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Die Gravuren wurden in der Gorham-Höhle in Gibraltar, an der Südspitze der iberischen Halbinsel, entdeckt. Die Karst-Höhle ist als ehemalige Behausung von Neandertalern bekannt. Die Einkerbungen befinden sich auf einer etwa einen Quadratmeter grossen, natürlichen Plattform, die rund 40 Zentimeter über dem Niveau des damaligen Höhlenbodens lag.
Die geochemischen Analysen der Forscher des Gibraltar-Museums zeigten, dass die unterste Deckschicht über der Gravur etwa 39'000 Jahre alt ist, somit müssen die Symbole selbst älter sein. Zu dieser Zeit sei der modere Mensch noch nicht in der Gegend angekommen, schreiben die Experten in der Fachzeitschrift «PNAS», Link öffnet in einem neuen Fenster. Die in der Deckschicht gefundenen Werkzeuge werden der Kultur-Epoche des Moustérien, Link öffnet in einem neuen Fenster und damit dem Neandertaler zugeordnet.
Die Wissenschaftler schliessen aus, dass die Einkerbungen versehentlich entstanden, wie sie berichten. Sie unternahmen eigene Versuche mit Kalkstein vom Höhlenboden, auf dem sie mit spitzen oder kegelförmigen Steinen die Haut eines Schweins zerschnitten. Die Rillen, die sich dabei ergaben, unterschieden sich sehr deutlich von den gefundenen Felsgravuren. Die Forscher schlossen daraus, dass die Gravuern keine Gebrauchsspuren darstellen, sondern ein absichtlich erstelltes dekoratives Muster.
Die Wiege der Kunst: Vor 40'000 Jahren schnitzten eiszeitliche Jäger auf der heutigen Schwäbischen Alb die allerersten Statuen.
Bedeutung des Fundes
Bewusst ausgeführte Malereien oder Gravuren in Höhlenwänden gelten als wichtiger Schritt in der menschlichen Evolution. Bisher wurde die Fähigkeit, Symbole dauerhaft zugänglich zu machen, nur dem Homo sapiens zugeschrieben, dem damit höhere geistige Fähigkeiten als dem Neandertaler zugesprochen wurden. Diese Annahme stellt der neue Fund in Frage.