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Das Herrschaftsgebiet Hugos I., die Grafschaft Montfort, war nun identisch mit dem Gebiet Unterrätiens. Es erstreckte sich vom vorarlbergischen Ems (Hohenems) bis zur Landquart und vom Walensee bis zum Arlberg (Bilgeri 1976, 150). Das Wirken Hugos (der seinen Sitz auf der Schattenburg bei Feldkirch nahm) und seiner Nachfolger - und damit auch das Geschick ihrer Untertanen - liegt durch den Mangel an Urkunden weitgehend im Dunkeln. Hugos jüngerer Sohn, Hugo II., übernahm das Stammhaus; sein älterer Bruder Rudolf starb früh. Unter ihren Söhnen kam es, wohl 1258, zum Auseinanderbrechen des ausgedehnten Herrschaftsgebietes und zur Gründung der werdenbergischen Linie, die sich nun auf Schloss Werdenberg niederliess (Bilgeri 1976, 185ff.).
Der Besitz der Werdenberger und Montforter im 14. Jh. - Aus: Wikipedia (unter: Montfort, Adelsgeschlecht). Autor: Marco Zanoli.
Die Werdenberger erhielten das linksrheinische Gebiet von Grabs an aufwärts und das Sarganserland, dazu rechts des Rheins den oberen Teil des heutigen Liechtenstein (soweit es nicht schellenbergisch war), ferner Montafon, Klostertal und Walgau bis zur Grenze von Jagdberg (dem Gebiet von Satteins und Schnifis). Den Montfortern verblieb ausser Jagdberg das vorarlbergische Vorderland vom Raum um Feldkirch bis hinab zur Grenze zwischen Hohenems und Dornbirn. Was den Werdenbergen in ihrem, wirtschaftlich übrigens wertvolleren, Anteil fehlte, waren städtische Zentren. So bauten sie um 1270 an strategisch günstiger Stelle die Ortschaften Bludenz und Sargans zu befestigten Städten aus; auch Werdenberg, die zum Schutz des Schlosses im späten 13. Jh. neu erbaute befestigte Siedlung am Fuss des Schlosshügels, erhielt das Stadtrecht.
Die Abspaltung der werdenbergischen von der montfortischen Linie artete bald in unversöhnliche Rivalität der verwandten Geschlechter aus; sie nahm deren Kräfte lange Zeit in Anspruch, stürzte das Land in Zwietracht und Krieg und bestimmte letztlich den Untergang des einheimischen Adels vor. Damit war der unterrätische Raum für immer zerschnitten.
In dieser von Kriegswirren erfüllten Zeit ging die Verdeutschung Unterrätiens unablässig weiter. Gleich wie Feldkirch waren auch die gräflichen Stadtgründungen Bludenz, Sargans und Werdenberg, in starkem Masse nun aber auch das Kloster Pfäfers, Zentren deutscher Ausstrahlung geworden, die den Rückgang des Romanischen stetig förderten.
Aus der bislang herrschenden allgemeinen Zweisprachigkeit ging das Deutsche schliesslich überall siegreich hervor. Dabei setzte sich dieser Wechsel in den verkehrsnahen Orten zweifellos schneller durch als in abgelegenen Siedlungen und Höfen, die ihr ungestörtes Eigenleben natürlicherweise länger zu bewahren vermochten.