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9. Mai 2007
Elfchen sind Kürzestgedichte, die nach bestimmten Strukturvorgaben geschrieben werden können. Hier sind ein paar Beispiele (ohne jeden künstlerischen Anspruch ).
gelb
die Sonne
brennt unerträglich heiss
ich suche nach Schatten
Wasser
weiss
deine Zähne
zwischen roten Lippen
sie blitzen beim Lachen
Glück
Formal bestehen Elfchen aus elf Wörtern, die auf 5 Zeilen verteilt sind. Jeweils die erste und die fünfte Zeile bestehen aus nur je einem Wort, in der 2. Zeile stehen zwei, in der 3. drei und in der 4. je vier Wörter. Diese formale Struktur macht ein Elfchen aus. Zusätzlich sind verschiedene inhaltliche Beschränkungen möglich. Häufig steht zum Beispiel in der 1. Zeile ein Farbe, in der 2. steht etwas, was die Farbe hat, in der 3. gibt es nähere Informationen dazu und die 4. muss mit dem Wort “ich” beginnen. Die fünfte Zeile ist oft eine Art “Pointe”.
Im Prinzip sind all diese inhaltlichen Vorgaben nicht nötig. Beim ersten Mal machen sie das Schreiben von Elfchen aber leichter. Diese Elfchen von Primarschulkindern sind nach anderen inhaltlichen Mustern gebaut und funktionieren auch sehr gut. Elfchenzeilen müssen auch nicht aus Satzgliedern oder andern komplexen Wortgruppen bestehen (so wie bei mir). Auch Aneinanderreihungen von syntaktisch unverbundenen Wörtern sind möglich – solange die Form eingehalten wird.
Weil Elfchen so einfach sind, kann man Elfchen schon früh im Unterricht einsetzen (zum Beispiel auch schon gegen Ende von A1, besonders gut auf A2). Ich benütze sie oft in Zusammenhang mit den Farben, aber sie lassen sich auch gut in andere Sequenzen einbauen. Mehr Hinweise für die Verwendung von Elfchen im DaF-Unterricht gibt Manfred Huth.