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Das maligne Pleuramesotheliom (MPM) ist ein aggressiv wachsender Tumor, ausgehend von der Pleura (Brustfell). Unbehandelt führt der Tumor innerhalb weniger Monate zum Tod. Etwa 80 Prozent der Fälle können mit Asbestkontakt in Verbindung gebracht werden. Obwohl der Einsatz von Asbest in der Schweiz seit den neunziger Jahren verboten ist, rechnet man damit, dass der Höhepunkt an neuen MPM-Fällen noch nicht erreicht ist, da vom Asbestkontakt bis zum Ausbruch der Krankheit durchschnittlich 40 Jahre vergehen.
Eine weltweit akzeptierte, standardisierte und ans Tumorstadium angepasste Richtlinie für die Behandlung des MPM gibt es nicht – als allgemein akzeptiert gilt jedoch, dass eine Monotherapie alleine für diesen aggressiven Tumor nicht ausreichend ist. Gemäss aktuellen internationalen Guidelines (1-4) wird eine makroskopische komplette Resektion in einem multimodalen Behandlungskonzept als Konsensus empfohlen. Die meisten Zentren kombinieren aktuell die makroskopisch komplette Resektion mit einer neoadjuvanten (vor der Operation) oder adjuvanten (nach der Operation) Chemotherapie. Die Kombination aus Cisplatin und Pemetrexed gilt als Goldstandard, da hiermit die besten Überlebenschancen (durchschnittlich zwölf Monate mit einer Ansprechquote von 40%) und die beste Lebensqualität erreicht werden konnte. Gemcitabine hat eine vergleichbare Aktivität, ist aber weniger gut verträglich.
Eine makroskopisch komplette Resektion kann mit einer lungenerhaltenden, erweiterten Pleurektomie/Dekortikation (P/D) oder einer extrapleuralen Pneumonektomie (EPP) erreicht werden. Bei der EPP wird die Pleura (=Brustfell), ein Lungenflügel, das Perikard (=Herzbeutel) und das Diaphragma (=Zwerchfell) entfernt. Bei der P/D wird die gleiche Operation durchgeführt mit dem Unterschied, dass das Lungengewebe nahezu vollständig erhalten bleibt.
In der Sendung praxis Gesundheit zum Thema “Absbest – tödliche Folgen” spricht Prof. Dr. Isabelle Schmitt-Opitz und die Ehefrau eines Asbestopfers über Asbest, die Diagnose vom malignem Pleuramesotheliom und die Folgen dieser tödlichen Krankheit.
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