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Deutschland, 8.3.1904, Frankfurt a/M. (D) - 7.11.1998, Breganzona (CH)
Malerei, Grafik, Plastik
Herkunft, Biografie
Von 1907 – 1917 besuchte Francis Bott verschiedene Schulen und Internate in der Schweiz und Belgien. Der Eintritt ins Berufsleben als Koch und im Büro seines Vaters scheiterten. Er begann ein Vagabundenleben, das ihn durch ganz Europa, Süd- und Nordamerika führte.
1920 fand er in Köln Anschluss im Kreis um Heinrich Hoerle und Max Ernst.
1924 lernte er in Dresden seine Frau Maria Gruschka, Tochter eines polnischen Rabbiners, kennen. Beide waren in der Kommunistischen Partei Deutschlands aktiv.
1933 gingen sie ins Exil nach Prag, wo Bott auf Anraten des Malers Oskar Kokoschka seinen Lebensunterhalt mit dem zeichnen und malen von Postkarten verdiente.
Während des 2. Weltkrieges war er in der Résistance aktiv, lebte als Holzfäller in Carcassonne und kehrte 1945 nach Paris zurück. In den folgenden Jahren stellte er erfolgreich in Frankreich, Belgien und den Niederlanden aus, wurde aber erst Ende der 1940er Jahre in Deutschland als Maler zur Kenntnis genommen.
Als 1961 Maria Bott an den Folgen der Krankheiten die sie sich während den Jahren der Verfolgung zugezogen hatte, verstarb, verfiel Francis Bott in eine tiefe Melancholie und fasste erst einige Zeit später neuen Lebensmut.
1962 trat er eine Stelle als Gastdozent an der Hochschule bildender Künste in Hamburg an und nahm ein Jahr darauf an der 7. Biennale von Sao Paolo teil.1967 heiratete er ein zweites Mal. Mit der Ärztin Aida Hussein lebte er abwechselnd in Paris, München, Leonberg bei Stuttgart und später in Breganzona im Tessin.
Künstlerisches Schaffen
1937 fand seine erste Ausstellung in Rouen (F) statt. Seine anfänglichen Arbeiten begründeten sich durch Bekanntschaften mit Max Ernst, Pablo Picasso und Francis Picabia und der Beschäftigung mit den Arbeiten von Salvador Dalí auf einem surrealistischen Malstil.
Später, ab 1948 wandte er sich der Abstraktion zu. Er schloss sich der «Art Informel» an, die sich dannzumal in Paris bildete. Sie hob sich durch die Ablehnung einer organisierten Formstruktur von der sogenannten «geometrischen Abstraktion» ab.
Für seinen künstlerischen Erfolg von wesentlicher Bedeutung war die Begegnung mit Alix de Rothschild, welche ihn massgeblich fördert und unterstützte.
Ab 1950 verfestigte sich sein Stil in einem abstrakt-expressiven Spachtelauftrag zu einer eigenständigen Malerei. Eine geometrische Figurensprache in den Hauptfarben rot und blau wird von da an prägend in seinem Werk. In seinem Spätwerk, etwa ab 1976 zeigt sich eine Rückwendung zur surrealen Malerei, was er selbst als Synthese lebenslangen Schaffens sah.
Werke (Auswahl)
Fenster von Reux, 1954, Schlosskapelle Reux, Calvados
Werke in Sammlungen (Auswahl)
Alix de Rothschild, 1952, Schloss Reux, Calvados; Kunstmuseum Basel; Staatsmuseum Luxemburg; Musée National d’Art Moderne, Paris; Museum of Modern Art, New York; Musée d’Art Contemporain, Montreal; Kunsthaus Zürich; Auckland Art Gallery, Neuseeland
Ausstellungen (Auswahl)
2. Salon des Réalités Nouvelle, Paris,1946
Wanderausstellung «Franz. Abstrakte Malerei», Hannover, Hamburg, Frankfurt, Freiburg 1948
Bühnenbild zu W. Borcherts Drama «Draussen vor der Tür», 1952
Théatre de l’Humeur, Paris; 1977
Beteiligung an der «Colletiva artisti di Breganzona»; 1977
Ausstellungen Galerie HILT: 1970, ART 1’70, 1997, 2003