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Ausgangslage
Die Gemeinde Roggwil TG liegt am sanften, nördlichen Abhang des St. Galler-Landes zum flachen Bodenseebecken. Die Landschaft ist durchzugen von sieben kleinen und mittleren Bachläufen, welche seit je her von Hecken gesäumt sind. Zwischen den Bächen breiten sich grosse Hochstamm-Obstgärten, aber auch moderne Niederstamm-Obstanlagen und weite, intensiv bewirtschaftete Futterwiesen aus. Die ökologischen Ausgleichsflächen sind oft nur in schmalen Streifen entlang der Bachläufe anzutreffen und weisen meist eine bescheidene Qualität auf.
Etliche Uferbereiche sind vernachlässigt und überwachsen von Brombeeren. Die Eschentriebwelke bewirkt das Absterben und Umstürzen vieler grosser Eschen. Beide Faktoren können eine Verminderung des hydraulischen Abflusses der Bäche bewirken. Heruntergefallene Äste stauen die Bachgräben teilweise bis zum Überlaufen, liegende Stammstücke oder Wurzelteller behindern den freien Bachlauf.
Arbeiten der SWO mit Zivildienstleistenden
Sträucher und Bäume entlang der periodisch zugeteilten Bachabschnitte werden gehölzspezifisch zurück geschnitten, damit keine grünen Wände, sondern lebendige Waldränder bzw. Hecken entstehen. Bei hydraulischen Engpässen werden Totholz- und Abfallablagerungen aus dem Abflussquerschnitt entfernt. Wertvolle bachbegleitende Lebensraumstrukturen wie die Trockenwiese werden gezielt gefördert.
Invasive Neophyten (z.Bsp. Armenische Brombeere, Seidiger Hornstrauch, Kirschlorbeer) und standortfremde Gehölze (z.Bsp. Nussbaum, Fichte) müssen zugunsten von einheimischen, ufersichernden Gehölzen entfernt werden. Dadurch wird neben einer ökologischen Aufwertung auch eine natürliche Uferstabilität erreicht.
Bei hydraulischen Engpässen werden Totholz und Abfallablagerungen aus dem Abflussquerschnitt entfernt und teilweise die Ufer abgeflacht. Arbeiten an der Bachsohle sind wegen der Trübung des Wassers in der winterlichen Laichzeit der einheimischen Fische zu unterlassen.
Die Entsorgung des Abfalls und die Verwertung des Grüngutes geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Werkhof der Gemeinde Roggwil TG und mit den jeweiligen Grundeigentümern oder Pächtern.
Die von der SWO ausgeführten Arbeiten sollen den Bewirtschaftenden der anliegenden Grundstücke als Beispiel dienen, wie eine ökologische Aufwertung des Uferlandschaft aussehen könnte. Durch das initiale Entfernen der massiven Brombeerbestände soll ihnen der Einstieg in einen gezielten Bachunterhalt erleichtert werden.