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Valeno hatte den Krug fast geleert und rülpste laut. Die Tatsache, dass er sich dabei gegen das schmale Brustbein klopfte, machte die Sache
auch nicht viel besser, doch der Händler kannte solche Taktiken, einen Opponenten zu verunsichern und reagierte nicht auf die scheinbar unhöfliche Geste.
"Ein Gerücht, das du kostenlos deinem Bruder weiterleiten wirst und dieser wird es dann seinerseits dem Hof der Königin weitererzählen,
wenn er das nächste Mal in ihrem Palast ist, um Waren zu liefern und die Rubinwürfel für die hiesige Bank entgegenzunehmen."
Woher... ? Du kleiner Wicht. Niemand weiss von den Geldgeschäften meines Bruders mit der Bank der Königin. Die Kausaliten sollen verdammt sein, allesamt. Wie erraten diese Irren solche Sachen nur immer wieder?
Der Junge erhob sich. Scheinbar gelangweilt begann er im Zimmer umherzugehen und alles anzufassen, was sich in die Hand nehmen liess. Ebenso beiläufig legte er alles wieder zurück an seinen Platz. Ausser der kleinen Figur einer geflügelten Katze, die er auf einen Tisch stellte, anstatt zurück ins Regal. Jarkan schaute seinem Gast sehr genau auf die Finger. Er war kein Narr, und dieser Junge hatte sehr geschickte Hände. Vielleicht war er vor seiner Karriere als verschrobener Mönch ein Dieb gewesen oder sie waren einfach alle Diebe und Intriganten. Der Händler mit dem kurzen gepflegten Bart wusste immer noch nicht, wie es der Kausalit geschafft hatte, in sein Haus zu kommen. Wachen kontrollierten jeden Eingang und standen auch in den Gängen vor seinem Arbeitszimmer. Jarkan hasste ungebetenen Besuch fast genau so sehr wie schwammige Abmachungen.
"Und wer garantiert mir, dass du dein Versprechen hältst und unserer Familie Glück bringst?"
"Oh, das Glück habt ihr bereits. Auch wenn es natürlich so etwas wie Glück im eigentlichen Sinne nicht gibt. Die alten Familien stehen auf dem Gipfel ihrer Macht, und wie jede künstlich erschaffene Struktur wird auch diese zusammenbrechen und sterben, wenn sie am Zenit angekommen ist. Aber hier gibt es zweifellos noch andere, die noch ausbaufähiges Potential haben."
"Wann?"
"Wann was?"
"Wann wird unsere Familie ihren Zenit erreichen?"
"Geduld ist eine Tugend, mein Freund."
"Und Zögern ist eine Sünde, Kausalit."
"elf von zwölf"