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La Coudre–Chamont (Neuchâtel)
|Kürzel||NCh|
|Bahntyp||Standseilbahn|
|Betriebseröffnung||1910-09-17|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1910 eröffnete und von Beginn an elektrifizierte (Drehstrom) Standseilbahn gehörte der Aktiengesellschaft «Neuchâtel–Chaumont» (NCh). Bestandteile des Unternehmens bildeten die Standseilbahn La Coudre–Chaumont einerseits, das Tramway Neuchâtel–La Coudre andererseits. Die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Bilanz der Trambahn wurden in der Statistik nicht gesondert ausgewiesen und sind bei der Standseilbahn enthalten. Letztere gehörte mit einer Strecke von 2016 Metern zu den längsten Anlagen solcher Art in der Schweiz. Mit dem Bau beauftragte man die Von Roll AG Bern.
Die ganzjährig verkehrende Standseilbahn führte vom etwas ausserhalb der Stadt Neuenburg gelegenen La Coudre auf den Ausflugsberg Chaumont, auf dessen Hochplateau sich zwei Hotels sowie der «Tour de Chaumont» befanden. Der Turm war im Besitz der NCh. Dessen Buchwert einschliesslich «Diverses» veranschlagte die Statistik bei den «Nebengeschäften» mit 54'000 Franken. Dieser Betrag ist in der Bilanz, nicht aber in den Baukosten enthalten. Gleiches gilt für die oben genannte Trambahn, die in der Statistik mit einem Bauaufwand von 189'000 Franken erschien (Stand 1920). Die Bilanz und das Anlagekapital der NCh waren deshalb deutlich höher als die für die Standseilbahn allein ausgewiesenen Baukosten. Die Zinspflichten wiederum bezogen sich auf die Gesamtunternehmung.
Der Zusammenzug von Seil- und Trambahn in gewissen Finanzzahlen erschwert den Überblick. Die Betriebsergebnisse der Standseilbahn bewegten sich jedenfalls durchwegs im positiven Bereich und waren insbesondere vor dem Ersten Weltkrieg ansprechend. Viel weniger erfolgreich und mitunter defizitär wirtschaftete hingegen das Tram. Die Kriegsjahre selbst überstand die Seilbahn ohne grösseren Schaden, obwohl das Passagieraufkommen merklich sank und das Transportangebot ab 1918 reduziert werden musste. Trotz der Sparmassnahmen stiegen die Betriebskosten jedoch markant an. Passivsaldi musste die NCh indessen keine vortragen. Gemessen am Anlagekapital hielten sich auch die schwebenden Schulden mit 38'000 Franken anno 1920 in überschaubaren Grenzen. Eine Dividende konnte das Gesamtunternehmen NCh in der beobachteten Periode allerdings nie ausrichten.
Die Baukosten der zweischienigen Seilbahn waren mit 291'900 Franken pro Bahnkilometer ausserordentlich tief. Sie gehörte damit zu den billigsten Anlagen dieser Art in der Schweiz. Allerdings ist nicht immer transparent, welche Kosten im Detail der Trambahn und welche der Standseilbahn zugeschlagen wurden. Der überwiegende Teil der Seilbahn verlief in Einschnitten, ein beträchtlicher Teil von 730 Metern jedoch auf Brücken und Durchlässen. Hauptkostenpunkt war wie bei den meisten Standseilbahnen der Unterbau, der 46 Prozent des Gesamtaufwands auf sich vereinigte. Die Rollmaterialkosten berechnete die NCh ab 1911 anders als 1910, indem fortan die Aufwendungen für das Drahtseil und die Seiltragrollen sowie für die mechanischen und elektrischen Einrichtungen in der Höhe von zusammen rund 55'000 Franken separat ausgewiesen wurden.
Vergleiche auch den Kommentar zur Trambahn Neuchâtel–La Coudre (NCh).
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: