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Tradition trifft Moderne
Umgang mit den bündner Kreuzstichmustern bei den yuli-Kreationen
In den Bündner Kreuzstich-Büchern ist eine enorme Vielfalt an Mustern überliefert. Diese Vorlagen zeichne ich auf dem Computer nach, teile sie in einzelne Elemente auf und kreiere damit neue Muster, welche von der Grösse und Form genau auf das Kleidungsstück passen.
Der Bündner Kreuzstich ist eine Tradition, welche heutzutage kaum mehr angewendet wird. Die Geschichte des Kreuzstiches reicht bis ins Mittelalter zurück. Viele Muster haben ihren Ursprung im Orient und sind über Italien nach Graubünden gekommen. Ab dem 16. Jahrhundert, im Zeitalter der Renaissance, wurden Wohnräume vermehrt geschmückt um die Gäste zu beeindrucken. Mithilfe des Kreuzstiches wurden Decken, Paradekissen und Prunkhandtücher bestickt und an wichtigen Anlässen wie Geburt, Taufe, Hochzeit oder der Aufbahrung von Toten, präsentiert. Das Aufkommen des Kreuzstiches wurde durch die Erfindung des Buchdruckes verstärkt. Muster konnten auf Papier weitergegeben werden.
Mit dem Aufkommen der Stilepochen Barock und Rokoko im 17. und 18. Jahrhundert, wurden die Muster flächiger und verschnörkelter; dafür eigneten sich andere Stickarten, wie zum Beispiel der Ketten- oder Plattstich, besser. Das besondere im Bündnerland war, dass die Renaissancemuster des 16. Jahrhunderts, teilweise nur wenig verändert, beibehalten wurden und der Kreuzstich somit durch die Jahrhunderte hindurch präsent war. Der Erhalt der traditionellen Muster wurde durch die Abgeschiedenheit der Bündner Täler begünstigt.