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Die Grenzen der Verständigung als eschatologisches Problem: humanistische Sprachtheorien in der Neuen Welt
Mit dem Grenzvertrag von 1750 zwischen Spanien und Portugal wurden sieben Guaraní-Reduktionen mit 30'000 Menschen in Paraguay zur Umsiedelung gezwungen. Ausgehend vom "Diario" des Jesuitenpater Henis soll der damals umkämpfte Grenzraum als Kontaktzone unterschiedlicher Interessensphären analysiert werden, in der bislang unbekannte Koalitionen zwischen Europäern und Indigenen möglich wurden. Als Dokument für eine Beteiligung der Jesuiten am Kampf gegen die Zwangsumsiedlung wurde das "Diario" in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu einem wichtigen Argument für die antijesuitischen Kräfte in Europa, die an der Zerschlagung der Societas Jesu arbeiteten und mit der Vertreibung der Jesuiten aus Portugal 1757, Frankreich 1762/64 und Spanien 1767 und schliesslich mit der Aufhebung des Jesuitenordens im Jahre 1773 erfolgreich waren.