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Wissen
Warum rutscht der Zug nicht ab?
Die Züge der Rhätischen Bahn rollen auf steilen Schienen den Berg hinauf und hinunter. Aber warum können die roten Züge so steil den Berg hochfahren, ohne dass sie rückwärts wieder herunter rutschen? Warum drehen die Räder aus Eisen auf den glatten Schienen nicht durch, obwohl diese so steil den Berg hochführen? Das Zauberwort heisst Adhäsion.
Dieses schwierige Wort bezeichnet eine Kraft, durch welche die Räder der roten Bahn an den Schienen haften. Man könnte diese Kraft auch als unsichtbaren Kleber bezeichnen. Wenn die Schiene zu steil wird, hält dieser Kleber nicht mehr. Der Zug möchte zwar hochfahren, kann aber nicht, weil die Kraft nicht stark genug ist. Dann könnte es passieren, dass die Räder durchdrehen oder der Zug rückwärts den Berg hinunter rutscht.
Clever: Der Kreisviadukt macht den Weg flacher
Damit so etwas auf keinen Fall geschieht, hat die Rhätische Bahn verschiedene Bauwerke errichtet, die den Weg der Schienen weniger steil machen. Der Kreisviadukt in Brusio zum Beispiel führt den Zug über eine Spirale nach oben. Durch die Schneckenform hat die Bahn dann einen viel längeren, aber nicht so steilen Weg, als wenn die Schiene auf direktem Weg auf den Berg führen würde. Wenn eine Strecke für einen Zug zu steil ist und die Adhäsion nicht mehr wirkt, braucht er Hilfe. Dann kommt zum Beispiel ein Zahnrad oder ein Seil zum Einsatz, welche die Bahn den Berg hinauf ziehen. Die Rhätische Bahn ist aber so gebaut, dass sie auf ihrer Fahrt in den Bergen niemals auf ein Zahnrad oder ein Seil angewiesen ist. Das macht sie so speziell. Die Strecke des Bernina Express ist die höchste offene, ganzjährig befahrbare Alpenüberquerung, die es mit einem Zug gibt.
Sehen und verstehen: Modellanlagen der Rhätischen Bahn
Die Schweiz im Kleinformat: Das Swissminiatur in Melide (Tessin) ist ein Ausflugsklassiker für alle, die gerne einmal in einem Tag durch ganz Helvetien wandern möchten – die Strecken der RhB mit den berühmten Bauwerken Landwasser- und Kreisviadukt von Brusio inklusive.
Die grösste Modelleisenbahn-Anlage der Schweiz steht im Miniatur-Eisenbahn-Museum Fondation des Chemins de fer du Kaeserberg in der Nähe von Freiburg. Auch die roten Züge der Rhätischen Bahn rollen hier im Kleinformat auf schmalen Schienen.
Die RhB ist weit über die Schweizer Grenze hinaus Vorbild für Miniatureisenbahn-Landschaften. In Hamburg steht mit dem Miniatur Wunderland die grösste Modellanlage weltweit.
Tom Waefler ist ein echter Fan der Albulastrecke der Rhätischen Bahn. Unzählige Arbeitsstunden hat der Modellbauer in seine detailgetreue Albula-Modellanlage gesteckt. Gerne verrät er seine Tipps und Trick zum Modellbau.