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Plötzlich ist sie in aller Munde: Zum Auftakt des viertägigen Parteitags der Republikaner stand Melania Trump, Ehefrau des US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump, 15 Minuten im Scheinwerferlicht. 15 Minuten lang lob und pries sie ihren Gatten – und sorgte zugleich für einen Eklat. Denn Teile ihrer Rede hat sich Mrs. Trump offensichtlich bei der Ehefrau von Präsident Barack Obama abgeschaut.
Ihre Eltern hätten ihr vermittelt, «dass du hart dafür arbeiten musst für das, was du im Leben willst. Dass dein Wort gilt und du tust, was du sagst und deine Versprechen hältst», sagte Melania Trump vor den Delegierten. Sie wiederholte damit fast wörtlich, was Michelle Obama 2008 in ihrer Parteitagsrede gesagt hatte.
Wenngleich ihre Rede auf ein zweigeteiltes Echo stösst, so erfüllte Melania Trump auf dem Parteitag ihren Auftrag: Den für seine verbale Entgleisung bekannten Kandidaten Donald Trump menschlich zu machen. Sie sprach von «dem grossen Herzen, das Gott ihm gegeben hat» und dass er «sehr bewegt sei», angesichts der «grossen Ehre», US-Präsident werden zu können. «Er wird euch niemals enttäuschen», sagte die mögliche künftige First Lady.
Sonst eher im Hintergrund
Es war das erste Mal, dass die gebürtige Slowenin so richtig in die Öffentlichkeit drängte. Bislang agierte sie im Schatten des Immobilienmoguls. Nun rückt sie in den Fokus und soll ihrem Mann, der Frauen, Muslime und Mexikaner zutiefst beleidigt hat, ein humanes Gesicht geben.
Melania Trump ist Model, Mutter, Unternehmerin, und die dritte Ehefrau an der Seite des US-Präsidentschaftskandidaten. Die Tochter eines Autohändlers und einer Schneiderin studierte Design und Architektur und spricht neben ihrer Muttersprache und Englisch auch Französisch, Kroatisch und Deutsch. 1996 kam sie als Model nach New York. Sie arbeitete unter anderem für eine Agentur von Donald Trump, posierte lasziv für Magazine wie «Vogue», «Vanity Fair», «Glamour» oder «Elle». Bei einer Party am Rande der Fashion Week lernten sie sich 1998 näher kennen.
Seit 1999 ist sie mit «The Donald» liiert, trotz des Altersunterschiedes von 24 Jahren. 2005 folgte die Hochzeit. Gemeinsam haben sie einen 10-jährigen Sohn. Während der Wahlkampfkampagne ihres Mannes hielt sie sich betont im Hintergrund, wenn sie ihn überhaupt begleitete. Mit der Erziehung ihres Sohnes Barron sei sie schon genug ausgelastet, sagte sie. Wurde sie dennoch nach ihrem Mann gefragt, sprach sie gerne von seinem «scharfen Verstand», seiner «grossen Vitalität» und ihrer «wunderbaren Beziehung».
Familie Trump immer wichtiger
Doch mittlerweile haben die Strategen des schillernden Milliardärs beschlossen, die Familie Trump stärker in Szene zu setzen. Im Wahlkampf spielen sie inzwischen eine zentrale Rolle. Neben Frau Melania sollen vor allem seine Kinder das Image des Vaters aufpolieren. Und so traten die Familienmitglieder in den vergangenen Wochen immer häufiger vor die Kamera. An den Parteitagen in Cleveland werden sie ebenfalls als Redner auftreten.
Dabei unterstützt der Nachwuchs den Wahlkampf schon von Beginn an. Aus drei Ehen hat der Immobilientycoon insgesamt fünf Kinder. Die ältesten Kinder, Donald junior, Eric und Ivanka, sollen seine wichtigsten Berater im Wahlkampf sein, auf die er angeblich hört, sagen Kenner des Milliardärclans aus New York. Es heisst, sie hätten Donald Trump dazu bewogen, sich für Mike Pence als Vizepräsidenten zu entscheiden.
Donald Trumps Lieblingskind
Die herausragendste Rolle an der Seite Trumps nimmt dabei wohl seine älteste Tochter Ivanka sein. Die 34-Jährige stammt aus Trumps erster Ehe mit dem tschechischen Model Ivana Trump. Ivanka ist Geschäftsfrau und Vizepräsidentin des Trump-Unternehmens, dass sie gemeinsam mit ihren Brüdern leitet. Zudem ist sie Mutter von drei Kindern und hat eine eigene Schuh- und Schmuckkollektion.
Ivanka gilt als Lieblingskind ihres Vaters, was auch der Blick in das Programm zum Nominierungsparteitag der Republikaner zeigt: In Cleveland wird sie am Donnerstag unmittelbar vor ihrem Vater auf die Bühne gehen und ihn offiziell vorstellen. US-Medien zufolge soll sie zudem dafür verantwortlich sein, dass Donald Trump seinen Wahlkampfmanager Corey Lewandowksi gefeuert hat.
Moderne Frau
Ivanka, die mit ihrer Professionalität besticht und sich gerne als moderne Mutter und erfolgreiche Geschäftsfrau inszeniert, kommt im Wahlkampf eine eindeutige Rolle zu: Sie soll die Wählerinnen von Trump überzeugen. Dazu federt sie mit dem richtigen Ton geschickt die Attacken ihres Vaters gegen Frauen ab.
Auch Ivankas Ehemann, Jared Kushner, zählt zum innersten Trump-Zirkel. Der 35-jährige Immobilienunternehmer und Zeitungsverleger gilt inzwischen als Wahlkampfmanager, der an Trumps Reden mitschreibt. Zudem springt Kushner, der aus einer orthodoxen jüdischen Familie stammt, immer dann in die Bresche, wenn Trump Antisemitismus vorgeworfen wird.
«Mentor und bester Freund»
War Gattin Melania Trump die Hauptrednerin zu Beginn des Parteitages in Cleveland, gehörte der zweite Tag ganz Donald Trump junior. Der älteste Sprössling Trumps zeigte sich als «Sohn eines grossen Mannes». Sein Vater sei sein «Mentor und bester Freund», so der 38-Jährige, der ebenfalls aus der ersten Ehe Trumps stammt. Schliesslich verkündete er in Cleveland mit den Worten «Gratuliere, Dad. Wir lieben dich» das Erreichen der notwendigen Stimmenzahl, die Donald Trump offiziell zum US-Präsidentschaftskandidaten macht.
Dabei war die Vater-Sohn-Beziehung nicht immer so harmonisch. Als Jugendlicher verweigerte er nach der Scheidung von der Mutter jeglichen Kontakt mit Donald Trump, und schlug eine für den Familienclan eher ungewöhnliche Laufbahn ein: Er arbeitete als Barkeeper. Doch die Einsicht liess nicht lange auf sich warten, heute ist Donald Trump junior Vizepräsident im Trump-Imperium. Auch im Wahlkampf ist er eine wichtige Stütze: Als passionierter Jäger soll er jene Wähler locken, die der starken Waffenlobby nahe stehen.
Wer noch alles zum Trump-Clan zählt, sehen Sie in der Bildergalerie oben.