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So viel Stuss habe ich schon lange nicht mehr von einem Wirtschaftsnobelpreisträger gehört – wobei Paul Krugman hier oft in nichts nahe steht…
Stiglitz äussert sich gegenüber der FuW (22. September 2010, Seite 1) zum Thema “Wege aus der Krise”:
“Es gibt zwei Wege. Das Defizit in der globalen Nachfrage muss von den Regierungen übernommen werden. […] Wird der Preis für den Ausstoss von CO2 auf 50 bis 100$ pro Tonne festgesetzt, haben die Unternehmen einen Anreiz, auf die Klimaerwärmung zu reagieren.”
Die erste Lösung ist Keynsianismus pur! Und dieser funktioniert auch beim x-ten Mal höchstens kurzfristig und damit längerfristig nicht. Der zweite Vorschlag: Es wäre das erste Mal, dass dank staatlicher Regulierung ein Problem gelöst würde. Ausserdem ist noch immer nicht belegt, dass der Mensch hinter dem Anstieg des CO2 steht.
Viele glauben, das Anerkennen eines Preises für CO2 schwäche die Wirtschaft. Das ist nicht der Fall. Im Gegenteil: Auch kurzfristig würden die Unternehmen gestärkt. Investitionstätigkeit und Nachfrage stiegen, was Arbeitsplätze schaffen würde. Das brächte die Wirtschaft zum Laufen.
Ach ja? Kann ein US Unternehmen denn mehr Produkte absetzen, wenn es seine Kostenbasis (Abgaben für CO2 bzw. Abschreibungen auf Investitionen zur Verringerung des CO2-Ausstosses) und damit wohl auch den Preis seiner Produkte erhöht? Wir das Unternehmen wettbewerbsfähiger? Wohl kaum!
Die einzigen, die davon profitieren würden, wären jene Unternehmen, die diese CO2-reduzierenden Güter anbieten würden bzw. der Staat, der für den Ausstoss Geld eintreiben darf. Ob das wirklich die Volkswirtschaft beflügelt? Nein…
Auf die Frage “Wann geht dem Staat das Geld aus?” antwortet Stiglitz:
Ein Unternehmen mit guten Investitionsprojekten kann Geld am Kapitalmarkt aufnehmen. Dasselbe gilt für eine Regierung. Nimmt sie Geld für gute Projekte auf, wird ihre Bilanz besser. Die Verpflichtungen nehmen zu, aber das Vermögen ebenfalls. Das Land wird reicher. […] Zudem ist Geld zurzeit fast gratis.
Das Vermögen nimmt zu? Also das Eigenkapital? Sicher??? Wie denn? Der Leverage nimmt zu – wie einst bei den Banken, von denen heute viele bankrott sind oder den Hausbesitzern in den USA, die zu Zeiten des günstigen Geldes Verflichtungen eingingen, die sie später nicht mehr erfüllen konnten und das Haus nun leer steht. Allein das Risiko nimmt zu! Wie soll so ein Land reicher werden??? Und was passiert, wenn die Zinsen steigen (müssen)? z.B. weil der USD absäuft? z.K.: Der USD hat heute die Marke von 0.99 Franken unterschritten… Damit werden Güter in den USA immer teurer (die Dienstleistungsgesellschaft produziert ja nichts mehr, sondern importiert alle Güter).
Ist denn ein Verbot für CO2 wirklich ein gutes Investitionsprojekt? Wozu denn? Um die Industrie weniger wettbewerbsfähiger zu machen und diese zum Verlassen des Landes zu zwingen? Und dann? Mehr Arbeitslose? Weniger Steuereinnahmen?
Zum Schluss wurde er gefragt, wo denn die künftigen Probleme zu finden seien.
Viele [Länder] müssen den Schritt von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsgesellschaft machen. […] Wegen der Krise müssen wir uns heute um akute Probleme kümmern, während die langfristigen sich verschlimmern. Ist die Krise vorbei, haben wir kein Geld mehr, um sie zu lösen.
Das ist also der Lösungsansatz eins Nobelpreisträgers? Heute Geld ausgeben, damit wir morgen keines mehr haben, um die anderen Probleme zu lösen? Aber wenn doch die CO2-Abgabe so ein gutes Investitionsprojekt ist, müsste dann später nicht mehr Geld in der Kasse sein? Und wieso sollen wir den Weg hin zur Dienstleistungsgesellschaft gehen, wenn die USA doch damit genau in die Krise geschlittert ist?
This is madness!! Herr Stiglitz, geben Sie den Nobelpreis zurück! Subito!