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Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao will angesichts massiver Probleme bei der Versorgung der Privatwirtschaft mit Krediten die Macht der Banken brechen. In China befänden sich „wenige grosse Banken in einer Monopolsituation“, sagte der Regierungschef im staatlichen Radio.
Dies sei ein Problem, da Privatunternehmer auf die Banken angewiesen seien. Was die Regierung tun könne, um die Kreditvergabe an die Privatwirtschaft anzuregen, sei insofern, „dieses Monopol zu brechen“.
Nur wenn sich die Wirtschaft an die etablierten Banken richte, könne sie „erfolgreich“ an Kredite kommen, sagte Wen. Wende sie sich hingegen an andere, informelle Geldquellen, werde es „sehr schwierig“. Wen kritisierte zudem auch hohe Finanzierungskosten für Unternehmen, deren Ursache er ebenfalls in der Monopolstellung der Banken sieht. „Lassen Sie es mich klar sagen: Unsere Banken machen zu leicht Gewinn“, sagte der Ministerpräsident.
In China ist die Kreditvergabe durch inoffizielle Geldquellen angesichts der Kreditpolitik des offiziellen Bankensektors regelrecht explodiert. Dies weckte die Besorgnis der Regierung über verdeckte Kreditrisiken in der chinesischen Privatwirtschaft, weil inoffizielle Kredite der Kontrolle des Finanzsystems entzogen sind.
Hohe Zinsen
Privatunternehmer mussten sich teils zu extrem hohen Zinsen Geld über inoffizielle Kanäle besorgen, nachdem sie von den Grossbanken des Landes abgelehnt wurden. Diese bevorzugen Staatsunternehmen bei der Kreditvergabe, da für deren Darlehen indirekt die öffentliche Hand bürgt.
Chinas Grossbanken hatten für 2011 massive Gewinne vermeldet, obwohl das Wachstum der chinesischen Wirtschaft sich verlangsamt. Die Bank of China vermeldete ein Plus von fast 19 Prozent bei ihrem Nettogewinn. Der grösste Kreditgeber des Landes, die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC), verzeichnete sogar einen Gewinnsprung um mehr als ein Viertel.