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Chronologie (gekürzt) aus:
1833 Eine Wasserrechtsurkunde bewilligte dem Ottenbacher Müller J.Beerli den Bau einer neuen Wasserkraftanlage. Er baute einen Kanal und in die Reuss hinein ein Streichwehr, um das Wasser regulierter in den Kanal einzuleiten und damit das Wasserrad zu betreiben. (1843 und 1869 in der Wildkarte eingezeichnet) Der Müller verkauft seine Anlage an Heinrich Schmid von Gattikon.
1867 mieteten die Herren Bodmer und Hürlimann von Heinrich Schmid, die von ihm zu einer Fabrik (1) umgebaute Mühle in Ottenbach. Die Firma hiess "Bodmer & Hürlimann" mit Sitz in Zürich. Sie produzierten Beuteltuch, sogenannte Müllergaze.
1880/81 hatte das Wasserrad von 1836 ausgedient und wurde durch eine leistungsfähigere Jonval-Turbine der Firma Bell & Cie, Kriens, ersetzt, welche im 1. Turbinenhaus installiert wurde. Die Wasserenergie reichte aber für die nunmehr 200 Webstühle nicht aus, die fehlende Energie lieferte eine Dampfmaschine. (Foto Seite 69) Im Gebäude neben dem Hochkamin war zuerst die Kutschen und Pferdefuhrwerke untergebrach, später die (Dampf)- Heizzentrale.
1887 Die Firma "Bodmer & Hürlimann", wurde umbenannt in "A.-G. Mech. Seidenstoffweberei Zürich" Q:Geiger S. 29
Um 1900 wird der Oberwasserkanal verbreitert und das Streichwehr um 200 m verlängert.
1910 erstellte das Ingenieur-Büro H. Hickel, Luzern, das heutige Turbinenhaus und eine stärkere Francis-Turbine der Maschinenfabrik Uzwil in Betrieb genommen.
1920 wurde die heute noch funktionierende Francis-Turbine der Firma Bell eingebaut. Diese lieferte über den Dynamo und den Generator Strom in die neuen Elektromotoren und in die Gross- Batterieanlage mit 200 Gläser zu je 100 Liter Säure für die Beleuchtung. Die Karbidbeleuchtung wurde ausgemustert.
1932 übernahm die Seidenstoffweberei A.F. Haas & Co, die in der Weltwirtschaftskriese schwer angeschlagene Firma Bodmer und Hürlimann & Co. Sie produzierten Kleider- Möbel- und Dekorationsstoffe. Das wirtschaftliche Auf- und Ab machte auch der A.F. Haas zu schaffen.
1936 Liquidation der Mechanischen Seidenstoffweberei in Ottenbach. Neugründung der Kommanditgesellschaft A.F.Haas & Co. mit Gustav Otto Hürlimann als Kommanditär. Q: Geiger S.58
Ab 1975 dienen die Fabrikräumlichkeiten zuerst als „Fabrikladen“ und heute als „Haas Shopping“ Verkaufszwecken.
1975 wurde die Turbinenanlage ganz ausser Betrieb gesetzt
1977 übernimmt der Kanton Zürich im Zusammenhang mit dem Natur- Reussuferschutz die Anlage. (Kanal mit Einlaufwerk und Turbinengebäude)
1980 bewilligt der Regierungsrat des Kantons Zürich einen Restaurierungskredit, mit dem Zweck, diese Wasserkraftanlage als wichtiger Zeuge der industriellen Pionierzeit im Reusstal zu erhalten. Die Anlage wurde 1980/81 umfassend renoviert.
2005 Die grossen Überschwemmungen am 21. August, spielten auch der Wasserkraftanlage Haas übel mit. Das mit viel Sand beladene Hochwasser überflutete den Maschinenraum kniehoch und richtete grossen Schaden an. Der Museumsbetrieb musste sofort eingestellt werden. Die Anlage wurde durch die spezialisierte Firma RENOVITA vollständig renoviert.
2007 Das Hochwasser am 9. August blieb zwar ca. 40 cm unter der Rekordhöhe von 2005. Dennoch wurde das Turbinenhaus und die Turbine wieder mit Sand verschmutz. Das Streichwehr mit Einlaufbauwerk war schon vorher in schlechtem Zustand mit verschiedenen Lücken. Das Augusthochwasser Riss noch mehr und grössere Lücken. Auch ein Teil des Oberlaufes musste mit neuen Pfahlwänden verbaut werden. Der Regierungsrat beschloss eine Sanierung.
2012 Die Arbeiten sind abgeschlossen. Am 5. Mai findet auf Einladung von Kanton und Gemeinde ein Info-Tag bei der Anlage statt. Der Museumsbetrieb kann wieder eröffnet werden.