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Mit heftigem Regen und Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 Stundenkilometern wütete Wirbelsturm «Meranti» am Donnerstag an der südchinesischen Küste.
Entwurzelte Bäume und Überschwemmungen blockierten Strassen. Häuser wurden beschädigt, Dächer abgedeckt. Die Strom- und Wasserversorgung war zeitweise unterbrochen. Ausser Fujian waren auch die Küstenprovinzen Guangdong und Zhejiang schwer betroffen.
Weltweit war «Meranti» der bislang stärkste Wirbelsturm des Jahres, wie Meteorologen mitteilten. Es gab Tote und Verletzte. Chinas staatlich gelenkte Medien berichteten zunächst nur zurückhaltend über Opferzahlen.
So sprachen sie etwa nur von einem Toten und einem Vermissten in Ningde. Beim Wirbelsturm «Nepartak» im Juli, der nicht einmal so stark wie «Meranti» war, wurde erst Tage später bekannt, dass 105 Menschen ums Leben gekommen waren oder vermisst wurden.
Seit Beginn der örtlichen Wetteraufzeichnungen 1949 habe die Provinz Fujian keinen so starken Wirbelsturm erlebt, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.
In Südchina kam das öffentliche Leben praktisch zum Stillstand. «Meranti» beschädigte in der Zwei-Millionen-Metropole Xiamen das Stromnetz, wie Xinhua berichtete. In den Strassen lagen umgeworfene Werbewände, zersplittertes Glas und Backsteine. Viele Autos waren schwer beschädigt, es kam auch zu Stromausfällen. Der Sturm richtete grössere Schäden besonders in Stadtvierteln an, in denen meist ärmere Menschen wohnen und die Häuser weniger gut gebaut sind, wie Augenzeugen sagten.
In Küstenstädten wie Xiamen, Fuzhou, Zhangzhou, Quanzhou und Putian waren Schulen und Kindergärten schon seit Mittwoch geschlossen, wie Xinhua meldete. Die Behörden forderten die Menschen auf, nicht vor die Tür zu gehen. Schiffe wurden in die Häfen zurückgerufen, weil Wellen bis zu zwölf Meter Höhe beobachtet worden waren.
Mindestens 175 Flüge wurden in der Provinz Fujian gestrichen. In der Südprovinz Guangdong wurden Zugverbindungen gestoppt. Mehr als 4000 Arbeiter wurden losgeschickt, um Schienentrassen zu untersuchen. In der weiter nördlich gelegenen Provinz Jiangsu wurden bis Samstag mehr als 140 Züge in die süd- und ostchinesischen Metropolen gestrichen.
Auf seinem Weg nach Südchina hatte der Taifun zuvor auch die demokratische Inselrepublik Taiwan heimgesucht. Es gab dort einen Toten und etwa 50 Verletzte. Bei schweren Überschwemmungen in Vietnam, wo ausserdem noch Tropensturm «Rai» wütete, kamen mindestens fünf Menschen ums Leben. Zehn weitere wurden noch vermisst.
(SDA)