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Das theatralische Verhalten von Serena Williams gegen Timea Bacsinszky sorgte im Halbfinal der French Open für erzürnte Gemüter. Dabei zeigt diese Sammlung, dass es in anderen Sportarten noch viel unsportlicher zu und her geht.
Serena Williams erzürnte gestern die Schweizer Tennis-Gemüter, als sie sich im Spiel gegen Timea Bacsinszky mit ein bisschen Erkältung zum geschwächten Opfer machte. Am Ende hatte die Amerikanerin aber trotzdem mehr Energie, drehte die Partie und gewann in drei Sätzen.
Die US-amerikanische Weltnummer 1 wurde danach der Unsportlichkeit bezichtigt, dabei geht es noch deutlich schlimmer. Wir zeigen, wie in anderen Sportarten beschissen und betrogen wird.
Sportart: Boxen
Vergehen: Box-Champion Floyd Mayweather schickt seinen Gegner Victor Ortiz auf die Bretter, als dieser nach einem Unterbruch offensichtlich nicht mit Schlägen rechnet.
Konsequenzen: Mayweather gewinnt den Kampf durch K.O. «Betrug», «Unfair» und «Loser» schreit das Publikum. Doch Mayweathers Aktion ist regelkonform, wenn auch in höchstem Masse unsportlich.
Sportart: Rugby
Vergehen: Rugby-Profi Tom Williams täuscht eine Verletzung vor – mit einer Blutkapsel, welche er aus dem Versteck in den Stulpen holt und danach im Mund platzen lässt.
Konsequenzen: Durch die Verletzung darf Teamkollege Nick Evans zurück aufs Feld – eine taktische Auswechslung, die ohne Verletzung nicht erlaubt wäre. Das Ganze fliegt auf, Tom Williams wird 4 Monate gesperrt. Die Aktion geht als «Bloodgate» in die Geschichte ein.
Sportart: Weitsprung
Vergehen: Bei Pedrosos Weltrekord-Sprung von 8,96 Metern soll sich ein Helfer des Meetings schützend vor den Windmesser gebeugt und so einen zulässigen Wert von 1,2 m/s «hergestellt» haben.
Konsequenzen: Weil Videos eines italienischen Trainers, der das Windmessgerät abschirmte, auftauchten, wurde der Weltrekord nicht anerkannt.
Sportart: Baseball
Vergehen: Albert Belle von den Cleveland Indians benutzt gegen die White Sox einen «Corked Bat», einen mit Kork gefüllten, leichteren Schläger.
Konsequenzen: Der gegnerische Trainer beanstandet Belles Schläger. Der «Batgate» fliegt auf, Belle wird für sieben Spiele gesperrt.
Sportart: Fussball
Vergehen: An der WM 1986 erzielt der argentinische Superstar Diego Maradona im Viertelfinale gegen England ein Tor mit seiner linken Hand.
Konsequenzen: Argentinien gewinnt die Partie und später die Weltmeisterschaft. Maradona selbst sagt, es sei die «Hand Gottes» gewesen.
Sportart: Rad
Vergehen: Bei der Tour de France 1904 kürzte Garin über Waldwege ab, nahm die Eisenbahn und benutzte Reifen, die ein Bar mehr Druck aushielten, mit denen er 2 km/h schneller fahren konnte.
Konsequenzen: Nach mehrmonatiger Untersuchung wurde Garin der Sieg aberkannt und dem jungen Henri Cornet zugesprochen.
Sport: Formel 1
Vergehen: Michael Schumacher hat im WM-Klassement einen Punkt Vorsprung auf Damon Hill. Im letzten Rennen der Saison beschädigt Schumacher seinen Boliden – lässt danach bewusst eine Lücke für seinen Rivalen und provoziert so einen Crash. Schumacher fliegt sofort von der Strecke, Hill muss das Rennen wenig später aufgeben.
Konsequenzen: Da beide keine Punkte holen, bleibt Michael Schumacher vor Damon Hill und holt seinen ersten Weltmeistertitel. Der Begriff «Schummel-Schumi» etabliert sich.
Sportart: Marathon
Vergehen: Der US-amerikanische Langstreckenläufer Fred Lorz gewinnt den Marathon an den olympischen Sommerspielen in St.Louis 1904. Danach gibt er zu, die Hälfte der Strecke in einem Begleitfahrzeug zurückgelegt zu haben – er habe sich einen Witz erlauben wollen.
Konsequenzen: Lorz wird auf Lebenszeit von den Olympischen Spielen ausgeschlossen.