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Fernsehbeitrag Canal9 zur Stockmühle
Nachfolgender Beitrag wurde am 1. Juni 2019 von Canal9 anlässlich des "Tag der Mühlen Schweiz" gemacht.
Nachfolgender Beitrag wurde am 1. Juni 2019 von Canal9 anlässlich des "Tag der Mühlen Schweiz" gemacht.
Die stete Beeinflussung durch die Medien, sowie die exzessive Mobilität unserer Gesellschaft hat ihre Spuren auch im gelebten Brauchtum hier bei uns hinterlassen. Aktivitäten, die etwas Witziges und Närrisches in die langen Wintertage trugen, verschwinden. Der Prozess wird beschleunigt durch:
Wenig von diesem alten Brauchtums konnten wir ins 21, Jahrhundert retten:
Auf dieser Seite haben wir ein paar der in der Grafschaft früher gängigen Fasnachtsbräuche zusammen getragen. Sie finden hier folgende Bräuche:
Dr Fasnachtstanz fand in der Jungen Fasnacht statt und war den unverheirateten Burschen und Töchtern vorbehalten. Er begann jeweils am Samstagabend und dauerte bis Dienstag um Mitternacht. Ein Komitee musste den Tanz "anreissen". Die Burschen besorgten die Musik und den Wein, die Töchter brachten das Essen. Das bestand meistens aus Trockenfleisch, Hamme, Käse und "Mutzem Brot" (Ringli und Zopf).
Am Dienstag wurden die Zusitzer eingeladen, da diese einen Zustupf an die Kosten leisteten. Dazu gehörten der H.H. Pfarrer, der Lehrer und die Gemeindepräsidenten. Dieser Brauch wurde in den 1950er Jahren noch gepflegt.
Der Montag vor dem Aschermittwoch (Güdismontag, Rosenmontag) wurde als Gigelemäntag bezeichnet. Burschen und Mädchen versuchten einander als erste zu ströpfen (an den Haaren zu ziehen). In den 1950er und 1960er Jahren ging es noch darum, möglichst viele andere als erste(r) zu ströpfe. Um das zu erreichen sprangen die Jugendlichen im Restaurant auch mal auf den Tisch und es ging Geschirr in die Brüche. Nicht zur Freude der Wirte...
Bis in die 1930er Jahre bekam der Sieger eine Auszeichnung. Diese bestand aus der "Hasemeije" (Hasen Blume = Schwanz des Hasen). Dieser Brauch hatte als synonyme Deutung das Hinterherlaufen, Nachgehen, Nachrennen. D'Hasemeije wurde an zwei Holzstäbchen im Chruchteleteig im Fett gebacken und erhielt als Krönung noch eine Krepppapierblume aufgesteckt.
Dieser Brauch geriet in den 1970er Jahren in Vergessenheit.
Als Alte Fasnacht wurde der Sonntag nach Aschermittwoch bezeichnet. Durch das Fastengebot durfte ab dem Aschermittwoch kein Fleisch mehr gegessen werden. An der alten Fasnacht gab es daher:
An der Fasnacht schickte der Bursche einen Dritten mit Wein zu seiner Holden. Nahm die Liebste das Geschenk an, musste sie sich mit einem üppigen Abendessen revanchieren. Zum Triche zahle gingen nur die Burschen mit festen Heiratsabsichten.
Dieser Brauch ging in den Kriegsjahren 1939/1940 ein.
Das Einreden dauerte vom Dreikönigstag bis in die Fasnachtszeit hinein. Dabei stellten sich mehrere Burschen an die spaltoffene Haustür und erzählten dem Mädchen mit verstellter Stimme Sachen, die sie sich sonst nicht trauten. Aber auch andere als flirtende Töchter beglückte man mit dem Einreden. Nicht selten wurden dabei Grobheiten ausgeteilt.
Es kam auch vor, dass ein Jüngling von den Anderen in die Pfanne gehauen wurde. Man spedierte (beförderte) ihn mit einem unerwarteten Schubs in die Stube. Das war für ihn sicher sehr peinlich. Der Jüngling blieb dann an diesem Abend zum Abusitz / Jassen - sofern die Verärgerung der Hausbewohner nicht allzu heftig war.
Am feiste Frontag (schmutziger Donnerstag) versuchten die Jugendlichen im Dorf die Köchinnen von der Arbeit abzulenken. Gelang dies, stibizte (stahl) einer der Burschen den Fleischhafen (Fleischpfanne), trug ihn zum Dorfbrunnen und stellte ihn dort ab. Manche Frauen ärgerten sich, andere trugen's mit Humor. In den meisten Kochtöpfen befand sich an diesem Tag Gsottus, schliesslich wollte sich niemand blamieren. Es wurde aber auch Missbrauch betrieben indem eine Umverteilung von Fleischstücken vorgenommen wurde.
Dieser Brauch wurde von den älteren Jahrgängen im Dorf ausgeübt. Sie zogen von Haus zu Haus und erbettelten sich Chruchtele mit folgendem Spruch:
Grügg, grügg
ich bi ä chlinä Fasnachtsstumpä
hä numä chlini Bei
gib miär gschwind äs Chruchtelti
de gan I widär hei.
Der Gheiratne Ball (Ball der Verheirateten) findet am Samstag vor dem Aschermittwoch statt. Ursprünglich war der Ball für alle Verheirateten, inzwischen wurde er für Partnerschaften geöffnet. Ein interessanter Anlass, weil sich Alt und Jung, Einheimische und Gäste dort einfinden. Der Ball fand erstmals 1949 in der Parterrewohnung von Biderbost Cäser statt. 2019 findet der Ball somit zum 70. Mal statt.
Nachdem wir über Chräpflini und Chruchtele geschrieben haben, möchten wir euch die Rezepte für diese klassischen Fasnachts-Süssigkeiten nicht vorenthalten.
Die Angaben sind für ca. 120 Chräpflini
Eier aufschlagen, Margarine schmelzen, alle Flüssigkeiten zugeben und vermischen, Zucker und Salz einstreuen, Mehl und Backpulver dazugeben und zu einem Teig kneten.
Teig über Nacht ruhen lassen.
Für die Füllung alle Zutaten gut vermischen.
Teig und Füllung sind nun zur Verarbeitung bereit.
Hilfsmittel: Wallholz, Teigrädli, Mehl, Wasser, Ablageblech.
Teig auswallen.
Ein Esslöffel Füllung darauf.
Füllung mit Teig einkleiden, mit Wasser verkleben, andrücken, ausschneiden.
Kokosfett in der Bratpfanne erhitzen.
Chräpflini im heissen Öl goldbraun fritieren.
Auf Haushaltspapier abtropfen lassen.
In Blechbehältnis an kühlem Ort aufbewahren.
Eier aufschlagen, Margarine schmelzen, alle Flüssigkeiten zugeben und vermischen, Zucker und Salz einstreuen, Mehl und Backpulver dazugeben und zu einem Teig kneten.
Teig über Nacht ruhen lassen.
Teig auf 2-3 mm Dicke auswallen und in rechteckige Stücke schneiden ca. 3 x 8 cm gross
Diese Teigstücke durch die Nudelmaschine treiben. Die Stücke sollen hauchdünn und lang werden.
Jetzt die Teigstücke zu Chruchtele formen.
Chruchtele im Kokosöl beidseits fritieren.
Abtropfen lassen und zuckern.
An kühlem Ort trocken aufbewahren.
Grafschaft Kultur setzt sich für den Erhalt von altem Brauchtum der Grafschaft ein. Dazu werden alte Bräuche dokumentiert und für die Nachwelt festgehalten. Die notwendigen Informationen zu den Bräuchen erfragen wir bei Zeitzeugen.
Am 5. Dezember - also ein Tag vor dem St. Nikolaustag - wird die Ankunft des Nikolaus in der Grafschaft mit einem Umzug und dem Geläut von Kuhglocken (Walliser Deutsch: Trichjie)gefeiert. Hier existiert der Brauch seit über 200 Jahren. Die Tradition ist aber auch jenseits der Grimsel in Bern, Schwyz oder Unterwalden bekannt. Ihr Ursprung ist nicht vollständig geklärt. Manche vermuten, dass der Lärm die finsteren Gestalten vertreiben soll, welche die Menschen in früheren Zeiten mit dem dunklen, kalten Winter verbunden haben.
Ein Bericht über die Wechselwirtschaft im Grafschafter Ackerbau seit der Wiederbepflanung mit Roggen durch Grafschaft Kultur.
Ein Bericht über die Rückkehr des Roggens ins Goms.
Ein umfassender Bericht über den Grafschafter Bergroggen und seine Verarbeitung in der Schweizer Familie.
Bericht über den ersten Grafschafter Bauernmarkt.
vielfalt.tv hat eine Sendung zum "Thema Roggen: Der Kreislauf schliesst sich" erstellt. Die Sendung lief auf den Sender Telebärn, Telem1 und Telezüri.
Kleine Artikel zu unserem Roggen in der Schweizer Familie
Bericht über die Arbeiten der Genossenschaft Grafschaft Kultur.
Bericht der UFA Revue über die Wiedergeburt des Roggens in der Grafschaft.
Bericht in den Gourmet News zum Grafschafter Bergroggen.
Bericht der Schweizer Berghilfe über die Wiedergeburt des Roggens in der Grafschaft.
Videobeitrag zur Wiedergeburt des Roggens.
Ein Bericht der RZ über die wieder aussaat von Roggen auf dem Ritzingerfeld.
Die alte Mühle in Selkingen ist seit ein paar Jahren wieder in Betrieb. Gemahlen wird Roggen vom Ritzinger Feld. Das RZ-Magazin hat die Mühle und die Felder besucht.
Die alte Mühle in Selkingen wird im Schweizer Mühlenkalender aufgenommen.
Die Stockmühle Selkingen wird ins Inventar der Mühlefreunde aufgenommen.