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Charles Robert Ashbee (1863–1942) hat mit der flachen silbernen Zuckerschale ein sprechendes Beispiel für die Denkweise der von ihm angeregten Guild of Handicraft geschaffen. Trotz einer schlichten Gesamtform sind die preziösen Details in aufwendiger Handarbeit gefertigt.
Zu den Silberarbeiten des englischen Allrounders Charles Robert Ashbee für die grossbürgerliche Tafel zählt neben weiteren elaborierten Kreationen auch diese elegante Zuckerschale. Den Hauptanziehungspunkt für Hand und Auge markiert auf dem Deckel die skelettierte Mohnkapsel. Eine Perlmutteinlage veredelt diesen Knauf mit einem hellen Krönchen, das sich in der emaillierten Einlage über geknitterter Silberfolie besonders dekorativ ausnimmt. Die übergrossen, weit ausschwingenden Henkel entspringen organisch der runden Standfläche und münden in den oberen Rand der Schale. Nach oben ausgewölbt, bieten sie dem Griff eine perfekte Passform. Ein Einsatz aus grünem Glas schützt die Innenseite des Metallgefässes vor oxidativen Substanzen wie dem Zucker. Äusserliche Fingerabdrücke und andere Spuren liessen sich nicht vermeiden und konnten nur durch eine Politur entfernt werden. Als Architekt ausgebildet, wirkte Ashbee als Innenarchitekt, Silberschmied, Kunsthandwerker, Kunsttheoretiker und Dichter. 1888 regte er die School of Handicraft und damit verbunden die Guild of Handicraft an, eine Vereinigung englischer Kunsthandwerker zur Produktion und Verbreitung moderner, qualitätsvoll gearbeiteter Gebrauchsgegenstände als Gegenpol zur industriellen Massenware. An dieser Handwerkergilde orientierten sich auch auf dem europäischen Kontinent ähnliche Gründungen wie die Wiener Werkstätte oder die Manufaktur Amstelhoek in Omval bei Amsterdam. (Sabine Flaschberger)