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Seminar: Schrift und Gedächtnis. Darstellungen der Shoah in der Literatur
UE-L10.00166
|Enseignant(s): Beganovic Davor|
|Cursus: Master|
|Type d'enseignement: Séminaire|
|ECTS: 3|
|Langue(s) du cours: Allemand|
|Semestre(s): SP-2020|
Die Vernichtung des europäischen Judentums hat das Bewusstsein des 20. Jahrhunderts als eines „Grenzereignisses“ geprägt. Diskussionen, die sich um die Shoah entfaltet haben, betreffen unterschiedliche diskursanalytische Standpunkte. Dabei ist die Frage nach der Darstellbarkeit bzw. Undarstellbarkeit die wichtigste. Ist solch ein Ereignis mit den Mitteln des literarischen Diskurses plausibel darzustellen?
Im Mittelpunkt des Seminars stehen die südslavischen Autoren Aleksandar Tišma, Danilo Kiš, Ivan Ivanji, David Albahari und Miljenko Jergović. Sie benutzen Techniken, die ein Spektrum der narrativen Möglichkeiten entfalten. Tišma bedient sich der Strategien der klassischen Moderne, Kiš verschleiert den Holocaust in einem lyrischen Erzählstil, Albahari betrachtet seine Figuren in der verknappten Welt des Schweigens, während Jergović durch die Biographie eines Opfers die heuchlerische Seite der kroatischen Gesellschaft beleuchtet
Im Seminar wird eine komparatistische Perspektive angeboten, die diese Texte in einen breiteren Kontext stellt. Sie werden mit Texten von Primo Levi, Saul Bellow, Imre Kertesz und David Grossman verglichen, aber auch im Zusammenhang mit paradigmatischen nichtliterarischen Texten (Die Protokolle der Weisen von Zion) gelesen. Damit werden wir die Problematik des ultimativen Verbrechens und seine Ursache im Antisemitismus untersuchen.