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Apfel- und Pflaumenwickler: Obstschädlinge bekämpfen
Steht im September die Ernte von Pflaumen, Zwetschgen und Herbstäpfeln an, muss man leider immer wieder feststellen, dass ein nicht unerheblicher Teil der Ernte «wurmstichig» ist. Betroffene Früchte reifen etwas schneller und fallen daher frühzeitig vom Baum.
In den Früchten findet man Frassgänge und den krümeligen Kot der Schädlinge. Diese werden von den Larven des Apfelwicklers, der Äpfel und Birnen befällt bzw. von den Larven des Pflaumenwicklers, der Pflaumen, Zwetschen und Mirabellen schädigt, verursacht.
Apfelwickler (Cydia pomonella)
Der Apfelwickler, dessen Larve auch als Obstmade bezeichnet wird, ist ein ca. 10 Millimeter langer, unauffällig brauner, mottenartiger Schmetterling aus der Familie der Wickler. Die Tiere befallen hauptsächlich Apfel und Birne, können aber auch an Nashi, Aprikose und Walnuss vorkommen.
Den Winter verbringen die Tiere als ausgewachsene Raupe in einem weissen Kokon in Rindenritzen oder anderen Verstecken. So kann man die Kokons auch zwischen gelagerten Brettern oder in Ritzen von Baumpfählen finden. Dort verpuppen sich die Larven dann im Frühjahr. Ab Anfang Mai, in kühleren Lagen auch später, schlüpfen dann die Falter der ersten Wicklergeneration. In der Abenddämmerung werden sie bei Temperaturen ab 15°C aktiv. Tagsüber ruhen sie in den Bäumen.
Die Eier werden auf Blättern in Fruchtnähe und auf Früchten abgelegt. Innerhalb von ein bis zwei Wochen, je nach Temperatur, schlüpfen die Junglarven. Nach kurzer Zeit bohren sie sich in die Früchte ein. Dort legen sie ihre typischen Frassgänge an, die oft bis ins Kerngehäuse vordringen. Befallene Früchte zeigen oft das typische Bohrloch mit herausquellenden Kotkrümeln. Wenn die Larven nach drei bis vier Wochen ihre Entwicklung abgeschlossen haben, verlassen sie die etwa walnussgrosse Frucht, um sich in einem Kokon einzuspinnen.
Ein Teil dieser Larven der ersten Generation verpuppt sich und bildet eine zweite Faltergeneration, die je nach Witterung Mitte Juli bis Anfang August fliegt. Andere Larven bleiben bis zum nächsten Frühjahr, geschützt in ihrem Kokon, in einem Ruhestadium.
Die Larven der zweiten Generation schädigen die fast reifen Früchte, welche vorzeitig herabfallen. Solche Früchte können, sofern sie nicht faulen, noch verarbeitet werden, eignen sich aber nicht für die Lagerung.
Weitere Informationen zum Apfelwickler sowie biologische Produkte zur Bekämpfung finden Sie bei uns im Shop. Ausführliche Informationen zur Biologie des Apfelwickler finden sich auf der Seite pflanzenkrankheiten.ch oder auf der Seite des Kompetenzzentrums Obstbau-Bodensee (KOB Bavendorf)
Bei Äpfel, die mit dem Apfelwickler befallen wurden, lässt sich meist das typische Bohrloch erkennen. Wennd die Larven ihre Entwicklung abgeschlossen haben, verlassen Sie die Frucht, um sich in einem Kokon einzuspinnen.
Massnahmen gegen den Apfelwickler
Die Bekämpfung des Apfelwicklers ist schwierig. Zugelassene Präparate für die nicht berufliche Verwendung findet man im Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamtes für Landwirtschaft BLW.
Apfelwicklerfallen fangen ausschliesslich männliche Falter. Sie wurden zur Überwachung des Flugverhaltens entwickelt. Für die direkte Bekämpfung sind sie nicht geeignet. Apfelwicklerlarven können mit dem biologischen Präparat Madex 2 bekäpft werden, das für Nützlinge wie Bienen und Schmetterlinge unschädlich ist und bei Saemereien.ch bestellt werden kann.
Pflaumenwickler (Grapholita funebrana)
Der Entwicklungszyklus des Pflaumenwicklers ähnelt dem des Apfelwicklers sehr stark. Aus den Puppen schlüpfen ab April die kleinen, braunen Falter. Die Eiablage erfolgt an die jungen Früchte, die sich nach einiger Zeit meist lila verfärben und im Juni und Juli vorzeitig abfallen. Typisch ist das ca. 2 mm grosse Ausbohrloch.
Larven der zweiten Generation sorgen an fast erntereifen Früchten zum typischen Frassbild mit Bohrgängen und Kotkrümeln. Anders als beim Apfel sind betroffene Früchte i.d.R. nicht mehr verwendbar.
Schadbilder des Befalls mit dem Pflaumenwickler
Massnahmen gegen den Pflaumenwickler
Wie bereits beim Apfelwickler erläutert, ist es schwierig die Früchte effektiv vor Befall zu schützen, da Pflaumenwicklerfallen keine nennenswerte Bekämpfungswirkung haben und es keine geeigneten Präparate gibt.
Einzige Möglichkeit ist der Einsatz der Schlupfwespe Trichogramma cocoeciae. Die winzigen Tiere legen als so genannte Eiparasiten ihre Eier in die Eier der Pflaumenwickler.