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1976 hatte die damalige Sowjetunion das Spaltmaterial für Forschungszwecke geliefert. Insbesondere während des Krieges in Serbien wurde Vinca als Proliferationsrisiko betrachtet. Obwohl das Institut heute über verstärkte Sicherungsmassnahmen verfügt, konnten die USA die serbische Regierung offenbar davon überzeugen, das HEU ins Herkunftsland zu überführen. Die Aktion wurde mit US-Geldern finanziert.
SVA-Präsident Dr. Bruno Pellaud, ehemaliger Stellvertretender Generaldirektor und Leiter des Department of Safeguards der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), sieht darin eine Fortsetzung des RERTR-Programms (Reduced Enrichment in Research and Test Reactors). Dieses 1978 von der US-Regierung lancierte Programm zielt primär darauf ab, die weltweit grosse Anzahl von Forschungsreaktoren amerikanischer Herkunft, die mit HEU betrieben werden, auf schwächer angereicherten Brennstoff umzurüsten. Tatsächlich sanken die jährlichen HEU-Exporte aus den USA von 700 kg Ende der 70er-Jahre auf deutlich unter 100 kg in den 90er-Jahren.
Pellaud betont, dass RERTR eine rein amerikanische Initiative ist und dort Sinn macht, wo der Einsatz von HEU unnötig ist. Sie stellt jedoch keine internationale Norm dar. Das Nonproliferations-System der IAEO erlaubt den Einsatz von HEU für Forschungszwecke. In den strikte überwachten Forschungsreaktoren beispielsweise in Westeuropa kann der Einsatz von HEU-Brennstoff sehr nutzbringend sein.
Die von Russland erstellten Forschungsreaktoren benötigen üblicherweise Kernbrennstoff, der nur auf 36% Uran-235 angereichert ist. Vinca ist eine Ausnahme: Die IAEO gibt den Anreicherungsgrad mit maximal 80% an.
Quelle
M.S.