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Er ist erst fünf Jahre alt, hat aber schon mehr Arztbesuche und Therapien erlebt als andere in ihrem ganzen Leben: ein Knabe, der am Wolf-Hirschhorn-Syndrom leidet. Diese seltene angeborene Erbkrankheit beruht auf einer Chromosomenveränderung und ist nicht heilbar. Leitsymptom ist ein Minderwuchs, verbunden mit einer extremen Verzögerung der geistigen und körperlichen Entwicklung sowie einer Kombination unterschiedlicher Fehlbildungen.
In den ersten beiden Lebensjahren des Kindes kam die Invaliden-Versicherungsstelle (IV-Stelle) des Kantons Freiburg für mehrere Therapien, eine Operation und Spitexpflege auf. Hingegen wies die IV-Stelle es danach ab, für Therapien in direktem Zusammenhang mit dem Wolf-Hirschhorn-Syndrom aufzukommen: Dieses Syndrom sei in der Verordnung über Geburtsgebrechen nicht anerkannt und daher müssten diese Therapien nicht übernommen werden.
Die Eltern des Kindes wehrten sich gegen den Entscheid. Die Physiotherapie habe Fortschritte gebracht. Dies stritt die IV-Stelle nicht ab; doch sei es nicht an der Invalidenversicherung, dafür aufzukommen, da das Wolf-Hirschhorn-Syndrom nicht als Geburtsgebrechen anerkannt sei. Die Eltern zogen den Entscheid vor das Kantonsgericht.
Noch nicht geklärt
Dieses hat zahlreiche medizinische Berichte ausgewertet. In seinem vor kurzem veröffentlichten Entscheid schreibt das Gericht, dass aus den Unterlagen nicht klar werde, ob das Kind an einer ererbten zerebralen Lähmung leide, die einem anerkannten Geburtsgebrechen angerechnet werden könnte. Dies sei aber auch nicht klar verneinbar. Darum anerkennt das Gericht den Rekurs der Eltern und weist die IV-Stelle an, weitere Untersuchungen durchzuführen. njb