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Ein "harter Brexit", also ein britischer Ausstieg aus der EU ohne grosse Kompromisse, würde Schottlands Wirtschaft hart treffen und Arbeitsplätze kosten sowie den Lebensstandard im Land verschlechtern, erklärte Regierungschefin Nicola Sturgeon am Dienstag bei Vorlage eines Grundsatzpapiers "Schottlands Platz in Europa". Daher müssten die Vereinbarungen zwischen ihrem Land und Grossbritannien über die Machtverteilung überarbeitet werden. Unter anderem müsse Schottland mehr Befugnisse bei Einwanderungsfragen erhalten.
In einem Referendum hatten die Bürger Grossbritanniens Ende Juni mehrheitlich für ein Ausscheiden aus der EU gestimmt. In Schottland, das ebenso wie England, Wales und Nordirland zum Königreich gehört, hatte sich indes eine Mehrheit für einen Verbleib in der Gemeinschaft ergeben. Schottland profitiert stark von EU-Geldern.
Neue Unabhängigkeits-Abstimmung?
Sturgeon sagte am Dienstag zudem, auch eine erneute Volksabstimmung über eine Unabhängigkeit Schottlands von Grossbritannien sei nicht vom Tisch. Bei einem ersten Referendum vor rund zwei Jahren hatten sich 55 Prozent der Schotten gegen eine Abspaltung vom Königreich ausgesprochen.
Zugang zum EU-Binnenmarkt kann Schottland auch als Nicht-EU-Mitglied bekommen. Allerdings müsste das Land dafür wohl eine beträchtliche Summe in den EU-Haushalt einbezahlen. Ein Sprecher der britischen Premierministerin Theresa May erklärte, man werde sich Sturgeons Vorschläge ansehen. Es sollte aber kein erneutes Referendum über eine Unabhängigkeit geben.
(Reuters)