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Über Tee
Die Geschichte des Tees
Der Teestrauch wurde bereits 2'700 Jahre v. Chr. in der chinesischen Literatur erwähnt. Buddhistische Mönche brachten 500 n. Chr. den Tee nach Japan. 121 Jahre später wurde der Buddhismus in Japan zur Staatsreligion und der grüne Tee das Nationalgetränk. Anfang 17. Jahrhundert gelangte der Tee via Batavia (heute Jakarta) durch die holländische Ost-Indische Compagnie nach Europa. Mitte des 17. Jahrhunderts kam der Tee zum ersten Mal nach Deutschland, nach Ostfriesland, wo eine eigene Teekultur entstand. Schon bald darauf gründeten die Engländer ihre eigene Ost-Indische Compagnie und übernahmen das Tee-Monopol für viele Jahre. Der Seeweg dauerte damals 6 bis 9 Monate, was die Qualität des Tees verminderte. Auf dem Landweg brachte Wassili Strokow erstmals um 1618 Tee als Geschenk für den Zaren nach Russland. Der Weg führte über die Mongolei, der Karawanentee war geboren und galt als qualitativ hochwertiger als der per Schiff transportierte. Duch die Bostoner Tea Party am 16. Dezember 1773 - amerikanische Bürger protestierten gegen die hohe Teesteuer der Kolonialherren, indem sie die Teeladungen der eingelaufenen Teeschiffe (342 Teekisten, 45 Tonnen) über Bord warfen - der amerikanische Prozess zur Unabhängigkeit mit dem späteren Krieg (1775-1783) nahm seinen Lauf. Nach dem Ende des britischen Handelsmonopls für China im Jahr 1834, beteiligten sich auch andere Nationen, wie Deutschland und USA, am Teehandel. Nach der Öffnung des Suezkanal 1866 dauerte der Seeweg von Asien nach Grossbritannien nur noch 100 Tage.
Der Teestrauch
Tee ist eigentlich ein Baumgewächs und gehört zur Gattung der Kamelien. Der Baum wird für die optimale Teekultivierung durch das regelmässige Zurückschneiden auf Buschhöhe von 80-100 cm gehalten. Der immergrüne Strauch hat dunkle, gezahnte, lederartige Blätter, mit weiss bis rosa Blüten und kleinen hartschaligen Früchte (wie Haselnuss).
Die zwei Ur-Teepflanzen sind:
Thea Sinensis (chinesischer Tee) - auch ohne zurückschneiden ist sie strauchartig und wird maximal 3 bis 4 Meter hoch. Am besten gedeiht sie in gemässigten Klimazonen, kann sogar Frost vertragen.
Thea Assamica (Assam Tee) - ohne zurückschneiden ein stattlicher Baum von 15 bis 20 Meter Höhe. Ein reines Tropengewächs das viel Wärme braucht.
Durch etliche Kreuzungen der beiden Ur-Pflanzen entstanden immer feinere, aromatischere und vorallem wiederstandsfähigere Arten. Der Assamhybride hat sich als besonders geeignet gezeigt. Unterschiede in Geschmack und Güte liegen nicht nur an der Pflanze, sondern werden auch durch das Anbaugebiet, dessen Klimabedingungen, die sorgfältige Pflückung und Herstellung bestimmt.
Tee-Ernte
Die Blütezeit wird auch als Flush bezeichnet. Die erste Ernte ist im Frühjar und liefert sehr kleine Blätter und wird als First Flush bezeichnet. Die zweite Ernte im Mai wird Second Flush genannt. Die Ernten zwischen diesen zwei Perioden heissen "in between" und die Pflückung nach der zweiten Ernte nennt man "Autumnal", die Herbstpflückung. In between und Autumnal Pflückungen erreichen selten die Qualität der First und Second Flush Tees und sind meistens preisgünstiger. In den Teegärten nahe am Äquator wird alle zwei Wochen geerntet aufgrund fehlender Jahreszeiten.
Durchschnittlich werden 16 - 24 kg grünes Blattgut pro Tag geerntet, dies ergibt 4 - 6 kg fertigen Tee. Die grünen, frischen Blätter sind völlig neutral im Duft und werden erst in der Teefabrik durch eine Reihe von Produktionsvorgängen aufbereitet, daraus entsteht ein aromatischer Tee.
Tee-Sortierungen
Wir unterscheiden zwischen Blatt- und Broken-Tees. Die kleinblättrigen Broken-Tees sind naturgemäss sehr ergiebig. Die Bezeichnungen der Sortierungen varieren von Plantage zu Pantage und sind oft sehr phantasievoll. Sie sind immer eine Aussage über die Blattgrösse und dessen Aussehen und nur selten über den Geschmack (Flowery), nicht aber über die Qualität des Tees. Die qualitative Einstufung wird immer bei der Verkostung vorgenommen.
Wichtigste Sortierungen:
Flowery Orange Pekoe = FOP (Blatt-Tee)
Bei Darjeelings auch Golden Flowery Orange Pekoe (GFOP) und Tippy Golden Flowery Orange Pekoe (TGFOP). Dünnes, drahtiges Blatt mit "Tips". Tip sind die gold- oder silberfarbenen, sichtbaren Blattspitzen (buds), die weniger Gerbstoffe besitzen und sich beim Fermentieren deswegen nicht dunkel färben. Ein Zeichen, dass junge Teeblätter verwendet wurden.
Orange Pekoe = OP (Blatt-Tee)
Langes, drahtiges Blatt, grösser als FOP. Orange geht zurück auf das holländische "Oranje", das königlich bedeutet.
Pekoe = P oder Flowery Pekoe = FP (Blatt-Tee)
Kürzer und göberes Blatt als OP, oft auch offner und nicht so fein gerollt. Ceylon "low-grown"-Pekoes verfügen über ein kugeliges gerolltes Blatt. Pekoes sind kräftiger im Aufguss als Orange Pekoes.
Flowery Broken Orange Pekoe = FBOP (Broken-Tee)
Gröbere und aromatischere Qualitäten der kleinblättrigen Tees, mit sauber gearbeitetem, gut gerolltem Blatt und viele Tips, die dem Tee ein attraktives Aussehen geben.
Golden Broken Orange Pekoe = GBOP (Broken-Tee)
Sehr feiner und kräftiger Tee, vor allem bei Assam.
Broken Orange Pekoe = BOP (Broken-Tee)
Gut gearbeites Blatt mit weniger Tips als FBOP, aber kräftiger dafür nicht so blumig.
Broken Orange Pekoe 1 = BOP 1 (Broken-Tee)
Auf manchen Plantagen in Indien wird BOP 1 für den FBOP verwendet, in Ceylon werden "semi-leaf tea" l(Halb-Blatt-Tee) so bezeichnet. Die Sortierung liegt zwischen OP und BOP.
Broken Pekoe = BP (Broken-Tee)
Bei der CTC (Crushing - Tearing - Curling) Produktion ist BP die Sortierung mit sehr kräftiger Tassenqualität.
Fannings und Dust (Broken-Tee)
Beim Sieben anfallenden, kleinen und kleinsten Teilchen des Blatts ohne Stengel und Rippen. Fannings und Dust sind sehr ergiebig, kräftig, färben schnell und werden bevorzugt in Aufgussbeuteln eingesetzt.
Tee-Zubereitung
Die Zubereitungshinweise zu den einzelnen Tees finden Sie unter der Artikelbeschreibung des jeweiligen Tees. Die Hinweise sind Empfehlungen, natürlich steht es jedem Teegeniesser frei, die Zubereitung nach seinem Geschmack vorzunehmen.
Den Tee mit kochendem Wasser aufgiessen, oder bei Bedarf wie beispielsweise beim Grüntee, das Wasser aufkochen und dann auf die gewünschte Temperatur abkühlen.
Bei koffeinhaltigen Tees gilt eine Ziehzeit bis 3 Minuten als eher anregend, eine Ziehzeit über 3 Minuten als eher beruhigend.