Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03198.jsonl.gz/1488

Die im Jahr 2017 in der Cinémathèque suisse hinterlegten und oft an Museen ausgeliehenen Figuren des Stop-Motion-Animationsfilms Mein Leben als Zucchini (2016) wurden für das Pilotprojekt der 3D-Digitalisierung der Bestände des Departements Non-Film ausgewählt. Als er die Charaktere schuf, achtete Regisseur Claude Barras auf die Einfachheit im Ausdruck der Gesichter, um die Emotionen besser darzustellen: typisch sind die grossen Augen, ausserdem verfügte jede Figur über eine «Gefühls-Box» voller Münder, Augenlider und Augenbrauen, die während der Dreharbeiten sorgfältig auf dem Gesicht angebracht wurden. Da die zentralen Objekte des Films zumeist aus wenig haltbarem Kunststoff bestehen, verlieren sie nach und nach ihr ursprüngliches Aussehen. Das 3D-Digitalisierungsprojekt verfolgte daher zwei Ziele: Das Erscheinungsbild der Figuren zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erhalten und den Zugang zur Sammlung zu erleichtern. Die angewendete Technik, die Photogrammetrie, ermöglichte eine 3D-Rekonstruktion der Figuren anhand von rund hundert Fotografien, die aus verschiedensten Winkeln aufgenommen wurden. Die reflektierende Oberfläche der Augen und die kleinen Gesichtsteile, die separat digitalisiert wurden, stellten die grössten Herausforderung dar. Die Figur von Alice, deren halbes Gesicht stets hinter einer breiten blonden Strähne verborgen ist, diente als Modell für die Entwicklung dieser Methode. Am 9. Juni wurde die Digitalisierungsarbeit an der vom Rijksmuseum in Amsterdam organisierten Konferenz «2+3D Photography» vorgestellt.
© Cinémathèque suisse