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Thema: Klima
Rindviehbestand
Der Rindviehbestand ist ein wichtiger Indikator für die Treibhausgas-Emissionen der Landwirtschaft. Das Rindvieh ist mit Abstand die bedeutendste Quelle für Methangas-Emissionen. Bezogen auf die gleiche Menge hat Methan ein 25-mal höheres Klimaerwärmungspotenzial als Kohlendioxid (CO2). Allerdings ist der Anteil von Methan in der Atmosphäre deutlich geringer als derjenige von CO2.
- Verwandte Indikatoren
- Fleischkonsum
- Mineraldüngerverbrauch in der Landwirtschaft
- Spezifische CH4-Emissionen der Milchproduktion
- Spezifische N2O-Emissionen des Düngereinsatzes
- Stickstoff- und Phosphorüberschüsse in der Landwirtschaft
- Stickstoff-Bilanz in der Landwirtschaft
- Stickstoffgehalt im Hofdünger
- Treibhausgas-Emissionen nach Gasen
Zwischen 1990 und 2004 war der Rindviehbestand in der Schweiz rückläufig, danach nahm er bis 2008 leicht zu. In den darauffolgenden Jahren hat sich der Bestand erneut verringert. Entscheidend für die Entwicklung des Viehbestandes sind hauptsächlich die agrarpolitischen und makroökonomischen Rahmenbedingungen. Mit der Agrarpolitik 2014–2017, die im Frühjahr 2013 verabschiedet wurde, entfällt die direkte Unterstützung der Raufutterverzehrer. Damit dürfte der Rindviehbestand weiter abnehmen, wobei leichte Preissteigerungen infolge tieferer Produktionsmengen den Rückgang in Grenzen halten.
Zwar verursachen grosse Tierzahlen mehr Emissionen, und geringere Tierbestände würden sich positiv auf die Schweizer Treibhausgasbilanz auswirken. Bei einer Reduktion der Schweizer Tierbestände müssten aber mehr Fleisch und Milchprodukte aus dem Ausland importiert werden, um die Nachfrage zu decken. Folglich würden die entsprechenden Emissionen im Ausland anfallen. Aus diesem Grund verzichten wir auf eine Bewertung des Zustands und der Entwicklung.
Der Indikator ist international vergleichbar, allerdings ist die Aussagekraft von totalen Tierbeständen eingeschränkt. Besser geeignet wäre die Anzahl Tiere pro Kopf. Die Tierzahlen werden vom Schweizerischen Bauernverband (SBV) zusammengetragen und an die FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations, faostat.fao.org) geliefert. Die Rindviehzahlen der FAO weichen geringfügig von denjenigen des SBV ab, da der Bauernverband nachträglich jeweils kleinere Korrekturen vornimmt. Um eine kohärente und lückenlose Zeitreihe zu gewährleisten, wurden die Daten durch Agroscope (ART) und die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) konsolidiert.
Der Indikator Rindviehbestand berücksichtigt die Anzahl Milch- und Mutterkühe, sowie die Kälber. Die Daten werden durch das Bundesamt für Statistik in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Landwirtschaft und den kantonalen Ämtern für Landwirtschaft erhoben. Die Erhebung erfolgt jährlich im Rahmen der landwirtschaftlichen Betriebsstrukturerhebung und ergänzend dazu alle drei bis fünf Jahre im Rahmen der Landwirtschaftszählung. Es handelt sich in beiden Fällen um Vollerhebungen. Die Bestandeszahlen beziehen sich auf einen fixen Zeitpunkt im Jahr und berücksichtigen Schwankungen innerhalb eines Jahres nicht. Alle Tiere der Rindviehgattung sind individuell markiert und können von der Geburt bis zur Schlachtung genau zurückverfolgt werden.
Weiterführende Informationen
Letzte Änderung 09.12.2016