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Das Schweizer Milizsystem steht unter Druck. Die individuellere Lebensgestaltung, höhere berufliche Anforderungen, das – durchaus gewollte – stärkere Engagement der Frauen im Beruf sowie die Lockerung traditioneller Bindungen führen dazu, dass die institutionalisierte Freiwilligenarbeit in der Schweiz seit Jahren abnimmt. Und auch wenn neue Formen der zivilgesellschaftlichen Partizipation auftauchen, verlieren klassische Miliztätigkeiten an Attraktivität: So engagieren sich immer weniger Menschen ehrenamtlich in Vereinen, sozialen oder caritativen Organisationen und in Interessenverbänden. National- und Ständerat wandeln sich zu Berufsparlamenten, und Gemeinden in allen Kantonen suchen händeringend nach Kandidaten für politische Ämter.
Um die Milizkultur zu stärken, ist deshalb der Ersatz der heutigen Wehrpflicht durch einen allgemeinen Bürgerdienst zu prüfen. Er soll Schweizerinnen und Schweizer ebenso einbeziehen wie niedergelassene Ausländer und Ausländerinnen. Ein derartiger Bürgerdienst könnte wahlweise in der Armee, in einem Schutzdienst oder in einer zivilen Tätigkeit wie der Alterspflege, der Feuerwehr oder in einem politischen Amt absolviert werden.
Die vorliegende Online-Publikation versammelt verschiedene Beiträge unter dem Titel «Miliz heute» und zeigt auf, wie das Schweizer Milizsystem mit einem allgemeinen Bürgerdienst neu belebt werden könnte.