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31. März 2007
Im Moment unterrichte ich einen Sprech- und Diskussionskurs. 16 Leute gleichzeitig und sinnvoll am Sprechen zu halten, so dass sie auch noch das Gefühl haben, dabei was zu lernen, finde ich nicht ganz einfach.
Eine Form, die für mich funktioniert hat, ist folgende:
Auftrag
Die Lernenden haben den Auftrag, in die nächste Lektion eine Grafik, ein Diagramm oder eine Statistik mitzubringen, die sie interessiert und sich Notizen zu Redemitteln und Fachwortschatz zu machen. Die Redemittel zur Besprechung von Grafiken wurden vor dem Stellen der Hausaufgabe besprochen und abgegeben.
Zeitaufwand: 25- 30 Minuten inklusive Erklären, Durchführen und Auswerten der Übung am Schluss.
Ablauf
In der darauffolgenden Lektion (eine Woche nach den Hausaufgaben) habe ich folgende Übung durchgeführt:
- Die Lernenden sitzen sich -wenn möglich – in Reihen gegenüber. Das erleichtert die Organisation.
- Die Lernenden arbeiten zu zweit und stellen sich ihre Grafik vor
- nach einer bestimmten Zeit (z.B. 4 Minuten) wird gewechselt, unabhängig davon, ob beide ihre Grafik vorgestellt haben oder nicht. Das geschieht insgesamt 3 Mal. Es gibt also 4 Runden.
- Weil nicht alle gleichschnell sprechen und gleich viel zu sagen haben kommen nicht alle in 4 Minuten gleich weit. Bei einigen Paaren werden beide fertig, bei andern ist immer noch der erste am Sprechen. Damit jeder mindestens zweimal zu Wort kommt, wird vor der Übung festgelegt, wer in welcher Runde beginnt. Zum Beispiel: 1. Runde, die an der Türseite, 2. Runde: die anderen, 3. Runde: die an der Türseite … Schnellere Paare müssen nicht warten. Wenn der Erste fertig ist, kann der 2. mit der Vorstellung seines Diagramms beginnen.
- Nach jedem Wechsel beginnt nun der Partner, der in der letzten Runde nicht mit der Präsentation begonnen hat. Es kann also sein, dass während dieser Übung jemand viermal präsentiert, aber es ist garantiert, dass jeder es zweimal tut.
Im Verlauf der Übung werden die Präsentierenden immer schneller. Im 3. und 4. Durchgang kamen bei fast allen Paaren beide zum Sprechen. Das hat den schönen Nebeneffekt, dass der Übungseffekt sichtbar wird. In der anschliessenden Auswertung haben das auch viele als positiv angeführt.
Die Auswertung ist auch der Platz um sprachliche Schwierigkeiten zu diskutieren. Während der Übung ist es sinnvoll, sich bewusst zurückzuhalten und nur zuzuhören. Das muss man den Lernenden vorher aber auch sagen, schliesslich sind sie sich gewöhnt, dass Lehrpersonen sich einmischen.
Organisatorisches
Trotz Zeichnung und schriftlicher Erklärung am Hellraumprojektor war den Lernenden beim ersten Wechsel übrigens nicht klar, was das ganze sollte. Ich habe mich dann einfach durchgesetzt und die Partner wechseln lassen. Beim 2. und 3. Wechsel klappte es dann gut.
Da die Übung davon abhängt, dass die Teilnehmer sich vorbereiten und vor allem Material mitbringen, habe ich als Notfalllösung selber auch einige einfache Grafiken mitgebracht.
Einen Nachteil der Übungsform möchte ich nicht verschweigen. Es wird im Zimmer sehr laut. Kunststück, wenn immer die Hälfte der Leute am Sprechen ist. Den Lärm nehme ich aber gern in Kauf.
Materialtipps
Einfache Infografiken zu verschiedenen Themen findet man bei der Welthungerhilfe.