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Bartholome Jenny entschied sich, in Ennenda eine eigene Druckerei zu betreiben. Ein Kolorist aus einer Hugenottenfamilie brachte grosses Wissen ein.
Ab 1820 wird von einer wahren Gründungswelle berichtet. Dass nicht alles reibungslos und konfliktfrei verlief, ist nachvollziehbar. Bartholomes Bruder konnte sich mit der eigenen Druckerei nie anfreunden. Er sah die Zukunft in der Mechanisierung, wandte sich ab und gründete in Glarus ein eigenes Handelsgeschäft. Für Bartholome Jenny ging es gut weiter. Es ergaben sich eine geschäftliche und familiäre Fusion mit den Gebrüdern Trümpy, die einen Teil der Tücher bedruckten.
Die Bevölkerung nahm von der «Trümpyger» bereitwillig Kenntnis. Der Zusammenschluss war 1830 erfolgt. Die beiden Brüder wurden Teilhaber und waren unter anderem zuständig für die technische Leitung der Druckerei, Handweberei, Sprachenkunde und kaufmännische Geschäftsführung. Bald war die Firma Barth. Jenny & Cie. eines der bedeutendsten Fabrik- und Handelshäuser.
Barth. Jenny verstarb im Alter von 66 Jahren im Oktober 1836. Neben beruflich Erfolgreichem wird über bemerkenswerte politische Laufbahnen der Nachkommen berichtet. Von Mitglied der Standeskommission, Nationalrat, Gemeindepräsident von Ennenda, Mitglied der Handelskommission ist die Rede.
Weiterführendes betrifft beispielsweise die Inbetriebnahme der mechanischen Spinnerei und Weberei in Haslen und die zukunftsorientierten wesentlichen Arbeitsschritte mit Spinnen, Weben und Drucken.1864/65 befand sich die Textildruckerei auf ihrem höchsten Punkt. Die Firma Barth. Jenny & Cie beschäftigte – als grösste Arbeitgeberin des Kantons – 930 Personen. 450 arbeiteten in der Druckerei. In Haslen waren es 480 Personen. 1869 sei mit 7 500 000 bedruckten Tüchern ein Produktionsrekord erreicht worden. 1848 trat ein Gesetz in Kraft, mit dem die Arbeitszeit geregelt wurde. Der Einsatz von Kindern unter 13 Jahren war verboten. 1864 wurde mit dem «Gesetz über die Fabrikpolizei» das Nachtarbeitsverbot für alle durch die Landsgemeinde gutgeheissen. Auch für Männer galt nun die maximale Arbeitszeit von zwölf Stunden.
Über die Nachfolger ist vieles enthalten. Diese Textteile legen Zeugnis vom «Angesehenen Industriellen und ehrbaren Wohltäter», den «Niedergang des Stoffdrucks», «Baumwollmangel und Preiszerfall», die Übernahme durch die sechste Generation, einschneidenden technischen Neuerungen «Vom Handwebstuhl zur Higthech-Maschine» und – abschliessend – dem «Neuen Leben in Ennenda» ab. Heute wird in Ennenda nicht mehr produziert, das Etablissement ist zu einem wertvollen Zeitzeugen mit dem «Comptoir» und der Rückschau auf Daniel Jenny-Wipf geworden.