Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03592.jsonl.gz/2744

Welche Auswirkungen haben stationäre und ambulante Behandlungen von Essstörungen? Wo liegen Gemeinsamkeiten und Unterschiede? Diesen Fragen gingen Forscherinnen und Forscher aus Deutschland und der Schweiz nach. In der Studie wurden Behandlungsmerkmale und -ergebnisse anhand psychometrischer Erhebungen und des Body-Mass-Indexes von 116 Patientinnen mit Anorexia nervosa oder Bulimia nervosa analysiert. Die Patientinnen erhielten routinemässige kognitiv-verhaltenstherapeutische Interventionen, entweder im Rahmen einer vollstationären Behandlung oder als ambulante Therapie.
Die wichtigsten Ergebnisse:
- Patientinnen in Vollzeitbehandlung erhielten durchschnittlich 38 (Bulimia nervosa) respektive 65 (Anorexia nervosa) psychotherapeutische Sitzungen innerhalb von drei Monaten. Demgegenüber erhielten Patientinnen mit Anorexia nervosa oder Bulimia nervosa in ambulanter Behandlung lediglich 8 bis 9 Sitzungen.
- Eine Vollzeitbehandlung war sowohl bei Frauen mit Anorexia nervosa (d = 0,48–0,83) als auch bei Frauen mit Bulimia nervosa (d = 0,48–0,81) mit deutlichen Verbesserungen aller gemessenen Variablen verbunden.
- Die ambulante Behandlung bei Frauen mit Anorexia nervosa war mit einem geringeren Anstieg des BMI (d = 0,37) und bei Frauen mit Bulimia nervosa mit geringeren Verbesserungen aller gemessenen Variablen verbunden (d = 0,27–0,43).
- Bei Frauen mit Anorexia nervosa korrelierte die Verringerung der Essstörungs-Pathologie mit der Anzahl der psychotherapeutischen Sitzungen.
- Unabhängig von Diagnose und Behandlungs-setting wurde eine vollständige Remission der Symptome selten innerhalb der drei Monate erreicht – die Raten lagen zwischen 0 und 4,4%.
- Die stationäre Behandlung geht mit rascherer Symptombesserung gegenüber einer ambulanter Behandlung einher. Eine vollständige Remission wird jedoch auch hier nicht erreicht.
- Bereits eine geringe Anzahl ambulanter Sitzungen kann bei Frauen mit Anorexia nervosa zu relevanten Verbesserungen der Essstörungs-Pathologie und der Gewichtszunahme führen.
Die gesamte Studie finden Sie unter dem folgenden Link: