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So steigerte J&J seinen Umsatz im dritten Quartal um 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 20,35 Milliarden US-Dollar. Rund die Hälfte der Einnahmen machte allein das Medikamentengeschäft aus, das im Vergleich zum Vorjahr um 6,7 Prozent wuchs. Dazu gehören etwa Mittel gegen Prostata- oder Lymphknotenkrebs. Der Verkauf von Medizintechnik ging dagegen leicht zurück.
Auch unter dem Strich verdiente das Unternehmen bereinigt mit rund 5,6 Milliarden Dollar deutlich mehr als ein Jahr zuvor - der Gewinn stieg um gut 7 Prozent. In dem Ergebnis nicht enthalten sind jedoch Abschreibungen von 630 Millionen Dollar im Zusammenhang mit einem Medikamentenkandidaten. Hier hatte J&J im zweiten Quartal die Entwicklung ausgesetzt. Der US-Konzern hatte diesen 2014 im Zuge der Akquisition von Alios Biopharma mit übernommen. Den Restwert von 900 Millionen Dollar will J&J zu einem späteren Zeitpunkt überprüfen.
Dennoch zeigte sich der Konzern sowohl für Umsatz als auch für den Gewinn optimistischer als vorher. Die Erlöse sollen sich 2018 in einer Spanne von 81 bis 81,4 Milliarden Dollar bewegen, was einem vergleichbaren Wachstum von 5,5 bis 6 Prozent entspricht. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll sich auf 8,13 bis 8,18 Dollar belaufen, nach zuvor prognostizierten 8,07 und 8,17 Dollar. Erst im Juli hatte der Konzern wegen des starken Dollar die Prognose zurückgenommen.
J&J muss sich unterdessen auf eine neue Klagewelle in Australien einstellen. Rund 700 Frauen hatten wegen Schmerzen aufgrund eines Scheidenimplantats Sammelklage eingereicht. Sie geben an, unter Gewebeschäden, Inkontinenz, Infektionen und Schmerzen zu leiden. Vergangene Woche kündigte die australische Regierung an, gegen das seit Jahrzehnten bekannte Problem nun angehen zu wollen und entschuldigte sich bei den Betroffenen. Die Synthetik-Netze sollen überdehntes oder gerissenes Gewebe nach der Geburt oder bei Inkontinenz unterstützen.
Die Beschwerden über Produkte des Pharmakonzerns sind kein Einzelfall. Erst im Juli war J&J im US-Bundesstaat Missouri zu einer Strafe von 4,7 Milliarden Dollar verurteilt worden, weil bestimmte Körperpflegeprodukte Krebs verursacht haben sollen. Der Konzern wollte das Urteil anfechten./elm/nas/jha/
(AWP)