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Platzhaltertexte
Ein Nachteil liegt jedoch darin begründet, dass im Lateinischen bestimmte Buchstaben häufiger und andere seltener vorkommen, was ein anderes Druckbild erzeugt. Zudem werden im Lateinischen nur Satzanfänge groß geschrieben, so dass Lorem ipsum die generelle Substantivgroßschreibung der deutschen Sprache nicht abbilden kann. Als visueller Platzhalter für deutschsprachige Texte ist Lorem ipsum demzufolge nur begrenzt geeignet. Sollen Blindtexte dazu dienen, die Eigenheiten der Schriftarten zu vergleichen, so kann es auch sinnvoll sein, Texte zu wählen, die möglichst alle Buchstaben und Sonderzeichen verwenden, die für die jeweilige Sprache typisch sind.
Dass jedoch Füll- bzw. Platzhaltertexte beispielsweise von automatischen Such-Programmen nicht erkannt werden können, sinnlose Informationen somit nicht von sinnvollen zu unterscheiden sind, machen sich einige Internetanbieter zu Nutze: Gezielt erzeugter Blindtext, versehen mit einer spezifischen Kombination von Suchwörtern, kann zu einen erhöhten Zugriff von Suchmaschinen-Nutzern führen. Infolgedessen erhöhen sich die Werbeeinnahmen, die von der «Trefferzahl» der Web-Seite abhängen.
Blindtexte werden ebenfalls zur Demonstration der Gestalt verschiedener Schrifttypen und zu Layoutzwecken verwendet. Sie ergeben in der Regel keinen inhaltlichen Sinn. Aufgrund ihrer verbreiteten Funktion als Fülltext für das Layout kommt einer Nicht-Lesbarkeit besondere Bedeutung zu, da die menschliche Wahrnehmung u.a. darauf ausgerichtet ist, bestimmte Muster und Wiederholungen zu erkennen. Ist die Verteilung der Buchstaben und die Länge der «Worte» willkürlich, lenkt beispielsweise nichts von der Beurteilung der Wirkung und Lesbarkeit verschiedener Schriftarten (Typografie) sowie der Verteilung des Textes auf der Seite (Layout oder Satzspiegel) ab. Deshalb bestehen Blindtexte meist aus einer mehr oder weniger willkürlichen Folge von Wörtern oder Silben. Wiederholungsmuster können also nicht den Gesamteindruck trüben und Schriftarten so besser miteinander verglichen werden. Dabei ist natürlich von Vorteil, wenn der Blindtext halbwegs realistisch erscheint, damit die Wirkung des Layouts der späteren Publikation nicht beeinträchtigt wird.