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«Ich bin nicht perfekt», sagt Arnold Schwarzenegger, 65, dieser Tage immer wieder. Der ehemalige Gouverneur Kaliforniens tourt mit seiner Autobiografie «Total Recall: My Unbelievable True Life Story» durch Amerika. Auf über 600 Seiten liefert er darin einen Seelenstriptease - das zumindest verspricht Arnie. Und er packt in TV-Shows aus: über seine gescheiterte Ehe mit Maria Shriver, 57, über seine Affäre und den daraus entstandenen Sohn sowie über seine politischen Tätigkeiten.
In der Sendung «60 Minutes» erzählt der selbst ernannte Gouvernator den Zuschauern das, was er seiner Ehefrau über Jahre verschwiegen hatte. Und weshalb soll man nun das Buch überhaupt noch kaufen? Das fragen sich die Kritiker, die es bereits gelesen haben. Bloggerin Emma Brockes stösst sich vor allem an Arnies platten Zeilen wie diesen:
- Politikerin Bonnie Garcia erinnert ihn an Sergio Oliva, den kubanischen Gewichtsheber, «gegen den ich 1970 um den Titel Mr. Olympia angetreten bin».
- Er bezeichnet US-Präsident Nixon als guten Typen und fabelhaften Präsidenten - wenn man über die Watergate-Affäre hinwegschaue.
- Als er als junger Mann nach Amerika ging, wollte er seinen Nachnamen auf Englisch übersetzen. Aus Schwarzenegger sollte «Black Corner» oder «Black Plowman» werden.
- Seine ersten Worte zu seiner künftigen Schwiegermutter Eunice Kennedy Shriver waren: «Ihre Tochter hat einen grossartigen Arsch.»
- Arnie gesteht eine Affäre mit Brigitte Nielsen. Damals war er bereits mit Maria Shriver zusammen. Sie habe ihm gezeigt, was er bereits gewusst habe: «Ich will Maria heiraten.»
- Zwischen Freunden und Angestellten habe Maria stets eine klare Grenze gezogen. Er hingegen behandle alle gleich, bemerkt Schwarzenegger.
- Er wünscht sich seine Ex-Frau zurück und begründet dies damit, dass es ziemlich einsam sei in seiner Villa in Santa Monica.
Und selbst wenn der «Terminator» auf seine Jugend zurückblickt, fokussiert er lieber auf Peinlichkeiten als auf seinen Werdegang:
- Als Kind hatte er ein Hitler-Bilderbuch, in das er seine eigenen Bilder kleben konnte. Als es eines Tages verschwunden war, habe ihm seine Mutter erklärt: «Wir mussten es uns abgewöhnen.»
- Selbst als Arnie über 20 Jahre alt war, schickte ihm sein Vater seine Briefe jeweils korrigiert zurück.
Im deutschsprachigen Raum wird das Werk ebenfalls mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Stern.de fasst das Buch wie folgt zusammen: «Schwarzenegger wandelt auf einem schmalen Grat zwischen entwaffnender Ehrlichkeit und peinlicher Idiotie.» Und ergänzt: «Viele hätten sich von ihm gewünscht, dass er in seiner Autobiografie seine Leistungen als Geschäftsmann, als Gouverneur des chronisch unter Geldmangel leidenden US-Bundesstaates Kalifornien, und ja, sogar als Schauspieler ins rechte Licht rückte. Stattdessen entlarvt er seine Unfähigkeit als Ehemann und manifestiert sein Image als Filou, der keinem Rockzipfel widerstehen kann.» Oder wie es DerWesten.de nennt: «Wirklich neue Einsichten gibt es nicht.»
Arnold Schwarzeneggers Autobiografie «Total Recall» erscheint im Oktober 2012 in der Schweiz und ist für Fr. 44.90 zB. bei Books.ch erhältlich.