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28.07.2015
«Die besten Zeiten meines Lebens waren in Las Vegas»
Er war Boxer, Pilot und Unternehmer. Der Selfmademan und Milliardär Kirk Kerkorian musste von klein auf für seinen Wohlstand kämpfen. Am 15. Juni ist er im Alter von 98 Jahren verstorben. Die grössten Hotels in Las Vegas sind noch heute Monumente seines Erfolgs.
Geboren am 6. Juni 1917, als Sohn armenischer Einwanderer, verkörpert Kirk Kerkorian den American Dream wie kaum ein anderer. Aus einfachsten Verhältnissen musste er bereits im Alter von neun Jahren arbeiten, um Essen auf den Tisch zu bringen. In der achten Klasse schmiss er die Schule mit dem Ziel, Amateurboxer zu werden. Als Kämpfer schaffte er es bis zum Champion im Weltergewicht. Dann kam er über einen Freund zum Fliegen. Während des Zweiten Weltkriegs flog er für die britische Air Force Einsätze, wovon viele seiner Kameraden nicht zurückkehrten.
Vom Flugunternehmer zum Millionär
1944 kam Kerkorian zum ersten Mal nach Las Vegas und verliebte sich sogleich in die Wüstenstadt. Später meinte er: «Die besten Zeiten meines Lebens waren in Las Vegas.» Kerkorian sah früh das Potenzial der noch kleinen Stadt in Nevada. Für 60'000 Dollar kaufte er eine kleine Charterlinie, die Flüge zwischen Los Angeles und Las Vegas anbot. Er brachte das Unternehmen 1965 an die Börse und verkaufte es wenige Jahre später für 104 Millionen Dollar. In der Zwischenzeit hatte der Selfmademan bereits 32 Hektar Bauland für weniger als eine Million Dollar am «Strip» von Las Vegas gekauft. 1966 wurde darauf das Casino-Hotel Caesars Palace errichtet. Kerkorian vermietete das Land zuerst für vier Millionen an das Hotelunternehmen, um es danach für weitere fünf Millionen ganz abzutreten.
Hotels der Superlative
Das gewonnene Kapital investierte Kerkorian in sein eigenes Hotel: das International. Mit 1’512 Zimmern war es das grösste der Welt. In seinem berühmten Showroom lockten Künstler wie Barbara Streisand und Elvis Presley Gäste aus aller Welt an. Schritt für Schritt sicherte er sich nebenbei über Aktienkäufe das Hollywood-Studio Metro-Goldwyn-Mayer (MGM). 1971 hielt er die Mehrheit des maroden Unternehmens. Der findige Kerkorian baute MGM zu einem Hotel- und Unterhaltungskonzern um. Mit dem MGM Grand eröffnete er im selben Jahr ein 107 Millionen teures Ressort und nannte damit erneut das grösste Hotel der Welt sein eigen.
Im Jahr 1980 erlebte er einen Rückschlag: Bei einem Brand im MGM Grand starben 85 Menschen. Darauf verkaufte er das Hotel 1986 für 600 Millionen Dollar. Doch Kerkorian liess sich nicht einschüchtern und baute 1993 ein neues MGM Grand, das noch heute einer der grössten Komplexe in Las Vegas ist. Es umfasst einen Vergnügungspark und der Eingang wird von einem 15 Meter hohen Bronzelöwen bewacht.
Buntes Privatleben
So aufregend wie seine Geschäfte, gestaltete sich auch das Privatleben des medienscheuen Unternehmers. Noch 2012 ging das Gerücht herum, dass er Joan Dangerfield, die Witwe des Komikers Rodney Dangerfield heiraten möchte.
Kurz darauf kündigte Kerkorian die Verlobung mit seiner Bekannten Lu Beard an. 2014 heiratete er aber seine langjährige Freundin Una Davis.
Kerkorian verstarb am 15. Juni 2015 im Alter von 98 Jahren. Er hinterlässt zwei Töchter, drei Enkel und ein Erbe, das ihn als König von Las Vegas unsterblich macht.