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<h2>SubmittedText<h2><p>Bei Terminen beim Hausarzt, Spezialarzt oder im Spital werden regelmässig dieselben Untersuchungen mehrfach durchgeführt, insbesondere Labor und Röntgen. Doppelt durchgeführte Untersuchungen sind für Patientinnen und Patienten zudem unangenehm, belastend und können im Falle von Röntgenbildern auch zu einer erhöhten Strahlenbelastung führen.</p><p>Ein Mittel, um dies zu vermeiden, ist das vom Parlament verabschiedete Gesetz über das elektronische Patientendossier. Es wird jedoch auch festgestellt, dass, um sich vor juristischen Problemen und der öffentlichen Meinung zu schützen, eine Absicherungsmedizin betrieben wird, die wiederum zu Mehrfachuntersuchungen führt. </p><p>In diesem Zusammenhang habe ich folgende Fragen an den Bundesrat:</p><p>1. Wie beurteilt er die Problematik der medizinischen Mehrfachuntersuchungen?</p><p>2. Ist er auch der Meinung, dass medizinische Mehrfachuntersuchungen als Kostentreiber im Gesundheitswesen vermieden werden sollen?</p><p>3. Sieht er weitere Ursachen für mehrfach durchgeführte medizinische Untersuchungen?</p><p>4. Welche Massnahmen plant er zur Vermeidung von medizinischen Mehrfachuntersuchungen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Anhaltspunkte zur Situation bezüglich medizinischer Mehrfachuntersuchungen können aus der Erhebung "International Health Policy Survey" des Commonwealth Fund genommen werden. In der Umfrage 2010 bei der erwachsenen Bevölkerung ab 18 Jahren gaben von den befragten 1306 Personen 11,5 Prozent an, in den letzten zwei Jahren das Gefühl gehabt zu haben, dass ein ärztlich angeordneter Test überflüssig sei, weil er schon gemacht worden war. Damit war die Schweiz an vierter Stelle hinter Deutschland (20,6 Prozent), den USA (17,9 Prozent) und Frankreich (14,3 Prozent). In der Umfrage 2013 lag die Schweiz mit einem Anteil von 18,5 Prozent an vorderster Stelle. Bei einer Umfrage bei den Personen ab 55 Jahren im Jahr 2014 lag der Wert bei 12,4 Prozent. Der Bundesrat ist nicht zuletzt angesichts solcher Erhebungen der Ansicht, dass im Bereich Mehrfachuntersuchungen in der Schweiz ein Verbesserungspotenzial besteht. In Bezug auf Zweitmeinungen ist darauf hinzuweisen, dass es dabei grundsätzlich um ein weiteres Gutachten geht, das auf den vorhandenen Untersuchungen aufbaut, ohne dass diese wiederholt werden müssen.</p><p>2. Unnötige Mehrfachuntersuchungen stellen in der Tat vermeidbare Kosten dar. Es sind indessen keine Zahlen hinsichtlich Kostenvolumen von solchen Untersuchungen vorhanden.</p><p>3. Die Ursachen von Mehrfachuntersuchungen dürften wesentlich auch bei einer mangelnden Koordination und mangelnder Dokumentenweitergabe unter den Leistungserbringern liegen. </p><p>4. Mit der Strategie E-Health Schweiz von Bund und Kantonen wird die Entwicklung elektronischer Prozesse im Gesundheitswesen durch verschiedene Projekte gefördert. Insbesondere mit der Umsetzung des Bundesgesetzes über das elektronische Patientendossier (EPDG) leistet der Bundesrat einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Qualität und Effizienz der Behandlungsprozesse wie auch zur Verminderung von Mehrfachuntersuchungen. Das EPDG und die entsprechenden Verordnungen sollen im ersten Halbjahr 2017 in Kraft gesetzt werden.</p><p>Der Bund will zusammen mit den für die Gesundheitsversorgung zuständigen Kantonen und den Leistungserbringern mittels des gleichnamigen Projekts die koordinierte Versorgung für diejenigen Patientengruppen verbessern, die viele unterschiedliche und aufwendige Gesundheitsleistungen in Anspruch nehmen. Als erste Patientengruppe stehen (hoch-)betagte, mehrfach erkrankte Menschen im Fokus. Unter Einbezug der wichtigen Akteure wurde der Handlungsbedarf in den vier Bereichen "Stärkung des Patientenwillens und Vorausplanung eines allfälligen Pflegebedarfs", "Planung des Spitalaustritts sowie Betreuung an der Schnittstelle Spital/Pflegeheim/zu Hause", "Verbesserung des Zugangs zu spezialisierten, geriatrischen Versorgungsstrukturen" und "Schaffung von Grundlagen zur Vermittlung von geriatrischem Grundwissen" ermittelt. Dazu wurden Massnahmen identifiziert, welche aktuell auf Verwaltungsstufe von Bund und Kantonen in Zusammenarbeit mit den Leistungserbringern vertieft werden.</p><p>Weiter hat das Bundesamt für Gesundheit das Projekt zur Einführung von klinischen Audits in der Radiologie, Radio-Onkologie und Nuklearmedizin lanciert, mit dem Ziel, ungerechtfertigte Untersuchungen und Behandlungen mit ionisierender Strahlung in der Medizin zu minimieren und um Prozesse und Ressourcen zu optimieren. Die Schaffung entsprechender rechtlicher Grundlagen wurde in die Revision der Strahlenschutzverordnung aufgenommen. Der Bundesrat wird über diese Verordnung zu gegebener Zeit entscheiden.</p><p>Auch wird mit dem Nationalen Forschungsprogramm (NFP) 74 die Versorgungsforschung gefördert. Damit sollen unter anderem die Verminderung der Unter- und Überbeanspruchung von Leistungen sowie die Koordination und Zusammenarbeit unter den Gesundheitsfachpersonen mittels Studien und Entwicklung von Methoden und Konzepten unterstützt werden.</p>  Antwort des Bundesrates.