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Adolf Ogi hat mir Arbeit beschafft. Als Bundesrat startete er 1991 das Programm «Energie 2000». Dieses verlangte, der fossile Energieverbrauch müsse auf dem Stand von 1990 stabilisiert werden. Das erlaubte mir, neun Jahre lang Artikel zu schreiben, die zeigten, wie weit das hehre Ziel verfehlt wird, weil Ogi die notwendigen Mittel nicht ergreifen wollte.
Nachfolger Moritz Leuenberger setzte Ogis Arbeitsbeschaffungs-Programm fort. Er lancierte das Programm «EnergieSchweiz» mit dem Ziel, den Zuwachs des Stromverbrauchs zwischen 2000 und 2010 auf fünf Prozent zu begrenzen. Doch bis 2010 war der Verbrauch um 14,5 Prozent höher, weil Leuenberger zauderte, wirksame Stromspar-Vorschriften zu verordnen. Mit dem Honorar, das mir diese Misserfolgs-Berichterstattung bescherte, kaufte ich mir einen energieeffizienten Laptop.
Diese Woche wird Ogis und Leuenbergers Nachfolgerin Doris Leuthard die «Energiestrategie 2050» ausrufen. Diese setzt das Ziel, den in der Schweiz erzeugten Atomstrom einzusparen oder mit erneuerbarer Energie zu ersetzen. Mir selber wird die Meldung über den Nicht-Vollzug kaum noch Arbeit bringen. Denn ich fürchte, dass mein effizienter Laptop und ich den Geist schon vor dem Jahr 2050 aufgeben.
Doch Rettung vor drohender Arbeitslosigkeit naht: Eine bunte «Energieallianz» beschloss kürzlich eine «Stromeffizienz»-Initiative. Diese fordert, der Schweizer Stromverbrauch dürfe 2035 das Niveau des Jahres 2011 nicht überschreiten. Massnahmen, um dieses Ziel zu erreichen, verlangt diese Initiative ebenfalls nicht. In 23 Jahren werde ich an dieser Stelle exklusiv berichten, warum der Stromverbrauch nicht hielt, was das wohlfeile Effizienz-Ziel versprochen hat – sofern bis dann die Lichter noch leuchten.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
keine