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Freihart Alex, *1933, Schauspieler und Theaterleiter
Der Schauspieler und Theaterfachmann Alex Freihart war auf vielen Bühnen zu Hause. In Winterthur machte er sich vor allem als Leiter des Stadttheaters von 1985 bis 1998 einen Namen.
Der Schauspieler Alex Freihart, geboren am 5. April 1933 in Zürich, absolvierte zunächst eine kaufmännische Ausbildung, ehe er am Bühnenstudio Zürich Schauspielunterricht nahm. Ab 1954 arbeitete er freiberuflich als Theaterschauspieler und er erhielt u.a. ein Engagement am Schauspielhaus Zürich. Ende der 50er Jahre realisierte er auch erste Theaterstücke als Regisseur, so auch für das von ihm mitbegründete "Das Ensemble Zürich". Nach einem Abstecher nach Paris, wo er 1958 bis 1959 als Regie-Assistent arbeitete, kehrte er in die Schweiz zurück und trat wieder vermehrt als Schauspieler auf. Aber auch als Regisseur blieb er aktiv und in den 60er Jahren avancierte er beim Theater für Vorarlberg in Bregenz vom Schauspieler, Spielleiter und Dramaturgen zum Theaterdirektor. Das Engagement in Bregenz war nicht nur beruflich ein spezielles. Dort begegnete Alex Freihart nämlich der österreichischen Schauspielerin Gerda Zangger. Mit ihr ist er seit 1965 verheiratet.
In den 1970er Jahren war er Mitbegründer des Theaters für den Kanton Zürich in Winterthur und wurde 1972 Direktor des Städtebundtheaters Biel-Solothurn. 1985 trat er als leitender Direktor ins Stadttheater Winterthur ein. Im als Gastspielhaus betriebenen Theater galt es in erster Linie ein attraktives Programm aus dem deutschsprachigen Raum einzukaufen und zu präsentieren. Dabei galt es auch den finanziellen Rahmen einzuhalten. Eine Vorgabe, deren Einhaltung nicht allen Vorgängern gelang. Dabei kooperierte Freihart nicht nur mit Schweizer Bühnen, sondern auch mit Theatern und Gastspielunternehmen aus Deutschland, insbesondere mit dem Euro-Studio Landgraf Titisee-Neustadt, das neben eigenen Produktionen diejenigen anderer Häuser vermittelte (sehr oft auch Musiktheater über die Konzertdirektion Landgraf). Wichtig war für Freihart die Möglichkeit, regelmässig auch französische Aufführungen zu engagieren. Auch italienische und englische Bühnen zu verpflichten war ihm ein Anliegen.
Pro Spielzeit zeigte Freihart durchschnittlich zwanzig Schauspielinszenierungen. Insgesamt stammte etwa die Hälfte aller gezeigten Schauspielproduktionen von festen Häusern (gegen Ende seiner Direktionszeit in zunehmendem Mass und insbesondere aus der ehemaligen DDR). Von den jährlich zwölf Musiktheaterproduktionen (auch Ballett und Musical) stammte etwa die Hälfte von Häusern aus den ehemaligen Ostblockstaaten (beispielsweise vom Stadttheater Stettin, von den Opernhäusern in Bratislava, Budapest, Halle, Kiew, Moskau, Prag und Warschau). Er zeigte auch mehrere von Schweizer Bühnen produzierte Uraufführungen. Daneben präsentierte er eigene, andernorts realisierte Inszenierungen, einige fremdsprachige, insbesondere französische Schauspiele sowie Jazzmatineen und Nocturne-Veranstaltungen.
Nach seiner Pensionierung wirkte Freihart am Theater am Stadtgarten noch bis 2000 als künstlerischer Berater. Seit 2000 folgten wieder einzelne Engagements als Schauspieler. Auch widmete sich Freihart gerne Bearbeitungen und Übersetzungen von Stücken französischer Autoren. Als Darsteller in einigen deutsch- und französischsprachigen Kino- und Fernsehfilmen war der unermüdliche Mime immer wieder zu sehen. Freiharts Schaffen wurde auch mit Auszeichnungen geehrt. 1974 wurde ihm die Ehrengabe des Kantons Zürich für die Förderung junger Schweizer Autoren und 1983 der Kulturpreis des Kantons Solothurn verliehen.