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Die Riederi-Suone wurde bereits vor 1385 erstellt. Hoch über der Massaschlucht verliefen die Kännel dieser Wasserleitung an den steilen Felswänden entlang. Der teilweise aus dem Fels gesprengte Massaweg folgt dem Trassee des ehemaligen Bewässerungskanals.
«Ein Bergbauer aus dem Wallis hat mehr mit einem Bergbauern aus Nepal gemeinsam als mit einem Landsmann aus dem Schweizer Unterland. Denn wenn es ums Überleben auf kargem Boden geht, entwickeln Bergbewohner auf der ganzen Welt ähnliche Strategien...» Nicht nur im Wallis, auch in Nepal erstellen die Bergbauern Kanäle zur Bewässerung. Der Massaweg zwischen Blatten und Ried-Mörel ist mit Infotafeln versehen, er ist ein Suonen-Lehrpfad der Gemeinsamkeiten zwischen Nepal und dem Wallis aufzeigt. «Wasser verbindet» ist denn auch das Thema.
Die Massa hat ihren Ursprung am Aletschgletscher; in Jahrtausenden sägten Fluss und Gletscher die Massaschlucht in den Fels. Schon im 14. Jahrhundert zapften die Walliser den Gletscher an und bauten die Riederi-Suone. Die Holzkännel führten sie hoch über der Schlucht an den senkrechten Felswänden entlang. Ein gefährliches Unterfangen, welches mancher der mutigen Männer mit dem Leben bezahlte. «Am 16. Mai 1927 stürzte unser Grossvater Emanuel Margelisch vom Sommerseili Ried-Mörel bei Arbeiten an der Riederi zu Tode. Kreuz und Bildhäuschen erinnern an ihn.» lesen wir an einer kleinen Kapelle am Weg.
Die Riederi zählte 120 bis 140 Kännel von drei bis neun Metern Länge. An der höchsten Felswand reihten sich sechs lange Kännel aneinander. Diese Passage war unter dem Namen «Zä sägsch Chängju» gefürchtet. Moderne Zeiten machten aber auch vor der Riederi nicht Halt: Seit 1945 wird das Wasser durch den Riederhorntunnel herbeigeführt. Auch der Aletschgletscher zieht sich zurück und die Gebidum-Staumauer macht aus der Massa ein klägliches Flüsschen. Doch mit dem Massaweg erlebt der historische Verlauf der Riederi-Suone eine Wiedergeburt: Der einst gefährliche Steig wurde im Jahre 1996 wandertauglich gemacht: Wegstücke wurden verbreitert, Felsen weggesprengt, Ketten angebracht und die Steilwand durch einen Tunnel umgangen. Rekonstruierte Kännel erinnern an die einst lebenswichtige Wasserleitung.
Bei P. 1274 (schöner Blick über das Rhonetal) kann man auch in etwa einer Stunde über Wasen nach Bitsch (Bahnhof, Zuganschluss nach Brig) absteigen.
Der Massaweg verläuft auf weiss-rot-weiss markiertem Bergwanderweg. Er ist teilweise aus dem Fels gesprengt und mit Ketten abgesichert, eine senkrechte Wand wird durch einen Tunnel umgangen. Schwierigkeit: T2.
Stabile Bergschuhe, normale Wanderausrüstung.
Blatten-Belalp Tourismus, Tel. +41 (0) 27 921 60 40, www.belalp.ch
Aletsch Arena, Tel. +41 (0) 27 928 58 58, www.aletscharena.ch
Mit dem Auto über Brig nach Blatten. Nach der Wanderung von Ried-Mörel mit Gondelbahn nach Mörel und mit Zug nach Brig und mit Postauto nach Blatten (Fahrzeit etwa eine Stunde).
Parkplätze in Brig und Blatten.