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Amazon vernichtet millionenfach Neuware
Verdeckte Aufnahmen eines ehemaligen Amazon-Mitarbeiters enthüllen, dass in nur einem einzigen Amazon-Lieferzentrum jede Woche Hunderttausende meist neuwertige Produkte vernichtet werden.
Amazon zerstört offenbar massenhaft völlig intakte Produkte. Das zeigen zumindest verdeckte Aufnahmen, die ein ehemaliger Amazon-Mitarbeiter in einem Lieferzentrum des Megakonzerns im schottischen Dunfermline machte und «ITV News» zuspielte.
Die Aufnahmen wurden in der «Destruction Zone» des Lieferzentrums gemacht. Sie zeigen unter anderem MacBooks, iPads Fernseher und Gesichtsmasken die zur Vernichtung bestimmt waren. In einer einzigen Woche im April wurden 124'000 Produkte zerstört, 28'000 wurden gespendet.
Laut dem Ex-Mitarbeiter bestehen die zerstörten Produkte zur Hälfte aus Rücksendungen und zur anderen Hälfte aus noch eingeschweisster Neuware. Die überragende Mehrheit schien noch völlig funktionsfähig zu sein.
Aussortierte Ware wird in Lastwagen abtransportiert
Täglich verlassen mehrere Lastwagen das Lieferzentrum mit der aussortierten Ware. «ITV News» verfolgte die LKWs und stellte fest, dass sie zu Recycling-Zentren sowie Mülldeponien fuhren. Amazon bestreitet, dass es in Grossbritannien Produkte auf Deponien entsorge. Man arbeitete daran, gar keine Produkte mehr entsorgen zu müssen.
Bevor der britische Amazon-Chef John Boumphrey von den verdeckten Aufnahmen wusste, behauptete er allerdings auch, dass die Menge an zerstörten Produkten «extrem klein» sei.
Geschäftsmodell prädestiniert fürs Wegwerfen
Hauptursächlich für diese gigantische Umweltverschmutzung ist wohl Amazons Geschäftsmodell für Dritt-Verkäufer. Damit deren Produkte schnell ausgeliefert werden können, werden sie direkt in den Amazon-Lieferzentren gelagert. Dafür verlangt Amazon Gebühren.
Entpuppt sich ein Produkt mal nicht als ein Verkaufsschlager, ist es für Dritt-Verkäufer oftmals günstiger, es zerstören zu lassen, anstatt Amazon weiter Lagergebühren zu zahlen oder das Produkt Retour zu nehmen. Die Preise zu senken oder Ware zu spenden würde die Knappheit reduzieren und könnte langfristig den Profit verringern.
Die Praxis der massenhaften Vernichtung von Konsumgüter ist natürlich überhaupt nicht in Einklang zu bringen mit Amazon vermeintlichem Bekenntnis zu Umweltschutz und nachhaltigem Wirtschaften. Entsprechend hagelt es nun Kritik. Greenpeace sagte etwa, solange das Geschäftsmodell von Amazon auf einer «Wegwerfkultur» basiere, werde es nur noch schlimmer werden.