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Eine kleine Stadt mit bewegter Geschichte: Pruntrut im Kanton Jura
Der Stadt Pruntrut im Kanton Jura zählt heute 6780 Einwohner und kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Unter dem Namen Purrentru wurde sie erstmals im Jahre 1136 erwähnt. Die damalige Siedlung gehörte zur Grafschaft Mömpelgard.
Nachdem sie 1271 an das Fürstbistum Basel überging, wurde sie zwölf Jahre später von den Burgundern erobert. Dann aber erzwang König Rudolf I. von Habsburg die Rückgabe an das Fürstbistum und Pruntrut wurde zugleich freie Reichsstadt. Doch nach ihrer Verpfändung an Mömpelgard im Jahre 1386, kehrte sie 1461 zum Fürstbistum zurück.
Nach der Reformation in Basel wurde Pruntrut 1527 offizieller Sitz des Fürstbischofs. Von 1575 bis 1608 erlebte die Stadt unter Jakob Christoph Blarer von Wartensee dann ihre Blütezeit, in der auch das Schloss renoviert und ausgebaut sowie 1591 das Jesuitenkollegium gegründet wurde.
Dann aber brach 1618 der Dreissigjährige Krieg aus – Pruntrut wurde belagert und fiel Plünderungen zum Opfer. Nachdem französische Truppen Pruntrut erobert hatten, war es von 1793 bis 1800 Hauptstadt der Raurakischen Republik. Als Kompensation für Waadt, das 1803 verloren worden war, kam Pruntrut dann zum Kanton Bern.
Nachfolgend galt es im Berner Jura als geistiges Zentrum, verlor aber aufgrund seiner wenig zentralen Lage mehr und mehr an Bedeutung, was sich nachteilig auf seine Wirtschaft auswirkte. Als am 1. Januar 1979 der Kanton Jura gegründet wurde, ernannte man Delsberg und nicht Pruntrut zur Kantonshauptstadt.
Die malerische Altstadt besitzt beispiellos gepflegte Bauwerke im barocken, gotischen und neoklassizistischen Stil, die von der bewegten Geschichte Pruntruts zeugen. Gerade dieser Denkmalpflege ist es zu verdanken, dass der Stadt 1988 der Wakkerpreis für sein historisches Zentrum verliehen wurde.
Der Ort wartet mit vielen Sehenswürdigkeiten auf. Hierzu zählen unter anderem die katholische Pfarrkirche Saint-Pierre aus der Mitte des 14. Jahrhunderts und die katholische Kirche Saint-Germain, die im 13. Jahrhundert erbaut und Ende des 17. Jahrhunderts restauriert und erweitert wurde. Die spätgotische Jesuitenkirche entstand um 1600 und erhielt 1701 einen oktogonalen Turm.
Ein weiteres seiner zahlreichen Kulturgüter ist das imposante Schloss, das über der Stadt thront, und das von 1527 bis 1792 die Residenz der Fürstbischöfe aus Basel war. Pruntrut besitzt zudem mehrere bedeutende barocke Bürgerhäuser, die ebenfalls liebevoll restauriert wurden.
Ein weiteres Kleinod Pruntruts ist der mysteriöse Botanische Garten, der seit 1793 im Inneren des Jesuitenkollegs liegt. In diesem mächtigen Bauwerk führten die Jesuiten einst eine Schule. Bis heute wird das Gebäude zum Studieren verwendet und von Gymnasiasten besucht.
Die historischen Gebäude Pruntruts sind dank Heimat- und Denkmalschutz in bestem Zustand und verleihen so dem Ort seine ganz besondere Atmosphäre.