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Halbbatzige To-Do-Listen auf Fresszetteln, Termine auf zerknitterten Post-its, verstaubte Agenda: Mit dem Bullet Journal ist das Schnee von gestern. Es ist eine hybride Form von Notizbuch, Agenda, Zeichenheft sowie To-Do- und Wunsch-Liste und je nach den Bedürfnissen des Besitzers anpassbar. Das Beste ist: Um ein Bullet Journal zu starten, brauchst du nur zwei Dinge: ein leeres Notizbuch und ein Stift.
Erfunden hat das Bullet Journal Ryder Carroll, ein Digital Product Designer aus New York. Als kleiner Junge hatte er das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom, welches ihm nicht gestattete, sich effizient auf eine Sache zu konzentrieren. Er hatte immer mehrere Dinge zugleich im Blick – oder eben gerade nicht. Als Lösung gestaltete er in seiner Jugend ein Organisationssystem: Das Bullet Journal. Im Erwachsenenalter nahmen die ADS-Symptome ab, das Bullet Journal blieb jedoch fester Bestandteil seines Alltags. Als er feststellte, dass es auch seinen Freunden ohne ADS nützte, erstellte er die Website bulletjournal.com. Dort zeigt er, wie man selbst ein solches Journal gestalten kann.
Hier die Kurzanleitung und ein persönlicher Tipp von mir:
1. Das Inhaltsverzeichnis und die Nummerierung
Es ist wichtig für das Journal, sich in seinen Notizen und Terminen wie in einem Buch mit Kapiteln zurecht zu finden. Beschrifte nach einer allfälligen Frontpage die ersten beiden Seiten mit “Index” und die nächsten vier mit “Future Log”. Im Future Log teilst du die Seiten in je zwei bis drei Teile und beschriftest sie mit den Monatsnamen. Im Index verzeichnest du, nachdem du die Seiten nummeriert hast, “Future Log: 1-4”. Hier kannst du nun immer spontan Dinge eintragen, die im jeweiligen Monat stattfinden werden oder zu erledigen sind, aber noch kein konkretes Datum haben.
2. Monatsübersicht
Die Monatsübersicht nimmt 2 Seiten pro Monat ein. Links trägst du die Daten mit Wochentagen als Liste ein und lässt daneben viel Platz für Tageseinträge. Rechts auf der zweiten Seite verzeichnest du alles, was in diesem Monat erledigt werden muss. Nicht vergessen: Seiten nummerieren und im Inhaltsverzeichnis eintragen.
3.Tageseinträge
Nun bekommt noch jeder einzelne Tag einen Platz. Wie gross der ist, das ist dir überlassen. Am Schluss musst du einfach wieder im Inhaltverzeichnis eintragen, welche Tage auf welchen Seiten sind.
4. Bullets
Die sogennanten Bullets sind Notizen, Termine und Aufgaben. Notizen markiert man mit einem Gedankenstrich, Aufgaben einem Punkt, welche zum Kreuzchen werden, wenn du sie erledigt hast, oder zu Pfeilen, wenn du sie verschiebst. Die Termine markierst du mit einem Kreis. Dabei können neben diesen festen Einträgen weitere Symbole zur Klassifizierung verwendet werden. Ein Stern für priorisierte Aufgaben, ein Ausrufezeichen für inspirierende Notizen oder Ideen, ein Auge für Dinge, die noch recherchiert oder weiterverfolgt werden müssen.
5. Startschuss
Nun kannst du das Bullet Journal benutzen. Kreuze Dinge ab, die du bereits erledigt hast. Übertrage Einträge, die du mit einem Pfeil markiert hast, in die neue Woche oder den neuen Monat. Am wichtigstens ist es, sich dabei immer wieder zu fragen: Ist eine Aufgabe oder ein Termin auch meine Zeit wert? Wenn nicht: Sofort streichen. Wenn sich Dinge anhäufen und vielleicht Gruppen an Aufgaben entstehen, wie zum Beispiel “Noch zu lesende Bücher” oder “Dinge, die ich mal kochen will”, dann widme ihnen eine ganze Seite. Vergiss auch hier die Seitennummerierung nicht. Trage die Seitentitel sogleich ins Inhaltsverzeichnis ein.
6. Sonstiges und Variationen
Das Bullet Journal findet so Platz für eigene Ideen. Seiten fürs kreative Schreiben, Zeichnen, Kritzeln, Ideensammeln, Mind-Mapping, für Einkaufslisten oder die Finanzen – schlussendlich hast du ein Buch für alles!
Ein Bullet Journal ist eigentlich schnell gemacht. Aber es gibt Leute, die viel Kreativität und Zeit investieren. Daraus können auch kleine Kunstwerke entstehen. Hier findest du einige Beispiele von Bullet Journals, die man schon fast ausstellen könnte.
Falls ihr es euch noch nicht vorstellen könnt, seht euch das How To-Video von Ryder Carroll an:
Mein Tipp für die persönliche Note sind Fotos. Vor allem Urblaubsfotos motivieren (gerade wenn man sie auch sorgfältig auf Fotopapier druckt oder im Fachgeschäft drucken lässt) dazu, das individualisierte Buch häufiger zur Hand zu nehmen als sonstige Agenden. Benutze Fotoecken für die Fotos, damit du diese auch immer mal wieder austauschen kannst.
Viel Spass beim Bullet Journal!