Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/97075

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, das Übereinkommen der Schweiz in der Berner Konvention durch eine an den Generalsekretär des Europarates gerichtete Notifikation zu kündigen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Berner Konvention hat zum Ziel, die wildlebenden Tiere und Pflanzen sowie deren Lebensraum zu schützen. Sie hält unter anderem in ihrer Präambel fest, dass wildlebende Pflanzen und Tiere ein Naturerbe von ästhetischem, wissenschaftlichem, kulturellem, erholungsbezogenem, wirtschaftlichem und ideellem Wert darstellen, das erhalten und an künftige Generationen weitergegeben werden muss, und dass wildlebende Pflanzen und Tiere eine wichtige Rolle bei der Erhaltung biologischer Gleichgewichte spielen.</p><p>Eine Kündigung des Übereinkommens würde ein schlechtes naturschutzpolitisches Signal senden und in den Nachbarländern für Unverständnis sorgen. Das Ansehen der Schweiz würde stark leiden, gerade unter Berücksichtigung der Tatsache, dass das Übereinkommen 1979 in Bern unterzeichnet wurde.</p><p>Auch wenn Wölfe von Natur aus scheu sind und generell menschliche Siedlungen meiden, so können sie sehr wohl im vom Menschen besiedelten Raum zurechtkommen und bei ihren Wanderungen in einen neuen Lebensraum oder auf der Suche nach Nahrung auch vom Menschen bewohnte Gebiete durchqueren. Da der Wolf auf natürlichem Weg zurück in die Schweiz wandert, wird sich automatisch eine abnehmende Zuwanderung ergeben, sollten die ökologischen Verhältnisse in den Alpen dem Wolf nicht entsprechen.</p><p>Wie die Erfahrungen der letzten Jahre gezeigt haben, bieten Herdenschutzmassnahmen wie eine ständige Behirtung und der Einsatz von Herdenschutzhunden und Zäunen zwar keinen hundertprozentigen Schutz gegen Raubtierübergriffe, jedoch können sie die Schadenfälle um ein Vielfaches reduzieren. Übergriffe von Herdenschutzhunden auf Touristen sind die absolute Ausnahme und haben bis heute zu keinen schlimmeren Verletzungen geführt. </p><p>Der Bundesrat ist jedoch generell der Überzeugung, dass eine Änderung des Schutzstatus des Wolfes von einer "streng geschützten Tierart" zu einer "geschützten Tierart" in der Sache richtig wäre. Die Schweizer Delegation wird deshalb das Thema Wolf und dessen Schutzstatus in Europa im Rahmen der unter dem Dach der Alpenkonvention neu gegründeten Plattform "Grosse Beutegreifer und freilebende Huftiere" einbringen. Die Schweiz würde einen gemeinsamen Vorschlag der Alpenländer zur Änderung des Schutzstatus beim ständigen Ausschuss der Berner Konvention in Strassburg denn auch unterstützen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.