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(Sahlberg, 1891)
- DE: Langfühler-Dornschrecke
- EN: Long-horned Groundhopper
- FR: Le Tétrix longicorne | Le Tétrix des sablières | Le Tétrix des carrières
- IT: Tetrix dalle antenne sottili
- Syn.: Tetrix antennata Steinmann, 1964 | Tetrix undulata australis Bey-Bienko, 1964 | Tetrix nutans Hagenbach, 1822 | Tetrix pisarskii Bazyluk, 1963
Morphologie
Der Habitus von Tetrix tenuicornis ist untersetzt und die Grundfärbung meist einfarbig grau bis graubraun. Andersfarbige Individuen mit hellen und dunklen Punkten auf dem Halsschild und mit kontrastreicher Marmorierung sind nicht selten. Wie der deutsche Name bereits andeutet, sind die Fühler von Tetrix tenuicornis lang und dünn. Die längsten Glieder sind ca. 4x so lang wie breit und am Ende leicht verdickt. Das Halsschild ist vorne hochgewölbt und läuft im mittleren und hinteren Abschnitt fast gerade in die Spitze. Bei beiden Geschlechtern reicht das Halsschild bis zum Hinterleibsende. Wenn der Hinterleib der Weibchen kurz vor der Eiablage prall mit Eiern gefüllt ist, endet der Dorn deutlich vor dem Hinterleibsende. Nur selten treten langdornige Tiere auf, die wir in der Schweiz jedoch noch nie beobachten konnten. Von oben betrachtet, ragt der Vorderrand des Halsschilds nicht oder nur leicht gegen den Kopf vor. Die Hinterflügel erreichen fast, aber nie ganz, das Dornende. Im Gegensatz zu Tetrix undulata ist die Distanz zwischen Hinterflügel- und Dornende kleiner als die Länge des Vorderflügels. Der sichtbare Teil des Vorderflügels ist schmaler als die Höhe des Mittelschenkels. Das Hinterleibsende des Männchens ist sehr kantig geformt, deutlich kantiger als bei den anderen Dornschrecken. Die Hinterschenkel sind kräftiger und untersetzter gebaut als bei Tetrix undulata und von der Seite gesehen weniger als 3x so lang wie hoch.
Gesang
Einige Dornschrecken kommunizieren, indem sie mit den Hinterbeinen auf den Boden schlagen. Ob Tetrix tenuicornis dieses Verhalten auch zeigt, ist uns nicht bekannt.
Verbreitung
Tetrix tenuicornis ist von Nordspanien über Mitteleuropa, die Balkanhalbinsel und die nördliche Hälfte von Asien bis an den Pazifik verbreitet. Im Süden von Europa ist die Art selten. Die nördliche Verbreitungsgrenze verläuft durch Norddeutschland. In der Schweiz ist Tetrix tenuicornis in allen Landesteilen unter 1000 m verbreitet und in der nördlichen Hälfte häufig. In Deutschland ist sie weit verbreitet, nördlich von Berlin aber nur noch lokal anzutreffen.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Tiere von Tetrix tenuicornis können von April bis Oktober angetroffen werden.
In der Schweiz ist ein Höhepunkt von ausgewachsenen Tieren im Mai zu beobachten. Es ist anzunehmen, dass die Larven in den mittleren Entwicklungsstadien überwintern und im folgenden Jahr im Mai ausgewachsen sind.
Lebensraum
Tetrix tenuicornis ist bezüglich des Lebensraums nicht sehr wählerisch, bevorzugt aber wenig bis unbewachsene, erdige oder sandige Stellen. Man findet die Art in Flussbetten, in trockenen Wiesen und Weiden, entlang von landwirtschaftlichen Kulturen, an Waldrändern und an Strassen- und Bahnböschungen. Sie besiedelt auch gestörte Lebensräume wie Steinbrüche und Gärten mit vegetationslosen Stellen, wo Tetrix tenuicornis oft die einzige häufige Heuschrecke ist. Im Emmental konnten wir die grössten Dichten überhaupt in gut gedüngten Fettwiesen finden. Hier waren die Tiere teilweise sogar mit Gülle bedeckt. Am Neuenburgersee lebt Tetrix tenuicornis zusammen mit Tetrix ceperoi in den feuchten, schlammigen Uferbereichen.
Gefährdung & Schutz
Tetrix tenuicornis ist im Bezug auf den Lebensraum wenig anspruchsvoll und nicht gefährdet.
- CH: LC (Nicht gefährdet)
- DE: * (Nicht gefährdet)
- AT: LC (Nicht gefährdet)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Tetrix tenuicornis kann mit fast allen anderen Tetrix-Arten zusammen angetroffen werden. Deshalb ist es hilfreich, die Art gut zu kennen. Tetrix bipunctata und Tetrix kraussi unterscheiden sich durch die kurzen, untersetzten Fühler. Die längsten Fühlerglieder sind bei diesen beiden Arten höchstens 2x so lang wie breit. Bei Tetrix tenuicornis sind sie hingegen bis 4x so lang wie breit und wirken lang und fadenförmig. Von oben betrachtet sind Halsschild-Vorderrand und Kopfgipfel bei Tetrix bipunctata und Tetrix kraussi winklig nach vorne gezogen. Bei der im Habitus ähnlichen Tetrix tuerki sind die Mittelschenkel-Unterseiten stark gewellt und der Halsschild-Mittelkiel ist nur wenig erhaben, wodurch das gesamte Halsschild relativ flach erscheint. Tetrix undulata ist schlanker und die Hinterschenkel sind mindestens 3x so lang wie hoch, bei Tetrix tenuicornis sind sie weniger als 3x so lang wie hoch. Ausserdem sind bei Tetrix undulata die Hinterflügel kürzer. Der Abstand zwischen dem Hinterflügelende und dem Dornende ist bei Tetrix undulata grösser als die Vorderflügellänge.