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Maria Hondele wird am 1. September 2020 ihre neue Stelle als Assistenzprofessorin für Biochemie mit Tenure Track am Biozentrum, Universität Basel, antreten. Zurzeit arbeitet sie als Postdoktorandin am Institut für Biochemie der ETH Zürich. Die Wissenschaftlerin, geboren 1981, studierte zunächst zwei Jahre Medizin und anschliessend Biochemie an der Universität Regensburg. Nach der Promotion am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg und an der Ludwig-Maximilians-Universität München im Jahr 2013 wechselte sie als Postdoktorandin an die ETH Zürich in die Gruppe von Prof. Karsten Weis.
In Anerkennung ihrer hervorragenden Forschungsleistungen erhielt Hondele bereits mehrere Auszeichnungen und Stipendien, unter anderem ein Long-term Postdoctoral Fellowship der European Molecular Biology Organization (EMBO) sowie des Human Frontier Science Program (HFSP), den Promotions-Förderpreis der Münchner Universitätsgesellschaft und im vergangenen Jahr einen ETH Career Seed Grant.
In ihrer Forschung beschäftigt sich Hondele mit dem Schicksal von Boten-RNAs, den Kopien der Erbinformation in der Zelle. Sie dienen als Matrizen für die Proteinherstellung und werden im Zellplasma mithilfe von Proteinen transportiert, verändert, gespeichert, stillgelegt oder abgebaut. Ein Fokus liegt dabei auf membranlosen Zellorganellen, zum Beispiel P-Bodies oder «Nuclear Speckles», an denen sich das Schicksal von RNA-Molekülen entscheidet. Im Gegensatz zu den klassischen Organellen wie dem Zellkern oder den Mitochondrien sind solche membranlosen Kompartimente nicht durch eine Membran vom restlichen Zellinhalt abgetrennt. Es sind vielmehr winzige Tröpfchen, die sich ähnlich wie Öltropfen in Wasser in der Zelle selbstorganisiert bilden – ein Vorgang der Flüssig-Flüssig-Phasentrennung genannt wird. In diesen Tröpfchen laufen eine Reihe wichtiger zellulärer Prozesse ab.
In ihrer erst letztes Jahr in «Nature» erschienenen Studie zeigte Hondele, dass eine bestimmte Familie von Enzymen, die sogenannten DEAD-box ATPasen, Master-Regulatoren von membranlosen Organellen sind und konnte erste Hinweise sammeln, dass RNA-Moleküle durch verschiedene membranlose Organellen hindurchgeschleust und dabei schrittweise weiterverarbeitet werden. Zukünftig möchte sie nun genauer untersuchen wie membranlosen Organellen entstehen und funktionieren, wie sie reguliert werden und welche Aufgaben sie in der Zelle übernehmen.
Neben Prof. Maria Hondele hat die Universität Basel den Ökonomen Robert Stelter als neuen Assistenzprofessor für Quantitative Wirtschaftsgeschichte ernannt.
Kontakt: Kommunikation, Katrin Bühler