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• Richard Branson gewinnt Wettlauf der Milliardäre ins All
• Branson investiert in Raumfahrt Startup Seraphim
• Kritik an Weltraum-Tourismus
Der als Abenteurer bekannte Richard Branson machte Schlagzeilen, als er am 11. Juli in einer Höhe von etwa 86 Kilometern als Weltraumtourist die Schwerelosigkeit genoss. Der 70-Jährige will ebenso wie auch Amazon-Gründer Jeff Bezos und Tesla-Chef Elon Musk ins Geschäft mit dem Weltraumtourismus einsteigen und nutzte seinen Flug geschickt als PR-Coup - schliesslich ist es ihm und seiner Firma Virgin Galactic gelungen, der Konkurrenz zuvorzukommen.
Zwar hatte Blue Origin, die Raumfahrtfirma von Jeff Bezos, bereits im Mai einen bemannten Flug mit der Rakete "New Shepard" für den 20. Juli angekündigt. Doch dann trat Branson auf den Plan und stahl dem 57-jährigen Bezos die Show, indem er seinen eigenen Flug eine Woche früher ansetzte. Elon Musk ist ohnehin abgeschlagen, denn laut dem Online-Portal für Tesla-Nachrichten "TESLAMAG" ist der nächste kommerzielle Flug von Musks "Dragon"-Raumkapsel wohl erst im Spätherbst geplant.
Neues Raumfahrt-Investment
Doch Richard Branson ruht sich nicht auf seinem Erfolg aus, sondern treibt das Wettrennen weiter voran. So habe er Anteile des Seraphim Space Investment Trust plc erworben, berichtet "Bloomberg" unter Berufung auf Will Whitehorn, den Chairman des in London ansässigen Venture Capital-Unternehmens, das sich auf den Weltraum-Sektor spezialisiert hat.
Die Investition erfolgte in Zusammenhang mit dem 178-Millionen-Pfund-IPO von Seraphim an der London Stock Exchange. Wie gross Bransons Engagement ist, hat Whitehorn, der früher President bei dessen Mischkonzern Virgin Galactic war, jedoch nicht verraten. Doch immerhin habe Virgin Galactic bestätigt, dass Branson ein Investor bei Seraphim ist. Ein weiterer Investor sei laut Will Whitehorn der europäische Luft- und Raumfahrtriese Airbus.
Das zugeflossene Kapital will Seraphim in 19 Beteiligungen investieren, bei denen eine Verwässerung drohe, weil sie sich im Zuge steigender Bewertungen zusätzliche Gelder beschaffen. Seraphim ist allein an fünf sogenannten Einhörnern beteiligt, also Startup-Unternehmen, die mit über einer Milliarde Dollar bewertet werden.
Kritik an Weltraum-Tourismus
Branson und Bezos sind zwar nicht die ersten Touristen in der Schwerelosigkeit, jedoch haben sie und ihre Unternehmen es sich vorgenommen, kommerzielle Weltraumflüge salonfähig zu machen. Hierzu gibt es jedoch auch kritische Stimmen, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" schreibt. Kritiker halten solche Flüge, bei denen es nicht mehr um wissenschaftlich-technische Erkenntnisse geht, für überflüssig. Stattdessen würden Unmengen an Treibstoff verbrannt, nur weil Unternehmer wie Branson damit ihr Ego und ihre Geschäftsinteressen befriedigen wollten.
Redaktion finanzen.ch