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Die Geschichte ist verrückt, aber der Leidtragende nicht zu beneiden.
Mark Oberholtzer, Klempner in Texas City, wollte im Oktober 2013 eigentlich nur seinen alten Ford F-250 Pickup-Truck gegen ein neueres Modell austauschen und meldete sich bei der AutoNation Ford Gulf Freeway. Dort stellte er den Wagen ab und begann, das Logo seiner Firma «Mark-1 Plumbing» und die Telefonnummer abzureiben.
Ein Angestellter des Autohändlers hielt ihn davon ab, jemand vom Autohof übernehme das, ansonsten der Lack beschädigt werden könne. Also zog Mark Oberholtzer mit seinem neuen Wagen von dannen.
Das nächste Mal, dass er seinen Truck sah, war Ende vergangenen Jahres in der Abschiedsshow «The Colbert Report» des US-Komikers Stephen Colbert. Und mit ihm sahen 2,5 Millionen Zuschauer der Show seinen Wagen, sein Firmenlogo und seiner Telefonnummer. Auf dem Pickup ist eine Flugabwehr-Kanone montiert, das Bild zeigt den Wagen in einem Gefecht in Syrien und Colbert witzelt: «Syrien geht die Toilette runter, aber wenigstens wissen sie da jetzt, wen sie anrufen müssen, falls die verstopft ist.»
Colberts Team hatte – wie viele andere – das entsprechende Bild auf Twitter entdeckt.
Nach der Veröffentlichung erhielten Oberholtzer und seine Firma tausende von Anrufen und auch Drohungen, viele Leute waren der Meinung, er unterstütze die Terror-Miliz «IS». Die Aufträge gingen reihenweise flöten und an geordnetes Arbeiten war gar nicht mehr zu denken, die Sekretärin erschien schon gar nicht mehr im Büro.
Nun hat Oberholtzer AutoNation verklagt, wie die Washington Post berichtet. Gemäss der Klageschrift hat es AutoNation versäumt, Firmenlogo und Nummer zu entfernen, bevor das Auto in einer Auktion an einen lokalen Gebrauchtwagenhändler verkauft wurde. Dieser exportierte es nach Mersin in der Türkei, wo es gemäss Zollpapieren am 18. Dezember 2014 ankam. Wie der Klempner-Truck von dort zu tschetschenischen «IS»-Kämpfern gelangte, ist nicht bekannt.
Oberholtzer verlangt von AutoNation Schadenersatz für die verlorenen Aufträge, den Telefon-Terror und den Reputationsschaden, den sein Name und der seiner Firma erlitten hätten. AutoNation erkennt keine Schuld an. Es sei Oberholtzer nie mitgeteilt worden, dass man Firmenlogo und -nummer entferne. Man sei lediglich Durchgangsstation für den Wagen gewesen.
Oberholtzer steht derweil weiterhin mehr im Fokus, als ihm lieb ist, wie er gegenüber der «Washington Post» sagte: «Glauben Sie mir, ich will einfach, dass die Geschichte endlich vorbei ist.» (thi)