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Tiergestützte Therapie in US-amerikanischen Cancer Treatment Centers
Tori, eine 2-jährige australische Labradoodle, wird seit einem Jahr von einer in Komplementärmedizin ausgebildeten Pflegenden geführt.
Eine Patientin, deren Pankreastumor vor 19 Monaten diagnostiziert wurde, erinnert sich:“Nur noch 6 Monate zu Leben war schlicht inakzeptabel“. Sie suchte und fand in Zion, Illinois, eine Institution, welche ihr pastorale, psychologische, geistige und physische Unterstützung sowie Naturmedizin und allopathische medizinische Behandlung bot. Ihre Behandlung begann mit intraarterieller Chemotherapie und ist nun bei konventionell intravenöser Chemotherapie angelangt. Nur wenn Tori, der Therapiehund, vorbei schaut, weint sie, erzählt die sonst robuste Dame:“Er gibt mir ein Gefühl von Normalität, während ich an einer Infusion hänge oder am Port hantiert wird. Diese Momente, in denen die Patienten das Gefühl von Normalität haben, in denen sie sich nicht mit dem Tumor, der Behandlung und den Gedanken an zuhause beschäftigen, sind das Ziel von Toris Besuchen.
Tori, eine 2-jährige australische Labradoodle, wird seit einem Jahr von einer in Komplementärmedizin ausgebildeten Pflegenden geführt. Sie sind als Hundeführerteam bei Delta Society registriert, einer Organisation, die Ausbildung und Zertifizierung für an tiergestützter Therapie Interessierte anbietet. Ingram, ihre Führerin, meint, die Hündin gehe mit ihr morgens zur Arbeit, schlafe dort bis halb zehn oder zehn Uhr. Unterdessen überprüfe sie die Krankenakten: wer bestimmte Parameter überschreitet, bekommt an diesem Tag keinen Hundebesuch. Auch isolierte Patienten oder solche unter Intensivbehandlung sehen Tori nicht. Maximal zwei Stunden an einem Stück darf Tori arbeiten. Bei jedem Dauerpatienten fragt Ingram, ob der Besuch erwünscht sei. So geht sie von Zimmer zu Zimmer und bleibt dort eine Weile. Wird Tori früher müde, so bekommt sie eine Pause. Neu eintretende Patienten im Aufnahmeraum, die auf den Bescheid warten, welche Behandlungen ihnen vorgeschlagen werden, entspannen sich sichtlich, sobald Tori hereinspaziert: Sie sind abgelenkt von ihren Sorgen.
Desgleichen findet Ingram in den Räumen der bildgebenden Verfahren: Die Patienten im Center sind ständig im PET oder im CT, Wenn Tori hereinkommt ist es, wie wenn man einen Lichtschalter bedient. Die Leute können für einen Moment vergessen, warum sie hier sind.
Natürlich ist es für diese Aufgabe wichtig, Erfahrung als Pflegende mitzubringen, besonders, was das Gespräch mit den Patienten angeht.
Tori hat eine Visitenkarte und eine eigene E-Mailadresse, was viele Patienten nutzen, um ihr Interesse an einem Besuch anzumelden. Familien können Zeit mit Tori reservieren und Ingram hat einen Piepser.
„Wir haben Patienten, die alle zwei oder drei Wochen von überallher in den USA für ein paar Tage zur Chemotherapie kommen. Manche bleiben auch mehrere Woche und erhalten täglich nur wenige Minuten Bestrahlung. Dann füllt Tori die Leere ein wenig aus.
Auf Toris Visitenkarte stehen folgende Tipps:
Wedle mit dem Schwanz, wenn du deine Lieben siehst
Sei ein wahrer Freund
Lausche andächtig, auch wenn du nichts verstehst.
Geniesse die kleinen Freuden des Lebens
Sei freundlich, wo auch immer du hingehst.
Lerne immer neue Tricks
Verwandle Arbeit in Spiel
Originalartikel: Friendly Face: Animal-assisted therapy brings a touch of the familiar to patients far from home