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Eine Lektion für den FCZ
Vor drei Wochen stellte Ludovic Magnin fest, er sage nichts mehr über Schiedsrichter, das würde sonst Seiten füllen. Am Donnerstag beim Cup-Halbfinal gegen Basel hat der Trainer des FCZ seinen Vorsatz schon wieder vergessen. Das hat nun Folgen: Er ist vom Schweizerischen Fussballverband wegen Schiedsrichter-Beleidigung gleich für drei Meisterschaftsspiele gesperrt worden.
Auch Ancillo Canepa und René van Eck kommen nach diesem Match nicht ungeschoren davon. Der Präsident des FCZ und Magnins Assistent werden für je ein Cup-Spiel gesperrt. Ihnen ist zum Verhängnis geworden, dass sie bei einer Rudelbildung auf den Platz stürmten. Weil er sich da ebenfalls einmischte, wurde Basels Sportchef Marco Streller mit einer Busse von 500 Franken belegt.
Magnin fluchte und tobte während des Spiels immer und immer wieder. Als Stephan Klossner einmal für den FCZ zu Recht keinen Elfmeter gab, führte er einen Veitstanz auf, einen von vielen. Er ärgerte sich nach dem Spiel lauthals, weil Zdravko Kuzmanovic für seinen Schlag in den Nacken von Alain Nef nur die Gelbe Karte erhalten hatte. Ein Platzverweis wäre gegen den Basler angemessen gewesen, ja. Aber das gibt Magnin noch lange nicht das Recht, Klossner wiederholt «Betrüger» zu nennen, zumindest hat der Schiedsrichter diesen Ausdruck rapportiert.
Der Trainer des FCZ dementiert das und legt gegen die Strafe Rekurs ein. Aber er sollte sich die Fernsehbilder anschauen. Da kommt er sehr unvorteilhaft weg, weil er bei jedem noch so kleinen Entscheid auf den vierten Offiziellen Alain Bieri losstürmt. Er sollte sich auch fragen, wie sich sein Auftreten auf die Mannschaft auswirkt.
Bieri ist der Schiedsrichter, der sich in der letzten «SonntagsZeitung» mit dem Verhalten von Canepa und Magnin befasste, weil sie ihn beim Spiel in Thun heftig kritisiert hatten. Canepa redete damals bei einem Entscheid von «Skandal», und Magnin sagte zur gleichen Szene, das Foul habe er aus 500 m Distanz gesehen. Bieri hielt im Interview fest: «Vielleicht meinen sie, es gehöre zur Unterhaltung in diesem Geschäft. (. . .) Eigentlich ist es ein Zeichen von mangelndem Respekt unserer Arbeit gegenüber.»
Canepa hat es sich schon lange zur Angewohnheit gemacht, die Spiele am Seitenrand zu verfolgen. Manchmal gibt er sich als Teammanager aus, damit er auswärts auf die Spielerbank sitzen kann. Im Cup-Viertelfinal gegen Kriens musste er ermahnt werden, weil er glaubte, seinen Bewegungskreis bis zur Eckfahne ausdehnen zu können. Er mag es offensichtlich, sich als leidender Präsident zu inszenieren. Die Schiedsrichter sagen es nicht öffentlich, aber sein Verhalten stört sie. Er müsste sich darüber Gedanken machen, immerhin gehört er zum Komitee der Swiss Football League.
Gegen Basel baute er sich während der ganzen zweiten Halbzeit neben der Trainerbank auf. Darum hatte er es nicht weit, sich ins Getümmel zu stürzen, das nach Kuzmanovics Tätlichkeit entstand und für unkontrollierte Emotionen sorgte. Dafür ist er nun bestraft worden, genauso wie Van Eck. Er kann das als Lektion begreifen. Sein Problem ist, dass er als unbelehrbar gilt.
Vielleicht findet der FCZ nun rechtzeitig wieder zur Ruhe und konzentriert sich auf das, was wichtiger ist, viel wichtiger: dieses Spiel morgen gegen Sion. Sechs Runden hat er noch Zeit, um das Abrutschen auf einen Barrageplatz und damit das ganz grosse Desaster zu vermeiden. Auf Dauer wird auch keine Kritik am Schiedsrichter dazu dienen, um eigene Versäumnisse zu rechtfertigen.