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Die Mehrheit der funkgesteuerten Spielzeuge, die 2016 in der Schweiz und im Europäischen Wirtschaftsraum kontrolliert worden sind, entspricht nicht den geltenden Vorschriften. Das ist das enttäuschende Ergebnis der letzten gemeinsamen Marktaufsichtskampagne im Funkbereich, die von 18 europäischen Marktüberwachungsbehörden, darunter dem BAKOM, durchgeführt worden ist.
Lucio Cocciantelli, Radio Monitoring und Anlagen
Von den 111 ferngesteuerten Spielzeugen, die 2016 auf dem schweizerischen und europäischen Markt überprüft wurden, könnten zwei von fünf die Frequenzen stören, die für andere Geräte reserviert sind. Insgesamt 81% der Stichproben konnten mindestens eine der kontrollierten Anforderungen nicht erfüllen. Mehr als zwei von drei Produkten wiesen administrative Mängel in Bezug auf die Anforderungen auf (z. B. Kennzeichnung, Konformitätserklärung, falsche oder fehlende Konformitätsbewertung). Das Ergebnis hätte allerdings noch schlechter ausfallen können, denn es wurden lediglich die Aspekte in Zusammenhang mit der Nutzung des Frequenzspektrums untersucht.
Die europäische Kampagne zeigte, dass die Nebenaussendungen (d. h. Störstrahlungen, die sich ausserhalb der Sendefrequenz befinden und für die Kommunikation nicht nötig sind) der Hauptgrund für die Nichterfüllung der Anforderungen in Bezug auf die effiziente Spektrumsnutzung waren. Diese Geräte können somit Störungen bei anderen Frequenzen verursachen.
Die vom BAKOM und 17 EWR-Behörden durchgeführte jährliche Marktaufsichtskampagne erstreckte sich über sechs Monate. Organisiert wurde sie von der ADCO R&TTE (europäische Arbeitsgruppe in Sachen Marktüberwachung im Bereich Fernmeldeanlagen) in welcher das BAKOM aufgrund des bilateralen Abkommens zwischen der Schweiz und der EU über technische Handelshemmnisse vertreten ist. Die Stichproben deckten die ganze Bandbreite an funkgesteuerten Spielzeugen ab, drei Viertel davon waren jedoch ferngesteuerte Fahrzeuge. Die meisten Produkte stammten aus China (97%), die restlichen vom schweizerischen oder europäischen Markt (Europäischer Wirtschaftsraum, EWR; Europäische Freihandelsassoziation, EFTA).
Nach Auffassung der europäischen Marktaufsichtsbehörden ist diese Nichtkonformitätsrate viel zu hoch. Das Wachstum des Marktes für funkgesteuerte Spielzeuge zusammen mit dem sehr tiefen Anteil an konformen Geräten könnte dazu führen, dass die Frequenzstörungen zunehmen. Die europäischen Marktaufsichtsbehörden, einschliesslich BAKOM, haben deshalb beschlossen, die Kontrollen in diesem Bereich auf nationaler Ebene zu verstärken. Sie werden ausserdem Massnahmen treffen, um das Inverkehrbringen nicht konformer Produkte zu verbieten.
Der Bericht wurde auf der Website der Europäischen Kommission veröffentlicht. Zudem wurde er den Konsumentenschutzorganisationen, den für die Sicherheit von Spielzeugen zuständigen Behörden sowie der Industrie zugestellt.