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Saint-Malo – eine von Stolz geprägte Stadt
Die immer noch mittelalterlich befestigte Stadt Saint-Malo mit ihrem grossteils wiedererrichteten Stadtkern liegt im Nordwesten Frankreichs in der Bretagne. Der Leitspruch der Menschen in Saint-Malo lautet „Ni Français, ni Breton, Malouin suis“ und er bedeutet „Weder ein Franzose, noch ein Bretone, ich bin ein Einwohner Saint-Maloa“ – ein Ausdruck des Stolzes der Einwohner dieser Stadt.
Die Historie Saint-Malos
Der heutige Stadtteil St. Servan ist am nächsten an der einstigen Siedlung gelegen, die den Ausgangspunkt für die Stadt Saint-Malo bildete. Sie hiess Aleth und war ein gallisch-römischer Ort auf der Halbinsel, die der Stadt vorgelagert ist. Bis zum 6. Jahrhundert führte die geografische Lage Aleths dazu, dass externe Einflüsse leicht abgeblockt werden konnten.
Im 6. Jahrhundert gelang es dann aber dem walisischen Mönch Machutus, der französisch auch Malo genannt wurde, die Einwohner Aleths zu missionieren. Unter dem christlichen Einfluss wuchs die Stadt und bald wurden ihre Grenzen über die Halbinsel hinaus auch auf das Festland ausgedehnt. Der neu entstandene Stadtteil, der auch heute noch existiert, wurde nach seinem Schutzheiligen Servan benannt.
Ab dem 12. Jahrhundert wurde die nun schon reichlich gewachsene Stadt mehrfach von den Normannen überfallen und belagert. Zur Mitte des Jahrhunderts flüchteten viele Einwohner der Stadt sowie ihr Bischof auf eine nahe Insel, die heute unter dem Namen „Intra-muros“ bekannt ist. Im Anschluss wurde die Stadt umfriedet. Die heute noch bestehende Wehrmauer bot der Stadt über mehrere Jahrhunderte Schutz und Unabhängigkeit von neuerlichen äusseren Einflüssen.
Zum Ende des Mittelalters, im 16. Jahrhundert, blühte Saint-Malo durch den Fischfang und den Handel mit verschiedenen Waren wirtschaftlich auf. Im Jahr 1590 wurde die Republik der Malouninen ausgerufen, worauf der heute noch bestehende Stolz der Einwohner fusst. Trotz des regen Handels und der gerade für ausländische Handelsschiffe wichtigen Anlegestelle war der Hafen Saint-Malos vor allem bei niederländischen und englischen Händlern gefürchtet, diente er doch Piraten als Anlege- und Verkehrsstelle, und nicht selten fing der berühmte Robert Surcouf mit seinem „Renard“ ( zu Deutsch: Fuchs) genannten Schiff die ausländischen Händler ab.
Noch bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs blieb die Stadt sehr gut erhalten. Mit der Landung der Alliierten änderte sich dies. Die deutschen Kräfte, die die Stadt eingenommen hatten, waren nicht bereit zu kapitulieren, und so wurde Saint-Malo durch Bombenangriffe weitestgehend zerstört. Die Wiedererrichtung der Stadt sollte nach Beschluss aber möglichst originalgetreu erfolgen, was dazu führte, dass Sie auch heute noch dem spätmittelalterlichen Charme der Stadt verfallen können.
Sehenswertes in Saint-Malo
Wenn Sie sich einen Überblick über die Altstadt und gleichzeitig über die Festungsanlage der Stadt Saint-Malo verschaffen wollen, dann sollten Sie einen Rundgang auf der Wehranlage unternehmen. Von hier können Sie die wiedererbauten und restaurierten Gebäude der Stadt von einem erhöhten Punkt aus betrachten. Des Weiteren bekommen Sie einen Eindruck vom gewaltigen Ausmass der Stadtbefestigung. Die Mauern, auf denen Sie spazieren können, sind recht breit und so für Gruppen und Familien sehr gut geeignet. Je nach Gezeit sehen Sie auf der Meerseite den Atlantik oder das Watt. Hier können Sie durch das Watt wandern und sich die Stadtbefestigung von aussen ansehen – ein ebenfalls äusserst imposanter Anblick.
In der Stadt selbst ist das „Demeure de Corsaire“, der ehemalige Wohnsitz des Korsaren François Auguste Morgan de la Lande, ein guter Ausgangspunkt, um Saint-Malo zu entdecken. Hier gibt es viele Informationen zur Geschichte der Stadt und den Piraten, die auf der See vor Saint-Malo für den französischen König plünderten. Das Haus steht zudem Firmen und Privatpersonen für Veranstaltungen wie Kongresse, Tagungen oder Hochzeiten zur Verfügung. Daneben finden Sie in Saint-Malo noch viele weitere herrschaftliche Häuser und Schlösser, die jeweils zu den Besucherstunden ihre Geheimnisse preisgeben.
Einen umfangreichen Einblick erhalten Sie bei einer geführten Stadttour. Diese sind ganz unterschiedlich und für die verschiedensten Urlauber-Typen geeignet. Gruppen können sich von kompetenten Guides durch die Stadt führen lassen. Für Einzelpersonen gibt es überdies die Möglichkeit, die Stadt mit einem Audio-Guide zu erkunden.
Gruppen oder Familien mit Kindern oder ältere Personen sind dazu eingeladen, sich in den Rundfahrt-Zug der Stadt zu setzen. Dieser in Lokomotiven- und Anhängerform gestaltete Wagen fährt sie durch die Strassen der Stadt. Derweil erhalten Sie an wichtigen Punkten Erläuterungen und Anekdoten.
Auf der bereits erwähnten Insel, auf die die Bevölkerung im 12. Jahrhundert flüchtete, steht die vom damaligen Bischof von Aleth in Auftrag gegebene Cathédrale Saint-Vincent-de-Saragosse de Saint-Malo, die Kathedrale des Heiligen St. Vincent. Besonders sehenswert ist der Innenraum, der durch Buntglasfenster mehrfarbig illuminiert wird.
Freizeitgestaltung in und um Saint-Malo
Durch die Lage am Meer und die starke Konzentration auf den Tourismus in der Region finden Sie in und um Saint-Malo viele Wassersportangebote. Sie können Kajak und Kanu fahren, Windsurfen gehen, Wasserski betreiben und vieles mehr. Für einen kleinen Unkostenbeitrag können Sie am Hafen auch eine Fregatte aus dem 18. Jahrhundert besichtigen.
Im Golf & Country Club der Stadt finden Sie einen sehr guten und gepflegten Golfplatz. Westlich der Stadt befindet sich zudem der „Golf de Dinard“-Platz. Auch verschiedene Möglichkeiten zum Tennisspielen erwarten Sie in der Stadt und im Umland.
Oberstes Bild: Mittelalterlich befestigte Stadt Saint-Malo (© Diliff, Wikimedia, CC)