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Die Mehrsprachigkeit ist eines der Kennzeichen der Schweiz. Es gibt vier offizielle Landes- und Amtssprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Wer in der Schweiz aufgewachsen ist, hat in der Schule zwei dieser Sprachen gelernt. Zumeist wird aber im Alltag nur die eigene Muttersprache benutzt. Die Sprachgruppen haben ein sehr unterschiedliches Gewicht:
Die nicht-schweizerische Wohnbevölkerung trägt zusätzlich zur Sprachenvielfalt bei: 24,3 Prozent sprechen eine andere Hauptsprache als eine der vier Schweizer Landessprachen 18,5% der Gesamtbevölkerung sprechen mehr als eine Hauptsprache. (Quelle: Bundesamt für Statistik, Stand 2017).
Die Sprachgrenzen verlaufen zumeist – aber nicht immer – entlang von Kantonsgrenzen. So werden in 18 von 26 Kantonen vorwiegend schweizerdeutsche Dialekte gesprochen. Vier Kantone sind französischsprachig und in drei Kantonen spricht man Deutsch und Französisch. Im Tessin sowie in südlichen Tälern des Kantons Graubünden ist Italienisch die wichtigste Sprache. Graubünden ist der einzige dreisprachige Kanton: Man spricht Deutsch, Italienisch und fünf Varianten der rätoromanischen Sprache. Es gibt auch zwei offiziell zweisprachige Städte, nämlich Fribourg-Freiburg und Biel-Bienne.
In der deutschsprachigen Schweiz sprechen die Menschen eine Mundart – einen von zahlreichen, teils sehr unterschiedlichen Dialekten. Während im Alltag Mundart gesprochen wird, ist Hochdeutsch die offizielle Schrift- und Amtssprache. In der Schule wird Hochdeutsch gelernt. Denn Zeitungen, Zeitschriften und die meisten Bücher sind in Hochdeutsch geschrieben; Schweizer Literatur, die in einem der Schweizer Dialekte verfasst ist, gibt es relativ wenig. Es gibt auch keine eigenständige deutschschweizerische Schriftsprache. Vermutlich ist dies auch eine Folge der verschiedenen Dialekte; sie unterscheiden sich in Aussprache, Grammatik und Wortschatz teils voneinander und stark vom Hochdeutschen.