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Der Fuchs ist kein Streicheltier
Ich schildere hier meine Erfahrung mit Füchsen.
Ich bin bei einem bekannten Jäger aufgewachsen und habe einiges mit Füchsen erlebt, beziehungsweise zu tun gehabt. Ich musste diesem schon als Schulbub halbe Nächte lang helfen, Füchse aus Notbauten auszugraben, aus Durchlässen auszuwässern oder gar auszuräuchern. Aus den richtigen Bauen, die nur die Dachse anlegen können, kann man sie kaum ausgraben. Ein solcher Bau hat meistens mehrere Röhren, beziehungsweise Ein- und Ausgänge.
Wenn der Meister im Laufe der Jagd sicher war, dass sich Füchse in einem Bau befanden, dann rückte er ihnen mit der Kastenfalle zu Leibe, und es konnte eine Woche dauern, bis den schlauen Tieren der Köder schmeckte. Bei diesem Vorgehen mussten alle Öffnungen bis auf den Haupteingang sicher mit Steinen verbaut werden. Auf diese Weise erwischte der Meister einmal fünf Tiere, eine Fähe mit vier Jungen, ¾ Jahre alt. Nach einer Woche ging diese in die Falle, kam aber ohne Schwanz zum Vorschein. Die Jungen hatten diesen abgefressen. Diese gingen dann kurz nacheinander auch in die Falle.
Mein Meister zog auch einmal vier junge Füchse in einem Gehege auf, als sie, die als ganz zahm galten, doch eines Nachts durch Untergraben das Weite suchten, nicht ohne vorher noch im Entenpferch einzubrechen und den sieben Bewohnern dort den Garaus zu machen. Da sich diese aber meist in der Nähe herumtrieben, war es für den Meister ein Leichtes, sie in der kommenden Jagdzeit zu erlegen. Sie waren sehr mager und trugen minderwertige Pelze. Dies kann man fast als Beweis betrachten, dass sich solche Tiere in der Freiheit kaum zurechtfinden, weil sie nicht auf natürliche Weise aufwachsen konnten.
Ich musste auch einmal zur Selbsthilfe greifen, als mir die Füchse zu viel Unordnung machten, wenn sie zum Beispiel im stehenden Heu Hühner rupften und auch in der ganzen Gegend die Jungrehe und Hasen rissen. Das war anfangs der Fünfzigerjahre. Zu der Zeit hatte es fast unter jedem Weidstadel eine Fuchsfamilie.
30.12.1987