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Mit wem sind Sie in Ihrem Leben unterwegs, in grossen Gruppen, mit einem Partner, einer Partnerin oder in einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter? Entscheiden Sie, mit wem Sie unterwegs sind, oder entscheiden dies die Umstände?
Gedanken zu Weihnachten von Hanni Rüegg
Vielleicht machen Sie es wie die Hirten aus der christlichen Weihnachtsgeschichte und machen sich zusammen mit einer grösseren Gruppe auf den Weg, aber erst wenn Ihnen jemand dazu rät oder Sie dazu auffordert. Die Hirten erschraken über die Situation, als Engel plötzlich mit dieser unglaublichen Geschichte zu ihnen kamen, waren aber genug neugierig, um ihre Herde zurückzulassen und sich auf den angezeigten Weg zu machen. Sie nahmen Geschenke mit, gerade das, was verfügbar war. Sie wussten noch nicht genau, was sie am Ziel erwartet, es musste aber etwas Grosses, Schönes sein. Soviel war ihnen bewusst. Sie machten sich schnell auf, ohne noch lange zu diskutieren. Sie kannten den von den Engeln erklärten Weg.
Manchmal gibt es auch Lebensabschnitte, da muss man zu zweit unterwegs sein, wie Maria und Josef. Eigentlich wäre es angezeigt, hochschwanger wie Maria war, daheim zu bleiben und sich mit der neuen Lebenssituation, der Geburt eines Kindes, auseinanderzusetzen. Maria und Josef aber wurde vom römischen Kaiser befohlen, sich an ihrem Heimatort in Listen eintragen zu lassen, damit die Obrigkeit wusste, wie viele Menschen zum grossen römischen Reich gehörten. Sie nahmen den beschwerlichen Weg gemeinsam unter die Füsse, oder wie die Bibel berichtet, soll Maria auf einem Esel geritten sein. Ihr Ziel war bekannt, sie mussten in das entfernte Bethlehem wandern, den Heimatort von Josef. Dort angekommen merkten sie, dass sie nicht die Einzigen waren, die nach Bethlehem gekommen waren. Viele Menschen hatten auch dieses Ziel. Darum gab es keinen Schlafplatz mehr in den Herbergen, und die beiden mussten mit einem Stall, vielleicht auch einer Stallhöhle vorliebnehmen. Sie haben sich so gut es geht behaglich eingerichtet und waren damit zufrieden.
Oder sind Ihnen die drei Könige am nächsten, die mit Voraussicht die Sterne beobachteten, um dann einem dieser Sterne zu folgen? Von weit her sahen sie das Licht und deuteten es so, dass sie diesem einen hellen Himmelskörper folgen sollten. Sie verliessen ihre Heimat, die gewohnte Umgebung, und machten sich auf. Sie erwarteten, am Ziel einen König, einer der ihren zu finden, die Geschenke waren entsprechend kostbar. Der Stern, der ihnen als Orientierung diente, stand jede Nacht am Himmel. Die drei deuteten das Zeichen am Himmel gemeinsam und navigierten gekonnt nach den Sternen. Es war schön, diesem Licht zu folgen, mit der Gewissheit, am Ziel eine Kostbarkeit zu finden.
In allen drei Episoden waren Menschen miteinander unterwegs, sie verliessen ihre Komfortzone, um an ein neues Ziel zu kommen. Sicher profitierten sie gegenseitig von den Stärken des anderen und konnten die Schwächen des Einzelnen zusammen ausgleichen.
Im Lied «Wir sind zusammen unterwegs» (rise up 222) wird in vielen Sprachen ebendies besungen. Wir, die Menschen aus nah und fern, sind gemeinsam auf dieser einen Welt zusammen unterwegs. Es wäre schön, wenn wir von den Stärken des Nachbarn profitieren könnten und gemeinsam die Schwächen des andern auszugleichen versuchten.
Die reformierten Kirchgemeinden von Zollikon und Zumikon werden einen neuen Weg zusammen gehen. Gemeinsam unterwegs sein, auf ein Ziel zu, das nicht genau definiert werden kann, aber mit Sicherheit ein Ziel ist, das hilft, die Gemeinschaft zu unterstützen und den Menschen eine Heimat zu bieten.
Ich wünsche Ihnen, mit Menschen, mit denen es sich richtig anfühlt, unterwegs zu sein, mit denen Sie Geborgenheit und Frieden erfahren. Geniessen Sie die kommende Zeit mit viel echtem Kerzenschein und Herzenswärme, sei es daheim oder unterwegs zu einem neuen Ziel.