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chem.
Verbindungen von
Kohlenstoff mit
Wasserstoff. Es giebt kein anderes Paar von Elementen, das
eine so große Zahl von verschiedenen
Verbindungen untereinander bildet, wie diese beiden. Der einfachste
und zugleich wasserstoffreichste
Kohlenwasserstoff ist das
Sumpfgas, CH4 (s. Methan).
Alle übrigen Kohlenwasserstoffe enthalten zwei oder
mehr
Kohlenstoffatome.
Ihrer Zusammensetzung nach teilt man die in verschiedene homologe Reihen ein (s.
Homologie). Die Kohlenwasserstoffe der
ersten Reihe z. B. sind die
Äthane (s. d.), die gesättigten oder Grenzkohlenwasserstoffe, CnH2n+2,
weil sie den höchstmöglichen Wasserstoffgehalt besitzen. Es folgen dann die ungesättigten Kohlenwasserstoffe, zuerst
die
Alkylene (s. d.), CnH2n, darauf die Reihe CnH2n-2 u. s. w.
über die Bezeichnung der einzelnen
Glieder
[* 2] giebt folgende
Tabelle Auskunft:
Die
Namen der höhern
Glieder werden nach der Anzahl der
Kohlenstoffatome mit Hilfe der griech. Zahlwörter
und charakteristischer Endsilben gebildet. Es ist zu bemerken, daß die Zahl der Kohlenwasserstoffe größer ist,
als aus der
Tabelle hervorzugehen scheint, indem es verschiedene isomere Kohlenwasserstoffe giebt. Eine besondere
Stellung nehmen die Kohlenwasserstoffe ein,
deren
Kohlenstoffatome zu einem
Ring zusammengetreten sind. Dies ist z. B. der Fall bei den Naphthenen,
welche die Zusammensetzung Cn2n haben, sich von den
Alkylenen aber dadurch unterscheiden, daß sie mindestens 6
Kohlenstoffatome
haben, die einen sechsgliedrigen
Ring bilden. Ebenso nehmen die Kohlenwasserstoffe
Benzol, C6H6, Naphthalin, C10H8,
Anthracen und
Phenanthren, C14H10, eine selbständige
Stellung ein, da sie als Anfangsglieder eigener homologer
Reihen und Stammsubstanzen der zahllosen aromatischen
Verbindungen zu betrachten sind.
Die kohlenstoffärmsten
Glieder der Kohlenwasserstoffe sind
Gase,
[* 3] die folgenden farblose, schwach, aber charakteristisch riechende Flüssigkeiten,
die leichter als Wasser sind und sich nicht mit demselben mischen, sondern obenauf schwimmen. Die Siedepunkte steigen mit
steigendem Kohlenstoffgehalt. Die höchsten
Glieder sind feste krystallisierende Körper, deren Schmelzpunkte
ebenfalls mit steigendem Kohlenstoffgehalt ansteigen. Die Kohlenwasserstoffe sind alle brennbar und bilden bei der
VerbrennungKohlensäure und Wasser.
Mit Hilfe der
Spektralanalyse
[* 4] hat man die Entdeckung gemacht, daß die
Masse der
Kometen
[* 5] zum
Teil aus Kohlenwasserstoffe besteht. Auf der Erde
erzeugen diePflanzen gewisse Kohlenwasserstoffe, die
Terpene, die den
Hauptbestandteil der ätherischen Öle
[* 6] ausmachen.
Sehr häufig finden sich Kohlenwasserstoffe als Zersetzungsprodukte verwesender organischer
Substanzen. Das natürliche Petroleum besteht
ebenfalls aus Kohlenwasserstoffe.
Andere kommen als feste
Mineralien
[* 7] vor, wie z. B. Ozokerit. Zu ganz ähnlichen Produkten wie die Verwesung
führt die
trockne Destillation.
Die gasförmigen Kohlenwasserstoffe, die man fast ausschließlich auf dem Wege der trocknen
Destillation herstellt, werden zu Heiz- und Beleuchtungszwecken
benutzt
(Leuchtgas,
Ölgas).
[* 12]
Niedrig siedende flüssige Kohlenwasserstoffe, wie man sie aus den natürlichen Petroleumquellen und aus dem
Steinkohlenteer
gewinnt, werden als Lösungsmittel und Fleckwasser in großen Mengen verbraucht. Die höher siedenden,
aber noch leicht flüssigen natürlichen Kohlenwasserstoffe dienen als Petroleum,
Solaröl u. s. w. wieder Heiz- und Beleuchtungszwecken,
die schwerer flüssigen als Schmiermittel für
Maschinen und Waffen
[* 13] an
Stelle von Fetten. Auch bei der Herstellung von Salben
werden neuerdings die Fette durch Kohlenwasserstoffe, die dasVaselin bilden, verdrängt. Ebenso ist es bei der Kerzenfabrikation,
[* 14] wo man feste in Form von Paraffin häufig benutzt.
Endlich sind noch
Benzol, Naphthalin und
Anthracen, die sog. aromatischen
Kohlenwasserstoffe, zu erwähnen, die von der chem.
Industrie zu künstlichen Farbstoffen und Heilmitteln verarbeitet werden.