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Im Hinblick auf den Cupfinal gibt es statistische Hoffnung für den FC Zürich: Nach einer neuen Gesetzmässigkeit steigt alle zwölf Jahre der Cupsieger in der jeweiligen Saison ab.
Absteiger wird Cupsieger: Nach Luzern (1992) und Wil (2004) müsste nun also der FCZ an der Reihe sein. Die Freude über den Sieg im Schweizer Cup wird in den gleichen Wochen durch die Enttäuschung über den Abstieg aufgehoben. In der Schweizer Fussballgeschichte seit dem Zweiten Weltkrieg haben zwei Mannschaften dieses Durcheinander von Gefühlen kennengelernt.
Im Frühling 1992 triumphierte der FC Luzern im Cupfinal in Bern über Lugano mit einem 3:1-Sieg nach Verlängerung. In der Meisterschaft jedoch hatten die Innerschweizer den Fall in die Auf-/Abstiegsrunde nicht verhindern können. Dort besagte der damalige Modus, dass je die ersten zwei von zwei Achtergruppen oben bleiben beziehungsweise aufsteigen würden.
Luzern beendete die Pool punktgleich mit Aufsteiger Bulle, belegte aber wegen der schlechteren Tordifferenz nur den 4. Platz. Der Abstieg kam für den FCL drei Jahre nach dem Meistertitel. In dem von Trainer Friedel Rausch befehligten Kader von 1991/92 standen unter anderen Semir Tuce, die Basler Stürmer Adrian Knup und Peter Nadig sowie die später auch als Trainer bekannt gewordenen Martin Rueda, René van Eck und Urs «Longo» Schönenberger.
Im Frühling 2004 war der Cupsieg das letzte kräftige Lebenszeichen des FC Wil. Den Ostschweizern glückte mit dem 3:2 im Final gegen die Grasshoppers eine grosse Überraschung. In der Meisterschaft stiegen sie als Zehnte und Letzte im erstmals angewandten Modus der Super League ab. Es war das Ende eines zwei Saisons dauernden Aufleuchtens des Ostschweizer Provinzklubs.
Die Betrügereien in Millionenhöhe des später zu fünf Jahren Gefängnis verurteilten Bankers und FC-Wil-Präsidenten Andreas Hafen hatten den kurzen Höhenflug ermöglicht. Seither gehört Wil wieder zum Inventar der Challenge League, im Cup kam man nicht mehr über die Viertelfinals heraus. Aus dem seinerzeitigen Wiler Kader des deutschen Trainers Joachim Müller sind heute nur noch zwei Spieler in der Super League aktiv. Es sind dies Goalie Daniel Lopar von St.Gallen und Offensivspieler Davide Callà von Meister Basel.
1992 - 2004 - 2016. Jetzt also ist nach der mathematischen Vorgabe der zwölf Jahre die Reihe am FC Zürich. Um es Luzern und Wil gleichzutun, müssen die Zürcher nur noch am Sonntag im Letzigrund den Cupfinal gegen Lugano gewinnen.
Sollte er dem FC Lugano unterliegen, wäre der FC Zürich ein doppelter Verlierer. Auch dies wäre im Schweizer Fussball der Nachkriegsjahre nicht neu. Es gibt vier Beispiele von Mannschaften, die im Jahr des Abstiegs den Cupfinal verloren. 2001 unterlag Yverdon im Cupfinal in Basel dem von Trainer Lucien Favre angeführten Servette 0:3. In der Meisterschaft stiegen die Waadtländer als Fünfte der damaligen Auf-/Abstiegsrunde ab. Die übrigen drei Fälle liegen deutlich weiter zurück. Absteigende Cupfinal-Verlierer waren St.Gallen 1945, die Grasshoppers 1949 und Thun 1955.
Der FC Zürich war nur einmal in einer ähnlichen Lage wie jetzt. Im Frühling 2000 siegten die Zürcher im Cupfinal gegen Lausanne mit 3:0 im Penaltyschiessen, nachdem es nach 120 Minuten 2:2 gestanden war. In der damaligen Saison wurden die Zürcher in die Auf-/Abstiegsrunde verwiesen. Sie retteten sich als Dritte mit einer Reserve von vier Punkten auf einen Abstiegsplatz.
Dem Zürcher Kader jener Saison gehörten unter anderen an: Urs Fischer, Yvan Quentin, Shaun Bartlett, Frédéric Chassot, Daniel Gygax, Gocha Jamarauli, Goalie Marco Pascolo und der 2012 tödlich verunfallte Simbabwer Adam Ndlovu. Trainer war Raimondo Ponte, in der Endphase der Auf-/Abstiegsrunde wurde er durch Gilbert Gress abgelöst. (pre/sda)