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Filmkritik: Familienzusammenhalt72. Internationale Filmfestspiele Berlin 2022
Alcarràs ist ein bescheidener Ort im spanischen Katalonien. Hier lebt die Grossfamilie Solè von ihrer Pfirsichplantage. Eines Tages informiert sie der Besitzer des Grundstücks, dass er die Verpachtung auflösen möchte und stattdessen Solaranlagen auf dem Land installieren will. Grossvater Rogelio (Josep Abad) ist enttäuscht, hatte er doch mit den Vorfahren des Besitzers ein derart inniges Vertrauensverhältnis. Doch ohne schriftlichen Vertrag ist nichts zu machen, da gelten keine mündlichen Absprachen mehr.
Während sich seine Schwestern und insbesondere sein Schwager (Carles Cabós) langsam mit der Situation anfreunden und nach einer Lösung suchen, bliebt Qumet (Jordi Pujol Dolcet) stur. Bis zum letzten Tag und zur letzten abgelesenen Pfirsich wird er an dem Stück Land festhalten, aus dem er seinen Stolz und sein Selbstwertgefühl speist. Doch es ist ein Kampf als David gegen Goliath. Was es noch bitterer macht ist, dass es in diesem Fall gar keine klaren Bösen gibt, die man zur Rechenschaft ziehen könnte.