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Ramme, 1923
- DE: Verkannter Grashüpfer ssp ignifer
- EN: Lesser Grasshopper
- FR: Le Criquet du Trentin | Le Criquet des jachères
- Syn.: No synonym!
Morphologie
Die Grundfarbe von Chorthippus mollis ignifer ist recht variabel. In der Regel herrschen Grau- und Brauntöne vor, aber auch grüne Individuen sind nicht selten. Charakteristisch ist die auffallend intensive Orange- bis Rotfärbung des Hinterleibsendes und der Hinterschienen. Die Halsschild-Seitenkiele sind mässig bis gut winklig eingebogen. Die schmalen Flügel erreichen bei beiden Geschlechtern die Hinterknie oder ragen leicht darüber hinaus. Sie sind beim Männchen 11,4-13,2 mm lang und somit kürzer als bei den anderen ähnlichen Arten der Chorthippus biguttulus-Gruppe. Bei den Männchen ist das Costalfeld leicht erweitert und die Flügelform nimmt eine Zwischenstellung zwischen Chorthippus eisentrauti und Chorthippus brunneus ein. Insgesamt ist der Flügel bei beiden Geschlechtern im Vergleich zum massigen Vorderkörper sehr schmal.
Gesang
Der auffällige Spontangesang von Chorthippus mollis besteht aus einer langen, mässig lauten Strophe, die zögerlich leise beginnt und stetig lauter wird. Charakteristisch ist ein lautes „tick“ zu Beginn eines jeden Verses. Im Verlauf der Strophe werden die Verse etwas länger. Die Strophen der Unterart Chorthippus mollis ignifer sind kürzer und zeigen ein schnelleres Crescendo. Eine Strophe endet meist abrupt, die Verse behalten bis zum Ende die markanten „tick“-Laute bei. Am Ende einer Strophe erzeugt Chorthippus mollis ignifer oft, aber nicht immer, einige abgesetzte Verse als Nachgesang, der bei Chorthippus mollis mollis nicht vorkommt. Beim Rivalengesang sind die Strophen kürzer, beim Werbegesang hingegen länger und beginnen noch zögerlicher. In den Pausen zwischen den Versen werden Folgen von lauten „tsch“-Lauten geäussert.
Spontangesang von Chorthippus mollis ignifer mit dem für die Unterart ignifer typischen Nachgesang (hier 6 Verse) - CH, VS, Riederalp, 17 °C, sonnig.
Spontangesang von Chorthippus mollis ignifer, ohne den Nachgesang - CH, TI, Arzo, 25 °C, sonnig.
Ausschnitt aus dem Spontangesang von Chorthippus mollis ignifer, 9 Verse - CH, VS, Riederalp, 17 °C, sonnig.
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Unterart Chorthippus mollis ignifer beschränkt sich vorwiegend auf die Südabdachung der Alpen und erstreckt sich von den Alpes-Maritimes in Südostfrankreich über Norditalien bis nach Kroatien. In der Schweiz kommt Chorthippus mollis ignifer ausschliesslich im Wallis und im Tessin bis in Höhen von über 2500 m vor.
Die Karte zeigt das Verbreitungsgebiet von Chorthippus mollis ohne Unterscheidung der Unterarten, da diese in den meisten Fällen bei der Datenerhebung nicht getrennt erfasst wurden. Zu beachten ist der Text zur Verbreitung.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Chorthippus mollis ignifer ist eine späte Art und tritt ab Mitte Juli bis in den November als Imago auf. Das jahreszeitliche Auftreten und die Lebensweise der Unterart Chorthippus mollis ignifer unterscheiden sich kaum von Chorthippus mollis mollis.
Lebensraum
Chorthippus mollis ignifer ist ausgesprochen trockenheits- und wärmeliebend. Bevorzugt werden Lebensräume mit lockerer Vegetation wie Felsensteppen und Ruderalstandorte aber auch Trockenwiesen und Weiden. In der Südschweiz findet man die Art auf Wiesen, an erodierenden Böschungen, auf Schotterstrassen und auch auf intensiv beweideten Flächen.
Gefährdung & Schutz
Eine Beurteilung der Gefährdung der Unterart Chorthippus mollis ignifer wurde weder in der Schweiz noch in Österreich vorgenommen. In der Südschweiz ist sie aber weit verbreitet und durchaus häufig, weshalb wir sie aufgrund unserer Erfahrungen als nicht gefährdet beurteilen würden.
- CH: NE (Nicht beurteilt)
- DE: Abwesend
- AT: NE (Nicht beurteilt)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Chorthippus mollis ignifer gehört zur Chorthippus biguttulus-Gruppe und ist nicht einfach von den anderen Vertretern zu unterscheiden. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist der Gesang. Die Männchen von Chorthippus biguttulus und Chorthippus eisentrauti haben längere und breitere Flügel und das Costalfeld ist deutlich stärker erweitert. Chorthippus brunneus hat längere und schmalere Flügel. Einzelne Weibchen sind schwierig zu bestimmen. Sie unterscheiden sich von den Weibchen der Chorthippus biguttulus-Gruppe durch die kurzen und schmalen Flügel und den proportional grösseren Kopf. Die beiden Unterarten von Chorthippus mollis lassen sich morphologisch nicht eindeutig unterscheiden. Die Nominatform nördlich der Alpen ist auf dem Hinterleib und den Hinterschienen oft weniger intensiv gefärbt. Der Spontangesang kann mit Myrmeleotettix maculatus verwechselt werden. Deren Verse sind allerdings länger und es fehlt der für Chorthippus mollis charakteristische "tick"-Laut zu Beginn eines jeden Verses.