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Rezension
Eine "Wüstentochter" erzählt das Geschehen in der Ich-Form: Avital, die auf der Schwelle vom Mädchen zur jungen Frau steht. Sie lebt mit ihrer Familie im Dorf El Gedi im jüdischen Palästina, in einer kleinen, überschaubaren Welt, die mit ihren Freuden und Sorgen, den Hoffnungen, Konflikten und Enttäuschungen viel Zeitloses hat und doch sehr genau in einer historischen Welt angesiedelt ist: im ersten vorchristlichen Jahrhundert, einer Zeit drohender politischer Umwälzungen. Avitals grosser Bruder schliesst sich einer Sekte an, die Schwester heiratet und der kleine Bruder stirbt; dem Vater werden von der Regierung die Balsampflanzungen weggenommen, die Mutter entschliesst sich, künftig Mädchen zu unterrichten, und Avital, die ihr dabei wohl helfen wird, verliebt sich und findet zu einer eigenen Lebensperspektive. Sie ist lebhaft, hilfsbereit und couragiert, neugierig und herzlich und man folgt ihr gern durch die Kapitel, die trotz ihrer Fülle an Figuren, Motiven und kulturhistorischem Wissen spannend und anschaulich sind (im Gegensatz zum Umschlag, der leider viel zu lehrbuchhaft wirkt).
Ein hilfreiches Nachwort situiert die Handlung zusätzlich historisch und erläutert Fachbegriffe aus der jüdischen Kultur.
VERENA STÖSSINGER
Ein Buchtipp aus "weiterfliegen. Empfehlenswerte Kinder- und Jugendbücher", einem 2008 abgeschlossenen Projekt der Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich und des SIKJM. Die rezensierten Bücher zeichnen ein differenziertes Geschlechterbild und zeigen Mädchen und Buben frei von Rollenklischees.