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Olaf Richter und Mario Bernasconi beim Freilegen des römischen Befundes
In den 1830-er Jahren wurde im Heideloch die Ruine des Herrenhauses eines römischen Gutshofs entdeckt, die für den Bau eines Bauernhauses geplündert wurde. Überzählige Ziegel und Tonplatten wurden als Baumaterial veräussert. Die genaue Lage der Fundstelle geriet in Vergessenheit, bis sie durch Nachforschungen des kantonalen Fundstelleninventars wieder lokalisiert werden konnte. 2016 führte ein Bauvorhaben zu archäologischen Vorabklärungen. Im Profil eines Sondiergrabens zeichnete sich eine U-förmige Struktur ab, an deren Basis Keramikfragmente lagen, die überraschenderweise nicht in die römische Epoche, sondern in die frühe Eisenzeit (um 700 v.Chr.) zu datieren sind. Es könnte sich dabei um ein Grab handeln, worauf auch der ausgezeichnete Erhaltungszustand der Keramik hinweist. Die Anpassung des Bauprojekts ermöglichte es, diesen Befund zu schützen und als archäologische Quelle für kommende Generationen zu erhalten. In weiteren Sondierungen traten wie erwartet Befunde römischer Zeitstellung zutage: Nebst Pfostenlöchern und mutmasslichen Werkgruben konnte eine vor allem mit Fragmenten von Geschirr- und Baukeramik durchsetzte Steinlage dokumentiert werden. Der beschränkte Einblick gestattet noch keine eindeutige Interpretation, doch können wir immerhin feststellen, dass wir uns im Bereich der pars rustica, also des Landwirtschaftsteils des Gutshofs befinden. Die Sondierungen werden anfangs 2017 fortgesetzt und bei guter Befunderhaltung ausgeweitet.