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Geschichte von MEZ - Coats / Auf- & Zuklappen
Geschichte von DMC / Auf- & Zuklappen
Im Jahr 1746 entstand auf Initiative von Jean-Henri Dollfus, Künstler (*1724 +1802) ein Joint Venture mit zwei anderen Jung-Unternehmern Jean-Jacques Schmalzer und Samuel Köchlin. Jean-Henri Dollfus lässt nach dem begehrten Vorbild
der indischen Kattune Stoffe bedrucken, auch Indiennes genannt, herstellen (farbig bedruckte Stoffe). Die Nachahmungen werden schnell sehr beliebt. 'Koechlin, Schmalzer & Co.' sind damit die ersten in Europa und exportieren ihre Produkte bald in die ganze Welt.
Carl Mez, der in Basel das Posamentier-Handwerk (= Herstellung von Besatz, Borte, Schnur) erlernt hatte, eröffnete schon in den 1760er Jahren in Kandern eine Seidenbandweberei mit zunächst nur einem Webstuhl. Der Betrieb hatte Erfolg, denn 1775 arbeiteten dort mehr als 20 Personen und 1807 schon 40 Leute an 28 Webstühlen. Als 1785 die Söhne in das Unternehmen eintraten, wurde die Firma "Carl Mez & Söhne", die spätere "Mez Aktiengesellschaft", gegründet. Als 1812 Carl Mez verstarb, übernahm sein Sohn, der ebenfalls Carl hieß, die Fabrik weiter, da sein Bruder Christian Mez in Freiburg ein Manufakturgeschäft hatte, zu dem später eine Bank hinzukam.
In dritter Generation besuchte Enkel Carl Mez (1808 bis 1877) in Freiburg das "Polytechnische Institut" (= höhere technische Fachschule). Nach einer Lehre in einem Schweizer Handelshaus erwarb er sich in Italien umfangreiche Kenntnisse in der Seidenraupenzucht und in der Seidenfabrikation. Zu den Interessen dieses dritten Carl Mez gehörte es auch, alle Einzelheiten der Mechanik und der Technik des Webstuhls und der Zwirnmaschine – die zunächst mittels eines Schwungrades von Hand betrieben wurde – zu studieren und durch eigene Versuche aller Art zu verbessern. In Freiburg konstruierte er 1828 in einem gemieteten Raum in der Gerberau 19 eine Zwirnmaschine, die erstmals einen fortlaufenden Faden zwirnen konnte.
Carl Mez (*1808 +1877)
Danach errichtete er eine kleine mechanische Zwirnerei am Gewerbekanal bei der Kartäuserstraße, die mit Wasserkraft betrieben und nach und nach vergrößert wurde. Weil mit der Vermehrung der Webstühle und der Zwirnmaschinen auch mehr Wasserkraft benötigt wurde, kamen dort die Gelände einer stillgelegten Granatschleiferei und später des fürstlich Fürstenbergischen Hammerwerks hinzu.
1832 übergaben Carl und Christian Mez, die Söhne des Firmengründers, die Seidenweberei an die Enkelgeneration: eben jener dritte Carl Mez, ein weiterer Christian und ein Gustav Mez. Die Firma wurde von Kandern an den Gewerbekanal bei der Kartäuserstraße in Freiburg verlegt. Zwei Jahre später wurde eine neue Hauptfabrik gebaut und 1851 eine zweite. Außerdem wurden in der Region mehrere Filialen gegründet. 1864 wurden die Geschäfte getrennt. Die Firma Carl Mez & Söhne übernahm das Bandgeschäft (Herstellung und Vertrieb von Seidenbändern) und die Hälfte der Zwirnerei, die andere Hälfte die Firma Mez Vater & Söhne. Das Bankgeschäft ging an Christian Mez.
Als jener Carl Mez, der die Seidenzwirnerei zum Großunternehmen entwickelt hatte, 1877 starb, waren im Unternehmen 1200 Leute beschäftigt. 1935, als die Firma ihr 150-jähriges Bestehen feierte, waren es sogar 2155 Personen in Deutschland und weltweit mehr als 2500. 1922 wurde die Einzelfirma Carl Mez & Söhne eine Aktiengesellschaft, die 1930 die Firma Mez Vater & Söhne wieder übernahm und für die vereinigte Firma den Namen Mez Aktiengesellschaft wählte. Ebenfalls 1930 übernahm die J. & P. Coats Ltd., Glasgow, einen Teil und 1932 die Mehrheit der Aktien.
Im Zweiten Weltkrieg war die Mez AG Zulieferer von Fallschirmseide und zeitweise für elektrische Leitungen im Bauprogramm der damals sogenannten Vergeltungswaffen. Sie hatte deshalb eine Bedeutung für die Rüstungsindustrie. Beim Fliegerangriff auf Freiburg am 27. November 1944 wurden Teile der Fabrikanlagen schwer getroffen. Werk I musste den Betrieb ganz und Werk III vorübergehend einstellen. 1945 bis 1948 wurde wieder aufgebaut und die Leistungsfähigkeit der Fabrik ständig erhöht.
1952 wurde die Spinnerei vergrößert und mit der Herstellung synthetischer Nähgarne begonnen. 1987 wurde die Verwaltung von der Kartäuserstraße nach Kenzingen verlegt, wohin die Produktion bereits zuvor schrittweise verlagert worden war und wo heute als Nachfolger der Firma Mez AG die Firma Coats Deutschland ihren Standort für Näh-, Häkel- und Stickgarne hat. Die Färberei blieb noch für einige Jahre in Freiburg. 1985 bis 1992 baute der Architekt Ferdinand Merkenthaler einen Industriebau der Mez-AG im westlichen Geländeteil in ein Funkhaus für den SWR um.
Von den früheren Fabrikgebäuden sind nur noch einzelne erhalten. So residiert im Haus Kartäuserstraße 47 heute ein Auftragsforschungsinstitut. Auf dem östlichen Teil des Fabrikgeländes entstand in den vergangenen Jahren ein Wohngebiet.
Das MEZ Unternehmen wurde 1930 vom schottischen Konkurrenten J. & P. Coats aufgekauft. Die beiden Unternehmen firmierten fortan als Mez AG.
Seit Juli 1998 sind die Firmen Coats Mez und Schachenmayr zur COATS GmbH zusammengeschlossen. Sowohl Coats, Mez als auch Schachenmayr können auf eine beachtliche Firmengeschichte und Entwicklung zurückblicken.
Die Firma Mez wurde von Carl Christian Mez Ende des 18. Jahrhunderts in Kandern bei Lörrach als Seidenband-Weberei für die Markgräfler Trachten gegründet. Im Jahre 1828 erwarb sein Sohn in Freiburg ein Anwesen in der Kartäuserstraße, das noch heute der Standort der modernen und umweltfreundlichen Zentralfärberei ist.
Die Ursprünge der Firma Schachenmayr gehen auf eine kleine Wollspinnerei zurück, die Anfang des 19. Jahrhunderts gegründet wurde. 1984 wurde das Unternehmen Schachenmayr von der Coats-Gruppe übernommen.
Seit 1930 bereits besteht die Zugehörigkeit der Firma Mez zum britischen COATS Konzern, einem der weltweit führenden Hersteller und Lieferanten von Handarbeits- und Nähprodukten. Heute ist die COATS GmbH in Deutschland und den Nachbarländern Statthalter der Qualitäts-Weltmarken.
In den nächsten Jahren haben sich die Gebrüder Jean-Henri (*1724 +1802) und Jean (getauft Johannes) Dollfus *1729 +1800) hauptsächlich einem gewidmet - das Bedrucken von Textilien und so exportierten sie ihren Gewebe bald in alle Teil der Welt.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts übernahm Daniel Dollfus (*1769 +1818), Sohn von Jean (Johannes) Dollfus die Leitung des Familienunternehmens. Er heiratete im Frühjahr 1800 Anne-Marie Mieg (* 1770 + 1852) und fügt den Namen seiner Frau (damals üblich) zu seinem. Gleichzeitig passte er den Name der Firma an - 'Dollfus-Mieg & Compagnie' kurz D.M.C. Er gilt deshalb als eigentlicher Gründer des DMC.
1812 wurde in Dornach 'Durni' (Stadtteil von Mulhouse) am Steinbächlein (Energie Gewinnung und Wasser) die erste Grosse Spinnerei errichtet.
1814 übernahm André Koechlin Schwiegersohn von Daniel (*1789 †1875) die Leitung des Unternehmens, da Daniel Dollfus an Tuberkulose erkrankte.
1818 starb Daniel Dollfus-Mieg Tuberkulose und die Firma wurde je zu 20% wie folgt weitergegeben.
1820 verlies André Koechlin DMC und gründete seine eigene Maschinen-Fabrik 'André Koechlin et Compagnie' (AKC), welche später für DMC Dampfmaschinen herstellte. Jean DOLLFUS-Mieg wurde DMC Chef, Daniel Dollfus-Ausset war für das Bleichen, Färben und Bedrucken verantwortlich und Emile für das Spinnen und das Weben.
Jean Dollfus-Mieg übernahm die kaufmännische Leitung des Unternehmens. Er konzentrierte sich auf die Qualität, den Service und das Produktemarketing. Er setzte sich später mit seinem Schwiegersohn Frédéric Engel-Dollfus für bessere soziale Verhältnisse ein und ging später in die Politik.
Jean Dollfus-Mieg (*1800 +1887)
Daniel Dollfus-Ausset (*1797 +1870) übernahm die technische Leitung der Kattundruckerei (Bleichen, Färben, Bedrücken). Er studierte in Paris und Leeds (England) Chemie und lernte auf einer Auslandsreise den Chemiker John Mercer kennen, welcher das 'Mercerisieren' erfunden hatte. Unter Merzerisieren wird die Behandlung von Baumwolle mit Natronlauge verstanden. 1841 kaufte DMC die Patent Rechte an der Merzerisierung. Dank des Merzerisierens, dem Eintauchen der gesponnen Baumwolle in Natronlauge, gewinnt der Faden nicht nur an Stabilität und Haltbarkeit, sondern auch einen seidigen Schimmer. Im Laufe des 19. Jahrhunderts tritt so die Spinnerei an die Stelle der Stoffdruckerei. DMC wird zum Pionier der Baumwollspinnerei in Europa.
1827 übernimmt Emile Dollfus die technische Leitung der Spinnerei (Spinnen & Weben). Er lernte die Kunst und das Handwerk in Paris und bereiste England, wo er die dortigen Firmen besichtigte. Er war Mitbegründer der Industriegesellschaft von Mulhouse (SIM) und wurde später Bürgermeister von Mulhouse.
1843 - Die Qualität der Produkte wurde jetzt kontinuierlich verbessert und gleichzeitig setzte sich Frédéric Engel-Dollfus (*1818 - +1883) [Schwiegersohn von Jean Dollfus-Mieg], Protestant und auch in der Firma involviert, stark für die Sozialen Arbeitsbedingungen ein. Einige Ideen kamen insbesondere den Arbeitern der Firma Dollfus-Mieg und Co. zugute: Hilfs-und Rentenkasse, kollektive Versicherungen, Altenheim, eine Gesellschafft, die zum Sparen ermunterte, Schulen und Aufenthaltsräume für Kinder (die Vorfahren der Kindergärten). Er setzte sich auch für Mechanisierung und Integration des industriellen Prozesses und für die Entwicklung neuer Produkte ein. Er entwickelte insbesondere die Produktion von Garnen zum Nähen und zum Sticken, die er erfolgreich auf den Weltmarkt brachte.
1884 hat DMC Thérèse de Dillmont * 1846; † 1890), eine berühmte und begabte österreichische Stickerin eingestellt. Während mehreren Jahren hat sie verschiedene neue Modelle für die Firma erfunden. Sie gründete in Mulhouse eine Textilschule, gleichzeitig gab sie ein Buch mit dem Titel 'Encyclopedia of Needlework' (1886) heraus, welches in 17 Sprachen übersetzt wurde.
Im Jahre 1888 hatte DMC die Druckerei und zehn Jahre später die Weberei angehalten.
1961 hat sich DMC mit der Firma Thiriez-Cartier-Bresson zusammengeschlossen, welche selber auf eine 150jährige Geschichte zurückschauen kann.
Mit der Verschiebung der Textilproduktion von Europa nach Asien setzen ab Mitte des 20. Jahrhunderts auch für die DMC einschneidende Veränderungen ein. Von den einst 9000 Mitarbeitenden sind heute gerade 250 übrig geblieben. 10 der 17 Hektar Land, mit meist leer stehenden Gebäuden, mussten 2008 an die Stadt Mulhouse verkauft werden um eine drohende Insolvenz abzuwenden. Ein Schnitt und Neuanfang welcher die DMC in die «schwarzen Zahlen» zurückgebracht hat. Das Hauptfabrik-Gebäude (138m Lang) wurde seit dem grossen Einbruch 1998 nicht mehr gewartet und mehrere Brände machten eine Ruine daraus, welche Ende 2013 abgerissen werden musste.
In den USA übernahm die Garnspinnerei zuletzt die Marke Charles Craft und etablierte sich in Nordamerika mit einem Schlag als Marktführer (80 Prozent).
Auf dem riesigen Areal der alten Mulhouser Textilfabrik DMC soll der Samen unter dem Namen 'motoco' (more to come - es kommt noch mehr) aufgehen, der 2013 auf den ersten 10 000 Quadratmetern gelegt wurde. Das Kreativzentrum, das aktuell auf der DMC-Industriebrache wächst. Motoco hat einen Mietvertrag mit der Stadt bis 2025.
© wikipedia.com - © thieriez.org - © dmccreative.co.uk - © de.wikisource.org - Wikipedia in Elsässischem Dialekt :-)
Hinter dem Kürzel DMC steht mit Dollfus, Mieg & Compagnie (Mulhous - Frankreich) ein klangvoller Name.
Stick Begriffe / Material usw.
Canvas - Leinenstoff
[engl. Leinenstoff] Canvas nennt man einen äußerst strapazierfähigen Leinenstoff in einfacher aber dicht angeschlagener Tuchbindung. Hier sind Gewichte zwischen 400–600 g/qm die Norm.
Der Leinencanvas eignet sich sehr gut für Bezüge oder bei entsprechender Nachbehandlung ›Krumpfen‹ oder ›Tumbeln‹ auch für robuste und gebrauchstüchtige Kleidungsstücke. Früher wurden aus
derartigen Leinencanvas auch Zelte, Matten, Gurte und Behälter hergestellt. Oft werden Malerleinwände auch als Canvas bezeichnet. © die-leinenweber.de
Stramin
Stramin ist ein grobes appretiertes Gewebe aus Baumwolle oder Leinen. Das gitterartige Gewebe wird zum Besticken oder als Grundlage zum Knüpfen verwendet. Stramingewebe gibt es in
unterschiedlichen Stärken von fein und leicht bis grob und schwer.
Man unterscheidet verschiedene Arten von Straminen, die in verschiedenen Stichgrößen angeboten werden:
Stramine können mit Mustern versehen sein, um Stickereien oder Knüpfarbeiten zu erleichtern, und auch mit farbigen Rechtecken zum besseren Auszählen bedruckt sein.
Plastik Stramin (Plastic Canvas)
In den Staaten sind noch spezielle 'Plastic Canvas' sehr beliebt, bei uns bekannt unter Plastik Stramin. Diese können in die gewünschte Form geschnitten und bestickt werden. Ob das jetzt
wie hier im Beispiel eine runde Schablone ist oder ein A4 Grosses Form, die Möglichkeiten sind sehr vielfältig. Von Möbel, Dekorationen bis Schmuck ist alles Möglich.
Bei folgendem Beispiel werden runde Scheiben verwendet, diese werden direkt wie Stoff mit einem Perlstich gestickt. Sie können aber auch für Flower Loom verwendet werden.
Tufting
Der Begriff Tufting (englisch to tuft ‚mit Büscheln verzieren‘) oder deutsch Tuften bezeichnet eine Technik zur Herstellung dreidimensionaler textiler Flächen.
Es ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Verfahren zur Herstellung von Teppichböden, hochwertigen automobilen Innen- und Kofferraum-Auskleidungen sowie Kunstrasen. Jeder der
etwas mit Raumgestaltung zu tun hat, kennt diesen Begriff, denn die kunstvollen, auch von Hand, gestalteten Teppich werten alle Räume auf.
Wer die ganzen geschichtlichen Hintergründe über Tufting lesen will, kann bei der Textilmaschinen Firma Tornado-Tex, eine detaillierte 'Zeittafel' mit den wichtigsten Informationen studieren.
Tufting Teppich / Rechts: Loop Pile (sichtbare Schlaufen) / Links: Cut Pile (geschnittene Schlaufen/Flor) - Bild: © etsy.com
Tufting Stich
Bei Tufting wird die Nadel durch das Gewebe gestossen und sofort wieder herausgezogen. Die Länge der Nadel bestimmt die Schlaufen Länge auf der Rückseite. Bei der maschinellen Tufting Herstellung
hält ein Greifer das Garn auf der Rückseite, bei der Handtufting Variante nicht. Wenn man die Nadel nicht vom Gewebe wegzieht, bleibt die Schlaufe in ihrer Länge auf der Rückseite
bestehen. Wenn das Werkstück fertig ist, wird ein spezieller Kleber oder ein Vlies zur Fixierung des Garns aufgetragen.
Tufting Stich
Tufting Maschine
Heute gibt es natürlich für die Massen Produktion ein Tufting Maschine. Je nach Modell kann die Maschine bis zu 5 Meter breit sein (Teppiche) oder nur ein kleines Tischmodell (Applikationen)
sein. Ein Gartenteppich auf den Balkon wird niemand von Hand herstellen, aber wer einen individuellen Teppich will, kann dies nur von Hand herstellen. Die Tufting Maschinen arbeiten
mit mehreren Nadeln!
Tufting funktioniert wie eine Nähmaschine: Von der Teppichrückseite sticht die Nadel durch das Gewebe. Auf der Vorderseite halten Greifer das Garn fest. So ergeben sich auf dem Trägernetz Schlaufen, die eine Schlingenstruktur bilden. Werden die Schlaufen aufgeschnitten, entsteht eine Veloursoberfläche. Das Messer ist häufig am Greifer der Pistole befestigt, so dass das Halten und Schneiden des Garns, auch Pol genannt, in einem Arbeitsgang erfolgt.
Tufting Stich - Bild: © www.groz-beckert.com
Handtufting Pistole
Beim Handtufting wird ein Holzrahmen mit einem Trägergewebe bespannt, wo anschliessend das Garn mit einer Garn-, Handtuftpistole in das Gewebe eingestickt wird. Dies macht man Reihe für
Reihe, bis eine Teppichfläche entsteht. Dabei können hohe oder flache und geschlossene oder aufgeschnittene Schlingen entstehen. Dies führt dazu, dass man mit Handtufting ein breites
Spektrum an unterschiedlicher Teppichstrukturen entwickeln kann. Die Technik stellt hohe Ansprüche an das Geschick des Handtufters. Da die Maschine von Hand geführt wird, bedarf
es sehr viel Sorgfalt und grosser Erfahrung, um schliesslich eine gleichmässige Fläche entstehen zu lassen, die zudem die Handschrift eines jeden Handtufters trägt.
© www.kramis-teppich.ch
Handtufting Pistole - Bild: © www.kramis-teppich.ch
Cut oder Loop Pile
Es gibt zwei verschiedene Arten der Sticktechnik bei der maschinellen Variante und der Garnpistole, die einte 'Cut' schneidet die Schlaufen während des Stickens auf und so entsteht
ein Schnittflorteppich oder auch Veloursteppich. Bei der Loop Variante bleibt die Schlaufe geschlossen, deshalb spricht man von einem Schlingenflorteppich. Das Messer zum Durchtrennen
der Schlaufe ist bereits am Greifer befestigt, sodass das Halten und Schneiden des Pols in einem Arbeitsgang erfolgt.
Handtufting Pistole - Bild: © www.etsy.com
Wer sich kein genaues Bild machen kann, wie diese zwei Sticktechniken hergestellt oder unterschieden werden, hat hier die Möglichkeit in einem zwei minutiges Film:
→ Unterschied Cut - und Loop Pile / Ohne Wort sehr gut erklärt 'Cut vs loop pile tufting machine demo' von Tim Eads (youtube 2 Min)
Kaschieren und verkleben
Um das eingenadelte Garn festzuhalten, muss ein Zweitrücken oder eine Latexierung aufgebracht werden. Diesen Vorgang nennt man Kaschieren.
In einem weiteren Schritt entstehen die Teppichkanten. Trägergewebe, welches über den eigentlichen Teppichrand hinausragt, wird an den Ecken auf Gehrung geschnitten, umgeschlagen und an der Rückseite verleimt. So entsteht ein kompakter Abschluss, der in technischer und ästhetischer Hinsicht überzeugt. Mit präzisen Schnitten entlang der Kante erhält auch der Flor einen letzten Schliff.
© www.kramis-teppich.ch
Konturenschnitt (Carving)
Nach dem Handtuften ist die Teppichschur und ganz besonders der Konturenschnitt zu erwähnen. Der Konturenschnitt oder Carving genannt, trennt die Farben innerhalb einer Oberfläche
durch eine schmale, vertiefende Kontur ab. Diese Kontur wird auch mit einer speziellen Handmaschine oder mit einer Schere geschnitten. Dieser Vorgang erfordert eine große Fähigkeit
des Handwerkers, da ein sogenanntes „Verschneiden“ in keiner Weise reparabel ist.
Tufting Konturenschnitt (Carving) - Bild: © bruno-wickart.ch
Beim folgenden YouTube Film hat man die Möglichkeit die ganze Bandbreite einer Teppich Herstellung zu sehen. Der Film zeigt, dass der Phantasie keine Grenzen gesetzt sind. Obwohl der Film mit russischem Text ist, kann man das Handwerk sehr gut bewundern.
→ Handtufting Pistolen Teppich / Russischer Text - Auch ohne Wort gut verständlich (ImperialStyle.ru - 4 Min)
Technische Begriffe
Handtufting Werkzeug
Für den Hobby Handwerker ist natürlich auch die Handtufting Pistole etwas zu professionell, deshalb gibt es noch die handgetrieben Nähmaschine zum Tuften von Teppichen und dekorativen
Stücken, aber wie sie auf Deutsch genau heisst, ist nicht ganz klar, vielleicht Teppich Nadel oder Zierstichnadel.
Handtufting Werkzeug - Bild: © Speed Tufting Tool und Danella Werkzeug
Das bekannteste Handtufting 'Danella' Werkzeug kommt aus Dänemark. Bei der Handtufting Nadel kann man drei verschiedene Stufen einstellen, je länger die Nadel ist, umso länger werden die Schlaufen auf der Rückseite. Wenn man abgeschnitte Schlaufen (Cut Pile) beim Werkstück haben will, muss man die Schlaufen direkt mit einer Schere abschneiden.
Handtufting Werkzeug Nadel und Stich
Das Handtufting Werkzeug braucht viel Übung und eine ruhige Hand. Aber wenn man den Trick mal kennt, können schöne Wandbehänge, Verzierungen auf Taschen, Kissen oder Teppich hergestellt werden. Hier einige Bilder als Vorgeschmack, was im folgenden Kurz-Film gezeigt wird.
Handtufting Herstellung - Bild: © www.danella.dk
→ Handtufting Werkzeug von Danella - Technik kurz erklärt ©Danella Shop - youtube (2 Min)
Was ist Punch Needle?
Punch, 'stossen' auf englisch erklärt eigentlich den Begriff sehr schön. Es ist eine 'Stoss-Nadel', man stösst einfach die Nadel durch das Gewebe. Das Garn/Faden bildet so auf
der Rückseite ein Schlaufe, vielleicht ist es auch die Vorderseite, je nachdem was man für ein Endergebnis will. Die Technik entstand aus der etwas abgeänderten Teppich Knüpfart Tufting, die
Technik wurde etwas neu interpretiert und schon gibt es ein neues Hilfsmittel.
Bei diesem Beispiel sieht man bei der weissen Farbe die sichtbare vordere Arbeitsseite und die restlichen farbigen Schlaufen entstanden von der anderen Seite. Die satte Schlaufenbildung entsteht auf der vorderen Arbeitsseite, auf der Rückseite werden die verschiedenen langen Schlaufen gebildet, je nachdem wielang die Nadel eingestellt wurde. So entstehen schöne und interessantes 3D Teppichilder.
Punch NeedleBild - Bild: © rico-design
'Rug Hooking', welcher auch noch in diesem Zusammenhang genannt wird, heisst übersetzt 'Tepping knüpfen', das ist für mich aber ein falscher Begriff, da man bei uns früher wirklich Teppich geknüpft hat und es mit dieser Technik hat es nichts viel gemeinsam. Das Teppich knüpfen, wo man einzelne Fäden in den Stoff knüpft, heisst international: Latch Hook
Das Material
Punch Needle
Die Punch Needle hat im Griff ein Längshohlraum, damit das Garn vom hinteren Ende des Griffes nach vorne geführt und an der Nadelspitz noch durch das Nadelöhr eingefädelt werden kann.
Bei einige Holz Punch Needle hat es für eine einfache Einfädlung längs des Griffes entlang einen Schlitz. Bei den geschlossenen Modellen, meistens Kunststoff, liegt meistens eine
spezielle Einfädelhilfe bei. Alle Nadeln haben vorne eine spezielle gebogene Spitze, wo mittig das Nadelöhr ist.
Punch Needle Bild: © perlesandco.de.com & © noname
Einige Nadel haben am Griff einen Schieber, damit die Nadellänge eingestellt werden kann. Die Länge der Nadel-Spitze beeinträchtigt die Schlaufen Länge auf der Rückseite. Die Punch Needle Modelle werden schnell auf den Markt gebracht und sind meist genauso schnell wieder verschwunden. So sind Modelle vom letzten Jahr auf einmal nicht mehr erhältlich. Also die beste Lösung, sich im Fachhandel beraten lassen oder sich selber im Internet informieren.
Punch Needle Bild: © dieschiffchenschieberin.de
Stick- oder Schnapprahmen
Damit das Gewebe auch schön straff ist für das Punch Needlen, spannt man das Gewebe in einen Stickrahmen. Die Stickrahmen gibt es in Holz oder Kunststoffausführung und in diversen
Grössen. Eine andere Möglichkeit ist der Schnapprahmen, hier wird das Gewebe einfach mit einem Schnappklammer am Rahmen befestigt.
Wird das Endstück aufgehängt, kommt es in einem holzigen Stickrahmen am Besten zur Geltung.
Stick- und Schnapprahmen - Bild: © HEEPDD Quadratische Stickrahmen
Stoff
Grundsätzlich kann man sagen, zum Punch Needlen brauchst du Leinen, da er strapazierfähig und relativ weit gewebt ist. Wenn Du jetzt aber nicht genau weisst, was für
einen Leinenstoff, dann nimm Mönchstoff oder engl. Monks Cloth, dieser Stoff ist speziell für den Punch Needle geeignet, er wurde in der Panamabindung gewoben, dh.
2 Fäden in Kette und 2 Fäden im Schuss.
Die Nadel ist relataiv gross und die Spitze sehr spitzig, deshalb wird beim 'normale' Stoff oft die einzelnen Fäden beschädigt, weil der Stoff viel enger gewoben wurde und so entstehen oft sichtbare Löcher. Beim Mönchstoff / Monks Cloth verschieben sich die Fäden nach dem Stossen wieder in ihre Grundform.
Mönchstoff - Monks Cloth
Kleber
Da die Fäden nur loose durchs Gewebe geschoben wurden, kann die ganze Arbeit mit einem Rupfen am Garn wieder vernichtet werden. Damit die Fäden gut fixiert werden, gibt es einen
extra Kleber, welcher man mit einem Pinsel aufträgt. Man kann aber die Fäden auch mit einem Sprühkleber oder einem Vlies, welches man auf der Rücksseit aufbügelt, fixieren.
Z.B. ist der Rico Design Textilkleber ein transparent auftrocknender Kleber auf Wasserbasis. Nach dem Trocknen ist der Kleber wasserfest und nicht mehr auswaschbar. Waschbar als Handwäsche bis 30° C und nicht frostbeständig. Die Trocknungszeit beträgt zwischen 6 bis 12 Stunden. Der Kleber ist geeignet zum Fixieren von gestickten Punch Needle Modellen und eignet sich für Baumwolle, Mischgewebe bis max. 20 % Kunstfaser und verschiedenes mehr.
© Rico
Technik
Punch Needle - Anleitung Bild: © quiltzauberei.de
→ Anleitung: Punch Needle - Rico Design (ca. 2.40 Minuten) ohne Worte
Fadengrafik / Fadenbilder / Fadenkarten
Fadengrafiken, auch als Fadenkunst oder neudeutsch String-Art bezeichnet, sind immer wieder einmal in Mode. Dabei werden die Motive aus kleinen Nägeln oder Stecknadeln und dünnen Garnen gestaltet. Wirklich neu ist
die Idee aber nicht. Fadenmotive gibt es schon lange und in den 1970er-Jahren waren sie sehr beliebt. Idealerweise braucht man sie heute in Zusammenarbeit mit anderen Techniken für sehr aufwändige Karten und Bilder.
Die Holzbilder mit ihren graden gezogenen Faden kennen wir sicher, haben wir im Werkunterricht in der Schule sicher die ersten Versuche gemacht. In der Zwischenzeit gibt es auch komplexe 3D Gebilde, wo die ursprüngliche Technik dahinter oft nur noch schwer zu erkennen ist.
Die Fadentechnik im einfacheren Stil sind sicher die Ausführungen mit Karton und Faden. Den ersten Kontakt hatten wir sicher im Kindergarten, als wir eine Stickkarte erhielten und hier die einfachen Stiche geübt hatten, was mit der Fadentechnik an und für sich nichts zu tun hat, aber wir haben gelernt, dass man mit Faden und Karten tolle Sachen machen kann.
Beide Technik unterstützt das Feinmotorische und die handwerkliche Tätigkeit und sind so natürlich ideal für die Kindergärtner und Schulen, gleichzeitig lernen sie auch den geometrische Zusammenhänge auf spielerische Weise kennen. Als Bastelarbeit in den Handwerkstunden sind aber beide Techniken immer noch sehr beliebt.
Fadenbilder auf Holz
Für die Nagel - Fadengrafiken eignen sich die verschiedensten Motive. Wichtig ist nur, dass die Motive eher einfach gehalten sind und aus wenigen, markanten Linien bestehen. Bei den Fadenbildern werden nämlich
nur die Konturen ausgearbeitet. Für die Motive werden kleine Nägel oder Stecknadeln in eine Holzplatte eingeschlagen und mit Faden umwickelt.
Beispiel mit Anleitung
Wie fängt man jetzt aber an? Zuerst braucht man hier einen gut geschützte Tischplatte. Dann benötigen wir folgendes Material:
Ablauf:
Hier eine Beispiel der Spielmobil-Augsburg Bastelrunde:
→ oben gezeigte Motive - Herz & Blume Vorlage direkt zum Ausrucken (PDF) von © spielmobil-augsburg.de
Fadenbilder auf Papier / Karton
Die Fadengrafik ist eine faszinierende Technik, bei der dünne Fäden auf Karton oder Papier durch Löcher verbunden werden. Besondere Effekte entstehen durch verschiedene Farben, je nach Papier verschieden
dicke Fäden. Es können Perlen eingezogen werden, diverses Dekomaterial aufgeklebt werden ...... hier ein einfaches Beispiel.
Beispiel mit Anleitung
Wie fängt man jetzt aber an? Zuerst braucht man eine gut geschützte Tischplatte. Dann benötigen wir folgendes Material:
Schritt-für-Schritt Anleitung
Klicke auf das Bild und drucke die Vorlage aus, lege sie auf die Karte und steche die roten & schwarze Punkte durch....
... nachdem alle Löcher durchstochen sind, steche von der hinteren Seite durch die 1 und gehe bei 2 wieder nach hinten ....
... verknote den Faden hinten oder fixiere den Faden mit einem Klebstreifen (hält nur begrenzt ).
... arbeite weiter ....bis der oberste Teil beendet ist. Den nächsten Teil fängt senkrecht unter der Nr. 1 an.
... So geht es weiter bis der Tannenbaum beendet ist.
... wenn man mit einer zweiten Farbe zwischen den bestehenden Löcher nachstickt, wirkt er voller, bekommt eher eine 3D Oberfläche ....
... Oben auf der Tannespitze kann man jetzt ein 1 oder 2-farbiger Stern sticken. Die Nummern und Farbentupfen auf den Plan zeigen den Weg. Die Ausgangslage ist der Mittlere Punkt Nr. 1,
hier zieht man die Fäden sternartig ringherum. Die zwei Farben zeigen an, wo man ungefähr einstechen sollte. Es ist nicht so wichtig, ob er Abstand zu den anderen Punkten stimmt.
Varianten
... man kann vorgängig die Karte natürlich anmalen oder später ausmalen, aber vorsichtig bei Wasserfarben, wenn der Karton zu nass wird, weicht er sich auf und die Löcher der Stiche sind nicht mehr sehr stabil. Ein Hängenbleiben am Faden oder will man noch etwas nachbessern, führt schnell zu einem Durchreissen des Kartons.
.... Sterne aufkleben
...den Faden doppelt nehmen, dann gibt es mehr Volumen.
Die Möglichkeiten sind beinahe grenzenlos ツ.
Alle Bilder © negnuja.ch
Material für die Fadengrafik
Für die Fadengrafik Technik braucht man nur ein Brett oder Karton bzw. festes Papier, einen Hammer, eine Nadel und diverse Fäden. Für die ersten Versuche mit Papier braucht man wirklich nichts Zusätzliches zu kaufen,
sondern man nimmt einfach eine Stecknadel, ein Sticknadel, ein Kartonstück und einen Faden. Wenn man die Technik toll findet, dann ist es vielleicht ein Überlegung wert, spezielles Material dazu zukaufen!
Stickkarten
Die Stickkarten haben vielleicht mit dem geometrischen Denken der Fadengrafik nichts zu tun, es ist vielmehr den Einstieg in die Karten Stickkunst. Es wird die Feinmotorik geübt und die Kinder lernen den Umgang mit Faden
und Garn. Diese Technik kann man gut vorbereiten und schon die Jüngsten haben hier grossen Spaß. Hier gibt es natürlich auch fertige Sets zu kaufen.
Prickelnadel und Unterlage
Vorlagen (engl. pattern)
Braucht man eine Vorlage für eine Karte oder ein Bild? Damit man die Wirkung der einzelnen Spannfäden besser kennenlernt, ist es sinnvoll am Anfang eine Vorlage zu nehmen. Im Internet kann man unzählige finden.
Ob das jetzt Bordüren-Verzierungen sind oder ganze Bilder ..... (engl. Stitching card pattern).
→ oben gezeigte Motive - Herz & Blume Vorlage direkt zum Ausrucken (PDF) von © spielmobil-augsburg.de
Speziellen Faden oder Garn
Damit die Fäden auch speziell wirken, kann man spezielle glänzende Fäden verwenden, welche für die Fadengrafik-Technik geeignet sind. In verschiedenen Farben. Material: 100 % Polyester.
Geschichte von DMC / Auf- & Zuklappen
Im Jahr 1746 entstand auf Initiative von Jean-Henri Dollfus, Künstler (*1724 +1802) ein Joint Venture mit zwei anderen Jung-Unternehmern Jean-Jacques Schmalzer und Samuel Köchlin. Jean-Henri Dollfus lässt nach dem begehrten Vorbild
der indischen Kattune Stoffe bedrucken, auch Indiennes genannt, herstellen (farbig bedruckte Stoffe). Die Nachahmungen werden schnell sehr beliebt. 'Koechlin, Schmalzer & Co.' sind damit die ersten in Europa und exportieren ihre Produkte bald in die ganze Welt.
Im Jahr 1746 entstand auf Initiative von Jean-Henri Dollfus, Künstler (*1724 +1802) ein Joint Venture mit zwei anderen Jung-Unternehmern Jean-Jacques Schmalzer und Samuel Köchlin. Jean-Henri Dollfus lässt nach dem begehrten Vorbild
der indischen Kattune Stoffe bedrucken, auch Indiennes genannt, herstellen (farbig bedruckte Stoffe). Die Nachahmungen werden schnell sehr beliebt. 'Koechlin, Schmalzer & Co.' sind damit die ersten in Europa und exportieren ihre Produkte bald in die ganze Welt.