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Artur Rubinstein wurde als siebtes Kind einer jüdischen Handweberfamilie in Lodz (Polen) geboren. Mit drei Jahren begann er, Klavier zu spielen. Im Alter von sieben Jahren gab Rubinstein ein Mozart-Konzert in Lodz mit der dortigen Philharmonie. Rubinsteins Mutter brachte den Zehnjährigen im Herbst 1897 nach Berlin, damals die Heimat berühmter Musiker. Hier verschaffte Joseph Joachim dem jungen Rubinstein reiche Förderer und empfahl ihn dem strengen Klavierpädagogen Karl Heinrich Barth. Hier lernte er in einem anstrengenden Studium von sieben Jahren alles, was er als Klaviervirtuose brauchte.
Der Künstler reiste nach Warschau und gab mehrere Konzerte. 1904, im Alter von siebzehn Jahren, zog es ihn nach Paris, wo er sich erneut innerhalb weniger Monate zum Liebling der Pariser Bohème spielte. Er lernte Marcel Proust, die Rothschilds, Maurice Ravel und Paul Dukas kennen und spielte das 2. Klavierkonzert von Camille Saint-Saëns in Anwesenheit des Komponisten.
1906 trat er zum ersten Mal in der Carnegie Hall in New York auf und bereiste anschließend die USA, Österreich, Italien und Russland.
Die Wende in seinem Leben brachte seine Heirat mit Aniela Mlynarski, der Tochter des Dirigenten, unter dessen Leitung Rubinstein schon als Fünfzehnjähriger konzertiert hatte. Als Ehemann und Familienvater brauchte er feste Einnahmen. Mit seiner Frau Nela hatte er vier Kinder, darunter den US-amerikanischen Komponisten und Schauspieler John Rubinstein und die Tochter Eva, die William Sloane Coffin heiratete.
1937 unternahm Rubinstein eine grosse Konzerttournee durch die USA, die er mit 17 Konzerten im Sturm eroberte. Während des Zweiten Weltkriegs verlegte er seinen Wohnsitz von Paris nach Hollywood, wo er 1946 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt.
1947 spielte er erstmals wieder in Europa. 1964 auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges gab er in Moskau ein legendäres Konzert mit Werken von Chopin, Schumann, Debussy und Villa-Lobos. Sein letztes Konzert fand im Mai 1976 in der Wigmore Hall in London statt.
Rubinstein starb am 20. Dezember 1982 in Genf. Seine Urne wurde ein Jahr nach seinem Tod in Jerusalem beigesetzt.