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Berner Zeitung BZ, 31.10.2003
Es lebe die Symbolik
Unter dem Titel «Berner Beteiligung an Sklaverei und transatlantischem Handel mit Sklavinnen und Sklaven» ersuchen die Stadträte Erik Mozsa und Simon Röthlisberger den Gemeinderat, eine Studie in Auftrag zu geben. Sie soll zeigen, «inwiefern die Stadt Bern von den Erträgen aus dem Sklavenhandel profitierte». Falls die Stadt profitiert hat, müsse man sich überlegen, mit welcher «symbolischen Geste» gegenüber den Nachkommen der Schaden wieder gutzumachen sei.
Mehr als Symbolik ist im finanzschwachen Bern eh nicht zu holen. Doch auch Symbolik kostet! Sie muss nämlich sichtbar sein. Eine Studie liest niemand. Da braucht es schon was wirklich Grosses. Etwa dies: Auf dem neu gestalteten Bundesplatz eine Skulptur all jene Profiteure in Busshaltung, die unsauberen Handel getrieben haben. Enthüllen müsste das Kunstwerk Alexander Tschäppät - und zwar medienwirksam nach den Gemeindewahlen 2004. Bis dahin ist er ja vielleicht Stadtpräsident, was dem Ganzen das nötige Gewicht verleihen würde. Im gleichen Atemzug könnte man noch untersuchen, ob die Uniformen der städtischen «I wisch for you»-Equipen nicht etwa in Asien in Kinderarbeit hergestellt wurden. Falls dem so wäre, könnte Tschäppät eine grosse Verbrennungsaktion (der Uniformen) inszenieren.
Den Sklavenurenkeln wäre mit einem solch symbolischen Akt enorm geholfen. Und wir hätten die Steuergelder endlich mal wieder so richtig sinnvoll angelegt.