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Agglomerationen und Gemeindetypologie 2020 Die Verstädterung der Schweiz setzt sich fort: Drei neue Agglomerationen und zehn Städte mehr als vor zehn Jahren
21.03.2024 - Im Jahr 2022 lebten 74% der Schweizer Wohnbevölkerung in einer der 52 Agglomerationen. Dieser Anteil ist gegenüber den frühen 2010er-Jahren stabil geblieben, obwohl drei neue Agglomerationen dazugekommen sind. In den ländlichen Gemeinden, die 57% der Landesfläche ausmachen, wohnen 14% der Bevölkerung und arbeiten 9% der Beschäftigten. Diese Ergebnisse basieren auf den statistischen Definitionen 2020 des Raums mit städtischem Charakter, der Agglomerationsperimeter und der Gemeindetypologien des Bundesamtes für Statistik (BFS).
Jede Agglomeration enthält ein dicht besiedeltes städtisches Zentrum, bestehend aus einer oder mehreren Gemeinden sowie aus Gürtelgemeinden, die mit diesem Zentrum funktional verbunden sind. In den 52 Agglomerationen der Schweiz leben 6,6 Millionen Personen, was 74% der Schweizer Wohnbevölkerung entspricht. Nahezu die Hälfte (1034) der 2131 Schweizer Gemeinden ist Teil einer Agglomeration. Elf Agglomerationen sind grenzüberschreitend. Die im Ausland gelegenen Teile dieser Agglomerationen umfassen 1,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner und 367 Gemeinden.
Drei neue Agglomerationen
Mit den aktualisierten Daten ergeben sich drei neue Agglomerationen: Burgdorf, Mels - Sargans und Reinach (AG). Grundsätzlich sind die Agglomerationen relativ stabil geblieben. Der Anteil der in Agglomerationen (nur Inland) wohnhaften Bevölkerung hat sich gegenüber dem vorangehenden Jahrzehnt praktisch nicht verändert (+1,4%). Die 49 Agglomerationen bestehen weiter, dreizehn mit dem exakt gleichen Perimeter. Bei den übrigen Agglomerationen sind Gemeinden hinzugekommen oder weggefallen, bei den meisten haben sich diese Veränderungen aber kaum auf die Einwohnerzahl ausgewirkt. Die Zahl der Kerngemeinden nimmt generell zu, jene der Gürtelgemeinden ab, was auf eine Ausweitung der dicht besiedelten Kernzonen hindeutet.
172 «statistische Städte»
Gemäss den jüngsten Daten entsprechen 172 Gemeinden den Kriterien einer «statistischen Stadt», das sind zehn mehr als mit den letzten Zahlen. Verloren gegangen ist keine. Der Begriff der statistischen Stadt ist so definiert, dass stark bevölkerte, aus mehreren grossen Dörfern bestehende ländliche Gemeinden nicht zu den Städten gezählt werden. Die statistischen Städte umfassen 49% der Bevölkerung und 65% der Beschäftigten.
14% der Bevölkerung leben in einer ländlichen Gemeinde
Gemeinden können anhand einer entsprechenden Typologie nach Kriterien wie Dichte oder Wirtschaftsstruktur gegliedert werden. Dabei werden Einheiten mit ähnlichen Merkmalen zu Kategorien zusammengefasst. Nach der aktualisierten Stadt-Land-Typologie sind 24% der Gemeinden städtisch, 49% ländlich und 27% intermediär. In den städtischen Gemeinden, die lediglich 17% der Landesfläche ausmachen, wohnen 65% der Bevölkerung und arbeiten 76% der Beschäftigten. Die ländlichen Gemeinden hingegen, die mit 57% den grössten Flächenanteil aufweisen, dienen lediglich 14% der Bevölkerung als Wohnort und 9% der Beschäftigten als Arbeitsort.
Weshalb eine Aktualisierung der Raumgliederungen?
Raumgliederungen richten sich nach Dichte, Grösse und Besonderheiten der Gemeinden sowie der Art, wie diese funktional miteinander verbunden sind. Durch das komplexe Zusammenspiel verschiedener Phänomene wie Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung, Periurbanisierung oder Ausbau der Verkehrswege verändern sich diese Merkmale im Lauf der Zeit. Aus diesem Grund berechnet das BFS die Zuordnung der Gemeinden in seinen Nomenklaturen alle zehn Jahre neu. Die Definitionen dieser Raumgliederungen sind unverändert geblieben, dagegen wurden die Perimeter und Typologien mit den neusten verfügbaren Daten aus den frühen 2020er-Jahren neu berechnet.
Verwendung in der Statistik und der Politik
Die Definitionen des Raums mit städtischem Charakter, der Agglomerationen und der Gemeindetypologien beruhen auf wissenschaftlichen Kriterien. Oft lassen sich mit diesen Raumgliederungen Beziehungen oder Strukturen sichtbar machen, weshalb sie für statistische Analysen eine wichtige Rolle spielen. So können beispielsweise regionale Unterschiede aufgezeigt oder die Bevölkerungsstruktur differenziert untersucht werden. Zudem können Raumgliederungen als Orientierungsrahmen für die Regional- und Agglomerationspolitik dienen.
Zusätzliche Informationen, unter anderem in Form von Tabellen und Grafiken, finden Sie in der nachfolgenden PDF-Datei.
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