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Adele Dittrich Frydetzki, Kristina Dreit, Marten Flegel, Anna Froelicher, Charlotte Grief, Manuel Melzer und Felix Worpenberg lernten sich während ihres Studiums der Angewandten Theater- und Kulturwissenschaften an der Universität Hildesheim kennen und beschlossen, ihre Bekanntschaft über diesen Moment hinaus zu dehnen. Seit 2011 arbeiten sie zusammen an gemeinsamen Performance-Projekten. Sie verfolgen eine kollektive Praxis der Zusammenarbeit, die sie in wechselnden Konstellationen erweitern.
In ihrer gemeinsamen Theaterarbeit interessiert sich die Gruppe für machtvolle gesellschaftliche und politische Erzählweisen, Gesten und Bilder unter 300 dpi, um diese zu imitieren, zu demontieren und in neue Kontexte zu überführen. Pathetische (Helden-)Erzählungen werden geschreddert und als Remix neu ausgespuckt (Steppengesänge I und Il, Grande Torino), dokumentarische Bildpraktiken durch abweichende Wiederholung als Machtinstrument seziert (Steppengesänge II) und die Geste der Partizipation als Modell imitiert (wie zuletzt in der Produktion BABIES COME HOME).
Die Arbeiten der Gruppe wurden an verschiedenen Theaterhäusern und Festivals gezeigt, u.a. Treibstoff Theatertage Basel, Theaterhaus Hildesheim, Schwankhalle Bremen, Bâtard Festival Brüssel, Het Veem Amsterdam, HAU Berlin, Roxy Basel, Fast Forward Festival des Staatstheaters Braunschweig und Kana Teatr Szczecin.
Projekte:
Adele (München, 2016): Was ist das für eine Bredouille?
Shen Te (Sezuan, zu Beginn des 20. Jh.): Wie soll ich gut sein, wo alles so teuer ist?
Brecht (Schweden, 1939): Wie kann man gut sein, und dennoch leben?
Gruppe (im www, 2016): Was ist das für 1 Frage?
In ihrer Residenz unter dem Label SHANZEZUAN bearbeitet die Gruppe zwei Themenkomplexe: Der erste Themenkomplex ist Brechts vielgespieltes made-in-Exil Theaterkanon-Stück Der gute Mensch von Sezuan. Anhand der modellhaften Fabel über eine Tabakladenbesitzerin, die an ihrer eigenen Grossherzigkeit und den wirtschaftlichen und sozialen Umständen zu scheitern droht, wird die Möglichkeit des Guten im Schlechten verhandelt. Der zweite Themenkomplex, das made-in-China Markenpiraterie-Phänomen "Shanzai", bezeichnet den Vorgang, wie westliche Massenkonsumwaren in abweichende Kopien verwandelt werden. Aus Harry Potter wird "Harry Potter und die Porzellanpuppe" (Harry spricht perfekt Chinesisch aber hat Probleme mit Stäbchen zu essen), aus Adidas wird Dadidas oder Adadis. Beide Versatzstücke könnten unterschiedlicher nicht sein, und doch verbinden sie drei harte Schlagwörter: die Beziehung zwischen China und Deutschland, die Logik der globalen Marktwirtschaft und das subversive, theatrale Potential der Verwandlung.