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Drei Schlafzimmer, zwei Badezimmer und ein halbrunder Pool. Zwei Garagenplätze. Situiert im noblen Beverly Hills, dem Millionärsquartier von Los Angeles, wo die Hollywoodstars residieren. Das war über Jahre das Zuhause der Berner Schauspielerin Ursula Andress, bekannt aus dem ersten Bond-Film «Dr. No». Die Szene, in der sie aus den Fluten direkt in die Arme von Sean Connery watet, ging in die Filmgeschichte ein und prägte das Frauenbild der 1960er Jahre.
Aus jener glamourösen Zeit stammt auch Andress’ schmuckes Refugium, für das sie Anfang der 1990er Jahre 950’000 Dollar hinblätterte. Sie lebte bis 2017 in der einstöckigen Villa. Seither wechselt das Schmuckstück immer wieder die Besitzerin. Laut Angaben des amerikanischen Online-Immobilienmarktplatzes Zillow datiert der letzte Verkauf auf Mai 2022. Der Preis: 3,607 Millionen Dollar. Das ist fast das Vierfache dessen, was «Ursi National» einst bezahlte. Eine schöne Rendite.
Noch imposanter ist aber die Wertentwicklung eines anderen Assets der Bernerin: Der King of Rock ’n’ Roll Elvis Presley schenkte der Schauspielerin einst einen BMW 507. Es ist heute der begehrteste BMW aller Zeiten. Nur 252 Modelle wurden in den Jahren zwischen 1956 und 1959 produziert.
507: Der teuerste und begehrteste BMW aller Zeiten
Ein gut erhaltener 507 kostet mittlerweile mehrere Millionen. Ein Roadster der zweiten Serie – er rollte am 2. September 1958 in der klassischen BMW-Farbkombination Papyros (gebrochenes Weiss) mit kontrastierendem roten und weissen Lederinterieur vom Werk – erzielte bei einer Auktion in St. Moritz vom Herbst 2021 einen Preis von 2,143 Millionen Franken. Der teuerste 507 aller Zeiten erzielte bei einer Auktion im Jahr 2018 sogar einen Preis von umgerechnet rund 5 Millionen Franken. Er gehörte einst dem britischen Formel-1-Weltmeister John Surtees.
Die Preisentwicklung des 507 schlägt jeden Aktienindex. Das Auto wurde einst für knapp 10’000 Dollar verkauft. Inflationsbereinigt sind das heute umgerechnet rund 100’000 Franken. Der Marktpreis beträgt aber mindestens das Zwanzigfache. Dabei hatte das Auto den Hersteller damals an den Rand des Ruins getrieben. Die Produktionskosten waren zu hoch, der 507 ein kommerzieller Flop. Nur dank einer Liquiditätsspritze der damaligen BMW-Eigentümer wurde ein Verkauf der Münchener an die Konkurrenz von Daimler-Benz verhindert.
Der 507 erzielte allein in den Jahren zwischen 2005 und 2021 ein Plus von über 800 Prozent, wie der Oldtimerindex der Stuttgarter Südwestbank zeigt. Das süddeutsche Geldhaus legt den Index seit 2010 auf. Es misst die Wertentwicklung von zwanzig Klassikern und verzeichnet für die Jahre 2005 bis 2021 eine durchschnittliche Performance von über 452 Prozent. Der Klassiker aus dem BMW-Werk ist der Ausreisser nach oben. Eine beachtliche Wertentwicklung verzeichnet aber auch der BMW 2002, der zwischen 1968 und 1976 produziert wurde, oder das Porsche-911er-Coupé aus den Jahren 1964 bis 1967. Ihre indexierten Werte stiegen jeweils um 500 und 700 Prozent.
Sean Connery lebt weiter in den Erinnerungen von Ursula Andress
Ursula Andress lebt mittlerweile zwischen Rom und Bern. Ihr Bond-Partner Sean Connery ist 2020 dem Krebs erlegen. Er lebt weiter in den Erinnerungen der Schweizerin. «Jeden Tag, wenn ich in meinem Haus an seinem Foto vorbeigehe, grüsse ich ihn», sagte Andress in einem Interview nach seinem Ableben.