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Konsumenten

Bedürfnisse, Bedarf
und Nachfrage
Konsumenten konsumieren
Güter, um dadurch ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Die Auswirkung
des Konsums in bezug auf die Bedürfnisse nennt man Nutzen. Je besser
Güter Bedürfnisse befriedigen, desto höher ist ihr Nutzen.
Ein Fahrrad ist nützlich, wenn man damit fährt. Es ist unnütz,
wenn es nicht gefahren werden kann oder wenn andere Güter, z.B.
ein Auto das Mobilitätsbedürfnis besser befriedigen. Wollen
Konsumenten Güter für ihre Bedürfnisbefriedigung einsetzen,
über die sie nicht schon verfügen, entsteht ein Bedarf. Entschliessen
sich die Konsumenten, diesen Bedarf über den Markt zu decken, zeigt
sich auf dem Markt eine Nachfrage.
Autonomer und induzierter
Konsum

Konsumenten konsumieren zum
Teil unabhängig von ihrem Einkommen. Dieser Teil des Konsums
wird als automomer Konsum (Ca) bezeichnet. Der übrige Konsum
hängt vom Einkommen der Konsumenten ab. Er wird als induzierter
Konsum (cY) bezeichnet. Der Gesamtkonsum (C) setzt sich also zusammen
aus dem autonomen Konsum und dem vom Volkseinkommen abhängigen
Konsum.
In der Grafik
wird angenommen, dass der induzierte Konsum proportional zum Einkommen
anwächst. Die Grenzneigung zum Konsum bleibt mit 0.8 konstant.
Es wird also angenommen, dass die Konsumenten zusätzlich
zum autonomen Konsum unabhängig von der Einkommenshöhe
immer den gleichen Anteil des Einkommens für Konsumgüter
ausgegeben. Diese Annahme entspricht nicht unbedingt der Wirklichkeit.
Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass mit steigendem Einkommen
immer weniger Geld für Konsumgüter ausgegeben wird.
Die Grenzneigung zum Konsum ist dann nicht konstant, sondern wird
mit zunehmendem Einkommen kleiner.

Auf die Höhe
des autonomen Konsums (Ca) und die Höhe der Grenzneigung
zum Konsum (c) wirken verschiedene Einflüsse: das Vermögen
und die Schulden der Leute, die Verbrauchergewohnheiten in einem
Land, die allgemeinen Wirtschaftslage und die Erwartungen über
ihre Entwicklung in der Zukunft.
In Zeiten
mit optimistischer Beurteilung der zukünftigen Wirtschaftslage
ist die Grenzneigung zum Konsum im allgemeinen höher als
in Zeiten, in denen die Konsumenten in Bezug auf die wirtschaftliche
Zukunft pessimistisch sind.

"Spare in der Zeit,
dann hast du in der Not"

Jeder Konsument muss dauernd
entscheiden, ob er jetzt oder später konsumieren will. Es
stellt sich für ihn die Frage: Soll er in der Gegenwart das
ganze für Konsum verfügbare Geld ausgeben, oder soll
er einen Teil davon sparen ? Wer spart, verzichtet heute zugunsten
der Zukunft auf Konsum. Um den Entscheid zu fällen, welchen
Anteil des verfügbaren Einkommens gespart werden soll, vergleicht
der Konsument den Nutzen, den er vom gegenwärtigen Konsum
hat, mit dem Nutzen zukünftiger Konsummöglichkeiten:
Bringen Ausgaben in der Gegenwart z.B für Ferien am Meer
einen grössern Nutzen als ein Vermögenszuwachs, der
später vielleicht ermöglicht, ein teures Auto zu kaufen.
Gemäss dem ökonomischen Prinzip (Rationalitätsprinzip)
wird der Konsument danach streben, den Gesamtnutzen aus dem gegenwärtigen
und dem möglichen zukünftigen Konsum zu maximieren.
Er wird das verfügbare Einkommen so aufteilen, dass der Nutzen
aus gegenwärtigem Konsum und Sparen maximal ist.
|In der
oben gezeigten Grafik sind I1, I2 und I3 sogenannte Indifferenzkurven.
Indifferenzkurven verbinden alle Punkte mit gleichem Nutzen. Jede
Indifferenzkurve steht für ein bestimmtes Nutzenniveau. Je
weiter eine Indifferenzkurve vom Null-Punkt entfernt ist, umso höher
ist das Nutzenniveau, das sie darstellt. Es liessen sich beliebig
viele weitere Indifferenzkurven in die Grafik einzeichnen. Welches
Nutzenniveau erreicht werden kann, hängt vom Budget ab, das
für den heutigen und zukünftigen Konsum verfügbar
ist. Die sogenannte Budgetgerade zeigt die Beschränkung des
mit dem gegebenen Budget erreichbaren Nutzens auf. Dort wo die Budgetgerade
die Indifferenzkurve tangiert, liegt das Optimum aus heutigem und
zukünftigem Konsum. Punkt B liegt auf einer Indifferenzkurve,
die ein Nutzenniveau anzeigt, das mit dem verfügbaren Einkommen
nicht erreicht werden kann. Punkt A liegt auf einem zu tiefen Nutzenniveau
und würde zu einer Aufteilung des verfügbaren Einkommens
führen, welche nicht optimal wäre.