Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03179.jsonl.gz/2937

||Vierzig Jahre nach der Uraufführung und tausende Kilometer von der iranischen Wüste entfernt hört sich Iannis Xenakis' 8-kanaliges Tape-Stück «Persepolis», oder genauer Polytope de Persépolis, vielleicht historisch, aber kein bisschen alt an. Die im August 1971 in den iranischen Persepolis-Ruinen am Shiraz-Festival mit riesigem Aufwand produzierte multimediale Gesamtvision stellt wie alle Polytopes von Xenakis (Polytope de Cluny, Polytope de Montréal) die Frage nach dem realen oder historischen Ort ebenso unvermeidlich wie jene nach der Vereinigung von projektierten, inszenierten und imaginierten Räumen von Licht und Klang.

Thalleïn gehört zu den elektrisierendsten Ensemblestücken von Xenakis, und zwar aufgrund der Vielzahl klanglicher Ideen, die sich eher spielerisch als berechnet aufreihen. Hier wirkt vielmehr das Prinzip, das Xenakis mit dem Titel des Stücks enthüllt: Thalleïn, nämlich Knospen oder Hervorspriessen. Thomas Bruttgers Klang-Momente setzen sich aus neun Stücken für acht Instrumentalisten zu einem Panorama aus unzähligen kleinen Klang- und Spielmomenten zusammen. Dazwischen erklingt als Uraufführung ein Werk des Basler Komponisten und Sampling-Künstlers Jannik Giger, einer der originellsten Stimmen der jüngsten Generation.
Ein Konzert der IGNM Zürich [[http://www.ignm-zuerich.ch]]