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Das Schweizer Parlament soll in allen vier Landesteilen tagen. Nach den Welschen (Genf: 1993) und den Tessinern (Lugano: 05.03. - 23.03.) wollen auch die Romanen eine Session durchführen. Der Graubündner SVP-Ständerat Christoffel Brändli möchte die Parlamentarier im Jahre 2006 ins Engadin einladen.
Brändli sähe ein solches Vorhaben am liebsten im Engadin. "Man kann das Parlament mit Bergebiets-Fragen konfrontieren." Brändli denkt da vor allem an die Abwanderungsproblematik der Bergtäler und an Fragen rund um den Tourismus. "Man muss sich diese Problematik vor Augen führen, um sie zu verstehen", ist Brändli überzeugt.
Kritik an dieser Idee übt die SVP. Nationalrat Ulrich Schlüer sieht nicht ein, wieso nach Genf und Lugano auch im Engadin getagt werden soll: "Mich erinnert dieses Vorhaben an mittelalterliche Gebräuche, wo die Könige mit ihrem Tross von Pfalz zu Pfalz tingelten und wenn die entsprechende Gegend abgeweidet war, weiterzogen."
Kein Problem mit einer Session im romanischen Sprachgebiet hat die SP-Nationalrätin Ursula Wyss. Wobei auch sie einräumt, dass man sich nach einer allfälligen Session im Bündnerland im Parlament überlegen müsse, wie man künftig mit solchen "Sessions-Zügeleien" verfahren wolle.
Gerade im Zeitalter der Informatik ist es sehr aufwändig, die Session des Parlaments ausserhalb des Bundeshauses abzuhalten. 600'000 Franken kostet alleine die Einrichtung der Informatik im Luganeser Kongresszentrum. Die Mehrkosten für die Session in Lugano sind insgesamt mit 2 Mio. Fr. veranschlagt.
Ruth Bossart