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In Rom waren die Ädilen für die Abfallbeseitigung zuständig. In gesetzlichen Bestimmungen war festgelegt, dass die Bürger Roms vor ihren Häusern die Straßen und Plätze sauber halten mussten. Dem Ädil waren zwei Verwaltungen unterstellt, die die Einhaltung der Vorschriften kontrollieren sollten. Ob die Hausbesitzer diese Bestimmungen auch tatsächlich befolgten, ist nicht überliefert. Bekannt ist, dass die Kontrolleure private Unternehmen mit der Säuberung der Strassen und Plätzen beauftragten, wenn die Hausbesitzer das unterlassen hatten. Historiker vermuten, dass die Römer ihren Abfall einfach in die Kanalisation bzw. auf die Strasse warfen. Rom hatte zwar mehrere Abwasserkanäle, doch die meisten Häuser besassen keinen eigenen Abfluss in die Kanalisation. Deshalb wurden auch die Fäkalien aus dem Fenster gekippt. Leider ist nicht überliefert, ob überhaupt eine Organisation regelmässig die Strassen in allen Stadtteilen säuberte.
Wie in unserer Zeit gab es auch in der Antike Arbeitslosigkeit. Genaue Zahlen dazu sind aber nicht überliefert. Von der Arbeitslosigkeit waren die Angehörigen der sozialen Unterschichten häufig betroffen. Ihre Erwerbstätigkeit hing von der Konjunktur des Landes ab. Sie arbeiteten vorwiegend als Tagelöhner auf dem Bau bzw. in der Landwirtschaft. Die aus der Arbeitslosigkeit entstehenden Spannungen führten aber nicht zu staatlichen “Konjunkturprogrammen” in der Zeit der Republik. Eine Ausnahme bildeten nur die Reformen der Gracchen. Gemildert wurde das soziale Elend durch die kostenlose Verteilung von Getreide und Sachspenden durch wohlhabende Römer. Diese wollten sich damit politischen Einfluss “erkaufen”. Eine andere Möglichkeit der Arbeitslosen zu Einkommen war die Auswanderung. Rom stellte seinen Bürgern Land in den eroberten Gebieten zur Verfügung. Die Arbeitslosigkeit während der Kaiserzeit war wahrscheinlich gering, da unzählige öffentliche Gebäude in dieser Epoche errichtet wurden.
In der Frühzeit Roms gab es keine selbständigen Bäckereien. Das Brot wurde von den Familien nur zum Eigenbedarf gebacken, wobei in wohlhabenden Schichten diese Tätigkeit von Sklaven übernommen wurde. Mit dem Anwachsen der städtischen Bevölkerungen entstanden seit dem 2. Jahrhundert v. Christus die ersten Bäckereien mit meist angeschlossenen Getreidemühlen. Nicht jeder Bäcker verkaufte seine Produkte in seinem Ladengeschäft. In Rom existierten auch Grossbäckereien, die ihre Backwaren an Kaufleute und fliegende Händler lieferten. Nach 270 erhielten die Bäckereien vom Staat die Aufgabe übertragen. die Verteilung von Brot an die Bedürftigen zu übernehmen. Die Bäcker besassen aber keine sehr hohe Wertschätzung in der römischen Gesellschaft, obwohl ihre Backwaren gern genossen wurden. Die meisten Bäcker waren freigelassene Sklaven. Das zeigte sich auch in dem lateinischen Wort für Bäcker. “Pistor” war ursprünglich die Bezeichnung für einen Sklaven, der Getreide mahlte.
Brot war ein Grundnahrungsmittel der Römer. Gebacken wurde es anfangs im eigenen Haushalt, ehe im 2. Jahrhundert v. Chr. die ersten Bäckereien entstanden. Damit wurde das Brot auch für die breite Masse erschwinglich. Es gab dutzende von Brotsorten im Angebot, die aber verschiedenen Güteklassen angehörten. Das “panis siligneus” war aus fein gemahlenem Mehl, und das “panis secundarius” gehörte auch noch zur besseren Qualität. Erschwinglich war das Volksbrot (panis plebeius). Das Militär versorgte seine Angehörigen mit sehr haltbaren Hartbrot, dem “panis nauticus” und dem “panis castrensis”.
Wie heute wurde auch das Olivenöl im antiken Rom gerne genutzt. Dabei fand es viele Verwendungszwecke. Das Öl (oleum) diente auch der Körperpflege. Sportler rieben sich damit zum Wettkampf ein und zum Baden war es unabdingbar. Olivenöl war auch ein Grundnahrungsmittel der Römer. Es wurde zum Kochen gebraucht und zur Zubereitung verschiedener Nahrungsmittel. Ärzte verwendeten Olivenöl zur Linderung verschiedener Krankheiten. Mundgeschwüre und Blutungen sollten damit geheilt werden. Schliesslich wurde das Öl zur Beleuchtung in bronzenen Öllampen benötigt. Neben Getreide gehörte auch Öl zu den Gratis-Verteilungen an bedürftige Römer.
Den Gebärenden halfen, wenn überhaupt, Hebammen, die von einem Arzt überwacht wurden. Nachdem das Kind geboren war, wurde die Nabelschnur durchtrennt (lat.: levare). Das Neugeborene wurde gewaschen und gewickelt. Erst dann bekam der Ehemann das Kind zu sehen. Dadurch, dass er das Kind in den Arm nahm, erkannte er es als legitim an. Die Kinder bekamen ein Amulett umgehängt, dass sie bis zum Ende der Jugendzeit trugen. Das Kind bekam seinen Namen am dies lustricus, dem Tag der rituellen Waschung, etwa anderthalb Wochen nach der Geburt. Dieses Fest wurde im Familienkreis gefeiert. In Rom musste die Geburt bei einer Behörde gemeldet werden. Vom Geburtsregister erhielt die Familie dann ein Doppel der Geburtsurkunde. Auch die weiteren Geburtstage wurden im Kreis der Familie gefeiert. Die Feiernden trugen dabei weisse Kleider, und die Jubilare opferten vor dem Fest ihren Schutzgöttern Genius bzw. Juno. Zum Gelage gehörte bereits ein Geburtstagskuchen.
Betrachtet man den Handel in Rom und anderen Städten wird man erstaunliche Parallelen zur Gegenwart finden. Die Geschäfte präsentierten vor dem Laden ihre Ware und Werbung sollte Kunden anlocken. Es gab bereits “Shopping-Center” im antiken Rom. Und das Feilschen um den Preis, wie wir es aus dem Orient kennen, war den Römern nicht unbekannt. Vieles deutet darauf hin, dass es sehr viele Geschäfte in den Städten gab. Geschäftsinhaber waren häufig Freigelassene. Obwohl für das tägliche Leben nötig, genossen die Händler und Handwerker keinen guten Ruf bei den Bürgern. Die Geschäfte bestanden oft nur aus einem kleinen Raum und befanden sich im Erdgeschoss der Wohnhäuser. Die Waren wurden auf Ladentheken ausgebreitet, die sich vor dem Geschäft befanden. Ein Kunde brauchte also nicht unbedingt den eigentlichen Geschäftsraum zu betreten. Zusätzliche Verkaufsstände stellte der geschäftige Kaufmann vor sein Geschäft auf den Gehsteig bzw. auf die Strasse.
Dadurch wurden die schmalen Strassen Roms noch enger und steigerten das Verkehrschaos. Geschäfte mit höherwertigen Waren hatten mehrere Räume und lagen in den Zenten der Städte. Es gab aber keine Geschäfte mit einem breiten Produktangebot. Die Funktion unserer Supermärkte übernahmen die Märkte in den Städten. Die Verkaufsbuden und -stände standen häufig an den Säulengängen eines Forums, so dass der Käufer vom Wetter unabhängig bummeln konnte. Das Forum Romanum in Rom war einer der bedeutenden Marktplätze Roms. Später kamen die Märkte am Trajansforum hinzu. Einige Märkte Roms hatten sich auf bestimmte Waren spezialisiert.
Auf den Hügeln Roms wurden verschiedene Lebensmittel angeboten. Ausserdem gab es Vieh-, Gemüse- und Weinmärkte in der Stadt. Im Zentrum Roms und in den Strassen der wohlhabenden Viertel boten die Händler ihre Luxuswaren an.
Der Pantheon und die Via Sacra waren für das gehobene Angebot berühmt.
Lateinische Begriffe:
Lebensmittelmärkte = macella
Geschäfte = Tabernae
Trajansmärkte = mercatus Traianei
Rindermarkt = forum boarium
Denkt man an die Römer fallen die großen Festgelage ein, die wir aus Filmen und Büchern kennen. Doch die tägliche Ernährung der Römer sah viel einfacher aus. Die Grundnahrungsmittel der Römer waren eher einfach. Hauptsächlich wurde die puls (Dinkelmehlbrei) gegessen. Brot aus Weizen ergänzte den täglichen Speiseplan. Die Römer bauten lange Zeit ihr eigenes Obst und Gemüse an. Fleisch wurde in der Regel zu den Festtagen gegessen. Neben Wasser tranken die Römer Wein, dessen einfache Qualitäten für viele erschwinglich waren.
Auch die Römer besassen Haustiere. Besonders häufig wurden Hunde als Wach- und Schosshunde gehalten. Katzen waren zwar bekannt, wurden aber nur als Mäusefänger gesehen. Die Römer zeigten ihre Verbundenheit zu ihren Haustieren, in dem sie für die Tiere Gräber errichteten bzw. sie auf den Familiengrabmalen als treue Gefährten in Wort und Bild würdigten. Beliebt waren auch Tauben, Elstern und Papageien. Die beiden letzten Vogelarten sorgten mit ihren Sprachkünsten für Erheiterung in Familien- und Freundeskreisen.
Es ist wenig bekannt, dass die Römer auch eine “Familienunterstützung” auszahlten. Kaiser Augustus war der erste Kaiser, der die Kindererziehung honorierte. Um das Bevölkerungswachstum zu fördern, zahlte Augustus bis zu 1000 Sesterze pro Kind als einmalige Alimentation. Dabei ist zu bedenken, dass natürlich nicht alle Kinder römischer Bürger Geld vom Kaiser erhielten. Die Zahlungen des Kaisers folgten mehr dem Zufallsprinzip. Seine Nachfolger setzten diese Politik nicht fort. Neben der staatlichen Unterstützung gab es auch private Mäzene, die Kinder unterstützten. Sie gründeten zu diesem Zweck Stiftungen. Aus deren Zinserträgen wurden Kinder gefördert. So erhielten Jungen und Mädchen ab dem dritten Lebensjahr einen monatlichen Beitrag. Kaiser Nerva übernahm dieses Stiftungsprinzip für sein staatliches “Kindergeld”-Programm. Diese Form der staatlichen Stiftungen hat sich bis heute in Italien erhalten. Über die Anzahl der Kinder, die unterstützt wurden, gibt es keine genauen Angaben. Man schätzt, dass es im dritten Jahrhundert bis zu 150 000 Kinder im Jahr gewesen sein könnten. Die Zahlungen wurden dabei aber nur Kindern freier römischer Bürger gewährt.
Es gab nur beim römischen Militär Krankenhäuser. In den Überresten der Garnisonen fand man Hinweise auf vorhandene Lazarette. Für alle anderen römischen Bürger gab es keine Krankenhäuser, wie wir sie kennen. Die Gutsbesitzer richteten für ihre kranken Sklaven und Arbeiter Krankenreviere ein. Hier wurden die Kranken gepflegt, damit sie bald wieder arbeiten konnten. Wer krank wurde, musste den Arzt ins Haus rufen, falls er sich medizinische Hilfe leisten konnte. Bettlägerige Patienten wurden zu Hause gepflegt. Einzelne Ärzte behandelten ihre Patienten in ihrer Praxis, in der sie auch einzelne Krankenzimmer anboten. Diese Praxen wurden “officinae medici” oder “taberna medicinae” genannt. Der Begriff “valetudinarium” bedeutet wahrscheinlich eher Lazarett als Krankenhaus.
Viele Ärzte waren Sklaven in wohlhabenden Familien und behandelten neben der Familie auch die Klienten des Patrons. Selbständige Ärzte schlossen z. T. Verträge mit Familien und behandelten in der vereinbarten Vertragsdauer deren Angehörige. Ab dem zweiten Jahrhundert wurden Ärzte von der Kommune angestellt und verpflichtet, den Armen kostenlos Hilfe zu gewähren. Die “archiatri” konnten zusätzlich noch “Privatpatienten” haben und damit das staatliche Gehalt ergänzen.
Die Städte des Römischen Weltreichs hatten zwar ein enges Strassennetz, doch es war schwierig, bequem von einem zum anderen Stadtteil zu gelangen. Zunächst waren die meisten Strassen eng und nicht sehr sauber. Mit einer Kutsche oder auf einem Pferd konnte man die engen Strassen nicht benutzen, zumal in Rom Pferd und Kutsche am Tage nicht die Strassen benutzen durften. So musste man in der Regel die Stadt zu Fuss durchqueren, ob reich oder arm. Reiche Römer gönnten sich daher den Luxus einer Sänfte oder eines Tragestuhls. Diese waren zum Teil luxuriös eingerichtet, und Vorhänge vor den Fenstern schützten vor neugierigen Blicken. In der Endzeit der Republik waren die Sänften in den Strassen Roms verpönt. Cäsar erliess ein Gesetz, das die Benutzung von Sänften stark einschränkte. Während der Kaiserzeit sah man häufiger Sänften im öffentlichen Strassenbild. Doch es blieb nur das Privileg sehr bedeutender Römer, sich so durch die Stadt zu bewegen.
Die schulische Ausbildung war im antiken Rom keine staatliche Aufgabe. Es gab in der Regel auch keine eigentlichen Schulgebäude. Der Unterricht konnte auf öffentlichen Plätzen, wie in einfachen Ladenräumen stattfinden. Die Eltern bezahlten den Lehrer und versuchten dabei auch die Preise zu drücken. So gehörten Lehrer nicht unbedingt zu den Besserverdienenden. So schlicht wie die Bezahlung war auch die Ausstattung des Unterrichts. Die Lehrer hatten auch keine berufliche Ausbildung, so dass ihre Unterrichtsmethoden sehr unterschiedlich sein konnten. Die Literatur aus dieser Zeit berichtet immer wieder von brüllenden und prügelnden Lehrern, die ihren Schützlingen das Wissen rüde beibrachten. Die Unterrichtsmethoden waren auch nicht sehr ausgefeilt. Der Wissensstoff wurde durch stetes Wiederholen, Abschreiben und Auswendiglernen vermittelt. Jungen und Mädchen besuchten gemeinsam den Unterricht während der ersten fünf Schuljahre. Die Schulzeit endete für die Kinder mit dem Erreichen des 12. Lebensjahrs. Auf diese Weise erhielt der Grossteil der Heranwachsenden Grundkenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen. Nach dem 12. Lebensjahr lernten die verbleibenden, meist männlichen Schüler Griechisch und Latein. Der Lehrer ( = grammatica) lehrte vor allem die Kenntnis der Grammatik und der Werke bedeutender Autoren. Bei der Literatur legte der Lehrer wert auf genaueste Interpretation der gelesenen Werke. Ob Autoren wie Sallust und Vergil deshalb von den Schülern geachtet wurden, darf bezweifelt werden. Die weitere Schulbildung nach dem 16. Jahr vermittelte ein Rhetor, der seine Schüler in der Redekunst unterwies. Hier lernten vor allem die jungen Männer für ihre zukünftige Stellung in der Gesellschaft. So wurden sie für ihr Auftreten im Senat bzw. vor einem Gericht als Anwalt vorbereitet. Neben Rhetorik gab es weiter Unterricht in Mathematik, Philosophie, Geschichte und Musik.