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Foto: Yuri Gripas / Reuters
Barack Obama träumt von einer Kuba-Reise – und zwar als US-Präsident, also bis Januar 2017. Das verriet er jetzt in einem Interview. Der Tourist in spe knüpft jedoch seinen Trip an Bedingungen. Er will die sozialistische Insel nur dann mit seiner Anwesenheit beehren, wenn er sich dort mit Systemgegnern treffen darf. »Wenn ich einen Besuch mache, dann ist Teil des Deals, dass ich mit allen reden kann«, erklärte er in einem Interview, das der Internetkonzern Yahoo am Montag (Ortszeit) auf seiner Nachrichtenseite veröffentlichte. Andere US-Bürger sind froh, wenn sie zu Hause nach einem Kuba-Besuch nicht bestraft werden. Der ist im »Land of the free« ohne Sondergenehmigung noch immer verboten.
Die kubanische Seite dürfte mit der Selbsteinladung kein Problem haben, auch nicht mit der Bedingung. Für die Insel ist die Forderung nach einem Regime-Change nichts Neues. Jimmy Carter, einer von Obamas Amtsvorgängern, traf sich als Expräsident bei zwei Besuchen auf Kuba ungehindert mit zahlreichen Systemgegnern. So plauderte er im Mai 2002 in Havanna mit 23 »Dissidenten« und warb in einer vom kubanischen Fernsehen übertragenen Ansprache für eine Kampagne zur Änderung der Verfassung. Gastgeber Fidel Castro empfing ihn bei der Ankunft im Anzug und verabschiedete ihn sechs Tage später demonstrativ in der olivgrünen Uniform der Revolution. Bei seiner zweiten Stippvisite traf Carter im März 2011 erneut Fidel sowie dessen Nachfolger Raúl Castro und absolvierte ein ähnliches Programm wie 2002.
Das Obama-Interview kam pünktlich zum ersten Jahrestag der Verkündung einer neuen US-Kuba-Politik. Die Reisepläne hatte der US-Publizist Peter Kornbluh allerdings bereits Tage zuvor gewittert. Er prophezeite in der mexikanischen Tageszeitung La Jornada, Obama werde sich nicht die Chance entgehen lassen, die Insel als erster US-Präsident seit dem Sieg der Revolution zu betreten. (vh)