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Mobilität und Migration: Kennzeichen unserer Gesellschaft
Die Geschichte der Industrialisierung, die im späten 18. Jahrhundert einsetzte und danach die Welt vollkommen veränderte, ging einher mit einer grossen Mobilität der Menschen. Diese zogen dorthin, wo Fabriken gebaut wurden, meist aus ländlichen Gebieten in die Städte und in die industriellen Zentren. Auch die Schweizer Wirtschaft ist seit dem 19. Jahrhundert eine offene und international vernetzte.
Der liberale Staat setzte der Einwanderung keine Hindernisse entgegen. Die frühen Migrantinnen und Migranten arbeiteten im Tunnel- und Strassenbau, in Manufakturen und Fabriken. Manche von ihnen liessen sich auch als Unternehmer in der Schweiz nieder. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges betrug der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer an der Gesamtbevölkerung bereits 15 Prozent, in Städten war der Anteil deutlich höher: In Lugano waren es 30,8 Prozent, in Basel 37,6 Prozent und in Genf 40,4 Prozent.
Unterbrochen wurde die Migration einzig durch die Katastrophe der beiden Weltkriege. Der massive Ausbau der schweizerischen Wirtschaftsleistung nach dem Zweiten Weltkrieg hingegen war nur dank der Zuwanderung möglich. Die Wirtschaft warb im grossen Stil Arbeitskräfte im Ausland an. Wie schon vor dem Ersten Weltkrieg stieg auch in der Phase seit dem Zweiten Weltkrieg die Zahl der Migrierenden an.
In den 1970er-Jahren führte der Bundesrat aufgrund einer zunehmenden Überfremdungsangst in der Bevölkerung eine behördliche Kontingentierung für Ausländerinnen und Ausländer ein. Mit dem Freizügigkeitsabkommen mit der EU wurden diese für EU/EFTA-Bürgerinnen und -Bürger wieder aufgehoben. Die zunehmende Digitalisierung und Globalisierung und eine veränderte Zusammensetzung der Zuziehenden in den letzten Jahren stellen die Schweiz wiederum vor neue Herausforderungen.
Letzte Änderung 14.06.2018