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Polarluft im Anflug
Der Ablauf des heutigen Wetters kann in 3 Kapitel unterteilt werden: In der vergangenen Nacht überquerte ein Höhentief die Alpen (1), kurz danach erreichte eine Kaltfront (2) aus Norden die Schweiz. Tagsüber stellte sich eine Nordstaulage (3) ein. Als direkte Folge kam über den Alpen erneut Nordwind auf, womit sich die Trockenheit auf der Alpensüdseite weiter fortsetzt.
Mit der Hebung des Höhentiefs, sowie einer angefeuchteten und leicht wärmeren Luftmasse im Vorfeld der Front reichte es stellenweise für erste schwache Niederschläge. Diese konzentrierten sich in erster Linie auf die Alpen.
Damit fiel etwas verbreiteter Schneefall, in den tiefsten Lagen zum Teil auch Schneeregen. Die Intensität blieb aber im schwachen bis mässigen Bereich. Bis um 7 Uhr wurden zwischen 0 und 5 cm Neuschnee gemessen. Der Schnee blieb insbesondere im Mittelland nicht oder nur kurz liegen, denn die (Boden-)Temperaturen bewegten sich meist im positiven Bereich.
3. Nordstau
Hinter der Front drehte die Strömung auf Nord, womit sich die Feuchtigkeit zunehmend am Alpennordhang staute. Dazu wurde zwischen dem Hoch westlich von Irland und dem Tief über Skandinavien allmählich kältere Luft Richtung Mitteleuropa geführt. In der Folge verstärkte sich auch der Druckgradient über den Alpen weiter. Dies ist auch an den Geopotentiallinien auf 850 hPa zu sehen, welche über dem Alpenraum westlich von der Kaltfront ein schönes «Föhnknie» bilden.
Die Feuchtezufuhr liess mit der kälteren Luft im Laufe des Tages nach. So lockerte sich die Bewölkung vom Nordrand der Schweiz her teilweise auf und lies etwas Sonnenschein zu. Dies besonders auch am Jurasüdfuss, wo zusätzlich der Joran über den Jura strich und mit föhnigem Absinken für eine Abtrocknung sorgte.
Im Süden weiterhin trocken
Die Alpensüdseite, einmal mehr durch den Alpenbogen geschützt, spürte Bewölkungstechnisch nur wenig von der Störung. Tagsüber war es oft sonnig. Dazu gab der Nordwind ein Comeback, welcher gegen Abend bis ins Südtessin vorstossen konnte.
Somit setzt sich der trockene Winter weiter fort, denn auch in den kommenden Tagen sind keine Niederschläge zu erwarten. Entsprechend liegt im sonst so schneereichen Bosco / Gurin (1525 m ü.M.) weiterhin nur sehr wenig Schnee.