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Weil HAE in der ärztlichen Praxis selten vorkommt, denkt der behandelnde Arzt bei den oben beschriebenen Symptomen oft nicht an HAE. Daher wird die Diagnose des HAE leider manchmal erst Jahre nach dem erstmaligen Auftreten von Symptomen und eventuell sogar nach unnötigen chirurgischen Eingriffen (z.B. wegen Bauchschmerzen) gestellt. Die typischen Beschwerden und das Auftreten von Schwellungen bei Familienmitgliedern sprechen für das Vorliegen eines HAE. Ein wesentlicher Hinweis ist auch eine fehlende Reaktion der Schwellungen auf die Gabe von antiallergisch wirkenden Medikamenten wie Kortison und Antihistaminika. Der Beweis für das Vorliegen eines HAE wird durch Blutuntersuchungen erbracht. Dabei wird die Konzentration und die Funktion des C1-Inhibitors im Blut untersucht. Beim HAE vom Typ I ist die Konzentration des C1-Inhibitors deutlich vermindert (in der Regel unter 30% des normalen Wertes). Beim HAE vom Typ II ist die Konzentration normal oder sogar erhöht. Die Messung der Funktion des C1-Inhibitors zeigt sowohl beim Typ I, als auch beim Typ II erniedrigte Werte an. Weitere wichtige Laborwerte sind die Konzentrationen der Komplementfaktoren C4 und C2, welche in der Regel erniedrigt sind. Die Diagnose HAE kann durch diese Blutuntersuchungen gewöhnlich auch während einer beschwerdenfreien Periode gestellt werden.