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Ein Dichter und Denker zwischen Erde und Himmel
Leise, aber starke Lyrik vom Lampenberg: Der Bauer und Naturforscher Ernst Schmutz und seine Erlebnisse in der Natur
Von Beate Kogon
Heimelig könnte die richtige Beschreibung sein für die Atmosphäre in der Gaststube der "Abendsmatt", in der Ernst Schmutz mich empfängt. Wir sitzen in einer schlichten Bauernstube mit einer grossen Kunst und blumengeschmückten Fenstern. An ein paar Tischen und in einer Sofa-Ecke gibt es Platz für Gäste. Neben dem Eingang steht ein Klavier, auf dem ein Stapel Noten liegt. Bedächtig und ruhig äussert sich Ernst Schmutz. Er ist eine besondere Erscheinung mit seinem langen, weissen Bart und seinen klaren, blauen Augen, dem festen, offenen Blick. Auf dem Tisch liegt ein schmales Buch mit blauem Einband – es enthält seine Gedichte.
"Er verliess des öfteren den offiziellen Weg
Ernst Schmutz, 1931 geboren, ist in diesem Haus aufgewachsen. In Lampenberg besuchte er die Primarschule, in Waldenburg die Bezirksschule. Seine Neigung zu den Naturwissenschaften trat hervor; Biologie gehörte zu seinen Lieblingsfächern. Wenn es darum ging, Pflanzen zu sammeln und zu pressen, war er derjenige, der am meisten in die Schule brachte. Dass er, der sich später als der geborene Wissenschaftler erwies, nie an einer Universität studierte, bereut er nicht: "In irgendeinem Büro bei trockener Arbeit sitzen, das wäre nichts für mich."
"In klaren Nächten beobachtet er das sternenübersäte Firmament."
Als Forscher an einer Universität aber wäre Ernst Schmutz auch deshalb kaum glücklich gewesen, weil ihn die erzwungene Wahl von ein oder zwei Fächern zu stark eingeschränkt hätte. Ihn interessiert die Natur als Ganzes. In seiner Forschungstätigkeit fügen sich nicht nur die verschiedenen Erkenntnisse über die Erde zusammen, er bezieht auch den Himmel ein. Nachts beobachtet er bei klarem Wetter das sternenübersäte Firmament, das ringsumher die Gebirgszüge überspannt.
2. Dezember 2011
Ihre Meinung zu diesem Artikel
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"Sympathisch und kompetent"
Ich freue mich über den Gratulationsartikel für Ernst Schmutz, den Beate Kogon so sympathisch und kompetent verfasst hat, und gratuliere dem rüstigen Jubilar herzlich! Schon als Primarschüler habe ich in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts den damals "jungen" Herrn Schmutz als Feriengast auf der Abendsmatt kennen gelernt - nun gratuliere ich ihm aus Afrika zu seinem runden Geburtstag.
Hanspeter Heckendorn, Gelterkinden
"Ein sehr schönes Porträt"
Ich freue mich sehr über diesen gut geschriebenen Artikel, welcher meinem Onkel Ernst Schmutz und seiner Begabung als Lyriker sehr gerecht wird und insgesamt ein sehr schönes Porträt eines heimat- und naturverbundenen Menschen und Laien-Forschers darstellt. Wir wünschen dem Jubilar alles Gute zu seinem Geburtstag und weiterhin alles Gute.
Andreas Nidecker und Irma Laukkanen, Basel
"Doppelte Gratulation"
Zuerst einmal auch noch auf diesem Weg alles Gute zum Achtzigsten, lieber Silex. Dann aber auch herzliche Gratulation zu diesem ausgezeichneten Artikel, der den ausserordentlichen und grossartigen Menschen Ernst Schmutz trefflich beschreibt und ein wunderschönes, eindrückliches Bild von ihm und seiner Welt malt.
Felix Drechsler, Basel
"Ein geistig weit gereister Mann"
Er mag ja listigerweise von sich sagen, er sei "nicht weit herum gekommen", aber wenn ich mit Ernst Schmutz zusammen sitzen darf, dann erlebe ich einen geistig weit gereisten Mann. Es müssen ja nicht immer Flugmeilen sein. Man kann sich von ihm den langen Weg zurück ins Neolithikum entführen lassen (das mit den Feuersteinen) oder über neue oder verschwundene Orchideen um Wildenstein (die hat Fotograf Ernst Schmutz in Dias gebannt) viel erfahren. Er kommt vielleicht grad für eine Arbeitspause an den Tisch – etwa vom Hecken Schneiden mit der Kettensäge – und kann dann bei guter Gelegenheit reichlich aus dem Schatz schöpfen, den zu besitzen zu den Privilegien des reifen Alters zählt: So viel von den alten Zeiten zu wissen und zu erinnern.
So hat der leidenschaftliche Beobachter einige von den berühmten Forschenden gekannt, die früher im stolzen Bernoullianum noch Erdgeschichte und Paläontologie der Region verfolgten, was leider ja bald endgültig Geschichte sein soll (dazu gibt es ja jetzt ein Buch im Schwabe-Verlag).
Aber Ernst Schmutz verfolgt aus topologisch gehobener Distanz sehr wohl auch die neuen Zeiten und hat sich eine wunderbare Neugier und einen feinen Humor bewahrt. Man kann von ihm viel über Land und Leute hören, über geniale Zeichner etwa und andere Könner, die da im lieblichen Baselbiet anzutreffen waren und sind. Und man kann erst noch zu all den Dingen Auskunft haben, die sich ein zeitgenössischer Bauer oder tätiger Agronom überlegen kann und muss, wenn er seine Felder sinnvoll bewirtschaften will.
Zur "Abendsmatt" – wo "die Bäume im Traum flüstern", wie es in einem über meinem Schreibtisch hängenden Gedicht von ES heisst, und gerade deshalb schon manche wegweisende Denkgemeinschaft (neudeutsch Think Tank) aus der Stadt vorübergehend Heimat gesucht und gefunden hat – fahren wir über Samstagmittag (Sonntag ist Ruhe) mit Bahn nach Liestal und von dort mit Bus (70,71) über Reigoldswil zuerst hoch nach Titterten. Das dauert nicht einmal eine Stunde von Basel, noch weniger vom Bahnhof Liestal aus. Dann wandert man fast immer abwärts weiter, in Titterten noch am Haus von Mutter Miesch vorbei (die über eine der bestmöglichen Aussichten verfügt und vielleicht auch darum so eine aufstellende und interessierte Lady geblieben ist) über den Gugger, wo nicht nur Baselbietern Weitsicht beschert wird, zur "Abendsmatt".
Die gelben, früher vom einmal heimatliebenden Kanton gesponserten Wegweiser und gelben Rauten zeigen den Weg. Nach Einkehr mit Birnenwähe oder Quarkkuchen bei Schmutzens lässt man sich von der Schwerkraft in nicht einmal einer halben Stunde runter nach Hölstein ziehen und ist, halt zuerst nur auf Schmalspur, bald wieder zu Hause.
Martin Hicklin, Basel
"Grossartiger Bericht"
Grossartiger Bericht über Ernst Schmutz, bei dem und seiner Familie wir bei Konfirmationen oft im Stübli sassen, oder ich dann unterwegs beim Sammeln von fossilen riesengrossen Austern dabei sein konnte, als die Gasleitung über die "Abendsmatt" gebaut wurde. Einer seiner Lehrer (bei dem er im Basler Realgymnasium aber nie zur Schule ging) und sein Förderer war der Baselbieter Geologe und Paläontologe Hans Schaub, später Direktor des Naturhistorischen Museums Basel. In der "Abendsmatt"-Bibliothek stehen viele Afrika-Bücher, auch von den alten Missionaren der Basler Mission, die dort oben im Gasthaus Urlaubstage verbrachten. So wuchs seine Afrikabegeisterung.
Hans Peter Straumann, Liestal
"Dieses Porträt berührt"
Der Lebensabriss des Lyrikers Ernst Schmutz ist ganz nach meinem Geschmack. Das Porträt des durch die heimatliche Scholle geformten Lyrikers zwischen Himmel und Erde berührt mich. Schön, dass es auf OnlineReports Platz gefunden hat.
Sabina Droll, Seltisberg
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