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Weltgeschichte
„Und sie bewegt sich doch“
Diesen legendären Ausspruch sprach Galilei wahrscheinlich nicht, denn damit hätte er seine zuvor vertretene Lüge revidiert und höchstwahrscheinlich den Weg zum Scheiterhaufen antreten müssen. Gedacht haben mag er ihn.
Galilei war frommer Katholik, doch wegen seinen Schriften über das Kopernikanische Weltbild, in dem die Erde um die Sonne kreist, geriet er in die Kritik der Kirche. Die Kirche, wie fast jeder, hielt am geozentrischen Weltbild von Ptolemäus und Aristoteles fest, bei dem die Erde den Mittelpunkt des Weltalls bildete. In den Augen der damaligen Geistlichkeit stand jede andere Sichtweise im Widerspruch zur Heiligen Schrift.
Als 1632 sein Buch „Dialog über die beiden hauptsächlichen Weltsysteme“ erschien und ein grosser Erfolg wurde, alarmierte dies die Inquisition, die das Buch sofort einziehen und verbieten liess. Im April 1933 wurde er nach Rom zitiert und offiziell von der Inquisition verhört. Zu diesem Zeitpunkt war Galileo 69 Jahre alt.
Am 16. Juni 1633 wurden alle seine Schriften, die mit seiner Theorie zu tun hatten, auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt und blieben es dort bis ins vorherige Jahrhundert. Er selbst wurde durch Androhung von Folter, Einkerkerung und Tod auf dem Scheiterhaufen gezwungen, seiner Arbeit „abzuschwören, sie zu verfluchen und zu verabscheuen“. Er musste versprechen, andere zu denunzieren, die weiter an seinem früheren Standpunkt festhielten. Galilei tat alles, was die Kirche von ihm verlangte. Dass die Drohung von Folter und Tod Ernst zu nehmen war, hatte die Kirche in einem früheren Verfahren gegen Giordano Bruno bewiesen, der im Jahre 1600 wegen einer naturalistischeren Sichtweise des Universums auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde.
Galilei wurde trotzdem zu lebenslanger Kerkerhaft verurteilt. Diese Strafe wurde von Papst Urban VIII. in lebenslangen Hausarrest umgewandelt. Trotzdem forschte er weiter und veröffentlichte trotz Erblindung eine Abhandlung über die Mechanik und die Fallgesetze.
Galileo Galilei starb am 8. Januar 1642 im Alter von 78 Jahren.
Papst Johannes Paul II. rehabilitiert Galileo
Am 31. Oktober 1992, 350 Jahre nach seinem Tod, wurde der Physiker Galileo Galilei offiziell von der Kirche rehabilitiert. Papst Johannes Paul II. stellte fest, Galilei sei Unrecht geschehen, als ihn die Inquisition im Jahre 1633 unter Folterdrohung zwang, dem kopernikanischen Weltbild abzuschwören. Der Papst gestand den Richtern der Inquisition aber zu, sie hätten „guten Gewissens“ gehandelt.“