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<h2>SubmittedText<h2><p>Verschiedene Studien untersuchen die gesundheitlichen Folgen im Zusammenhang mit der Nutzung elektronischer Medien. Eine besonders vulnerable Bevölkerungsgruppe stellen die Jugendlichen dar. Eine kürzlich im "J Youth Adolescence" publizierte Studie der Universität Basel untersuchte den Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und Depression und den Gewohnheiten der Jugendlichen bei der Nutzung der Smartphones. Offensichtlich nutzen jugendliche Smartphone-Besitzerinnen und -Besitzer die elektronischen Medien häufiger nachts im Bett vor dem Einschlafen, sind zu dieser Zeit über ihr Smartphone vermehrt online und empfangen oder senden Messages. Die wissenschaftliche Datenlage erhärtet sich, dass es von der Art der Nutzung elektronischer Medien abhängt, ob Jugendliche unter Schlafstörungen leiden oder sogar eine erste depressive Episode erleiden. Erste depressive Episoden im Jugendalter korrelieren mit einem hohen Risiko, erneut an einer Depression zu erkranken im Erwachsenenalter. Das wiederum stellt neben dem individuellen Leiden auch ein gesellschaftliches und volkswirtschaftliches Risiko dar. Depressionen stellen eine hohe Belastung dar für Elternschaft und Partnerschaft und gefährden Integration und Karriere am Arbeitsplatz. Ich stelle dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Verfolgt er systematisch die Datenlage zur Nutzung der neuen Medien, insbesondere im Zusammenhang mit der gesundheitlichen Gefährdung vulnerabler Gruppen wie Kinder oder Jugendlicher?</p><p>2. Sieht er Handlungsbedarf? Falls nein, warum nicht?</p><p>3. Welche Möglichkeiten und Massnahmen kann er aufzeigen, um die Information von Eltern, Lehrer- und Ärzteschaft, aber auch der Jugendlichen selbst zu verbessern und die Kompetenz der Nutzung neuer Medien zu erhöhen?</p><p>4. Welche Instrumente stehen ihm zur Evaluation von sich schnell verändernden Lebensgewohnheiten und deren gesundheitlicher Auswirkungen bei Kindern und Jugendlichen zur Verfügung? </p><p>5. Welche Instrumente braucht er, um insbesondere wirksame Massnahmen im Zusammenhang mit der Nutzung elektronischer Medien zu treffen?</p><p>6. Wie können die Synergien zwischen kantonalen und nationalen Bemühungen/Kompetenzen und Ressourcen verbessert werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1./2. Der Bundesrat hat den Bericht "Gefährdungspotenzial von Internet und Online-Games" in Erfüllung der Postulate Forster-Vannini 09.3521 und Schmid-Federer 09.3579 am 15. August 2012 verabschiedet. Die Analyse ergab, dass zwischen 1 und 6 Prozent der Internetnutzenden einen problematischen Umgang mit elektronischen Medien aufweisen. Die Prävalenz ist noch gering, doch ist aufgrund zunehmender Fallzahlen in Suchthilfeeinrichtungen eine Zunahme der Problematik nicht auszuschliessen. Ähnliche Schlüsse können aus der Schweizerischen Gesundheitsbefragung gezogen werden: Gemäss der letzten Erhebung 2012 sind es etwa 2 Prozent der Jugendlichen, die sehr oft spielen. Die Daten lassen erkennen, dass häufig spielende Jugendliche etwas mehr Schlafprobleme haben. Hingegen gibt es keine Hinweise auf häufigere Depressionen oder psychische Belastungen im Zusammenhang mit der Spielhäufigkeit.</p><p>Vor diesem Hintergrund erteilte der Bundesrat mit der Verabschiedung des Berichtes dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) den Auftrag, folgende Aktivitäten umzusetzen bzw. weiterzuführen:</p><p>a. die wissenschaftlichen Grundlagen mittels bestehender Monitoringsysteme (Nationales Suchtmonitoring) zu verbessern;</p><p>b. die Früherkennung und Frühintervention im Rahmen des dritten Massnahmenpakets des Bundes zur Verminderung der Drogenprobleme (Mapadro III) zu intensivieren;</p><p>c. über bestehende Plattformen die Fachwelt für die Thematik der exzessiven Internetnutzung zu sensibilisieren;</p><p>d. die im Zusammenhang mit der Erarbeitung des Expertenberichtes eingesetzte Expertengruppe zu beauftragen, die weitere Entwicklung zu beobachten, zu beurteilen und dem BAG periodisch darüber zu berichten.</p><p>Die Expertengruppe wird dem BAG ihren ersten Bericht Ende dieses Jahres unterbreiten. Nach vorläufigen Erkenntnissen hat sich die Problematik nicht dramatisch verändert. Die Expertengruppe hat jedoch bereits den Auftrag, dem Zusammenhang von Schlafstörungen und Nutzung elektronischer Medien besondere Aufmerksamkeit zu schenken.</p><p>Nebst diesen spezifischen Massnahmen kommt der Förderung eines kompetenten Umgangs mit den Chancen und Gefahren von digitalen Medien eine besondere Bedeutung zu. Massnahmen zur Förderung von Medienkompetenzen sind im Rahmen des Nationalen Programms Jugend und Medien gebündelt, welches der Bund in Zusammenarbeit mit den Kantonen, der Wirtschaft, Hochschulen und privaten Organisationen umsetzt.</p><p>3. Mit <a href="http://www.jugendundmedien.ch">www.jugendundmedien.ch</a> besteht für Eltern und Fachpersonen eine zentrale Informationsstelle. Sie erhalten umfassende Informationen zur sicheren und altersgerechten Mediennutzung sowie zur Wahrnehmung einer aktiven Begleitrolle. Kantone und Fachorganisationen finden Unterstützung bei der Weiterentwicklung ihrer Sensibilisierungsangebote. Gleichzeitig werden innovative Methoden wie Peer Education erprobt, da die Mediensozialisation im Jugendalter hauptsächlich in der Gleichaltrigen-Gruppe erfolgt.</p><p>4. Der Bund verfolgt die sich schnell verändernden Lebensgewohnheiten und deren gesundheitliche Auswirkungen bei Kindern und Jugendlichen mittels der Schweizerischen Gesundheitsbefragung, des Nationalen Suchtmonitorings und der Beteiligung an der periodisch durchgeführten internationalen Erhebung "Health Behaviour in School-aged Children" (HBSC).</p><p>5./6. Ausgehend von der derzeit laufenden Evaluation des bis Ende 2015 befristeten Nationalen Programms Jugend und Medien bereitet das Bundesamt für Sozialversicherungen in Beantwortung der Motion Bischofberger 10.3466, "Effektivität und Effizienz im Bereich Jugendmedienschutz und Bekämpfung von Internetkriminalität", einen Bericht zur Ausgestaltung des Kinder- und Jugendmedienschutzes in der Schweiz vor. Dabei wird geprüft, welche Massnahmen sich zur Förderung von Medienkompetenzen bewährt haben, mit welchen Instrumenten die Qualitätssicherung von Massnahmen sowie eine effiziente Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen, der Wirtschaft und privaten Organisationen sichergestellt werden können. Gleichzeitig wird geprüft, ob Regulierungsbedarf auf Bundesebene besteht. Der Bundesrat wird den Bericht und allfällige damit verbundene Massnahmen voraussichtlich im Juni 2015 verabschieden.</p>  Antwort des Bundesrates.