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Malaria gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten in manchen tropischen und subtropischen Gebieten. Sie gilt als Beispiel einer Tropenkrankheit schlechthin.
Gemäss Weltgesundheitsorganisation (WHO) leben etwa 40% der Weltbevölkerung in „malariaverseuchten“ Gebieten. Laut Schätzungen sterben jährlich etwa eine Million Menschen an der Malaria. Die meisten werden in Afrika registriert, wo überwiegend die gefährliche Malaria tropica vorkommt.
Malaria hat nach wie vor weltweit eine grosse Bedeutung. Zur effizienteren Bekämpfung wurden deshalb in Zusammenarbeit mit der WHO von verschiedenen Organisationen Massnahmen in die Wege geleitet. Ziele sind: Verbesserung der Prävention, der Diagnostik und des Zugangs zur Therapie, insbesondere in Entwicklungsländern. Eine Reduktion der Neuerkrankungen wurde bereits erreicht, auch in Afrika, wo aber besonders die Kindersterblichkeit noch sehr hoch ist.
Früher kam Malaria auch in den südlichen Ländern Europas endemisch vor, insbesondere in Sumpfgebieten, weshalb man auch den Namen Sumpffieber verwendete.
In der Schweiz treten jährlich zwischen 200-250 Malariaerkrankungen auf, die auf Aufenthalte (Familienbesuche, Reisen, Geschäftsreisen) in betroffene Gebiete zurückzuführen sind. Als häufigster Ort der Infektion wurde der afrikanische Kontinent (90%) identifiziert, gefolgt von Asien und Amerika.
Immer wieder kommt es vor, dass sich jemand im Ausland infiziert, aber erst nach der Rückkehr erkrankt. Untersuchungen des BAG haben gezeigt, dass rund 10% der Erkrankungen sogar später als drei Monate nach Rückkehr aus einem Endemiegebiet auftraten.
Wechselfieber, Sumpffieber.
fortwährendes oder wiederholtes Vorkommen einer Krankheit in einem geographisch begrenzten Gebiet (Endemiegebiet). Der Krankheitserreger ist in dieser Region dauernd vorhanden. Adjektiv: endemisch.
Gehäuftes Vorkommen einer Krankheit in einem begrenzten Gebiet während einer bestimmten Zeit (geographisch und zeitlich limitiert). Adjektiv: epidemisch.
Der Körper ist Umwelteinflüssen ausgesetzt, z.B. Krankheitserregern, Schadstoffen irgendwelcher Art oder Strahlung.
Erhebliche Funktionseinschränkung oder Versagen von zwei oder mehr lebenswichtigen Organen; kann zum Tod führen.
Widerstandsfähigkeit eines Krankheitserregers gegenüber Medikamenten, Umwelteinflüssen, chemischen Substanzen oder Flüssigkeiten. Adjektiv: resistent.
Nicht rückgängig zu machen, bezogen auf eine Krankheit: nicht heilbar.
Vier verschiedene Malariaerreger sind bekannt. Alle gehören zu den so genannten Plasmodien (parasitär lebende Einzeller), die Krankheitsbilder unterschiedlicher Schweregrade hervorrufen. 1880 hat der französische Arzt Charles Laveran erstmals Plasmodien im Blut von Malariakranken nachgewiesen.
Die Übertragung der Parasiten auf den Menschen erfolgt durch den Stich einer infizierten Anophelesmücke. In Höhenlagen von über 2000 bis 2500 Metern können die Mücken nicht existieren, daher gibt es dort keine Ansteckung.
Gelangen infizierte Anophelesmücken im Flugzeug nach Europa, sind während ihrer kurzen Überlebenszeit schon vereinzelt Neuansteckungen in Flughafennähe aufgetreten („Airport-Malaria“). Es liegt auf der Hand, dass das Erkennen einer Airport-Malaria schwierig ist, weil im Allgemeinen nicht damit gerechnet werden muss.
Hinsichtlich der Risiken für eine Infektion sind zu berücksichtigen:
Plasmodien durchlaufen einen komplizierten Vermehrungszyklus in der Leber und in den roten Blutkörperchen. Platzen die Blutkörperchen, gelangen Plasmodien ins strömende Blut, was der Körper mit einem charakteristischen Fieberschub und weiteren Krankheitszeichen beantwortet. Die Dauer zwischen Infektion mit dem Erreger und Krankheitsbeginn beträgt je nach Plasmodienart 7 bis 30 Tage, vereinzelt bis zu 6 Monate, selten noch länger.
Die ersten Symptome erinnern an eine Grippe. Plötzlich treten Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit, Erbrechen auf, evt. auch Zeichen einer Infektion der oberen Atemwege.
Die Fieberschübe wiederholen sich jeden 3. Tag (alle 48 Stunden) oder jeden 4. Tag (alle 72 Stunden). Während der Fieberphasen treten die genannten anderen Krankheitssymptome, gelegentlich auch Blutarmut auf. Organbezogene Symptome wie Benommenheit, Gelbsucht, Leber-
und Milzvergrösserung sind bei der Tertiana und Quartana möglich, aber selten. Nach mehreren Fieberschüben klingt die Krankheit meist auch ohne spezifische Behandlung ab. Die Malaria tertiana dauert in der Regel nicht länger als zwei bis drei Wochen, die Malaria quartana kann wesentlich länger anhalten (20 oder mehr Fieberschübe).
In vereinzelten Fällen verbleiben Malariaparasiten bzw. deren Vorstufen Monate bis Jahre im menschlichen Körper ohne Krankheitszeichen auszulösen. Aufgrund unklarer Einflüsse, vermutlich im Zusammenhang mit anderen Infektionen oder einer geschwächten Abwehr, können die Erreger wieder aktiv werden und Rückfälle der Erkrankung verursachen.
Die in der Schweiz gemeldeten Malariaerkrankungen betreffen in 75 bis 80% diese gefährlichste Form. Typisch ist ein unregelmässig schwankend hoher Fieberzustand, weil die Erreger nicht in einem bestimmten Zyklus in die Blutbahn freigesetzt werden. Ansonsten entsprechen die Symptome zu Beginn jenen von Malaria tertiana oder quartana, doch ist der Verlauf schwerer und Komplikationen sind häufig. Dazu gehören Anämie (Blutarmut), Bewusstseinstrübung bis zum Koma, Lähmungen, Leberversagen, Lungenödem, Nieren- und Herzmuskelschädigung. Das gefürchtete Schwarzwasserfieber beruht auf dem Zerfall roter Blutkörperchen mit Ausscheiden des Blutfarbstoffs durch die Nieren, die irreversibel geschädigt werden können. Der Tod an Multiorganversagen kann schon nach wenigen Tagen eintreten.
Vorbeugen bedeutet in erste Linie, den Mückenstichen aus dem Weg zu gehen. Studien haben gezeigt, dass eine konsequente Expositionsprophylaxe das Ansteckungsrisiko massiv reduziert. Sie ist entscheidend angesichts der potentiellen Gefährlichkeit der Krankheit und insbesondere, weil prophylaktisch eingenommene Medikamente keinen absoluten Schutz gewährleisten, unter anderem (aber nicht nur) wegen des Vorkommens von resistenten Erregerarten.
Geeignete Prophylaxemassnahmen sind:
Es muss dringend vor der Einnahme „schwarz“ importierter Imitate von Malariamitteln gewarnt werden. Nachgeahmte, falsch dosierte, unwirksame oder mit Schadstoffen verunreinigte Produkte werden im Internet und im Ausland angeboten.
Es sei daran erinnert, dass die Inkubationszeit 30 Tage – im Extremfall bis zu 6 Monate und sogar mehr – betragen kann, und dass Rückfälle möglich sind. Wegen der potentiellen Gefährlichkeit der Krankheit hält das BAG Folgendes fest (Zitat aus dem BAG-Bulletin vom Jan. 2007): „Jedes Fieber innerhalb von 12 Monaten nach einem Aufenthalt in einem Endemiegebiet sollte bis zum Ausschluss der Diagnose als Malaria betrachtet werden.“
Der Arzt stellt die Diagnose durch den Nachweis von Plasmodien mittels mikroskopischer Untersuchung einer Blutprobe.
Für die Therapie wurden neue Medikamente mit dem Ziel geringerer Nebenwirkungen entwickelt. Trotzdem spielt Chinin zur Behandlung der Malaria tropica auch heute noch eine Rolle. Problematik der Therapie: