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Ligne d'Italie
|Kürzel||LI|
|Bahntyp||Normalbahn|
|Betriebseröffnung||1859-07-14|
|Mutiert||Ab 1874-06-01 Simplon|
|Daten vorhanden||ja|
|Daten subsummiert||S|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die LI, in der Statistik auch «Walliserbahn» genannt, war eine reine Aktiengesellschaft und hatte keine Anleihen. Das Kapital stammte aus Frankreich. Treibende Kräfte hinter dem Projekt waren der Walliser Staatsrat einerseits, der Graf Adrien de la Valette andererseits. Die LI nahm 1859 auf der Strecke Bouveret–Martigny den Betrieb auf, bis 1868 kam die Verlängerung nach Sierre hinzu.
Der Name der LI war Programm: es sollte via Wallis und Simplon die erste transalpine Bahnlinie zwischen Frankreich und Italien entstehen. Die Verbindung nach Genf und Frankreich war entlang des südlichen Genferseeufers geplant. Nach detaillierten Schätzungen der Statistik 1868 (S. 22 f.) betrugen die gesamten Baukosten bis zu diesem Zeitpunkt rund 25.5 Mio. Franken (die späteren Bände gaben jedoch 24.68 Mio. an; wir haben diesen Wert aufgenommen). Dem Unternehmen war jedoch kein Erfolg beschieden, unter anderem deshalb, weil 1860 Savoyen in den französischen Staat eintrat und mit der Eröffnung des Mont-Cenis-Tunnels 1871 (Lyon–Turin) eine direkte Konkurrenzlinie entstand. Die LI musste 1871 zum ersten Mal, 1874 zum zweiten Mal zwangsliquidiert werden und ging zum fast lächerlichen Kaufpreis von 202'422 Franken plus 500'000 Franken Kaution an eine neue Gesellschaft über, an die Ligne du Simplon (S). Die Aktionäre verloren sämtliches Kapital, die Baukosten wurden abgeschrieben. Die Verluste der ersten Liquidation (1871 abgeschlossen), sofern solche überhaupt anfielen, konnten wir aus den Angaben der Statistik nicht rekonstruieren.
Die Daten zur LI sind unter dem Namen/Kürzel «Ligne du Simplon» (S) gespeichert.
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: