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Zwei Tatsachen wirken sich positiv auf den internationalen Tourismus aus und begünstigen dessen Wachstum. Es handelt sich dabei um die Konkurrenz der Flughäfen und die Innovationskapazität des Luftfahrtsektors. So hat die Ankündigung der Fluggesellschaft Powdair, die Flugverbindung zwischen Sitten und London aufzugeben, die Hoffnungen vieler Repräsentanten des Walliser Tourismus enttäuscht. Der Luftfahrtsektor weist sich jedoch, bei einer globalen Analyse, über eine bemerkenswerte Innovationskapazität und über eine ausgezeichnete finanzielle Stabilität aus. Diese zwei Parameter sorgen ohne Zweifel dafür, dass der Luftfahrtsektor weiterhin einen grossen Beitrag an das Wachstum und die Diversifizierung des internationalen Tourismus leisten wird.
Eine Studie, die kürzlich durch das Airports Council International Europe in Auftrag gegeben wurde, hatte zum Ziel, für ein besseres Verständnis der Konkurrenzmechanismen innerhalb der europäischen Flughafenindustrie zu sorgen sowie die Dynamik zu untersuchen, die auf dem Gebiet der Fluggesellschaften und der Frequenz der Passagiere entsteht.
Die Autoren der Studie erinnern daran, wie wichtig es für einen Flughafen ist, regelmässig die typischen Merkmale und die Wettbewerbsvorteile seines Einzugsgebietes neu zu evaluieren. In diesem Zusammenhang bestätigen die Autoren, dass die Fluggesellschaften die Veränderungen des wirtschaftlichen und soziodemografischen Umfeldes der Flughäfen, mit denen sie neue Partnerschaften eingehen möchten, sehr genau beobachten. Unter den sorgfältig analysierten Kriterien spielt das touristische Potenzial der Region, das direkt durch den Flughafen erschlossen werden kann, eine wesentliche Rolle.
Das Wachstum der europäischen Flughäfen der letzten Jahre ist zu mehr als 75 % durch „low-cost“ Fluggesellschaften entstanden. Diese Gesellschaften sind daran gewöhnt und auch darauf vorbereitet, ihre Flotte ganz schnell auf anderen Routen einzusetzen, wodurch sie einen speziellen Druck auf die Flughafenstrukturen ausüben können. Der zweite Wachstumstreiber ist im Bereich der neuen „mega-hubs“ (Luftfahrt-Drehkreuze) der Golfstaaten zu finden, welcher durch die Airlines Emirates, Etihad Airways, Qatar Airways und Turkish Airlines erschlossen wird. Man muss noch beachten, dass die Angleichung der Wirtschaftsmodelle zwischen den traditionellen Gesellschaften und den low-cost Airlines dazu geführt hat, dass der Druck auf die Flughäfen noch erhöht wird. Letztere sehen auch eine Annäherung bei den Verhandlungsstrategien, die ihnen zuerst nur von den low-cost Gesellschaften auferlegt wurden. Diese Konvergenz manifestiert sich auch bei den Flugrouten. Die low-cost Airlines beschränken sich in Zukunft nicht mehr auf Kurz- oder Mittelstreckenflüge. Der Zerfall des Ölpreises, kombiniert mit einer erhöhten Nachfrage, vor allem zu Freizeitzwecken, und die Inbetriebnahme von moderneren Flugzeugen in Bezug auf Effizienz und Reichweite (Boeing 787, 737 MAX, Airbus A350, A320NEO) erlauben, Routen zukünftig rentabel zu betreiben, die früher nie rentabel gewesen wären. Es wird für mittelgrosse Flughäfen, manchmal sogar für regionale Flughäfen, notwendig sein, Langstreckenflüge anzubieten. Diese könnten funktionieren, indem sie über die Drehkreuze der grossen europäischen Flughäfen geleitet werden.
Die Synthese dieser Studie, die mit Fakten und sehr interessanten Zahlen ausgestattet ist, kommt unter anderem zum Schluss, dass die Modernisierung der low-cost Luftfahrtgesellschaften noch lange nicht abgeschlossen ist. Ihre Diversifizierungs- und Entwicklungs-Strategien sind offensichtlich und es sind nicht die tausend neuen, von diesen Linien schon bestellten Flugzeuge, die das noch zu erwartende Wachstum entkräften werden. Auf der Basis der Beherrschung ihrer technischen Potenziale und von big data befinden sich die sehr innovativen Gesellschaften wie Ryanair und Ryanair Labs in der Phase der Neugestaltung ihrer Geschäftsmodelle. Dies geschieht nicht nur im Bereich des Lufttransports, sondern auch dadurch, dass sie interessante Vorschläge für die gesamte touristische Dienstleistungskette beinhalten.
Die internationale Luftfahrtgesellschaft (IATA) hat anfangs Dezember sehr optimistische Prognosen für 2018 veröffentlicht. Diese erfreulichen Perspektiven werden durch die Kontinuität der guten Leistungen ermöglicht, die schon 2017 realisiert wurden. Die neue Version von Google Flights, das im Verlauf des Sommers 2017 eingeführt wurde, wird auch zu den guten Leistungen des Sektors beitragen.
Starke Beziehungen haben die Luftfahrtgesellschaften oft mit ihren Ursprungsländern verbunden. Aktuelle Beispiele zeigen, dass dieses Phänomen noch zunimmt. Schöne Initiativen der kooperierenden Linien werden ins Leben gerufen, die mit Hilfe von fortschrittlichen Kommunikationsmitteln die Entwicklung des Gebietes und die menschlichen Qualitäten kombinieren, welche auch durch diese Luftfahrtgesellschaften vermittelt werden.