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Jeep: Das Original der Geländewagen
Jeep, der Name steht für leistungsstarke und beeindruckende Geländewagen. Doch die Bezeichnung wird vielfach synonym für verschiedene Wagen verwendet. Was steckt hinter dem Original und wie kam es zu der Namensgebung? Die Geschichte von Jeep ist spannend und überraschend.
Der Jeep ist der Klassiker unter den Geländewagen und blickt auf eine lange Geschichte zurück. In ganz Europa steht die Bezeichnung mittlerweile für die Gattung der SUVs, was für den grossen Erfolg der Marke spricht. Im europäischen Raum werden im allgemeinen Sprachgebrauch auch andere Geländewagen als Jeep bezeichnet, im amerikanischen Raum hat sich der Begriff SUV durchgesetzt. Nicht viele Menschen wissen, dass zuvor schon ein weiteres Fahrzeug unter der Bezeichnung Jeep bekannt geworden ist, nämlich der Willys MB, ein US-Militärgeländefahrzeug.
Der Ur-Ahn der Jeeps stammt aus dem Jahr 1940 und diente damals dem Militär als kleines und doch geländegängiges Fahrzeug. Mehrere Jahre lang rollte die erste Version dieses Modells vom Fliessband, weitere folgten. Der Name wurde erst 1950 patentiert und könnte eine Kurzform von General Purpose, was so viel wie Allround bedeutet, sein. Dies deutet auf die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten des Jeeps hin. Die Kurzform von General Purpose ist GP, was so ähnlich wie Jeep ausgesprochen werden kann.
Im Umlauf ist allerdings noch eine zweite Theorie bezüglich des Namens. Diese wird von Experten als wahrscheinlicher betrachtet: In einem Comic des bekannten Helden Popeye taucht die Figur „Eugene, the Jeep“ auf. Diese verfügt über übernatürliche Kräfte und soll dem wandlungsfähigen Geländewagen als Namenspate gedient haben.
Der Jeep hat sich im Zweiten Weltkrieg bewährt und wurde auch im Anschluss weiter produziert. Vor allem die Landwirtschaft zeigte Interesse an den Fahrzeugen und erfreute sich an der grossen Leistung und dem problemlosen Einsatz auf unebenen Untergründen. Aufgrund der Beliebtheit wurde das erste zivile Modell gebaut, der CJ-2A. Es folgten weitere zivile Varianten, bis hin zum bekannten CJ-7, welcher von 1976 bis 1986 gefertigt wurde. Er war mit einem neuartigen automatischen Allrad-Antrieb ausgestattet und wurde insgesamt rund 380’000 Mal verkauft.
Jeep erlangte in der ganzen Welt Aufsehen. So wurde er auch in Japan populär und Mitsubishi produzierte den Jeep MB in Lizenz für den dortigen Markt. Da es keine Genehmigung zum Export gab, gelangte diese Version offiziell nicht auf den europäischen Markt.
Mit der Entstehung von AMC begann die heutige Erfolgsgeschichte des Jeeps. Das Unternehmen baute leistungsfähigere Motoren in die Fahrzeuge ein und nutzte unter anderem V8-Motoren. Im Jahr 1987 übernahm dann die Chrysler Corporation AMC und somit auch Jeep. Sie entwickelten weitere Jeepmodelle, die zunächst auf dem Fahrwerk des CJ-7 basierten.
Heute gehört Jeep zum Konzern Fiat Chrysler Automobiles, dessen direkte Muttergesellschaft die Chrysler Group ist. Das Markenzeichen des Jeeps ist vor allem der markante Kühlergrill, welcher für das klassische Erscheinungsbild sorgt. Die abgerundeten Aussparungen werden auf der ganzen Welt erkannt, waren jedoch nicht von Anfang an typisch. Ursprünglich war die Front mit flachen Streben versehen, welche allerdings über ein höheres Gewicht verfügten. Daher entschieden sich die Hersteller für eine Abänderung des Design nach dem Vorbild von Ford.
Ein ähnliches Design für den Kühlergrill findet man lediglich beim Hummer wieder. Nach einem verlorenen Rechtsstreit musste Jeep diese Konstruktion erlauben. Der Hintergrund war, dass zur Entwicklungszeit des HMMWVs, dem Vorgänger des Hummers, Jeep noch zu AMC gehört hatte. In dieser Zeit wurde das Kühlerdesign des Humvees entwickelt, wobei einer Verwendung der Jeep-Vorlage zum damaligen Zeitpunkt zugestimmt worden war. Durch den Verkauf wurden die Rechte immer weiter mitverkauft.
Aber auch die Produktion von Hummer wurde mittlerweile eingestellt, sodass Jeep nun über das einzige dementsprechende Kühlergrilldesign im Neuwagenbereich verfügt. Insgesamt sind die Jeepmodelle beliebte Oldtimer und werden hoch gehandelt. Sie blicken auf eine bewegte Geschichte zurück und werden unter Sammlern geschätzt. Vor allem die militärischen Versionen erfreuen sich grosser Beliebtheit.
Eines der aktuellen Modelle aus dem Hause Jeep ist der Grand Cherokee, welcher seit 1974 gebaut wird. Die heutige Version stammt aus dem Jahr 2013. Nach Anfangsschwierigkeiten bei der Neun-Stufen-Automatik wurden die Modelle im Oktober 2013 ausgeliefert. Die Kunden haben die Auswahl aus einem Benzin- und einem Dieselmotor. In der Benzinerausführung erbringt das Fahrzeug eine maximale Leistung von 200 kW, als Diesel werden 125 kW geliefert.
Das Design wurde mit weicheren Konturen ausgestattet und ist eine gelungene Kombination aus Tradition und Moderne. Insgesamt stehen den Kunden vier verschiedene Motorenvarianten zur Auswahl bereit, jeweils zwei Benziner und zwei Diesel. Der leistungsstärkste Diesel erbringt eine Höchstgeschwindigkeit von 192 Kilometern pro Stunde, das Topmodell unter den Benzinern erreicht maximal 206 Kilometer pro Stunde. Die Stärken des Jeeps liegen jedoch in seiner robusten Bauform und dem beeindruckenden Erscheinungsbild.
Jeep hat eine bewegende Geschichte hinter und höchstwahrscheinlich noch eine erfolgreiche vor sich. Die Marke verfügt über einen grossen Bekanntheitsgrad und der Name hat sich mittlerweile zu dem einer Gattung entwickelt. Er ist in ganz Europa bekannt und die Fahrzeuge werden auf der gesamten Welt geschätzt. Man darf gespannt sein, wie sich die Geschichte des Jeeps weiterentwickeln wird.
Text: Sascha Bauer
Oberstes Bild: Jeep Grand Cherokee – der Geländewagen für alle Wetterbedingungen. (© Cindy Creighton / Shutterstock.com)