Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03227.jsonl.gz/390

Veröffentlichung: 21.11.11; Aktualisierung: 31.03.14
1. BEVORZUGUNG PFLANZLICHER LEBENSMITTEL
Umwelt: Der Konsum tierischer Lebensmittel hat einen starken Einfluss auf die Treibhausgas-Emissionen eines Menschen. Je kleiner der Verzehr, desto weniger CO2-Äquivalente werden produziert.
Gesellschaft: Ein geringerer Verzehr tierischer Lebensmittel bzw. deren geringere Erzeugung führt zu einer Verminderung der Importe von Futtermitteln aus armen Ländern, die dort als Nahrung dienen könnten (Sojabohnen, Getreide, Mais).
Wirtschaft: Eine pflanzlich ausgerichtete Ernährungsweise ist im Durchschnitt für den Verbraucher mit weniger Kosten verbunden als die übliche fleischreiche Ernährung.
2. FÖRDERUNG EINER ÖKOLOGISCHEN LEBENSMITTELPRODUKTION
Gesundheit: Ökologisch produzierte Lebensmittel weisen in der Regel einen höheren Gehalt an wichtigen Nährstoffen wie Vitamin C und sekundären Pflanzenstoffen auf. Ferner sind geringere oder keine Rückstände von Pestiziden, Antibiotika usw. enthalten.
Umwelt: Beim Kauf ökologischer Lebensmittel wird ein Beitrag zu einer umweltverträglichen Landwirtschaft geleistet, die keine Pestizide usw. anwendet. Dadurch werden negative Umwelteffekte (u.a. Rückgang Biodiversität, Emissionen, Ressourcenverbrauch) vermindert.
Gesellschaft: Rein rechnerisch belegen Studien, dass die ökologische Landwirtschaft für die Ernährung der Weltbevölkerung ausreichend Nahrungsenergie zur Verfügung stellen kann.
Wirtschaft: In einem europäischen Vergleich zeigt sich, dass ökologisch wirtschaftende Betriebe im Durchschnitt erfolgreicher wirtschaften als konventionelle Betriebe.
3. REGIONALE UND SAISONALE ERZEUGNISSE
Gesundheit: Gemüse und Obst, das in der Region konsumiert wird, wo es wächst, kann voll ausreifen, da nur kurze Transportwege erforderlich sind und es entsprechend nicht vorzeitig in unreifem Zustand geerntet werden muss. Meist weisen diese Lebensmittel höhere Gehalte an essenziellen und gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen auf, Freilandprodukte beinhalten weniger Rückstände als Treibhauslebensmittel.
Umwelt: Durch den Konsum von regionalen und saisonalen Lebensmitteln können die mit dem hohen Transportaufkommen verbundenen Emissionen deutlich reduziert werden.
Gesellschaft: Der Konsum regionaler Lebensmittelprodukte schafft soziale Beziehungen zwischen Bauer, Verarbeiter oder Händler. Damit kann die Transparenz bezüglich Lebensmittel erhöht werden (Tierhaltung, Verarbeitung usw.).
Wirtschaft: Die regionale Lebensmittelproduktion unterstützt die lokale bäuerliche Landwirtschaft.
4. GERING VERARBEITETE LEBENSMITTEL
Gesundheit: Für den allergrössten Teil unserer Lebensmittel ist der Verarbeitungsgrad bzw. der Grad der Naturbelassenheit ein geeigneter Massstab für dessen Gesundheitswert. Die Kernaussage von Werner Kollath in diesem Sinne war: «Lasst unsere Nahrung so natürlich wie möglich.»
Umwelt: Eine geringe Lebensmittelverarbeitung erfüllt wegen der weitgehend nicht getätigten Verarbeitungsschritte die ökologischen Forderungen nach einer Verminderung des Energieverbrauchs (u.a. Erhitzung/Tiefkühlung) sowie nach niedrigeren Emissionen (u.a. Klima).
Gesellschaft: Unverarbeitete Lebensmittel, die zu einer Mahlzeit zubereitet werden müssen, fördern die Kochkompetenz und damit auch die Bindung zur Gemeinschaft (Familie, Schule).
Wirtschaft: Nicht oder gering verarbeitete Lebensmittel sind günstiger als stark verarbeitete Produkte und Fertigprodukte, dementsprechend entsteht ein ökonomischer Vorteil für den Verbraucher.
5. UMWELTVERTRÄGLICH VERPACKTE LEBENSMITTEL
Umwelt: Lebensmittelverpackungen tragen erheblich zu unserem Abfallberg bei. Wenn Lebensmittel verpackt werden müssen, sollte dies möglichst in Mehrwegverpackungen erfolgen.
6. FAIR GEHANDELTE LEBENSMITTEL
Gesundheit: Lebensmittel aus fairem Handel werden unter Auflagen zum Schutz (z.B. vor Pestiziden) der Landarbeiter produziert und damit erhalten auch die Konsumenten Lebensmittel mit weniger Schadstoffen.
Umwelt: Fairtrade beinhaltet bestimmte Umwelt-Mindeststandards, die im konventionellen Handel so nicht vorhanden sind. Ein grosser Teil der fair gehandelten Lebensmittel stammen aus ökologischer Produktion, der Umweltschutz hat somit einen hohen Stellenwert.
Gesellschaft: «Fair» bedeutet im sozialethischen Sinne auch «gerecht». Mit Fairtrade wird versucht, einen Beitrag zu mehr (weltweiter) sozialer Gerechtigkeit zu leisten.
Wirtschaft: Der Fairer Handel bietet eine reale Alternative für höhere Erlöse der Produkte, garantierte Abnahmemengen usw.
7. GENUSSVOLLE UND BEKÖMMLICHE LEBENSMITTEL
Neben der Verantwortung für die eigene Gesundheit, der Solidarität mit anderen Menschen, der Verantwortung gegenüber der Umwelt und der Berücksichtigung ökonomischer Aspekte sollten Genuss und auch Bekömmlichkeit beim Essen nicht zu kurz kommen. Lebensfreude ist bei der Ernährung sehr wichtig und Voraussetzung für eine dauerhafte Umstellung oder Anpassung in Richtung nachhaltiger Essgewohnheiten. Die Grundlage genussvoller und bekömmlicher Speisen ist eine hohe Lebensqualität.
Quellen und links zu diesem Thema: