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Warum werden Kunstströmungen unterschieden?
Man hört im Zusammenhang mit Kunst des 20. Jahrhunderts immer wieder Begriffe wie Impressionismus, Expressionismus, Bauhaus, Kinetismus, Kubismus oder Konstruktivismus. Diese Begriffe sollen helfen, eine Ordnung herzustellen, Orientierung zu geben und Kunst nach einem schlüssigen Schema zu gliedern.
Schon seit der Aufklärung versucht man, künstlerische Stile zu definieren. Die Kriterien, wonach die Kunst eingeordnet wird, haben sich im Verlauf der Zeit vielfach gewandelt. Unterteilt wurde beispielsweise nach der Zugehörigkeit zu einer Kultur, nach formalen oder stilistischen Aspekten, nach ideologischen Haltungen oder nach Gattungen.
Der Begriff Kunstgattung bezieht sich auf das Ausdrucksmedium der Kunst – damit ist beispielsweise die bildende Kunst, die darstellende Kunst, Musik oder Literatur gemeint. Diese Grundgattungen sind weiter unterteilt, beispielsweise gehören zur Gattung der bildenden Kunst Aquarell, Bildhauerei, Druckgrafik als Untergattungen.
Die übergeordnete Einteilung in Epochen, beispielsweise in die Renaissance, den Barock oder die Moderne, ergibt sich auch aus dem Ablauf der Zeit. Danach befinden wir uns jetzt in der Postmodernen Epoche, während die Zeit des 19. und 20. Jahrhunderts bis vor 1945 als Moderne bezeichnet wird.
In der Moderne, vor allem Anfang des 20. Jahrhunderts, beschleunigt sich die Entwicklung von Kunstströmungen rasant. Parallel verlaufen verschiedene Bewegungen nebeneinander, beeinflussen sich gegenseitig und werden durch die Künstler, die immer wieder Position beziehen beispielsweise durch Manifeste, voneinander abgegrenzt.
Die Schwierigkeit, Werke und Künstler in Kunstströmungen einzuordnen
Viele Kunstwerke oder Künstler des 20. Jahrhunderts lassen sich nicht immer eindeutig einer bestimmten Kunstströmung zuordnen, manche stellen gar Mischformen dar. Dies ist in der Tatsache begründet, dass sich die Kunstentwicklung Anfang des 20. Jahrhunderts durch eine rasante Abfolge künstlerischer Ansätze auszeichnet. Die schnelle Abfolge von gesellschaftlichen, politischen und sozialen Umwälzungen ab dem 19. Jahrhundert führte zu einem wahren Potpourri von Ideen, Meinungen, Anschauungen und Vorstellungen, was sich in vielfältigster Weise in der Kunst niederschlug.
Üblicherweise haben Künstler in der Moderne während ihrer aktiven Zeit meist mehrere Kunstströmungen erlebt, weshalb hier durchaus auch Mischformen oder mehrere Kunstströmungen nacheinander vorzufinden sind. Beispiele hierfür sind Marc Chagall oder Pablo Picasso.