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Als Vorlage für die Handlung diente der gleichnamige Bestseller von Tracy Chevalier: Eine fiktive Geschichte rund um das unbekannte Mädchen, welches für das Bild Modell stand, und über dessen Beziehung zum Barockmaler Vermeer.
Im Vordergrund stand für Stefan Wirth allerdings das differenzierte Sehen bzw. Hören. Dementsprechend fächert der 47-jährige Komponist etwa an jener Stelle, wo die Magd Griet immer feinere Farbschattierungen erkennt, mikrotonale Klangflächen auf, um das erweiterte Farbspektrum auch musikalisch erlebbar zu machen.
In der zentralen Malszene reflektiert er den Malstil Vermeers auch kompositorisch, indem er nach und nach unterschiedliche Klangschichten übereinander legt.
Die Wahl des Stoffes für seine Oper sei ihm quasi zugeflogen, erzählt Wirth im Gespräch. Bei der Komposition sei er eher intuitiv vorgegangen und habe das Werk nicht «am Reissbrett» entworfen, wie einige seiner Frühwerke. Der Gestaltung der Gesangslinien widmete er dabei besonders viel Zeit.