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Die Briger Kapellen
Wie überall in der Region gibt es auch in der Stadtgemeinde Brig-Glis eine Vielzahl von Kapellen, Ausdruck der tiefen Volksfrömmigkeit. In Brig verdienen die Sebastianskapelle auf dem gleichnamigen Platz in der Innenstadt und die Antoniuskapelle in der oberen Burgschaft eine besondere Erwähnung. Letztere wurde vermutlich im Zusammenhang mit der 1304 erfolgten Gründung einer Krankenanstalt (Antoniushaus) gebaut, welche bis zum Bau des Oberwalliser Kreisspitals (1908) teilweise noch in Betrieb war. Die Sebastianskapelle wurde 1636/1637 von einem der beiden Brüder Bodmer erstellt, die auch als Baumeister des Stockalperschlosses bekannt sind.
Während die Antoniuskapelle deutlich gotische Züge zeigt und in dieser Stilrichtung 1998/1999 auch fachgerecht restauriert wurde, ist die jüngere Sebastianskapelle eine typisch barocke Konstruktion. Der Portalvorbau ist giebelüberdacht und enthält Nischen mit den Statuen des Hl. Leodegar und des Hl. Hieronymus, den Briger Stadtheiligen. Im Inneren steht ein Altarbild von Lorenz Justin aus dem Jahr 1837 mit einer Darstellung des Hl. Sebastian und einer Ansicht von Brig. Vermutlich soll damit zum Ausdruck gebracht werden, dass der auch als Pestheilige bekannte Sebastian die Stadt Brig vor dieser ansteckenden Krankheit schützen soll. In der Antoniuskapelle befindet sich eine spätgotische Antoniusstatue aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. 1851 ist der Frontturm bei einem Erdbeben eingestürzt und danach umgebaut worden. Die Glocke wird ins Jahr 1396 datiert. Gleich angrenzend zur Antoniuskapelle befindet sich der unter Denkmalschutz stehende Metziltenturm als Bestandteil der Klosteranlage St. Ursula.