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Die Aufnahmetechnik der doppelten Belichtung stammt aus der Analogfotografie. Nach der Aufnahme eines Fotos wurde der Film in der analogen Kamera zurückgespult, um auf demselben Abschnitt des Films eine weitere Aufnahme zu machen. Der Negativfilm wird an dieser Stelle doppelt belichtet, wodurch sich die zwei fotografierten Motive übereinanderlegen.
In Zeiten der Digitalfotografie kann dieser Effekt mit Hilfe der Bildbearbeitung simuliert werden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den doppelten Belichtungseffekt in nur wenigen Schritten mit Photoshop erzeugen können.
Auswahl der Aufnahmen
Für die Erstellung einer doppelten Belichtung werden zwei Aufnahmen benötigt. Für die erste Aufnahme eignet sich am besten ein Umriss einer Person oder eines Objektes. Solche Aufnahmen lassen sich leicht in einer Gegenlichtsituation generieren. Durch den hohen Kontrast zwischen dem Objekt und dem Hintergrund kommt der Effekt der doppelten Belichtung besonders gut zur Geltung. Ausserdem entfällt durch die Verwendung einer Silhouette das Freistellen der Person oder des Objektes.
Als zweite Aufnahme wird ein Foto mit viel Textur benötigt. Dies kann zum Beispiel eine Landschaft oder eine Skyline sein. In unserem Beispiel haben wir die Silhouette einer Frau im Gegenlicht und ein Getreidefeld als Motive für die doppelte Belichtung verwendet.
Bearbeitung in Photoshop
Zuerst sollte die Aufnahme mit der Silhouette in Photoshop geöffnet werden. Anschliessend lässt sich das Foto mit der Textur per Drag and Drop über die erste Aufnahme legen. Um das zweite Foto passend zu platzieren, kann die Deckkraft verringert werden. So sehen Sie besser, wie die Textur auf dem Umriss liegt. Wurde die zweite Aufnahme platziert, kann die Deckkraft wieder auf 100 Prozent gestellt werden.
Stellen Sie im zweiten Schritt sicher, dass die Ebene mit der Textur ausgewählt wurde. Dies ist daran zu erkennen, dass ein weisser Rahmen um die Ebene erscheint. Ändern Sie anschliessend den Mischmodus von «Normal» zu «Negativ Multiplizieren».
Durch den Befehl des «Negativ Multiplizieren» werden die beiden Ebenen miteinander verrechnet. In den schwarzen Bereichen, dem Umriss der Person, ist die Textur des zweiten Bildes besonders gut zu sehen. Komplett weisse Bereiche wiederum bleiben weiss.
Soll die Farbgebung des ersten Fotos nicht die Farbgebung der Textur beeinflussen, kann die erste Ebene nachträglich auf Schwarzweiss eingefärbt werden. Nutzen Sie dazu die Tastenkombination Strg + Shift + U für Windows oder Cmd + Shift + U für Mac, um das Bild zu entsättigen. Alternativ können Sie unter den Korrekturen die Option Schwarzweiss wählen.
Der durch die Farbgebung der ersten Aufnahme entstandene Gelbstich wurde somit beseitigt. Soll die Textur nur im Umriss und nicht im Hintergrund zu sehen sein, muss die erste Aufnahme vorab freigestellt werden. Somit befindet sich diese auf einem komplett weissen Hintergrund.
Fazit
Die vorgestellte Technik der doppelten Belichtung ist eine schnelle und unkomplizierte Möglichkeit, zwei Aufnahmen auf eine kreative Art und Weise zu vereinen. Mit etwas mehr Aufwand lassen sich so noch viele weitere Ideen umsetzen. Zudem befinden sich im Bereich Mischmodus des Ebenenbedienfeldes weitere Modi, die dazu einladen beim Zusammenführen von zwei Aufnahmen verschiedene Effekte auszuprobieren.
Viel Spass beim Bearbeiten!