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Ursprünglich war vorgesehen, mit dem eigenen Motorrad über Frankreich und Spanien bis nach Marokko zu fahren. Da die Zeit dafür leider fehlte, entschied ich mich für die Anreise mit dem Flugzeug und der Miete eines Motorrads in Casablanca. Es ist bereits meine zwölfte Reise in das Land, aber es ist das erste Mal dass ich mit einem Motorrad unterwegs sein werde.
1.Tag : Freiburg – Casablanca
Für einmal beginnt meine Motorradreise mit der Bahn und dem Flugzeug. Nach dem Mittagessen fahre ich zum Flughafen Genf und kurz nach 17 Uhr hebt die B737-800 der Royal Air Maroc ab und trifft gegen 19 Uhr in Casablanca ein. Da ich mein Mietmotorrad am nächsten Vormittag ein bisschen ausserhalb Casablanca abholen werde, übernachte ich in einem Hotel in der Nähe des Flughafens.
2.Tag : Casablanca – Essaouira, 330 km
Nach einer 45-minütigen Taxifahrt treffe ich in Dar Bouazza ein, einem Küstenort ca. 20 km westlich von Casablanca. Hier nehme ich meine BMW R1200GS in Empfang. Nachdem meine vorgesehene Route in das GPS geladen ist, fahre ich zuerst der Küste entlang und dann ein bisschen im Landesinneren bis nach Essaouira, wo ich am frühen Nachmittag ankomme. Das Wetter am Atlantik ist noch recht kühl, einige Leute spazieren am Strand, aber ins Wasser getraut sich niemand. Nach einem Spaziergang in der Stadt bleibe ich am Hafen, um den Sonnenuntergang zu geniessen.
Unterwegs nach Essaouira
Im Hafen von Essaouira
Katzentreppe in Essaouira
Grosser Platz in Essaouira
3.Tag : Essaouira – Taroudant, 256 km
Zuerst geht es in südlicher Richtung bis Agadir. Die Küstenstrasse ist recht kurvig und dank wenig Verkehr sehr angenehm zu fahren. Ich umfahre Agadir, dann geht es ins Landesinnere bis zum heutigen Tagesziel, Taroudant. Das Stadtzentrum ist von einer hohen Mauer umgeben. Es findet gerade ein Folklorefestival statt, Touristen sieht man aber nur sehr wenige. Die Temperaturen sind seit gestern schon markant gestiegen, aber noch angenehm.
Leuchtturm von Cap Ghir
Stadttor in Taroudant
In Taroudant
Fahrschule
4.Tag : Taroudant – Ouarzazate, 291 km
Je weiter östlich ich fahre, desto trockener wird es. Waren kurz nach Taroudant noch viele Obstplantagen zu sehen, wird die Landschaft immer karger. Die Strasse nach Ouarzazate ist ziemlich schmal und kurvig. Da die Stadt auf ca. 1100 m/M liegt, ist die Hitze noch gut erträglich. Ich treffe am späteren Nachmittag ein. Ein Hotelzimmer hatte ich nicht reserviert, finde aber problemlos eins. Es ist nicht Hochsaison und die Hotelauswahl ist recht gross.
Unterwegs zwischen Taroudant und Ouarzazate
Marokkanische Tagine
Bei Ouarzazate
5.Tag : Ouarzazate – N’Kob, 140 km
Eigentlich hatte ich vorgesehen, zwei Tage in Ouarzazate zu bleiben und dann in einem Tag nach Merzouga zu reisen. Ich beschliesse aber, heute nur bis N’Kob zu fahren. Die Strecke ist fahrerisch und landschaftlich sehr schön, Verkehr hat es auch hier nur sehr wenig. Zum Mittagessen treffe ich im kleinen Ort N’Kob ein und finde auch gleich ein sehr schönes Hotel. Vom Swimmingpool habe ich einen Überblick über die Oase und bin heute der einzige Gast im Hotel. Am frühen Abend mache ich noch eine kleine Ausfahrt in der Umgebung und geniesse den Sonnenuntergang in der Wüste.
Leere Strassen in Südmarokko
Oase zwischen Ouarzazate und N’Kob
Trockene Landschaften
Leicht verbeulter Lastwagen…
Swimmingpool mit Aussicht auf die Oase von N’Kob
6.Tag : N’Kob – Merzouga, 229 km
Heute wird es der heisseste Tag dieser Reise sein. Bei der Abreise nach dem Frühstück sind es bereits fast dreissig Grad und als ich am Nachmittag in Merzouga ankomme, weht ein starker Wind und es ist 38 Grad heiss. Die Sicht ist nicht sehr gut, ab und zu kommt ein kleinerer Sandsturm auf. Auch hier hat es nur wenige Gäste in meinem Hotel, die Hauptreisezeit ist vorbei. Gleich hinter dem Hotel fangen die grossen Dünen des Erg Chebbi an, so stellt man sich die Saharawüste vor. Merzouga selber ist nur ein kleines Wüstendorf mit ca. 500 Einwohnern, bietet aber zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten und ist der Startpunkt für Wüstenausflüge mit dem Kamel oder 4×4 Fahrzeugen. Ca. 25 km weiter südlich liegt die Grenze zu Algerien, sie ist aber für jeglichen Verkehr gesperrt.
Unterwegs bei den Kamelen
Bei Alnif
Strassenkreuzung in Alnif
Stadttor von Rissani
Die grossen Sanddünen des Erg Chebbi bei Merzouga
7.Tag : Merzouga – Midelt, 270 km
Bis heute war ich nur an Orten, die ich bereits von früheren Reisen her kannte. Die Strecke nach Midelt fahre ich aber zum ersten Mal. Über Erfoud und Errachidia geht es durch das spektakuläre Vallée du Ziz jetzt wieder in Richtung Norden. Am späteren Nachmittag treffe ich in Midelt ein und besichtige die Stadt. Sie bietet keine besonderen Sehenswürdigkeiten, der gut besuchte und sehr lebhafte Markt ist aber sehr interessant. Touristen sehe ich hier keine.
In der Vallée du Ziz
Unterwegs in Südmarokko
8.Tag : Midelt – Meknes, 227 km
Da ich so lange wie möglich von den Wüstenlandschaften profitieren will, fahre ich über kleine Nebenstrecken zuerst nach Boulemane. Die Strasse ist sehr schmal und in ziemlich schlechtem Zustand, da aber kaum andere Fahrzeuge unterwegs sind, stört es mich nicht. Dann geht es über Ifrane, am Fuss des Mittleren Atlas, weiter. Plötzlich ist Alles grün und es wachsen Tannen, man kommt sich fast vor wie in den Voralpen. Von hier ist es nicht mehr sehr weit bis zum Ziel meiner heutigen Tagesetappe. Mit rund 600’000 Einwohnern ist Meknes die sechstgrösste Stadt Marokkos. Die Medina und das berühmte Stadttor Bab Mansour sind sehr sehenswert, es hat aber nur wenige Touristen im Vergleich zu Marrakesch.
Storchennest
Schafhirt mit seiner Herde
Eselfamilie
Gerade Strecken in der Wüste
Ankunft in Ifrane
Meknes
9.Tag : Meknes – Casablanca, 280 km
Heute fahre ich zum ersten Mal auf dieser Reise auf der Autobahn. Der Verkehr bis kurz vor Rabat ist spärlich, allerdings nimmt er kurz vor der Einfahrt in die Hauptstadt Marokkos stark zu. War das Fahren auf der ganzen Reise bis jetzt sehr locker, wird die Durchquerung der Stadt doch ziemlich stressig. Es wird viel gehupt und die Verkehrsgesetze scheinen hier nicht zu gelten. Nach dem Mittagessen fahre ich der Küste entlang und kurz vor Casablanca nehme ich wieder die Autobahn in Richtung Dar Bouazza, wo ich am späteren Nachmittag das Motorrad zurückbringe. Mit dem Taxi geht es wieder zurück nach Casablanca, wo ich in einem sehr gut gelegenen Hotel gleich neben dem Bahnhof von Casa Port absteige. Am Abend reicht es noch für einen Spaziergang in der grössten Stadt Marokkos.
Modernes Casablanca
10.Tag : Casablanca – Freiburg
Nach dem Frühstück fahre ich mit dem Taxi zum Flughafen, wo mein Flugzeug kurz nach zwölf Uhr pünktlich in Richtung Genf abfliegt.