Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03582.jsonl.gz/569

Der Titel der Pressemitteilung von Destatis lautet zwar «17,2 % mehr Kohlestrom als im Vorjahreszeitraum» aber gleichzeitig zeigt es das die erneuerbaren Energieträger 48.5% der gesamten Stromeinspeisung ausmachen.
Offenbar will ein Komitee laut Tagesanzeiger, das Bauverbot für neue Atomkraftwerke in der Schweiz kippen. Werfen wir doch einen kurzen Blick nach Finnland auf das AKW Olkiluoto 3 und schauen uns diesen folgenden Abschnitt aus Wikipedia an. Noch Fragen?
Auszug aus Wikipedia:
Bauzeit und Kosten
Block 3 wird in Olkiluoto seit dem 12. August 2005[11] von Areva NP (heute Framatome) und Siemens (konventioneller Kraftwerksteil) errichtet. Es handelt sich um den ersten Reaktor dieses Typs. Der Kaufpreis wurde ursprünglich schlüsselfertig auf etwa 3 Milliarden Euro[12] angesetzt. Bereits im ersten Baujahr kam es jedoch zu erheblichen Verzögerungen. So wurde z. B. beim Herstellen der ersten Fundamente nicht der Spezifikation entsprechender Beton verarbeitet und zusätzliche Nachweise nötig, um die vorgegebene Festigkeit zu garantieren.[13][14]
- 2008 wurden die Baukosten auf 4,5 Milliarden Euro geschätzt.[15]
- 2009 wurden die Baukosten auf 5,47 Milliarden Euro geschätzt.[16]
- Ende 2006 prognostizierte die Betreiberfirma eine Betriebsaufnahme frühestens 2011.
- Im Oktober 2008 wurde ein Betriebsbeginn im Jahr 2012 angestrebt.[17][18]
- Die Netzsynchronisation wurde im Juni 2010 für 2013 angestrebt.[19]
- Im Oktober 2011 wurde der Termin auf 2014 verschoben.[20] Die prognostizierten Baukosten von nunmehr 6,6 Milliarden Euro[21] sind mittlerweile mehr als doppelt so hoch wie die ursprünglich veranschlagten 3 Milliarden Euro.
- Im Juli 2012 gab die Betreiberfirma bekannt, dass auch 2014 nicht mit einer Fertigstellung gerechnet werden kann. Ein neuer Termin wurde zunächst nicht genannt.[22] Areva gab im Dezember 2012 einen Inbetriebnahmetermin im Jahr 2015 an. Gleichzeitig veranschlagte der Areva-Vertreter die Gesamtkosten mit 8,5 Milliarden Euro.[23]
- Anfang 2013 wurde erklärt, dass sich die Inbetriebnahme auf 2016 verschieben würde.[24]
- Anfang 2014 ließ der Areva-Konzern einen Termin verstreichen, an dem die neue Fertigstellungsprognose veröffentlicht werden sollte.[25]
- Im September 2014 gab Areva bekannt, dass der Reaktor erst Ende 2018 den Betrieb aufnehmen könne.[26]
- Im April 2015 schrieb die Zeitung Die Welt, dass die Baukosten auf ungefähr neun Milliarden Euro geschätzt werden.[27]
- Nach dem Ende des Geschäftsjahres 2014 tätigte AREVA Abschreibungen in Höhe von 720 Millionen Euro für das Projekt und verbuchte für 2014 einen Verlust in Höhe von 4,834 Mrd. Euro.[28]
- Im Dezember 2015 gab der zukünftige Betreiber TVO bekannt, dass die Anlage Ende 2018 in Betrieb gehen solle.[29]
- Im Mai 2016 berichtete der öffentlich-rechtliche finnische Nachrichtenkanal YLE, dass die Verhandlungen zwischen TVO und Areva über einen Vergleich der Teilung der Mehrkosten abgebrochen wurden: TVO verklagte Areva auf 2,6 Milliarden € Schadensersatz bezüglich der Verspätung – Areva verklagte TVO auf 3,4 Milliarden € der Mehrkosten.[30]
- Im Juni 2017 wurden erste Kalttests durchgeführt; im Herbst 2017 sollten Warmtests folgen. Die Erteilung der Betriebsbewilligung war für Anfang 2018 geplant.[31]
- Im Oktober 2017 wurde verkündet, dass sich die Inbetriebnahme um weitere Monate verzögern wird und erst im Mai 2019 stattfinden soll, 10 Jahre später als bei Baubeginn im Jahr 2005 ursprünglich geplant.[32]
- Im März 2018 einigte sich der Betreiber TVO mit Areva und Siemens auf einen Schadensersatz wegen der Verspätung. Nach Auskunft von TVO bezahlen Areva und Siemens insgesamt 450 Millionen €. Die Entschädigung erhöht sich um weitere 400 Millionen €, wenn das Projekt nicht bis Ende 2019 fertiggestellt wird.[33]
- Im November 2018 wurde die Inbetriebnahme auf Januar 2020 verschoben.[34]
- Am 7. März 2019 erhielt der Reaktorblock seine Betriebsgenehmigung von der finnischen Regierung. Nach Stand vom März 2019 sollte im Juni mit dem Laden des ersten Kernbrennstoffs begonnen und im Oktober sollte die erste Netzsynchronisation erfolgen. Ab Anfang 2020 war der kommerzielle Leistungsbetrieb und die Übergabe der Anlage geplant.[35]
- Am 10. April 2019 wurde das Laden des Brennstoffs auf frühestens Ende August verschoben.[36]
- Nach dem Zeitplan vom Juli 2019 soll das Laden des Brennstoffs im Januar 2020 beginnen. Die Netzsynchronisation ist für April und der kommerzielle Betrieb für Juli 2020 vorgesehen.[37]
- Im Dezember 2019 wurde das Laden des Brennstoffs auf den Sommer 2020, die Netzsynchronisation auf November 2020 und der kommerzielle Betrieb auf März 2021 verlegt.[38]
- Im August 2020 wurde das Laden des Brennstoffs auf März 2021 und die Netzsynchronisation auf Oktober 2021 verlegt. Als Grund wurden sowohl Probleme mit Tests und Ersatzteilen als auch die Covid-19-Pandemie genannt. Die kommerzielle Stromerzeugung wurde für Februar 2022 erwartet.[39][40]
- Am 26. März 2021 hat die Nuklearaufsicht STUK die Genehmigung zur Beladung mit Brennstoff erteilt. Damit gilt das Kraftwerk als fertiggestellt.[41]
- Am 23. August 2021 wurde bekannt, dass sich die Inbetriebnahme durch längere Arbeiten an der Turbine verzögert.[42]
- Am 16. Dezember 2021 hat die STUK den Beginn der Kernreaktion durch einen progressiven Aufstieg der Leistung (5 %, 30 %, 60 %) genehmigt.[43]
- Am 21. Dezember 2021 erreichte der Reaktor das erste Mal die nukleare Kritikalität (Englisch: first criticality).[44]
- Am 14. Januar 2022 und 29. Januar 2022 kam es jeweils zu einer Reaktorabschaltung. Stand Anfang Februar 2022 sollte der Reaktor im Juli 2022 regulär Strom erzeugen.[45]
- Am 12. März 2022 erfolgte die Netzsynchronisation.[46]
- Stand Juni 2022 soll nach Problemen mit Fremdmaterial in der Turbine der Reaktor bis Ende Juli 2022 repariert werden, bis Dezember 2022 im Testbetrieb laufen und anschließend den kommerziellen Betrieb aufnehmen.[47]
Zehn Jahre danach als Erinnerung an die Atomkatastrophe von Fukushima eine präzise wie erschütternde Rekonstruktion der Ereignisse vom 11. März 2011. Sie zeigt: Unter den gegebenen Umständen damals, mit dieser Anlage am Meer und dem für einen solchen Fall nicht ausreichend geschulten Personal, war eine Katastrophe niemals auszuschließen.
Am 11. März 2011 kam es infolge eines Tsunamis in der Atomanlage nahe der japanischen Stadt Fukushima zu einer folgenschweren Unfallserie, die in einem nuklearen Super-GAU gipfelte. Das größte Rätsel ist bis heute, wie es zu einem Totalausfall der Stromversorgung und infolgedessen zu einer mangelhaften Kühlung der Reaktorkerne und Brennstäbe kommen konnte – mit der bekannten fatalen Kettenreaktion von der Kernschmelze bis zum Freisetzen erheblicher Mengen an Radioaktivität.
Die Dokumentation liefert anhand zahlreicher Simulationen wesentliche Erkenntnisse über diese Vorgänge. Ebenfalls ungeklärt war bisher, inwieweit sich die Arbeiter der Schäden an der Anlage bewusst waren, da sie mit einer völlig unbekannten Situation konfrontiert waren. Interviews mit den zum Zeitpunkt der Havarie diensthabenden Mitarbeitern ermöglichen es, die Ereignisse im Kontrollraum des Kernkraftwerks genau zu rekonstruieren. Anhand von 3D-Computergrafiken, nachgestellten Szenen und Exklusivinterviews versucht die Dokumentation nachzuweisen, dass die tatsächlichen Verhältnisse im Reaktorblock 1 viel gefährlicher waren, als es die Arbeiter in der Kontrollzentrale ahnen konnten.
Zudem wirft die Dokumentation ein Schlaglicht auf bisher selbst von Experten nicht erkannte Schwachstellen von Atomkraftwerken. Diese Erkenntnisse könnten zu einer Neubewertung der nuklearen Sicherheitspolitik führen.
Dokumentation von Steve Burns (Japan 2012, 48 Min)
Die Region Fukushima. 15 Kilometer vom Atomkraftwerk Daiichi entfernt, 10 Jahre nach der Katastrophe scheint wieder alles in Ordnung – zumindest äußerlich. Ein Team von Quarks ist in die ländliche Region gereist – und hat recherchiert: Wie ist die Lage in Fukushima heute?
Im vergangenen Monat wehte mehrmals Sahara-Staub über Teile Spaniens, Frankreichs und auch Deutschland. Die französische Organisation zur Kontrolle der Radioaktivität im Westen (ACRO) hat dabei eine interessante Beobachtung gemacht: sie konnte anormale Cäsium-137-Werte in dem Staub messen, der über Europa wehte, die allerdings keine Gefahr für die Gesundheit darstellten.
Atommüll ist gefährlich und das sehr lange: Eine Million Jahre muss ein Endlager standhalten. Eine unvorstellbare Zeit.
Ein Beitrag von Quarks.
Mehr infos und Tickets
» hier
Experte Marcos Buser plädiert für ein überwachtes Dauer-Zwischenlager
Wie sicher sind unsere AKW’s gegenüber einem Terrorangriff? Wie sicher sind Atomtransporte? Alles was Sicherheit betrifft wird geheim gehalten um Terroristen nicht auf „böse Gedanken“ zu bringen. Doch sind uns Terroristen nicht immer einen Schritt voraus gewesen?
Arte untersuchte dieses Thema etwa tiefer: