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Im Jahre 1972 wurden bestimmte Sportarten mit dem Ziel in das J+S-Programm aufgenommen, die Kompetenzen von Trainerinnen und Trainern zu fördern und lokale Sportvereine wirtschaftlich und administrativ zu unterstützen. Dabei zeichnete sich bereits in den ersten Monaten eine gewisse Polysportivität ab, da einige versuchten mehrere Anerkennungen in verschiedenen Sportarten zu «sammeln». Wer damals J+S-Leiterin oder J+S-Leiter werden wollte, musste ein Abzeichen erhalten und diesen auf den Trainingsanzug nähen und viele hatten eine beträchtliche Anzahl an Abzeichen. Das Erlangen solcher Abzeichen ist natürlich ein quantitatives Ziel, aber es ist auch eine Bereicherung für diejenigen, die ihre sportlichen Kompetenzen erweitern.
Zwischen 1972 und den 1990er-Jahren war die Polysportivität auch im Bereich «Fitness» präsent. «Fitness» wurde in den «Turnsportarten» angeboten und verfolgte das Ziel, sportartspezifische körperliche Fähigkeiten (insbesondere beim Turnen) zu fördern, aber auch Jungen und Mädchen auf die Fitnesstests vorzubereiten, die J+S in Anlehnung an die früheren Prüfungen – für Jungen – für die Einberufung zum Militärdienst durchführte.
Aber insbesondere auch organisierter Vereinssport organisiert Jugend+Sport, indem die Polysportivität zu vielseitigen Bewegungserfahrungen führtMatthias Baumgartner
Im Laufe der Zeit wurden im J+S-Programm spezifischere «polysportive» Hilfsmittel entwickelt, vor allem in den Bereichen «Kindersport» und «Schulsport». Ziel ist es, Kinder unter 10 Jahren zu polysportiven Aktivitäten anzuregen und schon im Schulsport die Voraussetzungen für einen leichteren Zugang zum Vereinssport zu schaffen.
Auch die polysportive Sprache von J+S wurde seit Anfang der 2000er-Jahre regelmässig durch die Entwicklung von Lehrmitteln bereichert, in denen eine spezifische didaktische Logik Gestalt annimmt. Das «Kernlehrmittel» war ein erster Schritt, der nun im Rahmen der Förderung des «Magglinger Ausbildungsmodells» weiterentwickelt wurde.
Seit Mitte der 2010er-Jahre sind die Sportverbände zwar direkter an der Durchführung der Aktivitäten der einzelnen Sportarten beteiligt, was zu einer Art Spezialisierung der Überlegungen geführt hat, doch nun ist es an der Zeit, alle Beteiligten mit bereichsübergreifenden Kompetenzen auszustatten. Sport zu treiben bedeutet immer noch, an spezifischen motorischen Fähigkeiten zu arbeiten, aber es geht zunehmend auch darum, die Entwicklung sozialer Kompetenzen zu fördern und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass einem aktiven Lebensstil die notwendige Bedeutung beigemessen wird. Deshalb ist die Einbindung verschiedener Sportarten und die Schaffung eines polysportiven Umfelds zu einem Schlüsselziel der Sportförderung geworden.
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