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Die Zeckenenzephalitis ist eine Krankheit, die in der Schweiz obligatorisch gemeldet werden muss. Labors oder Ärzte, welche diese Krankheit diagnostizieren, müssen sie also dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) melden. Seit 2016 ist eine starke Zunahme von Enzephalitis-Fällen zu beobachten. Deshalb sind immer mehr Personen wegen der Zeckenstiche besorgt.
Um gewissen Befürchtungen zu begegnen, beantwortet Prof. Nicolas Troillet, Leiter der Abteilung Infektionskrankheiten, einige Fragen zu diesem Thema.
Welche Krankheiten können von Zecken übertragen werden?
Es handelt sich hauptsächlich um zwei Krankheiten:
- Lyme-Krankheit oder Borreliose, die durch Bakterien verursacht wird
- Frühsommer-Meningoenzephalitis oder Zeckenenzephalitis, die durch ein Virus verursacht wird
Die Lyme-Krankheit kann mit Antibiotika behandelt werden. Hingegen ist eine ursprüngliche Behandlung der Zeckenenzephalitis nicht möglich. Es steht nur eine präventive Impfung zur Verfügung.
Die Impfung gegen Zeckenenzephalitis schützt nicht vor Zeckenstichen.
Es ist wichtig zu wissen, dass das Enzephalitis-Virus zu Beginn des Stichs übertragen wird, falls die Zecke Trägerin dieses Virus ist. Die Dauer der Anhaftung der Zecke hat also nicht denselben Einfluss wie bei der Borreliose, deren Übertragung später, gegen Ende der Blutaufnahme der Zecke erfolgt, welche 2 bis 3 Tage dauern kann.
Wie erkennt man die Zeckenenzephalitis?
Obwohl sie selten vorkommt, ist die Zeckenenzephalitis eine schwere Krankheit, die bedeutende gesundheitliche Folgen haben kann. Allerdings sind weniger als 5% der Zecken in den geografischen Zonen, in welchen sie vorkommen, Träger dieses Virus. Auch wenn man durch das Virus infiziert worden ist, läuft diese Infektion in 85 bis 95% der Fälle unbemerkt ab und hat keinerlei Folgen für die Gesundheit.
Bei einer Minderheit der infizierten Personen bricht jedoch eine Krankheit (die Zeckenenzephalitis) aus, deren schwerwiegender Verlauf Folgeschäden verursachen kann:
- Lähmungen
- Bewusstseinsstörungen
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- Schwindel
- Neurologische Beschwerden
Die Mortalitätsrate liegt bei 1%.
Sollte man sich gegen die Zeckenenzephalitis impfen lassen?
Die Impfung gegen die Zeckenenzephalitis wird jetzt in der gesamten Schweiz empfohlen (mit Ausnahme der Kantone Genf und Tessin). Die Empfehlung gilt für Personen, die sich beruflich oder in ihrer Freizeit in der Natur aufhalten, insbesondere in Zonen, die bei den Zecken beliebt sind: Waldränder, Felder mit hohem Gras, üppiges Unterholz. Es ist ebenfalls ein Impfstoff für Kinder verfügbar.
Hat die Impfung negative Folgen und ist sie teuer?
Die Impfung ist wirksam und wird, mit Ausnahmen, gut vertragen. Es besteht keine spezifische Kontraindikation.
Die Kosten der Impfung werden jetzt von der obligatorischen Krankenversicherung übernommen. Die Impfung kann durch einen Hausarzt erfolgen, der einschätzen kann, ob die Impfung notwendig ist.
Wann sollte man sich impfen lassen?
Die Impfung beinhaltet 3 Dosen, damit sie voll wirksam wird. Zudem können sich die Injektionen, je nach Schema, das der Arzt wählt, über mehrere Monate verteilen. Deshalb wird im Allgemeinen empfohlen, mit der Impfung im Herbst zu beginnen, damit man im Frühling (Beginn der Zeckensaison) geschützt ist. Es wird empfohlen, die Impfung nach 10 Jahren aufzufrischen.
Haben Sie weitere Fragen? Zögern Sie nicht, diese im Kommentar zu stellen.
Lesen Sie auch : Wann soll nach einem Zeckenstich ein Arzt aufgesucht werden?
Artikel am 03.08.18 geschaffen und am 01.05.19 aktualisiert.