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Was wäre, wenn Elizabeth Taylor im Frühjahr 1955 nicht schwanger gewesen wäre? Die kurze Antwort: Die junge Schauspielerin hätte früher mit den Dreharbeiten zum Western-Epos «Giant» beginnen können.
Weil von Taylors Name damals schon ein gewisser Glanz ausging, entschied sich das Studio, die Produktion nach hinten zu verschieben. Wie für die 23-Jährige selbst machte dies für Warner Bros. keinen grossen Unterschied.
Für James Dean dagegen änderte das alles.
Glückliches Timing
Taylors Co-Star James Dean hatte zu diesem Zeitpunkt erst einen Film gedreht: die Roman-Adaption «East of Eden». Die freien Zusatzmonate im Kalender ermöglichten es ihm, seine erste Hauptrolle zu spielen: in Nicholas Rays «Rebel Without a Cause». Es sollte seine erinnerungswürdigste Darbietung werden.
«Rebel Without a Cause» behandelt den moralischen Zerfall Jugendlicher aus der US-Mittelschicht und den daraus resultierenden Generationenkonflikt mit deren Eltern. Deans desillusionierter, verstörter Teenager Jim Stark wurde zu einem Kino-Archetyp, den man noch heute in Hollywood-Filmen antrifft.
Selbst Rezensionen, die den Film als Ganzes eher bemängelten, lobten die Performance seines Protagonisten. Die guten Kritiken für seine Leistung und seine Etablierung als Jugend-Idol erlebte der Schauspieler allerdings nicht mehr mit. Dean war einen Monat vor dem Kinostart von «Rebel Without a Cause» bei einem Autounfall ums Leben gekommen: im Alter von nur 24 Jahren.
Unglückliches Timing
Was wäre, wenn? Was wäre, wenn James Dean am 30. September 1955 nicht die Kontrolle über seinen Porsche verloren hätte? Zumal Warner Bros. geplant hatte, den charismatischen Mittzwanziger langfristig an sich zu binden.
Wie hätte sich Deans Karriere nach dem Einbruch des alten Studio-Systems wohl entwickelt? Hätte er irgendwann auf eine vergleichbar facettenreiche Filmografie zurückblicken können wie etwa Marlon Brando, den er bewunderte?
Wie hätten ihn die jungen Autorenfilmer der New-Hollywood-Bewegung eingesetzt? Schliesslich hatte er als Jim Stark eine Art Vorläufer des Hollywood-Antihelden gespielt.
Unsterbliche Stilikone
James Deans früher Tod trug zweifelsohne zur Legendenbildung bei. Sein gigantischer Einfluss – weit über die Filmwelt hinaus – bleibt jedoch unbestritten.
Beweisen lässt sich Deans nachhaltige Wirkung mit vielen Dingen. Sogar die heutige Omnipräsenz des T-Shirts spricht dafür: Die Verkaufszahlen dieses Kleidungsstücks gingen in den USA durch die Decke, nachdem Dean ein ebensolches in «Rebel Without a Cause» getragen hatte.