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Übersetzung der Bibel in französischer Gebärdensprache (LSF)
In der Romandie arbeitet man an einem internationalem Projekt mit, das Lukasevangelium in die LSF zu übersetzen. Dazu ein Bericht der Genfer Pfarrerin Anne-Lise Nerfin.
Ein grosses Projekt der CGG war das Lexikon der christlichen Gebärden (G-Lex). Nach mehreren Jahren konnte unter der Federführung von SOGS das Lexikon 2005 zum Verkauf angeboten werden (Bestellung bei www.gs-media.ch).
Dieses Lexikon war nur für die deutschschweizer Gebärden. In der Romandie konnte man davon nicht viel profitieren. Dafür machen sie jetzt ein ganz anderes Projekt. Sie wirken in einem internationalen Projekt mit, die Bibel in LSF (französische Gebärdensprache) zu übersetzen. Als Pilotprojekt nahmen sie das Lukasevangelium. Dazu ein Bericht von der Genfer Pfarrerin Anne-Lise Nerfin, wofür wir uns bei ihr bedanken.
Vor einigen Jahren wurde auf Anregung der CGG von der SOGS ein sehr nützlicher CD-Rom herausgegeben. Er enthält hunderte von religiösen Zeichen in schweizerdeutscher Gebärdensprache. Es ist dies das G-Lex, das Gebärden-Lexikon.
Die Französisch Sprechenden haben auch den Wunsch nach einem Werkzeug geäussert, das ihnen hilft, ihren Glauben in Gebärdensprache besser ausdrücken zu können. Aber sie haben eine Übersetzung der Bibel einem Lexikon vorgezogen. Ein erster Versuch wurde 2000 von der französischen Bibelgesellschaft gemacht: 6 kurze Texte aus dem Lukasevangelium, auf Videokassette. Aber es hat nie eine Fortsetzung gegeben.
Deshalb wurde eine Partnerschaft gegründet zwischen Gruppen aus Frankreich, aus der Schweiz, aus Belgien und aus dem Kongo Brazzaville, unter Leitung der französischen Bibelgesellschaft. Eine kleine Pilotgruppe wurde eingesetzt; es gab im Winter 2006-2007 mehrere Begegnungen zur Abklärung. Ein Seminar von 3 Tagen hat Ende Juni 2007 ungefähr 25 Personen in Paris vereint, um das Projekt zu diskutieren und um zu sehen, ob es Gruppen gibt, die sich dafür einsetzen könnten. Es war eine allgemeine Begeisterung!
Seither sind 9 Gruppen an der Arbeit: 5 in Frankreich, 1 im Kongo Brazzaville, 1 in Belgien und 2 in der französischen Schweiz. Selbstverständlich ist dies eine ökumenische Arbeit. Jede Gruppe umfasst mindestens 5 Personen, gehörlose und hörende, mit verschiedenen Fähigkeiten: Linguisten, Bibelkundige, Videasten, Übersetzer, Verantwortliche von Gemeinden usw. Das Lukasevangelium wurde als erstes Ziel gewählt, seine Version in basischem Französisch ‹Parole de Vie› als Übersetzungsbasis. Jede Gruppe hat 2 bis 3 Kapitel zum übersetzen erhalten
Eine Arbeitstagung, am vergangenen 9. Februar in Lyon, hat den Delegierten der 9 Gruppen erlaubt, sich zu treffen, sich Auszüge ihrer Arbeit zu zeigen und über ihre Problemen zu diskutieren (zum Beispiel, welche Gebärden für die Orts- und Personennamen, und die spezifischen Gebärden für die Regionen). Alle sind sehr engagiert (mindestens 8 Stunden pro Monat) und begeistert. Alle sind Freiwillige.
Im Juni 2008 wird ein Wochenende in Paris stattfinden, und man hofft, dass jede Gruppe ihre Übersetzung der 2-3 Kapitel abgeben kann. Die Arbeit muss dann noch beendet werden mit der Zusammenstellung, den Einführungen, den Bildern, Photos, Karten und Untertiteln. Es bleibt also noch viel zu tun! Aber in dieser Zeit hofft man, dass viele andere Gruppen die Übersetzung eines anderen Buches der Bibel in Angriff nehmen.
Dieses Projekt ist mit € 100'000.- über 3 Jahre (2007-2009) budgetiert. Die französische Schweiz beteiligt sich an diesem Budget mit € 30'000.- und übernimmt auch die lokalen Kosten. Wenn die Gruppenmitglieder Freiwillige sind, soll diese Arbeit sie nichts mehr kosten: Es gibt noch Reisekosten, Mahlzeiten, Interpretationen, Videomaterial usw. zu begleichen. Die SOGS hilft uns mit einem Teil des übrig gebliebenen G-Lex Fonds. Die Kirchen der französischen Schweiz, reformiert und katholisch, haben grosszügig auf unsere ersten Anfragen geantwortet. Verschiedene Gruppen, Gemeinden und Gemeinschaften senden uns Geld nach einer Feier, einer Begegnung oder einem Konzert. Wir erhalten auch Gaben von Einzelpersonen. All dies ermutigt uns sehr.
Man kann provisorische Videos und einen kleinen Film über das Seminar von Paris 2007 sehen unter: www.dailymotion.com/biblelsf
Wir freuen uns, so das Gotteswort den gehörlosen Personen, die LSF als erste Sprache haben, näher zu bringen, und auch anderen betroffenen und interessierten Personen.
Allein Gott die Ehre! Soli Deo gloria!
Anne-Lise Nerfin, Pfarrerin, Genf.