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31. Oktober 2016
Visuelle Folgenabschätzung von BIPV
Die öffentliche Verteidigung der Dissertation von Ran XU fand am 31. Oktober 2016 bei der Ecole polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) statt. Unter der Leitung von Prof. Jean-Louis Scartezzini (EPFL) und Prof. Stephen Wittkopf (HSLU) hat die Forschung die Fragen der visuellen Bewertung der gebäudeintegrierten Photovoltaik (BIPV) bei der Gebäudesanierung unter Verwendung von Salienzmodellen untersucht. Die Arbeit wurde im Rahmen des interdisziplinären Forschungsprojekts ACTIVE INTERFACES verfasst, welches neue Strategien zur Umsetzung von BIPV in Stadterneuerungsprozessen entwickeln soll.
Begrenzte fossile Energieressourcen und die latente Gefahr von Kernkraftwerken führten zu einer wachsenden Verbreitung der Solarenergie. In der Schweiz wurde von der PV(BIPV und BAPV) erwartet, dass
sie für ca. 25% der Stromproduktion aus erneuerbaren Ressourcen ab dem Jahre 2030 verantwortlich
sein soll. Um die bestehende Naturlandschaft zu schützen, muss sich PV in städtischen Räumen konzentrieren, was bedeutet, dass ein gewisser Anteil der bestehenden Gebäudehüllen zur Energieerzeugung werden herhalten müssen. Es gibt eine wachsende Besorgnis über BIPV-Nachrüstungen, weil sie das visuelle Erscheinungsbild der vorhandenen Stadtbilder weitgehend und / oder negativ verändern können.
Um die potenziellen visuellen Auswirkungen aus der PV-Verbreitung in städtischen Räumen zu bewältigen, insbesondere bei Gebäuden mit einem klaren historischen Wert, sollten Bewertungsmethoden geeignet sein, diese entsprechend zu messen. Die Dissertation schlägt eine objektive Bewertungsmethode vor, die in der Lage ist, die BIPV-bedingten visuellen Auswirkungen bei Gebäuderenovationen mittels eines quantifizierten Ansatzes auf der Grundlage von Neurowissenschaften zu messen.
Die vorgeschlagene Bewertungsmethode schliesst Salienzmodelle in die Bewertungsverfahren ein, die den Mechanismus der menschlichen visuellen Aufmerksamkeit imitieren. Es wird auf eine realistische Fallstudie angewendet: Eine BIPV-Umsetzung für ein Kirchendach.
Es wird angenommen, dass das Zusammenspiel von Architektur und Neurowissenschaften dem Ziel eines wachsenden Verständnisses der menschlichen Reaktionen auf die gebauten Umwelt beitragen kann. Die Erkenntnisse aus der Arbeit sollen dazu beitragen, mögliche negative visuelle Auswirkungen durch die BIPV-Verbreitung in städtischen Räume zu minimieren und Architekten dabei helfen, ein neues Verständnis für visuelle Aspekte im Architekturdesign zu entwickeln.