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Der erfolgreichste Tennisstar der Schweiz ist zurückgetreten. Nein, nicht Roger Federer. Martina Hingis, Siegerin von 25 Grand-Slam-Turnieren, legt ihr Tennisracket (zum dritten Mal) an den Nagel. swissinfo.ch blickt zurück auf eine grossartige und – abseits des Tenniscourts auch bunte – Karriere.
Hingis hat in ihren 37 Jahren mehr erlebt als andere in einem ganzen Leben: 1980 in der heutigen Slowakei geboren und nach der damaligen Dominatorin Martina Navratilova getauft, kam sie im Alter von sieben Jahren in die Schweiz, als ihre Mutter einen Schweizer heiratete. Da hatte sie bereits fünf Jahre lang Tennis gespielt.
Es folgte der kometenhafte Aufstieg: Mit 13 wurde der Teenager Profi, mit 14 gewann sie ihr erstes Grand-Slam-Match, mit 15 besiegte sie die damalige Dominatorin Steffi Graf. 1996 gewann sie mit 16 Jahren in Wimbledon ihren ersten Grand-Slam-Titel – und wurde damit zur Nummer 1 des Frauentennis. Hingis hält noch immer die Rekorde für den jüngsten Sieger eines Grand-Slam-Einzel-Titels und die jüngste Weltnummer 1.
Doch trotz ihres Erfolgs – sie gewann fünf Grand-Slam-Titel im Einzel, 13 im Doppel und sieben im Mixed-Doppel: In der Schweiz selbst war die "Swiss Miss" nie der unumschränkte Publikumsliebling. Es ist zugegebenermassen schwierig, mit einem Roger Federer zu konkurrieren, aber wegen Launenhaftigkeit an einem Grand Slam Finale ausgebuht zu werden und wegen Kokainkonsums (den sie abstritt) gesperrt zu werden, sind jedenfalls selten gute Karriereschritte.
In einem bemerkenswerten Comeback 2013, bei dem sie sich ausschliesslich auf die Doppelbewerbe konzentrierte, machte der stets lächelnden Hingis das Tennisspielen jedoch nochmals so richtig Spass. Das führte zu einer aussergewöhnlichen Erfolgsserie: Zehn Grand-Slam-Titel im Doppel oder Mixed-Doppel gingen nochmals auf ihr Konto.
Wie Hingis selbst in einem Interviewexterner Link von 2015 sagte: "Wenn ich eines nie war, dann langweilig".