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Das Feld erstreckte sich von Zehnjährigen bis Ü30-Athletinnen, die in drei Ringen gegeneinander antraten. Dino De Felice liess seinen Schützling in der Gewichtsklasse bis 52 kg antreten, im Gegensatz zur gewohnten Klasse bis 48 kg. Diese taktische Finte machte er, um der stärksten Athletin, Ruby White aus England, aus dem Weg zu gehen. Im Halbfinal traf Angela De Felice dann auf eine physisch starke Gegnerin, die normalerweise in der Kategorie bis 54 kg boxt: die mehrfache kanadische Meisterin Jade Delgado.
Die Rheintalerin (Jahrgang 2006) boxte stabil aus der Mitte und nutzte ihre Erfahrung aus über 50 Kämpfen gegen ausschliesslich internationale Gegnerinnen. Die Kanadierin wirkte sichtlich verunsichert. Sie griff schnell an, De Felice fing sie in den Seilen jedoch jeweils direkt ab und konterte. Selbstsicher zeigte sie eine Kombination nach der anderen, der Kontrahentin blieb nur noch die defensive Haltung und die kompakte Doppeldeckung. Nach dreimal drei Minuten gewann Angela De Felice den Kampf einstimmig mit 5:0 Richterstimmen.
Im Final traf De Felice dann doch zum vierten Mal auf Ruby White, die ebenfalls in eine höhere Klasse aufgestiegen ist. Die Engländerin gilt als stärkste Boxerin in ihrem Gewicht, ist sechsfache englische Meisterin, zweifache Europameisterin und seit 60 Kämpfen ungeschlagen. Hoch motiviert stieg De Felice gegen eine ihrer besten Freundinnen in den Ring. Nach drei Niederlagen gegen die englische Meisterin sah es zu Beginn so aus, als wäre es Angela De Felices Tag. Die beiden Athletinnen boxten fast nur im Infight und zeigten einen schnellen, harten Schlagabtausch.
Unterbrochen wurde dies, als die Ringrichterin De Felice aus heiterem Himmel anzählte, obwohl White keinen Wirkungstreffer gelandet hatte. Dies wiederholte sich in der Folge zweimal und der Spitzenkampf wurde durch einen Fehlentscheid der überforderten Ringrichterin beendet. In der zweiten Runde wurde er durch die Wertung RSC (Referee Stopping Contest) abgebrochen.
Die Halle tobte, beide Trainer waren sich einig, dass dieser Abbruch unnötig war. Sie legten direkt nach dem Kampf beim Veranstalter Einspruch ein. Da ein offizielles Urteil eines Ringrichters nicht revidiert und der Kampf nicht nochmals gestartet werden kann, mussten Angela und Dino De Felice das Urteil akzeptieren. Trotzdem verliehen die Referees Angela De Felice und Ruby White den begehrten Pokal «Fight of the year» (Kampf des Jahres), was unterstreicht, auf welch hohem Niveau sich die beiden begegneten. Ihren nächsten Einsatz hat die Rheintalerin in Budva, Montenegro.