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Braun errichtete in den 1880er Jahren für seine Panoramaufträge auf der Theresienhöhe in München ein Atelier in der Form und Grösse einer Panoramarotunde. Er beschäftigte einen Trupp von Kunstmalern und Hilfskräften. Für die Panoramen suchte er die Terrains auf und informierte sich wie ein moderner Berichterstatter bei den Offizieren, Soldaten und weiteren Augenzeugen. Seine Panoramen sind Bildreportagen, die ein Höchstmass an Authentizität in der Darstellung bieten. Braun wählte jeweils den Moment des Kampfes, der den Besucher erkennen lässt, wer siegen wird. Das ist auch bei der «Murtenschlacht» der Fall.
«Die Schlacht bei Murten» war das letzte von acht Grosspanoramen, die Louis Braun zwischen 1880 und 1894 gemalt hat. Fünf davon zeigten Kämpfe aus dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71, ein weiteres die Niederwerfung eines Aufstandes in der deutschen Kolonie Kamerun. Historische Begebenheiten aus früheren Jahrhunderten hatten nur die beiden letzten zum Inhalt, die Schlacht bei Lüttich (1632) und die Schlacht bei Murten (1476).
Louis Brauns Leidenschaft für die Pferdemalerei hatte sein Bruder Reinhold in ihm geweckt, der Pferdemaler war. Louis pflegte sie während seiner ganzen künstlerischen Tätigkeit. Die in allen denkbaren Stellungen gezeigten Pferde im Panorama der Murtenschlacht stechen ins Auge und sind vielleicht das Beste an diesem Bild.