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In meinem letzten Artikel habe ich darüber berichtet, wie warm ein Pferd haben darf. Nun möchte ich euch aufzeigen, was passiert, wenn das Pferd zu heiss kriegt. Sogenannte Hitzekollapse oder Hitzeschläge sind für ein Pferd lebensbedrohlich. Ebenfalls möchte ich aufzeigen, wie man einem solchen Kollaps vorbeugen kann.
Wenn der Kreislauf zusammenbricht:
Ein erstes Anzeichen für einen Hitzeschlag ist eine beschleunigte Atmung im Ruhezustand. Die Nüstern sind erweitert und die Schleimhäute sind zuerst dunkel und dann werden sie ganz hell. Die Körpertemperatur steigt deutlich an. Bei einem Hitzeschlag zeigt das Pferd zuerst einen extremen Schweissausbruch und danach bricht die Schweissproduktion total ab. Der Gang der Pferde wird taumelnd. Wenn dann der Kreislauf total versagt, kippt das Pferd um.
Bei diesen Anzeichen solltest Du sofort den Tierarzt kontaktieren.
Wie kann ich erste Hilfe leisten?
Als sofort Massnahme muss das Pferd in den Schatten gebracht werden. Wenn das Pferd nicht mehr laufen kann sofort zwei Autos oder Hänger links und rechts neben dem Pferd platzieren und so für Schatten sorgen. Bietet dem Pferd lauwarmes Wasser an und lasst es nur in kleinen Mengen trinken. Wichtig ist, dass das Pferd sofort aus der Sonne kommt! Wenn alle Sticke reissen, bittet einige Helfer darum, mit einem Tuch ein Segel über das Pferd zu spannen! Bitte NIE das Pferd zudecken. Dann kann damit begonnen werden, das Pferd langsam mit lauwarmem Wasser abzuschwemmen, immer von unten nach oben, zuerst die Beine und dann langsam nach oben hocharbeiten. Eine weitere Person kann mit einem Fächer (Zeitung, Tuch, etc.) dem Pferd Luft zu winden. So ist die Luftzirkulation besser. Als letzte Massnahme kann das Pferd mit nassen Decken abgedeckt werden. Bitte auch hier kein eiskaltes Wasser verwenden. Gerade der Nacken und Kopf sind sehr wichtig. Die Tücher müssen aber immer rasch gewechselt werden, ansonsten wirkt es kontraproduktiv.
Training:
Wenn Du deinem Pferd lernst, dass es in vier Eimer stehen kann, kannst Du im Notfall auch einfach handeln. Trainiere ebenfalls die Situation, dass dein Pferd mit nassen Tüchern abgedeckt wird oder jemand ihm Luft zu fächelt. Dies sind auch willkommene Abwechslungen auf Turnieren! Achtung vor Kühlgamaschen am Turnier, diese können als Doping gewertet werden!
Vorbeugungen:
Meine Isländer gehen bei diesen Temperaturen täglich in den Fluss. Wir haben ihnen beigebracht, bis zum Bauch ins Wasser zu laufen und dann ruhig da zu stehen. Sieht ein wenig aus wie ein Nilpferd, bietet aber eine super Abkühlung. Auch mit Reiter drauf, können wir ohne Probleme einige Minuten im Wasser verbringen. Wenn kein Fluss oder See in der Nähe ist, empfiehlt es sich, im kühlen Wald zu reiten. Auch die passende Tageszeit für einen Ritt ist wichtig. Meist geht es bis ca. 09.00 Uhr von der Temperatur oder man wartet bis am Abend ab. Isländer sind bekanntlich nicht so heikel, was Stehpausen anbelangt. So können wir auch einige Tage nur zu Fuss zum Fluss laufen und Badestunden mit den Ponys verbringen. Je nach Pferd sind mehrere Spaziertage nicht sinnvoll. Hier wäre es auch denkbar, einmal im kühlen Stallgang einige Tricks zu üben. Zum Beispiel wie oben erwähnt mit allen vier Beinen in Wasserkübel zu stehen. Auch ein Pferdefussball kann eine lustige Alternative zum Training bieten.
Wenn dein Pferd immer noch dickes Fell trägt, empfiehlt es sich, eine neue Frisur in Betracht zu ziehen. Kurzes Haar hilft. Unsere Ponys haben zudem alle lange Mähnen. Um ihnen beim Ausritt ein wenig kühle Luft anbieten zu können, knöfen wir die langen Mähnen immer zu einem Zopf ein.
Egal ob Isländer oder Vollblutaraber, die Hitzeempfindlichkeit ist von Pferd zu Pferd anders!