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Die Wasserversorgung hat 1909 einen Brutto-Gewinn von Fr. 60240,86, Zinsen bezahlt, bei einer Gesamteinnahme von Fr. 597739,42 ergeben. Ende 1909 war die totale Länge der Wasserleitungen zur Stadt 106288 m, wovon 1557 m auf Gallerien kommen, des Verteilungsnetzes 94123 m. Der Gesamtverbrauch an Wasser in Lausanne beträgt per Minute 8308,5 Liter. Die Stadt verfügt über eine jährliche Menge Quellwasser von 8673471 m3 d. h. über 150 m3 per Einwohner jährlich oder von 416 Litern täglich.
Das Elektrizitätswerker zeigte einen Ueberschuss der Einnahmen von Fr. 375401,44, Zinsen bezahlt, auf eine Totaleinnahme von Fr. 1635004,73. Elektrische Kraft wird von Lausanne auch an die umliegenden Orte abgegeben, an Pully, Jouxtens, Paudex, Lutry, Crissier, Renens, Écublens, Romanel, Chavannes, Belmont, Saint Sulpice, ferner an die Stadt Saint Maurice, an die Drahtseilbahn Lausanne-Signal, an die Lausanner Strassenbahnen und an die Kalk- und Zementfabrik in La Paudèze. Das unterirdische Leitungsnetz misst 41854,2 m, das primäre Luftnetz 55627 m, das Sekundärnetz 50520 m, das Netz für die Strassenbahnen 4138,50 m.
Der Feuerwehrdienst wurde 1906 reorganisiert. Der freiwillige Dienst bleibt die Grundlage des Rettungskorps; allein die neue Organisation sieht, wenn die Bedürfnisse es erheischen, die Zwangsrekrutierung unter den vier jüngsten Jahrgängen der Militärdienstpflichtigen vor, sowie eine besondere Steuer - die Feuersteuer - für die untauglichen Leute der ausgehobenen Jahrgänge. Die Besoldung der Mannschaft wurde um etwas erhöht. In Hinsicht auf das Löschwesen ist die Stadt in drei Kreise eingeteilt: Norden, Zentrum, Süden, von denen jeder durch eine Kompagnie beschirmt wird, bestehend aus Rettungs-, Hydranten-, Pumpmannschaft etc. Das Material wurde vervollständigt. Der Bestand des städtischen Korps beträgt gegenwärtig 408 Mann: 295 Gemeine, 85 Unteroffiziere und 28 Offiziere. Da sich Freiwillige nicht in genügender Zahl stellten, wurde der Supplement der Altersklasse 1889 beigezogen. Ein ständiger Posten für die erste Hülfe, der sehr gute Dienste leistet, ist aus Polizeiangestellten gebildet worden.
Im Blindenasyl sind verschiedene Abteilungen geschaffen worden: das Asyl Recordon als Heim für blinde Frauen, das Asyl Dufour, als Heim für blinde Männer, das Asyl Gabrielle Dufour, als Heim für blinde Arbeiter, eine Buchdruckerei Braille etc.
Ein von der Stadt mit Beiträgen der waadtländischen Gesellschaft für Leichenverbrennung erbautes Krematorium hat den seine Tätigkeit begonnen und Ende 1909 haben 29 Einäscherungen stattgefunden.
Die grosse Treppe des Bundesgerichtspalastes wurde von Paul Robert mit Wandmalereien verziert, nämlich mit zwei grossen Füllungen, von denen die eine «die Justiz lehrt die Richter», die andern «die Gerechtigkeit bringt Frieden auf Erden» darstellt, und mit sechs Friesen: die triumphierende Unschuld, der tapfere Mann, der Friede, das Licht, das Recht, das Gesetz.
Die neuen Bezirksgefängnisse auf Bois-Mermet sind im Oktober 1905 vollendet und bezogen worden (Kosten Fr. 518000). Der Évêché, wo sie bis dahin untergebracht waren, ist zum Teil baufällig; restauriert, wird er in naher Zukunft das Museum von Alt Lausanne aufnehmen, dessen schon reichhaltige Sammlungen vorläufig im Schulhaus von Prélaz installiert sind.
Lausanne konsumiert im Jahre etwa 10 Millionen Liter Milch oder durchschnittlich per Tag nahezu 30000 Liter. Diese werden von 43 Milchgesellschaften aus einem Umkreis von 15 km an 10 Hauptmilchgeschäfte geliefert, von denen jedes wieder ein oder mehrere Ablagen oder Nebengeschäfte hat.
[Arnold Bonard.]