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General Session 2
SABCS 2018: pCR-Befund hilft Übertherapie bei Brustkrebs zu verringern
Eine Metaanalyse zeigt eine starke Assoziation zwischen pCR nach neoadjuvanter Therapie und längerem rezidivfreien und Gesamtüberleben. Komplettes Ansprechen in Brust und Axilla ist wahrscheinlich mit komplettem Ansprechen in Mikrometastasen assoziiert, was den zusätzlichen Benefit von adjuvanter Therapie minimiert.
Die Rate an pathologisch kompletten Remissionen (pCR) nach einer neoadjuvanten Chemotherapie war mit einem signifikant geringeren Rezidivrisiko und höherem Gesamtüberleben (OS) bei Brustkrebspatientinnen assoziiert, so das Ergebnis einer Metaanalyse. Allerdings zeigte sich infolge neoadjuvanter Chemotherapie bei Frauen mit vs. ohne zusätzlicher adjuvanter Chemotherapie eine ähnliche Assoziation der pCR-Rate mit dem verbesserten Outcome (Spring LM et al., Abstract GS2-03).
Bei der präsentierten Arbeit handelt es sich um eine Metaanalyse auf Patientenebene aus 52 klinischen Studien, in denen eine Assoziation zwischen pCR und Rezidivrate nach neoadjuvanter Chemotherapie für lokalisierten Brustkrebs sowie der Einfluss von adjuvanter Chemotherapie zur Modulation der Beziehung zwischen pCR und Outcome untersucht wurde. Eine pCR nach neoadjuvanter Chemotherapie war definiert als das Fehlen jeglicher Anzeichen für ein invasives Karzinom im resezierten Brust- oder Lymphknotengewebe.
Die Autoren führten eine PubMed-Suche durch und identifizieren klinische Studien zwischen 1999 und 2016. Von 3.209 Abstracts erfüllten 27.895 Personen aus 52 Studien die Einschlusskriterien. Dabei kamen verschiedene Therapien zur Anwendung. Erstautorin Dr. Laura Spring, Massachusetts, USA, kommentiert: «Um Therapieunterschiede in unserem statistischen Zugang auszumachen, verwendeten wir ein Random-Effects-Model, das konservativer ist als andere Ansätze und wir führten einige Sensitivitätsanalysen durch, um die Ergebnisse zu bestätigen.»
Ergebnisse
Insgesamt hatten Brustkrebspatientinnen mit einer pCR nach neoadjuvanter Chemotherapie ein 69 Prozent geringeres Risiko eines Rezidivs im Vergleich zu jenen die keine pCR erreichten. Diese Korrelation war am stärksten bei Patientinnen mit triple-negativem bzw. HER2-positivem Brustkrebs mit einer pCR, die ein 82 bzw. 68 Prozent geringeres Risiko eines Rezidivs hatten.
Bei Patientinnen mit Hormonrezeptor(HR)-positivem Brustkrebs, die eine pCR hatten, zeigte sich ein Trend für ein geringeres Rezidivrisiko im Vergleich zu jenen ohne pCR. «Andere Ergebnisse, wie jene aus der I-SPY2-Studie und eine FDA-geführte Metaanalyse zur pCR, zeigten eine signifikante Beziehung zwischen pCR und Langzeit-Outcomes für high-grade HR-positive Tumore. Für HR-positive Brustkarzinome könnte ein anderer Surrogat-Endpunkt, wie der ‚Residual Cancer Burden‘-Index sinnvoller sein, da die pCR-Raten in dieser Population gering sind», sagt Spring.
Darüber hinaus hatten Brustkrebspatientinnen mit einer pCR ein 78 Prozent geringeres Risiko zu Versterben, verglichen mit jenen, die keine pCR erreichten. Ähnliche Trends zeigten sich bei den drei wichtigsten klinischen Subtypen.
Die Assoziation einer pCR mit reduzierter Rezidivrate war vergleichbar zwischen Patienten die eine adjuvante Chemotherapie (66 Prozent geringeres Risiko für ein Rezidiv) und jenen, die keine adjuvante Chemotherapie erhalten hatten (64 Prozent geringeres Risiko für ein Rezidiv).
«Das Ergebnis reflektiert möglicherweise die Tumorbiologie, wonach Tumore, die sensitiv gegenüber neoadjuvanter Therapie in Brust und Lymphknoten sind, typischerweise auch sensitiv gegenüber einer Therapie in mikrometastasierten Lokalisationen sind», erklärt Spring. «Komplettes Ansprechen in Brust und Axilla ist wahrscheinlich mit komplettem Ansprechen in Mikrometastasen assoziiert, was den zusätzlichen Benefit von adjuvanter Therapie minimiert. Wichtige Ausnahmen könnten hier bestimmte Lokalisationen wie das ZNS sein.»
Das Studienteam entwickelte zudem ein statistisches Modell, um die Beziehung zwischen dem Ausmass der pCR-Veränderung und korrespondierenden Änderungen im Ereignis-freien Überleben und OS zu zeigen. «Dieses Modell wird hoffentlich eine nützliche Anleitung für klinische Studien sein, die neoadjuvante Therapien für Patientinnen mit lokalisiertem Brustkrebs evaluieren», so die Autoren.
Weitere Kommentare
Studienautorin Dr. Aditya Bardia, Massachusetts, USA, kommentiert: «Die Ergebnisse unseres Teams unterstützen das Konzept von Eskalations-/Deeskalationsstrategien im adjuvanten Setting, basierend auf dem initialen neoadjuvanten Ansprechen. Darüber hinaus unterstreichen die Daten den Bedarf zusätzlicher Forschung, um das richtige Mass an Therapie für jede Brustkrebspatientin zu personalisieren.»
Als Haupt-Limitation der Studie geben die Autoren an, dass verschiedene Dokumentations- und studienspezifische Outcome-Definitionen quer durch die Studien eingesetzt wurden. «Darüber hinaus war es keine randomisierte Studie und es bestand Heterogenität in der Art der neoadjuvanten Therapien. Die Studienergebnisse basierten auf neoadjuvanter Therapie insgesamt, nicht auf einem spezifischen Regime», ergänzt Spring.
Quelle:
Spring LM et al.: Pathological complete response after neoadjuvant chemotherapy and impact on breast cancer recurrence and mortality, stratified by breast cancer subtypes and adjuvant chemotherapy usage: Individual patient-level meta-analyses of over 27,000 patients. SABCS 2018, Abstract #GS2-03
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