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Röösli/Delarze legten einen guten Start hin. Bei der ersten Zwischenzeit nach 500 m führten sie das Feld an. Bei Rennhälfte lagen sie auf Platz 3, ehe sie zurückfielen. Im Ziel betrug der Rückstand auf die drittklassierten Stefan Broenink/Melvin Twellaar 1,01 Sekunden, wobei Röösli/Delarze im dritten Streckenviertel 1,73 Sekunden langsamer waren als die Niederländer.
An der Spitze lieferten sich die chinesischen Weltmeister Zhang Liang/Liu Zhiyu und die Iren Philip Doyle/Ronan Byrne ein packendes Duell um den Sieg, das erstere um 14 Hundertstel zu ihren Gunsten entschieden. An der EM im April in Varese, an der Röösli/Delarze Vierter wurden, hatten Doyle/Byrne den A-Final noch klar verpasst.
Derweil klassierten sich die französischen Europameister Matthieu Androdias/Hugo Boucheron auf dem Rotsee lediglich im 6. Rang. «Das zeigt, dass in unserer Kategorie sehr viel passieren kann», sagt Röösli. «Es war eigentlich ein gutes Rennen von uns, wir konnten uns steigern und ruderten besser als im Halbfinal. Wir bleiben weiter dran und glauben an unser Ziel.»
Hielt sich der Rückstand von Röösli/Delarze auf das Podest in Grenzen, erlebte Gmelin in ihrem letzten Rennen vor den Olympischen Spielen in Tokio eine grosse Ernüchterung. Die EM-Dritte konnte in keinster Weise mit ihren Konkurrentinnen mithalten. Nach 500 m betrug ihr Rückstand auf die Führende bereits 3,95 Sekunden, bei Rennhälfte 6,62 Sekunden.
Im Ziel lag Gmelin um 12,28 Sekunden hinter der Zweitletzten, der britischen EM-Zweiten Victoria Thornley. «Ich bekam wenig mit vom Rennen, da ich auch auf der Aussenbahn war», so die Weltmeisterin von 2017. Die grosse Differenz ist teilweise erklärbar, hatte doch Gmelin auf den letzten 500 m mit Wellen, verursacht durch das TV-Boot, zu kämpfen, die es ihr verunmöglichten, Geschwindigkeit aufzubauen. Dass dem so gewesen sei, habe aber auch an ihr gelegen, «da ich nicht nah genug beim Feld war.»
Zum bereits grossen Rückstand nach 500 m sagte Gmelin: «Ich schluckte zuerst einmal leer, als ich das Resultatblatt sah. Auf der anderen Seite weiss ich, worauf es zurückzuführen ist. Von daher bin ich nicht aus allen Wolken gefallen.» So hat Gmelin noch nicht viel «Speedwork» gemacht. Einen weiteren Teil des letzten Trainingsblocks vor Tokio bildet der physische Feinschliff. Ende Mai reist sie nach Portugal, wo sie bis Ende Juni bleibt.
Den Sieg sicherte sich die russische Europameisterin Hanna Prachatsen, die aktuelle Überfliegerin im Skiff. «Nur» Rang 3 hinter der Amerikanerin Kara Kohler belegte die Irin Sanita Puspure, die Weltmeisterin von 2018 und 2019.
Der Vierer ohne Steuermann in der Besetzung Andrin Gulich/Joel Schürch/Paul Jacquot/Markus Kessler beendete die Regatta auf dem Rotsee auf Platz 8 und besitzt im Hinblick auf Tokio ebenfalls noch Steigerungspotenzial.