Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03528.jsonl.gz/1635

Sentience wird das hundertste Mitglied der Open Wing Alliance
Sentience ist die erste Schweizer Organisation, die sich der 2016 gegründeten Allianz anschliesst. Damit verpflichtet sich unsere Organisation, in Zukunft noch stärker für die Interessen von Hühnern im In- und Ausland einzustehen.
Die von der Humane League initiierte Open Wing Alliance vereint 100 Organisationen aus der ganzen Welt, die sich gemeinsam für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Hühnern in der Landwirtschaft einsetzen. Sentience teilt die Überzeugung unserer neuen Partnerorganisationen, dass Hühner global eine Schlüsselrolle im System der industriellen Tierproduktion spielen und Kampagnen zum Wohl von Hühnern deutlich effektiver sind als Kampagnen für andere Tiergruppen. Das liegt einerseits daran, dass sowohl global als auch in der Schweiz rund 95 Prozent aller in der Landwirtschaft geschlachteten Tiere Hühner sind und andererseits daran, dass Hühner die mit Abstand prekärsten Lebensbedingungen haben.
Masthühner dürfen nur etwa 5 Wochen leben, bevor sie geschlachtet werden. In ihrer letzten Lebenswoche sind sie so fett, dass sie sich kaum noch auf den Beinen halten können. Viele entwickeln Beinschäden oder Herz-Kreislauf-Probleme, weil das Herz den überdimensionierten Körper nicht mehr richtig durchblutet. 2–4 Prozent der Hühner sterben vorzeitig. Legehennen wiederum werden in der Regel nach etwa 15 Prozent ihrer natürlichen Lebenserwartung «ausgestallt», d.h. getötet, weil ihre Legeleistung nicht mehr den betrieblichen Anforderungen entspricht. Sie haben dann mehr als 300 Eier gelegt – anstelle der ungefähr 15 Eier, die ein Huhn in der Natur in dieser Zeitspanne legen würde.
Auch während ihres kurzen Lebens werden Hühner in Zuständen gehalten, die bei anderen Tieren undenkbar wären. Einem Huhn steht in der Regel nur etwa eine A4-Seite begehbare Fläche im Stall zur Verfügung. Zudem müssen nur 20 Prozent des Stalles eingestreut werden. Sonnenbäder sind mangels Sonneneinstrahlung im Stall nicht möglich; um zu fliegen, ist der Stall zu niedrig; ein echtes Sozialleben, inklusive Rangordnung, ist in Herdengrössen von bis zu 27’000 Tieren undenkbar. Hühner haben in grossen Betrieben also nicht nur wenig Fläche zum Picken zur Verfügung, sondern müssen sich auch mit einem zum Picken schlicht ungeeigneten Untergrund zufriedengeben.
Auch wenn die Schweiz die Käfighaltung – der primäre Missstand, der von der Open Wing Alliance bekämpft wird – bereits 1992 abgeschafft hat, bleibt also noch viel zu tun. Sowohl in der Politik als auch bei den Grossverteilern braucht es ein Umdenken: Es ist höchste Zeit, dass das Leid von Hühnern endlich ernst genommen wird.
Ähnliche Beiträge
Wählen wir eine tierfreundliche Zukunft!
Am 22. Oktober finden die eidgenössischen Wahlen 2023 statt. Alle Politikerinnen und Politiker im National- und Ständerat müssen sich der Wiederwahl stellen und unzählige neue Kandidierende hoffen, den Sprung in die nationale Politik zu schaffen.
Massentierhaltung ist nicht im Interesse der Schweizer Landwirtschaft
Vor einem Jahr hat die Schweizer Stimmbevölkerung die Eidgenössische Volksinitiative gegen Massentierhaltung abgelehnt. Eine verpasste Chance für die Schweizer Landwirtschaft!
Welche Verantwortung tragen die Grossverteiler im Ernährungssystem?
Zum Jahrestag der Initiative wollen wir der Frage nachgehen, welche Verantwortung die Grossverteiler im Ernährungssystem tragen. Gemeinsam mit unseren Gästen geht unsere Moderatorin Claudia Sedioli der Frage nach, welche Weichen jetzt gestellt...
Gemeinsam die Proteinwende vorantreiben
Wir können nicht weitermachen wie bisher. Der aktuelle Fleischkonsum belastet neben der Umwelt auch die menschliche Gesundheit, und die Massentierhaltung ist ethisch nicht tragbar. Die Lösung liegt auf der Hand – wir brauchen eine Proteinwende.
Tiere in der Schweiz: Wie der Verwendungszweck ihren Schutz bestimmt
Wenn es um den Schutz von Tieren in der Schweiz geht, spielt der Verwendungszweck eine entscheidende Rolle. Das Tierschutzgesetz betont, dass das Wohlergehen der Tiere im Rahmen des Verwendungszwecks gewährleistet werden muss. Das wirft Fragen auf…
Tierwürde: Hilft sie dem Tierschutz?
Die Initiative gegen Massentierhaltung sowie die Basler Initiative «Grundrechte für Primaten» bezogen sich wiederkehrend auf die Tierwürde. Diese ist seit 2008 im Tierschutzgesetz verankert und wird dort als inhärenter Eigenwert verstanden. Doch...
Irreführende Werbung stoppen
Mit ihren Erzählungen über die Schweizer Landwirtschaft, die durch Werbebilder vermittelt und verstärkt werden, zeichnen Milch- und Fleischlobby ein beschönigendes Bild der Lebensbedingungen von Tieren in der Landwirtschaft. Durch die Irreführung...
Anstehende Veränderungen bei Sentience
Nach viereinhalb erfüllten Jahren voller Transformation, Wachstum und einzigartigen Projekten kommt für mich die Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Ich habe mich entschieden, meine operative Rolle als Co-Geschäftsleiter bei Sentience auf Ende...