Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03291.jsonl.gz/2921

Stéphane Wettstein, Senior Manager
blue News. Das Genfer Start-up Transmutex entwickelt einen völlig neuen Atomreaktor, der statt Uran das weniger problematische Thorium verwendet, berichtet die «SonntagsZeitung».
Der neue Reaktor-Typ soll die Probleme der Kernenergie bezüglich Sicherheit, langlebigen Abfällen und Verbreitung von Atomwaffen erheblich verbessern. Selbst radioaktive Abfälle herkömmlicher AKWs könne der neue Thoriumreaktor vernichten.
Der Müll des neuen Reaktortyps soll laut Aussagen von Maurice Bourquin, ehemaliger Rektor der Uni Genf und Ex-Präsident des Cern-Rats, «nur etwa 300 Jahre» strahlen. Konventionelle Atomkraftwerke produzieren dagegen radioaktive Abfälle, die Hunderttausende von Jahren strahlen.
Erhebliche Verkürzung der Atommüllendlagerung
Zwar liesse sich damit die Problematik von Atommüllendlagern damit nicht vollkommen lösen, «denn 90 Prozent der schwach radioaktiven Abfälle könnten auch mit der neuen Technologie nicht transmutiert werden», erklärt Jagna Züllig, die Sprecherin der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle.
Dennoch bedeutet eine Lagerungszeit von 300 Jahren eine immense Verkürzung im Vergleich zu dem bisherigen Atommüll konventioneller Kraftwerke. «Das macht die Lagerung berechenbar und damit sehr viel einfacher», so Bourquin. Der emeritierte Physikprofessor fordert deshalb vom Bund, das Projekt trotz AKW-Verbot zu prüfen.