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Zwischennutzung Stadttunnel
Aktuell
Velotunnel unter dem Hauptbahnhof
Der Stadttunnel ist ein Hohlraum von 192 Metern Länge und 25 Metern Breite, der entlang der Sihl unter den Gleisen des Hauptbahnhofs hindurch führt. In der Mitte der Veloverbindung wird eine Velostation mit direktem Zugang zur Bahnhofpassage Sihlquai und damit zu den Gleisen gebaut. Der Bau des Tunnels hat Ende der 1980er-Jahre als Vorinvestition während dem Bau des Bahnhofs Museumstrasse begonnen. In den 1990er-Jahren bis Mitte 2000er-Jahre wurden die Vorinvestitionen weitergeführt, insbesondere für den Bau des Bahnhofs Löwenstrasse.
Der Stadttunnel sollte dereinst die A1 mit der A3 verbinden. Die Fortführung dieses Autobahnteilstücks wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Der regionale Richtplan der Stadt Zürich sieht beim Hauptbahnhof eine Querung der Gleisfelder des Hauptbahnhofs als Veloverbindung vor.
Baustart frühestens im Herbst 2022
Der Tunnel befindet sich heute im Rohbau und wird voraussichtlich ab Ende 2024 für den Veloverkehr genutzt werden können. Am 13. Juni 2021 stimmt das Volk über den Kredit des Stadttunnels ab. Bei einem positiven Abstimmungsresultat wäre der Baubeginn frühestens im Herbst 2022. In der Zwischenzeit erfolgt die Submission der Baumeisterarbeiten und das Ausführungsprojekt wird erstellt. Der Tunnel wird die Velostation Europaplatz und die Kasernenstrasse im Kreis 4 mit dem Sihlquai und der Konradstrasse im Kreis 5 verbinden. Für die Nutzung für den Veloverkehr sind ein Innenausbau, die Ausrüstung mit Haustechnik-, Brandschutz- und Sicherheitsanlagen und die Erstellung der Velostation Hauptbahnhof geplant. Für den Bau der Rampenbauwerke und des Anschlusstunnels an die Velostation Europaplatz müssen diverse Werkleitungen anders verlegt werden. Zudem wird ein ewz-Trassee aus der Sihl in den Stadttunnel umgelegt.
Komplexer Bau
Für die Nutzung des Rohbaus als Tunnel führte das Tiefbauamt 2012 eine Machbarkeitsstudie durch. 2014 fiel der Entscheid auf ein Projekt, anschliessend wurde ein Vorprojekt erarbeitet. Im Verlauf der Projektentwicklung zeigte sich, dass für die Umnutzung des Stadttunnels als Veloverbindung und Velostation verschiedene zusätzliche Sicherheitsanlagen wie etwa Brandschutztüren oder eine Videoüberwachung erforderlich sein werden. Diese Sicherheitsmassnahmen mussten in das Bauprojekt integriert werden. Nach der Begehrensäusserung nach § 45 Strassengesetz (StrG) beim Kanton Zürich fanden 2016 und 2017 die öffentlichen Planauflagen nach § 13 und § 16 StrG statt. 2017 lag das Bauprojekt für den Stadttunnel vor.
Der Bau des Velotunnels ist komplex, weil der Kanton Zürich der Eigentümer des Rohbautunnels ist und die Planung des Nationalstrassennetzes, wovon der Tunnel ein Teil ist, beim Bund liegt. Zudem musste definiert werden, welche Fahrzeuge den Tunnel neben dem Velo benützen können. In diesem Punkt konnte zwischenzeitlich ein Kompromiss gefunden werden; der Tunnel darf von Velos (inklusive «langsamer» und «schneller» E-Bikes), E-Mofas, E-Leichtmotorfahrzeugen und Kleinmotorrädern mit Elektroantrieb genutzt werden.