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Physiotherapie nach Herzoperation
Physiotherapie nach Herzoperation führt zu besseren Ergebnissen
Wer krank ist und Schmerzen hat, landet früher oder später häufig in den Händen eines Physiotherapeuten oder einer Physiotherapeutin. Dies trifft auch für Herzpatienten zu. Denn Krankheiten am Herzen beeinflussen meist den Bewegungsapparat. Das belegte jetzt eine neue Studie, berichtet Physiotherapie Kreuzlingen Sven Gruber.
Die Studie stellte fest, wonach sich zumindest bei herzkranken Patienten bessere Ergebnisse nach einer Transkatheter-Aortenklappenersatz-Operation (TAVR) erzielen lassen, wenn es nach dem Eingriff zur Physiotherapie komme. TAVR wird auch schlicht mit der Abkürzung TAVI umschrieben.
Unter TAVI bezeichnen Ärzte einen minimalinvasiven Ersatz der Aortenklappe am Herzen, also direkt beim Blutzulauf der Schlagader. „Die Aortenklappe verhindert, dass Blut aus der großen Körperschlagader (Aorta) zurück in das Herz fließt – ähnlich wie ein Reifenventil“, führt das Fachportal herzklappenhilfe.de in einem Artikel aus.[i] [1]
Wenn die Aortenklappe jedoch verkalke, verenge oder undicht werde, könne dies „Beschwerden verursachen und auf Dauer das Herz schädigen“. Dann könne es notwendig sein, „die defekte Aortenklappe durch eine künstliche Klappe zu ersetzen“.
Alternativ zur Operation am offenen Herzen könne ein solcher Klappenersatz auch „minimalinvasiv mittels Katheter erfolgen“. Man spricht vom TAVI-Verfahren, also der „transcatheter aortic valve implantation“, zu Deutsch der „Transkatheter-Aortenklappen Implantation“.
Die amerikanische Gesellschaft für Herzinfarkte und Schlaganfallsymptome (American Heart Association, Inc.) schreibt[ii], wonach „ähnlich wie beim Platzieren eines Stents in einer Arterie... der TAVR-Ansatz ein vollständig zusammenklappbares Ersatzventil über einen Katheter an die Ventilstelle“ liefere.
Das Journal of Interventional Cardiology berichtet jetzt, dass genau so ein Eingriff, also ein Transkatheter-Aortenklappenersatz in Zusammenspiel mit einer intensivierten Physiotherapie die Gesundheit des Patienten steigen lasse. Für die Studie wurden 108 Patienten im Durchschnittsalter 77 bis 87 in den Jahren 2012 bis 2017 vom Herzzentrum Bonn in Deutschland untersucht.
Die Patienten waren durch Zufallsprinzip ausgewählt worden. Vor und nach der Operation waren sie täglich je zwei Wochen ambulanten Physiotherapieübungen unterzogen worden.
- Jeder Patient wurde vor der Operation 4 inspiratorischen Muskeltrainingseinheiten in einer Dauer von je 5 oder 30 Minuten Dauer unterzogen.
- Nach der TAVI-Operation wurden zwei Wochen lang Sitzungen im Rahmen der täglichen Physiotherapie für je 30 Minuten durchgeführt.
Das Ergebnis: Patienten, die sich einer intensivierten Physiotherapie unterzogen, hatten kürzere Krankenhausaufenthalte als die anderen Patienten. Die Aufenthaltsdauer lag je Patient zwischen 5,4 bis 14,8 Tagen bei jenen mit Physiotherapie und bei 7,4 bis 19,6 Tagen ohne Physio. Auch kam es seltener zu Lungenentzündungsraten oder postoperativen Lungenkomplikationen.
Allerdings schreibt das Fachportal thecardiologyadvisor.com ebenso[iii] [2], wonach „andere primäre Ergebnisse, einschließlich 90-tägiger Rehospitalisierungen, kardiovaskulärer Komplikationen und Mortalität“ zwischen den Gruppen vergleichbar gewesen seien.
Die Aussagekraft der Studie sei jedoch aufgrund der geringen Stichprobengröße eher begrenzt. Das Ziel sei es nun, eine weitere Studie mit 220 Patienten aufzulegen, um festzustellen, wie sich Physiotherapie bei Herzpatienten positiv auswirken könne.
Dennoch sind sich die Autoren sicher: "Eine intensivierte periinterventionelle Physiotherapie erwies sich als sicher und konnte bis zu 90 Tage nach TAVR positive Auswirkungen auf das klinische Ergebnis haben".
Einzelnachweise
[iii] Intensified Physiotherapy Associated With Improved Short-Term Clinical Outcomes After TAVR, von Jessica Nye, PhD, in: thecardiologyadvisor.com vom 9.3.2021. Abgerufen am <ip-pii>1 unter Bezug auf die Studie: Weber M., Klein U., Weigert A. et al. Anwendung der prä- und intensivierten postproceduralen Physiotherapie bei Patienten mit symptomatischer Aorten Stenose, die sich einer Transkatheter-Aortenklappenersatzstudie unterziehen (4P-TAVR-Studie). J Interv Cardiol . 2021; 2021: 8894223. doi: 10.1155 / 2021/208894223.