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2018-2021
The reception history of Goethe's "Zur Farbenlehre" in Berlin 1810–1832
The main of the project is to analyse the reception of Goethe’s 1810th work „Zur Farbenlehre“ (About the Theory of Colours) in Berlin in the first decades of the 19th century. Goethe claimed, his work has elicit mostly hostile reactions and got only seldom support. The work vanished soon after his publication, Goethe suggested. Reviews and critical remarks in the scholarly literature support this view.
In contrast, there are cues about the strong influence of Goethe’s work in Berlin over more than two decades. Scholars and scientists admitted in public to his „Farbenlehre“. Institutes were founded to support Goethe’s theory. Lectures were given on Goethe’s theory by L. von Hennings et al. And the painter Raabe travelled to Italy, to popularise Goethe’s „Farbenlehre“. In these processes Goethe was more than a passive spectator. He was actively involved in planning and evaluation of Raabe’s travel or Hennings’s lecture series, a ‚success story‘ of Goethe’s theory.
The project analysis for the first time this history of reception in his contexts. It take aim to unlock and to comment the historical sources and to evaluate systematically the detail of this outstanding historical processes. The results will be published as a monography in print and digital, linked with the sources and background information. The whole of the historical material (documents, transcriptions, comments) will be available online for further research. By doing so, the project will make an important contribution to the research on Goethe, to the history of sciences, the history of the Prussian cultural politics and on the bourgeois society in the first half of 19th century.
Johann Wolfgang Goethe (1749–1832) hat der Nachwelt den Eindruck überliefert, sein 1810 erschienenes Werk „Zur Farbenlehre“ sei vor allem angefeindet worden und bald aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Das bisherige, auf der Auswertung von Rezensionen und von kritischen Erwähnungen in Monographien und in Lexika basierte historische Bild hat diese Auffassung gestützt. In direktem Gegensatz dazu steht die tatsächliche Erfolgsgeschichte seiner „Farbenlehre“ in Berlin, wo das Werk über mehrere Jahrzehnte einen weitreichenden Einfluss auf Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft ausgeübt hat.
Im Rahmen des Forschungsprojekts wird der umfangreiche Quellenbestand zur Rezeption von Goethes Farbenlehre – Briefe, Tagebücher und Vorlesungsmanuskripte, aber auch zeitgenössischen Buch- und Zeitschriftenpublikationen – gesammelt, editorisch bearbeitet und ausgewertet. So entsteht ein Überblick über die komplexen Zusammenhänge, die beteiligten Personen und über die Wirksamkeit außerhalb von Berlin, unter Berücksichtigung der Resonanz, die eine solche Förderung seines Werks „Zur Farbenlehre“ bei Goethe und in seinem Kreis hervorrief.
Die in dem Projekt zusammengeführten amtlichen und privaten Quellen werden nicht nur erstmals einen geschlossenen Eindruck des vielgestaltigen Einflusses von Goethes „Farbenlehre“ auf Naturwissenschaften, Philosophie und bildende Kunst vermitteln, sondern ihre Auswertung wird auch ein neues Licht auf die Bedeutung Goethes für die preußische Kulturpolitik im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts und auf das gesellschaftliche Leben in Preußens Hauptstadt Berlin werfen. Außerdem leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Goethe-Forschung.
Die Ergebnisse des Projekts werden in einer Monographie zusammengefasst, die sowohl gedruckt als auch in elektronischer Form veröffentlicht werden wird. Das gesamte Quellenmaterial – digitalisierte Dokumente, Transkriptionen und Kommentare – wird zudem in einem Online-Rechercheportal zugänglich gemacht und kann so für weitere Forschungsfragen nachgenutzt werden.
Das Projekt ist ein Kooperationsvorhaben des Digital Humanities Labs der Universität Basel, des Instituts für Philosophie, Literatur-, Wissenschafts- und Technikgeschichte der Technischen Universität Berlin und der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen. Es wird vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.
Von der Basler Arbeitsstelle werden die Quellen gesammelt. Ihre Erschließung, Edition und wissenschaftshistorische Auswertung erfolgt in enger Zusammenarbeit durch die Arbeitsstellen in Berlin und Basel. Darüber hinaus konzentriert sich den Kompetenzen entsprechend die Berliner Arbeitsstelle auf die philosophischen und die Basler auf die kunsthistorischen Aspekte des Projekts. Die Göttinger Arbeitsstelle erstellt für das Projekt eine digitale Umgebung für das kollaborative Edieren der Dokumente. Darüber hinaus wird in Göttingen eine Präsentationsumgebung entwickelt, in der die Texte mit den digitalisierten Dokumenten vorgehalten und später online und frei zugänglich recherchierbar sein werden.