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4.3
Hyaliner Knorpel (Rippe)
Präparat:
Präparatedetails:
Organ: Rippenknorpel
Herkunft: Mensch
Färbung: Hämalaun - Eosin (HE)
Methode und Präparat:
Histologisches Schnittpräparat, mit einer Übersichtsfärbung (HE) gefärbt.
Ziel der Untersuchung:
Kenntnis vom Bau und Wachstums des hyalinen Knorpels.
Besonderheiten des Präparats:
Auf diesem Querschnitt durch einen Rippenknorpel wird deutlich, dass er aussen von Knorpelhaut (Perichondrium) bedeckt ist. Das Perichondrium besteht aussen aus dem Stratum fibrosum und gegen den Knorpel zu aus dem Stratum cellulare. Aus diesem heraus erfolgt u.a. das Dickenwachstum des Knorpels. Diese Schicht ist auch an einer geringen Regeneration des Knorpels beteiligt.
Generell geschieht das Wachstum durch Apposition vom Perichondrium aus und interstitiell durch Vermehrung der Chondrozyten und ihrer Interzellulärsubstanz im Knorpelinnern. Das Perichondrium besteht aus kollagenen Bindegewebsfasern und Fibrozyten. Darunter befindet sich ein Lager von undifferenzierten BG-Zellen, die sich zu Chondroblasten und dann zu Chondrozyten entwickeln können. Chondrozyten liegen in Knorpelhöhlen, diese sind durch eine Wand begrenzt, die Knorpelkapsel. Liegen mehrere aus der gleichen Mutterzelle hervorgegangene Chondrozyten in der Knorpelhöhle bezeichnet man das als isogene Gruppe (= 2 bis vielzelliges Chondron). Um das Chondron herum liegt der dunkel angefärbte Hof, eine Zone mit erhöhter Konzentration von Chondroitinschwefelsäure. Chondrone mit ihrem Knorpelhof werden auch als Territorien bezeichnet, denen die interterritoriale Substanz zwischen den Territorien gegenübergestellt wird. Streifige Areale stellen eine Altersdegeneration dar, die bereits früh im Erwachsenenalter beginnen kann. Diesem Prozess liegt die sog. Asbestfaserung zugrunde. Sie kommt durch eine Demaskierung (Verlust von Chondroitinschwefelsäure) der kollagenen Fibrillen zustande.
Generell sind aber kollagene Fasern nicht sichtbar, da sie durch die Menge von Chondroitinschwefelsäure, die im hyalinen Knorpel vorhanden ist, maskiert werden. Chondroitinschwefelsäure weist den gleichen Brechungsindex auf, wie die Kollagenfasern. Die Rippen werden durch die Interkostalmuskulatur bei der Atmung bewegt. Deshalb ist es nicht verwunderlich, das auf diesem Präparat neben dem Knorpel auch Skelettmuskulatur, Fett, Nerven sowie Gefässe zu finden sind.
Wegen der unterschiedlichen Konsistenzen des Knorpels und des Perichondriums sowie der anliegenden Interkostalmuskulatur, kommt es zu Schnittartefakten, d.h. am Knorpelrand liegen teilweise unterschiedliche Gewebe übereinander.
Aufgaben:
Beurteilen Sie die unterschiedliche Grösse der isogenen Gruppen (Chrondrone) und überlegen Sie, wie diese zu begründen ist.
Versuchen Sie, in diesem Präparat kollagene Fasern zu identifizieren. Wo gelingt das gut, wo gelingt das praktisch nicht? Woher kommt dieser Unterschied?
Suchen Sie Areale, die eine beginnende Asbestdegeneration zeigen. Wie entsteht diese?
Identifizieren Sie dort wo es möglich ist: Stratum fibrosum und Stratum cellulare des Perichondriums.
Suchen Sie Skelettmuskulatur, die auf diesem Schnitt quer geschnitten ist. Woran können Sie trotzdem erkennen, dass es sich um Skelettmuskelfasern handelt?
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Universität Basel
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