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Angina Pectoris
Die Angina Pectoris umschreibt ein Engegefühl im Brustkorb, welches oft auch mit Angst und Atemnot verbunden ist. Typischerweise treten die Beschwerden bei vermehrter Herzbelastung im Zusammenhang mit körperlicher Anstrengung oder Stress nach dem Essen oder bei Kälte auf. Manchmal sind die Beschwerden nicht typisch hinter dem Brustbein, sondern strahlen mehr in den Hals oder in die Schultern sowie in die Arme aus oder werden mehr als Bauchschmerz, Zahnschmerz und Rückenschmerz empfunden. Treten solch starke Beschwerden in Ruhe oder bei nur geringer Belastung auf und verschwinden nicht innerhalb von 15 Minuten, besteht Herzinfarkt-Verdacht – Herznotfall! Bei jedem Herzinfarktverdacht sollte die Ambulanz unter der Nummer 144 gerufen werden.
Bei den meisten Brustschmerzen handelt es sich nicht um Herzbeschwerden, sondern um Muskelverspannungen, Ausstrahlungen von der Wirbelsäule oder gelegentlich um Beschwerden der Lunge oder des Magendarmtrakts. Bei der typischen Angina Pectoris kann der Patient Schmerzen, ein Engegefühl, Brennen oder Klemmen meistens hinter dem Brustbein und meistens bei körperlicher Anstrengung wahrnehmen. Die Beschwerden können auch sehr atypisch sein und beispielsweise nur beim psychischen Stress auftreten. Weitere indirekte Anzeichen können sich aus dem EKG, dem Belastungstest oder einer Herzultraschall-Untersuchung (Echokardiographie) ergeben. Bestehen Hinweise auf das Vorliegen einer koronaren Herzkrankheit, wird in der Regel eine Herzkatheter-Untersuchung mit Gefäss-Darstellung (Koronarangiographie) durchgeführt. Die Koronarangiographie ist auch heute noch die genaueste Untersuchungsmethode. Bei unklaren Fällen können ergänzend eine Stress-Echokardiographie (Herzultraschall kombiniert mit einer körperlichen Belastung oder einer Dobutamin-Infusion) oder ein Herz-MRI (Magnetresonanzdarstellung) kombiniert mit einer Infusion mit Adenosin oder Dobutamin durchgeführt werden. Weitere Untersuchungsmethoden sind die Myokardperfusionsuntersuchung mit radioaktiven Mitteln (Szintigraphie, SPECT).
Für die Behandlung bestehen drei grundsätzliche Ansatzmöglichkeiten: Medikamente, kathetertechnische Methoden (z.B. Ballonaufdehnung, Gefässstützen- bzw. Stents) und die Bypassoperation. Welche Behandlung oder Behandlungskombination die optimale Therapie darstellt, ist abhängig vom Alter und der Vorgeschichte, den Befunden in der Gefässdarstellung, den Beschwerden und der Einschätzung des gesundheitlichen Risikos aufgrund der aktuellen Verfassung des Patienten. Bei jeder Art der Therapie verbessert ein zusätzliches regelmässiges kardiovaskuläres Training die Prognose.