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Sommer im Museum
Im Europäischen Kulturerbejahr 2018 empfiehlt das HLS einen Besuch im Museum. Als Orte der Erhaltung und Erschliessung von Kulturerbe gingen im 18. Jahrhundert die ersten Museen aus Sammlungen von Einzelpersonen und frühbürgerlichen Vereinigungen hervor. Im 19. Jahrhundert folgten rund 70 Neugründungen. Die bereits in der Helvetik im Zuge eines aufkeimenden Nationalbewusstseins entstandenen Pläne für ein nationales Museum zum Schutz von gefährdeten Kulturgütern liessen sich aber erst 1898, rund hundert Jahre später, mit dem Schweizerischen Landesmuseum in Zürich realisieren. Als Hüterin der berühmten Bündnisurkunde von 1291 wurde 1936 das Bundesbriefmuseum in Schwyz eingeweiht. Im 20. Jahrhundert stieg die Zahl der Museen auf 842 an, und 2016 waren es 1108 mit insgesamt ca. 71,4 Millionen aufbewahrten Objekten. 2018 feiert das Freilichtmuseum Ballenberg mit seinen historisch-ländlichen Wohn- und Wirtschaftsbauten sein 50-jähriges und das Museum Château de Prangins, Westschweizer Sitz des Nationalmuseums, sein 20-jähriges Bestehen.
Indiennes - bedruckte Baumwollstoffe
Die derzeitige Ausstellung im Schloss Prangins widmet sich den sogenannten Indiennes, den im Zeugdruck hergestellten farbigen Baumwollstoffen. Der einzigartige Erfolg der bunten Baumwolltücher im 17. und 18. Jahrhundert machte die Indiennedruckerei zu einer der wichtigsten Branchen der ersten Industriellen Revolution. Nach der Widerrufung des Edikts von Nantes 1685 führten hugenottische Glaubensflüchtlinge in der Schweiz die Herstellung der Indiennes ein. In den Manufakturen der West- und der Deutschschweiz fanden Tausende von Männern, Frauen und Kindern eine Anstellung. Während in den meisten Teilen der Eidgenossenschaft Ende des 18. Jahrhunderts der Niedergang der Indienneindustrie einsetzte, blühte diese im Kanton Glarus dank der Produktion von Halstüchern im 19. Jahrhundert erneut auf.
Helen Bieri Thomson, Direktorin des Château de Prangins und Kuratorin der Ausstellung, erläutert nachfolgend die Geschichte der Indiennestoffe, bei denen es sich um eines der ersten globalisierten Produkte handelt. Für Ihren Beitrag danken wir ganz herzlich.