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Mag man gemütliches Kaffeetrinken in Brasserien und Einkaufen in kleinen Spezialitätenläden, ist man in der Rue Montorgueil genau richtig. Die nur wenige hundert Meter lange Strasse im Quartier Châtelet-les-Halles ist überwiegend autofrei und gehört zu den letzten Überresten des alten Hallenviertels von Paris. Dort befand sich rund 800 Jahre lang, vom 12. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts, der Pariser Grossmarkt. Während der Grossmarkt Ende der 1960er Jahre aus Platzgründen vor die Tore der Stadt nach Rungis umziehen musste, blieb die Rue Montorgueil bestehen.
Hier gibt es Käseläden, Bäckereien, Gemüsestände, Händler für Meeresfrüchte und viele Brasserien, von altmodisch bis modern. Auch einige Restaurants mit ausländischer Küche haben sich angesiedelt, zum Beispiel mehrere Italiener und Libanesen. Der berühmteste Laden ist wohl die Pâtisserie Stohrer an der Nummer 51: Die Spezialität in dem denkmalgeschützten Geschäft ist „Puits d’amour“, ein Kuchen nach einem Rezept aus dem 18. Jahrhundert. Die Croissants wurden ausserdem zu den besten der Stadt gekürt.
In der Nähe befindet sich das Untergrund-Einkaufszentrum Forum Les Halles, das nach dem Wegzug des Grossmarktes dessen Stelle einnahm. Es ist nicht besonders schön, der oberirdische Teil wurde aber zum Glück begrünt. Im Forum Les Halles hat es viele Billig-Kleiderläden, einen Fnac, ein Kino und Fast-Food-Restaurants. Bemerkenswert ist das Forum des Images, eine Videothek mit über 6’500 Filmen mit Paris als Thema oder Drehort. In den Vorführsälen werden ausserdem thematische Reihen zu wechselnden Schwerpunkten gezeigt. Im Forum les Halles befindet sich auch eine Metro-Station.
Ebenfalls in der Nähe ist das Centre Pompidou mit seiner einzigartigen Architektur. Es ist pluralistisch ausgerichtet mit einer grossen Bibliothek, dem Zentrum für industrielles Design, dem Institut zur Erforschung von Akustik und Musik, einer Kunstbuchhandlung, einem Kino und Kinderateliers. Sehr schön ist auch der Fontaine Stravinsky mit Metallskulpturen von Jean Tinguely und bunten Figuren von Niki de Saint-Phalle auf dem Platz neben dem Pompidou.
Alle Fotos: Andrea Schmits