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Beizeiten verliessen wir Hội An in Richtung Danang, wo wir quasi als Abschluss unseres Besuches von Mỹ Sơn vom Vortag ein Museum mit Exponaten der Chum-Kultur anschauen gingen. Danach fuhren wir über den Wolkenpass, der an einer der schmalsten Stelle von Vietnam, unweit von Laos entfernt, Nord- und Südvietnam voneinander trennt. Der Wolkenpass stellt auch die Grenze zwischen dem subtropischen Klima des Nordens und dem tropischen Klima des Südens dar.
Auf dem Wolkenpass war dann Chilbi angezeigt, Cars hielten, Touristen, vor allem asiatische, stiegen ein und aus, Studierende besichtigten den Strassenbau und Hunde standen den Cars im Weg. Von hier aus konnten wir auch das Foto schiessen, welches zeigt, dass Nomen est Omen beim Wolkenpass absolut zutrifft. Stefan tat sich eine Kokosnuss aus, während dem ich einen Händler zweifach nach unten verhandelnd die mir aufgetragene Operation „Jade-Buddha“ erfüllte. Melde damit Operation ausgeführt ;).
Nach 140 km Fahrt kamen wir dann schliesslich in der ehemaligen Hauptstadt Huế an. Der „letzte“ Kaiser von Vietnam Tự Đức, der vierte Kaiser der Nguyễn-Dynastie, liess sich hier ein monumentales und gleichzeitig schlichtes Grabmal errichten. Früher mehrfach abgeschottet und verboten, ist es heute für alle Besuchenden zugänglich. Vielleicht ist die Nguyễn-Dynastie dafür verantwortlich, dass Nguyễn im heutigen Vietnam ein wohl weiter verbreiteter Name ist, als bei uns Müller, Meier und Schmid zusammen. Der Kaiser Tự Đức jedenfalls, dies als lustige Anekdote, war mit einem Meter zweiundvierzig sehr klein und darum sind die Steinkrieger, welcher sein Grabmahl bewachen auch sehr klein, wie man auf dem Bild gut erkennen kann.
Kolossal ging es am Nachmittag in der Zitadelle Huế weiter. Die nach der Verbotenen Stadt von Peking nachempfundene Zitadelle hat Umfassungsmauern von je 2 km Länge, insgesamt wurden mit den Schanzen binnen kurzer Zeit 10 km Mauerwerk verbaut. Erbaut wurde die Zitadelle von Gia Long, selbstredend einem Nguyễn. Leider haben auch hier viele Gebäude die Wirren der Zeit nicht überstanden, weil sich hier zum einen die Nationale Front für die Befreiung Südvietnams, die Vietcong also, eingerichtet haben und die Amerikaner Huế dann aus der Luft den Rest gegeben haben. Unser Reiseleiter berichtete uns traurig, dass bei diesem Bombardement rund 10’000 Zivilisten auf einmal getötet worden seien.
Sehr schön, sehr besinnlich war der anschliessende Besuch der Thien Mu Pagode, welche gleichzeitig ein buddhistisches Kloster ist. Hier erfuhren wir von Hung über das Werden und Leben buddhistischer Möche und konnten ein Gebet von einigen Mönchen miterleben. Für einmal war das keine Aufführung, sondern real, aber schaut Euch den Videoclip doch gleich selber an. Die Mönchen mussten sich in stoischer Ruhe und Konzentration üben, um sich nicht von den Touristen ablenken zu lassen. Es schien ihnen nicht schwer gefallen zu sein.
Als „Privatreisende“ hat man offenbar auch Anrecht auf eine Bootsfahrt auf dem Hương Giang für sich alleine. Jedenfalls wurden wir mit einem 20 Meter langen Kahn von dem Tempel direkt zu unserem Hotel geschippert. Und so endete ein programmreicher Tag und wir konnten uns zur Erholung in das luxuriöse Saigon Morin zurückziehen. Denn Morgen müssen wir sehr früh aufstehen, denn um acht Uhr geht unser Flug nach Südvietnam.