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Untertitel: Die sommerlichen Temperaturen behagen dem Borkenkäfer
Autor: Von ANTON JUNGO
Wie Staatsrat Pascal Corminboeuf in seinem Schreiben ans Buwal festhält, ist die explosionsartige Ausbreitung des Borkenkäfers aber nicht nur auf die günstigen Witterungsbedingungen zurückzuführen.
Einer der Gründe für die Katastrophe, die ganze Schutzwälder zerstört, ist darauf zurückzuführen, dass Freiburg die Vorschriften des Buwal befolgt hat. Dieses hatte nämlich die Kantone angewiesen, 20 Prozent der von «Lothar» beschädigten Bäume liegen zu lassen. «Diese Massnahme löste nicht nur die Borkenkäfer-Explosion aus, sondern schwächt auch die Haltung des Bundes und des Kantons in der Waldpolitik», betont Staatsrat Corminboeuf.
Versuchen, eine ökologische
Katastrophe abzuwehren
Er fordert den Buwal-Direktor dringend auf, seine Position nochmals zu überdenken und dem Kanton Freiburg einen zusätzlichen Beitrag von mindestens drei Millionen Franken zu gewähren. Dies würde dem Kanton den Versuch ermöglichen, die drohende ökologische Katastrophe abzuwenden.
Die einzig wirksame Methode für die Bekämpfung des Borkenkäfers ist die möglichst rasche Entsorgung befallener Bäume. Doch in den steilen Gebirgswäldern ist dies nur unter sehr schwierigen Bedingungen möglich und zudem mit hohen Kosten verbunden. Das Ausfliegen eines Kubikmeters Holz per Helikopter kostet zwischen 70 und 80 Franken.
Vor rund 14 Tagen hatte der Forstingenieur Louis Page, Kreisförster für den Unteren Greyerzbezirk, gegenüber der Zeitung La Liberté die Situation in seinem Gebiet als «sehr beunruhigend» bezeichnet. Die Verantwortlichen haben die Situation im oberen Teil des Motelontales, im mittleren Teil des Grossmung sowie im Kleinmung als «hoffnungslos» beurteilt und beschlossen, den Kampf gegen den Borkenkäfer aufzugeben.
Betroffen von der Borkenkäfer-Katastrophe sind auch die Wälder des Jauntales und von Charmey. Sehr oft handelt es sich dabei um Schutzwälder, die zudem zwischen 50 und 100 Prozent durch Rottannen bestockt sind.