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Die römischen Filmstudios «Cinecittá» könnten bald an die Mailänder Börse gehen. Das italienische Finanzministerium denke an eine Börsennotierung berichtete die Tageszeitung «Corriere della sera». Legendäre Filme wie «Ben Hur», «Quo Vadis» oder «Gangs of New York» sind dort gedreht worden.
Die Cinecittá-Studios sind seit 2021 eine Aktiengesellschaft und haben 2023 erstmals einen Gewinn geschrieben. 1,8 Millionen Euro standen unter dem Strich. Der Umsatz verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahr auf 40 Millionen Euro.
Die Gesellschaft hat Förderungen in Höhe von 260 Millionen Euro aus dem von der EU finanzierten Konjunkturprogramm «Next Generation EU» erhalten. Damit will Italien seine Filmproduktion ankurbeln und Filmgesellschaften aus der ganzen Welt anlocken.
40 Millionen für die Staatskasse
Die Privatisierung von Cinecittá könnte den italienischen Staatskassen 40 Millionen Euro einbringen, schätzt das Blatt. Sie könnte Teil eines umfangreichen Privatisierungsplans sein, mit dem die Regierung um Premierministerin Giorgia Meloni 20 Milliarden Euro bis 2026 aufzutreiben hofft. So denkt man unter anderem an die Veräusserung von Anteilen der Staatsbahnen FS (Ferrovie dello Stato) und der Traditionsbank Monte dei Paschi di Siena (MPS).
Diktator Benito Mussolini liess die Studios 1937 am südöstlichen Stadtrand von Rom erbauen. Er nutzte die Filmindustrie für seine Propagandazwecke. Ihre Blüte erlebte die Cinecittá in den 1950er- und 60er-Jahren, als dort Hollywoodgrossproduktionen wie «Cleopatra» entstanden.
Doch die 70er-Jahre und der Fernsehboom stürzten die Kinoindustrie in die Krise. Die weitgehende Privatisierung 1997, nach der der Staat nur noch 25 Prozent an dem Komplex besass, führte nicht zu den erhofften Resultaten. Durch neue Steueranreize wächst die Cinecittá seit einigen Jahren wieder solide.