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Der Dreizackbrunnen

Münsterberg (Einmündung Freie Strasse)
Tramhaltestelle Barfüsserplatz
An der oberen Freien Strasse gab es bereits im Mittelalter einen Brunnen. Es handelte sich um einen Sodbrunnen, der vor dem damaligen Spital stand. Dieser ist beim Erdbeben vom Lukastag 1356 verschüttet worden. Als Ersatz wurde 1393 ein neuer Brunnen angelegt, der sein Wasser vom Münsterbrunnwerk bezog. Dieser so genannte Affenbrunnen hatte einen sechseckigen hölzernen Trog.
Wie ein bei Ausgrabungen entdecktes Brunnenfundament belegt, befand sich dieser Brunnen in der Mitte der Freien Strasse, nahe des Münsterbergs. Eine Erneuerung erfolgte 1455/56 durch Meister Hans von Konstanz. 1585 war es wiederum nötig, den Brunnen zu ersetzen. Im 19. Jahrhundert fiel schliesslich der Beschluss, den alten Spitalbrunnen durch einen völlig neuen zu ersetzen.
Der Dreizackbrunnen von der oberen Freien Strasse aus gesehen. Gut erkennbar ist die Säule mit den wasserspeienden Basilisken, und der Dreizack auf der Spitze, der dem Brunnen den Namen gab.
Den Auftrag zur Gestaltung des neuen Brunnens gab das Basler Bauamt 1836 dem Architekten Melchior Berri (1801-1854). Von den beiden vorgelegten Entwürfen, einen für einen quadratischen Trog mit halbkreisförmig geschweiften Ecken, und einen mit einem länglichen Achtkanttrog, wurde der erstere vorgezogen. Die Ausführung wurde 1837 von Urs Bargetzi (1794-1865) in Solothurn übernnommen.
Die Brunnensäule wurde mit vier wasserspeienden Basilisken versehen, und mit einem Doppeldreizack auf der Spitze versehen. Auf eben diesen geht der Name des Brunnens zurück. Der Trog wurde aus zwei Hälften zusammengefügt. Als Ganzes hätte er kaum durch den schmalen Bogen des Tores von Waldenburg gepasst, das auf dem Transportweg von Solothurn über den Hauenstein nach Basel lag.
Das rechteckige Tröglein zum Münsterberg hin ist nicht wie Brunnentrog und Säule ein Originalstück, sondern eine Kopie aus neuerer Zeit. Die Gestaltung des Brunnens trug den Verhältnissen des einwohnerreichen Quartiers Rechnung. Die vier Röhren spendeten reichlich Trinkwasser, während Wasser für andere Zwecke aus den vier geschweiften Trogteilen geschöpft werden konnte.
Einen sehr ähnlichen Brunnen schuf Bargetzi 1838 für Lörrach. Das Bauwerk auf dem Alten Markt offenbart bis heute, dass ihm wahrscheinlich Berris Pläne für den Dreizackbrunnen zu Grunde lagen, als der Steinhauermeister in Solothurn zu Werke ging. Weil er im Laufe der Zeit in der umgestalteten Freien Strasse ein Hindernis für die Fussgänger wurde, versetzte man den Dreizackbrunnen 1935.
Der Brunnen wurde um eineinhalb Meter weiter bergwärts verschoben. Bei dieser Versetzung kam es zu einem gewissen öffentlichen Aufsehen. Dies weil der fälschliche Eindruck entstanden sei, dass der Trog dafür in zwei Stücke gesägt wurde. Jeweils am Vormittag des 1. Januars ist heute der Dreizackbrunnen Schauplatz des Neujahrsantrinkens E. E. Zunft zum Goldenen Stern.
Querverweis zum Thema:
>> Basel und seine Wasserversorgung
Beitrag erstellt 02.03.17
Quellen:
Arthur Burger, Brunnengeschichte der Stadt Basel, herausgegeben vom Verkehrsverein Basel, Basel, 1970, Seite 115
Eugen Anton Meier, Basel Einst und Jetzt, Buchverlag Basler Zeitung, 3. Auflage 1995, ISBN 3-85815-266-3, Seiten 38
Anne Nagel, Beitrag "Dreizackbrunnen", publiziert in Kunstdenkmäler des Kantons Basel Stadt, Band 7, (Altstadt Grossbasel I), herausgegeben von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern, 2006, ISBN 3-906131-84-X, Seiten 101 bis 102