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Bahnhof-Unterführung, Brig
Das Keramik-Relief «Ragtime» der Architekturschaffenden Heidi und Peter Wenger in der Bahnhof-Unterführung Brig wurde im Auftrag der SBB im Jahr 2022 sorgfältig saniert. Künstlerisch wird das Werk der Konkreten Kunst zugeordnet. Augenfällig ist die formale Nähe zu den Tensegrity-Konstruktionen, die Peter Wenger ab 1964 entwickelte. Anhand der originalen Dokumente («Tessellations», P. Wenger) konnten die Motive durch das Restaurierungs-Atelier Alain Wagner wiederhergestellt werden.
Ragtime
Heidi & Peter Wenger,
Rohstoff und Herkunft
Die Ergänzungen für die Sanierung wurden zum einen mit industriellen Feinsteinzeugplatten im Format 60 x 60 cm und zum anderen mit in Italien handwerklich produzierten Platten in den fünf verwendeten Farben im Format 25 x 25 cm gemacht.
Produktion und Verfahren
Der Grossteil der Restaurierungsarbeiten bestand darin, die vorhandenen Fugen mit einer extrafeinen Diamantscheibe aufzusägen und alle Platten mit Hilfe von Vakuumsaugern zu demontieren. Bei der Realisierung 1992 wurden rückblickend zu harte, wenig elastische Klebstoffe und Fugenmörtel verwendet. Mit der Alterung der Bausubstanz, Wassereinbrüchen und den Vibrationen des Verkehrs sind am Kunstwerk diverse Schäden entstanden. Weitere Schäden durch die vorbeiziehenden Reisenden wie auch zahlreiche, frühere Restaurierungen mit anderen Farben und Oberflächen kamen zu der Problematik hinzu. Nach der Demontage der Platten wurden ihre Rückseiten gereinigt und der alte Mörtel entfernt. Falls nötig wurden die Platten restauriert oder ersetzt.
Um die Spannungen der Bausubstanz auf die Platten zu mildern, wurden auch die horizontalen, mittigen Fugen im Untergrund ausgesägt und mit der elastischen Fugenmasse erneuert.
Verlegetechnik
Für die Verlegearbeiten wurden die Platte mit einer Haftschicht versehen und mit einem widerstandfähigen, elastischen Kleber wieder lotrecht angebracht.
Die 5 mm - Fugen weisen denselben Farbton wie die (viel zu harten) Originale auf und bestehen aus einer Mischung von professionellem Fugenmörtel und grauem Lehm, um sie weicher und komprimierbarer zu machen.
Das Atelier Alain Wagner arbeitet sowohl an historischen Denkmälern, archäologischen Objekten wie auch an Privatbesitz. In der Werkstatt wird mit allen Arten von Materialien gearbeitet. Dadurch bieten sie ein breites Spektrum an Leistungen an und verbinden traditionelles Know-how mit modernen technischen Produkten. Mit den über 25 Jahren Erfahrung und den umfassenden Kenntnissen zu strukturellen, umweltbedingten, wie technischen Probleme sind sie bestrebt, dauerhafte und gute Lösungen finden.
Das Atelier Alain Wagner ist spezialisiert auf die Restaurierung von Fayencen, Denkmälern, Statuen und Mosaiken, Anfertigungen von Kopien wie auch von Originalmosaiken.