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172 Minuten und fünf Sekunden dauerten die beiden letzten Spiele der Best-of-7-Playoutserie zwischen den SCL Tigers und Ajoie. Beide Male setzten sich die Emmentaler in der Verlängerung durch und sicherten sich den Ligaerhalt. Vor eigenem Publikum nach 78:22 Minuten dank dem 3:2 von Pascal Berger und in Pruntrut nach 93:43 Minuten dank dem 5:4 von Harri Pesonen. Der finnische Olympiasieger und zweifache Weltmeister beendete damit das längste Spiel in der Klubgeschichte und das siebtlängste, das je im Schweizer Eishockey stattfand. Berger und Pesonen sorgten mit ihren Siegestoren auch für eine Premiere. Im Kampf um den Verbleib in der National League gab es bisher 17 Playout- und Ligaqualifikationsserien, in welchen die Entscheidung nach sechs Spielen fiel. Aber noch nie gewann eine Mannschaft die Spiele fünf und sechs in einer Verlängerung.
6 Minuten und 19 Sekunden vor Schluss des dritten Langnauer Heimspiels ging Ajoie durch ein Powerplaytor von Gauthier mit 2:0 in Führung. Dann bildeten Headcoach Thierry Paterlini und die beiden Assistenten Steve Hirschi und Jukka Varmanen vier neue Angriffslinien. Zu diesem Zeitpunkt ahnte das Trainertrio noch nicht, dass die Wechsel in der Offensive die entscheidende Massnahme auf dem Weg zum Gewinn der Playoutserie waren. Die Umstellungen hauchten den Langnauern, die am Rande einer zweiten Heimniederlage standen, neues Leben ein. Von diesem Moment bis zur Overtime-Entscheidung in Pruntrut erzielten die neuen Angriffsformationen insgesamt acht Tore. Allein die Hälfte davon ging auf das Konto der neuen Paradelinie Saarela-Eakin-Pesonen, zweimal war die Reihe mit Schmutz, Rossi und Douay erfolgreich und je einmal trafen Berger-Diem-Rossi sowie Lapinskis-Holmström-Rohrbach.
3 Langnauer Routiniers waren bei allen 58 Qualifikations- und Playoutspielen dabei: der 38-jährige Sami Lepistö und die beiden vier Jahre jüngeren Harri Pesonen und Pascal Berger. Alle drei erzielten zum Gewinn der Playoutserie gegen Ajoie besonders wertvolle Skorerpunkte. Allen voran Berger und Pesonen mit ihren «Goldenen Toren» in den beiden Verlängerungen. Und Sami Lepistö erst recht: Er krönte seine voraussichtlich letzten beiden Spiele für die SCL Tigers im Stile eines Klasseverteidigers. Der zweifache Olympia-Bronzemedaillengewinner (2010 und 2014) und Weltmeister (2011) erzielte zuhause beim 3:2 n.V. den 2:2-Ausgleich und bereitete Bergers Siegestor vor. Dasselbe beim 5:4 n.V. in Pruntrut – wiederum das Ausgleichstor zum 4:4 und im Zusammenspiel mit Saarela das «Game-Winning-Goal» von Pesonen. Dies alles schaffte er als Teamsenior mit der längsten Playout-Eiszeit (163 Minuten) aller Langnauer.
14 Minuten nur lagen die SCL Tigers in den beiden letzten Spielen gegen Ajoie in Führung. In Pruntrut vom 2:1-Powerplaytor von Saarela (15. Minute) bis zum 2:2 der Jurassier (29.). Hundert Minuten standen die Partien unentschieden und 59 Minuten lang jagten die Emmentaler einem Rückstand nach. Dies allein zeigt schon, wie «verrückt» die Entscheidung in der Playoutserie verlief und dass es sich lohnt, nie aufzugeben. Immer wieder wird in den Medien betont, dass das Über- und Unterzahlspiel den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmache. Dies trifft bei Mannschaften mit Spitzenqualität zweifellos zu, nicht aber bei schwächer besetzten Teams wie Langnau und Ajoie. Das hat sich in der Playoutserie einmal mehr bestätigt. Bei fünf gegen fünf Spielern fiel die Bilanz der Emmentaler mit 12:8 Toren (plus 4) ebenso positiv aus wie bei den sogenannten «Special Teams» mit vier Powerplaytoren und drei Unterzahl-Gegentreffern. So verwundert es nicht, dass nicht weniger als 17 Langnau-Spieler nach den sechs Playoutpartien eine positive Plus/Minusbilanz aufweisen, bei Ajoie lediglich deren sechs. Und wenn man nur die Ajoie-Treffer bei fünf gegen fünf Spielern betrachtet, so kommt der Langnauer Torhüter Luca Boltshauser auf einen erstklassigen Gegentordurchschnitt von 0,94 pro Match.