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Die einfache Gesellschaft (Art. 530 ff. OR) findet immer dann Anwendung, wenn für eine Personenvereinigung nicht die Voraussetzungen einer anderen Gesellschaftsform gegeben ist (Art. 530 Abs. 2 OR).
Allerdings ist es grundsätzlich nicht zulässig, in der Form einer einfachen Gesellschaft ein kaufmännisches Gewerbe zu betreiben. Falls eine einfache Gesellschaft dies dennoch tut, so gilt sie von Gesetzes wegen als Kollektivgesellschaft (Art. 552 ff. OR). Eine Ausnahme gilt unter bestimmten Voraussetzungen für die freien Berufe (es wird kein Gewerbe betrieben), wo Rechtsanwälte, Ärzte, Architekten etc. häufig Büro- oder Praxisgemeinschaften in Form einer einfachen Gesellschaft betreiben.
Wo die einfache Gesellschaft zulässig ist, da besteht einer ihrer Vorteile in der einfachen und unkomplizierten Entstehung: Es genügt, dass sich zwei oder mehrere Personen zur Erreichung eines gemeinsamen Zweckes zusammenschliessen und mit gemeinsamen Kräften oder Mitteln auf dieses Ziel hinarbeiten (vgl. Art. 530 Abs. 1 OR).
Dies kann sich jedoch auch als Nachteil erweisen: Die einfache Gesellschaft entsteht formlos, weswegen sich die beteiligten Parteien oft gar nicht darüber im Klaren sind, dass sie eine solche überhaupt gegründet haben. Diese Unwissenheit kann in Haftungsfällen zu einem bösen Erwachen führen: Die Mitglieder einer einfachen Gesellschaft haften unbeschränkt und solidarisch mit ihrem Privatvermögen für entstandene Gesellschaftsschulden (Art. 544 Abs. 3 OR).
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