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Seit den einschlägigen dänischen Dramen der letzten Jahre geistert unter Festivalgängern der Begriff „Feel Bad Movie“ umher, eine ironische Bezeichnung für jene Filme, welche die menschliche Leidensfähigkeit so gekonnt und eindrücklich auf die Leinwand bringen, wie dieses Drama aus Kanada.
Contre toute espérance ist nicht nur der Titel, sondern auch das Programm. Réjeanne, eine Telefonistin, und ihr Mann, ein sanftmütiger Lastwagenfahrer, haben sich endlich ihr Traumhaus gekauft, als das Schicksal zuschlägt. Immer wieder. Der Film ist Teil einer geplanten Trilogie zu den christlichen Grundwerten von Bernard Émond, und man merkt deutlich, dass Émond vom Werk von Krzysztof Kieslowski fasziniert sein muss.
Allerdings gibt es, abgesehen von einem kurzen Besuch der Hauptfigur in einer Kirche und ihrem letzten Satz im Film („Dieu, aide-moi“) keine religiösen Referenzen. Der Film ist vielmehr ein plakativ individualisiertes Plädoyer gegen den Konzern-Kapitalismus.
Réjeanne ist eine Schwester der duldsamen Frauen bei Lars von Trier, aber nicht in einem Melodram, sondern in einem dieser nüchtern realistischen Hammerfilme, bei denen es schwer fällt, zwischen der Wirkung der benutzten Erzählmittel und der Wirkung der erzählten Geschichte zu trennen.
Ein Film jedenfalls, der gut in den aktuellen Wettbewerb von Locarno passt, der Film eines Regisseurs, von dem man sagen darf, dass er mit Sicherheit noch besser werden wird.