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In der Region Bongolava im madagassischen Hochland liegt die Rate chronischer Mangelernährung bei über 50 %. Die Folge davon: jedes zweite Kind unter 5 Jahren leidet an Wachstumsverzögerungen. Diese besorgniserregende Situation hat das CEAS dazu bewogen, sich mit der internationalen NGO «Aktion gegen den Hunger» (ACF) zusammenzutun, um Lösungen zur Bekämpfung dieses Übels vorzubringen. Wie in unseren früheren Ausgaben beschrieben, ist aus der Pilotphase dieses Projekts eine ehrgeizige Handlungsstrategie namens FAR’IN hervorgegangen.
In der Vorprojektphase konnten spezifische Daten gesammelt werden, um die bevorzugte Vorgehensweise zu validieren und anzupassen. Die Feldstudien haben das gravierende Ausmass der Mangelernährung, insbesondere bei Müttern und Kindern, bestätigt. Wenn man bedenkt, dass die ersten 1’000 Tage im Leben eines Kindes entscheidend für seine Entwicklung sind, liegt es auf der Hand, dass die Ernährung von Neugeborenen und Säuglingen im Vordergrund stehen muss. Einer der ersten Schritte bestand darin, Rezepte auf Mehlbasis zu entwickeln, um den notwendigen Nährstoffbedarf von Säuglingen abzudecken. Es wurden fünf Menüs aus verfügbaren landwirtschaftlichen Erzeugnissen gutgeheissen, die von den jungen Müttern auf einfache Weise eigenständig hergestellt werden können. Durch Ausbildungen im Umgang mit Anlagen zur Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte wird den BewohnerInnen dieses Gebiets auch eine grössere Nahrungsmittelautonomie zugesichert.
Das Projekt hat folglich zum Ziel, einen Beitrag zur Verringerung der Mangelernährung von 13’587 Frauen und Kindern in der Region zu leisten. Die sowohl kurativen wie präventiven Massnahmen von FAR’IN werden von den Begünstigten selbst umgesetzt: sie sind die treibenden Kräfte der Veränderung. In der Pilotphase wurden Gruppen von 10 bis 20 Frauen gebildet, die hauptsächlich aus schwangeren oder stillenden Frauen und jungen Müttern bestanden. Sie treffen sich regelmässig zwecks Ausbildung und Austausch im Bereich Gesundheit und Ernährung. Jede Gruppe wird von einer der Mütter geleitet, die für die Vermittlung der Erkenntnisse und Kernbotschaften des Projekts verantwortlich ist, welche aus den Erfahrungen der «Aktion gegen den Hunger» hervorgehen. Diese Frauen fungieren also als Botschafterinnen für die Verbreitung guter Ernährungspraktiken. Ausserdem wurden Bäuerinnenverbände gegründet. Sie sind es, die auf der Ebene der Familien anhand von Demonstrations- und Versuchsflächen neue agrarökologische Techniken fördern. Auf diesen landwirtschaftlichen Nutzflächen können unterschiedliche Produkte angebaut werden, die dann dem Mehl beigegeben werden können. Die Freiwilligen werden anschliessend dazu ermutigt, diese Techniken auf dem Land ihrer eigenen Familien anzuwenden.
Das Projekt vereint das Know-how der «Aktion gegen den Hunger» im Bereich Ernährung von Mutter und Kind und die Erfahrung des CEAS auf dem Gebiet der Agrarökologie und der Obst- und Gemüseverarbeitung. Indem wir den Haushalten die Instrumente zur Überwindung der Mangelernährung direkt an die Hand geben, möchten wir ihnen die Chance geben, ihren Lebensstandard nachhaltig zu verbessern.