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Das Modellvorhaben «Hauptstadtregion Schweiz» wurde Mitte 2009 von Stadt und Kanton Bern initiiert mit dem Ziel, die Zusammenarbeit der Kantone und Städte in einem gemeinde- und kantonsübergreifenden Perimeter rund um Bern zu intensivieren und die Kräfte und Potentiale der gesamten Grossregion zu bündeln und intensivieren. Dazu schlossen sich die fünf Kantone Bern, Freiburg, Solothurn, Neuenburg und Wallis sowie 20 Städte und Regionen Ende 2010 im Verein «Hauptstadtregion Schweiz» zusammen. Die geografische Nähe zur Bundespolitik soll zur Stärkung von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten genutzt werden. Aufgegleist wurde die neue Plattform als Schnittstelle für die koordinierte Wahrnehmung gemeinsamer Interessen gegenüber dem Bund und den Schweizer Metropolitanräumen. Die verbindenden Projekte in der Hauptstadtregion sind vielfältig angelegt und greifen in die Bereiche Verkehr, Bildung, Kultur, Raumentwicklung und Agglomerationspolitik.
Starke Dynamik in der Hauptstadtregion Schweiz
Der Zusammenschluss zur Hauptstadtregion erfolgte als Reaktion auf die Definition der Metropolitanregionen im Entwurf des Raumkonzepts von 2008: Der Konzeptentwurf bezeichnete die Region Bern nicht als Metropolitanregion, sondern sprach ihr den Rang eines Städtenetzes zu. Diese Charakterisierung löste eine neue Dynamik in der Region aus. Das Modellvorhaben hat diese Dynamik unterstützt und dazu beigetragen, dass mit der Gründung des Vereins «Hauptstadtregion Schweiz» binnen kurzer Zeit eine vorbildliche Zusammenarbeitsstruktur auf grossregionaler Ebene geschaffen werden konnte. Im überarbeiteten Raumkonzept, das Bund, Kantone und Gemeinden sowie deren Organisationen im Herbst 2012 verabschiedeten, haben diese Anstrengungen Eingang gefunden: Die «Hauptstadtregion Schweiz» wurde als neuer Raumtyp eingeführt und mit den drei Metropolitanräumen Bassin Lémanique, Zürich und Basel in die Gruppe der «grossstädtisch geprägten Handlungsräume» aufgenommen. In dieser Gruppe hat die Hauptstadtregion eine spezifische Funktion: Als Zentrum für nationale Politik und Verwaltung und Brücke zwischen den Landesteilen erbringt sie einen Service public für das ganze Land. In der Mitte der Metropolitanräume Zürich, Basel und Bassin Lémanique gelegen, nimmt die Hauptstadtregion eine wichtige Schaltstelle zwischen diesen Räumen ein.
Vom Wissenstransfer profitieren
Das Modellvorhaben «Hauptstadtregion Schweiz» wurde vom Bund seit 2009 finanziell, inhaltlich und fachlich unterstützt und fand nach der Vereinsgründung und der Anstellung eines Geschäftsführers Ende 2011 seinen erfolgreichen Abschluss. Im Vergleich zu anderen Projekten konnte die Zusammenarbeit in der Hauptstadtregion schnell gefestigt werden - unter anderem, weil auf bereits bestehende Erfahrungen anderer Modellvorhaben zum Thema Zusammenarbeit auf grossregionaler Ebene zurückgegriffen werden konnte. Von diesem durch die Modellvorhaben intendierten Wissenstransfer können auch weitere Handlungsräume profitieren.
Herausforderungen für die Zukunft
Nicht ganz erreicht waren Ende 2011 die Ziele beim Bekanntheitsgrad und bei der Anerkennung der Anliegen des Vereins. Eine weitere Herausforderung sind auch die unterschiedlichen Interessen, Erwartungen und Mitwirkungsmotive der Vereinsmitglieder sowie die kantonal und kommunal unterschiedlich geprägten Entscheidwege. Die Positionierung der Region konnte verstärkt werden, doch muss die Region die Wahrnehmung ihrer spezifischen Funktionen und ihres Profils noch weiter verbessern. Besonders im Bereich Governance zeigt sich die Hauptstadtregion modellhaft: Die Einbindung von fünf Kantonen und 20 Städten und Regionen stellt sicher, dass ein Grossteil der Akteure des Handlungsraums in die Prozesse und Projekte eingebunden sind. Auch das Arbeiten in flexiblen Perimetern darf als innovativ bezeichnet werden - es ist bis heute am Weiterwachsen und bietet sich als gutes Zusammenarbeitsmodell auch für andere Grossregionen an.