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Nach jahrelanger, erbitterter Auseinandersetzung um das Goodyear-Reifenwerk im nordfranzösischen Amiens ist eine Rettung der Fabrik vorerst gescheitert: Der US-Reifenhersteller Titan sagte den geplanten Einstieg bei dem Werk ab.
Titan-Chef Maurice Taylor machte am Freitag erneut die französischen Gewerkschaften und die restriktiven Gesetze des Landes für den Rückzug verantwortlich. "Frankreich ist ein kommunistisches Land geworden", sagte er dem Sender France Info.
Die Leitung von Goodyear Dunlop Tires France hatte am Donnerstagabend bekannt gegeben, dass es keinen Investor für das seit Januar geschlossene Werk gebe. Verbunden ist damit der Wegfall von 1143 Stellen.
Taylor sagte nun, das Werk wäre mit höchstens 333 Angestellten rentabel. Titan hätte mindestens 652 Angestellte übernehmen sollen: "Das ist unmöglich." Er fügte hinzu: "Sagen Sie den Gewerkschaften, wenn sie so intelligent sind, dann brauchen sie die Fabrik ja nur selbst aufzukaufen."
Dann sagte er mit Blick auf das "kommunistische Land" Frankreich: "Wenn ihr so weit gesunken sein werdet wie Russland, vielleicht werdet ihr dann eine Chance haben, wieder durchzustarten."
Bereits früher ausfällig
In der Auseinandersetzung um die Übernahme des Goodyear-Werkes war Taylor schon mehrfach gegen Frankreich ausfällig geworden. Vor allem über die französische Arbeitsmoral und die Gewerkschaften zog er her und behauptete unter anderem, die "sogenannten Arbeiter" in Frankreich würden höchstens "drei Stunden pro Tag" arbeiten.
Die sozialistische Regierung in Paris hatte sich lange um eine Lösung für das Werk bemüht. Nun wollte der neue Wirtschaftsminister Emmanuel Macron noch einmal mit Titan-Chef Taylor "die Hindernisse für diese Übernahme" prüfen, wie es aus dem Umfeld des Ministers hiess. Noch Anfang des Jahres hatte es so ausgesehen, als ob eine Rettung des Standorts durch Titan möglich sei.