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Schauspiel über Johanna von Orléans mit Zitaten von Jean Anouilh, Felicitas Hoppe, Jean-Marie Le Pen, Nicolas Sarkozy, Friedrich Schiller, Anna Seghers, Georg Bernhard Shaw u.a.
Darsteller: Daniela Britt, Jeanne Devos, Iana Huber, Wiebke Kayser, Juliane Lang und Jakob Suske
Inszenierung: Sabine Auf der Heyde
Rezension:
Insgesamt wurde die Rolle der„Johanna“ von fünf verschiedenen Schauspielerinnen verkörpert, angeführt von der anmutigen elfjährigen Iana Huber.
Im Programmheft heisst es zu Recht, Schauspiel über Johanna von Orléans. Wer diese Geschichte nicht kennt, kriegt sie in dieser Inszenierung nicht erzählt. Zwar werden die sich immer wiederholenden Prozessfragen gestellt, der Zuschauer erfährt, dass es sich im Hörsaal (Bühne: Ann Heine) um das Verhör einer angeblichen Ketzerin handelt. Man hört den vier Studentinnen alias Johanna trotzdem gebannt zu, weil von jeder Darstellerin schauspielerisch und rhetorisch brillant rübergebracht. So begreift der aufmerksame Zuhörer, wie in einem Hörspiel, worum sich die Sache dreht. Nicht ein die Geschichte erzählendes Schauspiel, aber dennoch unterhaltsam.
Anlässlich der kurzen Einführung vor der Vorstellung, wurde die Regisseurin Sabine Auf der Heyde gefragt, ob sie nach den Proben nun wisse, wer Johanna war? Sie antwortete: „Nein! Der Zuschauer soll sich selber ein Bild machen.“ Sie hätte sich bei der Inszenierung vorwiegend an das Buch „Johanna“ , verfasst von Felicitas Hoppe gehalten, das im Jahre 2006 erschienen ist.
1428 und 1429 war die Stadt Orléans im Hundertjährigen Krieg letzte Bastion der Franzosen gegen die Engländer. Am 8. Mai wurde sie unter Führung von Jeanne d‘Arc, die in diesem Zusammenhang den Beinamen „Jungfrau von Orléans“ erhielt, von der Belagerung befreit. 1412 wurde Jeanne d’Arc als Bauerntochter geboren, sie hörte dreizehnjährig beim Schafe hüten „innere Stimmen“ die ihr sagten, sie solle ihre Landsleute von der Belagerung der Engländer befreien. Sie wurde gefangen genommen und von den stockkatholischen Burgundern als Ketzerin und von den Engländern als Feindin gebrandmarkt und in Rouen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Im Jahr 1909 wurde sie von Papst Pius X. selig- und 1920 von Papst Benedikt XV. heiliggesprochen.
Der Abend wollte zeigen, dass die sogenannte, realpoltische Redefreiheit noch immer aktuell ist (Johanna war eine Kämpferin), das ist gelungen, aber wenn man eine historische Handlung und eine Geschichte erwartet, ist man am falschen Ort.
Kleine Fotodiashow der Première von Toni Suter über diesen Link:
Alle Fotos: © Toni Suter / T+T Fotografie www.ttfoto.ch
Luzerner Theater www.luzernertheater.ch