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«Zwei Monate vor dem Apollo 11 Flug musste das Paket, das zum Mond fliegen sollte, nach Cape Canaveral gebracht werden. Dafür habe ich den Zuschlag bekommen. Ich nahm die Folie im Handgepäck mit, gab sie drüben ab. Jetzt, nach 50 Jahren, sehe ich sie zum ersten Mal wieder». Sichtlich gerührt hält Jürg Meister im Video den Bilderrahmen mit dem untersten Folienteil des Sonnenwindsegels in den Händen und erzählt weiter. Dass seine Frau und er extra ein TV Gerät gemietet hätten, um die erste Mondlandung live mitzuerleben und dass es ihn sehr freue, dass auch nach 50 Jahren immer noch so grosses Interesse an dem Berner Sonnenwindsegel bestehe.
Guido Schwarz, Kommunikationsverantwortlicher vom Nationalen Forschungsschwerpunkt NFS PlanetS, produzierte im Vorfeld von «Bern im All», den Feierlichkeiten rund um das Jubiläum der ersten Mondlandung im Sommer 2019, eine Serie von Videoporträts mit Pionierinnen und Pionieren der Berner Weltraumforschung. Jürg Meister ist als wichtiger Zeitzeuge einer der acht Kurzfilme gewidmet.
Sein Porträt ist geprägt von der ruhigen, präzisen und unaufdringlichen Art, in der Meister beispielsweise den Mechanismus der Teleskopstangen beschreibt, an denen das Segel befestigt wurde, oder das Experiment erklärt, mit dem Partikel des Sonnenwindes eingefangen werden und später im Berner Labor ausgewertet sollten: «Das ist ungefähr so, wie wenn man mit Schrot auf einen Baum schiesst. Die Kügelchen bleiben stecken. Wenn man das Holz verbrennt, kommen die Kugeln wieder zum Vorschein und man kann sie zählen. Etwa so ging das mit den Sonnenwindionen.»
Jürg Meister hat als junger Doktorand sowohl an der Entwicklung des Sonnenwindsegels als auch an der Konstruktion des Sonnenwindsimulators mitgearbeitet. In diesem Simulator wurde künstlicher Sonnenwind mittels irdischer Edelgase erzeugt. So konnte der Nachweis erbracht werden, dass die Teilchen des Sonnenwindes tatsächlich in der Folie stecken bleiben würden. Dieses Experiment brauchte es, um die NASA zu überzeugen, das Berner Sonnenwindsegel mit zum Mond fliegen zu lassen. Jürg Meister hatte dafür mehr als tausend Tests durchgeführt.