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«Wer gewinnen will, muss das Rennen erst beenden»
Mobilität Der schweizerisch-italienische Rennfahrer Sébastien Buemi fährt seit 2012 in der Formel 1 für Red Bull Racing und Scuderia Toro Rosso. Für Toyota tritt er in der FIA-Langstrecken-WM an, die er 2014 für sich entschied.
Sébastien Buemi, wo sind Sie gerade?
Ich lebe in Monaco, konnte mir aber ein paar Tage frei nehmen, die ich bei meiner Familie in Aigle verbringe. Ich bin so oft unterwegs, dass ich zufrieden bin, einfach mal gar nichts zu machen.
Sie fuhren schon im Alter von sechs Jahren Kartrennen – woher kommt diese frühe Faszination an Geschwindigkeit?
Manchmal muss ich am Limit fahren, aber man muss wissen, wann man es nicht überschreiten darf.
Mein Vater hat mir zu Weihnachten einen Gokart geschenkt; so fing das an. Obwohl ich ihn mir nicht gewünscht hatte! Heute ist das mein Job und meine Passion. Aber warum, das kann ich nicht beantworten. Es ist einfach ein Supergefühl, wenn ich Vollgas gebe. Ich liebe jeden Tag auf der Rennstrecke.
Es gab ja auch schon Unfälle – wie am Grossen Preis von China – überlegen Sie sich das, wenn Sie ins Cockpit steigen?
Mein Vertrauen in die Technik ist sehr gross. Würde ein Fahrer an den Unfall denken, würde es ihn langsamer machen. Manchmal muss ich am Limit fahren, aber man muss wissen, wann man es nicht überschreiten darf.
Sichere Fahrweise wäre ja letztlich für Ihre Tätigkeit eine Bremse?
Klar. Aber man darf auch nicht verrückt fahren. Wer gewinnen will, muss erst das Rennen beenden. Das 24-Stunden-Rennen von Le Mans zum Beispiel ist sehr lang. Man muss aber auf der Strecke bleiben, um zu gewinnen.
Wie lässt sich Formel 1 heutzutage noch vertreten, wenn man von sauberer Umwelt und erneuerbarer Energie spricht?
Formel 1 hat ein Problem. Aber man darf die Regeln nicht immer wieder ändern, das will das Publikum auch nicht.
Wie würden Sie sich privat als Autofahrer beschreiben?
Ich fahre ja viel, weil ich oft unterwegs bin, und fahre dabei ganz normal. Ich überschreite das Limit nicht, denn meinen Führerschein brauche ich ja. Ich kriege höchstens mal eine Park-Busse.
Worauf liegt in dieser Saison Ihr Fokus?
Für alle ist Le Mans im Juni das grösste Rennen. Ich liege auch in der Formel E gut im Rennen.
Was ist für Sie beim Autokauf wichtig?
Nicht die PS. Sondern ein Auto, das gut im Verbrauch und effizient zu fahren ist.
Wie sparen Sie Benzin?
Ich behalte die Drehzahl im Auge, schalte wenn möglich hoch. Ich fahre vorausblickend: Ich gehe schon vorher vom Gas, wenn ich sehe, dass ich halten werde.
Würden Sie Tempo 30 innerorts befürworten?
Das hängt von der jeweiligen Strasse ab. Man muss das Limit der Strecke, den Kurven anpassen.
Das Wichtigste für sichere Fahrweise?
Vorauszuschauen, was die anderen tun. Auch wenn ich Vorfahrt habe, muss ich bereit sein, zu bremsen.
Ist die Fahrprüfung in der Schweiz zu streng?
Ich finde die obligatorischen Kurse und die Fristen gut. Weil man wissen muss, wie wichtig der Führerausweis ist, und dass man ihn nicht einfach kriegt, nur weil man 18 geworden ist.