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Die Schweizer Käsebranche könnte durch den flächendeckenden Einsatz von jodiertem Salz im Salzbad und der anschliessenden Käsereifung einen wichtigen Beitrag zu einer ausgeglichenen und bedarfsdeckenden Jodversorgung der Schweizer Bevölkerung leisten. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Forschungsanstalt Agroscope und dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), die in der aktuellen Ausgabe der Agrarforschung Schweiz publiziert wurde.
Die Forschenden haben in der Versuchskäserei von Agroscope verschiedene Käse mit jodiertem und nicht jodiertem Speisesalz hergestellt und im Verlauf der Reifung regelmässig analysiert. Die Versuchskäse, die mit nicht jodiertem Salz produziert wurden, wiesen einen Jodgehalt von 30 µg/kg (Tilsiter), 35 µg/kg (Gruyère) und 57 µg/kg (Camembert) auf. Wurde jodhaltiges Salz verwendet, so stieg die Jodkonzentration im essbaren Teil des Tilsiters auf 474 µg/kg, in Gruyère auf 409 µg/kg und in Camembert auf 445 µg/kg.
Das Fazit der Forschenden: Würden alle Käse mit jodiertem, statt nicht-jodiertem Salz produziert, könnte der Beitrag zur Jodversorgung von durchschnittlich 1,8 µg pro Tag (nicht jodiertes Salz) auf knapp 18 µg pro Tag (jodiertes Salz) erhöht werden. Der Anteil an der täglich empfohlenen Zufuhr an Jod über den Käsekonsum würde damit von 1,2 % auf 12 % ansteigen. Deshalb empfehlen das BLV und Agroscope der Schweizer Käsebranche die Verwendung von jodiertem Speisesalz, wie es in dem Artikel heisst.
Seit 1922 jodiertes Speisesalz
Jodiertes Speisesalz wurde 1922 im Auftrag des Bundes lanciert, um die Bevölkerung vor den gravierenden Folgen eines Jodmangels zu schützen. Trotz der kontinuierlichen Erhöhung der Jodkonzentration in jodiertem Speisesalz ist die Versorgung mit diesem wichtigen Spurenelement bei Teilen der Bevölkerung ungenügend, insbesondere bei schwangeren und stillenden Frauen sowie deren Säuglinge, wie es im Artikel von Agrarforschung Schweiz heisst.
Jodiertes Salz, das bei der Lebensmittelverarbeitung verwendet wird, deckt etwa 54 % des Jodbedarfs der Schweizer Bevölkerung ab. Dieser Sachverhalt verdeutlicht, dass die Bedarfsdeckung von Jod in der Schweiz ohne den Einsatz von jodiertem Salz nicht sichergestellt werden kann.