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Das Produkt Wasser begleitet uns den ganzen Tag. Oft haben wir keine Ahnung davon, weil es sich versteckt.
Wir trinken eine Tasse Kaffee. Es sind nicht nur zwei Deziliter Flüssigkeit, die es braucht . Wenige sind sich bewusst, dass es rund eine Badewanne voll Wasser gewesen ist, die den belebenden Schluck am Morgen überhaupt ermöglicht; Wasser, das für das wachsen der Kaffeepflanze und die Herstellung der Kaffeebohnen nötig war.
Wasser, das sich versteckt, wird als virtuelles Wasser bezeichnet. Darunter versteht man die Wassermenge, die es braucht, um ein Produkt zur erzeugen.
Mit dem Begriff virtuelles Wasser wird versucht, den tatsächlichen Wasserverbrauch zu erfassen, der an ein Produkt gekoppelt ist. Die Mengenangabe des direkten Wasserverbrauchs allein täuscht: dieser wird für den Schweizer Haushalt pro Tag und Kopf mit rund 164 Liter Wasser angegeben, also zum Trinken, Kochen, Putzen, waschen duschen, usw. Rechnet man auch das virtuelle Wasser mit, das in unseren Lebensmitteln und in unserer Kleidung steckt, beträgt die Menge rund 6000 Liter. Der weltweite Durchschnittsverbrauch liegt etwa bei 3400 Litern virtuellem Wasser pro Tag und Person.
Der Konsum virtuellen Wassers ist unvermeidlich. Es gilt jedoch einen sensiblen Umgang mit Produkten zu entwickeln, die besonders wasserintensiv sind und im schlechtesten Fall auch noch aus wasserarmen Gegenden stammen. Beispielsweise Grapefruits und Orangen aus Israel, Erdbeeren aus Spanien, Baumwolle aus Usbekistan, wo Wasser dem Aralsee oder den ihn speisenden Flüssen entzogen wird. Aber: wer hat schon die globale Wasserlage beim Einkaufen im Hinterkopf?
Der Wasserfussabdruck
Nicht nur die Wassermenge zur Herstellung eines Produktes spielt eine Rolle, sondern auch woher dieses Produkt importiert wird. In diesen Ländern hinterlässt das Importland einen sogenannten «Wasserfussabdruck»: er gibt an, wie viel Wasser durch die Nutzung eines Produkts insgesamt gebraucht wird. Die Schweiz hinterlässt im Ausland einen «externen» Wasserfussabdruck, im eigenen Land einen «internen». Ein grosser interner Wasserfussabdruck deutet auf eine gute Selbstversorgung eines Landes hin. In der Schweiz beträgt er für landwirtschaftliche Produkte 35 %. Das heisst, rund 2/3 des Wassers in landwirtschaftlichen Produkten, die wir direkt konsumieren oder zur Herstellung von Produkten , z.B. Schokolade verwenden, stammen aus dem Ausland. Ein sehr hoher Wert, der mit dem hohen Import zusammenhängt. Den grössten Wasserfussabdruck hinterlässt die Schweiz in Ghana und der Elfenbeinküste (für Kakao) und Brasilien (für Kaffee, Soja, Rindfleisch).
Konsequenzen
Nicht vergönnen, sondern bewusst leben, ist das Anliegen.
- Konsumentinnen und Konsumenten entwickeln ein verstärktes Verantwortungsbewusstsein: Lokal und saisonal einkaufen.
- Die politische Agenda muss sich vermehrt der Problematik annehmen. Politikerinnen und Politiker kennen die Materie.
- Wir alle beobachten unser Verhalten, so sind wir stark:«Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern.» Afr. Sprichwort
Annelis Kurmann, Baldegger Schwester, Hertenstein