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Mathieu Grobéty hat sich mit seiner Arbeit einer in der Politik sehr häufig zitierten These der ökonomischen Theorie angenommen. Demnach können nur sparsame Staaten wirtschaftlich erfolgreich sein. Insbesondere eine hohe Staatsverschuldung gilt es gemäss den Verfechtern einer Austeritätspolitik unbedingt zu vermeiden.
Gilt nur bei "inländischen" Schulden
Der SNB-Ökonom kommt aufgrund eines Vergleichs von Staatsverschuldung und Wachstumszahlen von Industriebranchen in 39 Schwellen- und Industrieländern teilweise zu einem gegenteiligen Schluss. So weist Grobéty nach, dass Industrien mit hohem Liquiditätsbedarf - das ist vor allem die Maschinen- und die Textilindustrie - schneller wachsen in Ländern mit höherer Staatsverschuldung.
Dieser positive Effekt ergibt sich jedoch nur, wenn sich der Staat bei inländischen Gläubigern verschuldet. Eine höhere Verschuldung im Ausland dagegen wirkt sich gemäss der Studie kaum auf das Wachstum aus. Der Autor errechnete dabei, dass eine Erhöhung der inländischen Staatsverschuldung im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung um 10 Prozentpunkte, das Wachstum der Industrie um einen Viertel erhöht.
Schwelle von 42 Prozent
Als eine mögliche Erklärung für diesen Effekt verweist der Autor auf andere Forschungsarbeiten. So zeigten verschiedene Studien, dass eine zusätzliche Aufnahme von Kapital durch den Staat, es auch Haushalten und Unternehmen erleichtert, selbst Kredit aufzunehmen. Auch diese Resultate stehen im Widerspruch zur gängigen Annahme, dass der Staat als Konkurrent der Haushalte und Unternehmen am Kapitalmarkt auftritt.
Eine andere viel zitierte ökonomische Regel bestätigt Grobéty jedoch. So hat auch der SNB-Ökonom einen Schwelle gefunden, ab der die positiven Effekte der Staatsverschuldung verschwinden. Diese Schwelle gibt die Studie mit 43 Prozent der inländischen Staatsverschuldung an. Oberhalb dieser Schwelle reduzierten sich die positiven Effekte deutlich.