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Das Stromnetz ist ein komplexes Geflecht aus Leitungen, Transformatoren, Umspannwerken usw. und ermöglicht den Transport von elektrischem Strom vom Produzenten bis in die Steckdose des Endverbrauchers. Dieser Transport erfolgt über mehrere Netzebenen, die eine sichere und effiziente Energieübertragung ermöglichen. Hochspannungsleitungen befördern den Strom über weite Strecken (Übertragungsnetz) in die Regionen, während regionale Verteilnetze ihn dann zu den Konsumenten bringen.
Um Energieverluste beim Transport des Stroms so gering wie möglich zu halten, wird er mit extrem hohen Spannungen durch die Leitungen geschickt. Allerdings kann er nicht mit Höchstspannung in die heimischen Steckdosen gelangen, sondern muss um etwa das 1000-fache reduziert werden. Das geschieht über sieben Stufen hinweg: die sogenannten Netzebenen.
Die 7 Netzebenen
- Netzebene 1: Der Strom fliesst aus den grossen Kraftwerken oder als Importe mit 380 kV bzw. 220 kV in das Übertragungsnetz (Höchstspannungsebene).
- Netzebene 3: Der Strom wird überregionale, meist über mehrere Kantone, verteilt. Die Spannungen liegen bei 36 kV bis 150 kV (Hochspannungsebene).
- Netzebene 5: Der Strom wird regional bspw. innerhalb einer Stadt oder einer Gemeinde mit 1 kV bis 36 kV verteilt (Mittelspannungsebene).
- Netzebene 7: Der Storm legt nur kurze Strecken zurück, um dann endgültig beim Verbraucher anzukommen. Die Spannungen liegen hier bei unter 1 kV (Niedrigspannungsebene).
- Netzebenen 2, 4 und 6: Die Spannung des Stroms wird mithilfe von Transformatoren und Umspannwerken für die nächste Ebene hoch oder runter geregelt.
Der Einfluss erneuerbarer Energien
Mit der Energiewende muss sich das Schweizer Stromnetz neuen Anforderungen stellen. So gehen immer mehr Kernkraftwerke vom Netz und werden durch kleinere Energieproduzenten wie Wind-, Wasser- und Solarkraftwerke ersetzt. Das bedeutet, dass die Stromerzeugung künftig dezentral über das ganze Land verteilt sein wird.
Aber der starke Zuwachs erneuerbarer Energiequellen bringt noch eine weitere Herausforderung mit sich. Besonders an sehr windigen oder sonnigen Tagen kommt es in einigen Regionen dazu, dass mehr Energie erzeugt wird, als die Kapazität des Übertragungsnetzes fassen kann. Örtliche Kraftwerke müssen dann ihre Stromproduktion drosseln, um das Stromnetz nicht zu überlasten. Hinzu kommt, dass der Strombedarf der Schweizer durch die Dekarbonisierung in den nächsten Jahren weiter steigen wird.
Um auch künftig eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten, muss das Übertragungsnetz ausgebaut und weiterentwickelt werden – und Betreiber Swissgrid arbeitet bereits daran. Doch der Ausbau des Stromnetzes stösst häufig auf Gegenwind seitens der Bevölkerung, was Bewilligungsverfahren für Leitungsprojekte in die Länge zieht. Die seit Juni 2019 in Kraft getretene «Strategie Stromnetz» des Schweizer Bundesamtes für Energie schafft neue Rahmenbedingungen für den Netzausbau und möchte diesen Problemen entgegenwirken.
Stromnetz und erneuerbare Energien können nur gemeinsam wachsen
Das Schweizer Stromnetz ist die Grundlage für eine zuverlässige Energieversorgung im Land. Durch die Energiewende stösst das Netz jedoch immer häufiger an seine Grenzen und sollte in den nächsten Jahren konsequent ausgebaut werden, denn auch der Ausbau der erneuerbaren Energien hängt massgeblich vom Ausbau des Stromnetzes ab.
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