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Der Sehnerv verbindet das Auge mit dem Gehirn. Zusammen mit dem Gehirn wird er dauernd von Hirnflüssigkeit umspült. Diese enthält mehr als 20 000 Eiweisse und wird und täglich bis zu 5 Mal erneuert.
Damit der Sehnerv und das Gehirn funktionieren, müssen die Hirnzellen und die Nervenbündel im Gehirn über die Hirnflüssigkeit ernährt werden. Neben der Ernährung von Hirnzellen und Nervenbündeln reinigt die Hirnflüssigkeit das Gehirn von anfallenden Schadstoffen in Form einer Kläranlage. Bis vor kurzem ist man davon ausgegangen, dass diese Reinigung nur an wenigen Stellen, den sogenannten arachnoidalen Granulationen, stattfindet.
Unsere neuen Forschungsresultate zeigen nun, dass die Hirnflüssigkeit aber auch in den Meningothelialzellen gereinigt wird. Diese bedecken sowohl den Sehnerv als auch das ganze Gehirn und können mit einer Tapete verglichen werden. Wir konnten nachweisen, dass Meningothelialzellen Bakterien und abgestorbene Zellen sowie ein Alzheimer-Protein phazozytieren («auffressen»). Somit schützen Meningothelialzellen nicht nur vor Infektionen am Gehirn, sondern möglicherweise auch vor Alzheimer-Erkrankung. Eine Fehlfunktion der Meningothelialzellen und nicht abgebaute Eiweisse in der Hirnflüssigkeit sind auch ein hoher Risikofaktor für die Entwicklung des Grünen Stars.
Dieses Projekt erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Lehre und Forschung sowie der NASA.