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Hallo zusammen, ich bin Mauro, bin sechzehn Jahre, und lebe in Rothenburg im Kanton Luzern.
Kunst bedeutet für mich, oder besser gesagt, ist für mich eine Art sich auszudrücken oder einer Geschichte zu erzählen.
Heute habe ich eine Begegnung mit einem Kunstwerk von René Odermatt in Sarnen. Kommt doch auch mit!
MAURO: Wir sind hier im Seefeld in Sarnen, direkt neben dem Sarnersee. Hier gibt es ein Ufer mit einem kleinen Steg, wo man baden kann. Und hier vor mir steht das Kunstwerk, der Kentaur. Und in der Nähe gibt es auch noch ein Fussballfeld, ein paar Bäume und Sitzgelegenheiten.
Das Kunstwerk steht auf vier oder fünf Metallstützen. Es ist ein Baum, er könnte so gewachsen sein. Man sieht aber auch, dass das Werk bearbeitet worden ist. Es hat so eine L-Form, ein umgekehrtes L. Und es ist dunkelbraun Baum-farbig. Dies ist der Kentaur von René Odermatt. Das Werk befindet sich im Seefeld in Sarnen, beim Ausfluss der Aa, im Kanton Obwalden. Das Werk wurde 2017 realisiert und es ist eine Skulptur aus Eichenholz. Das Werk ist ungefähr zwei Meter lang und drei Meter hoch.
Jetzt habe ich noch einige Fragen an den Künstler René Odermatt.
RENÉ ODERMATT: Salut Mauro! Schön, dass du den Kentaur genau so gelesen hast, wie ich es mir von Anfang an vorgestellt habe. Was du hier siehst, sieht genauso aus wie ein gewachsener Baum. Auch die Farbigkeit der Skulptur ist so geworden wie ein gewachsener Baum. Im 2017, als die Skulptur versetzt worden war, war sie noch ganz hell. Und mit den Jahren ist die Farbigkeit durch Regen und Sonne wie zu einem richtigen Baum mit Rinde geworden.
MAURO: Also, wenn ich das Kunstwerk sehe, dann frage ich mich direkt, wie es entstanden ist. Weil es für mich sehr natürlich aussieht. Es ist ein Konstrukt aus Holz. Der Titel passt auch sehr gut, weil es hat etwas von einem Centaur, es heisst ja Kentaur. Ich frage mich direkt, wie ist das Kunstwerk entstanden. War der Baum schon so, aus dem es entstanden ist, oder musste der Künstler ihn bearbeiten? Also ich würde gerne wissen, mit welchen Werkzeugen René Odermatt gearbeitet hat. Es sieht so nach Holzwerkzeugen aus. Das würde mich sehr interessieren.
RENÉ ODERMATT: Entstanden ist die Skulptur mit vielen verschiedenen Werkzeugen. Die Ausgangslage war eine richtige Wurzel, so gross etwa wie ein Fuss. Und die Wurzel wurde dann eingescannt, also fotografiert mit digitalen Kameras. Und diese Daten wurden dann im Computer bearbeitet. In der gleichen Zeit sind 24 Stück von Eichenholz in der geplanten Grösse verleimt und ausgesägt worden. Die vielen Eichenholzstücke wurden dann mit einer CNC-Fräse ausgefräst und die fertigen Stücke wieder zusammengeleimt. Die ganze Skulptur wurde dann noch mit einer Schleifmaschine und mit viel Arbeit überarbeitet.
MAURO: Wie lange hat es gedauert, bis du das Projekt fertig gestellt hattest, also von Anfang an bis zum Ende?
RENÉ ODERMATT: Im Frühling 2014 machte ich den ersten Anruf für die Produktion. Zwei Firmen waren an daran beteiligt. Danach waren viele Arbeitsschritte von diesen zwei Firmen notwendig, bis die ganze Skulptur fertig erstellt war. Die eine Firma hat, wie zuvor erklärt, das Eichenholz verleimt. Und die zweite Firma hat die Skulptur aus dem Holz gefräst, mit einer CNC-Fräse. Im 2017 wurde dann die ganze Skulptur vom Werkhof in Sarnen auf betonierte Punktfundamente versetzt.
MAURO: Wie bist du auf den Titel "Kentaur" gekommen?
RENÉ ODERMATT: Der Titel ist eigentlich so daraus entstanden, was ich in der Originalwurzel drin gesehen habe. Das hast du genau auch so gesehen. So quasi ein Abbild von einem Mischwesen, halb Pferd, halb Mensch. Aber wie sagen gehört habe in Sarnen, andere sehen dort einen Ingwer, oder sonst ein Gebilde. Das ist natürlich auch ganz korrekt, weil man sieht darin, was man sehen möchte.
MAURO: Was hast du dir bei dem Kunstwerk gedacht? Was ist der Hintergrund des Kunstwerks?
RENÉ ODERMATT: Der Gedanke war, dass ich ein kleines Stück Holz – Ich mache das auch sonst, dass ich kleine Äste oder Wurzeln vergrössere, oder 1:1 nachschnitze – die Idee war, dass ich ein Wurzelholzstück wieder in Holz vergrössere. Also eine vorgefundene Wurzel zehn Mal vergrössern lasse. Die Idee ist, dass man in Gebilde wie Wolken und Wurzeln Gesichter und Figuren sieht entdecken können. Und das hat mich dazu gebracht, eine Wurzel, in der ich einen Kentaur gesehen habe, zehn Mal in Holz vergrössern zu lassen.
MAURO: Wie hast du diesen Auftrag erhalten oder wie bist du dazu gekommen, ein solches Projekt zu realisieren?
RENÉ ODERMATT: Im Jahr 2005 hat es in der Schweiz ein grosses Hochwasser gegeben. Und zum Beispiel das Ufer des Sarnersees wurde dazumals komplett überschwemmt und zerstört. Das Wasser kam bis nach Sarnen hinein. Danach wurde alles neu gestaltet mit dem Lido Campingplatz und dem Fussballplatz. Und ein Wettbwerb auf Einladung war dann ausgeschrieben, um in diesem grossen Bereich Kunst im öffentlichen Raum zu planen und zu realisieren. Das ist der Grund, dass ich dann für diese Arbeit angefangen habe, zu überlegen, zu planen und auszuführen.
Also Mauro, ich wünsche dir weiterhin viel Spass und Vergnügen beim Betrachten von Kunst und ich wünsche dir eine gute Zeit für deine Zukunft.
Ich danke dir.
°°
ART'S COOL oder "Art is cool"!
Dies ist eine Begegnung mit einem zeitgenössischen Kunstwerk in der Schweiz, betrachtet, erkundet, und hinterfragt von jungen Menschen. Auf die Fragen der Jugendlichen geben wiederum die Künstlerin oder der Künstler auf ihre Weise eine Antwort. Ganz einfach, nicht?
In dieser zweiten Saison lädt unser Podcast dich ein, Werke ausserhalb der üblichen Ausstellungsorte zu besuchen, meistens im Freien! Fast jede Woche entdecken wir gemeinsam eine künstlerische Schöpfung, die irgendwo in der Schweiz im öffentlichen Raum zu finden ist.
Heute ging es um " Kentaur " von René Odermatt, untersucht vom neugierigen Blick von Mauro. Lassen Sie es sich nicht entgehen, das Kunstwerk selbst zu entdecken, im Seefeld in SarnenDer Ort liegt im Kanton Obwalden, direkt an der Ausfahrt der Sarner Aa.
Sammle zeitgenössische Kunst mit deinen Ohren! Die Webseite artscool.ch/de präsentiert alle Episoden, die seit Herbst 2021 ausgestrahlt wurden. Eine vielfältige und wachsende Sammlung! Ausserdem findest du dort alle Portraits der jugendlichen Fans der zeitgenössischen Kunst, die Kurzbiographien der interviewten Künstlerinnen und Künstler und die Bilder der Werke.
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Mit der Stimme von Florence Grivel in der französischen Version und Stephan Kyburz in der deutschen Version.
Musik and Sounddesign von Christophe Gonet.
Dies ist eine Produktion Young Pods.