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Rudolf Kenel
Inhaltsverzeichnis
Lebensdaten
Profess: 13. April 1857
Priesterweihe: 9. August 1863
Primiz: 16. August 1863
Lehrer an der Stiftsschule: 1863–1890
Beziehungsnetz
Verwandtschaft
Sohn des Josef Anton Alois Kenel und der Klara Weber.
Paten: Johann Martin Schreiber und M. Katharina Flecklin.
Lebensbeschreibung[1]
Die Kenel sind ein altes Geschlecht in Arth im Kanton Schwyz. Dort wurde er als Sohn der Eltern Josef Anton Alois Kenel und Klara Weber am 4. Juli 1839 geboren und auf den Namen Johann Martin getauft. Taufpaten waren Johann Martin Schreiber und M. Katharina Flecklin.[2] Das Gymnasium absolvierte er in der Klosterschule Engelberg. 1855 trat er ins Kloster ein wo er am 13. April 1857 die Profess ablegen konnte. Seine Mutter – sein Vater war damals schon verstorben – ermöglichte ihm eine Aussteuer von 1000 Franken. Die Philosophie studierte er in Einsiedeln, die Theologie mit Fr. Heinrich Schiffmann in Mainz, wo er auch die Weihen erhielt. Den Subdiakonat am 30. Oktober 1860, den Diakonat am 31. Oktober 1861 und die Priesterweihe mit Altersdispens am 9. August 1863. Seine Primiz feierte er am 16. August 1863 in Engelberg wofür ihm seine Mutter einen silbernen Kelch schenkte. Vom Churer Bischof Nikolaus Franz Florentini erhielt er die Erlaubnis zur Ausübung der Seelsorge in dessen Bistum.
Er begann an der Klosterschule als Lehrer für die Grammatik der 2. Klasse und unterrichtete Musik. Da er ein guter Klarinettenbläser war spielte er auch im Orchester. Zeitweise war er auch Subpräfekt und Professor in einer der vier unteren Klassen. Seit 1864 war er Beobachter der metereologischen Station in Engelberg und wurde wegen seiner so pünktlichen und zuverlässigen Wetteraufzeichnungen dafür auf Neujahr 1889 von der schweizerischen meteorologischen Gesellschaft eine mit einer ganz besonderen Auszeichnung mit einer Urkunde von Direktor Billwiller geehrt.[3] Dort wird er von Abt Anselm auch als guter, gehorsamer Ordensmann bezeichnet. "P. Rudolf war von kleiner Statur und schmächtigen Körperbau aber von lebhaftem Geiste beseelt. [...] Wie in seiner äusseren Erscheinung war er auch seinem innersten Wesen nach schlicht und anspruchlos – ein kindlich frommer, für alles Gute begeisterter Priester und Ordensmann."[4]
Einige Erinnerungen seiner ehemaligen Schüler sind erhalten geblieben. So die des späteren Luzerner Professors Heinrich Berlinger, der 1865 an die Engelberger Klosterschule kam und P. Rudolf als Professor hatte: "An keine Predigt erinnerte er sich so lebhaft, wie sie der milde, kleine P. Rudolf zu unserer Zeit in den Studentenexerzitien gehalten hatte und die dann selber mit einer Art Höllenfahrt endigte, in dem der geplagte Prediger unter dem unverhüllten Gaudemium der losen Studenten unrettbar stecken blieb."[5] 1877 trat der spätere P. Franz Huber ins Klostergymnasium Engelberg ein. So hielt er zu P. Rudolf fest: "Die beiden ersten Jahre war es der liebe kleine P. Rudolf Kenel, der die hoffnungsvolle Schar mit grossem Eifer und Geschick in die Sprache Ciceros und in die Geheimnisse der Arithmetik einführte. Nebenbei konnten ihm seine Schüler keine grössere Freude machen, als wenn sie sich für seine meteorologischen Tabellen und Instrumente interessierten."[6] Ein ehemaliger Schüler, Can. Stalder, später Pfarrer in Beromünster, erzählt in seinem Bericht von 1938 'Vor 60 Jahren – Eine Plauderei' über seinem Lehrer P. Rudolf: "Noch sehe ich (1878) den kleinen P. Rudolf eiligen Schritts ins Klassenzimmer kommen, behend das Lehrpult besteigen, sich das Haar zurechtstreichen und dann sich bemühen, uns die 'rudimenta' der Sprache Ciceros beizubringen. Der Erfolg war ja bei uns Grammateusen recht ungleich. Es waren solche dabei, bei denen es nicht übel anschlug. Einer war unter uns, dem P. Rudolf unter Seufzen den Rat gab: 'O es ist besser, du gehst und lernst schuhnen!'"[7]
1890 musste P. Rudolf sein Lehrfach, wegen eines schweren Magenleiden, aufgeben. Sein ganzes Wirken hatte P. Rudolf der Klosterschule und den Wetteraufzeichnungen gewidmet. Er starb schon mit 52 Jahren nach längerem Magenleiden am 30. März 1891 morgens um 3 Uhr.[8]
Professnummer
- Nr. 627
Einzelnachweise
- Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Manuskript von Br. Meinrad Haberl (StiArEbg Professbucheinträge, mit Vorarbeiten von P. Gall Heer) übernommen.
- Bescheinigt von Beat Jakob Stocker, Kämmerer, am 26. März 1857.
- StiArEbg Tagebuch Abt Anselm Villiger, Bd. V, S. 927.
- Vogel, Catalogus biogr., S. 297.
- Titlisgrüsse 13, März 1927, S. 64.
- Titlisgrüsse 16, September 1930, S. 71.
- Titlisgrüsse 24, Juni 1938, S. 71.
- Nekrolog in: SMGB 12, Heft 3, 1891, S. 469.
Bibliographie
- Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 149, Nr. 627.
- StiArEbg Professbucheintrag nach dem Manuskript von Br. Meinrad Haberl (mit Vorarbeiten von P. Gall Heer).