Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/77651

<h2>SubmittedText<h2><p>Immer wieder neue Enthüllungen und Geständnisse bringen zunehmend das wahre Ausmass des Dopingübels an den Tag und fügen damit dem Sport einen gewaltigen Schaden zu.</p><p>1. Wie beurteilt der Bundesrat die sich laufend verschlechternde Situation im Sport durch immer häufiger auffliegende Dopingskandale?</p><p>2. Will der Bundesrat an der bisherigen Dopingpolitik festhalten, oder sind längst fällige Korrekturen geplant?</p><p>3. Wann gedenkt der Bundesrat die Unesco-Konvention gegen Doping endlich dem Parlament zur Ratifizierung vorzulegen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Dem Bundesrat sind die jüngsten Entwicklungen der Dopingfälle bekannt, und er nimmt zu den Fragen wie folgt Stellung:</p><p>1. Der Bund fördert die Dopinginformation und -prävention mit namhaften jährlichen Beiträgen. Diese Bemühungen (insbesondere bei den Jugendlichen) werden stark beeinträchtigt, wenn Sportstars des Dopings überführt werden oder es zugeben und dann letztendlich das Bild entsteht, dass dies keine allzu grossen Konsequenzen hat. Insbesondere ist es befremdend, dass Personen, die den Dopingmissbrauch zugaben oder denen Doping nachgewiesen wurde, die aber nicht aktiv an der weiteren Aufdeckung der Dopingpraktiken mithalfen, weiterhin in verantwortlichen Positionen im Sport tätig sind.</p><p>2. Die Dopingbekämpfung ist primär Sache des privatrechtlich organisierten Sports. Gemäss Kooperationsvereinbarung zwischen dem VBS und Swiss Olympic hat Swiss Olympic die Führung in diesem Thema. Der Bund unterstützt heute die Dopingbekämpfung durch Massnahmen in der Prävention und Forschung sowie mit Beiträgen für die Dopingkontrollen an Swiss Olympic mit jährlich rund 1,8 Millionen Franken. Damit trägt er drei Viertel der direkten Kosten der Dopingbekämpfung von jährlich rund 2,4 Millionen Franken. Zudem fördert der Bund zusammen mit Swiss Olympic verschiedene Massnahmen in der Sucht- und Dopingprävention im Rahmen von "Jugend und Sport", "cool and clean" sowie in der Aus- und Weiterbildung von Leitern und Trainern.</p><p>Anlässlich seiner Aussprache vom 22. September 2006 hat der Bundesrat beschlossen, keine zusätzlichen Mittel für die Dopingbekämpfung zu sprechen. Allfällige Mehrkosten sind durch den privatrechtlich organisierten Sport selber zu tragen. Der Bundesrat ist aber bereit, im Rahmen der bevorstehenden Revision des Bundesgesetzes über die Förderung von Turnen und Sport Verbesserungen der Rahmenbedingungen in der Dopingbekämpfung zu prüfen.</p><p>3. Der Bundesrat hat die Botschaft zum Beitritt zur Unesco-Konvention am 5. September 2007 zuhanden des Parlamentes verabschiedet.</p>  Antwort des Bundesrates.