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Wiederaufbau nach Idai unserer Partnerorganisation PORET
Was fepa Partneroganisationen tun und wie wir Sie unterstützen
Distrikt Chimanimani: PORET und CPC
Bei unserer agrarökologischen Partnerorganisation PORET wurden die diversen Anlagen zum Sammeln und Versickern von Regenwasser, die in den letzten zwei Jahren auf dem Areal des Trainingszentrums und auf dem Land von KleinbäuerInnen entstanden sind, durch die starken Niederschläge einem harten Test unterworfen. Sie haben diesen bestanden.
Die Mitglieder des Chaseyama Permaculture Club haben beschlossen, zu Gunsten des Wiederaufbaus aus einer Sammlung unter den Mitgliedern einen Solidaritätsfonds zu äufnen, von dem Opfer des Wirbelsturms direkt profitieren.
Primarschule in Ngangu
Bei der Primarschule im Dorf Ngangu mit rund 1000 Schülern, wurde von einem Sturzbach der grösste Teil des rund 800 Bäume zählenden Obstgartens weggeschwemmt. Die Bäume, vorwiegend Bananenstauden, wurden vom Wasser ins Tal gerissen und hinterliessen eine Erosionsrinne in der Grösse eines Flussbetts. Rund 100 der Bäume blieben bestehen. PORET unterstützt die Primarschule nun beim Wiederaufbau des Obstgartens. Neu sollen allerdeings eine grössere Vielfalt an Obstbäumen gepflanzt werden. Dies einerseits um das Lernen neuen Wissens zu ermölgilchen, andererseits aber auch, um eine abwechlsungsreichere und gesündere Ernährung der Dorbevölkerung und der Schüler*innen zu ermöglichen.
PORET erwirbt dazu Setzlinge bei lokalen Bauern und unterstützt damit eine lokalisierte Wirtschaft.
Mahagoni-Pflanzungen
Ebenso stellt PORET 1500 selbst gezogene Mahagoni-Setzlinge zu Verfügung, und unterstützt die Bauern beim Pflanzen. Der rote Mahagoni ist ein inzwischen durch Überweidung selten gewordener Baum. Neben seinen Heilwirkungen stabilisiert er auch Hänge relativ gut. Ebenso wird das Holz des Mahagoni-Baums sehr gern benutzt, weshalb die Bäume relativ selten geworden sind und auf der roten Liste fungieren.
Ihre Unterstützung: Spenden an fepa mit Vermerk IDAI
Überweisung auf das Konto CH97 0900 0000 3000 24056 oder online (Vermerk IDAI auf dem Formular als zweiten Vorname eingeben)
Grace (34) lebt mit ihrer Mutter und ihren zwei Kindern, Dylan (11) und Daleen (6) auf einem Bauernhof. Seit Daleen einjährig ist, lebt sie getrennt von ihrem Ex-Mann. Grace hatte zuvor bei SEED Co in Harare gearbeitet, wo sie auf Versuchsfeldern Pflanzen setzte. Ebenso arbeitete sie an der offenen Universität von Mutare, wo sie sich, ebenso wie bei anderen früheren Stellen, mit hybridem Saatgut beschäftigte. Darum freut es sie auch, jetzt bei PORET mit biologischem Saatgut zu arbeiten. Grace engagiert sich dafür, Jugendliche für PORET zu begeistern und sie in die Arbeit mit einzubeziehen. Anfänglich war es schwierig, sie zu überzeuge, bis PORET damit begann, Fussballmatches zu organisieren. Am Rande der Fussballspiele finden Diskussionen über Umweltthemen statt und es werden Bäume gepflanzt. Grace sieht darin die einzige Möglichkeit, Jugendliche zu motivieren, sich bei PORET zu beteiligen. Grace stieg 2000 mit einer kleinen Anzucht in die Permakultur ein. Heute zieht sie Bohnen, Sorghum, verschiedene Gemüse, Schlangenbohnen und Kürbisse.
Virigina Karisawu, Outreach Officer bei PORET
Virigina (43) wohnt in einem Hof in Chaseyama, wo sie und ihre Kinder sich ein Haus mit einem Zimmer teilen. Ein grösseres Haus, das drei Zimmer enthalten soll, befindet sich momentan im Bau. Virginia ist geschieden kümmert sich um fünf Kinder, von den zwei bereits verheiratet sind. Sie engagiert sich in der Landwirtschaft und ist stolz auf ihre Baumschule.
Mai Mandonga, Chairwoman des Chaseyama Permaculture Club
Mai Mandonga ist seit zwei Jahren die Leiterin des Chaseyama Permaktultur-Clubs, dessen Führung sie ein weiteres Jahre innehaben wird. Mai ist eine Bäuerin und kümmert sich um ihre Familie in der Ward 2 an der Strasse nach Chimanimani. Sie hat vier Kinder, ihre älteste Tochter ist verheiratet. Mais Mann lebt in Südafrika und arbeitet als Schreiner. Da sie ohnehin Bäuerin ist, findet sie, dass ihr der CPC keine zusätzliche Arbeit bereitet.
Taurai Dube, erste Freiwilligengruppe 2019
Taurai war Freiwilliger bei PORET. Er wohnt mit seiner Frau und drei Kindern auf dem Bauernhof seiner Mutter, unweit von PORET. Ein einwöchiger Workshop bei CELUCT hat Taurai so motiviert, dass er 2009 zusammen mit anderen Bauern, den Chaseyama Permakulutur-Club gründete. Die Idee des Feriwilligenprogramm ist es, dass unverbindlich Workshops und Trainings besucht werden können, die PORET anbietet, um diese Methoden dann zu Hause anzuwenden. Er probierte sehr lange, seine Mutter davon zu überzeugen, Methoden aus der Permakultur zu Hause anwenden zu dürfen, vor einem Jahr willigte sie schliesslich ein. Als Freiwilliger möchte er nicht umherwandern, um andere proaktiv zu überzeugen, sondern durch das eigene Handeln selbst ein Beispiel in der eigenen Gesellschaft setzen. Nachbarn fallen seine Resultate auf und sie werden neugierig. Gewisse sind daran interessiert, zusammen zu arbeiten, darum organisiert Taurai Treffen und Trainings. Als Freiwilliger unterstützt er auch PORET, wo er während 2-3 Tagen in der Woche anzutreffen ist. Taurai unterstützte Grace dabei, die Jugendlichen in der Gegen dafür zu motivieren, bei PORET mitzumachen. Er kann sich daran erinnern, wie es am Anfang schwierig war, aber seit sie begonnen hatten, Fussballspiele zu organisieren, machen die Jugendlichen nun mit. Ebenso gibt es Mehrgenerationentreffen, wo die Alten und die Jungen verschiedene Themen wie Geschichte, HIV/AIDS, Landwirtschaft und Saatgut.
Hardwork, Freiwilliger aus dem Jahr 2018.
Hardwork lebte und arbeitete in Südafrika als Schreiner und produzierte Schreibtische und andere Möbel. Er kam zurück nach Chimanimani weil er unter Sehstörungen litt. Heute ist seine Familie noch immer in Südafrika, während er im Haus seiner Mutter lebt. Zu Hause betreibt er einen Permakulturgarten. Das inspirierenste bei PORET ist für ihn, dass man bei PORETs in Trainings lernt, das gelernte dann aber zu Hause anwenden kann. Im Gegensatz zu anderen Programmen bietet es einen Gewinn für einen selbst zu Hause und nicht an einem anderen Ort wie bei Organisationen bei CELUCT or Plan International, wie er aus eigener Erfahrung weiss. Als Freiwilliger nimmst du Teil an Trainings und setzt das Gelernt zu Hause um. Die Tatsache, dass man lernen und einen direkten Effekt zu Hause feststellen kann fasziniert Hardwork am meisten und motiviert ihn dazu, sich zu engagieren. Er sprach mit seinen Nachbarn und anderen Bauern in seinem Dorf, und stellte fest, dass ein grosses Interesse vorhanden war. Er organisierte dann ein Training mit PORET. Als früherer Volunteer ist er ein Bindeglied für PORET zu den lokalen Famern und sorgt dafür, dass das Wissen sie erreicht.
Besucher: Chipo Sithole im Namira Village, Ward 3, arbeitet momentan an einem Fischteich und hatte einen Garten neben einem kleinen Bach. Sie baut Zuckerrohr für den Verkauf an. Sie hatte erst 2013 mit Landwirtschaft begonnen und hat 2017 mit dem Nutzen von Permakulturmethoden angefangen. In ihrem Garten gibt es einen grossen Baum, der Regenbaum genannt wird. Regenbäume sind ein wichtiger Indikator, die fruchtbares Land anzeigen. Rosemary Sunguro, Shati Village, Ward 2, begann 2018 mit Permakultur und hat eine Anzahl Versickerungsgräben auf ihrem Land ausgehoben. Sie ist die Vizeleiterin des CPC im Dorf. Tatenda Manengureni, Chinyati Village, Ward 2, Freiwillige 2018. Sie hoben die ersten Versickerungsgräben aus, als Eleonora vorbei kam. Peter Manjoro, Murazvu B, Ward, Freiwilliger 2018. Peter ist der Wissenschaftler unter den Bauern. Er findet es spannend, neue Methoden und Pflanzen auszuprobiern. So testete er zum Beispiel die Beschichtung von Bohnen. Er mischt Melasse mit Asche zum Saatgut und fügt so Nährstoffe hinzu. Dadurch wachsen sie schneller und besser.
fepa Partnerorganisation
PORET
Ort
Chaseyama, Zimbabwe
Zielgruppe
Kleinbauern im ariden Tiefland von Chaseyama
fepa Beitrag 2018
CHF 70’000
fepa Beitrag 2019
CHF 80’000
Weiterführende Informationen
Im April 2019 war die fepa-Studienreise zu Besuch in Chaseyama. Was wir da gesehen haben: Update
In unserem Büro in Bern diskutierten wir über Möglichkeiten des Widerstands gegen die Ausbreitung der Gentechnologie in Afrika. Auf dem Biohof Schüpfenried in Uettligen wurde dieser Widerstand durch die Erzählungen aus Simbabwe lebendig. Dass Permakultur eine Lösung ist für den dringend notwendigen Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft, daran liess PORET keinen Zweifel. Damit ziehen PORET und SWISSAID am gleichen Strang: mit Agrarökologie kann der Hunger bekämpft und Ernährungssouveränität geschaffen werden. –Judith Reusser, SWISSAID
Ich war von den tollen Präsentationen zum Thema Entwicklung beeindruckt. Ich lernte die Bodenbewirtschaftung, Lebensstandards, Nahrungsvielfalt und Anbautechniken der Schweiz kennen. Gerade in der biologischen Landwirtschaft finden wir manche Ähnlichkeiten. Ich wünsche mir weiterhin eine starke Beziehung und Zusammenarbeit mit vielen Organisationen um die Lebensbedingungen in Simbabwe zu verbessern. Danke fepa. – Kumbirai Dube, PORET
«Der Bericht von PORET stiess in Horgen auf Interesse, dies zeigte sich in der Fragerunde nach dem Vortrag: ‘Momoll, das ist eine gute Sache, wir sind auch für Nachhaltigkeit und biologischen Landbau!‘ Einer der beiden Gäste, ich glaube, es war Julious Piti, sagte einen Satz, der mich, trotz der frühsommerlichen Wärme im Raum, frösteln liess: ‘Ja, aber bei uns in Simbabwe ist Permakultur nicht einfach nur schön, sondern eine Frage des Überlebens.‘ Daran habe ich jetzt immer noch zu kauen.» – Katharina Morello, Pfarrerin Horgen
«Mir fiel auf, wie wissbegierig und interessiert die Menschen hier bei uns sind, Informationen aus erster Hand zu erhalten. Dieser direkte Austausch fördert das Verständnis für einander. Mit dem Klimawandel kommen weltweit enorme Herausforderungen auf die Landwirtschaft zu. Die kleinbäuerliche Landwirtschaft ist für mich sowohl im Süden als auch bei uns im Norden ein wichtiger Lösungsansatz für diese Problematik. Das professionelle und strukturierte Auftreten von Julious Piti und Kumbirai Dube hat mich sehr beeindruckt.» – Roger Morgenthaler, ehemaliger Praktikant bei PORET in Chaseyama, fepa Aktivist
«Im Austausch mit PORET hat mich beeindruckt, wie die Grundsätze der Permakultur, respektive der Agrarökologie und des biologischen Landbaus, im Umfeld von Julious und Kumbirai dazu beitragen können, die Existenz der ländlichen Bevölkerung zu ermöglichen. In Simbabwe und in der Schweiz geht es um die sorgfältige und aufbauende Nutzung der natürlichen Ressourcen, die in letzter Konsequenz unsere Lebensgrundlage darstellen.» – Toni Küchler, Bauer und Permakulturist auf dem Balmeggberg bei Trub im Emmental
«Julious und Kumbirai leben den KleinbäuerInnen vor, was sie lehren, und das macht sie zu glaubwürdigen Vorbildern. Ihre Arbeit ist in der lokalen Gemeinschaft verwurzelt und sie legen grossen Wert auf einen engen Kontakt zu den Menschen, die sich am Projekt beteiligen. Das sind wichtigste Voraussetzungen für nachhaltige Projekte. Ihr Engagement und ihr Wille, wirklich etwas zu verändern, haben mich beeindruckt.» – Xenia Keller, EcoSolidar
«Das afrikanische Lied zur Einstimmung und das freundschaftliche Zusammenspiel von Julious und Kumbirai beim Erzählen von ihren Projekten und Erfahrungen war wunderbar. Beeindruckt hat mich der ganzheitliche Ansatz; dass es nicht nur darum geht, wie ein Kompost angesetzt oder Wasser gesammelt wird, sondern auch um das Zusammenleben und die Gesundheit der Menschen – gelebte Permakultur.» – Monika Hutter, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen (IUNR) der ZHAW in Wädenswil
«Inspirierend an der PORET Tournee fand ich die Hingabe an die Arbeit, sowohl bei den Gästen aus Simbabwe als auch bei den Bauern, Initiativen und Organisationen in der Schweiz und Deutschland. ‚Konsument‘ – dieses Wort drückt für mich die Verbindung zwischen PORET, der Schweiz und allen anderen Ländern treffend aus. Ich als Konsumentin habe eine Entscheidungsfreiheit, die es zu nutzen gilt, weil ich gleichzeitig eine Verantwortung gegenüber dem Wohlbefinden meiner Mitmenschen habe. Welche Lebensmittel konsumiere ich, welche Produktionsketten unterstütze ich, konventionelle oder ökologische? Mit meinem Handeln kann ich die lokale Kleinbauernwirtschaft unterstützen und eine Inspiration zum Umdenken für andere sein.» – Johanna Schwarzer, fepa
«Mich haben die Sachkenntnis und praktische Herangehensweise von PORET beeindruckt. Die Fähigkeit, die Herzen, den Verstand und die Intuition der BäuerInnen anzusprechen, ist ein Erfolgsgarant. Es freut mich, wie viele KleinbäuerInnen begeistert bei der Sache sind. Solche Basisprojekte sind zukunftsweisend für die Zivilgesellschaft. Mit PORET habe ich einen soliden Partner in Simbabwe für Ernährungssouveränität und die Freiheit des kleinbäuerlichen Saatgutes kennengelernt.» – Udo Schilling, Longo Maï
«Mit Julious Piti und Kumbirai Dube unsere Parmakulturanlage zu begehen war ein unvergessliches und kostbares Ereignis. Den Beeten entlang spazierend lernten wir von ihnen Neues: z.B. über die Essbarkeit gewisser Pflanzen am Wegrand, die wir bis dahin nicht in unseren Salat gemischt hätten. Der Zufall wollte es, dass uns am selben Tag auch eine Gruppe von Permakultur-Design-Studierenden aufsuchte. Julious hielt einen informativen und inspirierenden Vortrag über den Umgang mit Wasser, einem Gut, das in Simbabwe rarer ist als hier. Das hat uns nochmals eine beeindruckende Sicht auf den Wert der Permakultur vermittelt. Für alle Anwesenden war die Gegenwart des charismatischen Visionärs ein Geschenk. Wir möchten in unserer jurassischen Oase sehr gerne diese Begegnungskultur zwischen den Kontinenten stärken und vor allem bald eine Reise nach Simbabwe unternehmen.» – Sibylle Ott, Permakulturistin bei Creux-des-Biches, Jura
Für Kleinbauern des Tieflands im südöstlichen Simbabwe ist der Waldgarten in Chaseyama ein Leuchtturm des ökologischen Wissens und der Würde. Er weist einen Weg aus Umweltzerstörung und Nahrungsunsicherheit.
Veranstaltung am Montag 28. Mai
Julious Piti und Kumbirai Dube berichten direkt aus Chaseyama, wo sie sich für eine ökologische Trendwende und soziale Transformation einsetzen.
Montag, 28. Mai 2018, 19 Uhr im Gemeindezentrum Rehetobel, St. Gallerstrasse 9, 9038 Rehetobel
Bericht von Brigitt Baumgartner über ihre Erfahrungen bei PORET
Julious Piti ist ein Landwirtschaftsexperte mit Dreck an den Schuhen. Er experimentiert und fördert den Austausch von Wissen und ist ein inspirierender Motivator, der unzählige Kleinbauern zum Mitmachen bewegen kann. Das Projekt PORET (Participatory Organic Research Extension and Training) schafft praktische Beispiele, von denen die umliegenden Bauern und Bäuerinnen lernen. Es gibt Workshops im Mustergelände und PORET-Fachleute gehen zu den Bauern auf den Hof und erarbeiten dort gemeinsam mit ihnen, wie sie die Techniken auf dem eigenen Land am besten anwenden.
Es gilt nicht nur Ernährungssicherheit zu erreichen, sondern auch eine starke Gemeinschaft aufzubauen. Programme für Konfliktlösungsstrategien, Stärkung der Rechte der Frauen, ein Kindergarten – all dies trägt dazu bei, dem Leben auf dem Land wieder eine Perspektive zu geben.
Durch die Wirtschaftskrise in Zimbabwe stieg die Arbeitslosenquote massiv an, und die Einkommen jener, die noch Arbeit haben, wurden um 30 bis 50 Prozent gekürzt. Das Leben in den Städten wurde schwierig, so dass viele in ihre Herkunftsgebiete auf dem Land zurückkehrten und sich der Landwirtschaft zuwandten. Sie müssen vom Ertrag ihrer Felder leben können – da sind landwirtschaftliche Techniken, wie sie von Julious Piti und seinem Team propagiert werden, Hilfe und Hoffnung.
FEPA (Fonds für Entwicklung und Partnerschaft in Afrika) gab mir die Chance, im September bis Mitte November in dem PORET-Projekt in Zimbabwe mitzuwirken.
Auf der Reise war ich noch im Ungewissen: Was erwartet mich? Wie wird mir dieser Einsatz gelingen? Im Jahr zuvor war ich nach Ghana gereist für ein Schulprojekt -diese guten Erfahrungen gaben mir Zuversicht. Im Nachherein darf ich mit Freude feststellen, dass es nicht besser hätte herauskommen können. Über den Kindergarten – intensive Arbeit mit den Kindern und dem Lehrerinnen-Team besuchten wir als Team alle Kinder zu Hause. Dies war zum Teil mit langen Fussmärschen verbunden und gab uns die Gelegenheit für einen intensiven Austausch und Ideenentwicklung. Was können die Familien in ihren Gärten vom Permakulturprojekt umsetzen? Wie können wir die PORET-Gemeinschaft stärken, zusammenbringen? Am Elternmeeting mit den Kindern wurde es für alle spürbar, was alles in Bewegung gekommen ist und wie wir zusammengewachsen sind. So freut es mich besonders, dass wir unsere Erfahrungen und Erkenntnisse mit Ihnen teilen können.
Veranstaltungsinformationen
Montag, 28. Mai, 19:15 Uhr, Gemeindezentrum Rehetobel, St. Gallerstr. 9, Rehetobel
17:30 Uhr: Informell und gemütlich Besuch aus Zimbabwe
Julious Piti und Kumbirai Dube sind Leiter von PORET, einem zukunftweisenden Landwirtschaftsprojekt in Manicaland, einer trockenen und wenig fruchtbaren Gegend Zimbabwes. Dort betreiben sie ein Trainingszentrum der besonderen Art. Permakultur ist das Zauberwort – Regenwasser zurückhalten statt ablaufen und Humus fortschwemmen zu lassen, Bäume pflanzen, traditionelles Saatgut verwenden, die lokalen Kleinbauern nicht nur zu Workshops auf dem Mustergelände einladen, sondern auch auf ihren eigenen Höfen besuchen um mit ihnen passende Lösungen zu finden. Der Wandel ist erstaunlich. Im dürren Chaseyama entsteht ein grünes Paradies, das die Bauern und Bäuerinnen ernährt und die Gemeinschaft stärkt.
Klimawandel und Ernährungssicherheit sind Themen, die uns alle angehen. Zu hören, wie zwei Praktiker aus dem Süden sich diesen Herausforderungen stellen, macht Mut.
14 – 17 Uhr: Weltgarten in Tunsel, Michael Selinger
Der Weltgarten in Tunsel ist ein Gemeinschaftsgarten mit starkem Permakulturhintergrund und gärtnerischer Führung. Der Fokus liegt hier auf dem Lernen und einem gegenseitigen, sowie interkulturellen Austausch.
Ablauf Workshop:
Input der beiden Gastreferenten Julious Piti und Kumbirai Dube über Simbabwe und der dortigen Situation
Anschließend ein praktischer Teil im Weltgarten unter Berücksichtigung der Fragestellung wie wird in Simbabwe und Deutschland mit ähnlichen Problemen in Bezug auf Landwirtschaft umgegangen? (z.B. Thema Trockenheit, Bodenbearbeitung (Tipps und Tricks), Kreisläufe nutzen, etc.).
Danach folgt eine offene Runde für einen dialogischen Austausch, Raum für Fragen, gegenseitige Tipps und gemeinsames Gärtnern.
Ein anderer Blick auf Landwirtschaft im südlichen Afrika und hier
Aufgrund des Klimawandels ändern sich die Bedingungen für die Landwirtschaft weltweit. Das Klima wird extremer – Hitzewellen, Dürren, Regenfluten, Kälteeinbrüche folgen sich. Betroffen sind hauptsächlich die Kleinbauern, die nach wie vor den Hauptteil der weltweiten Lebensmittel produzieren. Mit ihren beschränkten Mitteln müssen sie sich anpassen, um den neuen Herausforderungen gerecht zu werden. Überall machen sich BäuerInnen Gedanken, wie’s weiter gehen soll. Allmählich wächst die Erkenntnis, dass die von Konzernen und vielen Regierungen propagierte, ressourcenverschwenderische Agroindustrie nicht Lösung sondern Teil des Problems ist. Gefragt ist eine ökologische und nachhaltige Landwirtschaft. Ist Permakultur dazu ein Ansatz? An diesem Abend bringen wir PraktikerInnen aus Zimbabwe und der Schweiz miteinander ins Gespräch.
Julia Jawtusch ist Agronomin und war Mitarbeiterin beim Forschungsinstitut für Biologische Landwirtschaft. Jetzt arbeitet sie bei Brot für Alle im Bereich Recht auf Nahrung und Klimawandel. Sie wird am 6. Juni die anstehenden Probleme aus einer weltweiten Perspektive darstellen.
Julious Piti hat mehr als 20 Jahre Erfahrung in Permakultur und ist ein Landwirtschaftsexperte mit Dreck an den Schuhen. Er experimentiert und fördert den Austausch von Wissen und ist ein inspirierender Motivator, der unzählige Kleinbauern zum Mitmachen bewegen kann. Das Projekt PORET (Participatory Organic Research Extension and Training) schafft praktische Beispiele in der von Dürren bedrohten Gegend, von denen die umliegenden Bauern und Bäuerinnen lernen.
Kumbirai Dube ist selber Bauer und arbeitet mit Julious Piti zusammen. Er veranstaltet Workshops im Mustergelände, geht aber auch zu den Bauern auf den Hof und erarbeitet dort gemeinsam mit ihnen, wie sie die Techniken auf dem eigenen Land am besten anwenden.
Kathy Hänni ist Bäuerin auf dem Bio-Hof Heimenhaus in Kirchlindach, einem modernen, ökologischen und vielseitigen Bauernhof.
Die Übersetzung erfolgt durch Barbara Müller aus Basel.
Die Gesprächsleitung an diesem Abend hat Ueli Haller inne.
Weiterführende Informationen zum Veranstaltungsort