Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03403.jsonl.gz/2606

Nordkorea hat ungeachtet der jüngsten internationalen Sanktionen erneut eine Rakete abgefeuert. Das Geschoss überflog am Freitagmorgen (Ortszeit) die japanische Insel Hokkaido und stürzte anschliessend in den Pazifik, wie die japanische Regierung mitteilte.
Ein Regierungssprecher in Tokio verurteilte den Raketentest auf das Schärfste: Japan könne «diese wiederholten extremen Provokationen niemals tolerieren». Erst Ende August hatte Nordkorea eine Mittelstreckenrakete über Japan hinweggeschossen.
Die Rakete des jüngsten Tests habe Hokkaido um 07.06 Uhr Ortszeit (00.06 Uhr MESZ) in Richtung Pazifik überflogen, teilte das japanische Raketenwarnsystem mit. Berichten zufolge stürzte die Rakete rund 2000 Kilometer östlich von Hokkaido ins Meer. Nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums flog die Rakete vermutlich rund 3700 Kilometer weit und bis zu 770 Kilometer hoch. Damit flog sie höher und weiter als die vorherige Rakete. Laut dieser Quelle wurde sie in der Nähe des Flughafens der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang abgefeuert.
Südkoreas Präsident Moon Jae In berief in Seoul eine Sitzung des nationalen Sicherheitsrats ein. In Washington wurde US-Präsident Donald Trump über den neuen Raketentest informiert, wie das Weisse Haus mitteilte. Erst am Montag hatte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen als Reaktion auf den jüngsten Atomwaffentest einstimmig ein achtes Sanktionspaket gegen die Regierung in Pjöngjang verabschiedet.
Wunde Punkte finden
Beschlossen wurden unter anderem ein Verbot von Textilimporten aus Nordkorea, ein Gasembargo sowie Beschränkungen bei Erdöllieferungen. Die Resolution war von den USA eingebracht worden, die zunächst aber deutlich härtere Massnahmen verlangt hatten. Nordkorea hatte am 3. September seinen sechsten und bisher gewaltigsten Atomwaffentest vorgenommen.
Nach eigenen Angaben testete das Land eine Wasserstoffbombe, die klein genug sei, um eine Interkontinentalrakete damit zu bestücken. Nach japanischen Angaben hatte die Wasserstoffbombe eine Sprengkraft von 160 Kilotonnen - mehr als zehnmal so viel wie die Atombombe, welche die US-Streitkräfte 1945 über Hiroshima abwarfen. (sda/reu/dpa/afp)