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Hier ein Auszug aus einem Zeitungsbericht von 1932:
Notzeichen der Wirtschaft
Als solches muß man wohl das rote Zeichen der Tellenarmbrust * ansehen. Eine Folge der Not und der allgemeinen Krise, wurde die Armbrust im November 1931 als nationales Wahrzeichen für Schweizer Arbeit geschaffen. Sie soll für den Käufer das untrügliche Zeichen sein, Schweizerarbeit im täglichen Angebot als solche zu erkennen. Denn wie soll die Arbeit von Schweizer Händen mit fremder Ware konkurrieren können, wo oft nicht einmal der Verkäufer über die Herkunft seiner Ware Bescheid weiß. Dem einsichtigen und guten Willen der schweizerischen Verbraucher einheimische Erzeugnisse zu bevorzugen und zu berücksichtigen mußte deshalb beim Einkauf ein Zeichen der Garantie für Schweizerarbeit gegeben werden.
* (Die Armbrust des Schweizer Nationalhelden Willhelm Tell)
Die Schweiz war in diesen wirtschaftlich schwierigen Jahren zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg nicht das einzige Land, welches den Konsum mit inländischen Erzeugnissen zu fördern suchte.
Der Zeitungsbericht geht wie folgt weiter:
Arbeitslosigkeit tut weh. Um sie Schweizer Händen zu ersparen, sieht man darum heute überall das rote Notzeichen der Armbrust als stumme Mahnung, und wo es beachtet wird, wird es bei der Auswahl und beim Einkauf für den Konsumenten aber auch zum Zeichen der Sicherheit. Die rote Armbrust das allgemeine schweizerische Ursprungszeichen für nationale Produkte, war nicht das erste Garantiezeichen dieser Art auf dem Kontinent. Andere Länder sind mit der Schaffung von Ursprungszeichen für ihre Landeserzeugnisse der Schweiz vorangegangen. Vor allem kennen Frankreich und Norwegen längst eine Ursprungsmarke. Bereits im Jahre 1915 wurde in Frankreich eine solche geschaffen und verwendet. Die „Unis-France“-Marke ist in Frankreich Ihrer Bedeutung und Beachtung überall sicher, denn der Franzose denkt wie allgemein bekannt nicht nur vorwiegend national, sondern er handelt auch danach. Die „Unis-France“-Marke ist zwar ihrem Geburtsdatum nach weniger ein Notzeichen der heutigen Krise als ein Zeichen bewußter nationaler Solidarität und wirtschaftlicher Einsicht. Anders die große Propaganda in England, die unter der Devise „Buy British Goods" seit vorigem Jahre durchgeführt wird. Sie ist ein Zeichen wirtschaftlicher Not und Gefahr, wie sie die Armbrustpropaganda der Schweiz auch ist. Um der eigenen Arbeit zu helfen, braucht es, wie in allen Ländern, auch in der Schweiz viele Gut gesinnte, so wie in England der Prinz of Wales durch eine Radiorede die „Buy British"-Kampagne eingeleitet hat in deren Dienst sich in echt britischer Großzügigkeit alle Verbände der Fabrikanten, des Groß- und Kleinhandels und auch die Gewerkschaften gestellt haben.
Der Bericht schliesst mit diesen Worten:
Die Armbrust einst in der Not gebraucht, ist es auch heute wieder, welche die Krise der Wirtschaft zum Kampfe in die Hand drückt. Sie zu führen ist eine nationale und wirtschaftliche Notwendigkeit. Man braucht nur auf die schweizerisch Handelsbilanz hinzuweisen und an die exporthemmenden Maßnahmen des Auslandes zu erinnern, um zu der wirtschaftlich absolut begründeten Forderung zu kommen: die inländische Produktion in jeder Hinsicht zu fördern, um die gesamte Volkswirtschaft zu beleben.
Die Armbrust ist das Zeichen für die Einsichtigen und Verantwortungsbewußten. Ihre Verwendung am eigenen Fabrikat ist für jeden Produzenten notwendig, weil der wirtschaftliche Kampf kein Beiseitestehen kennen sollte. Ware mit der Armbrustmarke beim Einkauf zu fordern, ist für den Konsumenten nicht nur edle Pflicht am eigenen Volksgenossen, sondern darüber hinaus eine Notwendigkeit zum eigenen Vorteil; denn die wirtschaftlichen Notzeichen müssen in Zeiten, in denen die wirtschaftliche Sicht so dunkel ist, im Einzelinteresse genau so beachtet werden, wie diejenigen der Schiffahrt beachtet werden müssen.
Gerade in den letzten Jahren findet das Armbrust-Logo wieder zunehmende Verwendung für Schweizer Produkte, allerdings mehr als Label für Schweizer Qualität denn als "Notzeichen der Wirtschaft".
Seit bald 30 Jahren sammle, restauriere und dokumentiere ich alte Füllfederhalter. Im Rahmen meiner Sammlertätigkeit sind mir insbesondere zwei Marken mit den Namen "ASKA" und "Monte Rosa" aufgefallen. Meine Recherchen ergaben, dass es sich hier um zwei Marken handelt, deren Ursprung in der Schweiz liegen. Im Gegensatz zu den grossen europäischen und amerikanischen Marken ist weder in der Literatur noch im Internet etwas Konkretes über alte Schweizer Füllfedern dokumentiert.
Deshalb betrachte ich es als erstrebenswert, mittels umfassende Recherchen einen Überblick über die Produktion und den Vertrieb von Füllfedern in der Schweiz zu schaffen und aufzeigen, dass auch in der Schweiz eine - wenn auch kleine, aber feine – Füllfederhalter und Goldfeder-Produktion stattgefunden hat.
Vielen Dank für Ihre Mithilfe.
Daniel C. Holzer