Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03388.jsonl.gz/356

Der weltweite Luftraum ist zwar gross und Flugzeuge sind im Vergleich dazu klein, doch oft ballt sich der Luftverkehr an bestimmten Knotenpunkten und Luftstrassen. Dann kann es bei mangelnder Flugüberwachung zu brenzligen Situationen kommen. Im Gegensatz zu Militärmaschinen haben Verkehrsflugzeuge kein Radar an Bord, auf dem man sehen kann, welche Flugzeuge in der Nähe sind. Im Cockpit ist nur ein Wetterradar installiert, um das Wettergeschehen im Voraus anzuzeigen, Gewitterwolken zum Beispiel oder Gebiete mit starkem Niederschlag. Die einzige Möglichkeit, sich ein Bild von der Verkehrslage zu machen, sind die Positionsmeldungen der anderen Flugzeuge über Funk.
Die einzigen, die auf Radarschirmen sehen, wer wo, wie schnell, in welcher Höhe und mit welchem Kurs fliegt, sind die Fluglotsen am Boden. Sie können die Maschinen anhand von Radarechos als einzelne Punkte orten. Mit ihnen arbeiten die Besatzungen über Funk zusammen. Das Radar ist vor allem dort unerlässlich, wo der Flugverkehr besonders dicht ist, zum Beispiel in Flughafennähe. Dort müssen Fluglotsen mit Hilfe von Radarbildschirmen überwachen, dass sich zwei Flugzeuge nicht zu nahe kommen.
Konfliktsituationen im Voraus berechnen
Um gefährliche Situationen in der Luft zu verhindern, warnt ein Gerät die Piloten automatisch, wenn sich zwei Flugzeuge zu nahe kommen. Jeder Jet in Europa und Nordamerika verfügt über ein so genanntes «Traffic Alert and Collision Avoidance System» (TCAS). Dieser Computer empfängt von allen Flugzeugen im Umkreis laufend Daten zu deren Position, Höhe, Kurs und Geschwindigkeit und errechnet daraus mögliche Konfliktsituationen. Dabei werden andere Flugzeuge, die in der Region unterwegs sind, auf einem Bildschirm im Cockpit angezeigt. Kommen sich zwei Maschinen zu nahe, schlägt das TCAS Alarm und empfiehlt Ausweichmanöver, denen der Pilot sofort folgen muss. TCAS wurde über einen Zeitraum von rund 30 Jahren entwickelt, nachdem in den 50er-Jahren mehrere Flugzeuge zusammenstiessen. Ende der 80er-Jahre wurde das System dann zunächst in den USA eingeführt.
Quelle: SATW Technoscope