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Friedrich Dürrenmatt wurde am 5. Januar 1921 in Konolfingen im Emmental (Kanton Bern) als Sohn eines reformierten Pfarrers geboren. Seine Jugend und seine Studienzeit (vor allem deutsche Literatur und Philosophie) verbrachte er in Bern. 1946 brach er das Studium ab, heiratete die Schauspielerin Lotti Geissler und arbeitete von da an als freier Schriftsteller. Nach Jahren in Basel und in Ligerz am Bielersee, in denen seine drei Kinder zur Welt kamen und Dürrenmatt seine ersten Erfolge als Dramatiker feierte, bezog er 1952 das Haus am Pertuis du Sault in Neuenburg, wo er den Rest seines Lebens verbrachte. Dürrenmatt schuf hier in Ruhe und Zurückgezogenheit sein umfangreiches Werk. Doch war er auch viel im In- und Ausland unterwegs, vor allem im Zusammenhang mit Inszenierungen seiner Stücke. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete Dürrenmatt 1984 die Schauspielerin und Filmregisseurin Charlotte Kerr. Dürrenmatt starb am 14. Dezember 1990, wenige Tage vor seinem siebzigsten Geburtstag, an Herzversagen.
Friedrich Dürrenmatt war bekannt für seine Geselligkeit und Lebenslust, er war ein grosser Kenner und Liebhaber der Bordeaux-Weine mit imposantem Weinkeller, zudem in Gesellschaft ein unterhaltsamer und faszinierender Erzähler, der seine Stoffe in immer neuen Varianten durchspielte. Er hatte vor allem unter Schauspielern zahlreiche Freunde und gab mehreren Schriftstellerkollegen diskrete finanzielle Unterstützung. Grosses Interesse hatte Dürrenmatt an den Naturwissenschaften, insbesondere der Astronomie. Mit seinem Teleskop beobachtete er nächtelang die Sterne. Seine Arbeit als Schriftsteller war von Disziplin und Professionalität geprägt. Sein Werk trotzte er seiner Zuckerkrankheit ab, die ihn als stetes memento mori begleitete.
Friedrich Dürrenmatt war seit dem Riesenerfolg seines Stücks „Der Besuch der alten Dame" ein weltbekannter Autor. Seine Werke wurden in über 40 Sprachen übersetzt und der Autor wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Georg Büchner-Preis, der Grosse Preis der Schweizerischen Schillerstiftung und der Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur. Dürrenmatt beteiligte sich wenig an tagespolitischen Diskussionen, doch nahm er in wichtigen Fragen immer wieder entschieden Stellung. Das föderalistische Modell des Kleinstaats Schweiz, das Schicksal der Juden und das Zusammenleben von Israeli und Palästinensern sowie die Eigendynamik des kalten Kriegs waren Themen, die ihn sein ganzes Leben lang beschäftigten.
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