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Ich kann in die 4-Tage-Woche wechseln - soll ich das Angebot annehmen?
Veröffentlicht am 29.12.2022 von Marcel Penn, Marketing- und Verkaufsleiter Classifieds - Bildquelle: Getty Images
Ihr Chef hat Ihnen die Option gegeben, nur noch an vier Tagen in der Woche zur Arbeit zu kommen oder im Homeoffice beschäftigt zu sein. Sie stellen sich die Frage, ob Sie dieses Angebot annehmen sollen. Sie gewinnen einen Tag Freizeit in der Woche, doch gibt es auch Nachteile? Das kommt auf das Modell an, denn die 4-Tage-Woche kann auf verschiedene Weise umgesetzt werden.
4-Tage-Woche - diese Optionen gibt es
Wenn Sie in einem Unternehmen arbeiten, in dem die 4-Tage-Woche angeboten wird, ist es wichtig, dass Sie sich zunächst nach den Modalitäten erkundigen. Es gibt zwei verschiedene Varianten, nach denen die 4-Tage-Woche umgesetzt wird. Einige Arbeitgeber gestatten ihren Mitarbeitern, die wöchentliche Arbeitszeit auf vier anstatt fünf Tage zu verteilen.
Dies ist in Firmen möglich, in denen die Arbeitsaufgaben nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt erledigt werden müssen oder in denen keine tägliche Anwesenheitspflicht besteht. So kann ein Industriearbeiter in einem Unternehmen, in dem rund um die Uhr produziert wird, in der Regel nicht in eine 4-Tage-Woche wechseln. Im Büro ist dies möglich, wenn die Aufgaben für den Freitag bereits an einem der vorhergehenden Tage erledigt wird.
Vorteile und Nachteile der Arbeitszeitverlagerung auf vier Tage
Bei diesem Modell der 4-Tage-Woche handelt es sich lediglich um eine Verlagerung der Arbeitszeit. Sie arbeiten pro Woche eine identische Stundenzahl und erhalten den gleichen Lohn. Ihre tägliche Arbeitszeit erhöht sich auf mehr als zehn Stunden täglich, wenn Sie in Vollzeit arbeiten. Sind Sie in Teilzeit beschäftigt, können Sie dieses Modell ein wenig besser umsetzen.
Die lange Arbeitszeit an den vier Tagen kann zu Problemen in der Konzentration und bei der Arbeitsbelastung führen. Es gibt aber auch positive Stimmen. Sie sparen Kosten für den Arbeitsweg und haben einen Tag mehr freie Zeit. Bleibt der Freitag dauerhaft arbeitsfrei, kommen auf vier Arbeitstage in Folge drei freie Tage. Dies ist für die Erholung und die Gestaltung der Freizeit. Für viele Menschen ist dies ein deutlicher Gewinn in der Work-Life-Balance.
4-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich
Ein alternatives Modell ist für viele Arbeitnehmer deutlich interessanter: Der Chef verkürzt die Arbeitszeit auf vier Tage in der Woche und zahlt dennoch den gleichen Lohn. Für den Arbeitnehmer bedeutet dies, dass er für seinen Lohn oder das Gehalt weniger arbeiten muss. Die durchschnittliche tägliche Stundenzahl, die in der Schweiz täglich in Vollzeit gearbeitet werden muss, beträgt 8,5 Stunden.
Wenn Sie nur noch an vier Tagen in der Woche arbeiten, bekommen Sie für jede Stunde mehr Lohn. In diesem Modell liegen für den Arbeitnehmer nur Vorteile, denn er bekommt einen Tag in der Woche geschenkt, den er nach seinen individuellen Vorstellungen gestalten kann. Für den Arbeitgeber wird das Modell teurer. Dennoch entscheiden sich Unternehmen in der Schweiz dafür, weil sie von einer höheren Motivation und einer besseren Gesundheit der Arbeitnehmer profitieren.
Angebot annehmen oder nicht?
Wird Ihnen eine Beschäftigung in der 4-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich angeboten, spricht nichts dagegen, das Angebot anzunehmen. Für Sie ergeben sich daraus nur Vorteile. Haben Sie hingegen die Option, Ihre Arbeitszeit auf vier Tage zu verlagern und somit an jedem Arbeitstag mehr Stunden zu absolvieren, sollten Sie für sich das Für und Wider gut gegeneinander abwägen. Ist Ihnen die tägliche Arbeitsbelastung zu hoch, ist es empfehlenswert, sich gegen eine 4-Tage-Woche zu entscheiden oder in einem Wechselmodell zu arbeiten.