Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03482.jsonl.gz/1745

Louwen-Diät: Kurz zusammengefasst
Gemeint ist damit meistens eine Reduktion von Lebensmitteln mit hohem glykämischem Index, z.B. Brot oder Nudeln aus Weissmehl, Kartoffeln, Ananas, Bananen, Süssigkeiten, ect. in den 4-6 Wochen vor der Geburt. Diese Lebensmittel erzeugen eine hohen Blutzuckeranstieg und damit eine verstärkte Insulinausschüttung ins Blut. Insulin besetzt die gleichen Rezeptoren wie die Prostaglandine. Prostaglandine sind wichtig für die Wehenauslösung und sie machen den Muttermund weich. Wenn Insulin und Prostaglandine gleichzeitig im Blut sind, werden gemäss der «Louwen-Diät» die Rezeptoren von Insulin besetzt und die Prostaglandine können nicht richtig wirken. Daraus wird abgeleitet, dass die Wehentätigkeit schlechter ist und es zu längeren und schmerzhafteren Wehen kommt, als wenn das Insulin tief ist.
Theorie nicht bewiesen
Bisher ist diese Theorie nicht wissenschaftlich bewiesen. D.h. wer diese «Diät» befolgt, hat keine Zusicherung, dass die Geburt schneller und/oder weniger schmerzhaft abläuft. Dies bestätigt auch der Namensgeber der Diät, Prof. Louwen, Professor für Geburtshilfe und Perinatologie am Universitätsklinikum & Goethe Universität Frankfurt am Main. Prof. Louwen führt derzeit Studien durch, um diese Zusammenhänge zu testen.
Was bedeutet das für Schwangere?
Wir empfehlen allen Schwangeren und Müttern sich während der ganzen Schwangerschaft ausgewogen zu ernähren, d.h. in Bezug auf den glykämischen Index v.a. Lebensmittel mit tiefem glykämischem Index zu essen. Bei diesen Lebensmitteln steigt der Blutzucker im Blut nicht so schnell an und die Insulinausschüttung kann adäquat reagieren.
Heisst das gar nichts Süsses mehr?! Nein, eine kleine Portion Süsses gemäss den Angaben der Lebensmittelpyramide kann man sich bis zur Geburt (und darüber hinaus) jeden Tag gönnen.
Schweizerische Gesellschaft für Ernährung: Lebensmittelpyramide