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Laurentius war Archidiakon in Rom. Und nachdem der römische Kaiser Valerian Papst Sixtus II. hatte enthaupten lassen, wurde Laurentius, da er Verwalter des kirchlichen Vermögens war, aufgefordert, den Kirchenschatz auszuhändigen.
Laurentius aber verteilte das Geld unter die Gemeindeglieder. Daraufhin wurde er gefangengenommen, gefoltert und schliesslich wie beschrieben getötet. Sein Todes- und damit sein Gedenktag ist der 10. August. Und es war ein 10. August mehr als 1000 Jahre später, als Philipp II. von Spanien in der Schlacht von St. Quentin den französischen König besiegte und in der Folge gelobte, zu Ehren des Heiligen Laurentius ein Kloster zu bauen.
Es wurde dann mehr als ein Kloster. Der Escorial beherbergt zwar tatsächlich ein Kloster, aber auch einen Königspalast, eine Schule und eine Bibliothek. Mit einer Grundfläche von 33'000 Quadratmetern wird er nur noch vom Vatikanpalast übertroffen. Er besteht u.a. aus 2000 Gemächern, 3000 Türen, 2673 Fenstern, 16 Höfen, 12 Kreuzgängen 88 Brunnen und 86 Treppenaufgängen. In so einem Gebäude kann man lange verweilen und immer wieder neue Räume und Nischen entdecken.
Als Grundriss wurde die Form eines Gitterrosts gewählt. Zu Ehren der St. Laurentius. Mit dem Bau beauftragt wurde ein Schüler Michelangelos. Beendet hat ihn Juan de Herrera, der damit als eigentlicher Erbauer gilt.
Heute vor 435 Jahren wurde der Escorial nach einer Bauzeit von über 21 Jahren eröffnet. Philipp II. konnte noch rund 14 Jahre von dort aus regieren. Eine Bauernregel besagt «Laurentius heiter und gut einen schönen Herbst verheissen tut.»
Nun, ich weiss nicht, wie das Wetter am vergangenen 10. August war. So oder so – ich wünsche Ihnen allen einen schönen Herbst!