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12 Mai
Wer hat’s erfunden…?
Nein, diesmal nicht die Schweizer! Viele fragen uns, wie das Ganze mit dem elektrischen Einrad angefangen hat, und wer denn nun eigentlich der Erfinder des ganzen ist.
Es scheint so, dass Shane Chen, Besitzer von Inventist, Inc., der Vater des selbststabilisierenden elektrischen Einrades ist. Doch wer ist dieser Shane Chen, welcher über 30 Patente für Erfindungen besitzt, überhaupt?
Shane Chen wuchs in Beijing, China, auf und besuchte in Peking die Universität für Landwirtschaft und machte dort den Bachelor in Agrarmeteorologie. China war zu der Zeit ein schwieriges Terrain, um sich selbstständig zu machen und ein wachsendes Unternehmen zu gründen. Er arbeitete viele Jahre in der chinesischen Regierung und entwarf dort wissenschaftliche Instrumente. Aber der Wunsch nach einer eigenen Firma wurde immer grösser, und so verschlug es ihn 1980 nach Amerika, um bessere Möglichkeiten zu erhalten und um das zu tun, was er immer wollte: Erfinden. 1990 gründete er das Unternehmen CID. Inc., ein Unternehmen, welches sich auf die Entwicklung wissenschaftlicher Instrumente für die Agrarforschung spezialisiert hat.
Im Jahre 2003 gründete Chen schliesslich Inventist, Inc., mit dem einen Zweck, mehr Mainstream Erfindungen und Ideen zu entwickeln. Die Büros seiner Firma in der kleinen Stadt Camas, Washington, sind mit den Kadavern von ausgefallenen Erfindungen übersät, von welchem jedes einzelne nur einem Zweck dienen sollte, den Menschen in Bewegung zu setzen.
Ich erfinde ständig Dinge. Es sind in der Regel 5 oder 6 verschiedene Dinge, an denen ich gerade arbeite. Die meisten davon scheitern, aber ich werde immer besser. Früher hatte ich bei etwa 1000 Erfindungen 1 Erfolg. Heute vielleicht bei 5 oder 10 von 100 Erfindungen.
Dies führte schliesslich auch zur Erfindung des selbststabilisierenden elektrischen Einrades. Doch nicht nur das Solowheel und das Hovertrax (Hoverboard) erfand er, sondern auch andere Produkte, wie beispielsweise den Aquaskipper, ein muskelbetriebenes Tragflügelwasserfahrzeug, gehören zu seinen geistreichen Entdeckungen. Aber auf sein Solowheel ist er besonders stolz, und das nutzt er Tag für Tag. Das Hovertrax bezeichnet er als ein Spielzeug. Es macht Spass, aber man kann es nicht für den Transport verwenden. Es ist nicht so sinnvoll wie das Solowheel.
Nun, wenn aber der Erfinder in Amerika wohnt, weshalb kommt denn die ganze Ware aus China? Leider ganz einfach. Alles wurde gestohlen und kopiert und der Marktpreis derart gedrückt, dass der gute Mann nichts mehr anderes machen konnte, als sich zu ergeben. Denn egal, wie viele Patente man hat, in China gelten eigene Gesetze.
Wenn Sie ein Produkt haben, das sich ein paar Mal verkauft hat, können Sie die Produktion einfach stoppen. Wenn das Produkt aber zu wertvoll wird, gibt es nichts mehr, was man tun kann, um das Ganze zu beenden. Es ist wie ein Tsunami. Legal oder illegal, sie werden es tun, wie Drogen nehmen.
Kurz vor Weihnachten 2015, als die Hoverboards den Markt dominierten, flog Shane Chen nach China, um seine Peiniger zu konfrontieren, denn er war es, der in seinem Labor 4 Jahre lang am Hovertrax getüftelt hatte und nicht diejenigen, die jetzt seine Erfindung kopierten, den Namen zu Hoverboard änderten, zu hunderttausenderweise auf den Markt warfen und schliesslich Prominente belieferten, die dann auf Kopien herumfuhren.
Jemand machte viel Geld, aber es war nicht Shane Chen. Er vermarktete sein Design unter dem Namen Hovertrax. Günstige Imitationen, hergestellt in chinesischen Fabriken, haben den Markt bei etwa einem Viertel der Kosten überschwemmt und für viele negative Schlagzeilen gesorgt.
So beschloss er nach China zu gehen, um sich selber ein Bild davon zu machen. Die Besitzer der Hoverboard-Fabriken dankten ihm für seine Erfindung. Sie seien sich wohl bewusst, dass sie sein Patent verletzten, aber sie seien auch informiert, dass es nichts gäbe, was er dagegen tun könnte. Wenn man die Geschichte betrachtet, sind die Erfinder diejenigen, die meistens leer ausgehen. Verdienen tut jemand anderes.
Es ist sehr entmutigend, dass die ganzen grossen Supermärkte und Kaufhäuser den Fälschern den Weg erleichtern, in dem sie sich mit Imitationen abgeben. Das Patentsystem funktioniert nicht, wenn etwas beliebt ist. Mit so etwas wie Hovertrax ist ein Patent fast nutzlos.
Das grosse Problem bei den Hoverboards ist der Preis. Die Fälschungen sparen Produktionskosten mit schwächeren Motoren und minderwertigen Batterien. Dies macht das Gerät instabil, und die Personen fallen schnell einmal vom Rad. Wegen der minderwertigen Batterien ist es auch anfällig, Feuer zu fangen, weshalb viele Fluggesellschaften den Transport verboten haben. USA hat sogar mittlerweile den Import und China den Export verboten, derart artete das Ganze aus. Die Verantwortlichen kümmerten sich nicht um die Qualität, sie interessierte nur der Preis.