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Richard Paul Lohse (1902-1988)
Er wurde am 13.9.1902 in Zürich geboren und starb am 16.9.1988 ebenfalls in Zürich.
Paul Lohse’s aus Deutschland stammender Vater starb bereits 1915, mitten in schwerer Kriegszeit, weshalb er und seine Mutter aus Bern in bittere Armut gerieten. Darin mag sein wacher Blick für soziale Unterschiede und sein Bildungshunger begründet gewesen sein. Nach zahlreichen Gelegenheitsarbeiten trat er 1918 in die Werbeagentur Max Dalang ein, um Reklamezeichner zu werden. Für Lohse wurde die Werbegrafik mit ihrer Disziplin, Präzision und dem Setzen auf zeichenhafte Kürze wichtig und er arbeitete bis in die 1960er Jahre grafisch, obwohl er 1930 die Agentur verliess. Konstant blieb er seinem sozialen Engagement verhaftet und verfolgte zukunftsweisende gesellschaftliche Ideen. 1934 begannen für Lohse turbulente Zeiten: Er lernte Irmgard Burchard kennen, mit der er kurz verheiratet war und gründete 1937 zusammen mit Leo Leuppi die «Allianz», eine Vereinigung moderner Schweizer Künstler. Während dem 2. Weltkrieg machte ihn sein politisches Engagement zum Grenzgänger in gefährlichen Missionen und führte ihn in den Widerstand. Dort lernte er seine zukünftige Lebensgefährtin Ida Alis Dürner kennen, die ihm 1944 die Tochter Johanna gebar. 1947-55 redigierte und gestaltete er die Zeitschrift «Bauen + Wohnen» und danach die in Zürich erscheinende «Neue Grafik», wodurch er Bekanntschaft u.a. mit Augusto Giacometti, Jean Arp und Le Corbusier machte.
Durch bedeutende Ausstellungen und Preise (Stedelijk Museum Amsterdam, 1961; Sikkens-Preis und Vertretung der Schweiz an der Biennale in Venedig, 1971; Kunstpreis der Stadt Zürich, 1973; Dokumenta 7 in Kassel, 1982) fand sein Werk weltweit Beachtung. Nach seinem Tode 1988 entstand die Richard Paul Lohse Stiftung in Zürich.
Als junger Mann beschäftigte sich Lohse mit kubistischen und expressiven Vorbildern. In den 30er Jahren äusserte sich sein Bewegungsdrang in scharfwinkligen Formationen. Seit 1942 befasste er sich in seinen Bildern mit der Horizontal-Vertikal-Gliederung von Farbfeldern in modularer und serieller Anordnung. Er leitete durch methodisch klare Schritte die Vereinheitlichung von Bildmittel, Bildstruktur und Bildformat ein. Über Gruppenordnungen, rhythmisch gereihte und geteilte Linienelemente gelangte er konsequent zum Farbquadrat. Bei modularen Bildern ordnete Lohse die Elemente einzeln oder gruppenweise durch Farben, meist in klarem Kontrast. Ausserdem verschob Lohse die Phasen nebeneinander verlaufenden Farbketten um mindestens zwei Glieder. So berühren sich niemals gleiche Farben, jedes Element bewahrt seinen Rang im Bildfeld. Dagegen trennen sich die Farbketten quer zu ihrem Verlauf, so dass seitlich gerichtete Kontraste entstehen. Durch die Farbdynamik vereinigen sich die Felder zu ihrer Gesamtwirkung.

Werke im öffentlichen Raum
1982 Wandgestaltung «Farbkomplementäre Reihen», Staatsarchiv des Kantons Zürich
1988 Wandgemälde in Grenoble zum 200. Jahrestag der Französischen Revolution
Ausstellungen in der Galerie HILT
1974 «Konkrete Kunst»
Quelle/n
DuMont’s Künstlerlexikon; Reclams Künstlerlexikon
Schweizer Künstlerlexikon 1998
© Copyright Galerie HILT AG, 2000/ab

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