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Zur Geschichte
Erst vor ca. 10 Jahren fingen meist amerikanische Studien an, Beissunfälle zu erforschen. Diese wissenschaftlichen Studien zeigten auf, dass gerade Kinder häufig von Beissunfällen betroffen sind. Die Verletzungen sind für die jungen Opfer meistens gravierend und können sogar zum Tod führen.
John Uncle, ein bekannter Hundeverhaltensexperte aus London hat in Muswell Hill im Norden von London das London Canine Training Establishment gegründet. Er hat Hundeerzieher ausgebildet, welche weltweit tätig sind. 1984 hat er das Programm "Prevent a bite" entwickelt. Seither wurde es in zahlreichen Schulen Englands umgesetzt. Sein Präventionsprogramm soll Schülern und Lehrern vermitteln, wie man mit Hunden umgehen, zusammenleben und kommunizieren soll.Studie Ursula Horisberger, Medizinisch versorgte Hundebissverletzungen in der Schweiz - Opfer - Hunde - Unfallsituationen, Dissertation, Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Bern und Bundesamt für Veterinärwesen 2002
Einführung von Programmen zur Prävention von Beissunfällen in der Schweiz
Die Tierarärztin Linda Hornisberger passte 1996 ein solches Präventionsprogramm an die hiesigen Bedürfnisse an und führte es in der Region Bern ein.
Seitdem haben Kantone, privatrechtliche Vereine usw. eigene Präventionsprogramme zum Schutz der Kinder entwickelt, welche im Rahmen der Schulklassen durchgeführt werden.
Die Schweizerische Tierärztliche Vereinigung für Verhaltensmedizin (STVV) ist eine Fachsektion der Gesellschaft Schweizerischer Tierärzte. Sie befürwortet Präventionsprogramme, die die Vermeidung von Unfällen mit Hunden zum Ziel haben.
Das Bundesamt für Veterinärwesen BVET gibt namentlich die Broschüre ?Tapsi, komm?? heraus. Die Broschüre zeigt Kindern in verständlicher Art auf, wie sie sich einem bekannten oder fremden Hund gegenüber verhalten sollen. Sie soll zur Vermeidung von Beissunfällen dienen.
Sind Programme zur Vermeidung von Beissunfällen überhaupt wirksam?
Sandrine Chalet publizierte
2008 ihre wissenschaftliche Studie über die Wirksamkeit der
Präventionsprogramme der welschen Schweiz zur Vermeidung von Beissunfällen. Die
Studie zieht den Schluss, dass solche Programme sich positiv auf die Kenntnisse
der Kinder auswirken.
Die Schlüsse der Studie können nur schwierig in genereller Art und Weise auf das Verhalten der Kinder umgemünzt werden. Jedoch zeigen sie, dass solche Programme überhaupt wirksam sind und in der Prävention eine Rolle spielen. Die Studie bildet eine Referenz in der Schweiz.
(Sandrine Chalet, Evaluation des programmes de prévention des accidents par morsures de chien (PAM) en Suisse Romande. Revue Suisse des Sciences de l'Education 2/2008, 30(2), 367-383)