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Tafel 6 Hotel Lenzerhorn
Als nach der Post die Post abging
Er war Posthalter und Gastwirt Johann Fidel Rischatsch und baute 1888 das Hotel Post. 1896 wurde das Haus vom Pächter Peter Anton Margreth auf Hotel Lenzerhorn getauft, mit der Bäckerei unten drin, in der Battista Sebregondi mit seinen Brötchen zwei Häuser bauen konnte. Der neue Besitzer Oberkellner Caspar Bossi und seine Nachkommen führten das Sporthotel Lenzerhorn bis 2002. Nach dem Umbau 1979 soll hier richtig die Post abgegangen sein.
1888 baute Johann Fidel Rischatsch das Hotel Post mit 16, später 20 Betten. Da er auch Posthalter war, wurde die Postablage von der Alten Post (Danis) hierher verlegt. 1896 verpachtete er die Post an Peter Anton Margreth und nannte sie neu Hotel Lenzerhorn. 1893 wurde in der unteren Stube eine Bäckerei eingerichtet, in der Battista Sebregondi „die Brötchen“ für seinen Neubau, zwei Häuser weiter nördlich, verdiente. 1900 erhielt die Fraktion Lenzerheide für ihre 8 Schüler die erste Schule im kleinen Saal. Das Schulzimmer im Lenzerhorn wurde abgelöst durch einen Raum im Kurhaus, der Kapelle der Karlskirche und ab 1906 endgültig durch das neue Schulhaus nordöstlich der Kirche.
Nach heutigen Begriffen war das Lenzerhorn vorerst nur eine 1-Stern-Pension. Das lässt sich aus The Lenzerheide Chronicle von 1912 herauslesen. Eine englische Gästegruppe stieg vor dem Ersten Weltkrieg jeweils in der Pension Lenzerhorn ab und belegte bis zum 20. Januar sämtliche Zimmer. In englischer Sprache berichteten die Lenzerhorners in einem mit Fotos und Handzeichnungen illustrierten und in 30 Exemplaren gedruckten Büchlein über ihre Ferienerlebnisse. Sie hatten für die noblen Landsleute im viel vornehmeren Kurhaus nur spöttische und abschätzige Bemerkungen übrig. Umgekehrt wurden sie von den Kurhaus-Gästen herablassend behandelt.
1899 erwarb Caspar Bossi das Haus. 1928 wurde es um 20 Betten erweitert und 1979 komplett umgebaut. Dem Modetrend entsprechend präsentierten sich Grillroom, Bar und Hotelsaal rustikal und lange Jahre ging im Lenzerhorn die Post ab. Seine Nachkommen führten es als Sporthotel Lenzerhorn bis 2002.
2002 ging das Hotel über in den Besitz der Rosette AG mit Sitz in Luzern. Der Besitzer Cornelis Kraaijeveld war bestrebt, dem Lenzerhorn einen neuen zeitgemässen Auftritt zu ermöglichen. In den folgenden Jahren wurde viel investiert. Vergrösserung der Terrasse, Erweiterung um 13 Zimmer, Realisierung des Spa- und Wellnessbereiches mit Innen- und Aussenbad und des Restaurants Heidstübli sowie laufende Sanierungen vorgenommen. Im 2016 wurde das geschichtsträchtige Haus vom einheimischen Unternehmer Luzi Bergamin übernommen.