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Hallo Welt
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Lernkompetenzen
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Der Klimawandel vollzieht sich nicht von heute auf morgen, sondern über viele Jahre hinweg. Die Trägheit des Klimawandels führt dazu, dass die Folgen von unseren Handlungen sich nicht sofort, sondern zeitversetzt und verzögert auswirken.
Zum Beispiel: Das CO2, welches wir heute ausstossen, verbleibt sehr lange in der Atmosphäre. Das CO2, das wir heute ausstossen, wird also noch lange nach unserem Leben die Erdoberfläche erwärmen. Auch der Meeresspiegel wird weiterhin ansteigen.
Das bedeutet, dass zukünftige Generationen mit einem Meeresspiegel und einer Durchschnittstemperatur leben müssen, die wir mitverursacht haben, die wir aber selber nicht mehr erleben werden.
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Die Folgen von unseren Handlungen betreffen also nicht nur uns selbst und unsere Mitmenschen, sondern auch unsere Kinder, Kindes-Kinder und noch viele Generationen darauf.
Unsere Handlungen können das Leben unserer Nachkommen positiv als auch negativ beeinflussen. Da der Klimawandel viele schädliche Folgen hat, stellen sich folgende Fragen:
Fragen dieser Art sind Fragen der Generationengerechtigkeit oder der intergenerationellen Gerechtigkeit.
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Es gibt Argumente, die daran zweifeln oder verneinen, dass wir zukünftige Generationen berücksichtigen müssen oder dass wir unseren Nachkommen etwas schulden.
Im Folgenden werden drei Argumente erläutert:
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Wann kann man sagen, dass wir eine Pflicht haben, etwas zu tun? Wann haben wir zum Beispiel eine Pflicht, einer anderen Person zu helfen?
Ein Gedanke ist, dass wir die Pflicht haben, anderen zu helfen, wenn wir in einer besonderen oder bestimmten Beziehung mit ihnen stehen.
Zum Beispiel:
In anderen Worten: Pflichten entstehen, wenn Menschen in Beziehungen zueinander eingehen.
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Haben wir auch Pflichten gegenüber Personen, mit denen wir keine besondere Beziehungen haben?
Betrachte das folgende Gedankenexperiment:
"Angenommen, es gibt nur 2 Inseln auf der Welt. Die eine Insel ist reich an Mineralien und fruchtbarem Boden. Die andere Insel ist karg und unwirtlich.
Die Bewohner auf der ersten Insel sind reich und leben in Luxus und Überflüss, während die anderen Bewohner knapp überleben.
Die zwei Inseln liegen weit auseinander. Es gibt keinen Austausch und keine Beziehungen zwischen den Bewohnern der einen Insel und den Bewohnern der anderen Insel."
Haben die Bewohner auf der reichen Insel die Pflicht, den Bewohnern auf der armen Insel zu helfen?
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Man kann argumentieren, dass die Bewohner der reichen Insel keine Pflicht haben, den Bewohnern der armen Insel zu helfen:
Die Bewohner der reichen Insel haben keine Pflicht zu helfen, weil:
Die Bewohner der reichen Insel können aus Barmherzigkeit spenden, aber sie müssen es nicht, sie haben nicht die Pflicht es zu tun.
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Wenn man den Gedanken, dass wir nur Pflichten gegenüber Menschen haben, mit denen wir in einer besonderen Beziehung stehen, auf spätere Generationen überträgt, dann kann man folgendes Argument konstruieren:
Wir stehen in keiner Beziehung mit Personen, die in ferner Zukunft geboren werden, also haben wir auch keine Pflichten ihnen gegenüber. Die Personen in ferner Zukunft sind wie die Menschen auf der anderen Insel im Gedankenexperiment.
Sie sind wie Fremde: Sie leben nicht mit uns, sie interagieren nicht mit uns und es findet kein Austausch zwischen uns statt.
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Es gibt Kritik an diesem Argument.
Wenn wir nur Pflichten gegenüber Personen haben, mit denen wir in einer besonderen Beziehung stehen, würde das nicht bedeuten, dass wir Fremde schaden dürfen und umgekehrt, dass Fremde uns schaden dürfen?
Im Gedankenexperiment haben alle Bewohner der einen Insel keine Beziehungen zu den Bewohnern der anderen Insel. Bedeutet das, dass die Bewohner der einen Insel die der anderen schaden dürfen? Dürften die reichen Insulaner Bomben auf die arme Insel werfen?
Eine Kritik lautet, dass der Gedanke, Pflichten entstehen alleine nur durch besondere Beziehungen, fragwürdig ist und dass es auch Pflichten gegenüber Personen gibt, die in keiner besonderen Beziehung zu anderen stehen.
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Um der Kritik zu entkommen, kann man das Argument anpassen.
Man könnte neu argumentieren, dass nicht alle, aber die meisten Pflichten durch Beziehungen entstehen und dass es wenige Pflichten gegenüber Fremden gibt, wie zum Beispiel die Pflicht, niemandem zu schaden. Und daher müssen wir uns nicht zu viele Sorgen über unsere Nachkommen machen, weil wir nur sehr wenige Pflichten gegenüber ihnen haben.
Doch auch für dieses angepasste Argument gibt es Kritik:
Da der Klimawandel Schäden verursacht, insbesondere für Personen, die in der Zukunft leben, dann schaden wir eben diese Personen und vernachlässigen unsere Pflicht, niemandem zu schaden. Wir schulden also unseren Nachkommen zumindest das, das wir sie nicht durch unsere Handlungen zusätzlich verletzen.
Eine weitere Kritik hinterfragt die Rolle der direkten Beziehung: Es ist richtig, dass wir keine direkten Beziehungen mit unseren Nachkommen in ferner Zukunft haben. Aber wir haben Beziehungen mit unseren Kindern und diese wiederum mit ihren Kindern und so weiter.
Wir haben keine direkte Beziehungen, dafür aber indirekte Beziehungen über viele Generationen hinweg. Können Pflichten nicht auch über indirekte Beziehungen entstehen?
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Das Leben ist voller Überraschungen. Nicht vorher gesehene Ereignisse können unser Leben und unsere Pläne komplett durcheinander bringen. Auch können unsere Handlungen nicht beabsichtigte Folgen haben und generell ist es schwierig, genaue Vorhersagen zu machen.
Auch beim Klimawandel gibt es Schwierigkeiten, genaue Vorhersagen zu machen. Es lässt sich zum Beispiel nicht leicht sagen, um wie viel der Meeresspiegel in den nächsten Jahren ansteigen wird und wie viele Menschen deswegen umsiedeln müssen.
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Wenn wir keine genaue Vorhersagen machen können, macht es dann überhaupt Sinn, sich gross Gedanken über die Zukunft zu machen?
Könnte es nicht sein, dass in paar Jahren Wissenschaftler eine Erfindung haben werden, die den Klimawandel rückgängig macht? Oder vielleicht tritt ein unvorgesehenes Natur-Ereignis ein, welches die globale Erkaltung hervorruft?
Wie die Welt in 50 Jahren aussieht, ist so schwierig vorherzusehen, also ist es auch sinnlos, darüber nachzudenken, ob wir Pflichten gegenüber Menschen in der Zukunft haben oder ob wir ihnen etwas schulden.
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Es gibt Kritik an diesem Argument.
Eine Kritik lautet, dass der Klimawandel und die Folgen davon zwar nicht zu 100% gewiss sind, aber dennoch sehr wahrscheinlich. Und diese hohe Wahrscheinlichkeit reicht aus, um sich Gedanken über die Zukunft zu machen.
Eine weitere Kritik lautet, dass wir eher mehr Pflichten haben, wenn etwas ungewiss ist, als weniger.
Zum Beispiel: Wenn ein Freund in zwei Tagen ein Buch von uns braucht, dann können wir es ihm entweder per A-Post oder per B-Post schicken.
Es kann sein, dass die B-Post schnell genug ist, aber vielleicht braucht die B-Post 3 Tage oder sogar 4.
Entsteht durch die Ungewissheit, wann das Buch per B-Post genau ankommt, nicht die zusätzliche Pflicht, das Buch per A-Post zu schicken?
Wenn die Zukunft wirklich so ungewiss ist, müssten wir uns nicht deswegen umso mehr Gedanken darüber machen?
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Wenn man davon ausgeht, dass wir zukünftige Generationen bei unseren Entscheidungen mitberücksichtigen sollen, dann stellt sich die Frage, wie wir das tun sollen.
Es gibt verschiedene Prinzipien, die man für die Beantwortung dieser Frage heranziehen kann. Drei Prinzipien lauten wie folgt:
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Ein Beispiel kann helfen, die verschiedenen Prinzipien zu verstehen.
Es gibt Berghütten, die von Wanderern auf ihren Reisen beansprucht werden können. Für die Benutzung der Berghütten gibt es meist Regeln, die wie folgt aussehen können:
"Hinterlasse die Berghütte so, wie du sie antreffen möchtest."
"Verbessere die Berghütte bei deinem Besuch, so dass die nächsten Besucher mehr davon haben."
"Mach die Berghütte sauber, bevor du sie verlässt."
Die Wanderer stehen sinnbilldlich für die Generationen.
Die Berghütte ist sinnbildlich für die Welt.
Die Regeln stehen sinnbildlich für die Prinzipien.
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Die Regeln verlangen unterschiedlich viel von den Besuchern ab.
Zum Beispiel: Die Regel, die Hütte vor dem Verlassen sauber zu machen, verlangt weniger von den Besuchern ab, als die Regel, die Hütte beim Besuch zu verbessern.
Im Folgenden werden drei Prinzipien der Generationen-Gerechtigkeit vorgestellt.
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Im Beispiel mit der Berghütte ist es einigermassen klar, was es bedeutet, die Hütte in einem ähnlichen, besseren oder in einem genügegendem Zustan zu verlassen.
Doch wie lässt sich dieser Gedanke auf die Welt übertragen? Was bedeutet es, die Welt in einem ähnlichen, besseren oder in einem genügendem Zustand zu verlassen?
Man kann Begriffe wie Lebensqualität, Wohlstand oder Lebensstandard heranziehen und zum Beispiel sagen:
"Unsere Nachkommen sollen den gleichen Lebensstandard geniessen können, wie wir ihn jetzt geniessen".
Wir verstehen intuitiv, was mit Begriffen, wie Lebensqualität, Wohlstand oder Lebensstandard gemeint ist. Aber sie sind auch vage, schlecht messbar und können individuell oder kulturell für verschiedene Dinge stehen.
Für die einen kann ein hoher Lebensstandard bedeuten, fliegen und mehrere Autos besitzen zu können. Für andere bedeutet es, in einer friedlichen und naturverbundenen Gegend leben zu können.
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Statt von Lebensqualität, Wohlstand oder Lebensstandard zu reden, kann es sinnvoller sein, von konkreteren Dingen zu sprechen, die auch besser messbar sind.
Das Bruttoinlandprodukt (kurz BIP) gibt den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen an, die während eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen als Endprodukte hergestellt wurden und wird häufig als einen Indikator für Wohlstand eines Landes verwendet.
Wenn wir heute nichts gegen den Klimawandel unternehmen, dann entstehen mehr Schäden und Kosten für zukünftige Generationen, was sich negativ auf das BIP auswirken kann.
Wir könnten also zum Beispiel sagen: Wir müssen die Welt so unseren Nachkommen hinterlassen, so dasss diese ein gleiches BIP haben können, wie wir jetzt.
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Statt vom BIP können wir auch vom Temperaturanstieg reden.
Dann könnten wir sagen: Wir müssen die Welt so unseren Nachkommen hinterlassen, so dass die globale Durchschnittstemperatur nicht um 2 Grad Celsius angestiegen ist, verglichen zur vorindustriellen Zeit.
Auch die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre ist eine messbare Grösse.
Dann könnten wir sagen: Wir müssen die Welt so unseren Nachkommen hinterlassen, so dass die CO2- Konzentration unter 450 ppm (parts per million) ist.
Noch eine andere Grösse ist das "CO2-Budget".
Dann könnten wir sagen: Wir müssen die Welt so unseren Nachkommen hinerasseln, so dass diese noch etwas CO2 ausstossen dürfen.
Zum Beispiel: Eine Person darf 1 Tonne CO2 per Jahr ausstossen.
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Ein Prinzip besagt, dass wir die Welt so unseren Nachkommen hinterlasssen sollen, so dass sie nicht schlechter dran sind, wir wir selbst.
Der Grundgedanke ist der, dass es ungerecht ist, wenn eine Generation auf Kosten von anderen Generationen lebt.
Genauso, wie es unfair ist, dass die ersten Besucher der Berghütte Müll hinterlassen, so dass die zweiten Besucher sauber machen müssen, ist es unfair, späteren Generationen eine Welt zu hinterlassen, die höhere Kosten wegen dem Klimawandel tragen müssen, die die vorherige Generation verursacht hat.
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Gegenargument: Es gab vor uns Generationen, denen es schlechter als uns ergangen ist. Warum ist es schlimm, wenn zukünftige Generationen es auch schlechter geht?
Ist es unfair, dass gewisse Länder Bodenschätze wie Öl oder Gold haben?
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