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Geboren 1930 in New Yorks Harlem, nahm Sonny mit 9 Jahren für kurze Zeit Klavierstunden, begann 1944 Altsax zu studieren und wechselte zwei
Jahre später zum Tenorsax. In der Nachbarschaft spielte er zum Tanz und Parties mit Freunden, u. a. Jackie McLean, Kenny Drew und Art Taylor. 1948
bekam er durch den Trompeter Lowell Lewis die Möglichkeit, mit Thelonious Monk zu proben.
Er debütierte 1949 mit Babs Gonzales auf Platten und erhielt bald Arbeit bei J. J. Johnson, Bud Powell, Art Blakey, Tadd Dameron und Miles Davis, wo wir
im berühmten «Birdland» beginnen, seine Karriere zu verfolgen. Trotz Problemen mit Heroin war er in den folgenden Jahren oft mit Davis, Powell und Art Farmer
im Studio und musizierte 1951-54 mit dem Modern Jazz Quartett.
1955 verbrachte er freiwillig viereinhalb Monate im Federal Narcotics Hospital in Lexington KY bevor er sich fern von New York in einer YMCA Jugendherberge
in Chicago niederliess. Dort arbeitete er als Hausmeister und Lastwagenbelader und übte fleissig auf dem Sax, zuweilen mit dem Trompeter Booker Little.
Hier bekam er Gelegenheit, mit dem Clifford Brown - Max Roach Quintett im Club «Bee Hive» als Ersatz für Harold Land zu spielen, und damit war seine Karriere
endgültig lanciert.
"East Coasting" by Charlie Mingus Stan Levey und einige mehr.
16.Okt. Die Anfänge der Jazzgrössen und die Chicago Boss Tenors
Mario Schneeberger
Auch die Grossen haben klein angefangen, zum Teil mindestens. Einige haben mühsam ihren Stil gesucht, andere wiederum haben die Bühne des Jazz bereits als
Schwergewichte betreten.
Frühe Aufnahmen sowie Beispiele aus der Reifezeit hören wir von Benny Carter (as, von 1928 und 1937), Ray Charles (vcl, von 1949 und 1964), John Coltrane
(as/ts, von 1946 und 1952), Lionel Hampton (vb, von 1936 und 1958), Coleman Hawkins (ts, von 1924 und 1944), Howard McGhee (tp, von 1942 und 1947) und
Wes Montgomery (g, von 1948 und 1960).
Chicago hat in den Vierzigerjahren bedeutende Tenorsaxofonisten hervorgebracht, allen voran Gene Ammons. Viel weniger bekannt, aber trotzdem grossartig, sind
drei weitere "Boss Tenors", die ebenfalls mit Tonbeispielen vorgestellt werden, nämlich Tom Archia, Claude McLin und John "Schoolboy" Porter.
Erroll Louis Garner wurde am 15. Juni 1921 in Pittsburgh, Pennsylvania geboren. Er hat nie eine formelle Ausbildung bekommen, und er konnte keine einzige
Note lesen. Trotzdem wurde er einer der originellsten Pianisten, der die Reihe stilbildender Künstler von Jelly Roll Morton über Fats Waller und Art Tatum
fortsetzte.
Garner war von kleiner Gestalt, nur 1 m 58. Deshalb hatte er immer ein Telefonbuch von Manhattan dabei. Hingegen hatte er ungewöhnlich grosse Hände, mit denen
er 15 oder 16 Noten greifen konnte. Und er war ein Meister der Dynamik, er konnte donnern und im nächsten Moment flüstern.
Das "Concert by the Sea" wurde Garners berühmteste, und eine der meistverkauften Jazzplatten überhaupt. Je nach Quelle sollen 300.000 oder eine Million
Exemplare verkauft worden sein.
Den heutigen Abend beginnen wir mit dem unvergleichlichen Clifford Brown - Max Roach Quintett, dieses Mal so, wie es im Club "Basin Street", New York aufgetreten ist.
Wir sind hier in der fruchtbarsten Periode von Sonny Rollins und hören nicht weniger als 14 Aufnahmen, gemacht zwischen 1956 und 59.
Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich zusammen mit John Coltrane als Tenorsax Gigant der Dekade festgesetzt (ihre einzige gemeinsame Aufnahme fehlt nicht!).
Er wurde vom Publikum und von den Kritikern verehrt und geliebt. Einige seiner Kompositionen waren schon Jazz Standards und nun fuhr er weiter auf einer Calypso Spur.
Wir gehen mit ihm Richtung Westen nach Kalifornien für Sessions mit Ray Brown / Shelly Manne und später mit "The Contemporary Leaders", live ins "Village Vanguard" 1957, zum
"Newport Jazz Festival" 1958 und in den "Nalen Jazzclub" in Stockholm 1959. - Es gibt ein Feuerwerk des Feinsten im Jazz.
20.Nov. Jazz von südafrikanischen Musikern - Jazz von Schweizer Musikern
Armin Bruder
Obwohl in Südafrika immer noch das infame Apartheidsystem herrschte, konnten in den Jahren 1980 und 1990 eine Anzahl schwarzer südafrikanischer Musiker in Europa auftreten,
so 1990 auch in Willisau, nämlich die Musiker Dudu Pukwana, Johnny Dyani und Louis Moholo. Das Apartheidsystem wurde erst 1994 aufgehoben, also vor 25 Jahren. Mit der Aufhebung des
Apartheidsystems wurde auch Nelson Mandela befreit, dies nach 27 Jahren Einzelhaft.
Die Schweiz wird repräsentiert mit der Gruppe Alpine Jazz Herd unter der Leitung von Jürg Solothurnmann (Ehrenmitglied des JCZ), zusammen mit Hans Kennel. Mit ihren Stücken versuchen
sie Schweizer Brauchtum, Gewohnheiten, Verhaltensweisen und die Schweizer Vergangenheit jazzmässig zu präsentieren.
Frühere Anläufe, uns einige Konzertmitschnitte von Max Roachs Formationen zu Gemüte zu führen, scheiterten an den Tücken der Technik. Hoffentlich klappt es dieses Mal.
Beim Ausmisten bin ich über einen Stapel VHS-Kassetten mit Konzerten des Ausnahmeschlagzeugers Max Roach gestolpert. Die Zeit ist natürlich nicht spurlos an den Bändern vorbei
gegangen. Aber die gebotene Musik ist so gut, dass ich glaube, die Digitalisierung habe sich gelohnt.
Er war ein äusserst vielseitiger Mann, er trat mit seinem Jazz Quartett auf, mit dem Doppelquartett (wo seine Tochter mitwirkte), er spielte mutterseelenallein oder mit einem ganzen
Orchester aus Schlagzeugern. In Lugano hatte er einen Chor dabei, und am Jazz Baltica trat er im Duo mit Abdulla Ibrahim (Dollar Brand) auf.
Daneben sehen wir einige Ausschnitte aus Dokumentationen und Gesprächen.
1955, im Alter von 17 Jahren, nahm der Autodidakt Daniel Humair als Schlagzeuger dreier Gruppen am Jazzfestival Zürich teil und holte auf Anhieb alles, was
es zu gewinnen gab: die ersten Preise im "alten" und im "neuen" Stil, Preise als jüngster Nachwuchsmusiker und für das beste Solo. Am Schluss durfte er ein
nigelnagelneues Giannini-Schlagzeug abschleppen.
Kurz darauf wurde ihm die Schweiz zu eng, er zog nach Paris und wurde ein gesuchter Sideman, der im Laufe der Zeit mit allen wichtigen Solisten gespielt hat,
ausgenommen Sonny Rollins und Miles Davis.
Wir hören einige Aufnahmen aus den Jahren 1959 bis 1989 mit Starsolisten wie Eric Dophy, Phil Woods, Kenny Barron und Helen Merrill.