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Eine Zeile bunter Reihenhäuschen, Farbkleckse auf dem Asphalt, eine silberne Katze, die einer Gartenmauer entlangstreicht. Der Gänseblümchenweg in Zürich ist ein kleines Idyll mitten in der Stadt – ein Nest des Widerstands gegen die Verdichtung quasi. Nur der fünfgeschossige Neubau vis-à-vis wirft seinen Schatten auf Osterglocken, Tulpen und Laufräder in den Vorgärten.
Das Mittelhaus von, nennen wir sie Colette Rohrer, hat weinrote Fensterläden und eine kleine Laube. Im Erdgeschoss: die Waschküche und das Büro mit Luftbildern von ihren Liegenschaften am anderen Ende der Stadt. Seit dem Tod ihres Mannes vor fünf Jahren kümmert sich die 75-Jährige allein darum, um all die Wasserrohrbrüche, Sanierungen und Renovationen.
Vom Erdgeschoss führt eine schmale, steile Treppe zum Wohnzimmer, in die Küche und das Esszimmer. Im Stock darüber befindet sich das Schlafzimmer, von wo eine weitere Treppe hinauf in den getäferten Dachstock führt – dorthin, wo Rohrer ihre Akten aufbewahrt. Und dort ist es passiert.