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Die Hälfte der Regular Season ist in der NHL gespielt und die Positionen sind schon ziemlich klar bezogen. Rund sechs Teams in der Eastern Conference können die Playoffs wohl jetzt schon abschreiben und sich auf den Draft im Frühsommer fokussieren. Nur in Ottawa kommt beim Gedanken an Jack Hughes keine Freude auf.
Jack Hughes hat eine durchzogene Juniorenweltmeisterschaft hinter sich. Der 17-jährige Center verpasste einen Teil des Turniers wegen einer Verletzung und verlor im Final mit der USA gegen Finnland. Dennoch sammelte er in insgesamt vier Spielen vier Assists. Wenn er auf dem Eis stand bewies er, dass er über einen unglaublichen Speed und gute Spielmacherqualitäten verfügt.
Diese Fähigkeiten machen ihn zum heissesten Kandidat für die Position als Nummer-1-Draft im Frühsommer 2019. Der einzige, der ihn möglicherweise noch verdrängen könnte, ist der finnische Flügel Kaapo Kakko. Längst hat sich bei NHL-Fans das inoffizielle Motto «lose for Hughes» etabliert. Also verlieren, um in der Draft-Lottery möglichst grosse Chancen auf den Nummer-1-Pick und damit Jack Hughes zu haben.
Für sechs Teams wird der Kampf um die Playoffplätze schwierig. Die General Manager müssen sich entscheiden: Wollen sie vor der Trade-Deadline (25. Februar) das Team noch einmal verstärken, oder sollen sie einige Assets «verkaufen» und dafür im Gegenzug Draftpicks für die Zukunft erhalten. Verschaffen wir uns heute einen Überblick über die Eastern Conference.
Tampa Bay ist das beste Team der Liga, die Playoffs erreichen sie in jedem Fall. Auch Toronto, Washington, Pittsburgh, Columbus und Boston dürfen wohl damit rechnen. Die derzeit äusserst formstarken Islanders, Buffalo und Montreal sind ebenfalls noch im Rennen. Dahinter wird der Abstand aber schon ziemlich gross.
Von den etwas zurückgebundenen Teams, haben die Hurricanes wohl noch die besten Playoffchancen. Auch, weil sie sich zuletzt formstark präsentierten. Die letzten vier Spiele gewannen sie allesamt. Wenn sie den Sprung auf einen Wildcard-Platz noch schaffen wollen, brauchen sie aber mehr Konstanz auf der Torhüterposition und mehr secondary Scoring von den Stürmern.
Abwarten. Vielleicht kann man sich durch die Abgabe eines Draft-Picks und/oder eines Prospects noch gezielt verstärken. Die Playoffs werden in Raleigh wohl noch nicht abgeschrieben.
Ähnlich wie in Carolina, wenn auch etwas schwieriger sieht die Situation bei den Florida Panthers aus. Anders als bei Staatsrivale Tampa wird die Playoffqualifikation schwierig, insbesondere mit der aktuellen Goaliesituation. Denn man muss ja nicht nur die neun Punkte Rückstand auf Buffalo aufholen, sondern auch noch hoffen, dass Montreal und Carolina nicht mehr punkten als man selbst.
Ebenfalls abwarten. Die Goaliesituation mit einem Trade zu verbessern scheint nicht wahrscheinlich. Vermutlich muss die Saison am Tag der Trade-Deadline endgültig abgeschrieben werden.
Die Rangers hatten eh nie wirkliche Ambitionen auf die Playoffs, sie befinden sich in einem Rebuild. Zuletzt gab es drei Klatschen in Folge (2:7 gegen Pittsburgh, 1:6 gegen Colorado und 0:5 gegen Arizona). Von den letzten zehn Spielen haben Henrik Lundqvist und Co. nur drei gewonnen. Diese Saison verdient ein dickes, rotes X.
Verkaufen. Mit Lias Andersson, Filip Chytil, Ryan Lindgren oder auch dem Schweizer Nico Gross, hat man schon einige interessante Prospects in der Pipeline. Für Spieler wie Mats Zuccarello oder Henrik Lundqvist ist auf dem Trade-Markt sicher der eine oder andere Draft-Pick zu haben.
Letztes Jahr schafften es die Devils mit Nico Hischier und Mirco Müller ziemlich überraschend in die Playoffs. Dieses Jahr wird das nicht gelingen. Elf Punkte Rückstand auf einen Playoffplatz aufholen ist wohl unmöglich. An Hischier liegt es indes nicht. Der Schweizer Center ist auf dem Weg zu einer noch besseren persönlichen Saison als noch vor einem Jahr.
Das Problem bei den Devils sitzt weiter hinten. Die Verteidigung ist wenig überragend besetzt. Auch für die Torhüter Keith Kinkaid und insbesondere für den Schweiz-Amerikaner Cory Schneider war es bislang eine schwierige Saison. Ein Lichtblick ist der 22-jährige Mackenzie Blackwood, der in acht Einsätzen zwei Shutouts feierte.
Eher verkaufen. Zwar haben die Devils mit Ty Smith (18) und Colton White (21) zwei spannende junge Verteidiger in der eigenen Organisation. Eine Verstärkung für die Zukunft ist aber dennoch nötig. Das Problem: Die Devils haben nicht sehr viel attraktiven Gegenwert zu bieten. Einen Jack Hughes könnten sie natürlich auch gut gebrauchen. Was die Verteidiger angeht, ist der diesjährige Draft-Jahrgang eher dünn besetzt.
Im November hatten die Red Wings ihre beste Phase. Acht Siege resultierten aus 13 Spielen damals. Doch in der Metropole am Lake Erie hat wohl niemand so richtig an die Playoffs geglaubt. Der Grund ist derselbe wie bei den Rangers: Man steckt in einem Rebuild.
Eher verkaufen. Filip Zadina, Joseph Veleno, Michael Rasmussen ... an vielversprechenden Prospects mangelt es Detroit nicht, mit denen man um Dylan Larkin ein Team aufbauen kann. Ein Jack Hughes oder sonstige gute Draft-Picks wären natürlich trotzdem willkommen.
Die Entlassung von Trainer Dave Hakstol (17. Dezember) hat nichts gebracht. Seit Anfang November geht es kontinuierlich bergab mit der Franchise aus Pennsylvania. Torhüterprobleme machten dem Team zu schaffen. Center Nolan Patrick fällt weiterhin mehr mit Verletzungen auf, denn mit offensiven Glanzpunkten. Und die Verteidiger Ivan Provorov und Shayne Gostisbehere konnten nicht an die Leistungen des Vorjahrs anknüpfen.
Nichts überstützen. Der Kern der Flyers besteht mit Spielern wie Claude Giroux, Travis Konecny, Patrick, Gostisbehere oder Provorov bereits. Zudem hat Philly alle Picks für die ersten drei Runden behalten. Mit gutem Draften kann eine schlagkräftige Truppe zusammengestellt werden.
Oh Ottawa ... nicht nur, dass die Franchise weiterhin keine neue Arena erhält, sie versinkt auch sportlich im Chaos. Im Sommer hat man Franchise-Verteidiger Erik Karlsson an San Jose abgegeben. Im November lästerten die Spieler vor laufender Kamera über den eigenen Coaching-Staff. Und nun ist man das Schlusslicht der Liga – und kann davon nicht einmal profitieren.
Weil Ottawa vergangene Saison Matt Duchene von Colorado holte, gehört der diesjährige Erstrundenpick der Senators nun den Avalanche. Bedingungslos. Das heisst, sollte Ottawa tatsächlich den Nummer-1-Pick erhalten, geht Jack Hughes nicht nach Kanada, sondern in die Rocky Mountains. Deshalb sollte es das Ziel der Senators sein, die Saison möglichst gut abzuschliessen. Dann wäre der Verlust beim Draft nicht ganz so gross.
Dringend verkaufen! Irgendwie müssen die Senators versuchen, einen Draft-Pick für die erste Runde zurückzuholen. Matt Duchene und Mark Stone sind im Sommer Free Agents und drohen, das Team ohne Gegenwert zu verlassen. Dann wird man sie lieber an der Deadline schon los und erhält dafür noch etwas, auch wenn es ein Erstrundenpick in den hinteren Regionen ist.