Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03576.jsonl.gz/2348

Zuger Ratsherrenscheibe mit den Wappen der Ratsmitglieder und der Stadt Zug
Die hochrechteckige Scheibe ist in dreimal drei Felder unterteilt. Das unterste mittlere Feld ist etwas grösser und zeigt die Wappenpyramide des Standes Zug mit dem Heiligen Michael (links) und dem Heiligen Oswald (rechts) seitlich. Darunter Inschrift «Die Statt Zug. Anno 1679.» In den übrigen Abschnitten befinden sich vor farblosem Grund die Vollwappen der Ratsherren mit den jeweiligen Inschrifttafeln.
Weitere Informationen zur Ratsherrenscheibe sind im Buch «Bergmann Uta: Die Zuger Glasmalerei des 16. bis 18. Jahrhunderts (Corpus Vitrearum, Reihe Neuzeit, Bd. 4), Bern 2004» auf Seite 442/443 zu finden.
Vermutlich wurde die Ratsherrenscheibe vom Glasmaler Michael IV. Müller (um 1627–1682) hergestellt. Er heiratete 1649 die Zugerin Anna Maria Elsener. Über sein gesellschaftliches Leben ist sehr wenig bekannt, dafür aber ist einiges über seinen beruflichen Erfolg bekannt. So nahm er nach der Heirat seine Tätigkeit als Glasmaler in Zug auf und führte ab 1650 ein Bestellbuch, welches von seinen Söhnen und später vom Menzinger Arzt und Glasmaler Johann Melchior Zürcher (15.10.1705–22.01.1763) weitergeführt wurde. Dieses in Pergament eingebundene Bestellbuch enthält auf 347 Seiten rund 400 registrierte Werke von Michael IV und dient als wunderbare Quelle, um den Kundenkreis und das Wirken des Glasmalers aufzuzeigen. Das Bestellbuch (Inv.-Nr. 3345) ist in der Dauerausstellung im Museum Burg Zug (2. OG, Glasgemälde-Zimmer) ausgestellt.