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In den letzten Jahren hat das Dorf Kamenice einen Zustrom von Einwohnern und einen damit verbundenen Bauboom erlebt. Das ursprüngliche Dorf wird urbanisiert und es entsteht eine städtische Architektur, insbesondere im Zentrum des Dorfes. Das vorgeschlagene Grundstück befindet sich in unmittelbarer Nähe des Zentrums von Kamenice, direkt an der Hauptachse des Dorfes, der Ringhofferova-Strasse. Die umliegende Bebauung hat einen vielfältigen Charakter – es gibt Einfamilienhäuser, Hütten und Mehrfamilienhäuser. Auf der Nordseite grenzt das Grundstück an die Hauptfussgängerroute, die durch das ganze Dorf führt. Die beiden Villen von New How Architects bilden somit ein imaginäres Tor zum Zentrum von Kamenice.
Abgegrenzt
Die Form des Grundstücks ist trapezförmig, wobei die längeren Seiten parallel verlaufen. Die kürzeren, zu den Strassen hin, laufen auseinander. Dieses geometrische Motiv wurde in der grundlegenden städtebaulichen Komposition des Entwurfs verwendet und zwei fast identische Gebäude mit quadratischem Grundriss auf dem Grundstück platziert, deren Aussenfassaden parallel zu den kürzeren Seiten des Grundstücks verlaufen. Die Gebäude selbst sind um 13 Grad gegeneinander verdreht. Dazwischen entsteht ein unregelmässiger Gemeinschaftsraum mit altem Baumbestand. Das Prinzip der Drehung der Gebäude spiegelt sich auch in der Form des geschwungenen Parkplatzes, des Daches und der trichterförmigen Aufweitung der Zufahrt wider. In Bezug auf die städtebauliche Nutzung und Funktion ist das Gelände in Längsstreifen mit unterschiedlichen Funktionen unterteilt. Entlang der östlichen Begrenzung führt eine Strasse zum Parkplatz. Auf der anderen Seite des Parkplatzes gibt es einen Fussgängerweg, der das gesamte Gelände von Norden nach Süden durchquert und die Ringhoffer Strasse mit dem Fussgängerweg im Norden verbindet. Der westliche Streifen des Grundstücks ist der breiteste und wird für den privaten Wohnungsbau genutzt. Der zentrale Platz mit dem ursprünglichen Baumbestand vermittelt das Gefühl eines Parks zwischen zwei Wohnhäusern und schafft einen halbprivaten Raum, der dem Gemeinschaftsleben der Bewohner dient. In den Randbereichen der Wohnzone sind private Vorgärten angelegt, die in direkter Verbindung mit den Erdgeschosswohnungen stehen.
Konzipiert
Die zentrale Idee des Projekts bestand darin, zwei Wohnhäuser in eine Umgebung mit gewachsenem Grün zu setzen, die die umliegenden Gebäude nicht überragt und sich harmonisch in die Umgebung einfügt. Zwei ähnliche Villen mit quadratischen Grundrissen und schrägen Dächern reagieren sensibel auf die umgebende Bebauung und etablieren ein durchgängiges Prinzip in der ungeordneten Bebauung des weiteren Dorfkerns. Die dynamischen Fassaden und die Holzverkleidungen verleihen den neuen Gebäuden einen zivilisierten und einladenden Ausdruck, der mit der Umgebung und der Natur in Verbindung steht. Die Villen sind als einstöckige Gebäude konzipiert – eine Typologie, bei der alle Wohnungen einer Etage über einen vertikalen Kommunikationsraum zugänglich sind. Beide Villen haben drei Etagen, wobei die oberste Etage ein Dachgeschoss ist. In jeder Villa gibt es 8 Wohnungen, die zwischen 2- und 4-Zimmer-Einheiten gross sind.
Standfest
Die horizontalen Strukturelemente der Gebäude – Streifenfundamente, Decken, Balkone – bestehen aus monolithischem Stahlbeton, während die tragenden Wände aus Ziegelsteinen gefertigt sind. Die mit einer grauen PVC-Membran ausgekleidete Dachkonstruktion besteht aus Holzsparren, die von Stahlpfetten getragen werden. Die Aussenwände sind mit Mineralwolle isoliert, mit Putz überzogen und mit vertikalen Holzlatten aus sibirischer Lärche verkleidet. Der überdachte Parkplatz ist aus Stahlprofilen mit Trapezblecheindeckung gefertigt. Das Dach ist extensiv begrünt. Die Zufahrtsstrasse zu den Parkplätzen ist aus mit feinem Kies gefüllten Betonrasensteinen gestaltet.
Text: David Zámečník
©Petr Polák
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