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Er ist mysteriös, er ist Legende, er begründete eine ewig lange Rennsport-Karriere: der Porsche 911 R von 1967.
- Nur 1967 gebaut
- Nur 20 Exemplare (oder 19?)
- Nur 800 Kilo
«Es soll ein Fahrzeug gebaut werden, das im Leistungsgewicht unserer derzeitigen Konkurrenz überlegen ist», hiess es in einem Versuchsbericht, den Porsche-Mitarbeiter Rolf Wütherich im Herbst 1966 verfasste. Bei einem Leergewicht von 800 kg und 210 PS Motorleistung sollte ein Leistungsgewicht von weniger als 4 kg pro PS resultieren – 1,5 kg weniger als die damalige Konkurrenz. Mit einem solchen Fahrzeug könnte Porsche den GT-Sport dominieren.
Im Oktober 1966 wurde ein erster Leichtbau-Versuchswagen vom Typ 911 R (R = Racing) aufgebaut, der in Weissach und auf der Rennstrecke in Hockenheim getestet wurde. Die dabei gemessenen Fahrleistungen deckten das Potenzial auf: der 911 R war nur unwesentlich langsamer als ein Porsche 906 Carrera 6, immerhin ein echter Gruppe-4-Rennwagen für die Sportwagen-Weltmeisterschaft.
Neben dem geringen Fahrzeuggewicht war es das Triebwerk des 911 R, das für die hervorragenden Fahrleistungen sorgte. Angetrieben wurde der Versuchsträger von einem Sechszylinder-Boxer vom Typ 901/22, der mit Doppelzündung, Titanpleueln und Dreifach-Vergasern 210 PS bei 8000/min leistete.
1967 entstanden vier Prototypen des Porsche 911 R, bei dessen Aufbau alle Möglichkeiten der Homologisierungsformel ausgenutzt wurden. Unter der Maxime des maximalen Leichtbaus wurden die Haubendeckel, die vorderen Kotflügel, Türen sowie die Stossstangen aus glasfaserverstärktem Kunststoff bei der Stuttgarter Firma Karl Baur gefertigt.
Die Gewichtskur umfasste weitere Bauteile, die Frontscheiben wurden aus nur vier Millimeter dünnem Glas gefertigt, die übrigen Scheiben aus zwei Millimeter dickem Plexiglas. Im leergeräumten Innenraum entfielen auch zwei der fünf Instrumente, Aschenbecher, Zigarettenanzünder sowie die Beifahrer-Sonnenblende. Auch auf den Kurbelmechanismus für die Seitenscheiben wurde verzichtet, diese Funktion übernahmen schlichte Lederriemen. Gegenüber einem serienmässigen 911 S – mit 1030 kg alles andere als ein Schwergewicht – betrug die Gewichtsreduzierung 230 kg.
Bei der Entscheidung über die Stückzahl des ersten echten Rennsport-Elfers zeigte sich Porsche vorsichtig. Mit einem kalkulierten Verkaufspreis von 45’000 DM war ein 911 R fast doppelt so teuer wie ein 911 S; die für eine GT-Homologation benötigte Stückzahl von 500 Exemplaren schien unerreichbar. Die Porsche-Geschäftsleitung beschloss folglich im Mai 1967, nur 19 Fahrzeuge des Typ 911 R bauen zu lassen, vier für den Werkseinsatz, 15 (oder 16?) für den Verkauf an Privatfahrer.
Es blieben dem Werksteam nur Einsätze in der etwas exotischen 2-Liter-GT-Prototypenklasse (GTP). Das Renndebüt erfolgte im Juli 1967 auf dem «Circuito del Mugello», damals noch ein WM-Lauf. Hinter zwei Porsche 910 schafften es Vic Elford/Gijs van Lennep im Porsche 911 R auf einen hervorragenden dritten Rang. Bei der Langstreckenfahrt «Marathon de la Route» holten Hans Herrmann, Vic Elford und Jochen Neerpasch nach 84 Stunden auf dem Nürburgring mit ihrem mit einem halbautomatischem Sportomatic-Getriebe ausgerüstete 911 R den Sieg. Der grösste Erfolg des R kam aber erst 1969 bei der «Tour de France», die Gérard Larrousse für sich entscheiden konnte.
Es entsteht hier eine kleine Serie von «seltenen Porsche», wir haben sie in einer Liste zusammengefasst, zu sehen: hier. Mehr Old- und Youngtimer finden Sie in der monatlichen Klassik-Beilage der AUTOMOBIL REVUE, Abos gibt es: hier.