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Lebensraum
Der typische Lebensraum des Fischotters weist stets grossräumige Gewässersysteme auf, die miteinander vernetzt sind. Der Fischotter kommt an Meeresküsten, Seen, Teichen, Flüssen und Bächen jeglicher Grösse sowie in Sümpfen, Mooren, Reisfeldern und Marschen vor.
Fischotter gelten als territorial. Weibchen wie Männchen besetzen ein Territorium, das sie gegen gleichgeschlechtliche Artgenossen verteidigen. Diese Territorien umfassen in Fliessgewässern je nach Nahrungsangebot 6 bis 20 km Uferkilometer, wobei auch grössere Streifgebiete von bis zu 84 km bekannt sind. Weibchen besitzen kleinere Territorien als Männchen. Territorien bleiben – wo die Gewässer nicht gefrieren – über die Jahre und Jahreszeiten gleich.
Entscheidend für das Überleben des Fischotters ist die Nahrung. Nur wo genügend Nahrung vorhanden ist, kann sich ein Territorium etablieren. Fischreiche Gewässer sind daher gute Fischotterlebensräume. Die natürliche Ufervegetation spielt dabei eine wichtige Rolle: Sie ist für viele aquatische Lebewesen wie Fische, Krebse und Wasserinsekten bedeutend, denn sie bietet Unterschlupf und Deckung. Eine natürliche Ufervegetation wirkt sich positiv auf die Artenvielfalt und die Biomasse im Gewässer aus – und damit auf den Fischotter.
Auch wenn naturnahe Gewässer die besten Otterlebensräume sind, kann die Art auch in begradigten Flüssen, in Kanälen und Bewässerungsgraben auftauchen. In den letzten Jahren hat sich der Fischotter auch urbanen Raum zurückerobert. So werden Fischotter in u.a. in Bern, London und Hamburg gesichtet.
Neben der Nahrung ist der Fischotter auf sichere und trockene Schlafplätze angewiesen. Geeignete Verstecke gelten als wichtige und teilweise wohl limitierende Ressource für den Fischotter. Schlafplätze können sowohl oberirdisch (“Couch”) oder unterirdisch (“Holt”) sein. Holts finden sich in Wurzelgeflechten, Hohlräumen in Uferbefestigungen oder unterspülten Ufern. Couches können in Asthaufen, Holzbeigen, im dichten Gestrüpp oder im Schilf liegen. Die meisten Tagesverstecke finden sich in unmittelbarer Nähe vom Gewässer. Im Alpenraum nutzen Fischotter durchschnittlich 33 Tagesverstecke, das sie meist täglich wechseln.
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