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Baumeisterhaus
Adresse
8050 Zürich
ZH
Architektur
Das Bauen von Baumeisterhäusern hat eine lange Tradition in Zürich. Die Architekten Johannes Käferstein und Urs Meister haben an der Oberwiesenstrasse dieser Tradition folgend ein klassisch anmutendes, städtisches Wohnhaus realisiert. Das Haus folgt einer eigenwilligen Handschrift, einer Mischung aus traditionellen Bauweisen und heutigen Methoden. Entstanden ist ein aussergewöhnlicher, edel-roher Bau mit Charakter.
Chronologie
Das in den Jahren 2012 bis 2015 entstandene «Baumeisterhaus» wurde von den Käferstein & Meister Architekten bewusst in der Tradition dieser Züricher Gebäudetypologie entworfen. Im Zuge der Verstädterung entstanden ab circa 1830 von Bauhandwerkern entworfene, schlichte, aber handwerklich solide Wohn- und Handwerkerhäuser mit einer klugen Grundrissorganisation.
Lage
Das Baumeisterhaus im Nordwesten von Zürich-Oerlikon befindet sich an der Kreuzung Oberwiesenstrasse zur Binzmühlestrasse im Norden. Der Hauptzugang ist im Westen an der Oberwiesenstrasse. Der Kontext ist dispers: An der stark frequentierten Binzmühlstrasse reihen sich Gewerbebauten, südwestlich des Baumeisterhauses vornehmlich Wohnhäuser.
Beschreibung
Das fünfgeschossige, flach gedeckte Mehrfamilienhaus mit sieben Wohnungen besitzt einen U-förmigen Grundriss. Auch im Aufriss ist der Baukörper unterteilt: Auf der Schauseite im Westen fassen die Gebäudeseiten eine Dachterrasse im mittleren Bereich des vierten Obergeschosses, auf der Rückseite im Osten sind die seitlichen Bauvolumina zurückgesetzt und geben jeweils einer Terrasse im Osten Raum. Der Sockelbereich im Erdgeschoss wird aus vorfabrizierten, sandgestrahlten Betonelementen gebildet. Daraus entwickelt sich auch der zweigeschossige Eingangsbereich. Die Fassaden der Obergeschosse bestehen aus Backstein. Die Steine sind mit der Rückseite nach aussen gerichtet im Läuferverband aufgeschichtet. Ihre raue Textur spiegelt den Herstellungsprozess wider. Die Standard-Backsteine in gelb oder ziegelrot sind wechselnd vermauert und akzentuieren die Gebäudeecken, Brüstungen und Seiten; damit wird eine Tradition des ausgehenden 19. Jahrhunderts aufgegriffen. Das Mehrfamilienhaus besitzt an den Längsseiten raumhohe Fenster, die im fünften Obergeschoss rundbogig schliessen. Die Schmalseiten werden mit Fensterbändern belichtet. Einen plastischen Akzent am reich durchgeformten Bau setzen vier Balkone an der Schauseite.
In den Innenräumen sollte die Arbeit und Materialität sichtbar bleiben, auf Gipserarbeiten und Verkleidungen wurde verzichtet. Die Räume charakterisieren sich durch Sichtbeton, geschliffenen Anhydritestrich und nur geschlämmten Kalksandsteinblöcken. An den Fensterlaibungen treten die Stirnseiten der innen vermauerten Kalksandsteine mit Nut und Feder zum Vorschein, was für einen plastisch-ornamentalen Abschluss sorgt.
Literatur