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Die SS Hirondelle oder auf Deutsch übersetzt die „Schwalbe“, ist ein hölzerner Glattdeckraddampfer sehr ähnlich wie die SS Jura im Bodensee. Das Wrack (ca.2/3) liegt Aufrecht an einem Abhang. Der Bug beginnt auf ca. 41m und der tiefste Teil befindet sich auf 58m. Das Heck (ca.1/3) ist abgebrochen und ist in eine unbekannte Tiefe gefallen. Vielleicht geh ich den Rest mal suchen ;-)
Ich weise Ausdrücklich darauf hin:
Aufgrund der grossen Tiefe und der meistens schlechten Sicht 0-35m <1.0m ist dieses Wrack nur sehr erfahrenen Tauchlehrer welche bis 50m tauchen dürfen, sowie Mischgastaucher vorbehalten. Sport- und Ferientaucher haben auf diesem Wrack nichts verloren!
Die Geschichte der Hirondelle
Im Laufe der Industriellen Entwicklung im 18. Jahrhundert stieg auch der Ausbau der Infrastrukturen an Land und auf dem Wasser. Um mit dem Schritt zu halten und natürlich auch um Geld zu verdienen, gab die Société de l'Aigle und die Société du Léman im Jahre 1855 bei der Escher-Wyss & Cie in Zürich einen 150t Glattdeckraddampfer mit 40m Länge und einer Fahrgastkapazität von 800 Personen in Auftrag. Der Stapellauf erfolgte am 27.August 1856. Einen Monat später wurde es nach den fertigstellungsarbeiten erstmalig eingesetzt.
Der Untergang
Die Hirondelle verrichtete viele Jahre auf dem Genfer See ihre Arbeit. Bis ins Jahr 1862.
Die SS Hirondelle lief am 10.Juni 1862 auf die Unterwasserfelsen am Rande des Fahrwassers von Becque-de-Peilz auf und schlug Leck.
Was war passiert? Für die SS Hirondelle war es ein ganz normaler Tag: Unter dem Kommando von Kapitän Hoffmann holte man 190 Passagiere vom Markt in Vevey ab um sie heim nach Clarens und Montreux zu bringen. Mit den schon vorher an Bord befindlichen Personen hatte man nun 350 Fahrgäste an Bord. Bei schönem Wetter legte man also nun um 12.00 Uhr in Vevey ab und der Kapitän machte sich auf die Runde die Tickets zu kontrollieren bzw. solche zu verkaufen. Der Rest der Besatzung war dann bis auf den Steuermann damit beschäftigt die diversen sperrigen Einkäufe so auf dem Schiff hin- und herzuräumen, so dass die Trimmung stimmte. An diesem Tag waren unglücklicherweise zwei Matrosen der regulären Mannschaft ausgefallen und durch zwei andere Matrosen ersetzt worden. Einer dieser Matrosen, und zwar ausgerechnet jener der sich in dieser Ecke des Genfer Sees nicht auskannte, ein gewisser Herr Visinand, stand nun bei Annäherung an das enge Fahrwasser von Becque-de-Peilz am Ruder. In diesem engen Fahrwasser kam nun eine Barke als Gegenverkehr der SS Hirondelle entgegen. Der Steuermann des Passagierdampfers wich nun unter Nichtbeachtung der Schifffahrtssignale direkt auf die Unterwasserfelsen von Becque-de-Peilz aus und rammte das Schiff dort um 12.15 Uhr fest.
Glücklicherweise konnten sofort alle Passagiere an Bord mitsamt ihren Neuerwerbungen auf die besagte Barke bzw. andere herbeieilende Schiffe umgeladen werden, so dass bei ihnen keine weiteren Schäden entstanden. Anderthalb Stunden nach dem Auflaufen gab das Holz am Bug nach und Wasser strömte in den Schiffsrumpf. Langsam glitt die Hirondelle mit dem Bug tiefer und verharrte schliesslich wie festgenagelt mit dem Vorschiff und der Mittschiffssektion unter Wasser.
Lediglich das Heck war noch trocken und ragte über die Wasserlinie hinaus. Um die SS Hirondelle nun zu retten, orderte man einen Bergungsspezialisten, einen Ingenieur aus Zürich mit den Gehilfen Gottefrey und de la Harpe, die bereits den vor zwei Jahren bei Coppet aufgelaufenen Dampfer SS Leman wieder flottbekamen. Mittlerweile liefen nun auch die Untersuchungen des Unglücks an und ergaben, dass anscheinend ausschließlich der Steuermann Visinand "Schuld" gehabt hätte. Als die "Freunde und Helfer" diesen nun auf eine fröhliche Spritztour in der grünen Pferdeminna einladen wollten war er aber schon mit Sack und Pack verschwunden und ward nicht mehr gesehen. Am Tage nach dem Unglück traf dann schon eine Abordnung der Firma ein, die die SS Hirondelle gebaut hatte. Sofort ging man an die Bergung und legte über Kreuz dicke Ketten unter dem Schiffsrumpf herum und befestigte die oberen Enden an einer Hebevorrichtung.Nun begann man Zentimeter für Zentimeter den Schiffsrumpf zu heben. Leider traten nun Beschädigungen am Schiffsrumpf auf. Die Ketten gruben sich etwas zu sehr in diesen ein und führten insbesondere in der Nähe des Kesselraums zu größeren Splitterschäden. Nichtsdestotrotz hatte man schließlich das Schiff nach ca. zwei Wochen zwei Meter weit aus dem Wasser gehoben. Nun wollte man die SS Hirondelle möglichst schnell in einen Hafen in der Nähe schaffen um sie dort endgültig reparieren zu können. In der Nacht des Samstags vom 13. auf den 14. Juli 1862 zog jedoch ein starker Sturm auf und riss das Bergungsgeschirr mitsamt der Hirondelle unter Wasser.
Lediglich einige Kabel am Heckteil hielten noch. Da man die Hoffnungen nicht aufgegeben hatte, wurden die Arbeiten fortgesetzt und man versuchte nun zunächst das Schiff am Heckteil wieder hochzuziehen. Am 29. Juli 1862 beförderte diese Maßnahme schließlich nur das Oberteil des Hecks zutage der Rest der SS Hirondelle blieb über 100 Jahre verschollen!
Erst am 27. Februar 1966 wird das Wrack der SS Hirondelle von vier Schweizer Tauchern aus Lausanne durch Zufall wiedergefunden. Scheinbar versank die SS Hirondelle im Juli 1862 zunächst auf eine Tiefe von ca. 10m und rutschte dann mit dem Heck voraus an einem steilen Abhang hinunter. Gegenwärtig trifft man den Bug des Wracks auf einer Tiefe von ca. 42m an und das Heck auf einer Maximaltiefe von ca.58m.
Part 1
Nachdem ich einige Wochen Recherchiert hatte und nun wusste wo ich Parkieren kann und wo sich der Einstieg befindet, fuhren wir am Samstag den 11.5.13 nach La-Tour-De-Peliz. Dort angekommen Parkierten wir in einem sehr ruhigen Villenquartier. Als wir unsere Tauchausrüstung und Stages am See deponiert hatten zogen wir uns um. Anschliessend stand etwas Sport auf dem Programm (15 min Schwimmen mit der gesamten Ausrüstung). Am Abtauchpunkt angekommen, kam natürlich ein Tauchboot mit vielen „Spezialtauchern“ an Bord angefahren. Die "Spezialtaucher" tauchten uns natürlich vor unserer Nase ab. Wir versuchten zwei mal erfolglos vom Ufer aus Abzutauchen und verloren uns beide male wegen der wirklich schlechten Sicht. Danach entschieden wir uns weiter draussen einen Freiwasserabstieg zu machen um eventuell in klareres Wasser zu gelangen. Dieser Entscheid erwies sich als der bessere Weg. In etwa 25m Tiefe, betrug die Sicht dann doch schon 2m. Auf ca. 30m sah man die ersten Schlickwolken aufgewühlt von unseren „Spezialtauchern“ dies war für uns das Zeichen dass wir auf dem richtigen Weg befanden. Etwas weiter abgetaucht erspähte ich auf 40m Tiefe die ersten Balken und Ketten die von den Bergungsversuchen stammten. Und dann, da war sie in ihrer ganzen Pracht, die Hirondelle........Endlich!
Die Sicht betrug nun etwas über 2m aber unsere Freunde vom Tauchboot haben das Wrack in einen gewaltigen Schlickschleier eingehüllt. Deswegen gab es keine vernünftigen Fotos. Als ich das Wrack ausgiebig erkundet hatte und mein Computer 58 min Dekompressionszeit anzeigte entschloss ich mich schweren Herzens den Rückweg anzutreten.
Wir werden in Kürze zu diesem Wrack zurückkehren und dann vielleicht ein paar brauchbare Fotos mitbringen.