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Wer bin ich?
Ich heisse Milad Sharifi. Ich bin 16 Jahre alt und komme aus Afghanistan. Meine Familie und ich sind am 17.11.2015 in der Schweiz angekommen. Ich bin jetzt ein Schüler. Am Morgen gehe ich in den Deutschkurs. Der Kurs findet in der Sekundarschule Bonstetten statt. Am Nachmittag besuche ich die Sekundarschule Hedingen. Ich glaube, Deutsch ist einfach. Ich mag Deutsch und auch Schweizerdeutsch. Ich gebe mir sehr Mühe, damit ich schnell noch besser Deutsch lerne.
Meine Familie
Ich habe zwei Schwestern. Meine ältere Schwester ist verheiratet und wohnt im Iran. Eigentlich hatte ich noch einen Bruder. Terroristen haben ihn brutal getötet. Meine Mutter ist vor zwei Jahren gestorben. Ich wohne jetzt mit meinem Vater, meiner jüngeren Schwester und meinem Cousin in Hedingen.
Über mein Leben in Afghanistan
Ich habe in der Mitte von Afghanistan in der Provinz Urouzgan gelebt. In Afghanistan ist es im Sommer sehr heiss und im Winter sehr kalt. Es gibt verschiedene Völker und Sprachen. Ich gehöre zum Volk Hazara und meine Muttersprache ist Dari (Farsi). Viele Afghanen sind Muslime. Es gibt Sunniten und Schiiten. Ich bin auch Muslim. Alle Hazara Leute sind Schiiten.
In Afghanistan gibt es keine Sicherheit. Es hat viele Terroristen. Ich habe Angst vor Terroristen. Ich bin mit Angst aufgewachsen. Sie töteten meine Familie‚ meine Freunde und meine Leute. Wir liefen weg von Afghanistan und nach einer schwierigen Flucht sind wir in die Schweiz gekommen.
Wie ist die Schule in Afghanistan?
Die Schule in Afghanistan ist nicht so fortschrittlich wie in der Schweiz. Meine Schule war nicht so gut. Ich war trotzdem froh, dass wir eine Schule hatten. In vielen Dörfern gibt es nämlich gar keine Schule. In Afghanistan dürfen viele Mädchen nicht in die Schule gehen, weil es die Terroristen nicht erlauben. Meine Schwester Fereshte ist nicht in die Schule gegangen.
Mein Alltag in der Schweiz
Ich gehe jeden Tag in die Schule. Nach der Schule mache ich meine Hausaufgaben und helfe meiner Schwester bei ihren Hausaufgaben. In Afghanistan musste ich meine Hausaufgaben immer selber machen. Ich war der einzige meiner Familie, der in die Schule ging. Auch hier mache ich sie meistens alleine. Aber am Montag gehen meine Schwester und ich in die Bibliothek. Zwei junge nette Frauen helfen uns bei den Hausaufgaben (Deutsch, Mathematik, Englisch).
Ich spiele gerne Fussball und möchte mal in einem Club spielen.
Über die Schweiz
Ich finde die Schweiz ist ein gutes und schönes Land mit hilfsbereiten Leuten. Ich liebe die Schweiz, weil es hier sicher ist und die meisten Leute sind nicht Rassisten.
Wünsche und Träume
Ich wünsche mir, dass meine Familie immer froh ist und wir in der Schweiz bleiben können. Ich wünsche, dass meine Schwester studieren und etwas lernen kann und dass mein Cousin seine Familie wieder sehen wird.
Mein grosser Traum ist, dass ich ein gutes und neues Leben anfangen kann und die Probleme nicht wieder kommen.
Ich danke sehr Familie Walter und Frau Wirth, dass sie meiner Familie helfen.
Ein Lieblingsgegenstand
Mein Name ist Gemal. Ich erzähle Ihnen etwas über einen Lieblingsgegenstand. So können Sie mich ein wenig kennen lernen. Einer meiner Lieblingsgegenstände ist mein Fussball. Er ist aus einem modernen Material aufgebaut. Seine Farben sind weiss mit orange-schwarzen Mustern.
Er bedeutet mir viel, weil ich oft mit ihm geübt habe. Ich übe Tricks und versuche, den Ball zu jonglieren. Auf dem Fussballplatz freue ich mich, wenn ich merke, dass mir das Üben etwas nützt. Es ist wie mit der Schule.
Auch in Syrien habe ich das Spiel mit dem Ball schon geliebt. Meinen Ball nenne ich Cr7. Wissen Sie was das bedeutet? Manchmal übe ich auch in meinem Zimmer. Aber meine Mutter findet das keine gute Idee. „Mama“, sage ich dann, „ ich bin jetzt dreizehn, wenn ich nicht übe, werde ich nie Profi!“
Der Ball ist ziemlich teuer. Deshalb spiele ich sorgfältig, so bleibt er ganz, bis ich Profi bin. Dann kann ich mir einen neuen Ball leisten. Bis es so weit ist, will ich noch viel Freude haben mit ihm.
Mein Name ist Seied HASHIME. Ich bin 23 Jahre alt und komme aus Afghanistan. In Ghoshak im Westen von Afghanistan, in der Provinz Herat, bin ich aufgewachsen. Meine Familienmitglieder wohnen in Afghanistan und Iran. Ich habe 7 Geschwister, nämlich 3 Schwestern und 4 Brüder. Familien mit vielen Kindern wie auch Familien mit 1 Kind sind normal in Afghanistan.
Im November 2015 bin ich in die Schweiz gekommen, nachdem ich 11 Länder durchquert habe. Seit Juni 2016 wohne ich in Hedingen in einer Wohngemeinschaft mit 5 anderen afghanischen Flüchtlingen. Wir haben es gut in unserer Männer WG, jeder hat sein “Ämtli”, das er gemäss einem Turnus erledigen muss. Das funktioniert bestens.
Natürlich ist es eine grosse Umstellung hier zu leben. Selber koche ich afghanisch und italienisch.
Leider habe ich noch nie Fondue oder Raclette ausprobiert. Ein typisches afghanisches Gericht
heisst: Kabuli. Es besteht aus Schaf- oder Lammfleisch, Karotten, Rosinen und Reis (Rezept siehe unten).
Die Deutschkurse in Affoltern am Albis und in der Bibliothek Hedingen gefallen mir sehr gut. Ich bin
sehr motiviert und viele Leute sind positiv überrascht, dass ich schon so gut Deutsch spreche.
Nebst Hausaufgaben machen, spiele ich auch Flöte. Gerne repariere ich defekte elektronische Geräte
aller Art und bin sehr interessiert an Neotechnik. Meine Freizeit verbringe ich auch mit Fahrradfahren,
im Wald spazieren gehen, Bücher lesen und mit den Nachbarskindern spiele ich auch
Fussball.
In Afghanistan verbringt man die Freizeit mit Cricket, Fussball und Volleyball spielen. Unser Nationalsport
heisst Buzkaschi. Ca. 20 Reiter kämpfen um ein totes Kalb oder tote Ziege, die sie einem
Preisrichter “bringen” müssen. Jeder kämpft für sich, es geht hart zur Sache und dieses Spiel kann
Tage dauern. Der Gewinn eines Buzkaschi ist mit hohem sozialen Ansehen verbunden. Man kann
Geld oder ein wertvolles Pferd gewinnen.
Mein grösster Wunsch ist Neotechnik zu studieren oder als Elektriker zu arbeiten. Später möchte
ich eine Familie gründen und 2 Kinder haben.
KABULI
Reis mit Lamm, Möhren und Rosinen
Zutaten:
500 g Basmati-Reis
1 kg Lamm oder Kalb (ohne Knochen)
1- 2 Zwiebeln, 120 ml Öl
1 El Tomatenmark
2 Tl Salz
1 Tl Pfeffer (frisch gemahlen)
1 Tl Korianderpulver
1/2 Tl Kardamon (gemahlen)
1 Tl Garam Masala
500 g Möhren
100g Rosinen
100 g Pistazien
100 g Mandelstifte
2 Tl Zucker
Zubereitung:
1 Den Reis gründlich waschen und in einer Schüssel mit Wasser mindestens 2-3 Stunden
quellen lassen. Die Karotten waschen, schälen und dünn stifteln. Rosinen entstielen. Pistazien
15 Minuten in heißem Wasser einweichen und längs halbieren.
2 Fleisch von Fett- und Hautresten befreien und in ca. 5 cm große Würfel schneiden.
3 Zwiebeln schälen und würfeln. Zwiebeln in 60 ml Öl unter Rühren anbraten. Fleisch dazugeben
und rundum kräftig anbraten. Tomatenmark unterrühren und mit Salt, Pfeffer und
Korianderpulver würzen. Bei mittlerer Hitze 1 Stunde zugedeckt garen. Dabei öfter abschäumen.
4 Restliches Öl erhitzen, Karotten darin leicht glasig anbraten. Rosinen, Mandeln und Pistazien
dazugeben und nur kurz andünsten (sonst geben sie Bitterstoffe ab). Den Zucker
darüber streuen und alles miteinander vermischen.
5 Fleisch aus der Brühe heben und zugedeckt warm halten. Den abgetropften Reis in die
Brühe geben und bei mittlerer Hitze zugedeckt so lange garen, bis die Brühe aufgesogen
ist (der Reis fängt dann an, leise zu knistern). Mit Kardamon und Garam Masala nachwürzen
und mit dem Stiel eines Kochlöffels mehrere "Kamine" in den Reis drücken, so dass
der Dampf entweichen kann. Fleisch, Rosinen, Möhren und Mandelmischung nebeneinander
auf den Reis setzen. Topfdeckel mit einem Küchentuch umwickeln und den Topf
zudecken. Bei sehr niedriger Temperatur weitere 20-30 Minuten erhitzen.
6 Rosinen, Möhren und Mandelmischung aus dem Topf heben und auf einen Teller legen.
Die Fleischstücke auf eine große vorgewärmte Servierplatte legen und mit dem Reis bedecken.
Rosinen, Mandelmischung und Möhrenstreifen darüber streuen und servieren. Die
Fleischbrühe kann mit etwas Zuckerlikör verfeinert und verdunkelt werden.