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Die Broker, die ihre Bedenken vergangene Woche in einem offenen Brief über die Futures Industry Association (FIA) zum Ausdruck brachten, glauben, die Börsen hätten es versäumt, sich Meinungen von Marktteilnehmern zu Margen-Niveaus, Handelslimits, Stresstests und Clearing einzuholen. Angesichts der erhöhten Volatilität von Bitcoin und der Abhängigkeit von nicht regulierten Handelsplätzen wurde ebenfalls die Frage gestellt, ob die Börsen die richtigen Instrumente zur Verhinderung von Marktmanipulationen hätten.
Die Bedenken der FIA-Mitglieder, zu denen auch Goldman Sachs und J.P. Morgan Chase gehören, unterstreichen die Kontroverse um Bitcoins, die sich vom Rande der Finanzwelt in den Massenmarkt hineinbewegen.
Die Börsenbetreiber CME und Cboe Global Markets hatten jeweils einen beschleunigten Selbstzertifizierungsprozess genutzt, um sich die Notierung von Bitcoin-Futures genehmigen zu lassen - in der Hoffnung, die Nachfrage der Anleger nach der Rallye, in der sich der Preis in diesem Jahr versiebzehnfacht hat, befriedigen zu können.
«Hoch spekulative Anlage»
"Ein gründlicherer und durchdachterer Prozess hätte eine solide öffentliche Diskussion zwischen Clearing-Mitgliedsfirmen, Börsen und Clearinghäusern ermöglicht", erklärt die FIA in ihrem Brief, der an die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) gerichtet und von Walt Lukken, Chief Executive Officer der FIA, unterzeichnet war.
Unabhängig davon hatte auch der Wealth-Management-CIO der Deutschen Bank in der vergangenen Woche warnende Worte zum Thema Kryptowährungen ausgesprochen. In einem Report hiess es: "Als eine ’neuartige Assetklasse’, die aktuell viel Aufmerksamkeit geniesst, könnten Kryptowährungen zukünftig eine interessante Alternative für die Diversifizierung des eigenen Portfolios darstellen. Es besteht jedoch ein realistisches Risiko eines Totalverlustes. Kryptowährungen stellen also eine hoch spekulative Anlage dar."
Zwar wird der FIA-Brief die Pläne der Börsen wahrscheinlich nicht verändern, doch er wirft Fragen darüber auf, wie viele Broker sich am Markt beteiligen werden.
Angst vor Ausfällen bei Händlern
Einige Händler - insbesondere die sogenannten Clearing-Mitglieder, die hinter Kunden-Transaktionen stehen müssen - machen sich Sorgen, dass die extreme Volatilität der Kryptowährung zu Ausfällen bei Händlern führen könnte. Laut FIA hätte es eine öffentliche Diskussion darüber geben müssen, ob möglicherweise ein separater Garantiefonds, der zur Begrenzung der Auswirkungen von Ausfällen eingesetzt wird, für die neuen Kontrakte gerechtfertigt gewesen wäre.
Die Bitcoin-Kontrakte werden der Aufsicht der CFTC unterliegen. Alle Börsen haben versprochen, der Behörde zu helfen, den zugrunde liegenden Bitcoin-Markt zu überwachen.
Bitcoin "ist eine Ware, die anders ist als alles, womit sich die Behörde in der Vergangenheit befasst hat", sagte Chris Giancarlo, Chairman der CFTC, in einer Mitteilung. "Wir erwarten, dass die Terminbörsen - durch Vereinbarungen zum Informationsaustausch - die Handelsaktivitäten auf den relevanten Cash-Plattformen überwachen werden."
Der Handel mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen ist bislang weitgehend unreguliert, und das ist ursprünglich auch der Punkt dabei gewesen. Bitcoin wurde im Zuge der Finanzkrise von 2008 eingeführt, um Regierungen und Zentralbanken zu umgehen.
(Bloomberg)