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Der Südsudan belegt im Index der menschlichen Entwicklung den letzten Platz. Entwicklungs- organisationen schätzen, dass im Jahr 2023 etwa drei Viertel der südsudanesischen Bevölkerung Humanitäre Hilfe benötigt. Dürren, Fluten, die Folgen des Ukraine-Krieges und der Corona-Pandemie, dies alles hat den menschen in der Region zugesetzt. Preise für Lebensmittel sind stark angestiegen. Konflikten zwischen lokalen Bevölkerungsgruppen (Viehdiebstähle, Konflikte wegen Land und Wasser) führen jedes Jahr zum Tod mehrerer Hundert Menschen. Fast zwei Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht.
Schulen schaffen Zukunftsaussichten und Stabilität. Doch die Einschulungsrate im Südsudan gehört zu den tiefsten der Welt. UNICEF geht davon aus, dass fast 70 % der Kinder nicht zur Schule gehen und nur ein Bruchteil der Eingeschulten die Grundschule abschliesst. Bei Mädchen liegt dieser Anteil im einstelligen Prozentbereich. Viele Lehrperson haben selbst nur die Primarschule besucht und nur jede dritte Lehrperson ist ausgebildet.
Aufgrund des Bürgerkrieges und der grossen Armut haben bisher nur wenige Kinder und Jugendliche eine Schule besucht oder gar abgeschlossen. Das Bildungssystem muss neu aufgebaut werden. Der grösste Teil der Bevölkerung hat keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Diese ist jedoch lebensnotwendig und muss dringend aufgebaut werden.
Tabitha hat Ausserordentliches vollbracht. Ihre Laufbahn streben viele Mädchen an, nur wenige schaffen es. Sie ist Lehrerin. Klingt nicht aussergewöhnlich?
Im Südsudan schon. Tabitha hat dafür einige Hürden überwunden:
1. Hürde überwunden: Überlebt
Eins von zehn Kindern stirbt im Südsudan vor dem 5. Lebensjahr. Der Südsudan liegt beim Index der menschlichen Entwicklung auf dem letzten Rang (191). Zum Vergleich: die Schweiz liegt auf Platz 1 und hat eine Kindersterblichkeit von 0.4 % (4 von 1000).
2. Hürde überwunden: Ins Schulzimmer geschafft
Nur 3 von 10 Mädchen gehen überhaupt zur Schule. Die Schulzimmer sind überfüllt, vielen knurrt der Magen oder sie verarbeiten innerlich erlebte Gewalt.
3. Hürde überwunden: Selbstbestimmung durch Jobeinstieg
Jedes zweite Mädchen wird vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet, was oft das Ende ihrer beruflichen Laufbahn bedeutet. Frauen wie Tabitha, die eine Ausbildung abschliessen, einen Job finden und – auch nach der Geburt ihrer zwei Kinder – diesen ausüben, sind seltene Vorbilder.
Tabitha hat dank Ausdauer und Unterstützung von TearFund ihr Ziel erreicht und sie möchte noch weiter lernen: «Ich bin dankbar für die Weiterbildungen, die ACROSS uns bietet.»
Die Arbeit der TearFund-Partnerorganisation Across ist ein unverzichtbarer Beitrag für den Aufbau des jungen Staates. Sie verbessert die Lebensumstände der Menschen durch Bildung, Gesundheitsförderung und Friedensarbeit. Die Friedensarbeit schafft die Grundlage für ein sicheres Zusammenleben und die Nachhaltigkeit der Bildungs- und Gesundheitsmassnahmen.
Bildung
- Qualität der Grundschule durch Ausbildung und Weiterbildung von Lehrpersonen und Schulungen für Schulleiter und Schulbehörden. Lehrpersonen in ländlichen Gebieten haben selbst oft nur die Primarschule abgeschlossen und arbeiten ohne Ausbildung.
- Weil die Lehrer oft keinen Lohn erhalten, werden Eltern-Lehrpersonen-Vereinigungen gegründet. Diese sorgen unter anderem dafür, dass Lehrer Naturallohn-Entschädigungen erhalten. Ausserdem mobilisieren sie in der Bevölkerung und bei den Behörden Material für den Bau von Schulzimmern und Latrinen.
- Schulung von «Schulmüttern»: Diese Mentorinnen sind Vertrauens- und Bezugspersonen für die Mädchen und haben eine Vorbildfunktion. Sie tragen wesentlich zu einer höheren Einschreiberate bei – insbesondere von Mädchen.
Prävention und Gesundheitsförderung
- Verbesserung der medizinischen Grundversorgung von Mutter und Kind zum Beispiel durch vorgeburtliche Betreuungsdienste oder Impfungen.
- Besuche von abgelegenen Gebieten beispielsweise für Impfkampagnen oder das Verteilen von Moskitonetzen.
- Förderung von freiwilligen Promotorinnen und Promotoren, welche sich für Prävention und Gesundheitsförderung in den Dörfern und Schulen einsetzen. Sie unterstützen Familien dabei aus lokalen Materialien Latrinen zu bauen. So werden die Hygienebedingungen verbessert und Krankheitsrisiken minimiert.
- Förderung der Ernährungssicherheit durch nachhaltige Landwirtschaft. Bäuerinnen und Bauern erlernen zum Beispiel, wie sie trockenresistentere Pflanzen anbauen können (Hirse statt Mais) oder wie sie ihre Felder durch Mulchen vor der Trockenheit schützen.
Friedensarbeit
- Erwachsene, Jugendliche, Kirchenmitglieder und lokale Behörden lernen, wie sie Konflikte gewaltfrei lösen können. Dazu werden Friedensbotschafter/innen ausgebildet (Jugendliche, Erwachsene und Führungspersonen). Diese nehmen an Friedenstreffen und Friedensdialogen teil, um Konflikte zwischen rivalisierenden Clans und Dorfgemeinschaften zu lösen.
- Kinder und Jugendliche lernen in den Schulen, wie ein friedliches Zusammenleben gelingt. Dazu werden unter anderem Friedens-Clubs gegründet und Familienclan-übergreifende Sportturniere durchgeführt. So findet ein langfristiges Umdenken statt.
- Die breitere Bevölkerung wird durch Radioprogramme von ACROSS mit Friedensbotschaften erreicht.
Die lokale TearFund Partnerorganisation ACROSS arbeitet bereits seit 1972 im Sudan bzw. seit 2011 im Südsudan. ACROSS ist eine wichtiger Akteur vor Ort und verfügt über grossen Rückhalt in der Bevölkerung, in den Kommunen sowie bei den lokalen Entscheidungsträgern und Regierungsvertretern.
ACROSS ist national sowie international gut vernetzt und setzt Projekte in der Humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit um, unter anderem in den Sektoren Bildung, Gesundheit, Landwirtschaft und kommunale Entwicklung. ACROSS hat für uns wichtige langjährige Kompetenz in der Friedensförderung sowie in der Schul- und Ausbildung von Lehrpersonen.
In der Rumbek Region, etwa 420 km nördlich von Juba, sind mangelnde Bildung und das schwache Gesundheitswesen weiterhin eine grosse Herausforderung. Nur jedes achte Schulkind besucht den Unterricht über die vierte Klasse hinaus. Mädchen erhalten oft kaum Bildung, da sie traditionell im Haushalt helfen müssen und früh verheiratet werden. Fast die Hälfte der Lehrpersonen hat keine Ausbildung.
Im Projektgebiet mangelt es auch an medizinischen Behandlungsmöglichkeiten. Nur wenige Haushalte besitzen eine Toilette. Krankheiten und eine hohe Kinder- und Müttersterblichkeit sind die Folgen.
Erfreulicherweise hat sich die Sicherheitslage aktuell dank einer Entwaffnungs- und Strafverfolgungskampagne des Gouverneurs des Südsudans verbessert. Dies ist im Projektgebiet gut spürbar. Die Menschen getrauen sich wieder, ihre Felder, welche oft etwas weiter von den Häusern entfernt sind, zu bepflanzen und zu bewässern.
Bitte helfen Sie den Menschen im Südsudan:
Schon 40, 90 oder 150 Franken bewirken viel –
herzlichen Dank!
|Land
|Südsudan
|Gebiet
|Lakes State (Region Rumbek)
Schwer-
Gesundheitsförderung, Einschulung von Mädchen, Lehrerbildung, Friedensförderung, Ernährungssicherheit
|Partner-
organisation
|ACROSS