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In der kanadischen Provinz Alberta liegt ein Drittel der weltweiten Ölsandvorkommen. Die Ölsande sind eine der Hauptursachen für die Luftverschmutzung in Nordamerika, keine andere Art der Ölgewinnung ist umstrittener. Der Abbau verursacht hohe Umweltkosten und beeinträchtigt die Lebensgrundlage der indigenen Völker. Der kanadische Fotograf Ian Willms (*1985) hat über ein Jahrzehnt hinweg die Auswirkungen der Industrie und die betroffenen Menschen dokumentiert. Dafür wurde er mit dem Jurypreis des Greenpeace Photo Award 2018 ausgezeichnet.
Unter dem Motto «Wirtschaftswachstum und Fortschritt» wird indigenes Territorium in ganz Kanada von verschiedensten Grossfirmen geleast, besetzt und zerstört. Für die Einheimischen in Fort Chipewyan, Alberta, ist dieser Prozess ein «kultureller Völkermord in Zeitlupe».
«As Long As The Sun Shines» fokussiert sich auf die tägliche Zerstörung, die mittlerweile dermassen grossflächig ist, dass man sie selbst aus dem Weltraum sehen kann. Seltene Krebserkrankungen, Geburtsfehler, Lupus und andere Krankheiten treten in Fort Chipewyan mit alarmierend hohen Raten auf.
Für indigene Völker ist ihr Land untrennbar mit ihrer Identität, Spiritualität und ihrem Überleben verbunden. Aufgrund der industriellen Entwicklung und Verschmutzung sind sie jedoch nicht mehr in der Lage, von der Jagd, dem Fallenstellen und dem Fischfang zu leben. Sie werden langsam zu einem unmöglichen Kompromiss gezwungen, bei dem sie für genau diejenigen Industrien arbeiten müssen, die das Land zerstören, das ihre Vorfahren seit Jahrtausenden erhalten haben.
Dabei sollte die Beweislast nicht auf den Schultern von den Menschen lasten, die von den toxischen Industrien betroffen sind. Es sollten die Verursacher sein, die beweisen müssen, dass ihre Entwicklungen keinen Schaden anrichten.