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Tomas Bächli, Pianist
Charles Ives liebt es, in seinen Kompositionen andere Musik zu zitieren, umzuformen und wiederzuverwerten. Nicht nur, was im Konzertsaal gespielt wurde, sondern auch die frommen Hymnen aus der Kirche und die Schlager – als Hörer müsste man die gesamte Musik der damaligen Zeit präsent haben, Amerika zu Anfang des 20. Jahrhunderts.
Oft tippt Ives ein Musikstück nur kurz an, das Zitat besteht aus wenigen Tönen. Dann ist es natürlich schwer auszumachen, ob es sich dabei um Absicht oder Zufall handelt. Ein Beispiel: In seiner Sinfonie “Aus der neuen Welt” wollte Antonin Dvořak mit dem Thema des berühmten Englisch-Horn-Solos aus dem langsamen Satz die Musik der amerikanischen Ureinwohner heraufbeschwören. Mit den ersten drei Tönen dieses Themas beginnt Ives nun jenes Lied, mit dem er das berühmteste deutsche Gedicht vertont: “Over All the Treetops is Rest”. Vielleicht ist es keine Absicht – auf jeden Fall jedoch eine hübsche Koinzidenz!