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Frontier Airlines, eine amerikanische Low-cost-Airline, überlegt ab 2026 auch nach Europa zu fliegen.
Nachdem schon 2019 eine Bestellung über 18 Stück des Airbus A321 XLR beim Flugzeugbauer eingegangen war, konkretisieren sich nun die Pläne seitens Frontiers. Es wird spekuliert, ob die Airline mit diesem Flugzeug nach Europa fliegen will, wie aerotelegraph berichtet.
Transatlantikflüge erstmals möglich
Frontier ist eine Billigfluggesellschaft aus Amerika mit Sitz und Basis in Denver. Die derzeitige Flotte der Airline besteht aus Airbus A320-200 und Airbus A321-200 Flugzeuge, beide aber auch in der weiterentwickelten neo-Version. Mit keinem dieser Flugzeuge ist ein Flug über den Atlantik möglich. Aufgrund dieses Umstandes beschränkt sich das Streckennetz von Fontier Airlines auch auf Nordamerika, Mexiko und die Karibik.
Mit der geplanten Auslieferung der 18 bestellten Flugzeuge des Typs Airbus A321 XLR, bestünde die Möglichkeit auch von der amerikanischen Ostküste nach Europa zu fliegen. Vor allem Irland und Grossbritannien könnten mögliche Destinationen sein, die Frontier anfliegen könnte.
Eine Verbindung nach Shannon wäre von Interesse.Barry Biffle, CEO Frontier Airlines
Auch der Flughafen Shannon (Irland) scheint davon nicht abgeneigt, da erste Gespräche zwischen Flughafenvertretung und Airline schon stattgefunden haben. Shannon ist neben Dublin der einzige Flughafen, an dem die Einreiseformalitäten der USA schon vor Ort abgewickelt werden. Passagiere haben hier den Vorteil, dass man bei der Ankunft in den USA keine Wartezeiten bei der Immigration hat. Final entschieden ist zum Thema Frontier Airlines nach Shannon aber noch nichts.
Ergibt der Schritt nach Europa einen Sinn?
Flüge über den Transatlantik zwischen den USA und Europa gehören zu den ertragreichsten Routen. Gerade aus diesem Grund ist der Markt hier stark umkämpft. Da Frontier Airlines momentan ausschliesslich Economy Sitzplätze verkauft, denkt die Airline auch über den Einbau einer Premium Kabine in dem bestellten Airbus A321 XLR nach. Diesbezüglich ist aber noch keine Entscheidung gefallen. Generell ist es für Billigflieger auf der Langstrecke sehr schwierig, profitabel zu sein. Dies war bei den gescheiterten Versuchen seitens Norwegian Airlines sichtbar.
Die Airlines WOW air und Primera scheiterten ebenfalls mit dem Billigflugmodell auf der Langstrecke. Problematisch ist bei Frontier Airlines zudem, dass diese Airline auf ein Point-to-Point Modell setzt. Einen richtigen Hub für Verbindungsflüge gibt es nicht. Insofern ist es fraglich, wie viele Passagiere wirklich eine Direktflugverbindung von Philadelphia nach Shannon buchen würden.
Spekulation: Frontier auch nach Deutschland?
Generell sind Deutsche den Billigfliegern sehr offen gegenüber eingestellt, sonst könnte wären die vollen Flugzeuge von Ryanair und Wizz Air nicht erklärbar. Sollte sich Frontier nach Deutschland trauen, bestünde für günstige USA-Flüge generell ein gewisses Interesse. Vor dem Hintergrund, dass es mittlerweile nur noch eine einzige Flugverbindung von Deutschland nach Amerika gibt, bei der selbst im günstigsten Tarif Aufgabegepäck inkludiert ist, könnte Frontier mit Schnäppchen-Preisen im deutschen Markt einsteigen. Nicht unterschätzt werden sollten aber die hohen Flughafengebühren in Deutschland, die teilweise über 100 Euro betragen. Aufgrund der starken Konkurrenzsituation und den hohen Flughafengebühren halte ich Flüge nach Deutschland aus derzeitiger Sicht für unwahrscheinlich. Bis 2026 kann sich dies aber natürlich auch wieder ändern.
Fazit zur Frontier Airlines nach Europa Idee
Ich halte das Projekt aus derzeitiger Sicht für zu gewagt. Viele Airlines haben sich dabei schon ihre Finger verbrannt und ich kann mir nicht vorstellen, dass Frontier Airlines auf den möglichen Routen nach Europa genügend Nachfrage generieren kann. Ganz auszuschliessen ist dies aber nicht, wenn es Frontier gelingt, auch passable Umsteigeverbindungen von Amerika aus anzubieten. Dennoch finde ich, dass die Airline sich mit dem Airbus A321 XLR eher auf Ziele in Mittel- und Südamerika konzentrieren sollte. Dort ist die Konkurrenzsituation geringer und das Preisniveau für Flüge relativ hoch.