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Stress - Umgang und Prävention
Was bedeutet eigentlich Stress? Stress wird immer dann empfunden, wenn sich eine als wichtig erachtete Aufgabe mit den eigenen Möglichkeiten und Mitteln (Zeit, Fähigkeiten, Knowhow) nicht lösen lässt. Dabei entsteht ein Spannungszustand der sich negativ auf die mentale Gesundheit auswirkt und krank macht.
Die Gesundheitsgefährdung durch Stress ist auf einen physischen Urtrieb zurückzuführen. Um dem Körper in Gefahrensituationen mehr Energie zur Verfügung zu stellen, werden Stresshormone freigesetzt. Die Geschwindigkeit des Herzschlages nimmt zu, die Atmung wird flacher und der Muskeltonus wird herabgesetzt. Haltet diese Stresssituation ununterbrochen über einen längeren Zeitraum an, staut sich diese zusätzliche Energie im Körper an. Demzufolge fehlen dem Körper die Ruhephasen und er kann sich langfristig nicht mehr erholen. Chronischer Stress kann so zu einer vollständigen Erschöpfung, dem Burnout führen.
Stress kann durch viele verschiedene Ursachen ausgelöst und unterschiedlich empfunden werden. Zu den meist genannten Faktoren, die im Arbeitsleben zu negativen mentalen Folgen führen, zählen soziale, körperliche, physikalische und Leistungsstressoren. Unter ersterem sind zwischenmenschliche Konflikte, Ungerechtigkeiten und Mobbing zu verstehen. Zu den körperlichen und physikalischen Stressoren gehören Verletzung oder Krankheit und Hitze oder Lärm. Die häufig empfundenen Leistungsstressoren setzten sich aus Zeit- und Leistungsdruck, hoher Arbeitsbelastung, langen Arbeitstagen und eingeschränkten Handlungsspielräumen zusammen. Um gezielt auf Stress reagieren zu können, ist es wichtig die häufigsten Stresssignale zu kennen und zu wissen welche Massnahmen eingeleitet werden können. Auf psychosomatischer Ebene zeigt sich Stress in Form von Abgeschlagenheit und Müdigkeit, Nacken-, Schulter- oder Rückenschmerzen, Verdauungsproblemen und Schlaflosigkeit. Emotional kann übermässige psychische Belastung zu Reizbarkeit, Angst, und Entspannungsschwierigkeiten nach der Arbeit führen.
Um Stressoren erfolgreich zu bewältigen und mental gesund zu bleiben, benötigen Mitarbeitende Ressourcen. Diese können durch die Unterstützung des Arbeitgebers gefördert und gestärkt werden. Langfristig erfolgreiche Massnahmen müssen auf zwei Ebenen angesiedelt sein:
- Mitarbeitende müssen lernen, Belastungen zu reduzieren und besser mit ihnen umzugehen. Sie sollen ihre Arbeitsorganisation und ihr Zeitmanagement verbessern, frühzeitig Unterstützung fordern, sich körperlich aktiv bewegen und sich Zeit für Entspannung- und Ruhephasen gönnen. Der Betrieb kann sie in ihren Bemühungen mit Weiterbildungsangeboten unterstützen.
- Die Führungskräfte müssen lernen, wie sie Stress bei Mitarbeitenden erkennen und minimieren können. Wichtig sind angenehme Arbeitsbedingungen und ein Klima der Wertschätzung. Es gilt, Stressanzeichen auch bei sich selber wahrzunehmen und vorbildlich darauf zu reagieren.
Die jährlichen Kosten, die aufgrund von Stress an schweizerischen Arbeitsplätzen anfallen, werden von Staatssekretariat für Wirtschaft SECO auf 4 Millionen Franken geschätzt. In Kombination mit der zunehmenden Arbeitskomplexität und dem heutig allgegenwärtigen Zeitdruck wird die Stressprävention zur Schlüsselkompetenz.