Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03444.jsonl.gz/2594

Sie waren die Nummern 1 und 2 im letztjährigen NHL-Draft: Auston Matthews (19) und Patrik Laine (18). Und beide haben in der besten Hockey-Liga der Welt eingeschlagen wie eine Bombe. Der Amerikaner Matthews bei den Toronto Maple Leafs, der Finne Laine bei den Winnipeg Jets. Doch nur einer der zwei darf Ende Saison die Calder Memorial Trophy für den besten Rookie in Empfang nehmen.
Bald müssen sich die rund 180 stimmberechtigten Journalisten der «Professional Hockey Writers’ Association» entscheiden – in der Regular Season sind nur noch zehn Runden zu spielen. Matthews oder Laine? Momentan ein Kopf-an-Kopf-Rennen, obwohl der finnische Flügel die etwas besseren Statistiken aufweisen kann als der amerikanische Center:
Bei den Toren, dem populärsten Wert, liegt Laine nur haarscharf vor Matthews. Dieser hat allerdings sechs Spiele mehr auf dem Konto hat als der Finne, der Anfang Januar nach einem Check zwei Wochen pausieren musste. Obwohl sie zuletzt nicht mehr so oft trafen, haben beide Stürmer noch die Chance, als erste Teenager Rookies (unter 20 Jahren) seit Eric Lindros in der Saison 1992/93 die 40-Tore-Marke knacken.
Laine hat ingesamt drei Punkte mehr gesammelt als Matthews, beim Punkteschnitt lässt dieser seinen Rivalen wegen der verpassten Spiele aber schon deutlicher hinter sich. Auffällig auch: Laine schoss für seine 60 Punkte deutlich weniger aufs gegnerische Tor als Matthews für seine 57.
Auch die Plus-Minus-Bilanz spricht für Laine. Bei 5 gegen 5 liegt Matthews mit seinen 27 Treffern ligaweit auf Rang 3 (hinter Sidney Crosby und Brad Marchand), auf Rang 5 folgt aber bereits Laine mit 25. Ausserdem liefert der Finne bei numerischem Gleichstand deutlich mehr Assists.
Matthews hat dafür ein entscheidendes Tor mehr erzielt als der Finne und deutlich weniger Strafminuten gesammelt.
Auch ist der Ex-ZSC-Center mit seinen Maple Leafs näher an den Playoffs dran als Laine mit seinen Jets. Matthews ist drauf und dran, Toronto zum ersten Mal seit 2004 (ohne die verkürzte Lockout-Saison 2012/13) in die Playoffs zu führen. Zehn Runden vor Schluss liegen die Leafs auf einem Wild-Card-Platz, während die Jets bereits 10 Punkte Rückstand auf eine Playoff-Rangierung aufweisen.
Aber natürlich entscheiden nicht die Statistiken allein, wer «Rookie of the Year» wird. Wichtig sind auch das Defensiv-Verhalten, Führungsqualitäten und die Ausstrahlung auf die Teamkollegen, den Klub und dessen Fans – Werte die nicht messbar und äusserst subjektiv sind.
Die Experten wollen sich darum auch nicht festlegen, wer am Ende die Nase vorn haben wird. Bei ESPN waren sich Ende Februar vor dem zweiten Direktduell der beiden zwar alle einig, dass Matthews als Center der wichtigere Spieler für seine Franchise ist und auch in Zukunft sein wird. Doch im Rennen um die Calder Memorial Trophy sahen viele dennoch Laine im Vorteil – weil er der spektakulärere Einzelspieler sei als Matthews. Dennoch scheint momentan nur eines klar: Es bleibt spannend bis zum Schluss.
Vielleicht ein kleines Indiz für einen Laine-Triumph: 2005 setzte sich im grossen Rookie-Duell zwischen Center Sidney Crosby und Flügel Alex Owetschkin der Russe durch. Wie Laine heute war auch «Ovi» damals der spektakulärere Skorer als sein Spielmacher-Rivale Crosby.
Der letzte Auftritt vor den K.o.-Spielen dürfte dem Schweizer Team weiteres Selbstvertrauen einflössen. Die Schweizer rangen Deutschland nieder, obwohl die Partie diesmal nicht immer für sie lief. Sie dominierten zwar die Startphase und gingen durch Andres Ambühl schon nach 97 Sekunden in Führung. Aber obwohl das Team von Patrick Fischer gut, rassig und mit viel Energie startete, gelang den Deutschen im ersten Abschnitt ein Umschwung.