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Equisetum arvense L.
Botanische Familie
Equisetaceae, Schachtelhalmgewächse
Heimat
Der Schachtelhalm ist vielerorts anzutreffen, in Gräben, entlang von Wegen oder Bahngleisen, im Wald oder Waldrand von der Ebene bis ins Mittelgebirge. Hauptsache der Standort weist eine gewisse Feuchtigkeit auf. Daher gilt der Schachtelhalm auch als Zeigerpflanze für feuchte und lehmige Böden.
Beschreibung
Der Acker-Schachtelhalm zählt zur alten Familie der Schachtelhalmgewächse und hat zwei Erscheinungsformen. Zuerst treiben seine fertilen (fruchtbaren) Stängel aus. Diese können eine Höhe von 20 cm erreichen und sind bräunlich-gelb und haben keine Äste. Die Scheiden entlang des Stängels bestehen aus 8 bis 12 Zähnen. Nach der Sporenreife haben die fertilen Stänge ihre Aufgabe erfüllt und sterben ab. Der Acker-Schachtelhalm tauscht seine braun-gelben Stängel nun gegen sterile (unfruchtbare), mattgrüne Stängel mit quirlig angeordneten Ästen. Der bis zu 50 cm hohe Stängel ist deutlich gerillt und endet in einer dünnen Spitze aus einem einzelnen Ast. Im Zentrum sind die Pflanzenorgane hohl, was bei Pflanzen häufig der Fall ist, die an feuchten Standorten vorkommen.
Eine Besonderheit ist dem Schachtelhalm eigen. Er kann Siliziumdioxid (Kiesel) aus dem Boden lösen und es über seine Wurzeln aufnehmen. Über den pflanzlichen Wasserkreislauf kommt der Kiesel bis in die Äste, über diese der Schachtelhalm das Wasser mit dem darin gelösten Kiesel ausscheidet. Das Wasser verdunstet im Lauf des Tages, zurück bleibt der Kiesel auf der Oberfläche seiner dünnen Äste. Diese feine Kieselschicht konzentriert das einfallende Licht ähnlich wie eine Linse. Daher kann der Schachtelhalm trotz seines reduzierten Blattwerks sehr effektiv Photosynthese betreiben, vergleichbar mit Pflanzen, die eine große Blattoberfläche besitzen.
Verwendete Pflanzenteile
Kraut (herba) der sterilen Halme
Der Acker-Schachtelhalm sollte nur von kundigen Personen gesammelt werden, die ihn sicher von anderen Vertretern der Familie unterscheiden können.
Inhaltsstoffe
Bis zu 10 % Kieselsäure, Kaliumsalze, Flavonoide, Schwefelverbindungen.
Wirkung
Innerlich eingenommen wirkt der Achker-Schachtelhalm diuretisch und fördert somit die Harnausscheidung. Er stimuliert die Nierentätigkeit und hemmt zusätzlich Entzündungen. Äußerlich angewendet als Öl oder Salbe regt er den Hautstoffwechsel und die Wundheilung an, außerdem festigt er das Bindegewebe.
Historisches
Der Schachtelhalm fand aufgrund seiner äußeren Kieselschicht schon früh Verwendung im mittelalterlichen Haushalt neben seiner Rolle im medizinischen Bereich. Er wurde zum Polieren von Zinn und Zinngeschirr eingesetzt. Deswegen auch der volkstümliche Name „Zinnkraut“.
Volksmedizinische Indikationen
Die Dokumentationen über medizinische Anwendungen des Acker-Schachtelhalms reichen weit zurück. Kneipp schrieb 1935, dass man „die vielseitige und vorzügliche Wirkung des Heilkrauts nicht genug hervorheben kann“. Kein Wunder, schließlich hatte zu dieser Zeit die Therapie mit Equisetum schon Tradition. Es galt als blutstillendes Mittel, wirksam bei Tuberkulose, bei Nieren- und Blasenleiden sowie bei unterschiedlichen Hautkrankheiten.
Acker-Schachtelhalm in der anthroposophischen Medizin
Der Acker-Schachtelhalm ist keine Pflanze mit üppigem Blattwerk. Er unterliegt strengen Formkräften, die seine Gestalt auf das Nötigste reduzieren: lineare Strukturen. Hinzukommt seine Kieselhülle, die ihm zusätzlichen Halt verleiht und Form gibt. Daher wird Equisetum arvense bei entzündlichen, nässenden Hauterkrankungen, wo die Haut ihre Geschlossenheit verloren hat, eingesetzt. Die äußere Form ist verletzt. Gleichsam zieht er die Feuchtigkeit aus der Entzündung wie das Wasser aus dem Boden und verströmt sie in die Luft, zurück bleibt die schützende udn gestaltgebende Hülle auf der Haut.
Acker-Schachtelhalm bei Weleda
Equisetum arvense wird für Weleda Arzneimittel mittels zertifizierter Wildsammlung gewonnen und direkt nach der Sammlung pharmazeutisch aufbereitet.