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Die Veranstaltung wurde aufgrund der unsicheren Veranstaltungssituation im Zusammenhang mit den am 12.12.20 in Kraft getretenen verstärkten Covid-19 Schutzmassnahmen abgesagt.
Julio Cortázar Der Verfolger
Der begnadete Saxophonist und avantgardistische Pionier neuer Stilrichtungen (Bebop), Johnny Carter, hält sich fast mittellos in Paris auf. Er hat dort die Möglichkeit, Platten aufzunehmen und Konzerte zu geben. Der Jazzer will in seiner Musik die Unmöglichkeit zu leben ausdrücken. Seine Musik sind Sessions auf der Suche nach nie gehörten und ungeahnten Höhepunkten. Die unauflösbaren Widersprüche treiben ihn in seinen körperlichen und seelischen Verfall. Sein Freund Bruno, ein französischer Jazz-Kritiker, trifft sich mit Johnny, um eine Biographie über seinen Freund zu schreiben. Aus den aufwühlenden Treffen versucht er sich mit Distanz zu retten, um sich dann aber doch wieder auf die stets aufblitzende Genialität seines Freundes einzulassen. Bruno erkennt seinen Mangel an Kreativität und Bedeutsamkeit und weiss um die Abhängigkeiten der Kritiker gegenüber dem Künstler. Cortázar hat die Figur des Johnny Carter an den großen Jazzer CHARLIE PARKER angelehnt. Parker hat den Jazz wie vor ihm nur Louis Armstrong und nach ihm John Coltrane und Miles Davis beeinflusst. Er wurde 35 Jahre alt.
«Die Erzählung ist ein leidenschaftliches, mitreissendes, virtuoses „Solo für einen Besessenen“» Roger Willemsen, SZ 2004
Mit: Peter Schröder Dramaturgie / Realisation: Marion Schmidt-Kumke
Julio Cortázar (1914 – 1984) Der Argentinier, „den alle liebten“ (Gabriel García Márquez), wurde in Brüssel geboren. Mit seinen argentinischen Eltern zog er nach dem Krieg in einen Vorort von Buenos Aires. 1938 erschien ein erster Gedichtband und Mitte der 1940er Jahre wurde er Professor für französische Literatur. In Opposition zum Regime Juan Peróns emigrierte er 1951 nach Frankreich, arbeitete in Paris als Übersetzer für die UNESCO und wurde 1981 französischer Staatsbürger. Seit Mitte der sechziger Jahre begann sein internationaler Ruf stetig zu wachsen. Es sind vor allem die Erzählungen, die Cortázar bald zu einem der originellsten und kreativsten Autoren Lateinamerikas machten. Als Mitbegründer des sogenannten magischen Realismus umfasst sein Gesamtwerk Romane, Erzählungen, Theaterstücke, Lyrik und Kurzprosa.