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Eisenmangel ist die häufigste Mangelerscheinung. Ungefähr 15 Prozent der Frauen vor den Wechseljahren leiden darunter.
- Was macht das Eisen im Körper?
- Ursachen von Eisenmangel bei Frauen
- Wieviel Eisen braucht der Körper?
- Die Symptome von Eisenmangel
- Wie wird das Eisen im Blut gemessen?
- Therapie bei Eisenmangel
- Gefährlicher Trend: Eisen als Nahrungsergänzungsmittel
- Vegetarische und vegane Ernährung und die Auswirkungen auf die Eisenwerte
Was macht das Eisen im Körper?
Eisen gilt als Spurenelement, also ein Element, welches im Körper nur in sehr geringen Mengen vorkommt. Trotzdem ist Eisen lebenswichtig, denn es ist ein Bestandteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Hämoglobin wiederum transportiert den Sauerstoff aus den Lungen in die Zellen der verschiedenen Organe. Eisen ist ausserdem für die Bildung neuer Blutzellen zuständig, versorgt die Zellen mit Energie und stärkt das Immunsystem.
Der Körper kann Eisen in Milz und Leber, im Knochenmark und der Muskulatur speichern und dann freisetzen, wenn zu wenig Eisen im Blut vorhanden ist.
Ursachen von Eisenmangel bei Frauen
Ist zu wenig Eisen im Körper vorhanden, kann das folgende Gründe haben:
Während der Menstruation geht zu viel Eisen verloren.
Über die Nahrung wird zu wenig Eisen aufgenommen.
Die Eisenaufnahme im Darm ist gestört, zum Beispiel durch eine Darmerkrankung oder Medikamente.
In der Schwangerschaft steigt der Bedarf an Eisen.
Wieviel Eisen braucht der Körper?
Da unser Körper Eisen nicht selber herstellen kann, muss es über die Nahrung aufgenommen werden. Zwischen 10 bis 15 Milligramm Eisen täglich sind für den Körper optimal. Allerdings kann der Darm nicht das gesamte Eisen aus der Nahrung in die Zellen aufnehmen, sondern nur einen Teil davon. Der Rest wird ausgeschieden.
Täglich geht aber auch Eisen verloren: Bei Frauen nach den Wechseljahren beträgt der Verlust jeden Tag ungefähr ein Milligramm. Frauen mit einer Menstruation verlieren täglich bis zu drei Milligramm. Um den Verlust auszugleichen, muss die Eisenzufuhr also ausreichend sein.
Viel Eisen liefern zum Beispiel rotes Muskelfleisch, Leber, Linsen, Sojabohnen, Pistazien, Sonnenblumenkerne, Brunnenkresse, Petersilie oder Zwiebeln.
Die Symptome von Eisenmangel
Da Eisen für diverse Abläufe im Körper verantwortlich ist, kann es zu verschiedenen Symptomen kommen, wenn Eisen fehlt. Starke Müdigkeit und eine verminderte körperliche Leistungsfähigkeit sind häufig. Viele Frauen fühlen sich abgeschlagen, nicht belastbar, antriebslos und können sich nur schlecht konzentrieren.
Weiter Symptome sind Kopfschmerzen, Schwindel oder Kurzatmigkeit. Äusserlich sind Frauen mit Eisenmangel häufig blass, manchmal sind die Mundwinkel und die Nägel rissig und die Haare spröde.
Wie wird das Eisen im Blut gemessen?
Hämoglobin ist der eisenhaltige rote Blutfarbstoff der roten Blutzellen. Der Hämoglobinwert (Hb) gibt also auch Auskunft darüber, wie gut die roten Blutkörperchen mit Eisen gesättigt sind. Der Normwerte des Hämoglobins liegt für Frauen bei mindestens 12 Gramm pro Deziliter Blut.
Für die Diagnose eines Eisenmangels eignet sich der Hämoglobinwert allein aber nicht:
Der Ferritinwert sagt aus, wie es mit dem Bestand der Eisenspeicher aussieht. Ein Wert von weniger als 15 Nanogramm pro Milliliter Blut zeigt an, dass die Speicher kaum gefüllt oder leer sind und der Körper kein Eisen mehr zur Verfügung hat. In diesem Fall ist die Bildung von roten Blutzellen gestört. Wenn gleichzeitig der Hb-Wert unter 12 g/dl liegt, spricht man von einer Eisenmangelanämie.
Wichtig ist immer auch die Bestimmung des CRP. Dieser Wert zeigt eine mögliche Infektion im Körper an, was die Ferritin-Werte verfälschen kann. Liegt der CRP-Wert unter 0,5 Milligramm pro Deziliter Blut, liegt keine Entzündung vor und die Ferritin-Werte können für die Diagnosestellung verwendet werden.
Therapie bei Eisenmangel
Eisen kann zum einen mit Tabletten, zum anderen direkt intravenös mit einer Infusion verabreicht werden. Grundsätzlich gilt:
Bei einem Eisenmangel mit normalem Hämoglobin- und einem Ferritin-Wert über 15 Nanogramm pro Milliliter ist es nicht notwendig, das Eisen medikamentös zu ersetzen.
Bei einem Eisenmangel mit normalem Hämoglobin und einem Ferritin-Wert unter 15 Nanogramm pro Milliliter ist eine medikamentöse Behandlung nicht zwingend notwendig, kann aber je nach Beschwerden helfen.
In der Schwangerschaft ist der Eisenbedarf stark erhöht. Aus diesem Grund gelten für Schwangere andere Grenzwerte und ein Eisenmangel wird deutlich früher behandelt.
Grundsätzlich wird Eisen in Form von Tabletten verabreicht. Damit das Eisen optimal aufgenommen werden kann, ist die Einnahme eine halbe Stunde vor dem Essen zusammen mit Zitrusfrüchten oder Fruchtsäften empfohlen, da Vitamin C die Aufnahme des Eisens begünstigt. Getränke wie Schwarztee, Kaffee, Kräutertee, Kakao oder Rotwein hemmen hingegen die Aufnahme.
Häufige Nebenwirkungen der oralen Eisensubstitution sind Magenschmerzen, Verstopfungen und Übelkeit.
Eine intravenöse Verabreichung von Eisen ist nur dann sinnvoll, wenn die Eisentabletten nicht vertragen werden, das Eisen damit ungenügend aufgenommen wird oder weiter Erkrankungen vorliegen.
Gefährlicher Trend: Eisen als Nahrungsergänzungsmittel
Eisenpräparate sollten immer nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden, auch wenn sie als sogenannte Nahrungsergänzungsmittel rezeptfrei erhältlich sind.
Müdigkeit, Erschöpfung oder Konzentrationsstörungen sind nicht immer auf einen Eisenmangel zurückzuführen und die oben erwähnten Werte sollten vor der Einnahme von Eisenpräparaten gemessen und von einer Ärztin beurteilt werden.
Eine Eiseninfusion ist zwar schnell verabreicht und füllt die Eisenspeicher effizient auf, die Kosten dafür können aber je nach Dosierung bis zu 800 Franken betragen. Nicht alle Krankenkassen übernehmen diesen Betrag, wenn die Eisenwerte nicht eine bestimmte Grenze unterschreiten.
Ausserdem können Eisenpräparaten, die auf eigene Faust gekauft und unkontrolliert eingenommen werden, zu einer Überdosierung führen. Überschüssiges Eisen wird nämlich nicht ausgeschieden, sondern in den Organen gespeichert. Diese können dadurch schwer geschädigt werden.
Vegetarische und vegane Ernährung und die Auswirkungen auf die Eisenwerte
Fleisch und Fleischprodukte enthalten viel Eisen. Wenn Sie sich vegetarisch oder vegan ernähren, sollten Sie beachten, dass die Gefahr eines Eisenmangels grösser ist.
Zwar enthalten auch viele pflanzliche Nahrungsmittel viel Eisen, zum Beispiel Kürbiskerne, Leinsamen, Haferflocken, Sojabohnen, Tofu, Linsen, Kichererbsen oder Rucola. Allerdings wird das pflanzliche Eisen schlechter vom Körper aufgenommen als das Eisen aus tierischen Lebensmitteln. Die Aufnahme kann aber optimiert werden, wenn die Nahrungsmittel zusammen mit Vitamin C oder organischen Säuren wie zum Beispiel Zitronen- oder Milchsäure aus fermentierten Lebensmitteln verzehrt werden.
Vermeiden Sie ausserdem, zusammen mit der pflanzlichen Ernährung Schwarztee, Kaffee, Kräutertee, Rotwein oder Kakao zu trinken, denn diese Getränke hemmen die Eisenresorption im Körper.
Wenn Sie sich ohne Fleisch, Fisch oder rein pflanzlich ernähren und plötzlich Symptome eines Eisenmangels – zum Beispiel Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen – auftreten, sollten Sie sich ärztlich untersuchen und die Eisenwerte prüfen lassen.