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Am Morgen des 8. September 1973, einem schönen, milden Samstag, starteten im englischen Portsmouth 19 Teams zum ersten «Whitbread Round the World Rennen». Es war dies die Geburtsstunde des heute legendären Volvo Ocean Race, der härtesten Segelregatta der Welt.
Doch um die Geschichte mit der nötigen Sorgfalt zu erzählen, bedarf es einer Zeitreise zurück in die Jahre 1869 und 1914, zu den Eröffnungen des Suez- und des Panamakanals. Diese bilden zwei der wichtigsten Abkürzungen in der Geschichte der modernen Seefahrt. Sie verkürzten die Routen der Handelsschiffe spürbar und machten diese für die damaligen Segelschiffe leichter befahrbar und weniger gefährlich.
Jedoch gab es durchaus solche, die der erleichterten Fahrt und dem bequemeren Reisen wenig abgewinnen konnten. Einer davon war der englische Einhandsegler Sir William Robert Patrick «Robin» Knox-Johnston. 1969 gewann dieser das «Sunday Times Golden Globe Race» und war damit der erste Mensch, der die Welt im Einhandsegeln nonstop umrundete. Mit seiner Abenteuerlust begeisterte er zwei Journalisten und Segler, Guy Pearce und Anthony Churchill, von seiner Idee, ein Mannschaftsrennen rund um die Welt zu veranstalten. Und zwar auf den alten Routen der Handelsschiffe.
Zusammen brüteten sie einen Plan für ihr kühnes Unterfangen aus. Dabei wurde schnell klar, dass das Finden von Teilnehmern die leichtere Aufgabe war. Schwieriger war es dagegen, einen Sponsor zu anzuwerben. Als Pearce und Churchill sich 1971 dann aber an die Royal Naval Sailing Association wandten, nahm das Ganze plötzlich Fahrt auf.
Es ist überliefert, dass Otto Steiner von der Royal Naval Sailing Association bei einem Umtrunk mit dem Bierproduzenten Colonel Bill Whitbread den Vorschlag besprochen hat. Und so wurde die Brauerei Whitbread der erste Titel-Sponsor des heutigen Volvo Ocean Race, das damals unter dem Namen «Whitbread Round the World Ocean Race» ausgetragen wurde.
Von der sommerlichen Ferienfahrt …
Das Gros der anwesenden Segler in 1973 hatte offenbar keine grosse Ahnung davon, was draussen auf dem Ozean auf sie wartete.
… zur härtesten Segel-Regatta der Welt
45 Jahre später ist an die Stelle der eher relaxten Regatta eine alles durchdringende Professionalität getreten, mit dem Sieg als einziges Ziel. Die heute eingesetzten Volvo Ocean 65-Yachten erinnern in Form und Geschwindigkeit viel mehr Formel-1-Rennwagen. Geschlafen wird in Gemeinschaftskojen, navigiert mit GPS-Systemen und die Nahrung besteht vornehmlich aus entsalztem Meerwasser, rehydrierter Energienahrung und Eiweissriegeln.
Weshalb ist das Volvo Ocean Race das härteste Segelrennen der Welt, Christian Scherrer?
„Friend of Volvo“ und Schweizer Segelprofi Christian Scherrer, selber vierfacher Teilnehmer am «Americas Cup» und Sieger mit dem Team Alinghi, beschreibt die Herausforderung für die Teams so:
«Das Konzept des Rennens ist einfach: Es ist ein Rund-um-die-Uhr-Streben nach Wettbewerbsvorteilen und der ultimative «Meer-Marathon», bei dem die besten Segler des Sports in den härtesten Gewässern der Welt gegeneinander antreten. Dabei gibt es nicht einmal ein Preisgeld für die Gewinner. Seinen Namen in einen der silbernen Ringe der Volvo Ocean Race-Pokals eingraviert zu sehen, ist für diese Segler der grösste Lohn den sie sich vorstellen können.»