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(Charpentier, 1825)
- DE: Sumpfgrashüpfer
- EN: Water-meadow Grasshopper
- FR: Le Criquet palustre
- Syn.: Stenobothrus (Chorthippus) longicornis Jacobson, 1905
Morphologie
Pseudochorthippus montanus gleicht dem nahe verwandten Pseudochorthippus parallelus. Die Grundfarbe reicht von hell- über oliv- bis dunkelgrün. Zweifarbige Individuen mit grünen Körperseiten und braunem Rücken sind relativ häufig. Die Halsschild-Seitenkiele sind im vorderen Drittel leicht nach innen gebogen, oft hell gefärbt und dunkel gesäumt. Die Flügel sind bei beiden Geschlechtern länger als bei Pseudochorthippus parallelus, besonders beim Weibchen. Beim Männchen erreichen sie die dunklen Hinterknie, beim Weibchen das 4.-6. Rückensegment. Von der Seite betrachtet, erreichen die Hinterflügel beim Männchen das Stigma im Vorderflügel, das 2-2,5 mm vor dem Flügelende liegt. Die Weibchen haben oft einen hellen Streifen am Unterrand des Vorderflügels. Beide Geschlechter bilden selten langflügelige Formen aus. Die Legeröhrenklappen der Weibchen sind lang und auffällig. Der sichtbare Teil ist länger als das 9. und 10. Rückensegment zusammen. Auf der Schrillleiste der Hinterschenkel der Männchen von Pseudochorthippus montanus sind rund 135-140 Zäpfchen vorhanden, bei Pseudochorthippus parallelus sind es durchschnittlich unter 100 Zäpfchen.
Gesang
Der mässig laute Spontangesang von Pseudochorthippus montanus besteht aus Serien von 7-14 Versen, die in Abständen von 4-7 s geäussert werden. Die ersten paar Verse einer Serie sind tonlos oder leise und deutlich kürzer als die folgenden. Ein Vers dauert 2-6 s und besteht aus 12-32 Silben, deren Lautstärke im Verlauf eines Verses zunimmt. Rivalisierende Männchen äussern ähnliche, aber kürzere Verse, mit grösserer Silbenwiederholungsrate und konstanter Lautstärke, mit allen Übergängen zum Spontangesang. Ein intensiver Werbegesang fehlt. In Anwesenheit eines Weibchens beginnen die Verse leiser und dauern etwas länger.
Spontangesang von Pseudochorthippus montanus - CH, VD, Cudrefin, 25 °C, sonnig.
Spontangesang von Pseudochorthippus montanus - CH, VD, Cudrefin, 25 °C, sonnig.
Einzelner Vers aus dem Spontangesang von Pseudochorthippus montanus - CH, VD, Cudrefin, 23 °C, sonnig aber dunstig.
Verbreitung
Pseudochorthippus montanus ist von den Pyrenäen über Mitteleuropa, Skandinavien und Asien bis an den Pazifik verbreitet. In Südeuropa ist die Art auf Gebirge beschränkt, in Mitteleuropa dagegen weit verbreitet. In der Schweiz kommt Pseudochorthippus montanus im Mittelland und in den Voralpen bis in Höhen von 2500 m vor, fehlt aber in weiten Teilen der Zentralalpen und im Tessin komplett. In Deutschland ist Pseudochorthippus montanus in allen Landesteilen weit verbreitet und steigt in Bayern bis auf 1700 m.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Tiere von Pseudochorthippus montanus können von Juni bis November angetroffen werden.
Die Eier werden an feuchten Stellen in den Boden oder in den Wurzelfilz abgelegt. Mit durchschnittlich rund 45 Eiern pro Weibchen hat Pseudochorthippus montanus eine sehr geringe Eiablagerate. Da die Eier wenig trockenresistent sind, ist die Art auf feuchte Biotope angewiesen. Die Larven schlüpfen im Vergleich mit anderen Arten relativ spät und durchlaufen bei beiden Geschlechtern 4-5 Stadien. Als Nahrung dienen verschiedene Süss- und Sauergräser.
Lebensraum
Pseudochorthippus montanus ist auf feuchte bis nasse Standorte angewiesen. Es werden Feuchtwiesen, Flachmoore, offene Schilfflächen, Sümpfe und Binsenwiesen besiedelt. Die Vegetation ist in der typischen Feuchtwiese in Bodennähe relativ dicht, aber nicht sehr hoch. Genügend Feuchtigkeit während der Embryonalentwicklung im Ei scheint in vielen Gebieten der ausschlaggebende Faktor für das Überleben zu sein. In vielen Gebieten überschneiden sich die Lebensräume der beiden Pseudochorthippus-Arten, da Pseudochorthippus parallelus auch in feuchte Lebensräume vordringt. In solchen Gebieten ist die Hybridisierung der beiden nahen verwandten Arten häufig.
Gefährdung & Schutz
Pseudochorthippus montanus ist wie viele andere Bewohner von Feuchtgebieten gefährdet und hat als Charakterart dieser Lebensräume durch Entwässerung, Melioration und Fliessgewässerkorrektur grosse Habitatverluste erlitten. An den noch besiedelten Standorten ist eine 1-2 schürige Mahd oder eine extensive Beweidung förderlich. Bei der Mahd sind Rückzugsstreifen wichtig. Dabei ist darauf zu achten, dass diese nicht ausschliesslich in den trockenen Randbereichen liegen, sondern auch nasse Bereiche umfassen, die meist im Zentrum einer Feuchtwiese liegen.
- CH: VU (Verletzlich)
- DE: V (Vorwarnliste)
- AT: NT (Potenziell gefährdet)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Pseudochorthippus montanus wird oft mit Pseudochorthippus parallelus verwechselt. Die Flügel von Pseudochorthippus parallelus sind bei beiden Geschlechtern, aber vor allem beim Weibchen, deutlich kürzer. Beim Männchen von Pseudochorthippus parallelus ist das Stigma 1-1,5 mm vom Vorderflügelende entfernt und die kürzeren Hinterflügel erreichen nur die Vorderflügelmitte aber nicht das Stigma, im Gegensatz zu Pseudochorthippus montanus. Neben den Flügellängen der Weibchen sind die Legeröhrenklappen das beste Unterscheidungsmerkmal. Bei Pseudochorthippus parallelus sind diese deutlich kürzer als bei Pseudochorthippus montanus. Dieses Merkmal ist vor allem bei langflügeligen Individuen hilfreich. Der Gesang von Pseudochorthippus montanus ist rauer und kratzender als derjenige von Pseudochorthippus parallelus. Dessen Verse sind bei gleichen Temperaturen deutlich kürzer. Chorthippus dorsatus und Chorthippus albomarginatus haben beide weniger stark gebogene Halsschild-Seitenkiele. Ihnen fehlen die dunklen Hinterknie und die Flügel sind bei beiden Geschlechtern und insbesondere bei den Weibchen deutlich länger.