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Das Dossier von Beat Mazenauer (*1958), das dieser zusammen mit Urs Hofer (*1976) und Stefan Bischoff (*1973) einreichte, beschreibt, wie der bereits für musikalische Aufführungen entwickelte «Prozessor für literarische und theatrale Operationen PLATO» nun auch für literarische Auftritte programmiert werden soll.
Bei PLATO handelt es sich um einen Computer, der im Wechselspiel mit Musikern/Schauspielern/Vorlesern eine überraschende Dramaturgie erzeugt: Der Computer überträgt den «menschlichen Input» auf eine Bildebene (d.h. auf eine riesige Leinwand); die Performer wiederum reagieren auf die computergestützten Dramaturgie-Entscheidungen, indem sie diese befolgen oder verweigern. Damit wird die Prozesshaftigkeit dieses Projekts – im Gegensatz zu einem fertigen Werk – als eines der wichtigsten Kriterien des Performativen deutlich. Kurz gesagt geht es bei PLATO um die Interaktion von Mensch und Computer, die – wie die Macher es nennen – eine «kleine multimediale Oper» erzeugt, die von Aufführung zu Aufführung immer ein bisschen anders ist. Der Jury ist bewusst, dass der Löwenanteil des Budgets in die Programmierung des Computers und nicht in die Textauswahl oder den Auftritt fliessen wird. Ebenso liegt auf der Hand, dass solche Projekte eher ein ausgewähltes, an digitaler Kunst interessiertes Publikum anziehen werden. Doch der hohe Grad an Innovation und Professionalität des erfahrenen Teams sowie der spielerische Umgang mit Literatur, der bei Aufführung mit PLATO zum Zuge kommt, haben sie überzeugt, dieses Projekt zu unterstützen.