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Wieviele Zylinder muss ein Auto haben, um sich effizient im Alltag bewegen zu können? Diese Frage beschäftigte Volvo schon vom ersten Tag an. So tüftelte man bereits an einem Sechszylinder-Modell, bevor der erste Volvo ÖV4 überhaupt das Licht der Welt erblickte.
Heute schon an morgen denken: Das gehört zu Volvo – seit dem ersten Tag. Oder besser gesagt, schon davor. Als der erste Volvo ÖV4 1927 in Göteborg vom Band lief, arbeitete man bereits seit einem Jahr an einer grösseren Sechszylinder-Variante.
Schwerstarbeit auf dem Fahrersitz
Als der Volvo PV 651 1929 auf die Strassen kam, fuhr er mit einem stärkeren Fahrgestell vor, das grösseren Belastungen standhielt. Damals wurde die Fahrerkabine noch auf einen Holzrahmen gebaut, der mit Blech verkleidet war. Eine komplette Stahlkonstruktion wäre zu schwer gewesen. Sogar für diesen Motor, der 55 PS (40 kW) bei 3000/min leistete. 1932 kam schon eine grössere Version mit 65 PS auf den Markt.
Am Steuer zu sitzen, bedeutete damals noch echte Schwerstarbeit, Das Dreiganggetriebe war anfangs noch nicht synchronisiert. Das heisst: Doppelkuppeln, Zwischengas etc. Schon drei Jahre später wurden zwei der vier Gänge synchronisiert; ein echter Komfortgewinn.
Mehr Komfort, mehr Sicherheit
Innovation stand bereits in den ersten Jahren an erster Stelle. So kam schon nach einem Jahr der Produktion eine überarbeitete Version auf den Markt. Der 1930 eingeführte Volvo PV 652 hatte nicht nur einen schöner ausgebauten Innenraum sowie Armaturenbrett, der Motor erhielt auch einen neuen Vergaser. Die wichtigste Änderung war aber die Einführung hydraulischer Bremsen.
Der PV 650 war nicht nur als Personenwagen konzipiert. Volvo lieferte auch die «nackten» Fahrgestelle aus, auf denen Kleinlastwagen, Ambulanzwagen und Leichenwagen aufgebaut werden konnten. Es gab sogar zweitürige Coupé und Cabriolet-Varianten. Angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise hielten sich aber die Bestellungen dieser Luxus-Fahrzeuge in Grenzen.
Als Taxi zum Durchbruch
Den ersten grossen Erfolg feierte der Sechszylinder nicht als PV (Person Vagn) sondern als TR. Das steht für Trafikvagn (Verkehrswagen) und war eine Spezialanfertigung für den professionellen Personentransport. So verfügten die repräsentativen Modelle über einen verlängerten Radstand, der bis zu sieben Passagieren Platz bot.
Es gab die TR 670er-Modelle in verschiedenen Ausführungen: Der TR 671 war mit Trennscheibe als Stadttaxi ausgelegt, während der TR 672 als fahrbare Lounge mehrheitlich im Limousinen-Service im Einsatz war. Zum Komfort trugen weit öffnende Türen ebenso bei wie der laufruhige 3,0-Liter-Sechszylinder.
Gesamtproduktion PV 651/PV 652: 2176 Stück