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Alfred Bütikofer 1944-2013, Historiker und Stadtarchivar von 1981 bis 2007
Der Historiker Alfred Bütikofer war während eines Vierteljahrhunderts Stadtarchivar von Winterthur. Auch als Vizepräsident des Historischen Vereins und als Verfasser zahlreicher Publikationen zur Geschichte Winterthurs hat er sich einen Namen gemacht.
Alfred Bütikofer wuchs im Grüntal in Seen auf und wohnte da auch mehrheitlich in seinem Leben. Er besuchte das Gymnasium Rychenberg und studierte anschliessend in Zürich Allgemeine und Schweizer Geschichte und Deutsche Literaturwissenschaft. Mit einer geschichtsphilosophischen Lizentiatsarbeit über den deutschen Historiker Leopold Ranke schloss er 1978 das Studium ab. Gemäss der Würdigung seines prüfenden Professors Peter Stadler hat die Arbeit «nach Umfang und Niveau das Gewicht einer Dissertation und verdient die höchste Note». Eine wirkliche Dissertation wurde daraus aber nie, denn Alfred Bütikofer hatte bereits einen anderen Weg eingeschlagen: Seit 1976 arbeitete er zunächst mit einem halben und dann mit einem vollen Pensum im Stadtarchiv Winterthur, und auf den 1. Februar 1981 übernahm er das Amt des Stadtarchivars.
Es waren dies die Jahre, in denen die elektronische Datenverarbeitung die Geschäftswelt und die öffentliche Verwaltung zu durchsetzen begann und der Personal Computer seinen Siegeszug antrat. Bereits 1983 stand auf Alfred Bütikofers Schreibtisch ein PC – der erste in der Winterthurer Stadtverwaltung! Der Stadtarchivar nutzte ihn zur Erschliessung der Bestände und für administrative Arbeiten, und so wurde er bald zum gefragten Fachmann für die Einführung der EDV sowohl in der Stadtverwaltung als auch in den Fachkreisen des Archivwesens. Bis zu seiner Pensionierung verfolgte er die Entwicklung der Informatik an vorderster Front. Mit dem Stadtarchiv bezog er 1983 neue Räume im Erdgeschoss des Stadthauses, und 1988 konnte er den neuen Kulturgüterschutzraum unter dem Rasen zwischen Stadthaus und Park Hotel in Betrieb nehmen.
Über die Aufgaben im Archiv hinaus beschäftigte sich Alfred Bütikofer in vielfältiger Weise mit der Winterthurer Geschichte: Er war lange Jahre Vizepräsident des Historischen Vereins Winterthur, leitete Exkursionen und wirkte an Publikationen und Ausstellungen mit. Seine Publikationsliste umfasst ein gutes Dutzend Bücher und grössere Beiträge im Winterthurer Jahrbuch, im Zürcher Taschenbuch und weiteren Sammelbänden. Grundlegend sind sein Werk über «Winterthur im Umbruch – 1798 bis 1848» (Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur Nr. 329, 1998, zusammen mit Meinrad Suter) und die Geschichte Seens in der frühen Neuzeit (Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur Nr. 337, 2006). Seit 1987 war Alfred Bütikofer Mitglied des Rotary-Clubs Winterthur; selbstredend übernahm er auch da die Aufgabe des Archivars und Vereinschronisten. Und diese Aufgabe behielt er auch nach seiner Pensionierung Ende August 2007 bei – bis zu seinem Tod am 5. September 2013.
Text von Andres Betschart unter Verwendung des Beitrags von Otto Sigg über Alfred Bütikofer im Zürcher Taschenbuch 2015, S. 325–335.