Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03259.jsonl.gz/407

Zusätzlich hat man die Qual der Wahl zwischen verschiedenen Trinkritualen.
Das Schweizer Trinkritual ist vermutlich das originalste, jedoch auch das einfachste und unscheinbarste. In eine kleine Absinthmenge, 2-3 cl, wird das zwei- bis dreifache an Eiswasser aus einer Karaffe oder einer Absinthfontäne langsam hineingeträufelt. Das langsame Vorgehen ist wichtig für die gleichmäßige Verteilung der ätherischen Öle und den Louche-Effekt. Anschließend wird der Absinth gemütlich und genüsslich getrunken. Die Schweizer Absinthe sind relativ mild, sogenannte "Bleues", diese brauchen keine Zugabe außer dem Eiswasser um genießbar zu sein.
Das französische Trinkritual ist wohl das traditionellste mit eindeutigem historischen Bezug.
Bei diesem spielt auch das besondere Zubehör eine wichtige Rolle. Hierbei wird ein Stück Zucker auf einen Absinthlöffel (ähnlich einer kleinen, spitz zulaufenden, durchbrochenen Kuchenschaufel) gelegt und oben auf dem Glasrand platziert. Über dieses Zuckerstück wird nun langsam das Wasser geträufelt, wobei eine sogenannte Absinthfontaine (ein eleganter Wasserbehälter mit kleinen seitlich angebrachten Wasserhähnen) zum Einsatz kommt. Jeder ins Glas fallende Tropfen Zuckerwasser hinterlässt nun eine milchige Spur im Absinth bis das ganze Getränk milchig grün opalisiert ist und die gewünschte Trinkstärke hat. Da die französischen grünen Absinthe hochprozentigeren Alkoholgehalt und stärkeren Kräutergeschmack aufweisen, ist die kleine Zuckerzugabe hier von geschmacklichem Vorteil.
Das tschechische Trinkritual, oder "Feuerritual"
Ist eine Neuerfindung der 90er Jahre, in denen eine tschechische Brennerei die Initialzündung für ein erneutes Absinth-Marketing gab. Es ist sozusagen ein Showeffekt zur Auferstehung des Absinth und es integriert das Ambiente einer kleinen Feuerzangenbowle mit ein. Auch hierbei wird Zucker auf einem Absinthlöffel und dieser auf einem Glas mit Absinth platziert. Allerdings wurde der Zucker vorher mit dem hochprozentigen Absinth getränkt und kann nun auf dem Löffel angezündet werden. Sobald der Zucker karamellisiert und brutzelt, wird er mit kaltem Wasser gelöscht und in den Absinth gegeben. Sollten noch brennende Zuckerstückchen in den Absinth fallen, kann auch dieser sich entzünden. Meist wird dieser Karamell-Absinth dann relativ schnell getrunken. Der Nachteil hierbei ist, das der Karamellgeschmack die anderen Aromen deutlich überlagert. Mit dem Absinth-Genuss der französischen Bohème hat diese Absinth-Zubereitung also nichts zu tun.
weil wenn man den karamelisierenden Zucker mit Wasser übergießt krustet der sofort am Löffel fest. Der Tropft auch so ins Glas. Und wenn die Flamme ausgeht wird der Rest verrührt. Aber die 50/50 Mischung ist natürlich Standard, weil sonst ists schon echt ein Rachenputzer der selbst Coronaviren killt ;)
Und ob der Absinth milchig wird oder nicht ist allein abhängig vom Anisgehalt im Absinth.
muss erst wieder bestellen. Jetzt grade trinke ich Libertine.
Mitnehmen? Per Anhalter durch die Galaxie oder wie? Aber nee lass mal, die Weiber verlieben sich immer sofort in mich und meine Zeit ist mir so kostbar dass alles um mich herum auf Ewigkeit der mich bespaßenden Irrelevanz angehört. Das führt seit Dekaden nur zu gebrochenen Herzen und Tränen.
Was gibt es wohl schöneres diesen Schmerz auch mal ertragen zu können ? Der Beweis wirklich geliebt zu haben und dazu fähig zu sein...und Wer kann das den schon noch heutzutage von sich aus behaupten ?