Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03112.jsonl.gz/1970

Warum heisst Ihr aktuelles Programm «Mainblick»?
Erstens ist es eine Anspielung auf meine deutsche Heimatstadt Frankfurt am Main. Und zweitens gebe ich darin meine Sichtweise wieder, also «Mein Blick». Ich mag so lustige Programmnamen nicht, ich wollte eher etwas wie einen Buchtitel.
Was macht Sie stolz?
Für mich ist es das Grösste, wenn mich andere Come-dians anrufen und mich fragen, ob ich für sie etwas zu einem bestimmten Thema schreiben kann. Ich wurde oft belächelt, war vielen Vorurteilen ausgesetzt. Dass eine Frau, die sich gerne schminkt und sich so wie ich anzieht, gerne liest, passt nicht ins Schubladendenken vieler Menschen.
Sie nehmen bei politischen Themen kein Blatt vor den Mund.
Nein, warum auch? Das mögen die Leute an mir. Ich stehe zu meinem Standpunkt. Als ich einmal bei Markus Lanz (deutscher Moderator, Anm. d. Red.) war und meine Meinung zur iranischen Regierung gesagt habe, meinten einige: «Du hättest ja nicht gleich sagen müssen, dass das schlimme Barbaren sind.» Ich sage also meine Meinung, aber auf eine lustige Art.
Dürfen Sie noch in den Iran einreisen?
Ich weiss es nicht. Das letzte Mal war ich vor zehn Jahren im Iran, da lief alles gut. Ich weiss gar nicht, ob ich mich traue, in den Iran zu reisen. Ich konnte beispielsweise nicht zur Beerdigung von Oma und Opa, weil ich nicht wusste, ob alles glattgeht. Trotzdem: Ich fühle mich jetzt nicht so, als hätte man mir die Heimat genommen. Im Iran habe ich meine Wurzeln, in Deutschland bin ich zu Hause.
Was ist das Lustigste an der Schweiz?
Natürlich mal der Dialekt, der ist total süss.