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Bekwyel (eine Bantusprache)
Bekwyel (eine Bantusprache)
ca. 13'000
90% Christentum
einzelne Bücher des NT
Die Bekwyel leben zumeist in kleinen Dörfern entlang des Flusses Sangha und entlang der Strasse, die von der Bezirkshauptstadt Ouesso parallel zur Grenze mit Kamerun Richtung Westen und bis hinein ins Nachbarland Gabun verläuft. Der grösste Teil der jungen Bevölkerung lebt in den grösseren Ortschaften der Region, etliche sogar in den Grossstädten im Süden des Landes.
In den Dörfern betreiben auch heute noch alle Jagd und Fischerei. Es werden saisongemäss Früchte und Pilze im Regenwaldes gepflückt. Systematisches Anbauen von Pflanzen beschränkt sich auf kleinere Felder, die einzelnen Familien zur Selbstversorgung dienen. Angepflanzt werden Mais, Maniok, Erdnüsse und Bananenstauden. Ein Teil der so angepflanzten Nahrungsmittel werden auf dem Markt in Ouesso verkauft. Viele Familien halten ein paar Hühner und Schafe oder Ziegen, die frei umherlaufen.
Die Mehrheit der Bekwyel gehört heute der christlichen Kirche an; sie sind vorwiegend katholisch oder evangelisch. Um 1950 gab es durch die Arbeit von schwedischen Baptisten eine grosse Erweckung und viele Bekwyel fanden zu einer persönlichen Beziehung zu Jesus. Heute jedoch fehlt vielen Christen ein tieferes Verständnis für ihren Glauben. Andere folgen weiterhin ihren traditionellen Überzeugungen. Die Geisterwelt ist überall sehr real gegenwärtig für sie. Es ist wichtig, die Geister von verstorbenen Verwandten durch Ehrungen, Opfer und Rituale laufend zufrieden zu stellen, sonst können sie den Lebenden Leid zufügen. Tod und Krankheit werden, ausser bei sehr alten Personen, meist als Folge von Zauberei verstanden. Nach der Vorstellung der Bekwyel hat Gott zwar die Welt erschaffen, aber er kümmert sich nicht mehr selber und aktiv um sie. Das ist die Aufgabe der Geister und der Fetischisten, die mit übernatürlichen Fähigkeiten ausgestattet sind und gegen Bezahlung für Lebensprobleme aller Art konsultiert werden.
Im geistlichen Bereich ist gute, biblisch fundierte Lehre dringend nötig, besonders auch was die Unterschiede zum animistischen Weltbild anbelangen. Um in ihrem Verständnis von Gott wachsen zu können, brauchen die Bekwyel mehr von seinem Wort in ihrer Sprache. In den abgelegenen Dörfern gibt es noch viele Leute, die gar nichts vom Gott der Bibel wissen. Je abgelegener die Leute leben, desto mehr sprechen sie nur gerade Bekwyel, besonders die Frauen. Sie sind es, die die Übersetzung der Bibel am nötigsten haben.
Es besteht eindeutig auch Bedarf für Alphabetisierung.
Auch besserer Zugang zu Spitälern und Schulen ist nötig. Viele Schulen funktionieren nur dürftig, da das ganze System stark zentralisiert ist.
Die Verkehrswege innerhalb der Region sind sehr dürftig. Die lehmigen Naturstrassen werden während der Regenzeit stark ausgewaschen und die Sümpfe überschwemmen Brücken. Wer sich in ein Dorf begeben will, muss oft tagelang auf eine Mitfahrgelegenheit warten. Der Transport von Gütern ist dementsprechend schwierig. Wegen dieser Schwierigkeiten werden Pastoren, Prediger und Lehrer oder andere Staatsangestellte nicht gerne in die entfernteren Orte entsandt.
Ein erstes Bibelübersetzungsprojekt wurde 1991 von John und Elisabeth Philips begonnen. An Weihnachten 1996 konnten der erste biblische Text, die Weihnachtsgeschichte nach Matthäus, veröffentlicht werden. Zwei Lesefibeln wurden erarbeitet um den Bekwyel beim Lesen und Schreiben ihrer Sprache zu helfen. Wegen eines Bürgerkrieges mussten Phillips das Land verlassen und konnten mehrere Jahre nicht zu den Bekwyel zurückkehren. Erfreulicherweise haben die einheimischen Übersetzer in ihrer Abwesenheit weitergearbeitet. 2006 wurde ein kleines Büchlein mit Auszügen aus dem Lukasevangelium gedruckt.
Mit einer Überarbeitung der Orthographie wurde das Projekt 2014 wieder aufgenommen.
Inzwischen sind das Markus- und Lukasevangelium geprüft, aber noch nicht veröffentlicht. Beide Bücher sind jedoch auf SD-Karten bereits erhältlich und werden in verschiedenen Hörgruppen rege gebraucht. Im Erstentwurf gibt es auch das Matthäus- und das Johannesevangelium, die Apostelgeschichte, Galater und Philemon.
Bis 2021 hoffen die Übersetzer ihre Arbeit an Matthäus zu beenden und die Apostelgeschichte, Galater, Philemon und das Johannesevangelium zu vervollständigen. Sie werden auch 19 grundlegende alttestamentliche Geschichten aus 1. und 2. Mose übersetzen. Eine Partnerorganisation arbeitet am Drehbuch des Jesusfilms in Bekwyel.