Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03285.jsonl.gz/496

In einem Universum, in dem die Herzen und Gemüter so düster wie das Weltall selbst sind, versucht die Crew des kleinen Firefly-Klasse-Raumschiffs Serenity Jobs an Land zu ziehen, die es ihr ermöglicht, den grössten Luxus ihrer Zeit zu garantieren – Frieden. Doch das Schicksal hat andere Pläne für die bunt zusammen gewürfelte Mannschaft aus Söldnern, Gesetzlosen und Flüchtlingen. Weit entfernt von der Erde, zwischen Welten, die von Pionieren besiedelt sind und von der sogenannten „Allianz“ überwacht werden, sieht
Portrait
Joss Hill Whedon ( 1964 in New York) ist ein wahres Multi-Talent. Er betätigt sich als Drehbuchautor, Produzent, Regisseur und schreibt Comics. Zu seinen erfolgreichsten Erfindungen gehören die TV-Serie "Buffy, Im Bann der Dämonen" (1997-2003), die in Deutschland ein Mega-Erfolg auf ProSieben war und die Spin-Off-Serie "Angel, Jäger der Finsternis" (1999-2004). Jüngst kam noch die Serie Firefly (2002-2003) zusammen mit dem Kino-Film "Serenity" dazu. Ausserdem schrieb er die Drehbücher zum Alien-Film "Die Wiedergeburt" und machte sich als Autor diverser Comics einen Namen (unter anderem X-Men). Er ist einer der beliebtesten Kreativen der US-Unterhaltungsindustrie, mit einer Fangemeinde wie sie sonst nur Schauspieler oder Musik-Stars aufweisen können.
von einer Kundin/einem Kunden
aus Mainz
am 10.10.2010
Joss Whedons TV-Weltraummärchen „Firefly“ war schon so ein Phänomen. Vierzehn Episoden lang nahm uns der Schöpfer von „Buffy“ und „Angel“ mit hinaus ins All, an die letzte Grenze, wo Männer noch Männer sind und mit dem Revolver in der Hand oder am Steuer ihres Raumschiffs sterben (Frauen übrigens auch)....Joss Whedons TV-Weltraummärchen „Firefly“ war schon so ein Phänomen. Vierzehn Episoden lang nahm uns der Schöpfer von „Buffy“ und „Angel“ mit hinaus ins All, an die letzte Grenze, wo Männer noch Männer sind und mit dem Revolver in der Hand oder am Steuer ihres Raumschiffs sterben (Frauen übrigens auch). Dann wurde die Serie plötzlich vom Sender abgesetzt. Einem Aufbäumen der Macher und Fans folgte überraschend der Kinofilm „Serenity“. Nach dessen – zumindest finanziellen – Flop war endgültig Schluss. Endgültig? Nicht ganz. In zwei Comic-Abenteuern kann man nun mit Mal Reynolds und seiner bunt zusammengewürfelten Crew zurück ins All fliegen.
Eigentlich ist Mal Reynolds ein professioneller Pechvogel. Der Captain des schrottreifen Firefly-Klasse-Frachters „Serenity“ ist chronisch pleite, und es ist nur der Loyalität seiner treuen Besatzung zu verdanken, dass er nicht schon längst irgendwo einsam auf einem Hinterwäldlerplaneten gestrandet ist. Doch diesmal haben Mal, sein weiblicher XO Zoe, deren Mann Wash, der raubeinige Waffennarr Jayne, die Mechanikerin Kaylee, der Arzt Simon Tam und dessen Schwester River, der Geistliche Shepherd Book sowie die Companion Inara das große Los gezogen. Nach einem erfolgreichen Job erhalten sie die Koordinaten eines Tempels, in dem ein kleines und erfreulicherweise vergessenes Vermögen nur darauf wartet, gehoben zu werden. Erst mag niemand an das Glück glauben, doch tatsächlich ist die Crew der „Serenity“ auf einmal reich – stinkreich. „Bessere Zeiten“, so auch der Titel der Geschichte, scheinen angebrochen. Doch dass Geld allerdings auch seine Probleme mit sich bringt, müssen Mal und seine Leute schon bald erfahren.
Die zweite Geschichte des aus den zwei Dreiteilern „Better Times“ und „Those Left Behind“ bestehenden Sammelbands stellt eine Art Brückenschlag zwischen der TV-Serie und dem Kinofilm dar. Der deutsche Titel „Die Zurückgelassenen“ trifft den Kern dabei nur bedingt. Richtiger wäre wohl, von jenen zu sprechen, die man auf seinem (Lebens)Weg hinter sich lässt, in diesem Fall eine Reihe verbitterter Feinde, die der „Serenity“-Besatzung das Leben schwer machen. Dazu zählen ein einäugiger Agent, der noch eine Rechnung mit Mal offen hat, und eine Gruppierung von Herren mit blauen Handschuhen, die Simon oder vielmehr seine Schwester River jagt. Und dann ist da noch ein schmieriger Hehler, der nach einer zugefügten Schmach gehässig auf Genugtuung sinnt. Alles in allem keine guten Aussichten auf ein bisschen Frieden für Mal und seine Leute.
Beide Abenteuer, die Whedon zusammen mit Brett Matthews geschrieben hat, fangen sehr treffend die spezielle Atmosphäre ein, die „Firefly“ bereits im Fernsehen geprägt hat. Neben cleveren Dialogzeilen, die sich die Figuren spielerisch zuwerfen, herrscht vor allem viel Action vor – Faustkämpfe, Schießereien, Verfolgungsjagden –, und das Ganze wird durch einen Hauch von zwischenmenschlichem Drama unterfüttert, das behutsam die fragilen und in beiden Fällen unausgefüllten Beziehungen von Mal und Inara sowie Kaylee und Simon weiterspinnt. Auch optisch weiß der Softcoverband mit Klappbroschur zu gefallen. Die Figuren werden gut getroffen und sind stets eindeutig erkennbar, und auch sonst wissen die Zeichnungen von Will Conrad durch Detailfreude und Dynamik zu gefallen.
Zwei Vorworte von Adam Baldwin (Jayne) und Nathan Fillion (Mal) sowie eine Covergalerie runden den Band ab.