Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/110822

<h2>SubmittedText<h2><p>In der Schweiz soll ab 2011 für Traktoren (Neuanschaffungen) die Partikelfilterpflicht gelten.</p><p>Sind die Anforderungen, welche das Bafu und das Astra an die Partikelfilter stellen, identisch mit den Anforderungen der EU?</p><p>Der Schweizer Traktorenmarkt ist ein vergleichsweise kleiner Markt. Ein grosser Teil der in der Schweiz verkauften Traktoren stammt aus dem EU-Raum. Es ist nicht anzunehmen, dass sich die Hersteller von Traktoren im EU-Raum nach den Schweizer Anforderungen richten würden. Sollten die Anforderungen für Partikelfilter in der Schweiz über denjenigen der EU liegen, müssten Traktoren für den Schweizer Markt nachgerüstet werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Belastung der Atemluft mit Feinstaub und insbesondere mit krebserregendem Russ ist in der Schweiz nach wie vor deutlich zu hoch. Der Bundesrat prüft deshalb im Rahmen des Luftreinhalte-Konzepts und des Aktionsplans gegen Feinstaub weitere Massnahmen zur Minderung dieser Schadstoffe. Das UVEK arbeitet einen Partikelanzahlgrenzwert für neue land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge aus und wird ihn international notifizieren. Ein entsprechender Grenzwert gilt heute bereits auf nationaler Ebene im Baustellenbereich. Ein Entscheid des Bundesrates über eine Vorschrift zur Ausrüstung von land- und forstwirtschaftlichen Maschinen mit Partikelfiltern steht aber noch aus.</p><p>In der EU werden die Dieselrussemissionen des Strassenverkehrs mit strengen Emissionsvorschriften begrenzt, welche die Ausrüstung der Fahrzeuge mit wirksamen, geschlossenen Partikelfiltern notwendig machen: Euro 5 für Personenwagen sowie Euro 6 für Lastwagen. Die Schweiz übernimmt diese Vorschriften zeitgleich. Im Gegensatz dazu ist in der EU bis heute für Non-Road-Maschinen, beispielsweise Traktoren, Baumaschinen, Pistenfahrzeuge oder Hubstapler, keine Norm in Sicht, welche die Reduktion der Emissionen durch wirksame Partikelfilter erfordert. Damit setzt sich der Stand der Technik nur ungenügend durch: Die Grenzwerte können ohne Filter eingehalten werden oder mit offenen Filtern, welche nur eine vergleichsweise bescheidene Emissionsreduktion bewirken. Dies hat zur Folge, dass die Minimierung des Dieselrusses unnötig verzögert wird.</p><p>Die Dieselrussemissionen der Land- und Forstwirtschaft machen rund 20 Prozent der gesamten motorischen Emissionen aus. Sie sind damit höher als die Emissionen der auf Baustellen verwendeten Maschinen. Wirksame Partikelfilter, welche die Dieselrussemissionen um mehr als 97 Prozent reduzieren, entsprechen heute dem Stand der Technik, nicht nur für Baumaschinen, sondern auch für neue Traktoren. Sämtliche Schweizer Hersteller und Importeure rüsten ihre land- und forstwirtschaftlichen Maschinen auf Bestellung mit Partikelfiltern aus. Wer will, kann sich also schon heute einen Traktor mit einem wirksamen Partikelfilter kaufen und damit freiwillig einen Beitrag zum Gesundheits- und Umweltschutz leisten. Bis Ende 2008 wurden jedoch erst ungefähr 300 solche Fahrzeuge verkauft. Denn solange die Ausrüstung mit Partikelfiltern freiwillig ist, werden solche Traktoren meistens nur von Gemeinden oder von Privaten im Einsatz für Gemeinden angeschafft.</p>