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Tja, was ist eigentlich „Statistik“? Auch hier lohnt sich ein Blick hinter das Wort, das wir – zumindest in den Marketingausbildungen – gerne mal etwas unbedarft verwenden. Ich wäre ja gespannt, welche Antworten gegeben würden, wenn die Frage „Was ist Statistik?“ im Laufe einer mündlichen oder schriftlichen Prüfung gestellt würde…
Ursprünglich stammt das Wort Statistik aus dem lateinischen: „statisticum“, und bedeutet „den Staat betreffend“. Gottfried Achenwall (ein deutscher Historiker, 1719 – 1772) führte die heute bekannte Statistik in Deutschland – oder was damals als Deutschland bezeichnet wurde – ein, und bezeichnete den Begriff als die „Lehre von Daten über den Staat“. John Sinclair, ein Schotte (Ökonom, 1754 – 1835) nutzte seinerseits den Begriff erstmals in seiner heutigen Bedeutung, nämlich als „Sammeln und Auswerten von Daten“.
Statistik ist also streng genommen die Lehre über das Sammeln und Auswerten von Daten. Mit einer Auswertung hat das noch nichts zu tun, das wäre dann die Analyse und Bewertung dieser Daten – aber keiner würde einem wohl einen Vorwurf machen, wenn man die Definition noch etwas weiter fassen würde: Statistik ist die Lehre vom Sammeln und Auswerten von Daten mit dem Ziel, tragfähige Grundlagen zur Beurteilung von Situationen und zur Entscheidungsfindung zu schaffen.
Die Arten von Statistik
Wir unterscheiden grundsätzlich drei unterschiedliche Arten von Statistik:
- Deskriptive Statistik
- Induktive Statistik
- Explorative Statistik
Die detaillierten Beschreibungen dazu findet Ihr unter den jeweiligen Artikeln (die permanente Klickerei erhöht nämlich die Zeit, die ihr auf dieser Webseite verbringt und das ist wiederum ein ziemlich relevanter Faktor, um die Relevanz der Seite in Suchmaschinen zu erhöhen…). Vorerst nur mal soviel:
Deskriptive Statistik
Man nennt sie auch „beschreibende Statistik“ (oder wer Fremdwörter mag: deskriptive Statistik). Mit dieser Art von Statistik sammelt man Daten, man bereitet sie auf und verdichtet sie, fasst sie zusammen. Man erstellt Tabellen, Grafiken und ermittelt Kennzahlen. Mit dieser Art von Statistik lässt sich übrigens auch am leichtesten lügen (siehe: Mit Statistik lügen).
Induktive Statistik
Nennt man auch „mathematische Statistik“, „beurteilende Statistik“ oder „Interferenz-Statistik“. Mit der induktiven Statistik leitet man aus den Daten einer Stichprobe Eigenschaften der Grundgesamtheit ab. Diese Statistik-Unterform liefert die Grundlagen für die korrekten bzw. passenden Testverfahren – zum Beispiel für die Marktforschung.
Explorative Statistik
Andere Begriffe dafür sind „Data-Mining“ oder „analytische Statistik“. Dies ist eigentlich eine Mischform der beiden oben genannten Arten – wird aber immer wichtiger. Mit der explorativen Statistik werden mögliche Zusammenhänge zwischen Datensätzen ermittelt. Aus diesen Zusammenhängen können dann Hypothesen abgeleitet werden, die – mit entsprechenden Testverfahren – anschliessend bestätigt oder verworfen werden können.