Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/75582

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Zahl der Sans-Papiers in der Schweiz wird auf 90 000 (offizielle Angaben laut eines Berichtes im Auftrag des BFM) bis 300 000 Personen geschätzt. Sans-Papiers sind Personen, die in der Schweiz arbeiten, aber über keine Aufenthaltsbewilligung verfügen. Sie leben unter prekären Bedingungen und werden oft miserabel entlöhnt.</p><p>Kürzlich hat das Bundesamt für Statistik aufgezeigt, dass die Zahl der in Armut lebenden Erwerbstätigen bisher überbewertet wurde. Der Rückgang in der Statistik lässt sich dadurch erklären, dass neu präzisere Methoden angewandt und die Richtwerte der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe verwendet werden.</p><p>Aber berücksichtigen die jüngsten Statistiken, denen zufolge die Zahl der Working Poor gesunken ist, auch Personen, die nicht legal in der Schweiz leben?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Wie der Bundesrat in seiner Antwort auf die Interpellation Hess Bernhard 06.3757 vom 19. Dezember 2006, "Volkszählung ohne Erfassung der illegal Anwesenden?", erläutert hat, fehlt der grösste Teil der illegalen Aufenthalter in den statistischen Erhebungen. Illegale Aufenthalter und Einwanderer können statistisch nicht erfasst werden, weil sie sich aus offensichtlichen Gründen bei den zuständigen Behörden in der Regel nicht melden.</p><p>Die Statistik der Working Poor wird vom Bundesamt für Statistik auf der Grundlage der Daten der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (Sake) erstellt. Die Sake ist eine Stichprobenerhebung bei der ständigen Wohnbevölkerung. Grundsätzlich werden also Personen mit einer Kurzaufenthaltsbewilligung und vor allem jene, die sich illegal in unserem Land aufhalten, in dieser Erhebung nicht berücksichtigt. Zudem kann davon ausgegangen werden, dass illegale Aufenthalter der Bitte eines Bundesamtes, an einer Erhebung über ihre sozio-professionelle Situation teilzunehmen, kaum Folge leisten würden, insbesondere aus Angst, von den Behörden entdeckt zu werden.</p><p>Fazit: Die Sans-Papiers sind in der Statistik der Working Poor nicht erfasst. Der Rückgang der Zahl der Working Poor, der sowohl mit der alten als auch mit der neuen Berechnungsmethode beobachtet werden kann, ist wahrscheinlich auf die gute Wirtschaftslage zurückzuführen.</p>  Antwort des Bundesrates.