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Frauenkreise oder Women's Circle sind uralter Bräuche, die noch heute bei indigenen Völkern beliebt sind und regelmässig praktiziert werden. Das Ziel ist stets dasselbe: Frauen zu ermächtigen, an ihre eigene weibliche Kraft zu glauben. Wir interpretieren diese Tradition neu und bieten in loser Folge Yoga, Pranayama und Meditation in einem Frauenkreis an.
Die Geschichte des weiblichen Wegs
Einige von euch kennen vielleicht den schon alten Film «Yentl» mit Barbara Streisand. Der Film ist ein Tribut an Frauen und ihre spirituelle Kraft. Die Geschichte beginnt mit dem Satz: «Zu einer Zeit, da die Geschichten nur von Männern handelten...». Dann sehen wir eine junge Frau, die in den Marktständen in Polen des frühen Zwanzigsten Jahrhunderts in Büchern herumstöbert. Als Buchliebhaberin, die heimlich und verbotenerweise die heiligen Schriften studiert, wird sie auf einen Buchhändler aufmerksam, der Passanten zuruft: «Heilige Bücher für Männer, Bücher mit Erzählungen für Männer.» Sie schleicht sich zu der Männerseite hinüber, wo die heiligen Bücher verkauft werde. «Sie sind hier nicht richtig, Fräulein. Heilige Bücher sind für Männer», bekommt sie zu hören. Sie antwortet: «Steht geschrieben, dass Frauen keine Bücher lesen dürfen?» Der Mann antwortet: «Tun Sie sich einen Gefallen und kaufen Sie ein Bilderbuch, Frauen mögen Romane.» Als sie begreift, dass sie keine andere Wahl hat, greift sie zu einer List und sagt: «Was ist, wenn ich sage, dass es für meinen Vater ist?» «Warum sagen Sie das nicht gleich», antwortet der Buchhändler und verkauft ihr das Buch. Im Laufe des Films verbirgt Yentl ihre weibliche Identität, um studieren zu können.
Ich habe den Film während meiner Unizeit im Rahmen eines Salons für Philosophinnen an der Uni Zürich gesehen, und er hat mich tief bewegt. Wir hatten damals eine Art Frauenkreis, organisiert von und für Frauen, in dem wir .Jung-Akademikerinnen in einer Männderdomäne uns ausgetauscht und unsere Erfahrungen geteilt haben, eben ohne jene Männer, die auf uns herabsahen, uns belehrten. Dort habe ich erstmals erfahren, dass es vielen Frauen gleich geht. Auch wenn man dasPrivileg hast, eine Uni zu besuchen, erfährt man, dass doch sehr viele Dinge, Thesen, Theorien nach männlichen Mustern gelehrt, analysiert, interpretiert und für gültig erklärt werden. Andere Ansätze werden oft negiert oder als minderwertig abgetan. Und ich hatte noch Glück, ich hatte einen Professor, der mich sehr gefördert hat. Im Berufsleben allerdings war und bin ich oft mit Männern konfrontiert, die Frauen und insbesondere Mütter in ihrem tiefen Inneren eben nicht als gleichwürdig empfinden.
Die weibliche Intuition
Frauen machen Erfahrungen, die Männer niemals machen können. Weibliche Augen sehen Dinge , die Männern immer verborgen bleiben werden. In meinem Berufsleben habe ich das oft immer und wieder erfahren, obwohl ich die Karriereleiter hochgeklettert bin und aufgrund von viel, viel Anstrengung mich an einem Punkt befinde, an dem ich wählen kann, ob ich diesen oder jenen Job überhaupt machen möchte. Und dennoch: Auch ich erlebe immer wieder, dass Frauen für ihre Anliegen kämpfen, Ansagen machen und Forderungen stellen müssen, damit isch etwas bewegt. Denn leider wird unsere Welt nicht durch Zauberhand weiblicher, sondern nur durch unsere eigene Kraft. Und Kraft entsteht durch Ambition, durch Arbeit und das Vertrauen in genau diese Kraft.
Deshalb ist es an der Zeit, Frauen eine Stimme zu geben und ist zu ermächtigen, dass sie sich zu Wort melden erlauben. Dass sie das Leben und die Beziehungen führen, das sie möchten und die ihnen entsprechen. Dass sie das Gefühl bekommen, vollwertig zu sein, auch wenn sie ein Leben für sich gewählt haben, dass vielleicht nicht mehrheitsfähig ist oder von Dritten abgewertet wird. Es geht also darum, die weiblichen Erfahrung als solche zuzulassen, wertzuschätzen und stolz nach aussen zu tragen.
Zurück zur Einheit
Weibliche Erfahrung oder Intuition ist eine Kraft, die einer tiefen Demut und einem offenen Geist entspringt. Und aus dem Herzen. Je tiefer wir etwas in unserem Innern empfinden, desto weniger vermögen wir es in Worte zu fassen. Indem wir jedoch unsere Gefühle und die intuitive Seite unseres Daseins anerkennen und respektieren, schaffen wir eine tiefe Einheit von Herz und Seele. Diese Einheit macht uns stark. So stark, dass wir sie nach aussen tragen können.
Das und nichts weniger soll das Ziel sein dieses Frauenkreises.
Die Magie des Yoga
Ich rufe diesen ins Leben, weil auch der Yoga eine starke weibliche Seite hat. Obwohl sämtliche Schriften von Männern für Männer verfasst wurden und die Yogapraxis selbst bis vor wenigen Jahrzehnten eine rein männliche Angelegenheit war und Frauen nicht zugelassen wurden, gibt es die weibliche Sicht, gibt es eine verborgene weibliche Kraft. Weshalb sonst ist der neuzeitliche Yoga so von Frauen geprägt? Weshalb pilgern geschätzte 18 Millionen Menschen, die Mehrheit davon Frauen, auf der ganzen Welt regelmassig ins Yoga? Denn auch wenn die meisten Menschen zum Yoga kommen, weil sie entweder fitter, muskulöser, gelenkiger oder ihre Rückenschmerzen loswerden wollen, bleiben sie doch dem Yoga treu, auch wenn ihr körperliches Ziel längst erreicht ist. Womöglich geschieht etwas in unserem Innen, nachdem wir uns gedreht, gereckt und gebeugt haben? Vielleicht spüren wir etwas Magisches in unserem Innern, kommt uns etwas vertraut vor, etwas, wonach wir uns gesehnt oder das wir vergessen haben? Und vielleicht ist dieser Ort so schön, dass es uns motiviert, immer und immer wieder zu ihm zurückzukehren.
Der Yoga ist nichts anderes als der Beginn einer Transformationsreise in eben jene Welt, die Körper, Geist und Seele vereint. Dabei ist die physische Praxis das Tor zu dieser Disziplin . Haben wir diese Schwelle überschritten, öffnen wir für uns Möglichkeiten und Bereiche, von denen manche von uns bisher noch nicht einmal geträumt haben. Wenn wir loslassen und nach innen blicken, kann die Kraft, die wir erfahren, unser Leben transformieren. Und diese Kraft ist nichts anderes als dieses geheime Wissen, dass wir Frauen schon immer in uns haben.
Thema des Workshops
«In die Fülle», das ist das Thema des ersten Frauenkreis-Workshops.
Oft befinden wir uns in unserem Geist in einem Bewusstsein des Mangels. Unsere Gedanken kreise um das, was wir nicht haben. Keine Zeit, kein Geld, kein Sex, keine Liebe, keine Gelegenheiten. Doch ob wir uns im Mangel oder in dessen Gegenteil, dem Bewusstsein der Fülle nämlich, ist in erster Linie eine Frage unserer Gedanken. Im Yoga finden wir Tools, wie wir diese negativen Gedanken integrieren und ins Positive transformieren können.
Ablauf
Nach einem Anfangsritual praktizieren gemeinsam Yoga, Pranayama und Meditation. Wir schliessen mit einem Klangbad ab. Danach gibt es die Möglichkeit eines gemeinsamen Austauschen bei Tee und Gebäck. Du erhältst Materialien für dein Journaling, die du mit nach Hause nehmen kannst.
Save the date
Wir treffen uns am Sonntag, 12, Juni um 17 Uhr für zwei Stunden.
Die Plätze sind beschränkt.
Der Workshop kostet 70 Franken und wird bar oder via Twist bezahlt. Wer knapp bei Kasse ist, kann den Betrag in zwei Teilen bezahlen.
Ich freu mich seeeeehr auf dich!
Nur Liebe für dich: Claudia