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Entwicklung des nachhaltigen Handelns
Als Familienunternehmung sind Regionalität und nachhaltiges Handeln für die JMS seit jeher wichtige Anliegen. Kurz nach dem ersten Weltkrieg schaffte Johann Müller Arbeitsplätze für Mitarbeitende aus der Region, als er vornehmlich Steine und Baumaterialien auf dem Seeweg in Richtung Zürich transportierte. Bereits in den dreissiger Jahren wurden unsere Baustoffe durch die ETH Zürich geprüft. So konnte schon damals eine hohe Qualität gewährleistet werden, wodurch seit jeher eine langlebige und nachhaltige Bauweise ermöglicht wurde.
Unter der zweiten Generation wurden die aus den 60er-Jahren und aus US-Armeebeständen stammenden Seilbagger und Raupentraxe durch moderne Hydraulikbagger und Raupenlader ersetzt. Dank effizienteren Motoren und modernen Steuerungen verbesserten sich Leistung und Dauerhaftigkeit um ein Vielfaches – bei gleichbleibendem Treibstoffverbrauch.
Im Jahr 1987 definierte die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung den Begriff der nachhaltigen Entwicklung wie folgt:
«Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, welche die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.»
Entsprechend dieser Definition bezieht sich eine nachhaltige Entwicklung nicht allein auf die Umwelt, sondern auch auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Bereiche. Der Schweizer Bundesrat spezifizierte damals die Zielrichtungen der Nachhaltigkeit wie folgt:
«Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, ökologische Verantwortung und gesellschaftliche Solidarität.»
Die Endlichkeit natürlicher Ressourcen
Dank dem global wachsenden Bewusstsein für die Endlichkeit natürlicher Ressourcen stiegen Mitte der 70er-Jahre, als Folge der Erdölkrise, auch die industriellen Anstrengungen hin zur Nachhaltigkeit. Neue Geräte mit reduziertem Dieselverbrauch waren gefragt und es wurden 4-Achsfahrzeuge (später auch 5-Achsfahrzeuge) angeschafft, die mit gleichem Treibstoffverbrauch eine weit höhere Materialmenge transportierten. Die dritte Generation der JMS-Gruppe setzte ab den 80er-Jahren vermehrt auf umweltschonende Technologien wie beispielsweise Kläranlagen- und Verfahrenstechnik, zur Reinigung und Wiederverwendung mineralischer Abwässer. Ebenso konnte durch den Einsatz einer Entholzungsanlage in Uznach hochwertiges Kiesmaterial aus mit Holz und Laub belastetem Geschiebe von Gewässern gewonnen werden. Seit dem Jahr 2000 setzte sie nur noch biologisch abbaubare Hydrauliköle und Schmierstoffe ein. Auch wurde für die Reduktion von CO2-Ausstössen, in Zusammenarbeit mit der Energieagentur der Schweizer Wirtschaft, vornehmlich auf Ökodiesel gesetzt.
In dieser Zeit wurden nebst den Kieswerken auch alle Betonwerke mit eigenen Wasseraufbereitungsanlagen ausgerüstet, um das Prozesswasser mehrfach zu verwenden. Bereits seit den 50er-Jahren wurden Abfälle aus der Zementwarenindustrie zu Recyclingbaustoffen im Kieswerk Eschenbach aufbereitet. In den 90er-Jahren wurden diese zusätzlich mit Misch- und Betonabbruchmaterialien ergänzt. Die Basis von sekundären Rohstoffen (d.h. Rohstoffe, die aus entsorgtem Material aufgearbeitet (Recycling) und gewonnen werden) half den Anteil an Primärkies aus Gruben zu reduzieren. Als Ergänzung folgte in den 2000er-Jahren eine Aushubwaschanlage im Werk Eschenbach, um aus dem angelieferten Aushubmaterial Sekundär-Kies zu gewinnen. Dadurch werden sowohl die Umwelt, durch Einsparungen von CO2 und Energie, als auch die natürlichen Ressourcen geschont, indem der Bedarf an Wasser, Kies sowie Deponieraum reduziert wird.
Die durch Abbau- und Auffüllstellen sowie Deponien entstehenden Eingriffe in die Natur müssen per Gesetz seit den 90er-Jahren durch ökologische Ausgleichsmassnahmen kompensiert werden. Zusätzlich gewährleisten die ebenfalls damals neu eingeführten Rekultivierungsrichtlinien den Wiederaufbau eines gesunden Bodens. Speziell bei den damals neu geschaffenen Richtlinienwerken für die Schweizer Kiesindustrie wie «Kiesabbau und Naturschutz» leisteten JMS-Vertreter nebst Feldarbeiten und Experimenten auch entscheidende redaktionelle Beiträge. Die dabei geschaffenen Mehrwerte für die Umwelt erhielten bereits 2003 die Unterstützung von Pro Natura und dem WWF.
Trotz allen Bemühungen im Sinne der Umwelt können die Belastungen der Baubranche nicht eliminiert werden. Umso wichtiger ist es, dass fortlaufend Bestrebungen zur Schonung von Ressourcen verfolgt und umgesetzt werden. In diesem Sinne steht auch die langjährige Zusammenarbeit mit der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR), die sich auf den Bereich der erneuerbaren Energien fokussiert. So wurden auf den Dächern des Werkhofs in Schmerikon und dem Entsorgungspark in Pfäffikon SZ bereits vor Jahren Solaranlagen erstellt.
Verwertung von Bau- und anderen Abfällen
Nicht nur für die Herstellung von Recyclingbeton werden Materialien wiederverwendet (siehe Blogbeitrag vom 11.03.2020). Auch Metalle, Holz, Ziegel, Aushub und weitere Bauabfälle werden beim Abbruch direkt auf der Baustelle vorsortiert und wo möglich der Wiederverwertung oder ansonsten der fachgerechten Entsorgung zugeführt. Viele zur Entsorgung vorgesehene Materialien können so erneut eingesetzt werden.
Wertschöpfung optimieren durch neue Geschäftsfelder?
Die Schliessung von Stoffkreisläufen geht weit über das ursprüngliche Kerngeschäft der Unternehmung hinaus. So ist es nur konsequent, dass die JMS über die Generationen hinweg ihre Geschäftsfelder stetig erweiterte, um langfristig hohe Qualität zu bieten. Unter anderem kam mit der Übernahme der Landolt Transport AG im Jahr 2008 ein auf den ersten Blick nicht direkt mit dem Bau verwandtes Geschäftsfeld zur Gruppe hinzu. Mit den zwei neuen Bereichen Entsorgung und Transport konnte jedoch eine Angebotslücke geschlossen werden. Dank den nahen Transportwegen und dem regionalen Einzugsgebiet kann ein breitgefächertes Entsorgungsangebot gewährleistet und wo immer möglich der Stoffkreislauf geschlossen werden. Die Wertstoffrückgewinnung und Wiederverwertung von Abfällen ist mit der steigenden Sortenvielfalt eine der umfassendsten und komplexesten Herausforderungen unserer Zeit.
Die 4. Generation setzt auf ökologische Aufwertungen, Wissenstransfer und nachhaltige Geräte
Renaturierungen und Rekultivierungen spielten bereits in der Vergangenheit eine grosse Rolle – sodass auch die künftigen Generationen auf eine intakte Natur sowie eine wirtschaftlich stabile Beschäftigungslage bauen können. Die geforderten ökologischen Ausgleichsmassnahmen müssen nicht nur während der Betriebstätigkeit sondern auch danach, während mindestens 25 Jahren, funktionieren. Dadurch weisen ehemalige Abbaustellen wertvolle Hecken, Biotope, Hochstammbäume oder extensive Wiesen auf. Aber auch der Kiesabbaubetrieb und die Ökologie gehen seit jeher Hand in Hand: So dient beispielsweise eine unserer Kiesgruben den geschützten Uferschwalben seit Jahren als Nistmöglichkeit. Ebenso werden Jahr für Jahr temporär erstellte Biotope von Gelbbauchunken und Kröten als Laichmöglichkeit benutzt. Vor allem Pionieramphibien haben Mühe, geeignete Lebensräume zu finden. Sie sind auf temporäre und flache Gewässer mit wenig Bewuchs angewiesen. Kiesgruben bieten diesen Tieren solchen seltenen Lebensraum. Dabei stehen beim Kiesabbau wie auch nach einer erfolgten Rekultivierung der Erhalt der Lebensräume von seltenen Tier- und Pflanzenarten im Vordergrund.
Der Faktor Mensch
Wesentlich für nachhaltiges Handeln ist der Wissenstransfer. Alle Bemühungen sind nur so gut wie die Menschen, die sie umsetzen. Entsprechend sind Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden unerlässlich. Mit sieben verschiedenen Lehrprofilen wird der Grundstein für die Förderung junger Talente gelegt. Dabei ist die stete Weiterbildung innerhalb der JMS-Gruppe ein grosses Anliegen, um bestehendes Wissen weiterzugeben und gleichzeitig die neuesten Trends zu implementieren. Langjährige Zusammenarbeit mit der HSR, die Sicherstellung von Arbeitsplätzen und die Möglichkeit, sich betriebsintern weiter zu entwickeln, bilden wichtige wirtschaftliche Inputs für die Region. Unzählige Erfolgsgeschichten lassen sich über die Jahre hinweg verfolgen: vom Polier bis in den Verwaltungsrat führten solche Karrieren bereits.
Gesteigerte wirtschaftliche Sicherheit sowie Wohlstand ermöglichen es, den Fokus immer stärker auf die Nachhaltigkeit und den Umweltschutz zu legen. Wo früher das Überleben im Vordergrund stand, sind heute Ressourcen für die Auseinandersetzung mit der Zukunft frei. Der technologische Wandel zeugt von vielen Durchbrüchen. Die Entwicklung von neuen Antrieben und weitere umweltrelevante Massnahmen der Hersteller ermöglichen einen sparsamen Umgang mit den Ressourcen. Die Nutzung dieser neuen Möglichkeiten ist der JMS ein wichtiges Anliegen. So wurden im Jahr 2014 die ersten zwei Hybridbagger gekauft, 2019 kam der europaweit erste dieselelektrische Dozer (siehe Blogartikel vom 11.10.2019) seiner Modellreihe in den Einsatz und sowohl drei Hybridautos wie auch ein vollständiges Elektroauto gehören inzwischen zur JMS-Flotte.
Warum Regionalität für Nachhaltigkeit steht
Nachhaltigkeit im Sinne der Brundtland-Definition setzt sich wie beschrieben aus wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Aspekten zusammen. Die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region, die Förderung der Ökologie während und nach dem Kiesabbau, eine auf Qualität ausgerichtete Unternehmensphilosophie, Generationenprojekte und die gelebte Zukunftsorientierung machen deutlich, weshalb Regionalität immer auch für Nachhaltigkeit steht.
Regionalität fördert die Wertschöpfung vor Ort und bietet Arbeitsplätze. Die geschaffenen Arbeitsplätze, Entschädigungen an die Grundeigentümer für genutztes Land sowie die Entrichtung von Steuern und Gebühren unterstützen daher nicht nur die Wirtschaft sondern auch das Leben in der Region.
Kies aus der Region statt aus dem Ausland und die damit verbundene Sicherstellung der lokalen Ver- und Entsorgung entlasten die Strassennetze und senken den CO2-Ausstoss. Damit Transportwege und Dorf-Durchfahrten minimiert werden können, sind eine regionale Verteilung der Ver- und Entsorgungsstellen sehr wichtig, aber auch eine effiziente Transportorganisation mit Gegenfuhren und eine optimale Lenkung der Transportflotte sind unerlässlich. Gegenfuhren sind solche Fahrten, bei denen beispielsweise der Aushub von einer Baustelle direkt in die Kiesgrube gefahren wird und auf dem Rückweg Kies von der Grube zurück zur Baustelle oder ins Kies-/Betonwerk transportiert wird. Dank der Digitalisierung können die Gegenfuhren noch besser koordiniert und Leerfahrten auf das notwendige Minimum reduziert werden.
Bauabfälle, die rund 65% aller Abfälle in der Schweiz ausmachen, sollen möglichst nah am Entstehungsort aufbereitet, wiederverwendet oder -verwertet werden. Falls dies nicht möglich ist, wird eine nachhaltige, mit geringen Emissionen verbundene und fachgerechte Entsorgung notwendig. Die dafür benötigte Auffüllung von Deponien bringt Mehrwerte durch die Schaffung von wichtigen Lebensräumen und es werden eine gesunde Flora und Fauna sowie fruchtbare Böden geschaffen.
Nur gemeinsam kann Nachhaltigkeit gelebt und gefördert werden
Die Zertifizierungen, wie die im Frühjahr 2020 bei der JMS erneuerten Atteste für Qualität (ISO 9001) und Umwelt (ISO 14001), wurden erstmals mit der Norm ISO 45001 (Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz) ergänzt. Damit wurden die geleisteten Bemühungen anerkannt und diese für alle Anspruchsgruppen sichtbar gemacht. Innovationen, Weiterentwicklungen der Produkte, Schulungen und Wissenstransfer motivieren die Mitarbeitenden, welche die wichtigste Ressource eines Unternehmens darstellen.
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