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Als Driften bezeichne ich eine Fahrtechnik, bei welcher der Fahrer sein Fahrzeug bewusst zum Übersteuern bringt. Dabei zeigen die gelenkten Vorderräder zur Kurvenaußenseite und die hinteren Räder haben einen höheren Schräglaufwinkel als die Vorderräder.
Der Witz dieses Manövers liegt darin, dass das Fahrzeug einerseits am Kurvenausgang früher in die neue Fahrtrichtung zeigt und deshalb besser beschleunigt werden kann (Kammscher Kreis), und andererseits darin, dass das Bremsen weiter in die Kurve hinein verlegt wird.
Im Motorradsport gibt es eigentliche Driftdisziplinen wie Speedway, wo praktisch nichts anderes gemacht wird. Im Rennen der Supermoto erscheint das Driften als Fahrstil. Im Jahr 2000 hat G. Mc Coy das extreme Driften auch in die Strassenmotorradweltmeisterschaft gebracht, nachdem vorher alle Fahrer dirttrack-Trainings bei K. Roberts absolviert hatten. Michline produzierte eigens driftige Pneus auf kleineren Felgen (16,5"). Die elektronische Aufrüstung mit Antischlupf hat das Driften aber wieder unsichtbarer gemacht. Neuerdings (seit 2009, Stoner oder Rossi) wird im MotoGP die Beinstellung der Supermoto-Drifter verwendet, was die Drifts wieder besser erkennen lässt.
Das Andriften einer Kurve kann als „Bremsslide“ aufgefasst werden. Dabei lenkt der Fahrer etwas zu stark in die Kurve ein und bremst nur vorne, während das Hinterrad mit Gas auf Schlupf gehalten wird, so das es relativ gleichmässig und nicht abrupt ausbricht. Das Hinterrad kann auch durch leichtes Bremsen in Haft- statt Rollreibung gebracht werden. Im Scheitelpunkt wird in die Kurve gelenkt, was das Motorrad aufrichtet, während gleichzeitig Haftung auf das Hinterrad gebracht wird. Man kann dazu auskuppeln. Sobald die Haft da ist, kann man mit Vollgas aus der Kurve fahren, weil man bereits die richtige Richtung hat.
Die Kupplung hilft schleifend, dass das Hinterrad nicht stempelt
Beim Einlenken wird der kurveninnere Fuss zur Entlastung des hinteren Rades auf den Boden gestellt. Dabei dient das Bein gleichzeitig als Balancegewicht und als potentielle Abstüzung einer zu grossen Schräglage, wenn plötzlich beide Räder driften.

Als Rezept formuliert:
Breite Reifen, viel Drehmoment, nicht bissige Kupplung und Hinterradbremse sind gute Voraussetzungen, die natürlich auch in der MotoGP gegeben sind.
In der MotoGP findet aber alles unter erheblich grösseren Geschwindigkeiten statt, und ist deshalb vergleichsweise nur in Ansätzen ausführbar. V. Rossi etwa zeigt die Supermoto-Methode wenn er beim Ausbremsen eines Gegners mit zu hoher Geschwindigkeit (oder neben der Ideallinie) auf eine Kurve zufährt. Das ausgestellte Bein dient dann als psychologischer Balancefühler, aber immerhin es hat Sinn im heickelsten Moment des Rennens - aber nicht wie unser TV-Reporter immer wieder sagt, als Lockerungsübung). Die Entstehung dieser Methode ist bisher ungklärt, weil sie sich wohl einer Intuition verdankt, was allerdings etwas anderes ist, als das Ausrutschen auf der Fussraste. Für mich augenfällig ist die Verwandtschaft zum Supermoto. Und dort lassen sich eben Erklärungen finden, die das Steuern des Schwerpunktes betreffen.