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Aktuell vertrete ich in einem Fall eine Softwareentwicklerin und einen Softwareentwickler, die zusammen mit zwei Ökonomen ein Projekt gestartet haben, dessen Idee es war, dass die Partner Start-ups der digitalen Industrie aufkaufen, mit ihrem gemeinsamen Know-how pushen und später mit Gewinn verkaufen. Effektiv haben die Partner ein Unternehmen gekauft. Während den nächsten zwei Jahren kam dieses jedoch nicht richtig zum Fliegen und weitere Unternehmen kamen nicht dazu. Da sich die Partner in dieser Zeit keinen Lohn auszahlen konnten und das Vermögen der beiden Softwareentwickler praktisch aufgebraucht war, stiegen diese aus dem Projekt aus. In der Folge forderten die Softwareentwickler von den Ökonomen für ihr zweijähriges Engagement einen Lohn. Die Ökonomen ihrerseits behaupten, die Softwareentwickler hätten illegal den Sourcecode von gemeinsam entwickelter Software kopiert und mitgenommen. Seit 5 Jahren (sic!) prozessieren die Softwareentwickler nun gegen die Ökonomen. Ein Ende ist noch nicht in Sicht … Durch eine klare rechtliche Organisation und klare Vereinbarungen hätten dieses Fiasko und Tausende von Franken Kosten verhindert werden können. Der Fall ist exemplarisch für viele Start-ups, die nicht reüssieren oder bei denen bereits zu Beginn einen Teil der Partner das Projekt verlassen (s. auch Erfahrung von Start-up-Unternehmer Alessandro Soldati in BILANZ 05/2019, rechts).
In diesem Kapitel geht es denn auch darum, aufzuzeigen, wie ein digitales Projekt rechtlich organisiert werden sollte und welche Vereinbarungen die Partner untereinander treffen müssen, um ein Desaster möglichst zu verhindern.