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Bereits am Ende des vierten Semesters begannen die Gedanken für die Bachelor-Thesis. Wir haben als einzige Architekturstudierende der Schweiz die Chance, eine freie Bachelor-Thesis-Arbeit zu machen. So haben sich viele von uns über die Sommerferien überlegt, mit welchen Themen man sich das nächste Jahr abgeben möchte. Im fünften Semester war es unsere Aufgabe, für das gewählte Thema Grundlagenwissen zu erarbeiten und so eine konkrete Aufgabenstellung für das sechste Semester zu finden und zu formulieren.
Wir, eine Gruppe von fünf Studierenden, wollten uns vertieft mit dem Wohnen in der Stadt St.Gallen auseinandersetzen. Im Rahmen unserer Analysen versuchten wir herauszufinden und aufzuzeigen, was die Stadt St.Gallen braucht, um als Wohn-, Arbeits- und Lebensraum an Attraktivität zu gewinnen.
Die Stadt St.Gallen hat sich aufgrund Ihrer Lage und der speziellen Topografie zu einer linear angeordneten Stadt entwickelt. Einzelne Dörfer sind immer mehr zusammengewachsen und in den Zwischenräumen sind oft grossflächige Industrie- und Gewerbegebiete entstanden. Die lineare Anordnung führt dazu, dass der Stadtkörper in der Talsohle immer wieder von starken Verkehrsachsen durchschnitten wird. Das führt zu Zäsuren und Orten, welche kaum mit den umliegenden Quartieren vernetzt sind.
Diese Zäsuren und die daraus entstehenden, isolierten Orte tragen ihren Teil zum St.Galler Stadtbild bei. So stellt sich die Frage, wie dieses Stadtbild weiterentwickelt werden könnte, um die Lebensqualität in der Stadt nachhaltig zu erhöhen.
Zur Beantwortung dieser Frage haben wir uns auf verschiedenste Art und Weise versucht der Stadt anzunähern.
In unserer Analyse haben wir einen kontinuierlichen Raum definiert, welcher als öffentlicher Ort gesellschaftlich-soziale Aufgaben übernimmt und sowohl Gevierte als auch Menschen miteinander verknüpft. Visuell erkennbar, trägt er zur Orientierung in der Stadt bei und wird so zu einem von den Bewohnern alltäglich genutztem Raum.
Wir haben folgende These formuliert:
«Auf die städtebaulichen Zäsuren St.Gallens antwortet ein kontinuierlich sozialer Raum entlang der Talsohle.»
Diesem Raumkontinuum gaben wir dann den Namen «Balthasar». Diesen verdankt er dem Kinderlied «De Tuusigfüessler Balthasar» von Dieter Wiesmann. Denn genau wie ein Tausendfüssler schlängelt er sich durch die ganze Stadt und ist ein tausend Stellen mit seiner Umwelt verknüpft.
Als Abgabeleistung waren die Erkenntnisse und der Weg dorthin in Form einer Broschüre zusammenzustellen. Darin sind Fotos, Pläne, Texte und Grafiken zu finden, welche unser erarbeitetes Wissen bündeln und vermitteln sollen. Zudem mussten wir uns eine Aufgabe für einen architektonischen Entwurf stellen. Wir haben uns mögliche Projektstandorte gesucht, für diese Orte Nutzungen überlegt und aufgezeigt, was an den gewählten Standorten etwa möglich sein könnte. Dies führte zu folgender These: «Fünf beispielhafte Beiträge zur Stärkung des kontinuierlichen sozialen öffentlichen Raums entlang der Talsohle St.Gallens.»
Wir haben als Vorbereitung für unsere Bachelor-Thesis die Stadt St.Gallen auf ihre natürlichen und gebauten Phänomene untersucht. Dabei gingen wir sowohl sehr strukturiert als auch sehr experimentell vor. So haben wir am Ende eine vielschichtige Analyse der Stadt, eine Vision für die Stadt und fünf Ideen für erste Ansätze dafür in drei Broschüren mit insgesamt über 500 Seiten zusammengefasst. Die Abbildungen zeigen Auszüge aus dieser Broschüre.
Thesisvorbereitung (Bachelor-Thesis) Herbstsemester 2019
Wohnen in St.Gallen
Studiengangsleitung: Anna Jessen
Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Stefan Forrer
Studierende
Adrian Läser
Anel Malcinovic
Lukas Meier
Cédric Ruppanner
Alexandros Sarantaenas