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Land und Lebensgrundlagen für Bauern- und Viehzüchterfamilien
Landesprogramm Senegal
HEKS unterstützt in Senegal Bauern- und Viehzüchterfamilien dabei, sich und zukünftigen Generationen eine stabile Lebensgrundlage aufzubauen: durch einen verbesserten Zugang zu Land, durch den Wiederaufbau und Schutz der natürlichen Ressourcen, durch eine nachhaltige Bewirtschaftung sowie eine Verbesserung der Einkommen.
Übersicht
Das westafrikanische Land Senegal ist seit seiner Unabhängigkeit 1960 politisch eines der stabilsten Länder der Region. Regelmässig finden Neuwahlen von Regierung und Parlament statt, die Beteiligung der Bevölkerung im Mehrparteiensystem ist hoch. 55 Prozent der Bevölkerung wohnen auf dem Land, das Durchschnittsalter liegt bei knapp 23 Jahren. Jugendliche unter 20 Jahren machen rund 60 Prozent der Bevölkerung aus.
Der vorwiegend jungen Bevölkerung fehlen allerdings zunehmend die Perspektiven auf ein Leben mit einem ausreichenden Einkommen für sich und ihre Familien – vor allem auf dem Land. Zu kleine Landparzellen, unfruchtbare und erodierende Böden, ausbleibender Regen, aber auch ungenügende Produktionsmittel und fehlendes Kapital sind einige der Gründe, warum die Bauern- und Viehzüchterfamilien mit ihren Erträgen oft nicht mehr über die Runden kommen.
Seit einigen Jahren sind zudem Bodenspekulation und das sogenannte Landgrabbing durch Investoren ein Problem. Bauernfamilien ohne offizielle Landtitel laufen Gefahr, ihr Land zu verlieren. Auch der Lebensraum von Viehzüchterfamilien und ihren Tierherden ist bedroht. In der Hoffnung auf ein besseres Leben migrieren viele Jugendliche in die Städte oder ins Ausland.
Ziele und Schwerpunkte
Das HEKS-Landesprogramm 2016–2020 legt den Schwerpunkt zum einen auf den Zugang zu Land: Die Bevölkerung soll in die Gestaltung der aktuellen administrativen und bodenrechtsbezogenen Reformen miteinbezogen werden. Weitere Schwerpunkte sind der Wiederaufbau und der Erhalt der natürlichen Ressourcen, die nachhaltige Bewirtschaftung sowie die Verbesserung der Einkommen von Kleinbauern- und Viehzüchterfamilien.
HEKS und seine lokalen Partnerorganisationen sind in der Region Ferlo im Nordosten des Landes, im Küstengebiet (Niayes, Petite Côte) und im Saloum-Delta tätig. Sie unterstützen die lokale Bevölkerung bei folgenden Zielsetzungen:
Gesicherter Zugang zu Land, um in Sicherheit leben und produzieren zu können.
Wiederaufbau und Schutz der natürlichen Ressourcen, um diese als Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen zu erhalten.
Qualitativ hochwertige Produkte und faire Marktpreise
Corina Flühmann
Aktivitäten
Zur Erreichung dieser Ziele sind folgende Aktivitäten vorgesehen:
Unterstützung der Bauernfamilien beim Zusammenstellen von Dossiers, um einen offiziellen Landtitel zu erhalten.
Weiterbildung, Information und Sensibilisierung zu Landfragen und Gesetzgebung; Plädoyer-Aktionen; Lobbying bei den politischen Akteuren mit dem Ziel, dass die Anliegen der Kleinbauern- und Viehzüchterfamilien in den Landreformprozess einfliessen.
Beratung und Unterstützung von Frauengruppen bei der Herstellung von Butteröl, in der Kleintiermast und bei der Verarbeitung von Meeresprodukten; Beratung der Bauernfamilien in der Frucht- und Gemüseproduktion und beim Zugang zum Markt; Produktion von lokalem Gemüse-Saatgut.
Alphabetisierung und Weiterbildungen zu verschiedenen Themen der Gemeindeentwicklung; Förderung und Stärkung von dörflichen Basisorganisationen, Frauengruppen und GemeindevertreterInnen; Konfliktprävention und -bearbeitung.
Aufbau, Schutz und Management von Ressourcen; Verhandlung und Unterzeichnung von lokalen Nutzungskonventionen zwischen verschiedenen Interessengruppen.