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Der Baudot-Code oder genauer Baudot - Murray - Code (CCITT No.2) ist der beim Funkfernschreiben meistens verwendete Fünfschrittcode, der mit der drahtgebundenen Fernschreibtechnologie um 1932 in der heutigen Form eingeführt wurde.
Beim Funkfernschreiben handelt es sich, im Gegensatz zur Morsetelegraphie, um ein Zweitonverfahren:
Als Betriebsart wird meistens Frequency Shift Keying (FSK) eingesetzt, von einem Trägersignal wird die Frequenz um einen gewissen Versatz nach oben oder unten verschoben (Shift), d.h. die Frequenz entsprechend dem Nachrichteninhalt moduliert. Aus diesem Grund wird dieses Verfahren auch als F1 bezeichnet.
Alternativ kann Audio Frequency Shift Keying (AFSK) eingesetzt werden, das Zweitonsignal kann beispielsweise mit kostengünstigeren SSB-Sendern, die das Frequenzsprungverfahren nicht beherrschen, ausgestrahlt werden.
Prinzipiell sind verschiedene Übertragungscodes, welche alle auf einem binären Code mit Zuständen von 1 (Mark) und 0 (Space) basieren, möglich. Im Funkfernschreiben wie auch im drahtgebundenen Fernschreibbetrieb hat sich der Baudot-Code resp. CCITT No.2 durchgesetzt.
Beim CCITT No.2 Alphabet besteht jedes Zeichen aus fünf Zeichenschritten, deren logischer Wert 1 oder 0 betragen kann. Da die mögliche Zeichenanzahl auf die Buchstaben des Alphabets beschränkt ist (max. 32 Kombinationen) wurde zur Darstellung von Zahlen und Sonderzeichen ein „Workaround“ gewählt. Mit dem Signal 11011 wird auf die Ziffern/Zeichenebene umgeschaltet, ab diesem Zeichen entsprechen die folgenden Zeichen Ziffern- und nicht mehr Buchstabenwerten, mit dem Signal 11111 wird wieder auf den Buchstaben - Zeichensatz zurückgewechselt. Dies funktiert ähnlich der Verwendung der CAPS LOCK - Taste für grosse und kleine Buchstaben.
Ähnlich wie an der PC-Tastatur, wenn die CAPS LOCK-Taste vergessen wird, kann beim Funkfernschreiben die Rückstellung auf die Zeichenebene ausfallen, wenn beispielsweise durch Fading das Signal zum Wechsel auf die Zeichenebene ausffallen sollte. Elektronische Decoder sind oft mit einer USOS („Unshift on Space“)-Funktion ausgestattet, welche nach einem Leerschlag automatisch in den Buchstabenmodus wechselt.
Da beim Funkfernschreiben die Synchronisierung von Sende- und Empfangsstation kaum möglich ist, wurde zur asynchronen Übertragung ein Start- und Stopbit vor resp. nach dem Buchstabenzeichen eingefügt, damit erkennt die Gegenstation automatisch, wann ein neues Zeichen beginnt und es ist keine Übertragung eines Synchronisiersignals notwendig.
In der Anfangszeit konnten die Parameter einer Funkfernschreibübertragung (verwendeter Zeichensatz, Geschwindigkeit (Baudrate), Shift (Frequenzabstand zwischen 0 und 1 resp. Space und Mark-Signalen) und Phasenlage (Space mit höherer Frequenz als Mark, oder umgekehrt) nur mit grossem Aufwand variiert werden. Zu einer Veränderung der Baudrate von 50 auf 75 Baud war bei der Siemens Fernschreibmaschine Stg-100 beispielsweise das Auswechseln eines Zahnradsatzes notwendig. Elektronische Decoder verfügen oft über eine Vielzahl einstellbarer Übermittlungsparameter.