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25.04.2012 - Artikel
Durchbruch bei der weltweiten Armutsbekämpfung und dem Zugang zu sauberem Trinkwasser
Die Weltbank und die Vereinten Nationen warten mit guten Nachrichten auf: Der Anteil der extrem armen Menschen hat sich seit 1990 halbiert, in derselben Zeitspanne haben zusätzliche 2 Mrd. Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser gewonnen. Somit wurden zwei wichtige Millenniumsentwicklungsziele bereits vor der gesetzten Frist 2015 erreicht.
Die Staatengemeinschaft einigte sich im Jahr 2000 auf acht Millenniumsentwicklungsziele (MDGs), die bis 2015 erreicht werden sollen. Unter anderem setzte sie sich zum Ziel, Armut und Hunger im Vergleich zu 1990 um die Hälfte zu reduzieren, die allgemeine Primarschulbildung für alle zu gewährleisten, die Gleichbehandlung der Geschlechter durchzusetzen und die Mütter- und Kindersterblichkeit zu senken. Die Schweiz hat ihre Entwicklungstätigkeit stark auf die MDGs ausgerichtet: Die Armutsreduktion hat oberste Priorität.
Dieses erste, zentrale Ziel wurde nun erreicht: Seit 1990 ist der Anteil der Menschen, die von weniger als USD 1.25 im Tag leben und somit zu den extrem Armen gezählt werden, von 1.94 Mrd. Personen auf 1.29 Mrd. zurückgegangen. Die Weltbank teilte im März 2012 mit, dass das vorgegebene Ziel bereits 2010 erreicht wurde.
Armut weiterhin „untolerierbar“
Besonders ermutigend sind die Zahlen für China und Indien, wo vor allem das Wirtschaftswachstum vielen Menschen aus der Armut geholfen hat. Aber auch in Subsahara-Afrika, wo die Armut besonders verbreitet ist, hat sich die Lage verbessert: Zum ersten Mal ist auch hier die Quote der extrem Armen auf unter 50% gefallen.
Trotz dieser erfreulichen Entwicklungen sieht die Weltbank weiterhin grossen Handlungsbedarf in der Armutsbekämpfung. Selbst wenn die extreme Armut weiterhin rückläufig ist, werden 2015 weltweit noch immer 1 Mrd. Menschen davon betroffen sein. Dies bezeichnet die Weltbank als „untolerierbar“.
Zudem gibt es eine beträchtliche Anzahl von Menschen, welche zwar die Schwelle von USD 1.25 überschritten hat aber doch von weniger als USD 2 im Tag lebt. Diese Zahl ist in den letzten 30 Jahren nur wenig gesunken (von 2.59 Mrd. auf 2.47 Mrd.).
Fast 90% verfügen über sauberes Trinkwasser
Laut dem UNO-Weltwasserbericht ist die Zahl der Menschen, die über sauberes Trinkwasser verfügen, weltweit seit 1990 auf 89% gestiegen. Somit wurde auch MDG 7 erreicht: Die Halbierung des Anteils an Menschen, die keinen Zugang zu einwandfreiem Trinkwasser haben. Der Zugang zu sanitären Einrichtungen, den die UNO zusammen mit der Trinkwasserversorgung verbessern wollte, ist jedoch noch weniger weit fortgeschritten.
„Noch keine Siege feiern“
Bedenklich sind auch die grossen regionalen Unterschiede: Indien und China sind in der Trinkwasserversorgung wiederum Spitzenreiter, in Subsahara-Afrika hat jedoch fast 40% der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Unicef-Direktor Anthony Lake erklärt, dass es trotz der Erfolge bis 2015 noch viel zu tun gibt: „Die Welt kann noch keinen Sieg feiern, solange 11 Prozent der Menschheit – 783 Millionen Menschen – keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben“.