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Die Schweizer Grossbank UBS soll für die kubanische Regierung Geld gewaschen haben.
Das wollen drei Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses durch eine Untersuchung beweisen. Die UBS weist den Vorwurf zurück.
"Zwischen 1996 und Mai 2003 hat die UBS 1900 Transaktionen im Wert von 3,9 Mrd. US-Dollar mit dem Castro-Regime getätigt", schreibt Ileana Ros-Lehtinen, eine Repräsentantenhaus-Abgeordnete aus Florida, in einer Medienmitteilung.
"Wir wollen wissen, wo dieses Geld herkommt", sagte Ros-Lehtinens Sprecher, Alex Cruz, am Freitag in den USA.
Schmutziges Geld?
Ros-Lehtinen vermutet, dass die knapp 4 Mrd. Dollar schmutziges Geld sind. Sie schenkt der kubanischen Begründung keinen Glauben, dass das Geld aus dem Tourismus stamme.
"Eine solche Menge Geld stammt eher aus einer von Castros ruchlosen Aktivitäten wie etwa Drogenhandel", zitierte die "Miami Herald" am Freitag aus einem Brief, den Ros-Lehtinen am 12. Juli an Notenbank-Chef Alan Greenspan geschickt hatte.
Aus alt mach neu
Laut den Abgeordneten hat die UBS der kubanischen Regierung alte US-Dollarnoten abgekauft und dem Konto der Kubaner den Wert in neuer Währung gutgeschrieben.
So habe sie die seit 1962 geltenden amerikanischen Sanktionsbestimmungen gegen Kuba verletzt. "Wir sind überzeugt, dass Schweizer Bankbeamte hierbei Geld gewaschen haben", betonte Cruz.
Ros-Lehtinen hatte sich am Vortag mit hochrangigen UBS-Vertretern getroffen. "Trotz des informativen Gespräches bleiben viele Fragen offen, zum Teil, weil die interne Buchprüfung der UBS nur die letzten sechs Monate des Jahres 2002 abdeckt", sagte Ros-Lehtinen nach dem Treffen.
UBS: Keine Kenntnisse von neuen Untersuchungen
Der UBS-Sprecherin in New York, Christine Whalton, lagen am Freitagnachmittag keine Angaben über den Inhalt der Gespräche vor. Keine Kenntnisse von neuen Untersuchungen hatte auch UBS-Sprecher Christoph Meier in Zürich.
Die Angelegenheit sei bereits von der US-Notenbank FED und der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) vertieft untersucht worden, erklärte Meier am Samstag.
Zudem habe es im US-Kongress Anhörungen dazu gegeben. Über weitere Massnahmen sei die UBS nicht orientiert worden.
Gegen Vertrag mit FED verstossen
Den Vorwurf der Geldwäscherei wies Meier zurück. Die UBS habe zwar gegen einen Vertrag mit der FED verstossen und sei dafür inzwischen gebüsst worden. In der Untersuchung des FED sei jedoch nie von Geldwäscherei die Rede gewesen.
Die UBS musste im Mai wegen unerlaubten Handels mit Dollarnoten bereits 100 Mio. Dollar Busse an die US-Notenbank FED zahlen. Sie will sich nun aus dem internationalen Banknotenhandel zurückziehen.
Mehrere Angestellte wurden damals entlassen und andere sanktioniert. Auch von der EBK war die UBS für Transaktionen mit Kuba, Iran und Libyen gerügt worden.
swissinfo und Agenturen