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Nur wenige Wochen nach dem Gewinn der Silbermedaille an den Europameisterschaften der Amateurinnen in Lausanne gab es für Albane Valenzuela den zweiten Grosserfolg: Die Genferin musste sich am 117. U.S. Woman’s Amateur erst im Final Sophia Schubert geschlagen geben und wurde hervorragende Zweite.
Das wohl wichtigste und prestigeträchtigste Amateurturnier der Welt ist ein veritabler Marathon, der für die Finalistinnen in einem 36-Loch Matchplay endet. 2017 waren 1327 Spielerinnen gemeldet, die zuerst einmal durch die regionalen Qualifikationsturniere mussten. Eine Runde Strokeplay und dann war die Sache für die meisten schon gegessen, denn nur 156 Spielerinnen (aus 21 verschiedenen Nationen) konnten nach San Diego ans Finalturnier reisen. Albane Valenzuela blieb die Qualifikationsrunde aufgrund ihrer guten Leistungen an den US Open und der ANA Inspiration (und ihrer Position in der Weltrangliste) allerdings erspart. Trotzdem warteten in Kalifornien immer noch einige Knacknüsse auf die junge Schweizerin und ihre Mitbewerberinnen: Zuerst wieder zwei Runden Strokeplay, in denen das Feld auf 32 Spielerinnen reduziert wurde (Valenzuela war da auf dem geteilten 11. Platz) und dann viermal im Matchplay Format bis zum Finaltag.
Valenzuela meisterte alle Hürden bis in den Final gegen die für die Texas Longhorns (Team der University of Texas) spielende Schubert, auch wenn es in der ersten Matchplayrunde gegen Cheyenne Knight (Weltnummer 7) mit 1 Up einen knappen Sieg gab. Die nächsten drei Runden überstand die Studentin der Stanford University dann mit 4 & 3 und zweimal 3 Up jeweils souverän. Im Final gegen Schubert harzte es dann aber leider – wie schon am Finaltag in Lausanne – auf den Greens. Valenzuela: „Ich habe während fünf Matchplays konstant gespielt, aber am Sonntag vergab ich leider zu viele Putts.“ Sie lag bereits nach 11 von 36 zu spielenden Löchern 4 Down und kämpfte in der Folge vergeblich gegen diesen Rückstand an. Ein Birdie auf dem ersten Loch der zweiten Runde liess zwar nochmals leise Hoffnung aufkommen, aber Schubert spielte an diesem Tag nur ein einziges Bogey und holte sich mit Birdies am 29. und 31. Loch den schliesslich ungefährdeten Sieg.
Valenzuela, die aktuelle Dritte im Woman’s World Amateur Ranking, darf aber dennoch stolz auf ihre Leistung sein, durch die sie bereits für das US Woman’s Open 2018 im Shoal Creek Golf Club (Alabama) qualifiziert ist. Und ein kleiner Trost mag auch sein, dass selbst die grosse Annika Sorenstam 1992 mit dem zweiten Platz (ihr bestes Resultat an einem U.S. Women’s Amateur) vorlieb nehmen musste.
Ein besonderes Kapitel Golfgeschichte schrieben im Viertelfinal aber auch die erst 13jährige Chia Yen Wu (Taiwan) und Lauren Stephenson (USA). Ihr 18-Loch Matchplay endete erst an Loch 30 mit dem überraschenden Erfolg der jüngsten Spielerin im Feld, die erst im Halbfinal von der späteren Siegerin Schubert gestoppt werden konnte.
Text: Peter Hodel
Foto: USGA / Steven Gibbons