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Ganz alleine wende ich mich meinen übriggebliebenen Aufgaben aus dem 2018 zu. Ich versuche einige Abläufe, so genannte Wöökvlous, fürs 2019 vorzubereiten und Automatismen zu planen.
So alleine im Büro ist halt auch mal schön. Dann kann man ungehindert an den Projekten arbeiten, welche man schon immer erledigen wollte und nie dafür Zeit gefunden hatte…
Um die Mittagszeit meint Sarah (die Halbirin) zu mir: “Chom mer gönd nöime extern öppis Feins go mampfe. ” und weiter: “Chom meer gönd is Prizzi. Deete gets feine Italianfood.”
Gute Idee. Italienisch ist momentan eine gute Sache. Nicht zu scharf, nicht zu exotische, einfach fein.
Wir studieren die Speisekarte und ich nehme das Mittagsmenu.
Eine, ich zitiere: “Schampiniosoppe” und dann leckere Pasta mit, ich zitiere: “Peprontschini” und dann ich zitiere erneut: “Öppis Grüens”. Superlecker…
Wir erzählen uns viele Erlebnisse und Sachen aus dem 2018, was wir im 19 gleich machen werden und was wir anpassen wollen.
Dann blicke ich kurz auf die Uhr und stelle fest: Nur noch 15 Minuten bis Zugsabfahrt. Jetzt muss alles schnell gehen. Rechnung bestellen, Portmonnaie zücken, warten bis der Kellner die Rechnung bringt, Rechnung kurz Plausibilitätscheck machen, Rechnung bezahlen, in Tabellen KB öffnen und Betrag direkt eintragen.
Dann sagt mir Sarah noch: “Das müessti au mache. Chasch mer die Vorlag schicke?”
Ich: “Jooo! Jetzt muessi looooos! Soscht verpassi de Zoog! Schriib mer es Watzup met dem Uuftrag.”
Sarah: “Stress au ned eso. Schokey! De gömmer etz.”
Wir verlassen das Prizzi und ich renne fast schon panisch auf das Gleis 8, wo der Direktzug nach Bern abfährt. Um 12:52 Uhr steige ich ein und stelle fest: “SUPER Ziitgfüühl, MME, wie immer Panik pur ohni Grond”
Die Reise verläuft ohne Zwischenfälle und ich begebe mich auf direktem Weg zu meiner Michèle. Kaum aus dem Bus bei der Ichskirche, sehe ich sie und wir nehmen einander in die Arme.
…
…
Paradiesisch. I feel like in paradise, wenn mich Michèle so lieb in den Arm nimmt. Ich könnte bis in alle Ewigkeit in ihren Armen verbringen.
Dann erscheinen weitere Teilnehmer und wir wenden uns der gesamten Gruppe zu.
Wir erzählen einander in einer doch recht grossen Gruppe von schönen Erlebnissen, Erfolgen, Problemen, Ängsten, Zukunftsplänen, keinen Zukunftsplänen und und und…
Dann gehts auch noch darum, unsere magenspezifischen und royalen Bedürfnisse weiter zu verwöhnen. Jemand bringt einen Dreikönigskuchen mit und wir verspeisen diesen:
Der König ist gekürt und wir plaudern noch ein bisschen über dies und jenes.
Plötzlich wendet sich Michèle mir zu und meint:
“Etz chond mer gad no öppis i Senn. Das hemmer etz gar ned chönne mache. So vell z’Bespräche ghaa”
Und…
Sie krault mich am Schädel! ICH LIEBE DAS! Und ich sage es direkt: “Ich liebe Dich, Michèle”
Und dann hört Michèle auf und ich denke bereits: ‘Wie lang goohts no bes weder z’Bäärn träffe esch?’
Und dann fragt mich Claudia während ich mich von ihr auf meinem Gleis verabschiede: “Söll ech au Chopfchraule? Wenn Der das so guet tued, machi das doch au gad”
“Muesch eifach ganz fiin ond lieb ond söttsch ned…”
PAMMM! Die nächste Achterbahnbahnfahrt der Gefühle. Phantastisch! Sie krault mich an meinem Schädel! Nicht so wie Michèle. Halt so wie Claudia.
Ich fahre meine abendliche Standardroute durchs Entlebuch zurück. Nach der Ankunft in Luzern setze ich mich in die S9 zu irgendeiner sympatisch wirkenden, nicht ins Natel starrenden, jüngeren Frau.
Meine Offenheit sei dank. Ich lege mein Cell in die Tasche und beginne ein Gespräch mit Lea.
Lea heisst das Fräulein. Wir doorfen, tauschen uns aus und stellen beide fest, dass sich im 2019 alles ändern MUSS! Alles wird besser werden. Auf der Zugfahrt verfalle ich in meinen bekannten Rede-ond-ned-merke-dass-die-anderi-persoon-velech-au-öpis-wett-säge-Modus. Als ich dann beinahe bei meinen Beschwerden der letzten drei Monaten angelangt bin, hintersinne ich mich zum Glück und sage nur kurz: “Ha en schwerigi Ziit hender meer ghaa. Im 19i werd aues andersch. Aues werd besser.”
Lea meint nur belustigt zu mir: “Ech fendes sympatisch, wenn d’Lüüt so offe send.”
Wir sprechen noch über dies und jenes und dann meiner Meinung nach viel zu früh erklingt der Knacks: “NÄCHSTER HALT ESCHENBACH”
Eine weitere schöne Zufallsbekanntschaft mit einem lieben Menschen.
Vom Sitz aufstehen, Lea zuwenden: “Ha mega freud gha, met Der chli z’doorfe. Merci vöumou.”
Auf dem Nachhauseweg rumort plötzlich mein Magen und dann Stich! Stich! Stich! STIIIIIIIICHHH!!
AUA! Tut das weh! Zu protaaaaaal! Ich dreh fast durch.
Dann flaut das wieder ab. Wahrscheinlich d’Schampiniosoppe. Nach 30 Sekunden STIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIICCCCCCCHHHHHHHHHHHHHHHHHH! denke ich mir: “Heitere Fahne! Do stemmt öppis need!”
So ruhig wie möglich laufe ich nach Hause und informiere dort über meine Bauchschmerzen.
Mama sagt zu mir: “Ech mache Dier etz zeeerscht mal en güete Tee ond de geisch mal ga darligge ond de tiemer lüege, wie schech das entwickle tüet, gäll.”
Ich nehme den Tee dankbar an und lege mich kurz hin. Kurze Zeit später geht es mir wieder ein wenig besser und ich kann Entwarnung geben und lege mich schlafen.
Anderntags wache ich auf und…
…fühle mich Pudelwohl.
Ich gehe mit Paa auf einen Rundlauf und wir geniessen die wohlriechende, saubere Winterluft im Wald:
Wir wandern durch die verschneiten Wälder und erreichen nach einer Dreiviertelstunde das Altersheim Dösselen, wo wir den neuen Trakt für Demente inspizieren gehen.
Es ist spannend, wie sich dieser Bereich vom Rest unterscheidet. Irgendwie auch ein bisschen beängstigend, zu sehen, was auf uns zukommt wenn wir mal alt sind. 60gi ond meh…
Schauen wir was die Zukunft bringt.
4 Kommentare zu „Hirnisbern“
Salve Schmusi, köschtliche Biitrag. Bsunners der Biiitrag vam Wallisertiitsch het mier güet gfalle. 🙂
Öbrigens – hesch du e nöii Brölle? Gseht guet us – oder ben ech dir scho so lang nömme begägnet?
Am Wienachtskonzärt i de Chile z Eschebach, was öbrigens super gsi esch – han echs ned wohr gno wäge dinere Brölle. Tschüss
Hoii Ammarie 😉
Das hesch Du rechtig gseh 😉
Ech ha e nöii Brölle. Ond es esch tatsächlech gar ned möglich, dass Du mech met dere scho mou chönntisch gseh haa…
Ech ha die siit em 29. Dezember 2018. Sithäär hemmer üüs no nie gseh…
Danke vöumou förs Komplimänt…
Zu Dim vorhäärige Kommentar chan ech getroscht säge: “No vöu schlemmer chas gaar nömme wäärde…”
Also werds 2019ni met beinahe absoluter Secherheit es Traumjoohr wäärde…
I spöötischtens 359 Tääg wäärde mer chönne oft Bewiisfüehrig för mini These metenand aastosse 😉
Tschüssli
Markus
Hoi Markus . “e so en güete Tee vo der Mama tüet doch immer güet”.
Spannend, was du doch dank deiner Offenheit wieder alles erlebt hast. Mach weiter so im 2019, aber hoffentlich mit weniger gesundheitlichen Problemen.
Alles Gueti ond liebi Grüess us de hintere Sommerau.