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Mehr als 200 Personen an der Gedenkfeier beim Trientgletscher im Wallis
Am 6. September gedachten am Fusse des Trient-Gletschers im Kanton Wallis mehr als 200 Personen der 500 Gletscher, die in der Schweiz bereits verschwunden sind. Die Feier war gleichzeitig eine Aufforderung an Parlamentarierinnen und Parlamentarier, im September starke und wirksame Massnahmen zur Reduktion des CO₂-Ausstosses zu treffen. Die Veranstaltung endete mit Musik und einer Segnung des Gletschers. Organisiert wurde sie von der Klima-Allianz – zusammen mit Fastenopfer sowie zahlreichen Entwicklungs- und Umweltorganisationen.
Der Gemeinderat von Trient (VS), Olivier Couach, beobachtet den Gletscher seit vielen Jahren. Er sei in den letzten dreissig Jahren um mehr als 1000 Meter zurückgegangen. In der Schweiz sind bereits mehr als 500 kleine Gletscher verschwunden. Und wenn nichts unternommen wird, könnte selbst der imposante Trient-Gletscher bis 2100 verschwunden sein.
Der Klimawandel bedroht die menschliche Zivilisation, wie wir sie kennen, in der Schweiz und auf der ganzen Welt. Es sind die schwächsten Bevölkerungsgruppen in den Ländern des Südens, die am stärksten betroffen sind und sein werden, wie César Murangira aus Ruanda erklärte: «Die Regenfälle werden rarer, aber sind oft stärker, sie verursachen die Zerstörung von Häusern, Strassen und Ernten.» –
«Viele Bauern im Süden sind vom Klimawandel stark betroffen und haben nicht die Mittel, ihn zu bewältigen. Klimagerechtigkeit erfordert, dass die Länder des Nordens nicht nur ihre Triebhausgas-Emissionen reduzieren, sondern auch die Bevölkerungen des Südens finanziell unterstützen, damit sie sich an die Veränderungen anpassen können», sagte Yvan Maillard Ardenti von Brot für alle an der Feier.
Bernd Nilles zögerte nicht, an die Worte von Papst Franziskus in der Enzyklika Laudato si’ zu erinnern: «Papst Franziskus fragt alle Bewohner unseres Planeten: ‚Könnt ihr das Klagen der Armen und der Erde hören?‘ In meiner täglichen Arbeit bei Fastenopfer versuche ich, auf die Klage der Armen zu hören. Heute bin ich hier bei Ihnen, um dem Klagen der Erde, des Trient-Gletschers, aller Gletscher in der Schweiz, die vom Verschwinden bedroht sind, zu lauschen.»
Der Geschäftsleiter von Fastenopfer wies auch darauf hin, dass «das Abschmelzen des Trient-Gletschers weder ein Unfall noch eine Naturkatastrophe ist. Die Klimaerwärmung ist das Ergebnis unserer Lebensweise, unseres Konsums, unserer Produktion und unseres Wirtschaftsmodells. Der Verlust der Gletscher ist die Folge einer Politik, die seit 50 Jahren versucht, die Klimakrise zu ignorieren. Bereits in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts sagte die Wissenschaft voraus, dass wir an diesen Punkt kommen würden, an dem wir heute sind. Wir tragen eine große Verantwortung für die Bewältigung dieser Krise, und wir müssen uns mit jenen solidarisch zeigen, die am meisten leiden. Nur so können wir Klimagerechtigkeit schaffen.»