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Ausgestahlt wurde die erste Hitparade am 2. Januar 1968, damals noch auf Radio DRS 1. Der Basler Christoph Schwegler war der erste Mann am Mikrophon.
«Ich wurde als Landesverräter beschmipft, weil ich ausländische Musik, schwarze Musik, am Sender spielte», erzählt er. Für mich aber war das ein grosses Kompliment.»
Schwegler moderierte die Charts trotzdem nur ein Jahr, was unter anderem an der Mainstream-Musik lag, die nicht seinem Geschmack entsprach. «Man stelle sich vor: Überall auf der Welt Studentenunruhen – und ich präsentierte Schnulzen wie 'Monja' von Roland W.» Das passte nicht zusammen.
Auf Christoph Schwegler folgte 1969 Jürg Marquard, ein ausgewiesener Experte in Sachen Pop und Rock, der mit seinem Know-How den Grundstein für seine Verlegertätigkeit und seinen wirtschaftlichen Erfolg legte.
1983 wurde die Hitparade von DRS 1 auf DRS 3 «verlegt», wo Jasmin Kienast und Ernst Buchmüller die Präsentation übernahmen. Gleichzeitig wurden vor den Single-Charts auch noch Album-Charts ausgestrahlt.
Moderatoren wurden selbst zu Stars
In den folgenden Jahren brachte die Hitparade viele Moderations-Persönlichkeiten hervor, die in den Zimmern von Kindern und Teenagern zu wahren Helden stilisiert wurden.
Unvergessen bleibt etwa Gabriel Felder, der sich in den 1990er-Jahren wie kein anderer mit der Hitparade identifizierte, was sich unter anderem seinem Titel «Mister Hitparade» niederschlug.
Bis heute haben 30 Moderatoren (und einige wenige Frauen) die Charts präsentiert. Der aktuelle Hitparaden-Moderator Michel Birri ist seit fünfeinhalb Jahren am Drücker – eine rekordträchtig lange Zeit.
Und der grösste Hit ist...
Und welche Musiker haben die Hitparade geprägt? Der grösste Hit aller Zeiten in der Schweizer Hitparade ist DJ Ötzi & Nik P. mit «Ein Stern (… der deinen Namen trägt)». Er führt die ewige Hitparaden-Bestenliste deutlich an.
So wird die Hitparade erhoben
Von 1968 bis 1983 wurde die Schweizer Single Hitparade von Mitarbeitern vom Schweizer Radio telefonisch erfasst. Dazu wurden wöchentlich die Verkäufe von rund 50 Platten-Geschäften abgefragt und die Top 10 entsprechend zusammengestellt.
Heute präsentiert sich die Situation weitaus komplexer: Physische Single-Verkäufe gibt es nur noch wenige, dafür spielen seit 2006 Downloads eine wichtige Rolle.
2014 erfolgte die letzte grössere Änderung der Schweizer Hitparade. Auch gestreamte Musik wird nun berücksichtigt. Telefonate und spätere Verkaufs-Listen auf dem Postweg sind längst einer elektronischen Erfassung gewichen.