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Jeder kennt sie, viele nutzen sie - die Rede ist von Smileys, Emojis oder Emoticons. Die kleinen Grafiken sind in der schriftlichen Kommunikation auf elektronischen Geräten ein fester Bestandteil unseres Alltags geworden und stehen nicht selten für ganze Sätze. Gerade beim Chatten verkürzen sie die Reaktionszeiten auf empfangene Mitteilungen erheblich. Es ist jedoch Vorsicht geboten, sie im Beruf zu nutzen, da nicht wenige Chefs und Geschäftspartner mit Unverständnis und Abwehr reagieren, wenn sie Nachrichten oder E-Mails mit Emojis erhalten.
Die Ursprünge von Smileys & Co.
Zum ersten Mal tauchte ein Smiley in einer Werbekampagne auf, die der US-amerikanische Designer Harvey Fall 1963 gestaltete. Als Motivation für die Mitarbeiter einer Versicherung entwarf er einen kreisrunden Button in gelber Farbe, in den er zwei Punkte und eine gebogene Linie einsetzte, so dass sich ein grinsendes Gesicht ergab. Er verdiente damit nur ganze 45 Dollar, war aber bereits nach wenigen Monaten weltbekannt.
Der Informatikprofessor Scott Fahlman "übersetzte" den Smiley 1982 für digitale Medien, indem er mit einer simplen Doppelpunkt-Klammer-Kombination ein liegendes Grinsegesicht erschuf, um Diskussionen im Online-Forum seiner Universität aufzulockern.
Die ersten Emojis (japanisch für "Piktogramme") kreierte ein paar Jahre später der Japaner Shigetaka Kurita mit der Absicht, eine universelle Sprachalternative für elektronische Mitteilungen zu erschaffen.
Emojis führen leicht zu Missverständnissen
Zur Zeit umfasst die Emoji-Sammlung mehr als 1.600 unterschiedliche Symbole, mit denen man Stimmungen, Gefühle und Gedanken übermitteln kann. Allerdings wird nicht in allen Kulturen das Gleiche beim Gebrauch eines Emojis empfunden. Der schnaubende Smiley zum Beispiel steht in Japan für einen Triumph, bei uns jedoch für Empörung oder Wut. Bei anderen Emoticons kommt es häufig auf den Kontext an, um richtig gedeutet zu werden. Das kann leicht zu Unstimmigkeiten und Missverständnissen führen.
Sind Emojis Sympathieträger?
Für viele Menschen wirken User von Emojis und Smileys sympathischer als andere. Jedenfalls belegen das Studien von Wera Aretz, einer Kölner Psychologieprofessorin der Hochschule Fresenius. Im Gegensatz dazu werden Personen, die ihre Texte ohne Emojis verfassen, als selbstbewusster und durchsetzungsstärker wahrgenommen.
Die Zeitschrift "Social Psychological and Personality Science" hat ebenfalls eine Studie zu dieser Thematik durchgeführt. Befragt wurden 5.000 Teilnehmer aus 29 Ländern, die zuvor mit E-Mails von unbekannten Verfassern konfrontiert wurden. Dabei stellte sich heraus, dass entgegen einer vorherigen Annahme bei den Probanden keine Sympathiegefühle ausgelöst wurden. Im Gegenteil wurden Mails mit Emojis in geschäftlichen Zusammenhängen als unprofessionell und inkompetent angesehen und negativ bewertet.
Fazit
Wenn man die Studien zu Grunde legt, ist klar, dass im Verkehr mit Kunden, Geschäftspartnern und Vorgesetzten der Gebrauch von Emojis und Smileys besser zu unterbleiben hat, wenn kein besonderes Vertrauensverhältnis besteht. In der internen Kommunikation mit Kolleginnen und Kollegen mögen sie passen; wenn der Chef welche nutzt, unter Umständen auch. Ansonsten lässt man im Job besser die Finger davon.