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Im Oktober 1947 eröffnet von Assis Chateaubriand, ist das Museu de Arte (Museum der Kunst) von São Paulo (MASP) das Ergebnis eines Abenteuers zweier Personen mit einer für ihre Epoche ungewöhnlichen Weitsicht – unterstützt wurden sie von einer Gruppe ihrer Freunde.
Chateaubriand war Gründer und Eigentümer der Tageszeitung „Diários e Emissoras Associados“. Zusammen mit dem Professor Pietro Maria Bardi, einem Journalisten und Kunstkritiker aus Italien, der gerade in Brasilien angekommen war, schuf er die bedeutendste Sammlung der südlichen Hemisphäre. Das glückliche Zusammentreffen dieser zwei hob Brasilien hinsichtlich seiner Kunstschätze auf die gleiche Ebene mit der Ersten Welt.
Das Projekt, welches seit Jahrzehnten vorbereitet worden ist, hatte sofort nach seiner Eröffnung grossen Erfolg, und es gelang den Initiatoren die Mittel für weitere Kunstwerke aufzutreiben, um die Sammlung des Museums zu erweitern.
Lina Bo, modernistische, italienische Architektin und Ehefrau von Professor Bardi, übernahm die Projektion des MASP-Gebäudes. Das entsprechende Terrain an der Avenida Paulista war ein Geschenk der Behörden, mit der Bedingung, dass der Blick auf das Stadtzentrum, und auch der auf das nahe Cantarera-Gebirge, nicht verbaut würden. Lina löste dieses Problem, indem sie ein Gebäude entwarf, welches von vier Säulen getragen wurde und auf diese Weise besagten Ausblick für jeden, der ihn geniessen wollte, offen hielt. Es ist das einzige Gebäude der Welt, das auf vier lateralen Säulen mit einem freien Raum von 74 Metern dazwischen, ruht.
Das MASP bietet eine Pinakothek, Bibliothek, Fotothek, Cinemathek, Videothek, Kunstkurse und einen edukativen Service zur Unterstützung der Ausstellungen, Präsentation von Filmen und musikalischen Konzerten von künstlerischem und kulturellem Interesse. Und so hat es sich zum bedeutendsten Kulturzentrum unseres Landes entwickelt.
Der Besucher kann in diesem Gebäude der Avenida Paulista Werke aus der italienischen Schule bewundern, inklusive von Rafael, Andrea Mantegna, Botticelli und Bellini – von flämischen Malern wie Rembrandt, Frans Hals, Cranach oder Memling, und von spanischen Künstlern wie Velazquéz und Goya.
Aber der grösste Teil europäischer Kunst im MASP ist französischer Herkunft. Zum Beispiel die vier Portraits der Töchter von Luis XV. Gemalt von Nattier, oder die Allegorien der Vier Jahreszeiten von Delacroix. Aus dem Impressionismus finden wir hier Werke von Renoir, Manet, Cezanne, Monet und Degas. Unter den post-impressionistischen Werken finden wir Bilder von Van Gogh und Toulouse-Lautrec.
Ein aussergewöhnlicher Leckerbissen ist ein Raum mit einer wertvollen Sammlung von Edgar Degas Skulpturen! 73 Stücke in Bronze – so etwas kann man nur noch im Metropolitan von New York und im Museum D’Orsay in Paris bewundern – und eben im MASP!
Das Kunstmuseum von São Paulo wurde geschaffen, um sich dynamisch und als kulturelles Zentrum zu präsentieren. Deshalb besitzt es auch differenzierte Räume zur Veranstaltung temporärer Ausstellungen. Der Besucher findet stets etwas Neues vor, so oft er auch kommen mag. Und diese temporären Ausstellungen sind den unterschiedlichsten Themen gewidmet. Nationale und internationale Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, Fotografie, Design und Architektur wechseln sich ab während eines Jahres und präsentieren dem Publikum ein Universum an Bildern.
Das MASP präsentiert ebenfalls musikalische Projekte, Kino und Vorträge. Die beiden von Lina Bo projektierten Auditorien sind diesen Aktivitäten gewidmet.
Weitere Angaben:
Museu de Artes de São Paulo (Masp)
Avenida Paulista, 1.578 – Cerqueira César
Center – São Paulo
Metrô-Station: Trianon – Masp
Tel.: (11) 3251 – 5644
Öffnungszeiten: Von Dienstag bis Sonntag und an Ferientagen, von 11h bis 18h.
Donnerstag von 11h bis 20h
Eintrittspreise: R$ 15 Erwachsene und R$ 7 für Studenten mit Ausweis und für Senioren
Dienstag frei für Kinder und Erwachsene über 60 Jahre.
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