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Ein in Myanmar gefundener, zur Beryllgruppe gehörender Kristall wurde von der International Mineralogical Association als eigenständiges Mineral anerkannt. Zu Ehren des weltweit bekannten Mineralogen und Schmuckstein-Fotografen John Koivula erhielt es seinen Namen.
Das Mogok-Tal im Zentrum Myanmars ist für seinen Edelsteinreichtum berühmt. Man findet dort vor allem Rubin und Saphir, aber auch Spinell, Lapislazuli, Granat, Mondstein, Peridot und Chrysoberyll.
Vor einigen Jahren fand der Gemmologe Nay Myo im Mogok-Tal einen 1.16 Carat wiegenden Kristall, den er als Variante des Berylls (ein Beryllium-Aluminiumsilicat) identifizierte. Weitere Untersuchungen ergaben, dass der Stein tatsächlich zur Beryllgruppe gehört und mit dem Mineral Pezzotait eng verwandt ist. Es bestehen aber signifikante Unterschiede in der hexagonalen Kristallstruktur, die zu einem starken Pleochroismus führen.
Mehrfarbige Steine
Das bedeutet, dass der Stein in polarisiertem Licht mehrfarbig ist; je nach der Polarisationsebene des auftreffenden Lichts erscheinen solche Kristalle violett, rötlich beziehungsweise nahezu farblos. Die Charakterisierung des Minerals wurde von Gemmologen am Gemmological Institute of America (GIA) in Zusammenarbeit mit Wissenschaftern am California Institute of Technology (Caltech) durchgeführt.
Aufgrund dieser Ergebnisse anerkannte die International Mineralogical Association (IMA) den Kristall als eigenständiges Mineral. Sein Brechungsindex beträgt 1,608, seine Dichte 3,01 Gramm pro Kubikzentimeter, die Härte 7,5 auf der Mohs-Skala. Der Bruch ist conchoidal, im Ultraviolettlicht fluoresziert es nicht. Das GIA erhielt das Recht, dem neuen Mineral seinen Namen zu geben. Gewählt wurde Johnkoivulait zu Ehren des GIA-Chefmineralogen John Koivula (*1948).
Mitarbeiter von Eduard Gübelin
Man kennt Koivula vor allem für sein dreibändiges, in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Gemmologen Eduard J. Gübelin (1913-2005) verfasstes, dreibändiges Werk über Einschlüsse in Edelsteinen. Dazu entwickelte Koivula neuartige Beleuchtungstechniken. Er arbeitet seit 40 Jahren am GIA und erhielt die weltweit wichtigsten Preise im Bereich der Gemmologie und Fotomikrografie.
Das nach Koivula benannte Mineral wurde Ende September am Kongress der American Geological Society in Phoenix (Arizona, USA) im Detail vorgestellt. Seither ist der erste, aus Myanmar stammende Johnkoivulait-Kristall im Museum der GIA in Carlsbad (Kalifornien) ausgestellt. Koivulas Verdienste sind ohne Zweifel immens und er verdient es, einem neuen Mineral seinen Namen zu geben. Man mag allerdings einwenden, dass dieser Name unnötig kompliziert ist; man hätte „John“ ohne weiteres auslassen können.