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«Lassie», «101 Dalmatiner» oder «Ein Hund namens Beethoven» – mit schöner Regelmässigkeit verzücken Filmhunde die Zuschauer. Ein Erfolg an der Kinokasse macht auch die jeweilige Hunderasse populärer, wie Forscher jetzt herausgefunden haben.
Tiere gehen immer. Das gilt ganz besonders für Hunde. Als Hauptdarsteller in Filmen erfreuen sie sich grosser Beliebtheit. Wird ein solcher Hundefilm zum Kassenschlager, dann beeinflusst er auch die Popularität der dargestellten Hunderassen, wie Forscher nun im Fachmagazin «Plos One» berichten. Und zwar sogar über Jahre. Allerdings habe der Einfluss von Kinofilmen in den vergangenen Jahrzehnten nachgelassen, vermutlich aufgrund der Vielzahl der Kinofilme und der wachsenden Konkurrenz im Fernsehen oder Internet.
Stefano Ghirlanda vom Brooklyn College der City University of New York und seine Mitarbeiter hatten Daten des American Kennel Clubs ausgewertet, dem Dachverband der Rassehundezüchter in den USA. Die Organisation erfasst die von seinen Mitgliedern gezüchteten oder importierten reinrassigen Hunde. Die Wissenschaftler setzten die Popularität einzelner Rassen mit 29 Kinofilmen aus den Jahren 1926 bis 2005 in Verbindung, in denen ein Hund eine tragende Rolle gespielt hatte.
Die Forscher stellten fest, dass das Erscheinen eines Hundefilms die Popularität der jeweiligen Rasse häufig förderte, und zwar bis zu zehn Jahre lang. Der Trend hänge deutlich mit der Zahl der Zuschauer zusammen, die ein Film am ersten Wochenende hatte. Dies sei ein Mass für die Reichweite des Films beim Publikum. Die einmal aufgrund eines Films entwickelte Vorliebe für eine Hunderasse könne sich noch Jahre später bemerkbar machen, wenn Hundebesitzer zum Beispiel einen neuen Hund kauften.
Schon der erste Lassie-Film liess die Zahl der Collie-Käufe nach oben schnellen. Nach Erscheinen von «Heimweh» im Jahr 1943, dem ersten Lassie-Film, sei in den folgenden zwei Jahren die Zahl der Collie-Registrierungen um 40 Prozent gestiegen. Der Disney-Film «Der unheimliche Zotti» aus dem Jahr 1959 habe gar zu einem hundertfachen Anstieg bei den Registrierungen von Bobtails geführt.
Der Trend sei im frühen 20. Jahrhundert am grössten gewesen und habe seitdem stetig nachgelassen, berichten die Wissenschaftler weiter. Das habe unter anderem mit der Vielzahl der heute veröffentlichten Filme zu tun. Um 1940 herum sei weniger als ein Hundefilm pro Jahr erschienen, 2005 waren es sieben.
In einer vorherigen Studie hatten die Forscher bereits gezeigt, dass die Popularität einer Rasse wenig mit den Eigenschaften der Hunde zu tun hat. Gesündere, langlebigere Hunderassen sind demnach nicht beliebter als andere Rassen. (hda/dpa)