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Jensen Firmengeschichte
Die Brüder Alan Jensen (1906 - 1993) und Richard Jensen (1909 - 1976) stammen ursprünglich aus einer dänischen Einwanderer Familie. Ihr Vater kam im 19. Jahrhundert nach England war Unternehmer und liess sich im Raum Birmingham nieder.
Am Anfang sah es so aus, wie wenn sich keiner der Brüder für das Unternehmen oder für Automobile interessierte. Das änderte sich als 1928 ein Freund von Alan Jensen mit einem selbstgebauten Sportwagen auftauchte und die beiden Brüder sich mit dem Thema auseinander setzten. Dies auch weil sie den selbstgebauten Sportwagen für stark verbesserungsfähig befanden.
Zu dieser Zeit war Richard Jensen als Lehrling bei Wolseley Motors tätig, wechselte aber bald zur Firma Josef Lucas. Alan machte eine Ausbildung bei der auf Kühlerbau spezialisierten Firma Serck Radiators, wo er schliesslich im Konstruktionsbüro tätig war.
Amüsant zu wissen dass die Eltern von Alan und Richard nie einen eigenes Automobil besassen. Trotzdem gelang es den Brüdern neben dem Elternhaus eine Garage mit einer Werkstatt zu errichten. Ursprünglich waren sie an Motorrädern interessiert, liessen sich aber von ihrem Vater umstimmen und so war der Weg für die Beschaffung des ersten gemeinsamen Wagens geebnet. Es handelte sich um einen Austin Seven Salon von 1923, der zum Preis von 65 £ gekauft wurde. Noch am selben Abend zerlegten die Brüder den gekauften Wagen. Die Gebrüder Jensen bauten auf dieser Basis den ersten Jensen. Er trug den Namen Jensen Special 1. Jeden Abend schraubten sie an ihrem gemeinsamen Projekt. Schliesslich konnten sie den Wagen für 120 £ verkaufen. Die gute Arbeit am Jensen Nr. 1 blieb Kennern nicht verborgen und schon im Jahr 1929 konnten Sie auf der Basis eines Standard Chassis den Jensen Special Nr. 2 aufbauen.
Im Jahr 1931 wechselten beide Brüder die Stelle um bei Edgbaston Garages in Selly Oak Birmingham tätig zu werden. Schon bald wurde diese Firma durch die Gebrüder Jensen reorganisiert. Sie gründeten eine Abteilung Carosseriebau, die sich unter anderem mit der Herstellung von Spezial Carosserien auf Basis eines Wolseley Hornet befasste. Zu dieser Zeit wurde die Firma in Patrick Jensen Motors Ltd. umbenannt. Die Jensen Brüder erlangten in kurzer Zeit einen guten Ruf und so entstand der Kontakt zur etablierten Carosserie Firma W.J. Smith & Sons. Der Kontakt resultierte schliesslich darin, dass die Gebrüder Jensen zu Direktoren in der Firma wurden und ihre Tätigkeiten nach Carters Green West Bromwich verlegten. Diese Firma beschäftigte immerhin 60 Mitarbeiter, konnte aber 1931 lediglich 22‘000 £ Umsatz erwirtschaften. Es gelang Richard die Produktionsmethoden zu verbessern und Alan Jensen konnte seine Stärke als Designer und Zeichner bei der Kreation neuer Nutzfahrzeuge einbringen. 1934 konnte die Firma in Jensen Motors Ltd umbenannt werden. Hiermit war auch der Grundstein für die Herstellung von Spezialkarosserien gelegt.
Es folgten weitere Kreationen auf Chassis von Morris, Singer, Standard und Wolseley. Ein besonders bemerkenswertes Fahrzeug stand 1934 auf der Ford Motor Show in der Royal Albert Hall. Es handelte sich um eine Spezialanfertigung für den Filmstar Clark Gable.
Es folgten weitere wunderschöne Kreationen wie die 1935 präsentierte White Lady oder der Jensen S-Type. Diese Wagen waren mit einem Ford V8 Motor ausgerüstet und lieferten für damalige Verhältnisse hervorragende Fahrleistungen bei gutem Komfort. Um die Mitte der dreissiger Jahre begannen sich die Gebrüder Jensen für den Werkstoff Aluminium zu interessieren. Dieser in der Luftfahrt gebräuchliche Werkstoff hatte den Vorteil, dass er bei guter mechanischer Stabilität wesentliche Gewichtseinsparungen ermöglichte. Die konsequente Verwendung von Aluminium erlaubte in der zweiten Hälfte der dreissiger Jahre eine Ausweitung der Nutzfahrzeug Herstellung. Die JNSN genannten Fahrzeuge stiessen auf grosses Interesse. Sie waren ebenfalls mit Ford Motoren bestückt.
Mit dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs kam die Produktion von Sport- und Luxuswagen zum Erliegen, auch die Nutzfahrzeug Herstellung stagnierte. Die Firma Jensen stellte, wie in dieser Zeit üblich, auf die Produktion von Fahrzeugen und Teilen für die Royal Airforce um und konnte sich damit über Wasser halten. Während und nach dem Krieg wurde der Kleinlaster Jen Tug produziert und in einige Länder exportiert. Sein Nachfolger war 1958 der Lieferwagen Jensen Tempo 1500. Im Jahr 1959 konnte mit Austin ein Vertrag zur Produktion von Karosserien für den Austin Gypsy abgeschlossen werden. Da dieses Fahrzeug, ein Konkurrent des Land Rovers, sich offenbar schlechter verkaufte als angenommen, wurde der Vertrag 1962 bereits wieder aufgelöst.
Erfreulicherweise ging auch die Produktion von Luxus- und Sportwagen weiter. Im August 1946 wurde der „Jensen Four Litre Straight Eight“ vorgestellt. Diese grosse Limousine wurde später Jensen PW genannt, da die erste Bezeichnung zu kompliziert für eine erfolgreiche Vermarktung war. Dieser Wagen besass einen eigens konstruierten Reihen Achtzylinder Motor der Firma Meadows, er war hauptsächlich aus Aluminium gefertigt. Dieser Motor wurde schliesslich durch einen 4 Liter Austin Sechszylinder Motor ersetzt.
Zu dieser Zeit stiess eine wichtige Persönlichkeit zu den Jensen Brüdern. Es war Eric Neale (geb. 1910). Eric Neale hatte eine bemerkenswerte Vergangenheit in der Automobilindustrie und war für Firmen wie Austin, Daimler, Mulliner, Holbrook tätig.
Auf der Basis eines verlängerten Austin A70 Chassis wurde zwischen 1949 und 1954 die erste Auflage des Jensen Interceptor hergestellt. Er besass einen Austin 4 Litre Reihen Sechszylinder und eine Karosserie aus Aluminium. Das Design des ersten Interceptors stammte aus der Hand von Eric Neale.
Neben der Produktion eigener Jensen Fahrzeuge wurden auf Kundenwunsch immer noch Carosserien auf verschiedenen Chassis produziert. Wichtiger aber war die Herstellung von Carosserien und Fahrzeugen für andere Hersteller. Diese Idee sollte die Firma Jensen auch in den nächsten Jahren begleiten. So wurden für die Firma Austin Modelle des Typs A40 und später Austin Healey produziert. Obwohl Eric Neale einige Vorschläge und sogar Prototypen zum Thema Austin Sportwagen produzierte, wurde sein Entwurf schliesslich nicht für die Herstellung des Austin Healey ausgewählt. Sicher ist aber, dass die Produktion von Fahrzeugen für Dritte die finanzielle Basis für die Herstellung eigener Jensen Modelle geschaffen hat.
An der London Motor Show im Jahre 1953 stand ein ganz neues Modell von Jensen. Es handelte sich um den Typ 541. Ein Fahrzeug mit einem Austin 4 Liter Sechszylinder Motor einem massiven Stahl Plattformrahmen und fortschrittlicher Carosserie aus glasfaserverstärktem Polyester. 1956 folgte eine Weiterentwicklung, der Jensen 541 De Luxe, das erste Fahrzeug mit 4 Scheibenbremsen (von Dunlop). 1957 wurde der Jensen 541-R vorgestellt, er bekam eine weiterentwickelte und leistungsfähigere Version des Austin Reihen Sechszylinders, ausserdem eine Zahnstangenlenkung. Ein Overdrive senkte die Drehzahl in den oberen Gängen. Die Familie der 541er wurde 1960 schliesslich mit dem 541-S komplettiert. Diese Version bekam eine überarbeitete Front- und Heckpartie. Erstmals wurde im 541-S auch eine Getriebeautomatik angeboten. Diese stammte von General Motors und entsprach der gleichen Version, wie sie auch für Rolls Royce verwendet wurde.
1958 ergab sich eine Zusammenarbeit zwischen Jensen und Volvo. Für das Sportcoupé Volvo P1800 stellte Pressed Steel die Karosserien her, die Fahrzeuge wurden anschliessend bei Jensen zusammen gebaut. Dies war ein willkommener Volumenauftrag für die Firma Jensen. Allerdings gab es bei der Herstellung der Carosserien Qualitätsprobleme, so dass Volvo später die Produktion dieses Modells nach Schweden verlegte. Die Fahrzeuge wurden dann mit Volvo P1800 S bezeichnet (S=Produktion in Schweden).
Zur gleichen Zeit wurde auch mit der Rootes Gruppe (Hillman, Humber, Singer, Sunbeam) ein Abkommen zur Fabrikation des Sunbeam Alpine getroffen. Vom Sunbeam Alpine entstanden nicht nur 4 Zylinder sondern mit dem Sunbeam Alpine Tiger auch eine leistungsfähige Version mit einem V8 Motor von Ford. Ein Vorgehen, das auch von anderen Firmen in späteren Jahren erfolgreich angewendet wurde.
Ende der Fünfziger Jahre machte sich vor allem Richard Jensen Gedanken, wie es mit der Modell-Politik von Jensen weiter gehen sollte. Inzwischen hatte die Firma Norcros die finanzielle Kontrolle bei Jensen übernommen und der Bedarf nach Veränderungen wurde offensichtlich. Hierzu gehörte die Bildung eines Postens für einen Chef Ingenieur. Der Südafrikaner Kevin Beattie (geb. 1927) wurde mit dieser Aufgabe betraut. Er erhielt den Auftrag für die Entwicklung eines neuen leistungsfähigeren Modells. Auf einem ähnlichen Rahmen wie dem des Jensen 541 wurde 1962 das Modell C-V8 präsentiert. Für das Design der wieder aus Kunststoff bestehenden Karosserie, war erneut Eric Neale verantwortlich. Die grösste Änderung befand sich aber unter der Motorhaube. Anstelle des Austin Reihensechszylinders befand sich dort nun ein amerikanischer Chrysler V-8 Motor. Mit einem Hubraum von 5.9 (später 6.3) Liter und Motorleistungen von mehr als 200 PS ermöglichte diese Motorisierung bisher nicht dagewesene Fahrleistungen. Kombiniert mit einem Torqueflite Automatikgetriebe war dies nicht nur ein leistungsfähiger, sondern auch ein sehr komfortabler Antrieb. Das Modell C-V8, wurde wie bei Jensen üblich, kontinuierlich weiter entwickelt. Die neuen Versionen erhielten nun die in England gängigen Bezeichnungen MkII (1963) und Mk III (1965). An der Earls Court Motor Show 1965 stand schliesslich etwas ganz Besonderes. Es handelte sich um einen Jensen FF, ein Fahrzeug basierend auf dem C-V8 aber mit Allrad Antrieb nach der Ferguson Methode (FF=Formula Ferguson). Ausserdem verfügte dieser Wagen über ein Maxaret Anti-Blockiersystem.
Zu dieser Zeit lief der Vertrag für die Produktion der Austin Healey bei Jensen aus. Eric Neale entwarf einen möglichen Nachfolger für den Austin Healey, dieses Fahrzeug wurde P66 Interceptor genannt und sollte preislich unter dem bestehenden C-V8 angesiedelt werden. Vom P66 Interceptor entstanden zwei Prototypen, ein Coupe und ein Cabriolet. Der Entwurf von Eric Neale spaltete die Gemüter. Die Jensen Brüder wollten diesen Ansatz weiterverfolgen. Kevin Beattie und das inzwischen ausgebaute Management der Firma Norcros bevorzugten eine modischere Designsprache.
So kam es, dass die Idee eines Modells unterhalb des C-V8 aufgegeben wurde. Nun wurde eine Nachfolge für den C-V8 ins Auge gefasst. Hierfür sollte italienisches Design zum Einsatz kommen. Aus diesem Grund wurde ein Kontakt zu den italienischen Designern Ghia, Touring und Vignale hergestellt. Sie erhielten den Auftrag für Designvorschläge auf Basis des C-V8. Schliesslich konnte der Entwurf der Firma Touring den Chef Ingenieur Kevin Beattie am meisten überzeugen. Allerdings waren die Gebrüder Jensen und der Designer Eric Neale von der Idee eines italienischen Jensen Designs weniger angetan. Es gelang Kevin Beattie den Verwaltungsrat von Jensen Cars für den Vorschlag einer Touring Carosserie zu gewinnen. Obwohl der Touring Entwurf formal überzeugte, fehlte das Vertrauen in die Carozzeria Touring. Zu dieser Zeit war der italienische Hersteller und Designer in argen finanziellen Nöten, bei einer Besichtigung konnten die Jensen Leute nicht umgestimmt werden. Schliesslich ging Kevin Beattie mit dem Touring Entwurf zu Firma Vignale um sich dort nach Produktionsmöglichkeiten des Jensen mit Touring Design zu erkundigen. Man wurde sich handelseinig, dass Vignale die Carosserien für das neue Modell herstellen sollte.
1966 trat Richard Jensen aus gesundheitlichen Gründen als Chief Executive and Chairman zurück, sein Bruder Alan war schon 1963 aus der Geschäftsleitung ausgeschieden. Beide verblieben aber im Verwaltungsrat der Firma Jensen.
Peter R. Aeschlimann, 2013
|1927-35||Standard/Patrick/W.J.Smith|
|1936-45||Jensen Motors|
|1946-52||Jensen Motors|
|1953-65||Jensen Motors (Anm. angefangen mit "1953 Jensen 541, Prototyp Aluminium Karosserie")|
|1966-76||Jensen Motors (Anm. angefangen mit "1966-67 Sunbeam Tiger Mk II, 289ci Motor")|
Firmengeschichte
Although the Jensen brothers changed the name of W J Smith, the original incorporation date of that company would still apply, would it not? Hence the 1922 date, perhaps.
In fact, when Kjell Q acquired the company he set his team to work to try and prove the earliest foundation date in order to impress US customers, always keen on antiquity, I believe. I think that they managed to trace the origins back to around the 1880's and incorporated this in one of the sales brochures, although the links were a bit tenuous. The idea was to establish a link with historical coachbuilding history, and why not.
Alan und Richard Jensen, Norcros
Both Jensen brothers had been in poor health since the late 1950s, which had prompted them, in 1959, to apply to and become members of the Norcros Group, a Holding Company created by John Sheffield to take over family businesses which had good growth prospects, but which faced potential financial problems such as death duty tax. The agreement was that Alan and Richard would stay and run the company for five years, alternating each year for the position of chairman. In the meantime Norcros would recruit a new managing director to take over when the brothers retired, scheduled for 1964/5. The financial boost provided by Norcros allowed Jensen to take on the Volvo P1800 contract and future developments for sub-contract work for Rootes, which led to their association with Chrysler when the Rootes Group were taken over by them. *
Alan Jensen retired in 1963 after further health problems but remained on the Board. In 1966 Richard, again on medical advice, resigned as chairman but also stayed on the Board. So, although Alan and Richard Jensen, and Eric Neale of course, were strongly against the handing over of car design to Touring/Vignale and they resigned, their departure was in line with their contract with Norcros. By this time Kevin Beattie was well established as Chief Engineer and Richard Graves newly arrived as Marketing Director, ready to take the company forward.
Does anybody in Australia remember the appalling gaff made at the first Sydney Motor Show following this takeover? In order to promote the new company, thousands of plastic carrier bags were handed out with literature at the show, proudly bearing the message 'Chrysler Rootes Australia'! If this means nothing to you, ask an Australian.