Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/81686

<h2>SubmittedText<h2><p>Die vom US-Hypothekenmarkt ausgelöste Finanzkrise hat zu Liquiditätsengpässen und zu Misstrauen der Anleger geführt, die weit über die abgewerteten verbrieften US-Hypothekar-Schuldtitel hinausgehen. Die unmittelbare Krise ist noch längst nicht ausgestanden.</p><p>- Welches sind die heute für die Schweiz zu beobachtenden Auswirkungen auf die Realwirtschaft?</p><p>- Welches sind die in der nahen Zukunft zu erwartenden Auswirkungen, z. B. auf die Zinsen von Geschäftskrediten?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Auswirkungen der Krise an den Finanz- und Kreditmärkten haben bis heute noch keine Spuren in der schweizerischen Realwirtschaft hinterlassen. Dies schliesst jedoch nicht aus, dass die Krise in einer globalen Wachstumsverlangsamung münden könnte und somit auch die Schweiz davon betroffen wäre. Zum einen wird dies davon abhängen, wie sich die Krise im amerikanischen Immobilienmarkt auf den privaten Konsum in den USA auswirken wird. Eine Schwächung des Konsums würde zu einer Abflachung des Wachstums in den USA führen und die globalen Wachstumsaussichten trüben. Die Schweiz als wirtschaftlich stark verflochtenes Land könnte sich dieser Entwicklung nicht entziehen, insbesondere dann nicht, wenn der Motor ihres wichtigsten Handelspartners, sprich derjenige der EU, ins Stocken geraten würde.</p><p>Infolge der Turbulenzen auf den Finanzmärkten sind die Risikoprämien stark angestiegen. Die Flucht in sichere Anlagen, d. h. in Staatspapiere, hat dazu geführt, dass die Preise für Staatsanleihen gestiegen und entsprechend die Renditen gesunken sind. Bei den risikobehafteten Unternehmensanleihen ist gerade das Gegenteil eingetreten. Die Neuperzeption der Risiken hat zu steigenden Renditen geführt; dies mit der Folge, dass die Kapitalbeschaffung teurer geworden ist.</p><p>Es wird sich zeigen, ob und in welchem Ausmass Schweizer Banken von den Folgen der Krise an den Finanz- und Kreditmärkten betroffen sein werden. Im Heimmarkt erwarten wir keine Einbrüche. Das kann in den USA anders sein, und es mag auch sein, dass sich die Gewinnsituation der in den USA engagierten Schweizer Banken modifiziert, ohne dass die betroffenen Banken am schweizerischen Heimmarkt einen Einbruch verkraften müssen.</p><p>Trotz gestiegener Risiken gilt es festzuhalten, dass die Wachstumsaussichten der schweizerischen Wirtschaft dank der im Grossen und Ganzen robusten Verfassung der Weltwirtschaft nach wie vor gut sind.</p>