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Connor McDavid könnte bald $106 Millionen in acht Jahren verdienen (Bild: Connor Mah, CC BY-SA 3.0)
In der gerade abgelaufenen Saison konnte der 20-jährige Connor McDavid 100 Punkte erreichen (30 Tore, 70 Assists). In der vergangenen Woche wurde er zudem mit der Art Ross Trophy (Bester Scorer), der Hart Memorial Trophy (MVP der Journalisten) und des Ted Lindsay Awards (MVP der Spielergewerkschaft) ausgezeichnet. Dazu wurde der in Richmond Hill (Ontario) geborene Kanadier in das All-Star Team gewählt.
McDavid wird nächstes Jahr zum RFA (Restricted Free Agent) wenn ihn die Edmonton Oilers nicht vor dem ersten Juli des nächsten Jahres unter Vertrag nehmen. Der frühestmögliche Zeitpunkt an welchem die Oilers den neuen Vertrag unterzeichnen können, ist am Samstag. Logisch, dass Edmonton versuchen will, den jungen Spieler so früh wie möglich unter Vertrag zu nehmen. Die Verhandlungen mit seinem Agenten Jeff Jackson sind am laufen. Dies bestätigte dieser gegenüber dem Fernsehsender CBC und deren Kommentator Elliotte Friedman. "Die Verhandlungen laufen noch", sagt Jackson. "Mehr dazu gibt es nicht zu sagen."
Zuerst McDavid dann Draisaitl
Peter Chiarelli, General Manager der Edmonton Oilers, sagte am 16. Mai dass die Vertragsverlängerung von McDavid die höchste Priorität habe. Danach wolle die Organisation mit Leo Draisaitl verhandeln.
Wie viel darf ein junger Spieler wie McDavid an Lohn für seine Dienste erwarten? Die Oilers sind der Meinung $106 Millionen seien angemessen. Dies über 8 Jahre. Mit dieser Summe würde der Captain in der Cap Ära den höchsten Vertrag erhalten, welcher unter diesem ausgehandelt wurde. Ist dies aber gerechtfertigt? Bringt dies nicht das Team Gefüge auseinander?
Leon Draisaitl wird die als zweiter einen neuen Vertrag erhalten (Bild: IQRemix, CC BY-SA 2.0)
Der Vertrag ist heikel – Die Liga ist gefordert
Ich finde diesen Vertrag heikel. Die NHL wird gefordert sein und die Einzelheiten genau unter die Lupe nehmen müssen. Es war die Liga welche gerade solche Verträge mit dem harten Salary Cap verhindern wollte. Doch die Klubs suchen mit allen Mitteln diesen zu unterlaufen. Dies ist der erste Punkt den ich ansprechen werde.
Als zweiten Punkt nehme ich mir die Lohnstruktur des Teams vor. Dieses kann nicht aussen vor gelassen werden. Das Team wird durch einen solchen Vertrag mit einer solch hohen Summe aus dem Gefüge gebracht.
Als letzten Punkt gehe ich auf die Auswirkungen des Vertrages ein. Connor McDavid wird mit einem solchen Vertrag für die kommenden Spieler als Beispiel herhalten müssen und so eine neue Spirale der Gehaltserhöhungen in Gang setzen.
Aus dem Lockout nichts gelernt
Als 2004/05 die ganze NHL Saison ausgefallen ist, sagte die Mehrheit der Besitzer, die Spieler seien daran schuld. Die Liga und mindestens 20 Teams seien überschuldet und könnten solche Saläre, wie diese ohne Salary-Cap bezahlt würden, nicht weiter bezahlen. Zwölf Jahre später stelle ich ernüchtert fest, dass die Klubs nichts daraus gelernt haben. Nicht nur zahlen sie ihren besten Spielern sehr hohe Löhne und lassen dafür die Spieler aus der dritten und vierten Linie für ein Butterbrot spielen.
Bereits während dem Lockout haben die Spieler vor dieser Entwicklung gewarnt und mehrmals darauf hingewiesen, dass dies verhindert werden soll. Die Liga hatte für diesen Einspruch kein Gehör und setzte sich am Ende durch. Nun bestätigt das Vorgehen einiger weniger Besitzer die Befürchtungen der Spielergewerkschaft.
Hier muss die Liga nun reagieren und Peter Chieralli den Riegel vorschieben. Ansonsten werden die Besitzer und die Liga in den Augen der Fans unglaubwürdig und könnten einen weiteren Lockout der Spieler nicht mit deren Salären begründen. Sondern mit der eigenen Unfähigkeit, solche hohen Löhne zu unterbinden. Mir kommt das Vorgehen so vor, als dass die eine Krähe der anderen kein Auge aushaken will. Um dann wieder die Spieler als Sündenböcke darzustellen.
Yannick Weber ist ein Rollenspieler und unterbezahlt (Bild: Bure`s Triple Deke, CC BY-SA 4.0)
Lohn- und Teamgefüge gefährdet
Würde die Liga diesem Vertrag zustimmen, käme das Lohngefüge nicht nur bei den Edmonton Oilers ins Wanken. Von Jetzt auf Sofort würden die Gehälter der Spieler wieder explodieren. Diese könnten mit Recht auf den Deal mit dem Captain der Oilers hinweisen. Sollte ein Spieler mit dem gleichen Leistungsausweis ein tieferes Salär erhalten könnte er vor das Schiedsgericht. Dies würde ihm, da bin ich überzeugt, mit dem Hinweis auf eben diesen einen Vertrag Recht geben. Und die Liga würde erneut in finanzielle Schwierigkeiten schlittern.
Leidtragend wären, wie ich oben bereits beschreiben habe, Rollenspieler wie dies der Schweizer Yannick Weber ist. Ihr Gehalt würde weiter nach unten zeigen, während die Top-Stars ihre Millionen erhalten. Da Frage ich mich, ob dies Gerechtigkeit ist.
Nicht zu bestreiten ist, dass die Spieler, welche eine grosse Verantwortung haben und auch in der Scorer List führen entsprechend entlohnt werden sollen. Dennoch muss eine gewisse Struktur eingehalten werden. Es sind oft nicht die Stars, welche die Drecksarbeit in der Verteidigung erledigen, welche dem Gegner das Leben schwer machen. Nein, es sind gerade diese Rollenspieler, welcher oft das Zünglein an der Waage spielen. Werden diese Benachteiligt, sind Probleme im Team programmiert.
Schiedsgericht würde zugunsten des Spielers entscheiden
Den letzten Punkt meiner Ausführungen beginne ich mit einer Vision. Ich nehme an, dass unser Nummer eins Draft in diesem Jahr die gleiche Steigerung durchläuft wie dies McDavid tat. Nun läuft sein Vertrag aus und Ray Shero von den New Jersey Devils würde ihm einen Vertrag über $50 Millionen über 8 Jahre vorlegen. Nico Hischier dürfte ohne weiteres das Schiedsgericht anrufen und auf seine Leistungen und die von McDavid hinweisen. Das Gericht hat gar keine Alternativen um ihm genau den gleichen Vertrag zuzusprechen. Sie halten sich nur an die Vorgaben der NHL.
Finde ich diese hohe Summe für einen Spieler gerechtfertigt? Nein, das finde ich nicht. Ohne Zweifel hat Connor McDavid grossartiges für die Oilers geleistet. Selbstverständlich ist er ein aussergewöhnlicher Spieler. Ich spreche ihm auch nicht ab, dass er für die Franchise ein wertvoller Spieler ist. Vielleicht ist er der Spieler der in Edmonton wieder die Hoffnung auf eine Teilnahme in einem Stanley-Cup Finale erweckt hat.
Ich bezweifle nicht, dass er all diese Hoffnungen eines Tages erfüllen wird. Doch ihn mit 20 Jahren bereits zu vergolden und ihn mit diesem Vertrag bis zum Alter von 29 Jahren an den Klub zu binden, ist gefährlich.
Wer kann schon die Zukunft schauen und sehen, wie die Entwicklung von McDavid weitergeht? Stockt seine Karriere und kann die Leistungen nicht mehr bringen, wie soll es danach weitergehen? Die Edmonton Oilers und die Liga müssen dies in ihren Berechnungen einbeziehen. Gesunder Menschenverstand ist gefordert und dieser fehlt mir hier.
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Artikelfoto: Connor Mah (CC BY-SA 3.0)
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