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Freiburg In 130 Sitzungen hat die Einbürgerungskommission des Grossen Rates 1761 Dossiers studiert, auf die gestrige Ratssitzung hin nochmals 110. Gilles Schorderet (SVP) zog zum Abschluss der Legislatur eine Bilanz der von ihm präsidierten Kommission.
Ein Fall gab dennoch zu reden. Bei den 110 Dossiers stellte die Kommission 87 positive Gutachten aus, einer der Kandidaten wollte sein Dossier trotz negativem Gutachten behandelt haben. Doch gerade im Moment, als Schorderet den Fall des 22-jährigen Eritreers zur Sprache bringen wollte und sagte, dieser sei «noch nicht bereit», erhielt er einen Fax, der Bewerber ziehe sein Gesuch zurück.
Darauf intervenierte Kommissionsmitglied Nicolas Repond (SP) und sagte, es sei eine Schande, was vorgefallen sei. Der junge Eritreer habe bei einer zweiten Anhörung das Versprechen einer Ausbildung schriftlich vorgewiesen. Die Kommission habe aber mit fadenscheinigen Argumenten wie «ein bisschen Träumer» das Gesuch per Stichentscheid abgelehnt und dem Mann so seine Zukunft verbaut.
Gilles Schorderet sagte daraufhin, Repond verletze das Kollegialitätsprinzip und argumentiere mit falschen Behauptungen. Schorderet wollte aber nicht näher auf den Fall eingehen, weil dieser ja soeben zurückgezogen worden sei. uh