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Daryl Morey, Manager der Houston Rockets, unterstützte in einem Tweet die Demonstrationen in Hongkong. Kurz darauf war der Tweet gelöscht, Morey entschuldigte sich und muss nun um seinen Job bangen.
Sport und Politik sind so eine Sache. Die meisten Sportler, Trainer oder Teams hüten sich davor, politische Statements abzugeben, geschweige denn sich zu einer Partei oder Bewegung zu bekennen.
Wieso das so ist, musste nun Daryl Morey erfahren. Der Manager des NBA-Teams Houston Rockets hat während der Asienreise seiner Mannschaft einen Tweet abgesetzt, in dem er die Proteste in Hongkong unterstützte. Er veröffentlichte ein Bild mit der Aussage: «Kämpft für Freiheit. Ich stehe an der Seite von Hongkong».
Wenige Minute später war der Tweet nicht mehr aufrufbar, Morey hat ihn gelöscht. Grund dafür dürften die engen wirtschaftlichen Beziehungen der Houston Rockets mit China sein. Rockets-Besitzer Tilman Fertitta tweetete nämlich kurze Zeit später:
Gegenüber dem Sportsender ESPN versuchte Fertitta die Wogen schnell zu glätten. Er habe den besten General Manager der NBA, sagte er dort. Auch Morey selbst entschuldigte sich schnell. Auf Twitter schrieb er, dass er niemanden beleidigen wollte und es ihm aufrichtig leid tut. Auch würde er die «Unterstützung» der chinesischen Fans und Sponsoren sehr schätzen.
Jährlich fliessen mehrere Milliarden aus China in die NBA. Rund 500 Millionen Chinesen schauen laut der NBA zudem regelmässig zu, wenn James Harden oder LeBron James auf dem Parkett stehen.
Der Schaden war jedoch schon angerichtet. In einer offiziellen Stellungnahme schliesst der chinesische Basketballverband, der vom ehemaligen Houston-Rockets-Star Yao Ming präsidiert wird, jede weitere Zusammenarbeit mit dem NBA-Club aus.
Auch mehrere chinesische Sponsoren haben angekündigt, ihr Engagement einzustellen. Sogar der chinesische Streaming-Dienst, der die Übertragungsrechte der NBA für das Reich der Mitte besitzt, kündigte an, zukünftig keine Spiele der Houston Rockets mehr zu übertragen. Inwiefern die chinesische Regierung bei diesen Entscheidungen ihre Finger im Spiel hatte, darüber kann nur spekuliert werden.
Die NBA reagiert indes sehr zurückhaltend. Eigentlich steht die Basketball-Profiliga für freie Meinungsäusserung. Spieler wie LeBron James oder Stephen Curry haben sich schon des Öfteren zu politischen oder gesellschaftskritischen Themen geäussert.
In einem Statement der NBA entschuldigt die Liga sich sogar bei den Fans und Investoren für Daryl Morey. Es seien seine persönlichen Ansichten gewesen, die er auf Twitter geäussert hat, und keineswegs die der Liga oder der Teams. Auf der chinesischen Plattform der NBA schreibt sie sogar, dass die Aussagen von Morey «unangebracht» waren.
Damit hat die NBA nun den Ärger vieler Amerikaner auf sich gezogen, die den Kniefall vor China gar nicht goutieren. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Beto O'Rourke schrieb auf Twitter:
Morey droht derweil der Rausschmiss von den Houston Rockets. Laut verschiedenen Berichten wollen Anteilseigner der Rockets eine Ablösung bei Besitzer Fertitta forcieren. Was die Spieler von dem ganzen Tohuwabohu denken, ist bislang nicht bekannt. Ist ja auch ein politisches Thema.