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Eigentlich sollten heute am Limmatquai, mitten durch die Stadt Zürich, grosse Hochseeschiffe fahren. Vor 100 Jahren gab es Pläne, diese schiffbar zu machen. «Man hätte die Limmat etwas tiefer gegraben, damit die riesigen Schiffe unter den Brücken durchgepasst hätten. Ende der 1930er Jahre gab es Pläne mit Kraftwerken und Schleusen in der Innenstadt», erzählt Historiker Andreas Teuscher im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Er ist den Zürcher Plänen für einen Direktanschluss ans Meer nachgegangen.
Hochseehafen an Glatt oder Limmat
Für Altstetten schmiedete man damals konkrete Pläne für einen richtigen Hochsee-Hafen. Ob allerdings die Limmat oder die Glatt der bessere Fluss für die Hochsee-Schifffahrt sei, das war unter den damaligen Experten umstritten. Es gab daher auch Pläne für eine Hafenanlage in Oerlikon. Um diesen Hafen mit dem Zürichsee verbinden zu können, hätte man allerdings einen gefluteten Schifftunnel durch den Zürichberg bauen müssen.
Dank der Anbindung ans Meer versprach man sich eine Entlastung der Eisenbahn - sie hätte mehr Kapazität für den Personentransport erhalten. Und man rechnete dank grossem Hafen mit mehr Industrie rund um Zürich. Der Transport auf dem Wasserweg war und ist am billigsten.
Lange Zeit wurden Landflächen freigehalten, um den Verbindungskanal zwischen Limmat und Zürichsee bauen zu können. Ein Gutachten kam 1949 dann aber zum vernichtenden Urteil, dass sich dies nicht lohnen würde. Die Zürcher Meeranstoss-Pläne wurden damit begraben.