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Das Münzkabinett des Schweizerischen Nationalmuseums (SNM) beherbergt rund 100'000 Objekte, darunter neben Münzen und Medaillen auch Banknoten, Wertschriften, Kreditkarten sowie Münzprägestempel. Das zeitliche Spektrum reicht von keltischen Prägungen bis zu den aktuell gültigen Münzen und Banknoten.
Kern der Sammlungsbestände im SNM ist die Sammlung schweizerischer Münzen. Gesammelt werden Münzen, die im Raum der heutigen Schweiz geprägt wurden oder in der Schweiz zirkulierten. Der Schwerpunkt liegt bei den Münzen der schweizerischen Münzorte Städte, Bistümer, Abteien und Kantone sowie des modernen Bundesstaates. Zu diesem Sammlungsbereich gehören ferner die Prägungen der in der Schweiz ansässigen Kelten sowie die Münzen der merowingischen und fränkischen Machthaber, die im Raum der heutigen Schweiz prägten.
Die Sammlung schweizerischer Münzen wird ergänzt durch eine repräsentative Universalsammlung, die als Depositum der Zentralbibliothek Zürich (vormals Alte Stadtbibliothek) im SNM bewahrt wird. Diese Sammlung zeichnet sich durch bedeutende Münzreihen oberitalienischer, französischer und süddeutscher Herkunft der frühen Neuzeit (16.18. Jh.) aus. Zu den Beständen des Münzkabinetts gehören ferner die römische Münzsammlung des Kloster Rheinau, die Fundmünzen des Kantons Zürich sowie verschiedene Spezialsammlungen. Zu erwähnen sind die Handsammlung des berühmten Schwyzer Medailleurs J. C. Hedlinger (16911771) sowie die bedeutende Sammlung schweizerischer Medaillen von Rudolf Isenschmid und Gerold Meyer von Knonau, die dem Museum 1919 geschenkt wurde. Die Objektsammlung wird durch die wohl beste numismatische Fachbibliothek in der Schweiz ergänzt.
Das Nationalmuseum ist die einzige Institution, die den gesetzlichen Auftrag hat, systematisch Münzen aus der gesamten Schweiz zu sammeln. Mit ca. 30'000 Stücken ist die Sammlung schweizerischer Münzen des SNM die wohl grösste Sammlung schweizerischer Prägungen überhaupt. Ziel und Zweck der Sammlung ist die Dokumentation und Erforschung der schweizerischen Münz- und Geldgeschichte. Münzen sind Primärquellen, ohne deren angemessene Berücksichtigung die Geschichtsschreibung nicht möglich ist. Die Münzkunde (Numismatik) als wissenschaftliche Disziplin gibt nicht nur Auskunft zur Geld- und Wirtschaftsgeschichte, sondern dient auch als Quelle für kunst- und kulturgeschichtliche Forschung. Sie pflegt daher engen Kontakt mit der Archäologie, mit der Kunst und Kulturgeschichte sowie mit der Wirtschaftsgeschichte.
Hortensia von Roten, Kuratorin Münzkabinett
Karel Castelin, Keltische Münzen. Katalog der Sammlung des Schweizerischen Landesmuseums Zürich, 2 Bde. (Zürich 1976/1985)
Hans-Ulrich Geiger, Schweizerische Münzen des Mittelalters. Aus dem Schweizerischen Landesmuseum, Heft 33 (Bern 1973)
Hortensia von Roten und Erich B. Cahn, Münzen der Renaissance und des Barocks. Kostbarkeiten aus der Sammlung der Zentralbibliothek Zürich. Hrg. von Hans-Ulrich Geiger (Wiesbaden 1992)
Hortensia von Roten, Keltische Münzen im Schweizerischen Landesmuseum. Katalog der Sammlung Peter Werhahn und der Neuerwerbungen seit 1978, ZAK 53, 1993, Heft 3, 177-222
Dietrich Schwarz, Schweizerische Medaillenkunst. Aus dem Schweizerischen Landesmuseum, Heft 4 (Bern 1955)
Dietrich Schwarz, Schweizerische Münzen der Spätgotik und der Renaissance. Aus dem Schweizerischen Landesmuseum, Heft 10 (Bern 1958)
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