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«Dies ist ein Nichtraucher-Flug»: Seit fast 20 Jahren darf in Flugzeugen der Swiss, beziehungsweise der Swissair, nicht mehr geraucht werden. Auf den Hinweis verzichten will die Airline auch künftig nicht, obwohl die verrauchten Kabinen schon fast vergessen sind.
Aus heutiger Sicht undenkbar: Schon kurz nach dem Start stecken sich die ersten Passagiere eine Zigarette an. Den Stummel können sie direkt am Platz entsorgen, im Aschenbecher, der in die Armlehne eingebaut ist. Die Passagiere der ersten Klasse erhalten währenddessen Zigarren angeboten.
Wer die Beine ausstrecken will, geht in die Raucher-Lounge mit ihren gemütlichen Sesseln. Für die Piloten gibt es zwar keine Rauch-Pause, auf Nikotin verzichten müssen aber auch sie nicht. Sie dürfen sich direkt im Cockpit eine Zigarette anstecken.
An solche Szenen erinnern heute nur noch Museumsstücke. Die Swissair Coronado CV-990 mit der Raucher-Lounge steht im Verkehrshaus Luzern, und Sitze mit Aschenbecher sind ebenso unvorstellbar wie Piloten, die während des Fliegens eine Zigarette im Mund haben.
Für frischere Luft über den Wolken sorgten vor genau 25 Jahren die USA. Sie verhängten für ihre Fluggesellschaften als erste ein Rauchverbot, aus Sicherheitsgründen und weil die Nichtraucher zunehmend wagten, sich über den Qualm in der Kabine zu beschweren. Das Gesetz war im Parlament umstritten, dennoch setzte es sich durch und trat am 25. Februar 1990 in Kraft. Zunächst betroffen waren die Inlandflüge – doch der Siegeszug der Rauchgegner nahm seinen Lauf.
Nach und nach folgten andere Fluggesellschaften. Die Lufthansa machte im Oktober 1995 alle innerdeutschen Verbindungen rauchfrei. Ein halbes Jahr später wurden auch die Verbindungen nach Nordamerika zu Nichtraucherflügen, ehe am 29. März 1998 dem Qualmen an Bord ganz der Stecker gezogen wurde. Umfragen hätten ergeben, dass 90 Prozent der Passagiere die Nichtraucher-Flüge begrüssten, teilte die Lufthansa mit.
Die Swissair entschied sechs Jahre nach den USA, also im Jahr 1996, den Passagieren und Piloten das Rauchen zu verbieten. Zunächst wurde der blaue Dunst aus den Europaflügen verbannt, ein Jahr später wurde das Verbot auf Nordatlantik-Strecken ausgedehnt, am 1. Juni 1998 war dann ganz Schluss mit Zigaretten an Bord.
Obwohl dies schon fast 20 Jahre her ist, werden Reisende immer noch auf das Verbot aufmerksam gemacht, über jedem Sitz, an der Toiletten-Tür und bei den Sicherheitsanweisungen.
Natürlich sei das Verbot für die meisten Passagiere mittlerweile selbstverständlich, sagt Swiss-Sprecherin Karin Müller. «Wir werden aber auch in Zukunft nicht auf die Hinweise verzichten.»
Als Begründung gibt die Swiss die zunehmende Verbreitung des Fliegens an. Eine Reise im Flugzeug ist heute auch für Menschen erschwinglich, die sich das früher nicht leisten konnten.
Dazu kommt, dass Rauchen keineswegs überall auf der Welt gesellschaftlich verpönt ist. Vor allem für «Erstflieger» aus solchen Ländern seien die Hinweise wichtig.
Die Fluggesellschaften hoffen aber auch, dass sich Unverbesserliche durch die wiederholten Hinweise eher abschrecken lassen. Das funktioniert allerdings nicht immer. Vor allem auf Langstreckenflügen gebe es heute vereinzelt noch Passagiere, die auf den Toiletten unerlaubterweise rauchten, sagt Müller.
Sie riskieren, dass der Brandalarm ausgelöst wird. Schwerwiegende Vorfälle, bei denen eine Maschine deswegen hätte umkehren müssen, gab es bei der Swiss in den vergangenen Jahren aber keine.
Während das Rauchen früher zum entspannten Fliegen dazugehörte, gilt es heute als Verstoss gegen die Beförderungsbestimmungen. Wer sich eine Zigarette anzündet, ist offiziell ein «Unruly Passenger», also jemand, der sich unangemessen verhält und sich und andere gefährdet. Er wird schriftlich verwarnt und muss eine Busse zahlen. (meg/sda)