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Selbst Staub kann sprechen: Das Grabtuch bestätigt die Überlieferung
Die Klebebandproben, die der Schweizer Botaniker und Kriminologe Max Frei praktisch von allen Teilen des dargestellten Körpers entnehmen ließ, lieferten ein weiteres Indiz: Anfang der Achtziger Jahre untersuchte der Mineraloge Joseph Kohlbeck diese Proben. Er hoffte, aus dem Kalksteinstaub etwas über die früheren Aufenthaltsorte des Grabtuches herauszufinden. Straßenstaub besteht aus den Resten von verwittertem Gestein. Jedes Gestein weist eine bestimmte Kristallstruktur auf und enthält ein bestimmtes Spektrum von Spurenelementen.
Kohlbeck analysierte auch den Kalkstein aus Felsengräbern in Jerusalem und fand eine seltene Art von Aragonit sowie geringe Mengen an Eisen und Strontium. Auf den Klebebändern vom Grabtuch fand er ebenfalls Kalksteinstaub und stellte fest, dass sich auch auf diesem Aragonit fand, mit ähnlicher Zusammensetzung wie die Probe aus den Felsengräbern. Er ließ die Proben danach an der Universität von Chicago mit einem hochauflösenden Verfahren der Massenspektroskopie untersuchen und beide Proben stimmten in jeder Hinsicht gut überein. Kalksteinproben von anderen Orten in Israel brachten kein auch nur annähernd vergleichbares Resultat.
Auf welcher Stelle aber fand sich die höchste Konzentration von Aragonit auf dem Grabtuch? In erster Linie im Fersenbereich, auf beiden Knien und auf der Stirn. Der Verurteilte musste zum Hinrichtungsort barfuß gehen und tatsächlich fand sich im Fersenbereich mit Spezialaufnahmen mehr Schmutz als an allen anderen Teilen des Grabtuches. Dieser Schmutz ist auf dem Grabtuch mit bloßem Auge nicht sichtbar, also kann man wohl kaum davon ausgehen, dass ihn jemand dort aufgebracht hätte, denn ein Künstler wird wohl kaum etwas hinzufügen, was nicht zu sehen ist – und dass es nach 500 Jahren so etwas wie computergestützte Bildanalysen oder Massenspektroskopie geben würde, hätte er wohl schwerlich vorhersehen können.
In den Evangelien wird nicht erwähnt, dass unser Herr Jesus Christus auf Seinem Leidensweg durch die engen Straßen Jerusalems mehrmals unter der Last des Kreuzesbalken gestürzt ist. Enorm geschwächt durch die unmenschliche Tortur der Geißelung befand Er sich bereits in einem lebensbedrohlichen Zustand und so ist es mehr als logisch, dass Er, völlig entkräftet, unter der Last zusammenbrach. Durch die Stürze kam es zu den Verletzungen auf den Knien, auf der Nase und auf der Stirn. Diese Überlieferung finden wir aber in der Tradition, so auch im „Kreuzweg“, der in allen Kirchen dargestellt ist. Und so bestätigt das Grabtuch sogar die Überlieferung!