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Eduard Otto Schulze * 1856 in Buch (D), † 1933 in St.GallenRektor von 1903-1920, Ordinarius für Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsgeschichte Eduard Otto Schulze wurde am 14. Mai 1856 in Buch (Deutschland) als Sohn eines Lehrers geboren. Mit 15 Jahren wurde er zur Vollwaise, nachdem seine Mutter und sein Vater kurz nacheinander verstarben. Die Mittelschule finanzierte sich Schulze durch die Arbeit als Privatlehrer. Nach der Maturität begann er das Philologie- und Geschichtsstudium in Halle, das er jedoch aus finanziellen Gründen nach sechs Semestern unterbrechen musste. Um Geld zu verdienen, arbeitete Schulze in den folgenden sieben Jahren als Hauslehrer und Erzieher beim Grafen Recke in Kraschnitz. Anschliessend setzte er sein Studium in Breslau fort. Assistenz in Leipzig 1889 veröffentlichte Schulze seine preisgekrönte Dissertation zum Thema «Niederländische Siedlungen: in den Marschen an der unteren Wese und Elbe im 12. und 13. Jahrhundert» (erweiterte Neuauflage 1896 unter dem Titel «Die Kolonisierung und Germanisierung der Gebiete zwischen Saale und Elbe»). Weitere wissenschaftliche Tätigkeiten übte Schulze in Dresden, Nürnberg und Leipzig aus. Fünf Jahre später heiratete er Comtesse Marie von Reichenbach. Anschliessend wirkte Schulze als Assistent bei August von Miaskowski an der Universität Leipzig, bis dieser verstarb. Aus finanziellen Gründen konnte Schulze die geplante Habilitation nicht verfassen. Er arbeitete für die Historische Kommission in Leipzig, bevor er im April 1899 an der Handelsakademie St.Gallen angestellt wurde. Das 17-jährige Rektorat Der Rektor wurde seinerzeit vom Schulrat ernannt und für eine unbefristete Amtsperiode gewählt. Schulze wurde nach sechs Jahren Professur zum Rektor gewählt und bekleidete das Amt 17 Jahre. Die überlange Amtszeit führte, besonders während des Ersten Weltkriegs, zu erheblichen Spannungen innerhalb der Hochschule. Die Zahl der Studierenden stieg in den ersten Jahren merklich an: Im Wintersemester 1904/05 wurden 131 Studierende und 380 Hörer der öffentlichen Vorlesungen gezählt. Besonders hoch war der Anteil der Ausländer, der sich zeitweise um die 50 Prozent bewegte. Neubau an der Notkerstrasse Der Anstieg der Studierendenzahl rechtfertigte einen Neubau. Im Dezember 1909 wurde der Bau an der Notkerstrasse 20 beschlossen, und im Frühjahr 1910 begannen die Bauarbeiten. Der Bau wurde planmässig und unter strikter Einhaltung der Kostenvoranschläge fertiggestellt, so dass der Umzug im Herbst 1911 erfolgen konnte. Das neue Gebäude mit der Aufschrift «Handels-Hochschule» war eine Verpflichtung zur Weiterentwicklung der Institution. Der Wille hierzu zeigte sich in einer neuen Hochschulordnung, die 1913 erlassen wurde. Schulze leitete ausserdem zur Zeit des Ersten Weltkriegs und auch noch später (insgesamt 10 Jahre) den Deutschen Hilfsverein in St.Gallen. Später wurde er zu dessen Ehrenvorsitzenden ernannt.