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So furchterregend der Name auch klingt – vor dem Blutmond muss man keine Angst haben. Das wunderschöne Naturspektakel kann in diesem Jahr sogar zweimal bewundert werden.
Als Blutmond wird eine totale Mondfinsternis bezeichnet, bei der sich der Mond auffällig rot färbt. Zurzeit erleben wir eine sogenannte Tetrade, bei der vier totale Mondfinsternisse nacheinander stattfinden, ohne durch eine partielle Mondfinsternis unterbrochen zu werden.
Bei einer Mondfinsternis befindet sich die Erde zwischen der Sonne und dem Mond, und schirmt ihn so von den Sonnenstrahlen ab. Eine Mondfinsternis kann nur zur Zeit des Vollmonds stattfinden, weil nur dann Mond, Erde und Sonne in einer Linie stehen. Nur zweimal im Jahr kreuzt der Mond bei seinem Umlauf die Ebene der Erdbahn, wo der Erdschatten fällt
Taucht er nur zum Teil in den Erdschatten ein, so folgt eine partielle Mondfinsternis. Wird der Mond ganz vom Sonnenlicht abgeschirmt, so findet eine totale Mondfinsternis statt und er erscheint uns als Blutmond. Eine Sonnenfinsternis dagegen kann nur zum Neumond stattfinden. Dabei bewegt sich der Mond zwischen Sonne und Erde, und verdeckt somit die Sonne.
Fast immer ist der Vollmond während einer Mondfinsternis rotgefärbt. Das passiert, weil das langwellige rote Licht aus der Erdatmosphäre auf ihn gestreut wird und ihn in die Farbe des Sonnenunterganges hüllt. Abhängig von den atmosphärischen Bedingungen wie Staub, Feuchtigkeit oder Temperatur, kann die Farbe vom Blutmond von kupfer- bis blutrot erscheinen. Hätte die Erde keine Atmosphäre, würde der Blutmond im Schatten der Erde als schwarz, vielleicht sogar ganz unsichtbar erscheinen.
Normalerweise ist eine totale Mondfinsternis selten. Zwischen jeder Mondfinsternis liegen ungefähr sechs Monate und partielle Finsternisse finden häufiger statt als totale.
Momentan befinden wir uns jedoch in einer Tetrade – damit ist gemeint, dass vier aufeinangerfolgende totale Mondfinsternisse stattfinden, die uns als Blutmond erscheinen.
Solche Tetraden sind ebenfalls selten. Insgesamt gab es seit dem 1. Jahrhundert 62 Tetraden, davon gar keine im 17., 18. und 19 Jahrhundert. Die nächste Tetrade findet in den Jahren 2032-2033 statt.
Im 21. Jahrhundert wird es insgesamt acht Tetraden geben. Jedoch wird die derzeitige von Bibelauslegern als besonders signifikant betrachtet, da zweimal eine Mondfinsternis auf wichtige jüdische Feiertage fallen: Pessach und Sukkot. Es ist jedoch unvermeidlich, dass Vollmonde manchmal auf diese Feste fallen, da der jüdische Kalender nicht der Sonne, sondern dem Mond folgt.
Diejenigen, die davon überzeugt sind, dass 2015 das Ende der Welt eingeläutert wird, beziehen sich dabei auf den Abschnitt der Bibel in dem geschrieben steht: „Und ich will Wunderzeichen geben am Himmel und auf Erden: Blut, Feuer und Rauchdampf; die Sonne soll in Finsternis und der Mond in Blut verwandelt werden, ehe denn der große und schreckliche Tag des Herrn kommt.“
Seit jeher hat der Mond die Fantasie und Gedanken der Menschen beherrscht. Es gibt einige Aberglauben, die mit dem Vollmond und der Mondfinsternis zusammenhängen. So sollte der Vollmond:
Viele Völker glaubten, dass zur Mondfinsternis der Mond von einem Dämonen oder Drachen verspeist wird. Die rote Farbe war dabei das Blut, das aus seinen Wunden floss. Oft versuchten die Menschen, dem Mond zur Hilfe zu kommen, indem sie mit verschiedenen Instrumenten laute Geräusche erzeugten, um den Drachen in die Flucht zu treiben.
Ausser dieser gibt es jedoch überraschend wenig Aberglaube über den Blutmond an sich, und selbst der Begriff Blutmond scheint sich erst in der Neuzeit als Bezeichnung für den roten Vollmond durchgesetzt zu haben. Mit etwas Glück bei den Wetterverhältnissen sollte der gefahrenfreien Beobachtung von dem kommenden Blutmond also nichts weiter im Wege stehen.