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Grönlandwale gehören zu den am schwierigsten zu beobachtenden Walarten in der Arktis, trotz ihrer Grösse. Einst bis fast zur Ausrottung gejagt, haben diese gigantischen Bartenwale eine bemerkenswerte Wiederauferstehung gefeiert und werden wieder an vielen Orten nahe der arktischen Eiskante gesichtet. Nun haben Forscher der Universität von British Columbia (UBC) ein neues und überraschendes Verhalten von Grönlandwalen in Nunavut beobachtet.
Drohnenaufnahmen von Grönlandwalen in der kanadischen Arktis haben gezeigt, dass die riesigen Tiere sich häuten und die tote Haut an Felsen abschaben. Die Aufnahmen liefern eine Antwort auf das Geheimnis, warum die Wale jeden Sommer nach Cumberland Sound in Nunavut zurückkehren und liefern auch eine Erklärung für ein ungewöhnliches Verhalten, das historisch von Inuit und Walfängern beschrieben worden war. „Das Ganze war eine zufällige Beobachtung“, erklärt Sarah Fortune, Doktorandin an der UBC, Institut für Ozeane und Fischerei, und Hauptautorin der Studie, die aufgrund der Beobachtung durchgeführt wurde. „Eigentlich wollten wir die Beute und das Fressverhalten der Wale dort studieren. Doch wir beobachteten sehr merkwürdige Verhaltensweisen der Wale nahe am Strand.“ Fortune und ihre Kollegen, ein Walbiologe und einige Jäger und Fischer aus der Gegend von Pangnirtung, konnten vom Boot aus beobachten, wie die Wale sich auf die Seite drehten und mit ihren Flossen in der Luft winkten. Es war klar, dass die Wale nicht zum Fressen hingelegt hatten. Als die Forscher Drohnen steigen liessen, um die Tiere von oben aufzunehmen, entdeckten sie grosse Felsen unter der Wasseroberfläche und sie erkannten, dass die Wale sich an den Steinen rieben, um Hautfetzen zu entfernen.
„Jetzt wissen wir, dass Cumberland Sound als ein Ort zum Fressen und zur Häutung dient“, meint Fortune weiter. „Doch wir wissen nur wenig über das Häuten bei den meisten Walarten.“ Die wärmeren Wassertemperaturen an der Küste während des Sommers könnten bei der Häutung helfen, erklärt Fortune weiter. Da die Temperaturen steigen werden, könnte dies Veränderungen in der Zeitplanung, der Dauer und der benötigten Energie für die Häutung und auch in der Nahrungszusammensetzung bedeuten. Denn durch die Meeresveränderungen können relativ grosse und fettreiche Krebstiere, die den grössten Teil der Nahrung von Grönlandwalen ausmachen, weiter nach Norden wandern und durch kleinere, weniger energiereiche Krebse ersetzt werden. Wissenschaftler wissen bisher noch nicht, wie die Wale mit einer derartigen Veränderung umgehen werden. Sarah Fortune hofft, dass sie weitere Studien durchführen kann, um herauszufinden, ob Grönlandwale vor allem im Sommer sich häuten und ob dies in allen Regionen geschieht.
Quelle: Universität von British Columbia
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