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Ein schwebender Traum aus weissem Marmor auf grünem Rasen, ein Architekturensemble im romanischen Stil, der tiefblaue toskanische Himmel im Hintergrund, ein sich zur Seite neigender Turm. Der Domplatz zu Pisa, der auch Platz der Wunder „Piazza di Miracoli“ genannt wird.
Der Domplatz mit seinen einzigartigen Gebäuden sollte den Siegeszug des Christentums über den Islam symbolisieren. Eine Huldigung an die siegreiche Seerepublik Pisa, ein Symbol für die im Kampf gefallenen christlichen Helden und ein Zeichen für die in Gefangenschaft geratenen Muslime.
Kathedrale und Schiefer Turm
Die Bauarbeiten der Kathedrale begannen im Jahre 1063 unter der Leitung des Architekten Buschetos di Giovanni Giudice, der als Begründer des romanischen Pisa Baustils gilt. Eine Neuheit in der italienischen Architektur war die Kreuzform, die zum ersten Mal hier in der Grundfläche des Doms verwendet wurde. Die fünfschiffige Basilika wird von einer gotischen Kuppel gekrönt, die allerdings erst im Jahre 1380 hinzugefügt wurde. Die Fassade ist in hellgrauem und weissem Marmor gehalten.
Den Höhepunkt der Innenausstattung bilden die Mosaiken, die einen deutlich byzantinischen Einfluss aufweisen. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die reich ausgestattete Kanzel, die zwischen 1302 und 1311 fertig gestellt wurde.
Das wohl bekannteste Gebäude des Ensembles ist der 55 m hohe Glockenturm bekannt als „Schiefer Turm von Pisa“, der aufgrund des sumpfigen Gebiets schon bald nach Baubeginn, im Jahre 1173 in die Schräglage kippte. Jährlich nimmt die Schräglage einen Millimeter zu und befindet sich momentan bei ca. 5 Metern. Hier wurde auch das Ende des Mittelalters eingeläutet. Pisas bekanntester Sohn Galileo Galilei benutzte den Turm, um sein Experiment des freien Falls durchzuführen.
UNESCO Kriterium Nummer 1, 2 4 und 6
Im Jahre 1987 wurde der Domplatz zu Pisa zum Weltkulturerbe ernannt. Er umfasst die Kathedrale Santa Maria Assunta, das Baptisterium, den Friedhof und natürlich den Schiefen Turm, die Campanile. Er erfüllt die Kriterien 1 (ausserordentliche menschliche Schöpferkraft), 2 (bedeutender Schnittpunkt menschlicher Werte bezüglich Architektur, Technologie, Städtebau oder Landwirtschaft), Kriterium 4 (hervorragende Versinnbildlichung der menschlichen Geschichte durch Architektur / Technologie) und Kriterium 6 (Verknüpfung mit Ereignissen oder überlieferten Lebensformen, Ideen, Glaubensbekenntnissen etc).