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Blick von Muottas Muragl gegen St. Moritz 1922(Foto: Sammlung DRG)
Übersicht
Das DRG dokumentiert die bündnerromanische Sprache seit den ersten schriftlichen Werken des 16. Jahrhunderts
Gründung
Auf der Fotografie ist Robert von Planta zu sehen. Quelle: Graphische Sammlung, Schweizerische Nationalbibliothek Bern.
Mit der Gründung des Mundartwörterbuchs DRG im Jahre 1904 verwirklichen die Societad Retorumantscha in Chur und der Indogermanist Robert von Planta ein gemeinsames Vorhaben: Aufnahme des Sprachgutes von Romanischbünden, Darstellung und Erklärung des gesamten Wortschatzes aller Dialekte der bedrohten Muttersprache.
Format, Bandaufteilung
Das DRG erscheint in A4-Format in einem ganzleinenen Einband. Am Schluss jedes Bandes befinden sich ausführliche Indizes, deren Herzstück der sprachgeschichtliche Abriss ist (Laute, Morphologie, Syntax, Wortbildung, Lexikologie, Charakteristik und Gliederung des Bündnerromanischen).
Materialgewinnung
Wortschatz und Lautbestand eines repräsentativen Teils der damals 130 romanischen Gemeinden Graubündens werden mit Hilfe von Korrespondenten und Fragebogenaktionen systematisch erfasst. Die ersten Redaktoren Florian Melcher und Chasper Pult führen die von Robert von Planta begonnene Sammlungs- und Ordnungstätigkeit fort. Daneben beginnen sie mit Auszügen aus allen Gattungen der (ab 1560) gedruckten und ungedruckten Literatur.
Publikation
1939 erscheint der erste DRG-Faszikel. Rückwirkungen des DRG auf Sprachleben und Selbstbewusstsein der Bündner Romanen werden spürbar. Die Sprachbewegung profitiert zunehmend vom Institut des DRG als Dokumentations- und Informationsstelle für sprachfördernde Arbeit: bei der Erstellung von regionalen Wörterbüchern und Grammatiken, der Bildung von sprachlichen Neuschöpfungen (Neologismen) etc. 1956 wird Andrea Schorta erster Chefredaktor des DRG.
Inhalt
Das Wort im Satzzusammenhang gesprochener und geschriebener Sprache, seine Bedeutung und Anwendung, Formenbildung, Ableitungen und Zusammensetzungen: Das ist der Kern der sachkundlich ausgerichteten Wörterbuchartikel, in denen auch Redensarten und Sprichwörter, Rätsel und Verse etc. nicht fehlen. Als eigentliche Monographien erhellen die grösseren Artikel des DRG den spezifischen Bezug von Wort und Sache.
Das enzyklopädische DRG basiert auf dem lebenden Sprachgebrauch, auf alten und neuen Schriftquellen. Es wird zum vollständigen Inventar bündnerromanischer alpiner Sprache und Kultur. Traditionelles Leben und bäuerlicher Alltag erscheinen im Spiegel des sprachlichen Ausdrucks.
Benützer
Zu den Benützern des DRG gehören Wissenschafter verschiedenster Sparten, der Romanist und Dialektologe ebenso wie der Kulturhistoriker und Volkskundler. Auch die allgemeine Geschichtsforschung, die Wirtschafts-, Rechts- und Medizingeschichte können aus dem reichen Quellenmaterial des DRG schöpfen.