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Ein Déjà-vu zu Pandemie und Versammlungsverbot – ein Werbeboykott gegen einen Erweckungsprediger – ein Banker als Präsident – eine Aktion gegen Halloween: Aus den 175 Jahren Evangelische Allianz in der Schweiz gibt es so manche überraschende bis denkwürdige Episode zu berichten. Die folgenden 20 prägenden Ereignisse sind als Auswahl zu verstehen. Mehr über die Entstehung und Entwicklung der SEA kann in der Jubiläumsschrift «175 Jahre ‹gemeinsam besser›» nachgelesen werden.
1847 beginnt die Geschichte der Evangelischen Allianz (EA) in der Schweiz mit der Gründung der «Alliance Evangélique Romande» AER. Henry Dunant, später Gründer des Roten Kreuzes, wird einer der ersten Sekretäre der ersten Allianzsektion in Genf.
1861 findet in Genf erstmals eine Weltkonferenz der EA auf Schweizer Boden statt.
1871 nimmt die EA in der Schweiz ein erstes politisches Mandat wahr, indem Allianzvertreter im Deutsch-Französischen Krieg zu vermitteln versuchen.
1875 schliessen sich die französischsprachige und die 1873 gegründete deutschsprachige Allianz zum «Schweizerischen Zweig der Evangelischen Allianz» zusammen.
1882 setzt sich die SEA beim Bundesrat für Religionsfreiheit zugunsten der damals in der Schweiz verfolgten Heilsarmee ein.
1914 ruft die SEA die Christen Europas angesichts des Ersten Weltkriegs zum Gebet auf. Tausende Soldaten werden mit christlicher Literatur versorgt.
1918 wütet die Spanische Grippe und die SEA wehrt sich gegen ein Versammlungsverbot für Gottesdienste.
1919 werden aus Allianzkreisen der Freikirchenverband (heutiger Dachverband Freikirchen.ch) sowie die Evangelische Volkspartei EVP gegründet.
1931 ist die Fasnacht ein grosses Thema. So verteilt die Allianzsektion Baden 1000 Schriften dagegen.
1939 wird die erste Frau in den Vorstand der SEA gewählt.
1952 wird die SEA Mitglied der neu gegründeten Europäischen Evangelischen Allianz und übernimmt deren Glaubensbasis.
1974 bringt der erste Kongress für Weltevangelisation in Lausanne («Lausanner Konferenz») wichtige Impulse, unter anderem für das diakonische und evangelistische Engagement innerhalb der SEA.
1980 findet in Bern mit dem ersten Christustag eine Grossevangelisation mit 16‘000 Teilnehmenden statt. Neben der SEA sind der Freikirchenverband und später auch der Schweizerische Evangelische Kirchenbund treibende Kräfte.
1990 wird ein Zentralsekretariat geschaffen und die SEA entwickelt sich zu einer Organisation mit Mitgliedern.
1996 feiert die SEA das 150-jährige Bestehen und beschäftigt sich unter anderem mit dem Thema Interreligiöser Dialog.
2001 wendet sich die SEA mit einem Brief an zehn Firmen, um zum Verzicht auf die Vermarktung von Halloween aufzurufen. Zudem wird anlässlich der Allianzgebetswoche eine Plakataktion «Wir beten für Sie» lanciert.
2003 erscheint erstmals die Verteilzeitung «4telstunde für Jesus» aus Anlass des Jahrs der Bibel. Inzwischen gibt es fast 30 Ausgaben (heute «Viertelstunde für den Glauben»), auch zu speziellen Anlässen wie Fussball-Weltmeisterschaften.
2005 interveniert die SEA beim Bundesrat gegen eine Aufklärungsbroschüre der Aids-Hilfe für Jugendliche über Homosexualität, worauf diese zurückgezogen wird.
2010 definiert die Schweizer Delegation am dritten Kongress für Weltevangelisation in Kapstadt für die weitere Arbeit der SEA wegweisenden Schritte der Versöhnung, etwa zwischen den Geschlechtern und unter den Denominationen.
2019 engagiert sich die SEA als Mitgründerin von «Christian Public Affairs», um ihre politische Lobbyarbeit in Bundesbern zu verstärken.
Autoren: Fritz Imhof, Daniela Baumann