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Tequila hat ein schlechtes Image. Das liegt meist an den schlechten Erfahrungen, die einige Menschen damit in jungen, unvernünftigen Jahren machen: Sierra Tequila (der mit dem roten Hütchen…), unzählige Shots, böse Nacht und der unvermeidbare, üble Kater danach. So bleibt die Spirituose dann leider in Erinnerung.
Seit ein paar Jahren erlebt Tequila zum Glück einen neuen Aufschwung. Verdanken kann er das, wie viele andere Spirituosen auch, der liebevollen Produktion und Vermarktung von neuen kleinen «Indie»-Labels. Man findet wieder viele Drinks mit Tequila oder Mezcal auf den Karten der renommiertesten Cocktailbars. Die Spirituose wird also wieder salonfähig.
Das Herz der blauen Agave
Als Tequila bezeichnet man eine Sorte des Mezcal. Mezcal wird immer aus Agaven hergestellt, Tequila wird aus dem Herzen der blauen Agave gewonnen.
Einteilungen: Reine Agave oder mit Rohrzucker
Bei der Herstellung werden zwei Kategorien unterschieden. Es gibt den «100% Agave azul» und den «Mixto». Der Unterschied ist, wie der Name schon andeutet, dass beim Mixto der Zucker, der zur Alkoholproduktion verwendet wird, aus mindestens 51% blauer Agave gewonnen werden muss. Der restliche Zuckeranteil wird meist mit Rohrzucker ergänzt.
Der 100% Agave azul wird aus 100% Agavenzucker hergestellt und darf nur unter Aufsicht des Consejo Regulador del Tequila in Flaschen abgefüllt und verschifft werden, während der Mixto hochprozentig (55%) in Tanks versendet und beim Empfänger auf Trinkstärke verdünnt und in Flaschen abgefüllt wird.
Verfeinerung:
Hier werden die Lagerung und Veredelung des Tequilas klassifiziert.
- Silver, Blanco:
Ist immer klar, wird also direkt nach der Destillation in Flaschen abgefüllt.
- Gold, Joven oder Oro:
Dies stellt für mich die «Fake»-Variante dar. Hier wird der Tequila geblendet, aus Blanco und Reposado. Das ist ja grundsätzlich nicht schlecht, aber die Tatsache, dass er mit bis zu 1% seines Gewichts mit Zuckercouleur zur Färbung und Eichenholzextrakten, Glycerin und Zuckersirup zur Abrundung versetzt werden darf, macht mich eher skeptisch.
- Aged, Reposado:
Hier wird der Tequila nach der Destillation noch für mindestens zwei Monate in Eichenholzfässern gelagert.
- Extra-Aged, Añejo:
Bei dieser Variante wir der Brand mindestens ein Jahr und maximal drei Jahre in Eichenholzfässern gelagert, die das Volumen von 600 Litern nicht übersteigen dürfen.
- Ultra-Aged, Extra-Añejo:
Dies ist die neuste Kategorie, die erst 2006 ins Leben gerufen wurde. Hier wird der Tequila für mindestens drei Jahre in Eichenholzfässern gelagert.
Ausserdem erlebt auch Agavendicksaft als Süssungsmittel gerade einen grossen Hype. Der feine Geschmack und das Honig-artige Mundgefühl verleihen den Cocktails, die damit gemacht werden, einen sehr angenehmen Trinkfluss.
Ich hoffe, ich konnte eure Meinung zu Tequila etwas verbessern, und allfällige böse Erinnerungen vertreiben. Am Freitag machen wir dann noch einen wohlschmeckenden Sommer-Tequila-Cocktail.
Viel Spass!
Kaspar