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Belle de jour
Regie: Luis Buñuel
Darst.: Catherine Deneuve, Jean Sorel, Michel Piccoli, Geneviève Page, Francisco Rabal, Pierre Clémenti, Georges Marchal, Françoise Fabian, Maria Latour, Francis Blanche u.a.
Die Pariserin Séverine ist mit dem Arzt Pierre verheiratet, den sie zwar liebt, aber mit dem sie keinen Sex hat. Stattdessen gibt sie sich masochistischen Tagträumen hin, und als ihr Mann sie einmal fragt, woran sie gerade denke, sieht man unvermittelt eine derbe Szene: Séverine wird von zwei Kutschern ausgepeitscht und vergewaltigt, während Pierre zuschaut. Als Séverine von einer Freundin erfährt, dass eine Bekannte zeitweise in einem Bordell arbeitet, ist ihre Neugier geweckt. Sie beginnt unter dem Namen «Belle de jour» nachmittags in dem Etablissement zu arbeiten. Am Abend kehrt sie nach Hause zurück, ohne dass Pierre auch nur das Geringste von ihrer Tätigkeit ahnt. Kompliziert wird es, als einer ihrer Kunden, ein Gangster, sich unsterblich in Séverine verliebt. In schnörkellosen, präzisen Bildern und ganz ohne Musik erzählt Luis Buñuel in abruptem Wechsel zwischen Stimmungen, Träumen und der Wirklichkeit von den erotischen Obsessionen einer in ein strenges Verhaltenskorsett gezwängten Frau aus dem Grossbürgertum, die von Catherine Deneuve mit beängstigender Präsenz verkörpert wird. Inspiriert vom gleichnamigen Roman des französischen Trivialliteraten Joseph Kessel wurde «Belle de jour» zu einem von Buñuels kommerziell erfolgreichsten Filmen. Es war seine erste Zusammenarbeit mit Catherine Deneuve, die sich drei Jahre später in «Tristana» fortsetzte, in der Deneuve erneut als so rätselhafte wie gleichermassen unschuldige und durchtriebene Titelheldin glänzt. Das Drehbuch zu «Belle de jour» verfasste Buñuel mit dem 2021 verstorbenen Franzosen Jean-Claude Carrière, mit dem er noch vier weitere Filme realisierte. Jean Tulard schreibt im Guide des films: «Ein ganz grosser Buñuel und ein Meisterwerk des sadomasochistischen Films, in dem sich Drehbuchautor Jean-Claude Carrière ein Vergnügen aus einer Vielzahl von Anspielungen auf de Sade macht. Die Vermischung von Realität und Fantasien schafft eine traumartige Atmosphäre und vervielfacht die erotische Suggestivkraft dieses Werks, in dem aber alles nur angedeutet wird, so etwa das Kästchen mit dem wunderlichen Gemurmel im Besitz eines asiatischen Freiers. Catherine Deneuve ist auf dem Gipfel ihrer Schönheit.»