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Die Wirtschaftsgeschichte schafft eine Verbindung zwischen der Wirtschaftswissenschaft und der Geschichtswissenschaft. Sie ist deshalb auch ein Teil der universitären Ausbildung. Zur historischen Analyse wirtschaftsgeschichtlicher Gegebenheiten bedient sich die Wirtschaftsgeschichte bestimmten Quellen und Methoden.
Quellen und Methoden
Als Quelle kann in der Wirtschaftsgeschichte jede Information gelten, die wirtschaftliche Vorgänge aus der Vergangenheit in den Vordergrund stellt. In erster Linie können diese Quellen aus Schriftstücken oder Urkunden bestehen aber auch aus Gegenständen, die mit wirtschaftlichen Tätigkeiten in Zusammenhang stehen. Die Methoden der Wirtschaftsgeschichte können entweder in Form von historischen Ansätzen bestehen oder aus mathematisch-analytischen Modellen. Letztere dienen hauptsächlich zur Veranschaulichung von wirtschaftstheoretischen Ansätzen.
Die Wirtschaftsgeschichte dient in erster Linie als Brückendisziplin zwischen der Geschichte und den Wirtschaftswissenschaften. Die Wirtschaftsgeschichte kann aus mehreren Perspektiven betrachtet werden. Aus rein historischer Perspektive beschreibt sie die Entwicklung wirtschaftlicher Systeme. Diese können auch geografisch und zeitgeschichtlich betrachtet werden, wie zum Beispiel die Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland.
Die Wirtschaftsgeschichte Deutschlands
Die deutsche Wirtschaft zählt zu den wichtigsten Märkte der Welt. Deutschland bildet eine relativ große Volkswirtschaft und genießt deshalb auch international eine bedeutende Rolle. Die Sozialversicherungsreformen in der Zeit Bismarcks drückten Deutschland den Stempel der sozialen Marktwirtschaft auf. Unter Konrad Adenauer und Ludwig Erhard erfuhr dieses System eine Weiterentwicklung. Die soziale Marktwirtschaft stellt dabei eine Mischform aus freier Marktwirtschaft und Planwirtschaft dar und entwickelte sich in den 1950er-Jahren in Deutschland zur heute noch gültigen Wirtschaftsform.>
Die deutsche Wirtschaft wurde zudem auch von den beiden Weltkriegen geprägt. Als Einwanderungsland hat sich Deutschland wirtschaftlich etabliert und die zahlreichen Bergwerke sowie die Stahlindustrie boten ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten für Zuwanderer. Durch das Anwerben von Gastarbeitern entwickelte sich Deutschland schließlich zu einer der führenden Industrienationen der Welt. Auch heute noch wird Deutschland als Wirtschaftsstandort geschätzt. Grund dafür sind die Produktionsbedingungen aber auch die sozialen Gegebenheiten.
Die Wirtschaftsgeschichte im Wandel
Als Hilfswissenschaften gelten in der Wirtschaftsgeschichte vor allem die Volks- sowie die Betriebswirtschaft. Hier werden vor allem auch mathematisch-analytische Modelle aus der Wirtschaftstheorie unter die Lupe genommen. Die Wirtschaftsgeschichte ist als Teildisziplin in der wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildung angesiedelt und wird im Rahmen des Studiums angeboten. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Bild der Wirtschaftsgeschichte allmählich gewandelt. Immer mehr fließen auch kulturelle und länderübergreifende Aspekte in die wirtschaftshistorischen Betrachtungen ein. Während früher vor allem quantitative Fragestellungen und mathematische Modelle im Mittelpunkt standen, werden heute auch qualitative Fragen im Rahmen der Wirtschaftsgeschichte erörtert. Damit wurde das Betätigungsfeld der Wirtschaftsgeschichte dementsprechend erweitert. Stand früher vor allem die Geschichte der Wirtschaft seit der industriellen Revolution im Vordergrund, so sind es heute auch kulturelle und soziale Aspekte, die mit der Wirtschaftsgeschichte beschrieben werden.
Die industrielle Revolution wird heute nicht mehr als einmaliges Ereignis beschrieben, welches sich im 19. Jahrhundert abspielte, sondern als dynamische Entwicklung, die heute in der Industrie 4.0 seine Fortsetzung findet.