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Wie bei allen Staatsbetrieben und beim Staat ganz allgemein wird den Angestellten in Sachen 2. Säule viel geboten. Im Durchschnitt weit mehr als in der Privatindustrie. Auf Kosten des Steuerzahlers. Die Weltwoche hat ein paar Details zur PK der Post.
Unbeachtet von der Öffentlichkeit verschob die Post ab 2004 rund 2,5 Milliarden Franken in die Pensionskasse ihrer Angestellten (PK Post). Das ist fünfzig Mal mehr, als die Fraumünster-Posträuber seinerzeit erbeutet hatten. Ein Beobachter spricht ironisch vom «grössten Postraub der Geschichte – mit dem Segen des Bundesrats».
Die letzte grössere Beschlagnahmung datiert von 2017. Im Finanzbericht steht, der Stiftungsrat der PK Post habe eine Reduktion des technischen Zinssatzes beschlossen: von 2,25 auf 1,75 Prozent. Auch der Umwandlungssatz sinke: von 5,35 auf 5,1 Prozent.
Diese Verringerung der Jahresrente wollte man ausgleichen. Die Post überwies 100 Millionen Franken an die PK. Hinzu kamen einmalig 400 Millionen zur Erhöhung des Deckungskapitals. Insgesamt zahlte die Post der PK eine halbe Milliarde Franken zur Abfederung des Grundlagenwechsel. (…)
Wer sich für die handwerklichen Details interessiert: Die Post zahlte das Geld zuerst in die sogenannte Arbeitgeberbeitragsreserve der PK. Anschliessend bediente die PK-Leitung ihre Versicherten aus diesem Topf. Von 2004 bis 2014 gingen so insgesamt 1,96 Milliarden Franken von der Post an die PK. Zuerst waren es Jahrestranchen von 350 Millionen Franken, zuletzt solche von 100 Millionen. Für die Jahre vor 2004 fehlen verlässliche Zahlen, weil die Post keine konsolidierte Rechnung führte. Es wäre allerdings keine Überraschung, wenn schon bis 2004 namhafte Beträge geflossen wären. (…)
Die Mittel, die man von 2004 bis 2014 ins Trockene brachte, dürften gut 6 Prozent der Lohnsumme entsprochen haben. Es handelte sich dabei um eine verdeckte, fremdfinanzierte Lohnaufbesserung für das Post-Personal, höchstwahrscheinlich unversteuert, in dem Sinn ein doppelter staatlicher Bonus. Unterstützt wurde die Post-Spitze bei ihren Machenschaften von den Gewerkschaften, die traditionell im Verwaltungsrat des Staatsbetriebs mitreden.
Solche Arbeitnehmervertreter geben sich selten mit Lohnerhöhungen zufrieden, sondern fordern auch bezahlte Arbeitszeitreduktionen. Die Post scheint in dieser Hinsicht ebenfalls grosszügig zu sein. Jeder Post-Mitarbeiter fehlt durchschnittlich zwölf Tage im Jahr wegen Krankheit und Unfall. In der öffentlichen Verwaltung liegt dieser Schnitt gesamtschweizerisch bei 3,6 Tagen. Selbst im körperlich anspruchsvollen Baugewerbe sind es nur 4,2 Tage. Die Post hat hier offensichtlich ein Führungsproblem.