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| Hilarius von Poitiers († 367) - Abhandlungen über die Psalmen.

Vorrede zu dem Buche der Psalmen
14.
Und zwar können wir diese Vollkommenheit der Achtheit auch im hundert und achtzehnten1 Psalm sehen. Denn nach der Zahl Acht beginnen jedes Mal acht unmittelbar auf einander folgende Verse den Hebräern zufolge mit eben demselben Anfangs-Buchstaben; allein auch schon der Sinn des Psalms gibt das Geheimniß der Achtheit zu erkennen. Es sind aber in demselben zwei und zwanzig Achtheiten. Denn acht Verse werden jedes Mal Einem Anfangs-Buchstaben zugetheilt; und2 dieses geschieht darum, damit wir, weil dieser Psalm einen vollkommenen Mann nach der Lehre des Evangeliums darstellt, durch alle zwei und zwanzig Buchstaben der hebräischen Sprache, unter dem Geheimnisse der Achtheit möchten unterrichtet werden.
1: Nach Andern im 119ten Psalme.
2: Diese Stelle hat Hilarius aus einem Bruchstücke des Origenes entlehnt, wo es heißt: „Man muß wohl wissen, daß die Bücher des alten Testamentes, nämlich zwei und zwanzig, welchen die Zahl der hebräischen Buchstaben gleich ist, es nicht ohne Grund seyen. Denn wie die zwei und zwanzig Buchstaben für die Menschen eine Einleitung zur Weisheit und göttlichen Lehre zu seyn scheinen, so sind die zwei und zwanzig Bücher der Schrift der Grund und die Anleitung zur Weisheit Gottes und zur Kenntniß der Dinge.“