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[ biografie ]
|SODALI SODALIS!

Ulrich Stadler
"Ich denke", so beginnt vieles, was MB sagt. "Ich denke, dass man grundsätzlich unterscheiden muss zwischen ...". Solches Denken ist rar geworden und wird immer rarer, je länger man in dem Beruf tätig ist, den MB ausübt. Für die meisten ist der Pragmatismus zur Überlebensbedingung geworden ohne den kann man jedenfalls nicht gut alt werden. MB ist jung geblieben, obwohl er jetzt so heisst es 60 wird. Wie er das geschafft hat und wie er das schafft, ist sein Geheimnis. Er macht es uns als X vor; es beginnt aber, so viel kann ich verraten, mit Y.
Je mehr man eine öffentliche Person wird, desto mehr wird das Durchhangeln von einer Problemlösung zur andern die gewöhnliche Form der Fortbewegung. Wie viele hat man "gestern noch auf stolzen Rossen" mit *Utopie und *Aufklärung auf dem Panier gesehen, die heute voll beschäftigt sind, für ihre Kompromisse nachträgliche Begründungen zu suchen. Ihr Hass gegen die Grundsätzlichen ist vorhersagbar: Er ist nichts anderes als das verwandelte schlechte Gewissen angesichts der eigenen Verwandlung zur Unkenntlichkeit. C. G. Jochmann, ein heute völlig vergessener Autor, hat darüber vor fast 200 Jahren das Nötige gesagt. Bei ihm, in seinem Essay über Die öffentliche Vernunft, kann man nachlesen und erfahren, dass dieser Zusammenhang schon zur Zeit der Französischen Revolution beobachtbar war. Man nannte damals "die bessern Köpfe, wenn sie mit ihren Grundsätzen nicht kapitulieren liessen, Principiers Napoleon, der noch an der Spitze von 500,000 Mann gern den Satyriker machte, nannte sie Idéologues."
MB ist ein "Principier", ein "Idéologue". Das gibt ihm zuweilen Donquichottehafte Züge. Denen, die darin ein schlagendes Gegenargument erblicken, sei unter die Nase gerieben, was Henry James in The Turn of the Screw behauptet: Auch "jede Diplomatie hat ihre naive Seite."
Meine Hochachtung und meine Glückwünsche gelten MB. Möge er Kraft haben für die "fast unlösbare Aufgabe ..., weder von der Macht der anderen, noch von der eignen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen".
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