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Roger Federer ist am Tennisturnier in Indian Wells mit dem Ziel vor Augen abgefangen worden. Er verlor den hochstehenden Final gegen den Österreicher Dominic Thiem in 2:02 Stunden 6:3, 3:6, 5:7.
Die Enttäuschung liess sich Roger Federer am Ende nicht anmerken. Seinem Bezwinger gratulierte er beim Shake-Hands am Netz mit einem Strahlen auf dem Gesicht zu dessen grössten Triumph bislang. Er, Federer, habe ein grossartiges Turnier gespielt, obwohl er sich natürlich das Ende anders vorgestellt habe. «Aber», so Federer, «Dominic (Thiem) hat grandios gespielt – und das nicht erst im Final. Er hat sich diesen Sieg verdient.»
Federer wurde in Indian Wells mit dem Ziel vor Augen von Thiem abgefangen. Der 101. Titel lag für Federer bereit. Der 37-jährige Basler gewann den ersten Satz auf überlegene Art und Weise. Zu Beginn des zweiten Satzes boten sich Federer zwei Breakmöglichkeiten (bei 1:1) zu einer frühen, womöglich vorentscheidenden Führung. Aber Dominic Thiem schmuggelte sich durch diese Phase, profitierte dann von einer kurzen Schwächephase Federers (Aufschlag und Rückhand), zog im zweiten Satz auf 4:1 davon und steigerte sich in der Folge zu einer Parforce-Leistung.
Dennoch boten sich Federer weiter Chancen, die Partie in andere Bahnen zu lenken. Er erspielte sich elf Breakbälle und nützte von denen aber nur zwei. Im Entscheidungssatz vergab Federer seine letzte Breakchance beim Stand von 4:3 und 40:30. Im gleichen Spiel brachte er sich mit falscher Schlagwahl um drei Breakmöglichkeiten hintereinander.
Thiem agierte da effizienter: Er benötigte für seine drei Breaks nur vier Chancen. Beim entscheidenden Break zum 6:5 im dritten Satz punktete er vom 15:30 zum 40:30 zweimal hintereinander nach (guten) Stoppbällen Federers. Zuvor hatte der Basler mit Stoppbällen ausnahmslos und regelmässig gepunktet.
Fünfmal gewann Federer das Masters im «Tennisparadies Indian Wells» schon – zuletzt vor zwei Jahren im Final gegen Stan Wawrinka. Vier seiner letzten fünf Finals in der Oase mitten in der Llano-Estacado-Wüste endeten für Federer aber unbefriedigend: 2014, 2015 (beide Male gegen Novak Djokovic), 2018 (gegen Juan Martin Del Potro) und nun gegen Thiem. Schon vor einem Jahr stand die Trophäe eigentlich für Federer auf dem Silbertablett bereit. Damals verlor er gegen Del Potro nach vergebenen Matchbällen bei eigenem Aufschlag im Tiebreak des Entscheidungssatzes.
Die damalige Niederlage, die erste nach zuvor 21 Siegen de suite, führte zum Bruch in Federers Saison. Die Qualität seiner Ergebnisse sank, Turniersiege wurden seltener. Der Federer-Clan hofft nun, dass die neuerliche Finalniederlage in Kalifornien nicht wieder wie ein Bremsklotz für den weiteren Saisonverlauf wirkt.
Thiems Finalerfolg führte zu einem Novum auf der Männer-Tour: Zum ersten Mal überhaupt endeten die ersten 19 Turniere eines Tennisjahres mit 19 verschiedenen Siegern. Thiem bewertete seinen ersten Masters-1000-Triumph als «fast so wertvoll wie ein Grand-Slam-Sieg». «Unreal gut» habe er gespielt, so Thiem weiter. Der 25-Jährige, vor vier Jahren Gewinner des Jubiläumsturniers «100 Jahre Swiss Open Gstaad» stösst dank des Triumphs in der Weltrangliste auf Platz 4 vor und verdrängt Federer auf die 5. Position. (sda)