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Wir Menschen stehen in einer besonderen Beziehung zu den Menschenaffen, denn wir bilden biologisch gesehen gemeinsam mit ihnen eine Familie. Dies zeigt sich in vielen Gemeinsamkeiten des Körperbaus, aber auch in Ähnlichkeiten der Intelligenz, die seit jeher unsere Neugier und Aufmerksamkeit geweckt haben. Die wissenschaftliche Erforschung der Schimpansen in Afrika hat massgeblich zur aktuellen Sichtweise auf die menschliche Evolution und unser eigenes Verhalten beigetragen.
Doch die Zukunft der anderen Menschenaffen – der Schimpansen, Gorillas, Orang Utans, Bonobos und Gibbons – steht auf dem Spiel. Alle Arten stehen heute am Rand ihrer Existenz. Die meisten sind kritisch gefährdet, in den kommenden Jahrzehnten auszusterben, weil ihre Populationen in letzter Vergangenheit durch menschgemachte Eingriffe in ihre natürlichen Lebensräume und -zyklen markant geschrumpft sind.
Unter dem internationalen Abkommen zum Handel mit bedrohten Arten (CITES) sowie unter der nationalen Gesetzgebung der Länder, in denen die Menschenaffen leben, sind Menschenaffen streng geschützt. Es ist verboten, Menschenaffen zu fangen, zu töten oder kommerziell zu handeln. Doch trotz diesem Schutz verlieren wir jedes Jahr tausende Menschenaffen an den illegalen Wildtierhandel. Konservativen Schätzungen zufolge betrifft der illegale Wildtierhandel jedes Jahr 3’000 Menschenaffen, davon sind zwei Drittel Schimpansen. Die tatsächlichen Zahlen sind wahrscheinlich um einiges höher.
Für jedes Schimpansenkind, das dem illegalen Handel zum Opfer fällt, werden bis zu 10 andere Schimpansen getötet – seine Mutter, Geschwister, Tanten, Onkel und andere Gruppenmitglieder.
Warum werden Schimpansen illegal gehandelt?
Erwachsene Schimpansen werden wegen ihres Fleisches gejagt, das in vielen Ländern als Delikatesse gilt. Wenn die Wilderer Schimpansenmütter töten, können sie die überlebenden Kinder leicht einfangen und als exotische Haus- oder Schautiere verkaufen. Es gibt neuere Anzeichen, dass die Nachfrage nach lebenden Jungtieren allein die Jagd auf wilde Schimpansen motiviert. Diese Nachfrage besteht in vielen Ländern der Erde – die Kinder werden auf Bestellung geliefert.
Der Handel mit Menschenaffen ist ein einträgliches Geschäft, das von transnationalen organisierten Verbrecherbanden durch Betrug und Korruption durchgeführt wird. Moderne Technologien wie Soziale Medien und digitale Bezahlsysteme ermöglichen es den Händlern, gezielt, flexibel und unter minimalen Risiken vorzugehen.
Die Durchsetzung des Handelsverbotes mit Menschenaffen und anderen illegal gehandelten Wildtieren ist immer noch schwach. Viele Wildtierhändler können die Gesetze straflos unterlaufen. So wurden zwischen 2005 und 2011 mindestens 22’000 Menschenaffen aus ihren Wäldern gestohlen – gleichzeitig gab in Afrika und Asien nur gerade 27 Verhaftungen im Zusammenhang mit dem illegalen Handel mit Menschenaffen, ein Viertel davon wurde strafrechtlich nicht verfolgt.
Was sind die Folgen?
Die Jagd und der illegale Handel mit Menschenaffen sind grausam und verursachen Tierleid. Tiere, die die damit verbundenen Qualen überleben, sind oft körperlich und/oder psychisch versehrt.
Jedes Tier, das der Wildnis entnommen wurde, ist aus der Perspektive des Artenschutzes eine Tragödie. Populationen von Menschenaffen, die durch Wilderei dezimiert wurden, erholen sich nur sehr langsam, weil die Jungen viele Jahre brauchen, bis sie erwachsen sind und sich danach nur langsam fortpflanzen. Darum ist es wichtig, dass wir jetzt handeln und den illegalen Handel mit Menschenaffen stoppen, bevor es zu spät ist.
Wenn eine Tierart lokal kollabiert, hat dies tiefgreifende Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem, weil die Dynamik zwischen den Arten unterbrochen wird. Schimpansen und andere Menschenaffen sind die Architekten der Wälder, sie verbreiten Samen in ihrem Lebensraum und spielen so für ihre Wälder eine wichtige Rolle.
Was können Sie tun?
- Informieren Sie sich, welche Inhalte auf den Sozialen Medien den Schimpansen und anderen Menschenaffen Schaden zufügen und wie Sie sie vermeiden.
- Melden Sie schädliche Inhalte.
- Spenden Sie für die Opfer der Wilderei.