Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03298.jsonl.gz/818

Internationales
Nachdem die Pandemiesituation den Austausch auf internationaler Ebene erschwerte, fanden 2022 wieder mehrere Treffen mit hochrangingen Bauernvertretern anderer Länder statt. So etwa an der Generalversammlung des Weltbauernverbandes in Budapest, das Ländertreffen der deutschsprachigen Bauernverbände auf dem Arenenberg und das WTO Public Forum in Genf. Aufgrund der Verhandlungen mit dem Vereinigten Königreich über die Modernisierung des Freihandelsabkommens fanden mit Unterstützung der britischen Botschaft gegenseitige Fachexkursionen des SBV und des britischen Bauernverbandes statt. Auch die WTO-Ministerkonferenz tagte nach vierjähriger Pause in Genf. Der Agrarbereich war wiederum zentraler Verhandlungsgegenstand. Schliesslich wurden rund 10 Beschlüsse gefasst, jedoch ohne negative Konsequenzen für die Schweizer Landwirtschaft.
Strukturmassnahmen
Das BLW hat zwei Projekte im Zusammenhang mit Strukturverbesserungsmassnahmen lanciert, bei denen der SBV dabei war. Das Projekt «SV 2030» macht Überlegungen zur Weiterentwicklung dieser Massnahmen und deren Finanzierung. Zum anderen wurde eine Kommunikations-Strategie erarbeitet, um das Image dieser Massnahmen zu verbessern. Der SBV brachte die Anliegen der Landwirtschaft ein. Parallel dazu fanden regelmässige Austausche mit den Verantwortlichen beim BLW, der LDK und Suissemelio statt.
Produktdeklaration
Gemeinsam mit dem Tierschutz STS und der Konsumentenorganisation FRC setzte sich der SBV für die Deklaration von bedenklichen, in der Schweiz verbotenen Produktionsmethoden ein. Eine entsprechende Motion der WAK-S wurde aufgrund der langwierigen Prozesse noch nicht umgesetzt. Daher gilt es den Druck hochzuhalten. Dasselbe gilt für weitere Vorstösse. So konnte auch die Zustimmung des Parlaments zur Motion Nicolet zur besseren Deklaration bei verarbeiteten Produkten erreicht werden. Auch die Motion Badertscher zur Deklaration von Flugtransporten nahm in der WBK-N die erste Hürde.
Agristat
Agristat erstellt in eigener Regie den Einkaufspreisindex der landwirtschaftlichen Produktionsmittel, liefert einen grossen Teil der Preise für den landwirtschaftlichen Produzentenpreisindex und ist an der Erstellung der landwirtschaftlichen Gesamtrechnung beteiligt. Der Ukraine-Krieg führte zu einer hohen Preisvolatilität. Insbesondere die Produktionsmittelpreise verteuerten sich massiv. Agristat musste entsprechend vermehrt Anfragen beantworten, Expertisen liefern und Entwicklungen einschätzen.
Digitalisierung
Der SBV äusserte sich zum Bericht zum Postulat Bourgeois zur Digitalisierung im Agrarbereich Er unterstützen jene Variante, die dem Bund eine subsidiäre Rolle zuweist und sich auf öffentliche Aufgaben konzentriert. Der SBV ist auch in den Begleitgruppen zum Projekt digiFLUX (digitales Nährstoff- und Pflanzenschutzmittelmanagement) und zur Harmonisierung von Agrardaten im Rahmen des eCH-Projekts involviert.
Fachkommission Forschung und Beratung
Die Kommission traf sich mehrmals, um sich zu positionieren und mit den vier Praxisvertretern des Agroscope-Rates zu diskutieren. Weitere Themen waren neue Züchtungsmethoden und die Energieversorgung und -produktion.
Junglandwirtekommission
Die Junglandwirtekommission führte einen nationalen Austausch in Sursee durch, um mit den regionalen Junglandwirte-Organisationen zu aktuellen Themen wie Agrarpolitik, Bildung und anstehende Initiativen sowie die Zusammenarbeit zu diskutieren. An der Delegiertenversammlung gestalteten die Junglandwirte einen Teil der Versammlung und stellten unter anderem ihren «Weitblick - unsere Landwirtschaft im 2050» vor.
Berglandwirtschaft
In Zusammenarbeit mit der SAB organisierten wir mehrere Sitzungen der Konferenz der Bauernverbände im Berggebiet zu wichtigen Themen für die Berg- und Alpwirtschaft, insbesondere zu den Anpassungen der Agrarpolitik, der Raumplanung sowie zur Wolfsproblematik.
Chancen im Pflanzenbau nutzen
Sich vermehrt pflanzenbasiert zu ernähren, ist ein gesellschaftlicher Trend. Für zahlreiche Nischen-, Eiweiss- und alte Bekannte Kulturen besteht ein grosses Potential. Eine grosse Herausforderung stellt der fehlende Grenzschutz dar. Aber auch das nicht Vorhandensein von Richtpreisen, Übernahmebedingungen oder generell das Fehlen von Abnehmern und Verarbeitern wirkt sich äusserst negativ auf die Produktion aus. Der SBV konnte mit zahlreichen potentiellen Abnehmern Gespräche führen und in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Getreideproduzentenverband sowie Swissgranum. Mit der Einführung eines Einzelkulturbeitrags per 2023 wurde ein wichtiger Schritt gemacht. Weitere Schritte müssen jetzt folgen, insbesondere im Bereich der Richtpreise.
Klimawandel
Der Klimawandel hat mit Hitze und Trockenheit, Starkniederschläge und Frost grosse Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Es ist daher ein wichtiges Anliegen, dass dieser bekämpft und Massnahmen zur Anpassung und Schutz unterstützt werden. Die Landwirtschaft kann einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der Emissionen leisten, indem beispielsweise über Biogasanlagen nicht nur Emissionen gesenkt, sondern auch erneuerbare Energien produziert werden. Damit Klimaschutzmassnahmen jedoch effektiv zu einer Verminderung und nicht nur einer Verlagerung ins Ausland führen, sind die komplexen biologischen Zusammenhänge und das Konsumverhalten zu berücksichtigen. Der SBV hat dieses Anliegen in diversen Arbeitsgruppen und politischen Prozessen eingebracht.
Beliebtes Verpackungsmaterial
Der Verkauf von Verpackungsmaterial wie Fruchtschalen, Konfigläser oder Eierkartons verlief auch 2022 auf hohem Niveau. Die Situation betreffend den Rohstoffpreisen, Verfügbarkeiten, Lieferfristen und Energiezuschlägen verschärfte sich 2022 hingegen. Im Herbst begann die Umsetzung des neuen «Vom Hof»-Logos (Anpassung an die Basiskampagne des SBV). Aus Ressourcengründen fand der Logo-Wechsel laufend statt und es wurden keine «alten» Verpackungen vernichtet.
Mitgliederentwicklung Agrisano
Die Entwicklung bei den Zusatzversicherungen für die bäuerliche Bevölkerung der Agrisano verlief 2022 mit einem Zuwachs von 0,5 Prozent positiv. Der Versichertenbestand belief sich Ende Jahr auf über 76'000 Personen. Die Taggeldversicherung verzeichnete ebenfalls ein erfreuliches Wachstum von 8 Prozent. Und bei der bäuerlichen Rechtsschutzversicherung AGRI-protect, die Deckung für Privat-, Verkehrs- und Betriebsrechtsschutz beinhaltet, sind jetzt über 24 500 Bäuerinnen und Bauern versichert. Die Mitgliederentwicklung bei der obligatorischen Krankenpflegeversicherung der Agrisano Krankenkasse AG war kantonal sehr unterschiedlich. In der Gesamtbetrachtung ist ein leichtes Minus von rund 4 Prozent zu verzeichnen. Jedoch sind über 90 Prozent der Abgänge Personen, die nicht aus dem landwirtschaftlichen Umfeld stammen.
30 Jahre Jubiläum
Bereits seit 30 Jahren behauptet sich die Agrisano Krankenkasse AG mit ihrer klaren Ausrichtung für die Landwirtschaft, ihren Produkten und ihren fachkundigen Beratungen in der Versicherungslandschaft. Die Agrisano Krankenkasse AG ist stolz darauf, dass sie 2022 ihr 30-jähriges Jubiläum feiern konnte.
eBill
Seit Mitte 2022 können die Rechnungen der Agrisano auch mittels eBill bezahlt werden. Damit erhalten Kundinnen und Kunden ihre Rechnungen direkt in ihrem E-Banking. Mit dieser Bezahlmöglichkeit reagiert Agrisano auf ein grosses Kundenbedürfnis und ermöglicht ihren Kunden, den Administrationsaufwand gering zu halten.