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Die Bildhauerin Maggie Hambling gehört zu den führenden zeitgenössischen Künstlerinnen in Grossbritannien.
Sie erhielt den Auftrag, eine Statue zu schaffen, die an Mary Wollstonecraft erinnert, eine mutige Frau, die sich Ende des 18. Jahrhunderts unerschrocken für die Gleichstellung der Frauen einsetzte. Sie war auch die Mutter von Mary Shelley, der Schriftstellerin, die mit dem Roman «Frankenstein» in die Literaturgeschichte einging.
Hambling nahm ihren Auftrag ernst und gestaltete ihre Wollstonecraft-Statue so naturalistisch, wie das nach mehr als 200 Jahren möglich ist.
Vor allem aber stellte sie die Frau kleiderlos auf den Sockel – zur Empörung von Feministinnen. Sie kritisieren, dass die Skulptur ausgerechnet eine ihrer Vorkämpferinnen auf ihre körperliche Erscheinung reduziere.
Die feministische Buchautorin Caitlin Moran hätte lieber die Darstellung einer sterbenden Mary Wollstonecraft gesehen, weil sie die Geburt ihrer Tochter Mary Shelley nicht überlebte.
Hambling zeigte sich in einem Interview mit der BBC irritiert: «Diese Frauen lehnen mit ihrem Protest ihren eigenen Körper ab.»
Wer das Kunstwerk beim nächsten Londoner Besuch sehen will, muss es allerdings suchen. Es steht auf der kleinen grünen Rasenfläche Newington Green in Islington, die vom Verkehr umzingelt ist.
Wer es entdeckt, dem sei allerdings geraten – nicht zu genau hingucken! Sexismus droht.
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