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Die beiden Verbände VSM und ASM hatten 45 Jahre lang ihren Geschäftssitz am Kirchenweg in Zürich. In den grosszügigen Räumlichkeiten sind während dieser Zeit umfangreiche Archive entstanden, welche die Geschichte dieser Verbände bis zurück in die Gründungsjahre dokumentieren. Mit dem Umzug der Geschäftsstelle mussten die Akten aus Platzgründen weggegeben werden. Das Archiv für Zeitgeschichte der ETH Zürich hat sie übernommen. Dieses sichert Schrift-, Ton- und Bilddokumente aus privatem Besitz zur Geschichte der Schweiz und macht die historischen Quellenbestände öffentlich zugänglich.
Weitgehend vollständiger Archivbestand
Während des letzten Jahres hat nun das Archiv für Zeitgeschichte den 40 Laufmeter umfassenden Bestand an ASM-Dokumenten gesichtet und erschlossen. Er wurde sortiert und chronologisch geordnet, dann folgte die Verzeichnung und Strukturierung in thematischen Dossiers. Die Verbandsfilme wurden digitalisiert. Der Archivbestand zeigt eine grosse Vollständigkeit bis zurück in die Gründungszeit. Mit der öffentlichen Zugänglichkeit stehen die Dokumente nun auch für mögliche Forschungsarbeiten zur Verfügung.
Dokumentation der sozial- und arbeitspolitischen Geschichte der MEM-Industrie
In Korrespondenzen, Protokollen, Statuten, Publikationen und weiteren Unterlagen sind die wichtigen Stationen der ASM-Geschichte dokumentiert.
1905 wurde der Arbeitgeberverband schweizerischer Maschinen- und Metall-Industrieller (ASM) gegründet; Arbeitgeber aus den Reihen des VSM schlossen sich darin zu einer Organisation zusammen, welche ihre Interessen auf dem Gebiet der Sozialpolitik und speziell gegenüber Arbeitnehmerbewegungen vertreten sollte. 1923 gründete der ASM für seine Mitglieder die Streikversicherungsgenossenschaft (STVG), damit diese sich finanziell gegen Arbeitskonflikte absichern konnten. In der Sozialpolitik übernahm der ASM die Verwaltung von Fürsorgekassen, wie der Arbeitslosenfürsorgekasse oder der Wehrmännerausgleichskasse für Angehörige der Maschinen- und Metallindustrie. Als Spätfolge der Weltwirtschaftskrise und im Rahmen der Anstrengung, den Arbeitsfrieden ohne staatliche Einmischung garantieren zu können, beschlossen die Vertreter der Gewerkschaften und des ASM 1937 das Friedensabkommen in der Maschinenindustrie (Vereinbarung in der Maschinenindustrie, VMI), den sogenannten Arbeitsfrieden. Die Vereinbarung wurde seither stetig erneuert. Seit 1999 traten VSM und ASM unter der Marke Swissmem auf. 2007 änderte der VSM seinen Namen in Swissmem und übernahm auch die Aktivitäten des ASM. Als Träger des Gesamtarbeitsvertrags der MEM-Industrie bleibt der ASM jedoch weiterhin bestehen.
Erschliessung des VSM-Archivs folgt
Das ASM-Archiv ist eine Ergänzung zu demjenigen des Schweizerischen Handels- und Industrie-Vereins (Vorort, heute economiesuisse) und des ehemaligen Elektrokonzerns Landis & Gyr, welche sich beide ebenfalls im Archiv für Zeitgeschichte befinden. Ein vierköpfiges Projektteam ist nun dabei, das mit ca. 200 Laufmetern wesentlich umfangreichere VSM-Archiv zu erschliessen.
Weitere Informationen
Online-Archiv (die Einsicht ist gesuchspflichtig)