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Auf der Grundlage der Lohnstrukturerhebung – einer alle zwei Jahre durchgeführten Umfrage bei mehreren Zehntausend Unternehmen aus der Industrie und dem Dienstleistungssektor – teilt das Bundesamt für Statistik (BFS) mit, dass die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern in der Privatwirtschaft von 23,6 auf 19,5 Prozent zurückgegangen sind. Der grössere Anteil dieser Differenz lässt sich mit strukturellen Faktoren wie einem unterschiedlichen Bildungsstand oder einer unterschiedlichen Anzahl Dienstjahre der Arbeitnehmenden erklären. Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern, der mit den erhobenen Faktoren nicht erklärbar ist, beträgt noch 7,6 Prozent. Im Unterschied dazu haben sich im öffentlichen Sektor diese nicht erklärten Lohnunterschiede sogar von 6,2 auf 6,9 Prozent erhöht.
Diese Zahlen sind vor dem Hintergrund zu interpretieren, dass die vom Bundesamt verwendete Methode wichtige Faktoren ausblendet, die ebenfalls einen begründeten Einfluss auf die Lohnhöhe haben. Beispielsweise wird nicht berücksichtigt, ob eine Person Erwerbsunterbrüche aufweist oder nicht. Eine Studie im Auftrag der Kommission und der Fachstelle für Gleichstellung des Kantons Zürich ist jedoch zum Schluss gekommen, dass unterschiedliche Erwerbsbiographien für Lohnunterschiede verantwortlich sein können. Demnach haben Frauen, die durchgehend vollzeiterwerbstätig waren, einen ähnlichen Lohnverlauf wie Männer. Erst, wenn Frauen ihr Pensum reduzieren oder gar eine Erwerbspause einlegen, beginnt sich die Lohnschere zu öffnen. Auf weitere lohnrelevante Faktoren, welche die Berechnungen des Bundes unberücksichtigt lassen, weist zudem eine Studie im Auftrag des Schweizerischen Arbeitgeberverbands hin.
Schliesslich dürfen auch die Lohnanalysen, die viele Unternehmen selber durchführen, nicht ausser Acht gelassen werden. Nicht zuletzt wegen ihrer methodischen Überlegenheit resultieren daraus Lohnunterschiede zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die teils deutlich geringer sind als die aggregierten Daten des Bundes.