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Das Unternehmen Blue Carbon in Dubai will grosse Teile afrikanischer Wälder kontrollieren. Im Fokus steht der Handel mit CO2-Gutschriften.
Die afrikanischen Wälder absorbieren 600 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr, mehr als jede andere Waldregion der Welt – ein Potenzial, das in Form von CO2-Gutschriften zu Geld gemacht werden kann. Regeln für den internationalen Handel sollen an der 28. UNO-Klimakonferenz (COP28) festgelegt werden, die vom 30. November bis am 12. Dezember in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfindet.
24 Millionen Hektaren Wald
Blue Carbon hat mit verschiedenen Ländern Absichtserklärungen unterzeichnet. Die Firma will für die nächsten Jahrzehnte die Kontrolle über ein Fünftel Zimbabwes, ein Zehntel Liberias und Sambias sowie acht Prozent der Landesfläche von Tansania ausüben. Es geht um insgesamt 24 Millionen Hektaren Wald. Details will Blue Carbon an der COP28 bekannt geben.
Sowohl kleine lokale wie grosse internationale Zertifizierungsunternehmen sind an den afrikanischen Wäldern interessiert. Blue Carbon ist der derzeit grösste Interessent und hat es eilig, denn es gibt noch mehr Investoren, die mit Klimagutschriften handeln wollen. Verkaufen wollen sie vorzugsweise an wohlhabende Länder, die viele Klimagase ausstossen und gleichzeitig das Pariser Klimaabkommen einhalten wollen.
CO2-Gutschriften aus Nicht-Abholzung
Analysten, die das Magazin Yale Environment 360 in einem Hintergrundartikel zitiert, sagen, Blue Carbon verfolge in erster Linie Pläne, CO2-Gutschriften aus Nicht-Abholzung zu generieren. Die Regeln für den internationalen Handel mit «Internationally Transferred Mitigation Outcomes» (ITMOs) sollen an der COP28 festgelegt werden.
Wie viele Gutschriften Blue Carbon dann handeln darf, ist offen. Die EU und auch andere Länder wehren sich dagegen, Waldschutzmassnahmen für den staatlichen Emissionshandel zuzulassen. Länder könnten damit ihre nationalen Klimaziele erreichen, ohne wirklich etwas für das Klima zu tun.