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Daten und Worte zu Akteuren des FC St. Gallen.
1. Juli 1993 bis 10. April 1996 Trainer des FCSG. -- Für 103 (64 NLA/32 NLB/7 Cup) Spiele an der Seitenlinie verantwortlich. -- Erstes Pflichtspiel als Trainer des FCSG am 28. Juli 1993 beim 5:1-Heimsieg gegen Sursee.
Uwe Rapolder wurde nach dem Abstieg in die NLB als Nachfolger von Ernst Hasler geholt. -- Die finanzielle Lage im Verein war wieder einmal ziemlich angespannt, allzu offensiv wurde das Ziel, umgehend in die Elite zurückzukehren, nicht geäussert. -- Der Deutsche erwies sich aber als der richtige Trainer zum richtigen Zeitpunkt, zumal er sich um weit mehr als nur um die Mannschaft kümmerte. -- Mit Rapolder gelang dem FCSG nach nur einer Saison in der Zweitklassigkeit der Wiederaufstieg, obwohl im Herbst in der NLB-Qualifikationsrunde ein langer Durchhänger ausgestanden werden musste. -- Dann aber, im Frühling 1994, lief es den Espen ziemlich rund, die Rückkehr in die NLA war bereits nach dem viertletzten Match gesichert. Als Glücksgriff erwies sich nicht zuletzt das preiswerte osteuropäische Ausländertrio mit Radoslaw Gilewicz, Tamas Tiefenbach und Imre Fodor.
Fodor wurde nach dem Aufstieg ausgeliehen, mit Sascha Müller, Mohammed Mouidi und Mario Frick konnten drei Spieler geholt werden, die zu Teamstützen wurden. -- Wurde in der ersten Saison der Klassenerhalt noch über die Auf-/Abstiegsrunde sichergestellt, zogen die Espen im Herbst 1995 mit Rapolder in die Finalrunde ein, was als grosser Erfolg zu werten war. -- Dann aber, im Frühling 1996, schlug die Stimmung mehr und mehr um, Uwe Rapolder wurde unterschwellig vorgeworfen, zuviel Macht an sich gerissen zu haben. Als arrogant und überheblich musste er sich von seinen Gegnern bezeichnen lassen, schliesslich musste der Deutsche nach zwei 0:4-Heimniederlagen gegen Sion und die Grasshoppers gehen.
Nach dem FCSG
Knapp ein Jahr nach seiner Entlassung im Espenmoos heuerte Uwe Rapolder beim SV Waldhof Mannheim an. Der finanziell angeschlagene Klub aus Nordbaden befand sich in der 2. Bundesliga im Abstiegskampf. Rapolder konnte die sportliche Rettung zwar nicht herbeiführen, blieb aber beim Waldhof. Er schaffte zwei Jahre später, 1999, die Rückkehr und verpasste in der zweiten Saison in der 2. Bundesliga den Aufstieg nur knapp. Nach durchwachsenem Saisonstart im Herbst 2001 musste Rapolder den SVW verlassen. -- Ende November, zweieinhalb Wochen nach seiner Entlassung in Mannheim, wurde Rapolder von dessen Ligakonkurrenten LR Ahlen engagiert. Mit den Westfalen schaffte er den Klassenerhalt, wurde aber im November 2002 erneut entlassen.
Im Frühling 2004 erhielt Rapolder beim DSC Arminia Bielefeld die nächste Chance. -- Mit sechs Siegen in Serie schaffte das Team mit Rapolder den Aufstieg in die Bundesliga und spielte auch auf höchster Stufe eine gute Rolle. -- Trotz bescheidener Möglichkeiten spielte die Arminia unter Rapolder spektakulären Fussball, schaffte den Klassenerhalt ziemlich mühelos und erreichte erstmals in der Vereinsgeschichte den Cup-Halbfinal. Patrick Owomoyela wurde unter Rapolder zum Nationalspieler. -- Als der Trainer noch vor Saisonende seinen Wechsel zum 1. FC Köln bekanntgab, wurde er in Bielefeld umgehend entlassen. -- Rapolder wollte sich die Chance nicht nehmen lassen, einmal ein Team zu führen "das vor 50'000 Zuschauern" spielt. -- In Köln scheiterte aber auch Rapolder, musste im Dezember 2005 wieder gehen. -- Ab April 2007 war Rapolder wieder in der 2. Bundesliga, schaffte mit der TuS Koblenz den Klassenerhalt. Die noch grössere Leistung war in der folgenden Saison aufzubringen, als Koblenz wegen "Lizenzvergehens" 6 Punkte abgezogen wurden, der Verbleib in der zweithöchsten Liga aber erneut geschafft wurde. -- In der darauffolgenden Saison musste Koblenz mit 3 Minuspunkten starten, schaffte abermals recht souverän den Klassenerhalt. -- Als in der Saison 2009/10 wieder der Abstieg drohte, wurde Rapolder vor der Winterpause entlassen. -- Von November 2010 bis Anfang März 2011 beim Karlsruher SC in der 2. Bundesliga. -- Danach musste er sich bis Ende Oktober 2014 gedulden, ehe er von der SG Sonnenhof Grossaspach (3. Liga) engagiert wurde. Die Württemberger sind zuvor auf den vorletzten Platz zurückgefallen.
Spielerkarriere
Rapolder wechselte 1978 als 20-Jähriger vom Amateurverein VfR Heilbronn in die 1. Division Belgiens zum KFC Winterslag. Von 1979 bis 1981 beim Ligakonkurrenten Lierse SK, ehe er erstmals in die Schweiz zog und vom FC Winterthur als Nachfolger des Iren John Conway verpflichtet wurde. -- Beim FCW schaffte Rapolder in der ersten Saison die Rückkehr in die NLA, 1983 Abstieg, 1984 erneut Aufstieg und am Saisonende abermals zurück in die NLB. -- Nach dem zweiten Abstieg ging Rapolder 1985 zu Tennis Borussia Berlin und bestritt dort seine erste Saison im deutschen Profifussball, stieg aber in die Oberliga ab. -- Rapolder wechselte für eine Saison zum SC Freiburg (ebenballs 2. Bundesliga), um 1987 in die Schweiz zurückzukehren und beim FC Martigny-Sports zu unterschreiben. -- Im Unterwallis empfahl er sich mit einer guten NLB-Saison für die Young Boys, für die er von 1988 bis 1990 noch einmal in der NLA Leistungsträger war. -- Danach wurde er Spielertrainer, erst für ein Jahr wieder bei Martigny-Sports in der 1. Liga, dann zwei Jahre beim FC Monthey, mit dem er 1993 und vor seinem Wechsel ins Espenmoos den Aufstieg in die NLB schaffte.
1. Juli 1989 bis 30. Juni 1992 im FCSG. -- 90 (78 NLA/7 Cup/5 Intertoto-Cup) Spiele und 14 (11 NLA/3 Cup) Tore für die Espen. -- FCSG-Debüt am 22. Juli 1989 beim 2:2 gegen den FC Sion.
Mit Daniel Raschle kam in der Zeit, in der Südamerikaner in St. Gallen im Trend waren, erstmals ein Doppelbürger, der das (damals noch kleine) Ausländerkontingent nicht belastete. -- Der Argentinien-Schweizer Raschle wechselte aus Paraguay vom Spitzenverein Club Cerro Porteño (Asuncion) aufs Espenmoos. -- Das Publikum hatte hohe Erwartungen in den "Ausländer" aus Südamerika, die er in den ersten Spielen noch nicht erfüllte, auch wenn er bei seinem Debüt den Penalty zum 2:2-Endstand gegen Sion verwandelte. -- Doch nach ein paar Wochen zeigte sich, dass Raschle ein grosser Gewinn war für die euphorisierten Espen. Zusammen mit Ivan Zamorano und Hugo Rubio bildete Dani Raschle das Angriffstrio, das zum Wintermeistertitel stürmte.
Der FCSG startete schlecht in die Finalrunde, und Raschle holte sich im 3. Spiel in Luzern nach einer Tätlichkeit gegen Roger Wehrli seinen ersten Platzverweis, der ihm vier Spielsperren einbrachte. -- Vor dem Spiel in Luzern erhielt er von Uli Stielike ein erstes Nati-Aufgebot für ein Trainingscamp in Kriegstetten, Raschle sagte jedoch ab, da seine Frau ein Kind erwartete, wie es hiess. -- Die letzten Wochen der Finalrunde verliefen für den FCSG versöhnlich, und Daniel Raschle erzielte beim 4:1-Auswärtssieg in Lugano erstmals zwei Goals (zum 1:0 und per Foulpenalty zum 2:0).
Ende August 1990, im ersten Spiel nach dem Abgang von Ivan Zamorano, kassierte Daniel Raschle den zweiten Platzverweis - erneut in Luzern. In der ersten Halbzeit besorgte er noch das 1:0 für den FCSG. In der 85. Minute sah er die rote Karte. Ein Foul wurde vom Linienrichter als Tätlichkeit beurteilt, doch selbst Raschles Gegenspieler Peter Nadig sagte nach dem Spiel entlastend, zwar "etwas gespürt zu haben", doch habe sich Raschle auch sofort entschuldigt. -- Trotzdem gab es erneut vier Spielsperren. -- Zwei Wochen später - in der NLA hatte er bereits zwei "Strafsonntage" abgesessen - kassierte er in einem Spiel der Nachwuchsmeisterschaft den dritten Platzverweis wegen einer Tätlichkeit, und erneut war der FC Luzern der Gegner. Dies brachte Raschle (gemäss offizieller Mitteilung) weitere fünf Sperren ein. Dazu soll Präsident Carlo Hidber die Lohnzahlungen für die Dauer der Sperren gestoppt haben. -- Dani Raschle kehrte allerdings schon am 10. Oktober in Neuenburg zurück, verpasste so "nur" fünf NLA-Spiele. -- Raschle blieb in der Folge ohne weiteren Platzverweis, den schlechten Ruf bei Gegnern und Schiedsrichtern abzuschütteln fiel allerdings schwer. -- Im FCSG jedoch stieg Raschles Ansehen bald wieder, er blieb ein Leistungsträger, wurde meist im Mittelfeld und vereinzelt sogar in der Abwehr eingesetzt. -- Doch er litt wiederholt unter Verletzungen. Am schlimmsten traf es ihn im September 1991, als er wegen einer Knieverletzung sieben Wochen ausfiel. -- Im Dezember 1991 beabsichtigte der FCSG aufgrund der abermals prekären Finanzlage, Raschle zu verkaufen. Schliesslich wechselte Raschle ein halbes Jahr später im Sommer 1992 zu Lausanne-Sports.
Mit den Waadtländern erreichte Raschle die Finalrunde, konnte im Frühling 1993 aber nur noch einen Kurzeinsatz absolvieren. -- Zum einen plagten Raschle Verletzungen, doch litt er auch darunter, dass seine Mutter schwer erkrankte, nachdem sein Vater verstorben war. -- Raschle kehrte nach Südamerika zurück - und kam im Sommer 1997 noch einmal in die Schweiz. -- Beim FC Winterthur in der NLB wurde Raschle als Neuzugang aus Paraguay vermeldet, vermutlich kam er von Libertad Asuncion. Raschle spielte eine gute Qualifikationsrunde und war mit 6 Treffern bester Torschütze des FCW. -- Doch Anfang Januar 1998 blieb er in Paraguay, weil er sich um die Geschäfte des erkrankten Schwiegervaters kümmern musste.
Im Mai und August 1991 wurde Raschle zweimal in die B-Nationalmannschaft aufgeboten, kam aber in England und Tschechien nicht zum Einsatz. -- Nati-Trainer Uli Stielike sagte noch im September 1991 über Raschle, dass er leider immer verletzt sei, wenn er an ihn denke. -- Stielikes Nachfolger Roy Hodgson bot Raschle für das Trainingscamp in Dubai im Januar 1992 auf, doch musste der St. Galler wegen Verletzung absagen. -- Im Juli 1992 war Raschle in einem Vorbereitungscamp dabei und wurde im Testspiel gegen Slavia Prag von Hodgson auch eingesetzt. Zu einem richtigen Länderspiel reichte es Raschle aber nie.
Daniel Raschle gab sein Profi-Debüt in seiner Heimat Argentinien als 17-Jähriger beim Club Atletico Colón (Santa Fe). -- Über den kolumbianischen Verein Deportivo Unión Magdalena (Santa Marta) fand er zu Cerro Porteño und damit in seine spätere Wahlheimat Paraguay. -- Zwischen 2000 und 2008 war Daniel Raschle Trainer verschiedener Klubs in Paraguays Primera Division.
Raschles Frau soll als Basketball-Spielerin Captain von Paraguays Nationalteam gewesen sein. -- Daniel Raschles Schweizer Heimatort war Sirnach, sein Grossvater August Josef Raschle soll aber 1921 aus Rorschach nach Südamerika ausgewandert sein.
Sein in St. Gallen geborener (15.08.1990) Sohn Daniel Eduardo Raschle war zwischen 2008 und 2010 bei der U.S. Lecce und spielt(e) ebenso in Paraguays höchster Liga wie der in Lausanne geborene (06.09.1992) Kevin André Raschle. -- Daniel Eduardo wurde in seiner Zeit bei Lecce auch vom SFV ins Visier genommen und bestritt ein U21-Länderspiel (am 19. November 2008 in Athen gegen Griechenland, 1:1).
10. August 2004 bis 30. Juni 2005 im FCSG. -- 24 (21 NLA/3 Cup) Spiele für die Espen. -- FCSG-Debüt am 15. August 2004 beim 0:0 gegen die Grasshoppers.
Tobias Rathgeb wurde vom VfB Stuttgart ausgeliehen. -- Dieses "Leihgeschäft" war das sichtbarste Zeichen der Zusammenarbeit mit dem Bundesligisten. -- Der linke Aussenverteidiger spielte zuvor im Nachwuchsteam des VfB in der Regionalliga. -- Da Pascal Cerrone verpflichtet werden konnte, verliess Rathgeb den FCSG nach einer Saison und wechselte zum FC Hansa Rostock. -- Mit den Ostdeutschen gelang in der ersten Saison die Rückkehr in die 1. Bundesliga, ein Jahr später erfolgte der Wiederabstieg. -- Während Rathgeb in der Topliga 30 Spiele bestritt, kam er in zwei Saisons 2. Bundesliga nur auf 15 Einsätze. -- Seit Januar 2010 wieder im Nachwuschteam des VfB Stuttgart (3. Bundesliga). -- Erste Junioren-Vereine waren der TV Nellingen und der VfL Kirchheim/Teck.
14. Juli 1992 bis 30. Juni 1993 im FCSG. -- 32 (29 NLA/2 Cup/1 Intertoto-Cup) Spiele und 5 (3 NLA/2 Cup) Tore für die Espen. -- FCSG-Debüt am 15. Juli 1992 im Intertoto-Cup beim 3:3 gegen den BK Häcken (Göteborg).
Everson Rodrigues "Ratinho" kam von Atletico Paranaense (Curitiba) nach St. Gallen. -- Er war nach Djair der zweite Brasilianer des FCSG, hatte aber schnell den besseren Eindruck gemacht als der mit vielen Vorschluss-Lorbeeeren gekommene Leihspieler von Lazio Rom. -- Sein erstes Tor brachte im 5. Anlauf den ersten Heimsieg der Saison gegen den FC Sion - der bis dahin auswärts noch ungeschlagen war. -- Dennoch lief es den Espen damals weiterhin schlecht, mit nur noch einen weiteren Heimsieg in der Qualifikation war der Gang in die Auf-/Abstiegsrunde unvermeidbar. -- Ratinho (deutsch: Mäuschen) war seinem Künstlernamen entsprechend ein flinker Techniker, begnadeter Dribbler. Beliebt im Publikum und bei Trainer Leen Looijen, etwas weniger bei dessen Nachfolger Ernst Hasler, der ihn nicht mehr regelmässig in die Startformation nominierte. -- Der FCSG stieg ab. Ratinho wäre gerne geblieben, doch wollte sich der Club den Brasilianer nicht mehr leisten.
Ratinho wechselte zum FC Aarau, obwohl auch die Grasshoppers, Sion und Lausanne um ihn geworben hatten. Nicht zuletzt Teamkollege Thomas Wyss, der den selben Schritt vollzog, motivierte ihn zum Transfer zum FCA. -- Im Brügglifeld wurde Ratinho mindestens so sehr gefeiert, auch wenn der vor seiner Ankunft gewonnene Meistertitel nicht verteidigt werden konnte. -- Immerhin wurde der FC Aarau mit Ratinho dreimal hintereinander Vierter, in der Saison 1994/95 war der Brasilianer mit 12 Toren treffsicherster Stürmer seiner Mannschaft (und Nummer 6 in der NLA-Torschützenliste). -- Das trug ihm längst die Aufmerksamkeit grösserer Klubs ein, besonders aus der deutschen Bundesliga wurde Ratinho wiederholt umworben.
Als es für Ratinho im Sommer 1996 mit dem Transfer klappte, ging er jedoch zum in die 2. Bundesliga abgestiegenen 1. FC Kaiserslautern. -- Was sich hinterher als Volltreffer erwies: Die Pfälzer schafften mit ihm nicht nur den sofortigen Wiederaufstieg, sie wurden 1998 unter Otto Rehhagel - und mit Rückkehrer Ciriaco Sforza - auch als erster Aufsteiger Deutscher Meister. -- Längst war Ratinho Publikumsliebling, für die Fans der "Roten Teufel" war der ehemalige St. Galler das "Zaubermäuschen". -- Auch wenn er mit den Jahren Mühe bekundete, seinen Platz in der Mannschaft zu verteidigen, bestritt Ratinho über 130 Meisterschaftsspiele für den 1. FCK. -- 2002 wurde er zwar aussortiert, durfte aber vorerst am Betzenberg bleiben und für die 2. Mannschaft in der Regionalliga spielen. -- Es folgten ein Engagement in China bei Shenyang Ginde und danach in Kasachstan bei Schenis Astana. -- 2004 kehrte Ratinho in die Schweiz zurück, bestritt mit dem FC Luzern zwei Saisons in der Challenge League. -- 2005 erreichte er mit dem FCL als Unterklassigen den Cupfinal (1:3-Niederlage gegen den FC Zürich). -- Ein halbes Jahr später erklärte Ratinho den Rücktritt vom Profifussball, den Aufstieg schaffte Luzern ohne ihn am Saisonende souverän. -- Ratinho selbst blieb in der Innerschweiz, als Nachwuchstrainer des FCL. -- Als es der Luzerner U21 in der 1. Liga im Herbst 2007 schlecht lief, stellte Ratinho sein Amt zur Verfügung. -- Für einen Abstecher kam Ratinho als Nachwuchstrainer noch einmal zum FC St. Gallen, dann war er erneut in Luzern als Verantwortlicher des U17-Teams Luzern-Kriens angestellt. -- Im Januar 2010 rief ihn der 1. FC Kaiserslautern. Dort trainierte Ratinho die U17, die in der B-Junioren-Bundesliga spielte. -- Im März 2011 wurde er abgelöst, es hiess, er arbeite an seiner Trainerausbildung und hätte nicht mehr genügend Zeit. -- Später eröffnete er in Kaiserslautern ein Restaurant.
Ratinho konnte als 13-Jähriger in die Fussballschule von Matsubara (Cambarà) wechseln. -- Ratinho spielte in Nachwuchs-Nationalteams und erhielt 1990 bei Atletico Paranaense seinen ersten Profivertrag.
Vom 25. Februar 2003 bis Juni 2008 im FCSG. -- 181 (164 NLA/15 Cup/2 UI-Cup) Spiele für die Espen. -- FCSG-Debüt am 2. März 2003 in der Auf-/Abstiegsrunde beim 4:2-Sieg gegen Luzern. -- Ab Sommer 2011 als Goalietrainer wieder im FC St. Gallen.
Weil Trainer Heinz Peischl den Eindruck hatte, dass seine Goalies nicht nervenstark genug für den Abstiegskampf sind, wurde Razzetti wenige Tage vor dem Auftakt in die bisher letzte Auf-/Abstiegsrunde aus Lugano geholt. -- Der Italiener überzeugte auf Anhieb, wurde zum Führungsspieler, später auch Captain, und Publikumsliebling. -- Zu Beginn der Rückrunde 2007/2008 musste er Daniel Lopar weichen, war im letzten Halbjahr nur noch auf der Bank.
Zuvor seit 1999 im Lugano, wo er 2001 vor dem FCSG Zweiter wurde. -- Nach dem finanziellen Zusammenbruch blieb er als Einziger der Stars dem Lugano vorerst treu und bestritt und spielte ein halbes Jahr in der NLB, ehe er aufs Espenmoos geholt wurde.
Razzetti wurde in der U.S. Cremonese ausgebildet und startete da 1992 auch seine Profilaufbahn. Als Ersatzgoalie kam er zu 7 Einsätzen in der Serie A. -- 1996/1997 an Acireale ausgeliehen (32 Spiele mit den Sizilanern in der Serie C1). -- 1997/1998 zurück in seinem zuvor zweimal hintereinander abgestiegenen Stammklub Cremonese. -- Nun war er Goalie Nummer 1, und über die Barrage gegen Livorno wurde die Rückkehr in die Serie B erlangt, eine Saison später folgte jedoch abermals der Abstieg. -- So kam er auf weitere 51 Spiele (33 C1/28 B) mit Cremonese, ehe er 1999 nach Lugano wechselte.
Auch wegen der anstehenden Einschulung seiner Tochter wollte Razzetti den Vertrag in St. Gallen nicht verlängern. Bellinzona soll sich um ihn bemüht haben, doch "Razzo" schloss sich der U.S. Pizzighettone an. Zu Aktiv-Zeiten auf dem Espenmoos erzählte er einmal, dass es ein Traum wäre, für den Verein seines Heimatortes zu spielen. Als Junior war Pizzighettone noch ein Amateurverein, 2003 erstmals im Profifussball. Doch trotz noch immer starker Leistungen konnte Razzetti den Abstieg aus der "LegaPro 2" (zuvor "C2") nicht verhindern. -- Nach der Profi-Karriere bei Cremonese Goalie-Trainer im Nachwuchs, ehe er im Sommer 2011 in selber Funktion zum FCSG zurück kehrte.
1. Januar 2011 bis 26. Februar 2013 im FCSG. -- 57 (28 NLA/24 NLB/5 Cup) Spiele und 7 (3 NLA/4 NLB) Tore für die Espen. -- FCSG-Debüt am 6. Februar 2011 bei der 1:4-Heimniederlage gegen die Grasshoppers.
Alberto Regazzoni kam vom BSC Young Boys. -- Der Offensivspieler kam im Herbst 2009 nur noch zu einem Einsatz über die volle Distanz, nachdem er in den drei Jahren zuvor in Bern Stammspieler war und 84 NLA-Spiele bestritt (total 96 Meisterschaftsspiele mit YB). Zudem bestritt er 11 Europacup-Spiele für die Young Boys.
In St. Gallen konnte der Tessiner seine Karriere wieder in Schwung bringen, auch wenn nach dem ersten Halbjahr der Abstieg in die Challenge League folgte. -- Seine geringe Körpergrösse (1,69 m) glich der Dribbelkünstler mit feiner Technik aus, er konnte über die linke Flanke häufig für viel Unruhe beim Gegner sorgen. -- Mit der Zeit wurde aber auch die Unruhe, die er in die eigene Mannschaft brachte, bemerkt. Im Frühling 2012 wurde Regazzoni ein erstes Mal von Trainer Jeff Saibene aus dem Kader gestrichen, bald aber dank guter Trainingsleistungen wieder integriert. -- Ende April folgte eine im Stadion sichtbare Unbeherrschtheit nach früher Auswechslung. Nach dem Wiederaufstieg soll der FCSG vergeblich versucht haben, "Rega" an einen Tessiner Klub anzubieten.
Saibene arbeitete mit dem wirbligen Flügel weiter, und Regazzoni hatte einigen Anteil am guten Saisonstart des FCSG. Im Heimspiel gegen den FC Basel glückte ihm mit herrlichem Weitschuss der Siegtreffer zum 2:1. -- Später im Herbst brach Regazzoni wieder ein und hatte bald neuen Streit mit dem Trainer. -- Zum Trainingsstart im Januar wurde bekannt gegeben, dass sich der FCSG von Regazzoni trennen will und er nur noch mit der U21 trainieren solle. -- Am zweitletzten Tag der Transferperiode fand sich ein Ausweg: Der FC Sion übernahm Regazzoni und lieh gleichzeitig Sébastien Wüthrich für eineinhalb Jahre aus.
Karrierenende im Tessin
In Sitten blühte "Rega" für kurze Zeit noch einmal auf, dann aber gehörte er zu einer grossen Gruppe, die von Präsident Christian Constantin aus dem Fanionteam verbannt wurde. -- Als er im Hebst 2013 "begnadigt" wurde, fand er dennoch in keinem Spiel aufs Matchblatt. -- Mitte Januar 2014 fand er einen Ausweg und unterschrieb beim FC Chiasso (Challenge League). -- In Chiasso war Regazzoni wieder Leistungsträger. Er hatte grossen Anteil daran, dass Chiasso viermal den Klassenerhalt schaffte. Der Club war immer mehr von wirtschaftlichen Nöten geplagt. Ein paar Tage nach Saisonende im Juni 2017 gab die neue Vereinsführung bekannt, sich von fast 20 Spielern zu trennen. Alberto Regazzoni entschloss sich zum freiwilligen Abstieg in die 1. Liga und schloss sich dem FC Mendrisio an. -- Mit den 97 Spielen für Chiasso (16 Tore) kam Regazzoni damit auf ein Karrieretotal von 396 Spielen in den zwei höchsten Spielklassen (69 Tore).
Junior in Lugano
Regazzoni startete seine Karriere im Nachwuchs des FC Lugano, wo er als 17-jähriger am 4. Juni 2000 zu seinem NLA-Debüt kam (1:1 gegen Delémont). -- Ab der Saison 2002/03 im Kader des Fanionteams des FC Lugano, für den er nun in 25 Spielen in der NLB und in der Auf-/Abstiegsrunde eingesetzt wurde - bis zum Konkurs und dem abrupten Ende seines Stammklubs.
Regazzoni konnte sich der AC Malcantone Agno anschliessen, die zum Auffangbecken des FC Lugano wurde und im Sommer 2003 mit ihm den Aufstieg in die NLB schaffte. -- In seiner ersten kompletten NLB-Saison war er zusammen mit Yane Bugnard mit 11 Toren bester Schütze der AC Malcantone.
Aufstieg und Cupsieger mit Sion
2004 wechselte Alberto Regazzoni ein erstes Mal zum FC Sion, mit dem in der zweiten Saison nicht nur der Aufstieg in die NLA gelang. -- 2006 gelang dem FC Sion ein weiterer Cupsieg. Als Unterklassiger waren die Walliser gegen die Young Boys in deren Stadion für einmal in einem Endspiel Aussenseiter. Es kam nach torlosen 120 Minuten zum Penaltyschiessen, und Regazzoni verwandelte den entscheidenden Elfer.
Nach einer NLA-Saison mit Sion ist Regazzoni im Juli 2007 selbst zu den Young Boys gewechselt. -- In der ersten Saison in Bern meist als Joker im Einsatz, ab 2008 öfter von Beginn weg. -- 2009 noch einmal im Cupfinal, diesmal gabs für Regazzoni eine 2:3-Niederlage .. gegen den FC Sion.
Alberto Regazzoni bestritt 3 Länderspiele, alle unter Köbi Kuhn zwischen Herbst 2006 und Frühling 2007. -- Das Nati-Debüt gab er am 2. September 2006 beim 1:0-Sieg gegen Venezuela in Basel.
6. Oktober 1996 bis 3. Januar 1998 im FCSG. -- 47 (43 NLA/4 Cup) Spiele und 20 (19 NLA/1 Cup) Tore für die Espen. -- FCSG-Debüt am 9. Oktober 1996 beim 1:0-Heimsieg gegen den FC Zürich.
Erik Regtop wurde als Nachfolger von Phil Masinga verpflichtet. -- Der Mittelfeldspieler kam von Bradford City (zweithöchste englische Liga, damals "First Division"). -- Regtop war Spielmacher und einer der torgefährlichsten Mittelfeldspieler, die der FCSG je hatte. Die Quote von 2,35 Spielen pro Goal unterboten nach ihm einzig die Stürmer Charles Amoah, Ionel Gane und Francisco Aguirre.
Zum Zeitpunkt seines Abgangs bester Torschütze der Espen. -- Dazu war Regtop ein natürlicher Leadertyp, der Begeisterung ausstrahlte. -- In seinem ersten Auftritt für die Espen Siegtorschütze gegen den FC Zürich. -- Herausragend der 20. September 1997: innerhalb von 28 Minuten erzielte er einen Hattrick zum 4:2-Auswärtssieg im Sittener Tourbillon - die ersten zwei Tore per Foulpenalty. -- Zweimal gelang Regtop eine Doublette: am 5. April 1997 beim 2:1-Auswärtssieg in Basel, sechs Wochen später beim 2:1-Heimsieg gegen ... Basel. -- Für Regtop gab es auch in den drei weiteren Matches gegen Basel stets einen persönlichen Torerfolg.
Als der OGC Nice Regtop einen wesentlich besser dotierten Vertrag anbot, zog er nach Nizza. -- Der Traditionsklub von der Côte d'Azur strebte die Rückkehr in die Division I an (verpasst diese jedoch). -- Im März 1998 fiel er jedoch nach einem Bänderriss aus. -- Der Aufstieg wurde verpasst. Regtop kehrte nach nur 10 Einsätzen für "Gym" zurück in die Region, im August 1998 unterschrieb er bei Austria Lustenau. -- Ab 2000 bei Schwarz-Weiss Bregenz. -- 2002 schliesslich der Wechsel zum SCR Altach. Nun wurde Regtop zum Aufstiegs-Garanten. -- In der ersten Saison in Altach gelang der Aufstieg aus der Regionalliga - als Spieler, Coach und Manager in Personalunion. -- Ein Jahr später gelang die Promotion mit der 2. Mannschaft. -- 2005 als "Aushilfsspieler" mit Diepoldsau in die 2. Liga aufgestiegen. 2006 den FC Altstätten als Spielertrainer in die 2. Liga interregional geführt. -- In der Saison 2007/08 den FC Montlingen als Trainer übernommen, 2009 in 2. Liga aufgestiegen und dort auf Anhieb an die Spitze geführt. -- Schliesslich wurde Regtop vom SC Brühl verpflichtet. Der Klub vom Krontal stieg eben in die 1. Liga auf - für einmal vor seinem Engagement. -- Mit Trainer Regtop schafften die "Kronen" 2011 überraschend den Durchmarsch in die Challenge League. -- Zwar stieg Brühl umgehend wieder ab. -- Nach harzigem Saisonstart trennten sich Brühl und Erik Regtop Ende September 2014. -- Im März 2015 wurde er vom FC Aarau als Stürmertrainer engagiert.
Als Junior und bis 30. Juni 1990 im FCSG. -- 272 (219 NLA/4 Europacup/24 Cup/19 IFC/Intertoto-Cup und 6 Ligacup) Spiele und 20 (14 NLA/5 Cup/1 IFC) Tore für die Espen. -- FCSG-Debüt am 30. November 1980 im Cup-Viertelfinal auswärts gegen den FC Sion.
Beat Rietmann war von Kindsbeinen an ein Espe, durchlief sämtliche Junioren-Stufen des FCSG. -- Den Cup-Viertelfinal in Sitten konnte sein Team nicht mehr gewinnen (1:3-Niederlage). Rietmann ersetzte nach der Pause Norbert Senn; sein Gegenspieler Jean-Paul Brigger habe in der 2. Halbzeit kaum mehr einen Ball berührt. Nicht nur Trainer Willy Sommer zeigte sich zufrieden mit dem jungen Stopper. -- Anfang November sass Rietmann im Ligacup in Sursee erstmals auf der Reservebank des Fanion-Teams und war dann auch in zwei NLA-Spielen im Kader, ehe der Kanti-Schüler zum "Profi-Debüt" kam. -- Zum Rückrundenstart im Frühling 1981 fielen mehrere Stürmer aus. Trainer Sommer setzte Verteidiger Peter Hafner im Angriff ein, Rietmann ersetzte diesen als Stopper und kam am 1. März 1981 im Heimspiel gegen den FC Zürich zu seinem NLA-Debüt (bei dem Hafner zwei Tore zum 3:1-Sieg beitrug).
Vier weitere NLA-Einsätze gab es unter Willy Sommer, und als mit Helmuth Johannsen im Sommer 1981 ein neuer Trainer kam, schaffte es Rietmann "so knapp ins Kader", wie er später erzählte. -- Nur die Matura hatte seine Fussballer-Karriere nochmals kurz gebremst, danach profitierte er davon, dass er vor dem Studium ein Zwischenjahr einschaltete.
So richtig durchgestartet war Rietmann in der zweiten Johannsen-Saison, die mit der damals besten NLA-Klassierung der Geschichte (Platz 3) und der erstmaligen Qualifikation zum UEFA-Cup endete. -- Als harter, stets vorbildlich korrekter Kämpfer in der Abwehr wurde der Stopper gelobt. -- Sein Fairplay spiegelt sich auch in Zahlen: Auch wenn er im ersten und dritten NLA-Spiel je einmal verwarnt wurde, sah er in den über 270 Spielen nur gerade zwölfmal Gelb (10 NLA/2 Schweizer Cup) - und keine einzige rote Karte. -- Grosse Namen beeindruckten den jungen Rietmann nie, auch gegen Torschützenkönige ging er stets unaufgeregt konzentriert ins Spiel. -- Zudem setzte er bei stehenden Bällen auch seine 1,88 m Körpergrösse in der Offensive ein und war immer wieder einmal für Kopfballtore gut.
Rietmann wurde in der Saison 1982/83 regelmässig in der U21-Nati eingesetzt (mehrere Testspiele gegen NL-Klubs und drei offizielle U21-Länderspiele). -- Im Mai 1983 stand Rietmann im U21-Aufgebot für das Heimspiel gegen die DDR. In einem internen Vorbereitungsspiel wurde er von Paul Wolfisberg in der A-Nati eingesetzt, blieb auch im Kader für das EM-Qualifikationsspiel gegen die DDR und war als Einwechselspieler vorgesehen. Am Spieltag erfuhr er, dass er in der Startformation stehe. Die Schweiz "verlor" 0:0, die Qualifikationschancen waren dahin. Doch der St. Galler Verteidiger konnte mit sich richtig zufrieden sein. Die Nervosität verflog mit dem ersten Ballkontakt. Rietmann hatte seinen Gegenspieler Joachim Streich, DDR-Rekordnationalspieler (und Rekordtorschütze), bestens im Griff, und von Libero Roger Wehrli gab es Lob: "Er dirigierte ausgezeichnet, es war eine Freude, so zu spielen." Wolfisberg erklärte später, er habe Manfred Braschler (dessen Nati-Debüt sich abgezeichnet hatte) nicht alleine spielen lassen wollen, "so sollen grad beide St. Galler zusammen beginnen".
Weitere sechs Länderspiele bestritt Rietmann, die letzten drei auf der Amerika-Tour im Februar 1985. -- Zu keiner Zeit hätte er wie seine Konkurrenten im Nationalteam Vollprofi werden wollen. -- Das Studium zum Bauingenieur an der ETH Zürich und später den Beruf wollte er zu keiner Zeit vernachlässigen. -- Dies war dann auch der Grund, weshalb er mit noch nicht 29 Jahren seine Karriere als Spitzenfussballer beendete. -- Nach dem "Wintermeister"-Titel wünschte Trainer Kurt Jara im Frühling 1990, dass Rietmann voll auf den Fussball setzt. -- Der FCSG drängte auf eine Vertragsverlängerung, doch er wollte den Beruf nicht vernachlässigen. -- Es sollte sich später auszahlen, im Sommer 2010 wurde Beat Rietmann in St. Gallen zum Stadtingenieur und damit Leiter des Tiefbauamts gewählt.
Wie Beat war auch sein Vater René Rietmann ein treuer FCSGler. Auch Rietmann Senior war ein grossgewachsener Verteidiger und in den Fünfziger Jahren eine Teamstütze auf dem Espenmoos. Einzig wegen einer beruflichen Weiterbildung in Paris verliess Rietmann Senior 1953 für ein Jahr die Espen.
Fussballerisch setzte Beat Rietmann 1990 seine Karriere beim FC Gossau als Spielertrainer in der 2. Liga fort. -- Wiederholt wurde er später als möglicher FCSG-Sportchef oder Vorstandsmitglied gesehen. -- Kein offizielles Amt war es, als er sich 2008 (auf Bitte von Rietmanns früherem Teamkollegen Hugo Rubio) um Mario Cáceres Eingewöhnung in der Ostschweiz kümmerte. -- Daneben war Rietmann im FC Fortuna als Juniorentrainer tätig.
1. Juli 2013 bis 30. Juni 2015 im FCSG. -- 75 (58 NLA/8 Europacup/9 Cup) Spiele und 17 (11 NLA/1 Europacup/5 Cup) Tore für die Espen. -- FCSG-Debüt am 21. Juli 2013 beim 2:3 auswärts in Thun.
Roberto Rodriguez kam von der AC Bellinzona nach St. Gallen. -- Zuvor noch ohne Erfahrung in der Super League, fasste der älteste der drei Ausnahme-Brüder schnell Fuss auf höchstem Niveau. -- Nach drei Teileinsätzen und je einem Spiel in der Startformation gegen Lausanne-Sport und im Cup in Schönbühl erhielt Rodriguez im Europacup-Hinspiel gegen Spartak Moskau den Vorzug gegenüber Matias Vitkieviez - und überzeugte. -- Beim grossen 4:2-Triumph im Rückspiel in Chimki durfte er sich gar als Torschütze (zum 3:1) feiern lassen. -- Die Europa League blieb eine gute Bühne für ihn: Rodriguez war auch in jedem Gruppenspiel von Beginn weg im Spiel. -- In der Super League hingegen musste er sich oft mit der Jokerrolle zufrieden geben - überzeugte darin aber auch regelmässig. -- Sein erstes Meisterschafts-Tor für die Espen am 6. Oktober 2013 sicherte - vier Tage nach dem Europacup-Spiel in Swansea - den 1:0-Heimsieg gegen Aarau. Rodriguez hatte einen Foulpenalty verwandelt; er blieb vom Elfmeterpunkt wiederholt nervenstark.
Eine erste kleine Durststrecke beendete er im Frühling 2014 mit einem überzeugenden Match beim FC Zürich, als er zum 1:1 ausglich (2:2-Endstand). -- Mit Geoffrey Tréand kam auf seine zweite Saison ein neuer und ebenbürtiger Konkurrent. -- Im Laufe der Monate war nun mehrmals die Rede davon, dass sich Rodriguez nunmehr widerwillig auf die Bank setzte. Trotzdem war er lange Zeit als Joker positiver Impulsgeber geblieben, auch gelangen ihm noch immer Goals als Einwechselspieler. -- Gegen Saisonende wurde dennoch offensichtlich, dass sich die Wege von Rodriguez und Trainer Jeff Saibene besser trennen würden. -- Schliesslich wurde Anfang Juli 2015 sein Weggang nach Italien zum Serie-B-Aufsteiger Novara Calcio bekannt.
Roberto Rodriguez wechselte aus dem Nachwuchs der Grasshoppers, für die er mit der U21 ab 2007 zwei Jahre in der 1. Liga spielte, im Juli 2009 nach Meisterschafts-Beginn zum FC Wil. -- Für die "Abtestädter" bestritt Rodriguez in etwas mehr als zwei Jahren 54 Spiele in der Challenge League. -- Ende August 2011 holte ihn die ambitionierte AC Bellinzona. -- Bis zur Winterpause bestritt Rodriguez 7 Matches mit den "Granata". Dann aber verpasste er das ganze Jahr 2012 wegen Verletzungen. -- Im Frühling 2013 spielte der Mittelfeldspieler eine starke Rückrunde, in der er in 16 Spielen 7 Tore erzielte. Mit ihm blieb Bellinzona lange im Aufstiegsrennen um einen Platz in der Super League, obwohl der Club seit Februar in finanziellen Schwierigkeiten steckte und mit Lohnzahlungen in Rückstand geriet.
Erster Junioren-Verein von Roberto Rodriguez war der FC Schwamendingen. -- Der Sohn eines spanischen Vaters und einer chilenischen Mutter hat mit Ricardo Rodriguez einen zwei Jahre jüngeren Bruder, dem in seiner Karriere ein Senkrecht-Start gelang. U17-Weltmeister 2009, darauf vom FC Zürich mit einem Profivertrag ausgerüstet. -- In seiner zweiten "richtigen" Super-League-Saison verdrängte Ricardo den Routinier Ludovic Magnin. -- Im Januar 2012, inzwischen Leistungsträger im A-Nationalteam, Transfer zum VfL Wolfsburg, dem sein Engagement eine Ablösesumme von rund 10 Millionen Franken wert war. -- In der Bundesliga fand der jüngere Rodriguez auf Anhieb seinen Stammplatz. -- Ricardo Rodriguez bestritt bisher 30 A-Länderspiele (Stand 07/2015).
Viereinhalb Jahre jünger (Jahrgang 1995) ist Francisco Rodriguez, der im Sommer 2012 vom Nachwuchs des FC Winterthur in die U21 des FC Zürich (1. Liga Promotion) wechselte und im Juli 2014 sein Super-League-Debüt gab.
1. Juli 2011 bis 30. Juni 2012 im FCSG. -- 7 (6 NLB/1 Cup) Spiele für die Espen. -- FCSG-Debüt am 24. Juli 2011 beim 4:2-Heimsieg gegen den FC Vaduz.
Simon Roduner kam vom FC Wohlen, für den er seit Februar 2006 in fünfeinhalb Jahren 127 NLB-Spiele bestritt. -- In seiner letzten Saison konnte die Teamstütze der Freiämter aus verletzungsgründen jedoch nur noch 9 Meisterschaftspiele bestreiten. -- Auch im FCSG blieben für Roduner nur wenige Einsätze. Erst wurde er von Verletzungen gestoppt, dann musste er meist Ivan Martic oder Pa Modou weichen. Nichtsdestotrotz übernahm Roduner nach dem Spiel in Locarno und dem gesicherten Aufstieg beim Feiern eine Leaderrolle im Team.
Roduner wechselte zurück nach Zürich zu seinem Stammklub SV Höngg (1. Liga Classic), wo er zunächst Spieler und Assistenztrainer war, im Sommer 2014 und nach dem Abstieg in die 2. Liga interregional löste er seinen früheren Förderer Stephan Goll als Cheftrainer ab.
Der Verteidiger wechselte im Januar 2005 von Höngg in den Nachwuchs der Grasshoppers, für die er zwei halbe Saisons in der U21 bestritt, ehe er nach Wohlen ging.
10. Februar bis 30. Juni 1994 im FCSG. -- 8 NLB-Spiele für die Espen. -- FCSG-Debüt am 20. Februar 1994 in der Auf-/Abstiegsrunde beim 1:1 in Neuenburg gegen Xamax.
Umberto Romano konnte für eine halbe Saison vom FC Zürich ausgeliehen werden. Der Abwehrspieler war in der Vorsaison beim FC Wettingen in der NLB regelmässig zum Einsatz gekommen. -- In der Halbsaison in St. Gallen hatte Romano seinen Anteil am Wiederaufstieg, wurde jedoch nicht weiterverpflichtet. -- In seiner St. Galler Zeit kam Romano zu seinem einzigen Einsatz in der U21-Nati (am 19. April 1994, 1:1 gegen Tschechien in Winterthur).
Umberto Romano spielte ab 1982 im Nachwuchs des FC Zürich, gab am 1. Dezember 1991 im Spiel FCZ - Aarau sein NLA-Debüt und bestritt für den Letzigrund-Klub bis Sommer 1992 sowie nach seiner Rückkehr aus Wettingen im Herbst 1993 6 NLA-Spiele. -- Nach dem FCSG spielte Umberto Romano vorwiegend in der NLB für den FC Baden (1994/95), Locarno (1995/96) und Winterthur (1996/97). -- Im Sommer 1997 zu den SR Delémont, bei denen der Zürcher 1999 als einer der Teamstützen den erstmaligen Aufstieg in die NLA feierte. -- 2001 zum FC Wil, wo er ein Jahr später seinen dritten Aufstieg in sein Palmarès eintrug - für Wil wars ebenfalls der erste Aufstieg in die oberste Spielklasse. -- Romano war zweieinhalb Jahre Stammspieler im Bergholz, gehörte aber im Dezember 2003 mit Mauro Lustrinelli und Alessandro Mangiarratti zu den drei Spielern, die von den ukrainischen Besitzern keinen Lohn mehr erhielten. -- Der Verteidiger ging für ein halbes Jahr zum FC Malcantone Agno in die NLB. -- Ab 2004 wieder beim FC Winterthur, dem er nun bis 2009 treu blieb, dort lange Captain war, aber in der letzten Saison nur noch zu wenigen Einsätzen kam.
Nach 84 NLA- und rund 380 NLB-Spielen ab Sommer 2009 Spielertrainer des FC Linth 04 (2. Liga interregional). -- In der Saison 2011/12 Trainer des FC Küsnacht (ebenfalls 2. Liga inter). -- Ab Sommer 2012 Assistenztrainer des FC Wohlen (Challenge League).
Erster Juniorenklub war der FC Dübendorf.
1. Juli 1989 bis 18. Juli 1991 im FCSG. -- 66 (57 NLA/5 Cup/4 Intertoto-Cup) Spiele und 18 (15 NLA/1 Cup/2 Intertoto-Cup) Tore für die Espen. -- FCSG-Debüt am 22. Juli 1989 beim 2:2 gegen Sion im Espenmoos.
Hugo Eduardo Rubio wurde im Sommer 1989 als dritter Chilene nach Ivan Zamorano und Patricio Mardones verpflichtet und vom FC Bologna ausgeliehen.
Rubio war in seiner Heimat der populärste Fussballer. -- Nach der starken Copa América 1987 (erst im Final an Uruguay gescheitert) drängte sich ein Ausland-Transfer auf. -- 1988 verpflichtete ihn der FC Bologna, er wurde dem jungen Ivan Zamorano vorgezogen, den Bologna ebenfalls unter Vertrag nahm und von Beginn an in die Ostschweiz auslieh. -- Rubio fiel nach einer Verletzung 6 Monate aus und kam dann nur noch zu Kurzeinsätzen (insgesamt 14 Spiele in der Serie A). -- Die strenge Limitierung für Ausländer in der Serie A begünstigte das "Leihgeschäft" mit dem FCSG.
Auf dem Espenmoos wurde Rubio zum "Leutnant" Zamoranos, nebst den sagenhaften Dribblings glänzte er mit unzähligen präzisen Flanken für den Goalgetter. -- Im Herbst 1989 trug Hugo Rubio dazu bei, dass die Zuschauerzahl um fast die Hälfte anstieg und die Euphorie immerhin zum "Wintermeister" führte. -- Ein Jahr später - Zamorano war inzwischen in Spanien - mussten die Espen zwar in die Abstiegsrunde, Rubio blieb herausraugender Akteur. -- Auf der Schattenseite stehen für Hugo Rubio drei Platzverweise wegen Tätlichkeiten zu Buche.
Als Hugo Rubio im Sommer 1991 zu Colo-Colo zurück kehrte, lag das auch daran, dass sich der FCSG seinen Lohn nicht mehr leisten konnte. -- Zu seinem Abschied hiess es, dass er wie Zamorano seinen Marktwert in der Ostschweiz enorm gesteigert hatte. Bis auf einen Abstecher zum Stadtrivalen Unión Española (1994) blieb Hugo Rubio bis zu seinem Karrierenende bei Chiles Nummer 1, dem Club Social y Deportivo Colo-Colo, für die vor seinem Wechsel nach Bologna zwei Jahre spielte. Mit Colo-Colo feierte Hugo Rubio vier Meistertitel, drei Cupsiege, und je einmal die "Recopa Sudamericana" und die "Copa Interamericana".
Seine Profikarriere begann Hugo Rubio 1981 in seiner Heimatstadt Talca bei den Rangers de Talca. 1982 zum CD Cobreloa (Calama), mit dem er in der ersten Saison und 1985 seine ersten zwei Meistertitel feierte. In der Saison 1985/86 für eine Saison in Spanien beim CD Málaga in der zweithöchsten Liga.
Hugo Rubio bestritt 36 Länderspiele für Chile und erzielte dabei 12 Tore. Seine zweite Copa América 1991 bedeutete schliesslich nicht nur die Rückkehr aus St. Gallen, er gab danach auch den Rücktritt aus dem Nationalteam.
Hugo Rubio besitzt Trainerdiplome, hat sich jedoch mit seiner Firma "Passball" als Spieleragent etabliert.
Hugo Rubios Vater war ebenfalls Profi bei den Rangers de Talca, seine Söhne Eduardo, Matías und Diego wurden alle auch Profi. Eduardo Rubio spielte die Saison 2008/09 im FC Basel, brachte es auch wegen Verletzungen aber nur auf 9 NLA Spiele (2 Tore). Eduardo bestritt bisher 13 Länderspiele, Matías hatte spielte in der U20 Chiles.
1. Juli 2013 bis 20. Juli 2016 im FCSG. -- 43 (31 NLA/3 Europacup/9 Cup) Spiele und 3 NLA-Tore für die Espen. -- FCSG-Debüt am 18. August 2013 im 1.-Runden-Spiel des Schweizer Cups in Schönbühl (8:1-Sieg).
Daniele Russo wurde zwei Wochen vor Saisonstart vom FC Lugano verpflichtet, nachdem sich in der Vorbereitung mit Ilija Ivic ein anderer Innenverteidiger einen Kreuzbandriss zuzog und lange ausfällt. -- Zuerst musste sich der 1,93 m grosse Tessiner mit Einsätzen mit der U21 in der Promotion League begnügen. So kam er noch vor dem ersten Super-League-Spiel seiner Karriere zum persönlichen Europacup-Debüt, als er am 3. Oktober 2013 in Swansea nach gut einer Viertelstunde Captain Philippe Montandon ersetzte, der wegen einer Muskelverletzung ausfiel. -- Russo machte seine Sache beim Premier-League-Vertreter gut und stand dann auch drei Tage später beim 1:0-Heimsieg gegen Aarau in der Startformation. -- Dennoch musste er sich oft lange auf Einsätze gedulden, meist war Russo die Nummer 3 im Abwehrzentrum. -- Am besten lief es ihm im Herbst 2014/15. Im September kam er in Vaduz erstmals in jener Spielzeit zum Einsatz - und erzielte das Tor zum 2:2-Ausgleich. Die leise Enttäuschung über das Remis im Rheinpark sollte sich als Startschuss für eine positive Serie des FCSG herausstellen. Und Russo stand danach bis zur Winterpause nur noch einmal nicht auf dem Platz. Weil er nach dem 2:1-Sieg in Luzern nach einem Platzverweis gesperrt war. Dort, in Luzern, erzielte er zuvor den richtungsweisenden Führungstreffer.
Im Sommer 2015 war sich Trainer Jeff Saibene sicher, mit den jungen Martin Angha und Roy Gelmi das neue Duo für die Innenverteidiger gefunden zu haben. Russo wurde später im Herbst, unter Saibenes Nachfolger Joe Zinnbauer, noch zweimal eingewechselt. -- Im Frühling 2016 spielte er keine Rolle mehr, früh wurde Daniele Russo dazu motiviert, einen neuen Verein zu suchen. -- Auffalend war, wie oft ihn auch in dieser Zeit Teamkollegen dafür lobten, für gute Laune zu sorgen. Sein leidlich gutes Deutsch, das er schon zu Beginn drauf hatte, verdankte er übrigens seiner Zeit in der Rekrutenschule.
Wenige Tage vor Saisonstart unterschrieb Daniele Russo beim FC Winterthur. -- Der FCW fiel im Herbst 2016 in ein lang anhaltendes Tief, Russo war einer der wenigen Spieler, der nicht abfiel, und der einzige, der alle 18 Spiele bestritt. In der Vorbereitung zur Rückrunde verletzte sich der lange Verteidiger und kam nicht mehr zum Einsatz. -- Nachdem er auf der Schützenwiese keinen neuen Vertrag angeboten erhielt, unterschrieb Russo, der es auf 159 Spiele im Profifussball gebracht hat, bei der AC Bellinzona in der 1. Liga.
Russo debütierte am 7. November 2004 beim FC Lugano unter Vladmir Petkovic in der Challenge League - vier Tage nach seinem 19. Geburtstag. -- Der Nachwuchsspieler kam im Frühling zu weiteren Einsätzen. In der Saison 2005/06 bestritt Russo bereits 20 Spiele im Fanionteam, ehe sein Aufstieg gebremst wurde. -- Im Frühling 2008 wechselte Russo zum FC Mendrisio-Stabio in die 1. Liga - und weckte die Aufmerksamkeit des FC Chiasso, der aus der Challenge League abgestiegen war. -- Den direkten Wiederaufstieg verpassten die Grenzstädter und holten darauf Raimondo Ponte als Trainer zurück. -- Im zweiten Anlauf kehrte Chiasso 2010 in die Challenge League zurück. -- Nun gelang es Ponte, die Kommentatoren zu beeindrucken, wurde Chiasso doch zweimal hintereinander Siebter, obwohl der Klub mit sehr bescheidenem Budget wirtschaftete. Herzstück war die starke Defensive, Pontes Abwehrchef (und bald auch Captain) Daniele Russo. -- Als der Trainer 2012 von der AC Bellinzona engagiert wurde, nahm er Russo, wie mehrere andere Spieler aus Chiasso, mit. -- Ponte wurde noch im August entlassen, Mitte November vom Ligakonkurrenten FC Lugano eingestellt. In der Winterpause lieh sich Ponte "seinen" Abwehrchef aus. -- Pontes Vertrag wurde im Mai nicht verlängert. Die Bianconeri wollten Russo behalten, versäumten aber, ihm einen Vertrag vorzulegen. -- Umso erfreuter war er über das Interesse des FCSG-Trainers Jeff Saibene.