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Wie entwickelt sich eigentlich der Linux-Kernel?Uhr | Aktualisiert
Wie verläuft die Entwicklung des Linux-Kernels? An was wird am meisten gearbeitet? Und wer schreibt überhaupt den Code? Die Linux Foundation ist diesen Fragen in einer Studie nachgegangen. Wir haben uns diese angeschaut und die wichtigsten Erkenntnisse für Sie zusammengefasst.
Mit der Studie "Linux Kernel Development – How Fast It Is Going, Who Is Doing It, What They Are Doing, And Who Is Sponsoring It" wirft die Linux Foundation auch dieses Jahr wieder einen Blick auf die Entwicklung des Linux-Kernels. Der Netzticker fasst die wichtigsten Ergebnisse für Sie zusammen.
01. Wann kam der erste Linux-Kernel raus?
Am 17. September 1991. Er enthielt 8'413 Code-Zeilen.
02. Wie viele Unternehmen tragen heute zur Entwicklung des Linux-Kernels bei?
Eine genaue Zahl gibt es nicht, aber es sind mindestens 600.
03. Welche fünf Unternehmen steuern am meisten Code zum Linux-Kernel bei?
Red Hat (12 Prozent), Intel (7,8 Prozent), Novell (5 Prozent), IBM (4,8 Prozent) und Nokia (2,3 Prozent).
04. Welche Unternehmen gelten als Aufsteiger im Linux-Code-Ranking?
Intel, Nokia, AMD, Texas Instruments und Samsung.
05. Was motiviert Unternehmen zum mitmachen?
Unternehmen wie Freescale, Fujitsu, HP, IBM, Intel, MIPS und SGI wollen in erster Linie sicherstellen, dass Linux von ihrer Hardware unterstützt wird. Klassische Linux-Distributoren wie Novell oder Red Hat möchten das Betriebssystem auch Feature-mässig vorantreiben. Andere wie Nokia, Samsung oder Sony sind vor allem daran interessiert, ihre eigenen Linux-Produktlinien zu verbessern.
06. Was, wenn plötzlich ein wichtiges Unternehmen aussteigt?
Der Linux-Kernel ist auf sehr breiter Basis abgestützt und sollte ein Ausstieg eines Grossunternehmens aus dem Entwicklungsprozess gut verkraften können, so die Studienautoren.
07. Wie hoch ist der Anteil bezahlter Kernel-Hacker?
Etwas über 70 Prozent.
08. Wie viele Programmierer arbeiten insgesamt am Linux-Kernel?
Seit 2005 haben über 6'100 Programmierer am Linux-Kernel gearbeitet.
09. Wie viel Code steuern die Top-10-Entwickler des Kernels bei?
In den vergangenen fünf Jahren rund zehn Prozent aller Änderungen.
10. Wie hoch ist der Code-Anteil, der durch Hobby-Entwickler beigesteuert wurde?
18,9 Prozent.
11. Wie viele Änderungen fliessen pro Stunde in den Linux-Kernel ein?
Rund 5,2 Änderungen pro Stunde.
12. Wie viele Patches halten bei einem neuen Release durchschnittlich Einzug in den Kernel?
Rund 10'000 alle zwei bis drei Monate.
13. Um wie viele Codezeilen ist der Linux-Kernel im letzten Jahr gewachsen?
Um rund 1,5 Millionen Codezeilen.
14. Wie viele Zeilen Code enthält der Linux-Kernel 2.6.35?
13'468'253.
15. Wie lange dauert die durchschnittliche Entwicklungszeit für eine stabile Kernel-Version?
81 Tage.
16. Nach welchem Mantra findet die Linux-Entwicklung auch heute noch statt?
Release early, release often; lieber viele kleine als grosse disruptive Änderungen.
17. Was ist der neuste Trend in der Linux-Kernel-Entwicklung?
Linux wird im Embedded/Mobile-Markt immer wichtiger. Code-Beiträge von Unternehmen wie Advanced Micro Devices, Nokia, Samusng und Texas Instruments werden immer zahlreicher.
18. In welchen mobilen Betriebssystemen wird Linux eingesetzt?
Unter anderem Google Android, MeeGo, WebOS. LiMo und Bada.
19. Auf welches Quellcodeverwaltungssystem setzen die Linux-Entwickler?
Git, eine Eigenentwicklung von Linux-Gründer Linus Torvalds.
20. Welche Rolle hat Linus Torvalds heute?
Torvalds selbst findet sich nicht mehr unter den Top-30-Entwicklern des Linux-Kernels. Die Studie hält aber fest, dass er noch immer eine "aktive und entscheidende" Rolle bei der Kernel-Entwicklung spiele. "Sein Beitrag zu Linux lässt sich nicht an den geänderten Codezeilen messen", heisst es in der Studie.