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Um Aussagen zur langfristigen Erhaltung der «Acanthes» treffen und zukünftige Veränderungen vermeiden zu können, bedarf es einer genauen und zuverlässigen Materialkenntnis. Die unterschiedlichen Materialien der «Papiers découpés», wie Gouachefarbe, die industriell hergestellten Papiere, der Klebstoff und nicht zuletzt die Leinwand, bilden einen komplexen Bildaufbau aus mehreren Schichten. Durch die Untersuchungen werden diese Schichten analysiert, um so die Arbeitsweise von Matisse besser verstehen zu können.
Dazu wird die Oberfläche mit verschiedenen Lichtsituationen wie Streiflicht und für das Auge nicht sichtbaren ultravioletten und infraroten Strahlungen betrachtet. Details wie die Struktur des Papiers werden in bis zu 60facher Vergrösserung mit einem Stereomikroskop untersucht. Um die langfristigen Alterungseigenschaften einschätzen zu können, werden beispielsweise die Zusammensetzung der im Papier zu findenden Fasern und seine Leimstoffe sowie die verwendeten Klebstoffe analysiert.
Eine erfolgreiche Konservierung der «Acanthes» ist dank der multidisziplinären Zusammensetzung des Teams möglich. Für Fragestellungen wie die des weiss bemalten Hintergrunds und der Kohlezeichnungen ist der Vergleich mit anderen Werken in nationalen und internationalen Sammlungen wie beispielsweise des Musée National d'Art Moderne in Paris und des Museum of Modern Art in New York, notwendig. Eine enge Zusammenarbeit mit den involvierten Kunsthistorikern und die Auswertung von schriftlichen Äusserungen und historischen Fotografien geben weitere wertvolle Hinweise zur Arbeitsweise und den verwendeten Materialien von Matisse.
Die Beobachtungen werden schriftlich in Protokollen, zeichnerisch in computerbasierten Darstellungen und als Fotografien festgehalten. Alle Ergebnisse werden ausgewertet und in Beziehung zueinander gesetzt. Die gewonnenen Erkenntnisse sind die Basis der sich anschliessenden konservatorischen Massnahmen.