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Unsere Geschichte
Im zerfallenen Kirchlein St. Chrischona betete er auf seinen Knien, um das verwahrloste Gotteshaus als Ausgangspunkt eines kirchlichen Start-Up-Unternehmens zu weihen. In der darauffolgenden Zeit begannen Spittler und sein Team, junge Handwerker theologisch auszubilden und sie als "Pilgermissionare" auszusenden. 1869 wurde der erste Pilgermissionar in die Schweiz entsendet, nach Mattwil in den Thurgau. Dies gilt als Startpunkt der Viva Kirche Schweiz. Vier Jahre später, am 10. August 1873, durfte in diesem Dorf die erste Kapelle eingeweiht werden. Noch immer war es aber weder die Absicht von Spittler, noch von seinem Nachfolger Carl Heinrich Rappard, eine eigene Kirchenbewegung ins Leben zu rufen. Vielmehr sahen sich beide als Allianz-Menschen, die ihre Gebets- und Bibeltreffen als Bewegung innerhalb der evangelischen Landeskirche sahen. Wichtiger als die Struktur war den beiden sowieso, dass Menschen Jesus Christus kennenlernen durften.
Als aber in den 1870er-Jahren die schweizerischen evangelischen Landeskirchen die Verpflichtung auf das Apostolische Glaubensbekenntnis aufhoben, begannen immer mehr Gläubige und nicht-liberale Pfarrer, sich von der Landeskirche zu distanzieren und neue Gemeinschaften zu gründen. Letztlich erklärte Rappard öffentlich: «Wir sind es, die in der Kirche bleiben, die wir das Bekenntnis festhalten, auf dem die Kirche ruht: ‚Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn.‘ Die diesen Felsengrund aufgeben, das sind die ‚unkirchlichen Leute‘.» Damit wurden die zur Pilgermission St. Chrischona gehörenden Kirchen zu einer eigenen Freikirchen-Bewegung, die sich später "Viva Kirche Schweiz" nennen wird.
In den nächsten Jahren breitete sich die Arbeit in der ganzen Deutschschweiz und auch in der Westschweiz aus. Später kamen Kirchen im Tessin hinzu. In den ersten 40 Jahren entstanden so über 60 Viva Kirchen, zeitweise waren es knapp 100. Heute sind es etwas mehr als 90.
Über viele Jahre hinweg war die Viva Kirche Schweiz fester Teil der Pilgermission St. Chrischona, zu der neben der Ausbildungsstätte tsc auch Arbeiten in Deutschland und Frankreich, aber auch verschiedene andere Organisationen gehörten. Ab 1997 wurde die Viva Kirche Schweiz ein eigenständiger Verein, aber immer dem Gesamtwerk angegliedert. Ende 2018 wurde die Arbeit der Pilgermission St. Chrischona als Dachorganisation eingestellt und alle Arbeitszweige in die Selbstständigkeit entlassen. Heute sind wir über das tsc Netzwerk mit den ehemaligen Weggefährten verbunden.
Seit 2021 sind wir mit Namen Viva Kirche Schweiz unterwegs. Bisher nannten wir uns «Chrischona Schweiz» gemäss dem Ursprungsort unserer Bewegung. Durch die Eigenständigkeit 2018 war es für unsere nationale Freikirchen-Bewegung wichtig, unseren Auftrag und unsere Vision neu zu klären. Dies mündete in einem fast 2-jährigen Prozess, zusammen mit der Pastorenschaft und den Gemeindeleitungen. Am Schluss stand die Vision fest: «Wir leben Kirche - vernetzen, inspirieren, fördern - mit Menschen, Kirchen und Gesellschaft.» Diese Vision begleitete uns dann auf dem Weg zum neuen Namen: Viva Kirche Schweiz.
Wer wir sind
Viva Kirche Schweiz ist ein Verband aus über 90 evangelischen Freikirchen. Die erste Kirche wurde 1869 gegründet, die Wurzeln des Verbands sind aber älter und gehen auf die «Pilgermission St. Chrischona» mit Gründung 1840 zurück. Heute sind wir als Verein organisiert mit einer Delegiertenversammlung als oberstes Gremium. Viva Kirchen sind neben diversen evangelischen Landes- und Freikirchen Mitglied der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) und fühlen sich vor allem mit den Kirchen der evangelisch-reformierten Tradition verbunden. Gemeinsam mit der römisch-katholischen Kirche anerkennen wir das Apostolische Glaubensbekenntnis. Unser Glaube gründet auf Jesus Christus, daher nennen wir uns Christen. Wir glauben, dass die Bibel als Gottes Wort Antworten auf Lebensfragen hat und relevant für unsere Gesellschaft ist. Wir erleben, dass in der Gemeinschaft mit Gott Freiheit, Liebe, Würde, Hoffnung und Zuversicht zu finden ist.
Unsere Kirchen leben die Vereinstruktur vor Ort und finanzieren sich durch freiwillige Beiträge. Mitgliedschaften sind möglich, aber keine Voraussetzung für eine Teilnahme an einem Gottesdienst oder für eine Mitarbeit. Ebenfalls verpflichten sich Mitglieder in keiner Weise zu einer finanziellen Unterstützung.