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Gestern war der dritte Tag der Befragung von Co-CEO Paul Gongaware durch Jackson Anwalt Brian Panish. „Stellt sicher, dass wir die Aufnahmen von MJ in der roten Lederjacke auf der Bühne, wo die Minifilme gedreht wurden, rausnehmen. Er sieht da viel zu [dünn] und wie ein Skelett aus“, so Randy Phillips an Gongaware sechs Wochen nach Michaels Tod, als es um den „This Is It“ Dokumentarfilm ging. Paul Gongaware, einer der Produzenten des Dokumentarfilms, antwortete Phillips: „Okay, werde es anschauen…“.
In einer weiteren E-Mail schrieb Gongaware: „Wir sind nun damit einverstanden, dass die Band, Sänger und Tänzer Interviews geben. Wir verlangen nur, dass sie positiv bleiben und betonen, dass MJ aktiv, engagiert und nicht die ausgemergelte Person war, wie ihn einige darstellen wollen“. Auf Folgefragen von Brian Panish antwortete Gongaware, dass er nicht versucht hatte, die Botschaft des Films zu kontrollieren. „Wir haben sie gebeten, positiv zu bleiben“. Gongaware sagte weiter, sie hätten nichts aus dem Dokufilm rausgenommen.
LA Times Senior Writer Jeff Gottlieb betonte, dass es auch an diesem Tag erneut Unterschiede zwischen Gongawares Antworten bei der eidesstattlichen Zeugeneinvernahme vor dem Prozess im Dezember 2012 und seinen Aussagen diese Woche im Zeugenstand gab. Wenn man die begleitenden Kommentare sowie die im Moment immer kürzer werdenden Berichte von Jeff Gottlieb liest, kommt man nicht um das Gefühl herum, dass er immer ungeduldiger und frustrierter wird mit den Aussagen der AEG Manager, insbesondere Paul Gongaware diese Woche. Ich kann es ihm gut nachempfinden…
Auch Alan Duke, der für CNN vom Prozess berichtet, geht es da wohl nicht viel anders. Als Einstiegssatz in seine aktuellste Berichterstattung vom Prozess schrieb er „Der meist gesprochene Satz von AEG Lives co-CEO während seiner Zeugenaussage im […] Prozess war: „Ich kann mich nicht erinnern“.“ Gongaware habe diesen Satz mehrere Dutzend Male wiederholt, als er diese Woche von Brian Panish befragt wurde. Es kam sogar soweit, dass die Geschworenen lachen mussten, insbesondere als Brian Panish begann, seine eigenen Fragen an Gongaware selbst mit „Ich kann mich nicht erinnern“ zu beantworten. Sogar Richterin Yvette Palazuelos kommentierte am Mittwoch, als die Geschworenen den Gerichtssaal verlassen hatten, „Wir haben das so oft gehört. Wie viele Male noch?“
Der Prozess selbst wird ja nicht übertragen. CNN hat jedoch die Videoaufnahme von Paul Gongawares eidesstattlicher Zeugeneinvernahme am 12. Dezember 2012 erhalten (das Material wurde am Mittwoch den Geschworenen gezeigt). CNN hat einen kurzen Ausschnitt davon gepostet und so könnt Ihr Euch einen besseren Eindruck schaffen, was da wohl erst recht im Gerichtssaal abgehet. Hier der Clip. Es geht dabei um eine, wenn nicht die entscheidende E-Mail in diesem Prozess, nämlich der E-Mail von Gongaware an Kenny Ortega, in der ersterer schrieb „Wir wollen [Conrad Murray] daran erinnern, dass AEG und nicht Michael Jackson sein Gehalt zahlen.“ (Siehe gestrige News für mehr Details.)
Als Gongaware sich dann am Mittwoch langsam zu erinnern begann, was er in seiner E-Mail gemeint hatte, deutete Jackson Anwalt Brian Panish an, dass es ja ein Fall von „unterdrückten Erinnerungen“ sein könnte, bei der „sich jemand nicht erinnern kann, was vor drei oder vier Jahren geschehen ist. Sie haben keine Psychotherapie gehabt, um sich daran zu erinnern, was sie hier geschrieben haben“, fragte Panish Gongaware. „Sie wurden nicht in Schlaf versetzt –“ (Richterin Palazuelos sagte: „Hypnotisiert?“) – „um zu sehen, ob sie sich erinnern können?“ Nein, antwortete Gongaware schlicht.
Der Co-CEO von AEG hat nun wohl definitiv den letzten Funken an Glaubwürdigkeit verloren (wenn er die in diesem Fall denn je besessen hat).