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14 verwandelte Drei-Punkte-Würfe! Klay Thompson hat in der Nacht Basketball-Geschichte geschrieben. Auch der bisherige Rekordhalter Stephen Curry jubelte mit – inklusive Anfeuerung in der Halbzeitpause.
Knapp zwei Jahre hat der Dreier-Rekord von Stephen Curry gehalten, nun ist er Geschichte: Teamkollege Klay Thompson hat ihn gebrochen. Der vierfache NBA-All-Star verwandelt beim 149:124-Kantersieg der Golden State Warriors bei den Chicago Bulls 14 Dreipunktewürfe – einen mehr als Curry im November 2016.
Zur Pause hatte Thompson bereits zehnmal von jenseits der 7,24-Meter-Markierung getroffen – und kam ins Grübeln: «Vielleicht habe ich ein paar schlechte Würfe erzwungen. Aber ich war unruhig. Wenn es um einen NBA-Rekord geht, dann wirst du schon ein bisschen nervös.» Mit 4:53 Minuten verbleibender Spielzeit sicherte sich Thompson dann bereits im dritten Viertel die neue Bestmarke. Auch grosse Teile der Bulls-Fans applaudierten.
Der Olympiasieger von 2016 steuerte zum siebten Sieg im achten Spiel der Warriors 52 Punkte bei, obwohl er im kompletten Schlussabschnitt nicht mehr zum Einsatz kam. Thompson versenkte 14 seiner 24 Dreipunktewürfe, nachdem er zuvor in dieser Saison nur 5 seiner 36 Versuche getroffen hatte.
Insgesamt traf er 18 seiner 29 Würfe aus dem Feld – und das am Ende mit einem Kopfband. Denn im dritten Viertel war Thompson mit Teamkollege Damian Jones zusammengestossen, was einen Cut zur Folge hatte, der laut NBC mit zwei Stichen genäht werden musste.
Nach seinem Rekord-Wurf ging Thompson deswegen auch in die Garderobe, um behandelt zu werden. Er kehrte zwar in die Halle zurück, aber nicht mehr aufs Feld und dankte nach der Partie seinen Kollegen: «Ich weiss nicht, ob ich in der Lage wäre, diese Rekorde zu brechen, wenn ich nicht in diesem Team mit diesem System spielen würde», so Thompson: «Für diese Momente, die du mit deinen Teamkollegen teilst, spiele ich Basketball.»
Der entthronte Curry war seinem Teamkollegen offenbar nicht böse: «Als ich nach der Halbzeit rausging, hat Steph auf die Punktetafel geguckt und ‹Hol ihn dir› gesagt. Das zeigt doch, wie uneigennützig er ist.»
Curry gilt eigentlich als der bessere Distanzschütze der beiden sogenannten «Splash Brothers», auch weil er regelmässig aus neun oder zehn Metern trifft und so kaum zu verteidigen ist. In der Vorwoche hatte Curry mit seinen elf Dreiern gegen Washington sein bereits sechstes Karriere-Spiel mit elf oder mehr verwandelten Distanzwürfen absolviert. Insgesamt gab es in der NBA seit Einführung der Drei-Punkte-Linie im Jahr 1979 erst 14 Spiele, in denen einem Shooting Guard das gelungen war. Thompson bislang zweimal, und auch Kobe Bryant schaffte einst das Kunststück.
Mit 17 Dreiern vor der Pause sorgte Golden State bereits für eine NBA-Team-Bestmarke. Auch die 92 Punkte, die das Team um Thompson und Curry in den ersten zwei Vierteln erzielte, waren etwas für die Rekordbücher: Nie hatte ein NBA-Team in einem Auswärtsspiel in der ersten Spielhälfte besser gepunktet, es war der zweithöchste Pausen-Score der NBA-Geschichte – nach den legendären 107 Halbzeitpunkten der Phoenix Suns aus dem Jahr 1990. (pre/sda)