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Musikaufnahmen, Radiobeiträge oder andere Sprechaufnahmen bedürfen meist einer Bearbeitung, bevor sie pfannenfertig sind. Möglich ist dies zum Beispiel mit Audacity, einem umfangreichen Programm mit übersichtlicher Bedienung. Es ist kostenlos für PC und Mac erhältlich. Sollte die aktuelle Version 2.0.4 auf Ihrem Mac nicht funktionieren, probieren Sie es mit der Vorgängerversion 2.0.3. Hier einige der elementaren Arbeitsschritte mit Audacity:
Es lohnt sich, vorab eine kurze Probeaufnahme zu machen, um zu prüfen, ob die Empfindlichkeit des Mikrofons richtig eingestellt ist. Hochwertigere Diktaphone oder am PC oder Mischpult angeschlossene Mikrofone zeigen eine Amplitude an. Es ist wichtig, dass die Lautstärke nicht überschlägt, denn das lässt sich im Nachhinein kaum noch korrigieren. Nehmen Sie auch nicht zu leise auf, denn verstärkt man eine Aufnahme mit Software, verstärkt man auch Nebengeräusche. Müssen Sie gleichzeitig zum Beispiel jemanden mit lauter und jemanden mit leiser Stimme aufnehmen, lohnt es sich, zwei verschieden eingestellte Mikrofone zu benutzen.
Stellen, die Sie später bearbeiten wollen, notieren Sie nach Möglichkeit schon während der Tonaufzeichnung. Nehmen Sie mit einem am Computer angeschlossenen Aufnahmegerät (Mikrofon) auf, können Sie sogar schon direkt in der Aufnahmedatei Markierungen anbringen. Im Audacity funktioniert das, indem Sie mit der Maus die entsprechende Stelle in der Aufnahme anklicken und mit crtl b oder cmd b einen Marker setzen. Markierungen lassen sich gezielt wieder aufheben, indem Sie unter «Spuren» die Option «Textmarken bearbeiten» wählen. Generell schneidet es sich am besten mit einem geschlossenen Kopfhörer, damit man sämtliche aufgenommenen Geräusche hört.
Zum Abspielen drücken Sie einfach die Leertaste auf der Computertastatur. Um einen bestimmten Abschnitt zu hören, markieren Sie diesen vor dem Abspielen mit der Maus. Vor- und Zurückspulen funktioniert mit den Pfeiltasten.
Audacity bietet viele Effekte. Die Wichtigsten sind das Ein- und Ausblenden sowie das Verstärken. Um einen Effekt anzuwenden, markieren Sie den gewünschten Abschnitt mit dem Cursor und wählen im Effekte-Menü den Effekt. Sie können auch negativ verstärken (Lautstärke verringern), indem Sie unter dem Effekt «Verstärken» ein Minus vor den Wert setzen.
Es empfiehlt sich, pro Element im Gesamtwerk eine separate Tonspur anzulegen. Zum Beispiel eine Stimmspur und eine Musikspur, die man übereinanderlegen oder elegant überblenden kann. Die Möglichkeit, eine Tonspur zu erstellen, finden Sie im Spuren-Menü «Neue Spur erzeugen». Sind Sie mit Ihrem Werk zufrieden, speichern Sie es zunächst als Audacity-Arbeitsprojekt (.aup). Erst danach sollten Sie die verschiedenen Spuren zu einer einzigen zusammenführen. Denn danach lassen sich die einzelnen Elemente nicht mehr bearbeiten.
Die fertig bearbeitete Datei speichern Sie im gewünschten Format, indem Sie sie exportieren. Diese Option finden Sie im Datei-Menü. Bei gewissen Datei-Formaten, etwa Mp3, können Sie unter «Optionen» noch die Bitrate festlegen – für einen Radiopodcast eignet sich beispielsweise 128 Kbit/s.
Weitere Tipps:
Für einen detaillierten Überblick über die Tonbearbeitung, lassen Sie sich den Verlauf anzeigen. Dies ermöglicht Ihnen, rasch mehrere Arbeitsschritte rückgängig zu machen. Die entsprechende Option finden Sie im Ansicht-Menü «Verlauf».
Die Standard-Einstellungen für Audacity anpassen kann man unter Windows bei «Bearbeiten» unter dem Menüpunkt «Einstellungen». Unter Mac bei «Audacity» unter dem Menüpunkt «Preferences». Hier ist es sinnvoll unter «Import/Export» festzulegen, dass unkomprimierte Audio-Dateien beim Import kopiert werden, damit die Originaldatei vorhanden bleibt.
Das Ein- und Ausblenden gehört ebenfalls zu einem wichtigen Instrumentarium, vor allem wenn verschiedene Musikelemente und Sprache zusammengeführt werden sollen. Hierzu auf der Tonspur den Abschnitt mit dem Cursor markieren und im Menü «Effekte» Ein- oder Ausblenden wählen. So können Sie beispielweise bei mehreren Tonspuren zwei leicht überlappen lassen. Bei Musikstücken können sie etwa die endende Tonspur ausblenden und die beginnende Tonspur einblenden. Bei Sprache und Musik, empfiehlt es sich nur die Musik zu blenden, denn das Gesprochene sollte verständlich bleiben.
Anleitung zum Aufzeichnen mit Audacity und verwenden des Kompressors zur Tonregulierung (Youtube)