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In Grossbritannien hat "einer von sieben Parlamentariern nie einen richtigen Beruf ausgeübt", schrieb die "Daily Mail" 2012. Auch in der Schweiz "beobachten wir eine neue Generation von Politikern, die sehr jung in die Politik eingestiegen sind und in sehr jungem Alter ins Eidgenössische Parlament gewählt wurden", sagt die Forscherin Sarah Bütikofer von der Universität Zürich.
"Die meisten von ihnen verfügen nicht über viel Berufserfahrung aus einem nicht politischen Job oder einer nicht politischen Umgebung."
Evi Allemann gehört jener neuen Generation an, die seither eine Menge Erfahrung sammeln konnte. Allemann, heute 36 und Nationalrätin der Sozialdemokratischen Partei (SP), wurde mit 20 Jahren als Jüngste in dessen Geschichte ins Berner Kantonsparlament gewählt.
"In jungen Jahren in ein politisches Amt in der Schweiz gewählt zu werden, ist schwierig", sagt sie. "Doch damals war die Unterrepräsentation von jungen Menschen in der Politik ein grosses Thema, das scheint die Wählenden motiviert zu haben."
2003 wurde sie ins Eidgenössische Parlament gewählt und durfte – als jüngstes Mitglied in jenem Jahr – die traditionelle Willkommensrede in der Eröffnungssession halten. "Das war eine grosse Chance, denn ich durfte etwa eine Stunde nach Beginn der Legislaturperiode vor allen sprechen."
Allemann, die Jura studierte, ist eine der wenigen Politiker und Politikerinnen, welche die Politik als ihren Beruf bezeichnen. "In der Schweiz ist die Idee des Milizparlaments tief verwurzelt, doch das bildet nicht die Realität ab", sagt sie.
(Übertragen aus dem Englischen: Christian Raaflaub), swissinfo.ch