Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/110152

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Eidgenössische Kommission für Frauenfragen in eine Kommission für Geschlechterfragen umzuwandeln respektive eine Kompetenzstelle innerhalb der Bundesverwaltung zu bezeichnen, welche sich spezifischer Buben-, Männer- und Väterfragen und entsprechender Probleme annimmt.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat misst der Gleichstellung von Frau und Mann in allen Lebensbereichen grosse Bedeutung bei. Er geht mit dem Motionär einig, dass eine zukunftsgerichtete Gleichstellungspolitik sich auch mit männerspezifischen Fragen befassen muss. Dazu gehören namentlich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie das Familien- und Scheidungsrecht. Der Bundesrat anerkennt denn auch die Wichtigkeit des diesbezüglichen zivilgesellschaftlichen Engagements vieler Männer und Frauen.</p><p>Die Eidgenössische Kommission für Frauenfragen (EKF) hat als ausserparlamentarische Verwaltungskommission die Aufgabe, den Bundesrat in Fragen zu beraten, welche die Stellung der Frau in der Schweiz betreffen. Die EKF ist das einzige nationale Gremium, welches sich gemäss ihrem Mandat aus einer frauenpolitischen Sichtweise heraus mit allen Fragen befasst, welche frauenspezifische Anliegen sowie die Gleichstellung der Geschlechter betreffen. Die Zusammensetzung und das Mandat der EKF garantieren dabei, dass die Kommission bei ihrer Arbeit auch die männliche Perspektive mitberücksichtigt. Zurzeit sind die Männer mit drei Mitgliedern in der 20-köpfigen Kommission vertreten. Die Kommission hat bereits verschiedentlich Schritte unternommen mit dem Ziel, den Männeranteil zu erhöhen. Allerdings hat sich bei diesen Bemühungen gezeigt, dass es schwierig ist, Männer für eine Mitarbeit in der Kommission zu gewinnen. Die Kommission wird ihre Bemühungen in dieser Sache weiterführen. Eine Umbenennung der EKF in Eidgenössische Kommission für Geschlechterfragen verbunden mit der Betrauung mit einem zusätzlichen Auftrag lehnt der Bundesrat sowohl aus sachlichen als auch aus finanziellen Gründen ab.</p><p>Im Unterschied zur EKF hat das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) als Bundesamt den gesetzlichen Auftrag, die Gleichstellung beider Geschlechter in allen Lebensbereichen zu fördern. Konkret heisst dies, dass das EBG bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben in den beiden Schwerpunktbereichen Gleichstellung im Erwerbsleben und Gleichstellung in der Familie auch die Perspektiven und Anliegen von Männern und Vätern mit einbezieht. Das EBG führt seit mehreren Jahren im Rahmen eines Geschlechterdialogs einen regelmässigen Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern von Frauen- und Männerorganisationen. 2009 hat es hierzu gemeinsam mit den Dachorganisationen eine "Tagung zur Förderung des Dialoges und der Zusammenarbeit zwischen Frauenorganisationen, Männerorganisationen und Gleichstellungsbüros" durchgeführt. Bei der Vergabe von Finanzhilfen für mehr Gleichstellung im Erwerbsleben unterstützt das EBG regelmässig auch Projekte, die sich gezielt an Männer richten. So wird beispielsweise seit 2004 ein Projekt mitfinanziert, welches die Berufe des Unterstufenlehrers bzw. des Kindergärtners bei Männern bekanntmachen und die Erhöhung des Männeranteils in den Schulen erreichen will. In Anerkennung der Tatsache, dass immer mehr Väter Kinderbetreuungsaufgaben übernehmen, hat das EBG zusammen mit dem VBS 2008 eine Informationsbroschüre zu Leistungen der Erwerbsersatzordnung herausgegeben, welche sich an Männer und Frauen richtet, die Kinder betreuen und zeitweise Militär-, Zivil- oder Schutzdienst leisten. Die Fachstelle gegen Gewalt des EBG wiederum konzentriert sich in ihrer Arbeit auf die Problematik der Gewalt gegen Frauen und Männer in Paarbeziehungen und Trennungssituationen. Angesichts dieser breiten, beide Geschlechter umfassenden Haltung, die das EBG bei der Ausübung seiner Aufgaben einnimmt, sieht der Bundesrat keine Notwendigkeit zur zusätzlichen Schaffung einer Fachstelle für Männer-, Väter- und Bubenfragen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.