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Der Ort, an dem Gallus um 612 seine Zelle errichtet hatte, blieb auch nach seinem Tod ein Anziehungspunkt für die lokale Bevölkerung. Rund hundert Jahre nach der Ankunft von Gallus gründete Otmar im Jahr 719 anstelle der Eremitenzellen ein Kloster, das 747 zur Benediktinerabtei wurde. Die Abtei wuchs in den ersten Jahrhunderten ihres Bestehens rasch. In ihrer mehr als 1000-jährigen Geschichte gehörte die Benediktinerabtei St.Gallen im 8. bis 11. Jahrhundert zu den wichtigsten kulturellen Zentren Europas.
Das Kloster St.Gallen als herrschaftliches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum wurde schon früh zu einem Anziehungspunkt für Menschen, die sich in seiner Umgebung niederliessen. Beim Kloster entstand eine Siedlung, die Stadt Sankt Gallen. Abtei und Stadt lebten während Jahrhunderten eine erfolgreiche Koexistenz. 1451 wurde die Fürstabtei St.Gallen, 1454 auch die Stadt Sankt Gallen Zugewandter Ort der Eidgenossenschaft. Die Reformation brachte die konfessionelle Trennung von Abtei und Stadt. Das Kloster wurde zu einem Zentrum der katholischen Reform und erlebte im Barock eine neue Blütezeit.
Die Zeit der französischen Revolution setzte 1798 der fürstäbtlichen Territorialhoheit ein Ende. Der Kanton St.Gallen entstand im Jahre 1803. 1805 hob das Parlament des Kantons das Kloster St.Gallen auf.
Einen Überblick der wichtigsten Ereignissen in der Geschichte der Fürstabtei St.Gallen finden Sie in dieser Zusammenstellung des Stiftsarchivs St.Gallen.