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Christine Mitchell, RN, MS, MTS, HEC-C
Die Medizinische Fakultät der Universität Zürich verleiht die Würde einer Doktorin ehrenhalber an Christine Mitchell. Die Fakultät würdigt damit ihre Pionierleistung auf dem Gebiet der Medizinethik. Christine Mitchell setzte als Gründerin und Leiterin des klinischen Ethik-Programms am Boston Children’s Hospital und als Executive Director des Centers for Bioethics der Harvard Medical School wichtige Impulse in diesem Gebiet. Darüber hinaus war ihr Wirken – sowohl in der Wissenschaft als auch in der Nachwuchsförderung – stets geprägt von ihrem Engagement für Chancengerechtigkeit, Nichtdiskriminierung und Inklusion.
Christine Mitchell ist eine US-amerikanische Bioethikerin. Nach Studien am Boston College, an der Boston University und Harvard gründete sie 1984 das Programm für klinische Ethik am Bostoner Kinderkrankenhaus, in welchem sie den Ethikberatungsdienst entwickelte und über 30 Jahre lang den Ethikbeirat leitete. Während ihrer Tätigkeit hat sie klinische Ethikkomitees beraten und zu Themen der klinischen Ethik in den Vereinigten Staaten, Dänemark, Finnland, Deutschland, Indien, Indonesien, Japan, Norwegen, Spanien, Schweden, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich referiert.
2014 wurde Christine Mitchell Geschäftsführerin des neuen Zentrums für Bioethik an der Harvard Medical School, wo sie einen Master of Science in Bioethik einführte. Sie entwickelte das Capstone-Programm für Studierende und initiierte mehrere monatliche Konsortien für Organisationsethik, Forschungsethik und klinische Ethik, die Arbeitsgemeinschaft für Pflegeethik und einen Intensiv-Zertifikatskurs für Ethikberatung im Gesundheitswesen. Auch führte sie den Vorsitz der Harvard Ethik-Führungskräfte-Gruppe und förderte die Tätigkeit eines freiwilligen öffentlichen Bürger-Ethikausschusses.
Christine Mitchell ist darüber hinaus die ehemalige Präsidentin der Association of Bioethics Program Directors, wo sie eine präsidiale Arbeitsgruppe für Rassengleichheit, Vielfalt und Integration einberufen hatte. Sie ist gewähltes Mitglied der American Academy of Nurses und hat in zahlreichen nationalen Ausschüssen und Kommissionen mitgewirkt, darunter dem Beratungsausschuss für klinische Ethik der American Society for Bioethics and Humanities, dem Ethikausschuss des American College of Obstetricians and Gynecologists und dem Ethikbeirat für das von der Europäischen Kommission finanzierte Human Brain Project. An der Universität Cambridge wirkt sie in einer Gruppe internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit, die sich für ein universelles Menschenrecht auf Wissenschaft einsetzen.
Diese gemeinsame Arbeit hat ihren Niederschlag in einem Sammelband «The Right to Science: Then and Now» gefunden (Cambridge University Press 2021). Zu Christine Mitchells Veröffentlichungen gehören Dokumentarfilme, von denen einer für den Academy Award nominiert wurde. Sie hat über 175 Artikel und Kapitel zu Themen der Bioethik verfasst.