Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03586.jsonl.gz/2670

Der Katamaran "sun 21" hat seine Atlantiküberquerung erfolgreich beendet. Erstmals schaffte damit ein solarbetriebenes Schiff den Sprung über den Atlantik.
Die Fahrt begann in Basel und endete an diesem Wochenende im Hafen von Le Marin auf der Karibikinsel Martinique.
Die erste Atlantiküberquerung eines Solarschiffes sei eine historische Leistung, schreiben die Initianten des Projekts. Damit sei ein eindrücklicher Beweis für die Leistungsfähigkeit der Solartechnologie auch auf hoher See erbracht worden.
Die Crew schreibt, dass die Ankunft der "Sun 21" exakt mit dem Erscheinen des Uno-Klimaberichtes zusammenfalle. Das Crewmitglied Martin Vosseler sagt den auch: "Wir senden damit ein starkes Signal aus, dass das Zeitalter der Sonnenenergie angebrochen ist."
Die Crew der 14 Meter langen und 6 Meter breiten "sun21" besteht aus zwei Skippern aus der Westschweiz, einem Basler Arzt und Umweltaktivisten, einem Historiker sowie einem Meeresbiologen der Universität Basel.
Gebaut worden war das mit Solarzellen, Batterien und Elektromotoren ausgerüstete Boot bei Yverdon im Kanton Waadt von der Westschweizer Firma MW-Line. Schiffe mit derselben Konstruktion verkehrten bereits während der Landesausstellung Expo.02 auf den Juraseen.
Von den Kanaren aus über den Atlantik
Anfang Januar hatte die Crew sich auf halbem Weg zwischen den Kanarischen Inseln und Cap Verde entschlossen, direkt über den Atlantik nach Martinique zu fahren. Ursprünglich war ein Zwischenhalt in Cap Verde vorgesehen gewesen.
Während der Weihnachtstage war die Crew durch eine Reparatur rund eine Woche auf Lanzarote aufgehalten worden. Danach lief der Solar-Motor wieder einwandfrei, weshalb sich die Besatzung entschloss, direkt über den Atlantik zu fahren.
Von Calmy-Rey getauft
Die "sun21" war Mitte Oktober 2006 in Basel von Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey getauft worden. Sie hatte das Projekt als "Vorbild für die Mobilität der Zukunft" gelobt. Die "sun21" zeige Wege auf, wie künftig die Solar-Technologie auf andere Bereiche übertragen werden könnte.
Von Basel aus startete die "sun21" zur Fahrt auf dem Rhein nach Rotterdam und wurde von dort nach Spanien verschifft. Vom spanischen Chipiona aus fuhr das Solar-Schiff am 3. Dezember in Richtung Lanzarote fort.
Auf dem Weg dorthin geriet die "sun21" in einen Sturm und überstand Winde bis zu 7 Beaufort und 5 Meter hohe Wellen. Aus Sicherheitsgründen legte das Schiff einen Zwischenhalt im marokkanischen Casablanca ein und setzte danach seinen Weg fort.
Weiter bis New York
Am 18. Dezember kam die "sun21 auf Lanzarote an, von wo aus die eigentliche Atlantiküberquerung in Angriff genommen wurde.
Mit der Ankunft in Martinique ist die insgesamt rund 7000 Seemeilen lange Fahrt des Schiffs jedoch noch nicht zu Ende: Über Florida soll es der Küste entlang weiter bis nach New York gehen. Dort soll die "sun21" am 8. Mai eintreffen.
Getragen wird das Projekt vom eigens für das Vorhaben gegründeten Verein "transatlantic21". Dieser wollte mit der Atlantiküberquerung das Potenzial der umweltfreundlichen Solartechnik auch für die Schifffahrt demonstrieren.
swissinfo und Agenturen
Fakten
Die "sun21" ist ein Katamaran des MW-Line-Typs C 60, die an der Expo 02 im Einsatz waren.
Das Schiff ist rund 14 Meter lang und 6.6 Meter breit, es bietet 5-6 Personen Platz für den mehrwöchigen Aufenthalt auf hoher See.
Zwischen den Schwimmkörpern ist ein grosses mit Solarmodulen überdachtes Deck als Aufenthaltsort angebracht.
Durchschnittsgeschwindigkeit (Tag und Nacht) 5-6 Knoten (10-12 km/h). Das entspricht der Reisegeschwindigkeit von Segeljachten.
Weitere Solar-Expeditionen
Die Atlantiküberquerung wird nicht die einzige Fahrt eines Solarbootes bleiben. Eine weiter Schweizer Crew – PlanetSolar – bereitet sich auf eine Weltumrundung mit einem Solarboot vor. Start soll 2009 sein.
Der Schweizer Abenteurer und Wissenschafter Bertrand Piccard, der als erstes mit einem kombinierten Gas-Heißluftballon die Erde umrundete, beschäftigt sich ebenfalls mit einem Solarprojekt. Er will mit einem Solarflugzeug rund um die Welt fliegen. Start soll 2011 sein.