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Sie bewegen sich mit Riesensprüngen fort und tragen ihre Babys im Beutel: Kängurus gehören zu den bekanntesten Tieren Australiens. Wir erklären, welche Arten es gibt, wie sie leben und wie die Jungen in den Beutel kommen.
Alles zu Kängurus auf einen Blick
Der Känguru-Steckbrief
Wissenschaftlicher Name: Macropodidae
Klasse: Säugetiere
Unterklasse: Beuteltiere (Marsupialia)
Lebensraum: Australien und Neuguinea
Größe: je nach Art 40 Zentimeter bis 1,80 Meter
Farbe: grau bis braun
Lebenserwartung: in freier Natur 8 bis 16 Jahre
Nahrung: Gras, Blätter, Früchte, Knospen, Pilze, Kräuter
Feinde: Menschen, Dingos
Verhalten: dämmerungs- oder nachtaktiv
Aktueller Bestand: die meisten Arten sind nicht bedroht
Von klein bis groß: Känguru-Arten in Bildern
Was sind Kängurus und welche Arten gibt es?
🦘 Kängurus sind Säugetiere, die auch Echte oder Eigentliche Kängurus heißen. Damit sollen sie von den Rattenkängurus abgegrenzt werden. Diese sind zwar eng verwandt, bilden aber eine eigene Familie.
⚖ Zu den Echten Kängurus zählen über 60 Arten - von klein bis groß. Die winzigsten Vertreter wiegen nur 1 Kilogramm und sind 30 Zentimeter lang. Die größten Arten sind mit einer Höhe von 1,80 Meter größer als viele Menschen. Sie wiegen bis zu 90 Kilogramm.
📏Das Rote Riesenkänguru ist nicht nur die größte Art, sondern gleichzeitig das größte Beuteltier überhaupt. Die zweitgrößte Art ist das Graue Riesenkänguru.
🔍 Andere Arten wie das Zottel-Hasenkänguru oder das Baumkänguru sind viel kleiner. Quokkas und Wallabys zählen ebenfalls zur Familie der Kängurus.
🗨 Der Name der Tiere stammt aus der Sprache eines Aborigines-Stamms. "Gangurru" bezeichnete dort ein Graues Riesenkänguru. Falsch ist der Glaube, dass das Wort eigentlich "Ich verstehe dich nicht" heißt. Dem Mythos zufolge sollen Ureinwohner:innen das auf eine Frage des Seefahrers Captain Cook geantwortet haben. Er wollte wissen, um welches Tier es sich handelt.
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Das Aussehen von Kängurus: Lange Hinterbeine, langer Schwanz
- Kängurus sind graue oder braune, schlanke Tiere. Ihr Kopf wirkt im Verhältnis zum Rumpf eher klein. Die Schnauze ist langgestreckt und die langen Ohren richten sich auf.
- Die Säugetiere besitzen in der Regel kurze Vorderbeine. Ihre hinteren Beine sind dagegen länger und kräftig. Nur bei Baumkängurus gibt es keinen Unterschied bei der Beinlänge.
- Der Schwanz von Kängurus ist kräftig und lang. Bei manchen Arten misst er bis zu einem Meter. Die Tiere setzen ihn als Stehhilfe und beim Hopsen ein - oder zum Treten.
- Im Kampf mit Artgenossen stützen sich die Säuger auf dem Schwanz ab und verpassen dem anderen Tier einen kräftigen Tritt mit einem Hinterbein. Sie können zudem mit den Vorderpfoten boxen.
- An ihren vorderen Pfoten sitzen bei Kängurus fünf lange Finger. Die hinteren Pfoten besitzen vier Zehen, von denen eine größer und stärker ist als die anderen.
Hier boxen und treten zwei Kängurus
Hüpfen oder auf allen Fünfen laufen: Wie sich Kängurus fortbewegen
Kängurus bewegen sich meistens hüpfend fort. Dabei erreichen manche Arten ein Tempo von 60 Kilometern pro Stunde. Zum Vergleich: Menschen kommen gerade mal auf 13.
Sie sind durch ihre langen Hinterbeine perfekt für ihre Sprünge ausgestattet. Auch der muskulöse Schwanz hilft. Er bleibt beim Sprung in der Luft und sorgt für die notwendige Balance.
Obendrein sitzen in den hinteren Beinen Sehnen, die wie Federn wirken. Weil sie die Tiere beim Aufsetzen auf dem Boden wieder nach oben katapultieren, verbrauchen Sprünge wenig Energie.
Besonders die großen Kängurus können gewaltige Sätze machen. Sie erreichen eine Höhe von bis zu drei Metern - und könnten so problemlos auf das Drei-Meter-Brett im Schwimmbad hopsen. Der Weiten-Rekord eines Roten Riesenkängurus lag bei 13,5 Metern. Die besten menschlichen Weitspringer bringen es auf knapp unter neun Meter.
Laufen können Kängurus ebenfalls, aber nur langsam - sozusagen auf allen Fünfen. Sie stützen sich auf Vorderpfoten und Schwanz ab und schwingen die Hinterbeine nach vorn. Kommen diese auf dem Boden auf, holt das Tier die vorderen Beine und den Schwanz nach.
Bei Kängurus geht es immer nur nach vorn: Rückwärts laufen oder hüpfen sind nicht möglich. Außerdem können die Hinterbeine nur zusammen bewegt werden.
Kängurus und ihr Beutel: Wie die Kleinen darin aufwachsen
Alle weiblichen Kängurus sind am Bauch mit einem Beutel ausgestattet - die Männchen besitzen keinen. Mithilfe eines Muskels, können die Tiere ihren Beutel öffnen und schließen.
Die Tasche aus Haut dient zur Aufzucht und zum Transport der Jungen. Die Neugeborenen sind blind, haarlos und rot - und sehen überhaupt nicht aus wie Kängurus. Zudem sind sie winzig: Sogar bei Roten Riesenkängurus messen sie nur 2,5 Zentimeter. Das entspricht dem Durchmesser einer 50-Cent-Münze.
Ein Baby krabbelt wenige Minuten nach der Geburt durch das Fell bis zum Beutel. Den findet es, weil die Mutter eine Spur aus Speichel gelegt hat.
Im Beutel saugt es sich umgehend an einer Zitze fest. Das Kleine lässt diese bis zu drei Monate lang nicht mehr los und hat so immer Zugriff auf die Milch der Mutter.
Junge Kängurus bleiben die ersten sechs Monate ständig im Beutel. Danach kommen sie zeitweise heraus. Während der ganzen Zeit landen ihre Ausscheidungen im Beutel. Mit der Zunge sorgt die Mutter für die nötige Sauberkeit.
Mit acht Monaten sind die Jungen zu groß für den Beutel. Aber auch nachdem sie herausgeklettert sind, werden sie noch einige Monate lang von der Mutter gesäugt. Sie stecken den Kopf in die Tasche und trinken an einer Zitze, während das neue Baby darin an einer anderen saugt.
Die Fortpflanzung von Kängurus
- Viele Känguru-Arten pflanzen sich das ganze Jahr über fort. Nur bei manchen gibt es dafür begrenzte Zeiträume.
- Die Jungen kommen nach einer kurzen Tragezeit von nur 20 bis 40 Tagen zur Welt, also nach drei bis sechs Wochen. Fast immer handelt es sich nur um ein Baby - zwei würden nicht in den Beutel passen.
- Kängurus haben wie alle Beuteltiere eine besondere Anatomie: Weibchen verfügen über drei Vaginas und zwei Gebärmuttern. Bei Männchen ist der Penis gespalten.
- Über die beiden äußeren Vaginas wird das Sperma zu den Gebärmuttern transportiert. Über die mittlere kommt das Baby zur Welt.
- Bei vielen Känguru-Arten gibt es eine verzögerte Geburt. Die Mutter paart sich direkt nach der Geburt eines Babys. Der Embryo entwickelt sich aber erst richtig, wenn das ältere Jungtier den Beutel verlassen hat. Damit ist sichergestellt, dass immer Nachwuchs da ist, falls das schon geborene Tier stirbt.
Lebensraum und Lebensweise von Kängurus: Wo die Beuteltiere daheim sind
🌏Kängurus leben nur in Australien sowie einigen naheliegenden Inseln, etwa Tasmanien und Neuguinea.
🏜 Die unterschiedlichen Arten bewohnen verschiedene Gebiete, beispielsweise die Wüsten des Outbacks, Halbwüsten, Steppen, tropische Regenwälder oder Busch- oder Grasländer.
🌳 Tagsüber schlüpfen Kängurus in Höhlen oder Felsspalten unter, um der Hitze zu entgehen - oder sie flüchten in den Schatten von Bäumen. Weil sie nicht schwitzen können, lecken sie sich zusätzlich Hände und Unterarme ab, um sich abzukühlen.
🌔 Die meisten Arten sind in der Dämmerung und nachts aktiv. Manchmal kannst du sie morgens noch beim Fressen sehen.
🦘 Kängurus sind in der Regel Einzelgänger. Nur einige Arten tun sich zu lockeren Gruppen zusammen, die aber nicht lange zusammenbleiben. Größtenteils handelt es sich dabei um ein Männchen mit mehreren Weibchen.
Nahrung: Was fressen Kängurus?
🍃 Kängurus ernähren sich ausschließlich von Pflanzen. Ein Teil der Tiere nimmt eher Gräser zu sich, der andere eher Blätter.
🌿 Außerdem fressen Kängurus andere Teile von Pflanzen, so wie Früchte, Knospen und Kräuter.
🦷 Je nach Art der Haupt-Nahrung unterscheiden sich ihre Backenzähne: Manche können Nahrung zerquetschen, andere zerteilen sie.
👄 Maul, Magen und Darm von Kängurus können sogar schwer verdauliche Komponenten von Pflanzen effizient verwerten. Manche Arten sind Wiederkäuer, ähnlich wie Kühe.
💧Kängurus kommen mit wenig Wasser aus. Das hilft ihnen, in den trockenen Gegenden Australiens zu überleben.
Wie bedroht sind Kängurus?
- Die großen Känguru-Arten haben keine natürlichen Feinde. Allenfalls Dingos können den Jungtieren oder alten und schwachen Artgenossen gefährlich werden.
- Kängurus sind in Australien geschützt. Jedes Jahr gibt die Regierung aber eine bestimmte Anzahl an Tiere für die Jagd frei. Das Fleisch wird als Tierfutter genutzt - oder als Delikatesse exportiert. Aus der Haut werden Lederwaren hergestellt.
- Die größte Gefahr für die Beuteltiere ist der Mensch. Die Lebensräume vieler Arten werden immer mehr zerstört, beispielsweise durch Abholzung von Wäldern.
- Zudem nehmen Farmer:innen oft die großen Kängurus ins Visier, weil die ihre Felder abfressen. Die Tiere werden dann etwa erschossen.
- Rotes und Graues Riesenkänguru sind laut IUCN nicht gefährdet. Vier kleinere Känguru-Arten sind allerdings schon ausgestorben. Mehrere Arten von Baum- und Buschkängurus sieht der IUCN als bedroht an.