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A man was having a bad day. While he was walking along the road, a tiger appeared out of nowhere and chased him to the edge of a cliff. He jumped but caught a little vine as he was falling. Looking down he saw a bottomless abyss below him. Looking up he saw the drooling tiger waiting over his head! Our poor man looked in front of him and saw a mouse chewing away at the root of the vine he was holding! Right next to that vine, he also saw a wonderful strawberry and said, "Oh, how beautiful!"
I love this story. The man in the story is very detached from the "parts" view of reality, and from the disaster threatening his little self. Even though death threatens his little self from above, below, even though there is nothing to hold onto, he notices the strawberry in front of him. Instead of marginalizing that little strawberry, he sentiently experiences it and goes into a state of bliss, despite the fact that his consensus reality situation appeared bleak. He detaches from everyday reality, from the outcome or future of the little self, by focusing instead on the unfolding of moment, the Dreaming of that strawberry!
From a consensus reality viewpoint, you might think he was crazy. But for the man hanging onto the vine that is being chewed away, the fate of his little self is not important. His security lies in Dreaming, the unfolding of what catches his attention. Enlightenment is his awareness of the dreaming strawberry as well as the tiger above him and death below. But from the consensus viewpoint, this story is not a sign of enlightenment but of utter madness!
In any case, if our man was sentient to begin with, he might have sensed the tiger coming at him before it got there. In that case, he would have noticed some weird indescribable feeling, become lucid about his own tendency to roar and be angry, and realized his own powerful nature. He would have unfolded that sentient roar and embraced the entire field, including his little self, his fear of death, the angry tiger and the strawberry of immortality.
Therefore, even before the tiger started to chase him, before the tiger had a chance to move, the man would have growled like a tiger. In this case, both he and the real tiger might have seen each other but would not have been interested in looking at each other again. In any case, the man in the original story chased by a tiger tried to follow his sentient experience, and he did so once at the cliff edge even though you and I might have hoped he would have done so earlier.
Lucidity is probably what the ancient Chinese sage Chuang Tsu meant when he said in the fourth century B.C., "If one is true to one's self and follows its teaching, who need be without a teacher?"',
Chuang Tsu's viewpoint is that everyone has a true teacher, the sentient field, the Tao that cannot be verbalized. In fact, if you think about it, you and I have the same amazing teacher as everyone else. In a way, there is one guru, the primal, sentient force of Dreaming, which has a thousand faces. We are all students of the same teacher, and in a way, are different faces of the same student.
Chuang Tsu teaches that following one's true Self is the greatest teacher. It is best to know this teacher. What else could help if a tiger is about to chase you?
*
Ein Mann hatte einen schlechten Tag. Während er die Straße entlang ging, erschien ein Tiger aus dem Nichts und jagte ihn an den Rand einer Klippe. Er sprang, fing aber eine kleine Liane, als er fiel. Als er nach unten blickte, sah er einen bodenlosen Abgrund unter sich. Als er aufblickte, sah er den sabbernden Tiger über seinem Kopf warten! Unser armer Mann blickte vor sich und sah eine Maus, die an der Wurzel der Liane, die er hielt, kaute! Direkt neben dieser Liane entdeckte er eine prachtvolle Erdbeere und sagte: "Oh, wie schön!"
Ich liebe diese Geschichte. Der Mann in der Geschichte ist sehr distanziert von der "teilweisen" Sicht der Realität und von der Katastrophe, die sein Kleines Ich bedroht. Auch wenn der Tod sein Kleines Ich von oben, unten, bedroht, obwohl es nichts zum Festhalten gibt, bemerkt er die Erdbeere vor sich. Anstatt diese kleine Erdbeere zu marginalisieren, spürt er sie und geht in ihren Zustand hinein in einen Zustand der Glückseligkeit, obwohl seine Situation in der Alltags-Wirklichkeit schrecklich ist. Er löst sich von der alltäglichen Realität, von der Perspektive oder der Zukunft des Kleinen Ich, indem er sich stattdessen auf die Entfaltung des Augenblicks konzentriert, auf das Träumen dieser Erdbeere!
Aus der Sicht der Konsens-Realität könnte man denken, dass er verrückt ist. Aber für den Mann, der an der Liane hängt, die weggekaut wird, ist das Schicksal seines Kleinen Ich nicht wichtig. Sein Vertrauen liegt im Träumen, in der Entfaltung dessen, was seine Aufmerksamkeit erregt. Erleuchtung ist sein Gewahrsein der träumenden Erdbeere sowie des Tigers über ihm und des Todes darunter. Aber aus der Sicht des Alltags-Ich ist diese Geschichte kein Zeichen von Erleuchtung, sondern von völligem Wahnsinn!
Auf jeden Fall, wenn unser Mann von Anfang an in einem offenen Gewahrsein gewesen wäre, hätte er vielleicht gespürt, dass der Tiger auf ihn zukam, bevor er auftauchte. In diesem Fall hätte er ein seltsames, unbeschreibliches Spüren bemerkt, wäre klar über seine eigene Tendenz zum Brüllen und Wüten geworden und hätte seine eigene kraftvolle Natur erkannt. Er hätte dieses Gespürte entfaltet in ein Gebrüll und damit das ganze Feld umarmt, einschließlich seines Kleinen Ich, seiner Angst vor dem Tod, des wütenden Tigers und der Erdbeere der Unsterblichkeit.
Deshalb, noch bevor der Tiger anfing, ihn zu jagen, bevor der Tiger die Chance gehabt hätte, sich zu bewegen, hätte der Mann wie ein Tiger geknurrt. In diesem Fall hätten sich sowohl er als auch der echte Tiger vielleicht gesehen, wären aber nicht daran interessiert gewesen, sich gegenseitig wiederzusehen. Auf jeden Fall versuchte der Mann in der ursprünglichen Geschichte, der von einem Tiger verfolgt wurde, seinem spürenden Erleben zu folgen, und er tat dies erst am Rande der Klippe, obwohl du und ich vielleicht gehofft hätten, dass er dies früher getan hätte.
Luzidität ist wahrscheinlich das, was der alte chinesische Weise Chuang Tsu meinte, als er im vierten Jahrhundert v. Chr. sagte: "Wenn man sich selbst treu ist und seiner Lehre folgt, wer muss dann ohne Lehrer sein?"
Chuang Tsu's Standpunkt ist, dass jeder einen wahren Lehrer hat: das Spürfeld, das Tao, das nicht genannt werden kann. Tatsächlich, wenn du darüber nachdenkst, haben du und ich den gleichen erstaunlichen Lehrer wie alle anderen. In gewisser Weise gibt es nur einen Guru, nämlich die ursprüngliche, spürende Kraft des Träumens, die tausend Gesichter hat. Wir sind alle Schüler desselben Lehrers, und in gewisser Weise sind es verschiedene Gesichter desselben Schülers.
Chuang Tsu lehrt, dass das Folgen dem wahren Selbst der größte Lehrer ist. Es ist am besten, diesen Lehrer zu kennen und ihm zu dienen. Was könnte sonst noch helfen, wenn ein Tiger im Begriff ist, dich zu jagen?
Arnold Mindell Dreaming While Awake