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Das Erleben der Probezeit von Personen «auf Bewährung» ist in der Schweiz noch wenig erforscht. Die bestehende Forschung auf internationaler Ebene weist Lücken sowohl in theoretischer Hinsicht (begriffliche Unschärfe) als auch in methodischer Hinsicht (fast ausschliesslich basierend auf leitfadengestützten Interviews) auf.
Das vorliegende Projekt trägt dazu bei, diese Lücken teilweise zu schliessen, indem ein multisensorischer Forschungsansatz gewählt wird, um die (aktuelle) Lebenssituation von Menschen im Übergang vom Gefängnis in die Freiheit zu untersuchen. Da die Schweiz darüber hinaus zwei unterschiedliche Ausrichtungen des risikoorientierten Ansatzes im Justizvollzugs in der lateinischen und der Westschweiz (PLESORR und ROS) kennt, bietet sich zudem ein Vergleich an, der erkundet, ob und inwieweit sich diese unterschiedlich auf das Erleben auswirken.
Der Einsatz visueller und materiell-räumlicher Methoden ermöglicht, die verschiedenen Dimensionen des Erlebens in ihrer Gesamtheit zu erfassen. Geplant ist, mit insgesamt 16 Personen in je einem Kanton der West- und Deutschschweiz mehrere Gespräche zu führen, um das Erleben jenseits der reflexiven Erzählung zu erfassen.