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Glossar zum Thema Systemische Aufstellungen
Der Ausgleich
Der Ausgleich von Geben und Nehmen ist ein zentrales Konzept im Zusammenspiel von Beziehungen in sozialen Systemen wie Familien, Organisationen oder Gruppen.
Der Ausgleich von Geben und Nehmen wird in einer systemischen Aufstellung auf verschiedene Weise deutlich:
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Gleichgewicht in Beziehungen: Die Positionierung der Repräsentanten zueinander zeigt das Gleichgewicht oder Ungleichgewicht der Beziehungen im System auf. Es kann beispielsweise deutlich werden, wenn eine Person mehr gibt als nimmt oder umgekehrt, was zu Dysfunktionalität führen kann.
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Reziprozität: Die Dynamik des Gebens und Nehmens zwischen den Repräsentanten kann aufzeigen, ob es in einer Beziehung oder einem System ein ausgewogenes Mass an Geben und Nehmen gibt oder ob eine Seite dominiert.
- Ressourcenverteilung: Die Aufstellung kann zeigen, wie Ressourcen wie Liebe, Aufmerksamkeit oder Unterstützung im System verteilt sind. Es können Ungleichgewichte aufgedeckt werden, die sich negativ auf das Wohlbefinden der beteiligten Personen auswirken können.
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Lösungsansätze: Wenn ein Ungleichgewicht im Geben und Nehmen identifiziert wird, können alternative Lösungsansätze entwickelt werden, um das System in ein harmonischeres Gleichgewicht zu bringen. Dies kann helfen, negative Muster zu durchbrechen und Beziehungen zu stärken.
Geben und Nehmen entspricht einem grundlegenden Bedürfnis. Wir machen Geschenke und nehmen Geschenke entgegen, erweisen und erhalten Gefälligkeiten. Das Geben und Nehmen ist ein Zeichen für unsere gegenseitige Achtung, Sympathie oder Zuneigung. So entwickeln und festigen wir Beziehungen. Die Voraussetzung ist, dass das Geben und Nehmen im Ausgleich sind; dass der, der genommen hat, etwa so viel zurückgibt, wie er bekam oder zumindest wie er kann. Das gilt im Guten sowie im Schlechten, wobei im Guten ein wenig mehr und im Schlechten ein bisschen weniger zurückgegeben wird. Wird das befolgt, behält das System seine Balance.
In der Familie besteht ein Ausgleich von Geben und Nehmen oft nicht in einem direkten Austausch, sondern ist eher ein langfristiger Prozess, in dem die Eltern ihren Kindern geben und die Kinder später im Leben ihren Eltern zurückgeben, indem sie beispielsweise für sie sorgen oder sie unterstützen.
Bei Paarbeziehungen ist ein guter Ausgleich von Geben und Nehmen besonders wichtig, denn nur so kann eine Beziehung auf gleicher Augenhöhe stattfinden. Beide Partner bleiben im Gleichgewicht und in der Beziehung gleichberechtigt. Gerät diese Gleichberechtigung in eine Schieflage, verwandelt sich das Verhältnis in eine „Schuldner-Gönner“ Beziehung. Wird diese Schieflage so gross, dass ein Ausgleich nicht mehr möglich ist, bleibt für den benachteiligten Partner oft nur die Möglichkeit, zu gehen.
Die Systemische Aufstellung kann zeigen, ob in einem System der Ausgleich besteht und wie er ggf. wieder hergestellt werden kann. Es ermöglicht den Klienten und Klientinnen, das komplexe Netzwerk ihrer Beziehungen besser zu verstehen und mögliche Ursachen für Probleme zu erkennen. Indem sie den Ausgleich von Geben und Nehmen im System anstreben, können sie gesündere und konstruktivere Beziehungen entwickeln und positive Veränderungen in ihrem Leben und ihren Interaktionen erreichen.