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Das MoMa New York feiert den Ursprung der Moderne
Auf einmal war alles anders. Alle Regeln der Kunst wurden von Künstlern auf den Kopf gestellt. Nicht mehr allein die Darstellung war die Hauptaufgabe der Kunst, sondern sie stellte sich plötzlich als eigenen Gegenstand dar. Die crossmediale Bewegung Kunst erfasste neben der Malerei auch die Sparten Musik, Fotografie, Poesie und Tanz. Dieser Entstehung der Moderne widmet sich die Ausstellung Inventing Abstraction. How a radical Idea changed Modern Art im Museum of Modern Art in New York. Sie erzählt die Geschichte der Moderne und schildert den Epochen-Umbruch so, dass enorme ästhetische Energien freigesetzt werden.
Highlights der Ausstellung
Am Anfang der Ausstellung steht das Bild “Frau mit einer Mandoline” von Picasso, mit dem er zum Pionier der Abstraktion wurde, obwohl er diesem Stil eher skeptisch gegenüber stand. Mit diesem frühkubinistischen Werk in Oker und Braun aus dem Jahr 1910 revolutionierte der Meister die Kunstwelt. Die Wahrnehmung des Betrachters könnte irritiert sein durch die fehlende Ähnlichkeit des Kunstwerks mit dem titelgebenden Arrangement, da für uns laut Picasso alle Dinge zwangsläufig Figuren sind. Die inszenatorische Qualität eines Kunstwerks würde von klar erkennbaren Gegenständen abhängen, und so fügte Picasso seinem Werk später noch Attribute mit klaren Strukturen hinzu, etwa einen Schnurrbart oder eine Flasche. Neben Picassos Frau mit der Mandoline hat das MoMa mehr als 350 abstrakte Werke zusammen gebracht. Musikeinspielungen, Gedichtlesungen, Buchbeispiele und Filmvorführungen sorgen für eine spartenübergreifende Vielfalt. Das MoMa spezialisiert sich mit der Ausstellung besonders auf die Jahre zwischen 1910 und 1925 Es setzt den Fokus auf die Protagonisten und gibt einen umfassenden Einblick auf die Revolutionierung der Kunst, die übergreifend auf den halben Erdkreis war.
Explosion der Farben
Kandinskys Komposition III (Konzert) ist eine Komposition aus den Farben Gelb, Rot und Schwarz auf weissem Grund. Die Idee kam Kandinsky im Jahr 1911 nach einem Konzert von Arnold Schönberg, mit dem der Künstler befreundet war. Hier verbindet sich der Ursprungsmythos der abstrakten Bewegung. Schriftliche Zeugnisse dokumentieren die Faszination der neuen Kunstform, die immer mehr Künstler anzog. Kandinskys Werk wurde 1911 in der ersten Gruppenausstellung der Goldenen Reiter gezeigt.