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Ascona
(Kt. Tessin,
Bez. Locarno).
203 m. Gem. u. Dorf, 3 km sw.
Locarno, w. vom Delta der
Maggia, am
Langensee und am
Fusse reizender, mit
Reben und
Kastanienbäumen bestandener Hügel. Postbureau, Telegraph, Station der Dampfboote, Postwagen
Locarno-Brissago. Mit den Unterabteilungen
Moscia und Saleggio zusammen 920 Ew., 188
Häuser (in italienischer Bauart). Viele
Bewohner wandern als Kaminkehrer nach Paris aus, die übrigen treiben Ackerbau. Die von reichen Gartenanlagen
umgebenen Landhäuser ö. von
Ascona zeugen von dem meist in Frankreich erworbenen Wohlstand ihrer Besitzer.
Zwei grosse Windmühlen und eine
Säge; elektrische Kraftanlagen. Confect-, Liqueur- und Teigwaarenfabrik. Das Klima ist zu
jeder Jahreszeit ein sehr mildes, so dass
Ascona zu einem von den Aerzten oft empfohlenen Luftkurort
sich entwickelt hat. Mitten im Dorf schöne Kirche mit zwei bemerkenswerten Gemälden des im 17. Jahrhundert lebenden
Malers,
Bildhauers und Baumeisters Serodino. Sein ehemaliges Wohnhaus, neben der Kirche gelegen, schmücken künstlerisch wertvolle
Skulpturen in Hochrelief. S. von
Ascona liegt ein grosses einstiges Dominikanerkloster,
¶
forlaufend
das aus dem 14. Jahrhundert stammt und schon unter Karl Borromaeus in eine, heute von den Salesianern geleitete Erziehungsanstalt umgewandelt worden ist. Die dazu gehörige alte Kirche enthält den interessantesten Freskencyclus (1455-1516) der ganzen Schweiz.
In vergangenen Jahrhunderten barg das einst stark befestigte
Ascona drei Schlösser. Ein Teil desjenigen der
Familie Grilioni (1250 erbaut) wird noch heute bewohnt. Das älteste, das des h. Michael, wird schon 1186 erwähnt, war später
Eigentum der Bischöfe von Como und wurde 1518 von den Eidgenossen geschleift. Blos eine kleine Kapelle und ein Turmfragment
sind davon noch stehen geblieben.
Ascona ist die Heimat einer beträchtlichen Anzahl von Künstlern:
von Abbondio, genannt Asconio, dem Schöpfer der Karyatiden an der Kirche von San Celso in Mailand;
von Pancaldi, einem berühmten Maler;
von den Gebrüdern Pisoni, berühmten Baumeistern, den Erbauern der Sankt-Ursen Kirche in Solothurn; von Serodino, der in Rom sich als Maler, Bildhauer und Baumeister eines grossen Rufes erfreute;
etc.