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Modellprojekt
Der Ort, der über das gesamte 20. Jahrhundert hinweg Einwohner verloren
hatte, wurde in den 1980er und 1990er Jahren zu einem Modellprojekt der Stiftung
Pro Vrin, der Gemeinde/Gemeindebehörde, der Meliorationsgenossenschaft,
der kantonalen Denkmalpflege und der ETH Zürich für die Stärkung
dörflicher Infrastruktur und Wiederansiedlung.
Die Einwohner kauften Anfang der achtziger Jahre alles freie Bauland auf und
entzogen den Ort damit jeglicher Spekulation. Wiesen wurden im Verhältnis
1:5 zusammengelegt, ein Metzger angesiedelt, eine Genossenschaft gegründet.
Mehrere Gebäude, die meisten als Blockhaus aus Holz in Strickbauweise,
wurden neu gebaut. Der Ort und das Projekt findet überregional Beachtung,
da das Problem der Landflucht weltweit bedeutend ist.

1998 erhielt Vrin den Wakkerpreis
für
Dorferneuerung ("für die sorgfältige Integration neuer landwirtschaftlicher Ökonomiegebäude
ins Dorfbild"). Der Vriner Bauernsohn und Architekt Gion A. Caminada erstellte
in Vrin eine Reihe von Gebäuden, die die Tradition des Holzbaus weiterentwickeln
wie das neue Gemeindehaus und -halle, die Telefonkabine bei der Post, die Metzgerei
und die Totenstube unterhalb der Kirche.
Gemäss Volkszählung 2000 ist Vrin eine der wenigen Bündner ehemaligen
Gemeinden, in der praktisch alle Einwohner Rätoromanisch sprechen: 99 %
als gesprochene Sprache, bzw. 96 % als Hauptsprache (nur 4 % Deutsch). Die ehemalige
Gemeinde lebt heute von Bundessubventionen, subventionierter Landwirtschaft,
Kleingewerbe und Tourismus. Aus Vrin stammt das Märchen vom Mann von Salischina.