Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03178.jsonl.gz/865

Häufigkeit von schweren Krankheiten nach Hormonersatztherapie
Die WHI-Studie hat bei postmenopausalen Frauen mit Hormonersatztherapie (HRT) im ersten Jahr nach Therapiebeginn eine erhöhte kardiovaskuläre Morbidität gezeigt. Aktuell wurden im BMJ die Resultate der WISDOM-Studie publiziert, welche die hauptsächlichen Morbiditäten nach 10 Jahren HRT evaluieren sollte, nach Bekanntwerden der WHI-Ergebnisse jedoch vorzeitig abgebrochen wurde.
Von insgesamt 56'583 gescreenten Frauen nahmen schliesslich 5'692 postmenopausale, 50-69-jährige Individuen aus Grossbritannien, Australien und Neuseeland an der randomisierten, placebokontrollierten, doppelblinden Multizenterstudie teil. Sie erhielten täglich entweder 0.626 mg Oestrogen, kombiniert Oestrogen plus Medroxyprogesteron 2.5/5.0 mg oder Placebo. Geplant war eine Therapiedauer von 10 Jahren. Primäre Endpunkte waren: Kardiovaskuläre Krankheiten, osteoporotische Frakturen und Brustkrebs. Sekundäre Endpunkte waren: Andere Malignome, Gesamtmortalität, venöse Thromboembolien, zerebrovaskuläre Krankheit, Demenz und Lebensqualität.
Nach Publikation der ersten WHI-Ergebnisse wurde die WISDOM-Studie nach durchschnittlich 11.9 Monaten Follow-up vorzeitig gestoppt. Das mittlere Alter der Frauen betrug 62.8 Jahre. Unter der kombinierten HRT waren kardiovaskuläre Ereignisse (7 versus 0, p=0.016) sowie venöse Thromboembolien (22 versus 3, Hazard Ratio 7.36) signifikant häufiger als unter Placebo. Bezüglich Brustkrebs oder anderer Malignome, zerebrovaskulärer Ereignisse, Frakturen und Gesamtmortalität waren keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen nachweisbar. Outcomes zwischen der Oestrogen-Monotherapie- und der Kombinationsgruppe waren vergleichbar.
Konklusion der Autoren: Einige Jahre nach der Menopause begonnen, ist die HRT mit einem signifikant erhöhten Risiko für kardiovaskuläre und thromboembolische Ereignisse assoziiert. Diese Ergebnisse untermauern die Resultate der WHI- und anderer Präventionsstudien.
Link zur Studie
BMJ 2007;335:239 - Vickers MR et al
06.08.2007 - dde