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bider oder bieder
Korrekte Schreibweise:
- bieder
Falsche Schreibweise:
- bider
Bider & Tanner mag Schweizerinnen und Schweizern als Buchhandlung ein Begriff sein. Im Unterschied zum Nachnamen Bider in Bider & Tanner, der auf den früheren Besitzer der Buchhandlung, Max Bider, zurückgeht, schreibt sich das Adjektiv bieder jedoch mit -ie. Die Schreibweise «bider» ist nicht korrekt.
Bieder bedeutete früher «ehrlich/rechtschaffen», wird heute aber in der Regel spöttisch und mit einem negativen Unterton im Sinne von «allzu naiv, treuherzig, einfältig» verwendet. Folgende Beispielsätze mit dem Wort bieder veranschaulichen diese Bedeutung:
- Die verbleibenden Kandidaten für das Präsidentschaftsamt waren alle ziemlich bieder.
- Der Auftritt von Beyoncé fand ich etwas bieder.
- Mit solch biederem Fussball qualifiziert sich unser Nationalteam nie und nimmer für die Weltmeisterschaft.
Biderb als Synonym zu bieder
Betrachtet man die Wortherkunft des Adjektivs bieder, so stösst man auf die mittelhochdeutsche Schreibweise bider, die noch ohne -ie- geschrieben wurde und eine positive Bedeutung hatte. Als bider wurden nützliche/brauchbare Gegenstände oder tüchtige/wackere Personen bezeichnet.
Bider ist wiederum eine verkürzte Form von biderbe. Aus biderbe wurde also bider und daraus das heutige bieder. Gleichzeitig hat sich aber auch das stärker an die ursprüngliche Form angelehnte Wort biderb gehalten. Biderb wird immer noch im Duden aufgeführt, hat aber als Synonym zu bieder ebenfalls eine eher negative Bedeutung.
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Biedermann, Biedermeier und anbiedern
Aus dem dem mittelhochdeutschen Ausdruck biderb man oder biderman (= Ehrenmann/unbescholtener Mann) hat sich das Substantiv Biedermann entwickelt. Wie das Adjektiv bieder wird auch das Nomen Biedermann abwertend verwendet: Ein Biedermann ist ein Spiesser. Das Wort Biedermann findet sich prominent beim berühmten «Lehrstück ohne Lehre» von Max Frisch: Biedermann und die Brandstifter (bei Amazon kaufen*).
Die heute negative Bedeutung von bieder nimmt auch das Substantiv Biedermeier zur Bezeichnung einer Epoche bzw. eines Kunststils aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf; denn der Biedermeierstil wird häufig mit den Adjektiven altbacken und konservativ charakterisiert.
Vom Adjektiv bieder abgeleitet wurde im 19. Jahrhundert zudem das Verb anbiedern. Gemeint ist damit, dass man auf plumpe Art versucht, bei jemandem um Vertrauen zu werben.
Weitere häufige Rechtschreibfehler
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