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Wut macht Menschen wirtschaftskonservativ
Wer wütend ist, gibt sich wirtschaftskonservativer. Das zeigen eine Reihe von Studien von Wirtschaftswissenschaftlern der University of Cincinnati , die in Kooperation mit Kollegen der University of Manitoba erstellt wurden. Demnach macht Wut aber nicht allgemein konservativer. Dass sie nur in einem speziellen Punkt die politische Einstellung der Menschen zu beeinflussen scheint, dürfte den Forschern zufolge daran liegen, dass Wut den Wetteifer anstachelt - also letztlich das Streben, ökonomisch zu gewinnen, wie pressetext.com meldet.
In einer ersten Studie hatte das Team zunächst 538 Studenten befragt, wie leicht sie wütend werden, wie wettbewerbsorientiert sie sich sehen und wie sehr sie verschiedenen Behauptungen zustimmen, beispielsweise: "Wenn Menschen hart arbeiten, werden sie meist auch bekommen, was sie wollen." Dabei hat sich ein direkter Zusammenhang zwischen Wutanfälligkeit, Wetteifer und wirtschaftlichen Konservativismus gezeigt. Um den Verdacht, dass also Wut wirtschaftskonservativ macht, zu erhärten, haben die Forscher dann eine Crowdsourcing-Studie durchgeführt, bei der Teilnehmer erst ein kurzes Essay schreiben und dann einige Fragen beantworten mussten.
Ein Teil der Teilnehmer hat im Essay einfach seinen Alltag beschrieben, während eine zweite Gruppe Erlebnisse wiedergeben sollte, die sie mit dem Gefühl der Wut verbinden. "So haben wir die Leute wütend gemacht, und dann gesagt: 'Ach übrigens, wir wollen Ihnen noch ein paar einfache Fragen zur Persönlichkeit stellen'", sagt Anthony Salerno, Marketingprofessor in Cincinnati. Neben wirklich einfachen Dingen wie Geschlecht und Alter hat das Team auch einige Details abgefragt, die letztlich die wirtschaftliche Einstellung widerspiegeln. Dabei hat sich gezeigt, dass die vom Wut-Essay beeinflussten Teilnehmer klar konservativere Ansichten vertraten als die Kontrollgruppe.
Wettbewerb als Faktor
Die Erklärung ist den Forschern zufolge einfach. "Wenn man Leute wütend macht, stachelt man ihren Wetteifer an", erklärt Salerno. Bei einem Wettbewerb gehe es aber stets ums Gewinnen und meist um irgendeine Form von Ressource. "Wir denken, dass die Leute einen stärkeren Fokus auf Ressourcenakquise bekommen, wenn man sie wetteifernder macht", meint der Marketingprofessor. Das wiederum verträgt sich eher mit wirtschaftskonservativeren Ansichten.
Eine weitere Studie hat eben diese Vermutung auch gestützt. Dabei hat das Team Teilnehmer zunächst Sätze aus vorgegebenen Wörtern bilden lassen, die entweder Ressourcenknappheit oder -reichtum suggerierten - zum Beispiel "selten" bzw. "häufig". Jene, die somit beeinflusst waren, an knappe Ressourcen zu glauben, haben dann wirtschaftskonservativere Ansichten vertreten. Ein Gefühl der Dankbarkeit hingegen hat wirtschaftsliberale Antworten begünstigt.
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