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Sieben Eingriffe in Monte
Um die Lebensbedingungen älterer Menschen zu verbessern, muss die gesamte Bevölkerung mit einbezogen werden, wobei die Komplexität ihres Lebensumfeldes zu berücksichtigen ist. Das kleine Dorf Monte im Muggiotal (TI) wurde daher zu einer Fallstudie, in der nach innovativen Lösungen gesucht wurde, um eine positive Beziehung zwischen dem Wohlbefinden der älteren Bevölkerung und der sie umgebenden Umwelt herzustellen.
Das Projekt will dieses Ziel durch eine Reihe punktueller architektonischer Interventionen im öffentlichen Raum erreichen, die über das ganze Dorf verteilt sind. Sieben miteinander verbundene Interessenspunkte bilden einen generationenübergreifenden Weg, der die Bedürfnisse älterer Menschen sowie der ganzen Bevölkerung mit städtischen, landschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekten des öffentlichen Raums verknüpft.
Das Projekt will dieses Ziel durch eine Reihe punktueller architektonischer Interventionen im öffentlichen Raum erreichen, die über das ganze Dorf verteilt sind. Sieben miteinander verbundene Interessenspunkte bilden einen generationenübergreifenden Weg, der die Bedürfnisse älterer Menschen sowie der ganzen Bevölkerung mit städtischen, landschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekten des öffentlichen Raums verknüpft.
Texte Davos Kriterien (Selbstevaluation)
Gouvernanz
Jedem in Monte durchgeführten Eingriff liegen die Erinnerungen, Bedürfnisse, Ambitionen und Hoffnungen einer Gemeinschaft zugrunde, die befragt und angehört wurde, bevor die Planung des Projekts in Angriff genommen wurde. Aus den zahlreichen Interviews und Gesprächen mit der Bevölkerung konnten Eingriffe entwickelt werden, die im täglichen Leben des Dorfes verwurzelt sind.
Funktionalität
Jeder architektonische Eingriff wurde so konzipiert, dass er gleichzeitig mehrere Funktionen erfüllt, um die Interaktion zwischen unterschiedlichen Menschen zu fördern und ihren Bedürfnissen gerecht zu werden. Der selbe Handlauf, der die verschiedenen Punkte des Dorfes miteinander verbindet, dient sowohl als Stütze für ältere Menschen, als auch als Spielmöglichkeit für Kinder.
Umwelt
Um Eingriffe zu schaffen, die über einen langen Zeitraum Bestand haben und die spezifische Identität stärken sind lokale Materialien verwendet und neu interpretiert worden. Der Marmo d’Arzo, der nur wenige Kilometer vom Dorf entfernt abgebaut wird, wurde im Projekt vielseitig eingesetzt und von seiner kirchlichen Konnotation befreit, in der Hoffnung, zur Wiederentdeckung dieses Steins beizutragen.
Wirtschaft
Das Verlassen der peripheren Dorfkerne in Richtung von extensiven Wohngebieten, ist ein für weite Teile des Tessins charakteristisches Phänomen. Um dem entgegenzuwirken, hat die Gemeinde Castel San Pietro das Projekt von Monte ins Leben gerufen. Die Eingriffe im öffentlichen Raum werten den historischen Ortskern als attraktiven Lebensraum für ältere Menschen und Familien auf und beleben ihn neu.
Vielfalt
Die Überalterung der Bevölkerung in ruralen Regionen ist ein zentrales Phänomen des Tessins. Die Aufwertung der Lebensqualität der älteren Bewohner ist der Grundgedanke des Projekts. Um dies zu erreichen, muss jedoch die ganze Bevölkerung mit einbezogen werden. Denn die Vorfreude auf ein allfälliges Gespräch auf einer Bank ist der Grund, weshalb sich eine Betagte Person aus dem Haus begibt.
Kontext
Die Planung der Eingriffe beruht auf dem Dialog mit der Bevölkerung, einer eingehenden Untersuchung und der sorgfältigen Annäherung an die sozialen und physischen Begebenheiten. Dieser Wille, die Wandlung direkt aus dem Kontext entstehen zu lassen, hat es ermöglicht, Eingriffe umzusetzen, mit denen sich die Bevölkerung identifiziert und somit nachhaltig zu deren Langlebigkeit und Erhalt beiträgt.
Genius Loci
Es geht im Projekt Monte nicht darum, die Geschichte neu zu schreiben, sondern eine weitere Schicht der Geschichte hinzuzufügen. Das Neue soll sich organisch und selbstverständlich auf den Bestand legen. Es soll die Fähigkeit besitzen, neue und alte Erinnerungen zu kombinieren, in sich aufzunehmen, und somit für jede Bewohnerin die Identität zu stärken.
Schönheit
Der Umgang mit einem Ort, der in sich schon stimmig und schön ist, ist vielleicht der schwierigste. Das ist der Fall von Monte - ein charmanter Ortskerns auf saftig grünen Hügeln. Es waren demnach Eingriffe gefordert, welche sich nicht über- oder unterordnen, sondern in das Dorfgefüge einordnen und jede Art von Spektakularisierung des "Neuen" vermeiden.
Eigenschaften
Ort
Monte, Castel San Pietro
Baukategorie (SIA 102)
Weitere
Art der Aufgabe
*
Art des Verfahrens
Direktauftrag
Baukosten in CHF (SIA 416)
500'000
Geschossfläche in m² (SIA 416)
-
Planung
2020 → 2022
Fertigstellung
2022 → 2022
Inbetriebnahme
2022