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von Hans Speck
In einer weiteren Folge unseres Zyklus über Netstaler Originale berichten wir vom "Schnorz Ruedi“. Hier stellt sich gleich die Frage: „Woher dieser Name?“ Umfassende Aufklärung findet man in entsprechenden Literaturquellen. "Schnorz“ ist ein Mundartausdruck und bedeutet nach heutiger Ausdrucksweise „Das geht mir am Arsch vorbei“.
Unser Protagonist mit richtigem Namen Rudolf Weber wurde im Jahre 1869 geboren und lebte bis ins Jahr 1962. Er wohnte im Risi-Quartier und betrieb eine Zeitlang gemeinsam mit einem einheimischen Bauer einen kleinen Bauernbetrieb. Nach der Aufgabe der Landwirtschaft verdiente der "Schnorz Ruedi“ seinen Lebensunterhalt als Hilfsarbeiter bei der Gemeinde oder als Knecht bei Landwirten. Er lebte sehr sparsam. Bis ins hohe Alter besuchte er jeden Sonntag den Gottesdienst. Ruedi wohnte zeitlebens in unserem Dorfe und war ein gern gesehener, ruhiger Mitbürger. So um seine Achtzig herum entdeckte er seine Freude an Carfahrten. So gehörten mehrtägige Reisen jederzeit in das Programm. Sein Reisegepäck bestand jeweils aus einem Nachthemd, dass er fein säuberlich in eine Zeitung eingewickelt hatte.
Ruedi hatte noch eine andere auffallende Angewohnheit. Er bewegte sich auf seinen Spaziergängen ins Dorf immer in der Mitte der Strasse. Einmal auf sein gefährliches Tun angesprochen, antwortete er: „De chänd sälber uufpasse (damit meinte er die Autofahrer), schliessli bi ich vor dene daagsii!“ Noch eine kleine Episode von unserem Protagonisten: Auf dem kleinen Landwirtschaftsbetrieb hielt man als Zugtier einen Esel. Eines Tages musste der Ruedi mit dem Tier zum Hufschmied gehen. Auf dem Weg dorthin begegneten er und sein Esel dem Gemeindepräsidenten. Dieser fragte den Ruedi: „So ihr Zwee, wo wänder hi?“ „Bim Dritte verbii, Herr Presidänt!“, war die schlagfertige Antwort von Ruedi.