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Die Geschichte der Sommerzeit in Japan
Heute vor 73 Jahren, am 28. April 1948, führte Japan die Sommerzeit ein. Die damalige US-Besatzung unter General Douglas MacArthur (Asienspiegel berichtete) ordnete diesen Schritt an. Kurze drei Tage später wurde die Uhrzeit um eine Stunde vorgestellt. Ein Hauptgrund für diese Massnahme war der notorische Strommangel. Mit dem längeren Tageslicht am Abend wollte man Energie sparen. Aber auch die Förderung der Gesundheit wurde damals als Erklärung angegeben. Immerhin kannten die USA die Sommerzeit seit 1918. In Japan sollte sie jedoch von kurzer Lebensdauer sein.
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Am 8. September 1951 wurde der Friedensvertrag von San Francisco unterzeichnet, am 28. April 1952 trat das Vertragswerk in Kraft. Japan war wieder eine souveräne Nation. Die Besatzungszeit war offiziell beendet, die USA wurde zu einem militärischen Verbündeten. Von der neuen politischen Eigenständigkeit machte man sogleich Gebrauch. Die Sommerzeit wurde kurzerhand wieder abgeschafft. Und so wird die Uhr in Japan seit 1952 nicht mehr umgestellt. Dieser Umstand macht sich für europäische Besucher schnell bemerkbar. Im Hochsommermonat Juli geht in Tokio die Sonne jeweils um 4:30 Uhr auf und bereits um 19:00 Uhr unter. In Mitteleuropa hingegen verabschiedet sich die Sonne im selben Monat erst nach 21 Uhr.
Die Gründe für die Abschaffung
Eine Umfrage vom Oktober 1951, wonach 53 Prozent für die Abschaffung und 30 Prozent für eine Beibehaltung waren, stützte den damaligen Entscheid der Regierung. Die Gründe für die negative Haltung waren vielfältig. Nicht wenige betrachteten die Sommerzeit als eine unerwünschte Neuerung. Man beklagte sich über längere Arbeitszeiten und Schlafbeschwerden. Ausserdem hatte sich die Energieversorgung in der Zwischenzeit stark verbessert.
Hinter der Abschaffung steckte aber auch eine politische Botschaft. Es war eine einfache Gelegenheit, einen unpopulären Entscheid der US-Besatzungsmacht rückgängig und die wiedererlangte Souveränität für alle sichtbar zu machen. Viele empfanden die kurzfristig befohlene Umsetzung von 1948 als demütigend.
Ein ewiges Projekt
Seit fast 70 Jahren kommt Japan somit ohne Sommerzeit aus. Die Idee einer erneuten Einführung ist jedoch nie gestorben. Seit den 1990ern wird immer wieder darüber diskutiert (Asienspiegel berichtete). So haben Studien aufgezeigt, dass dank des langen abendlichen Sonnenlichts nicht nur Energie gespart, sondern auch der Konsum gefördert wird. Probeläufe in den Präfekturen Shiga und Hokkaido bestätigten die positiven Auswirkungen. Inzwischen befürwortet in regelmässig durchgeführten Regierungsumfragen eine Mehrheit der Bevölkerung die Sommerzeit.
2018 gab es den bislang letzten Versuch. Damals lag der Vorschlag auf dem Tisch, hinsichtlich der Olympischen Sommerspiele die Sommerzeit einzuführen (Asienspiegel berichtete). Letztendlich scheiterte eine Wiedereinführung stets am Widerstand aus der Politik oder der Bürokratie.
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