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Der frühere italienische Regierungschef Silvio Berlusconi ist im «Ruby»-Prozess um Sex mit minderjährigen Prostituierten und Amtsmissbrauch schuldig gesprochen worden. Ein Mailänder Gericht verurteilte ihn am Montag in erster Instanz zu einer Haftstrafe von sieben Jahren. Zudem darf der 76-Jährige keine öffentlichen Ämter mehr übernehmen.
Das Urteil ist nicht rechtskräftig, sollte eine der beiden Seiten Berufung einlegen. Es wird erwartet, dass Berlusconis Anwälte das Urteil anfechten. Ihr Mandant hatte sich als völlig unschuldig bezeichnet.
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von sechs Jahren gefordert. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Es ist der zweite Schuldspruch gegen Berlusconi innerhalb weniger Wochen. Bereits im Mai war er wegen Steuerbetrugs verurteilt worden.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Berlusconi bei den angeblich wilden «Bunga-Bunga»-Nächten in seiner Villa Arcore bei Mailand mit der minderjährigen Marokkanerin «Ruby» Sex gegen Geld hatte. Berlusconi und die Tänzerin hatten das stets bestritten.
Auch des Amtsmissbrauchs befand das Gericht Berlusconi für schuldig. Der damalige Ministerpräsident soll mit Anrufen bei der Polizei nach einer Festnahme «Rubys» im Mai 2010 ihre Freilassung erwirkt haben.
«Aus Italien ein freies und gerechtes Land machen»
Silvio Berlusconi hat «Widerstand» gegen das Urteil angekündigt. Das Urteil sei «brutal», erklärte der 76-Jährige in einer Stellungnahme. Er sei «absolut unschuldig». «Ich war davon überzeugt, freigesprochen zu werden, weil es absolut keine Möglichkeit für einen auf Beweisen basierenden Schuldspruch gab», erklärte Berlusconi.
Der Politiker warf den drei Richterinnen in Mailand vor, ihn zu verfolgen. «Ich habe vor, mich der Verfolgung zu widersetzen, weil ich absolut unschuldig bin, und ich will meinen Kampf nicht aufgeben, aus Italien ein wahrhaft freies und gerechtes Land zu machen.»
(chb/tke/sda/reuters)