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- Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe
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Ein Roadtrip bzw. die "Fahrt des Helden" auf der Suche zu sich selbst, ist in der jüngeren deutschen Literatur ein immer wiederkehrendes Motiv. In Benedict Wells' "Fast genial" (ebenfalls eine Suche nach dem Vater) und Michael Kumpfmüllers "Tage mit Ora" wird ganz klassisch durch die USA gefahren. Die "Töchter"... Ein Roadtrip bzw. die "Fahrt des Helden" auf der Suche zu sich selbst, ist in der jüngeren deutschen Literatur ein immer wiederkehrendes Motiv. In Benedict Wells' "Fast genial" (ebenfalls eine Suche nach dem Vater) und Michael Kumpfmüllers "Tage mit Ora" wird ganz klassisch durch die USA gefahren. Die "Töchter" dieses Romans, zwei Freundinnen mit jeweils eigenem Vatertrauma, fahren über die Schweiz nach Italien, und reisen anschließend weiter nach Griechenland, alles klassische deutsche Urlaubsziele, so könnte man sagen. Wobei es hier neben der Suche nach Identität eher um die Sehnsucht nach einem Dauerurlaub vom eigenen (scheinbar verkorksten) Leben geht, von einer ewig latenten Einsamkeit. Martha soll also mit Unterstützung ihrer Freundin Betty ihren todkranken Vater Kurt zur Sterbehilfe in die Schweiz bringen. Diese Ausgangsposition bietet viel Stoff für allerlei schwarzen Humor und skurrile Situationskomik mit einigen überraschenden Wendungen. Betty nimmt die Reise zum Anlass, ihrerseits nach dem verschwundenen Stiefvater zu suchen. Das Interessante an diesem Roman ist, dass er sich nie recht entscheiden mag, ob er eine Komödie oder Tragödie, gespickt mit zahlreichen dunklen Untertönen, sein möchte, und sich permanent zwischen ein bißchen ?zu leicht? und ein bißchen ?zu duster? bewegt. ?Denn was nützte dieses Kämpfen, wenn am Ende bloß eine traurige Verlassenheit auf einen wartete. Wenn all das, was man zu wollen meinte, nicht das war, was man brauchte. Wenn die sogenannte Freiheit sich als ein zielloses Herumirren entpuppte und man selbst zu einem Irrtum wurde.? ?Ich hatte keine Vorstellung, wie zäh Trauer sein konnte. Dass ihr nichts Heftiges anhaftete, dass sie in Schüben kam, sich einschlich, festsetzte unter dem, was wir Haut nennen. Eine Haut, die nicht dicker wurde mit den Jahren, sondern nur allmählich von innen anschwoll.? ?Was ich tat, konnte man absurd nennen. Einem Übermaß an Zeit und Verzweiflung geschuldet. Ich war in ein Alter gekommen, in dem ich die Dinge immer weniger verstand, mein Leben zu einem Running Gag verkam, eine Sache, die andere Trauma nannten.? Dann wiederum haben einige etwas konstruiert wirkende Szenen, besonders gegen Ende des Romans, eine naïve Leichtigkeit, die eher an ?Das kleine Fernsehspiel? des ZDF erinnern. Tatsächlich entsteht eine merkwürdige Mischung zwischen Running Gag und Trauma. Insgesamt funktioniert das und macht das Buch sehr lesenswert. Obwohl ich der Erzählerin doch noch mitteilen möchte, dass es keineswegs ?Pech? ist, wenn die ?jahrelange Lieblingsbar plötzlich veganes Eis verkauft?. Veganes Eis kann sehr, sehr lecker sein. Und so wie jetzt kann es einfach nicht weitergehen.