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Im Drogenskandal um einen früheren Top-Banker der britischen Genossenschaftsgruppe Co-Operative hat sich nun auch Premierminister David Cameron zu Wort gemeldet. Es müsse geklärt werden, wie Paul Flowers, dem Drogengeschäfte vorgeworfen werden, Direktoriumschef der Bank-Tochter werden konnte, sagte Cameron im Parlament.
Flowers habe die Bank «an die Wand gefahren» und es stelle sich die Frage, warum die Alarmglocken wegen seines Verhaltens nicht früher geschrillt hätten. Finanzminister George Osborne werde sich bezüglich der Aufklärung der Affäre in den nächsten Tagen mit den Regulierungsbehörden in Verbindung setzen.
Flowers war von 2010 bis Juni dieses Jahres Verwaltungsratsvorsitzender der Co-op Bank. Das Geldhaus steckt in einer tiefen Krise. Ende Oktober hatte eine Gruppe von Hedgefonds die Mehrheit bei der Bank übernommen, nachdem diese ein milliardenschweres Kapitalloch nicht mehr selbst stopfen konnte.
Flowers hatte wenig Erfahrung im Banking
Seit dem Wochenende schlägt der Skandal um Flowers immer höhere Wellen. Er wurde einem Pressebericht zufolge dabei gefilmt, wie er den Kauf von Kokain arrangierte. Die Genossenschaftsgruppe leitete daraufhin eine interne Untersuchung wegen unangebrachten Verhaltens ein. Am Dienstag kam es mit dem Rücktritt des Verwaltungsratsvorsitzenden der Gruppe, Len Wardle, zu ersten personellen Konsequenzen.
Flowers hatte wenig Erfahrung im Bankgeschäft und bekleidete in der Methodisten-Kirche über 40 Jahre das Amt eines Predigers. Zudem war er eine zwischenzeitlich Vorsitzender der Wohltätigkeitsorganisation Lifeline, die sich bei Suchtproblemen engagiert. Und er unterstützte die oppositionelle Labour Party. Der warf Cameron vor, die Behörden nicht rechtzeitig über die Vergangenheit von Flowers informiert zu haben.
(reuters/muv/vst)