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Agricola als Vater der Montanwissenschaften
Mit seinem Hauptwerk De re metallica setzte Agricola einen Meilenstein in der Geschichte der Bergbauwissenschaften. Das Werk ist auch eine Pionierleistung, betrat Agricola damit doch weitgehend unbearbeitetes Gebiet. Wohl gab es zuvor schon Ansätze, das empirische Wissen über den Bergbau zu sammeln. Im deutschsprachigen Raum kursierten zwei volkstümliche Werke geringen Umfangs, das Bergbüchlein von Ulrich Rülein von Calw sowie ein anonymes Probierbüchlein, ein Leitfaden für Probierer und Münzmeister. Doch erst Agricola schuf mit seiner systematischen Durchdringung und wissenschaftlichen Aufarbeitung der Bergbaukunde ein Standardwerk, das für nahezu 200 Jahre als Lehr- und Handbuch massgebend war.
Nach Agricolas Tod erfahren seine bergbaukundlichen Erkenntnisse durch die Predigten des Joachimsthaler Theologen Johannes Mathesius eine populärwissenschaftliche Vermittlung. Für die Verbreitung unter den Gelehrten sorgt die Editions- und Übersetzungstätigkeit des Verlags Froben. Die deutschen Montanwissenschaftler des 16. und 17. Jahrhunderts stehen mehr oder weniger in der Nachfolge Agricolas. Erst Christoph Andreas Schlüters Gründlicher Unterricht von Hütte-Werken (1738) vermag es, De re metallica als Standardwerk abzulösen.