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Neue wissenschaftliche Buchreihe mit Beiträgen zur Erforschung der direkten Demokratie
Direkte Demokratie verbindet gleichermassen Konservative, Frühsozialisten und Liberale, sowie die klassische Naturrechtslehre und das Genossenschaftsprinzip. Sie bringt für das Volk mehr Mitsprache und Gestaltungmöglichkeiten. So erstaunt es auch nicht, dass die direkte Demokratie in Europa und weltweit debattiert wird und auf der politischen Agenda von Parteien unterschiedlicher Provenienz zu finden ist.
Die direkte Demokratie ist in Europa und weltweit in aller Munde. Gerade die laufenden Koalitionsverhandlungen in Deutschland und Österreich zeigen, dass das Thema der direkten Demokratie auf der politischen Agenda von Parteien unterschiedlicher Provenienz zu finden ist. Die direkte Demokratie bringt für das Volk mehr Mitsprache und Gestaltungmöglichkeiten. Sie erreicht damit bei der Bevölkerung eine höhere Zufriedenheit mit den staatlichen Institutionen auf Kosten von machtvollen Parteien und politischer Elite.
Direkte Demokratie verbindet Konservative, Frühsozialisten und Liberale
Das vor vier Jahren gegründete „Forschungsinstitut direkte Demokratie“ will die direkte Demokratie historisch aufarbeiten. Das Institut führt jedes Jahr eine wissenschaftliche Konferenz durch. Die ersten drei Konferenzen haben für die Schweiz aufgezeigt, dass im 19. Jahrhundert verschiedene politische Bewegungen beim Aufbau der direkten Demokratie beteiligt waren. Vor allem die Katholisch-Konservativen (z.B. im Kanton Luzern) sowie frühsozialistische Kreise (z.B. im Kanton Baselland) haben in zähen, aber schlussendlich erfolgreichen politischen Kämpfen die Volksinitiative und das Veto (Referendum) erstritten. Liberale Kreise favorisierten eine repräsentative Demokratie und lehnten die direkte Demokratie anfangs vehement ab. Jedoch die sich auf Rousseau berufende radikal-liberale Bewegung hatte gewisse Anteile an der Entwicklung der direkten Demokratie.
Naturrecht und Genossenschaftsprinzip
Wichtig für die Ausbildung der direkten Demokratie in der Schweiz waren die Orientierung am Naturrecht und am Genossenschaftsprinzip sowie die Konkretisierung der Idee der Volkssouveränität. Exemplarisch ist diese Verbindung auch an den beiden Landsgemeinden (Appenzell Innerrhoden und Glarus) zu beobachten und zu bestaunen.
Das Forschungsprojekt bringt auch für andere Länder wichtige Erkenntnisse. Zu den ersten beiden Konferenzen (Katholizismus und Liberalismus) sind in der neuen Buchreihe „Beiträge zur Erforschung der Demokratie“ Tagungsbände erschienen. Ein dritter Band zum Frühsozialismus ist in Vorbereitung. Die nächste wissenschaftliche Konferenz findet am Samstag, 29. September 2018 in Escholzmatt, Luzern, zum Thema „Genossenschaftsprinzip“ statt (siehe auch www.fidd.ch).
Dr. phil. René Roca, Forschungsinstitut direkte Demokratie