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Eine neue Studie der Texas A&M University kommt zum Schluss, dass "brutale" Videogames auf die meisten Teens keinen negativen Einfluss haben.
Die Studie der texanischen Universität wurde im Review of General Psychology veröffentlicht. In der Studie wurde der Einfluss von Videogames auf Teenager getestet. Die Studie kommt zum Schluss, dass das Spielen von "brutalen" Videogames bei den allermeisten Teens keinerlei negative Folgen verursacht. Eine Ausnahme machen die Wissenschaftler bei Jugendlichen, die "stark neurotisch" und bereits vor dem Spielen der Games "depressiv, aggressiv und gewissenlos" waren. Bei solchen Jugendlichen können Videospiele bereits bestehende Verhaltensprobleme verstärken. Wichtig anzumerken ist hier aber, dass diese Menschen allgemein negativ auf "brutale" Medien reagieren; neben Videogames führen bei solchen Jugendlichen beispielsweise auch Filme die Gewalt darstellen zu vermehrtem aggressivem Verhalten.
Tatsächlich scheinen Videogames eher einen positiven Einfluss zu haben. Das Spielen von Videogames korreliert mit einem Rückgang von Verhaltensproblemen bei Jugendlichen, mit einem Rückgang von Gewalt, und mit einer Verbesserung von Testresultaten in standardisierten Tests. Dies ist eine Korrelation; ob ein Kausalzusammenhang mit dem Spielen von Videogames und diesen Verbesserungen besteht wurde nicht bewiesen.
Gegenargumente
Kritische Stimmen widersprechen den Studienresultaten. In einem Artikel zu der Studie im Scientific American schreibt Dara Greenwood, dass gewalttätige Filme und Spiele kurzfristig eine Steigerung der Aggression hervorrufen können. Es ist allerdings nicht ganz klar, was das mit der Studie zu tun hat. Dass man unmittelbar nach dem Konsum von einem Film wie Saw eher aggressive Gefühle hat weiss jeder, der den Film gesehen hat. Die wirkliche Frage ist aber, welche langfristigen Resultate der Konsum von solchen Filmen und Spielen hervorruft.
Weiter schreibt Greenwood, dass eine Korrelation zwischen dem Konsum von Gewaltmedien (insbesondere erwähnt sie Horror-Filme) und einer generell herabgesetzten Empathie feststellbar ist. Hier stellt sich allerdings die Frage, ob die herabgesetzte Empathie eine Folge vom Konsum der Medien ist. Schliesslich ist es nicht verwunderlich, dass eher Leute mit weniger starken Empathie-Gefühlen Filme wie Saw schauen, während stark emphatische Menschen diese Filme lieber vermeiden. Mit anderen Worten, wer solche Filme schaut hat nicht weniger starke emphatische Gefühle weil er solche Filme schaut, sondern er schaut solche Filme weil er weniger stark Empathie verspürt. Auch unklar ist, wie stark der Unterschied zwischen den beiden Gruppen tatsächlich ist. Greenwood lässt diese Frage unbeantwortet.
Greenwood verweist in ihrem Artikel auf kein einziges Problem in der eigentlich diskutierten Studie. Damit ist anzunehmen, dass sie keine Probleme gefunden hat. Dass der Scientific American einen Artikel veröffentlicht der eine Studie in Frage stellt ohne ein einziges Problem in dieser Studie zu identifizieren ist etwas enttäuschend.
Am Ende bleibt folgende Tatsache: hätten diese Filme und Spiele einen (starken) Einfluss, so müsste man wohl heute langsam in unserer Gesellschaft die Folgen davon feststellen, schliesslich konsumieren Jugendliche seit etwa 30-40 Jahren ultrabrutale Filme.[^brutal] Tatsächlich sind solche Folgen aber nicht feststellbar.
[^brutal]: Siehe The Evil Dead, 1981, oder Dawn of the Dead, 1978, zwei Filme die wir hier übrigens durchaus empfehlen, mit dem obligatorischen Hinweis dass sie in der Schweiz absurderweise verboten sind, obwohl sie heute als Klassiker der Filmgeschichte gelten.
Fussnoten
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