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Schanielabach
oder
Dalvazzabach (Kt. Graubünden,
Bez. Ober
Landquart). Rechtsseitiger Nebenfluss der
Landquart;
entspringt unter der
Sulzfluh und
Scheienfluh im ö.
Rätikon, fliesst gegen SW. und mündet bei
Dalvazza (811 m), 600 m w. vom
Dorf
Küblis. Bildet zusammen mit dem
Schraubach und dem
Taschinesbach das ausgedehnteste der s. Quellthäler des Rätikongebirges.
Der
Schanielabach entsteht aus dem Abfluss des unter der
Sulzfluh in 1874 m gelegenen hochromantischen
Partnunsees, welches durch
Mäder und Alpweiden fliessende Gewässer nach 1,5 km langem
Lauf bei den Berghütten von
Partnun
(1662 m) den von SO. herkommenden Kinnebach aufnimmt.
Von der Vereinigung dieser Quellbäche an hat der
Schanielabach bis zu seiner Mündung in die
Landquart
eine Länge von 11,7 km und ein Gefälle von 72‰. Das Thal des
Baches ist im eozänen Flysch («Bündnerschiefer») eingeschnitten.
Zuflüsse sind: von rechts die vom
Schafberg und aus der
Schierser Alp Garschina kommenden
Bäche, das kurze Willischtobel unter
der
Gadenstätt hinter
Pany und das stark durchschluchtete und von der St. Antönierstrasse überbrückte
Panytobel - alle nur von geringer Länge.
Von der linken Thalseite kommen der Bach des romantischen und hinten grossartig umrahmten Gafienthales, der in der Rüti
bei 1450 m mündet, sowie der bei 1320 m einfliessende Ascharinabach und das am
Jägglishorn entspringende Horntobel. Das
Thal des
Schanielabaches (St. Antönierthal) ist das einzige der südlichen Querthäler des
Rätikon,
das in einem Dorf und mehreren Dorfgruppen ständig bewohnt wird. Vom Einfluss des Gafienbaches an wendet sich der
Schanielabach
nach WSW. bis St. Antönien
Castels
(Platz), dann biegt er stärker nach SSW. ab und fliesst bei der idyllischen Häusergruppe
von
Ascharina vorbei, wo auf der rechten
Seite bereits
Schluchten beginnen, die sich dann von den linksseitig
gelegenen
Wiesen von Fröscheney (1210 m) an wiederholen und weiter vorn in fast ununterbrochener Reihe unter
Pany und der
Ruine
Hohsans (1019 m; gegenüber der Mündung des Panytobels) hin bis zum Ausgang hinter
Dalvazza-Küblis folgen.
Unter
Pany und gegenüber der Ausmündung des Willischtobels sind die
Schluchten am tiefsten eingerissen, und der Bach strömt
hier zwischen dunkeln Felswänden brausend aus der Thalenge hervor.
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mehr
Der
Schanielabach durchfliesst drei deutliche Thalstufen, von denen die von Partnun bis Rüti am Eingang ins Gafienthal reichende
oberste eine Furche mit nicht stark geneigtem Boden bildet, die sich nach hinten in ein steileres Sammelgebiet verzweigt.
Die zweite oder mittlere Stufe hat ebenfalls nur geringes Gefälle und bildet die freundliche muldenförmige
Thalebene von St. Antönien (Platz 1420 m), die bis in die Gegend von Fröscheney (1210 m) unter der Gadenstätt herabreicht.
Keines der übrigen südlichen Seitenthäler des Rätikon zeigt diese zweite Thalstufe so gut ausgebildet. Von St. Antönien Platz auswärts bleibt das rechte Gehänge jedoch bis oberhalb der Gadenstätt (1466 m) steil, so dass fast alle Siedelungen (Ascharina) sich auf der O.-Seite des Thales finden. Der Bach fliesst auf dieser Strecke ziemlich ruhig dahin; seine Ufer sind mit Erlen, Ahornen, Weiden etc., höher zur Rechten mit Tannen bekleidet. Die Buchen des Thalvordergrundes bleiben bei Ascharina zurück, charakteristisch bleiben dagegen die vielen kleinen Ahorne (aschiers), von denen Ascharina seinen Namen erhalten hat.
Von der linken Thalseite dehnen sich prächtige saftig-grüne Wiesen zum Bach herab. Die unterste Thalstufe ist eine Serie von Schluchten auf etwa 3 km Länge mit einer grössern Mündungsschlucht oberhalb Dalvazza-Küblis. Diese letztere ist aber schon so weit, dass in ihrer Tiefe ein Strässchen mit nicht zu starker Steigung auf der w. Tobelseite hinaufleitet und prächtige Einblicke in die Schluchtenreihe gestattet. Hinter der Gadenstätt und vor Ascharina trifft dieser Weg die über Luzein und Pany nach St. Antönien führende neue Poststrasse.
Vom Austritt aus dem Schluchtenlauf an hat der
Schanielabach einen bedeutenden Schuttkegel angeschwemmt,
in welcher Gegend er oft verheerend aufgetreten ist. Er liefert die Kraft für die Einrichtung der elektrischen Beleuchtunsanlage
im Kurort St. Antönien. Lauterburg schätzt die produktive Wasserkraft des
Schanielabaches auf der Strecke unter der Ruine
Hohsans bis zum Einfluss in die Landquart bei einer Fallhöhe von 60 m auf 120 PS. Längs des ganzen Flussbettes
und besonders bei Ascharina liegen viele und grosse erratische Blöcke von grossblätterigem Augengneis, die aus dem Grenzgebirge
des Hintergrundes des St. Antönierthales stammen. In der vordern Hälfte zeigt das Schanielatobel starke Waldbekleidung.
Hart neben dem «Rüfetobel» steht 1 Stunde hinter
Küblis und 10 Minuten unter dem Schanielaweg das neu erbaute Geilenbad, dessen drei Quellen ein unbedeutendes und nur
wenig Eisen und Kohlensäure enthaltendes Mineralwasser liefern. Das von Scheuchzer 1717 erwähnte alte Geilenbad blieb seit 1830 verschüttet
und verfallen.