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Cannabis hat eine relativ vielfältige Wirkung, die nicht völlig vorhersehbar ist und Risiken birgt. Die im Cannabis enthaltenen Substanzen verändern die Wahrnehmung und wirken folglich auf die Psyche. Dieser Effekt kann als mehr oder weniger angenehm empfunden werden. Junge Menschen probieren Cannabis unter anderem aus Neugierde aus. Einigen genügt der einmalige Versuch, andere konsumieren es für einen begrenzten Zeitraum, und manche rauchen regelmässig und steigern in einigen Fällen im Laufe der Zeit die Menge. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Manche Jugendliche finden es aufregend, etwas zu tun, das verboten ist. Andere verwenden Cannabis aufgrund seiner Wirkung oder zur Selbstmedikation. Cannabis wird selten allein, sondern oft in Kombination mit anderen Substanzen konsumiert. In einigen Jugendszenen werden neben Cannabis auch Alkohol, Xanax, Ecstasy und andere «Partydrogen» konsumiert. Diese Mischung kann unvorhergesehene Folgen haben. Neuere Studien weisen darauf hin, dass Cannabis eine schädlichere Wirkung auf das Gehirn von Teenagern als auf das von Erwachsenen hat. Es greift Strukturen im Gehirn an, die noch nicht ausgereift und daher besonders störungsanfällig sind.
Je nach Ausgangsstimmung des Konsumenten verstärkt die Erweiterung und Veränderung des Bewusstseins euphorische oder depressive Grundstimmungen des gegenwärtigen Denkmusters. Einerseits erhoffen sich die Konsumenten gute Ideen, andererseits wird das Denken sprunghaft. Im Extremfall sind die Jugendlichen nicht mehr in der Lage, klar zu denken. Das Kurzzeitgedächtnis ist erheblich beeinträchtigt - sogar bis hin zu Gedächtnislücken.
Risiken
Die Risiken hängen u. a. von der Art des Konsums ab. Bei einem «milden Konsum» konsumieren die Jugendlichen Cannabis nur gelegentlich und in kleinen Dosen (höchstens zwei- bis dreimal pro Monat). Der Konsum ist für sie nicht signifikant und wird nicht mit anderen Drogen vermischt. «Harter Konsum» liegt vor, wenn mehrmals täglich Cannabis konsumiert wird. In diesen Fällen ist der Cannabiskonsum fest in das tägliche Leben integriert. Diese Konsumenten nehmen in der Regel auch andere Drogen, wie z. B. Alkohol, zu sich. Das Risiko negativer gesundheitlicher und sozialer Folgen steigt mit der Häufigkeit des Cannabiskonsums, der Hinzufügung anderer Drogen und der natürlichen Praxis des Konsums im täglichen Leben.
Je nach individueller Veranlagung sind die Folgen:
Psychische Abhängigkeit mit starkem Verlangen nach der Droge
Verminderte kognitive Leistungsfähigkeit mit Beeinträchtigung der Konzentration und des Gedächtnisses
Gleichgültigkeit gegenüber der Umwelt
Persönlichkeitsveränderungen
Begehung von Straftaten im Zusammenhang mit Cannabiskonsum (Cannabisdelikte)
Wechsel zu härteren Drogen
Körperliche Auswirkungen auf den Cannabisrausch:
Entwicklungsverzögerungen in der Pubertät
Körperliche Abhängigkeit mit Entzugserscheinungen wie Unruhe, Nervosität, Angst oder Depression (körperliche Abhängigkeit ist für Cannabis im Vergleich zur psychischen Abhängigkeit von untergeordneter Bedeutung)
Schlafstörungen
Cannabiskonsum kann zu einer Verschlechterung der schulischen Leistungen führen. Dies hat zur Folge, dass die Betroffenen ein erhöhtes Risiko eines vorzeitigen Schulabbruchs aufweisen oder keinen guten Schulabschluss erreichen. Jugendliche, die sich in der Ausbildung befinden, scheinen antriebslos zu sein und können daher von ihren Arbeitgebern nicht unterstützt werden. Ihre Chancen, ein gutes Einkommen zu erzielen, nehmen daher ab. Gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit von Arbeitslosigkeit. Die dadurch beeinflusste Zufriedenheit mit ihrer Lebenssituation kann den Bedarf an einem nächsten Cannabiskonsum steigern. Dies kann zu einem Teufelskreis führen, aus dem nur mit grosser Entschlossenheit wieder ausgebrochen werden kann.
Strafrechtliche Auswirkungen von Cannabiskonsum und -besitz
Der Besitz von Cannabis und Cannabisprodukten ist strafbar. Wenn Jugendliche Cannabis oder Cannabisprodukte an andere weitergeben, machen sie sich in jedem Fall strafbar. Darüber hinaus wird durch den Konsum von Cannabis die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt. Der Nachweis von Cannabis in Urin oder Blut kann daher zum Entzug der Fahrerlaubnis führen.