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Je grösser die Bühne, desto besser spielt Stan Wawrinka (31). Elf seiner letzten zwölf Finals hat er gewonnen. Bei seinen drei Grand-Slam-Siegen hat er im Final jeweils die Nummer 1 der Welt geschlagen. Am Freitag trifft er wieder auf den amtierenden Primus: Andy Murray (29). Zwar geht es nicht um den Titel, trotzdem hat das Duell mit dem Schotten Finalcharakter.
Denn mit dem 7:6, 7:6 gegen Marin Cilic (28, ATP 7) bewahrt sich Wawrinka beim Saisonfinal der Jahresbesten die Chancen auf den vierten Halbfinal-Einzug in Folge. Nicht nur deswegen lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit. Schon im letzten Jahr hatte Wawrinka im Auftaktspiel nur fünf Games gewonnen. Auch damals traf er im letzten Gruppenspiel auf Andy Murray – und gewann.
Die Ausgangslage ist spannend. Klar ist: gewinnt Kei Nishikori (26, ATP 5) gegen den bereits ausgeschiedenen Cilic, ist der Japaner in den Halbfinals, egal ob in zwei oder in drei Sätzen. Wawrinka schafft es, wenn er gegen Murray in zwei Sätzen gewinnt. Oder er gewinnt in drei Sätzen und Nishikori verliert. Murray reicht in jedem Fall ein Satzgewinn gegen Wawrinka. Eine Niederlage kann sich Wawrinka nicht leisten, dann ist Murray und Nishikori weiter, auch wenn der Japaner gegen Cilic in zwei Sätzen verlieren sollte.
Für den Schweizer geht es gegen Murray nicht nur um den Halbfinal-Einzug. Auf dem Spiel stehen 167'000 Dollar Preisgeld, die es für einen Sieg in der Gruppe gibt. Zudem kann er erstmals in seiner Karriere ein Jahr auf Rang drei der Weltrangliste beenden. Er muss dabei hoffen, dass Wimbledon-Finalist Milos Raonic (25, ATP 4) gegen Dominic Thiem (23, ATP 9) verliert und ausscheidet.
Sollte Wawrinka Murray bezwingen, aber dennoch ausscheiden, bleibt ihm ein kurioser Trost: Er wäre dann neben dem Turniersieger der einzige Spieler, der die Saison mit einem Sieg beendet. Zwar ohne Trophäe im Gepäck, dafür mit einem guten Gefühl. Auch das würde irgendwie zu Wawrinka passen.Publiziert am 16.11.2016 | Aktualisiert am 18.11.2016