Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03131.jsonl.gz/2332

Triggerpunkte, auch myofasziale Triggerpunkte (MTrP) genannt, kann man sich als Verspannung oder Krampf in der Muskulatur vorstellen. Diese Verspannungen entstehen meist aufgrund chronischer Überlastung, traumatischer Überdehnung oder langer statischer Belastung und finden ihren Ursprung auf kleinster funktioneller Muskelebene, dem Sarkomer.
Bis heute ist es schwierig, genaue Erkenntnisse über die strukturellen Anamolien von Triggerpunkte zu erlangen, da es keine geeigneten bildgebenden Untersuchungsmethoden gibt. Das aktuelle Wissen ergibt sich aus übereinstimmenden Ergebnissen der Elektrodiagnostik und der Histopathologie.
Im Zentrum steht das Konzept der Energiekrise. Dieses Konzept geht von einer Zunahme von Kalzium aufgrund einer Verletzung im Muskel aus. Die Erhöhung des Kalziumkonzentrats führt zur dauerhaften Kontraktion des Sarkomers, wodurch der Stoffwechsel gesteigert wird und gleichzeitig ein Sauerstoffmangel entsteht. Dies führt zur Energiekrise im Muskel und das überschüssige Kalzium kann nicht reabsorbiert werden.
Dies bedeutet, dass über längere Zeit Teile der Muskulatur mit Sauerstoff untervorsorgt werden und unter Dauerspannung stehen – die Fasern der Muskulatur können sich nicht mehr ent- und anspannen. Es entstehen MTrP’s mit zugehörigem Hartspannstrang, welcher die ganzheitliche Funktion des Muskels stört.
Zu unterscheiden gibt es die latenten und aktiven Triggerpunkte. Die aktiven TrP führen zu eindeutigen klinischen Beschwerden, welche der Patient wiedererkennt, wenn sie durch Druck oder Zug gereizt werden. Diese Beschwerden beschränken sich nicht nur auf den betroffenen Muskel und die Muskeln, welche seine Aktion unterstützten oder hemmen, sondern betreffen die ganze funktionelle Einheit. Somit auch das oder die Gelenke über welche die Muskeln ziehen.
Die latenten Triggerpunkte werden oftmals nicht bemerkt, können aber trotzdem zu erheblichen motorischen Funktionseinschränkungen in der Muskulatur führen. Diese Funktionseinschränkungen können zu einem mechanischen Missbrauch der Muskulatur führen (Überbelastung), wodurch ein latenter TrP zu einem aktiven werden kann.
Weitere Erkenntnisse zeigen, dass es sich bei dem Bereich der bislang als Triggerpunkt bezeichnet wurde, um eine Ansammlung von zahlreichen, mikroskopisch kleinen Punkten handelt, welche die bekannten Schmerzen hervorrufen. DerTrP ähnelt einem Ameisennest, welches zahlreiche Übeltäter einlagert.
Der Physiotherapeut verwendet verschiedene Techniken um die MTrP zu lösen, unteranderem die manuelle Triggerpunkt Therapie und das Dry Needling.