Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03416.jsonl.gz/2623

PROLOG
Der Schneidergeselle Wenzel Strapinski, der einige Zeit in Seldwyia gearbeitet hat, sucht eine neue Stelle und verabschiedet sich an der Grenze des kleinen Ländchens von seinen Kameraden. In seiner selbst angefertigten vornehmen Kleidung sitzt er nachdenklich am Strassenrand, als plötzlich eine Ieere gräfliche Equipage vorbeifährt, deren gutmütiger Kutscher ihn einsteigen lässt. Sein Weg führt nach Goldach.
ERSTER AKT
Als Nettchen, die eigenwillige Tochter des Amtsrates, im Goldacher Gasthof »Zur Waage« ihrem Verehrer, dem Prokuristen Böhni, einen Korb gibt, fährt die Kutsche mit Strapinski vor. Der Schneider steigt aus und wird wegen seiner Kleidung und der Kutsche für einen aus Polen geflüchteten Grafen gehalten, zumal der Kutscher, der sich einen Spass machen will, entsprechende Bemerkungen fallen lässt. Strapinski lässt Huldigungen, ein feudales Mahl und Geldangebote über sich ergehen mit dem Vorsatz, in einem günstigen Augenblick das Weite zu suchen. Zunächst wird er von dem Amtsrat und dem schönen Nettchen, das von dem Neuankömmling beeindruckt ist, eingeladen. Der eifersüchtige Böhni will Nachforschungen anstellen, zumal er die zerstochenen Finger Wenzels nicht übersehen hat.
ZWEITER AKT
Strapinski hat sich in Nettchen verliebt. Trotzdem will er sich heimlich fortschleichen, doch das Mädchen stellt Wenzel kurzentschlossen dem Vater und den Gästen als ihren Verlobten vor. Inzwischen hat Böhni, der auch zum Mahl geladen ist, erfahren, wer Strapinski ist, lässt Andeutungen hören und fährt nach Seldwyla, um die Bürger zur Verlobungsfeier zu laden.
DRITTER AKT
Diese findet im »Waldhaus«, einem Gasthof zwischen Seldwyla und Goldach, statt. Viele Goldacher und Seldwyler sind anwesend. Böhni hat veranlasst, dass Strapinskis ehemaliger Meister und die Gesellen den Grafen in einer Pantomime des Betrugs überführen. Den ihn verspottenden Bürgern erklärt der Entlarvte, dass sie sich selbst zum Narren gemacht hätten, nur Nettchen gegenüber fühle er sich verantwortlich. Das Mädchen hält auch in seiner Not zu ihm und entschliesst sich, als künftige Frau Meisterin sein Leben zu teilen, wenn sie schon nicht Gräfin sein soll.