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Familienforschung über die Amsler Bürgerorte in der Schweiz
Das Familiennamenbuch der Schweiz ist die beste Informationsquelle für Familiennamen und deren Heimatorte in der Schweiz. Alle Familien, die 1962 in einer schweizerischen Gemeinde das Bürgerrecht besassen, sind verzeichnet, geordnet in drei Zeitabschnitten. Die erste Zeitperiode vor 1800 ist bekannt als „von alters her“, dann folgt die Periode der Einbürgerungen zwischen 1801 bis 1900 und darauf diejenige von 1901 bis 1962. Angaben über den ursprünglichen Herkunftsort oder das Herkunftsland sind ebenfalls vorhanden. Mit diesen Angaben können wir feststellen, ob und wie sich eine Familie verbreitet hat.
Hier folgt ein Beispiel mit dem eher seltenen Familiennamen „Beldi“:
Der Familiennamen Beldi taucht zuerst im aargauischen Rüfenach auf. Heute finden wir Beldi als Bürger von Rüfenach und vier weiteren Gemeinden. Alle diese Beldi-Familien miteinander verwandt.
Verbreitung der Amsler in der Schweiz
Der Name Amsler ist wesentlich weiter verbreitet und findet sich 1962 in 18 verschiedenen Orten. Zwischen 1801 und 1900 waren es noch 13 Bürgerorte. Alle Amsler stammen jedoch aus nur sechs verschiedenen Herkunftsorten. (Bözen and Effingen gehören zur gleichen Kirchgemeinde und diese wurde vor 1800 als ein Herkunftsort betrachtet).
Schränken wir die Suche auf die Zeit vor 1800 ein, finden wir Amsler in diesen sieben Gemeinden:
Wir wissen, dass die Amsler im basellandschaftlichen Buus aus Bözen stammen. Die Amsler in Kaisten sind seit ungefähr 1650 dort ansässig und stammen vermutlich aus dem Fricktal oder aus dem ebenfalls aargauischen Schinznach. Ob die Amsler in Richterswil ebenfalls aus dem Aargau stammen ist zurzeit noch in Abklärung.
Möglicherweise stammen alle Amsler mit einem schweizerischen Bürgerrecht aus den folgenden drei Aargauer Gemeinden:
- Bözen und Effingen (bilden zusammen mit Elfingen eine Kirchgemeinde)
- Densbüren
- Schinznach (das heutige Schinznach-Dorf)
Die verschiedenen Familien in diesen Gemeinden sind recht gut erforscht. Einträge in den Kirchenbüchern deuten auf verwandtschaftliche Beziehungen hin zwischen den Amsler-Familien in Densbüren und Schinznach.
Woher die Amsler aus Bözen bzw. Effingen stammen, ist jedoch unklar. Hier könnten uns DNA Tests weiterbringen. Mit der Analyse von Y-DNA wird die väterliche Linie untersucht, um zu klären ob die Amsler in Schinznach, Densbüren und Bözen wohl gemeinsame Vorfahren haben. Eine kleine Anzahl von Trägern des Amsler Familiennamens hat sich bereits unter dem DNA Familien Projekt zusammengefunden um dieser Frage nachzugehen.
Teilkarte des Kanton Aargau um 1960
Die drei rot markierten Dorfgemeinschaften (Bözen und Effingen werden als ein einziger Herkunftsort betrachtet) sind sich geographisch recht nahe. Die Distanz der Strassenverbindungen zwischen den Dörfern ist ungefähr 7.5 km bis 10 km. Die kurze Distanz zwischen den drei Dörfern unterstützt die These dass die verschiedenen Amsler Familien verwandt sein könnten.
Familienforschung zu Amsler in Bözen und Effingen
Der Familienname Amsler erscheint 1595 zum ersten Mal in den Kirchenbüchern. Zusammen mit seiner Ehefrau Anna Falk aus Effingen tauft Hans Amsler am 21. Dezember 1595 seinen Sohn Kaspar, das erste von 8 Kindern. Hans wurde um 1570 geboren und ist sehr wahrscheinlich zugezogen, da zwischen 1562 und 1595 keine Amsler registriert worden sind. Die Aufzeichnungen begannen 1562. Woher Hans Amsler stammt ist unbekannt.
Ein wichtiger Unterschied zwischen den frühen Kirchenbüchern und den späteren Familienregistern ist deren Umfang. Die Kirchenbücher enthalten Aufzeichnungen für die drei Gemeinden Bözen, Effingen und Elfingen. Die Familienregister jedoch sind beschränkt auf die jeweilige Gemeinde.
Die ersten vier Generationen meiner Amsler Vorfahren sind hier publiziert. Insgesamt sind 14 Generationen dokumentiert.
Es gibt auch Auswanderer unter den Amsler in Bözen und Effingen. Bereits 1670 verlässt Uli Amsler seine Heimat und gründet eine Familie in Mülhausen. Auch in Amerika, zum Beispiel im Staate New York finden sich Nachkommen aus Bözen, wie dieses Beispiel veranschaulicht.
Familienforschung über die Amsler von Densbüren
Rolf Hallauer hat die Densbürer Amsler akribisch erforscht und dokumentiert. Hier ein Auszug aus der Forschung von Hallauer:
In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts führte die Kirche von Elfingen-Bözen erstmals Buch über die Taufen und vollzogenen Ehen von Densbüren und Asp. Damals waren die beiden Dörfer der Bözener Pfarrei zugehörig. Am 12. Juni 1565, drei Jahre nach dem Beginn der Aufzeichnungen ist folgender Eintrag im Eherödel verzeichnet worden:
"Jacob Capeler, Thorotha Senn hand in bezogen ee mit gewohnlichem Kirchgang bestetet, den 12. Juni. Zacharias Amsler und Agnes Uebinger Eodem" (Jakob Kappeler, Dorothea Senn haben ihre Ehe mit üblichem Kirchgang bestätigt, den 12. Juni. Zacharias Amsler und Agnes Uebinger ebenfalls).
Der gleiche Zacharias von Densbüren wird als Zinspflichtiger in einem Kaufvertrag aus dem Jahre 1571 ("montags den 28. tage meyens") aufgeführt. Es ist unter anderem die Rede von seinen Gütern in Asp. Im gleichen Jahr heiratete Verena Amsler den Heini Nußbaum. Ein Johannes Amsler erscheint ebenfalls 1571 als Taufzeuge im Taufrödel. Alleine diese Feststellungen zeigen, dass zu jener Zeit bereits mindestens eine Familie Amsler in Densbüren verbürgert war, zumal 1583 ein weiterer Hans Amsler mit Elsa Keller eine Ehe einging. In der Folge mehrten sich die Namensnennungen in den Tauf-, Ehe- und "Todtenrödeln". Das Geschlecht blühte mächtig auf. Die Gesamtzahl der registrierten Amsler, beginnend mit Zacharias (1565), beläuft sich bis ins Jahr 1986 auf über 2100 Personen, wobei die eingeheirateten Ehefrauen nicht eingerechnet sind.
Herkunft des Zacharias Ambssler von Densbüren
Die Herkunft des Zacharias Ambssler von Densbüren, geboren um 1540 (Heiratsdatum 1565) ist bisher nicht bezeugt. Er erblickte die Welt ungefähr um die gleiche Zeit wie Ulrich Ambsler von Schinznach. Möglicherweise waren sie verwandt; vielleicht waren es Brüder. Der Umstand, dass beide Mühlen betrieben, deutet ebenfalls auf eine verwandtschaftliche Beziehung hin. Weitere bedeutsame Hinweise für eine Verwandtschaft bilden drei Densbürer Taufeinträge. Darin werden 1637, 1638 und 1640 beim Ehepaar Hans Heinrich Amsler und Helena Grünenberger ein Jacob Amsler von Aarau und ein Uli Amsler von Schinznach als Taufzeugen aufgeführt (Die Amsler in Aarau stammten ursprünglich aus Schinznach).
Amsler Auswanderer gab es auch in Densbüren, unter anderem nach Mülhausen in Frankreich und den USA. Mindestens zwei dieser Familien in Amerika sind dokumentiert und haben sich in im 19. Jahrhundert in Pennsylvania und Ohio niedergelassen.
Die zwei umfangreichen Amsler Stammbäume von Rolf Hallauer sind im Staatsarchiv Aargau deponiert.
Familienforschung über die Amsler von Schinznach
Die Schinznacher Amsler sind mehrfach erforscht worden. Es gibt Aufzeichnungen bei den Mormonen, vermutlich basierend auf der Arbeit von Julius Billeter, der rund 3000 Schweizer Familien erforschte.
Im Aargauer Staatsarchiv in Aarau befindet sich ein Stammbaum aus dem Jahr 1897, beginnend mit Samuel Amsler, Untervogt von Schinznach, gestorben 1699. Der Verfasser ist Dr. med. Karl Amsler.
Am ausführlichsten jedoch ist wohl das Werk von Bruno Mauer, der unter anderem die Geschichte der Schinznacher Mühlen erforschte und dokumentierte. Die Amsler Familien besassen diese Mühlen von 1560 bis 1822. Die erste urkundliche Erwähnung eines Uli Amsler als "Zinsträger" 1) findet sich 1560 in einem Zinsurbar der Klosterkirche Königsfelden. Die Mühlen selber werden bereits 1317 in einer Kaufurkunde in der noch jungen Stadt Brugg erwähnt, wo sich die Urkunde noch heute befindet.
In Schinznach wütete 1551/52 die Pest und forderte viele Opfer. Vielleicht war dies auch der Grund, warum Uli Amsler kurz darauf eine der Schinznacher Mühlen erwerben konnte. Uli Amsler ist wohl um 1530 geboren, woher er stammt ist nicht bekannt. Diese Müllerdynastie währte über 260 Jahre, bis zum Verkauf um 1822 durch Johann Ulrich Amsler. Dessen Sohn Karl Konrad (anglisiert Charles Conrad) wanderte 1833 nach Amerika aus und wurde der Stammvater der Amsler in Austin County, Texas. Diese Pioniersfamilie wurde 1976 ausführlich beschrieben von Amanda (Howze) Amsler im Buch "Amslers of Austin’s Colony“. Mit etwas Geduld kann das Buch mit 317 Seiten hier heruntergeladen werden: http://amslers.com/aoac.pdf
Zu den Schinznacher Amsler zählt auch der berühmte Kupferstecher Samuel Amsler, der viele Jahre an der Münchner Kunstakademie wirkte. Sein Neffe, der Mathematiker, Physiker und Ingenieur Jacob Amsler-Laffon ist bekannt als Erfinder des Polarplanimeters.
Ein weiterer namhafter Bürger von Schinznach war Markus Heinrich "Marc" Amsler (1891-1668). Er war Professor für Augenheilkunde an der Augenklinik der Universität Zürich. Er ist vor allem für den Amsler-Gittertest bekannt. Das Amsler-Gitter war eine Verbesserung gegenüber den ersten Arbeiten des Augenarztes Edmond Landolt. 1951 führte Amsler die erste Hornhauttransplantation an der Zürcher Augenklinik durch.
1) Ein vom Grundbesitzer bestimmter Vertreter der Grundherrschaft. Der Zinsträger war verantwortlich, die geforderten Abgaben und Zinsen einzutreiben. Er musste dem Grundherrn den fälligen Gesamtbetrag abliefern.