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Rund drei Monate nach dem "Dopingfall" rund um Stefan Marti, hat der Zentralvorstand des Eidgenössischen Schwingerverbandes heute über einen weiteren Dopingfall orientiert! Es handelt sich dabei mit Peter Bänziger um einen Nichtkranzer.
Offizielle Medienmitteilung
Sachverhalt:
Mit dem Brief vom 18. Januar 2013 orientierte Antidoping Schweiz die Verantwortlichen des ESV dahingehend, dass vom Zollinspektorat am 3. Dezember 2012 eine an Peter Bänziger, Oberrindal SG, adressierte Sendung beschlagnahmt worden sei. Diese Sendung enthielt Substanzen die auf der Liste von Antidoping Schweiz als verbotene Mittel figurieren. Da die Einfuhr der zurückgehaltenen Inhalte nicht zulässig ist, sah sich Antidoping Schweiz veranlasst diese einzuziehen und unter Kostenfolge zu vernichten. Der Sachverhalt bedeutete aber auch, dass ein Verstoss gegen das Dopingreglement des ESV, namentlich wegen Inverkehrbringen oder Versuch des Inverkehrbringens von verbotenen Substanzen oder Methoden vorlag.
Anlässlich der Anhörung von Peter Bänziger vor der Dopingkommission des ESV bestätigte dieser seine bereits gegenüber Antidoping Schweiz gemachten Ausführungen. Die vom Zoll beschlagnahmten, dann von Antidoping Schweiz eingezogenen und vernichteten Substanzen seien wohl von ihm bestellt, an seine Adresse geliefert und auch von ihm bezahlt worden. Zur Anwendung seien sie aber nicht für ihn, sondern für einen Kollegen, den er von einem Fitnesscenter her kenne, bestimmt gewesen. Er sehe ein, etwas Falsches getan zu haben. Auf Frage und Nachfrage des Vorgesetzten weigerte sich Peter Bänziger, Name und Adresse des fraglichen Kollegen bekannt zu geben.
Peter Bänziger ist 24 Jahre alt und vermochte in seiner bisherigen Karriere noch keinen Kranz zu erkämpfen.
Rechtliche Würdigung:
Bei den von Peter Bänziger bestellten, von ihm bezahlten und an seine Adresse gelieferten Substanzen handelt es sich um, gemäss der Dopingliste jederzeit in und ausserhalb von Wettkämpfen verbotene Wirkstoffe. Als Verstoss gegen die Anti-Doping-Bestimmungen gilt gemäss Ziff. 3.2 des Dopingreglement ESV auch das Inverkehrbringen oder der Versuch des Inverkehrbringens von verbotenen Substanzen. Zu einem Inverkehrbringen der verbotenen Substanzen ist es im vorliegenden Fall alleine dadurch nicht gekommen, da die bestellte Ware aufgrund der Beschlagnahmung durch den Zoll nie bei Peter Bänziger angekommen ist. Durch die Bestellung und Bezahlung der Substanzen hat er jedoch den entscheidenden Schritt getan, um das Inverkehrbringen der Waren zu ermöglichen.
Urteil der Dopingkommission:
Peter Bänziger trifft mit dem versuchten Inverkehrbringen von gemäss Dopingliste verbotenen Substanzen und Methoden eine nicht geringe Schuld und wird wegen Verstosses gegen Ziff. 3 des ESV-Dopingreglements vom 20.06.2009 und in Anwendung von Ziff. 7.2 und Ziff. 9.2 dessen wie folgt verurteilt:
1) Einer Sperre von zwei Jahren, beginnend am 6. Februar 2013 und endend am 5. Februar 2015, für sämtliche Schwingfeste des Eidgenössischen Schwingerverbandes, seiner Teilverbände und diesen angegliederten Kantonal- und Gauverbänden und Schwingklubs. Von der Sperre ebenfalls betroffen ist der Besuch von Kursen des ESV und J+S.
2) Zur Bezahlung der Verfahrenskosten.
Auf die Möglichkeit eines Rekurses gegen das verhängte Urteil beim Zentralvorstand hat der Athlet schriftlich verzichtet.