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Der Räbevater herrscht als irdischer Stellvertreter seiner Majestät des Räbechüng über das Baarer Räbevolk. Alljährlich wird ein Baarer Einwohner zum Räbevater ernannt. Der Geheimrat schlägt den versammelten Räbevätern jedes Jahr am Freitag nach Martini (11. November) einen für dieses hohe Amt geeigneten und dem Reglementum entsprechenden Kandidaten vor.
In den Jahren 2021 und 2022 war aber alles anders: Wegen der Corona-Pandemie mussten in beiden Jahren alle Grossanlässe wie die Inthronisation, die Umzüge, die Aamuesetä oder die Räbechüngverbrennung abgesagt werden. Erstmals seit 1966 wurde kein Räbevater inthronisiert. Damals verunmöglichte die Maul- und Klauenseuche die Durchführung der Fasnacht. Auch 1957 gab es kein Fasnachtsoberhaupt – wegen Differenzen zwischen den Wirten und der Fasnachtsgesellschaft.
Während 2021 die Fasnacht praktisch komplett ausfiel und lediglich ein paar Unentwegte im Dorf unterwegs waren, konnte 2022 eine (andere) Fasnacht durchgeführt werden. Zwar stand mit Christophe Egli ein Räbevater bereit. Die Gilde der Räbeväter und die Fasnachtsgesellschaft entschieden sich jedoch angesichts der Corona-Schutzmassnahmen auf eine Inthronisation und alle Grossanlässe zu verzichten. Eine Woche vor der Fasnacht wurden fast alle Einschränkungen aufgehoben. Vom Freitag, 25. bis Sonntag, 27. Februar 2022, entstand auf dem Platz von der Rathus-Schüür bis zum Gemeindesaal das Baarer Fasnachtsdorf. Eine Guggenbühne, Fasnachtsbeizen, eine Kostümprämierung, eine Konfettischlacht und – dank des prächtigen Wetters – tausende Fasnächtlerinnen und Fasnächtlern ermöglichten eine aussergewöhnliche Baarer Fasnacht.
Trotz einer breit angelegten Impfkampagne war die Corona-Pandemie auch 2022 noch nicht überwunden. Die Virusvariante Omikron sorgte für Höchststände bei den Infiziertenzahlen. Zwar wurde am Martini-Möhli 2021 mit Christophe Egli der designierte Räbevater vorgestellt, inthronisiert werden konnte er jedoch nicht. Die Corona-Schutzmassnahmen liessen bis Mitte Februar 2022 nur Anlässe mit Zertifikatspflicht und verschiedenen Schutzmassnahmen zu. Die Gilde der Räbeväter und die Fasnachtsgesellschaft entschieden sich Ende 2021 alle Grossanlässe wie Inthronisation, Umzüge, Aamuesetä oder Chüngverbrennung abzusagen. Auch das Jubiläumsfest «75 Jahre Räbefasnacht» vom 19. Februar 2022 konnte nicht durchgeführt werden. Es wurde auf den 17. September 2022 verschoben. Die Fasnachtsgesellschaft, Guggenmusiken, Wagenbauer und Fasnachtsbeizen haben gemeinsam eine corona-konforme Fasnacht in Gestalt eines Fasnachtsdorfs geplant. Das Festgelände vom Rathaus bis zum Gemeindesaal wäre mit Gittern abgesperrt geworden. Zutritt hätten nur Personen mit dem sogenannten 2G+-Zertifikat gehabt (dreifach geimpft oder doppelt geimpft und genesen). Die Schutzmassnahmen waren letztlich nicht nötig: Der Bundesrat hat am 16. Februar 2022 – keine zehn Tage vor Fasnachtsbeginn – die meisten Schutzmassnahmen aufgehoben. Das Fasnachtsdorf verzückte von Freitag, 25. bis Sonntag, 27. Februar 2022, tausende Fasnächtlerinnen und Fasnächtler. Eingangskontrollen waren keine nötig, die Baarerinnen und Baarer konnten bei sonnigem und warmem Wetter ausgiebig und ohne Einschränkungen feiern. Dank einer Kostümprämierung und der Konfettischlacht am Sonntag kam richtige Fasnachtsstimmung auf.
Aufgrund der Corona-Pandemie mussten alle Fasnachtsanlässe abgesagt werden. Jegliche Menschenansammlungen waren aufgrund der Corona-Schutzmassnahmen des Bundes verboten. Weil auch das Martini-Möhli nicht stattfinden konnte, wurde kein designierter Räbevater bekanntgegeben. An der Fasnacht selbst waren ein paar wenige Fasnächtler auf den Baarer Strassen unterwegs. Es waren vereinzelte Guggenklänge zu hören, da und dort wurden aus Handwagen Getränke ausgeschenkt. Dabei hätte das Wetter gestimmt: sonnig und klirrend kalt.