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DMZ - WIRTSCHAFT ¦ Patricia Jungo ¦
Für den Preisüberwacher zeigen die massiven Preisunterschiede bei den Kosten für Heimplatzierungen und sozialpädagogische Familienbegleitungen in der Schweiz klar den bestehenden Handlungsbedarf innerhalb der Kantone und in deren Zusammenarbeit. Aus einer Mitteilung vom Dienstag geht hervor, dass der Preisüberwacher die Schwierigkeiten, welche beim Vergleich zutage getreten sind, nicht vollständig beseitigen konnte. So sei es nicht klar erwiesen, ob die ausgewiesenen Daten wirklich vergleichbar seien, obschon diese von den Kantonen korrigiert und bestätigt worden seien.
Eine der Schwierigkeiten für den Preisüberwacher bestand darin, in einigen Kantonen überhaupt eine Ansprechperson oder eine zuständige Stelle ausfindig zu machen. Aufgrund der sehr uneinheitlichen Praxis der Kantone habe sich eine vergleichende Marktbeobachtung als sehr schwierig erwiesen. Je nach Kanton würden für die Erhebung der Daten verschiedene Kriterien gelten und einige Kanton hätten die Fragen der Preisüberwachung gar nicht oder unvollständig beantwortet oder auch gar nicht auf wiederholte Einladungen reagiert. Der Preisüberwacher berichtet, er habe sich dennoch entschieden, die Marktbeobachtung zu publizieren in der Hoffnung so zur Diskussion und Transparenz und „einer minimalen Einheit in der Vielfalt zwischen den Kantonen“ beizutragen.
Er stellt eine sehr grosse Bandbreite der Kosten, welche von den anbietenden Institutionen in Rechnung gestellt werden, fest. In den Kantonen, wo Zahlen vorliegen, schwanken diese in Rechnung gestellten Tagessätze für eine geschlossene Unterbringung in Internat und Schule zwischen maximal knapp 100 Franken (Genf) und minimal 350 Franken (Zug). In diesen beiden Kantonen liegt allerdings auch die Spannweite zwischen dem höchsten und niedrigsten Betrag bei mehreren hundert Franken. Die verrechneten Tagessätze für eine offene Unterbringung für Internat und Schule situieren sich in den erfassten Kantonen bei maximal gut 1000 Franken (Zürich) und weniger als 200 Franken (Tessin).
In den erfassten Kantonen ergaben sich auch bei den Stundenansätzen für eine sozialpädagogische Familienbegleitung deutliche Unterschiede. Im Jura liegen diese mit rund 30 Franken viel tiefer als in den anderen Kantonen. Die Rangliste führt dabei der Kanton Thurgau mit stattlichen 175 Franken pro Stunde an. Auch in diesem Kanton besteht allerdings eine Spannbreite zwischen dem höchsten und niedrigsten Ansatz von etwa 90 Franken. Der Preisüberwacher betont, die von den Eltern zu bezahlenden Beträge seien nicht erhoben worden. Aufgrund der geführten Gespräche werde aber leider vermutet, dass es dabei massive Unterschiede geben dürfte und auch die Unterscheidung von zivilrechtlichen, strafrechtlichen und medizinischen Fällen nicht immer gewährleistet sei.
Quellen: bluewin news/südostschweiz.ch
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