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Erst Fünflinge – dann Guiness-Rekord
Nach fünf Jahren Ehe entschlossen sich Chad und Amy Kempel 2012 zum ersten Mal, Kinder zu bekommen, was leider zu einer Fehlgeburt führte. Ein Jahr später musste das Paar erneut einen Verlust hinnehmen, als Amy mit Zwillingsjungen schwanger wurde, von denen beide innerhalb einer Stunde nach der Geburt starben.
Trotz der Verluste und des Schmerzes glaubte Chad, dass er und seine Frau dazu bestimmt waren, eine eigene Familie zu haben: «Unsere Vorstellungen vom Leben beinhalteten eine Familie.» Obwohl Amy kaum noch daran glaubte, probierten sie weiter, Kinder zu bekommen. 2014 brachten sie dann ihre erste Tochter Savannah auf die Welt, die zweite Tochter Avery wurde 2016 geboren.
Plötzlich fünf
Als Amy 2017 erneut schwanger wurde, erfuhr sie per Ultraschall, dass sie fünf Babys bekommen würde. «Nach Jahren des Versuchs, eine Familie zu gründen, war dies einer der Momente, in denen ich die Angst spürte. Wir hatten all diese Verluste hinter uns. Wir besuchten den Friedhof, um unsere Zwillingsjungen zu sehen. Wir hatten schreckliche Angst. Amy brach in Tränen aus, sie weinte viel, denn ihre Gebärmutter hatte es bereits schwer mit den Zwillingen», sagt Chad gegenüber CBN News. «Wird sie in der Lage sein, so viele Kinder zur Welt zu bringen, wie wir hier sehen? Ich hatte auch Angst. Ich versuchte, Amy zu unterstützen, und ich fühlte die gleiche Angst, aber wenn es klappen würde, würden wir von all diesen Kindern umgeben sein», fuhr er fort.
«Risiko-Reduktion» abgelehnt
Der Arzt schlug Amy vor, einige der Babys abzutreiben, da sie wahrscheinlich sterben werden, da es sich um mehrere Föten handelt. Aber das Paar entschied sich dagegen. Amy erklärt: «Sie treiben (die Föten) ab, ob sie gesund sind oder nicht. Und du hast nicht einmal die Garantie, dass die ein oder zwei, die übrig bleiben, es tatsächlich schaffen.» Das Paar legte die Angelegenheit in Gottes Hände. «Der Glaube stand für mich immer an erster Stelle», so Chad. «Ich legte das in Gottes Hände und betete jede Nacht: 'Bitte hilf uns dabei. Bitte nimm sie uns nicht weg.'»
Am 11. Januar 2018 brachte Amy drei Jungen und zwei Mädchen zur Welt: Lincoln, Noelle, Grayson, Preston und Gabriella. «Sie wurden mit 27 Wochen und 3 Tagen geboren und man sagte uns Minuten nach der Geburt, dass alle gesund sind. Sie seien klein und zerbrechlich, aber alle sind gesund. Das führte zu grosser Freude, und ich danke ihm (Gott) jeden Tag», sagt Chad. «Durch all unser Leid habe ich gelernt, dass nichts anderes im Leben wichtig ist.» Und er rät anderen: «Gib nicht auf. Es gibt Optionen. Höre nicht auf Ärzte, die eine negative Sicht der Dinge haben. Wenn du einen Glauben hast, einen Glauben an unsichtbare Dinge, dann ist das der richtige Zeitpunkt, um sich darauf zu stützen.»
100 Windeln pro Tag
Das Leben mit sieben Kindern war nicht einfach. Im Mai 2019 zog die Familie von Kalifornien nach Idaho, wo sie es sich leisten konnten, ein Haus mit vier Schlafzimmern zu kaufen. Amy ist dankbar, dass Chad ihr so gut es ging half, bis zu 100 Windeln pro Tag zu wechseln. «Ich bin sehr dankbar, dass es den Kindern gut geht», sagt sie heute, «aber ich glaube, die letzten vier Jahre waren die schwierigsten vier Jahre unserer 20-jährigen Beziehung. Das kann ich ohne zu zögern sagen. Wir haben einfach keine Zeit mehr füreinander.»
Da sie nur von Chads Gehalt leben – er arbeitet als Datenwissenschaftler vom Home Office aus – blieb nicht viel Geld für die Kinderbetreuung übrig. Ein wöchentlicher Einkauf kostete oft mehr als 300 bis 400 Dollar, und Amy kaufte ihre Kleidung in Secondhand-Läden.
Marathon mit Kinderwagen
2019 lief Chad den Modesto Marathon in Oakland, Kalifornien zu Ehren seiner Frau und seiner sieben Kinder. Er lief den Halbmarathon (13,1 Meilen, etwa 21 Kilometer), während er die Fünflinge in einem Kinderwagen schob. Auch Amy nahm an der Seite ihres Mannes teil, indem sie neben ihm Fahrrad fuhr. Damit stellte Chad den Guinness-Weltrekord für den schnellsten männlichen Marathonläufer auf, der einen Kinderwagen schob, nachdem er ihn in zwei Stunden und 19 Minuten absolviert hatte.
Bereits früher im Jahr 2019 hatte er den vollen Marathon mit seinen Kindern gelaufen und die 26,2 Meilen auf genau 27,3 Meilen ausgedehnt, um seine Frau zu ehren, die 27 Wochen und 3 Tage mit ihnen schwanger gewesen war. Er beschreibt seinen Lauf wie folgt: «Ich habe nur geschwitzt und hatte vergessen, wie schwer es war, die 130 Kilo extra zu schieben; die Kinder genossen es und riefen nur 'Lauf schneller, Dad'!»
Datum: 28.06.2022
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet / Christian Headlines / People