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Was taten Nichtfernsehstars vor zehn Jahren, wenn der Bus zu früh abfuhr, die Katze das neue Nassfutter boykottierte oder der eigene Bauch trotz «Power Walking» nicht schrumpfen wollte? Sie haben es jemandem erzählt – oder in ihr Tagebuch geschrieben. Heute bloggen sie, denn ein lustiger Büsi-Film bringt erfahrungsgemäss mehr Leser als ein Beitrag zu «Gender Mainstreaming im Lichte des historischen Materialismus».
Nun werden Blogeinträge zu Alltagsthemen oft als «Katzencontent» subsumiert. Im Text einer Vorlesung über Max Frisch (PDF) fand ich einen hübscheren Ausdruck:
1937 erscheint ein zweites Büchlein, die Erzählung «Antwort aus der Stille», eine weitere existentielle Verwirklichungsgeschichte. Ein misslungenes Stückchen Lebensbewältigungsprosa. Danach verwarf Frisch die Literatur und wählte einen anderen Beruf: Architektur.
Die Lebensbewältigungsprosa ist nicht nur ein eindeutiges, sondern auch ein Schönes Wort. Sie verweist nämlich auf die Macht des Erzählens: Was auch immer geschehen ist, kann niedergeschrieben und damit eingeordnet werden. Ob es nun um die Identität des modernen Menschen geht oder einen abgefahrenen Bus.