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Die bewegten Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges bis zum Beginn des Kalten Krieges fanden ihr Echo auch in der Kirche. In den reformierten Schweizer Kirchen konnte auf aktuelle Ereignisse besonders gut eingegangen werden, da sie formal nach dem Vorbild der Kantone in Kirchensynoden (Legislative) und Kirchenräten (Exekutive) organisiert waren. Dies erlaubte eine intensive Diskussionskultur und kam der Auffächerung des Protestantismus in verschiedene kirchenpolitische und theologische Richtungen entgegen.
Besonders die kleine Gruppierung der religiösen Sozialisten brachte in den Synoden Vorstösse ein zu aktuellen Themen wie Abrüstung, Dienstvearweigerung, Waffenhandel, Todesstrafe, Verhältnis zum Judentum oder Aufarbeitung der Vergangenheit 1939-1945, damit die Kirche dazu Stellung nehme. Dabei stiessen sie auf den erbitterten Widerstand der Jungreformierten auf der konservativen Rechten. In der Vereinigung der antimilitaristischen Pfarrer der Schweiz (1925-1937) gaben die religiös-sozialen Pfarrer neben den Pfarrern der dialektischen Theologie, die sich nach dem Ersten Weltkrieg von jenen getrennt hatten, den Ton an. In ihren Kirchgemeinden in der ganzen Schweiz legten sie für ihre pazifistische Gesinnung Zeugnis ab. Auf der Gegenseite war die Gesellschaft der Feldprediger positioniert.
Ausgangspunkt der vorliegenden Untersuchung ist die religiös-soziale Bewegung, deren Geschichte von der Entstehung im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts bis zur Spaltung im aufkommenden Kalten Krieg kurz dargestellt wird. Sie bildet die erste Ebene. Auf einer zweiten wird die Arbeit der religiösen Sozialisten (Laien und Pfarrer) in den Kirchenparlamenten dargestellt, und zwar am Beispiel der Zürcher Kantonalkirche, sowie das Engagement der antimilitaristischen Pfarrer. Im Anhang finden sich Listen mit den Namen und wichtigsten Informationen zu den Exponenten der fünf genannten Gruppen. Diese werden zudem einer soziologisch-statistischen Auswertung unterzogen.