Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03377.jsonl.gz/1277

Logisch!
"Wenn Du entdeckst,
dass Du ein totes Pferd reitest,
steig ab."
Ob diese Redewendung wirklich den Dakota-Indianern zugesprochen werden kann, weiss ich nicht.
Aber egal - diese Metapher trifft des Kromis Kern...
Eigentlich ist alles sehr einfach...
...wenn man nach Analyse der Datenlage zum Schluss kommt, dass
- rund ein Drittel aller reinrassigen Kromfohrländer
eine Erkrankung haben
- die Rasse an einer Inzuchtdepression leidet
- es keine Linien mehr gibt, die nicht mehrfach
mit denselben Erkrankungen belastet sind
und demzufolge eine Genauffrischung durch Einkreuzen nötig ist... dann muss man genau dies tun... Einkreuzen. ganz einfach.
Wenn man die Thematik verstanden hat, kann man keine reinrassigen Würfe mehr planen und züchten, denn man weiss ja, dass diese Hunde zu einem grossen Teil erkranken. Und wie will man das denn verantworten?
Wie will man denn den Familien, die die kleinen süssen Welpen kaufen, in die Augen sehen, später?
Wenn die ersten Anrufe kommen: Du, mein Kromi hat..."
Soll man dann entgegnen:
"Ja entschuldigt - ihr gehört halt zur "Quote" mit Eurem Hund, war mir vorher schon klar? Da müsst Ihr jetzt durch!"
Natürlich wäre es wunderbar, wenn man diese tolle Rasse "in Ruhe" reinrassig züchten könnte, wenn man Krankheitsanlagen grösstenteils erfassen könnte und wenn man mit einer guter Verpaarungsstrategie eine verantwortbare Gesundheitsquote hätte.
Dem ist aber nicht so.
Fachleute wie Hans Räber, Hellmuth Wachtel, Sommerfeld-Stur u. a. haben den Kromfohrländer schon längst als Rasse definiert, die am viel zu kleinen Genpool leidet und die nur den Ausweg über das Einkreuzen hat...
Hinschauen - Nachdenken - Handeln...
Und wenn man dann einkreuzt, dann muss das nachhaltig und mehrfach geschehen - über mehrere Generationen. Der Genverlust greift sonst bereits ab F2, F3 in hohem Masse, sehr schnell ist man wieder
bei der Ausgangslage...
Kromfohrländer mit Kromiprozenten über 75% sind keine "eingekreuzten Kromis", sondern de facto Rückkreuz-Kromfohrländer, ihre Werte verschlechtern sich mit jeder F-Generation. Der Genverlust tritt wieder ein, die Krankheitsquote erhöht sich.
Lieber ein eingekreuzter Hund, der im Aeusseren in grossen Teilen dem Kromi-Standard entspricht, welcher eine hohe genetische Varianz hat (annähernd 40% oder darüber) und der vom Wesen her
sensibel ist, aber dennoch freundlich und aufgeschlossen - als ein reinrassiger Kromi mit einer genetischen Varianz um 25%, einer Krankheitswahrscheinlichkeit von 30% und einem oft
anspruchsvollen Wesen.
Optik alleine nützt weder dem Hund noch dem Halter...
Was die Würfe angeht, die der Züchter plant:
Direkte Nachkommen autoimmunerkrankter Hunde dürfen nicht in die Zucht.
Vorhandene Gentests gilt es zu nutzen, ebenso die konventionellen Untersuchungen wie DOK-Augenuntersuchung, Röntgenchecks punkto ED und den COLA-Test für Cystinurie beim Rüden.
Bei den Ergebnissen gilt:
ein von Willebrand Gentest ist aussagekräftig, ein COLA-Test (korrekt gemacht) ebenso - zu hohe Cystinwerte weisen auf einen cystinurischen Hund hin, Cystinsediment hin oder her...
Die Daten sind alle vorhanden, Wegschauen schadet!
Auch mit dieser Zuchtmethode hat man keine Garantie auf gesunde Hunde. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie erkranken, ist aber deutlich geringer. Und darum geht's. Das ist der springende Punkt.
Und lassen Sie uns noch kurz über Ethik reden: wenn das Wissen vorhanden ist, dass der reinrassige Kromi in hohem Masse mit Krankheiten belastet ist und Wesensdefizite hat - und wenn man weiss, dass eine Genauffrischung nötig ist - dann sollte man das auch tun - einkreuzen. Und zwar einkreuzen und nicht rückkreuzen...
Der Züchter ist verantwortbar für die Lebewesen, die er gezielt in die Welt einsetzt. Die hohe Krankheitsrate in Kauf nehmen - das ist eine Kröte, die man nicht schlucken sollte... Die Kromis baden es aus und die Kromifamilien..
So einfach ist es... eigentlich...
Wie schwer die Umsetzung dann ist - steht auf einem anderen Blatt... aber nur weil's schwer ist, den einfacheren Weg gehen, der erst nach Jahren in die Irre führt? nö. das ist keine Alternative.
Meine Sichtweise ist klar die:
so lange der standardgebende VDH-Verein für den Kromfohrländer das Registerbuch nicht aufmacht und damit ein Einkreuzen in die gesamte reinrassige Kromfohrländer Generation ermöglicht (im VDH) - so lange sollte man parallel dazu ein ausschliessliches Einkreuzprojekt betreiben, damit man verantwortungsvoll züchten kann und gleichzeitig "sprungbereit" ist, wenn sich die Denkweisen im VDH-Verein ändern.
Der VRK hat vor Jahren schon einen Appell veröffentlicht - die Oeffnung des Registerbuches ist nötig. Aber grosse Dinge brauchen Zeit, mit dem Brecheisen erreicht man nichts.
Zur Metapher:
der Internet-Fund (Quelle leider unbekannt) in der ausführlichen Fassung:
"Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab."
Ignoranten können gerne folgende Lösungen ausprobieren:
1. Wir besorgen uns eine stärkere Peitsche.
2. Wir sagen: „So haben wir das Pferd schon immer geritten”.
3. Wir gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
4. Wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
5. Wir erhöhen die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.
6. Wir bilden eine Task-Force, um das Pferd wiederzubeleben.
7. Wir kaufen Leute von außerhalb ein, die angeblich tote Pferde reiten
können.
8. Wir schieben eine Trainingseinheit ein um besser reiten zu können.
9. Wir stellen Vergleiche unterschiedlicher toter Pferde an.
10. Wir ändern die Kriterien, die besagen, dass ein Pferd tot ist.
11. Wir schirren mehrere tote Pferde gemeinsam an, damit wir schneller
werden.
12. Wir erklären: „Kein Pferd kann so tot sein, das wir es nicht mehr
reiten können.”
13. Wir machen eine Studie, um zu sehen, ob es bessere oder
billigere Pferde gibt.
14. Wir erklären, dass unser Pferd besser, schneller und billiger tot ist
als andere Pferde.
15. Wir bilden einen Qualitätszirkel, um eine Verwendung von toten
Pferden zu finden.
16. Wir richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.
17. Wir vergrößern den Verantwortungsbereich für tote Pferde.
18. Wir entwickeln ein Motivationsprogramm für tote Pferde.
19. Wir erstellen eine Präsentation in der wir aufzeigen, was das
Pferd könnte, wenn es noch leben würde.
20. Wir strukturieren um damit ein anderer Bereich das tote Pferd bekommt.
21. Wer sagt dass man tote Pferde nicht reiten kann?
22. Wir lassen das Pferd schnellstens zertifizieren.
23. Wir frieren das Pferd ein und warten auf eine neue Technik, die es
uns ermöglicht, tote Pferde zu reiten.
24. Wir bilden einen Gebetskreis der unser Pferd gesund betet.
25. Wir stellen das tote Pferd bei jemand anderem in den Stall
und behaupten, es sei seines.
26. Wir stellen fest, dass die anderen auch tote Pferde reiten und
erklären dies zum Normalzustand!
27.Wir ändern die Anforderung von "reiten" in "bewegen" und
erteilen einen neuen Entwicklungsauftrag.
28. Wir sourcen das Pferd aus.
29. Wetten, dass das Vieh nur simuliert!
30. Wenn man das tote Pferd schon nicht reiten kann, dann kann es
doch wenigstens eine Kutsche ziehen!
31. Wir beschimpfen diejenigen, die sagen, unser Pferd ist tot.