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Die Freiburger Skulptur des 16. Jahrhunderts gehört mit ca. 450 Werken zu den grössten zusammenhängenden Ensembles dieser Art in Europa. Vier der fünf damals in Freiburg aktiven Bildhauer – nämlich Hans Gieng, Hans Geiler, Martin Gramp und der Meister der grossen Nasen – lieferten mit ihren Werkstätten neben Holzbildwerken auch solche in Stein. Es handelt sich dabei in erster Linie um Stöcke und Figuren städtischer Brunnenanlagen sowie Wappentafeln für öffentliche und private Gebäude, ferner um Grabdenkmäler, Friedhofkruzifixe und Figuren an Hausfassaden oder Brücken.
Für die Freiburger Steinbildwerke der fraglichen Epoche wurde v.a. Sandstein aus lokalen sowie Kalkstein aus Neuenburger Steinbrüchen verwendet. Der Freiburger Sandstein besitzt eine graue oder grüne Färbung. Er ist homogen und relativ weich, was eine sehr feine Bearbeitung der Oberflächen erlaubt. Wegen seiner geringen Witterungsbeständigkeit eignet er sich allerdings nur für Skulpturen an geschützten Stellen. Daneben wurde in Freiburg auch Kalkstein aus weiter entfernten Steinbrüchen verwendet, der sich wegen seiner höheren Witterungsbeständigkeit vor allem für freistehende Anlagen eignete.
Die Werkblöcke sind ausnahmslos einteilig und die Skulpturen wurden stets vollrund ausgearbeitet. Die grobe Formanlage erfolgte vorwiegend mit fäustelgeschlagenen Spitz- oder Flachmeisseln. In einem zweiten Schritt wurden die einzelnen anatomischen oder ornamentalen Elemente mit klöpfelgeschlagenen Spitz- und Flachmeisseln grob ausgearbeitet. Für tiefe Hinter- und Unterschneidungen verwendete man handbetriebene Bohrer. Die Figuren und Reliefs wurden in der Regel farbig gefasst. Werke für geschützte Bereiche erhielten einen dünnen Farbauftrag, Werke im Freien wurden dick mit bindemittelreichen, fetten Beschichtungen versehen; die Fassung solcher Werke musste regelmässig überholt werden.
Bild: Primula Bosshard, Freiburg