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Saint-Malo 1944: Marie-Laure, ein junges, blindes Mädchen, ist mit ihrem Vater, der am "Muséum National d'Histoire Naturelle" arbeitet, aus dem besetzten Paris zu ihrem kauzigen Onkel in die Stadt am Meer geflohen. Einst hatte er ihr ein Modell der Pariser Nachbarschaft gebastelt, damit sie sich besser zurechtfinden kann. Nun ist in einem Modell Saint-Malos, der vielleicht kostbarste Schatz aus dem Museum versteckt, den auch die Nazis jagen. Werner Hausner, ein schmächtiger Waisenjunge aus dem Ruhrgebiet, wird wegen seiner technischen Begabung gefördert, auf eine Napola geschickt und dann in eine Wehrmachtseinheit gesteckt, die mit Peilgeräten Feindsender aufspürt, über die sich der Widerstand organisiert. Während Marie-Laures Vater von den Deutschen verschleppt und verhört wird, dringt Werners Einheit nach Saint-Malo vor, auf der Suche nach dem Sender, über den Etienne, Marie-Laures Onkel, die Résistance mit Daten versorgt. Kunstvoll und spannend, mit einer wunderschönen Sprache und einem detaillierten Wissen um die Kriegsereignisse, den Einsatz des Radios, Widerstandscodes, Jules Verne und vieles andere erzählt Anthony Doerr mit einer Reihe unvergesslicher Figuren eine Geschichte aus dem zweiten Weltkrieg, und vor allem die Geschichte von Marie-Laure und Werner, zwei Jugendlichen, deren Lebenswege sich für einen folgenreichen Augenblick kreuzen.
Portrait
Anthony Doerr, 1973 in Cleveland geboren, hat die Erzählungsbände "The Shell Collector" ("Der Muschelsammler", C.H.Beck 2007) und "Memory Wall" sowie den Bericht "Four Seasons in Rome" und die Romane "About Grace" ("Winklers Traum vom Wasser", C.H.Beck 2005) und "All the Light We Cannot See" veröffentlicht. Er wurde u.a. mit dem Barnes & Noble Discover Prize, dem Rome Prize, dem New York Public Library's Young Lions Fiction Award und zwei Mal mit dem Pushcart Prize ausgezeichnet. Für seine Erzählungen hat er bislang vier Mal den renommierten O. Henry Prize erhalten. Im Jahr 2007 wurde Anthony Doerr von der britischen Literaturzeitschrift "Granta" auf die Liste der 21 Best Young American Novelists gesetzt.
... ein wunderbares Buch.
Schöne kurze Kapitel und trotzdem war es ein langer Lesegenuss; tiefgründige Protagonisten, deren Schicksale mich sehr berührt haben; das kleine Städtchen Saint-Malo, in welches ich mich sofort verliebt habe; ein Hauch von einer Märchengeschichte und eine Sprache, die einem sanft durch das Buch führt.
Einfach lesen!
Leider habe ich dieses Buch nicht von Anfang an mit der Aufmerksamkeit gelesen, die es erfordert, denn diese Geschichte aus dem 2. Weltkrieg ist definitiv keine, die man "einfach mal so weg " liest.
Aus wechselnden Perspektiven werden die Leben eines deutschen Jungen und eines französischen Mädchens beschrieben. Anfangs haben si...
Leider habe ich dieses Buch nicht von Anfang an mit der Aufmerksamkeit gelesen, die es erfordert, denn diese Geschichte aus dem 2. Weltkrieg ist definitiv keine, die man "einfach mal so weg " liest.
Aus wechselnden Perspektiven werden die Leben eines deutschen Jungen und eines französischen Mädchens beschrieben. Anfangs haben sie scheinbar keine Berührungspunkte, doch im Laufe des Buchs werden ihre beiden Schicksale gekonnt miteinander verknüpft.
"Alles Licht das wir nicht sehen" ist keine gewöhnliche Kriegsgeschichte. Ohne Übertreibung und Beschönigung hat Anthony Doerr eine nahezu beklemmende, hoffnungslose Atmosphäre geschaffen, und trotzdem genau den Ton getroffen, der den Leser berührt und gespannt weiterlesen lässt.
Beeindruckend.
Einfach nur toll...
von Marlene Bär aus Halle am 05.06.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe
Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite fasziniert! Es ist toll uns sehr spannend geschrieben, mit einer sehr interessanten Erzählweise. Besonders gut, fand ich die kurzen Kapitel.
Nur zu empfehlen!
Dieses Buch lässt mich nicht los!
von Gueldenstern am 06.03.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe
Lange habe ich es nicht geschafft meine Meinung zu diesem Roman zu formulieren. Ich weiß nicht genau weshalb es mir so schwer fällt. Denn Doerrs Roman hat mich sehr beeindruckt und ich muss immer wieder an bestimmte Szenen und Bilder daraus denken. Das passiert mir eher selten, vor allem wenn ich mir auch mit einer Bewertung sch...
Lange habe ich es nicht geschafft meine Meinung zu diesem Roman zu formulieren. Ich weiß nicht genau weshalb es mir so schwer fällt. Denn Doerrs Roman hat mich sehr beeindruckt und ich muss immer wieder an bestimmte Szenen und Bilder daraus denken. Das passiert mir eher selten, vor allem wenn ich mir auch mit einer Bewertung schwer tue. Natürlich ist die Lektüre echt schon wieder drei Jahre her, aber trotzdem versuche ich gerade mir zu überlegen, was genau mich so beeindruckt hat.
Mir schießen immer wieder bestimmte Bilder in den Kopf, vor allem wen ich an Marie-Laure denke, deren Blindheit so beschrieben wurde, das ich zumindest eine Ahnung davon bekam, wie es wohl ist, die Umgebung nur durch tasten, riechen und hören, nicht aber durch die Augen wahrzunehmen. Allein dies könnte schon eine Erklärung für mich sein, weshalb mich der Roman nicht richtig loslässt.
Aber es ist auch die Mischung aus historischen Ereignissen und eben dieser Figurenkonstellation, wie wir sie hier vorfinden. Ich habe das Gefühl das Doerr genau dies mit einem sehr guten Gespür für seine Figuren erzählt hat.
Werners Leben ist geprägt von seiner Erziehung in Deutschland und ich finde gerade er macht auch nachvollziehbar, wie man in ein Regime hinein wächst. Selbst wenn man nicht Hundertprozentig hinter allem steht, Werner schiebt solche Dinge beiseite um nicht so zu Enden wie sein Vater. Grade in Regimen, wie dem der Nationalsozialisten werden und wurden Ängste auch gezielt genutzt um Menschen an sich zu binden.
Marie-Laures Leben ist zwar geprägt davon, das sie nicht sehen kann, aber das heißt nicht, das sie kein Leben hat. Es ist nur eben anders. Sie wächst in einer liebevollen Umgebung auf. Wie vor allem das Hören die beiden Figuren verbindet, das hat der Autor wirklich wunderbar beschrieben.
Ich kann mich auch gerade an die letzten Kapitel gut erinnern. Welche Ereignisse dazu führen das die Geschichte der beiden Jugendlichen mit einander verbunden wird. Aber auch, wie es Doerr gerade hier gelingt, einen Weg zu finden, das Leid der Menschen und die Zerstörung der Stadt in Worte zu fassen. Krieg ist nie etwas das leicht zu beschreiben.