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Kantonale Wahlen GE
Fischer will Neuanfang, Maudet in der Politik bleiben
Fabienne Fischer ist die strahlende Siegerin in Genf. Die Kandidatin der Grünen schlug den parteilosen Pierre Maudet, dessen Affäre um eine bezahlte Luxusreise nach Abu Dhabi in den vergangenen knapp drei Jahren die Genfer Politik beschäftigte.
Die neue Genfer Staatsrätin Fabienne Fischer glaubt, dass sie die richtige Person sei, um den Institutionen wieder die nötige Legitimität zu verleihen. Die Kandidatin der Grünen schlug bei der Ersatzwahl am Sonntag den parteilosen Pierre Maudet, dessen Affäre um eine bezahlte Luxusreise nach Abu Dhabi in den vergangenen knapp drei Jahren die Genfer Politik beschäftigte.
Zahlreiche Anhängerinnen und Anhänger kamen zum Rathaus in der Genfer Altstadt, um Fischer zu applaudieren. «Ich bin sehr glücklich mit diesem Ergebnis», sagte die 59-jährige Juristin in einer ersten Reaktion. Sie verwies auf die «sehr spezielle» Kampagne, die den Kanton aufgewühlt habe.
Mit Fischers Wahl schwenkt die Mehrheit des Staatsrats nach links. «Es ist jetzt möglich, den Kurs zu ändern», sagte die Grünen-Politikerin weiter. Sie könne sich jedes Departement vorstellen, fügte sie hinzu.
Die Grüne Fabienne Fischer wird voraussichtlich am Sonntag im zweiten Wahlgang in den Genfer Staatsrat gewählt werden. Nach den vorläufigen Ergebnissen liegt sie klar vor dem zurückgetretenen Pierre Maudet, der als Unabhängiger für seine eigene Nachfolge kandidierte.
Fischer lag mit 45'198 Stimmen auf dem ersten Platz, gefolgt von Maudet mit 36'844 Stimmen. An dieser Reihenfolge dürfte sich angesichts des Vorsprungs der Kandidatin der Grünen auf den ehemaligen FDP-Politiker nichts ändern.
Die CVP-Kandidatin Delphine Bachmann erhielt 14'717 Stimmen und lag nach dem Zwischenstand auf dem dritten Platz. Am wenigsten Unterstützung erhielt Yves Nydegger von der SVP mit 12'104 Stimmen.
Pierre Maudet gratuliert Konkurrentin
Pierre Maudet hat in einem Brief an die Genferinnen und Genfer, der er auf Twitter verbreitete, seine Niederlage bei der Ersatzwahl in den Staatsrat eingestanden. Er gratulierte der Kandidatin der Grünen, Fabienne Fischer, zu ihrem Wahlerfolg.
«Ich nehme das Resultat von heute und den Entscheid des Stimmvolks zur Kenntnis und gratuliere der grünen Kandidatin zu ihrer Wahl in den Staatsrat. Ich danke den Genferinnen und Genfern, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben, von ganzem Herzen», schrieb Maudet.
Nach Auszählung der Briefstimmen, die rund 90 bis 95 Prozent aller Stimmen ausmachen, lag Fischer mit rund 8000 Stimmen Vorsprung vor Maudet. Diesen Vorsprung dürfte der ehemalige FDP-Politiker nicht mehr einholen können.
Maudet hatte im ersten Wahlgang vor drei Wochen einen Überraschungserfolg erzielt. Hinter Fischer von den Grünen erreichte der frühere FDP-Politiker den zweiten Platz. Seine Verurteilung in erster Instanz wegen Vorteilsannahme im Zusammenhang mit seiner Luxus-Reise nach Abu Dhabi schreckte knapp 22 Prozent der Wählerinnen und Wähler nicht ab.
Maudets Wahlchancen waren geschmälert, weil die bürgerlichen Parteien gespalten sind. Während sich die FDP zurückzieht und die SVP erneut antritt, mischt neu auch die CVP mit. Letztere schickt auf einer gemeinsamen Liste mit der BDP Delphine Bachmann, Präsidentin der CVP Genf, ins Rennen. Die SVP tritt erneut mit Nationalrat Yves Nidegger an.
Die FDP hat nach dem Verzicht ihres Kandidaten Cyrill Aellen auf die zweite Runde Wahlfreigabe beschlossen und der MCG empfiehlt, leere Stimmzettel in die Wahlurne zu legen.
Im Gegensatz dazu weiss die Kandidatin der Grünen das gesamte linke Lager hinter sich. Fischer kann nebst der Unterstützung durch ihre Anhängerschaft auch auf den Rückhalt der Sozialdemokraten und der Partei der Arbeit zählen.
Maudet will in der Politik bleiben
Maudet will sich nicht aus der Politik verabschieden. «Ich werde meine politische Tätigkeit fortsetzen, wahrscheinlich auf andere Weise», sagte er in einer kurzen Stellungnahme vor den Medien.
Er stelle sich weiterhin für den Kanton zur Verfügung. Alles sei offen. Er wolle sich nun Zeit nehmen, um zusammen mit seiner Familie darüber nachzudenken, sagte der 43-Jährige weiter.
tb, sda