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Das Naturfreundehaus Waldeggli
Im Jahre 1954 ergab sich für die noch junge Sektion Lachen die Gelegenheit, den Traum von einem eignen Ski- und Ferienhaus zu verwirklichen. Die Gebrüder Breuss aus Zürich waren Besitzer eines kleinen Wochenendunterschlupfs namens „Waldeggli“ unterhalb des Stöcklichrüz gelegen. Dieses Häuschen war für einen Betrag von Fr. 10'000.- zu haben. Doch woher sollte das Geld für einen Kauf kommen? Die Sektionskasse konnte einen Beitrag von Fr. 500.- beisteuern. Da das Haus auf dem Grund der Genossame Schillingsrüti stand, gewährte auch keine Bank ein Hypothekar-Darlehen. Die Initiative der Mitglieder war gefragt. Dutzende von Anfragen und Briefen wurden verfasst. Schlussendlich erklärte sich einzig die Genossenschaftliche Zentralbank bereit, ein Darlehen zu gewähren. Die sieben Naturfreundemitglieder Beeler Alois, Fleischmann Josef, Hegner Walter, Höhn Emil, Köpfli Josef, Marbach Willi und Stählin Hans mussten eine Mitbürgschaft unterzeichnen.
Samt Inventar gehört nun das „Waldeggli“ seit dem 4. September 1954 (16.00 Uhr) den Naturfreunden der Sektion Lachen. Ein Hüttenreglement wurde entworfen, ein Mietvertrag für allfällige Mieter des Hauses aufgesetzt. Der Hüttendienst wurde für die Wochenenden eingeteilt.
Ein gemütlicher Unterschlupf für die Bedürfnisse der damaligen Zeit war das uralte „Waldeggli“, das in den vierziger Jahren erbaut worden war. Bald zeigte sich, dass die Hütte in ziemlich schlechtem Zustand und sehr klein war. Eine Unterkellerung in grösserem Ausmass begann sich abzuzeichnen. Die Räumlichkeiten der Hütte bedurften einer bescheidenen Vergrösserung und die Frontpartie des Häuschens begann sich beim Balkon in Einzelteile aufzulösen.
Die Planungsarbeiten im Jahre 1960 schritten dank der zahlreichen fachkundigen Handwerker innerhalb des Vereins tüchtig voran. Finanziert wurde der Umbau mittels Anteilscheinen bei den Mitgliedern. Im Spätsommer begannen die Bauarbeiten. Frondienst war angesagt, beinahe 3'000 Arbeitsstunden wurden während des Umbaus von Mitgliedern des Vereins geleistet. Im Herbst wurde man von einem frühen Wintereinbruch überrascht. Mit vollem Elan konnten aber im Frühsommer 1961 die Bauarbeiten abgeschlossen werden.
Am 11. Juni 1961 konnte das neue „Waldeggli“ im Rahmen eines Festes seiner Bestimmung übergeben werden. Als „Belohnung“ für die gelungenen Umbauarbeiten begab man sich auf eine unvergessliche Wallisrundfahrt.
Neider gibt es überall. So erstaunt es nicht, dass der damalige Hüttenwart im Jahre 1962 Post vom Bezirksamt der March erhielt betreffend „Überschreiten der Wirtschaftspatentbefugnis“. Ein oft gesehener Gast reklamierte den Umstand, dass hin und wieder Wein oder Bier ausgeschenkt wurden. Die Mühlen des Gesetzes begannen zu laufen... Eine Anekdote mehr in der Vereinsgeschichte.
1973 wurden elektrische Leitungen in das Naturfreundehaus verlegt. 1978 wurde das „Waldeggli“ nochmals erweitert, der alte Kachelofen herausgerissen und durch einen neuen, sehr leistungsfähigen ersetzt. 1980 wurden Vereinsstatuten und ein neues Hüttenreglement geschaffen. Endlich, im Jahre 1981 war es so weit; die Naturfreunde konnten mit der Genossame Schillingsrüti einen Baurechtsvertrag über 30 Jahre für das „Waldeggli“ und seine Umgebung aushandeln. 1985 wurde der Keller neu ausgebaut. 1986/87 wurde die alte, unzweckmässig eingerichtete Küche durch eine moderne ersetzt. In den folgenden Jahren wurde die Umgebung des Hauses neu gestaltet, das Waldbort wurde mittels einer Stützmauer verstärkt, teilweise wurden neue Fundamente errichtet. 1992 konnte ein neuer Holzschopf seiner Bestimmung übergeben werden.
Zum 50 Jahre Jubliäum 1996 präsentierte sich das „Waldeggli“ als schmuckes Berggasthaus, das seine zahlreichen Besucher mit einer prachtvollen Aussicht über die Zürichseeregion für den schweisstreibenden Aufstieg entschädigt.
1999 wurde das Dach erneuert und die Fassade mit Holz neu getäfert. Nach dem Jahrhundert- sommer 2003 senkte sich der Hang, deshalb musste 2006 die Stützmauer erneuert werden und die Umgebung wurde angepasst.
2007 baute die Genossame Schillingsrüti ein Wasserreservoir mit den neuesten technischen Anlagen. Seitdem ist das Waldeggli nicht mehr von der eigenen Quelle abhängig, sondern wird gemeinsam mit den anderen Häusern über dieses Reservoir versorgt.
2009 wurden die Fenster erneuert und die Süd- und Westseite der Fassade mit Eternit verkleidet.
Die Arbeiten werden aber auch in Zukunft nicht ausgehen. Immer wieder können Dinge verbessert oder ergänzt werden.