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Comestibles-Laden mit Tessiner Spezialitäten. Glatttalstrasse 52. Der Inhaber soll Carlett geheissen haben, doch scheint dies in dieser Schreibweise nicht zu stimmen. Jedenfalls war es völlig unmöglich, mit diesem Namen oder Teilen davon im Schweizerischen Handelsregister einen antiken Eintrag zu finden. Auch bei Moneyhouse, wo man alle je in der Schweiz aktiven Firmen abfragen kann, fand sich nichts, weder als Tessinerladen, noch als Comestibles-Laden, noch als Dorfladen, Dorflädeli oder Carletto, Carletti usw. Leider ist auch der Vorname des Ladeninhabers unbekannt. Die OGS wird den genauen Namen des Ladenbesitzers noch mithilfe von alten Adressbüchern im BAZ abklären, denn dort kann man nach der Adresse suchen. Erst danach wird dieser Beitrag dann den korrekten Titel erhalten.
Provisorisch bleibt in diesem Beitrag aber der Name des Inhabers als Carlett erhalten. Er selber bezeichnete sein Geschäft als Comestible-Geschäft. Er scheint ein direkter oder indirekter Nachfolger des vormaligen Simons gewesen zu sein. Den Tessinerladen haben Manuela Ramseier-Kuonen und Beat Czybik noch in bester Erinnerung. Es war ein kleines Geschäft neben einer Chemischen Reinigung. Den Tessinerladen gab es in den späten 1960er bis zu den ganz frühen 1980er Jahren. Carlett bezog sein Brot bei der Bäckerei Fischer an der Schaffhauserstrasse. Leider konnte sich auch Conny Fischer nicht an diesen Lädelibesitzer erinnern, da sie damals noch zu klein gewesen war.
Beat Czybik erinnert sich noch, dass auf der linken Seite des Ladens an der Decke zahlreiche Salami, Parmaschinken, Coppa, San Danielo-Schinken hingen und an den Wänden standen in Regalen unzählige Wein- und Grappaflaschen. Im Kühlregal gab es die riesigen Mortadella-Würste mit 20 cm Durchmesser. An den Wänden hingen mehrere Tessiner Plakate, während auf der rechten Seite eine schier unglaubliche Auswahl an Teigwaren zu finden war. Ausserdem war er sehr gut eingedeckt mit den besten Käsen, welche er unter Käseglocken lagerte. Am meisten verkaufte er von seinem Gorgonzola. Es gab auch alles erdenklichen Gemüse, natürlich speziell italienische sowie die üblichen Küchenkräuter. Und als erstaunliche Nebenleistung fand man bei ihm auch die wichtigsten Merceriewaren.
Carlett trug stets einen graublauen Arbeitsmantel, war von seiner Statur her eher untersetzt, glich äusserlich ein wenig Louis de Funès, hatte eine Stirnglatze, eine helle Stimme und trug dazu eine dunkelrandige Hornbrille. Er glich nicht nur im Aussehen Louis de Funès, sondern auch seine hektischen Bewegungen erinnerte an ihn. In Erinnerung geblieben ist auch, dass er die Pfefferkörner im Mortadella symbolisch als Pistolenkugeln bezeichnete. Der Laden war überall mit Tessinerwappen und Girlanden geschmückt. Für seine besten Kunden besorgte er auch den abendlichen Hauslieferdienst. Wenn gerade keine Kundschaft im Laden war, dann konnte er mit dem letzten Kunden lange Gespräche führen und neigte etwas zum Philosophieren. Als er um etwa 1980 daran dachte, in Pension zu gehen, erzählte er jedem, der es hören wollte, dass er wieder zurück in sein geliebtes Tessin gehen werde. Man nannte seinen Laden sowohl Tessinerlädeli als auch Dorflädeli. Carlett sprach zwar mit leichtem Tessiner Akzent, doch beherrschte er die deutsche Sprache meisterhaft. Viel lieber sprach er natürlich italienisch oder eben Tessiner Mundart. Carlett unterhielt sich besonders gerne mit seinen treuen Kunden. Wenn gerade nicht viel lief, dann fanden sich auch Kurt Riedler und Paolo Melillo ein, die beide in der Nähe wohnten.
Da Carlett ein eher seltener Name ist, könnte es im Prinzip auch sein, dass er hier nicht korrekt geschrieben ist. Im Telefonbuch des Kantons Tessin findet man die drei Formen Carletta, Carletti und Carletto, aber keinen Carlett. Der Familienname Carletto ist verbürgt für Verscio, Chiasso und Ritom. Es könnte auch sein, dass Carlett seinen Namen nur mündlich so aussprach, weil das vielleicht seiner Tessiner Mundart entsprach. Wer erinnert sich noch an seinen genauen Namen des Ladeninhabers? Bitte über 'Kontakt' der OGS melden! Vielen Dank.
Ab 1981 ging der Laden an Giorgio und Maria Sparacino über, welche an der Kolbenacker(strasse) 36 wohnten und das Ladenkonzept von Carlett weiter führten.