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Vereinbarung zur Förderung der Mobilität der Studierenden der Mathematik an den Universitäten und Hochschulen der Schweiz
zwischen den folgenden Parteien:
Die Universität Basel
Die Universität Bern
Die Universität Freiburg
Die Universität Genf
Die Universität Lausanne
Die Universität Neuenburg
Die Universität Zürich
Die ETH Lausanne
Die ETH Zürich
Februar 1992
INGRESS
Gestützt auf die "Konvention zwischen den schweizerischen Universitäten und Hochschulen über die Mobilität der Studierenden" vom 20. Dezember 1989;
gestützt auf die "Botschaft über Massnahmen für die internationale Zusammenarbeit im Bereich der höheren Bildung und für die Mobilitätsförderung" des Bundesrates vom 17.9.90;
gestützt auf die "Richtlinien zur Immatrikulation und zur Entrichtung der Studiengebühren der Mobilitätsstudenten" der Schweizerischen Hochschulkonferenz vom 18.10.1990;
in Anbetracht, dass die Parteien, welche die vorliegende Vereinbarung unterzeichnen, die Mobilität der Mathematikstudenten an den Universitäten und Hochschulen der Schweiz fördern wollen;
in Anbetracht, dass die Parteien auch den künftigen Beitritt der Schweiz zum ERASMUS-Programm der Europäischen Gemeinschaft und die Mobilität der Studierenden zwischen den Hochschulen Europas im weiteren Sinn fördern wollen;
in Anbetracht, dass die Parteien sich auf die mit dem ECTS-System (System zur Anrechnung von Studienleistungen) des ERASMUS-Programms gemachten Erfahrungen stützen wollen, welches die Förderung der studentischen Mobilität innerhalb der Europäischen Gemeinschaft bezweckt, erlassen die schweizerischen Universitäten und Hochschulen die folgenden Bestimmungen:
Art. 1 GEGENSTAND
Ziel dieser Vereinbarung ist es, jedem Mathematikstudenten, der an einer Universität oder Hochschule immatrikuliert ist, welche der Vereinbarung angehört, die Möglichkeit zu geben, einen Teil seiner Studien an einer oder mehreren andern Hochschulen seiner Wahl zu absolvieren.Art. 2 GELTUNGSBEREICH
Diese Vereinbarung findet auf jeden Studenten Anwendung, welcher ein Mathematikstudium absolviert, das zu einem der folgenden akademischen Titel führt:
- Diplom der Mathematik der Universität Basel;
- Lizentiat in Mathematik, Lizentiat in Mathematischer Statistik und Versicherungslehre der Universität Bern;
- Diplom in Mathematik der Universität Freiburg;
- "Diplôme de Mathématicien, Diplôme en Mathématique et Informatique, Licence ès Sciences Mathématiques" der Universität Genf;
- "Licence ès Sciences Mathématiques, Diplôme de Mathématicien" der Universität Lausanne;
- "Diplôme de Mathématicien" der Universität Neuenburg;
- Diplom in Mathematik der Universität Zürich;
- "Diplôme d'ingénieur mathématicien, Diplôme de mathématicien" der ETH Lausanne;
- Diplomierte(r) Mathematiker(in) der ETH Zürich.
Art. 3 ANERKENNUNG DER STUDIEN
Die Parteien anerkennen, dass jeder Student, der zur Erlangung eines der oben erwähnten Titel eingeschrieben ist, unter Vorbehalt von Artikel 6 der Konvention zwischen den schweizerischen Universitäten und Hochschulen über die Mobilität der Studierenden vom 20. Dezember 1989, die Möglichkeit hat, einen Teil seiner Studien an einer andern Universität oder Hochschule, im folgenden als "Gasthochschule" bezeichnet, zu absolvieren, welche dieser Vereinbarung angehört.
Die Parteien verpflichten sich, die an der Gasthochschule absolvierten Studien innerhalb der Schranken dieser Vereinbarung anzuerkennen.
Art. 4 IMMATRIKULATION, EINSCHREIBUNG UND GEBÜHREN
Während der gesamten Studiendauer bleibt der Student an der Hochschule immatrikuliert, an welcher er sein Mathematikstudium begonnen hat; diese wird im folgenden als "Herkunftshochschule" bezeichnet. Der Wechsel von einer Hochschule zur andern im Sinne von Artikel 9 bleibt vorbehalten.
An der Gasthochschule ist der Student unter der Bezeichnung "Mobilitätsstudent" eingeschrieben.
Während der gesamten Studiendauer entrichtet der Student die Semestergebühren an die Herkunftshochschule. Die Einschreibung an der Gasthochschule verleiht ihm die gleichen Rechte und Pflichten wie einem immatrikulierten Studenten.
Art. 5 VOM STUDENTEN ZU ERFÜLLENDE BEDINGUNGEN
Um von den Möglichkeiten dieser Vereinbarung Gebrauch machen zu können, muss der Student sein erstes Studienjahr an der Herkunftshochschule erfolgreich abgeschlossen haben.
Der Studierende ist verpflichtet, im Einverständnis mit dem Koordinator der Herkunftshochschule sein Studienprogramm zu erstellen.
Nachher kann der Student grundsätzlich bis zu zwei Semester an der gleichen Gasthochschule absolvieren. Die Frage des in Artikel 9 geregelten Wechsels von einer Hochschule zur andern bleibt indessen vorbehalten.
Wenn ein Student die Lizentiats- oder Diplomarbeit an einer Gasthochschule machen möchte, muss er alle im Studienreglement der Herkunftshochschule vorgesehenen Bedingungen erfüllen, insbesondere bezüglich Zulassung zur Diplomarbeit und deren Umfang. Das Diplom wird von der Herkunftshochschule erteilt.
Art. 6 ANERKENNUNG VON LEISTUNGSAUSWEISEN, KONTROLLE DER KENNTNISSE (Geändert im September 1997)
Die Herkunftshochschule verpflichtet sich, die Gleichwertigkeit der an der Gasthochschule erworbenen Leistungsausweise zu anerkennen.
Die Gasthochschule stellt entsprechende Bescheinigungen aus.
Die Gasthochschule führt auf Ersuchen der Herkunftshochschule eine Kontrolle der im Rahmen ihrer Lehrveranstaltungen erworbenen Kenntnisse durch.
Art. 7 ORGANISATION (Geändert im September 1997)
Jede Partei bezeichnet in ihrer Hochschule einen Koordinator, der für die Anwendung dieser Vereinbarung verantwortlich ist.
Die Koordinatoren führen bei Bedarf gemeinsame Sitzungen durch. Diese werden durch den Präsident einberufen. Sie beaufsichtigen den Aufbau und die kohärente Anwendung der Vereinbarung.
Die Koordinatoren können sich zur Erfüllung ihrer Aufgaben von Experten unterstützen lassen.
Aufgabe des Koordinators ist es namentlich, den Studenten zu informieren und mit ihm das Studienprogramm an der bzw. den Gasthochschulen vorzubereiten.. Der Koordinator erstellt ein Dossier des Studenten, das er zusammen mit dem Studienprogramm an die Gasthochschule überweist. Ausserdem kümmert sich der Koordinator um die Integration der Mobilitätsstudenten in seine Hochschule.
Art. 8 MOBILITÄTSSTIPENDIEN
Zur Förderung der Anwendung dieser Vereinbarung stellt jede Hochschule im Rahmen der zu diesem Zweck bestimmten Beträge ihren Studenten ein Stipendium zur Verfügung im Hinblick auf deren Aufenthalt an einer Gasthochschule.
Art. 9 WECHSEL DER HOCHSCHULE
Für den Studenten, der sich während der Studien an einer andern Hochschule immatrikulieren will, gelten, gemäss Artikel 4 der "Konvention zwischen den schweizerischen Universitäten und Hochschulen über die Mobilität der Studierenden vom 20. Dezember 1989", die Zulassungsbedingungen der neuen Hochschule.
Ausserdem verpflichten sich die Parteien, die an der ersten Hochschule erfolgreich abgeschlossenen Studienjahre anzuerkennen. Indessen können sie den Studenten dazu anhalten, Prüfungen abzulegen, die er an der ersten Hochschule nicht hätte ablegen müssen, und die ihnen für die Fortsetzung der Studien wesentlich erscheinen.
Art. 10 INKRAFTTRETEN UND DAUER DER VEREINBARUNG
Diese Vereinbarung tritt in Kraft, sobald sie von fünf Parteien unterzeichnet worden ist. Sie ist ab dem darauffolgenden Semester anwendbar.
Sie bleibt bis zum 31. Oktober 1995 in Kraft. Bis spätestens ein Jahr vor diesem Datum hat eine Partei die Möglichkeit, die Vereinbarung zu kündigen. Ist dies nicht der Fall, wird sie danach von Jahr zu Jahr erneuert.