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|Charles Chaplin

(1825 - 1891)
"Jedem Jahrhundert seinen Charles Chaplin"
Wer den Namen Chaplin hört, denkt unweigerlich an den legendären Filmkomiker Charlie. Doch bereits im 19. Jahrhundert gab es einen berühmten Charles Chaplin. Dieser Charles Chaplin wurde am 8. Juni 1825 in Les Andelys in Frankreich geboren. Chaplin besuchte ab 1840 die Ecole des Beaux-Arts und war Schüler von Michel-Martin Drolling.
Der Maler, Radierer und Lithograph Chaplin debütierte bereits 1845
im Salon mit einem Damenbildnis. Schon damals kristallisierte sich seine
Vorliebe für Frauen- und Kinderbildnisse heraus, die ihn später
so berühmt machen sollten.
Ab 1847 lieferte er regelmässig Arbeiten für Ausstellungen ab, u.a. für die Royal Academy in London.
Nebst dem Bildnis widmete sich Charles Chaplin auch der Landschaftsmalerei,
oft in Verbindung mit dem bäuerlichen Genre oder dem Tierbild.
Doch seine beeindruckendsten Arbeiten bleiben jene in zartgetönten, mit Vorliebe auf Weiss, Silbergrau und Rosa abgestimmten Frauenbildnisse, die der Tradition grosser englischer Porträtisten des 18. Jahrhunderts folgten. Diese Bilder wirkten durch die leichtbekleideten Frauen sehr erotisch.
1859 wurde sein Werk „Aurora“ von der Salonjury als skandalös abgelehnt, und der Comte de Nieuwerkerke belegte das Bild mit einem Ausstellungsverbot. Doch Napoleon III hob dieses Verbot wieder auf.
In den 1860er Jahren wurde Chaplin zu einem beliebten Modemaler am Hofe.
Chaplin leitete in Paris ein für Frauen vorbehaltenes Malatelier, wo er unter anderem Marie Helene Aarestrup, Louise Abbéma und Mary Cassatt unterrichtete.
In seinen Radierungen widerspiegelten sich ebenfalls deutlich die Fähigkeiten Chaplins. Diese zeichnen sich aus durch feine Linienführung und einer äusserst präzisen Darstellung.
Im Laufe seiner Karriere erhielt Charles Chaplin viele Ehrungen und
Auszeichnungen, u.a. wurde er 1879 zum Ritter geschlagen und 1881 Offizier
der Ehrenlegion.