Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03524.jsonl.gz/2242

28.09.18
Wer hat gesagt, dass der Islam und Europa nicht kompatibel sind? Albanien wäre diesbezüglich ein interessantes Beobachtungsfeld. Da leben Muslime, Christen und Atheisten seit Jahrhunderten friedlich miteinander, oder nebeneinander.
Hier beobachten wir einen weitgehend säkularisierten Islam, der schon in den 1920er Jahren weitgehende Reformen erfahren hat – unter anderem wurde der Schleierzwang für die Frauen abgeschafft.
Historisch war es ja mehrmals so, dass der Islam in Europa von den Christen gewaltsam angegriffen wurde – beispielsweise im 15. Jh. In Spanien, in den 1990er Jahren in Bosnien – und nicht immer umgekehrt.
Tirana ist eine relativ grosse, lebendige und spannende Stadt. Die Stadt zusammen gerechnet mit seiner unmittelbaren Agglomeration zählt nach Wikipedia 825000 EinwohnerInnen. Das bedeutet, dass zwischen 1/3 und ¼ der Bevölkerung Albaniens in der Hauptstadt oder in ihrer Nähe lebt. Wie in allen Metropolen des Südens sind hier die sozialen und kulturellen Gegensätze sichtbar gross. Spannend ist das Nebeneinander von einer globalisierten, westlich orientierten Elite, die sich in amerikanisch aussehenden Lokalen trifft, und den ärmlichen, traditionell orientierten Unterschichten. Dazu kommt ein ‚Touch Post-Kommunismus‘.