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Wer eine Slackline ohne Baum aufspannen will, muss dafür gleichwertige, meist künstliche Fixpunkte hernehmen. Je nachdem wie lange die Installation benutzt werden soll, sind unterschiedliche Methoden sinnvoll. Wenn eine Slackline-Installation im eigenen Garten oder von offizieller Seite in einem Park oder einer Schule eingerichtet werden soll, ist es wichtig, dass diese sehr langlebig, sicher und einfach bedienbar ist. Wenn aber die ganze Sache nur für ein Weekend beispielsweise auf einem Open-Air-Festival oder sonstigem Event montiert werden soll, sollte man das Ganze anschliessend ohne Spuren zu hinterlassen leicht wieder abbauen können.
Temporäre Slackline Installationen ohne Baum
Bei kurzzeitigen Installationen hat sich grösstenteils die Methode durchgesetzt, in der Wiese einen Erdanker zu setzen, die Slackline an diesem zu befestigen und über ein A-Frame (zwei Holzlatten, die übers Kreuz fixiert sind und dadurch eine Form wie ein »A« haben) zu spannen. Als Erdanker wird entweder eine Erdschraube oder ein Erdnagel verwendet.
Die Erdschraube
Die Erdschraube wird mittels einer stabilen Eisenstange in den Boden gedreht und kann so jederzeit auch wieder herausgedreht werden. Dies funktioniert gut in feuchter Erde, die nicht mit Steinen durchsetzt ist. Falls im Boden grössere Steine sind oder dieser komplett ausgetrocknet ist, ist es beinahe unmöglich, die Schraube in die Erde zu bringen. Sie sollte gegen einen Meter lang sein, damit sie wirklich tief genug im Erdreich verankert ist. Da die Erdschraube vor allem auf axiale Zuglast (Kraft entlang des Schraubenschafts) ausgelegt ist, empfiehlt es sich die Schraube, wie auf dem Bild gezeigt, schräg zur Zugrichtung in den Boden einzutreiben. Oben an der Schraube befindet sich eine Öse, an der die Slackline Mittels einer Rundschlingen befestigt wird.
Es gibt auch Hightech-Erdschrauben in Kegelform, die mit grossen Maschinen in den Boden geschraubt werden. Die Haltekräfte dieser Erdschrauben ist beachtlich, aber die Kosten dafür sind um ein vielfaches höher als bei einem Betonfundament mit Slackline-Pfosten.
Der Erdnägel
Als Alternative zur Schraube kann auch ein Erdnagel verwendet werden. Dieser wird mit einem handelsüblichen Vorschlaghammer in den Boden geschlagen. Dies sollte nicht ganz senkrecht geschehen, sondern so, dass das aus dem Boden herausragende Stück etwas entgegen der Zugrichtung der Slackline ausgerichtet ist. Der Nagel sollte ebenfalls gegen einen Meter lang sein, damit er gut hält. Der aus dem Boden herausstehende Erdnagel sollten umbedingt mit Polstermaterial gut abgedeckt werden, so dass man sich bei einem Sturz auf den Erdnagel nicht verletzten kann. Um noch etwas mehr Stabilität zu erreichen, kann man natürlich auch zwei oder mehrere Nägel nebeneinander verwenden und mit Rundschlingen verbinden. So gibt es Slackline-Systeme, bei welchem eine gelochte Platte oder Schiene mit mehreren Erdnägeln am Boden befestigt wird. An dieser Platte oder Schiene wird dann die Slackline angebracht. Das wieder Entfernen der Erdnägel bei diesem System ist aber sehr mühsam, da sich die Erdnägel nicht durch seitliche Bewegung gut lockern lassen.
Eine Spezialität von Verankerungen von Slacklines, ist die am Sandstrand mit dem Dead Man Anchor. Dazu wird ein grosser Lastwagen-Reifen oder Traktorpneu verbunden mit einer Rundschlinge, so tief wie möglich (mind. 1m) im Sand vergraben.
Das A-Frame
Nun hat man also die Slackline am Boden befestigt. Da stellt sich nun aber das Problem, wie man die Slackline in die Höhe bringt, damit man nicht am Boden slacklinen muss. Traditionellerweise wird hierzu ein A-Frame oder Hang-Frame verwendet. Ein solches A-Frame kann man bei verschiedenen Herstellern kaufen – es lässt sich aber auch ganz leicht selbst herstellen. Wichtig ist, dass die Slackline gerade zu liegen kommt. Von Vorteil ist, wenn es mehrere Öffnungen gibt, um die Slackline durchzustecken. Dadurch lässt sich die Slackline in der Höhe verstellen.
Bevor das A-Frame gesetzt wird, wird die Slackline am Boden ganz leicht vorgespannt. Danach legt man das A-Frame ungefähr einen Meter vom Bodenanker entfernt unter der Line auf den Boden und richtet es auf, sodass die Slackline mehr Spannung erhält. Das A-Frame sollte am Schluss ungefähr senkrecht stehen. Bei Bedarf kann die Slackline jederzeit nachgespannt werden.
Alternativ zum A-Frame kann auch ein abgesägter, dicker Baumstamm, Paletten, Rako-Kiste oder ein Felsblock herhalten, um die Slackline auf die richtige Höhe zu bringen. Wichtig dabei ist, dass das Band gut vor der entstehenden Scheuerbelastung geschützt wird. Dafür empfehlen wir den Lineslider Slackline-Schutz.
Nachteile von temporären Slackline-Installationen
Wenn man sehr harte Jumpline Slacklines ohne Baum aufspannen möchte, führen die wiederholten Belastungen meist spätestens nach einem starken Regenguss dazu, dass sich die Erdschrauben oder Erdnägel aus dem Boden lösen. Deshalb ist es eher eine kurzfristige Lösung oder eine, die gelegentlich neu gesetzt werden muss und somit mit einem gewissen Aufwand verbunden ist.
Aufbauanleitung Slackline ohne Baum
- Erdanker fixieren
Drehe die Erdschraube oder schlage den Erdnagel in den Boden hinein.
- Slackline anbringen
Stellen mit Rundschlingen eine Verbindung zwischen dem Erdanker, dem A-Frame und der Slackline her und spanne die Slackline leicht vor.
- A-Frame aufstellen
Richte nun das A-Frame auf und bringe so die Slackline auf die gewünschte Höhe. Achte dabei darauf, dass die Slackline an den Auflegepunkten gut vor Abrieb geschützt ist.
Dauerhafte Slackline Installationen ohne Baum
Dauerhafte Lösungen, bei denen keine A-Frames und Erdtanker benötigt werden, sind an Orten gefragt, an denen die Ankerpunkte von unterschiedlichen, speziell auch von unerfahrenen Slacklinern, mit verschiedenen Slackline-Sets verwendet werden. Für solche Fälle hat sich das Einbetonieren von Stahlpfosten bewährt. Damit das Betonfundament nicht allzu massiv ausfällt, gibt es hier die Möglichkeit, nach dem Aushub des Lochs Armierungseisen in den Boden zu schlagen. Diese werden gleich mit einbetoniert und wirken so als Verstrebungen. Dadurch sind sogar bei weichen Böden und beim Aufspannen von Jumplines nur ca. 200 Kilogramm Trocken-Beton nötig.
Solche Pfosten sollten aber unbedingt ausreichend dimensioniert sein! Ein Rohr mit 100 Millimetern Durchmesser und einer Wandstärke von zwei Millimetern hält ungefähr gleich viel aus wie ein Vollrohr mit 64 Millimetern Durchmesser, obwohl das Vollrohr natürlich deutlich mehr Material braucht. Dieser extreme Unterschied bei der Wandstärke kommt daher, dass das Flächenträgheitsmoment in der vierten Potenz vom Pfostendurchmesser abhängig ist. Anders ausgedrückt: Ein Vollrohr mit 10 Zentimetern Durchmesser hält 16(=24 )-mal
Wenn der Durchmesser des verwendeten Pfostens zehn Zentimeter nicht übersteigt, dann können Slacklines mittels V-Loop sogar ohne Baumschlingen aufgespannt werden.
Pfosten – die beste Lösung für die Slackline ohne Baum
Slackline-Pfosten bieten die professionellste und langlebigste Lösung, um eine Slackline ohne Baum zu befestigen. Dazu bieten sie den grossen Vorteil, dass sich am selben Pfosten gleich mehrere Slacklines fixieren lassen. SLACKTIVITY bietet für praktisch alle Slackline-Anwendungen den entsprechenden Slackline-Pfosten. Sei das zuhause für eine Einsteiger-Slackline im eigenen Garten oder für Longlines im Park.
Holzpfosten für Slacklines
Oft aus ästhetischen Überlegungen wurden auf Spielplätze auf Holzpfosten, wie zum Beispiel Rundstämme aus Robinien-Holz, als Slackline-Befestigung zurückgegriffen. Auch wenn so ein Holzpfosten eine wünschenswerte Optik bietet, müssen wir davon dringend abraten wegen der limitierten Beständigkeit von Holz. Denn gerade einbetonierte Holzstämme beginnen sehr schnell im Fundament zu faulen. Und die Abnahme der Haltekraft der Rundstämme ist praktisch unmöglich einzuschätzen. Wir wissen von mindestens einem tragischen Unfall, wo ein Slackliner durch einen morschen Rundstamm erschlagen wurde.
Slackline-Gestelle und andere Indoor-Befestigungsmöglichkeiten
In einem Raum, in dem keine massiven Säulen vorhanden sind, gibt es grundsätzlich zwei Varianten, um eine Slackline befestigen zu können. Entweder kann man die Slackline an der Wand anbringen oder ein spezielles Slackline-Gestell, auch bekannt unter Slack-Rack, dafür verwenden. Wenn man Wandhalterungen verwendet, sollte man unbedingt beachten, dass beim Slacklinen hohe Zugbelastungen auftreten können. Deshalb sind lediglich Betonwände gut dafür geeignet. Bei Backsteinwänden ist Vorsicht geboten und es ist empfehlenswert, dass sich ein Spezialist vorher die Wand anschaut. Wandbefestigungen sind äusserst platzsparend und Slacklines können dadurch auch über grössere Distanzen aufgespannt werden. Weitere Infos wie Slacklines Indoor befestigt werden findest du in dem Beitrag Slacklines in der Turnhalle befestigen.
Slackline-Gestelle gibt es in der Zwischenzeit von verschiedenen Anbietern. Jedoch sind sie alle sehr kurz. Wenn die Slackline-Gestelle länger wären, müssten sie extrem massiv gebaut sein, damit sie den Belastungen standhalten. Je nach dem sinnvoll kann die Verwendung eines solchen Slackline-Gestelles beispielsweise in einer Therapiepraxis sein, wo die meisten Leute sehr leichte Bedingungen zum Balancieren vorfinden müssen. Dabei ist aber zu beachten, dass die Höhe der Slackline vom Boden bei Slackline-Gestelle grösser ist, da der Verbindungsbalken vom Gestell unter der Slackline verläuft. Die konstruktionsbedingte grössere Sturzhöhe machen deshalb Slackline-Gestelle nicht zur ersten Wahl für den Therapie-Einsatz. Die Länge von meistens vier Metern ist zu Beginn des Trainings noch ausreichend, dann aber für alles Weitere stark limitierend und eher ungeeignet. Deshalb empfiehlt es sich auch nicht, ein solches Slackline-Gestell für zu Hause zu kaufen – es würde wohl ein paar Tage lang gebraucht werden und dann in einer Ecke verstauben.
Eine Slackline am Auto befestigen
Slacklines lassen sich auch an grossen Autos wie einem Geländewagen und natürlich an schweren Baumaschinen, problemlos befestigen. Vergesst nicht die Handbremse gut anzuziehen und das Auto mit einem zusätzlichen Keil zu sichern.
FAQ – Slackline ohne Baum
Für temporäre Slackline-Befestigungen haben sich A-Frames oder Hang-Frames, mit einer ausreichenden Verankerung im Untergrund mit Erdnägel oder Erdschrauben, bewährt. Für dauerhafte Slackline-Installationen sind Slackline-Pfosten die erste Wahl. Sie haben den grossen Vorteil, dass sich gleich mehrere Slacklines an einem Pfosten inner Kürze aufspannen lassen.
Um eine temporäre Befestigung der Slackline ohne Baum selber zu bauen benötigt man Erdnägel, Rundschlingen, Stück Seil, Schrauben und Holz. Daraus baut man sich ein A-Frame. Die Erdnägel werden in den Boden geschlagen und die Slackline über das A-Frame auf die gewünschte Höhe eingestellt. Für langfristige Befestigungen sind Slackline-Pfosten zum selber einbetonieren die beste Wahl und rechnen sich auch über die Zeit.