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Kein Rohschinken, kein Tiramisu, kaum Kaffee – dafür viel Gemüse, Obst und Kalzium: Schwangere können sich kaum retten vor gut gemeinten Ratschlägen.
Viele Schwangere neigen dazu, gleich nach der Bestätigung der Schwangerschaft viel mehr zu essen. Doch der Energiebedarf steigt nur leicht. «Ab dem 4. Schwangerschaftsmonat braucht der Körper ca. 250 kcal mehr als vor der Schwangerschaft», erklärt Sibylle Abt, Ernährungsberaterin am Universitätsspital Zürich. Dies entspricht zum Beispiel einer Scheibe Vollkornbrot mit einem Stück Käse oder einem Apfel und einem Joghurt. In den letzten drei Monaten der Schwangerschaft verdoppelt sich der Mehrbedarf an Kalorien.
Zum Schutz des Kindes und der Mutter sollten Schwangere einige Lebensmittel aus dem Speiseplan streichen. «Rohmilch, Weich- und Halbhartkäse aus roher und pasteurisierter Milch sind genauso wie rohes Fleisch und Fisch aufgrund der Gefahr von Keimen zu meiden», empfiehlt Abt. Und es sollten nicht mehr als zwei Tassen Kaffee pro Tag getrunken werden.
Folgende Milchprodukte können Schwangere bedenkenlos essen: Pasteurisierte, hochpasteurisierte und UHT-Milch, Hartkäse und Extra-Hartkäse aus Rohmilch und aus pasteurisierter Milch ohne Rinde , Joghurt und Sauermilchprodukte, Frischkäse aus pasteurisierter Milch und abgefüllt wie Quark, Hüttenkäse, Streichfrischkäse , pasteurisierte Mozzarella, Ziger, Schmelzkäse, Fondue und andere Speisen mit geschmolzenem oder erhitztem Käse. (lesen Sie unten weiter...)
Bei vegetarischer oder veganer Ernährung muss man darauf achten, genügend Eiweiss, Vitamine wie B12, Mineralstoffe und Omega-3-Fettsäuren aufzunehmen.
Damit eine vegetarische Ernährung ohne Fleisch, Geflügel und Fisch bedarfsdeckend ist, empfiehlt die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung regelmässigen Konsum von Hülsenfrüchten, abwechslungsreiche und vielseitige Ernährung sowie das Ersetzen von Fleisch durch Käse, Eier, Seitan, Tofu, Tempeh oder Quorn.
Bei der veganen Ernährung sind während der Schwangerschaft vertieftes Ernährungswissen und geeignete Nährstoffpräparate wie Vitamin-B12-Tabletten unverzichtbar.
Eiweiss: Tofu, Hülsenfrüchte, Eier, Milchprodukte
Kalzium: in angereicherten Lebensmitteln wie Sojamilch mit Kalzium
Eisen: Tofu, Soja, Schwarzwurzel, Spinat, Erbsen, Kefen, Nüsse. Pflanzliches Eisen wird vom Körper schlecht aufgenommen, Vitamin C fördert die Aufnahme, daher eisenhaltige Lebensmittel mit Orangensaft, Zitronen oder anderen Vitamin-C-haltigen Produkten kombinieren.
Vitamin B12: Nährstoffpräparate wie Vitamin-B12-Tabletten
Zink: Käse, Eier, Haferflocken, Weizenkeime, Roggenkeime, Samen, Kerne, Nüsse
Omega-3-Fettsäure: Rapsöl, Baumnüsse und Baumnussöl, Sojaöl, Leinöl, Mikroalgen