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Trotz internationaler Sanktionen und rekord-tiefen Ölpreisen, hat Russland seine Anstrengungen zur Ölförderung in der Arktis noch verstärkt. Das ist ein sehr risikoreiches Spiel. Trotzdem sind sowohl die russischen Behörden wie auch die beiden staatlichen Gesellschaften Rosneft und Gazprom sicher, dass die geleisteten Investitionen sich später auszahlen werden.
Im April hat der staatliche Ölgigant Rosneft damit begonnen, die am nördlichsten liegende Ölquelle der russischen Arktis im Gebiet Katangsky in der Laptevsee zu erschliessen. Im Juni darauf stiess die Firma bereits auf Öl. Nun hat die Gesellschaft vor kurzem bekannt gegeben, dass die zu fördernde Menge bei über 80 Millionen Tonnen Öl liegen wird, was in etwa 586 Millionen Fass entspricht. Geologische Daten deuten darauf hin, dass bis zu 298 Millionen Tonnen, also rund 2‘184 Fässer, Öl im Gebiet liegen. Weiter soll das Öl von hoher Qualität sein, leicht und mit wenig Schwefel versetzt. Die russische Gesellschaft, deren CEO Igor Sechin ein enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin ist, wird noch weiter in dem Gebiet bohren, um die Geologie zu untersuchen, nach weiterem Öl zu suchen und in der Region die zukünftigen Bohrstrategien zu definieren, erklärt Rosneft. Neben ihr ist die Ölsparte von Gazprom, Gazprom Neft, die einzige andere Firma, die von der russischen Regierung die Erlaubnis erhalten hat, in der Arktis nach Öl zu bohren. Sie betreibt die einzige laufende Ölplattform in der russischen Arktis. Das Prirazlomnoye Ölfeld liegt in der Pechorasee und begann 2013 mit der Ölförderung. Dort werden rund 70 Millionen Tonnen Öl vermutet, wobei die jährliche Fördermenge durchschnittlich bei 5.5 Millionen Tonnen bei voller Kapazität beträgt. Rosneft selbst plant, seine Bohrungen in der Barentssee nächstes Jahr wiederaufzunehmen und in der Karasee in zwei Jahren zu beginnen. Damit wäre die Gesellschaft in der ganzen russischen Arktis präsent.
Rosneft hält insgesamt 28 Lizenzen auf dem russischen Arktisschelf mit einem Gesamtvolumen von rund 34 Milliarden Tonnen Öl. Seit 2012 hat die Gesellschaft rund US$ 1.74 Milliarden in die Förderung in der Arktis investiert und wird in den nächsten vier Jahren weitere 4.354 Milliarden investieren. Russland selbst hat bekannt gegeben, dass arktisches Öl und seine Förderung Priorität besitzen und unterstützt die Entwicklung durch eine Art politische Meldung, dass keinerlei Sanktionen die Regierung von ihren Plänen bezüglich der Förderung abbringen kann. Die US-amerikanischen Finanzsanktionen von 2014 verbieten den Export von Gütern und Services (finanzielle Services nicht eingeschlossen) und Technologien, die im Rahmen der Ölförderung oder-verarbeitung von Russland genutzt werden könnten. Und während westliche Banken immer noch die finanziellen Schäden der neuesten Sanktionen von diesem Sommer evaluieren, hat Moskau Gelder in Richtung arktische Entwicklung verschoben. Ende August hat Premierminister Dimitry Medvedev erklärt, dass Russland die Entwicklung des arktischen Kontinentalschelfs und die Wirtschaft der dortigen Gebiete bis 2025 mit mehr als US$ 2.87 Milliarden unterstützen werde. Weiter sagte er, dass Russlands Programm für arktische Entwicklung auf drei Säulen stehe: Förderung des wirtschaftlichen Wachstums, die Entwicklung der Meeresinfrastruktur und des kontinentalen Schelfgebietes mit modernstem Gerät und Technologien. Als Teil dieses Programmes sollen zwischen 2021 – 25 rund US$ 14.5 Millionen für ein Programm für den Bau von Öl- und Gasfördergeräten, –technologien und industriellen Maschinen verwendet werden, um in der Arktis weiter fördern zu können. Gemäss Experten von Rosneft könnten bis 2050 rund 30 Prozent der gesamten russischen Ölförderung aus dem arktischen Schelfgebiet stammen. Es ist jedoch nicht klar, wer im Jahr 2050 russisches Öl noch benötigen würde. Doch auf kurze Zeit hinaus setzt Russland weiter auf die Arktis und Rosneft‘s Erfolg in diesem Jahr könnte sich tatsächlich ausbezahlt machen.
Quelle: Tsevtana Paraskova, Oilprice.com
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