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Das Wichtigste in Kürze
- Ein geistig behinderter Mann wird in Singapur hingerichtet werden.
- Das Oberste Gericht wies den letzten Einspruch ab.
- Das Oberste Gericht wirft der Verteidigung Verzögerung der Hinrichtung vor.
Der Oberste Richter Singapurs, Sundaresh Menon, erklärte, der Einspruch habe «keine sachliche und rechtliche Grundlage». Dem 2009 wegen einer kleinen Menge Heroin verhafteten Nagaenthran K. Dharmalingam sei ein «ordnungsgemässes Verfahren» gewährt worden. Die Verteidigung würde das Einspruchsverfahren missbrauchen, um die Hinrichtung zu verzögern.
Der Menschenrechtsanwalt M. Ravi, der an dem Fall mitwirkte, sagte, dass keine weiteren Rechtsmittel eingelegt würden und die Hinrichtung in wenigen Tagen stattfinden könne. Die Schwester des Verurteilten, Sarmila Dharmalingam, sagte der Nachrichtenagentur AFP in Malaysia schluchzend, die Familie sei «am Boden zerstört». Ihr Bruder habe einen «niedrigen IQ», sein langwieriger Fall sei «eine schreckliche Tortur».
Singapur gehört zu den mehr als 30 Ländern weltweit, in denen Drogendelikte laut Amnesty International immer noch mit der Todesstrafe geahndet werden. Seit 2019 fand in dem Stadtstaat zwar keine Hinrichtung mehr statt, doch die Sorge wächst, dass in den kommenden Monaten gleich mehrere Drogenhändler getötet werden könnten.
Nagaenthran war zum Tatzeitpunkt 21 Jahre alt. Er hatte bei der Einreise nach Singapur ein Päckchen mit 43 Gramm Heroin an seinem Oberschenkel befestigt. Unterstützer behaupten, er habe einen Intelligenzquotienten von 69 - ein Wert, der als geistige Behinderung anerkannt wird - und sei zur Begehung der Straftat gezwungen worden.