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Was ist Morbus Bechterew? Welche Medikamente helfen bei dieser Krankheit? Und was können Betroffene selber tun, um beweglich zu bleiben und sich wohlzufühlen?
Auf diese und weitere Fragen gibt die neue Broschüre der Schweizerischen Vereinigung Morbus Bechterew gut lesbare Antworten. Die aktuelle Ausgabe weist gegenüber dem Vorgänger (2017) einige Aktualisierungen auf. Sie betreffen die Krankheitsbezeichnung, die medikamentöse Therapie und die Bewegungsempfehlungen.
Zu den Bewegungsempfehlungen
Spezifische Bewegungsübungen und sportliche Aktivitäten sind bei Morbus Bechterew enorm wichtig. Sie tragen wesentlich dazu bei, weniger Schmerzen zu empfinden und die Versteifung der Wirbelsäule hinauszuzögern.
Die Broschüre beschreibt die Bechterew-Bewegungstherapie und gibt Tipps, worauf Betroffene bei der Wahl einer Sportart und der Ausübung eines Sportes achthaben sollten. Kurz erwähnt werden auch Techniken der Mind-Body-Medizin wie Yoga, Tai Chi, Qi Gong oder die Feldenkrais-Methode.
Zur medikamentösen Behandlung
Auf knappen zwei Seiten gibt die Broschüre einen kompakten Überblick über die Strategien der medikamentösen Therapie bei Morbus Bechterew. Die beiden strategischen Hauptpfeiler sind die Entzündungshemmung durch cortisonfreie Antiheumatika (NSAR) und die gezielte Immunsuppression durch moderne Biologika. Diese Gruppe umfasst TNF-alpha-Hemmer, Interleukin-17A-Hemmer und Januskinase-Hemmer.
Kurz gestreift werden die weiteren Medikamente, die bei Morbus Bechterew zum Einsatz kommen wie Cortison, Muskelentspannungsmittel und Psychopharmaka.
Zum Namen
Morbus Bechterew ist nach dem russischen Neurologen Wladimir Bechterew (1857-1927) benannt, der diese Krankheit zum ersten Mal wissenschaftlich beschrieb. Diese Form der Namensgebung war früher gang und gäbe; sie sollte eine wissenschaftliche Leistung ehren.
Auf Empfehlung der Weltgesundheitsbehörde WHO rückt man von dieser Praxis aber zusehends ab. In der wissenschaftlichen Literatur tritt an die Stelle von Morbus Bechterew immer häufiger die neutrale Bezeichnung Spondylitis ankylosans oder ankylosierende Spondylitis (AS), wörtlich: verbiegende Wirbel-Entzündung.
Dass sich der klassische Name Morbus Bechterew dennoch halten kann, mag an seinem kräftigen Klang liegen sowie daran, dass der vielsilbige Ersatzname nicht sehr einprägsam ist. Auch die Schweizerische Vereinigung Morbus Bechterew behält den gängigen Krankheitsnamen bei, fügt ihm allerdings das moderne Kürzel axSpA hinzu.
AxSpA steht für axiale Spondyloarthritis, wörtlich: längs verlaufende Wirbelgelenk-Entzündung. Dieser noch junge Begriff soll auch Frühformen des Morbus Bechterew sowie mildere Krankheitsformen einbeziehen. AxSpA umfasst also eine Gruppe von Krankheiten mit klinischen und genetischen Gemeinsamkeiten. Morbus Bechterew ist Teil dieser Gruppe und ihr prominentester Vertreter.