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Einsamkeit im Alter - Was man dagegen tun kann
Einsamkeit im Alter ist ein weit verbreitetes Phänomen, das sowohl das körperliche als auch das seelische Wohlbefinden beeinflusst. In der Schweiz sind etwa 160.000 Menschen über 62 Jahre von Einsamkeit betroffen. In diesem Artikel werden die Ursachen, Auswirkungen und mögliche Lösungen für dieses Problem beleuchtet.
1. Definition von Einsamkeit
Einsamkeit ist ein subjektives Gefühl, das entsteht, wenn eine Person ein Missverhältnis zwischen der Anzahl sozialer Kontakte, die sie gerne hätte, und der tatsächlichen Anzahl wahrnimmt. Es ist wichtig, zwischen Einsamkeit und Alleinsein zu unterscheiden. Alleinsein ist ein objektiver Zustand und muss nicht zwangsläufig negativ empfunden werden. Einsamkeit hingegen entsteht, wenn das Alleinsein als etwas Negatives wahrgenommen wird.
1.1 Unterschiedliche Ausprägungen von Einsamkeit
Es gibt verschiedene Formen von Einsamkeit. Eine vorübergehende Einsamkeit kann beispielsweise auftreten, wenn man an einen neuen Ort zieht oder erstmals alleine wohnt. Wenn dieser Zustand jedoch über einen längeren Zeitraum anhält, kann daraus eine chronische Einsamkeit entstehen, die sich auf die Gesundheit auswirkt.
2. Auswirkungen von Einsamkeit auf die Gesundheit
Chronische Einsamkeit kann sowohl die psychische als auch die physische Gesundheit beeinträchtigen. Studien zeigen, dass einsame Menschen früher sterben und häufiger unter Herzerkrankungen, Schlaganfällen, Krebserkrankungen, Depressionen oder Angststörungen leiden. Einige der möglichen Ursachen für diese Zusammenhänge sind:
- Einsame Menschen neigen dazu, ungesündere Lebensgewohnheiten zu entwickeln, wie Rauchen, Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und schlechter Schlaf.
- Einsamkeit kann zu erhöhtem Stress und einem geschwächten Immunsystem führen, was das Risiko für verschiedene Krankheiten erhöht.
3. Ursachen und Risikofaktoren für Einsamkeit im Alter
Es gibt verschiedene Auslöser und Risikofaktoren, die zu Einsamkeit führen können:
- Scheidung
- Umzug
- Krankheit
- Tod des Partners oder der Partnerin
- Veränderungen im sozialen Umfeld, z.B. durch das Elternwerden
Generell sind Personen, die alleine oder ohne feste Beziehung leben, häufiger von Einsamkeit betroffen. Zudem ist Einsamkeit im Alter häufiger, da enge Freundschaften fehlen, Partner oder Freunde sterben, oder die Mobilität aufgrund des Gesundheitszustandes eingeschränkt ist.
4. Altersgruppen und Einsamkeit
Obwohl Einsamkeit im Alter am häufigsten vorkommt, sind auch jüngere Altersgruppen betroffen. Laut dem Bundesamt für Statistik ist der Anteil der Personen, die sich manchmal oder oft einsam fühlen, bei der Altersgruppe 65+ niedriger als bei jüngeren Altersgruppen. Dies liegt möglicherweise an den Veränderungen im sozialen Netzwerk, die in jungen Jahren stattfinden, wie zum Beispiel der Umzug aus dem Elternhaus und der Einstieg ins Berufsleben.
5. Einfluss der Pandemie auf Einsamkeit
Die Covid-19-Pandemie hat auch Auswirkungen auf die Einsamkeit in der Bevölkerung gehabt. Eine Studie in der Schweiz zeigt, dass während der Kontaktbeschränkungen mehr Menschen unter Einsamkeit litten. Mit den schrittweisen Lockerungen ging dies jedoch zurück. Es gibt jedoch noch keine Langzeitstudien, die die langfristigen Folgen der Pandemie auf die Einsamkeit in verschiedenen Altersgruppen untersuchen.
6. Wege aus der Einsamkeit
Es gibt verschiedene Ansätze, um Einsamkeit zu reduzieren und soziale Kontakte wiederherzustellen:
6.1 Selbsthilfe
Einsame Menschen können versuchen, selbstständig aus ihrer Einsamkeit herauszukommen. Dazu können sie beispielsweise:
- Sich selbst etwas Gutes tun, indem sie sich bewusst Zeit für sich nehmen und sich verwöhnen
- Soziale Kontakte pflegen, indem sie Nachbarn oder Bekannte einladen oder sich an Veranstaltungen in ihrer Umgebung beteiligen
- Offen für Neues bleiben, indem sie Kurse besuchen oder sich ehrenamtlich engagieren
Erfolgversprechende Interventionen, um Einsamkeit zu reduzieren, können jedoch auch von professionellen Psychotherapeuten oder Angehörigen angeboten werden.
6.2 Professionelle Hilfe
Wenn Selbsthilfe nicht ausreicht, können professionelle Therapieansätze wie kognitive Verhaltenstherapie oder Psychotherapie helfen. Diese können dabei unterstützen, negative Denkmuster zu durchbrechen und soziale Kompetenzen zu verbessern.
6.3 Unterstützung durch Angehörige und Freunde
Angehörige und Freunde können ebenfalls einen wichtigen Beitrag leisten, um einsamen Menschen zu helfen. Sie können:
- Gespräche initiieren und ein offenes Ohr für die Sorgen und Ängste des Betroffenen bieten
- Gemeinsame Aktivitäten planen, die Spass machen und das Gefühl der Zugehörigkeit stärken
- Den Betroffenen ermutigen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen
7. Tools und Anlaufstellen zur Unterstützung
Für Menschen, die unter Einsamkeit leiden, gibt es verschiedene Tools und Anlaufstellen, die auch von zu Hause aus unterstützend wirken können:
- Mein Ohr für Dich: Ein kostenloser Telefondienst, bei dem geschulte Gesprächspartner für ein offenes Ohr und Unterstützung sorgen
- seniorweb.ch: Eine dreisprachige, interaktive Internetplattform für Menschen über 50 in der Schweiz, die von Freiwilligen gestaltet und betrieben wird
- seniorentreff.ch: Eine Plattform für deutschsprachige Senioren weltweit, die den Austausch und die Kommunikation untereinander fördert
- SRF-Samstig-Jass: Eine Online-Spieleplattform, bei der man in einer Gruppe Jass spielen und gleichzeitig mit anderen Teilnehmern chatten kann
8. Prävention von Einsamkeit im Alter
Um Einsamkeit im Alter vorzubeugen, ist es wichtig, schon in jüngeren Jahren auf ein stabiles soziales Netzwerk zu achten und aktiv an der Pflege von Beziehungen zu arbeiten. Dazu gehören:
- Regelmässiger Kontakt zu Familie und Freunden
- Teilnahme an Veranstaltungen und Aktivitäten, die den sozialen Austausch fördern
- Aufbau von Vertrauensverhältnissen und tiefgehenden Beziehungen
9. Zusammenfassung
Einsamkeit im Alter ist ein weit verbreitetes und ernstzunehmendes Problem, das sowohl die psychische als auch die physische Gesundheit betrifft. Es ist wichtig, die Ursachen und Auswirkungen von Einsamkeit zu verstehen und frühzeitig Massnahmen zu ergreifen, um dem entgegenzuwirken. Dazu gehören sowohl Selbsthilfe, professionelle Unterstützung als auch die Hilfe von Angehörigen und Freunden. Durch den Aufbau und die Pflege eines stabilen sozialen Netzwerks kann das Risiko von Einsamkeit im Alter verringert werden.