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Unterzeichnet ist der Deal aus dem Jahr 2005 von Fifa-Präsident Sepp Blatter höchstpersönlich. Nutzniesser des Vertrags ist Jack Warner, der Präsident des karibischen Fussballverbands. Die Übertragungsrechte für die Weltmeisterschaft in Südafrika verkaufte Blatter an Jack Warner für 250'000 Dollar, die Übertragungs-rechte für die WM in Brasilien für 350‘000 Dollar.
Der australische Unternehmer Jaimie Fuller hat vor einem Jahr die Fifa-kritische Gruppe «New Fifa Now» gegründet. Für Fuller ist der Verkaufspreis der TV-Rechte viel zu tief: «Das ist nur etwa fünf Prozent des Marktwerts», sagt Fuller im «10vor10»-Interview.
Jack Warner verdiente Millionen
Der ehemalige Fussball-Funktionär Jack Warner gehörte bis 2011 zum höchsten Fifa-Zirkel. Er nutzte den Vertrag für ein gutes Geschäft. Nachdem die Fifa dem karibischen Fussball-Verband die Rechte für gesamthaft 600‘000 US-Dollar verkauft hatte, übertrug Verbands-Präsident Jack Warner die Rechte an seine eigene Firma. Diese verkaufte die Medien-Rechte 2007 an den TV-Sender SportsMax.
Unter anderem thematisierte dies auch ein Untersuchungs-Bericht des Fussballverbands Nord- und Mittelamerikas sowie der Karibik, Concacaf. Darin wird erwähnt, Jack Warner habe die TV Rechte 2007 für mehrere Millionen verkauft. Schätzungen von Medien gehen von 15 bis 20 Millionen Dollar aus.
Die TV-Rechte wurden offenbar viel zu billig verkauft. Für Rechtsprofessorin und Korruptions-Expertin Monika Roth könnte das Verhalten Blatters strafrechtlich relevant sein: «Ich denke an den Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung», so Roth. Der Deal werfe die Frage auf, ob das ein Freundschaftspreis gewesen sei oder ein kaufmännisch korrekt berechneter Preis.
Blatters Einzelunterschrift
Sepp Blatter verkaufte die TV-Rechte im Namen der Fifa. Mit Einzelunterschrift. Damit ist er persönlich involviert. «Es ist der erste konkrete Beweis, dass Sepp Blatter in etwas verstrickt ist», sagt Fifa-Kritiker Jaimie Fuller, «Bis jetzt wussten wir nur, dass er wie eine Spinne im Netz der Korruption sitzt. Hier steht aber sein Name drauf.»
Wegen des Deals mit Jack Warner könnte Sepp Blatter ins Visier der Strafverfolgungsbehörden geraten. Rechtsprofessorin Monika Roth erklärt, dass ungetreue Geschäftsbesorgung ein Offizialdelikt sei: «Das heisst, die Strafverfolgung muss von Amtes wegen ohnehin eingreifen», so Roth, «die Bundesanwaltschaft muss ermitteln.» Die Bundesanwaltschaft nahm auf Anfrage von «10vor10» keine Stellung.
Kein Kommentar bei der Fifa
Die Fifa wollte keine konkreten Fragen zum Fall beantworten und schreibt lediglich: «Die Fifa gibt keine Stellungnahme zu in der Presse erhobenen Anschuldigungen ab. Ferner sind wir nicht befugt, Angelegenheiten zu erörtern, die Herrn Warner betreffen, da dieser in den Vereinigten Staaten unter Anklage steht.» Zur Rolle Sepp Blatters will sich die Fifa nicht äussern. Obwohl erstmals ein Dokument auf dem Tisch liegt, das zeigt, dass Blatter höchstpersönlich in einen fragwürdigen Deal involviert war.