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| Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

Siebtes Buch
18. Wenn er immer das gleiche tut, ist er kein anderer; wenn nur Ähnliches, dann ist er ein anderer.
Und zum Schluß fügte er hinzu: „Denn alles, was der Vater tut, dasselbe tut in gleicher Weise auch der Sohn.”1 Das „gleich” fügte er hinzu, um die Geburt zu bezeichnen; „alles” aber und „dasselbe” hat er gesagt, um die tatsächliche Wahrheit des Wesens aufzuzeigen. Denn in dem, was „alles” und „dasselbe” ist, kann keine Verschiedenheit sein und kein Rest. So ist derjenige also wesensgleich, dem alles zu können wesenseigen ist.
Wo aber „dasselbe” alles „in gleicher Weise” durch den Sohn geschieht, da hat er durch die Ähnlichkeit der Werke die Einzigkeit des Handelnden ausgeschlossen: daß also alles, was der Vater tut, das eben in gleicher Weise alles auch der Sohn tue.
Das ist die Erkenntnis der wahren Geburt und das grundlegende Geheimnis unseres Glaubens, der auf Grund der göttlichen Wesenseinheit die Tatsächlichkeit der einen und gleichen Göttlichkeit in Vater und Sohn bekennt; [darin beruht es], daß der Sohn dasselbe in gleicher Weise tut und es wegen des Vollziehens desselben Tuns das gleiche ist, was er tut; denn mit dieser einen Sprechweise bezeugt die Gleichheit der Handlungen die Geburt und die Dieselbigkeit der Handlungen das Wesen.
1: Joh 5,19