Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03340.jsonl.gz/227

Wohnzwerg und Geschäftsriese
Das nordostwärts an die Kleinbasler Altstadt anschliessende Claraquartier ist flächenmässig noch etwas kleiner als Erstgenanntes und damit der Winzling unter allen baselstädtischen Wohnvierteln.
Die Grenzen des Viertels
Zur Altstadt hin wird das Wohnviertel Clara vom Claragraben begrenzt. Die Endung -«graben» bedeutet auch hier, wie bei den entsprechenden Strassen auf der Grossbasler Seite, dass der Verlauf der Strasse der ehemaligen Stadtmauer mit zugehörigem Wehrgraben entspricht. Die nördliche Grenze des Wohnviertels bildet die Sperrstrasse, die südliche die Riehenstrasse. Gegen Nordosten sind es die Hallen der Messe Basel mit dem davor verlaufenden Riehenring, die das Viertel gut sichtbar begrenzen.
Im Zentrum eher Charakter eines Geschäftsviertels
Die Messehallen stehen auf dem Gelände des ersten Badischen Bahnhofes, der 1913 ein Stück stadtauswärts verlegt wurde. Der grösste Teil des Messegeländes gehört bereits zum Wohnviertel Rosental. Das Claraquartier hat, vor allem in seinem zentralen Bereich um die Clarastrasse, mehr die Züge eines Geschäftsviertels als die eines Wohnquartiers. Auf der Ostseite des Viertels, angrenzend an den Messeplatz, befindet sich mit dem Kongresszentrum der Messe Basel, mehreren Hotels und vielen Restaurants ein Dienstleistungsschwerpunkt.
Breite Boulevards aus der Gründerzeit
Vor 1870 war das Gebiet locker bebaut. Zahlreiche Häuser befanden sich entlang der alten Ausfallstrasse nach Weil, der heutigen Hammerstrasse. Weitere Häuser konzentrierten sich entlang der Clarastrasse und an der im Rahmen des Bahnhofbaus angelegten Bahnhofstrasse, dem heutigen Riehenring. Die damalige Bahnhofstrasse sollte ein breiter, baumbestandener Prachtboulevard werden. Diese Ausgestaltung hat der Riehenring aber ansatzweise nur gerade auf einem kleinen Stück in der Nähe des Messeplatzes. Die Boulevards sind neben den dicht bebauten Arbeiterquartieren ein typisches gründerzeitliches Vermächtnis. Fast überall in den europäischen Städten können entsprechende Beispiele studiert werden.
Claramatte - eine grosse Grünfläche mitten in Kleinbasel
Bis zur Jahrhundertwende erfolgte die fast lückenlose Bebauung des gesamten Wohnviertels. Man sparte in dem dicht bebauten Gebiet aber auch eine Parkfläche aus, die Claramatte. Die rechteckige Fläche erhielt in den Ecken liegende Zugänge und eine zu den Mittelachsen spiegelbildliche Bepflanzung. In den 1950er-Jahren entstanden auf Kosten der Grünfläche rund um die Claramatte Autoparkplätze. Diese Flächen für den ruhenden Verkehr wurden kürzlich wieder aufgehoben. Auf diese Weise konnte die Claramatte auf ihre ursprüngliche Grösse ausgedehnt werden.
Die schon seit längerem sanierungsbedürftige Grünanlage wurde auch gestalterisch aufgewertet. Auf dem an die Claramatte angrenzenden Areal der ehemaligen Bandfabrik Vischer & Co. wurde zudem ein Neubau mit grosszügigen Mietwohnungen erstellt. Das Wohngebäude ist von einem privaten Park umgeben. Zusammen mit der neugestalteten Claramatte wurde dadurch eine grosse Grünfläche mitten in Kleinbasel geschaffen. Ein unterirdisches Parkhaus, das auf dem früheren Fabrikgelände gebaut wurde, kompensiert unter anderem die rund um die Claramatte aufgehobenen Parkplätze.
Weiterführende Informationen
Zahlreiche statistische Aspekte zu den Wohnvierteln und Gemeinden in Form von Grafiken, Karten und Tabellen finden Sie im Bereich: