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Zahlreiche internationale Studien weisen darauf hin, dass für Menschen mit Behinderungen ein deutlich höheres Risiko für sexuellen Missbrauch besteht als für Menschen ohne Behinderungen. Ein Projekt im Tessin hat zum Ziel, dieses Risiko zu reduzieren.
Das Projekt «Sono unico e prezioso» (Ich bin einmalig und wertvoll) wurde von der Stiftung ASPI, (Fondazione della Svizzera italiana per l'Aiuto, il Sostegno e la Protezione dell'Infanzia, regionale Gruppe der Stiftung Kinderschutz Schweiz) gemeinsam mit der Tessiner Arbeitsgruppe GO3 (Betreuung und Begleitung von Menschen mit Behinderungen in Institutionen) lanciert. Ziel des Projekts ist die Anpassung des Programms «Sono unico e prezioso» zur Sensibilisierung für Fragen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen an die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen.
Seit zehn Jahren und gestaltet die Stiftung ASPI Programme gegen sexuellen Missbrauch von Minderjährigen und Misshandlung von Kindern. Ihren interaktiven didaktischen Parcours «Sono unico e prezioso» absolvieren inzwischen alle Tessiner Primarschulkinder. Zahlreiche internationale Studien weisen darauf hin, dass für Menschen mit Behinderungen ein deutlich höheres Risiko für sexuellen Missbrauch besteht als für Menschen ohne Behinderungen. Aufgrund dieser Erkenntnis wurde der Parcours entsprechend angepasst.
Menschen mit Behinderungen sollen mit ihrem eigenen Körper besser vertraut werden. Sie sollen erfahren, dass ihr Körper ihnen gehört, dass sie selber entscheiden können, was sie akzeptieren und was nicht, und dass sie das Recht haben, sich gegen andere Menschen abzugrenzen. Weiter sollen auch Sozialpädagogen und Angehörige von Menschen mit Behinderungen über das Thema des sexuellen Missbrauchs und über die Interventionsprozesse bei Vorkommnissen informiert werden.
Das Projekt läuft in den heilpädagogischen Klassen gleich ab wie in den Regelklassen. Die Stiftung bietet hauptsächlich Klassenbesuche während der Unterrichtszeit an, organisiert Elternabende und führt theoretische und praktische Kurse durch. Den Angehörigen der betroffenen Kinder wird eine Führung durch den Parcours «Sono unico e prezioso» angeboten und sie können auch die bestehenden Kurse besuchen.
Das Projekt wurde 2012 gestartet, es läuft über einen Zeitraum von vier Jahren und soll dann evaluiert werden.