Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03170.jsonl.gz/337

1917 begann Franz Bombasei aus Milchpulver und Kartoffeln essbare Schilder zu produzieren und diese mit viel Liebe von Hand zu bemalen. Später entwickelte er als einer der Ersten ein Siebdruckverfahren für essbares Dekor und legte damit das Fundament für das heutige Backdekor-Unternehmen Bombasei. Als das Unternehmen seinen Produktionsstandort von Nänikon im Kanton Zürich nach Ungarn verlagerte, wurde das ehemalige Fabrikareal nahe des Greifensees frei. Die Erbengemeinschaft entschied sich, das Grundstück zu bebauen und beauftrage Bauart mit einer Entwicklungsstudie.
Bild: Bauart
Statt zwei bis drei jumbogrosse Mehrfamilienhäuser auf dem baumbestandenen Areal zu verteilen, schlugen die Architekten eine dichte Smallhouse-Siedlung vor. Die Variantenstudien der Architekten bewegen sich zwischen den Polen Reihen- und Punkthaus für Singles und Paare. Die gestreuten Punkthäuser ermöglichen eine grosse Sichttiefe und gute Belichtungssituationen, dafür sind weniger Wohneinheiten möglich und auch die Privatsphäre der einzelnen Häuser leidet. Die Reihenhausvarianten erlauben mehr Einheiten und grössere Gemeinschaftsflächen, dafür ist die Belichtungssituation der einzelnen Häuser ungünstiger. Neben den unterschiedlichen Bebauungs- und Freiflächenlösungen, zeigen die Varianten vor allem das modulare Potential des Minihauses im urbanen Raum: Da Wohn- und Schlafgeschoss immer übereck, aber auf je zwei andere Seiten ausgerichtet werden können, blicken die Häuser bei der Punkthausvariante immer in alle vier Himmelsrichtungen.
Aneinandergereiht und reissverschlussartig gegeneinander verschoben, ergibt sich eine dreiseitige Orientierung der inneren und eine vierseitige Orientierung der äusseren Häuser. Bei der Reihenhausvariante kann auch der Wohnungsmix variiert werden: Der Bogen geht vom 65 Quadratmeter grossen Single- oder Paarhaus mit einem Schlafzimmer zum 92 Quadratmeter grossen Smallhouse mit zwei Schlafzimmern bis zum 108 Quadratmeter grossen Kleinfamilienhaus mit drei Schlafzimmern. Wenig überrascht: Je mehr Module aneinandergereiht werden, desto mehr Häuser haben auf dem Grundstück Platz. Wenn etwa nur zwei Reihenhausriegel auf dem Grundstück verteilt werden, haben 21 Wohnungen Platz. Rund 15 Wohnungen können gebaut werden, wenn die Häuser einzeln und frei gestreut werden. Das als Beistellhaus oder modernes Stöckli entwickelte Smallhouse besteht in dieser Studie seinen ersten Test seines Potentials im Siedlungsmassstab. Leider konnte sich die Bauherrschaft nicht zu einer der Varianten durchringen und vergab den Auftrag an ein anderes Büro, das nun eine konventionellere Reihenhaussiedlung plant.
Neben den unterschiedlichen Bebauungs- und Freiflächenlösungen, zeigen die Varianten vor allem das modulare Potential des Minihauses im urbanen Raum.
Bilder: Bauart