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Die Betriebe des Internationalen Flughafens Genfs (GVA) sind in der Wintersaison auf Schneefälle vorbereitet. Nun sahen sie sich während 36 Stunden mit einer aussergewöhnlichen Situation konfrontiert, die dazu führte, dass die Flughafenplattform von Dienstag, 30. November um 21 Uhr bis Donnerstag, 2. Dezember um 6.00 Uhr für den Flugverkehr geschlossen werden musste.
Zusammen mit Vertretern der verschiedenen Flughafenpartner (Fluggesellschaften sowie Bodenabfertigungs-, Bordverpflegungs- und Betankungsgesellschaften, MeteoSuisse, Internationale Sicherheitspolizei usw.) haben sich die Flughafenbehörden am 30. November 2010 im Rahmen eines präventiven "Schneekomitees" versammelt, um die Entwicklung der vom Bund angekündigten extremen Wetterereignisse zu verfolgen.
Angesichts der kritischen Schneehöhe auf den Installationen und der kurz- und mittelfristigen Wetterprognosen wurde beschlossen, die Pisten für den Flugverkehr um 21.30 Uhr zu schliessen.
Da der Schneefall in den ersten Stunden der Schneeräumungsarbeiten unvermindert anhielt, erreichten die zu räumenden Schneemassen (rund 40 cm) innert Rekordzeit ein solches Ausmass, dass die Piste erst am Donnerstag, 2. Dezember 2010 um 6.00 Uhr wieder für den Flugverkehr frei gegeben werden konnte.
Luftseite (Airside-Bereich)
Insgesamt wurden 60'000 Kubikmeter Schnee von der einzigen Piste (die 3'900 Meter lang und 50 Meter breit ist, was praktisch der Fläche von 40 Fussballfeldern entspricht) abtransportiert, während das Vorfeld mit einer Fläche von 260 Hektaren von nicht weniger als 200'000 Kubikmeter Schnee befreit werden musste.
Für die Schneeräumungsarbeiten wurde Personal aus den Abteilungen Flugsicherheit, Flughafendienste und technische Dienste des Flughafens aufgeboten, und es kamen Schneepflüge, Enteisungsanlagen und Schneefräsen zum Einsatz. Wie bei schwierigen Verhältnissen mit starkem Schneefall üblich wurden diese Mitarbeiter von privaten Kraftfahrern unterstützt, die ihre Lastwagen, Lader und Lastkraftwagen mit Schneeschiebern zur Verfügung stellten.
Insgesamt waren 80 Fahrzeuge und rund hundert Männer und Frauen ohne Unterbruch im Einsatz.
Insgesamt wurden in dieser Periode 251 Abflüge und 254 Anflüge gestrichen.
Landseite (Landside-Bereich)
Von den Unannehmlichkeiten in Zusammenhang mit diesen Annullierungen waren mehrere hundert Personen betroffen. Ein Teil davon, unter anderem Passagiere, die sich bereits in den Flugzeugen befanden, als die Piste geschlossen werden musste, steckten am Dienstagabend am Flughafen fest, da es weder Bus, Bahn noch Taxi gab.
Im Übrigen war in der ganzen Stadt und Umgebung kein einziges Hotelzimmer mehr frei.
In dieser Krisensituation richteten die Flughafenbehörden rund hundert Notbetten in den Konferenzräumen ein, um dort die bedürftigsten Personen unterzubringen. Am Abend wurde ihnen ein warmes Essen serviert, und es wurden Getränke verteilt.
In Absprache mit den Behörden der Stadt Genf wurden rund 200 andere Passagiere in speziell zu diesem Zweck geöffnete Zivilschutzräume gebracht. Diese Unterkünfte konnten innerhalb von weniger als drei Stunden nach der Schliessung der Flughafeninstallationen zur Verfügung gestellt werden.
Auf der Ankunftsebene des Flughafens stand das Empfangspersonal des GVA bis spät in die Nacht hinein zur Verfügung, um die Passagiere über die Entwicklung der Lage zu informieren. Die Telefonzentrale der Flughafendirektion beantwortete rund 545 Anrufe während einer Gesamtgesprächsdauer von 7 Stunden 45 Minuten. Auf der Website wurden 89'533 Besucher und 310'070 besuchte Seiten verzeichnet (gegenüber einem Tagesdurchschnitt von 10'364 Besuchern und 42'555 Webseiten).