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Pranger
Kennen Sie die Redensart «an den Pranger stellen»? Ganz unauffällig befindet sich der Pranger an der Ecke des Bröchinhauses, doch dahinter steckt eine dunkle Vergangenheit.
Verbrecher am Pranger.
Rau waren einst die strafrechtlichen Sitten. Der Dieb endete schnell einmal am Galgen. Leichtere Vergehen wurden mit dem Zurschaustellen am Schandpfahl geahndet.
Auch in Rheinfelden gab es den Pranger. Am Bröchinhaus, an der Ecke Jagdgasse/Kapuzinergasse, man kann heute noch Überreste sehen. Nämlich einen Teil der Konsole, auf dem der Verurteilte zu stehen hatte, und etwas weiter oben einen in die Hauswand eingelassenen Eisenring. An diesem waren die Ketten befestigt, die am anderen Ende das Halseisen und die Handschellen trugen, mit denen der Delinquent gefesselt war.
Der Ort war mit Bedacht gewählt. Die Kapuzinergasse war seinerzeit die Hauptdurchgangsstrasse vom Hermanns- zum Obertor. So war dafür gesorgt, dass nicht nur Stadtbewohner, sondern auch alle Durchreisenden den Angeprangerten verlachten, beschimpften, bespuckten oder ihm noch Schlimmeres antaten.
Weitere Informationen
Gut zu wissen
Der Pranger befindet sich in der Nähe des Kommandantenhaus an der Ecke Jagdgasse und Kapuzinergasse.
Redensart
Auch im heutigen Sprachgebrauch kennen wir die Redensart « jemanden an Pranger stellen». Es bedeutet, dass man jemanden öffentlich einem Vorwurf aussetzt und für etwas beschuldigt.