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Regelwerke
Die Fußballregeln sind die offiziellen, internationalen und nationalen verbindlichen Ablaufformen und Verhaltensweisen bei der Durchführung des Fußballspieles. Die ersten wurden 1863 von der Football Association festgelegt. Im gleichen Maße, wie sich der Fußball Ende des 19. Jahrhunderts, in England beginnend, ausbreitete, entwickelten und verfeinerten sich die Regeln. In Deutschland legte 1874 der Braunschweiger Lehrer Konrad Koch (1846–1911) das erste Fußball-Regelwerk fest.
Heute werden die Regeln in jährlichen Konferenzen zwischen der FIFA (Weltfußballverband) und dem International Football Association Board (IFAB) kontrolliert und gegebenenfalls angepasst. Es gibt im offiziellen Regelwerk der FIFA 17 Spielregeln, die 1938 neu gefasst und seitdem im Wesentlichen konstant geblieben sind.
Die nationalen Fußballverbände können zusätzlich eigene Anweisungen herausgeben, die als Auslegungsrichtlinien anzusehen sind, allerdings nur im Bereich des jeweiligen Fußballverbandes Geltung haben. Neben Hinweisen auf gewollte Interpretationen von Regeln enthalten solche Anweisungen regelmäßig besondere Bestimmungen für Jugendspiele und Spiele von „Altherren“-Mannschaften, gelegentlich auch für Freundschafts- und Damenspiele, um die Regeln auf die jeweiligen Gegebenheiten anzupassen.
Ergänzend zu den Fußballregeln, die weitestgehend nur das Geschehen auf dem Platz regeln, gibt es weitere Bestimmungen, in denen die übrigen Details wie etwa die Spielberechtigung, aber auch Änderungen zu den Regeln wie beispielsweise bei der Zahl der Auswechselspieler oder der Möglichkeit der erneuten Einwechslung festgelegt sind. Dabei handelt es sich um Wettbewerbsbestimmungen, Spielordnungen, Strafordnungen, Jugendordnungen, Schiedsrichterordnungen usw.
Spielfeld
Gespielt wird auf einem rechteckigen Feld, das eben und frei von Hindernissen ist. Normalerweise besteht der Bodenbelag im Profifußball aus Rasen, seltener wird auf einem Kunstrasenplatz gespielt und im Amateurbereich teilweise auch auf einem Hart- oder Ascheplatz.
Die Länge der kurzen Seiten (Torlinie, fälschlicherweise auch Grundlinie) muss bei nationalen Spielen zwischen 45 und 90 Meter, die der langen Seiten (Seitenlinie) zwischen 90 und 120 Meter betragen.[1] Die Seitenlinie muss dabei länger als die Torlinie sein, ein quadratisches Spielfeld ist nicht erlaubt. Theoretisch möglich wären fast quadratische Spielfelder, welche in der Praxis jedoch nicht vorkommen. Die Fläche des Spielfeldes ist also in der Größenordnung eines halben bis ganzen Hektars. Bei internationalen Spielen sind Maße von 64–75 Meter für die Torlinie und 100–110 Meter für die Seitenlinie vorgeschrieben. Üblich ist eine Größe von 68 × 105 Meter (7140 m²) wegen der in Leichtathletikstadien umlaufenden 400-m-Kunststoffbahn. Diese Spielfeldgröße ist heute in den Durchführungsbestimmungen für Europacupwettbewerbe sowie seit 2008 auch für Länderspiele zwingend vorgeschrieben.
|Bereich||Breite in m||Länge in m||Radius in m|
|Spielfeld||45–90||90–120|
|Strafraum||40,32||16,50|
|Torraum||18,32||5,50|
|Mittelkreis||9,15|
|Eck-Viertelkreis||1,00|
|Bereich||Höhe in m||Länge in m|
|Tor||2,44||7,32|
Das Spielfeld wird in der Regel durch weiße Linien (meist Kalk oder Farbe) markiert. Bei beschneitem Boden können die Linien aus einem dunklen Material aufgebracht werden. Kunstrasenfelder verfügen oft über gelbe Linien. Alle Linien müssen gleich breit sein, die zulässige Breite der Linien beträgt maximal zwölf Zentimeter. Eine Mindestbreite für die Linien ist nicht ausdrücklich vorgeschrieben, allerdings muss die Erkennbarkeit hinreichend gegeben sein, so dass faktisch eine Breite von fünf bis sechs Zentimetern nicht unterschritten werden darf.
Markierungen gibt es für die Seitenbegrenzungen des Spielfeldes einschließlich der Torlinie im Bereich des Tores, die Mittellinie, den Anstoßkreis (auch Mittelkreis genannt), in dessen Zentrum sich der Anstoßpunkt befindet, die Strafstoß-Marke (auch Elfmeterpunkt) und den Teilkreis am Strafraum (Radius der Kreise: 9,15 Meter (ursprünglich: zehn Yards) um Anstoßpunkt und Strafstoßmarke), den Eck-Viertelkreis (Radius: 1 Meter), den Strafraum (meist als 16-Meter-Raum bekannt) und den Torraum. Zulässig und im höherklassigen Fußball Standard ist zudem eine Markierung, welche 9,15 Meter vom Viertelkreis im rechten Winkel zur Torlinie außerhalb des Spielfeldes angebracht wird, um die Einhaltung des vorgeschriebenen Abstandes beim Eckstoß besser überwachen zu können.
An jeder Ecke wird eine Fahne an einer Stange angebracht, die nicht unter 1,50 Meter hoch ist und nicht spitz zuläuft. Eine solche Fahne kann an der Mittellinie auf jeder Seite des Spielfeldes aufgestellt werden, jedoch soll sie außerhalb des Spielfeldes und mindestens 1 Meter von der Seitenlinie entfernt stehen. Die Fahnen sollen „von lebhafter Farbe“ sein, üblich sind leuchtendes Rot und Gelb, einfarbig oder als Schachbrettmuster. Die Fahnenstangen sind zur Vermeidung von Verletzungen üblicherweise flexibel ausgeführt und stellen kein starres Hindernis dar. Führt Schneefall während des Spiels dazu, dass die Markierungen des Strafraums nicht erkennbar bleiben, so sind außerhalb des Feldes in 1 Meter Abstand zu Tor- und Seitenlinie acht Hilfsflaggen zur Kennzeichnung des Strafraums aufzustellen, und zwar dort, wo die Markierungslinien des Strafraums auf die Torlinien treffen und die Verlängerung der Strafraumlinien die Seitenlinien treffen würde. Stehen keine Hilfsflaggen zur Verfügung, können auch Hütchen verwendet werden.
In der Mitte der kurzen Seiten befindet sich je ein Tor. Es besteht aus zwei „Pfosten“, die durch eine „Querlatte“ verbunden sind. Anfangs waren sie aus Kantholz („…latte“) gefertigt, mit quadratischem Querschnitt. Wegen der Verletzungsgefahren und der Probleme mit dem Holzschutz sind sie heute allgemein aus Aluminium oder Kunststoff und besitzen einen ovalen oder runden Querschnitt. Die Pfosten sind ein Drittel der Querlattenbreite hoch: Der Abstand zwischen den Innenkanten der Pfosten beträgt 7,32 Meter (8 Yards). Die Unterkante der Querlatte hat einen Abstand von 2,44 Meter (8⁄3 Yards = 8 Fuß) zum Boden. Das Tor muss entweder fest im Boden verankert oder in geeigneter Weise (z. B. durch Gewichte) gegen Umfallen gesichert sein. Pfosten und Querlatte müssen silbern oder weiß gefärbt sein. Tore sind in der Regel mit Netzen versehen, die den Ball auffangen und einen Torerfolg anzeigen sollen. Die Befestigung der Netze ist so zu gestalten, dass ein stürzender Spieler sich nicht daran verletzen kann.
Das Spielfeld muss gut sichtbar sein. Nebel kann zu einer Spielunterbrechung oder sogar zu einem Spielabbruch führen. In den Fußballregeln findet sich keine genaue Anweisung, wann das Spiel wegen Nebels nicht fortgesetzt werden kann. Im DFB-Lehrbrief 60 heißt es hingegen, es sei eine „gängige Forderung, dass der Schiedsrichter ein Spiel nur fortsetzen darf, wenn er von Tor zu Tor gut sehen kann. Arbeitet er mit Assistenten, so muss der Schiedsrichter jederzeit in der Lage sein, deren Zeichen eindeutig zu erkennen, um sämtliche Entscheidungen ohne Behinderung treffen zu können.“[2] Wird die Sicht eingeschränkt, zum Beispiel als Folge von Feuerwerkskörpern oder Rauchbomben aus dem Publikum, unterbricht der Schiedsrichter das Spiel, wenn in angemessener Zeit eine Besserung der Sicht erwartet werden kann; andernfalls wird das Spiel abgebrochen. Wird ein Platz als Folge von Witterungseinflüssen unbespielbar, so soll der Schiedsrichter 30 Minuten warten, ob die Bespielbarkeit wiederhergestellt wird, es sei denn, es ist absehbar, dass dies nicht der Fall sein wird; besteht Grund zur Annahme, dass die Frist von einer halben Stunde nur unwesentlich überschritten wird, so soll der Schiedsrichter großzügig verfahren. Fällt bei einem Spiel unter Flutlicht die Beleuchtung aus, darf es deswegen erst nach frühestens 30 Minuten abgebrochen werden (ein Abbruch aus sonstigem Grund kann früher erfolgen), so dass innerhalb dieser halben Stunde versucht werden kann, die Beleuchtung wiederherzustellen. Gelingt dies, so ist das Spiel fortzusetzen. Wird der Schaden nur teilweise behoben, entscheidet der Schiedsrichter, ob das teilweise funktionsfähige Flutlicht ausreicht, um fortzusetzen, oder ob abgebrochen wird. Spiele auf unbeleuchteten Plätzen sind so zu terminieren, dass das Tageslicht auch bei einer eventuellen Verlängerung noch ausreicht.
Das Gefälle zwischen den beiden Torlinien ist in den Fußballregeln nicht reglementiert, hier gelten nur die baulichen Vorschriften und Normen, von denen es eine Vielzahl zu beachten gilt, in Deutschland insbesondere die verschiedenen Teile der DIN 18 035. Zum Zwecke der Entwässerung ist der Mittelpunkt oftmals der höchste Punkt des Feldes, zwischen Mittelpunkt und Torlinie können durchaus Höhenunterschiede von 60 bis 80 Zentimetern bestehen; die beiden Torlinien und die beiden Seitenlinien hingegen sind niveaugleich.