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Elsass (?), 1913-1914
Passavant-Schlumberger (1891-1989)
Maler: F. Rausing
Öl auf Holz, Holzrahmen
H. 120,5 cm, B. 80 cm (mit Rahmen)
Inv. 2006.238.
Das von der Enkelin der Porträtierten geschenkte Bildnis präsentiert als Kniestück in ¾-Ansicht eine modebewusste junge Frau zu Beginn des 20. Jahr-hunderts. Marie-Louise Passavant sitzt auf einem grünen Schemel, auf dem sie sich mit der einen Hand abstützt, und schaut nach links. Sie trägt eine schwarze Pagenkopf-Frisur, ein schwarzes Kleid und eine rote tunikaähnliche Bluse mit goldbestickten Bordüren. Der Hintergrund ist braun-monochrom gehalten, in der Mitte erkennt man ein helleres Rechteck, das als Vorhang gedeutet werden könnte. Das Verlobungs-bildnis entstand laut Angaben der Donatorin Ende 1913 oder anfangs 1914. Im August 1914 erfolgte eine Nothochzeit mit dem deutschen Kaufmann Hans von Passavant am Vortag dessen Einrückens in die deutsche Armee. Der nirgends sonst belegte Maler hat das Gemälde auf dem Schemel unten links mit «F. Rausing» signiert. Vermutlich stammt er aus dem Elsass, da Charles Schlumberger, der Vater der jungen Frau, aus Mülhausen kam und Kontakte zu Künstlern pflegte.
Marie-Louise Passavant ist dem Historischen Museum Basel als Donatorin vieler persönlicher Kleidungsstücke (Unterröcke, Abendkleider, Accessoires etc., 1985.148.-178.) bekannt. Die Baslerin zog mit ihrem Ehemann nach Frankfurt, kehrte jedoch 1927, nach dem Scheitern ihrer Ehe, mit vier kleinen Kin-dern in den elterlichen Haushalt nach Basel zurück. Sie war stets auf ihr modisches Aussehen bedacht, kleidete sich fortschrittlich und legte Wert auf hohe Qualität ihrer Kleider. Der impressionistisch, locker gehaltene Pinselstrich kontrastiert mit der eindrücklichen Präsenz, Eleganz und markanten Physiognomie der Dargestellten.