Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03135.jsonl.gz/1892

Sepp Burger – ein grosser Horseman hat uns verlassen
Burghley 1992 mit Miss France (Nuller im Cross)
Bild Siegerehrung:
Schweizer Military-Meisterschaft 1975, veranstaltet vom Zürcher Traberclub in Bülach/Dieldsorf. Gold ging an Paul Weier (Elgg) auf Lord Roseneath, Silber für Guy Moillet (Enggistein) auf Westiar und Bronze für Sepp Burger (Genf) auf Astral. Foto Elisabeth Weiland.
Sepp Burger, CC-Championatsreiter, Olympiateilnehmer, Schweizermeister, Dressurrichter und Team-Hufschmied bei mehreren Olympischen Spielen, ist am vergangenen Dienstag verstorben.
Während über 20 Jahren ritt Sepp für die Schweiz an internationalen Championaten. Als junger Militaryreiter durfte er als mit Jaguar 1972 als Reservereiter die Olympia-Equipe von München mit Töni Bühler, Ali Schwarzenbach, Max Hauri und Paul Hürlimann begleiten. 1977 wurde Sepp Schweizermeister und war 1981 mit Beaujour de Mars im legendären Silbermedaillenteam bei der EM von Horsens, wo Teamkollege Hansueli Schmutz mit Oran Einzeleuropameister wurde. Er ritt noch an mehreren Championaten für die Schweiz, zuletzt mit Miss France 1993 bei der EM in Achselschwang (wo ich mit Mimorey erstmals Championatsluft schnupperte) und bei den Weltreiterspielen 1994 in Den Haag, wo ein schwerer Sturz seine aktive Militaryreiterei bremste.
Ab 1992 stellte sich Sepp auch als Funktionär zur Verfügung und amtete als Dressurrichter, Jurypräsident und Technischer Delegierter an nationalen und ab 2003 auch an internationalen Vielseitigkeitsturnieren. Insgesamt wirkte Sepp an über 200 Veranstaltungen als Dressurrichter und leistete zusätzlich fast 100 Einsätze als Technischer Delegierter oder CC-Jurypräsident. Sepp war auch ein äusserst erfolgreicher und begehrter Hufschmied mit Kunden von Genf bis St. Gallen. Paul Weier erinnert sich: "Als begeisterter Dragoner (Schwadron 17), Reiter und Hufschmied kam Sepp sehr oft für seine weitere Schulung in die EMPFA nach Bern. Schon früh hat er sich der Militraryreiterei verschrieben und war immer wieder als Helfer und Teamhufschmied bei grösseren Expeditionen dabei, zuerst mit Ernst Lanz, dann mit Tony Bühler und Roland Perret."
In den letzten Jahren wurde es still um Sepp. Er litt an ALS, einer degenerativen Erkrankung des motorischen Nervensystems, die ihn sukzessive lähmte und in den Rollstuhl zwang. Er trotzte dieser Krankheit lange Zeit und konnte dank der aufopfernden Unterstützung seiner Familie trotz der zunehmenden Einschränkungen zu Hause bleiben. Um trotzdem noch mit seinem geliebten Pferdesport verbunden zu bleiben, schaute er sich FEI-TV-Sendungen an und verfolgte internationale Vielseitigkeitsveranstaltungen auch am Computer. Rief man ihn an oder besuchte man ihn, freute ihn dies ganz besonders.
Zu Yvonne Bont sagte er bei einem Besuch: "Man wird schnell vergessen, wenn man sich nicht mehr sehen lässt…", was sie und ihre Eltern dazu bewog, einen 'Ehrengarde-Apéro' ganz speziell zu Ehren von Sepp Burger im Rahmen des CC Bern im Juli 2019 zu organisieren. Über 50 Weggefährten kamen zu diesem würdigen Anlass und Sepp freute sich noch wochenlang darüber, all diese Leute in Bern getroffen zu haben. Yvonne, die gute Seele des Schweizer Military-Sports, hat Sepp mit dieser Hommage gezeigt, dass ihn die Schweizer CC-Familie keineswegs vergessen hat.
Sein Hinscheiden ist eine Erlösung von dieser tückischen Krankheit, und trotzdem schmerzt es, ihn nicht mehr unter uns zu wissen. Seiner Familie wünschen wir von Herzen viel Kraft in dieser schwierigen Zeit. Behalten wir ihn in Erinnerung als den liebenswerten, engagierten und kameradschaftlichen Horseman, der er war.
Bild vom Cavalier Romand zeigt Sepp Burger in Achselschwang 1993 mit Miss France.
Juli 1977
Badminton 1978
Gingin 1966 mit Jaguar
Saumur 1993 mit Miss France
Punchestown 1970 mit Jaguar (Bild: privat)
Text: Christoph Meier