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Eine Entzündung des Kehlkopfes wird als Laryngitis bezeichnet. Dabei unterscheiden Mediziner in der Regel zwischen einer akuten und einer chronischen Laryngitis:
- Akute Laryngitis: Bei dieser Kehlkopferkrankung handelt sich meist um eine viral ausgelöste Entzündung der Stimmlippen. Klinische Symptome sich Heiserkeit mit Hustenreiz sowie ein Trockenheitsgefühl. Zur Behandlung kommen feucht-warme Inhalationen, in schweren Fällen auch Sprays zum Einsatz. Zudem sollten Betroffene ihre Stimme schonen und auf das Rauchen verzichten. Bei einer bakteriellen (Super-)Infektion sollte zusätzlich antibiotisch behandelt werden. Hier kommt Cefuroxim, bei Allergie Clindamycin in Frage.
- Chronische Laryngitis: Zur chronischen Entzündung des Kehlkopfes, insbesondere der Stimmlippen, kommt es bei Exposition zu trockener Luft (Klimaanlage) oder bei Noxen (Staub, Rauchen). Bei Mundatmern (behinderte Nasenatmung) ist die Luftfeuchtigkeit inspiratorisch ebenfalls nicht ausreichend und kann zu einer chronischen Laryngitis führen. Die Symptome sind ähnlich denen einer akuten Laryngitis: Globusgefühl, Heiserkeit, Husten und ein Räusperzwang. Therapeutisch ist das Vermeiden von Noxen, ggf. Wiederherstellung der Nasenatmung auf Dauer sowie kurzfristig eine Stimmschonung mit Inhalationstherapie angezeigt.
Weitere Formen der Laryngitis sind:
- Pseudokrupp (Laryngitis subglottica acuta): Auch der Pseudokrupp ist eine primär virale Erkrankung, die sekundär bakteriell superinfiziert sein kann. Bei dieser im Kindesalter auftretenden Erkrankung kommt es zu einem bellenden Husten mit Stridor bei einer Schleimhautschwellung unterhalb der Stimmritze (subglottisch). Wichtig sind abschwellende Inhalationen und ggf. eine antibiotische Therapie mit Cefuroxim, bei Allergie Clindamycin. Im Notfall kann eine Intubation notwendig werden.
- Tuberkulöse Laryngitis: Eine Infektion mit M. tuberculosis kann im Bereich des Kehlkopfes zu einer Monochorditis mit granulomatösen Veränderungen führen. Das Beschwerdebild entspricht den anderen aufgeführten chronischen Erkrankungen des Kehlkopfes. Die Diagnose wird bioptisch, das heisst durch eine Biopsie (Gewebeprobe) gestellt. Therapeutisch wird tuberkulostatisch (Tripeltherapie) behandelt.
- Laryngitis posterior: Im Rahmen einer Refluxerkrankung kommt es zur Säureschädigung der Schleimhäute des Larynx, insbesondere im Bereich der Aryknorpel und der Interaryregion. Bei Rötung und Ödem sind die Symptome Heiserkeit und ein Hustenreiz. Die Therapie besteht in der Verminderung/Vermeidung des Reflux durch Nahrungsumstellung und medikamentös mit einer Anti-Refluxtherapie (Protonenpumpenhemmer).
Bei dieser nicht selten schon im Kindesalter auftretenden Kehlkopferkrankung kommt es zu einer durch humane Papillomaviren (HPV 6/11/16/18) ausgelösten Papillomatose der Stimmlippen. Papillomatosen sind durch Viren hervorgerufene Warzenwucherungen. Bei Kindern treten diese oft multilokulär (an mehreren Orten lokalisiert) auf, beim Erwachsenen oft solitär (an einer Stelle lokalisiert).
Therapeutisch werden die Papillome mittels Laser abgetragen, es kann virustatisch eingespritzt werden; momentan sind moderne immunmodulierende Wirkstoffe Gegenstand der Forschung. Für die Abtragung mittels Laser ist ein stationärer Aufenthalt von zwei Tagen notwendig. Das Hauptproblem bei dieser Erkrankung ist die Rezidivneigung und die Ausdehnung nach unten (subglottisch).
Bei dieser Kehlkopferkrankung handelt es sich um eine meist angeborene krankhafte Erweichung des Kehlkopfes. Bei zu weichen supraglottischen (über der Glottis liegenden) Strukturen kommt es bei Inspiration (Einatmung) zu einem Ansaugeffekt, so dass nicht ausreichend Luft passieren kann. Patienten mit Laryngomalazie zeigen typische Atemgeräusche beim Ausatmen (Stridor). Diese Beschwerden können angeboren sein.
Da es in den ersten Jahren oft von selbst zu einer Besserung der Beschwerden kommt, ist nur selten ein operatives Vorgehen notwendig. Neben einer Laserung kommt ggf. eine temporäre Tracheotomie (Luftröhrenschnitt) in Frage.
Bei Laryngozelen handelt es sich um hernienartige Aussackungen im Bereich des Larynx. Abhängig von der Lokalisation werden innere und äussere Laryngozelen unterschieden. Als häufige Symptome kommen ein Globusgefühl, Schluckstörungen (Dysphagie) oder Atembeschwerden (Dyspnoe) vor. Die Therapie ist operativ, meistens endoskopisch mittels Laser, oder selten, je nach Lokalisation, offen von aussen.
Der Kehlkopfkrebs ist die häufigste Krebserkrankung im Halsbereich. Männer sind circa zehnmal häufiger betroffen als Frauen. Als häufigste Ursachen für bösartige Tumoren des Kehlkopfes gelten Rauchen und Alkoholmissbrauch. Bei Kehlkopfkrebs handelt es sich um ein Plattenepithelkarzinom. Je nach Lokalisation werden vier Formen unterschieden:
- Stimmlippen – Glottiskarzinom: Der Tumor befindet im Bereich der Stimmlippen und der Kehlkopfhinterwand.
- Unterhalb der Stimmlippen - Subglottisches Larynxkarzinom: Der Tumor befindet sich unterhalb der Stimmlippen.
- Kehldeckel - Supraglottisches Larynxkarzinom: Der Tumor befindet sich im Bereich des Kehldeckels.
- Ganzer Kehlkopf - Transglottisches Larynxkarzinom: Der Tumor erstreckt sich über den gesamten Kehlkopf.
Die Behandlung erfolgt im Allgemeinen durch eine chirurgische Entfernung des Tumors (Tumorresektion). Hierfür stehen sowohl laserendoskopische als auch offen chirurgische Verfahren zur Verfügung. Bei grösseren Tumoren sollte postoperativ eine Bestrahlung durchgeführt werden. Ist der Tumor inoperabel oder liegen schwere Begleiterkrankungen vor, steht auch eine kombinierte Radiochemotherapie, ggf. mit einer Antikörpertherapie zur Verfügung.
Verschluckte Fischgräten und andere Fremdkörper verursachen selten bis sehr selten Probleme, wenn sie sich im Bereich des Kehlkopfes verfangen. Wenn dies zu Komplikationen führt, ist eine Entfernung des verschluckten Gegenstands notwendig.
Meist kommt es zu einem stumpfen (Autounfall, Integralhelm), selten zu einem scharfen (Messer) Trauma des Kehlkopfs. Durch Kehlkopffrakturen bis hin zum Trachealabriss kann es durch Verlegungen oder Einblutungen zu Dyspnoe, Schluckproblemen und Stimmveränderungen kommen.
Wesentlich ist primär die Sicherung der Atemwege; es wird eine operative Rekonstruktion angestrebt. Durch den Intubationsvorgang im Rahmen einer Vollnarkose kann es zur Luxation eines oder beider Aryknorpel kommen. Bei längerer Intubationszeit können sich sog. Intubationsgranulome bilden. Nicht selten findet sich bei langzeitintubierten Patienten eine subglottische Trachealstenose oder eine Tracheomalazie im Bereich des Cuffs, sodass dem frühzeitig durch eine temporäre Tracheotomie vorgebeugt werden muss.
Bei Stimmüberlastung und/oder meist Rauchen, auch ein Passivrauchen, kann es zu einer Flüssigkeitsansammlung im sog. Reinke-Raum der Stimmlippen kommen. Es resultiert eine heisere Stimme, gelegentlich auch ein Hustenreiz.
Sollte durch Stimmhygiene und Meidung von Noxen keine Besserung eintreten, kann eine phonochirurgische Abtragung vorgenommen werden. Die Abtragung wird in Vollnarkose im Rahmen einer Mikrolaryngoskopie durchgeführt.
Mögliche Komplikationen sind im speziellen eine bleibende Heiserkeit und eine erneute Ödembildung nach der Operation.