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Forschung
Das Schifffenster ist Teil eines Zyklus, der vom bekannten Glasmaler Johann Jakob Röttinger (1817–1877) geschaffen und 1876 aus Anlass der Neuerrichtung des Kirchenschiffs eingesetzt wurde (Scheiwiller-Lorber, 2014, S. 324). In den drei Rundfenstern im Chor sowie in den Bogenausmündungen der acht Schifffenster, die ansonsten wie die Chor- und Emporenfenster eine einfache, gelb eingefasste Rautenverglasung aufweisen, sind Medaillons mit farbig gestalteten christlichen “Monogrammen” (Symbole, Bilder und Buchstabenfolgen) untergebracht. Mit Schwarzlot bemalt und hauptsächlich in den Farben blau, rot und gelb gehalten, zeichnen sich die Medaillons in Herdern durch kräftige Farbkontraste aus. Als “Chiffren” der Heilsgeschichte wurden solche Monogramme im dritten Viertel des 19. Jahrhunderts oft in katholischen Kirchen angebracht und häufig in ähnlicher Art ausgeführt. Ein Grund dafür liegt darin, dass es sich um eine kostengünstige Variante der Fenstergestaltung handelte. Vergleichbare Glasmalereien von Röttinger befinden sich bspw. in der katholischen Pfarrkirche von Alterswil FR (Scheiwiller-Lorber, 2014, S. 168–172). Womöglich handelt es sich bei den Glasfenstern der katholischen Kirche St. Sebastian um das letzte Werk Johann Jakob Röttingers.
Der Zyklus wurde während der Amtszeit von Pfarrer Joseph Ignaz Kurz (1837–1891) in Auftrag gegeben. Kurz war 1863–1865 Pfarrer in Aadorf und 1865–1891 in Herdern (StATG, 8'619, Kurz). Bereits während seiner Amtszeit in Aadorf waren dort für den Neubau der Kirche Glasmalereien bei Röttinger in Auftrag gegeben worden (Katholisches Kirchgemeindearchiv Herdern, B 17.2.05).
Datierung
1876
Zeitraum
1875 – 1876
Eigentümer*in
Katholische Kirchgemeinde FrauenfeldPLUS