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(Costa, 1860)
- DE: Süditalienische Langbein-Höhlenschrecke
- EN: Bended Cave-cricket
- FR: Le Dolichopode romain
- Syn.: No synonym!
Morphologie
Die flügellose Dolichopoda geniculata ist einheitlich hell- bis ockerbraun gefärbt. Die Ränder von Halsschild, Brust- und Rückensegmenten sind in einem dunklen Braunton gesäumt. Eine Marmorierung oder Fleckung fehlt. Sehr auffällig sind die sehr langen Extremitäten, welche die Tiere deutlich grösser erscheinen lassen, als sie sind. Dadurch wirken sie spinnenartig. Die Fühler sind ca. 4x, die Hinterbeine 2x so lang wie der Körper. Beide Geschlechter haben schlanke, behaarte und nach oben gebogene Cerci. Die Subgenitalplatte des Männchens ist an der Basis verdickt, in der Mitte am Ende tief eingeschnitten und trägt zwei kurze Styli. Die braune Legeröhre der Weibchen ist an der Basis verdickt und läuft anschliessend in eine scharfe Spitze aus. Sie ist leicht aufwärts gebogen und im Bereich der Spitze auf der Unterseite fein gerippt.
Gesang
Wie alle Höhlenschrecken verfügt auch Dolichopoda geniculata weder über Stridulationsorgane noch über eine Gehöröffnung.
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich in Italien südlich von Rom über Zentral- und Mittelitalien. Bis zur Entdeckung von Dolichopoda geniculata im Tessin, galt sie als Endemit dieser Region. In der Schweiz wurde sie von Grégoire Meier im Jahr 2010 in einer kleinen Höhle bei Mendrisio entdeckt. Wahrscheinlich ist Dolichopoda geniculata in der Schweiz nicht autochthon und wurde hierher verschleppt.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Individuen können während des ganzen Jahres zusammen mit Larven beobachtet werden.
Dolichopoda geniculata hält sich gerne in der Nähe des Höhleneingangs auf und es bilden sich oft Ansammlungen von mehreren Individuen, die mit den Fühlern und Füssen in gegenseitigem Kontakt stehen. Von Untersuchungen aus Italien ist bekannt, dass die Anzahl Individuen in Höhlen saisonal stark schwanken kann, aber nur wenige Individuen ausserhalb von Höhle gefunden wurden. Andere Arten in Südfrankreich halten sich auch ausserhalb von Höhlen auf und sind streng nachtaktiv.
Lebensraum
Dolichopoda geniculata lebt in Höhlen, Grotten, feuchten Kellern, Stollen oder Quellfassungen. Die besiedelten Lebensräume sind einerseits dunkel und weisen andererseits eine hohe Feuchtigkeit auf. Meist befindet sich stehendes oder fliessendes Wasser in unmittelbarer Nähe der Fundorte. Dolichopoda geniculata stellt höhere Ansprüche an die Feuchtigkeit als die Troglophilus-Arten. In der Schweiz ist Dolichopoda geniculata nur aus einer einzige Höhle bei Mendrisio bekannt.
Gefährdung & Schutz
Zum Zeitpunkt der Datenerhebung für die Rote Liste der Heuschrecken der Schweiz 2007 war Dolichopoda geniculata im Südtessin noch nicht bekannt. Es ist unklar, ob es sich bei der Population in Mendrisio um ein einheimisches Vorkommen handelt, oder ob die Tiere passiv in die Schweiz gelangten. Es ist möglich, dass die Art aus Italien eingeschleppt wurde. Dafür sprechen genetische Untersuchungen, die zeigen, dass die Tiere im Tessin praktisch identisch sind mit solchen aus der Umgebung von Rom.
- CH: NE (Nicht beurteilt)
- DE: Abwesend
- AT: Abwesend
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Dolichopoda geniculata gleicht Diestrammena asynamora und den beiden Troglophilus-Arten auf den ersten Blick sehr. Diestrammena asynamora unterscheidet sich durch die viel kürzeren Sprungbeine und die kontrastreiche hell-dunkel Zeichnung. Auch die Troglophilus-Arten haben kürzere Extremitäten und sind zudem kontrastreich marmoriert. Die Legeröhre des Weibchens ist kürzer und deutlich robuster. In Europa sind rund 40 Arten der Gattung Dolichopoda bekannt, deren Arten sehr schwierig anzusprechen sind.