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Eine Südstaulage führte in den letzten Tagen auf der Alpensüdseite zu anhaltenden Regenfällen. Seit Freitagabend fielen zum Beispiel in Robièi/TI (1896 m) im oberen Maggiatal über 365 mm Regen. In nur drei Tagen regnete es somit 100 mm mehr als während eines durchschnittlichen Oktobers (265 mm). Da die Schneefallgrenze meist im Bereich um 3000 m lag, gelangte das meiste Wasser direkt in den Abfluss.
Hochwassergefahr Stufe 2
Für den Lago Maggiore, den Lago di Lugano sowie für kleine und mittelgrosse Flüsse warnte das Bundesamt für Umwelt (BAFU) vor einer Hochwassergefahr der Stufe 2. Lokale Überflutungen sind bei dieser Gefahrenstufe nicht ausgeschlossen. Der erwartete Pegel des Lago Maggiore liegt jedoch unter 195,5 m und somit unter der Hochwassergrenze, bei der das Wasser flächig über die Ufer tritt. Dies ist vor allem dem relativ tiefen Pegelstand vor Niederschlagsbeginn zu verdanken.
Es geht noch deutlich extremer
Im November 2014 führte eine lange Niederschlagsphase zu einer deutlich grösseren Gefahr. In der ersten Monatshälfte fiel im Tessin ein Mehrfaches an Niederschlag, der normalerweise während des gesamten Monats November zu erwarten ist. Der Pegel des Lago Maggiore stieg daraufhin bis auf 196,41 m an. Dies entspricht der heutigen Gefahrenstufe 4. Damals wurde sogar die höchste Stufe 5 von 5 herausgegeben. Nach diesem Ereignis wurden die Gefahrenstufen jedoch angepasst.
Noch extremer war die Hochwassersituation Mitte Oktober im Jahr 2000. In nur drei Tagen stieg der Pegel am Lago Maggiore um 3 m an. Mit 197.57 m wurde der zweithöchste Pegel seit Messbeginn 1867 erreicht. Der Hauptanteil des Wassers kam damals jedoch nicht aus dem Tessin, sondern aus dem Einzugsgebiet des Flusses Toce in Italien.