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Sensationelle Funde: Eindeutige Hinweise auf bronzezeitliche Siedlung
Kein Hausbau wie jeder andere: Während der Bauarbeiten für zwei Häuser in Mauren (Liechtenstein) musste das Archäologie-Team des Amtes für Kultur eine Notgrabung durchführen. Diese dauerte von Mitte März bis Ende Juni und brachte sensationelle Ergebnisse.
Die Experten konnten mittelalterliche Spuren sowie Reste einer Siedlung aus der Bronzezeit vor der Zerstörung retten.
Hinweise auf Bronzezeit eindeutig
Die bronzezeitlichen Befunde sind die ersten eindeutigen Hinweise auf eine Siedlung aus der Zeit vom 14. bis zum 10. Jahrhundert v. Chr. im heutigen Gemeindegebiet von Mauren. Es lassen sich gar zwei Siedlungsphasen trennen: Mehrere Pfostenlöcher sowie eine Doppelfeuerstelle belegen die jüngere spätbronzezeitliche Phase (1300-800 v. Chr.).
Die Frage, ob die Feuerstelle als Herdstelle zum Kochen oder als Überrest eines einfachen Ofens zu interpretieren ist, kann derzeit noch nicht entschieden werden. Zahlreiche verschmolzene Bronzeklümpchen lassen ausserdem den Schluss zu, dass dort Bronze verarbeitet worden ist.
Die Funde aus der älteren Mittelbronzezeit (1600-1300 v. Chr.) sind gleichwohl ergiebiger. Auch aus dieser Phase konnten zahlreiche Pfostenlöcher sowie mehrere Gruben – darunter möglicherweise auch zwei Gargruben – nachgewiesen werden.
Eine weitere Grube war mit verkohlten Holzresten gefüllt. Bei ihr könnte es sich aufgrund der Lage von relativ gut erhaltenen Balken aus Buchen-, Erlen- und Tannenholz sowie von Staketen um die Spuren eines vollständig abgebrannten Grubenhauses handeln. In einer anderen mit Brandresten verfüllten Vertiefung befand sich neben einem fast komplett erhaltenen Keramikgefäss auch die Gussform für ein Tüllenbeil. Dies ist in Liechtenstein das erste eindeutige Indiz für die lokale Bronzeverarbeitung.
Skelette von Kindern
Weitere gut erhaltene Keramikgefässe, Brandreste, verkohlte Getreidekörner sowie mindestens zwei Kinderskelette bilden die Verfüllung einer weiteren Grube. Da die Gebeine grösstenteils stark durchmischt, teilweise aber dennoch im Verbund liegen, kann die Situation momentan nicht abschliessend interpretiert werden. Ob es sich dabei um eine primäre oder um eine sekundäre Bestattung, um ein gestörtes Grab oder gar um ein Opfer handelt, wird noch untersucht.
Spuren aus dem Mittelalter
Nicht weniger spannend sind zwei spätmittelalterliche Gruben. Diese enthielten einige Fragmente von Keramikgefässen und Becherkacheln, wie sie in Mauren bis jetzt nur in der Pfarrkirche gefunden worden sind.