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Der TCS hat im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt insgesamt 29 Fahrzeuge überprüft, um zu messen, ob teilweise zu laute Motorräder in der Schweiz verkehren. Dazu zählten 16 Motorräder, 7 Motorroller und – zu Vergleichszwecken – 6 Personenwagen. Geprüft wurden Fahrzeuge mit unterschiedlichem Jahrgang und Kilometerstand. Vier Motorräder waren mit einer Sportauspuffanlage ausgerüstet, eines hatte einen Elektroantrieb. Die Motorroller traten mit Variomatik-Getriebe zum Test an; ein Roller war mit Elektroantrieb ausgestattet. Zu den Personenwagen zählten ein Kompaktwagen, ein Kombi, ein Van, ein SUV, ein Sportwagen und ein Elektroauto.
Insgesamt lässt sich festhalten, dass bei vorschriftsmässig ausgerüsteten Motorrädern keine übermässig hohen Geräuschwerte festgestellt wurden. Wird die Geräuschentwicklung der Motorräder (Durchschnitt aller Motorräder ohne Roller) mit derjenigen der Autos (Durchschnitt aller Autos ohne Sportwagen) verglichen, fällt auf, dass die Motorräder bei der Kurven-Anfahrt um 4.4 dB(A) und bei der Konstant-Fahrt um 3.2 dB(A) lauter sind, beim Herausbeschleunigen aus der Kurve hingegen um immerhin 12.9 dB(A). Unnötiger Lärm lässt sich demnach vor allem durch einen angepassten Fahrstil vermeiden. Die «schwarzen Schafe», die im Bereich illegale oder modifizierte Auspuffanlagen zu suchen sind, einmal ausgenommen. Denn jedes ordnungsgemässe Motorrad mit Schaltgetriebe lässt sich auch unnötig laut betreiben. Was bei den günstigen Geräuschemissionen der Roller mit Variomatik (sie sind bezüglich Leistung nicht mit den Motorrädern vergleichbar) ansatzweise ersichtlich wird. Diese lassen keinen übermässig lauten Fahrstil zu.
Als besonders penetrant im Klang beim Beschleunigen zeigte sich das Elektro-Motorrad. Wobei sich das dominierende Geräusch aus «Getriebe-Singen» und «Ketten-Rasseln» zusammenzusetzen scheint. Laut den Messwerten siedelt es sich etwa im Mittelfeld an.
Beim Elektroauto sind die Reifenabrollgeräusche – insbesondere bei voller Beschleunigung – die dominierende Komponente. Fahrzeuge mit Elektroantrieb bieten – wenn überhaupt – nur beim Fahren mit niedrigen Geschwindigkeiten und wenig Last Potenzial zur Verringerung der Geräuschemissionen. Bemerkenswert ist, dass das Messgerät bei den in der Schweiz zulässigen Sport auspuffanlagen keinen höheren Schalldruck anzeigt als bei den lautesten serienmässigen Anlagen. Sportauspuffanlagen erwiesen sich als problemlos unter der Voraussetzung, dass sie nicht vom Fahrzeughalter zusätzlich modifiziert werden.
Die grösste Geräuschreduktion wird durch den Einbau von geräuscharmen Belägen erreicht. Eine feine Oberfläche mit kleineren Gesteinskörnern verringert das Abrollgeräusch bereits bei der Entstehung spürbar. Die Kosten für den Einbau unterscheiden sich im Vergleich zu einem herkömmlichen Belag nicht wesentlich. Hingegen muss die oberste Schicht in der Regel früher ersetzt werden, diese Mehrkosten können oftmals damit aufgefangen werden, dass im Gegenzug auf teure bauliche Massnahmen wie Lärmschutzwände verzichtet werden kann. Geräuscharme Beläge verringern den Schallpegel im Neuzustand um rund sechs Dezibel. Am Ende ihrer Lebensdauer erzielen sie immer noch eine Geräuschminderung von etwa drei Dezibel, was einer Halbierung des Verkehrs entspricht.