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Interpretation und Diskussion der Ergebnisse
ERGEBNISSE
Carl Hermanns verwendet in seinen Briefen größtenteils den elaborierten Code, während Christian Lenz' Sprachgebrauch zum Teil Merkmale des restringierten Codes verwendet. Einige davon treffen aber nicht zu.
- Die Einteilung in "Oberschicht" und "Unterschicht" entstammt der frühen Soziolinguistik und birgt die Gefahr vor einer Vereinfachung der Korrelation zwischen sozialer Schicht und Sprachgebrauch.
- Obwohl unsere Daten mit dem Modell nach Bernstein im Wesentlichen übereinstimmen, ist es fahrlässig, die Schreibfertigkeit einer beziehungsweise zweier Peron(en) in bestimmten Schreibanlässen auf eine gesamte Bevölkerunsgruppe zu übertragen.
- Folgende Fragen stellen sich hierbei:
- Ist es Lenz aufgrund seiner offensichtlichen Stellung in der "Unterschicht" nur möglich sich den restringierten Code zu bedienen?
- Oder handelt Lenz der Situation angemessen mit eingeschränkten kommunikativen Mitteln?
- Wäre es möglich, dass sich Hermanns der herausgebildeten überregionalen Schriftsprache als Leitvarietät bedient, wärhend Lenz' Briefe eine Form der Regionalsprachlichkeit aufweisen?
- Das von Bernstein formulierte Merkmal des gemeinsamen Vorwissens zwischen Schreiber/in und Empfänger/in ist bei der Analyse von Briefen trügerisch, muss doch davon ausgegangen werden, dass dieses, vor allem in familiären Beziehungen, sowohl beim Verwenden des restringierten, als auch elaborierten Codes ein essenzieller Bestandteil der Kommunikation ist.
- Weiters ist interessant, dass zwar die Merkmale des elaborierten Codes auf Hermanns und die Merkmale des restringierten Codes auf Lenz zwar zutreffen, aber das die Negation, also das Nichterfüllen des elaborierten Codes bei Lenz und des restringierten Codes bei Hermanns treffsicherer ist.
(vgl. Elspaß, S. 40 ff.)