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Das Risiko, einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu erleiden, ist bei adipösen Patienten gegenüber normalgewichtigen erhöht. Auch gewisse Krebsarten (z. B. Dickdarmkrebs oder Brustkrebs) kommen bei adipösen Patienten häufiger vor als bei normalgewichtigen. Gut ein Viertel der stark übergewichtigen Menschen leidet zudem an Diabetes mellitus Typ 2 (Zuckererkrankung), deutlich mehr, als dies bei normalgewichtigen der Fall ist.
Was die Wenigsten wissen: Auch Virusinfektionen, z. B. Corona-Infektionen (Covid-19), verlaufen bei übergewichtigen Erkrankten oftmals schwerer als bei normalgewichtigen.
Viele Studien zeigen: Übergewichtige Menschen haben ein hohes Risiko für Komplikationen sowie eine erhöhte Sterberate durch Covid-19.
- Untersuchungen zeigen, dass Personen mit einem Body-Mass-Index von mehr als 30 doppelt so häufig ins Spital eingeliefert werden wie gleichaltrige normalgewichtige Patienten.
- Menschen mit einem Body-Mass-Index von mehr als 35 benötigen dreimal häufiger eine intensivmedizinische Behandlung als normalgewichtige.
Deshalb hat das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) die adipösen Patienten als Risikopatienten eingestuft.
Warum ist das so?
Bereits bekannte epidemiologische Studien zeigen, dass adipöse Menschen sehr viel häufiger an Diabetes Typ 2 (Zuckererkrankung) leiden und anfälliger für viele Infektionskrankheiten sind.
Verschiedene Studien belegen eine höhere Inzidenz (Häufigkeit) von Atemwegsinfektionen bei übergewichtigen Menschen im Vergleich zu schlanken Personen.
Es ist bekannt, dass Fettleibigkeit eine subtile, aber chronische Aktivierung unseres Immunsystems bewirkt und einen Zustand leicht entzündlicher Erkrankungen fördert. Dieser konstante Aktivierungszustand reduziert und schwächt die Reaktion unserer Immunzellen auf Infektionen. Dies kann schließlich zu schwereren Komplikationen während einer Infektion führen. Beispielsweise führt das Vorhandensein von Fettleibigkeit zu einer verzögerten und stumpfen Reaktion auf eine Influenzavirusinfektion (Grippeviren).
Vor allem das „Bauchfett“, das vorwiegend bei Männern auftritt, ist sehr „hormonaktiv“ und unterhält den oben beschriebenen leichten chronischen Entzündungszustand im Körper.
Adipositas, insbesondere wenn das Fett sich im Bauchraum befindet (vor allem bei Männern), führt zu einer Abnahme des Lungenvolumens, was sich in einem restriktiveren Beatmungsmuster bei der Spirometrie (medizinisches Verfahren zur Messung und Aufzeichnung des Lungen- bzw. Atemvolumens und der Luftflussgeschwindigkeiten zur Beurteilung der Lungenfunktion) widerspiegelt. Das bedeutet, dass die Lunge, wenn sie mit einer Infektion geschädigt wird, weniger „Reserven“ als bei normalgewichtigen Erkrankten hat. Dies wäre eine Erklärung dafür, warum bei Covid-19 das Risiko für eine maschinelle Beatmung bei Adipositas steigt.
Adipositas verursacht häufig Bluthochdruck. Ein chronischer Bluthochdruck schädigt das Herz und die Blutgefässe. Bluthochdruck ist mit einem erhöhten Risiko verbunden, dass eine Covid-19-Infektion zum Tod führt.
Weitere Studien sind erforderlich, um die genaue Beziehung zwischen Adipositas und den Komplikationen von Covid-19 zu bestätigen. Woran wir nicht zweifeln können ist die Tatsache, dass übergewichtige Menschen ein hohes Risiko für Komplikationen und eine erhöhte Sterberate durch Covid-19 haben. Fettleibigkeit ist eine Erkrankung, die andere Erkrankungen nach sich zieht. Deshalb ist eine frühzeitige und nachhaltige Therapie der Adipositas vorbeugend für viele weitere Begleiterkrankungen, die im Verlauf der Zeit auftreten können. Mit einer Gewichtreduktion verbessern Sie zudem die Abwehrkräfte Ihres Körpers.
Eine nachhaltige Therapie Ihrer Adipositas unter Zuhilfenahme professioneller Unterstützung (nicht-operativ oder operativ) kann Ihren Gesundheitszustand deutlich verbessern und Sie können Ihr Sterberisiko für viele Begleiterkrankungen senken.