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Die Strassenbeleuchtung leistet einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit. Eine optimale Strassenbeleuchtung hilft Verkehrsteilnehmenden frühzeitig Gefahrenquellen auf und neben den Strassen zu entdecken und zu erkennen, um adäquat entscheiden und richtig handeln zu können.
Die Strassenbeleuchtung leistet einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit. Eine optimale Strassenbeleuchtung hilft Verkehrsteilnehmenden frühzeitig Gefahrenquellen auf und neben den Strassen zu entdecken und zu erkennen, um adäquat entscheiden und richtig handeln zu können. Ausgehend von aktuellen Forschungsergebnissen zu Fahrzeugbewegungen auf Schweizer Strassen muss die Frage gestellt werden, inwiefern der Grundsatz zutrifft, dass eine höhere Beleuchtungsstärke kausal mit einer Verringerung des Risikos für die Verkehrsteilnehmenden einhergeht. In der Tat scheint das natürliche Umgebungslicht zu beeinflussen, wie schnell Fahrzeuglenkerinnen unterwegs sind. Interessanterweise wurde kürzlich ein negativer Beleuchtungsstärke-Fahrgeschwindigkeits-Zusammenhang (BFZ) gefunden, d.h., die erlaubte Höchstgeschwindigkeit wird bei Dunkelheit öfter überschritten. Diese Forschungsergebnisse bestärken die Notwendigkeit, die Wirkung der Strassenbeleuchtung auf die Verkehrssicherheit besser zu verstehen.
Das Forschungsprojekt verfolgt die folgenden drei Ziele:
(1) Basierend auf Fachliteratur sollen Faktoren identifiziert und systematisiert werden, welche die Wirkung von Strassenbeleuchtung auf die Verkehrssicherheit beeinflussen;
(2) Das Optimierungspotenzial der Strassenbeleuchtung unter Berücksichtigung der Lichtemissionen soll empirisch geprüft werden;
(3) Die psychologischen Prozesse sollen untersucht werden, welche der Wirkung von Strassenbeleuchtung auf die Verkehrssicherheit zugrunde liegen.
Um die obigen Ziele zu erreichen, wurde ein Feldexperiment auf drei ausgewählten Strassen in der Stadt Zürich durchgeführt. Über einen Zeitraum von sechs Monaten wurde die Beleuchtungsstärke der Strassenbeleuchtung systematisch über vier Stufen (C-Klassen: C2, C3, C4, C5) variiert, während die Fahrgeschwindigkeit gemessen wurde. Ebenfalls wurden folgende Messungen erhoben: Leuchtdichte, anonymisierte Kennzeichen, Strassenzustand und meteorologische Parameter. Der gesamte Datensatz aus dem Feldexperiment umfasst 6 Mio. Fahrzeugbewegungen. Ergänzend wurde eine zusätzliche Stichprobe von Fahrzeuglenkenden (n=454) im Rahmen von polizeilichen Grosskontrollen erhoben.
2019 - 2021
Die Ergebnisse des Feldexperiments zeigen keine Evidenz für einen systematischen Zusammenhang zwischen Beleuchtungsstärke und Fahrgeschwindigkeit. Das heisst, die Manipulation der Beleuchtungsstärke führt auf aggregierter Ebene nicht zu unterschiedlicher Fahrgeschwindigkeit. Hingegen zeigte sich in Bezug auf die Messung der Leuchtdichte eine negative Korrelation mit Fahrgeschwindigkeit, d. h. eine Reduktion der Fahrgeschwindigkeit bei zunehmender Leuchtdichte. Schliesslich wurde mithilfe der Umfragen gezeigt, dass die Manipulation der Beleuchtungsstärke keinen Effekt auf das subjektive Helligkeitsempfinden der befragten Fahrzeuglenkenden hatte.
Dieses Projekt fand in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Emanuel de Bellis (Universität St. Gallen), Prof. Dr. Ralph Hertwig (Max-Planck-Institut für Bildungsforschung), der Stadt Zürich, der Swisstraffic AG, dem Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ), Periziando GmbH, scians GmbH und der Elektron AG statt.
Das Projekt wurde finanziert durch das Bundesamt für Strassen.
Der Schlussbericht dieses Projektes ist öffentlich einsehbar.
Die Ergebnisse des Projektes wurden an der Tagung der Schweizer Licht Gesellschaft (SLG) vorgestellt.
Prof. Dr. Michael Schulte-Mecklenbeck
Dr. Sabrina Stöckli