen nie erlaubt werden wird, gehen wir zu einem Eiscrème Ort. Und ich geniessen das Tüpfchen auf dem „i“. Dan schreibt später meiner Mutter einen Essbericht, um die Mengen, die ich vertilge, zu verarbeiten. Zum Tagesabschluss werden Ostereier gefärbt. Eine spezielle Technik, die ich in dieser Form noch nie angetroffen habe. Wir tauchen die Eier wie beim Kerzenziehen in Farbtöpfchen. Natürlich kann man auch verschiedene Farben kombinieren und/oder nur halb färben. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Insgesamt färben wir 16 Eier.
Am nächsten Morgen sind die besagten Eier wie vom Erdboden verschluckt. Jemand oder etwas muss sie gestohlen haben. In der Nacht habe man Geräusche gehört und ein Schatten in Form eines Hasen gesehen. Wir gehen in den Gang und plötzlich finden wir ein Ei. Sarah, Cortney (Susi’s Mitbewohnerin) und ich suchen nach den Eiern. Wir finden eins nach dem anderem in den Gänge des College Wohnhauses. Schliesslich machen wir uns bereit, um zum Osterngottesdienst in einer katholischen Kirche zu gehen. Ich habe extra dafür schöne Hosen und ein schönes Hemd mitgenommen. Ich staune nicht schlecht, als wir ins Gebäude eintreten, welches überhaupt nicht wie eine Kirche aussieht. Der Gottesdienst beginnt. Modern mit Band, Schlagzeug, Elektro Gittare, Bass, drei Sängern und mit Worship Rock Musik. Nirgends sind Bilder oder Kreuze zu sehen. Auch was man sonst in einer Katholischen Kirche erwarten würde sucht man vergeblich. Ich wundere mich sehr und denke mir, dies muss wohl eine sehr moderne Katholische Kirche sein. Sie zeigen einen Film an dem gezeigt wird, wie Jesus Christus am Kreuz für unsere Sünden gestorben, und dann wieder auferstanden ist. Gut zu wissen, an einen barmherzigen Gott zu glauben auf den man sich jederzeit verlassen kann. Als der Priester die Predigt hält und ich entsetzt einen Ehering an seiner linken Hand ausfindig mache, wundere ich mich doch sehr. Nach dem Gottesdienst frage ich, ob dies wirklich ein Priester sei und so erfahre ich, dass wir in einer reformierten Kirche sind und sie vergessen haben, es mir mitzuteilen. Wieso es eine Planänderung gab, möchte ich an dieser Stelle nicht erwähnen. Jedenfalls kam ich mir sehr dumm vor.
Nach einem Essen in einem guten Restaurant, begaben wir uns wieder auf die Strasse und wurden unterwegs von der Polizei angehalten. Wir sind ein bisschen über der maximalen Geschwindigkeit gefahren, was wir dem defekten Tacho zu verdanken haben. Zum Glück gibt es hier (fast) keine Blitzapparate und so lässt es der freundliche Polizist mit dem schwarzen Mustang noch mal durchgehen. Ein krönender Abschluss des Osterwochenendes, wie ich meine.
Die Lichter des Auditoriums der William Fremd High School gehen aus. Die Musik startet und die Lichter gehen wieder an. Das erste Mädchen läuft auf die Bühne raus. Ihr folgen vier weitere. Mike und ich stehen hinter dem Vorhang bereit. Ein Schritt trennt uns um vom Publikum gesehen zu werden. Nach einem kurzen Blickkontakt mit Mike machen wir diesen Schritt. Die
Lichter blenden uns stark, so dass wir niemanden erkennen können. Wir hören Leute unsere Namen schreien. Nach fünf Sekunden „Posezeit“, kommen uns unsere Mädchen entgegen und wir laufen mit ihnen zusammen wieder hinter den Vorhang. Die Verschnaufpause ist allerdings nur von kurzer Zeit und so laufen meine Begleiterin und ich wieder auf die Bühne. Ein kurzer Salsa-Move, danach trennen wir uns und stehen jeweils auf der entgegengesetzten Seite der Bühne. Mike und sein Girl und die anderen Paare machen es uns gleich. Danach führe ich Danielle wieder hinter die Bühne. Die erste Szene ist vorbei. Ein kurzer Blick in den Spiegel in der Backstagearea und ein befriedigter Blick, als ich feststelle, das mein Tux (ein ganz schicker Anzug) immer noch perfekt sitzt. Das Licht geht aus und wir Jungs gehen auf die Bühne und machen wieder eine Pose. Dieses mal allerdings länger ca. 15 Sekunden, danach kommt Anny, mein zweites Mädchen, zu mir. Ich tue so, als ob ich ein Foto von ihr machen würde und gehe alleine hinter die Bühne. Später folgt auch sie und danach geht es wieder mit ihr zusammen auf die Bühne um ihr Kleid zu präsentieren. Wieder ein kurzer Dance move in der Mitte des Podiums und meine zweite Szene ist vorbei. Ein minimaler Snak hinter der Bühne und schon wieder geht es hinaus. Jetzt „führe“ ich Kelli auf die Bühne, und wir haben eine 2 Sekunden Pose in der Mitte. Danach reihe ich mich an der einen Seite der Bühne schön mit den Jungs in eine Reihe. Nach ca. 20 Sekunden „hole“ ich Kelli von der Mädchenseite ab und wir gehen hinter die Bühne. Wohl meine kürzeste Szene. Dieses Mal muss mir Hannah meinen Anzug ein bisschen richten, da er ein wenig aus der Form geraten ist. Schon stehen sie und ich auf der Bühne und sie präsentiert stolz ihr Kleid, welches sie in einem Schulfach selbst geschneidert hat. Ich bin in insgesamt vier von 10 Szenen dabei. Wir führen das Ganze vier mal auf. Es ist Freitag und durch diese Aufführung musste ich nur in die erste Stunde. Einen gratis Tuxedo (schicker Anzug) gab es auch. Ich muss diesen allerdings wieder zurück bringen.
Nun ist es Sonntag und ich bin in einem afrikanischem Style gekleidet. Ein schwarzes V-Neck T-Shirt und braune enge Hosen, die am unterem Ende wie abgerissen sind. Das ganze Team und ich warten in einem Raum links von der Bühne der Willow Creek Church. Der Saal fühlt sich mit 14 bis 18 Jährigen. Schliesslich verdunkeln die gigantischenVorhänge die ebenso grossen Fenster der Seite. Alle Lichter gehen aus und wir gehen alle möglichst leise auf die Bühne. „One, two, one-two-three-four“ und die Musik startet. Kevin und ich springen auf vier und die Lichter erhellen die Bühne. Die Mädchen haben ihren kleinen Solo-Tanz, danach kommen Kevin’s und meine Partnerin auf uns zu. Wir tanzen Salsa für ca. 45 Sekunden. Es läuft alles wie geplant. Schnell geht es in die Gruppe und wir zeigen unsere Choreographie. Die afrikanische Hip-Hop Musik ist laut. Der Beat motiviert zum Tanzen. Als nächstes verhelfe ich einem Mädchen zu einem Rückwärtssalto und als letztes stemme ich ein anderes Mädchen in die Höhe. Die Lichter gehen wieder aus und wir rennen wieder von der Bühne. Wir waren erfolgreich.
Alles in allem war die Prom Fashion Show am Freitag und der Tanz auftritt am Sonntag ein voller Erfolg. Die Prom Fashion Show ist eine Modeshow für den Prom. Prom ist ein grosser Abschlusstanz am Ende des Schuljahres und alle kommen sehr vornehm gekleidet. Alles in allem bin ich froh, dass ich mich entschieden habe, bei beidem mit zu machen, auch wenn ich mir das am Anfang gar nicht vorstellen konnte und auch nicht mitmachen wollte.