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BEA SCHLINGELHOFF
Zürich, Künstlerin
Bea Schlingelhoff ist Künstlerin und unterrichtet an der F+F Schule für Kunst und Mediendesign Zürich. Im Rückgriff auf Grafik Design als dem modernen Mittel der visuellen und politischen Agitation par excellence erforscht Bea Schlingelhoff das Erbe der intellektuellen und sozialen Umstürze der Linken. Ihre Taktik involviert eine Mischung aus Post-Punk-Pop Ästhetik mit einer sloganhaften Belesenheit in der Geschichte radikaler Gedanken und Politik. Ihr grafisches Monument für die visionäre französische Philosophin Simone Weil (1909-43) an den Wänden des Balkons der Waterschei Mine (Limburg) ist eine Hommage an Weils systematischen Pessimismus gegenüber dem Schicksal der industriellen Zivilisation der 1930er Jahre. In ihren Reflections Concerning the Causes of Liberty and Social Oppression analysiert Weil «what it is that links oppression in general and each form of oppression in particular to the system of production» (2004: 54). Weil wagte zu denken, dass eine Befreiung ausser Sicht sei «with the industrial convict prisons constituted by the big factories, one can only produce slaves and not free workers, still less workers who would form a dominant class» (ebd. 112). Schlingelhoff bringt das Leben und die Worte revolutionärer Frauen wie Simone Weil an vorderste Front, belebt deren regimekritische Stimmen, um sowohl die gegenwärtige konservative Anschauung als auch die vermeintlich radikalen Ideologien der heutigen Kollektive herauszufordern.