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Eine Enttäuschung ist eigentlich etwas sehr Positives, weil sie uns von den Fesseln der Täuschung befreit. Enttäuschung kann man daher auch als eine Variante der Erleuchtung betrachten. Trotzdem messen die meisten Zeitgenossen dem Begriff eine negative Bedeutung bei. Vor allem Führungspersonen wollen nicht enttäuscht werden, denn dann müssten sie zugeben, dass sie sich bisher getäuscht hätten. Dies käme einem Fehlereingeständnis gleich. Und welcher Manager möchte schon zugeben, Fehler gemacht zu haben? Ein richtiger Führer macht einfach keine Fehler. Das könnte ihm als Führungsschwäche ausgelegt werden. Deshalb geben Machtmenschen ihren Untergebenen zu einem Auftrag gerne auch gleich den Ratschlag mit: „Bitte enttäuschen Sie mich nicht!“. Im Klartext heisst das: „Bitte zwingen Sie mich nicht, zugeben zu müssen, dass ich einen Fehler in meiner Einschätzung gemacht habe!“.