Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03221.jsonl.gz/1187

Als Lachen bezeichne ich ein Ausdrucksverhalten. Ich lache als Reaktion auf komische Situationen oder Schilderungen (Witz), zur Abwendung drohender sozialer Konflikte und zur Festigung sozialer Beziehungen, als Entlastungsreaktion nach überwundenen Schwierigkeiten oder um spontane Angstzustände zu verdrängen.
Lachen in diesem ausdiffrenzierten symbolischen Sinn gibt es nur bei Menschen, aber andere Primaten zeigen auch ein entsprechendes Verhalten, das ich als lachen verstehen kann. Mit H. Arendt würde ich sagen, dass Lachen etwas natürliches, also etwas nichtmenschliches ist. Lachen fungiert als nonverbale Kommunikation, es kann das Zusammenleben stören, aber das Nebeneinanderleben in gewissen, erlaubten Situationen erleichtern.
Im Der Name der Rose von U. Eco ist den Mönchen das Lachen verboten. Der Bibliothekar versteckt deshalb ein Buch von Aristoteles, in welchem das Lachen als Charakteristikum des Menschseins bezeichnet wird. Der Sklavenhalter hatte aber ohnehin ein seltsames Bild von Menschen. Und der Bibliothekar (ein Christ, kein Grieche) muss das gemerkt haben. Eine andere Frage ist, ob U. Eco das auch gemerkt hat. In den Klöstern wurden viele Bücher aus vielen Gründen geheimgehalten.
Ich lache, wenn ich mich ertappe.
Das Lachaen über einen Witz ist ein spezieller Fall davon. Beim Witz ertappe ich mich dabei, was ich gedanklich ausgeblendet habe. "Zwei Jäger treffen sich im Wald. Beide tot". Der Witz funktioniert, weil ich bei "treffen" nicht an treffen gedacht habe.