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Sein Familienclan ist längst aus dem kriegsgebeutelten Kabul geflüchtet. Geblieben ist seine junge Frau, die sich trotz akuter Lebensgefahr liebevoll um ihn und ihre zwei kleinen Kinder kümmert. Als es immer gefährlicher wird, bringt sie die Kleinen zu einer Tante und kehrt einmal pro Tag ans Krankenbett ihres Mannes zurück. Eines Tages beschliesst sie, ihm ihre intimen Gedanken und Geheimnisse anzuvertrauen, nicht wissend, ob er sie hören kann oder nicht. Sie erzählt, wie sie von ihrer Familie an ihn verkauft wurde, von seinen ewigen Demütigungen, den Kriegsgräueln. Und von den aufkeimenden Gefühlen für einen jungen Mann. Mit jedem Wort befreit sie sich innerlich von ihrem bisherigen Leben.
Die Schauspielerin Golshifteh Farahani verkörpert die junge Frau, die in einer Gesellschaft lebt, in der eine Frau nur sprechen kann, wenn ihr Mann stumm ist. Die iranischfranzösische Schauspielerin, die schon bei «Poulet aux prunes» beeindruckte, trägt den Film mit unglaublicher Intensität.
Der Regisseur Der französisch-afghanische Regisseur Atiq Rahimi, 51, erhielt 2008 für seinen gleichnamigen Roman den renommierten Prix Goncourt.
Die Hammersatz «Wer keine Liebe macht, macht Krieg.»
Das Fazit Wie nah doch Zärtlichkeit, Poesie, und Grausamkeit beieinanderliegen. Prädikat: besonders wertvoll!
Bewertung *****
Länge 98 Min
Regie Atiq Rahimi
Kinostart 6. 6.