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TV für ein inexistentes Publikum
Im Jahr 2009 kündigte die offizielle staatliche Nachrichtenagentur Xinhua an, die chinesische Medienpräsenz im Ausland zu verstärken. Die Investitionen begannen mit der gigantischen Summe von 45 Milliarden RMB (rund 5,3 Mia. Euro), wobei ein Heer von Journalisten in über hundert Ländern die Berichterstattung für verschiedene Medienformen in verschiedenen Sprachen abdecken sollte (Asienspiegel berichtete).
Wie jedoch BBC Chinese im Zuge einer Analyse von BBC Monitoring berichtet, bleibt der erhoffte Erfolg dieser Bemühungen aus. Weder scheinen sich die Investitionen zu rentieren, noch vermag die chinesische Präsenz den anderen internationalen Medien ihre Zuschauer und Leserschaft abzuwerben.
Verstärkte Präsenz in Afrika und den USA
Der staatliche Nachrichtensender CCTV sendet bereits in zahlreichen Fremdsprachen, doch Anfang Jahr nahm zusätzlich ein neuer TV-Sender, CCTV Africa in Nairobi, der Hauptstadt Kenias, seinen Betrieb auf. Ende März eröffnete zudem das Verlagshaus Chinafrica einen Ableger im südafrikanischen Pretoria. Doch auch in den USA steht der Ausbau der chinesischen Medien bevor. In Washington, D.C., soll ein Fernsehstudio von CCTV entstehen und zur globalen Zentrale der Nachrichtenagentur werden.
Trotzdem scheinen solche Bemühungen nur wenig zu fruchten. Der Artikel der BBC zitiert den Journalisten Zhang Yang, der für das Zentralorgan der KP, die Renmin ribao, schreibt: Zwar wurde der Standort Washington in jeglicher Hinsicht ausgebaut, doch wurde daraus in keiner Weise ersichtlich, wie etwa die Qualität und Zahl der Artikel verbessert sowie die lokale Präsenz verstärkt werden könnte.
Kein Interesse an parteikonformer Berichterstattung
Eigentlich zeigte bereits der arabische Nachrichtensender al-Jazeera, wie ein auf eine bestimmte Region konzentriertes Medium ein weltweites Publikum an sich binden vermag. Er errang insbesondere in den 2000er-Jahren durch eine unabhängige und objektive Nachrichtenreportage Berühmtheit und Auszeichnungen. Gerade hier liegt der Hauptgrund, weshalb die Reportagen von CCTV und Xinhua bislang wenige ausländische Konsumenten fanden.
Zhang Yang erwähnt, dass viele ausländische Medienkonsumenten die Authentizität und Neutralität der chinesischen Berichterstattung – insbesondere der staatlichen – stark anzweifeln würden. Der Schwerpunkt dieser liege darauf, primär über positive Ereignisse zu berichten, die zudem stark ideologisch eingefärbt seien. Dies widerspricht den Anforderungen eines globalen Publikums nach einer neutralen und objektiven Berichterstattung.
Somit wurden Milliarden der chinesischen Regierung aufgewendet, um den chinesischen Medien eine verstärkte Präsenz im Ausland zu sichern. Diese ist zwar nun gesichert, doch richtet sie sich an ein Publikum, das weder Interesse daran zeigt noch als Zielgruppe überhaupt existiert.