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Ki Joobong, Kim Minhee, Song Seonmi © 2018 Jeonwonsa Film Co.
Younghwan ist ein alternder Dichter, der seine Frau und seine zwei Söhne schon vor vielen Jahren verlassen hat. Nun bestellt er die Brüder in das Hotel am Fluss, in dem er ein paar Wintertage verbringt, eingeladen vom Hotelier. Youngwhan hat das unbestimmte Gefühl, seine Tage seien gezählt.
Gleichzeitig lässt sich in einem Zimmer auf dem gleichen Stock eine junge Frau von ihrer besten Freundin trösten, weil sie von ihrem Freund abserviert wurde.
„Locarno 18: Gangbyun (Hotel by the River) von Hong Sangsoo“ weiterlesen
«Eigentlich sind wir demnach jetzt in Malaysia!» meint die junge Frau zu Wang. Die beiden liegen auf dem Sand am Meer in Singapur, am Rande einer riesigen Landgewinnungsbaustelle.
Wang Bi, ein chinesischer Arbeiter, der für eine dieser Baustellen Lastwagen fährt, hat ihr erklärt, dass der benötigte Sand für den Ausbau der Singapurer Landzone von überall komme. Er werde in Malaysia angekauft, in Kambodscha, in Vietnam, zum Teil wohl auf dem Schwarzmarkt.
„Locarno 18: A LAND IMAGINED von Yeo Siew Hua (Wettbewerb)“ weiterlesen
Michelle Wehbe © Stalker Production
Junge Liebe in einem entvölkerten Bergtal im Libanon. Die Idee ist ungewöhnlich. Statt Niedergang zu beklagen, zeigt dieser Film den Alltag einer jungen Frau und ihrer Grossmutter, mit den Tieren um ihr Haus herum und dann diesem jungen Mann, der plötzlich auftaucht.
Yara ist ein Spielfilm, das Werk eines einzigen Mannes. Abbas Fahdel zeichnet für Regie, Produktion, Kamera, Montage, Ton und Drehbuch. „Locarno 18: YARA von Abbas Fahdel (Wettbewerb)“ weiterlesen
© CG Cinema / Phobics
Der Filmtitel
ist definiert. So hiess der Thriller von 1931 von Fritz Lang, in dem Peter Lorre jenen Kindsmörder und Triebtäter spielte, den schliesslich sogar die Unterwelt jagte. M
Yolande Zaubermans
M ist ein Dokumentarfilm, die zentrale Figur ist Menahem Lang, fünfundreissig Jahre alt. Er ist im Zentrum des orthodoxen Judentums aufgewachsen und wurde als Kind immer wieder vergewaltigt. Von seinen Lehrern, von Vertrauten. „Locarno 18: M von Yolande Zauberman (Wettbewerb)“ weiterlesen
Zsofia Körös © frenetic
Der Glaubenberg ist keiner. Kein Berg. Sondern ein Pass. Aber wenn der Glauben Berge versetzen könnte, dann wäre es Lena wohl gelungen.
Lena liebt ihren wenig älteren Bruder Noah. Schon immer. Schon damals, als die Kinder auf dem Glaubenberg-Pass spielten. Und jetzt, als Siebzehnjährige, liebt sie ihn rasend, unaufhaltsam, unnachgiebig.
„Locarno 18: GLAUBENBERG von Thomas Imbach (Wettbewerb)“ weiterlesen
Mélanie Thierry, Pierre Deladonchamps © filmcoopi
«C’est compliqué» meint Pauline, als Galina, das Ferienmädchen aus Russland, sie fragt, ob sie verliebt sei. «Non, c’est simple» widerspricht Galina. «You are in love – or you are not».
Die drei Sätze bringen jedes Melodram auf den Punkt, jede Dreiecksgeschichte, jeden umgepflügten Lebensentwurf.
„Locarno 18: LE VENT TOURNE von Bettina Oberli (Piazza Grande)“ weiterlesen
Liz und Ray mit Jason und Richard © Luxbox
Ray schenkt sich sein Glas immer voll, bis knapp unter den Rand. Auch mit zitternden Händen, auch wenn er dreimal ansetzen muss, um die Plastikflasche mit dem billigen Heimgebräu leer zu kriegen.
Früher hat er auch die Teetasse für seine Frau Liz genau so knapp unter den Rand gefüllt. Ihre zwei Süsswürfel hatten allerdings doch noch Platz.
„Locarno 18: RAY AND LIZ von Richard Billingham (Wettbewerb)“ weiterlesen
Théodore Pellerin (Guillaume), Noée Abita (Charlotte) © beforfilms
Guillaume (Théodore Pellerin) und Charlotte (Noée Abita) sind Geschwister. Er ist im Internat, sie wohnt beim Vater und der Stiefmutter. Aber beide treibt die Liebe um. Und beide finden sich zuweilen in einer überraschend zynischen Umwelt.
Bei Guillaume ist es vor allem der Geschichtslehrer Pellerin, der seine Klasse mit einer ironischen, mitunter auch zynischen und ziemlich schonungslos auf einzelne Schüler zielenden Direktheit fasziniert und bisweilen auch aufmischt.
„Locarno 18: GENÈSE von Philippe Lesage (Wettbewerb)“ weiterlesen
Marcello Martini in der Titelrolle © Nefertiti Film
Im aktuellen Italien die Geschichte eines Mannes zu erzählen, der für seine freie Rede und kirchenkritischen Gedanken 1599 auf Anordnung des Papstes auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, das ist kein einfaches Unterfangen.
Menocchio hiess eigentlich Domenico Scandella. Er war Müller in Montereale, einem Dorf im Friaul. Wie viele andere Freidenker und kritische Geister geriet auch Scandella in die inquisitorische Repressionsmaschine der Gegenreformation. „Locarno 18: MENOCCHIO von Alberto Fasulo (Wettbewerb)“ weiterlesen
Elf Jahre ist es her, seit Cristian Mungiu mit
die neue rumänische Welle zur globalen Anerkennung brachte. Vier Monate, drei Wochen und zwei Tage
Im Zentrum standen damals das staatliche Abtreibungsverbot im kommunistischen Rumänien der 1980er Jahre und die Unrechts- und Feigheitsketten, die damit verknüpft waren.
Nun nimmt Radu Muntean das Thema wieder auf, fast spiegelbildlich, im zeitgenössischen Rumänien.
„Locarno 18: ALICE T. von Radu Muntean (Wettbewerb)“ weiterlesen