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- Der abgeschwächte Wirbelsturm «Ian» bringt dem Südosten der USA weiter heftigen Regen.
- Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 55 Kilometern pro Stunde habe der Sturm jedoch an Kraft verloren, teilte das Hurrikan-Zentrum mit.
- Die Experten warnten aber vor anhaltenden starken Regenfällen und begrenzten Überschwemmungen in den Bundesstaaten South und North Carolina sowie Virginia.
- Mindestens 44 Personen kamen im Zusammenhang mit dem Sturm im US-Bundesstaat Florida ums Leben.
Nach Angaben der Webseite Poweroutage sind in North Carolina und Virginia noch immer knapp 50'000 Menschen ohne Strom. In Florida – wo demnach noch gut 900'000 Menschen ohne Strom sind – warnten die Meteorologen vor schweren Überschwemmungen entlang der Flüsse im Inneren des Staates.
Der Hurrikan «Ian» ist nach Florida auch über den US-Bundesstaat South Carolina gezogen. Dort kam es zu Überschwemmungen und starken Winden. In den kommenden Stunden wird er vermutlich nach Virginia weiterziehen.
Mit den aktuellen Winden entspricht «Ian» der Hurrikan-Kategorie eins von fünf. Während sich die Windgeschwindigkeit allmählich abschwächte, warnten Behörden und Wetterexperten weiter vor Gefahren durch Sturmfluten.
Das Hurrikan-Zentrum erwartete am Samstag, dass «Ian» auf seinem Weg in Richtung Norden weiter an Kraft verlieren und sich schliesslich im Laufe des Wochenendes über Virginia auflösen werde.
Schneise der Verwüstung im «Sunshine State»
Wenige Tage nachdem «Ian» über den Südwesten Floridas hinweggefegt ist, herrscht in der US-Küstenstadt Naples vor allem eines: Chaos. Noch immer gibt es keinen Strom, die Telefon- und Internetdienste funktionieren nicht zuverlässig. Und dennoch sind die Strassen voll mit Autos. Viele Menschen drängen zurück in die Stadt. Sie wollen nachsehen, was der Sturm in ihren Wohn- und Ferienhäusern angerichtet hat – und mit den Aufräumarbeiten beginnen.
In Naples war «Ian» am Mittwoch als Hurrikan der Stufe vier mit rund 240 Kilometern pro Stunde auf Land getroffen. Die Stadt ist bei Urlaubern wegen seiner schicken Geschäfte und Golfplätze beliebt. Während heftige Winde im Küstenort Fort Myers, etwa eine dreiviertel Autostunde weiter nördlich, viel Gebäudebestand zerstörten, sorgte in Naples vor allem heftiger Regen für meterhohe Überschwemmungen.
Im «Sunshine State» Florida hat «Ian» eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Das Wasser ist mittlerweile wieder abgeflossen, geblieben aber ist ein beissender Gestank nach Fisch und Müll. Die heisse Sonne Floridas scheint auf den teils schon getrockneten, vermüllten Schlamm.
Mindestens 44 Menschen gestorben
Eindeutige Angaben zu Opferzahlen gab es auch am Freitag nicht. In Florida wurden zunächst mindestens 44 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Sturm gezählt. Klarheit gebe es darüber aber noch nicht. US-Präsident Joe Biden hatte am Donnerstag düstere Befürchtungen geäussert und gesagt: «Dies könnte der tödlichste Hurrikan in der Geschichte Floridas sein.»
Mehr als 2.5 Millionen Menschen waren zeitweise ohne Strom. Zehntausende Monteure waren zuvor aktiviert worden, um Stromleitungen möglichst schnell wieder zu reparieren. Im Laufe des Donnerstags wurde für mehr als 350'000 die Energieversorgung wieder hergestellt, wie Floridas Gouverneur sagte.