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Das Preiskomitee hat unter Leitung von Prof em. L. Ciompi zum Jubiläumskongress SGPP 2021 angesichts einer Vielzahl hochkarätiger Bewerbungen den Preis aufgeteilt und zwei wissenschaftliche Arbeiten von Schweizer Forschenden prämiert. Dazu wurde ein Anerkennungspreis für die Beschreibung einer langjährigen sozialpsychiatrischen Begleitung ausgesprochen.
Die Preisverleihung fand wegen des diesjährigen Online–Formates des SGPP Kongresses im Vorfeld statt und wurde aufgezeichnet.
Video der Preisverleihung
Der diesjährige Luc Ciompi-Preis geht an Lilith Abrahamyan Empson, Ärztin an der psychiatrischen Klinik Cery und an Alexandre Wullschleger, Leitender Arzt am Universitätsspital Genf an für ihre wissenschaftlichen Publikationen.
Abrahamyan untersucht in ihrer Forschung die Wechselwirkung zwischen Urbanität und Psychose. Leben in der Stadt begünstigt demnach das Auftreten von Psychosen. Diese Tatsache sollte in der Städteforschung noch besser und interdisziplinär untersucht werden, damit Präventions- und Therapieangebote effektiver werden.
Wullschleger beschäftigt sich mit Zwangsmassnahmen in der Psychiatrie, die dramatische Konsequenzen für die Betroffenen haben und die Therapie danach erschwert. Eine von Wullschleger entwickelte standardisierte Nachbesprechung zeigte nachweislich einen positiven Effekt, der den Wiederaufbau einer tragfähigen Beziehung erleichtert.
Zudem wurde Thomas Schreiber, Diplom-Sozialarbeiter in freiberuflicher Praxis in Deutschland für die Beschreibung einer langjährigen sozialpsychiatrischen Begleitung.
Hintergrund des Preises:
Seit 2015 wird im Rahmen des Jahreskongresses der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP) ein von Luc Ciompi gestifteter Preis verliehen. Der Preis zeichnet wissenschaftliche Arbeiten zu den Wechselwirkungen zwischen Emotion und Kognition und deren Konsequenzen für das Verständnis und die Behandlung von schizophrenen Psychosen aus. Der Preis kann auch für Publikationen aus anderen Sachgebieten verliehen werden, welche zur Verifizierung oder Falsifizierung der Hypothesen beitragen, die in Ciompis Konzept der "Affektlogik" zum Zusammenwirken von Fühlen und Denken formuliert sind. Luc Ciompi ist der Gründer der Soteria Bern, die dieses Jahr als Good Pratice-Beispiel in einem Bericht der WHO ausführlich beschrieben wird.