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Anlaufschwierigkeiten bekundete er deswegen aber nicht. In der Reprise des letztjährigen Finals spielten sowohl er als auch Goffin mit hohem Tempo, beide versuchten das Spieldiktat an sich zu reissen. Federer war dabei mehrheitlich etwas geschickter und variantenreicher. Im sechsten Game des ersten Satzes schaffte er das Break zum 4:2 unter anderem dank zweier gelungener Netzangriffe.
Der Weltranglisten-17. aus Belgien, der Ende November als Davis-Cup-Sieger unter anderem in die Fussstapfen von Federer treten könnte, war deutlich weniger gehemmt als noch vor einem Jahr im klar verlorenen Final. Er lieferte sich mit dem Rekordsieger zahlreiche sehenswerte Ballwechsel. Im zweiten Satz nahm er Federer zweimal den Aufschlag ab, zum 3:1 und nach dem sofortigen Rebreak des Baselbieters zum 4:2. Darauf konnte der ab und zu überhastet agierende Einheimische nicht mehr reagieren.
Der Ärger von Federer, der ihm sogar eine Verwarnung eintrug, legte sich dann im dritten Satz wieder. Rasch ging er 3:0 in Führung. Als entscheidend erwies sich das zweite Game: Goffin verspielte einen 30:0-Vorsprung. Beim Breakball hatte er zudem Pech, als sein Vorhand-Schlag um Millimeter neben der Linie landete, wie das Hawk-Eye erkannte. Kurz nach 23.30 Uhr und nach fast 100 Minuten Spielzeit verwertete der Favorit seinen ersten Matchball.
Federer spielt am Samstag um seinen zehnten Finaleinzug in Serie gegen Jack Sock (ATP 29), den er in diesem Jahr in Indian Wells deutlich schlug. Der 23-Jährige erreichte als erster Amerikaner seit Andy Roddick 2010 in Basel die Halbfinals dank einem 5:7, 6:4, 6:2 gegen seinen Landsmann Donald Young (ATP 49). In der durch viele Fehler geprägten Partie durchliefen beide Spieler eine Achterbahn der Gefühle. Im verlorenen ersten Satz führte Sock 2:0, im zweiten mit zwei Breaks 4:1, ehe Young auf 4:4 zurückkam. Danach brach der einstige Junioren-Beste aber ein und gewann nur noch zwei Games.
Im zweiten Halbfinal stehen sich Rafael Nadal (ATP 3) und Richard Gasquet (ATP 11) gegenüber. Der Spanier geriet auch bei seinem dritten Auftritt bei den diesjährigen Swiss Indoors stark in Bedrängnis und gewann aber schliesslich in drei Sätzen. Gegen Cilic, dem er erstmals seit 2011 gegenüberstand, lag er nach fünf in Folge verlorenen Games 4:6, 0:2 zurück.
Das Break zum 2:2 im zweiten Satz brachte Nadal zurück ins Spiel. Er agierte nun mit mehr Selbstvertrauen und reihte seinerseits fünf erfolgreiche Games aneinander – vom 3:3 im zweiten zum 2:0 im dritten Satz. Cilic, der letzte Woche in Moskau den ersten Turniersieg des Jahres gefeiert hatte, vergab später zwei Breakchancen zum 2:2. Nach zwei Stunden und 13 Minuten verwertete Nadal seinen zweiten Matchball.
Gasquet setzte sich gegen Ivo Karlovic mit 6:4, 6:7 (2:7), 7:6 (8:6) durch. Er schaffte im ersten Satz das einzige Break der Partie. Im dritten Umgang wehrte er einen Matchball mit einem schönen Passierball ab, bevor er schliesslich mit einem gelungenen Return nach fast zweieinhalb Stunden für die Entscheidung sorgte.
Karlovic musste sich schon zu Beginn des Matches am Schlagarm behandeln lassen. Auf seine Leistung beim Aufschlag hatte die Blessur allerdings keinen Einfluss. Der 36-jährige Kroate schlug zum Teil mit 217 Km/h auf und hatte am Ende 32 Asse auf dem Konto. Karlovic, im letzten Jahr Halbfinal-Verlierer gegen Roger Federer, schlug in der 1. Runde Stan Wawrinka.
(SI)