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Arthur Riedel, Basel, um 1920
Radierung auf Papier
H. 24,9 cm, B. 37,9 cm (beschnitten)
Inv. 2004.221.
Marschieren und Musizieren am Rhein
Die Knabenmusik Basel wurde 1841 ausdrücklich mit dem Zweck gegründet, die «Zöglinge auf den Weg der Tugend zurückzuführen» (weswegen auch ein striktes, anfangs aber offenbar schwierig durchzusetzendes Alkohol- und Tabakverbot galt), «bei den Knaben Sinn und Begeisterung für die Blasmusik zu wecken, durch ausgewiesene Fachlehrer theoretischen und praktischen Unterricht in Notenlehre und Rhythmik zu erteilen, das Spielen der Blech- und Holzblasinstrumente zu instruieren und deren Beherrschung anzustreben». So entwickelte sie sich zu einer «eigentlichen Vorschule für die hiesigen Musikgesellschaften und Militärmusiken» und stand vor allem Knaben – Mädchen sind erst seit 1990 zugelassen – aus den unteren Schichten offen, denen sonst keine musikalische Ausbildung möglich war. Zugleich befriedigten die Auftritte der Knabenmusik in Form von Promenadenkonzerten, Wirtshausmusiken und bei vaterländischen Feiern einen wichtigen Bedarf an öffentlicher Musik.
Die Radierung des in Basel tätigen Malers und Graphikers Arthur Riedel (1888–1953) stellt die Knabenmusik wohl bei einer Marschübung auf der Kleinbasler Seite mit dem Münster im Hintergrund dar. Anhand der Uniformen mit den charakteristischen Pompoms auf den Kappen ist zu folgern, dass der Graphiker diese Szene vor 1921 einfing, in welchem Jahr eine neue Uniform eingeführt wurde. Vermutlich wurde das Blatt 1924 in Riedels Mappe «Basler Bilder» veröffentlicht.