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Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts
Auf der Basis der im Ausgangsprojekt gewonnenen Erkenntnisse soll im Folgeprojekt der Zeitraum der Untersuchung ins 20. Jahrhundert ausgedehnt werden. Dabei sollen die bereits herausgearbeiteten historiographischen Perspektiven überprüft werden. Zielsetzung ist es, die diskurs- und konstellationsgeschichtlichen Ansätze auch für das Verständnis öffentlicher Religionsdebatten zu evaluieren, um die Relevanz der Religionskonzepte gesellschaftsdiagnostisch aufzuzeigen. Der Fokus liegt dabei auf den ‚Religionisierungen‘ der verwissenschaftlichten Religionskonzepten: jenen Prozessen, in denen (1.) (selbstverstanden) religiöse Anliegen zu Anliegen der Wissenschaft erhoben wurden, (2.) Domänen wie Politik, Recht und Literatur auf der Basis solcher Religionskonzepte in den Bereich der Religion hineinreichend gestaltet wurden und (3.) Mischformen ‚wissenschaftlicher Religion‘ und ‚religiöser Wissenschaft‘ entstanden. An der Schnittstelle von Politik, Gesellschaftswissenschaften und Religionsforschung werden postulierte historiographische Brüche als konstruierte ‚Schwellenerzählungen‘ analysiert, um die Reichweite und Konsequenzen zeitordnender und damit weltanschauungsproduktiver Religionsforschung zu erfassen.
Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext
Diskurs- und konstellationsgeschichtliche Ansätze werden mit wissenssoziologischen Ansätzen in Verbindung gebracht, um so genealogisch zu fragen, wie religiös begründete Argumentationen in der Wissenschaft in Anschlag gebracht werden. Damit soll eine Forschungslücke in der Wissenschaftsgeschichte der Religionsforschung geschlossen werden.
Keywords
History of Science, Religion, History of Discourses, Sociology of Religion, Comparative Study of Religion