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Chronos
Nachdem man eine kleine Eingangshalle durchquert hatte, gelangte man in einen noch kleineren Vorraum, in dem ein paar Tische mit Stühlen herumstanden. Der Raum war ziemlich dunkel und ausgefüllt von einer riesigen Pflanze, deren Blätter sich quer durch den Raum erstreckten.
Die Tür zum Tanzraum stand meist bereits offen und während man sich dieser Tür näherte ging vor einem ein – in meiner Erinnerung – riesiger Raum auf.
Das Abendlicht schien flach hinein und zeichnete weich die Schatten der Lamellen auf den mit weissem Kunststoff beschichteten Boden.
Bis die Stunde begann dauerte es meist noch eine Weile und ich setzte mich irgendwo auf den hellen Boden, der übersäht war mit Schlieren schlecht gemachter Schuhsolen – Spuren, die auf frühere Tänze verwiesen. Es herrschte eine ungreifbare Leere.
Und doch schien der Raum voll und bewegt, bereits gefüllt von der Musik und der Bewegung, die den Raum bald ganz einnehmen würden.
Die Möglichkeit jeder Bewegung lag bereits in dieser unbewegten Weite – grenzenlos, wie der von Spiegeln umringte Saal, der seine Spannung aus der schieren Ereignislosigkeit des in die Tiefe fluchtenden Spiegelkorridors schöpfte, in dem sich Ruhe und Bewegung zu überlagern schienen.
Basel, 2019