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Unsägliche Not
Zeitweise weilten zehntausende fremde Soldaten im Land und mussten verköstigt werden. Pro Haus wurden 4 bis 6 Offiziere oder Soldaten einquartiert mit dem Anrecht auf ein Zimmer, ein Bett und Licht (Kerze). Und je nach der Partei, die gerade auf der Siegerseite stand, änderte auch das politische Regime. Handel und Gewerbe kamen zum Erliegen, Wiesen und Felder waren durch Kämpfe niedergetrampelt, die Häuser und Ställe teilweise durch Plünderungen zerstört und das Vieh eingezogen oder geschlachtet. Aufgrund der Kriegswirren konnte kaum noch Korn eingeführt werden und nur gerade die Hälfte einer normalen Ernte eingebracht werden. Die Brotpreise stiegen auf das Zwei- bis Vierfache. Die Kriegsjahre brachten grosses Elend und unsägliche Not über unseren Kanton. Notleidende Kinder wurden in andere Kantone gebracht, um wieder aufgepäppelt zu werden.
Suworow, Masséna, Molitor und Hotze
Bekannt aus dieser Zeit ist vielen nur gerade General Suworow, der mit seinen Truppen aus Italien über die Alpen ins Glarnerland kam, während die französischen Befehlshaber Masséna oder Molitor in Vergessenheit geraten sind. Dies ist erstaunlich, da die Russen nur während fünf Tagen hier waren, während dem die Franzosen die Schweiz während rund fünf Jahren besetzten. Das widerspiegelt das Empfinden der Einwohner, welche die Franzosen als Besetzer wahrnahmen und demzufolge die Russen als Befreier.
Fred Heer öffnet mit seinen versierten Ausführungen ein Fenster in die Geschichte unseres Kantons, die so detailliert nicht allgemein bekannt ist. Der Blick zurück zeigt, dass kriegerische Handlungen immer Not und Leid für die Bevölkerung bedeuten. Der Vortrag wurde organisiert vom Kulturforum Brandluft und der General Bachmann Gesellschaft Näfels.