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Institutionen der französischsprachigen Schweiz
Schon seit Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Waisenkinder des Kanton Wallis nach Sion gebracht, wo sie im Waisenhaus St. Joseph betreut wurden. Die Kinder hatten es nicht leicht. Es fehlte an Lehr- und Betreuungspersonen, und die Lebensbedingungen waren schwierig. Ohne grosse Perspektiven kam es oft vor, dass die Kinder über die Stränge schlugen, und das Waisenhaus geriet bei der Walliser Bevölkerung schnell in Verruf. So kam es, dass der Leiter des Instituts die Salesianer um Hilfe bat, welche für ihren Umgang mit Kindern nach dem Vorbild Don Boscos sehr angesehen waren.
Am 14. Januar 1941 übernahmen die Patres Kreyenbühl und Grand die Führung über das Institut St. Joseph in Sion. Sie führten ein neues Bildungskonzept ein, welches auf den Ideen Don Boscos basierte, und erreichten schon bald, dass sich das Verhalten der Kinder und auch der Ruf des Waisenhauses verbesserten. Neue Klassen wurden gebildet, zwei Gebäude wurden gebaut, und auch die Don-Bosco-Schwestern kamen nach Sion, um mitzuhelfen.
Der Fortschritt der Medizin und des Sozialhilfesystems führten dazu, dass es immer weniger Waisen gab, welche die Betreuung der Salesianer benötigten. Aus diesem Grund wandelte sich die Fondation St. Joseph langsam von einem Waisenhaus zu einer Schule für Kinder von Eltern, die ihren Sprösslingen eine solide Bildung und eine christliche Erziehung zukommen lassen wollten. 1968 wohnten 90 Jugendliche im Internat. 140 Schüler besuchten 7 Klassen, und ein weiteres neues Gebäude wurde gebaut.
1973 trat ein neues Bildungsgesetz in Kraft, welches dazu führte, dass der Abschluss des Institut St. Joseph nicht mehr eidgenössisch anerkannt war. Die Oberstufenklassen mussten geschlossen werden, da eine Neuorganisation des Lehrplans zu kostspielig gewesen wäre. So kam es, dass die Salesianer sich im Juni 1986 definitiv aus Sion zurückzogen.
Die Fondation St. Joseph existiert heute noch. Sie bietet Kindern ab 10 Jahren, welche aufgrund von persönlichen, familiären oder schulischen Problemen keine öffentliche Schule besuchen können, die Möglichkeit, die obligatorische Schulzeit im Institut zu beenden.
Auch in Morges (1912-1989) und in Fribourg (1954-1979) waren die Salesianer tätig. Ihre Institutionen sind heute jedoch nicht mehr aktiv. Die Salesianer aus Sion, Morges und Fribourg lebten bis 2014 gemeinsam in der Cure catholique in Soral bei Genf. Heute gibt es in der französischsprachigen Schweiz keine Salesianer mehr.