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Eine oft zitierte Erklärung für das klangvolle Phänomen lautet: Man höre aus der Muschel das Rauschen des eigenen Blutes, das im Ohrbereich zirkuliere. Ob das oder eine andere Theorie stimmt, zeigten Experimente, die das SRF-Wissensmagazin «Einstein» bei der Suva in Luzern durchführen liess – mit der Lieblings-Meeresschnecken-Gehäuse der Schülerin Vera.
Ausgestattet mit einem Präzisionsmikrofon am Ohr lauschte sie dem rätselhaften Rauschen. Die Messgeräte zeigten, dass dieses Gehäuse im Bereich zwischen 800 und 1200 Hertz am stärksten tönte, während andere Exemplare heller oder tiefer klingen. Woher der Klang nun aber rührt, zeigte der Test eines Gehäuses, das sich dank einer glatten Kante ganz nah um das Ohr herum pressen liess.
Auf diese Weise akustisch isoliert, hörte Vera – nichts. Also konnte es sich bei dem Geräusch weder um das Rauschen des fliessendes Blutes im Ohr handeln noch um sonst eine «interne» Quelle. Sondern um ein «Abbild» der Aussengeräusche, wie der Suva-Fachmann erklärte: etwa von surrenden Computern, rauschenden Heizungen oder Strassenlärm, der durchs Fenster dringt.
Alle diese Signale dringen in das Gehäuse der Meeresschnecke, werden neu «vermischt» und gelangen als diffuses «Wellenrauschen» ins Ohr. Nachprüfbar mit einer schlanken Kaffeetasse aus der Küche, die am Ohr ebenfalls ein sonores Rauschen von sich gibt – nur eben ohne Badestrand-Romantik.