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Umbau bestehendes Wohnhaus am Herrenrain in Sursee.
Ausgangslage
Das heutige umgebaute geschichtsträchtige Haus am Herrenrain 14 (ehemaliges „Monnerhaus“) war das erste Schulhaus im Kantons Luzern. 1681 wurde die erste Gesamtschule im Kanton Luzern eröffnet. Das Schulhaus wurde an die innere Stadtmauer sowie an die ostseitige Mauer des ersten Wohnhauses aus dem Jahre 1400 gebaut.
Entwurfsidee
Diese beiden Mauern führten bis ins Dachgeschoss und sind auch heute noch sichtbar. 1860 wurde das Haus von vier Familien bewohnt. 1912 zog die spanische Einwandererfamilie Monner ins Haus am Herrenrain 14. Sie betrieben im Erdgeschoss bis 1992 eine kleine Weinhandlung. Ab diesem Zeitpunkt war das Haus Mitten in der Surseer Altstadt unbewohnt.
Projektierung
2018 wurde mit den Umbauarbeiten gestartet. Es wurde eine Gebäudeanalyse vorgenommen, die Verkleidungen wurden entfernt, und die alte Schulhausstruktur kam zum Vorschein. Die vorgenommenen 16 Holzanalysen zeigten, dass das gesamte Holz im Dezember 1679 gefällt wurde. Die Grundstrukturen des ehemaligen Schulhauses wurden komplett erhalten. Die Idee war, möglichst alles zur erhalten und zu restaurieren. Beispielsweise musste die Holzwand im Dachgeschoss durch eine Brandschutzwand ersetzt werden. Die entfernten Wandbretter wurden wiederverwendet. Ein neuer Holzboden im Dachgeschoss, Verkleidungen und eine Badezimmerablage entstanden. Es wurde nur saniert, wo es wirklich notwendig war. Sämtliche alten Holzbalken wurden als Zeitzeugen belassen, nur die morschen Teilstücke wurden durch neue Holzbalkenstücke ersetzt.
Der Lift, der sämtliche 4 Geschosse erschliesst, wurde beim ursprünglichen Treppenhaus des Schul-hauses situiert. Die Auswechslungen waren noch vorhanden. Für die Liftplatzierung musste nur ein Balken um 10 cm versetzt werden. Nebst der Aufgabe des Personentransports hat der Lift die Funktion, Tageslicht vom Dachgeschoss in die Zwischengeschosse zu bringen. Der Liftschacht wurde pro Geschoss mit einer Glaswand versehen, um so Tageslicht vom Dachgeschoss in die Zwischengeschosse zu transportieren.
Realisierung
Der aus dem Jahre 1350 stammende Römerweg, immer noch im ausgezeichneten Zustand, wird mit einem begehbaren Sichtfenster gezeigt. Die neu eingesetzten Materialien Monobeton (Boden EG), Schwarzblech (Lift) oder Messing (Küche) ergänzen wie selbstverständlich und auf eine natürliche Weise die bestehenden Bauteile. Die neuen Decken im 2. OG sind mit drei unterschiedlichen Wandbildern (Bilder des letzten Bewohners mit dem Künstlername Canameras) ausgestattet. Die bis zu 165 cm dicke Stadtmauer (Hinterer Stadtgraben) ist als Fassade strukturell belassen und restauriert worden. Auf der Altstadtseite wurden die aufgemalten Fenster als richtige Fenster ergänzt und der bestehende Putz erneuert. Eine kontrollierte Wohnungslüftung wurde eingebaut. Für sämtliche Installationen sind keine Wände aufgespitzt worden. Entweder sind die Installationen in Hohlräumen oder aber sichtbar in vertikal geführten Kupferleitungen versorgt.
Das umgebaute Wohnhaus ist eine Synthese zwischen dem ehemaligen Schulhaus, den Vorgängerhäusern sowie der heutigen Wohnform.