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Die Alpen waren für die Menschen nie ein unüberwindliches Hindernis. Schon früh begann man, die gangbarsten und kürzesten Wege über die Berge ausfindig zu machen, wie mesolithische und neolithische Funde im Bereich verschiedener Alpenübergänge eindrücklich belegen. Spätestens in der Eisenzeit, vermutlich schon in der Bronzezeit kristallisierten sich bevorzugte Routen heraus, die sich durch eine Häufung von bedeutenden Siedlungen und Nekropolen mit vielen Importfunden auszeichnen.
Der alpenquerende Verkehr diente dem Handel, der Erschliessung von Rohstoffen, dem Know-how-Transfer, nicht zuletzt aber auch der Erkundung und Besiedlung neuer Lebensräume. Sowohl Einzelpersonen als auch ganze Stammesverbände unternahmen diese Wanderungen. Eine eigentliche «Invasion» von Kelten in die Südschweiz und nach Oberitalien wird erstmals kurz nach der Mitte des 1. Jahrtausends v. Chr. fassbar.
Die Gründe für den Drang nach Süden dürften vielfältig gewesen sein. Glaubt man etwa den antiken Historikern, dann spielte die Überbevölkerung in den Stammesgebieten nördlich der Alpen eine entscheidende Rolle. Gleichzeitig wird auch die Faszination des Südens mit seinem vorteilhaften Klima und den materiellen Reichtümern hervorgehoben.
Ein weiterer Grund, der heute in die Diskussion der Keltenwanderungen miteinbezogen wird, sind die gravierenden Klimaverschlechterungen, welche im 1. Jahrtausend v. Chr. wiederholt fassbar sind, so um 800 v. Chr. und in der Zeit um 400 v. Chr. Möglicherweise führten wiederkehrende Missernten und damit verbundene Hungersnöte zu Auswanderungen.
Bild: Kantonsarchäologie Zürich, Patrick Nagy