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Bithi, rechts im Bild, ist eine von 210 Frauen in Bangladesch die zur Gesundheitsberaterin ausgebildet worden ist. Als sie Munjuri kennenlernte, war diese grade schwanger mit dem dritten Kind. Munjuri hatte Angst, weil das zweite Baby nach der Geburt gestorben war. Durch Bithi erkannte sie, wie wichtig Kontrolluntersuchungen in der Schwangerschaft sind. Als während der dritten Schwangerschaft plötzlich Blutungen auftraten, holte Bithi einen Paramediziner zur Hilfe, der sofort den Ernst der Lage erkannte. Er empfahl eine rasche Behandlung in einem Spital. Bei einer Ultraschalluntersuchung stellte sich heraus, dass Munjuri eine Fehllage der Plazenta hatte, was lebensbedrohlich für Mutter und Kind sein kann. Ihr wurden Ruhe und Medikamente verordnet. Nun geht sie regelmässig zur ärztlichen Kontrolle und befasst sich mit der Möglichkeit, das Kind im 8. Monat per Kaiserschnitt zur Welt zu bringen. Inzwischen geht es Munjuri wieder gut und sie freut sich gemeinsam mit ihrem Mann auf die bevorstehende Geburt.
Die Gesundheitsberaterinnen sind sehr wichtig für das Land, da Bangladesch grosse Probleme mit der Gesundheitsversorgung und fehlenden Gesundheitseinrichtungen hat. Auch fehlt den Menschen vor allem in ländlichen Gebieten und den Armutsvierteln der Grossstädte, Basiswissen über Gesundheit und Ernährung. 36 Prozent der Kinder unter fünf Jahren sind wegen Mangelernährung unterentwickelt. Für arme Menschen ist es besonders wichtig gesund zu bleiben. Wird jemand krank und bringt kein Tageseinkommen nach Hause, kann die ganze Familie in eine Abwärtsspirale aus Einkommensverlust und Gesundheitskosten geraten.
Die 210 ausgewählten Frauen im Südwesten von Bangladesch, wurden zum Start in Kleingruppen zu 10 — 15 Personen eingeteilt. Dort lernten die Frauen in einer 5-tägigen Schulung Grundlagen zu Krankheiten, Gesundheit und Ernährung. Praktische Übungen folgten, in denen sie die Weitergabe ihres Wissens an die Dorfbewohner trainierten. Eine App unterstützt bei der Vermittlung der Lerninhalte. Und sie trägt dazu bei, das eigene Wissen aktuell zu halten und sich Neues anzueignen.
Die Gesundheitsberaterinnen werden von den Paramedizinern laufend unterstützt und geschult. Nach Abschluss der Ausbildung führen die frisch gebackenen Gesundheitsberaterinnen regelmässige Schulungen und Informationsveranstaltungen in den Dörfern durch. Die Familien lernen neben allgemeinen Gesundheitsthemen, viel über die Vor— und Nachsorge von Schwangeren und Neugeborenen. Tabuthemen wie z.B. Menstruationshygiene werden angeschaut und Missverständnisse ausgeräumt. Da zu diesen Themen viele falsche Vorstellungen und Praktiken aus Tratitionen in den Köpfen der Menschen stecken, brauchen die Gesundheitsberaterinnen viel Geduld und kreative Ideen, um diese zu durchbrechen.
Während dem Projekt sollen 42'000 Familien mit den Schulungen erreicht werden und die Chance erhalten ihre Ernährung anzupassen und medizinische Hilfe rechtzeitig in Anspruch zu nehmen.