Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03515.jsonl.gz/746

BERNER ZEITUNG OBERLAND (06.11.1999)
Ghüder wird im Aargau entsorgt
Das Berner Oberland darf pro Jahr 32 500 Tonnen Kehricht in den Aargau exportieren und dort verbrennen. Gestern hat der Aargauer Regierungsrat einem entsprechenden Vertrag zugestimmt. Das Abkommen zwischen den aargauischen Kehrichtverbrennungs-Anlagen und der Berner AG für Abfallverwertung Avag dauert bis ins Jahr 2004. Die Avag reagiert damit auf ein Gesetz, das vorschreibt, dass der Kehricht ab dem Jahr 2000 verbrannt werden muss.
Noch bis Ende Dezember deponiert die Avag ihre Siedlungsabfälle in der eigenen Reaktor-Deponie. Weil sich der Bau der Thuner KVA aus technischen und politischen Gründen verzögert, ist die Avag gezwungen, ihre Abfälle in der Zwischenzeit zu exportieren.
Der Vertrag sieht die jährliche Lieferung von rund 32 500 Tonnen Kehricht aus dem Oberland in die KVAs Turgi, Buchs und Oftringen vor, wie das Aargauer Baudepartement in einer Mitteilung schreibt. Die Schlacke wird aus dem Aargau zurückgenommen und in einer Berner Deponie entsorgt. Nach Ansicht der Aargauer Regierung stellt der Vertrag für alle Beteiligten einen Gewinn dar. Das Berner Oberland könne das Ablagerungsverbot von brennbaren Abfällen ab Ende Jahr erfüllen, und im Aargau könne man von den tiefen Preisen in optimal ausgelasteten Verbrennungsanlagen profitieren.
sda
|15.11.1999|