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Was ist Adipositas oder Fettleibigkeit?
Februar 2019
Wir alle wissen, was Fettleibigkeit bedeutet, aber gibt es eine offizielle Definition dafür?
Adipositas ist eine anormale oder übermäßige Ansammlung von Fett, die ein Gesundheitsrisiko darstellt. Es gibt zwei wesentliche Möglichkeiten, um eine Adipositas zu bestimmen.
Die erste Möglichkeit ist Ihr Body-Mass-Index, der berechnet wird, indem Ihr Gewicht in Kilogramm mit Ihrer Größe in Metern zum Quadrat multipliziert wird. Das Ergebnis wird folgendermaßen interpretiert:
8,5 bis 24,9 weist auf ein gesundes Körpergewicht hin.
25 bis 29,9 weist auf Übergewicht hin.
30 bis 39,9 weist auf Fettleibigkeit hin.
40 oder mehr weist auf eine schwerwiegende Adipositas hin.
Anhand des BMI lässt sich jedoch keine definitive Aussage zu Übergewicht treffen, da jemand, der sehr muskulös ist, auch einen hohen BMI hat, ohne dabei übergewichtig zu sein. Ein zusätzlicher Indikator ist der Bauchumfang. Wenn Sie als Mann einen Bauchumfang von 94 cm haben oder als Frau einen Bauchumfang von 80 cm, haben Sie ein höheres Risiko, Probleme mit Übergewicht zu entwickeln.
Was verursacht Fettleibigkeit?
Einfach gesagt, man isst zu viel und bewegt sich zu wenig. Man nimmt mehr Energie auf als man verbraucht und der Überschuss wird als Fett gespeichert.
Bei einigen Erkrankungen ist die Veranlagung eher da, Übergewicht zu entwickeln, beispielsweise bei einer Unterfunktion der Schilddrüse oder Morbus Cushing, und manche Menschen erben einfach einen großen Appetit von ihren Eltern. Auch bestimmte Medikamente, z. B. einige Kortikosteroide und Antidepressiva, können zu einer Gewichtszunahme führen. Es gibt allerdings keinen medizinischen Beweis, der die Theorie stützt, dass Adipositas von einem langsamen Stoffwechsel verursacht wird. In der Mehrheit der Fälle ist eine Fettleibigkeit vermeidbar.
Die Verbreitung der Adipositas ist darauf zurückzuführen, dass sich unser Lebensstil in den letzten Jahrzehnten radikal geändert hat. Folgende Änderungen sind dabei ausschlaggebend:
- Steigender Besitzanteil und Einsatz von Autos
- Wachsende Inanspruchnahme von Restaurants und Essen zum Mitnehmen statt zu Hause zu kochen
- Größere Portionen
- Ständige Verfügbarkeit von günstigen, verarbeiteten Lebensmitteln mit hohem Anteil an Zucker
- Verstärkter Einsatz von Maschinen und Computern zu Hause und am Arbeitsplatz, von Fernbedienungen bis hin zu industriellen Robotern
- Die weltweite Landflucht aus ländlicheren Gegenden in die Städte
Warum stellt Fettleibigkeit ein Problem dar?
Übergewicht oder Fettleibigkeit verringert die Lebenserwartung. Das Risiko von Herzleiden, Schlaganfällen, Typ-2-Diabetes, bestimmten Krebserkrankungen und weiteren Krankheiten steigt. Häufig führt Fettleibigkeit zu einer gesellschaftlichen Ausgrenzung, und das ohnehin schon überbeanspruchte Gesundheitswesen hat noch mehr Kosten zu tragen. Die NHS gibt jedes Jahr mehr als 5 Milliarden Pfund für die Behandlung von gewichtsbedingten Leiden aus – das sind 78 Pfund für jeden Mann, jede Frau und jedes Kind im Land.
Wie verbreitet ist Adipositas?
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) galten 28,1 Prozent der Erwachsenen im Vereinigten Königreich im Jahr 2014 als fettleibig und 62 Prozent galten als übergewichtig. Großbritannien weist in Europa die höchste Rate an Adipositas auf, ein Ausleger einer weltweiten Epidemie, die sich in den letzten 25 Jahren vervierfacht hat.
Warum sind immer mehr Kinder übergewichtig?
Ungefähr eines von fünf Kindern ist bei der Einschulung übergewichtig. Wenn sie die Schule beenden, ist diese Quote auf eines von drei gestiegen. Übergewichtige Kinder werden häufig gemobbt und neigen auch im Alter zu Fettleibigkeit, was dazu führen kann, dass sie ein Leben lang mit einem geringen Selbstwertgefühl und gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben.
Der Anstieg an Adipositas im Kindesalter lässt sich auf Änderungen in der Gesellschaft zurückführen. Noch vor einer Generation haben Kinder ihre Freizeit damit verbracht, draußen Fahrrad zu fahren, während sie nun mehrheitlich vor dem Fernseher oder Computer sitzen und essen.
Sechs einfache Möglichkeiten, Gewicht zu verlieren
Es gibt keine schnellen Lösungen, um das Körpergewicht zu reduzieren. Allerdings können einige kleine Änderungen am Lebensstil sich nachweislich positiv auswirken.
- Verwenden Sie eine App, um Ernährung und Bewegung nachzuverfolgen. So können Sie Ihre Fortschritte langfristig überwachen, nicht nur von Tag zu Tag, was eine große Motivation darstellen kann.
- Verwenden Sie einen kleineren Teller. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Sie dann das Gefühl haben, mehr zu essen als es tatsächlich der Fall ist. Für dieses Phänomen gibt es sogar einen Namen – die Delboeuf-Täuschung.
- Planen Sie Mahlzeiten im Voraus und kaufen Sie entsprechend dafür ein, vielleicht jeweils für eine Woche. So können Sie sich eine Kalorienvorgabe setzen und diese auch einhalten und Sie können Ihr Essen bewusster genießen. Auch ist sichergestellt, dass Sie stets einen Vorrat an Essen zu Hause haben und seltener unterwegs essen.
- Erhöhen Sie Ihre Ballaststoffzufuhr. Pflanzliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Getreide und Vollkornbrot sättigen und beugen Heißhungerattacken vor.
- Schlafen Sie ausreichend. Wer weniger als fünf bis sechs Stunden pro Nacht schläft, hat ein höheres Risiko, übergewichtig zu werden. Schlafmangel verlangsamt den Stoffwechsel, den Prozess, bei dem Kalorien in Energie umgewandelt werden, was zu einer erhöhten Ansammlung von Fett führen kann. Auch die Produktion der appetitzügelnden Hormone Leptin und Ghrelin wird gehemmt und die Ausschüttung von Insulin und Kortisol erhöht, wodurch mehr Fett gespeichert wird.
- Essen Sie Proteine zum Frühstück. So lassen sich die Hormone, die für Hunger und Sättigung verantwortlich sind, mehrere Stunden lang regeln. Gute Proteine finden sich in Eiern, Hafer, Nüssen und Haferflocken.
Quellenangaben:
World Obesity Federation (2015). About obesity. Retrieved from www.worldobesity.org/what-we-do/aboutobesity/
Diabetes Digital Media (2018). Diabetes and obesity. Retrieved from www.diabetes.co.uk/diabetes-and-obesity.html
Obesity Health Alliance. To tackle obesity we need urgent action in 10 areas. Retrieved from http://obesityhealthalliance.org.uk/