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Die These, dass frohe Menschen länger leben, gilt für Frauen nicht unbedingt, behauptet eine internationale Untersuchung.
Nagender Frust macht krank, das ist ein gängiger Gemeinplatz. Doch in Wahrheit liegen die Dinge viel komplizierter, zumindest bei Frauen. Für das Projekt «The Million Women Study» begleiteten internationale Forscher über die Jahre 1996 bis 2001 hinweg 700 000 britische Frauen. 30 000 starben während dieser Zeit. Das Ergebnis, veröffentlicht im Fachmagazin «The Lancet», überrascht: Ein direkter Link von Unzufriedenheit oder Stress auf die Sterblichkeit sei nicht nachweisbar. Glück verlängere das Leben nicht.
Zwei Kernsätze aus der Studie begründen, wie es zu dem Resultat kam: «Schlechte Gesundheit kann unglücklich machen, und schlechte Gesundheit erhöht das Mortilitätsrisiko.» Denn: Frauen, die krank sind, fühlen sich unzufriedener und greifen dann, laut Studie, häufiger zu Zigaretten und Alkohol, treiben weniger Sport, schlafen schlechter und leben öfter allein – betreiben also klassisches Risikoverhalten.
Laienhaft interpretiert heisst das: Der Lebenswandel ist für die Gesundheit und Lebensdauer massgeblicher als die gute Laune. Wer raucht und trinkt, kann noch so glücklich sein, ein langes Leben ist bei ihmweniger wahrscheinlich als bei einer Abstinenzlerin.
In einem Kommentar im «Lancet» betonen die Autoren Philipe de Souto Barreto und Yves Rolland von der Universität Toulouse, dass dies nur für Frauen gelte. Bei Männern sei ein anderer Zusammenhang von Glück und Sterblichkeit zu sehen.
«Unzufriedenheit allein macht Menschen nicht krank», resümiert Hauptautorin Bette Liu von der University of New South Wales in Australien.