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Mit Jules Maigret schuf der belgische Schriftsteller Georges Simenon einen der populärsten Kommissare in der Geschichte der Kriminalliteratur. Der Umfang des Werkes rund um Kommissar Maigret beeindruckt: 75 Romane und 28 Erzählungen schrieb Simenon in rund vier Jahrzehnten.
Viele dieser Geschichten wurden als Kino- und Fernsehproduktionen verfilmt. Es gibt allein sieben TV-Serien mit insgesamt 239 Folgen, in denen Maigret Mordfälle aufklärt.
Wohl kaum eine andere literarische Vorlage fand das Interesse so vieler Produzenten und Regisseure, kaum eine andere Romanfigur wurde von so vielen verschiedenen Schauspielern verkörpert.
Zum ersten Mal brachte Jean Renoir 1932 einen Maigret-Fall unter dem französischen Titel La nuit du carrefour auf die Leinwände. Sein Bruder, Pierre Renoir, spielte die Hauptrolle.
Jean Gabin, der zwischen 1958 und 1963 den Kommissar in drei Kinofilmen (Kommissar Maigret stellt eine Falle, Maigret kennt kein Erbarmen sowie Kommissar Maigret sieht rot!) darstellte, dürfte das Bild Maigrets bis heute am Stärksten geprägt haben.
Schon alleine mit seiner imposanten, stämmigen Statur entsprach er der literarischen Beschreibung.
Auch sein zurückhaltender Einsatz von Gestik und Mimik kommt der Vorlage, in der Maigret unaufgeregt und geduldig zuhörend den Tätern auf die Spur kommt, sehr nahe.
Unter den vielen Darstellern findet sich auch ein Deutscher: Heinz Rühmann. Er spielte 1966 mit unter anderem Günter Strack und Eddi Arent an seiner Seite den französischen Kommissar in Maigret und sein grösster Fall. Regie führte Alfred Weidenmann.
Die erste Umsetzung der Kriminalgeschichten aus der Feder Simenons im Serienformat erfolgte 1960 bis 1963 in Grossbritannien mit Rupert Davies in der Hauptrolle.
Die unter Verantwortung der BBC entstandenen Serie lockte mit den 52 Folgen zahlreiche Zuschauer vor die Bildschirme, Davies feierte damit den spektakulärsten Erfolg in seiner Karriere.
Ab 1965 zeigte das ZDF die Serie, die sich in Deutschland ebenso grosser Beliebtheit erfreute.
Die häufigste Anzahl an Einsätzen als Maigret, nämlich 88 Mal, kann der ausserhalb Frankreichs eher unbekannte Jean Richards für sich verbuchen.
Die bisher letzte Verfilmung eines Falles datiert auf das Jahr 2005. Es war die letzte Folge der 54-teiligen französischen Serie mit Bruno Cremér, der fünf Jahre später einem Krebsleiden erlag.
Viele weitere Schauspieler waren zuvor in die Rolle des Pfeife rauchenden Kommissars mit Mantel und Melone geschlüpft: Gino Cervi, Charles Laughton, Michel Simon und Richard Harris sind hier unter anderen zu nennen.