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Lausanne, Mitte September vergangenen Jahres. Abdankungsfeier für Gaston-Armand Amaudruz, Holocaust-Leugner und Nationalsozialist seit den 1940er Jahren. Die Totenrede hält Alexandre Rawyler, so berichtet später ein Gesinnungskamerad. Am Schluss habe der Redner das deutsche Totenlied «Ich hatt' einen Kameraden» gesungen und dann «den rechten Arm als letzten Gruss an unseren verblichenen Freund» gehoben.
Es ist nicht der erste Hitlergruss, den Rawyler zum Besten gab, so beispielsweise Anfang August 2010 auf dem Rütli bei einem rechtsextremen Aufmarsch. Das Bundesgericht sah darin keine Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm. Der Armheber habe nicht beabsichtigt, Passanten vom Nationalsozialismus zu überzeugen.
Nun will der 71-jährige Geologe Rawyler für den Kanton Waadt in den Nationalrat, auf der Liste der Parti Nationaliste Suisse (PNS). Bereits vor vier Jahren war er Kandidat, damals für die Schweizer Demokraten. Mit durchschlagendem Misserfolg: Auf der erfolglosen Liste erreichte er den letzten Platz, gerade einmal 276 Stimmen.
In der Waadt tritt die PNS mit elf Männern an, darunter Holocaust-Leugner und Parteipräsident Philippe Brennenstuhl. Vor vier Jahren hatte sich die PNS ebenfalls an den eidgenössischen Wahlen beteiligt. Sie hatte vier Männer auf der Liste und erhielt 0,45 Prozent der Stimmen, genau 12 249 – zu viele!