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"Das Projekt untersucht die Psychologisierung des Betriebs in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass der wirtschaftliche „Boom“ in den meisten europäischen Gesellschaften mit einem „Psycho-Boom“ einherging: mit einer Durchdringung des Alltags mit psychologischen Kategorien, Wahrnehmungsmustern und Handlungsanleitungen. In der Arbeitswelt verband sich die psychologische Matrix mit einer ökonomisch geprägten Sichtweise auf das arbeitende Subjekt, die dieses den Human Resources zuschlug und das Human Capital zum Bestandteil der betrieblichen Rationalisierungsarena machte. Hier setzt das Projekt ein. Es zeichnet die Genese der psychologischen Expertenkultur für Humankapital auf internationaler Ebene nach. Am überschaubaren, aber international relevanten Fallbeispiel der Schweiz untersucht es die Entdeckung, Modellierung und Verwertung des „Humanvermögens“ als ökonomischer Ressource. Leitend sind folgende Fragen: Wie wurde die Subjektivität der Arbeitenden mit Hilfe psychologischen Wissens ökonomisiert? Wie wurde das „geistige Vermögen“ in Grossunternehmen praktisch bewirtschaftet? Wie wurde die Psychologisierung des Betriebs von der Arbeitnehmerseite und der Öffentlichkeit kommentiert? Ein besonderes Interesse des Projekts gilt dem Wechselwirkungsverhältnis von Arbeits- und Selbstverhältnissen im historischen Wandel."