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Rekord Rekorder
Testrecording in Zermatt an einer weltweit einzigartigen Seilbahn: Die Pendelbahn von 1979 aufs Klein Matterhorn. Diese kühne Konstruktion führt über 1000 Höhenmeter auf fast 4000 Meter und hält mehrere Rekorde: Höchste Seilbahnstation Europas und schweizweit längste nicht abgestützte Seilspannweite (fast 3000 Meter über den Theodulgletscher). Das ab dem letzten Masten stark durchhängende Seil führt dazu, dass man bei einer Bergfahrt zunächst weit nach unten fährt, um dann steil nach oben aufs Klein Matterhorn gezogen zu werden. Die Folgen sind, laut dem Schweizer Seilbahninventar grosse spontane Seilbewegungen, die spezielle Verankerungsmassnahmen beim Bau erforderten.
Die Abbildungen oben zeigen die Einzigartigkeit (Matterhorn im Hintergrund) und zugleich Problematik der Aufnahmesituation: Neben der heute seltener fahrenden Bahn von 1979 ist seit 2018 eine 3S-Umlaufbahn auf der selben Strecke in Dauerbetrieb, die auch die Tonaufnahmen klanglich dominiert. Das folgende Tonbeispiel ist eine Montage von Aufnahmen an den Masten am unteren Ende der Bahn (Trockener Steg) und ist entsprechend geprägt von einem kontinuierlichen Brummen der benachbarten neuen Bahn.
Diese Aufnahmen gerieten leider noch nicht optimal und mussten stark entrauscht und zusammengesetzt werden. Die so entstandene Montage vereint trotzdem einige interessante Details: Kleine Erschütterungen, teils gar nicht am Masten selbst, sondern im steinigen Umfeld, lösen starke Schwingungen im Masten aus. Nicht selten sind das auch Schallereignisse aus der Umgebung: Ab 17:40 min. bewirkt ein vorbeifliegender Helikopter eine heftige Reaktion des ganzen Systems. Eine schöne Sequenz ist das Herauswachsen von zunehmend klaren Tonhöhen zwischen Minute 4 und 6. Ab Minute 7 ist ein Vogel, der sich auf den Masten gesetzt hat, über längere Zeit deutlich zu vernehmen.
Die erste Session entstand bei praktisch windstillen Verhältnissen. Zwei Tage später machte ich am untersten Masten beim Trockenen Steg nochmals eine (technisch bessere) etwa 20 minütige Aufnahme der ruhenden Bahn, nun bei böigem Wind. Der Effekt ist mir von Uri her bekannt: Wenn das Seil selbst sehr aktiv ist, dann reagiert es weniger auf Ausseneinflüsse: Jetzt ist die benachbarte 3S-Bahn praktisch nicht mehr zu hören, sondern dominieren die Seilschwingungen der alten Pendelbahn.
Auch wenn diesmal der Aufnahmestandort nicht optimal war, sind doch die tiefen Pulsationen des Seils gut hörbar. Besonders faszinierend ist aber die letzte Sequenz (startend bei etwa 15 Minuten), wo das Seil ohne erkennbare Ausseneinflüsse durch mehrere Zustände läuft, unter anderem auch seine Grundtonhöhe mehrfach ändert und bei nach ca. 17:10 Minuten mehr und mehr zu singen anfängt, bis zur (beinahe übersteuernden) heftigen Auslenkung.
Diese Aktion, unterstützt von Zermatt Bergbahnen, lieferte wertvolle Erkenntnisse, inwiefern die bei den Schächentaler Bahnen angewandte Aufnahmetechnik auch unter extremeren Bedingungen funktioniert. Weitere Aufnahmen sind in Planung.