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Weidetiere erleiden üble Qualen – nicht nur während der Wolfsangriffe, sondern auch in der Folge davon. Das zeigen verschiedene Studien.
In einigen US-Staaten mit Wolfspräsenz berichten Viehzüchter wiederholt, dass sie bei ihren Kühen nach Wolfsattacken Gewichtsverluste, geringere Trächtigkeitsraten und mehr Krankheitsfälle beobachteten.
Um diese von Wölfen verursachten Auswirkungen auf Kühe genauer zu untersuchen, führten Forscher der Oregon State University zwei Studien durch. Dies, um die gesundheitliche Langzeitfolgen von Wolfsübergriffen auf Kühe zu erforschen.
Bei der Studie 2013 [1] wurden 50 Kühe aus Idaho, die über mehrere Jahre wiederholt Wolfsattacken ausgesetzt waren, an die Forschungsanstalt gebracht. Als Vergleichsgruppe nahmen die Forscher 50 Kühe von ihrer Station in Oregon. Ihre Kühe waren nachgewiesenermassen noch nie mit Wölfen in Kontakt gekommen. Während 2 Monaten wurden die beiden Gruppen vor Ort gehalten, damit sich die Idaho-Kühe an die neue Umgebung gewöhnen konnten. Danach begann der Versuch.
Dabei wurden jeweils Gruppen von 10 Tieren der Idaho- bzw. 10 der Oregon-Kühe in ein separates Gatter, die nebeneinander lagen, geführt. Dann wurde die Präsenz von Wölfen simuliert: mehrere grosse Schäferhunde wurden am Gatter neben den Kühen vorbeigeführt, dazu ertönte Wolfsgeheul und es wurde der Geruch von Wolfsurin in der Nähe der Kühe verbreitet.
Der Studienleiter sagt dazu, Zitat: „Wir haben Fotos gemacht, aber ich wünschte, wir hätten Videos gemacht, um ihre Nervosität wirklich zu zeigen. Die Kühe, die in der Vergangenheit Wölfen ausgesetzt waren, bildeten einen engen Zirkel wie Moschusochsen in einem schützenden Kreis, zusammenstehend und aufgeregt. Unsere Kühe aus Oregon hingegen standen einfach nur ruhig da und fragten sich, was da vor sich ging – eher neugierig als ängstlich. Es war ganz offensichtlich, dass es eine eindeutige Stressreaktion bei den Idaho-Kühen gab. Es wurden auch Messungen durchgeführt, und den Kühen vor und nach der simulierten Wolfsbegegnung die Körpertemperatur, sowie der Stresshormonlevel im Blut gemessen. Diese Werte waren deutlich höher bei den Idaho-Kühen, als bei den Oregon-Kühen. Wir haben die Studie 2013 im Journal of Animal Science veröffentlicht. Weitere Ergebnisse aus dem Jahr 2017 [2], welche dieselben Variablen untersuchten, zeigen, dass bei den Kühen, die den Wölfen ausgesetzt waren, mehr Krankheiten und niedrigere Trächtigkeits- bzw. Empfängnisraten auftraten.„
Die ungesunden Auswirkungen von Wolfsattacken betreffen nicht nur Kühe. Schafhalter berichten, dass trächtige Schafe viel häufiger verlammen nach Wolfsattacken. Oder neugeborene Lämmer in der Folge verhaltensgestört sind, und eingeschläfert werden müssen. Auch die Ernährung der Schafe wird negativ beeinflusst: Der Dauerstress der gealpten Tiere – durch die Wolfspräsenz, aber auch das tägliche Treiben, in und aus dem Nachtpferch – führen dazu, dass die Tiere abmagern, oder sich verletzen. Das Pferchen in der Nacht, ist in mehrfacher Hinsicht ungesund. Krankheiten verbreiten sich schneller, und die Tiere fressen insgesamt weniger. Denn an heissen Tagen ruhen Schafe im Schatten, und würden Nachts Futter fressen, was aber wegen des Pferchens vereitelt wird. So müssen sie hungern. Wölfe sind ungesund. Und alles wird den Wölfen untergeordnet. Es ist zum Verzweifeln.
[1] Cooke, R., et al. (2013). Wolf presence in the ranch of origin: Impacts on temperament and physiological responses of beef cattle following a simulated wolf encounter, Journal of Animal Science 91 (12)
[2] Cooke, R., et al. (2017). Effects of a simulated wolf encounter on brain and blood biomarkers of stress-related psychological disorders in beef cows with or without previous exposure to wolves. Journal of Animal Science 95 (3)