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Märzschnee und Frühlingssonne
Der März 2021 startete in der ganzen Schweiz sonnig und mild. Gegen Monatsmitte wurde es auf der Alpennordseite erst stürmisch und dann mit anhaltendem Zustrom von Polarluft winterlich. Mehrmals fiel Schnee bis in tiefe Lagen. In den Bergen gab es regional einen Meter und mehr Neuschnee. Im Süden sorgte häufiger Nordföhn für viel Sonnenschein und wenig Regen. Auf das Monatsende hin zeigte sich der März landesweit sehr sonnig und ausgesprochen mild mit verbreitet über 20 °C.
Im Normbereich
Trotz der langen Periode mit winterlich kühlen Verhältnissen und Schnee bis in tiefe Lagen auf der Alpennordseite, bewegte sich die Märztemperatur im landesweiten Mittel im Bereich der Norm 1981−2010. An einzelnen Messstandorten in tiefen und mittleren Lagen beidseits der Alpen wurde die Märznorm um 0,6 bis 0,9 °C übertroffen. In hohen Lagen blieb der März lokal 0,6 °C unter der Norm 1981−2010. In Samedan im Oberengadin sank die Märztemperatur sogar 1,3 °C unter die Norm.
Sonniger Monatsbeginn
Die ersten drei Märztage waren hochdruckbestimmt. Am 1. und 2. März gab es in der ganzen Schweiz viel Sonnschein und die Tageshöchstwerte stiegen beidseits der Alpen auf 14 bis 17 °C, in der Nordwestschweiz und im Wallis lokal auf 18 °C und in Chur auf 19 °C. Am 3. März deckte ein von Spanien bis zu den Alpen reichendes Wolkenband die Sonne vollständig ab. Zudem gelangte wieder etwas Saharastab zur Schweiz.
Wechselhaft im Norden, sonnig im Süden
Vom 4. bis zum 10. März brachten Strömungen aus dem Sektor Nordwest bis Südwest im Norden wechselhafte Witterung. Auf der Alpensüdseite war es mehrheitlich sonnig. Nur am 6. und 9. März liess sich die Sonne im Süden kaum blicken und es gab etwas Niederschlag.
Stürmisch
Eine dreitägige kräftige Westwindlage führte ab dem 11. März auf der Alpennordseite und in den Alpen zu stürmischen Verhältnissen. Die höchsten Windspitzen löste das am 13. März über der Nordsee und Dänemark liegende Sturmtief «Luis» aus. Die Böenspitzen stiegen nördlich der Alpen auf 70 bis 100 km/h und in Gipfellagen bis auf 150 km/h.
Wenig Stürme im Winterhalbjahr
Mit dem März endet das Winterhalbjahr, die klassische Zeit für stürmische Bedingungen auf der Alpennordseite. Im diesjährigen Winterhalbjahr war Sturm über dem Flachland der Alpenordseite jedoch kein grosses Thema. Am windexponierten Messstandort Zürich-Fluntern kamen seit Oktober 2020 gerade mal vier Tage mit Böenspitzen von 75 km/h oder mehr zusammen. Zwei stammen vom Januar und zwei vom März. Kein Vergleich mit dem Winterhalbjahr vor Jahresfrist, das zu den sehr stürmischen in der ab 1981 automatischen Messperiode gehörte. Dazu beigetragen hat vor allem der Februar 2020 mit 13 Sturmtagen. Im Abstand von wenigen Tagen zogen die Winterstürme Petra, Sabine und Tomris über die Schweiz.
Schnee im Norden
Ab dem 14. März installierte sich ein Kaltluft-Förderband über Europa. Zwischen einem Hochdruckgebiet über dem Atlantik und einem Tiefdruckgebiet über Südosteuropa floss tagelang kalte Polarluft zu den Alpen. Auf der Alpennordseite fiel mehrmals etwas Schnee bis in tiefe Lagen. In den Bergen gab es reichlich Neuschnee. Die Zentral- und Ostalpen erhielten vom 14. bis am 21. März regional über 1 m, lokal auch über 1,5 m Neuschnee. Die Höchstwerte der Temperatur blieben im Norden deutlich unter 10 °C.
Nordföhn im Süden
Die über die Alpen fliessende Polarluft fegte als kräftiger Nordföhn durch die Täler der Alpensüdseite. Die Böenspitzen erreichten meist 70 bis 75 km/h, lokal bis 80 km/h. In den Bergen stiegen die Böenspitzen auf über 100 km/h. Der Nordföhn löste die Wolken auf und brachte der Alpensüdseite ab dem 14. März viel Sonnenschein und Tageshöchstwerte von 13 bis 15 °C, am 22. März bis 17 °C.
Sehr aktiver Nordföhn
Auf der Alpensüdseite war der Nordföhn im März sehr aktiv. Poschiavo registrierte mit 214 Föhnstunden den föhnreichsten März seit mehr als 10 Jahren. Mehr Föhn im März gab es in Poschiavo letztmals im Jahr 2009 mit 279 Stunden. Der Märzdurchschnitt liegt bei 145 Föhnstunden. Damit ist der März in Poschiavo, wie an den übrigen Messstandorten der Alpensüdseite, der föhnreichste Monat im Jahr. Und als ganz spezielle Besonderheit sei noch erwähnt, dass Poschiavo mit durchschnittlich über 1100 Föhnstunden im Jahr der deutlich föhnreichste Messstandort in der Schweiz ist.
Im Gegenzug zur hohen Föhnaktivität auf der Alpensüdseite war der Föhn auf der Alpennordseite im März ein sehr seltener Gast. Altdorf meldete nur 5 Föhnstunden. Seit Beginn der Datenreihe 1981 gab es in Altdorf nur vier Märzmonate mit weniger als zehn Föhnstunden.
Ganze Schweiz sonnig
Ab dem 22. März schob sich das Atlantikhoch auf den europäischen Kontinent. Vom 23. bis am 26. März war es in der ganzen Schweiz sonnig. Die Höchstwerte der Temperatur erreichten im Norden 15 bis 17 °C, im Süden 18 bis 20 °C.
Nach dem Durchzug einer Kaltfront am 27. März mit gebietsweise kräftigen Niederschlägen auf der Alpennordseite, brachte ein neues Hoch aus Westen bis zum Monatsende wiederum viel Sonnenschein und sehr milde Verhältnisse. In den letzten Märztagen stiegen die Höchstwerte der Temperatur beidseits der Alpen verbreitet über 20 °C, regional auch über 23 °C.
Im Süden viele sonnige Tage . . .
Auf der Alpensüdseite war es vom 12. bis am 26. März gebietsweise anhaltend sonnig. Davor gab es im Süden zusätzlich sechs sonnige Märztage. Und ab dem 28. März erhielt die ganze Schweiz viel Sonnenschein. Das südliche Tessin zählte schliesslich 22 sonnige Märztage. Lugano registrierte insgesamt knapp 260 Sonnenstunden. In der Nordwestschweiz waren es 11 und in der Region Genf 19 sonnige Märztage. Genf verzeichnete mit über 210 Sonnenstunden einen der zehn sonnigsten Märzmonate seit Messbeginn 1897.
. . . aber wenig Niederschlag
Als Kehrseite zu den vielen Schönwettertagen fiel auf Alpensüdseite gebietsweise wenig Niederschlag. Die Monatssummen blieben an einzelnen Messstandorten unter 10 % der Norm 1981−2010. Gut, dass die beiden Vormonate im Süden reichlich Niederschlag lieferten.
Tessiner März-Spezialität
Am Messstandort Lugano zeigte die Märztemperatur ab Messbeginn 1864 bis gegen Ende der 1980-er Jahre keine langfristige Änderung. Dann folgte innert weniger Jahre ein massiver Sprung von rund 7 °C auf rund 9 °C. Seither ist wiederum keine langfristige Änderung erkennbar. Ein vergleichbares Bild zeigt die Märztemperatur von Locarno-Monti. Im Tessin hat offenbar an der Wende von den 1980-er zu den 1990-er Jahren eine einmalige, schnelle und massive Erwärmung des Märzklimas stattgefunden. Diese Erwärmung gehört zu den eindrücklichsten Temperaturverschiebungen in den homogenen Messreihen der Schweiz.
Entwicklung der Frühlingsvegetation gebremst
Die Blüte der Hasel war im März fast zu Ende. Nur noch in Höhenlagen oberhalb von 1000 m konnten blühende Haselsträucher beobachtet werden. Insgesamt blühte die Hasel 13 Tage früher als im Mittel der Periode 1981-2010. Der Huflattich begann ab dem 20. Februar zu blühen. Im März wurde blühender Huflattich vom Flachland bis in die Berge beobachtet. Er profitierte in seiner Entwicklung von den hohen Temperaturen von Februar bis Mitte März. Deshalb blühte der Huflattich bis zum aktuellen Datum 19 Tage früher als normal.
Blühende Buschwindröschen liessen sich ab Anfang März beobachten, auch sie mit einem Vorsprung von 14 Tagen auf das Mittel. Erst ab Mitte März wurde mit dem Kälteeinbruch die Entwicklung der Vegetation gebremst. Mit der Rückkehr von frühlingshaften Temperaturen in der letzten Märzwoche werden weitere Beobachtungen von blühenden Buschwindröschen eintreffen, wobei der Vorsprung zurückgehen wird.
Weitere Frühlingsboten zeigen sich langsam: Als erste Station meldete Liestal am 25. März den Blühbeginn des Kirschbaums, 10 Tage früher als im Mittel seit Beobachtungsbeginn 1996. In Locarno konnte die Vollblüte des Löwenzahns am 16. März beobachtet werden, zu einem normalen Zeitpunkt.
Zu den beiden Bildern: Frühlingsblüher im Buchenwald nutzen die Wärme der bodennahen Schichten und das Sonnenlicht, bevor die austreibenden Blätter der Bäume den Wald zu verdunkeln beginnt. Zu den Frühlingsblühern gehören Märzenglöckchen, Buschwindröschen und Bärlauch. Schon im Mai sterben die oberirdischen Triebe ab und die Pflanzen überleben im Boden in Form von Knospen tragenden Zwiebeln oder Rhizomen.
Der definitive Bericht zum März 2021 ist ab dem 9. April 2021 in der Rubrik Klimaberichte verfügbar.