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Die Welt im Zentrum (4/4): Von der Peripherie in den Untergrund
Über die Folgen spektakulärer Mordfälle und Masturbation aus purer Langeweile: Sarah Constantin, SP-Gemeinderätin aus Nendaz, und Carmen Tanner, grüne Kostadtpräsidentin von Yverdon-les-Bains, beleuchten den politischen Alltag in der Zone zwischen Stadt und Land.
WOZ: Sarah Constantin, Carmen Tanner, wie lebt es sich so an der Peripherie?
Sarah Constantin: Im Wallis offensichtlich gut. Ich denke, dass die Lebensqualität die Nachteile aufwiegt, die dadurch entstehen, dass wir uns schon ein bisschen an der Peripherie befinden.
Carmen Tanner: Yverdon ist eine Stadt mit einer gewissen Grösse, 30 000 Menschen leben bei uns. Trotzdem ist alles mit dem Velo in zehn Minuten erreichbar. Wir sind sehr schnell in der Natur oder in den Bergen. Und wir haben einen schönen Seestrand. Die Lebensqualität ist aussergewöhnlich gut. Dazu kommt, dass wir schnell in Bern oder in Lausanne sind. Mittlerweile gibt es viele Leute, die aus den Zentren zu uns ziehen, etwa aus Genf. Das liegt sicher an der Lebensqualität von Yverdon.
Finden Sie es arrogant, wenn ich Sie der Peripherie zuordne?
Constantin: Gar nicht. Wir sind ein Teil der Peripherie. Ausser von Freitag bis Sonntag. Dann kommt die ganze Welt zu uns. Dann sind wir das Zentrum des Universums.
Tanner: Ja, wir befinden uns eindeutig im peripher-urbanen Bereich. Einerseits liegen wir an der Peripherie der grossen Zentren, andererseits verbinden wir diese in gewisser Weise. Viele Leute kommen zu uns, um ihre Sitzungen abzuhalten, weil Yverdon günstig gelegen ist. Aber natürlich sind wir auch eine eigenständige Stadt, die viele Pendler:innen anzieht. Yverdon ist vom Charakter her in vielerlei Hinsicht ein Zentrum, aber von der Mentalität her ländlich geprägt. Vielleicht macht das das Wesen der Peripherie aus. Es ist auch schwierig: Wir müssen uns in beiden Sphären bewegen.
Constantin: Das stelle ich mir nicht einfach vor. Du verwaltest eine Stadt als urbanes Gebilde, musst die Infrastruktur dafür schaffen, aber die Menschen fühlen sich immer noch wie auf dem Land.
Tanner: Das ist so. Die grossen Herausforderungen für uns sind die Verdichtung und die Veränderung der Mobilität. Der Teil der Bevölkerung, der neu zugezogen ist, ist bereit für diese Veränderungen. Aber die Alteingesessenen haben manchmal Mühe damit, wie sich die Stadt entwickelt. Da gibt es massive Abwehrreflexe, wenn das Auto dem Velo weichen soll. Diese Mentalität zu verändern, ist nicht einfach.
In der politischen Debatte kommt diese urbane Peripherie kaum vor. Immer lautet der Gegensatz Stadt und Land. Sollten wir uns mehr Gedanken darüber machen, was für Bedürfnisse die Menschen im grossen Raum dazwischen haben? Fehlt da eine Stimme?
Constantin: Ich weiss es nicht. Natürlich gibt es einen grossen Unterschied zwischen Zürich und dem Wallis, und die Lebenswelten unterscheiden sich sehr. Aber einen ähnlichen Unterschied gibt es auch innerhalb des Kantons. Nendaz ist eine kleine Gemeinde in den Bergen, aber sie liegt direkt über Sion – und es gibt heftige Konflikte zwischen den beiden. Es ist gerade sehr in Mode, Gemeinden zu fusionieren. Sion hat ein Projekt namens «Grand Sion» und möchte sich bis 2035 alle umliegenden Gemeinden, darunter Nendaz, einverleiben. Aber wir wollen das nicht, und wir wurden auch nie gefragt, ob wir das wollen. Die Situation ist sehr angespannt. Hat das Ihre Frage beantwortet?
Nicht unbedingt, aber es war ein sehr interessanter Exkurs.
Tanner: Was wirklich fehlt, ist das Geld. Alle Ressourcen fliessen in die grossen Städte, für uns bleibt kaum etwas übrig. Dabei haben wir die gleichen Probleme wie die Zentren, die gleichen Bedürfnisse. Vielleicht ist es für uns noch schwieriger, weil wir uns viel stärker verändern müssen. Bei der Mobilität müssen wir nichts weniger als einen Paradigmenwechsel vollziehen. Das kostet sehr viel Geld.
Gibt es da keine Unterstützung des Kantons?
Tanner: Es gibt einen Finanzausgleich. Aber für die grossen Baustellen reicht das nicht. Wir haben auch nicht die grossen Vermögen bei uns. Ein Drittel unserer Bewohner:innen sind nicht in der Lage, Steuern zu bezahlen, da fehlt viel Geld in der Kasse. Wir waren lange eine Schlafstadt, die Leute wohnten hier, aber arbeiteten woanders. Mittlerweile ist der Saldo positiv, wir konnten viele Arbeitsplätze schaffen, und Yverdon wächst auch. Nur bedeutet das auch, dass wir viel in den Ausbau unserer Infrastruktur investieren müssen. Es kann ja nicht sein, dass die Leute ständig mit dem Auto nach Lausanne oder Bern fahren, weil wir gewisse Dinge nicht anbieten können. Dazu kommen all die Investitionen, die wir tätigen müssen, um das Pariser Klimaabkommen einzuhalten.
Sie haben dafür einen eigenen Klimaplan ausgearbeitet.
Tanner: Ja, aber wissen Sie was? Wir wissen jetzt schon, dass wir nicht genügend Geld haben für all die massiven Investitionen, die nötig sind, um den Plan umzusetzen. Wir müssen die Gebäude renovieren, die zu viel Energie verbrauchen. Wir müssen uns um die Mobilität kümmern und um den Konsum. Die ganze Verantwortung bleibt bei den Gemeinden hängen. Wir tun, was wir können, aber die Unterstützung des Bundes fehlt komplett.
Constantin: Das stimmt. Jedes Mal, wenn ich höre, dass das Armeebudget wieder erhöht wird, macht mich das wütend. Wobei ich sagen muss, dass uns der Bund in Nendaz durchaus unterstützt. Es soll eine neue Seilbahn geben, die den Bahnhof Châteauneuf Conthey in Sion direkt mit der Seilbahnstation in Nendaz verbindet. Dadurch müssen die Leute nicht mehr mit dem Bus oder dem Auto anreisen, wenn sie auf den Berg wollen.
Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs ist eine Herausforderung, die Yverdon und Nendaz verbindet. Gibt es weitere?
Tanner: Lassen Sie mich nachdenken … Ich kenne Nendaz zu wenig gut, obwohl ich oft dort in den Skiferien war. Im Chalet Michelet, kennst du das, Sarah?
Constantin: Ich habe einen Michelet geheiratet!
Tanner: Voilà. Die Auswirkungen der Klimaerhitzung sind sicher eine weitere Gemeinsamkeit. Yverdon liegt in einer Hochwasserzone. Wir wurden 2021 überschwemmt, drei Wochen lang stand alles unter Wasser. Danach haben wir keinerlei finanzielle Hilfe erhalten, um die massiven Schäden zu beheben.
Nendaz lebt hauptsächlich vom Wintertourismus. Wie geht es weiter, wenn der Schnee ausbleibt?
Constantin: Die Ausgangslage bei uns hat sich seit dem Ausbruch der Coronapandemie verändert. Es gibt fast keine Zwischensaison mehr. Egal ob im Frühling, im Sommer, Herbst oder Winter – es ist immer voll bei uns. Deshalb macht uns die Klimaerhitzung nicht so Angst. Also mir persönlich natürlich schon, aber nicht im Hinblick auf die lokale Wirtschaft. Wir können die Sommerangebote wenn nötig bis Mitte November ausdehnen und schon im März damit anfangen. Ausserdem liegen unsere Skigebiete teilweise über 3000 Meter, da dürfte es auch in den nächsten Jahrzehnten schneesicher sein. Aber viele kleinere Skiorte im Wallis werden gewaltige Probleme bekommen.
Yverdon hat keinen besonders guten Ruf in der Westschweiz, Frau Tanner. Von sozialen Problemen ist die Rede, eine hohe Kriminalität wird Ihnen zugeschrieben. Es sei der schmuddlige Hinterhof von Lausanne. Eine faire Beurteilung?
Tanner: (Seufzt tief.) Ich muss mich schon ein bisschen wundern, dass dieses negative Image immer noch besteht. Um zu verstehen, woher es kommt, muss man in der Geschichte ein bisschen zurückgehen. In den achtziger Jahren ging in Yverdon die ganze Industrie zu. Für uns war das eine Zeit der grossen Rezession. Die Arbeitslosigkeit war in der ganzen Region hoch. In fast jeder Familie hatte zuvor jemand in einer der grossen Fabriken gearbeitet. Bei Hermes-Precisa zum Beispiel, die haben Schreibmaschinen hergestellt. Wir hatten auch einen Hersteller von Filmkameras für Hollywood, Bolex hiess der. Da passierte das Gleiche wie mit Hermes. Dann gab es noch ein Werk, in dem Plattenspieler gefertigt wurden. 5000 Personen haben in der Industrie gearbeitet. Die verloren alle ihre Arbeit. Das war der erste Schritt der Transformation. Yverdon blieb eine Arbeiterstadt bis Anfang der nuller Jahre. Aber die Leute pendelten woanders hin, um zu arbeiten. Die Stadt ist weiter gewachsen und hat sich von einer ländlichen Stadt in eine urbane verwandelt. Damit kamen auch Probleme wie die Kriminalität, und das hat alle erstaunt, vor allem allerdings die Medien. Aber in Tat und Wahrheit war die Kriminalitätsrate immer tiefer als in vielen anderen Städten. Trotzdem wird uns das Image immer noch nachgetragen – vor allem wegen eines spektakulären Mordfalls.
Constantin: Wir hatten in Nendaz auch so einen Fall, der für viel Aufsehen gesorgt hat. Da hat einer seine Mutter getötet und in der Gefriertruhe aufbewahrt.
Was für ein Fall war es in Yverdon?
Tanner: (Lacht.) Bitte nicht, reden wir nicht davon. Sonst hält sich die Geschichte noch ewig in den Medien. Es ist fürchterlich, das geht einfach nicht mehr aus den Köpfen raus. Aber ich wollte noch etwas anderes sagen. Yverdon durchlebt eine interessante kulturelle Entwicklung. Wir werden Underground. Viele Künstler:innen kommen aus Lausanne zu uns, weil dort das Angebot übersättigt ist. Unser Image verändert sich. Es ist vergleichbar mit dem, was in La Chaux-de-Fonds passiert. Auch bei uns hat es viele Industriebrachen, die jetzt neu bespielt werden.
Wir haben über die Gemeinsamkeiten zwischen Yverdon und Nendaz gesprochen. Es gibt auch Dinge, die sind sehr anders, etwa die politischen Verhältnisse. Sie, Frau Constantin, leben im letzten verbliebenen Paradies der CVP, also der Mitte-Partei …
Tanner: Bist du die Erste, die in den Gemeinderat gewählt wurde?
Constantin: Die erste Sozialdemokratin? Nein, nein, so krass ist es bei uns auch wieder nicht.
Tanner: Aber die erste junge, linke Frau?
Constantin: Ich bin mir nicht sicher. Es ist nicht ungewöhnlich im Wallis, dass die Leute sehr jung in die Gemeindeexekutiven gewählt werden. Ich kenne viele Gemeinderät:innen, die zwischen 20 und 28 Jahre alt sind. Was war noch mal die Frage?
Wie es für Sie ist, in dieser Mitte-Welt Politik zu machen.
Constantin: In Nendaz haben wir neun Gemeinderät:innen, davon gehören fünf zur CVP. Ja, sie haben eine Mehrheit, und wenn sie sich einig sind, können sie alles bestimmen. Aber wissen Sie was? In den zwei Jahren, die ich nun im Gemeinderat bin, gab es noch keine einzige Abstimmung. Wir waren uns immer einig. Wenn du dein Dossier im Griff hast und alles abgesprochen hast, dann redet dir niemand drein.
Spielen ideologische Differenzen in der Gemeindepolitik überhaupt eine Rolle?
Constantin: Viel weniger als im Kantonsparlament. Dort bin ich die Fraktionschefin der Walliser SP. Da sind die ideologischen Gräben deutlich zu spüren. Ein Beispiel: Die Walliser Regierung, in der die Mitte-Partei auch die Mehrheit hat, hat gerade einen richtigen «What the Fuck»-Vorschlag gemacht. Sie will die Steuern senken. Den Gemeinden gehen damit fünfzig Millionen Franken verloren. Nendaz würde viel Geld verlieren. Das neue Schulzentrum wäre damit gestrichen. Da wird aus ideologischen Gründen massiv Schaden angerichtet. Einfach damit sich die Rechten vor den Wahlen als Steuersenker:innen inszenieren können. Bei uns im Gemeinderat unterstützt das niemand. Wir machen Realpolitik, wir wissen, was diese Steuergeschenke für Folgen haben.
Für Sie ist es einfacher zu politisieren, Frau Tanner, mit einer linken Mehrheit in Yverdon?
Tanner: Nein, es ist kompliziert. Es gibt wirklich grosse Spannungen zwischen den Parteien bei uns. Und die Mehrheiten wechseln mit jeder Wahl zwischen links und rechts. Wie ich schon erzählt habe, stecken wir in einem grossen Umbruch. Wir müssen die Stadt nachhaltiger machen. Und wir führen noch immer sehr heftige Grundsatzdebatten zum Platz, den das Auto in Yverdon haben soll. Auch die Verdichtung bringt Konflikte.
Constantin: Ich glaube, diese Debatte findet im Wallis eher in Sion als in Nendaz statt. Wir haben noch nicht diesen Grad an Urbanität erreicht.
Tanner: Die Auseinandersetzung ums Auto ist sehr intensiv. Sie findet in allen Städten statt. Aber sie findet national kaum ein Echo.
Constantin: Der Bund macht auch da seine Arbeit nicht. Ich habe den Eindruck, er nutzt die grossen Städte als Labore, um neue Dinge auszuprobieren. Die übrigen Gemeinden bleiben sich selbst überlassen.
Aber immerhin gibt es in Yverdon Transformationsprojekte. Sie verlagern Parkplätze unter den Boden, planen ein neues nachhaltiges Quartier.
Tanner: Es ist sehr schwierig, vorwärtszukommen. Es gibt viel zu viele Parkplätze im Stadtzentrum, wir haben das in einer Studie bestätigen lassen. Jetzt bauen wir ein paar davon ab und verlegen sie unter die Erde. Um die Klimaziele zu erreichen, müssten wir noch viel mehr Parkplätze abbauen. Aber der Widerstand des Gewerbes ist enorm. Wir versuchen, alles möglichst gut zu erklären, um Akzeptanz zu schaffen. Doch da könnten wir auch Unterstützung gebrauchen. Ich habe von unserem Klimaplan gesprochen. Wir haben nach Informationsmaterial gesucht, was die Klimaveränderungen in der Schweiz anrichten und wo die Notwendigkeit zur Veränderung liegt. Der Bund hat nichts. Wir haben uns jetzt mit anderen kleinen Städten zusammengeschlossen, damit wir eine Kommunikationsagentur beauftragen können, uns zu helfen.
Frau Tanner, Sie haben den Klimaplan gemeinsam mit einem Bürger:innenrat erarbeitet, Sie haben also Macht delegiert. Sie tun das ja auch als Stadtpräsidentin, wo Sie das Amt mit einem Kollegen von der SP teilen. Warum scheuen Sie die Macht?
Tanner: Wir befinden uns in einem sehr angespannten politischen Klima. Darum müssen wir neue Methoden testen. Aber ich wollte auch nicht zu hundert Prozent arbeiten, ich habe eine kleine Tochter. Schliesslich ging es auch darum, die Rolle des Stadtpräsidiums zu verändern. Wir wollten diese dominante Figur nicht mehr, die scheinbar alles bestimmt, was in Yverdon läuft. Unser Vorgänger war ein kleiner König, der alles dirigiert hat. Aber natürlich ist das für viele in unserem patriarchalen System gewöhnungsbedürftig.
Auf jeden Fall ein progressiver Ansatz, den man in den grossen Zentren vergeblich sucht. Sie, Frau Constantin, gelten als sehr progressiv. Passen Sie gut ins Mitte-Land?
Constantin: Ich? Aber ja! Worauf wollen Sie hinaus?
Es gibt ja dieses Zitat von Ihnen von 2019 …
Constantin: (Lacht.)
Tanner: Was hast du gesagt?
Constantin: Kennst du Marianne Maret? Die erste Walliser Frau im Ständerat. Das Lokalfernsehen hatte sie nach ihrer Wahl 2019 gefragt, was sie gemacht habe, bis die Resultate da gewesen seien …
Tanner: Ah ja, sie sagte, sie habe – wie alle Frauen – die Fenster geputzt. Ich erinnere mich. Mein Gott, was für eine Aussage.
Constantin: Ich habe den Satz nachgemacht, aber einfach gesagt, ich würde wie alle Frauen masturbieren, wenn mir langweilig sei. Das gab eine fantastische Aufregung. Ich wurde sogar in der Deutschschweiz bekannt!
Tanner: (Lacht.) Genial!
Dafür haben Sie sicher im Kanton aufs Dach gekriegt.
Constantin: Die Mehrheit der Leute fand es lustig. Ein kleiner Teil der rechten politischen Elite im Wallis hält das Wort «Masturbation» ja schon nicht aus, wenn es um Männer geht. Und Frauen, die masturbieren? Das geht gar nicht. Aber geschadet hat mir das in Nendaz überhaupt nicht.
Dann ist Nendaz gross genug für Sie! Ist Yverdon für Sie, Frau Tanner, als Urbanistin und Soziologin ein spannendes Feld?
Tanner: Es ist genial. Ich liebe, was ich mache. Eine Stadt im Umbau, was wünscht man sich mehr? Meine Partei hat mich gefragt, ob ich für den Nationalrat kandidieren wolle. Ich habe abgesagt. Hier kann ich eine Wirkung erzielen, die viel grösser ist als im Parlament in Bern. Ein Beispiel: Yverdon ist eine der ersten Städte, die die Schulhöfe umgestaltet hat, damit Jungs nicht immer die Mitte des Platzes beanspruchen und die Mädchen nur am Rand stehen. Das ist doch gut, oder?
Mit Ziegen und Amtsteilung
Die politische Karriere von Sarah Constantin (32) begann früh. Schon mit 26 wurde sie ins Walliser Kantonsparlament gewählt, wo sie heute Fraktionschefin der SP ist. Aufgewachsen ist Constantin im Val d’Anniviers, nach dem Lehramtsstudium in Freiburg zog sie nach Nendaz. Dort lebt sie mit ihrem Mann, ihren zwei Kindern und ihren Ziegen – und ist im Gemeinderat.
Geboren, aufgewachsen, politisiert im Waadtländer Norden: 2016 wurde die Soziologin und Urbanistin Carmen Tanner (41) für die Grünen in den Stadtrat von Yverdon-les-Bains gewählt. Seit 2021 teilt sie sich das Amt als Stadtpräsidentin – in der Schweiz ein Novum.