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Nach einer langen, langen, langen Pause – Autor zu sein nimmt viel Zeit in Anspruch – habe ich das Glück, dass sich Savannah Lichtenwald dazu entschlossen hat, ein Interview mit mir zu führen.
Savannah, herzlich Willkommen.
Savannah: Danke für die Einladung, schön hast du´s hier 🙂
Dann wollen wir mal beginnen, oder?
Erzähl doch in zwei, drei Sätzen, wer du bist, liebe Savannah.
Savannah: Unter dem Pseudonym Savannah Lichtenwald schreibe ich Gay Romance und hin und wieder ein bisschen Fantasy. Geboren und aufgewachsen bin ich in Frankfurt am Main und lebe heute mit meiner Familie in der Mitte Hessens.
Welches ist dein bisher bestes Buch?
Savannah: Man selbst kann das meist nicht so gut beurteilen. Für meine Leser*innen ist es wohl „Das Monster des Prinzen“, eine Geschichte über Mobbing, Selbstfindung und Akzeptanz. Das Buch erzählt von Philip und David, zwei sehr unterschiedlichen Männern, die es schwer haben, sich selbst anzunehmen, und sich zunächst feindlich gegenüberstehen. So ist jeder für den anderen mal das Monster, mal der Prinz.
In welchen Genres schreibst du?
Savannah: Gay Romance und Gay Drama.
Was machst du, wenn du nicht schreibst (Hobbys)?
Savannah: Im Garten wühlen, für liebe Freunde Geschichten korrigieren, Formel 1 und American Football sehen, stricken und lesen. Ich lese sehr viel, nicht nur Bücher, auch Berichte über Politik, die Welt, generell alles, was Menschen so umtreibt.
Welche drei Adjektive beschreiben dich als Person (nicht Autor) am besten?
Savannah: Drei? Seit wann können Autor*innen mit drei Worten auskommen? Freunde bezeichnen mich meist als freundlich und hilfsbereit, mein Mann als verständnisvoll und chaotisch, meine Kinder als lieb und cool, Fremde eher als distanziert oder sarkastisch. Aus meiner Sicht würde der Romantitel „Wer bin ich und wenn ja, wie viele“ wohl am besten passen.
Was macht dich als Autorin aus, bzw. was unterscheidet dich von anderen Autoren?
Savannah: Mir ist aufgefallen, dass viele Autoren im Gay-Genre über Fanfictions oder Mangas dorthin gekommen sind, ich hingegen über die Gay Romance. Auch habe ich im Gegensatz zu den meisten anderen sehr spät mit dem Schreiben begonnen.
Wann hast du mit dem Schreiben angefangen und warum?
Savannah: Vor drei Jahren bin ich auf der Suche nach einer Autorin bei BookRix gelandet und habe mich über die vielen Bücher gefreut, die ich dort finden konnte. Drei Monate später drängten sich die Jungs von „At home“ in meinen Kopf und gaben keine Ruhe, bis ich ihre Geschichten aufgeschrieben hatte.
Erzähl uns doch mal was über dein aktuelles Buch?
Savannah: Als nächstes wird eine Kurzgeschichte in einer karitativen Anthologie des Heide Verlags erscheinen. Zur Zeit schreibe ich an zwei weiteren Kurzgeschichten, die – so hoffe ich – ebenfalls in Anthologien ihren Platz finden, deren Erlöse einem guten Zweck zukommen. Was meine eigenen Projekte betrifft, habe ich mir fest vorgenommen, dieses Jahr „Waterghost“ fertigzustellen, eine Fantasy-Geschichte. Außerdem wartet noch der „Selbstrenner“ auf mich, den es bislang nur als Kurzgeschichte gibt. Das ist eine kleine Sidestory zum „Monster des Prinzen“ und ich habe versprochen, etwas Längeres daraus zu machen.
Was ist dir beim Schreiben wichtig? Auf was legst du großen Wert?
Savannah: Keine leichte Frage … die Empathie vielleicht – ich möchte immer wissen, warum jemand etwas tut, was er dabei fühlt und ob das Bild nach außen den wirklichen Menschen zeigt. Außerdem lege ich viel Wert auf Recherche. Ich möchte bei meinen Geschichten das Gefühl haben, dass alles genau so im wahren Leben hätte geschehen können.
Wo schreibst du am liebsten?
Savannah: Im Schlafzimmer *lach*. Doch, wirklich, hier habe ich am ehesten Ruhe. Ich sitze auf dem Bett mit dem Laptop auf den Knien und sehe ab und zu nach draußen in den Himmel oder in den Garten, höre die Vögel zwitschern und lasse die Gedanken fliegen. Noch besser wäre natürlich eine Holzveranda in der Karibik mit Blick aufs Meer.
Auf was sollten neue Autoren schauen, wenn sie mit Schreiben anfangen? Hast du einen Tipp?
Savannah: Habt Mut. Ich weiß, es ist nicht leicht, die Selbstzweifel zurückzudrängen, aber es gibt so viele verschiedenartige Geschichten da draußen und eure könnte eine davon sein. Lest viel, helft anderen und lasst euch helfen. Sucht euch Betaleser, um Fehler zu beseitigen und die Geschichte rund zu machen. Versucht nicht, einem Trend hinterherzuschreiben, sondern erzählt die Geschichte, die euch auf der Seele brennt. Findet euren eigenen Ton. Es könnte genau der sein, der bisher fehlte und vielen Lesern gefällt.
Was unternimmst du alles im Bereich Marketing/Werbung?
Savannah: Nicht viel, leider. Es fällt mir schwer, für mich und meine Bücher zu werben. Ich habe eine Homepage, eine Autorenseite bei Facebook und mein BookRix-Profil. Wenn es etwas Neues von mir gibt, erzähle ich dort natürlich davon und manchmal mache ich ein Gewinnspiel.
E-Book oder Taschenbuch? Mal ehrlich, was ist dir lieber?
Savannah: Ich mag beides gleichermaßen. Für mich zählt die Geschichte, nicht das Medium, mit dem ich sie lese.
Wann schreibst du? Welches ist die beste Zeit dafür?
Savannah: Wenn man von der ersten Morgenstunde absieht (da bin ich nur optisch anwesend), den ganzen Tag bis in die Nacht hinein – wann immer ich eine Idee habe und die Zeit, sie umzusetzen.
Machst du deine Cover selbst oder lässt du sie machen?
Savannah: Bis auf eines habe ich alle selbst erstellt. Für mein Buch „Das Monster des Prinzen“ hatte ich mehrere entworfen und keines gefiel mir wirklich. Diese Geschichte ist mir sehr wichtig und ich wollte hier alles so gut machen wie irgend möglich. Daher habe ich DaylinArt beauftragt und sie hat ein wundervolles, perfektes Cover gezaubert.
Wie hat sich dein Leben seit deiner ersten Veröffentlichung verändert?
Savannah: Im Vergleich zu früher verbringe ich mehr Zeit am Laptop und der Fernseher bleibt meistens aus. Ich habe viel gelernt, bin wunderbaren Menschen begegnet und ein paar weniger wunderbaren. Von außen betrachtet, hat sich mein Leben kaum verändert, aber das Schreiben gibt mir viel.
Wo sammelst du die Ideen für deine Geschichten?
Savannah: Manche Geschichten gründen auf eigenen Erlebnissen, manche auf Artikeln, die ich gelesen oder Szenen, die ich beobachtet habe. Das kann ein kaputtes Fenster im Ferienhaus sein, ein Streit in einem Jeansgeschäft oder eine Fahrt zum Schrottplatz. Inspiration ist überall.
Was war dein bisher schönstes Erlebnis als Autorin?
Savannah: Da gab es mehr als eines: Die Buchmessen, die für mich geprägt sind von beeindruckenden Begegnungen und einer warmherzigen Atmosphäre, das Feedback zum „Monster des Prinzen“, als mir Leser*innen schrieben, das ist es, genau so fühlt sich Mobbing an, so habe ich es erlebt. Oder vor kurzem die Lesung in Mainz, wo ich über meinen Schatten springen und aus meinem Buch vorlesen musste. Noch eine Minute vor Beginn hatte ich ernsthaft eine heimliche Flucht erwogen, aber ich habe es überlebt *lach*. Und es hat mir viel mehr Spaß gemacht als gedacht.
Wie lange brauchst du um ein Buch zu schreiben (erstes Wort bis Veröffentlichung)?
Savannah: An den drei „At home“-Novellen habe ich vier Monate geschrieben und am „Monster des Prinzen“ ein Jahr. Eine Kurzgeschichte kann in wenigen Tagen fertig sein, wenn ich den Plot schon im Kopf habe.
Drei Worte zu deiner Muse? Wie ist die Süße so?
Savannah: Wenn sie ja süß wäre *hmpf*. Mister Muse ist ein zynischer Kerl, der zu viel Zeit damit verbringt, mit einem Whisky auf der Couch rumzuhängen, zu schlafen oder meine Pläne umzuschmeißen. Im Grunde hat er aber ein weiches Herz und am Ende raufen wir uns dann doch irgendwie zusammen.
Unterstützen dich deine Familie und deine Freunde bei der Autorentätigkeit? Wenn ja, wie? Wenn nein, warum nicht?
Savannah: Das tun sie, vor allem damit, dass sie mich in Ruhe schreiben lassen und Geduld haben, wenn ich mal nicht gleich Zeit für sie habe.
Was inspiriert dich? Woher nimmst du deine Energie?
Savannah: Schokolade, Kaffee, Sonnenschein, die motivierenden Kommentare von Leser*innen und die Unterstützung der Kolleg*innen.
Vielen Dank, liebe Savannah Lichtenwald, für deine Antworten. Es hat mir großen Spaß gemacht. Dir hoffentlich auch? 😉
Savannah: Du hast knifflige Fragen gestellt, lieber Marc, und es hat auch mir viel Spaß gemacht, sie zu beantworten 🙂
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Savannah
Lichtenwald