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Herrschell Gordon Lewis wurde oft „Godfather of Gore“ genannt und er drehte den ersten Splatterfilm der Geschichte. Jetzt ist der US-Filmemacher im Alter von 87 Jahren gestorben. Der Regisseur der Filme „Blood Feast“ und „Two Thousand Maniacs!“ verstarb in seinem Haus in Pompano Beach, Florida, sagte sein Sprecher James Saito.
H.G.Lewis hatte mit seiner Blood-Trilogie (Blood Feast (1963), 2000 Maniacs! (1964) und Color Me Blood Red (1965)) Anfang der 60er Jahre die Splatter/Gore-Subgenres erfunden. Für seinen ersten Film „The Prime Time“ (1959) war Lewis als Produzent tätig. Daraufhin begann er, als Regisseur zu arbeiten. Mit „Blood Feast“ drehte er den ersten Splatterfilm der Filmgeschichte. Seine Filme, die mit geringen Produktionskosten entstanden, drehten sich um Blut, Gewalt und Nacktheit. Mit Blood Feast griff Lewis die Hochkultur des Kinos an; sein Film, in dem ein ägyptischer Caterer Frauen tötet, um sie für obskure Rituale zu Essen zu verarbeiten, sorgte seinerzeit praktisch ausnahmslos für Empörung. Mit Herschell Gordon Lewis war die Vornehmheit vorbei.
Bereits in dem Trailer zu „Blood Feast“ wurde das Publikum gewarnt: Wer leicht aus der Fassung gerate oder Herzprobleme habe, möge jetzt den Saal verlassen; auch für Kinder und Schwangere sei, was jetzt zu sehen ist, nicht geeignet. Ein stümperhafter Affront gegen den Feingeist sei das, in jeder Hinsicht eine Amateurarbeit, von dem Drehbuch ganz zu schweigen. Das stimmt wahrscheinlich alles, aber es bereitete den Weg für eine vor Produktivität sprudelnde Grindhouse-Szene, ohne die es jemanden wie Quentin Tarantino heute nicht geben würde. In H.G.Lewis Film ging es zur Sache, nicht nur spritzte das rot leuchtende Kunstblut über die Leinwand, auch wurden wehr- und arglose Opfer – meist junge, hübsche, zumeist leicht bekleidete Frauen – von einem gewissen Fuad Ramses, dem Inhaber eines kleinen ägyptischen Catering-Services, mit einem langen Fleischermesser regelrecht ausgenommen. Alles war zu sehen und die Verletzung und Zerstückelung des menschlichen Leibes nicht länger ein Tabu im Film.
Der 1929 in Pittsburgh, Pennsylvania geborene Regisseur wusste um die verstörende Wirkung der Gewalt und er setzte sie, das war seine eigentliche Entdeckung, ihres Schauwertes wegen ein. Nur darauf kam es ihm an, moralische Zweifel an seinem Tun hatte er nicht. Zum Film gekommen war der ausgebildete Journalist eher auf Umwegen. Nach dem Studium lehrte er englische Literatur an der Mississippi State University, langweilte sich aber schnell mit seinen Studenten, er begann für Radio und Fernsehen zu arbeiten und drehte schliesslich einige Erotik- und Softcore-Filme. Dabei verstand er, dass mit geringen Produktionskosten, aber grossen Schauwerten gutes Geld zu verdienen war. So kam er schliesslich zur expliziten, gewissermassen pornografisierten Gewalt des Alles-zeigen.
Auf „Blood Feast“ folgten weitere Gewalt-Exzesse, „Scum of the Earth!“ (1963), „A Taste of Blood“ (1966), „The Gruesome Twosome“ (1967), „She-Devils on Wheels“ (1968) und „The Wizard of Gore“ (1970). In den 70er Jahren arbeitete Lewis in der Werbeindustrie, erst in den Nullerjahren wandte er sich wieder dem Filmemachen zu und drehte „Blood Feast 2“ (2002) sowie „The Uh-Oh Show“ (2009). Die Horrorkomödie „BloodMania“, an der er zuletzt arbeitete, konnte er leider nicht mehr fertigstellen. Auch wenn Lewis mit seinen Splatter-Orgien nie im Mainstream-Kino ankam, beeinflusste er doch eine Reihe von wichtigen Regisseuren, allen voran John Waters, Roberto Rodriguez, Quentin Tarantino und James Gunn. Mach’s gut, Herschell – und danke für das massenhafte Blut!
Hagen Liebing, der frühere Bassist der Punkrock-Combo „Die Ärzte“ ist tot. Er starb überraschend heute Sonntag im Alter von 55 Jahren nach kurzer, aber schwerer Krankheit, wie das Berliner Stadtmagazin tip auf seiner Facebook-Seite mitteilte: „Die Nachricht kam am Ende für uns nicht überraschend und doch sind wir unendlich traurig“.
Hagen Liebing wurde 1961 in Berlin geboren und stieg 1986 bei den Ärzten ein und blieb bis zur deren zwischenzeitlichen Auflösung 1988 in der Band. Als die Ärzte sich 1993 wieder vereinten, war The Incredible Hagen nicht mehr dabei. Über seine Zeit mit den Ärzten veröffentlichte er 2003 sein Buch „The Incredible Hagen – Meine Jahre mit ‚Die Ärzte'“. Anfang der 90er Jahre arbeitete der studierte Medienwissenschaftler zunächst als Musikjournalist für den „Tagesspiegel“, später wechselte er dann zum „tip“. Zudem leitete Liebing zeitweise die Öffentlichkeitsarbeit des Sportvereins Tennis Borussia Berlin.
Hagen stiess 1986 zu den Ärzten, als Bela B. ihn anrief und fragte, ob er Popstar werden wolle. Das erste gemeinsame Konzert war ein Benefizkonzert für „den wahren Heino“ im Berliner Tempodrom. Es war die erste grosse Zeit der Ärzte, als die Band einerseits auf dem Weg in die Charts war, andererseits mit ihren bewusst provozierenden Liedern immer wieder Ärger mit den Behörden bekamen. Eine amtliche Skandalband. Im Gegensatz zu Rodrigo González und Hans „Sahnie“ Runge war er angestellter Bassist und kein Mitglied im eigentlichen Sinne, daher war auf jeder Ärzte-CD, bei der er mitwirkte, der Vermerk „featuring The incredible Hagen“ zu finden. Farin und Bela hatten ihn bei seinem Einstieg vor die Wahl gestellt, entweder angestellt zu sein, was einen Festlohn bedeutete oder komplett einzusteigen, was eine Gewinnbeteiligung, aber auch das Mittragen von Verlusten der Band bedeutet hätte. Da Hagen zu dieser Zeit noch studierte, entschied er sich für die Anstellung. Er wurde in die Band geholt, weil Farin und Bela nach Sahnie in Hagen einen ruhigen Menschen fanden. Im Jahre 1988 lösten sich die Ärzte auf und jeder ging seinen eigenen Weg. Auf spOnline hatte er vor ein paar Jahren darüber geschrieben:
Irgendwann beschlossen wir dann, unser allerletztes Konzert in Westerland auf Sylt zu spielen. Im Kursaal. Weil da nur etwa 1.500 Leute reinpassten, wollten wir eigentlich zwei Konzerte spielen, aber das wurde nicht genehmigt. Die Stadtverwaltung hatte Angst, dass es zu einer „Punkerinvasion“ käme. Das passierte dann natürlich trotzdem. Weil es das letzte Konzert war, kamen viele Freunde und Weggefährten auf die Insel. Rocko Schamoni und die Goldenen Zitronen, Rod Gonzales, der jetzt bei den „Ärzten“ mein Nachfolger am Bass ist, Lanrue von Ton Steine Scherben. Außerdem kamen Tourleute, Crew-Mitglieder, Roadies, alte Freunde aus dem Berliner Punkumfeld und ganz viele Fans, die uns immer hinterhergereist sind. Mit denen haben wir dann nachmittags die Strandkörbe unsicher gemacht.
Abends war es dann so weit. Wir saßen backstage kurz vor dem Auftritt. Jan hat Gesangsübungen gemacht. Ich nicht. Bei mir war das fruchtlos, und Dirk hat auch keine gemacht. Dann sind wir auf die Bühne gegangen wie bei jedem anderen Konzert.
Wir gingen rauf, es war dunkel und als alle an ihren Instrumenten waren, ging es mit einem Wumms los – Licht an, Musik ab! Ab da war es praktisch nur noch ein einziges Brüllen von den Fans. Unten waren die normalen Konzertbesucher, unsere Freunde standen oben auf einer Galerie, die einmal rundherum ging. Man hat von der Bühne aus jeden gesehen. Alle Leute, die ich kannte, habe ich ständig im Blick gehabt. Und als die alle so gerührt geguckt haben, da wurde einem schon klar, dass das eben doch kein normales Konzert war. Jeder war sich wirklich dieser einzigartigen Situation bewusst: Das ist jetzt wirklich das letzte Konzert.
Witzig war es natürlich trotzdem. Ein „Ärzte“-Konzert ist immer witzig. Aber das war wie süß-sauer – man hatte beides intus. Irgendwann waren wir dann mit unserem Standard-Set durch. Erst da merkten wir, dass wir gar nicht mehr aufhören wollten. Wir spielten die Zugaben … und dann noch mehr Zugaben. Irgendwann merkten wir: Mist, jetzt müsste eigentlich mal Schluss sein – und dann haben wir noch mehr Zugaben gespielt. Es ging wirklich sehr, sehr lange. Am Ende verbeugten wir uns, verabschiedeten uns von den Leuten. Dann sind wir von der Bühne gegangen. Vom Band lief Musik, die Jan extra aufgenommen hatte. Ich weiß gar nicht mehr, was es zum Anfang des Konzertes war. Aber am Ende lief „Non, je ne regrette rien“ von Edith Piaf.
Während seiner Zeit als Bassist und als Hintergrundsänger bei den Ärzten studierte er Medienwissenschaft. Bei der Neugründung der Band 1993 war er allerdings nicht mehr dabei. Doch auch nach seinem Ende bei „Die Ärzte“ spielte Musik im Leben des Bassisten eine große Rolle. So arbeitete er als Journalist zunächst im musikalischen Ressort des Tagesspiegels und später für das Berliner Magazin Tip. 2003 veröffentlichte er sein Buch „The Incredible Hagen – Meine Jahre mit ‚Die Ärzte'“. Hagen lebte mit der Musikchefin von Radio Eins, Anja Caspary und den beiden gemeinsamen Kinder zusammen. Für mich lebt der unglaubliche Hagen weiter, Hagen selbst hat natürlich keinen blassen Schimmer davon, das er tot ist. Hagen ist einfach nicht mehr auf demselbem Zeitstrahl wie wir, so wie ein Photon, das in Null Eigenzeit das ganze Universum durchqueren kann. Gute Reise Hagen, mach’s gut. Rock on!
Man stelle sich vor, man ist gerade gestorben und findet sich in einem weissen Raum wieder, gegenüber sitzt jemand, der eine Minute lang alle Fragen beantwortet, die einem gerade einfallen. Und das ist nicht nur witzig und interessant, sondern am Ende auch ziemlich überraschend. Bei vielen guten Stories ist das Ende ja oftmals mindestens ein bisschen überraschend und das ist nicht nur bei diesem Kurzfilm so, sondern hoffentlich auch bei eurer eigenen Geschichte…
Das Künstler-Dou Oskar & Gaspar aus Portugal, erwecken Tätowierungen im wahrsten Sinne des Wortes zum Leben. Dazu nutzen sie Video-Mapping-Technologie mit welcher eine Tätowierung auf eine Person projiziert und per kundenspezifischer Animation zum Leben erweckt wird. Das Projekt nennt sich „Ink Mapping“ und wurde während einer Tattoo-Convention in Lissabon 2015 einem breiteren Publikum vorgestellt.
We wanted to continue exploring the human body and we’re big fans of tattoos,” said Guillaume Alatak, project manager for Oskar & Gaspar. “It’s an expensive experience. It took about one year to find people to help fund the concept and finally a few months ago we found someone.
Am 29. August 2016 ist einer der ganz Grossen von uns gegangen. Wer einen Rückblick auf das Schaffen von Gene Wilder werfen möchte, findet mit folgendem fantastischen Supercut von Burger Fiction einen schönen Tribut…
Zum Todestag von Wes Craven….
Die „Star-Wars“-Legende Kenny Baker, der durch seine Filmrolle als Roboter R2-D2 weltberühmt wurde, ist gestorben. Der britische Schauspieler sei im Alter von 81 Jahren verschieden, teilte seine Nichte Abigail Shield heute den britischen Medien mit. Ihr Onkel habe Probleme mit seinen Lungen gehabt und sei seit längerer Zeit krank gewesen. Sein Tod sei nicht überraschend gekommen. „Er hat den Menschen viel Freude gegeben und wir werden die Tatsache feiern, dass er in der ganzen Welt geliebt wurde“, sagte Shield der Zeitung „The Guardian“. „Wir sind alle sehr stolz auf sein Lebenswerk.“
Der kleinwüchsige Baker hatte in den ersten sechs Star Wars-Filmen R2-D2 gespielt, hatte in „Das Erwachen der Macht“ noch als Berater mitgewirkt, spielte obendrein noch den Ewok Paploo, der den Sturmtruppen auf Endor ein Speederbike klaut und war ansonsten in Klassikern wie Flash Gordon, der Elefantenmensch, Amadeus, Labyrinth und Time Bandits zu sehen. Vor 5 Monaten erst war Tony Dyson gestorben, der die R2-D2-Roboter für Star Wars gebaut hatte.
„Er war leider zu krank, um bei den neuen ‚Star-Wars‘-Filmen mitzumachen“, sagte Shield dem Fernsehsender „Sky News“. Auch die Weltpremiere in Los Angeles musste Baker seiner Nichte zufolge sausen lassen, die Ärzte hätten ihm vom Fliegen abgeraten. Durch sein Mitwirken an der Weltraumsaga „Star Wars“ bekam Baker laut seiner Nichte „eine andere Sicht auf seine Behinderun“. Laut seiner offiziellen Website wurde Baker am 24. August 1934 in London geboren und begann als 16 Jähriger Theater zu spielen. Baker hinterlässt zwei Söhne. Seine Ehefrau Eileen starb im Jahr 1993. A very sad day…
Erst vor kurzem habe ich mich gefragt, wann wohl die ersten Selfies beim Pokémon jagen an einem Begräbnis auftaucht. Und siehe da, der Tumblr „Pokemon at Funerals – Catch ‚em before they’re gone.“ beschäftigt sich genau damit…
Hier eine spassige Top 10 der lustigsten und lächerlichsten Tode in der Filmgeschichte. Vertreten sind Filme wie A Nightmare on Elm Street, Zoolander, Live And Let Die und viele andere mehr…
Zwei schlagkräftige Argumente, ein wild wuchernder Vollbart, stechender Blick, tiefes Grummeln – so einfach funktioniert Bud Spencer. Die Filme von Carlo Pedersoli, wie Spencer mit bürgerlichem Namen hiess, laufen im Fernsehen rauf und runter und seine Sprüche zählen zu den Klassikern der Leinwandgeschichte. Er war Olympia-Schwimmer, Western-Held und berühmt für seine Fäuste, nun ist Kino-Legende Bud Spencer im Alter von 86 Jahren gestorben. Das bestätigte sein Sohn Giuseppe Pedersoli: „Er hat nicht gelitten, er hatte uns alle bei sich, und sein letztes Wort war Danke“, sagte Pedersoli der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge.
Kinder wünschten sich seine Kraft, Männer träumten von seinem frechen Mundwerk und Eishockeyspieler eiferten erfolglos seinem wilden Bartwuchs nach. Die Beliebtheit des italienischen Schauspielers ist bis heute ungebrochen. Bud Spencer hatte ein ereignisreiches Leben, das viel mehr war als Kinnhaken, Kino und Klamauk. Schauspieler, Jurist, Unternehmer, Leistungsschwimmer, Musikproduzent, Erfinder – all dies hätte auf die eine oder andere Weise die Berechtigung, auf seiner Visitenkarte stehen zu können. Mit Terence Hill wird Bud Spencer wegen seiner unzähligen „Haudrauf-Filme“ in Erinnerung bleiben. Der vollbärtige Mann mit kleinen, zusammengedrückten Augen wurde durch den sogenannten „Spaghetti-Western“ weltberühmt. Mit der beidhändigen Doppelbackpfeife und dem senkrechten Schlag mit der Faust auf den Kopf lehrte er seinen Gegnern das Fürchten.
Carlo Pedersoli, der in Neapel geboren wurde, übersprang in der Schule zwei Klassen. Mit 16 studierte er Chemie, musste aber aufhören, weil die Familie nach Südamerika auswanderte. Erst nach Brasilien, dann nach Argentinien. Dort arbeitete er als Fliessbandarbeiter, Sekretär und Bibliothekar. Als er nach Rom zurückkehrte, studierte Pedersoli Jura und ging wieder nach Südamerika, diesmal nach Venezuela, um dort als Alfa-Romeo-Manager zu arbeiten. Schon in den Fünfzigerjahren war er überaus erfolgreich. Er nahm 1952 in Helsinki und 1956 in Melbourne an den olympischen Spielen teil. Etwas später sagte der massige Italiener dem Leistungssport „Ciao“ und konzentrierte sich auf seine Schauspielkarriere als „Bud Spencer“. Sein Schwiegervater Giuseppe Amato, der als Filmproduzent sein Geld verdiente, brachte ihn dann mit dem Showbusiness in Kontakt. Seinen Künstlernamen legte er sich zu, weil er sich den Namen als Schwimm-Champion nicht „ruinieren“ wollte. „Spencer, weil Spencer Tracy mein Lieblingsschauspieler war. Und Bud, tja, wie das Bier Bud“, erklärt der Koloss vor einigen Jahren.
Dem Publikum gefiel der Schwimmer als Schauspieler. Filme mit Titeln wie „Vier Fäuste für ein Halleluja“, „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“ oder „Zwei Asse trumpfen auf“ füllten die Kinos. Doch Schwimmer und Schauspieler war nur eine Seite von Bud Spencer. Der Italiener war ausserdem auch Jurist, Unternehmer, Musikproduzent, Erfinder, Rugby-Spieler, Wasserball-Nationalspieler und Frauenheld. Zumindest, bevor er 1960 Maria Amato heiratete. „Hat dir eigentlich schon mal einer mit dem Vorschlaghammer einen Scheitel gezogen?“ Diplomatie hat in „“Vier Fäuste gegen Rio“ niemand gelernt. Stattdessen fliegen in schöner Regelmässigkeit die Fäuste. Doch mit modernen Action-Helden wie Bruce Willis oder Arnold Schwarzenegger hat Bud Spencer nichts gemein. Kein Blut. Keine bombastischen Explosionen. Einfach Faust auf die Nase. Das allerdings derart perfekt inszeniert, dass es trotz 1,92 Metern Grösse und über 150 Kilo Kampfgewicht an Ballett erinnert.
Aus einer Schlägerei, natürlich stets gegen eine Vielzahl von Gegnern, formt der bärtige Koloss ein Gemälde, untermalt von „Boing“ und „Batsch“. Dazu Songs mit Ohrwurmpotential, „Flying Through The Air“ wiederholt sich ebenso zum Refrain von „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“ wie „Dune Buggy“ in „Zwei wie Pech und Schwefel“. Ein Internet-Hit ist auch der legendäre Auftritt von Bud Spencer im Chor, als er in den Klassiker „Lalalalala“ ein „Bababa“ einbaut und sich den Zorn des Dirigenten zuzieht. Besonders lebensnah geriet aber vor allem der Soundtrack der Mahlzeiten: „Rülps. Alles raus was keine Miete zahlt.“ Apropos „Rülps“, da können selbst Joko und Klaas einpacken: Kaum ein Duo harmoniert auf der Leinwand so perfekt miteinander wie der dickköpfige Bud Spencer und der smarte Terence Hill. Neun Filme drehten Bud Spencer und Terence Hill gemeinsam, die Namen sind zu einem Synonym von Schalk und Draufgängertum geworden.
So sehr ein paar ordentliche Backpfeifen auch als Markenzeichen von Bud Spencer gelten – er prügelt sich selten der Prügel wegen. Mal legt er Ganoven das Handwerk, mal lehnt er sich gegen geldgeile Immobilienhaie auf, immer ist es Gut gegen Böse. Selber stets knapp bei Kasse und sich mühsam durchs Leben kämpfend zeigt er vor allem vor Wichtigtuern und Amtspersonen keinen Respekt. In seinen Filmen gehört sein gutmütiges Herz oft dem einfachen Arbeiter, eine Position, die Carlo Pedersoli nur zu gut kannte. Während andere Idole wie „Baywatch“-Bademeister David Hasselhoff heutzutage sturzbetrunken vom Fussboden Burger verzehren und ihren Ruf erfolgreich ruiniert haben, faszinierte Bud Spencer immer noch als Held. Die Grenzen seines Könnens vor der Kamera hat er in seiner Autobiographie klar erkannt: „Ich bin kein Schauspieler, ich bin ein Charakter.“ Genau das macht die Figur Bud Spencer so unerreicht. Er spiegelte allerlei Hoffnungen und Träume, vor allem aber war er authentisch und hatte sich so ein eigenes Genre geschaffen.
In den 80er Jahren habe ich, so wie alle anderen auch, jeden Film mit Bud Spencer und Terrence Hill aufgesogen. Ich hab die alle gesehen, Vier Fäuste für ein Halleluja, die Plattfuss-Filme, Sie nannten ihn Mücke, Der Grosse mit seinem ausserirdischen Kleinen, Buddy haut den Lukas, Banana Joe, Hector, Der Bomber und wie sie alle hiessen. Bud Spencer und Terrence Hill waren eine Bank, eine Maschine, die jedes Jahr wie ein Uhrwerk eine neue Comedy für uns Kids raushaute und in denen zerlegten sie zuverlässig jede Einrichtung und verkloppten Gangster und Cops. Ich hatte die Filme ewig nicht mehr gesehen, habe sie im Laufe der Jahre und wachsender cineastischer Bandbreite auch eher unter „Crap I watched as a Kid“ verbucht und bin doch die letzten zwei Jahre wieder auf den Geschmack gekommen, sobald wieder was in der Glotze lief.
Nun ist Carlo „Bud Spencer“ Pedersoli im Alter von 86 Jahren gestorben. „Er hat nicht gelitten, er hatte uns alle bei sich und sein letztes Wort war „Danke“, sagte sein Sohn Giuseppe Pedersoli der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge. „Mit unserem tiefsten Mitgefühl müssen wir mitteilen, dass Bud zu seiner nächsten Reise fliegt“, teilte seine Familie auch auf seiner Facebook-Seite mit. Ruhe in Frieden. In meiner Kindheit/Jugend hätte mir ohne deine Filme etwas gefehlt. Zu urkomisch waren deine Filme zusammen mit deinem kongenialen Filmpartner Terence Hill, die mich und meine Familie zu Tränen lachen liessen. Du lässt diese Erinnerung auf ewig wach bleiben. Ich danke dir. Mit dir geht ein Stück meiner Kindheit. Ciao grande. Sei una legenda. Grazie di cuore. Fuck this year! Ich mach heute einen Bud Spencer-Marathon…
Ich kenne die Arbeiten von Manfred Deix vor allem aus den U-Comix und der Titanic, seine grotesken Figuren mit den blutunterlaufenen Glubschaugen und geifernden Blicken vergisst man nicht so schnell. Seine Karikaturen aufgeblasener Politiker, psychophatischer Nazis und den geilen Pfaffen bildeten die Wirklichkeit wohl besser ab, als jedes Foto. Seine nicht vorhandene Arbeitsauffassung und seine Anti-Karrieregeilheit machten ihn dann endgültig bewundernswert. Er hat Hässlichkeit zu Kunst gemacht. Und seine Feder war nicht spitz, sie war ein Stachel. Manfred Deix offenbarte in seinen Karikaturen aufs Witzigste unser aller Verlogenheit.
Nun ist der österreichische Zeichner und Karikaturist Manfred Deix am Samstag im Alter von 67 Jahren gestorben, wie der Direktor des Karikaturmuseums Krems, Gottfried Gusenbauer, am Montag der österreichischen Nachrichtenagentur APA bestätigte. Hier ein paar Nachrufe beim Standard, Kurier und Salzburger Nachrichten. Goodnite, Manfred. Aus einem Interview mit Freizeit.at:
Marietta über Manfreds völligen Mangel an Ehrgeiz: ‚Er hat sich nie ernsthaft um irgendwas bemüht.‘ […]
Ein wichtiges Comic-Festival mit allen Vertretern der Frankfurter Schule. Deix der Ehrengast. Wann er kommt? Ich sag: Er wird zurückrufen. Stimmklirren: ,Was heißt, zurückrufen? Das Fest beginnt in einer halben Stunde.’ I hab net g’wusst, wo er ist. Nur in Luzern sicher net.“ Oder dringend der NDR: Sie haben das Studio mit überlebensgroßen Deix-Figuren ausgestattet. Ein Flugticket geschickt. Wo er steckt? Er muss in die Maske! Die Sendung hat ohne Deix stattgefunden. Der Art Director vom Spiegel wollte ein Cover abholen. Beppo Votzi hat den profil-Cartoon urgiert. Natürlich gewusst, dass ich lüg, wenn ich sag, Manfred ist krank. Aber i konnt net zugeben, dass ich ihn seit einer Woche nimmer g’sehen hab. Sicher wollt ich oft abhauen, aber was mach ich mit den ganzen Katzen?
Das Design Studio Estudimoline aus Barcelona entwickelte mit der „Bios Urn“ eine vollkommen biologisch abbaubare Urne, welche dich nach dem Tod in einen Baum nach Wahl – Ahorn, Kiefer, Gingko, Buche oder Eiche, verwandelt. Wie das funktioniert? Die Urne enthält den gewünschten Samen, der später als Kapsel auf die Asche gesetzt wird. Mit der Zeit wird man also wieder im Kreislauf der Natur aufgenommen. Eigentlich eine schöne Vorstellung wenn man bedenkt, dass Gräber nach der vorgeschriebenen Ruhezeit eh geräumt oder neu belegt werden. Da würde ich auch lieber $145 investieren und als prächtige Eiche „wiedergeboren“ werden. So könnten man auch ganze Friedhöfe in Wälder verwandeln, was für eine Vorstellung!
Hier ein kleiner Tribut an den Grössten aller Zeiten mit ein paar ganz speziellen Bildern…
Very Rare Photo of Muhammad Ali ‘The Greatest of All Time’ With King of Pop Little ‘Michael Jackson’
Muhammad Ali vs Cleveland Williams. World Heavyweight Title. Referee stopped the bout at 1:08 of the third round. Astrodome, Houston, Texas 14/11/1966.