Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03115.jsonl.gz/2583

| Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Zweites Buch
10. Kapitel: Was alles die glauben, welche nicht glauben
1.
Ganz widersinnig ist es also, den Gott, der da ist und von allen bezeugt wird, zu übergehen, um einen zu suchen über ihm, der da nicht ist und von niemand jemals verkündigt wurde. Sie selbst bezeugen es ja, da von ihm nichts deutlich gesagt ist, und deutlich ist es, daß sie jetzt einen andern hervorbringen, der vordem niemals gefunden worden ist, indem sie allerlei Gleichnis erfinden oder die bekannten ihrem erfundenen Gotte übel anbequemen. Indem sie versuchten, dunkle Stellen der Schrift zu erklären — dunkel sind sie aber bloß in Bezug auf die Absichten Gottes, nicht aber in Bezug auf einen andern Gott — da machten sie sich einen andern Gott. So flochten sie sich, wie gesagt, aus Sand Stricke und fügten zu einem kleinen Geheimnis ein größeres. Und doch kann man ein Geheimnis durch ein anderes nicht erklären wollen, noch eine Dunkelheit vernünftigerweise durch eine andere, oder ein Rätsel durch ein anderes, noch größeres; sondern derartige Dinge können ihre Auflösung nur durch offene, vernünftige und deutliche Erklärung finden.