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Tondokument in Textform (leicht gekürzt)
(Flötenspiel, Volkslied)
Martin Meyer: Es gibt Teleskop-Langstöcke für Blinde. Das Modell, das ich besass, hatte einen kleinen Deckel, einen Schraubdeckel. Den hab' ich mal verloren,
und dann habe ich gemerkt, dass man ja auf dem Stock blasen kann. Nur war das natürlich nicht ideal: Man musste entweder reinspucken oder ein wenig Wasser
einfüllen, damit der Stock einigermassen dicht war. Aber es war einfach ein guter Gag. Mit diesem Instrument hier wollte ich mal etwas machen, was mehr
ist als ein Gag.
(Flötenspiel, Volkslied)
Martin Meyer: Im Prinzip sind es zwei ineinander gesteckte Rohre. Das Blasloch ist oben, man bläst drüber wie über eine Flasche, wie bei einer Panflöte
also. Den unteren Teil zieht man raus oder stösst ihn rein, macht die Luftsäule länger oder kürzer und variiert so die Tonhöhe.
(Flötenspiel, jazziges Stück)
Martin Meyer: Man kann im Grunde alles spielen, wozu man Lust hat. Schwierig sind rasche Läufe mit grossen Tonabständen. Am schönsten ist getragene Musik,
Lieder etwa. Man kann auch Effekte erzeugen, Jauchzer oder Korkenknaller-Pizzicati, wie ich es nenne.
(Schrille Flötentöne, knallendes Geräusch)
Michael T. Ganz, Journalist BR