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Marienkirche, Zweisimmen
Fundamentreste weisen auf einen kleineren Vorgängerbau hin. West- und Süderweiterung des Schiffs im 13. / 14. Jahrhundert. Zwischen 1460 und 1500 neue Decke, Wandmalereien und daneben das Beinhaus. Der Chor erhielt die jetzige Grösse um 1500.
Die Schutzpatronin Maria wird immer wieder sichtbar: in einem Glasfenster mit dem Jesuskind, in einem gemalten Marienzyklus nach dem apokryphen Jakobsevangelium. An der Südwand Szenen aus ihrem Leben, u.a. ihre Geburt. An der Westwand ihre Verlobung mit Joseph, ihre Krönung.
An der Nordwand Szenen aus dem Leben Jesu. Im Chor spätgotische Glasfenster, ein Engel mit Weihrauchgefäss, prachtvolle Trinitäts-, vermutlich Monstranzsonne in vergoldeter Schnitzarbeit, die Rosette mit neun Blumen als Hinweis auf die hochheilige Messfeier im Chor.
An der Decke des Chors ein Quadrat mit den drei Buchstaben IHS (ein ‘nomen sacrum’, ein heiliger Name). Jesus Hominum Salvator ist lateinisch: «Retter der Menschen».
Die Decke des Kirchenschiffes 1456 als «Nachengewölbe» (umgekehrter Schiffskörper).
Draussen an der Westwand über dem Haupteingang Verkündigung, links Christophorus, rechts Georg als Hommage an die Ritter.
Geläute wie in Oberwil dreistimmig und seit 1500 unverändert. Die grosse Glocke zeigt in der dekorativen Inschrift französischen Einfluss.
Stimmung: f’ – a’ – d’’