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Meeresforschende haben vor der Küste Kaliforniens 25'000 Fässer entdeckt, die möglicherweise DDT enthalten.
An der südkalifornischen Küste in der Nähe der Catalina Island wurde schon seit längerem eine Unterwasser-Giftmülldeponie aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges vermutet. Forschende der Universität Kalifornien haben diese nun aufgespürt, berichtet die «Los Angeles Times». Die Deponie erstreckt sich über 14.5 Hektaren Meeresboden (entspricht etwa 20 Fussballfeldern) und umfasst 25'000 Fässer. In der Region wurden bereits hohe Konzentrationen der giftigen Chemikalie im Ökosystem festgestellt.
Historische Schifffahrtsprotokolle zeigten, dass das Becken in Südkalifornien von Industrieunternehmen als Mülldeponie genutzt wurde. Erst mit dem Eintreten des sogenannten «Ocean Dumping Act» 1972 wurde die Müllentsorgung im Ozean verboten. Vor 10 Jahren wurden schliesslich erste DDT-Fässer in der Region entdeckt.
Da diese aber tief unter der Meeresoberfläche lagen, war der genaue Ort und das Ausmass der Deponie bis jetzt nicht bekannt.
Mithilfe von Unterwasserdrohnen, die mit Sonartechnik arbeiten, war es nun möglich, hochauflösende Bilder der Fässer zu schiessen und eine Unterwasserkarte zu erstellen. Eric Terrill, leitender Wissenschaftler der Expedition war schockiert über das Ausmass der Deponie. Ob die Fässer aber tatsächlich DDT enthalten muss mittels Sedimentproben noch bestätigt werden. Es wird geschätzt, dass zwischen 350 und 700 Tonnen DDT in diesem Gebiet abgeladen wurden.
Noch seien die langfristigen Auswirkungen auf das Meeresleben und den Menschen unbekannt, sagt Lihini Aluwihare, Ozeanograph des «Scripps Institution of Oceanograpy» der Universität Kalifornien in San Diego. Doch in der Gegend wurden bereits hohe DDT-Konzentrationen in Meeressäugern festgestellt und es wird vermutet, dass die Chemikalie für Krebs bei Seelöwen verantwortlich sein könnte.
Die Forschenden des Scripps Instituts hoffen, dass die Aufräumarbeiten im Ozean durch ihre Entdeckungen vorangetrieben werden. (saw)