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Statistik: Geburtenzahl 2015 rückläufig
Die Anzahl Lebendgeburten beläuft sich 2015 auf 84'800. Das sind 400 weniger als 2014 (-0.5%), wie das Bundesamt für Statistik in seinen provisorischen Jahresergebnissen mitteilt.
Migrantinnen aus Ex-Jugoslawien haben grössere Familien (durchschnittlich 2.3 Kinder pro Frau im Jahr 2000) als Frauen aus anderen Gebieten Osteuropas (mit nur durchschnittlich 1.3 Kindern). Die zweite Generation tendiert zum schweizerischen Durchschnitt (siehe Abbildung unten).
Durchschnittsalter der Mutter bei der Geburt des Kindes
Im weltweiten Vergleich haben die Frauen in der Schweiz ihr erstes Kind sehr spät: Das Durchschnittsalter bei der ersten Geburt ist in den letzten 40 Jahren kontinuierlich angestiegen und liegt heute bei über 30 Jahren. In den Herkunftsländern der in der Schweiz lebenden Migrantinnen bestehen grosse Unterschiede beim Altersspektrum, in dem Frauen üblicherweise Kinder bekommen.
Wie aus folgender Abbildung hervorgeht, haben viele Migrantinnen Kinder eher in dem Alter, das in ihrem Herkunftsland üblich ist und von demjenigen der gebürtigen Schweizerinnen abweicht.
Die Analyse der Daten hat ergeben, dass Migrantinnen weniger häufig ein zweites Kind haben als gebürtige Schweizerinnen und dass ihre Geburten weiter auseinanderliegen. Dieses Muster ist in anderen europäischen Ländern nicht festzustellen. Migrantinnen in diesen Ländern haben im Allgemeinen schneller und häufiger ein zweites Kind.
Eine mögliche Erklärung für die unterschiedlichen Muster könnte die relativ bescheidene staatliche Unterstützung für Eltern, verbunden mit den hohen Kosten für das Aufziehen von Kindern in der Schweiz sein. Es ist anzunehmen, dass sich diese Situation auf bestimmte Migrantinnen, die im Durchschnitt über geringere wirtschaftliche Ressourcen verfügen als die einheimische Bevölkerung und je nach System in ihrem Herkunftsland höhere Erwartungen an die staatliche Unterstützung für Familien stellen, nachteilig auswirkt. Familien mit Migrationshintergrund können zudem meist auf kleinere soziale und familiäre Netzwerke zurückgreifen, die sie während der Elternschaft unterstützen. Sie haben tendenziell hohe Erwartungen an die Ausbildung ihrer Kinder, da die Bildung als Weg für einen sozialen Aufstieg im Gastland wahrgenommen wird. Der grössere Abstand zwischen den Kindern kann auch eine Folge niedrigerer Opportunitätskosten für Frauen mit tieferem Einkommen sein, während schnelle Übergänge, wie sie bei den Deutschschweizerinnen vorliegen, vermutlich den Wunsch nach einer möglichst kurzen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt widerspiegeln.
Quelle: Guarin et al. (2016): "Geburtenhäufigkeit von Migrantinnen und gebürtigen Schweizerinnen im Vergleich". In: Informationen aus der Demografie Nr. 1 Juni 2016. Demos. Familie, Migration. Neuchâtel: BFS.