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Allerdings geben 22 Prozent an, mindestens einmal Medikamente oder Freizeitdrogen zum effektiveren Lernen benutzt zu haben, wie eine Befragung von über 3000 Studierenden an den Universitäten Basel, Zürich und der ETH Zürich zeigt. Die Ergebnisse wurden jüngst in der Fachzeitschrift “Plos One” veröffentlicht.
Studie des Unispitals Basel
Die Studierenden wurden von einem Forschungsteam des Universitätsspitals Basel per Fragebogen zu ihrer Einstellung zu Substanzen wie Ritalin, Modasomil, Antidepressiva, Betablockern sowie einer Vielzahl an Freizeitdrogen befragt, wie aus einer Mitteilung der Universität Basel hervorgeht.
Studierende, die Erfahrung mit Leistungssteigerung durch Arznei hatten, zeigten sich deutlich aufgeschlossener. 24 Prozent halten das sogenannte Hirndoping für fair. Von den Studierenden ohne solche Erfahrungen gaben nur 11 Prozent an, das Aufputschen sei in Ordnung.
Zwei Drittel verglichen die pharmazeutische kognitive Leistungssteigerung mit Doping im Sport. 80 Prozent waren der Meinung, auf diese Weise erreichte Resultate verdienten geringere Anerkennung.
Bedenken wegen Risiken und Nebenwirkungen
Ein Grossteil der Befragten drückte auch Bedenken hinsichtlich Risiken und Nebenwirkungen der Arzneimittel aus. Nur bei Studierenden mit einer diagnostizierten psychischen Erkrankung und einer ärztlichen Verschreibung wurde die Nutzung von Arzneimitteln mehrheitlich gebilligt.
Viele zeigten sich zudem besorgt, dass bei verbreitetem Gebrauch Druck auf diejenigen entstehen könnte, die keine Medikamente zur Leistungssteigerung einnehmen. Die Frage, ob die Hochschulen deren Verwendung strikt regulieren sollten, spaltete die Befragten jedoch in zwei gleich grosse Lager.
Das Forschungsteam empfiehlt, die pharmazeutische kognitive Leistungssteigerung an Hochschulen künftig zu überwachen und Studierende umfassend über das Thema zu informieren. Vor allem die Bedenken zum Mitmachzwang seien vermutlich auf mangelndes Verständnis des tatsächlichen geringen Nutzens des Hirndopings zurückzuführen.
(SDA)