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Tampere Longitudinal Study on Aging
Besseren Einblick in die Ursachen von Einsamkeit bei älteren Erwachsenen lieferten die Daten aus der Tampere Longitudinal Study on Aging (TamELSA, Finnland), die 1979 als Teil der Elf-Länder-Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Gesundheitsversorgung begann. In einem Zeitraum von 28 Jahren wurde untersucht, ob Veränderungen von bestimmten Faktoren, die mit Einsamkeit in Verbindung gebracht werden, auch zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit führen, einsam zu werden.
- Die TamELSA-Studie lieferte Belege für die Annahme, dass der Verlust sozialer und persönlicher Ressourcen die Wahrscheinlichkeit, einsam zu werden, erhöht und nicht durch ein kleines Netzwerk oder eine schlechte Gesundheit verursacht wird. «Dies passt zu der Idee, dass Einsamkeit als Ergebnis einer subjektiven Bewertung der Diskrepanz zwischen erreichten bzw. verlorenen Beziehungen im Vergleich zu erwünschten Beziehungen verstanden wird», sagen die Forscher.
- Die Studie legt zudem nahe, dass der Verlust psychischer Ressourcen, wie z. B. eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit, die Wahrscheinlichkeit der Einsamkeit ebenfalls stark erhöht. In Übereinstimmung mit der Studie von Fry und Debats (2002) haben die Forschenden herausgefunden, dass eine Verringerung der persönlichen psychischen Ressourcen im Vergleich mit einer Verringerung der sozialen Ressourcen der relevantere Faktor zur Vorhersage für Einsamkeit ist.
- Die Wirkung von Stimmung, Nutzlosigkeit, Reizbarkeit und Nervosität machen zusammen einen kleineren Anteil von etwa 17 % des Unterschieds bei der Wahrscheinlichkeit, einsam zu werden, aus.
- Schliesslich scheint auch eine Verringerung der sozialen Aktivitäten zu verstärkten Gefühlen der Einsamkeit zuführen. «Dieses gesteigerte Gefühl der Einsamkeit kann das Ergebnis einer Unfähigkeit sein, verloren gegangene Tätigkeiten oder Rollen durch neue zu ersetzen, was zu einem verminderten Wohlbefinden führt, mit dem Einsamkeit eng verbunden ist» (z. B. Fees et al. 1999), halten die Forschenden fest.
Darüber hinaus wurden auch geschlechtsspezifische Unterschiede untersucht. Laut der Wissenschaftler werden die Unterschiede durch «ungleiche Voraussetzungen gegenüber Risikofaktoren» erklärt, so werden Frauen z. B. häufiger verwitwet.
Die Studie wirft ein neues Licht auf die relative Bedeutung sozialer und psychologischer Ressourcen bei der Vermeidung von Vereinsamung älterer Menschen und erlaubt den Schluss, dass «die Beziehungen und deren Qualität für alle Jahrgänge die wichtigsten Schutzfaktoren für die Vermeidung von Einsamkeit sind.»
«Deshalb sind Massnahmen, die die Qualität der bestehenden Beziehungen verbessern oder neue enge soziale Kontakte aufbauen, fast immer hilfreich», sagt Altersforscher Huxhold. «Einsamkeit im höheren Lebensalter hängt aber auch häufig mit schwindenden Möglichkeiten, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen, zusammen» und sieht Angebote, die Kontaktmöglichkeiten für Ältere schaffen, um Einsamkeit vorzubeugen als sinnvoll (Deutsches Ärzteblatt, 26/2022).