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In den 1960er-Jahren lernte der griechische Komponist, Politiker und Schriftsteller MIKIS THEODORAKIS in Paris den aus Chile stammenden Schriftsteller und Dichter PABLO NERUDA kennen. 1970 – während seines Pariser Exils – erhielt Theodorakis von Neruda, der damals chilenischer Botschafter in Frankreich war, eine offizielle Einladung nach Chile. Während dieses Besuchs hörte Theodorakis eine Aufführung des vertonten CANTO GENERAL und beschloss spontan, einen eigenen Canto zu komponieren. Bei einem anschliessenden Treffen mit dem chilenischen Präsidenten Salvador Allende und später in Paris mit Neruda liess er sich von den beiden eine Gedicht-Auswahl für seine Vertonung vorschlagen. Er verarbeitete diese bis 1974 zum ORATORIUM CANTO GENERAL für zwei Solostimmen, gemischten Chor und Orchester, das 1974 in Paris uraufgeführt wurde und kurz darauf nach dem Ende der griechischen Militärdiktatur in Athen zur Aufführung kam. Theodorakis bemüht sich beim Canto General nicht um eine Imitation des südamerikanischen Instrumentalklangs. Vielmehr bedient er sich seiner eigenen, sozial motivierten Tonsprache, die in der traditionellen griechischen Musik wurzelt, was ihren Ausdruck auch in der Verwendung der Bouzouki im Orchester findet. Das Werk ist in einer einfachen, dreiklangorientierten Harmonik gehalten und besticht durch seine Rhythmik, die viele Modelle aus griechischen Tänzen aufnimmt. Während die großen Texte des Canto General wie die Chöre eines Oratoriums zu betrachten sind und vor allem durch ihre Monumentalität wirken, überwiegt in den später vollendeten, choralartigen kleineren Teilen das lyrische Element. Der Chor Les Marmottes Solothurn und der Projektchor Olten erarbeiten unter der Leitung von Stefan Schmid eine Fassung mit 9 (der insgesamt 13) Stücken.