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Vertieftes Wissen
Der Arbeitsversuch bietet Arbeitgebern die Möglichkeit, sich ohne Risiko für die Eingliederung von Menschen mit einer gesundheitlichen Einschränkung einzusetzen.
Für Versicherte, die im Rahmen der Arbeitsvermittlung einen Arbeitsplatz gefunden haben, kann dem Arbeitgeber während der erforderlichen Anlern– oder Einarbeitungszeit ein Einarbeitungszuschuss ausgerichtet werden. Damit wird die eingeschränkte Leistungsfähigkeit während der Einarbeitungszeit kompensiert. Der Zuschuss wird längstens 180 Tage bezahlt.
Benötigen Sie im Rahmen des Anstellungsverhältnisses Unterstützung bei der Einarbeitung, ist es zu empfehlen, einen auf die Person mit der gesundheitlichen Beeinträchtigung zugeschnittenen Einarbeitungsplan zu erstellen. Dies erleichtert den Einstieg, schafft Verbindlichkeit und erhöht den Erfolg der Zusammenarbeit.
Der Einarbeitungsplan
Auf Basis des Einarbeitungsplanes wird eine Zielvereinbarung erstellt. Alle am Einarbeitungsplan beteiligten Parteien unterschreiben diese Vereinbarung.
Auf Basis des Einarbeitungsplanes kann bei Bedarf die Unterstützung durch einen Job Coach festgelegt werden.
Supported Employment ist eine Unterstützung von Menschen mit Behinderungen oder von anderen benachteiligten Gruppen beim Erlangen und Erhalten von bezahlter Arbeit in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes.
Die wesentlichen Merkmale sind:
Erwerbsfähigkeit, beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit bezieht sich auf die medizinisch begründet (teilweise) Unfähigkeit, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Erwerbsunfähigkeit wird in Art. 7 des Bundesgesetztes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) wie folgt definiert:
Art. 7 Abs. 1 ATSG
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf den in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt.
Art. 7 Abs. 2 ATSG
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist.
Davon abgegrenzt ist der Begriff „Arbeitsunfähigkeit“ zu betrachten. Dieser meint, dass die versicherte Person aufgrund eines Gesundheitsschadens im bisherigen Beruf oder bisherigen Aufgabenbereich nicht mehr tätig sein kann. Die Erwerbsunfähigkeit bezieht sich hingegen auf den gesamten in Frage kommenden Arbeitsmarkt und nicht nur auf die aktuelle Tätigkeit. Ob eine Person mit gesundheitlicher Beeinträchtigung die ihr attestierte verbliebene Erwerbsfähigkeit wirklich auf dem Arbeitsmarkt realisieren kann, ist nicht Bestandteil der Begrifflichkeit. Es wird von einem theoretischen Konstrukt des ausgeglichenen Arbeitsmarktes ausgegangen, der ein Gleichgewicht von Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage voraussetzt. Damit soll den strukturellen und nicht konjunkturellen Veränderungen des Arbeitsmarktes Rechnung getragen werden. Der Begriff ermöglicht eine gesamtschweizerische und einheitliche Anwendungspraxis und verhindert, dass eine Person phasenweise Anspruch auf eine Rente hat und phasenweise nicht.
Der Begriff Vermittlungsfähigkeit wird vom Gesetzgeber im Arbeitslosenversicherungsgesetz (AVIG) klar definiert.
Art. 15 Abs. 1 AVIG
Der Arbeitslose ist vermittlungsfähig, wenn er bereit, in der Lage und berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit anzunehmen und an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen.
Art. 15 Abs. 2 AVIG
Der körperlich oder geistig Behinderte gilt als vermittlungsfähig, wenn ihm bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage, unter Berücksichtigung seiner Behinderung, auf dem Arbeitsmarkt eine zumutbare Arbeit vermittelt werden könnte. Der Bundesrat regelt die Koordination mit der Invalidenversicherung.
Zusammenfassend wird also der Begriff Vermittlungsfähigkeit von der Vermittlungsbereitschaft, Arbeits- respektive Erwerbsfähigkeit und Arbeitsberechtigung bestimmt. Die Vermittlungsfähigkeit einer Person bestimmt nicht zuletzt auch deren Anspruch auf Taggelder der Arbeitslosenversicherung.
Im Gegensatz zu den obigen Begriffen ist der Begriff "Arbeitsmarktfähigkeit" vom Gesetzgeber nicht klar definiert.
Grundsätzlich bestimmt sich die Arbeitsmarktfähigkeit aus dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Komponenten: Erstens aus den individuellen Voraussetzungen eines Stellensuchenden – also seinen persönlichen, fachlichen und sozialen Fähigkeiten – und zweitens aus den Anforderungen des Arbeitsmarkts. Arbeitsmarktfähigkeit wird dabei als die Fähigkeit verstanden, eine Stelle zu finden, eine Anstellung zu erhalten, ein bestehendes Arbeitsverhältnis zu halten oder bei Stellenverlust wieder eine neue Stelle zu finden. Zu den individuellen Voraussetzungen gehören dabei neben den oben genannten Fähigkeiten der Stellensuchenden auch deren Vermittlungsfähigkeit und darin eingeschlossen ebenso ihre Arbeits- beziehungsweise Erwerbsfähigkeit. Da sich beide Komponenten der Arbeitsmarktfähigkeit – die individuellen Voraussetzungen und die Anforderungen des Arbeitsmarkts – ständig verändern, ist der Begriff dynamisch zu verstehen. Daher ist die Arbeitsmarktfähigkeit einer Person realistisch einzuschätzen. Die Einschätzung berücksichtigt dabei die gegenwärtige Situation einer Person und schliesst deren Entwicklungsmöglichkeiten mit ein.
Im Gegensatz zum Begriff der Erwerbsunfähigkeit und der Vermittlungsfähigkeit wird der Begriff Arbeitsmarktfähigkeit nicht dazu verwendet, einen Anspruch auf Sozialleistungen zu ermitteln. Der Begriff dient dazu, die Erbringung von ziel- und bedarfsorientierten Dienstleistungen für Stellensuchende anhand objektiver Kriterien zu gewährleisten.