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Café und Conditorei Kränzlin
Am Untertor war das Cafe Kränzlin während rund 70 Jahren für Kaffeeklatsch mit Patisserie tagsüber und abends das Tanzlokal im ersten Stock die erste Adresse Winterthurs.
Die Erinnerungen an das alte Zunfthaus zum Adler am Untertor sind verblasst. Es war die Zeit der Zünfte als die Bürger sich in deren Gaststube zum ernsten oder heiteren Gespräch und zu einem Becher zusammenfanden, um über das Wohl und Gedeihen der Stadt zu diskutieren.
Das Zunfthaus zerfiel. Das alte Zunfthaus zum Adler blieb aber bestehen. Es war eines der letzten Häuser vor dem unteren Tor der Stadt. Der Name Zunfthaus zum Adler wich einem „Wiener Café“ bis es im Jahre 1924 von den Gebrüdern Kränzlin erworben wurde. Sie passten die Räumlichkeiten an, um ein modernes Café zu eröffnen. Das neue Lokal kam an und freute sich eines regen Besuchs. 1926 wurde im ersten Stock ein Konzertsaal eröffnet. Mehrmalige Umbauten liessen schliesslich ein erfolgreiches Konzept erstehen. Im Erdgeschoss befand sich ein Confiserie-Laden, dahinter ein stets gut besuchtes Café-Restaurant. Im ersten Stock war das Tanzlokal eingerichtet. Meistens sorgten Live-Bands für Betrieb. Das war damals das einzige Lokal in Winterthur, in dem fast immer das Tanzbein geschwungen werden konnte.
In der NZZ vom 2. April 2009 war zu lesen: „Die Brüder Gerhard, August und Hans Kränzlin hatten seit den zwanziger Jahren zahlreiche Lokale in Zürich, St. Gallen und Winterthur geführt, wie von Annelies Tropp-Kränzlin zu erfahren ist, der heutigen Eigentümerin der Liegenschaft Schützengasse 16 in Zürich. Zum Kränzlin-Imperium gehört etwa ein Café Romand an der Mühlegasse oder ein Café Iris in Seebach, in St. Gallen ein Café Kränzlin, das die Besitzerfamilie aber schon vor 30 Jahren verkauft hat. Und ans Café Kränzlin am Untertor in Winterthur mögen sich zumindest mittelalterliche Liebhaber von Patisserie und Kaffeehaus-Atmosphäre noch erinnern; 1991 wurde es in eine McDonald's-Filiale umgewandelt.“