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In der Nord- und Ostschweiz zeichnet sich für den Winter 2014/2015 eine Tendenz zu milden Temperaturen ab. Ein ausgesprochen kalter Winter erscheint weniger wahrscheinlich. So stand es in der saisonalen Vorhersage von Meteoschweiz vom Herbst 2014. Diese Aussage bleibt bestehen, auch wenn es am 28. Dezember 2014 die ersten zählbaren Beiträge zur Kältesumme, dem Seegfrörni-Indikator, gab.
Nach dem Winter 2014/2015 (also Anfang April 2015): Zwar eine doppelt so hohe Kältesumme wie im Winter 2013/2014, aber immer noch nur die Hälfte der Kältesumme, die für eine Seegfrörni am Pfäffikersee erforderich wäre, so hat sich der Winter 2014/2015 gezeigt. Bekanntlich lässt sich an Einzelereignissen, wie es eben eine Seegfrörni ist, ein (Mensch gemachter) Klimawandel nicht ablesen. im 19. Jahrhundert gab es (gemäss Wikipedia) zwischen 1830 und 1880 ebenfalls keine Seegfrörni am Zürichsee, es folgten aber 1891 und 1895 die Seegfrörnen 3 und 4 des Jahrhunderts. Im 20. Jahrhundert fanden zwei Seegfrörnen statt, die letzte 1963, vor mehr als 50 Jahren. Zwar kein Beleg, aber immerhin ein Hinweis, dass sich das Klima ändern könnte.
Zwischenstand 7. Februar 2015: die seit dem 1. November 2014 zusammengekommenen Kältesummen an den drei grösseren Zürcher Seen liegen etwas über den Werten des letzten Winters. Die vor allem wegen des Windes bissige Kälte wird gemäss Wetterbericht nur noch einige Tage anhalten, danach dürfte es wärmer werden. Die für eine Seegfrörni nötige Kältesumme dürfte im Winter 2014/2015 an keinem der drei grösseren Zürcher Seen erreicht werden.
Hier ist sie, die Grafik mit dem Verlauf der Kältesumme an den drei grösseren Zürcher Seen im Winter 2014/15:
Im Vergleich die Kältesummen der letzten Winter für den am ehesten gefrierenden grösseren Zürcher See, den Pfäffikersee:
Zur Kältesumme: es braucht für den Zürichsee eine Kältesumme von 320, für den Greifensee eine solche von 160 und den Pfäffikersee von 120 Kelvin. Sowohl im MeteoSchweiz-Text wie auch in Wikipedia findet sich die Definition der Kältesumme: Die Kältesumme eines Winters oder Monats erhält man, indem man alle Beträge negativer Tagesmitteltemperaturen (Temperaturen unter 0°C) aufsummiert.
Zum Zitat von MeteoSchweiz zu Beginn dieses Beitrages: MeteoSchweiz hat unterdessen auf eine 3-Monatsprognose umgestellt. «Kalt» ist für Januar bis März 2015 immer noch weniger wahrscheinlich als «mittel» oder «mild».