Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03311.jsonl.gz/2106

Immer mehr Männer greifen zu Nadel und Wolle. Stricken entspanne und baue Stress und Frustrationen ab, rufen uns amerikanische Psychologen zu. Erst in den letzten Jahrhunderten entwickelte sich Stricken zu einer Frauentätigkeit. Vor dem 16. Jahrhundert waren es vor allem Männer, die gestrickt haben. Stricken galt als anspruchsvoller klassischer männlicher Handwerksberuf. Sogar Friedrich der Grosse soll gestrickt haben. Das Bild zeigt einen strickenden Mann in der Schweiz im Jahr 1965.
Dass Stricken ein Männerberuf war bezeugen die deutschen Maler Johann Baptist Kirner und Carl Spitzweg.
Kirner malte einen «Strickenden Mann in Uniform» und Spitzweg einen «Strickenden Mönch mit Katze».
Auch heute sollen nach Angaben amerikanischer Modezeitschriften immer mehr Männer stricken. Als Beispiel werden der kanadische Schauspieler Ryan Gosling und sein amerikanischer Kollege David Arquette aufgeführt.
Kommt Stricken (Schweizerdeutsch: «Lisme») auch bei Männern wieder in Mode? Es gäbe gute Gründe dafür: Stricken wirkt gegen Demenz, ist ideal für die Motorik, vertreibt Niedergeschlagenheit und baut Erschöpfung und Qualen ab. Und fördert die Konzentration. Einigen Managern könnte man zurufen: «Strickt wieder, Männer!» Stricken statt Psychotherapie, Stricken statt Anti-Depressiva!
(J21)