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"Sei vorsichtig mit dem Rat von jemandem, der seine Vergangenheit mit Brandkalk befleckt hat." Die Worte eines politischen Führers entfesseln die inneren Stimmen eines Vaters und eines Sohnes, die absolut distanziert sind. Sie sind die Stimmen von zwei Generationen. Tristán Díaz Navas ist ein ehemaliger Hochsozialist, dessen Sprache und Mobilität durch Schlaganfall gestohlen wurden. Ernesto, sein Sohn, ist ein Journalist in der permanenten Krise in den vierziger Jahren und gefangen im Netz unerfüllter Träume einer Spinne. Sie haben seit Jahren nicht mehr miteinander gesprochen.
Beide zeichnen ihre jeweiligen Biografien parallel, reisen in die Kindheit und Jugend und stellen gleichzeitig die Krämpfe dieser aktuellen Zeit der Erregung dar.
In Cal viva ist das Spanien des Frankoismus und des Übergangs, die Tage der neuen Politik und des (vermeintlichen) Endes des Zweiparteiensystems, das Feuer im Windsor-Gebäude, die Verbrechen der GAL und ETA, die 15M, die Ermordung der Migrantin Lucrecia Pérez, der Sieg der PSOE 1982, der Sturm, der nach der versuchten Sezession Kataloniens durch die Unabhängigkeit ausgelöst wurde...... Und unter seinen Figuren taucht der Folterer Franco's Billy the Child oder Queen Letizia auf.
Daniel Serrano konstruiert eine emotionale Karte, die zweistimmig (und noch ein paar mehr) erzählt wird, und dazu gehören Texte, die in Taschen mit alten Mänteln verloren gehen, Fragmente vergangener Tagebücher und verstreute Chroniken einer Ernüchterung, die dennoch Raum für leuchtende Momente lässt.