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Sonderschau auf der SWISS CLASSIC WORLD 2017
Neben Basel war Zürich eines der wichtigsten Standorte des frühen Kutschen- und Wagenbaus. Neben der Carrosserie Geissberger war es vor allem die Carrosserie Tüscher, die erfolgreich den Übergang vom Kutschen- und Wagenbau zum Bau von Spezial-Carrosserien für Personenwagen und Nutzfahrzeuge schafften. Zahlreiche rollende Zeitzeugen dieser grossartigen Epoche Schweizerischer Carrosseriebau Kunst rollen heute noch immer auf unseren Strassen.
Zusammen mit dem Swiss Car Register (SCR) aus Safenwil werden bei der SWISS CLASSIC WOLRD 2017 ausgewählte Fahrzeuge der Carrosserie Tüscher aus Zürich in Halle 2 präsentiert.
Adolf Tüscher-Lerch (1874-1937) betrieb seit 1902 in Zürich-Wipkingen eine Huf- und Wagenschmiede, der eine Hammerschmiede angegliedert war. Sein Bruder Fritz Tüscher-Forster (1876-1956) führte seit 1909 in Zürich-Aussersihl selbständig eine Carrosserie/Wagnerei. Dank der Tüchtigkeit der beiden Brüder und des daraus resultierenden Erfolges benötigten beide Betriebe immer mehr Platz, die Räumlichkeiten wurden bald zu klein. So kam es, dass Adolf und Fritz Tüscher beschlossen, beide Betriebe zusammenzulegen und gründeten 1917 die Gebrüder Tüscher & Co. Mit einem Personalbestand von rund 40 Angestellten bezog man den Neubau an der Hardturmstrasse. Das Carrosseriewerk, bestehend aus den Abteilungen Hammerschmiede, Spenglerei, Wagnerei, Sattlerei und Malerei, in denen Carrosserien für Car Alpin, Omni- und Trolleybusse, Personen- und Lastwagen sowie Komunal-Fahrzeuge hergestellt und repariert wurden, musste in den folgenden Jahren durch weitere Neubauten laufend erweitert werden.
Ab 1930 wurde mit dem Bau von Autobussen für die Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich begonnen und 1933 wurde eine neue Montagehalle für die Herstellung von "Cabriolets am laufenden Band" gebaut, wo Cabriolet Aufbauten hergestellt wurden. Aber auch einzelne Cabriolets auf Chassis renommierter Hersteller wie z.B. Bugatti, Delahaye oder Jaguar wurden angefertigt. Diese bestechen durch zeitlose Eleganz und traumhafte Proportionen. Die Kriegsjahre wurden zum Teil mit der Herstellung und Montage von Holzvergasern nach eigener Konstruktion überbrückt.
Ab 1946 wurden die ersten Trolley-Busse für die Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich hergestellt, Aufträge für Reisewagen und Autobusse sowie Spezialfahrzeuge für PTT und Private folgten. Die Produktion von PW-Carrosserien wird mangels Aufträgen und der grossen einheimischen Konkurrenz wegen eingestellt. Man beginnt, sich auf die Herstellung von Kleinserien-Fertigung von Autobussen einzurichten, was den Bau einer neuen Montagehalle nach sich zieht.
1984 verlässt der letzte Bus die Montagehalle an der Hardturmstrasse, das erwürdige Gebäude weicht im Anschluss daran einem Neubau. Die Firma disloziert nach Dällikon (ZH) in ein neues Gebäude mit modernster Einrichtung und ist bis heute sehr erfolgreich im Markt. An der Swiss Classic World vom 28./29.05.2017 in Luzern und am 30. Juni 2017 in Dällikon wird mit einer Sonderausstellung dieser runde Geburtstag gefeiert. Tradition, die lebt !
Urs P. Ramseier, Swiss Car Register
Weitere Infos: www.tuescherag.ch