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Synode der EKS erfährt Gründe für den Rücktritt von Gottfried Locher
Die erste Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) hat am 15. Juni in Bern Informationen zu den Hintergründen des Rücktritts von EKS-Präsident Gottfried Locher vom 27. Mai erhalten. Wie die EKS in einer Medienmitteilung in der Nacht auf den 16. Juni schreibt, lieferten die fünf Mitglieder des Rats der EKS (Exekutive) den Synodalen Antworten auf die Interpellation mehrerer Mitgliedkirchen zu den Geschehnissen der letzten Monate. Demnach war im März eine Beschwerde einer ehemaligen EKS-Mitarbeiterin wegen Grenzverletzungen durch Locher eingegangen. Die Behandlung dieser Beschwerde sei durch die Offenlegung eines privaten Verhältnisses zwischen dem Präsidenten Gottfried Locher und dem Ratsmitglied Sabine Brändlin komplexer geworden, und juristische Interventionen hätten keine Transparenz der Kommunikation zugelassen. Gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte Ratsmitglied Ulrich Knoepfel am 16. Juni, Brändlin hätte nicht an diesem Ratsgeschäft beteiligt sein dürfen, da sie eine Liaison mit Locher hatte. «Deshalb muss man sie als befangen ansehen.» Brändlin demissionierte Ende April aus dem Rat, Locher Ende Mai.
Die Synode setzte nun ihrerseits eine Kommission ein, welche die internen und externen Untersuchungen leitet. Eine externe Anwaltskanzlei erstattet dieser Untersuchungskommission Bericht. Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) legte den Synodalen ausserdem einen Untersuchungsbericht vor, der die Arbeit des Rates und die Geschehnisse um den Präsidenten beleuchtet.
Die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz ist Anfang 2020 aus dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK) entstanden. An der Synode (ehemals Abgeordnetenversammlung) repräsentieren 81 Synodale aus 26 Mitgliedkirchen der EKS ihre Kirchen. An der ersten Synode in Bern waren 75 stimmberechtigte Synodale anwesend.
kath.ch/kh