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Vor 40 Jahren, 1979, kam der Peugeot 505 auf den Markt, der letzte grosse Peugeot mit Heckantrieb. Gebaut wurde er bis 1992. Das Topmodell ab Baujahr 1986 hatte einen 2,8 Liter V6-Benzinmotor mit rund 150 PS. Spitzengeschwindigkeit war knapp 200 km/h, die Beschleunigung von 0 – 100 gab Peugeot mit 9,8 Skunden an und bei normaler Fahrweise musste mit einem Verbrauch von etwas über 10 Litern gerechnet werden. Auf langen Autobahnfahrten begnügte sich der sehr komfortable Wagen mit deutlich unter 10 Litern und bot 5 erwachsenen Personen grosszügige Platzverhältnisse. Die Kombiversion konnte gar als Siebenplätzer geordert werden. In der Schweiz hatte der Peugeot 505 V6 ab Herbst 1987 einen Katalysator, der die Leistung etwas reduzierte, am Komfort änderte das aber nichts. Ausgerüstet war der 505 wie schon der seit 1968 gebaute 504 mit 4 Scheibenbremsen und Einzelradaufhängung an allen 4 Rädern. Die Aussenspiegel waren elektrisch verstellbar, die meisten Fahrzeuge hatten ein elektrisches Schiebedach und wer wollte, konnte eine Klimaanlage bestellen. Der Wagen ist 4,58m lang, 1,74m breit und 1,43m hoch. Eine ganz wichtige Zahl fehlt noch, das Leergewicht. Peugeot gab damals 1’335 kg an für die oben beschriebene Modellvariante.
Will man dieses Auto mit einem heutigen Modell vergleichen, ist das nicht ganz einfach. Der 505 V6 war damals das Topmodell von Peugeot und in der oberen Mittelklasse angesiedelt. Schwierig wird der Vergleich auch deshalb, weil fast alle Hersteller Autos mit Front- oder Allradantrieb bauen. Aber selbst der kleinste Peugeot, der 108, ein Stadtauto, wiegt eine knappe Tonne. Wir ziehen deshalb ein Modell von Mercedes als Vergleichsmodell heran und nehmen das Basismodell, den 200 d, mit einem 4 Zylinder-Motor mit 1,6 Liter Hubraum. Die Daten entsprechen ungefähr denen des Peugeot 505, allerdings ist der Mercedes in den Abmessungen deutlich grösser, aber mit einem Gewicht von 1’810kg in der Basisversion ohne jegliche Zusatzausstattungen, auch fast eine halbe Tonne schwerer. Nimmt man nur das Gewicht als Kriterium, könnte Mercedes nicht einmal ein Fahrzeug liefern, denn der kleinste, billigste und wohl nicht sonderlich gut ausgestattete A 160 wiegt schon rund 1’400kg – und das ist ein Fahrzeug der Kategorie Kleinwagen, oder etwas eleganter formuliert, der Kompaktklasse.
Wenn man weiss, dass Leistung und die Fortbewegung von Gewicht Energie kostet, kommt jetzt vielleicht jeder selber auf die Idee, dass man mit leichteren Autos der Umwelt Gutes tun würde. Nicht nur im Verbrauch von Treibstoff oder Strom, sondern auch in Form von nicht produzierten Teilen, deren Herstellung, Entsorgung oder Recycling auch wieder Energie benötigt. Leichtere Autos wären auch günstiger in der Anschaffung, denn die Unmengen an Schnickschnack in den heutigen Autos braucht man nicht wirklich, um von A nach B zu kommen. Aber die Leute scheint das nicht zu interessieren, denn vor allem in der Schweiz werden kaum Basismodelle verkauft, der Kunde will, was der Hersteller bietet – oder die Hersteller schaffen schlau und gezielt Bedürfnisse. Denn anders kann man sich z.B. die vielen unnützen, grossen, schweren und unpraktischen SUV’s im städtischen Bereich nicht vorstellen.
Zu gerne wüsste man, was als Produkt herauskäme, wenn man Autos unter Berücksichtigung moderner Materialien und Fertigungsanlagen so bauen würde, wie vor 30 oder 40 Jahren. Noch eine Bemerkung zum Schluss. Der Peugeot 405 wird seit 1999 bis heute im Iran praktisch in unveränderter Form wie 1986 gebaut. Der Preis liegt bei rund 8’000 Franken. Wer jetzt eine Marktlücke sieht, wird aber bitter enttäuscht, denn dieses Modell ist in Europa nicht zugelassen. Man kann sich also auch politisch die Konkurrenz aus dem eigenen Hause vom Leibe halten. Kommentare zu diesem Thema dürfen gerne unten abgegeben werden. Und: Happy Birthday Peugeot 505.