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Die Offene Stadt ist Thema der 4. Internationalen Architekturbiennale Rotterdam 2009. Was bedeutet Offene Stadt und was beeinflusst sie? Diese Fragen zu Stadt und Gesellschaft beschäftigt die Professur Kees Christiaanse, Institut für Städtebau.
Die Offene Stadt hält integrative und segregative Kräfte im Gleichgewicht; sie unterstützt Angehörige verschiedenster Gemeinschaften dabei, sich zu formieren sowie den Austausch mit anderen Gruppierungen zu kultivieren – ein Zustand, den wir als städtisch bezeichnen. Darüber hinaus gewährt die Offene Stadt allen Bevölkerungsgruppen gleichmässigen Zugang zur Stadt und ihren Ressourcen. Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, Konflikte zwischen unterschiedlichen ethnischen Gruppen und die Zunahme von gated communities sind nur einige Symptome, die deutlich machen, wie dringlich die Annäherung an die Idee der Offenen Stadt ist und wie unentbehrlich konkrete Anwendungsstrategien sind. Die Kuratierenden der 4. IABR haben sechs geographische, räumliche und soziokulturelle Situationen ausgewählt, die die Offene Stadt kritisch reflektieren.
- Community erforscht die US-amerikanischen Vorstädte, die eher einem Schmelztiegel von Gemeinschaften als von Individuen gleichen.
- Collective widmet sich der radikalen Transformation der osteuropäischen Städte der letzten Dekaden.
- Refuge geht der zunehmenden politischen und religiösen Polarisation in Städten des Mittleren Ostens nach.
- Squat erkundet Synergiepotentiale zwischen informeller und offizieller Raumproduktion in Addis Abeba und São Paulo.
- Diaspora untersucht Migrationsmuster und Überlebensstrategien unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen in Indonesien.
- Die Maakbare Samenleving (die «machbare» Gesellschaft), ein politisches Konzept in den Niederlanden der 1980er-Jahre und ein Bekenntnis zur multikulturellen Gesellschaft, wird im Licht zeitgenössischer Entwicklungen neu überprüft.
Das IABR-Team von Prof. Kees Christiaanse am Institut für Städtebau setzt sich aus Tim Rieniets (Co-Kurator), Fabienne Hoelzel (Assistenzkuratorin), und den PraktikantInnen Peter Blume, Elisabeth Hinz, Frederic Schwarz und Franziska Singer zusammen.
Professur für Architektur und Städtebau