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Immer die aktuelle Strahlung im Blick:
Eine Beruhigungsmassnahme der japanischen Regierung.
Gewöhnliche Menschen sollten nicht wissen müssen, was ein Mikrosievert ist. «Mikro» schreibt sich mit dem griechischen «μ», das einem p gleicht, dem man die obere Rundung abgeschnitten hat. Sievert wird mit Sv abgekürzt. Mikrosievert pro Stunde (μSv/h) ergibt dann die aktuelle Strahlenbelastung, die in roten Ziffern auf den Überwachungskästen leuchtet.
Nach der Kernschmelze zog eine radioaktive Wolke gegen Nordwesten und verseuchte grosse Gebiete – besonders betroffen war die Gemeinde Iitate-Mura, die später zwangsevakuiert werden musste, aber auch einige Quartiere der Stadt Fukushima. Die Leute wussten nichts davon, bis einige Eltern begannen, selber zu messen, und feststellten, dass zum Beispiel der Schulhausplatz von Watari sehr hoch belastet war. Erst nach den öffentlichen Protesten liessen die Behörden den Schulhof dekontaminieren. Heute spielen die Kinder wieder täglich auf dem Platz, an den Wochenenden trainiert Wataris Mädchenbaseballteam dort.
Die Leute hier wissen inzwischen, dass die angezeigten 0,187 μSv/h einigermassen in Ordnung sind. Sie haben auch gelernt, auf die Jahresdosis hochzurechnen. Auf dem Platz kommt man auf rund 0,9 Millisievert pro Jahr – 1 Millisievert entspricht dem erlaubten Jahresgrenzwert an zusätzlicher Strahlenbelastung, wie er auch in der Schweiz gilt. Doch sobald man den Schulhof verlässt und durch die Gässchen von Watari geht, zeigen die Dosimeter höhere Werte an. Gleich hinter dem Zaun der Schule kann man bis zu 0,9 μSv/h messen, womit dann pro Jahr schon 4,5 Millisievert erreicht sind. Die Standorte der Überwachungsstellen wurden aufwendig gereinigt, bevor man die Messgeräte aufgestellt hat.
Das verärgert die Bevölkerung. Die Leute kritisieren, damit werde eine tiefere Strahlenbelastung vorgegaukelt, als wirklich vorherrsche, nur damit die Menschen schneller in die belasteten Gebiete zurückkehrten respektive keine Entschädigungsansprüche stellen könnten.
Fotos, Multimedia, Redaktion: Fabian Biasio
Texte und Recherche: Susan Boos
Übersetzungen: Chihaya Koyama Lüthi,
Masato Yamamoto, Ai Furuya
Musik: Peter Grob (Violine)
Masako Sawai
Kenta Sato
Syunji Miura
Ruiko Muto
Kenichi Hasegawa
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