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Die Sport Events Gstaad GmbH, Veranstalterin des Gstaad Majors, ist in eine finanzielle Krise geraten. Mit dem an die Gemeinde Saanen gerichteten Antrag auf Sanierungsbeiträge sollen offene Rechnungen beglichen und das Budget des namhaften Beachvolleyball-Turniers ausbalanciert werden. Einer der Gründe für die finanzielle Schieflage ist das hohe Preisgeld.
JENNY STERCHI
«Das Beachvolleyball Major Gstaad braucht Unterstützung», erklärt Turnierdirektor Ruedi Kunz die Situation, in der sich das Beachvolleyball-Turnier, das seit 20 Jahren in Gstaad ausgetragen wird, derzeit befindet.
Transparenz und Kommunikation
In einem Brief an alle Helfer und mit einer anschaulichen Präsentation informierte die Sport Events Gstaad GmbH in den vergangenen Tagen über die angespannte Finanzlage. Mit den Sanierungsbeiträgen, welche die Turnierveranstalterin bei der Gemeinde Saanen beantragt hat, soll die Gesellschaft wieder auf gesunde Beine gestellt werden, wie der Gemeinderat in seinen Erläuterungen zu den Geschäften erklärt.
Vor dem Hintergrund, dass das Turnier in vielerlei Hinsicht bedeutend für die Region ist, war es wichtig, diesen finanziellen Notstand zu kommunizieren. Die Veranstalter des Major Turniers im US-amerikanischen Fort Lauderdale haben vermutlich zu lange gewartet. Das Defizit war so stark gewachsen, dass das Turnier aufgegeben wurde.
Gründe für den finanziellen Notstand des Gstaader Turniers
Die Hintergründe für strategische Entscheide sind für Aussenstehende schwer zu verstehen. Manch einer mag denken, warum es unbedingt ein Turnier der höchsten Kategorie sein muss. Die Erklärung, die Ruedi Kunz dazu gab, ist ebenso einfach wie umfangreich. Mit der Rückkehr in die Kategorie der Vier-Sterne-Turniere hätte sich zwar das Preisgeld um 300’000 US-Dollar reduziert, aber der Anspruch auf das Durchführungsdatum wäre erloschen. Einzig den Fünf-Sterne-Turnieren ist es erlaubt, die Daten nach ihren Wünschen im Turnierkalender festzulegen. Das Gstaader Turnierdatum ist jedoch wichtig, da es die kosteneffiziente Nutzung der Infrastruktur für das Beachvolleyball-Turnier und das Tennisturnier ermöglicht. Dazu kommt, dass unter anderen auch Rom klar kommuniziert hat, das Turnier von Gstaad zu übernehmen.
In den immer kurzfristigeren Sponsorenzusagen liege der zweite Grund für die schwierige Finanzlage des Turniers. «Es ist schwierig, ein stabiles Budget zu erstellen, da wir die Zusagen der Sponsoren selten langfristig bekommen», erläutert der Turnierdirektor die schwierige Finanzplanung.
Wie kann es besser werden?
«Ein für uns wesentlicher Punkt ist der kürzlich getroffene Entscheid des Weltverbandes FIVB, den Preisgeldanteil des Veranstalters von 600’000 auf 400’000 US-Dollar zu senken», betont Kunz. «Ich halte das für mehr als gerechtfertigt, dass sich der Weltverband wieder mit 200’000 US-Dollar am Preisgeld beteiligt. Schliesslich nutzt er unser Stadion als Werbefläche.»
Für die Sport Events Gstaad GmbH ist diese Ersparnis ein wesentlicher Anteil, um sich finanziell zu erholen. «Das Turnier soll keineswegs Profit abwerfen», betont Ruedi Kunz. «Unser Ziel ist es, für die Tourismusregion Saanenland einen genialen Anlass mit sehr grosser medialer Strahlkraft am Leben zu erhalten.»
Was bringt es der Region?
Welche Bedeutung das Turnier Anfang Juli für die Region hat, ist ein offenes Geheimnis. «Der Anlass ist für die Region schlicht nicht wegzudenken», ist Flurin Riedi, Geschäftsführer von Gstaad Saanenland Tourismus, überzeugt. «Für die Destination ist das Turnier quasi die Kick-off-Veranstaltung für die Sommersaison.» Die Präsenz in den internationalen Medien (TV, Print, Online und soziale Medien) und den 398,5 Millionen Menschen, die diese Informationen empfangen, erhält die Region weltweite Aufmerksamkeit.
Der Gemeinderat hat die Bedeutung des Turniers für das Saanenland erkannt und steht für dessen Erhaltung ein.