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Von Kaplan Florian Leppert |Das Evangelium nach Matthäus bietet das Bekenntnis Petri in der Form: „Tu es Christus filius Dei vivi“ (Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes). Das ist durchaus sichere Lesart sämtlicher Kodizes.
Die Tatsachen
Der Begriff „filius Dei“ ist eigentlich schon im Begriff „Christus“ enthalten; aber Matthäus lässt ihn herausleuchten als Hauptinhalt des Christusbegriffes und als Einsprache gegen eine einseitige jüdische Landesauffassung des Begriffes Christus, was ja auf Hebräisch übersetzt Messias bedeutet. Die Juden haben durchschnittlich in ihrer Sprache dem Messias selten den Titel „filus Dei“ gegeben; viel gebräuchlicher war „filius David“. Der Begriff „filius Dei“ ist aber in der Schrift des Alten Testaments tief begründet. „Filius Dei“ stammt nicht von Matthäus, sondern von Petrus. Matthäus verbürgt uns, dass der Apostel und erste Papst Petrus dieses Wort hier gesprochen hat. Markus und Lukas haben das Bekenntnis in verkürzter Form. Matthäus gibt es in seiner ganzen Fülle.
Wir erwähnen eine ungemein wichtige Tatsache, die uns Markus in der Passionsgeschichte bei der Frage des Hohepriester Kaiphas erzählt: „Da wandte sich der Hohepriester nochmals an ihn und fragte: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten? Jesus sagte: Ich bin es“! (Mk 14,61f) Also finden wir auch bei Markus die Vollfrage und die Vollantwort in der Matthäusfassung. Man kann deshalb sagen: der Matthäusausdruck steht als Titel des Markusevangeliums (Mk 1,1) und er erscheint auch hier in der Kaiphasfrage und in der Jesusantwort auf sie in demselben Markusevangelium. So folgt weiter, dass das kürzere Bekenntnis des Petrus bei Cäsarea Philippi, wie es Markus und Lukas erzählen, denselben Sinn hat, wie das vollere bei Matthäus.
Das Wort „Filius Dei“Dieser Ausdruck kann im ureigentlichen Sinn genommen werden. Und zwar stützt sich dieser Gebrauch auf das Vaterverhältnis Gottes zum Menschen: Sohn Gottes, Kind Gottes: Vater unser, der du bist im Himmel. In der Heiligen Schrift wird er aber nur vom übernatürlichen Verhältnis des Menschen zu Gott gebraucht.