Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03186.jsonl.gz/441

Name: Volkmar Marschall Permalink: http://tierrechtsforen.de/1/8913/9044

Datum: 24.08.10 09:45
Dieser Beitrag wurde 2518 mal gelesen
zum Buch "Tiere essen" von Jonathan Foer
Ich finde es sehr gut, dass die Problematik des Fleischkonsums und der ungeheuren Belastung der Erde durch die Treibhausgas-Emissionen, die durch die Massentierhaltung entstehen, auch in der Presse in Deutschland thematisiert wird. In einem Report der Vereinten Nationen heißt es, dass sich die "Viehhaltung als einer der zwei oder drei wichtigsten Verursacher unserer größten Umweltprobleme herausstellt". Bereits Albert Einstein erkannte im vorigen Jahrhundert, dass es Zeit sei, sich vom Konsum von Tieren zu verabschieden, denn "nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern, wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung", und Charles Darwin meinte, dass die „Tiere ebenso wie der Mensch Freude und Schmerz, Glück und Unglück empfinden."
Während renommierte Wissenschaftler und der Präsident des Umweltbundesamtes sowie angesehene nationale und internationale Zeitungen (z.B. SZ vom 9./10. Januar 2010 "Nicht Fisch! Nicht Fleisch!" / Die ZEIT vom 12. August 2010 "Lasst das!" / The Times vom 27. Oktober 2009 „Give up meat to save the planet") die Bevölkerung ebenfalls dazu aufrufen, den Fleischkonsum aus den o. a. Gründen einzuschränken, schweigen die Oberhirten als sogenannte „Bewahrer der Schöpfung“ zu diesem Thema beharrlich.
Im Gegenteil ist es äußerst „contraproduktiv“, wenn der Pontifex und die Bischöfe mit „Stolz“ noch gern Reklame für ihre Essgewohnheiten über “Bayerische Hausmannskost”, einen „saftigen Hahn“, „Gänsebraten“ oder einer „Jagdwurst“ machen (Bericht über Benedikt XVI. im Bayer. Fernsehen, Bischöfe Marx und Feige im Stern Nr. 52/2007 bzw. in der BR-Sendung "Gipfeltreffen"), anstatt ihren eigenen Lebensstil zu ändern und sich in ihren Sonntagspredigten für einen Verzicht auf den Fleischkonsum einzusetzen, um den CO-2-Ausstoß zu begrenzen! Erzbischof Marx meinte sogar in der BR-Sendung "Gipfeltreffen" vom 1. November 2009, dass das Schlachten zum Christentum dazu gehöre und so erinnere er sich "noch gut daran, wie zuhause geschlachtet wurde: 'Da durften wir immer den Eimer mit dem Blut umrühren".
Aus Rom ist auch kein Fortschritt und keine Einsicht zu erwarten, denn die Politik des Pontifex ist leider rückwärts gerichtet. In einem Gespräch mit dem Bund für Naturschutz meinte er noch 1978: “Was Sie mir über die Lage der Natur und über den Planeten und über die Zukunft der Menschen erzählt haben, das leuchtet alles ein. Nur – wir haben gerade erst den Galilei überwunden, und jetzt kommen Sie schon wieder mit etwas Neuem. So ließ uns der Kardinal zwar mit seinem Segen, aber im Regen stehen” (SZ vom 15. Juli 2009 im Gespräch mit Enoch zu Guttenberg).
Volkmar Marschall