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Im Alltagsgeschäft kommen häufig verschiedene Dinge zusammen: ich bin daran Zahlen für einen Rechenschaftsbericht in einer Tabelle zusammenzutragen, als ein Kollege anruft und eine dringende Auskunft für eine Projektgenehmigung braucht. Ich höre mir seine Frage an, versuche mich zu erinnern und zu antworten, während ich gleichzeitig eine Rechenformel eingebe. Dabei kommt mir in den Sinn, dass ich noch einen anderen Anruf tätigen sollte. Der Kollege fragt mich, ob alles in Ordnung sei, ich wirke abwesend. Als ich den Hörer auflege, merke ich, dass ich statt des Medians den Mittelwert berechnet habe. Ich muss noch einmal anfangen. Wäre es effizienter gewesen, das Telefonat zu erledigen und dann die Berechnung zu machen? Ist Multitasking möglich?
Mit Multitasking ist gemeint, dass eine Person mehrere Aufgaben zeitgleich ausführt. Die Aufgaben haben dabei unabhängige Ziele. Die gute Nachricht ist, ja, es ist möglich – allerdings nur für bestimmte Kombinationen von Aufgaben. So kann ich beispielsweise die Treppe von meiner Wohnung hochgehen und gleichzeitig telefonieren. Das ist aber nur möglich, weil im Gehirn dazu verschiedene Bereiche aktiviert werden. Die Höhe der Treppenstufen kenne ich und meine Füsse orientieren sich ganz automatisch. So hat mein Frontallappen genügend Kapazität, Entscheidungen zu treffen oder Konzepte auszudenken. Müsste ich anstatt der bekannten eine unbekannte Treppe hochsteigen, bei welcher ab und zu ein Tritt fehlt, hätte ich deutlich mehr Mühe, mich auf das Gespräch zu konzentrieren. Der präfrontale Kortex ist der limitierende Faktor. Diese Hirnregion ist evolutionsgeschichtlich noch relativ jung. Es ist die Region, mit welcher wir Entscheide fällen, priorisieren oder neue Konzepte bearbeiten. Je weniger Dinge wir gleichzeitig im Kopf haben, desto besser können wir die entsprechende Aufgabe erledigen.
Das heisst, dass Qualität und Exaktheit leiden, wenn ich mehrere (gleiche) Dinge gleichzeitig tue. Denn unser Gehirn arbeitet in bewussten, kognitiven Prozessen seriell. Es kann nur einen Entscheid nach dem anderen fällen und nicht mehr als maximal sieben Dinge gleichzeitig bewusst halten. Folglich lohnt es sich auch die entsprechenden Arbeiten nacheinander zu erledigen oder sich eine Notiz zu machen, wenn ich unterbrochen werde. Durch die Notiz gelingt es mir, rascher wieder die vorher bearbeitete Aufgabe aufzunehmen und weiterzubearbeiten.
Ebenfalls hilfreich, um sich mehrere Dinge präsent halten zu können, ist es zu vereinfachen und gruppieren. Merken Sie sich beispielsweise eine Zahlenreihe 4812534596. Einfacher geht es mit: 481 253 459 6. Oder machen Sie sich eine Skizze eines Problems wie ein Storyboard eines Films, damit Sie die wichtigsten Punkte auf einen Blick erfassen können.