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Das Verbot werde bereits in Kürze in Kraft treten und sowohl für neu abgebautes als auch für veredeltes Gold gelten, hiess es in einer am Sonntag verbreiteten Erklärung der britischen Regierung vor Beginn des Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs der G7-Gruppe. Zuvor exportiertes Gold russischer Herkunft sei davon nicht betroffen. Von US-Regierungskreisen wurde das Embargo-Vorhaben bestätigt, das demnach am Dienstag am Abschlusstag des G7-Gipfels offiziell verkündet werden soll.
"Wir müssen dem Putin-Regime die finanzielle Grundlage entziehen. Das Vereinigte Königreich und unsere Verbündeten tun genau das", begründete Premierminister Boris Johnson die Entscheidung. "Die Massnahmen, die wir heute angekündigt haben, werden die russischen Oligarchen direkt treffen und das Herz von Putins Kriegsmaschinerie angreifen."
Die russischen Goldexporte hatten im vergangenen Jahr ein Volumen von 12,6 Milliarden Pfund (rund 14,8 Milliarden Franken). Wohlhabende Russen hätten in den vergangenen Wochen verstärkt Gold gekauft, um die finanziellen Auswirkungen der westlichen Sanktionen abzumildern, so die britische Regierung. Die neue Initiative folgt auf die bereits im März verkündete Aussetzung der Akkreditierung von sechs russischen Edelmetallverarbeitern durch die London Bullion Market Association (LBMA), die als wichtigster außerbörslicher Handelsplatz für Gold und Silber gilt.
Schweiz hat im Mai russisches Gold importiert
Die Schweiz hat im Mai erstmals seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs wieder russisches Gold importiert. Genau genommen waren es 3,1 Tonnen im Wert von knapp 200 Millionen Franken, was etwa 2 Prozent der gesamten Goldeinfuhren umfasste. Fast das gesamte Gold war zur Veredelung in Raffinieren oder zur sonstigen Verarbeitung deklariert gewesen.
Die Meldung der russischen Gold-Importe in die Schweiz sorgte weltweit für Aufsehen und Irritationen. Der Verband der Schweizer Edelmetallindustrie (ASFCMP), der 14 Mitglieder umfasst, stellte aber klar, dass keines seiner Mitglieder im Mai Gold aus Russland importiert habe. Über seine Mitglieder vertritt die ASFCMP 95 Prozent des in der Schweiz geschmolzenen und raffinierten Edelmetallvolumens, davon 90 Prozent Gold.
Aus rechtlichen Gründen dürften keine Angaben zu den Importeuren des Goldes gemacht werden, schrieb die Eidgenössische Zollverwaltung in einer Mitteilung.
(Reuters/cash)