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Ausblick für das zweite Quartal 2019:
Nachlassende Ängste
In einer Welt, in der die Fed in Wartestellung ist und die Chinesische Volksbank (PBOC) ihre Geldmarktpolitik lockert, besteht die Ausweichlösung bei einer anhaltenden Suche nach Rendite, vornehmlich in Staats- und Unternehmensanleihen sowie im S&P 500. Die Frage ist: Was wird die Märkte antreiben? Wir erwarten, dass sich im nächsten Quartal drei Hauptthemen herausbilden werden: 1) Erwartungen einer Konjunkturerholung in China, 2) eine Fed in Warteposition in 2019 wobei wir eine Erhöhung um 25 bis 50 Basispunkte in der zweiten Jahreshälfte erwarten, vor einer Pause im Jahr 2020, und 3) Handelsgespräche zwischen den USA und China, die bis ins zweite Quartal andauern. Dies könnte zu sporadischen Perioden höherer Volatilität führen.
Die Suche nach Rendite in Industrieländern
Da die Federal Reserve höchst warscheinlich bis kurz vor den Jahreswechsel in Wartestellung verharren wird, besteht weit und breit – sowohl in den Industrie- als auch in den Schwellenländern – die natürliche Tendenz in der Suche nach Renditen. Die europäischen Kreditspreads sind eng, wohingegen die US-Investmentspreads wahrscheinlich schrumpfen werden. Bei Letzteren drehen sich die Sorgen um Unternehmen, die stark fremdfinanziert sind. Ängste vor einem geringeren Wachstum haben einige Unternehmen dazu gezwungen, Schulden abzubauen. Es ist jedoch noch zu früh, um zu sagen, wie sich die Situation weiterentwickeln wird. Zu beachten ist auch, dass Sorge in Bezug auf hochrentierliche Ölgesellschaften besteht, wenn die Ölpreise erneut über einen längeren Zeitraum fallen.
Historisch betrachtet wissen wir, dass der S&P 500 im aktuellen und zukünftigen Umfeld gut abschneiden dürfte. Beim Blick auf die Zeile für den S&P 500 in Abbildung 1 kann man sehen, dass die Renditen in einem normalen Volatilitätsumfeld, wenn die Fed in Warteposition ist, über einen 10-Tages-Zeitraum bei 2,2% liegen und statistisch signifikant sind (fett dargestellt). In einem Umfeld, in dem die Fed ihre Geldpolitik lockert, gibt es kein klares Ergebnis. Wenn sie die Zinsen anhebt, liegen die Renditen über einen 10-Tages-Zeitraum bei 3,5%. Dies wäre unser Szenario für die zweite Hälfte des Jahres, allerdings nicht die des Marktes. Im Falle einer Phase der extremen Volatilität mit einem VIX über 30 verliert der S&P 500 3,6% über drei Tage. Hält die Phase länger an, lässt dies nur den Schluss zu, dass sich Schuldtitel schlecht entwickeln.