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Dranginkontinenz
Synonym: Urgeinkontinenz
Bei einer Dranginkontinenz führt unbeherrschbarer, sogenannt imperativer Harndrang dazu, dass unwillkürlich Harn verloren geht. Die Ärzte finden dafür körperliche Ursachen wie etwa Verengungen der Harnröhre, Harnsteine und nervliche Störungen.
In der grossen Mehrheit aller Fälle von Inkontinenz mit imperativem Harndrang lassen sich jedoch keine körperlichen Ursachen entdecken. Dann sprechen Fachleute nicht von einer Dranginkontinenz, sondern von einer «nassen» überaktiven Blase.
Bei der Dranginkontinenz besteht teilweise die Möglichkeit, die körperliche Ursache zu beheben. Ansonsten erfolgt eine symptomatische Behandlung wie bei der überaktiven Blase.
Eine Dranginkontinenz kann allein auftreten. Häufig erscheint sie aber zusammen mit einer Belastungsinkontinenz als sogenannte Mischinkontinenz.
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Symptome
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Haben Sie häufig einen sehr starken, nicht beherrschbaren Drang, Wasser zu lassen?Führt dieser imperative Harndrang zu unwillkürlichem Harnverlust?
Dann liegt ziemlich sicher eine Dranginkontinenz oder eine nasse überaktive Blase vor, die Symptome gleichen sich jedoch. Typische Symptome umfassen:
- Unbeherrschbarer, imperativer Harndrang: Der Harndrang ist sehr stark und nicht selten schmerzhaft, etwa wenn sich die Muskulatur der Harnblase verkrampft. Das Gefühl wird so stark, dass das Wasserlassen unmöglich aufzuschieben ist. Man spricht deshalb von imperativem Harndrang.
- Ungewollter Harnverlust: Häufig ist der Weg zur Toilette zu weit, wenn sich imperativer Harndrang meldet. Bevor Betroffene ihr Ziel erreichen, tritt unerwünscht ein Schwall Harn aus.
- Häufige Toilettengänge: Betroffene lassen teilweise vermehrt Wasser bei normaler täglicher Gesamtmenge an Harn (Pollakisurie).
- Nächtliches Wasserlassen: Viele Betroffene müssen auch nachts vermehrt Wasser lassen (Nykturie).
Da die nasse überaktive Blase das weit häufigere Krankheitsbild ist, sind dort mehr Einzelheiten zu Therapiemöglichkeiten, Verlauf und vielen anderen Punkten aufgeführt.
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Behandlung
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Die Symptome Harndrang und Inkontinenz führen schnell auf die richtige Spur. Die Ärzte müssen noch körperliche Ursachen finden und ausschliessen, dass zusätzlich Belastungssymptome vorhanden sind. Anderenfalls liegt eine nasse überaktive Blase beziehungsweise eine Mischinkontinenz vor.
Um die Ursachen aufzufinden, können Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen, Harnblasendruckmessungen und weitere spezielle Tests nötig sein. Es lohnt sich, mit allen Mitteln nach möglichen Ursachen zu suchen. Wenn komplizierte neurologische Erkrankungen wie beispielsweise Demenz oder multiple Sklerose verantwortlich sind, stösst die ursächliche Therapie oft schnell an Grenzen. Doch viele Betroffene können ihre Beschwerden mit Medikamenten wie Anticholinergika und anderen Massnahmen bessern. Diese Behandlung gleicht der symptomatischen Behandlung bei einer überaktiven Blase. Sie kann weiter mit pflanzlichen Heilmitteln, Physiotherapie, Verhaltenstherapie, Kontinenztraining, Psychotherapie, Nervenstimulationen, kleineren Eingriffen zum Einbringen von Wirkstoffen direkt in die Blase oder – als letzter Ausweg – mit grösseren, aufwendigen Operationen geschehen.
Falls möglich, besteht die Behandlung in einer Therapie der Grunderkrankung. Harnsteine, Verengungen der Harnröhre und andere Hindernisse, die den Harnabfluss stören, lassen sich oft durch kleinere oder grössere Eingriffe beseitigen. Bei anderen Ursachen, besonders bei neurologischen, kann eine Therapie schwieriger und weniger erfolgreich sein.
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Verlauf, Komplikationen, Besonderheiten
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Der Blasenmuskel zieht sich plötzlich und unwillkürlich zusammen, noch bevor die Blasenkapazität, die normale Füllmenge der Blase, erreicht ist. Schon bei kleinen Füllmengen entsteht ohne Vorankündigung ein imperativer Harndrang, der unkontrollierbar ist. Das kann mehrmals pro Stunde geschehen und ebenso mehrmals nachts. Betroffene müssen fast immer so häufig Wasser lassen wie bei einer überaktiven Blase (mehr als achtmal täglich und oft auch mehr als zweimal nachts). Oft kommen nur geringe Harnmengen, und die Situationen, in denen imperativer Harndrang und Inkontinenz auftreten, nehmen von Zeit zu Zeit zu. Harndrang mit oder ohne Inkontinenz kann die Lebensqualität sehr stark einschränken. Durch die Eile in den Notsituationen steigen Unfall- und Sturzgefahr. Auch soziale Isolation und Depressionen können als Folgen erscheinen.
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Ursachen, Risikofaktoren und Häufigkeit
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Als häufigsten Auslöser finden die Ärzte eine Überaktivität des Blasenmuskels (Detrusorüberaktivität, Detrusorhyperaktivität). Er liegt bei drei bis fünf von zehn Betroffenen vor. Die Ursachen dafür können im übergeordneten, steuernden Nervensystem liegen. Fachleute sprechen dann von einer neurogenen Blase. Sie beruht auf neurologischen Erkrankungen (z.B. Schlaganfälle, Demenz, multiple Sklerose, Morbus Parkinson, Hirntumore), auf nervlichen Störungen infolge von Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes) oder Unfällen (z.B. Querschnittslähmung). Eine Dranginkontinenz kann somit auf eine unerkannte neurologische Erkrankung hinweisen. Es kommen aber auch Störungen ausserhalb des Nervensystems infrage, etwa Entzündungen von Blase, Harnröhre oder Vagina sowie Harnröhrenverengungen.
Bei einer Dranginkontinenz ohne überaktive Blasenmuskulatur ist meistens die Blasenempfindung gestört. Die Blase selbst nimmt dann Füllsignale falsch oder gesteigert wahr. Auslöser können bestimmte Entzündungen sein (z.B. interstitielle Zystitis), Steine in der Blase oder den Harnleitern, Tumore der Blase oder Harnröhre und Verengungen der Harnröhre, bei Männern etwa durch eine vergrösserte Prostata (benigne Prostatahyperplasie). Auch andere, seltenere Ursachen kommen in Betracht.
Drangbeschwerden mit oder ohne Harninkontinenz treten bei einer entsprechenden familiären Veranlagung sehr wahrscheinlich häufiger auf. Auch harter Stuhl und Verstopfung begünstigen sie möglicherweise. Weitere Faktoren, die Drangbeschwerden fördern, sind:
- Alter: Mit den Lebensjahren nimmt die Häufigkeit von Dranginkontinenz zu.
- Übergewicht (Adipositas): Diäten können die Zahl von Inkontinenzanfällen deutlich senken.
- Kaffee- und Teekonsum: Kaffee kann Drangsymptome auslösen. In Studien nahmen die Beschwerden mit der konsumierten Menge an Kaffee oder Tee zu und verringerten sich, wenn Betroffene mit solchen Getränken sparten oder auf sie verzichteten.
- Nikotin: Raucher entwickeln öfter Inkontinenz mit Drangbeschwerden.
Auch gewisse Medikamente können Drangbeschwerden begünstigen:
- Cholinergika und Cholinesterasehemmer: Anwendung z.B. bei Demenz und speziellen neuromuskulären Erkrankungen
- Betablocker: Anwendung z.B. bei Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, Herzschwäche, koronarer Herzkrankheit (Erkrankung der Herzkranzgefässe)
- Digitaliswirkstoffe, Herzglykoside: Anwendung hauptsächlich bei Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche
- Prostaglandin E1 und E2: Anwendung etwa zur Förderung der Durchblutung
An einer Harninkontinenz mit Harndrang leidet mindestens 1 von 20 Personen. Unter ihnen ist eine Dranginkontinenz, also eine Harninkontinenz mit Harndrang und körperliche Ursachen, aber vergleichsweise selten. Viel häufiger tritt Harninkontinenz mit Harndrang ohne körperliche Ursachen auf, also eine nasse überaktive Blase.
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Vorbeugung
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Eine gezielte Vorbeugung ist kaum möglich. Es gilt hauptsächlich, die beeinflussbaren Risikofaktoren zu meiden. Darüber hinaus ist auf eine normale, ausreichende Trinkmenge zu achten.
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TopPharm hilft!
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Ihr persönlicher Gesundheits-Coach kennt sich bestens mit allen Medikamenten aus, die bei Dranginkontinenz und überaktiver Blase zum Einsatz kommen können. Ebenso kann er Sie zu Alternativen und Hilfsmitteln bei Inkontinenz beraten.
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Wirkstoffe
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