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Architektur ist nicht mein Fach. Aufgewachsen bin ich in einem alten chinesischen Einwandererhaus auf einer fremden Insel im Pazifik, das im 19. Jahrhundert stammte. Am Fluss von Taipei standen das Haus unweit am Ufer, mit einer Gartenanlage und viele kleinen Häuser. Als Kind spielte ich mit meiner Schwester allein im hintersten Garten bei einem Teepavillon. Wenn meine Großmutter aus Süden zu Besuch kam, schlief ich mit ihr in diesem Pavillon. Die ganze Nacht konnte ich aus Angst meine Augen nicht verschließen bis ich aus der Erschöpfung einschlief. Ich hörte zu viel Geistergeschichte und dachte immer, meine alte magere Großmutter, die ein verfluchtetes Grundstück allein verteidigte, würde zu einem bösen Geist in der Nacht verwandeln…
Die Häuser in unserem Haus waren so groß wie der Garten vertragen hat. Später wurden die Häuser eins nach dem anderen abgerissen. Ein Hof nach dem anderen. Vom Staat gezwungen und von meinem Onkel befürwortet. Mein Ururgroßvater sei reich geworden durch Sesamöl-Verkauf. Es wurde erzählt, dass es viele fette Tausendfüße gesichtet wurden, die gerne Sesamöl rochen, als das Stammhaus Stück für Stück von Backer zerstört wurde. Tausendfüße galten in China als Drachen. Das Haus habe laut fengshui-Meister eine Drachenhöhle, was Reichtum und Segen garantiert.
Der Yu-Yuan Garten war richtig chinesisch im Vergleich mit unser alten Haus, das von den chinesischen Einwanderer auf Formosa gebaut wurde. Meine Vorfahren bauten ein Haus in Orientierung nach „Min-Stil“ (Fujian) und die Familie leben dort seit sieben Generationen. Der Yu-Yuan Garten sah schön und prächtig aus, so prächtig, dass es mir richtig leid tut. Zwischen den vorhandenen Institutionsbauten (Völkerkundemuseum) sah der Garten zerquetscht am Ecke. Der blasse karge Garten im Winter strahlte keine Geborgenheit, sondern eine Entfremdung. Eine Entfremdung zwischen Menschen und Natur. Gerade sollte die Harmonie zwischen Menschen und Natur, zwischen Vergangenheit und Gegenwart und zwischen dem Vorhandenen und dem Zukünftigen im Zentrum der chinesischen Architektur stehen, anstatt der menschlichen Willes.
Es war morgen früh. Oh, es war eigentlich um 11.15. Mit den anderen Besucher aus Bayreuth waren wir die ersten Besucher. Ein gut deutsch sprechender Chinese kam mit einem roten Weste, die bereits verschmutzt war. Die Teekarte besteht aus Longjing, Bi Luochun, Anxi Tie Guanyin, Da Hongpao, Qimen, Dianhong und Pu Er. Ach, das wichtigste: mit Jasmin aromatisierte Teeblumen! Ich wollte einen Da Hongpao. Er sagte, er kann ihn heute nicht anbieten, weil die zuständige Dame, die Tee zelebrieren sollte, nicht da ist. Ich sollte etwas anders bestellen. Ich bestand auf den Da Hongpao. Dann kam eine Dame im Chinoserie-Kleid und lächelte. Ein Da Hongpao in Gongfu Art. Sehr schnell aufgegossen, sehr schnell abgegossen.
Ich möchte hier nicht über die Dinge des anderen lästern. Das Teehaus sieht schön aus. Die Möbel sind echt aus Holz und in chinesischem Stil. Die Tees werden unterschiedlich zubereitet, Mal im Glas und Mal in Gongfu. Die Literatur von Konfuzius-Institut ist sehr informativ und für mich genussvoll, zu lesen. Das Kulturprogramm hört sich wahnsinnig spannend an. Am liebsten hätte ich an jede Veranstaltung teilgenommen. Das Baozi schmeckt wirklich hervorragend. Die Gäste sind interessierte Teeliebhaber, die sich nicht scheuen vor dem langen Weg. So lernte ich die Bäckermeister aus Bayreuth. Sie waren sehr interessiert und sprachen mir sehr freundlich an. Zuerst unterhielten wir uns über Kaffee, um das Thema Tee auszuweichen. Dann erzählte ich von Georges Cafe, von seiner Leidenschaft zum Kaffee und von seiner Vision ein wirkliches Cafe für Kaffeeliebhaber zu eröffnen. Kaffeehäuser könnten ein Bildungsstätte sein, wenn der Besitzer eine Vision hat. Bei George lernt man Kaffee kennen, lieben und trinken! Meine Augen strahlten wohl auch mein Glück aus, so einen Mann kennen gelernt zu haben, an so einen Ort gewesen zu sein und so einen Genuss zu haben. Die Bäckermeisterin seufzte, „Ach, wir haben eigentlich diese Erfahrung hier gerne gemacht und gesucht!“
Mein Da Hongpao kostete 18 Euros. Ein Tee, der sehr grün war. Klare Orchideen-Note. Meine Kehle fühlte sich so an, als ob man sie mit Sandpapier gerieben hätte. Ich habe zwei nette Teefreunde kennen gelernt. Für mich war es ein schöner Besuch. Meine neuen Teefreunde fanden unsere Begegnung ebenfalls inspirierend und ein Foto wurde sogar gemacht als Meilenstein unseres Wegs.
Foto: Teehaus Huxin-Ting in Yu-Yuan
Feldbrunnenstraße 68, 20146 Hamburg