Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/94404

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, bei der Medikamentenversorgung die Anreize für eine qualitativ bessere und kosteneffizientere Medikamentenversorgung zu schaffen. Damit sind insbesondere folgende Massnahmen zu prüfen: </p><p>1. Neugestaltung und Differenzierung der Margen bezüglich verschiedener Abgabekanäle;</p><p>2. Verbesserung der Medikamente-Compliance; Verhinderung von Medikamentenüberversorgung sowie Medikamentenverschwendung;</p><p>3. Einführung von kleineren Packungen in der Medikamentenabgabe.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Eine ausreichende und kostengünstige Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln ist eine Kernaufgabe jedes Gesundheitssystems. Es liegt indessen in der ärztlichen Therapieverantwortung, aufgrund der Krankengeschichte der Patientin oder des Patienten und der Diagnose zu entscheiden, welche Behandlung und damit welches Arzneimittel zur Therapie am besten geeignet ist. Bei der Verschreibung und Abgabe von Arzneimitteln müssen die anerkannten Regeln der medizinischen und pharmazeutischen Wissenschaften beachtet werden (Art. 26 HMG). Was die Kontrolle der von den Ärzten verschriebenen Arzneimittel durch die Apotheker anbelangt, so beinhaltet diese unter anderem die Überprüfung der vom Arzt geforderten Dosierung. Diese Kontrolle kann in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt dazu beitragen, dass der Patient die Behandlungsinstruktionen besser befolgt. Trotzdem gibt es viele Patientinnen und Patienten, welche die Medikamente anders oder gar nicht nach der ärztlichen Verordnung einnehmen. Es entzieht sich jedoch der Möglichkeit des Bundesrates, auf das Medikamenteneinnahmeverhalten der Patienten direkt einzuwirken. Gefordert ist hier in erster Linie die Beratung durch den verschreibenden Arzt und Apotheker.</p><p>Zur Frage der Packungsgrössen hat sich der Bundesrat bereits in seiner Stellungnahme vom 31. Mai 2006 zur Motion Joder 06.3124 geäussert. Er hat dabei festgehalten, dass bei der Aufnahme von Arzneimitteln in die Spezialitätenliste (SL) geeignete Packungsgrössen von den Herstellern gefordert werden, um das Kriterium der Zweckmässigkeit zur Anerkennung als Pflichtleistung in der sozialen Krankenversicherung zu erfüllen (Art. 32 KVG). Die Prüfung der zweckmässigen Packungsgrösse allein kann allerdings noch keinen entscheidenden Fortschritt zur Senkung der Gesundheitskosten bewirken. Es ist Aufgabe aller Akteure im Gesundheitswesen, mittels effektiver Zusammenarbeit eine hohe und möglichst kostengünstige Behandlung der Versicherten durchzusetzen. Nur auf diese Weise kann eine Medikamentenüberversorgung vermieden werden.</p><p>Bezüglich Vertriebsanteil äussert sich der Bundesrat ausführlicher in seiner Stellungnahme zur Motion Diener 09.3089. Mit dem heute geltenden Höchstpreissystem ist es den Leistungserbringern bereits möglich, tiefere Preise anzubieten und somit den Wettbewerb spielen zu lassen. Würde der Bund selbst differenzierte Höchstpreise festsetzen, würde er eine Gewichtung der Vertriebskanäle vornehmen und dabei massgeblichen Einfluss auf die Wettbewerbsgestaltung ausüben, was aus heutiger Sicht abzulehnen ist.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.