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Reiskultur zwischen Tradition und Moderne
Im Jahr 2009 wurden weltweit 780 Millionen Tonnen Reis produziert. Altüberlieferte Verfahren, die in vielen Ländern noch heute Bestand haben, stehen der intensiven und mechanisierten Landwirtschaft im Süden der Vereinigten Staaten gegenüber, wo die Felder sich hektarweit bis zum Horizont erstrecken. Reis wird in über 113 Ländern angebaut und passt sich jedem Boden und jedem Klima an - er muss nur genügend Licht und Wasser bekommen.
Je nach Beschaffenheit des Bodens und des Geländes, wird in drei verschiedene Anbauarten unterschieden:
In der Ebene
Der Reis wächst in 5 bis 50 cm Wasser. In den asiatischen und afrikanischen Ländern wird der Grossteil der Arbeit hierbei noch manuell erledigt. In den grossen Ebenen im Süden der Vereinigten Staaten ist der Anbau intensiv und hochmechanisiert (automatische Bewässerung, Erntemaschinen...).
Im tiefen Wasser
Reis kann in bis zu 6 Metern Tiefe angebaut werden, wie in den überschwemmbaren Ebenen Indiens oder Bangladeschs. Das Aussäen erfolgt auf verschiedene Arten, z.B. per Handsaat oder durch Pikieren.
Auf der Hochebene
In Gebirgsregionen wie in Brasilien, China oder auf Madagaskar erfolgt der Anbau auf Terrassen mit begrenzenden Steinmäuerchen. Die Bewässerung erfolgt von den Berggipfeln aus mittels Kanälen.
Traditioneller Reisanbau
- Nicht zertifiziertes Saatgut
- Aussaat
- Geringer Mechanisierungsgrad
- Trocknen im Freien
- Nachernteverluste
- Geringe Erträge (ein bis zwei Tonnen pro Hektar)
Moderner Reisanbau
- Zertifiziertes Saatgut
- Direkte Aussaat
- Feldnivellierung mit Lasertechnik
- Integrierte Anwendung von Düngemitteln und Pestiziden
- Hohe Erträge (sieben bis neun Tonnen pro Hektar)
Die Geschichte des Reisanbaues
„Bei Ausgrabungen im Dorf Sorori in der chinesischen Provinz Chungbuk wurden uralte Reiskörner gefunden“.
94% der weltweit produzierten Reismenge werden in Asien angebaut und verzehrt.
In Europa wird Reis in Italien, Spanien, Griechenland, Frankreich und Portugal angebaut.