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In El Salvador und manch anderen Ländern gibt es zwei Arten von Hausangestellten: die «puertas abiertas» (offene Türen) und die «puertas cerradas» (geschlossene Türen). Die ersten wohnen zu Hause und gehen von dort zur Arbeit. Die zweiten wohnen bei der Arbeitgeberfamilie oft in einer engen Kammer und dürfen das Haus nur verlassen, wenn die Hausmeisterin es erlaubt, oft nur einmal im Monat. Bei Krankheit oder Unfall entscheidet sie, ob ein Arzt aufgesucht wird oder nicht. Diese Mädchen und Frauen arbeiten 12 bis 14 Stunden pro Tag für 40 bis 100 Dollar im Monat. Die meisten haben keinen Arbeitsvertrag und sind damit von Sozialleistungen ausgeschlossen und der häuslichen Gewalt schutzlos ausgeliefert. Viele von ihnen stammen aus armen ländlichen Gebieten und kennen weder ihre Rech- te noch Leute in der Stadt, die ihnen helfen könnten. Dieses Ausgeliefertsein macht sie verletzlich.
2011 verabschiedete die Vollversammlung der ILO die Konvention Nummer 189 über die Rechte der Hausangestellten. Sie trat im September 2013 in Kraft. Unter anderem legt sie die reguläre Arbeitszeit von acht Stunden, die Vergütung von Überstunden und die Anzahl Ferientage fest. Zwar haben viele Länder ihr Arbeitsrecht verbessert und den Anspruch auf Sozialleistungen auch für Hausangestellte gesetzlich verankert. Bis diese Bestimmungen das harte Alltagsleben der Hausangestellten verändert, ist es aber noch ein langer Weg.
Doch die Frauen wehren sich allmählich. In El Salvador haben rund 50 Hausangestellte ein Syndikat gegründet, um ihre Rechte gemeinsam zu vertreten. Selbst für die beteiligten Frauen ist das eine grosse Überraschung. Rosa Nogales sagt: «Nie hätte ich gedacht, dass ich einmal für die Arbeitsrechte von uns Hausangestellten kämpfen werde. Ich bin stolz darauf und werde später meinen Grosskindern erzählen, was wir als einfache Frauen alles erreicht haben.» Es zeigt sich: Die Hausangestellten gewinnen an Selbstwertgefühl. Das ist ein wichtiger Punkt der Entwicklung.
Konkrete Unterstützung
Brücke · Le pont unterstützt in El Salvador und Bolivien Organisationen, die die Hausangestellten aus ihrer Isolierung herausholen, untereinander vernetzen und über ihre Rechte aufklären. Es werden Anlaufstellen geschaffen, wo die Frauen Rat und Hilfe erhalten. In Kursen können sie ihre beruflichen Kompetenzen verbessern. Das erhöht ihren Wert auf dem Arbeitsmarkt und trägt ihnen bessere Löhne ein. Mit Sensibilisierungskampagnen und politischem Lobbying machen die Organisationen auf die prekäre Situa- tion der Hausangestellten aufmerksam. So schaffen sie Respekt gegenüber den Hausangestellten und Anerkennung ihrer Dienstleistungen.
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