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a cappella: ein bisschen Etymologie
Nach Art einer Kapelle, nur leider ohne Kapelle! Mit a capella bezeichnen man in der Musik den komplett unbegleiteten Chor- oder Ensemblegesang. Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum das a capella heisst und was dieses Wort bedeuten könnte? Vielleicht soll man ja in einer Kapelle singen, oder es sind Musikstücke, welche für eine Kapelle geschrieben wurden, oder in Gedanken an eine solche…? Vielleicht soll der Gesang ja auch an eine Blasmusik oder Musikkapelle erinnern?
Der a cappella-Stil taucht erstmals zur Zeit des Komponisten Josquin des Prez Ende des 15. Jahrhunderts auf. Ende des 16. Jahrhunderts erreicht er eine Vorrangstellung mit Palestrina, der diesen in seiner Chormusik für die Sixtinische Kapelle einsetzt.
Die Bezeichnung „a cappella“ lehnt sich an das italienische alla cappella an und bedeutet ursprünglich Musik „nach Art der Kapelle“. Zunächst verstand man darunter mehrstimmige Vokalmusik, die durch Musikinstrumente begleitet wird und in welcher die Instrumente genau das spielen was auch die Stimmen singen.
Bei der Wiederentdeckung dieser Chormusiken der Renaissance und des Barock im 19. Jahrhundert durch Laienchöre, kam es durch fehlende Informationen zu einem Missverständnis bei der Bezeichnung a cappella. Denn in den Noten standen nur die Gesangsstimmen und der Text. Man ging auf Grund der fehlenden Instrumentenbezeichnungen davon aus, dass diese Musik für reinen Gesang gedacht wäre. Und da dort auch a capella Stand, dachte man, dass das wohl ein alter Ausdruck für unbegleiteten Gesang sein müsse. Die Stimmen sind scheinbar nach Art einer Kapelle komponiert worden… Und aus diesem Irrtum heraus kam es im 19. Jahrhundert zur Bedeutungsveränderung des Begriffes a capella. Im heutigen Sprachgebrauch verstehen wir darunter Musik, die vollständig auf Instrumente verzichtet und allein auf der menschlichen Stimme beruht.
In den letzten hundert Jahren entstand nun eine grosse Anzahl an a capella Formationen und diese Gattung erfreut sich grosser Beliebtheit: vom Konzertsaal zum Kirchenkonzert, vom Kammermusiksaal bis hin zur Kabarettbühne. Bekannte Gruppen wie zum Beispiel die „Kings Singer“, „the flying pickets“ oder die „Singphoniker“ touren durch die ganze Welt. Eine immer noch seltene Form der a capella Besetzung ist jene, die einzig aus Frauenstimmen besteht. Das Frauen-Vokal-Ensemble „dezibelles“ ist eine dieser Raritäten, die wir Ihnen im Rahmen von Prima Volta präsentieren dürfen.