Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03361.jsonl.gz/649

Tatsächlich brennt es nach Angaben des Bundesamtes für Umwelt in den Schweizer Wäldern im Durchschnitt 90 Mal im Jahr unkontrolliert. In 60 Prozent der Fälle ist der Mensch Schuld, beispielsweise durch einen unvorsichtigen Umgang mit offenem Feuer oder es liegt Brandstiftung vor. Auch technische Ursachen wie defekte elektrische Leitungen können zu einem Feuer führen. Als natürlicher Auslöser von Waldbränden ist hierzulande nur Blitzschlag möglich. Jede zehnte Brandursache bleibt ungeklärt.
Die Menschen sind selten von den Flammen bedroht, da in der Schweiz, im Gegensatz zu Australien, keine Wohnbauten im Wald erlaubt sind. Trotzdem mussten im Sommer 2003 rund 300 Menschen in Leuk im Kanton Wallis evakuiert werden, weil das Siedlungsgebiet in Gefahr war. Ein Brandstifter hatte im nahegelegenen Wald ein Feuer gelegt. Trockene und warme Luft begünstigten die Ausbreitung, woraufhin sich einer der grössten Waldbrände der Schweiz entwickelte. 300 Hektaren Wald und 200‘000 Bäumen – darunter Teile eines Schutzwaldes – fielen den Flammen zum Opfer.
Glücklicherweise sind solche Extremereignisse eher selten. Waldbrände in der Schweiz kommen vor allem in den Kantonen Wallis, Graubünden, Tessin und den Föhntälern vor. Doch die hohen Berge und klimatische Unterschiede auf kleinstem Raum bilden natürliche Barrieren, die eine Ausbreitung der Brände in Grenzen halten. Im Durchschnitt verbrannten in der Vergangenheit deshalb «nur» 374 Hektaren Wald pro Jahr. Zum Vergleich: Allein in Tasmanien verbrannten in den letzten Tagen 30‘000 Hektaren.