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An der Westküste Südamerikas liegt mit den Anden die längste überseeische Gebirgskette der Erde. Das Hochgebirge zieht sich entlang des Pazifiks über 7.500 km von Venezuela bis zur Südspitze Patagoniens. Der höchste Berg der Anden, ist mit 6.962 m Höhe der Aconcagua an der Grenze zwischen Argentinien und Chile. Die Laguna del Carbón, mit 105 Meter unter dem Meeresspiegel der tiefste Punkt Südamerikas, befindet sich im San-Julián-Becken in Patagonien. Die größte Stromebene bildet das Amazonasbecken, eine äquatoriale Regenwald-Tiefebene, die vom Amazonas mit seinen etwa 10.000 Zuflüssen entwässert wird. Der aus den Anden quer über den gesamten Kontinent nach Osten fließende Amazonas ist mit etwa 6.448 km der längste Fluss Südamerikas und der wasserreichste Fluss der Erde.
Das Klima Südamerikas ist ausgesprochen komplex. Der kalte Humboldtmeeresstrom bewirkt ein Abkühlen der Meeresoberfläche vor der Küste Perus und Nordchiles, was zu der Ausbildung von Küstenwüsten führt. Die äquatoriale Tropenlage bewirkt eine Ausbildung einer Innertropischen Konvektionszone über der Zentralen Amazonasregion und führt zu starken Niederschlägen. Fronten bilden an der Anden-Luvseite des patagonischen Gebirges heftige Stauniederschläge. Diese Stauniederschläge auf der Westseite führen dazu, dass die Anden-Leeseite Patagoniens durch Trockenheit gekennzeichnet ist.
Die Anden selbst haben eine weitere klimatische Unterteilung in der vertikalen Dimension. Allgemeinhin lassen sich fünf Höhenstufen unterscheiden: Die Tierra Caliente (Warme Erde, bis 1000 m), die Tierra Templada (Gemäßigte Erde, bis 2000 m), die Tierra Fria (Kalte Erde, bis 3500 m, Anbaugrenze und Frostgrenze), die Tierra Helada (Eisige Erde, bis 4500 m, Schneegrenze) und die Tierra Glacial (glaziale Erde, bis 6000 m). Ein für die südamerikanische Westküste bedeutendes Klimaphänomen ist El Niño, denn obwohl es von seinem Ursprung her ein rein ozeanisches Phänomen ist, werden vor allem seine klimatischen Folgen wahrgenommen. Die Kaltwasserströme vor Südamerika reißen ab und es sammelt sich Warmwasser vor der südamerikanischen Küste. Als klimatische Folge hebt sich somit die normal vorherrschende stabile Hochdrucksituation auf und es kommt zu einer Umkehrung der Zirkulation mit schwerwiegenden Auswirkungen durch Starkniederschläge.
So ausgesprochen unterschiedlich und Komplex wie das Klima in Südamerika ist, so sind auch die Kakteen in einer enormen Vielfalt vertreten. Perfekt angepasst an ihre Umwelt, besiedeln sie fast alle trockenen Gebiete dieses riesigen Kontinents. Von Melocacteen im Luftfeuchten Brasilien, Notocacteen in Paraguay, über Lobivien und Oreocereen in den Anden von Bolivien, Copiapoa’s in den Nebelwüsten von Chile und Austrocacteen, Pterocacteen und Maihueniopsis im windigen Patagonien. So besiedeln Kakteen warme Küstengebiete genauso wie die rauhe Umgebung der Anden in 4000 Metern Höhe, wo Nachtfröste fast das ganze Jahr auftreten können. So verwundert es nicht, dass die Natur besonders bizarre Formen hervorgebracht hat.