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Tressa ist die weltweit älteste Geflechtfabrik und die Einzige in der Schweiz, die noch Hutgeflechte produziert. Stroh, dieses bescheidene und scheinbar wertlose Material war zwei Jahrhunderte lang Grundlage eines blühenden Industriezweiges im aargauischen Freiamt und seiner Umgebung. Dank Kreativität und grossem Geschick wurden aus dem Stroh, oft in Verbindung mit andern Rohmaterialien (Rosshaar, Seide, Hanf, Baumwolle) nicht nur Gewebe, Spitzen, Ornamente und Garnituren von verblüffender Schönheit hergestellt, welche in der Hutindustrie weltweiten Absatz fanden, sondern auch verschiedenste anderer Geflechte.
Tressa Gebäude
Tressa produziert heutzutage noch immer eine grosse Palette verschiedenster Hutgeflechte, jedoch auch Dekorationskordeln, -litzen, Dekorationsbänder, Schuhnesteln, Kordeln, Patentnesteln, Kernluftröhren etc.
Heute
Damals
1840 gründete Marie Stäger die Stäger & Co. AG, die sich ausschliesslich mit Geflechten für die Hutindustrie befasste. Stäger & Co. AG war ein mittleres Unternehmen in der Freiämter Strohindustrie mit etwa 100 Mitarbeitern.
Ab 1960 verschlechterte sich die Beschäftigungslage in der Hutgeflechtindustrie und es wurde intensiv nach Diversifikationsmöglichkeiten gesucht.
1968 wurde die Geflechtfabrik Mellingen AG übernommen, die ausschliesslich Gummilitzen und Schuhschnüre für Grossverteiler herstellte. In diesem Jahr wurde die Geflechtfabrik Tressa AG gegründet und als Tochtergesellschaft der Stäger & Co. AG in Handelsregister eingetragen.
1970, ein Meilenstein in der Geschichte der Stäger & Co. AG: Die Produktion wurde von Geflechten auf Verpackung umgestellt. Geflechte wurden weiterhin von der Tochtergesellschaft Geflechtfabrik Tressa AG produziert. Allerdings waren es zu jener Zeit keine Hutgeflechte mehr, sondern nur noch Schuhschnüre, Gummilitzen, Giessereiröhrchen, repoussierte Geflechte und Dekorationsartikel.
Die technische Entwicklung verlief bei der Geflechtfabrik Tressa AG sehr erfreulich, weshalb auch eine bessere Auslastung und wieder eine Diversifizierung im Bereich Hutgeflechte wünschbar wurde. Mit der Übernahme der alteingesessenen Firma Jacob Isler & Co. AG, Wohlen, im Jahr 1992 konnte dieses Vorhaben realisiert werden.
2001 wurde die Stäger & Co. AG vom Hauptaktionär verkauft und die Geflechtfabrik Tressa AG wurde als eigenständige Firma weitergeführt. Sie darf sich nunmehr rühmen, die einst blühende Strohindustrie als letzten Betrieb überlebt zu haben. Marie Stäger wäre, wenn sie noch lebte, darüber sehr erfreut.