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Bild
Titel:
Gymnasial-Zeugnis für Anton Hörler
Thema: Leute
Datum: 02.04.1910
Masse: 48 x 32,2 cm
Standort: Hildegard Stauber-Hörler, Klosterstrasse, Goldach
Urheber/-in: Collegium St. Antonius, Appenzell
Beschreibung:
Schulzeugnis des Kollegiums St. Antonius, Appenzell, für Anton Hörler, Schüler der 1. Gymnasialklasse, umfassend den Zeitraum von Neujahr bis Ostern 1910. Abbildung des ersten Schulgebäudes, eingeweiht zur Schuleröffnung 1908. Unterschrift von Pater Alfons Maria Broger (1878-1968), erster Rektor des Kollegiums 1908 bis 1912. Wie man sieht, war Hörler mit einem Notendurchschnitt von 5,5 ein ausgezeichneter Schüler. Lediglich im Fach Gesang kam er nicht über ein "genügend" hinaus.
Die Fotografie zeigt Anton Hörler als vierten von links neben seinen Eltern und Geschwistern. Im Hintergrund das Elternhaus in der Lank.
Geschichte:
Anton Hörler kam am 27. April 1895 als ältester Sohn einer Bauernfamilie in der Lank bei Appenzell zur Welt. Er wuchs zusammen mit fünf Geschwistern auf. Seine schulische Begabung blieb nicht verborgen und so durfte er 1910 bis 1914 das Kollegium St. Antonius in Appenzell besuchen. Da das Kollegi damals noch nicht eidgenössisch anerkannt war, schloss er das Gymnasium am Kollegium St. Fidelis in Stans mit der Matura ab. Anschliessend studierte Hörler 1915-1923 an der Universität Freiburg i.Ü. Theologie. Seine Eltern hätten mit dem Ertrag ihrer kleinen Bauernheimat kein Studium finanzieren können. Zu jener Zeit war es Studenten aber erlaubt, mit dem Schulzeugnis in der Hand von Haus zu Haus zu gehen und um eine Spende zu bitten. Einem zukünftigen Pfarrer zu helfen, galt als christliche Tat, welche den Eintritt des Spenders ins Himmelreich beschleunigte. Tatkräftig unterstützt wurde Hörler auch von Mutter und Schwestern, die den Erlös ihrer Handstickerei dem Bruder zugutekommen liessen. Am 17. März 1923 erhielt Dr. Anton Hörler die Priesterweihe und am 2. April desselben Jahres durfte er in Appenzell Primiz feiern. 1923 bis 1931 wirkte er in der St. Galler Pfarrei Maria Neudorf als Vikar. Darauf folgte Bad Ragaz als erste eigene Pfarrgemeinde. 1948 übernahm Hörler die Pfarrei Goldach, die er bis zum Eintritt in den Ruhestand 1970 betreute. 1970/71 weilte er als Pfarr-Resignat in Schlatt, wo er am 3. Mai 1971 verstarb. Er wurde bei den Priestergräbern in Appenzell beigesetzt.
Autor: Stephan Heuscher, Appenzell
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