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Bündner Segelflugmodell-Wettbewerb
Die Geschichte des "Adlers von Arosa"
Autor: Rudolf Schenker
Im Jahre 1937 wurde der Bündner Segelflugmodell-Wettbewerb von Stefi Jösler, dem damaligen Kurdirektor und Obmann der MG Arosa, zum ersten Mal organisiert und bis 1948 durchgeführt.
Der „Adler von Arosa“ wurde 1937 vom Kur- & Verkehrsverein Arosa als Wanderpreis für den längsten Flug gestiftet. Der Bildhauer des Adlers ist leider nicht bekannt.
Neben dem Startplatz der Segelmodelle auf dem Tschuggen starteten die Motormodelle auf einer speziell dafür gebauten Holzpiste. Selbstverständlich war alles reiner Freiflug und ohne Zeitbeschränkung. Trotz des Zweiten Weltkrieges waren immer sehr viele Teilnehmer dabei. Die Soldaten, die im Aktivdienst waren, erschienen in Uniform. Es gab noch keine Sesselbahn, und dennoch hatte es immer sehr viele Zuschauer auf dem Tschuggen. Unter dem interessierten Publikum befanden sich auch Leute vom Luftamt und hohe Militärs. Die Anreise nach Arosa geschah per Eisenbahn, was mit den manchmal recht grossen Modellen nicht immer einfach war.
Der letzte Gewinner des Adlers war 1948 Walter Fischer von der Modellflug-gruppe Schönenwerd. Walter ging 1955 als Auswanderer nach Norfolk in England. Natürlich war auch der Adler dabei. Im Laufe der Jahre verblassten die Erinnerungen, und der Adler wurde fast vergessen.
Als 1996 Alfred Genther zur Erinnerung an die ersten Aroser Wettbewerbe die Antik-Modellflugtage Arosa ins Leben rief, hat es bei mir geschaltet.
Ich war wahrscheinlich der Einzige, der wusste, dass der Adler noch existiert, und wo er zu finden war. Da ich den Kontakt zu Walter nie ganz verloren hatte, habe ich ihm geschrieben und gefragt, ob der Adler noch vorhanden sei und wenn ja, ob er ihn wieder in die Schweiz zurückbringen würde. Etwa ein Jahr nach meinem Brief stand Walter eines Tages vor meiner Haustür mit dem Adler in einem Plastiksack. Walter war von seiner Krankheit schon schwer gezeichnet und hat den Weg vom Bahnhof zu mir nur mit grosser Mühe geschafft. Walter starb 2001 in England.
Ohne mein Wissen der damaligen Zeit wäre der Adler höchstwahrscheinlich längst in Rauch aufgegangen. Im Jahr 2003 hat Walter Haller den Adler wunderschön restauriert und dazu eine schöne Transportkiste aus Edelholz gebaut.
5. März 2003
Bündner Segelmodell-Wettbewerb - Sieger 1937 bis 1948
|1937||W. Bauer, Zürich||Eigenkonstruktion

7 Min. 50 Sek.
|1938||Emil Glünkin. Zürich||Eigenkonstruktion

Nach 15 Min. in den Wolken, Distanz 8 km
|1939 / 1940
||E. Schaufelberger||Eigenkonstruktion

3 Min. 50 Sek.
|1941||Willy Tauss||Pinguin

11 Min. 30 Sek.
|1942||Jul. Schmid, Dielsdorf||Eigenkonstruktion

Kompasssteuerung, 9 Min. 18 Sek.
|1943||K. Kohlbrenner, Glarus||Pilot 4

Nach 35 Min. 22 Sek in den Wolken
|1944||Walter Soncini, MG Laufen||Eigenkonstruktion "Meise"

|1945||Max Kramer, MG Bern||

9 Min. 50 Sek.
|1946||Paul Huber, MG St. Gallen|
|1947||Bruno Bächli, MG BBC||Eigenkonstruktion "Reiher"

Nach 30 min. 35 Sek. ausser Sicht
|1948||Walter Fischer, MG Schönenwerd
||Eigenkonstruktion

Nach 9 Min. 50 Sek. ausser Sicht