Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03569.jsonl.gz/1362

Fledermäuse sind, obwohl sie hervorragend fliegen, - Säugetiere. Sie bringen lebende Junge zur Welt, säugen diese und haben im Gegensatz zu den Vögeln keine Federn, sondern eine mehr oder weniger stark behaarte Haut.
Der Fledermausflügel ist eine stark vergrösserte, mit Haut überspannte Hand mit überlangen Fingerknochen. Im Gegensatz zu einem Vogelflügel, der aus langen, gefühllosen Federn aufgebaut ist, hat die Fledermaus zum Fliegen umgestaltete Hände, die sie aber ebensogut zum Klettern und Gehen auf allen Vieren nutzt.
Die Beine sind nach hinten gekehrt und ebenfalls mit Haut zu einer weiteren Flugfläche verbunden. Die Füsse werden hauptsächlich zum Klammern benutzt. Die meisten Fledermausarten hängen in ihrer Ruhe- und Schlafstellung kopfüber.
In der Evolution (Entwicklungsgeschichte) gibt es nur einen Massstab für den Erfolg einer Tiergruppe: Überleben oder Aussterben. Überleben ist für keinen Organismus absolut sicher, aber es wird erleichtert durch grosse Individuenzahlen, weite Verbreitung und der Besetzung einer Vielzahl von Lebensräumen und ökologischen Nischen durch diese Tiergruppe.
Die Fledermäuse begannen entwicklungsgeschichtlich als insektenfressende Vorfahren. Obgleich die meisten Arten, rund 80% der ca. 1'000 Arten, auch heute Insekten fressen, gibt es Fledermausarten, die sich von Früchten und Blütennektar, Fischen, Fröschen, Nagetieren und sogar Blut ernähren. Mit dieser grossen Vielfalt in der Lebensweise und in ihrem Verhalten wurden die Fledermäuse und Flughunde (sog. Fledertiere) die zweitgrösste Ordnung nebst den Nagetieren in der Klasse der Säugetiere. Die Fleder-mäuse haben sich über fast den gesamten Erdball ausgebreitet. Heute sind sie aber vielerorts durch menschliche Tätigkeiten wie Raubbau und den masslosen Einsatz von Insektiziden und Herbiziden stark gefährdet oder gar ausgerottet.
Im Verlaufe ihrer Evolution und der damit zusammenhängenden grossen Zeitspanne wurde wohl der grundsätzliche Körperbauplan beibehalten, der Körperbau einzelner Arten aber erheblich verändert. So hat zum Beispiel unsere einheimische Zwergfledermaus bequem auf einem Daumen Platz, ein afrikanischer, früchtefressender Flughund hat dagegen bis 40 cm Körper-länge und ca. 170 cm Flügelspannweite.