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Leander Pfenninger wurde am 14. Dez.1933 als drittes und drittletztes Kind in eine Pfarrfamilie hineingeboren. Sein Vater, Arthur Pfenninger, war Dichter, Pfarrer und Musiker. Seine ganze Familie wurde jeweils in die Aufführung seiner Dramen, z.B. das Leben Zwinglis etc. mit einbezogen. Das riesige Pfarrhaus in Zürich-Wipkingen beherbergte stets Flüchtlinge aus verschiedenen Staaten. Für Leander war schon früh klar, dass er Pfarrer und in zweiter Linie Dichter oder Entdecker (wie Livingston) werden wollte. Er genoss seine Studienjahre an den theologischen Fakultäten in Zürich und Göttingen. In Zürich sass er unter anderem noch zu Füssen des bekannten Systematikers Prof. Emil Brunner. Leander blieb stets ein kritischer, eigenständiger und auch origineller Denker. Am 24. Mai 1959 wurde er in Zürich-Witikon ordiniert. Der Pfarrerberuf gab ihm grosse Befriedigung. In der Freizeit ging er seinen verschiedenen Neigungen und Leidenschaften nach. Er schrieb Erzählungen, Gedichte, Essays und sein Leben lang Tagebuch, wovon er aber nie etwas veröffentlichte. Seine Ferien-Bildungsreisen führten ihn stets in biblisches Einzugsgebiet, zu archäologischen Stätten und zu andern christlichen Religionsgemeinschaften. Ein Bild zeigt ihn Arm in Arm mit dem Patriarchen der griechisch-orthodoxen Kirche in Griechenland. Als passionierter Fotograf kamen auch die Kirchgemeinden in den Genuss seiner Erlebnisse.
Seine ersten Erfahrungen als Pfarrer machte er in Siblingen SH (1959-1968). Danach erweiterte er seinen Horizont in einer sozialen Tätigkeit (Liebeswerk“ Bergweihnacht“ mit Sitz in Thun). In dieser Zeit reifte sein Plan zur Verheiratung. Nach einem halbjährigen Vikariat in Davos, brach das Paar Leander und Verena Pfenninger zusammen auf zu neuen Ufern.
1970 bis 1979 arbeiteten sie in Lugano im deutschsprachigen Pfarramt der dreisprachigen Gemeinde Sottoceneri zusammen. Da sich die vier Gemeinden (Valdenser, französisch-italienisch, und zwei deutschsprachige Gemeinden) vor ihrer Ankunft zusammengeschlossen hatten, herrschte ein grosse Euphorie. Empfangen wurden sie von einer dynamischen Kirchenpflege und liebevollen Kollegen, die bald zu engen Freunden wurden. Die Pionierarbeit war hochinteressant, herausfordernd und auch dankbar, da sich die Gemeinde aus interessierten, freiwilligen Mitgliedern zusammensetzte. Die Mehrsprachigkeit und die Offenheit – die Gemeindeglieder kamen aus aller Welt – ergab eine grosse Horizonterweiterung. Die grosse soziale Streuung (vom Clochard bis zum Milliardär und Leuten aus der Filmindustrie) gab Einblick in vielfältige Welten und Probleme. In diese Zeit fiel auch ein erwähnenswerter ökumenischer Aufbruch. Die meisten Priester öffneten ihre Kirchen auch für die Reformierten und es entstanden manche Freundschaften. Als die Reformierten ihre Kirche in Lugano renovierten, stellte der Bischof ihnen die wunderschöne Kirche St.Maria degli Angeli für Gottesdienste zur Verfügung.
Nach neun Jahren beschloss Leander einen Wechsel in eine kleine, überschaubare Gemeinde, auch weil die Familie mit zwei Töchtern zu kurz kam. Das organisatorische Gemeindeleben spielte sich ja im Privathaushalt ab mit 100%igem Einsatz (gratis) der Ehefrau, was Bedingung war. 1979 zog die Familie nach Kirchleerau/Moosleerau AG. Auch hier viel Freude und Wohlwollen, da die Bedingungen (junge Familie, aktive Ehefrau) erfüllt waren. Wir trafen eine dynamische Kirchenpflege an und viele aktive, begabte Gemeindeglieder, mit denen sich ein farbiges Gemeindeleben aufbauen liess. 1990 stellte sich bei Leander eine Amtsmüdigkeit ein. Er beschloss, sein Pensum zu reduzieren. 1990 bis 1997 versah er das Regionalpfarramt der evangelischen Kirche im Kanton Solothurn mit Wohnsitz in Wangen SO. Die beiden Töchter mit Mutter blieben im Raum Aarau, da alle drei beruflich und ausbildungsmässig ortsgebunden waren. Die familiären Kontakte blieben bestehen. Ein grosser Schock war sein plötzlicher Tod am 27. Nov. 1997. Zu seinem Gedenken liess seine Ehefrau im Trauergottesdienst einen Teil seiner Gedichte sprechen. Leander bleibt allen, die ihn gekannt haben, in dankbarer Erinnerung.
Zum Schluss eine Kostprobe aus seiner Studienzeit:
„Welch ein Genuss ist das Denken,
wenn es freiwillig geschieht.
Welcher Verdruss ist das Denken,
wenn man sich gezwungen sieht.“
(Leander Pfenninger)
Verena Pfenninger-Tanner, Ehefrau