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Countdown zum Börsencrash: Roubini schlägt Alarm

Investing.com - Der Wirtschaftswissenschaftler Nouriel Roubini, der die Finanzkrise der Jahre 2007 und 2008 vorhergesagt hatte, wollte seinem Ruf als Crash-Prophet, der sich wegen seiner ständigen Schwarzmalerei auch bereits den Beinamen "Dr. Doom" eingehandelt hat, alle Ehre machen und meinte gestern, dass die Credit Suisse (SIX:CSGN), deren Kurssturz am Vortag die Märkte in Panik versetzte, zu groß sein könnte, um gerettet werden zu können.
"Das Problem ist, dass die Credit Suisse nach bestimmten Maßstäben zu groß sein könnte, um zu scheitern, aber auch zu groß, um überhaupt gerettet zu werden" (too big to fail, but also too big to be saved), sagte Roubini in einem Interview mit Bloomberg TV.
"Es ist nicht einmal bekannt, was ihre diversen nicht realisierten Verluste aus Wertpapieren und anderen Vermögenswerten sind", fügte der Ökonom hinzu, der auch glaubt, dass "es nicht sicher ist, ob die Regulierungsbehörden der Bank die nötigen Ressourcen haben, um eine Rettung zu organisieren".
Zur Erinnerung: In den USA sind in den letzten Wochen drei US-Regionalbanken Pleite gegangen, Silvergate Capital (NYSE:SI), die Silicon Valley Bank (NASDAQ:SIVB) und die Signature Bank (NASDAQ:SBNY). Ebenfalls unter Druck steht die First Republic Bank (NYSE:FRC), die laut Bloomberg nun einen Verkauf in Erwägung zieht. Seit letzter Woche Montag hat der SPDR® S&P Regional Banking ETF (NYSE:KRE), der speziell in kleine regionale Banken in den USA investiert, über 26 % an Wert eingebüßt.
Die Ratingagentur Moody's stufte mittlerweile den Ausblick für den US-Bankensektor von "stabil" auf "negativ" herab. Sie begründete dies mit der "rapiden Verschlechterung des operativen Umfelds".
Um die Märkte zu beruhigen, sicherten die US-Regulierungsbehörden den SVB-Kunden selbst dann eine Entschädigung zu, wenn ihre Einlagen die von der Federal Deposit Insurance Corp (FDIC) garantierte Höhe von 250.000 Dollar übersteigen sollten.
Auch die Credit Suisse, deren Großinvestor, die Saudi National Bank, eine zusätzliche Erhöhung ihrer Beteiligung an der Bank ausgeschlossen hat, ist laut Roubini vom Bankrott bedroht.
"Die Frage ist, ob sie das Kapital beschaffen können oder nicht", sagte Roubini. "Wenn nicht, können schlimme Dinge passieren", ergänzte er.
Wegen der Krise der Credit Suisse warnt der bekannte Ökonom vor einem möglichen "Lehman-Moment", der einen Crash an den europäischen und globalen Märkten entfesseln könnte
Inzwischen hat die Schweizerische Nationalbank der angeschlagenen Credit Suisse aber eine Kreditlinie in Höhe von 50 Milliarden Schweizer Franken eingeräumt. Ob das ausreicht, um das von Roubini gefürchtete "Unheil" abzuwenden, bleibt abzuwarten.
Sicherheitsorientierte Anleger sollten laut Roubini auf kurzlaufende Bonds, TIPS (NYSE:TIP), Gold und andere Edelmetalle zurückgreifen!!!