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Teilnehmer
Tatiana Kolesova
- Tatiana Kolesova
- Russische Föderation
- Alter: 32
- weiblich
- Profilaufrufe: 2253
- Concours (Platzierung): 2009 (3.)
- Über mich:
Die junge russische Pianistin wurde 1985 in Moskau geboren. Seit 1990 wurde sie an der Moskauer Musikschule von Natalya Kuzmina unterrichtet, danach an der Zentralschule von Kira Shashkina. 1999 wechselte sie ans Moskauer Konservatorium, wo sie insbesondere von Alexei Nasedkin betreut wurde, der seinerseits als prominenter Virtuose der russischen Schule gilt.
Von 2004 bis 2006 erfuhr die Ausbildung eine Vertiefung am Pariser Konservatorium durch Jacques Rouvier, wo Tatiana Kolesova auch graduierte. Ebenfalls schloss sie ihre Studien 2008 im Moskau ab, wo sie freilich noch ein Postgraduate absolviert. Frau Kolesova nahm bisher an vielen Wettbewerben teil, so unter anderem in Vercelli, Leeds (2000, 6. Rang), Minneapolis, Oslo, Paris und Sydney. Sie erreichte einige erste Preise und weitere ehrenvolle Ränge. 2009 erspielt sie sich den 3. Preis beim Concours Géza Anda in Zürich. 1997 erhielt sie vom russischen Präsidenten eine Auszeichnung, und 2001 wurde ihr ein Ehrendiplom der Mitglieder der «Légion d’Honneur» verliehen. – Hinzu kommen zahlreiche Einspielungen für CD und Rundfunk sowie Fernsehen, insbesondere in Russland, aber auch in Polen, Italien, Frankreich, Israel und Amerika. Eine russische CD enthält «Russische virtuose Klaviermusik» mit Werken von Tschaikowsky, Rachmaninow, Taneev und Prokofjew.
Zahlreiche Auftritte in Rezitals und Orchesterkonzerten führten Tatiana Kolesova durch Russland, aber auch nach Birmingham (unter Sir Simon Rattle), Winnipeg und Minnesota, sowie nach Israel und nach Australien. Der Schwerpunkt ihres Repertoires liegt bei der Romantik und Spätromantik, wobei insbesondere auch das virtuos romantische Repertoire prominent in Erscheinung tritt.
Künstlerische Bewertung durch die Jury
Mit energischem Spiel, das dennoch auch ein weites Spektrum von dynamischen Nuancen umfasst, trat Tatiana Kolesova von Anfang an beim Concours Géza Anda in Erscheinung. Als beeindruckend wurde zunächst ihre pianistische Präsenz empfunden. In der ersten Runde bot sie Brahms’ gefürchtete «Paganini-Variationen » mit schattenloser Bravour und unbeeinträchtigter Spiellaune. Auch den langsamen und den dritten Satz von Mozarts später D-Dur- Sonate KV 576 bot Frau Kolesova mit Übersicht und Sinn für die Gelenkstellen.
Chopins «Revolutionsetüde» op. 10 Nr. 12 durchstürmte sie mit grosser Geste. – Auch für ihr Rezital hatte sich Frau Kolesova höchst anspruchsvolle Kompositionen ausgesucht. Ihre Wiedergabe von Schumanns «Carnaval» betonte die feurigextrovertieren Aspekte des Werks im Sinne einer «Florestan»-Bewegtheit. – In der Mozart- Runde trug Tatiana Kolesova das A-Dur-Konzert KV 488 vor, dem sie manuell und reaktionsschnell in jeder Beziehung gewachsen war. Im langsamen Satz entdeckte man zudem mancherlei Farbenspiel und feine Lyrismen. – Dies bereitete gewissermassen auf die Finalrunde vor, die Frau Kolesova mit Beethovens viertem Klavierkonzert bestritt.
Mag da und dort noch einiges Freskohafte aufgefallen sein, so überzeugte doch der Gesamtzusammenhang sowohl in den nach aussen drängenden Passagen der Ecksätze wie in dem von Flehen und Bitten erfülltem Zwiegesprach des Mittelsatzes. – Tatiana Kolesova ist bereits eine Vollblut-Pianistin, die ihre Ansichten zum Wesenskern musikalischer Aussagen sicherlich mit Erfolg noch weiterhin vertiefen wird.
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