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Reagenspapiere
(charta exploratoria); mit gewissen Pflanzenfarben gefärbte Papiere, die ihre Farbe durch Berührung mit einer sauren oder alkalischen Flüssigkeit sofort ändern und demnach gebraucht werden, um sich von der Gegenwart oder dem Fehlen freier, im Wasser löslicher, Säuren oder Alkalien zu überzeugen. Die zwei auch in der Technik meist gebrauchten sind das Lackmus- und das Curcumapapier, die leicht selbst herzustellen, übrigens auch in jeder Apotheke erhältlich sind.
Das erstere wird bereitet durch Eintauchen von reinem weißem Fließpapier in wässrige Lackmuslösung, sodaß es eine hellblaue, nicht zu starke Färbung annimmt, und durch nachheriges Trocknen. Dieses Papier wird durch saure Flüssigkeit gerötet. Zu bemerken ist jedoch, daß auch mehrere Metallsalze dasselbe Verhalten zeigen, ja sogar auch Doppelsalze, wie z. B. Alaun. Durch sehr verdünnte Schwefelsäure oder Phosphorsäure gerötete Lackmuslösung gibt das rote Papier, welches gegenteilig dient, um alkalische Substanzen zu erkennen, indem diese sofort die frühere blaue Farbe wieder herstellen.
Das Curcumapapier wird ebenso durch Eintauchen in eine weingeistige Curcumalösung und Trocknen hergestellt; es wird von alkalischen Lösungen gebräunt und von Säuren wieder gelb gefärbt. In neurer Zeit hat man auch mehrere andre künstliche Farbstoffe für diesen Zweck in Anwendung, wie z. B. Korallin. - Zoll gem. Tarif Nr. 27 e.