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Heute morgen, 18. März 2015, ereignete sich um 4.30 Uhr auf der Baustelle in der Nähe des Spurwechsels Brunnmatt an der
Rigiliehne zwischen Goldau und Immensee eine Auffahrkollision zweier Bauzüge einer privaten Firma.
Nach der Nachtschicht sollten die Geleise geräumt werden und die beiden Arbeitszüge zurück in den Bahnhof Goldau fahren. Aus noch unbekannten Gründen hielt der vorausfahrende Zug mit Schotterwagen an. Der nachfolgende Zug fuhr rückwärts, weshalb ein Mitarbeiter auf der Plattform des an erster Stelle fahrenden Mannschaftswagen dem Lokführer am anderen Zugsende die entsprechenden Fahrbefehle per Funk übermittelte.
Ob dieser den Halt des vorausfahrenden Zuges nicht mit einem Haltbefehl für den eigenen Lokführer quittierte, ob eine entsprechende Meldung den Lokführer auf der Diesellok nicht erreichte, oder ob dieser den Befehl nicht befolgte oder zu spät darauf reagierte, ist Gegenstand der aktuellen Abklärungen über die Ursache des Zusammenstosses.
Der 54-jährige Deutsche auf der Plattform wurde bei der Kollision so stark verletzt, dass er noch auf der Unfallstelle verstarb. Zum Zeitpunkt der Kollision befanden sich weitere sechs Arbeiter im Mannschaftswagen. Ein 51-jähriger Portugiese im Wagen wurde bei der Kollision ebenfalls mittelschwer verletzt und wurde durch den Rettungsdienst ins Spital gebracht. Die übrigen Männer im Wagen blieben unverletzt und kamen mit dem Schrecken davon. Sie werden von einem Care-Team betreut.
Bei der Kollision wurde das letzte Fahrzeug des stehenden Schotterzuges aus den Geleisen gedrückt und stellte sich quer. Der an der Zugspitze befindliche Mannschaftswagen des auffahrenden Zuges entgleiste ebenfalls und schob sich neben den entgleisten querstehenden Schotterwagen.
An den Geleisen und der Fahrleitung entstanden erhebliche Beschädigungen. Auch floss beim Unfall eine grössere Menge Hydraulik- und Dieselöl aus. Um den Zugersee vor einer Verschmutzung zu schützen, errichtete die Feuerwehr im Zugersee eine Ölsperre.
Da beide Geleise betroffen sind, ist die Strecke zwischen Goldau und Immensee nicht befahrbar. Sämtliche Züge zwischen Luzern und dem Gotthard fallen aus. Mit betroffen ist auch der Güterverkehr, welcher sonst praktisch vollständig über die Rigi-Linie geführt wird.
Wie lange die Streckensperrung dauern wird, ist noch nicht absehbar, die SBB rechnen aber mit Behinderungen bis am Freitagmorgen. Da die Unfallstelle von der Strasse her nicht erreichbar ist, müssen die Aufräumarbeiten von den Geleisen aus vorgenommen werden.
Die Personenzüge der Gotthardlinie und die Voralpen-Express der Südostbahn werden in Goldau gestürzt. Die Güterzüge werden, sofern möglich, auf vorausliegenden Stationen abgestellt.
Zwischen Goldau und Immensee, sowie Küssnacht verkehren Ersatzbusse.
Da die Linie nach Zug nicht betroffen ist, werden dringende Gütertransporte über die Zugerberg-Linie abgewickelt.
Zufällig war ich heute Morgen in Goldau und konnte so für einige Zeit die "Bewältigung" der Passagiersituation durch die SBB beobachten.
Einmal mehr waren die SBB nicht im Stande, für ihre Passagiere innert nützlicher Frist passende Lösungen anzubieten.
Zwar wurde am Bahnhof laufend via Lautsprecher über die Zugsausfälle informiert, aber weitere Informationen oder Empfehlungen für ihre Weiterfahrt erhielten die Passagiere während meiner zweistündigen Anwesenheit nicht.
Der auf dem Perron anwesende SOB-Mitarbeiter verwies die Passagiere zwar auf die Bahn-Ersatzbusse. Allerdings erschwerte sich für die Passagiere die Situation, weil zur Zeit alle S-Bahnkurse zwischen Goldau und Schwyz (Brunnen) ebenfalls auf Ersatzbusse umsteigen müssen.
Kritisch wurde es, als die Passagiere des ICN aus Zürich auf den IR in Richtung Süden umsteigen wollten. Ratlos standen sie auf dem Perron (Gleis 5) und suchten ihren Zug. Auf dem gewohnten Gleis 5 stand allerdings der auf seine fahrplanmässige Rückfahrt wartende VAE, was zu zusätzlicher Konfusion führte. Die Passagiere wichen - auf Anraten des SOB-Mitarbeiters - grösstenteils auf den S2-Busersatz aus. Wie viele Leute schliesslich in Erstfeld gestrandet sind, weil die S2 dort endet, entzieht sich meiner Kenntnis.
Erst um 10.21 fuhr in Goldau ein FLIRT als IR-Ersatz in Richtung Süden ab. Dieser war die ganze Zeit im Vor-Bahnhof abgestellt gewesen und hätte durchaus früher eingesetzt werden können.
Die Ausrede vom fehlenden Lokführer läuft diesmal garantiert ins Leere, fuhren doch P-Lokführer in Dienstfahrt mit dem Zürcher-ICN nach Süden, weil ihre Züge von Luzern her ausfielen.
Dass die ankommenden und wartenden Passagiere nicht bereits weit vor der Abfahrtszeit über Lautsprecher auf diese Alternative aufmerksam gemacht wurden, komplettiert meinen während zwei Stunden erhaltenen negativen Eindruck.
Bild: Peter Scherer
Auf Gleis 5 steht der gestürzte VAE der SOB, auf Gleis 9 steht ein abgestellter Güterzug und im Gleis 10 wartet bereits die Erstfelder "Hebamme" auf ihren Einsatz.
|Der neue Rettungszug ist bereits mit dem Hilfswagen im Schlepp von Erstfeld gekommen.|

Ausfall-Situation um 9 Uhr

Auch eine Stunde später waren die SBB nicht im Stande, einen Ersatz-IR in Richtung Süden bereitzustellen.
Bezeichnenderweise trägt die einzige Ansprechperson für die Passagiere eine SOB-Warnweste.