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Eine Maske wie keine andere
Seit 1927 stellt die Firma Künzli aus Windisch Schuhe her. Nun wurde man… Weiterlesen
28. Mai 2020
09:00
Der nach kurzer Krankheit Verstorbene erblickte im November 1947 in Thalheim das Licht der Welt. Dort wuchs er zusammen mit drei Schwestern auf. Ein unfallbedingter Ausfall seines Vaters und Firmengründers zwang ihn, seine Ausbildung in der Firma Fischer in Wildegg abzubrechen und die angefangene Schreinerlehre im 1934 gegründeten elterlichen Betrieb zu beenden. Bevor er 1978 den Betrieb von seinem Vater übernahm und dem heutigen Unternehmen den Namen gab, belegte er auf dem Bürgenstock und an der Holzfachschule in Biel Weiterbildungskurse. Während im damals noch im Dorfkern gelegenen Betrieb nebst Sägerei- auch Wagner-, Schreiner- und Holzbauarbeiten ausgeführt wurden, hat man am heutigen Standort in die Fensterfabrikation investiert. Auch nachdem Theo Wernli den Betrieb 2018 seinem Sohn Beni und dem Schwiegersohn Raoul Wettstein übergeben hatte, war er bis im vergangenen Februar dort noch präsent. Das Wohl seiner Nächsten und vor allem auch seiner Mitarbeitenden war ihm ein grosses Anliegen. Für alle hatte er immer ein offenes Ohr.
Familienmensch und Politiker
Obwohl er das Unternehmen oft als sein fünftes Kind bezeichnete, war Theo Wernli auch ein Familienmensch. Im Jahr 1970 trat er mit Ruth Maag, die er im Turnverein kennengelernt hatte, vor den Traualtar. Mit ihr zusammen hatte er vier Kinder, Marianne, Judith, Bernhard und Jolanda, und war ihnen ein guter Vater, der für alle ein offenes Ohr hatte und mit ihnen zusammen gern die knapp bemessene Freizeit verbrachte. Die Unterstützung durch seine Frau bewog Wernli, sich auch für die Allgemeinheit einzubringen. Mit der Wahl in den Gemeinderat engagierte er sich ab dem 1. April 1989 auch politisch. Von 1990 bis zu seinem Rücktritt im Jahr 2009 hat er als Gemeindeammann die Entwicklung von Thalheim massgeblich mitgeprägt. In seine fünf Amtsperioden fielen wichtige Wasser- und Abwasserprojekte, die Anschaffung eines Tanklöschfahrzeugs für die Feuerwehr, aber auch die Realisierung eines Gehwegs im Unterdorf, ein Veloweg sowie die Überarbeitung der Bau- und Nutzungsordnung. Dass es unmöglich ist, es in der Politik allen recht zu machen, musste auch Theo Wernli erfahren. Trotz aller Kritik war er stets bestrebt, seine Meinung in der Gemeinde überzeugt zu vertreten. Theo Wernli hat sich aber auch über viele Jahre hinweg aktiv in Vereinen und Institutionen eingebracht – als Mitglied und als Sponsor.
Sägen war seine Leidenschaft
Mit seinem hohen Verantwortungsbewusstsein hat der Verstorbene im Familienunternehmen viele Spuren hinterlassen. Davon konnten sich seine Berufskollegen aus dem Kreis Baden-Brugg noch im vergangenen Herbst überzeugen. Im Rahmen einer Führung durch die moderne Schreinerei überzeugte er mit seinem Leitgedanken «ganz ökologisch, logisch». Mit berechtigtem Stolz erzählte er vom verantwortungsvollen Umgang seines Betriebs mit dem Werkstoff Holz. In den Wintermonaten hat Theo Wernli in der dem Betrieb angegliederten Sägerei immer seine Leidenschaft und sein Können beim Sägen von Rundholz zu Klotzbretter, Latten und Bauholz für die Herstellung von Fenstern und Holzbauarbeiten unter Beweis gestellt.
Aus gegebenen Umständen findet die Trauerfeier für Theo Wernli morgen Freitag, 29. Mai, im engsten Familienkreis statt. Wer dem Thalheimer Unternehmer gedenken will, ist gerne eingeladen, um 12 Uhr eine Kerze anzuzünden und einen Moment innezuhalten.