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NachrufAls Wissenschaftler, hochgeschätzte Persönlichkeit und Ordinarius für Pädiatrie sowie als Medizinischer und Ärztlicher Direktor des Kinderspitals Zürich prägte Andreas Fanconi die Kinder- und Jugendmedizin regional, national und international. Am 5. Oktober ist er in seinem 95. Lebensjahr verstorben.
Andreas Fanconi wurde 1928 in Zürich als Sohn von Professor Guido Fanconi geboren, dem weltberühmten Kinderarzt und langjährigen Ärztlichen Direktor des Universitäts-Kinderspitals Zürich. Andreas Fanconi war Bürger von Poschiavo (GR) und Zürich. Er besuchte das Literargymnasium in Zürich und studierte Medizin an den Universitäten Zürich, Genf und Paris. 1954 legte er das Staatsexamen in Zürich ab, wo er 1956 auch promovierte. Assistenzarztstellen führten ihn ans Institut für Pathologische Anatomie der Universität Zürich, ans University College Hospital in London und an die Clinique Thérapeutique des Kantonsspitals Genf. 1959 wurde er Assistent, 1962 Oberarzt am Universitäts-Kinderspital Zürich.
Herz für die Kinderheilkunde
Als Stipendiat der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften weilte Andreas Fanconi 1964 bis 1965 als Research Fellow am Children’s Hospital Medical Center Boston. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz nahm er seine Tätigkeit am Kinderspital Zürich wieder auf, bis er 1968 zum ersten Chefarzt der neu gegründeten Kinderklinik des Kantonsspitals Winterthur gewählt wurde.
Seine Habilitation im Gebiet der Kinderheilkunde erfolgte 1969 an der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich. Forschungsschwerpunkte von Andreas Fanconi lagen auf dem Gebiet des Calcium-Phosphat-Stoffwechsels, der Nieren- und Knochenkrankheiten sowie der Endokrinologie. Im Jahre 1986 wählte ihn der Regierungsrat des Kantons Zürich als Professor auf den Lehrstuhl für Pädiatrie an der Medizinischen Fakultät.
Hochgeschätzt und respektiert
Andreas Fanconi war ein allseits respektierter Chef, der bescheiden und zielorientiert handelte und führte. Mit seinen Mitarbeitenden pflegte er ein kollegiales Verhältnis, ohne jeglichen Standesdünkel. Legendär sind seine Badminton-Sessions, zu denen er jeweils über Mittag in Winterthur alle seine ärztlichen Mitarbeitenden einlud, ja fast verpflichtete. Ein grosses Anliegen war ihm die Allgemeinpädiatrie, ohne dabei die Spezialgebiete der Kinder- und Jugendmedizin zu vernachlässigen. So pflegte er auch mit den praktizierenden Kinderärztinnen und Kinderärzten ein kollegiales, ja freundschaftliches Verhältnis und besuchte deren Versammlungen regelmässig.
Grosses Engagement
Neben seiner Tätigkeit als Klinikdirektor engagierte sich Andreas Fanconi in zahlreichen gemeinnützigen Stiftungen, präsidierte die Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie von 1994 bis 1995, war Mitglied zahlreicher internationaler Fachgesellschaften und langjähriger Chefredaktor der Zeitschrift Helvetica Paediatrica Acta, die von seinem Vater Guido Fanconi 1945 gegründet worden war.
Mit besonderer Freude betreute Andreas Fanconi als persönlicher Kinderarzt seine Kinder und Grosskinder. Lebenslang pflegte er seine Verbundenheit mit dem Puschlav, wohin er sich regelmässig gerne zurückzog, zusammen mit seiner ganzen Familie.
In tiefer Verbundenheit
Für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen, seine vorbildhafte Klinikführung, ganz besonders aber für seine empathische Art, mit Kindern, Familien und Kolleginnen und Kollegen zu kommunizieren, danken wir als Nachfolger und als langjähriger Mitarbeiter Adi Fanconi für sein Wirken aus tiefstem Herzen. Mit Sicherheit schliesst sich die ganze Schweizer Pädiatrie diesem Dank an. Uns allen wird Adi Fanconi als prägendes Vorbild in Erinnerung bleiben.
Prof. Dr. med. Felix H. Sennhauser
Ehemaliger Ärztlicher Direktor Universitäts-Kinderspital Zürich
Prof. Dr. med. Michael Grotzer
Ärztlicher Direktor Universitäts-Kinderspital Zürich
KD Dr. med. Ulrich Lips
Ehemaliger stellvertretender Direktor Medizin Universitäts-Kinderspital Zürich
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