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Jakob Christoph Miville
Basel, wohl 1824
Aquarell auf Pergament
H. 12,2 cm, B. 15,1 cm
Inv. 1941.97.21.
Spiel im Verwandtenkreis
Das kleinformatige Bild, das auf ein querovales Format beschnitten wurde, zeigt vier Kinder, je zwei Geschwister aus den miteinander verwandten Basler Familien Miville und Kissel, die nebeneinander auf einer gepolsterten Bank sitzen: Elise Maria (geb. 1819) im blauen Kleid und Maria Magdalena Margaretha (gen. Grittli, geb. 1818) im rosa Kleid sind Töchter von Achilles Miville und Maria Elisabeth Baumann. Helene Maria (geb. 1820) im weissen Kleid und Johannes Leonhard (geb. 1819), der ein rotes Kleid über aus dem gleichen Stoff genähten roten Hosen trägt, sind Kinder von Dr. med. Johannes Kissel und Maria Magdalena Miville.
Die Kinder sind zeitgemäss und kindgerecht gekleidet, ihre langen Kleider sind – für die Mädchen und den Jungen – mit weissen Spitzenborten versehen.
Sie haben ihre Spielsachen mitgebracht: eine Puppe auf Elises Schoss liegend, eine Peitsche in Johannes Hand, ein offenes Buch auf Grittlis Knien, in dem Johannes auf ein bestimmtes Bild zeigt. Alle vier blicken aus dem Bild heraus auf den sie malenden Onkel Jakob Christoph Miville und somit auch auf den Betrachter des Bildes. Vor ihnen auf dem Boden befinden sich zwei Körbe und ein Steckenpferd. Die Platzierung der Objekte im Vordergrund verleiht dem Bild eine gewisse Tiefe. Die Bank, auf der die Kinder sitzen, steht direkt vor einer Wand, die oberhalb eines Holzlambris mit einer grünen Tapete versehen ist.
Der Basler Maler Jakob Christoph Miville (1786–1836; vgl. auch Kat.Nr.
55) hatte sich nach längeren Auslandsreisen 1816 in seiner Vaterstadt etabliert und zeichnete um das Jahr 1824 viele Porträts seiner Angehörigen, die als erstes entschiedenes Auftauchen des romantisch-biedermeierlichen Bildnisses in Basel bezeichnet werden können. Das Elternpaar Kissel-Miville hat er 1824 auch porträtiert; die zwei Miniaturporträts sind ebenfalls in der Sammlung des Historischen Museums Basel (Inv.Nr. 1941.97.11., 1941.97.19.)