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Litauens Regierung gibt Strategiepapier zu Ignalina heraus
Zwei Szenarien werden näher betrachtet. Beim ersten würde Block 1 von Ignalina 2005 und der Block 2 fünf Jahre später endgültig stillgelegt. Beim zweiten Szenario würden beide Blöcke nach plangemässen Nachrüstarbeiten über das Jahr 2020 hinaus bis ans Ende ihrer technischen Lebensdauer weiter betrieben.
Litauen hat das Kernkraftwerk Ignalina aus der Sowjetzeit geerbt. Die beiden RBMK-Blöcke gingen 1983 und 1987 ans Netz, liefern über 80% des im Lande verbrauchten Stroms und produzieren sogar für den Export. Litauen ist von der Europäischen Union unter Druck gesetzt worden, einen Plan für die Stilllegung des Kernkraftwerks vorzulegen, das Reaktoren vom gleichen Typ wie das Kernkraftwerk Tschernobyl hat und trotz Nachrüstung im Westen Anlass zu Sicherheitsbedenken gibt (Bulletin 9/1998). Das Strategiepapier zeigt, dass eine vorzeitige Stilllegung nur wenig Zeit lassen würde, um die Elektrizitätsversorgung des Landes neu zu strukturieren und für die Standortregion ein wirtschaftliches Auffangprogramm auf die Beine zu stellen. Ohne massive Unterstützung aus der EU wäre dies nicht zu machen. Die für den Weiterbetrieb nötigen Nachrüstarbeiten, im wesentlichen der Austausch der Brennstoffkanäle, könnte Litauen hingegen aus eigener Kraft durchführen. Vor dem Entscheid, welche Strategie gewählt werden soll, will die Regierung technische Detailstudien in Auftrag geben.