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- Rund 40 Millionen Wähler waren aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu wählen.
- Unregelmässigkeiten, Verzögerungen und Ausschreitungen überschatteten den Urnengang.
- Die Wahl hätte eigentlich schon vor zwei Jahren stattfinden sollen. Präsident Joseph Kabila weigerte sich jedoch, wie vorgesehen im Amt zurückzutreten.
17 Jahre klammerte sich Kabila an die Macht. Jetzt endlich macht er Platz für den vielleicht ersten friedlichen Machtwechsel seit der Staatsgründung. Rund 40 Millionen Wähler waren aufgerufen, aus 21 Kandidaten einen neuen Präsidenten auszuwählen.
Einer Umfrage der New York University vom Freitag zufolge liegt der oppositionelle Politiker und Ex-Manager Martin Fayulu mit 47 Prozent in Führung.
An zweiter Stelle steht ein weiterer Oppositioneller, Felix Tshisekedi, mit 24 Prozent. Der ehemalige Innenminister Emmanuel Ramazani Shadary, der Wunschkandidat von Kabila, folgte an dritter Stelle mit 19 Prozent. Zuverlässige Ergebnisse wurden erst etwa eine Woche nach der Wahl erwartet.
Wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP und Beobachter der einflussreichen katholischen Kirche berichteten, gab es auch Verspätungen bei der Öffnung von Wahllokalen und die Einrichtung von Wahllokalen an «verbotenen Orten».
Für SRF-Journalist Samuel Burri ist das keine wirkliche Überraschung: «Unregelmässigkeiten, Pannen und Verspätungen sind im Kongo an der Tagesordnung. Dass diese ausgerechnet in den Oppositionsgebieten gehäuft vorkommen, das macht hellhörig. Viele Menschen befürchten denn auch Wahlmanipulationen.»
Wahlbetrug sei hier ein grosses Thema. Diese fänden aber nicht am Wahltag statt, sondern vorher. «Beispielsweise indem man Wahlregister fälscht oder bei Auszählung der Stimmen trickst.»
Im Bezirk Limete, einer Oppositionshochburg in der Hauptstadt Kinshasa, protestierten Wähler gegen eine grosse Verspätung bei der Eröffnung des Wahllokals, wie AFP-Reporter berichteten. Das Wahllokal konnte zunächst nicht öffnen, weil die Wählerlisten nicht vorlagen.
Zerstrittene Opposition
Die Opposition in dem zentralafrikanischen Land konnte sich nicht auf einen gemeinsamen Gegenkandidaten einigen. Für sie traten zwei prominente Politiker an: Martin Fayulu und Félix Tshisekedi.
Am Sonntag wurden auch das Parlament und Provinzvertretungen gewählt. Bei der Präsidentenwahl reicht eine einfache Mehrheit für einen Wahlsieg. Da sich die Stimmen der Opposition auf mehrere Kandidaten verteilen, rechnen die meisten Beobachter mit einem Sieg Shadarys, selbst wenn sich in der Summe mehr Menschen für die Opposition entscheiden.