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Graphische Realisation

Vom Bild im Kopf zum Bild auf dem Papier
Schließlich müssen die mimetischen Vorbilder bzw. die Bildideen, sofern das Bild nicht durch eine Maschine erzeugt wird, durch Graphiker/Innen realisiert werden, d.h. gezeichnet, gedruckt.
Das ist nicht so trivial, wie sich das der moderne Betrachter vorstellen mag: abknipsen und dann auf dem Bildschirm angucken. — Zu beachten ist
die technische Dimension: Druckverfahren;
die didaktische Dimension (Blickführung u.ä.);
die ästhetische Dimension;
die historische Dimension.

Präzision der Darstellung
Dass ein Bild ›naturgetreu‹ sein soll, ist ein Thema seit jeher. (Bei diagrammatischen Bildern ergeben sich andere Probleme.)
Parrhasios soll sich mit Zeuxis in einen Wettstreit eingelassen haben; dieser habe gemalte Trauben so erfolgreich dargeboten, dass die Vögel zum Schauplatz herbeiflogen; Parrhasios aber habe einen so naturgetreu gemalten leinenen Vorhang [auf einem Bild] angebracht, dass der auf das Urteil der Vögel stolze Zeuxis verlangte, man solle doch endlich den Vorhang wegnehmen und das Bild zeigen; als er seinen Irrtum einsah, habe er ihm in aufrichtiger Beschämung den Preis zuerkannt, weil er selbst zwar die Vögel, Parrhasios aber ihn als Künstler habe täuschen können.

Zeichner an der Arbeit
Selten einmal stellen sich die Zeichner selbst bei der Arbeit dar.

Druckverfahren
Stichwortartig:
Holzschnitte und Holzstiche und Autotypie-Clichées erlauben die Einbindung in den (ebenfalls mit Lettern als Hochdruck realisierten) Text.
Beim Tiefdruck und bei der Lithographie aber ist das nicht möglich; es braucht zwei Druckvorgänge auf dem selben Blatt, oder dann werden die Bilder dem Buch als separate Tafeln beigegeben.
Mehrfarbige Bilder gab es bis zur Erfindung der Chromolithographie nur als handkolorierte Drucke; erst durch die Einführung der Steindruck-Schnellpresse um ca. 1870 konnten farbige Bilder kostengünstig gedruckt werden.
Literaturhinweise:
Traité historique et pratique de la gravure en bois, par Jean-Michel Papillon [1698–1776], graveur en bois. Ouvrage enrichi des plus jolis morceaux de sa composition et de sa gravure, Paris: Pierre Guillaume 1766 (2 vols.)
Tilman Falk, Artikel »Formschneider, Formschnitt«, in: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. X (2004), Sp. 190–224. > http://www.rdklabor.de/w/?oldid=89293
Heijo Klein, Sachwörterbuch der Drucktechnik und grafischen Kunst, Köln 1975 (dumont kunst-taschenbücher 15).
Aleš Krejča, Die Techniken der graphischen Kunst, Artia-Verlag, Prag 1980.
Homepage von Wolfgang Autenrieth > http://wp.radiertechniken.de/
Homepage von Martin Riat & Maribel Serra > http://www.riat-serra.org/graph.html#tga-inhalt

Layout mit-bedingt durch Drucktechnik
Wenn der Druckstock für den Holzschnitt so dick ist wie die beweglichen Typen, so lässt sich das Bild bequem in die mit Buchstaben gesetzte Seite einbinden und in einem einzigen Arbeitsgang drucken, weil beides Hochdruckverfahren sind. – Im 19. Jh. ist das mit der Einbindung der Clichées aus Metall in den Text wieder so.
Möchte man eine Kupferplatte (Tiefdruckverfahren; meist Radierung, engl. ethicht, frz. eau-forte) in den Text (Typensatz = Hochdruckverfahren) auf derselben Seite einbinden, so erfordert dies zwei Druckdurchgänge, und man muss dafür sorgen, dass das Bild genau dort hinkommt, wo der Bleisatz den Platz dafür offenhält. — Meist wird dann dieses Layout gewählt: Bild(er) auf einer eigenen Seite (gelegentlich auch ausklappbar, wenn übergroß) oder alle Bilder hinten im Buch. — Eine weitere Möglichkeit ist es, den Text in die Kupferplatte zu gravieren.
Genau gleich funktioniert die Lithographie (Flachdruckverfahren, das sich ebenfalls nicht in den stehenden Letternsatz einbinden lässt.)
••• Zwei Beispiele für Layout, wo Holzschnitte in den Text eingebunden sind. (Diese lassen sich auch leicht colorieren, dazu mehr unten).
••• Beispiel für die Gegenüberstellung von Letternsatz und Lithographie. Die Einzelbilder können nicht in den Fließtext integriert werden; sie sind alle auf einer Tafel vereinigt und mit Ziffern auf die Legende bezogen.
••• Beispiel für das Übereinanderlegen von Letternsatz und Kupfer:
••• Beispiel für in den Kupferstich / die Radierung inserierte Schrift. Der Vorteil ist, dass sich die Schrift den einzelnen, auch den nicht waagrecht verlaufenden Bildteilen anpassen kann:

Halbtöne — Schraffuren
Holzschnitte und Kupferstiche sind zwingend ›randscharf‹, während die Technik der Aquatinta oder der Lithographie es erlaubt, ›schummrige‹ Flächen darzustellen, was z.B. für die Darstellung eines physiologischen oder mikroskopischen Befunds wünschbar sein kann.
Insbesondere wenn das Objekt keine Struktur hat (wie etwa Vogelfedern, Fischschuppen), ist die Scharffier-Technik zur Darstellung runder Formen gefordert:
Die Kunstfertigkeit erhellt aus solchen Bildern:
Für die Darstellung von Geländeformen wurden allerhand Techniken eingesetzt, unter anderem Schraffen; vgl. das Kapitel zur Geographie. Hier ein Beispiel aus der Dufourkarte (nach 1840):

Linien
Siehe hier zu das spezielle Kapitel Linien. Es ist nicht leicht zu unterscheiden, was zur eigentlichen Visualisierungsaufgabe gehört und was zur graphischen Realisierung. Hier eine einfache Liste der Funktionen von Linien:
Beispiel für sichtbar gemachte Bewegungen (die als ganzer Verlauf so nicht direkt sichtbar sind):
Beispiel für graphische Stilisierung:
Beispiel für Hilfslinien auf einem Objekt. Die damit unterteilten Gebiete sind numeriert, worauf sich die Legende bezieht:

Farben
Farbigkeit ist nicht nur ein Gewinn punkto Anschaulichkeit und Ästhetik, sie hat auch eine didaktische Funktion.
Vor der Erfindung der Farblithographie wurden die Bilder – jedes einzeln – von Hand koloriert.
Zur Rationalisierung der Arbeit wurden auch Schablonen (frz. pochoir) eingesetzt. Hier eine solche zum Einfärben von Spielkarten:
Die Technik der Chromolithographie (vgl. den Artikel in der Wikipdia) erscheint ab der Mitte des 19. Jahrhunderts. Solche Bilder erkennt man (unter der Lupe) daran, dass die Farben nicht stetig aufgetragen sind (wie die aufgemalten Aquarellfarben), sondern in Rastermanier oder mittels Punktiermethode und für Farbnuancen durch Kombination solcher Raster erzeugt wurden:
Die Farbgebung kann statt mimetisch auch konventionell verwendet werden.
Dass zur Visualisierung von Daten Farbigkeit verwendet wird, ist eine der (T)ransformationstechniken, die vom (O)bjekt zum Bild führen. Wie der Graphiker die Farben einsetzt, gehört zum Bereich der konkreten Realisation des Bilds.
Wir kennen das z.B. aus dem Regenradar. In einer Legende wird angegeben, was mit welcher Farbe gemeint ist, hier welche Niederschlagsmenge (in mm pro Stunde) welcher Farbe zugeordnet ist:
Während hier die Farbzuordnungen willkürlich dem Regenbogen-Spektrum folgen und dadurch evtl. sogar kontra-intuitiv sind (blau, was man eher mit Wasser assoziiert = 1 mm/Stunde; orange, eher zu Sonnenschein passend = 20 mm/Stunde) sind, hat der Graphiker für die Karte der Luftverschmutzung Farben gewählt, die das Phänomen mimetisch zu repräsentieren versuchen:

Simulation dreidimensionaler Gebilde auf der Fläche
Perspektivische Darstellungen räumlicher Gebilde sind, seit es gedruckte Enzyklopädien gibt (etwa Gregor Reisch, »Margarita« 1503), üblich.
Perspektivische Korrektheit ist nicht zwingend für das Verständnis; gelegentlich ist sogar eine ›kubistisch‹ aufgefaltete Darstellung besser verständlich:
Nur sehr selten ist die Technik zufinden, 3D-Gebilde auf Papier zu plastisch zu evozieren. Zum Betrachten ist eine sog. Anaglyphen-Brille mit blauem und rotem Filter nötig.

Didaktische Blickführung
❑ Um der Verdeutlichung willen vereinfachen / schematisieren / stilisieren die Graphiker das Vorbild mitunter.
(Es geht hier nicht um die Visualisierung eines abstrakten Typus wie z.B. ›das Wirbeltiersekelett‹, ›Blütenstand der Korbblütler‹, sondern um die Abbildung eines Unikats.)
❑ Das folgende Beispiel zeigt, wie die Vereinfachung (Weglassen der pseudo-mimetischen Schraffuren der Berge, in die die Bezeichnungen eingelassen sind) eine Verbesserung der optischen Verständlicheit bringt:
❑ ›Freistellen‹ (engl. ›cropping‹) heisst die Befreiung eines Motivs von einem störenden Hintergrund; damit soll sichergestellt werden, dass der Betrachter vom Hintergrund und anderem Beiwerk nicht abgelenkt wird.
Bei der Dynamomaschine ist die Umgebung mit komplizierter photographsicher Technik optisch abgeschwächt, damit das interessierende technische Gerät heraussticht:
Die Technik wird genau beschrieben in: Nikolaus Karpf (Hg.) Angewandte Fotografie, München 1960, S. 98, Legende zu Abb. 145/146.
Die Idee ist alt. In einem spätmittelalterlichen Erbauungsbuch geht es um die Fünf-Wunden-Andacht. Um die Gläubigen auf diese zu konzentrieren, wird der Leib Christi ausgeblendet:
❑ Wenn sehr kleine Dinge dargestellt werden, kann der Graphiker gleichsam eine Lupe über das Objekt legen, so dass ein Ausschnitt vergrößert dargestellt wird.
❑ Um darauf hinzuweisen, was im Focus des Interesses steht, fügt der Graphiker einen deiktischen (hinweisenden) Pfeil ein:
❑ Bei Bildern mit vielen ähnlichen Elementen dient die Farbgebung der optischen Orientierung.
• Hier werden die Bewegungen des linken und des rechten Beins durch die Einfärbung verdeutlicht:
• Um die Komplexität der Partitur im vierten Satz von Mozarts Sinfonie KV 551 (genannt »Jupiter-Sinfonie«) sichtbar zu machen, greift der Interpret zum Mittel der Einfärbung:
• Im Diagramm (ein sog. ›Manhattan Graph›) erkennt man durch die Einfärbung leichter, welche Balken zusammengehören:

Angabe des Maßstabs
Außer beim Naturselbstdruck muss der Betrachter immer mit einer durch den Gaphiker bewerkstelligten Vergrößerung oder Verkleinerung rechnen.
Damit man das maßstäblich veränderte Objekt von der Graphik wieder auf die richtige Größe zurückführen kann, wird ihm das Maß der Vergrößerung / Verkleinerung angegeben.
Anhang: Lange kursierte die folgende Geschichte: Ein Entwicklungshelfer hielt in einem abgelegenen Tropen-Gebiet einen Vortrag über die Gefährlichkeit der Tse-Tse-Fliege. Er hatte ein Schaubild dieses Insekts mitgebracht. Nach dem Vortrag sagte einer der Zuhörer beruhigt: »Glücklicherweise müssen wir uns darüber keine Sorgen machen; in unserem Gebiet sind die Fliegen nicht so groß.« (Tages Anzeiger Magazin Nr. 34, 27.8.1977; S. 6)

Rahmen
In seltenen Fällen wählen die Visualisierer eine spezielle Rahmung.
Eine Anregung waren sicher die Kupfer in: Claude Perrault, Description anatomique d'un cameleon, d'un castor, d'un dromadaire, d'u ours et d'une gazelle, Paris: Frédéric Leonard 1669. >http://docnum.u-strasbg.fr/cdm/ref/collection/coll13/id/61563 — Dessen Biber (unten das lebendige Tier in der Natur, oben auf der Textilunterlage die Eingeweide) hat Blasius in Tafel XIII kopiert:
Aber Blasius montiert auch andere Zeichnungen – die im Original freigestellt sind – auf solche ausgerollte Tücher. Das Hirn des Schafs wird in Wilsii anatomia so präsentiert:
Auf Tafel LVII zeigt Blasius zwei Abbildungen eines Insekts (Ephemera horaria, deutsch Hafftwurm, eine Art von Eintagsfliege) und weitere Details, die er Swammerdammius entnommen hat, auf einem ausgespannten Tuch:
Das Vorbild bei Swammerdam in: Ephemeri Vita Of afbeeldingh van 's Menschen Leven : Vertoont in de Wonderbaarelijcke en nooyt gehoorde Historie van het vliegent ende een-dagh-levent Haft of Oever-Aas. Een dierken, ten aansien van sijn naam, over al in Neerlandt bekent: maar het welck binnen de tijt van vijf uuren groeyt, geboren wordt, jongh is, twee-maal vervelt, teelt, eyeren leght, zaat schiet, out wordt, ende sterft ..., Door Johannes Swammerdam, t' Amsterdam: Wolfgang, 1675 ist ganz schlicht und ohne solchen Hintergrund abgebildet:
Die Darstellung findet sich auch anderswo. Johannes Zahn (1641–1707) druckt in seinem Buch Specula physico-mathematico-historica notabilium ac mirabilium sciendorum […], Nürnberg 1696 ein Flugblatt nach und kombiniert dieses Bild mit dem eines 1688 im Rhein gefundenen Monsters (Bellua pisciformis). Das erstere ist oben wiedergegeben auf einem solchen Tuch; das zweite unten in einer Flusslandschaft. Im Kapitel »de variis Exoticis Aquatilibus Monstris«, Band II, S. 411f.) :
Die Idee könnte aus dem Schulunterricht stammen, wo solche Tücher mit Bildern an der Wand aufgehängt waren – Vorläufer des Schulwandbilds. Ein frappant ähnliche Abbildung findet sich in Comenius’ »Orbis pictus«; deutlicher noch als in der Erstauflage 1658 in dieser späten Auflage, wo das Tuch deutlich in einem Raum aufgehängt ist:
Auch in Basedows »Elementarwerk« sieht man in einer Unterrichts-Szene solche Bilder an der Wand angepinnt:
❏ Abbildungen von Bakterien werden gern in einem runden Bildausschnitt auf schwarzem Hintergrund gezeigt, als blickte der Betrachter des Buches durch das Okular eines Mikroskops. Die Illusion dient der Beglaubigung. (Hingewiesen wurde auf diese Technik bei: Horst Bredekamp / Angela Fischel / Birgit Schneider / Gabriele Werner: Bildwelten des Wissens, in: Bilder in Prozessen. Bildwelten des Wissens. Kunsthistorisches Jahrbuch für Bildkritik. Band 1,1, Berlin: Akademie-Verlag, 2003, S. 9–20).

Anordnung von Bildelementen
Oft müssen mehrere Teilbilder nebeneinander angeordnet werden; vgl. hierzu das Kapitel Bildvielheit.
••• Teilbilder können aus rein ästhetischen Gründen angeordnet sein. Ernst Haeckel schwankte lange, ob er Künstler oder Biologe werden wollte. (Gute Darstellung bei Andrea Wulf, Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur, München: Bertelsmann 2016, S. 372–391.) Im Vorwort zu »Kunstformen der Natur« (1899) schreibt er: Die Natur erzeugt in ihrem Schoße eine unerschöpfliche Fülle von wunderbaren Gestalten, durch deren Schönheit und Mannigfaltigkeit alle vom Menschen geschaffenen Kunstformen weitaus übertroffen werden. […] Seit frühester Jugend von dem Formenreize der lebendigen Wesen gefesselt und seit einem halben Jahrhundert mit Vorliebe morphologische Studien pflegend, war ich nicht nur bemüht, die Gesetze ihrer Gestaltung und Entwicklung zu kennen, sondern auch zeichnend und malend tiefer in das Geheimnis ihrer Schönheit einzudringen. […] Die moderne bildende Kunst und das moderne, mächtig emporgeblühte Kunstgewerbe werden in diesen wahren »Kunstformen der Natur« eine reiche Fülle neuer und schöner Motive finden.
••• Eine seltsame Anordnung der Bild-Elemente hat Romeyn de Hooghe (1645–1708) für sein Werk »Hieroglyphica of Merkbeelden der oude volkeren« (EA 1735) gewählt. Die einzelnen Objekte sind nicht voneinander abgetrennt, sondern wie in einem ›Wimmelbild‹ durcheinander abgebildet:

Mediale Zwänge – historische Befangenheit
❑ Das Medium Sprache lässt die Wörter schematisch offen – das Medium Bild zwingt zu einer Konkretheit. (Mehr dazu im entsprechenden Kapitel hier.)
Beispiel: Zur Darstellung des Tonfilmateliers muss der Graphiker irgendeine Szene, die hier gedreht wird, zeichnen; hier sind die Darsteller (6 und 7) als höfisches Paar vor einem romanischen Torbogen ausgestattet.
❑ Hintergrundswissen hat einen Einfluss auf die Realisation von Bildideen; jeder Graphiker ist befangen im geschichtlichen Umfeld seiner Zeit.
Beispiele: Graphiker des 16./17. Jahrhunderts haben bei der illustration antiker Texte Gewänder und Bauten im Stil der eigenen Zeit dargestellt. (Streng genommen handelt es sich hier nicht um wissensvermittelnde Bilder im Sinne des Projekts.)
• Während Homer (7. Gesang der »Odyssee«) oder sein Übersetzer einfach sagen können: Vlysses kumpt … in den Künigklichen hoff/ thuot sein gebert [Gebärde; er verneigt sich] zuo der Künigin Areten … vnd fragt/ woher jm das klaid kumme/ das sy selbst gewürkt … muss der Graphiker die Figuren einkleiden und in einen würdigen Raum stellen: Odysseus in der Tracht eines Mannes mit Faltrock im Stil eines Bilds von Lucas Cranach; die Königin vor dem Kaminfeuer eines deutschen Bürgerhauses:
• Aeneas berichtet zu Beginn des 2. Buchs von Vergils »Aeneis« vom Untergang der Stadt Troja. Er kann die Stadt einfach so benennen; der Graphiker muss eine zeichnen. Die Szenen in der von Sebastian Brant 1502 herausgegebenen »Aeneis« spielen durchwegs vor mittelalterlichen Städten:
• Ovid schildert in den »Metamorphosen« das Haus der Fama (12. Buch, Verse 39ff.; Übersetzung von Johann Heinrich Voß, 1798):
Der Graphiker setzt die Phantasie in Realität um; das Haus wird zu einem Palast im Stil des Barock:
Auch Pictogramme unterliegen der Mode; das hat Otl Aicher einmal schön gezeigt:

Erste Fassung online gestellt im August 2017; ergänzt im Dezember 2017 — PM