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Wie steht es um Zweisprachigkeit und Sprachenfrieden in Courtaman, falls es mit Courtepin und Wallenried fusioniert? Nach einer Meinungsumfrage nur unter den Stimmfähigen der obigen drei Gemeinden, sollen nun zehn Personen eine Studie über die Dreierfusion erstellen. Ich habe mich vom kategorischen Gegner jeder Fusion Courtamens zu einem heftigen «Nein, wenn…» gemausert und möchte hier meine Bedenken, Fragen und Befürchtungen zur Titelfrage nennen.
Was bedeutet Zweisprachigkeit in Courtaman? Dies: Jede Bewohnerin kann sich in Deutsch oder Französisch an die Gemeindeverwaltung richten und erhält in der gewünschten Sprache Auskunft; die Gemeindeverwaltung und mehr als 84 Prozent der Strassen- und Quartiernamen sind zweisprachig; der Gemeinderat bemüht sich um Zweisprachigkeit und alle Mitteilungsblätter, Reglemente und Protokolle der Gemeindeverwaltung sind zweisprachig.
Kann dieser erfreuliche Zustand bei einer Fusion erhalten werden? Wie steht die in der Bundesverfassung genannte Sprachenfreiheit zum nicht darin erwähnten Territorialprinzip? Muss das wacklige Prinzip zu Gunsten des Grundrechts Sprachenfreiheit aufgegeben werden? Was gehört für die DFAG und ihre welsche Partnerorganisation zu den Grundlagen des Sprachenfriedens im Kanton Freiburg?
Wenn ich sehe, wie es bei den in Primar- und OS-Unterrichtenden im welschen Kantonsteil heimlich grollt und öffentlich donnert, weil sie einen kleinen Teil ihrer Unterrichtszeit in der Fremdsprache Deutsch hergeben sollen, dann drängen sich zwei Fragen auf: Wer kann den Französisch sprechenden Syndic einer neuen zweisprachigen Gemeinde zwingen, die Gemeindeversammlung zweisprachig zu führen, wenn er Angst hat Deutsch zu sprechen, wenn er zu wenig Dialekt und Hochdeutsch zu können glaubt oder nicht Deutsch sprechen mag? Wer kann von einem Französisch sprechenden Gemeindeschreiber/Gemeindekassier verlangen, dass er Auskünfte, Mitteilungen, Protokolle usw. auch in deutscher Sprache gibt und abfasst, wenn er…?
Falls sich bei einer Fusion Courtamans nicht eine grosse Mehrheit der Bevölkerung der drei Gemeinden, ihrer Behörden und Gemeindebeamten für die Zweisprachigkeit der neuen Gemeinde einsetzt – so befürchte ich – wird der Mehrheitsdruck der zwei französischsprachigen Gemeinden Courtepin und Wallenried die Zweisprachigkeit Courtamans schnell unmöglich machen.
Bevor fusioniert werden sollte, muss man auf die berechtigten Fragen der Einwohner aller drei jetzigen Gemeinden zu Zweisprachigkeit und Sprachenfrieden und auf ihre Ängste und Zweifel zufriedenstellend eingehen. Wer tut das? Die wohl von allen Einwohnern Courtamans geschätzte Zweisprachigkeit führt hier zu Sprachenfrieden. Sprachenfrieden fördert persönliche Entfaltung und ist daher für ein gutes menschliches Zusammenleben wichtig. Zweisprachigkeit und Sprachenfrieden Courtamans dürfen deshalb nicht wegen einer unsicheren Fusionszweisprachigkeit oder wegen vorübergehenden Fusionszwangsvorstellungen aufgegeben werden.