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Verdoppelungen - indefinite Artikel
Doppelte unbestimmte Artikel findet man in Sätzen mit Adjektiven und Adverbien.
Bsp: Also d’Susi wär e ganz e liebi Frau für de Markus!
Diese Verdoppelung des indefiniten Artikels in der adverbiell erweiterten Nominalphrase im Schweizerdeutschen wurde von der Universität Bern bereits im Jahre 2005 detailliert untersucht.
Laut der Studie dient diese Verdoppelung der Angleichung des Adverbs an das Adjektiv.
In etwa gleich viele Sprecher würden verdoppeln oder nur das erste «e» sagen:
-> Also d’Susi wär e ganz e liebi Frau für de Markus!
-> Also d’Susi wär e ganz liebi Frau für de Markus!
Wenige hingegen würden nur das zweite «e» sagen:
-> Also d’Susi wär ganz e liebi Frau für de Markus!
Interessanterweise wurde die Verdoppelung von den Befragten aus den Kantonen Bern und Wallis mehrheitlich abgelehnt. Am meisten verdoppelt wird von Baselland über die Zentralschweiz bis in den Norden Graubündens, in welchem die Verdoppelung aussergewöhnlich häufig akzeptiert und auch als natürlichste Variante bezeichnet wird.
Übrigens: Die Verdoppelung ist bei Jüngeren deutlich weiter verbreitet als bei den Älteren.
Sprechen Sie Schweizerdeutsch? Haben Sie selbst bemerkt, wie Sie Wörter im Dialekt verdoppeln, in Standarddeutsch aber nicht?
Falls Sie die Beiträge zu verdoppelten W-Wörtern und Verben verpasst haben, können Sie diese hier nachlesen:
All diese Varianten der Verdoppelung – indefinite Artikel, Verben, Interrogativpronomen – sind unikal schweizerdeutsch. Wenn Mensch oder Maschine von Mundart auf Standarddeutsch übersetzen möchten, müssen sie diese Konstruktionen erkennen können.
Als nächstes erklären wir Ihnen die rätoromanischen Idiome – folgen Sie uns, um diesen Beitrag nicht zu verpassen!