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Der Schweizerische Bankpersonalverband (SBPV) fordert 2 Prozent mehr Lohn für mindestens die Hälfte der Mitarbeitenden im Finanzsektor. Eine Lohnpolitik, die nur auf individuellen Erhöhungen basiere, erhöhe die Personalfluktuation und demotiviere langjährige Mitarbeitende.
Letztere erlebten oft eine Lohnstagnation, teilte der SBPV am Donnerstag mit. Jüngere Mitarbeitende dagegen hätten die Möglichkeit, die gewünschten Gehaltssteigerungen mit einem Stellenwechsel zu erzielen. Deshalb müssten insbesondere jene von der geforderten Gehaltserhöhung profitieren, die in den letzten Jahren auf mehr Lohn verzichten mussten.
Der SBPV begründet seine Forderungen mit der guten wirtschaftlichen Situation des Finanzsektors. Schon die Lohnerhöhung im Jahr 2018 habe die günstige Entwicklung im Bankensektor nicht genügend widerspiegelt. Die Branche habe ihre konsolidierten Gewinne 2018 um 4,6 Prozent gesteigert.
Der Verband verweist weiter auf die Schätzungen der Expertengruppe des Bundes, die von einer Inflation von 0,5 Prozent und einem Anstieg der Produktivität um 1 Prozent im Jahr 2019 und 1,7 Prozent im Jahr 2020 ausgeht. Zudem hätten Untersuchungen der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich gezeigt, dass Unternehmen vor allem im Finanzsektor Geld verdienen.
Die aktuellste, im vergangenen Juni veröffentlichte Lohnumfrage des SBPV hatte gezeigt, dass im Vergleich zu den internationalen Wettbewerbern und zu anderen Branchen in der Schweiz ein alarmierend hoher Anteil der Bankenmitarbeitenden frustriert ist. Nur sechs von zehn Bankangestellten sind mit ihrem Fixlohn zufrieden.
37 Prozent der befragten Personen fühlen sich nach der Arbeit leer und ausgebrannt. Über ein Drittel der Befragten empfinden ihre Arbeit als oft frustrierend, ein Viertel kann sich in seiner Freizeit nicht richtig erholen und 26 Prozent haben Angst um ihre berufliche Zukunft.
(AWP)