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Sonntag, 5. April 2020
Kirche Maria Frieden
François Couperin: Leçons de Ténèbres
Ulrike Hofbauer (Sopran)
Tetiana Dyiu (Sopran)
Teodoro Baù (Gambe)
Emanuele Forni (Theorbe)
Dirk Trüten (Orgel)
Im Zentrum unseres diesjährigen Passionskonzerts steht die Vertonung von Abschnitten aus den Klageliedern des Propheten Jeremia. Diese Texte gehören zu den bewegendsten Passagen des Alten Testaments. Jeremia trauert über die Besetzung und den Untergang der Stadt Jerusalem, die Zerstörung des Tempels und die Vertreibung der Juden. In der katholischen Liturgie bilden die Klagelieder traditionell die Lesungen der Matutin in der Karwoche. Jede Lektion schliesst mit dem flehentlichen Aufruf an das Volk: „Jerusalem, wende dich zu Gott, deinem Herrn“. Unter den zahlreichen Vertonungen nehmen die 1714 erschienenen Leçons de Ténèbres von François Couperin einen herausragenden Rang ein. Selten findet die Kirchenmusik des Barock zu einer Sprache, die an Tiefe der Aussage diesen Lamentationen gleichkommt. Im Gegensatz zu den ersten beiden Lesungen, die als Solokantaten konzipiert sind, hat Couperin die dritte als Duett ausgestaltet. Im liturgischen Rahmen eines nach und nach dunkler werdenden Kirchenraums trägt diese Besetzung zur Steigerung des dramatischen Effekts bei: es ist eine Musik, die dem langsamen Verlöschen mit zunehmender Intensität der Leidenschaft begegnet. Diesen Effekt hat der Komponist im Sinne eines barocken „Gesamtkunstwerks“ sehr bewusst in sein kompositorisches Konzept integriert.
Die international renommierte Sopranistin Ulrike Hofbauer studierte Gesang und Gesangspädagogik an den Hochschulen in Würzburg und Salzburg sowie an der Schola Cantorum Basiliensis. Die in Oberbayern geborene Sängerin musizierte als Solistin u.a. mit dem Collegium Vocale Gent, L’Arpeggiata, La Chapelle Rhénane, L’Orfeo Barockorchester und Cantus Cölln und arbeitete u.a. mit Philippe Herreweghe, Christina Pluhar, Andrea Marcon, Gustav Leonhardt, Rudolf Lutz und Jörg-Andreas Bötticher zusammen. Von 2014 bis 2019 war Ulrike Hofbauer Professorin für Barockgesang am Mozarteum in Salzburg. Seit 2017 unterrichtet sie historischen Gesang in Strassburg und ab September 2019 ebenfalls an der Schola Cantorum Basiliensis in Basel. Neben Radiomitschnitten und Live-Auftritten dokumentieren zahlreiche CD- und Filmproduktionen ihre Vielseitigkeit.