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| Makarius, ps./ Symeon von Mesopotamien (4. Jhd.) - Fünfzig geistliche Homilien

11. Homilie.
9.
Was bedeutet nun die tote Schlange, die an der Spitze des Holzes befestigt war und die Gebissenen heilte? Die tote Schlange überwand die lebendigen [S. 93] [Schlangen]. Darum ist sie ein Vorbild vom Leibe des Herrn. Denn den Leib, den er aus Maria angenommen, hob er ans Kreuz empor, hängte und befestigte ihn ans Holz, und so besiegte und tötete ein toter Leib die Schlange, die im Herzen lebt und kriecht. Das ist der Wunder größtes. Wie konnte denn die tote Schlange die lebendige töten? Wie Moses ein neues Werk schuf, als er ein Bild von der lebendigen Schlange verfertigte, so schuf auch der Herr ein neues Werk aus Maria und zog dieses an. Aber nicht vom Himmel hat er seinen Leib gebracht. Den himmlischen Geist, der in Adam eingegangen, hat er geschaffen, diesen (= Adam) mit der Gottheit vereinigt, hat ihn, menschliches Fleisch, angezogen und im Mutterschoße gestaltet1. Bis auf Moses war nie vom Herrn der Befehl ergangen, auf Erden eine eherne Schlange zu machen. So war auch bis zur Ankunft des Herrn kein neuer, sündenloser Leib in der Welt erschienen. Denn seit der erste Adam das Gebot übertrat, herrschte der Tod über alle seine Kinder. Es hat also ein toter Leib die lebendige Schlange besiegt.
1: Hier wendet sich „Mak.“ scharf gegen den Doketismus und Apollinarismus.