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Der ausgedehnte Talkessel des oberen Schenkenbergertales dürfte – wie ein alemannisches Gräberfeld belegt – bereits im Frühmittelalter besiedelt worden sein. Das Gebiet gehörte kirchlich ursprünglich wohl zur um 750 entstandenen Grosspfarrei Veltheim.
1064 erscheint «Talehein» erstmals in den Quellen als habsburgischer Besitz. In diesem Umfeld dürfte auch ein erster romanischer Kirchenbau entstanden sein, wie er noch heute in den Fundamenten des Kirchenschiffs, vielleicht sogar im aufgehenden Mauerwerk nachgewiesen werden könnte. Einen wichtigen Hinweis auf die Entstehungszeit geben die Proportionen (1 : 2) von Länge und Breite des Schiffs, aber auch der unregelmässige Verlauf der südseitigen Mauer und ihr starker Einzug (vgl. Grundriss). Die bis 1528 katholische Kirche war dem Heiligen Petrus geweiht.
Das 20-bändige «Allgemeine Helvetische, Eydgenössische oder Schweitzerische Lexicon» (erschienen 1747–1765) von Johann Jacob Leu (1689–1768) vermerkt über das Thalheimer Gotteshaus: «Die Anno 1543 erneuerte und erweiterte Kirch stehet zu oberst im Dorf…». Es ist also mit einiger Sicherheit anzunehmen, dass damals der noch heute vorhandene Langchor an den bestehenden Kirchenbau angebaut und gleichzeitig das ganze Gebäude erneuert worden ist. Auch aus der Folgezeit sind immer wieder Belege für Reparationen in den Quellen nachweisbar, so 1676 (Chor), 1704 (Turm bzw. Dachreiter), 1828 Strebepfeiler, 1842 (Fenster), 1895 (Turm) usf. Nicht ganz auszuschliessen ist die Vermutung, dass der Langchor erst 1676 als Reaktion auf das anhaltende Bevölkerungswachstum an das Schiff angesetzt worden ist.
1842 wurden ältere Fenster durch Rundbogenfenster
mit Stichbogenleibungen ersetzt. Vermauerte frühgotische Spitzbogenfenster
sind in der Nordmauer nachweisbar. Der heutige Dachreiter mit dem
dreistimmigen Geläute ist 1957 neu errichtet worden.
Die Kirche von Thalheim steht seit 1966 unter kantonalem Denkmalschutz.
Vermauertes und wieder freigelegtes frühgotische Spitzbogenfenster in der Nordwand der Kirchen von Thalheim.