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Letzte Veröffentlichung: «Was von uns übrig bleibt, interessiert niemanden», 2004
Komplizenschaft.
Ich lüge /
und der Stuhl, auf dem ich sitze, /
vergibt mir. //
Du lügst, /
aber der Stuhl, auf dem du sitzt, /
vergibt dir. //
Der Tisch schaut zu /
und lässt es wohlwollend geschehen. Aus: «Und die Hände auf Urlaub»
Von meinem Fenster aus sehe ich morgens wie abends, wie gut gepflegte Hunde mit ihren Besitzern nach Hause kommen. Ich beobachte die Hunde, die Bäume und die Menschen, und ich denke: Warum gibt es hier eigentlich keine herrenlosen Katzen und Hunde auf den Straßen?
Auf der Straße, in den Kneipen, am Seeufer, auf den Gehwegen und in den öffentlichen Verkehrsmitteln sind alle gleich: Verkleidete Gaukler, Missionare in dunklen Anzügen, Schwule, Huren und Intellektuelle, alle leben sie in Toleranz und Sympathie zusammen.
Die Natur geizt hier mit nichts. Sie schenkt den Menschen all ihre Schönheit, und die Menschen achten und lieben sie dafür. Mehr noch, sie behandeln einander mit Nachsicht und Vergebung, fast wie in einer Liebesbeziehung.
Es war seltsam, von einer Dame am Flughafen abgeholt zu werden, die mich anlächelte und mir mitteilte, wir seien nun auf dem Weg in meine Wohnung. Sie benutzte dieses Possessivpronomen, und als wir in der Tram Nummer 3 saßen, sagte sie wieder: «Die fährt zu Ihrer Wohnung.»
Ich machte eine Runde durch die Wohnung. Ein Schlafzimmer, ein Schreibzimmer, ein Wohnzimmer. Die Küche ging auf eine schöne Straße mit Bäumen hinaus, das Arbeits- und das Schlafzimmer auf eine andere. Die Fenster waren so groß wie die mich umgebende Leere. Obgleich alles so reizend aussah, vermisste ich Dinge, die ich kenne und die mich kennen.