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Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich IV.2021.00178 IV. Kammer Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna Ersatzrichter Sonderegger Gerichtsschreiberin Hediger Urteil vom 6. November 2021 in Sa chen X.___ Beschwerdeführerin vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Walter Keller Obergass Advokatur Obergasse 34, Postfach 2177, 8401 Winterthur gegen Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich Beschwerdegegnerin Sachverhalt: 1. Die 1982 geborene X.___ reiste im August 1991 aus Kosovo in die Schweiz ein und absolvierte von August 1999 bis August 2 001 eine Anlehre als Verkaufshelferin ( Urk. 7/2 f. ). Von Januar 2002 bis Ende Februar 2019 war sie bei der Y.___ AG, Z.___, angestellt ; zuletzt als Filialleiterin Detailhandel ( Urk. 7/3, Urk. 7/27 ). Am 2 9. Dezember 2017 meldete sich die Versicherte unt er Hinweis auf ein Burnout und eine Depression bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an ( Urk. 7/3 ). Die IV-Stelle tätigte medizinische und beruflich-erwerbliche Abklärungen und lud die Versicherte zu einem persönlichen Gespräch ein ( Urk. 8/12, Urk. 7/31/2 ). Mit Mitte i lung vom 3. Mai 2018 erteilte sie der Versicherten im Sinne einer Frühin terventionsmassnahme Kostengutsprache für ein Job Coaching für die Dauer vom 5. März 2018 bis längstens 4. September 2018 ( Urk. 7/22), das sie mit Mitteilung vom 1 9. Juli 2018 als Integrationsmassnahme in Form von Support am Arbeits platz bei der bisherigen Arbeitgeberin bis 3 1. Januar 2019 zuzüglich eines Taggeldes vom 1. August 2018 bis 3 1. Januar 2019 verlängerte ( Urk. 7/29 ; Verfügung vom 2 4. Juli 2018, Urk. 7/32 ). In folge einer gesundheitlichen Verschlechterung wurde die M assnahme per 30. November 2018 vorzeitig beendet ( vgl. Mitteilung vom 2 8. November 2018, Urk. 7/ 44, vgl. auch Urk. 7/45). Zeitgleich löste die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis per Ende Feb ruar 2019 auf ( Urk. 7/47/137, Urk. 7/62/5). Im Hinblick auf die Rentenprüfung tätigte die IV-Stelle weitere Abklärungen und zog die Akten der Krank entaggeldversi cherung bei (Urk. 7/47/1-137, Urk. 7/86/1-262 ). Nach durchgeführtem Vorbe scheidverfahren ( Urk. 7/61, Urk. 7/66, Urk. 7/91 ) verneinte sie mit Verfügung vom 9. Februar 2021 einen Anspruch der Versicherten auf IV- Leistungen ( Urk. 2). 2. Dagegen erhob X.___ am 1 2. März 2021 Beschwerde und beantragt e, es seien ihr in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 9. Februar 2021 die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen ( Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 10. Mai 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde ( Urk. 6), was der Beschwerdeführerin am 1 3. Mai 2021 zur Kenntnis gebracht wurde ( Urk. 8). Das Gericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 1.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung ( IVG ) Versicherte, die: a. ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können; b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes tens 40 % arbeitsunfähig ( Art. 6 ATSG) gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid ( Art. 8 ATSG) sind. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente ( Art. 28 Abs. 2 IVG). 1.3 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank heit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG). 1.4 Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlich keit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbe lastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3). 1.5 Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung (Art. 59 Abs. 2 bis Satz 1 IVG). Sie beurteilen die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs (Art. 49 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]). Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwal tung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu ent schei den haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzuneh men sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen). 1.6 Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialver sicherungsgericht, GSVGer ). 2. 2.1 Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, die Beschwerde führerin sei seit Juli 2017 arbeitsunfähig als Schuhverkäuferin. Aufgrund der medizinischen Unterlagen hätten anfänglich Probleme am Arbeitsplatz zu den gesundheitlichen Beschwerden geführt. Letzteres sei zwar nachvollziehbar, aber begründe keinen Anspruch auf eine Rentenleistung. Nach der aktuellen Recht sprechung seien psychische Störungen grundsätzlich nur invalidisierend, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr) angehbar seien. Dies sei vorliegend nicht der Fall. Der behandelnde Facharzt habe eine Verbesserung bei fortgeführter Therapie nicht in Frage gestellt. Zudem verfüge die Beschwerdeführerin über eine abgeschlossene Ausbildung und Berufserfahrung, einen starken Willen und sei bestrebt, gute Leistungen zu erbringen. Weiter bieteten ihr ihre Familie und ein intaktes Sozialnetz starken Rückhalt. Schliesslich nehme sie auch an den Thera pien teil und verfüge die Beschwerdeführerin über eine gut funktionierende Tagesstruktur. Bei alle dem bestehe kein Anspruch auf eine Rente der Invaliden versicherung ( Urk. 2). 2.2 Dagegen wandte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ein, gestützt auf den Bericht von Dr. med. A.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho therapie, vom 2 5. September 2017 b estünden IV-rechtlich relevante Diagnosen. Zudem habe das Bundesgericht seine Praxis bei Depressionen geändert. Neu sei eine Indikatorenprüfung durchzuführen. Letzteres habe die Beschwerdegegnerin krass missachtet. Die angeblichen «Ressourcen» seien nicht geeignet, das Entste hen und Fortbestehen der Depression zu verhindern. Da ein relevanter Gesund heitsschaden vorliege, sei der weitere Verlauf zu prüfen und seien gegebenenfalls die Integrationsmassnahmen an einem geeigneten Ort fortzusetzen; seit Oktober 2020 sei die Beschwerdeführerin im Sinne eines neuen Arbeitsversuchs zu 30 % bei B.___, C.___, angestellt. Da seit dem 3. Juli 2017 eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei, bestehe seit Juli 2018 (Ablauf Karenzfrist) Anspruch auf eine Rente. Diese sei – soweit Integrationsmassnahmen wieder aufgegleist würden – allenfalls zu befristen ( Urk. 1). 3. 3.1 D ie seit Juli 2017 im wöchentlichen Rhythmus delegiert behandelnde D.___, dipl. Psychologin FH, und der bedarfsweise (wöchentlich bis 14-täglich) behan delnde Dr. A.___ diagnostizierte n im Bericht vom 2 5. September 2017 zuhanden der Taggeldversicherung ( Urk. 7/47/ 21 ff. ) eine schwere depressive Episode (ICD-10: F32.2), eine Reaktion auf schwere Bela stung (ICD-10: F43.9) sowie ein Erschöpfungssyndrom (ICD-10: Z93.0). Die aktuel le Medikation bestehe aus Mirtazapin (0-0-1) und Cipralex 2.5 mg (1-0-0) in Aufdosierung. Anfangs Juli 2017 habe die Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben einen Zusammen bruch mit massiven Sc h lafstörungen, Albträume n, Gedankenkreisen, Erbrechen, Ängste n, Weinen, unspezifische n Schmerzen in den Gliedern und im Rücken, Kopfschmerzen, Schwindel, H ypervigil anz, nervlich bedingte n Zahnschmerzen und nächtliche m Z ähneknirschen erlitten. Schon lange vor diesem Zusammen bruch sei sie immer unter Spannung gewesen, habe sich im beruflichen Kontext für alles verantwortlich gefühlt und überall die maxim ale Leistung erbringen wollen; bereits Monate vor dem Zusammenbruch habe sie kaum mehr geschlafen und sei kei nen Hobbies mehr nachgegangen. Die Beschwerdeführerin habe in den letzten Jahren all es dem Geschäft untergeordnet. A uch im Privatleben hätten die geschäftlichen Belange im Vordergrun d gestanden und habe die Beschwerde führerin alle persönlichen Bedürfnisse und Beziehungen vernachlässigt ( Urk. 7/47/21). In objektiver Hinsicht sei ihre Erscheinung sehr gepflegt und ihr Verhalten überaus korrekt. Ihr Tonus sei angespannt, das Aussehen bleich und der Augenausdruck matt. Die Gesichtszüge seien angespannt mit wenig wechselnder Mimik. Alsdann sei die Beschwerdeführerin nach wie vor sehr iden tifiziert mit den Anforderungen und Zielen der Geschäftsleitung; sie habe sich so sehr eingesetzt, alles gegeben und nach Lösungen gesucht, um die vorgegebenen Ziele zu erreichen. Die Nichterfüllung der angestrebten Ziele mit einhergehenden Angstgefühlen habe sie zu noch höheren Leistungen angetrieben. Im jetzigen Zustand der Arbeitsunfähigkeit fühle sie sich we rtlos und sei gekränkt, dass «ihre» Filiale nun von einer anderen Person geführt werde. Zudem fühle sie sich schuldig, nicht für ihre Mitarbeiter/innen da sein zu können. Informationen der F irma oder von Mitarbeitern erzeu gten nach wie vor erhöhte Stresssymptome. Die Beschwerdeführerin vermeide Orte, an denen sich Filialen der Firma befinden und sei stets in Angst, Bekannte aus dem geschäftlichen Umfeld zu begegnen. A ufgrund der Schwere des Zustandes sei mit einem länger en Genesungsprozess zu rechnen. Da die Beschwerdeführerin schon seit Jahren immer an der Grenze der noch möglichen Belastbarkeit gearbeitet habe, fehlten ihr in der jetzigen Krise notwendige Ressourcen. Aktuell sei sie weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig; je nach Verlauf sei eine stufenweise Wiedereingliederung sinnvoll. Die P rognose sei positiv ( Urk. 7/47/ 22 f. ). 3.2 Im B ericht vom 22. Februar 2018 hiel ten D.___ und Dr. A.___ neu eine mittelgradi g depressive Episode fest (Urk. 7/14/3). Auch wenn sich die Symptome im Vergleich zum Sommer 2017 reduziert hätten, sei die Belastbarkeit der Beschwerdeführerin noch immer reduziert. Aktuell bestünden eine erhöhte Ermüdbarkeit, Schlafstörungen mit begleitenden, inhaltli ch auf ehemalige beruf liche Situ ationen bezogene n Alpträume n, Vermeidungsverhalten, gesteigerte Empfindsamkeit auf Aussenreize, innere Unruhe und Reizbarkeit. Nach wie vor zeige sich in der Auseinandersetzung und Bearbeitung mit den im beruflichen Kontext erlebten Erfahrungen die emotional und körperlich empfundene Belas tung. Die Psychotherapie erfolge weiterhin im wöchentlichen Rhythmus. Zudem ne hme die Beschwerdeführerin Mirta zapin 15mg (0-0-1) und Cipralex 10 mg (1-0-0) ein. In der bisherigen Position als Filialleiterin sei sie nicht mehr arbeitsfähig. Als Kundenbetreuerin ohne Pflichtenheft, Zielvorgaben und Verantwortlichkeiten sei ein stufenweiser Wiedereinstieg von drei Halbtagen pro Woche ab März/April 2018 geplant ( Urk. 7/14/3 ff.). 3.3 Im Bericht zuhanden der Krankentaggeldversicherung vom 1 4. Januar 2019 hielten D.___ und Dr. A.___ fest, der Arbeitsversuch bei der bisherigen Arbeitgeberin ab April 2018 sei herausfordernd gewesen. So habe die Beschwer deführerin in den Jahre n zuvor nach eigenem Empfinden kaum Unterstützung in ihrer verantwortlichen Position und nur spärlich Anerkennung für die vollb rach ten Leistungen erfahren. Zudem sei sie konfrontiert gewesen mit ihrer krankheits bedingt herabgesetzten Konzentrationsfähigkeit und verminderten Energie. Dies habe sie zusätzlich verunsichert. Diese Erfahrung en, gepaart mit ihren Ansprü chen, habe sie an die Grenze ihrer ohnehin schon verminderten Leistungsfähig keit gebracht. Entsprechend habe sie sich unter Druck gesetzt gefühlt und sei die Beschwerdeführerin abends erschöpft gewesen. Sodann habe der Suizid im persönlichen Umfeld der Beschwerdeführerin anfangs November 2018 eine akute Belastungssituation ausgelöst. Dieser Vorfall habe sie dermassen destabilisiert, dass sie nur noch unter erhöhter Anstrengung habe arbeiten können. Schliesslich habe die Beschwerdeführerin mit Unfassbarkeit auf die erhaltene Kündigung reagiert ; dass ihr nach ihrem langjährigen Einsatz und Engagement für die Firma sowie ihren Anstrengungen im Rahmen der Wiedereingliederung gekündigt worden sei, habe sie zutiefst gekränkt und an die Erfahrung von zu wenig Wert schä tzung für G eleistetes gerührt. Bei alle dem habe das Zustandsbild der Beschwerdefüh rerin im November/Dezember 2018 (wieder) demjenigen einer schweren Depression mit somatischen Symptomen mit Schwindel, Erbrechen, Appetitverlust entsprochen. In der Zwischenzeit habe sie sich wieder etwas erholt. Die Beschwerdeführerin sei aber nach wie vor empfindsam auf äussere Reize, zeige eine physisch und ps ychisch erhöhte Ermüdbarkeit sowie mangelnde Konzentration und Aufmerksamkeitsfähigkeit. Zudem sei der Schlaf unregel mässig und von belastenden Träumen gestört. Aktuell zeige sich auch eine starke Schwellung des einen Fusses. Die Ursache habe fachärztlic h nicht eruiert werden können. Aufgrund ihres Willens und ihre s Wunsches, d en Lebensunterhalt wieder selbständig zu verdienen und ihr Leben zu gestalten, sowie der Zielstrebigkeit der Beschwerdeführerin sei die Prognose langfristig gut. Abgesehen von den Fussbe schwerden, deren Verlauf ungewiss sei, könne damit gerechnet werden, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit ab März/April 2019 wieder zu 50 % arbeitsfähig sei. Voraussetzung sei eine sorgfältige und sukzessive Einfüh rung sowie genügend Erholungszeiten zwischen den Arbeitseinsätzen. Vorzu ziehen sei eine Tätigkeit in einem kleineren Betrieb ( Urk. 7/47/ 136- 137). 3.4 Im Verlaufsbericht vom 6. Juni 2019 hielten D.___ und Dr. A.___ bei im Wesentlichen gleichbleibender Symptomatik fest, n ach einer leichten Verbes serung der Situation habe der Erhalt des Arbeitszeugnisses Ende Februar 2019 erneut eine destabilisierende Wirkung gezeigt. Das Arbeitszeugnis habe nicht den üblich geltenden Regeln entsprochen. Die Beschwerdeführerin habe sich gedemü tigt und für ihren langjährigen Einsatz nicht gewürdigt gefühlt. Aktuell sei sie im Begriff, Einspruch gegen das Arbeitszeugnis zu erheben. Der anhaltend schlechte psychische Zustand sei auf zwei bestimmende Ursachen zurückzuführen : E iner seits habe sich das gesamte Leben der Beschwerdeführerin danach orientiert, die Geschäftsziele zu erreichen. Mit ihrem Zusammenbruch 2017 sei ihr «ganze s Konstrukt» zusammengebrochen; sie habe auf keine anderen inneren Werte zurückgreifen können. Andererseits sei der Integrationsversuch in der ange stammten Fi rma rückwirkend eine zu grosse Herausforderung gewesen, zumal sie dabei immer wieder mit der schon früher fehlenden Wertschätzung und fehlenden Unterstützung konfrontiert worden sei. Als Ressourcen bestünden nebst den bere its genannten (vgl. E. 3.3 ) intakte familiäre Beziehungen. Zudem sei die Beschwerdeführerin, wenn auch mit erhöhtem Zeitaufwand, in der Lage, die persönlichen, alltäglichen Aufgaben selbständig zu bewältigen. Vor einer erneu ten Wiedereingliederung sei ein Belastbarkeits- und Aufbautraining indiziert ( Urk. 7/51). 3.5 Im e inwandweise eingereichte n Bericht vom 3 1. Oktober 2019 hielten D.___ und Dr. A.___ unter Hinweis auf die Ergebnisse des BDI-II-Beck Depressions-Inventar sowie SCL-90-R-Testung eine schwere D epression ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2) fest ( Urk. 7/71/3). D ie Beschwerdeführerin empfinde sämtliche Tagesanforderungen als beschwerlich. Sie verbringe den Tag mit Grübeln über die Vergangenheit und über eine Zukunft, welche von Perspektiv losigkeit geprägt sei. Die Kontakte zu Kolleginnen möge sie nicht mehr pflegen; zu familiären Anlässen gehe sie, aber nicht aus eigenem Wollen, sondern um ihre Familie nicht zu enttäuschen. Oft sei es ihr aber zu viel und ziehe sie sich zurück. Es tue ihr leid und sie empfinde Schuldgefühle darüber, dass sich ihre Familie um ihr Wohlbefinden bemühe, sie aber kaum etwas geben könne. Freude und Inte resse an irgendwelchen Tätigkeiten könne sie nicht empfinden. Sie bemühe sich, täglich einen Spaziergang in der Natur zu machen. Unter die Menschen zu gehen sei belastend; sie möchte sich in diesem Zustand nicht zeigen. Viele Menschen und Reize ertrage sie kaum. Zudem leide sie an wiederkehrenden, starken Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen sowie am Gefühl, nicht richtig atmen zu können. Schlafen tue sie auch schlecht; meist sei sie bis zwei Uhr morgens wach und studiere. Der mit ihr zusammenwohnende Bruder wolle sie immer für Tätigkeiten motivieren, aber sie habe weder Lust noch Kraft. Am liebsten sei sie allein. Seit Wochen plage sie der Suizidgedanke, sich wie ihre Nachbarin unter den Zug zu legen. Im Gespräch habe sich die Beschwerdeführerin indes glaubhaft von diesem Vorhaben distanziert. Objektiv zeige sich zwar eine bemühte Haltung, aber die Mimik sei wenig ausdrucksvoll und der Gesichtsausdruck leer, müde und apathisch. Die Bewegungen der Besch werdeführerin seien verlangsamt, gehemmt und wirkten steif und angestrengt. Ihr Denken sei verlangsamt und die Konzent ration eingeschränkt. Zudem sei der Antrieb stark vermindert und auf emotio naler Eben e sei die Beschwerd eführerin kaum schwingungsfähig. Mithin erfülle sie alle Kriterien einer schweren depressiven Störung ( Urk. 7/71). 3.6 Im Verlaufsbericht vom 2 7. April 2020 hielten D.___ und Dr. A.___ wiederum eine mittelgradig depressive Episode fest; die Beschwerdeführerin werde weiterhin im wöchentlichen Rhythmus therapiert und habe inzwischen mehr Eigeninitiative entwickelt. Auch habe sich ihr Selbstvertrauen und Selbst wertgefühl verbessert und bestehe eine innere Zuversicht, wieder arbeitsfähig zu werden. Gleichzeitig zeige sich infolge der Covid-19-Pandemie ein erhöhter Angstpegel. Als Medikation nehme die Beschwerdeführerin Imovane 7.5 mg (0-0-0-1) und Cipralex 10 mg (1-0-0) ein. Eine schrittweise berufliche Wiederein gliederung, beginnend mit zwei Stunden am Tag, sei zumutbar mit entspre chender Begleitung und unter Vermeidung von Überforderung, zumal dann eine neuerliche Dekompensation drohe ( Urk. 7/81). 3.7 Bei der geschilderten Aktenlage kam RAD-Arzt Dr. E.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, mit internen Stellungnahmen vom 28. August 2019 und 3 0. September 2020 zum Schluss, es liege mit überwie gender Wahrscheinlichkeit keine psychiatrische Erkrankung mit dauerhafter Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor. Probleme am Arbeitsplatz stünden im Vordergrund und die Integrationsmassnahme sei aufgrund eines Vorfalles in der Nachbarschaft sowie wegen einer unklaren Fussschwellung gescheitert. Zudem endigten die Arbeitsfähigkeitsatteste mit A b lauf der Zahlungspflicht der Krankentaggeldversicherung ( Urk. 7/62/6, Urk. 7/92/5). 4. Bei der vorliegenden A ktenlage, insbesondere den von Dr. A.___ geschilderten objektiven Befunde, kann nicht a priori ausgeschlossen werden, dass bei der Beschwerdeführerin eine IV-releva nte Gesundheitsstörung vorliegt (vgl. auch die Protokoll e der Eingliederungsberatung, wonach eine weitaus ernsthaftere Erkran kung vermutet werde als bisher ausgewiesen und sich gezeigt habe, dass eine längerfristige, therapeutis che Intervention notwendig sei, Urk. 7/45/9 f.). Daran vermögen auch die anderslautenden, ausgesprochen knapp gehaltenen Stellung nahmen von RAD-Arzt Dr. E.___, welche darüber hinaus ohne eigene Unter suchung erfolgten, nichts zu ändern (vgl. vorstehend E. 3.7, Urk. 7/62/6, Urk. 7/92/5). Alsdann hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 ( im Sinne einer Praxisänderung ) m it Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen s peziell fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheitsschädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2 016 vom 1 4. April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind damit auch bei mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist lediglich, aber immerhin als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung mitein zubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom 7. März 2018 E. 4.2.1). Dass die auf unvollständiger Sachverhaltslage erfolgte «Ressourcenprüfung» einer Sachbearbeiterin der IV-Stelle (vgl. Urk. 7/60/2) den Anforderungen von BGE 141 V 281 nicht zu genügen v ermag, versteht sich von selbst. Gleichzeitig lassen die Berichte, insbesondere Arbeits fähigkeitsbeurteilungen, von D.___ und Dr. A.___ eine einlässliche Ausei nandersetzung mit den im Regelfall anzuwenden Standardindikatoren vermissen. Davon abgesehen kann es in umstrittenen Fällen nicht Sache der behandelnden Ärzte sein, abschliessend zur Sache, insbesondere zur Arbeitsunfähigkeit Stellung zu nehmen (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Mai 2011, 9C_152/2011; vgl. auch BGE 125 V 353 E. 3b/cc ). Mithin lag der angefochtenen Verfügung kein hinrei chend abgeklärter medizinischer Sachverhalt zugrunde, welcher eine abschlies sende Beurteilung des Gesundheitszustandes sowie deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähig keit der Beschwerdeführerin erlaubt hätte. Demzufolge lässt sich weder der Rentenanspruch noch ein allfälliger Anspruch auf Eingliederungs massnahmen abschliessend beurteilen. In Anbetracht dieser Erwägungen ist eine umfassende psychiatrische Abklärung unter Einschluss der Frage, inwief ern sich ein allenfalls bei der Beschwerde führer in vorliegender psychischer Gesundheitsscha den auf ihre Arbeitsfähigkeit auswirkt, angezeigt. Dabei wird der beurteilende Facharzt sowohl zu den Standardindikatoren als auch zur Frage Stellung zu beziehen haben, ob u nd gegebenenfalls inwieweit IV-fremde Belastungsfaktoren für das Leiden ursächlich sind resp. dessen Überwindung verhindern. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuh eissen und der angefochtene Ent scheid aufzuheben. 5. 5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind vorliegend ermes sensweise auf Fr. 7 00.-- festzusetzen und (aufgrund der rechtsprechungsgemäss ebenfalls als vollständiges Obsiegen geltenden Rück weisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfü gung, vgl. BGE 137 V 57 E. 2.2 ) ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 5.2 Nach Art. 34 Abs. 3 GSVGer hat d ie obsiegende Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessentschädigung (vgl. auch Art. 61 lit. g ATSG). Diese wird vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeut ung der Streitsache, der Schwie rigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen. Vorliegend erscheint eine Prozessentschädigung von Fr. 2’000.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Das Gericht erkennt: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung vom 9. Februar 2021 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit diese nach Abklärungen im Sinne der Erwägungen über den Leistungs anspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge. 2. Die Gerichtskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt. 3. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Prozessent schädigung von Fr. 2’000.-- (inkl. Barauslagen und MWSt ) zu bezahlen. 4. Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwalt Dr. Walter Keller - Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle - Bundesamt für Sozialversicherungen sowie an: - Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft) 5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden ( Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1 5. Juli bis und mit 1 5. August sowie vom 1 8. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG). Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin HurstHediger

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich IV.2021.00178 IV. Kammer Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna Ersatzrichter Sonderegger Gerichtsschreiberin Hediger Urteil vom 6. November 2021 in Sa chen X.___ Beschwerdeführerin vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Walter Keller Obergass Advokatur Obergasse 34, Postfach 2177, 8401 Winterthur gegen Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich Beschwerdegegnerin Sachverhalt: 1. Die 1982 geborene X.___ reiste im August 1991 aus Kosovo in die Schweiz ein und absolvierte von August 1999 bis August 2 001 eine Anlehre als Verkaufshelferin ( Urk. 7/2 f. ). Von Januar 2002 bis Ende Februar 2019 war sie bei der Y.___ AG, Z.___, angestellt ; zuletzt als Filialleiterin Detailhandel ( Urk. 7/3, Urk. 7/27 ). Am 2 9. Dezember 2017 meldete sich die Versicherte unt er Hinweis auf ein Burnout und eine Depression bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an ( Urk. 7/3 ). Die IV-Stelle tätigte medizinische und beruflich-erwerbliche Abklärungen und lud die Versicherte zu einem persönlichen Gespräch ein ( Urk. 8/12, Urk. 7/31/2 ). Mit Mitte i lung vom 3. Mai 2018 erteilte sie der Versicherten im Sinne einer Frühin terventionsmassnahme Kostengutsprache für ein Job Coaching für die Dauer vom 5. März 2018 bis längstens 4. September 2018 ( Urk. 7/22), das sie mit Mitteilung vom 1 9. Juli 2018 als Integrationsmassnahme in Form von Support am Arbeits platz bei der bisherigen Arbeitgeberin bis 3 1. Januar 2019 zuzüglich eines Taggeldes vom 1. August 2018 bis 3 1. Januar 2019 verlängerte ( Urk. 7/29 ; Verfügung vom 2 4. Juli 2018, Urk. 7/32 ). In folge einer gesundheitlichen Verschlechterung wurde die M assnahme per 30. November 2018 vorzeitig beendet ( vgl. Mitteilung vom 2 8. November 2018, Urk. 7/ 44, vgl. auch Urk. 7/45). Zeitgleich löste die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis per Ende Feb ruar 2019 auf ( Urk. 7/47/137, Urk. 7/62/5). Im Hinblick auf die Rentenprüfung tätigte die IV-Stelle weitere Abklärungen und zog die Akten der Krank entaggeldversi cherung bei (Urk. 7/47/1-137, Urk. 7/86/1-262 ). Nach durchgeführtem Vorbe scheidverfahren ( Urk. 7/61, Urk. 7/66, Urk. 7/91 ) verneinte sie mit Verfügung vom 9. Februar 2021 einen Anspruch der Versicherten auf IV- Leistungen ( Urk. 2). 2. Dagegen erhob X.___ am 1 2. März 2021 Beschwerde und beantragt e, es seien ihr in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 9. Februar 2021 die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen ( Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 10. Mai 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde ( Urk. 6), was der Beschwerdeführerin am 1 3. Mai 2021 zur Kenntnis gebracht wurde ( Urk. 8). Das Gericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 1.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung ( IVG ) Versicherte, die: a. ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können; b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes tens 40 % arbeitsunfähig ( Art. 6 ATSG) gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid ( Art. 8 ATSG) sind. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente ( Art. 28 Abs. 2 IVG). 1.3 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank heit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG). 1.4 Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlich keit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbe lastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3). 1.5 Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung (Art. 59 Abs. 2 bis Satz 1 IVG). Sie beurteilen die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs (Art. 49 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]). Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwal tung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu ent schei den haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzuneh men sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen). 1.6 Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialver sicherungsgericht, GSVGer ). 2. 2.1 Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, die Beschwerde führerin sei seit Juli 2017 arbeitsunfähig als Schuhverkäuferin. Aufgrund der medizinischen Unterlagen hätten anfänglich Probleme am Arbeitsplatz zu den gesundheitlichen Beschwerden geführt. Letzteres sei zwar nachvollziehbar, aber begründe keinen Anspruch auf eine Rentenleistung. Nach der aktuellen Recht sprechung seien psychische Störungen grundsätzlich nur invalidisierend, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr) angehbar seien. Dies sei vorliegend nicht der Fall. Der behandelnde Facharzt habe eine Verbesserung bei fortgeführter Therapie nicht in Frage gestellt. Zudem verfüge die Beschwerdeführerin über eine abgeschlossene Ausbildung und Berufserfahrung, einen starken Willen und sei bestrebt, gute Leistungen zu erbringen. Weiter bieteten ihr ihre Familie und ein intaktes Sozialnetz starken Rückhalt. Schliesslich nehme sie auch an den Thera pien teil und verfüge die Beschwerdeführerin über eine gut funktionierende Tagesstruktur. Bei alle dem bestehe kein Anspruch auf eine Rente der Invaliden versicherung ( Urk. 2). 2.2 Dagegen wandte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ein, gestützt auf den Bericht von Dr. med. A.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho therapie, vom 2 5. September 2017 b estünden IV-rechtlich relevante Diagnosen. Zudem habe das Bundesgericht seine Praxis bei Depressionen geändert. Neu sei eine Indikatorenprüfung durchzuführen. Letzteres habe die Beschwerdegegnerin krass missachtet. Die angeblichen «Ressourcen» seien nicht geeignet, das Entste hen und Fortbestehen der Depression zu verhindern. Da ein relevanter Gesund heitsschaden vorliege, sei der weitere Verlauf zu prüfen und seien gegebenenfalls die Integrationsmassnahmen an einem geeigneten Ort fortzusetzen; seit Oktober 2020 sei die Beschwerdeführerin im Sinne eines neuen Arbeitsversuchs zu 30 % bei B.___, C.___, angestellt. Da seit dem 3. Juli 2017 eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei, bestehe seit Juli 2018 (Ablauf Karenzfrist) Anspruch auf eine Rente. Diese sei – soweit Integrationsmassnahmen wieder aufgegleist würden – allenfalls zu befristen ( Urk. 1). 3. 3.1 D ie seit Juli 2017 im wöchentlichen Rhythmus delegiert behandelnde D.___, dipl. Psychologin FH, und der bedarfsweise (wöchentlich bis 14-täglich) behan delnde Dr. A.___ diagnostizierte n im Bericht vom 2 5. September 2017 zuhanden der Taggeldversicherung ( Urk. 7/47/ 21 ff. ) eine schwere depressive Episode (ICD-10: F32.2), eine Reaktion auf schwere Bela stung (ICD-10: F43.9) sowie ein Erschöpfungssyndrom (ICD-10: Z93.0). Die aktuel le Medikation bestehe aus Mirtazapin (0-0-1) und Cipralex 2.5 mg (1-0-0) in Aufdosierung. Anfangs Juli 2017 habe die Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben einen Zusammen bruch mit massiven Sc h lafstörungen, Albträume n, Gedankenkreisen, Erbrechen, Ängste n, Weinen, unspezifische n Schmerzen in den Gliedern und im Rücken, Kopfschmerzen, Schwindel, H ypervigil anz, nervlich bedingte n Zahnschmerzen und nächtliche m Z ähneknirschen erlitten. Schon lange vor diesem Zusammen bruch sei sie immer unter Spannung gewesen, habe sich im beruflichen Kontext für alles verantwortlich gefühlt und überall die maxim ale Leistung erbringen wollen; bereits Monate vor dem Zusammenbruch habe sie kaum mehr geschlafen und sei kei nen Hobbies mehr nachgegangen. Die Beschwerdeführerin habe in den letzten Jahren all es dem Geschäft untergeordnet. A uch im Privatleben hätten die geschäftlichen Belange im Vordergrun d gestanden und habe die Beschwerde führerin alle persönlichen Bedürfnisse und Beziehungen vernachlässigt ( Urk. 7/47/21). In objektiver Hinsicht sei ihre Erscheinung sehr gepflegt und ihr Verhalten überaus korrekt. Ihr Tonus sei angespannt, das Aussehen bleich und der Augenausdruck matt. Die Gesichtszüge seien angespannt mit wenig wechselnder Mimik. Alsdann sei die Beschwerdeführerin nach wie vor sehr iden tifiziert mit den Anforderungen und Zielen der Geschäftsleitung; sie habe sich so sehr eingesetzt, alles gegeben und nach Lösungen gesucht, um die vorgegebenen Ziele zu erreichen. Die Nichterfüllung der angestrebten Ziele mit einhergehenden Angstgefühlen habe sie zu noch höheren Leistungen angetrieben. Im jetzigen Zustand der Arbeitsunfähigkeit fühle sie sich we rtlos und sei gekränkt, dass «ihre» Filiale nun von einer anderen Person geführt werde. Zudem fühle sie sich schuldig, nicht für ihre Mitarbeiter/innen da sein zu können. Informationen der F irma oder von Mitarbeitern erzeu gten nach wie vor erhöhte Stresssymptome. Die Beschwerdeführerin vermeide Orte, an denen sich Filialen der Firma befinden und sei stets in Angst, Bekannte aus dem geschäftlichen Umfeld zu begegnen. A ufgrund der Schwere des Zustandes sei mit einem länger en Genesungsprozess zu rechnen. Da die Beschwerdeführerin schon seit Jahren immer an der Grenze der noch möglichen Belastbarkeit gearbeitet habe, fehlten ihr in der jetzigen Krise notwendige Ressourcen. Aktuell sei sie weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig; je nach Verlauf sei eine stufenweise Wiedereingliederung sinnvoll. Die P rognose sei positiv ( Urk. 7/47/ 22 f. ). 3.2 Im B ericht vom 22. Februar 2018 hiel ten D.___ und Dr. A.___ neu eine mittelgradi g depressive Episode fest (Urk. 7/14/3). Auch wenn sich die Symptome im Vergleich zum Sommer 2017 reduziert hätten, sei die Belastbarkeit der Beschwerdeführerin noch immer reduziert. Aktuell bestünden eine erhöhte Ermüdbarkeit, Schlafstörungen mit begleitenden, inhaltli ch auf ehemalige beruf liche Situ ationen bezogene n Alpträume n, Vermeidungsverhalten, gesteigerte Empfindsamkeit auf Aussenreize, innere Unruhe und Reizbarkeit. Nach wie vor zeige sich in der Auseinandersetzung und Bearbeitung mit den im beruflichen Kontext erlebten Erfahrungen die emotional und körperlich empfundene Belas tung. Die Psychotherapie erfolge weiterhin im wöchentlichen Rhythmus. Zudem ne hme die Beschwerdeführerin Mirta zapin 15mg (0-0-1) und Cipralex 10 mg (1-0-0) ein. In der bisherigen Position als Filialleiterin sei sie nicht mehr arbeitsfähig. Als Kundenbetreuerin ohne Pflichtenheft, Zielvorgaben und Verantwortlichkeiten sei ein stufenweiser Wiedereinstieg von drei Halbtagen pro Woche ab März/April 2018 geplant ( Urk. 7/14/3 ff.). 3.3 Im Bericht zuhanden der Krankentaggeldversicherung vom 1 4. Januar 2019 hielten D.___ und Dr. A.___ fest, der Arbeitsversuch bei der bisherigen Arbeitgeberin ab April 2018 sei herausfordernd gewesen. So habe die Beschwer deführerin in den Jahre n zuvor nach eigenem Empfinden kaum Unterstützung in ihrer verantwortlichen Position und nur spärlich Anerkennung für die vollb rach ten Leistungen erfahren. Zudem sei sie konfrontiert gewesen mit ihrer krankheits bedingt herabgesetzten Konzentrationsfähigkeit und verminderten Energie. Dies habe sie zusätzlich verunsichert. Diese Erfahrung en, gepaart mit ihren Ansprü chen, habe sie an die Grenze ihrer ohnehin schon verminderten Leistungsfähig keit gebracht. Entsprechend habe sie sich unter Druck gesetzt gefühlt und sei die Beschwerdeführerin abends erschöpft gewesen. Sodann habe der Suizid im persönlichen Umfeld der Beschwerdeführerin anfangs November 2018 eine akute Belastungssituation ausgelöst. Dieser Vorfall habe sie dermassen destabilisiert, dass sie nur noch unter erhöhter Anstrengung habe arbeiten können. Schliesslich habe die Beschwerdeführerin mit Unfassbarkeit auf die erhaltene Kündigung reagiert ; dass ihr nach ihrem langjährigen Einsatz und Engagement für die Firma sowie ihren Anstrengungen im Rahmen der Wiedereingliederung gekündigt worden sei, habe sie zutiefst gekränkt und an die Erfahrung von zu wenig Wert schä tzung für G eleistetes gerührt. Bei alle dem habe das Zustandsbild der Beschwerdefüh rerin im November/Dezember 2018 (wieder) demjenigen einer schweren Depression mit somatischen Symptomen mit Schwindel, Erbrechen, Appetitverlust entsprochen. In der Zwischenzeit habe sie sich wieder etwas erholt. Die Beschwerdeführerin sei aber nach wie vor empfindsam auf äussere Reize, zeige eine physisch und ps ychisch erhöhte Ermüdbarkeit sowie mangelnde Konzentration und Aufmerksamkeitsfähigkeit. Zudem sei der Schlaf unregel mässig und von belastenden Träumen gestört. Aktuell zeige sich auch eine starke Schwellung des einen Fusses. Die Ursache habe fachärztlic h nicht eruiert werden können. Aufgrund ihres Willens und ihre s Wunsches, d en Lebensunterhalt wieder selbständig zu verdienen und ihr Leben zu gestalten, sowie der Zielstrebigkeit der Beschwerdeführerin sei die Prognose langfristig gut. Abgesehen von den Fussbe schwerden, deren Verlauf ungewiss sei, könne damit gerechnet werden, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit ab März/April 2019 wieder zu 50 % arbeitsfähig sei. Voraussetzung sei eine sorgfältige und sukzessive Einfüh rung sowie genügend Erholungszeiten zwischen den Arbeitseinsätzen. Vorzu ziehen sei eine Tätigkeit in einem kleineren Betrieb ( Urk. 7/47/ 136- 137). 3.4 Im Verlaufsbericht vom 6. Juni 2019 hielten D.___ und Dr. A.___ bei im Wesentlichen gleichbleibender Symptomatik fest, n ach einer leichten Verbes serung der Situation habe der Erhalt des Arbeitszeugnisses Ende Februar 2019 erneut eine destabilisierende Wirkung gezeigt. Das Arbeitszeugnis habe nicht den üblich geltenden Regeln entsprochen. Die Beschwerdeführerin habe sich gedemü tigt und für ihren langjährigen Einsatz nicht gewürdigt gefühlt. Aktuell sei sie im Begriff, Einspruch gegen das Arbeitszeugnis zu erheben. Der anhaltend schlechte psychische Zustand sei auf zwei bestimmende Ursachen zurückzuführen : E iner seits habe sich das gesamte Leben der Beschwerdeführerin danach orientiert, die Geschäftsziele zu erreichen. Mit ihrem Zusammenbruch 2017 sei ihr «ganze s Konstrukt» zusammengebrochen; sie habe auf keine anderen inneren Werte zurückgreifen können. Andererseits sei der Integrationsversuch in der ange stammten Fi rma rückwirkend eine zu grosse Herausforderung gewesen, zumal sie dabei immer wieder mit der schon früher fehlenden Wertschätzung und fehlenden Unterstützung konfrontiert worden sei. Als Ressourcen bestünden nebst den bere its genannten (vgl. E. 3.3 ) intakte familiäre Beziehungen. Zudem sei die Beschwerdeführerin, wenn auch mit erhöhtem Zeitaufwand, in der Lage, die persönlichen, alltäglichen Aufgaben selbständig zu bewältigen. Vor einer erneu ten Wiedereingliederung sei ein Belastbarkeits- und Aufbautraining indiziert ( Urk. 7/51). 3.5 Im e inwandweise eingereichte n Bericht vom 3 1. Oktober 2019 hielten D.___ und Dr. A.___ unter Hinweis auf die Ergebnisse des BDI-II-Beck Depressions-Inventar sowie SCL-90-R-Testung eine schwere D epression ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2) fest ( Urk. 7/71/3). D ie Beschwerdeführerin empfinde sämtliche Tagesanforderungen als beschwerlich. Sie verbringe den Tag mit Grübeln über die Vergangenheit und über eine Zukunft, welche von Perspektiv losigkeit geprägt sei. Die Kontakte zu Kolleginnen möge sie nicht mehr pflegen; zu familiären Anlässen gehe sie, aber nicht aus eigenem Wollen, sondern um ihre Familie nicht zu enttäuschen. Oft sei es ihr aber zu viel und ziehe sie sich zurück. Es tue ihr leid und sie empfinde Schuldgefühle darüber, dass sich ihre Familie um ihr Wohlbefinden bemühe, sie aber kaum etwas geben könne. Freude und Inte resse an irgendwelchen Tätigkeiten könne sie nicht empfinden. Sie bemühe sich, täglich einen Spaziergang in der Natur zu machen. Unter die Menschen zu gehen sei belastend; sie möchte sich in diesem Zustand nicht zeigen. Viele Menschen und Reize ertrage sie kaum. Zudem leide sie an wiederkehrenden, starken Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen sowie am Gefühl, nicht richtig atmen zu können. Schlafen tue sie auch schlecht; meist sei sie bis zwei Uhr morgens wach und studiere. Der mit ihr zusammenwohnende Bruder wolle sie immer für Tätigkeiten motivieren, aber sie habe weder Lust noch Kraft. Am liebsten sei sie allein. Seit Wochen plage sie der Suizidgedanke, sich wie ihre Nachbarin unter den Zug zu legen. Im Gespräch habe sich die Beschwerdeführerin indes glaubhaft von diesem Vorhaben distanziert. Objektiv zeige sich zwar eine bemühte Haltung, aber die Mimik sei wenig ausdrucksvoll und der Gesichtsausdruck leer, müde und apathisch. Die Bewegungen der Besch werdeführerin seien verlangsamt, gehemmt und wirkten steif und angestrengt. Ihr Denken sei verlangsamt und die Konzent ration eingeschränkt. Zudem sei der Antrieb stark vermindert und auf emotio naler Eben e sei die Beschwerd eführerin kaum schwingungsfähig. Mithin erfülle sie alle Kriterien einer schweren depressiven Störung ( Urk. 7/71). 3.6 Im Verlaufsbericht vom 2 7. April 2020 hielten D.___ und Dr. A.___ wiederum eine mittelgradig depressive Episode fest; die Beschwerdeführerin werde weiterhin im wöchentlichen Rhythmus therapiert und habe inzwischen mehr Eigeninitiative entwickelt. Auch habe sich ihr Selbstvertrauen und Selbst wertgefühl verbessert und bestehe eine innere Zuversicht, wieder arbeitsfähig zu werden. Gleichzeitig zeige sich infolge der Covid-19-Pandemie ein erhöhter Angstpegel. Als Medikation nehme die Beschwerdeführerin Imovane 7.5 mg (0-0-0-1) und Cipralex 10 mg (1-0-0) ein. Eine schrittweise berufliche Wiederein gliederung, beginnend mit zwei Stunden am Tag, sei zumutbar mit entspre chender Begleitung und unter Vermeidung von Überforderung, zumal dann eine neuerliche Dekompensation drohe ( Urk. 7/81). 3.7 Bei der geschilderten Aktenlage kam RAD-Arzt Dr. E.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, mit internen Stellungnahmen vom 28. August 2019 und 3 0. September 2020 zum Schluss, es liege mit überwie gender Wahrscheinlichkeit keine psychiatrische Erkrankung mit dauerhafter Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor. Probleme am Arbeitsplatz stünden im Vordergrund und die Integrationsmassnahme sei aufgrund eines Vorfalles in der Nachbarschaft sowie wegen einer unklaren Fussschwellung gescheitert. Zudem endigten die Arbeitsfähigkeitsatteste mit A b lauf der Zahlungspflicht der Krankentaggeldversicherung ( Urk. 7/62/6, Urk. 7/92/5). 4. Bei der vorliegenden A ktenlage, insbesondere den von Dr. A.___ geschilderten objektiven Befunde, kann nicht a priori ausgeschlossen werden, dass bei der Beschwerdeführerin eine IV-releva nte Gesundheitsstörung vorliegt (vgl. auch die Protokoll e der Eingliederungsberatung, wonach eine weitaus ernsthaftere Erkran kung vermutet werde als bisher ausgewiesen und sich gezeigt habe, dass eine längerfristige, therapeutis che Intervention notwendig sei, Urk. 7/45/9 f.). Daran vermögen auch die anderslautenden, ausgesprochen knapp gehaltenen Stellung nahmen von RAD-Arzt Dr. E.___, welche darüber hinaus ohne eigene Unter suchung erfolgten, nichts zu ändern (vgl. vorstehend E. 3.7, Urk. 7/62/6, Urk. 7/92/5). Alsdann hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 ( im Sinne einer Praxisänderung ) m it Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen s peziell fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheitsschädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2 016 vom 1 4. April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind damit auch bei mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist lediglich, aber immerhin als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung mitein zubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom 7. März 2018 E. 4.2.1). Dass die auf unvollständiger Sachverhaltslage erfolgte «Ressourcenprüfung» einer Sachbearbeiterin der IV-Stelle (vgl. Urk. 7/60/2) den Anforderungen von BGE 141 V 281 nicht zu genügen v ermag, versteht sich von selbst. Gleichzeitig lassen die Berichte, insbesondere Arbeits fähigkeitsbeurteilungen, von D.___ und Dr. A.___ eine einlässliche Ausei nandersetzung mit den im Regelfall anzuwenden Standardindikatoren vermissen. Davon abgesehen kann es in umstrittenen Fällen nicht Sache der behandelnden Ärzte sein, abschliessend zur Sache, insbesondere zur Arbeitsunfähigkeit Stellung zu nehmen (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Mai 2011, 9C_152/2011; vgl. auch BGE 125 V 353 E. 3b/cc ). Mithin lag der angefochtenen Verfügung kein hinrei chend abgeklärter medizinischer Sachverhalt zugrunde, welcher eine abschlies sende Beurteilung des Gesundheitszustandes sowie deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähig keit der Beschwerdeführerin erlaubt hätte. Demzufolge lässt sich weder der Rentenanspruch noch ein allfälliger Anspruch auf Eingliederungs massnahmen abschliessend beurteilen. In Anbetracht dieser Erwägungen ist eine umfassende psychiatrische Abklärung unter Einschluss der Frage, inwief ern sich ein allenfalls bei der Beschwerde führer in vorliegender psychischer Gesundheitsscha den auf ihre Arbeitsfähigkeit auswirkt, angezeigt. Dabei wird der beurteilende Facharzt sowohl zu den Standardindikatoren als auch zur Frage Stellung zu beziehen haben, ob u nd gegebenenfalls inwieweit IV-fremde Belastungsfaktoren für das Leiden ursächlich sind resp. dessen Überwindung verhindern. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuh eissen und der angefochtene Ent scheid aufzuheben. 5. 5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind vorliegend ermes sensweise auf Fr. 7 00.-- festzusetzen und (aufgrund der rechtsprechungsgemäss ebenfalls als vollständiges Obsiegen geltenden Rück weisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfü gung, vgl. BGE 137 V 57 E. 2.2 ) ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 5.2 Nach Art. 34 Abs. 3 GSVGer hat d ie obsiegende Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessentschädigung (vgl. auch Art. 61 lit. g ATSG). Diese wird vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeut ung der Streitsache, der Schwie rigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen. Vorliegend erscheint eine Prozessentschädigung von Fr. 2’000.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Das Gericht erkennt: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung vom 9. Februar 2021 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit diese nach Abklärungen im Sinne der Erwägungen über den Leistungs anspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge. 2. Die Gerichtskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt. 3. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Prozessent schädigung von Fr. 2’000.-- (inkl. Barauslagen und MWSt ) zu bezahlen. 4. Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwalt Dr. Walter Keller - Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle - Bundesamt für Sozialversicherungen sowie an: - Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft) 5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden ( Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1 5. Juli bis und mit 1 5. August sowie vom 1 8. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG). Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin HurstHediger

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Sozialversicherungsgericht

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich

des Kantons Zürich IV.2021.00178 IV. Kammer Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna Ersatzrichter Sonderegger Gerichtsschreiberin Hediger Urteil vom 6. November 2021

IV.2021.00178

IV.2021.00178

IV.2021.00178 IV. Kammer

IV. Kammer

Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna Ersatzrichter Sonderegger Gerichtsschreiberin Hediger

Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna Ersatzrichter Sonderegger Gerichtsschreiberin Hediger

Urteil vom 6. November 2021

Urteil vom 6. November 2021 in Sa chen

in Sa chen X.___

X.___ Beschwerdeführerin

Beschwerdeführerin vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Walter Keller

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Walter Keller Obergass Advokatur

Obergass Advokatur Obergasse 34, Postfach 2177, 8401 Winterthur

Obergasse 34, Postfach 2177, 8401 Winterthur gegen

gegen Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich

Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich Beschwerdegegnerin

Beschwerdegegnerin Sachverhalt:

Sachverhalt: 1. Die 1982 geborene X.___ reiste im August 1991 aus Kosovo in die Schweiz ein und absolvierte von August 1999 bis August 2 001 eine Anlehre als Verkaufshelferin ( Urk. 7/2 f. ). Von Januar 2002 bis Ende Februar 2019 war sie bei der Y.___ AG, Z.___, angestellt ; zuletzt als Filialleiterin Detailhandel ( Urk. 7/3, Urk. 7/27 ). Am 2 9. Dezember 2017 meldete sich die Versicherte unt er Hinweis auf ein Burnout und eine Depression bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an ( Urk. 7/3 ). Die IV-Stelle tätigte medizinische und beruflich-erwerbliche Abklärungen und lud die Versicherte zu einem persönlichen Gespräch ein ( Urk. 8/12, Urk. 7/31/2 ). Mit Mitte i lung vom 3. Mai 2018 erteilte sie der Versicherten im Sinne einer Frühin terventionsmassnahme Kostengutsprache für ein Job Coaching für die Dauer vom 5. März 2018 bis längstens 4. September 2018 ( Urk. 7/22), das sie mit Mitteilung vom 1 9. Juli 2018 als Integrationsmassnahme in Form von Support am Arbeits platz bei der bisherigen Arbeitgeberin bis 3 1. Januar 2019 zuzüglich eines Taggeldes vom 1. August 2018 bis 3 1. Januar 2019 verlängerte ( Urk. 7/29 ; Verfügung vom 2 4. Juli 2018, Urk. 7/32 ). In folge einer gesundheitlichen Verschlechterung wurde die M assnahme per 30. November 2018 vorzeitig beendet ( vgl. Mitteilung vom 2 8. November 2018, Urk. 7/ 44, vgl. auch Urk. 7/45). Zeitgleich löste die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis per Ende Feb ruar 2019 auf ( Urk. 7/47/137, Urk. 7/62/5). Im Hinblick auf die Rentenprüfung tätigte die IV-Stelle weitere Abklärungen und zog die Akten der Krank entaggeldversi cherung bei (Urk. 7/47/1-137, Urk. 7/86/1-262 ). Nach durchgeführtem Vorbe scheidverfahren ( Urk. 7/61, Urk. 7/66, Urk. 7/91 ) verneinte sie mit Verfügung vom 9. Februar 2021 einen Anspruch der Versicherten auf IV- Leistungen ( Urk. 2).

1. Die 1982 geborene X.___ reiste im August 1991 aus Kosovo in die Schweiz ein und absolvierte von August 1999 bis August 2 001 eine Anlehre als Verkaufshelferin ( Urk. 7/2 f. ). Von Januar 2002 bis Ende Februar 2019 war sie bei der Y.___ AG, Z.___, angestellt ; zuletzt als Filialleiterin Detailhandel ( Urk. 7/3, Urk. 7/27 ). Am 2 9. Dezember 2017 meldete sich die Versicherte unt er Hinweis auf ein Burnout und eine Depression bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an ( Urk. 7/3 ). Die IV-Stelle tätigte medizinische und beruflich-erwerbliche Abklärungen und lud die Versicherte zu einem persönlichen Gespräch ein ( Urk. 8/12, Urk. 7/31/2 ). Mit Mitte i lung vom 3. Mai 2018 erteilte sie der Versicherten im Sinne einer Frühin terventionsmassnahme Kostengutsprache für ein Job Coaching für die Dauer vom 5. März 2018 bis längstens 4. September 2018 ( Urk. 7/22), das sie mit Mitteilung vom 1 9. Juli 2018 als Integrationsmassnahme in Form von Support am Arbeits platz bei der bisherigen Arbeitgeberin bis 3 1. Januar 2019 zuzüglich eines Taggeldes vom 1. August 2018 bis 3 1. Januar 2019 verlängerte ( Urk. 7/29 ; Verfügung vom 2 4. Juli 2018, Urk. 7/32 ). In folge einer gesundheitlichen Verschlechterung wurde die M assnahme per 30. November 2018 vorzeitig beendet ( vgl. Mitteilung vom 2 8. November 2018, Urk. 7/ 44, vgl. auch Urk. 7/45). Zeitgleich löste die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis per Ende Feb ruar 2019 auf ( Urk. 7/47/137, Urk. 7/62/5). Im Hinblick auf die Rentenprüfung tätigte die IV-Stelle weitere Abklärungen und zog die Akten der Krank entaggeldversi cherung bei (Urk. 7/47/1-137, Urk. 7/86/1-262 ). Nach durchgeführtem Vorbe scheidverfahren ( Urk. 7/61, Urk. 7/66, Urk. 7/91 ) verneinte sie mit Verfügung vom 9. Februar 2021 einen Anspruch der Versicherten auf IV- Leistungen ( Urk. 2). 2. Dagegen erhob X.___ am 1 2. März 2021 Beschwerde und beantragt e, es seien ihr in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 9. Februar 2021 die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen ( Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 10. Mai 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde ( Urk. 6), was der Beschwerdeführerin am 1 3. Mai 2021 zur Kenntnis gebracht wurde ( Urk. 8).

2. Dagegen erhob X.___ am 1 2. März 2021 Beschwerde und beantragt e, es seien ihr in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 9. Februar 2021 die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen ( Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 10. Mai 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde ( Urk. 6), was der Beschwerdeführerin am 1 3. Mai 2021 zur Kenntnis gebracht wurde ( Urk. 8). Das Gericht zieht in Erwägung:

Das Gericht zieht in Erwägung: 1.

1. 1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 1.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung ( IVG ) Versicherte, die:

1.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung ( IVG ) Versicherte, die: a. ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;

a. ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können; b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes tens 40 % arbeitsunfähig ( Art. 6 ATSG) gewesen sind; und

b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes tens 40 % arbeitsunfähig ( Art. 6 ATSG) gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid ( Art. 8 ATSG) sind. c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid ( Art. 8 ATSG) sind. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente ( Art. 28 Abs. 2 IVG).

Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente ( Art. 28 Abs. 2 IVG). 1.3 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank heit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.3 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank heit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG). 1.4 Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung).

Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlich keit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbe lastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).

Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlich keit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbe lastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3). 1.5 Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung (Art. 59 Abs. 2 bis Satz 1 IVG). Sie beurteilen die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs (Art. 49 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]).

1.5 Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung (Art. 59 Abs. 2 bis Satz 1 IVG). Sie beurteilen die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs (Art. 49 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]). Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwal tung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu ent schei den haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzuneh men sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).

Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwal tung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu ent schei den haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzuneh men sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen). 1.6 Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialver sicherungsgericht, GSVGer ).

1.6 Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialver sicherungsgericht, GSVGer ). 2.

2. 2.1 Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, die Beschwerde führerin sei seit Juli 2017 arbeitsunfähig als Schuhverkäuferin. Aufgrund der medizinischen Unterlagen hätten anfänglich Probleme am Arbeitsplatz zu den gesundheitlichen Beschwerden geführt. Letzteres sei zwar nachvollziehbar, aber begründe keinen Anspruch auf eine Rentenleistung. Nach der aktuellen Recht sprechung seien psychische Störungen grundsätzlich nur invalidisierend, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr) angehbar seien. Dies sei vorliegend nicht der Fall. Der behandelnde Facharzt habe eine Verbesserung bei fortgeführter Therapie nicht in Frage gestellt. Zudem verfüge die Beschwerdeführerin über eine abgeschlossene Ausbildung und Berufserfahrung, einen starken Willen und sei bestrebt, gute Leistungen zu erbringen. Weiter bieteten ihr ihre Familie und ein intaktes Sozialnetz starken Rückhalt. Schliesslich nehme sie auch an den Thera pien teil und verfüge die Beschwerdeführerin über eine gut funktionierende Tagesstruktur. Bei alle dem bestehe kein Anspruch auf eine Rente der Invaliden versicherung ( Urk. 2).

2.1 Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, die Beschwerde führerin sei seit Juli 2017 arbeitsunfähig als Schuhverkäuferin. Aufgrund der medizinischen Unterlagen hätten anfänglich Probleme am Arbeitsplatz zu den gesundheitlichen Beschwerden geführt. Letzteres sei zwar nachvollziehbar, aber begründe keinen Anspruch auf eine Rentenleistung. Nach der aktuellen Recht sprechung seien psychische Störungen grundsätzlich nur invalidisierend, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr) angehbar seien. Dies sei vorliegend nicht der Fall. Der behandelnde Facharzt habe eine Verbesserung bei fortgeführter Therapie nicht in Frage gestellt. Zudem verfüge die Beschwerdeführerin über eine abgeschlossene Ausbildung und Berufserfahrung, einen starken Willen und sei bestrebt, gute Leistungen zu erbringen. Weiter bieteten ihr ihre Familie und ein intaktes Sozialnetz starken Rückhalt. Schliesslich nehme sie auch an den Thera pien teil und verfüge die Beschwerdeführerin über eine gut funktionierende Tagesstruktur. Bei alle dem bestehe kein Anspruch auf eine Rente der Invaliden versicherung ( Urk. 2). 2.2 Dagegen wandte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ein, gestützt auf den Bericht von Dr. med. A.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho therapie, vom 2 5. September 2017 b estünden IV-rechtlich relevante Diagnosen. Zudem habe das Bundesgericht seine Praxis bei Depressionen geändert. Neu sei eine Indikatorenprüfung durchzuführen. Letzteres habe die Beschwerdegegnerin krass missachtet. Die angeblichen «Ressourcen» seien nicht geeignet, das Entste hen und Fortbestehen der Depression zu verhindern. Da ein relevanter Gesund heitsschaden vorliege, sei der weitere Verlauf zu prüfen und seien gegebenenfalls die Integrationsmassnahmen an einem geeigneten Ort fortzusetzen; seit Oktober 2020 sei die Beschwerdeführerin im Sinne eines neuen Arbeitsversuchs zu 30 % bei B.___, C.___, angestellt. Da seit dem 3. Juli 2017 eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei, bestehe seit Juli 2018 (Ablauf Karenzfrist) Anspruch auf eine Rente. Diese sei – soweit Integrationsmassnahmen wieder aufgegleist würden – allenfalls zu befristen ( Urk. 1).

2.2 Dagegen wandte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ein, gestützt auf den Bericht von Dr. med. A.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho therapie, vom 2 5. September 2017 b estünden IV-rechtlich relevante Diagnosen. Zudem habe das Bundesgericht seine Praxis bei Depressionen geändert. Neu sei eine Indikatorenprüfung durchzuführen. Letzteres habe die Beschwerdegegnerin krass missachtet. Die angeblichen «Ressourcen» seien nicht geeignet, das Entste hen und Fortbestehen der Depression zu verhindern. Da ein relevanter Gesund heitsschaden vorliege, sei der weitere Verlauf zu prüfen und seien gegebenenfalls die Integrationsmassnahmen an einem geeigneten Ort fortzusetzen; seit Oktober 2020 sei die Beschwerdeführerin im Sinne eines neuen Arbeitsversuchs zu 30 % bei B.___, C.___, angestellt. Da seit dem 3. Juli 2017 eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei, bestehe seit Juli 2018 (Ablauf Karenzfrist) Anspruch auf eine Rente. Diese sei – soweit Integrationsmassnahmen wieder aufgegleist würden – allenfalls zu befristen ( Urk. 1). 3.

3. 3.1 D ie seit Juli 2017 im wöchentlichen Rhythmus delegiert behandelnde D.___, dipl. Psychologin FH, und der bedarfsweise (wöchentlich bis 14-täglich) behan delnde Dr. A.___ diagnostizierte n im Bericht vom 2 5. September 2017 zuhanden der Taggeldversicherung ( Urk. 7/47/ 21 ff. ) eine schwere depressive Episode (ICD-10: F32.2), eine Reaktion auf schwere Bela stung (ICD-10: F43.9) sowie ein Erschöpfungssyndrom (ICD-10: Z93.0). Die aktuel le Medikation bestehe aus Mirtazapin (0-0-1) und Cipralex 2.5 mg (1-0-0) in Aufdosierung. Anfangs Juli 2017 habe die Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben einen Zusammen bruch mit massiven Sc h lafstörungen, Albträume n, Gedankenkreisen, Erbrechen, Ängste n, Weinen, unspezifische n Schmerzen in den Gliedern und im Rücken, Kopfschmerzen, Schwindel, H ypervigil anz, nervlich bedingte n Zahnschmerzen und nächtliche m Z ähneknirschen erlitten. Schon lange vor diesem Zusammen bruch sei sie immer unter Spannung gewesen, habe sich im beruflichen Kontext für alles verantwortlich gefühlt und überall die maxim ale Leistung erbringen wollen; bereits Monate vor dem Zusammenbruch habe sie kaum mehr geschlafen und sei kei nen Hobbies mehr nachgegangen. Die Beschwerdeführerin habe in den letzten Jahren all es dem Geschäft untergeordnet. A uch im Privatleben hätten die geschäftlichen Belange im Vordergrun d gestanden und habe die Beschwerde führerin alle persönlichen Bedürfnisse und Beziehungen vernachlässigt ( Urk. 7/47/21). In objektiver Hinsicht sei ihre Erscheinung sehr gepflegt und ihr Verhalten überaus korrekt. Ihr Tonus sei angespannt, das Aussehen bleich und der Augenausdruck matt. Die Gesichtszüge seien angespannt mit wenig wechselnder Mimik. Alsdann sei die Beschwerdeführerin nach wie vor sehr iden tifiziert mit den Anforderungen und Zielen der Geschäftsleitung; sie habe sich so sehr eingesetzt, alles gegeben und nach Lösungen gesucht, um die vorgegebenen Ziele zu erreichen. Die Nichterfüllung der angestrebten Ziele mit einhergehenden Angstgefühlen habe sie zu noch höheren Leistungen angetrieben. Im jetzigen Zustand der Arbeitsunfähigkeit fühle sie sich we rtlos und sei gekränkt, dass «ihre» Filiale nun von einer anderen Person geführt werde. Zudem fühle sie sich schuldig, nicht für ihre Mitarbeiter/innen da sein zu können. Informationen der F irma oder von Mitarbeitern erzeu gten nach wie vor erhöhte Stresssymptome. Die Beschwerdeführerin vermeide Orte, an denen sich Filialen der Firma befinden und sei stets in Angst, Bekannte aus dem geschäftlichen Umfeld zu begegnen. A ufgrund der Schwere des Zustandes sei mit einem länger en Genesungsprozess zu rechnen. Da die Beschwerdeführerin schon seit Jahren immer an der Grenze der noch möglichen Belastbarkeit gearbeitet habe, fehlten ihr in der jetzigen Krise notwendige Ressourcen. Aktuell sei sie weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig; je nach Verlauf sei eine stufenweise Wiedereingliederung sinnvoll. Die P rognose sei positiv ( Urk. 7/47/ 22 f. ).

3.1 D ie seit Juli 2017 im wöchentlichen Rhythmus delegiert behandelnde D.___, dipl. Psychologin FH, und der bedarfsweise (wöchentlich bis 14-täglich) behan delnde Dr. A.___ diagnostizierte n im Bericht vom 2 5. September 2017 zuhanden der Taggeldversicherung ( Urk. 7/47/ 21 ff. ) eine schwere depressive Episode (ICD-10: F32.2), eine Reaktion auf schwere Bela stung (ICD-10: F43.9) sowie ein Erschöpfungssyndrom (ICD-10: Z93.0). Die aktuel le Medikation bestehe aus Mirtazapin (0-0-1) und Cipralex 2.5 mg (1-0-0) in Aufdosierung. Anfangs Juli 2017 habe die Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben einen Zusammen bruch mit massiven Sc h lafstörungen, Albträume n, Gedankenkreisen, Erbrechen, Ängste n, Weinen, unspezifische n Schmerzen in den Gliedern und im Rücken, Kopfschmerzen, Schwindel, H ypervigil anz, nervlich bedingte n Zahnschmerzen und nächtliche m Z ähneknirschen erlitten. Schon lange vor diesem Zusammen bruch sei sie immer unter Spannung gewesen, habe sich im beruflichen Kontext für alles verantwortlich gefühlt und überall die maxim ale Leistung erbringen wollen; bereits Monate vor dem Zusammenbruch habe sie kaum mehr geschlafen und sei kei nen Hobbies mehr nachgegangen. Die Beschwerdeführerin habe in den letzten Jahren all es dem Geschäft untergeordnet. A uch im Privatleben hätten die geschäftlichen Belange im Vordergrun d gestanden und habe die Beschwerde führerin alle persönlichen Bedürfnisse und Beziehungen vernachlässigt ( Urk. 7/47/21). In objektiver Hinsicht sei ihre Erscheinung sehr gepflegt und ihr Verhalten überaus korrekt. Ihr Tonus sei angespannt, das Aussehen bleich und der Augenausdruck matt. Die Gesichtszüge seien angespannt mit wenig wechselnder Mimik. Alsdann sei die Beschwerdeführerin nach wie vor sehr iden tifiziert mit den Anforderungen und Zielen der Geschäftsleitung; sie habe sich so sehr eingesetzt, alles gegeben und nach Lösungen gesucht, um die vorgegebenen Ziele zu erreichen. Die Nichterfüllung der angestrebten Ziele mit einhergehenden Angstgefühlen habe sie zu noch höheren Leistungen angetrieben. Im jetzigen Zustand der Arbeitsunfähigkeit fühle sie sich we rtlos und sei gekränkt, dass «ihre» Filiale nun von einer anderen Person geführt werde. Zudem fühle sie sich schuldig, nicht für ihre Mitarbeiter/innen da sein zu können. Informationen der F irma oder von Mitarbeitern erzeu gten nach wie vor erhöhte Stresssymptome. Die Beschwerdeführerin vermeide Orte, an denen sich Filialen der Firma befinden und sei stets in Angst, Bekannte aus dem geschäftlichen Umfeld zu begegnen. A ufgrund der Schwere des Zustandes sei mit einem länger en Genesungsprozess zu rechnen. Da die Beschwerdeführerin schon seit Jahren immer an der Grenze der noch möglichen Belastbarkeit gearbeitet habe, fehlten ihr in der jetzigen Krise notwendige Ressourcen. Aktuell sei sie weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig; je nach Verlauf sei eine stufenweise Wiedereingliederung sinnvoll. Die P rognose sei positiv ( Urk. 7/47/ 22 f. ). 3.2 Im B ericht vom 22. Februar 2018 hiel ten D.___ und Dr. A.___ neu eine mittelgradi g depressive Episode fest (Urk. 7/14/3). Auch wenn sich die Symptome im Vergleich zum Sommer 2017 reduziert hätten, sei die Belastbarkeit der Beschwerdeführerin noch immer reduziert. Aktuell bestünden eine erhöhte Ermüdbarkeit, Schlafstörungen mit begleitenden, inhaltli ch auf ehemalige beruf liche Situ ationen bezogene n Alpträume n, Vermeidungsverhalten, gesteigerte Empfindsamkeit auf Aussenreize, innere Unruhe und Reizbarkeit. Nach wie vor zeige sich in der Auseinandersetzung und Bearbeitung mit den im beruflichen Kontext erlebten Erfahrungen die emotional und körperlich empfundene Belas tung. Die Psychotherapie erfolge weiterhin im wöchentlichen Rhythmus. Zudem ne hme die Beschwerdeführerin Mirta zapin 15mg (0-0-1) und Cipralex 10 mg (1-0-0) ein. In der bisherigen Position als Filialleiterin sei sie nicht mehr arbeitsfähig. Als Kundenbetreuerin ohne Pflichtenheft, Zielvorgaben und Verantwortlichkeiten sei ein stufenweiser Wiedereinstieg von drei Halbtagen pro Woche ab März/April 2018 geplant ( Urk. 7/14/3 ff.).

3.2 Im B ericht vom 22. Februar 2018 hiel ten D.___ und Dr. A.___ neu eine mittelgradi g depressive Episode fest (Urk. 7/14/3). Auch wenn sich die Symptome im Vergleich zum Sommer 2017 reduziert hätten, sei die Belastbarkeit der Beschwerdeführerin noch immer reduziert. Aktuell bestünden eine erhöhte Ermüdbarkeit, Schlafstörungen mit begleitenden, inhaltli ch auf ehemalige beruf liche Situ ationen bezogene n Alpträume n, Vermeidungsverhalten, gesteigerte Empfindsamkeit auf Aussenreize, innere Unruhe und Reizbarkeit. Nach wie vor zeige sich in der Auseinandersetzung und Bearbeitung mit den im beruflichen Kontext erlebten Erfahrungen die emotional und körperlich empfundene Belas tung. Die Psychotherapie erfolge weiterhin im wöchentlichen Rhythmus. Zudem ne hme die Beschwerdeführerin Mirta zapin 15mg (0-0-1) und Cipralex 10 mg (1-0-0) ein. In der bisherigen Position als Filialleiterin sei sie nicht mehr arbeitsfähig. Als Kundenbetreuerin ohne Pflichtenheft, Zielvorgaben und Verantwortlichkeiten sei ein stufenweiser Wiedereinstieg von drei Halbtagen pro Woche ab März/April 2018 geplant ( Urk. 7/14/3 ff.). 3.3 Im Bericht zuhanden der Krankentaggeldversicherung vom 1 4. Januar 2019 hielten D.___ und Dr. A.___ fest, der Arbeitsversuch bei der bisherigen Arbeitgeberin ab April 2018 sei herausfordernd gewesen. So habe die Beschwer deführerin in den Jahre n zuvor nach eigenem Empfinden kaum Unterstützung in ihrer verantwortlichen Position und nur spärlich Anerkennung für die vollb rach ten Leistungen erfahren. Zudem sei sie konfrontiert gewesen mit ihrer krankheits bedingt herabgesetzten Konzentrationsfähigkeit und verminderten Energie. Dies habe sie zusätzlich verunsichert. Diese Erfahrung en, gepaart mit ihren Ansprü chen, habe sie an die Grenze ihrer ohnehin schon verminderten Leistungsfähig keit gebracht. Entsprechend habe sie sich unter Druck gesetzt gefühlt und sei die Beschwerdeführerin abends erschöpft gewesen. Sodann habe der Suizid im persönlichen Umfeld der Beschwerdeführerin anfangs November 2018 eine akute Belastungssituation ausgelöst. Dieser Vorfall habe sie dermassen destabilisiert, dass sie nur noch unter erhöhter Anstrengung habe arbeiten können. Schliesslich habe die Beschwerdeführerin mit Unfassbarkeit auf die erhaltene Kündigung reagiert ; dass ihr nach ihrem langjährigen Einsatz und Engagement für die Firma sowie ihren Anstrengungen im Rahmen der Wiedereingliederung gekündigt worden sei, habe sie zutiefst gekränkt und an die Erfahrung von zu wenig Wert schä tzung für G eleistetes gerührt. Bei alle dem habe das Zustandsbild der Beschwerdefüh rerin im November/Dezember 2018 (wieder) demjenigen einer schweren Depression mit somatischen Symptomen mit Schwindel, Erbrechen, Appetitverlust entsprochen. In der Zwischenzeit habe sie sich wieder etwas erholt. Die Beschwerdeführerin sei aber nach wie vor empfindsam auf äussere Reize, zeige eine physisch und ps ychisch erhöhte Ermüdbarkeit sowie mangelnde Konzentration und Aufmerksamkeitsfähigkeit. Zudem sei der Schlaf unregel mässig und von belastenden Träumen gestört. Aktuell zeige sich auch eine starke Schwellung des einen Fusses. Die Ursache habe fachärztlic h nicht eruiert werden können. Aufgrund ihres Willens und ihre s Wunsches, d en Lebensunterhalt wieder selbständig zu verdienen und ihr Leben zu gestalten, sowie der Zielstrebigkeit der Beschwerdeführerin sei die Prognose langfristig gut. Abgesehen von den Fussbe schwerden, deren Verlauf ungewiss sei, könne damit gerechnet werden, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit ab März/April 2019 wieder zu 50 % arbeitsfähig sei. Voraussetzung sei eine sorgfältige und sukzessive Einfüh rung sowie genügend Erholungszeiten zwischen den Arbeitseinsätzen. Vorzu ziehen sei eine Tätigkeit in einem kleineren Betrieb ( Urk. 7/47/ 136- 137).

3.3 Im Bericht zuhanden der Krankentaggeldversicherung vom 1 4. Januar 2019 hielten D.___ und Dr. A.___ fest, der Arbeitsversuch bei der bisherigen Arbeitgeberin ab April 2018 sei herausfordernd gewesen. So habe die Beschwer deführerin in den Jahre n zuvor nach eigenem Empfinden kaum Unterstützung in ihrer verantwortlichen Position und nur spärlich Anerkennung für die vollb rach ten Leistungen erfahren. Zudem sei sie konfrontiert gewesen mit ihrer krankheits bedingt herabgesetzten Konzentrationsfähigkeit und verminderten Energie. Dies habe sie zusätzlich verunsichert. Diese Erfahrung en, gepaart mit ihren Ansprü chen, habe sie an die Grenze ihrer ohnehin schon verminderten Leistungsfähig keit gebracht. Entsprechend habe sie sich unter Druck gesetzt gefühlt und sei die Beschwerdeführerin abends erschöpft gewesen. Sodann habe der Suizid im persönlichen Umfeld der Beschwerdeführerin anfangs November 2018 eine akute Belastungssituation ausgelöst. Dieser Vorfall habe sie dermassen destabilisiert, dass sie nur noch unter erhöhter Anstrengung habe arbeiten können. Schliesslich habe die Beschwerdeführerin mit Unfassbarkeit auf die erhaltene Kündigung reagiert ; dass ihr nach ihrem langjährigen Einsatz und Engagement für die Firma sowie ihren Anstrengungen im Rahmen der Wiedereingliederung gekündigt worden sei, habe sie zutiefst gekränkt und an die Erfahrung von zu wenig Wert schä tzung für G eleistetes gerührt. Bei alle dem habe das Zustandsbild der Beschwerdefüh rerin im November/Dezember 2018 (wieder) demjenigen einer schweren Depression mit somatischen Symptomen mit Schwindel, Erbrechen, Appetitverlust entsprochen. In der Zwischenzeit habe sie sich wieder etwas erholt. Die Beschwerdeführerin sei aber nach wie vor empfindsam auf äussere Reize, zeige eine physisch und ps ychisch erhöhte Ermüdbarkeit sowie mangelnde Konzentration und Aufmerksamkeitsfähigkeit. Zudem sei der Schlaf unregel mässig und von belastenden Träumen gestört. Aktuell zeige sich auch eine starke Schwellung des einen Fusses. Die Ursache habe fachärztlic h nicht eruiert werden können. Aufgrund ihres Willens und ihre s Wunsches, d en Lebensunterhalt wieder selbständig zu verdienen und ihr Leben zu gestalten, sowie der Zielstrebigkeit der Beschwerdeführerin sei die Prognose langfristig gut. Abgesehen von den Fussbe schwerden, deren Verlauf ungewiss sei, könne damit gerechnet werden, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit ab März/April 2019 wieder zu 50 % arbeitsfähig sei. Voraussetzung sei eine sorgfältige und sukzessive Einfüh rung sowie genügend Erholungszeiten zwischen den Arbeitseinsätzen. Vorzu ziehen sei eine Tätigkeit in einem kleineren Betrieb ( Urk. 7/47/ 136- 137). 3.4 Im Verlaufsbericht vom 6. Juni 2019 hielten D.___ und Dr. A.___ bei im Wesentlichen gleichbleibender Symptomatik fest, n ach einer leichten Verbes serung der Situation habe der Erhalt des Arbeitszeugnisses Ende Februar 2019 erneut eine destabilisierende Wirkung gezeigt. Das Arbeitszeugnis habe nicht den üblich geltenden Regeln entsprochen. Die Beschwerdeführerin habe sich gedemü tigt und für ihren langjährigen Einsatz nicht gewürdigt gefühlt. Aktuell sei sie im Begriff, Einspruch gegen das Arbeitszeugnis zu erheben. Der anhaltend schlechte psychische Zustand sei auf zwei bestimmende Ursachen zurückzuführen : E iner seits habe sich das gesamte Leben der Beschwerdeführerin danach orientiert, die Geschäftsziele zu erreichen. Mit ihrem Zusammenbruch 2017 sei ihr «ganze s Konstrukt» zusammengebrochen; sie habe auf keine anderen inneren Werte zurückgreifen können. Andererseits sei der Integrationsversuch in der ange stammten Fi rma rückwirkend eine zu grosse Herausforderung gewesen, zumal sie dabei immer wieder mit der schon früher fehlenden Wertschätzung und fehlenden Unterstützung konfrontiert worden sei. Als Ressourcen bestünden nebst den bere its genannten (vgl. E. 3.3 ) intakte familiäre Beziehungen. Zudem sei die Beschwerdeführerin, wenn auch mit erhöhtem Zeitaufwand, in der Lage, die persönlichen, alltäglichen Aufgaben selbständig zu bewältigen. Vor einer erneu ten Wiedereingliederung sei ein Belastbarkeits- und Aufbautraining indiziert ( Urk. 7/51).

3.4 Im Verlaufsbericht vom 6. Juni 2019 hielten D.___ und Dr. A.___ bei im Wesentlichen gleichbleibender Symptomatik fest, n ach einer leichten Verbes serung der Situation habe der Erhalt des Arbeitszeugnisses Ende Februar 2019 erneut eine destabilisierende Wirkung gezeigt. Das Arbeitszeugnis habe nicht den üblich geltenden Regeln entsprochen. Die Beschwerdeführerin habe sich gedemü tigt und für ihren langjährigen Einsatz nicht gewürdigt gefühlt. Aktuell sei sie im Begriff, Einspruch gegen das Arbeitszeugnis zu erheben. Der anhaltend schlechte psychische Zustand sei auf zwei bestimmende Ursachen zurückzuführen : E iner seits habe sich das gesamte Leben der Beschwerdeführerin danach orientiert, die Geschäftsziele zu erreichen. Mit ihrem Zusammenbruch 2017 sei ihr «ganze s Konstrukt» zusammengebrochen; sie habe auf keine anderen inneren Werte zurückgreifen können. Andererseits sei der Integrationsversuch in der ange stammten Fi rma rückwirkend eine zu grosse Herausforderung gewesen, zumal sie dabei immer wieder mit der schon früher fehlenden Wertschätzung und fehlenden Unterstützung konfrontiert worden sei. Als Ressourcen bestünden nebst den bere its genannten (vgl. E. 3.3 ) intakte familiäre Beziehungen. Zudem sei die Beschwerdeführerin, wenn auch mit erhöhtem Zeitaufwand, in der Lage, die persönlichen, alltäglichen Aufgaben selbständig zu bewältigen. Vor einer erneu ten Wiedereingliederung sei ein Belastbarkeits- und Aufbautraining indiziert ( Urk. 7/51). 3.5 Im e inwandweise eingereichte n Bericht vom 3 1. Oktober 2019 hielten D.___ und Dr. A.___ unter Hinweis auf die Ergebnisse des BDI-II-Beck Depressions-Inventar sowie SCL-90-R-Testung eine schwere D epression ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2) fest ( Urk. 7/71/3). D ie Beschwerdeführerin empfinde sämtliche Tagesanforderungen als beschwerlich. Sie verbringe den Tag mit Grübeln über die Vergangenheit und über eine Zukunft, welche von Perspektiv losigkeit geprägt sei. Die Kontakte zu Kolleginnen möge sie nicht mehr pflegen; zu familiären Anlässen gehe sie, aber nicht aus eigenem Wollen, sondern um ihre Familie nicht zu enttäuschen. Oft sei es ihr aber zu viel und ziehe sie sich zurück. Es tue ihr leid und sie empfinde Schuldgefühle darüber, dass sich ihre Familie um ihr Wohlbefinden bemühe, sie aber kaum etwas geben könne. Freude und Inte resse an irgendwelchen Tätigkeiten könne sie nicht empfinden. Sie bemühe sich, täglich einen Spaziergang in der Natur zu machen. Unter die Menschen zu gehen sei belastend; sie möchte sich in diesem Zustand nicht zeigen. Viele Menschen und Reize ertrage sie kaum. Zudem leide sie an wiederkehrenden, starken Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen sowie am Gefühl, nicht richtig atmen zu können. Schlafen tue sie auch schlecht; meist sei sie bis zwei Uhr morgens wach und studiere. Der mit ihr zusammenwohnende Bruder wolle sie immer für Tätigkeiten motivieren, aber sie habe weder Lust noch Kraft. Am liebsten sei sie allein. Seit Wochen plage sie der Suizidgedanke, sich wie ihre Nachbarin unter den Zug zu legen. Im Gespräch habe sich die Beschwerdeführerin indes glaubhaft von diesem Vorhaben distanziert. Objektiv zeige sich zwar eine bemühte Haltung, aber die Mimik sei wenig ausdrucksvoll und der Gesichtsausdruck leer, müde und apathisch. Die Bewegungen der Besch werdeführerin seien verlangsamt, gehemmt und wirkten steif und angestrengt. Ihr Denken sei verlangsamt und die Konzent ration eingeschränkt. Zudem sei der Antrieb stark vermindert und auf emotio naler Eben e sei die Beschwerd eführerin kaum schwingungsfähig. Mithin erfülle sie alle Kriterien einer schweren depressiven Störung ( Urk. 7/71).

3.5 Im e inwandweise eingereichte n Bericht vom 3 1. Oktober 2019 hielten D.___ und Dr. A.___ unter Hinweis auf die Ergebnisse des BDI-II-Beck Depressions-Inventar sowie SCL-90-R-Testung eine schwere D epression ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2) fest ( Urk. 7/71/3). D ie Beschwerdeführerin empfinde sämtliche Tagesanforderungen als beschwerlich. Sie verbringe den Tag mit Grübeln über die Vergangenheit und über eine Zukunft, welche von Perspektiv losigkeit geprägt sei. Die Kontakte zu Kolleginnen möge sie nicht mehr pflegen; zu familiären Anlässen gehe sie, aber nicht aus eigenem Wollen, sondern um ihre Familie nicht zu enttäuschen. Oft sei es ihr aber zu viel und ziehe sie sich zurück. Es tue ihr leid und sie empfinde Schuldgefühle darüber, dass sich ihre Familie um ihr Wohlbefinden bemühe, sie aber kaum etwas geben könne. Freude und Inte resse an irgendwelchen Tätigkeiten könne sie nicht empfinden. Sie bemühe sich, täglich einen Spaziergang in der Natur zu machen. Unter die Menschen zu gehen sei belastend; sie möchte sich in diesem Zustand nicht zeigen. Viele Menschen und Reize ertrage sie kaum. Zudem leide sie an wiederkehrenden, starken Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen sowie am Gefühl, nicht richtig atmen zu können. Schlafen tue sie auch schlecht; meist sei sie bis zwei Uhr morgens wach und studiere. Der mit ihr zusammenwohnende Bruder wolle sie immer für Tätigkeiten motivieren, aber sie habe weder Lust noch Kraft. Am liebsten sei sie allein. Seit Wochen plage sie der Suizidgedanke, sich wie ihre Nachbarin unter den Zug zu legen. Im Gespräch habe sich die Beschwerdeführerin indes glaubhaft von diesem Vorhaben distanziert. Objektiv zeige sich zwar eine bemühte Haltung, aber die Mimik sei wenig ausdrucksvoll und der Gesichtsausdruck leer, müde und apathisch. Die Bewegungen der Besch werdeführerin seien verlangsamt, gehemmt und wirkten steif und angestrengt. Ihr Denken sei verlangsamt und die Konzent ration eingeschränkt. Zudem sei der Antrieb stark vermindert und auf emotio naler Eben e sei die Beschwerd eführerin kaum schwingungsfähig. Mithin erfülle sie alle Kriterien einer schweren depressiven Störung ( Urk. 7/71). 3.6 Im Verlaufsbericht vom 2 7. April 2020 hielten D.___ und Dr. A.___ wiederum eine mittelgradig depressive Episode fest; die Beschwerdeführerin werde weiterhin im wöchentlichen Rhythmus therapiert und habe inzwischen mehr Eigeninitiative entwickelt. Auch habe sich ihr Selbstvertrauen und Selbst wertgefühl verbessert und bestehe eine innere Zuversicht, wieder arbeitsfähig zu werden. Gleichzeitig zeige sich infolge der Covid-19-Pandemie ein erhöhter Angstpegel. Als Medikation nehme die Beschwerdeführerin Imovane 7.5 mg (0-0-0-1) und Cipralex 10 mg (1-0-0) ein. Eine schrittweise berufliche Wiederein gliederung, beginnend mit zwei Stunden am Tag, sei zumutbar mit entspre chender Begleitung und unter Vermeidung von Überforderung, zumal dann eine neuerliche Dekompensation drohe ( Urk. 7/81).

3.6 Im Verlaufsbericht vom 2 7. April 2020 hielten D.___ und Dr. A.___ wiederum eine mittelgradig depressive Episode fest; die Beschwerdeführerin werde weiterhin im wöchentlichen Rhythmus therapiert und habe inzwischen mehr Eigeninitiative entwickelt. Auch habe sich ihr Selbstvertrauen und Selbst wertgefühl verbessert und bestehe eine innere Zuversicht, wieder arbeitsfähig zu werden. Gleichzeitig zeige sich infolge der Covid-19-Pandemie ein erhöhter Angstpegel. Als Medikation nehme die Beschwerdeführerin Imovane 7.5 mg (0-0-0-1) und Cipralex 10 mg (1-0-0) ein. Eine schrittweise berufliche Wiederein gliederung, beginnend mit zwei Stunden am Tag, sei zumutbar mit entspre chender Begleitung und unter Vermeidung von Überforderung, zumal dann eine neuerliche Dekompensation drohe ( Urk. 7/81). 3.7 Bei der geschilderten Aktenlage kam RAD-Arzt Dr. E.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, mit internen Stellungnahmen vom 28. August 2019 und 3 0. September 2020 zum Schluss, es liege mit überwie gender Wahrscheinlichkeit keine psychiatrische Erkrankung mit dauerhafter Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor. Probleme am Arbeitsplatz stünden im Vordergrund und die Integrationsmassnahme sei aufgrund eines Vorfalles in der Nachbarschaft sowie wegen einer unklaren Fussschwellung gescheitert. Zudem endigten die Arbeitsfähigkeitsatteste mit A b lauf der Zahlungspflicht der Krankentaggeldversicherung ( Urk. 7/62/6, Urk. 7/92/5).

3.7 Bei der geschilderten Aktenlage kam RAD-Arzt Dr. E.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, mit internen Stellungnahmen vom 28. August 2019 und 3 0. September 2020 zum Schluss, es liege mit überwie gender Wahrscheinlichkeit keine psychiatrische Erkrankung mit dauerhafter Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor. Probleme am Arbeitsplatz stünden im Vordergrund und die Integrationsmassnahme sei aufgrund eines Vorfalles in der Nachbarschaft sowie wegen einer unklaren Fussschwellung gescheitert. Zudem endigten die Arbeitsfähigkeitsatteste mit A b lauf der Zahlungspflicht der Krankentaggeldversicherung ( Urk. 7/62/6, Urk. 7/92/5). 4. Bei der vorliegenden A ktenlage, insbesondere den von Dr. A.___ geschilderten objektiven Befunde, kann nicht a priori ausgeschlossen werden, dass bei der Beschwerdeführerin eine IV-releva nte Gesundheitsstörung vorliegt (vgl. auch die Protokoll e der Eingliederungsberatung, wonach eine weitaus ernsthaftere Erkran kung vermutet werde als bisher ausgewiesen und sich gezeigt habe, dass eine längerfristige, therapeutis che Intervention notwendig sei, Urk. 7/45/9 f.). Daran vermögen auch die anderslautenden, ausgesprochen knapp gehaltenen Stellung nahmen von RAD-Arzt Dr. E.___, welche darüber hinaus ohne eigene Unter suchung erfolgten, nichts zu ändern (vgl. vorstehend E. 3.7, Urk. 7/62/6, Urk. 7/92/5). Alsdann hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 ( im Sinne einer Praxisänderung ) m it Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen s peziell fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheitsschädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2 016 vom 1 4. April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind damit auch bei mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist lediglich, aber immerhin als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung mitein zubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom 7. März 2018 E. 4.2.1). Dass die auf unvollständiger Sachverhaltslage erfolgte «Ressourcenprüfung» einer Sachbearbeiterin der IV-Stelle (vgl. Urk. 7/60/2) den Anforderungen von BGE 141 V 281 nicht zu genügen v ermag, versteht sich von selbst. Gleichzeitig lassen die Berichte, insbesondere Arbeits fähigkeitsbeurteilungen, von D.___ und Dr. A.___ eine einlässliche Ausei nandersetzung mit den im Regelfall anzuwenden Standardindikatoren vermissen. Davon abgesehen kann es in umstrittenen Fällen nicht Sache der behandelnden Ärzte sein, abschliessend zur Sache, insbesondere zur Arbeitsunfähigkeit Stellung zu nehmen (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Mai 2011, 9C_152/2011; vgl. auch BGE 125 V 353 E. 3b/cc ). Mithin lag der angefochtenen Verfügung kein hinrei chend abgeklärter medizinischer Sachverhalt zugrunde, welcher eine abschlies sende Beurteilung des Gesundheitszustandes sowie deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähig keit der Beschwerdeführerin erlaubt hätte. Demzufolge lässt sich weder der Rentenanspruch noch ein allfälliger Anspruch auf Eingliederungs massnahmen abschliessend beurteilen.

4. Bei der vorliegenden A ktenlage, insbesondere den von Dr. A.___ geschilderten objektiven Befunde, kann nicht a priori ausgeschlossen werden, dass bei der Beschwerdeführerin eine IV-releva nte Gesundheitsstörung vorliegt (vgl. auch die Protokoll e der Eingliederungsberatung, wonach eine weitaus ernsthaftere Erkran kung vermutet werde als bisher ausgewiesen und sich gezeigt habe, dass eine längerfristige, therapeutis che Intervention notwendig sei, Urk. 7/45/9 f.). Daran vermögen auch die anderslautenden, ausgesprochen knapp gehaltenen Stellung nahmen von RAD-Arzt Dr. E.___, welche darüber hinaus ohne eigene Unter suchung erfolgten, nichts zu ändern (vgl. vorstehend E. 3.7, Urk. 7/62/6, Urk. 7/92/5). Alsdann hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 ( im Sinne einer Praxisänderung ) m it Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen s peziell fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheitsschädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2 016 vom 1 4. April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind damit auch bei mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist lediglich, aber immerhin als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung mitein zubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom 7. März 2018 E. 4.2.1). Dass die auf unvollständiger Sachverhaltslage erfolgte «Ressourcenprüfung» einer Sachbearbeiterin der IV-Stelle (vgl. Urk. 7/60/2) den Anforderungen von BGE 141 V 281 nicht zu genügen v ermag, versteht sich von selbst. Gleichzeitig lassen die Berichte, insbesondere Arbeits fähigkeitsbeurteilungen, von D.___ und Dr. A.___ eine einlässliche Ausei nandersetzung mit den im Regelfall anzuwenden Standardindikatoren vermissen. Davon abgesehen kann es in umstrittenen Fällen nicht Sache der behandelnden Ärzte sein, abschliessend zur Sache, insbesondere zur Arbeitsunfähigkeit Stellung zu nehmen (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Mai 2011, 9C_152/2011; vgl. auch BGE 125 V 353 E. 3b/cc ). Mithin lag der angefochtenen Verfügung kein hinrei chend abgeklärter medizinischer Sachverhalt zugrunde, welcher eine abschlies sende Beurteilung des Gesundheitszustandes sowie deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähig keit der Beschwerdeführerin erlaubt hätte. Demzufolge lässt sich weder der Rentenanspruch noch ein allfälliger Anspruch auf Eingliederungs massnahmen abschliessend beurteilen. In Anbetracht dieser Erwägungen ist eine umfassende psychiatrische Abklärung unter Einschluss der Frage, inwief ern sich ein allenfalls bei der Beschwerde führer in vorliegender psychischer Gesundheitsscha den auf ihre Arbeitsfähigkeit auswirkt, angezeigt. Dabei wird der beurteilende Facharzt sowohl zu den Standardindikatoren als auch zur Frage Stellung zu beziehen haben, ob u nd gegebenenfalls inwieweit IV-fremde Belastungsfaktoren für das Leiden ursächlich sind resp. dessen Überwindung verhindern.

In Anbetracht dieser Erwägungen ist eine umfassende psychiatrische Abklärung unter Einschluss der Frage, inwief ern sich ein allenfalls bei der Beschwerde führer in vorliegender psychischer Gesundheitsscha den auf ihre Arbeitsfähigkeit auswirkt, angezeigt. Dabei wird der beurteilende Facharzt sowohl zu den Standardindikatoren als auch zur Frage Stellung zu beziehen haben, ob u nd gegebenenfalls inwieweit IV-fremde Belastungsfaktoren für das Leiden ursächlich sind resp. dessen Überwindung verhindern. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuh eissen und der angefochtene Ent scheid aufzuheben.

In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuh eissen und der angefochtene Ent scheid aufzuheben. 5.

5. 5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind vorliegend ermes sensweise auf Fr. 7 00.-- festzusetzen und (aufgrund der rechtsprechungsgemäss ebenfalls als vollständiges Obsiegen geltenden Rück weisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfü gung, vgl. BGE 137 V 57 E. 2.2 ) ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind vorliegend ermes sensweise auf Fr. 7 00.-- festzusetzen und (aufgrund der rechtsprechungsgemäss ebenfalls als vollständiges Obsiegen geltenden Rück weisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfü gung, vgl. BGE 137 V 57 E. 2.2 ) ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 5.2 Nach Art. 34 Abs. 3 GSVGer hat d ie obsiegende Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessentschädigung (vgl. auch Art. 61 lit. g ATSG). Diese wird vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeut ung der Streitsache, der Schwie rigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen. Vorliegend erscheint eine Prozessentschädigung von Fr. 2’000.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

5.2 Nach Art. 34 Abs. 3 GSVGer hat d ie obsiegende Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessentschädigung (vgl. auch Art. 61 lit. g ATSG). Diese wird vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeut ung der Streitsache, der Schwie rigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen. Vorliegend erscheint eine Prozessentschädigung von Fr. 2’000.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Das Gericht erkennt:

Das Gericht erkennt: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung vom 9. Februar 2021 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit diese nach Abklärungen im Sinne der Erwägungen über den Leistungs anspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.

1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung vom 9. Februar 2021 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit diese nach Abklärungen im Sinne der Erwägungen über den Leistungs anspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge. 2. Die Gerichtskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.

2. Die Gerichtskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt. 3. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Prozessent schädigung von Fr. 2’000.-- (inkl. Barauslagen und MWSt ) zu bezahlen.

3. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Prozessent schädigung von Fr. 2’000.-- (inkl. Barauslagen und MWSt ) zu bezahlen. 4. Zustellung gegen Empfangsschein an:

4. Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwalt Dr. Walter Keller

Rechtsanwalt Dr. Walter Keller - Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle - Bundesamt für Sozialversicherungen

Bundesamt für Sozialversicherungen sowie an:

sowie an: - Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)

Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft) 5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden ( Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1 5. Juli bis und mit 1 5. August sowie vom 1 8. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG).

5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden ( Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1 5. Juli bis und mit 1 5. August sowie vom 1 8. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG). Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen.

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG).

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin

HurstHediger