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Haut und Haar haben wichtige Schutzfunktionen: die Haut dient hauptsächlich alserste Schutzbarriere des Körpers gegen schädliche Einflüsse; das Haarkleid schützt die Haut von Verletzungen und den Körper gegen Temperaturschwankungen. Zudem schränkt eine gesunde Hautbarriere auch die Substanzverluste nach aussen.
Mehrere Hautschichten
Die Haut ist ein mehrschichtiges Organ zu der auch Hautanhangsgebilde wie Haare, Talgdrüsen und Schweissdrüsen gehören.
Die äussere Hülle der Haut heisst Epidermis und setzt sich aus mehreren Zellschichten sowie aus einer Oberflächenbeschichtung aus Proteinen und vor allem Lipiden zusammen. Das ganze ergibt einen wasserdichten Schutz. In dieser Hautschicht wird auch Melanin, das für die Haut- und Fellfärbung verantwortliche Farbstoff, gebildet.
Die Lederhaut oder Dermis, der Hauptträger der Haut, ist stark durchblutet und sichert dadurch die Nährstoffversorgung der Haut.
Die Unterhaut (Subkutis) besteht aus Bindegewebe und zeichnet sich durch fettreichen Zellen aus. Das Fett hat isolierenden Charakter und stellt eine Art Energiespeicher.
Haarfollikel
Die Haarfollikel bestehen aus einem Haar mit dessen Hülle, einer Talgdrüse und einem Aufrichtemuskel, der für das Sträuben der Haare zuständig ist. Zudem sind Schweissdrüsen über den ganzen Körper verteilt.
Haare sind nicht unsterblich; sie folgen vielmehr einem Zyklus, der mit dem Haarausfall endet: dem Haarwechsel. Hunde und Katzen erleben zwei Haarwechsel pro Jahr, haben also ein Sommer- und ein Winterfell. Das jahreszeitlich bedingte Abhaaren lässt sich durch die Follikelaktivität erklären, die drei Phasen umfasst:
Natürlich fallen nicht alle Haare gleichzeitig aus. Der Haarwechsel beginnt hinten und setzt sich progressiv nach vorne fort. Das Winterfell ist deutlich dicker als das Sommerfell und bietet einen besseren Schutz gegen Kälteeinbrüche.
Durch die Tageslänge bestimmt
Der Haarwechsel geschieht nicht willkürlich. Der Hauptauslöser scheint das Verhältnis von Tageslicht zu Dunkelheit zu sein (Photoperiode). Temperaturänderungen haben lediglich einen Einfluss auf die Dichte und die Geschwindigkeit der Erneuerung des Fells, sind aber nicht der Auslöser für den Haarwechsel.
Der Haarwechsel ist saisonbedingt und wird wesentlich durch den Tages-Nachtrythmus kontrolliert.
Haarballen
Eine Katze widmet ungefähr 30% ihres Tages der Fellpflege. Ihre geschickten und durch die verhornten Papillen rauen Zunge wirkt dabei wie eine Bürste, die abgestorbene und somit locker gewordene Haare aufnimmt. Die abgschluckten Haare werden entweder erbrochen oder mit dem Kot ausgeschieden.
Bei Aufnahme grosser Haarmengen können diese im Magen sogenannte Haarballen bilden, die Verdauungsstörungen hervorrufen können. Dies kann unter Anderem geschehen, wenn eine Katze ausschliesslich in der Wohnung gehalten wird: die Photoperiode bleibt über das ganze Jahr gleich und es stellt sich ein quasi permanenter Haarwechsel ein.
Glanzloses Fell
Das Fell ist der Spiegel des reibungslosen Ablaufes vieler Stoffwechselvorgänge. Ein Mangel an essentiellen Fettsäuren ( Omega-3, Omega-6) kann zu einem glanzlosen, trockenem Fell führen. Unzureichende Versorgung mit bestimmten Aminosäuren kann Haarausfall, eine Verzögerung des Fellwechsels, glanzloses Aussehen und Farbverlust oder Fellveränderungen hervorrufen.
Schuppige Haut
Schuppen bilden sich durch die ständige Zellerneuerung der Haut - ein Mechanismus, der das Tier vor Krankheiten schützt und ein Austrocknen der Epidermis verhindert. In der Regel sind sie kaum sichtbar, werden ausgebürstet oder von der Katze beim Putzen entfernt. Verschiedene Faktoren, können die Zellerneuerung jedoch beschleunigen und somit zu einer erhöhten Schuppenbildung führen. Solche Faktoren sind beispielsweise trockene Luft in der winterlichen Heizperiode, aber auch ernährungsbedingte Mängel: essentiellen Fettsäuren, minderwertige Aminosäuren).
Gezielte Ernährung
Psyllium
Psyllium (Flohsamen) hat schleimbildende Eigenschaften und stimuliert somit durch Dehnung der Darmwand die Darmtätigkeit und damit indirekt die Magenentleerung.
Die Haarballenbildung im Magen sowie das anschliessende Erbrechen können vermindert werden, so dass die Ausscheidung der Haare durch den Verdauungstrakt gefördert werden kann.
Essentielle Fettsäuren
Die Fettsäuren der Gruppen " Omega-3" und " Omega-6" sind für den Stoffwechselprozess unverzichtbar und können vom Organismus nicht selbst gebildet werden. Ihre Aufgaben im Organismus sind vielfältig; sie sind unter anderem für die Gesundheit der Haut und die Fellqualität von Bedeutung, aber z.B. auch für die Fortpflanzung der Tiere.
Optimales Aminosäuremuster
Aminosäuren sind die Grundbausteine für Proteine und deren Derivate und somit auch für Haut- und Fellbildung von Bedeutung. Die Proteine umfassen insgesamt 20 Aminosäuren, von denen 8 bis 10 (je nach Tierart) nicht vom Organismus gebildet werden können. Sie müssen daher unbedingt, und zwar in ausreichender und ausgewogener Menge, im Futter enthalten sein.
Aminosäuren, die aus dem Nahrungseiweiss stammen, sind wesentliche Bauteile für alle synthetisierten Proteine, die der Organismus für seine Vitalfunktionen und physiologischen Prozesse benötigt.
Biologisch hochwertiges Nahrungseiweiss soll gut verdaulich und auch reich an essentiellen Aminosäuren sein: z.B. Casein, Eiweiss aus Eiern, Fleisch und Fisch, Sojaisolat.
Fellpflege
Bürsten & Kämmen
Regelmässiges Bürsten gehört zum Pflichtprogramm, denn dabei entfernen Sie abgestorbenes Haar, der dann nicht mehr zur Bildung von Haarballen im Magen zu Verfügung steht. Gleichzeitig stärken Sie die Bindung zuIhrem Haustier und schenken ihm Aufmerksamkeit. Bei Kurzhaarkatzen genügt es in der Regel, einmal pro Woche zu bürsten. Vor dem Bürsten können Sie mit einem genoppten Spezialhandschuh gegen den Strich massieren.
Dabei entfernen Sie abgestorbenes Haar und regen die Durchblutung der Haut an. Bei Katzen mit halblangem oder langem Haar ist es nötig, sie täglich einige Minuten zu bürsten, damit das Haar nicht verklebt und verfilzt. Ein grobzinkiger Metallkamm ist hierfür besonders gut geeignet. Kämmen Sie zuerst mit und dann gegen den Strich. Wenn Sie kleine Knoten im Haar finden, entfernen Sie sie vorsichtig mit den Fingern. Benutzen Sie keine Schere!
Die Bereiche hinter den Ohren und am Nacken kann die Katze mit Ihrer Zunge nicht erreichen, an diesen Stellen müssen Sie deshalb besonders auf mögliche Knoten achten.