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Lange war die internationale Wissenschaftspolitik des Bundes fast ausschliesslich auf die Zusammenarbeit mit Europa und Nordamerika ausgerichtet. Seit 2008 setzt der Bund einen zusätzlichen Schwerpunkt: die strategische Konzentration auf aussereuropäische Länder, die über ein bedeutendes wissenschaftliches und technologisches Entwicklungspotenzial verfügen.
In der Periode 2017 bis 2020 misst der Bundesrat internationalen Kooperationen mit ausländischen Partnern in der Wissenschaft und in der Innovation weiterhin grosse Bedeutung bei. Dazu setzt er hauptsächlich drei Instrumente ein: die bilateralen Programme, die Pilotaktivitäten und das swissnex Netzwerk.
In der Periode 2013–2016 wurden über die bilateralen Programme rund 500 Forschungskooperationen mit den BRICS-Staaten, Japan und Südkorea unterstützt. Der Schweiz ist es gelungen, ihre Sichtbarkeit im Ausland als führendes Land im BFI-Bereich zu stärken und aussereuropäische Kooperationen mit strategisch wichtigen Ländern zu erleichtern. Der Schwerpunkt lag auf wissenschaftlicher Exzellenz, beidseitigen Bedürfnissen und der gemeinsamen Finanzierung von Forschungstätigkeiten, wie in der vom Bundesrat 2010 verabschiedeten internationalen BFI-Strategie der Schweiz vorgesehen.
In der gleichen Periode wurden Regionen, die gemäss den Kriterien der erwähnten internationalen BFI-Strategie ein vielversprechendes Entwicklungspotenzial aufweisen, erkundet und punktuelle Pilotprojekte unterstützt. Das «Leading House»-Modell, bei dem Schweizer Hochschulen für die Programme zuständig sind, hat sich für den Aufbau privilegierter Kontakte und das Erproben neuer Instrumente der Forschungszusammenarbeit erneut als besonders nützlich und effizient erwiesen. Zwischen 2013 und 2016 wurden rund hundert Pilotaktivitäten mit diesen neuen Ländern und Regionen unterstützt. Zusätzlich finanzierte auch der Schweizerische Nationalfonds im Rahmen seines Auftrags zum Ausbau der bilateralen Tätigkeiten mehrere Projekte, insbesondere mit Argentinien und Südostasien.
Ziele für 2017−2020
Die bilateralen Kooperationsprogramme mit den BRICS-Staaten sowie mit Japan und Südkorea werden in der Periode 2017 bis 2020 unter Einhaltung der gleichen Prinzipien fortgesetzt. Der SNF wird in Abstimmung mit den Partnerorganisationen in diesen Ländern in regelmässigen Abständen Ausschreibungen für gemeinsame Forschungsprojekte lancieren (Link). Die wissenschaftlichen Beziehungen zu den Ländern, die während der vorhergehenden BFI-Periode erkundet wurden, stecken noch in den Anfängen und müssen dort weiterentwickelt werden, wo sich für die Schweiz ein Mehrwert ergibt.
In Absprache mit swissuniversities wurden sechs Leading Houses ernannt, die jeweils für die bilateralen Programme einer Region zuständig sind:
- Nordafrika und Mittlerer Osten: Fachhochschule Westschweiz (HES-SO)
- Subsaharisches Afrika: Swiss Tropical and Public Health Institute (Swiss TPH) in Zusammenarbeit mit der Universität Basel
- Lateinamerika: Universität St. Gallen (HSG)
- Ost- und Südostasien: ETH Zürich
- Russland und GUS-Staaten: Universität Genf
- Indischer Subkontinent und Iran: Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW)
Die Institutionen sind vom SBFI beauftragt, die Rolle des Leading House zu übernehmen und dabei folgende strategische Ziele zu verfolgen:
- Sie tragen zum Ausbau der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und den Ländern mit hohem Potenzial in dieser Region bei, indem sie Kooperationsinstrumente entwickeln, die den Interessen der Schweizer Wissenschaftsgemeinschaft entsprechen;
- Sie fördern bei den Schweizer Forschenden die Kenntnisse über die Länder mit hohem Potenzial in der betreffenden Region, indem sie den BFI-Akteuren der Schweiz die nötigen Kontakte und ihr Knowhow zur Verfügung stellen;
- Sie vertreten die Interessen der Schweizer Wissenschaftsgemeinschaft gegenüber potenziellen ausländischen Partnern der entsprechenden Region.
Der für alle bilateralen Programme vorgesehene Kredit der Leading Houses für die Periode 2017−2020 beläuft sich auf 14,35 Millionen Franken.