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Eigentlich sollte Mike McNamara beim EHCB den Platzhalter spielen, bis ein neuer Trainer gefunden wird. Doch unter dem 67-Jährigen holt Biel zwei Punkte pro Spiel (siehe Box). Die Folge? Nächste Woche wird McNamara als Biel-Trainer bestätigt. «Das ist kein Job. Es ist ein Hobby, das Geld abwirft», so der Junioren-Coach.
Vor fast vierzig Jahren zog es den in Montreal geborenen Franko-Kanadier wegen eines Praktikums in die Schweiz. Er studierte Wirtschaft, Geschichte und Psychologie. Später war McNamara beim Grande Lugano Assistent von John Slettvoll, ehe er Ende der 1980er-Jahre als Chef zu Fribourg wechselte.
An der Saane warf er aber nach bloss zwei Jahren wieder hin. Damals schimpfte er im BLICK: «Ich habe genug von den Welschen. Schon in Villars und Neuenburg gabs Probleme.»
Wo McNamara auch war, die Familie war stets dabei. «Meine drei Töchter besuchten einmal eine italienisch-, dann eine französisch- und schliesslich eine deutschsprachige Schule. Das ging irgendwann nicht mehr.»
McNamara, der mit seinem silbergrauen Schnauz und der Brille auch aussieht wie ein Professor, kehrte 1995 in seine Heimat zurück. Und unterrichtete an einer internationalen Schule. Die Fächer? Mathematik, Ökonomie, Psychologie, Geschichte und Sozialwissenschaften.
Nebenbei arbeitete er an einem Hockey-Programm. Sein Repertoire besteht mittlerweile aus 200 Übungen. «Mike ist fachlich unglaublich gut», sagt Verteidiger Thomas Wellinger: «Er kann aber auch bissig werden.»
In der Tat! Als im Frühjahr ein Eismeister in Davos einen Bieler Junior zurechtwies, schlug ihm McNamara kurzerhand die Faust ins Gesicht – und löste einen Polizeieinsatz aus. Zudem wurde er einst als EVZ-Assi an einer Party ausfällig und darauf von Spielern in den Bach geworfen.Publiziert am 08.12.2016 | Aktualisiert am 08.12.2016