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Ich verstehe, dass viele bereits genervt sind von diesem Thema. Haben wir denn nichts Besseres zu tun? Doch. Aber wir leben im 2019. Und die Geschlechtergerechtigkeit ist längst angekommen, oder sollte zumindest ein Thema sein. Auch in unseren Texten. Und es braucht ein bisschen Grips und Übung, bis es kein Problem mehr ist.
Problematik der männlichen Form
Auch wenn es mich persönlich nicht stört, ein männliches Attribut zu erhalten, verstehe ich den bitteren Beigeschmack. Niemand wird gerne «mitgemeint», wenn Wörter wie zum Beispiel Lehrer, Schüler und Schweizer fallen.
Problematik der Mischform
Wer sich geschlechtergerechtes Schreiben zum Ziel setzt, begeht aber oft Mord an der Lesbarkeit und Einfachheit des Textes.
Doppelformen wie die Verwendung des Schrägstrichs (Lehrer/-innen) oder dem Binnen-I (LehrerInnen) sind einfach mühsam.
Die neueste Form, das Geschlechtersternchen, finde ich persönlich am schlimmsten, weil es noch nicht so verbreitet ist und das Publikum verwirrt. Dieses funktioniert so: Ein* gut* Lehrer* beherrscht * Lehrstoff.
Am jüngsten ist der Vorschlag des Gender-X. Dieses kann im Gegensatz zum Sternchen auch ausgesprochen werden: Einx gutx Lehrx beherrscht x Lehrstoff.
Was also ist die Lösung?
Es gibt mehrere Möglichkeiten:
- Beide Formen nennen: «Lehrer und Lehrerinnen»
- Neutral: «die Lehrenden» (wird oft verwendet bei Studierenden)
- Abwechseln: Im ersten Satz «Lehrerinnen» und im zweiten Satz «Lehrer» verwenden und so weiter.
- Ersetzen: Geht nicht immer. Zum Beispiel «das Publikum» anstatt «Zuhörerinnen und Zuhörer». Funktioniert je nach Textform auch mit «Du» oder ähnlichen Pronomen.
Welche Form zu wie verwendest ist am Schluss nicht im Zentrum. Die Kunst: Gendergerecht schreiben, aber mit Stil!
Welche Lösung bevorzugst du?