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Meine Philosophie (auf den Punkt gebracht).
Einführung. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Vorurteile die Leute gegenüber der Philosophie haben (dabei gibt es sie doch schon seit über 2500 Jahren, und sie war an vielen bedeutenden kulturellen Entwicklungen mitbeteiligt [inkl. Wissenschaft, Demokratie, Völkerbund (UNO), u.v.a.]*). Vielleicht hatte ich früher auch Vorurteile - ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wie ich über die Philosophie dachte, bevor ich mich mit ihr beschäftigt habe (vielleicht habe ich auch gar nichts über sie gedacht, weil ich eigentlich gar nichts von ihr gewusst habe [man kann einen Begriff im Gedächtnis haben, ohne irgendetwas Wesentliches darüber zu wissen oder davon zu denken]). Niemand hätte in meiner früheren oder späteren Jugendzeit gedacht, dass ich einmal ein philosophischer Schriftsteller werden würde - aber: wie das Leben manchmal so spielt. Ich begann etwa im Alter zwischen 27-30 Jahren damit, mich mit philosophischer Literatur zu beschäftigen (nachdem ich in der Gymnasialzeit bereits New-Age-Literatur [Capra, Fromm, Jonas, Sheldrake, Vester] und existentialistische Belletristik [Camus, Sartre] gelesen hatte, ohne mir bewusst zu sein, dass dies irgendwie auch schon zur Philosophie dazugehörte und damit zu meinen allerersten Erfahrungen mit der Philosophie gehörte: für mich war das damals eher bloss Bestseller- und Populärliteratur, und tatsächlich war das eine Zeit, in welcher Philosophie zu dieser gehörte, was man von der heutigen Zeit wohl nicht mehr sagen kann [gerade der Existentialismus hatte überhaupt einen grossen Einfluss auf die Intellektuellen in der Schweiz (auch auf Frisch, dessen berühmtestes Buch 'Homo Faber' fast eine Version von 'L'Étranger' ist, und Dürrenmatt, notabene)]. In der Folge gehörte ich sowohl zur letzten Generation der reinen Bücherphilosophen wie auch zur ersten Generation der Internetphilosophen [ich glaube, dass es im heutigen Internetzeitalter gar niemandem mehr in den Sinn kommt, in dieser Intensität und Quantität**, wie ich das gemacht habe, all die alten Klassiker selber zu lesen: Man macht sich vermutlich auch eine falsche Vorstellung von einem Philosophiestudium an der Universität, wenn man denkt, dass die Studenten der Philosophie in rauen Mengen alte Klassiker lesen würden: ein Philosophiestudium funktioniert vermutlich anders, und doch ist es v.a. diese 1:1-Lektüre, welche einem den Geist eines Philosophen näherbringt]). Was aber ist Philosophie überhaupt? Vielleicht oder vermutlich fängt bei der Erklärung dessen, was Philosophie ist (grch. philein: lieben, sophia: Weisheit), schon die ganze Schwierigkeit der Philosophie an. Für mich ist Philosophie (v.a.): Ideengeschichte und Weltbegründung. Die Ideengeschichte zeigt uns, wie verschiedenste Ideen im Lauf der Kulturgeschichte der Menschheit zu unserer heutigen Zeit geführt haben. Die Weltbegründung kann uns zeigen, dass die Dinge, die da sind, durchaus eine metaphysische Bedeutung und einen metaphysischen Sinn haben und machen können (das heisst, eine Bedeutung und einen Sinn, welche hinter und zwischen aller Physik der Dinge der Welt steht). Meine Philosophie entspricht einer phantastischen Reise durch die Ideengeschichte(n) und die Weltbegründung(en). Dabei habe ich schon früh damit angefangen, ein eigenes philosophisches System zu erwägen (offenbar reichten mir die Ideen und Begründungen der vorhandenen spätmodernen, aus dem 19. und 20. Jahrhundert** stammenden - existentialistischen, kritizistischen und analytischen - Philosophie nicht aus). Meine eigenes philosophisches Weltsystem und eine ausfürliche Beschäftigung mit der Philosophiegeschichte bilden das Fundament meiner Philosophie.
* In der letzten Zeit ist die Philosophie zugegebenermassen ein bisschen schwieriger bis prekärer geworden, etwa oder v.a. mit der existentialistischen, der kritizistischen, der analytischen und der phänomenologischen Philosophie im 19./20. Jahrhundert. Praktisch alle heutigen grossen Richtungen der 'offiziellen' (universitären) Philosophie gehen auf das 19. Jahrhundert oder die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert zurück - personell etwa oder v.a. auf Kierkegaard, Nietzsche, Frege und Husserl. Der Existentialismus spielt heute in der Kunst die bedeutendere Rolle als in der Philosophie - ist dort aber eigentlich übertrumpft worden von Science Fiction und (Dark) Fantasy. Daneben sieht man kleinere Richtungen, die in der heutigen Spätmoderne meist ebenso rasch wieder vergehen, wie sie gekommen waren (erstaunlich gering ist auch etwa oder sogar der Einfluss der Ökophilosophie geblieben). Im 20. Jahrhundert übernahm die US-Philosophie die führende Rolle von der europäischen Philosophie - sie beruht aber wesentlich auf deutschen Einwandernern (daneben auch auf britischen, transzendentalistischen und pragmatistischen Wurzeln). Die Philosophie hat allgemein an gesellschaftlicher Relevanz verloren - auch oder selbst unter den Intellektuellen und an den Universitäten.
** Dazu gehören etwa - um nur einige der bedeutendsten Namen zu nennen (etwa die 20 bekanntesten Namen seien hier genannt): Aristoteles, Augustinus, Bacon, Descartes, Hegel, Heidegger, Hobbes, Hume, Kierkegaard, Konfuzius, Locke, Montesquieu, Nietzsche, Platon, Rousseau, Sartre, Schopenhauer, Spinoza, Thomas von Aquino, Voltaire - insgesamt umfasst meine bisherige Leseliste über 100 Philosophen (darunter weitere grosse Klassiker, vornehmlich der deutschen und europäischen, oder auch der US-amerikanischen Philosophie). Meistens habe ich vom entsprechenden Philosophen das Hauptwerk gelesen, teils auch weitere Werke; dazu auch rund zehn verschiedene Bücher über die Philosophiegeschichte, viele Internetseiten und -videos zu philosophischen Themen, sowie auch die Grundbücher der grössten Religionen (etwa: Bibel, Koran, Bhagavadgita, Reden des Buddha; weitere christliche Autoren [darunter Barth, Böhme, Eckhart, Küng, Luther, Mayerhofer, Pascal], auch Papst Johannes Paul II. und Dalai Lama Tenzin Gyatso) sowie einige Bücher über die Geschichte der Natur- und Geisteswissenschaften (nebst Sachliteratur [und Belletristik (Schwerpunkte etwa: Andersch, Camus, Chesterton, Dostojewski, Dürrenmatt, Frisch, Hesse, Lötscher, Muschg, Orwell [u.v.a.])]); ein weiteres Spezialgebiet ist auch die Spielphilosophie (mit verschiedenen Autoren).
Anmerkung: Die folgenden, im Text hochgestellten Zahlen beziehen sich auf die Ersterwähnung des entsprechenden Gedankens in meiner Literatur: eine Zusammenstellung davon findet sich weiter unten im Text.
System und Ausrichtung. Braucht der Mensch überhaupt ein Weltbild - oder nicht? Das ist heute durchaus eine strittige Frage - wenn es das nicht schon immer war. Das Faktum dazu ist wohl dieses, dass es immer irgendwelche Weltbilder gibt, und dass sowohl die Religion, wie auch die Philosophie und die Wissenschaft ihre je spezifischen Interessen dafür haben, ein adäquates Weltbild zu präsentieren. Es gibt in der Philosophie auch die rein kritizistische Richtung (und diese war gerade im 20. Jahrhundert sehr stark), aber dies führt uns philosophisch letztlich wohl kaum weiter. Ich hatte im Verlauf meines Lebens das Gefühl, dass ich eigentlich gerne ein Weltbild haben möchte, aber keines hatte (daher habe ich mich auf die philosophische Suche und Reise gemacht). Der erste Philosoph, welcher ein philosophisches Weltbild und/oder -system aufstellte, war Empedokles. Für ihn bestand die Welt aus vier Elementen (Erde, Wasser, Luft, Feuer) und zwei Kräften (Liebe, Streit). Das ist ein Weltsystem bzw. das war das erste eigentliche Weltsystem der Philosophie. Heute sollten wir ein bisschen weiter sein, aber sind wir das wirklich? Die Philosophen haben manch anderes erwogen seither. Und die (offizielle oder universitäre) heutige Philosophie kann und/oder will kein eigentliches Weltsystem mehr anbieten. Ein bedeutender Grund dafür besteht vermutlich in den Enttäuschungen mit den grossen politischen Ideologien (sofern man diese je für sich selber betrachtet und behauptet [(politisches) Christentum, Liberalismus/Kapitalismus, Sozialismus/Kommunismus]), aber das waren ja keine Weltsysteme, sondern eben eigentlich nur politische Systeme. Man kann zwar sagen, dass derjenige, welcher die Welt verändern will, die Politik verändern muss, aber trotzdem sind politische Systeme keine philosophischen Weltsysteme - sondern: sie sind politisch tendenziös (daher bin ich in der Politik letztlich für einen vernünftigen Ausgleich der Tendenzen). Die Politik bestimmte das Weltgeschehen im 20. Jahrhundert, v.a. mit der politischen Auseinandersetzung zwischen dem Liberalismus und dem Sozialismus. Auch die Philosophie ist im 20. Jahrhundert politisch geworden (zumindest ein bedeutender Teil der Philosophie, und in diesem Prozess der Politisierung von mehr oder weniger allem stecken wir immer noch drin [wir merken das heute ganz deutlich und immer wieder: wie hochpolitisch diese Zeit ist (gerade auch 2019 mit den Ökoprotesten und 2020 mit den Coronaprotesten)]). Unser heutiges Weltbild wird natürlich v.a. von der Wissenschaft geprägt - so bedeutend, dass wir offenbar meinen, dass die Wissenschaft schon alles richten wird, und dass wir gar kein (philosophisches) Weltbild mehr benötigen würden. Doch wo bleibt der Mensch in diesem technokratischen Weltbild? Ist ein zukünftiges Weltbild alleine geprägt von den Möglichkeiten und Grenzen von Maschinen, Robotern und Cyborgs? Ein philosophisches Weltbild kann die Bereiche von Religion/Esoterik, Philosophie/Politik und Wissenschaft/Wirtschaft sowie Kunst/Spiel und Medien/Recht - für mich die Grundbereiche der menschlichen Kultur - ausgleichend betrachten. Im 20. Jahrhundert gab es nur wenige Systemphilosophen - ich sehe zwei Namen diesbezüglich im Vordergrund: Nicolai Hartmann (Aufbau der realen Welt: Unorganisches, Leben, Seele, Geist) und Jean Gebser (Strukturmodell der Bewusstseinsentwicklung: Archaisches, Magisches, Mythisches, Mentales, Integrales [vgl. Integrale Theorie]). Beide vertraten ein sogenanntes Schichtenmodell bzw. ein System mit verschiedenen Ebenen, wie ich das auch tue (und schliesse mich also in meiner Systematik philosophiegeschichtlich an diese beiden Philosophen an [wobei die Erhebung von philosophischen Schichtenmodellen historisch eigentlich bis auf Aristoteles zurückgeht]). Meine Systematik vom (Da-) Sein hat fünf verschiedene Dimensionen: (Da-) Sein, Leben, Glauben, (Nach-) Denken und Handeln1 (sowie Gut-Handeln und Nicht-Handeln2 - was dazu unbedingt angefürt werden muss [als gerichtetes bewusstes Tun und bewusstes Nicht-Tun]). In meinem System steht also am Anfang, als Urgrund von allem, das (Da-) Sein - mit der Erklärung von einer Schöpfung vom (reinen) Sein durch Gott ins Dasein3 - und am Ende das Handeln, d.h. das bewusste Tun: das Dasein ist sozusagen das erste Wesentliche der Welt, das Handeln die letzte, bewusst gewählte Tätigkeit des Menschen als Individuum und der Menschen im Kollektiv. Das ist der Sinn dieser Aufstellung (in der Mitte steht das Glauben, wobei ich hier nicht einen bestimmten religiösen Glauben meine, sondern das Glauben allgemein [jeder Mensch glaubt an irgendetwas, oder an verschiedene Dinge, auch Menschen, die sich als nicht-religiös bezeichnen]). Die bedeutendsten Grundsätze in diesem bewussten Tun, dem Handeln, sind für mich - auf einer allgemein menschlichen Ebene - die Sozialgerechtigkeit und die Umweltverträglichkeit4. Daher vertrete ich eine Neuausrichtung der Wissenschaften: die Naturwissenschaften sollen ökologisch, als Natur-, Technik- und Ökowissenschaften, die Geisteswissenschaften soziologisch, als Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften, ausgerichtet werden5. Dies ist für mich die einzige Möglichkeit, wie wir den Problemen der Zukunft adäquat begegnen können.
Weiteres. Auf dem Weg zu meiner Philosophie gab und gibt es natürlich noch viele andere Erwägungen zu diesem und jenem. Das möchte ich aber hier nicht alles anführen, weil es sonst zu ausführlich und die Erfassung des Kerns im Ganzen untergehen würde - daher nur kurz ein paar Erwähnungen (teils sind oben bereits erwähnte Gedanken mitaufgeführt). Die Philosophie habe ich eingeteilt in fünf (Grund-) Gebiete: Metaphysik, Systematik, Logik, Ethik, Politik6. In der Metaphysik habe ich die Frage nach dem Urgrund behandelt: der Urgrund ist das (Da-) Sein7 (Gott tritt in der Religion als Schöpfer vom Sein ins Dasein auf8). In der Logik habe ich die (regressive) Ursache-Wirkungs-Beziehung von der (intentionalen) Grund-Folge-Beziehung unterschieden9: das sind die beiden unterschiedlichen Grundprinzipien der Natur- und der Geisteswissenschaften. In der Ethik habe ich auf die erstaunliche Übereinkunft in der östlichen und westlichen Philosophie der Antike bezüglich der Tugend, welche auf die Mitte zielt, hingewiesen10 (Konfuzius/Aristoteles). In meinen Erwägungen zum Bewusstseinsbegriff habe ich von drei Faktoren des Ur-Bewusstseins gesprochen: Orientierung, Konzentration, Koordination11. Bezüglich der Raum-Zeit der Physik habe ich den Raum und die Zeit wechselseitig definiert: den Raum als Anordnung in der Zeit, die Zeit als Veränderung im Raum12 (so ähnlich zu finden auch bei Schelling [wobei ich das aber selbstständig erarbeitet und erst später ansatzweise auch bei ihm gefunden habe (solches kommt in der Philosophie manchmal vor, weil man ja nicht jedes Werk der Philosophie bis in den hintersten Winkel kennen kann [insbesondere ist mir das auch passiert mit dem Begriff der Weltreligion, welchen ich glaubte, zu begründen, den ich dann aber später bei Morris gefunden haben])]). In der Physik habe ich ferner eine feldtheoretische Ansicht des Daseins erwogen, mit den Faktoren der materiell gebundenen Energie ('Materie'), der organisierenden Feld-Energie ([Energie-] 'Feld') und der freien Energie13 ('Energie' - das entspricht [trotz Ansätzen etwa in der Elektrodynamik] hier einer neuen [feldtheoretischen] Grundansicht der Physik [sie kann hergeleitet werden etwa von der Theorie der morpischen Felder bei Sheldrake]). Bezüglich des in der heutigen Philosophie oft zitierten Leib-Seele-Problems habe ich darauf hingewiesen, dass dieses Problem längst gelöst ist durch die Vorstellung vom dreigliedrigen Menschen (Körper, Seele, Geist14, wie sie u.a. in der Philosophie von Steiner vorkommt, oder auch etwa: Hand, Herz, Kopf nach Pestalozzi - die Vorstellung soll, so habe ich einmal gelesen, ursprünglich von altägyptischen Wanderpredigern um die Zeit Christi Jesu stammen - jedenfalls aus einer alten Zeit [bedeutend ist die Philosophie der Triade allgemein auch im Neuplatonismus (Plotin, Porphyrios, Proklos) und im frühen Christentum (Marius Victorinus, Augustinus); in der selben Epoche trat sie bedeutend auch in der indischen Bhagavadgita auf (im 2. Jh. v. Chr.)]). In der Religion habe ich das Verhältnis zwischen dem Christus und dem kommenden Gesandten der Weltreligion, von welchem in der Esoterik die Rede ist, zu klären versucht. Diese Figur ('Weltlehrer', 'Maitreya') steht für mich - im Gegensatz zur fast gesamten westlichen Maitreya-Rezeption - nicht höher als der Christus (sondern auf der selben Stufe15; zudem bin ich der Meinung, dass diese Figur auch weiblich sein könnte16 [das ist offen (das Geschlecht ebenso wie die Herkunft, notabene) - ebenso wie bei King oder Queen Alpha*]). Ferner habe ich eine neue Himmelsordnung17 erwogen, in sieben verschiedenen Himmeln: vom Himmel des Schlüssels bis zum Himmel des Thrones (dieses Thema wurde seit dem Mittelalter nicht mehr aufgegriffen; ich habe diese Himmelsordnung - im Gegensatz zu früheren Erwägungen zu diesem Thema - direkt aus der Bibel abgeleitet). In den (religiösen) Fragen habe ich eine längere, schwierige persönliche Entwicklung durchgemacht (die während dem Aufbau der eigentlichen Philosophie kontinuierlich und logisch erfolgte [sie führte mich quasi vom Christus über den Maitreya zu Jesus zurück, in welchem ja auch die ganze Weltreligion schon enthalten ist - trotzdem vertrete ich ein eher esoterisches Christentum zwischen Mediation und (auch philosophischer) Meditation]). In der Politik habe ich ein Buch geschrieben zur Schweizer Politik (immerhin das einzige direktdemokratische Land der Welt, und daher für mich auch von philosophischer Relevanz [in diesem Buch habe ich u.a. die Zauberformel18 besprochen [bzw. die Machtverteilung in systematisch-mathematisch-ästhetisch-symmetrisch-politologischer Hinsicht], einen EU-Beitritt der Schweiz mit Sonderstatus zum Schutz der direkten Demokratie vorgeschlagen19 sowie die Einführung der Wahlpflicht zur Aufhebung des Problems der Wahlbeteiligung unter 50% seit den späteren 1970-er Jahren20 (ich habe zu diesem Thema - für mich ist das Thema der Wahlbeteiligung das Grundthema in einer Demokratie überhaupt** - auch einen Offenen Brief an den Bundesrat geschrieben)]). In der Wirtschaft habe ich ein (kleines) Modell für die Weltwirtschaft begründet, in welchem die Produktionsfaktoren (Boden, Arbeit, Kapital) erweitert werden durch Sozialverträglichkeit und Umweltgerechtigkeit: dies ist mein modellhafter Vorschlag zu einer Verbesserung des Wirtschaftssystems bzw. zu einem bewussteren Umgang mit der Weltwirtschaft21 - wir benötigen in Zukunft unbedingt eine sozialgerechtere und umweltverträglichere Wirtschaft]). Schliesslich habe ich zwei verschiedene Zeit- und Epocheneinteilungen begründet: eine kulturgeschichtliche22 und eine astrologische Zeitrechnung23 (zu diesem Thema gibt es bereits verschiedene Rechnungen, ich habe eine neue Rechnung dazu angeführt [im Zentrum steht dabei die Frage nach dem Wassermannzeitalter (in der New-Age-Philosophie)]). Bedeutend ist ferner auch die Kleine Tafel der Philosophen nach Richtungen24 (was vermutlich der erste Versuch überhaupt ist, die gesamte Philosophie in einer Philosophenliste zu kategorisieren). Neue Themen gibt es teils im kommenden bzw. geplanten Buch (u.a. mit Spielphilosophie und Wissenschaftstheorie).
* Diese Figur habe ich in meiner Esoterik - für eine sehr viel fernere Zeit - vom Rastafarianismus abgeleitet, der immerhin wohl bedeutendsten Weltbewegung der Religion im 20. Jahrhundert, in welchem es nicht viele solche Bewegungen gab. Ich stelle mir diese Figur in einer gut abgesicherten Demokratie vor, und auch als Verteidiger oder Verteidigerin derselben, wogegen das Verhältnis der heutigen Referenzfigur, d.i. Haile Selassie, zur Demokratie nicht klar umrissen ist (es gibt von ihm positive, und für das Afrika seiner Zeit sehr fortschrittliche, wie auch eher fragwürdige Aussagen dazu - aber das gab es eigentlich in derselben Art und Weise schon bei Rousseau [heute sind wir - hoffentlich - einen kleinen Schritt weiter (und das wird - hoffentlich - ein grosser Schritt werden in der Zukunft)]). Wir haben natürlich heute, aus unserer heutigen Zeit heraus, grosse Mühe, uns einen demokratischen König oder eine demokratische Königin vorzustellen, aber das heisst nicht, dass dies unmöglich ist für alle Zeit. Die Spätform der Demokratie könnte einer Mischung aus Monarchie/Oligarchie und Demokratie/Anarchie entsprechen, in welcher das Beste aller Grundformen vereinigt wird. (Für die Schweiz ist dieser Gedanke vielleicht weniger bedeutend als für andere Staaten der Welt, die keine direktdemokratische Tradition kennen.) Aber das liegt sehr weit entfernt - wie gesagt. Es wird noch viel Zeit benötigen, schon nur die heute bestehenden Demokratien durch alle Stürme der Zukunft zu sichern. Die Esoterik ist für mich ein Teilgebiet der menschlichen Kultur, und daher beschäftige ich mich - u.v.a. - auch mit diesem Gebiet.
** Es gibt heute viele Menschen, die politisch verunsichert bis desinteressiert sind. Diesen Menschen möchte ich sagen, dass sie trotzdem mindestens wählen gehen sollten zur Unterstützung der Demokratie, des Parlaments und der (demokratischen) Regierung. Ich schlage für alle, die sich keiner Partei fest verpflichtet fühlen vor, so zu wählen, wie es für das System n&oumL;tig erscheint (mein Kriterium ist dabei der vernünftige Ausgleich zwischen den Parteien und Kräften - man kann aber situativ oder überhaupt natürlich auch ein anderes politisches Motiv haben). 'Wir gehen (manchmal) mit unserer Demokratie um, als hätten wir eine zweite im Kofferraum.' (Robert Misik: 'Eine Krise der Demokratie?', Videodokumentation 2013).
Bücher:
Postmoderne Ontologie (2003). Dies ist sozusagen mein philosophisches Grundbuch, in welchem meine gesamte, auch spätere Philosophie bereits vorangelegt ist. Die Systematik vom (Da-) Sein - mit den Dimensionen vom (Da-) Sein, vom Leben, vom Glauben, vom Denken und vom Handeln - ist hier ausführlich dargelegt. Sie bildet das Grundgerüst meiner Philosophie. Dazu gibt es in diesem Buch die breiteste Gedankenübersicht zu anderen Themen, wenngleich einiges später noch etwas besser und reifer ausgearbeitet wurde*. Die bearbeiteten Themen umfassen u.a. die Bereiche der Philosophie, Theologie, Psychologie, Physik, Mathematik, Biologie, Soziologie, Ökonomie, Esoterik, Astrologie. [612 Seiten.]
* Meine Philosophie entspricht ja nicht - wie es in der heutigen spezialisierten Philosophie eigentlich üblich ist - einer Bücherreihe zu verschiedenen Spezialthemen, sondern einer fortwährenden Weiterentwicklung einer generalisierten Philosophie (und daher habe ich auch in jedem Buch eine übersichtsmässige Zusammenfassung gegeben vom aktuellen Stand meiner [Gesamt-] Philosophie [so wie ich das auch auf dieser Webseite hier tue]).
Politika 2000+ (2016). In diesem Buch gebe ich Anregungen für die (Schweizer) Politik, anhand eines 13-Punkte-Programms (welches ursprünglich als Parteiprogramm für eine neue Partei gedacht war, welche dann aber nicht gegründet wurde [stattdessen flossen die entsprechenden Ideen in dieses Buch ein]). Zentrale Punkte sind etwa: EU-Beitritt mit Sonderstatus (zum Schutz der Direkten Demokratie), Allgemeine Anerkennung der Sozialen Marktwirtschaft - evtl. mit einer Festlegung des Begriffs in der Bundesverfassung als offizielle Bezeichnung der Wirtschaftsordnung - oder Wahl- und Stimmpflicht für Schweizer sowie Wahl- und Stimmrecht für Ausländer. [124 Seiten.]
Vom Sein, vom Wahren und vom Guten (2017). In diesem Buch, welches als mein Hauptwerk deklariert ist, gebe ich einen Überblick über meine Gedanken zur Philosophie, Religion und Wissenschaft. Mit einer Verfeinerung meiner Systematik vom (Da-) Sein (sowie weiteren philosophischen Überlegungen zur Metaphysik, Systematik, Logik, Ethik und Politik), einer Maitreya- und Alpha-Rezeption in der Weltreligion sowie meinen Postulaten von der Soziologie als Führerin der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie der Ökologie als Führerin der Natur-, Technik- und Ökowissenschaften. Meine Philosophie zielt damit letztlich auf eine soziologische und ökologische Ausrichtung in den Wissenschaften. [144 Seiten.]
Geschichte der Philosophie (2018). In diesem Buch liefere ich eine Darstellung der Philosophiegeschichte - von der Ur-Idee bis zum Welt-All. Dazwischen liegt ein weites Feld der Menschheits-, Kultur- und Ideen-geschichte, oder eben: die Philosophiegeschichte (inkl. Religion und Wissenschaft), gegliedert in die Zeitepochen der Antike, des Mittelalters (Christentum), der Neuzeit (Wissenschaft, 17./ 18. Jh.) sowie deren Moderne: Moderne I (Aufklärung/Liberalismus, 18./19. Jh.), Moderne II (Sozialismus, 19./20. Jh.), Moderne III (oder: Spätmoderne, Existentialismus, 20./21. Jh.). Angeführt ist eine Tafel zu den Philosophen nach Richtungen. [288 Seiten.]
Hier finden sich die entsprechenden Passagen der Kernpunkte meiner Philosophie (siehe: hochgestellte Zahlen im obigen Text) in meinen Büchern. 1 Postmoderne Ontologie, Kap. 3.3-3.6 u. 3.8, S. 71-87 u. 92-101. 2 Vom Sein, vom Wahren und vom Guten, Kap. 1.3, S. 33 u. 34. 3 Vom Sein, vom Wahren und vom Guten, Kap. 1.2, S. 21-29. 4 Postmoderne Ontologie, Kap. 3.9, S. 101. 5 Vom Sein, vom Wahren und vom Guten, Kap. 3.1, S. 118. 6 Politika 2000+, 5.[0], S. 108; Vom Sein, vom Wahren und vom Guten, Kap. 5.[0], S. 59. 7 Postmoderne Ontologie, Kap. 3,2, S. 65. 8 Postmoderne Ontologie, Kap. 3,2, S. 71. 9 Vom Sein, vom Wahren und vom Guten, Kap. 3.3, S. 128. 10 Postmoderne Ontologie, Kap. 2.1 u. 2.2., S. 38 u. 39. 11 Geschichte der Philosophie, Kap. 7.[0], S. 276. 12 Postmoderne Ontologie, Kap. 3.3, S. 72. 13 Postmoderne Ontologie, Kap. 3.3, S. 72 u. 73. 14 Postmoderne Ontologie, Kap. 3.4, S. 76; Vom Sein, vom Wahren und vom Guten, Kap. 1.4, S. 55. 15 Vom Sein, vom Wahren und vom Guten, Kap. 2.2, S. 91. 16 Vom Sein, vom Wahren und vom Guten, Kap. 2.2, S. 92. 17 Postmoderne Ontologie, Kap. 12.3, S. 446-459; Vom Sein, vom Wahren und vom Guten, Kap. 2.1, S. 85-88. 18 Politika 2000+, Kap. 2.2, S. 35-37. 19 Politika 2000+, Kap. 3.4, S. 68 u. 69. 20 Politika 2000+, Kap. 3.7, S. 71 u. 72. 21 Vom Sein, vom Wahren und vom Guten, Kap. 3.3, S. 139 u. 140. 22 Geschichte der Philosophie, Inhaltsverzeichnis, S. 5-6. 23 Postmoderne Ontologie, Kap. 11.4, S. 404-411; Vom Sein, vom Wahren und vom Guten, Kap. 2.2, S. 93-95. 24 Geschichte der Philosophie, Kap. 6, S. 255-273.
Da ich in meinen Büchern jeweils auch eine aktuelle Zusammenfassung meiner Philosophie gemacht habe, finden sich die Ansätze teils in verschiedenen Büchern - ich habe hier jeweils die Ersterwähnung und/oder die eigentliche oder bedeutendste Erwähnung angegeben (wo mir zwei Erwähnungen gleich relevant erscheinen, habe ich beide angegeben). Die Angaben zu meinem zweiten Buch "Politika 2000+" beziehen sich auf die 2. Auflage - die erste war leider fehlerhaft korrigiert, und ich betrachte diese daher als nicht relevant. Natürlich findet sich in meinen Büchern noch sehr viel mehr, was für den Leser je nach Interesse interessanter oder weniger interessant ist - dies ist eine Auflistung meiner vielleicht bedeutendsten Ideen. Es würde zu weit führen, hier eine ausführlichere Aufstellung zu geben - dies genügt als kleine Übersicht über meine Philosophie. Das Meiste vom Diversen findet sich in meinem ersten Buch. Eine Darstellung der Philosophiegeschichte findet sich in meinem vierten Buch "Geschichte der Philosophie" (in diesem Buch findet sich auch eine Tafel der Philosophen nach Richtungen - dies ist der erste Versuch, eine allgemeingültige Ordnung in die Philosophiegeschichte zu bringen bzw. eine Art Klassifizierung der Philosophie).

P.S. (zur philosophischen Situation). Die Philosophie nach dem Zweiten Weltkrieg ist und bleibt (sehr) schwierig. Die Situation nach dem Zweiten Weltkrieg war logischerweise verheerend. Der Einfluss der beiden Weltkriege auf die Philosophie war immens. Die Deutschen, führend davor, sind nach dem Zweiten Weltkrieg aus der philosophischen Weltlandschaft praktisch verschwunden. Nicht in der Quantität, sondern in der qualitativen Glaubwürdigkeit (ob sich die deutsche Philosophie davon erholt hat, wie sich Deutschland von den politischen und ökonomischen Notlagen erholt hat, das bleibe hier einmal dahingestellt und der Betrachtung des Einzelnen überlassen). Natürlich war da immer noch ein Heidegger, und da war auch immer noch eine Kritische Theorie - aber trotzdem. Es war nicht mehr das Gleiche wie vorher. Die Franzosen waren zwar Kriegsgewinner, aber sie machten im Krieg eine schwere Fremdherrschaft durch. Auch die französische Philosophie war durch diesen Krieg arg belastet (Sartre schrieb im Existentialismus mitten im Krieg 'Das Sein und das Nichts'). Die Briten war der eigentliche Kriegsgewinner Europas, aber dies nur dank gütiger und grosser Mithilfe der USA; zudem verloren die Briten auch mehr und mehr ihr gewaltiges Imperium (sie waren im späteren 20. Jahrhundert, weltgeschchichtlich betrachtet, ein ebenso grosser Verlierer wie die Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg [ähnliches gilt auch für Frankreich]). Auch die britische Philosophie fand nach den beiden Weltkriegen mitnichten zu alter Grösse zurück. Es bleiben die USA, die Weltmacht Nr. 1 nach den beiden Weltkriegen (im Kalten Krieg mit der Sowjetunion), die tatsächlich von den Deutschen auch die Führung in der Weltphilosophie übernommen haben. Aber, ich muss ehrlich (und leider so deutlich) sagen: so viel ich ansonsten von der US-Kultur halte (etwa im Film oder in der Musik, vielleicht auch in der belletristischen Literatur [und natürlich muss die grosse Bedeutung der US-Wissenschaft hervorgehoben werden]): die US-Philosophie des 20. Jahrhunderts, welche stark beeinflusst wurde durch europäische Emigranten der zweiten philosophischen Reihe, kann mich nicht überzeugen. Da sind einfach viel zu wenig interessante Impulse gekommen aus der US-Philosophie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Ganze ist reichlich verzettelt und wenig brauchbar (teils auch szientifistisch und psychologistisch - das eigentliche Thema der Zeit, die Ökologie, bildete in der Philosophiegeschichte eigentlich nur eine sehr kurze Episode [und ist in der Philosophie auch schon wieder fast vergessen!]). Die Philosophie ist heute aus dem allgemeinen Literaturinteresse - ja sogar aus einem intellektuellen Literaturinteresse - praktisch gänzlich verschwunden*. Und damit bleibt also eigentlich... (fast) gar nichts (ausser vielleicht dem Pragmatismus, welcher der eigentlichen politischen und soziologischen Philosophie der USA sowie einem roten Faden der gesamten US-Philosophie, wenn es denn einen solchen überhaupt gibt, entspricht [begründet im 19. Jahrhundert (wie praktisch alle relevanten Philosophien des 20. Jahrhunderts, notabene: der kritischen Philosophie [Kulturkritik], der existentialistischen Philosophie, der analytischen Philosophie)] sowie dem Existentialismus, in welchem wir ja eigentlich immer noch ziemlich tief drinstecken, wenn nicht sogar immer tiefer eigentlich [auch wenn die entsprechende Philosophie nicht mehr im Zentrum der universitären Philosophie steht]). Mühsam sucht man sich die Partikel zusammen, und was sich daraus ergibt, ist ein Puzzle, welches nicht mehr so recht zusammenpasst. Auf diesem Trümmerhaufen der Weltgeschichte und -philosophie habe ich - persönlich aufgewühlt durch das Gefühl, dass es mir an einem eigentlichen Weltbild ermangelt - meine Philosophie begründet (mit eigenen Ansatzpunkten [u.a. etwa bei Hartmann, Camus, Gebser, Jonas, Capra (New Age!), vielleicht auch Steiner (nicht ohne Vorbehalte), auch Heidegger (weniger in seiner eigentlichen Philosophie, als vielmehr in seiner Aufgabenstellung zum 'Ende der Philosophie (und der Aufgabe des Denkens)': als Zusammenfassung des Gesamten und Bestimmung der äussersten Möglichkeiten), vielleicht auch Sartre (weniger in seinen ontologischen Erwägungen, als vielmehr in seiner politischen Bedeutung) - plus und v.a. einer intensiven Beschäftigung mit der gesamten philosophischen Literatur der Vergangenheit]).
* Wer heute im Internet speziell nach philosophischen Büchern sucht, bekommt viel Altes, manch Tendenziöses und zur Hauptsache Branchenfremdes vorgesetzt - und wenig bis gar nichts aus dem 21. Jahrhundert. Man muss sich schon einschlägig weiterinformieren, wenn man wissen will, was in der Philosophie gerade aktuell ist. Grössere Namen gibt es seit der Generation von Chomsky, Foucault, Habermas oder Derrida eigentlich nicht mehr. Public Philosophers wie Sandel, Zizek oder Precht sind interessante Persönlichkeiten, aber sie können keine bedeutenden Impulse mehr setzen. Betrachtet man die Entwicklung in den letzten Jahren, kann man vielleicht (und v.a. in den westlichen Medien) sogar von einem zunehmenden oder schleichenden Ausschluss des Intellektuellen aus dem allgemeinen Meinungsbildungsverfahren dieser Gesellschaft sprechen. Die Welt hat in den letzten Jahren auch den Verlust der vielleicht letzten Intellektuellen der klassischen Art (des 20. Jahrhunderts) zu beklagen (etwa mit Zygmunt Bauman [2017 - er gab noch drei Monate vor seinem Tod ein bedeutendes Interview] oder George Steiner [2020 (Interview)] - Figuren, wie sie in Zukunft vielleicht nicht mehr auftreten werden). Allgemein ist in der Gesellschaft vielleicht ein Stimmungswandel vom Intellektuellen des 20. Jahrhunderts zum Sentimentalen des 21. Jahrhunderts auszumachen (ich persönlich fühle mich da irgendwie dazwischen, als Person sowohl des 20. wie auch des 21. Jahrhunderts). Warum neigt das 21. Jahrhundert zur Sentimentalität (wie wir sie etwa in der heutigen Musik hören können)? Es gibt viele Gründe dafür, z.B. dass die goldene Nachkriegszeit vorbei ist, oder dass die Weltprobleme auch nach dem Ende des Kalten Krieges noch immer nicht bzw. noch nicht einmal im Ansatz gelöst sind, oder dass es politisch sehr langsam vorwärts geht mit soziologischen und öklogischen Lösungen (für die entsprechenden Probleme - und dies in einer Zeit, in welcher wir uns ja sonst eigentlich rasch Veränderungen gewönt sind [Stichworte: Technischer Fortschritt im 20. Jahrhundert (insbesondere etwa im Bereich von Verkehr und Transport, oder auch Information und Kommunikation), Personal Computer, World Wide Web, Smartphone]), oder auch etwa die Einsicht, dass die Demokratie (Herrschaft des Volkes) nicht ohne den dauernden Streit darin zu haben ist (usw. usf., etc. etc.). Einerseits birgt diese Sentimentalität ein gewisses (erhöhtes) Risiko im Umgang mit der Technik, andererseits kontrollieren sich die Maschinen vermehrt selber/gegenseitig (diese Konstellation könnte dazu führen, dass sich diese Tendenzen noch verstärken [das wird auch davon abhängig sein, welche intellektuellen Herausforderungen der spät- und postmoderne Mensch noch zu bewältigen haben wird]).
Wenn man mit sehr viel Goodwill wirklich etwas aus der Philosophie gegen Ende des 20. Jahrhunderts herausholen möchte, dann würde man vermutlich die Dekonstruktion der Schrift von Derrida und die Erklärung der Kommunikation von Habermas finden. Oder ganz einfach gesagt: vergesst die Schrift, redet miteinander. Das ist sicher sehr gut gemeint, v.a. im Fall von Habermas, aber reicht das wirklich, um eine Philosophie der Zukunft begründen zu können? Können wir auf alle (Denk-) Erfahrungen der vergangenen Menschen verzichten, wie sie in den (philosophischen) Büchern festgehalten sind? Was für ein naiver und fataler Einfall!? Und können wir ferner unsere Hoffnung (nach Bloch) und Verantwortung (nach Jonas) alleine auf das menschliche Gespräch abstellen? Ist nicht auch dies bloss ein naiver und fataler Gedanke? Sollen wir etwa in der Wirtschaft und Politik die Verträge kündigen und nur noch auf das Gespräch abstellen? Das wären ja dann - u.a. - die Folgen, wenn man die Ideen von Derrida und Habermas konsequent umsetzen würde. Ich weiss nicht, ob das in der Philosophie wirklich vertretbar ist, und ich weiss nicht, was sich die Menschen/Philosophen dabei denken, die solches heute vertreten - am Anfang des Dritten Jahrtausends nach Christi Geburt (in der Zeit der schlimmsten Waffen, die es auf Erden je gegeben hat, d.h. in der gefährlichsten Zeit, die es auf Erde je gegeben hat, inkl. einem schier unlösbar scheinenden Ökologie- und Energieproblem). Schliesslich verlangte in den 1990-er Jahren Sloterdijk mit seiner zynischen Vernunft noch 'Regeln für den Menschenpark'. Wiederum: reden/regeln - sind das wirklich neue Dinge? Oder sind das nicht einfach die einfachsten und natürlichsten Dinge, welche Menschen schon immer getan haben und auch immer tun werden (ausser atmen, essen und schlafen). Ist das (noch) Philosophie? Ist das die Philosophie der Zukunft: ein bisschen reden und ein bisschen regeln? Ist die Zukunft wirklich so einfach, wie sie hier dargestellt wird? Warum haben sich die heutigen Philosophen dermassen von Sinn und Geist entfernt? Der Mensch steht in der heutigen ambivalenten Zeit mehr und mehr ratlos zwischen Szientifismus/Ökonomismus einerseits und Fantasy/Esoterik andererseits. Ich bin der Meinung, dass wir die Philosophie weiterhin benötigen, und zwar eine Philosophie, welche Rechenschaft ablegt über Sinn und Geist - und Zweck. Sinn heisst: was haben wir im Sinn? Geist heisst: wie legen wir uns das zurecht in unserem Geist (und seiner Verbindung mit der Welt). Zweck heisst: was ist der Zweck vom Sinn in unserem Geist (bzw. wie gehen wir vor, um das zu erreichen)? Wenn (nur für den Fall: dass) die Philosophie 'sinnlos' geworden wäre, dann müssten wir uns ganz zuerst einmal Gedanken über den Sinn machen. (Ich würde den Philosophen - in diesem Fall - also vorschlagen, sich über den Sinn Gedanken zu machen, und wenn nötig darüber zu streiten, bis man sich einigen kann. Wenn der Sinn einmal gefunden ist, kann man über den Geist und den Zweck sprechen.)
(Was ist, wenn man sich nicht einigen können sollte? Dann müssen wir das Projekt Menschheit vielleicht einmal begraben, aber so weit sind wir - wie ich meine - noch lange nicht. Natürlich aber genügt es nicht - etwa nach Derrida und/oder Lyotard - einfach die reine Differenz herauszustellen. Wir wissen, dass der Mensch im praktischen Sinn auch immer wieder Einigungen benötigt, um koexistieren zu können. Die reine Differenz zu verherrlichen, ist auch hier wiederum viel zu einfach. So einfach sind die Welt und die Philosophie nicht. Die Bibel verspricht uns eine menschliche Existenz von Ewigkeit zu Ewigkeit - das ist eine Verheissung [unabhängig davon, wie wir diese bewerten: sie sagt uns, dass der Mensch nicht so einfach davon kommen wird, sondern: dass wir uns gut überlegen sollten, was wir mit der Zukunft des Menschen anfangen; wir sind daran, uns anzugewöhnen, die Fragen des Menschen zu vernachlässigen, zugunsten von Fragen der Technik, oder heute auch Fragen der Natur, oder sogar auch etwa Fragen der Geschlechter, aber das sollten wir nicht tun (wie sehr wir uns auch diesen Fragen stellen müssen), denn die Fragen des Menschen werden wichtig und bedeutend bleiben].)
[Im Mai 2021.]
[Hintergrundbild: Agnes Martin, Affection, 2001 (im Alter von 89 Jahren), Acrylic and graphite on canvas - eine interessante Malerin, die auch interessante kunst- und lebensphilosophische Texte geschrieben hat.]