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Abessinien war bis zum Staatsstreich 1974 der am längsten existierende Staat Afrikas, noch länger als das alte Ägypten. Mit der Gründung um 980 v. Chr. wurde Abessinien fast 3000 Jahre alt. Es war auch der einzige afrikanische Staat, der von Europa nicht kolonialisiert wurde, auch nicht von Italien. Die an Abessinien interessierten Italiener wurde 1896 in der Schlacht von Adua vernichtend geschlagen, worauf Italien auf die Kolonisierung verzichtete.
Die äthiopischen/abessinischen Kaiser hiessen Negus Negest, König der Könige, und waren Angehörige der Zagwe-Dynastie und der Salomonischen Dynastie. Der erste dieser Kaiser war Menelik I., der letzte Hiess Haile Selassie. Äthiopien wurde von Italien im zweiten Italienisch-Äthiopischen Krieg 1936 bis 1941 besetzt. 1974 wurde Selassie gestürzt und die Monarchie abgeschafft. An deren Platz trat eine sozialistische Militärdikatur, der sog. «Derg», der sogleich einen lange andauernden Bürgerkrieg mit der Provinz Eritrea provozierte. Ab 1987 wurde Äthiopien eine Demokratie. 1993 wurde Eritrea endgültig abgespaltet und unabhängig (und zur Diktatur). Äthiopiens Demokratie entwickelte sich weiter und 2019 erhielt der seit 2018 waltende Ministerpräsident Abiy Ahmed aufgrund seiner Aussöhnungspolitik mit Eritrea den Friedensnobelpreis.