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Publiziert: 7 Juni 2020
Casorella und Castello – oder von Jean Arp über Glaskunst bis zu den Verträgen von Locarno.
Könnte es sprechen, hätte das Herrschaftshaus an der Via B. Rusca in Locarno viel zu erzählen. Die Coronakrise ist nur eines vieler aufwühlender Ereignisse, das es in den letzten 500 Jahren erlebt hat. Jedenfalls hat das Haus, welches das Museum Casorella beherbergt, auch die jüngsten Wirren schadlos überstanden und deshalb im Mai seinem geneigten Publikum wieder Tür und Tor geöffnet.
Innerhalb seiner altehrwürdigen Mauern ist zurzeit unter dem Namen Galassia Arp eine Sammlung des grossen Künstlers Jean Arp (1887-1966) zu sehen. Der deutsch-französische Maler, Grafiker, Bildhauer und Lyriker bewegte sich in den Kreisen der Konstruktivisten und der Pariser Surrealisten. 1916 begründete er mit anderen Künstlern in Zürich den Dadaismus, der als literarische und künstlerische Antwort auf den Ersten Weltkrieg und gegen soziale Konventionen gedacht war. Bereichert wird die Werkschau durch Arbeiten vom wohl bekanntesten Locarneser Künstler, Filippo Franzoni (1857-1911). Dritter im Casorella-Ausstellungsbunde ist der bekannte Schweizer Bildhauer Max Bill (1908-1994). Seine Werke befinden sich im Freien.
Gleichzeitig mit dem Museo Casorella hat auch das danebenliegende Schloss Visconteo seine schweren Pforten geöffnet. Im Schlossmuseum ist eine der wichtigsten europäischen Kollektionen römischer Glaskunst zu bewundern. Ausserdem widmen sich zwei weitere Ausstellungen der Tessiner Reformationsbewegung und dem sogenannten Patto di Locarno aus dem Jahr 1925. Die Verträge von Locarno sind sieben völkerrechtliche Vereinbarungen, die vom 5. bis 16. Oktober 1925 in Locarno verhandelt und am 1. Dezember 1925 in London unterzeichnet wurden.
Preis
Regulär je CHF 10.-, ermässigt CHF 8.-, es sind Kombitickets erhältlich
Dienstag bis Sonntag, 10.00-12.00 und 14.00-17.00 Uhr