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Eine ausgeprägte S-förmige Verbiegung – meist des knorpeligen Anteils – der Nasenscheidewand nennt man Septumdeviation (Abbildung). Sie ist mitunter von aussen als „krumme Nase“ erkennbar. In einem oder beiden Nasengängen ist der Luftstrom behindert, was noch ausgeprägter der Fall ist, wenn gleichzeitig Schleimhautwucherungen (Polypen) vorhanden sind. Häufig sind überdies die Nasenmuscheln vergrössert, was die Luftzirkulation zusätzlich beeinträchtigt.
Betroffene kompensieren die Behinderung des Luftstroms durch die Nase mit Mundatmung. Verschiedene Beschwerden und Erkrankungen können darauf zurückzuführen sein, insbesondere häufige Rachenentzündungen.
Die Nasenscheidewand (das Nasenseptum) trennt die rechts und links davon liegenden Nasengänge. Sie besteht aus einem hinteren knöchernen und einem vorderen, knorpeligen Anteil, befindet sich etwa in der Mitte der Nase und lässt die Luft ungehindert auf beiden Seiten durchströmen. Ein leichtes Abweichen der Nasenscheidewand von der Mittellinie findet sich bei vielen Menschen und liegt im Bereich des Normalen. Solange Schleimhaut und Nasenmuscheln regulär geformt sind, behindert dies die Nasenatmung nicht.
Die beiden Hälften des Schädels sind, ebenso wie die Gesichtshälften, nicht exakt symmetrisch aufgebaut. Die Septumdeviation kann sowohl den knöchernen wie den knorpeligen Anteil der Nasenscheidewand betreffen. Sie entwickelt sich mit dem Wachstum und kommt familiär gehäuft vor.
Unfallbedingt entsteht sie als Folge einer Verletzung des Gesichtsschädels, insbesondere bei Bruch des Oberkieferknochens und des Nasenbeins.
Die Septumdeviation kann symptomlos und unentdeckt bleiben. In ausgeprägten Fällen besteht eine Asymmetrie von Nasenrücken und -spitze mit sichtbarer Abweichung von der Mittellinie (krumme Nase). Auch sind die Nasenlöcher dann von ungleicher Grösse und Form.
Krankheiten gehen einerseits auf die Behinderung des Luftstroms zurück, andererseits auf das schlechtere Abfliessen von Nasensekret, das in Nasennebenhöhlen liegen bleiben und sich infizieren kann. Störungsanfällig sind demnach die oberen Atemwege.
Gegen das Austrocknen der Atemwege bietet sich das Anfeuchten der Luft an. Geeignet sind elektrisch betriebene Siedeverdunster. Das Wasser von Kaltverneblern enthält hingegen oft Bakterien, die in die Zimmerluft gewirbelt werden.
Zum Anfeuchten der Nasenschleimhäute gibt es frei erhältliche Salben und Cremes.
Abschwellende Tropfen und Sprays sollten nicht über längere Zeit angewendet werden, da sie mit der Zeit zum Austrocknen und Schwinden der Schleimhaut (Schleimhautatrophie) führen.
Die Operation einer verkrümmten Nasenscheidewand ist angezeigt bei hochgradiger Behinderung der Atmung, bei gehäuftem Auftreten von eitrigen Nasennebenhöhlenentzündungen und bei Schlafapnoe-Syndrom wegen des Sauerstoffmangels oder sogar Erstickungsrisikos im Schlaf.
Eine Nasenkorrektur, auch am Septum, ist komplex und darf nicht unterschätzt werden. Ergänzende Eingriffe sind die gleichzeitige Verkleinerung vergrösserter Nasenmuscheln, das Abtragen von Schleimhautpolypen und das Behandeln chronisch entzündeter Nasennebenhöhlen. Je nach Aufwand kann der Eingriff ambulant durchgeführt werden oder er erfordert einen kurzen Spitalaufenthalt.