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Bei den Kantonsratswahlen 2020 im Kanton St.Gallen kandidieren über 1'000 Wahlberechtigte. Das sind mehr als 2004, als der Kantonsrat noch 180 Sitze aufwies. Damals waren es 925, von 2008 bis 2016 um 800. Der "Knick" in der Kurve im Jahr 2008 dürfte mit der Reduktion der Kantonsratsmandate von 180 auf 120 zusammenhängen. Es standen damit auch weniger Listenplätze für Kandidierende zur Verfügung. Der aktuelle Anstieg geht zu einem guten Teil auf das Konto der 18-39-Jährigen. Sie haben anteilmässig die 40-59-Jährigen überrundet und stellen auch in absoluten Zahlen die grösste Gruppe, sowohl bei den Männern wie bei den Frauen. Auch die 60-Jährigen und Älteren haben auf tieferem Niveau zugelegt.
Unverändert bleibt die Tatsache, dass sich bei weitem mehr Männer als Frauen für ein politisches Amt zur Verfügung stellen. Ihr Anteil an den Wahlberechtigten gleichen Geschlechts ist doppelt so hoch wie bei den Frauen. Dies deckt sich mit Analysen des Bundesamts für Statistik (zuletzt im Rahmen der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung 2016), die zeigen, dass Männer sich eher an institutionalisierten Formen der Freiwilligenarbeit beteiligen (z.B. eben in Parteien), Frauen jedoch eher an informellen Formen (Nachbarschaftshilfe, Kinderbetreuung ausserhalb des eigenen Haushalts usw.).
Sich für ein politisches Amt zur Verfügung zu stellen, ist eine von mehreren Möglichkeiten, sich für das Gemeinwohl zu engagieren. Wer dies tut, muss bereit sein, einen Teil seiner verfügbaren freien Zeit für die Mitgliedschaft in einer Partei, für Aktivitäten in Parteigremien, das Sammeln von Unterschriften, die Werbung für politische Anliegen an Ständen usw. zu verwenden, dies angesichts in der Regel geringer Wahlchancen. Gelingt eine Wahl, wächst der zeitliche Aufwand noch einmal. Gerade in der Schweiz, wo die Parteien nur über wenige hauptamtliche und bezahlte Mitarbeitende verfügen, sind engagierte Aktivistinnen und Aktivisten aber unentbehrlich.
Anteil der Kandidierenden für den St.Galler Kantonsrat gemessen an 1000 Personen der ständigen Wohnbevölkerung der gleichen Altersgruppe mit Schweizer Staatsangehörigkeit am Ende des Vorjahrs. Personen ab 80 Jahren sind hier nicht einberechnet, weil sie äusserst selten für ein politisches Amt kandidieren bzw. aus gesundheitlichen Gründen dazu in der Lage sind. Auch Ausländerinnen und Ausländer sind ausgeschlossen, weil sie sich von Gesetzes wegen nicht für ein politisches Amt zur Verfügung stellen können.
Nächste Aktualisierung bis spätestens: 29.2.2024
Die Infografik sowie die Zahlen, die ihr zugrunde liegen,...
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