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An der letzten Jahresversammlung 2013 haben wir mit Ihnen zusammen über die Auflösung des "Förderverein Neue Wege in Somalia"diskutiert.
Vorerst möchte ich aber auf die einzelnen Projekte von New Ways in Merka eingehen.
Ambulatorium
Seit dem der Arzt, der während sechs Jahren im New Ways' Ambulatorium gearbeitet hatte, im Oktober 2012 Merka verliess, hat kein Arzt mehr dort gearbeitet. Auf den Vorschlag des Vorstandes in Zürich, die Ärztin von Swisso Kalmo könnte regelmässig das New Ways Ambulatorium aufsuchen, kam nie eine befriedigende Antwort, sodass der Vorstand beschloss, diese Angelegenheit unseren Leuten in Merka zu überlassen. Ein Mitarbeiter hat regelmässig Statistiken geschickt über die Krankheiten, die behandelt werden und über die Anzahl PatientInnen, die das Ambulatorium aufsuchen. Die Krankenschwester England Osman hat uns in ihrem vorletzten Bericht mitgeteilt, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihren Kontakt zum New Ways Ambulatorium verbessert hat.
In ihrem letzten Bericht vom 24. Februar teilte sie uns mit, dass das Spital von Merka geschlossen worden ist. Al Shabab und die Militär der Afrikanischen Union lieferten sich vor dem New Ways' Ambulatorium Kämpfe, so dass PatientInnen und Mitarbeitende um ihr Leben rennen mussten.
Der Gesundheitsposten in Ambe Banaan ist schon seit einem Jahr nicht mehr in Betrieb, weil die Sicherheitslage gefährlich ist. Wir haben gehört, dass viele Dörfer in der weiteren Umgebung von Merka menschenleer sind, so auch Ambe Banaan.
Primarschule und Sekundarschule
Weder von der Primar, noch von der Sekundarschule gibt es Neuigkeiten zu berichten, beide Schulen funktionieren. Für die Primar- und die Sekundarschule haben wir Geld für die Examen und Renovationen geschickt.
Sanitation
Auch von der Sanitation gibt es keine Neuigkeiten.Bashir Gobdon ist der Meinung, es sei in Merka bekannt, dass die Sanitation Leute von uns bezahlt werden. .Deshalb bestehe eine gewisse soziale Kontrolle, sodass unsere Leute ihre Aufgabe auch erfüllen.
Vorstand des Fördervereins Neue Wege in Somalia
Auch 2013 traf sich der Vorstand zu monatlichen Sitzungen. Alle Vorstandsmitglieder haben seit Frühjahr 2013 mehr zu tun. Unsern Leuten in Merka begreiflich zu machen, dass es uns wirklich ernst ist mit Aufhören, bedingte einen vermehrten Mailkontakt. Ich möchte meinen Kolleginnen und Kollegen vom Vorstand meinen herzlichen Dank aussprechen für ihren unermüdlichen Einsatz und die geleistete Arbeit. Auch den beiden Revisoren Urs Markwalder und Urs Villiger danke ich für ihre Arbeit.
Zusammenfassung der Ereignisse nach der Jahresversammlung 2013
An der letzten Jahresversammlung im Frühling 2013 nahm der somalische Arzt, Dr. Hersi, den wir seit 2004 kennen, teil. Er hat der Jahresversammlung Auskunft über seine Arbeit in Merka und andern Ortschaften in Somalia gegeben. Vor der Jahresversammlung hat ihn der Vorstand angefragt, ob er sich bereit erklären könnte, das New Ways' Ambulatorium zu übernehmen. Grundsätzlich war er damit einverstanden, erwartete unsererseits aber finanzielle Hilfe. Im Mai 2013 hat er die Verantwortlichen von New Ways in Merka getroffen. Leider konnten sie sich nicht einigen, unsere Leute wünschten unabhängig zu bleiben. Dr. Hersi zog sich zurück weil er Auseinandersetzungen zwischen ihm und unseren Leuten befürchtete.
Unsere Leute haben einen Kenianer in Nairobi angestellt, der für New Ways in Nairobi Finanzmittel beschaffen sollte. Er nahm an vielen Treffen von internationalen Organisationen teil. Leider hat sich aus dieser Zusammenarbeit nichts ergeben und das Arbeitsverhältnis wurde nach sechs Monaten aufgelöst. Unsere Leute haben im Sommer 2013 ein Büro in Mogadischu eröffnet um nach Kontakten mit internationalen und nationalen Organisationen Ausschau zu halten. Wir haben aber nie genau erfahren, was in diesem Büro eigentlich gearbeitet wird und was erreicht worden ist. Die Verantwortlichen haben sich im Januar mit Dr. Hersi in Mogadischu getroffen und mitgeteilt, dass weitere Treffen folgen werden. Seither haben wir nichts mehr gehört.
Um die Weihnachtszeit haben wir den MitarbeiterInnen von New Ways in einem Brief auf Somalisch mitgeteilt, (jede Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter musste mit Unterschrift bestätigen, dass sie/er den Brief gelesen hat) dass wir unsere Tätigkeit, die in den letzten Jahren vorwiegend aus Fundraising bestand, im April 2014 aufgeben und dass wir jedem Mitarbeitenden zusätzlich zum Monatslohn eine Abgangsentschädigung von drei Monatslöhnen auszahlen werden. Auf diesen Brief erhielten wir eine Antwort, in dem sie uns baten, diese Abgangsentschädigungen nicht einzeln auszubezahlen, sondern einen Gesamtbetrag zu überweisen.
Danach haben wir wiederum einen Brief auf Somalisch geschickt an die Leiter der einzelnen Projekte, und sie gebeten, dass jeder Mitarbeitende ankreuzt, ob er die Abgangsentschädigungen einzeln erhalten möchte oder ob diese Entschädigungen kollektiv in eine Betriebskasse einbezahlt werden sollten.
Die Mitarbeitenden haben einstimmig beschlossen, dass sie individuelle Abgangsentschädigungen erhalten möchten.
Vertreter von Swisso Kalmo, die kürzlich das IKRK (Internationales Rotes Kreuz) in Nairobi getroffen haben, berichteten, dass das IKRK, das heisst der Somalische Rote Halbmond in Zukunft am Ambulatorium von New Ways interessiert sein könnte. Am 25. Februar haben wir vom Verantwortlichen von New Ways vernommen, dass er und ein Primarlehrer beim Erziehungsministerium vorsprachen. Die Primarschule wurde registriert und sobald es aus Sicherheitsgründen möglich ist, in der Region Lower Shabelle Fuss zu fassen, wird die Primarschule vom Ministerium unterstützt und finanziert.
Ausserdem hat uns Abdullahi mitgeteilt, dass der Ältestenrat sich mit der somalischen Regierung in Verbindung setzen will, auf alle Fälle wollen sie vermeiden, dass die Organisation New Ways aus Merka verschwindet. Das Komitee von New Ways in Merka scheint auch gewillt zu sein, alles daran zusetzen, dass es weitergeht, auch wenn die Leute für eine gewisse Zeit freiwillig arbeiten müssten.
Vor zwanzig Jahren hat Vre Karrer ihre Arbeit in Merka begonnen und musste ihren beherzten Einsatz für die Bevölkerung in Merka mit ihrem Leben bezahlen. Der Vorstand des Fördervereins und viele treue SpenderInnen haben den SomalierInnen ermöglicht, das Werk zwölf Jahre weiterzuführen.
Seit dem Tode von Vre Karrer hat der Vorstand viele Schweizer Organisationen kontaktiert, um sie für eine Zusammenarbeit mit New Ways oder eine Übernahme von New Ways zu gewinnen. Wie Sie alle wissen, hat es 2010 eine kurze Zusammenarbeit mit Medécins du Monde gegeben und mit der Schweizerischen Caritas, die während der Hungersnot der Bevölkerung in Merka geholfen hat.
Der Vorstand des Fördervereins hätte es sehr begrüsst, wenn eine Zusammenarbeit von New Ways und Swisso Kalmo zustande gekommen wäre, doch er hat eingesehen, dass er diesen Entscheid den Mitarbeitenden in Merka überlassen muss.
Ich weiss, dass viele unter Ihnen enttäuscht sind, dass der Vorstand seine Tätigkeit Ende April 2014 aufgibt. Es sind meiner Ansicht nach nicht nur Altersgründe, die uns bewogen haben aufzuhören, sondern auch die Erkenntnis, dass es äusserst schwierig ist, ein Werk aus einer Entfernung von 6167 km zu führen. Ausser einem Blitzbesuch von Bashir Gobdon im Februar 2013 hat seit Frühjahr 2006 niemand vom Vorstand New Ways in Merka besuchen können.
Bashir Gobdon wird im März oder April nach Mogadischu fliegen, und zusammen mit dem Ältestenrat von Merka, unseren Verantwortlichen von New Ways, Dr. Hersi, einem Vertreter der Schweizer Botschaft in Nairobi und Vertretern der somalischen Regierung die Gebäude des Gesundheitspostens,
des Ambulatoriums und der Sekundarschule dem somalischen Staat übergeben.
Ich hoffe, und traue es den Mitarbeitenden zu, dass sie das Werk ihrer verehrten Verena Karrer
weiterführen werden.
Jenny Heeb Februar 2014
Jenny Heeb im April 2010
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