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Heute beginnt Rio 2016 so richtig. Während zwei Wochen werden uns die Sportler wieder verzaubern, begeistern oder enttäuschen. Du bist noch nicht in Olympia-Stimmung? Das ändern diese vergangenen Momente hoffentlich.
Shizo Knakuri durfte 1912 als erster Japaner an die Olympischen Spiele. Mit Schiff und Zug dauerte seine Anreise nach Stockholm 18 Tage. Am Tag des Marathons war es dann zusätzlich unerwartet heiss und Knakuri hatte Probleme mit dem lokalen Essen.
So wurde der in Japan als «Vater des Marathons» bewunderte Athlet nach gut 30 Kilometern von einer Familie in ihren Garten eingeladen, um sich zu erholen. Knakuri schlief dabei ein und wachte erst am nächsten Tag wieder auf. Weil er sich so sehr schämte, reiste er wenig später fast unbemerkt in seine Heimat zurück.
Für die schwedische Polizei galt der Japaner während 50 Jahren als vermisst. 1967 lud ihn ein schwedischer TV-Sender ein, um die letzten Kilometer zu Ende zu rennen. Knakuri tat dies und beendete den Olympia-Marathon nach 54 Jahren, acht Monaten, sechs Tagen, 32 Minuten und 20,379 Sekunden.
Es gibt auch eine Version der Geschichte, in welcher er während dem Marathon kollabierte und von schwedischen Bauern gepflegt wurde. 1920 und 1924 nahm er nochmals bei Olympia teil. 1920 beendete er das Rennen in 2:48 Stunden, 1924 musste er aufgeben.
Noch immer einer der grössten Olympia-Stars ist Eric «the Eel» Moussambani. Der 22-jährige Schwimmer aus Äquatorialguinea ging in Sydney 2000 über 100 m Freistil fast unter. Dabei eroberte er als einziger im Becken – seine beiden Konkurrenten im Vorlauf wurden disqualifiziert – die Herzen der Fans im Sturm. Die ganze Geschichte gibt es hier!
Die Basketballerin Isa Yacoubou erreichte 2012 mit Frankreich die Halbfinals. Nach der Partie im Viertelfinal machten sie ihre Kolleginnen auf ein Plakat im Stadion aufmerksam. «Willst du mich heiraten?» stand da und dahinter freute sich Yacoubous Freund. Die 1,90 Meter grosse «Baby Shaq» brach vor Freude in Tränen aus und schrie ein «Oui» durch die Halle.
Bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin holte der Amerikaner Earle Meadows mit übersprungenen 4,35 m Stabhochsprung-Gold. Um Rang 2 duellierten sich im Stechen die Japaner Nishida Shuhei und Oe Sueo. Nach insgesamt über 5 Stunden Wettkampf war es um 21 Uhr zu dunkel, um noch weiter zu machen. Beide hatten 4,25 m geschafft. Weil Shuhei dies im ersten Versuch schaffte, Sueo erst im zweiten erhielt Ersterer Silber.
Beide Japaner waren damit nicht richtig glücklich. So gingen die zwei Freunde zurück in der Heimat zum Juwelier, halbierten ihre Medaillen und schweissten sie mit einer Hälfte Silber und Bronze wieder zusammen.
Ricardo Blas Jr. ist der schwerste Olympia-Athlet, der je an den Spielen teilnahm. Der Judoka von der Südseeinsel Guam – mit dem schönen Spitznamen «der kleine Berg» – wog 2008 bei 1,85 m Körpergrösse sagenhafte 210 Kilo. So konnte er in der Klasse über 100 Kilo zwar nicht auf die Matte gelegt werden, er wurde aber wegen «Passivität» bestraft und schied in der Startrunde aus. Im Hoffnungsdurchgang ereilte ihn das gleiche Schicksal.
Blas kam 2012 nochmals zu olympischen Ehren. Dieses Mal überstand er die erste Runde, schied dann aus. Er wog jetzt 218 Kilogramm. 2016 ist der heute 29-Jährige nicht mehr dabei.
Bei den Olympischen Spielen 1920 in Antwerpen war den Wasserballern aus Italien angeblich das Wasser zu kalt. Nur einer stellte sich den Schweden. Als er 0:7 zurück lag, gab er aber auf. Viel witziger noch: Die Verantwortlichen fanden die Aufzeichnung (Schallplatte?) mit der italienischen Hymne nicht und spielten darum den Klassiker «O sole mio» ab. Vielleicht war auch das der Grund für den Ärger der «Fratelli d'Italia».
Aus Schweizer Sicht die wohl bekannteste und mitreissendste Szene lieferte Gaby Andersen-Schiess an den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles ab. Beim Marathon verpasste sie den letzten Verpflegungsposten und torkelte völlig dehydriert ins Ziel. Die ganze Geschichte dazu gibt es hier!
Leider nicht immer nur glücklich sind die Teilnehmer mit Schiedsrichter-Entscheidungen. So auch der Kubaner Angel Matos 2012 in London. Im Bronze-Kampf beim Taekwando führte er 3:2, als er sich am Fuss verletzte. Der Unparteiische disqualifizierte ihn, weil er nach dem medizinischen Timeout nicht gleich wieder bereit war. Matos' Reaktion? Er kickte dem Schiedsrichter mit einem einwandfreien Fusstritt an den Kopf. Die Folge: lebenslange Sperre.
Neben herzzerreissenden oder unglaublichen Szenen im Sport unterhalten uns die Athleten immer wieder auch neben dem Wettkampf. Beispielsweise bei Interviews. Wir freuen uns jetzt schon auf grossartige Zitate und möchten allen Sportlern sagen: Sucht keine Ausreden, seid einfach ehrlich. Ist am besten. So wie Nicole Struse, die deutsche Tischtennis-Meisterin, welche 2004 in Athen viel zu früh ausschied:
Der Schweizer Fechter Marcel Fischer holte in Athen 2004 Gold mit dem Degen. Natürlich war er überglücklich, doch er sagte auch:
Wo Sieger sind, da gibt es auch Verlierer – und zwar viel mehr als gefeierte Helden. Darum mögen sich alle Enttäuschten an Deutschlands Schwimmtrainer Frank Embacher erinnern, der 2012 nach dem Vorlauf-Aus aller deutschen Athleten sagte: