Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03290.jsonl.gz/572

Bei den alten Griechen galten für die Olympischen Spiele einige Regeln:
1. Während der Spiele gilt im ganzen Land die heilige Waffenruhe.
2. Frauen erhalten keinen Einlass.
3. Die Athleten sind nackt.
4. Am dritten Tag wird ein Stier geopfert.
5. Der Sieger entzündet am Ende der Spiele das olympische Feuer vor dem Thron des Zeus.
Schon am ersten Tag war gegen die Regel 1 verstossen worden. Wie die Späher bekundeten, hatten sich in einem entfernten Teil des Landes zwei verfeindete Gruppen die Köpfe eingeschlagen. Zeus schickte seine gefürchteten Donner und Winde auf die Welt.
Am zweiten Tag war das Gebot 2 missachtet worden. Zwei als Männer verkleidete Zuschauerinnen waren enttarnt worden. Zeus verfügte, dass von nun an auch die Besucher nackt erscheinen müssen.
Für das Opfern des Stiers hatte man ein besonders schönes, starkes Tier ausgewählt, um Zeus zu besänftigen. Der Stier wurde unter bewundernden Zurufen hereingeführt, er riss sich von dem Seil los und büxte aus. Da schickte Zeus neben Donner und Winden noch ein paar Felsen zur Erde.
Die Spiele gingen zu Ende, es waren nicht die besten. Der Gewinner entzündete das Feuer vor dem Altar des Zeus, das heisst, er versuchte es zunächst einmal. Und das war in dieser Zeit nicht leicht, es gab ja keine Feueranzünder oder Zündhölzer. Das kleine Feuer kämpfte um sein Leben, die Athleten und Zuschauer verfolgten dieses Schauspiel und wagten kaum zu atmen. Aber schliesslich hatte sich das Flämmchen seinen Weg in diese Welt erkämpft. Das olympische Feuer brannte!
Und es brennt auch heute noch, in diesem Jahr wieder, in einem entfernten Land, in einer anderen Zeit. – Zeus wäre erfreut.