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Der Kaneshige Ritouen Ofen gilt als der älteste in der Töpferstadt Bizen. Der früheste Grabstein eines Mitglieds der Kaneshige-Familie nennt das Jahr 1692 als Datum. Der Beginn der Produktion reicht aber weit ins Mittelalter zurück.
Kaneshige Riemon (+ 1767) wurde vom Fürsten Okayama zum offiziellen Keramiker der Bizen-Tradition ernannt. Aktuell wird der Ofen vom 77. Nachfolger der Kaneshige-Linie geleitet.
Diese Chawan stammt von Kaneshige Ritouen, dem 76. (+1978). Sie weist die typischen Merkmale der traditionellen Bizen-Holzbrand-Keramik auf: Gelblichen Ascheanflug, Rot- und Grauverfärbungen, die durch den unmittelbaren Kontakt der Teeschale mit Rauch und Flammen entstanden, sowie die rötlichen Linien auf dem inneren Boden der Schalen, die das Ergebnis partieller Abdeckung des ungebrannten Tons mit Reisstrohschnüren sind.
Preis: CHF 600.–
Die Kimura-Familie zählt zu den ältesten und bekanntesten Töpfer-Familien Bizens und betreibt zahlreiche, selbständige Öfen. Kimura Seiji, der Gründer des Toshoen-Ofens, dem Kimura Toho vorstand, machte sich 1913 von der Hauptlinie unabhängig.
Kimura Tohos Werk umfasst den gesamten Formenkanon der klassischen Teekeramik, die er im Geist der Momoyama-Tradition neu interpretiert hat. 1959 erhielt er den Good Design Award auf der Washington International Exhibition. Lange Jahre war er Vizepräsident des Bizen Yaki Toyukai und Vizepräsident des Bizen Ceramics Museum in der Präfektur Okayama. Seine Arbeit ist von äußerster Virtuosität im Umgang mit der Töpferscheibe gekennzeichnet. Insbesondere für seine Chawan nutzt er die gesamte Bandbreite der Ascheanflugglasuren, wie sie für die Bizen-Keramik charakteristisch sind.
Preis: CHF 600.–
Bizen Keramik
Bizen zählt – neben Shigaraki, Tanba, Echizen, Tokoname und Seto – zu den "Die sechs alten Öfen" genannten Orten, die als Ursprung der klassischen japanischen Keramik gelten. Während der Heian-Zeit (781-1191) wurde hier hauptsächlich Sakralkeramik hergestellt. Bis ins 16. Jahrhundert lag der Schwerpunkt dann bei einfachen Vorrats- und Gebrauchsgefäßen aus dem Holzbrand, von denen einzelne Stücke in ihrer schlichten Monumentalität die Teemeister der Momoyama-Zeit (1573-1603) derart begeisterten, dass sie von ihnen für den Gebrauch in der Teezeremonie ausgewählt wurden. In der Folgezeit wurde mehr und mehr Teegerät in Bizen gebrannt, wobei der Stil im Verlauf des 18. und 19. Jahrhunderts zunehmend überfeinerter und dekorativer wurde. Ab Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich eine Reihe von Bizen-Keramikern wieder den Formen und Traditionen der Momoyama-Zeit zugewandt und sie behutsam in die Moderne überführt.
Der Bizen-Ton ist sehr dicht und eisenhaltig, weshalb er sich für extrem hohe Brenntemperaturen bis 1370°, wie sie in Shigaraki und Echizen erreicht werden, nicht eignet. Damit sich auf dem Scherben dennoch ansprechende Ascheanflugglasuren bilden, werden die Öfen bis zu drei Wochen gebrannt, wobei die Temperatur über längere Zeiträume im Bereich von 1200° gehalten wird.