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Kollbrunn - Gemeinde Zell
Kollbrunn und Töbeli erkämpften sich im Jahre 1706 weitgehende Rechte (Weiderechte) und bildeten fortan eine Art Gemeindeverband. Im 19. Jahrhundert setzte auf der rechten Seite der Töss im Zuge der Industrialisierung ein ausserordentliches Wachstum der Gemeinde ein. Kollbrunn wurde noch vor 1900 zum bevölkerungsreichsten, wichtigsten Gemeindeteil innerhalb der heutigen Gemeinde Zell.
In der Helvetik wurde innerhalb der Munizipalgemeinde Zell die Zivilgemeinden Zell, Oberlangenhard und Rikon gegründet, dazu erwarb 1806 Unterlangenhard diesen Status.1835 wurde innerhalb der Gemeinde Zell den Siedlungen Au, Rutzen und Kollbrunn die Errichtung einer Zivilgemeinde gestattet.
Im Jahre 1923 schlossen sich die beiden Langenhard zu einer Zivilgemeinde zusammen und schliesslich folgte im Jahre 1933 die Auflösung der 4 Zivilgemeinden und gingen in der politischen Gemeinde Zell auf. Mit dem Landabtausch (Tobel - unbewohntes Gemeindegebiet links der Töss) im Jahre 1933 mit der Gemeinde Wildberg hatte die Gemeinde Zell die Grösse erreicht, welche noch heute ihre Gültigkeit hat.
Das Dorf Kollbrunn, welches zur Gemeinde Zell gehört, besteht heute aus den Ortsteilen Kollbrunn, Au und Bolsternbuck.
Kollbrunn
Mit dem Einzug der Industrie, die auf das grosse Reservoir von Heimspinnern zählen konnte, verlagerte sich die Siedlungstätigkeit stark an den Flusslauf der Töss. Kollbrunn, als im Aufschwung begriffene Ortschaft, wuchs zum neuen Siedlungsschwerpunkt innerhalb der Gemeinde Zell heran. Durch zwei gleichzeit durchgeführte grosse Unternehmen, den Bahnbau (1875) und die Tösssanierung (1876), erfuhr die Schwerpunktverlagerung innerhalb des Dorfes Kollbrunns, vom Kirchdorf weg an die Töss, zusätzlich Festigung und neue Anreize.
Gegen die Jahrhundertwende übernahm die Zivilgemeinde Kollbrunn zusätzliche Zentrumsfunktionen. Die Katholische Kirche wurde hier, im Zentrum des Geschehens gebaut und es bald wurden auch reformierte Gottesdienste im Schulhaus abgehalten.
1896/97 wurde die Hauswasserversorgung innerhalb Kollbrunns - Au aufgebaut. Die Elektrizitätsversorgung wurde 1904 auf privater Basis in Angriff genommen. Diese Aufgabe wurde im Jahre 1912 durch Elektrizitätsgenossenschaft übernommen und gefördert. Seit dem Jahre 1919 sind alle Gemeindeteile mit Strom versorgt. Im Jahre 1958 bis 1983 wurde im Gemeindegebiet das Kanalisationsnetz aufgebaut.
Die Bevölkerungsentwicklung verlief parallel zur Industrialisierung und spiegelte Boom- und Krisenzeiten wieder. Ein erster Bevölkerungsschub gab es im 17. Jahrhunderts als die Heimindustrie einsetzte, ein zweiter folgte in der erste Hälfte des 19. Jahrhunderts welcher gegen Ende des 19. Jahrhunderts verebbte. Seither erholten sich die Bevölkerungszahlen kontinuierlich, seit den 60er Jahren setzte gar ein verstärktes Wachstum innerhalb der Gemeinde ein.