Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03309.jsonl.gz/1561

Ich glaube, meine Frau ist spielsüchtig. Seit einiger Zeit kauft sie regelmässig Rubbelkarten und spielt zu jeder Tages- und Nachtzeit «Loto Express». Wenn ich sie darauf anspreche, reagiert sie wütend und sagt, es gehe mich nichts an. Die Stimmung bei uns ist extrem angespannt. Ich weiss nicht, wie ich mit der Situation umgehen soll, und mache mir grosse Sorgen. C.B.
Die Gründe, warum man übermässig spielt, sind vorerst die gleichen wie bei Personen, die von Zeit zu Zeit spielen, man sucht Ablenkung, Unterhaltung, man versucht sein Glück. Wenn das Spielen dann aber zu einem Problem wird, kommt hinzu, dass man gewinnen muss, um die Verluste zu kompensieren. Probleme, negative Gefühle, Frust oder Depressionen nicht spüren zu wollen ist ebenso ein Auslöser für die Spielsucht, wie die Suche nach starken Gefühlen.
Nicht nur unbedingt die Höhe der eingesetzten Beträge weisen auf ein problematisches Verhalten hin. Der familiäre und/oder soziale Bereich oder die körperliche und emotionale Gesundheit können Schaden nehmen. Zuverlässige Anzeichen von übermässigem Spielen sind der wiederholte Kontrollverlust, öfter und mehr Geld verspielen als vorgesehen, und negative Konsequenzen in den oben genannten Bereichen. Wie Sie es beschreiben, sind Sie vom Verhalten Ihrer Frau direkt betroffen. Gefühle wie Sorgen, Wut, Zweifel, Hilflosigkeit und Verzweiflung sind häufig bei Angehörigen. Das Umfeld hat jedoch nicht die Fähigkeit, das Verhalten des Spielers zu ändern. Die Änderung kann nur von der betroffenen Person selber kommen.
Versuchen Sie nicht, Ihre Frau zu überwachen oder zu kontrollieren; versuchen Sie nicht, sie zu entschuldigen oder das Ausmass der Konsequenzen ihres Spielens zu senken. Die Folge eines solchen Verhaltens ist, auch wenn es mit guter Absicht geschieht, dass Ihre Frau die Verantwortung nicht selber tragen muss.
Konstruktiv ist, ruhig die Konsequenzen für sie selber darzulegen und ihr die Verantwortung über das Spielen zu überlassen, wenn das menschlich vertretbar ist. Parallel sollten sich Angehörige auf sich selber konzentrieren und versuchen, ein Gleichgewicht zu finden. Zögern Sie nicht, Massnahmen zu ergreifen, um ihre Finanzen vor unmässigen Ausgaben zu schützen.
Die Beziehungs-Ratgeber stammen von der Paar- und Familienberatung Freiburg. Verschiedene Teams nehmen zu unterschiedlichen Fragen Stellung. Verantwortlich hierfür ist Chantal Valenzuela, Geschäftsführerin der Beratungsstelle. www.officefamilial.ch