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Die unabhängige Expertenkommission wurde 1996 durch einen Beschluss der schweizerischen Bundesversammlung ins Leben gerufen. Auftrag der international zusammengesetzten Kommission war es, Umfang und Schicksal der vor, während und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg in die Schweiz gelangten Vermögenswerte historisch und rechtlich zu untersuchen. Hauptgegenstand der Forschung war die Schweiz. Sie wurde jedoch nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil eines internationalen Systems begriffen, das während des Zweiten Weltkriegs von der nationalsozialistischen Kriegs- und Raubwirtschaft sowie von seiner Vernichtungspolitik geprägt war.
Die Ergebnisse der Arbeit von rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Schweiz sowie Forschungsteams in den USA, der Bundesrepublik Deutschland und Polen wurden in den Jahren 2001 und 2002 publiziert. Die Studien und Beiträge zur Forschung umfassen den Goldhandel und die Devisengeschäfte der Schweizerischen Nationalbank wie auch der privaten Geschäftsbanken. Im Kontext der internationalen Forschungsdiskussion wird die Problematik der in die Schweiz gelangten Vermögenswerte inklusive Versicherungswerte und Kulturgüter, und zwar sowohl der Opfer des Naziregimes als auch seiner Täter und Kollaborateure, untersucht. Zudem werden die aussenwirtschaftlichen Beziehungen der Schweiz sowie die Verflechtungen schweizerischer Industrie- und Handelsunternehmen mit der nationalsozialistischen Wirtschaft erforscht. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die schweizerische Flüchtlingspolitik im Zusammenhang mit den wirtschaftlichen und finanziellen Beziehungen der Schweiz mit den Achsenmächten und den Alliierten. Der Untersuchungszeitraum umfasst auch die Nachkriegszeit und schliesst die staatlichen Massnahmen zur Rückerstattung unrechtmässig erworbener Vermögenswerte mit ein. Zu Einzelbereichen werden ausserdem juristische Gutachten veröffentlicht.