Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03107.jsonl.gz/1309

In Unternehmen angestellte Software-Entwickler müssen sich heute um bedeutend mehr Code kümmern als noch vor 10 Jahren. Eine Mehrheit gab in einer Befragung an, heute 100 Mal mehr Source Code pflegen zu müssen als vor einer Dekade. Und fast 20% sagten, es sei 500 Mal mehr.
Die von Sourcegraph in Auftrag gegebene Umfrage nennt dies das "Big-Code"-Problem. Die Komplexität nehme zu, ebenso wie die Vielfalt an Entwicklungsumgebungen, Plattformen und Tools. Gleichzeitig erschwere die erwartete Geschwindigkeit und der immer straffer werdende Zeitplan den Software-Entwicklern das Leben.
In der Befragung, an der sich 500 Leiter von Entwicklungsabteilungen beteiligten
, sagten praktisch alle, dass ein Code Release ein "emotionaler" Event sei. Während zwar einige über positive Gefühle wie Zufriedenheit berichten, geben weit mehr als die Hälfte an, dass in ihren Teams negative Emotionen herrschen würden, einschliesslich Angst und Furcht, wenn Code veröffentlicht oder zur Überprüfung eingereicht wird.
Dabei seien die Abhängigkeiten eine grosse Herausforderung. Drei Viertel der IT-Manager gaben an, dass es ihre Teams vermeiden, Code zu aktualisieren, weil sie befürchten, sie könnten etwas kaputt machen.
"Die massiven Code-Basen erschweren es Entwicklern, Code zu finden, zu verstehen und zu reparieren, da der Umfang und die Komplexität des Codes erheblich zugenommen haben", schliessen die Studienautoren. Ähnlich wie die grossen Datenmengen in Unternehmen zur Herausforderung wurden, sei es nun der "Big Code".
Bestehende Tools reichen nicht aus
Ferner stellen die Autoren fest, dass die Werkzeuge für die Entwickler nicht ausreichend seien. 85% sagten, dass die Tools, die sie verwenden, nicht dafür gemacht sind, mit einer grossen Code-Basis zu arbeiten. Danach gefragt, auf welche Technologien Software-Teams setzen, um Code zu durchsuchen, gab die Mehrheit an, sich auf einen Hoster wie Github zu verlassen. Knapp 70% verwenden lokale Tools und rund ein Drittel setzt auf Open-Source-Search-Werkzeuge wie Oracle Opengrok oder Hound.
Auf die Frage, welche zusätzlichen Features am hilfreichsten wären, nannte die Mehrheit die Möglichkeit, Alerts zu erhalten, falls Security-Schwachstellen entstehen. Weiter gewünscht wird die Fähigkeit, den gesamten Code in einem beliebigen Repository, in einer beliebigen Sprache rasch durchsuchen zu können. Ebenfalls eine Mehrheit würde es hilfreich finden, Code durch die Suche von semantischen Beziehungen auffinden zu können, während die Hälfte sich die Fähigkeit wünscht, nach umfangreichen Code-Änderungen über viele Repositories suchen zu können beziehungsweise diese durchführen zu können.