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WIR MACHEN FORSCHUNG
In den vergangenen Wochen wurden zwei Untersuchungen publiziert, bei welchen unser Orang-Utan-Schutzprogramm mitgewirkt hat.In der einen ist der Tapanuli-Orang-Utan und seine Bedrohungen detailliert beschrieben worden und in der anderen werden Telemetrie-Sender unter die Lupe genommen.
Der Tapanuli-Orang-Utan wurde erst im November 2017 wissenschaftlich definiert. Über Nacht wurde die neue Art von der Weltnaturschutzunion IUCN als bedrohteste «Grosse Menschenaffen-Art» der Welt klassifiziert. Nun wurden neue Erkenntnisse und Zahlen zur Art und ihrem Lebensraum, dem Batang Toru-Ökosystem, publiziert. Unsere Mitarbeiter, welche sich seit Jahren für den Schutz der Art und des Ökosystems einsetzen, trugen die Fakten für die Studie zusammen. Demnach leben zurzeit (nur) noch 767 Tapanuli-Orang-Utans in einem Gebiet von 1023km2. Diese verbleibenden Orang-Utans kommen in drei verschiedenen Orten im Gebiet vor: Im West-Block, im Ost-Block und im Sibual-Buali-Reservat; wobei das Reservat mit dem West-Block verbunden ist. Die Studie thematisiert zudem die grössten Bedrohungen dieser Tiere: Waldverlust, Wilderei und der Bau eines Kraftwerks mit Staudamm mitten im Gebiet. Da stellt sich die Frage: Was kann man für den Erhalt und Schutz des Tapanuli-Orang-Utans und seines Lebensraums tun? Die Studie liefert auch gleich Antworten: Der Bau des Damms muss man stoppen, das komplette Gebiet unter Schutz stellen und wirkungsvolle Wildtierkorridore zwischen den beiden Blöcken erstellen.
Die zweite Untersuchung wurde zum Thema «implantierte Telemetrie-Sender» bei ausgewilderten Tieren (Orang-Utans, Gorillas, Gibbons) gemacht. Das SOCP teilte seine Erfahrungen mit der Studienleitung. So flossen unsere Ergebnisse in die Resultate ein, welche besagen, dass die Sender einen Fortschritt beim Finden und damit beim Beobachten der ausgewilderten Tiere machen können. Die Verhaltensstudien können dank den Telemetrie-Sendern einfacher durchgeführt werden. Die Lebensdauer der implantierten Geräte beläuft sich auf etwa 30 Monate und dank ihnen können die Monitoring-Mitarbeitenden die Tiere aus 250–350 Meter Entfernung mit Hilfe eines Signals orten. Dass dies eine Vereinfachung für die tägliche Arbeit ist, liegt auf der Hand. Jedoch gibt es bei den Geräten noch einiges an Optimierungspotential. Unsere Erfahrungen decken sich grösstenteils mit den Studienergebnissen. So sind die bisher verfügbaren Sender noch zu gross und werden teilweise brüchig mit der Zeit, was sehr gefährlich werden kann für die Tiere. Das SOCP verzichtet auf Grund dieses Risikos seit einiger Zeit auf die Implantierung der Sender. Die oben formulierten Vorteile überwiegen unserer Meinung nach nicht die Risiken, die mit der Einsetzung der verfügbaren Sender eingegangen werden. Das SOCP arbeitet seit Jahren an möglichen neuen Lösungen mit und wird diese, sobald diese verfügbar und verantwortbar ist, wieder einsetzen.