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Die ds-SVP Tessin organisiert regelmässig Ausflüge im Tessin und im grenznahen Italien. Im ersten Ausflug dieses Jahres stand das Verkehrsmuseum VOLANDIA in Somma Lombardo, direkt neben dem Flughafen Milano-Malpensa auf dem Programm. Über dreissig Personen fanden sich ein, die an diesem Ausflug mit einem Bus von Giosy Tours von Cadenazzo teilnahmen. Das Museum nutzt die historischen Räumlichkeiten eines ehemaligen italienischen Flugzeugherstellers, der Officine Aeronautiche Caproni. Dieses Unternehmen wurde 1910 gegründet und liegt heute innerhalb des geschützten Naturparks am Fluss Ticino. Caproni war eine Fabrik, die in verschiedenen Bereichen der Metallverarbeitung tätig war, ganz besonders aber im Flugzeugbau. Gegründet von Giovanni Battista Caproni wuchs sie stark bis in die dreissiger Jahre und expandierte zu einem Betrieb mit mehreren Standorten. Dank des Aufkaufs von renommierten Firmen wie den Officine Meccaniche Reggiane und der Isotta Fraschini konnte eine beachtliche Diversifizierung eingeleitet werden, die Flugzeuge, Automobile und sogar Strassenbahnen umfasste. In der Krise nach dem Krieg ging es aber bergab und 1950 musste das Werk in Taliedo geschlossen werden. Dasselbe Schicksal ereilte die anderen Betriebsstandorte und als letzter wurde 1980 Caproni Vizzola Ticino vom Hersteller von Helikoptern, der Firma Agusta, übernommen.
Der Gründer der Firma widmete seine grosse Leidenschaft aber anfänglich nur der Projektierung und Konstruktion von Flugzeugen. Giovanni Battista «Gianni» Caproni stammte aus Arco (im heutigen Trentino), einem Gebiet, das damals, obwohl italienischsprachig, zum Gebiet des österreichisch-ungarischen Kaiserreichs gehörte. Nach dem Studium in München und Lüttich und einem längeren Aufenthalt in Paris wollte Caproni aber sein Unternehmen auf italienischem Boden eröffnen – seine Heimat kam ja erst im 1. Weltkrieg zu Italien. Am 27. Mai 1910 hob sein erstes Flugzeug beim Werk Malpensa ab. Hier gründete er auch zusammen mit seinem Bruder Federico die Società d’Aviazione Gebrüder Caproni. 1911 konnte in Vizzola Ticino bereits die Serienproduktion aufgenommen werden. Der Firmenname wechselte im Laufe der Jahre mehrmals.
In den Räumen dieser ehemaligen Fabrik konnte die Gruppe die verschiedenen nostalgischen Flugzeuge, darunter den Prototyp des ersten Doppeldeckers aus dem Jahre 1910 bestaunen. Die Sammlung Luciano Piazzai zeigt die Entwicklung des Flugwesens auf, von den ersten Studien von Leonardo da Vinci über die ersten fliegenden Maschinen am Anfang des 20. Jahrhunderts bis zu militärischen und zivilen Flugzeugen des dritten Jahrtausends. Weitere sehenswerte Ausstellungen in VOLANDIA sind: Das «Museum Flaminio Bertoni» ist dem Leben und Werk des berühmten Autodesigners Flaminio Bertoni aus Varese gewidmet und zeigt eine grosse Zahl von Entwürfen des Künstlers. Das «Verkehrsmuseum Ogliari» umfasst historische Tramwagen aus Mailand, Lokomotiven, Standseilbahnen, einen Trolleybus aus Lugano und sogar einen Salon-Eisenbahnwagen des Papstes. Die historischen Verkehrsmittel sind zwar im Besitz der Familie Ogliari, werden aber seit einigen Jahren im Verkehrsmuseum VOLANDIA ausgestellt.
Der Aufenthalt in VOLANDIA war leider «im Flug» zu Ende und dies im wörtlichen Sinn. Abgerundet wurde der Ausflug mit einem gemeinsamen Mittagessen im Restaurant «C’era una volta» in Sant’Ambrogio (Varese). Für April steht ein Besuch des grössten Botanischen Gartens auf der Alpensüdseite auf dem Programm: Die VILLA TARANTO in Verbania am Lago Maggiore.
FRG