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Achtung - Herpes am Auge
Wie entsteht die Krankheit Herpes am Auge? Das Herpes Simplex Virus I befällt den Menschen meist im frühen Kindesalter, ohne dass dabei grosse Symptome auftreten. Das Virus nistet sich in den Schaltstationen des Nervensystems ein und verbleibt dort jahrelang wie ein Trojanisches Pferd. Man schätzt, dass 90% aller Menschen dieses Virus in sich tragen. Gewisse äussere Reize (UV-Strahlung oder Sonnenlicht) können zusammen mit einer Schwächung des Immunsystems das Virus aktivieren. Das Virus beginnt sich zu vermehren und befällt via Nervenbahnen die zugehörigen Haut- oder Schleimhautareale. Etwa 0.5% aller Augenkrankheiten sollen durch das Herpesvirus bedingt sein. Über 50% aller Betroffenen erleiden nach der Ersterkrankung weitere Rückfälle.
Was wird befallen?
Die Augenlider können ähnlich wie beim Lippenherpes durch Bildung von Bläschen befallen werden, eine Entzündung der Bindehaut ist allerdings selten und heilt spontan wieder ab. Der häufigste Ort für eine Erkrankung am Auge ist der Hornhautbefall. In der Regel befällt das Herpesvirus nur ein Auge, eine Erkrankung des Partnerauges kann aber nicht ausgeschlossen werden.
3 Stufen der Erkrankung:
Oberflächenherpes:
Das Virus befällt beim ersten Erkrankungsschub ausschliesslich die Oberflächenschicht der Hornhaut. Die befallenen Zellen sterben ab du lassen sich beim Augenarzt mit Farbstoff anfärben, so dass ein bäumchenartiges Bild erkennbar ist. Wird das Virus nicht rechtzeitig behandelt, dringt der Entzündungsprozess in das tiefer gelegene Stützgewebe ein.
Entzündung des Hornhaut-Stützgewebes:
Wenn der anfangs oberflächliche Entzündungsprozess die tieferen Hornhautschichten befällt, kommt es zu deren Quellung und Eintrübung der sonst völlig klaren und gefässfreien Hornhaut. Nicht selten werden auch Strukturen im Augeninnern von der Entzündung erfasst, was zu einem Anstieg des Augeninnendrucks führen kann. Diese Art der Entzündung ist vermutlich weniger durch das Virus selber als durch eine Immunabwehrreaktion des Gewebes bedingt und lässt sich häufig nur schlecht behandeln.
Ernährungsstörung der Hornhaut nach Herpesbefall:
Bei einigen Patienten kommt es nach der Abheilung des Oberflächenherpes zu einem Rückfall, wodurch das Auge auffallend gerötet erscheint. Das Virus ist in diesem Erkrankungsstadium nicht mehr nachweisbar. Die Hornhaut ist in ihrer normalen Vitalität und Fähigkeit zur Zellneubildung und Infektabwehr gestört.
Krankheitsverlauf am Auge
Die Infektion der Oberflächenschicht heilt vor allem beim ersten Schub unter rechtzeitiger Therapie rasch ab. Das Virus wird dabei aber nicht vernichtet, sondern ist weiterhin im zugehörigen Nervengewebe vorhanden. Ein späterer äusserer oder innerer Reiz führt sofort zum Rückfall ohne dass der Betroffene etwas dagegen unternehmen kann. Meist bleiben eine feine Narbe und eine verringerte Empfindlichkeit der Hornhaut zurück. Bei späteren Entzündungsschüben sind immer die tieferen Hornhautschichten mit betroffen. Die Narben werden ausgedehnter und dichter, Gefässe sprossen in die Hornhaut ein und die Heilung dauert länger. Das Sehvermögen kann durch die Narbenbildung abnehmen. Erkrankungen an den Augen könne lange dauern und sollten immer von einem Augenarzt untersucht werden.
Behandlungsmöglichkeit
Im Gegensatz zur bakteriellen Infektion gibt es bei Viruserkrankungen kein Medikament, das den Eindringling abzutöten vermag. Es ist lediglich möglich die Vermehrung der Viren zu hemmen und auf die Selbstheilung des Körpers zu vertrauen. Beim Oberflächenvirus kann mit virushemmenden Augentropfen oder Augensalben die Zahl aktiver Viren verringert werden. Bis zum Verschluss der Oberflächenschicht sind augenärztliche Kontrollen notwendig. Bei Mitbeteiligung der tieferen Hornhautschichten ist eine Kombination der Antiherpesmittel mit Cortison-haltigen Tropfen oft unumgänglich. Dabei ist die Dosierung ein heikles Thema. Wird zu wenig Cortison verabreicht, wird die entzündungsbedingte Zerstörung des Gewebes gefördert und die damit verbundene Gefässeinsprossung, zu viel Cortison wiederum aktiviert das Virus, fördert die Gefahr einer bakteriellen Infektion, hemmt die Wundheilung und kann bei lange andauerndem Gebrauch zu einem Anstieg des Augendrucks und Eintrübung der Augenlinse führen. Bei der Ernährungsstörung der Hornhaut muss mit pflegenden Augentropfen und –salben die Benetzung der Hornhaut verbessert werden um dadurch ihre Selbstheilung zu fördern. Antibiotika-haltige Tropfen oder Salben bekämpfen bakterielle Infektionen als Folge des offenen Geschwürs. Für jeden Patienten, der früher bereits einen Herpes-Schub durchmachte ist es äusserst Wichtig, dass er bei den geringsten Anzeichen einer Augenentzündung sofort seinen Augenarzt aufsucht.