Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03314.jsonl.gz/3097

Hermann Weyeneth stand bereits bei der Finanzaffäre in den 80er Jahren, der Affäre um die Berner Kantonalbank in den 90er Jahren und bei der ersten Thorberg-Affäre 1993 im Mittelpunkt: Er war es stets, der den Stein ins Rollen brachte und über mehr Informationen verfügte als alle anderen.
Der brilliante Rhetoriker mit Hang zur Gerechtigkeit
Bei der Finanzaffäre ging es um schwarze Kassen, aus denen sich die damaligen Regierungsräte bedienten. Und um Vergnügungsreisen, für welche die Regierungsräte Gelder aus dem Lotteriefonds verwendet hatten. Hermann Weyeneth war damals SVP-Grossrat und erreichte, dass die Immunität der damaligen Regierung aufgehoben wurde und die zuständigen Regierungsräte nicht mehr zu den folgenden Wahlen antraten.
Bei der Affäre um die Kantonalbank in den 90er Jahren gründete Weyeneth als Präsident der Finanzkommission eine Auffanggesellschaft für faule Kredite und half so dem Kanton Bern aus der Bredouille.
Es sei ihm immer um die Gerechtigkeit gegangen, sagt der 70jährige Politiker. Und natürlich liebe er auch das politische Spiel. «Ich bin streitsüchtig, das ist eine Grundvoraussetzung», sagt Hermann Weyeneth im Gespräch mit dem Regionaljournal Bern Freiburg Wallis. Für den ehemaligen Radiojournalisten Heinz Däpp ist klar: Es sind insbesondere seine rethorischen Fähigkeiten, die Weyeneth auszeichnen.
Das Vertrauen der Informanten
Hermann Weyeneth wusste und weiss immer etwas mehr als alle anderen. Bei den beiden Thorberg-Affären - jener um den damaligen Direktor Urs Clavadetscher und jener um den am Montag freigestellten Direktor Georges Caccivio - war es ein Gefängnis-Angestellter, der Weyeneth Informationen zukommen liess.
Die beiden Thorberg-Affären gleichen sich fast aufs Haar: 1993 wurde Urs Clavadetscher freigestellt, weil der den Häftling Bruno Zwahlen bevorzugt behandelte. 2014 musste Georges Caccivio gehen, weil er zwei Insassen duzte und Kontakte zu Drogenprostituierten hatte. «Die Informanten vertrauen Weyeneth, weil sie wissen das er nicht locker lässt, bis alles aufgeklärt ist», glaubt der ehemalige Regionaljournal-Journalist Heinz Däpp.