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A. Tierpflege
Nicht alle Hunde und
Katzen lieben die notwendigen Pflegemassnahmen. In schwierigen Fällen
sollten die Tiere aber niemals gewaltsam fixiert werden. Es bringt viel
mehr, durch Belohnungshappen oder durch intensives Kraulen oder Streicheln
die gute Laune zu erhalten. Meist erreicht man so das gewünschte Ziel.
Sollte einmal die Stimmung absolut verdorben sein, folgt halt der nächste
Versuch an einem andern Tag.
1. Ohren
Zur Gesunderhaltung
der Ohren sind vor allem regelmässige Kontrollen nützlich. Reinungen
sind nur bei Bedarf angezeigt. Es macht absolut keinen Sinn, saubere Ohren
zu reinigen. Schmutzige Ohren,
meist bei übermässiger Schmalzproduktion oder bei
Gehörgangsentzündungen,
reinigt man am besten mit Auroclens®, einer nicht brennenden Emulsion aus
ätherischen Ölen. Dazu gibt man etwa eine halbe Pipette des Mittels in
jedes Ohr und massiert diese dann kräftig. Dadurch wird der Schmalz im
Gehörgang und an den Ohrmuscheln gelöst. Anschliessend reibt man die
Ohrmuscheln mit einem Wattetupfer ab und säubert die Gehörgänge mit
Wattestäbchen.
Starker Haarwuchs in den
Ohren kann zu erheblichen Entzündungen führen. Bei gewissen Hunderassen,
z.B. Pudel und Terrier-Arten, ist deshalb das regelmässige Entfernen der
Haare unverzichtbar, da sie sonst mit dem Schmalz zusammen verfilzen und
den Gehörgang verstopfen. Am besten werden die Haare nach Bedarf, etwa
einmal im Monat, mit einer geeigneten Pinzette oder einem Wimpernzupfer
entfernt. Mit der Zeit gewöhnen sich die Tiere an die Prozedur.
2. Augen
Grauer-weisser Schleim:
Durch den Selbstreinigungsprozess der Augen sammelt
sich im medialen (nasenseitigen) Augenwinkel öfters etwas grauer Schleim
an. Dies ist normal und kann bei Bedarf mit feuchter Watte entfernt
werden.
Tränende Augen:
Meist aus anatomischen Gründen haben gewisse Hunde- und Katzenrassen tränende
Augen. Die ständige Feuchtigkeit in der Nasenrinne führt zu Hautentzündungen
und zur Verkrustung. Weil es illusorisch ist zu glauben, tierärztliche
Massnahmen könnten eine Besserung bewirken, handelt es sich hier um
typische Pflegefälle. Deshalb reinigt man täglich den medialen Augenwinkel und die Nasenrinne mit einer feuchten Watte und trocknet gut ab.
Wenn doch einmal eine Entzündung entsteht, eignet sich die Anwendung von
Neo-Hydro® Augensalbe, 2 x täglich.
Lange Kopfhaare: Bei
Hunden mit langen Kopfhaaren entstehen nicht selten chronische
Bindehautentzündungen, weil die Haare ständig in die Augen fallen. Darum
wäre es
manchmal besser, sie hochzubinden oder zurückzuschneiden.
3. Maulhöhle
Regelmässige Maulhöhlenkontrollen
dienen der Früherkennung von Problemen: Zahnsteinbefall?, abgebrochene Zähne
?, wacklige Zähne?, Zahnfleischentzündung?, Zahnfleischgeschwüre?
Der Zahnsteinbefall ist bei
vielen Katzen und bei kleinen Hunden ein gravierendes Problem. Deshalb
kann es sehr nützlich sein, bei toleranten Tieren regelmässig die Zähne
zu putzen. Dazu gibt es Zahnpasten für Tiere im Handel, z.B. die
Carni-Tand®-Zahncrème. Zur Angewöhnung eignet sich die Verwendung eines
rauen Waschlappens, später kann man Zahnbürsten verwenden. Es lohnt sich
auch, hin und wieder mit dem Fingernagel oder einem geeigneten Instrument
etwas Zahnstein zu entfernen.
4. Pfoten
Bei der Pfotenpflege sind die
Krallen, die Zwischenzehenhäute und die Pfoten- und Zehenballen im Auge
zu halten.
Grundsätzlich sollten die Krallen
nur nach Bedarf gekürzt werden. Bei jüngeren, sehr aktiven Tieren ist es
eher selten nötig, etwas an den Krallen zu machen. Einzig die Daumen- und
Afterkrallen beim Hund erfordern vermehrte Beachtung, um das geringelte
Wachstum und damit das Einwachsen zu verhindern. Auch bei Katzen mit der
Angewohnheit, Vorhänge, Wände und Möbel zu ruinieren, kann das
Krallenschneiden nötig werden. In den übrigen Fällen entstehen meist
erst mit zunehmendem Alter und der damit verbundenen Verminderung der
Aktivitäten übermässige Krallenlängen. Ohne das Zurückschneiden
bleiben Katzen immer öfter an den Teppichen hängen und Hunde bekunden Mühe
beim Laufen. In Extremfällen ringeln sich die Krallen und wachsen in die
Zehenballen ein. Das Krallenschneiden ist sehr sorgfältig vor- zunehmen
damit keine zu tiefen Schnitte passieren. Lieber zu wenig, als zu viel
wegschneiden. Für Hunde eignen sich am besten die sogenannten
Krallenstanzen oder gut schneidende Zangen. Für Katzen nimmt man einen
gewöhnlichen Nagelclip oder eine feine Krallenschere. Falls nur die
Krallenspitzen stören, können diese auch mit einer Nagelfeile entschärft
werden.
Zwischen und unter den Zehen kommt
es hin und wieder zu Verfilzungen der Haare. Die Knoten beginnen zu
drücken und können Entzündungen verursachen. Gelegentlich verkleben
auch geteerte Kieselsteine oder Kaugummis in den Haaren zwischen die
Zehen. Mit viel Geduld und Vorsicht entfernt man die Klumpen mit einer
feinen Schere.
Spröde, ev. rissige Zehen- und
Pfotenballen sollten regelmässig mit einer Handcrème geschmeidig
gehalten werden. Ev. überschüssiges Horn kann man mit einer Nagelfeile
entfernen.
5. Haut
Die Hautpflege umfasst die
Parasitenkontrolle, das Kämmen und Bürsten, sowie das Baden und Duschen.
Hunde und Katzen, ausser reine
Wohnungstiere, können von Flöhen und Zecken befallen werden. Allfällige
Zecken entfernt man mit einer Zeckenzange oder zupft sie mit den
Fingerspitzen weg. Beim Flohbefall findet sich Flohkot im Fell. Mit
Frontline®-Spray kann man die Tiere für 2-3 Monate gegen Floh- und
Zeckenbefall wirksam schützen.
Die Fellpflege bei Hund und Katze
gestaltet sich ähnlich. Bei kurzhaarigen Tieren kaum nötig, verlangen
langhaarige Rassen im allgemeinen tägliches Bürsten und Durchkämmen der
Haare. Nur bei gewissen Hunderassen gehört das Verfilzen der Haare dazu.
Hartnäckige Filzklumpen werden durch seitliches Verziehen aufgelockert
und anschliessend ausgekämmt. Es gibt auch Katzen, die mögen das Kämmen
überhaupt nicht und verfilzen deshalb am ganzen Körper. Diese Fälle
sind nur mit tierärztlicher Hilfe zu lösen.
Regelmässiges Baden der Hunde ist
bei den meisten Rassen nicht erforderlich, da sich ein gesundes Fell
selbst reinigt. Bei starker Verschmutzung ist es aber überhaupt kein
Problem, die Hunde öfters zu baden oder zu duschen. Man sollte einfach
darauf achten, milde Shampoos zu verwenden, um das Entfetten der Haare zu
vermeiden. Katzen sollte man besser nicht baden, weil sich die meisten
enorm aufregen und ein Bad als Qual empfinden. Nur im Notfall brauchen
auch Katzen ev. ein Bad, z.B. bei Verschmutzung mit Chemikalien oder bei
gewissen Hautkrankheiten. Das Abspülen des Hinterteils bei
Kotbeschmierung tolerieren die Katzen meist noch knapp.
Die sogenannten Liegeschwielen an
den Ellbogen grösserer Hunde hält man mit einer Handrème geschmeidig,
um Risse zu verhindern. Damit wird Infektionen mit Bakterien und Pilzen
vorgebeugt.
6. After
Zu beachten gilt es hier die
Analbeutel, v.a. bei Hunden, und die langen Haare.
In den Analbeuteln wird
ein Markiersekret zwecks Kennzeichnung des Kotes produziert. Nicht selten
entstehen aber Probleme, wenn das Sekret zu dickflüssig wird und unter
normalem Druck nicht mehr ausgeschieden wird. Die Tiere beginnen mit
"Schlittenfahren", das heisst mit dem Rutschen auf dem Hintern.
Dann ist es höchste Zeit die Analbeutel selbst auszudrücken oder vom
Tierarzt ausdrücken zu lassen. Bei manchen Tieren, v.a. bei Katzen,
gelingt das Aus- drücken von aussen. Beim Überfassen des Afters spürt
man auf jeder Seite die rundlich gefüllten Drüsen. Durch anhaltenden,
sanften Druck öffnen sich die Ausführgänge und das stinkende Sekret
tritt aus. Bei Hunden ist es meist leichter, die Drüsen vom Darm her zu
entleeren. Man stülpt sich einen Fingerling über den Zeigefinger oder
zieht einen Plastikhandschuh über. Mit etwas Paraffinöl gleitfähig
gemacht, wird der Zeigefinger langsam in den Darm eingeführt. Zusammen
mit dem Daumen von aussen ist es nicht mehr schwer die Drüsen zu finden,
welche sich beidseits neben dem After unter der Haut befinden. Die
Entleerung erfolgt mit sanftem, stetigem Druck. Die Tiere empfinden die
Prozedur als unangenehm. Daher ist es häufig nicht einfach und wird
besser dem geübten Tierarzt überlassen.
Bei langhaarigen Tieren bleibt ab
und zu, v.a. bei Durchfall, Kot in den Haaren hängen. Deshalb bewährt es
sich, und ist der Schönheit nicht abträglich, die Haare um den After hin
und wieder wegzuschneiden. Damit erspart man sich und den Hunden und
Katzen unangenehme Momente.
S.193 "Der kleine
Tierarzt"
Das
Kapitel umfasst 23 Seiten. S. 193-217.
I.
Bau und Funktionen Organismus
S. 11 "Der kleine Tierarzt"
II.
Untersuchungsgang und Untersuchungstechnik
S. 61 "Der kleine Tierarzt"
III.
Medikamentenlehre S.
73 "Der kleine Tierarzt"
IV.
Apotheke S. 97
"Der kleine Tierarzt"
V.
Alltägliche Krankheiten und deren Behandlung
S. 101 "Der kleine Tierarzt"
VI.
Notfälle S. 177
"Der kleine Tierarzt"
VII.
Fortpflanzung S. 185
"Der kleine Tierarzt"
VIII.
Gesundheitsvorsorge S.
193 "Der kleine Tierarzt"