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Die WM ist zugleich ihr Startpunkt
Die Weltmeisterschaften sind Jeannine Gmelins Saisonhöhepunkt. Und doch sind die Titelkämpfe in Tschechien nur ein Zwischenhalt auf ihrem weiteren Weg.
An der EM in München wurde Jeannine Gmelin Mitte August durch eine Coronainfektion jäh gestoppt. Nach dem Vorlauf musste sie sich von den Wettkämpfen zurückziehen. Jetzt sagt die Ustermerin Skifferin: «Das brauchte mental ein wenig Verarbeitung.»
Durch das EM-Aus fehlt ihr eine Standortbestimmung – auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in Paris 2024, die am Endpunkt ihrer Planungen stehen. Ab Sonntag kann die 32-Jährige an der WM im tschechischen Racice (18. bis 25. September) nun Verpasstes nachholen. Und hat vor allem auch die Chance, ihre dritte WM-Medaille nach Gold 2017 und Silber 2018 zu gewinnen.
Zu den Europameisterschaften war Gmelin direkt aus dem Vorbereitungscamp in Portugal angereist, wohin sie danach auch für ihre WM-Vorbereitung zurückkehrte. «Ich konnte die Zeit in Portugal gut nutzen und mich vorbereiten», ist Gmelin zufrieden.
Es wird interessant zu sehen sein, wozu die Weltmeisterin von 2017 in Tschechien fähig ist. 25 Skifferinnen stehen auf dem Ruderkanal in Racice am Start.
Darunter sind Karolien Florijn (NED), die Europameisterin und Gesamt-Weltcupsiegerin, die deutsche EM-Dritte Alexandra Föster und vor allem auch Emma Twigg. Die Neuseeländerin bestreitet ihr erstes internationales Rennen seit ihrem Olympiasieg in Tokio.
In Belgrad gilts ernst
Gmelin wurde vor zwei Jahren in Japan Fünfte. Für sie ist 2022 ein Zwischenjahr im Hinblick auf ihre dritten und letzten olympischen Spiele. Deshalb sieht sie die WM in Tschechien nicht etwa als Abschluss der Saison, «sondern als Startpunkt des Qualifikationsjahres mit der Vergabe der Olympia-Quotenplätze an der WM 2023.»
Dazu muss man wissen: An den nächstes Jahr in Belgrad stattfindenden Weltmeisterschaften werden die meisten Olympia-Quotenplätze vergeben.
Zuletzt war die WM zweimal pandemiebedingt gestrichen worden. Die letzten Weltmeisterschaften fanden 2019 statt, Gmelin wurde damals Fünfte, die Irin Sanita Puspure siegte. Sie rudert in Tschechien nun in einer anderen Bootsklasse. (sda/ome)