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Die beiden Milliardäre Richard Branson und Jeff Bezos flogen im Juli 2021 jeweils mit ihren ihren eigenen Firmen entwickelten Raumfahrzeugen auf eine Höhe von 80 bzw. 100 km – und sind damit zu Astronauten geworden. Auch in die Erdumlaufbahn sollen – mit der „Inspiration 4“-Mission, die noch dieses Jahr von Elon Musk’s Firma SpaceX durchgeführt werden soll – bald wieder zahlende Touristen fliegen. Geht es nach den beteiligten Unternehmen, soll in den nächsten Jahren eine richtige Weltraumtourismus-Industrie entstehen, mit hunderten von Kunden und Milliardenumsätzen. Bringt uns diese Entwicklung einer interplanetaren Zivilisation näher – oder ist das ganze nur eine sinnlose und teure Ablenkung?
Das Datum war bewusst gewählt: am 20. Juli 2021, genau 52 Jahre nach der Mondlandung, flogen vier Menschen in einer Kapsel an der Spitze einer „New Shepard“ Rakete der US-Raumfahrtfirma Blue Origin hoch zur Káráman-Linie in 100 Kilometern Höhe, wo offiziell die Erdatmosphäre endet und der Weltraum beginnt. Die Kapsel trennte sich, wie geplant und zahllose Male ohne Menschen an Bord geübt, noch vor Erreichen dieser Höhe von der Rakete, stieg im freien Fall hoch und über die Linie hinaus, fiel dann wieder in Richtung Erde und landete schliesslich, gerade mal 10 Minuten nach dem Start, sanft unter ihren Fallschirmen in der texanischen Wüste. Der erste besatzte Raumflug von Blue Origin war Geschichte.
An Bord der Kapsel waren Jeff Bezos, Gründer und Hauptbesitzer von Amazon und mit einem Vermögen von fast 200 Milliarden US-Dollar gegenwärtig reichster Mensch der Welt, Marc Bezos, sein Bruder, die 82-jährige Wally Funk, die in den frühen 1960er Jahren zur Gruppe der „Mercury 13“ gehörte (einer Gruppe Frauen, die alle Astronauten-Qualifikationen der NASA erfüllte, denen aber eine Aufnahme ins Astronauten-Corps aus sexistischen Gründen verweigert wurde) und nun der älteste Mensch ist, der bisher den Weltraum erreicht hat, sowie der erst 18-jährige Oliver Daemen aus den Niederlanden, dessen Vater den vierten Sitz an Bord der Kapsel in einer Auktion ersteigert hatte.
Daemen ist gleichzeitig der erste zahlende Weltraumtourist von Blue Origin (sowohl Marc Bezos und Wally Funk wurden von Jeff Bezos eingeladen) und der bisher jüngste Mensch im Weltraum. Wieviel Oliver Daemen’s Vater (ein Investment-Banker) für den Flug bezahlt hat, blieb unbekannt. Bei der anschliessenden Pressekonferenz meinte Jeff Bezos, der Preis für einen Sitzplatz auf künftigen Flügen werde „zu einem späteren Zeitpunkt“ angekündigt, während ein Sprecher von Blue Origin hinzufügte, bisher seien feste Sitzplatzreservierungen im Gegenwert von über 100 Millionen US-Dollar eingegangen. Bis Ende Jahr will Blue Origin nochmals 3-4 Flüge mit der „New Shepard“ durchführen, jeweils mit vier zahlenden Touristen an Bord.
Etwas mehr als eine Woche vor diesem Flug war bereits Richard Branson, Besitzer eines Firmenimperiums rund um das „Virgin“-Label, das neben einer Plattenfirma auch Fluggesellschaften sowie die Weltraumtourismus-Firma „Virgin Galactic“ umfasst, zusammen mit fünf anderen Menschen an Bord eines „Space Ship Two“ genannten Raketenflugzeugs auf eine Höhe von 80 Kilometern aufgestiegen – deutlich unterhalb der Káráman-Linie. Aus historischen Gründen vergeben die US-Behörden aber ab dieser Höhe die „Astronaut Wings“, einen begehrten Ansteck-Pin, den nun natürlich auch die Weltraumtourismus-Firmen vergeben wollen. Bei Virgin Galactic hat dies einen bereits heute bekannten Preis: 250’000 Dollar pro Sitz.
Auch Elon Musk, der wohl bekannteste der drei „Weltraummilliardäre“, wird diesen Herbst mit seiner Firma SpaceX einen Touristenflug durchführen. Im Gegensatz zu den anderen beiden wird er selbst nicht an Bord der „Crew Dragon“-Raumkapsel sein, die im Rahmen der „Inspiration 4“ genannten Mission mit vier Passagieren in die Erdumlaufbahn starten wird. Dieser Flug wird komplett vom Milliardär Jared Isaacman finanziert, dieser fliegt mit drei Gästen. Drei Tage wird die Kapsel in der Erdumlaufbahn bleiben und dabei eine Höhe von über 500 Kilometern über dem Boden erreichen. Was Isaacman für den Flug bezahlt hat, wurde nicht öffentlich gemacht – es wird vermutet, dass es sicher einige 10 Millionen Dollar sein müssen.
Sowohl Branson wie auch Bezos und ihre Gäste bzw. Kunden schwärmten nach dem Flug natürlich begeistert von der einmaligen Erfahrung, der tollen Aussicht, betonten, wie verletzlich die Erde von dort oben aussehe, etc. Doch die Reaktion der Öffentlichkeit, in Zeitungen und im Internet war alles andere als positiv, der Tenor war eher: Die Welt brennt, während sich Milliardäre ein absurdes Wettrennen ins All liefern, bei dem es ihnen nur ums eigene Ego geht. Letzteres ist sicher bei Branson nicht ganz wegzudiskutieren, es war sicher kein Zufall, dass sein Flug nur ein paar Tage vor Bezos‘ angesetzt wurde. Dass die Milliardäre sich selbst in ihre Raumfahrzeuge setzten, könnte auch als bewusst gesetztes Zeichen der Zuversicht in deren Sicherheit gedeutet werden.
Aber die Frage ist durchaus berechtigt: was bringt Weltraumtourismus – und wem, ausser den Superreichen? Auf die langweilige und leidige „was bringt besatzte Raumfahrt überhaupt“-Schiene will ich jetzt gar nicht eingehen, das wurde anderswo schon ausführlich diskutiert. Mir geht es im Folgenden stattdessen um die Frage: bringt uns der Weltraumtourismus dem Fernziel einer multiplanetaren menschlichen Zivilisation näher? Ist es, mit dem erfolgreichen Erstflug dieser neuartigen Raumfahrzeuge, wahrscheinlicher geworden, dass Menschen dereinst auf vielen Welten des Sonnensystems leben und arbeiten werden?
Die wichtigste Frage in diesem Zusammenhang ist, ob der Markt, für den diese Raumfahrzeuge entwickelt wurde, wirklich existiert. Gibt es genügend Menschen weltweit, die nicht nur das nötige Kleingeld, sondern auch den Willen und die nötige Fitness haben, sich für ein paar Minuten in 80 oder 100 Kilometer Höhe hochschiessen zu lassen? Es gibt einige tausend Milliardäre, und fast fünfzig Millionen Millionäre (in US-Dollars) weltweit – wenn nur ein Prozent von ihnen an solchen Flügen interessiert sind, haben wir einen Interessenten-Pool von 50’000 Menschen – mehr als genug, um die drei Firmen für viele Jahre zu beschäftigen.
So lange diese Firmen also nicht allesamt in den nächsten Jahren eingehen – und dafür spricht zur Zeit nichts, wobei katastrophale Unfälle und Groundings natürlich nie auszuschliessen sind – wird es maximal bis ans Ende des Jahrzehnts dauern, bis Touristen die Mehrheit aller Astronauten ausmachen. Bis heute sind etwas unter 600 Menschen im Weltall gewesen. Davon waren bisher nur eine kleine Minderheit Touristen, inklusive den Neu-Astronauten Branson, Bezos und ihren Gäste in etwa zwanzig Personen. Doch bei zehn Flügen pro Betreiber und Jahr, durchschnittlich fünf Gästen pro Flug und mehreren parallelen Betreibern kann man sich ausrechnen, dass die Touristen schon bald – und bis 2030 sicher – in der Überzahl sein werden.
Im Erdorbit werden die „staatlichen“ Astronauten wegen der geringeren Häufigkeit der Touristenflüge (die NASA lässt pro Jahr nur zwei Touristenflüge zur ISS zu, und die Flüge in die Erdumlaufbahn, die nicht zur ISS führen, müssen auch einen Platz im immer dichter werdenden Startkalender der bestehenden Raketenstartplätze finden) und den deutlich höheren Kosten noch etwas länger in der Überzahl bleiben, doch auch da könnte plötzlich schnell gehen: der japanische Milliardär Yusaku Maezawa will ca. 2023 (realistischerweise ein paar Jahre später?) mit einer Besatzung von 12 Personen in einem SpaceX Starship um den Mond herum fliegen – auf einen Schlag wären damit etwa halb so viele Touristen wie staatliche Astronauten zum Mond geflogen…
Das heisst, schwere Rückschläge ausgenommen, sollten innerhalb von nur einigen Jahren die Touristenflüge vom Nischenprodukt zur häufigsten Art der Reise ins All werden. Allein schon dieser Umstand wird die öffentliche Wahrnehmung des Weltraumtourismus – und der besatzten Weltraumfahrt allgemein – verändern. Die technische Entwicklung wird weitergehen, die laufende Bestätigung, dass es tatsächlich einen Markt für solche Flüge gibt, wird stetig neues Geld anziehen. Neue Firmen werden neue, optimierte Raumfahrzeuge zu diesem Zweck entwickeln und präsentieren, die Kosten pro Flug werden weiter sinken und der Interessenten-Pool so immer grösser werden.
Für Touristen-Flüge in die Erdumlaufbahn könnte sich das Starship von SpaceX einmal mehr als revolutionär erweisen: es könnte auf einem Flug in die Erdumlaufbahn (d.h., mehrere Tage, analog zu „Inspiration4“) rund hundert Passagiere mitnehmen (das Starship wird ja von Grund auf darauf ausgelegt, hundert Personen zum Mars zu bringen). Bei anvisierten Kosten von 6 Millionen US-Dollar pro Flug müsste jeder dieser Passagiere nur noch ca. 60’000 Dollar bezahlen müsste, um die Kosten zu decken. Und selbst wenn es anfänglich zehn Mal so viel ist, es ist ein Schnäppchen gegenüber den Preisen, die heute noch für 10-minütige Hopser verlangt werden.
Der Weltraumtourismus bringt so zusätzliches Geld in die Raumfahrtindustrie – und zusätzliches Geld, ebenso wie zahlende Kunden mit hohen Erwartungen an Sicherheit und Komfort, führen mit der Zeit zu einer stetigen Verbesserung der Produkte. Ein günstiger, sicherer Zugang ist auf jeden Fall einer der Schlüssel für die multiplanetare Zivilisation. Mittelfristig sind die 10-minütigen „Hopser“ von Blue Origin und Virgin Galactic aber wertlos – wer ist schon bereit, 250’000 Dollar für einen solchen Flug hinzulegen, wenn man für ähnlich viel Geld für mehrere Tage in die Erdumlaufbahn (oder vielleicht schon bald um den Mond) fliegen kann? Der Markt wird sich deshalb mittelfristig in die Erdumlaufbahn und darüber hinaus verlagern.
Aus dieser Perspektive kann man sich die Raumfahrtunternehmen der drei Milliardäre sowie ihre Produkte noch einmal ansehen. Richard Branson’s Virgin Galactic schneidet da klar am schlechtesten ab: sein Raketenflugzeug „Space Ship Two“ ist nicht ohne weiteres skalierbar für den Flug in die Erdumlaufbahn. Es ist dafür zu fragil, zu untermotorisiert, allgemein zu sehr auf das gegenwärtige Flugprofil spezialisiert. Es müsste für den Flug in die Erdumlaufbahn komplett neu designt, entwickelt und getestet werden – das ist aufwändig und teuer. Virgin Galactic steckt damit in einer technischen Sackgasse fest, die es wohl nur so lange besetzen kann, bis ein effizienterer und günstigerer Konkurrent auftaucht.
Jeff Bezos‘ Blue Origin will eigentlich weit über den „Hopser“-Weltraumtourismus hinaus: die Firma entwickelt derzeit ihre nächste Rakete, die New Glenn, eine der künftig grössten Raketen der Welt. Jeff Bezos hat immer wieder seine Vision von „Millionen Menschen, die im Weltall leben und arbeiten“ skizziert. Trotzdem ist unklar, ob Blue Origin langfristig Erfolg haben wird. Die Technologie, die mit der „New Shepard“ entwickelt wurde, lässt sich auch für die Erdumlaufbahn nutzen, entspricht die Touristen-Rakete doch gerade etwa der Oberstufe der New Glenn, nur die Touristenkapsel müsste für Flüge in den Orbit verbessert werden. Wenn die New Glenn in ein paar Jahren wirklich fliegt, werden solche Flüge durchaus denkbar.
Elon Musk’s SpaceX ist die einzige der drei Firmen, die schon heute erfolgreich Fracht und Astronauten in die Erdumlaufbahn befördert. Interessanterweise schneidet sie bisher auch bei den Touristenflügen am besten ab: Allein der „Inspiration4“-Flug wird einige 10 Millionen in die Kassen spülen, und weitere Touristenflüge des gleichen Kalibers sind bereits gebucht: etwa „Ax-1“, eine Mission zur internationalen Raumstation ISS, die 2022 starten soll. Yusaku Maezawa hat für seinen Flug um den Mond herum bereits eine „beträchtliche Anzahlung“ geleistet. Durchaus denkbar also, dass der Weltraumtourismus neben Satellitenstarts und der Starlink-Satellitenkonstellation zu einem dritten Einkommensstandbein für SpaceX werden wird, deren erklärtes Ziel es ist, eine menschliche Zivilisation auf dem Mars zu begründen.
Also alles gut beim Weltraumtourismus? Fast. Mal abgesehen von der schiefen Optik, wenn Superreiche mitten in einer dreifachen globalen Krise (Klimawandel, Biodiversitätskrise, Pandemie) ein neues, teueres Hobby „erfinden“ – selbst wenn dieses mit fallenden Kosten in ein paar Jahren immer breiteren Bevölkerungskreisen zugänglich werden wird, stellt sich natürlich die Frage nach dem Umweltaspekt. Ein einzelner Flug eines Space Ship Two, einer New Shepard oder einer Falcon 9 Rakete mit einer Crew Dragon fällt zwar global kaum ins Gewicht: selbst beim einem Start in die Erdumlaufbahn wird „nur“ etwa so viel CO2 freigesetzt wie bei einem Interkontinentalflug. Auch einige hundert Weltraumtourismus-Flüge jährlich machen global keinen Unterschied.
Auch verglichen mit den „üblichen“ Emissionen der Superreichen, oft im Bereich von hunderten Tonnen CO2 pro Kopf (zum Vergleich: der weltweite Durchschnitt liegt etwa bei zwei Tonnen CO2 pro Kopf…), etwa durch Jachten, Privatflugzeuge und dergleichen, fallen die Emissionen durch einen einmaligen Flug kaum ins Gewicht. Doch wenn aus dem Weltraumtourismus wirklich ein Massenphänomen werden soll, mit tausenden oder gar Millionen Flügen jährlich, kann das nicht so bleiben: Synthetische, d.h., CO2-neutrale Treibstoffe sind mittelfristig zwingend, wenn der Weltraumtourismus Akzeptanz finden soll – der Anteil der Treibstoffkosten an den Sitzkosten ist heute winzig, entsprechend gering würde der Aufpreis ausfallen.
Dann wäre auch den Bedürfnissen der Heimatwelt der künftigen multiplanetaren Zivilisation Rechnung getragen, und man könnte sich ohne Bedenken über jeden Menschen freuen, der die Schönheit und Verletzlichkeit der Erde von oben für sich entdeckt – und dabei auch einen Beitrag leistet, das langfristige Überleben der Menschheit zu sichern.
Virgin Galactic mit ihrer technologischen Sackgasse würde ich nicht wirklich als „Weltraum“-tourismus gelten lassen. Zu niedrig und viel zu langsam.
Blue Origin hat mit den Hopsern meiner Meinung nach auch noch nicht wirklich viel mit „Weltraum“ zu tun. Nur wenn man großzügig ist, waren sie außerhalb der Atmosphäre und für richtige Raumschiffe war es viel zu langsam um im Orbit zu bleiben und auch der Wiedereintritt war viel zu langsam um die normalen Probleme wie Hitzeschild zu haben. Aber sie sind zumindest auf einem Weg, von dem man denken sollte, dass er demnächst (10 Jahre?) in den richtigen Weltraum mit richtigen Orbits und richtigen Wiedereintritt führt.
Das einzige was man Blue Origin bisher zu Gute halten kann, ist, dass sie Interesse am Weltraum wecken. Kirk im All hatte was.
SpaceX mit Inspiration4 spielt in einer ganz anderen Liga. Die waren im Orbit. Und sie haben den Wiedereintritt hinbekommen. Und vom Orbit zum Mars ist es energetisch nicht mehr ganz so weit wie von den Hopsern zum Orbit. Und der Weg den SpaceX beschreitet scheint mir wirklich zum Ziel zu führen:
Erst Frachtmissionen für Starlink um die Raketen ein paar hundert Mal zu testen, bevor Menschen reinkommen (bringt Geld und 0 Risiko für Menschen), dann zahlende Versuchspersonen (bringt Geld und überschaubares Risiko, weil in Erdnähe) und wenn alles was man im Erdorbit testen kann durch ist, die richtige Mission zum Mars.
Ich hoffe aber, dass sobald SpaceX fertig mit der Entwicklung für die Marsmission ist und die durchführt der Weltraumtourismus nicht zu sehr hochskaliert wird. Wenn oben Forschung oder Produktion oder der Flug zu echten Zielen stattfindet halte ich das für die Umwelt vertretbar. Reinen Tourismus halte ich derzeit nicht wirklich für vertretbar. Zu viel CO2.
Aber noch halte ich die wenigen Touristenflüge für „Forschung“. Weniger weil die Touristen oben was sinnvolles machen, sondern weil sie bereit sind sich als Versuchskaninchen zur Verfügung zu stellen, um Rakete, Lebenserhaltung und Landung zu üben. Genau wie Gagarin damals. Und dass sie statt einem Gehalt zu verlangen dafür genug Geld zahlen um die Mission durchzuführen ist ein Bonus. Also solange die Touristen in den Gefährten stecken, die perspektivisch den Weltraum zur Kolonisation erschließen ist das OK.
Bin gespannt, wann das erste „Hotel“ im Orbit gebaut wird und ob die Infrastruktur auch als Weltraumhafen oder -Werft benutzt werden kann.
Ich stimme dir bei fast allem zu. Bei SpaceX soll das Methan für Starship langfristig ja aus der Umwandlung von atmosphärischem CO2 stammen – eine Technologie, die man auch auf dem Mars gut brauchen kann. Wenn die Starts CO2-neutral wären, wäre der Weltraumtourismus, zumindest unter dem Aspekt des CO2-Ausstosses (und es kann gut sein, dass dies eben nicht der einzige Umweltaspekt ist, den man hier beachten muss), wieder vertretbar.
Bei den „Weltraumhotels“ bin ich mir nicht sicher, ob das was werden wird, zumindest im Erdorbit. Ich kann mir vorstellen, dass das erste „Hotel“ im Orbit ganz einfach ein Starship ist, das mit seinen Gästen startet, dann für zwei Wochen in der Erdumlaufbahn bleibt und wieder landet. Dafür ist es geräumig genug, das grosse Fenster bietet eine super Aussicht, nach dem Flug kann es gewartet und auf den nächsten Flug vorbereitet werden – wozu bräuchte es da eine separate Station im Orbit? (quasi das Modell „Kreuzfahrtschiff“) Genauso auf dem Mond – da macht es zwar mehr Sinn, Infrastruktur auf der Oberfläche aufzubauen – aber vielleicht könnte die erste Mondbasis einfach ein ausgehöhltes und umgebautes (liegendes) Starship sein.
Müsste die Rakete von Blue Origin nicht „New Shepard“ heißen (ohne „h“) – denn sie ist ja offensichtlich nach dem frühen NASA-Astronauten Alan Shepard benannt?
Natürlich – da hast du 100% recht. Korrigiert, Danke!