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Historienfilm
China / Hongkong / Südkorea 2008
Alternative Titel Saam gwok dzi gin lung se gap; 三國之見龍卸甲
Regie
Daniel Lee Yan-Kong
Drehbuch Daniel Lee Yan-Kong, Lau Hi-Leung nach einer Story von Daniel Lee Yan-Kong
Darsteller Andy Lau Tak-Wah, Sammo Hung Kam-Bo, Maggie Q, Vaness Wu Jian Hao,
Andy On Chi-Kit, Yu Rongguang, Ti Lung, Pu Quanxin, Yueh Hua, Hui Chen-Zhi, Damian Lau Chung-Yan
Länge 101 Min.
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 14
|Humor||Spannung||Action||Gefühl||Anspruch||Erotik|
|.||.|
©
Text Marco, molodezhnaja 5.7.08
© Bilder Taewon, Screenshots molodezhnaja
STORY
China zu Beginn des 3. Jahrhunderts: Die drei Königreiche Wei, Wu und Shu liegen im Krieg. Einer der vielen Soldaten, die für diese Machtspiele den Kopf hinhalten, ist Zhao Zilong (Andy Lau) aus Changshan. Er kämpft die die Shu-Armee unter König Liu Bei (Yueh Hua). Nachdem die Shu-Armee dank einem cleveren Schlachtzug des Militärstrategen Zhuge Liang (Pu Quanxin) die Oberhand über die mächtige Wei-Armee von König Cao Cao (Damian Lau) erlangt hat, kesselt Wei die Truppen Lius auf der Phoenix Anhöhe ein. Dort zeigt Zilong an der Seite seines Freundes Luo Ping-An (Sammo Hung) Heldenmut und wird alsbald in den Rang eines Generals erhoben - an der Seite der vier Tiger-Generäle, unter ihnen Guan Yu (Ti Lung) und Zhang Fei (Hui Chen-Zhi). 20 Jahre später ist nur noch Zilong übrig. Seine Gegnerin: Cao Caos Enkelin Cao Ying (Maggie Q).
REVIEW
Dass "Three Kingdoms" mit Originalität eher geizen wird, macht schon der Vorspann klar, dessen Musik frappant an die "Dollar"-Kompositionen von Ennio Morricone erinnert. Im Film selbst warten dann noch mehr Morricone-inspirierte Klänge auf die Zuschauer - doch an dem Punkt dürfte man sich längst über den Mangel an Einfallsreichtum in anderen Bereichen ärgern. So ist etwa die Story recht dünn, den Kampfszenen fehlt das Flair und die Dramatik entsteht aus Genre-erprobten Standardsituationen.
Das ist darum enttäuschend, weil als Vorlage Luo Guanzhongs chinesischer Literaturklassiker "Romance of the Three Kingdoms" dient, der auch John Woos noch im selben Jahr lancierten "Red Cliff" die Handlung liefert. Dieser epische Roman basiert grösstenteils auf historischen Fakten und dichtet sich den Rest dazu. "Three Kingdoms" geht noch einen Schritt weiter und belässt gerade noch den historischen Rahmen intakt. Geschichtlich interessiertes Publikum ist bei diesem Unterhaltungsfilm also nicht gut aufgehoben, weil sich Regisseur Daniel Lee ("Black Mask", "Dragon Heat") von den etwas japanischen Kostümen bis zur Figurenzeichnung sehr viele Freiheiten nahm.
Doch ist man mal über diesen Schock hinweg, vermag der Film oft zu unterhalten. Kameramann Tony Cheung (Eye in the Sky) erschuf ein paar ansprechende Bilder, die Kampfchoreografie von Sammo Hung und Yuen Tak sorgt für ein paar schöne Blutergüsse und die Handlung mit ihrem klassischen Hintergrund ist nie langweilig. Wenn überhaupt wünscht man sich etwas mehr Hintergründe. Mehr epische Hintergründe. "Three Kingdoms" ist eher die Light-Variante, zwar gross in seinem Aufwand (er soll 25 Millionen Dollar gekostet haben), aber klein in seinen Ambitionen.
Andy Lau lässt sich dadurch nicht einschüchtern. In seinem dritten Historienfilm in eineinhalb Jahren (nach Warlords und Battle of Wits) zeigt er in der Rolle des legendären Helden einmal mehr, dass er zu den charismatischsten Köpfen des chinesischen Kinos gehört. Der sympathische Sammo Hung bietet ihm eine Stütze, die mittlerweile primär in Amerika arbeitende Maggie Q eine elegante Gegnerin. Doch schon sie haben nicht so viel zu tun. Noch weniger Arbeit bekommen teilweise bekannte Nebendarsteller wie die jungen Vanness Wu und Andy On oder die Veteranen um die Shaw Brothers-Legenden Ti Lung und Yueh Hua.
Von einem Historienfilm dieser Grösse erwartet man jedoch nicht primär eine Vorführung in Schauspielkunst. Und selbst wenn doch, so wird man in dem Bereich eh nicht komplett enttäuscht. Gleiches gilt für die Präsentation - auch wenn mir die Kämpfe etwas zu chaotisch waren und die historischen Fakten etwas zu lasch gehandhabt wurden. Immerhin wird der in der chinesischen Populärkultur als enorm böser Mensch betrachtete Cao Cao hier halbwegs mit Ehre gefüllt und seine Enkelin (ein Einfall des Films) kämpft auch nicht gerade frei von Respekt. Die grösste Änderung dürfte aber sein, dass Zhao Zilong hier aus dem Nichts zum General wird, während er tatsächlich eine lang zurückreichende Beziehung mit König Liu hatte. Dies erlaubt den Filmemachern jedoch die typische "vom Tellerwäscher zum Millionär"-Formel auf Schlachtfeld zu münzen.
"Three Kingdoms" hat mir trotz seinen Defiziten etwas besser gefallen als der letzte chinesische Historienfilm The Empress and the Warriors. Er bietet was fürs Auge, offeriert taktisch spannende Manöver und langweilt so gut wie nie. Das macht aus ihm zwar noch keinen Curse of the Golden Flower und auch ein Warlords ist qualitativ nicht in Griffweite - doch immerhin macht das Mini-Epos Lust auf John Woos Red Cliff. Es kann schliesslich nie genug Filme über wichtige chinesische Epochen geben ...
MEINE DVD
Hongkong, Code 3, NTSC
Bild: Anamorphic Widescreen
Ton: Mandarin 5.1 und DTS mit englischen und chinesischen Untertiteln.
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