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Gleichstellung am Rand des Arbeitsmarkts?
Sozialinvestitionen und Verwirklichungschancen aus einer Genderperspektive
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Der Arbeitsmarkt ist ein bevorzugtes Feld für die Gleichstellungspolitik, die sich die Öffnung von Berufen und Karrierechancen für beide Geschlechter und die Vereinbarkeit von Beruf und privater Care-Arbeit auf die Fahnen geschrieben hat. Dabei gehen aber diejenigen vergessen, die aus dem Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind: Arbeitslose und Sozialhilfebeziehende, die wir in unserem Beitrag ins Zentrum stellen wollen. Umgekehrt ist die Beschäftigungspolitik in der Schweiz geschlechtsblind und orientiert sich am Leitbild der universalen Erwerbsbürgerschaft. Im Gegensatz dazu ist Gleichstellung bzw. Gender Mainstreaming in der Beschäftigungsstrategie der EU explizit verankert, wenngleich die Durchsetzung den Mitgliedsstaaten überlassen bleibt. Die Wirkungen dieser Politik in Bezug auf Re- und Dekommodifizierung bzw. Re- und Defamilialisierung werden in der einschlägigen Forschung kontrovers beurteilt. Die spezifischen Massnahmen zur Förderung respektive Aktivierung von Erwerbslosen sind gleichstellungspolitisch ebenso ambivalent. So wird der Arbeitszwang der Beschäftigungspolitik als "Zwangs-Emanzipation ohne Rücksicht auf familiäre Verpflichtungen" kritisiert, und es kann z. B. für Deutschland gezeigt werden, dass Frauen weniger gefördert werden als Männer.
Lizenz: Open Access
Quelle: Swiss Journal of Sociology, 2
Sammlungen: Zeitschriftenartikel/Monographien