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Netzfinanzierungsstrategien unter zunehmender Dezentralisierung
Die zunehmende Dezentralisierung des Energiesystems durch die private Strom-Selbstversorgung (Prosumer) stellen die Verteilnetzbetreiber vor eine wirtschaftliche Herausforderung: Die Prosumer nutzen das Verteilnetz weniger stark als bisher und beeinflussen damit das bestehende Netz-Finanzierungsmodell. Durch den Eigenverbrauch von dezentral produziertem Strom sinken ihre geleisteten Finanzierungs-Beiträge. Für die Erstellungs- und Unterhaltskosten des Verteilnetzes stehen weniger finanzielle Einnahmen zur Verfügung. Eine Erhöhung der Netznutzungsgebühren ist die nahe liegende Konsequenz, was aber eine Quer-Subventionierung von Prosumern durch Verbraucher ohne Eigenverbrauch verursacht. Dieses Phänomen wird vielfach auch unter dem Stichwort «Entsolidarisierung des Stromnetzes» genannt, da Prosumers auf Kosten normaler Netznutzer weniger bezahlen.
In diesem Projekt wurde die Fragestellung «Was sind die Auswirkungen alternativer Tarifsysteme auf die Dezentralisierung und deren Rückkopplung auf die Tarifhöhe?» untersucht. Für die Analyse wurde das TREES-Modell (Transition regionaler Energiesysteme) der ZHAW erweitert, auf die Fragestellung angepasst und mit den empirischen Daten der BKW für drei charakteristische Gemeinden simuliert.
Über ein Cockpit können verschiedene Strategien und Szenarien wie in einem virtuellen Labor getestet werden. Das TREES Modell und das Cockpit können auch für weitere interessierte Gemeinden für die Analyse von Dezentralisierungstendenzen erweitert werden.