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Der Bariton Andrè Schuen wurde 1984 in La Val (Südtirol) geboren und wuchs dreisprachig auf: ladinisch, italienisch und deutsch. Nachdem anfangs das Cello sein Hauptinstrument war, entschied er sich doch für die Gesangslaufbahn und studierte in Salzburg an der Universität Mozarteum bei Horiana Brănişteanu und Wolfgang Holzmair. Seine Karriere begann Schuen von 2010 bis 2014 im Ensemble des Opernhauses Graz. Im Zentrum seines Repertoires stehen die grossen Baritonrollen Mozarts, aber auch Werke vom Belcanto bis zur Gegenwart. Bei den Salzburger Festspielen war er 2020/21 als Guglielmo in Mozarts Così fan tutte zu erleben, beim Festival d’Aix-en-Provence gestaltete er 2021 die Partie des Figaro aus Le nozze di Figaro, am Theater an der Wien übernahm er die Titelrolle im Don Giovanni. Die Wiener Staatsoper lud ihn als Tschaikowskys Eugen Onegin, als Graf Almaviva im Figaro und als Olivier in Strauss’ Capriccio ein. An der Bayerischen Staatsoper war er als Belcore in Donizettis L’elisir d’amore zu hören, an der Nationaloper Amsterdam wirkte er im März 2022 an der Uraufführung von Trojahns Eurydice — Die Liebenden, blind mit. 2023 debutiert er an der Staatsoper Berlin als Wolfram in Wagners Tannhäuser. Als Konzertsänger arbeitete er u. a. mit Daniel Harding, Andris Nelsons, Raphaël Pichon, Sir Simon Rattle und Jukka-Pekka Saraste zusammen. Besonders wichtig ist Andrè Schuen der Liedgesang. Gemeinsam mit seinem Klavierpartner Daniel Heide trat er bei der Schubertiade in Vorarlberg, beim Oxford Lieder Festival, beim Heidelberger Frühling, beim Rheingau Musik Festival, in der Londoner Wigmore Hall, im Wiener Konzerthaus, im Münchner Prinzregententheater und im Amsterdamer Concertgebouw auf. Mit Andreas Haefliger am Klavier gab er bereits 2017 sein USA-Debut mit Liederabenden beim Tanglewood und beim Aspen Music Festival. Derzeit spielt Schuen die drei grossen Schubert-Liedzyklen für die Deutsche Grammophon ein: Als erstes erschien 2021 Die schöne Müllerin.
Juli 2022