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Ungeachtet der Atomkatastrophe von Fukushima hat der französische Präsident Nicolas Sarkozy die Nuklearindustrie des Landes öffentlich verteidigt. Eine Abkehr von der Atomkraft käme einer "Verrücktheit" gleich, sagte Sarkozy am Freitag.
Wenige Tage nach einem Abkommen der Sozialisten und Grünen über die Stilllegung alter Atomkraftwerke bei einem Wahlsieg der Linken hielt Sarkozy der Opposition die geplante Zerstörung Hunderttausender Arbeitsplätze vor.
"Es handelt sich keinesfalls einfach nur um den Anstoss für ein Nachdenken über die Diversifizierung unser Atomstromproduktion, sondern (...) um die Vorbereitung für Frankreichs Atomausstieg", sagte Sarkozy.
Damit drohe auch ein Abwandern der Industrie, sagte er beim Besuch einer Urananreicherungsanlage im südfranzösischen Pierrelatte. Er werde daher eine solche Massnahme nicht akzeptieren, die "ausschliesslich ideologisch" motiviert sei.
Wahlkampfthema Atomenergie
Die Zukunft der Atomenergie könnte zu einem zentralen Thema im Wahlkampf für die Parlamentswahl im Juni 2012 werden. Sozialisten und Grüne hatten in ihrem Wahlbündnis beschlossen, bei einem Wahlsieg 24 der 58 Reaktoren im Land bis 2025 abzuschalten und die Herstellung des Kernbrennstoffs Plutonium-Uran-Mischoxid (MOX) zu stoppen.
Frankreichs Atommeiler produzieren 75 Prozent des Stroms im Land. Die Nuklearindustrie gehört international zu den Schwergewichten. Generell geniesst die Atomenergie grosse Zustimmung in Frankreich. Nach dem Fukushima-Unglück ist die Zahl der Gegner allerdings gestiegen.
Erstmals hatte es am Mittwoch bei der Abfahrt des jüngsten Castor-Atommüll-Transports nach Deutschland auch grössere Proteste und eine breite Berichterstattung darüber gegeben.