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Der Wildstrubel ist eine vergletscherte Gebirgsgruppe der Berner Alpen in der Schweiz. Diese liegt zwischen Lenk und Adelboden im Norden sowie Crans-Montana über dem Rhonetal im Süden. Der breite Berg besteht aus drei Gipfeln, über welche die Grenze der Kantone Bern und Wallis verläuft. Der Wildstrubel ist ein bekannter Aussichtsberg, der sowohl im Sommer als Alpinwanderung oder leichte Hochtour als auch im Winter und Frühling als Schneeschuhtour, Skitour oder Snowboardtour bestiegen wird. Die Lämmerenhütte SAC im Osten, die Wildstrubelhütte SAC im Südwesten, die Fluhseehütte im Nordwesten und Berghäuser auf der Engstligenalp im Norden dienen als Stützpunkte für die Besteigung des Wildstrubels.
Wo befindet sich der Wildstrubel und wie sieht der Berg aus?
Das Wildstrubelmassiv erhebt sich zwischen dem Rawil- und dem Gemmipass auf der Grenze der Gemeinden Leukerbad (im Süden) und Lenk (im Norden). Es bildet den imposanten Talabschluss im Süden von Adelboden und der Lenk im Simmental. Obwohl der Wildstrubel dem Hauptkamm der Berner Alpen nördlich vorgelagert ist, verläuft über ihn die Grenze zwischen den Kantonen Bern und Wallis.
Der Wildstrubel ist neben dem Muveran, den Diablerets und dem Wildhorn eines der vier markanten Bergmassive der Berner Alpen westlich des Gemmipasses.
Das breite, vergletscherte Wildstrubelmassiv besteht aus drei fast gleich hohen Gipfeln (von Westen nach Osten): Eigentlicher Wildstrubel (3244m, auch „Lenkerstrubel“ genannt), Mittelgipfel (3243m) und Grossstrubel (3243m).
Nach Westen und Norden fällt der Wildstrubel steil ab. An der Südostflanke befindet sich der Wildstrubelgletscher. An seiner Südwestflanke liegt die grosse und flache Gletscherfläche des Glacier de la Plaine Morte mit dem “Faverges-Gletschersee.
Das ganze Massiv des Wildstrubels ist eine verkarstete Gegend ohne nennenswerte oberirdische Abflüsse. Zwei beeindruckende Quellen entspringen dem Fuss des Massivs: Die Simmenquelle(n) am Retzliberg oberhalb der Lenk, sowie die Source de la Liène über dem Rawilstausee im Wallis, die wie ein Wasserhahn direkt aus einer senkrechten Felswand sprudelt.
Welche sind die Nachbargipfel des Wildstrubels?
Im Süden befindet sich das Schneehore (3179m), im Westen das Gletscherhore (2942m) und der Rohrbachstein (2949m), im Norden der Ammertespitz (2612m) und im Osten das Steghorn (3146m).
Wann und durch wen wurde der Wildstrubel zum ersten Mal bestiegen?
Der Wildsrubel (3244m, “Lenkerstrubel”) wurde wahrscheinlich im Sommer 1855 zum ersten Mal durch Jakob Tritten und Dr. M. Schmid bestiegen. Belegt ist die Besteigung von Edmund von Fellenberg und Jakob Tritten am 16. August 1856.
Die Erstbesteigung des Mittelgipfels erfolgte am 8 September 1857 durch die Engländer Thomas W. Hinchcliff, Brandshaw Smith mit ihrem Führer Zacharie Cachat aus Chamonix.
Kann der Wildstrubel als Wanderung ohne Gletscherüberquerung bestiegen werden?
Der einzige Anstieg auf den Wildstrubel, der nicht über Gletscher oder Firn verläuft, startet in der Lenk (Simmenfälle 1105m) und führt via Fluhseehütte zuerst auf Wanderwegen, später auf Wegspuren, Geröll und (im Frühsommer) Schnee zum Wildstrubel 3244m (T4 auf der SAC Wanderskala).
Diese Alpinwanderung ist sehr lang, wobei der Aufstieg mit einer Übernachtung in der privaten Fluhseehütte auf zwei Tage verteilt werden kann.
Welche ist die Normalroute auf den Wildstrubel und wie schwierig ist diese Hochtour?
Ausser der oben erwähnten Alpinwanderung gibt es zwei Normalrouten auf den Wildstrubel:
Der kürzeste Zugang erfolgt von Südwesten mit Ausgangspunkt Pointe de la Pleine Morte (Seilbahn ab Crans Montana). Die Tour kann aber auch auf der Bernerseite auf der Iffigenalp gestartet werden, wobei dann in der Wildstrubelhütte SAC (2788m) übernachtet wird. Von dort führt die Route über die Wisshorelücke (2851m) auf den Glacier de la Pleine Morte (wo sie mit der Route ab der Pointe de la Pleine Morte zusammentrifft). Die Begehung dieser Gletscherfläche bedingt eine Gletscherausrüstung, ist von den technischen Anforderungen her jedoch einfach. Nur an den Gletscherrändern kann es bei starker Ausaperung zu einem offenen Bergschrund kommen und das Betreten und Verlassen des Gletschers erschweren. Der 500 Meter hohe geröllige Südwestrücken führt auf Wegspuren zum Gipfel (L auf der SAC Hochtourenskala).
Die andere Normalroute erfolgt von Osten mit Ausgangspunkt Gemmipass (Seilbahn ab Leukerbad). Via Lämmerenboden und Lämmerenhütte SAC gelangt man zum Wildstrubelgletscher (deutlich spaltenreicher als Pleine Morte), dessen Osthänge auf den Mittelgipfel leiten (L). Von hier kann man leicht zum Wildstrubel queren, oder etwas exponierter zum Grossstrubel (3243m).
Wird der Wildstrubel auch als Skitour begangen?
Beide oben erwähnten Normalrouten sind beliebte Skihochtouren, wobei die Wildstrubelhütte im Winter/Frühling von der Wildhornhütte über das Schnidehore, oder von der Cabane des Audannes via Col des Eaux Froides und Alpage du Rawyl errreicht wird. Als Abfahrt bieten sich steilere Varianten an, zum Beispiel via Ammertetäli in die Lenk oder via Früestücksplatz und Strubelgletscher zur Engstligenalp. Für ganz sichere Skifahrer besteht die Möglichkeit vom Wildstrubel direkt durch das Nordnordwest-Couloir ins Ammertetäli zu fahren.
Wird der Wildstrubel auch als Snowboard Tour begangen?
Der Wildstrubel wird auch mit Snowboard oder Splitboard bestiegen. Als Abfahrt sind aber nur die steilen Hänge zur Engstligenalp für Snowboarder geeignet und lohnend.
Wird der Wildstrubel auch als Schneeschuhtour begangen?
Der Wildstrubel ist ein beliebtes Ziel für ambitionierte Schneeschuhwanderer. Oft wird der Gipfel im Rahmen einer Mehrtagestour von der Wildstrubelhütte zur Lämmerenhütte oder umgekehrt überschritten.
Welche weiteren Routen führen auf den Wildstrubel?
Die Route von der Engstligenalp auf den Grossstrubel (WS) ist eine lohnende und recht oft begangene Hochtour (v.a. im Frühling als Skitour). Aufgrund eines Felssturzes im Sommer 2022 ist die bisherige Sommerroute unterhalb des Früestücksplatzes nicht mehr passierbar und es muss auf die Skitourenroute ausgewichen werden.
Welche Probleme verursacht der Faverges-Gletschersee auf der Pleine Morte?
Der hintere Talboden der Gemeinde Lenk ist seit 2011 fast jeden Sommer von Überflutungen betroffen, die auf Ausbrüche des Faverges-Gletschersees auf der Hochebene der Plaine Morte zurückgehen.
Der Gletschersee hat sich aufgrund des Eisrückgangs am Südostrand des Plaine-Morte-Gletschers gebildet. In einer länglichen Mulde zwischen Fels und Eis sammelt sich im Frühsommer jeweils Schmelzwasser und im Verlauf des Hochsommers kommt es zu einer spontanen Entleerung des Sees. Das Wasser strömt dann durch Eiskanäle im Gletscher nach Norden ab und führt im Talboden zu Überschwemmungen.
Um künftige Hochwasserschäden zu vermeiden, sind verschiedene Schutzmassnahmen getroffen worden, wobei die spektakulärste ein 1,3 km langer Eiskanal (Bau 2019) ist, welcher das Seevolumen reduziert, indem der Überlauf gesenkt wurde.
Stufe 1
Technik Sommer: Ich habe Bergwandererfahrung und bewege mich trittsicher im unwegsamen Gelände und auf Geröllfeldern. Hochtourenerfahrung mit Steigeisen, Pickel und Seil wird nicht vorausgesetzt.
Technik Trekking: Ich benötige keine Erfahrung im Hochgebirge und keine alpintechnischen Vorkenntnisse. Ich habe Bergwandererfahrung im Bereich T3 gemäss SAC-Wanderskala (rot-weisse Wanderwege).
Grundkurs Bergsteigen (Fels/Firn/Eis) Lämmerenhütte
Nächster Termin: 13.06.24
Trekking Adelboden - Turin: Zu Fuss über die Alpen
Nächster Termin: 22.06.24
Familien-Bergsteigen (Fels/Eis) Lämmerenhütte
Stufe 2
Technik Skitouren: Ich habe erste Skitourenerfahrung aus einem Grundkurs oder auf geführten Skitouren gesammelt. Die Schwierigkeit der Skitouren wird mehrheitlich als L (leicht) bis WS (wenig schwierig) eingestuft und wir bewegen uns im Gelände um 30° Steilheit. Kurze steilere Passagen bieten genügend Platz zum Schwingen. Die Spitzkehre im Aufstieg kriege ich hin. Tiefschneeerfahrung und Parallelschwung im unpräpariertem Schnee werden vorausgesetzt.
Skitouren rund um die Lämmerenhütte
Stufe 3
Technik Skitouren: Ich bin regelmässig auf Skitouren und mag etwas sportlichere Touren im Schwierigkeitsgrad WS (wenig schwierig) bis ZS (ziemlich schwierig) im Gelände um 35° Steilheit. Ich beherrsche die Spitzkehre. Ich bin ein sicherer Tiefschneefahrer in allen Schneearten und die Abfahrt ist für mich ein wichtiger Bestandteil der Skitour.
Technik Schneeschuhtouren: Ich bin regelmässig mit Schneeschuhen auf Touren der Schwierigkeit WT 3 unterwegs. Auch im steilen Gelände fühle ich mich im Auf- und Abstieg wohl. Gipfelaufstiege erfordern Trittsicherheit und können zu Fuss erfolgen.