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Das herrschaftliche dreigeschossige Haus besticht durch sein vollständig symmetrisches Aussehen im Sinne des Klassizismus. Die je fünf hübschen Stichbogenfenster pro Geschoss gegen die Strasse hin und je drei an den Schmalseiten lassen noch den Spätbarock nachklingen. Die Fassaden sind durch eine Simsgurte zwischen Erd- und den Obergeschossen und Eckrisaliten harmonisch gegliedert. Am Portal in der Mitte des Erdgeschosses findet sich das Baujahr 1814, das Einhorn des Frey-Wappens und die Initialen X und F. Gemeint ist damit Xaver Frey (1762-1834), der Erbauer des Hauses.Mehr
Frey soll hier den Gasthof "Frohsinn" betrieben haben. Als der Kronenwirt Alois Iten am Kirchplatz 1854 Konkurs ging, führte dieser das Gasthaus hier weiter, um dann 1863 an den derzeitigen Standort an der Bahnhofstrasse umzuziehen.
1899 gehörte das Haus Nanette Gredinger. Deren Verwandte Lena Weber war verheiratet mit Eugen Diebold (1884-1972), dem Bären-Wirt und Mitinhaber einer Eisenwarenhandlung in Schwyz, der dann 1923 nach Mellingen zog und das Haus erwarb. Eugen Diebold war in Baden und Mellingen aufgewachsen. Er besuchte dann zwei Jahre die Stiftsschule in Einsiedeln. Darauf folgte eine Banklehre in Basel. In der Folge arbeitete er in einer Bank in London und als Hotelsekretär in Besançon. Nach seiner Tätigkeit in Schwyz trat er 1923 in die Geflechtfabrik von Jean Kappeler ein, die er später übernahm und zu einer Eisenwarenfabrik umbaute. Auch die Kinder des Ehepaars Diebold wohnten in diesem Gebäude, bis mit dem Tod des Geistlichen Eugen Diebold (1913-1991) der letzte der Familie das Haus verliess. Deshalb wurde das Gebäude gemeinhin Dieboldhaus genannt.
Seit 1994 bewohnt das Gabriella Senni Caforio und und ihr Gatte Vito Caforio das hübsche Anwesen. 2003 kauften die beiden das Haus und restaurierten den altehrwürdigen Bau mit viel Herzblut. Das Ehepaar führt hier eine Weinhandlung mit erlesenen Produkten. Für die Lagerung der Weine steht der prächtig gewölbte Keller zur Verfügung.
Literatur: Doris Busslinger Künzli. Verborgene Schätze. Mellinger Städtlichronik 2016, S. 32-33.
Online-Inventar der Aarg. Denkmalpflege
Bild-Nr.: 01156.8
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Rainer Stöckli / Doris Busslinger / Denkmalpflege
Copyright: © Viktor Zimmermann
Diese Aufnahme führt uns ganz besonders die harmonische Gliederung der Fassade vor Augen. Ähnlich symmetrisch gegliedert, aber weniger imposant sind in Mellingen das Haus Lenzburgerstrasse 7 und die Häuser Bahnhofstrasse 12, 20 und 37. Und absolute Spitze ist die Front des Alten Rathauses gegen die Grosse Kirchgasse hin.
Über dieses Gebäude s. Bild-Nr. 01156.8
Bild-Nr.: 01156.12
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Rainer Stöckli
Copyright: © Viktor Zimmermann
Portal mit den Initialen "X" und "F" und dem Einhorn des Frey-Wappens (=Bauherr Xaver Frey) sowie dem Baudatum 1814.
Über dieses Gebäude: s. Bild-Nr. 01156.8
Bild-Nr.: 01156.11
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Viktor Zimmermannm
Die skulptierten Initialen "X" und "F" und das Einhorn des Frey-Wappens am Portal.
Erbauer war Xaver Frey (1762-1834).
Über dieses Gebäude s. Bild-Nr. 01156.8
Bild-Nr.: 01156.10
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Rainer Stöckli
Copyright: © Viktor Zimmermann
Im Gegensatz zur harmonischen Front gegen die Bahnhofstrasse hin wirkt die Rückseite eher "chaotisch", bietet aber mit den nachträglich angebrachten reussseitigen Balkonen gegen den wunderschönen Garten und den Fluss hin hohe Wohnqualität.
Rechts davon das Restaurant "Chang Cheng", Bahnhofstrasse 9.
Weitere Angaben siehe unter Bild-Nr. 01156.8
Bild-Nr.: 01156.9
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Viktor Zimmermann