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In den letzten Jahren hatte sich das Thema „Gesellschaftliche Paradigmen“ zu einem Schwerpunkt meiner Denkarbeit heraus kristallisiert. In diesem Artikel möchte ich eine Zusammenfassung über das bisher Gedachte und Geschriebene sowie einen Ausblick auf weitere Schritte geben. Ausserdem will ich zeigen, welche Bedeutung diese Erkenntnisse in der Argumentation gegen bestehende Gesellschafts- und Wirtschaftssysteme sowie für mögliche Alternativmodelle haben kann.
Bisherige Ergebnisse
Eine grundlegende Definition des Begriffs „Paradigma“, wie ich ihn in meinem Kontext verstehe, ist hier zu finden
Ich gehe davon aus, dass jede Lehre (Ökonomie, Philosophie, Soziologie, Psychologie usw.) in sich konsistent sein kann, d.h. dass einzelne Aussagen in einer logischen Beziehung voneinander abgeleitet werden können, dass man aber, je weiter man in die Tiefe geht, auf Sätze stösst, die nicht mit den Mitteln der Logik bewiesen werden können. Diese Sätze werden als WAHR angenommen, obwohl dies nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden kann. Diese Aussagen bezeichne ich in meinem Zusammenhang als Paradigmen. Mehr zu diesem Thema ist hier zu finden.
Die Paradigmen werden häufig verschleiert, indem man sie als Naturgesetze darstellt und so einer kritischen Diskussion entzieht. Wenn es gelingt, die Paradigmen einer Lehre zu entlarven und zu widerlegen, so kommt häufig das ganze Gebäude ins Wanken, so dass dieses einstürzen kann wie ein Kartenhaus. K.H. Brodbeck demonstriert mit dieser Methode auf eindrucksvolle Weise, dass die moderne Ökonomik keine, wie sie von sich selbst behauptet, wertfreie Wissenschaft ist, sondern, dass sie moralischen bzw. ethischen Grundsätzen beruht. Mehr dazu hier.
Die von K.H. Brodbeck beschriebene „Ethik“ basiert auf verschiedenen Paradigmen, die ich bereits teilweise beschrieben habe:
Nächste Schritte
- Die beschriebenen Paradigmen sollen weiter untersucht und ausgearbeitet werden. Insbesondere sollen Abhängigkeiten und allfällige Hierarchien zwischen den einzelnen Sätzen untersucht und beschrieben werden.
- Weiterhin interessant ist eine Untersuchung, wann und in welchem Kontext die beschriebenen Paradigmen entstanden sind. Ein vertieftes Verständnis dieser Zusammenhänge kann für die Argumentation gegen bestehende und für neue Paradigmen hilfreich sein.
- Suche nach Menschen, die helfen, die beschriebenen Mechanismen kritisch zu hinterfragen und weiter zu denken.
Vision
- Entwurf alternativer Paradigmen für ein neues, humanes Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell.
- Beschreibung von Argumentationslinien für dieses Modell und gegen bestehende inhumane Systeme.
- Permanente Überprüfung der Paradigmen mit Hilfe theoretischer und empirischer Methoden.