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Bei früheren Wahlen versuchte ich jeweils, mit einem Modell den Wahlausgang vorauszusagen. Dieses Mal war die Zeit dafür nicht vorhanden. Deshalb bleiben lediglich ein Blick in die Kristallkugel und das Bauchgefühl.
Wer schafft den Sprung in die fünfköpfige Regierung der Stadt Bern? Seit Monaten schwirrt diese Frage durch die Lauben. Ich wage eine paar Prognosen:
1. Klar ist, dass die Mehrheit von Rot-Grün-Mitte (RGM) bestehen bleibt und damit ins dritte Jahrzehnt geht. Auf der RGM-Liste schaffen die Wahl mit folgendem Zieleinlauf:
– Ursula Wyss (sp, neu)
– Franziska Teuscher (grüne, neu)
– Alexander Tschäppät (sp, bisher)
Das ist kein Wagnis: GFL-Kandidatin Tanja Espinoza hat gegen die seit langem auch auf nationalem Parkett bekannten Konkurrentinnen keine Chance. Den Zieleinlauf begründe ich damit, dass Tschäppäts Name auch im eigenen Lager vereinzelt gestrichen wurde.
2. Die beiden weiteren Listen, also die Mitteliste (bdp, cvp, evp, glp) und das Bürgerliche Bündnis von FDP und SVP, erreichen je einen Sitz. Alles andere wäre eine grosse Überraschung. Dieser Ausgang ist aber insofern bemerkenswert, als dass erstmals seit den Achtzigerjahren die Sitze an mindestens drei verschiedene Listen verteilt werden können.
3. Auf der Mitteliste schafft Sicherheitsdirektor Reto Nause (cvp, Bild oben) die Wiederwahl. Er wird allerdings bedrängt von Vania Kohli (bdp). Hätte Kohli im Juni nicht ein Allotria mit ihrer Stapi-Kandidatur betrieben, wäre der Ausgang womöglich zu ihren Gunsten ausgefallen.
4. Beim Bürgerlichen Bündnis holt Alexandre Schmidt (fdp, Bild unten) den Sitz. Er profitiert von seiner Stapi-Kandidatur und seinem engagierten Wahlkampf, in dem er unermüdlich Themen zu setzen versuchte.
Fotos Reto Nause und Alexandre Schmidt: adi