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Carl Anton Larsen ist am 7. August 1860 im norwegischen Østre Halsen geboren. Nach dem Besuch der Schule fuhr er mit 14 Jahren zur See und war später Kapitän eines Walfängers. 1904 gründete er den Ort Grytviken auf Südgeorgien und in Buenos Aires die erste antarktische Walfanggesellschaft. Auf sein Betreiben wurde 1913 eine norwegisch-lutherische Kapelle in Grytviken errichtet. Larsen verstarb am 8. Dezember 1924 im Rossmeer.
C.A. Larsen war mehr als nur ein norwegischer Walfang-Kapitän. Im Jahre 1888 entsandte die Halburgische Dampfschifffahrts-Gesellschaft das norwegische Walfangschiff «JASON» mit Kapitän Larsen zur Ostküste der antarktischen Halbinsel. Obwohl Larsen nur Robben und Wale fangen sollte, betrieb er nebenbei Polarforschung.
Auf der Seymour-Insel, an der Ostküste von Graham-Land, entdeckte er als erster Versteinerungen von pflanzlichen Fossilien, Weichtieren und vieles mehr. Es war eine grosse Entdeckung für die damalige Wissenschaft. Im Jahre 1893 entsandte die gleiche Reederei den Walfänger «JASON» unter Kapitän Larsen mit zwei anderen Schiffen in den Süden. Auf der Seymour-Insel sammelte er versteinertes Holz. Anschliessend drang er an der Ostküste der antarktischen Halbinsel entlang bis auf 68° S. in die Weddell-See vor. Hierbei entdeckte er ein gewaltiges schneebedecktes Hochland, das er „König-Oscar II-Land“ nannte. Erst in der Neuzeit konnte man mit modernen Eisbrechern die Reise in das WeddelI-Meer nachvollziehen.
1901 kehrte Larsen als Kapitän der «ANTARCTIC» unter der Leitung von Otto Nordenskjöld in die Antarktis zurück. Er musste für Nordenskjöld die Erforschung und die geologische Vermessung der Ostküste der antarktischen Halbinsel durchführen. Anschliessend gelang es ihm unter grossen Schwierigkeiten die Nordenskjöld-Expeditionsmannschaft in das Überwinterungsgebiet auf der Snow Hill-Insel zu bringen.
Anfang 1903 kehrte Larsen mit der «ANTARCTIC» zum zweiten Mal in die Antarktis zurück, um die Nordenskjöld-Expedition abzuholen. Hierbei geriet das Schiff in immer dichter werdendes Packeis, wurde vom Eis gepresst und begann zu sinken. Am 12. Februar 1903 verliess die Besatzung das Schiff und erreichte nach 16-tägigem Fussmarsch die Paulet-Insel, wo die Männer eine Steinhütte errichteten und überwinterten.
Im November 1903 erreichte Larsen mit seiner Besatzung die Snow-Hill-Insel, genau an dem Tag, als das argentinische Kanonenboot «URUGUAY» vor der Insel ankerte, um die Nordenskjöld-Expedition abzuholen. Man hatte nicht mehr damit gerechnet, dass auch nur ein einziges Mitglied der Besatzung überlebt hätte.
Nach der glücklichen Rettung und Rückkehr nach Argentinien machte er argentinische Geldgeber ausfindig, und mit deren Kapital gründete Kapitän Larsen 1904 die Walfangstation „Compania Argentina de Pesca“ auf Südgeorgien. Die Walfangstation wurde am Ende des Cumberland-Sund in einer Bucht erbaut. Larsen nannte die Bucht „Grytvik“ (Topfbucht), das heutige Grytviken. Neben der Gründung der Walfangindustrie entwickelte Larsen das moderne Walfangschiff, wo die Wale an Deck zerlegt wurden.
Ab 1923 setzte Larsen mit der «Sir James Clark Ross» das erste Walfang-Fabrikschiff ein und leitete die Fahrt gleich selbst. Dies war die Eröffnung des Hochseewalfanges in grossem Umfang. Er machte noch mehrere Fahrten dieser Art.
Die von ihm gegründete Walfangindustrie in Grytviken wurde 1962 geschlossen. Heute dient der Ort als Anlaufstation für Touristenschiffe und Versorgungs- und Forschungsschiffe des British Antarctic Survey. Überreste der Walfangstation sind bis heute erhalten geblieben, z.B. riesige Walöl-Tanks, Verarbeitungsanlagen und einige administrative Einrichtungen.
Zu Ehren von Larsen wurde das an der Ostküste der Antarktischen Halbinsel gelegene Larsen-Schelfeis benannt, ebenso wie der Larsen-Gletscher und Mount Larsen im ostantarktischen Viktorialand, Mount Larsen auf der Morrell-Insel im Archipel der Südlichen Sandwichinseln.
Heiner Kubny, PolarJournal