Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03646.jsonl.gz/979

Une femme est une femme
Regie: Jean-Luc Godard
Darst.: Anna Karina, Jean-Paul Belmondo, Jean-Claude Brialy, Nicole Paquin, Catherine Demongeot, Marie Dubois, Ernest Menzer, Jeanne Moreau, Marion Sarraut u.a.
Der Buchhändler Émile und die Burlesque-Tänzerin Angela leben im Paris der frühen 1960er-Jahre und führen eine ganz gewöhnliche Beziehung. Als Angela plötzlich ein Kind will – und zwar «jetzt sofort» –, erschrickt Émile gewaltig und verweigert sich. Zwischen den beiden kommt es zum Streit, in dem sich Émile zur folgenschweren Aussage hinreissen lässt, sie solle sich doch von einem anderen Mann ein Kind machen lassen, er habe nichts dagegen. Angela schreitet sofort zur Tat. Mit dem Erstbesten klappt es jedoch nicht. So wendet sie sich an Alfred, einen guten Freund des Paares. Der ist nach anfänglichem Zögern für Angelas Plan zu haben, doch als es endlich so weit wäre, greift Émile ein. Nach «Le Petit soldat», einer wütenden Anklage gegen den Algerienkrieg, ist «Une femme est une femme» eine erstaunlich heitere musikalische Komödie, die von der Filmkritik als verspieltester Film der Nouvelle Vague gefeiert wurde. Es ist Godards dritter langer Spielfilm und sein erster in Farbe. Die bezaubernde, einundzwanzigjährige Anna Karina, gerade frisch mit Godard verheiratet, stand hier nach «Le Petit soldat» zum zweiten Mal für ihn vor der Kamera und wurde für ihre Rolle an der Berlinale 1962 als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Zusammen mit Jean-Paul Belmondo als durchtriebener Alfred läuft sie zu Hochform auf. Auch der durch seine Zusammenarbeit mit Claude Chabrol bekannte Jean-Claude Brialy als Émile ist grossartig in diesem so leichtfüssigen und von romantischen Hollywood-Musical-Komödien beeinflussten Geschlechterkampf, der mit einem Wortspiel endet. Émile wirft Angela vor: «Tu es infame» – worauf sie antwortet: «Non, je suis une femme». Dana Stevens schreibt in The New York Times: «Das ist das Werk eines Meisters – von mehreren Meistern, um genau zu sein. Godard, der einst gesagt haben soll, dass das sein erster wirklicher Film sei, zeigt hier seine Obsessionen und beweist gleichzeitig in seiner grandiosen Handhabung filmischer Techniken, warum er zu einem der kulturellen Helden der 1960er-Jahre wurde.» Wir zeigen den Film ab einer wertvollen Archiv-Kopie und deswegen in einer einzigen Vorstellung. Nutzen Sie die Chance!