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Informationen
„Unsere Diagnosen erfolgen sehr häufig erst nachträglich, sie sind von der Art wie die Hexenprobe des Schottenkönigs, von der ich bei Victor Hugo gelesen habe. Dieser König behauptete, im Besitz einer unfehlbaren Methode zu sein, um eine Hexe zu erkennen. Er ließ sie in einem Kessel kochenden Wassers abbrühen und kostete dann die Suppe. Danach konnte er sagen: das war eine Hexe oder: nein, das war keine. Ähnlich ist es bei uns, nur daß wir die Geschädigten sind. Wir können den Patienten, der zur Behandlung, oder ebenso den Kandidaten, der zur Ausbildung kommt, nicht beurteilen, ehe wir ihn durch einige Wochen oder Monate analytisch studiert haben. Wir kaufen tatsächlich die Katze im Sack.“ S. Freud: Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Internationaler Psychoanalytischer Verlag, Wien 1933, Seite 216.
Zur Diagnostik zerlegen wir den Psychischen Apparat in seine Struktur-Dimensionen und Funktionsweisen (Strukturparameter, Primär- und Sekundärprozess, Abwehrmechanismen, Mentalisierung), welche bei der Verarbeitung der Triebanforderungen, der libidinösen Wünsche und unbewussten Phantasien, operieren.
Anhand von Fallbeispielen der Kursteilnehmer*innen und mit Hilfe des Diagnostischen Interviews werden wir die Hexe abbrühen und die Suppe immer wieder kosten und bereiten so die Grundlage der Therapie-Indikationsstellung zu.
Die operationalisierte psychodynamische Diagnostik (OPD) mit ihren Achsen Konflikt, Struktur und Beziehung bietet uns zudem in bester Betty-Bossi-Manier Orientierung und Rahmen für den Garprozess der Hexensuppe.