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Geschichte
Der lateinische Name Solidago setzt sich aus den Worten solidum agere zusammen, was festmachen, gesundmachen, heilen bedeutet. Früher wurde diese Pflanze in erster Linie als Wundheilpflanze genutzt. Darauf verweist auch der deutsche Volksname Heidnisch Wundkraut.
Die Bezeichnung Unsegenkraut lässt darauf schliessen, dass die Goldrute auch als Abwehrpflanze gegen Hexerei oder den Bösen Blick eingesetzt wurde.
In den mittelalterlichen Kräuterbüchern wird auch der Beinwell „solidago“ genannt. Die damaligen Autoren nannten das Heidnisch Wundkraut Solidago sarracenica oder Consolidas sarracenica und Herbam fortem.
Nach Lonicerus soll das kleine spitzige Wundkraut das Panax Chironium Dioscoridis sein. Auffällig ist, dass die Goldrute in den frühen Kräuterbüchern keine Erwähnung findet. Hieronymus Bock schrieb 1565, dass sie bei den alten Germanen als Wundkraut an erster Stelle gestanden habe. Sie solle alle „innerliche Versehung“ heilen. Matthiolus war der erste Kräuterbuchautor, der die diuretische Wirkung in den Vordergrund stellte und schrieb, dass sie „gewaltig den Harn treibe und den Stein breche“.
Der Artname virga aurea bedeutet goldene Rute.
Botanische Merkmale
Die Goldrute ist ausdauernd und hat einen walzenförmigen, knotigen Wurzelstock, aus dem im Frühjahr der runde Stängel aufsteigt. Er wird 20 bis 50 cm, manchmal bis 1 m hoch. Der Stängel ist unten meist rötlich überlaufen und unverzweigt, im oberen Bereich meist verzweigt. Die Blätter stehen wechselständig angeordnet. Sie sind unten elliptisch-spitz mit gesägtem Rand, oben im Bereich der Blüten sind sie schmal-lanzettlich und ganzrandig. Zahlreiche gestielte, goldgelbe Blüten stehen am oberen Ende des Stängels und bilden eine langgestreckte, zusammengesetzte Traube. Die Blüten öffnen sich von unten nach oben. Nach dem Verblühen bildet sich im Kelch ein Pappus, der die kleinen Früchte mit dem Wind verstreut. Die Gattung Solidago gliedert sich in über 100 Arten, die sich leicht kreuzen und neue Sorten bilden. Die europäische Goldrute gliedert sich in zwei Unterarten, die beide sehr vielgestaltig sind. Eine genaue Identifikation ist nicht einfach. Sie ist aber leicht von der Kanadischen Goldrute zu unterscheiden, die im letzten Jahrhundert nach Europa eingeschleppt wurde.
Die Blütezeit ist von Juli bis September. Die Arten Solidago virgaurea L., die Echte Goldrute, S. serotina AITON (syn. S. gigantea WILLDENOW), die Riesengoldrute und die S. canadensis L., die kanadische Goldrute, sowie deren Hybriden besitzen eine gemeinsame Monographie E, was nach Prof. Schilcher nur z.T. berechtigt ist, da sich die verschiedenen Goldruten-Arten hinsichtlich ihrer Wirkstoffe unterscheiden [2,3]. Im Kräuterhandel ist die Echte Goldrute selten geworden.
Vorkommen
Die Goldrute kommt ubiquitär auf der ganzen nördlichen Halbkugel von Nordafrika bis weit in den Norden vor. Sie bevorzugt die Übergänge von der Trockenwiese zum Waldrand und ist auch in trockenen Wäldern, Waldlichtungen, Heiden und auf Dünen anzutreffen. Man findet sie an Felsen bis auf 2500 m Höhe.
Verarbeitung
A.Vogel/Bioforce kultiviert die Echte Goldrute im biologischen Eigenanbau und bezieht auch Chargen aus biologischem Vertragsanbau. Die Ernte findet statt, wenn ein kleiner Teil der Blüten geöffnet und der grössere Teil noch geschlossen ist. Untersuchungen in der Bioforce haben gezeigt, dass die Pflanze dann den höchsten Flavonoid-Gehalt aufweist [1]. Die frisch geernteten oberirdischen Pflanzenteile werden mit Alkohol zu einer Tinktur mazeriert.