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Kürzlich lud David Syz, der ehemalige Staatssekretär und heutiger Dokumentarfilmer, zur Premiere des 1.Teils seines neuen Films mit dem Titel "Globalisierung in der Krise" ins Kino Arthouse Le Paris in Zürich ein. Anhand konkreter Situationen, v.a. in Duisburg, im Rust Belt der USA und in Peru, mit Interviews mit Führungskräften, Arbeitern, der WTO-Generaldirektorin und Professoren, erhielt man Einblick in wirtschaftliche und politische Herausforderungen. Dabei wurden Vergleiche gezogen zwischen der Situation vor zehn Jahren in Gesprächen mit denselben Interviewpartnern über Verbesserungen, Stagnation oder Verschlechterungen ihrer ökonomischen Situationen.
In Duisburg führte der Niedergang der Stahlindustrie zur Chance, Europas grösster Eisenbahn-Binnenhafen zu werden, der nun auch für den Transport chinesischer Produkte von grösster Bedeutung wurde, ohne dass China die Chance erhält, sich daran zu beteiligen. Der Transport über die Schiene ist viermal schneller als über die Meere.
In den USA diente Trumps nationalistische Politik "Amerika First" zum Ausschluss des internationalen Wettbewerbs im Landwirtschaftsbereich. Seine Subventionspolitik diente aber auch dazu, sich Stimmen der ländlichen Bevölkerung zu holen. Der Farmer konnte sich eine einfache Rechnung machen. Je mehr Hektaren Land er zum bestehenden kaufte, desto mehr Subventionen erhielt er. So war es möglich, mehr Subventionen zu erhalten, als der Getreideerlös einbrachte.
In Peru, wo weite Teil der Bevölkerung unter grösster Armut, auch infolge massiver Korruption leidet, bauen die Chinesen einen grossen Hafen, der die Bevölkerung spaltet. Die Ausbeute der Fischbestände durch die einheimische Bevölkerung wird immer kleiner. Armut und mangelnde Sozialsysteme führen auch zu grösseren Gesundheitsrisiken, wie es sich bei den Todesfällen durch Corona zeigte. Zu kleinen Erfolgen in dortigen Handwerksbetrieben führten Kleinkredite bei Tüchtigkeit und Ideenreichtum der Peruanerinnen und Peruaner.
Nach der Filmvorführung diskutierte David Syz mit der politischen Philosophin Katja Gentinetta über Globalisierung. Abschottung führt zu Kosten ohne Entwicklung und Fortschritt. Aber ein Ausstieg aus der Armut ist nicht in jedem Fall gewährleistet. Es braucht möglicherweise internationale Regelungen, um den Aufstieg eines Landes oder einer Region zu ermöglichen. Syz äusserte Skepsis, Gentinetta wies auf die erstaunlich rasche Realisierung der OECD-Mindeststeuer hin.
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