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m Jahr 1170 wurde erstmals eine Sorte des Kulturapfels von den Zisterziensern erwähnt: der Borsdorfer Apfel. Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts wurden weltweit bereits 20.000 Apfelzüchtungen kultiviert. Allein in Preußen wurden über 2.000 Sorten angebaut, denn parallel zur Industrialisierung wurde ein vielfältiger Obstbau zur Versorgung der Großstädter politisch gefördert. Aktuell sind in Deutschland nur 60 Sorten von wirtschaftlicher Bedeutung, angebaut werden etwa 1.500 Sorten. In verschiedenen Initiativen finden nicht mehr industriell genutzte Sorten zunehmend Fürsprecher, die sich für ihren Erhalt einsetzen. Die riesige (aromatische) Apfel-Vielfalt wird in der Supermarkt-Obstabteilung nur unzureichend repräsentiert: hier erhält man oftmals nur fünf verschiedene Sorten, die „Bestseller“. Auf Märkten oder im Obsthandel sind hingegen bis zu 50 verschiedene Sorten erhältlich. Stark im Trend sind Markenäpfel, so genannte Clubsorten, die nur gegen Abgabe einer Lizenzgebühr verkauft werden dürfen. Hier steht die Vermarktung einer Sorte im Mittelpunkt, das Aroma wird eher zur Nebensache.