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Hinter der Ikone der Schweizer Milchkuh verblassen die Geschichten, die das Rind seit dem späten 19. Jahrhundert produziert. Das Seminar beleuchtet einen historischen Aktanten, der Branchen, Verbände und Forschungslabors hervorbringt, für den Futtermittel, Schlachthöfe und Kühltechniken entwickelt werden; der transportiert und transportiert wird und der für soziale Auseinandersetzungen sorgt.
Die Studierenden lernen in diesem Seminar, was sich am Beispiel eines ikonographischen „Gegenstands“ der schweizerischen touristischen, wirtschaftlichen und alltagsgeschichtlichen Realität – des Rindviehs als Milchkuh und darüber hinaus – über die Entwicklung und Veränderung von Forschungs-, Anbau-, Verarbeitungs-, Transport- und Konsumtechniken seit dem späten 19. Jahrhundert erfahren lässt. Um dies zu tun, werden sie mit der Perspektive der „entangled histories“ (verflochtenen Geschichten) und dem technikphilosophischen und -soziologischen Ansatz einer symmetrischen Anthropologie (Latour/Callon) vertraut gemacht. Vor allem aber lernen sie, historische Texte und Quellen rund um den Ge- und Verbrauch des Rindviehs als „Rohstoff“ zu lesen, und die darin erscheinenden Akteure und Interessen in ihrem zeitgenössischen Kontext zu situieren. Dass es sich beim „Rohstoff“ Rind um ein Lebewesen handelt, macht die Sache ethisch-prozedural nicht einfacher, dient aber ebenfalls dem Lernziel.