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Man tut seine Pflicht immer lieber freiwillig als unfreiwillig, und man gehorcht auch immer lieber dem, den man liebt, als dem, den man hasst, in der Erwartung, von ihm dafür ebenfalls geliebt zu werden. Dafür nimmt man auch gerne eine Abhängigkeit in Kauf, solange sie Einem Sicherheit und Zuwendung garantiert.
Die falsche Vorstellung jedoch, man habe seinem Freunde gegenüber, den man liebt, und der Einen auch liebt, keinerlei Pflichten, und könne daher ungestört seinen Neigungungen folgen, ohne Rücksicht auf ihn nehmen zu müssen, ist natürlich falsch, denn damit riskiert man das Ende seiner Liebe, und damit auch das Ende der Liebesbeziehung, die man Freundschaft nennt.
Ein weiterer Irrtum ist, dass man automatisch auch versorgt würde von dem, der Einen liebt, aus Dank für das, was man ihm Gutes getan hat, denn das, was man besitzt, weiß man meist nicht zu würdigen, wenn man es besitzt, sondern nur solange, wie man es noch nicht besitzt, und dann erst wieder, wenn man es wieder verloren hat.