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Flösser/in
Der Flösser transportierte zu Flössen verbundene Baumstämme flussabwärts oder über Seen. Auf Flüssen wurde die Flösserei vor allem von Frühling bis Herbst betrieben, wenn der Wasserstand hoch war. Auf Seen bewegte der Flösser sein Floss mit Rudern vorwärts. Seine wichtigsten Gerätschaften waren Seile, Axt und Flosshaken.
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Ein Floss konnte je nach Beschaffenheit des Flusses ganz unterschiedlich konstruiert sein: Wassertiefe bzw. Untiefen, Breite und Windungen des Flusslaufs, Hindernisse wie Felsen, Wehre oder Stromschnellen bestimmten Grösse und Bauart des Flosses. Wenn der Flusslauf dies zuliess, konnten mehrere Flösse zu einem Flosstrain verbunden werden, welcher Längen von bis zu 60 Metern, in Ausnahmefällen sogar noch mehr, erreichen konnte. In ruhigen Gewässern waren Flösse häufig nicht nur Transportgut, sondern auch Transportmittel, die Waren und/oder Personen mit sich führten.
Eine besondere Schwierigkeit war das Steuern der schwerfälligen Flösse. Ruder zur Lenkung waren normalerweise vorne und hinten am Floss angebracht. Gebremst wurde mit dünnen Stämmen, den sogenannten „Sperren“, die man durch Öffnungen im Floss gegen den Flussgrund stemmte. Die Flösserei war ein nicht ungefährlicher Beruf. Trotz der Steigeisen, die die Flösser an den Stiefeln trugen, um auf den schlüpfrig-nassen Stämmen nicht auszurutschen, und trotz grosser Kunstfertigkeit beim Überwinden von Stromschnellen und Wehren, ertranken viele von ihnen oder wurden von den Baumstämmen zerquetscht.
Geschichte
In der Schweiz war die Flösserei jahrhundertelang die wichtigste Transportart für Stammholz. Bau- und Brennholz wurde in den Nadelwäldern der Alpen und Voralpen, des Jura und des Napfgebiets geschlagen. Die Stämme wurden zunächst einzeln den Talflüssen zugeführt: Bei der Trift wurden Wildbäche als Transportkanäle genutzt, entweder bei Hochwasser oder mittels in sogenannten Klusen gestauten Schwemmwassers. Die Stämme konnten aber auch über Holzrutschen (sogenannte Holzriesen) ins Tal gelangen. In den Talflüssen band der Flösser die Stämme zusammen und führte sie den Städten und Dörfern des Mittellandes zu. Insbesondere die Städte hatten einen enormen Bedarf an Holz, die Flösserei diente denn auch in erster Linie deren Versorgung. Früh wurde Holz aber auch exportiert, u.a. in die Rheinlande, ins Rhonetal und in die Poebene. Die wichtigsten Flossstrassen der Schweiz waren Aare, Rhein, Tessin, Rhone und Inn.
Mit der Eisenbahn erwuchs der Flösserei eine Konkurrenz, der sie nicht gewachsen war. Der Niedergang setzte in den 1860er Jahren ein und führte bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts zum weitgehenden Verschwinden der Flösserei. Letzte Reste des in der Schweiz als ausgestorben geltenden Handwerks finden sich aber noch heute: Auf dem Ägerisee werden noch immer Holzstämme geflösst. Statt mit Rudern wird das Floss allerdings mit Motorbooten vorwärts bewegt.
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Literatur
Bundesamt für Kultur: Flössen auf dem Ägerisee, in: Lebendige Traditionen, http://www.lebendige-traditionen.ch/traditionen/00207/index.html?lang=de, abgerufen am 06.10.2014.
Dubler Anne-Marie: Flösserei, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D14055.php, abgerufen am 06.10.2014.
Palla Rudi: Verschwundene Arbeit. Ein Thesaurus der untergegangenen Berufe, Frankfurt am Main 1994, S. 100-102.
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