Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03115.jsonl.gz/812

| Basilius von Cäsarea († 379) - Ausgewählte Briefe

XLIV. (Mauriner-Ausgabe Nr. 135)
2.
Demnach müssen auch wir, die wir nicht aus Ehrgeiz ans Schreiben gehen, sondern uns vorgenommen haben, den Brüdern Denkmäler nützlicher Lehren zu hinterlassen, wenn wir eine durch ihr anmaßendes Benehmen allgemein verschriene Person einführen, einige Angaben über den Charakter der Person mit in die Rede einfließen lassen, wenn uns überhaupt zusteht, Menschen zu tadeln, ohne ihrer Taten zu gedenken. Ist aber die sprechende Person unbekannt, so unterbrechen Ausfälle gegen solche Personen den Zusammenhang und führen zu keinem vernünftigen Ziel.
Das sagte ich, um zu zeigen, daß Du Deine Arbeiten nicht in die Hände eines Schmeichlers geschickt, sondern dem aufrichtigsten Bruder Deine Leistungen mitgeteilt hast. Ich sagte das nicht, um die fertigen Arbeiten zu verbessern, sondern im Interesse der nachfolgenden Werke. Denn wer eine so gewandte Feder führt und so schreibbeflissen ist, der wird sicher das Schreiben nicht einstellen, zumal auch die nicht aufhören, welche Stoff und Anlaß geben. Uns muß es genügen, Eure Schriften zu lesen; die Möglichkeit, etwas zu schreiben, haben wir so wenig wie — fast muß ich es sagen — die Gesundheit oder die Möglichkeit, auch nur einige freie Zeit aus unsern Geschäften herauszubringen. Ich schicke Dir anmit durch den Vorleser die größere und erste Schrift zurück, nachdem ich sie — soweit möglich — [S. 158] durchgelesen habe. Die andere aber behalte ich noch, weil ich sie abschreiben lassen will und bis jetzt noch keinen Schnellschreiber finden konnte. Denn bis zu solcher Armseligkeit haben es die beneidenswerten Kappadozier gebracht.