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Doubles vies
Regie: Olivier Assayas
Darst.: Guillaume Canet, Juliette Binoche, Vincent Macaigne, Christa Théret, Nora Hamzawi, Pascal Greggory, Laurent Poitrenaux, Sigrid Bouaziz, Lionel Dray u.a.
Der Pariser Verleger Alain, konfrontiert mit den Herausforderungen der Digitalisierung, bemüht sich nach Kräften, mit den Veränderungen in seiner Branche Schritt zu halten. Ganz anders der Schriftsteller Léonard: Er verweigert sich der digitalen Welt und inszeniert sich als Hüter traditioneller literarischer Werte. Alain ist mit ihm befreundet und hat bisher alle seine Bücher publiziert, doch sein neues Manuskript weist er zurück. Denn er hat genug davon, dass Léonard in seinen Romanen eigene Liebesaffären verarbeitet. Alains Gattin Selena, die Léonards Manuskript zu lesen bekommt, ist allerdings davon sehr angetan. Alain ahnt nicht, dass Léonards Liebschaften weit mehr mit der Realität zu tun haben, als er sich in seinen kühnsten Träumen hätte ausmalen können. Olivier Assayas’ neuester Film, der im englischen Sprachraum den Titel «Non-Fiction» trägt, ist ein temporeicher Liebesreigen, in der jede(r) jede(n) betrügt, und ein leidenschaftliches Plädoyer für das gedruckte Buch. Juliette Binoche, die bereits in zwei früheren Filmen von Olivier Assayas, «L’heure d’été» (2008) und «Sils Maria» (2014), die weibliche Hauptrolle spielte, läuft in ihrer Rolle als Verlegergattin einmal mehr zu Höchstform auf. Jon Frosch schrieb im Hollywood Reporter: «Obwohl ‹Doubles vies› im Gegensatz zu seinen beiden vorherigen Filmen, ‹Sils Maria› und ‹Personal Shopper›, durch und durch französisch ist, richtet sich Assayas’ Blick ebenso stark nach aussen. Das Interesse des Regisseurs an den Kräften der Globalisierung – in seinem Gesamtwerk von ausgefallenen Genre-Übungen bis hin zu stilvollen Kostümfilmen immer wieder präsent – spiegelt sich in diesem witzigen, nachdenklichen und tief empfundenen Porträt einer Handvoll Menschen, die in einem sich schmerzhaft schnell verändernden Land ihren Platz suchen. Getragen von grossartigen Darstellern, beginnt ‹Doubles vies› als geschwätzige Studie über das Pariser Intellektuellenmilieu, um dann langsam emotional Fahrt aufzunehmen. Dabei gibt es reichlich Gelächter und Gekicher in dieser Komödie voller Zärtlichkeit und Verzweiflung. Assayas beweist erneut seine Fähigkeit, schwierige Themen mit grösster Leichtigkeit anzugehen in einem Film, der wie ein Windhauch dahinschwebt.»