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Ausflug nach Scuol und Besuch Schloss Tarasp
am dd. mm. 2017
publiziert am 12.03.2022
Zum Treffpunkt vor dem Schulhaus Quadras in Scuol sind sechs Personen und die Dolmetscherin eingetroffen. Alle waren sehr gespannt. Es regnete leicht, das störte uns aber nicht. Dann traf der Dorfführer Herr Langenegger ein. Er ist Architekt und lebt schon mehr als 35 Jahren in Scuol. Er kennt die Geschichte von Scuol bestens. Das 100-jährige Schulhaus befindet sich hinter dem Rathaus. Jemand von uns fragte, warum das Rathaus nicht im Dorfkern ist. Keiner von uns hat gewusst, dass es früher zwei Scuol-Dörfer gab: Unter-Scuol und Ober-Scuol. Heute ist Scuol die grösste Bündner Gemeinde, nachdem es sich mit weiteren Gemeinden zusammengeschlossen hat. Unter-Scuol, das bereits in der Bronzezeit besiedelt war, liegt näher am Fluss Inn. Ober-Scuol wurde wegen den vielen Wasserquellen gebaut. In Scuol gibt es 19 Wasserquellen. Davon gehen vier Quellen zum Thermalbad «Engadin Bad Scuol». Der Rest, also 15 Quellen, fliessen zu den Wohnhäusern und zu öffentlichen Brunnen. Auf den Brunnen steht «Trinkwasser mit sehr viel Mineralstoff». Der Grund dafür ist, dass das Wasser von den Bergen in die Felsen fliesst und erst nach 65 Jahren aus den Quellen herauskommt.
Herr Langenegger machte eine Führung im alten unteren Dorfteil und zeigte uns einen Felshang, auf dem eine Kirche steht. Er zeigte uns auch einige ursprüngliche Engadiner-Häuser. Diese erkennt man an den Fenstern, dem halbrunden Tor und den weissen Fassaden. Jemand von uns fragte, woher der weisse Verputz kommt. Herr Langenegger sagte, dass dies weisser Kalk ist. Der weisse Kalk ist im Unterengadin sehr verbreitet. Herr Langenegger zeigte uns auch viele Dorfbrunnen. Wir tranken vom Brunnenwasser und es hatte wegen den vielen Mineralstoffen einen kräftigen Geschmack.
Anschliessend gingen wir ins neugestaltete Dorfmuseum. Am Ort von diesem Museum stand früher ein Kloster. Die Grundmauern sind noch zu sehen. Danach wurde ein Bauerhaus daraus. Früher war alles unter einem Dach: Familie, Tiere, Heu und Mist! Als wir ins Dorfmuseum eintragen, mussten wir unsere Köpfe einziehen. Wir sind zu gross für die niedrigen Türrahmen und Räume. Früher waren die Menschen kleiner. Herr Langenegger erzählte uns viel Überraschendes. Er freute sich, weil wir so interessiert waren.
Anschliessend gab es für uns einen Apéro in einer wunderschönen Original-Arvenstube. Der Salsiz und der Wein aus der Region Scuol waren mega fein. Viva! Helen Galmrini bat uns danach, weiter nach Tarasp zu fahren. Sie verteilte uns den feinen selbstgemachten Lunch. Die Zeit verging schnell. Wir liefen zum Schloss Tarasp hoch. Da begrüsste uns der Schlossführer vor dem grossen Tor. Er führte uns hinein und schloss hinter uns die Tür wieder. Das Schloss gehört dem weltbekannten und international renommierten Bildhauer und Maler Not Vital. Er hat das Schloss vor zwei Jahren gekauft. Der Künstler Not Vital wohnt aber nicht im Schloss, weil er die Schlosstouristen vermutlich nicht mag. Als wir im Schloss waren, kam eine Person verspätet zu unserer Gruppe. Er erzählte uns, dass am Flüelapass ein tödlicher Unfall mit einem Töff passiert ist. Wir hatten eine ganze Stunde Zeit und konnten viele Sehenswürdigkeiten erleben. Dank der Dolmetscherin erfuhren wir sehr viel. So gibt es zum Beispiel einen seltsamen Musikraum mit einem Klavier, das unter der Wand eingebauten ist. Das Klavier hat 2500 Röhrchen und das gibt einen wunderschönen Klang. Leider konnten wir das aber nicht geniessen, da wir nichts hören können.
Unsere Gruppe hatte vereinbart, dass wir danach weiter zum hochgelegenen schönen Dorf «Sent» fahren und dort in einem ganz alten gepflegten Hotel Kaffee und Kuchen geniessen. Wir haben uns dort sehr gemütlich und entspannt unterhaltet. Danach machten wir eine kleine Runde im alten Dorfkern und schauten uns die Kirche an. Langsam hatten wir Hunger und fuhren zurück nach Scuol zum Hotel «Atlana». Dort assen wir das Abendessen. Helen Galmarini kennt den lieben Hotelier Lehmann gut und darum freut er sich immer auf uns. Er hat sich wunderbar mit uns unterhalten. Wir durften sogar einen selbstgemachten Apfel-Grappa probieren. Das war sehr genussvoll. Dann machten wir uns auf die Heimreise.