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Sanierungsstrategie
Oberstes Ziel ist die Lärmvermeidung. Die Strassenlärmsanierung muss dort ansetzen, wo der Lärm entsteht. Bei der Massnahmenplanung ist das Interesse am Gesundheitsschutz der Bevölkerung sorgfältig gegen das Interesse an der möglichst uneingeschränkten Nutzung der Strassen durch den Verkehr abzuwägen.
Das Umweltschutzgesetz (USG) und die Lärmschutzverordnung (LSV) des Bundes verpflichten die Stadt Zürich, die Lärmsanierung der Strassenabschnitte mit zu hoher Lärmbelastung bis März 2018 durchzuführen. Der Bund hat das Vorgehen und die Priorisierung der Massnahmen festgelegt. Frist für kommunale und überkommunale Strassen ist der 31.3.2018. Weitere Informationen zum Stand der Lärmsanierungen finden sich online.
Bei rechtskräftiger Festsetzung von Sanierungserleichterungen oder nach Ablauf dieser Frist ohne Durchführung einer Strassenlärmsanierung können Eigentümerinnen und Eigentümer von übermässig lärmbelasteten Grundstücken versuchen, eine Entschädigung zu erlangen.
Die wichtigsten Grundsätze bei der Sanierung sind:
- Die Lärmschutz-Verordnung und das Umweltschutzgesetz legen die Grundsätze bei der Strassenlärmsanierung fest. An diese müssen sich die Gemeinden bei der Lärmsanierung halten. Alarmwertüberschreitungen sind gegenüber Immissionsgrenzwertüberschreitungen dringlich zu behandeln.
- Sind die Immissionsgrenzwerte oder auch die Alarmwerte überschritten, so sind in erster Priorität Massnahmen gegen die Lärmentstehung («Massnahmen an der Quelle») zu prüfen und in zweiter Priorität gegen die Lärmausbreitung..
- Stehen bzgl. Wirkung zwei gleichwertige Massnahmen zur Verfügung, so ist im Hinblick darauf, dass die Massnahme von der Allgemeinheit zu tragen ist, diejenige mit dem besseren Kosten-Nutzenverhältnis zu wählen. Die Massnahmen sind zudem auf eine langfristige Wirkung auszulegen.
- Kann der Strassenhalter nachweisen, dass er keine verhältnismässigen Massnahmen erster und zweiter Priorität ergreifen kann, so kann er sogenannte Sanierungserleichterungen beantragen. Diese Erleichterungen, die bei überkommunalen Strassen durch den Regierungsrat und bei kommunalen Strassen durch den Stadtrat gesprochen werden, erlauben es dem Strassenhalter bis auf weiteres übermässigen Lärm zu verursachen.
- Dort, wo die Immissionen die Alarmwerte erreichen oder überschreiten, sind als Ersatzmassnahme auf Kosten der Allgemeinheit Schallschutzfenster einzubauen.
- Verhältnismässige Massnahmen erster und zweiter Priorität sind auch dann zu ergreifen, wenn sie zwar den Lärm wahrnehmbar reduzieren, jedoch nicht dazu führen, dass die Alarmwerte oder Immissionsgrenzwerte eingehalten sind.
Als Folge von neuen technischen Massnahmen (z.B. lärmarme Reifen) oder bei Veränderungen der Verkehrsbelastung, die wiederum massgebliche Änderungen der Emissionen zur Folge haben, muss der Strassenhalter die Sanierungserleichterungen überprüfen und auch anpassen. Ergibt die erneute Prüfung, dass bisher unverhältnismässige Massnahmen nun verhältnismässig sind, so sind sie umzusetzen. Dieselbe Prüfung erfolgt auch bei grösseren baulichen Eingriffen auf einem Strassenabschnitt. Die Strassenlärmsanierung ist damit eine Daueraufgabe der Behörden, die bzgl. Lärmbelastung einen Absenkungspfad zu beschreiten haben.
Oberste Priorität: Lärm an der Quelle vermeiden!
Temporeduktionen
Die Stadt Zürich setzt in erster Linie auf Temporeduktionen: 30 statt 50, 50 statt 60 und 60 statt 80 Stundenkilometer. Temporeduktionen sind heute die effektivste und kostengünstigste Lärmschutzmassnahme. Sie verbessern zudem die Lebensqualität und die Sicherheit im Strassenverkehr und ermöglichen ein besseres Miteinander aller Verkehrsteilnehmenden. Temporeduktionen senken die Lärmbelastung deutlich wahrnehmbar und dauerhaft.
Lärmarme Beläge
Im Moment führt die Stadt Zürich gemeinsam mit privaten Unternehmen Versuche durch, um die Eignung lärmarmer Beläge im stark belasteten städtischen Umfeld zu testen. Falls sich die lärmarmen Beläge bewähren, werden sie in Zukunft ergänzend zu den Temporeduktionen eingesetzt.
Zweite Priorität: Lärmausbreitung verhindern!
Dort wo Massnahmen an der Quelle nicht möglich sind oder nicht ausreichen, sind Lärmschutzwände oder -wälle sowie Zwischenbauten eine Alternative. Sie sind jedoch im eng bebauten und stark genutzten Raum nur vereinzelt möglich.
Ersatzmassnahmen (Schallschutzfenster)
Bleiben die Immissionsgrenzwerte trotz getroffener Massnahmen überschritten oder sind mögliche Massnahmen unverhältnismässig, so werden dem Strassenhalter für die betroffenen Strassenabschnitte Sanierungserleichterungen gewährt. Das heisst, die Lärmgrenzwerte dürfen weiterhin überschritten bleiben.
Bei Liegenschaften mit erreichtem oder überschrittenem Alarmwert baut die Stadt Zürich Schallschutzfenster ein. Liegt die Lärmbelastung zwischen Immissionsgrenzwert und Alarmwert, leisten Stadt und Kanton Zürich unter bestimmten Voraussetzungen freiwillige Beiträge an Schallschutzfenster.