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- Marine Le Pen und Emmanuel Macron, die im Rennen um den Élyséepalast 2022 als Favoriten gelten, sind als Verlierer aus der ersten Runde der Regionalwahlen hervorgegangen.
- Laut einer Prognose des Instituts Ipsos kam die rechte Partei Rassemblement National (RN) von Marine Le Pen landesweit auf 19.3 Prozent der Stimmen.
- An der Spitze liegen gemäss Prognosen die konservativen Republikaner (Les Républicains) mit 28.4 Prozent.
- Die Partei La République en Marche (LREM) von Präsident Emmanuel Macron landete mit 10.6 Prozent hinter den Grünen und den Sozialisten (PS).
Das RN, der ehemalige Front National von Marine Le Pen, hat in der ersten Runde der Regionalwahlen deutliche Einbussen in der Wählergunst erlitten. Das RN landete gemäss Hochrechnungen von Ipsos mit etwa 19.3 Prozent der Stimmen auf Platz zwei.
Bei den Regionalwahlen im Dezember 2015 war Le Pens RN in der ersten Runde noch als Sieger hervorgegangen – mit 27.7 Prozent der Stimmen. Dieses Jahr hat die Partei aber die Chance, im Gebiet Provence-Alpes-Côte-d'Azur (PACA) erstmals die Mehrheit zu stellen.
Macrons Partei abgeschlagen auf Platz fünf
Stärkste Kraft wird gemäss Hochrechnungen das bürgerlich-konservative Lager der Republikaner mit 27.2 Prozent der Stimmen.
Die traditionelle Volkspartei der Sozialisten (PS) und ihrer linken Partner schafften es gemäss Hochrechnungen auf rund 16.5 Prozent der Stimmen. Sie stellen derzeit zusammen mit der bürgerlichen Rechten in den meisten Regionen den Regionalpräsidenten oder die Regionalpräsidentin.
Das grüne Lager holte etwa 13.2 Prozent und liegt damit noch vor der Partei von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron (LREM). Zusammen mit im Land teils besser verankerten liberalen Verbündeten kam die LREM auf etwa 11 Prozent und landete damit abgeschlagen auf Platz fünf.
«Historisch hohe Wahlabstinenz»
Bei den Regionalwahlen zeichnet sich eine enorm niedrige Wahlbeteiligung und damit ein mögliches Rekordtief ab. Schätzungen nach gaben 31 bis 34 Prozent der knapp 46 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab.
Die bisher niedrigste Wahlbeteiligung in einer ersten Runde der Regionalwahlen hatte es mit 46.3 Prozent im Jahr 2010 gegeben. Eine aktuelle Umfrage geht davon aus, dass mehr als zwei Drittel der Bevölkerung den Wahlurnen fern geblieben sind.
Kritik an Wahlorganisation
Als letzte landesweite Entscheidung vor den Präsidentenwahlen im kommenden April und Mai gelten die Regional- und Départements-Wahlen auch als Stimmungstest.
Der Chef der Republikaner, Christian Jacob, griff auf dem TV-Sender TF 1 die Regierung wegen der Organisation der Wahlen an. «Ein solches Durcheinander hat es noch nie gegeben.»
Laut Medienberichten blieben etwa in Marseille am Morgen einige Wahllokale geschlossen. Es soll Probleme mit Wahlhelfern gegeben haben. Im Norden des Landes sollen in einem Wahlbüro Stimmzettel gefehlt haben.
Mit den Wahlen sollen unter anderem die Regionalräte neu besetzt werden. Frankreichs Regionen haben etwa in den Bereichen öffentlicher Verkehr, Bildung und Wirtschaftsförderung wichtige Kompetenzen, aber auch im sozialen und kulturellen Sektor. Die zweite Wahlrunde findet am 27. Juni statt.