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Herzrhythmuschirurgie
Vorhofflimmern ist definiert als eine Herzrhythmusstörung, die klinisch durch einen unregelmässigen Herzschlag bzw. Puls charakterisiert ist. Grund ist eine Überleitung von chaotischen, elektrischen Aktivitäten von den Herzvorhöfen auf die Herzkammern. Vorhofflimmern ist alles andere als harmlos. Die Sterberate ist bei Patienten mit Vorhofflimmern etwa doppelt so hoch wie bei Gleichaltrigen mit normalem Herzrhythmus. Im Durchschnitt erleiden Patienten mit Vorhofflimmern fünf bis sieben Mal häufiger einen Schlaganfall. Darum müssen alle Patienten mit Vorhofflimmern ein Medikament zur Blutverdünnung einnehmen. Die Betroffenen klagen meist über unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit, Herzklopfen, Herzrasen oder Schlafstörungen. Darüber hinaus bedeutet Vorhofflimmern bei vielen Patienten eine deutlich verminderte körperliche Leistungsfähigkeit.
Ablation
Neue Entwicklungen in der Ablation (“Verödung”) in den Herzvorhöfen durch chirurgisch minimal invasive Verfahren, durch kathetertechnische Verfahren oder durch eine Kombination beider Verfahren erlauben es, einen grossen Anteil der Patienten mit Vorhofflimmern zu heilen. Im allgemeinen gilt, dass in erster Linie Patienten mit symptomatischem paroxysmalem (intermittierendem) Vorhofflimmern von der minimal invasiven Katheterablation profitieren. Ausgenommen davon sind Patienten, die ohnehin eine grössere Herzoperation am offenen Brustkorb benötigen. Hier kann die Ablation direkt während der Herzoperation durchführt werden. Je länger andauernd das Vorhofflimmern ist und in Folge umso mehr strukturelle Veränderungen im Herz vorhanden sind, desto eher wird eine chirurgische oder kombinierte (chirurgisch-kathetertechnische) Behandlung das Ziel erreichen.
Kombinationsbehandlung
Nur ein interdisziplinäres Team von Elektrophysiologen und Herzchirurgen kann dem Patienten die für ihn geeignetste Therapie anbieten: chirurgische Behandlung, kathetertechnische Behandlung oder eine Kombinationsbehandlung. Dank der grossen Erfahrung und hochmoderner elektrophysiologischer 3D-Mappingsysteme erhält jeder Patient am Inselspital eine auf ihn abgestimmte Behandlung. Das Inselspital ist Pionier und bisher einziges Spital schweizweit, das eine solche kombinierte Therapie - chirurgisch minimal invasiv und kathetertechnisch - während eines einzigen Eingriffs anbietet.