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Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung
Die 162 Objekte im BLN bedecken zusammen 19 Prozent der Landesfläche. Sie sind die landschaftlichen Kronjuwelen der Schweiz. Deshalb garantiert ihnen das Bundesrecht «in besonderem Masse die ungeschmälerte Erhaltung» und die «grösstmögliche Schonung». Der Schutz der BLN-Gebiete bedeutet nicht, dass überhaupt nichts gemacht werden darf. Die Eingriffe und Tätigkeiten in den BLN-Landschaften müssen jedoch die jeweiligen Schutzziele des Gebietes respektieren.
Leider wurden die Schutzziele des BLN bisher gesamthaft gesehen nicht erreicht. Pro Natura setzt sich daher für eine Stärkung des BLN ein. Sie fordert, dass die BLN-Objekte künftig nicht nur erhalten werden müssen, sondern auch gezielt aufgewertet werden. Dies braucht eine verbesserte Koordination mit der Raumplanung und allen landschaftsrelevanten Sachbereichen wie Landwirtschaft, Energie, Verkehr und Tourismus.
Wie die Schweiz auch noch aussehen könnte
Auch in Landschaften des BLN wurden in der Vergangenheit massiv störende Bauten und Anlagen geplant. Zum Glück wurden nicht alle realisiert, sei es weil sie mit dem Schutzstatus der Landschaft nicht vereinbar waren, weil sie zu teuer oder technisch nicht machbar waren oder weil betroffene Kreise erfolgreich Widerstand leisteten. Die folgenden Bildpaare zeigen, wie einige BLN-Gebiete heute aussehen könnten, wenn einmal darin geplante Projekte tatsächlich realisiert worden wären.
Mit Beginn des 20. Jahrhunderts dachte die Schweiz über den Ausbau der Binnenschifffahrt nach. Im Gebiet des Wasserschlosses, wo Aare, Reuss und Limmat zusammenfliessen, waren riesige Hafenanlagen und Schifffahrtswege vorgesehen. Aufgrund der horrenden Projektkosten und dem fehlenden wirtschaftlichen Nutzen wurde die Vision nicht umgesetzt.
Benützt man in Reigoldswil die Gondeln der Wasserfallenbahn, erreicht man den Vogelberg zu Fuss von der Bergstation aus in knapp 40 Minuten. 2004 war neben dem Neubau der bestehenden Wasserfallenbahn eine Erweiterung auf den Vogelberg geplant. Die Naturschutzverbände unterstützten die Pläne für den Neubau, widersetzten sich aber der Erweiterung auf den Vogelberg. Aufgrund des Widerstands und fehlendem Geld bei den Bahnbetreibern, konnte die Verlängerung nicht realisiert werden.
Seit 1996 ist die Greina-Hochebene wegen ihrer Einmaligkeit Teil des BLN Inventars. 1986 wurden die letzten Pläne für einen Stausee, der die ganze Ebene geflutet hätte, aus wirtschaftlichen Gründen zurückgezogen. Dank dem Widerstand und dem Druck der Schweizer Bevölkerung können wir dieses einzigartige und schöne Stück Landschaft heute in fast unberührter Pracht erleben.
Die Isla Bella und der mäandrierende Hinterrhein können heute in aller Ruhe und mit freier Sicht auf die Landschaft bestaunt werden. In den 1970er Jahren wurde die Nationalstrasse 13 in offener Linienführung über dem Hinterrhein geplant. Die Naturschutzverbände forderten die Verlegung in den Berg. Diese Forderung wurde vom Bund übernommen. Wegen den zusätzlichen Kosten, die durch den Tunnelbau entstanden, wurden zwei Fahrspuren weniger realisiert.
Die Grande Cariçaie ist das grösste Seeuferfeuchtgebiet der Schweiz. Sie beherbergt etwa ein Viertel der Flora und Fauna des Landes. Bis Ende der 1970er Jahre war die vierspurige A1 mitten durch das Naturschutzgebiet geplant. Die Naturschutzverbände konnten die Wichtigkeit der ungeschmälerten Erhaltung dieses Gebiets darlegen, und die heutige A1 wurde im Landesinneren erbaut.
Das Vallon de Nant ist ein wichtiger Lebensraum für Fauna und Flora. In den 1960er Jahren prüfte die Schweizer Armee mehrere Gebiete auf ihre Tauglichkeit als Panzerschiessplatz. Das Vallon de Nant war eines dieser möglichen Gebiete. Mit der Unterschutzstellung im Jahr 1969 fiel dieser Standort weg.