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Ja, Ja, "The Fantastic Corporation" existiert immer noch – eine kleine Reminiszenz.
Der Verwaltungsrat von Fantastic hat gestern mitgeteilt, dass gegenwärtig ein konkretes Angebot eines Investors auf dem Tisch liege. Gleichzeitig hat der VR andere interessierte Investoren zu einer gegenseitigen
Unternehmensprüfungen (Due Diligence) eingeladen.
Falls es zu einem Handwechsel kommt, soll dieser gemäss einem weiteren Beschluss des Verwaltungsrats nicht über ein Übernahmeangebot mittels Aktientausch oder Barabgeltung geschehen sondern durch eine Kapitalherabsetzung und anschliessende Kapitalerhöhung vorbereitet werden. Dafür würde zuerst der Nominalwert der bisher ausgegebenen 128 Millionen Aktien reduziert, um die Unterfinanzierung in der Bilanz zu beseitigen. Als nächstes würden 128 Millionen Aktien neu ausgegeben, für welche die bestehenden Aktionäre ein Vorkaufsrecht hätten. Danach sollen weitere Aktien (mindestens 256 Millionen, damit der Käufer eine Mehrheit hätte) ausgegeben werden, die für einen allfälligen Investor reserviert wären.
113 Millionen Euro aufgebraucht
Das Zuger Software-Unternehmen Fantastic war ein Hersteller von Lösungen, mit denen Multimedia-Inhalte über jegliche IP-fähige-Breitbandnetze an PCs, digitale Settop-Boxen oder Handheld-Geräte (einschliesslich Mobiltelefonen der dritten Generation) hätten verbreitet werden sollen. Das Unternehmen, liess sich im September 1999 am Neuen Markt von Frankfurt kotieren. Rund um den Breitband-Vorreiter herrschte damals viel Euphorie.
Der damalige CEO Peter Ohnemus meinte zum Beispiel salopp "Ich glaube, wir sind die nächste Microsoft". Und die Wirtschaftspresse stimmte ein in die Lobgesänge. Die 'HandelsZeitung' schrieb zum Beispiel: "Die Aussichten der Schweizer Start-up-Firma sind durchaus fantastisch." Und die 'Finanz und Wirtschaft' meinte: "Das Zuger Unternehmen Fantastic Corporation steht vor einem enormen Wachstumsschub." Die Breitbandtechnologie werde eine tiefgreifende Restrukturierung bewirken und Fantastic könnte "von dieser Entwicklung in einem Ausmass profitieren, das noch nicht absehbar ist."
Ignoriert wurde allerdings, dass Fantastic unter anderem schlicht und einfach zu früh kam – die Breitbandnetze waren noch kaum vorhanden. Dass ihre Ausbreitung in den folgenden Jahren zusätzlich viel langsamer vonstatten ging, als man sich das Ende 1999 vorstellte war dann vielleicht tatsächlich "nicht absehbar". Der Börsengang jedenfalls brachte Fantastic 113 Millionen Euro ein, von denen die Zuger in den folgenden Jahren hauptsächlich lebten, während die Umsätze dauernd sanken und die Belegschaft kleiner wurde.
Ende 2003 beschloss der Verwaltungsrat, das operative Geschäft aufzugeben und Fantastic zu liquidieren. Dagegen sträubte sich allerdings ein Grossaktionär. Und so kommt es, dass es um "The Fantastic Corporation" zwar sehr leise geworden ist, aber dass der einstige Börsenstar immer noch existiert. (Hans Jörg Maron)