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Die Sporttraumatologie kümmert sich um Verletzungen, die während der Ausübung einer sportlichen Aktivität auftreten. Hierbei kann es sich um einen direkten oder indirekten Schock handeln oder den falschen Einsatz einer anatomischen Struktur im Rahmen von falsch gelernten Bewegungen. Der Bewegungsapparat besteht aus Muskeln, Sehnen, Bändern, Knochen und Gelenken. Jede dieser Strukturen kann beim Sport verletzt werden.
Schon bei kleinsten Muskelbeschwerden sollte die sportliche Aktivität unterbrochen werden, denn eine kleine Verletzung kann sich schnell verschlimmern, wenn sie nicht ernst genommen wird, und die Heilung erfolgt dann nur langsam. Man unterscheidet fünf Arten von Muskelverletzungen:
1) Ein Krampf ist eine gewaltsame, schmerzhafte, vorübergehende, unbewusste Muskelkontraktion, die oft auf der Erschöpfung des Muskels beruht.
2) Eine Prellung ist ein Trauma durch einen direkten Schlag auf den Muskel. Der Muskel selbst und die Kapillaren werden dadurch beschädigt und das Blut kann sich in das Nachbargewebe ausbreiten (blauer Fleck, Hämatom).
3) Bei einer Verspannung ist der Muskel ständig, d.h. über längere Dauer, in einem kontraktierten Zustand. Sie tritt häufig in Wade, Schenkel, Gesäss und Rücken auf und resultiert oft aus mangelndem Training und Muskelüberbelastung.
4) Die Muskelzerrrung wird bedingt durch kleinste Risse im Muskel. Die Aktivität hat die normale Dehnfähigkeit des Muskels überschritten, was dazu führt, dass die elastischen Ketten reissen, Schmerzen auftreten und der Muskel für eine gewisse Zeit an Kraft verliert. Zu einer Zerrung kommt es durch unzureichendes Aufwärmen oder eine zu schnelle und heftige Anstrengung.
5) Ein Muskelriss ist eine Ruptur von mehreren Muskelfasern. Diese Verletzung kann sich unbehandelt verschlimmern.
Bänder sind fasrige Strukturen, die um die Gelenke herum angeordnet sind und diese passiv stabilisieren.
Eine Bänderverletzung kann die Funktion des zu stabilisierenden Gelenks herabsetzen. Es gibt fünf Arten von Läsionen:
1) Leichte Verstauchungen, die durch eine Überdehnung der Bänder verursacht werden, ohne Ruptur und ohne grössere lokale Entzündung. Sie machen sich häufig durch eine lokale Schwellung bemerkbar und sind nicht sehr schmerzhaft.
2) Mittelschwere Verstauchungen, bei welchen das Band teilweise gerissen ist und gleichzeitig überdehnt wurde. Dadurch kommt es zu einer lokalen Blutung (blauer Fleck), einer Schwellung und einer schmerzhaften Entzündung.
3) Schwere Verstauchungen, bei welchen das Band vollständig gerissen ist, destabilisieren das Gelenk und führen zu Schwellung, Entzündung, Schmerzen und einer lokalen Blutung.
4) Folgeverletzungen eines heftigen Traumas können verschiedene Kapsel- und Bänderrisse umfassen und zu einer Verrenkung mit Gelenkfraktur führen. Solche Verletzungen erfordern eine komplexere Versorgung.
5) Bänderverletzungen als Folge von wiederholten chronischen Bewegungen, bei welchen sich das Band langsam dehnt und nicht mehr seine stabilisierende Rolle übernehmen kann, führen zu Instabilität im Gelenk und können auch die Folge eines vernachlässigten, schlecht oder nicht behandelten Traumas sein.
Sehnen sind eine Verlängerung der Muskeln, die an den Knochen fixiert sind und deren Bewegung ermöglichen.
Sehnenverletzungen erfolgen oft beim Sport und lassen sich in drei Kategorien einteilen:
1) Tendopathien mit wiederholtem Trauma oder Mikrotrauma nennt man Insertionstendopathien oder Enthesiopathien (z. B. Epocondylitis). Sie sind schwer zu behandeln und erfordern eine Versorgung mit Physiotherapie, Ruhe und Infiltrationen. Bei manchen Fällen muss eine chirurgische Revision der Enthese (Stelle, an der die Sehne am Knochen anhaftet) gemacht werden.
2) Tendopathien des Sehenapparats sind Sehnenentzündungen aufgrund von wiederholten und oft falschen Bewegungen beim Sport. Entzündungen der Achillessehne können sich durch falsche Schuhe und zu grosse Anstrengung entwickeln. Zur medizinischen Behandlung gehören Physiotherapie und Bewegungskorrektur.
3) Tendopathien mit einem teilweisen oder vollständigen Sehnenriss führen zu einem Verlust der Muskelkraft. Bei einem vollständigen Sehnenriss muss oft eine chirurgische Naht der Sehne erfolgen, damit die Muskelleistung wieder vollständig hergestellt werden kann.
Sie lassen sich in zwei Arten unterteilen.
1) Ermüdungsfrakturen durch mehrfache zu hohe Belastung der Knochen machen sich durch lokale Schmerzen am betroffenen Knochen bemerkbar und werden mit Ruhe und Immobilisierung (Gips) behandelt. Gelegentlich ist eine chirurgische Versorgung erforderlich.
2) Frakturen aufgrund eines Traumas; wenn die Belastung zu hoch ist und der Knochen nicht standhalten kann und bricht. Diese Frakturen könnn offen (mit Verletzung der Haut), geschlossen, verschoben, intraartikulär oder extraartikulär sein. Die Behandlung hängt von der Art der Fraktur und ihrer Lage ab. Eine millimetergenaue Rekonstuktion ist in jedem Fall erforderlich.
Gelenkverletzungen werden von Traumata (Frakturen oder damit einhergehende Verstauchungen) oder durch übermässige Belastung der Gelenke beim Sport verursacht (Langstreckenlaufen (Marathon) wirkt sich auf die Knie aus und kann langfristig zu Arthrose führen). Die Prognose für diese Verletzungen verschlechtert sich, wenn das fragliche Gelenk zusätzlich durch einen Bänderriss (vorderes Kreuzband beim Knie) oder eine Muskelinsuffizienz destabilisiert ist. Degenerative Läsionen verschlechtern sich schneller bei Patienten mit Dysplasien (anatomische Fehlbildung auf Gelenkebene).