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Träger des Anerkennungspreises ist Dr. Patrick Hofstetter, der an der Universität Zürich sein Doktorat erwarb. Er hat einen sehr vielseitigen Werdegang. Nach starken musikalischen Interessen (Schwerpunktfach in der Matura) studierte er mit Masterabschluss das Fach Physik an der Universität Bern. An der Militärakademie erfolgte die Ausbildung zum eidgenössisch diplomierten Berufsoffizier. Nach mehrjähriger Tätigkeit in dieser Funktion nahm er ein berufsbegleitendes Doktoratsstudium in Betriebswirtschaftslehre an der Universität Zürich auf. Sein Doktorvater war der dortige Professor für Human Resource Management, Prof. Dr. Bruno Staffelbach, der gleichzeitig die höchste militärische Miliz-Position innehat (Brigadegeneral nach internationalem Standard). Herr Dr. Hofstetter absolvierte die Generalstabsausbildung der Schweizer Armee und ist heute Berufsoffizier im Range eines Majors im Generalstab.
Seine monographische Dissertation in englischer Sprache befasst sich mit der Motivation in der Schweizer Armee. Eine wichtige Forschungsfrage lautet: Wie wirken sich die verschiedenen Bindungstypen an die Armee auf die Zufriedenheit und Leistung verschiedener Personengruppen aus? Der Forscher konnte seine Erkenntnisse aus der sorgfältigen statistischen Auswertung einer überaus reichen Stichprobe ableiten. Befragt wurden rund 1000 Berufsoffiziere, ebenfalls ca. 1000 zivile Führungskräfte im Verteidigungsbereich sowie etwa 800 höhere Milizoffiziere (international als Reserveoffiziere bezeichnet). Die Forschung zeigte signifikante Unterschiede bei den drei Personengruppen auf. Dies betrifft u.a. deren Berufsauffassung (ist sie z.B. etwa stärker karriereorientiert oder professionsorientiert?). Die Befunde reichen weit über die bisherigen Aussagen der Militärsoziologie hinaus und geben den Führungsverantwortlichen in der Armee zahlreiche Anhaltspunkte zur Stärkung des psychologischen Vertrages zwischen dem Arbeitgeber und den Arbeitnehmenden.
Der Träger des Hauptpreises Dr. Oliver Neumann, hat an der Universität Bern promoviert. Nach dem Abitur in der Nähe von Freiburg im Breisgau studierte er Wirtschafts- und Politikwissenschaften an den Universitäten Mannheim, Konstanz und an der York Universität in Toronto/Kanada, bevor er sein Doktoratsstudium am Kompetenzzentrum für Public Management der Universität Bern unter Betreuung von Prof. Dr. Adrian Ritz aufnahm, das er nach vier Jahren mit einer Höchstleistung abschloss. Heute ist Dr. Neumann Postdoktorand am Institut für Wirschaftsinformatik der Universität Bern. In früheren Jahren erwarb er auch praktische Erfahrungen beim Europäischen Parlament (Brüssel/Strassburg) und bei einem Flughafenverband (Brüssel).
Der Preisträger fertigte eine kumulative Dissertation zur Thematik der «Public Service Motivation» an. Er schaffte es, drei Aufsätze in renommierten englischsprachigen Journalen zu veröffentlichen, die von anonymen Fachgutachtern beurteilt wurden (double-blind reviews). Ein erster Aufsatz (mit zwei Koautoren) nimmt die systematische Auswertung von 323 Studien zur Public Service Motivation vor und gibt wertvolle Anregungen für die weitere Forschung. Die beiden weiteren Aufsätze verfasste Dr. Neumann als Alleinautor. Im zweiten Beitrag konnte der Forscher ein klug konzipiertes Experiment mit 102 Master-Studierenden verschiedener Fachrichtungen an der Universität Bern auswerten. Wie reagieren diese Personen auf verschiedene Informationen über Stellenangebote im öffentlichen Sektor? Eine schlechte Übereinstimmung zwischen dem motivationalen Fit zwischen Person und Stelle hat eine starke Abschreckungswirkung. Eine solche schädliche Wirkung ist stärker als die positive Auswirkung eines guten «Person-Job-Fit». Dies hat praktische Implikationen für die zielgruppengerechte Gestaltung von Stellenanzeigen und die Führung von Interviews mit Bewerbern.
Die dritte Studie des Preisträgers befasst sich mit der Frage: Sind Personen, die der Gesellschaft etwas zurückgeben wollen, besonders gut geeignet für eine Tätigkeit im öffentlichen Sektor? Der Doktorand konnte die Einstellungen von 205 Polizisten in kleinen und mittleren Kantonen der Schweiz untersuchen. Die altruistsiche Wechselwirkung (ich erhielt etwas von der Gesellschaft und ich gebe ihr später etwas zurück) wirkt sich positiv auf die Public Service Motivation aus, insbesondere wenn die Identifikation mit der Gesellschaft stark ausgeprägt ist.
Mit diesen beiden ersten Preisträgern wurde ein Benchmark für künftige Preise gesetzt. Die nächste Verleihung erfolgt im Jahre 2019 und wird sich entsprechend des Stiftungszwecks dem Thema «Private Management» widmen.