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Die Installation Schattenfarben besteht aus zwei Beamern, deren Lichtstrahl von schräg links respektive von schräg rechts auf eine Wand fällt. Auf der Wand addiert sich das Licht zu einem helleren Farbton.
Nun stellt man ein Objekt so in die beiden Lichtstrahlen, dass zwei Schatten geworfen werden. Da im linken Schatten der rechte Strahl abgedeckt ist, ist nur das Licht des linken Beamers zu sehen, das als Gelb wahrgenommen wird. Im rechten Schatten hingegen erscheint das Licht des rechten Beamers, das als Blau wahrgenommen wird.
Kontrolliert man die Lichtfarben, welche die Beamer tatsächlich aussenden, so stellt man fest, dass von rechts zwar blaues Licht projiziert wird, von links aber nur weißes. Trotzdem wird links Gelb sichtbar.
Man sieht eine Farbe, welche physikalisch so nicht nachweisbar ist. Dieses Kontrastphänomen wird auch als farbiger Schatten bezeichnet.
Wird nun die Lichtfarbe des rechten Projektors auf Grün verändert, zeigt sich im rechten Schatten erwartungsgemäß die Farbe Grün. Im linken Schatten hingegen erscheint diesmal ein feines Magenta, obwohl der linke Strahl noch immer weiß ist. In beiden Fällen ist das projizierte Licht physikalisch identisch, das je nach Kontext aber als andere Farbe erscheint.
Dies steht in Verbindung mit dem Weissabgleich. Dabei werden die gesamten Anteile der verschiedenen Farben zusammengezählt und daraus ein Mittel gebildet, welches das Auge als weiss interpretiert. In unserem Fall erblickt das Auge insgesamt ein Weiss, das mit Blau additiv gemischt wurde. Es entsteht ein Weiss mit einem Blauanteil. Das Auge interpretiert diesen hellsten und flächigsten Farbton als weiss. Entsprechend wird das Grau im Schatten als ein Farbton interpretiert. Es ist stets der komplementäre Farbton. In unserem ersten Fall mit bläulichem Weiss wird das Grau als Gelb gesehen. Im zweiten Fall sehen wir die Komplementärfarbe von Grün, also Magenta.