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Merit (45, Diplomkauffrau) lernte über Parship.ch Philippe (51, Economiste) kennen. Zunächst war Merit aufgrund der sprachlichen Hürde skeptisch. Aber schnell war klar, dass das Verbindende mehr war, als das vermeintlich Trennende. Mittlerweile schmieden Merit und Philippe Pläne für die gemeinsame Zukunft:
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Eines Tages musste Philippe zu einem Gespräch mit dem Deutschlehrer seines Sohnes im Teenageralter antreten, der ihm mitteilte, dass das Sprachniveau zwar gut sei, jedoch Hörverständnis und Sprechen verbessert werden könnten. Philippes spontane Antwort an den Pädagogen lautete, dass er sich in diesem Fall eine deutsche Partnerin suchen würde…
Als er mich in französischer Sprache das erste Mal anschrieb, hätte ich fast eine Absage geschickt. Zum Glück habe ich ihn vorab gefragt, wie er sich das vorstellen würde. Daraufhin kam, dass wir jeweils in unserer Sprache kommunizieren könnten, da er Deutsch verstünde und auch sprechen würde und ich gut Französisch verstünde, wenn auch die Sprache im Zeitablauf doch etwas verloren gegangen war. Ich liess mich darauf ein, obwohl ich zunächst meine Zweifel hatte. Die Romandie war für mich bisher noch recht weit entfernt, nicht gerade räumlich, aber von der Mentalität und Lebensart her. Ich hatte keinen Bezug zu dieser Region und, obwohl schon lange Jahre in der Schweiz wohnhaft, bin ich doch noch immer sehr norddeutsch geblieben und auch ein bisschen stolz darauf. Im Verlauf unseres Briefwechsels stellten wir darüber hinaus fest, dass wir im gleichen Unternehmen tätig waren, immerhin an verschiedenen Standorten, das beruhigte mich etwas.
Wir haben uns dann unverfänglich mal über die Mittagspause in der Innenstadt zum Essen getroffen. Ich habe es Philippe nie gesagt, aber danach war mir klar, dass ich, was die Sprache anbelangt, Gas geben musste, wenn ich einen Teil meines privaten Lebens in den frankophilen Teil der Schweiz verlagern würde. Das erste Treffen verlief jedoch ganz entspannt locker und mein (bis dahin nicht so ganz ernst gemeintes) Versprechen, dass Philippe zum Abschied einen Kuss bekäme, hat er dann auch konsequent eingefordert. Er hatte sich zu diesem Zeitpunkt scheinbar bereits für mich entschieden, ich war etwas zurückhaltender, da ich nicht enttäuscht werden wollte. In der ersten Zeit war ich demzufolge auch eher auf der Bremse als auf dem Gaspedal unterwegs, aber ich wollte nicht aus der Höchstgeschwindigkeit heraus eine Notbremsung machen müssen. Vermutlich kommt es darauf an, welche Spuren die Vergangenheit hinterlässt. Da hatte Philippe im Vergleich zu mir eindeutig die besseren zwischenmenschlichen Erfahrungen gemacht und war im Gegensatz zu mir auch erst kurze Zeit allein unterwegs.
Doch zum Glück musste ich die Notbremse nicht ziehen. Ich habe Vertrauen gefasst, weil mir Philippe durch viele kleine Gesten immer wieder zeigt, dass es ihm ernst ist und ich mich auf ihn verlassen kann. Und ich habe erfahren, dass gewisse Dinge und Verhaltensweisen eine Selbstverständlichkeit sind und den Anderen überhaupt nicht belasten, weil er es gern tut und Jemanden einfach gern hat. Wenn ich an einem Regentag hinter mich blicke und Philippe mit einem Schirm kommen sehe, weil ich gerade nass werde, bin ich immer noch erstaunt über so viel Aufmerksamkeit. Meine Welt ist mit unserem Kennenlernen wieder gerade gerückt worden. Wir kommunizieren und handeln so, wie ich es als „normal“ und empathisch erachte. Man kümmert sich um sein Gegenüber, respektiert seine Hobbies und nimmt die Interessen des Partners ernst. Ich habe gestern zum Beispiel zum ersten Mal in meinem Leben Zierfische verschenkt, die in Philippes Aquarium ein neues Zuhause gefunden haben.
Nun sind wir seit letztem Jahr sozusagen zu dritt unterwegs durch das Leben, aber wir lassen uns Zeit. Momentan haben wir eine Wegstrecke von 40 Minuten zwischen uns mit einer Wohnung in der Stadt und einem Haus auf dem Land. Philippe ist oft mit seiner Musik und ich sportlich unterwegs. Er wünscht sich, dass ich noch ein Instrument lerne, um das Orchester, in dem er spielt, zu unterstützen, und ich habe den Wunsch, dass wir gemeinsam und im besten Fall zu dritt auf dem Golfplatz aktiv werden. Im Sommer werden wir sicherlich die schönen Tage auf dem Boot verbringen und im Winter die Ski herausholen. Wir haben diverse Konzerte von Klassik bis Heavy Metal vor uns, es soll für Jeden von uns etwas dabei sein. Und es ist selbstverständlich, dass wir als „Kleinfamilie“ in die Ferien fahren. Dieses erste Jahr wird sehr spannend im Hinblick auf das erste Urlaubsgemeinsam. Für 2017 ist eine Fernreise geplant. Ich habe nicht den Anspruch Mutterersatz für Philippes Sohn zu werden, vielleicht aber eine gute Freundin oder Vertraute. Irgendwann einmal, das muss langsam wachsen, gerade diesbezüglich kann man niemanden zwingen, schon gar nicht auf der Gefühlsebene. Man sollte sich Freiräume lassen und alles Gemeinsame geniessen ohne sich einzuengen oder zu verbiegen.
Mein persönliches Fazit ist, dass bei Menschen grosser und scheinbar eloquenter Worte die dazugehörigen Taten oft vergessen gehen. Viele, die eine neue Partnerschaft suchen, leben mit dem Blick in die Vergangenheit. Damit kann man jedoch nicht in die Zukunft gehen, für eine ernsthafte Beziehung muss man frei sein. Das gilt auch für die Suche via Internet bzw. ein Portal wie Parship. Immerhin merkt man recht zeitnah, ob das Gegenüber an einer seriösen Beziehung interessiert ist.
Ich hatte immer geschrieben, dass ich die berühmte „Nadel im Heuhaufen“ suchen würde, nun habe ich sie gefunden. Wären Philippe und ich uns rein beruflich über den Weg gelaufen, hätten wir vermutlich nie an eine gemeinsame Beziehung gedacht, weil man gar keine Plattform gehabt hätte, sich näher kennenzulernen. Nun haben wir auf diesem „Umweg“ zusammengefunden und wünschen allen Parshipern die nötige Geduld und ein Liebes-Happy End!