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Rote Rinder für (Sowjet-)Russland: Transnationale Handels- und Zuchtnetzwerke im 19. und 20. Jahrhundert (Arbeitstitel)
Dissertationsprojekt
Das Dissertationsprojekt beabsichtigt eine «bovinozentrische» Analyse der Beziehungen zwischen dem Russischen Kaiserreich, bzw. der UdSSR und der Schweiz, insbesondere während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Konkret sollen die sich phasenweise überlagernden wissenschaftlichen und merkantilen Netzwerke, entlang derer Schweizer Zuchtvieh exportiert und die in der Sowjetunion entwickelten Methoden und Instrumente zur Künstlichen Besamung (KB) transferiert wurden, untersucht werden. In Wiederspiegelung der ökonomischen und metaphorischen Bedeutung des Rindes für die menschlichen Gesellschaft, zeichnet sich das Themenfeld durch eine hohe Interdependenz zwischen humaner und boviner Migration, beziehungsweise einer Vermischung der innersowjetischen Diskurse um die Anwendungsmöglichkeiten der KB in der Humanmedizin und der Viehzucht aus. Deshalb orientiert sich das Projekt methodisch und theoretisch sowohl an der Akteur-Netzwerk-Theorie, der histoire croisée, als auch den Problemstellungen der Human-Animal-Studies. Ziel sind Erkenntnisse zu den Transferprozessen selbst, den Erwartungshaltungen der AkteurInnen und den Translationsstrategien, als Voraussetzung für das Verständnis der weiteren, insbesondere sowjetischen Zuchtentwicklungen.