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In sechsmonatiger Arbeit an einem massstabsgetreuen Modell und mit einer Computersimulation stellten die Ingenieure sicher, dass die Anlage effizient und mit minimaler Beeinträchtigung der natürlichen Flussschwellen, Sedimente und Fischpopulationen der Rhone Strom aus dem Fluss erzeugt, wie sie am Freitag mitteilten.
Sie nutzten die Testergebnisse, um die Geometrie des Damms zwischen Massongez VS und Bex VD oberhalb des Genfersees so anzupassen, dass der Wasserfluss verbessert wird. Ausserdem wurde untersucht, wie sich Sedimente und schwimmende Objekte bei Schwellungen über den Damm bewegen werden. Ein numerisches Duplikat des physikalischen Modells erlaubte es, die geometrischen Simulationen zu erweitern, um den zukünftigen Damm optimal zu dimensionieren.
Die Kantone Waadt und Wallis hatten beide im September 2020 die Betriebsgenehmigung für den neuen Staudamm erteilt. Im Oktober legten die Umweltorganisationen WWF und Pro Natura Waadt Einsprachen ein: Der Bau des Stauwehrs schade den Uferzonen beträchtlich, die Rhone müsse tief ausgebaggert werden, der Grundwasserpegel werde stark beeinflusst und die Schwemmverhältnisse im Fluss beeinträchtigt. Darauf wurde die EPFL mit Proof-of-Concept-Tests beauftragt.
Klein, aber oho: Strom für 20'000 Haushalte
Wenn der Staudamm 2026 in Betrieb geht, soll er 80 Millionen kWh pro Jahr erzeugen - genug, um 20'000 Haushalte zu versorgen. Das entspricht der Energie, die von 15 Windturbinen oder von Solarzellen auf der Fläche von 45 Fussballfeldern erzeugt wird.
Es ist nicht das erste Mal, dass die EPFL derartige Projekte testete. Erste Studien am Massongex-Bex-Rhône-Wasserkraftdamm führte das Institut bereits 1987 durch. Ausserdem wirkten EPFL-Forscher an ähnlichen Projekten in Lavey (2009), Hagneck (2010) und Chancy-Pougny (2015) mit und waren an den vorrangigen Arbeiten an der Rhone-Kurve bei Martigny im Rahmen der dritten Rhone-Korrektur (2018-2020) beteiligt.