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Julius Bär hat die Erstpublikation des "Global Wealth and Lifestyle Report 2020" veröffentlicht. Der Bericht gibt einen Überblick über die Preistrends von Premiumgütern und -dienstleistungen in 28 Städten weltweit. Ein besonderer Fokus des Berichts liegt auf dem Thema "bewusster Konsum".
17.01.2020, 05:00 Uhr
Redaktion: lek
In der Erstpublikation des "Global Wealth and Lifestyle Report 2020" untersucht die Bank Julius Bär die Preisentwicklung und das Konsumverhalten weltweit, um die Welt des Luxus besser zu verstehen. Der globale "Julius Bär Lifestyle Index" zeigt, dass Asien für den Luxuskonsum die teuerste Region ist, während Europa die günstigsten Preise bietet. Die Region Nord- und Südamerika liegt im mittleren Bereich, wobei die lokalen Preisunterschiede beträchtlich sind. Die Regierungspolitik, Steuern, Dienstleistungsgebühren und lokale Währungsbewegungen trugen am stärksten zu Preisunterschieden zwischen Regionen und Städten bei. Insgesamt zeigt der Report, dass die weltweite Nachfrage nach Luxusgütern weiterhin stetig zunimmt.
Grosse Unterschied zwischen und innerhalb der Regionen
Für die Studie wurden die Preise von 20 Premiumgütern und -dienstleistungen in 28 Städten weltweit erhoben: zehn in Asien-Pazifik, zwölf in Europa, Nahost und Afrika sowie sechs in Nord- und Südamerika. Daraus ergibt sich, dass Asien die teuerste Region ist, insbesondere was Wohnimmobilien betrifft. Fünf der zehn teuersten Städte weltweit befinden sich in Asien. Was die Preise von Luxusautos anbelangt, liegen acht die zehn teuersten Städte des Index in Asien. Für kleinere Güter hingegen bietet Asien ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.
Europäische Städte – insbesondere Barcelona und Frankfurt – weisen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für luxuriöses Leben auf. In Barcelona ist besonders der Premiumimmobilienmarkt gegenüber anderen europäischen Städten relativ günstig, während Frankfurt bei portablen High-End-Gütern und Hotelsuiten kosteneffektiv ist. London hingegen ist die teuerste Stadt der Region, dicht gefolgt von Zürich, wo Dienstleistungsgebühren, Hotelübernachtungen und Essen teurer sind. Die Schweizer Limmatstadt rangiert im weltweiten Vergleich auf Rang 9, hinter Taipei und noch vor Monaco (siehe Grafik unten). Wer allerdings in Kontinentaleuropa auf der Suche nach Luxus-Bekleidung und Schmuck ist, findet in Zürich und Frankfurt das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Luxusmarkt der Schweiz wird in der Studie mit einem Wert von rund 3 Mrd. US-Dollar pro Jahr beziffert.
Gesamtranking über alle 28 Städte
Asien mit grossen Gegensätzen
Interessant ist, dass Asien mit Hongkong die teuerste und mit Mumbai die günstigste Stadt der Welt beherbergt. Hongkong gilt weltweit als teuerste Stadt für Immobilien, Schönheitsdienstleistungen, gehobene Küche, Flüge der Business Class und Anwaltshonorare. Schanghai ist die Nummer zwei, sowohl der Region wie auch weltweit. Was Immobilien und Hotels anbelangt, ist Schanghai günstiger als Hongkong, aber eine teure Destination für portable Güter wie Uhren und Damenhandtaschen sowie für Dienstleistungen (Anwälte, Personal Training). Mumbai bietet für fast alle Güter und Dienstleistungen ein ausserordentliches Preis-Leistungs-Verhältnis.
Die Region Nord- und Südamerika belegt insgesamt den zweiten Rang. Hier führt New York die Liste an, während Vancouver die Stadt mit den erschwinglichsten Preisen von Luxusgütern in der Region ist. In Nordamerika sind aufgrund der hohen Arbeitskosten Dienstleistungen besonders teuer, während in Lateinamerika hohe Steuersätze die Preise von Premiumgütern und -dienstleistungen in die Höhe treiben. In Südamerika sind Premiumwohnimmobilien in Rio de Janeiro und Mexico City ein Schnäppchen, doch dem stehen teurere Güter und Dienstleistungen gegenüber.
Bewusster Konsum bleibt im Trend
Der Bericht betont im Speziellen auch das Thema des bewussten Konsums, was eine Verlagerung zu "weniger ist mehr" bedeutet: weniger Verschwendung und Güterkult, dafür mehr Erlebnisse und Erfahrungen. Da die Gesellschaft eine nachhaltigere Zukunft fordert, ist Nachhaltigkeit immer mehr zu einem Thema für Regierungen, Aufsichtsbehörden und Zentralbanken geworden. Die Studie zeigt auf, dass es in Europa und Nordamerika weniger geläufig ist, dass die Konsumenten einen Aufschlag für verantwortungsvoll hergestellte Güter zahlen, da eine strenge Regulierung bereits bei konventionellen Gütern hohe Standards bietet. Konsumenten in Asien und Lateinamerika sind hingegen eher bereit, sich aufgrund von Nachhaltigkeitsaspekten für ein bestimmtes Produkt zu entscheiden. Hauptgrund dafür könnte ihre direkte Erfahrung mit den vom Menschen verursachten negativen Auswirkungen des Wirtschaftswachstums sein, wie dem Report zu entnehmen ist.
Nicolas de Skowronski, Head Wealth Management Solutions bei Julius Bär, erklärte: "Unsere Analyse zeigt das wachsende Bedürfnis von Konsumenten, ihre Kaufentscheidungen mit ihren sozialen, ökologischen und politischen Überzeugungen in Einklang zu bringen. Dies hat mit den Millennials begonnen, die den Stab aber nun definitiv an die nächsten Generationen weitergereicht haben. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass nun auch die Generation Alpha (also Personen mit Jahrgängen ab 2010) aktiv wird. Der bewusste Konsum wird Bestand haben."
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