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Wachsen lassen: Natur und Körper in der anarchistischen Pädagogik Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts
Libertäre Schulen spielten in der anarchistischen Bewegung um die Jahrhundertwende eine wichtige Rolle. Die Ansprüche dieser Bildungsprojekte gingen über eine antiautoritäre Erziehung hinaus. Ziel war immer auch die Herstellung eines nicht-instrumentellen Verhältnisses zum eigenen Körper und zu den Umwelten. Der Mensch und Natur zurichtenden kapitalistischen Vernunft sollte ein sorgendes Verhältnis entgegengestellt werden, das den Eigensinn, die Autonomie und Unverfügbarkeit von menschlichen und nicht-menschlichen Naturen anerkennt, um sie zum Blühen zu bringen. In diesen Praktiken und Diskursen anarchistischer Pädagogik zeichnete sich, so die These, ein Selbst- und Weltverhältnis ab, das die kapitalistische Moderne unterlief.