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Rezital mit dem Merel Quartet
Das Streichquartett in A-Dur, KV 464, gehört zu jenen sechs Werken Wolfgang Amadeus Mozarts, die im Herbst 1785 im Wiener Musikverlag Artaria erschienen – versehen mit einer Widmung des Komponisten an seinen Lehrer und Freund Joseph Haydn. Nicht auszuschliessen ist, dass Mozart mit seinen Quartetten auf jene sechs Streichquartette Haydns reagieren wollte, die 1782 als Opus 33 ebenfalls bei Artaria herausgekommen waren. Anfang 1785, noch vor der Drucklegung, führte Mozart die Quartette seinem Mentor in privatem Kreis vor; Haydn beschied damals Leopold Mozart, dem stolzen Vater des Komponisten, dass er seinen Sohn für den grössten Komponisten seiner Zeit halte, weil er Geschmack und «die grösste Compositionswissenschaft» habe – das A-Dur-Quartett lässt die Trefflichkeit des berühmten Satzes leicht erkennen.
Kein Junggenie wie Mozart, sondern ein Altmeister war Antonín Dvořák, als er sein Streichquartett in F-Dur op. 96 entwarf. «Das Amerikanische» wird es genannt, weil es wie die neunte Sinfonie «aus der neuen Welt stammt». 51 Jahre alt und hochgeehrt, war Dvořák 1892 nach New York gereist, um die Direktion des dortigen Nationalkonservatoriums zu übernehmen. Während der ersten Sommerferien 1893 brachte er innerhalb dreier Wochen das Quartett zu Papier; in ihm erweitert sich Dvořáks ausgeprägt eigener Ton um Anklänge an die Musik Amerikas.
Das Programm im Detail
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Streichquartett Nr. 18 in A-Dur KV 464
- Allegro
- Menuetto – Trio
- Andante
- Allegro non troppo
Antonín Dvořák (1841-1904)
Streichquartett Nr. 12 in F-Dur op. 96,
«Amerikanisches»
- Allegro ma non troppo
- Lento
- Molto vivace
- Finale. Vivace ma non troppo
Die Künstler
Merel Quartet
Von Bachs «Kunst der Fuge» bis zu zeitgenössischen Werken und Uraufführungen reicht das Repertoire des 2002 gegründeten und in Zürich beheimateten Streichquartetts, das Konzerte gibt in ganz Europa und das bei den Salzburger Festspielen, dem Kunstfest Weimar, dem Lucerne Festival, dem Gstaad Menuhin Festival und den Ittinger Pfingstkonzerten aufgetreten ist. Zu den kammermusikalischen Partnern des Merel Quartetts gehörten im Laufe der Jahre die Sopranistinnen Ruth Ziesak und Juliane Banse, der Tenor Ian Bostridge, die Bratschistin Diemut Poppen, die Cellistin Natalia Gutman, die Pianisten Alfred Brendel und Dénes Várjon und die Komponisten Heinz Holliger und Jörg Widmann. Das Merel Quartet ist Organisator und Gastgeber des Kammermusikfestivals «Zwischentöne», das alljährlich im Herbst in Engelberg stattfindet und jeweils einem Motto nachspürt, zuletzt dem Thema «Flucht und Ferne». Seit 2022 veranstaltet das Quartett obendrein in Zürich, Luzern und Triesen die Konzertreihe «Merel Chamber Series» mit Kammermusik in klassischen und ausgefallenen Besetzungen. Das Merel Quartet hat bislang drei Alben veröffentlicht und Werke von Mozart, Felix Mendelssohn und Fanny Hensel, Robert Schumann, Leoš Janáče und dem Schweizer Komponisten David Philip Hefti eingespielt.
www.merelquartet.com
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