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Das Barbican sitzt wie ein Schlachtschiff mitten in London. Abgeschlossen von der Aussenwelt durch brutalistische Riegelbauten, drei Hochhäuser ragen empor, und man prallt an Beton ab. Drinnen dann ein künstlicher Teich, viel Grün, und noch mehr Beton.
Der Name Barbican stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Festung, und tatsächlich ist die Überbauung streckenweise an die römische Ringmauer von Londinium angelehnt. Dabei ist sie noch nicht einmal fünfzig Jahre alt. In den 1960er-Jahren wurde auf einer zerbombten Fläche im Quartier Cripplegate der City of London der Barbican Estate als eine beinahe autarke Wohnsiedlung erbaut. 1969 eröffnet, wurde sie Mitte der 1970er-Jahre durch drei Hochhäuser mit je 42 Stockwerken ergänzt und beherbergt gegenwärtig rund 4000 BewohnerInnen mitten im Finanzdistrikt der Finanzmetropole. Sie ist ein führendes Beispiel des Nachkriegsbrutalismus, die, selten für England, Ideen von Le Corbusier aufnimmt. 1982 wurde der Estate durch das Barbican Center ergänzt, das mit Theater- und Konzertsaal, Kinos und Ausstellungsräumen eines der grössten Kultur- und Konferenzzentren in Europas bildet.
2014 haben die FilmemacherInnen Ila Bêka und Louise Lemoine den Film «Barbicana» gedreht, ein faszinierendes Porträt über dieses einmalige architektonische und soziale Biotop. Der Film wird am kommenden Mittwoch an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Chur vorgeführt. Im Anschluss daran diskutieren HTW-Dozent Daniel Walser und der Journalist Stefan Howald, der eine Zeitlang im Barbican gelebt hat.
Mittwoch, 1. März, 18.30 Uhr
Chur
Aula HTW, Pulvermühlestrasse 57