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Schon bald sind meine vier Monate in Kenia vorbei. Bevor ich jedoch zurueckkomme, verbringe ich einige Tage in Uganda, Burundi und Kongo. Als ich mich am Mittwochmorgen auf den Weg machte, wusste ich noch nicht, dass mich eine spannende und lehrreiche Fahrt erwartete…
Ich erreichte Nairobi um 6 Uhr morgens und stieg in einen halbleeren Bus nach Uganda. Ich verkroch mich in der hintersten Ecke des Buses und versuchte, die Augen zu schliessen, da ich die ganze Nacht kaum geschlafen hatte. Nach einer Weile erreichten wir den ersten Zwischenstopp, und ein junger Mann mit gruener Adidasjacke sprach mich an. Ob ich nach Kampala in Uganda reise, wollte er wissen. Ich gab wie gewohnt auf Swahili Antwort, doch der junge Herr schien mich nicht zu verstehen. Ich dachte, mein Swahili sei wohl nicht so deutlich gewesen, und so probierte ich es nochnmals. Nach einigen Versuchen schaute er mich mit einem Grinsen an und meinte auf Englisch: Ich verstehe leider kein Swahili, ich komme von Uganda. Das war das erste, was ich auf jener Reise lernte: In Uganda wird mehr Englisch als Swahili gesprochen.
Von hier an war die Fahrt sehr kurzweilig. Ich erfuhr zum ersten Mal etwas ueber die ugandische Kultur und die Lebensweise. Mir wurde erklaert, dass es in Uganda verschiedene Staemme, Koenigreiche und Klans gibt. Die Staemme haben unterschiedliche Sprachen und sind in Koenigreiche mit einem Koenig unterteilt. Die Klans sind Grossfamilien innerhalb eines Stammes. Im Falle meines neuen ugandischen Freunds bedeutet dies: Er wohnt in Zentraluganda, sein Stamm heisst Muganda, das Koenigreich ist Buganda und er spricht Luganda. Er gehoert zum Klan der Elefanten, Njovu genannt, und sein Name Ssenkooza identifiziert ihn als Familienmitglied. Neben dem Elefantenklan gibt es den Affenklan, den Kuhklan, den Antilopenklan und viele mehr. Die Namen der Kinder zeigen immer, welchem Klan sie angehoeren. Dies sollte zu alten Zeiten Inzucht vermeiden. Ich lernte die Geschichte Ugandas kennen, die Vor- und Nachteile gegenueber Kenia, die verschiedenen Sprachen und die Nationalgerichte.
Ich konnte es kaum glauben, als wir um sechs Uhr an der Grenze zu Uganda ankamen. Wie schnell die Zeit im Bus heute vergangen war. Nach der ueblichen Grenzkontrolle und dem Schlangenstehen am Visaschalter ging die Reise bis in die Nacht hinein weiter… nun aber auf ugandischem Land. Wir ueberquerten den Nil, fuhren durch einen der Regenwaelder und lernten die ugandischen Polizeikontrollen kennen, die noch korrupter sind als diejenigen in Kenia.
Um elf Uhr nachts fuhr der Bus dann in der Hauptstadt von Uganda, in Kampala, ein und ich wurde von dort in das Konferenzzentrum gebracht, wo ich nun einige Tage ein Jugendseminar leite.
Nach den vielen spannenden Geschichten freue ich mich nun richtig auf die Tage in Uganda, Burundi und Rwanda und bin sicher, dass ich noch viel mehr darueber erfahren werde, bis es am naechsten Freitag wieder zurueck nach Kenia geht.
Herzlich,
Rebekka