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Bereits zum zweiten Mal hat die Brass Band Eglisau am 23. November 2019 am Schweizerischen Brass Band Wettbewerb in Montreux in der neu geschaffenen Kategorie Elite teilgenommen. Mit dem Höchstklasse-Aufgabestück «Extreme Make-over» von Johan de Meij ist der Band eine phantastische Aufführung gelungen, welche von der internationalen Jury mit 94 Punkten bewertet wurde. Damit erspielte sich die Brass Band Eglisau, unter der bewährten musikalischen Leitung von Andreas Buri, den hervorragenden dritten Podestplatz.
Der Schweizer Brass Band Wettbewerb vereint jeweils am letzten Novemberwochenende die landesweite Bläserelite. 63 Brass Bands teilen sich in sechs (vormals fünf) verschiedene Kategorien auf und streiten mit musikalischen und technischen Höchstleistungen um den Schweizermeistertitel. Nach der erfolgreichen Einführung der neuen Kategorie Elite (zwischen Höchstklasse und 1. Kategorie) im letzten Jahr fand nun die zweite Auflage des Wettbewerbs in den 6 Kategorien statt. Die Anzahl der Teilnehmer beläuft sich auf erfreuliche 63 Bands.
Wettbewerbsstück Kategorie Elite «Extreme Make-over» von Johan de Meij, Holland
«Extreme Make-over» besteht aus einer Reihe von Metamorphosen eines Themas aus Peter Tschaikowskis bekanntem Andante cantabile. Das Hauptthema des Andante cantabile basiert auf einem russischen Volkslied. In «Extreme Make-over» wird dieses Thema in seiner Originalform von einem Blechbläserquartett präsentiert. Bei der Reprise des Themas schleichen sich, fast lautlos, gedämpfte Kornette zu den Solisten ein und verlängern jede Note der Melodie, als ob man das Fortepedal eines Klaviers gelockert hätte. Die erste Metamorphose geht von einem einzigen Ton aus, zu welchem sich die beiden folgenden Töne des Themas in glockenähnlichen Akkorden hinzugesellen. Die Ergänzung der tieferen Sekunde führt in eine völlig neue Klangwelt und beschliesst die erste Metamorphose. Das kanonische Thema des Finales vorwegnehmend, bildet ein Paukensolo den Übergang zum Alla marcia. Dieser Satz ist in einem robusten neoklassizistischen Stil komponiert, gewürzt mit Zitaten, wie zum Beispiel Bruchstücken aus Tschaikowskis vierter und sechster Sinfonie und der Fantasie-Ouvertüre «Romeo und Julia». Der folgende Satz stellt eine eher unkonventionelle Instrumentengruppe vor: zehn gestimmte Flaschen, die von Kornettisten gespielt werden. Diese Gruppe bildet dann die Begleitung zu einem ausgedehnten Marimbaphon-Solo, wodurch allmählich eine Art Gamelan-Effekt entsteht. Beim Komponieren für die gestimmten Flaschen verwendete Johan de Meij die ‘Hoquetus’-Technik: Jeder Spieler produziert eine einzelne Note der Melodie oder des Akkords. Dieser filigrane Satz schliesst nahtlos an das Finale, eine kanonische Behandlung des Themas, an. Durch alle Instrumentengruppen sausend, führt sie zu einem festlichen Schluss.