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Irische Fussballfans sind für zwei Dinge bekannt: Sie trinken viel und reisen gerne. Und am liebsten kombinieren sie diese beiden Tätigkeiten. Sportstudent Conor Cunningham fliegt mit zehn Kumpels für das EM-Qualifikationsspiel der Iren nach Estland – ohne ein Ticket zu haben. Und weil das Stadion klein, aber der Andrang gross ist, stirbt die Option «Schwarzmarkt» rasch.
Und dennoch sitzt der 27-Jährige während des Spiels im Stadion – als Ersatzspieler auf der estnischen Bank!
Cunningham schleicht vor dem Spiel um die Arena. Als er eine offene Tür sieht, die kein Sicherheitsmann im Auge hat, stiehlt er sich ins Innere des Gebäudes. Der Gang, in dem sich der Fan nun befindet, scheint eine Sackgasse zu sein. Doch Cunningham wittert seine Chance, als er in einer Ecke einen Sack voller Fussbälle entdeckt – und einen Trainingsanzug der estnischen Nationalmannschaft.
«Ich habe die Kleider aufgehoben und bin in sie hineingeschlüpft», erzählt der Nationalspieler in spe nach seiner Rückkehr auf die grüne Insel im irischen Fernsehen. «Das war meine Chance, das Spiel zu sehen. Ich musste es riskieren», schildert Cunningham weiter. Er habe den Sack geschultert, den Blick gesenkt und sei einfach in Richtung Feld gelaufen.
Der Plan geht auf. Niemand schöpft Verdacht, Cunningham setzt sich auf die Ersatzbank der Esten. «Keiner sprach mit mir und plötzlich realisierte ich, dass ich neben ihrem Nationaltrainer, Tarmo Rüütli, sass», sagt er der «Daily Mail».
Cunningham beteiligt sich sogar aktiv am Spiel. Als der Ball nach einer Viertelstunde aus dem Spielfeld fliegt, ist es Cunningham, der ihn einem estnischen Spieler in die Hand gibt. Schelmisch grinst er für einen kurzen Moment in die TV-Kamera, die alles filmt.
Zu diesem Zeitpunkt fällt Cunningham einem Offiziellen der UEFA auf. «Er kam zu mir und sagte mir, ich müsse hier verschwinden.» Wie ein Trainer, der sich zu sehr über den Schiedsrichter aufregt, wird Cunningham auf die Tribüne geschickt, wo ihm die Zuschauer brav Platz machen.
Doch der Abend ist ja noch nicht vorbei. Irland gewinnt klar mit 4:0, ist schon vor dem Rückspiel mit mehr als einem Bein für die EM 2012 qualifiziert. Also schreitet Cunningham auf den Rasen, um mit seinen Lieblingen zu feiern. Die Spieler grinsen sich einen ab, als er ihnen erklärt, dass er gar kein Este, sondern ein Landsmann sei.
Erst da fällt Cunningham wirklich auf. Logisch, denn wieso sollte sich ein estnischer Ersatzspieler überschwänglich mit dem Gegner freuen, der ihn gerade deutlich geschlagen hat? Eine Funktionärin spricht ihn an, «da habe ich einfach gesagt, ich müsse noch die Fussbälle zurückbringen.» Denn Cunningham hat den Sack, der ihm Glück gebracht hat, nach dem Spiel wieder bei sich.
Den Trainer mit der Aufschrift «Eesti» hat Conor Cunningham mit nach Hause genommen. Als Souvenir an eine Episode in seinem Leben, die wohl noch seine Ur-Ur-Ur-Enkel dereinst ihren Sprösslingen weitergeben werden.
Im Gegensatz zu diversen anderen abstrusen Sportmomenten ist überliefert, weshalb Mike Tyson Ende Juni 1997 seinem Kontrahenten Evander Holyfield ein Stück des Ohres abgebissen hat. Zumindest aus seiner Sicht. «Was soll ich denn machen? Wenn er für seine ständigen Kopfstösse nicht bestraft wird, muss ich doch handeln.» Tyson versuchte zu begründen, was ihn zu seiner Attacke bewogen hat: «Seht, ich habe nur noch ein Auge. Ich muss Kinder erziehen. Die haben jetzt Angst vor mir.»