Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/229266

<h2>SubmittedText<h2><p>Da es in der Schweiz über den Mischkonsum von Alkohol und Medikamenten nur sehr wenig Daten gibt, wird der Bundesrat beauftragt, einen Bericht vorzulegen, der evaluiert, in welchem Ausmass die Jungen mit diesem Problem konfrontiert sind. </p><p>Gleichzeitig wird der Bundesrat beauftragt, einen Bericht über eine gemeinsame Strategie mit den Kantonen vorzulegen, um diese gefährliche Praxis zu bekämpfen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat weiss um die Problematik des Mischkonsums. Die Bekämpfung dieser Problematik erfolgt im Rahmen der Umsetzung der Nationalen Strategie Sucht 2017 - 2024. Zusätzlich zu den bestehenden strukturellen Massnahmen, wie z. B. der Einschränkung der Erhältlichkeit von Alkohol und Medikamenten durch Altersbeschränkung und Rezeptpflicht, liegt der Schwerpunkt auf der Erfassung und Prävention des Mischkonsums unter Jugendlichen. </p><p>Die Schweizerische Koordinations- und Fachstelle Sucht (Infodrog) führt eine Situations- und Bedarfsanalyse durch mit dem Ziel, Wissensgrundlagen zum Thema "Jugendliche und Mischkonsum" zusammenzustellen und Empfehlungen für Fachpersonen in der Prävention und Schadenminderung zu erarbeiten. Die Resultate der Analyse sollen bis Ende 2021 vorliegen. Um weitere Daten zu erhalten, ist in der HBSC-Erhebung (Schülerinnen- und Schüler-Befragung) 2022 zudem eine Frage zum Thema Mischkonsum geplant.</p><p>Über den Alkoholpräventionsfonds wird das Projekt "Wodka, Benzos &amp; Co: Jugendliche und junge Erwachsene mit Mischkonsum" unterstützt, in dem durch den partizipativen Einbezug von Jugendlichen und jungen Erwachsenen Wissenslücken geschlossen und Interventionskonzepte zur Risikominimierung erarbeitet werden. Weiter erarbeitet Sucht Schweiz mit finanzieller Unterstützung durch den Alkoholpräventionsfonds einen Leitfaden für Eltern von Jugendlichen, da diese Schlüsselakteure in der Prävention von Risikoverhalten sind. Zudem intensiviert der Bundesrat zusammen mit den Kantonen - wie im Bericht in Erfüllung des Postulats Rechsteiner 17.4076 "Perspektiven der schweizerischen Drogenpolitik" (Massnahme 10) aufgezeigt - die Früherkennung und Frühintervention in Bezug auf gefährdete Jugendliche. </p><p>Mit diesen Aktivitäten sowie in enger Zusammenarbeit mit den Kantonen und weiteren Akteuren verfolgt der Bund die Entwicklungen und kann - wenn nötig - weitere Massnahmen ergreifen. Ein Bericht würde diesbezüglich keine neuen Erkenntnisse liefern. </p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.