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Der FC Wil 1900 ist ein schweizerischer Fussballverein, der 1900 gegründet wurde. Seinen Sitz hat er in der Stadt Wil im Kanton St. Gallen.
In den 1920er Jahren wurde die runde Zahl 1900 aus mündlichen Überlieferungen als Gründungsjahr ausgewählt. Der Fussball wurde um 1900 von zwei Stricker-Praktikanten aus England nach Wil geschleppt und gewann bei den älteren Schülern und Lehrlingen schnell an Bedeutung und es wurde an Abenden und Sonntagen gekickt. Bis 1990 hielt sich der FC Wil 1900, mit einem kurzen Abstecher in der zweithöchsten Spielklasse 1922/23 sowie 1952/53 und 1953/54, vorwiegend in der 2. Liga auf.
Nicht wenige namhafte Trainer starteten Ihre Karriere beim FC Wil 1900 bzw. machten dort Zwischenhalt, unter anderem Christian Gross von 1988 bis 1993 oder Hanspeter Latour und Marcel Koller um die Jahrtausendwende. Der spätere GC-, Tottenham Hotspur- und FC Basel-Trainer Christian Gross hat den FC Wil 1991 von der 2. Liga (vierthöchste Spielklasse) innerhalb von zwei Saisons in die NLB (zweithöchste Spielklasse) gebracht. Sie nahmen 1992/93 sogar an der Aufstiegsrunde in die NLA teil und konnten sich bis 2002 insgesamt vier Mal für die Aufstiegrunde in die NLA qualifizieren, verpassten aber jeweils den Aufstieg. Mit Uli Forte, der den FC St. Gallen 2009 zurück in die Axpo Super League brachte, verpasste der FC Wil 2008 ein weiteres Mal nur knapp den Aufstieg.
In den NLB-Zeiten von 1994 bis 1997 trainierte Pierre-André Schürrmann die Wiler Mannschaft. Ihm folgte für zwei Jahre Marcel Koller. Unter ihm erreichte der FC Wil 1998 den Cup-Halbfinal. In der Saison 1998/99 wurde Wil NLB-Meister. Gleich daraufhin wechselte Koller zum FC St. Gallen, ihm folgte für die Aufstiegsrunde Hanspeter Latour. Die Wiler verblieben in der NLB. Nachdem Latour neun Monate später zum FC Thun wechselte, folgte ihm Claude Ryf. Er wurde im Juli 2001 durch Heinz Peischl ersetzt. Unter ihm konnte der FC Wil zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in die höchste Spielklasse aufsteigen.
Im Jahre 2002 stieg der FC Wil unter Heinz Peischl in die höchste Spielklasse NLA, die heutige Super League, auf und erreichte die Finalrunde der NLA. 2003 nahm der FC Wil zum ersten Mal in einem internationalen Wettbewerb teil (UI-Cup). Für Schlagzeilen sorgte der Aufsteiger FC Wil im November 2002, als sie als Aussenseiter den Lokalrivalen FC St. Gallen mit einem Toreverhältnis von 11:3 besiegten, was bis heute NLA-Rekord beudeutet.
Der FC Wil war vor allem dank seines ehemaligen Präsidenten Andreas Hafen, der viel Geld in den FC Wil steckte, erfolgreich. Hafen erwähnte nach aussen stets, das Geld käme von "nicht genannt werden wollenden Investoren". Er hatte allerdings rund 51 Millionen Schweizer Franken seinem Arbeitgeber UBS veruntreut, wovon rund 10 bis 11 Millionen zum FC Wil geflossen sind. Der Diebstahl flog eine Woche nach dem 11:3-Sieg auf. 2006 wurde Andreas Hafen zu fünf Jahren Gefängnis und zur Rückzahlung der veruntreuten Summe verurteilt. Der FC Wil ist beim Prozess nicht involviert gewesen, da angenommen wird, dass die restlichen Vorstandsmitglieder davon nichts wussten. Die UBS verzichtete auf Rückforderungen seitens des FC Wil.
Nachdem wieder etwas Ruhe einkehrte, übernahm der ukrainische Investor Igor Belanow, ein ehemaliger Spieler der sowjetischen Nationalmannschaft und Europas Fussballer des Jahres 1986, im Sommer 2003 die Aktienmehrheit beim FC Wil 1900 AG und wechselte fast die ganze Crew aus. Diese Tatsachen produzierte bisher fast nur negative Schlagzeilen (Finanzen, häufige Trainerwechsel). Die von ihm und seinen Gefolgsleuten gegründete AG befand sich schnell im Nachlassverfahren. Der Verein FC Wil 1900 war dadurch jedoch nicht gefährdet.
Mit der Übernahme wurde Martin Andermatt im August 2003 entlassen. Belanow setzte Olexander Sawarow, einen ehemaligen sowjetischen Internationalen, als Trainer ein. Da er die UEFA-Linzenz nicht besass, wurde er im Dezember offiziell durch Joachim Müller, früher bei FC Karl-Marx-Stadt (Chemnitzer FC), ersetzt. Sawarow wurde Sportchef.
Müller wurde nur drei Monate später, im Februar 2004, durch Tomas Matejcek ersetzt. Die Spieler beklagten sich über Matejceks extreme Trainingsmethoden und beschwerten sich bei Belanow. Dieser entliess Matejcek und holte wieder Joachim Müller. Als Assistent stand ihm der ehemalige Schweizer Internationale Stephan Lehmann zur Seite. Belanow zog sich zurück und im FC Wil kehrte wieder Ruhe ein.
Unter dem Duo Müller/Lehmann gewann der FC Wil überraschend den Schweizer Cup. Bei der ersten Cupfinal-Teilnahme bezwangen sie die Grasshoppers Zürich 3:2. Dies ist der bislang grösste Erfolg in der ganzen Vereinsgeschichte und ebnet dem FC Wil den erstmaligen Zugang zum Uefa Cup. Doch im gleichen Jahr steigt der FC Wil nach einer erfolglosen Serie nach dem Cupsieg wieder in die Challenge League (ehemals NLB) ab.
Ab Sommer 2004 hiess der Trainer Walter Hörmann, der vorher den FC Vaduz, die Liechtensteiner Fussballnationalmannschaft und den SV Austria Salzburg coachte.
Der FC Wil scheiterte im Herbst 2004 knapp in der ersten Qualifikationsrunde des UEFA-Cup gegen den slowakischen Klub FK Dukla Banskà Bystrica. In der Meisterschaft begann es mit einem 5:2 Heimerfolg gegen den FC Wohlen, dann aber stürzte die Mannschaft ab. Die Wiler ernteten viele Niederlagen und Wil landete nach der Saison in den hinteren Rängen der Challenge League.
Auf die Saison 2005/2006 hin wurde Hörmann durch Maurizio Jacobacci ersetzt, der vorher den FC Baden trainierte. Eine Saison später war es Uli Forte, welcher auf die Saison 2008/09 überraschend nach St. Gallen wechselte.
In der Saison 2006/07 erreichte der FC Wil den Cuphalbfinal nach einem Sieg gegen die Young Boys (2:1) aus der Super League. In diesem Viertelfinal hat der FC Wil mit einem Spieler weniger den Rückstand wettmachen können. Das Halbfinal gegen den FC Basel (1:3) ging verloren. Dennoch wurde der FC Wil auf Grund des Exploits gegen Young Boys vom Cup-Hauptsponsor Swisscom zum Cup-Team des Jahres gekürt.
Die Saison 2007/08 beendete der FC Wil auf dem 3. Platz, nur 2 Punkte hinter dem 1. Platz vom FC Vaduz, somit wurde ein möglicher Aufstiegsplatz nur knapp verpasst. Da der damalige Trainer Uli Forte zum FC St. Gallen wechselte, wurden viele Spieler unruhig und wechselten ebenfalls den Club. Als neuer Trainer wurde Dieter Münstermann engagiert, der den FC Wil ebenfalls auf den 3. Rang brachte, jedoch waren sie 19 Punkte hinter dem zweitplatzierten FC Lugano.
Ende der Hinrunde der neuen Saison 2009/10 wurde der Vertrag mit Münstermann aufgrund unbefriedigenden Leistungen im gegenseitigen Einvernehmen Aufgelöst. In der Winterpause übernahm dann Ryszard Komornicki den Äbtestädter Verein, der damals auf dem 10. Tabellenplatz rangierte. Ende der Saison stand der 5. Platz. Nach nicht einmal einem Jahr später und auf Platz 14 stehend wurde auch Komornicki entlassen, seit da an ist Axel Thoma bis heute Trainer des FC Wil 1900.
Doch noch bevor dies geschah erreichte der Wettskandal auch den FC Wil. David Blumer wurde somit Anfang 2010 vom Spielbetrieb suspendiert, einen Monat später wurde die Suspendierung aufgrund der Unschuldsvermutung wieder aufgehoben. Im Mai wurde Blumer dann vom SFV für 2 Jahre gesperrt. 2012 wurde David Blumer dann vom Gericht freigesprochen, er hat also unschuldig eine 2-Jahres Sperre abgesessen.
Die erste Saison unter Thoma beendeten die Wiler auf dem 5. Platz. In der Folge schaute ein 6. Platz heraus und in der vergangenen Saison 2012/13 resultierte Ende Saison ein 4. Platz. In der vergangenen Saison stiess man im Schweizer Cup bis in den Viertelfinal vor. Nachdem man gegen Young Boys mit 4:3 gewinnen konnte, setzte es gegen den FC Zürich eine 2:4 Niederlage ab. In der aktuellen Spielzeit war bereits in der ersten Runde beim 1. Ligisten Le Mont Schluss. Zur aktuellen Saison 2013/14 bezog der FC Wil den neuen Sporpark Bergholz und absolviert seine Heimspiele nach einem Jahr in St. Gallen wieder im heimischen Wil in einem neuen Fussballstadion.