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Venezuelas sozialistischer Präsident Nicolás Maduro verliert die Unterstützung eines seiner bisher engsten Verbündeten in Südamerika. Ecuadors linker Staatschef Lenín Moreno äusserte deutliche Kritik an der Anzahl politischer Häftlinge und rief zum Dialog mit der Opposition auf, wie die Zeitung «El Telégrafo» am Dienstag berichtete.
«Das Menschenleben ist heilig und unantastbar, es steht über ideologischen oder politischen Einstellungen», sagte Moreno mit Blick auf über 120 Tote bei Protesten gegen Maduro und seine Regierung. In Südamerika steht nur noch Boliviens Präsident Evo Morales fest an Maduros Seite.
Kritiker werfen Maduro nach der Entmachtung des von der Opposition dominierten Parlaments einen schrittweisen Umbau in Richtung eines autoritären Systems vor, die US-Regierung nennt ihn bereits einen Diktator.
Das Abrücken Morenos ist bemerkenswert und Spiegel von Verwerfungen im linken Lager in Ecuador. Der 64-Jährige ist der Nachfolger von Rafael Correa, dessen Stellvertreter er von 2007 bis 2013 war. Correa galt als einer der engsten Verbündeten der venezolanischen Regierung.
Moreno ging zuletzt auf Distanz zu seinem Vorgänger. So entband er Anfang August seinen Vizepräsidenten Jorge Glas aller Regierungsaufgaben. Der Vize hatte das Amt ab 2013 auch unter Correa ausgeübt und wird als enger Vertrauter des Ex-Präsidenten gesehen.
Glas steht unter Verdacht, in die Korruptionsaffäre um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht verwickelt gewesen zu sein. Odebrecht hatte während Correas Amtszeit in Ecuador staatliche Ausschreibungen über 1.3 Milliarden Dollar gewonnen. Correa bezichtigte seinen Nachfolger Moreno über Twitter als «Verräter». (sda/dpa)