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Die weltberühmten Segel des Opernhauses am Hafen von Sydney waren am Morgen in den Farben eines Aborigine-Kunstwerks beleuchtet. Seit Zehntausenden Jahren produzieren die Ureinwohner Malereien – einst auf Felsen und in Höhlen, heute als viel beachtete, tief spirituelle Kunstform. Auf der Sydney Harbour Bridge wurden am Morgen sowohl die australische Flagge als auch die Flagge der indigenen Völker gehisst.
Für das Leid der Ureinwohner gab es erst 2008 eine offizielle Entschuldigung durch den damaligen Premier Kevin Rudd, der um Vergebung für das erlittene Unrecht bat. Viele Jahrzehnte lang wurden früher Aborigine-Kinder ihren Eltern entrissen und mussten in Heimen oder bei weissen Familien aufwachsen. Die Betroffenen werden in Australien als "gestohlene Generation" bezeichnet.
Schon lange gibt es Forderungen, den Nationalfeiertag an einem anderen Datum zu begehen. Premierminister Anthony Albanese betonte, der "Australia Day" sei ein schwieriger Tag für die indigene Bevölkerung. "Lassen Sie uns alle das einzigartige Privileg anerkennen, das wir haben, diesen Kontinent mit der ältesten kontinuierlichen Kultur der Welt zu teilen", sagte er in der Hauptstadt Canberra.
Auch viele Institutionen und Unternehmen setzten in diesem Jahr ein Zeichen, indem sie Mitarbeitern erlaubten, am Feiertag zu arbeiten und stattdessen an einem anderen Tag freizunehmen. Jedoch begingen viele Australier ihren Nationalfeiertag auch wie gewohnt mit Familie und Freunden beim Grillen oder am Strand.
(sda)