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Historienmaler und Dichter, geb. zu Delmenhorst (Oldenburg), absolvierte das Gymnasium
in Oldenburg, besuchte die Akademie in München, wo er von Cornelius und Genelli beeinflußt wurde und in freundschaftlichem
Verkehr mit des letztern früh gestorbenem Sohn Camillo G. stand. Dann kam er nach Antwerpen und wurde hier durch
das Studium des Rubens sowie später (1863-1865) in Italien durch das der Venetianer zu einem begeisterten Koloristen. 1870 ließ
er sich in Bremen nieder, wo er seitdem mit zahlreichen monumentalen Arbeiten beschäftigt ist, in denen eine reiche Phantasie
und eine große Farbenglut herrscht.
Dahin gehören für die Rembertikirche die Bilder vom verlornen Sohn und vom barmherzigen Samariter,
die Darstellung der Entwickelung der deutschen Kultur als monochromerFries im Rutenhof, und vor allen die im Ratskeller in
Öl ausgeführten Wandbilder von edler Formenschönheit und großer Farbenpracht; es sind: die Brema mit ihren hoffnungsvollen,
lebenslustigen Kindern, ein Bacchusfest und die vier Sänger des Weins, Anakreon, Horaz, Matthias Claudius
und Victor Scheffel, und die nicht nach Hauffs «Phantasien», sondern nach
des Malers eigner Ratskellerphantasie (in «Fahrendes Volk») dargestellten Roland und die Jungfrau Rose.
Einige Jahre später malte er im Festsaal des Hauses «Seefahrt» die Ölbilder
der fünf Erdteile auf Goldgrund als stehende weibliche Kolossalgestalten, deren ethnographische und
kulturgeschichtliche Bedeutung durch je zwei kleine Knabenfiguren und einige Symbole hervorgehoben wird, und in demselben
Saal die Männergestalten der vier Winde, umgeben vom Gewölk des Himmels, dessen Farbenstimmung dem jedesmaligen Charakter
des Windes entspricht. Etwa gleichzeitig mit diesen letztern entstanden im dortigen neuen Reichspostgebäude auf fünf
Wandfeldern je ein Kentauren- oder ein Tritonenbild (in der Verbindung von Mensch und Roß oder Mensch und Fisch als Symbol
für Land- und Seepost).
Eine dieser letztern ähnliche Malerei wird F. im Reichspostmuseum zu Berlin ausführen. Dazu kommen zahlreiche Wandbilder
in Privathäusern zu Bremen, Mainz und Hamburg sowie die am Schluß des Jahrs 1880 vollendeten farbenprächtigen
allegorischen Wandbilder (Wachsmalerei) im Treppenhaus der neuen Börse zu Bremen, bezüglich auf den Seehandel der Stadt.
Als Dichter machte er sich vorteilhaft bekannt durch die Trauerspiele: «Adalbert
von Bremen» und die in jüngster Zeit überall mit glänzendem Erfolg aufgeführte «Hexe»
sowie durch die reizenden Gedichte: «Fahrendes Volk» und die etwas pessimistisch gefärbten «Winternächte»
(1880). Zu den «Denkmälern der Geschichte und Kunst
Bremens» (1877) schrieb er eine Geschichte des dortigen Doms.
Arthur, Maler und Dichter, geb. zu Delmenhorst in Oldenburg,
[* 12] trieb künstlerische Studien 1858‒61
in München, Antwerpen und Paris und schuf während eines zweijährigen Aufenthalts in Rom die ersten selbständigen
Werke. Seit 1869 lebt Fitger in Bremen. Hier schuf er teils in Wand-, teils in Staffeleigemälden die Geschichte des verlorenen
Sohnes und des barmherzigen Samariters in der Rembertikirche, die Entwicklung der deutschen Kultur im Rutenhof, die fünf Erdteile
im Festsaale des Hauses «Seefahrt» und schmückte außerdem
das Treppenhaus der NeuenBörse und den Ratskeller daselbst sowie die Kunsthalle in Hamburg mit Fresken. Er verfaßte das kleine
epische Gedicht «Roland und die Rose» (Oldenb. 1872) und für den Künstlerverein in Bremen«AlbrechtDürer in Bologna. JohannKepler», zwei Festspiele (Brem. 1872); ferner die Trauerspiele «Adaldert von Bremen» (Oldenb. 1873; 2. Aufl.
mit dem Nachspiel: «HieReich! HieRom!» 1874),
«Die Hexe» (ebd. 1875; 5. Aufl. 1887, benutzt zum Text einer Oper von Aug. Enna,
1892),