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Perfektes Le Mans-Wochenende: Derendinger Racing Interwetten-Pilot Tom Lüthi siegt
Moto2-Star Tom Lüthi holte in Le Mans seinen ersten Saisonsieg. Der Schweizer siegte bereits zum vierten Mal auf dem Circuit Bugatti.
In der fünften Runde übernahm Tom Lüthi die Führung von Johann Zarco.
Tom Lüthi (Derendinger Racing Interwetten) gewann am Sonntag bereits seinen vierten GP in Le Mans. Bisher hatte er zwei Mal in der 125er-Klasse gesiegt, jetzt fügte er auf dem Circuit Bugatti in Le Mans seinen zweiten Moto2-Triumph hinzu. Sein insgesamt zehnter GP-Sieg beschert Lüthi den zweiten Zwischenrang in der WM.
Der Schweizer machte vom ersten Training an einen äusserst starken Eindruck und startete aus der zweiten Reihe perfekt ins Rennen. Nach der ersten Kurve war er bereits Dritter, in der fünften Runde übernahm er nach zwei Angriffen gegen den bis dahin führenden Lokalmatador und WM-Leader Johann Zarco die Spitze. Danach drehte der 125er-Weltmeister von 2005 auf einem sehr hohen Rhythmus konstant Runde um Runde, obwohl die Reifen angesichts der deutlich gestiegenen Temperaturen enorm beansprucht wurden. Lüthi verbesserte auch den offiziellen Rundenrekord um nicht weniger als sechs Zehntelsekunden.
Der 28-jährige Berner Oberländer schilderte: «Vom Start weg hatte ich ein sehr gutes Gefühl. Ich konnte vor allem an den Kurveneingängen angreifen und war rasch hinter Zarco. Ich spürte sofort, dass ich etwas schneller fahren konnte als er. Meine erste Attacke konnte er noch kontern, aber in der folgenden Runde kam ich vorbei.» Und er freute sich: «Wir fuhren vorne auf einen sehr hohen Level, wir waren in jeder Kurve am Limit. Doch selbst als mein Motorrad über beide Räder rutschte, fühlte ich mich nie in Sturzgefahr. Mein Ziel ist klar: Ich will in den kommenden Wochen und Rennen auf exakt diesem Niveau weitermachen. Nur so kann im Kampf um den Weltmeistertitel eine Rolle spielen. Der erste Sieg mit dem neuen Team und dem neuen Motorrad nach dem Wechsel von Suter zu Kalex ist für uns alle sehr wichtig.»
Dominique Aegerter (Technomag Racing Interwetten) holte sich mit Rang 10 sein bestes Resultat der Saison, auch wenn der Aufsteiger der Saison 2014 selbst mit dem Resultat nicht zufrieden war: «Ich würde gerne positiv denken und mich über die für das Team wichtigen sechs WM-Punkte freuen. Aber ich denke bereits ans Weiterarbeiten, denn wir müssen die Probleme verstehen und lösen können. Schritt um Schritt, denn ich werde sicher nicht plötzlich von einem Training zum nächsten eine halbe Sekunde finden. Sicher ist nur eines: Ich will mehr, ich will auf das Niveau vom Vorjahr zurück.»
Robin Mulhauser (Technomag Racing Interwetten) verlor früh den Kontakt zum Mittelfeld, obwohl ihm der Start hervorragend gelungen war. Danach bilanzierte der Freiburger trocken: «Ein Rennen zum Vergessen. Ich bin top gestartet, lag in der Region um Platz 15 herum, direkt hinter dem Italiener Franco Morbidelli. Dann bin ich in der Chapelle-Kurve von der Strecke abgekommen und musste durchs Gras. Danach war der Grip hinten weg, die Gegner fuhren reihenweise an mir vorbei. Am Samstag konnte ich relativ leicht 1:38,8 fahren, heute musste ich für 1:39,3 Kopf und Kragen riskieren. Aber dennoch gab es einen guten Moment, als ich in der Auslaufrunde meinem Teamkollegen Tom Lüthi für seinen grossen Sieg gratulieren konnte. Und als ich dann die Schweizer Nationalhymne hörte, war ich glücklich für ihn.»
Der Patron von CGBM Evolution und Besitzer der beiden Teams, Frédéric Corminboeuf, hatte erstmals in diesem Jahr die Ehre, einen Fahrer auf die oberste Stufe des Podests zu begleiten. Der Teammanager war sehr zufrieden: «Tom hat auf die schönste Art und Weise bestätigt, was er in den Trainings mehr als angedeutet hat. Auch wenn er nur aus der zweiten Reihe losfahren konnte, er war an diesem Wochenende ganz klar der starke Mann der Moto2-Klasse. Zudem ist er nicht nur sehr schnell, sondern auch sehr intelligent gefahren. Selbst eines seiner grössten Probleme, der Start, war heute perfekt. Er verlor auf den ersten Metern des Rennens keinen Millimeter Boden, im Gegenteil - er hat Plätze gewonnen! Natürlich ist Tom in Le Mans schon immer schnell gewesen, und er muss seine Superleistung auch auf den andern Strecken bestätigen. Aber ich mache mir deswegen keine Sorgen. Wir wissen, dass wir in dieser Saison alle Komponenten für Siege beieinander haben.»
Zu den beiden Technomag Racing Interwetten-Piloten erklärte der Chef: «Dominique hat sechs Punkte geholt. Sie sind wichtig für ihn, auch wenn ich verstehen kann, dass er selbst mit einem zehnten Platz nicht zufrieden ist. Wir arbeiten nun einfach intensiv weiter. Zuerst muss Domi das Top-10-Level konsolidieren, dann folgt der Angriff auf die Top-5. Dann muss er regelmässig in den Top-5 klassiert sein, bevor er von einem Sieg träumen kann. Das Rennen von Robin hingegen war enttäuschend. Er war um einiges langsamer als im Training, wir müssen seine Probleme dringend analysieren.» (vg)
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