Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03516.jsonl.gz/0

Batman, Spider-Man oder die Avengers-Filme basieren allesamt auf Superhelden-Comics. Doch bei den folgenden Streifen wissen nur die wenigsten, dass sie einen Comic-Ursprung haben.
Leonardo, Donatelo, Raphael und Michaelangelo. Hier ist nicht die Rede von den vier italienischen Renaissancekünstlern, auch wenn diese Namensgeber waren, sondern von vier sprechenden, mutierten Ninja-Riesenschildkröten. 1990 eroberten die Teenage Mutant Ninja Turtles mit ihrem ersten gleichnamigen Realfilm die Kinos und die Herzen der Zuschauer. Ihre Anfänge hatten sie damals noch auf Papier, im Comic «Teenage Mutant Ninja Turtles Volume 1» vom Mirage Publishing Verlag aus dem Jahre 1984. Damals waren die Comics noch in schwarz-weiss gehalten und schlugen eher einen ernsteren Weg als der Film ein. Dennoch orientierte sich der Film stark am Original, anstatt an der beliebten und erfolgreichen Fernsehserie aus den 80ern. Weniger Blut, dafür eine grosse Portion Humor.
Wer hätte gedacht, dass diese Film-Trilogie auf Comics basiert? 1990 brachte der kanadische Verlag Aircel eine Miniserie unter dem Namen «The Men in Black» heraus. Sieben Jahre später entschied man sich, die Comic-Reihe zu verfilmen - gespickt mit Stars, wie Will Smith oder Tommy Lee Jones. Ähnlichkeiten zur Vorlage sind aber nur wenige vorzuweisen. Die Handlung ist im Gegensatz zum Film viel brutaler und all die Dämonen, Zombies und Mutanten waren für den Film zu mystisch und angsteinflössend. Deswegen entschieden sich die Produzenten auch hier für mehr Humor und lustig aussehende Ausserirdische.
Als «Sin City» 2005 in die Kinos kam, hätte wohl niemand damit gerechnet, dass dieser Film solch einen Erfolg erzielen würde. Die Handlung ist in mehrere surreale Geschichten, die grösstenteils unabhängig voneinander spielen, aufgeteilt. Bruce Willis, Elijah Wood oder Jessica Alba sind nur wenige von vielen Hollywod-Stars, die im Film eine Rolle haben. Die Comicserie «Sin City» von 1991 bis 1992, geschrieben von Autor Frank Miller, galt eigentlich als unverfilmbar, dennoch nahm sich der Regisseur Robert Rodriguez den Comic zur Vorlage für seine Verfilmung. Er distanzierte sich keineswegs vom farblosen Original und drehte den Film ebenso in schwarz-weiss. Augen, Autos, Lippen, Blut oder Wolken wurden aber anders als im Comic farblich dargestellt. Im Gegensatz zum Film räumte der Comic elf Eisner Awards (der Oscar unter den Comics) ab. Mit «Sin City 2» kam letztes Jahr der zweite Film in die Kinos, welcher auf der Sin-City-Comic-Serie «A Dame to Kill For» basiert. Doch im Gegensatz zum ersten war der zweite Streifen ein Reinfall.
Auch dieser Blockbuster hatte seine Anfänge auf Papier. Doch «V wie Vendetta» weicht grösstenteils von seiner Comicvorlage ab. Denn die Handlung des gleichnamigen Comics, aus dem Jahr 1988 bis 1989, spielt in den 90ern. Im Film spielt die Geschichte dafür in einem futuristischen London in den 2030ern. Dazu bekommt die Hauptfigur «V» eine Veränderung, denn im Film wird er durch ein Feuer verunstaltet und im Original sieht er wie jeder andere Bürger normal aus. Nicht jeder konnte mit der Änderung etwas anfangen. Der Autor Alan Moore distanzierte sich vom Film, weil er den zugrundeliegenden Konflikt zwischen den beiden Polen Faschismus und Anarchismus in seinem Comic durch einen Gegensatz zwischen gegenwärtigen amerikanischen Neo-Konservatismus und amerikanischen Liberalismus ersetzt sah. Dennoch sind Film und Comic empfehlenswert.
Das Meisterwerk des Regisseurs Zack Snyder basiert auf der gleichnamigen Comicreihe, die im Jahr 1998, geschrieben und gezeichnet von Frank Miller, rauskam. Snyder ist dafür bekannt, dass er sich stark an eine Vorlage hält. Dies hat er auch in diesem Film gezeigt, indem er die Story grösstenteils übernommen hatte und sie durch verschiedene Handlungen und Figuren noch ergänzte. Vor allem die visuelle Umsetzung der Farbpalette und die Stimmung der Vorlage fallen auf. Dazu wurden einige Protagonisten nicht so düster und negativ dargestellt wie in den Comics. Frank Miller war von der visuellen Umsetzung begeistert, dennoch störten ihn die inhaltlichen Änderungen. Für eine nächste Verfilmung eines Miller-Comics würde Miller es gerne selbst adaptieren und die Regie übernehmen. Der nächste Blockbuster von Zack Snyder wird dann «Batman v Superman» kommenden März sein, der teilweise Panels aus dem Comic «Batman: Die Rückkehr des Dunklen Ritters» vorweist.
Bei diesem Film wissen vermutlich die wenigsten, dass er einen Comic-Hintergrund hat. Auch wenn es nicht viel mit der 2003 bis 2005 erschienen gleichnamigen Serie, die vom britischen Autor Mark Millar geschrieben und von J.G. Jones gezeichnet wurde, zu tun hat, sind dennoch einige Ähnlichkeiten zum Original auszumachen. Zum Beispiel kommt die erste Hälfte des Films teilweise nah an die Vorlage ran. Auch das Ende weist viele Ähnlichkeiten auf, doch die Szenen wurden vermischt und hatten somit nicht dieselbe Reihenfolge wie im Comic. Nebenbei verzichtete Regisseur Timur Bekmambetow auf die Superheldenkostüme aus dem Comic, was Millar in die Karten spielte. Denn in seinem Werk wollte er kurz vor dem Druck seine Helden doch nicht in knappen Outfits sehen, doch seine Zeichner vergassen dies damals zu korrigieren.
«Watchmen», geschrieben von Alan Moore und gezeichnet von Dave Gibbons, gehört zu den bedeutendsten Werken der Comic-Literaturgeschichte. Alan Moore zeigt uns in seinem DC-Comic-Roman, dass selbst Superhelden nicht immer so ein perfektes Leben führen, wie wir uns das denken. Alkoholprobleme, sexuelle Belästigungen oder Verrat sind nur wenige Punkte ihres chaotischen Alltags. Regisseur und Comic-Leser Zack Snyder nahm das Werk in die Hand und brachte einen grandiosen Film auf die Leinwand. Kein anderer Comic-Film liegt so nah an seiner Vorlage wie dieser. Die Panels wurden 1:1 aus dem Comic in den Film übertragen. Auch alle Figuren wurden so beibehalten. Winzige Veränderungen gab es aber trotzdem: Schlägereien werden im Film blutiger und brutaler dargestellt als im Comic. Sexszenen wurden offener gezeigt, im Original aber sie nur im kleinen Bildausschnitt angedeutet. Doch diese kleinen Änderungen schadeten dem Film nicht. «Watchmen» muss man gelesen und gesehen haben!
«The Walking Dead» gehört neben «Game of Thrones» zur den momentan beliebtesten Serien. Die Produktion aus den USA läuft seit 2010 und kann bis heute fünf Staffeln vorweisen. Doch alles begann mit einer gleichnamigen Comic-Serie aus dem Jahr 2003, veröffentlicht vom Verlag Image Comics. Die Idee kam vom Autor Robert Kirkman und Zeichner Tony Moore und reifte zur einer der erfolgreichsten Serien bei Image Comics, die heute noch läuft und schon über 145 Ausgaben zählt. Auch hier gibt es Ähnlichkeiten sowie Differenzen. Figuren wie «Merle» und «Daryl» wurden extra für die Serie erfunden, andere aus der Vorlage übernommen. Diese wurden dann mit einem etwas veränderten Ego ausgestattet. Dazu wurde meistens noch eine komplett neue Handlung ausgedacht oder es wurden Szenen aus dem Comic übernommen, die in der Serie irgendwo dazwischengeschoben wurde.
«Kick Ass», ein Film für Klein und Gross, doch ein Comic gedacht für Erwachsene. Beide Formate weisen Ähnlichkeiten auf, haben aber dennoch ihre Differenzen. Der Comic ist in vielen Aktionen brutaler dargestellt als der Film. Vor allem in Sachen Blut haben Mark Millar und der Zeichner John Romita Junior ihr volles Potenzial ausgeschöpft. Der Film erinnert an ein Tarantino-Werk. Das war auch einer dieser Gründe, warum die achtteilige Comic-Miniserie «Kick Ass» (2008-2010) ein R-Rating (nicht jugendfrei) bekam. Neben der Gewaltdarstellung gibt es noch weitere kleine Unterschiede. Während im Film die Hauptfiguren «Dave» und «Katie» zusammen kommen, obwohl er sie wegen seiner angeblichen Homosexualität angelogen hatte, verlässt sie ihn im Comic. Desweiteren gibt «Big Daddy» zu, dass seine Herkunftsgeschichte reine Erfindung war, während im Film an seiner Herkunftsgeschichte festgehalten wird. Vor zwei Jahren kam mit «Kick Ass 2» der zweite Teil raus, doch dieser konnte das Kinopublikum nicht überzeugen. Deswegen lohnt es sich auch mal in die Comics reinzuschauen. Zurzeit gib es drei Bände und eine «Hit-Girl» Solo-Ausgabe.
«Kingsman - The Secret Service» ist die letzte bekannte Comic-Verfilmung, die bei uns in den Kinos anlief. Der Agenten-Film basiert auf der sechsteiligen Comic-Reihe «The Secret Service» von 2012, die unter dem Verlag Icon Comics lief. Geschrieben von «Kick-Ass» und «Wanted» Autor Mark Millar und gezeichnet von Dave Gibbons. Der Comic und der Film erzählen die selbe Geschichte. Eine Agentenorganisation, die die Schulung eines Agenten mitverfolgt. Doch in Sache Figuren-Namen kommen Veränderung auf. Im Film heisst die Hauptperson «Harry», im Comic heisst sie «Jack». Im Comic sind «Jack» und «Gary» miteinander verwandt, im Film werden sie erst zu richtig guten Freunden, nachdem «Garys» Vater «Jack» das Leben rettet. Dazu wird die starke familiäre Komponente des Comics extrem heruntergefahren. Auch bei der Art der Ausbildung unterscheiden sich das Original und der Film stark, aber der grundlegende Ton ist derselbe.