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Immer wieder wandern einzelne Wölfe in die Schweiz ein; 2012 bildete sich ein erstes Rudel. Die Schweiz betreibt keine aktive Förderung des Wolfes. Mit einem Wolfskonzept will das BAFU aber die Probleme minimieren, die mit der Anwesenheit von Wölfen entstehen können.
In den letzten Jahren hat in der Schweiz die Anzahl der Wölfe stetig zugenommen. Die Tiere kommen aus Italien und Frankreich, wo sich die Wolfspopulationen wieder ausbreiten. Seit 2012 lebt das erste Wolfsrudel am Calanda (GR).
In der Schweiz wird der Wolf nicht speziell gefördert. Da er aber von selbst einwandert, muss sich die Schweiz mit seiner Rückkehr auseinandersetzen.
Wolfskonzept
Das BAFU hat in enger Zusammenarbeit mit den Kantonen und zuständigen Interessensgruppen ein Wolfskonzept entwickelt. Das Konzept ist eine Vollzugshilfe des BAFU. Es konkretisiert unbestimmte Rechtsbegriffe und soll eine einheitliche Vollzugspraxis ermöglichen. Es basiert auf folgenden Grundsätzen und Zielen:
- Der Wolf gehört zur einheimischen Fauna. Seine Rückkehr erfolgt natürlich, indem er von selbst einwandert.
- Der Wolf ist geschützt (Berner Konvention und JSG).
- Der Bund fördert und koordiniert Massnahmen der Kantone zur Verhütung von Schäden an Nutztieren (Art. 12 Abs. 5 JSG).
- Der Bund beteiligt sich an den Entschädigungskosten von Schäden an Nutztieren mit 80% (Art. 10 JSV).
- Wenn einzelne Wölfe erhebliche Schäden anrichten, können die Kantone ausnahmsweise eine Bewilligung zum Abschuss eines Wolfes erteilen.
- Die Kantone können mit vorheriger Zustimmung des BAFU, eine Bewilligung zum Abschuss von Jungwölfen in Gebieten mit Wolfsrudeln erteilen, wenn sich diese aus eigenem Antrieb regelmässig innerhalb oder in unmittelbarer Nähe von Siedlungen aufhalten und aggressiv werden oder zu wenig Scheu zeigen
- Die Rückkehr des Wolfes wird mit einem Monitoring (KORA) überwacht.
Wolf-Hunde-Mischlinge
Eine neue wissenschaftliche Untersuchung der Universität Lausanne zur Vermischung von Wolf und Haushund, die im Auftrag des Bundesamts für Umwelt erstellt wurde, ist publiziert worden. Sie zeigt, dass die genetische Integrität des Schweizer Wolfsbestandes intakt ist.
Von den Kantonen bewilligte Abschüsse schadenstiftender Einzelwölfe seit 2000
|Anzahl||Kanton||Datum||Ausgeführt|
|1||VS||02.05.2000||Ja|
|1||VS||27.07.2000||Nein|
|1||VS||15.08.2000||Ja|
|1||GR||28.08.2001||Ja|
|1||VS||09.08.2002||Nein|
|1||VS||01.09.2006||Ja|
|1||VS||11.10.2006||Ja|
|1||VS||28.09.2007||Nein|
|1||LU||05.08.2009||Nein|
|1||VS||06.08.2009||Ja|
|1||VS||06.08.2009||Nein|
|1||VS||03.08.2010||Ja|
|1||VS||27.08.2013||Ja|
|1||UR||23.06.2015||Nein|
|1||VS||31.08.2015||Nein|
|1||VS||14.06.2016||Nein|
|1||UR||14.07.2016||Ja|
|1||VS||07.09.2018||Nein|
|1||VS||07.09.2018||Nein|
Von den Kantonen bewilligte Bestandesregulierungen von Wölfen seit 2015
|Anzahl||Kanton||Datum||Ausgeführt|
|1||GR||21.12.2015||Nein|
|1||SG||21.12.2015||Nein|
|1||VS||21.12.2016||Ja|
|1||VS||21.12.2016||Nein|
Internationale Zusammenarbeit
Die Wolf Alpine Group ist eine informelle Gruppe von Fachleuten (v.a. aus der Wildtierforschung und der Verwaltung). Alle zwei Jahre trifft man sich in einem der Alpenländer zu einem Erfahrungsaustausch und zum Abstimmen des Wolf-Monitorings.
Die Diskussionen werden jeweils in einem Bericht zum «Alpine Wolf Workshop» zusammengefasst und veröffentlicht. KORA obliegt es, den Workshop zu organisieren und den Bericht zu editieren, wenn die Reihe an der Schweiz ist.
Weiterführende Informationen
Letzte Änderung 10.05.2019