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Um 1888 zählte Oberwil nur 1’147 Einwohnerinnen und Einwohner oder 225 Haushaltungen, verteilt auf 125 Wohnhäuser. Im damals mehrheitlich bäuerlichen Dorf entstand 1887 eine Milchgenossenschaft, möglicherweise unter Mitwirkung des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Arlesheim, der auch in anderen Gemeinden Milchgenossenschaften ins Leben rief. Anstoss für die Gründung der Milchgenossenschaft Oberwil gab der Allgemeinde Consumverein (ACV) der Stadt Basel. Dieser trat als mächtiger, den Markt beherrschender Milchkäufer auf. Zwischen dem Consum-Verein Oberwil und der Milchgenossenschaft war ein gutes Einvernehmen, so dass im Lokal der Milchi eine Ablage des ACV eingerichtet wurde.
Milchgenossenschaft Oberwil
Ein Pferdegespann vor dem Gebäude der Milchgenossenschaft, der Milchi. Links im Schatten des Vordaches ein Lastwagen mit der Aufschrift ACV, rechts davon das Türmchen des Restaurant Central, 1956.
Foto: Theo Kamber
Gleiche Perspektive wie in Bild links, 2012
Der ACV Konsum Unterdorf und die Milchi mussten einem Parkplatz des Coop weichen, Aufnahme im Jahre.
Foto: Pascal Ryf
Die ersten Statuten der Milchgenossenschaft Oberwil datieren vom 1. Oktober 1887, signiert von Julius Degen, Präsident und Eduard Kuentz, Aktuar. Die Genossenschafter verbanden sich zum Zweck des gemeinsamen, regelmässigen Versandes der Milch zu einheitlichen Preisen. 1896 wurde anlässlich der Generalversammlung der Vorstand neu bestellt. Zum Präsidenten wurde Martin Häring gewählt, als Kassier Theophil Sütterlin und als Aktuar Emil Hügin.
ACV Supermarkt
Blick von der Hauptstrasse auf den ACV Supermarkt bei der Einmündung der Bahnhofstrasse in die Hauptstrasse. Das Gebäude der Milchgenossenschaft musste wie der ACV Konsum Unterdorf um 1968 dem Neubau des ACV Supermarktes weichen.
Foto: Theo Kamber, 1975
Dr Milchmaa
„Damals gab es noch keine Kühlschränke. Milch und Butter wurden mit anderen Speisen im Keller aufbewahrt. Keine Past Milch, keine UP Milch! Der Milchmann kam mit einem Pritschiwagen von einem Ross gezogen mit seinen Milchkannen zu den Leuten. Selbst als wir 1956 in den Hohlweg zügelten, war der Milchmann sonntags noch unterwegs. Man konnte auch morgends und abends im Milchhüsli Milch kaufen, wenn die Bauern ihre Milch ablieferten. Wie gerne bin ich später am Sonntag Abend Milch holen gegangen, damit ich meinem Peter begegnen und mit ihm einen Schwatz abhalten konnte.“
Elisabeth Hügin-Degen (1928 – 2009)