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Vorläufer der ersten Bundesverfassung, die am 12. September 1848 in Kraft gesetzt wurde, war der am 9. September 1814 verabschiedete und am 7. August 1815 in Kraft gesetzte Bundesvertrag. Dieser zwischen zweiundzwanzig Kantonen abgeschlossene Vertrag wurde mit den Worten: «Im Namen Gottes des Allmächtigen!» überschrieben – dieser Satz steht als erster auch in der heutigen Bundesverfassung in der Präambel. Der Bundesvertrag, der den Staatenbund begründete, bestand gerademal aus fünfzehn Artikeln und hatte insbesondere die Gleichberechtigung und die Freiheit der Kantone zu sichern. Die einzige Kompetenz des Bundes lag in der Sicherheitspolitik, welche zur Wahrung der Neutralität in gemeinsame Obhut gelegt wurde.
Der Bundesvertrag vom 7. August 1815 bestand aus einer Seite. Diese beinhaltete die Präambel, fünfzehn Artikel, einen Prolog sowie die Unterschriften der zweiundzwanzig Kantons-Abgeordneten. Der Vertrag war das Fundament des Staatenbundes in welchem den Kantonen ihre gleichberechtigte Freiheit zugesichert wurde – auf ein Sonderbundsverbot wurde verzichtet.
Als wichtiges Addendum der einzelnen Artikel ist zu lesen: «Die XXII Cantone constituiren sich als Schweizerische Eidgenossenschaft; sie erklären, dass sie frei und ungezwungen in diesen Bund treten, denselben im Glück wie im Unglück als Brüder und Eidgenossen getreulich halten, insonders aber, dass sie von nun an alle daraus entstehenden Pflichten und Verbindlichkeiten gegenseitig erfüllen wollen; und damit eine für das Wohl des gesammten Vaterlandes so wichtige Handlung, nach der Sitte der Väter, eine heilige Gewährschaft erhalte, so ist diese Bundesurkunde nicht allein durch die bevollmächtigten Gesandten eines jeden Standes unterzeichnet und mit dem neuen Bundesinsiegel versehen, sondern noch durch einen theuren Eid zu Gott dem Allmächtigen feierlich bekräftiget worden.» Dann folgte der Prolog für die Unterzeichnung des Vertrages durch die zweiundzwanzig Abgeordneten: «Also geschehen, unterschrieben und besiegelt durch die nachgenannten Herren Gesandten und Legationsräthe der eidgenössischen Stände, in Zürich den siebenten Augustmonat im Jahr nach Christi Geburt ein Tausend acht Hundert und fünfzehn.»
Obenstehendes Bild zeigt in einem zeitgenössischen Kupferstich von Jean Godefroy nach dem Gemälde von Jean-Baptiste Isabey die Delegierten an den vom 18. September 1814 bis 9. Juni 1815 dauernden Verhandlungen.
Dieser neue Bundesvertrag entstand einerseits unter Druck der Europäischen Grossmächte, weil im März 1814 zwischen den beiden politischen Lagern der Schweiz beinahe ein Bürgerkrieg ausbrach. Ebenfalls kann er als Folge der vom 18. September 1814 bis 9. Juni 1815 dauernden Verhandlungen von zweihundert Europäischen Staaten, Herrschaften, Körperschaften und Städten eingestuft werden. In diesen langwierigen Verhandlungen, die drei Hauptanliegen zum Ziel hatte – Restauration, Legitimität, Solidarität -, wurden nach der Niederlage von Napoleon Bonaparte neue Staaten definiert und die Grenzen der einzelnen Staaten neu festgelegt.
Auf der obenstehenden Karte sind in grauer Farbe jene Gebiete zu erkennen, die der Schweiz aberkannt und in roter Farbe diejenigen, die der Schweiz an den beinahe neun Monate dauernden Verhandlungen zugesprochen wurden.
Der Schweiz wurde in der territorialen Neuordnung das Veltlin, Chiavenna und Bormio sowie die Stadt Müllhausen aberkannt. Ebenfalls musste die Herrschaft über Nordsavoyen, das neutralisiert wurde, aufgegeben werden. Doch als Ausgleich wurden der Schweiz auch Gebiete zugesprochen – das damalige Fürstbistum Basel, das Fricktal, die beiden Herrschaften Rhäzüns und Tarasp sowie einige Gemeinden um die Stadt Genf. Besonders wichtig war, dass an den Verhandlungen die immerwährende bewaffnete Neutralität und die Unabhängigkeit der Schweizerischen Eidgenossenschaft anerkannt wurden.
Unsere Frage lautet: «Unter welchem Namen gingen die Verhandlungen, welche zwischen dem 18. September 1814 und dem 9. Juni 1815 geführt wurden, in die Geschichte ein?»
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Einsendeschluss: Freitag, 20. April 2012
Bild-Quellen:
Bild A: Wikipedia
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