Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03367.jsonl.gz/1354

Fieberbläschen (Herpes labialis) entstehen als Folge einer Tröpfcheninfektion oder eines direkten Kontaktes mit infizierten Hautstellen (z.B.beim Küssen). Sie werden durch das hochansteckende Herpes-simplex-Virus Typ 1 verursacht. In der Regel kommt es in der Kindheit zur Ansteckung mit dem Virus, wobei diese Erstinfektion meistens ohne Krankheitssymptome verläuft. Wer sich einmal mit dem Virus angesteckt hat, trägt es zeitlebens in seinem Körper.
Ursachen von Fieberbläschen
Weltweit sind etwa 70 – 90% der Menschen Träger dieses Virus. Bei
etwa der Hälfte der Träger wird es aktiv. Die meisten Betroffenen
leiden ein- bis zweimal pro Jahr an einem Fieberbläschenschub.
Bei Fieberbläschen handelt es sich nicht um eine gefährliche
Erkrankung. Dennoch können die Symptome unangenehm und
psychisch belastend sein. Bei Menschen mit einem intakten
Immunsystem heilen Fieberbläschen in der Regel ohne
Komplikationen ab.
Neben dem Herpes-simplex-Virus Typ 1 sind weitere sieben
Herpesviren bekannt, die den Menschen infizieren und ganz
unterschiedliche Krankheitsbilder hervorrufen können.
Symptome
Fieberbläschen treten vor allem an den Lippen und rund um den Mund auf, manchmal auch an den Wangen, am Naseneingang, an den Ohrläppchen oder den Augen, selten am Gesäss. Juckreiz und ein Spannungsgefühl an den Lippen sind meist die ersten Anzeichen von Lippenherpes. Manche Betroffene verspüren an der jeweiligen Stelle auch Schmerzen oder ein Brennen. In den ersten drei Tagen eines Krankheitsschubs rötet sich die Haut und es bilden sich Bläschen. Diese sind mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt und enthalten Viren. Die Bläschenherde können zu einer grösseren Blase zusammenwachsen, die platzt und verkrustet. Fieberbläschen heilen meist ab, ohne Narben zu bilden. Einige Betroffene leiden an Fieber und fühlen sich krank. Die Krankheitsdauer beträgt etwa 8 bis 10 Tage.
Beim Abheilen der Fieberbläschen verschwinden die Viren nicht, sondern ziehen sich ins Nervengewebe zurück, wo sie bis
zum nächsten Ausbruch «schlummern».
Behandlung
Zur Behandlung der Symptome von leichten, örtlich begrenzten Fieberbläschen werden heute vor allem Crèmen eingesetzt. Wer bei den ersten Anzeichen eines Schubs sofort eine Herpescrème aufträgt, kann das Auftreten von Fieberbläschen teilweise verhindern oder den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
Einige Crèmen sind ohne Rezept erhältlich. Kinder, Schwangere und Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf sollten jedoch unbedingt einen Arzt konsultieren. Auch wenn sich die Infektion auf die Augen ausbreitet, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden. Bis heute ist keine vollständige und dauerhafte Heilung von Fieberbläschen möglich.
Vorbeugung
Zu einem Fieberbläschenschub kommt es oft, wenn das Immunsystem durch Krankheiten (z.B. Erkältung, Grippe, Fieber) oder Stress
(psychische oder physische Belastungen) geschwächt ist. Aber auch starke Sonnenbestrahlung kann einen Krankheitsschub auslösen. Bei
manchen Frauen treten Fieberbläschen zusammen mit der Menstruation auf.
Diese Massnahmen wirken vorbeugend:
- Immunsystem durch ausgewogene Ernährung, viel Schlaf und
ausreichend Bewegung stärken
- Stress vermeiden
- Bei starker Sonnenbestrahlung (z.B. in den Bergen oder am
Strand) Lippen durch Pomaden mit Lichtschutzfaktor schützen
Tipps
- Fieberbläschen möglichst nicht berühren. Es besteht die Gefahr der Übertragung auf andere Körperstellen (Finger, Genitalbereich).
- Nach jeder Berührung der Bläschen Hände gründlich waschen.
- Vor und nach dem Auftragen von Herpescrème Hände gut waschen.
- Fieberbläschen nie aufkratzen oder aufstechen. Es könnten Bakterien eindringen, die sich in der Wunde vermehren und den
Heilungsprozess beeinträchtigen. Gefahr der Narbenbildung.
- Fieberbläschen nicht überschminken, um Reizungen zu vermeiden.
- Wegen der hohen Ansteckungsgefahr während eines Ausbruchs niemanden küssen. Gläser, Besteck, Zahnbürsten,
Lippenpomaden und Handtücher nicht mit anderen Menschen teilen.
- Besondere Vorsicht ist beim Kontakt mit Neugeborenen geboten. Aufgrund des noch unreifen Immunsystems können
Fieberbläschen für Neugeborene gefährlich sein. Wöchnerinnen mit Fieberbläschen sollten vor dem Berühren und vor dem Stillen
die Hände gründlich waschen und einen Mundschutz tragen.
224936-042001