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Kakerlaken gehören zu den wendigsten Tieren überhaupt. Doch anstatt auf geschickte Bewegungen oder schnelle Reflexe vertrauen die ungeliebten Insekten auf die Stabilität ihres Körpers, wenn sie rennend auf ein Hindernis treffen. Sie sausen einfach ungebremst hinein und können das Hindernis dann dennoch blitzschnell hochklettern. Das haben amerikanische Robotiker der Universität Harvard beobachtet. Sie wollten verstehen, warum Kakerlaken so wendig sind, weil sie mit diesem Wissen auch Roboter agiler machen möchten.
Um die Tiere zu studieren, liessen die Forscher 18 verschiedene Exemplare in einem Glaskasten immer wieder auf eine Wand zu rennen. Dabei filmte eine Hochgeschwindigkeitskamera den Übergang vom Rennen zum Klettern. Manchmal verringerten die Tiere das Tempo und reckten erst den Kopf nach oben. Doch in 80 Prozent der Fälle bremsten die Insekten nicht ab und stiessen voll mit dem Kopf gegen die Wand, bevor sie hochkrabbelten. Diese Methode war nicht langsamer als die vorsichtige und die Kakerlaken schienen sie zu bevorzugen. Offenbar zählen die Insekten auf ihren stabilen Körper und können so den Schwung des Rennens fürs Hochkrabbeln ausnützen, folgerten die Forscher.
Inspiriert von den Kakerlaken bauten sie einen stabilen Roboter, so gross wie eine Handfläche. Dieser verfügte über keine Sensoren. Dennoch konnte er die Bewegung der Insekten nachahmen und Wände teilweise hochklettern. Künftig, glauben Forscher, könnten sich Roboter auch ohne teure Sensoren in unwegsamen Umgebungen bewegen – ganz einfach in dem sie ab und zu in Hindernisse hineinlaufen.