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Dieses Aufklärerbild verbreitete am 23. Dezember 2021 die ukrainische Armee. Sie versah die Fotografie mit der Anschuldigung, die russischen Streitkräfte riegelten am Asowschen Meer insgesamt 70% der Küste ab.
Deutlich erkennbar ist die Aufschrift: “CCB-201”. Sie gehört zum russischen Spionageschiff “Priazovye”, einer Einheit, im östlichen Mittelmeer lange vor der syrischen Küste kreuzte. Dort klärte das Schiff im Syrienkrieg für das russische Expeditionskorps namentlich den gegnerischen Funk auf. Als die “Priazovye” vom Mittelmeer über die Ägäis ins Schwarze Meer zurückkehrte, wurde sie in den Dardanellen beobachtet. Die Aufnahme wurde von einem Amateur bei Canakkale gemacht.
Zur Bestätigung der “Priazovye”-Passage ins angestammte Schwarze Meer kam dann die folgende Aufnahme aus dem Bosporus aufs Netz:
Aus taktischen Gründen verrät die Ukraine nicht, welche 70% die Russen am Asowschen Meer abriegeln. Allerdings gibt sie wichtige Ortschaften an der Küste an: Berdjansk und Mariupol.
Allerdings lässt die Karte noch eine andere Tatsache erkennen: Der Eingang zum Asowschen Meer führt im Süden über die Strasse von Kertsch. Seit der Krim-Annexion vom März 2014 wird diese von Westen, von der Krim, und von Osten, vom Taman-Brückenkopf, von den Russen beherrscht. 2019 eröffnete Präsident Putin sogar eine Strassen- und Eisenbahnbrücke nach Kertsch. Wenn die russische Marine der Ukraine den Zugang nach Mariupol abschneiden will, dann kann sie schon bei Kertsch zuschlagen. Das hat sie schon mehrmals vorübergehend praktiziert.
Was zum Bild der CCB-201 im Asowschen Meer aufhorchen lässt, sind die Spionage-Fähigkeiten des Schiffs. Sollte sich Putin zu einem terrestrischen Stoss entlang der Küste vo Rostow–Taganrog über Mariupol–Berdjansk in den Raum Perekop entschliessen, dann wäre die “Priazovye” an der Asowschen Küste – aus russischer Sicht – zur Funkaufklärung am richtigen Ort.