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Bäume verringern Hitze-Todesfälle in Städten um ein Drittel
Das Pflanzen von mehr Bäumen in Städten könnte einer neuen Studie im Fachblatt „The Lancet“ zufolge die durch Hitze ausgelösten Todesfälle um rund ein Drittel verringern. Untersucht wurden Hitzetote in 93 Städten in Europa, darunter auch in Zürich, Genf und Basel.
Die Modellrechnungen ergaben, dass dafür die Bepflanzung auf rund 30 Prozent der Fläche in Städten erhöht werden müsste. Dies würde im Schnitt die Temperatur während heisser Sommermonate um 0,4 Grad Celsius sinken lassen. Derzeit stehen in städtischen Regionen in Europa der Studie zufolge gerade einmal auf knapp 15 Prozent der Fläche Bäume.
Die Studie untersuchte 6700 direkt auf hohe Temperaturen zurückzuführende Todesfälle in 93 Städten in Europa im Jahr 2015. Ein Drittel davon hätte durch die entsprechende Baumpflanzung verhindert werden können, schreiben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Tamara Iungman vom Institut für globale Gesundheit in Barcelona.
Auch für die Schweiz gibt es konkrete Zahlen: In Zürich hätten laut der Studie durch eine Baumabdeckung von 30 Prozent zehn Todesfälle vermieden werden können, in Genf fünf und in Basel drei.
Die Baumabdeckung war von den Schweizer Städten in Basel mit 24 Prozent am Höchsten. In Zürich waren gerade mal zwölf Prozent der Fläche durch Bäume bedeckt, und in Genf 14 Prozent.
Der Temperaturunterschied zwischen Umland und Stadt ist laut der Studie in den Schweizer Städten unterschiedlich. Während Zürich bis zu 2,5 Grad wärmer als seine ländliche Umgebung war, betrug der Wert in Genf nur 1,6 Grad. Basel lag mit 2,1 Grad dazwischen.
Durch eine Aufstockung des Baumbestands könne die Temperatur in Zürich im Schnitt um 0,5 Grad und lokal um bis zu 0,8 Grad gesenkt werden. In Basel ist der Durchschnittswert aufgrund des höheren Baumbestands mit 0,1 Grad geringer. Genf könnte durch mehr Bäume im Schnitt 0,4 Grad kühler werden.
Europaweit war der durchschnittliche tägliche Temperaturunterschied zwischen Stadt und Land war von Juni bis August 2015 um 1,5 Grad wärmer als im Umland, wobei der maximale Temperaturunterschied in Cluj-Napoca, Rumänien, mit 4,1 Grad gemessen wurde.
Auch bei den temperaturbedingten Sterblichkeitsraten gab es grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Städten in Europa. Keinen einzigen vorzeitigen Todesfall aufgrund der höheren Temperaturen gab es im schwedischen Göteborg, aber bis zu 32 vorzeitige Todesfälle pro 100’000 Einwohner in Cluj-Napoca, Rumänien.
Insgesamt lagen die Städte mit den höchsten temperaturbedingten Sterblichkeitsraten in Süd- und Osteuropa, wo auch die höchsten Temperaturen erreicht wurden. Es sind denn auch diese Städte, die am meisten von einer Zunahme der Baumbedeckung profitieren würden.
(text:sda/bild:unsplash)