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Dr Chräuel ist eine Alp auf der linken Talseite mit den üblichen drei Stafeln. Der untere Stafel, auf einer Terrasse auf 1290 Metern gelegen, war zeitweise, so Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, ganzjährig bewohnt und heisst deshalb auf der 25’000er-Karte Chräuelberg; nördlich davon liegt der Eggeberg. Die Alp zieht sich steil hinauf bis in die Chräuelchämm auf über 2000 Metern; sie ist auch heute nur zu Fuss erreichbar.
Woher hat die Alp ihren Namen? Mittelhochdeutsch kröuwel bedeutet Kralle, Tatze. Wir kennen das Wort noch als Bezeichnung für eine Gartenhacke. Der Abhang unterhalb des unteren Stafels mit seinen vielen Wasserläufen hat die Form einer grossen Tatze mit vielen Krallen, was besonders gut erkennbar ist, wenn die Runsen nach viel Regen Wasser führen oder wenn die Wasserläufe gefroren sind. Der Hang sieht dann aus wie eine grosse Pfote mit gläsernen Krallen. So scheint der tatzenförmige Hang der darüber liegenden Alp den Namen gegeben zu haben.
Auf der gleichen Talseite liegt die Nachbaralp Laueli, die Verkleinerungsform von Laui = Lawine. Der Unterstafel liegt mitten in einem Lawinenzug; die fast jährlich niedergehende Lawine fliesst im Mettle Richtung Särft und heisst deshalb Mettlelaui.
Auf der gegenüberliegenden Talseite liegt die Alp Fittere mit dem Mittelstafel Bärebode auf 1777 Metern. Die Herkunft des Namens ist unsicher, falls Fittere mit Fritere (ein Berghangs an der Klausenstrasse) gleichzusetzen ist, würde es Rutschung, Abbruch bedeuten, von Lateinisch fractura, Romanisch fritjiras.
Das grösste Alpgebiet der Gemeinde liegt im Mülibachtal. Die Alp Mülibach wird schon in einem Alpbrief von 1416 erwähnt. Heute dient das Gebiet vier Sennten als Sommerweide. Vom über dem Üblital gelegenen Unterstafel Schlössli hat man einen Ausblick wie von einem Schloss, der Name des Oberstafels im Lüser deutet auf das Vorkommen von Sauerampfern oder auf einen in der Nähe gelegenen kammartigen Grat hin (Lüser = Lauskraut oder Lauskamm). Auch zuhinterst im Chrauchtal in Matt gibt es einen Lüser. Weitere Alpen liegen auf der rechten Talseite des Mülibachtals.
In einem Seitental liegt die Rinderalp im Widersteiner Loch. Durch dieses Tal führt der Fussweg über die Widersteiner Furggle zu den Murgseen (St. Gallen). Eine Furggle ist ein Passübergang, ein Bergsattel, von Romanisch furca = (zweizinkige) Gabel.
Hoch über dem Üblital liegt die bis in die 1990er-Jahre von Schafen beweidete, jetzt aber nicht mehr bestossene Gufelialp, versteckt hinter dem Chilchli, einem kirchturmspitzartigen 2018 Meter hohen Nebengipfel des Hatzgestogg.
Ein Chugelris ist anderswo ein Chegelris, also ein Kegelspiel oder ein Kegelspielplatz. Im Chugelris wurde also einmal mit Kugeln gespielt oder gekegelt. Bezeichnenderweise liegt das Chugelris in der flachen Talebene, auf 780 Metern bei der Einmündung des Mülibach in den Särft.
Ältere Leute benutzen das Wort Ris noch für einen Satz Spielfiguren oder Spielkarten, «es Ris Jasscharte». Ursprünglich ist mit Ris oder Riss das angezeichnete, angerissene Spielfeld gemeint.
Einen Chegelbode findet man auf 1700 Metern auf der Ochsefitterealp. Ob auf dieser fast ebenen Weide einmal gekegelt wurde oder ob Chegel = Trämmel, Baumstämme, dem Boden den Namen gegeben haben, lässt sich nicht mehr feststellen. Wenn man aber bedenkt, dass es im Chüetal in Matt auf über 1900 Metern einen Tanzboden und auf Camperdun in Elm auf 1900 Metern einen Spielboden gibt, kann es gut sein, dass auch der Chegelbode ein ehemaliger Spielplatz ist. Mit Spielplätzen in abgelegenen Gebieten wurden nämlich früher behördliche Spielverbote umgangen, z.B. im 17. Jahrhundert.
Im Namen Diggewald steckt das althochdeutsche dicco, mhd. dicke = dick, dicht (vgl. Dickicht = dichtes Gebüsch), oder dicco/dicke = häufig (im Elmer Dialekt bedeutet diggemal «häufig vorkommend»). So oder so ist ein dicht bewachsenes Waldstück gemeint. Es finden sich weitere Namen in der Zusammensetzung mit der Endung -wald. Oft sind sie nach einem Besitzer benannt, so der Leglerwald und der Mitlödner Wald, oder nach ihrer Lage wie der Blattebergwald oder der Oberrüteliwald. Namen mit Holz bezeichnen Waldstücke, in welchen geholzt wurde: Im Holz, Holzegg oder sogar Holzwald.
I de alte Baateili jedoch durften keine Bäume mehr geschlagen werden, weil der Wald «gebannt», also geschützt war (Baa = Bann, ein Förster hiess früher Baawart). Die Baateili (Teili sind Waldabschnitte) liegen auf 1740 Metern in steilem Gelände unterhalb des Gheistschwämmli.