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Wie bereits erwähnt wurde in der Evaluation durch das Zentrum für Innovative Didaktik auch die Nutzung von Tablets im Selbststudium untersucht. Die ersten Ergebnisse aus der Interviewphase deuteten zuerst darauf hin, dass sich das Tablet vor allem für den Präsenzunterricht eignet. Die Studierenden nutzen das Tablet aber auch überraschend intensiv im Selbststudium zur Vor- und Nachbereitung des Unterrichts und der Prüfungsvorbereitung.
Fällt die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts mit Tablet leichter?
Die Vorbereitung bzw. Nachbereitung des Unterrichts macht den Studierenden mit dem Tablet keine Schwierigkeiten. Von der wöchentlichen Vor- und Nachbereitungszeit für den Unterricht wird nach Selbsteinschätzung der Studierenden 65,4% mit dem Tablet gearbeitet.
Eine ähnliche Frage nur mit einer etwas allgemeineren Ausrichtung „Ich habe keine Probleme, den Unterricht vor- oder nachzubereiten“ wurde auch der Kontrollgruppe (BT13) gestellt. Hier fällt die Antwort deutlich reservierter aus, so dass der Unterschied statistisch signifikant ist.
Ob dies mit den Tablets zusammen hängt, lässt sich daraus nicht eruieren. Es kann auch sein, dass die Frage in der Tabletklasse etwas anders aufgefasst wurde: „Ich habe zwar teilweise Probleme mit der Vorbereitung des Unterrichts aber nicht durch das Tablet“ oder aber die Unterrichtsvorbereitung fällt im ersten Studienjahr schwerer als im zweiten Jahr.
In den Kommentaren zu dieser Frage wird deutlich, dass die Wenignutzer die aktive Vorbereitung am Laptop vornehmen. Interessant sind auch Aussagen wie „Dank des Tablets kann ich im Unterricht direkt meine Zusammenfassungen machen, dadurch hat sich der Zeitaufwand für das Nacharbeiten massiv verkürzt. Die Möglichkeit zur Vorbereitung hängt allerdings auch immer von den Lehrpersonen ab, mit welchem Vorlauf diese die Unterlagen zur Verfügung stellen.
Prüfungsvorbereitung mit Tablet, PC und Papier
Wider Erwarten wird das Tablet auch zur Prüfungsvorbereitung genutzt. Nach Einschätzung der Studierenden, verwenden sie durchschnittlich in 51,9% ihrer Vorbereitungszeit das Tablet. Ein Viertel der Studierenden verwenden fast ausschliesslich das Tablet zur Vorbereitung (80%-98% Nutzungsanteil), während es für 17.9% der Befragten mit bis zu 20% eine eher untergeordnete Rolle spielt.
Einige Studierende gaben an, dass sie in dieser Phase lieber am PC mit grossem Bildschirm oder mit Papier arbeiten. Für einen anderen Befragten erfüllt das Tablet in dieser Phase eine andere Zielsetzung als Papier, da hier z.B. Apps für Lernkarten zum Einsatz kommen.
Verschiebung bei der Mediennutzung
Bei der Prüfungsvorbereitung zeigt sich dann auch eine deutliche Verschiebung der Mediennutzung. Das Tablet ist in dieser Phase das wichtigste Hilfsmittel/Medium, gefolgt von Papier und Laptop. Die Einführung des Tablets hat dazu geführt, dass Laptop, Papier und Smartphone in der Prüfungsvorbereitung eine etwas weniger wichtige Rolle spielen. Lediglich bei den Medien „Desktop Rechner“ und „E-Reader“ gibt es keinen signifikanten Unterschied zur Kontrollgruppe (BT13).
Das Tablet wird in der Phase der Prüfungsvorbereitung vor allem zum Lesen benutzt. Das Anfertigen von Zusammenfassungen ist bereits im Unterricht erfolgt oder wird lieber am Laptop / bzw. PC gemacht. Allenfalls werden noch Unterlagen bearbeitet. Einige Studierenden betonen, dass sie auf dem Tablet mehr Ordnung vorfinden. Zu den positiven Aspekten der Tabletnutzung in dieser Zeit gehört die Betonung auf das ortsunabhängige Lernen „z.B. an den See gehen“ oder dass alle Unterlagen beisammen sind: „Es ist ein Skriptsammler“.
Die Studierenden nutzen für die Prüfungsvorbereitung mehrheitlich die zuvor direkt im Material angefertigten Notizen und Markierungen. Dies spricht dafür, dass die Bearbeitung der Unterlagen während des Unterrichts mit dem Tablet effektiv genug ist, um auch als Vorbereitung für die Prüfungen zu dienen.Interessanterweise geben über die Hälfte der Studierenden an, die Unterlagen nochmal neu zu überarbeiten. Fast genauso wichtig wie die Notizen und Markierungen sind zudem eigene Zusammenfassungen. Einige Studierende betonen auch hier wieder die Ordnungsmöglichkeit des Tablets. Es ermöglicht eine Selektion der relevanten Dokumente, die dann teilweise auch ausgedruckt werden. Ein Befragter / eine Befragte stellt fest, durch das Tablet effizienter geworden zu sein.
Interessanterweise geben einige Studierende an, dass elektronische Lernkarten auf dem Tablet eine neue Möglichkeit des Lernens darstellen und eine sehr effiziente Lernkontrolle ermöglichen. Allerdings zeigt die Umfrage, dass nur 13.8% diese Möglichkeit auch nutzen. Hier zeigt sich ein noch unausgeschöpftes Potenzial der Tablets in der Selbstlernphase.
Es überrascht dann aber doch etwas, dass in der Prüfungsvorbereitung nebst den meist verwendeten Apps wie GoodReader und Drawboard für die Bearbeitung von PDF und NotesPlus/GoodNotes für das Erfassen von Notizen die Flashcards an dritt häufigster Stelle genannt werden. Welche Flashcard Applikation damit genau gemeint ist, wissen wir nicht. Es gibt z.B. Flashards Pro für Windows und Flashcards+ oder Quizlet für iOS.
Tablet-Nutzer drucken auch zu Hause weniger aus
Die Kontrollgruppe ohne Tablet (BT13) druckt nach eigener Einschätzung in der Prüfungsvorbereitung mehr aus als die Tabletklasse. 2/3 der Befragten in der Kontrollgruppe (BT13) gaben an, noch zusätzlich zu den ausgegebenen Papierunterlagen weitere wichtige Unterlagen auszudrucken, während dies bei der Tabletklasse nur 41.3% waren, ein statistisch signifikanter Unterschied.
Die Tabletklasse druckt vor allem noch Teile von Skripten und Zusammenfassungen aus. Ausgedruckt werden auch Formelsammlungen und Material, das mit in die Prüfung genommen wird und Übungsaufgaben und Probeprüfungen, auch wenn diese als Quiz auf Moodle zur Verfügung gestellt werden.