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Vor fünfundzwanzig Jahren, am 1. Juli 1993, ist im Addison Wesley Verlag das Portable Document Format Reference Manual erstmals erschienen:
Anfänglich war die Spezifikation nur als gedrucktes Buch käuflich erhältlich. Erst viel später wurde eine kostenlose Version im PDF-Format veröffentlicht!
John Warnock, einer der Adobe-Gründer, hatte die Grundzüge von PDF bereits in seinem «Camelot»-Whitepaper beschrieben. Damals wurde das neue Datenformat noch Interchange PostScript (IPS) genannt und sollte als Electronic Paper das papierlose Büro ermöglichen.
Der Fokus auf die Bürokommunikation war vermutlich der Grund, dass PDF 1.0 1993 nur den RGB-Farbraum unterstützte. CMYK- und Sonderfarben wurden im Distiller in RGB umgewandelt. Damit war PDF für digitale Druckvorlagen zunächst uninteressant.
Auch PDF 1.1 brachte 1994 in dieser Hinsicht keine Verbesserung. Dafür gab es einige neue Funktionen, die bei der Erstellung grösserer PDF-Dokumentsammlungen (z.B. Jahres-CDs von Zeitschriften) hilfreich waren (externe Verknüpfungen, Volltestsuche, Multimedia).
Erst mit PDF 1.2 konnte man ab 1996 farbige Druckvorlagen definieren, da diese Version CMYK- und Sonderfarben zuliess.
Allerdings konnten etliche Objekte, die häufig in anspruchsvollen Druckvorlagen (z.B. Duplexbilder, Sonderfarbenverläufe) vorkommen, nicht mit PDF 1.2 definiert werden. Eine Expertengruppe aus Deutschland und der Schweiz hat deshalb 1998 ein White Paper erarbeitet, in dem eine Reihe von Mängeln und Begrenzungen (z.B. kein Beschnitt), Workflow-Problemen (z.B. Fonts) und wünschenswerten Funktionen (z.B. Farbseparation) aufgelistet, die damals die uneingeschränkte Verwendung von PDF als Datenformat für digitale Druckvorlagen verhinderten.
Das White Paper stiess auf grosses Interesse in der Branche und hat einige Hersteller ermutigt, Lösungen für die beschriebenen Themen zu entwickeln.
Mit PDF 1.3 und Acrobat 4.0 sowie einigen Plug-ins von Drittherstellern (Lantana CrackerJack, Callas pdfOutput Pro, Quite A Box of Tricks) konnten viele der im White Paper aufgeführten Probleme bereits 1999 gelöst werden.
PDF 1.3 war voll kompatibel mit PostScript 3. Damit konnten sämtliche damals verwendeten Definitionen in Druckvorlagen auch in PDF genutzt werden.
PDF 1.3 diente dann auch als Basis für die ersten PDF/X-Standards der ISO im Jahre 2001 und 2002.
Die PDF/X-Standards definieren nur die technischen Minimalvoraussetzungen für digitale Druckvorlagen. Qualitätskriterien, die je nach Druckprodukt resp. -verfahren unterschiedlich sind, sind bewusst nicht Bestandteil der ISO-Standards. Die 2002 gegründete Ghent (PDF) Workgroup (GWG) hat in ihren PDF/X-Plus-Spezifikationen solche Qualitätskriterien festgelegt.
Diese PDF/X-Plus-Spezifikationen bilden die Basis für die bekannten Rezepte, Einstellungen und Preflightprofile von PDFX-ready Schweiz ab 2005.
Aufgrund der technischen Weiterentwicklung von PDF und den Erzeugungsprogrammen aber auch der Ausgabeworkflows und RIPs wurde 2008 der ISO-Standard PDF/X-4:2008 veröffentlicht, der u.a. native Transparenz unterstützt. 2010 wurde dieser Standard leicht überarbeitet und als PDF/X-4:2010 veröffentlicht.
Im Juli 2008 wurde auch der ISO-Standard 32000-1 veröffentlicht. Der Standard basiert auf der PDF-Spezifikation 1.7 von Adobe aus dem November 2006. In ISO 32000-1 wurden bewusst keinen neuen Funktionen aufgenommen.
Neue Funktionen sind erst bei der ersten Überarbeitung des PDF-Standards durch die ISO hinzugekommen. Im Juli 2017 wurde nach neunjähriger Arbeit der ISO-Standard 32000-2, besser bekannt als PDF 2.0, veröffentlicht.
Auf Basis von PDF 2.0 sind wir zurzeit in der ISO-Kommission daran, PDF/X-6 zu spezifizieren. Die Veröffentlichung wird 2019 erwartet…