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Die Epidural-Anästhesie oder Peridural-Anästhesie (abgekürzt EDA oder PDA) ist die wirkungsvollste Art der geburtshiflichen Schmerzlinderung. Dazu wird im unteren Rückenbereich ein Lokalanästhetikum zwischen zwei Lendenwirbeln in den Wirbelkanal (genauer: den Epiduralraum, der zwischen Wirbelkanal und der äusseren Hülle des Rückenmarks liegt) injiziert, wodurch eine Betäubung von der Hüfte abwärts erreicht wird. Die Wirkung setzt nach 5-10 Minuten ein. Da es sich um eine Teilbetäubung, auch Regionalanästhesie genannt, handelt, erlebt die werdende Mutter die Geburt bei vollem Bewusstsein. Die Dosis des Lokalanästhetikums wird so gewählt, dass der Geburtsschmerz weitgehend ausgeschaltet ist, jedoch die Beine und die Bauchmuskulatur weiterhin aktiviert werden können (wichtig für das Pressen). Um die Schmerzlinderung auch über Stunden aufrecht erhalten zu können, wird vor Entfernung der Injektionsnadel ein dünner, flexibler Katheter eingeführt und mit einer Klebefolie am Rücken befestigt. Durch den Katheter können im Verlauf der Geburt weitere Medikamente (Lokalanästhetikum, Opiate) nach Bedarf gegeben werden. Etwa zwei Stunden nach der Geburt lässt die Wirkung nach.
Bei den meisten Frauen wirkt diese Form der Schmerzausschaltung sehr gut mit relativ geringen Nebenwirkungen. Schmerzen werden stark reduziert oder ganz ausgeschaltet. Es brauchen keine zusätzlichen Schmerzmittel mehr angewandt werden, falls ein Dammschnitt (Episiotomie) erforderlich ist bzw. der Schnitt nach der Entbindung genäht werden muss. Auch ein notfallmässiger Kaiserschnitt kann nach Dosiserhöhung über den EDA-Katheter ohne zusätzliche Narkose durchgeführt werden.
Experteninterviews zu diesem Thema mit:
Vielfach wird diese Methode eingesetzt bei extremen Geburtsschmerzen, lang andauernden Geburten, Geburtsstillstand und erschöpften Patientinnen. Sehr ängstliche Schwangere, die sich in den Wehenpausen nicht entspannen können, geraten leicht in einen Teufelskreis mit beständig hoher Schmerzbelastung, wodurch sich die Durchblutung der Gebärmutter, der Plazenta und schliesslich des Kindes verschlechtert. Eine EDA kann hier den Stress durch Schmerz und Angst durchbrechen. Auch bei Zwillingsgeburten, einem Kaiserschnitt und bei bestimmten Risikogeburten ist eine EDA sinnvoll, z.B. bei Gebärenden, die unter Bluthochdruck oder Präeklampsie leiden.
Manche Fachleute meinen, dass eine EDA häufiger den Einsatz von Wehenmitteln (Oxytocin) nach sich zieht. Durch den fehlenden Schmerz würden auch die Kontraktionen schwächer und unregelmässiger. Der Muttermund öffne sich langsamer. Die Wahrscheinlichkeit einer instrumentellen Geburt, wie beispielsweise einer Saugglockengeburt (Vakuumextraktion) oder Zangengeburt sei deutlich erhöht. Einerseits wird durch eine Epidural-Anästhesie das Körpergefühl und so die effektive Mitarbeit bei den Presswehen unter Umständen beeinträchtigt, andererseits kann sie eine lange und sehr schmerzhafte Geburtsdauer ersparen, bei der ebenfalls mit Komplikationen zu rechnen ist – in diesem Fall wird sich die Schwangere wahrscheinlich von vornherein für eine solche Regionalanästhesie entscheiden.
Ein Nachteil der EDA/PDA ist es, dass die Gebärende ihre Blasenfunktion nicht mehr willkürlich steuern kann und deshalb ein Blasenkatheter gelegt werden muss.
Eine Variante der Epiduralanästhesie ist die Kombination einer Spinalanästhesie mit einer Katheter-EDA. Man spricht dann von einer kombinierten Spinal-Epiduralanästhesie. Dabei wird, um eine schnellere Wirkung zu erzielen (unter einer Minute), zuerst eine kleine Dosis des schmerzstillenden Mittels direkt in die Flüssigkeit des Rückmarkkanals injiziert. Die weitere Gabe der Schmerzmittel erfolgt dann durch den Epiduralkatheter. Diese Methode wird sowohl für die „mobile EDA“ (kleine Dosierung) als auch für den geplanten Kaiserschnitt (höhere Dosierung ) benutzt. Die Spinalanästhesie, bei der eine grössere Dosis des Schmerzmittels in die Rückenmarksflüssigkeit injiziert wird, wird wegen des schnellen Wirkungseintritts vor allem beim den notfallmässigen Kaiserschnitt eingesetzt.