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Fällen klagen die
Kranken über beständiges
Jucken am
After, Stuhlbeschwerden und über eine bald spärliche, bald reichliche
Eiterabsonderung; bei größern
Fisteln gehen wohl auch Darmgase oder Kotmassen durch dieselben ab. Nur sehr selten heilen
Mastdarmfistel von selbst; das einzige sichere
Mittel zu ihrer
Heilung ist die
Operation, die in der Spaltung des ganzen
Fistelganges vermittelst des
Messers besteht.
(Prolapsus recti s. ani), diejenige Lageveränderung, bei welcher ein
StückMastdarmschleimhaut aus
dem
After hervortritt und hier vorliegen bleibt. Der Mastdarmvorfall stellt eine weiche, rote,
bei der Berührung nicht sehr empfindliche, ringförmige
Geschwulst der Aftergegend dar, welche anfangs nur vorübergehend
und nur bei der
Stuhlentleerung hervortritt, allmählich aber dauernd vor dem
After vorhanden ist. Geht der
Vorfall nicht von
selbst zurück, so läßt er sich anfangs leicht durch einen Druck mit der flachenHand
[* 4] zurückbringen.
Kommt es durch starke Zusammenziehung des Schließmuskels zu einer Einklemmung der vorgefallenen Darmstelle, so stellen sich
heftige
Schmerzen,
Blutungen und Geschwürsbildung, bei fortgesetzter Einschnürung selbst
Brand ein. Die Behandlung besteht
in dem Zurückdrängen des
Vorfalls vermittelst der flachen
Hand oder eines feuchten Schwammes, in kalten Sitzbädern, aufsteigenden
kalten Douchen und
Bestreichen der vorliegenden Schleimhaut mit Lösungen von
Höllenstein oder Zinkvitriol;
veraltete
Vorfälle erfordern operative
Eingriffe.
in
Verbindung mit dem
Taufnamen dient Master im Munde der Dienerschaft oder anderer
Niedriggestellten zur Bezeichnung vonKnaben oder junger titelloser Leute aus den höhern
Ständen. (S.
Mister.) Master of the Rolls ist der
Titel des Präsidenten des engl. Court of Appeal (s. Court).
das Harz von Pistacia lentiscusL. (s. Pistacia), das durch Einschnitte in die Rinde gewonnen wird (namentlich
auf den griech.
Inseln, besonders im nördl.
Teile der
Insel Chios, wo in der Umgegend von etwa 20 Dörfern,
Mastichochora genannt, der Mastixbaum kultiviert wird), in kleinen weißen oder gelben, durchscheinenden, in der Hitze wohlriechenden
Körnern besteht und vielfach
in der
Medizin, zu Räucherpulver, Firnissen und Lacken Verwendung findet. Es erweicht beim
Kauen
und dient den orient.
Frauen dazu, das Zahnfleisch zu stärken und den
Atem frisch zu erhalten. Auch nennt man manche cement-
oder kittartige
Massen Mastix, aus Mißverständnis des engl. und franz.
NamensMastic,
d. i. Kitt (s. d.), welcher keineswegs für das
Mastixharz gebraucht wird. Eine geringwertigere Sorte, von in
Afghanistan
[* 7] und
Belutschistan einheimischen Pistazienarten abstammend,
kommt als Bombaymastix in den
Handel. Sie bildet gelbe bis rotbräunliche
Körner oder
Thränen. Wert des
Chiosmastix 5-6 Mastix das
Kilogramm, des Bombaymastix 1,5 Mastix; Wert der Ausfuhr der
Insel Chios im Durchschnitt 500000 Mastix jährlich.
Familie der fossilen Labyrinthodonten (s. d.) oder
Stegocephalen mit verknöcherten Wirbeln, zwei
Gelenkhöckern am Hinterhauptsbein, fehlenden Kiemenbogen. Die
Zähne
[* 9] sind an ihrer
Basis mit den Kieferknochen verwachsen
und zeigen stark gewundene Schmelzfalten, die
Knochen
[* 10] zeigen zum
Teil beginnende Verwachsung mit den großen Hautpanzerplatten,
wie bei den Schildkröten;
[* 11] der fast 1 m Länge erreichende Schädel hat einen ähnlichen
Bau wie bei den
Fröschen, aber mit spitz zulaufender Schnauze.
Ihre Reste sind für das Triassystem bezeichnend und kommen hier in zahlreichen
Arten von teilweise gigantischen Dimensionen
(Mastodonsaurus, Trematosaurus,
Capitosaurus), besonders in
Württemberg,
[* 12] vor. Die nahe verwandten, carbonischen und permischen
Formen der Gruppe hatten teilweise noch Kiemen (Branchiosaurus) und andere sonst nur den Fischen eigentümliche
Organe, vereinigten aber mit diesen auch
Merkmale von
Amphibien, Eidechsen
[* 13] und Schlangen
[* 14]
(Archegosaurus, Dolichosoma) und sind
sonach einer der zahlreichen fossilen Kollektiv- oder
Sammeltypen.
(Mastŏdon), Zitzenzahn, eine ausgestorbene Rüsseltiergattung, die sich von den in ihrem Gesamtbau ähnlichen
Elefanten hauptsächlich durch die Bezahnung unterscheidet. In jedem
Kiefer waren meist zwei oder mehrere
Backzähne in Thätigkeit,
welche zitzenförmige, zu Querjochen vereinigte, zahlreiche
Höcker trugen.
Außer den langen, wenig gekrümmten Stoßzähnen
im Oberkiefer trugen einige Formen auch kleinere im
Unterkiefer. Man kennt jetzt eine große Anzahl von
Arten aus den
mittlern und obern Tertiärgebilden (Miocän und Pliocän) aller
Weltteile, mit Ausnahme
Australiens, besonders aus den Diluvialgebilden
Amerikas das Ohiotier (Mastodon giganteusCuv.). Eine Gruppe der Mastodonten, die
StegodontenFalconers aus dem
Tertiär der Siwalischen
Berge in Nordindien, bildete besonders in dem
Bau derBackzähne einen engen Übergang zwischen M.und den
echten Elefanten.
oder
Mast, die durch methodische
Fütterung erzeugte
Steigerung der Fett- und Fleischmasse beim Schlachtvieh.
Bei fortschreitender Körperfülle, im Mastzustande, befinden sich die
Tiere in einem unvollkommenen Gesundheitszustande.
Gegen die zuerst in England Mode gewordene Übermästung der
Tiere (Prämienvieh bei
Ausstellungen) sind deshalb
nicht nur vom mediz. Standpunkte aus, sondern auch betreffs der Fleischverwertung sehr berechtigte Einsprüche erhoben worden.
Nur
¶
mehr
662 ein bloß angemästetes oder halbgemästetes Tier giebt das beste, das nahrhafteste, zugleich auch schmackhafteste Fleisch.
Völlig ausgemästete Tiere liefern dagegen vorzugsweise Talg und Fett, und es fehlen ihrem Fleisch und Blut deren auf den Stoffumsatz
wirksamste Substanzen. Um einen genügenden Mastzustand bei Tieren zu erreichen, sind denselben folgende Bedingungen
zu gewähren: Ruhe, Reinlichkeit, Dämpfung des Lichts, sorgsame Wartung, Unterdrückung des Geschlechtsreizes und der Milchabsonderung,
mäßige Wärme
[* 17] und eine kräftige Nahrung, in der stickstoffhaltige Bestandteile mit Kohlehydraten im richtigen Verhältnis
gemengt sind.
Als vorzügliche Mastfuttermittel gelten: Schrot von Getreide
[* 18] und Hülsenfrüchten, Zuckerrüben, Turnips, Runkelrüben, Kartoffeln,
Schlempe, Biertreber, Rübenschnitzel und Ölkuchen;
außerdem gutes Gras oder Heu von Wiesen und Feldern
und als Getränk ein weiches, reines Wasser;
daneben von Zeit zu Zeit angemessene Salzgaben.
JungeTiere mästen sich stets
besser und geben ein feineres Fleisch als alte. Man unterscheidet zwischen Kernmast, volle Ausmästung bei feiner Fleischqualität,
und Halbmast, bei der die Tiere nur angefleischt werden. –
Vgl. Gohren, Die Naturgesetze der Fütterung
der landwirtschaftlichen Nutztiere (Lpz. 1872);
Wolff, Die Ernährung der landwirtschaftlichen Nutztiere (Berl. 1876);
Haubner,
Gesundheitspflege der landwirtschaftlichen Haussäugetiere (4. Aufl., Dresd. 1881);
Settegast-Proskau, Die Tierzucht, Bd. 2 (5.
Aufl., bearbeitet von Weiske, Bresl. 1888);
J. Kühn, Die zweckmäßigste Ernährung des Rindviehes (10.
Aufl., Dresd. 1891).