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Für die Schweizer Tennis-Cracks beginnt in Australien und China die neue Saison. Im Mittelpunkt steht Roger Federer, der nach halbjähriger Pause am Hopman Cup in Perth sein Comeback gibt.
177 Tage musste die Tennis-Tour ohne den 17-fachen Grand-Slam-Sieger auskommen. Seit der Fünfsatzniederlage im Wimbledon-Halbfinal Anfang Juli gegen den Kanadier Milos Raonic bestritt Federer kein Spiel mehr. Sein linkes, im Februar 2016 am Meniskus operiertes Knie zwang den 35-jährigen Baselbieter zur Pause und zum Verzicht auf seine fünfte Olympia-Teilnahme sowie die restlichen Turniere 2016 auf der ATP-Tour.
Wie sehr ihn die Tour und in erster Linie die Fans weltweit vermisst hatten, zeigte sein öffentliches Training letzte Woche in der Perth Arena. Rund 6000 Zuschauer kamen, um den Maestro im Alltag zu bewundern. Wie überall auf der Welt geniesst Federer auch in Australien enormen Support. Zwölf Mal erreichte der Baselbieter am Australian Open die Halbfinals (4 Titel), 2004 erklomm er in Melbourne erstmals den Tennis-Thron, die letzten drei Saisons eröffnete er das Jahr jeweils in Brisbane, wo er 2015 seinen 1000. Sieg auf der Tour feierte.
Während seiner längsten Abwesenheit von der Tour in seiner Karriere war der Rücktritt für Federer nie ein Thema gewesen, wie er in diversen Interviews in den letzten Wochen immer wieder bekräftigte. "Ich hoffe, dass ich noch zwei, drei Jahre weiterspielen kann und nicht bloss sechs Monate. Meine gedanklichen Planspiele sind langfristig. Nur wenn ich danach gefragt werde, denke ich überhaupt über Dinge wie einen Rücktritt nach", so Federer.
Die Teilnahme am Hopman Cup mit Belinda Bencic (WTA 43) garantiert ihm mindestens drei Einzel-Partien, zudem wird er zusammen mit der 19-Jährigen aus Wollerau auch dreimal im Mixed antreten. Letztmals hatte Federer 2002 mit seiner heutigen Frau Mirka am Team-Wettbewerb teilgenommen, ein Jahr zuvor hatte er an der Seite von Martina Hingis den Hopman Cup gewonnen. Erstmals seit 2002 beginnt Federer eine Saison ausserhalb der Top Ten, aufgrund seiner Pause fiel er im Ranking auf Position 16 zurück.
Wie fit Federer zurückkehren wird, weiss nicht einmal er selbst. "Ich weiss nicht, was ich von mir selbst erwarten soll", sagte er gegenüber der "New York Times" mit Blick auf das Australian Open, an dem er im letzten Jahr im Halbfinal an Novak Djokovic gescheitert war. "Die Zuschauer werden nicht wissen, was sie erwarten können, und mein Gegner wird auch keine Ahnung haben, was er erwarten soll." Federer freut sich aber auf das erste Highlight des Jahres: "Andy Murray als neue Nummer 1, Novak Djokovic, der seinen Traum vom Karriere-Grand-Slam realisiert hat, Rafael Nadal, der immer noch da ist, und mein Comeback: Ich bin sicher, dass der Jahresbeginn episch wird."
Wawrinka in Brisbane, Schweizer Trio in Shenzhen
Zu den Mitfavoriten in Melbourne wird auch Stan Wawrinka (ATP 4) gehören. Der US-Open-Sieger beginnt erstmals eine Saison am Turnier in Brisbane. Der 30-jährige Romand ist am Event an der Ostküste hinter Milos Raonic als Nummer 2 gesetzt. Die letzten acht Jahre hatte Wawrinka seine Saison in Chennai eröffnet - mit Erfolg. Viermal gewann der Australian-Open-Sieger von 2014 das Turnier in der indischen Metropole.
Timea Bacsinszky (WTA 15), Viktorija Golubic (WTA 57) und Stefanie Vögele (WTA 115) eröffnen das neue Tennis-Jahr im chinesischen Shenzhen, wobei Vögele mit der Qualifikation für das Hauptfeld ihren ersten Erfolg 2017 bereits verbuchen konnte.
SDA-ATS