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Team 08 2018
Inhaltsverzeichnis
- 1 Impressum
- 2 Aufgabenstellung
- 3 Arbeitsschritte
- 3.1 Arbeitsschritt 1: Erfassen der Bevölkerungs und Arbeitsplatzdichte
- 3.2 Arbeitsschritt 2: Zusammenlegen beider Datensätze
- 3.3 Arbeitsschritt 3: Erfassen der Bevölkerung- und Arbeitsplatzdichte um die bestehende Trassierung
- 3.4 Arbeitsschritt 4: Aufzeigen bestehender Bahnhöfe
- 3.5 Arbeitsschritt 5: Aufzeigen fehlender Bahnhöfe in Buffer
- 3.6 Arbeitsschritt 6: Aufzeigen fehlender Bahnhöfe ausserhalb Buffer
- 4 Resultat
- 5 Fazit
- 6 Quellen
Impressum
Hochschule für Technik Rapperswil
Modul: RAG
Thema: Bahnnachfrage
Studierende: Florian Egli, Manuel Heimberger, Ramon Meier
Dozent: Claudio Büchel
Datum: 05.12.2018
Aufgabenstellung
Im Rahmen des Moduls GIS2 soll eine eigenständige raumplanerische Fragestellung mit Hilfe des Programms ArcMap gelöst werden. Die Aufgabe dieser Arbeit besteht darin, eine Angebots- und Nachfragekarte für Bahnmobilität in der Schweiz zu erstellen.
Perimeter
Der Bearbeitungsperimeter umfasst die gesamte Schweiz, da die Bahn primär Passagiere im Fernverkehr befördert.
Thema
Die Schweiz gehört zu den Pionierländern in Sachen Eisenbahn und ist Weltmeister im Zugfahren. Ein Grossteil des Bahnnetzes ist um die vorletzte Jahrhundertwende entstanden. Die Züge damals waren langsamer, Hierarchiestufen im Zugverkehr waren nicht existent und Bahnfahren an sich ein Privileg für die Reichen. Die Schweiz ist seit damals stark gewachsen, während die Bahnhöfe meist immer noch dort stehen, wo sie vor über 100 Jahren gebaut wurden. In dieser Untersuchung werden drei unterschiedliche Dinge analysiert:
• Ist auf einer bestehenden Trasse ein Bahnhof mangels potentieller Passagierfrequenzen aufzuheben?
• Ist auf einer bestehenden Trasse ein Bahnhof aufgrund hoher potentieller Passagierfrequenzen neu anzuordnen?
• Fehlen neue Trassen in Gebiete mit hohen potentiellen Passagierfrequenzen?
Kriterien
Für die Untersuchung werden verschiedene Daten benötigt. Die Notwendigkeit eines Bahnhofs hängt von der Anzahl ein- oder aussteigender Pendler ab. Diese reisen jeweils von ihrem Wohnort an den Arbeitsort oder umgekehrt. Hier werden Daten des BAFS beigezogen, welche die Verteilung der Arbeitsplätze und der Bevölkerung über die Schweiz darstellen. Des weiteren sind die Verläufe der Eisenbahntrassen notwendig. Sämtliche Daten stammen auch hier vom Bundesamt für Statistik und vom Bundesamt für Landestopographie, welche diesbezüglich hervorragende Arbeit leisten. Die Gleisanlagen von Bergbahnen sowie innerstädtischen Trams blendeten wir dabei aus. Auch nötig sind die Standorte der Bahnhöfe, da wir wissen müssen, welche Gebiete heute schon gut erschlossen sind.
Arbeitsschritte
Arbeitsschritt 1: Erfassen der Bevölkerungs und Arbeitsplatzdichte
Die Daten dafür stammen vom Bundesamt für Statistik in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Landestopographie. Diese Daten wurden eingelesen und mit Focal Statistics bearbeitet. Mit dieser Funktion wird der Wert der umliegenden Zellen auf eine Zelle übertragen, was das Vorkommen von Ausreissern verhindert. Die Zellen werden gegenseitig zusammengefasst
Arbeitsschritt 2: Zusammenlegen beider Datensätze
Raster Calculator: Ist ein Algebra-Werkzeug, wodurch mehrere Layer oder Variablen auf einmal miteinander verrechnet werden können. Dies spart Zeit und dient der Übersichtlichkeit. In unserem Fall wurden so die Layer der Bewohner und der Arbeitsplatzdichte übereinandergelegt, also addiert, um die Quell- und Zielgebiete festzulegen.
Arbeitsschritt 3: Erfassen der Bevölkerung- und Arbeitsplatzdichte um die bestehende Trassierung
Buffer: Bildet um Polygone, Linien und ähnliche Objekte eine Fläche in einem zuvor festgelegten Abstand (600m Radius). So wurde in unserem Fall das Einzugsgebiet um die Bahntrassen festgelegt.
Arbeitsschritt 4: Aufzeigen bestehender Bahnhöfe
Select by Attributes: Hilft bei der Auswahl von Objekten in mehreren Layern, welche alle eine identische Eigenschaft aufweisen. Alle unsere Bahnhöfe befinden sicher innerhalb de zuvor festgelegten Buffers.
Arbeitsschritt 5: Aufzeigen fehlender Bahnhöfe in Buffer
Raster Processing Clip: Verschneidet unterschiedliche Layer miteinander, will heissen, alles was von den gewählten Layern nicht deckungsgleich ist, wird weggeschnitten. Daraus wird ein neuer Layer generiert. Dieser Layer besteht jetzt aus dem verschnitt des Buffers und der Bevölkerungs- und Arbeitsplatzdichte.
Arbeitsschritt 6: Aufzeigen fehlender Bahnhöfe ausserhalb Buffer
Mit dem Raster Calculator wird als letzter Arbeitsschritt noch aufgezeigt, in welche Gebiete ausserhalb bestehender Bahntrassen sich eine Erschliessung durch eine Neubaustrecke lohnen würde. Dazu wurde von der Bewohner- und Arbeitsplatzdichte der Buffer um die Bahntrassen Abgezogen, sodass diese Fläche, welche bereits als Erschlossen gilt, nicht mehr sichtbar ist.
Resultat
Bahnhöfe am falschen Standort
Folgende Bahnhöfe liegen auf einer Bahnlinie, allerdings nicht am Ort mit der höchsten Bevölkerungs- und Arbeitsplatzdichte:
Bei Bellinzona ist ersichtlich, dass sich der Bahnhof etwas ausserhalb befindet. Wenn sich der Bahnhof etwas mehr süd-westlich befinden würde, wäre eine grössere Bevölkerung und Arbeitsplätze in unmittelbarer Nähe.
In Chiasso ist der Bahnhof ziemlich an der Grenze positioniert. Die grösste Bevölkerung- und Arbeitsplatzdichte ist aber ein wenig von Bahnhof entfernt.
Die Gemeinde Moutier hat ihren Bahnhof nord-östlich von den dichtest besiedelten Standorten. Dies ist aber aus dem Grund, weil sich an diesem Punkt zwei Bahnlinien kreuzen.
In Rapperswil-Jona befinden sich beide Bahnhöfe etwas ausserhalb. Am meisten Personen wohnen genau zwischen den beiden Bahnhöfen.
Fehlende Bahnhöfe
Diese Orte verfügen über eine hohe Bevölkerungs- und Arbeitsplatzdichte, allerdings fehlt ein Anschluss ans Bahnnetz.
In Courrendlin befindet sich trotz einer Dichte von 2900 bis 7300 Personen, kein Bahnhof.
In Courrendlin befindet sich trotz einer Dichte von 13000 bis 20000 Personen, kein Bahnhof.
In Triengen/Büron endet die Bahninfrastruktur, ohne das sich an diesem Ort ein Bahnhof befindet.
Trübbach verfügt über eine Dichte von 7000 bis 13000 Personen und befindet sich direkt an der Bahninfrastruktur, verfügt jedoch über keinen Bahnhof.
Orte ohne Bahnanschluss
Diese Orte verfügen über eine hohe Arbeitsplatz- und Bevölkerungsdichte, haben aber keinen Bahnanschluss:
Die beiden Orte Buochs und Beckenried verfügen beide über keine Bahnlinie und somit auch keinen Bahnhof.
Die Gemeinde Diepoldsau liegt etwas ausserhalb der Bahnlinie und hat nur Busverbindungen zum nächsten Bahnhof.
Oberwil und Therwil bei Basel liegen trotz ziemlich hoher Bevölkerungs- und Arbeitsplatzdichte nicht an einer Bahnlinie.
In der Gemeinde Schwyz befindet sich der Bahnhof im Ortsteil Seewen und ist mit dem Bus ca. 10 Minuten von Zentrum von Schwyz entfernt.
Die Stadt Kriens hat eine sehr hohe Bevölkerungs- und Arbeitsplatzdichte aber befindet sich trotzdem nicht an einer Bahnlinie. Kriens ist von Luzern aus mit dem Bus erschlossen
Fazit
Unsere Analyse zeigt auf, dass einige Bahnhöfe in der Schweiz abseits ihres bestmöglichen Standortes platziert sind. Es ist aber auch ersichtlich das in der Schweiz nur sehr wenig dicht besiedelte Orte nicht mit der Bahn erschlossen sind. Allerdings zeigen diese Karten nicht, ob die betroffenen Gebiete nicht schon über einen anderweitigen ÖV-Anschluss verfügen. Weiter ist von dieser Analyse abzuleiten, dass die Entwicklung von Städten und Dörfern meist um den Bahnhof im Zentrum stattfand, da nur sehr wenig Beispiele mit einer schlechten Platzierung des Bahnhofes gefunden wurden. In einem Land wie Deutschland, wäre unsere Analyse mit grosser Wahrscheinlichkeit noch interessanter gewesen, da das Bahnnetz viel weniger gut ausgebaut ist und mehr dicht besiedelte Gebiete nicht gut erschlossen sind.
Quellen
öV-Haltestellen: Bundesamt für Verkehr BAV
Schienennetz: Bundesamt für Verkehr BAV
Bundesamt für Statistik (BFS), GEOSTAT, Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT)
Bundesamt für Statistik (BFS), GEOSTAT, Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP) ab 2010