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Tavares hatte der Tageszeitung "Die Welt" (Samstag) gesagt, viele Strukturen bei Opel seien nicht schlank genug. "Mein Eindruck ist, viele Probleme rühren daher, dass Dinge bei Opel überdimensioniert sind, dass sie zu viel Energie verbrauchen, dass Abläufe nicht effizient genug sind", sagte der PSA-Chef.
Schäfer-Klug betonte, der US-Autobauer GM habe mehr als 80 Prozent der Entscheidungen bei Opel am Konzernsitz in Detroit getroffen. "Das ist ein wesentlicher Unterschied zwischen Opel und PSA", so der Gesamtbetriebsratsvorsitzende. Er kritisierte erneut, dass auch "ein Teil der Opel-Manager auf allen Ebenen in den letzten 20 Jahren den Kurs der Mutter GM kritiklos" mitgetragen habe.
Der französische Hersteller hatte Opel zum 1. August übernommen. Ein erster Sanierungsplan soll nach 100 Tagen im November vorgestellt werden.
Berechnungen des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer zeigen, dass die Rüsselsheimer zusammen mit der britischen Schwester Vauxhall dem neuen Mutterkonzern PSA bei einer wichtigen Grösse hinterhinken. Als Massstab nimmt er unter anderem die Mitarbeiter-Effizienz: PSA habe 2016 je Beschäftigtem 35 Fahrzeuge verkauft, Opel sowie die britische Schwester Vauxhall nur 30,4. "Hätte Opel-Vauxhall die gleiche Arbeitsproduktivität wie PSA im Automotive-Bereich, hätten die (2016 hergestellten) 1,162 Millionen Fahrzeuge mit 33 205 Mitarbeitern produziert werden können - das wären 4965 Mitarbeiter weniger", schreibt Dudenhöffer in einer aktuellen Studie. Zudem lägen etwa im Entwicklungsbereich zahlreiche Doppelfunktionen bei Opel und PSA vor, so dass es hier ebenfalls mögliche Synergieeffekte gebe.
Opel-Beschäftigte in den deutschen Werken sind über einen Tarifvertrag bis Ende 2018 vor Entlassungen geschützt. Eine Verlängerung der Jobgarantie darüber hinaus hatte Tavares abgelehnt./bvi/DP/he
(AWP)