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Am 30. April fand die Jahreskonferenz von cft, „Christen für die Wahrheit“, in Wetzikon ZH statt. Das Thema lautete: „Christliche Pädagogik und die PISA-Studie“. Prof. Dr. Dr. Nellen erörterte die PISA-Studie 2000 mit ihren Ergebnissen und den daraus resultierenden Folgerungen für die Schweizer Schulen. Dr. Armin Mauerhofer befasste sich mit christlicher Pädagogik und Frau Dorothy Newlands berichtete von ihren Erfahrungen an einer christlichen, multikulturellen Schule.
Die PISA-Studie
PISA ist die Abkürzung für „Programme for International Student Assessment“ und ist eine Studie, welche die OECD seit dem Jahre 2000 im Dreijahresrhythmus unter den 15-Jährigen durchführt. Es nahmen 280‘000 Schüler aus 32 Staaten teil, wovon 28 OECD-Staaten sind. Die Studie beabsichtigt die zyklische Erfassung der Grundfertigkeiten, die wichtig sind für die wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Diese Grundkompetenzen werden anhand der Fächer Lesen, Mathematik und naturwissenschaftliche Grundbildung geprüft.
Die erste PISA-Studie (2000) untersuchte vor allem die Lesekompetenz, da sich diese Fähigkeit auf den mathematischen und naturwissenschaftlichen Bereich auswirkt. Die zweite Studie (2003) setzte ihr Hauptgewicht auf die mathematischen Fächer, das heisst, dass
2/3 der Aufgaben mathematisches Können gefordert hatten. 2006 werden hauptsächlich die naturwissenschaftlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten geprüft werden.
Die ernüchternden Ergebnisse der ersten PISA-Studie zeigen, dass Reformen an unseren Schweizer Schulen nötig sind, speziell im fächerübergreifenden Bereich Lesen.
Christliche Pädagogik
Da die Schweiz im internationalen Vergleich nur in Mathematik gut abgeschnitten hatte, (Mathematik 7. Platz, Lesekompetenz 17. Platz) suchte die Erziehungsdirektoren–Konferenz nach möglichen Gründen:
Die Kinder sind oft zu wenig motiviert zu lernen, sie werden von ihren Eltern zu wenig unterstützt und das rücksichtslose und provokative Verhalten einiger Schüler im Unterricht hemmt den Lernprozess.
Die Ursache der mangelnden Motivation und der Bereitschaft zu stören liegt in der Instabilität und Orientierungslosigkeit der öffentlichen Schule. Die Vielfalt von Meinungen, Verhaltensmustern und Werteüberzeugungen durch die emanzipatorische Erziehung und positive Geschlechtserziehung überfordert die Schüler hoffnungslos, weil feste Grundlagen und Werte als Entscheidungshilfen wegfallen. In der Folge stören sie den Unterricht und verweigern die Mitarbeit, sodass auch viele Mitschüler in dieser Atmosphäre die Motivation zum Lernen verlieren. Deshalb benötigen wir Schulen, an welchen das Wort Gottes als Grundlage für Erziehung und Unterricht ernst genommen wird.
In der Folge einige Erziehungsprinzipien christlicher Schulen:
- In der Bibel geht es um die Erlösung des Menschen, was jedoch seine Erziehung nicht aufhebt, nicht einmal wenn er wiedergeboren ist.
- Mittelpunkt des Unterrichts bildet das vorbildliche Leben der Lehrpersonen. Das ist nur möglich durch eine Bekehrung und Wiedergeburt, ein Leben in der Heiligung und die Mitarbeit in einer biblischen Gemeinde.
- Das Wort Gottes verleiht den Fächern ihre sinngebende Mitte.
- In jedem Kind soll ein letztes Vertrauen in Gott geweckt werden, woraus ihm die Kraft zufliesst, das Schwere, Widrige und die Probleme der Welt zu ertragen.
- Jedes Kind soll in seiner besonderen Eigenart ernst genommen und erzogen werden, damit es, innerlich gefestigt, selbständig die Auseinandersetzungen mit den wissenschaftlichen Ergebnissen, Strömungen, Ideologien und Verführungen in dieser Welt meistern kann.
- Das Leben an christlichen Schulen sollte vom Gebet geprägt sein; ebenso sollten die Gemeinden ihre Verantwortung wahrnehmen, indem sie für diese Schulen beten und sie in jeder Hinsicht unterstützen.
Was führt eine Schule zum Erfolg?
Frau Newlands rundete die Jahreskonferenz ab, indem sie von ihren Erfahrungen innerhalb einer christlichen, multikulturellen Schule in der Republik Südafrika berichtete. Sie nahm einleitend Bezug auf die zwei vorausgehenden Vorträge und stellte fest, dass das Bildungswesen Südafrikas die gleichen Probleme wie dasjenige Europas aufweise. Als Schulleiterin einer Schule, die schon viele Erfolge verzeichnen und etliche öffentliche Auszeichnungen entgegennehmen durfte, gewährte sie uns einen Einblick hinter die Kulissen. Sie stellte den Bibelvers aus Josua 1,8 an den Anfang ihrer Ausführungen: Wenn wir Gott anerkennen und Sein Wort unser Fundament ist, dann: „ ... wird dir dein Weg gelingen, und du wirst weislich handeln.“
Die erwähnte Schule wurde ins Leben gerufen, ohne dass Schulmaterial oder finanzielle Mittel zur Verfügung standen, eigentlich war nichts vorhanden als die zukünftigen Schüler und Erwachsene, die mithelfen wollten. So lernten die Kinder von Anfang an, für Dinge, die sie benötigten, zu beten und sie erlebten ganz praktisch, wie Gott Gebete erhörte. Selbst in einer Mathematikstunde, als die Lehrkraft mit ihrer Weisheit am Ende war und nicht mehr wusste, wie den Schülern ein relativ anspruchsvolles Thema zu erklären, damit sie es verstanden, schlug eine Schülerin vor zu beten. Noch während dem kindlichen Schülergebet kam der Lehrerin plötzlich eine Idee, wie sie den Kindern den Inhalt des zu behandelnden Stoffes zugänglich machen konnte. Keine der nachfolgenden Klassen hat dieses spezielle Kapitel in der Mathematik so gut verstanden wie die eben erwähnte. Die Schüler erlebten in konkreter Weise, was im Alten Testament von Daniel und seinen Freunden berichtet wird: „Und Gott gab diesen vier jungen Männern Kenntnis und Verstand in jeder Schrift und Weisheit ...“ (Daniel 1,17).
Weil die Schule immer wieder einmal wegen speziellen Auszeichnungen in den Medien erwähnt wird und Vorbildcharakter hat, geschieht es nicht selten, dass Lehrer anderer Schulen für eine Weiterbildung zu Besuch kommen oder dass sich ganze Schulklassen und Schulen bei ihnen aufhalten.
Als sich Dorothy Newlands die Frage stellte, was eine Schule letztendlich erfolgreich macht, wurde ihr klar, dass Gott Erfolg ermöglichen kann, auch wenn die Voraussetzungen alles andere als ideal sind. Er segnet Menschen, die ihr Vertrauen auf Ihn setzen und Ihm gehorchen.