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Bürgersinn mit Weltgefühl
Politische Moral und solidarischer Protest in den sechziger und siebziger Jahren
Beschreibung
Kontext, Konzept und Praxis der politischen Bürgerlichkeit um 1970, unter deren Einfluss die Bundesrepublik zu ihrer demokratischen Form fand.
Anfang der siebziger Jahre war der 'mündige Bürger' in aller Munde: In der Folge der '68er'-Bewegung prägten Bürgerinitiativen und Debatten um den 'Bürgersinn' die Hochphase der sozialliberalen Koalition – die Konservativen hingegen sahen Staatshoheit und Stabilität in Gefahr.
Angetrieben wurden diese Veränderungen durch ein neues 'Weltgefühl': durch politische Empathie mit Befreiungsbewegungen ausserhalb Europas, aber auch in Osteuropa. Wie ambivalent die Forderung nach dem 'mündigen Bürger' jedoch blieb, zeigte sich bald in den Auseinandersetzungen zwischen Protestbewegung und Staatsorganen und schliesslich im Terrorismus.
Habbo Knoch, geb. 1969, wissenschaftlicher Assistent am Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte der Georg-August-Universität Göttingen. Veröffentlichungen u.a.: (Hg. zus. m. Alexa Geisthövel) Orte der Moderne. Erfahrungswelten des 19. und 20. Jahrhunderts, Frankfurt 2005; (Hg. zus. m. Daniel Morat) Kommunikation als Beobachtung. Medienwandel und Gesellschaftsbilder 1880-1960, München 2003.