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Ein Dopingfall rückt eine Szene, die ohnehin im Verruf steht, in ein schiefes Licht. In Neuseeland untersucht die Regierung, ob Windhund-Rennen verboten werden sollen. In Florida sind sie es bereits seit Anfang Jahr.
Bei Greyhound-Rennen geht es um Geld. Und wo es um Geld geht, wird beschissen. Doch manchmal bleiben Betrüger hängen. So wie Angela Helen Turnwald, die Trainerin von Zipping Sarah in Neuseeland.
Die Windhündin gewann am 12. November 2020 ein Rennen in Christchurch auf der neuseeländischen Südinsel und blieb danach in der Dopingkontrolle hängen. Die Urinprobe des Tiers zeigte, dass ihm Metamphetamine verabreicht worden waren, Drogen mit aufputschender Wirkung.
Wie die Kontrollinstanz der Greyhound-Rennen in Neuseeland (JCA) deshalb kürzlich bekanntgab, wurde die bislang unbescholtene Trainerin wegen des Fehlverhaltens für vier Monate vom Rennbetrieb ausgeschlossen. Das durch den Sieg errungene Preisgeld von rund 2600 Franken wurde nicht ausbezahlt, dafür kassierte sie eine Busse in ähnlicher Höhe.
«Methamphetamin ist ein starkes Stimulans des zentralen Nervensystems, das erhebliche Probleme für das Wohlergehen der Tiere mit sich bringt», sagte im «New Zealand Herald» Warwick Gendall von der JCA, «und der Gehalt an Amphetamin in der Probe war besonders hoch.» Busse und Sperre gegen die Trainerin seien wichtig, um andere abzuschrecken und um der Windhund-Industrie zu signalisieren, dass Doping nicht toleriert werde.
Greyhound-Rennen stehen seit Jahren in der Kritik. Tierschützer auf der ganzen Welt fordern ein Verbot der Bewerbe, die primär dafür da sind, damit man auf sie wetten kann. In der Schweiz sind Windhundrennen, genauso wie in Deutschland oder Österreich, verboten.
Besonders in Grossbritannien, Irland, Australien, Neuseeland und den USA wird der Sport professionell betrieben. Doch auch dort gibt es Widerstand. So wurden Anfang Jahr in Florida, das lange als Mekka des Hunderennens galt, nach einer Volksabstimmung alle elf Rennbahnen geschlossen. Auch in Texas und Alabama verschwanden Anlagen, so dass in den USA nur noch auf deren vier gelaufen wird.
In Neuseeland war die Debatte vergangene Woche neu aufgeflammt. Sportminister Grant Robertson und Landwirtschaftsministerin Meka Whaitiri, als Zuständige für das Tierwohl, hatten eine Überprüfung der Windhundrennen durch die Regierung angekündigt. Er sei besorgt über die Sicherheit der Rennbahnen, liess Robertson verlauten. Es habe in letzter Zeit «viel zu viele Vorfälle» gegeben, bei denen Hunde starben oder verletzt wurden.
Die Regierung schliesst nicht aus, dass die Rennen im Land der langen, weissen Wolke verboten werden. «Doping und andere Formen des Betrugs sind komplett inakzeptabel», sagte Robertson dem Portal «Stuff». «Es ist weder fair für die Tiere noch für jene Leute, die auf sie wetten.»
Nachdem der Fall der gedopten Zipping Sarah bekannt wurde, forderte die Tierschutzorganisation Safe, die Rennen zumindest solange auszusetzen, bis die Untersuchung der Regierung abgeschlossen ist. Nach Safe-Angaben soll es sich um den dritten Dopingfall im letzten halben Jahr handeln. «Einem Hund Methamphetamin zu geben, um seine Leistung zu verbessern, ist verwerflich und abscheulich», sagte Safe-Sprecher Will Appelbe. «Aber es ist bei Windhundrennen in Neuseeland im Moment die Realität.» Alleine seit Januar seien acht Hunde gestorben und mehr als 300 hätten bei Rennen Verletzungen davongetragen.
Der bestraften Trainerin von Zipping Sarah konnte kein Vorsatz nachgewiesen werden. Sie sagte gemäss der JCA aus, dass das Meth von den Besitzern des Tiers stammen könnte, welche den Hund nach dem Rennen gestreichelt hätten. Diese hätten die Droge einige Stunden zuvor geraucht. Doch diese Version hielt nur, bis die Untersuchung zeigte, dass der grösste Teil des Meth vor dem Rennen eingenommen worden sein muss.
Zipping Sarah durfte nach ihrem positiven Test wieder antreten. Seither hat das dreieinhalb Jahre alte Tier jedoch nie mehr gewonnen. Ihr letztes Rennen bestritt sie am 8. März, danach wurde sie pensioniert. Bei 46 Rennen gewann die Windhündin elf Mal, sie kommt auf insgesamt 21 Podestplätze und hat ihren Besitzern ein Preisgeld von rund 32'000 Franken eingebracht.