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Nach Italien ist Spanien das Land in Europa, in dem sich das Coronavirus im März besonders rasch ausgebreitet hat. Die Pandemie trifft einen Staat in der Krise. Dadurch konnte sich die Krankheit leicht verbreiten.
- Instabile Regierung. Seit fünf Jahren wird Spanien von Minderheitsregierungen geführt. In dem Land, in dem sich Konservative und Linke stark voneinander abgrenzen, sind nun erforderliche Kompromisse politisches Neuland.
- Nachwehen der Finanzkrise. Spanien hat eine Staatsverschuldung von 91 Prozent des Bruttosozialprodukts und eine Arbeitslosigkeit von etwa 14 Prozent. Die Pandemie trifft das Land in einer Phase der zögerlichen wirtschaftlichen Erholung. Der finanzielle Spielraum der Regierung ist gering.
- Dezentralisiertes Gesundheitssystem. Die Gesundheitsfürsorge obliegt den Regionen. Es gibt keine zentrale Stelle, die das landesweite Vorgehen in der Krise koordinieren würde. Somit lässt sich das Ausmass der Pandemie kaum verlässlich feststellen. Die staatliche Unterstützung kann nur schwer koordiniert werden.
- Überlastetes Gesundheitswesen. Zwar verfügt Spanien über ein solides medizinisches Netzwerk mit 4,1 Ärzten und 3 Krankenhausbetten pro 1’000 Einwohner. Doch mangelt es an Schutzausrüstung, Beatmungsgeräten und Desinfektionsmitteln.
- Erkranktes Personal. Bereits im März waren mehr als 10’000 Ärzte und Pflegekräfte mit dem Coronavirus infiziert. Diese Ausdünnung des medizinischen Personals wurde durch zu spärliche Tests und mangelnde Schutzausrüstung begünstigt.
- Überalterte Gesellschaft. Fast jeder fünfte Spanier – 18 Prozent – ist über 65 Jahre alt und gehört damit zur Risikogruppe für COVID-19. Die oft kritisierten hygienischen Zustände in Pflegeheimen verschärfen die gesundheitliche Gefahr, die von der aktuellen Pandemie ausgeht.