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Anzahl der Verse
Uns sind 942 vierzeilige Zenturienverse überliefert. Dazu kommen noch 168 zusätzliche Vierzeiler und 58 Sechszeiler. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass die Zenturien zudem zwei Vorworte von Nostradamus enthalten und zu den 58 Sechszeilern ein Begleitschreiben von Vincent Seve, einem Enkel des Nostradamus, gehört.
Unklar ist bis heute allerdings, wieviele Verse unser Seher ursprünglich einmal publizieren wollte. Doch gerade die exakte Anzahl, falls es eine solche überhaupt gibt, könnte wertvolle Hinweise zum Verständnis des Gesamtwerkes liefern. Mehr als unsicher ist jedenfalls, dass Nostradamus genau 942 Vierzeiler geplant habe. "942" weist zwar durchaus zahlenmystische Qualitäten auf. So lässt sich diese Zahl etwa in 3 x 314 auflösen, wobei 314 etwa dem hundertfachen Wert der Kreiszahl Pi entspricht. (Und selbstverständlich war Nostradamus die Zahl Pi bereits bekannt, hat doch schon Archimedes im dritten vorchristlichen Jahrhundert diesen Wert mit 22/7 (= 3,1428...) angegeben.) Doch das dürfte nichts weiter als ein Zufall sein. Im zweiten Vorwort der Zenturien, das dem französischen König Heinrich II. gewidmet ist und zu den Zenturien acht bis zehn gehört, schreibt unser Seher nämlich, dass es sich bei diesen dreihundert Versen um die Vierzeiler handle, die das Tausend vollmachen. Und dass er sie aus dem Rest seiner Prophezeiungen entnommen habe. Dazu muss man wissen, dass Nostradamus zu seinen Lebzeiten bloß 640 Verse hat drucken lassen (die letzten 60 Stück der siebten Zenturie fehlten, möglicherweise weil sie einfach noch nicht fertig waren, siehe Zenturie 7). Hier erfahren wir aber nun, dass die Zenturien eins bis zehn sehr wohl tausend Verse enthalten müssten, jede also hundert Stück. Somit waren also auch für die unvollendete siebte Zenturie genau hundert Vierzeiler vorgesehen. Außerdem entnehmen wir dem Vorwort für Heinrich II., dass die 300 Verse der Zenturien acht bis zehn aus einer noch größeren Menge von Prophezeiungen stammten. Folglich mussten alles in allem wahrscheinlich mehr als tausend Verse existieren! Doch wieviele Prophezeiungen könnte unser Seher für sein Werk ursprünglich vorgesehen haben? Hier kann man im Moment leider nur spekulieren. Feststeht, dass die Verse sich nicht mehr in der richtigen Reihenfolge befinden und dass sie von Nostradamus absichtlich untereinander vertauscht wurden, um das Verständnis zu erschweren, siehe "Schlüssel des Nostradamus"). Es wäre nun durchaus denkbar, dass dieses Vertauschen nach einem System erfolgt ist. Und da Nostradamus im ersten Vorwort (an seinen Sohn Cäsar) schreibt, dass es sich bei den Versen um "astronomische Vierzeiler" handle, wäre es weiter vorstellbar, dass astrologisch-astronomische Zahlenspielereien hinter diesem angenommenen System stecken. Dann, spekulieren wir weiter, wäre es aber naheliegender, zwölf statt nur zehn Zenturien zu vermuten, da die Zwölf in der Astrologie und Zahlenmystik eine weit bedeutendere Rolle spielt als die Zehn (zwölf Sternzeichen, Monate usw.). Und tatsächlich könnte man als schwaches Indiz für diese Hypothese anführen, dass in den zusätzlich überlieferten Prophezeiungen, die aus dem Nachlass des Sehers stammen, eine bruchstückhafte elfte und zwölfte Zenturie existiert. In diesem Fall hätte Nostradamus also 1200 Verse geplant, doch ist dies im Moment bloß eine Spekulation unter vielen.
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