Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03325.jsonl.gz/415

Amor Fati: Der Wert der Katastrophe
"Meine Formel für die Grösse am Menschen ist amor fati: dass man Nichts anders haben will, vorwärts nicht, rückwärts nicht, in alle Ewigkeit nicht. Das Notwendige nicht bloss ertragen, noch weniger verhehlen sondern es lieben." Friedrich Nietzsche
Amor fati - lateinisch für "Liebe zum Schicksal" - ist die Umarmung des Schicksals und die Positivität, die eine solche Denkweise in das Leben bringen kann. Die aus dem Stoizismus stammende Idee wurde später von Friederich Nietzsche adaptiert und erstmals in seinem Buch "Die fröhliche Wissenschaft" ausformuliert. Das Schicksal kann als das angesehen werden, was wir nicht kontrollieren können. Nietzsche war der Ansicht, dass das Leben besser wäre, wenn wir Dinge akzeptieren würden, die sich unserer Kontrolle entziehen, statt uns über sie zu nerven oder frustriert zu sein. Das Leben läuft nie genau so ab, wie wir es erwarten, aber amor fati erlaubt uns, mit dem zufrieden zu sein, was passiert, was auch immer das sein mag. Nietzsche kommentiert, wie wir jeden Moment, ob gut oder schlecht, annehmen sollten - und die schlechten Seiten nicht nur ertragen, sondern wirklich lieben sollten. Ein praktisches Beispiel für Amor Fati liefert uns Thomas Edison. Sein Umgang mit der Feuerkatastrophe, welche seine Unternehmung und Wirkstätte in West Orange/New Jersey - sie galt zu Beginn des 20. Jahrhunderts als das weltweite Nervenzentrums des Fortschritts - am 9. Dezember 1914 fast komplett zerstörte, ist mehr als beeindruckend.