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Die Milch, die von der “Food and Nutrition Science” Zeitschrift als “Functional Food”definiert wurde, steht heute in einem schlechten Licht. Das wichtigste Argument der Kritiker ist , dass der Mensch als das einzige Säugetier, welches über das Babyalter hinaus Milch trinkt, etwas “unnatürliches” tut. Dem ist einfach entgegenzuhalten,und zwar mit zwei Gesichtspunkten.
Die Fähigkeit, Laktose (Milchzucker) zu verdauen, hängt von einer bestimmten genetischen Prädisposition ab. Die “Lactase Persistence” (LP), das heißt “Persistenz der Laktase Aktivität”. Diese genetische Veranlagung wird als Vorteil im Bezug auf die Entwicklung der menschlichen Spezies von Genspezialisten betrachtet, da sie unseren Vorfahren, ausgehend von Afrika ,nördlichere Gebiete zu bevölkern erlaubte , wo Sonneneinstrahlung reduziert ist. Dies ist der Grund: Licht ist notwendig für unsere Haut damit sie Vitamin D produziert.
Vitamin D begünstigt unter anderem, die Einlagerung von Kalzium in den Knochen. Im Dunklen wird weniger Vitamin D synthetisiert dadurch werden unsere Knochen wahrscheinlich zerbrechlicher. Es sei denn, man gelange an Vitamin D durch den Verzehr von Milch und Milchprodukten. Daher der selektive Vorteil der Menschen, die den Charakter LP haben.
b) archäologisch
Archäologische Funde vor etwa 8500 Jahre haben nachgewiesen, dass schon damals Menschen die Milch fermentierten, um einen Vorgänger von Joghurt zu erhalten.
Kurz gesagt, sowohl die Geschichte, als auch die Genetik sagen uns, dass Milch und Milchprodukte den Menschen seit einiger Zeit natürlich begleiten, so dass ihr Verbrauch auf keinen Fall “unnatürlich” ist.
Zusätzlich, wie bereits erwähnt, kann man Milch als den ersten “Functional Food” betrachten. Dieser Begriff bezieht sich auf Lebensmittel, die nützliche Stoffe für unseren Körper enthalten, über ihren bloßen Nährwert (d.h. neben ihrer Kalorien und Makronährstoffe: Kohlenhydrate, Proteine, Vitamine). Milch enthält zahlreiche biologische Aktivstoffe die vorteilhaft für den Organismus sind: Wie unter anderem essentielle Aminosäuren, ungesättigte Fettsäuren, Antioxidantien und Vitamine.
Die Vorteile der Milch wurden durch mehrere internationalen Studien weltweit nachgewiesen, von denen ich einige Beispiele kurz hier zitiere:
-Eine Untersuchung in den Niederlanden zeigte, dass Trinkmilch das Risiko von Bluthochdruck und Herzinfarkt reduziert.
– Forscher des Gaetano Pini von Mailand wiesen nach, dass der niedrige Konsum von Milchprodukten mit einem erhöhten Auftreten von Osteoporose und Bluthochdruck verbunden ist.
– Eine kanadische Studienforschung hat gezeigt, dass Milch statt Wasser während des Sportrainings eine Zunahme der fettfreien Körpermasse begünstigt.
– Ein neuer, in der “Nature” Zeitschrift veröffentlichter Artikel zeigte, dass der Verbrauch von Milchprodukten, mit einer besseren Gewichtsverteilung und insbesondere mit einer Verringerung des Taillenumfangs verbunden ist.
– Sogar in Japan, wo es keine Groß Konsumenten von Milchprodukten gibt, zeigte eine Forschung, dass Kinder die Milch am Frühstück trinken, einen besseren Wach-Schlaf Rhythmus zeigen, dadurch produktiver am Vormittag sind und in der Regel ein wesentlich tiefes depressives und aggressives Verhalten aufweisen.
Einige Menschen sind allergisch (d.h. eine nachteilige Immunantwort zeigen) zu bestimmten Milchproteinen. Sie dürfen weder Milch trinken, noch Milchprodukte verzehren. Die Häufigkeit dieser Krankheit ist niedrig (zwischen 1,5 und 2% in Europa). Häufiger ist jedoch Laktose-Intoleranz aufgrund der Knappheit oder der Mangel des Enzyms Laktase. Diese spaltet Laktose zu Glukose und Galaktose, so dass sie im Darm absorbiert werden können. Krankheiten und Beschwerden wie Milchallergie und Milchunverträglichkeit sind näher in einem weiteren Blogartikel beschrieben.
Wer an keiner Intoleranz leidet, sollte sich aber nicht die Vorteile der Milch entgehen lassen, welches nicht nur ein Getränk, sondern auch ein Vollnahrungsmittel ist.
Ich schlage vor, immer die frische auf die haltbare (UHT-)Milch vorzuziehen: Die Wärmebehandlung verursacht den Verlust von vielen Vitaminen wie Vitamin A und Vitamin B12. Bevorzugen Sie “Vollmilch” auf “Milchdrink”, weil der überwiegende Anteil der fettlöslichen Vitaminen (A, D, E) verloren gehen kann durch den Entfettungsprozess. Schließlich rate ich, die Milch nicht zu stark zu erhitzen : In der Tat enthält sie einige Substanzen (“Lysozyme”), die ihre Verdauung erleichtern. Aber bei Temperaturen über 47°C bauen sich die Lysozyme ab. Daher wird heiße Milch weniger verdaulich als kalte oder lauwarme Milch.