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Lohnt es sich es zu tun?
Sollen wir etwas anders über die offizielle Abmeldung reden? Hier werde ich die Verfahren für die offizielle Abmeldung nicht im Detail erläutern, sondern werde ich auf die Hauptprobleme eingehen, die ich täglich begleite.
Lohnt es sich, sich offiziell abzumelden? Nun, ich höre oft diese Frage! Viele der E-Mails, die ich erhalte, beginnen wie folgt: „Ich habe Brasilien vor X Jahren verlassen, und habe mich nicht offiziell abgemeldet, lohnt es sich wirklich dies zu tun”?
Dieses Thema wurde bereits von mehreren Fachleuten auf der ganzen Welt diskutiert. Eine Internetsuche über dieses Thema, reicht aus, um zu überprüfen, wie viel darüber gesprochen wird. Das hat uns dazu gebracht eine Reihe von Vorträgen in Zürich, Genf und online, vorzubereiten, um zu versuchen eine grössere Anzahl von Brasilianern zu erreichen, die in der Schweiz leben. Es überrascht mich immer wieder, dass dieses Thema entweder immer noch von Mythen, Unsicherheiten oder Ängsten umgeben oder es immer noch völlig unbekannt ist. Ich kann mich nicht entscheiden, was davon schlimmer ist.
Um mit dem Löwen (brasilianische Steuer) Schritt zu halten, lautet die Grundregel: „Wenn Sie Brasilien dauerhaft oder vorübergehend verlassen und länger als zwölf aufeinanderfolgende Monate im Ausland geblieben sind, müssen Sie ein Abmeldungsverfahren durchführen.” Kurz gesagt, geht es hier darum, eine offizielle Abmeldung aus dem Land vorzulegen (Comunicação de Saída Definitiva do País – DSDP). Von da an, als Nichtansässiger in Brasilien, müssen Sie dort keine Einkommen mehr deklarieren und Sie fangen an, die Besteuerung eines Nichtansässigers zu haben, falls Sie in Brasilien noch Einkommensquelle haben.
Mitteilung über die offizielle Abmeldung aus dem Land (CSDP)
Die CSDP ist eine sehr einfache Erklärung, die online abgegeben wird, um dem Finanzamt das Datum mitzuteilen, ab dem Sie nicht mehr in Brasilien steuerpflichtig sind. Diese Mitteilung, soll zwischen dem Abreisetag aus Brasilien und dem letzten Arbeitstag im Februar des folgenden Kalenderjahres. Beispiel: bei Abreise am 31. August 2020, wird die Frist zur Mitteilung vom 31. August 2020 bis zum 26. Februar 2021 sein.
Die Frist für diejenigen, die vorübergehend abgemeldet sind, beginnt mit dem Datum der Charakterisierung des Zustands als Nichtansässigen (in der Regel 12 Monate nach seiner Abreise ohne Rückkehr nach Brasilien) und bis zum letzten Tag im Februar des folgenden Kalenderjahres.
Eine nachträgliche Vorlage der Mitteilung über die offizielle Abmeldung ist nicht möglich.
Weitere Informationen, finden Sie auf der Homepage des brasilianischen Finanzamts (Receita Federal).
Erklärung der offiziellen Abmeldung aus dem Land (DSDP)
Die Erklärung der offiziellen Abmeldung aus dem Land (DSDP) ist nichts anderes als die letzte Einkommensteuererklärung (DIRPF) der Person, in der ihr Einkommen und Vermögen bis zu ihrer Auswanderung angegeben sind.
Alle Einkünfte und Status des Vermögens werden bis zum Abreisedatum eingegeben, und nicht bis zum 31. Dezember, wie es für die Einkommensteuererklärung natürlicher Person üblich wäre. Die Frist zur Abgabe dieser Erklärung liegt zwischen Anfang März und Ende April des Jahres nach dem Eintreten der endgültigen Abreise oder Entstehung der Bedingung als Nichtansässigen. Wie das Beispiel oben: Abreisedatum am 31. August 2020, wird die Erklärung der offiziellen Abmeldung aus dem Land den Zeitraum zwischen dem 1. Januar und dem 31. August 2020 abdecken und sollte zwischen Anfang März und Ende April 2021 vorgelegt werden.
Gegen Zahlung einer Geldbusse, besteht die Möglichkeit das Erklärung der offiziellen Abmeldung aus dem Land verspätet vorzulegen, sogar rückwirkenden bis zu 5 Jahren.
Weitere Informationen, finden Sie auf der Website des brasilianischen Finanzamts.
(Hinweis: Der obige Link bezieht sich auf das letzte vom Finanzamt zur Verfügung gestellte Programm. Das Programm für das Kalenderjahr 2020 wird Anfang März 2021 zur Verfügung gestellt.)
Dauerhaft?
Die erste Schwierigkeit liegt an die Anwendung des Wortes „endgültig“, das für einen ganz normalen Menschen (nicht wie ich, der die Wegleitung des Finanzamts als Hobby liest!!)‚ das was auf die Verpackung steht‘ bedeutet: „endgültig: Ende, kann nicht geändert werden, es muss fortsetzen, es muss so bleibt wie es ist“. Für Finanzamtzwecke, endgültig bedeutet jedoch, wenn Sie 12 Monate oder mehr weg sind, oder Sie wissen noch nicht wie lange Sie weg wären, aber 12 Monate ohne Rückkehr nach Brasilien sind vergangen. Dieser Mangel an Präzision in der Nomenklatur ist für einige Menschen nicht so einfach zu verstehen.
Vielen erzählen mir, dass sie Brasilien verlassen haben, um zu studieren, zu arbeiten, zu heiraten usw. und dass sie nicht wussten, ob sie jemals zurückkehren würden; viele schlossen die Idee einer Rückkehr, so dass sie nie dachten, dass sie aus steuerlichen Gründen eine offizielle Abmeldung vornehmen müssten.
Nie zuvor Einkommensteuererklärung gemacht, CPF, Reisepass…und andere Mythen
Es gibt Menschen, die in Brasilien noch nie Steuern deklariert mussten und dann nicht einmal den Verdacht haben, dass dies einen notwendiger Schritt ist, um das Land zu verlassen. Andere berichten, dass sie ihren Pass nicht verlieren wollen oder, dass sie ihren CPF aktiv halten müssen.
Dies sind einige der häufigsten Mythen. Der Reisepass wird nicht aufgegeben und der CPF wird bei einer offiziellen Abmeldung aus dem Land nicht abgemeldet oder gelöscht. Tatsächlich, unterscheidet sich ihre Staatsangehörigkeit erheblich von dem Zustand des steuerlichen Wohnsitzes in Brasilien. Darüber hinaus, den Reisepass aufgeben zu müssen ist was ganz selten, und schon gar nicht, wenn Sie nicht mehr in Brasilien steuerpflichtig sind.
Der CPF wird nicht gelöscht, aber wenn die Person die Abmeldungsverfahren vor dem Finanzamt durchführt, wird der CPF zu dem Nichtansässig Zustand gesetzt.
Es gibt auch diejenigen, die an die Theorien glauben, dass die Regierung alle schaden will und, dass je weniger sie weist, desto besser. Andere denken, dass es besser ist, nicht zu erklären, dass er Brasilien verlassen hat, damit der Löwe nicht all die im Ausland erzielten Einkünfte angreift.
Die Wahrheit ist, dass die Welt, in vielerlei Hinsicht und sicherlich im Steuerbereich, kleiner wird. Zwischen verschiedenen Ländern, gibt es viele Abkommen zum Informationsaustausch. Wir bewegen uns in Richtung globaler steuerlichen Transparenz.
Wohnsitz, Doppelwohnsitz
Es ist sehr wahrscheinlich, dass eine Person, die Ausserhalb Brasiliens lebt, in dem anderen Land steuerlich ansässig geworden ist. Jedes Land hat seine eigenen Regeln, um zu bestimmen, ob eine Person ansässig ist oder nicht. Und die Schwierigkeiten beginnt bereits damit, dass diese Regeln weltweit nicht einheitlich sind. Das ist offensichtlich, aber ich bin überrascht zu sehen, dass selbst manche Fachleute dies vermuten!
Hier kommt der Kern der Sache ins Spiel: In der Regel wird ein Steueransässiger global oder universell besteuert. Am Beispiel der Schweiz bedeutet dies, dass im Land des steuerlichen Hauptwohnsitzes (Schweiz) alle Vermögenswerte, Rechte, Einkünfte, Schulden usw. deklariert werden müssen, unabhängig davon, wo sie sich befinden und all dies ist Teil der Berechnungsgrundlage der Steuer.
Doppelbesteuerung
Aber was ist, wenn die Person in zwei oder mehr Ländern steuerlich ansässig ist? Glauben Sie nicht, dass es möglich ist? Wenn eine Person Brasilien verlässt, ohne das Abmeldungsverfahren durchzuführen, wird sie in den Augen des Finanzamts weiterhin als steuerlich ansässig angesehen. Dies würde normalerweise bedeuten, dass diese Person in zwei Ländern deklarieren und in zwei Ländern besteuert werden muss.
Natürlich ist es in einigen Szenarien von Ländern, die ein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung zwischen ihnen getroffen haben oder als wechselseitig angesehen werden, möglich, die Auswirkungen dieser Doppelbesteuerung zu minimieren.
Dies ist jedoch nicht immer der Fall!
Am Beispiel der Schweiz, haben die Schweiz und Brasilien ein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung unterzeichnet. Dieses Abkommen ist jedoch noch nicht in Kraft getreten (ich habe diesen Text im Oktober 2020 geschrieben), diese Länder behandeln die Steuer nicht mit „gegenseitiger“ Wirkung. Es macht mich sogar ein wenig empört, wenn ich mit Fachleuten in Brasilien spreche, die das Gegenteil sagen wollen, da sie nicht genug Kenntnis der Schweizer Regeln haben. Abgesehen davon, bedeutet dies bis jetzt, dass Menschen mit doppelter steuerlicher Ansässigkeit, in Brasilien und der Schweiz, in beiden Ländern globaler Besteuerung unterliegen, folglich haben sie Steuern in beiden Ländern zu zahlen und weder Brasilien noch die Schweiz akzeptieren, dass im anderen Land gezahlte Steuern berücksichtigt werden, um die Auswirkungen auf die inländische Besteuerung zu verringern.
Doppelte Persönlichkeit
Ich sehe auch viele Fälle von „Doppelpersönlichkeit“, bei denen es sich um Personen handelt, die Vermögenswerte in Brasilien behalten haben und dort jedes Jahr normal als steuerliche Ansässigen deklarieren. Ausserdem, hat diese Person ein steuerliches Leben in der Schweiz und deklarieren auch nur die schweizer Vermögenssituation und die Einkommensquellen bei den schweizer Behörden. Ein sehr schwerwiegender Faktor besteht darin, dass die globalen Bemessungsgrundlage der Steuern hier in beiden Ländern nicht beobachtet werden und die Steuerbehörden beider Länder können dies entdecken. Oder sogar das, was sehr häufig vorkommt, ein anonymer Bericht, der all dieses Problem aufwirft und für die untersuchten Personen sehr kostspielig und stressig sein kann.
Wiedereinbürgerung
Vor kurzem, sah ich eine gewissen Lauferei in letzter Minute, um Steuerangelegenheiten zu regeln, als die Personen, nach vielen Jahren mit einer nicht ordnungsmässigen Abmeldung, nach Brasilien zurückkehrten und in all den Jahren ausserhalb Brasiliens, bedeutende Vermögenswerte aufbauten. Wie kann man diese Vermögensentwicklung erklären? Das Finanzamt hätte definitiv einige Fragen.
Ein weiteres Szenario ist der Verkauf von Immobilien in Brasilien, die im Laufe der Jahre hoch aufgewertet hat. Die Person, die keine Aussicht auf eine Rückkehr nach Brasilien hat, entscheidet jedoch, dass es Zeit ist, in ihr eigenes Zuhause im Ausland zu investieren. Und wie bringt man dieses Geldvermögen aus Brasilien ins Ausland? Wie erklärt man den Ursprung? Ganz zu schweigen davon, dass wir aufgrund der verschiedenen Finanz- und Korruptionsskandale leider immer noch mit schlechten Augen gesehen werden.
Wenn nichts tun immer noch die beste Lösung ist
Ich konnte diese Punkt nicht übersehen. Ebenso wie das richtige Abmeldungsverfahren, ist es umso wichtiger zu verstehen, dass es nach der Abmeldung und der Zustand von Nichtansässigkeit, keine jährliche Einkommensteuererklärung mehr gibt!
Sollte brasilianische Einkommensquellen geben, die besteuert werden müssen, werden diese nach besonderen Regeln für Nichtansässige besteuert. Bitte reichen Sie jedoch keine jährlichen Einkommensteuererklärungen ein, da Sie sich grundsätzlich als Ansässig in Brasilien deklarieren und müsste dann das ausländische Einkommen besteuern lassen.
Lohnt es sich also wirklich, die offizielle Abmeldung zu machen?
In den allermeisten Fällen, ja, ohne Zweifel!
Wenn keiner der oben genannten Gründe ausreichte, um Sie zu überzeugen, denken Sie an diesen Frieden, Ihren Kopf auf das Kissen zu legen und zu wissen, dass Sie alles richtig gemacht haben, dass Sie keine Angst haben müssen, jedes Mal, wenn ein offizieller Umschlag in Ihre Post eintrifft, nicht denken zu müssen, dass diese Themen, oft sehr einfach, wenn sie einzeln behandelt werden, aber zusammen können zu einem Schneeball werden.
Zumindest lohnt es sich, die Regeln zu verstehen und dann die Entscheidung, wie auch immer, auf einer informierten Weise und unter Kenntnis der Vor- und Nachteile, zu treffen.
Die Thortax GmbH berät in verschiedenen Bereichen des Steuer- und Rechnungswesens und ist auf internationale Steuerfragen mit Schwerpunkt auf Steuersystemen in Brasilien, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich spezialisiert.
Dieser Inhalt dient nur der allgemeinen Information und sollte nicht als Ersatz für die Beratung eines qualifizierten Fachmanns verwendet werden.
Thortips 2020-10 (DE) – 26.10.2020