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Geschichte unserer Institution
Unser Schulheim ist die älteste Institution dieser Art im Kanton St.Gallen und feiert dieses Jahr das 175 jährige Jubiläum.
1839 Gründung des Vereins Rettungsanstalt St.Gallen
Die Gründung des heute noch aktiven Trägerschaftsvereins ist dem Diakon Jakob Heim von St. Gallen zu verdanken. Als Folge der zunehmenden Industrialisierung und der damit verbundenen Auflösung traditioneller Familienstrukturen verbreitete sich damals eine grosse Kinder- und Jugendverwahr-losung in der Stadt St.Gallen.
Diakon Heim gelang es, einen grossen Kreis engagierter Personen aus der evangelischen Gemeinde für die Gründung einer „Rettungsanstalt für vernachlässigte Kinder“ zu begeistern. Dort sollten bedürftige Kinder ausreichend Nahrung und Kleidung, aber auch einfache Schulbildung und inneren Halt im christlichem Glauben finden. Die erste Sitzung fand am 12. November 1839 statt.
1840 Rettungsanstalt an der Wassergasse
Der Steinmetzmeister Ambrosius Schlatter stellte dem Verein an der Wassergasse ein geräumiges Haus mit Garten zur Verfügung. Im November 1840 wurde die „Rettungsanstalt an der Wassergasse“ mit dem Ziel eröffnet, die Knaben und Mädchen „zu Kindern Gottes und zu nützlichen Gliedern der menschlichen Gesellschaft zu bilden“. Die Herstellung von Websachen, Finken und Körben und der Erlös aus der Landwirtschaft am steilen Berneckhang sollten den Betrieb selbsttragend machen. Das Führen eines landwirtschaftlichen Betriebs war damals ein wesentliches Fundament für die Existenz einer Anstalt. Die eingeschränkte Lage in der Stadt St.Gallen führte deshalb bereits bald zu Finanz- und Standortsproblemen.
1886 Rettungsanstalt im Feldli
1886 konnte ein neues, zweckdienlich eingerichtetes Wohnhaus im Feldli bezogen werden. Damals lag der Baugrund ausserhalb von St.Gallen mit grossem, natürlichem Umschwung. Man schätzte die Nähe zur Stadt, ihre Schulungsmöglichkeiten für begabtere Kinder und vor allem die Verbundenheit mit dem Verein und der mittragenden Gemeinde. Sie gewährleistete die immer dringender benötigte Unterstützung für den Betrieb.
Unerwartet rasch jedoch wuchsen St. Gallen und Bruggen zusammen und das „Feldli“ entwickelte sich zu einem Wohnquartier.
Man war froh, 1913 durch den Verkauf der Liegenschaft an die Stadt die Finanzmittel für die Verlegung der Anstalt nach Abtwil zu erhalten. Das Hauptgebäude im Feldli diente der Stadt St.Gallen noch bis 1954 als Quartierschulhaus.
1915 Erziehungsanstalt Langhalde
Nach längerem Suchen fand man in Abtwil ein geeignetes Grundstück, das optimale Voraussetzungen für einen Neubau und einen 8 Hektar grossen heimeigenen Landwirtschaftsbetrieb bot.
Sieben verschiedene Projekte arbeitete Stadtbaumeister Schlatter als Architekt für den Neubau aus, bis die Vereinskommission und Hauseltern mit den Plänen einverstanden waren. Es entstand eine grosszügige Anlage mit einem umfassenden Raumangebot für Wohnen, Schule und handwerkliche Beschäftigung. Das neue Heim bot nun Platz für 41 Kinder.
Der Anteil von Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten und Anpassungsschwierigkeiten nahm stetig zu. Trotzdem wurde die Koedukation weiter bejaht.
In den Sechzigerjahren wurden die grossen Schlafsäle aufgehoben und drei familienähnliche Wohngruppen eingerichtet.
1974 Evangelisches Schulheim Langhalde
Nach längerer Bauzeit wurde 1974 das bestehende Hauptgebäude als Internat völlig neu ausgebaut und ein eigenes Schulhaus mit Turnhalle erstellt. Bemerkenswert ist, dass auch während der grossen Umbauphase der Heimbetrieb nie eingestellt wurde. Die Betreuung in den drei Wohngruppen und das Lernen in einer zeitgemässen Schulanlage veränderten das Leben im evangelischen Schulheim Langhalde grundlegend.
Chronik Leitung
|1840-1854||Hauseltern Johann Heinrich Oettli|
|1854-1856||Jakob Winkler (im Amt gestorben an Scharlachfieber)|
|1856-1885||Hauseltern Christian Flury|
|1885-1912||Hauseltern Wilhelm und Emma Wehrli-Enz|
|1913-1933||Hauseltern Fritz und Anna Dähler|
|1934-1968||Hauseltern Hermann und Klara Widmer|
|1968-1969||Hauseltern Egon und Rosmarie Escher-Sommer|
|1969-1970||Hausvater Hermann Widmer (interimsweise)|
|1970-1981||Heimleiter-Ehepaar Christian und Hanny Santschi|
|1981-2010||Schulheimleiter-Ehepaar Reto und Ruth Lareida|
|2010-2015||Institutionsleiter-Ehepaar Hanspeter und Jolanda Luzi-Thoma|
|2015-2016||Jolanda Luzi-Thoma, Ivo Lüdtke (Institutionsleitung ad interim)|
|2016-||Sergio Rageth, Institutionsleitung|
|2016-||Ivo Lüdtke, Schulleitung|
Chronik Präsidium Heimverein
|1840||Pfarrer Johann Jakob Heim, Diakonat St. Gallen/Vikariat St. Leonhard|
|1854||Pfarrer Glinz, Stadtpfarrer St. Gallen|
|1861||Pfarrer Hess, Vikar bei Pfarrer Glinz und Spitalpfarrer|
|1868||Pfarrer Pfeiffer|
|1882||Pfarrer E. Miescher|
|1891||Pfarrer C. Pestalozzi|
|1927||Pfarrer R. Rotach, Pfarrer St. Mangen/Kirchenratspräsident|
|1949||Pfarrer Ch. Lendi-Wolff, Pfarrer St. Mangen/Kirchenratspräsident|
|1968||Pfarrer Karl Graf, Pfarrer St. Laurenzen/Kirchenratspräsident|
|1982||Dr. iur. Max Rohner, Staatsanwalt (interimsweise )|
|1983||lic.iur. Markus Rohrer, Staatsanwalt|
|1994||lic.iur. Susanne Vincenz-Stauffacher, Rechtsanwältin|
|1998||ic.iur. Denise Dornier-Zingg, Rechtsanwältin|