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Dorf in Elsaß-Lothringen, Bezirk Unterelsaß, Landkreis Straßburg, am Rhein-Marnekanal
und an der Eisenbahn von Straßburg nach Lauterburg, unmittelbar nördlich an Schiltigheim sich anschließend, mit evangelischer
und kath. Kirche, Stärkefabrikation, Ziegel- und Kalkbrennerei, Bierbrauerei, Senfbau und (1880) 4930 Einw.
(2382 Evangelische, 2032 Katholiken und 516 Juden).
(v. griech. episkopos, »Aufseher«,
altdeutsch Piscof, Bischolf), Titel der Kirchenobern, welche, im Besitz der höchsten Weihe, in den ihnen
zugehörigen Sprengeln (Diözesen) die Kirchengewalt ausüben. Der Name ist biblischen Ursprungs und ward anfänglich ganz gleichbedeutend
mit Presbyter von den Vorstehern der christlichen Gemeinden gebraucht. Als aber im Lauf des 2. Jahrh., einem praktischen Bedürfnis
folgend, der Vorsitzende des Gemeindevorstandes sich als primus inter pares von den andern Ältesten unterschied
und die eigentliche Gemeindeleitung in seiner Hand konzentrierte, ging auf ihn auch der unterscheidende Name über. Die von
Hatch (»The organisation of the early christian churches«, 2. Aufl.
1883) versuchte Herleitung des Episkopats aus dem Diakonat macht die sich allmählich herausbildende Überordnung des Bischofs
über die Presbyter zum Rätsel.
Bald sah man in dem Bischof den amtlichen Nachfolger der Apostel; er nahm daher auch besondere Ehren und Rechte, namentlich das der
Ordination und Konfirmation, in Anspruch. Ursprünglich waren alle Bischöfe einander gleich, aber da die Landgemeinden von
den Städten aus gegründet oder verwaltet wurden, so ergab sich von selbst eine Unterordnung der Landbischöfe
unter den Stadtbischof, und durch das größere Ansehen der Bischöfe der Hauptstädte bildete sich wiederum ein Rangverhältnis
aus, welches in den Titeln Patriarch, Metropolitan, Erzbischof und Papst seinen Ausdruck gefunden hat. (S. Hierarchie.) Das bischöfliche
Amt umfaßt zunächst die Sorge für die Bewahrung und Verbreitung der Lehre (potestas magisterii), also
auch für die Erziehung des Klerus, wobei, wie bei seinen priesterlichen Funktionen, ihm das Domkapitel unterstützend zur Seite
steht.
Die jura ordinis sind entweder communia, aus dem priesterlichen Ordo fließende und daher dem Bischof mit dem Presbyter gemeinsame,
oder reservata, wie Firmelung, Priesterweihe, Bereitung des Chrisams, Konsekration der Kirchen und Altäre
etc., welche ein Priester nicht vornehmen kann; daher steht dem Bischof als Gehilfe und Stellvertreter ein Weihbischof, Episcopus
in partibus infidelium, d. h. ein Bischof zur Seite, der zwar die bischöfliche
Weihe hat, dem aber nur fiktiv eine thatsächlich im Besitz der Ungläubigen befindliche Diözese zugewiesen
ist.
Die jura jurisdictionis umfassen außer dem Binde- und Löseschlüssel (s. Schlüsselgewalt) die Disziplinargewalt, die geistliche Gerichtsbarkeit
und die gesamte äußere Verwaltung. Die Gehilfen des Bischofs waren hier früher die Archidiakonen (s. Archidiakonus), jetzt
steht ihm das Offizialat oder Generalvikariat (s. d.) zur Seite. Erzpriester und Dechanten sind Organe des
bischöflichen Regiments in den einzelnen Teilen der Diözese. Die Wahl des Bischofs, die in den ältesten Zeiten
von der Gemeinde
ausging, wurde vielfach ein Recht der Fürsten, soll aber nach dem Tridentinum vom Kapitel vollzogen werden.
Die Beteiligung des Staats an derselben bestimmen die Konkordate (s. d.), die Zirkumskriptionsbullen und
die einzelnen Landesgesetzgebungen. Häufig ist neuerdings als Wahlmodus zwischen der Kurie und den Regierungen der irische
(so genannt, weil er 1806 bei der Besetzung der irischen Bischofstühle zum erstenmal vom Papst in Vorschlag gebracht wurde)
vereinbart worden, wonach das Kapitel der Regierung eine Kandidatenliste vorlegt, aus der diese die minder
genehmen Persönlichkeiten so weit streichen kann, daß eine zur Wahl ausreichende Anzahl übrigbleibt. (Vgl. Friedberg, Der
Staat und die Bischofswahlen, 1874.) Die Wahl bedarf der päpstlichen Bestätigung, welche dem Gewählten die Jurisdiktionsrechte
erteilt.
Die Konsekration oder Weihe wird durch mindestens drei Bischöfe oder einen und zwei Prälaten vollzogen.
Dabei wird der neue Bischof zum Gehorsam gegen den Papst eidlich verpflichtet, ebenso leistet er dem Landesherrn einen Eid. Er empfängt
dann die Insignien des Amtes: die Mitra oder Bischofsmütze, den Krummstab, den goldenen Ring und das Brustkreuz, und darf sich
bei feierlichen Funktionen der Pontifikalkleidung bedienen. Ring und Stab waren ursprünglich die Zeichen,
deren sich Könige und Kaiser in Deutschland bedienten, um die Bischöfe mit den Regalien zu belehnen. (s. Investitur.)
Im wesentlichen ist die Stellung der Bischöfe und Erzbischöfe in der griechischen Kirche dieselbe wie in der römischen; jedoch
wird der Bischof nur aus dem Mönchsstand und zwar gewöhnlich aus den Archimandriten und Hegumenen, d. h.
den Klosteräbten und Prioren, gewählt.
Von allen Kirchen der Reformation hat nur die anglikanische (s. d.) eine wirkliche bischöfliche
Verfassung und besondere Vorrechte der bischöflichen Weihe beibehalten. Auch Schweden hat seine Erzbischöfe und Bischöfe behalten
und ihnen auf dem Reichstag eine eigne Standschaft und großen Einfluß eingeräumt; ein ähnliches Verhältnis
findet in Dänemark statt. In Preußen traten die beiden Bischöfe von Samland und Pomesanien zur Reformation über und blieben
dadurch im Besitz ihrer Bistümer.
Erst am Schluß des 16. Jahrh. gingen dieselben ein. Wieder eingeführt wurde die bischöfliche Würde 1735 in der Brüdergemeinde,
doch nur für äußerliche Kirchenrechte, und der Bischof steht unter der Direktion der Ältestenkonferenz. Ein bloßer Titel wurde
in Preußen, als Friedrich I. seinen beiden Hofpredigern diese Würde erteilte und Friedrich Wilhelm III. diesem Beispiel 1816 folgte
zur »Anerkennung des Verdienstes im geistlichen Stande«. Damals wurden Bischöfe: Sack und Borowsky (1829
Erzbischof), später Eylert (1818), Ritschl (1827), Neander (1830), Dräseke (1831), Roß (1836). Aber nach ihrem Tod ist der Titel
nicht wieder vergeben worden. Auch der Generalsuperintendent von Nassau hieß Bischof.
(Bischofwein), aus Rotwein mit Zucker und einem Extrakt grüner bitterer Pomeranzen bereitetes Getränk. Man übergießt
die dünn abgeschälte Schale von zwei kleinen grünen Pomeranzen mit einer halben Obertasse voll kalten
Wassers, läßt sie mehrere Stunden ausziehen und gießt das Wasser in eine Flasche Rotwein, den man mit Zucker nach Belieben
versüßt. Mit rotem Burgunder bereiteter Bischof heißt auch Prälat, mit weißem Wein bereiteter Kardinal. Die Bischofessenz,
von der man 1-2 Eßlöffel auf eine Flasche Wein rechnet, erhält
mehr
man durch 48stündiges Extrahieren von 60 g fein abgeschälten Pomeranzenschalen und 360 g rektifiziertem Weingeist oder feinem
Franzbranntwein in einer verschlossenen Flasche. Mäßig genossen, ist der ein magenstärkendes Getränk, stärkerer Genuß desselben
verursacht Kopfschmerzen. Das Getränk gelangte schon im Mittelalter aus Italien und Frankreich nach Deutschland, doch scheint
der gegenwärtige Name nicht vor dem 17. Jahrh. vorzukommen.
1) Karl Gustav, Geolog und Chemiker, geb. zu Wörd bei Nürnberg, studierte seit 1810 in Erlangen
zuerst Mathematik und Astronomie, dann Chemie und Physik, habilitierte sich daselbst, ward 1819 Professor der Chemie und Technologie
in Bonn, 1822 Professor der Chemie und starb daselbst. Er schrieb: »Lehrbuch der Stöchiometrie«
(Erlang. 1819);
»Die Entwickelung der Pflanzensubstanz« (mit Nees v. Esenbeck, das. 1819);
»Lehrbuch der reinen Chemie« (Bonn 1824,
Bd. 1);
»Physikalisch-statistische Beschreibung des Fichtelgebirges« (mit Goldfuß, Nürnb. 1817, 2 Bde.).
Besonders aber lieferte er eine Reihe geologischer Arbeiten, worin er ganz neue Ansichten über die Bildung
der Gebirgsmassen aufstellte. Hierher gehören: »Die vulkanischen Mineralquellen Deutschlands und Frankreichs« (Bonn 1826) und
»Die Mineralquellen zu Roisdorf« (das. 1825);
»Die Wärmelehre des Innern unsers Erdkörpers« (Leipz.
1837);
»Über die Gletscher und ihre Beziehungen zur Hebung der Alpen« (1843) und »Über die Entstehung
der Quarz- und Erzgänge« (1844).
In den Jahren 1837-40 begann Bischof Untersuchungen über die in den Steinkohlenbergwerken sich
entwickelnden brennbaren Gase und über die Sicherheitslampen. Die Preisschrift »Des moyens de soustraire l'exploitation
des mines de houille aux dangers d'explosion« (Brüssel 1840) steht hiermit im Zusammenhang. Auch eine technische
Thätigkeit entwickelte er, indem er auf die mächtigen Kohlensäureexhalationen in der Umgebung des Laacher Sees 1829 die
Bleiweißfabrik bei Burgbrohl begründete, in der Steinkohlenformation bei Saarbrücken ein ausgezeichnetes Material für feuerfeste
Gefäße entdeckte und mehrere Jahre der Verbesserung metallurgischer Prozesse widmete.
Das Hauptwerk Bischofs ist aber sein »Lehrbuch der chemischen und physikalischen
Geologie« (Bonn 1847-54, 2 Bde.; 2. Aufl.
1863-66, 3 Bde.; Supplement 1871), worin zum erstenmal mit Konsequenz auf die chemischen und mechanischen Wirkungen bei Bildung
der Gesteine hingewiesen wird, und welches in der Folge den neuesten Umschwung in der Entwickelung der Geologie herbeiführte.
Seine 1842 und 1843 in Bonn gehaltenen öffentlichen Vorlesungen erschienen 1843 gedruckt. Ebenso gab
er »Populäre Briefe an eine gebildete Dame über die gesamten Gebiete der Naturwissenschaften« (Pforzh. u. Bonn 1848-49, 2 Bde.)
heraus. Seine letzte Schrift war: »Die Gestalt der Erde und der Meeresfläche und die Erosion des Meeresbodens« (Bonn 1867).
Mit Schweigger besorgte Bischof die Redaktion des »Journals für Chemie und Physik« vom 21. Band an.
2) Karl, Berg- und Hüttenmann, geb. aus der Saline zu Dürrenberg, studierte 1829 und 1830 in Berlin Chemie, Physik und
Geologie, arbeitete dann auf den Hüttenwerken des Grafen von Einsiedel zu Lauchhammer und ging 1839 nochmals
auf die Berliner Universität. Mit besonderer Vorliebe technischen Arbeiten zugewandt, hatte er schon 1829 einen kleinen Dampfwagen
hergestellt, welcher auf gewöhnlichen Wegen lief und wohl der
erste seiner Art war, der sich auf deutschem Boden bewegte. 1839 erfand
Bischof die Gasentwickelungsöfen, welche in weiterer Ausbildung bestimmt waren, eine vollständige Umgestaltung
der Feuerungsanlagen in vielen Industriezweigen herbeizuführen, und namentlich auf Hüttenwerken allgemeine Anwendung gefunden
haben. Durch diese und mehrere metallurgische Arbeiten bekannt geworden, ward er 1843 als Hüttenmeister nach Mägdesprung berufen
und später zum Bergrat ernannt. 1864 trat er in Ruhestand. Er schrieb: »Die indirekte Nutzung roher Brennmaterialien« (2.
Aufl., Quedlinb. 1856);