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Das Hotel Castell in Zuoz wurde 1913 von Nicolaus Hartmann jun. erbaut. In Erinnerung an die mittelalterliche Burg Chastlatsch, die ursprünglich an diesem Ort oberhalb von Zuoz gestanden haben soll, erhielt das Hotel ein burgenartiges Aussehen und den Namen Castell. Die herrschaftliche Erscheinung von Aussen sowie die historisierende Gestaltung der Haupträume im Erdgeschoss ist trotz einiger späterer Umbauten gut erhalten. Sie bestimmt die Identität des Hotels und setzt es dadurch in den Kontext der anderen Grand-Hotels im Engadin.
Um Lösungen für Sanierung und Vergrösserung der in den letzten zwei Jahrzehnten verunstalteten Gästezimmer in der Praxis zu testen, wurden die vorliegenden Musterzimmer erstellt. Sie sind das Resultat eines Projekts über das ganze Hotel, bei dem anstelle von jeweils drei bestehenden, zwei neue, unterschiedlich grosse Zimmer vorgesehen sind.
Die Zimmer erhalten Ihren Charakter einerseits durch die noch vorhandenen und wieder freigelegten, historischen Bauteile der Fenster und Zimmertüren. In Verbindung mit einem Parkett in Räuchereiche wird in diesen Raumteilen die Erinnerung an den ursprünglichen Zustand des Hotels erhalten. Dieser bestehenden Substanz ist andererseits mit den Nasszellen und den Einbauschränken ein Element entgegengestellt, welches mit raumhohen Schiebetüren und einem differenzierten Farbkonzept klar als Neubauteil erkennbar ist. Die frei im Raum stehende Möblierung vermittelt mit ihrer traditionellen und zugleich abstrahierten Gestaltung als drittes Element zwischen diesen Gegensätzen und verbindet die Eingriffe mit dem Bestehenden zu einem neuen Ganzen.