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Café Populaire
Schauspiel
Stückinfo
Die Covid-19 Pandemie führte zu einem Unterbruch des Spielbetriebes, wovon auch diese Produktion betroffen war.
Svenja gibt sich alle Mühe, ein guter Mensch zu sein. Mit einer Mischung aus Humor und Humanismus will sie die Welt verbessern. In ihr lebt aber auch der böse Don. Und der Don verachtet Arme und Schwache und sagt das auch laut. ‹Café Populaire› ist eine feine Satire über unsere Gesellschaft, in der von sozialen Klassen nicht mehr die Rede ist. Nora Abdel-Maksoud wurde 2017 als Nachwuchsregisseurin des Jahres ausgezeichnet. Mit ‹Café Populaire› ist ihr ein sensationell ehrliches Stück gelungen. Es wurde 2019 u. a. zum Schweizer Theatertreffen eingeladen.
«Es gibt unterschiedliche Stufen kultureller Wertigkeit. Da sind wir uns wohl einig, immerhin sitzen Sie in einem Theater. Es gibt eine Hochkultur und eine Tiefkultur. Guter Geschmack grenzt sich ab von dem, was Bourdieu den barbarischen Geschmack nennt. Die populären Klassen lieben das Vulgäre. Boulevard, Shakira, Richard David Precht. Da ihnen das Wissen zur Decodierung fehlt, bewerten sie die Kunst nach ihrem praktischen Zweck. Aram zum Beispiel würde in Duchamps Urinal einen abseilen, wenn er wirklich nötig müsste. Und obwohl die Abgrenzung nach unten doch in jeder Hinsicht den Kern der kleinbürgerlichen Existenz ausmacht, verweigerte sich Svenja dieser Tatsache hartnäckig. Sie wollte sich rehabilitieren. Für ihren Vlog ließ sie sogar das rote Nasen Bingo im Hospiz ausfallen.»