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Auf seiner Weltreise hat Blogger Thor Pedersen bisher 131 Länder und fast ebenso viele Rotkreuz- oder Rothalbmondgesellschaften besucht. Er hat sich zum Ziel gesetzt, ohne Benutzung eines Flugzeugs alle Länder der Erde zu bereisen und in jedem mindestens 24 Stunden zu bleiben. In Bern hat sich der dänische Abenteurer mit einer Vertretung des SRK getroffen.
Neben allen amerikanischen und afrikanischen Ländern hat Torbjørn C. Pedersen, kurz Thor, auch einen Teil Europas bereist. Zwischen den Kontinenten benutzt er Frachtschiffe. Pro Tag kommt der Däne mit einem durchschnittlichen Budget von 20 Euro aus. Im Oktober 2013 startete er nach zehn Monaten Planung in sein Abenteuer. Seither ist er nie mehr nach Dänemark zurückgekehrt.
Von der Schweiz aus reist Thor nach Italien, Montenegro und Griechenland weiter, bevor er sich in Richtung Asien auf den Weg macht. Überall tauscht er sich mit Mitarbeitenden und Freiwilligen des Roten Kreuzes oder Roten Halbmonds aus. Läuft alles nach Plan, wird er bis 2019 unterwegs sein. Bis dann wird er 203 Länder bereist haben!
In Bern besuchte er die syrischen Flüchtlinge im Zentrum an der Länggasse, das vom Schweizerischen Roten Kreuz geführt wird. Diese besonders verletzlichen Menschen wurden im Rahmen des Resettlement-Programms des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge dauerhaft in der Schweiz aufgenommen.
Südsudan und Libyen
Seine Weltumrundung als Botschafter der Menschlichkeit hat Thor auch in Konfliktländer wie Südsudan oder Libyen geführt. «Natürlich hatte ich bei meiner Ankunft im Südsudan zuerst Angst. Ich fand meine Idee plötzlich nicht mehr so gut und fühlte mich sehr allein. Doch schon im ersten Dorf nach der Grenze konnte ich mich mit unzähligen Menschen austauschen: Flüchtlingen, Händlern, Kindern. Jemand hat sogar eine alte Weltkarte hervorgeholt, damit ich meine Route zeigen konnte.»
In Libyen stellte er überrascht fest, dass die Kinder mit Fidget Spinnern spielten. «Wenn ich mit den Leuten sprach und die Kinder spielen sah, schien alles völlig normal, bis plötzlich ein kleines Detail an den Krieg erinnerte.» Als zum Beispiel ein elfjähriges Mädchen Thor anvertraute, es wolle Anwältin oder Ärztin werden, unterbrach es sich, als ein Panzer vorbeifuhr, und erklärte, damit könnten 250 Schüsse pro Minute abgegeben werden.
Thor Pedersen ist stolz, dass er noch nie Schmiergeld bezahlt hat, auch nicht für ein Visum. Dank seiner Dialogfähigkeit und seiner guten Menschenkenntnis hat er verschiedene heikle Situationen gemeistert. Er weist gerne darauf hin, dass die meisten Menschen auf der Welt friedlich zusammenleben: «Überall stehen die gleichen Anliegen im Vordergrund: die Familie, das Essen, Musik, Sport und das Wetter.»
Planung
Bei seinem Vorhaben wird der Logistikfachmann vom Dänischen Roten Kreuz unterstützt. Vor seinem Einsatz als Botschafter der Nationalen Gesellschaft hat er die Ausbildung zum ERU-Delegierten (Emergency Response Unit) absolviert. Weltweit stehen 39 solche Schnelleinsatzteams zur Verfügung, die in Katastrophengebiete entsandt werden. Dieses Nothilfesystem wurde Ende der 90er-Jahre von der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) aufgebaut.