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Port-au-Prince - Die internationale Hilfe erreicht die Opfer des verheerenden Erdbebens in Haiti nur langsam. Aus Wut über die ausbleibende Hilfe haben verzweifelte Menschen laut einem Augenzeugen Strassensperren aus Leichen errichtet.
"Sie haben angefangen, die Strassen mit Leichen zu blockieren", sagte der Fotograf Shaul Schwarz vom Magazin "Time" am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Er habe in der zerstörten Hauptstadt Port-au-Prince an mindestens an zwei Stellen Barrikaden aus Toten und Steinen gesehen.
"Es wird langsam hässlich da draussen", sagte Schwarz: "Die Leute haben es satt, dass ihnen nicht geholfen wird." Beschleunigt werden soll der Hilfsgüter-Transport demnächst durch die 19 Helikopter, die sich an Bord des US-Flugzeugträger "Carl Vinson" befinden.
Der Flugzeugträger sowie sechs weitere Schiffe werden noch am Freitag in den Gewässern vor Haiti erwartet. Insgesamt werden sich nach Angaben des US-Südkommandos in Miami am Wochenende mehr als 6000 Angehörige der US-Streitkräfte zur Unterstützung der Hilfsmassnahmen in Haiti oder in Küstennähe aufhalten.
Die Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) kündigte am Donnerstag "sofortige wirtschaftliche und materielle Hilfe" für die Erdbebenopfer an. Sie versicherte, dass sie den "Prozess zur Rettung und zum Wiederaufbau des Landes sehr aufmerksam verfolgen" werde.
Die USA und Frankreich treten gemeinsam für eine internationale Konferenz zu Haiti ein. US-Präsident Barack Obama und Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy hätten am Donnerstag in einem Telefongespräch die Zusammenarbeit beider Länder für eine solche Konferenz vereinbart, teilte der Elysée-Palast in Paris mit.
Nach Angaben des Weissen Hauses in Washington stimmten die beiden Präsidenten darin überein, dass die Hilfe für den Karibikstaat langfristig koordiniert werden müsse. Beide Regierung sollten bei der Bewältigung der Krise kooperieren.
Auch Hollywoodstars wie George Clooney engagieren sich für die Erdbebenhilfe in Haiti. Eine grosse TV-Spenden-Aktion sei für Freitag nächster Woche beim US-Sender MTV geplant, teilte Hollywood-Kolumnist Roger Friedman am Donnerstag in dem Branchenblatt "Hollywood Reporter" mit.
Bei einer Filmveranstaltung am Mittwochabend in Los Angeles habe er von Clooney erfahren, dass der Schauspieler prominente Freunde und Stars für den Spenden-Marathon am 22. Januar gewinnen wollte. Der Rock-Musiker Sting habe bereits zugesagt, hiess es.
Produzent Joel Gallen, der eine ähnliche Benefiz-Show nach den Terroranschlägen vom 11. September produziert hatte, sei ebenfalls an Bord. Zahlreiche Schauspieler und Musiker haben bereits gespendet und ihre Fans zur Mithilfe aufgerufen.
Port-au-Prince - Die internationale Hilfe erreicht die Opfer des verheerenden Erdbebens in Haiti nur langsam. Aus Wut über die ausbleibende Hilfe haben verzweifelte Menschen laut einem Augenzeugen Strassensperren aus Leichen errichtet.