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Die Website donotlink.com wirft ein interessantes Problem auf: Wie verfährt man in seinen Online-Publikationen mit Quellen, die man nicht mag – aber auf die man zwecks Dokumentation trotzdem verweisen will?
Skeptiker, Blogger, Journalisten und Freunde auf den sozialen Medien verwenden Donotlink, um auf Inhalte mit Betrugsabsichten, Pseudowissenschaft, Fehlinformationen, Alternativmedizin, Verschwörungstheorien, rassistischen oder sexistischen Veröffentlichungen zu verweisen, ohne die Suchmaschinen-Positionierung der Sites zu verbessern, die sie diskutieren.
Der Einwand ist berechtigt: Wenn man einen Link zu einer Website setzt, dann nützt das der verlinkten Website in zweierlei Hinsicht: Zum einen führt man die eigenen Besucher dorthin. Zum anderen verbessern diese Links die Position bei Google. Der PageRank berücksichtigt nebst anderen Faktoren bekanntlich die Linkpopularität stark. Dass man im Ausgangsposting negativ über die verlinkte Site berichtet und den Link nicht als Empfehlung zum Besuch verstanden haben will, spielt für den PageRank keine Rolle. Die alte Redewendung Any publicity is good publicity stimmt in diesem Fall sogar wortwörtlich.
Links ohne Verlinkung
Ich habe es mir bislang zur Gewohnheit gemacht, fragwürdige Internetadressen in meinen Publikationen unverlinkt zu platzieren. Das macht deutlich, dass ich niemanden da hin schicken will und es verhindert versehentliche Klicks. Andererseits ist es ein schlechter Dienst am mündigen Surfer, der sich selbst ein Bild machen soll – etwas, das ich wiederum sehr befürworte. Der mündige Surfer muss den Link markieren, in die Zwischenablage legen und manuell in die Adressleiste einfügen.
Donotlink funktioniert wie ein URL-Verkürzungsdienst: Man fügt die Adresse ein und erhält eine andere Adresse zurück1. Die ist allerdings nicht kürzer, sondern länger als der Ausgangslink, dem nämlich nur URL-Verkürzungsdienst www.donotlink.com vorangestellt wird. Möchte ich also zur Website des Verschwörungs-Spinners Alex Jones verlinken, verwende ich www.donotlink.com/www.infowars.com. Dieser Link lässt sich dann im Blog wiederum so verpacken, dass er mit der Original-Site erscheint. Wenn man den Link anklickt, erscheint kurz eine eindrückliche Warnung. Dann gelangt man zur Site selbst, die über ein Frame eingebunden wird. Am oberen Rand gibt es die Donotlink-Leiste, die es einem auch erlaubt, ein eigenes Urteil zur Site abzugeben.
Fazit: Man kann nun darüber streiten, ob die Warnung vor der Weiterleitung nicht überdramatisch ist. Ausserdem hat Donotlink das gleiche Problem wie andere Verkürzungsdienste: Die Links sind nur so lange benutzbar, als dass der Dienst verfügbar ist. Allerdings liessen sich die donotlink.com-Links notfalls manuell schnell und automatisch korrigieren: Man müsste nur das www.donotlink.com aus allen Adressen löschen. Trotzdem: Ein Dienst, den ich künftig ab und an nutzen werde.
Footnotes
- Während ich den Beitrag schreibe, hat das Script nicht richtig gearbeitet: Die Zieladresse fehlte im Resultat. Ich habe die Links manuell erstellt, die sich dann problemlos verwenden liessen. ^top