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M.Sc. in Economics der Universität Lausanne, Praktikant bei iconomix.
Roberto Baggio, Asamoah Gyan und Marco Streller waren allesamt begnadete Fussballer. Die Fussballkenner unter uns verbinden diese drei Namen allerdings auch mit etwas Negativem: Alle drei Kicker haben in der entscheidenden Phase einer Fussballweltmeisterschaft einen Penalty verschossen und damit zum Ausscheiden ihres Teams beigetragen.
In den neun Endrunden seit 1982, der ersten Weltmeisterschaft (WM) mit Penaltyschiessen, gab es insgesamt 26 Entscheidungen vom Elfmeterpunkt. Dabei mussten sieben der 18 WM-Finalisten in der K.O.-Phase ein Penaltyschiessen überstehen. Dies zeigt die Bedeutung, die das Elfmeterschiessen an einer Fussball-WM hat.
Der Economist weist darauf hin, dass es keinen Zusammenhang zwischen der Qualität einer Mannschaft und dem Erfolg im Penaltyschiessen gibt. Der Artikel zeigt zudem Strategien auf, die die Siegeschancen im Elfmeterschiessen erhöhen:
- Mannschaften, die zuerst an den Elfmeterpunkt treten, gewinnen das Penaltyschiessen gemäss einer Studie mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 60 Prozent. Laut Palacios-Huerta, Ökonomieprofessor der London School of Economics, setzt der Vorteil, den ersten Penalty zu schiessen, die andere Mannschaft stärker unter Druck und provoziert damit Fehler. So geschehen im WM-Finale 1994, als Roberto Baggio den letzten Penalty verschoss und Brasilien Weltmeister wurde. Wer zuerst schiessen darf, wird in der Regel durch einen Münzwurf zu Beginn des Elfmeterschiessens ermittelt und ist somit dem Zufall überlassen.
- Spieler sollten den Elfmeter eher hoch ansetzen, da ein hoher Penalty für einen Torhüter schwerer zu parieren ist. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass hohe Elfmeter öfters verschossen werden als tiefe, sind hohe Schüsse zu 79 Prozent erfolgreich während tief geschossene Elfmeter nur in 72 Prozent der Fälle in den Maschen landen, wie die nachfolgende Grafik zeigt.
- Es ist unwichtig, ob der Spieler links, rechts oder mittig aufs Tor schiesst. Die Autoren des Artikels räumen allerdings ein, dass es für einen Rechtsfüsser einfacher ist, ein Tor auf der von ihm aus gesehen linken Seite zu schiessen und umgekehrt. Entsprechend öfter schiessen die Spieler ihren Elfmeter in ihre bevorzugte Ecke. Sieht ein Torhüter dieses Verhalten kommen, kann er die Wahrscheinlichkeit eines gehaltenen Elfmeters erhöhen. Deshalb empfiehlt es sich für die Spieler, so unberechenbar wie möglich zu bleiben und die Schussrichtung (links, rechts, mittig) zufällig zu wählen.
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