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Immuntherapie schützt langfristig vor Asthma
Wien, Österreich (ots) - Die spezifische Immuntherapie erzielt sehr gute Behandlungserfolge bei allergischer Rhinitis und bei allergischem Asthma. Neue Studien und erweiterte Grundlagenkenntnisse führen fortwährend zum Ausbau der Einsatzgebiete. Auf dem 25. Kongress der European Academy of Allergology and Clinical Immunology (EAACI) in Wien präsentierte Lars Jacobsen, Dänemark, 10-Jahresdaten über den präventiven Nutzen der spezifischen Immuntherapie (SIT) mit intakten Allergenen bei Asthma.
Jeder dritte Patient mit allergischer Rhinitis wird später zum Asthmatiker. Denn häufig weitet sich die allergische Reaktionsbereitschaft von der Nasen- auf die Bronchialschleimhaut aus. WHO und ARIA-Initiative (Allergic Rhinitis and its impact on Asthma) betonen deshalb, dass es sich bei der allergischen Rhinitis um eine "major chronic respiratory disease" handelt, die konsequent behandelt werden muss.
In der von Jacobsen vorgestellte Preventive Allergy Treatment (PAT) Studie waren Kinder mit Heuschnupfen aufgrund von Gräser- und/oder Birkenpollen entweder rein symptomatisch oder mit einer dreijährigen subkutanen SIT behandelt worden. Asthma galt in beiden Gruppen zu Beginn der Studie als Ausschlusskriterium. An der Studie waren Kliniken in Dänemark, Finnland, Schweden, Österreich und Deutschland beteiligt.
Die multizentrische PAT-Studie zeigt, dass die kausal wirkende SIT mit standardisierten funktionell intakten Allergenen bei etwa der Hälfte der behandelten Heuschnupfen-Kindern die Entwicklung eines Asthma bronchiale verhindern kann und dass dieser präventive Effekt langfristig ist: Nach zehn Jahren waren 24 von 53 Kindern - also 45 Prozent - aus der Kontrollgruppe zusätzlich an Asthma erkrankt. In der Verumgruppe entwickelten dagegen nur 16 von 64 Kindern (25 Prozent) Asthma. Eine dreijährige SIT verhindert somit langfristig bei mindestens jedem zweiten an allergischer Rhinitis erkrankten Kind Asthma. "Eine spezifische Immuntherapie ist die einzige ursächliche Behandlungsmöglichkeit für Allergien. Wir wissen jetzt, dass diese Therapie auch langfristig vor Asthma schützen kann", sagte Jacobsen.
Bei der subkutanen SIT wird dem Patienten ein Allergenpräparat in langsam ansteigenden Dosen regelmäßig unter die Haut injiziert. Dadurch kommt es zu einer zunehmenden Toleranz des Immunsystems gegenüber den Allergenen. Bei einer Pollenallergie liegen die Erfolgsquoten der SIT bei bis zu 90 Prozent. Die Beschwerden werden dauerhaft deutlich gelindert, und die Patienten benötigen weniger antiallergische Medikamente. In vielen Fällen bildet sich die allergische Reaktionsbereitschaft des Immunsystems sogar vollständig zurück - der Patient ist dann von seiner Allergie geheilt.
ots Originaltext: Allergie Kongress
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