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In der Sendung „Sternstunde Philosophie“ mit dem Titel „Achtung Verschwörung“ am 25. Juni 2017 des SRF war Prof. Dr. Eva Horn, Universitätsprofessorin für Germanistik der Universität Wien eingeladen.
Ein offener Brief stellt ihr drei Fragen zur Sendung mit der Bitte um Antwort.
Sehr geehrte Frau Horn,
in der SRF-Mediathek habe ich den Beitrag in der Reihe „Sternstunde Philosophie“ gesehen. Die Ausgabe „Achtung Verschwörung“ war aus meiner Sicht leider keine Sternstunde der Philosophie. Ihre Position und Darstellung fand ich z.T. ansprechend, bei einigen Stellen bleiben bei mir etliche Fragen.
Ich wohne auf der Schweizer Seite des Bodensees in Scherzingen in der Nähe von Konstanz und bin evang-ref. Pfarrer und Supervisor M.A. Seit einiger Zeit bin ich, wie Sie, am 11. September interessiert, und nach Sichtung der physikalischen Fakten Unterstützer und Mitglied bei AE911Truth geworden.
Drei Fragen habe ich an Sie, – zum einen zu Ihrer Definition des Wortes „Verschwörungstheorie“ (VT), – dann zu der Frage des Moderators, was Sie umgestimmt hat, die offizielle Verschwörungstheorie der Bush-Cheney-Regierung zu glauben, auf die Sie nicht geantwortet haben, – und letztlich zu Fakten hinsichtlich von 9/11, die umstritten oder so eindeutig sind, dass sie verschwiegen werden, und worauf in der ganzen Sendung nicht einmal Bezug genommen wurde.
Am Anfang der Sendung gaben Sie eine „Definition“: „In der Forschung gibt es eigentlich einen Konsens: Eine Verschwörungstheorie ist eine Theorie, die erklärt, dass ein historisches Ereignis (sozusagen) von einer kleinen Gruppe von Eingeweihten im Geheimen durchgeführt wurde, und (sozusagen) eine andere Version offiziell verbreitet wird. D.h. Verschwörungstheorien sind eigentlich meistens Theorien der Macht, und zwar einer geheimen Macht, (ne?) Strippenzieher die im Geheimen agieren und die (sozusagen) dann eine Coverstory darüber breiten. Und Verschwörungstheorien haben immer, und das ist eigentlich auch ganz interessant, die Tendenz, offizielle Wahrheiten zu hinterfragen und auf dieses Komplott durchgreifen zu wollen.“
Unter „Definition“ verstehen Sie dabei etwas anderes als ich. Im zweiten Teil Ihrer Definition wird auch deutlich, dass Sie keine „allgemeine Definition“ geben möchten – wie Ihre einschränkende Formulierung („eigentlich meistens“) zeigt. Sie versehen den Begriff VT mit Einschränkungen, und sehen eine VT als Theorie, – die sich auf ein historisches Ereignis (was meinen Sie mit historisch?: im Sinne von weltbedeutend, oder dass es sich auf ein reales Faktum bezieht, von dem jemand anderes sagt, dass es sich so nicht ereignet habe) – dass dieses Ereignis von einer kleinen Gruppe (was ist klein, und zählt für Sie z.B. auch die CIA mit der Operation Mockingbird dazu, oder die Anschläge der Stay-Behind-Armeen von CIA und NATO?) durchgeführt wurde – die für eine unspezifische Anzahl („meistens“) als „Theorien der Macht“ zu erkennen sind, d.h. VT könnten Ihrer Ansicht nach nur über mächtige Personen oder Gruppen existieren (auch wenn für die einschränkende Aussage „meistens“ es an einer empirischen Basis fehlt, wollte man alle VT aller Menschen in der Welt erfassen). Sie versuchen also den Begriff VT nicht allgemein, sondern in einem bestimmten Verständnis zu definieren, und offenbar damit eine Definition zu „setzen“. Da ist es schwierig, gleichzeitig einen allgemeinen Konsens zu bestimmen.
Gegen Ihre Definition, die Sie einen „Konsens“ der Forschung nennen (wer hat diesen „Konsens“ getroffen und wo kann ich diesen Konsens nachlesen?), spricht alleine schon Cass Sunsteins Eingeständnis: »Viele Verschwörungstheorien beinhalten Menschen, die nicht besonders mächtig sind (Freunde, Nachbarschaft, Arbeitskollegen, Familienmitglieder, usw.).« (Vgl. der Aufsatz von Cass Sunstein, Causes and Cures, 205). Was halten Sie davon, dass in einer philosophischen Diskussion zuerst einmal eine allgemeingültige Definition gegeben wird, der jeder zustimmen könnte? Dazu sollte man erst einmal sagen, was man unter Verschwörung versteht.
Eine Verschwörung ist „eine Vereinbarung, um gemeinsam eine illegale, trügerische oder böse Tat durchzuführen“.(1) Einer Verschwörungstheorie zu einem Ereignis anzuhängen, bedeutet daher anzunehmen, daß dieses Ereignis aus einer solchen Vereinbarung resultiert oder eine solche mit einbezieht. (2) (1) vgl. The American Heritage Dictionary of the English Language (American Heritage Publishing Co., 1969; und: (2) David Ray Griffin, Debunking 9/11 Debunking: An Answer to Popular Mechanics and Other Defenders of the Official Conspiracy Theory (Northampton: Olive Branch Press, 2007), Seite 8). Man könnte noch hinzufügen, dass dies für einen Teil der Menschen „im Geheimen“ geschieht, wenn diese von jener Vereinbarung keine Kenntnis haben, während sie für andere Menschen qua Definition bekannt ist (ob diese Gruppe klein oder gross ist, erscheint relativ und ist m.E. für eine allgemeine Definition nicht entscheidend).
Dies wäre eher eine allgemeine Definition des Begriffs und aus meiner Sicht damit konsensfähig. Könnten Sie dem zustimmen? Somit gehört aus dieser Sicht auch das Narrativ der Bush-Cheney-Regierung über 9/11 zu den Verschwörungstheorien. Ein anderes Faktum ist, dass seit dem CIA-Memo 1035-960 aus dem Jahr 1967 mit der Anweisung an Journalisten und führende Politiker der Begriff vor allem in abwertender und delegitimierender Form gegenüber Regierungskritikern (damals den Skeptikern des Warren-Reports) verwendet werden soll, und nachweislich die Verwendung des Begriffs in allen führenden Zeitungen sprunghaft angestiegen ist (vgl. NY Times, bei Lance deHaven-Smith, Conspiracy Theory in America, 2013, Texas Press, Figure 4.1, S. 125). Sie verweisen in der Sendung zumindest auf den investigativen und produktiven Aspekt einer VT.
2. Sie haben in der Sendung nicht auf die Frage geantwortet, was bei Ihnen letztlich den Ausschlag gab, dass Sie, wie Sie mit Ihrer Formulierung sagen, nicht „den Glauben der Verschwörungstheoretiker teilen“. Dabei meinen Sie sicher nicht „Glauben“, im Sinne von naivem Für-wahr-Halten, sondern berechtigten wahren Glauben, der auf überprüfbaren Fakten und Wissen beruht. In diesem Sinn ist es Wissen, das auf Wissenschaft beruht, die zu Hypothesen führen, die mittels der wissenschaftlichen Methode, Experimenten, Logik und Naturgesetzen überprüft und falsifiziert werden können. Was hat also den Ausschlag gegeben? Sie haben erwähnt, dass Sie sich zu einer Expertin für Hochbaustatik entwickelt haben. Darum frage ich mich, wer Ihr Lehrer ist und wer Ihnen erklärte, dass bei den Einstürzen aller drei Wolkenkratzer, der Energie- und Impulserhaltungssatz (bei den lateralen Auswürfen über mehrere hundert Meter), die Gesetze der Thermodynamik (beim geschmolzenen Stahl und der Pulverisierung von Glas und Beton) und die Newtonschen Gesetze (bei der Fallbeschleunigung ohne Stoppen) nicht verletzt wurden. Ich würde ihn gerne kennenlernen, da ich nämlich nur Hochbaustatiker kenne (wie Prof. Jörg Schneider und Hugo Bachmann von der ETH, und Architekten von AE911Truth.org), die genau das Gegenteil sagen: Dass ein Haus wie das WTC7 niemals im freien Fall symmetrisch einstürzen kann.
Zudem sollte man für eine wissenschaftliche Hypothese sowohl alle Beobachtungen und Fakten heranziehen (auch die Zeugen für Explosionen) und mit der wahrscheinlichsten Annahme bei der Untersuchung anfangen: D.h. wenn es wie bei 9/11 noch kein Stahlskelettgebäude gab, das bisher in der Geschichte einstürzte, dann ist die Annahme, dass wenn alle Beobachtungen (plötzlicher Beginn, Symmetrie, Beschleunigung, völlige Zerstückelung, etc.) auf eine Sprengung hindeuten, die Hypothese bei der Untersuchung zu favorisieren, die bisher die Phänomene erklärte. Dies wäre wissenschaftlich – und erkenntnistheoretisch – die redliche Vorgehensweise. Und wenn dann ein Institut wie NIST erklärt, es hätte keinen Sprengstoff gefunden, und bei Nachfrage einräumt, ob es denn danach gesucht habe, dass es gar nicht danach gesucht habe, weil man ja nicht etwas finden könnte, wo nichts sei, dann sollte man als Philosophin hier einen klassischen Denkfehler, den man Zirkelschluss nennt, feststellen. Welcher Wissenschaftler hat Sie also von der „offiziellen Verschwörungstheorie“ überzeugt?
3. An dieser Stelle möchte ich auf die Zusammenfassung der Forschung zu dem Einsturz der drei WTC-Gebäude hinweisen, die ich mit übersetzt habe: www.ae911truth.ch/jenseitsdertaeuschung.pdf
Sie wissen sicher, dass geschmolzenes Molybdän in der Untersuchung der Staubproben der US Geological Survey gefunden wurde. Dies hat eine Schmelztemperatur von über 2600°C? Sonst finden Sie diese im Kapitel 5. Auch wurden kleinste Eisenkügelchen in dieser Untersuchung des Staubs des World Trade Centers, wie auch von RJ Lee und den Proben von Prof. Steven Jones gefunden, teilweise mit einem Anteil von bis zu 6% Eisenkügelchen, die auf geschmolzenes flüssiges Eisen hinweisen, das in der Luft verflüssigt wieder zu Tropfen erstarrt ist. Normale Bürobrände können solche Temperaturen über 1500°C nicht erzeugen.
Auch diese Beobachtung sollte, wie das Phänomen der extrem hohen Temperaturen, die auch noch wochenlang danach im Schutt trotz Löschwasser und Regen anhielten, in die Erklärung einbezogen werden. Der Nachweis von Nanothermit als Militärsprengstoff, wie auch die Sprengungshypothese gibt dabei eine einfache und schlüssige Erklärung. Es gäbe viele weitere Fakten, wie die schönen Ausweise und die roten Kopfbänder, die in Shanksville bei dem völlig im Erdboden verschwundenen Flugzeug gefunden wurden … ich möchte es hierbei belassen.
Denn nicht einmal die relevanten Fakten werden in einer Sendung wie mit Ihnen im SRF offen angesprochen und diskutiert, was ich sehr enttäuschend finde. Stattdessen gibt es Oberflächlichkeit, logische Fehlschlüsse, psychologische Mutmaßungen und Plattitüden wie diese irrationale SRF-ORF-BR-Website zuhauf, die m.E. von der Aussageabsicht und Wirkung eher Propaganda darstellen, um Zuschauer emotional zu „impfen“.
Nur warum geschieht das so? Und warum nimmt man nicht eine Aufklärung (Sternstunde „Philosophie“) und Diskussion vor, in der die Fakten eindeutig die Wahrheit belegen? Kontraindikatorisch, wie auch die Bush-Regierung an einer Aufklärung von 9/11 kein Interesse zeigte, so sieht es so aus, als wenn das Fernsehen Teil der Verschwörung ist, die eine Wahrheit vertuschen will. Leider gibt das öffentliche Fernsehen dabei ein sehr unaufgeklärtes Bild ab.
Wie schon in einer Sendung „Einstein“ lädt das SRF keine Physiker, Chemieprofessoren, Baustatiker und Ingenieure zur Diskussion ein, wie es sich für einen offenen Diskurs in einem demokratischen Land gehörte, um überhaupt eine rationale sachliche Grundlage für eine seriöse philosophische Diskussion zu bieten, die den Titel „Sternstunde“ auch nur annähernd verdiente. Darum frage ich mich auch, warum Sie als Universitätsprofessorin und Wissenschaftlerin überhaupt an solch einer Sendung teilnehmen?
Wenn es Ihnen Recht ist, würde ich Ihre Antwort gerne veröffentlichen, z.B. unten unter www.freierfall.ch. Wenn Sie lieber mir (nur) privat antworten möchten, ohne eine Veröffentlichung, dann ist das für mich auch okay.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Bertram-Weiss