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Diese Maschinen wurden ab Ende 1970 bis etwa Anfangs der neunziger Jahre in Frankreich produziert. Es handelt sich immer um die gleichen Maschinen, nur wurden sie in den verschiedenen Ländern unter verschiedenen Namen vertrieben. Im Laufe der Zeit wurden mehrere Modelle entwicket und kurz bevor die Produktion eingestellt wurde, kam noch eine elektronisch gesteuerte Maschine heraus, die über ein Computerbildschirm angesteuert werden kann.
Es handelt sich um ausgesprochen gute Maschinen, mit denen man wirklich viel machen kann. Es braucht aber etwas Zeit, bis man weiss, wie die Maschine funktioniert. Wenn man das einmal begriffen hat, kann man eigentlich auf allen Modelen dieser Marken stricken, einzig das Programmieren der Muster unterscheidet sich etwas.
Es handelt sich um Doppelbettmaschinen mit 5mm Maschenabstand. Das heisst, man kann sowohl rechte Maschen als auch linke Maschen stricken, und man kann auch das Ganze nach Belieben mischen, so dass man damit Muster mit links-rechts machen kann. Bördchen mit 1links/1rechts oder 2links/2rechts oder 3links/5rechts u.s.w. sind leicht ausführbar. Man hat je 180 Maschen zur Verfügung, wobei das 'hintere' (linke Maschen) Bett fest ist, und das 'vordere' (rechte M ) verstellbar auf 2 verschiedene Strickhöhen sowie auf 2 Nichtstrickpositionen. Ebenso hat man am Vorderbett einen Hebel , mit dem man die Nadeln gegeneinander in die gewünschte Position bringt. Die Schlitten haben je 4 Tasten, für die Bildung von verschiedenen Maschenformen, sowie für das Stricken von Jaquard. (Maschenselektion von Mustern).
Die Kontaktgleiter und die Anschläge befinden sich am hinteren Nadelbett.Um die Kontaktgleiter bewegen zu können, müssen die Drehknöpfe gelockert werden. Der Kontaktgleiter übermittelt den elektronischen Impuls der programmierten Musterbox zu den Kontakten am hinteren Schlitten. Wenn der Schlitten von rechts nach links bewegt wird, wird der Gleiter vom linken Kontakt mitgenommen.
Die beiden Modelle haben beide eine kleine Box, wo sie programmiert werden können. Sie können in der Höhe und in der Breite gespiegelt werden, sowie kann auch jede Masche 2mal gestrickt werden . Das Muster kann auch versetzt gestrickt werden. Bei der Memo 2 kann max. 12Maschen hoch und 16breit, oder 16M hoch mit max.12 M breite Muster eingelesen werden. Sie hat keinen Speicher. Das heisst, wenn die Maschine abgestellt wird, muss das Muster danach neu programmiert werden. Die 624 arbeitet mit einer elektronischen Musterbox, deren Muster auf einer 'Kassette' (Chip) gespeichert sind. Diese Kassetten wurden auch einzeln als Zubehör verkauft und sind sehr schwierig zu finden und dann auch entsprechend teuer gehandelt. Die Grundausstattung, Kassette 1, hat 99 Muster gespeichert, wobei Nr.1 frei zur eigenen Programmation da ist. Die 624 kann mit 24 Maschen breit und 60M hoch programmiert werden, was also allen geläufigen Maschinen aus der ganzen Welt entspricht.
Das Modell Memomatik wurde Mitte Achziger herausgegeben. An die Strickmaschine wird vorne rechts eine Selektionsbox angebracht. In die Box werden bedruckte durchsichtige Mylar-Folien eingeschoben (Laser-Drucker) Die Box hat 3 Photozellen auf einem Keilriemen montiert, die dann die schwarzen Punkte. gemäss dem Muster auf die Nadelselektion der Maschine .übertragen Man kann Musterrapporte bis zu 60 Maschen breit entwerfen. Das Muster kann auch von oben nach unten gelesen werden. Zudem können auch Zeichnungen eingelesen werden, und diese freien Motive können auf gewünschte Grösse vergrössert werden.
Die Box wird mit einer grossen Plastikschraube ( Kardanwelle ) rechts unter der Maschine angeschraubt. Die Box ist also etwas nach dem Boden hin abgewinkelt. Die Box wird mit dem Stromkabel auf der rechten Seite einerseits sowie mit der Steckdose, verbunden. Wenn sie nicht stricken, ziehen sie die Steckdose aus. Wenn sie die Box anschalten, leuchtet ein gelbes Licht, und die Box sollte einen Piep- Ton machen. Innerhalb der Box hat es einen Keilriemen, auf dem 3 Elektromagnetische Kupfersensoren aufgeschraubt sind. Es hat zwei rechts- und einen linksgerichteten Magneten. Sollten sie dieses Teil einmal ersetzten müssen, müssen sie alle drei wechseln.
Jeder dieser drei Sensoren liest 20 Punkte, also je 20 Maschen. Es handelt sich um das selbe System wie die allerersten Drucker, die Punkt für Punkt abtasteten. Viele dieser Maschinen waren jahrelang irgendwo ungebraucht verpackt. Häufig ist deshalb die Elektronik ''eingerostet', oder die Plastikteile sind rissig geworden. Oft ist der Keilriemen in der Box gerissen. Er lässt sich aber mehr oder weniger einfach ersetzen. Maschinen, die regelmässig in Betrieb waren, haben solche Probleme nicht.
Die Musterkarten bestehen aus Mylarpapier. Mylar ist zum Teil noch in Papeterien oder auch in Brockenhäusern erhältlich. Es darf nicht zu dick sein, weil es sonst nicht durch die Box geht. Mylarpapier ist mit Laserdrucker problemlos bedruckbar, und wenn man es nach dem Druck gut trocknen lässt und nicht berührt, verwischt es nicht. Die richtige Grösse der Druckfläche herauszufinden, braucht etwas Geduld, wenn sie dann aber mal stimmt, können sie sie immer wieder verwenden. ( ca. 18,9 Breite, Randlos drucken) Jedes schwarze Kästchen wird dann als Muster gelesen. Auf dem Bild sehen sie einen Blankomylar, den sie auch als PDF in Originalqualität drucken können
Download Mylar 60 Blanko (.pdf)
Sie können das Mylar direkt auf dem Computer bearbeiten, oder aber blanko drucken und von Hand zeichnen. Es ist schwierig , einen schwarzen Stift zu finden, den die Box lesen kann. Dicke Marker gehen recht gut.
Der Pulli unten auf dem Bild ist nach einem Entwurf von A.Starmore, den ich auf 60 Maschen breit pro Musterfolge umgearbeitet habe.
Hier die Patrone, rechts als Pdf in guter Qualität zum runterladen
Download Entwurf nach Starmore (.pdf)
Dies wenn sie den Knopf oben rechts auf die Quaderate eingestellt haben. Mit den Knöpfen unten rechts können sie dann die Art des Strickens einstellen, ob die schwarzen oder weissen Kästchen die Hauptfarbe sein sollen, ob jede Zeile zwei mal gelesen werden soll, ob Norweger-Jaquard, ob das Muster gestrickt wird oder Piquée ½. Wenn sie also ein Mylarentwurf haben, wird der in ein dazugehörendes Plastikmäppchen mit an den Seiten gestanzten Performierungen gesteckt. Dieses Mäppchen wird nun vorne beim Licht in den Schlitz eingeführt und mit der runden Schraube links vorsichtig vorwärtsgedreht. Sie spüren dann, wie die Performierungen des Plastiks auf den Walzen innerhalb der Box greifen und dann ganz einfach vorwärts- oder rückwärts bewegt werden kann. Sie haben unten rechts auch einen kleinen Knopf, mit dem jetzt das Mylar an die Stelle ihres Musters transportiert werden kann, welches sie gerade gerne stricken... Es existieren natürlich auch einige Seriell hergestellte Mylars, ich glaube ,im ganzen 42 Blätter, auch für Spitzen stricken und rechts-links Muster. Diese Blätter haben dann jeweils am nfang und Ende des Musters einen dicken schwarzen Strich , und am Ende des Musters piepst dann die Box und geht wieder von selbst zur Anfangsposition zurück.
Wenn sie den grossen Knopf oben rechts ganz nach Oben stellen, (auf das Blumenmotiv), können sie mit Zeichnungen oder Wörtern arbeiten. Der Knopf in der Mitte der Box kann so verändert werden, dass ihr Entwurf vergrössert oder verkleinert wird. Sie werden einige Muster anfertigen müssen, bis sie die Einstellung haben. Die Motive dürfen nicht zu fein sein, sonst gibt es Fehler beim Lesen.
Die Nadeln werden in Position 2 gebracht, so dass die Klappe der Nadeln offen sind. Die verschieden farbigen Fäden werden je nach gewünschtem Motiv entsprechend auf die Nadeln gelegt. Die Fäden werden bei jedem Farbwechsel miteinander verkreuzt, damit dort später keine Löcher entstehen. Der Schlitten wird auf die Maschine aufgesetzt und es wird damit über die Maschen gefahren. So wird also Reihe für Reihe gearbeitet
Der Lochmusterschlitten ermöglicht allerlei Strukturmuster mit rechten und linken Maschen. Je nach Einstellung der Knöpfe sowie programmiertem Muster in der Selektionsbox werden die Maschen von rechts auf links oder umgekehrt umgehängt. Es gibt eine eigene Gebrauchsanleitung mit vielen Mustern zum Lochmusterschlitten.
Es gibt zu jeder Maschine ein detailliertes Anleitungsheft für jedes Modell. Sollte ihnen eine Anleitung fehlen, oder sollten sie sonst ein Problem mit ihrer Maschine haben, können sie im 'Shop' eine Mitteilung für mich hinterlassen. Ich setze mich dann mit ihnen in Verbindung.
Die Schlitten von den verschiedenen Modellen sind miteinander austauschbar. Vergessen sie nicht, die Maschine regelmässig zu reinigen und mit etwas Nähmaschinenöl auf einem weichen Lappen die Klappen der Nadeln leicht zu ölen. Die Schlitten niemals ölen.
Es ist egal, welches Modell sie besitzen, die Grundfunktionen der Maschinen funktionieren alle gleich. Vor dem Inbetriebnahme sollte die Maschine mit einer weichen Bürste entstaubt und die Nadeln mit einem weichen Lappen geölt werden. Dazu nur gutes Strickmaschinen- oder Nähmaschinenöl verwenden.
Ganz links auf dem Foto ist der Hebel, womit man den Bettenabstand einstellt. Der zweite Hebel links dient zum Öffnen der Betten, es befindet sich auf der rechten Seite ein gleicher Hebel. Die beiden zusammen gegen aussen Drücken. Das Vorderbett senkt sich jetzt.
Bringen sie alle Nadeln auf einem Bett in Position 3
In dieser Stellung können sie die Nadeln jetzt leicht ölen, und auch Überprüfen, ob sich alle Klappen leicht Öffnen und schliessen lassen. Nötigenfalls muss eine defekte Nadel ausgewechselt werden.
Wenn alle Nadeln geölt sind,das Vorderbett wieder nach oben schieben und die Wolle in den Fadenspanner inspannen. Mit der Nummerierung können sie die Garnspannung einstellen.Das Garn muss sich problemlos abwickeln, und dennoch etwas Spannung haben.
Wenn die Spannung stimmt, kann die Wolle im Schlitten eingefädelt werden, und zwischen den Betten durchgezogen werden
Die Nadeln können jetzt in Anschlagstellung gebracht werden, hier ein Industrieanschlag 1/1
Den Schlitten für den Anschlag einstellen: Der Bettenabstand : 3 feine Wolle 4 / 5 mittlere Wolle 6 dicke Wolle Die Maschenweite der Schlitten befindet sich auf 1 Schlittentasten : keine Nadelrückholern in der Mitte Vorderbettnadelwähler unten ( jede Nadel)
Die Schlitten befinden sich auf der Rechten Seite. Fahren sie mit den Schlitten über die Nadeln. Die Schlitten sind jetzt auf der linken Seite. Das sieht dann so aus:
Hängen sie einen Rechen an. Der Rechen wird von unten durch die Mitte der beiden Nadelbette durch die Zigzag-Linie des Anschlags gestossen. Mit dem Metalldraht des Rechens sichern und einige Gewichte unter den Nadelbetten am Rechen anhängen.
Jetzt muss die Maschenweite eingestellt werden. Dünnes Garn hat eine Maschenweite von 2-4, dickes Garn 10-12. Es ist sehr unterschiedlich, auch je nach gewähltem Muster, Glatt rechts, Fair-Isle, Bündchen u.s.w. Die V Taste bei beiden Schlitten drücken, und jeweils von rechts nach links und umgekehrt mit den Schlitten über die Nadeln fahren und stricken. Durch die angehängten Gewichte am Rechen wird das Gestrick bei fortschreitender Arbeit gegen unten gezogen.
Im Moment stricken wir ein 1/1 Bündchen. Wenn das genug lang ist, können jetzt die Maschen auf ein Bett umgehängt werden. Dafür die letzte Reihe in 1/1 Bund die Maschenweite um 2 erweitern, darüberstricken. Jetzt die Schlitten aus den Betten entfernen und den Umhängeschlitten aufsetzten. Die leeren Nadeln auf dem Hinterbett in Position 2 Schieben. Die Zwischenstellung auf ¼ stellen ( siehe Foto ganz oben, Die drei Stellungen beim Hebel in der Mitte. Die ¼ Stellung befindet sich ganz links)
Mit dem Umhängeschlitten mit einigem Druck über das Hinterbett fahren. Die Maschen befinden sich jetzt alle auf dem Hinterbett.
Wenn die gewünschte Länge erreicht ist, können sie mit einem andersfarbigen Garn noch zwei Reihen stricken, den Faden durchschneiden und einmal ohne Faden über die Nadeln fahren. Das Gestricke löst sich von den Maschen. Sie können jetzt mit normalen Stricknadeln die Maschen ganz traditionell abketten, oder aber mit der Nöhmaschine im Zickzack darübernähen, am Schluss mit der Nähmaschine oder von Hand zusammennähen. Hier ein Sampler von oben beschriebenen Arbeitsfolgen:
Der Norweger-Jaquard hat den Vorteil, dass es keine flottierenden Fäden auf der Rückseite hat. Das heisst, jede Masche wird abgestrickt. Zuerst wird ein normaler Anschlag 1/1 gemacht. Wenn die Schlitten auf der linken Seite sind, programmieren sie ihr Muster. Es hat eine Taste mit drei xxx. Das heisst, jede programmierte Reihe wird 2mal gestrickt. Diese Taste programmieren. Das Muster zentrieren. Bringen sie dafür den Kontaktgleiter genau in die Mitte der Anzahl Maschen. Der Kontakt (die drei Kupferfüsschen) müssen sich exakt auf der ersten Masche rechts von der Mitte befinden. Drücken sie die Taste Zentrieren. Schlitten einstellen: Auf beiden Schlitten wird überhaupt keine Taste gedrückt ! Einzig auf dem Vorderbettschlitten die kleinen Knöpfe nach oben drehen, d.H. Dass nur jede zweite Masche gestrickt wird. ACHTUNG: sie müssen eine GERADE MASCHENZAHL haben, damit das Muster richtig gelesen werden kann.
Stecken sie die Jaquard-Gabel am Schlitten an. Bringen sie jetzt die Schlitten nach links. Die Musterbox hat eine Reihe gestrickt.
Fädeln sie die zweite Farbe ein . Beim Garnführer nehmen sie die erste Farbe heraus, und die zweite Farbe hinein. Die erste Farbe bringen sie hinter dem zweiten Garn in die Jaquard-Gabel.
Jetzt fahren sie mit den Schlitten nach rechts, und wieder nach links. Die Musterbox steht auf Reihe 2. Wechseln sie die Farbe. Schlitten nach rechts und wieder links. Reihe 3. u.s.w.