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Im Gegensatz zur linearen Wirtschaft will die Kreislaufwirtschaft einmal produzierte Güter möglichst wiederverwenden und später ganz zerlegen und vollständig in den Produktionsprozess zurückführen, statt zu verbrennen oder zu deponieren. Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit und eine Vorschau auf das online CE² Lab vom 4. März 2021 im heutigen Blog Post.
(Donnerstag 4. März 2021, 16.00 - 17.30 Uhr via Zoom)
Kreislaufwirtschaft und nachhaltiges Wirtschaften - die Ursprünge
Der Begriff Nachhaltigkeit wird m.E. ziemlich überstrapaziert dieser Tage: alle und alles will nachhaltig sein – doch was bedeutet das?
Da bin ich letzthin auf den potentiellen Ursprung gestossen im Buch ‘The Circular Economy’ von Walter Stahel: Schon 1713 habe ein Deutscher Minenbetreiber festgestellt, dass sie nur so viele Bäume in den umliegenden Wäldern fällen dürfen wie auch wieder nachwachsen können im selben Zeitraum, weil Ihnen sonst das Holz ausgeht. Der Herr hiess Carl Carlowitz und nannte seine Erkenntnis Nachhaltigkeit.
Preussische Junker und Landbesitzer/Förster haben den Begriff „nachhaltige Forstwirtschaft“ übernommen, um ihre Interessen an ihren Wäldern, Tieren, Obst, Pflanzen, Böden zu optimieren und gleichzeitig Quantität und Qualität des Bestands zu erhalten und zu verbessern. Sie waren Kapitalisten, die sich um die Natur kümmerten, weil diese Besitztümer ihre Haupteinnahme- und Wohlstandsquelle waren, schreibt Walter Stahel.
Der Wohlstand in der Kreislaufwirtschaft wird als Summe der Qualität und Quantität aller Bestände gemessen. Wachstum ist eine Erhöhung der Summe aus Qualität und Quantität aller Bestände, kein erhöhter Durchsatz (S. 11).
Kreislaufwirtschaft Definition in einem Bild
Meinen eigenen "aha Moment" zur Kreislaufwirtschaft erlebte ich mit der Abbildung unten. Hier in Anlehnung an das Buch von Walter Stahel zusammengefasst. Sie zeigt auf, wie der Circular Economy Wert, Qualität und Quantität des Lagerbestands an Materialien erhält und verbessert.
Produzierte Güter und Komponenten sollen möglichst lange wiederverwendet werden durch wiederholten Wiedereinsatz und «upgrades». Stahel nennt das die Ära "R". Sind diese Möglichkeiten ausgeschöpft, sollen die Produkte am Ende des Lebenszyklus zerlegt werden und wieder in den Produktionszyklus zurückgeführt werden. Stahel nennt diesen Bereich die Ära "D".
Die SEF Organisation 'Circular Economy Entrepreneurs': CE²
Der 'Swiss Economic Forum' Ableger CE2 hat sich dem wirtschaften mit Weitsicht, dem nachhaltigen Wirtschaften verschrieben und führt jährlich eine Konferenz zum Thema durch. Zusätzlich wird eine Serie von sogenannten Lab’s geboten. Hier ein Rückblick auf die letztjährige Konferenz:
Video: CE² 2020 | Recap-Video mit Doris Leuthard
Das CE² Lab vom 4. März 2021: die Transformation hin zur Kreislaufwirtschaft finanzieren
Welche Rolle spielt der Finanzsektor im Transformationsprozess zu einer nachhaltigen und kreislauffähigen Wirtschaft? Und welche Finanzierungsmöglichkeiten stehen Unternehmerinnen und Unternehmer zur Verfügung, die ihr Geschäft in Richtung Kreislauffähigkeit entwickeln wollen?
Am ersten CE2 Lab 2021 widmen wir uns genau diesen Themen und diskutieren die Schnittstellen zwischen Kreislaufwirtschaft und Finanzwelt. Diese befindet sich nämlich in im Wandel, denn Anlegern werden impact-orientierte Kriterien stets wichtiger.
Ob Sie nun als KMU oder Start-up an den Formen von Finanzierungsmöglichkeiten interessiert sind, es erwartet Sie ein spannendes Programm mit wertvollen Tipps. Zudem erhalten Teilnehmende die Möglichkeit, in einem der Workshops vertieft einzutauchen. Anhand von drei konkreten Beispielen können Sie sich hier online mit Fachpersonen unterhalten.
Begleitet wird das CE2 Lab mit einem Impulsreferat von Reto Ringger, CEO der Bank Globalance und Pioniergeist auf dem Gebiet, welcher unter anderem über zukünftige Megatrends spricht. Wir freuen uns auf einen informativen und inspirierenden Austausch mit Expertinnen und Machern im virtuellen Raum.
(Donnerstag 4. März 2021, 16.00 - 17.30 Uhr via Zoom)
Die Referenten am CE² Lab vom 4. März 2021
Melanie Gajowski, Alternative Bank Schweiz
Mitglied der Geschäftsleitung der Alternativen Bank Schweiz (ABS) und Leiterin des Bereichs Entwicklung und Kreditrisikomanagement
Melanie Gajowski ist Mitglied der Geschäftsleitung der Alternativen Bank Schweiz (ABS) und Leiterin des Bereichs Entwicklung und Kreditrisikomanagement. Sie engagiert sich seit mehr als drei Jahrzehnten für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Finanzindustrie. Daneben begleitet sie als Beraterin Menschen und Unternehmen und ist bei verschiedenen Sozialunternehmen engagiert. Studiert hat sie Ökonomie und angewandte Ethik, ausserdem ist sie im Vorstand der Gesellschaft für bedrohte Völker. Sie war unter anderem für die UBS und den WWF Schweiz tätig.
Reto Ringger, Globalance Bank
CEO & Gründer Globalance Bank AG
Reto Ringger gilt als Pionier in der nachhaltigen Finanzwelt. 2011 gründete er die Globalance Bank und ist seither deren CEO. Das Initiieren und Voranbringen von Projekten liegen ihm am Herzen, wie er 1995 mit der SAM Group bewies. 2008 verkaufte er das Unternehmen, welches sich als weltweit erster Anbieter auf nachhaltige Anlagen konzentriert, an die Robeco-Gruppe. Während die SAM Group sich ausschliesslich an institutionelle Anleger richtete, ermöglicht die Globalance Bank nun auch Privatkunden, Familien und Stiftungen in zukunftsgerichtete Unternehmen und Anlageprodukte zu investieren. Für seine unternehmerischen Erfolge erhielt er zahlreiche Awards. Ausserdem war er von 2012 - 2016 Präsident des Stiftungsrates des WWF Schweiz.
Alwin Meyer, swisspeers
Mitgründer und CEO swisspeers
Alwin Meyer ist Mitgründer und CEO der online Direct Lending Plattform swisspeers, die Unternehmen mit Finanzierungsbedarf zusammenbringt mit Investoren mit Anlagebedarf. Davor führte Alwin eine Geschäftseinheit in einer global tätigen Softwarefirma, spezialisiert auf die Entwicklung und Einführung von Standardsoftware für das finanzielle Risikomanagement in Banken. Weitere Erfahrungen sammelte Alwin in der Risikomanagement Beratung, im Produktmanagement und im Vertrieb. Alwin hat an der Universität St. Gallen Banking studiert.