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Am 27. September 1988 – lange bevor jedermann eine Handykamera besass – filmte ein Tourist in West-Berlin zufällig eine dramatische Fluchtaktion. Er stand an der Westseite der Spree und wollte die Berliner Mauer aufnehmen, als auf der anderen Seite vier DDR-Bürger ins Wasser springen und Richtung West-Ufer schwimmen.
Das war verwegen, denn die rettende Grenze lag nicht etwa in der Flussmitte: Die Spree gehörte dort komplett zu Ost-Berlin. Allerdings ist sie auch nirgends schmaler. Ein guter Schwimmer hatte theoretisch die Chance, das andere Ufer zu erreichen, bevor die Wachboote auf die Ausreisser aufmerksam würden. Der Plan ging ganz knapp auf.
Das Video, das in den Worten des Blogs Schlecky Silberstein «zu den intensivsten Flucht-Impressionen zählen darf, die je mit einer Kamera aufgenommen wurden», wird derzeit in den sozialen Medien herumgereicht. Es wurde vergangenes Jahr von BerlinScout TV digitalisiert und öffentlich zugänglich gemacht. (kri)