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(PVo/HPS) Nach der Aufstockung des romanischen Turmes zur heutigen Grösse konnte im Turm 1569 eine erste Glocke installiert werden. Ab Weihnachten 1947 gab es dann das heutige vierstimmige Geläute. Der Turmhelm musste zwischen 1748 und 1938 immer wieder erneuert werden. Eine Gesamtrenovation wurde 2016 vorgenommen. Dabei wurden ab 1938 die historischen Dokumente in der Turmspitze ausgewertet. Die Orgel gab es in vier Versionen. Dabei wurde wenn nötig auch mal das Innendach der Kirche angepasst. Heute werden neben den früheren Posaunen auch modernere Instrumente eingesetzt: Gitarren und Schlagzeug – oft elektrisch verstärkt – haben Eingang in den kirchlichen Gottesdienst gefunden. Und der Kirchenchor ist der einzig übrig gemischte Chor in unserm Dorf.
Vor der Reformation dürften einstimmige lateinische Gesänge in der Messe den Ton angegeben haben. Der Priester diente dabei als Vorsänger – auch bei den zahlreichen Prozessionen. Nach der bernischen Reformation wurde der Gemeinde-Gesang zuerst als zu emotional eingestuft und verboten. Ende des 16. Jh. wurde er wieder eingeführt, diesmal verständlich für alle und musikalisch vielfältiger. Statt der anfangs umstrittenen (und teuren) Orgel begleiteten eine oder mehrere Posaunen von der Empore aus den Gesang der Gemeinde.Die erste Orgel stammte dann aus dem Jahr 1797 und wurde 1879 umgebaut. Für den Einbau der zweiten, neugotischen Orgel
von 1902 musste die Innendecke der Kirche erhöht werden. Auf ihr spielte anlässlich einer Konzertreihe auch Albert Schweitzer. Ihr Klang konnte die ursprüngliche barocke Orgel aber nicht vergessen machen. Anlässlich der dritten Orgel von 1938 wurde das Innendach der Kirche wieder flach gelegt. Nun erfüllte auch der Klang wieder die Erwartungen. Die heutige Orgel wurde 1975 gebaut. Sie umfasst 1558 Pfeifen und 24 Register.
Nach der ersten Glocke von 1569 (a’, 550 kg) kam eine zweite dazu, die 1773 umgegossen (f’, 1050 kg) und 1896 mit einer dritten ergänzt wurde. Diese war aber einen halben Ton zu hoch gegossen worden. Mit dem neuen Geläute von 1947 wurde sie ersetzt durch die nun grösste d’-Glocke (1700 kg). Zusammen mit der zusätzlichen g’-Glocke (700 kg) konnte somit die heutige Harmonie d’, f’, g’, a’ erreicht werden. Um Platz für die elektrische Läutvorrichtung zu schaffen, wurde der hölzerne Glockenstuhl ersetzt durch eine Eisenkonstruktion auf einem Betonkranz. Mit dem Glockenklang wurden aufgrund der Inschriften bei drei Glocken biblische Botschaften verbunden. Die älteste und höchste Glocke (a’) verkündet «Allein Gott sei Ehr und Preis», die g’-Glocke wünscht abends «Friede sei mit euch»; die tiefste d’-Glocke mahnt – etwa bei Abdankungen – «O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort», während die f’-Glocke ohne Kommentar zum Mittagsgebet einlädt. Die volle Harmonie entspricht den Anfangstakten des Liedes «O Heiland, reiss die Himmel auf» (Nr. 361 im Kirchengesangbuch).
Bleibt noch der Kirchenchor. Er wurde 1892 gegründet, um das neu erschienene Kirchengesangbuch mit Singübungen nach dem Gottesdienst besser kennenlernen zu können. Der heute rund 40-köpﬁge Chor ist der einzig übrig gebliebene gemischte Chor in unserm Dorf. Er pflegt ein vielfältiges Liedgut zwischen Tradition und Moderne. Aktuelle Musikstile pflegen auch die Bands, die jeweils einmal im Monat den abendlichen Lobgottesdienst gestalten.