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Paul Höffer (1895 – 1949) – Etüde cis-moll (1942)
für die linke Hand
Max Reger (1873 – 1916) – Romanze Präludium und Fuge
aus Vier Spezialstudien für die linke Hand (1901)
Johannes Brahms (1833 – 1897) – Chaconne von Johann Sebastian Bach
bearbeitet für die linke Hand (1879)
Bekannt in erster Linie als Pianist mit Schwergewicht auf zeitgenössischer Musik, auch als Organisator, Dirigent und Kritiker im ursprünglichen Sinn des Wortes. Konzerte in Amerika und Europa. Im Moment vielleicht der einzige tatsächlich ernstzunehmende Interpret von Morton Feldman. Breiteste stilistische Kenntnisse für Kammermusik, Liedbegleitung und so weiter. Selbstverständlich auch klassisch-romantisches Repertoire, inbegriffen Klavierkonzerte mit Orchester. Erste Radioproduktionen schon während der Schulzeit. Korrepetitor für Oper bis Dorfverein, Arrangeur, Orchestermusiker (Musikkollegium Winterthur, Tonhalle-Orchester Zürich etc.). Neben Musikpublizistik auch Redaktion einer Schachzeitschrift (spielt bei Nimzowitsch Zürich in der Nationalliga B). Reiche pädagogische Erfahrung, heute mehr an einer Diagnose des theoretischen Wissens interessiert (welches ist das berühmteste Werk in D-Dur? die H-Moll-Messe!). Als ausgezeichneter Blattspieler befugt, in Zukunft noch etwas dezidierter gegen die traditionelle Notenschrift vorzugehen.
In der Musik ist meist oben die Melodie, unten der Bass und zwischendurch die harmonische Füllung. Es gibt auf dem Klavier folglich das anatomische Problem, dass die wichtigsten Dinge, eben Melodie und Bass, hauptsächlich von den kleinen Fingern gespielt werden. Spielt man mit der linken Hand allein, liegt die Melodie beim Daumen. Das ist gut so. Deshalb gibt es mehr Stücke für die linke als für die rechte Hand. Ich spiele ein rein deutsches Programm. Brahms bearbeitet Bach, und von Reger gibt es sowohl Werke im Brahms- als auch solche im Bach-Stil. Die Romanze aus den vier Spezialstudien für die linke Hand ist Brahmsreger, die Fuge ist Bachreger. Paul Höffer „verfolgt in seiner Harmonik durchaus eigene Wege“, immerhin von einer Qualität, dass ich ein Stück von ihm zur Aufführung bringen möchte. Selbstverständlich fällt es auf, dass er genau 1933 Professor in Berlin wurde, als da bekanntlich ein paar „Stellen frei wurden“.
Eine dreissigminütige Übersicht über Feldmans Schaffensphasen ist ein bisschen schwierig, da das Spätwerk andere zeitliche Dimensionen aufweist. Das Meisterwerk „For Philip Guston“ dauert zum Beispiel 5 Stunden und 15 Minuten. Das Spätwerk wird vertreten durch „Palais de Mari“. Falls sich der Titel auf den Palast des Zimri-Lim in der antiken Stadt Mari bezieht, läge dieser Ort heute im Euphrat-Tal an der syrisch-irakischen Grenze mitten im IS. Das Stück ist dem Maler Francesco Clemente gewidmet, der Feldman porträtiert hat. Das für das Spätwerk typische Pedal-Meer wird durch einzelne trockene Untiefen durchbrochen. Den stärksten Gegensatz dazu bilden die drei Stücke aus dem Jahr 1954 in der Tradition Anton Weberns. Leichte, durchsichtige Klangperlen schweben durch einen luftigen Walzertakt. Wer diese Musik nicht schön findet, ist selber schuld. Die Komposition von 1952 wiederum ist eine sehr abstrakte Tonhöhenstudie. Hier ist ein angedeuteter Dreiachtel-Takt nicht hörbar.