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Der Zeitpunkt des Todes ist - wie wir in der letzten Ausgabe gesehen haben - für die Erbberechtigung entscheidend. In der Praxis wirft das Erbrecht des überlebenden Ehegatten immer wieder Fragen aus. Wenn ein Sohn oder eine Tochter vorverstorben ist, erben dann nur die Enkel oder auch der überlebende Ehegatte? Auch bei dieser Frage kommt es auf den Zeitpunkt des Todes an.
Ein Beispiel:
Die Eltern Hans und Marie haben zwei Töchter, Anita und Denise. Anita ist verheiratet mit Karl und hat drei Kinder.
- Vater Hans stirbt 2002. Das Nachlassvermögen beträgt CHF 400'000
- Dieses teilt sich zur Hälfte auf die Ehefrau Marie, also CHF 200'000
- und zur Hälfte auf die beiden Töchter Anita und Denise mit je auf CHF 100'000
- Im Jahre 2010 stirbt Anita. Der geerbte Beitrag von CHF 100'000
vom Vater stellt Eigengut dar. Dieser Betrag wird je hälftig unter
- Ehemann Karl und den drei Kindern aufgeteilt; also Ehemann CHF 50'000
- und die drei Kinder je CHF 16'666
(CHF 50'000 / 3)
Im Jahre 2016 stirbt die Mutter Marie.
- Sie hat von einer ledigen Schwester noch CHF 200'000
geerbt. Der übrige Nachlassvermögen beträgt CHF 100'000
- total also CHF 300'000
Wer erbt?
Weil die Tochter Anita vor ihrer Mutter verstorben ist;
ist deren Ehemann beim mütterlichen Nachlass nicht mehr Erbe.
Es erben alles die drei Kinder mit der Tante Denise.
- also Denise CHF 150'000
- und die drei Enkel je CHF 50'000