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Wir lernten uns vor mehr als 70 Jahren am Kollegium Sarnen kennen. Gis wechselte vom Kollegium Schwyz nach Sarnen und war schon Mitglied der Suitia mit dem Vulgo Tango. Schon jenes Vulgo liess auf einen musikalischen Träger dieses Namens schliessen. Singen war für Gis eine Leidenschaft zuerst im Kirchenchor des Kollegiums, später im Kammerchor Zürich und im Männerchor Wiedikon.
Die ersten fünf Lebensjahre wuchs Gis in Horw LU auf. Seine Eltern konnten dann eine Bäckerei/Konditorei mit Café in Baden übernehmen. In Baden wuchs Gis mit einem Bruder und einer Schwester auf und da besuchte er die Primar- und Berzirksschule.
Nach der Maturität 1947 begann Gis im Herbst des gleichen Jahres das Studium der Pharmazie an der ETH. Zur gleichen Zeit traten wir zusammen den Kyburgern, wo er das Vulgo Gis erhielt, bei. Uns Mitfuchsen tat er immer leid, wenn er jeweils bei schönsten Festivitäten am Stamm auf den letzten Zug nach Baden sputen musste, derweil wir einen Beizenbummel begannen.
Im Frühjahr 1954 bestand Gis das Staatsexamen als Apotheker. Dank guter Noten konnte er verschiedene Praktika absolvieren. Seit 1956 arbeitete er in der Bären-Apotheke am Goldbrunnenplatz in Wiedikon. 1959 konnte er die Apotheke als Pächter übernehmen. Seither hatte Gis das Geschäftsleben am Goldbrunnenplatz massgeblich mitgeprägt.
Im Kammerchor Zürich lernte Gis seine geliebte Annemarie, die er 1956 heiratete, kennen. Mit Liliane und Andreas wurden ihnen zwei Kinder geschenkt. Seit 1958 leitete Gis das Konzertsekretariat des Kammerchors Zürich und war damit für die Organisation aller Konzerte im In- und Ausland verantwortlich.
1964 wurde Gis in die Zunft Wiedikon aufgenommen. Mit grosser Leidenschaft und Einsatz war er von 1974 bis 1984 Zunftmeister. Für seine Verdienste komponierte der Dirigent des Zunftspiels den „Gis-Meyer-Marsch“ und wählte ihn die Zunft 1985 zum Ehrenzunftmeister.
1973 gehörte Gis zu den Gründern des Rotary Club Zürich-West. Auch hier war er ein engagierter und gern gesehener wertvoller Freund. 1986/87 war er Clubpräsident. – Im Militär führte Gis als Major eine San Mat Abteilung und übernahm später noch verschiedene Funktionen im Armeestab.
Im Leben von Gis kamen auch Kyburgeraktivitäten nicht zu kurz. An wichtigen Anlässen war er präsent und machte in einer Gruppe von Kyburgern mit, die mit ihren Gattinnen immer wieder grosse Reisen in alle Welt unternahmen. Seit Jahrzehnten trafen sich die 17 Kyburger mit Jahrgang 1926 jährlich mit ihren Frauen irgendwo in der Schweiz, um zwei bis drei Tage dem Alltag zu entfliehen. Die Gruppe ist kleiner geworden!
Der Gesundheitszustand von Annemarie, seiner lieben Frau, erlaubte kaum mehr grössere Unternehmungen. So wurde Gis auch zunehmend zu Hause benötigt. Er sorgte sich um alles im Haus bis er selber plötzlich von einem perfiden Tumor an einem Ohr befallen wurde und operiert werden musste, was zu Lähmungen im Gesicht führte.
Es klingt bitter, wenn man sagen muss: Für Dich, Gis, war der Abschied eine Erlösung!
Wir danken Dir für Alles, was Du uns geschenkt hast.
Rudolf Hintermann v/o Dada