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Die Eierpredig ist eine Art Schnitzelbank, die am Schluss der Veranstaltung durch den Eierpfarrer von der Kanzel herab verkündet wird. Dabei werden vorallem die Gemeinderäte kräftig in die Pfanne gehauen. Stiche und Seitenhiebe gehen aber auch an Mitbürger vom Dorf, die keineswegs mit Samthandschuhen angefasst werden. In zwei Jahren fallen jeweils genug Ereignisse an, die Stoff bieten für eine scharfzüngige Rede
Hier einige Auszüge:
Wer fahrt so schnäll dur Nacht und Wind,
Es isch de Dario, das schöne Chind!
Er meint, met geilem Chare und Schippi-Frise,
Chön er dene junge Ladies öpis bewiese.
Au die Episode ändet mit ere Kurve und eme Baum,
En Säbstunfall und verbie isch sin Junglänker-Traum.
D'Bifahreri und er, praktisch unverletzt - s' isch allerhand,
De Dario het halt eidütig vill meh Glück als Verstand !
Am Turnerobe het de TV ganz bsunders brilliert.
Anstell vo z’ Turne händ’s en Jodel ufgfüehrt.
Nach de Vorstellig gönd die Meischte nonig grad hei.
Mer blibt nochli höckle oder schwingt zäme s’ Tanzbei.
Mer chauft no paar Lösli, frei nach Wahl.
Und esch gspannt, öbs e Niete esch oder e Zahl.
I de Kafistube tüend’s feini Chüeche serviere,
D’ Lüt hocke zäme und tüend diskutiere.
Die Jüngere ghörsch i de Bar fredlich brechte,
Verzelle sich Märli und anderi Gschechte.
Nume eis a säbem Obe het mi verwirrt.
Zwoi bsoffni Müetere händ sich id Bar verirrt.
Me sett jo i so Fäll käni Näme nänne müsse.
Die wos betrifft, settes jo eigentlich wösse.
Well mer aber vergisst ab z’ vell Bier und z’ vell Wy:
Anita und Iris, das send ehr im Fall gsi !
Mir Manne händs schwer, das isch eis wo klar isch,
«Me too» schreie d’ Fraue, nur well di gärn paarisch.
Bi Gwüssne vertreits nid mal en Schulterechlopfer,
Scho fühle se sech als Vergwaltigungsopfer.
Am Turnerobe hani aber öpis müesse erläbe,
Det benähme sich eher die junge Dame denäbe.
Sie beläschtige d’ Turner mit sexuelle Absichte,
Gnäuers chönte de Ivo und de Luki da brichte.
So viel Wy und Muskle, gäll Jeannine, das macht di konfus,
Und keine will «Schmuuse», da chunsch nümme drus.
S’ git en Grund wieso die lieber d’ Finger bi sich bhalte,
Die wänd jo ned am Zmorgetisch ände - mit dim Alte !
Effige isch das Kunstmekka i eusem Land,
I de Trotte hange die schönste Bilder ade Wand.
Bestuune chamer det au ganz bsonders schöni Lampe,
Scharewies Lüüt gseht me wäg dene i Trotte ie trampe.
För tüürs Gäld cha de Sevi die Lampe verchaufe,
Am neue BMW ah, schiint s' Gschäft zemli guet z' laufe.
Doch trotz dem Riichtum settsch immer dra dänke,
Nie es Auto met ahgloffne Schiibe z' länke !
Letzt Jahr im Summer ame früehe Samstigmorge,
Macht sech en Gruppe uf de Wäg, ganz ohni Sorge.
Voller Vorfreud, Zueversicht und Tatedrang,
Uf de Tag händ si gwartet, und zwar scho lang !
Gwillt, jedere Versuechig z’ widerstah,
Het sie denn die Freud gli weder verlah !
Me seig en ganze Tag z’ früeh, luutet d’ Hiobsbotschaft,
Am falsche Tag as Turnfest, das het de TV Böze gschafft !
Am Änd vomene arbetsriiche Läbe wartet zum Lohn,
Of die Meischte e fetti und wohlverdienti Pension.
Die Einte gnüsse die uf em Bänkli im Garte,
Und tüend eso zfride uf ihres Ändi warte.
Am Samschtig ga pöschtele, me erfüllt sech jede Wunsch,
So lauft d’ Wirtschaft und es flüsst zrugg, was öberchunsch.
Be es paarne lauft do aber ganz en andere Film,
Bem ehemalige Schriiber find is bsunders schlimm.
De verchauft d’ Hütte, packt d’ Frau und macht de Boge,
Debii het er jahrelang sin Lohn vo eusne Stüüre bezoge.
Wer eso öppis macht, de isch doch ned ganz gsond,
Oder meint er, dass er jetzt nömm i de Predigt vorchonnt !
Mich störe Lüüt met ere grosse Gälle,
Bsunders die, wo über die Andere bälle.
Aber die vo de SBB, hani müesse ghöre,
Händ gärn e bsunders grossi Röhre.
Die Neuschti esch meh als 8 Meter höch,
Mer gaht das allerdings ned eso nöch.
S’ Einzig, woni merke set die neu Röhre bestaht,
Esch, dass de Biswend bi eus stärcher gaht.
Front pose, Latissimus, turn left and turn right,
De Marco het bim Bodybuilding z‘ Basel verseit !
Was lauft met dem Typ nor so verchehrt,
Het de öppe bim Husner onde glehrt !
Er stoht uf de Bühni, ganz brun und ganz breit,
Dass das ned guet usgseht, het ehm niemer gseit !
Vom Feste ond Trinke will er grad gar nüt meh wüsse,
Derför tuet er ganz gärn sini Oberärm küsse !
Oisi Zitige wüsse ja nöm, was si selle brichte,
Dorom bringe si mitlerwiile halt derigi Gschichte.
Luut dene esch er schuelisch und im Bruef engagiert,
Im wahre Läbe esch aber ganz öppis anders passiert !
Met sim gliiste BMW, do gsehsch ehn proletehaft fahre,
Brueflich stoht er hende ufem Gösel-Pfister sim Chare !
gaga di ogaga gaga di ogaga
gaga di bumbalo bumbalo gadjamen
gaga di bling blong
gaga di blung
Jetzt glaubed ehr sicher, i seig nümm ganz dicht,
Debii esch das doch nur es dadaistisches Gedicht !
Dadaismus het hüür Geburtstag, und zwar en Runde,
Vor genau 100 Jahr händ‘ s nämli de Schissdräck erfunde.
Mit verständlicher Sprach het das nümm vil z‘ tue,
Me chönt meine, me losi emene Bözer zue.
Aber au hützetag esch de Sprachverluscht wider enorm,
I dänke da mit Schrecke a die nächschti Schuelreform !
Verliebt, verlobt, denn d‘ Hochsetsnacht,
De Joni het e Wittnaueri schwanger gmacht.
Stolz isch er uf sin glungne Paarigsversuech,
Und belohnt sich mit eme usgebige Turnfeschtbsuech.
„Los Schatz, zwe Woche vorem Termin chames riskiere“,
Seit er zu de Chrige und gaht as Turnfescht go biere.
Wo i de Bar sis Handy lütet, wird er ganz bleich,
D’ Wehe händ igsetzt – usgrächnet jetzt – sonen Seich!
Es paar Stund spöter isch das Chind entbunde,
Und em Vater sin Pegel au weder dunde.
Und so isch d‘ Sophie z‘ friede und still,
Wenn de Papi si ahucht mit es paar Promill !
Git’s eigentlech vo euch no öpper, wo in Bäre gaht,
Sit bim Fuchs obe de Güggeliwaage staht ?
Det gsehsch Hüener – e ganzi Schwetti,
Im Bäre gsehsch halt nume s‘ Getty.
Im Waage tüend d‘ Hüener am Spiess rotiere,
S‘ Huen im Bäre rotiert bim Serviere !
Z‘ Effige get‘s es Domizil und in der Tat,
Finde das e paar Jungi doch echli fad !
Si gönd lieber dur s‘ Dorf go froge ond lüüte,
Ob ehne ächt öpper chönnt Alufolie abüüte.
Si rauche Droge ond tüend Lachgas inhaliere,
Das wörd de Junge vom TV gar nie passiere !
De Tristan, de Michel und au de schön Dario,
Lönd meischtens es Bierli ned halbvoll loh stoh.
Nachem Chlaushock chönd die eres Gliichgwecht nöm halte,
Und so gönds hei ond tüend det s‘ WC neu gschtalte !