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Im Mittelpunkt des Dissertationsprojekts steht die Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) der Europäischen Union. Diese wurde unter dem Namen „Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik“ durch den Vertrag von Nizza im Jahre 2001 offiziell eingeführt. In der intergouvernemental geprägten GSVP sind die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten die entscheidenden Akteure, während die supranationalen Institutionen nur zu einem geringen Masse eingebunden sind. Daher werden im Rahmen des Projekts mitgliedstaatliche Konzeptionen der GSVP und mitgliedstaatliches Verhalten in der GSVP untersucht. Im Mittelpunkt stehen mit den Niederlanden und Deutschland zwei Staaten, die von Beginn an grosse Unterstützer einer Gemeinsamen Aussen- und Sicherheitspolitik der EU waren, deren Positionen sich in der GSVP jedoch stark unterscheiden: der zunächst äusserst skeptischen Haltung der Niederlande, die sich in der Praxis in ein grosses Engagement wandelte, steht eine positive Grundhaltung der Bundesrepublik gegenüber, der jedoch mangelndes Engagement für die GSVP vorgeworfen wird. Fraglich ist, worin diese Unterschiede begründet liegen. Einen Erklärungsansatz können hier rollentheoretische Konzepte bieten. In der Rollentheorie wird davon ausgegangen, dass aussenpolitische Rollenkonzepte Einfluss auf das aussenpolitische Verhalten von Staaten haben. Der Wandel von aussenpolitischen Rollenkonzepten sowie der Gebrauch politikfeldspezifischer Rollenkonzepte ist weiterhin wenig erforscht. Das Dissertationsvorhaben versucht hier, anhand der deutschen und niederländischen GSVP-Politiken Anknüpfungspunkte und neue Ansatzpunkte zu finden.