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Rudolf Reichling gehörte von 1975 bis 1991 dem Nationalrat an. 1987/88 wurde er - wie schon sein Vater Rudolf Reichling senior 50 Jahre zuvor - zum Nationalratspräsidenten gewählt. Von 1954 bis 1962 war er Gemeinderat in seiner Heimatgemeinde Stäfa. Von 1971 bis 1979 sass er für die SVP im Zürcher Kantonsrat. Reichling junior war während Jahren eine der prägenden Figuren der Zürcher SVP. Unter anderem war er Vizepräsident der Kantonalpartei, als Christoph Blocher 1977 an die Spitze gewählt wurde.
Beruflich trat der studierte Agronom in die Fussstapfen seines Vaters und übernahm Ende der 1940er Jahre den elterlichen Rebbaubetrieb in Stäfa. Verbandspolitisch engagierte sich Reichling unter anderem als Präsident des Zentralverbandes schweizerischer Milchproduzenten, des Schweizer Heimatwerks und des Freilichtmuseums Ballenberg. Kulturell engagierte er sich als Präsident der Genossenschaft Theater Kanton Zürich.
In jungen Jahren war Rudolf Reichling zudem ein ambitionierter Ruderer. An den Olympischen Spielen 1948 in London gewann er mit den «Zürcher Seeklüblern» die Silbermedaille im Vierer mit Steuermann. Für Reichling war dies eine grosse Enttäuschung. Das Schweizer Boot war haushoher Favorit, wurde jedoch im Endspurt von den Amerikanern geschlagen.