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Bei einem Perikarderguss sammelt sich innerhalb kürzester Zeit sehr viel Flüssigkeit zwischen der Herzhaut und dem Herzbeutel an. Viele Menschen bezeichnen diese Krankheit auch als Herzbeutelerguss, da sich die betroffene Perikardhöhle direkt neben dem Herzbeutel befindet.
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Was ist ein Perikarderguss?
Bei Patienten mit einem Perikarderguss sammelt sich innerhalb kürzester Zeit sehr viel Flüssigkeit zwischen der Herzhaut und dem Herzbeutel an. Zwischen diesen befindet sich ein kleiner Spalt, der als Perikardhöhle bezeichnet wird. Sie ist bereits im gesunden Zustand mit etwas Flüssigkeit gefüllt, um den Reibungswiderstand der Herzschläge zu mindern. Die sich bildende Flüssigkeit wird fortwährend vom Körper aufgenommen, um einen stabilen Kreislauf zu bilden. Bei einem Perikarderguss wird jedoch immer weniger Wasser aus der Perikardhöhle geleitet, sodass diese sich zunehmend füllt. Der dadurch eingeengte Herzmuskel verliert seine Leistungsfähigkeit und kann die Herzkammern nicht mehr vollständig mit Blut füllen.
Viele Menschen bezeichnen diese Krankheit auch als Herzbeutelerguss, da sich die betroffene Perikardhöhle direkt neben dem Herzbeutel befindet. Kleine Perikardergüsse werden nur sehr selten von den Betroffenen bemerkt. Eine geringe Menge an Perikardflüssigkeit ruft noch keine spürbaren Symptome hervor. Erst, wenn es zu schweren Ergüssen kommt, treten zahlreiche Beschwerden ein. Neben der verminderten Herzleistung kommt es häufig zu Symptomen, die auf eine Herzinsuffizienz schliessen lassen. Darunter zählen eine deutlich erkennbare Blutstauung in den Halsvenen sowie die Blaufärbung der Lippen.
Was verursacht diese Krankheit?
Zahlreiche Ursachen können zu einem Perikarderguss führen. Hauptsächlich wird diese Krankheit jedoch durch eine Ventrikelruptur ausgelöst. Dabei handelt es sich um einen kleinen Riss in der Herzkammer oder der Aorta (Hauptschlagader). Insbesondere eine aufgeplatzte Hauptschlagader führt zu besonders schweren Symptomen.
Darüber hinaus kommt es auch bei zahlreichen Infektionskrankheiten zu einem Perikarderguss. So tritt er häufig begleitend zu Tuberkulose, Herpes und HIV auf. Weiterhin bedingen sich der Perikarderguss und Herzinsuffizienz gegenseitig. Während die Einengung des Herzmuskels zur drastischen Leistungsverringerung führt, löst auch die Herzinsuffizienz aufgrund der ungenügenden Herzleistung eine Flüssigkeitsansammlung in der Perikardhöhle aus. Ausserdem ist diese Krankheit häufig das Risiko einer Herzoperation. Nicht selten kommt es zu einer leichten Entzündung des Herzbeutels, die schnell einen Erguss auslösen kann.
Letztlich führen ebenfalls mehrere Krebserkrankungen zu dieser Erkrankung. Neben Brust- und Lungenkrebs ist auch Leukämie als Auslöser für einen schweren Perikarderguss bekannt. Darüber hinaus führen Rheuma, Colitis Ulcerosa und Morbus Crohn zu diesen Symptomen. Dabei handelt es sich um drei besonders schwere immunologische Erkrankungen.
Zu welchen Komplikationen kann ein Perikarderguss führen?
Ein schwerer Perikarderguss kann zu zahlreichen Komplikationen führen. In der Regel leiden die Patienten an
- schwerer Atemnot,
- einer geringen Belastbarkeit und
- schmerzhaftem Husten.
Bleibt die Krankheit jedoch unbehandelt, bilden sich schnell blaue Lippen und es kommt zu einer sogenannten Herzbeuteltamponade. Dabei handelt es sich um einen Zustand, in dem das Herz aufgrund des enormen Drucks aus der Perikardhöhle nicht länger seinen Aufgaben nachgehen kann. Darüber hinaus werden häufig auch die Koronararterien durch den sich immer weiter ausbreitenden Herzbeutel verengt. Deshalb versorgen sie das Herz nicht länger mit Sauerstoff und den benötigten Nährstoffen. Letztlich kommt es dadurch meist zum Herzstillstand und dem Tod des Patienten.
Wie wird die Krankheit diagnostiziert?
Bei Verdacht auf einen Perikarderguss muss schnell gehandelt werden. Selbst eine leichte Erkrankung kann zu einem schweren Herzbeutelerguss und dadurch zu ernsten Komplikationen führen. Aus diesem Grund wird bereits bei geringem Verdacht eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie)angeordnet. In einigen Fällen führt der behandelnde Arzt bereits zu diesem Zeitpunkt zusätzlich eine Computertomographie durch. Bestätigen diese Untersuchungen den Verdacht, entnehmen die Ärzte etwas Flüssigkeit aus der Perikardhöhle. Diese wird vor allem auf Krebszellen und Krankheitserreger untersucht.
Danach leitet der behandelnde Arzt meist eine Anamneseerhebung ein. Durch diese werden sämtliche bestehenden Erbkrankheiten des Patienten ermittelt. Dadurch grenzt der Mediziner die mögliche Ursache der Erkrankung weitestgehend ein. In den meisten Fällen verläuft die Anamneseerhebung ohne konkretes Ergebnis. Durch sie werden jedoch viele gefährliche Krankheiten als Ursache ausgeschlossen.
Für die ärztliche Diagnose reicht es jedoch bereits aus, wenn der Patient über Kurzatmigkeit und andauernde Erschöpfung klagt und bei der Ultraschalluntersuchung oder Computertomographie die übermässige Perikardflüssigkeit gut erkennbar ist. Diese umrundet bei schweren Erkrankungen das gesamte Herz und ist dadurch deutlich sichtbar.
Die richtige Therapie bei einem Perikarderguss
Die Behandlung eines Perikardergusses hängt grundsätzlich von der Schwere der Erkrankung sowie deren Ursache ab. Ein chronischer Erguss führt nur selten zu ernsten Komplikationen und wird vor allem bei Patienten im hohen Alter von Ärzten nicht mehr behandelt. Ein akuter Herzbeutelerguss hingegen stellt eine unmittelbare Gefahr dar. Betroffene müssen bei einer Diagnose grundsätzlich nicht mit Folgeschäden rechnen, da dieser effektiv behandelt werden kann.
Grundsätzlich richtet sich die Behandlung nach der zugrundeliegenden Erkrankung. Bei leichten Ergüssen, die durch Infektionen verursacht werden, verordnen viele Mediziner lediglich Bettruhe. Der Arztbesuch ist dennoch unverzichtbar, da schwere Herzbeutelergüsse schnell lebensbedrohlich werden können. Bei akuten Schmerzen leitet der behandelnde Arzt meist eine medikamentöse Behandlung ein. In der Regel wird mit kleineren Mengen an Ibuprofen gearbeitet. Bei einer schweren Grunderkrankung veranlasst der Arzt hingegen eine spezifische Therapie mit Antibiotika.
In vielen Fällen schlägt die medikamentöse Therapie nicht an. Aus diesem Grund ist oftmals eine sogenannte Perikardpunktion notwendig. Bei diesem Verfahren dringt der Arzt mit einer Nadel in die Perikardhöhle des Patienten ein. Mit einer Kanüle wird danach die überschüssige Flüssigkeit entfernt.