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Zeigt das Baby Symptome, wird Müttern oft von Milch und Milchprodukten abgeraten. Wissenschaftler haben diese Empfehlung überprüft – und wurden stutzig.
Etwa eines von sieben Elternpaaren hat den Eindruck, dass ihr Kleinkind keine Kuhmilch verträgt. Hautekzem, Aufstossen, Weinen – oft wird die Kuhmilch als Ursache verdächtigt, wenn ein Kind solche Symptome zeigt.
Sie sind bei Kindern häufig: Etwa eines von fünf Babys bekommt irgendwann einmal einen Hautausschlag, weint untröstlich, ist unleidig oder erbricht. Bei Allergietests aber zeigt sich: Nur etwa eines von 50 Kindern ist tatsächlich allergisch auf Kuhmilch.
In den meisten Fällen haben die Beschwerden also andere Ursachen und die Kuhmilch wird zu Unrecht verdächtigt. Das ist der eine Punkt, auf den eine internationale Gruppe von Ärzten und Wissenschaftlern hinweist.
Der andere sind die medizinischen Empfehlungen, was bei einem Verdacht auf Kuhmilchallergie zu tun ist. Die Wissenschaftler nahmen neun solche Richtlinien, die zwischen 2012 und 2019 veröffentlicht wurden, genauer unter die Lupe – und wurden stutzig.
Denn sieben davon raten der stillenden Mutter, selbst auch keine Kuhmilch oder Milchprodukte mehr zu konsumieren, wenn bei ihrem Kind der Verdacht besteht, dass es dieses Nahrungsmittel nicht verträgt. Diese Einschränkung sei für die Mutter aber fast immer unnötig, argumentieren die Wissenschaftler.
Überdies sei dieser Rat auch nicht wissenschaftlich begründet. Denn in die Muttermilch würden nur winzige Spuren an Substanzen aus der Kuhmilch übergehen. Das zeigt eine Analyse von (über 600) Muttermilchproben von 174 Frauen.
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Die Spuren an Kuhmilch in der Muttermilch würden – wenn überhaupt – höchstens bei einem von 100 Babys mit nachgewiesener Kuhmilchallergie ins Gewicht fallen, und das nur bei den allersensibelsten Babys. Deshalb allen Müttern von Babys mit Kuhmilchallergie von Milch und Milchprodukten abzuraten, sei übertrieben, monieren die Wissenschaftler.
Es verunsichere die stillenden Mütter auch unnötig, anstatt sie darin zu bestärken, dass die Muttermilch fast immer die beste Nahrung für ihr Baby sei. In den meisten Familien erledigt sich das Problem sowieso von selbst: Bei etwa acht von zehn betroffenen Kindern verschwindet die Kuhmilchallergie bis zum fünften Lebensjahr wieder.
Die häufiger vorkommende sogenannte «IgE-vermittelte Allergie» macht sich innerhalb von zwei Stunden bemerkbar, nachdem das Kind Milch, Joghurt oder andere Milchprodukte bekommen hat. Es kann zu Erbrechen, Nesselfieber, Schwellungen im Gesicht und im allerschlimmsten Fall zu Atemnot kommen. IgE ist die Abkürzung für eine bestimmte Art von Antikörpern, die solche akuten allergischen Reaktionen auslösen. Die Diagnose wird mithilfe von Allergietests an der Haut und/oder von Blutuntersuchungen gestellt.
Die Symptome der «nicht-IgE-vermittelten» Kuhmilchallergie treten meist mit etwas Verzögerung auf und sie sind weniger charakteristisch. Das Spektrum reicht von Verdauungsproblemen (Durchfall, Erbrechen, Darmentzündungen, sogar mit blutigem Stuhl) bis zu Gedeihstörungen. Die Diagnose kann nur gestellt werden, indem das Kind vorübergehend keine Milch(produkte) erhält. Verschwinden die Beschwerden damit und treten bei erneuter Gabe von Milch wieder auf, spricht das für eine Allergie.