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Allgemeines
Die Mehrzahl der Magen-Darm-Blutungen stammt aus dem oberen Abschnitt (Blutungsquelle im Bereich Speiseröhre-Magen-Zwölffingerdarm) oder aus dem Dickdarm. Diese Abschnitte sind endoskopisch ohne weiteres zugänglich (von oben: Gastroskopie; von unten: Koloskopie). Somit ist in den meisten Fällen eine endoskopische Diagnosestellung (und oft auch Behandlung) recht problemlos möglich.
Anders verhält es sich mit den selteneren Blutungen aus dem Dünndarm, dessen Länge ca. 4-6 Meter beträgt. Sie stellen eine besondere Herausforderung dar, da der Dünndarm nicht auf konventionelle Art endoskopisch untersucht werden kann. Je nach Situation kommt deshalb eine (oder mehrere) der unten beschriebenen Methoden zur Anwendung.
Symptome
Dünndarmblutungen manifestieren sich meist als wiederkehrende Episoden von teerartiger, bisweilen auch frischer Blutbeimengung im Stuhl. Als Folge einer chronischen Blutung kann sich auch lediglich eine Anämie (Blutarmut) einstellen.
Kapselendoskopie (KE)
Als orientierende Untersuchung wird die KE eingesetzt. Hiezu wird eine Einmalgebrauch-Kamera geschluckt, welche auf ihrer Reise durch den Dünndarm in hoher Frequenz Bildaufnahmen auf einen Speicher sendet. Der Vorteil ist eine geringe Patientenbelastung. Nachteile sind die beschränkte Lokalisierungsmöglichkeit, wenn ein Befund festgestellt wird, das fehlende therapeutische Potential und die hohen Kosten.
Push-Enteroskopie
Mit einem speziell langen Endoskop können zumindest die oberen Teile des Dünndarms exploriert werden..
Doppelballon-Enteroskopie
Mit der Doppelballontechnik gelingt es, im Vergleich zur Push-Enteroskopie einen grösseren Anteil des Dünndarms zu untersuchen. Das Verfahren ist allerdings zeitaufwändig. Um den gesamten Dünndarm einzusehen, sind zwei Sitzungen nötig (zuerst Zugang durch den Mund, in einem zweiten Untersuchungsgang Zugang über den Darmausgang).
Intraoperative Enteroskopie
Speziell bei der akuten Blutung, aber auch in anderen Fragestellungen, hat sich die intraoperative Enteroskopie sehr gut bewährt. Dies bedeutet die endoskopische Untersuchung des gesamten Dünndarmes am offenen Bauch, im Zusammenspiel zwischen Magen-Darm-Spezialist und Chirurg. Je nach Befund kann ad hoc entschieden werden, ob eine endoskopische oder chirurgische Behandlung am erfolgversprechendsten ist. Der Vorteil ist eine maximale Effektivität, als Nachteil fällt ins Gewicht, dass dieses Verfahren eine Operation am offenen Bauch bedingt.