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Klimaplan
Die Erarbeitung eines Klimaplans für den Kanton Wallis ist eine der wichtigsten Massnahmen, die der Staatsrat im Rahmen der Agenda 2030 beschlossen hat. Mit dem Klimaplan wird das Ziel verfolgt, einen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgasemissionen (THG) zu leisten. Zudem sollen die Auswirkungen der nicht vermeidbaren Folgen des Klimawandels auf den Kanton vorausgesehen und verringert werden.
Der Walliser Klimaplan: Worum geht es? - Allgemeine Ziele
Klima-Governance
- Festlegung der Rollen (Organigramm des Walliser Klimaplans)
- Priorisierung von «climate smarten» Finanzierungen und Investitionen
- Anpassung des rechtlichen und administrativen Rahmens
- Kommunikation
Reduktion der Treibhausgase
- Erfassen des Profils der Treibhausgasemissionen (THG) des Kantons
- Festlegen von Zielen in Bezug auf die THG-Emissionen
- Wahl und Entwicklung von Reduktionsmassnahmen
- Überwachung und Anpassung der Umsetzung der Massnahmen
Anpassung
- Kenntnis der mit dem Klimawandel verbundenen Risiken und Chancen
- Wahl und Erarbeitung von Massnahmen zur Vermeidung, Verringerung und Bewältigung von Risiken sowie zur Nutzung von Chancen
- Überwachung und Anpassung der Umsetzung der Massnahmen
Etappen des Walliser Klimaplans
✅ 1. Bestandesaufnahme
Um detaillierte Klimaziele und die dafür erforderlichen Massnahmen festzulegen, ist es unumgänglich, die aktuelle Situation und die bestehenden Massnahmen zu kennen.
Durch die Erstellung von Treibhausinventaren für die Kantonsverwaltung und den Kanton Wallis (im Sinne des Kantonsgebiets) können die wichtigsten Emissionsquellen identifiziert werden. Für diese Inventare wurde ein ganzheitlicher Ansatz gewählt, was einen Überblick über alle direkten und indirekten Treibhausgasemissionen ermöglicht (Referenzjahr 2019). Direkte Emissionen sind Emissionen, die auf dem Gebiet ausgestossen werden, zum Beispiel im Zusammenhang mit der industriellen Produktion im Wallis. Indirekte Emissionen sind Emissionen, die ausserhalb der geografischen Grenzen des Kantons Wallis ausgestossen werden, aber durch die Aktivitäten des Kantons «verursacht» werden. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Emissionen im Zusammenhang mit Gegenständen, die importiert und im Wallis verkauft werden, oder um Emissionen im Zusammenhang mit Flügen von Walliserinnen und Wallisern ab Schweizer Flughäfen.
Die Ergebnisse zeigen, dass die direkten Emissionen des Kantons Wallis etwa 2,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ausmachen, was 7,7 Tonnen CO2-Äquivalente pro Einwohner/-in entspricht. Das ist etwas weniger als die Hälfte der gesamten Emissionen des Kantons: 16 t CO2-Äquivalente pro Kopf (5,5 Mio. t CO2eq insgesamt). Zur Erinnerung: Der Schweizer Durchschnitt wird auf 14 bis 16 Tonnen Treibhausgasemissionen pro Kopf und Jahr geschätzt. Nicht alle Emissionen werden durch die Einwohnerinnen und Einwohner des Wallis verursacht, ein Viertel stammt vielmehr von der Grossindustrie. Bei den Emissionsquellen sind ein Grossteil (ca. 40 %) fossile Brennstoffe (insbesondere Öl- und Gasheizungen) und Treibstoffe im Zusammenhang mit thermischer Mobilität. Diese Bilanzen sind hier einsehbar.
Die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Umwelt werden immer bedeutender – sie ziehen Herausforderungen wie die Ausbreitung von Krankheiten und exotischen Arten, grössere Hitzebelastung in Agglomerationen, mehr Trockenheit im Sommer oder häufigere und intensivere Gewitter und Stürme nach sich. Ausgehend von den Klimaszenarien des Bundes wurden die mit diesen Herausforderungen verbundenen Risiken und Chancen für das Wallis analysiert. Mit dieser Analyse wird aufgezeigt, worauf bei den Präventions- und Anpassungsmassnahmen ganz besonders zu achten ist. Für das Wallis haben sich vor allem die Bereiche Wasserwirtschaft, Bodenschutz und Erhaltung der Biodiversität als kritische Bereiche herauskristallisiert. Die Risikoanalyse wird zusammen mit dem Klimaplan im Jahr 2022 veröffentlicht.
Die Bilanzen haben gezeigt, dass das Emissionsniveau des Kantons Wallis im nationalen Durchschnitt liegt. Ebenso wie in den anderen Kantonen sind umgehend erhebliche Reduktionen erforderlich.
⌛ 2. Erarbeitung der Massnahmen
Die Bestandesaufnahme in Sachen Klima dient als Grundlage für die Erarbeitung des Klimaplans, der durch einen Massnahmenplan fortgesetzt wird. Im Hinblick auf die Reduktionsmassnahmen wurden verschiedene Akteure des Kantons, insbesondere der Privatsektor, im Herbst 2021 zu partizipativen Workshops eingeladen, um Vorschläge zu erarbeiten und zu priorisieren. Im Zusammenhang mit den Anpassungsmassnahmen haben die öffentlichen Gemeinwesen wichtige Hebel in der Hand. Auf Kantonsebene laufen dienststellenübergreifende Workshops. Schliesslich verfügen die Gemeinden über wichtige Ressourcen im Umgang mit Klimarisiken (insbesondere Wasser und Wälder), aber mit den Energieplanungen und der Mobilität auch im Hinblick auf die Reduktion der Treibhausgase. Ende September wurden ihnen Klimaworkshops gewidmet. Die Rückmeldungen der Gemeinden werden in die Massnahmenpläne aufgenommen. In den Klimaplan werden auch bereichsübergreifende Massnahmen integriert, die sich insbesondere auf das Management von Wissen zum Klima und der Sensibilisierung beziehen.
⌛ 3. Vernehmlassung
Die Vernehmlassung des Klimaplans ist für das erste Halbjahr 2022 geplant. Sobald die Rückmeldungen eingearbeitet sind, wird der Klimaplan vom Staatsrat verabschiedet und dem Grossen Rat unterbreitet.
Kontakt
Fragen oder Anliegen zur Agenda 2030 können an folgende Adresse gerichtet werden: <email-pii>
Die Stiftung für die nachhaltige Entwicklung der Bergregionen (FDDM), die den Kanton bei diesem Vorhaben unterstützt, wird Ihnen so rasch wie möglich antworten.