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Dieser Artikel auf Schweizerdeutsch lernen mag Ihnen vielleicht komisch erscheinen. Was hat denn die Schweizer Armee mit unserer Website zutun?! Na ganz einfach, wenn Sie eine Sprache lernen möchten, geht dies am einfachsten, wenn Sie die Kultur und das System des jeweiligen Landes verstehen. Darum gehen wir heute auf das Thema ein, Sie werden merken, auch hier hat die Schweiz ihre Spezialitäten.
Was ist die Schweizer Armee?
Die Streitkraft der Schweizer Armee besteht aus dem Heer und der Luftwaffe. Da die Schweiz ein Binnenland ist verfügt sie über keine Marine. Für die Grenzgewässer werden Genietruppen eingesetzt oder aber die kantonal zuständige Polizeibehörde. Hinter der Schweizer Armee steht der Departementsbereich Verteidigung. Er ist Teil des Eidgenössischen Departements für Bevölkerungsschutz, Verteidigung und Sport (VBS), und stellt das planende,führende und verwaltende Rückgrat der Schweizer Armee dar. Da in der Schweiz vier Amtssprachen vorhanden sind (schweizerdeutsch (siehe dazu HIER unseren Schweizerdeutsch Kurs), französisch, italienisch und rätoromanisch), hat die Armee auch für jede Region der Schweiz ihren eigenen Namen: In der Deutschschweiz nennt man sie Schweizer Armee, in der Welschschweiz sagt man Armée Suisse, im italienisch sprechenden Teil redet man von der Esercito svizzero und im romanischen Teil der Schweiz nennt man sie Armada svizra. In den englisch sprechenden Ländern redet man übrigens von der Swiss Armed Forces. Dies als kleine wissenswerte Randnotiz abseits vom eigentlichen Thema.
Auftrag der Schweizer Armee
Die Aufträge der Armee in der Schweiz sind in der Bundesverfassung (Hier findest du die Verfassung) bzw. dem Militärgesetz geregelt. So hat „d’schwiizer Armee“ den Auftrag, Kriege zu verhindern und ihren Beitrag zur Erhaltung des Friedens zu leisten. Weiter soll sie die Schweiz und deren Bevölkerung verteidigen. Zudem soll die
Armee auch zur internationalen Friedensförderung ihren Beitrag darbringen. Abschließend wird die Armee auch bei folgenschweren Bedrohungen der inneren Sekurität und der Bewältigung von Missständen im In-und Ausland zur Unterstützung der zivilen Behörden eingesetzt, sollten deren Möglichkeiten nicht mehr ausreichen.
Somit ist unser Militär keinesfalls nur dafür ausgelegt einen Krieg zu führen, sondern vorrangig, um den Frieden zu sichern.
Das Milizsystem
Eine Eigenheit der Schweizer Armee ist das sogenannte Milizsystem. Gerade mal fünf Prozent aller Soldaten in der Schweiz sind Berufs-oder Zeitsoldaten. Die restlichen AdA’s (Angehörige der Armee) sind Wehrdienstleistende im Alter zwischen 20 und 34 Jahren. Das heißt, dass alle Schweizer Bürger zur „Ushebig“ gehen müssen. Bei der Aushebung werden unter anderem die sportlichen Fähigkeiten getestet. Anschließend wird jeder, der nicht „UT“ (untauglich) ist, einer Einheit zugeteilt. In der Regel nach der Lehre bzw. Berufsausbildung, erhält man dann ein Aufgebot zum“Irucke“. Die „RS“ (Rekrutenschule) dauert anschließend 18-21 Wochen. Nach Beendigung dieser Grundausbildung wird man jährlich zum“WK“ (Wiederholungskurs) aufgeboten. Hier wird das in der RS gelernt ein einer 3-wöchigen Weiterbildung gefestigt. Die Wk’s werden so lange gemacht, bis man auf seine 300 Dienstage kommt. Es gibt jedoch seit der Einführung der Armee XXI auch die Möglichkeit als sogenannter Durchdiener seine Diensttage an einem Stück „abzusitzen“. Die Durchdiener rücken normal in die Rekrutenschule ein und absolvieren sozusagen gleich anschließend alle kommenden Wiederholungskurse. Man ist also beinahe ein Jahr „im Tenue grüen“ unterwegs. Dieses Recht bleibt den Schweizer Männern verwehrt. Sie müssen, sofern keine Gründe vorliegen, welchen einen Dienst für die Schweizer Armee verneinen sollten, die Rekrutenschule absolvieren. Daher Fragen sich natürlich einige junge Männer, wie man sich als Frau so etwas freiwillig antun kann. Es ist sicherlich für jeden ein besonderes Ereignis. Man wird aus dem Alltag gerissen und muss, ob wann will oder nicht, in die RS einrücken. Trotz allem Blicken nach der bestandenen Rekrutenschule viele junge Leute gerne auf diese Zeit zurück. Es ist halt auch eine Lebensschule und oft findet man Freunde fürs Leben. Über Ausdrücke wie „Lilö“ (Lichterlöschen) oder“Sbg“ (Suchen bis gefunden) kann man noch Jahre später lachen.
Frauen in der Schweizer Armee
Der Militärdienst in der Schweizer Armee ist für Schweizerinnen freiwillig. Im Gegensatz zu den Männern, welche wie oben beschrieben „irucke müend“, steht es den Frauen frei zur Wahl. Frauen in der Armee dürfen mittlerweile sogar jede Funktion im Heersverband ausüben. Früher war ihnen der Einlass in Kampfverbände nicht möglich. Seit neun Jahren müssen die Schweizerinnen die gleichen physischen Leistungen wie die Schweizer Männer erbringen. Die Armee bietet also den Frauen in der Schweiz Gelegenheit etwas Neues zu entdecken und zu lernen. Durch den Dienst den sie in der Schweizer Armee für die Allgemeinheit und die Sicherheit der Schweiz leisten,sammeln sie einzigartige Erfahrungen. Soldatinnen in der Schweizer Armee sind selbstbewusst, engagiert und unabhängig. Der Anteil Frauen in der Armee beträgt übrigens ca. 0.6 Prozent.
Ausrüstung eines Soldaten
Jeder Schweizer Soldat wird mit einem Sturmgewehr 90 ausgerüstet (SIG550). Grenadiere der Militärpolizei, Hundeführer, Spitalsoldaten und Sekretärsoldaten der Führungsunterstützung sind hiervon ausgenommen. Diese Tragen eine Pistole 75 (SIG SAUER P220) mit dem Kaliber 9mm. Zudem werden auch Offiziere, aber auch höhere Unteroffiziere mit einer solchen Pistole ausgerüstet. Schritt für Schritt erfolgt aber auch die Ausrüstung auf diePistole 03 (SIG SP 2009).
Ein anderes sehr tolles Gadgets, das jeder Schweizer Soldat erhält und auch behalten darf ist das Soldaten-Taschenmesser. Es muss immer gehegt und gepflegt werden, da immer wieder Sauberkeitskontrollen durchgeführt werden, allerdings leistet das „Sackmesser“ großartige Dienste.
Das Beste ist, dass dieses Taschenmesser frei erwerblich ist. Der Schweizer Hersteller Victorinox ist weltweit bekannt für seine exzellenten Taschenmesser und jeder Schweizer ist und sollte auch im Besitz sein, eines solchen Messers.
Die Neutralität der Schweiz
Es ist allgemein bekannt, dass „die chli Schwiiz“ alles neutral und sachlich angeht. Es ist einer der wichtigsten Grundsätze der Außenpolitik der Schweiz. Anders ausgedrückt, die Schweiz beteiligt sich nicht an bewaffneten Konflikten zwischen anderen Staaten. Es ist also ein Instrument der schweizerischen Aussen- und Sicherheitspolitik. Mit dieser neutralen Haltung steht die Schweiz in Europa aber nicht alleine da. Eine ähnliche Außenpolitik wird vom Fürstentum Liechtenstein, dem Vatikanstaat, Österreich, Schweden, Malta und Monaco geführt.
Jetzt weißt du schon vieles über die Schweizer Armee, die im Volk auch heute noch einen großen Stellenwert genießt. Wenn du jetzt noch spielend einfach und online Schweizerdeutsch lernen möchtest, solltest du dich vielleicht mal über unseren Kurs informieren auf www.schweizerdeutsch-lernen.ch. Wir bieten dir eine grossartige Möglichkeit, dich perfekt der schönen Schweiz anzupassen.