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Einführung:
Um 500 v. Chr. übermitteln die Perser unter Darius Hystaspes Botschaften mit menschlicher Stimme
---> Jodeln !
Der Fackeltelegraph von PolybiosEin in der Antike (2. Jh. v. Chr.) vorgeschlagener optischer Telegraph, der komplexe Nachrichten übertragen konnte, ist der Fackeltelegraph des POLYBIOS. Er besteht aus zwei Mauern, hinter denen Fackelträger stehen, die ihre Fackeln über die Mauerkante heben bzw. darunter absenken. Dieser Telegraph sendet zwei fünfstellige Zeichen, die jeweils als Summe der Fackeln interpretiert werden. Der erste Block ergibt die Nummer der Spalte, der zweite diejenige der Zeile in der Buchstabenmatrix:
Die Römer verwenden 24 verschiedene Flammen- und Rauchzeichen (Nacht/Tag).
Das Bild zeigt einen Ausschnitt des römischen limes (Grenze) mit Palisadenzaun, Graben und Erdwall. Dahinter jeweils in Sichtweite die Wacht- und Signaltürme (hier total 3 zu sehen).
Eine solche Turm-Kette führte auch durch das Seeztal: .... Buechberg (Linth- Ebene) - Weesen (Filzbach, Biberlichopf, Betlis) - Raischibe(?!) (Walenstadt) - St. Georg (Berschis) - Castels (Mels) - Severgall "Burg" (Vilters) ....:
Das Bild zeigt eine in der visuellen Ausgestaltung nicht belegbare Rekonstruktionsidee nach allgemeinen römischen Mustern der Station auf St. Georgen / Berschis. Die Ähnlichkeit mit der heutigen Kapelle ist rein zufällig. >
Die Richtungsänderung des Seeztales im Bereich Walenstadt verlangt zwei Stationen, wie man sich leicht durch einen Augenschein (siehe untere beiden Photos) überzeugen kann. (Raischibe, St. Georg).
Die Aussichten vom St. Georgs-Hügel ob Berschis:
Der Castels bei Mels (Hügel über der Bildmitte) war Nachbarstation talaufwärts:Vom St. Georgshügel (St. Georgen, Berschis) sieht man nicht direkt zum Biberlichopf (-Hügel) bei Ziegelbrücke/Weesen. Eine römische Signalstation auf dem gut sichtbaren Raischibe (=Römische Nachbarstation westwärts) muss demnach wohl bestanden haben:
1. RaischibeWie vorher aufgezeigt, muss sich auf dem Raischibe eine römische Signalstation befunden haben. Leider konnte dies durch Ausgrabungen nicht belegt werden, was jedoch kein Hinweis dagegen sein muss. Sie könnte ja recht "primitiv" gewesen sein, da die eigentliche römische "Festung" auf dem St. Georgs-Hügel bei Berschis lag.
Im Vergleich zu heute lebten auch in unserem Gebiet fast keine Menschen. Man wohnte "sehr einsam" und war oft Ueberfällen von aussen ausgeliefert. Als einzige Schutz-Möglichkeit dienten überall errichtete Fluchtburgen.
Ueberreste einer solchen Notburg aus vor-römischer Zeit wurden 1863 durch F. Immler auf dem Raischibe ausgegraben (siehe Bild oben).
Heute ist auf dem Raischibe-Gipfel leider nichts mehr zu sehen.
2. St. Georgshügel / St. Georgen
Das älteste (bekannte) Bild des St. Georgen-Hügels stammt vom niederländischen Künstler Jan Hackaert von 1655 [Fotoarchiv KASG]:
Gemäss der St. Galler Kantonsarchäologie gilt für diesen Zeitraum folgendes Bild in Bezug auf den Turm als gesichert (braun gefärbter Teil):
Römerzeit und FrühmittelalterNebst der Strasse führen zwei Fusswege auf den Hügel:
Von Berschis: Kirche - Grotte - Nordhang
Von Flums: 'Schlangenweg' - Helgen Bungert - 'Ostgrat'
Diese römische Anlage diente der Gebietssicherung und Signalübertragung:
Müller Anton: Geschichte der Herrschaft und Gemeinde Flums, Gossau 1916, S. 11)
Ab 15 v.Chr. ist eine römische Besiedelung nachweisbar. Obigem Ausgrabungsplan entsprechend erkennen wir am Ort als Besucher mindestens die als "Zisternen" gedeuteten "Gruben" (Wasservorrat, Vorratskammern (?), im Plan E und F), eine Treppe in den Fels gehauen (im Plan-Bild zwischen "E" und "D") und Andeutungen von Schutzmauern mit Tor einer spätrömischen Siedlung. (Siehe folgende Fotos)
Die obere (links) und die untere (rechts) Zisterne:
Mauerausgrabungen 1938:
Die erwähnte in Fels gehauene Treppe:
Gefässe aus Oberitalien und sogar Nordafrika belegen weitreichende Kontakte.
In nachrömischer Zeit erfolgte warscheinlich ein "Umbau" in eine Kirchenburg, wo Bewohner der Umgebung Zuflucht suchten bei den häufigen Unruhen (z.B. Germanen- und Alamanneneinfälle).
Am Ostabhang wurden alamannische Gräber entdeckt (1916/17 beim Bau der Strasse nach Sennis), was zum heutigen Namen Helgenbungert führte.
Ein Phänomen ist der Ughüür Brune nordwärts der Kapelle. Er enthält immer Wasser, fast unabhängig vom Regenfall. Er diente wohl als Wasserreservoir.
Ist er natürlich oder durch Menschenhand entstanden (oder beides kombiniert). Die Meinungen gehen auseinander.
Wohl haben schon die Römer Wasser aus dem 'Ughüür Brune' geholt. Es sei deshalb gewagt, sinnvolle (aber in keiner Weise belegbare) Wege dazu aufzuzeigen (rot punktiert). Rein spekulativ könnte natürlich auch eine Art handbetriebener Kranaufzug bestanden haben.
Das Bild zeigt den St. Georgen-Hügel von "hinten" (Nord-Ost). Oben ganz rechts ist noch die Flumser-Kapelle zu erkennen.
Teile der heutigen St. Georgen Kapelle dürften aus dem 11. - 12. Jhdt stammen, die Malereien im Innern von 1631. 1639 wird von einer Art Kloster (Beginen) berichtet. Der Turm dürfte gegen Ende des 17. Jhdts. seine heutige Höhe und Form bekommen haben.
Die kleine Flumserkapelle daneben stammt spätestens aus dem 17. Jhdt.
Bild: Lourdes-Grotte am "Nord-Aufstieg"
Die Lourdesgrotte entstand 1921, nicht zuletzt als Dank für das Verschontbleiben der Gegend von einer Viehseuche.
Die St. Georgen Kapelle und das Dach der kleinen Flumser Kapelle heute aus der Vogelperspektive ungefährt aus Richtung Süd-West:
Weiteres zur Marien-Grotte Berschis / St Georgen
3. Gräpplang
Eines der ersten (bekannten) Bilder vom Schloss Gräpplang (1674 Johannes Meyer [Ausschnitt], Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung STF XVII, 41):Nebst der Strasse führen zwei Fusswege auf den Hügel.
Das Schloss etwa Mitte 18. Jahrhunderts recht präzise dargestellt, ausser die Fensterfront längsseits:
Im Folgenden eine recht präzise Detaildarstellung mit nachträglich 'vernebeltem' Phantasie-Hintergrund:
Das Schloss heute:
Einst reichte der Walensee bis hierher und seine Wellen brandeten an den Grappa Longa (Gräpplang-Hügel). Funde von Pferdeknochen deuten darauf hin, dass hier ein Warenumschlagplatz lag (vom Schiff auf Pferdewagen und umgekehrt). Diese Funktion ging später bekanntlich an Walenstadt über. Der Osthang war schon um 3000 v.Chr. besiedelt. (=Jungsteinzeit). Die Grösse der Siedlung erreichte um 1000 v.Chr. wahrscheinlich das Maximum. Noch vor dem Einmarsch der Römer war die Siedlung wieder "verschwunden". Wurde ihr der Rang von Walenstadt abgenommen? Jedenfalls gibt es keine Funde aus der Römerzeit auf diesem Hügel. Die Römer wandten sich offenbar dem St. Georgshügel zu, der leichter zu verteidigen war. Als Signalstation nützte Gräpplang ohnehin nichts (Augenschein!), obwohl ironischerweise heute bei Gräpplang eine moderne Signalstation steht (Funkturm für Natel und TV).
Gräpplang verfiel in einen Dornröschenschlaf...
Die heute sichtbare Burg wurde im 13. Jahrhundert aufgebaut, damals noch ohne Fensterglas! Bei kaltem oder schlechtem Wetter wurden einfach die Fensterläden geschlossen. Die Burg erlebte gute und schlechte Zeiten, wurde aber im Gegensatz zu vielen andern Burgen nie überfallen oder angezündet. Um 1600 wurden Butzenscheiben eingesetzt. 1770 verstarb ihr letzter Bewohner worauf die Burg bis 1804 leer stand und dann auf Abbruch verkauft wurde. Alles brauchbare wurde abgebaut und für andere Neubauten verwendet. Erst in neuster Zeit werden solche Zeugen der Vergangenheit geschützt und renoviert/konserviert.
Heute erlaubt ein verwinkelter Treppenaufstieg den Zugang bis ins Dachgeschoss der Burg:
Links:
Ausführlicheres zu Lourdesgrotten, speziell auch von Berschis und der St. Georgs-Kapelle
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