Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03623.jsonl.gz/595

Wenn Ihnen die Überschrift bekannt vorkommt, liegt das daran, dass Ruths Erfolgsgeschichte zum Glück kein Einzelfall ist. Sie zeigt einmal mehr, wie ein wenig Hilfe durch unsere Patenschaftsprogramme Leben verändert – für Ruth, Felisa, Vinita, Adamou und viele mehr.
So wie für viele Kinder in den ärmsten Regionen der Welt – ganz besonders, wenn sie Mädchen sind – waren die Voraussetzungen für ein erfolgreiches, selbstbestimmtes Leben denkbar schlecht. Ruth wurde von einer hart arbeitenden aber verarmten Mutter grossgezogen. «Sie bekam mich als sie selbst erst 18 Jahre alt war», erzählt sie. «Als mein Vater erfuhr, dass meine Mutter schwanger war, verliess er sie.»
In der ländlichen Provinz Tiraque, wo sie aufwuchs, waren Vernachlässigung, Alkoholismus, Missbrauch, Arbeitslosigkeit und Armut an der Tagesordnung. World Vision bekämpft solche Ursachen und Folgen der Armut im Rahmen der Patenschaftsprogramme auf allen Ebenen und für die ganze Dorfgemeinschaft. Das Kinderhilfswerk half, die Bürden zu tragen und die Lücken zu füllen, welche die Eltern in Tiraque für ihre Kinder nicht schliessen konnten.
Infrastruktur für das Dorf, mehr Rechte für die Kinder
Ruth, früher selbst Patenkind, erinnert sich daran, dass World Vision die Familien mit landwirtschaftlichen Projekten, Dämmen und Bewässerungssystemen unterstützte, Müttergruppen initiierte, um der Mangelernährung entgegen zu wirken, aber auch Business-Schulungen durchführte und die Gründung einer Bäckerei ermöglichte. Auch für sie selbst hat sich einiges verändert: «Als ich 13 Jahre alt war, wurde ich Teil des World Vision-Kindernetzwerkes. Dort haben wir gelernt, was unsere Rechte sind und wie wir mit Problemen umgehen können», erzählt Ruth. Die Gruppe hatte einen starken Zusammenhalt. Als ein paar Jahre später ein Mädchen vergewaltigt wurde, hat Ruths Kindernetzwerkgruppe den Fall bis ins Rathaus gebracht, um für Gerechtigkeit zu sorgen – mit Erfolg.
Trotz aller Widerstände weiter zur Schule
Als Ruth in der 5. Klasse war, holte sie ihre Mutter aus der Schule und schickte sie zu ihrem Onkel nach Cochabamba, der Hauptstadt der Region. Dort musste sie im Haushalt mitarbeiten, sich um die jüngeren Cousins kümmern, kochen, putzen und waschen. «Es brach mir das Herz, nicht mehr zur Schule gehen zu können und ich vermisste den Unterricht so sehr», berichtet Ruth. In der Hoffnung, bei ihrer Mutter und den Geschwistern bleiben zu können, ging sie wieder zurück in ihr Dorf. Aber ihre Mutter war nach Argentinien gezogen und hatte die jüngeren Geschwister mitgenommen. So blieb die damals 15-Jährige bei ihren Grosseltern. Sie hatte Mühe in der Schule mitzukommen, weil sie nebenbei noch durch anstrengende körperliche Arbeiten für sich selbst aufkommen musste.
Ihr Ziel: Kindern helfen, denen sonst keiner hilft
Trotzdem schloss sie 2009 die Schule erfolgreich ab und zog nach Cochabamba, um sich Arbeit zu suchen und mit einem Sekretariatskurs anzufangen. Doch das war nicht ihr endgültiges Ziel, Ruth wollte Anwältin werden: «Ich wollte Kindern zu ihren Rechten verhelfen und sie dabei unterstützen, ihre Probleme zu überwinden. Vor allem denjenigen Kindern beizustehen, die keine Eltern haben oder von anderen Missbraucht wurden».
Fast neun Jahre später hat sie ihr Ziel erreicht und kann es selbst kaum fassen. Stolz hält sie das Zertifikat über ihr Jurastudium in ihren Händen. «Ich musste vor Freude weinen, als ich es erhielt», erzählt Ruth, die nun versucht, ihre Mutter und die Geschwister ausfindig zu machen.
Helfen auch Sie einem Kind wie Ruth, seinen Traum trotz schwieriger Umstände zu erfüllen und übernehmen Sie noch heute eine Kinderpatenschaft.