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Die Gemeine Keiljungfer
Art: Gemeine Keiljungfer (Gomphus vulgatissimus)
Familie: Flussjungfern (Gomphidae)
Ordnung: Libellen (Odonata)
Die Gemeine Keiljungfer zeichnet sich durch ein vorwiegend schwarzes Hinterteil (Abdomen) aus, welches von einer auffälligen gelben Linie in der Mitte durchzogen wird. Der hinterste Teil hingegen ist in der Mitte schwarz und hat eine keilförmigen Verbreiterung. Die Brust (Thorax) hat drei schwarze Linien, wobei die mittlere etwas kürzer ist als die anderen zwei. Ein einzigartiges Merkmal dieser Libellenart sind ihre vollständig schwarzen Beine, was sie von ihren verwandten Arten unterscheidet.
Eine Flussbewohnerin
Die Gemeine Keiljungfer ist eine Frühlingsart und gehört zu den häufigsten Vertretern ihrer Gattung. Männchen und Weibchen dieser Art sehen sehr ähnlich aus. Eine Möglichkeit, sie zu unterscheiden, liegt in der Form ihrer Hinterflügel. Während die Hinterflügel der Männchen ausgebuchtet und eckig sind, sind sie bei den Weibchen abgerundet. Zusätzlich kann auch die Grundfarbe helfen, die Geschlechter auseinanderzuhalten. Junge Männchen weisen anfangs eine gelbe Grundfarbe auf, die mit dem Alter stark grünlich bis leicht bläulich wird. Bei den Weibchen bleibt hingegen ihre gelbe Grundfarbe unverändert.
Als Lebensraum bevorzugt die Gemeine Keiljungfer offene Uferbereiche entlang mittelgrosser bis grosser Flüsse und grösserer Bäche. In seltenen Fällen kann sie auch in ufernahen Flachwasserzonen von Seen angetroffen werden. Die Gemeine Keiljungfer verfügt über ausgezeichnete Flugfähigkeiten und kann deshalb besonders während ihrer Reifezeit erstaunlich weit von ihrem Gewässerlebensraum entfernt beobachtet werden.
Verbreitung in der Schweiz und entlang der Thur
Die Gemeine Keiljungfer ist in der Schweiz hauptsächlich entlang der grösseren Flüsse im Mittelland verbreitet. Lokal kann sie auch im nördlichen Jura, an der Innerschweizer Nordflanke und vereinzelt an der Tresa im Tessin gefunden werden. Sie entwickelt sich hauptsächlich in Gewässern unter 600 m Höhe, wurde jedoch auch bereits in Höhen über 1000 m nachgewiesen. In den Thurauen wurden mehrere aktuelle Belege dieser Libellenart festgestellt, einige davon in der Nähe von Schäffäuli, Warth und Amlikon.
Die Gemeine Keiljungfer ist in der Schweiz als "Nicht gefährdet" eingestuft. Trotzdem gibt es besondere Aktivitäten, die ihre Lebensräume gefährden, wie z.B. Uferverbauungen, Bootsbetrieb und Unterhaltsarbeiten. Um ihren Status als "Nicht gefährdet" beizubehalten, sind Revitalisierungen von Fliessgewässern besonders wertvoll. Diese tragen dazu bei, ihren Lebensraum zu verbessern und somit den Schutz der Gemeinen Keiljungfer zu fördern.