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Wegen Steuerbetrugs über ein Schweizer Bankkonto ist der "Beany Babies"-Plüschtier-Erfinder Ty Warner in den USA angeklagt worden. Der Geschäftsmann will aber mit den Behörden kooperieren und eine Busse bezahlen. Nach Angaben des "Tages-Anzeigers" vom Freitag beläuft sich diese auf 53 Millionen Dollar.
Es wäre die bisher höchste Busse, die ein US-Bürger wegen Umgehung von US-Steuern über eine Schweizer Bankkonto bezahlen müsste. Nach Ansicht der Anklagebehörde in Chicago hat der Geschäftsmann den auf einem Schweizer UBS-Konto erzielten Gewinn den US-Steuerbehörden nicht ordnungsgemäss deklariert.
Über seinen Anwalt gab der US-Amerikaner nun bekannt, dass er mit den US-Steuerbehörden (Internal Revenue Service - IRS) kooperieren werde. Dies gab die Anklagebehörde in Chicago am Donnerstag (Ortszeit) bekannt. Bei einer Verurteilung müsste er mit einer Haftstrafe von fünf Jahren und einer hohen Busse rechnen.
"Ungeachtet des Reichtums, jeder Bürger muss Steuern auf seinem gesamten Einkommen bezahlen, nicht nur auf einem Betrag, den er deklarieren möchte", wird der Staatsanwalt von Chicago, Gary S. Shapiro, im Communiqué zitiert.
50 Prozent des Vermögens im Ausland
Nach Angaben der US-Börden verfügte der Milliardär, der sein Vermögen mit Plüschtieren gemacht hatte, seit 1996 über ein geheimes Bankkonto bei der UBS in der Schweiz. Ende 2002 habe er sein Guthaben zur Zürcher Kantonalbank (ZKB) verschoben. Damals habe es einen Wert von über 93,6 Millionen Dollar gehabt.
Daraus schliessen die US-Steuerbehörden, dass er bis 2002 einen Gewinn von etwas mehr als drei Millionen Dollar erzielt hatte. In dem er dieses Einkommen in seiner Steuererklärungen nach 2003 in den USA nicht deklariert habe, habe er in den USA Steuern hinterzogen, heisst es in der Anklageschrift.
Wer vorsätzlich sein Guthaben bei einer Bank im Ausland dem IRS nicht meldet, kann mit einer zivilen Busse bis zur Hälfte des nicht deklarierten Vermögens belegt werden.
Die Busse von Ry Warner übersteigt nach Angaben des "Tages-Anzeigers" die des kalifornischen Immobilienhändlers und früheren UBS-Kunden Oleg Olenicoff. Dieser musste 52 Millionen Dollar Busse zahlen.
Im Ausland erzieltes Vermögen melden
Die USA verlangen von ihren Staatsbürgern, dass sie alle im Ausland erzielten Einkommen in den USA deklarieren und darauf Steuern bezahlen. Ausländische Staaten, unter ihnen auch die Schweiz, werden zur Kooperation mit den US-Behörden genötigt.
Die UBS hatte sich 2009 mit den US-Behörden darauf geeinigt, dass sie Steuerpflichtigen bei der Verschleierung von Vermögen im Ausland gegenüber dem IRS geholfen hatte. Zudem lieferte sie den USA Daten über eine Anzahl US-Kunden. Das Verfahren gegen den 69-Jährigen Milliardär dürfte darauf zurückgehen.
SDA-ATS