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«Ausser sich» von Sasha Marianna Salzmann
Buchtipp von Diana Biagini, Bibliothekarin Zollikerberg
Die beiden Zwillinge Alissa und Anton haben immer alles zusammen durchgestanden. Ihre Kindheit in der kleinen Wohnung in Moskau der postsowjetischen Jahre. Die gewalttätigen Auseinandersetzungen ihrer Eltern. Den Neuanfang an einer deutschen Schule, auf der sie gehänselt und verprügelt wurden, weil sie aus einem anderen Land kommen.
Plötzlich verschwindet Anton spurlos. Doch als die Mutter eine leere Postkarte aus Istanbul bekommt, reist Alissa in die Türkei, um ihn zu suchen und kommt dort beim Onkel ihres Berliner Mitbewohners unter.
Für Alissa ist nicht viel gesichert, auch das eigene Geschlecht nicht. Während der Unruhen in Istanbul stürzt sie sich in ein abenteuerliches Leben und lernt Katho, Katharina, Katüscha kennen, einen Tänzer, der gerade dabei ist, von einer Frau zu einem Mann zu werden. Auch Alissas Geschlecht löst sich im Verlauf des Romans zunehmend auf.
Neben der Gegenwartserzählung wird die Geschichte von Alissas Familie vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die sowjetische Nachkriegszeit erzählt. Von ihren Eltern, Grosseltern und Urgrosseltern und gleichzeitig vom Leben in den verschiedenen Ländern.
Erinnerung, Zugehörigkeit und Identität sind Schlüsselbegriffe dieses Romans. Ein Roman, der vieles infrage stellt.