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In diesem Projekt wurden drei Trainingsformen miteinander verglichen: Die Experimentalgruppe lernte Spanisch als Fremdsprache, die zweite Gruppe führte ein Training mit Echtzeitstrategiespielen und Brettstrategiespielen durch (aktive Kontrollgruppe), und die dritte traf sich zu regelmässigen Filmabenden (passive Kontrollgruppe). Die beiden Kontrollgruppen waren notwendig, um insbesondere die Frage der kognitiven Verbesserung durch das Sprachentraining zu beantworten. Ohne Kontrollgruppen wäre nicht klar, ob eine Leistungsverbesserung der Kognition einfach daher rührt, dass die Teilnehmenden die Tests immer wieder gemacht haben oder daher, dass die Teilnehmenden an einem kognitiv anspruchsvollen Training teilgenommen haben, welches aber nicht unbedingt ein fremdsprachbezogenes hätte sein müssen.
Insgesamt 65 Teilnehmende zwischen 64 und 74 Jahren nahmen an dieser Studie teil. 28 davon meldeten sich für das Spanischtraining, 17 für das Strategiespieltraining und 20 für die Filmgruppe. Alle Trainings fanden über ca. 30 Wochen (ca. 7 Monate) statt.
Sprachtraining
Die ProbandInnen nahmen an einem teils computergeleiteten, teils unterrichtbasierten Sprachtrainings teil. Für 2-3 Stunden pro Woche übten sie selbstständig mit der Sprachlernsoftware Duolingo, und erhielten eine wöchentliche Stunde angeleiteten Klassenunterricht in Gruppen von 5-8 Personen (Lehrperson: Tanja Müller, M.A.). Hierbei wurden alle vier Fremdsprachfertigkeiten geschult, d.h. Sprechen, Schreiben, Lese- sowie Hörverständnis.
Jede Woche wurden Sprachtests durchgeführt, die das Sprachverständnis und die Sprachproduktion der Teilnehmenden erfasste. So konnten wir den Fremdsprachverlauf verschiedener Fähigkeiten verfolgen:
Durchschnittlicher Verlauf der Spanischkenntnisse über alle ProbandInnen.
Ebenfalls wurden jede Woche mehrere kognitive Tests der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses und anderer Fähigkeiten durchgeführt, um zu erfassen, wie sich die Gehirnleistung über die Trainingsdauer verändert. Vor, während und nach dem 30-wöchigen Training wurden ausserdem wiederholte Messungen der Aktivität des ruhenden Gehirns durchgeführt (Ruhe-Enzephalogramm, EEG), um deren Verlauf zwischen den Gruppen vergleichen zu können. Dieselben Tests ebenso wie ein Fragebogen zum Wohlbefinden und der Teilnahmemotivation wurden wöchentlich in den beiden Kontrollgruppen durchgeführt.
Strategiespieltraining
Die aktive Kontrollgruppe beschäftigte sich in gleicher Intensität wie die Sprachtrainingsgruppe mit Duolingo mit dem Echtzeitstrategiespiel Die Siedler Online. Da Echtzeitstrategiespiele als wirksame Aktivität zur Verbesserung gewisser kognitiver Fähigkeiten nachgewiesen wurden (z.B. Basak et al., 2008), haben wir diese Bedingung verwendet, um zu vergleichen, welches Training das tatsächlich effektivere ist. Um eine vergleichbare soziale Interaktion wie zwischen den Spanischlernenden zu gewährleisten, trafen sich die Teilnehmenden der Strategiespielgruppe ebenfalls wöchentlich, spielten in der Zeit aber Strategiebrettspiele. Wie die Spanischgruppe führte auch diese Gruppe wöchentlich kognitive Tests durch und beantwortete Fragen zum allgemeinen Wohlbefinden und der Trainingsmotivation, und unterzog sich vor und nach den 30-Wochen einer Messung mit dem Ruhe-EEG.
Filmgruppe
Die passive Kontrollgruppe traf sich ein Mal wöchentlich für die Durchführung der kognitiven Tests und Beantwortung der Motivationsfragen, und war eingeladen, im Anschluss einer Filmschau beizuwohnen, an der Spielfilme in deutscher Sprache gezeigt wurden. Von der Aktivität des Filmeschauens erwarteten wir keine kognitiven Verbesserungen, eine Verbesserung durch den sozialen Austausch konnte aber nicht ausgeschlossen werden. Auch diese Gruppe erhielt vor und nach den 30 Wochen eine Messung mit dem Ruhe-EEG.