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Doppelballon-Enteroskopie (Dünndarmspiegelung)
Mit einer Doppelballon-Enteroskopie (Dünndarmspiegelung) wird der gesamte Dünndarm endoskopisch untersucht. Wegen der vielen Darmschlingen lässt sich ein normales Endoskop nicht einfach durch den Dünndarm stossen. Durch alternierendes Aufblasen von Ballons, die an der Spitze des Endoskops und an einem Aussenschlauch (Overtube) befestigt sind, kann das Endoskop mit einer raupenartigen Bewegung durch den Dünndarm geführt werden. Hauptgründe für eine Doppelballon-Enteroskopie sind die Suche einer Blutungsquelle oder die Vermutung einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung im Dünndarm. Blutungsquellen und Tumoren können bei der Doppelballon-Enteroskopie gleich therapiert bzw. entfernt werden. Liegt im Dünndarm ein unklarer Tumor vor, so werden zunächst Biopsien entnommen. Die Doppelballon-Enteroskopie wird auch bei Morbus Crohn eingesetzt – und bei der Erweiterung (Dilatation) von Verengungen im Dünndarm (Stenosen).
Ablauf
Da der Dünndarm vier bis fünf Meter misst, ist eine Doppelballon-Enteroskopie zeitintensiv. Die Untersuchung wird ambulant durchgeführt – und dauert bis zu 120 Minuten. Liegt der zu erwartende Befund eher in der ersten Hälfte des Dünndarms, wird die Untersuchung von oben – also via Magen – durchgeführt. Wenn der Befund eher in der unteren Hälfte des Dünndarms liegt, wird die Untersuchung vom Enddarm her durchgeführt. Atmung und Herzkreislauffunktion werden während des gesamten Untersuchs kontinuierlich überwacht. Nach einer Doppelballon-Enteroskopie können Luftreste im Darm gelegentlich zu Blähungen führen. Weil ein Schlafmittel verabreicht wird, darf der Patient nach der Untersuchung während zwölf Stunden kein Fahrzeug lenken, keine wichtigen Entscheidungen treffen und keine gefährlichen Maschinen bedienen.