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Der Preis von Lebensmitteln spiegelt nur die direkten Produktionskosten wider. Die Folgekosten für Klima, Umwelt und soziale Aspekte werden hingegen vom Steuerzahler getragen. Dazu zählen beispielsweise die Reinigung des Trinkwassers von Rückständen aus Düngemitteln oder Massnahmen zur Drosselung des Treibhauseffektes.
True Cost Accounting ist eine Methode, die all diese Faktoren beim Warenwert der Lebensmittel einpreist. Im Ergebnis müsste zum Beispiel ein Apfel acht Prozent teurer sein, eine Kartoffel oder Tomate sogar zwölf Prozent. Doch während die Umweltbilanz von pflanzlichen Produkten moderat ist, sind tierische Produkte aus konventioneller Haltung wahre Umwelt-, Klima- und damit auch Kostenkatastrophen. So müsste ein Liter Milch 122 Prozent mehr kosten, wenn die negativen Folgen der Produktion einkalkuliert würden. Fleisch müsste 173 Prozent teurer sein.
Die Daten beruhen auf einer Studie des Instituts für Materials Resource Management der Universität Augsburg. Sie zeigen, dass die Lebensmittelpreise nicht die Produktionsbedingungen abbilden und dass vor allem die Viehwirtschaft davon profitiert, dass die Kosten ihrer negativen Klima- und Umweltbilanz von der Gesellschaft, nicht aber den konkreten Verursachern getragen werden. «Hier handelt es sich um eine Form von Marktversagen, der mit wirtschaftspolitischen Maßnahmen begegnet werden müsste», so Studienleiter Dr. Tobias Gaugler in einer Pressemitteilung der Universität Augsburg.