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Lehrkräfte der obligatorischen Schule: Szenarien 2022-2031 und Längsschnittanalysen Die Zahl der Lehrkräfte der obligatorischen Schule dürfte bis 2031 um rund 6% zunehmen
14.10.2022 - Aufgrund des Bevölkerungswachstums wird die Zahl der Lehrkräfte der obligatorischen Schule voraussichtlich bis 2031 um rund 6% steigen. Bis dahin müssten zwischen 43 000 und 47 000 neue Lehrkräfte für die Primarstufe rekrutiert werden. Auf Sekundarstufe I dürfte der Bedarf bei 26 000 bis 29 000 neuen Lehrkräften liegen. Zudem ist festzustellen, dass 90% der Lehrkräfte, die 2015 unter 55 Jahre alt waren und an der obligatorischen Schule unterrichteten, fünf Jahre später immer noch an einer Schule beschäftigt waren. Dies geht aus zwei verschiedenen Publikationen des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.
Die Ergebnisse stammen aus zwei inhaltlich verwandten BFS-Publikationen. Die eine präsentiert basierend auf einem neuen Modell Szenarien zum Bedarf und zum Angebot an neuen Lehrkräften. Die andere analysiert über einen Zeitraum von fünf Jahren die beruflichen, familiären und wanderungsbedingten Verläufe einer umfassenden Lehrerpopulation.
Die Zahl der Lehrkräfte nimmt in den nächsten Jahren zu
Gemäss den Szenarien 2022–2031 für die Lehrkräfte der obligatorischen Schule dürfte die Zahl der Lehrkräfte zwischen 2022 und 2031 um rund 6% zunehmen. Dies gilt sowohl für die Primarstufe (+3800) als auch für die Sekundarstufe I (+2300). Dieses Wachstum steht im Zusammenhang mit der Zunahme der Lernendenzahl (zwischen 2022 und 2031 +8% auf der Primarstufe bzw. +9% auf der Sekundarstufe I) und dürfte alle Regionen der Schweiz betreffen; einzige Ausnahme ist der Kanton Tessin, wo ein Rückgang der Anzahl Lehrkräfte der Sekundarstufe I zu erwarten ist.
Bis 2031 braucht es auf der Primarstufe bis zu 47 000 neue Lehrkräfte
Aufgrund des Bevölkerungswachstums sowie der Austritte und Pensionierungen von Lehrkräften müssten zwischen 2022 und 2031 zwischen 43 000 und 47 000 neue Lehrkräfte der Primarstufe rekrutiert werden. Im gleichen Zeitraum werden die pädagogischen Hochschulen (PH) voraussichtlich rund 34 000 Lehrdiplome für die Primarstufe ausstellen. Es besteht somit eine potenzielle Diskrepanz zwischen dem Bedarf und dem Angebot. Ein Teil des Bedarfs wird allerdings durch die Anstellung von Lehrkräften mit einer Ausbildung für andere Schulstufen, ausländischen Lehrkräften und Studierenden der PH, die noch in Ausbildung sind, gedeckt.
Auf der Sekundarstufe I ist mit einem Bedarf von 26 000 bis 29 000 zu rechnen. Aufgrund der grossen Zahl an Fächern und der Vielfalt der absolvierten Ausbildungen vor der Aufnahme der Lehrtätigkeit können auf dieser Stufe keine aussagekräftigen Schlüsse gezogen werden.
Allmähliche Annäherung zwischen Bedarf und Angebot
Der jährliche Rekrutierungsbedarf für neue Lehrkräfte auf der Primarstufe dürfte in den nächsten zehn Jahren bei rund 4500 bleiben, während hinsichtlich der Anzahl der an den PH ausgestellten Lehrdiplome eine Zunahme um 24% zu erwarten ist (3800 Diplome im Jahr 2031). Somit dürfte sich das jährliche Angebot an neuen Lehrkräften in den meisten Regionen dem Bedarf annähern, wobei die Situation je nach Region sehr unterschiedlich ist.
Schulleitungsfunktionen: Unterschied zwischen den Geschlechtern
Gemäss der Publikation «Verbleib der Lehrkräfte an der obligatorischen Schule» waren 90% der Lehrkräfte, die 2015 jünger als 55 Jahre alt waren und an der obligatorischen Schule unterrichteten, fünf Jahre später immer noch an einer Schule beschäftigt. Verglichen mit den anderen Altersgruppen bleiben die unter 35-jährigen Lehrkräfte seltener an einer Schule (87%). Gleiches gilt für die Lehrkräfte mit einer tieferen Anzahl Wochenlektionen (85% bei jenen mit weniger als 10 Wochenlektionen). Während gleich viele Frauen und Männer nach wie vor unterrichten (88%), haben die Männer häufiger in eine Schulleitungsfunktion gewechselt als die Frauen (2,2% gegenüber 0,9%).
Hohe Wiedereinstiegsquote nach einer Mutterschaft
Auf Austritte von Lehrkräften folgt oft ein Wiedereinstieg (61% Wiedereinstiege innerhalb von vier Jahren), insbesondere bei Frauen, die ihre Lehrtätigkeit aufgrund einer Mutterschaft unterbrochen haben (70% innerhalb von vier Jahren). Bei den Wiedereinstiegsquoten der Frauen, die ein Kind bekommen haben, lassen sich mit Werten zwischen 58% in der Ostschweiz und 86% in der französischen Schweiz grosse Unterschiede feststellen.
Zusätzliche Informationen wie Grafiken finden Sie in der nachfolgenden PDF-Datei.
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