Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/65464

<h2>SubmittedText<h2><p>Der im Dezember 2005 vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) veröffentlichte 5. Ernährungsbericht der Schweiz zeigt, dass der Gesundheitszustand der Kinder und Jugendlichen zu Besorgnis Anlass gibt. Übergewicht und Fettleibigkeit sowie eine ungesunde Lebensweise (unausgewogene Diäten, Bewegungsmangel) nehmen stark zu.</p><p>Ich stelle dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Wie beurteilt er den Gesundheitszustand der Kinder und Jugendlichen aufgrund des 5. Ernährungsberichts des BAG?</p><p>2. Welche konkreten Massnahmen ist der Bundesrat bereit zu ergreifen, um diesen Missstand zu bekämpfen?</p><p>3. Sportunterricht und sportliche Aktivitäten sind hauptsächlich Sache der Kantone oder liegen in der Verantwortung der Eltern. Wäre es für den Bundesrat denkbar, subsidiär Jugend und Sport (J+S) zu verstärken und die J+S-Angebote auf fünf- bis zehnjährige Kinder auszudehnen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat hat die Problematik von Übergewicht und Bewegungsmangel bei Schweizer Kindern erkannt. In allen industrialisierten Ländern haben Übergewicht und Adipositas sowohl in der erwachsenen Bevölkerung als auch bei Kindern und Jugendlichen in den letzten zwanzig Jahren stark zugenommen. Die Situation in der Schweiz ist mit der in den anderen Ländern Europas vergleichbar. Jedes vierte Kind in der Schweiz hat ein erhöhtes Körpergewicht, Tendenz steigend. Übergewicht und Adipositas in der Schweiz verursachen Gesundheitskosten, die auf 2,7 Milliarden Franken pro Jahr geschätzt werden (5. Schweizerischer Ernährungsbericht).</p><p>Aus diesem Grund engagiert sich der Bund seit 2002 als Träger von Suisse Balance, der Ernährungsbewegung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) und der Gesundheitsförderung Schweiz, gezielt für die Förderung eines gesunden Ernährungs- und Bewegungsverhaltens bei Kindern und Jugendlichen. Zusätzlich werden vom BAG und vom Bundesamt für Sport (Baspo) weitere Präventionsprojekte für Kinder und Jugendliche unterstützt.</p><p>2. Das Eidgenössische Departement des Innern wurde vom Bundesrat beauftragt, die Globale Strategie der WHO für Diät, Bewegung und Gesundheit zu prüfen und das Vorgehen in der Schweiz festzulegen. Das BAG wird ein an Schweizer Verhältnisse angepasstes Massnahmenpaket erarbeiten. Die Strategieentwicklung des nationalen Massnahmenpakets Ernährung und Bewegung erfolgt in Zusammenarbeit mit wichtigen Partnern in diesem Bereich, wie z. B. dem Baspo, der Gesundheitsförderung Schweiz und den Kantonen. Das Ziel der Strategieentwicklung ist es, ein Paket von Massnahmen zu definieren und dem Bundesrat in der zweiten Jahreshälfte 2007 vorzulegen.</p><p>3. Die Sportförderung bei Kindern und Jugendlichen ist ein wichtiges Anliegen des Bundes, wobei Jugend und Sport (J+S) bisher die Altersgruppe der Zehn- bis Zwanzigjährigen erreicht. Beim Baspo werden zurzeit Möglichkeiten geprüft, spezifische Angebote auch für Fünf- bis Zehnjährige zu entwickeln. Die Ausdehnung des J+S-Alters ist dabei eine Option, wobei der zusätzliche Ressourcenbedarf vom Bundesrat unter Berücksichtigung der Finanzlage beurteilt werden muss.</p>  Antwort des Bundesrates.