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Weisse Hirsche haben mich schon immer fasziniert. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich auf einem Spaziergang entdeckt habe, dass es in Zürich eine Legende dazu gibt: Um die Gründung des Fraumünsterklosters rankt sich die Geschichte «Der leuchtende Hirsch».
In ihrem Mittelpunkt steht neben einem Hirsch der fränkische König Ludwig der Deutsche, ein Enkel Karl des Grossen, und seine Töchter Hildegard und Bertha, die um die Mitte des 9. Jahrhunderts auf der Burg Baldern auf dem Albis gelebt haben sollen.
Die Gründungslegende des Fraumünsters besagt, dass Hildegard und Berta, zwei Töchter König Ludwigs des Deutschen, in einsamer Zurückgezogenheit auf der Burg Baldern auf dem Albis lebten, um ihr Leben ganz dem Dienste Gottes zu widmen. Wiederholt wanderten sie in die benachbarte Stadt und verrichteten in der Kapelle von Felix und Regula ihre Andacht. Gott war den beiden frommen Schwestern gnädig und sandte ihnen einen schönen, weissen Hirsch mit brennenden Lichtern auf seinem Geweih, damit er ihnen den Weg durch den dunklen Wald weise.
Da der Hirsch immer wieder an der selben Stelle vor der Limmat stehen blieb und nicht zu bewegen war, weiter zu schreiten, erkannten die frommen Schwestern, dass es der Wille Gottes sei, an diesem Ort ein Gotteshaus zu errichten. Sie unterbreiteten ihren Wunsch dem König, ihrem Vater, der ihnen gerne willfahrte.
Dem neuen Kloster, das den benediktinischen Regeln unterstellt und mit Gütern reich ausgestattet wurde, stand zunächst Hildegard und nach ihrem frühen Tod ihre jüngere Schwester Berta als Äbtissin vor. (Textquelle: Stadtarchiv de Stadt Zürich, Drittes Heft, 1951)