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Die Ausstellung "Traumgärten" thematisiert die surrealistische Kooperation von Salvador Dalí und Alberto Giacometti. Im Mittelpunkt steht die Konstruktion eines grossen, nie realisierten Projekts für einen surrealen Garten.
Im April 1930 entdeckten Breton und Dalí in einer Ausstellung in der Pariser Galerie Pierre Giacomettis berühmte «Boule suspendue» (siehe Ausstellung), worauf sie Giacometti baten, dem Kreis der Surrealisten beizutreten. Ihr gemeinsames Credo: Die ganze Welt menschlicher Psyche sollte nun in der Kunst zum Ausdruck kommen. Auch das bisher Verdrängte, Themen wie Sexualität und Gewalt, Obsessionen oder Grausamkeit, wie sie seit der Freudschen Lehre oder auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs hervorgetreten waren. Giacomettis Objekt besteht aus einer ähnlich wie eine Melonenscheibe gestalteten Grundform, über der, an einer Schnur befestigt, eine passend eingekerbte Kugel schwebt. Das Objekt aktiviert bei der betrachtenden Person die Vorstellung der Auslösung einer erotisch aufgeladenen Bewegung der Kugel über der unter ihr befindlichen Form.
EINTAUCHEN IN DIE KREATIVE WELT DES SURREALISMUS
Für einmal tritt der Surrealismus als künstlerische Bewegung in Erscheinung. Die Ausstellung im Kunsthaus zeigt eine bedeutende Gruppe entsprechender surrealistischer Objekte Giacomettis, darunter die «Boule suspendue» aus den Basler Beständen der Alberto Giacometti-Stiftung, ein Schlüsselwerk. Zusätzlich lässt eine erlesene kleine Gruppe von Gemälden Dalís dessen phantasmagorische visuelle Welt erfahrbar werden, für die dieser Künstler bis heute berühmt ist. Bedeutende Skizzen Giacomettis und Dalís sowie Dokumente und Fotografien ergänzen die Ausstellung, die ein einzigartiges Eintauchen in die kreative Welt des Pariser Surrealismus der frühen 1930er Jahre.
Dali publizierete 1930 seine paranoisch-kritische Methode und beeinflusste damit wesentlich die surrealistischen Arbeiten von Alberto Giacometti, dessen surrealen Objekte zu den wichtigsten Schöpfungen dieser revolutionären Kunstbewegung zählen.
In dieser hochkarätigen Ausstellung tritt der Surrealismus als künstlerische Bewegung in Erscheinung, die in der Zusammenarbeit von zwei ihrermassgeblichen Vertreter die grosse Form und den offenen Raum suchte. Für Giacometti ist das Experimentieren mit der räumlichen Disposition surrealistischer Konstellationen ein wesentlicher Schritt in seine eigene Arbeitsweise, die er nach seinem Ausscheiden aus der Surrealistengruppe konsequent weiterverfolgte.
DIE PARANOISCH-KRITISCHE METHODE VON SALVADOR DALI
Diese Methode ist eine Technik, die zurückgeht auf Salvador Dali und die, neben Dali, auch von anderen Künstlern des Surrealismus, wie Max Ernst, André Breton oder Alberto Giacometti, angewendet wurde. Es geht bei dieser Methode darum, einen paranoiden Zustand mittels Hypnose oder Tagträumerei zu erreichen, um diesen als Ausgangspunkt kreativer Prozesse umzuwandeln. Giacometti wie die anderen Surrealisten versuchte, den Prozess des Irrationalen und Unbewussten in seine Kunst, namentlich in seine Objekte, zu integrieren. Zum Beispiel in seiner Skultptur "Femme cuillère" (Löffelfrau), die er 1930 schuf, zeigt eine surreal verzerrte Frau, deren Körper in die Form eine Löffels gebogen ist (Stiftung Giacometti Kunsthaus Zürich).
Giacometti war auch von der Idee des "double" fasziniert, einem Konzept, das von Sigmund Freud entwickelt worden war, das besagt, dass jeder Mensch eine verborgene, zweite Identität besässe. Dieses Konzept ist ein wichtiger Einfluss auf die Arbeit von Giacometti und spiegelt sich in vielen seiner Skulpturen wieder, die oft die Idee von Doppelgängern und unheimlichen, doppelten Figuren thematisieren.
Die paranoisch-kritische Methode besteht aus mehreren Schritten, die in der Regel wie folgt ausgeführt wird.
1. Sammeln von Materialien: Der Künstler sammelt Materialien, die er in seinem Werk verwenden möchte. Dies können Gegenstände, Bilder, Fotografien oder andere materialien sien, die er als Ausgangspunkt für seine Arbeit verwendet.
2. Transformation der Materialien: Der Künstler verändert und manipuliert die Materialien, um ihre Bedeutungen und Beziehungen zu verändern. Durch die Transformation der Materialien können neue und unerwartete Zusammenbänge entstehen.
3. Assoziationen herstellen: Der Künstler versucht, eine Verbindung zwischen den veränderten Materialien herzustellen, um neue Bedeutungen und Zusammenhänge zu schaffen. Dali glaubte, dass diese Verbindugnen oft "paranoid" seien und auf einer tiefen und oft unerklärlichen Ebene der Wahrnehmung beruhen.
4. Schaffung eines Kunstwerks: Der Künstler schafft das Kunsrtwerk basierend auf den Assoziationen und Verbindungen, die er hergestellt hat. Das fertige Kunstwerk soll eine neue und unerwartete Sicht auf die Welt ermöglichen.
Fazit: Die paranoisch-kritische Methode wurde von Dali in vielen seiner Werke angewendet und gilt heute als ein wichtiger Bestandteil seines künstlerischen Erbes. Durch diese Methode wollte der Künstler den Betrachter dazu bringen, seine Wahrnehmung der Welt zu hinterfragen und eine neue Sicht auf die Realität zu schaffen. Auch Alberto Giacometti verwendete in den Objekten seiner surrealistischen Phase diese Methode und verlieh damit der skultpuren Entwicklung in der Kunst des 20. Jahrhunderts einen entscheidenden Impuls.
Texte: Medienbericht Kunsthaus Zürich, autorenbasierte Texte in Kombination mit ChatGPT.
Susanne Schrödter, 23. April 2023