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Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) versteht sich als Anwalt der Umwelt innerhalb der UNO. Die Organisation mit Sitz in der kenianischen Hauptstadt Nairobi hat regionale Büros in der ganzen Welt. Das Regionalbüro Europas befindet sich in Genf, es wird unterstützt durch weitere Teams in Brüssel, Wien, Moskau und Paris. UNEP entwickelt die internationale Umweltpolitik und internationales Umweltrecht weiter, sammelt Umweltdaten und macht mit Berichten auf konkrete Gefährdungen der Umwelt aufmerksam.
UNEP setzt sich derzeit sieben Schwerpunkte. So hilft das Programm den einzelnen Ländern, auf den Klimawandel zu reagieren. Es trägt dazu bei, die Gefahren durch natürliche und menschengemachte Katastrophen zu verringern sowie das Management von Chemikalien und Abfällen zu verbessern. Es ermutigt die Mitgliedsländer zu einer gesamtheitlichen Betrachtung der Ökosysteme und zu einem nachhaltigen Wassermanagement. Es unterstützt die nationalen Verwaltungen bei der Umsetzung ihrer Umweltpolitik und trägt zu einer Verbesserung der internationalen Umweltstandards bei. UNEP stellt Informationen und Instrumente zur Umweltbeobachtung und zur Verbesserung des Umweltwissens zur Verfügung. Es ermutigt nachhaltigen Konsum und den effizienten Umgang mit Ressourcen. Darüber hinaus trägt UNEP zur Weiterentwicklung des Konzepts einer Grünen Wirtschaft bei.
UNEP beteiligt sich auch massgeblich an der Ausarbeitung internationaler Abkommen und verwaltet einige von ihnen. Zu den Abkommen, zu deren Ausarbeitung UNEP wesentlich beigetragen hat, zählen unter anderem das Wiener Übereinkommen zum Schutz der Ozonschicht von 1985 und dem Protokoll von Montreal von 1987 über Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen. Diese Abkommen werden durch das Ozon-Sekretariat in Nairobi verwaltet. In Genf führt UNEP das gemeinsame Sekretariat des Basler Übereinkommens über die Kontrolle der grenzüberschreitenden Verbringung gefährlicher Abfälle und ihrer Entsorgung von 1989, des Rotterdamer Übereinkommens über den Handel mit gefährlichen Chemikalien sowie Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln von 1998 sowie des Stockholmer Übereinkommens über das Verbot und die Beschränkung bestimmter organischer Stoffe von 2001. Auch das Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere (CITES) von 1973 wird von UNEP in Genf verwaltet.
Der UN-Nachhaltigkeitsgipfel Rio+20 im Juni 2012 hat UNEP aufgewertet. Er beschloss die universelle Mitgliedschaft: Statt wie bis dahin 58 Staaten sind nun alle UN-Mitglieder gleichzeitig auch UNEP-Mitglieder. Er beschloss zudem, alle zwei Jahre eine Vollversammlung der Mitglieder einzuberufen. Die erste UN-Umweltversammlung trat 2014 in Nairobi erstmals zusammen. In Rio 2012 wurde zudem der UNEP-Anteil am regulären Budget der Vereinten Nationen erhöht. Ausserdem wurden die Mitgliedsstaaten aufgerufen, ihren freiwilligen Beitrag anzuheben. Die Schweiz gehört seit langem zu den grossen Geberländern der Organisation.