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Geschichte des Zivilschutz-Museums
Zivilschutz-Museum im Rundbunker Landenberg
Im August 2005 öffnete im über 60-jährigen Rundbunker Landenberg in Zürich das bislang einzige Zivilschutz-Museum der Schweiz seine Türen. Über drei Stockwerke verteilt, bietet das Museum auf einer Ausstellungsfläche von 1500 Quadratmetern zahlreiche Originalinstallationen. Der Weg vom Bunker zum Museum spiegelt sich in Etappen. Zur Zeit des Kalten Krieges, 1964, erfolgte der Umbau des untersten Baugeschosses zu einem Kommandoposten. In den Achtzigerjahren wurde der Rundbunker Landenberg durch das Amt für Zivilschutz als Lager genutzt, da er den Schutznormen nicht mehr entsprach. Mit der Redimensionierung des Zivilschutzes hat sich über die Jahre auch veraltetes Material angesammelt, das ersetzt werden musste. Aus diesem über die letzten Jahre angewachsenen Fundus ist mit viel Engagement und Liebe zum Detail eines von wenigen Zivilschutz-Museen in Europa entstanden, das nun für die Öffentlichkeit zugänglich ist.
1934
Mit Bundesbeschluss vom 29. September 1934 wird die Rechtsgrundlage für den Aufbau des Luftschutzes in der Schweiz geschaffen. Im Rahmen des Vollzugs baut die Stadt Zürich u.a. die Sanitätshilfsstelle Landenberg.
1941
Der Rundbunker Landenberg wird fertiggestellt. Zweck: Betrieb einer geschützten Sanitätshilfsstelle zugunsten der Zivilbevölkerung.
Der Rundbunker bietet auf 3 Geschossen Behandlungs-, Pflege- und Mannschaftsräume. Notstromaggregate, Öltank und die Wasser- und Nahrungsvorräte erlauben einen mehrwöchigen autarken Betrieb. Dem Lüftungssystem kann wirksame C-Kampfstofffilter vorgeschaltet werden.
1955
Als neue Dienstabteilung wird vom Stadtrat das Amt für Zivilschutz der Stadt Zürich geschaffen. Zugunsten des Bevölkerungsschutzes folgen weitere Neuanschaffungen. Bisherige Investitionen werden unterhalten und gepflegt.
1963
Das neue Bundesgesetz über den Zivilschutz sowie die darauffolgenden Verordnungen und Erlasse regeln den weiteren Aufbau des Zivilschutzes.
1964
Zeit des Kalten Krieges: Das unterste Geschoss des Rundbunkers Landenberg wird zu einem Kommandoposten umgebaut.
1972
Einzelne Räume des Rundbunkers werden als Lager vom Amt für Zivilschutz genutzt.
1984
Nicht mehr den neusten Normen entsprechende Luftschutzbunker werden nachgerüstet oder ausgemustert. Der veraltete Rundbunker Landenberg dient nun vollständig als Lager des Amtes für baulichen Zivilschutz. Angestellte der Abteilung Material horten in einer Eigeninitiative die zu alten Requisiten gewordenen Geräte und Materialien.
1993
Ab 1993 wird interessierten Insidern das sorgfältig zusammengetragene Material und die Anlage gezeigt.
2003
Die zunehmende Anerkennung der Gäste, sowie die Beliebtheit dieser Führungen, stärken bei Schutz & Rettung den Gedanken, den Rundbunker und alle Exponate der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Ausstellungskonzept wird erarbeitet.
2005
Umbau zum Museum. Kulturgüterschutz-Spezialisten des Zivilschutzes inventarisieren, dokumentieren und beschriften die Exponate, erstellen Kurz- und Sicherstellungsdokumentationen und montieren die grossformatigen Fotos.
2005
27. August
Das Museum wird anlässlich des Jubiläums «50 Jahre Zivilschutz Stadt Zürich» der Bevölkerung erstmals zur Besichtigung freigegeben. An diesem von den Medien stark beachteten Anlass nahmen neben Vertreter des Schweizerischen Zivilschutzverbands, des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und dem Amt für Militär und Zivilschutz Kanton Zürich auch viele weitere Interessierte teil.
2006
13. März
Die ehemaligen Zivilschutz-Hostessen der Zivilschutz-Ausstellung (ZSA) von 1969 in Luzern treffen sich im Zivilschutz-Museum
2.–3. September
«Nachtblühten» heisst das Motto an der Langen Nacht der Museen.
2007
1.–2 September
An der Langen Nacht der Museen präsentierte das Zivilschutz-Museum unter dem Motto «Lichtblicke» verschiedene Einblicke.
26. Februar
Das Zivilschutz-Museum wird Mitglied im Verein Zürcher Museen (VZM) indem über 50 Museen und Sammlungen der Stadt Zürich zusammengeschlossen sind
2008
11.–12. November
Im Zivilschutz-Museum werden wichtige Dokumente aufbewahrt. Die Verfügbarkeit von Büchern, Fachzeitschriften, Reglementen, Fotos, Filme, Videos und digitalen Aufzeichnungen ist zu gewährleisten. Darum sortieren und erfassten Angehörige der Zivilschutz-Kultugüterschutzkompanie Stadt Zürich die gesamte Sammlung. Exemplare, welche nicht dem Stadtarchiv übergeben werden, sind ab sofort in einer Museums-Datenbank erfasst.
6.–7. September
Die Lange Nacht der Museen 2008 führte die Gäste in eine verrückte zum Glück vergangene Zeit.
5.–6. September
Das Zivilschutz-Museum war an der Langen Nacht der Museen unter dem Motto «Fixsterne und Sternschnuppen» mit einem speziellen Event dabei.
2010
4.–5. September
«Wir verführten und entführten Sie». Wer Museen für langweilig hält war noch nie an der Langen Nacht der Museen in Zürich.
2011
3.–4. September
Das europaweit einzigartige Zivilschutz-Museum der Schweiz ist auch in diesem Jahr an der Langen Nacht der Museen wieder dabei. Viele Nachtschwärmer nutzen den VBZ-Shuttle-Bus um damit direkt zum Zivilschutz-Museum zu fahren. Neugierige, Neulinge und auch immer wieder bekannte Gäste sind überrascht was diesmal hier unter dem Thema «wild» unterirdisch präsentiert wird.
2012
1.–2. September
Eine Trouvaille steht für einen glücklichen Fund oder eine wertvolle Entdeckung. Der Kulturgenuss an der Langen Nacht der Museen ist etwas Besonderes. Mit der wachsenden Beliebtheit des Zivilschutz-Museums wählten viele Besuchende als persönliche Trouvaille eine Kurzreise in die Zivilschutz-Vergangenheit.
Die Gäste, gesellige und wissensdurstige Nachtschwärmer mit verschiedenen Jahrgängen, erlebten Einblick in ein tiefes Stück Schweizer Geschchte. Ihre Faszinationen bestätigen eine Auswahl der Eintragungen im Gästebuch:
- «Alice from Canada and Markus were here – Nice Museum!»
- «Die interessantesten 20 Minuten meines Lebens!»
- «It was great»
- «Wir sind beindruckt!»
- «Vielen Dank für die tolle Führung, wir kommen wieder!»
- «Das war echt lässig!»
- «Höchst interessant, eine tolle Sache!»
- «Ausgezeichnet!»
- «Es lebe das Kulturgut!»
- «Eine Perle in der Museumslandschaft!»
2013
7.–8. September
Ein Anlass, an dem man dabei sein wollte. Unter dem Boden in Zürich-Wipkingen traf man während der Langen Nacht der Museen auf Highlights. Es gab Zivilschutz-Geschichte in nächtlicher Zeit aus einer ungewöhnlichen Perspektive. Während 29 Kurzführungen à 25 Minuten staunten die Besuchenden. Fasziniert war man besonders über ein Bluttransfusionsgerät, bei der Wiederbelebungsmaschine hielten viele Gäste den Atem an, und dass ein Tagebuch des Stadtkommandos Zürich von Hand geschrieben wurde konnte sich hauptsächlich die jüngere Generation kaum vorstellen.
Das Gästebuch erinnert an die Lange Nacht der Zürcher Museen 2013:
Sehr spannend, so nah und doch so weit weg, Sehr eindrucksvoll!, nur Schade es war zu kurz, Die Ausstellung war sehr interessant obwohl ich kein Schweizerdeutsch versehe, ZS-Museum isch super gsi!, Herzliche Dank für den Einblick in den Schatz der Geschichte. Spannend was sich im Untergrund der Stadt Zürich befindet, Die Führung war genial, Für mich das beste Museum der Langen Nacht, ganz toll, absolut spannend, komme mit Sicherheit wieder.
2015
1. Juni
Das Zivilschutzmuseum erhält mit Sandro Magistretti einen neuen Direktor und Kurator. Der Zivilschutzmuseumsverantwortliche Sandro Magistretti, Mitarbeiter in der Abteilung Feuerwehr und Zivilschutz übernimmt diese Aufgabe. Mit Freude und viel Engagement tritt er diese Funktion an.