Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03512.jsonl.gz/1469

An den kantonalen Meisterschaften beider Basel, die am vergangenen Wochenende in Riehen stattfanden, durften sich die Athletinnen und Athleten des TV Muttenz athletics fünfzehnmal Edelmetall umhängen lassen. Gleich mit zwei Meistertiteln dekoriert wurden dabei die 11-jährige Alice Konkoly und der 20-jährige Tim Ohnmacht.
Je zweimal Gold
Die junge Alice Konkoly zeigte bereits im Vorlauf über 60 Meter ihre ausgezeichnete Form. Sie lief dabei nicht nur allen Konkurrentinnen regelrecht um die Ohren, sondern
verbesserte auch gleich noch den Muttenzer Vereinsrekord bei den U12, der noch aus dem letzten Jahrtausend stammte. Im
Final verbesserte sie diese Marke dann gleich noch
einmal auf 8.69 und belegt damit aktuell den
dritten Rang in der Schweizer Bestenliste. Damit hatte
die in Pratteln wohnhafte Athletin aber noch nicht genug. Auch den Weitsprung konnte sie mit einer sehr guten Weite von 4.37m für sich entscheiden.
Dank des ausgezeichneten dritten Rangs von Emma Vitez durfte neben Konkoly gleich noch eine zweite Muttenzerin das 60 Meter-Podest bei den U12 besteigen. Auch sie zeigte ausserdem einen hervorragenden Weitsprung-Wettkampf und sprang ebenfalls über 4,00m.
Tim Ohnmacht, der sich bis vor einem Jahr noch als Mehrkämpfer versuchte, konzentriert sich seit dieser Saison vor allem auf die Laufdisziplinen zwischen 100 und 400 Meter, da er realisiert hat, dass er in diesen Disziplinen trotz des wenigen spezifischen Trainings bereits im Vorjahr in der erweiterten Schweizer Elite mitlaufen konnte und die Defizite in den Sprungdisziplinen einen enormen Trainingsaufwand gefordert hätten. Der Wechsel hat sich auf jeden Fallgelohnt. An den Kantonalen verbesserte er seine persönliche Bestleistung über 400 Meter noch einmal deutlich auf 50.28 und deklassierte die Konkurrenz förmlich. Über 200 Meter verbesserte er bereits zuvor seine persönliche Bestmarke um eine halbe Sekunde und lief in 22.49 als Zweiter über die Ziellinie. Dass es trotzdem zum Meistertitel reichte, war das Ergebnis einer Disqualifikation des vermeintlichen Siegers. Dieser hatte sich schlicht nicht korrekt auf der Startliste abgekreuzt. Ohnmachts Zeiten bedeuteten nicht nur die Qualifikation zu den U23-Schweizermeisterschaften, sondern auch gleich noch jene für die Aktiven.
Meisterin und Vize-Meister im Wurf bei den U14
Dass Anouk Rudin werfen kann, hat sie in der Vergangenheit mehrfach angedeutet. An den Kantonalen warf sie jedoch den Diskus als einzigeAthletin ihrer Alterskategorie über die 20-Metermarke und wurde überlegen kantonale Meisterin. Im Kugelstossen und Speerwerfen verpasste sie das Podest jeweils relativ knapp.
Überraschend war dafür der Vize-Meistertitel für Jan Stocker im Speerwerfen. Nachdem er noch vor drei Wochen an selber Stätte einen Wettkampf mit nur ungültigen Würfen zu verzeichnen hatte, ging er mit wenig Hoffnung auf ein gutes Resultat an den Start. Doch dieses Mal klappte es. Wurf um Wurf steigerte er sich und durfte sich schlussendlich über eine unerwartete Silbermedaille freuen. Dass er sich schliesslich bei seinem ersten Hürdenwettkampf überhaupt gleich noch für den Final qualifizieren konnte, rundete sein erfolgreiches Wochenende ab.
Laura Weigert über die Hürden erfolgreich
An den Kantonalen setzte Laura Weigert in diesem Jahr voll auf die Hürdenkarte. Noch nie zuvor war sie im Vorfeld die 400 Meter über die Hindernisse gelaufen und wollte sich nun an den Kantonalen an diese Distanz wagen. Mit einer Top-Zeit von 64.86 wurde sie Zweite und blieb beinahe zehn Sekunden unter der Limite für die Schweizer-Meisterschaften der U20 und auch deutlich unter dem Wert für die Frauen.
Über 100 Meter Hürden ging der Muttenzerin zwar zum Schluss etwas die Kraft aus. Dennoch durfte sie sich auch nach diesem Rennen über eine weitere Bronzemedaille in ihrer Sammlung freuen.
Severin Durrer - zweimal überrascht vom eigenen Erfolg
Ebenfalls überrascht wurde Mehrkämpfer und Vielstarter Severin Durrer. Bei ihm lag es jedoch nicht daran, dass seine Leistungen überraschend waren, sondern vielmehr die Konstellation rund um den Wettkampf. Im Hochsprung steigerte der Muttenzer U18-Athlet seine persönliche Bestleistung deutlich auf 1.71m. Da der Wettkampf nach seinem Ausscheiden jedoch noch weit über eine Stunde dauerte, reiste Durrer bereits nach Hause und erfuhr erst mehrere Stunden später zuhause auf dem Sofa, dass die meisten der im Wettkampf verbliebenen Athleten aus einer höheren Kategorie stammten und er Bronze gewonnen hatte.
Beinahe ähnliches hätte sich auch am zweiten Wettkampftag abspielen können. Durrer unterbrach kurz seinen Speerwettkampf und sprintete in seiner Serie über 200 Meter als Erster über die Ziellinie. Da die Favoriten in dieser Disziplin aber allesamt in den beiden darauffolgenden Zeitläufen an den Start gingen, machte sich niemand grosse Hoffnungen auf einen Spitzenplatz. Aber wieder stellte sich heraus, dass der Muttenzer schliesslich Rang drei belegte. Dieses Mal konnte er die Medaille auch auf dem Podest in Empfang nehmen.
Drei packende Endkämpfe
Dass die Laufdisziplinen oft einiges an Spannung bereithalten, zeigte sich in den Rennen von Valérie Stalder über 1‘000 Meter bei den U12, Daniela Wydlerüber 400 Meter bei den Frauen und David Burgenerüber 800 Meter bei den Männern. Alle waren sie in Hundertstelkrimis verwickelt. Wydler und Burgener liefen in ihren Rennen beherzt vorne weg und wurden jeweils auf der Ziellinie noch abgefangen. Auch wenn sie die Goldmedaille schon vor Augen hatten, dürfen sie dank der mutigen Läufe mit Silber ebenso zufrieden sein wie Valérie Stalder, die sich im Endspurt die bronzene Auszeichnung ergattern konnte.
100%-ige Ausbeute für Sarina Kämpfer
Aus terminlichen Gründen konnte sich Mehrkämpferin Sarina Kämpfer an den diesjährigen Meisterschaften nicht für ihre eigentlichen Paradedisziplinen anmelden. Ihr einziger Start im Hochsprung wurde aber dennoch mit der bronzenen Auszeichnung belohnt.
Neben den Medaillengewinnern hätte man in diesem Bericht noch viele andere Athletinnen und Athleten hervorheben können, die ebenfalls tolle Leistungen vollbracht haben. Dies würde aber den Rahmen bei weitem sprengen.
10. Athletics Night, Dr Schnällscht Muttenzer und UBS Kids Cup
Wer sich vom Potenzial der jungen Muttenzer Leichtathletinnen und Leichtathleten selbst ein Bild machen möchte, kann dies im heimischen Margelacker am 19. Juni 2019 gerne tun, wenn an der 10. AthleticsNight auch zahlreiche Athletinnen und Athleten aus der Region und der ganzen Schweiz am Start stehen werden.
Bereits am Samstag 15. Juni findet auf dem Margelacker der Schnällscht Muttenzer und der UBS Kids Cup statt. Infos zu diesem Wettkampf, zu dem alle Muttenzer Kinder bis zum Alter von 15 Jahren eingeladen sind, findet man unter www.tvmuttenzathletics.ch.
Finalklassierungen der Muttenzerinnen und Muttenzer (Top 8)
Männer: 200m: 1. Tim Ohnmacht, 400m: 1. Tim Ohnmacht, 800m: 2. David Burgener, Speer: 7. Mike Müller
MU18: 200m: 3. Severin Durrer, 800m: 5. Lucas Mühle, Hochsprung: 3. Severin Durrer, Weitsprung: 8. Severin Durrer, Diskus: 5. Severin Durrer, Speerwerfen: 5. Severin Durrer
MU16: 2‘000m: 5. Janis Mühle, Hochsprung 4. Tim Winter, Weitsprung 5. Tim Winter
MU14: 80m Hürden: 6. Jan Stocker, Weitsprung: 7. Matti Perkuhn, Speerwerfen: 2. Jan Stocker
MU12: 1‘000m: 8. Linus Bernegger, Ballwurf: 8. Valentino Mari
Frauen: 400m: 2. Daniela Wydler, 6. Sina Weigert, 800m: 6. Daniela Wydler, 100m Hürden: 3. Laura Weigert, 400m Hürden: 2. Laura Weigert, Hochsprung: 3. Sarina Kämpfer
WU18: Hochsprung: 6. Sabrina Hossli, Kugelstossen: 6. Sabrina Hossli, Diskuswerfen: 6. Sabrina Hossli, Speerwerfen: 5. Sabrina Hossli
WU16: Kugelstossen: 7. Anina Nardiello, Speerwerfen: 7. Irina Kaiser
WU14: 60m: 4. Nadine Mory, 1’000m: 6. Neela Kaul, Weitsprung: 4. Nadine Mory, Kugelstossen: 4. AnoukRudin, Diskuswerfen: 1. Anouk Rudin, Speerwerfen: 6. Anouk Rudin, 8. Marlene Böckmann
WU12: 60m: 1. Alice Konkoly, 3. Emma Vitez, 1’000m: 3. Valérie Stalder, 5. Romina Roos, Weitsprung: 1. Alice Konkoly, 5. Emma Vitez