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Das Buch war mir aus einem Grund sehr sympathisch: Sproul gibt von vornherein zu, dass es sich um ein überaus komplexes Thema handelt. Er ringt über Strecken mit verschiedenen Erklärungen und gesteht seine eigene Begrenzung unumwunden ein. Zudem gibt er sich selber nicht abgeklärt – im Gegenteil: Es ist ihm selber wichtig, Gottes Willen zu erkennen. Er tue sich überaus schwer mit Menschen, die ihn für ihn erkannt haben wollen.
Struktur
Sproul unterteilt den Text ist zwei Teile mit jeweils zwei Kapiteln:
- Der erste Teil beschäftigt sich mit den Voraussetzungen, um das komplexe Thema zu verstehen: Gottes Wille und der menschliche Wille.
- Im zweiten Teil bespricht Sproul zwei prägende Entscheidungen: Beruf und Ehe.
Hauptbotschaft
Unterscheide zwischen Gottes souveränem (descriptive) und moralischem (prescriptive) Willen. Unterscheide zwischen dem menschlichen Willen und seiner moralischen Freiheit. Gehe nicht über den moralisch festgesetzten Willen Gottes der Schrift hinaus.
Wichtige Botschaften
Augustinus und der menschliche Wille: Vor dem Sündenfall genoss der Mensch einen freien Willen (liberium arbitrium) und auch moralische Freiheit (libertas). Seit dem Fall hat der Mensch nach wie vor einen freien Willen, aber er verlor die moralische Freiheit.
Wichtige Botschaften
- Jonathan Edwards und der menschliche Wille: Edwards unterschied zwischen der natürlichen Fähigkeit zur Freiheit und der moralischen Fähigkeit zur Freiheit. Die erste Fähigkeit beinhaltet die natürliche Kraft für Entscheidungen und Taten. Wir können nicht nur wählen, was wir tun, wir müssen wählen, was wir wollen. Wir müssen dem stärksten Begehren des Moments entsprechen.
- Das moderne Konzept der Autonomie: Wir wählen frei von externen Zwängen und von internen Regeln, Dispositionen oder Wünschen. Diese Definition raubt unseren Entscheiden die moralische Dimension.
- Gottes Souveränität löscht den Willen der Person nicht aus, regiert aber über ihn. Wenn menschliche Freiheit im Sinne von Autonomie gemeint ist, dann muss sie der göttlichen Souveränität widersprechen. Der Prozess der Heiligung besteht gerade in der radikalen Neuprogrammierung des inneren Selbst.
- Die einfachste Beschreibung des Funktionsweise der Sünde: Ich begehre die Sünde mehr als dass ich Gott gefallen will.
- Das Geheimnis der Sünde: Ich kann letztlich nur die Realität der Sünde und meine Verantwortung (an)erkennen.
Gelernt
Beruf
- Das Erkennen der eigenen Berufung hängt mit vier Fragen zusammen: Was kann ich tun? Was würde ich gerne tun? Was wäre ich in der Lage zu tun? Was soll ich tun?
- Satans Strategie besteht darin, Christen in Positionen zu manövrieren, in denen sie keine Fähigkeiten haben, um gute Ergebnisse zu erzielen.
- Sproul unterscheidet zwischen nicht-motivierter und motivierter Fähigkeit. Die übergeordnete Überlegung: Unsere Motivation mit unserer Berufung in Übereinstimmung zu bringen.
- Jede Berufung (vocation), die einem Bedarf in Gottes Welt entspricht, kann als göttliche Berufung angesehen werden.
- Was würde ich am ehesten tun, wenn ich keinem Menschen der Familie und dem Freundeskreis gefallen müsste?
- Das christliche Gewissen wird nicht nur durch das regiert, was sozial akzeptiert oder gar gesetzlich erlaubt ist, sondern durch das, was Gott sanktioniert.
Heirat
- Keine biblische Regel sagt der Frau, dass sie bei der Heiratsfrage passiv sein soll.
- In einer Ehe Selbstlosigkeit zu suchen, wird eine vergebliche Übung sein. Es geht vielmehr darin, sensitiv für zwei aktiv involvierte Selbst zu bleiben.
- Eine Ehe ist letztlich nie eine private Sache, sondern betrifft stets einen Kreis von Menschen.
- (Diesen Satz muss ich in der Originalsprache belassen.) If biblical precepts are applied consistently, virtually any two people in the world can build a happy marriage and honor the will of God in the relationship.