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Beschrieb
Moderne liberal-demokratische Gesellschaften sind durch ein Zusammenspiel der institutionellen Sphären von Markt, Staat und Zivilgesellschaft geprägt. In der Mitte des 20. Jahrhunderts lässt sich deren Verhältnis als ausgewogen, in einem gewissen Sinne als in einem Gleichgewicht befindlich charakterisieren, das im Wesentlichen durch die Institution der Citizenship (Staatsbürgerschaft) ermöglicht wird. Eine lebendige Zivilgesellschaft, in der Bürger sich staatsfern und nicht unter dem Einfluss von Marktimperativen vergemeinschaften und politisch aktiv sind, gilt seit Alexis de Tocqueville als Garant einer stabilen und demokratischen Gesellschaft.
Diese Vorstellung ist durch Globalisierung, Europäisierung und Transnationalisierung kaum aufrechtzuerhalten. Das Seminar widmet sich im Wesentlichen den Konsequenzen einer umfassenden Neoliberalisierung für die Demokratie und fragt nach Konsequenzen für die Institution der Citizenship wie auch der individuellen Citizenship rights (Bürgerrechte). Im Anschluss an eine umfassende Analyse dieser Konsequenzen geht das Seminar abschließend der Frage nach, inwiefern in Ländern, die als Folge der Bankenkrise unter ein hartes demokratisch nicht legitimiertes Austeritätsregime gezwungen wurden, neue Formen von Bürgerschaft im urbanen Raum als Form zivilgesellschaftlicher Aktion entstehen.