Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/136270

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird gebeten, in einer Studie die volkswirtschaftlichen Effekte des genossenschaftlichen Wohnungsbaus und speziell die Auswirkungen auf die Sozialbudgets der Gemeinden, Städte und Kantone darzustellen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bund arbeitet im Rahmen der Wohnraumförderung eng mit Wohnbaugenossenschaften und anderen gemeinnützigen Bauträgern zusammen. Es wäre deshalb von öffentlichem Interesse, die volkswirtschaftlichen Effekte des genossenschaftlichen Wohnungsbaus zu kennen. Die Beantwortung der Fragestellung und die Durchführung der gewünschten Untersuchung stösst jedoch auf verschiedene Hürden. Erstens macht der Anteil der Genossenschaftswohnungen am Bestand der bewohnten Wohnungen in der Schweiz lediglich etwa 4 bis 5 Prozent aus. Auch unter Einbezug des Wohnungsbestandes weiterer gemeinnütziger Bauträger bleibt der Marktanteil zu gering, als dass in einer landesweiten Betrachtung nachweislich volkswirtschaftliche Effekte zugeordnet werden könnten. Zweitens würde die Studie voraussetzen, dass die dafür notwendigen statistischen Grundlagen zur Verfügung stehen. Seit der Neukonzeption der Gebäude- und Wohnungszählung sind die Eigentümer der Wohngebäude und Wohnungen nicht mehr bekannt. Über Umwege ist es zwar möglich, den Wohnungsbestand der Wohnbaugenossenschaften annäherungsweise zu eruieren und über die Verbindung mit dem Personenregister auch Kenntnisse über die Bewohnerschaft zu erhalten. Allerdings werden auch dann die für den angeforderten Bericht zentralen Angaben zur wirtschaftlichen und sozialen Situation der Haushalte in Genossenschaftswohnungen fehlen. Drittens stellen sich verschiedene methodische Fragen, besonders bezüglich Abgrenzung der Effekte und Einbezug der Opportunitätskosten.</p><p>Aus den genannten Gründen ist die Machbarkeit der verlangten Studie nicht gegeben. Weil wie erwähnt jedoch ein öffentliches Interesse an besseren Kenntnissen besteht, wird sich das Bundesamt für Wohnungswesen im Rahmen seiner Forschungstätigkeit der methodischen Fragen und der statistischen Grundlagen annehmen und abklären, ob allenfalls in einem Kanton oder in einer Stadt die Wirkungen des genossenschaftlichen Wohnungsbaus beispielhaft aufgezeigt werden können.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.