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«Endlich müssen wir kein von Keimen verseuchtes Wasser mehr trinken», sagt Menodji Debora, stolz neben dem neuen Brunnen in Madana stehend. Bevor die Wasserstelle gegraben wurde, verbrachte die 13-Jährige täglich viele Stunden damit, Wasser zu holen. In Tschad hauptsächlich die Verantwortung von Frauen und Mädchen, verunmöglichte die zermürbende Wassersuche ihr, die Schule zu besuchen. «Heute kann ich unkompliziert und schnell die ganze Familie mit Wasser versorgen», sagt sie, «und ich habe Zeit, zur Schule zu gehen.»
Verseuchtes Trinkwasser, kranke Kinder
Trotz Grundwasservorkommen ist Trinkwasser im Tschad nach wie vor ein knappes Gut. Nur jeder zweite Einwohner hat Zugang zu der kostbaren Flüssigkeit. Die anderen sind gezwungen, ihre Vorräte aus ungesunden Quellen wie Flüssen und offenen Brunnen zu beziehen. Unbehandelt ist dieses Wasser gefährlich – insbesondere für Kinder. Dreckiges Trinkwasser ist ein wichtiger Grund für die hohe Kindersterblichkeit im Tschad: Eines von zehn Kindern stirbt vor seinem fünften Geburtstag.
SWISSAID ist seit vielen Jahren mit Wasser-Projekten im Süden des Tschads tätig, wo die Bewohner kaum von staatlichen Gesundheitsprojekten profitieren. In den letzten sieben Jahren wurden 110 Brunnen, 13 Latrinen für Schulen und ein Gesundheitszentrum gebaut – 42’100 Dorfbewohner haben Zugang zu Trinkwasser erhalten.
Damit das Wasser sauber…
2018 weitete SWISSAID das Wasser-Projekt auf die Regionen Andoum und Dodinda im westlichen Logone aus. 43’317 Einwohner müssen sich dort 23 Wasserpumpen teilen, das sind 1’883 Personen auf eine Pumpe – eine lächerliche Abdeckung im Vergleich zu nationalen Standards (1 Pumpe für 400 Einwohner). Dank 12 neuen Brunnen können sich auch hier 13’500 Dorfbewohner künftig mit sauberem Trinkwasser versorgen.
Würden nur Brunnen gebaut, wäre das Projekt wenig erfolgreich: Themen wie Budgetverwaltung, Instandhaltung, Sanitärversorgung und Hygienestandards begleiten jeden Bau. Für jeden Brunnen wird ein Dorf-Komitee gegründet, das um die Nachhaltigkeit besorgt ist. Das Komitee zieht monatliche Wasserbeiträge bei den Haushalten ein, verwaltet das Geld und setzt es für die Wartung und Reparatur der Brunnen ein. Werkstätten vor Ort werden für die Instandhaltung der Wasserstellen ausgerüstet und ausgebildet.
… und die Menschen gesund bleiben
Dorfbewohner und Schülerinnen werden in Hygienevorschriften geschult: Wer weiss, wie wichtig Händewaschen ist und richtig die Hände schrubbt, kann damit Krankheiten wie Durchfall und Cholera verhindern. «Der Brunnen hat unserem Dorf Gesundheit gebracht», sagt eine Begünstigte. «Viele der Krankheiten, die uns früher plagten, existieren nicht mehr. Wir können uns jetzt anderen Dingen widmen.» Mädchen gehen etwa zur Schule, Frauen der Arbeit auf den Feldern nach – und eröffnen damit der gesamten Gemeinschaft ganz neue Möglichkeiten.