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Als Teil des Comedy-Duos Divertimento hatte Jonny Fischer so viel erreicht wie kaum ein anderer Schweizer Komiker. Doch der Erfolg machte ihn nicht glücklich. Im Gegenteil, er verstärkte das Gefühl der Einsamkeit. Je heller das Rampenlicht im Verlauf von Jonny Fischers Karriere leuchtete, desto dunkler lauerte am Bühnenrand der Abgrund. Denn aller Applaus konnte nicht die Überzeugung auslöschen, die in Kindertagen zementiert worden war: Er konnte sich anstrengen, so sehr er wollte, er genügte nie. Als schwarzes Schaf der Familie bezeichnet Jonny Fischer den Jungen, der er einst gewesen ist. Auf den Namen Jonathan getauft, wuchs er in einem streng christlichen Elternhaus auf. Für bedingungslose Liebe war kein Platz. Als Jonathan zehn war, gründete sein Vater eine radikale Glaubensgemeinschaft und teilte die Welt noch mehr als zuvor in Gut und Böse ein.
Obwohl Jonny Fischer als Teenager dem Sektenjungen Jonathan den Rücken kehrte, seinen Namen änderte und am Lehrerseminar in Zug ein neues Leben begann, konnte er sich der Prägung, die er in seiner Kindheit erfahren hatte, nie ganz entziehen. Erst recht nicht, als er damit begann, sich einzugestehen, dass er sich zu Männern hingezogen fühlt. Sosehr er sich auch bemühte, er fand nicht, wonach er suchte. Jonny Fischer verausgabte sich bis zur Erschöpfung. Verletzungen, Schlaflosigkeit, Alkohol in rauen Mengen und 2012 der Zusammenbruch, der in einer Klinik endete. Der Weg aus der Krise führte ihn in die dunkelsten Winkel seiner Vergangenheit und zur Erkenntnis, dass er Anerkennung und Liebe zuallererst bei sich selbst suchen musste. In diesem Buch schildert er die Versöhnung mit seiner Geschichte, die Versöhnung mit Jonathan.