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In memoriam Giuseppe Chiesi (1950-2017)
Am 20. Mai 2017 ist Giuseppe Chiesi in Bellinzona verstorben. Nach dem Studium an der Universität Bern arbeitete Chiesi ab 1975 an der "Helvetia Sacra" und von 1978 bis 1987 an der Reihe "Materiali e documenti ticinesi" mit. 1987-1995 war er Mitarbeiter im Staatsarchiv, 1995-2013 Leiter der Denkmalpflege des Kantons Tessin.
Als einer der bedeutendsten Spezialisten der mittelalterlichen Geschichte des Kantons Tessin war Chiesi ein äusserst produktiver Autor, wovon seine 1988 erschienene umfangreiche Dissertation zu den regierenden Familien Bellinzonas im 15. Jahrhundert oder die "Storia del Ticino" von 2015 zeugen. Dieser zusammen mit Paolo Ostinelli herausgegebene vierte Band der Kantonsgeschichte komplettiert mit seinen Kapiteln zur Antike und zum Mittelalter das grosse Überblickswerk über die historischen Entwicklungen im Tessin. Giuseppe Chiesi ist die voluminöse Quellenedition "Ticino ducale" ebenso zu verdanken wie die Herausgabe der an ein breites Publikum adressierten Studie "Il Medioevo nelle carte".
Neben seiner Tätigkeit als Stiftungsratsmitglied 1997-2004 stand Chiesi dem HLS auch als Autor zur Verfügung. Er schrieb unzählige Personen- und Familienartikel über die Tessiner und oberitalienischen Führungsschichten sowie Beiträge zu Gemeinden des Sopraceneri. Ausserdem war er Mitverfasser von sprachregional übergreifenden Artikeln wie Adel oder Grundherrschaft sowie des Kantonsartikels Tessin.
Das HLS wird Giuseppe Chiesi in dankbarer Erinnerung behalten.
Die Redaktion