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Nordische Jagdhunde
Der Finnenspitz
Der kleine, lebhafte, muntere und mutige Nationalhund Finnlands mit seiner markanten leuchtend roten Fellfarbe, ist seit dem Ende des letzten Jahrhunderts mit grösstem Erfolg zur Federwildjagd eingesetzt worden. Er sucht das Wild selbständig und bellt erst, wenn er es gestellt hat.
Da der Finnenspitz bei uns kaum zu solcher Jagd eingesetzt werden kann, steht ihm die Karriere als liebenswürdiger, wachsamer Haus- und Begleithund offen, allerdings mit kaum zu unterdrückender Jagdpassion.
Der Jämthund
Er ist der „grosse Bruder“ des kleineren, flinkeren und wendigeren norwegischen Elchhundes. Er ist ebenfalls grau, wird jedoch vorwiegend auf grösseres Wild angesetzt. Seine Heimatregion ist Südschweden. Die Züchter sind darauf bedacht, ihn möglichst in Jägerkreisen zu platzieren. Kein Wunder gibt es den kräftigen und imposanten nordischen Jagdhund nur in wenigen Exemplaren in Zentraleuropa.
Der Karelische Bärenhund
Wie der Name es schon sagt, stammt der Karelische Bärenhund ursprünglich aus Karelien, dem Grenzgebiet zwischen Finnland und Russland. Die Idealgrösse des Rüden liegt bei 57 cm, die der Hündin bei 52 cm; eine Toleranz von je 3 cm ist zugelassen. Dieser schwarze oder matt braune Hund mit seinen deutlich umgrenzten weissen Abzeichen an Kopf, Hals, Brust und Bauch wird noch heute in seiner Heimat Finnland vorallem für die Jagd auf wehrhaftes Wild wie Bär und Luchs, aber auch auf Schwarzwild, Hirsch und Elch eingesetzt. Er jagt in der typischen Weise der nordischen Jagdhunderassen, schweigend, unermüdlich und selbstständig. Er bellt erst, wenn er das Wild eingeholt und gestellt hat. Auf diese Weise ruft er den Jäger herbei.
Im Jahre 1956 wurde der erste Karelische Bärenhund in die Schweiz importiert, die ersten Welpen erblickten 1963 das Licht der Welt. Obwohl er heutzutage auch in Skandinavien recht häufig als Haus- und Wachhund gehalten wird, sollte man ihm das eindrückliche Erlebnis des Jagens nicht vorenthalten müssen.
Der Lundehund
Dieser geradezu winzige norwegische Jagdhund, denn die Schulterhöhe der Rüden beträgt 35 – 38 cm und die der Hündinnen 32 – 35 cm, ist eine kynologische Kuriosität und Rarität. Er besitzt an jeder Pfote sechs Zehen, kann seine Ohren willkürlich verschliessen und seinen Kopf bis auf den Rücken zurückbiegen. Diese anatomischen Besonderheiten waren ihm bei seiner ursprünglichen Arbeit als Spezialist für eine aussergewöhnliche Jagd dienlich. An den steil abfallenden Felsenküsten (insbesondere auf den Lofoten-Inseln) kletterte er herum, drang in die engen, feuchten, erdigen Bruthöhlen der kleinen Papageitaucher (Fratercula arctica) ein, holte sie von dort heraus und brachte sie möglichst unversehrt dem Jäger. Diese etwa 500 gr schweren Alken-Vögel dienten den Küstenbewohnern als Nahrung, sie wurden eingesalzenen und in Fässern aufbewahrt. Seit Mitte des letzten Jahrhunderts ist die Jagd auf Lundevögel verboten und die Rasse wird zunehmend als freundlicher kleiner Haushund gehalten.
Der erste Lundehund kam 1977 zu uns in die Schweiz, erst 1997 fiel ein erster Wurf.
Der Norrbottenspets
Wie der Finnenspitz, wird auch der in Schweden beheimatete, etwas kleinere schwedische Norrbottenspets für die Jagd auf Federwild verwendet (Idealgrösse Rüden 45 cm, Hündin 42 cm).
Der Hund ist von harmonischem Bau, äusserst wendig, mit hoch getragenem Kopf, munter, aktiv, sehr selbstbewusst und freundlich. Das Haar ist hart, kurz und gerade, eher eng anliegend. Die ideale Farbe ist weiss mit gelben oder rotbraunen Abzeichen. Im Jahre 1993 wurde der erste Rassevertreter in die Schweiz importiert.
Nebst dem jagdlichen Einsatz ist der Norrbottenspets auch geeignet als Begleit-, Haus- und Hütehund.
Der Norwegische Elchhund grau
Er ist ein robuster, kühner und ausgeglichener nordischer Jagdhund mit einem kompakten kurzen Körper, dichtem, nicht borstigen, grau gewolktem Fell, gut gerundeten Rippen mit breitem, tiefem Brustkorb, dunklen, lebhaften Augen, hochangesetzten Stehohren und einer straff über dem Rücken gerollten Rute. Seit jeher ist er vor allem für die Jagd auf Hochwild, besonders auf den Elch, verwendet worden. Dabei wird er entweder an einer langen Leine geführt oder frei laufen gelassen. Er entfernt sich vom Meister, um selbständig und lautlos zu jagen, hält aber den Kontakt aufrecht, indem er alle paar Minuten zurückkehrt. Erst wenn er seine Beute gestellt hat, bellt er. Als Haushund verteidigt er seinen Besitz ohne anzugreifen. Seine Kinderliebe ist unbestritten.
Der Norwegische Elchhund schwarz
Er ist kleiner und leichter, somit schneller, allerdings auch viel seltener als der graue Norwegische Elchhund. Erst 2001 wurde erstmals ein schwarzer Norwegischer Elchhund in die Schweiz importiert.
Im Erscheinungsbild und Verwendungszweck, abgesehen vom Körperbau und der Fellfarbe, entspricht er weitgehend dem grauen Elchund. Rüden haben eine Schulterhöhe von 46 – 49 cm, Hündinnen von 43 – 46 cm. Sein Ursprungs- und Heimatland ist Norwegen.
Gute Jäger sind der Ansicht, dass sich aus dem Verhalten des Hundes erkennen lasse, ob er den Spuren eines Bären, Elches oder eines Dachses folgt.