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Der Aderlass gehört zu den klassischen blutentziehenden Verfahren. In meiner Praxis wird er als sogenannter Miniaderlass durchgeführt.
Aus einer Armvene werden ungefähr 30–80 ml Blut entnommen. Diese Menge entspricht einer kleinen bis mittelgrossen Blutentnahme für Laboruntersuchungen. Wegen dieser kleinen Menge an Blutentzug gibt es praktisch keine Kontraindikationen, kann also auch bei niederem Blutdruck angewendet werden. Der Patient muss während des Aderlasses sitzen und darf nach Abschluss des Vorganges während drei Stunden nicht liegen.
Die Wirkungsweise besteht darin, dass durch den kleinen Blutablass ein schwacher Reiz an der Intima (innerste Gefässschicht einer Arterie) des Herzens entsteht. Durch das vegetative Nervensystem wird eine Veränderung des Herzinnendrucks verursacht, wodurch ein Ausgleich des Spannungszustandes erreicht wird. Diese Art von Miniaderlass ist insbesondere indiziert bei hohem Blutdruck oder schwankenden Blutdruckwerten, bei Beschwerden in den Wechseljahren, insbesondere übermässiges Schwitzen, bei Kopfschmerzen und Wetterfühligkeit. Die klassische Indikation des Aderlasses liegt bei erhöhten Eisen- und Hämatokritwerten im Blut.
Beim Burnout- Syndrom, wenn vor allem als Nebensymptom paroxysmale Tachykardien (hohe Pulsfrequenz) vorhanden sind.
Idealerweise eignet sich der Aderlass auch zur Entgiftung und Steigerung des Wohlbefindens.