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| Technik und Wissenschaft

27.9.2009 23:33
Einfluss von Brutalo-Games
In der Sonntagszeitung vom 20. September 2009 fand sich ein ausführlicher Bericht, welcher aufzeigt, dass die Darstellung von Gewalt ein steter Begleiter der Menschheit war. Auf die Frage, ob Killerspiele zu einer "Verrohung" der Gesellschaft führen, meint Altertumsforscher Martin Zimmermann: "Von dieser These halte ich nichts. Es gab immer Personen, die roh, brutal und grausam waren. Und es gab glücklicherweise immer einen weit überwiegenden Teil, der es nicht war."
Herr Zimmermann bestätigt somit meine Theorie, die genau das gleiche sagt. Nur weil ein verschwindend kleiner Teil der Gesellschaft nicht mit Horrorfilmen, Pornos oder Ballergames umgehen kann, muss man es noch lange nicht verbieten. Am 14. Dezember 2006 wurde im Tages-Anzeiger auch mein Leserbrief zu diesem Thema veröffentlicht.
Zudem hat eine neue Studie von US-Psychologe Christopher Ferguson untersucht, welche Faktoren dazu beitragen, dass Kinder (10 bis 14 Jahre) gewalttätig werden. Sein Fazit: Besonders gefährdend sind Kinder, die unter straffälligen Kollegen aufwachsen, früh antisoziale Persönlichkeitsmerkmale zeigen und in der Familie psychischen Missbrauch erleben. Zwischen dem Konsum brutaler Videospiele und realer Gewalt konnte Ferguson keinen Zusammenhang feststelle (Quelle: Sonntagszeitung vom 20. September 2009).
Aber leider wird man wohl auch beim nächsten Amokschützen lesen, dass er Marilyn Mansons Musik konsumierte und jede Menge Ego-Shooter Games auf seinem PC waren. Dass in seiner CD-Sammlung vielleicht auch die ganze Bravo-Hits Kollektion, eine Bruce Springsteen oder Nickelback CD zu finden waren, und dass er alle Bücher von Harry Potter gelesen hatte, interessiert dagegen kein Schwein.
Roger, 27. September 2009