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Musikdatenbank
Musiker
Bob "The Bear" Hite
geboren am 26.2.1945 in Los Angeles, CA, USA
gestorben am 5.4.1981 in Los Angeles, CA, USA
Links www.bobhite.net (Englisch)
Bob Hite
Bob "The Bear" Hite (* 26. Februar 1945[1] in Torrance, Los Angeles, Kalifornien; 5. April 1981 in Venice, Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Sänger und Gründungsmitglied von Canned Heat.
Biografie
Bob Hite wurde die Liebe zu der Musik in die Wiege gelegt. Seine Mutter war Sängerin und sein Vater spielte in einer Band in Pennsylvania. Im Alter von neun fing er an, jede Schallplatte aus Jukeboxen zu sammeln, die er bekommen konnte. Aufgrund dieser Sammelleidenschaft eröffnete er später einen eigenen Plattenladen und brachte das Sammler-Journal Rhythm&Blues Collector heraus. Seine Sammlung erreichte 1973 einen Bestand von über 70.000 Schallplatten. Er soll oft in Plattenläden sämtliche Kopien einer Platte aufgekauft und sie bis auf ein Exemplar vernichtet haben, um den Wert seiner Sammlung zu erhöhen. [2] Nach seinem Tod 1981 wurde die Sammlung zerschlagen, er hatte aber vorher schon aufgrund finanzieller Probleme große Teile verkaufen müssen. Einen Großteil seiner Sammlung besitzen heute Fito DeLaParra und Walter De Paduwa. Dieser veröffentlichte 2007 in Zusammenarbeit mit Adolfo Fito De La Parra einige Aufnahmen aus der Sammlung auf dem Sampler Rarities From The Bob Hite Vaults.
Im Zuge des Folk-Revival Anfang der 1960er entdeckte er den Bluessänger Driftin' Slim wieder und verhalf ihm Mitte der 60er zu einem Comeback.
1965 gründete er mit Alan Wilson, den er über John Fahey kennenlernte und Henry Vestine die Band Canned Heat. Hite kam auf den Namen, da eine seiner Schallplatten aus dem Jahr 1928 von Tommy Johnson einen gleichnamigen Bluessong enthielt. Bei Canned Heat übernahm er den Gesang und die Mundharmonika. Später, nach Wilsons Tod, spielte er gelegentlich auch dessen alte Gibson Les Paul bei Auftritten.
Mit Canned Heat feierte Hite seine größten Erfolge und trat mit ihnen 1967 beim Monterey Pop Festival und 1969 beim Woodstock-Festival auf.
Neben seiner Rolle als Musiker (co-)produzierte Hite auch Alben von Canned Heat und anderen Interpreten. Über seine Sammlerleidenschaft traf er 1969 Albert Collins und half ihm, seine Karriere aufzuwerten. Collins widmete ihm daraufhin die Single Love Can Be Found Anywhere, dessen Namen aus dem von Hite geschriebenen Song Fried Hockey Boogie stammt.
1968 war er Co-Produzent des Albums Slim's Got His Thing Going On von Sunnyland Slim, an dem er neben Alan Wilson auch musikalisch mitwirkte. Als Gage erhielt er ein Piano, welches bei dem Song Turpentine Moan auf dem Album Boogie With Canned Heat zu hören ist.
Im selben Jahr produzierte er zusammen mit Skip Taylor das Album Hooker n Heat, das Canned Heat mit ihrem großen Idol John Lee Hooker aufnahmen.
Nach dem Tod seines Mitstreiters und Bandgründers Alan Wilson ließ der Erfolg der Gruppe rapide nach und Hite verfiel mehr und mehr harten Drogen.
Tod
Am 5. April 1981 spielten Canned Heat im Palmino Club in Los Angeles unter anderem mit Henry Vestine einen laut ihrem Schlagzeuger Adolfo Fito De La Parra sehr guten Gig, was zu dieser Zeit für die Band nicht selbstverständlich war, da sie aufgrund enormer Drogenprobleme und oft wechselnden Besetzungen viele Reinfälle erlebte. In der Pause zwischen den beiden Sets boten ein paar Junkies Hite Heroin an, welches dieser sofort komplett inhalierte. Von dem Heroin völlig weggetreten war Hite nicht mehr in der Lage, das zweite Set zu singen. Um ihn wieder auf die Beine zu bekommen, gaben ihm ein paar Roadies der Band etwas Kokain, doch das knockte ihn völlig aus und die Band musste ohne ihn weiter spielen. Sie kümmerte sich nicht weiter um ihn, da sie sowas öfters mit ihm erlebten. Während des zweiten Sets brachten ihn Freunde nach Hause, wo er einen Herzanfall hatte. Als nach langer Wartezeit endlich der Krankenwagen eintraf konnte er zwar noch einmal reanimiert werden doch der stark übergewichtige Hite verstarb einige Minuten darauf. Seine letzte Aufnahme war das Lied "Hell's just on down the line" für das Album "Kings of the Boogie", das ohne ihn fertiggestellt wurde. Zu seinem Gedenken brachte der ehemalige Canned Heat-Bassist Tony De La Barreda ein 1980 aufgenommenes, auf Hites ausdrücklichen Wunsch unveröffentlicht gebliebenes Album mit dem Titel "In Memory of Bob The Bear Hite - Don't forget to boogie" heraus. Bis dato hatte er jedes Konzert mit den Worten "Don't forget to boogie" beendet.
Trivia
- Über die Herkunft seines Spitznamens gibt es zwei Aussagen:
- P. J. Proby gab ihm während eines Auftritts den Spitznamen "The Bear" aufgrund seines großen, massigen Körpers und seinen langen Haaren und des Vollbartes.
- Bei dem Dreh zur Fernsehserie Playboy After Dark von Hugh Hefner wird die auf dem Schoss von Hite sitzende Lindsay Wagner von Hefner gefragt, welchem Tier Hite ähnelt würde. Auch sie verglich ihn mit einem Bären.
- Das Magazine Variety beschrieb Hite in der Dezemberausgabe 1967 als "one of the rare species floating around (and that he does) who shows promise of being singled out in this new crop of bands as a top performer."
- Hite beendete jedes Konzert mit dem Satz: Dont forget to boogie!"
Diskografie
mit Canned Heat
- Siehe Diskographie von Canned Heat
mit anderen Musikern
- 1969: Slim's Got His Thing Goin' On mit Sunnyland Slim
- 1970: Hook 'n' Heat mit John Lee Hooker
- 1973: Gates On The Heat mit Clarence Gatemouth Brown
- 1973: Memphis Heat mit Memphis Slim
- 1978: Live At Venice Theatre mit John Lee Hooker und The Chambers Brothers
Einzelnachweise
- Biografie bei Canned Heat
- Bob Hite bei MySpace
- Bob Hite in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database