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Wissenschaft
Das weltweite Interesse am Abbau von Metallen in der Tiefsee nimmt zu – doch Regeln dafür fehlen bislang, wie das Science Media Center Deutschland ausführt.
Diese solle die Internationale Meeresbodenbehörde fertigstellen, die bis Ende März in Kingston, Jamaica, tagt. Die UN-Behörde arbeitet schon seit mehreren Jahren an einem Regelwerk.
Aktuell drängen jedoch einige Unternehmen darauf, Bergbauvorhaben in der Tiefsee zu starten. Besonders die in Manganknollen enthaltenen Metalle könnten helfen, so argumentieren die Firmen, den steigenden Rohstoffbedarf für die Energiewende zu decken.
Forschende warnen jedoch, dass der Tiefseebergbau große – und wenig erforschte – Risiken für die Ökosysteme am Meeresboden und die weitere Meeresumgebung birgt [I].Die Zeit drängt: Im Sommer 2021 informierte die kanadische Metals Company gemeinsam mit dem Inselstaat Nauru die Internationale Meeresbodenbehörde, Tiefseebergbau im Zentralpazifik starten zu wollen. Damit lösten sie eine Zwei-Jahres-Klausel aus dem Seerechtsübereinkommen aus: Sollten binnen zwei Jahren – bis Juli 2023 – die Regeln für Tiefseebergbau nicht fertiggestellt sein, müssen Anträge basierend auf dem dann gültigen Rechtsrahmen geprüft und „vorläufig bestätigt“ werden [II].
Es wäre also möglich, dass Anträge von Firmen auch ohne entsprechendes Regelwerk genehmigt werden – die Auslegung der Zwei-Jahres-Klausel sei allerdings umstritten. Einige UN-Mitglieder, darunter auch Deutschland, fordern ein Moratorium, bis die Risiken des Tiefseebergbaus ausreichend verstanden sind.
Forschenden zufolge könnte das noch Jahrzehnte dauern [I].Manganknollen – oder präziser polymetallische Knollen – kommen in großen Mengen auf dem Boden einiger Meeresregionen in mehreren Kilometern Tiefe vor. Eine dieser Regionen sei die Clarion Clipperton Zone im Zentralpazifik, in der die Metals Company ihre Bergbauvorhaben plant.
Neben Mangan, das vor allem in der Stahlproduktion zum Einsatz kommt, enthalten die Knollen Metalle, die für Batterien verwendet werden – vor allem Kupfer, Nickel und Kobalt. Eine Studie des Öko-Instituts kam kürzlich jedoch zu dem Schluss, dass die Tiefseerohstoffe nicht essenziell für die Energiewende seien [III].Dr.
Matthias Haeckel: „Interessenkonflikte gibt es keine.“[I] Amon DJ et al. (2022): Assessment of scientific gaps related to the effective environmental management of deep-seabed mining.
Marine Policy. DOI: 10.1016/j.marpol.2022.105006.[III] Manhart A et al.
(2023): The Rush for Metals in the Deep Sea. Considerations on Deep-Sea Mining.
Öko-Institut. Studie im Auftrag von Greenpeace..
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Tiefseebergbau: Rohstoffquelle Energiewende unberechenbares Risiko?