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Unscear-Studie zu Strahlenbelastung durch Reaktorunfall von Fukushima-Daiichi
Die Unscear-Experten halten in ihrem am 2. April 2014 veröffentlichen Bericht «Levels and effects of radiation exposure due to the nuclear accident after the 2011 great east-Japan earthquake and the tsunami» fest, dass in den betroffenen Gebieten um das zerstörte Kernkraftwerk von Fukushima-Daiichi mit keiner Erhöhung des Krebsrisikos zu rechnen sei. Da die Bevölkerung frühzeitig evakuiert wurde, konnte ihre Strahlenexposition auf einen Zehntel – das heisst, auf niedrige bis sehr niedrige Werte – reduziert werden. Das Unscear kommt zum Schluss, dass die Bewohner der Präfektur Fukushima in ihrem Leben aufgrund des Reaktorunfalls eine zusätzliche effektive Strahlendosis von 10 mSv aufnehmen werden. Ein Drittel bis die Hälfte davon hätten sie im ersten Jahr nach dem Reaktorunfall erhalten. Die effektive Strahlendosis dürfte nach Angaben der Unscear sogar noch etwas tiefer liegen, da die Experten Dekontaminierungsarbeiten in ihren Berechnungen nicht berücksichtigt haben. Einen Grossteil dieser Strahlenbelastung verursachten die abgelagerten radioaktiven Stoffe in der Umwelt, also die externe Strahlung. Zum Vergleich: die Einwohner Japans nehmen pro Jahr eine durchschnittliche natürliche Hintergrundstrahlungsdosis von nur rund 2 mSv auf, was über ein ganzes Leben gerechnet rund 170 mSv entspricht.
Bis Ende 2012 waren 25’000 Arbeiter an den Aufräumarbeiten auf dem Kraftwerksgelände von Fukushima-Daiichi beteiligt. In den ersten 19 Monaten nach dem Unfall nahmen sie durchschnittlich 12 mSv auf. 35% von ihnen erhielten Strahlendosen über 10 mSv und 0,7 % Strahlendosen über 100 mSv, so der Bericht. Bei letzterer Gruppe sei zwar mit einer Erhöhung der Krebsrate zu rechnen. Jedoch werde diese aufgrund der statistischen Schwankung bei den Krebsneuerkrankungen schwer erkennbar sein, schreiben die Experten. Es sei vorgesehen, die Arbeiter mit einer akkumulierten Strahlendosis von über 100 mSv jährlich zu untersuchen.
Seit Oktober 2011 wird die Gesundheit der Bevölkerung im Rahmen des Fukushima Health Management Survey überwacht. Im Fokus stehen dabei die rund 2 Mio. Menschen, die zum Zeitpunkt des Erdbeben und des Reaktorunfalls im März 2011 in der Präfektur Fukushima wohnhaft waren. Die Langzeitüberwachung soll 30 Jahre laufen.