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Victor, Tiermaler, geb. zu München, besuchte das dortige Gymnasium
und übte sich daneben im Zeichnen, namentlich von
Ornamenten. 1879 machte er den Feldzug mit, trat nach seiner Rückkehr
als Schüler der Akademie ein, besuchte die Komponierschule von Wilh.
Diez und übte sich vier Jahre bei demselben
in der Maltechnik. 1876 brachte er zuerst eine große mit einer Rinderherde staffierte Landschaft, der dann 1879 der mit
großem Beifall aufgenommene wilde Stier folgte. Mit breiter, glänzender Pinselführung gibt er nicht bloße Tierporträte,
sondern das seelische Gepräge der Tierphysiognomie.
1) Hermann, geb. 1822 zu Berlin, der Verfasser des klassischen
Werks «Kostümkunde», war anfangs
Handwerker, bevor er sich der Kunst widmen konnte. Er arbeitete vier Jahre im Atelier des
Kupferstechers und Porträtmalers Joh. Samuel
Otto (gest. 1878) und begab sich dann nach Düsseldorf, wo er sich der Schule
Schadows anschloß. Aber schon bald nach 1850 kehrte er nach Berlin zurück, verwertete die Resultate
einer längern Kunstreise durch Süddeutschland, Österreich und Frankreich im
«Deutschen Kunstblatt» und begann auf Kuglers
Rat 1855 ein «Handbuch der Kostümkunde», das, in seiner ersten Abteilung 1860 vollendet,
sich so mächtig ausdehnte, daß der Schluß erst 1872 (Stuttgart, Ebner u. Seubert) erfolgte
und das Ganze sich zu einem großartigen Musterwerk von epochemachender Bedeutung gestaltete. 1856 wurde
er Professor an der Akademie in Berlin.
2) JosephAndreas, Architekturmaler, geb. 1814 zu Freising, wurde anfangs von seinem Vater,
einem Dilettanten, unterrichtet und bildete sich nachher in München unter Domenico
Quaglio aus. Er malte sowohl in Aquarell
wie in Öl Ansichten von München und andern Städten, lebte eine Zeitlang als Hofmaler des
Herzogs von
Leuchtenberg in Petersburg, machte Studienreisen in Rußland, malte z. B. die Isaakskirche
in Petersburg und den Kreml in Moskau. Jetzt lebt er wieder in München.
Johann
(Jan), holländ. Maler von Landschaften und Stadtbildern, geb.
Schüler von Leonardus Verveer, hat sich durch seine Landschaften, namentlich aber durch seine Stadtansichten, vorzugsweise
aus Holland, die von kräftigem Kolorit und gutem Lichteffekt sind, einen ehrenvollen Namen erworben, z. B.:
Marktplatz im
Haag, Hof einer alten Stadt, das Kupferthor in Amersfoort, Ansicht von Woudrichem (an der Maas), von
Boxtel, von Kuilenborg und vieler andern Gegenden Hollands. Er malte auch einige Porträte und Genrebilder. Er ist Mitglied
der Akademie in Amsterdam.
Henry Tanworth, engl. Miniatur- und Porträtmaler, geboren im Dezember 1828 zu London, trat
schon mit 16 Jahren in der Ausstellung der Akademie mit einem Miniaturporträt auf und wurde hierin im
Lauf der Jahre der bedeutendste Künstler Englands. Besonders gerühmt werden seine Bildnisse der Prinzessin Marie von Cambridge
(1853), eine reizende Porträtgruppe, worin er sich und seine Gattin ebenso die Bildnisse der Herzogin von Sutherland und
der Gräfin von Waldegrave.
Seit 1861 aber widmete er sich hauptsächlich dem Porträt in Öl, sowohl als Einzelbild wie in Gruppen
oder auch in eine Landschaft versetzt, z. B.: Vorbereitung zu einem lebenden Bild (1862,
Gruppe von drei Schwestern), Bauernhof in der Dämmerung, Scharfschützen in Wimbledon, der Graf und die Gräfin Spencer
mit ihren
Freunden (1868), das große Jagdstück, betitelt: ein Novembermorgen in Birdsall House (Yorkshire),
die im Kolorit mangelhafte, aber im übrigen bedeutende Victoria Regina (1880) u. a. 1866 wurde
er Genosse und 1870 Mitglied der Akademie.
Michael, Historienmaler, geb. 1806 zu Köln, machte seine Studien in Berlin und Paris und
widmete sich gleich anfangs der dekorativen und monumentalen Malerei. Zu seinen ersten Werken dieser
Art gehören die Dekorationen des damaligen Theaters in Köln und die Wandmalereien im dortigen Tempelhaus. Später folgten
als eins seiner
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Hauptwerke (das ihm durch seine Durchführung in dem der Kirche angemessenen Stil einen ehrenvollen Namen machte) die enkaustischen
Malereien in der Chorwölbung der dortigen St. Kunibertskirche (1856-59), nach deren Vollendung er sich nach Eisenach begab,
wo er in der Kapelle der Wartburg religiöse Bilder und im Rittersaal herrliche Ornamente und Wandmalereien
ausführte: lebensgroße Bilder der alten Landgrafen mit ihrem Stammvater Karl d. Gr.
Ebenso lobenswert sind seine Wandmalereien im Chor und Langhaus der Godehardikirche in Hildesheim, das Leben des heil. Godehard
darstellend (1861-63). Dazu später die Kartons für die Wand- und die Glasmalereien der Christuskirche in Hannover.