Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03483.jsonl.gz/298

Das Dojo ist offen und Interessierte sind für Probetrainings willkommen.
Aikido ist eine japanische Verteidigungskunst mit zutiefst pazifistischem Ansatz: geübt werden zwar Kampfsituationen, am Ende gibt es jedoch keine Gewinner*innen und keine Verlierer*innen. Das Ziel ist nicht die Überwältigung der Angreifer*in, sondern die Kontrolle und Beruhigung der Situation.
So trainieren wir
Im Aikido üben wir, der Angriffsenergie geschickt auszuweichen, um sie dann um- und gegen die Angreifer*in zu lenken. Oftmals sind die Bewegungen rund oder spiralförmig und sehen mühelos und elegant aus. Für Aikido-Techniken braucht es tatsächlich kaum Kraft. Gefragt sind Geschicklichkeit, Beweglichkeit und Reaktionsfähigkeit. Genauso wichtig sind die mentalen Fähigkeiten – nur wer aufmerksam ist, Ruhe bewahrt und offen ist für das Kommende, kann einen Angriff entschlossen abwehren.
Im Aikido wird mit wechselnden Partner*innen geübt. Anfänger*innen trainieren mit Fortgeschrittenen, grosse Menschen trainieren mit Kleinen, Ältere mit Jungen, Schwere mit Leichten. Es ist ein fester Bestandteil des Übens, dass man sich auf seine jeweilige Partner*in einstellt.
Unterschieden werden «Taijutsu»-Techniken mit leeren Händen und «Bukiwaza»-Techniken mit Holzschwert (Bokken) und Stock (Jo).
Im Aikido gibt es keine Wettkämpfe. Um den Weg der Übenden zu strukturieren und individuelle Trainingsziele vorzugeben, werden in regelmässigen Abständen Prüfungen abgehalten. Sind die «Kyu»-Schritte absolviert, kommen die «Dan»-Schritte. Ab dem 1. Dan darf man den schwarzen Gurt tragen.
Von den Anfängen bis zu uns
Aikido wurde im 20. Jahrhundert von Morihei Ueshiba (Ō Sensei, 1883-1963) in Japan ins Leben gerufen. Als junger Mensch hatte dieser verschiedene traditionelle Kampfkünste erlernt. Im Laufe seines Lebens fügte er deren Elemente zu einer eigenständigen Form zusammen, die er «Aikido» nannte.
Morihei Ueshiba hatte viele verschiedene Schüler*innen, die er in seiner neuen Verteidigungskunst unterrichtete. Einer seiner langjährigsten Begleiter war Morihiro Saito (1928-2002), der nach Ueshibas Tod das Dojo des Gründers in Iwama weiterführte. Er ordnete die unglaubliche Menge an Techniken, die Ō Sensei immer wieder kreativ verändert hatte, systematisch und bewahrte sie so für die Nachwelt. Auch war ihm sehr daran gelegen, Aikido in die Welt zu tragen. Er selbst unternahm viele Reisen ins Ausland, um dort Aikido zu unterrichten, auch in die Schweiz. Gleichzeitig kamen Schüler*innen aus der ganzen Welt nach Japan, um bei ihm zu lernen. Rosmarie Imperatori (Herzig) war eine von ihnen. Sie reiste mehrfach nach Iwama, um bei Morihiro Saito ihr Können zu vertiefen.
Was heisst eigentlich…?
Japanische Wörter sind häufig aus mehreren Schriftzeichen zusammengesetzt, die jeweils eine eigene Bedeutung haben.
Aikido
合 ai = Zusammenkommen, harmonisieren, vereinigen
気 ki = Lebens- und Weltenergie, geistige und universale Kraft
道 do = Weg
Dojo
道 do = Weg
場 jo = Ort
Unser Logo
川 kawa = Fluss
Das Dojo ist unser Trainingsraum und befindet sich in der ehemaligen Schmiede des Oederlin-Areals direkt an der Limmat. Das Rauschen des Flusses begleitet seit jeher unser Training und erinnert daran, dass Aikido Bewegungen fliessend ausgeführt werden.