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Hinduismus in der Nordwestschweiz
Durch den Bürgerkrieg auf Sri Lanka kamen seit den frühen achtziger Jahren manche Tamilen in die Schweiz. Die erste Einwanderungswelle in der Region Basel begann 1983.
Etliche dieser ersten Generation leben noch hier mit C-Bewilligung oder wurden eingebürgert.
Viele konnten ihre Familie nachholen oder haben hier geheiratet. Weil viele Kinder geboren wurden, ist das Durchschnittsalter zwangsläufig gesunken. Viele der Tamilenkinder besuchen hier die Schulen.
Schon 1985 wurde der erste tamilische Hindu-Tempel in der Schweiz eröffnet; er war in Basel. Als Lokal dienten in der ersten Zeit zuerst ein Kindergartenlokal und später ein Keller in einem kleineren Wohnhaus in Basel.
Zwei Jahre war ein Raum von INFOREL im gleichen Haus am Freitag- und Sonntagabend der Tempel. Die Altäre verschwanden für die übrige Zeit hinter Vorhängen. Wurden anfangs die Gottesdienste von fünf bis zehn Personen besucht, nahm die Zahl immer mehr zu, so dass an den Festen oft weit über 50 Personen in dem kleinen Raum keinen Platz mehr fanden. Deshalb musste die Gemeinde ein anderes Lokal suchen.
Von 1989 bis 1994 hatte die Gemeinde ihren ersten richtigen Tempel im 2. Untergeschoss eines Appartementshauses an der Burgfelderstrasse 25. Auch hier war jeweils am Freitag- und Sonntagabend Puja. Auch dieser Raum war bald wieder zu klein. Beim ersten Fest Vinayakacathurti, das mit der Umkreisung mit der Bildgestalt des Gottes Ganescha des Quartiers seinen Höhepunkt hatte. Etwa 200 Personen folgten auf der Strasse und nachher im Tempel dieser eindrücklichen Feier.
Im Mai 1994 konnte an der Mailandstrasse 20 im Dreispitzareal der erste Raum bezogen werden. Schon bald war auch dieser Raum wieder zu klein, so dass der danebenliegende Raum dazu gemietet und die Wand dazwischen herausgerissen wurde. Am 4. September 1996 war die feierliche Einweihung des umgebauten grossen Tempelraumes.
In den folgenden Jahren wurden zusätzlich zwei weitere Tempel errichtet, so dass bei eher abnehmender Zahl von Gläubigen in der Region 3 Tempel bestanden. Das führte zu einer Verzettelung der Kräfte. Jüngere Tamilen, die bisher in den drei Tempeln kaum engagiert waren, schafften es, alle Verantwortlichen an einen Tisch zu bringen.
In der Folge wurden am 2. Juni 2004 alle drei Tempel aufgelöst und ein gemeinsamer «Hindu Tempel Basel» für die Region begonnen.
Dies hatte spürbar positive Folgen: Die Gottesdienste werden wieder von mehr Menschen besucht. Junge Männer, die bisher nicht oder nicht mehr einen Tempel besuchten, lassen sich gelegentlich, zum Teil sogar fast regelmässig, im Tempel blicken. Der Tempel hat eine offensichtliche Magnetwirkung.
Dass nur noch für einen Tempel Mietzins bezahlt werden musste, war ein angenehmer Nebeneffekt. Der einzige Nachteil war, dass der Tempel oft am Freitagabend und praktisch immer bei Festen viel zu klein war. Der bisherige Höhepunkt war das Wagenfest «Ther» mit etwa 3'000 - 4'000 Besuchenden.
Auf Ende 2008 erhielt der Verein die Kündigung, weil das Areal verkauft wurde. Deshalb suchte er ein neues Lokal.
Seit Ende März 2009 ist der Tempel an der Mailandstrasse 30 im Basler Dreispitzareal.
Im 1. Stock ist ein provisorischer Tempelraum eingerichtet.
→ Hindu Tempel Basel
Literatur
Christoph Peter Baumann: Tamilische Hindus und Tempel in der Schweiz: Überblick und exemplarische Vertiefung anhand der Geschichte des Vinayakar-Tempels in Basel. in: Tempel und Tamilen in zweiter Heimat. Hindus aus Sri Lanka im deutschsprachigen und skandinavischen Raum. [Martin Baumann, Brigitte Luchesi, Annette Wilke (Hrsg.)]. S. 275-294, 2003 Ergon-Verlag