Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03224.jsonl.gz/659

Während über 200 Jahren war die Heimposamenterei im Baselbiet weit verbreitet. Noch heute sind überall im Oberbaselbiet Spuren davon zu erkennen. Unter Heimposamenterei versteht man das Weben von Seidenbändern an einem Webstuhl zuhause. Da es hier so viele Heimposamenter gab, waren alle Abläufe in diesem Produktionsprozess gut organisiert. Fabrikbesitzer aus Basel, oft Bändelherren genannt, vergaben die Aufträge, so genannte Stuhlrechnungen, an die Posamenter. Natürlich begaben sich diese Herren nicht selber zu den Posamentern ins Baselbiet, sondern liessen die Aufträge durch die Seidenboten zu den Heimposamentern nach Hause bringen. Die Seidenboten fuhren also mit ihren Fuhrwerken, später mit Lastwagen, aufs Land und brachten den Heimposamentern neue Aufträge und die dazugehörigen Seidenfäden. Gleichzeitig holten sie die fertig gestellten Aufträge ab. Ein weiterer Verbindungsmann zwischen Heimposamenter und Bändelherren war der Visiteur. Er war von den Fabrikanten angestellt und ging von Heimposamenter zu Heimposamenter, um die Webstühle und die gewobenen Bänder zu kontrollieren und allenfalls Änderungen am Webstuhl vorzunehmen.