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Es gibt Filme, die auf engstem Raum spielen und dank der Reduktion eine extreme Dichte erreichen. Etwa «Buried» (2010), bei dem ein Mann im Sarg begraben ist und sich befreien will. Oder «Phone Booth», bei dem Colin Farrell eine Telefonzelle nicht verlassen darf, sonst wird er erschossen.
Auf eine andere Art reduziert ist das finnische Drama «The Blind Man Who Didn’t Want to See Titanic». Die Hauptfigur ist blind und sitzt im Rollstuhl. Jaakko (Petri Poikolainen) leidet an MS, Kontakt hat er nur über sein Handy, dem er Sätze diktieren kann.
Sein Streben gilt Sirpa, einer Chatkollegin, mit der er witzig über Filme redet – solche, die er gesehen hat, bevor er blind wurde. So erfährt er, dass Sirpas Lieblingsfilm «Titanic» ist, den er bisher zu kitschig fand.
Spontan fasst er den Plan, zu ihr zu reisen und sich mit ihr den Film reinzuziehen. Doch das ist sehr aufwendig: Er muss ein Taxi und die Bahn nehmen, braucht Hilfe von Fremden.
Regisseur Teemu Nikki zeigt fast nur Jaakkos Gesicht, alles andere ist unscharf, was uns in eine ähnliche Lage wie ihn versetzt. Das ist anstrengend, aber auch beängstigend real, etwa als Jaakko ausgeraubt wird. Trotz düsteren Ansätzen ist Nikkis Film ein besonderes Erlebnis mit einem Darsteller, der selber an MS leidet und enorm viel positive Energie ausstrahlt
Drama
Mit Petri Poikolainen
FIN 2021, ab 13. Juli 2023 im Kino