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Am Donnerstagmorgen waren die Ziffernblätter abholbereit an die Hausfassade gelehnt. Laut Mitteilung der Gemeinde Kleinandelfingen hat ein Gewitter mit Hagel die vergoldete Zeitanzeige beschädigt. Als Eigentümerin der schutzwürdigen Uhren- und Glockenanlage des ehemaligen Schul- und Gemeindehauses – das Gebäude ist in Privatbesitz – sei sie für die Instandhaltung verantwortlich. Abklärungen haben nun dazu geführt, dass nicht nur die Ziffernblätter restauriert werden müssen, sondern Glockenmechanik und Uhrwerk einer Sanierung bedürfen, «um die Produkte- und Personensicherheit gemäss den heutigen Normen zu gewährleisten», wie es in der Mitteilung heisst. Die Kosten belaufen sich auf 60 000 Franken.
Bis 1834 hatte Oerlingen kein Schulhaus, «und es bezog der Lehrer auch keinen Zins für seine Stube», heisst es in der Stauber-Chronik. In diesem Jahr aber kaufte die Gemeinde von Christian Levi dessen neu erbautes Wohnhaus und richtete es zum Schul- und Gemeindehaus ein. 1842 liess die Gemeinde darauf ein Türmchen erstellen. Die Glocke kam von Bodmer in Neftenbach, die Uhr von Mäder. 1861 verfügt die Bezirksschulpflege, dass Oerlingen innert dreier Jahre ein neues Schulhaus bauen müsse. Die Schulgenossenschaft meinte, zehn Jahre seien realistisch, schliesslich einigte man sich auf fünf Jahre. Und so konnte 1866 das neue Schulhaus eingeweiht werden, das alte wurde Gemeindehaus.
Ab 1927 gehörte Oerlingen zur Schulgemeinde Kleinandelfingen, seit 2008 bilden Andelfingen und Kleinandelfingen eine Primarschulgemeinde. 1804 wurde Kleinandelfingen eine selbständige Politische Gemeinde. Aus geografischen Gründen kamen noch Alten und Oerlingen dazu.