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- CLUTCH La CuranderaWeathermaker/ Rough Trade
- Ohne Clutch wäre die Welt ein Ort, in dem man nicht mal tot über dem Zaun hängen möchte. Clutch sind über jeden Zweifel erhaben, eine Offenbarung und eine der innovativsten und grossartigsten Rockbands, die es gibt. Ausserdem hatte ich wohl schon mal irgendwo erwähnt, dass Jean-Paul Gaster der beste Drummer überhaupt ist. Und falls das jemandem entgangen sein sollte: Jean-Paul Gaster ist der beste Drummer, den es gibt. Soweit zum Thema „objektive Berichterstattung“.
„La Curandera“ ist kein neues Album des aus Maryland stammenden Quartetts, sondern eine Compilation zugunsten des Breast Cancer Awareness Month (der Oktober in den USA), die vor einem Jahr in pinkem Vinyl und einem ziemlich coolen Artwork der Comic-Künstlerin Becky Cloonan erschien. Die Scheibe ist nun ausschliesslich auf (schwarzem) Vinyl auch hier erhältlich und besteht aus acht bereits bekannten Songs des Clutch-Kataloges. In allen der acht Songs geht es um starke Frauen, die in irgendeiner Weise Spuren in der erstaunten Männerwelt hinterlassen. Sei es in „Cypress Grove“ (vom Album „Blast Tyrant“, 2004) die Frau auf dem Hügel mit dem breitkrempigen Hut, dem Gewehr und allerhand Todbringendem auf dem Rücksitz ihres abgeranzten Fords oder „Cyborg Bette“ („Earth Rocker“, 2013), die ihrem Kerl das Leben schwer macht oder auch „La Curandera“ (auch „Blast Tyrant“), die junge Hexe im weissen Leinenkleid, die nachts auf schwarzem Sand tanzt: Hier kommen weibliche Charaktere zusammen, die sich Sänger Neil Fallon ausgedacht hat und zu denen Quentin Tarantino acht Filme drehen könnte, ohne sich zu wiederholen. Wer Clutch schon kennt, der darf sich mit „La Curandera“ die Sammlung vervollständigen und alle anderen bekommen mit dem Album einen schönen Querschnitt der Band, denn die anderen Songs haben ihr Zuhause auf den Alben „From Beale Street To Oblivion“ (2007) und „Strange Cousins From The West“ (2009), „Earth Rocker“ (2013) und sogar ein ganz alter und guter namens „The Dragonfly“ ist in einer Liveversion dabei, der vom 1998er Album „The Elephant Riders“ stammt. Feine, runde Sache.