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Verlässt man das zentrale Tiefland von Myanmar in Richtung Westen, beginnen die Chin-Berge, die Heimat der Ethnie der Chin. Von den Tälern des Chindwin-Flusses erheben sich die runden, bewaldeten Hügel bis zu einer Höhe von 3000 m am Mt. Victoria.
Nur wenige Strassen führen hinein und noch weniger Verbindungswege führen hindurch. Die Berge bilden eine natürliche Grenze zwischen Burma und Bangladesh sowie Indien. Da wundert es nicht, dass diese Region Myanmars auch heute noch für Touristen nur beschränkt zugänglich ist, vom Nationalpark um den Mt. Victoria abgesehen. Doch ein Besuch des Gebietes um Kanpetlet und Mindat lohnt sich unbedingt. Die Bilder der Chin mit den gesichts-tatauierten Frauen bleibt lange in Erinnerung.
Weiter nördlich, von Hormalin und Khamti aus, beginnt das Gebiet der Nagas. Die Naga waren bis ins späte 20. Jahrhundert als letzte Kopfjäger Burmas gefürchtet. Im Zweiten Weltkrieg haben sie an der Seite der Engländer gegen Japan gekämpft. Heute kann man die Naga-Dörfer um die Städte Lahe und Layshi besuchen und die Brust-Tatauierungen der Krieger bewundern. Die Nagas sind berühmt für sehr dekorative und vielfältige Stoffe und Kleider, die zum Naga-Neujahrsfest im Januar zum Einsatz kommen.
Ganz im Westen Myanmars, an der Grenze zu Bangladesh, liegt das alte Rakhine-Reich (Arakan), welches seit mehr als 2000 Jahren durchgehend besiedelt ist. Die buddhistische Religion soll bereits zu Lebzeiten Buddhas hier Fuss gefasst haben. In den letzten Jahrzehnten mehren sich aber die Spannungen mit den moslemischen Einwanderern aus Bangladesh.