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© Marcel Burkhardt
Publications
Thiel, D., S. Jenni-Eiermann & L. Jenni (2008)
Der Einfluss von Freizeitaktivitäten auf das Fluchtverhalten, die Raumnutzung und die Stressphysiologie des Auerhuhns Tetrao urogallus.
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Ornithol. Beob. 105: 85–96
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Zusammenfassung
Auerhühner gelten als störungssensible Waldhühner mit grossem Anspruch an die Lebensraumqualität. Diese Lebensräume haben in den letzten Jahrzehnten in ihrer Qualität stark abgenommen, Freizeitaktivitäten haben gleichzeitig zugenommen. Diese Studie untersuchte, wie Auerhühner mit ihrem Fluchtverhalten, mit der Raumnutzung und der Stressphysiologie auf Freizeitaktivitäten reagieren. Verschiedene Resultate zeigen, dass Auerhühner tatsächlich empfindlich auf Menschen reagieren, speziell auf Wintersportaktivitäten abseits von Wegen und Skipisten. Die Fluchtdistanz war in Gebieten mit hoher Intensität der Wintersportaktivitäten oder Jagddruck höher als in Gebieten mit geringer Intensität. Auerhühner mieden Flächen mit hoher Intensität der Wintersportaktivitäten innerhalb ihrer Streifgebiete während der Skisaison, und wiesen in der Nähe vom Skibetrieb auch höhere Stresshormonkonzentrationen auf. Aufgrund dieser Erkenntnisse wird empfohlen, dass in Auerhuhn-Lebensräume, die bislang nicht oder nur wenig für Freizeitaktivitäten aufgesucht werden, auf das Errichten neuer touristischer Infrastrukturanlagen zu verzichten. Wichtige Auerhuhn-Lebensräume, die sich heute schon in der Nähe von Zentren mit Freizeitaktivitäten befinden, können durch das Etablieren von Gebieten mit Wegegeboten oder von Gebieten mit einem vollständigen Betretverbot deutlich aufgewertet werden.
Abstract
The Western Capercaillie is a forest grouse known to be sensitive to disturbance and with requirements for high-quality habitats. During the last decades, habitat quality strongly declined while recreation activities significantly increased. This study confirmed that Capercaillie strongly respond to humans, especially to off-trail winter recreation activities. Flushing distance was larger in areas with high recreation intensity or hunting pressure than in undisturbed forest patches. During the ski season, Capercaillie avoided forest patches with high recreation intensity within their home ranges. Furthermore, they showed increased stress hormone levels with decreasing distance to the next location with winter recreation activity. The establishment of wildlife refuges or the setting up of regulations requiring winter recreationists to stay on trails enable Capercaillie to use its important habitats, even if they lie close to winter tourism centers.