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Rotband- und Braunfleckenkrankheit sind beides Quarantänekrankheiten. Eine Melde- und Tilgungspflicht besteht für die Kantone Wallis, Graubünden und Tessin, sowie für Jungpflanzenbetriebe und deren Umgebung. In der restlichen Schweiz wird eine Eindämmungsstrategie verfolgt.
Die Rotbandkrankheit (Dothistroma sp.) gehört zu den wichtigsten Krankheiten an der Föhre. Es gibt zwei Arten, welche die Krankheit verursachen: Dothistroma septosporum und Dothistroma pini. Sie können nur mittels molekularer Analysetechnik unterschieden werden.
Seit den 1990er Jahren wird hauptsächlich auf der Nordhemisphäre eine Zunahme, sowohl der Häufigkeit, als auch die Befallsintensität der Rotbandkrankheit beobachtet. Einerseits hängt dies mit veränderten klimatischen Bedingungen (veränderten Niederschlagsmustern) zusammen, andererseits tragen auch die Pflanzung von bereits infizierten oder anfälligen Bäumen zu dieser Entwicklung bei. Während D. septosporum weltweit zu finden ist, scheint D. pini bis jetzt nur wenig verbreitet zu sein.
Wirtspflanzen stammen zum grössten Teil aus der Gattung der Föhren (Pinus). Zunehmend werden jedoch auch aus anderen Gattungen mögliche Wirtspflanzen beobachtet, beispielsweise aus den Gattungen der Fichte (Picea), der Tanne (Abies), der Lärche (Larix), der Douglasie (Pseudotsuga) oder der Zedern (Cedrus). In der Schweiz sind vor allem Berg- und Waldföhren (P. mugo, P. sylvestris), sowie vereinzelt Fichten (Picea abies) betroffen.
Infektionen durch diese Krankheit bewirken eine starke Nadelschütte von älteren Nadeljahrgängen. Bei intensivem Befall sind auch jüngere Nadeljahrgänge betroffen. Die Nadelschütte beginnt in Bodennähe und breitet sich dann sukzessive Richtung Baumspitze aus. In schweren Fällen sind nur noch die Zweigspitzen benadelt und es bilden sich sogenannte "Pudelschwänze".
Die Symptome reichen von einzelnen braunen Flecken auf den Nadeln und braunen Nadelspitzen bis hin zu ganz verbräunten Nadeln. Aus den braunen Stellen brechen die Pilzfruchtkörper hervor. Der Fruchtkörper drückt dabei die Nadelepidermis bandartig nach oben. Bei den seitlich entstehenden Schlitzen können die Sporen heraustreten. Oft, jedoch nicht zwingend, bilden sich als Folge der Infektion orange-rote Bänder. Mehrlährige intensive Nadelschütten können, besonders in der Jugendphase, zum Absterben der Föhren führen.
Befallene Pflanzen müssen fachgerecht entsorgt werden, d.h. alle Nadeln müssen zusammengekehrt und verbrannt oder per Kehrichtverbrennung sicher entsorgt werden. Werkzeuge sind nach dem Gebrauch zu desinfizieren.
Die Braunfleckenkrankheit (Lecanosticta acicola) ist leicht mit der Rotbandkrankheit zu verwechseln.
Die Symptome reichen auch hier von einzelnen braunen Flecken auf den Nadeln und braunen Nadelspitzen bis hin zu ganz verbräunten Nadeln. Aus den braunen Stellen brechen die Pilzfruchtkörper hervor. Der Fruchtkörper drückt dabei die Nadelepidermis bandartig nach oben. Bei den seitlich entstehenden Schlitzen können die Sporen heraustreten. Anstelle der orange-roten Bänder (nur bei Rotbandkrankheit) ist manchmal ein olivgrüner Farbton um den Fruchtkörper herum sichtbar.
Befallene Pflanzen müssen fachgerecht entsorgt werden, in der gleichen Weise wie bei einem Befall mit Rotbandkrankheit.