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Vergleich mit einer Kabelvariante
Das Projekt wurde auf der gesamten Strecke und auf 4 Teilabschnitten mit einer neuen 380-kV-Kabelleitung verglichen. Der Vergleich wurde im Sinne des Bewertungsschemas für Übertragungsleitungen des Bundesamtes für Energie (BFE) ausgeführt. Der Vergleich zeigte auf, dass die Mehrkosten für eine Voll- oder Teilverkabelung unverhältnismässig hoch wären und nur eine teilweise Entlastung des Landschaftsbildes zur Folge hätten.
Projektgeschichte
Das Projekt Pradella – La Punt wurde in den 1990er Jahren mit einem Vorverfahren der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) gestartet. Im Januar 2000 wurden die Projektierungsarbeiten aufgrund der bevorstehenden Marktöffnung, der Verzögerungen bei grenzüberschreitenden Leitungsbauvorhaben sowie den Forderungen aus dem UVP-Vorverfahren sistiert.
Im 2007 wurden die Projektarbeiten mit der Ausarbeitung des Detailprojektes und des Berichtes über die Umweltauswirkungen wieder aufgenommen. Ein Jahr später wurde auf Verlangen der zuständigen Genehmigungsbehörde, dem Bundesamt für Energie (BFE), anhand des Sachplans Übertragungsleitungen (SÜL) der sogenannte SÜL-Check durchgeführt. Im Dezember 2008 verfügte das BFE, dass auf Grundlage des durchgeführten SÜL-Checks auf ein SÜL-Verfahren verzichtet werden kann. Hingegen musste eine UVP-Prüfung durchgeführt werden.
Im 2009 und 2010 fand die Überarbeitung der Planvorlage und des Berichtes über die Umweltauswirkungen gemäss Vorgaben des BFE statt. Ende Oktober 2010 wurde der Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) an das Eidgenössische Starkstrominspektorat (ESTI) zur Vorprüfung und Genehmigung des Pflichtenheftes eingegeben. Im Februar 2011 fand ein Augenschein mit den kantonalen und eidgenössischen Fachstellen unter Federführung des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) statt. Aufgrund dieser Begehung wurde der UVB überarbeitet.
Im Januar 2012 fanden Informationsveranstaltungen in Zernez statt, in deren Rahmen die Gemeinden, Umweltorganisationen und Öffentlichkeit sowie die Presse informiert wurden. Zwischen April 2012 und November 2013 wurden die Gesuchs-Unterlagen aufgrund des neuen Bewertungsschemas für Übertragungsleitungen des BFE und wegen verschiedener Gerichtsurteile grundlegend überarbeitet. Mit Eingabe der Plandossiers an das ESTI am 9. Dezember 2013 wurde das Plangenehmigungsverfahren (PGV) eingeleitet. Im Mai 2016 hat das ESTI die Bewilligung für den Ausbau der 380-kV-Leitung zwischen Pradella und La Punt erteilt.
Projektänderung: Ersatz anstatt Verstärkung von 50 Masten
Bei den Vorbereitungen der Bauarbeiten hat Swissgrid die Maststatik überprüft und festgestellt, dass einige Masten für den geplanten Ausbau des Trassees auf zwei 380-kV-Leitungen zu schwach sind. Aufgrund dieser Erkenntnisse hat Swissgrid entschieden, 50 Masten zu ersetzen anstatt zu verstärken. Diese Projektänderung hat keine Änderung des Trassees zur Folge. Die Inbetriebnahme der ausgebauten Leitung verzögert sich dadurch um mindestens ein Jahr und ist neu für 2022 vorgesehen. Die Projektänderung wird zwischen dem 19. September und dem 21. Oktober 2019 bei den Gemeinden öffentlich aufgelegt.
Projektfortschritt und Projektplanung
Swissgrid hat die Tiefbauarbeiten von 2017 bis Herbst 2019 ausgeführt. In dieser Zeit wurden an jedem Maststandort die Mastfundamente verstärkt und die Betonsockel saniert. In einem nächsten Schritt werden – nach Genehmigung der Projektänderung – die Masten selbst verstärkt oder dort wo notwendig ersetzt.