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Gerade die Jüngeren haben vergessen, wie sich eine Europa- oder Weltmeisterschaft ohne Schweizer Beteiligung anfühlt. Die letzte ging schliesslich … 2002 über die Bühne. Nach vier Teilnahmen ist die diesjährige Euromeisterschafts-Endrunde das erste Turnier, an dem Fussballfans Equipen der Nachbarländer oder aus dem Schweizer Fussball bekannte Grössen aus anderen Teams unterstützen (müssen).
DAS EM-QUIZ
An der EM engagierte Spieler oder Trainer, die entscheidende Etappen ihrer Laufbahn in der Schweiz zurücklegten, sind etwa der neue englische Teamchef Roy Hodgson oder der aktuell bei YB spielende dänische Kicker Michael Silberbauer. Beantworten bis zum 17. Juni 2012 die
fünf Quizfragen
zu den folgenden Spielern und Coaches. Nach der Lektüre der folgenden Porträts finden Sie sicher die richtige Antwort. Unter den Teilnehmenden mit der richtigen Lösung wird eine Migros-Geschenkkarte im Wert von 100 und drei à je 50 Franken verlost. Viel Glück!
ZUM WISSENSTEST mit den EM-«Schweizern»
Die Porträts
DER MEISTERTRAINER2004 wurde er unter Jürgen Klinsmann Assistenzcoach, nach dem WM-Turnier im eigenen Land 2006 übernahm Joachim «Jogi» Löw den Chefposten in Deutschland. Mit attraktivem Fussball erkämpfte er sich eine beinahe unangefochtene Stellung. Grosses Ziel bleibt nach den 0:1-Niederlagen gegen Spanien im EM-Final 2008 und im WM-Halbfinal 2010 ein Titel. So viele Experten und Fans wie nie zuvor trauen diesen der Nationalelf in Polen und Ukraine zu.
Der 52-jährige aus Schönau im Landkreis Lörrach (Heimatort von Ottmar Hitzfeld) wurde als Spieler Rekordtorschütze beim SC Freiburg. Die letzten Jahre der Aktivkarriere verbrachte er von 1989 bis 1992 beim FC Schaffhausen, als verlängerter Arm von Trainer Rolf Fringer auf dem Spielfeld, und bis 1994 beim FC Winterthur. Nach der Zeit als Spielertrainer in Frauenfelds Fanionteam nahm ihn Fringer als sein Assistent mit zum VfB Stuttgart, wo er nach Fringers Abgang zur Schweizer Nationalmannschaft als Chef 1997 mit dem deutschen Pokal und Rang 4 die Trainerkarriere lancierte. Mit Fenerbahce wurde er 1998 Dritter, bei Austria Wien 2003 auf Rang 1 liegend entlassen.
DER MITTELFELD-STABILISATORDer Däne Michael Silberbauer wechselte im Sommer 2011 als Publikumsliebling von Utrecht zu den Berner Young Boys. Am erfolgreichsten mit zwei Meistertiteln und Cupsiegen war er Mitte des letzten Jahrzehnts beim FC Kopenhagen. Er durchlief alle Junioren-Auswahlkader und gehört zumindest streckenweise schon seit zehn Jahren zur dänischen Nationalmannschaft. Auch der mittlerweile entlassene YB-Coach Christian Gross setzte in der Startelf konsequent auf den Aufbauer, der in Form solide Technik und Übersicht mit den kämpferischen Vorzügen einer Abbruch GmbH kombiniert.
Interimstrainer Erminio Piserchia setzte im Zentrum in den letzten Matches neben dem Schweden Farnerud eher auf Doubai, weil er diesem mehr kreatives Potential zutraut. Anfang nächste Saison werden mit einem neuen Coach die Karten aber ohnehin neu gemischt. Deutlich schwieriger dürfte es für ihn werden, sich einen Stammplatz in der Endrunden-Elf der Dänen zu erkämpfen.
DER FAST-EIDGENOSSETrotz seines kroatischen Namens verkörpert Ivan Rakitic als Ur-FCB-ler den Vorläufer der heutigen Youngstars Shaqiri oder Xhaka. Der grosse Unterschied: Der technisch beschlagene Offensivspieler absolvierte zwischen 15 und 20 Jahren alle Juniorenstufen der Schweizer Auswahlen, entschied sich zugleich mit seinem Wechsel im Sommer 2007 zu Schalke 04 jedoch dafür, künftig für seine erste Heimat Kroatien aufzulaufen. Ohne Einsatzminuten in einem Ernstkampf der bisherigen Nationalelf ist dieser Wechsel bei Spielern mit doppelter Staatszugehörigkeit möglich, stiess aber in der Schweiz auf geharnischte Reaktionen. Im Vergleich zur Equipe 2011/2012 hatte Rakitic in seinen Profijahren in Basel das Pech, in einer weniger hochklassigen und gefestigten Mannschaft zu spielen, weshalb er bis heute (zuletzt im Kader des spanischen Erstligisten Sevilla) einem grossen Titel hinterherrennt. Seine Chancen auf EM-Einsätze sind durchaus intakt.
DER COOLE SCHWEDEDer mit zwei Jahren aus dem fernen Osten nach Schweden emigrierte Behrang Safari hat eine geradlinige Karriere vorzuweisen: Ab 7 spielte er in Lunds, die letzten Junioren-Sporen verdiente er sich in Malmö ab, wo er mit Profivertrag bis 2008 blieb. Von 2008 bis 2011 gehörte er mit zwei Meister- und einem Cuppokal (2010/2011) als Highlights zum Stamm der Bebbis, sowohl unter Christian Gross wie ab 2009 unter Thorsten Fink. Vor allem mit Beg Ferati, David Abrahams, Samuel Inkoom oder auch Cagdas Atan bildete er ein national fast unüberwindbares Bollwerk. 2011 verliess er den Verein in Richtung des belgischen Serienmeisters Anderlecht. Im Vorfeld zur EM in der Schweiz und Österreich 2008 spielte er schon einige Male für Schweden, verpasste aber den entscheidenden Cut und freut sich deshalb auf seine erste Europameisterschafts-Endrunde. Seit 2009 gehört er regelmässig zur Startelf und überzeugt wie im Klub vorab durch gutes Stellungsspiel, läuferische Qualitäten und gute Ballbehandlung.
DER «MISTER»Den gerade erst zum englischen Nationalcoach und Nachfolger Fabio Capellos ernannten Roy Hodgson braucht man in der Schweiz nicht mehr vorzustellen. Nach Malmö und Neuenburg Xamax übernahm er 1992 die Schweizer Auswahl – und führte sie nach einer Durststrecke von 28 (!) Jahren wieder an eine Endrunde: Jene 1994 in den USA. Hier durfte er nach einem vorsichtig geführten Startspiel gegen den Gastgeber (1:1 nach Freistosstreffern von Bregy und Wynalda) gegen Rumänien nach dem Tee eine der besten Halbzeiten der Schweiz überhaupt bejubeln, um dann im Achtelfinale gegen Spanien 0:3 unterzugehen. Die Qualifikation zur EM 1996 schaffte er locker, übergab jedoch dank eines Traumangebots von Inter Mailand noch vor dem Turnier dem Portugiesen Arthur Jorge.
Nach Inter, das ihn 1999 ein zweites Mal engagierte, trainierte der sehr kultivierte Golf- und Zigarrenfan auch noch Blackburn, Kopenhagen oder Udine, zwei Jahre (2002-2004) auch das Nationalteam der Vereinigten Arabischen Emirate. Nach drei sehr guten Jahren bei Fulham engagierte ihn 2010 Liverpool, wo er sich mit Mühe ein Jahr hielt. Er gilt als äusserst gewiefter Taktiker und Stratege mit bisweilen etwas dünner Haut, wenn die Boulevardpresse oder das Umfeld Druck ausüben. Umso spannender, was er nach kurzer Vorbereitungszeit mit dem hochdotierten englischen Team an der EM erreichen kann.
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Autor: Reto Meisser