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Viadukte
In festlichen Fällen – immer ein Blick aufs Viadukt
Die MLB, die Moutier – Lengnau – Bahn der BLS, überquert auf Grenchner Stadtgebiet zwei Viadukte, das Oberdorfviadukt zwischen den Häusern und das Mösliviadukt, das als ein Wahrzeichen hauptsächlich über die Bielstrassse führt.
Am 1. Oktober 1915 fuhr der erste fahrplanmässige Zug durch den 8.578 km langen Grenchenbergtunnel und über die beiden Viadukte auf Grenchner Boden. Beim Bau des Mösliviaduktes, das die Biel-, aber auch die Lengnau-, Moos- und Schlachthausstrasse überquert, sei beim Aushub eines der mächtigen Pfeiler grosse Mengen Grundwasser in die Baugrube gedrungen. Man habe dann kurzerhand so viele Zementsäcke in die Grube geworfen, bis diese das Wasser zum Stillstand bringen konnten. Das erzählte einer, der damals Augenzeuge war. Das „Oberdorfviadukt“, das durch die Häuser in der Oberstadt führt, misst 292 Meter und überquert die Strassen in einer Höhe von 15.,5 m. Zum Bau des Viadukts wurden 7‘355 Kubikmeter Beton und Mauern eingesetzt. – Bekannter noch als dieses Viadukt ist das Mösliviadukt, das die Stadt im Westen etwas abschliesst. Es misst in der Länge 288 m und überquert die Bielstrasse in einer Höhe von 15.5 m. Charakteristisch sind hier die beiden eingebauten Stahlbrücken, die zusammen ein Geweicht von 184‘400 kg auf die Waage bringen. Zum Bau dieses Viadukts wurden 6‘314 Kubikmeter Zement und Mauern verwendet. Im Verlaufe der Jahrzehnte wurde das „Mösliviadukt“ zum Wahrzeichen des neuen, modernen und zukunftsgerichteten Grenchen- Man verwundert sich deshalb nicht, dass bei besonderen Anlässen dieses Viadukt zum Signet wurde. 1923, nur acht Jahre nach Eröffnung des Grenchenbergtunnels, fand in der Schiessanlage auf der Schönegg das Jubiläumsschiessen statt. Auf der zu diesem Anlass herausgegebenen Ansichtskarte stellten die Organisatoren stolz zwei Errungenschaften vor: Zuerst die tolle Riesenrutschbahn von der Schönegg. Dann aber durfte der Blick auf das Oberdorfviadukt, Markenzeichen der jungen Gemeinde Grenchen nicht fehlen. – 1950 fand die erste Interkantonale Briefmarkenausstellung in Grenchen statt. Zu diesem Anlass entstand eine einseitig geprägte Medaille mit dem Sujet „Mösliviadukt“. – Zum Kreissängertag der Arbeiter Sänger wurde 1956 eine Brosche in Umlauf gebracht, auf der ganz besonders deutlich das Mösliviadukt zu sehen ist. – Schliesslich ist das Mösliviadukt in der Zeitgenössischen Kunst vertreten, und das gleich zweimal. Der Schöpfer dieser Bilder ist der Solothurner Künstler Otto Morach (1887 – 1973). Während des Ersten Weltkrieges, also etwa zur Zeit der Einweihung der Moutier – Lengnau – Bahn, gehörte Morach zu einem Truppenteil, das das Bauwerk bewachen musste. Diese Geschichte erzählte Otto Morach dem Grenchner Künstler Peter Wullimann, der seinerzeit ein wichtiges Buch über Leben und Werk Morachs schrieb. Eines der beiden erwähnten Bilder befindet sich in der Sammlung des Grundherr Kunsthauses, das andere im Kunstmuseum der Stadt Thun.
Quellen
- Text von Rainer W. Walter
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