Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03426.jsonl.gz/1415

Die Olympia SG 1 ab 1953
Die Technik der "Olympia SG 1" gleicht in vielen Punkten der Optima M 10, die in Erfurt hergestellt wurde. So wie das Land, wurden infolge
des Zweiten Weltkriegs auch die Olympia-Werke zweigeteilt. Als Rechtsnachfolger der Olympia-Werke galt ab 1949 das Werk im westdeutschen Wilhelmshaven. Das ursprüngliche Olympia-Werk in Erfurt,
wurde nach Gründung der DDR verstaatlicht und setzte als "Optima Büromaschinenwerk VEB" in der DDR die Schreibmaschinen-herstellung fort. Im
Vergleich der technischen Ausstattung der beiden genannten Maschinen, ist der gemeinsame technische Ursprung nicht zu übersehen.
Die beiden Drehgriffe, in den Seitenwänden unterhalb dem Wagen, ermöglichen die Entriegelung des Wagens. Damit kann man durch entfernen des Wagens, ohne Werkzeug in Sekunden, an die Schrittschaltung im hinteren Teil der Maschine kommen. Es war damals eine ausgereifte Konstruktion, in präziser Ausführung einer modernen Schreibmaschine der Nachkriegszeit, gut für die Amtsstuben und die zahlreicher werdenden Firmenbüros. Und es erlaubte dem Benutzer, seine Maschine auf einfachste Weise, mit Tausch des Wagens auf Breitwagen, z.B. als Buchhaltungsmaschine einzusetzen.
Durch geeignete Farbgebung erschien die Maschine durchsichtiger als bisherige Maschinen,
dies weil die inneren Rahmenteile rostrot lackiert wurden und gestanzte Verbindungsteile, Schrauben, Achsen und Blechteile durch Oberflächenveredelung hell und sichtbar wurden. Das war kein
schwarzes Loch mehr, sondern übersichtlich für Reinigungs- und Reparatur-arbeiten im inneren Bereich.
Die Spezialität: Die Olympia SG 1 hatte eine sog. "Korrigierende Leertaste", mit der ein fehlender Buchstabe nachträglich in ein Wort "eingefügt" werden konnte.
Das fehlerhafte Wort wurde zunächst ausradiert und anschließend bei gleichzeitigem Drücken der Leertaste richtig geschrieben.
Die Zwischenräume vor und nach dem korrigierten Wort wurden bei diesem Vorgehen auf die Hälfte reduziert, was dem Leser des Korrigierten normalerweise nicht auffiel.
Diese Vorgehensweise wurde auch im Handbuch dokumentiert. Es gab sie in verschiedenen Farben mit Schrum- und Normallack.
Der Nachfolger war dann die weiss-anthrazit farbige SG 3 mit neu designten Gehäuse.
Die Maschine war mechanisch weitgehend Identisch mit der SG 1 bekam aber alles was aussen sichtbar war in neuem Design. Die Maschine stand nun in einem Aluguss-Untergehäuse. Das ermöglichte, dass die weisse Oberverschalung ohne Werkzeug aus der Gummilagerung abgehoben werden konnte. Das war ein Vorteil zur Handhabung und Übersichtlichkeit. 25.2.2021
Die Bleistift Schärfmaschine Jupiter 1
Die Firma Guhl & Harbeck in Hamburg produzierten anfänglich sehr erfolgreich Näh- und
Schreibmaschinen.
Ab ca. 1896 kam mit der "Jupiter" auch ein Bleistiftanspitzer, oder genauer, eine
Bleistift-Schärfmaschine dazu.
Herstellung und weltweiten Export.
Dieses Hilfsgerät stand wohl in jeder grösseren Büroumgebung, als Ergänzung zur Schreibmaschine. Unser Modell Jupiter 1 wurde ab 1910 bis ca. 1928 hergestellt und trägt denn auch auf dem Rücken den Schriftzug des Fachgeschäfts für Bürobedarf Anton Waltisbühl, in ZÜRICH.
Die Funktion:
Der zu schärfende Blei- oder Farbstift wird mit seinem stumpfen Ende links, in die auf einer runden Schiene hin und her bewegbare Halterung gespannt. Die Spitze gelangt rechts in eine runde Öffnung, wo sie von der rotierenden Schärfscheibe bearbeitet wird. Mit der rechten Hand dreht man an der Kurbel. Den Fräsdruck gibt man mit zwei Finger der linken Hand, von den oberen Stiften zum Druckrondell am Schiebeschlitten. Die Kraftübertragung erfolgte mit Zahnrad. Unter der drehenden Schärfscheibe ist der entnehmbare Spänebehälter platziert.
Das Gerät wurde bei uns nach Erhalt lediglich gereinigt, es brauchte da und dort etwas Öl und es bekam wieder einen Buchenholzboden, worauf es geschraubt ist. Nun ist das weit über 100 Jahre alte Maschinchen wieder zum Spitzen von Stiften betriebsbereit. 25.2.2021
Die Olivetti Tekne 3
Diese Maschine wurde ab 1964 gebaut und das Design von Giovanni Pintori gestaltet.
Diese
Maschinen waren die ersten elektrischen Maschinen von Olivetti, die als
Typenhebelantrieb eine schwingende
Fahne bekamen.
Diese
Antriebsfahne wird über
den Motorantrieb auf Federspannung gebracht, die Federkraft beschleunigt dann sanft den Typenhebel zur Walze. Ab dann wurden bei Olivetti, alle folgenden elektrischen Typenhebelmaschinen mit
dieser Technik gebaut.
Der Vorteil, immer gleiche Kraft im Anschlag, leise, kein zusammenhauen der Typenhebel möglich. Kaum Alterung und Abnutzung, keine Gummi-Beschichtungen im Antrieb. Damit kam Olivetti der wartungsarmen Maschine einen Schritt näher. Oft wurden auch gesinterte, selbst schmierende Achslager verbaut.
Was machte Olivetti noch besonders? Raffinierte Mechanik und einfach ein anderes Gehäuse-Design. Die Olivetti-Maschinen bekamen immer wieder neue Formen, Inseltastaturen, kantige Elementgehäuse und freche Farben. Zwei Schrauben lösen und es können die Seitenteile und die Rückwand abgeklappt werden, sowie die Front abgehoben und weggelegt werden. Die Olivetti-Maschinen waren schon optisch einfach anders und moderner. Und sie gefiel sofort, oder sie wurden MIT "ÄÄÄhhh" abgelehnt, dann musste man die Kundin von der besseren Technik überzeugen. 20.2.2021