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Die Juden von Basel wurden 1349 der Brunnenvergiftung angeklagt. Daraufhin wurden einige von ihnen verbrannt und der jüdische Friedhof zerstört. Noch im gleichen Jahr brach die Pest aus und raffte einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung Basels dahin. 1356 bebte dann die Erde. Es war das bis heute stärkste Beben in Mitteleuropa. Seine Erschütterungen und die dadurch ausgelösten Feuer zerstörten viele Gebäude in Basel und Umgebung. Die Menschen des Mittelalters sahen in diesen Ereignissen ein Gericht Gottes.
Im folgenden ein Bericht des Chronisten Heinrich Truchsess von Diessenhofen (Chronik 1342 - 1362):
"Im Monat Oktober 1356 erfolgte am St. Lukastage nach der Mahlzeit und vor der Vesper zu Constanz ein gewaltiges Erdbeben, und an ebendemselben Tage wurden etwas später vor der Vesper zwei kleine Stösse verspürt und ein vierter stärkerer während es Vesper läutete, und in der darauf folgenden Nacht erbebte die Erde von der Zeit des ersten Schlafes bis um Mitternacht sechsmal. Der erste Stoss von denen, welche des Nachts erfolgten, war der heftigste. Am folgenden Tage spürte man zwei Stösse, einen nach Mittag, den andern nach der Vesper, und durch diese Erdstösse wurde Basel, jene prächtige Stadt, welche an das Bisthum von Constanz grenzt, zerstört, und zwar zuerst durch das Erdbeben selbst. Ein Theil des Münsters fiel auf die Schule (Anm. Die Domschule stand damals auf dem Platze im Kreuzgange, wo das gegen den Rhein hin liegende sogenannte Kinderkirchhöflein liegt). In Folge der anhaltenden Erdstösse floh der grössere Theil der Bewohner in voller Bestürzung hinaus auf die Felder und wartete, was für einen Ausgang die Sache nehmen würde, bis nach der Vesperzeit. Da brach im St. Albankloster, das schon im Verlauf des Tages zusammengestürzt war, Feuer aus, und überdies auch noch in andern zusammengefallenen Häusern. Und wie nun diejenigen, welche geflohen waren, das Feuer erblickten, wollten sie den Ihrigen zu Hülfe eilen und kamen in die Stadt. Während sei sich nun alle Mühe gaben, die Häuser vor dem Feuer zu schützen, die Habseligkeiten fortzuschaffen und namentlich die Folge des ersten Erdstosses verschütteten Menschen aus dem Schutte hervorzuziehen, erfolgte um zehn Uhr wiederum ein ganz gewaltiger Erdstoss und verschüttete noch mehr Menschen als der erste. Die Häuser, welche vom ersten Sotsse noch stehen geblieben waren, stürzten ebenfalls zusammen, und alle Kirchen mit Ausnahme der Johanniter- und Dominikanerkirche, welche jedoch Risse bekam. Blos in der Diöcese von Basel zerfielen sechsundvierzig Schlösser. Was in der Stadt das Erdbeben eingeworfen, wurde darauf vom Feuer verzehrt, welches noch zehn Tage lang wüthete. Nach drei Monate hindurch dauerten die Erdstösse in einzelnen Unterbrechungen Tag und Nacht fort."
Weiterführende Literatur und Links:
1. Erdbeben in Basel: www.altbasel.ch/fussnoten/erdbeben_zeit.html