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Was sind Kohlenhydrate?
Kohlenhydrate sind buchstäblich in aller Munde. Bei einigen Menschen haben sie einen schlechten Ruf und werden gemieden. Hier erfährst du, warum es eine schlechte Idee ist, den Makro-Nährstoff vom Ernährungsplan zu verbannen. Besonders wenn es ums Essen der Kinder geht.
Makro-Nährstoff im Check: Kohlenhydrat ist nicht gleich Kohlenhydrat
Was steht eigentlich auf deinem Ernährungsplan und dem deiner Kinder? Sind da genug komplexe Kohlenhydrate drauf? "Komplexe was!?", fragst du jetzt? Ja, es gibt zwei Arten von Kohlenhydraten. Besonders die komplexe Variante ist für unsere Ernährung wertvoll. Zudem erfüllen Kohlenhydrate zwei sehr wichtige Funktionen.
Was sind eigentlich Kohlenhydrate?
Zusammen mit den Fetten sind Kohlenhydrate die wichtigsten Energielieferanten der menschlichen Ernährung. Der Makro-Nährstoff kommt in Lebensmitteln als Zucker und Stärke vor und wird in schnell und langsam resorbierende Kohlenhydrate unterschieden. Zu den schnell resorbierbaren (einfachen) Kohlenhydraten zählen beispielsweise Haushaltszucker und Traubenzucker (Glukose). Sie werden sofort vom Körper aufgenommen und bewirken einen raschen Anstieg des Blutzuckerspiegels. Wegen der vermehrten Insulinfreisetzung fällt dieser flugs ab und der Hunger setzt bald wieder ein. Langsam resorbierende (komplexe) Kohlenhydrate kommen in Hülsenfrüchten, Getreide und Gemüse vor und werden deutlich langsamer vom Organismus aufgenommen. Deshalb steigt und fällt der Blutzuckerspiegel auch nicht so schnell und das Sättigungsgefühl hält länger an. Dein Ernährungsplan sollte dementsprechend vorwiegend die komplexe Kohlenhydratvariante enthalten.
Wie wirken Kohlenhydrate in unserem Körper?
Im Darm werden die meisten Kohlenhydrate in Glukose umgewandelt. Sie gelangt in den Blutkreislauf und mithilfe des Hormons Insulin in die Zellen. Während viele Organe und Zellen auch Eiweiss und Fett als Energiequellen nutzen können, kann das Gehirn seine Energie nur aus Kohlenhydraten gewinnen. Zudem werden Kohlenhydrate für den Aufbau von Körpermasse aus Eiweissen und Fetten gebraucht. Deshalb sind sie für Kinder im Wachstum unersetzlich. Aber auch bei euch Eltern wird der Stoffwechsel bei kohlenhydratarmer Ernährung ineffektiver.
Was sind die Vor- und Nachteile in der Ernährung?
Welchen Effekt eine kohlenhydratreiche Ernährung auf deine Gesundheit und dein Gewicht hat, hängt auch davon ab, welche Art von Kohlenhydraten du isst. Süsses, Kuchen und Weissbrot liefern zwar schnelle Energie, dafür aber kaum Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe. Viel davon wirkt sich nachteilig aus. Hülsenfrüchte, Getreide und Gemüse hingegen weisen eine hohe Nährstoffdichte auf, halten die Verdauung fit und dich länger satt. Darauf verzichten solltest du nicht.
Wie wichtig sind sie für Schwangere, Stillende und Kinder?
In der Schwangerschaft steigt der Energiebedarf um 10 bis 25 Prozent, denn auch das heranwachsende Kind muss mitversorgt werden. Rund 50 bis 60 Prozent dieser Kalorien sollten über kohlenhydrathaltige Lebensmittel wie Kartoffeln, Reis, Brot, Nudeln und andere Getreideprodukte gedeckt werden. Wichtig ist eine insgesamt ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung. Auch nach der Schwangerschaft, während der Stillzeit, ist dein Bedarf an Kalorien erhöht, wenn du dein Kind stillst. In dieser Zeit sollten mindestens 50 Prozent kohlenhydratreiche Lebensmittel auf dem Ernährungsplan stehen. Kinder brauchen eine kohlenhydratreiche Ernährung für den Aufbau von Knochen, Knorpeln und Nerven.
Wer braucht mehr, wer weniger Kohlenhydrate?
Das schweizerische Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen empfiehlt, dass Eltern und Kinder etwa 45 bis 55 Prozent ihres täglichen Energiebedarfs über kohlenhydratreiche Nahrungsmittel decken. Der Bedarf kann von Person zu Person variieren. Wer sportlich aktiv ist oder viel Denkarbeit leistet, profitiert besonders von vollen Kohlenhydratreserven. Diabetikern hingegen mangelt es an Insulin, sie dürfen deshalb kaum von der einfachen Kohlenhydratvariante essen. Und auch diejenigen von euch, die aktuell auf der Low-Carb-Welle reiten, sollten mindestens 25 Prozent des Energiebedarfs aus Kohlenhydraten aufnehmen. Ansonsten leidet das Gehirn und die Gedächtnisleistung fällt ab.
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