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Karl Rühmann
Karl Rühmann – Der Held
Die 43-jährige Ana kommt nach einem Bürgerkrieg durch das heimliche Lesen eines Briefwechsels den Todesumständen ihres Mannes immer näher. 2005, in einem Land, in dem von 1990–1995 ein Bürgerkrieg getobt hat: Zwei hohe Offiziere, die einst in derselben Armee gedient, im Krieg aber auf verschiedenen Seiten gekämpft hatten, werden als Kriegsverbrecher angeklagt und an das Internationale Tribunal in Den Haag ausgeliefert. Dort freunden sie sich an, da sie Vieles verbindet: die Vergangenheit, die Sprache, das Alter, nicht zuletzt die drohende Strafe. Der General der siegreichen Partei wird nach fünf Jahren Untersuchungshaft freigesprochen, der Oberst der unterlegenen Partei zu einer langjährigen Strafe verurteilt.Die Männer schreiben einander Briefe, um die vergangenen Ereignisse einzuordnen und Szenarien für die Zukunft zu entwickeln. Ihre Gedanken kreisen um Schuld und Unschuld, Justiz und Gerechtigkeit. Die Briefe sind Ausdruck der Freundschaft zweier Menschen, die erst im Gefängnis gemerkt haben, dass sie mehr verbindet als trennt.
„Der Held“ war nominiert für den Schweizer Buchpreis 2020.
Aus der Laudatio zum Schweizer Buchpreis von Jury-Mitglieder Tommy Egger (Buchhändler, Buchhandlung „Im Volkshaus“): „[…] bis zur letzten Zeile spannenden Buch […] „Der Held“ ist ein hochpolitischer Roman, der mit kriminalistischen Anklängen, einem veritablen Showdown und ohne falsche Moral die Graubereiche von kollektiver und individueller Schuld respektive Unschuld verhandelt. […] „Der Held“ erinnert uns daran, dass der Krieg alle Beteiligten verschlingt und nur Verlierer zurücklässt. Ich wünsche mir, dass „Der Held“ viele Leser und Leserinnen findet, vor allem an den Schweizer Gymnasien und Sekundarschulen“.
Karl Rühmann wurde 1959 in Jugoslawien geboren und wuchs dort auf. Er studierte Germanistik, Hispanistik und Allgemeine Literaturwissenschaft in Zagreb und Münster und war Sprachlehrer und Verlagslektor. Heute lebt er in Zürich als Literaturübersetzer und Autor von Romanen, Hörspielen und zahlreichen, international erfolgreichen Kinderbüchern. Für seinen ersten Roman »Glasmurmeln, ziegelrot« wurde Karl Rühmann 2015 mit dem Werkjahr der Stadt Zürich ausgezeichnet.
Szenische Lesung mit der Schauspielerin Martina Schütze
Datum: Donnerstag 26. August 2021
Uhrzeit: 19:30 Uhr
Ort: Literaturhaus Thurgau / Bodmanhaus
Eintritt: CHF 10 // CHF 8 Freunde des Bodmanhauses // CHF 5 ermässigt