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| Alois Hartl, Allgemeine Einleitung. In: Des Lucius Caelius Firmianus Lactantius Schriften. Aus dem Lateinischen übersetzt von Aloys Hartl. (Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 36) München 1919.

Allgemeine Einleitung
A. Lebensgang.
[S. 013] Lucius Caelius Firmianus Laktantius wurde um das Jahr 250 n. Chr., und zwar in der römischen Provinz Afrika, wie allgemein angenommen wird, geboren. Seine Familie gehörte noch dem Heidentum an. Als seinen Lehrer bezeichnet der hl. Hieronymus den Rhetor Arnobius aus Sicca in Numidien, der später ebenfalls Christ wurde und eine noch vorhandene Schrift gegen das Heidentum verfaßte. Doch kommt Laktantius in seinen erhaltenen Werken nie auf seinen Lehrer oder dessen Schriften zurück. Schon frühe betrat Laktantius die schriftstellerische Laufbahn, und das „Symposium“, das er als junger Mann, vermutlich über Fragen der Rhetorik, in Form eines Tischgespräches in Afrika schrieb, mag wohl den Kaiser Diokletian auf ihn aufmerksam gemacht und veranlaßt haben, ihn als Lehrer der lateinischen Beredsamkeit nach der neuen Reichshauptstadt Nikomedien (Ismid) am Marmarameer zu berufen. Die Reise von Afrika nach Nikomedien hat er nach dem Vorgange verschiedener Autoren in nicht mehr vorhandenen Hexametern beschrieben.
In Nikomedien trat er um 301 zum Christentum über, das er mit tiefer Überzeugung erfaßte und zur Grundlage seines ganzen Denkens und Wirkens machte. Nach Lage der Zeitverhältnisse blieb dieser Schritt der großen Allgemeinheit verborgen, wie es auch bei vielen einflußreichen Christen im kaiserlichen Palaste der Fall war. Als nun im Jahre 303 die große Verfolgung ausbrach, als das Christentum nicht nur mit Feuer und Schwert, sondern auch in Wort und Schrift angegriffen wurde, und es allenthalben an geeigneten Verteidigern gebrach, die die öffentlichen Vorurteile mit Kraft und Nachdruck zurückgewiesen und die Schwankenden im Glauben befestigt hätten, faßte Laktantius den hochherzigen Entschluß, seine klassische Sprache und seine [S. 014] ausgedehnten Kenntnisse der heidnischen Schriftsteller ganz in den Dienst der Verteidigung des Christentums zu stellen. So entstanden mitten in der Verfolgung zwischen 305 und 310 die Institutiones divinae, die Unterweisungen über göttliche Dinge, in sieben Bächern; aus ihnen machte Laktantius um 315 einen selbständigen Auszug, Epitome. Unter dem Eindruck der gewaltigen Ereignisse, durch welche innerhalb weniger Jahre die sämtlichen Verfolger samt ihren Familien hinweggerafft wurden, schrieb dann Laktantius um 314 sein zweites Hauptwerk, De mortibus persecutorum, Von den Todesarten der Verfolger, in dem er die Schrecken der zehnjährigen Verfolgung und die Strafgerichte Gottes gegen die Verfolger schildert. Nachdem Kaiser Konstantin im Jahre 312 durch den Sieg über Maxentius die höchste Gewalt erlangt und im Edikt von Mailand 313 der Kirche den Frieden gegeben hatte, berief er einige Zeit nachher den Laktantius als Erzieher seines Sohnes Crispus nach Trier. Ob er dort sein Leben beschlossen hat (nach Sam. Brandt um 340), oder noch einmal nach Kleinasien zurückgekehrt ist, läßt sich nicht mehr ausmachen.