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Hurrikan „Ida“ hat die Küstengebiete von Louisiana mit großer Wucht getroffen. Am Nachmittag (Ortszeit) traf das Zentrum des Sturms mit einer Windgeschwindigkeit von 241 Stundenkilometern nahe der vorgelagerten Insel Grand Isle auf Land. Meteorologen stuften „Ida“ zuvor als „extrem gefährlich“ ein – er wurde in die Kategorie vier von fünf eingestuft. Der Wirbelsturm gewann am warmen Golf von Mexiko enorme Stärke. Auf dem Festland sollte die Kraft des Hurrikan jedoch langsam nachlassen.
Das National Hurricane Center (NHC) teilte mit, dass der Bundesstaat und seine größte Stadt New Orleans mit starken Regenfällen, einer „lebensgefährlichen Sturmflut“, katastrophalen Böen und langanhaltenden Stromausfällen rechnen müssten. Meteorologen warnten, dass das von „Ida“ bedrohte Gebiete ganz besonders gefährdet sei. Da es ein Zentrum der petrochemischen Industrie ist, kann es nach einem Hurrikan zu beträchtlichen Umweltschäden kommen.
Etwas mehr als eine Stunde, nachdem der Wirbelsturm auf Land getroffen war, meldete die Einsatzzentrale der Stadt New Orleans bereits „weitverbreitete Stromausfälle“. Die interaktive Karte des lokalen Energieversorgers Entergy zeigte, dass rund 170.000 Haushalte keinen Strom hatten. Laut der Internetseite Poweroutage.us waren etwa 233.000 Kunden im ganzen Bundesstaat stromlos. Der Rettungsdienst stellte in New Orleans wegen der gefährlichen Winde die Arbeit vorübergehend ein.
Hilfe von der Nationalgarde
Der Gouverneur von Louisiana John Bel Edwards, hatte alle Menschen gebeten, sich an einen sicheren Ort zu begeben, bevor „Ida“ eintreffen würde. Außerdem mobilisierte er die Nationalgarde und rief den Notstand aus, um im Notfall auf zusätzliche Verstärkung zurückzugreifen.
Auf der Autobahn kam es zu verheerenden Staus, Anwohner und Urlauber konnten an manchen Tankstellen kein Benzin mehr tanken. Nach Angaben von Personen, die mit dem Betrieb der Anlage vertraut sind, hat der Ölkonzern ExxonMobil die Produktion in seiner Raffinerie Baton Rouge auf die Hälfte seiner eigentlichen Kapazität von 520.000 Barrel pro Tag reduziert. Ähnliche Maßnahmen haben auch die Energiekonzerne PBF Energy Inc. und Phillips 66 ergriffen.
In der gesamten Region deckten sich viele Menschen mit Trinkwasser und Vorräten ein oder füllten Sandsäcke. Auch Krankenhäuser, die bereits mit der vierten Corona-Welle mehr als ausgelastet sind, bereiten sich vor.
Alte Erinnerungen kommen hoch – Hurrikan „Katrina“
Heute vor genau 16 Jahren hatte der Hurrikan „Katrina“ das Gebiet heimgesucht. Damals kamen Schätzungen zufolge 1.800 Menschen ums Leben. „Ida“ war am Freitag als Hurrikan der Stufe eins über den Westen Kubas hinweggezogen. Dort hatte der Wirbelsturm staatlichen Medienberichten zufolge Stromausfälle verursacht, außerdem stürzten Bäume um. Tausende Menschen wurden evakuiert, der öffentliche Nahverkehr in der Hauptstadt Havanna wurde eingestellt. „Ida“ ist bereits der vierte Atlantik-Wirbelsturm der Saison.
Quelle: tagesschau.de