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Das Popcorn Tonstudio von Richard Kidd in Lachen macht Aufnahmen von Schlager-, Film- und Popmusik. Hörbücher, Kompositionen und Gesangsstunden gehören auch zum Repertoire.
Vieles geht heute digital im Studio von Richard Kidd, aber nicht alles. Das Mischpult ist ein original Highend-Gerät, das noch analog funktioniert. Beim Studiobesuch an der Alpenblickstrasse 7 kommt er sofort auf die CDs zu sprechen. «Die tönten viel zu hart, verglichen mit einer Vinylplatte», sagt Kidd. Doch die CDs seien auch schon vorbei, heute werde alles heruntergeladen, legal oder schwarz. Heute müsse eine Band versuchen, das Geld mit Liveauftritten hereinzuholen. In der Schweiz gebe es aber nur wenige Clubs, die eine Gage zahlten, um davon leben zu können. Kidd ist schon mitten im Musik-Diskurs drin. Er ist vor über 30 Jahren in die Schweiz gekommen, hat hier geheiratet und sich niedergelassen. Am Anfang wohnte er in Siebnen und gründete dort sein Popcorn Studio, um 1997 dislozierte er in die leer gewordene Schuhfabrik Growela an der Alpenblickstrasse in Lachen.
Bewegtes Musikerleben
Mit 14 Jahren habe er seinen ersten Song komponiert und sei in den 70er-Jahren ein kleiner Popstar gewesen. «Im internationalen Musikbusiness habe ich alles gemacht, was möglich ist», sagt er. Neben dem Texten und Komponieren singt er selbst und spielt mehrere Instrumente wie Keyboard, Gitarre oder Bass. In seiner Heimat Sheffield in England hat er grosse Projekte gestemmt. So hat er zum Beispiel beim Aufbau des ersten Kulturzentrums in Europa dieser Art, ähnlich der Roten Fabrik in Zürich, als Musikberater gewirkt. Er hat mit vielen berühmten Bands gespielt, auch Joe Cocker hat er in den 70er-Jahren in Sheffields Pubs begleitet. Mit dem Produzenten von Modern Talking, mit Luis Rodriguez, hat Kidd zusammengearbeitet. Nun ist das Musikmultitalent bescheidener geworden. «Ich habe Aufträge für Musik in Dokumentarfilmen in Kanadas Fernsehen», sagt Kidd. Eine passende Musik für einen Film über den Amazonas zu komponieren, da sei er gut darin. Vor noch nicht so langer Zeit konnte er als Akustiker und Tontechniker für Radio Zürisee ein Studio einrichten. Kidd importierte auch Elektronikgeräte und verkaufte sie, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. «Es passiert in letzter Zeit selten, dass eine Band mit Anhang im Studio aufkreuzt und eine Platte aufnimmt», sagt er, um gleich anzufügen: «Da hätte ich aber nichts dagegen.» Oft macht er auch Sprachaufnahmen und gibt Gesangsstunden. Kidd hat Gesang gelernt bei einer Gesangslehrerin im Vereinigten Königreich,die auch bekannte Musiker wie Kylie Minogue oder Cliff Richard unterrichtet hatte.
Aktuelle Lieder im Internet
Wenn man Rikki (Künstlername für Richard Kidd) und «Rise» auf Google eingibt, findet man ein neues Lied des Tontechnikers und Künstlers. Es handelt davon, nicht zu schweigen, wenn Ungerechtigkeiten geschehen sondern dagegen aufzustehen. Dieses Lied ist noch taufrisch. Ebenso neu ist das Album «I can’t stop the Rain from falling», von dem man sich den ersten Song auf You Tube anschauen kann. Er handelt von der Unmöglichkeit, den Regen aufzuhalten. Beide Songs sind dem Pop-Genre zuzurechnen und von beiden gibt es Musikvideos. Die Songs sind erhältlich auf verschiedenen Streaming-Diensten, zum Beispiel Spotify, iTunes oder Amazon. Kultmusik über aller Musik Kidd erzählt gerne von der alten Zeit und davon, dass es heute schwieriger geworden sei, als professionelles Tonstudio im Musikgeschäft zu bestehen. Denn es sei einfacher geworden, privat Musik zu produzieren und ins Internet hochzuladen. «Doch die Qualität geht dabei zum Teil verloren», gibt Kidd zu bedenken.
«Ein Privileg, Musiker zu sein»
Gefragt nach seinem Lieblingssong und seinen Lieblingsmusikern antwortet er im Retrostil. «Es gibt nur einen Lieblingssong: ‹Imagine› von John Lennon», sagt Kidd. Die schönste Stimme habe George Michael und der faszinierendste Musiker sei Prince. Alle drei Musiker sind bereits tot. «Meine Lieblingsband sind die Beatles», sagt Kidd. Von ihnen leben immerhin noch zwei Mitglieder. Doch die Musik all dieser Künstler wird auch weitere Generationen inspirieren. «Es ist ein Privileg, Musiker zu sein, auch eine Reise, die ich nicht mit etwas anderem tauschen würde», resümiert Kidd.
Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Urs Attinger
Autor
Höfner Volksblatt & March Anzeiger
Kategorie
- Musik
Publiziert am
Webcode
schwyzkultur.ch/EW5eVg