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Seit dem 20. Jahrhundert hat die Artenvielfalt der Vögel im Kulturland Westeuropas stark abgenommen. Lange galten das Kulturland in den Alpen als Hort der Biodiversität, wo die Bestandeszahlen der Vögel noch nicht abgenommen hatten. Eine Untersuchung der Schweizerischen Vogelwarte Sempach zeigt nun jedoch, dass in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zunehmend auch die Alpenregionen vom Verlust der Artenvielfalt betroffen waren. Zwischen 1988 und 2006 erhobene Daten aus drei Walliser Gemeinden (Brunnen, Gampel, Saviès) zeigen starke Bestandesrückgänge, insbesondere bei in Wiesen brütenden Vogelarten (Braunkehlchen, Feldlerche, Heidelerche, Grauammer, Baumpieper). Geringere Bestandesrückgänge zeigten die Arten, welche Ihre Nahrung zwar am Boden suchen, jedoch in Büschen brüten (Goldammer, Neuntöter, Wendehals).
Der Hauptgrund für den Rückgang dieser Vogelarten ist die Intensivierung der Landwirtschaft: zu frühe Mahd, zu viele Schnitte der Wiesen, Aufsplittung der Parzellen, Zunahme der Bewässerung und Düngung. Diese Veränderungen in der Bewirtschaftung im 20. Jahrhundert haben zu massiven Einbussen der Biodiversität geführt, so dass die Kulturlandschaft in den Alpen heute nicht mehr als Hort der Biodiversität bezeichnet werden kann.