Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03230.jsonl.gz/2975

Dieser Indikator zeigt die Entwicklung der Treibhausgas-Emissionen seit 1990, in Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Die Werte verstehen sich als Bruttoemissionen ohne Abzug von Senkenleistungen.
Treibhausgase gemäss Kyoto-Protokoll sind Kohlendioxid (CO2), Lachgas (N2O), Methan (CH4) sowie synthetische Gase (HFC, PFC und SF6). Für die Berechnung wird die Summe aller Treibhausgasemissionen in Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten ausgewiesen, d.h. die verschiedenen Treibhausgase werden entsprechend ihres globalen Erwärmungspotenzials (GWP) skaliert und in CO2-Äquivalente umgerechnet. Das GWP von Gasen wird nach ihren physikalischen Eigenschaften und ihrer Verweildauer in der Atmosphäre berechnet und im Verhältnis zum Klimagas CO2 angegeben, dessen GWP gleich 1 gesetzt wird. 1kg CH4 entspricht 25kg CO2 und 1kg N2O 298 kg CO2 (Umrechnungswerte für einen Zeithorizont von 100 Jahren gemäss IPCC, 2005).
Die Daten für die Berechnung der Treibhausgasemissionen stammen aus dem Treibhausgasinventar der Schweiz. Dieses wird vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) gemäss den Richtlinien der UNO-Klimakonvention für Industrieländer und den technischen Handbüchern des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) geführt. Diese Anleitungen sind für alle Mitgliedstaaten der Klimakonvention verpflichtend. Die Treibhausgasemissionen werden jährlich vom BAFU publiziert. Das Kyoto-Protokoll und das CO2-Gesetz erlauben die Anrechnung von bestimmten Senkenleistungen der Forst- und Landwirtschaft. Eine Senke ist zum Beispiel der Wald, wenn er mehr CO2 (Kohlendioxid) aufnimmt, als er abgibt. Je mehr CO2 in Form von Kohlenstoff in der Biomasse dauerhaft gespeichert ist, desto weniger wird die Atmosphäre belastet. Verliert der Wald hingegen mehr CO2, als er aufnimmt, dann ist er eine Quelle. Dies wirkt sich auf die Atmosphäre nachteilig aus.
Das Kyoto-Protokoll und das CO2-Gesetz nehmen auf witterungsbedingte Schwankungen der Emissionen keine Rücksicht, jedoch werden aus diesem Grund die im Kyoto-Protokoll verankerten Ziele als Durchschnittswert über mehrere Jahre formuliert. Die Emissionen des internationalen Flugverkehrs werden im Treibhausgasinventar zwar ausgewiesen, in Übereinstimmung mit den Beschlüssen der Klimakonvention aber nicht im nationalen Emissionstotal aufgeführt.
Die Schweiz hatte sich im Kyoto-Protokoll verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen im Zeitraum 2008-2012 um 8% unter den Stand von 1990 zu senken. Das CO2-Gesetz, welches 2013 in Kraft getreten ist, verlangt, dass der inländische Ausstoss an Treibhausgasen bis 2020 gegenüber 1990 um 20 Prozent sinkt. Dabei wird die Treibhausgasbilanz der Wälder (inklusive Holzprodukte) berücksichtigt, nicht aber der Kauf von ausländischen Emissionsminderungszertifikaten. Der Bundesrat hat in der CO2-Verordnung für einzelne Sektoren Zwischenziele festzulegen, um die Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2020 sicherzustellen.
Internationale Vergleichbarkeit
Der Indikator ist international gebräuchlich. Er ist auf den Indikatorenlisten von Eurostat, EUA (Europäische Umweltagentur) sowie OECD zu finden.