Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/21152

<h2>SubmittedText<h2><p>Ist der Bundesrat bereit, in den Katalog der arbeitsmarktlichen Massnahmen des Arbeitslosenversicherungsgesetzes (Avig) für stellenlose Schulabgänger nicht nur Motivationssemester aufzunehmen, sondern auch Massnahmen zur Erhöhung der Sprachkompetenz und zur Nachbesserung der schulischen Grundausbildung?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Motivationssemester ist ein Programm zur vorübergehenden Beschäftigung für Absolventen der obligatorischen Schulzeit ohne Lehrstelle. Diese Massnahme existiert seit dem 1. Januar 1996, nachdem in einem knapp zweijährigen Pilotversuch die Wirksamkeit getestet wurde. Während dieser Phase hat sich gezeigt, dass dieses Instrument beim Finden einer Lehrstelle erfolgreicher war als ein zusätzliches 10. Schuljahr. Dies vor allem deshalb, weil das Motivationssemester den Schwerpunkt auf den Beschäftigungsaspekt mit einem ergänzenden Ausbildungsteil legt.</p><p>Während sechs Monaten haben die Jugendlichen die Gelegenheit, sich mit verschiedenen Berufen vertraut zu machen, indem sie in verschiedenen Betrieben Schnupperbesuche machen und von einer Fachperson bei der Konkretisierung ihres beruflichen Projektes betreut werden. Im Bereich ihrer Wahl absolvieren die zukünftigen Lehrlinge daraufhin ein Praktikum.</p><p>Im Ausbildungsteil geht es darum, die Teilnehmer in die Verhältnisse der Arbeitswelt einzuführen. Sie werden mit Themen wie Arbeitsvertrag, Arbeitszeit, Entlöhnung und gesetzlichen Vorschriften vertraut gemacht. Im weiteren werden, je nach den Bedürfnissen der Teilnehmer und abgestimmt auf die beruflichen Zieldefinitionen, in Kursen Lücken im Schulwissen geschlossen. In vielen Fällen handelt es sich dabei um Bereiche wie Deutsch, Mathematik, Bewerbungskurse oder PC-Schulungen.</p><p>Aufgrund dieser Ausführungen ergibt sich, dass das Anliegen der Interpellantin bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt realisiert ist und einen unverzichtbaren Bestandteil der Motivationssemester bilden.</p>  Antwort des Bundesrates.