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Der ehemalige Präsident von Neuchâtel Xamax, Bulat Tschagajew, muss sich am Dienstag in Neuenburg für den Konkurs des Fussballclubs vor Gericht verantworten. Entgegen den Erwartungen erschien er zum Prozess.
Tschagajew erschien am Dienstag in einer schwarzen Limousine mit Genfer Kennzeichen zum Prozess auf dem Schloss in Neuenburg. Er gab als Wohnort Moskau an, wollte aber seine exakte Wohnadresse nicht laut aussprechen. Er schrieb sie für das Gericht auf ein Papier auf.
Der zweite Angeklagte, der ehemalige Vize-Präsident Islam Satujew, erschien nicht zum Prozess. Die Verhandlung wurde nach wenigen Minuten unterbrochen. Das Gericht entscheidet nun, ob die Verhandlung gegen die beiden Angeklagten in zwei Prozesse getrennt werden kann.
Unter der Führung der beiden Tschetschenen war der Schweizer Traditionsverein Neuchâtel Xamax innerhalb von nur acht Monaten Konkurs gegangen. Zurück blieb ein Schuldenberg von 20.1 Millionen Franken.
Die beiden Angeklagten müssen sich wegen Misswirtschaft, ungetreuer Geschäftsführung sowie wegen Hinterziehung der Quellensteuer verantworten. Tschagajew wird zudem wegen einer mutmasslich gefälschten Garantie der Bank of America versuchter Betrug sowie Urkundenfälschung vorgeworfen.
Beide verliessen die Schweiz 2013 mit unbekanntem Ziel, nachdem ihre Aufenthaltsbewilligungen nicht verlängert worden waren. Lange war unklar, ob sie zur Gerichtsverhandlung in die Schweiz kommen werden. Tschagajew erhielt für den Prozess eine vorübergehende Aufhebung des Einreiseverbots in die Schweiz. Der Prozess dauert noch bis Mittwoch. (pre/sda)