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Die extreme Rechte benutzt eine Vielzahl an Symbolen, Codes und Abkürzungen, die offen oder verschlüsselt eine rechte politische Orientierung ausdrücken. Diese Zeichen sind mehr als nur Erkennungsmerkmale für Gleichgesinnte: Sie vermitteln ein Gruppengefühl und transportieren eine eindeutige politische Botschaft. Insbesondere in Deutschland werden sie auch zur Verschlüsselung verbotener Organisationsnamen verwendet.
Es gibt zwei Kategorien: Symbole mit offenen Botschaften dienen der Selbstdarstellung der Tragenden und haben oft einen historischen Bezug zum Nationalsozialismus. Versteckte Glaubensbekenntnisse sind nur Eingeweihten bekannt und tragen zur Bildung einer Gruppenidentität nach innen bei. Viele der jugendkulturellen Dresscodes – zum Beispiel das Tragen bestimmter Modemarken wie Thor Steinar – betreiben dieses Versteckspiel.
Beliebte Zahlencodes
Besonders beliebt sind Zahlencodes, wobei die Zahlen meist auf Buchstaben im Alphabet verweisen. So steht «88» beispielsweise für «HH» und ist die Abkürzung für «Heil Hitler». «848» ist das Zahlenkürzel für «Heil Dir Helvetia», Kampfruf und Textzeile der alten Schweizer Nationalhymne «Rufst du mein Vaterland». Die Kombination «14» – oft auch «14 words» – steht für das aus 14 Wörtern bestehende Neonazi-Bekenntnis «Wir müssen die Existenz unseres Volkes und auch die Zukunft unserer weissen Kinder sichern».
Nachfolgend findet ihr Erläuterungen und in unserer Bildergalerie Abbildungen der wichtigsten Codes, Symbole und Kleidermarken der Neonazi-Szene in der Schweiz.
Symbole
Das Hakenkreuz / Die Swastika
Das Hakenkreuz bildet wohl das bekannteste unter den neonazistischen Symbolen. In Deutschland als Symbol verboten, stellt das Tragen und Zeigen des Hakenkreuzes in der Schweiz keinen Straftatbestand dar.
Die Triskele
Anders als das Hakenkreuz hat die Triskele nur drei Arme. Ursprünglich stammt sie aus dem keltischen Siedlungsraum.
Schwarze Sonne
Die Schwarze Sonne hingegen erinnert an ein Hakenkreuz mit zwölf Armen. Bereits während des NS-Regimes war die Schwarze Sonne unter den Nazis verbreitet. So wurde sie beispielsweise in der Wewelsburg – welche der SS als Kultstätte diente – in den Boden eingelassen.
Das Zahnrad
Bereits während des NS-Regimes erfreute sich das Zahnrad grosser Beliebtheit. So wurde es zusammen mit dem Hakenkreuz zum Logo der Deutschen Arbeiterfront (DAF). Als legales Symbol dient es seit geraumer Zeit neonazistischen Organisationen als Teil ihres Logos, kann aber auch für sich alleine stehen.
Das Eiserne Kreuz
Bereits vor der NS-Diktatur wurde das Eiserne Kreuz als Verdienstabzeichen an Soldaten vergeben. In Kombination mit dem Hakenkreuz wurde es zu einem der wichtigsten Auszeichnungen während des Nationalsozialismus.
Runen
Runen sind in der Neonaziszene weitverbreitete Symbole, welche ursprünglich altnordischen bzw. germanischen Ursprungs sind. Einige stehen für Laute, andere für festgelegte Bedeutungen (beispielsweise die Lebens- und die Todesrune). Einige Runen – beispielsweise die Kampfrune, die Sigrune oder die Odalrune – wurde im Dritten Reich auch schon von der Hilterjugend, der SA und der SS verwendet. Sie dienen auch vielen neonazistischen Oragnisationen als Symbol und gehören zu den beliebtesten Tattoomotiven.
Der Thorshammer
Der Thorshammer entstammt der nordischen Mythologie, in welcher der Legende nach der Wettergott Thor durch einen Schlag mit seinem Hammer für Donner sorgte. Bei den Neonazis gilt Thor als die reinigende Kraft. Lange war das Symbol des Hammers eines der meistverbreiteten in der völkischen Bewegung. Heute findet man den Thorshammer insbesondere als Kettenanhänger, Tattoosymbol oder auf CD-Covern.
Das Keltenkreuz
Das Symbol, welches ein Kreuz in einem Kreis zeigt, steht in der extremen Rechten weltweit für die «Vorherrschaft des Weissen Rasse». Das Keltenkreuz wird gemeinhin auch als «White Power»-Zeichen betitelt. Verwendung findet das Kreuz oftmals in Schriftzügen anstelle eines «O’s».
Die White-Power-Faust
Die stilisierte Faust der «White Power»-Bewegung soll als Symbol ein Gegenstatement zur Schwarzen Faust der US-Amerikanischen «Black-Power-Bewegung» sein. Im Gegensatz zu anderen Symbolen wird die White-Power-Faust ausschliesslich in der Neonazi-Szene verwendet und ist mitunter beliebtes Shirtmotiv.
Die Wolfsangel
Das Symbol wird von Rechtsextremisten auf der ganzen Welt verwendet und bedeutet szeneintern so viel wie «Wehrhaftigkeit». Das Tragen der Wolfsangel ist in der Schweiz nicht verboten.
SS-Totenkopf
Seinen Ursprung findet der SS-Totenkopf in Deutschland bei den sogenannten Totenkopf-Husaren des 18. Jahrhunderts. Im Dritten Reich wurde er als Leitsymbol der Schutzstaffel (SS) wiederbelebt. Der Totenkopf verkörpert die Bereitschaft, sich der Ideologie voll und ganz hinzugeben – bis in den Tod. Der Totenkopf wird bis heute, teils in abgeänderter Form, szeneweit auch zu modischen Zwecken genutzt. So schmücken sich die Neonazis beispielsweise mit Gürtelschnallen, Fingerringen, Tattoos und Shirts mit dem SS-Logo.
Zahlencodes
88
Die 8 steht in der Neonaziszene stellvertretend für den achten Buchstaben im Alphabet. Die 88 heisst entsprechend so viel wie HH – Heil Hitler. Verwendet wird der Zahlencode oft als Tattoomotiv, auf T-Shirts oder in Bandnamen.
18
Ähnlich verhält es sich mit dem Zahlenkürzel 18, welches in diesem Fall für Adolf Hitler steht. Die Verwendungszwecke sind ebenso breit gefächert wie bei der 88. Beispiele hierfür sind die Organisation C18 oder die Band Sturm 18.
28
Seit die weltweite Neonaziorganisation «Blood & Honour» im Jahr 2000 in Deutschland verboten wurde, findet sich die Zahlenkombination vermehrt auf Buttons, in Tattoos und auf T-Shirts. Auch hier sind die Zahlen mit Buchstaben zu ersetzen.
848
Auch in diesem Zusammenhang stehen die Zahlen stellvertretend für Buchstaben aus dem Alphabet. Hier also HDH – Heil dir Helvetia.
14 Words
Die «14 Words» finden ihren Ursprung in den USA. Oft wird nur dieser Ausdruck genutzt, ohne die vierzehn Worte auszuschreiben. So findet sich die Floskel vermehrt in Liedtexten, als Grussformel oder auch als Shirtaufdruck. Ausgeschrieben heissen die Worte: «We must secure the existence of our people and a future for white children» («Wir müssen die Existenz unseres Volkes und die Zukunft weisser Kinder sichern»). Die Worte stammen im Original vom 2007 verstorbenen Neonazi David Lane.
Kleidermarken
Consdaple
Die Kleidermarke Consdaple ist bei Neonazis aufgrund der Buchstabenfolge «nsdap» ziemlich beliebt. Trägt man einen Pulli unter der geöffneten Jacke, bleibt vom Markenschriftzug nur diese sichtbar.
Thor Steinar
Die Bekleidungsmarke führt in der Regel ziemlich unauffällige Kleidungsstücke und hat sich zum modischen Must-have der Szene gemausert. Das Label vertreibt nebst den unterschiedlichsten Kleidungsstücken – Pullover, Jacken, Badesachen, Shirts, etc. – auch diverse Accessoires. Nachdem das alte Logo der Marke zu einigen rechtlichen Diskussionen geführt hat, wurde 2005 ein neues Markenlogo lanciert, welches sich bis heute auf dem Markt hält.
Ansgar Aryan
Das Modelabel wurde 2009 gegründet und vertreibt seither szeneintern die ganze Bandbreite an Klamotten. «Ansgar» ist die germanische Urform des Namens Oskar, «Aryan» ist das englische Wort für arisch.
Erik & Sons
Diese Bekleidungsmarke bildet neben Thor Steinar und Ansgar Aryan den dritten Marktführer, was Szeneklamotten betrifft. Zum Logo gehört auch die altgermanische Naudizrune.
Link-Tipp: www.dasversteckspiel.de