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Das Ende des Prager Frühlings
Im August 1968 marschierten Truppen des Ostblocks in die damalige Tschechoslowakei, die CSSR, ein. Unter sowjetischer Führung walzten sie den «Prager Frühling» nieder. Damit ging das politische Tauwetter brutal zu Ende. Die tschechischen und slowakischen Kommunisten hatten wirtschaftliche Reformen, Meinungspluralismus und Reisefreiheit versprochen. Die sowjetischen Machthaber befürchteten ein Auseinanderbrechen des Ostblocks.
Der ehemalige Fotoreporter Heinz Fröhlich arbeitete während des Prager Frühlings für Aargauer Medien. Er war einer der wenigen deutschsprachigen Medienvertreter, die den Einmarsch sowjetischer Panzer 1968 in Prag festhielten.
Der heute 85-Jährige war im Aargau ganzen Generationen als «rasender Reporter» bekannt. Immer dabei war die legendäre Hasselblad-Kamera, mit der er Unfälle, Verbrechen und den «Prager Frühling» dokumentierte.
Heinz Fröhlich lebt in Schinznach Bad. Auf dem Dach des Hauses war früher eine Antenne installiert, dank der er den Polizeifunk abhören konnte. Immer noch kokettiert er mit der Kamera. Seine Artikel zeichnete er mit -hf-. Oft trug der gebürtige Schlesier Hemden mit Patten.
Extra in seinen Ferien war Heinz Fröhlich 1968 nach Prag gefahren. Er arbeitete für diverse Zeitungen, so für den «Aargauer Kurier», damals das grösste Gratismedium im Kanton Aargau. Die Stimmung in der Redaktion war prononciert antikommunistisch und entsprach dem Zeitgeist des «Kalten Kriegs».
Heute bewahrt das Aargauer Staatsarchiv Heinz Fröhlichs Bilderschatz auf. Auf dem grobkörnigen Zeitungsbild von 1968 ist vor sowjetischen Panzern das Auto des Fotoreporters mit Aargauer Kontrollschildern zu sehen. «Ich wollte beweisen, dass ich tatsächlich da war», sagt Fröhlich. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs hatte er als Flüchtlingskind ein paar Monate in der Nähe von Prag gelebt.