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2010 will die NASA die Ära der Spaceshuttles beenden. Nur noch zehn Missionen sollen die Raumfähren ins All führen. Es ist ein alter Traum der Menschheit, den Planeten Erde hinter sich zu lassen und schwerelos die Weiten des Alls zu erforschen - und doch war es nicht diese Vision, die vor 50 Jahren zur Gründung der NASA geführt hat. Vielmehr war es das Kräfteringen zwischen den USA und der Sowjetunion, die einander während des Kalten Krieges ein regelrechtes Wettrennen um die Vorherrschaft in der internationalen Raumfahrt lieferten. Den ersten Triumph feierte dabei die Sowjetunion, als sie 1957 den ersten künstlichen Satelliten, Sputnik 1, ins All schickte. Für die USA war dieser „Sputnik-Schock“ ein schwerer Schlag. Viele sahen im sowjetischen Erfolg eine Gefahr für den technologischen und militärischen Vorsprung der USA. Die Folge war der National Aeronautics and Space Act des US-Präsidenten Dwight Eisenhower am 29. Juli 1958, der damit die National Aeronautics and Space Administration (NASA) aus der Taufe hob.
Bereits drei Jahre nach der Gründung der Raumfahrtbehörde zogen die USA der Sowjetunion nach und schickten im Rahmen des Mercury-Programms den ersten Amerikaner, Alan B. Shepard Jr., mit Freedom 15 Minuten lang ins Weltall. Seitdem hat sich in der Raumfahrt viel getan. Was vor 50 Jahren noch als unmöglich galt, rückt heute immer näher. Ende 2007 startete etwa die Phoenix-Sonde der NASA, um die Marsoberfläche nach Spuren menschlichen Lebens zu untersuchen. Die rund 350 Kilogramm schwere Sonde soll die Zusammensetzung des Eises auf dem Mars analysieren und damit klären, ob ein Leben auf dem Planeten vorstellbar ist.
Die Pläne der NASA für die weitere Zukunft sind ehrgeizig - und umstritten. Bis 2010 will die Luftraumbehörde ihr Spaceshuttle-Programm einstellen, und damit eine fast 30-jährige Ära beenden. Die Nachfolgemodelle der Spaceshuttles, die neuen Orion-Raumfähren, sind jedoch erst ab 2015 einsatzbereit. Zudem gibt es Gerüchte über eine mögliche Kooperation mit Japan, wonach sich die NASA in Verhandlungen über den Kauf von mehreren Modellen des japanischen Spaceshuttle-Typs HTV befindet. Eine solche Kooperation wäre die grösste in der 50-jährigen Geschichte der japanischen Raumfahrt. Bis 2037 will die NASA zudem erste bemannte Missionen zum Mars durchführen - mittels radioaktiven Antrieben sollen Astronauten in 180 Tagen den Planeten erreichen. Weiters soll die Internationale Raumstation (ISS) aufgelassen werden. Als Ersatz ist eine ständig besetzte Mondbasisstation geplant, die bis 2024 fertiggestellt sein soll.
Nach all den Niederlagen und Erfolgen feiert die NASA nun ihren 50. Geburtstag mit einem Beatles-Song, „Across the Universe“, der ins All ausgesandt wurde. Sein Ziel, einen Polarstern, wird der Song wohl nicht rechtzeitig zum Jubiläum erreichen - dieser liegt rund 431 Lichtjahre von der Erde entfernt.