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Ein Schilling geschenkt ist besser als zwanzig verliehen,
sagt ein altes deutsches Diktum. Sprichwörter galten dem 1803 verstorbenen Lehrer und Sprichwortsammler Karl Friedrich Wander als Schätze unverdorbenen Volkstums, und er sammelte sie so eifrig wie andere Schillinge.
Die waren schon seit den Zeiten Karls des Grossen ums Jahr 800 so etwas wie der heutige Euro: eine universale Währung mit einheitlicher Unterteilung. Die Formel lautete: ein Pfund gleich zwanzig Schillinge, ein Schilling gleich zwölf Pfennige. Französisch hiessen die Schillinge sous, die Pfennige deniers; England rechnete in shillings und pence. Das Pfund, die grösste Währungseinheit, war dabei wörtlich zu nehmen: Das karolingische Gesetz besagte, dass aus einem so genannten Karlspfund, etwas mehr als 400 Gramm Silber, exakt zwanzig Schillinge oder 240 Pfennige zu schlagen seien.
Das Pfund als Gewichtsmass kennt der Volksmund heute noch. Als Währung aber, unterteilt in Schilling und Pfennig, ging es ab 1795 unter, als das revolutionäre Frankreich den franc à einhundert centimes einführte. Ganz Europa fand zur dezimalen Zweierteilung: die Schweiz zu Franken und Rappen, Deutschland zu Mark und Pfennig, Österreich zu Krone und Heller, Italien zu lira und centesimo.
Ganz Europa? Nein! Eine von unbeugsamen Briten bewohnte Insel hörte nicht auf, dem dezimalen Eindringling Widerstand zu leisten. In England waren das pound zu 20 shillings oder 240 pence bis zum 15. Februar 1971 gängige Währung, was Reisende zur schieren Verzweiflung trieb. Dann aber war auch in England Schluss: Das Pfund gibt’s zwar immer noch, aber heute zu einheitlich-dezimalen 100 pence.