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Als heute vor 125 Jahren Alfred Bernhard Nobel seinen Namen unter sein Testament setzte, unterzeichnete er faktisch das Gründungsdokument der Nobelstiftung.
Mit den Zinsen seines beträchtlichen Vermögens sollten jedes Jahr die Menschen ausgezeichnet werden, die «der Menschheit den grössten Nutzen erbracht haben», und zwar in den Kategorien Physik, Chemie, Medizin und Literatur. Zudem sollte derjenige einen Preis erhalten, «der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt hat.» Wieso Nobel diese Kategorien auswählte und zum Beispiel keinen Preis für Mathematik oder Wirtschaftswissenschaften ausgelobt hat, bleibt unklar.
Am interessantesten ist der Preis für die Friedensförderung. Denn Nobel hatte sein Vermögen mit der Erfindung und Produktion von Dynamit und damit letztlich mit dem Krieg gemacht. Diesen verabscheute er zwar. Er war allerdings der Meinung, dass seine Fabriken unter Umständen den Krieg schneller beenden würden als alle Friedenskongresse, «denn wenn sich zwei gleich starke Armeen gegenseitig in einer Sekunde vernichten können, werden alle zivilisierten Nationen davor zurückschrecken und ihre Truppen auflösen.»
Dennoch wollte er offensichtlich auch den Weg der Friedensförderung und Völkerverständigung fördern. Dazu wird ihn nicht zuletzt sein freundschaftlicher Briefverkehr mit Bertha von Suttner, einer engagierten Pazifistin, gebracht haben. Sie ist übrigens auch die erste Frau, die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.
Reich wurde Nobel mit der Produktion von Waffen. Berühmt aber, weil er sein Geld nicht zuletzt der Friedensförderung gestiftet hat.