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COVID-19 UND SCHWANGERSCHAFT
Aktuell gibt es relativ wenige Informationen über den Einfluss einer Infektion mit Corona-
Virus in der Früh-Schwangerschaft oder in der späteren Schwangerschaft. Es mehren sich aber Hinweise auf mögliche erhöhte Risiken für Mutter und Kind, insbesondere im letzten Schwangerschaftsdrittel.
Bei schwangeren Frauen könnten das Risiko eines schweren COMID-19-Krankheitsverlaufs,
einer Aufnahme in die Intensivstation, sowie die Gefahr einer Frühgeburt erhöht sein, wenn
z.B. bei Verschlechterung des Gesundheitszustands der Schwangeren eine vorzeitige Entbindung nötig wäre.
Studien mit kleinen Fallzahlen zeigen bei COVID-19-Infektionen ein 5x erhöhtes Risiko für
Hospitalisation und Einlieferung in die Intensivstation bei schwangeren Frauen gegenüber
gleichaltrigen nichtschwangeren Frauen.
Bei schwangeren Frauen kann ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf, insbesondere
bei Alter über 35 Jahren, vorbestehendem massivem Übergewicht (Adipositas), sowie erhöhtem Blutdruck bestehen.
Die Übertragung in der Schwangerschaft über die Nachgeburt (Plazenta) ist zumindest im ersten Drittel der Schwangerschaft zweifelhaft (Grösse des Corona-Virus). Allerdings ist sie im 2. und 3. Schwangerschaftsdrittel anscheinend möglich, wenn auch selten. Der Verlauf einer intrauterinen Infektion ist bei den Neugeborenen meistens günstig. Bei dem ungeborene Kind können Plazentaschäden, infolge Durchblutungsstörungen, zu vermindertem Wachstum führen.
Eine Aussage zum Risiko für Fehlgeburten und Fehlbildungen ist aufgrund der geringen Datenlage nicht sicher möglich, bislang aber anscheinend nicht wesentlich erhöht.
Schwangere Frauen werden daher neu zur Rislkogruppe gezählt und müssen vor Infektlonen
geschützt werden. Es gilt das Prinzip der erhöhten Vorsicht.
Ein schweres Krankheitsbild kann ungünstige Auswirkungen auf den welteren Schwangerschaftsverlauf haben.
Schwangere Frauen, sowie Ihre Partner, sollten dringend die empfohlenen Hygienemassnahmen einhalten (häufiges Händewaschen oder Händedesinfizieren). Es wird empfohlen auf Händeschütteln zu verzichten, eine Distanz von über 1,5 Metern zu anderen Personen einzuhalten, stark besuchte Orte und Stosszeiten zu meiden und ausserhalb der Wohnung eine Schutzmaske zu tragen.
Der Arbeitgeber ist verpflichtet, nach Möglichkeit Arbeiten von zu Hause zu ermöglichen
(Home-Office). Bei gefährlichen oder beschwerlichen Arbeiten hat ejne Risikobeurtellung
durch eine fachlich kompetente Person zu erfolgen. Diese dient der Risikobeurteilung, welche Gefahren für eine werdende Mutter bestehen, wie Risiken vermieden werden können (Schutzmassnahmen) und welche Arbeiten verboten sind. Der Arbeitgeber muss die notwendigen Schutzmassnahmen umsetzen.
Ohne Symptome oder Kontakt mit infizierten Personen müssen schwangere Frauen nicht
getestet werden.
Wenn Sie COVID-19-Symptome aufweisen, dürfen Sie nicht die Praxis aufsuchen, sondern
müssen dies vorgängig melden, um den Termin zu verschieben, oder Sie im Spital anzumelden.
Im Falle einer aktiven Kinderwunschtheraple muss der jeweilige Zyklus abgebrochen werden,
zu jedemn möglichen Zeitpunkt. Die Kosten bei aufwändigeren Kinderwunschtherapien müssen von Ihnen getragen werden.
Die Empfehlungen können jederzeit ändern.
Basel, 17.08.2020