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Nun muss die Kettenraucherin aus einem Zoo in Indonesien auf eine Insel ziehen, um von ihrer Sucht loszukommen.
Tori lernte vor 10 Jahren zu rauchen, indem sie Zoobesucher imitierte, welche noch brennenden Zigarettenstümeln in ihr offenes Gehege warfen. Seither raucht sie, wie die Zooleitung moniert. Angeblich hält sie zwei Finger vor ihre Lippen um zu zeigen, dass sie eine Zigarette will. Erhält sie keinen Nachschub, wird sie ungestüm und wirft mit Gegenständen.
Die 15-jährige Orang-Utan-Dame ist derart nikotinsüchtig, dass sie jetzt auf eine kleine Insel verbannt wird. Dort sollen hohe Seile, Kletterbäume und eine menschliche Kontaktsperre Tori helfen, ihr Laster zu überwinden und clean zu werden. "Sie kommt auf ein Gelände inmitten eines Sees, um sie von den Besuchern fern zu halten", sagte Daniek Hendarto vom COP, einem Zentrum zum Schutz der Orang-Utans, das den Umzug des Tieres überwacht.
Den Mitarbeitern des Taru-Jurug-Zoos auf Java blieb keine andere Wahl als diese drastische Massnahme, berichtet die Zeitung "Jakarta Globe". Der bisherige Kampf gegen Toris schlechte Angewohnheiten war hoffnungslos.
"In indonesischen Zoos ist es sehr weit verbreitet, dass die Besucher den Tieren Zigaretten oder Essen zuwerfen, auch, weil es keine Schilder gibt", sagt der COP-Mitarbeiter über die Ursache für das gegenwärtige Nikotinproblem. "Auch in Toris Fall gaben ihr die Leute Zigaretten. Wenn sie diese dann raucht, lachen die Besucher und machen Fotos." Deshalb ist die qualmende Tori vermutlich der berühmteste, aber nicht der einzige Orang-Utan mit einem Suchtproblem. Das Rauchen ist unter den Affen in Gefangenschaft mittlerweile so verbreitet, dass sich ihre Nachkommen das Verhalten bereits abgucken, erklärt der COP-Mitarbeiter. So haben auch schon Toris Eltern geraucht. Genetisch sei der Affe zudem zu 97 Prozent identisch mit dem Menschen. Orang-Utans könnten genau wie Menschen Verhalten imitieren und lernen – eben auch zu ihrem Nachteil.
Im Jahr 2011 wurde der Fall der etwa 20 Jahre alten Shirley aus Malaysia bekannt, die sich wie Tori das Rauchen von den Zoobesuchern abgeguckt hatte. Auch bei ihr half nichts gegen die Sucht, bis sie auf Borneo ausgewildert wurde. Um einem Rückfall von Tori vorzubeugen, wird über ihr neues Quartier ein Netz gespannt. Außerdem gibt es ständig Patrouillen, um sicher zu gehen, dass keine Besucher Zigaretten hineinschmuggeln oder Tori doch noch einen Weg findet, um sich anderweitig zu versorgen.