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Ich kann gut verstehen, dass die Zurückweisung durch Ihre Tochter für Sie sehr schmerzhaft ist. Zum Glück haben Sie noch zwei andere Kinder grossgezogen, mit denen das Verhältnis entspannt und liebevoll ist. Sie können in der Erziehung also nicht alles falsch gemacht haben.
Ich würde zwei Dinge deutlich unterscheiden: das Verhältnis zum Schwiegersohn und Ihre Rolle als Grossmutter. Dagegen, dass er Sie nicht mag, lässt sich wohl wenig machen. Ohne die Erwartung an ihn zu stellen, sich zu ändern, würde es mich an Ihrer Stelle trotzdem interessieren, was ihm nicht passt. Sympathien und Antipathien haben Ursachen. Vielleicht haben Sie ihn unwissentlich gekränkt, vielleicht hat er Angst vor Ihnen – oder er fühlt sich nicht respektiert. Oder er überträgt schlechte Erfahrungen aus seiner Lebensgeschichte auf Sie.
Andere Töne anschlagen
Wenn es Ihnen gelingt, ihn dazu zu bewegen, die Karten offen auf den Tisch zu legen, kann er Ihnen in Zukunft vielleicht neutral begegnen. Herzlich zu lieben brauchen sie einander ja nicht. Möglicherweise können Sie durch ein solches Feedback auch Neues über Ihre Wirkung auf andere Menschen erfahren.
Was die Ablehnung als Grossmutter angeht, würde ich allerdings andere Töne anschlagen und hartnäckig sein: Niemand kann Ihnen diese Rolle wegnehmen. Sie sind und bleiben die Grossmutter Ihrer Enkel. Weichen Sie nicht zurück. Machen Sie weiter Geschenke, versuchen Sie immer wieder, mit Ihren Enkeln Kontakt aufzunehmen, und sagen Sie der Tochter immer wieder, was Sie kränkt, was Sie sich wünschen und worauf Sie ein Recht haben.
Niemand kann seine Eltern loswerden. Sie bleiben es, bis sie sterben. Diese Tatsache müssen wir würdigen. Wer dem auszuweichen versucht, betrügt sich selbst und wird in seinem Leben keinen Frieden finden.