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Im Dezember 2018 beherbergt Prag (CZE) die nächste Unihockey-WM der Herren. Ein Jahr vor dem Event haben die tschechischen Organisatoren die entsprechende Kampagne lanciert - unter anderem mit Simon Stucki und dessen entscheidendem Tor in der Verlängerung des WM-Bronzespiels 2008 in Prag.
Simon Stucki, was treibst du so im Moment?
Bezüglich Unihockey trainiere ich nur noch die Junioren – und ich betätige mich als Kommentator bei den Livestream-Übertragungen der Heimspiele von Tigers Langnau. Selber spiele ich nicht mehr. Um fit zu bleiben, spiele ich einmal pro Woche mit Kollegen Rollhockey. Ich arbeite als Metzger und habe per November 2017 ein Haus gekauft. Der Innenausbau wird mich noch eine ganze Weile beschäftigen.
Was kommt dir in den Sinn, wenn du an deine erste WM-Teilnahme zurückdenkst?
Ein herausragender Moment der WM 2006 in Schweden war sicher das Unentschieden der Schweiz gegen Schweden in der Gruppenphase (4:4 in Malmö). Ich schoss ein Tor und sprang ins Publikum, um meine Freundin (heute Frau) zu küssen.
Welche Erinnerungen hast du an die WM 2008 in Tschechien?
Ich habe oft mit Nati-Kollegen darüber gesprochen, welche WM die beste war – und die grosse Mehrheit war sich einig, dass es diejenige von 2008 war. Nicht nur wegen unserer Bronzemedaille und der Atmosphäre in der O2-Arena – schon die Gruppenspiele in Ostrava waren fantastisch organisiert. Ich erinnere mich daran, wie wir am Tag vor Beginn der WM zu Fuss zur Halle gingen und ein Eishockeyspiel schauten – und am nächsten Morgen war die Halle für unser Training bereit. Ich kann ehrlich sagen, dass ich immer gerne in Tschechien gespielt habe, auch an den EFT-Turnieren, weil die Events immer den höchsten Organisationsstandard aufwiesen.
Was passierte unmittelbar vor deinem Tor in der Verlängerung des Bronzespiels 2008?
Ich weiss noch, wie ich kurz vorher zu meinem Linienkollegen Andreas Cadisch sagte: „Komm, lass ihn uns jetzt machen.“ Und wir machten ihn. Das Tor selber werde ich natürlich nie vergessen.
Wenn du an dieses Tor zurückdenkst, welche Erinnerung ist am stärksten hängen geblieben?
In der Halle war es während des ganzen Spiels unglaublich laut – und nach meinem Tor plötzlich völlig still. Man hörte nur noch die weit entfernten Schweizer Fans jubeln. Ein absoluter Gänsehaut-Moment, ich realisierte sofort, dass wir die Medaille gewonnen haben. Wir waren erst so nahe am Final (Niederlage gegen Schweden im Halbfinal nach Verlängerung) und lagen dann im Bronzespiel zurück.
War dies das wichtigste Tor deiner Karriere?
Ich hatte das Glück, im Verein mehrere entscheidende Tore in der Verlängerung zu erzielen. Aber bezüglich der Bedeutung war dieses Bronzetor definitiv das wichtigste.
Bis du in den folgenden Jahren oft darauf angesprochen worden?
Ja, immer wieder – und ich schaute auch oft das Video.
Freust du dich auf die WM 2018 in Prag – und bist du selber vor Ort?
Ich werde höchstwahrscheinlich nicht dort sein aber das Turnier online und wenn möglich am TV intensiv verfolgen.
Wird Finnland wie 2008 Weltmeister oder ist eine andere Nation an der Reihe?
Vorhersagen sind sehr schwierig. Finnland und Schweden haben eine unglaublich starke Winnermentalität, es ist sehr schwierig sie zu schlagen. Ich habe es gegen Schweden oft genug selber versucht, geklappt hat es nie. Die Schweiz und Tschechien brauchen nicht nur einen perfekten Tag, um Weltmeister zu werden – sie brauchen im Halbfinal und Final gleich zwei davon.
Warum sollen Fans für die WM nach Prag reisen?
Erstens einmal präsentiert sich der Sport auf dem höchsten Level, da macht das Zuschauen Spass. Aber Events wie so eine WM bieten noch viel mehr, es herrscht einfach ein spezieller Groove. Wie es meine Frau jeweils sagte: Es ist der perfekte Moment, um auch mit gegnerischen Fans ein paar Bierchen zu trinken. Und ich denke, dass Prag dafür einige schöne Lokalitäten zu bieten hat.