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Letztes Jahr lief The Borrower Arrietty in den Japanischen Kinos, läuft aktuell in Frankreich und wird hoffentlich auch im deutschen Sprachraum irgendwann anlaufen. Ein neuer Ghibli Film und ein neuer Eintrag in der schon mehr als zehn Jahre andauernden Geschichte um Hayao Miyazakis Suche nach einer geeigneten Nachfolge.
Zuerst wurde Yoshifumi Kondo, ein Animator beim Studio Ghibli und langjähriger Weggenosse von Miyazaki, mit Whisper of the Heart 1995 als dritter Regisseur neben Miyazaki und Takahata aufgestellt, verstarb dann aber 1998 angeblich an Überarbeitung. Miyazaki kündete darauf seinen Rücktritt an, führte aber schon 2001 bei Spirited Away wieder Regie.
Als nächstes war Hiroyuki Morita dran – ebenfalls ein Animator bei Ghibli. Er übernahm 2002 The Cat Returns, ursprünglich ein 20-minütiges Projekt für ein Vergnügungspark, nach dem Abbruch des Projektes dann ein 45-minütiges internes Kurzfilmprojekt und schliesslich ein 75-minütiger Spielfilm. Der Film wirkte dann auch entsprechend aufgeblasen und konnte nur bedingt als Ghibli-Produktion überzeugen.
Beim nächsten Projekt versuchte es Miyazaki dann 2004 mit Mamoru Hosoda bei Howl’s Moving Castle, für einmal kein bestehender Ghibli-Mitarbeiter. Hosoda verliess das Projekt aber abrupt und Miyazaki sprang für ihn ein. Wahrscheinlich verstritten sich Hosoda und Miyazaki wegen stilistischen Differenzen – mit A Girl Who Leapt Through Time und Summer Wars hat Hosoda seither zumindest mit zwei Highlights der letzten Jahre sein Können gezeigt.
Als nächstes versuchte es dann 2006 der Sohn von Miyazaki, Goro, mit Tales from Earthsea. Angeblich haben Hayao und Goro während er Produktion kein Wort gewechselt, da Hayao der Ansicht war, sein Sohn sei noch nicht für die Regie bereit. Der Film erhielt die schlechtesten Bewertungen aller Ghibli-Filme aber zumindest scheint es mit Goro damit nicht vorbei zu sein, arbeitet er doch schon an seinem nächsten Ghibli-Projekt.
Ab diesem Punkt scheint Miyazakis Rücktritt mittelfristig vom Tisch zu sein und mit Ponyo führte er 2008 auch wieder bei einer starken Produktion Regie.
Die Suche nach einer Nachfolge ist damit aber nicht vorbei und 2010 durfte dann Hiromasa Yonebayashi bei The Borrower Arrietty Regie führen. Mit Hirosama ist Ghibli wieder beim Versuch, aus ihren Animatoren die zukünftigen Regisseure zu machen. Zwar hat Miyazaki das Drehbuch geliefert, doch ist Arrietty das bisher überzeugendste Produkt von Ghiblis Suche nach der nächsten Generation von Regisseuren.
Für Goros nächstes Projekt, eine Adaption eines Shoujo-Manga von 1980, scheinen sich Vater und Sohn wieder versöhnt zu haben, schreibt Hayao immerhin am Drehbuch mit.
Dazu redet der Produzent vom Studio Ghibli, Toshio Suzuki, im Moment von einem Fünf-Jahres-Plan, bei dem die ersten drei Jahre jungen aufstrebenden Regisseuren gewidmet sind, die weiteren beiden Jahre aber der Produktion von Epen. Miyazaki soll schon an seinem nächsten Werk arbeiten – nach Suzuki das beste seiner Karriere – und Isao Takahata, nach einer mehr als zehnjährigen Absenz, soll auch wieder an einem neuen Projekt arbeiten.