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La passante du Sans-Souci
Regie: Jacques Rouffio
Darst.: Romy Schneider, Michel Piccoli, Helmut Griem, Dominique Labourier, Gérard Klein, Mathieu Carrière, Jacques Martin, Christiane Cohendy, Maria Schell u.a.
Max Baumstein, Präsident einer humanitären Hilfsorganisation, erschiesst in Paris den Botschafter Paraguays und stellt sich darauf der Polizei. Eine Tat, die niemand versteht, auch Baumsteins Frau Lina nicht. Im Rahmen des Gerichtsprozesses kommt allerdings Baumsteins tragische Geschichte seiner jüdischen Kindheit im nationalsozialistischen Berlin und später in der Obhut von Elsa Wiener in Paris ans Licht. «La passante du Sans-Souci» basiert auf dem gleichnamigen Roman von Joseph Kessel und wird vom französischen Regisseur Jacques Rouffio in einer grossen Rückblende erzählt. Es ist der letzte Film von Romy Schneider, die hier in einer bewegenden Doppelrolle zu erleben ist: Sie verkörpert die beiden aufopfernden Frauen Lina Baumstein und Elsa Wiener. Das Melodrama ist ihrem 1981 tödlich verunglückten Sohn David und seinem jüdischen Vater Harry Meyen gewidmet, der 1979 den Freitod wählte. Romy Schneider selbst verstarb im Mai 1982, kurz nach der Premiere des Films. «La passante du Sans-Souci» schloss auch eine Reihe von Rollen in ihrem Werk ab, in denen die Schauspielerin Jüdinnen und andere Frauenfiguren verkörperte, die während des Zweiten Weltkriegs zu den Opfern gehörten – eine Wahl, mit der sie sich bewusst von der Vergangenheit ihrer Eltern Magda Schneider und Wolf Albach-Retty distanzierte, die in Goebbels’ Unterhaltungsmaschinerie Karriere gemacht hatten. Auch die Verfilmung des Romans von Joseph Kessel ging von ihrer Initiative aus. Daniel Sander schrieb in Der Spiegel: «In ‹La passante du Sans-Souci› lässt sie die Kamera einfach ihr Gesicht lesen und vertraut darauf, dass der Zuschauer schon verstehen wird, was in dieser Figur vorgeht. Niemand konnte Traurigkeit so überzeugend in ihre Augen legen wie Romy Schneider, und gleichzeitig so ehrlich strahlen, wenn ihrer Figur ein Moment des Glücks erlaubt war. Sie war eine der grossen Künstlerinnen unter den Schauspielerinnen.»