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<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wie interpretiert der Bundesrat den frappanten Rückgang der Anzahl Kandidatinnen und Kandidaten aus der französischen Schweiz für die schweizerische Maturitätsprüfung, den man in den letzten zehn Jahren feststellen konnte?</p><p>2. Ist der Bund bereit, Gegensteuer zu geben und sich in der Schweizerischen Maturitätskommission (SMK) für eine Information über die Lehrmittel oder für die Bereitstellung von Prüfungsbeispielen und Lösungen einzusetzen?</p><p>3. Falls nein: Welche anderen Massnahmen ist der Bundesrat zusammen mit der SMK zu ergreifen bereit, um die Organisation der schweizerischen Maturitätsprüfung zu verbessern?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Wer keine Schule besuchen kann oder will, deren Maturitätsausweise gesamtschweizerisch anerkannt sind, kann die von der Schweizerischen Maturitätskommission (SMK) organisierte schweizerische Maturitätsprüfung ablegen, mit oder ohne vorbereitenden Unterricht an einer Privatschule. Rund 3 Prozent der gymnasialen Maturitätsausweise werden in der Schweiz auf diesem Weg erworben. Die mit dem Abschluss der schweizerischen Maturitätsprüfung erlangten Ausweise gelten als gleichwertig zu den von den Kantonen gemäss der Verwaltungsvereinbarung (Eidgenössisches Departement des Innern und Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren) vom 16. Januar bzw. 15. Februar 1995 ausgestellten Maturitätsausweise.</p><p>Im Jahr 2009 stellte die SMK 605 gymnasiale Maturitätsausweise aus, 2018 waren es 468. Die Gesamtzahl der Maturandinnen und Maturanden, die die eidgenössische Maturität erlangen, ist um 23 Prozent gesunken. Der Rückgang betrifft vor allem die Westschweiz mit 32 Prozent weniger Ausweisen. In der deutsch- und in der italienischsprachigen Schweiz ist die Zahl um 10 Prozent beziehungsweise 5 Prozent gesunken.</p><p>Der Bundesrat beantwortet die Fragen des Interpellanten wie folgt:</p><p>1. Im Jahr 2018 gingen 53 Prozent der von der SMK ausgestellten Maturitätsausweise in die Westschweiz. Der Rückgang der Anzahl Ausweise in der Westschweiz in den vergangenen zehn Jahren ist zum grossen Teil auf die Anerkennung der Maturitätsausweise von zwei Genfer Privatschulen zurückzuführen. Die SMK vergab jährlich rund 80 Ausweise an Jugendliche, die diese beiden Schulen besucht hatten. Der restliche Rückgang lässt sich mit der angestrebten Verbesserung der Durchlässigkeit des Schweizer Bildungssystems erklären, insbesondere der Schaffung der Ergänzungsprüfung Passerelle für Personen mit einer Berufsmaturität und ab 2017 auch für Personen mit einer Fachmaturität.</p><p>2. Da die Lehrmittel und Lehrmethoden in den Bereich Pädagogik fallen, verlässt sich der Bundesrat auf die Einschätzung der SMK, die in der Frage entscheidet. Die SMK ist für die Organisation der Prüfung und die Erarbeitung der entsprechenden Richtlinien zuständig. Dabei stützt sie sich insbesondere auf das Wissen von Expertinnen und Experten sowie Fachleuten im Bereich der gymnasialen Maturität und Prüfende an öffentlichen Gymnasien und Hochschulen in der ganzen Schweiz. Im Übrigen stellt die SMK den Kandidatinnen und Kandidaten bereits heute Prüfungsbeispiele zur Verfügung, und sie organisiert Treffen zwischen Prüfenden und Lehrpersonen der Privatschulen.</p><p>3. Der Bundesrat ist überzeugt von der Qualität der von der SMK durchgeführten Prüfung und sieht keinen Handlungsbedarf.</p>  Antwort des Bundesrates.