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Nach innen steigt das Land in Terrassen auf bis zu der 200-230 m hohen Hochebene des Sertão, deren harter,
dürrer Boden für den Anbau nicht geeignet ist. Überhaupt ist in diesem gebirgigen Teil die Form der Plateaus am meisten
vertreten (Chapada). Nur im südlichen Teil des Gebiets nimmt das Gebirgsland entschiedener die Form von mittelhohen
Kettengebirgen an, so namentlich in der Serra dos Aimorés oder do Mar. Bewässert wird die Provinz durch den Rio
[* 8] São Francisco
und mehrere kleinere, in den Ozean fallende Flüsse.
[* 9]
Sie besteht aus Ober- und Unterstadt (Cidade alta und C. baixa). Die Unterstadt bildet nur eine von N. nach S. sich am Strand
entlang erstreckende Straße; sie ist der Sitz des Handels und enthält die Warenmagazine, Kaufläden,
das Zollhaus, den Bahnhof der São Francisco-Eisenbahn, die Börse, das Seearsenal, die Schiffswerfte. Die Oberstadt liegt auf
einem steilen, 200 m hohen Abhang, hat enge und zum Teil abschüssige Straßen, hohe steinerne Häuser, gegen 30 Kirchen (darunter
die Kathedrale, die schönste KircheBrasiliens) und die öffentlichen Gebäude, den erzbischöflichen Palast und die Citadelle.
KircheBahias. Am Eingang der Bai steht ein Leuchtturm. Die Einfahrt zur Bai ist durch die fruchtbare, dicht bevölkerte Insel
Itaparica in zwei Straßen geteilt und durch eine MengeForts geschützt, die sich jetzt in schlechtem Stand befinden. Mit der
Umgegend, dem sogen. Reconcavo, hat die Stadt 200,000, ohne jene (1883)
140,000 Einw., darunter gegen 60,000 Weiße, außerdem Mestizen, Mulatten und Neger. Sie ernähren sich von Handwerken (Steinschleifer,
Juweliere, Gold- und Silberschmiede etc.), zum Teil von Fabriken (Baumwoll-, Schnupftabaksfabrikation, Eisengießerei
[* 17] etc.) sowie
vom Handel, der sehr bedeutend ist und eine Menge portugiesischer, französischer, britischer und deutscher Kaufleute hierher
zieht.
Die Holländer bemächtigten sich der Stadt 1624, wurden aber sehr bald wieder vertrieben. Hier landete 1808 im Januar der
Prinz-Regent (der spätere König Johann VI.) bei der Verlegung der königlichen Residenz nach Brasilien. Jetzt hat an Glanz verloren,
seitdem Rio de JaneiroMittelpunkt des Staats geworden ist; allein es haben sich dafür in der weniger von
europäischen Kulturelementen berührten Stadt mehr alte nationale Eigentümlichkeiten erhalten.