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Viszeralonkologisches Zentrum
LUKS Luzern
LUKS Luzern
Die Symptome beim Mastdarmkrebs sind ähnlich wie beim Dickdarmkrebs. Häufig führt die Abklärung von Blutabgang mit oder zwischen dem Stuhlgang zur Diagnose. Weitere unspezifische Symptome sind Unwohlsein, Gewichtsverlust und unklare Bauchschmerzen.
Der erste Schritt ist meistens eine Kolonoskopie (Mast- und Dickdarmspiegelung). Während dieser Untersuchung entnimmt der Magendarmspezialist Proben aus dem verdächtigen Tumor. Der Pathologe muss dann entscheiden, ob es sich um einen bösartigen Tumor (Krebs) handelt. Die weiteren Abklärungen beinhalten ein CT zum Ausschluss von Ablegern in Leber und Lunge, einen endoluminaler Ultraschall zur Beurteilung des Primärtumors (Ausdehnung, Lymphknotenbefall et cetera) und die üblichen allgemeinen Untersuchungen zur Beurteilung der Operabilität.
Wichtig ist es zu unterscheiden, auf welcher Höhe ab After sich der Krebs im Mastdarm entwickelt hat. Im oberen Teil des Mastdarmes wird meistens direkt die Operation durchgeführt, gefolgt von einer zusätzlichen Chemotherapie bei fortgeschrittenen Tumoren oder nachgewiesenem Lymphknotenbefall.
Bei Tumoren in der unteren Hälfte des Mastdarmes führen wir heute meistens eine kombinierte Vorbehandlung (neoadjuvante Therapie) mit lokaler Radiotherapie (Bestrahlung) und Chemotherapie durch. Nach einem Intervall von wenigen Wochen wird dann die Operation angeschlossen.
Je näher der bösartige Tumor zum Schliessmuskelapparat hinwächst, desto grösser ist das Risko, dass eine Mastdarmamputation (vollständige Mitentfernung des Afters und Schliessmuskelapparats) durchgeführt werden muss. Dies bedeutet für den Patienten definitiv mit einem bleibenden, künstlichen Darmausgang zu leben. Mit immer besserer Vorbehandlung und chirurgischen Techniken ist dies heute vor allem beim jüngeren Patienten eher die Ausnahme.
Die Operation richtet sich nach der Tumorhöhe:
Oberer Anteil im Mastdarm
Entfernung der oberen zwei Drittel des Mastdarms und einem Teil des Dickdarms mit direkter Naht der beiden Darmenden.
Unterer Anteil im Mastdarm
Vollständige Entfernung des gesamten Mastdarms inklusive des ganzen Lymph- und Fettgewebes (TME; totale mesorektale Rektumentfernung) gefolgt von einer einfachen «geraden Rekonstruktion», einer kleinen Reservoirtasche (Seit-zu-End-Anastomose) oder eines J-Pouch (grösseres Reservoir). Da diese tiefen Anastomosen technisch heikel sind und die Durchblutung des Restmastdarms oder Afters zum Teil kritisch, wird in dieser Situation häufig ein vorübergehendes Ileostoma (künstlicher Dünndarmausgang) angelegt, damit während einigen Wochen die Anastomose nicht mit Stuhl belastet wird.
Mitbefall der Schliessmuskel- oder Beckenbodenmuskulatur: In diesen Fällen muss leider aus onkologischen Gründen nebst der Entfernung des Mastdarms auch der After mit der Schliessmuskulatur mitentfernt werden. Der Dickdarm wird dann als definitiver künstlicher Ausgang im linken Unterbauch ausgeleitet.
Wichtig ist es, bereits vor der Operation den Patientinnen und Patienten den Kontakt mit der Stomaberatung zu vermitteln. Dieses spezialisierte Team berät und informiert die Patienten vollumfänglich und steht ihnen auch im weiteren Verlauf nach der Operation bei Auftreten von Versorgungsproblemen mit dem Stoma jederzeit bei.
Ob nach der Operation eine zusätzliche Chemo- und/oder Radiotherapie nötig wird, hängt vom definitiven Tumor- und Lymphknotenstadium ab, welches durch den Pathologen bestimmt wird. Bei Patienten mit einem temporären Ileostoma (vorübergehender künstlicher Dünndarmausgang) kann einige Wochen bis Monate nach der ersten Operation der künstliche Ausgang wieder zurückverlegt werden. Von der Schweizerischen Gesellschaft für Gastroenterologie gibt es standardisierte Richtlinien über die Nachkontrolle nach Entfernung eines Mastdarmkrebses. Regelmässige Blutkontrollen, Darmspiegelungen und Ultraschall respektive CT gehören zur Routine-Nachkontrolle nach erfolgreicher Entfernung eines Mastdarmkrebses.