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Wie Engelberg zu Obwalden kam
Während über einem halben Jahrtausend hatte Engelberg als Klosterstaat existiert. Mit den Umwälzungen in Folge der französischen Revolution änderte sich dieser Zustand. Nachdem das Kloster 1798 auf seine Souveränitätsrechte verzichtet hatte, wurde Engelberg zunächst Teil der neugeschaffenen Helvetischen Republik. Nach deren Auflösung kam die Talschaft auf Geheiss Napoleons 1803 zunächst an Nidwalden. Allerdings war dieses Verhältnis sehr spannungsgeladen. Als Engelberg 1814 die Schaffung eines gemeinsamen Bundesvertrages für die gesamte Eidgenossenschaft befürwortete, während die meisten Nidwaldner dies vehement ablehnten, eskalierte der Streit. Nidwalden stellte fest, dass Engelberg nie rechtmässig an Nidwalden angeschlossen worden sei und warf die Engelberger Ratsherren kurzerhand aus dem Landrat (kantonales Parlament).
Unter der Leitung des damaligen Talammanns (Gemeindepräsident) Joseph Eugen Müller nahm Engelberg daraufhin mit dem Kanton Obwalden Beitrittsverhandlungen auf. Nachdem Obwalden den Engelbergern Sonderrechte garantierte und bestätigte, dass sie ihre bisherigen Gewohnheitsrechte behalten können, wurde der Anschluss 1815 vollzogen.
Wenn Engelberg sein Obwaldnertum feiert
Mit wie vielen Nebengeräuschen auch immer der Beitritt Engelbergs zum Kanton Obwalden verbunden war, gefeiert wurde die Zugehörigkeit immer. 1915 in Anbetracht der Wirren des Ersten Weltkriegs bescheiden mit einer historischen Tagung und einer Ausstellung. Und auch 1965 wollte man nicht übertreiben: Ein beschauliches, "intimes Volksfest" sollte daran erinnern, dass das Klosterdorf seit 150 Jahren eine Gemeinde des Kantons Obwalden ist. Hedi Matter lancierte aber mit ihrer Idee, die Männer sollten sich aufs Fest hin Bärte wachsen lassen, eine unglaublich erfolgreiche PR-Aktion. Diese rief Medien im In- und Ausland auf den Plan und entfaltete eine ungeahnte Wirkkraft. Gäste strömten am 20. und vor allem am 21. November 1965 zu Tausenden ins Klosterdorf und gesellten sich zu den feiernden, bärtigen und bartlosen Engelbergern. Es wurde gesungen, musiziert, über Engelberger Witze und Geschichten gelacht, getrunken, gegessen, getanzt, bis der Tanzboden krachte, man flanierte im Hirthemd oder in der Tracht durchs geschmückte Dorf und sah sich das Festspiel an. Noch heute erinnert der Brünig-Findling im Eylipark beim Bahnhof an dieses Jubiläum. Er ist ein Geschenk der Obwaldner Regierung an die Gemeinde Engelberg.
200 Jahre Feierlichkeiten im Jahr 2015
Die Feierlichkeiten im Jahr 2015 zogen sich über das ganze Jahr hinweg. Auftackt des Jahres war die Vernissage des Jubiläumsbuches, welches anlässlich des Jubiläums herausgegeben worden ist. Es wurden Bilder und Filme vom 150 Jahr-Jubiläum im Kursaal gezeigt, Mundart-Opern durchgeführt, Bäume von Engelberger sowie Nid- und Obwaldner Schülern geplanzt, Ausstellungen durchgeführt und Beizentheater aufgeführt. Die Geschäfte in Engelberg haben ihre Läden und Schaufenster entsprechend dem Jubiläum dekoriert woduch ein interessanter Dorfrundgang entstand. Schlussendlich fanden die Feierlichkeiten in der Bundesfeier vom 1. August seinen Höhepunkt mit vielen Darbietungen und einem Umzug. Abgeschlossen wurde das Jahr mit einem offiziellen, politischen Tag mit Beginn in der Klosterkirche und anschliessendem Apéro und einem Mittagessen für die geladenen Gästen sowie die Bevölkerung in der Tennishalle. Dieser Tag wurde mit Ansprachen und musikalischer Unterhaltung abgerundet.