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Als Staatsoberhaupt haben ihn sich die Niederländer lange nicht vorstellen können. Willem-Alexander machte mit Bierseligkeit, Partys und Eskapaden Schlagzeilen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Wenn der Prinz von Oranien am Dienstag im Alter von 46 Jahren den Thron besteigt, bezweifelt niemand mehr, dass er das Zeug zum König hat.
Aus dem feierwütigen Junggesellen, dessen Trinkfestigkeit ihm auch den Namen "Prins Pilsje" einbrachte, ist ein verantwortungsvoller Familienvater geworden. Die Niederländer schätzen den als bodenständig und volksnah geltenden Prinzen mittlerweile ebenso sehr wie seine Mutter Beatrix, die Ende Januar abdankte.
Auf die Geburt von Willem-Alexander Claus George Ferdinand hatte die Nation am 27. April 1967 mit Begeisterung reagiert. Zum ersten Mal seit 1890 sollte nach der Regentschaft von drei Königinnen wieder ein Mann den Thron besteigen.
Doch Willem entwickelte sich zu einem nicht ganz einfachen Jugendlichen - seine Eltern schickten ihn schliesslich auf eine Privatschule nach Wales. Zurück in den Niederlanden, absolvierte er seinen Militärdienst bei der Marine.
Frieden mit den Medien geschlossen
Willems ausschweifendes Studentenleben an der Universität von Leiden füllte immer wieder die Klatschspalten. Nach Schilderung des früheren Regierungschefs Ruud Lubbers soll sogar die Königsfamilie die Eignung des Thronfolgers in Zweifel gezogen haben, der schon mal als Elfjähriger bei einem offiziellen Fototermin rief, die Medien sollten sich "zum Teufel scheren".
Sein Verhältnis zu den Medien hat sich inzwischen entspannt. Zusammen mit der Regierung brachte der Thronfolger 2005 einen Pressekodex auf den Weg, der weitgehend beachtet wird.
Nach seinem Geschichtsstudium begann sich der Prinz auf seine königlichen Pflichten vorzubereiten. Er liess sich bei der Armee unter anderem zum Piloten der Luftwaffe ausbilden und bereiste ausgiebig das Land.
1998 wurde der passionierte Sportler, der selbst Tennis und Golf spielt, segelt und Schlittschuh läuft, Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees. Ganz wie sein Vater Claus begann er sich auch für Fragen des Wassermanagements zu interessieren. 2006 übernahm er den Vorsitz des UNO-Beratergremiums für Wasser und Gesundheit.
Familienvater
Den Imagewandel verdankt Willem-Alexander vor allem seiner Frau. War die Hochzeit mit der bürgerlichen Argentinierin Máxima Zorreguieta 2002 noch wegen der Vergangenheit ihres Vaters als Staatssekretär in der Militärjunta hoch umstritten, so haben die Niederländer die fröhliche Südamerikanerin längst ins Herz geschlossen.
Willem sei "intelligent, zärtlich, stark" und stehe "mit beiden Füssen auf dem Boden", sagte Máxima in einem Interview. Zur Familie gehören mittlerweile auch drei Töchter: die neunjährige künftige Thronfolgerin Catharina-Amalia sowie die siebenjährige Alexia und die sechsjährige Ariane.
"Kein Protokoll-Fetischist"
Nicht zuletzt der schwere Skiunfall seines Bruders Johan Friso Anfang 2012, der seitdem im Koma liegt, brachte Willem-Alexander nach Meinung mancher Beobachter zu der Einsicht, dass er sich auf die Thronfolge vorzubereiten hatte. Heute gilt er als volksnäher und fortschrittlicher als seine Mutter.
Von seinen Auslandsreisen berichtet er in einem Blog im Internet. Anders als Beatrix legt der künftige König weniger Wert auf die Anrede "Majestät", wie er unlängst in einem TV-Interview sagte. "Ich bin kein Protokoll-Fetischist", verriet er.
Doch sein Lebensstil bleibt nicht ohne Kritik. 2009 musste er auf Druck der Öffentlichkeit sein neues Ferienhaus im verarmten Mosambik wieder verkaufen.
Auch nach seiner Teilnahme am traditionellen Toiletten-Weitwurf zum sogenannten Königinnentag vergangenes Jahr zeigte sich der Prinz zerknirscht: Er schäme sich "angesichts von 2,6 Milliarden Menschen, die nicht die geringste Infrastruktur haben, um ihre Bedürfnisse mit Würde zu verrichten".