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Hämaturie heisst, dass im Urin des Patienten Blut enthalten ist. Prinzipiell muss zwischen dem mit dem blossen Auge im Urin feststellbaren Blut, der Makrohämaturie, und dem nur unter dem Mikroskop oder mit speziellen Tests feststellbaren Blut im Urin, der Mikrohämaturie, unterschieden werden.
Beide Formen der Hämaturie können auftreten, wenn eine Blutungsquelle zum Beispiel ein Tumor, eine entzündete Schleimhaut oder ein die Schleimhaut reizender Harnstein im oberen oder unteren Harntrakt vorliegen.
Während die Hämaturie insbesondere bei Entzündungen, Verletzungen und Steinleiden schmerzhaft ist, kann hier eine klare und für den Patienten wichtige Abgrenzung zur schmerzlosen Hämaturie getroffen werden, die bis zum Beweis des Gegenteils immer den Verdacht auf eine bösartige Geschwulst lenkt.
Tumor: Geschwulsterkrankungen (Tumoren), insbesondere bösartige, haben eine eigene Gefässversorgung. Der Aufbau dieser Gefässe ist sehr einfach und so kommt es relativ schnell zu Gefässwanddefekten mit Blutungen. Das Einwachsen bösartiger Tumoren in die Schleimhaut des Harntrakts kann ebenfalls zu Blutungen führen.
Entzündung: Entzündungen der Schleimhaut führen zu einer erhöhten Gefässweitstellung und -durchlässigkeit. Entzündungen gehen mit einer Veränderung der Schleimhautdurchblutung einher. Durch die Gefässweitstellung verlassen rote Blutkörperchen das Gefässlumen, treten in den Urin über und sind dort mikroskopisch und laborchemisch nachweisbar.
Harnstein: Steine im Harntrakt führen zu einer mechanischen Beanspruchung der Schleimhaut. Verletzungen und entzündliche Reaktionen sind die Ursachen für den Nachweis von roten Blutkörperchen im Urin.
Verletzungen: Verletzungen von Organen des Harntrakts sind immer mit der Eröffnung von Blutgefässen vergesellschaftet.