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Noch im November 2012 hatte nichts darauf hingedeutet, dass Antoine Griezmann bei der WM 2014 in Brasilien für die «Equipe tricolore» stürmen würde. Der Angreifer aus dem burgundischen Macon hatte sich vor eineinhalb Jahren während zwei Barrage-Spielen der französischen U21 gegen Norwegen auf einen unbewilligten Ausflug ins Pariser Nachtleben begeben und war daraufhin für ein Jahr suspendiert worden.
Ungläubig über die Ereignisse
Erst im März dieses Jahres debütierte er in der französischen A-Nationalmannschaft beim 2:0-Sieg im Testspiel gegen die Niederlande. Dass er an der WM-Endrunde dabei sein würde, kann er selbst noch kaum glauben.
Zur L’Equipe sagte er auf die Frage, ob er vor 6 Monaten an einen Einsatz im WM-Startspiel geglaubt habe: «Ich hätte wahrscheinlich gesagt: ‚Nehmen Sie mich auf den Arm?‘»
Mit 13 Jahren nach San Sebastian
Griezmann ging in seiner Karriere einen aussergewöhnlichen Weg. Als schmächtiger Spieler fand er in Frankreich kein Ausbildungs-Zentrum, unter anderem wurde er in Lyon abgelehnt. Bei einem Junioren-Turnier, das er als 13-Jähriger mit Montpellier bestritt, wurde schliesslich Real Sociedad San Sebastian auf ihn aufmerksam.
Als 18-Jähriger kam er in der Folge erstmals für die 1. Mannschaft der Basken zum Einsatz und war danach am Aufstieg von der 2. Liga bis in die Champions League massgeblich beteiligt.
Ribérys Forfait als Glücksfall
Nun hat ihn sein Weg gar bis zur WM nach Brasilien geführt. In Griezmanns Karten spielte die verletzungsbedingte Absage von Superstar Franck Ribéry – und seine starken Leistungen seit dem ersten Aufgebot. Der 23-Jährige, in San Sebastian Teamkollege des Schweizers Haris Seferovic, hat in bislang 5 Länderspielen 3 Mal getroffen, beim 8:0-Kantersieg Anfang Juni über Jamaika liess er sich als Doppeltorschütze feiern. «Es war einfach, mich in diese Mannschaft zu integrieren. Das Spielsystem steht», so Griezmann.
Das Lob vom Trainer
Nationalmannschaftstrainer Didier Deschamps äusserte sich ebenfalls lobend über den Linksfüsser, der in der abgelaufenen Primera-Division-Saison mit 16 Treffern Nummer 6 im Torschützen-Ranking hinter den Grössen Cristiano Ronaldo, Lionel Messi, Diego Costa, Karim Benzema und Alexis Sanchez war. «Ich habe ihn aufgeboten, weil er viel mitbringt», so Deschamps.
Im zweiten Gruppenspiel gegen die Schweiz hofft Griezmann ebenfalls wieder auf einen Platz in der Startelf. Konkurrenz könnte ihm der ebenfalls formstarke Olivier Giroud machen.
Programm-Hinweis
Sehen Sie die Partie zwischen der Schweiz und Frankreich ab 20:10 Uhr live auf SRF zwei und im Livestream. Zudem können Sie das Spiel ab 21:00 Uhr live im Radio auf SRF 3 mitverfolgen.