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Eine katalanische Studie hat errechnet, was passieren würde, wenn die Menschen in Barcelona nur noch gekauftes Wasser aus Plastikflaschen tränken. Die Kosten lägen bei 75 Millionen Franken pro Jahr – ohne positive Auswirkungen auf die Gesundheit.
von Florian Fink
Die Plastikflaschen, in denen Wasser verkauft wird, haben eine schädliche Wirkung auf die Umwelt. Für die Herstellung von 25 Flaschen mit einem 1,5-Liter-Inhalt sind ein Kilo PET und 13 Liter Wasser notwendig. Eine Gruppe spanischer Forscher der Universität Pompeu Fabra in Barcelona hat deshalb den Konsum von gekauftem Wasser unter die Lupe genommen. In Barcelona mit 1,35 Millionen Einwohnern konsumieren 58 Prozent gekauftes Wasser aus Flaschen. Die Forscher haben die Auswirkungen hochgerechnet, wenn alle Bewohner von Barcelona nur noch Wasser aus Flaschen konsumieren würden. Die Bewertung wurde anhand von zwei Modellen durchgeführt.
Das erste, die sogenannte Ökobilanz, befasst sich mit den Umweltauswirkungen während des gesamten Lebenszyklus eines Produkts, das heisst Gewinnung von Rohstoffen, Verarbeitung, Transport, Vertrieb, Nutzung und Entsorgung. Das zweite, die Gesundheitsfolgenabschätzung, misst die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. In den letzten Jahren hat das in Flaschen abgefüllte Wasser ein weit verbreitetes Bedürfnis befriedigt, das mit einem Mangel an Vertrauen in die öffentlichen Netze zusammenhängt. Massive Werbekampagnen der multinationalen Wasserunternehmen wussten das zu nutzen und haben viele Menschen dazu gebracht, auf Hahnenwasser zu verzichten.
Die Wissenschaftler wollten daher herausfinden, ob die Angst berechtigt ist, welche Probleme beim Konsum von Leitungswasser auftreten können und wie die beiden Wässer im Vergleich zueinander abschneiden. In der Tat hat sich das öffentliche Wasser in den letzten Jahren stark verbessert, vor allem in Barcelona, da neue Filtrationsverfahren und mehr Kontrollen eingeführt wurden.
Wenn die ganze Stadt nur noch Wasser aus Plastikflaschen tränke, wäre die Umweltauswirkung 3500 Mal grösser als heute und der Verlust an Ökosystemen wäre 1400 Mal grösser als heute. Das ist ein klares Plädoyer für Hahnenwasser. Dort, wo das Vertrauen in Hahnenwasser fehlt, hilft ein Filtersystem erfolgreich.