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Was fruchtbare Erde sein sollte, gleicht einer Mondlandschaft. Grosse Erdbrocken zerfallen zu Staub, sobald man auf sie tritt. Die Granatäpfel hängen zwar noch an den ausgedörrten Stauden, doch ihre schwarze, ledrige Schale verrät; die Früchte sind ausgetrocknet.
Der Monsun dauert in Maharashtra von Mitte Juni bis August, doch die Wasserreservoire der Bauern vermag er nur bis zur Hälfte zu füllen. Das reiche für drei bis vier Monate, danach wachse nichts mehr.
Die letzten zwei Jahre hatten wir praktisch keinen Regen.
Der schlechte Regen in den letzten Jahren brachte viele Bauern zur Verzweiflung. Millionen haben ihre Felder verlassen und versuchen in den Städten Arbeit zu finden. Wer bleibt, verschuldet sich beim Kauf von Saatgut und Düngemittel.
Ernteausfall treibt Bauern in die Schulden
Ohne Ernte, können die Bauern ihre Schulden nicht zurückbezahlen, so wie der Vater von Bao Sahib. 5 Lakh, umgerechnet etwa 7000 Franken, betrugen die Schulden des Bauers. Zu viel, so dass er sich mit Düngemittel vergiftete und sich das Leben nahm. Er war einer von etwa 2700 in Maharashtra. Landesweit nehmen sich im Schnitt 15'000 Bauern das Leben, jedes Jahr.
Sein Sohn Bao Sahib versucht nun den Hof weiter zu führen, doch das sei schwierig, die Schulden erdrückend. Etwa 1400 Franken hat die Familie als Kompensation für den Verlust erhalten, doch reicht das nicht.
Schuldenerlass – ein Tropfen auf den heissen Stein
Bao versucht nebenher in einem Geschäft noch ein paar Rupien zu verdienen, seine verwitwete Mutter bittet die Regierung von Maharashtra um Schuldenerlass. Letztes Jahr wurden knapp 60'000 Bauern in Maharashtra die Schulden erlassen. Das hilft kurzfristig, doch schon dieses Jahr haben viele von ihnen wieder neue Schulden gemacht, um Saatgut zu kaufen.
Wenn der Regen erneut ausfällt, droht ihnen wieder die Schuldenfalle. Letztes Jahr versuchten Forscher künstlichen Regen zu schaffen, indem sie Silberiode und Eis in die Wolken schossen. Erfolgreich waren sie damit nicht. Jetzt, in den Wochen vor dem Monsun können die Bauern nicht mehr als hoffen, dass dieses Jahr der Regen gut ausfallen wird.