Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03378.jsonl.gz/700

Zwischen Rhein, Weser und Ysselmeer entstand im 3. Jahrhundert das Volk der Franken als ein Zusammenschluss germanischer Stämme. Im 5. Jahrhundert liessen sich grosse fränkische Verbände unter Königen aus dem Geschlecht oder der Verwandtschaft der Merowinger zwischen Rhein und Somme nieder. König Chlodwig, der Sohn Childerichs von Tournai, überwand den letzten gallo-römischen Oberbefehlshaber, beseitigte die übrigen fränkischen Stammeskönige und begründete damit das Fränkische Reich in Gallien. Durch die Unterwerfung der Alamannen, Thüringer, Bayern und Alpenromanen wurden dem Frankenreich weite nichtgallische Gebiete angegliedert. Im Zuge der zweiten Expansion entwickelte sich das Merowingerreich zu einem "Vielvölkerstaat": eine wesentliche Voraussetzung für die Entstehung des Abendlandes im Frühmittelalter. Die Königsländer in der Francia zwischen Rhein und Seine und in Nordburgund entfalteten sich im 7. Jahrhundert auch als religiös-kulturelle und wirtschaftliche Zentrallandschaften. Für das frühmittelalterliche Abendland entstand hier ein neuer Mittelpunkt. Anschaulich stellt der Autor die dynastischen Verhältnisse der Merowinger und ihre Bedeutung für die Entstehung und Konsolidierung des Frankenreiches dar.
Portrait
Dr. Dres.h.c.mult. Eugen Ewig (1913-2006) war em. Professor für Mittelalterliche und Neuere Geschichte an der Universität Bonn.