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Wie Beni Gafner im heutigen Tages-Anzeiger berichtet, will die Armee ausgemusterte Leopard-2-Kampfpanzer wieder flottmachen. Gafner beruft sich auf ein internes VBS-Papier, das auch die moderne Artillerie, die vollständig ausgerüstete Infanterie und den Mörser 16 Cobra beschlägt.
Zum Kampfpanzer greift Gafner ein altes Desiderat auf. Als die Mech Br 4 mit zwei Aufkl Bat, zwei Art Abt, dem Pont Bat und einem Stabsbat geschaffen wurde, legte eine mutige Gruppe junger Panzeroffiziere Protest ein. Sie verlangten eine echte Panzerbrigade wie die damaligen Pz Br 1 und 11. In einer Fachzeitschrift bewies Stefan Bühler, Kdt Pz Kp 12/1: Es ist machbar. Doch kam es anders.
Unter dem Eindruck des Kriegs
Jetzt steht auch die Schweiz unter dem Eindruck des Russen-Überfalls auf die Ukraine. Für Gafner haben wir derzeit “nur zweieinhalb Verbände”, womit er es gut meint. Wie die Ordre de bataille der Mech Br 4 belegt, ist mit den genannten sechs Truppenkörpern unmöglich ein Panzerkrieg zu führen. Neu schreibt Beni Gafner: “Die Armee müsse über mindestens drei vollständig ausgerüstete Panzerverbände verfügen, um mehr taktische Einsatzmöglichkeiten zu haben, sagen Insider.” Das stimmt.
Wie steht es um die Schweizer Kampfpanzer, um ein Rückgrat jedes Panzerverbandes (das andere bilden die Schützenpanzer mit den Panzergrenadieren)?
- In den Mech Br 1 und 11 haben wir derzeit je drei vollständig ausgerüstete Panzer/Mech-Bataillone: die Pz Bat 12 und 13, die Mech Bat 14, 17, 18 und 29 (sie unterscheiden sich nur durch den Namen). Die Armee verfügt über insgesamt 134 kawestierte Leopard 2.
- Zusätzlich berichtet Gafner von 100 Leopard-Panzern, “die gut eingefettet in geheimen Kavernen lagert wurden.” Lange lagerten sie im AMP Bronschhofen bei Wil.
Gafner führt zudem aus:
- Mindestens 34 dieser eingelagerten Panzer seien “für eine minimale vollständige Ausrüstung gemäss den Armeedokumenten zusätzlich nötig.”
- Die Armee erachte es als sinnvoll, die eingelagerten Panzer hervorzuholen und zu modernisieren. Im Jargon spreche man von Kampfwertsteigerung.
- Die Nutzungsdauer der Panzer dauere noch bis 2035. Eine verlängerte Nutzung zeichne sich ab. Was das kosten würde, sei noch unklar.
Einordnung
- Zu oft haben Gelehrte den Kampfpanzer totgesagt. Jedesmal erwies sich: Auf das geballte Feuer, den Schutz und die Mobilität der Panzer kann keine Armee verzichten.
- Putins Angriff hat die Friedenseuphorie endgültig begraben. Sein Krieg in der Ukraine ist auch ein Panzerkrieg, getragen auf seiner Seite von T-72, T-80, BMP-3 und BTR-82. Unverzichtbar sind Panzer nicht nur in der Offensive, sondern auch in der Abwehr, siehe Ukraine.
- Die Alimentierung unserer Mech Br 4 war und ist ein politischer Kompromiss. Die Schaffung einer richtigen, kampffähigen dritten Panzerbrigade steigert die Schweizer Kampfkraft. Gut so! Dann hätten wir drei echte Pz (pardon: Mech) Br 1, 4 und 11.