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Abstimmungen: Zwischen Eigeninteressen und Gemeinwohl
Abstimmen heisst Stellung nehmen:
„In einer Demokratie geht es um Empathie und darum, Entscheidungen für die Allgemeinheit zu treffen - nicht für's eigene Wohl.“
John Hickenlooper, amerikanischer Politiker
Bei der Abstimmung über die „Ehe für alle“ wie auch die 99%-Initiative geht es auch darum, wie wir die Allgemeinheit sehen und verstehen. Wie zeigen wir Akzeptanz für andere Lebensformen und wie tragen (finanziell) unterschiedlich starke Menschen zum Wohlergehen aller bei?
Hier finden Sie Sehen - Urteilen - Handeln, die Abstimmungs-Info für den 26. September 2021. Sie bieten fundierte Information und sozialethische Orientierung für die beiden eidgenössischen Abstimmungen.
Leitfragen
Unsere Fragen aus sozialethischer Perspektive zu den beiden Vorlagen wie die Links zu den Informationen des Bundesrates können bei der Entscheidungsfindung vielleicht einen Schritt weiterhelfen.
Die Abstimmung über die Ehe für alle (Referendum) lässt uns fragen:
Was heisst für Sie Gleichbehandlung von Menschen, die unterschiedlich sind?
Für wen ist Ehe ein Nachteil, für wen ein Vorteil?
Was bedeutet Ihnen Ehe?
Wie weit ist Ehe ein Ritual - wie weit ein Status rein rechtlicher Art?
Was bedeutet Ihnen gesellschaftliche Anerkennung?
Welche Gründe sprechen für die Erlaubnis von Samenspende (für lesbische Paare), Adoption und erleichterte Einbürgerung bei nicht heterosexuellen Paaren?
Viele von uns leben mit den beiden Aussagen: „Ehe ist zwischen Mann und Frau“ und „Zwei erwachsene Menschen dürfen selber entscheiden, welche Form von Beziehung sie leben wollen.“ - wie gehen Sie mit dieser Spannung um?
Die Volksinitiative «Löhne entlasten, Kapital gerecht besteuern» (99%-Initiative) lässt uns fragen:
Was ist der Zweck von Steuern? Sind Sie damit einverstanden?
Woran misst sich ein gerechtes Steuersystem?
Wie viele Steuern sollen sehr vermögende Menschen bezahlen? - Ändert sich die Einschätzung im Wissen, dass auch in der Schweiz die reichsten Menschen während der Corona-Pandemie reicher geworden sind, während kleine Einkommen durchschnittlich weniger verdienten und die Realwirtschaft Verluste hinnehmen musste.
Ist „Geld verdienen mit Geld“ anders zu behandeln als „Geld verdienen durch menschliche Arbeit“?
Wenn Sie von dieser Steuer betroffen sind, wie gehen Sie um mit der Spannung zwischen Eigeninteressen und Solidarität mit Armen bzw. Unterstützung des Gemeinwohls?
Wie sehr ist der Besitz von viel Geld ein geschenktes Privileg und wie weit ist es Ausdruck eigener Leistung? Welche Verpflichtungen leiten sich daraus ab?
Links
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