Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03579.jsonl.gz/400

Die Kirche des Klosters Maria der Engel bildet zusammen mit dem Konventsgebäude, den drei Mädchenschulhäusern und dem Schloss eine markante Häusergruppe an der Südostecke des historischen Dorfkerns.
Die geostete Kirche und das südlich angebaute Kloster bilden ein Geviert von 42,50 m x 35,50 m. Die Kirche entspricht in der Raumanordnung den Baugewohnheiten der Schweizer Kapuzinerprovinz – mit kleineren Abweichungen wie der polygonale Chorabschluss und der Einbau der hölzernen Empore. Die Orgel stammt von Kuhn AG, Männedorf, aus den Jahren 1925/26 und die Empore passt in die Experimentierphase vor 1650. Auf dem abgewalmten Satteldach sitzt ein achteckiger Dachreiter und eine Halbfigur «Maria im Strahlenkranz» aus dem Jahre 1620. Der Tabernakel stammt von Peter Tannheimer. Die Kirche hat neben der Empore 120 Sitzplätze.
Geschichte
Bereits im Mittelalter gab es ein Frauenklösterli, genannt Klos, am unteren Ende des Friedhofs. Beim Dorfbrand anno 1560 wurde auch das Klösterli ein Raub der Flammen. Danach wohnte die neuorientierte klösterliche Gemeinschaft vorübergehend im Schloss. 1619-1622 wurde auf dem Grundstück nebenan die erste Klosterkirche im Spätrenaissancestil durch die Misoxer Meister Giovanni Altern und Andrea Toscano erbaut und 1680 das angrenzende Frauenkloster. 1833, 1860-1866 und 1889-1893 wurden wichtige Renovationen des Klosters ausgeführt. Im 19. Jahrhundert wurde auch das lnnere der Kirche in mehreren Renovationen verändert. 1895 goss Jakob Egger in Staad eine neue Glocke. Die lnnenrenovation von 1967/68 unter August lnauen und der Oberaufsicht der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege hatte sich ein doppeltes Ziel gesetzt: Anpassungen nach den Leitgedanken des II. Vatikanischen Konzils und Rückgewinnung des ursprünglichen Raumcharakters.
Nach der Aufhebung der Kapuzinerinnengemeinschaft im Jahr 2008, wird die denkmalgeschützte Anlage mit samt Klosterladen von der Stiftung «Kloster Maria der Engel» unterhalten und ist als Pilgerherberge und Gästehaus für Übernachtungen buchbar.
|offen||Das Kloster ist tagsüber geöffnet|
|Bezirk||Appenzell|
|Eigentümer||Stiftung Kloster Maria der Engel, Poststrasse 7, Appenzell|
|Besonderes||Regelmässig Gottesdienste. Klosterladen mit Produkten aus dem Klostergarten. Übernachtungsgäste werden in der Klosterherberge willkommen geheissen.|