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Reiseangebote Venezuela
Preisliste Venezuela
Länder-Informationen zu Venezuela
Fläche: 912’050 km2
Einwohner: 31,304 Mio. (2017)
Hauptstadt: Caracas
Verwaltungsgliederung: 20 Bundesstaaten, der Distrito Federal um die Hauptstadt Caracas,
2 Bundesterritorien und die Dependencias Federales
Amtssprache: Spanisch
Unabhängigkeit: 5. Juli 1811 (von Spanien)
Währung: 1 Bolivar (VBO) = 100 Centimos
Umrechnungskurs: 100 VBO = CHF 0.02 (04-2019)
Zeitzone: MEZ – 5 Stunden
Einreise: für Schweizer Staatsbürger/innen ein mind. 6 Monate über die Rückreise hinaus gültiger Reisepass. Visafrei bis 90 Tage Aufenthalt.
Gesundheit: Es wird empfohlen, sich gegen folgende Krankheiten zu impfen: Diphterie, Hepatitis A, Masern, Poliomyelitis und Tetanus. Schützen Sie sich gegen Mückenstiche während dem Tag in städtischen und stadtnahen Gebieten. Risiko von Denguefieber. Persönliche Hygiene sowie Vorsicht bei der Nahrungsaufnahme sind sehr wichtig. Vermeiden Sie vom Wasserhahn zu trinken.
Sicherheit: Von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen wird abgeraten. Von Reisen in gewisse Landesteile wird generell abgeraten. Die politische Lage ist polarisiert und insbesondere in den grossen Städten konfliktgeladen. Frustrationen der Bevölkerung manifestieren sich durch Sachbeschädigungen, gewalttätige Demonstrationen und Plünderungen. Es besteht die Gefahr, dass die Sicherheitskräfte gewaltsam gegen solche Aktionen vorgehen. Bei Demonstrationen im Januar 2019 kam es zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften; mehrere Personen sind dabei ums Leben gekommen. Schon zwischen April und Juli 2017 kam es zu politisch bedingten Gewaltausbrüchen und landesweiten Demonstrationen. Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten verschiedener Lager sowie zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften haben zahlreiche Todesopfer und Verletzte gefordert. Grössere Demonstrationen können mehrere Tage dauern und den Reiseverkehr behindern. Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten verschiedener Lager sowie zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften können jederzeit vorkommen. Im Falle von Unruhen, Strassensperren und Streiks bleibt den Reisenden nichts anderes übrig, als sich lokal über alternative Reisemöglichkeiten zu erkundigen und gegebenenfalls die Normalisierung der Lage abzuwarten. Die Schweizer Botschaft in Caracas hat je nach Situation keine Möglichkeiten zur Unterstützung der Ausreise aus den betroffenen Regionen.
Die schwere Wirtschaftskrise verursacht Versorgungsschwierigkeiten und -Engpässe. Auch Güter des täglichen Bedarfs und Medikamente sind oft über längere Zeiträume nicht verfügbar. Die Gewaltkriminalität ist im ganzen Land sehr hoch.
Gesundheit: Selbst in den Grossstädten ist die medizinische Versorgung oftmals nicht gewährleistet. In vielen öffentlichen Krankenhäusern sind die hygienischen Verhältnisse prekär. Engpässe in der Versorgung mit Medikamenten kommen in den öffentlichen und privaten Krankhäusern vor. Ernsthafte Erkrankungen und Verletzungen müssen im Ausland (USA oder Europa) behandelt werden. Krankenhäuser verlangen eine Vorschusszahlung(Bargeld, Kreditkarte) bevor sie Patienten aufnehmen und behandeln.
Staat und Recht: Nach der am 1.1.2000 in Kraft getretenen Verfassung (am 15.12.1999 durch Referendum gebilligt) ist Venezuela eine präsidiale Bundesrepublik. Staatsoberhaupt, oberster Inhaber der Exekutive (Regierungschef) und Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist der Präsident (auf 6 Jahre direkt gewahlt; einmalige unmittelbare Wiederwahl möglich). Er ernennt und entlasst die Mitglieder der Regierung, bestimmt die Richtlinien der Politik und kann Gesetze sowie die Verfassung au?er Kraft setzen. Die Legislative liegt nunmehr beim Einkammerparlament (Nationalversammlung, 165 Abgeordnete, fur 5 Jahre gewahlt). Einflussreichste Parteien: Movimiento V Republica (MVR), Accion Democratica (AD), Proyecto Venezuela (PRVZL), Movimiento al Socialismo (MAS), Partido Social-Cristiano (»Comite de Organizacion Politica Electoral Independiente«, COPEI), Causa Radical (CR), Patria Para Todos (PPT) und Convergencia Nacional (CN).
Landesnatur: Venezuela erstreckt sich vom Tiefland des Maracaibobeckens (mit dem Maracaibosee) im Nordwesten uber die Kordillere von Merida (im Pico Bolivar 5’002 Meter über dem Meeresspiegel), die sich als Doppelstrang in der karibischen Kustenkordillere (bis 2’765 Meter über dem Meeresspiegel) fortsetzt, über das Tiefland des Orinoco mit seinen Uberschwemmungssavannen (Llanos) bis zum Bergland von Guayana im Südosten. Im äussersten Süden hat Venezuela Anteil am Amazonastiefland. Das tropische Klima bringt hohe Temperaturen (in den Höhenlagen gemildert) und, besonders an den Hängen der Kordilleren (mit Ausnahme der Nordkuste) und im Bergland von Guayana, hohe Niederschläge im Sommer.
Bevölkerung: Die meisten Bewohner Venezuelas sind Mischlinge, v. a. Mestizen (rund 70 %). Die etwa 9% Schwarzen leben unter anderem im karibischen Küstengebiet. Der Anteil der Wei?en (20 %) hat seit 1945 durch starke Einwanderung, besonders von Spaniern und Italienern, zugenommen. Nur wenige Indianer (1 %) leben noch im äussersten Nordwesten, im Orinocodelta und im Bergland von Guayana. Hauptsiedlungsgebiete sind die Gebirge im Nordwesten und ihre Randzonen. Rund 83 % der Bevölkerung gehoren der katholischen Kirche an, etwa 8% protestantischen Kirchen (besonders den stark wachsenden Pfingstkirchen). Die judische Gemeinschaft zahlt rund 20 000 Mitglieder. Eine religiose Besonderheit bildet die in Venezuela entstandene afroamerikanische Religion Maria Lionza. Es besteht allgemeine Schulpflicht vom 8. bis 13. Lebensjahr. Die Analphabetenquote betragt 7,8 %. Einschlie?lich einer Fernuniversitat hat Venezuela 33 staatliche und private Universitaten.
Wirtschaftsbasis des ehemals agrarisch ausgerichteten Staates ist das Erdol. Die 1976 verstaatlichte Erdolindustrie erbringt drei Viertel der Export- und zwei Drittel der Staatseinnahmen. Mit einer Fordermenge von etwa 160 Millionen Tonnen lag Venezuela 1998 weltweit an 6. Stelle. Der Hauptteil der Erdolforderung stammt aus dem Maracaibobecken. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Lagerstatten des Orinocogebietes, in dem sich auch bedeutende Olsandvorkommen befinden. Rasch wachsende wirtschaftliche Bedeutung erlangt die Erdgasforderung. Ein weiteres Bergbauprodukt ist Eisenerz (über 60% Fe-Gehalt; Forderzentrum Cerro Bolivar), das überwiegend exportiert wird (u. a. in die USA). Eisenerzbergbau und Eisen schaffende Industrie wurden 1975 verstaatlicht, in den 1990er-Jahren ist jedoch eine Privatisierung staatlicher Betriebe eingeleitet worden. Weiterhin werden Manganerz, Gold, Diamanten und Bauxit gewonnen. Venezuela verfügt ausserdem über Vorkommen an Nickel, Kupfer-, Blei- und Zinkerzen. Wichtige Industriezweige sind die Nahrungsmittel- und Genussmittel-, Textil-, petrochemische Industrie sowie Eisen-, Stahl- und Aluminiumerzeugung. Die Elektroenergieerzeugung erfolgt zu uber 50% durch das Wasserkraftwerk Guri (8’800 MW) am Rio Caroni. Nur rund 20% der Gesamtfläche werden landwirtschaftlich genutzt, etwa 70% davon sind in Staatsbesitz. Hauptanbauprodukte sind Zuckerrohr, Mais, Reis, Kaffee (bis 1925 wichtigstes Exportgut), Baumwolle, Maniok, Gemuüe und tropische Fruchte (Bananen, Orangen, Ananas). Haupthandelspartner sind die USA, Deutschland, Kolumbien und Japan.
Das Land wird von einem weitmaschigen Strassennetz durchzogen (etwa 96’000 km, davon sind rund 33’000 km asphaltiert). Autobahnen verbinden die Grossstädte Caracas und Valencia miteinander und mit ihren Häfen La Guaira und Puerto Cabello. Eine Eisenbahnverbindung besteht zwischen Barquisimeto, Puerto Cabello und Acarigua (336 km). Der untere Orinoco ist für Seeschiffe bis Ciudad Bolivar schiffbar; der Hafen Puerto Ordaz wurde fur den Abtransport von Eisenerz ausgebaut. Wichtigste Seehafen sind La Guaira, Puerto Cabello und Maracaibo (Erdolexport). Der binnenlandische Flugverkehr ist gut ausgebaut. Wichtigster internationaler Flughafen ist »Simon Bolivar« nahe Caracas.
Geschichte: Das Gebiet von Venezuela, obwohl schon sehr lange besiedelt (alteste Keramik um 2500 v. Chr.), gehörte keiner der grossen altamerikanischen Kulturen an, die engsten Beziehungen hatte es zum karibischen Raum. Kolumbus entdeckte die Küste auf seiner dritten Reise (1498), Alonso de Hojeda (* um 1473, +1515 oder 1516) gelangte 1499 zum Golf von Maracaibo und gab nach den indianischen Pfahlbauten dem Land den Namen Venezuela (»Klein-Venedig«). Die Welser erhielten 1528 von Kaiser Karl V. das Recht zur Kolonisation. Gegensatze zwischen ihnen und den Spaniern brachten Venezuela wieder an die spanische Krone. 1577 wurde Caracas (gegrundet 1567) Sitz eines Gouverneurs, 1777 wurde das Generalkapitanat Venezuela geschaffen. Die Loslosung von der spanischen Herrschaft begann, nach vergeblichen Versuchen 1797 und 1806, mit der Revolution in Caracas 1810 unter der Führung S. Bolivars. 1811 wurde die Unabhängigkeit erklart, die erst nach wechselvollen Kämpfen 1821 Realität war. Seit 1819 gehorte Venezuela zu der von Bolivar gegründeten Republik Gross-Kolumbien, nach deren Zerfall 1829/30 wurde es selbstständig. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein pragten aber Bürgerkrieg und Diktaturen das Land. Seit den 1920er-Jahren profitierte Venezuela von seinen Erdolvorkommen und entwickelte sich auf dieser Grundlage zu einem der modernsten lateinamerikanischen Staaten. Im Zweiten Weltkrieg entstanden neue politische Parteien, die sich den drängenden sozialen Fragen zuwandten (z. B. 1941 die Demokratische Aktion, AD). Die AD, 1945-48 erstmals an der Macht, wurde zwar nach dem Putsch des Militärs gegen Präsident R. Gallegos (gewählt 1947) verboten, aber nach dem Sturz des Diktators Marcos Perez Jimenez (1958) war sie erneut die stärkste politische Kraft. 1964 erlebte Venezuela den ersten verfassungsmässigen Präsidentenwechsel. Soziale Unruhen konnten beigelegt werden, auch gelang die Eindämmung der Guerillabewegung, deren Aktivitaten 1962-65 ihren Hohepunkt erreicht hatten. 1968-83 wechselten AD und die christlich-soziale COPEI in der Regierungsverantwortung einander ab; die Wahlen 1983 (Jaime Lusinchi) und 1988 gewann die AD. Im Februar 1989 wurde Carlos Andres Perez zum zweiten Mal (erstmals 1973-78) ins Amt des Prasidenten gewahlt. Sein Programm zur Sanierung der Staatsfinanzen zeigte zwar 1990 erste Erfolge, doch kam es immer wieder zu Massenprotesten gegen die rigorose Wirtschaftspolitik, im Februar 1992 zu einem (gescheiterten) Militärputsch von H. Chavez Frias. Im August 1993 wurde Perez wegen des Vorwurfs der Unterschlagung öffentlicher Gelder durch das Parlament abgesetzt. Die Wahlen im Dezember 1993 gewann der parteilose Rafael Caldera als Kandidat eines linksgerichteten Parteienbundnisses. Seine Regierung suchte der sich verscharfenden Wirtschaftskrise mit Programmen zur Reduzierung des Haushaltsdefizits (u. a. Privatisierung des Erdolsektors sowie anderer Staatsbetriebe) zu begegnen. Die Präsidentschaftswahl im Dezember 1998 gewann H. Chavez Frias mit einem populistischen Programm. Seine Pläne zum Umbau von Staat und Gesellschaft leitete er ein mit der Wahl einer verfassunggebenden Versammlung (Juli 1999), in der seine Anhänger eine breite Mehrheit erlangten; die neue Verfassung, die die Stellung des Präsidenten starkt, wurde im Dezember 1999 durch Referendum angenommen, die danach angesetzten erneuten Präsidentschaftswahlen bestätigten Chavez im Juli 2000 mit grosser Mehrheit. Populistische Aktionen (Plan »Bolivar 2000«), zum Teil umstrittene Eingriffe in die Arbeit von Parlament, Justiz und Medien sollen der Erneuerung des Landes dienen. Nach teilweise blutigen Massenprotesten wurde Prasident Chavez im April 2002 abgesetzt, die Macht ubernahm kurzzeitig Pedro Carmona Estanga. Nach zwei Tagen Arrest übernahm jedoch Chavez wieder das Prasidentenamt..
International nicht anerkannte Präsidentschaftswahl 2018: Die Präsidentschafts-wahl wurde von der verfassunggebenden Versammlung von Spätherbst auf Ende April, später auf den 20. Mai vorverschoben. Ziel war der Ausschluss der Opposition, welche sich nach dem Boykott der Kommunalwahlen neu registrieren lassen musste. Das Oberste Gericht verunmöglichte gleichzeitig diese Registrierung, indem es das Datum der Registrierung von Ende Januar auf einen Zeitpunkt nach der Wahl verschob.Das grösste Oppositionsbündnis (von denen einige führende Politiker im Gefängnis saßen) hatte bereits im Februar zum Wahlboykott aufgerufen. Der US-Vizepräsident bezeichnete am 7. Mai die Abstimmung als „Scheinwahl“ und wünschte sich, dass Maduro sie verschöbe. Verschiedene Länder, darunter die USA und die Europäische Union, hatten bereits im Vorfeld angekündigt, die Wahlen nicht anzuerkennen. Grundsätzlich profitierte aber Maduro von der selbst verschuldeten Krise; rund ein Viertel der Bevölkerung stand hinter dem Präsidenten, weil seit Jahren die Sichtweise propagiert wurde, man befände sich lediglich aufgrund eines Wirtschaftskriegs und einer Blockade „von außen“ in einer Notsituation. Ein Wahlkampfmotto Maduros lautete „Es ist ein Geben und Nehmen“ in der Bedeutung, dass man für die „richtige“ Stimme bei der Wahl die staatlichen Essenspakete („Clap“) bekomme. Diese Essenspakete dienten früher nur den Ärmsten, stellten 2018 jedoch für viele bereits die Hauptnahrungsquelle dar. Maduro lehnte Hilfe aus dem Ausland ab, denn offiziell gab es keine Hungersnot. Um die Anzahl seiner Anhänger in Veranstaltungen zu vergrößern, hatten Mitglieder der chavistischen Miliz in Zivilkleidern zu erscheinen. Für die drei Millionen, nach einigen Angaben mittlerweile vier Millionen, mit den Füßen abstimmenden Venezolaner im Ausland wurden laut Exil-Venezolanern viele teilweise willkürliche Hürden aufgestellt, an einer Wahl teilzunehmen. Im Inland waren 1,7 Millionen Neuwähler im Dezember 2017 nicht registriert gewesen und wurden bei der Registrierung behindert. Die Wahlbeteiligung lag offiziell bei rund 46 Prozent, möglicherweise in Wirklichkeit noch niedriger, und dies trotz der Vorgabe, bei den Wahllokalen die Ausweise für Lebensmittelbezüge abstempeln zu lassen, um die Berechtigung für Lebensmittelpakete nicht zu verlieren. Knapp 68 Prozent der Abstimmenden (5,8 Millionen) hätten nach offiziellen Angaben für Maduro gestimmt, 21 Prozent (1,8 Millionen) für Henri Falcón und 11 Prozent für den evangelikalen Prediger Javier Bertucci, de facto hatten 3 Millionen Venezolaner weniger ihre Stimme Maduro gegeben als noch im Jahr 2013. Der zweitplatzierte, unabhängige Kandidat Henri Falcón hatte schon vor der Verkündigung der Ergebnisse dem Urnengang jegliche Legitimität abgesprochen, da viele Wähler zu Hause geblieben waren. Er forderte Neuwahlen. Er warf aber auch dem größten Oppositionsbündnis vor, mit seinem Boykottaufruf wesentlich zu einer Wahlbeteiligung von unter 30 % beigetragen und so letztlich der Regierung in die Karten gespielt zu haben. Auch der drittplatzierte Bertucci forderte Neuwahlen. Falcón führte zudem 900 Unregelmäßigkeiten bei der Wahldurchführung auf. Insbesondere kann von laut Wahlrecht illegalen Ständen der Sozialistischen Partei in unmittelbarer Nähe vieler Wahllokale ausgegangen werden, wo die „Carnets de la patria“ gestempelt wurden. Die Leiterin der Wahlkommission, Tibisay Lucena, gab den Kritikern teilweise recht, meinte allerdings auch, dass die Beschwerden im Vergleich zu früheren Wahlen unerheblich seien. Die Erdöl-Importeur-Staaten Kuba, Nicaragua und Bolivien gratulierten, ebenso Russland, China und Iran, während die Länder der Lima-Gruppe (Argentinien, Brasilien, Kanada, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Guatemala, Guyana, Honduras, Mexiko, Panama, Paraguay, Peru und St. Lucia) bekanntgaben, die Wahlen nicht anzuerkennen, sowie auch die USA und die EU.[
Kultur: Die venezolanische Kultur ist ein bunter Fächer, der sich vornehmlich aus 3 unterschiedlichen Wurzeln zusammensetzt: der indigenen, der afrikanischen und der spanischen Kultur. Die indigene und die afrikanische Kultur wiederum unterscheiden sich entsprechend den einzelnen Stammeskulturen. Kulturelle Synkretisierung und Assimilation bilden die Grundlage der heutigen venezolanischen Kultur, die in vielerlei Hinsicht ähnlich verlief wie im Rest Lateinamerikas, aber aufgrund der natürlichen Bedingungen doch auch verschieden. So beschränkt sich der indigene Einfluss auf einige wenige Beiträge zum Wortschatz und auf die Gastronomie. Ebenso der afrikanische Einfluss, der zudem jedoch auch Musikinstrumente wie den Tambour beigesteuert hat. Weitaus größer war der spanische Einfluss, der seinen Ursprung insbesondere in den Regionen Andalusien und Extremadura hat, aus denen die Mehrzahl der spanischen Kolonisatoren stammte, die sich in der Karibik niederließen. Beispielhaft hierfür sind die Bauten, Teile der Musik, die katholische Religion sowie die Sprache zu nennen. Die Populärkultur in Venezuela ist eine Mischung aus den drei beschriebenen Elementen.
Essen und Trinken: Zwischen „köstlich“, „exzentrisch“ und „schwer verdaulich“ schwankt das Urteil über Venezuelas Küche. Sie ist in der Tat eine kunterbunte Mischung aus den kreolischen Gerichten der comida criolla – was Sarkastiker als „Sklavenfrass“ übersetzen -, US-amerikanischem Fastfood, das hier mehr als andernorts in Südamerika eingeschlagen hat, der deftig-ehrlichen Bauernküche der Anden und der Llanos sowie den schmackhaften Fischgerichten der Küste. Auf ein Grundnahrungsmittel aber verzichtet kein Venezolaner: auf die faustgroßen arepas aus Maismehl. Diese Kreuzung zwischen Brötchen und Teigtasche ist die Sättigungsbeilage schlechthin. Es gibt sie morgens, mittags, abends, gefüllt mit Huhn, Thunfisch, Schinken, Rührei, Tomaten, Zwiebeln oder als Brotersatzmit dem Sahnekäse nata. Venezolaner versüssen ihr Leben gern mit Zucker – schliesslich haben sie reichlich davon. Als Nachtisch kommt deshalb oft Natilla in Frage, eine sahnige Eiercreme, ein Quesillo-Pudding oder eine Art Tiramisu, das hier bienmesabe (Schmeckt mir gut) heisst. Dazu reichlich Kaffee, immer frisch gebrüht.
Als Longdrink hat sich das leichte, helle Bier durchgesetzt. Es wird bis unter den Gefrierpunkt gekühlt serviert, denn Hauptstädter weisen Flaschen, die keine Eiszapfen zieren, als ungenießbar zurück. Weiterhin die Nummer eins ist allerdings Cuba Libre, mit braunem Rum zubereitet.
Aufgrund der prekären Versorgungslage, welche sich aufgrund der politisch höchst unstabilen Lage und Boykotte in den letzten Jahren verschärft hat, halten sich die kulinarischen Höheflüge im Land (Stand 2019) im Moment wohl eher in strikten Grenzen.