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Naja sputatrix
Javanische Speikobra (BOIE 1827)
Naja sputatrix kommt aus Java und auf den kleinen Sundaninseln vor. Sie ist meist einfarbig, von dunkelgrünlich-braun bis schwarz. juvenile Exemplare können ein O- oder U-förmige helle Nackenzeichnung haben, die meist dunkel gerandet ist. Die Kopfseiten können gelblich bis orange sein. Mittlerweilen sind unsere Tiere glänzend dunkelgrün bis schwarz mit einem sehr hellen Kopf.
In der Regel umgeben 25 schuppen in schrägen reihen die Nackenmitte und 19 bis 21 die Rumpfmitte. Sie besitzt 7 Oberlippenschilde, von denen der dritte und vierte den Augenrand berühren. Es ist ein Prae- und 2 bis 3 Postocularia vorhanden. Die Anzahl der vorderen Temporalschilde beträgt 2, die der hinteren kann zwischen 2 und 4 schwanken. Die Anzahl der Bauchschilde ist zwischen 164 und 178, die der Schwanzschilde zwischen 43 und 50 (L. Trutnau).
Länge: bis 150 cm
Lebensraum
Wir besitzen Java- Tiere. Es sind Nachzuchten von 2005 von einem guten Kollegen. Naja sputatrix kann man gleich halten wie Naja siamensis. Sie Lebt im Bergland wie in der Ebene. Sie bevorzugt Gebiete in Wassernähe und dringt als Kulturfolger in menschliche Siedlungen ein. Sie leben auf feuchtem wie auf trockenem Untergrund. Auf Büschen sowie am Boden, in Reisfeldern, Bananenplantagen und mitten in Dörfern. Das Beutespektrum der Speikobra umfasst Ratten, Mäuse, allerlei Kleinsäuger, Vögel und deren Eier, Schlangen, Echsen, Frösche, Kröten und Fische.
Bei Gefahr speien sie das Gift, von dem erstaunlich grosse Mengen in kurzer Zeit produziert werden, zielsicher bis auf eine Distanz von drei Metern in das Gesicht des Störenfriedes. Hinsichtlich der Tagesperiodizität ist diese Kobra unspezialisiert. Obwohl vorwiegend in der Dämmerung und in der Nacht aktiv, sind sie auch am hellen Tag unterwegs.
Haltung und Zucht
Da ich Nachzuchten 2005 bekommen habe, ziehe ich sie sicher die ersten zwei Jahre einzeln in Boxen oder kleinen Terrarien auf. Da alle Kobras auch Schlangenfresser sind sollte man die Gefahr von Kannibalismus nie Unterschätzen.
Als Bodengrund verwende ich Torfersatz. Neben einem grösseren Wasserbecken bespritze ich das Terrarium 3 bis 4 mal die Woche mit lauwarmem Wasser. Ein paar verstecke aus Korkrinden und ein paar Klettermöglichkeiten vervollständigen die Einrichtung. Sie haben sich gleich kleine Höhlen gegraben wo sie sich tagsüber meist Aufhalten. Erst in der Nacht kommen sie nach vorne und schauen, ob es was zu fressen gibt.
Die Beleuchtung sollten täglich 10 - 14 Stunden in Betrieb sein, und eine Temperatur von 25 bis 30° aufweisen. Nachts sollte die Temperatur kaum sinken. Nach einer Winterruhe von Dezember bis Januar erfolgt die Paarung in der Regel sehr schnell. Vor der Häutung ist es ratsam, etwas mehr Wasser zu spritzen, da sie ansonsten nicht immer schön an einem Stück Häuten.
Obwohl die asiatischen Speikobras meist nur noch selten Speien sollte man immer einen Gesichtsschutz anhaben. Das Gift mal in den Augen muss sofort mindestens mit Wasser ausgewaschen werden. Wer die Möglichkeit hat, sollte Milch nehmen, da die Milch das Gift dieser Speikobra besser neutralisiert und so auch das Brennen innert sekunden verschwindet.
Mittlerweilen sind sie gut gewachsen, werden jedoch noch immer einzeln gehalten. Bei Störung stellen sie sich sehr schnell auf und Drohen. Interessanterweise Speien sie jedoch nicht. Auf dem Haken bleiben sie meist sehr gut drauf.
Giftwirkung und Symptome, die bei einem Vollbiss eintreten können:
Lokale Gifteffekte
- Starke Schmerzen, die auch erst nach ein paar Stunden eintreten können.
- Eine lokale Schwellung, die nach 2 bis 3 Stunden eintreten, und mit Nekrose und Blässchenbildung ihren Höhepunkt erst nach vier Tagen erreichen kann.
- Die Nekrosen können bis ins Subkutangewebe reichen.
Neurologische Gifteffekte
- Ptosis, Dysarthrie, Dysphagie, Ophthalmoplegie,Lähmung der Skelettmuskulatur, der Atemmuskulatur mit respiratorischem Versagen
- Kardiale Gifteffekte: Arterielle Hypotension
- Andere Symptome und Befunde: Bauchschmerzen, Erbrechen, Schläfrigkeit
Erste Hilfe
- Notarzt- Krankenwagen anrufen und Ruhe bewahren.
- Haustüre aufschliessen, Schmuck wie Ringe abziehen
- Kompressionsbinde anlegen und Seitenlagerung ausführen.
Therapie
- Endotracheale Intubation und künstliche Beatmung
- Bekommt man eine Ladung von dem Gift in die Augen gespritzt, sollte man es auf dem schnellsten Weg auswaschen, egal mit was. Das Beste Mittel ist jedoch Milch. Die Milch neutralisiert das Gift, entfernt das Brennen in den Augen und bring sofort eine Linderung herbei.
- Bei zu langem Warten können Schäden in der Bindehaut entstehen, die bis zur Blindheit führen können.