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Herzlichen Dank, Patrick Graf!
Archiv: 24. Januar 2008
In der Dezembersession 2007 ist Patrick Graf aus dem Grossen Rat, wie er dannzumal noch hiess, zurückgetreten. Patrick rückte im Jahr 2002 ins Parlament nach und wurde bei den folgenden Wahlen jeweils mit Glanz wiedergewählt, so 2007 mit dem besten grünen Resultat im Wahlkreis Luzern-Land.
von Adrian Borgula, Kantonsrat Grüne, Luzern
Als er und seine Frau erstmals Eltern wurden und der Umzug nach Emmenbrücke anstand, entschied sich Patrick, die Prioritäten etwas zu verschieben und die Parlamentstätigkeit aufzugeben. Die Fraktion verliert mit Patrick ein erfahrenes und engagiertes «Gspänli», das wir nur ungern ziehen lassen...
Patrick war bei seinem Eintritt in den Rat mit nicht ganz dreissig Jahren einer der jüngsten Parlamentarier. Er hat sich schnell in die Dossiers eingearbeitet. Als Umweltingenieur brachte er in der Umwelt- und Energiepolitik viel Fachwissen mit und entwickelte schnell eine grosse thematische Breite. Die Fraktion vertrat er vorerst in der Kommission «Gesundheit, Arbeit, Soziales» und in der Staatspolitischen Kommission, wo er z. B. für unsere Einbürgerungsinitiativen kämpfte. Später nahm er in der Kommission «Verkehr und Bau» Einsitz, wo er (auch als passionierter Liegeradfahrer) die Sicht der schwächeren und umweltfreundlichen Verkehrsteilnehmenden in die Kommission einbrachte.
Genauigkeit und Umsichtigkeit
Patricks parlamentarische Arbeit zeichnete sich durch Genauigkeit und Umsichtigkeit aus. Bereichernd war für mich unter anderem, dass er «gesetzte Positionen» auch mal hinterfragte. Patrick verfolgte im Spektrum der Fraktion eine eher moderate Linie. Erstaunlich, dass ihn ein Ratskollege aus der FDP - heute ist er Friedensrichter... - in einer Debatte als «Scharfmacher von Kriens» bezeichnete. Ich habe dies als indirekte Anerkennung für Patricks Hartnäckigkeit verstanden.
Diese Hartnäckigkeit zeitigte Erfolge, etwa als es um einen Mindestanteil von Nichtraucher-Tischen in Gaststätten ging, um bezahlbare Transportmöglichkeiten für Behinderte, um mehr Busspuren oder um einen weniger fusionshemmenden Finanzausgleich. Mit einem Vorstoss hat er auch das «Steuermodell Zehnder» als Steuersystem zur Diskussion
gebracht.
Mit zarten 35 Jahren ist nun Patrick bereits «alt Grossrat» geworden. Ich bin sicher, dass er die frei gewordene Zeit geniesst und dass ihn die Politik dennoch nicht ganz loslassen wird. Herzlichen Dank für deine grosse geleistete Arbeit, Patrick!
Neues aus der Kantonsratsfraktion
Seit dem 1. Januar 2008 heisst das Luzerner Kantonsparlament nun gemäss der neuen Staatsverfassung Kantonsrat. Dass mit unserem Co-Präsidenten Michael Töngi ein ebenfalls sehr erfahrener Politiker - ein junger alter Politikfuchs - die Lücke schliesst, die Patrick Graf hinterlassen hat, freut die Fraktion sehr. Sein Einstand ist in der Dezembersession bestens geglückt - herzlich willkommen, Michael!
Einen Wechsel gibt es auch an der Fraktionsspitze: Da ich im Dezember zum Kantonsrats-Vizepräsidenten gewählt wurde, habe ich das Fraktionspräsidium abgegeben. Die Fraktion hat Nino Froelicher zum neuen Fraktionspräsidenten bestimmt. Damit sind wir Grünen nun vorübergehend zu zweit in der siebenköpfigen Geschäftsleitung des Kantonsrates vertreten.