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Eiche aus der Mittelsteinzeit
Vor dem Bergen des Stammes musste er getrennt werden.
Der spezielle Fund erforderte vom Baggerfahrer viel Fingerspitzengefühl.
Die Eiche lag rund 9500 Jahre lang 1,5 bis 2 m unter dem heutigen Boden.
Chemische Reaktionen haben das Holz fast schwarz und sehr hart werden lassen.
Die 60 mm starken Bretter werden vor dem Verarbeiten schonend getrocknet.
Im Berner Seeland, nahe dem Neuenburgersee und der Strafanstalt Witzwil, erstellten Mitarbeiter des Kantons ein Bodenprofil. Dabei stiessen sie auf eine Mooreiche. Der etwa 4 m lange und 40 cm dicke Stamm befand sich auf einem Acker in 1,5 bis 2 m Tiefe. Die Eiche weist 226 Jahrringe auf, da aber ihre äusserste Schicht fehlt, dürfte sie zur Zeit des Absterbens noch fast 50 Jahre älter gewesen sein.
Bei einer Mooreiche handelt es sich um eine Eiche, die über lange Zeit in einem Moor oder Sumpf luftdicht abgeschlossen war. Dadurch können die aktiven Bodenorganismen das Holz nicht zersetzen. Die Gerbsäure der Eiche reagiert im Boden mit Eisensalzen des Wassers, so dass sie sehr hart und dunkel wird. Auf diese Weise entsteht über die Jahrhunderte ein sehr exklusives Holz.
Die Untersuchungen zeigten, dass die Eiche doppelt so alt sein muss wie zuerst angenommen – rund 9500 Jahre. Als der Stamm eingeschlossen wurde, war die letzte Eiszeit vorbei, die Gletscher befanden sich auf dem Rückzug. Damals lebten die Menschen als Jäger, Fischer und Sammler an Gewässern oder suchten Schutz in Höhlen.
Die Sägerei Häni in Seewil BE schnitt den mit Wasser gesättigten Stamm zu 60 mm starken Brettern auf. Es resultierten zehn rund zwei Meter lange Bretter mit Breiten zwischen 20 und 40 cm. Diese sollen später einmal zur Herstellung eines exklusiven Massivholztisches dienen. Gegenwärtig liegt das Holz aber noch mehrere Jahre lang zum schonenden Trocknen in einer Scheune.