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Breakdance
Wer erinnert sich nicht an die einfachen, aber freakigen Videoclips, in denen meist Schwarze oder Latinos in Trainern und Sneakers wie die Besessenen auf den Plätzen New Yorks mit ihren waghalsigen und akrobatischen Darbietungen um die Wette breakten? Sie wirbelten auf dem Kopf um die Achse (der Top Spin), bewegten sich wie Roboter zu technoiden, von Plattenspielern eingespielten oder mit menschlichem Mund (human beat box) gespielten Rhythmen. Es war genial. Sie trugen hippe Kleidung, deren Message aber ihre Einfachheit war. Sie waren Ghetto-Kids, und sahen sich als solche.
Rock Steady Crew's "Hey you" und "N.O.J.O.B", aber auch Grandmaster Flash's "The Message", das waren die Hits jener Zeit. No-Stars, die kaum reich wurden damit. Aber ihre Credibility stieg. Und sie prägten diese Zeit.
Die Ghetto-Kids von damals spielten mit Worten, so entstand der Rap und der "Code", und sie tanzten ihren Tanz dazu, so wie sie ihn fühlten. Durch die Konkurrenz mit anderen Gangs wurden die Kunststückchen immer ausgefeilter und aufwendiger, so dass Breaken zu einer wahren Kunst wurde. Dazu gehörte von Anfang an auch das Sprayen, die Kunst der Strassenkinder. Ihre Tags waren die Grundbegriffe des Rap, ihre Kleidung übrigens auch.
Kaum ein Musikstil der 80er hat sich in unsere Zeit gerettet. Dass aber ausgerechnet Breakdance wieder in ist, erklärt wohl auch die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe unserer heutigen Grossstädte.
Marc Aebersold