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Am 13. Oktober 1972 flog eine uruguayische Rugbymannschaft zu einem Freundschaftsspiel nach Chile. Doch das Spiel sollte nie stattfinden: Das Flugzeug stürzte in den Anden ab; 12 der 45 Passagiere starben. Für die anderen begann ein verzweifelter Überlebenskampf. Inmitten der lebensfeindlichen Welt aus Schnee und Eis suchten sie im Bug des Flugzeugs Schutz. Die Hoffnung, gefunden und gerettet zu werden, zerschlug sich. Nach einer Woche wurde die Suche eingestellt und alle Passagiere für tot erklärt. Erst nach 72 Tagen schafften es Fernando Parrado und Roberto Canessa auf eigene Faust nach Chile und holten Hilfe. Nur 16 Personen lebten noch. Die Geschichte ging als «Wunder der Anden» in die Annalen ein.
Was macht eine solche Extremsituation mit den Menschen? Diese Frage steht im Fokus des Netflix-Films «La sociedad de la nieve» (auf Deutsch «Die Schneegesellschaft»), der auf dem gleichnamigen Roman von Pablo Vierci basiert. Einfühlsam zeigt das Werk des spanischen Regisseurs Juan Antonio Bayona die Kämpfe der Passagiere mit sich selbst und untereinander. So entstand ein Konflikt über die Frage, ob man für das eigene Überleben das Fleisch verstorbener Freunde und Familienangehörige essen sollte (was man schliesslich tat).
Auch über ein halbes Jahrhundert später ist der Fuerza-Aérea-Uruguaya-Flug 571 Gegenstand von Faszination und Legenden. «Die Schneegesellschaft» beleuchtet das Thema eindrücklich, aber ohne übertriebene Skandalisierung. Die zwei Oscarnominierungen sind jedenfalls verdient. (lz)