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Scharlach Indikationen InfektionskrankheitenDer Scharlach ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die sich zunächst in Fieber, Halsschmerzen und belegten und geschwollenen Mandeln äussert. Nach ein bis zwei Tagen tritt ein Hautausschlag auf, der sich fast am ganzen Körper ausbreitet. Ebenfalls typisch ist eine Rötung und Schwellung der Zunge, welche zunächst weiss belegt ist (Erdbeerzunge). Die Ursache der Erkrankung ist eine Infektion mit beta-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A (Streptococcus pyogenes). Betroffen sind hauptsächlich kindergarten- oder schulpflichtige Kinder. Für die Behandlung werden Antibiotika verabreicht, üblicherweise Penicilline. Die antibiotische Therapie ist wichtig, weil sie das Risiko für Komplikationen verringert.Symptome
Die Erkrankung beginnt typischerweise mit Fieber, Kopfschmerzen, einer Rachenentzündung, belegten und geschwollen Mandeln und Halsschmerzen (Streptokokken-Angina). Weitere Beschwerden sind Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Schüttelfrost. Die Lymphknoten sind geschwollen.
Nach ein bis zwei Tagen tritt das Scharlachexanthem auf, ein roter, rauer Hautausschlag, der sich am Rumpf, an den Armen und Beinen und im Gesicht ausbreitet und einem Sonnenbrand ähnelt. Nicht betroffen sind die Handinnenflächen, die Fusssohlen und die Region um den Mund. Die Haut ist von kleinen Papeln übersät und die Hautfalten sind stärker gerötet. Bei einem leichten Druck verschwindet die Rötung von der Haut.
Ebenfalls typisch ist die sogenannte Erdbeerzunge. Sie ist zunächst weiss belegt und die Papillen sind vergrössert. Nach wenigen Tagen verschwindet der weisse Belag und die Rötung bleibt bestehen.
Nachdem das Exanthem wieder verschwunden ist, beginnt sich die Haut abzuschälen, vor allem im Gesicht, in den Hautfalten, an den Handinnenflächen und den Füssen.
Scharlach tritt hauptsächlich bei kindergarten- und schulpflichtigen Kindern ab einem Alter von 6 Jahren auf. Er kann zu gefährlichen Komplikationen an anderen Organen wie dem Herzen, den Gelenken, dem Innenohr, der Lunge und den Nieren führen und eine Blutvergiftung auslösen. Deshalb ist eine antibiotische Therapie wichtig (siehe unten).Ursachen
Die Ursache der Erkrankung ist eine Infektion mit beta-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A (Streptococcus pyogenes). Übertragen werden die Bakterien durch Tröpfchen zum Beispiel beim Husten oder Niesen oder beim direkten Kontakt von Person zu Person. Auch kontaminierte Gegenstände können zu einer Ansteckung führen. Die Inkubationszeit ist mit 1-4 Tagen kurz. Etwa zwanzig Prozent der Bevölkerung sind asymptomatische Träger, bei welchen die Bakterien auf der Schleimhaut vorkommen.Diagnose
Die Diagnose wird in ärztlicher Behandlung anhand der Patientengeschichte, der klinischen Symptome, der körperlichen Untersuchung, mit einem Rachenabstrich (Antigennachweis) und einem Erregernachweis gestellt.Medikamentöse Behandlung
Die Erkrankung wird in der Regel mit Penicillinen behandelt. Sie reduzieren innert 24 Stunden die Ansteckungsfähigkeit, verkürzen die Krankheitsdauer und lindern die Symptome. Als Alternative stehen andere Antibiotika wie Cephalosporine, Makrolide und Lincosamide (Clindamycin) zur Verfügung.
Für die symptomatische Behandlung der Schmerzen und des Fiebers stehen Schmerzmittel zur Verfügung. Die Halsschmerzen können mit lokal betäubenden Arzneimitteln gelindert werden, siehe unter → Halsschmerzen.Vorbeugung
- Es steht kein Impfstoff zur Verfügung.
- Häufiges Händewaschen, gute Hygiene.
- Persönliche Gegenstände wie beispielsweise Handtücher oder Zahnbürsten nicht teilen.
- Isolation der Erkrankten (Bettruhe), Antibiotikatherapie.
- Allmon A., Deane K., Martin K.L. Common Skin Rashes in Children. Am Fam Physician, 2015, 92(3), 211-6 Pubmed
- Arzneimittel-Fachinformation (CH)
- Brinker A. Scarlet Fever. N Engl J Med, 2017, 376(20), 1972 Pubmed
- Bundesamt für Gesundheit
- Cash J.C., Glass C.A. Family Practice Guidelines. New York: Springer, 2011
- Centers for Disease Control and Prevention (CDC)
- Lehrbücher der Pädiatrie
- Mahajan V.K., Sharma N.L. Scarlet fever. Indian Pediatr, 2005, 42(8), 829-30 Pubmed
- Park D.W. et al. Incidence and Characteristics of Scarlet Fever, South Korea, 2008-2015. Emerg Infect Dis, 2017, 23(4), 658-661 Pubmed
- Robert Koch Institut
Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.
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