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Was ist Curcumin?
Curcumin ist ein gelber Farbstoff, der aus der Gelbwurzel gewonnen wird, dem Wurzelstock oder Rhizom der Curcuma longa. Dieser Wurzelstock wird in gemahlener Form auch häufi g als Gewürz verwendet. In der Schweiz wird dieses Gewürz zumeist Kurkuma genannt. Der indonesische Name lautet „kunyit“ und im Englischen spricht man von „turmeric“. Kurkuma schmeckt harzig, leicht brennend und gehört zu den Grundbestandteilen von Curry. Es wird auch oft verwendet, um Reis gelb zu färben. In der Europäischen Union ist Curcumin als Farbstoff E100 zugelassen. So verdankt beispielsweise gelber Senf seine Farbe dem Curcumin.
Tipp:
- Genau wie Curry entfaltet Kurkuma eine besonders gute Wirkung, wenn es zunächst in Öl oder Butter angeschwitzt wird. Kurkuma sollte also am besten einem Gericht schon am Anfang und nicht erst am Ende hinzugegeben werden.
Kurkuma als Arzneimittel
Die Curcuma longa stammt wahrscheinlich ursprünglich aus Asien, wächst heute jedoch in vielen tropischen und subtropischen Regionen. Lange bevor es vor etwa zweihundert Jahren gelang, Curcumin zu isolieren, wurde Kurkuma bereits als Arzneimittel verwendet. Es gehört zu den wichtigsten Heilpflanzen in der Tausende Jahre alten yurvedischen Heilkunde, die ihren Ursprung in Indien hat. Dort gilt Kurkuma als Heilmittel bei Atemproblemen, wie Asthma und Bronchitis, bei Allergien, Lebererkrankungen, Anorexia, Rheuma, Erkältungen, Stirnhöhlenentzündungen und bei schlecht heilenden Wunden, beispielsweise bei Diabetikern. Auch in der traditionellen chinesischen Heilkunde wird Kurkuma eingesetzt, vor allem bei Magenproblemen, aber auch bei Depressionen. Es wurde und wird überall in Asien verwendet, vor allem als Entzündungshemmer. In Indien wird Kurkuma auch eingesetzt, um Wunden zu desinfizieren und die Wundheilung zu fördern. Dort sind sogar Pflaster mit einer Kurkuma-Beschichtung erhältlich. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) behandelt Kurkuma (unter dem Namen Rhizoma Curcumae longa) in Teil 1 ihrer vierbändigen Monografie über Heilpflanzen. Diese Abhandlung ist auch auf der Webseite der WHO zu finden. Die wissenschaftliche Forschung richtet sich vor allem auf den Curcumin-Extrakt, da dessen Wirkung wesentlich grösser ist als die von Kurkuma, welches nur zwei bis neun Prozent Curcumin enthält.
Wo wird nach der medizinischen Wirkung von Curcumin geforscht?
Auf der Website der USA, auf der wissenschaftliche Forschungsarbeiten publiziert werden, finden sich 87 Studien über Curcumin, welche sich in den unterschiedlichsten Stadien befinden: von der Teilnehmerrekrutierung bis hin zu abgeschlossenen Studien. Zwar beziehen sich nicht alle dieser Arbeiten auf Krebs, eine grosse Anzahl jedoch schon. Im Register der Europäischen Union sind drei Curcumin Studien aufgeführt, jedoch keine davon bei Krebs. Die Webseite der WHO nennt 125 Studien. Einige Forschungsarbeiten nach Curcumin wurden auch bereits veröffentlicht. In PubMed, dem Suchroboter der grossen amerikanischen Datenbank, in der praktisch alle medizinisch-wissenschaftlichen Artikel der letzten Jahrzehnte gespeichert sind, ergibt der Begriff „Curcumine“ gut sechstausend, „curcumine+cancer“ weit mehr als zweitausend Treffer.
Curcumin als Arzneimittel gegen Krebs
Curcumin ist gut verträglich. Selbst hohe Dosen von zwölf Gramm täglich erweisen sich als nicht giftig. Das ist ein grosser Vorteil gegenüber den meisten Arzneimitteln, die gegen Krebs zum Einsatz kommen und die im Allgemeinen für den gesamten Körper ausserordentlich giftig sind. Genau wie Bevacizumab verhindert Curcumin, dass ein Tumor sich eine eigene Blutzufuhr schafft, wodurch er schneller wachsen kann. Sowohl Bevacizumab als auch Curcumin tun dies, indem sie den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor hemmen. Curcumin verhindert auch, dass sich Krebszellen teilen. Genau wie beispielsweise Erlotinib und Gefitinib wirkt es als Tyrosinkinase-Inhibitor. Ein Tyrosinkinase-Inhibitor blockiert die epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptoren, und ohne diese Wachstumsfaktoren können sich die Krebszellen nicht teilen. Curcumin hat eine vergleichbare Wirkung auf die HER2-Rezeptoren, wodurch es Brustkrebs auf ähnliche Weise bekämpft wie Herceptin. In einem Artikel in der medizinischen Fachzeitschrift Current Cancer Drug Targets vom März 2005 wird eine Übersicht darüber gegeben, wie Curcumin zum Zellentod führt. Denn das Problem bei Krebs besteht darin, dass Zellen nicht rechtzeitig absterben, sondern weiter wuchern. Bei Krebszellen ist der Zelltod daher immer positiv. Im Juni 2012 erschien ein Artikel im Journal of Nutritional Biochemistry, aus dem hervorgeht, dass Curcumin möglicherweise ein Mittel gegen Gehirntumore ist, da es im Labor das Zellenwachstum abbremst und zum Zelltod führt. Interessant ist auch, dass Piperin, der Hauptbestandteil von schwarzem Pfeffer, die Aufnahme von Curcumin verbessert.
Reagiert Curcuminauf andere Arzneimittel?
Curcumin verhindert die Blutgerinnung und kann daher die Wirkung von Blutverdünnern verstärken. Auch bei grossen Gallensteinen und schweren Lebererkrankungen wird von Curcumin abgeraten. Curcumin kann auch die Wirkung verschiedener Chemotherapien einschränken. Daher sollten Sie mit Ihrem Arzt Rücksprache halten, ob Sie Kurkumaoder Curcumin-Kapseln einnehmen dürfen, wenn bei Ihnen eine Chemotherapie durchgeführt wird. Schon die Verwendung von Kurkuma im Essen kann sich auf die Chemotherapie auswirken. Schwangeren und stillenden Frauen wird ebenfalls empfohlen, auf Curcumin zu verzichten.
Schützt Kurkuma vor Krebs und anderen Krankheiten?
Die wissenschaftliche Forschung beschäftigt sich mit konzentriertem Curcumin. Die Grundform Kurkuma wird jedoch schon seit Jahrhunderten wegen ihrer gesundheitlichen Auswirkungen verwendet. In Indien, wo viel Kurkuma gegessen wird, scheint Krebs wesentlich seltener aufzutreten als im Westen. Allerdings können dafür auch viele andere Faktoren die Ursache sein. So sind in Indien viele Menschen Vegetarier, und die meisten von ihnen nehmen weniger Kalorien zu sich als die Menschen im Westen. Zu beachten ist auch, dass die durchschnittliche Lebenserwartung in Indien heute bei 67 Jahren liegt. Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts lag sie noch bei etwa vierzig Jahren, und im Jahr 2000 betrug sie 63 Jahre. Sie nimmt also rasant zu. In den Niederlanden liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei 78; der rasche Anstieg hat hier bereits wesentlich früher eingesetzt als in Indien. Je älter die Menschen werden, desto grösser ist das Risiko, beispielsweise an Krebs zu erkranken. Es ist also durchaus möglich, dass wir auch in Indien in Zukunft mehr Krebserkrankungen beobachten werden.
Das ändert jedoch nichts daran, dass der regelmässige Genuss von Kurkuma eine Schutzwirkung gegen Krebs haben kann. Es spricht also nichts dagegen, beim Kochen zu Kurkuma zu greifen, wenn dies zu Ihrer Ernährung und zu Ihrem Lebensstil passt und Sie Kurkuma mögen. Als kleiner Anreiz folgt nachstehend ein Rezept für gelben Reis.
Tipp:
- Da Piperin die Wirkung von Curcumin verstärkt,
ist es durchaus sinnvoll, Pfeffer zusammen
mit Kurkuma zu verwenden.
Rezept für gelben Reis
Eine kleine Zwiebel feinschneiden und in etwas Öl (oder Butter oder Margarine) goldbraun anschwitzen. Dann einen halben Teelöffel Kurkumapulver sowie etwas Salz und Pfeffer hinzugeben. Verrühren Sie die Gewürze sorgfältig mit der Zwiebel und lassen Sie sie das Ganze noch etwas weiterschwitzen. Dann den Reis dazugeben und nochmals gut verrühren. Soviel Wasser hinzugeben, so dass der Reis bedeckt wird. Das Ganze zum Kochen bringen und die Hitze reduzieren. Einen Deckel auflegen und alles bei schwacher Hitze ziehen lassen, bis die Flüssigkeit aufgenommen worden und der Reis gar ist. Das dauert je nach Reissorte und Flüssigkeitsmenge etwa fünfzehn bis dreissig Minuten. Achten Sie darauf, dass der Reis nicht am Boden ansetzt. Ist die gesamte Flüssigkeit aufgenommen und der Reis noch nicht gar, geben Sie noch etwas Wasser hinzu. Diesen gelben Reis können Sie als Beilage zu den verschiedensten Gerichten servieren.
Tipps
- Geben Sie falls gewünscht noch ein oder zwei feingehackte Knoblauchzehen zur Zwiebel.
- Einen kräftigeren Geschmack erhalten Sie, wenn Sie statt Wasser Bouillon verwenden, wie etwa Hühner- oder Gemüsebouillon. Wenn Sie Bouillon aus einem Brühwürfel herstellen, verzichten Sie auf zusätzliches Salz, denn Brühwürfel enthalten im Allgemeinen viel Salz.