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Nicole O. lebt
mit ihrem Partner und ihren beiden jüngeren Kindern in der Nähe der anderen
CLM - Teilnehmerinnen
. Ihr älterer Sohn, der erst 16 Jahre alt ist, verliess seine
Familie Anfang des Jahres, um in der Dominikanischen Republik Arbeit zu suchen.
Bevor Nicole am CLM-Programm teilnahm, hatte sie
es nicht leicht: “Ich hatte nichts, rein gar nichts. An dem Tag,
als meine Betreuerin das erste Mal zu mir nach Hause kam, war ich barfuss. Ich
hatte Sandalen für meine Kinder gekauft, aber ich hatte kein Geld übrig, um auch
für mich welche zu kaufen."
Der Vater der Kinder verrichtete
Gelegenheitsarbeiten in der Nachbarschaft, aber Nicole selbst hatte kein
Einkommen: “Ich sass einfach nur da und konnte nichts tun."
Als Nicole erfuhr, dass sie die
Chance hatte, am CLM teilzunehmen, war sie hocherfreut. Andere Familien in
ihrer Umgebung hatten vor ihr schon am CLM-Programm teilgenommen, sodass Nicole
bereits bei dem Auswahl-Besuch von Fonkoze wusste, worum es ging. Nicole wählte zu Beginn des Programms Ziegen und
ein Schwein als Kapital, und wie eine andere Teilnehmerin hatte sie bei der
Versorgung des Schweins kein Glück: “Mein erstes Schwein starb leider. Dann habe
ich ein zweites gekauft, das auch verstorben ist.”
Mit der Ziegenversorgung und -zucht hatte sie
wiederum mehr Erfolg – mittlerweile besitzt sie zehn. Ein Grossteil ihres Fortschritts hängt von einem
kleinen Geschäft ab, welches sie mit dem von ihrer Spar- und
Darlehensgemeinschaft geliehenen Geld eröffnet hat. Anfangs versuchte sie,
Grundnahrungsmittel wie Reis, Mehl, Öl, Zucker und Ähnliches zu verkaufen. Doch
da zu viele Kunden die Waren auf Kredit bezahlen wollten, funktionierte der
Verkauf für Nicole nicht gut. Daher stellte sie ihr Geschäft auf Gewürze um und
verlagerte den Verkauf auf die lokalen Märkte. Sie bietet Knoblauch, Lauch,
Suppenbrühe, Peperoni, Zwiebeln und vieles mehr an. Montags ist sie auf dem
Markt in Kas und donnerstags in Tomond Es ermöglicht ihr, nicht
nur ihre Familie zu ernähren, sondern zusätzlich Geld zu sparen. Jeden Montag
zahlt sie 1000 Gourdes (ca. 9.45 CHF) in einen Sparverein ein. Wenn Nicole mit
der Auszahlung an der Reihe ist, bekommt sie 10 000 Gourdes (ca. 95 CHF).
Mit 5.000 Gourdes (ca. 47 CHF) will sie eine weitere Ziege kaufen und die
restlichen 5.000 Gourdes möchte sie in ihr Geschäft investieren. Ausserdem spart
sie jede Woche 750 Gourdes (ca. 7 CHF ) In zwei weiteren Spar- und
Darlehensvereinigungen. Am Ende des einjährigen Spar-Zyklus der Vereine plant
sie, eine zweite Kuh zu kaufen.
NICOLE HAT ES GESCHAFFT — SIE HAT EXTREME ARMUT HINTER SICH GELASSEN!