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- 30 Jahre vor «Ophelia» brachte «The Great Storm» Verwüstung in England
- 15 Millionen Bäume wurden entwurzelt
- Die BBC sendete die bekannteste Fehlprognose
- Es war kein Hurrikan, aber ein spezielles Tief
«The Great Storm»
Eines vorneweg: Auch wenn Hurrikan «Ophelia» nun exakt 30 Jahre nach «The Great Storm» von 1987 kommt, die beiden haben nichts miteinander zu tun.
«The Great Storm» stürmte in der Nacht auf den 16. Oktober 1987 über die Normandie und Südengland. Die Schäden waren enorm: 2 Milliarden britische Pfund kostete der Sturm die Versicherungen, 15 Millionen Bäume wurden entwurzelt, England und Frankreich mussten 22 Todesopfer beklagen.
Die grösste Fehlprognose aller Zeiten?
Zwar war der Sturm Tage vorher angekündigt, im Seewetterbericht gewarnt worden, in der Wettersendung der BBC allerdings war der Sturm nur «very windy».
Der legendäre BBC-Wettermann Michael Fish erzählte von einer besorgten Frau, die angerufen habe, es sei ein Hurrikan unterwegs. «Aber wenn sie nun zuschauen, keine Sorge, da ist kein Hurrikan,» sagte Fish, «andererseits wird es sehr windig.» Stunden später, als Fish morgens um 4 Uhr zu seinem Frühdienst fuhr, wunderte er sich über die umgestürzten Bäume.
«Fish Effekt»
Nach dieser folgenschweren Fehlprognose wurden die britischen Meteorologen sehr vorsichtig. Sie kündigten auch unwahrscheinliche Stürme an, um nichts zu verpassen. So hat sich die Bezeichnung «Fish Effekt» für defensive und offene Wetterprognosen eingebürgert.
Er hatte Recht, es war kein Hurrikan
Der aktuelle Hurrikan «Ophelia» entstand in subtropischen Gewässern, bildete ein Auge aus und war zunächst symmetrisch aufgebaut, also ohne Fronten. Erst weiter nördlich bildeten sich Fronten, so dass «Ophelia» nun als «Posttropischer Wirbelsturm» gilt.
«The Great Storm» funktionierte ganz anders. Er entstand als offene Welle in der Biskaya, also weit ab der Tropen und war von Anfang an ein Frontensystem. Das spezielle daram war aber, dass er der so genannten «Shapiro–Keyser-Entwicklung» folgte.
Bei dieser Art von Tief erreicht die Kaltfront die Warmfront nicht, und die Warmfront wird um das Tief gewickelt. Am Ende entsteht der so genannte «Sting-Jet». In diesem Bereich treten die gefährlichsten Winde auf und nicht wie sonst im Bereich des grössten Druckgradienten.
Michael Fish hatte also recht: Da war kein Hurrikan. Aber ein Sturm, der stärker war als «Ophelia», wenn sie am Montag über Irland zieht.