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(mmo) Wer die Reise nach Avenches an diesem zweitletzten Oktober-Sonntag unter die Räder genommen hatte, erlebte einen wunderschönen, sonnigen Herbst-Renntag mit angenehmen Temperaturen und abwechslungsreichem Marathon-Programm: Je fünf Trab- und Galopprennen sowie nochmal 5 Pony-Rennen.
Im Hauptereignis des Tages, dem mit 20'000 Franken dotierten Prix de l'Elevage für drei- bis fünfjährige Inländer, hatten die Dreijährigen einen Startvorteil von 25 Metern auf ihre ein Jahr älteren Gegner. Die Fünfjährigen, welche nochmal 25 Meter weiter hinten hätten starten müssen, verzichteten alle auf das Rennen. Nachdem Pensylvania bis in den Einlauf geführte hatte, zollte sie ihren Anstrengungen Tribut und konnte nicht mehr um die drei ersten Plätze mitreden. Als Barbara Schneider ihre Ulycia de Bussy in der Zielgerade nach aussen in Angriffsposition beordert hatte, war die Entscheidung im Handumdrehen gefallen. Die kleine Schwester von Napoléon de Bussy brauchte ihre Reserven nicht anzuzapfen, um die tapfere Vitesse du Val in Schach zu halten. Rang drei holte sich Uka des Chaumes, die eingangs der Zielgerade noch in Tuchfühlung mit der Siegerin war, aber nicht annähernd so schnell beschleunigen konnte.
Die von Jean-Bernard Matthey trainierte Ulycia de Bussy erzielte beim 25. Start den 13. Sieg (den 7. allein in dieser Saison) und wird demnächst die Marke von 80'000 Franken Gewinnsumme knacken.
Die Besitzergemeinschaft des Stalles Tell erlebte mit zwei Schützlingen von Champion-Trainer Miro Weiss einen besonders erfolgreichen Nachmittag. Schon vor der Mittagspause setzte sich der zweijährig Dutch Cape mit Astrid Wullschleger von der Spitze aus leicht vor der tapferen Farha. Kando hielt schon deutlicher geschlagen den dritten Platz.
In der Trophée des 3Ans doppelte dann der St.Leger-Sieger Shisun mit Olivier Plaçais eindrücklich nach. Der Shirocco-Sohn liess Aruaru keine Chance, Auenwind sicherte sich bei seinem Comeback nach langer Pause den dritten Platz. Für Shisun war es beim 9. Start der fünfte Sieg. Hinzu kommt ein dritten Platz im Derby. Damit schraubte er seine Saison-Gewinnsumme (=Lebensgewinnsumme) auf 61'920 Franken - womit er GP St.MOritz-Sieger African Art (57'075 CHF) den Titel des gewinnreichsten Galoppers der Saison 2012 abgeluchst hat.
Und der Stall Tell grüsst im Flach-Championnat hinter dem Ehepaar Kräuliger und Peter Aregger vom dritten Platz!
Zweimal lautete das Motto von Christina Bucher offenbar "doppelt genäht hält besser...". Über 1800 Meter (1.Abteilung des geteilten Rennens, mit nicht weniger als 4 Nichtstartern) verrichtete Tim Bürgin mit Aladin die Führungsarbeit und Aurélien Lemaître zog mit Peter Scottons History am Ende leicht vorbei. Im mit 12'000 Franken dotierten Prix des Milers hatte dann Tim Bürgin mit Sirena vor seinem französischen Kollegen mit dem favorisierten Auenprince das bessere Ende für sich.
Die zweite Abteilung des geteilten Flachrennens liess Top-Favorit All seinen Gegnern keine Chance. Mit dem nach seiner Verletzungspause in blendender Form agierenden Miguel Lopez verabschiedete sich der von Claudia Erni für Kathrin Teuscher trainierte Vierjährige in der Zielgerade von seinen Gegnern. Aikos holte sich ebenso klar vor dem von Charas angeführten Rest den Ehrenplatz.
Im einzigen berittenen Trabrennen der gesamten Avenches-Saison war der französische Gast-Jockey Jeanny Leclet die Attraktion: Und der 67-Jährige (wir hatten über ihn schon im Vorfeld berichtet) liess denn auch nichts anbrennen. Mit dem von Mitbesitzer Pierre-André Juriens trainierten Naufrageur setzte er sich leicht gegen Rattzino durch, in dessen Sattel die fünf Jahre jüngere Anne Laubscher den Senioren-Einlauf perfekt machte. Der Saignelégier-Sieger Olimède de Perron hielt den dritten Platz.