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Heinrich Escher-Zollikhofer, der längere Zeit in Amerika gelebt und sich dort ein bedeutendes Vermögen erworben hatte, kehrte in die Schweiz zurück und erwarb das „Schwertgut“ in der Enge. Nach eigenen Plänen liess er zwischen 1826 und 1831 einen interessanten Park und auf dem schönsten Aussichtspunkt das herrschaftliche Patrizierhaus „BELVOIR“ errichten. Nach seinem Tode ging das Belvoir an seinen einzigen Sohn, Alfred Escher, über.
Alfred Escher lebte von 1819 - 1882. Er war hoch begabt und widmete sein Leben der Politik und dem Fortschritt. Mit 25 Jahren trat er als Liberaler in den Grossen Rat ein. 1845 war er der letzte Bürgermeister von Zürich und anschliessend wurde er Nationalrat. Er war der Hauptschöpfer der Nordostbahn, der Gotthardbahn und des Polytechnikums sowie Gründungsmitglied der Kreditanstalt. Alfred Escher’s Frau starb bereits mit 25 Jahren und hinterliess ihn mit Tochter Lydia, welche recht eigenwillig war und ihm einige Sorgen bereitete. Als Alfred Escher 1882 verstarb, ging der ganze Besitz an die Alleinerbin Lydia.
Lydia Welti Escher lebte in einer unglücklichen und kinderlosen Ehe. Als der Radierer, Kunstmaler und Bildhauer Karl Stauffer, ein Schulkamerad von Welti, nach Zürich kam, richteten ihm Herr und Frau Welti ein Atelier im Gewächshaus des Gutes ein und zahlten ihm ein festes Gehalt. Stauffer versprach dafür, alle seine Werke der Familie zu überlassen. Er konnte sich auch auf Kosten der Familie Welti zwei Jahre in Italien inspirieren lassen. Lydia liess ihn jedoch zurückrufen, als ihr Gatte krank wurde. Schon bald begann eine Romanze zwischen Lydia und dem Künstler. Stauffer missbrauchte jedoch Lydias Liebe. Er wollte sich bereichern und machte Pläne zur totalen Veränderung des Besitzes, stellte ein Testament zu seinen Gunsten aus und wollte schliesslich das Belvoir für eine Million Franken verkaufen, um nach Florenz auszuwandern. Bevor es jedoch soweit kam, söhnten sich die beiden Ehegatten aus und Lydia zog einen Schlussstrich unter ihre Affäre mit Karl Stauffer. Der ruinierte und verzweifelte Künstler beging darauf Selbstmord. Auch Lydia machte ihrem Leben nach ein paar reuegeplagten Jahren ein Ende.
Das Belvoir vermachte sie der Gottfried Keller-Stiftung. Es diente zuerst als Pension, konnte aber nicht gewinnbringend bewirtschaftet werden. 1901 kaufte die Stadt Zürich das Belvoir und ab 1925 vermietete sie es dem Schweizerischen Wirteverband. Seit dieser Zeit findet man in diesem schönen Park die Schweizerische Fachschule für das Gastgewerbe, wo Studenten aus aller Welt sich zu Fachleuten ausbilden lassen. 1980/81 wurde am Rande des Parks ein neues Schulgebäude erstellt und das „Restaurant Belvoirpark“ renoviert. Das heutige stilgerechte Kleid erhielt das Restaurant mit der Renovation und Modernisierung im rückwärtigen Bereich in den Jahren 1988/89. Seit dem Martinimahl im November 1983 ist die Zunft Wollishofen im Belvoirpark zu Hause.