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Im Norden der Schweiz liegt der Opalinuston in der richtigen Tiefe, Qualität und Ausdehnung sowie verhältnismässig ungestört vor.
Die Schweiz kann geologisch grob in drei Gebiete aufgeteilt werden: Alpen, Molassebecken und Jura. Beim Aufbau der Alpen verformte sich der Untergrund, Gesteinsschichten brachen und wurden übereinandergeschoben. Der Untergrund im Alpenraum ist so stark deformiert, dass er sich nicht für ein Tiefenlager eignet – zumindest nicht für ein Tiefenlager für hochaktive Abfälle. Auch der Faltenjura und der nördlich angrenzende Tafeljura der Nordwestschweiz sind mehrheitlich stark verformt und daher keine Option. Das zwischen Alpen und Faltenjura gelegene Molassebecken (Mittelland) hingegen weist deutlich weniger Deformierungen auf, insbesondere im zentralen und östlichen Teil. Hier kommt auch der Opalinuston vor. Er tritt im Faltenjura und ganz im Norden der Schweiz nahe an der Oberfläche auf und fällt Richtung Alpen bis auf mehrere Kilometer Tiefe ab.
Damit ein Tiefenlager gebaut werden kann, braucht es einerseits grössere Flächen, die wenig deformiert sind. Andererseits muss der Opalinuston in der richtigen Tiefe liegen: zwischen 400 und 1000 Metern. Diese zwei Bedingungen sind ausschliesslich im Molassebecken der Nordschweiz, an dessen Nordrand und im angrenzenden östlichen Tafeljura erfüllt. Hier liegen auch die drei Standortgebiete, die die Nagra in den letzten Jahren vertieft untersucht hat.