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Am 16. Januar um 05:20 Uhr Ortszeit erreichte der LNG-Frachter «Christophe de Margerie» Kap Dezhnev, den östlichsten Punkt Russlands. Gestartet ist der eisbrechende Frachter in Sabetta und fuhr entlang der Nördlichen Seeroute in Richtung Osten. Dies war das erste Mal, dass russische LNG-Tanker im Januar über diese Route fuhren. Die Überfahrt war Teil einer kommerziellen Reise, um eine Ladung Flüssiggas in die asiatisch-pazifische Region zu liefern. Bei der Fahrt wurde auch getestet, ob ein zweiter Frachter in der Fahrrinne der «Christophe de Margerie» folgen kann.
Die Ergebnisse der Überfahrt bestätigen, dass der Zeitrahmen für den kommerziellen Gütertransport auf der Nordost-Passage während der Herbst-Winter-Periode um 1-2 Monate verlängert werden kann. Damit ist man der Organisation einer ganzjährig sicheren Schifffahrt auf der gesamten Länge der Nordost-Passage einen weiteren Schritt nähergekommen.
Der Transit hat umfangreiche Informationen über die Eisverhältnisse entlang des östlichen Teils des Nordost-Passage geliefert, die sich als wertvoll erweisen werden, wenn Transportlösungen für zukünftige Industrieprojekte in der Arktis geplant und zukünftige Generationen arktischer Schiffe, sowohl Eisbrecher als auch Frachtschiffe mit hohen Eisklassen entworfen werden, berichtete Sovcomflot in einer Erklärung.
In Sabetta gestartet ist der LNG-Tanker «Christophe de Margerie» am 5. Januar. Die Fahrt zum Kap Dezhnev betrug 10 Tage und 21 Stunden. Das Schiff legte eine Strecke von 2.474 Seemeilen zurück. Auf der gesamten Strecke der Nordsee-Route navigierte die «Christophe de Margerie» ohne Eisbrecher-Konvoi und hielt eine sichere Geschwindigkeit unter Berücksichtigung der Eisverhältnisse und der eingeschränkten Sichtverhältnisse ein. Etwa 65 % der Strecke fuhr das Schiff mit dem Heck voran, das heisst rückwärts und setzte so das doppeltwirkende Prinzip seiner Eisbrecher-Konstruktion um. Die durchschnittliche Geschwindigkeit betrug 9,5 Knoten. Ziel der «Christophe de Margerie» ist der chinesische Hafen Dalian.
Ein anderer LNG-Frachter der Sovocomflot, die «Nikolay Yevgenov» startete einen Tag später in Sabetta und folgte die ganze Zeit im Kielwasser der «Christophe de Margerie» und erreichte am 17. Januar die Beringstraße. So konnte die Taktik getestet werden, wie zwei voneinander unabhängigen Schiffe unter Eisbedingungen voneinander profitieren können.
Die Sovcomflot betreibt 15 LNG-Frachter, alle mit Eisklasse Arc7. Alle 15 LNG-Frachter basieren auf dem ‘Double Acting Ship-Konzept’ das unabhängig ohne Eisbrecher-Begleitung entlang der Nordseeroute betrieben werden kann. Durch die Wahl eines verkleinerten Kiels anstelle eines bauchigen Eisbrecher-Kiels kann das Schiff schneller im offenen Wasser und in leichtem Eis (bis zu 1,5 m dick) fahren. Bei dickerem Eis arbeitet der LNG-Träger achtern, das heisst der Eisbrecher fährt rückwärts und kann so mit dem Eisbrecher-Rumpf bis zu 2,1 Meter dickes Eis brechen.
Die LNG-Frachter können bis zu 70.000 Tonnen verflüssigtes Naturgas transportieren. Die Flotte der LNG-Tanker spielt eine wichtige Rolle bei Russlands ehrgeizigem Plan für die Nordost-Passage. Bis im Jahr 2024 sollen 80 Millionen Tonnen Fracht transportiert werden, ein Grossteil wird LNG sein.
Heiner Kubny, PolarJournal