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Christian Kreienbühl erreichte das Ziel zwar «nur» als Zehnter, reckte aber dennoch freudestrahlend seine Arme in die Höhe und durfte sich von EM-Maskottchen Cooly ausgiebigst knuddeln lassen. Als bester Schweizer nämlich sicherte er sich mit seinem Top-Ten-Platz den nationalen Titel im Halbmarathon.
«Eine Meisterschaft zu gewinnen, ist immer etwas Spezielles», sagte der Rütner, der nach dem Marathon-Titel 2012 sowie demjenigen über 10 km auf der Bahn in diesem Jahr nun bereits SM-Goldmedaillen in drei verschiedenen Disziplinen besitzt. Und diesen Erfolg gerade am Greifenseelauf feiern zu können, der aufgrund der vielen bekannten Gesichter am Streckenrand ohnehin einen hohen Stellenwert besitze für ihn, sei «wirklich super».
Dass er mit der Zeit von 1:08:02 seine Halbmarathon-Bestmarke um über zwei Minuten verpasste, störte Kreienbühl nicht im Geringsten. «Heute ging es mir einzig um den Rang», sagte der 32-Jährige, der mit seinem Sieg gleichzeitig die Führung im Post-Cup übernahm. Nach seinem WM-Einsatz in Moskau (35.) habe er nicht wie üblich nach einem Marathon eine dreiwöchige Erholungsphase eingelegt, sondern – um die Form einigermassen zu konservieren – weiterhin trainiert. Allerdings nur reduziert, weswegen er nicht gewusst habe, wo genau er stehe, und entsprechend defensiv gelaufen sei.
Dennoch konnte Kreienbühl, der sich auf einen Dreikampf um den Titel eingestellt hatte, seinen grössten Widersacher Michael Ott nach zwei Dritteln der Strecke distanzieren. Und anders als vor einem halben Jahr, als der vermeintlich geschlagene Ott sich noch einmal aufgefangen und sich zum Schweizer Meister 10 km gekrönt hatte, vermochte dieser diesmal nicht mehr zu reagieren.
Der Berner Marcel Berni jedoch hielt länger mit und blieb auch nach einer leichten Tempoverschärfung Kreienbühls zumindest in Schlagdistanz. «Es war hart und ich war mir meiner Sache bis zum Schluss nicht sicher», sagte Kreienbühl, der ein gleichmässiges Rennen ohne Schwächephasen lief, seine suboptimale körperliche Verfassung aber nicht verleugnen konnte. Die Pause, die er sich nun mit Verspätung gönnt, hat sich der neue Schweizer Meister jedenfalls redlich verdient.