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…aber das gibt’s noch immer
Im Jahr 2012 begann auf Kuba eine kleine Erfolgsstory. In diesem Jahr lief auf der Insel erstmals seit dem Ende des kalten Krieges wieder ein eigens für das Land entwickelter Kleinbus unter dem Namen »Diana« vom Band. Die Busse, von denen seitdem rund 500 Stück pro Jahr produziert werden, sind eine chinesisch-russisch-kubanische Gemeinschaftsproduktion und verbessern vielerorts die Verkehrsverbindungen. Denn es ist keine Neuigkeit, dass Kuba ein Transportproblem hat. Gerade in den Provinzhauptstädten der sozialistischen Insel macht sich das Fehlen von ausreichenden Möglichkeiten, von einem Ort zum anderen zu kommen, bemerkbar.
Seit der Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991 und der damit einhergehenden »Spezialperiode« haben viele Provinzstädte keine neuen Busse mehr erhalten. Zahlreiche Nahverkehrslinien mussten in der Folge dichtmachen oder werden mit Pferdekutschen bedient. Andere wurden inzwischen vom Privatsektor übernommen, der den Kubanern hohe Preise abverlangt.
Nachdem inzwischen jede Provinz mindestens ein paar Dutzend »Diana«-Busse in Dienst stellen konnte, ist es nun an der Zeit für den nächsten Schritt zur Wiederbelebung des Personentransports. Die zweitürige Version des Busses soll mehr Passagiere aufnehmen können und zudem besser für den urbanen Linienbetrieb geeignet sein. Die ersten Lieferungen gehen an Santiago de Cuba, wo bis zum Jahresende 20 neue Busse in Dienst gestellt werden sollen. In der 600.000 Einwohner zählenden Metropole im Osten der Insel machen täglich rund 92.000 Personen vom staatlichen Nahverkehr Gebrauch. Die neuen Busse sollen vor allem stark frequentierte Linien in den Vierteln Versalles, Altamira, 30 de Noviembre und Chicharrones bedienen.
Auch Santa Clara wird zunächst, ähnlich wie im letzten Jahr, zehn neue Busse erhalten, womit die Stadt seit Beginn des »Diana«-Projekts insgesamt 110 neue Busse zugeteilt bekam. Darüber hinaus sollen erstmals 20 neue Motorradtaxis aus China den öffentlichen Nahverkehr verstärken. Die dreirädrigen Fahrzeuge können mit ihrem kleinen 260-ccm-Motor bis zu sechs Personen überdacht transportieren und sollen die Busflotte ergänzen. Die gelb lackierten Fahrzeuge werden an private Transporteure verpachtet und sollen ähnlich wie die großen Brüder in Havanna als »Taxi ruteros« für einen Preis von drei Pesos (ca. 10 Eurocent) feste Routen abfahren. Ähnlich wie in Havanna stellt der Staat verbilligte Benzinkontingente und kontrolliert die Einhaltung der Preise, während die Fahrer Steuern zahlen und für Reparaturen selbst aufkommen müssen.
Bekannt ist das Modell bereits aus der Stadt Holguín, wo einige Dutzend Motorradtaxis im Einsatz sind. In den nächsten Monaten soll sich ihre Zahl auf 170 erhöhen. »Wir haben eine Studie über den Transport in Holguín durchgeführt, in der auch die Anzahl der Fahrradtaxis, der Autos, der privaten Linientaxis sowie deren wichtigste Routen analysiert wurden«, erklärte Jorge Mastrapa, Direktor der staatlichen »TaxiCuba« der Provinz im Juni gegenüber dem Nachrichtenportal Cubadebate. Vergleichbare Erhebungen wurden in den letzten Monaten auch in anderen Provinzen durchgeführt. Ergebnis: Holguín, »die Stadt der Parks«, wird den höchsten Bedarf an Motorradtaxis haben. Nicht zuletzt auch für den vom Staat garantierten Transport in Krankenhäuser sollen die Taxis eine Alternative darstellen, da hier ebenfalls feste Preise und feste Routen gelten. Auch wenn die neuen Möglichkeiten den Bedarf noch immer nicht decken können, seien sie doch ein wichtiger Schritt, um den Wettbewerb um das bestmögliche Angebot auszuweiten, kommentierte die Tageszeitung Juventud Rebelde am 8. November.