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Auf einem Hügel, eine Meile südwestlich von Schloss Corbières, in einem Ort namens Everdes Joux, stand die Burg von Everdes. Sie wurde zwischen 1268 und 1272 von Wilhelm I. (1229-1299), Nachfahre der Familie Corbières, Herren von Vuippens, errichtet. Dieses Schloss überwachte den Furt der Saane auf der Höhe der bestehenden Brücke von Corbiere. Heute bleibt nicht viel von der Burg bestehen, ausser einer Wand an der Südseite und die Überbleibsel eines Grabens. Um dorthin zu gelangen, folgen Sie der Strasse Riaz - Corbieres. An der Kreuzung nach Echarlens nehmen Sie die Strasse bis Champotey-dessus bis zum Weg, der in den Wald führt CN 807. Der Zugang zu den Ruinen ist sehr gut ausgeschildert und hat eine Tafel mit Erklärungen.
Zwei bedeutende Tatsachen haben die Geschichte der Herren von Vuippens-Corbières gekennzeichnet. In 1137 gründeten sie die Abtei Prémontrés von Humilimont, einen Kilometer westlich von Vuippens. Tief in einem kleinen Tal markiert ein Kreuz noch diesen Ort. Andererseits befindet sich in den Lavaux Weinbergen ein bemerkenswerter Zeuge dieser Institution: der Turm von Marsens. Er diente als Wohnung und als Zuflucht der Mönche, welche die Rebe kultivieren.
Das zweite tragische Ereignis war dieses: An einem Tag im Dezember 1348, erlaubte sich Othon d' Everdes Mermette, die Frau des Schultheissen von Freiburg, Jean von Maggenberg, zu überfallen und berauben nach seiner Rückkehr von einer Hochzeit in Lutry. Die Beute von mehr als 500 Gulden umfasste Juwelen, Glaubensgegenstände, Stoffe und Seidenkleider. Man kennt die genaue Liste. Die Städte Freiburg und Bern beschlossen einzugreifen, da sie auch mit dem turbulentem Othon d' Everdes eine Rechnung offen hatten, sowie an den Familien von Corbières-Vuippens, Monsalvens und Gruyère. Sie griffen blitzartig Vuippens und Everdes an. Dort trafen sich Geschichte und Legende vom Greyerzerland. Der Tour-de-Trême und die Greyerzer schulden ihren Sieg nicht nur der Tapferkeit von zwei lokalen Riesen, Claremboz und Bras-de-Fer, sondern auch den Greyerzerfrauen. Sie schufen eine Ablenkung, indem sie Fackeln an die Hörner ihre Ziegen anbrachten. Die Berner und Freiburger glaubten an die Ankunft einer beträchtlichen Verstärkung und gaben auf.
Bei der ersten Konfrontation auf dem Hochplateu von Champotey versuchte Othon eine Vereinbarung zu erreichen, doch der Gegner legte bereits Feuer an das Schloss von Everdes. So wurde seine endgültige Zerstörung verursacht. Diese Tat aus 1470 steht in der Chronik des Berners Tschachtlan. Sie ist die erste Illustration des Schlosses von Grüningen, das Vert-Châtel der Romands. Der Krieg endete mit einer Waffenruhe, die am 9. Januar 1350 in Morat zwischen einerseits Freiburg und Bern und andererseits den Grafen von Gruyère und von Everdes unterzeichnet wurde. Die verletzten Parteien wurden entschädigt und die Geiseln zurückgegebenen.
Dies war in Kürze die Geschichte des Schlosses von Everdes, dessen Überreste in Unter-Gruyère noch vorhanden sind. Die Familien von Everdes, von Grüningen in Deutschland, lebten weiter bis ins 20. Jahrhundert unter den Namen Grüningen und Werdi im Saanenland, das alte Herrschaftsgebiet des Grafen von Gruyère.
Texte aus der Monografie « Everdes aperçu historique » éditée en faveur de la restauration de la Chapelle Ste-Anne de Champotey-Echarlens
Photos de Pierre Aeby
Bibliographie