Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03172.jsonl.gz/1439

Clivette
(Merton Clivettae oder Merton Clive Cook)
Clivette arbeitete jahrzehntelang als vielseitiger Varietékünstler und wurde in mittlerem Alter zu einem angesehenern modernistischer Maler.
Clivette stammte aus Portage City in Wisconsin. Er war der Sohn eines in Oxford ausgebildeten britischen Seekapitäns und einer literaturbegeisterten Mutter, die 40 Jahre jünger war als er. Der Vater starb, als Clivette fünf Jahre alt war. Zu diesem Zeitpunkt zog Clivette mit seiner Mutter und vier älteren Geschwistern ins Wyoming Territory, wo seine Mutter eine Zeitung herausgab, redigierte und schrieb und seine viel älteren Geschwister eine Farm betrieben. Clivette wuchs mit der Arbeit an der Zeitung auf und wurde von seiner Mutter unterrichtet, eine formale Schule besuchte er nie.
Als Clivette etwa zehn Jahre alt war, wurde seine Mutter ein Gründungsmitglied der Sekte der Siebenten-Tags-Adventisten, was einen Keil zwischen sie und den Rest der Familie trieb. Im Alter von 12 Jahren riss Clivette von Zu Hause aus, um bei Zirkussen und Wildwest-Shows aufzutreten und erwarb dabei eine Vielzahl von Fähigkeiten. Er war bereits ein geschickter Reiter, aber er lernte auch Akrobatik, Jonglieren, Taschenspielertricks, Einradfahren und Messerwerfen. Zwischen 1880 und 1885 tourte er mit diesen Shows durch ganz Nordamerika. 1886 ließ er sich für einige Zeit in San Francisco nieder und arbeitete für lokale Zeitungen als Reporter, Theaterkritiker und Karikaturist, eine Fähigkeit, die er schon als Kind in Wyoming entwickelt hatte.
1891 wurde er als "The Great Clivette" und "The Man in Black" in den renommierten Orpheum Vaudeville Circuit gebucht. Im Kern handelte es sich um eine magische Nummer, zu der noch Neuheiten wie Blitzzeichznen, Schattenspiel und verschiedene Fähigkeiten aus seiner Zirkuszeit hinzukamen. Fast 20 Jahre lang tourte Clivette mit dieser Nummer durch das amerikanische Varieté und die Musikhallen Europas und Asiens. Mitte der 1890er Jahre heiratete er Catherine "Kate" Chamberlain, die in die Nummer aufgenommen wurde. Sie wurde als "The Veiled Prophetess" angekündigt und trat mit Hellseh-Programmen auf.
In der Zwischenzeit hatte Clivette auf seinen wiederholten und ausgedehnten Reisen durch Europa große Kunst kennengelernt, nicht nur verehrte jahrhundertealte Meisterwerke, sondern auch die aufregenden Bewegungen der Moderne. Um 1910 zog er sich von der Bühne zurück und zog nach Greenwich Village, um sich ganz auf seine eigene Malerei zu konzentrieren, bei der er die Elemente des Expressionismus und der Ascheimer mischte. Zu seiner Zeit wurde viel über ihn geschrieben und er war hoch angesehen, obwohl ihn heute nur noch Kunsthistoriker kennen. Von Kritikern oft betont wurde, dass seine Pinselführung davon beinflusst wrude, asser frühe Akrobat gewesen war. Damit nahm er Jackson Pollocks Action Painting um fast ein halbes Jahrhundert vorweg. Seine Arbeit soll auch von seinem und dem Interesse seiner Frau an Spiritismus und Okkultismus beeinflusst worden sein. Eine Serie seiner Gemälde mit dem Titel "Vamps" ist für Liebhaber der Varieté-Kunst von besonderem Interesse. Eine Serie von Studien von Burlesque-Tänzerinnen, Sängerinen und anderen Damen der Demimonde, ein Thema, das ihn definitiv mit den Ashcan-Künstlern in Verbindung brachte.
Clivette veröffentlichte die Bücher, "it" (1905), "The red Rag" (1907), "Confessions of a Palmist" (1908), "Cafe Cackle from Dumps to Delmonico's" (1909), "The Suffragette has cvome to stay "(1915)," Clivette's Art Bladder… : this is tome 1" (1920er).