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Nicht immer sah es in den Chatzulecher so aus wie heute: eine lückenhafte Vegetationsdecke über einer Moränen- und Rundhöckerlandschaft mit spärlichem Baumwuchs und in Gletschernähe erste zaghafte Versuche der Pionierpflanzen, wieder Fuss zu fassen. Ganz anders schaute es hier in der Bronzezeit vor 3500 Jahren aus: ein Wald aus Lärchen und Arven, die bis zu 400 Jahre hinter sich hatten, prägte das Landschaftsbild. Die Zunge des Grossen Aletschgletschers lag rund einen Kilometer weiter talaufwärts als heute. Vielleicht streifte gerade ein Jäger im Schutze der Bäume durch die Gegend in der Hoffnung, eine Gämse erlegen zu können. Vielleicht musste er sich aber auch nur mit einem Birkhuhn zufrieden geben.
Woher wissen wir das? Im Neuland, das während der Schwundphase nach dem Hochstand des Grossen Aletschgletschers um 1860 entstanden ist, kommen Wurzeln, Äste, Stämme und an einigen Stellen sogar alte Böden aus der Bronze- und der frühen Eisenzeit zum Vorschein. Boden und Holz können mit der Radiokarbonmethode datiert werden. Auf diese Weise erhalten wir Auskunft über den ungefähren Zeitpunkt des entsprechenden Gletschervorstosses. In einigen Fällen kann das Holz mit Hilfe der Jahrringanalyse (Dendrochronologie) sogar auf das Jahr genau datiert werden.