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Nokia übernimmt den 50-Prozent-Anteil seines bisherigen Partners im Joint Venture Nokia Siemens Networks. Der Restrukturierungsplan wird dennoch weitergeführt.
Das ehemalige Joint Venture Nokia Siemens Networks (NSN) dürfte ganz in den Besitz von Nokia übergehen. Der finnische Handyhersteller will den 50-Prozent-Anteil von Siemens für 1,7 Milliarden Euro aufkaufen, wie die beiden Unternehmen heute bekannt gaben. Die beiden Verwaltungsräte haben den Deal abgesegnet, nun müssen nur noch die Behörden grünes Licht geben. Falls alles wie geplant läuft, soll der Handel noch im dritten Quartal abgeschlossen werden. Nokia wird Siemens nach Abschluss der Transaktion1,2 Milliarden Euro in bar überweisen. Den Rest gewährt Siemens den Finnen vorerst als ein auf ein Jahr befristetes Darlehen. Das Unternehmen wird nach dem Ausstieg von Siemens einen neuen Namen erhalten.
NSN hat in den letzten Jahren seine Produktpalette stark eingeschränkt und konzentriert sich nun auf Produkte, Lösungen und Dienstleistungen für mobile Breitbandnetze. Diese Strategie, so Nokia, wolle man auch in Zukunft weiterführen. Auch das laufende Restrukturierungsprogramm, das in diesem Jahr die Kosten um rund eine Milliarde Euro senken soll, werde weitergeführt, betonte Nokia.
Der Telco-Ausrüster NSN enstand aus einem Zusammenschluss der früheren Netzwerkbereiche von Siemens und Nokia und nahm am 1. April 2007 seine Geschäftstätigkeit auf
. NSN beschäftigte per Ende März weltweit rund 56'000 Mitarbeitende. Im ersten Quartal dieses Jahres machte NSN einen Umsatz von 2,8 Milliarden Dollar und erzielte dabei einen minimen Gewinn.
Ab dem 1. April dieses Jahres stand es nach dem Ablauf der urpsrünglichen Verträge den beiden Partnern frei, nach Käufern für ihre Anteile zu suchen. Siemens nahm laut Gerüchten unter anderem mit den Investmentfirmen TPG, KKR und Blackstone Kontakt auf
. Siemens scheint es mit seinem Ausstieg aber eilig gehabt zu haben und hat nun die "schnelle" Lösung mit dem Verkauf seiner Anteile an Nokia bevorzugt. Ein Verkauf an andere Interessenten hätte möglicherweise einiges mehr einbringen können. Das 'Wall Street Journal' zitiert Schätzungen, nach denen für NSN bei einer anderweitigen Übernahme ein Verkaufspreis von rund 4 bis 5 Milliarden Euro hätte herausgeschlagen werden können. (hjm)