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Den Charme Gottes gelebt
Walter von Arburg kam im Herbst 1933 in Bern zur Welt; seinem früh verstorbenen Vater ist er nie begegnet. In seiner Kantonsschulzeit in Frauenfeld, die er 1952 mit der A-Matur abschloss, schmiedete der Thurgovianer «Nestor» lebenslange Freundschaften. Ein militärischer Vorgesetzter riet dem jungen Offizier, seine Studien an der Handelshochschule St. Gallen nicht weiterzuführen, sondern Theologie zu studieren. Die Idee zündete; die Universitäten Zürich, Bonn, Heidelberg und Oxford wurden zu weiteren Stationen. Während seines Lernvikariats in Münchwilen bekam Walter von Arburg die ehrende Einladung für ein Nachdiplomstudium in Jerusalem. Neujahr 1961, wenige Wochen nachdem er in Frauenfeld am Wort Gottes ordiniert wurde, trat er das Pfarramt Alterswilen-Hugelshofen an. Im Kemmental lernte er die Handarbeitslehrerin Vreni Plüer aus Bürglen kennen. Im Sommer 1963 schlossen die beiden den Ehebund, aus dem die Söhne Walter, Hans Georg und Daniel sowie Tochter Barbara hervorgingen. Von 1965 bis 1970 lebte die Familie «Vonico» in Weinfelden, ehe den Vater der Ruf erreichte, als Vorsteher am Schweizerischen Reformierten Diakonenhaus Greifensee zu wirken. Vreni von Arburg wurde die Rolle der Hausmutter zugedacht. In Greifensee lebten Schüler und behinderte Männer in einer Hausgemeinschaft, «in der man aufeinander zuging und füreinander da war.» Auch ausserhalb des Hauses warteten viele Aufgaben und Verpflichtungen auf Walter von Arburg: Mitarbeit im Verband für Innere Mission und in der Christlich-Jüdischen Arbeitsgemeinschaft, Feldprediger in der Armee. Zudem trug er massgeblich zum Aufbau der Deutschschweizer und der Europäischen Diakonie- Konferenz bei.
Heimkehr in den Thurgau
Nach 20 Jahren in Greifensee entschieden sich die von Arburgs zur Rückkehr in den Thurgau; Vrenis Elternhaus in Bürglen wurde beiden zur neu-alten Heimat. Hellhörig und leutselig liess Walter von Arburg sich für manchen guten Dienst einspannen. Er wurde zum Brückenbauer, wenn es in den Kirchgemeinden harzte. Er engagierte sich als Präsident der Redaktionskommission für und mit unserem Thurgauer Kirchenboten und besondere Freude bereitete ihm das Vermittleramt zwischen den Generationen, das er als väterlicher Freund bei gemeinsamen Veranstaltungen von pensionierten Pfarrpersonen und jungen Theologiestudierenden wahrnahm. Walter von Arburgs Wirken wird noch lange Leuchtspuren hinterlassen.
(Hans Ruedi Fischer)