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Der gebürtige Berliner ist einer der wenigen, der aus dem Orchester heraus eine höchst erfolgreiche Dirigentenkarriere verwirklichen konnte. Mit 20 Jahren wurde er im Jahre 1987 Solo-Cellist des Gewandhausorchesters Leipzig unter Kurt Masur, von 1994-2006 war er in gleicher Position im Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin tätig. Als Violoncello-Solist gastierte er u.a. beim Boston Symphony Orchestra, beim Los Angeles Philharmonic und beim Orchestre de Paris. Als Cellist tritt er allerdings heute nicht mehr auf.
Im Jahr 2000 trat Michael Sanderling in einem Konzert des Kammerorchesters Berlin erstmals an das Dirigentenpult - und fing Feuer. Als Sohn des legendären Kurt Sanderling mit dem Dirigentenhandwerk von klein auf vertraut, übernahm Michael Sanderling immer mehr Dirigate und wurde 2006 zum Chefdirigenten und künstlerischem Leiter der Kammerakademie Potsdam ernannt. Erfolge als Operndirigent feierte er mit Philip Glass’ The Fall of the House of Usher in Potsdam und mit der Neueinstudierung von Sergej Prokofjews Krieg und Frieden an der Oper Köln. Als Cellist und Dirigent hat er zahlreiche Werke des Repertoires von Dvorak, Schumann, Schostakowitsch, Prokofjew, Tschaikowski u.a. auf CD aufgenommen.
In der 2017/18 wirkt Michael Sanderling in seiner siebenten Spielzeit als Chefdirigent der Dresdner Philharmonie, die er mit der 8. Sinfonie von Gustav Mahler im neu erbauten Philharmonischen Konzertsaal in Dresden eröffnete.
Als Gastdirigent leitet er regelmässig das Gewandhausorchester Leipzig, das Tonhalle-Orchester Zürich, die Münchner Philharmoniker, das Konzerthausorchester Berlin, das Toronto Symphony Orchestra, das Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra und die Sinfonieorchester des SWR und des WDR. Sein Debüt gibt er demnächst bei den Berliner Philharmonikern, beim Orchestre de Paris, beim Helsinki Philharmonic Orchestra, beim Vancouver Symphony Orchestra, bei der Tschechischen Philharmonie, beim Orchestre National du Capitole de Toulouse und beim Tschaikowski Sinfonieorchester Moskau.
Eine Herzensangelegenheit ist Michael Sanderling die Arbeit mit dem musikalischen Nachwuchs. Er unterrichtet als Professor an der Musikhochschule Frankfurt/Main und arbeitet regelmäßig mit dem Bundesjugendorchester, dem Jerusalem Weimar Youth Orchestra, der Jungen Deutschen Philharmonie sowie mit dem Schleswig-Holstein-Festivalorchester zusammen. Von 2003 bis 2013 war er der Deutschen Streicherphilharmonie als Chefdirigent verbunden. Sein musikalischer Horizont reicht von Bach und Händel über Beethoven und Schostakowitsch bis hin zu inzwischen zahlreichen Uraufführungen.
Michael Sanderling spielte 1997 als Cellist Schostakowitschs erstes Cellokonzert und steht nach 2010 und 2014 nun zum dritten Mal als Dirigent am Pult des Berner Symphonieorchesters.