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Versuch einer Erklärung von Sinn und Zweck, Geschichte und Gegenwart des Italo-Moto-Club-Schweiz.
Italiener die in der Schweiz wohnen und Motorrad fahren, haben einen Club gegründet.
Stimmt nicht, dann müsste es heissen: Moto Club Italiani in Svizzera, capito.
Fans, Freunde, Liebhaber, Sammler, Restaurateure, Fahrer italienischer Motorräder haben in der Schweiz einen Club gegründet. So ist es richtig.
Auf meinem Schreibtisch liegt ein Brief des Italo-Moto-Club- Schweiz, datiert vom September 1988.
Der Club bedankt sich darin für meine Teilnahme am 1. Nationalen Italo-Moto-Treff 1988. Am Treffen habe man gegen 100 Italo Motos gezählt, heisst es weiter, weshalb der Vorstand beschlossen habe, im Jahr 1989 ein zweites Treffen zu organisieren. Am Brief angeheftet ist ein Foto vom Vorplatz der Schulanlage Arnisäge, besetzt mit Motorrädern, hauptsächlich roten Motorrädern. Der Brief schliesst mit dem sympathischen CIAO.
Auch später habe ich mehr oder weniger regelmässig die Treffen des IMCS besucht. Für mich als damals schon langjährigem Freund italienischer Erzeugnisse mit 2 oder 4 Rädern eine Gelegenheit, Gleichgesinnte zu sehen. Jedesmal gab es eine Vielfalt von Italo Bikes zu bewundern, vom Oldtimer zur Neuheit, über den Alltagstöff bis zum veredelten Liebhaberstück. Mit Clubmitgliedern während des Treffens ins Gespräch zu kommen war nicht ganz einfach, diese waren meist beschäftigt. Über Jahre blieben diese Treffen die einzigen Kontakte zum IMCS. Später besuchte ich gelegentlich das wöchentliche Italo-Treffen, jeweils am Dienstag, beim Bären in Rüegsau und allmählich bildeten sich Kontakte zu einzelnen Mitgliedern. Seit ein paar Jahren bin ich auch Mitglied und kenne das Clubleben etwas besser.
Es ist ein Club, der sich aufgrund seiner Zielsetzung sicher von einem Tenere Owners Club oder von einem Gold Wing Club abhebt. Wer also erwartet, 10 oder 20 Motorräder des gleichen Typs oder einer bestimmten Marke vorzufinden, liegt hier falsch.
Beim Durchlesen der Artikel 2 und 4a), den eigentlichen Eckpfeilern der IMCS Statuten wird klar, was ich meine.
Artikel 2) Zweck des Clubs ist die Förderung und Pflege der italienischen Motorräder und die Pflege freundschaftlicher Beziehungen.
Artikel 4. a) Besitzer/innen von Italo-Motorrädern können als Aktivmitglieder in den I.M.C.S. aufgenommen werden.
Diese grosszügige Auslegung macht die Mitgliedschaft interessant, sie ermöglicht das Zusammentreffen von Anhängern verschiedenster Marken und Modellen, aus allen Epochen.
Diesen Eindruck habe ich auf bemerkenswerte Weise erhalten, seit ich beim einen oder anderen Mitglied die Garage betreten durfte. Die Vielfalt von Modellen welche hier gehegt und gepflegt wird, ist überwältigend. Es würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen, im Einzelnen darauf einzugehen. Seid versichert, es fehlt kaum eine Marke oder ein Modell, egal aus welcher Preisklasse.
Jeden Dienstag trifft man sich bei der Stammbeiz, dem Restaurant Tanne in Aeschau. Fahrer aller Marken sind herzlich willkommen. Leider eher selten können wir Gäste begrüssen, oder Passanten, welche auf unseren Wegweiser vor der Tanne reagiert haben. Es dürfte klar sein, über welche Themen hier diskutiert wird. Es kommt schon vor, dass die Lafranconis laut bellen und die Bremsscheiben zum Glühen kommen, denn über Vorzüge und Nachteile der diversen Maschinen ist man nicht immer der gleichen Meinung.
Die Mitgliederzahl ist eher stagnierend. Die Gründerväter ergrauen ganz sachte, oder sind nicht mehr dabei. Die Mehrzahl der Mitglieder geht dem reifen Alter entgegen, der jugendliche Nachwuchs fehlt weitgehend. Dies soll nicht ein Klagelied sein, sondern eine nüchterne Feststellung, denn möglicherweise kennen wir die Ursache.
Im Vergleich zu den Gründerjahren hat sich die Motorradszene gewaltig verändert. Die Rudel welche sich damals für die Sonntägliche Tour gefunden haben sind geschrumpft, aber es wird gefahren. Das heutige Angebot von Töfftreffen und ähnlichen Aktivitäten ist unglaublich, entsprechend auch Qual der Wahl. Der IMCS steht deshalb mit seinen Sorgen sicher nicht alleine da.
IMCS
Der Webmaster
Peter Hürlimann