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Nachdem sich die Unzufriedenheit mit dem Irakkrieg inzwischen selbst in der Militärakademie West Point ausbreitet, werden die Führungsschichten der Kriegsmaschine ungehalten. Hatten die Militärs die US-Friedensbewegung bislang ignoriert, so stösst ihnen ein neu gegründetes Online-Grüppchen namens westpointgradsagainstthewar.org so sauer auf, dass sie ihm den Garaus machen will. Die West-Point-Leitung will die Anfang April ins Leben gerufene Webseite ausgerechnet dadurch aushebeln, dass sie den Namen der Militäreliteschule als eingetragenes Markenzeichen reklamiert. Die Webseitenurheber dürften sich deshalb nicht mit diesem schmücken, heisst es in einer Unterlassungsklage, datiert vom 12. April 2006.
Bill Cross, der 1962 in West Point graduiert hatte und mit seinen Klassenkollegen Jim Ryan und Joe Wojcik die Webseite gründete, beauftragte seinerseits umgehend einen Anwalt, der in einem Gegenbrief nicht nur auf das Recht auf freie Meinungsäusserung, sondern auch auf den weit verbreiteten Gebrauch des angeblichen Markennamens West Point hinwies. Es gehe nicht um Politik, hatte ein Sprecher der ältesten Militärschule der USA die Unterlassungsklage begründet, sondern darum, dass die Webseitenbetreiber nicht um Erlaubnis gefragt hätten. Die Webseite verzeichnete in den wenigen Wochen ihrer Existenz mehr als 40 000 BesucherInnen. Die Botschaft der Seite, gemünzt auf die Begründung für den Irakkrieg, ist eindeutig: «Massenvernichtungswaffen – Lüge! Saddam steht in Verbindung mit dem 11. September – Lüge! Wir foltern nicht – Lüge!» Es gelte, den Schwur der Kadetten «Ehre, Pflicht, Heimat» zu erneuern.
Lokalzeitungen haben inzwischen Reporter entsandt, um dem rechtlich verschwommenen Markennamenthema auf die Spur zu kommen. Sie fanden heraus, dass es unter anderem einen West-Point-Coiffeurladen, eine West-Point-Pizza und einen West-Point-Floristen gibt. Direkt vor dem Haupteingang zur Schule steht ein West-Point-Hotel. Der 73-jährige Bill Carlton, der den Friseurladen mit dem umstrittenen Namen betreibt, sagte: «Ich bin seit fünfzig Jahren hier, und sie haben mich kein einziges Mal belästigt.»