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Astrid
Regie: Pernille Fischer Christensen
Darst.: Alba August, Trine Dyrholm, Björn Gustafsson, Maria Bonnevie, Magnus Krepper, Henrik Rafaelsen, Eric Ericson, Maria Fahl-Vikander, Ola Normelli u.a.
Es beginnt in einer Wohnung im Stockholm der 1980er-Jahre. Eine alte Frau erhält zu einem runden Geburtstag kistenweise Fanpost von Kindern. Wie sie es geschafft habe, als Erwachsene so perfekt die Welt von Kindern zu beschreiben, lautet die Frage eines Mädchens. Die alte Frau ist niemand anders als Astrid Lindgren (1907–2002), und an dieser Stelle springt der Film der dänischen Regisseurin Pernille Fischer Christensen um Jahrzehnte zurück, just in die Zeit, als die Kindheit der als Astrid Ericsson geborenen weltberühmten Kinderbuchautorin endete. Der Teenager Astrid wächst zusammen mit den Geschwistern auf einem von der Pfarrei gepachteten Bauernhof nahe der südschwedischen Kleinstadt Vimmerby auf. Obwohl strenge religiöse Werte das Leben bestimmen, vermitteln die Eltern den Kindern Geborgenheit und einen Sinn für Freiheit. Sie ermöglichen Astrid eine höhere Schule, die eigentlich nur reichen Bürgerkindern vorbehalten ist. Als kurz darauf der Eigentümer der Lokalzeitung, Reinhold Blomberg, der begabten jungen Frau eine Stelle als Volontärin anbietet, legen sie ihr keine Steine in den Weg. Blomberg lehrt Astrid nicht nur journalistisches Handwerk, die beiden verlieben sich auch ineinander. Als sie schwanger wird, fasst Astrid einen folgenreichen Entschluss: Sie lehnt es ab, Blomberg zu heiraten, sondern will allein für sich und ihren Sohn Lasse sorgen. Elmar Krekeler schrieb in Die Welt: «Sagen wir’s gleich. ‹Astrid› ist natürlich kein Denkmalsturz, kein rebellisches Kino gegen die Konvention, und nur ein bisschen ein Film gegen Enge und für die Freiheit. Und entwickelt gerade daraus eine bewegende Kraft. (…) Man sollte den Film allen Verzweifelten, Entkräfteten, allen Eltern geben, die nicht mehr wissen, wofür es gut ist, was sie da so tun für ihre Kinder. Astrid lernt, was gut für sie und für Lasse ist. (…) Und aus den Spalten und Rissen ihres Lebens beginnen Geschichten zu wachsen, warmherzige, seltsame, böse und genaue moderne Märchen. Vielleicht sollte man noch ein Wort über Alba August verlieren. Nein: Man muss es. Alba August ist die Tochter des Literaturverfilmmonopolisten Bille. Und was sie mit ihrem Gesicht macht, wie sie aus der Haut tanzen kann, wie sie zärtlich und hart und arrogant und liebreizend aus einem Haufen biografischen Papiers eine lebendige Figur macht, ist einen Ehrenbären wert.»