Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03178.jsonl.gz/1164

Doppelturnhalle
Adresse
2502 Biel/Bienne
BE
Architektur
Weitere Bauphasen
Die von der Denkmalpflege als schützenswert eingestufte Doppelturnhalle bildet ein wichtiges Werk des Neuen Bauens in Biel. Eingegliedert in die dreiteilige Schulanlage Neumarkt, bricht das blockhafte Volumen mit den traditionellen Gestaltungsprinzipien seiner Nachbarn. Das ursprünglich als offener Gymnastikbereich genutzte Flachdach illustriert exemplarisch die modernen Forderungen nach Licht, Luft und Sonne. Gemeinsam mit den beiden Schulhäusern schliesst die Doppelturnhalle den Stadtraum südostseitig gegen die Schüss hin ab.
Chronologie
Die 1932 fertiggestellte Doppelturnhalle ist Bestandteil der Schulanlage Neumarkt: 1889 entstand ein repräsentatives Schulhaus im Stil der Neorenaissance, 1912 folgte ein historisierender Massivbau mit Satteldach. Das vom Stadtbauamt Biel unter der Leitung von Ernst Berger errichtete Gebäude wurde zwischen 2004 und 2007 von der spaceshop Architekten GmbH saniert. Dabei intervenierten diese auch in den Bestand und realisierten an der Nordostecke einen zweiten Eingang, der durch ein neues Treppenhaus gleichzeitig eine andere Fassadengestaltung an der Stirnseite des Nebentrakts mit sich zog.
Lage
Die Schulanlage Neumarkt liegt südöstlich der Altstadt und grenzt dort an den Oberen Quai respektive an die Schüss. Im Nordwesten wird das längsrechteckige Grundstück von der Logengasse, im Nordosten von der Jurastrasse und im Südwesten von der Neumarktstrasse gefasst. Die Doppelturnhalle wurde mittig in das dreiteilige Ensemble gesetzt. Gegen den kanalisierten Stadtfluss hin sind Pausen-, Spiel- und Sportplätze vorhanden. Dadurch entstand ein grosszügiger Freiraum.
Beschreibung
Das Gebäude besitzt einen annähernd quadratischen Grundriss und ist als Massivbau ausgeführt. Flussseitig vereint es zwei übereinanderliegende Turnhallen, wobei die obere Anlage seit der Sanierung als Aula fungiert. Die Fassade gliedert sich hier in sechs grosse Fenster, die Schmalseiten besitzen pro Geschoss fünf kleinformatigere Fensterachsen. Im Souterrain ist ein Übungskeller für den Schwingklub untergebracht. Er tritt nach aussen als dreiseitig zurückversetzter, mit Fenstern und Wandscheiben alternierender Sockel in Erscheinung und verleiht dem Bau eine gewisse Leichtigkeit. Das Flachdach ist als Terrasse ausgebildet und diente ursprünglich als offener Gymnastikraum. Heute ist er verglast. Im Nordwesten schliesst ein fünfgeschossiger Nebentrakt mit Attika an und umfasst Garderoben, Toiletten sowie diverse andere Räumlichkeiten. Das oberste Stockwerk ist wiederum als Dachterrasse konzipiert. Die Stirnseiten sind bei jeder Etage mit einem dreiteiligen, liegenden Fenster gegliedert, die zur Logengasse hin orientierte Front weist vier Fensterachsen auf. Die Erschliessungskerne sind an den strassenseitigen Ecken angeordnet. Der nordwestliche Haupteingang wird durch eine rotorange gestrichene Betonplatte überdeckt. Sie korrespondiert farblich mit dem rotbraunen Backsteinpfeiler. Dieses Material wiederholt sich an der Türfassung und setzt einen starken Akzent am durchgehend hell verputzten Bau. Analog dazu wurde 2007 der Eingang an der Nordostecke ergänzt. Er schafft eine separate Erschliessung für die neue Aula in der ehemaligen oberen Turnhalle.
Die Innenräume sind bunt gestaltet, so sind die Wände in verschiedenen Mineralfarben gestrichen. Das ursprüngliche Treppenhaus besteht aus Granitsteinen, die im Rahmen der Sanierung gereinigt und wiedereingesetzt wurden.
Literatur