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Den Architekten Antoni Gaudí gibts in Barcelona überall zu entdecken. Aber auch Fussball, Tapas und Meer sind gute Gründe, um immer wieder hinzureisen.
Täglich, sagte mir ein Freund in der Schweiz bei einem Bier, denke er sich nach Barcelona wie in die Umarmung einer Frau, der er dort einmal begegnet war, ohne seine Liebe für sie zu erkennen.
Damals streunte er wie ein ausgesetzter Hund durch die labyrinthischen Gassen des Barri Gòtic und suchte nach Erholung von seinem Leben. Barcelona, hatte ich ihm einst gesagt, sei die Stadt der Wandlung und der Wunder, in der sich alles zum Guten wendet, irgendwann. Deshalb war er hingeflogen.
Im Wohnquartier Gràcia setzte er sich damals vor die Tapasbar El Sol. Die Schatten der Platanen flirrten, Passanten sprachen mit aufgerauter Stimme, ein Bub im Barça-Leibchen schoss zwischen zwei Rucksäcken hindurch ein Goal. Mein Freund klatschte und sagte entschuldigend zur Dunkelhaarigen nebenan: «Männer sind halt simpel.» Sie hiess Divina, hatte eine markante Nase und handelte mit Immobilien. Sie kamen ins Gespräch, sprachen über Städte und Heimat und lachten viel, und als die Sonne sank, sagte sie meinem Freund, Barcelona sei im Dämmerlicht am schönsten. Sie flanierten durch die Einbahnstrassen von Eixample und wählten eines der freskenreichen Gebäude aus der Zeit des Modernisme als ihr gemeinsames Traumhaus aus. Vor der Sagrada Família sagte Divina, dass der Architekt der unvollendeten Kathedrale, Antoni Gaudí, auf dem Weg zur Baustelle angefahren worden und unerkannt im Armenspital gestorben sei. «Barcelona liebt eben das Fatalistische.»
«Morgen fliege ich heim», sagte mein Freund. Und sie: «Ich lade dich trotzdem morgen Abend zu Tapas ein.» Auf den Ramblas, die Bühne und Zuschauerraum in einem sind, schwiegen sie. Erst auf dem Brunnenrand der palmengesäumten Plaça Reial sprachen sie wieder. Über die Gewichtslosigkeit des Glücks, bis mein Freund sagte: «Ich brauch noch etwas Schlaf. Ich gehe.» Divina schnippte Wasser in seine Richtung. «Ich liebe das Leben», sagte sie, «und alles Simple.»
«Ich auch», sagte mein Freund und küsste sie zum Abschied auf die Wangen. Viermal drehte er sich nach ihr um, dann war sie seinem Blick entschwunden, ohne dass er ihren Nachnamen kannte. Über dem Meer sei der Flieger parallel zum vier Kilometer langen Strand und zur Stadt geflogen, sagte mein Freund beim Bier in der Schweiz. Es war das letzte, das wir gemeinsam
tranken, bevor er aufbrach, um im «El Sol» auf ein Wunder zu hoffen.
Auf der nächsten Seite finden Sie Reisetipps für Barcelona.
Tapes von und mit Pep
Tapes heissen die in Spanien als Tapas bezeichneten Häppchen auf Katalanisch, und die besten gibt es bei Cal Pep im Bohème-Bezirk El Born. Von aussen wirkt Peps Bar unscheinbar, doch wer nicht frühzeitig dort ist, steht zwei Stunden an. Denn was hier an Tintenfischen, Muscheln und Crevetten grilliert, frittiert und gebacken wird, ist so köstlich, dass man sich einen Stammplatz wünscht.
Plaça de les Olles 8
www.calpep.com
Spurensuche
Im mittleren Teil von Eixample stehen die Gebäude aus der Zeit des katalanischen Jugendstils unter Denkmalschutz. Die modernistischen Bauwerke von Barcelonas berühmtestem Bürger Antoni Gaudí erschliessen sich einem eindrücklich auf einem geführten Stadtrundgang.
www.barcelonaturisme.cat
Kunstbegegnung der dritten Art
Aus der Patina des ehemaligen Rotlichtviertels Raval sticht ein weisser, futuristisch anmutender Bau heraus: Macba, das vom US-Architekten Richard Meier entworfene Museum für zeitgenössische Kunst.
www.macba.cat
Ein Träumli
Die Konditorei Bubó im Barri Born präsentiert ihre Petits-fours mit Mascarpone-Mousse wie Museumsstücke. Charles Mampels Spezialitäten sind so lecker, dass sie gar Sprüngli verblassen lassen.
Die Stadt des Cava
Gloria Collell, Weinkreateurin bei Freixenet, ist überzeugt: Eine der besten Bars für Cava liegt an der Plaça de Santa Maria. «Wer im ‹Viña del Señor› unter den 300 Cavas keinen persönlichen Favoriten findet, ist nicht fähig zu Pasión.»
1.
Die unvollendete Sagrada Família des verstorbenen Architekten Antoni Gaudí
2.
Tapasbar El Sol
3.
Stadt mit Strand und Skulptur von Rebecca Horn: «Homage to Barceloneta»