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Jahresbericht 2005
Im Wandel
Vor genau 100 Jahren wurde unserer Gesellschaft ein Betrag von Fr. 2'755 (nach heutigem Geldwert wohl etwa Fr. 50'000 bis 100'000) übergeben, um eine Stipendienkasse für junge Talente zu äufnen. Das war der Anfang des Stipendienwesens, das heute die zentrale Aufgabe unserer Gesellschaft
darstellt.
In den Jahren 1927 und 1933 kamen zwei grosse Legate hinzu, der Anna-Karoline Farner-Fonds mit Fr. 40'000 und der Berta Reiser-Fonds mit Fr. 500'000. Im Jahr 1985 wurde unsere Gesellschaft mit dem Emil & Gertrud Meili-Fonds im Wert von Fr. 297'725 beschenkt.
Unsere Gesellschaft spricht heute Stipendien dort, wo kantonale Stipendien wegen besonderen Verhältnissen nicht, oder nicht mehr erhältlich sind. Zwei Beispiele mögen dies illustrieren.
Ein junger Mann entschliesst sich nach der Sekundarschule zu einer Berufslehre. Er schliesst diese erfolgreich ab. Im Laufe dieser Lehre «hat er den Knopf aufgetan». Er holt die Maturität nach und möchte studieren. Die Eltern offerieren ihm einen monatlichen Beitrag, im Rahmen dessen, was ihnen möglich erscheint. Er selber erbringt eine ordentliche Eigenleistung durch Teilzeitarbeit. Doch es bleibt ein Fehlbetrag. Hätte dieser junge Mann die Mittelschule besucht, müssten seine Eltern die vollen Kosten seines Studiums finanzieren, denn die Maturität ist keine Erstausbildung. Die abgeschlossene Berufslehre aber ist dies. Ein Elternbeitrag zu einem Studium als Zweitausbildung ist absolut freiwillig. Unsere Gesellschaft honoriert die Anstrengungen dieses Mannes, aus seinen Fähigkeiten und Begabungen das Beste zu machen.
Eine Frau hatte ihr Studium als Werkstudentin konzipiert. Das bedeutete halbzeitliche Berufstätigkeit, um den Lebensunterhalt sicherzustellen, aber auch halbzeitliches Studium. Gegen Ende des Studiums wurde ein Auslandaufenthalt nötig und es begannen die Vorbereitungen auf die Abschlussprüfung. In dieser Phase hat unsere Gesellschaft die fehlenden Einnahmen mit einem Stipendium gedeckt. Eine überaus erfolgreiche Prüfung und ein sehr herzlicher Dank dieser Frau haben uns sehr gefreut.
Unsere Gesellschaft übernimmt den ganzen Fehlbetrag einer Ausbildung. Gute Leistungen vorausgesetzt, finanzieren wir bis zum Ende einer Ausbildung. Pro Person sprechen wir im Laufe dieser Ausbildung eine beträchtliche Summe. Umso wichtiger sind die Abklärung der Gesuche und die Begleitung durch ein Vorstandsmitglied bis zum Ende einer Ausbildung.
Im Vorstand ist mit der Generalversammlung 2006 ein Generationenwechsel im Gange. Der Quästor tritt nach über 22 Jahren zurück, der Aktuar nach über 20 Jahren. Der Präsident tritt aus Altersgründen (70 Jahre) zurück. Alle machen einer jüngeren Equipe Platz. Die Personen, welche sich für das neue Amt zur Verfügung stellen, arbeiten bereits im Vorstand mit. So war es auch bei allen früheren Wechseln. Die Erneuerung des Vorstands ist eine Chance für unsere Gesellschaft. Es bleiben vier Mitglieder - zufälligerweise alles Damen - welche damit die Kontinuität und Erfahrung in der Beurteilung von Stipendienanträgen sicherstellen.
Die Zurücktretenden sind sich einig: Sie haben mit Interesse, Engagement und persönlicher Anteilnahme einer wichtigen Sache und vielen Menschen gedient.
Urs Hostettler, Pfr., Präsident
April 2006
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Gemeinnützige Gesellschaft
der Bezirke Zürich und Dietikon