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Jorge Mario Bergoglio / Papst Franziskus. Über die Selbstanklage. Eine Mediation über das Gewissen. (Verlag Herder) Freiburg-Basel- Wien 2014, 76 Seiten.
Die hier vorgelegte Schrift veröffentlichte Papst Franziskus noch als Kardinalerzbischof von Buenos Aires im Jahre 2005. Die hier vorliegende deutsche Fassung wird von P. Josef Sievernich SJ ausführlich eingeleitet, gefolgt von einem achtzehnseitigen Text von Jorge Mario Bergoglio und dem Quellentext des spätantiken Mönchs Dorotheus von Gaza über die Selbstanklage. Bergoglio hatte nicht nur Ignatius von Loyola, Franz von Assisi, Johannes vom Kreuz und Teresa von Avila als spirituelle Lebensmeister, sondern auch diesen und weitere Wüstenväter. Der Quellentext soll zu einem Weg realistischer Selbsterkenntnis und Gottsuche führen. Damit beides möglich wird, ist Gewissenserforschung nötig. Bergoglio kämpft gegen böses Geschwätz, das zu Selbstüberheblichkeit führt, und plädiert für den für unsere Ohren etwas altertümlichen Begriff Selbstanklage, die ein auf die Gemeinschaft bezogenes Selbstverständnis voraussetzt und fördert. "Die beständig geübte Selbstanklage zerstreut den Argwohn und gibt dem Wirken Gottes Raum", so Bergoglio.