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Über 150 Konzertbesucherinnen und - besucher folgten der Einladung
der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Höfe zum Konzert
in der Kirche Wollerau. Der Abend begann mit der von Christian Scheifele
auf dem Cembalo gespielten Toccata des Komponisten Matthias Weckmann
(1621 - 1674). Die silbrig hellen Töne des Tasteninstrumentes
stimmten ausgezeichnet auf das vom Chordirigenten Felix Schudel
mit kurzen Worten vorgestellte Stück von Heinrich Schütz
(1585-1672) ein. Das in italienischer Sprache vorgetragene Madrigal
Nr. 7 «Ride la primavera» besingt die Angebetene im
Frühjahr und endet mit der Frage «Warum trägst du
in den Augen die Sonne, im Antlitz den April?» Mit der Motette
«Lobet den Herrn ...», einer Perle der Chormusik, wurde
Johann S. Bach gehuldigt.
Zwei Komponisten des 20. Jahrhunderts.
Der estnische Komponist Arvo Pärt lieferte mit
dem 1989 komponierten "Magnifikat" die Musik für
einen vortrag, den Felix Schudel wie folgt umschreibt: "Arvo
Pärt setzt dem Lärm der heutigen Zeit die Einfachheit
des Dreiklangs entgegen, die besticht." Der Chorgesang bannte
die Konzertbesucher. Die geistliche Musik nimmt in Arvo Pärts
Werken eine zentrale Stellung ein.
Gespielt von Christian Scheifele folgte als instrumentale Zwischenmusik
das Präludium und die Fuge in e-Moll für Orgel von Willy
Burkhard. Dieser Schweizer Komponist, der von 1900 bis 1955 lebte
und als grosser Förderer der Orgelmusik bezeichnet werden muss,
schuf auch Psalmvertonungen, von denen im Samstagabendkonzert drei
aufgeführt wurden. Der erste Gesang war -"Wie lieblich
sind deine Wohnungen". Im zweiten Gesang "Herr, wie lange
willst du mein so gar vergesssen?" ruft der Chor nach Erhörung,
um dann leise und demütig zu fragen: "Ich hoffe aber darauf,
dass du so gerne hilfst", um dann schlussendlich in dem bescheidenen
Bekenntnis zu enden: «Ich will dem Herrn singen ...».
Der dritte Gesang, eine Vertonung des Psalms 121: «Ich hebe
meine Augen auf zu den Bergen, von welchem Hilfe kommt" lässt
demütig die höhere Macht der Schöpfung erkennen.
Grosser Beifall der Konzertbesucher verdankte den ersten Konzertteil.

Mendelssohn - der Romantiker und Stimmungsmacher
Dirigent Felix Schudel kam in seinen einführenden
Worten zum zweiten Teil des Abends, der ausschliesslich Mendelssohn
gewidmet war, auf dessen Wirken in früher Jugend zu sprechen.
Mendelssohn hatte bereits als neunjähriger Knabe seinen ersten
öffentlichen Auftritt als Pianist, und wenig später betätigte
er sich als Komponist. Im weiteren haben wir es Felix Mendelssohn
zu verdanken, dass es zur Wiederaufführung der Matthäus-Passion
von J, S. Bach und überhaupt zur Wiederbelebung der Barockmusik
gekommen war.
Es folgte dann das überzeugend freudig vorgetragene
Lied: «Herr, wir traun auf Deine Güte ...». Der
Text des folgenden, als «Neujahrslied» bekannten Chorliedes
von Felix Mendelssohn stammt aus der Feder des oberrheinischen Dichters
Johann Peter Hebel und gefiel besonders durch den lautmalerischen
Vortrag. Mit dem Lied «Herr, nun lässest du deinen Diener
in Frieden fahren wie du verheissen hast» wurde auch die Äusserung
bestätigt, dass sich Mendelssohn wie sein Vorbild J. S. Bach
der Affektsprache bediente.
Es gelang dem Chor Vocalino hervorragend, mit dem
Magnificat «Mein Herz erhebt Gott, den Herrn ...» den
Lobgesang der Maria wiederzugeben. Die alternierende Vortragsweise
gewann über Solo-, Frauen- und Männerstimmen an Klangfülle
und war ein musikalischer Hochgenuss. Mit dem bekannten achtstimmigen
Engelschor aus dem Oratorium «Elias» schloss das Konzert.
Begeisterter Applaus der Konzertbesucher führte zur Zugabe
eines Bach-Werkes: «Psallite Deo nostro».
Ein sehr schönes Konzert wurde von der einladenden
Kirchgemeinde mit Blumen für den Dirigenten Felix Schudel und
dem Cembalisten und Organis ten Christian Scheifele verdankt.