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Der Inzuchtkoeffizient (IK) gibt an, um wie viel Prozent die Mischerbigkeit (Heterozygotie) abgenommen hat und die Reinerbigkeit (Homozygotie) eines Hundes gegenüber dem Rassedurchschnitt zugenommen hat. Der Inzuchtkoeffizient wird berechnet für Vorfahren, die väterlicherseits und mütterlicherseits in der Ahnentafel mindestens je einmal vorkommen. Wenn ein Hund nur bei einem der Eltern mehrmals vorkommt, besteht keine Inzucht, lediglich nur eines der Elterntiere wurde ingezüchtet.
Die «sauberste Inzuchtregelung » ist eine Orientierung am individuellen Inzuchtkoeffizienten. Das bloße Zählen der Generationenabstände auf väterlicher und mütterlicher Seite ergibt einen Näherungswert, der aber nur dann aussagekräftig ist, wenn für jeden gemeinsamen Ahn und ggf. jeden Pfad so vorgegangen wird. Genauer ist auf jeden Fall die exakte Berechnung der Inzucht, für die es verschiedene Methoden gibt.
Bei Verwendung des Inzuchtkoeffizienten ergibt sich allerdings ein Problem, so kann die Inzucht auf einen bestimmten Ahnen nicht mehr berechnet werden, wenn er nur väterlicherseits oder nur mütterlicherseits mehrfach auftaucht. Es reicht bereits eine Fremdverpaarung, um den Inzuchtkoeffizienten auf 0% zu bringen. Dies entspricht aber nicht den Tatsachen, denn hinter einem Elternteil können immer noch Ahnen mehrfach auftauchen. Am extremsten haben wir dies bei Auskreuzungen, also Verpaarungen zweier stark ingezüchteter Tiere! Würde man hier alleine nur vom Inzuchtkoeffizienten ausgehen, hätte man überhaupt keine Inzucht. Um dieses Problem zu umgehen, kann man den Ahnenverlustkoeffizienten zu Rate ziehen. Er bezieht sich, wie der Name schon sagt, auf die Anzahl „verlorener“ fremdblutiger Ahnen.
|Paarung||Wahrscheinlicher Verwandtschaftskoeffizient||Inzuchtkoeffizient ihrer Nachkommen|
|eineiige Zwillinge oder zwei Klon||1,00 = 100%|
|Elternteil mit Kind||0,50 = 50%||0.25|
|Bruder mit Schwester||0,50 = 50%||0.25|
|Halbbruder mit Halbschwester||0,25 = 25%||12,5%|
|Großelternteil mit Enkelkind||0,25 = 25%||12,5%|
|Onkel, Tante mit Neffe, Nichte||0,25 = 25%||12,5%|
|Cousin mit Cousine 1.Grades||0,125 = 12,5%||6,25%|
|Cousin mit Cousine 2.Grades||0,0625 = 6,25%||3,125%|
Berechnung Inzuchtskoeffizient
F1 = ∑ (½) n1 + n2 + 1 • (1 + FAi)
n1 =Anzahl der Generationen vom Vater zum gemeinsamen Vorfahren
n2 = Anzahl der Generationen von der Mutter zum gemeinsamen Vorfahren
FAi = Inzuchtkoeffizient des gemeinsamen Vorfahren
∑ = treten mehrere Ahnen auf, müssen die Inzuchtgrade der einzelnen Ahnen aufaddiert werden.
Um die genetische Vielfalt zu erhalten sollte der IK bei fünf Generationen 5% nicht überschreiten und idealerweise unter 2% liegen.
Quelle: https://www.wusv.org/fileadmin/Documents/Vortraege/Zucht/GENETISCHES_WISSEN_und_Zuchterfolg.pdf, http://www.deutschedoggen.eu/inzucht.php und http://bergamaskerklub.ch/inzucht-und-ahnenverlust-ikavk/