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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Erstes Buch
I. Kapitel
15.
1. Manches wird meine Schrift auch nur andeuten, und bei dem einen Punkt wird sie länger verweilen, den [S. 23] anderen nur kurz erwähnen; sie wird auch versuchen, etwas verborgen zu sagen und verhüllt auszusprechen und schweigend deutlich zu machen.
2. Meine Schrift wird auch die Lehrmeinungen der hervorragendsten Sekten vortragen und wird ihnen all das entgegenhalten, was vor der durch das höchste unmittelbare1 Schauen vermittelten Erkenntnis sichergestellt sein muß. Deshalb wird sie "entsprechend der berühmten und erhabenen Richtschnur der Überlieferung"2 fortschreiten, wobei wir von der Entstehung der Welt ausgehen wollen; sie wird das vorausschicken, was vor der Naturlehre zuerst durchgenommen werden muß, und wird zuvor die Schwierigkeiten beseitigen, die der folgerichtigen Behandlung im Wege stehen, damit die Ohren für die Aufnahme der wissenschaftlichen Überlieferung bereit seien, indem gleichsam das Land in sachverständiger Weise zuvor von den Disteln und allem Unkraut für die Anlage des Weinberges gereinigt ist.
3. Denn ein Kampf ist auch die Vorübung zum Kampf, und Mysterien sind auch die vor den Mysterien vollzogenen Weihen, und unsere Aufzeichnungen werden auch keine Bedenken tragen, die schönsten Stücke der Philosophie und der übrigen Vorstufen der Bildung zu verwenden.3
4. Denn es ist nicht nur, wie der Apostel sagt, verständig, wegen der Hebräer und der unter dem Gesetz Stehenden ein Jude zu werden, sondern auch wegen der Griechen ein Grieche, auf daß wir alle gewännen.4
5. Und in dem Brief an die Kolosser schreibt er: "Ermahnend jedermann und ihn in aller Weisheit unterrichtend, um einen jeden in Christus zur Vollkommenheit zu führen."5
1: Das hier gebrauchte Wort (xxx) epoptikä erinnert an die (xxx) epopsis, die höchste Erkenntnisstufe der eleusinischen Mysterien.
2: 1. Clemensbrief 7,2.
3: Vgl. Strom. IV 3; V 71,1; VII 27,6.
4: Vgl. 1 Kor 9,20f.
5: Kol 1,28.