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Amerikanische Forscher sahen sich 127'000 Weine genauer an und stellten fest, dass in 60 Prozent mehr Alkohol steckte, als angegeben - dabei waren die chilenischen, argentinischen und spanischen Weine im Rennen um das betrügerische Etikett besonders weit vorne.
In den chilenischen Rotweinen steckten im Durchschnitt 13,8 Prozent Alkohol, während auf dem Etikett von 13,5 die Rede war. Bei den Argentinischen waren es 13,9 Prozent statt der ausgewiesenen 13,6. Bei den Spanischen waren es in Tat und Wahrheit 13,6 Prozent und nicht, wie angegeben, 13,4 Prozent.
Einigen Weinbauern schien die Situation bekannt zu sein. Sie gaben zu, die Etiketten an die Erwartungen der Konsumenten anzupassen. Was wie winzige Details aussieht, könnte fatale Folgen haben.
«Auch Fehler in dieser Grössenordnung können dazu führen, dass Konsumenten die Alkoholmenge, die sie zu sich genommen haben, falsch einschätzen - auf eine Art, die Konsequenzen für ihre Gesundheit und ihre Fahrtüchtigkeit hat», sagt Studienleiter Julian Alston von der «University of California» in Davis.
«Napa Valley Cabernet hat möglicherweise erwartungsgemäss einen Alkoholanteil zwischen 13,5 und 14,5 Prozent. Ein durchschnittlicher Fehler von 0,4 Prozent ist in diesem Ausmass weitreichend.»
Der Etikettenschwindel passiert übrigens auch andersherum: Tatsächlich werden schwächere Weine häufig alkoholischer geschummelt, als sie sind - wieder, um den Erwartungen der Käufer zu entsprechen. Laut Studien bevorzugen Weintrinker Prozentzahlen zwischen 12 und 14 auf den Flaschen. (cm/gsc)