Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03149.jsonl.gz/625

Prof. Dr. Eugen Dieth (1893-1956)
Eugen Dieth – Anglist, Dialektologe und Phonetiker – war von 1927 bis 1956 Professor für Englische Philologie an der Universität Zürich. Von 1934-1956 leitete er auch das Phonogrammarchiv. 1938 schuf er mit der so genannten 'Dieth-Schrift' eine Norm für die Verschriftung der schweizerdeutschen Dialekte, die unter dem Titel Schwyzertütschi Dialäktschrift publiziert wurde.
1935 gründete Prof. Dieth das Phonetische Laboratorium, welches 1943 auf Antrag der Philosophischen Fakultät zu einem offiziellen Universitätsinstitut wurde. Das Labor entstand im Zusammenhang mit der Vorlesung "Allgemeine Phonetik", die er ab 1936 jedes dritte Semester hielt. Seine didaktischen Erfahrungen mit Studierenden aus den verschiedenen Sprachfächern flossen in das Lehrbuch Vademekum der Phonetik (1950) ein (vgl. Kasten).
In der artikulatorischen Phonetik arbeitete Dieth vor allem mit der Palatographie. Im Vademekum findet man zahlreiche Abbildungen von Palatogrammen (=Gaumenbilder), die meist anhand von künstlichen Gaumen von Studierenden anfertigt wurden.
Für die akustische Untersuchung von Sprachlaute kam die Kymographie zum Einsatz.
Dieth arbeitete zuerst mit einem pneumatischen und anschliessend mit einem elektrischen Kymographen (= Wellenschreiber), die beide von der Zürcher Firma Schiltknecht entwickelt wurden.
Dr. Rudolf Brunner
Der erste vollamtliche Assistent des Phonetischen Laboratoriums war Dr. Rudolf Brunner. Seine 1954 publizierte Dissertation trug den Titel Die Stimmhaftigkeit der französischen und zürichdeutschen Lenislaute. Gemeinsam mit seinem Lehrer Dieth widmete er sich der Dokumentation und der Erforschung der schweizerdeutschen Dialekte, etwa durch die Herausgabe von Tondokumenten im Verlag des Phonogrammarchivs oder durch instrumentalphonetische Arbeiten wie Die Konsonanten und Geminaten des Schweizerdeutschen experimentell untersucht, die 1943 in der Festschrift Jud veröffentlicht wurde.
Dr. Sonja Spörri-Bütler
Als Nachfolgerin von Rudolf Brunner wirkte bis 1995 die Romanistin Sonja Spörri-Bütler. Nach ihrer 1956 veröffentlichten Dissertation Untersuchungen über den französischen Prosarhythmus an Texten von Lautréamont beschäftigte sie sich u.a. auch mit der Phonetik des Schweizerdeutschen, z.B. in ihrer 1981 mit Daly H. Engstrom veröffentlichten Studie A Voice Onset Time Analysis of Inital Swiss-German Stops (Folia Phoniatrica 33).