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Subaru: Von den 50ern bis heute
Die Geschichte Subarus ist eng mit der von Fuji Heavy Industries (FHI) verknüpft. Der im Nikkei-Index gelistete Konzern entstand im Jahr 1953 aus dem Flugzeugbauer Nakajima Hikōki. Ursprünglich bestand das Unternehmen aus zwölf Sparten, von denen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sechs in einer neuen Gesellschaft zusammengefasst wurden.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Fuji Heavy Industries zu einem der bedeutendsten Transportmittelproduzenten Japans und wurde Zulieferer von Konzernen wie Boeing, dem Weltmarktführer im Bereich der Passagierflugzeuge. Neben Automobilen, die unter den Marken Subaru und Blitzen vertrieben werden, stellt FHI unter anderem Landmaschinen, Busse, Motorroller und Lokomotiven her. Seit April 2008 hält Toyota eine Beteiligung von 16,5 Prozent an Fuji Heavy Industries.
50er-Jahre
Nach der vom amerikanischen Militär genehmigten Teilwiedervereinigung entstand der Plan, in den prosperierenden Automarkt einzusteigen. Im Jahr 1954 wurde der erste Prototyp („P1“) fertiggestellt. 1958 lief mit dem Subaru 360 das erste Grossserienfahrzeug vom Band. Hierbei handelte es sich um einen Kleinwagen nach dem Vorbild des VW Käfer. Bis zum Produktionsende im Jahr 1970 konnten in Asien über 390.000 Exemplare verkauft werden. Ab 1968 wurde das Modell auch in die USA importiert – hier war der Erfolg allerdings eher bescheiden.
60er-Jahre
Zu Anfang der 60er-Jahre legte das FHI-Management langfristige Unternehmensziele fest, deren Umsetzung sich nachhaltig auf die Entwicklung der Marke Subaru auswirkte. Unter anderem sahen die Pläne eine Ausweitung des Exports vor. Im Jahr 1960 ging FHI an die Tokioter Börse, um das erforderliche Kapital einzusammeln.
Auf der Basis des Subaru 360 entstand der Kleintransporter „Sambar“, der sich aufgrund seiner geringen Grösse und enormen Wendigkeit leicht manövrieren liess. Der Wagen entwickelte sich zum Kassenschlager, woraufhin die Subaru-Führung beschloss, zusätzlich eine Version für den Personentransport anzubieten. Der Viersitzer „Sambar Light Van“ erschien im September 1961. Im März 1962 folgte eine viertürige Variante.
Der erste Fronttriebler wurde im Jahr 1966 vorgestellt: Der Subaru 1000 bot vier Passagieren Platz und trat in direkte Konkurrenz zu den marktbeherrschenden Modellen Mitsubishi Colt 600 und Datsun 110/210. Beide genannten Wagen wurden durch einen Heckmotor angetrieben und entwickelten daher vergleichsweise laute Fahrgeräusche. Beim Subaru 1000 wurde dieses Problem auf elegante Weise umgangen, indem man einen wassergekühlten Vierzylinder-Boxermotor mit hängenden Ventilen verwendete.
70er-Jahre
Die 70er-Jahre wurden massgeblich vom Leone geprägt, dem Nachfolger des von 1969 bis 1971 gebauten Subaru FF-1. Das zweitürige Hardtop-Coupé mit Allradantrieb stiess bei der angepeilten Zielgruppe auf grosse Resonanz, sodass ein halbes Jahr später eine viertürige Limousinenversion folgte. Im Herbst 1972 wurde zusätzlich eine Kombiversion ins Programm aufgenommen.
Die erste Leone-Generation wurde in Europa unter den Bezeichnungen 1600 bzw. 1800 angeboten, in den Vereinigten Staaten lauteten die Modellnamen DL und GL. Am besten verkaufte sich die Kombiversion, die den Grundstein für den Ruf Subarus als Hersteller von hochwertigen Allradfahrzeugen legte. 1977 erhielt der Leone ein umfangreiches Facelift. Im selben Jahr wurde ein zweisitziger Pick-up („Brat“) präsentiert, der technisch auf dem Leone basierte.
80er-Jahre
Zu Beginn der 80er-Jahre kamen mit dem Kompaktvan Wagon 4WD, dem Sportcoupé XT 4WD und dem Kleinwagen Justy drei neue Subaru-Modelle auf den Markt. Untypischerweise wurde der Justy nicht von einem Boxer-, sondern von einem Reihenmotor angetrieben. In Europa gab es Versionen mit und ohne Allradantrieb. In Deutschland wurden verschiedene Varianten mit zuschaltbarem Vierradantrieb angeboten.
Ab 1987 war für den Justy ein CVT-Automatikgetriebe verfügbar, das anstelle des 3-Gang-Automatikgetriebes gewählt werden konnte. Gegen Mitte des Jahres 1989 erschien eine facegeliftete Neuauflage. Der Innenraum blieb weitgehend unangetastet, während an der Karosserie einige Änderungen vorgenommen wurden. In Taiwan erschien zur selben Zeit eine Stufenheckvariante (Subaru Tutto), die in Kooperation mit einer regionalen Firma gebaut wurde.
90er-Jahre
Zu Anfang der 90er-Jahre wurde die Produktpalette um die Modelle SVX, Impreza, Outback und Vivio ergänzt. Dem Sportcoupé SVX, das auf dem japanischen Heimatmarkt unter der Bezeichnung Alcyone SVX verkauft wurde, war wenig Erfolg beschieden. Der Nachfolger des kantigen Coupés XT fand in den USA in den ersten drei Jahren nur rund 10.000 Käufer – damit wurde das Ziel von 10.000 Exemplaren pro Jahr deutlich verfehlt. Ende 1997 stellte Subaru die Produktion ein.
Der Vivio wurde 1992 als Nachfolger des Subaru Rex eingeführt. Der Kleinstwagen spielte auf dem europäischen Markt eine eher geringe Rolle. In den Benelux-Ländern und in der Schweiz fand der mit einer modernen Karosserie ausgestattete Vivio jedoch zahlreiche Freunde. Noch heute existieren in diesen Ländern Internetforen, in denen Tipps zur Reparatur und Pflege ausgetauscht werden.
Mit dem Impreza schloss Subaru die Lücke zwischen dem Justy und dem grösseren Legacy. Die beliebteste Version der ersten Generation war die viertürige Limousinenvariante, die wie der Kombi mit 1,6- und 1,8-Liter-Boxermotoren erhältlich war. Daneben gab es eine weitere Gruppe (WRX), die mit einem 2,0-Liter-Turbomotor ausgestattet war.
Der Outback (eingeführt 1996) stellte zu Produktionsbeginn eine Offroadversion des Legacy dar, wurde später aber in ein eigenständiges Modell umgewandelt. Die Unterschiede zum Legacy waren hauptsächlich in der grösseren Beinfreiheit und der veränderten Optik zu finden.
2000er- und 2010er-Jahre
Im Jahr 2003 stellte Subaru den Impreza WRX STi vor, der eine Leistung von 265 PS bot. Im selben Jahr gewann der Autobauer zum dritten Mal die Rallye-Weltmeisterschaft. In Japan kamen kurz nacheinander die Kleinwagen R2 und R1 auf den Markt. Es folgten neue Generationen der Modelle Outback, Justy, Forester und Legacy.
2005 wurde der SUV Tribeca präsentiert, der mit einem 3-Liter-DOHC-Boxermotor und einer Fünfgangautomatik ausgestattet war. Ab 2006 war der Wagen auch in der Schweiz erhältlich. 2008 sorgte Subaru in der Automobilwelt für einen Paukenschlag, als der weltweit erste Diesel-Boxermotor vorgestellt wurde.
In der ersten Hälfte der 2010er-Jahre konzentrierte sich Subaru vornehmlich darauf, die bestehenden Modelle technisch zu optimieren. 2013 stellte der Konzern auf dem Genfer Salon die Studie „Viziv“ vor, die von einem dieselbasierten Plugin-Hybridmotor angetrieben wird.
Seit März 2015 ist die fünfte Generation des Crossover-SUVs Outback erhältlich. Der zur Grundausstattung gehörende Fahrassistent „EyeSight“ beinhaltet eine adaptive Geschwindigkeits- und Abstandsregelung, einen Spurhalte- und Bremsschutzassistenten sowie einen Anfahr-Kollisionsschutz.