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Eineinhalb Kilometer westlich von Lenzburg wächst der steile Molassehügel des Staufbergs hundert Meter aus der Kiesterrasse des hier aufgeweiteten Aaretals empor. Seiner Form verdanken Kirche und Dorf ihren Namen, denn das alemannische Wort Staufen meint soviel wie «Kelch» oder «kegelförmige Bodenerhebung». Während sich das Dorf Staufen um den östlichen Hangfuss legt, besetzt das Ensemble mit der Kirche und den zugehörigen Nebenbauten die Hügelkuppe wie ein kleiner Weiler. Da der Turm das Dach des Kirchenschiffs nur geringfügig überragt, erschliesst sich die sakrale Bedeutung der Häusergruppe erst auf den zweiten Blick. Ihre Fernwirkung wird von den dunklen Steildächern über den weiss gekalkten Bauten bestimmt, die sich gegen den Himmel abheben.
Die vom heute zugehörigen Dorf abgerückte erhöhte Lage ist kennzeichnend für viele Kirchen, die bei ihrer Gründung das Zentrum einer Urpfarrei bildeten, zu welcher jeweils eine grössere Anzahl umliegender Siedlungen gehörte, wie das in der näheren Umgebung auch bei Suhr und Kirchberg (Küttigen) der Fall war. Den zu Aare und Jurakamm gerichtete Nordhang des längsovalen Hügels bedeckt Wald und Buschwerk; die sonnenverwöhnte Südseite war wohl von jeher mit Reben bestockt. Wer die Mühen des Aufstiegs nicht scheut, wird vom Kirchhof mit einer herrlichen Rundsicht ins Aaretal, zum Jura und zu den Schlössern Wildenstein, Wildegg und Lenzburg sowie ins Hügelland des Seetals belohnt.