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S. Ph. De Vries war 48 Jahre lang Rabbiner der Jüdischen Gemeinde von Haarlem/Niederlande. Mit wachem Sinn bemerkte er das grosse Interesse, das Nichtjuden dem Leben und den Traditionen ihrer jüdischen Mitbürger entgegenbrachten, ohne indessen deren tieferen Sinn begreifen zu können. Diesem Interesse kam De Vries, dessen Anschauungen teif in jüdisch-orthodoxer Überlieferung verwurzelt waren, mit der Beschreibung jüdischer Riten und Symbole entgegen. Seine Beiträge erschienen zunächst wöchentlich in einer nichtjüdischen Zeitung, ehe sie als Buch veröffentlicht wurden. Das Werk wurde sowohl in nichtjüdischen wie in jüdischen Kreisen lebhaft begrüsst und viel diskutiert. Damit erfüllte sich der Wunsch des Rabbiners, dass mit der Kenntnis von den äusseren Formen jüdischen religiösen Lebens auch das Verständnis für das innere Wesen des Judentums wachsen würde. Rabbi De Vries ist im Frühjahr 1944 im Konzentrationslager Bergen-Belsen umgekommen. Sein geliebtes jüdisches Land, für dessen Wiedergeburt und Aufbau er als religiöser Zionist sein Leben lang gewirkt hatte, durfte er nicht mehr sehen. Als Vermächtnis hinterlässt er ein Werk, das zum Verständnis zwischen Juden und Nichtjuden beiträgt. Der Rabbiner S. Ph. De Vries zählte zu den ersten, die das lebhafte Interesse zahlreicher Nichtjuden an Leben und Traditionen jüdischer Mitbürger bemerkten und richtig bewerteten. Diesem Inter esse kam De Vries mit seiner Veröffentlichung von jüdischen Bräuchen und Symbolen entgegen. In der Tat hat De Vries mit seinem in nichtjüdischen wie in jüdischen Kreisen viel gelesenen Werk seinerzeit grossen Einfluss auf das geistige Leben ausgeübt. Er tat dies in der Hoffnung, dass die Beschreibung äusserer Formen jüdischen religiösen Lebens auch einiges vom inneren Wesen und tiefe ren Sinn des Judentums offenbaren und verständlich machen würde. Die Anschauungen des Autors sind tief in jüdisch-orthodoxer Über lieferung verwurzelt. Er vermittelt sie mit warmer Menschlichkeit und mit Begeisterung für das Thema.
Portrait
S. Ph. de Vries, geboren 1870 in Neede, war 48 Jahre lang Rabbiner der jüdischen Gemeinde von Haarlem in den Niederlanden und einer der ersten religiösen Zionisten. S. Ph. De Vries ist im Frühjahr 1944 im Konzentrationsla¬ger Bergen-Belsen umgekommen. Sein geliebtes jüdisches Land, für dessen Wiedergeburt und Aufbau er sein Leben lang gewirkt hat, durfte er nicht mehr sehen. Als Vermächtnis hinterlässt er ein Werk, das dazu beitragen kann, das Verständnis zwischen Juden und Nichtjuden zu verbessern.