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Natürlich war es kein Zufall, dass Sean Hannity in der vorigen Woche der erste Moderator einer Talkshow war, der ins Weisse Haus eingeladen wurde. Das 55-jährige Aushängeschild des Nachrichtensenders Fox News Channel stand Donald Trump im Präsidentschaftswahlkampf treu zur Seite, selbst als sich die Republikanische Partei von ihm abwandte. Der Präsident nahm sich deshalb Zeit, um Hannity seinen neuen Wohn- und Arbeitsort zu zeigen, und beantwortete auch einige Fragen.
Anstrengen musste sich Trump dabei nicht, denn Hannity gibt sich im Gespräch mit dem schwerreichen Geschäftsmann gemeinhin handzahm. So stellte er, ohne eine Miene zu verziehen, die Frage: «Haben Sie die Absicht, jedes Versprechen zu halten?» Erst als das Gespräch auf die (weitgehend negative) Medienberichterstattung über Trump kam, legte Hannity einen Zahn zu.
Dies ging dann selbst Trump zu weit. So widersprach der Präsident, als der Moderator selbstzufrieden verkündete: «Ich habe gesagt, der Journalismus ist tot, und wir sind der gleichen Meinung.» Nein, nein, gab Trump zurück, der Journalismus sei «nie tot», aber es gebe neben «sehr ehrlichen» Medienschaffenden eben auch «sehr unehrliche» Journalisten.
Kein Journalist
Und wer sich nun wundert, warum ein Mann wie Sean Hannity, der wochentags vier Stunden lang in Radio und Fernsehen über das Zeitgeschehen plaudert, allen Ernstes sagen kann: «Der Journalismus ist tot» – der kennt Hannity nicht. Hier ein paar Fakten über den Mann, der das linke Amerika zur Weissglut reizt.
Erstens: Hannity ist ein Talkshow-Moderator und kein Journalist, wie er selbst einräumt. Seine Spezialität ist es, Nachrichten zu kommentieren und mit dem notwendigen Drall zu versehen. Dabei macht er aus seinem politischen Blickwinkel kein Geheimnis. «Ich glaube, die Republikaner haben eine weit bessere Vision, eine, mit der ich einverstanden bin», sagte er im vorigen Jahr. Mit der Führung der Republikanischen Partei steht Hannity allerdings auf Kriegsfuss. 2009 und 2010 war er deshalb ein energischer Unterstützer der Tea-Party-Bewegung, die in der Hauptstadt für Nervosität sorgte. Und während des Präsidentschaftswahlkampfs besass er einen direkten Draht zum Spalter Trump, dem er häufig (auch ungefragt) Ratschläge erteilte.
Zweitens: Hannity ist kantig. Seine täglichen Monologe, unterbrochen durch Interviews mit prominenten konservativen Politikern und Telefonanrufen von Zuhörerinnen und Zuhörern, sind eine Mischung aus Belehrungen und harscher Kritik am politischen Gegner. Demokraten und ihre Verbündeten sind in seinen Augen schlicht Heulsusen und Dummköpfe.
Hingegen verehrt Hannity das US-Militär, obwohl er nie gedient hat. So mahlt er seit einigen Tagen die Gefahr eines Kriegs mit Iran an die Wand, nachdem die Regierung in Teheran eine Mittelstreckenrakete getestet hatte. «Die Iraner wären sehr dumm, wenn sie diesen Präsidenten testen würden», sagte die Kriegsgurgel Hannity.
Branche nimmt ihn nicht ernst
Drittens: Hannity ist erfolgreich. Mit seiner dreistündigen Radiosendung, die er täglich von 15 bis 18 Uhr aufzeichnet, erreicht er gegen 10 Millionen Menschen. Nur Rush Limbaugh, der von 12 bis 15 Uhr sendet, hat ein grösseres Publikum. Die Einschaltquoten für seine abendliche Talkshow auf Fox News beträgt etwa 3 Millionen.
Nur gerade Bill O’Reilly, eine andere Stütze des erfolgreichsten Nachrichtensenders Amerikas, bringt es konstant auf bessere Werte. Das macht Hannitys zu einem der bestbezahlten Moderatoren im Fernsehgeschäft: Gemäss Branchenschätzungen beläuft sich sein Jahreslohn auf etwa 30 Millionen Dollar.
Viertens: Hannity leidet darunter, dass er in der Branche nicht ernst genommen wird. Deshalb gibt er nach einer zwei Jahrzehnte dauernden Karriere immer noch den Aussenseiter, der sich täglich beweisen muss. So versichert er seinen Zuhörern und Zuschauern regelmässig, dass er nicht vergessen habe, was harte Arbeit bedeute. «Ich war ein Koch im Alter von 13, eine Hilfskraft als 14-Jähriger, ein Kellner als 15-Jähriger und ein Barkeeper als 17-Jähriger.»
Steile Karriere
Dabei könnte Hannity doch eigentlich stolz auf seine Bilderbuch-Karriere sein: 1989 heuerte der Studienabbrecher bei einem Studentensender in Kalifornien an und sorgte dort mit abfälligen Worten für Aufsehen. Dafür wurde er zwar umgehend gefeuert. Andere Stationen waren aber gewillt, dem jungen Schnellsprecher eine zweite Chance zu geben. 1996 folgte der Sprung ins Fernsehen, als Fox-News-Gründer Roger Ailes ihn zum Co-Moderator einer abendlichen Show machte. 2009 wurde sein Co-Moderator (das linke Feigenblatt Alan Colmes) entlassen und seither ist Hannity der alleinige Gastgeber. Und seither kann er ohne Widerspruch, Tag für Tag, an seinem Ziel arbeiten, Amerika wieder auf den rechten Weg zu bringen.
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Sean Hannity kommentiert jeden Tag auf dem US-Sender Fox News die Weltlage. Fakten sind ihm dabei egal.
Natürlich war es kein Zufall, dass Sean Hannity in der vorigen Woche der erste Moderator einer Talkshow war, der ins Weisse Haus eingeladen wurde. Das 55-jährige Aushängeschild des Nachrichtensenders Fox News Channel stand Donald Trump im Präsidentschaftswahlkampf treu zur Seite, selbst als sich die Republikanische Partei von ihm abwandte. Der Präsident nahm sich deshalb Zeit, um Hannity seinen neuen Wohn- und Arbeitsort zu zeigen, und beantwortete auch einige Fragen.