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In Europa gibt es mittlerweile fast 30 Millionen genesene Covid-19-Patienten. Auch die Entwicklung in der Schweiz zeigt, dass die meisten Erkrankten mittlerweile genesen oder auf den Weg dorthin sind. Die bisherigen Massnahmen (Isolierung, Behandlung) dienten dazu, das Virus einzudämmen. Allerdings haben Untersuchungen gezeigt, dass selbst milde Covid-19-Verläufe Langzeitfolgen wie Herzkomplikationen und anderen gesundheitsgefährdenden Nachwirkungen haben können. Zu den häufig genannten Symptomen dieser Folgeerkrankungen gehören Schmerzen in der Brust, Husten, wiederkehrendes Fieber, Gelenk- und Muskelschmerzen, Müdigkeit sowie Depression und Angstzustände.
Daher ist es wichtig, alle Genesenen, die nach einer Covid-Infektion zur Arbeit zurückkehren, zu begleiten und zu unterstützen, um sicherzustellen, dass die Symptome genau überwacht und die Aktivitäten nur Schritt für Schritt wieder aufgenommen werden. Der finnische Medizintechnik-Spezialist Bittium hat sich mit führenden Experten der International Association Performance Medicine (IAPM) zusammengeschlossen, um eine sichere Rückkehr der Genesenen ins aktive Leben zu unterstützen – basierend auf dem GRTP-Protokoll (Graduated Return to Play) aus dem Sportbereich.
1. Ruhephase
Gesundheitsorganisationen empfehlen eine Ruhephase von mindesten zehn Tagen nach dem ersten Auftreten von Covid-19-Symptomen. Bei Patienten mit einem schwereren Krankheitsverlauf sollte dieser Zeitraum durch den behandelnden Arzt angepasst werden.
2. Sieben Tage symptomfrei
Zusätzlich zu der empfohlenen Ruhezeit sollte der Patient nach vollständiger Genesung mindestens sieben Tage lang symptomfrei bleiben, bevor die nächsten Schritte eingeleitet werden.
3. Rückkehr zu Routineaufgaben
Stufe 1 des GRTP besagt, dass ein Sportler in der Lage sein sollte, Aktivitäten wie einen 500-Meter-Spaziergang zu bewältigen, ohne müde zu werden. Bei Berufstätigen, deren Aufgaben keine körperlichen Tätigkeiten beinhalten, ist das Erledigen von Routineaufgaben ohne Erschöpfung die Mindestanforderung für eine Rückkehr an den Arbeitsplatz.
4. Medizinische Tests
Darüber hinaus sollte sich jeder Genesene, genau wie Sportler, einigen diagnostischen Tests unterziehen, um die eigene Sicherheit und die der Arbeitskollegen zu gewährleisten. Die Tests helfen dabei zu entscheiden, ob die Rückkehr eingeleitet oder noch einige Tage zurückgestellt werden sollte. Einer der wichtigsten Tests ist ein 24-Stunden-EKG, um Herzrhythmusstörungen und jegliche Herzmuskelerkrankungen auszuschliessen. Weitere empfohlene Tests sind Echokardiogramme, eine kardiologische Beurteilung und Belastungstests.
5. Graduelle Steigerung der Aktivitäten
Im Rahmen der Stufen 2-4 des GRTP steigern Sportler ihr Training von 15 Minuten pro Tag und einer Herzfrequenz von bis zu 70 Prozent der Leistungsfähigkeit nach und nach auf längere und häufigere Trainingsperioden. Wenn die Athleten während dieser Stufen, die sich über einen Zeitraum von 16 Tagen erstrecken, symptomfrei bleiben, können sie am siebzehnten Tag (Stufe 5) wieder aktiv ihren Sport betreiben.
Für Berufstätige deren Job körperliche Arbeiten beinhaltet, kann dies als Richtlinie für die schrittweise Rückkehr zu ihren Aufgaben und zur Arbeit in Teil- oder Vollzeit dienen. Für Mitarbeitende mit nicht körperlich anstrengenden Berufen ist dies ebenfalls ein guter Leitfaden für die schrittweise Wiederaufnahme anderer körperlicher Aktivitäten – vom Treppensteigen bis zum Radfahren oder der langsamen Wiederaufnahme von Sport und Freizeitaktivitäten.
6. Wieder mehr Bewegung
Sportarten, die keine hohe Belastung und Steigerung der Herzfrequenz erfordern (von Yoga bis Golf), können wieder aufgenommen werden, wenn der Patient über den beschriebenen Zeitraum beschwerdefrei geblieben ist und keine Anzeichen von Müdigkeit nach alltäglichen körperlichen Aktivitäten zeigt. Anspruchsvollere, kardioorientierte Sportarten sollten langsam und schrittweise wieder aufgenommen werden. Ehemalige Covid-19-Patienten sollten zudem auf eine ausgewogene Ernährung achten und viel trinken.
7. Screening-Tests am Arbeitsplatz
Weil das Virus hochansteckend ist empfiehlt es sich, den Mitarbeitenden regelmässige Covid-19-Tests zu ermöglichen.
Zusätzlich zum schrittweisen Vorgehen und allen vorgeschriebenen medizinischen Vorsichtsmassnahmen ist es empfehlenswert, den Rat eines Experten für Herz- oder Infektionskrankheiten einzuholen, um das Risiko von Langzeitfolgen zu kontrollieren. «Aufgrund der potenziellen Nebenwirkungen, die mit Herzerkrankungen verbunden sind, spielt die Herzuntersuchung eine wichtige Rolle bei der Diagnose zum Befinden eines sich erholenden Covid-19-Patienten», erklärt IAPM-Präsident Dr. Lutz Graumann. «Die Herzüberwachung umfasst die Berechnung der Ruheherzfrequenz, der Atemanhaltedauer und bewertet die wahrgenommene Anstrengung. Je mehr verlässliche und verwertbare Daten des Herz-Kreislauf-Systems vorliegen, desto einfacher ist es, die Aktivitäten nach der Erkrankung zu evaluieren und zu unterstützen.»