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Rosa Passos wurde in der Stadt Salvador geboren, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Bahia und der afro-brasilianischen Kultur – sie wuchs auf umgeben von Musik. Auf Anregung ihrer Eltern war sie bereits im Alter von fünf Jahren eine viel versprechende Pianistin. Als Teenager von 15 Jahren tritt Rosa bereits im Fernsehen in Salvador auf. Von ihren Eltern wurde sie in ihrer Jugend mit einer Plattensammlung von João Gilberto und Tom Jobim beschenkt. Inspiriert vom Film “Orfeu Negro“ aus dem Jahr 1959 und seinem musikalischen Soundtrack, wechselte Rosa vom Klavier zur Gitarre, und seither widmete sie sich dem Gesang und dem Komponieren von Musik.
Man nennt Rosa Passos bald “João Gilberto im Rock“ – und da gibt es tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den Beiden, was sie als Kompliment auffasst, denn João und sein starker musikalischer Einfluss haben sie bis heute geprägt.
Im April 1972 landete sie mit ihrer Interpretation von “Mutilados“ (Antônio Cesar Nunes & João Carlos Morais) auf dem Ersten Platz beim ersten Wettbewerb der Universitätsmusik von Bahia, gesponsert vom TV-Kanal Itapoan. Ihre Kompositionen, geschrieben zusammen mit ihrem Textpartner, dem Komponisten Fernando de Oliveira, erscheinen 1979 auf ihrer ersten Platte “Recriação“. Danach widmet sich Rosa einige Jahre ausschliesslich ihrer Familie und kehrt 1985 zur Musik zurück – jetzt beginnt eine Karriere, die bis heute nicht zum Stillstand gekommen ist.
Im Jahr 1991 bringt Rosa ihre erste CD auf den Markt – “Curare“ – ein Album mit den klassischen Akkorden der MPB (Música Popular Brasileira – Brasilianische Volksmusik), die Kompositionen von Tom Jobim, Ary Barroso, Carlos Lyra, Johny Alf und Bororó, und anderen enthält.
1996 erscheint ihre CD “Pano pra Manga“ – der grösste Teil dieser Songs sind Kompositionen von Rosa Passos selbst und ihrem Texter Fernando de Oliveira.
Ihre Kompositionen erweckten auch das Interesse des amerikanischen Sängers Kenny Rankin, der 1997 die Songs “Verão“ (Those Eyes) und “Outono“ (Stay) in englischer Sprache in sein Repertoire aufnahm und mit Rosas Stimme herausbrachte.
Im September 1996 lädt der in den USA lebende brasilianische Musiker Oscar Castro-Neves Rosa Passos ein, an einer Brasilianischen Nacht beim “Jazz at the Bowl“ teilzunehmen, die im Hollywood Bowl (Kalifornien) stattfindet. Und seit diesem denkwürdigen Debüt in den USA wuchs Rosas Karriere zusehends im Lauf der Jahre.
Im gleichen Jahr 1996 präsentiert sich die Sängerin und Komponistin zum ersten Mal in Japan – mit dem Saxophonisten Sadao Watanabe – und dann folgen sukzessive Auftritte in Spanien, Deutschland, Schweiz, Dänemark, Norwegen, Schweden und auch in Kolumbien, Cuba, Uruguay und den USA.
Im Jahr 1999 wurde Rosa eingeladen, an der 50-Jahrfeier der deutschen Demokratie teilzunehmen – zusammen mit Paquito D’Ribeira und der WDR-Big Band präsentierte sie sich in Shows in Bonn und Köln, wo sie Gelegenheit hatte, ihre eigenen Kompositionen und andere Klassiker der brasilianischen Musik zu Gehör zu bringen. Noch im gleichen Jahr nimmt sie auch am Jazz-Festival in Bern teil.
In Brasilien hat Rosa es zu einem Katalog von Cd‘s und Life-Aufnahmen gebracht – sie war auch einer der Stars des Produzenten Almir Chediak und seinem Projekt “Letra&Música“, einer Serie von CDs zu Ehren der Werke grosser brasilianischer Komponisten. Ihre CD mit Kompositionen von Tom Jobim und eine andere mit Kompositionen von Ary Barroso – zusammen mit dem Gitarristen Lula Galvão – wurden spontane Erfolge in Brasilien, und auch international, besonders durch Rosas innovative und persönliche Art der Interpretation von so gut bekannten “Hits“ wie „Aquarela do Brasil“, von Ary Barroso, “Desafinado“, “Samba de uma nota só“ und “Garota de Ipanema“, von Tom Jobim.
Im August 2001 präsentiert Rosa Passos eine Show in New Orleans (Gesang und Gitarre), durch die sie eine weitere Einladung bekam, die CD “Me and my heart“ aufzunehmen, die 2002 auf dem amerikanischen Markt erschien – unter Teilnahme des Bassisten Paulo Paulelli – später erschien diese Platte unter dem Titel “Eu e meu coração“ auch in Brasilien.
Im Jahr 2002 erschien die CD “Azul“ auf dem brasilianischen Markt – eine Sammlung von Rosas Lieblings-Songs von Gilberto Gil, João Bosco und Djavan, mit neuen Arrangements. Noch im selben Jahr präsentiert sie sich im Lincoln Center, in New York, in einem Nachruf an Elis Regina, vor einem Publikum von 6.000 Personen, zusammen mit anderen Künstlern.
Gegen Ende 2002 kehrt sie in die USA zurück zu Aufnahmen mit Ron Carter, einem der besten Jazz-Bassisten der Welt – die CD “Entre Amigos“ ist ihre erste CD begleitet von einer rein amerikanischen Band.
Im August 2003 beteiligt sich Rosa an der bejubelten CD “Obrigado Brazil“, Gewinner des “Grammy“, mit dem berühmten Musiker Yo-Yo Ma – sie partizipiert mit zwei Kompositionen von Tom Jobim (“Chega de Saudade“ und “Amor em Paz“). Gleich danach geht sie mit Yo-Yo Ma und anderen Musikern der CD auf eine Tournee rund um die Welt, von der die Live-CD “Obrigado Brazil Live in Concert“ stammt – mit dem Klarinettisten Paquito D’Rivera und dem Perkussionisten Cyro Baptista.
2004 nimmt die Sony Classical sie unter Vertrag für das Album “Amorosa“ – eine Ehrung des gossen João Gilberto und seines berühmten Albums “Amoroso“, von 1977 – mit der speziellen Teilnahme des legendären französischen Musikers Henri Salvador, ausserdem den Musikern von “Obrigado Brazil“. Gleich nach Erscheinen dieser CD starten Rosa und ihre fantastischen Musiker eine erfolgreiche Tournee durch Europa.
Im Jahr 2006 wird Rosa Passos eingeladen, sich “solo“ auf der Bühne der Carnegie Hall zu präsentieren – in einer Show mit Stimme und Guitarre. Ein Traum ihres Vaters. Während dieser Show präsentiert Rosa einige Songs aus ihrem letzten Album “Amorosa“, einige Klassiker der MPB und etwas aus ihrer letzten CD “Rosa“ – vor einem vollen Haus und einem rein amerikanischen Publikum.
Noch im Jahr 2006 bringt sie mit der TELARC Records – eines unabhängigen Plattenverlags, spezialisiert auf Jazz und klassische Musik – die Solo-CD (Gesang und Gitarre) die CD “Rosa“ heraus.
Nach vielen Jahren weit weg von brasilianischen Bühnen, erscheint die CD “Rosa“ auch in Brasilien, und mit ihr wird eine Reihe von Präsentationen eingeleitet, die auch Ende Januar einen sehr erfolgreichen Bühnenauftritt von zwei Wochen im Theater FECAP in São Paulo beinhalten, sowie eine Teilnahme am “Festival de Jazz“ in Tatuí.
Rosa Passos widmet das Jahr 2007 dem brasilianischen Publikum und bereitet sich auf weitere Auftritte in ihrem Heimatland vor. Man lädt sie zur Teilnahme an einer Veranstaltung zu Ehren der unvergessenen Elis Regina ein, ihrer grossen Inspiration, zusammen mit dem “Orchestra Jazz Sinfônica“ im “Memorial da América Latina“ in São Paulo.
Im November 2007 tritt Rosa Passos dann im “Blue Note“ von New York auf, dem berühmtesten Treffpunkt der Jazz-Fans überhaupt – mit einer Reihe von sechs Shows, die ihrer Teilnahme an einer Ehrung durch das “Berkley College of Music“ in Boston vorausgehen, wo Rosa Jahre zuvor Musik-Kurse geleitet hatte – anwesend ist der gesamte Lehrkörper und Schüler der renommierten Schule.
Diskographie Rosa Passos
- É Luxo Só (2011)
- Romance (2008)
- Rosa (2006)
- Amorosa (2004)
- Entre Amigos (2003) (with Ron Carter)
- Azul (2002)
- Eu e Meu Coração (2003)
- Me and My Heart (2001)
- Rosa Passos Canta Caymmi (2000)
- Morada do Samba (1999)
- Rosa Passos Canta Antonio Carlos Jobim – 40 Anos de Bossa Nova (1998)
- Especial Tom Jobim (1998)
- O melhor de Rosa Passos (1997)
- Letra & Música – Ary Barroso (1997)
- Pano Pra Manga (1996)
- Festa (1993)
- Curare (1991)
- Amorosa (1988)
- Recriação (1979)