Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03603.jsonl.gz/68

Die Maschinenindustrie galt seit dem 19. Jahrhundert als grösster Wirtschaftsexporteur der Schweiz, grösser als die Chemie-/Pharma- und Uhrenbranche zusammen. Die Auslagerung ganzer Geschäftsfelder, wie den Bau von Textilmaschinen der Branchenführer Mitte der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts, führte zum raschen Abbau des Exportanteils. 2010 machte die Maschinenindustrie nur noch 18 % an Schweizer Exporten aus.
Maschinenindustrie leidet, Pharma gewinnt
Zur gleichen Zeit entwickelte sich die Pharmabranche glänzend. Hatte die „Chemische Industrie“, d.h. Chemie und Pharma zusammen, 1990 einen Anteil von 21 % der Exporte inne, verschob sich das Verhältnis der beiden Zweige in den folgenden Jahren deutlich. Die Zahlen der Avenir Suisse zeigen, dass im Jahr 2010 alleine auf die Pharmaindustrie 30% der Exporte entfielen, der Anteil der Chemie lag nur noch bei 7 %. Das bedeutet eine Versiebenfachung der Schweizer Pharma-Exporte in den letzten 20 Jahren auf 61 Mrd. CHF.
Konzentration auf Forschung
Geschäftliche Fusionen brachten für die Pharmabranche den Aufschwung. Der Zusammenschluss von Ciba-Geigy und Sandoz zur Novartis im Jahr 1996 ist ein Beispiel der visionären Geschäftspolitik der folgenden Jahre. Die Konzentration auf die forschungsintensiven Life Sciences mit hoher Wertschöpfung und die zeitgleiche Auslagerung von Chemieproduktionen in kostengünstigere Länder brachten den wirtschaftlichen Erfolg. Die Investitionen anderen Branchenvertreter, wie Roche oder der Zuzug vieler kleinerer Unternehmen wie Actelion, konnten den Standort Schweiz im Bereich Pharma festigen.
Abschliessend verweist die Avenir Suisse auf weiterhin positive Prognosen für die Exportentwicklung der Chemie- und Pharmabranche. Das unabhängige Schweizer Forschungsinstitut BAK Basel prognostiziert für dieses Jahr eine Wachstumsrate von 1.8 %. Für 2013 liegen die Schätzungen sogar bei 2.1 %.