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PHLEBOLOGIE
Varikose (Krampfaderleiden)
Beim Krampfaderleiden bzw. Varizenleiden handelt es sich um eine degenerative, meist vererbte Erkrankung der Venenwand und der Venenklappen im oberflächlichen Venensystem der Beine. Hierdurch kommt es nicht mehr zu einem regelrechten Rückfluss des Blutes zum Herzen hin, sondern zu einem Rückstau und damit zu einer Erweiterung der Venen und letztendlich zur Ausbildung von Krampfadern.
Es werden folgende Typen von Krampfadern unterschieden:
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Stammvarizen,
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Seitenastvarizen,
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Perforansvarizen,
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Retikuläre Varizen,
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Besenreiservarizen.
Die klinische Ausprägung der mit einer Varikose einhergehenden Veränderungen können nach verschiedenen Klassifikationen eingeteilt werden. Im klinischen Alltag ist die Einteilung der klinischen Ausprägung einer Varikose angelehnt an die Klassifikation der chronisch venösen Insuffizienz nach Widmer, modifiziert nach Marshall üblich:
Grad 1: sichtbare Krampfadern ohne nennenswerte Beschwerden; keine Komplikationen.
Grad 2: sichtbare Krampfadern; Beschwerden im Sinne von Missempfindungen, Juckreiz, Schweregefühl, Spannungsgefühl,
Schwellneigung, Wadenkrämpfe, Schmerzen; keine Komplikationen.
Grad 3: sichtbare Krampfadern; Beschwerden (wie Grad 2 nur stärker ausgeprägt); zusätzliche Komplikationen: trophische
Hautstörungen (Verhärtungen, Pigmentierungen, Entzündungen der Haut, Ekzem, Atrophie); Venenentzündung.
Grad 4: sichtbare Krampfadern; Beschwerden (wie Grad 3); Komplikationen (wie Grad 3, stärker ausgeprägt);
florides Ulcus cruris (= offenes Bein)
International hat sich die sogenannte CEAP Klassifikation der chronisch venösen Insuffizienz durchgesetzt.
Es werden hier das klinische Erscheinungsbild (C = clinic), die Entstehung (E= etiology), das anatomische Bild bzw. welche Venenbetroffen sind (A= anatomic) und die zu Grunde liegende pathopysiologie (P) beurteilt und eine entsprechende Einteilung vorgenommen.
Unbehandelt führt die medizinisch bedeutsame Varikose, insbesondere mit Stammveneninsuffizienz und Perforansinsuffizienz häufig zu Komplikationen (chronisches Ödem, trophische Hautveränderungen, Ulcus cruris, tiefe Leitveneninsuffizienz, Varikophlebitis). Wesentlicher Entstehungsfaktor hierfür ist dabei die Störung der venösen Hämodynamik mit Entwicklung eines venösen Bluthochdruck im betroffenen Bein. Darüber hinaus besteht ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer tiefen Beinvenenthrombose (ca. 25%), insbesondere im zeitlichen Zusammenhang mit dem Vorliegen einer oberflächigen Venenentzündung (=Varikophlebitis). In der Baseler Studie wiesen die Träger einer relevanten bzw. krankhaften Varikose, je nach Selektion der Schweregrade, zwischen 9 und 20 mal häufiger Komplikationen im Bereich des Venensystems auf, als gleichaltrige varizenfreie Probanden (Blättler W, Frick E. Komplikationen der Thrombophlebitis superficialis. Schweiz Med Wochenschr 1993; 123: 223-8).
Die Behandlung des Krampfaderleidens/Varikose orientiert sich an den anatomischen und/oder pathophysiologischen Gegebenheiten und/oder am Beschwerdebild.
Das Ziel der Behandlung besteht in der Normalisierung oder Besserung der venösen Durchblutung, in der Besserung oder Beseitigung von Stauungsbeschwerden, in der Abheilung oder Senkung der Rezidivrate von venösen Ulzera und anderen Formen trophischer Störungen sowie der Verhinderung von weiteren Komplikationen wie z.B. oberflächiger Venenentzündung, Schädigung der tiefen Beinven (sekundäre Leitveneninsuffizienz), Varizenblutung.
Die klinische Entwicklung einer Varikose hinsichtlich ihrer Komplikationen ist im Einzelfall nicht vorhersehbar.
Da mit zunehmender Einschränkung der venösen Pumpleistung ein venöser Hochdruck im betroffenen Bein auftritt, und damit das Eintreten von Folgeschäden ansteigt, ist es sinnvoll, das Krampfaderleiden bzw. die chronisch venöse insuffizienz möglichst frühzeitig zu behandeln.
Die therapeutischen Möglichkeiten umfassen:
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konservative Maßnahmen,
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Sklerosierungstherapie,
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endoluminale Verfahren,
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transkutane Lasertherapie,
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operative Verfahren.
Rezidiv-Varikose (erneutes Auftreten von Krampfadern nach erfolgter Therapie):
Durch vererbbare Faktoren entstehende Schädigung der Venen werden aus gesunden Venen Varizen (Krampfadern).
Auf Grund dieser Tatsache ist das Fortschreiten des Krampfaderleidens/Venenleidens, bis hin zur Erkrankung sämtlicher oberflächlicher Beinvenen, und auch das Auftreten von sogenannten Rezidiven nach vorausgegangener Behandlung als schicksalhaft anzusehen.
Unter dem Begriff "Rezidivvarikose" werden Krampfadern verstanden, die in einem zuvor behandelten Stromgebiet auftreten, unabhängig von der Art der vorausgegangenen Behandlung. Darüber hinaus ist die außerordentliche Variabilität des oberflächlichen Venensystems zu berücksichtigen. So kann z.B. eine scheinbar belassene Stammvene auf deren ursprünglich nicht erkennbarer Mehrfachanlage beruhen.
(Diese Ausführungen können Sie detailliert nach lesen in den Leitlinien zur Diagnostik und Behandlung von Varizen.