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Unterhalt bei einer Scheidung mit Kind
Die Höhe der Unterhaltszahlungen ist an die finanziellen Mittel im Einzelfall angepasst, da der unterhaltspflichtige Elternteil nicht weniger als sein Existenzminimum für sich zur Verfügung haben sollte. Wie hoch der Unterhalt bei einer Scheidung mit Kind letztendlich ist, entscheidet das Gericht und ist abhängig vom Alter und Einkommen des Elternteils. Bei der Bemessung orientiert sich das Gericht nach Art. 125 Abs. 2 ZGB unter anderem an:
- Aufgabenteilung während der Ehe
- Dauer der Ehe
- Lebensstellung während der Ehe
- Alter und Gesundheit der Ehegatten
- Einkommen und Vermögen der Ehegatten
- Umfang und Dauer noch zu leistender Kinderbetreuuung
- Ausbildung und Erwerbsaussichten
- Vorsorgeanwartschaft
Ein nicht erwerbstätiger Elternteil sollte bereits bei der Trennung versuchen eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen, sofern die Betreuung der Kinder dies zulässt. Bei der Beurteilung der Zumutbarkeit zur Aufnahme einer Tätigkeit wendet das Gericht das Schulstufen-Modell an, welches besagt, dass die hauptbetreuende Person bereits nach der Einschulung des jüngsten Kindes eine halbe Stelle annehmen könnte. Ist das jüngste Kind in der Sekundarstufe, kann die hauptbetreuende Person sogar eine 80% Stelle annehmen. Ab dem 16. Lebensjahr ist sie verpflichtet eine volle Stelle anzunehmen.
Was ist der Unterschied zwischen Bar- und Betreuungsunterhalt?
Die Rechtsprechung unterscheidet seit dem Jahr 2017 zwischen dem Bar- und Betreuungsunterhalt beim Unterhalt für das Kind nach der Scheidung.
- Barunterhalt: Diese Form des Unterhalts bei der Scheidung mit Kind deckt den Bedarf des Kindes (Grundbetrag, Krankenkasse, Miete, Fremdbetreuungskosten).Direkte Kosten für die Fremdbetreuung!
- Betreuungsunterhalt: Die hauptbetreuende Person erhält einen Betrag für die Betreuung des Kindes, was wiederum als Ausgleich für die nicht mögliche Erwerbstätigkeit gilt.
Das sollten Sie bei einer Scheidung mit Kind beachten
Bei einer Scheidung mit Kind ist das Sorgerecht sowohl während der Ehe als auch nach der Scheidung auf beide Elternteile übertragen. Fälschlicherweise hört man häufig, dass ein Vater seine Kinder nach einer Scheidung nicht mehr sehen darf und das gemeinsame Sorgerecht verliert. Dies ist in der Regel nur unter gravierenden Umständen möglich, wenn das Kindeswohl gefährdet ist, dass das alleinige Sorgerecht auf einen Elternteil übertragen werden muss. Meist werden in diesem Zusammenhang die Begriffe alleinige elterliche Obhut und elterliche Sorge miteinander verwechselt.
Selbst wenn einem Elternteil die elterliche Obhut nach der Scheidung zugesprochen wird, verliert das andere Elternteil nicht das gemeinsame Sorgerecht. Die alleinige Obhut besagt nur, dass das Kind im Haushalt des einen Ehepartner lebt und der andere Elternteil ein Besuchsrecht hat. Das Besuchsrecht bzw. der persönliche Verkehr mit dem Kind wird in Betreuungsanteilen geregelt. Bei Bedarf kann das Kind auch in beiden Haushalten leben. In diesem Fall wird eine alternierende Obhut zwischen den Ehepartnern vereinbart.