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HeiratsstrafeMüssen verheiratete Paare mehr Steuern zahlen?
Mit der Heirat verändern sich auch die Steuern. Für manche Paare wendet sich die finanzielle Lage allerdings nicht zum Besseren, sie müssen oft höhere Abgaben leisten als Konkubinatspaare. Erfahre hier, wer von der «Heiratsstrafe» betroffen ist.
Wer sich in der Schweiz vor dem Traualtar ewige Liebe und Treue verspricht, tut dies sicher nicht aus finanziellem Kalkül. Steuerliche Vorteile sind nämlich nicht zu erwarten. Im Gegenteil: Verheiratete Doppelverdiener müssen meist mehr Steuern zahlen als unverheiratete Konkubinatspaare, zumindest wenn noch keine Kinder da sind.
Die meisten Paare finden diese Benachteiligung zu Recht ungerecht, übrigens auch der Bundesgerichtshof. Deshalb wird die steuerliche Veränderung mit der Heirat im Volksmund als «Heiratsstrafe» bezeichnet.
Was versteht man unter Heiratsstrafe?
Gehen wir einmal davon aus, dass du und dein Partner beide 50'000 Franken im Jahr verdient. Als ein Paar, das im Konkubinat zusammenlebt, bezahlst du davon 1'100 Franken an Bundessteuern. Wenn du verheiratet bist, musst du nun 2'000 Franken pro Jahr an Steuern bezahlen. Diese Mehrabgabe an Steuern trotz Ehegattentarif und Zweitverdienerabzug wird als Heiratsstrafe bezeichnet.
Dass dies nicht rechtens ist, hat das Bundesgericht bereits 1984 festgestellt. 1994 stellte das Bundesgericht in einer weiteren Entscheidung fest, dass eine mehr als 10-prozentige Differenz zwischen Konkubinats- und Ehepaar diskriminierend ist. Seitdem haben viele Kantone ihre steuerlichen Regelungen geändert und die Zahl die betroffenen Paare ist gesunken.
Auf Bundesebene gibt es diese Ungerechtigkeit jedoch weiterhin und betrifft heute rund 80'000 Ehepaare. Wenn ihr beide arbeitet und gemeinsam mehr als 80'000 Franken netto im Jahr verdient (ohne Kinder) oder 120'000 Franken (mit Kindern), dann gehört auch ihr zu den Ehepaaren, die im Moment nach der Hochzeit steuerlich schlechter gestellt sind, als noch vor der Eheschliessung.