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Artikel mit Tag Sommer11
Donnerstag, 28. Juli 2011
Das Hotel war wirklich alt und billig doch um halbwegs gut zu schlafen hat es gereicht. Etwas ĂŒberrascht war ich dann heute Morgen doch, als der Hotelier fĂŒr ein Brioche und einen Cappuccino zusĂ€tzliche fĂŒnf Euro wollte. Netterweise sagte er das vorher und fĂŒgte er gleich an, dass ich dies in der Caffetteria nebenan gĂŒnstiger erhalten wĂŒrde, so dass es mir nicht schwer fiel, dankend zu verzichten. Es gibt Leute, die wollen einem einfach nichts verkaufenâŠ
Ich fuhr dann jedoch zuerst aus Caserta heraus, bis ich im nĂ€chsten Dorf bei einem kleinen LebensmittelgeschĂ€ft einen FrĂŒhstĂŒckshalt einlegte. Ich kaufte ein Jogurt, einen halben Liter Milch, ein frisch zubereitetes Schinken-/KĂ€sebrot und eine grosse Flasche Mineralwasser, was insgesamt 3 Euro 80 kostete.
Es folgte eine kleine Kuppe mit nachfolgender Abfahrt und dann einige flache Kilometer in Richtung der ersten Berge. Das Wetter war heute sehr stark bewölkt und in den HĂŒgeln hingen schwere Regenwolken, so dass ich förmlich damit rechnete, nun nach ĂŒber einem Monat Trockenheit wieder einmal die Regenjacke benutzen zu mĂŒssen. Ich packte zur Sicherheit schon mal die Lenkertasche in eine der wasserdichten Seitentaschen und die Regenjacke oben drauf.
Die Strasse hoch zum âMonte Maggioreâ wurde schmaler und schmaler und ich befĂŒrchtete schon bald, dass der Asphalt enden und eine Schotterstrasse weiterfĂŒhrt, doch dem war nicht so. Auch der Regen schien andere Wege zu nehmen, so dass ich nur nass vom Schwitzen und nicht vom Regen wurde. Auf 750 Metern ĂŒber Meer war dann der höchste Punkt erreicht und nebst ein paar HĂ€usern gab es auch einen schönen kleinen Platz, von dem man scheinbar eine gute Aussicht hĂ€tte geniessen können, doch heute war ausser weissgrauen Wolken nichts zu sehen.
Auf der nachfolgenden Abfahrt wurden dann die Strassen nass und ich dankte Petrus, dass er es vorher hatte regnen lassen und ich verschont geblieben bin. Nach einem kurzen flachen StĂŒck stieg meine Route ein zweites Mal an, wobei ich gerade um die Mittagszeit in den recht hĂŒbschen Ort âTeanoâ kam. In den engen Innenstrassen habe ich mich dann etwas verfahren, weil meine Streckenplanung stets in falscher Richtung durch Einbahnstrassen wollte und bei den engen PlatzverhĂ€ltnissen sollte man das dann doch bleiben lassen. Ich fand kein passendes Restaurant, doch bei einem kleinen Platz gab es einen Mini-Mercato und gleich daneben ein FrĂŒchte- und GemĂŒseladen. So kaufte ich etwas Brot, eine Flasche Fanta, drei Pfirsiche und fĂŒnf Pflaumen und picknickte auf einer Parkbank.
Der zweite Berg hiess dann âRocca Monfinaâ und fĂŒhrte mich auf knapp 800 Meter ĂŒber Meer. Ab etwa 600 Metern ĂŒber Meer enden die Hasel- und Baumnussanbaugebiete und man fĂ€hrt lange Zeit durch kultivierte EdelkastanienwĂ€lder, was sehr schön anzusehen ist. Hier musste es sehr stark geregnet haben, denn immer wieder wurde Laub, Erde und Steine quer ĂŒber die Strasse gespĂŒlt und blieb da liegen. Ich musste ziemlich langsam bergrunter fahren, denn erstens wollte ich nicht total dreckig werden und zweitens ist der dadurch rutschige Untergrund ideal um sich ungewollt hinzulegen.
Als sich der Wald lichtete sah ich in das schöne Tal des âSuioâ. Die Abfahrt ins Tal war steil und brachte die Bremsen zum glĂŒhen. Die nachfolgende Fahrt entlang des Suino in Richtung Meer dahingehend interessant, dass man an bestimmt zehn ThermalbĂ€dern mit Hotels oder Sanatorien vorbeikommt und auch an einer Mineralwasserfabrik.
Ich dachte eigentlich, dass ich nun bald ans Meer komme, doch es zog sich noch ziemlich hin und so brauchte ich noch zwei Pausen in Bars, wo ich mich mit Coca Cola wieder aufpeppte. Kurz vor âFormiaâ war es dann endlich soweit und ich kam an die KĂŒste.
Ein Strandbad reihte sich an das andere, doch es war fast nichts los, denn noch immer war es stark bewölkt, am Meer windete es wie immer und die Temperatur war kaum bei 25° Grad. Es gab da wieder die bekannten Ferienhaussiedlungen und auch ein paar Hotels, doch ich dachte mir, dass mir das zu öde ist und ich lieber im Ortskern ein Hotel suche. Ich habe dann Formia aufgekreuzt und nichts gefunden. Dann dachte ich, dass es wohl entlang der KĂŒste Hotels gibt, doch das war auch eine FehleinschĂ€tzung, denn da gab es nur viele prĂ€chtige Villen und kein Hotel.
So ging es weiter bis zum Ortseingang von âGaetaâ einer auf einer Landzunge gebauten, alten Stadt. Gleich am Ortseingang gab es ein Hotel-Infoschild, doch darauf waren nur sieben Hotel aufgelistet. 2x 2 Stern, 3x 3 Stern und 2x 4 Stern. Ich versuchte es zuerst bei den Zweisternhotels, wobei ich das erste gar nicht finden konnte. Irgendwie fuhr ich im Kreis, doch ein Hotel war nicht zu sehen. Langsam war ich mĂŒde und genervt.
Dann versuchte ich es beim zweiten Zweisternhotel, welches ich tatsĂ€chlich auch finden konnte. Ausgebucht. Auf dem Weg zu einem Dreisternhotel fuhr ich direkt an einem Viersternbunker vorbei. Fragen kostet nichts. Stimmt. FĂŒr das Einzelzimmer wollten sie aber 110 Euro, worauf ich dann doch dankend ablehnte.
Beim Dreisternhotel Serapo schien ich mehr GlĂŒck zu haben. Ja, sie hĂ€tten noch ein Einzelzimmer, fĂŒr 60 Euro. Ich war mĂŒde und wollte endlich unter eine Dusche, also sagte ich zu. Der Mann an der Reception nahm mir meine ID ab und meinte, dass ich doch schon mal das Velo in den Innenhof stellen und mit dem GepĂ€ck wieder herkommen solle. Er mache in der Zwischenzeit die Papiere bereit und zeige mir dann das Zimmer. Als ich dann wieder vor der Theke stand, legte der nette Mann einen Dackelblick auf, entschuldigte sich und sagte, dass sie leider nur noch ein Doppelzimmer frei hĂ€tten und er mir dieses statt fĂŒr 120 fĂŒr 80 Euro geben könne. Ich fĂŒhlte mich voll betrogen und er konnte froh sein, dass ich kaum italienisch sprechen kann, sonst hĂ€tte ich ihm meine Meinung gesagt. Ich ĂŒberlegte mir ernsthaft ob ich Nein sagen und mich wieder auf die Suche machen soll, doch ich war wirklich fertig. ZĂ€hneknirschend unterschrieb ich das Anmeldeformular, liess mich aufs Zimmer begleiten und kochte innerlich. Dieser Scheisskerl!
In solchen Situationen hilft es, wenn ich lange dusche, mich rasiere und auch sonst etwas pflege. Viel Zeit hatte ich jedoch nicht, denn ich wollte vor Einbruch der Dunkelheit noch ein paar EindrĂŒcke von der Altstadt von Gaeta gewinnen und Hunger hatte ich auch. Was fĂŒr ein Ferienstress!
Ich fand einen kleinen Imbiss, der fĂŒnf verschiedene Sorten Pasta und etwa gleichviel verschieden Pizza anbot. Das war genau das Richtige fĂŒr mich. Zuerst Pasta, dann Pizza und dazu eine grosse Flasche Bier, danach fĂŒhlte ich mich besser. Bis ich dann im Bett war, war es nach 23 Uhr⊠Das GPS sagt: 122 km., 6:50 Std., 1â680 Hm.
Mittwoch, 27. Juli 2011
Der gĂŒnstige Preis des 4*-Hotels relativierte sich dahingehend, dass man den LĂ€rm der Discothek bis morgens um ein Uhr erdulden musste, bevor an Schlaf zu denken war. DafĂŒr war das FrĂŒhstĂŒcksbuffet riesig und liess keine WĂŒnsche offen. Ich war also gut motiviert fĂŒr meine heutige Tour.
Zuerst fuhr ich die gleichen sechs Kilometer, die ich gestern zurĂŒck fuhr und schon bald musste ich feststellen, dass es nach Nola fĂŒr lange Zeit wirklich kein Hotel mehr gegeben hĂ€tte. Zum GlĂŒck fragte ich also gestern nach. Die Strecke wurde nĂ€mlich zusehens steiler und ich fuhr durch grosse AnbauflĂ€chen von Haselnuss und spĂ€ter von BaumnĂŒssen. Zwischenzeitlich war es heftig steil und da es heute ein ziemlich warmer Tag war, schwitzte ich schon bald heftig.
Leider habe ich derzeit keine Karte vor mir und die Ortsnamen sind mir nicht in Erinnerung geblieben, deshalb eher allgemeine Beschreibungen.
Bis nach âMontesarcchioâ waren es ziemlich hĂŒglige 30 Kilometer und so war es ziemlich genau zwölf Uhr mittags, bis ich da war. Der Ort wird von einem Kloster und einer Festungsanlage ĂŒberragt und da wollte ich natĂŒrlich auch hinfahren um ein paar Fotos zu schiessen. Eigentlich dachte ich, dass es danach nur noch ĂŒber einen kleinen HĂŒgel geht und dann viele flache Kilometer folgen werden, doch da tĂ€uschte ich mich gewaltig.
Aus dem kleinen HĂŒgel wurde ein richtiger Berg und ich war froh, als ich auf einer Tafel las, dass es auf 1â100 Metern ĂŒber Meer ein Rifugo gibt. Rifugios sind wie bei uns Bergrestaurants und meistens am höchsten Punkt gelegen. Ich kĂ€mpfte mich also da hoch und als ich dann endlich das Rifugio sah, war mir klar, dass ich mich selbst verpflegen musste. Da stand nur noch eine Ruine, bestimmt schon mehrere Jahre lang. Die Aussicht war aber dennoch ganz ausgezeichnet und so genehmigte ich mir ein Jugurt, einen Pfirsich und zwei Riegel aus der Tasche und trank den Rest des Wassers der Madonna (aus Castellammare di Stabio).
Nach der schönen Abfahrt in das nĂ€chste Tal folgten ein paar wenige flache Kilometer, bevor die Strasse gleich mit 10% Prozent anstieg. Zum GlĂŒck nur knapp 200 Höhenmeter, diese jedoch sehr gleichmĂ€ssig steil. Das musste ich natĂŒrlich mit einer Cola und einem GebĂ€ck in einer Bar belohnen.
Ich schaute auf die Karte, denn mittlerweile war es nach vier Uhr mittags und ich war auch langsam mĂŒde. Caserta war der nĂ€chste grosse Ort, wo ich ganz bestimmt ein Hotel finden wĂŒrde. Caserta⊠da war doch irgendetwasâŠ
Ich konnte mich nicht mehr wirklich erinnern, doch kaum lichtete sich der Wald auf der Abfahrt und ich bekam freie Sicht auf den Ort, war mir klar, worum es dabei geht. Da ist der bourbonische Königspalast mit seinem riesigen Park und der Quelle, die das Wasser drei Kilometer weit schnurgerade in Richtung Palast fĂŒhrt. Ich freute mich schon sehr darauf, als ich im Zentrum von Caserta noch einen typischen Velo-Auto-Zusammenstoss erlebte. Ich fuhr an einer Reihe geparkter Fahrzeuge entlang, als plötzlich eine AutotĂŒre aufging. Ich wich reflexartig aus, doch mit der rechten Seitentasche knallte ich halt doch noch in die TĂŒre. Zum GlĂŒck stĂŒrzte ich nicht, doch der Knall bei der BerĂŒhrung kam mir bekannt vor. So wie ich mir kurz vor Assisi die linke Satteltasche abgerissen hatte, so baumelte nun die rechte Tasche an der Halterung. Der Fahrer des Autos entschuldigte sich mehrfach, doch es war ja nichts Ernsthaftes passiert. Ich konnte weiterfahren und muss halt heute Abend auch die rechte Tasche reparieren. Ich weiss ja nun, wie das gehtâŠ
Dann konnte ich die wirklich einzigartige Anlage des Palastes besichtigen. Zum GlĂŒck war ich mit dem Velo da und man darf auch durch den Park fahren, denn hinauf bis zur Quelle und zurĂŒck, da kommen schon ein paar Kilometer zusammen. Ich will nicht mehr viele Worte darĂŒber verlieren, denn ich machte einige Fotos, die im Album zu sehen sind.
Ich fand dann auch schnell ein Hotel. Zwar einen ziemlich runtergekommenen Schuppen, doch es muss ja nicht immer Viersternekomfort sein. 40 Euro ist ja auch eher auf der gĂŒnstigen Seite. Da es da kein Internet gibt, machte ich mich auf die Suche nach einem Internetcaffee, wurde jedoch nicht fĂŒndig. Als ich mich bei einem zentralen Platz in ein Strassenkaffee setzte, zĂŒckte ich deas Netbook und liess mir alle verfĂŒgbaren WLAN-Netze anzeigen. Von den etwa zehn StĂŒck musste ich nicht lange probieren, bis ich ein ungesichertes Netz ohne Passwortabfrage fand und ĂŒber dieses Netz sende ich nun diesen Beitrag. Das GPS sagt: 103 km., 6:31 Std., 2â040 Hm.
Dienstag, 26. Juli 2011
Vielleicht lag es bloss am Wetter, doch irgendwie fand ich diesen Teil der AmalfikĂŒste noch schöner als den gestrigen Teil. âPraianoâ ist schon sehr schön und âPositanoâ ist einfach traumhaft. Weil es etwas kleiner ist als Amalfi und die Strasse oberhalb der Ortschaft durchfĂŒhrt, ist Positano einfach noch eine Spur romantischer. Ich kriegte etwas Herzschmerz weil ich mir wĂŒnschte, dass Karin mit dabei wĂ€re. Ihr gefĂ€llt die Gegend so gut und mit ihr wĂ€re halt vieles noch einen Tick schöner. Zu zweit nimmt man sich mehr Zeit, schaut mehr Dinge an und kann die Freude halt auch teilenâŠ
Nach Positano steigt die KĂŒstenstrasse noch ziemlich an und am Ă€ussersten Landzipfel, beim âMonte Lubrenseâ ist man dann auf knapp 500 Metern ĂŒber Meer und geniesst immer wieder grandiose Ausblicke der KĂŒste entlang. Man kann auch die Insel Capri sehen, doch fĂŒr ein Foto hatte ich einfach nie wirklich freie Sicht, da entlang der Strasse immer wieder BĂ€ume oder HĂ€user stehen.
Die nachfolgende Abfahrt nach Sorrento war ein Genuss, doch kaum im Ort begann schon wieder das grosse Verkehrschaos. Ich war froh, als ich unten an die Hafenpromenade kam und mir in einer schönen Caffeteria einen nĂ€chsten Cappuchino mit einem Vanille-Berliner einverleiben konnte. Das war ganz in der NĂ€he des touristenhafens und ich konnte zusehen, wie die Schnellbote in Richtung Capri sich fĂŒllten und losfuhren.
Kurz nach Sorrento folgt âVico Equenzeâ wo wir vor ein paar Jahren mit Freunden in den Ferien waren. Obwohl ich ziemlich aufgepasst hatte, konnte ich das Hotel in dem wir damals waren nicht sehen. Kurz danach kam ich nach âCastellammare di Stabioâ, wo ich unbedingt meine Trinkflaschen an der Quelle der âFonte della Madonnaâ auffĂŒllen musste. Obwohl aus bestimmt 8 Hahnen Wasser fliesst musste ich kurz anstehen. Einheimische kommen mit ganzen Kisten voller PET-Flaschen um diese hier zu fĂŒllen und dann im KĂŒhlschrank zu lagern, bis sie wieder leer getrunken sind. Das Wasser war frisch und schmeckte wirklich köstlich.
Schon bald darauf kam ich nach Pompei, was natĂŒrlich ein riesiger Touristenmagnet ist. Die Ausgrabungen der nach dem Vulkanausbruch mit heisser Asche zugedeckten Stadt hatte ich auch schon frĂŒher besichtigt, weshalb ich nur aussen am GelĂ€nde und an den dutzenden von SouvenierstĂ€nden vorbei gefahren bin. Im Zentrum von Pompei machte ich noch ein Foto der sehr schönen Kirche und machte mich dann auf den Weg in nördlicher Richtung um Neapel grossrĂ€umig zu umfahren.
Das bis in die Schweiz bekannte Abfallproblem wird dann rasch ersichtlich. Kaum hinter Pompei, wo kaum mehr Touristen hinfahren, tĂŒrmt sich noch immer Abfall entlang der Strassen und die geschmackliche Note ist deshalb nicht immer sehr angenehm. Generell fĂ€llt auf, dass hier sehr wenig Geld zur VerfĂŒgung steht. Viele HĂ€user sind in sehr schlechtem Zustand und die Strassen verdienen kaum diese Bezeichnung. Es sind Relikte von 500 Jahren Weg- und Strassenbau. Patchwork-Teppiche der ĂŒbelsten Sorte. Ăber weite Strecken ist der Belag aus grossen Steinquadern gefertigt, die furchtbar holprig sind. Wurde spĂ€ter eine Kanalisation verlegt, wurde etwas geteert oder betoniert oder einfach Sand aufgeschĂŒttet. Hier dachte ich das erste Mal auf dieser Tour, dass eine Federgabel nicht schlecht gewesen wĂ€re.
Als ich am spĂ€ten Nachmittag durch âNolaâ, eine grössere Ortschaft fuhr ĂŒberlegte ich kurz, ob ich schon ein Hotel suchen sollte, doch ich wollte noch etwas weiter fahren. In der Zwischenzeit verdichteten sich jedoch die Wolken und kaum eine halbe Stund spĂ€ter musste man ernsthaft mit Regen rechnen. Ich fragte in einer kleinen Ortschaft nach einem Hotel, doch da gab es nichts. Die Antwort war, ich mĂŒsse zurĂŒck nach Nola. Die anderen Orte in der Umgebung seien alle zu klein um ein Hotel oder ein Albergo zu haben. So drehte ich also wohl oder ĂŒbel um und fuhr wieder zurĂŒck.Gleich am Ortseingang von Nola sah ich das 4*-Hotel âI Gigliâ und dachte mir, dass dies bestimmt zu teuer ist. Nichts desto trotz wollte ich fragen und siehe da, ein Einzelzimmer mit FrĂŒhstĂŒck kostet ânurâ 50 Euro, was ich ja schon öfters bezahlt hatte. So freute ich mich, mal wieder 4 Sterne Luxus zu erleben und dadurch auch zu einem Internetanschluss zu kommen. Das GPS sagt: 114 km., 6:20 Std., 1â120 Hm.
Montag, 25. Juli 2011
Die 47 Kilometer bis nach âSalernoâ waren flach wie ein Pizzablech und die 14 Höhenmeter ergaben sich nur infolge von zwei BrĂŒcken, ansonsten wĂ€ren es Null Höhenmeter gewesen. Da es beinahe windstill war, kam ich super schnell vorwĂ€rts und brauchte dafĂŒr nicht einmal zwei Stunden.
Salerno selbst wollte ich nicht besichtigen und ist mir eigentlich nur durch den chaotischen Verkehr und die grosse Hafenanlage aufgefallen. In Gedanken an Karin, die Kreuzfahrten liebt, fotografierte ich das Schiff âMSC LIRICAâ, die gerade anlegte und die Passagiere ans Land spĂŒlte.
Nach einer kurzen Verpflegungspause freute ich mich dann auf ein weiteres UNESCO Weltkulturerbe, auf die âCosta Amalfitanaâ. Die Strasse wurde bald ziemlich eng und weil dieser KĂŒstenabschnitt in jedem ReisefĂŒhrer als âmustâ beschrieben wird, hatte es auch nicht wenig Verkehr. Zum GlĂŒck war es heute Montag und zum GlĂŒck war das Wetter nicht strahlend blau, denn sonst hĂ€tte es wohl noch mehr Leute unterwegs gehabt. Trotzdem konnte ich die kurvige Strasse geniessen und machte immer wieder kurze Fotopausen. So brauchte ich fĂŒr die 30 Kilometer bis nach âAmalfiâ fast genau gleich lange wie fĂŒr die 47 Kilometer bis nach Salerno.
Amalfi war mein erklĂ€rtes Tagesziel und deshalb begann ich meine Suche nach einer Unterkunft. Nach drei B&Bs und zwei Hotels war ich jedoch etwas ernĂŒchtert. Alles voll. Als ich die Touristeninformation sah war klar, dass dies die richtige Anlaufstelle ist. Ich musste einen Zettel mit einer Nummer ziehen und zehn Minuten warten, bis ich dran war. Die Antwort war dann einfach. Es gĂ€be derzeit nur noch 4 oder 5 Sterne UnterkĂŒnfte. Das wollte ich nicht, denn das wĂ€re bestimmt zu teuer. Ich setzte mich also in eine Bar und dachte schon, dass es das war. Noch ein paar Fotos machen und dann weiter fahren.
Gleich nach dem Kreisverkehr im Zentrum stockte der Verkehr, weil an einer engen Stelle unbedingt noch einer sein Auto mit Warnblinker abstellen musste. Ich wollte mich schon Ă€rgern als ich sah, dass er Koffer ins Auto packte und mir der Gedanke kam, dass da gerade ein Zimmer frei wird. âPiccolo Paradisoâ klang doch gut und fragen kostet nichts. Also stellte ich das Velo ab und wartete bis das Auto wegfuhr. Dann klingelte ich an der TĂŒre und eine nette Frau machte auf. Ja, Sie hĂ€tte ein Zimmer frei. Es sei jedoch ein Doppelzimmer, welches Sie normalerweise fĂŒr 120 Euro vermiete. Einer Einzelperson wĂŒrde Sie es fĂŒr 80 Euro geben. Ich schluckte. HEY! Ich bin nur einmal in Amalfi, das kann ich mir doch auch einmal leisten. Ich sagte also zu und war froh, eine Lösung gefunden zu haben.
Dass Amalfi teurer ist als andere Orte, war mir schon vorher klar und diese Erfahrung macht man in jeder Bar und bei jedem Souvenierstand. Doch so ist es nun mal. Es heisst ja AmalfikĂŒste und nicht irgendwie anders, das hat nun mal seinen Preis. Wer in Zermatt ĂŒbernachten will, weil er das Matterhorn sehen will, bezahlt auch mehr als unten im Tal.
Nach der Dusche erkundete ich noch etwas den Ort. Hier muss man fit sein! Ausser einer Stichstrasse in der Ortsmitte gibt es keine Strassen und ĂŒberall geht es Treppen hoch und runter. Das hat wirklich Charme! Wegen des bedeckten Himmels sind die Fotos leider nicht so kontrastreich geworden, doch alles kann man nun mal nicht haben. NatĂŒrlich gibt es sehr viele Touristen hier, denn viele Busse verkehren zwischen Salerno und Amalfi. So sah ich beispielsweise auch zwei Busse, die mit MSC-LIRICA angeschrieben waren und die viele Amerikaner hier her gebracht hatten.
Morgen will ich zeitig aufstehen, hoffe auf gutes Wetter und freue mich auf Positano, welches keine 20 Kilometer entfernt ist und das ich in guter Erinnerung habe. Das GPS sagt : 76 km., 3:54 Std., 390 Hm.
Sonntag, 24. Juli 2011
Nach einer guten Nacht startete ich der KĂŒste entlang in den Nationalpark des Cilento und des Vallo di Dianno. Der Tag begann sehr wolkig, mit nur knapp 25 Grad war es ein idealer Biketag und die befĂŒrchtete Hitze des SĂŒdens findet wohl ein ander Mal statt.
Die KĂŒstenstrasse bot tolle Einblicke in schöne Badebuchten, war jedoch ein stetes auf und ab. Es war abwechslungsreich und gegen Mittag kam ich nach âSapriâ, einer schönen, kleinen Hafenstadt in einer malerischen Bucht. Gleich an der Hauptstrasse sah ich einen einladenden Pizzaimbiss, der mich förmlich zu einem Mittagshalt einlud. Ich lehte das Bike an die Wand, kaufte mir ein schönes StĂŒck Pizza zusammen mit einer Cola und setzte mich unter den Sonnenschirm.
Plötzlich begann es zu regnen und ich war froh, im Trockenen zu sitzen. Es war nur ein kurzer Wolkenbruch, doch sofort kam Hektik auf und viele Leute rannten vom Strand in Richtung der Restaurants, wo sie Schutz unter einem Vordach suchten. Kaum hatte ich den letzten Bissen runtergeschluckt, hörte der Regen auf und liess dampfende Strassen zurĂŒck. Petrus muss ein Velofahrer sein, denn bis ich wieder abfahrbereit war, war der Spuk vorbei.
Schon ein paar Kilometer spĂ€ter bog meine Strecke von der KĂŒste landeinwĂ€rts ab, denn ich plante die Tropfsteinhöhlen der Bussento-Grotten zu besichtigen. Sofort war der Verkehr weg und ich genoss herrliche Kilometer abseits des Rummels. Das mit der Höhlenbesichtigung hat dann leider nicht geklappt. Im Infozentrum wurde mir erklĂ€rt, dass man die Höhlen nur mit FĂŒhrung besichtigen kann. Dazu mĂŒssen es mindestens fĂŒnf Teilnehmer sein und die zweistĂŒndige FĂŒhrung koste 25 Euro. Erstens war ich alleine im Infozentrum, zweitens war mir zwei Stunden zu lange, drittens 25 Euro eher etwas zu teuer und viertens erkannte ich auf den ausgestellten Fotos, dass man teilweise durch enge Stellen durchkriechen muss, was nichts fĂŒr meine (leichte) Platzangst ist.
Dennoch wollte ich ins Tal hinabsteigen um die dortige alte MĂŒhle sowie den Eingang zur Grotte zu sehen. Das hat mir dann auch gut gefallen und somit fand ich das ganze o.k.
Kaum wieder im Sattel kam ich am Bach Bussento vorbei und sah einen kleinen, verwunschenen Rastplatz unter einer alten BrĂŒcke. Ich parkte das Velo, nahm meine mitgefĂŒhrten Esswaren mit und machte nochmals eine schöne Pause. Das Wasser im Bach war ganz klar und ich konnte viele grosse Molche und ein paar Fische sehen. Ich zog die Schuhe aus und watete etwas durch das ziemlich kalte Wasser. Ein wunderbarer Ort. Dieser Halt lohnte sich sehr.
Eigentlich dachte ich, dass mich meine Strecke bald wieder ans Meer fĂŒhrt, doch dem war nicht so. Es folgte HĂŒgel um HĂŒgel und da langsam der Abend anbrach wurde mir klar, dass ich wohl nicht mehr bis zur KĂŒste komme. Macht auch nichts, denn in den HĂŒgeln ist es sowieso ruhiger und kaum hatte ich mich mit dem Gedanken angefreundet, kam ich auch schon an dem schönen Albergo Romeo in âBoscoâ vorbei. Ja, das gefĂ€llt mir. Ich fragte nach einem Zimmer und als ich die Speisekarte sah, war ich sogar bereit, Halbpension fĂŒr insgesamt 60 Euro zu buchen.
Das hatte sich dann auch wirklich gelohnt. Die Leute waren sehr nett, das Essen war reichlich und ausgezeichnet und das Zimmer war sauber und sehr ruhig. Ein schöner Tag. Das GPS sagt: 105 km., 6:27 Std., 2â040 Hm.
Am nĂ€chsten Morgen war der Himmel noch etwas dĂŒsterer und nun hatte es auch keine 25 Grad mehr. Ich machte mir deswegen jedoch keine Sorgen, denn schon bald wĂŒrde ich wieder am Meer sein und da ist es ja bekanntlich am wĂ€rmsten.
Der weitere Tagesverlauf ist eigentlich schnell erzĂ€hlt. Ich fuhr etwa 100 Kilometer entlang der KĂŒstenstrasse bis nach Agropoli. Da es Sonntag war und die Schnellstrasse weit im Landesinneren verlĂ€uft, war dies so ziemlich der verkehrsreichste Tag meiner Veloferien.
ErwĂ€hnenswert sind die sehr schönen Orte âPalinuroâ, âPisciottaâ und âPioppiâ. Alle liegen in kleinen Buchten, mit eigenem Badestrand sind wie kleine Ferieninseln. âPioppiâ ist deshalb erwaĂ€hnenswert, da hier scheinbar die âmediterrane KĂŒcheâ erfunden wurde, die wir im Schulunterricht so oft besprochen hatten (hallo Vitaltrainerinnen).
Nur etwa 10 Kilometer vor Agropoli liegt der Ort âSanta Maria di Castellabateâ, der wirklich super malerisch ist und da hĂ€tte ich schon fast ein Hotel gesucht. Ich tat es nicht, weil ich irgendwie die fixe Idee im Kopf hatte, bis zum Golf von Salerno zu fahren und dieser beginnt halt erst bei Agropoli. Ausserdem fand ich den Namen spannend und der Karte nach zu urteilen sollte der Ort auch so gross sein, dass ein Hotel leicht zu finden sein wird.
Da ich in all den oben erwĂ€hnten Orten mindestens eine Kaffeepause machte, dauerte es ziemlich lange und bis ich endlich in Agropoli war, war es schon nach sechs Uhr abends. Auf der KĂŒstenstrasse war auf beide Seiten stockender Kolonnenverkehr, doch Hotel gab es viele. Zuerst versuchte ich es bei zwei Bed&Breakfast, die jedoch beide voll waren. Dann kam ich zum Hotel Serenella. Ich kriegte ein Zimmer in der obersten Etage, mit einer Traumaussicht auf Meer, musste dafĂŒr jedoch 55 Euro bezahlen. Was sollâs, ich war zu mĂŒde um noch lange zu suchen.
Die gute Lage, mit den vielen kleinen Restaurants in der Umgebung machten es wett. Abends spazierte ich noch etwas der Strandpromenade entlang (wie ein echter Italiener dies am Sonntagabend tut) und ass in einer kleinen Pizzeria. Das GPS sagt: 117 km., 6:24 Std., 1â300 Hm.
Freitag, 22. Juli 2011
Ich war vorbereitet auf das magere FrĂŒhstĂŒck und bin deshalb schon mit einem Jogurt, etwas Milch und ein paar FrĂŒchten bewaffnet zum FrĂŒhstĂŒck erschienen. Zusammen mit dem Zwieback ergab das ein leckeres MĂŒesli und mit dem feinen Cappuccino ein gutes FrĂŒhstĂŒck. An der Stelle vielleicht mal eine kleine Korrektur betreffend den Brioche, die hier fast immer zum FrĂŒhstĂŒck serviert werden. Wenn sie frisch und warm sind, sind sie meist ganz lecker. Es gibt sie Nature, mit Vanille-, Schokoladen- oder Aprikosencreme gefĂŒllt und die habe ich alle wirklich gerne gekriegt. Der Graus sind aber die in einer Plastikfolie eingeschweissten Dinger, die vermutlich jahrelang haltbar und meiner Ansicht nach schlicht ungeniessbar sind. Einfach nur pampig, klebrig und lieblos. Von der Sorte gab es heute.
Das Wetter war aber wie gemacht fĂŒr einen tollen Velotag, wenn man mal vom immer noch heftigen Wind absieht. Die Sonne schien an einem wolkenlosen Himmel und es war um die 25 Grad warm. Mein Start lag auf 400 Metern ĂŒber Meer und ich wusste, dass mir ein paar lĂ€ngere Steigungen bevorstanden, denn meine Strecke fĂŒhrte nahe am Monte Pollino (2'436 m.ĂŒ.m.) vorbei, der diesem Nationalpark seinen Namen gab. Weil auch âFrancavilla sul Sinniâ ein HĂŒgeldorf ist, ging es zuerst einmal etwas bergrunter, was ideal war um einzurollen und die Beine etwas in Schwung zu bringen, denn schon bald begann die erste Steigung hach nach âSan Severinoâ auf 920 Metern ĂŒber Meer.
Die Strecke fĂŒhrte herrlich durch schöne BuchenwĂ€lder, was erstens viel Schatten gab und zweitens den Wind doch ziemlich gut abhielt. Nach nur 17 gefahrenen Kilometern war ich dann in San Severino und meine gestrige BefĂŒrchtung, es gĂ€be da kein Hotel, stellte sich als falsch heraus. Mitten im Nationalpark gelegen, gab es mehrere kleine Hotels, Albergos und Agriturismos. Mitten im Dorfkern machte ich eine kurze Kaffeepause und erfreute mich der schönen Umgebung.
Als ich weiter fuhr, war ich mir lange Zeit nicht sicher, ob die Strasse nicht plötzlich irgendwo endet, denn ich sah bestimmt eine halbe Stunde lang keinen Menschen und kein Auto. Nur Natur pur und ich. Herrlich. Ich hatte keine Ahnung wie weit hoch die Strecke fĂŒhrt und schaltete deshalb öfters aufs kleine Kettenblatt um mich ja nicht zu verausgaben. Ich machte auch regelmĂ€ssige Trinkpausen, doch so auf etwa 1â400 Metern ĂŒber Meer merkte ich doch, dass mir langsam die Kraft ausgeht und ich etwas essen sollte. Das war an sich kein Problem, denn ich hatte die Taschen voller Lebensmittel.
Ich suchte mir gerade eine passende Sitzgelegenheit am Strassenrand, als ich im Display meines GPS ein kleines HĂ€uschen auftauchen sah, was auf ein Rifugio hindeutet und wahrhaftig, schon nach ein paar Kurven, auf 1â430 Meter ĂŒber Meer kam ich an diesem herzigen Rifugio vorbei. Ich schaute auf die Uhr, 11:50 Uhr, hervorragend, denn da gibt es bestimmt etwas leckeres zu beissen. Vor dem Eingang stand dann auch schön eine Tafel, die verschiedene Gerichte versprach und ich freute mich schon auf eine leckere Portion Pasta. Tja, da hatte ich mich wohl zu frĂŒh gefreut, respektive ich war zu frĂŒh da, denn der Mann hinter der Theke gab mir zu verstehen, dass es warmes Essen nur zwischen 12:30 Uhr und 13:30 Uhr gĂ€be. Irgendwie musste ich schmunzeln, die Köchin stand draussen am rauchen, doch vermutlich verbietet es ihr die Gewerkschaft lĂ€nger als eine Stunde ĂŒber Mittag zu arbeiten. Auf der Theke sah ich jedoch einen leckeren StrĂ€usselkuchen und zusammen mit einem Pfirsich aus meiner Tasche reichte mir das auch. Sollen sie doch auf andere GĂ€ste warten (ausser mir war nĂ€mlich niemand zu sehen).
Gut gelaunt fuhr ich weiter und fragte mich langsam, wie weit es denn noch hoch geht und ob ich meinen bisherigen Höhenrekord in Italien, nahe des Gran Sasso, von 1â730 Metern ĂŒber Meer, noch knacken werde. Dem war aber nicht so, es fehlten 90 Höhenmeter, denn auf 1â640 Metern ĂŒber Meer war der höchste Punkt erreicht. Anderes als bei vielen Schweizer Bergen fĂŒhrt die Strasse danach aber nicht nur einfach bergab. Es folgt eine Abfahrt von 100 Höhenmetern, dann geht es wieder 50 hoch, dann wieder 100 runter und wieder 80 hoch.
Endlich lichtet sich der Wald und eigentlich denke ich, dass ich schon bald das Mittelmeer sehen sollte, doch da tĂ€uschte ich mich gewaltig, denn ich sah lediglich an die nĂ€chste Bergkette. Ups, sollte heutiges mein Ziel, bis ans Mittelmeer zu kommen doch nicht realistisch sein? Endlich fĂŒhrte die Strasse bergab und auf ziemlich genau 1â000 Metern ĂŒber Meer kam ich in eine Talsenke, wo die Autobahn von Salerno nach Kalabrien fĂŒhrt. Ich konsultierte das GPS und die violette Linie zeigte ziemlich gerade auf die nĂ€chsten Berge vor mir. Die Uhr zeigte erst kurz vor zwei Uhr mittags. Am Himmel zeigten sich ein paar Wolken, doch alles war noch ideal um weiter zu fahren.
Ich plante meinen nĂ€chsten Essenshalt auf 1â200 Metern ĂŒber Meer, doch so hoch bin ich dann gar nicht mehr gekommen. Meine Strecke fĂŒhrte nĂ€mlich sehr gekonnt zwischen den Bergen hindurch in Richtung Meer. Ich musste natĂŒrlich trotzdem Kohlenhydrate nachwerfen und hĂ€tte dies gerne mit Blick auf Meer getan, doch von Meer war noch keine Spur zu sehen. Kaum wieder auf dem Velo und nur eine leichte Kuppe spĂ€ter war es dann aber soweit. Vor Freude musste ich ein Selbstauslöserfoto machen (was leider total unscharf wurde).
Danach folgte eine traumhafte Abfahrt, die wohl die Scheibenbremsen zum glĂŒhen brachte und wo ich froh war bergrunter und nicht berghoch zu fahren. In einer Haarnadelkurve sah ich dann weit unter mir den Ort âOrsomarsoâ. Ein hammermĂ€ssiger Anblick. Luftlinie wohl kaum einen Kilometer entfernt, doch 500 Höhenmeter tiefer unten. Am Ortseingang angekommen war ich nur noch knapp 200 Meter ĂŒber Meer und hier war es dann wieder richtig warm. Auf den leicht abfallenden 15 Kilometer bis ans Meer störte mich noch nicht einmal der Gegenwind.
Bei âScaleaâ komme ich dann an die KĂŒste und in den vollen Badetourismustrubel. Was fĂŒr ein Gegensatz zu der ruhigen Bergwelt, wo ich herkam. Ich war schon ziemlich mĂŒde und die 31° Grad die hier angezeigt wurden machten es mir einfach, rasch ein Hotel zu suchen. Das ist an und fĂŒr sich kein Problem, denn entlang der KĂŒstenstrasse reiht sich fast Hotel an Hotel. Nur, die Preise sind hier doch deutlich teurer als die Tage zuvor. Ich habe in fĂŒnf oder sechs Hotels nachgefragt. Alle hatten noch Zimmer frei, doch unter 65 Euro war Keines dabei, was mir alles irgendwie zu teuer war.
Dann kam ich zum Hotel Genova (im Bild links ganz unten, der weisse GebĂ€udekomplex), wo die Vermieterin 60 Euro wollte und als ich etwas die Nase rĂŒmpfte sagte sie, dass sie mir das Zimmer fĂŒr 50 Euro gĂ€be, wenn ich in ihrer Pizzeria zu Abend esse und vor 10 Uhr abreise. Eine kluge GeschĂ€ftsfrau. Damit war ich einverstanden. Das Zimmer ist klimatisiert und voll designermĂ€ssig eingerichtet, Im Badezimmer gibt es blaues Licht in der grossen Dusche und eine Regenwasserbrause. Das fand ich noch witzig.
Nach der ĂŒblichen Dusch- und Waschprozedur besichtigte ich zu Fuss noch etwas den Ort Scalea, bestiegt den einstigen Bewehrungsturm und kaufte in einem LebensmittelgeschĂ€ft wieder GetrĂ€nke, Milchprodukte und FrĂŒchte ein, damit ich morgen wieder fĂŒr alle EventualitĂ€ten gerĂŒstet bin. Das GPS sagt: 99 km., 5:46 Std., 1â930 Hm.
Ah ja, fast hĂ€tte ichâs vergessen. Rein geografisch ist Scalea der sĂŒdlichste Punkt meiner Sommerreise. Von nun an bewege ich mich also wieder in Richtung Norden, in Richtung Florenz und nach Hause. Das ist auch ein gutes GefĂŒhl.
Donnerstag, 21. Juli 2011
Man kann sagen was man will, doch grosse Hotels sind einfach besser auf auslĂ€ndische GĂ€ste eingerichtet und wissen, was diese gerne zum FrĂŒhstĂŒck haben. Heute Morgen gab es nĂ€mlich alles, was ich mir jeweils so wĂŒnsche und so konnte ich ziemlich Kalorien bunkern fĂŒr die kommenden Kilometer.
Wie der gestrige Tag endete, so begann es heute. Blauer Himmel und viel, viel Wind. Vermutlich bilde ich mir das nur ein, doch ich hatte auch heute das GefĂŒhl, dauernd gegen den Wind zu fahren. Zudem merkte ich relativ rasch, dass heute meine Beine nicht so fit waren, wie mein Kopf. Der gestrige Gegenwindtag hat doch ziemlich Körner gekostet und so musste ich heute zwangslĂ€ufig etwas vorsichtig mit meinen KrĂ€ften umgehen. Dabei kam mir entgegen, dass es heute nicht mehr so heiss war, ich schĂ€tze mal so 25-28° Grad.
Die ersten HĂŒgel des Nationalparks del Pollino waren schon bald in Sicht, doch das breite Flussbett des Sinni bestimmte vorwiegend das Bild. Völlig ausgetrocknet ist es derzeit ein reines Steinfeld, gesĂ€umt von StrĂ€uchern, BĂŒschen, ein paar BĂ€umen und gleich anschliessend folgen GemĂŒseanbauflĂ€chen und Oliven- und Aprikosenhaine. Wie immer liegen die Ortschaften vorwiegend auf HĂŒgeln und ich war doch froh, dass mich meine StreckenfĂŒhrung nur in leichtem auf und ab entlang des Flussbetts fĂŒhrte.
Nach knapp 30 Kilometern kam ich in das Dorf âValsinniâ wo ich in einer Bar etwas trinken und eventuell etwas Kleines essen wollte. Gleich eingangs der Ortschaft sah ich einen alten Mann ein paar Tische vor einer Bar putzen und dachte, jawohl da mache ich Halt.
Die nachfolgende Szene erinnerte mich an einen Spagetti-Western, wo Clint Eastwood nach mehreren Tagen Ritt durch die PrĂ€rie in einen Ort kommt, an dessen Eingang Lee van Cleef steht und sich die schon halbgerauchte Zigarillo ein weiteres Mal anzĂŒndet und den Hut tief im Gesicht trĂ€gt. Links und rechts der HĂŒften baumeln grosse Revolver in den Halftern. Als Clint Eastwood direkt vor ihm steht, hebt er den Hut leicht an und sagt: âWas willst Du hier, Fremder? Das ist meine Stadt und ich mag keine Typen, die nach Ărger aussehen!â
Ich betrete die Bar, der alte Mann putzt in Ruhe draussen weiter die Tische. Ich mustere in der Zwischenzeit das Interieur. Die kaum zehn Quadratmeter grosse Bar ist spartanisch eingerichtet. Eine grosse Kaffeemaschine, dahinter an der Wand ein Gestell mit viel hochprozentiger Alkoholika, ein KĂŒhlschrank voller Bier und Wasser, ein einziger Tisch mit drei klapprigen StĂŒhlen, sonst nichts. Nichts Essbares in Sicht. Der alte Mann kommt herein, schlurft hinter die Theke und schaut mich an. Er spricht kein Wort. Ich: âUn Cappuccino, prego.â Er sieht mich an und sagt ganz langsam: âNon che.â Ich bin etwas verwundert, denn die Kaffeemaschine wĂŒrde sehr wohl einen Cappuccino hergeben, doch er will wohl einfach keine Milch öffnen, die nachher keiner mehr trinkt und die Kaffeemaschine putzen scheint ihm auch zu viel. Er schweigt. Darauf ich âun caffe e un bicchiere di aqua?â Er: âSiâ Er lĂ€sst den Kaffee aus der Maschine und sucht im Körbchen wo haufenweise Löffel liegen nach einem PlastikrĂŒhrstab. Eine Untertasse gibt es nicht dazu. Er: âun Euroâ. Ich bezahle und denke mir, na dann halt nicht. Ich hĂ€tte vielleicht noch ein Mineralwasser gekauft, doch seine ablehnende Art hat mich davon abgehalten. Dann fĂŒlle ich halt meine Flasche draussen am Brunnen und mache mich wieder aus dem Staub. Die mögen hier keine FremdenâŠ
Die weitere Fahrt fĂŒhrt immer entlang des Sinni-Tals, bis zum recht grossen Stausee âLago di Monte Cotugnoâ. Dieser wird nicht zur Stromerzeugung genutzt, sondern liefert das Trinkwasser fĂŒr Policoro und Umgebung. Entlang der Schnellstrasse ist eine grosse Röhre verlegt, die das Wasser ĂŒber die 30 Kilometer talwĂ€rts transportiert. Ich mache ein paar Fotos und fahre weiter. Der Wind nimmt wieder zu, meine KrĂ€fte schwinden und ich weiss, dass ich wohl besser frĂŒher als spĂ€ter ein nettes Hotel suchen werde um nicht ganz platt am spĂ€ten Abend in der Pampa zu landen.
Zu der Strecke, die zwei passenden Bilder. Die geplante Route sollte ĂŒber die BrĂŒcke im linken Bild gehen⊠Und im Bild rechts im Hintergrund eines der HĂŒgeldörfer und im Vordergrund die Italienfahne, die straff im Wind steht. NatĂŒrlich fuhr ich von rechts nach links und nicht umgekehrt, wie es bedeutend einfacher gewesen wĂ€re.
Am Strassenrand begegne ich schon bald einem Schild mit der Aufschrift: âFrancavilla sul Sinniâ, 10 km. Das ist gut, scheint das doch ein etwas grösserer Ort zu sein. Schon kurz vor der Einfahrt in den Ort sehe ich ein weiteres Schild mit: âAlbergo Ristorante Mangoâ â auch gut. Im Ort muss ich zwar einmal nachfragen, doch dann stehe ich schon bald vor dem Albergo. Das macht einen schönen und gepflegten Eindruck und der nette Herr am Empfang ist Ă€usserst freundlich. Das Einzelzimmer kostet nur 25 Euro und das Velo durfte ich auch in der Garage parken. Ist doch perfekt. Das Zimmer ist etwas klein, hat jedoch einen schönen Balkon, wo ich die gewaschenen Kleider gut aufhĂ€ngen konnte. Bei dem Preis werde ich wohl auch hier zu Abend essen und verkrafte es locker, dass es kein Internet gibt.
Ich denke es war eine gute Entscheidung nicht mehr weiter zu fahren. FĂŒr heute hatte ich genug gesehen und auch genug Wind gehabt. Morgen sollte ich eigentlich durch den Nationalpark bis ans Mittelmeer kommen. Ich bin gespannt. Nun besichtige ich noch zu Fuss etwas das Zentrum von Francavilla. Das GPS sagt: 69 km., 4:12 Std., 990 Hm
Dienstag, 19. Juli 2011
Als ich morgens um acht Uhr den FrĂŒhstĂŒcksraum betrat sah es so aus, als sei ich der allererste Gast. Das reichhaltige FrĂŒhstĂŒcksbuffet war noch unangetastet und die schön dekorierten Tische waren noch alle sauber und ohne jede Gebrauchsspuren. Die nette Dame des Hauses begrĂŒsste mich freundlich und brachte mir einen feinen Cappuccino. Dann beschrieb sie die fĂŒnf verschiedenen Kuchen die zur Auswahl standen und zum Schluss sagte Sie, dass es heute richtig heiss werdeâŠ
Jetzt war ich noch auf 400 Meter ĂŒber Meer und beim festmachen der Packtaschen tropfte mir schon der Schweiss von der Stirn, wie heiss wird das wohl am Meer sein? Ich werde es herausfinden, schwang mich aufs Rad und fuhr los. Die Strecke fĂŒhrte angenehm leicht nach unten, ein gutes einrollen, was meinen Beinen und meinen FĂŒssen ganz gut tat. Am rechten Fuss ist der Schmerz ganz verschwunden, links wurde es zwar deutlich besser, schmerzte aber immer noch leicht.
Nach etwa 30 Kilometern kam ich nach âGinosaâ, was natĂŒrlich auf einem HĂŒgel liegt und so konnte ich mich beim hochfahren richtig einschwitzen. Die Anstrengung belohnte ich mit einem Cappuccino auf dem schönen Hauptplatz, wo schon viele Leute im Schatten der BĂ€ume sassen.
Das war dann schon der schönste Teil der heutigen Strecke. Nach Ginosa geht es bestimmt fast 20 Kilometer lang schnurgeradeaus bis ans Meer. Und da meist der Wind vom Meer Richtung Landesinneres weht, nĂŒtzte das ganz leichte GefĂ€lle auch nur wenig. Das mag ich gar nicht. Die Luft flirrt ĂŒber dem Asphalt, weit und breit kein Baum und kein Schatten und am Horizont sieht man die Strasse immer noch gerade vor sich. In Kombination mit ĂŒber 35° Grad und Gegenwind ist das mein Motivationskiller und in solchen Situationen vergeht mir die Lust am Radfahren. Wenn dann noch Autos mit 110 Sachen ziemlich knapp an einem vorbeirasen, könnte ich lernen zu fluchen.
Etwa fĂŒnf Kilometer vor der KĂŒste bog meine geplante Strecke von dieser geraden Linie ab, und folgte fĂŒr mehrere Kilometer ganz langweilig der Autobahn, bis es dann in Richtung Meer ging. Nur, das war eine Sackgasse. Etwa einen Kilometer vom Meer entfernt kam ich nĂ€mlich an ein grosses Tor mit gleich zwei SicherheitskrĂ€ften. Golf Club Beach Resort stand darĂŒber. Nein, Privatareal, kein Zutritt, hiess es. Kann man nichts machen dachte ich, das sieht man Satelittenbildern leider nicht an. Ich fuhr also wieder zurĂŒck in Richtung Autobahn und fand dann eine Strasse, die tatsĂ€chlich bis ans Meer fĂŒhrte und so kam ich nach âRiva dei Tessaliâ am Golf von Taranto. Der Ort âTarantoâ selbst wĂ€re noch etwa 30 Kilometer ostwĂ€rts, liegt am Knick der italienischen Schuhsohle zum Absatz, doch da wollte ich nicht hin.
Schon bei der Anfahrt zum Bad erkannte ich meinen nĂ€chsten Planungsfehler. Ich wollte danach nĂ€mlich bestimmt 20 Kilometer lang der KĂŒste folgen, doch was ich fĂŒr eine Strasse hielt ist in Wirklichkeit ein Eisenbahntrasse. Da kann man nicht entlang fahren. Die nĂ€chstmögliche Strasse ist eben die entlang der Autobahn, also etwa 5 Kilometer von der KĂŒstenlinie entfernt. Zu den einzelnen Strandgebieten fĂŒhren jeweils nur Stichstrassen, die am Meer enden.
Momentan interessierte mich das jedoch nicht, denn ich wollte diesmal das Meer nicht nur sehen, sondern auch darin baden. Es war mittlerweile ziemlich genau zwölf Uhr mittags und brĂŒtend heiss. FĂŒr GeizhĂ€lse wie mich ist das aber gar nicht so einfach. Jedes Lido verlangt Eintritt in Form von Sonnenschirmmiete, die so zwischen 15 und 25 Euro pro Tag liegt. Ich wollte aber nur kurz baden und nicht gleich einen Strandabschnitt kaufen, deshalb musste ich etwas suchen, bis ich wirklich öffentlichen Strand fand.
Klarerweise gibt es da dann keinen schattenspendenden Baum, sondern höchstens halbhohes GestrĂŒpp, wo man zwar sein Shirt hinhĂ€ngen kann, aber nie und nimmer Schatten findet. Ich zog zwischen zwei StrĂ€uchern die Bikekleider aus und die Badehose an und ein paar Minuten spĂ€ter war ich dann auch schon im Meer. Der flache Strand lĂ€sst das Wasser auf bestimmt 25° Grad aufwĂ€rmen, was dann schön zum planschen ist, jedoch kaum Erfrischung bietet. Also wieder raus, rasch an der Sonne etwas trocknen, wieder umziehen und dann ein Strandcaffee suchen, welches etwas kĂŒhleres Wasser anbietet als die warme Plörre in meiner Trinkflasche.
Endlich kann ich etwas im Schatten sitzen, etwas essen und ein wirklich kaltes Mineralwasser trinken. Irgendwie war meine Laune trotz Meer und tollem Wetter nur noch mÀssig. Was soll ich nun tun? Wie immer in solchen Situationen entschliesse ich mich weiter zu fahren. Also Helm auf und los.
Schon nach zehn Minuten habe ich wieder einen trockenen Mund und die Hitze macht mich wirklich fertig. Nein, jetzt ist genug! Ich fahre zum nĂ€chstgelegenen Ort, suche mir ein Hotel und gehe dann wirklich einmal gepflegt baden! Der nĂ€chste Ort war dann âMarina di Ginosaâ. Ja ich weiss, das hĂ€tte ich auch einfacher haben können, indem ich die Strasse von Ginosa her kommend einfach geradeaus bis ans Meer gefahren wĂ€re.
Seiâs drum, es gab einige Schilder fĂŒr verschiedene Hotels und aus irgendeinem Grund entschied ich mich fĂŒr âAlbero da Micheleâ. Da war dann auch ein Zimmer frei, 40 Euro die Nacht, inkl. Klimaanlage und FrĂŒhstĂŒck, da musste ich nicht mehr lange nachdenken. Endlich mal wieder eine Duschkabine die grösser ist als 60x60cm und aus der Brause kommt viel und regelmĂ€ssig gleichwarmes Wasser. Herrlich.
Danach betrachte ich mich mit meinem 8-Tage-Bart im Spiegel. So grau meliert sieht das ziemlich chic und modisch aus, ist jedoch völlig unpraktisch. Ausserdem bin ich irgendwie noch nicht reif fĂŒr einen Bart. Also weg damit. Ganz so einfach ist dies aber nicht, denn die langen Haare verstopfen sofort die Rasierklingen und so brauche ich einige Zeit, bis das GestrĂŒpp runter ist. Danach sehe ich wieder in den Spiegel und denke Ja, das bin ich.
Dann packte ich die Badehose, das Badetuch und eines der BĂŒcher die ich immer mitgefahren habe in eine Seitentasche und machte mich auf den Weg zum Strand. Jetzt reuten mich die (noch) 10 Euro fĂŒr eine Sonnenschirmmiete nicht mehr. Dazu kaufte ich noch eine Flasche Mineralwasser und zwei Pfirsiche. Dem wahren âdolce far nienteâ stand nun nichts mehr im Weg.
Mittlerweile ĂŒberlege ich, ob ich hier noch einen Tag anhĂ€ngen soll. Meine FĂŒsse und mein langsam etwas dĂŒnnes NervenkostĂŒm könnten wohl etwas Erholung brauchen und eigentlich habe ich ja schon etwa eine Woche Vorsprung auf meinen vorausgedachten Zeitplan. Immer nur Velofahren hĂ€ngt mir irgendwann auch zum Hals heraus. Ich weiss es noch nicht und werde vermutlich erst morgen beim FrĂŒhstĂŒck eine Entscheidung treffen. Das GPS sagt: 67 km., 2:58 Std., 270 Hm.
Montag, 18. Juli 2011
Die Kurzversion des heutigen Tags geht so: Ich fuhr mit dem Velo zum nÀchsten UNESCO-Weltkulturerbe, nach "Sassi di Matera". Alles andere kann man z.B. auf Wikipedia nachlesen, indem man einfach auf obigen Link klickt.
In meinem Blog will ich mich aber nicht kurz fassen, denn ich will ja meine Erinnerungen und EindrĂŒcke festhalten, damit ich spĂ€ter wieder nachschlagen kann, was mich heute so bewegte. Deshalb nun die lange Version.
Seit ein paar Tagen plagen mich zunehmend Schmerzen in der Mitte der Fussballen und als ich heute morgen aufstehen wollte, zuckte ich vor Schmerz zusammen. Mein linker Fuss war ziemlich angeschwollen und ich konnte kaum gehen. Ich denke mir, diese Schmerzen kommen von den Strandlatschen, mit denen ich einige Kilometer durch Andria geschlendert bin, doch ich weiss es nicht so genau. Auf alle FĂ€lle hatte ich ziemliche Zweifel, ob ich die ĂŒber 120 Kilometer bis nach Matera mit einem halblahmen Fuss schaffen wĂŒrde.
Ich dachte mir, dass ich mehr seitlichen Halt im Schuh brauche als bisher, damit ich beim Pedalieren mir die FĂŒsse nicht so platt drĂŒcke. Deshalb schnĂŒrte ich die Schuhe heute ziemlich fest. Rechts war nur ein leichter Schmerz, doch links war es echt ĂŒbel. Deshalb stellte ich den Sattel auch eine Spur tiefer, damit ich links nicht ins Pedal einklicken musste und so mehr mit der Mitte des Fusses treten konnte. Wie ein alter Mann stieg ich aufs Rad und fuhr los. Velofahren geht schon mal einiges besser als laufen...
Zuerst fĂŒhrte meine Strecke meist leicht abwĂ€rts bis in die NĂ€he von Potenza, wo dann der Anstieg des Tages, auf etwas ĂŒber 1'000 Metern ĂŒber Meer anstand, wobei etwa 500 Höhenmeter zu ĂŒberwinden waren. Das ging recht gut, doch Pinkelpausen oder Fotohalte waren noch immer Ă€usserst schmerzhaft.
Danach fĂŒhrte die Strecke zwar wellig doch meist leicht bergab, was ich natĂŒrlich super fand. Ich befand mich heute in einer der Kornkammern von Italien. AbgemĂ€hte Felder, soweit das Auge reicht. In "Tricarico" wollte ich eigentlich einen Mittagshalt machen, was ich dann jedoch verwarf, weil ich einfach nicht vom Bike weghumpeln wollte. Das ist ja doppelt bescheuert. In der Hitze dieser Gegend Velo zu fahren und dann noch kaum gehen zu können. So fuhr ich weiter und machte nur bei Bars Halt, die direkt an meinem Weg lagen.
Was ich durchaus auch einmal erwĂ€hnen darf ist, dass der Wind heute mein Freund war. Meist wehte er seitlich von hinten was ich wirklich zu schĂ€tzen wusste. Je weiter herunter ich kam, desto heisser wurde es natĂŒrlich und am tiefsten Punkt des Tages, auf etwa 80 Meter ĂŒber Meer, war es wie wenn man die TĂŒre des Backofens öffnet. Heftig heiss!
Auch deswegen fand ich es nicht lustig, dass die alten Italiener ihre Ortschaften immer auf HĂŒgel bauen mussten, denn so muss man zum Schluss immer wieder berghoch fahren. So auch heute, denn Matera liegt ziemlich genau 400 Meter ĂŒber Meer.
Ich erinnerte mich nicht mehr wirklich, weshalb man Matera gesehen haben muss und die ersten paar Kilometer kreuz und quer durch den Ort fand ich ziemlich unspektakulĂ€r. NatĂŒrlich waren mir die vielen Schilder nach "Sassi" nicht entgangen, doch mit dem Wort an sich konnte ich noch nichts anfangen. Da aber viele "B&B"-Schilder nach Sassi zeigten fuhr ich zwangslĂ€ufig in die Richtung und nach ein paar Hausecken öffnete sich mir die grandiose Aussicht auf diese alte (Höhlen-)Stadt (siehe Tagesbild).
Sassi wurde sehr aufwĂ€ndig restauriert, ĂŒberall gibt es kleine Restaurants, Hotels, B&Bs und viele kleine KĂŒnstlerwerkstĂ€tten. So dachte ich mir, dass ich da wohl eine Unterkunft kriege, doch die Preise waren exorbitant. Nachdem ich kein Angebot unter 68 Euro fĂŒr ein Bed&Breakfast finden konnte, entschied ich mich wieder hoch in die Stadt Matera zu fahren und da nach etwas gĂŒnstigerem zu suchen.
Das war auch nicht so einfach, doch irgendwann stand ich vor dem Albergo Italia, betrat die Eingangshalle und wurde von einer Ă€lteren Dame ganz nett willkommen geheissen. Sie hĂ€tte nur Doppelzimmer, die eigentlich ab 75 Euro kosten wĂŒrde. Als Einzelzimmer wĂŒrde sie mir eines davon fĂŒr 70 Euro vermieten. Ich war etwas enttĂ€uscht und gab ihr zu verstehen, dass mir das zu teuer sei. Sie fragte nach, von wo ich mit dem Velo denn hergereist sei und auf die Antwort "da la Svizzera" nickte sie anerkennend und fragte, was ich denn maximal zahlen wĂŒrde. Hmmm... Ich sah das WiFi-Internet-Logo und auch sonst machte alles einen propperen Eindruck. Ich dachte mir, dass sie 50 Euro beleidigen wĂŒrden und sagte deshalb "60 Euro". Sie lĂ€chelte herzig und nickte. Das Velo könne ich gleich in ihre Garage, neben das Auto stellen. Sehr gut! Ich gab ihr meine ID und sie mir den ZimmerschlĂŒssel 101.
Als ich mit dem GepĂ€ck in der Hand hereinkam winkte sie mir nocheinmal zu und wollte den SchlĂŒssel zurĂŒck. Sie gĂ€be mir Zimmer 108, denn von da hĂ€tte ich eine schöne Sicht auf Sassi. Ist ja reizend, dachte ich. Da ich fĂŒr eine Etage aus Prinzip nicht den Lift nehme, betrat ich den schönen Treppenaufgang wo ein paar Fotos hingen und auf einem davon erkannte ich sofort Mel Gibson, den Schauspieler, neben ihr. Gibt's ja nicht... Weitere Fotos zeigten andere BerĂŒhmtheiten und irgendwie fand ich die Sache mittlerweile sehr speziell. Im Zimmer 108 öffnete ich natĂŒrlich sofort die FesterlĂ€den und schaute nach draussen (Bild links). Nicht schlecht, Herr Specht!
Nach der Dusche schaute ich meinen lĂ€dierten Fuss an. Die Schmerzen sind im Tagesverlauf glĂŒcklicherweise geringer geworden und auch die Schwellung bildet sich langsam zurĂŒck. Dies erlaubte mir dann noch etwas Sightseeing in dieser schönen Stadt. Was fĂŒr ein Tag! Das GPS sagt: 139 km., 6:36 Std., 1'530 Hm.
Sonntag, 17. Juli 2011
Heute schlief ich bis nach neun Uhr morgens und da sonst im Haus noch alles ruhig war, nutzte ich die Zeit um im Garten den Blogbeitrag von gestern zu schreiben. Bis dann alle wach waren und wir gemeinsam frĂŒhstĂŒckten, war es schon fast elf Uhr. Ein richtig schöner Sonntagmorgen.Bis ich dann gepackt und mich von allen verabschiedet hatte, war es kurz nach zwölf Uhr mittags.
Eigentlich unklug genau zur Mittagszeit zu starten, denn die Sonne stand im Zenit und es war um die 32° Grad im Schatten (wenn es denn Schatten gab). Wie ich jedoch gestern schon schrieb, windet es in dieser Gegend ziemlich und so fand ich es ganz angenehm und bei weitem nicht so heiss wie vor zwei Tagen. Zudem wollte ich nur eine kurze Etappe bis zu den zwei kleinen Seen âLagi di Monticchioâ fahren, was ich auf etwa 50 Kilometer schĂ€tzte. Weil die zwei kleinen Seen auf etwa 700 Metern ĂŒber Meer liegen und der Weg da hin auch schon ziemlich wellig war rechnete ich auch mit einigen Höhenmetern und ging die Sache deshalb ruhig und gelassen an.
So war ich dann doch etwas erstaunt, als ich schon um drei Uhr mittags die Seen erreichte und erst knapp 40 Kilometer auf dem Tacho hatte. Die âLagi di Monticchioâ sind wirklich zwei ziemlich kleine Seen, der âLago Piccoloâ etwa vergleichbar mit dem Katzensee, der âLago grandeâ kaum doppelt so gross. Nur mit dem Unterschied, dass diese Seen touristisch total genutzt werden.
Ich hatte schon im Vorfeld in einem ReisefĂŒhrer gelesen, dass dies ein sehr beliebtes Ausflugsziel sein soll, was ich durchaus bestĂ€tigen kann. Da gibt es Pedalo- und Ruderbootvermietung, mit kleinen Motorbooten werden Rundfahrten angeboten, mit Kutschen kann man sich um die GewĂ€sser fahren lassen oder mit 4er beziehungsweise 6er VelovierrĂ€dern selbst um die Seen fahren. Dazu gibt es an die zehn Restaurants, Snackbars und natĂŒrlich SouvenierstĂ€nde. Nur baden darf man nicht, was ich irgendwie komisch fand. Und klar, dass es an einem sonnigen Sonntag wie heute recht viele Leute da hatte. Ich hatte auch zwei Hotels gesehen, aber irgendwie war mir der Trubel da zu gross.
Ich setzte mich in eines der Restaurants, ass eine Pizza und schaute auf die Karte. Es sah so aus, dass ich noch etwas hochfahren muss und danach eine lĂ€ngere Abfahrt folgt, die mich auch durch ein paar Ortschaften fĂŒhrt wo ich annehmen konnte, dass ich da irgendwo ein Hotel finden werde. Deshalb bin ich nach dem Essen wieder in den Sattel gestiegen und weitergefahren.
In der ersten Ortschaft âRionero di Vultureâ hĂ€tte es Hotels gehabt, doch ich wollte noch etwas weiter. In âFiliano war dann tote Hose und als ich das âCastel LagopĂ©soleâ schon von weitem sah, dachte ich mir schon, dass ich da fĂŒndig werde. Es war nun schon gegen sechs Uhr abends und das dauernde auf und ab spĂŒrte ich langsam in den Beinen.
Auf der Anfahrt zum Kastell bin ich dann direkt vor der Touristeninformation vorbeigekommen, wo auch ein Herr im Eingang stand und rauchte.Scheint offen zu haben - ideal. Zum GlĂŒck fragte ich da, denn auch hier gibt es kein Hotel, doch ein Bed&Breakfast sowie ein Agritourismo. Das B&B war schon voll, doch im Agriturismo gab es noch Platz. Nachdem er mir etwa dreimal erklĂ€ren musste wie ich zu fahren hatte, habe ich dann endlich verstanden, wie ich da hin finde.
Nun sitze ich auf der Veranda eines kleinen Reiterhofs, wo vier schöne Zimmer zur VerfĂŒgung stehen. FĂŒr 30 Euro kriegte ich eines der Zimmer, inklusive FrĂŒhstĂŒck. Das passt wunderbar. Irgendwie bin ich sogar froh, dass es hier kein Internet gibt, denn so werde ich es heute (hoffentlich) wieder einmal vor Mitternacht ins Bett schaffen. Das GPS sagt: 76 km., 4:43 Std., 1â620 Hm.
Samstag, 16. Juli 2011
Als ich kurz vor acht Uhr aus dem Hotel trat und das GepÀck ans Velo montierte merkte ich sofort, dass es heute nicht so heiss war wie gestern und dass ein angenehmer Wind wehte. Zuerst kaufte ich in einem LebensmittelgeschÀft frisches Wasser und ein paar Sachen zu essen ein und dann machte ich mich auf den Weg in Richtung Castel del Monte (UNESCO-Weltkulturerbe).
Dabei fuhr ich an grossen Olivenplantagen und Weintraubenanbaugebieten vorbei. Hier muss es sehr viel Grundwasser geben, denn alles wird aufwĂ€ndig bewĂ€ssert und wĂ€chst darum auch ausgezeichnet. Immer wieder höre ich kleine Dieselmotoren knattern, die das Wasser nach oben pumpen und ĂŒber weit verzweigte Rohrsysteme zu den Traubenstöcken oder OlivenbĂ€umen befördern, wo es dann versprĂŒht wird. Aufgefallen sind mir auch die vielen kleinen SteingebĂ€ude, die scheinbar als Speicher dienen.
Das achteckige Castel del Monte kann man dann schon von weitem sehen, da es, wie der Name ja schon sagt, zuoberst und ganz alleine auf einem Berg steht. Mit dem Velo konnte ich an allen ParkplĂ€tzen vorbei und bis direkt vor den Eingang des Kastells fahren. Da waren dann auch schon andere Touristen und warteten darauf, dass die TĂŒren zur Besichtigung geöffnet wurden. Ich setzte mich in den Schatten, genoss die tolle Aussicht und ass etwas Obst. Obwohl ich den Eintrittspreis von 6.50 ⏠etwas happig fand, wollte ich mir die Besichtigung natĂŒrlich auch nicht entgehen lassen. Architektonisch ist dieser Bau wirklich bemerkenswert. Alles ist streng geometrisch und die zwei Stockwerke die man besichtigen kann haben Raumhöhen von etwa acht Metern und jeder Raum verfĂŒgt ĂŒber eine Art Kuppeldecke. Im Erdgeschoss wurden moderne Bilder eines lokalen KĂŒnstlers gezeigt und drei grosse, trapezförmige RĂ€ume waren als BankettsÀÀle fĂŒr grosse AnlĂ€sse, vorwiegend fĂŒr Hochzeitsgesellschaften eingerichtet. Im Obergeschoss waren alle RĂ€ume leer und man konnte die Bauart und -substanz gut erkennen. Ich vermute mal, dass alles aus dem hellbeigen Marmor von Trani gebaut wurde. Der Abstecher zum Castel del Monte war ganz sicher lohnenswert.
Danach fĂŒhrte mein Weg westwĂ€rts, weiter ins Landesinnere und ich hatte dabei immer mehr mit dem Wind zu kĂ€mpfen. Noch selten erlebte ich einen derart gleichmĂ€ssig starken Westwind und obwohl es nur wenig bergauf oder bergrunter ging, hatte ich ziemlich zu kĂ€mpfen. Es wunderte mich deshalb auch nicht, dass ich an grossen Windenergieanlagen vorbei kam. Nach etwa dreissig grossen WindrĂ€dern habe ich aufgehört zu zĂ€hlen auch weil ich sah, dass es entlang des nĂ€chsten HĂŒgelzugs genau so weiterging. In "Minervino Murge" machte ich eine Verpflegungspause und machte ein Foto von den zwei lokalen Don. Der Eine mit dem Mercedes SL500 Cabriolet und der andere mit einer fetten Harley...
Am spĂ€teren Nachmittag kam ich dann nach Venosa, wo ich wieder meine Freunde traf. Zur ErklĂ€rung: Die Eltern meiner Freunde kommen ursprĂŒnglich aus Venosa und besitzen hier ein Haus mit grossem GrundstĂŒck. Im Feriendorf African Beach, wo ich vor zwei Tagen war, haben sie eine Wohnung, wo sie jeweils Badeferien am Meer machen. Die Mutter wohnt nun, nach fast fĂŒnfzig Jahren in der Schweiz wieder hier in Venosa und die Kinder, die teilweise in der Schweiz und teilweise in Italien leben, besuchen sie oft in den Ferien. In Italien bestehen Familien jedoch aus weit mehr Leuten. BrĂŒder und Schwestern, Onkel und Tanten, Cousins und Cousinen und so sind immer schnell viele Leute zusammen.
Als ich in Venosa ankam, sassen schon neun Leute im Garten und im Laufe des Abends kamen noch weitere hinzu. Das HerzstĂŒck dieser Familie bildet die Mutter, die alle umsorgt und immer schaut, dass alle zu essen und zu trinken haben. Diese Frau hat ein unglaublich grosses Herz und ist fĂŒr mich der Inbegriff einer italienischen Mamma. NatĂŒrlich gab es ein grosses Essen, dazu viel Wein und Bier. Die Stimmung war prĂ€chtig und so brauchten wir schon ein paar Stunden dafĂŒr.
Gegen zehn Uhr abends (ich war natĂŒrlich schon ziemlich mĂŒde) wollten sie mir dann noch die Innenstadt von Venosa zeigen, was ich natĂŒrlich nicht ablehnen konnte. In typisch italienischer Manier fuhren wir mit dem Auto, mit runtergelassenen Fenstern und lauter Musik mitten ins Zentrum, wo an einem Samstagabend wie heute wieder hunderte, ja tausende von Passanten umherschlenderten und die vielen Strassencaffees fĂŒllten. Pure italienische Lebensfreude, ĂŒberall ein âCiao! Tutto a posto?â
So verstich natĂŒrlich die Zeit um Nu und als morgens um ein Uhr noch die Idee aufkam, man könne ja nun noch in eine Disco gehen, musste ich forfait erklĂ€ren. Ich war einfach schon zu mĂŒde und wollte nur noch am Kissen horchen. So wurde auch dies wieder ein langer und bunt gefĂŒllter Tag. Ich bin dankbar, solche lieben Leute zu kennen und solche Erlebnisse machen zu können. Das GPS sagt: 90 km., 5:14 Std., 1â010 Hm.
Freitag, 15. Juli 2011
Heute bin ich schon wieder sehr frĂŒh aufgewacht und so nutzte ich die noch angenehm warmen Morgenstunden, bevor dann die grosse Hitze kam. Kurz nach sieben Uhr bin ich dann aus dem GelĂ€nde der âAfrican Beachâ auf die Hauptstrasse gefahren und vor mir langen viele flache Kilometer.
In dieser Gegend werden die abgemĂ€hten Kornfelder angezĂŒndet und abgebrannt, bevor dann der Boden umgeackert wird. Deshalb bin ich mehrmals an noch mottenden und rauchenden Feldern vorbeigekommen, was nicht sonderlich angenehm war. Ebenfalls etwas beissend war dann der salzige Geruch der ausgedehnten Salzfelder vor der ersten grösseren Ortschaft die auf meiner heutigen Strecke lag. âMargheritha die Savoiaâ ist dann jedoch sehr schmuck und herausgeputzt. Es scheint bekannt als Heilbad zu sein, denn es waren mehrere grosse Hotels mit âTerme di âŠâ angeschrieben und im Ortzentrum steht ein grosser Springbrunnen, der Quellwasser der örtlichen Quelle ziemlich kunstvoll versprĂŒht.
Kurz vor dem Ortsausgang machte ich einen kurzen Halt bei einem âFruta e Verduraâ GeschĂ€ft und kaufte drei grosse Pfirsiche, 4 Aprikosen, drei dunkle und drei helle Pflaumen. Der VerkĂ€ufer legt alles auf die Waage, 900 Gramm FrĂŒchte, und sagt âun Euroâ (da habe ich fĂŒr weniger FrĂŒchte schon mal drei Euro bezahlt). Das war echt gĂŒnstig und geschmeckt haben die FrĂŒchte ebenfalls.
âBarlettaâ, die nĂ€chste Ortschaft fand ich dann schon ziemlich sehenswert (viele alte GebĂ€ude), doch zehn Kilometer weiter, in âTraniâ machte ich dann doch ein paar Fotos. Rund um Trani sind grosse Marmor verarbeitende Betriebe angesiedelt und die scheinen der Stadt ziemlichen Reichtum eingebracht zu haben. Das historische Zentrum, rund um den alten Hafen ist pitoresk. Fast alle GebĂ€ude sind aus dem lokalen, hellbeigen Marmor gebaut und wurden entweder immer gut erhalten oder erst vor kurzem renoviert. Fast unwirklich sauber und schön verarbeitet.
Ich hatte ja genĂŒgend Zeit und weil ich hier alles so schön fand setzte ich mich im schönsten Strassenkaffee in den Schatten und bestellte mir ein Panini und ein Mineralwasser. Am Umstand, dass der Kellner eine weisses Langarmhemd mit schwarzem Gilet und Fliege trug, dachte ich schon, dass es teuer wird, doch elf Euro fand ich dann schon etwas heftig. Da trinke ich einen Kaffe lieber wo anders. Ich steckte mir mein kleines MĂŒnzportemonnaie nur so locker vorne in die Lenkertasche und fuhr los.
Ich ĂŒberlegte es mir dann aber anders und fuhr nun weg von der KĂŒste in Richtung Landesinneres. Mittlerweile war es halb zwei Uhr Mittags und bei einer Apotheke, die wirklich im Schatten lag, zeigte das Aussenthermometer 38° Grad. Dazu trockene Luft und dieser feine Marmorstaub in der Luft (auch hier wieder Marmor verarbeitende Betriebe). Ich nahm einen Schluck aus der Flasche. BĂ€hh⊠das war mittlerweile auch fast 38° Grad. Ich sah eine grössere Tankstelle mit Shop, steuerte diese an, parkte das Velo und betrat den klimatisierten Shop. Herrlich! Als ich bezahlen wollte merkte ich aber, dass ich scheinbar noch in der Innenstadt von Trani mein MĂŒnzportemonnaie verloren hatte. So viel holpriges Kopfsteinpflaster war wohl zu viel. Blöd und schade. Zum GlĂŒck waren nur wenige Euros drin.
Ich bezahlte also mit einer Note, steckte mir das Kleingeld hinten ins Trikot und fuhr bis zu meinem heutigen Tagesziel, nach âAndriaâ. Da fand ich nicht gleich ein Hotel, so dass ich Karin zuhause anrief und sie bat, mit via Internet ein Hotel zu suchen. Das hat dann soweit geklappt und ich habe nun auch ein Zimmer, zum GlĂŒck mit Klimaanlage, gefunden. Als ich die Packtaschen vom Rad nehmen wollte, stand ich aber vor einem Problem. Mit meinem Kabelschloss binde ich jeweils die Seitentaschen zusammen und schliesse sie am grossen blauen Packsack fest. Der SchlĂŒssel zum Schloss hatte ich auf der bisherigen Tour immer im MĂŒnzportemonnaieâŠ
Nun profitierte ich wirklich von einem der BĂŒcher, die ich in der Vorbereitungszeit gelesen hatte. Da stand nĂ€mlich, dass man den ZweitschlĂŒssel möglichst weit weg vom ersten mitnehmen soll. Da war die Ăberlegung die, dass wenn man ausgeraubt wird wĂ€hrend das Velo irgendwo angeschlossen ist, man dann das Schloss dann immer noch aufkriegt und so zur Polizei fahren kann. Deshalb klebte ich mir den ZweitschlĂŒssel unter die Einlegesohle meines rechten Schuhs. Da war ich nun wirklich froh darĂŒber. Ich hĂ€tte sonst alle Taschen am Velo lassen, den Inhalt einzeln ins Zimmer tragen und dann mit dem Velo in eine Autogarage oder etwas Ă€hnliches fahren mĂŒssen, wo man das Schloss oder das Kabel hĂ€tte auftrennen können. So blieb mir das erspart.
Entweder finde ich in den nĂ€chsten Tagen einen SchlĂŒsselshop, der mir einen ZweitschlĂŒssel anfertigen kann oder ich kaufe ein neues Schloss, damit ich wieder zwei SchlĂŒssel habe. Schusslig wie ich bin, kann mir Ăhnliches durchaus wieder passieren.
Abends besichtigte ich vor dem Essen noch etwas Andria, doch ich fandâs jetzt nicht so prickelnd, als dass ich Fotos gemacht hĂ€tte. Trotz dem heutigen Missgeschick fand ich den Tag schön und gelungen. Die 75 Kilometer entlang der KĂŒste waren heute wirklich total flach. Die einzigen Höhenmeter gab es auf den letzten 20 Kilometern, denn Andria liegt auf etwa 180 Meter ĂŒber Meer. Das GPS sagt: 95 km., 5:01 Std., 200 Hm.
Donnerstag, 14. Juli 2011
Nach einer kurzen und heissen Nacht spazierte ich am schon kurz nach sechs Uhr dem schönen Sandstrand von âAfrican Beachâ entlang und genoss die Ruhe vor dem Tag.
FĂŒr den Sonnenaufgang war ich schon zu spĂ€t, dennoch war es eine schöne und ruhige FrĂŒhmorgenstimmung und es war klar, dass es einen heissen Tag geben wird. Auf dem RĂŒckweg spazierte ich quer durch die grosse Anlage und sah, dass gerade eines der Restaurants öffnete, was mich natĂŒrlich gleich zu einem Cappuccino verleitete.
SpĂ€ter widmete ich mich wieder einmal meinem Velo. Nachdem ich die letzten zehn Tage immer nur gefahren bin, hat sich eine Schweiss, Staub und Sandkruste auf vielen Teilen gebildet, die ich mal wegputzen wollte. Dann wechselte ich die Reifen. Der leicht abgefahrene Hinterreifen kam nach vorne und der noch fast neue Vordere nach hinten. Nun sieht das Kish wieder toll aus und ist bereit fĂŒr den zweiten Teil meiner Reise bis nach Florenz. Der dritte Teil, von Florenz nach Hause, der ist noch weit weg und wird auch erst da geplant.Danach ging ich zu den Anderen ans Meer baden...
Heute ist genau ein Monat verstrichen, seit ich von zuhause gestartet bin. Bisher machte ich insgesamt (nur) vier Ruhetage, wovon ich einen mit Zugfahren verbrachte. Das heisst also, dass ich an 27 Tagen auf dem Velo sass. Insgesamt legte ich 2â850 Kilometer und 38â000 Höhenmeter zurĂŒck. Reine Fahrzeit total 163 Stunden. Pro gefahrenen Tag macht das im Schnitt 105 Kilometer, 1â400 Höhenmeter, 6 Stunden Fahrzeit. Dabei profitierte ich natĂŒrlich vom sehr schönen Wetter. Nach drei Tagen mit zeitweisem Regen zu Beginn, blieb es seither immer trocken und es wurde je lĂ€nger je wĂ€rmer. Klar, ich komme ja auch immer weiter in den SĂŒden und nun kommt wahrlich die heissetste Zeit meiner Reise.
ErwĂ€hnenswert finde ich auch, dass ich immer gesund blieb und auch nicht von grösseren Sitzbeschwerden geplagt wurde. Ich bin (zum GlĂŒck) nie gestĂŒrzt und hatte ausser der angerissenen Seitentasche wirklich keinen Defekt, nicht mal einen Plattfuss, wirklich gar nichts. So ist es natĂŒrlich schön zu reisen. Ich weiss das sehr zu schĂ€tzen und bin auch dankbar dafĂŒr.
Abends waren wir dann alle gemeinsam in Manfredonia, schlenderten durch die durchaus hĂŒbsche Altstadt und assen sehr gut im Restaurant "PapaNonno". Als wir danach aus dem Restaurant traten und via Strandpromenade zum Auto zurĂŒck schlenderten war ich wiedereinmal ĂŒberrascht, wie viele Leute (und auch kleinste Kinder) hier nachts um elf Uhr unterwegs sind. Vor den meisten Gelaterias bildeten sich um diese Zeit Warteschlangen und viele SĂŒsigkeitenstĂ€nde hatten Hochbetrieb. Hier im SĂŒden spielt sich die Abendunterhaltung und das gemĂŒtliche Zusammensein im Freien ab. Man trifft sich, es wird geschwatzt und gegessen, wĂ€hrend die Kinder munter umherrennen. So kann es sein, wenn es die HĂ€lfte des Jahres angenehm warm bis heiss ist. Von einem Autodach machte ich noch das letzte Bild des Tages. Lustig, wie sich das Castello im Dach wiederspiegelt...
Morgen geht nun meine Reise weiter. Ich bin noch immer motiviert und freue mich auf weitere spannende Erlebnisse und Begegnungen.
Mittwoch, 13. Juli 2011
Im Hotel gab es heute ein wirklich ausgezeichnetes FrĂŒhstĂŒcksbuffet mit FrĂŒchten, MĂŒesli, Brot und sonstigen Leckereien. Das fand ich natĂŒrlich Spitze und so langte ich krĂ€ftig zu.
Die Fahrt entlang der KĂŒste von Vieste nach Manfredonia war anstrengender als gedacht, da es sich nicht um eine FlachkĂŒste sondern um eine SteilkĂŒste handelt. Es ging also immer wieder hoch und runter, einmal sogar bis auf 420 Meter ĂŒber Meer. Dazu war es ein sommerlich heisser Tag mit Temperaturen ĂŒber 35° Grad. Somit eine schwitzige Angelegenheit, die nach viel und regelmĂ€ssiger Wasserzufuhr verlangte. Hier gibt es kaum mehr Brunnen und schon gar keine Quellen mehr, man muss alles Wasser kaufen und mitfĂŒhren.
Umso schöner waren dafĂŒr immer wieder die Ausblicke ĂŒbers Meer und in wunderbare Badebuchten. Viele davon sind zu Ferienresorts ausgebaut, die nur ĂŒber ein Zufahrtstor, oft auch mit Portier, zu erreichen sind. Private GrundstĂŒcke, die von Hotelbetreibern aufgekauft wurden und je nach dem, mal bescheidenere und mal sehr luxuriöse Anlagen beherbergen. Ausflugsschiffe fahren entlang der KĂŒste und zeigen Touristen die schönen weissen Kalksteinklippen, die Höhlen und Grotten und natĂŒrlich auch die PrivatstrĂ€nde.
Bis Manfredonia waren es etwa 80 Kilometer und etwa 10 Kilometer kamen durch meine Suche nach dem Strandbad in dem meine Freunde sind hinzu. Dieses Habe ich jedoch nicht gefunden und nach einem Telefonat stellte sich dann heraus, dass sie gar nicht direkt in Manfredonia sind, sondern etwa 20 Kilometer weiter sĂŒdlich in einem der zahlreichen Ferienanlagen.
Kurz vor fĂŒnf Uhr haben wir uns dann gefunden und freuten uns alle ĂŒber das Wiedersehen. Ich wurde wirklich sehr herzlich empfangen und es war schön, nach einem Monat alleine radfahren wieder einmal unter Freunden zu sein die meine Sprache sprechen.
Ich wollte dann unbedingt noch ins Meer, denn dieses habe ich nun in den letzten drei Tagen jeweils gesehen, war jedoch noch nie drin um zu baden. Abends um sieben Uhr war der feinkörnige Sandstrand auch nicht mehr so heiss und es waren nur noch wenige Leute zu sehen. Herrlich um noch etwas zu planschen und zu entspannen, denn das Wasser ist mit etwa 24° Grad ja nicht mehr wirklich erfrischend.
SpĂ€ter wollten alle noch meine unterwegs gemachten Fotos sehen und so zĂŒckte ich das Netbook und im Nu verstrich die Zeit, denn bei jedem zweiten Bild hatte ich natĂŒrlich noch einen Kommentar abzugeben. Bis wir dann in eine nahegelegene Pizzeria essen gingen, war es schon zehn Uhr und bis ich dann mein Kopf auf ein Kissen legen konnte, war es weit nach Mitternacht.
Es war ein wirklich schöner Tag. Morgen werde ich hier meinen insgesamt vierten Ruhetag einlegen und nach Möglichkeit nicht aufs Velo steigen, sondern sĂŒnnele und bĂ€dele und plĂ€uderle⊠Sehr schön. Ich denke, das habe ich nun durchaus verdient... Das GPS sagt: 112 km., 5:53 Std., 1â250 Hm.
Dienstag, 12. Juli 2011
Ich muss mich heute kurz fassen, denn im Hotel wo ich ein Zimmer fand gibt es kein Internet und das Internetcaffee in dem ich sitze, will in 30 Minuen schliessen. Es braucht auch gar nicht all zu viele Worte, denn es war ganz einfach ein SUPER-Tag! Einer, welcher bestimmt unter den Top10 dieser Reise landen wird.
Morgens bin ich zuerst nocheinmal zur Gedenkkirche von Padre Pio gefahren und machte nochmals Fotos, diesmal mit dem Licht von der richtigen Seite. ich war dann auch noch in der Kirche drin und machte einige Fotos (sie Fotoalbum). Danach startete ich in Richtung San Angelo, einem sehenswerten Bergdorf mit grandioser Aussicht nach SĂŒden RĂŒchting Meer und Manfredonia und nach Norden in die WĂ€lder des Nationalparks del Gargano.
Die Fahrt durch diesen Park war dann einfach wunderschön. Sehr still und irgendwie erhaben. Auf einer Höhe zwischen 500 und 800 Metern ĂŒber Meer fĂŒhrt die schöne Strasse immer wieder durch verschiedene Waldgegenden, die teilsweise urig alt wirken. An einem schönen Pick-Nick-Punkt machte ich eine Essenspause und genoss die herrliche Ruhe und die angenehme KĂŒhle des Waldes.
Als auf der Abfahrt meine vorgeplante Route auf eine Schotterstrasse abbog, liess ich mich fĂŒr einmal nicht darauf ein und fuhr einfach auf dar Strasse weiter. ich hatte heute wirklich keine Lust mehr auf Beat-AusflĂŒge. Das war bestimmt richtig, denn es hatte wieder sehr wenig Verkehr und auch die Alternativstrecke war sehr schön.
Erst kurz vor dem Meer lichtet sich der Wald und ĂŒber viele Kurven werden dieHöhenmeter vernichtet. Schon von Weitem kann ich PĂ©schici erkennen und das sieht schon ganz vielversprechend aus. Nach der schönen Fahrt durch die WĂ€lder des Gargano, waren dann die 30 Kilometer KĂŒstenstrasse bis nach Vieste ebenfalls unglaublich schön. Da es keine FlachkĂŒste ist, fĂŒhrt die Strasse zwar immer wieder rauf und runter, was bei 35° Grad doch noch einmal schweisstreibend ist, doch es gibt immer wieder AnlĂ€sse um zu halten. Sei es die fantastische Aussicht die zum forografieren animiert oder seien es die vielen Bars, die zu einer Pause einladen.
Peschici ist unglaublich schön. Zwar sehr touristisch, was aber angesichts dieses Ambientes einfach zu verstehen ist. Von hier starten viele Schiffe zu den Termiti-Inseln, die ja ebenfalls sehr schön sein sollen. Entlang der ganzen KĂŒstenstrecke die ich heute gefahren bin, gibt es immer wieder wunderschöne Badebuchten, viele CampingplĂ€tze, Appartementi-Anlagen und Hotels.
Ich nahm mir viel Zeit und genoss wirklich jeden Meter bis nach Vieste, dem Ă€ussersten Punkt des Sporen von Italien. Hier wollte ich ĂŒbernachten, was angesichts der vielen Hotels kein grosses Problem sein sollte. Ich folgte dazu einfach den Tourist Information Schildern und wurde direkt an den Hafen gelenkt wo sich das BĂŒro befand. Ich merkte schnell, dass hier die Preise doch höher sind als im Hinterland und so war ich froh, ein schönes Hotel fĂŒr 50 Euro die Nacht zu finden (Name des Hotels: Punto San Lorenzo).
Unter der Dusche kam mir die Idee mit dem Internetcaffe, was auch gut klappt. Da ich die nÀchsten Tage in Manfredonia bei Freunden sein werde die keinen Internetanschluss haben, versuche ich auch dort via Internetcaffe online zu kommen.
O.K. Das war's schon. Ich versuche nun noch die heutigen Fotos ins Fotoalbum hochzuladen. Ein Blick hinein lohnt sich! Das GPS sagt: 116 km. 5:54 Std., 1'430 Hm.

Kommentare
Peter zu Aufzeichnung "Aeschbacher"
Do, 02.05.2013 09:18
Hoi Beat,
herzliche Gratulation zum
Auftritt. Ich kenne nur
wenige Leute, die derart
authentisch und positiv
im [...]
Hans zu 106km rund um den VierwaldstÀttersee
Mi, 01.05.2013 13:13
Dein Bericht ist
inspirierend. Ich habe
mit 60 ein Einrad
bekommen und liebe es,
damit um Seen zu kurven.
KĂŒrzlich [...]
beat zu zu Gast bei Aeschbacher
Sa, 20.04.2013 23:22
Danke!
Ich bin 1,92m gross. Da
kann man im direkten
Vergleich schnell klein
aussehen.
Spoony zu zu Gast bei Aeschbacher
Sa, 20.04.2013 16:32
Gratulation! Du wirst
noch berĂŒhmt und ich
hoffe das bringt was fĂŒr
das GeschÀft. By the way
- ist der Ăschbi [...]
blackCoffee zu Fernsehauftritt
Fr, 19.04.2013 09:27
Das hast Du ja locker
geschafft. Ist ja nicht
jedem gegeben, vor der
Kamera zu stehen
Stichworte
29er
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arbeitsweg
Arrow
Bike
Blabla
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