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Bekommen Sie plötzlich auch so viele E-Mails, in denen Ihnen Managed Futures angeboten werden? Die Gewinne dieser Handelsstrategie sehen nicht nur gut aus, sondern sind spektakulär. Das durchschnittliche Managed-Futures-Programm, das der Barclay-CTA-Index abbildet, machte im vergangenen Jahr ein Plus von 14% und schlug damit den Aktienmarkt um überwältigende 51 Prozentpunkte.
Diese Fonds, die von Terminhandelsberatern (CTA) geführt werden, verwalten geschätzte 199 Mrd Dollar. Gehandelt wird mit allem - von Mais, Baumwolle, Rohöl bis hin zu Zinssätzen, Währungen und Aktienindizes. Oft kommen technische Analyse und mathematische Formeln zum Einsatz, um auf Preismuster zu setzen.
Rohstoff-Futures im Trend
Der Barclay-CTA-Index hat seit 1980 jährlich ein durchschnittliches Plus von 12,2% gemacht und nur in drei Jahren Geld verloren. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Rohstoff-Futures mit der Inflation Schritt gehalten haben und es mit den Gewinnen bei Aktien aufnehmen können - mit dem besonderen Vorteil, dass sie zum Steigen tendieren, wann immer Aktien oder Anleihen an Wert verlieren.
«Man sollte immer einen gewissen Anteil an Managed Futures in seinem Depot haben», sagt Louis Stanasolovich, Vorsitzender von Legend Financial Advisors. Für die meisten Anleger dürfte dabei ein Anteil von 5 bis 10% des Gesamtvermögens in Frage kommen. Im März sind beinahe 700 Mio Dollar in Managed-Futures-Programme geflossen. Aber Anleger sollten sich gründlich informieren, bevor sie investieren. Managed-Futures-Programme sind riskant, teuer, und die Gewinne könnten auch niedriger ausfallen als in der Vergangenheit.
Achtung vor den Margen
Um das zu verstehen, muss man wissen, wie Warentermingeschäfte funktionieren. Ein Terminkontrakt ist eine Übereinkunft, zu einem späteren Zeitpunkt einen Vermögenswert zu einem bestimmten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Terminkontrakte laufen meist monatlich aus. Um eine konstante Position zu gewährleisten, muss ein Händler den alten Kontrakt erneuern oder rollieren, indem er einen neuen kauft. Die meisten Händler schlagen 15% oder weniger des Kontraktpreises als Marge oder Sicherheitsleistung darauf.
Terminhändler können also auf drei Arten Profite machen. Erstens: Der Markt- oder Spotpreis der Ware kann über den Kaufpreis der Terminkontrakte steigen. Die Differenz ist dann Gewinn. Zweitens: Der Rollgewinn ist positiv, wenn ein Händler die Kontrakte vom vorangegangenen Monat für mehr verkaufen kann, als die für den folgenden kosten. Nach einigen Schätzungen war der Rollgewinn für über die Hälfte der Langzeitperformance von Warentermingeschäftindizes verantwortlich, obwohl sich nicht alle CTA darauf verlassen. Und drittens: Mit Zinsen aus den Sicherheitsleistungen.
Aber in letzter Zeit waren die Rollrenditen negativ und haben im laufenden Jahr der Performance von 20 der 24 im Standard & Poor's-GSCI-Index vertretenen Rohstoffe geschadet. Und die Rendite auf die Sicherheitsleistung, die in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich bei 4% lag, ist unter 1% gefallen.
Einzige Gewinnquelle bleibt somit das Geschick des Managers. In Märkten ohne starke Trends kann es für diesen jedoch schwierig sein, Gewinne einzuspielen. Das Gleiche gilt für die Anleger, die bereits etwa 6% gezahlt haben, nur um am Spiel teilnehmen zu können.