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Wissenschaftler gehen davon aus, dass die globale Durchschnittstemperatur bis zum Ende des Jahrhunderts um rund 3 Grad steigen wird. 5 Grad wären es, wenn nichts unternommen wird, lediglich 1,5 Grad, wenn alle erdenklichen Massnahmen ergriffen werden.
Zum Ziel +3° oder weniger kann jede und jeder Einzelne etwas beitragen: Nur schon der Verzicht auf einen einzigen Städteflug nach New York bewahrt umgerechnet rund 50 Kubikmeter Gletschereis vor der Schmelze!
Wie viel Eis schmilzt wegen mir?
Wie gross ist unser gefühlt «verschwindend kleines» Anteil als Einzelperson an den CO2-Emissionen weltweit? Setzt man ihn in Relation zur jährlichen weltweiten Gletscherschmelze, wird klar: Er ist durchaus nicht unerheblich.
- 1 Tonne CO2 entspricht 0,000000000029 der jährlichen globalen CO2-Emissionen von ca. 35 Gigatonnen CO2 (gem. IPCC-WGII, Link öffnet in einem neuen Fenster).
- Die Gletscherfläche weltweit beträgt rund 700'000'000'000 Quadratmeter (Pfeffer et al. 2014, Link öffnet in einem neuen Fenster).
- Jährlich schmilzt durchschnittlich etwa 1 Meter Eisdicke ab (World Glacier Monitoring Center, Link öffnet in einem neuen Fenster).
- Die jährliche Schmelze beträgt also etwa 700'000'000'000 Kubikmeter.
0,000000000029 von 700'000'000'000 Kubikmeter entsprechen ca. 20 Kubikmeter Eisschmelze pro Jahr. 1 Tonne CO2-Emissionen sind somit anteilsmässig etwa gleichbedeutend mit einer jährlichen Schmelze von rund 20 Kubikmeter Gletschereis. In Zukunft wird es eher noch etwas mehr sein.
Jeder Schweizer verursacht pro Jahr 5 bis 6 Tonnen CO2-Emissionen und ist damit indirekt für die Schmelze von rund 100 Kubikmeter Gletschereis «verantwortlich» – ein Eisklotz vom Volumen eines grossen Wohnzimmers.
Rechnet man die «grauen» Emissionen der im Ausland für die Schweiz produzierten Güter hinzu, ist es sogar doppelt so viel: Das Eis füllt eine Zweizimmerwohnung.
Wie viel Eis kann ich selber retten?
Alle oben aufgeführten Massnahmen haben einen unterschiedlich starken Effekt auf die persönliche CO2-Bilanz. Wie gross er ist, hängt nicht zuletzt von einem selber ab: Nutzt beispielsweise jemand den ÖV mehr, der ohnehin nicht Auto fährt, so macht dies natürlich erheblich weniger aus als bei jemandem, der sonst jährlich zehntausende Kilometer mit einem eigentlichen Spritfresser unterwegs ist.
Einige Beispiel lassen sich unabhängig davon trotzdem nennen:
- Der Verzicht auf einen Städteflug nach New York spart 2600 Kilo CO2; der Verzicht auf einen Flugtrip nach Mallorca 450 Kilo.
- Die Reduktion des Stromverbrauchs einer Familie um 20 Prozent von 3000 auf 2400 kWh pro Jahr entspricht ca. 100 Kilo CO2
- Weniger Fahrten mit einem Mittelklassewagen: Rund 150 Kilo CO2 pro 1000 Kilometer
- Weniger Heizen durch Verringern der Raumtemperatur um 2° Celsius (zum Beispiel 20° statt 22°) in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit Ölheizung spart 300 bis 400 Kilo CO2.