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2.
Helminthen /
Parasitische Würmer
a. Trematoden: Saugwürmer, parasitieren in Leber, Magen, Darm und in den großen Körpervenen. Benötigen zur Entwicklung einen oder zwei Zwischenwirte.
b. Fasziolosen: Egel, vor allem bei Wiederkäuern weltweit vertretene Parasitenart. Parasitieren in Leber, Pansen und teilweise in der Galle.
2.1. Fasziolose
Infektion mit dem Leberegel Fasciola hepatica.
Vorkommen und Verbreitung: bei allen pflanzenverzehrenden Säugern, in Mitteleuropa bei Rind, Schaf, Ziege, gelegentlich auch bei Pferd, Schwein, Kaninchen sowie bei Menschen.
Benötigt ein gemässigtes Klima sowie süßwasserhaltige Gewässer, da er als Zwischenwirte Schnecken beansprucht.
Entwicklung
Erwachsene Leberegel legen in
die Gallengänge Eier, diese gelangen mit dem Kot ins Freie. Es bildet sich die
sog. Wimperlarve, die sich eine Schnecke als Zwischenwirt sucht. In der Schnecke
entwickelt sich die Larve weiter, es bilden sich die Zerkarien. Diese verlassen
nach 2 Monaten die Schnecke und existieren dicht unterhalb der Wasseroberfläche
an Pflanzen oder anderen Unterlagen. Werden sie vom Endwirt gefressen, bohren
sie sich innerhalb weniger Tage durch die Dünndarmwand und gelangen in die
Bauchhöhle. Von dort dringen sie in die Leber ein und wandern im Lebergewebe 6-8
Wochen umher. Kurz vor der Geschlechtsreife brechen die ausgewachsenen Egel dann
in die Gallengänge ein.
Präpatenz: mind. 65 Tage. Je älter das Tier und damit höher die Immunität, um so länger ist die Präpatenzphase.
Die Eier sind in feuchtem Milieu (auch Kot) für einige Monate lebensfähig, Austrocknung hingegen verkraften sie nicht. So sind Heu nach 4-6 Monaten, Silage nach 30 Tagen und Stapelmist nach 10 Tagen frei von lebensfähigen Fasciolen-Eiern.
Im Frühjahr sowie gegen Ende der Weidesaison erhöht sich das Infektionsrisiko, da in diesen Zeiten vermehrt Zerkarien von infizierten Schnecken abgesetzt werden.
Eine Infektion erfolgt auf der Weide, Infektionen über Grünfutter, Silage oder Heu snd selten bis sehr selten.
Symptome
Durch die Wanderung der jungen
Egel kommt es zu einer Leberentzündung. Das Lebergewebe wird geschädigt, dieses
vernarbt, dadurch schrumpft die Leber. Die entstandenen Verletzungen bluten und
führen zu Anämie. Die Schädigung von Leber und Galle führt weiterhin zu sog.
Hypalbuminämie. Dadurch verändern sich die Druckverhältnisse im Gewebe und es
kann Flüssigkeit aus der Blutbahn ins Gewebe austreten, es bilden sich Ödeme.
Diese sind in der Haut, vor allem im Kehlgang (Unterhals), an der Brust und am
Unterbauch sichtbar.
Die Fresslust sinkt, dadurch verringert sich das Körpergewicht.
Bei Schafen und Ziegen kommt meist eine subakute Form der Fasziolose vor. Subakute Erkrankungen zeichnen sich immer durch einen sehr raschen Verlauf mit wenigen Symptomen vor Auftreten der Erkrankung aus.
Der Verlauf ist rasch, die Tiere verfallen sehr schnell mit Apettitmangel, Apathie, deutliche Anämie und Ödembildung. Gelbsucht, Bauchwassersucht (Aszites) und Bauchfellentzündung kommen oft dazu und können zum Verlammen oder zum Tod führen. Bei plötzlichen Todesfällen kann auch eine durch die Egel verursachte innere Verblutung in die Leber oder die Bauchhöhle die Ursache sein.
Chronische Infektionen zeichnen sich durch Gewichtsverlust, brüchiges Fell, Totgeburten bei tragenden Tieren im Vordergrund. Die Anämie und Hypalbuminämie sind sehr deutlich ausgeprägt (Blutbild). Chronische Formen treten im Winter auf.
Prophylaxe
Nichtbeweiden von
Feuchtgebieten, keine Naturtränke sondern Wasser aus Kunsttränken. Futter von
mit Schnecken besiedelten Weiden erst nach ausreichender Lagerung verfüttern
(Heu: 1. Schnitt im Herbst, Grummet im Frühjahr).
ACHTUNG vor allem bei feuchten Sommern und Herbsten, hier ist das Infektionsrisiko sehr groß.
2.2. Pansenegel
Wie die Leberegel, so nutzen
auch Pansenegel Schnecken als Zwischenwirte. Werden sie vom Endwirt aufgenommen,
dringen sie in die Schleimhaut des Dünndarms ein und wandern in dieser zurück
bis zum Pansen. Durch die Irritation der Schleimhaut kommt es zu einer
Entzündung des Dünndarms. Sobald die Egel den Pansen erreicht haben, schädigen
sie die Pansenschleimhaut. Dadurch können weniger Nährstoffe aufgenommen werden.
Schafe und Ziege werden sehr rasch immun gegen Pansenegel, eine erneute Infektion ist für die Pansenegel fast erfolglos, da sie sich nicht mehr in der Dünndarmwand halten können.
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