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Kein Einbrecher dieser Welt kann den "weissen Leopard" stehlen. Ein unüberwindbares Sicherheitssystem sollte den edlen Schatz schützen. Doch die Schale aus dem 17. Jahrhundert ist verschwunden. Ein brisanter Fall für die drei ???, denn auf der Schale liegt ein Fluch der Samurai. Wer den "weissen Leopard" nicht ehrt, wird mit dem Tod bestraft - können Justus, Peter und Bob der tödlichen Rache entkommen?
01. Alarm in Bel Air
02. Rätselhafte Raubkatze
03. Der Jäger aus Kyoto
04. Spur aus der Vergangenheit
05. Ein seltsames Haus
06. Die Ruhe vor dem Sturm
07. Ein Phnatom schlägt zu
08. Royal Defense Unit
09. Kein Freund und Helfer
10. Klient in Not
11. In der Höhle des Shoguns
12. Diee Legende nimmt Gestalt an
13. Ein Fund, der alles verändert
14. Schrecklicher Verdacht
15. Wendepunkt
16. Die Villa der Lügen
17. Takashi und Yuna
Bei brütender kalifornischer Nachmittagshitze schuftete Justus Jonas zusammen mit seinen Freunden und Detektivkollegen Peter Shaw und Bob Andrews auf dem Gelände des Gebrauchtwarencenters T. Jonas. Das T. stand für Titus, den Namen von Justus' Onkel, dem der Betrieb gehörte. Bei ihm und seiner Frau Mathilda lebte Justus, seitdem seine Eltern vor vielen Jahren bei einem Unfall gestorben waren.
Tante Mathilda trieb die Jungen wie immer wortgewaltig an, entsprechend dankbar waren die drei ??? für die unvermutete Unterbrechung: In der Zentrale - ihrem Detektivbüro - klingelte das Telefon. Eilig hasteten die Jungen in den umgebauten, unter einem grossen Haufen Gerümpel verborgenen Wohnwagen. Dort nahm Justus den Hörer ab und schaltete den Verstärker ein, damit seine Freunde mithören konnten.
"Justus Jonas von den drei Detektiven."
"Hier Conklin, Larry Conklin", meldete sich eine sympathische Männerstimme. "Du wirst dich wahrscheinlich nicht mehr an mich erinnern, aber wir sind uns vor einiger Zeit in einem Café begegnet."
"Mr Conklin...", erwiderte Justus mit gerunzelter Stirn. Dann hellte sich seine Miene auf. "Larry Conklin von der Firma Safe-T-System! Sie stellen Alarmanlagen her und haben auch die Anlage im Mosby-Museum oben im Chaparral Canyon eingerichtet."
Der Anrufer war über die Gedächtnisleistung des Ersten Detektivs hörbar verblüfft. "Das weisst du noch?"
"Ich verfüge über ein recht passables Erinnerungsvermögen", gab Justus zurück. "Damals hatten meine Kollegen und ich an dem Fall mit der wandelnden Vogelscheuche gearbeitet. Peter und Bob hören übrigens mit."
"Hi, Mr Conklin!", meldeten sich der Zweite und dritte Detektiv zu Wort.
"Hallo zusammen! Und sagt doch einfach Larry und "du" zu mir."
"Gern", erwiderte Peter. "Hast du unseren Fall damals weiter verfolgt?"
"Genau. Und deshalb weiss ich, dass ihr erfolgreich den Diebstahl der immens kostbaren Mosby-Gemäldesammlung aufklären konntet: Rembrandt, van Dyck, Rubens und ein seltener Vermeer. War 'ne echt grosse Nummer."
Der Erste Detektiv hob die Augenbrauen. "Du bist sehr gut informiert."
"Kunstwerke und deren Schutz sind ja quasi mein Job", entgegnete Conklin. "So wie es euer Geschäft ist, rätselhafte Geschehnisse aufzuklären. Das ist auch der Grund meines Anrufs." Er senkte geheimnisvoll die Stimme. "Hier wird nämlich gerade beides benötigt..."
Bob horchte auf. "Das klingt interessant, Larry."
"Es ist Folgendes: Ich arbeite immer noch für Safe-T-System und habe momentan einen Auftrag bei einem ziemlich exzentrischen Börsenmakler und Kunstsammler namens Tyrone Fairfax. Ich soll seine komplette Villa in Bel Air und vor allem eine einzelne Vitrine mit einem hochmodernen Luxus-Alarmsystem ausstatten."
"Eine einzelne Vitrine?", fragte Justus neugierig. "Gehe ich recht in der Annahme, dass ein Kunstgegenstand darin verwahrt ist?"
"Genau. Konkret handelt es sich um eine unschätzbar wertvolle japanische Prunkschale aus dem 17. Jahrhundert. Sie stammt aus dem Besitz eines Shoguns. Wisst ihr, was das ist?"
"Verkürzt gesagt eine Art General der Samurai, und das wiederum waren speziell ausgebildete und bewaffnete Krieger im alten Japan", gab der Erste Detektiv mit gewohnter Sachkenntnis zurück.
"Genau", bestätigte Larry. "Unter Fachleuten ist die Schale wegen des auffälligen, besonders fein ausgearbeiteten Bildmotivs als der "Weisse Leopard" bekannt. Laut einer Legende soll der Shogun kurz vor seinem Tod einen Fluch über die kostbare Porzellanschale verhängt haben."
"Und... warum?", fragte Peter argwöhnisch.
"Aus Hass. Ein hinterhältiger Rivale hatte dem Shogun - der stets ein blaues Gewand mit weissen Leoparden trug - die kostbare Prunkschale geschenkt, um sein Vertrauen zu erschleichen und ihn dann skrupellos umzubringen."
Bob runzelte die Stirn. "Ziemlich unsympathisch."
"Seit jener Zeit soll der rachsüchtige Geist des Shoguns unwiderruflich mit der Schale verbunden sein", fuhr Conklin fort. "Im Lauf der Jahrhunderte soll er zahllose Opfer gefordert haben."
Der Zweite Detektiv verzog das Gesicht und raunte: "Das war ja mal wieder klar..."
"Der Ablauf des Fluchs ist dabei angeblich immer gleich: Wird der Geist des Shoguns erzürnt, erscheint er und nimmt die Schale an sich. Anschliessend folgt die tödliche Bestrafung des Besitzers, der den Zorn in irgendeiner Form heraufbeschworen hat."
"Und dein Klient hat keine Angst vor dem Fluch?", wollte Justus wissen.
"Und ob er die hat - sogar krankhafte Angst." Conklin seufzte. "Aber gleichzeitig ist Mr Fairfax auch der mythischen Anziehungskraft des Weissen Leoparden verfallen. Für Fluchgläubige hat diese uralte Prachtschale schon immer beides ausgestrahlt: Gefahr und Faszination. Ausserdem glaubt Mr Fairfax, gegen den Fluch gewappnet zu sein."