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Landschaften, Stillleben, Porträts – der Schweizer Maler Wilhelm Gimmi hatte ein Faible für die klassischen Sujets. Sie bildeten den Rahmen für seine Erkundung der Möglichkeiten einer «reinen» Malerei ohne emotionalen, spirituellen oder anekdotischen Überschuss. Sein Œuvre umspannt mehr als fünf Jahrzehnte und neben zahlreichen Gemälden Tausende von Zeichnungen.
Nach einer Ausbildung zum Grundschullehrer hatte sich Gimmi 1906 zunächst an der Zürcher Kunstgewerbeschule eingeschrieben, bevor er mit einem Malerei-Stipendium an die Académie Julian nach Paris ging und von dort aus in den nächsten Jahren immer wieder zurück in die Schweiz pendelte. So gründete er 1911 in Luzern mit Hans Arp, Walter Helbig und Oscar Lüthy die Gruppe Der Moderne Bund, die der Kunst der zeitgenössischen Avantgarden den Weg in die Schweiz ebnete. Die Besetzung von Paris durch die Wehrmacht zwang Gimmi und seine jüdische Frau Cécile Abramsky 1940 zur Rückkehr in die Schweiz, wo sie sich in Chexbres niederliessen.
Zu Beginn seiner Karriere malte Gimmi in einer fragmentierten Linienführung, inspiriert von Cézanne und vom frühen Kubismus Picassos und Braques, während sich seine Farbwahl zunächst an deutschen Expressionisten wie Schmitt-Rottluff und Pechstein orientierte. Ab den 1920er-Jahren wurde das Licht in seinen Gemälden subtiler, der Farbauftrag flächiger, die Formensprache runder. Das undatierte Gemälde Frau mit Kaffeemühle aus der Kunstsammlung der Mobiliar vereint wesentliche Aspekte dieser Malereiauffassung. Die zunehmende Einfachheit der Kompositionen und die klare Konturierung der Körper und Dinge verliehen Gimmis Motiven eine Ruhe und Geradlinigkeit, die ab 1945 durch die Aufhellung der Palette mehr und mehr in einem freundlich-nüchternen Licht erschien.
Kunsthistorisch lässt sich das Œuvre Wilhelm Gimmis im Wirkungsfeld Schweizer Expressionisten wie Paul Basilius Barth, Maurice Barraud, Karl Walser oder Hans Berger verorten.
Wilhelm Gimmi, 1886 in Zürich (CHE) geboren, starb 1965 in Chexbres (CHE).
Tätigkeitsbereiche: Malerei, Zeichnung, Lithografie, Illustration