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In den vergangenen Monaten ging es mit der Gesundheit des ehemaligen, südafrikanischen Präsidenten rapide bergab. Im Sommer wurde Nelson Mandela wegen einer schweren Lungenentzündung im Medi-Clinic-Heart-Krankenhaus in der südafrikanischen Hauptstadt behandelt. Seine letzten Wochen hatte der Friedensnobelpreisträger im Kreis seiner Familie verbracht. Am Donnerstag um 20.50 Uhr Ortszeit ist er in seinem Haus in Johannesburg friedlich eingeschlafen.
«Unsere Nation hat ihren grössten Sohn verloren», sagt der südafrikanische Präsident Jacob Zuma, 71, am Donnerstagabend in Johannesburg in einer landesweiten übertragenen Fernsehsendung. «Nelson Mandela brachte uns zusammen und zusammen nehmen wir Abschied von ihm.» Der Friedensnobelpreisträger, der wegen seines Kampfes gegen das rassistische Apartheid-Regime 27 Jahre im Gefängnis war, galt weltweit als Symbolfigur für Freiheit und Humanität.
Nelson Mandela ebnete den Weg zur Aussöhnung von Schwarzen und Weissen in seinem Heimatland und wurde dafür 1993 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. 1994 wurde er erster Präsident des demokratischen Südafrika und blieb bis 1999 in diesem Amt.
Er soll in seinem Heimatort Qunu im Südosten des Landes beigesetzt werden. Beobachter rechnen damit, dass in Südafrika Staatstrauer ausgerufen wird. Zu den Beisetzungsfeierlichkeiten, die vermutlich in etwa fünf bis sieben Tagen stattfinden, werden zahlreiche Staats- und Regierungschefs aus aller Welt erwartet.
Der greise ehemalige Präsident war innerhalb von sechs Monaten viermal im Spital behandelt worden. Im Dezember 2012 unterzog er sich einer Gallensteinoperation. Anschliessend erlitt Mandela eine Infektion der Atemwege. Im April musste er wegen einer Lungenentzündung zehn Tage ins Spital. Nach der erneuten Einlieferung in die Klinik Anfang Juni berichtete das Präsidialamt mehrfach von lebensbedrohlichen Krisen. Zeitweise soll der 95-Jährige künstlich beatmet worden sein und wegen Nierenversagens Dialysen bekommen haben. Die Ärzte hätten der Familie angeboten, über die Abschaltung der lebenserhaltenden Geräte zu entscheiden, meldete die Zeitung «The Citizen».
Der zunehmend gebrechliche Nationalheld hatte sich seit vielen Jahren öffentlich nicht mehr geäussert. Sein letzter öffentlicher Auftritt war bei der Schlussfeier der Fussballweltmeisterschaft im Juli 2010 in Johannesburg.