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Die Kälberkokzidiose hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Um das Krankheitsgeschehen zu verstehen, müssen einige Eigenschaften der Krankheit aufgezeigt werden:
- Der Erreger ist ein einzelliger Darmparasit, der die befallenen Darmzellen irreversibel schädigt.
- Der Erreger wird mit dem Kot ausgeschieden, sporuliert extern und kann danach wieder aufgenommen werden.
- Kokzidienoozysten sind sehr resistent gegen Desinfektionsmittel.
- Kokzidien sind in der Rindviehhaltung vermutlich immer präsent.
- Kokzidienerkrankungen brechen bei Futterwechseln, geschwächten Abwehrmechanismen und bei sehr hohem Keimdruck in der Umgebung aus.
Folgende Lösungsansätze für das Beheben des Bestandesproblems bieten sich an:
- Kälber in den ersten Lebens wochen in gleichaltrigen, kleinen Gruppen halten.
- Leicht zu reinigende Boxen, die keinen Körperkontakt zu älteren Tieren ermöglichen.
- Die Einstreu muss trocken sein.
- Box und die Tiere sollten so sauber wie möglich gehalten werden.
Kommen wir nun zur eigentlichen Frage: Was kann vorbeugend mit der Fütterung gegen Kokzidioseerkrankung unternommen werden?
Die Hauptansatzpunkte sind Folgende:
- Das Kalb sollte möglichst abwehrstark gemacht werden.
- Die Verdauung sollte möglichst stabil gehalten werden und dem Kalb muss für einen optimal laufenden Stoffwechsel möglichst viel Energie zugeführt werden.
Die Kälber müssen maximal mit Kolostrum versorgt werden, damit eine passive Immunität gegen begünstigende neonatale (bei Neugeborenen auftretende) Darmkrankheiten aufgebaut wird.
Die Fütterung des Kalbes soll in den ersten Lebenswochen auf eine maximale Energieaufnahme ausgerichtet sein. Das bedeutet, dass das Kalb die Möglichkeit hat, mehr als zweimal täglich Milch aufzunehmen, damit der Verdauungstrakt optimal ausgelastet wird. Ab der zweiten Lebenswoche muss dem Kalb nebst dem vorgeschriebenen Wasser und Heu auch ein energiedichtes Kälberfutter angeboten werden, sei das in Form von Kälbermash oder getreidehaltigem Kraftfutter mit Maispflanzenwürfeln.
Der Vitamin- und Spurenelementversorgung des Kalbes, und allenfalls schon des Muttertieres in der letzten Trächtigkeitsphase, ist Beachtung zu schenken.
Falls diese Massnahmen keine oder zu wenig Wirkung zeigen, kann der Bestandestierarzt Kotproben zur Diagnoseabsicherung untersuchen. Im bestätigten Fall wird eine medikamentöse, saisonale Kokzidiose-Prophylaxe zur Unterbrechung der Infektionskette im Bestand angeordnet.

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