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Europameisterschaft Skitourenrennen aus Schweizer Sicht – brillianter EM-Abschluss des SAC Swiss Teams
Die zahlreich angereisten Schweizer Fans wurden am letzten Tag der diesjährigen Europameisterschaften nicht enttäuscht. Das SAC Swiss Team holte sich dank hervorragenden Leistungen nochmals sechs Medaillen. Marianne Fatton gewann dabei den Europameistertitel der Espoir Damen, Thomas Corthay holte Gold bei den Junioren und Florian Ulrich ist Europameister bei den Kadetten. Die Schweizer Nationalmannschaft darf sich auch Sieger in der EM-Nationenwertung nennen.
Der letzte Renntag in Salvan/Les Marécottes stand ganz im Zeichen des Sprints, der sowohl für die Weltcupwertung als auch für die Vergabe der Europameistertitel zählte. Je nach Kategorie galt es 60 bis 90 Höhenmeter zu bewältigen und dabei zwei Aufstiege, eine Portage und eine Abfahrt zu bestreiten. In mehreren hart umkämpften Qualifikationsläufen wurden die Schnellsten pro Kategorie für den Finallauf ermittelt.
In der Kategorie Elite Herren qualifizierten sich gleich drei Schweizer Athleten für den Finallauf. Iwan Arnold (Simplon Dorf), Martin Anthamatten (Zermatt) und Yannick Ecoeur (Morgins) zeigten zusammen mit dem amtierenden Weltmeister Robert Antonioli (ITA), dem Deutschen Anton Palzer und Martin Weisskopf (AUT) einen spektakulären Finallauf. Von den begeisterten Fans angefeuert, aktivierten die Athleten nochmals all ihre Kräfte. Iwan Arnold holte sich den Vize-Europameistertitel und musste sich mit zehn Sekunden Rückstand nur vom überlegenen Italiener Robert Antonioli geschlagen geben. Mit dieser hervorragenden Leistung bestätigt der Oberwalliser seine letztjährige WM-Medaille und bewies einmal mehr, dass er jederzeit einen Podestplatz holen kann. Bronze holte Martin Anthamatten, als Vierter fuhr Yannick Ecoeur über die Ziellinie.
Um nur 0.4 Sekunden verpasste Séverine Pont-Combe (Mollens) ganz knapp das Podest bei den Elite Damen. Die Walliserin freute sich über den vierten Platz, war aber trotzdem etwas enttäuscht über die verpasste Chance. In einem sehr engen Schlussspurt mit der Spanierin Nahia Quincoces Altuna entschied schlussendlich der mit einem Zeitmesschip ausgestatteten Schuh. Leider setzte Pont-Combe den Schuh ohne Chip als ersten über die Ziellinie, weshalb die Spanierin sich die Bronzemedaille schnappte. Jennifer Fiechter (Leysin) platzierte sich auf dem vierten Platz und erzielte damit seit Langem ihr bestes Ergebnis im Sprint. Marianne Fatton (Dombresson) wurde Fünfte. Den EM-Titel holte sich die Französin Laetita Roux (FRA) vor den beiden Spanierinnen Marta Garcia Farres und Nahia Quincoces Altuna. In der Kategorie Espoir Damen gewann Marianne Fatton, welche bisher bei jedem Rennen eine Medaille holte, Gold und sicherte sich damit den EM-Titel. Sie gewann vor Inka Belles Naudi (AND) und vor Johanna Erhart (AUT).
Allen Grund zum Feiern gab der EM-Titel von Thomas Corthay (Vollèges) bei den Junioren. Der Walliser zeigte im Final sein ganzes Können und siegte überlegen vor dem Italiener Davide Magnini und Simon Bellabouvier (FRA). Der vierte Platz von Arnaud Gasser (Verbier) und der Fünfte Arno Lietha (Fideris) komplettierten die starke Leistung des Juniorenteams.
Die dritte Goldmedaille im heutigen Sprint holte sich Florian Ulrich (La Tour-de-Peilz) bei den Kadetten. In einem sensationellen Rennen fuhr der 16-Jährige auf den ersten Platz. Er verdrängte Jakob Siedler (AUT) auf den zweiten und Daniele Corazza (ITA) auf den dritten Platz. Patrick Perreten (Küblis), der im Finallauf mit seinen Kräften kämpfen musste, verpasste als Vierter das Podest um fünf Sekunden. Aurélien Gay (Le Levron) wurde Fünfter.
Emilie Farquet (Le Châble) sicherte dem SAC Swiss Team heute die sechste Medaille. Mit 15 Sekunden Rückstand auf die Erstplatzierte Justine Tonso (FRA) und acht Sekunden auf die Russin Ekaterina Osichkina gewann die einzige Schweizerin in der Kategorie Kadettinnen Bronze.
SAC Swiss Team erfolgreichste Delegation in der EM-Nationenwertung
Nach drei intensiven Renntagen kann die Schweizer Nationalmannschaft im Skitourenrennen insgesamt 12 EM-Medaillen (1043 Punkte) vorweisen und verdrängte die leistungsstarken Franzosen (1031 Punkte, 10 Medaillen) und Italiener (1015 Punkte, 12 Medaillen) auf den zweiten und dritten Platz.
Bernhard Hug, Disziplinenchef Skitourenrennen beim SAC, zieht denn auch ein sehr positives Fazit, gerade vom heutigen Sprintrennen: «Der Sprint war immer eine Paradedisziplin der Schweiz und wir zählen auch heute noch zu den dominierenden Nationen. Die Rennen der letzten Tage haben aber gezeigt, dass man nur eine Medaille gewinnen kann, wenn alles stimmt.»
Ein Highlight nebst den Europameistertiteln von Marianne Fatton (Sprint), Thomas Corthay (Sprint) und Florian Ulrich (Einzelrennen und Sprint), ist sicherlich auch der erste Weltcupsieg von Victoria Kreuzer im Vertical Race. Die Walliserin gewann am Samstag sensationell vor der amtierenden Europameisterin Laura Orgué (ESP) und vor Laetitia Roux (FRA). Auch dem Fribourger Rémi Bonnet gelang am Samstag eine Glanzleistung. Er holte in der Kategorie Elite Herren den ausgezeichneten zweiten Platz.
Grosses Lob an die Organisatoren
Nach den Siegerehrungen in der Mehrzweckhalle von Salvan gingen die Feierlichkeiten der EM 2016 zu Ende. L’Alpiniski, der Veranstalter der diesjährigen EM und alle Helfer haben für reibungslose Wettkämpfe und eine tolle Stimmung an allen Renntagen gesorgt. Dafür gebührt ihnen ein grosses Lob und Dankeschön.