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Andalusien, zwanziger Jahre: Carmencita (Sofía Oría) wächst bei ihrer Grossmutter auf, da ihre Mutter im Wochenbett starb und ihr Vater Antonio (Daniel Giménez Cacho), ein berühmter Torero, seit einem Berufsunfall gelähmt ist. Nach dem Tod der Grossmutter kommt Carmencita ins Haus ihrer bösen Stiefmutter Encarna (Maribel Verdú). Als Carmencita erwachsen und wunderschön ist, gibt ihre Stiefmutter den Auftrag, sie zu töten – doch Carmencita überlebt und wird von sechs kleinwüchsigen Toreros aufgenommen.
In «Blancanieves» – «Schneewittchen» – erzählt Pablo Berger das Märchen der Gebrüder Grimm als tragischen Stummfilm im Torero-Milieu. Der Film ist eine Hommage an die Anfänge des Kinos, gemacht mit viel Liebe fürs Detail und mit aufwendigen Mitteln. Die zwanziger Jahre wurden sorgfältig nachgestellt, die Kamerafahrten sind kompliziert, und Alfonso de Vilallongas Musik ist pompös. Berger spielt mit Schatten und Licht, originell sind die Montagen, mit denen er grosse Veränderungen einführt: Als die Grossmutter bei der Kommunion stirbt, drückt die Kleine ihr weisses Kleid in ein Becken – als sie es herauszieht, ist es schwarz. Und als sie im Garten ihrer Schwiegermutter Wäsche aufhängt, kommt sie plötzlich als erwachsene Carmen (Macarena García) hinter der Wäsche hervor.
Pablo Berger hat während mehrerer Jahre an «Blancanieves» gearbeitet. Die Idee zum Film sei ihm gekommen, als er eine Aufnahme der Fotografin Cristina García Rodero aus den neunziger Jahren gesehen habe: Das Bild zeigte kleinwüchsige Männer, die Toreros waren. Er stellte sich ein Schneewittchen als Torera dazu vor – das war der Beginn von «Blancanieves».