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Der folgende Bericht wurde uns freundlicherweise von der Redaktion „Krankenpflege“, des SBK/ASI, Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner, zur Verfügung gestellt. Auch Frau Adina Rieder gab ihr Einverständnis dazu.
Adina Rieder:
Ein Spitex-Dienst für Azuga
Adina Rieder arbeitet bei der Spitex Sevelen SG als Pflegefachfrau. Seit 2005 ist die gebürtige Rumänin daran, in Azuga (Zentralrumänien) einen Spitex-Dienst aufzubauen. Ausserdem unterstützt sie das orthopädische Spital in Azuga und ein weiteres Spital in Sinaia, nicht weit von Azuga entfernt. Unermüdlich sammelt sie in der Schweiz medizinisches Material, das in Rumänien hoch willkommen ist.
Krankenpflege: Wie kamen Sie von Rumänien in die Schweiz?
Adina Rieder: Ich wurde in Azuga/Rumänien geboren. Im Juni 1990 machte ich die Matura. Danach wurde ich im Rahmen eines Partnerschaftsprojekts für sieben Wochen in die Schweiz eingeladen, um die Sprache zu lernen. Ich kehrte nach Rumänien zurück und absolvierte die dreijährige Ausbildung zur Krankenschwester. Nach der Ausbildung wurde ich wieder eingeladen, diesmal machte ich ein Praktikum in verschiedenen Gesundheitsinstitutionen im Bündnerland. So lernte ich die Spitex kennen. Ich war von der Idee total begeistert. Bei meinem dritten Aufenthalt in Graubünden machte ich ein Praktikum in der Spitex, und man fragte mich, ob es nicht sinnvoll wäre, in Rumänien einen Spitex-Dienst aufzubauen. Ich fand die Idee gut, und begann mich umzusehen. Es gab einen einzigen vergleichbaren Dienst, geführt vom Roten Kreuz in einer Gemeinde nördlich von Brasov, RO. Dort machte ich ein Praktikum, um zu erfahren, wie so etwas in Rumänien funktioniert. Danach heiratete ich einen Schweizer, hatte Kinder, begann wieder zu arbeiten, und habe schliesslich die Idee, in Rumänien einen Spitex-Dienst aufzubauen, weiter verfolgt. Im September 05 begannen wir mit der Realisation.
Erfordert der Aufbau eines solchen Projekts nicht eine riesige zeitliche Investition?
Ohne Kontaktperson vor Ort hätten wir das nicht machen können. Diese Person ist Mitglied des Gemeinderates von Azuga, was sehr wichtig ist, um das Projekt zu verankern. Dann haben wir auch die drei örtlichen Hausärzte einbezogen und ihnen erklärt, was wir tun wollen und dass wir ihnen nicht Konkurrenz machen. Ich habe von Anfang an gesagt, „wir engagieren uns, aber Sie müssen auch etwas beisteuern“. Das Projekt soll nicht mit mir stehen und fallen. Ich wollte keine solche Abhängigkeit schaffen. Die Gemeinde stellt uns unentgeltlich zwei Räume zur Verfügung. Diese werden jetzt renoviert, und im nächsten Sommer soll das Projekt startbereit sein. Das Ganze ist administrativ recht aufwändig. Es braucht Bewilligungen, notarielle Bestätigungen usw. Die Pflegenden sollen anfangs auf Stundenbasis angestellt werden.
Wird die Krankenkasse die Einsätze bezahlen?
Das ist leider nicht so einfach, und ich habe noch keinen Kontakt mit der (staatlichen) Krankenkasse aufgenommen. Denn bevor diese etwas bezahlen wird, werden wir nachweisen müssen, dass wir professionell arbeiten und gemäss geltendem System Rapporte und Abrechnungen machen. Die Löhne werden vorläufig von der politischen Gemeinde bezahlt werden.
Nehmen Sie, was gespendet wird, oder sammeln Sie gezielt, aufgrund von Listen, die Ihre Partner in Rumänien zusammenstellen?
Ich nehme, was gegeben wird. Alles, was wir nicht für unsere Projekte brauchen, wird weiterverteilt.
Ist es nicht kompliziert, Material nach Rumänien zu transportieren?
Wir arbeiten mit einer Person zusammen, die in Rumänien eine Import-Export-Firma betreibt und regelmässig mit einem Lastwagen in die Schweiz kommt. Diese Person nimmt jeweils unser gesammeltes Material mit und erledigt auch die Grenzformalitäten.
Und Sie holen das Material bei den Spendern ab?
Ja, und dann lagere ich es in einem Depot, bis der Transport stattfindet. Beim letzten Transport lieferten wir Krücken, „Gilets“ (Armstabilisatoren), Bettwäsche, Halskragen, und Beinstabilisatoren vom Triemlispital in Zürich. Das ist alles sehr gefragt im orthopädischen Spital, das übrigens mit seinen etwa 150 Betten nur über drei (!) Rollstühle verfügt.
Und das Material kommt sicher an und bleibt dort und landet nicht auf dem Schwarzen Markt?
Das versuchen wir bewusst abzusichern. Bei jeder Materialabgabe gibt es ein Protokoll mit Unterschrift, in dem steht, dass wir die Vollmacht haben, das heisst, dass für eine Weitergabe des Materials unsere Unterschrift nötig ist. Wir haben auch in der Gemeinde bekannt gemacht, dass jeder, der Material braucht, es bekommt, aber wieder zurückgeben muss. Und unsere Büros in Azuga sind im gleichen Gebäude untergebracht wie die Polizei; deshalb wird dort wahrscheinlich nicht eingebrochen.
Interview: Margrit Bachl
Drei Projekte
Adina Rieder baut zusammen mit den örtlichen Behörden und den drei Hausärzten einen Spitex-Dienst in Azuga, einer kleinen Gemeinde mit 5000 Seelen auf. Sie hofft, dass dieser im nächsten Sommer startbereit wird.
Daneben unterstützt sie ein orthopädisches Spital in Azuga und ein Spital in Sinaia, das etwa 25 Kilometer von Azuga entfernt ist.
Wer medizinisches Material abzugeben hat oder Geld spenden will, melde sich bei Adina Rieder, Telefon 081-756 06 81081-756 06 81 oder per Mail: <email-pii>
PC-Konto 85-453047-8, Vermerk: Spitex Azuga.
Adina Rieder dankt all jenen, die bereits Geld oder Material gespendet haben.
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Schwächeren und bedürftigen Menschen uneigennützig helfen, ist nicht nur edel, sondern von höchster ethischer Qualität. Dass man dadurch aber auch Missstände fördern kann, ist wohl den meisten helfenden Menschen nicht bewusst. Indirekt werden Sie nämlich durch die herrschende Klasse des betroffenen Landes ausgenützt!
Die Hilfe Richtung Rumänien ist breit angelegt. Unzählige Hilswerke, Institutionen, Gemeindevertretungen, kirchliche Organisationen usw. aus vielen Ländern und auch aus der Schweiz, sammeln Geld und Hilfsgüter aller Art, um der Not leidenden Bevölkerung beizustehen. Auch viele Staaten haben bisher grosse Hilfe geleistet.
Politiker und ehemalige Funktionäre des Regimes kümmern sich einen Deut um die Nöte des Volkes. Sie verscherbeln das Volkseigentum und bürden dem Staat grosse Schuldenlasten auf. So ist die Petrochemie, die einst die staatliche Pensionskasse finanzierte, in ausländische Hände gefallen. Dabei hat sich der Staat nicht einmal die Landesversorgung in Krisenzeiten ausbedungen. Und der Energiesektor ist ebenfalls unter den Hammer geraten. Ausländische Investoren und Spekulanten reissen sich Grund und Boden unter die Nägel und der Erlös gestattet es den Neureichen, sich mit Luxusgütern der Sonderklasse auszustatten. Das gemeine Volk, welches von segenreichem Beitritt zur EU geträumt hat, kommt von der einen zur anderen Abhängigkeit!
In Bukarest fällt auf, dass sehr viele und relativ junge Leute mit modernsten und teuersten Luxuskarrossen durch die Stadt ziehen. Hier zu Lande würden diese Fahrzeuge in den Fuhrpark der Direktorenetage passen. Mit dem üblichen Monatslohn eines Normalverdieners (150-300 Euro pro Monat) kann man sich so was kaum leisten. In der Schweiz habe ich z.B. Autos von Maibach nur am Genfer Autosalon gesehen. In Bukarest sind mir im Sommer 2005 am gleichen Tag zwei davon begegnet!
Und da wo Eigeninitiative der Allgemeinheit etwas bringen würde, wird diese durch die staatliche Bürokratie im Keime abgewürgt.
Indirekt ist der Staat Profiteur von den Hilfsleistungen aus dem Ausland. Für alles was durch das Ausland finanziert wird, muss dieser nicht aufkommen. Seine Mittel werden somit für anderes frei!
Daraus folgt, dass Gelder an die Osthilfe nur dann gut angelegt sind, wenn Projekte nicht nur finanziert, sondern deren Realisation auch überwacht wird (von Sachverständigen der Geldgeber notabene). Das gilt auch für die „Kohäsionsmilliarde“. Nachdem das Schweizervolk grünes Licht dafür gegeben hat, sind Begehren wie sie von verschiedenen Seiten vermutet wurden nun bereits auf dem Tisch. Die EU wünscht, dass sich die Schweiz an der Finanzierung der eingekauften „Armenhäuser“ beteiligt. Die Geschichte wird vielleicht bei einer späteren Aufarbeitung zeigen, dass mit diesen Hilfen lediglich die Korruption verlängert wurde… Die Aufarbeitung der Geschichte aus dem 2. Weltkrieg (Verlängerung des Krieges) lässt dann grüssen.
Diese kritischen Gedanken sollen Frau Rieder jedoch nicht daran hindern, beharrlich an ihrem Werk weiter zu arbeiten.