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Warmwasser
Das benötigte Trink- und Brauchwasser kann zentral oder dezentral erwärmt werden. Der Begriff Boiler bezeichnet alle Geräte, die Warmwasser enthalten oder erzeugen, dass umgehend verbraucht wird und die darum kaum wärmegedämmt sind.
Energie und Kosten sparen
Eine Wassertemperatur von 55 °C ist nicht heiss, aber ausreichend warm fürs Baden, Duschen oder Spülen. Eine niedrigere Wassertemperatur spart nicht nur Energie, sondern ist auch angenehmer als brühheisses Wasser aus dem Hahn.
Armaturen mit Sparventilen reduzieren den eigentlichen Warmwasserverbrauch massiv ohne den Komfort zu schmälern. Früher verwendete man häufig stromintensive Elektroboiler, heute werden Wärmepumpenboiler immer beliebter.
Schutz vor Legionellen
Mindestens einmal pro Woche sollte jeder Boiler auf 60 °C bis 65 °C aufgeheizt werden, damit Legionellen, eine Bakterienart, absterben. Diese sind zwar in der Schweiz selten, können aber gefährliche Lungenerkrankungen auslösen. Legionellen entwickeln sich am besten in Wassertemperaturen von 30 °C bis 50 °C und sterben bei 60 °C ab. Moderne Boiler sind deshalb häufig mit einer automatischen Steuerung ausgestattet, die das Wasser regelmässig auf mindestens 60 °C aufheizt.
Zentrale Warmwasserversorgung
Bei der zentralen Versorgung mit Warmwasser ist der Boiler, der in einem Vorratsbehälter eine gewisse Menge an warmen Wasser bereithält, an die Heizung gekoppelt. Der Heizkessel gibt direkt über einen Wärmetauscher Energie ab und erwärmt das Wasser. Kürzere Leitungen senken die Installationskosten. Wenn der Boiler beispielsweise im Bad installiert ist, geht auf dem kurzen Weg zwischen Boiler und Wasserhahn kaum Wärme verloren. Zudem gewinnt der richtige Raum die Abwärme.
Der Boiler kann auch separat mit einer Wärmepumpe oder über Solarthermie funktionieren. Dies ist in gut gedämmten Häusern mit einer Niedertemperaturheizung sinnvoll, weil dann der Energieverbrauch für die Wassererwärmung den der Raumheizung übertrifft.
Dezentrale Warmwasserversorgung
Wenn die zentrale Warmwasseraufbereitung zu teuer ist, wie zum Beispiel in Wochenend- oder Ferienhäusern, bietet eine dezentrale Warmwasserversorgung mit Kleinspeichern oder Durchlauferhitzern eine sinnvolle Alternative. Bei diesen Anlagen wird das Warmwasser möglichst nahe beim Verbrauchsort produziert. Boiler, Durchlauferhitzer und Warmwasserspeicher sind also jeweils in den einzelnen Räumen untergebracht. Eventuelle Leitungsverluste werden dadurch drastisch vermindert. Ausserdem kann der Warmwasserverbrauch individuell abgerechnet werden.
Offene Kleinspeicher mit einem Fassungsvermögen von 5 bis 10 Liter liefern sofort warmes Wasser und sind in der Regel ans Stromnetz angeschlossen. Sie eignen sich für den kontrollierten Verbrauch, denn die geringe Wassermenge ist schnell aufgebraucht.
Speicherwasserwärmer
Diese Boiler können kurzfristig grosse Wassermengen zur Verfügung stellen und beliebig viele Entnahmestellen versorgen. Sie werden für die zentrale Warmwasseraufbereitung in Ein- und Mehrfamilienhäusern eingesetzt.
Durchlauferhitzer
Die Apparate liefern zeitlich unbegrenzt Warmwasser, zum Beispiel zwischen 10 bis 16 Liter pro Minute. In 1 Minute wird dann die angegebene Wassermenge mit einer Zulauftemperatur von 15 °C auf 40 °C aufgeheizt. Durchlauferhitzer beziehen ihre Energie via Steckdose aus dem öffentlichen Stromnetz. Wie der Name schon sagt, haben Durchlauferhitzer keinen Speicher, sondern erhitzen das Wasser beim Durchströmen. Sie sind verhältnismässig klein und können deshalb überall platziert werden. Mit Stromzähler und Münzeinwurf versehen, liefern sie häufig in Berghütten das Duschwasser.
Durchlauferhitzer können hydraulisch oder elektronisch gesteuert und neben Strom auch mit Gas betrieben werden. Die stufenlose Regelung stellt sicher, dass beim Durchlauf auch kleine Wassermengen immer die gewünschte Temperatur haben. Meist werden die Apparate dort eingesetzt, wo nicht gleichzeitig mehrere Zapfstellen versorgt werden müssen, wie in der Dusche, beim Lavabo oder Spültrog und die Entnahmestellen nicht weiter als 5 Meter vom Gerät entfernt sind.
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