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Die Fertigung einer Habano
Die aussergewöhnliche Fertigung der Zigarren beginnt mit dem vollen Reifegrad der zu verwendenden Tabakblätter. Im 18. Jahrhundert erreichten Zigarren durch britische Seeleute und Soldaten erstmals Nordamerikanische Gebiete und wenig später bereits Europa.
Bei der Fertigung der Zigarren werden grundsätzlich zwei Methoden unterschieden. Dies sind einerseits die Longfiller und andererseits die Shortfiller.
„Totalemente a Mano Tripa Larga“ – Vollständig von Hand gefertigte Longfiller
„Totalemente a Mano Tripa Corta“ – Vollständig von Hand gefertigte Shortfiller
Der Grossteil der sogenannten premium Zigarren sind Longfiller und somit vollständig von Hand, aus ganzen Tabakblättern gefertigte Zigarren. Der Regulierungsbeirat, welcher für die geschützte Herkunftsbezeichnung (D.O.P.) steht, definiert den Qualitätsstandard wie folgt: Zigarren sind ausschliesslich von Hand gerollt, bestehend aus Einlage und Umblättern, welche von Hand geerntet und ausschliesslich auf den Vegas de Primera in der Vuelta Abajo gewachsen sind.
Einige Hersteller fertigen neben den Longfillern ebenfalls sogenannte Shortfiller. Diese bestehen im Gegensatz zu den Longfiller nicht aus ganzen Tabakblättern, sondern aus Blatteilen, welche vollständig von Hand zu einer Zigarre gerollt werden. Grundsätzlich können die Einlage und Umblätter aus sämtlichen Anbaugebieten von Kuba mit einer geschützten Herkunftsbezeichnung stammen.
Deckblätter, welche die endgültige Einsortierung überstanden haben, werden für die Fertigung verwendet. Als erstes werden die Bündel bestehend aus 40 bis 50 Tabakblättern befeuchtet und gereinigt. Nachdem die Tabakblätter die richtige Feuchtigkeit aufweisen, werden diese von erfahrenen Arbeiter und Arbeiterinnen entrippt (entfernen der zentralen Ader des Blattes). Durch dieses Vorgehen werden die Blätter in zwei Hälften geteilt und anschliessend nach Farbabstufungen in rund 25 Grössenklassen einsortiert. Durch die Grössensortierung können die Deckblätter bereits in diesem Stadium den endgültigen Formaten zugeordnet werden.
Die Einlage und Umblätter hingegen, werden in deutlich grösseren Bündeln zuerst durch Trocknung oder Befeuchtung in den optimalen Feuchtzustand versetzt und eins bis drei Tage in Holzbehältern gelagert bis sie zur weiteren Verwendung bereits sind.
Jede Marke hat ihre eigene Mischung (Ligada), welche durch den Regulierungsbeirat kontrolliert und überwacht wird. Die Überwachung der Rezeptur ist zentral und bestimmt die spätere Qualität und den Charakter der Zigarre massgeblich.
Drei Jahre nachdem das erste Tabakblatt von Hand geerntet wurde, beginnt die weitere Verarbeitung zur Habano.
Die Qualitätskontrolle
Eines der wichtigsten Merkmale echter kubanischer Zigarren "Habanos" ist die Qualitätskontrolle, welche jede einzelne Zigarre durchlaufen muss. Zigarren mit einer minderwertigen Qualität werden direkt entsorgt.
Die Supervisor, welche selber auch Zigarren rollen aber über eine jahrelange Erfahrung und über überdurchschnittliche Fertigungskünste verfügen, überwachen dauernd die Arbeit der ihnen unterstellten Zigarrenrollern. Diese werden wiederum vom Betriebsleiter "jefe de galera" überwacht. Der Betriebsleiter achtet dabei vorallem auf die angewandten Techniken, die Massgenauigkeit sowie auf die Fertigungsqualität seiner Mitarbeiter.
Fertig gerollte Zigarren werden in aufeinander gestapelten Holzkistchen, welche einseitig offen sind und durch eine Nummer versehen, jedem einzelnen Zigarrenroller eindeutig zugewiesen werden können, zwischengelagert. In einem zweiten Schritt gelangen die Zigarren nun zu den Fachexperten der Qualitätskontrolle, welche ihre Arbeit äusserts genau nehmen und die Zigarren auf Gewicht, Länge, Durchmesser, Festigkeit, Herstellungsqualität und auf ihr äusseres Aussehen hin prüfen. In einem separaten Schritt prüfen die Experten den vorschriftsgemässen Aufbau des Zigarrenkopfes.
Auch jetzt werden die Zigarren noch nicht in die Verkaufskistchen verpackt sodern durchlaufen weitere Qualitätskontrollen. Dazu gehört die wichtige Verkostung der Zigarren. Täglich werden durch die Fabrikeigenen Zigarrenverkoster, stichprobenartig verschiedene Zigarren geraucht und mittels einem 6 Punkte - Parametersystems bewertet resp. beurteilt. Während einer sogenannten Verkostersitzung werden bis zu fünf Zigarrenformate, sogenannte Vitolas, verkostet und auf ihren Zugwiederstand, Abbrand, Stärke, Geschmack und Aroma hin bewertet.
Die Verkoster wiederum stehen im Dienste der nationalen Verkosterkommission, welche zum Tabakforschungsinstitut gehört und mit dem Regulierungsbeirat für die geschützte Herkunftsbezeichnung (D.O.P.) Habanos verbunden ist.
Für einen perfekten Rollprozess müssen die Tabakblätter befeuchtet werden, wodurch die frisch gerollten Zigarren noch eine hohe Feuchtigkeit aufweisen. Somit werden die Habanos nach der Qualitätskontrolle für ungefähr eine Woche in die sogenante Ruhezeit geschickt. Die Habanos lagern nun in einem speziellen Lagerraum, ausgestattet mit spanischer Zeder, bei rund 18°C und 65% bis 70% Luftfeuchtigkeit, damit sie die überschüssige Feuchtigkeit verlieren. Nach der Ruhezeit sind die Zigarren grundsätzlich bereits rauchbar wobei die optimale Lagerdauer für Habanos bis zu 8 Jahre benötigt. Im Volksmund wird der Ruheraum einer Zigarrenmanufaktur auch als "Schatzkammer bezeichnet".
Die Farbsortierung und Anlegung der Zigarrenringe
Die hochpreisigen Natruprodukte aus Kuba müssen den höchsten Ansprüchen genügen, bevor diese in den Fachhandel zum Verkauf gelangen. Für jede Zigarrenkiste wird die farbliche Harmonie der Deckblätter von Hand sichergestellt. Die Sortierer einer Zigarrenmanufaktur arbeiten jeweils zu zweit, um die gleiche Farbtönung der Deckblätter in jeder Zigarrenkiste oder Zigarrenbündel zu garantieren. Dabei unterscheiden die Sortierer bis zu 60 Farbtöne und ordnen die Zigarren in der Kiste so an, dass ein gleichmässiger farblicher Verlauf gewährleistet ist. Als letzte Qualitätskontrolle, können die Sortierer Zigarren zurückweisen, welche anschliessend entsorgt werden.
Der Sortierer unterscheidet grundsätzlich in 5 Grundfarben. Dies sind: Claro - Colorado claro - Colorado - Colorado maduro - Maduro. Diese Grundfarbe wird dann für den Endverbraucher entsprechend deklariert.
Anschliessend wird die Zigarre durch den Zigarrenring oder auch Bauchbinde genannt, gebrandet. Die Bauchbinden dienen einereits dazu optisch zwischen den Zigarrenmarken zu unterscheiden und andererseits dazu Fälschungen und Imitationen zu erkennen. Für das anbringen der Zigarrenringe ist die "Anilladora" zuständig. Sie bringt die Bauchbinde mit hoher Vorsicht an jeder einzelnen Zigarre an und legt diese anschliessend wieder in der vom Sortierer vorgegebenen Reihenfolge zurück in die Kiste. Für viele Zigarrenraucher sind die Bauchbinden heute eine begehrtes Sammlerstück geworden.