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Bei diesem Beispiel handelt es sich um eine hinterlüftete Fassade. Der Hohlraum der Hinterlüftung beträgt 25 mm. Die Aussenhaut besteht aus werkseitig gestrichener Fichtenholz-Schalung. Dieser Neubau ist vier Jahre alt.
Das Gebäude steht direkt neben einem ca. 20 Meter breiten Fluss. Zwischen der Nordfassade und dem Fluss stehen ca. 18 Meter hohe Alleebäume. Schon nach kurzer Zeit ist die gegen den Fluss gerichtete Nord-Fassade stark verschmutzt und weist Pilz- und Algenbefall auf.
Gegen diese Konstruktionswahl ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Bei der Materialwahl sind jedoch Standort und Exposition entsprechend zu berücksichtigen. In diesem Fall ist es so, dass die Kumulierung von drei massgebenden Faktoren, nämlich…
-
Flussnähe (Permanente hohe Luftfeuchtigkeit)
- Baumallee (Schatten, hohe Luftfeuchtigkeit)
- Nordfassade (wenig, kaum Besonnung)
… für eine dauerfeuchte Fassadenoberfläche sorgen. Erschwerend kommt dazu, dass die Oberflächen hinterlüfteter Fassadenkonstruktionen kälter sind als diejenigen von Kompaktfassaden.
Diese Situation führt dazu, dass sich Schmutzpartikel aus der Luft und von den Bäumen (Pollen, Laubpartikel, etc.) gut an der Fassade ablagern und anhaften können. Diese Ablagerungen sind optimale Wachstumsgrundlage für Algen und Pilze.
Dieses Problem hätte vermieden werden können, indem man ein geeignetes Material für die Nordfassade (oder alle anderen Fassaden; ästhetische Eigenschaften) gewählt hätte. Besser hätte man eine Aussenschalung aus Faserzement (Platte, Schindeln, etc.) eingesetzt. Begründungen:
- Nicht saugendes Material
- Fungizid und algizidausgerüstete Farben
- Waschbare Oberfläche
Fazit:
Ein versierter, erfahrener Bautreuhänder sieht solche planerische Unvollständigkeiten bereits vor der Ausführung und kann darauf Einfluss nehmen. In aller Regel sind in diesem Stadium die Mehrkosten, wenn es überhaupt solche gibt, eher gering.
Das Bestellen eines erfahrenen Bautreuhänders lohnt sich für Investoren wie auch für Eigentümer.
(02/2014)