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Körperfunktionen
Schlafzyklus bezeichnet in der Schlafforschung und der Schlafmedizin die Abfolge von Schlafstadien während des Schlafes.
Pro Nacht kommt es beim gesunden Menschen zu vier bis sieben Schlafzyklen zu je etwa 70 – 110 Minuten, bei denen die NREM-Stadien N1, N2 und N3 und wieder N2 gefolgt von REM-Schlaf durchlaufen werden. In den folgenden Zyklen nimmt der Tiefschlaf-Anteil ab und verschwindet in den späteren Zyklen ganz. Hingegen nimmt der REM-Anteil gegen Ende des Schlafes zu.
Die Anteile an der Gesamtdauer eines Nachtschlafes verteilen sich bei einem gesunden Menschen im mittleren Lebensalter (ca. 30 Jahre) wie folgt:
- Stadium N1 bei etwa 5 %
- Stadium N2 bei etwa 45-55 %
- Stadium N3 bei etwa 15-25 %
- REM-Schlaf bei etwa 20-25 %
- Wach-Anteil bei unter 5 %.
Die Zuordnung von zeitlichen Abschnitten des Schlafs zu den Schlafstadien erfolgt bei der Auswertung der mittels Polysomnographie erhobenen Messwerte und wird im Schlafprofil (Hypnogramm) dargestellt.
Erhebliche Abweichungen von diesem Grundmuster führen oft dazu, dass der Schlaf als weniger erholsam empfunden wird. Den Schlaf unterbrechende Weckreaktionen wie die Arousals beim Schlafapnoe-Syndrom zählen dazu ebenso wie Veränderungen in der Abfolge. Besonderheiten wie REM-Schlaf wenige Minuten nach dem Einschlafen, sogenannte Sleep-Onset-REM-Perioden (SOREMP), können Hinweise auf bestimmte Schlafstörungen sein.
Krankheiten
Schlaflosigkeit ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet und beruht auf verschiedensten Ursachen:
- Emotionale Belastungen wie Stress, Sorgen, Ärger oder Anspannung
- Ungünstige äussere Bedingungen wie Lärm, helles Licht, ungeeignetes Bett, unregelmässiger Lebenswandel oder Schichtarbeit
- Hoher Koffein- oder Alkoholkonsum
- Nebenwirkungen einiger Medikamente (vgl. unten)
- Andere Grunderkrankungen, die mit Schlafstörungen einhergehen (vgl. unten)
Für viele bedeutet das Einschlafen schon ein hohes Mass an Stress. Mit diesen Tipps kannst du dies vermeiden:
- Eine heisse Dusche oder ein Bad helfen dir dich vor dem Schlafen zu entspannen. Ausserdem sorgen beruhigende Essenzen wie Lavendel, Hopfen und Melisse für zusätzliche Schläfrigkeit.
- Verzichte in den Abendstunden auf Kaffee oder Energydrinks. Das darin enthaltene Koffein macht wach.
- Luft zum Atmen: Lüfte vor dem Schlafengehen im Schlafzimmer für ein paar Minuten und lass frische Luft rein.
- Genügend regelmässige Bewegung hilft gegen nächtliche Unruhe. Dennoch solltest du dein Sportprogramm zwei Stunden vor dem Schlafen beendet haben. Sonst erreichst du das Gegenteil.
- Ein Mittagsschlaf kann so schön sein. Dafür liegst du abends länger wach. Darum verzichte auf die Siesta.
- Achte auf deine Ernährung! Spinat enthält viel Magnesium, das den Spiegel der Stresshormone senkt. Ausserdem empfehlen sich abends leichte Mahlzeiten.
- Künstliche Bildschirme geben dem Körper das Gefühl, es sei Tag. Und dann schüttet er weniger Schlafhormone (Melatonin) aus. In den Abendstunden ist das gedruckte Buch also von Vorteil.
- Versuche einen Schlafrhythmus einzuhalten. Immer schön zur gleichen Zeit ins Bett und aufstehen.
- Wenn du nicht gleich einschlafen kannst: Keine Panik – und bloss nicht ständig auf die Uhr schauen.
- Viele Männer schlafen nach dem Sex schnell ein – Frauen hingegen muntert es eher auf.
- «Je früher desto besser.» gilt nicht unbedingt beim Einschlafen. Geh erst dann ins Bett, wenn du wirklich müde bist.
Erkrankungen, die Schlafstörungen verursachen können:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Atemwegserkrankungen Magenleiden, Sodbrennen
- Gelenk- und Muskelerkrankungen
- Fibromyalgie
- Kopfschmerzen, Migräne
- Neurologische Erkrankungen
- Hormonstörungen
- Schlafapnoe (zentrale oder obstruktive Schlafapnoe)
Mögliche medikamentöse Auslöser für Schlafstörungen: Übersicht über Medikamentengruppen
- Bluthochdruckmittel wie Betarezeptorenblocker, Kalziumantagonisten und weitere Herz- und Kreislaufmedikamente
- Statine gegen Fettstoffwechselstörungen (Hypercholesterinämie)
- Hormonpräparate wie Schilddrüsenmedikamente oder manche Verhütungsmittel (zum Beispiel bestimmte Pillen),
- Appetitzügler
- Antriebssteigernde Antidepressiva
- Psychopharmaka, zum Beispiel Mittel gegen Psychosen (Neuroleptika)
- Medikamente gegen Asthma und andere Atemwegserkrankungen
- Medikamente zur Behandlung von Parkinson-Krankheit
- Mittel gegen entzündliche Gelenkerkrankungen wie nichtsteroidale Antirheumatika, Malariamittel oder Medikamente aus der Gruppe der Sulfonamide
- Antibiotika
- Kortison
- Schmerz- und Migränemittel
- Koffeinhaltige Schmerz-, Husten- und Grippemittel
- Manche Antihistaminika, zum Beispiel einige Mittel gegen Allergien, Juckreiz oder Magenbeschwerden
Schulmedizinische Behandlung
Schlafmittel sind Substanzen, die den Schlaf fördern und deswegen zur Behandlung von Schlafstörungen eingesetzt werden. Moderne Mittel bahnen den Schlaf nur noch an und erzwingen ihn nicht mehr.
Synthetische Schlafmittel sind keine streng abgegrenzte Wirkstoffgruppe, sondern lassen sich in verschiedenen Gruppen einteilen:
- Benzodiazepine gehören zu den am häufigsten eingesetzten Schlafmitteln. Sie haben eine angstlösende, krampflösende und schlaffördernde Wirkung. Häufig verwendete Wirkstoffe sind Flurazepam, Nitrazepam, Temazepam und Triazolam. Sie dürfen nur kurzfristig zur Behandlung von Schlafstörungen eingesetzt werden, da sie bei längerer Einnahme abhängig machen können.
- Nicht-Benzodiazepin-Agonisten werden ebenfalls sehr oft zur Behandlung verwendet. Sie haben zwar eine andere Struktur als Benzodiazepine, greifen jedoch an den gleichen Rezeptoren an. Typische Vertreter sind Zolpidem und Zopiclon. Im Vergleich zu Benzodiazepinen haben sie den Vorteil, dass ihr Abhängigkeitspotential etwas geringer ist.
- Barbiturate werden heutzutage nur noch dann als Schlafmittel eingesetzt, wenn sich die Beschwerden durch andere Schlafmittel nicht lindern lassen. Dies liegt daran, das sie unangenehme Nebenwirkungen haben und bei einer Überdosierung auch zum Tode führen können.
- Antidepressiva helfen nicht nur bei Depressionen, sondern auch bei Schlafstörungen. Vor allem Amitryptylin, Doxepin und Trimipramin haben eine beruhigend-dämpfende Wirkung und somit einen schlafanstossenden Effekt. Antidepressiva kommen insbesondere bei Schlafstörungen zum Einsatz, die durch Depressionen verursacht wurden. Ebenso werden sie verwendet, wenn sich als Folge der Schlafstörung eine ängstlich-depressive Stimmung entwickelt.
- Neuroleptika sind ebenfalls keine typischen Schlafmittel, sondern werden zur Behandlung von psychischen Störungen eingesetzt. Sie können auf Grund ihrer beruhigend-dämpfenden Wirkung aber auch bei Schlafstörungen helfen.
- Antihistaminika der ersten Generation lindern nicht nur allergische Reaktionen, sondern haben auch eine sedierende Wirkung. Bestimmte Wirkstoffe wie Doxylamin, Meclozin und Promethazin werden deswegen auch als Schlafmittel verwendet.
- Stoffe organischen Ursprungs sind die Aminosäure Tryptophan und das Hormon Melatonin.
Nebenwirkungen von synthetischen Schlafmitteln
Schlafmittel sollten aufgrund möglicher Nebenwirkungen nur eingenommen werden, wenn es unbedingt nötig ist. Ob und wie stark Nebenwirkungen auftreten, ist immer vom jeweiligen Medikament abhängig. Bei Mitteln, die aufgrund ihrer langen Wirkungsdauer nur langsam abgebaut werden, kann es am nächsten Tag zu Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schwindel und einem eingeschränkten Reaktionsvermögen kommen (Hang-Over-Effekt).
Einige Schlafmittel, beispielsweise Benzodiazepine, machen relativ schnell abhängig. Sie sollten nur kurzfristig und unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden. Ist eine längerfristige Behandlung nötig, werden oftmals andere Schlafmittel verschrieben. Diese Medikamente haben meist ein geringeres Abhängigkeitsrisiko, das Nebenwirkungsspektrum bleibt sich aber meist gleich.
Wenn Sie über einen längeren Zeitraum Schlafmittel eingenommen haben, sollten Sie die Mittel nicht von heute auf morgen absetzen. Verringern Sie die Dosis lieber langsam Schritt für Schritt, um unangenehme Entzugserscheinungen zu verhindern (Rebound-Effekt).
Schlafmittel werden heutzutage immer häufiger zur Behandlung von Schlafstörungen eingesetzt. Durch die Medikamente können die Betroffenen zwar kurzfristig besser schlafen, langfristig zerstören viele Mittel die Struktur des Schlafes. Beispielsweise werden durch bestimmte Medikamente wie Benzodiazepine die erholsamen Tiefschlafphasen unterdrückt. Dadurch nimmt die Qualität des Schlafes deutlich ab.
Durch den Einfluss der Medikamente auf die Struktur des Schlafes können die Betroffenen nach dem Absetzen der Schlafmittel noch schlechter schlafen als zuvor. Oftmals benötigen sie dann weitere Medikamente, sodass ein Teufelskreis entsteht. Deswegen sollten synthetische Schlafmittel immer nur als letzte Möglichkeit eingenommen werden.
Komplementärmedizin
Pflanzliche Schlafmittel haben den Vorteil, dass sie keine oder nur leichte Nebenwirkungen haben. Allerdings sind ihre schlaffördernde Wirkung und ihre Wirkungsdauer auch geringer. Deswegen werden sie in der Regel nur zur Behandlung von Einschlaf-, nicht aber von Durchschlafstörungen eingesetzt.
Zur Behandlung von Einschlafstörungen sind pflanzliche Schlafmittel mit Baldrian, Hopfen, Melisse, Passionsblumenkraut und Johanniskraut gut geeignet. Meist müssen sie einige Tage eingenommen werden, bevor sich die Wirkung einstellt.
Empfohlenes Arzneimittel
Soporin – Pflanzliche Schlaftropfen
Soporin ist eine Mischung von 4 pflanzlichen Urtinkturen der Firma Herbamed und hat folgende Zusammensetzung:
1 ml enthält
|Valeriana officinalis UT||0.4 ml|
|Humulus lupulus UT||0.2 ml|
|Melissa officinalis UT||0.2 ml|
|Passiflora incarnata UT||0.1 ml|
Die einzelnen Bestandteile haben folgende Wirksamkeit:
Valeriana officinalis
wirkt bei Unruhezuständen, nervös bedingten Einschlafstörungen, nervös bedingte Herzbeschwerden und krampfartige Beschwerden im Magen-Darmbereich. Die Wirkstoffe sind je nach Herkunft unterschiedlich zusammengesetzte ätherische Öle mit Bornylacetat und Bornylisovalerianat als Hauptkomponenten. Diese sind auch verantwortlich für den typischen Baldriangeruch, der beim Trocknen der Droge auftritt.
Humulus lupulus
wird als Sedativum verwendet bei nervöser Angespanntheit, Unruhe, Angstzuständen und Schlaflosigkeit. Er wirkt antibakteriell und konservierend, was beim Bierbrauen von Nutzen ist. Nicht vollständig geklärt ist, welche Inhaltsstoffe für die Wirkung verantwortlich sind. Primär stehen die Bitterstoffe des Hopfens im Vordergrund.
Melissa officinalis
wirkt bei Nervosität, Angespanntheit, innerer Unruhe, Rastlosigkeit und Reizbarkeit. Sie unterstützt die Magen-Darm-Funktion und wird äusserlich gegen Herpes simplex eingesetzt, dies auf Grund der antimikrobiellen und antiviralen Wirkung vor allem von der Rosmarinsäure. (9)
Passiflora incarnata
wird bei nervöser Angespanntheit, innerer Unruhe, Rastlosigkeit, Reizbarkeit und Einschlafschwierigkeiten angewendet. Für das Passionsblumenextrakt wurde neben einer nur geringen sedierenden Wirkkomponente eine gute anxiolytische Wirkung, sowohl auf die psychische als auch, etwas geringer, auf die somatischen Erscheinungen, festgestellt.
Indikation
Einschlafbeschwerden insbesondere wegen nervösen Erregungszuständen und Prüfungsangst, Durchschlafstörungen, allgemeine Unruhe
Dosierung
Erwachsene nehmen vor dem Schlafen 20 – 30 Tropfen in etwas Wasser ein. Kinder ab 6 Jahren 10 – 15 Tropfen.
Kontraindikationen / Anwendungseinschränkungen
Als generelle Vorsichtsmassnahme sollte auf Medikamente während der Schwangerschaft und Stillzeit verzichtet werden oder ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.
Nebenwirkungen:
Keine bekannt