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In Grossbritannien und in Südafrika haben Forschungsteams je eine neue Variante des Coronavirus entdeckt, die sich in den beiden Ländern sehr schnell ausbreiten. Die wissenschaftliche Task Force hat am Point de Presse vom 22. Dezember 2020 informiert.
Seit Sonntag 20. Dezember 2020 werden unter Hochdruck Test-Proben aus der Schweiz untersucht, bei denen es sich möglicherweise um die neue SARS-CoV-2 Variante VOC-202012/01 handeln könnte, die in Grossbritannien entdeckt worden ist (dieses Variante wird manchmal auch B.1.1.7 oder N501Y.V1 genannt). Hinweise auf die neue Variante können mit gewissen diagnostischen PCR-Tests gewonnen werden, die aber nicht in allen Schweizer Laboren verwendet werden. Diese Methode ist allerdings nicht 100% spezifisch und daher werden diese Proben zur Verifizierung sequenziert.
Wie das Bundesamt für Gesundheit gestern 24. Dezember 2020 berichtete, wurde VOC-202012/01 nun in zwei Proben aus der Schweiz nachgewiesen. Nun werden grosse Anstrengungen unternommen, um zu analysieren, ob VOC-202012/01 allenfalls schon in der Schweiz weiter verbreitet ist.
Informationen der britischen New and Emerging Respiratory Virus Threats Advisory Group (NERVTAG), des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC), der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) weisen darauf hin, dass sich VOC-202012/01 schnell ausbreitet und wahrscheinlich ansteckender ist als andere Varianten von SARS-CoV-2. Es gibt aktuell keine Hinweise darauf, dass VOC 202012/01 schwerere Erkrankungen hervorruft als andere Varianten. Es gibt aktuell auch keine Hinweise darauf, dass VOC 202012/01 nicht abgedeckt wird von der Immunantwort, die von Impfstoffen hervorgerufen wird.
Die Schweiz befindet sich seit Wochen in einer epidemiologischen Risikosituation mit sehr hohen Zahlen an Infektionen und Todesfällen, einer steten Zunahme in mehreren Regionen und einem Gesundheitssystem, das unter ausserordentlich grosser Belastung steht. Die kommenden Tage und Wochen bergen zusätzliche Risikofaktoren: die Festtage und Wintertourismus mit einer Zunahme an Kontakten und Mobilität und die Möglichkeit von weiteren Temperaturrückgängen. Eine Virusvariante, die wahrscheinlich ansteckender ist als bisherige Varianten von SARS-CoV-2, stellt für die Schweiz daher ein weiteres Risiko dar. Die Ausbreitung einer ansteckenderen Variante würde es schwieriger machen, die Epidemie in der Schweiz zu kontrollieren.
Die Task Force hat am 15. Dezember 2020 kommuniziert, dass aus ihrer Sicht strenge, flächendeckende Massnahmen angezeigt sind (siehe Statement Point de Presse vom 15. Dezember 2020). Das Auftauchen der wahrscheinlich noch ansteckenderen Virus-Variante VOC 202012/01 erhöht diese Dringlichkeit zusätzlich. Um eine Ausbreitung der neuen Virus-Variante in der Schweiz zu verhindern oder zu verlangsamen, ist aus Sicht der Task Force neben den Massnahmen zur Kontaktreduktion ein umgehender Ausbau der kantonalen Test- und Tracing-Kapazitäten sowie eine konsequente Umsetzung von Isolations- und Quarantäne-Regelungen notwendig. Anstrengungen zur Identifizierung von Clustern und Infektionsquellen sind in der aktuellen Situation besonders wichtig.
Wir wissen, wie wir uns vor SARS-CoV-2 wirksam schützen können und all diese bekannten Schutzmassnahmen wirken auch bei dieser neuen Variante. Für Übertragungen braucht es Kontakte – gemeinsam können wir aktiv auch etwas gegen diese neue Variante tun, nämlich indem wir unsere Kontakte so weit wie möglich reduzieren.