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Wahrheit oder Fiktion: Was ist tatsächlich wahr an Bohemian Rhapsody?
Hollywood vs. Realität
Das Freddy Mercury und Queen Biopic Bohemian Rhapsody läuft seit kurzem in unseren Kinos und wirft dabei wohl genau so viele Fragen auf, wie er beantwortet. Was ist tatsächlich geschehen und was ist bloss Fantasie? Blogbusters unterzieht den Film einem Faktencheck und klärt auf.
Wie hat Freddie Mercury die Bandkollegen Brian May und Roger Taylor kennengelernt?
Bei der Beantwortung der Frage „Wie akkurat ist Bohemian Rhapsody?“ haben wir herausgefunden, dass Mercury seine zukünftigen Bandkollegen traf, als er das Ealing Art College in London besuchte. Dort freundete er sich mit Tim Staffell an, der damals Teil der Band Smile mit Gitarrist Brian May und Schlagzeuger Roger Taylor war. May hatte damals das Imperial College in London besucht und an seiner Promotion in Astrophysik gearbeitet. Mercury wurde ein Fan der Band Smile und lernte so auch May und Taylor kennen.
Wann wurde die Band Queen gegründet?
Die Überprüfung der Bohemian Rhapsody Story bestätigt, dass Freddie Mercury dafür bekannt war, ein Auge fürs Detail zu haben und ein Perfektionist zu sein. Im Mai 1970 hatte sein Wunsch, die perfekte Band zu gründen, zum Untergang der ersten beiden Gruppen beigetragen, in denen er tätig war. Um diese Zeit hatten Brian May und Roger Taylors Band Smile ihr Mitglied Tim Staffell verloren, der zur Band Humpy Bong wechselte. Freddie kam an Bord und überredete die übrigen Mitglieder, den Namen der Band in Queen zu ändern. Sie rekrutierten John Deacon, um Bass zu spielen. In den 1970er und 1980er Jahren führte Freddie Queen zu einer Reihe von Hits, von denen er viele komponierte, darunter 10 der 17 auf ihrem Greatest Hits-Album. Dazu gehört auch ihr grösster Hit „Bohemian Rhapsody“, nach dem der Film benannt ist.
War sich die Band der mehrfachen Bedeutung ihres Namens „Queen“ bewusst?
Ja, „Es hatte viel visuelles Potenzial und war offen für alle möglichen Interpretationen“, sagte Mercury, als er nach der Entstehung des Namens gefragt wurde. „Ich war mir der schwulen Bedeutung des Wortes durchaus bewusst, aber das war nur eine Facette davon.“ –SGN.org
Wird die Entstehungsgeschichte des Queen Megahits „We Will Rock You“ im Film korrekt dargestellt?
Nein. Im Film Bohemian Rhapsody wird die Entstehung des Songs ins Jahr 1980 gerückt, als Freddie Mercury bereits kurze Haare und seinen berühmten Schnauzer trug. In Wahrheit hatte Bryan May das legendäre Lied bereits einige Jahre zuvor während der britischen Tour der Band im Jahr 1977 geschrieben und es erschien noch im selben Jahr auf dem Album „News of the World“. Freddy trug zu diesem Zeitpunkt noch keinen Schnurrbart und hatte damals noch schulterlange Haare.
Hatte Freddie Mercury tatsächlich vier zusätzliche Zähne im hinteren Teil seines Mundes?
Ja, das ist wahr. Mercury hatte vier zusätzliche Zähne im Oberkiefer, die seine Schneidezähne nach vorne drängten. Das ist auch der Grund für seinen Überbiss, eine Eigenschaft, die ihn ein Leben lang verunsicherte. Er wollte jedoch nicht, dass die zusätzlichen Zähne entfernt werden, weil er befürchtete, dass es die Resonanz seiner Stimme verändern würde, und er glaubte, dass die zusätzlichen Zähne seinen Gaumen dehnten und ihm halfen, seinen Klang zu geben. -Bio Channel
War Queens erstes Album ein Erfolg?
Nicht ganz. Obwohl ihr Debütalbum Queen aus dem Jahr 1973 ihnen gewisse Aufmerksamkeit bescherte, erhielt es keine Anerkennung von der Kritik und die Resonanz war weitgehend gedämpft. Das Album war in den Augen der Band nicht der erhoffte Start. Nachdem Queen einen Gig im Londoner Hammersmith Odeon als Vorband für die Rockband Mott the Hoople angenommen hatten, nutzten sie ihren theatralischen Bühnenauftritt, um das öffentliche Interesse an sich zu wecken. Insbesondere Freddie Mercurys ausgefallene Kostüme und übertriebene Performances. Nach und nach wurde klar, dass sie nicht mehr nur ein Vorband waren. Ihr Label EMI wurde auf sie aufmerksam und die Band nahm ihr zweites Album, Queen II, auf, das im März 1974 veröffentlicht wurde. Es wurde zum riesigen Hit auf beiden Seiten des Atlantiks. Ihr drittes Album, Sheer Heart Attack, erschien im November desselben Jahres und enthielt die Hitsingle „Killer Queen“.
Hatte Queen vor der Aufnahme ihres Hits „Bohemian Rhapsody“ bereits Opernerfahrung?
Nein. Freddie Mercurys Vision für „Bohemian Rhapsody“, das 1975 im Rahmen ihres vierten Studioalbums A Night at the Opera veröffentlicht wurde, war auch im wirklichen Leben ein riskantes Unterfangen. Mit 5 Minuten und 55 Sekunden Länge war der unkonventionelle Rocksong (zu) lang und drohte von den Radiosendern abgelehnt zu werden. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, nahmen sie ein auffälliges, kaleidoskopisches Video auf, das den Song begleitete. Das erwies sich als eine geniale Werbestrategie, lange vor den Tagen, als diese Art von Videoclips regelmässig auf MTV gezeigt wurden. Das Musikvideo Bohemian Rhapsody half ihnen, über Nacht globale Superstars zu werden, und der Song blieb neun Wochen lang auf Platz eins der UK Singles Charts.
Blieb Freddie Mercury nach seiner Beziehung mit Ex-Freundin Mary Austin wirklich eng mit ihr befreundet?
Ja, die wahre Geschichte von Bohemian Rhapsody bestätigt, dass Freddie Mary Austin kennengelernt hatte, als er noch ein hungernder Musiker war. Sie zogen zusammen und sie unterstützte ihn eine Zeit lang. Sie war die einzige Person, der er vertraute. Sie blieben auch noch Freunde, nachdem er sich über seine Sexualität klar wurde und die beiden sich 1976 getrennt hatten. Während eines Interviews 1985 sagte Freddie über Mary: „Alle meine Liebhaber fragten mich, warum sie Mary nicht ersetzen konnten, aber es ist einfach unmöglich. Die einzige Freundin, die ich habe, ist Mary, und ich will niemanden ausser ihr. Für mich war sie meine gemeinschaftsrechtliche Frau. Für mich war es eine Ehe. Wir glauben aneinander, das reicht mir.“ Mary war die diejenige Person, der er während seiner Karriere am meisten vertraute und sie blieb auch in seinen letzten Jahren ein Trost für Freddie.
War der Queen-Auftritt beim Live Aid-Konzert 1985 wirklich so riesig, wie er im Film aussieht?
Ja. Queens 20-minütiges Set beim Live Aid Konzert am 13. Juli 1985 im Wembley Stadion in London, wird von vielen namhaften Musikexperten als eine der grössten Rockauftritte aller Zeiten angesehen. Journalisten des Rolling Stone, der BBC, des Telegraph sowie von MTV und CNN gaben an, dass Queen allen anderen die Show gestohlen hat. Das Live Aid Konzert wurde von 72.000 Zuschauern und 1,9 Milliarden Fernsehzuschauern gesehen und war die grösste, die es bis zu jener Zeit je gab. Freddie Mercury kontrollierte mit seinem Auftritt das faszinierte Publikum, das zu Hits wie „Radio Ga Ga Ga“ klatschte.
Wurde Freddie Mercury von seinem Manager, Paul Prenter, hintergangen?
Ja, im wirklichen Leben arbeitete Paul Prenter (im Film porträtiert von Allen Leech) von 1977 bis 1986 als Personal Manager von Freddie Mercury. Er wurde von Mercury gefeuert, weil er persönlichen Informationen des Sängers an britische Zeitungen verkauft hatte. Dazu gehörten Informationen über ihre eigene On- und Off-Beziehung und den Lebensstil des Sängers als Homosexueller, mit dem Hinweis darauf, das ehemalige Liebhaber Mercurys an AIDS gestorben sind. Prenter selbst starb im August 1991 an AIDS-bezogenen Komplikationen, nur drei Monate bevor Mercury an der Krankheit verstarb.
Wie viele Alben hat Freddie Mercury mit Queen aufgenommen?
In den zwei Jahrzehnten von 1970 bis 1990 steuerte Freddie Mercury 18 Alben und Dutzende Hits für Queen bei.
Waren die überlebenden Bandmitglieder an der Entstehung des Films beteiligt?
Ja. Die Queen-Bandkollegen Brian May und Roger Taylor verbrachten acht Jahre damit, das Biopic herstellen zu lassen. „Wir sind uns sehr bewusst, dass wir nur einen einzigen Versuch haben, und wenn wir es nicht tun, wird es jemand anderes auf schlechte Weise machen“, sagte May in einem Interview mit TeamRock. „Wir werden es tun, ohne etwas zu auszulassen – wir zeigen jeden Aspekt von Freddie. Aber wir werden versuchen, alles im Gleichgewicht zu halten. Ich denke, wenn wir es richtig machen, wird es sich so herauskristallisieren, wie die Welt Freddie sieht.“
Im Jahr 2010 wurde Borat-Darsteller Sasha Baron Cohen für die Rolle als Freddie Mercury verpflichtet, doch der verliess das Projekt 2013 wegen kreativer Differenzen mit May und Taylor wieder. Auch Regisseur Bryan Singer (X-Men) wurde im Dezember 2017 wegen mehrerer verpasster Tage und einer angespannten Beziehung zu Hauptdarsteller Rami Malek entlassen. Dexter Fletcher (Eddie the Eagle) wurde daraufhin beauftragt, das Projekt abzuschliessen.
Brian May und Roger Taylor verbrachten, in Ergänzung zum langjährigen Queen Manager Jim Beach und anderen, auch Zeit am Set. Greg Brooks, der offizielle Archivar der Band, arbeitete eng mit den Filmemachern zusammen, um den Film so genau wie möglich zu gestalten. Dazu gehörten Details wie die Art der Socken, die Roger Deacon trug.