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Geschichte der Kapelle Oberalp
"Die etwas andere Kapelle"
Cover Bild Schallplatte Ländlerkapelle Oberalp 1968
Arno Caflisch, Silvio Caluori, Arno Jehli, Jürg Gadient , Peter Jehli
Im Jahre 1968, an einem Wettspiel im Restaurant Rheinkrone in Chur, trafen sich Silvio Caluori, Klarinette, Arno Jehli, Akkordeon, Jürg Gadient, Schwyzerörgeli und Peter Jehli, Bass. In dieser Formation spielten sie das erste Mal zusammen auf. Der Name Oberalp entstand nicht etwa, weil der eine oder andere aus dem Oberalpgebiet stammte, auf diesen Namen stiessen die Musiker, weil der damalige Kapellmeister, Silvio Caluori von Chur, an der Oberalpstrasse wohnte.
So war der Start für die Kapelle Oberalp gegeben. Etwas später gesellte sich dann noch Arno Caflisch dazu, der die zweite Klarinette spielte. Schon kurze Zeit später, wurde der erste Schallplattenvertrag bei Tell Rekord unterzeichnet. Das bedeutete für die typische Bündnerbesetzung mit zwei Klarinetten, zwei Schwyzerörgeli und einem Bass, dass Arno Jehli vom chromatischen Akkordeon aufs Schwyzerörgeli umstellen musste. Durch fleissiges Üben und mit grossem Willen gelang es Arno bereits nach einem Monat, 12 Titel mit dem Schwyzerörgeli im Tonstudio einzuspielen, und damit die erste Schallplatte zu produzieren.
Nach einiger Zeit erfolgten dann personelle Wechsel in der Kapelle. Arno Caflisch zog ins Engadin und wurde dort Mitglied der Engadiner Ländlerfründa und Josias Just an der Klarinette sowie Guido Fontana am Bass wurden eingewechselt. Etwas später wollten auch Silvio Caluori und Jürg Gadient nichts mehr von den inzwischen regelmässigen Auftritten wissen. So stiessen dann noch Lorenz Gort und Hanspeter Jehli zur Formation.
Heute besteht die Kapelle Oberalp in folgender Besetzung. Arno Jehli als Gründungsmitglied seit 1968, ist Kapellmeister und spielt Schwyzerörgeli und Akkordeon. Kurt Patzen spielt Akkordeon und Schwyzerörgeli. Felix Calonder spielt Schwyzerörgeli. An der Klarinette und am Saxofon spielen Walter Rogentin und Martin Tanner. Josias Just spielt Klarinette. Und schliesslich gibt Fortunat, oder besser bekannt als „Forti“ Caduff das nötige Fundament an der Bassgeige.
Die Kapelle Oberalp gehört sicher zu einer der reisefreudigsten Gruppen der Schweiz. So bereisten Sie etwa 15 Mal die Vereinigten Staaten, gingen drei Mal auf Japantournee und waren auch fünf Mal in Kanada in Toronto und in Montreal. Sie bereisten auch den schwarzen Kontinent nach Senegal, Kenia, Kamerun und Nigeria. Aber auch in Südamerika, in Chile und in Brasilien wurde mit der Kapelle Oberalp aufgespielt. In China spielten Sie in Kun Ming, und hatten auch einen Auftritt in Singapur.
In Europa bereiste die Kapelle Oberalp nebst unseren Nachbarländern auch England, Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Spanien, Holland und Albanien. Ja es gibt nicht mehr viele Orte die Sie mit Ihren Klängen nicht schon bereist haben.
Reisen und Musik verbindet, so heisst das Motto der Kapelle Oberalp und so kam es auch dazu, dass bereits im Jahre 1979 das erste Musikexperiment mit der Gogotara Steelband aufgenommen wurde.
Diese Kombination schlug bei den Medien grosse Wellen, war es doch zu dieser Zeit noch neu. Die Kapelle erhielt einen TV Auftritt mit dieser Kombination und es war Arno Jehli damals schon klar; " Wir werden noch weitere Experimente durchziehen".
Für die Aufnahmen in dieser Kombination lernte Arno den Plattenproduzenten Jakob Baumgartner kennen, der sich immer tatkräftig für diese Musikexperimente einsetzte und diese auch immer unterstützte.
1981 gingen die Oberälpler an ein weiteres Werk. Dies hiess Ländler in Classic. Traditionelle Ländler wurden mit einem Streichersatz dazu aufgenommen. Innerhalb kürzester Zeit durfte die Kapelle Oberalp dafür ihre erste goldene Schallplatte für über 25'000 verkaufte Tonträger entgegen nehmen. Das war natürlich einmalig und einzigartig für eine Ländlerkapelle und so wurde bereits ein Jahr später ein neuer Tonträger aufgenommen. Diesmal hiess die Kombination Saxi- Ländler. Zur traditionellen Ländlerkapelle spielte eine Saxophon Gruppe im Billy Vaughn Stil, und auch diese Produktion schlug wie eine Bombe ein. Zahlreiche TV-Auftritte im In- und Ausland trugen dazu bei, dass auch diese Produktion in noch kürzerer Zeit mit der zweiten goldenen Schallplatte ausgezeichnet wurde. Fleissig experimentierte die Kapelle Oberalp weiter, unterliess es jedoch nie, auch ihre traditionelle Volksmusik weiter zu pflegen. Ländlerparty hiess eine Produktion zusammen mit Blasmusik. Mit Musikern von James Last entstand der Tonträger Südsee-Ländler, eine Produktion mit Hawaii Gitarre. Auch schweizerische und griechische Klänge, sowie Schweizer Volksmusik mit mexikanischen Klängen wurden verbunden. Diese liessen manches Südseeherz lauter schlagen. Wieder ein totaler Durchbruch verschaffte sich die Kapelle Oberalp mit der musikalischen Paarung Ländlermusik und Musik aus Paraguay. Buenos Dias Paraguay so hiess ein weiterer Tonträger und auch dieser wurde mit Gold ausgezeichnet. So etwas hat es in der Geschichte der Schweizer Volksmusik wirklich noch nie gegeben.
Nebst der Kapelle Oberalp hat sich Arno Jehli auch mit Carlo Brunner zusammengetan und eine Palette von ungefähr 10 verschiedenen CDs unter dem Titel Lumpeliedli, eine CD Strandmelodien plus je eine CD mit dem Alpenland Quintett und mit der Superländlerkapelle aufgenommen. Auch dafür hat Arno drei weitere goldene Schallplatten erhalten. Insgesamt sind bis heute über 50 verschiedene Tonträger der Kapelle Oberalp auf den Markt gekommen.
Es gibt kaum eine TV – Sendung, in der die Kapelle Oberalp nicht schon Gast gewesen ist. Im In- und Ausland war die Kapelle Oberalp schon bei zahlreichen Sendungen wie Im Krug zum grünen Kranze. Auf los geht's los mit Blacky Fuchsberger, bei Caroline Reiber, im Hopp da Bäsa oder in Potz Musig zu sehen. Dass die Kapelle Oberalp auch da grossen Erfolg hatten, bewiesen sie beim Ramba Zamba Schlager Event im November 2006 in Chur. Sie wurden vom Publikum als Sieger erkoren. Es spielten Gruppen wie Combox, Romanticas, Manuela Fellner, Louis Menar, Leonhard, um nur einige zu nennen.
2012 erhielt Arno Jehli bei der Bündner Kulturpreissverleihung den Anerkennungspreis aus der Hand von Regierungsrat Martin Jäger, dies in Anerkennung seines begeisterten und experimentierfreudigen Wirkens als Akkordeonist, Komponist und Kapellmeister der Kapelle Oberalp.
Im 2018 durfte die Kapelle Oberalp ihr 50 Jähriges Jubiläum feiern, in 15 grossartigen Kirchenkonzerten. Mit dabei auf dieser Jubiläumsfeier war der Gemischten Chor Arosa und der Organist Stephan Thomas.
Im Oktober 2018 wurde Arno Jehli der Goldene Violinschlüssel verliehen. Die Grösste Auszeichnung der Schweizer Volksmusik.
Müde sind die Oberälpler noch keineswegs und so kann man hoffen, dass ihr Motto noch lange bestehen wird und ihre Aussage weiter zutrifft,
Musik verbindet und bereitet vielen Menschen Freude