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Welche alternativen Antriebe gibt es?
Elektroauto ist nicht gleich Elektroauto. Bei den Fahrzeugen mit alternativen Antrieben werden die folgenden Unterscheidungen gemacht:
BEV: englisch für «battery electric vehicles»
Batterie-Elektroautos (BEV) werden ausschliesslich mit dem Strom aus Batterien betrieben. Da sie an Elektro-Ladestationen aufgeladen werden müssen, werden sie auch Steckerfahrzeuge genannt. Batterie-Elektrofahrzeuge stossen keine Abgase aus und weisen je nach Nutzungsart eine sehr gute Energieeffizienz auf.
PHEV: englisch für «plug-in hybrid electric vehicles»
Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge verfügen sowohl über einen Elektro- als auch über einen Verbrennungsmotor. Die Batterie kann über einen Stecker geladen werden. Ein Plug-in-Hybridfahrzeug weist meist eine grössere Batterie als ein Hybridauto (HEV) auf und ist punkto Schadstoffe näher beim Elektroauto.
HEV: englisch «hybrid electric vehicles»
Bei den Hybrid-Fahrzeugen ohne externe Lademöglichkeit gibt es Mild-Hybrid und Voll-Hybrid-Varianten. Bei den Mild-Hybriden unterstützt die Batterie primär den Verbrennungsmotor, bei den Voll-Hybriden kann das Fahrzeug auch längere Distanzen nur mit dem Elektromotor fahren.
Quelle: Auto Schweiz
CNG: englisch für «compressed natural gas»
Gasfahrzeuge können mit Erdgas, Biogas oder mit synthetischen Gasen betrieben werden. Sie verfügen über einen Verbrennungsmotor. Je nach verwendeten Gas unterscheidet sich die Umweltbilanz. Wird synthesisches Gas verwendet (Power-to-X erklärt), so ist dieser Fahrzeugtyp potenziell gleich umweltschonend wie ein Elektroauto.
FCEV: englisch für «fuel cell electric vehicle»
Wasserstoff-Fahreuge verfügen über einen Elektromotor. Man kann sie daher ebenfalls zu den E-Autos zählen. Die Energie für den Antrieb wird in einer Brennstoffzelle erzeugt. Bei einer Reaktion zwischen Wasserstoff und Sauerstoff wird elektrische Energie, Wärme und Wasser produziert. Während die elektrische Energie direkt in den Elektromotor fliesst oder in einer Batterie zwischengespeichert wird, entweicht das Wasser als Wasserdampf durch den Auspuff. Wasserstoffantriebe eignen sich vorallem für längere Distanzen und schwere Lasten (mehr).
In der Schweiz verfügen die alternativen Antriebe inzwischen über einen Anteil von mehr als 40%. Reine Elektro-Autos (BEV) kommen auf einen Marktanteil von 13 Prozent.
Wie umweltfreundlich sind die Modelle?
In der Schweiz liegt der Verkehr sowohl beim Energieverbrauch als auch beim CO2-Auststoss an erster Stelle. Von den gesamten Treibhausgas-Emissionen entfallen 32 % auf den Verkehr (ohne internationaler Flug- und Schiffsverkehr), 24 % werden durch Haushalte und Gebäude verursacht, ebenfalls 24 % durch die Industrie (Quelle: BFU).
Während bei den Gebäuden und bei der Industrie der CO2-Ausstoss seit 1990 erheblich abgenommen hat (so haben die Industrieunternehmen des Branchenverbands Swissmem ihre Emissionen seit 1990 beispielsweise um rund 56% reduziert), nimmt der Ausstoss beim Verkehr erst seit wenigen Jahren leicht ab. Um die angestrebte Klimaneutralität zu erreichen, ist der Umstieg auf neue Antriebe im Verkehr daher entscheidend.
Einen verlässlichen Hinweis auf die Energieeffizienz eines Fahrzeugs bietet die Energieetikette. Die Energieetikette vergleicht sämtliche Antriebsarten nach klar definierten Kriterien. Dabei wird der Energieaufwand von der Quelle bis zum Rad (auf englisch Well-to-Wheel) berücksichtigt. Neben der Energieeffizienz, welche auch die Grösse des Fahrzeugs mitberücksichtigt, ist dabei auch der CO2-Ausstoss zu beachten.
Vergleich des Verbrauchs
Das Bundesamt für Energie betreibt mit dem TCS die Plattform verbrauchskatalog.ch
Die Plattform führt alle Modelle auf und macht den Vergeich einfach.
Welche Fragen gilt es vor dem Autokauf zu beantworten?
Vor dem Kauf eines Autos mit alternativem Antrieb sollte man sich einige Fragen zum Fahrverhalten und der individuellen Situation beantworten.
Wie viele Kilometer möchte ich regelmässig zurücklegen?
Die Reichweite der Elektrofahrzeuge unterscheidet sich erheblich. Sie reicht von 100 Kilometer bis mehr als 600 Kilometer. Für viele Pendlerstrecken ist ein Elektrofahrzeug gut geeignet. Gemäss Bundesamt für Statistik (Jahr 2019) pendelt etwa die Hälfte der Schweizer Bevölkerung mit dem Auto, der durchschnittliche Arbeitsweg beträgt 29 Kilometer (Hin- und Rückweg).
Wie oft und wo möchten Sie Ihr Auto aufladen?
Die Schweiz verfügt über eines der dichtesten Ladenetzwerke weltweit. Eine Übersicht über öffentliche Ladestationen für E-Autos bietet die Website ich-tanke-strom.ch.
Welche Ladezeit ist für geeignet?
Elektroautos können grundsätzlich an jeder Haushaltsteckdose geladen werden. Über Wallboxen lässt sich das Laden auch zu Hause beschleunigen. Die Ladeleistung erhöht sich so von 2 kW auf bis zu 22 kW. Für die Installation einer Wallbox wenden Sie sich an einen Fachexperten.
Wo können Sie Ihr Auto parkieren?
Zu Hause, beim Arbeitsplatz oder bei der Ferienwohnung: Wo können Sie Ihr Auto parkieren und aufladen? Falls keine Lademöglichkeiten vorhanden sind, lohnt sich eine Abklärung mit der Verwaltung. Wie für Autos gibt es inzwischen auch Unterstützungsmassnahmen für Ladestationen. Beim Kauf eines Autos lohnt es sich, nicht nur auf die Reichweite, sondern auch auf die Ladeleistung zu achten.
Wie teuer darf ein neues Auto sein?
E-Autos sind teurer als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, dafür spart man beim Verbrauch - und leistet einen Beitrag an die Umwelt. Je höher die Reichweite, desto teurer in der Regel das Auto. Der TCS geht im Moment von CHF 165 Franken pro Kilometer Reichweite aus. Zu beachten gilt ebenfalls: Durch den Trend zu Elektroautos wird der Occasionswert von Benzinern tendenziell abnehmen. Beim Kauf eines gebrauchten Elektrofahrzeugs sind die Garantieleistungen zu bachten. Sie gewähren, dass die Batteriewerte nicht unter einen gewissen Wert sinken.
Was möchten Sie mit dem Auto transportieren?
Auf dem Markt finden sich heute Modelle in jeder Grössenkategorie. Kleinwagen weisen dabei die beste Umweltbilanz auf. Falls Sie mit Ihrem E-Fahrzeug auch einen Anhänger oder Wohnwagen ziehen möchten, so sollte dies vor dem Kauf angesprochen werden. Da ein Anhänger die Reichweite stark reduzieren kann, sind Zugvorrichtungen bei vielen Modell nicht ab Stange erhältlich. Leistungsstarke Elektroautos mit hohem Drehmoment sind aber grundsätzlich auch für Anhängelasten geeignet.
Möchten Sie ein Auto kaufen oder leasen? Ist auch ein Mietmodell geeignet.
In der Schweiz gibt es inzwischen verschiedene Anbieter, welche Mietmodell bieten, bei denen alle Kosten bereits eingeschlossen sind. Der Anteil an Elektrofahrzeugen nimmt dabei kontinuierlich zu. Das Carsharing-Unternehmen Mobility will beispielsweis bis 2030 ganz auf Elektroautos umstellen.
Gibt es finanzielle Unterstützung in Ihrem Kanton oder Ihrer Gemeinde?
Im Vergleich zum Ausland sind die Sonderprämien für E-Fahrzeuge in der Schweiz weniger ausgebaut. Experten sehen denn auch im Bereich der privaten Ladeinfrastrukturen das grössere Hindernis für den Durchbruch der Elektromobilität als im Modell-Angebot. Insgesamt besteht aber auch in der Schweiz ein diversifiziertes Förderangebot von Kantonen und Gemeinden. Berechtigt sind unterschiedliche Energieeffizienzklassen und Ladevorrichtungen. Eine unverbindliche Übersicht bietet Swiss eMobility (Link).
Netzwerk der öffentlichen Ladestationen
Welche Technologie für welche Nutzung?
Wollen wir bis ins Jahr 2050 klimaneutral werden, wie es der Bundesrat als Ziel formuliert hat, so braucht es einen Mix verschiedener Technologien. Die nachhaltigsten Lösungen können erreicht werden, wenn das ganze System betrachtet wird: Energieerzeugung, Transport und Speicherung sowie die Nutzung müssen zusammen spielen.
Der Mobilitätsdemonstrator «move» der Empa setzt sich mit der Zukunft der Mobilität auseinander. Betrachtet man die Mobilität und die Energiewirtschaft als Ganzes, so ergeben sich die folgenden Nutzungsebiete der einzelnen Antriebsarten.
• Für kurze und mittlere Distanzen, wie sie in Agglomerationen und fürs Pendeln zurückgelegt werden, eignen sich am besten Batterie-elektrische Fahrzeuge (BEV).
• Für grössere Distanzen sowie für schwere Lasten eignen sich Wasserstoff sowie synthetische Treibstoffe
(Power-to-X erklärt)
• Im Flugverkehr könnten künftig vermehrt synthetische Treibstoffe zum Einsatz kommen
Wichtig: Bei allen Antriebsarten muss der Strom aus erneuerbaren Quellen stammen und klimaneutral produziert werden.