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Die Entwicklung der Handys
Inhalt dieses Artikels:
o 1973: Motorola DynaTAC 8000X
o 1984: Nokia Mobira Talkman
o 1989: Motorola MicroTAC
o 1994: Motorola 2900 Bag Phone
o 1996: Motorola StarTAC
o 1997: Nokia 9000i Communicator
o 1998: Nokia 8810
o 1999: Nokia 7110
o 2002: RIM BlackBerry 5810
o 2002: Sanyo SCP-5300
o 2002: T-Mobile Sidekick/Danger Hiptop
o 2004: Motorola Razr V3
o 2007: Apple iPhone
Im Jahr 1956 gab es noch keinen internationalen Mobilfunkstandard. Stattdessen nutzen die jeweiligen Telefone unterschiedliche Kommunikationsstandards, die von Unternehmen zu Unternehmen verschieden waren. Das rund 40 Kilogramm schwere MTA (Mobile Telephone System A) ist ein typisches Beispiel für derart frühe «mobile» Telefone. Die meisten damaligen Modelle waren dermassen schwer, dass sie fest in ein Auto eingebaut werden mussten, weil sie anders nicht transportiert werden konnten.
Bereits 1973 zeigte Motorola einen ersten Handy-Prototyp. Es dauerte dann aber bis 1983, als Motorola endlich das DynaTAC 8000X auf den Markt brachte. Motorola brauchte die Zeit, um die dringend benötigten Sendemasten aufzustellen.
1984 folgte das Nokia Mobira Talkman. Vom vorangehenden DynaTAC unterschied es sich vor allem durch seine Akku-Laufzeit. Während das DynaTAC gerade einmal 60 Minuten Gesprächszeit ermöglichte, waren mit dem Mobira Talkman immerhin mehrere Stunden möglich.
1989 legte Motorola nach und brachte als Nachfolger für das DynaTAC das deutlich kleinere MicroTAC auf den Markt. Die relativ platzsparende Bauweise wurde durch eine Klappe ermöglicht. Diese wurde geöffnet, wenn man sprechen wollte. Bei Nichtgebrauch liess man sie geschlossen. So wurde das Motorola MicroTAC zum ersten Klapp-Handy überhaupt.
In den 1980ern und auch noch Anfang der 1990er dominierten Handys, die mit grossen Taschen daherkamen. Darin befanden sich der Empfänger und die Batterien. Der Transport war eine schweisstreibende Angelegenheit, weswegen Handys wie das 1994 erschienene Motorola 2900 Bag Phone vor allem in Autos eingesetzt wurden.
1996 landete Motorola einen Coup mit dem StarTAC. Es liess sich zusammenklappen und damit um die Hälfte verkleinern. Sein Spitzname war deshalb Muschelschale, weil es sich wie eine Muschel öffnete und schloss. Das Handy wurde sofort sehr populär. Die Konkurrenz ahmte das Aussehen der Motorola-Muschel bald nach. Bis heute gibt es viele derartige Klapp-Handys. Doch das Motorola StarTAC bleibt für alle Zeiten das erste Mobiltelefon mit dem neuen Klapp-Mechanismus. Dieser machte es möglich, dass das Motorola StarTAC seinerzeit eines der kleinsten und leichtesten Mobiltelefone überhaupt war.
1997 präsentierte Nokia den Urahnen moderner Smartphones: den Nokia 9000i Communicator. In der Tat handelte es sich dabei um einen Mini-Computer inklusive Mobiltelefon. Die Rechenleistung kam von einem Prozessor, der vom Chip «Intel 386» abgeleitet war und auf 8 MB RAM zugreifen konnte. Ungewöhnlich was das Gehäuse, wurde die Muschel doch quer statt hochkant aufgeklappt. Auf dem Deckel befand sich das LCD, auf der Unterschale die QWERTZ-Tastatur.
1998 erschien mit dem Nokia 8810 ein Handy, dem augenscheinlich etwas fehlte: die Antenne. Die Nokia-Ingenieure hatten einen Weg gefunden, die Antenne komplett im Gehäuse des Nokia 8810 unterzubringen. Das Design des Nokia 8810 wurde bald typisch für die Nokia-Handys.
1999 brachte Nokia mit dem 7110 ein WAP-fähiges Handy auf den Markt. Um WAP (Wireless Application Protocol) entstand damals ein richtiger Hype. Alle, die richtig «in» sein wollten, redeten vom Internet auf dem Handy via WAP. Viele Internet-Start-ups wetteiferten darum, ihre Websites auch im WAP-Format nachzubasteln, um sie auf Handys ausliefern zu können - während die normalen http-Websites mit ihren riesigen Java-Applets die normalen Modemleitungen verstopften. Allem Hype-Gerede zum Trotz scheiterte WAP kläglich.
Die Marke BlackBerry startete ihren Siegeszug im Jahr 1999 als Pager für Alarmierungs- und Nachrichtenzwecke. Doch schnell entwickelten sich die Geräte von Research in Motion (RIM) zu leistungsfähigen Smartphones, wie es das 2002 erschienene BlackBerry 5810 war. Das Gerät besass eine richtige Tastatur und bot als Besonderheit einen Push-Maildienst, der bis heute zu den besonderen Features von BlackBerry gehört. Das BlackBerry wurde dadurch zum nahezu unverzichtbaren Accessoire für Business-Leute und Manager.
2002 erblickte noch eine andere Besonderheit das Licht der Telekom-Welt: Das erste massentaugliche Handy mit eingebauter Digitalkamera, das in den USA erhältlich war. Zuvor hatten sich Marktbeobachter über die aus Japan stammende Idee, eine Kamera in ein Mobiltelefon einzubauen, noch lustig gemacht. Doch das von Sprint and Sanyo entwickelte SCP-5300 strafte alle Kritiker Lügen: Das Sanyo SCP-5300 mit Farb-LCD und eingebauter Kamera wurde ein voller Erfolg und damit Wegbereiter für diese heute selbstverständliche Kombination (stellen Sie sich nur mal das Apple iPhone ohne eingebaute Kamera vor).
Und noch eine Produktneuheit gab es 2002: Das T-Mobile Sidekick (alias Danger Hiptop). Das Smartphone glänzte mit einem neuen Design und einem grossen beweglichen Display sowie einer guten QWERTZ-Tastatur unter dem wegschiebbaren LCD. Mit dem Sidekick wurde das Versenden von Textnachrichten so richtig bequem
Mit einem frischen Design ging 2004 das Motorola Razr V3 an den Start. Es war ein schlankes Klapp-Handy mit einem grossen Bildschirm und einer ebenso flachen wie stylischen Tastatur. Zudem war eine Kamera eingebaut. Trotz aller technischen Finessen und der vielen Multimedia-Features begeisterte das Motorola Razr V3 vor allem durch sein cooles Aussehen.
2007 brachte Apple das iPhone auf den Markt. Die erste Generation des Apple-Smartphones verfügte keineswegs über technisch besonders ungewöhnliche Gimmicks. Und doch begeisterte es die Menschen durch seine rundum gelungene Bedienbarkeit. Mittlerweile liegt das Apple iPhone, technisch deutlich verbessert um flotte Internetanbindung, GPS, Kompass und den umfangreichen App Store, in der dritten Generation vor. Es wurde zum Vorbild schlechthin, animierte Google zur Entwicklung von Android, und wird mittlerweile vielfach kopiert.