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"So nicht", lässt Göttervater Zeus (Liam Neeson) verkünden. Er, der die Menschen erschaffen hat, verlangt von uns nicht viel mehr, als dass man ihn anbetet. Doch die Menschen haben genug von den Göttern, welche die Leben ihrer Liebsten nehmen, und wenden sich gegen sie. Das Fass zum Überlaufen bringt der Fall einer Götterstatue, die von den Bewohnern der Stadt Argos von einem Felsen ins Meer geworfen wird. Daraufhin taucht Hades (Ralph Fiennes), der Bruder von Zeus, auf, und verlangt ein Menschenopfer für ein erneut friedliches Zusammenleben zwischen Göttern und Menschen. Als Opfer wird von Hades die Prinzessin Andromeda (Alexa Davalos) verlangt.
Doch die Götter haben die Rechnung ohne Perseus (Sam Worthington) gemacht: Dieser Perseus ist halb Mensch, halb Gott, da sein Vater niemand geringeres ist als Zeus höchstpersönlich. Als Perseus' Ersatzfamilie getötet wird, schwört er Rache. Er macht sich mit einer Handvoll Soldaten auf, um den Göttern zu zeigen, wer die wahren Herrscher der Welt sind. Auf ihrer Reise treffen sie dabei auf Riesenskorpione, die Schlangenfrau Medusa und natürlich auf den mächtigen Kraken.
In Hollywoods Recyclingwut musste nun auch der Stop-Motion-Klassiker Clash of the Titans dran glauben. Der Film, welcher von vielen geliebt wird und von der jüngeren Generation aufgrund seiner Animationen eher belächelt wird, hat ein Update erhalten. Herausgekommen ist eine CGI-Schlacht, der etwas sehr Entscheidendes abgeht: Das Herz.
Ein wirkliches Remake ist diese Neuauflage eigentlich nicht. Die Geschehnisse wurden gegenüber der 1981-Fassung dermassen vereinfacht, dass man beinahe von einem eigenen Film reden könnte. Aber keine Angst: Die wichtigsten Figuren sind alle noch drin: Perseus, Zeus, Andromeda und der Kraken mischen wieder mit. Doch durch die Vereinfachung geht sehr viel verloren: Perseus kämpft nicht für die Liebe, sondern für die Rache. Andromedas Rettung ist nur sekundär, und deshalb ist die Figur nutzlos, da sie nicht gerettet werden muss und es keine Beziehung zwischen den beiden gibt. Es drängt sich beinahe die Frage auf: Wer kämpft denn heute noch für die Liebe?
Während die Emotionen also hinten anstehen müssen, regiert die Action. Mal abgesehen vom Kampf gegen die Medusa ist aber jede Actionszene verschenkt. Es kommt selten Spannung auf, sondern es wird einfach nur von langweiligen Figuren draufgehauen - Bud Spencer lässt grüssen. Der Endkampf setzt dem Ganzen dann in ihrer Ausführung noch die Krone auf.
Ein Hauptproblem des Filmes ist die mehr als schwache Figurenzeichnung. Bei jeder Figur kratzt man etwas an der Oberfläche, ohne dann etwas tiefer zu gehen. Die Gefolgschaft um Perseus hat dann sogar so viel Tiefe wie eine Raumschiff Enterprise-Nebenfigur - und wir wissen alle, wie diese Auftritte normalerweise enden...
Doch nicht alles ist schlecht. Wie erwähnt, ist der Kampf mit der Medusa ein Highlight, und das eine oder andere Bild ist wirklich beeindruckend. Aber ansonsten versagt der Film einfach auf zu vielen Ebenen. Auch die Darsteller sind schwach. Die alten Hasen Liam Neeson und Ralph Fiennes spielen ohne Power, und Sam Worthington überzeugt nur, wenn er kämpft. Glück hat da Mads Mikkelsen: Der Däne hängt einfach den harten Hund raus und gefällt damit recht gut.
Fazit: Clash of the Titans 2010 ist ein aufgeblasenes Spektakel ohne Überzeugungskraft. Laut und düster, aber ohne Herz und überzeugende Darstellerleistungen. Die Tatsache, dass der Film zuerst in 2D gedreht und erst nach dem Erfolg von Avatar noch schnell für 3D aufbereitet wurde, lässt erahnen, dass bereits die Produzenten den Film zu schwach fanden. Bringen tut das 3D hier übrigens nicht viel. Deshalb bleibt nach dem Film ein bitterer Nachgeschmack von reiner "3D-Geldmacherei".
Christoph Schelb [crs]
Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.
Die Mainstream-Gurke des Jahres für mich. Die Skorpione sind das einzige nur annähernd unterhaltsame hier.Gemma Arterton ist schrecklich als Plot-Lady und obwohl ihr Teint fast weiss ist, schafft es Worthington noch blasser zu sein.
Spektakuläre Szenen und rasante Action sind hier der Pluspunkt. Leider fehlt aber dem Streifen, wie schon sehr gut in der Kritik geschrieben wird, dass das ganze herzlos abgespult wird. Der Auftritt von Calibos war eine Frechheit.