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Inhaltsverzeichnis
Bussen und Geldstrafen
Sowohl die Geldstrafe als auch die Busse verpflichten eine verurteilte Person dazu, einen bestimmten Geldbetrag an den Staat zu bezahlen.
Busse
Die Busse ist eine Strafe in Form eines fixen Geldbetrags. Bei der Busse ist der bedingte Strafvollzug nicht möglich. Sie muss in jedem Fall bezahlt werden. Für den Fall, dass eine Person die Busse nicht bezahlt, legen die Gerichte bereits im Urteil eine Ersatzfreiheitsstrafe von mindestens einem Tag und höchstens drei Monaten fest.
Geldstrafe
Die Geldstrafe setzt sich aus einer bestimmten Anzahl Tagessätze zu einem bestimmten Geldbetrag zusammen. Die Anzahl der Tagessätze ist abhängig von der Straftat, für die ein Gericht eine Person verurteilt. Die Höhe eines einzelnen Tagessatzes legt es aufgrund der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen der straffälligen Person zum Zeitpunkt des Urteils fest (Einkommen, Vermögen, Lebensaufwand, Unterstützungspflichten, Existenzminimum). Gerichte können Geldstrafen bedingt oder unbedingt aussprechen werden. Zusammen mit einer bedingten Geldstrafe wird in aller Regel eine (unbedingte) Busse ausgesprochen (vgl. Art. 42 Abs. 4 StGB).
Verurteilte Personen können Geldstrafen und Bussen unter bestimmten Voraussetzungen in gemeinnütziger Arbeit verbüssen (siehe unten).
Wenn die verurteilte Person die Geldstrafe innerhalb der durch die Behörde festgelegten Frist (ein bis sechs Monate) nicht bezahlt und wenn die Behörden die Zahlung auf dem Betreibungsweg nicht erzwingen können, tritt an die Stelle der Geldstrafe eine Ersatzfreiheitsstrafe. In diesem Fall entspricht ein Tagessatz einem Tag Freiheitsstrafe (Art. 36 StGB).
Freiheitsstrafen
Eine Freiheitsstrafe ist eine hoheitlich angeordnete Strafe, die die persönliche Bewegungsfreiheit der einzelnen Person einschränkt.
Bei den unbedingten Freiheitsstrafen erfolgt der Vollzug in der Regel in Form des Progressionsvollzugs: Die Vollzugsbehörden können den inhaftierten Personen Vollzugsöffnungen gewähren, um sie schrittweise auf die Wiedereingliederung vorzubereiten. Vom Antritt der Strafe oder Massnahme bis Vollzugsende durchläuft die inhaftierte Person somit verschiedene Vollzugsstufen. Diese sind hier beschrieben.
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Kann eine verurteilte Person eine Busse oder Geldstrafe nicht bezahlen und können die Behörden den Betrag auf dem betreibungsrechtlichen Weg nicht einfordern, tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe. Bei Geldstrafen wird die Höhe der Ersatzfreiheitsstrafe im Rahmen der Umwandlung durch die Anzahl der Tagessätze bestimmt. Bei Bussen legt die ausfällende Behörde die Höhe der Ersatzfreiheitsstrafe gleichzeitig mit der Busse fest.
Rahmenbedingungen & Durchführung
Veröffentlichungen
Alternative Vollzugsformen
Statt eine unbedingte Strafe in einer Vollzugsinstitution zu verbüssen, können verurteilte Personen auch darum ersuchen, die Strafe in einer der drei besonderen Vollzugsformenzu verbringen:
- Gemeinnützige Arbeit (bis 6 Monate Freiheitsstrafe),
- Electronic Monitoring (von 20 Tage bis zu 12 Monate Freiheitsstrafe) und
- Halbgefangenschaft (bis 12 Monate Freiheitsstrafe).
Damit sie ihre Strafe in einer besonderen Vollzugsform verbüssen kann, muss die verurteilte Person ein Gesuch stellen und die Vollzugsbedingungen einhalten. Folgende Bedingungen müssen dafür gegeben sein:
- Die verurteile Person muss über ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz verfügen und das Gericht darf keine Landesverweisung ausgesprochen haben.
- Es darf nicht die Gefahr bestehen, dass die Person flieht oder erneut straffällig wird.
Gemeinnützige Arbeit
Straffällige Personen können eine Busse, Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten durch gemeinnützige Arbeit verbüssen. Sie arbeiten ihre Strafe in ihrer Freizeit in sozialen Einrichtungen ab, etwa in einem Spital, einem Altersheim oder einer Natur- und Umweltschutzorganisation.
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- Unbedingte Freiheitsstrafen bis höchstens sechs Monate: Die gerichtlichen Behörden weisen die Person schriftlich darauf hin, dass sie die Strafe in gemeinnütziger Arbeit verbüssen kann.
- Geldstrafen und Bussen: Personen, die ein Gericht zu einer Geldstrafe oder Busse verurteilt hat, können mit untenstehendem Online-Formular ein Gesuch stellen, um die Strafe in gemeinnütziger Arbeit zu verbüssen.
Electronic Monitoring (Frontdoor)
Im Electronic Monitoring (EM) Frontdoor setzt die verurteilte Person die bisherige Arbeit, Ausbildung oder Beschäftigung während der Strafverbüssung fort. Sie verbringt die Ruhe- und Freizeit jedoch im elektronisch überwachten Hausarrest. Überwacht wird das Electronic Monitoring mittels eines Senders, der am Fussgelenk der verurteilten Person angebracht ist.
Nebst Electronic Monitoring Frontdoor gibt es weitere Anwendungsformen des Electronic Monitoring. Weiterführende Informationen finden Sie unter dem nachstehenden Link:
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Die Strafvollzugsbehörden können die Bewilligung, dass eine verurteilte Person ihre Strafe in Electronic Monitoring verbüssen kann, an Auflagen und Bedingungen knüpfen. So zum Beispiel an die Teilnahme an einem Lernprogramm.
Verurteilte Personen müssen für das Electronic Monitoring 600 Schweizer Franken im Monat bezahlen. Auf begründetes Gesuch können die Bewährungs- und Vollzugsdienste diesen Beitrag ganz oder teilweise erlassen.
Halbgefangenschaft
In der Halbgefangenschaft (HG) verbringt die verurteilte Person die Ruhe- und Freizeit in einer Institution des Freiheitsentzugs. Tagsüber geht sie einer geregelten Arbeit, einer Beschäftigung oder einer Ausbildung ausserhalb der Institution des Freiheitsentzugs nach. Mit dieser Vollzugsform ermöglichen die Strafvollzugsbehörden den Verurteilten, in ihrem beruflichen und sozialen Umfeld zu verbleiben.