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Bemerkung:
Typographisches Plakat des heute noch existierenden, legendären Nachtclubs in Zürich. Mascotte Direction. Otto Neumann-Hofer. Programm vom 16. bis 31. August 1924. Paul Förster, Improvisator in sechs Sprachen; Otto Adolf Albers, Vortrag und Conférence; La plus grande vedette des Paris - Nina Myral et Robert Burnier dans leur scetch musical: « Oh Chéri… oh! Chérie»; Maria et Marta Doell neue expressionistische Tänze; Lola Abeck Sängerin; Nell Marco, Vortrags-Künstler; Arturo Cuartero, Ténor lirico español; 8 - 12 Uhr Coso-Bar Orchester « Phönix» Zürich bis 11 Uhr. Nina Myral (1884 - 1975) Sängern und Filmschauspielerin. Das heutige Mascotte ist einer der ältesten "Clubs" der Schweiz und daher auch eng mit der Geschichte des berühmten Corso-Hauses und somit auch mit der kulturellen Geschichte Zürichs verbunden.Das Corso-Haus beim Bellevue wurde zur Zeit der Jahrhundertwende gebaut, das Variété eröffnete im April 1900 an zentraler Lage seinen Betrieb. Erst gedacht als Treffpunkt und Clublokal von Vereinen und Zünften wurden schon damals bald neben Theater und allerlei Kleinkunst erste Filme vorgeführt. Schon 1916 wurde ein kleiner Nebensaal des Theaters «Palais Mascotte» genannt. In den zwanziger und dreissiger Jahren traten die bekanntesten Artisten aus Europa und Übersee im Corso auf, unter Ihnen Namen wie Josephine Baker oder der junge Louis Armstrong. Das Innere wurde 1934 total umgebaut. Damals präsentierte sich das Mascotte noch als Wiener Café, ohne den oberen Stock in sehr grosszügigem Art Deco Gewand, mit eleganten Zebra-Design-Sesseln, edlem Parkett, dem berühmten Wandbild von Max Ernst (heute im Kunsthaus zu bewundern) und in äusserst schlichtem weiss. Max Bill gestaltete den heute noch vorhandenen Corso-Schriftzug auf dem Dach. Die fünfziger und sechziger Jahre waren eine Zeit der Big Band Tanzmusik und Live-Konzerte, gefolgt von den ersten Schweizer Go Go Girls. Nach einer Renovation wurde es um 1970 von der Stadt erworben und unter Schutz gestellt. Samy Davis Jr., Hazy Osterwald oder auch Pepe Lienhard traten im «Mascotte» auf - Letzterer übernahm die Bar 1977 zusammen mit Udo Jürgens und Freddy Burger zu einer Zeit als die ersten Disco’s entstanden. Anfangs der Achtzigern war ihr «Mascotte» mit erstem Laser-Licht der Schweiz mit dem später folgenden «Roxy» die unbestritten beliebteste Disco der Stadt. Auch damals hatte man stets Besuch von Stars und Sternchen der nationalen und internationalen Show-Scene...wie Mötley Crue oder Falco. Leider konnte man mit der stets wachsenden Konkurrenz in der Folge nicht mehr mithalten und verschwand im Mittelmass.1995 führte die Eröffnung des Klubs „Café Grössenwahn“ zu kurzfristig guten Zahlen aber leider auch zum vorläufigen Ende der glamourösen Ära. 1997 eröffnete der aufwendig eingerichtete Club Paradise von Coiffeur Valentino. Bereits ein Jahr später wurde aus dem Lokal wiederum das «Mascotte» - nun ein gesichtsloser Klub, der in Zürichs umtriebigem Nachtleben in Vergessenheit geriet. Seit Februar 2004 ist man unter neuer Führung junger Club- und Gastro-Unternehmer nach erfolgreich absolviertem Umbau wieder auf gutem Weg. Mit breitgefächertem Club- und Musik-Programm, internationalen und nationalen Live-Konzerten& DJS, Show-Cases, Lesungen und sonstigen kulturellen Anlässen spricht man wieder ein interessiertes, urbanes Publikum an und knüpft ohne Zweifel wieder an den einstigen Erfolg und Glamour des so geschichtsträchtigen Hauses an.