Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/151382

<h2>SubmittedText<h2><p>Immer mehr offizielle Poststellen bzw. Postagenturen (z. B. im Einkaufszentrum Westside in Bern) akzeptieren kein Bargeld. Einzahlungen können nur mit Karte vorgenommen werden.</p><p>- Verstösst diese Praxis nicht gegen das Bundesgesetz über die Währung und die Zahlungsmittel, insbesondere gegen die Artikel 2 und 3 (gesetzliche Zahlungsmittel, Annahmepflicht)?</p><p>- Wann sorgt der Bundesrat dafür, dass alle Einheiten der Post auch Bargeld entgegennehmen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Post muss eine landesweite Grundversorgung im Zahlungsverkehr sicherstellen. Dazu gehört auch die Bareinzahlung. Das Einzahlungsgeschäft ist eine Dienstleistung der Postfinance AG, die neu dem Bankengesetz unterstellt ist. Als Bedingung für die Bankenbewilligung hat die Finma verfügt, dass auf Bareinzahlungen in Agenturen zu verzichten ist. Sie hat dies mit den Schwierigkeiten bezüglich Beachtung und Einhaltung der geldwäschereirelevanten Vorschriften begründet. Das Geldwäschereigesetz fordert, dass Kunden ohne Kontobeziehung identifiziert und alle Transaktionen auf Auffälligkeiten, z. B. aus einem Verbrechen stammende Vermögenswerte, überwacht werden. Deshalb werden in den Agenturen wie im Einkaufszentrum Westside in Bern keine Bareinzahlungen angeboten. Jedoch können in den Agenturen Einzahlungen im Inland bargeldlos entweder mit den posteigenen Debitkarten in Franken und Euro oder mit einer Maestro-Karte in Franken erledigt werden. In allen Poststellen können Bareinzahlungen auf das eigene Konto oder ein Drittkonto getätigt werden. Entsprechend sind die Poststellen mit den für die Sicherheit der Mitarbeitenden notwendigen, teuren Infrastrukturen ausgestattet.</p>