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Andreas Walser, Sohn eines Pfarrers, geboren 1908 in Chur. Nach seiner Matura im Jahr 1928 richtet er sich im Haus seiner Eltern ein Atelier ein und betätigt sich als Künstler, Fotograf und Schriftsteller. Sein kurzes Leben ist geprägt von überbordenden Gefühlen und dem Kampf mit Zweifeln und Verlangen. Einem Verlangen, das sich mehr auf künstlerische Anerkennung als auf die Liebe der Frauen bezog, zu dem ihm nämlich, wie er selbst sagte, der Bezug fehlte.
Im Herbst 1928 erfüllt sich sein Wunsch und er darf, mit Erlaubnis seiner Eltern, nach Paris reisen. Dort lebt er bis zu seinem Tod und trifft viele der damaligen Grössen der (bildenden) Künste wie Pablo Picasso, Jean Cocteau sowie auf Klaus Mann. Wahrscheinlich kommt er im Kreis um Jean Cocteau erstmals mit Drogen in Kontakt, die ihm bald mehr und mehr den Boden unter den Füssen wegziehen werden.
Heinz Bütler hat in dieser Zusammenstellung über das Leben und Wirken Walsers viele Fotos, Schriftstücke und Werke des Künstlers zusammengestellt und so ein umfassendes Gemälde dieses zu früh verstorbenen Künstlers – die Todesursache ist nach wie vor nicht ganz klar, man findet sowohl die Variante des Drogen-Überdosis als auch des Suizids durch Erschiessen – erschaffen. Hiermit wird die Lücke geschlossen, die dadurch entstanden ist, dass nur ein Teil des Walser’schen Werkes von Frankreich wieder in die Schweiz gelangte. Zugleich gelingt es Bütler, ein Gemälde der wilden Endzwanzigerjahre in Paris im künstlerischen Umfeld zu zeichnen, das zwischen Kreativität und (Selbst)Zerstörung pendelt. (bk)
Heinz Bütler: Metro zum Höllentor. Andreas Walser 1908 Chur – 1930 Paris. Limmat Verlag 2017. ISBN 9783857918322. SFr 39,90.