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Alle Studierenden an der Pädagogischen Hochschule Schaffhausen verfassen im Rahmen ihrer Ausbildung eine Bachelorarbeit. Die Bachelorarbeit setzt sich zusammen aus dem im Verlaufe der Ausbildung individuell erarbeiteten Portfolio, das in Form eines Präsentationsportfolios zu 6 von 10 Standards zur Bewertung eingereicht wird, und der Vertiefung einer Thematik in Form einer schriftlichen Arbeit (Vertiefungsarbeit).
Das Portfolio und die Vertiefungsarbeit bilden zusammen die Bachelorarbeit und ergeben gemittelt die Note für das Diplom. Die Note der Bachelorarbeit und das Thema der Vertiefungsarbeit werden im Diplomzeugnis unter «Bachelorarbeit» aufgeführt.
Ziel
Mit der Bachelorarbeit weisen die Studierenden nach, dass sie in der Lage sind, selbständig berufstheoretische und berufspraktische Erfahrungen und Erkenntnisse zu erfassen, zu reflektieren und nach wissenschaftlichen und didaktischen Kriterien zu bearbeiten.
Zeitumfang
Zur Erstellung der Bachelorarbeit (Vertiefungsarbeit und Portfolio) stehen insgesamt 270 Stunden (9 CP-Punkte) zur Verfügung.
Portfolio – ein Instrument der individuellen Lernbegleitung
Das Portfolio ist eine selektiv zusammengestellte Sammlung von Aufzeichnungen und Reflexionen verschiedenster Art, welche die Arbeit und den Fortschritt der Autorin oder des Autors in verschiedenen Kontexten und über eine längere Zeitspanne dokumentiert. Es zeigt auf, dass die Ausbildungsstandards angestrebt und auf dem Niveau einer in den Beruf einsteigenden Lehrperson erreicht worden sind.
Aus dem Portfolio, das zunächst eine breite Sammlung von interessanten Texten, Begebenheiten und Reflexionen umfasst, entsteht durch Verdichtung, Vertiefung und Umgestaltung das (abzugebende) Präsentationsportfolio zu ausgewählten sechs Standards. Das Portfolio gibt so einen Einblick in die Entwicklung und Erweiterung von Erkenntnissen im Laufe des Studiums. Durch zwei geführte Portfolioeinträge in den ersten zwei Semestern werden die Studierenden in die Portfolioarbeit eingeführt.
Das Portfolio ist eine Einzelarbeit im Umfang von 30 - 50 Seiten, gegliedert in sechs Einträge. Zu jedem Eintrag kann ein Anhang von illustrierenden Materialien beigefügt werden. Das Portfolio wird durch den Mentor bzw. die Mentorin des Diplomstudiums begleitet und bewertet.
Vertiefungsarbeit – eine Spezialisierung auf einen Forschungsgegenstand/ein Projekt
In der Vertiefungsarbeit wird eine pädagogische oder didaktische Thematik bearbeitet. Die Autorin/der Autor erlangt in diesem Teilbereich eine Expertise, welche in Form einer schriftlichen Arbeit dokumentiert wird. Die Vertiefungsarbeit kann als Einzelarbeit oder auch als Partnerarbeit geleistet werden. Bei der Teilnahme an einem laufenden Projekt Forschung und Entwicklung der PHSH ist auch eine Pool-Gruppe von mehreren Studierenden zu einem gemeinsamen Thema erwünscht. Die Vertiefungsarbeit hat einem Umfang von 20 bis 30 Seiten, bei Partnerarbeiten 30 bis 40 Seiten. Es kann ein Anhang beigefügt werden. Bei Gruppenarbeiten legen die Forschungsverantwortlichen den Umfang fest. In der Regel wird hier eine Publikation angestrebt.
Die Vertiefungsarbeit wird durch einen Dozenten oder eine Dozentin der PHSH begleitet. Der Bereich Forschung und Entwicklung, die Fachgruppen bzw. die Dozierenden stellen mögliche Themen vor. Die Studierenden können auch eigene Themenvorschläge einbringen.
Überblick über die Bachelorarbeit an der PHSH
Vertiefungsarbeit: Themenbereiche
Künstlerisch/gestalterische Arbeit
Studierende mit besonderen Fähigkeiten und Interessen an gestalterisch kreativen Prozessen erhalten hier die Möglichkeit, ein konkretes Projekt in einer Einzel- oder Partnerarbeit im schulischen Umfeld oder im Freizeitbereich zu planen, durchzuführen und zu evaluieren. In den Fachbereichen Musik, Bildnerisches Gestalten, Werken und Theater soll damit ein Repertoire an Projektideen, Materialien und Organisationsformen aufgebaut werden.
Projektpräsentationen im Jahresrhythmus bringen diese Arbeiten an die Öffentlichkeit und bilden einen wesentlichen Anteil am kulturellen Leben der PHSH.
Beispiele:
- Konzeption und Durchführung eines musiktheatralen Konzepts mit Komposition der Bühnenmusik
- Konzeption und Durchführung eines Theaterprojekts mit vorhergehender dramaturgischer Arbeit am Text
- Improvisationsformen und ihre Verdichtung hinsichtlich einer Präsentation: Auf der Gratwanderung zwischen Freiheit und Verantwortung.
- Ein Bilderbuchprojekt: Konzeption und Gestaltung von Text und Bild. Reflexion der schulischen Einsatzmöglichkeiten.
- Ein Buchprojekt: Kollektives Schreiben mit Schülern (z. B. „Klassenkrimi“)
- Kollektives bildnerisches Gestalten im zwei- oder dreidimensionalen Raum. Konzeption, Durchführung und Analyse.
- Design und Funktionalität: Gestaltungsaufgaben im Schnittbereich Kunst/Technik.
Arbeit im Bereich Forschung und Entwicklung
Studierende setzen in diesem Bereich Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der PHSH fort. Sie profitieren von der Wissens- und Methodenbasis und spezialisieren sich auf einen Teilbereich, den sie eigenverantwortlich bearbeiten. Die Dozierenden der aktuellen Forschungs- und Entwicklungsprojekte informieren über mögliche Teilthemen (Vertiefungen/Ausweitungen/Spezialisierungen). Neben individuellen Akzentuierungen sind in diesem Bereich auch Partner- oder Gruppenarbeiten sinnvoll - die PHSH ist interessiert daran, dass Forschungs- und Entwicklungsvorhaben auch in eigenen Pool-Gruppen weiter bearbeitet werden. In der Regel wird hier als Produkt der Arbeit eine Publikation angestrebt.
Laufende Forschungsvorhaben an der PHSH sind:
- «Everybody should speak American, right» (Englisch als Lingua Franca im Klassenzimmer) mit L. Loder Büchel
Beispiele weiterführender Fragestellungen: Wie viel Englisch können Kinder vor der Schule? Ergeben unterschiedliche Zeitpunkte des Beginns von Englischunterricht in der Primarschule unterschiedliche Niveaus am Ende der obligatorischen Schulzeit?
- Handlungsstrategien bei schwierigen Situationen von Junglehrpersonen im Umgang mit Eltern. (M. Funke)
Beispiele weiterführender Fragestellung: Selbstcoaching vor Elternabenden; Musterverläufe von Elternabenden analysieren.
- Lernkisten zwischen «pure exploratory learning» und «guided exploratory learning» (A. Loosli-Locher)
Beispiele weiterführender Fragestellungen: Verschiedene Formen von handlungsorientiertem Unterricht auf dem Prüfstand.
- Verständliche Sachtexte für alle Kinder durch Binnendifferenzierung (M. Kübler)
Beispiele weiterführender Fragestellungen: Verständliches Erzählen im Kindergarten; Geschichten erzählen im Kindergarten mit vielen fremdsprachigen Kindern. Binnendifferenzierende Sachtexte zu verschiedenen Lehrplanthemen.
Themen im Bereich der Richtlinien PHSH
Studierende können in Absprache mit der betreuenden Dozentin/dem betreuenden Dozenten auch eigene Themen in Einzel- oder Partnerarbeiten verfolgen. Die PHSH gibt dabei den Rahmen vor durch die Richtlinien von Forschung und Entwicklung:
- Unterricht und Schulentwicklung
- Entwicklung und Denken von Kindern
- Professionsentwicklung: Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften
Leitung
Gerhard Stamm