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50 Jahre Verband Rhythmik Schweiz
Dieses Jahr schaut der Berufsverband Rhythmik Schweiz/Musik- und Bewegungspädagogik auf sein 50jähriges Bestehen zurück. Ein halbes Jahrhundert Verbandsgeschichte, die geprägt ist von Anstrengungen zur Vernetzung, Bekanntmachung und Anerkennung eines Berufes in diesen Bereichen.
Bis 1964 schlossen sich die in der Deutschschweiz bzw. am Rhythmikseminar Zürich ausgebildeten RhythmikerInnen dem SMPV (Schweizer Musikpädagogischen Verband) und/oder dem SBTG (Schweizer Berufsverband für Tanz und Gymnastik) an, da ihnen der Beitritt zur Westschweizer Vereinigung der Absolventen des Institut Jaques-Dalcroze in Genf (IJD), welcher sich auch die in Genf ausgebildeten Berner RhythmikerInnen anschlossen, sowie zum internationalen Dachverband Union International des Professeurs de la Rythmique Jaques-Dalcroze (UIPD) verwehrt war.
1964 regte M. Scheiblauer, eine in Hellerau ausgebildete Schülerin von Jaques-Dalcroze und Gründerin des Rhythmikseminars Zürich, für die in Zürich ausgebildeten Rhythmikerinnen die Gründung eines eigenen Deutschschweizer Berufsverbandes musikalisch-rhythmischer Erzieher (BmrE) an. Der BmrE pflegte enge Kontakte und regen Austausch mit der UIPD und dem Institut Jaques-Dalcroze in Genf. So wurde beispielsweise M. Scheiblauer 1965 zum 100. Geburtstag von E. Jaques-Dalcroze an den internationalen Kongress nach Genf eingeladen und hielt einen Vortrag zum Thema Musik und Bewegung in der Heilpädagogik, der unter den Dalcroze-RhythmikerInnen grosse Beachtung fand. Zusätzlich fand über viele Jahre ein Austausch mit dem Westschweizer Verband Association Suisse des Professeurs de Rythmique Jaques-Dalcroze (ASPRYJAD) statt und es wurden z.B. mehrere gemeinsame Arbeitstage organisiert. 1976 öffnete sich die UIPD für alle nicht in Genf ausgebildeten Lehrkräften der Rhythmik und änderte den Verbandsnamen in Fédération International des Enseignants de Rhythmique (FIER worauf der BmrE dem weltweiten Dachverband beitreten konnte. Heute sind in der FIER Verbände und KollegInnen aus mehr als 30 Ländern vernetzt.
Ab 1994 wurde zielgerichtet eine stärkere Vernetzung mit anderen Verbänden wie dem SMPV, LCH (Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz) und VPOD (Schweizerischer Verband des Personals öffentlicher Dienste) angestrebt. Seit 2007 ist der Berufsverband Rhythmik Schweiz dem VPOD angegliedert. Ein Zusammenschluss des Welschen und Deutschschweizer Verbandes in einen Schweizerischen Dachverband Rhythmik kam leider aufgrund zu grosser Unterschiede in der Ausbildungsausrichtung und dem Berufsverständnis nie zustande.
In all den Jahren pflegte der BmrE enge Kontakte zu den Schweizer Ausbildungsstätten und organisierte für die Mitglieder regelmässig Fortbildungskurse. Ein Schwerpunkt bildete stets die berufspolitische Arbeit. So bemühte sich der Verband z.B. mit Erfolg um die Situation der Rhythmiklehrpersonen an den Kindergartenseminaren und die Rhythmik (Musik- und Bewegungspädagogik) ist deshalb auch heute in der Ausbildung für Lehrpersonen an den Pädagogischen Hochschulen präsent. Der Verband engagierte sich weiter insbesondere in den Bereichen der Sonder- und Heilpädagogik und konnte damit in einigen Kantonen den Platz der Rhythmik in den Sonderklassen sichern. Wiederholt publizierte der Verband auch Informationsschriften zum Beruf (letztmals 2014 mit dem Leporello zu Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten, s. SMZ 11/2014), nahm Stellung zu wichtigen Vernehmlassung (z.B. Lehrplan 21) und gab seit Beginn eine Verbandszeitschrift heraus (heutige Fachzeitschrift Rhythmik).
1989 wurde der BmrE erst in BsdR (Berufsverband staatlich diplomierter Rhythmik Lehrerinnen und Lehrer) und 2003 in Rhythmik Schweiz umbenannt. Nach der Umgestaltung der Ausbildungen in Folge der Bologna Reform an den Musikhochschulen und Hochschulen der Künste erweiterte sich der Verbandsname zu Rhythmik Schweiz/Musik- und Bewegungspädagogik. Mit der Umgestaltung der Ausbildungen wurde auch das Berufsbild Rhythmik einem Wandel unterzogen und stellt heute an den Verband die Herausforderung der Identitätsklärung und Verortung in die sich in hohem Tempo verändernde Bildungs- und Kulturlandschaft (s. SMZ 11/2014). Dieser Prozess wie auch die Wichtigkeit der zunehmenden Vernetzung und die nach wie vor ausstehende Anerkennung der Musikhochschuldiplome auf Bundesebene werden den Verband noch in den nächsten Jahren beschäftigen.