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Rissani ist als 'Wiege der Alawiten' für die marokkanische Geschichte von grosser Bedeutung. Von hier aus eroberte die noch heute herrschende Dynastie im 17. Jh. das ganze Land. Heute ist Rissani (ca. 20'000 Einw.) nach Erfoud die grösste Stadt des Tafilalt und zugleich wichtiger Marktort. Auf dem Dienstags, Donnerstags und Sonntags stattfindenden Souk werden die Produkte der Region angeboten. 1 km südöstlich der Stadt befindet sich die Zaouia Moulay Ali Cherifs, die Nichtmuslimen allerdings verschlossen bleibt. 1965 verursachten Überschwemmungen starke Schäden, die Anlage wurde daraufhin im neomaurischen Stil wieder errichtet.1997 waren erneut Restaurierungen nötig.
Etwa 2 km südlich von Rissani erhebt sich der um 1900 errichtete und noch heute bewohnte Ksar Oulad Abd el-Halim. Er diente in früheren Zeiten einem Statthalter aus der Alawiten-Familie als Residenz. Die Befestigungsmauern und die Kasbah (Tore und Wanddekoration) sind noch recht gut erhalten.
Sijilmassa
2 km nördlich von Rissani ragen die Ruinen der sagenumwobenen Handelsstadt Sijilmassa aus dem Wüstensand. Die frühere Hauptstadt des Tafilalet kontrollierte den Handel zwischen Timbuktu und dem Mittelmeer und kam so zu unendlichem Reichtum. Produkte aus dem Mittelmeerraum wurden auf dem Markt gegen Sklaven, Gold, Elfenbein und Straussenfedern getauscht. Während der Blütezeit zwischen dem 11. und dem 15. Jh. sollen 100'000 Menschen in Sijilmassa gelebt haben. Heute erinnern nur noch wenige Mauerreste an die grosse Karawanenstation. Im 17. Jh. verlor Sijilmassa an Bedeutung, wurde wahrscheinlich geplündert und vom Wüstensand verweht. Unweit der Ruinen entstand Rissani.