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Die Fortschrittliche Bürgerpartei (FBP) wie auch die Vaterländische Union (VU) erreichten bei den Parlamentswahlen einen doppelten Gleichstand. Die beiden grossen Volksparteien konnten beide leicht zulegen und erzielten die gleichen Wähleranteile von je 35,9 Prozent. Sie kommen damit auf je zehn Sitze im 25-köpfigen Landtag. Die VU mit einem Wähler-Plus von 2,1 Prozent erreichte am Ende 23 Stimmen mehr als die FBP, die sich um 0,6 Prozent verbesserte.
Die beiden Parteien müssen nun die neue fünfköpfige Regierung bilden. Noch nicht klar war deshalb am Sonntagabend, ob das Fürstentum erstmals eine Regierungschefin bekommt.
Die FBP nominierte für dieses Amt die EU-Botschafterin in Brüssel, die 46-jährige Sabine Monauni. Die VU will das Chefamt mit dem 42-jährigen Daniel Risch besetzen, der die letzten vier Jahre Regierungschef-Stellvertreter war. Der bisherige Regierungschef Adrian Hasler (FBP) tritt nach acht Jahren zurück.
«Patter geht es nicht»
Ein Patt wie am Sonntag soll es bei Wahlen noch nie gegeben haben, wie es am Sonntagabend in Vaduz hiess. Und der Liechtensteiner Politologe Wilfried Marxer sprach von einem Patt, «patter geht es nicht».
In der Regel bilden die beiden grossen Volksparteien FBP und VU nach den Wahlen eine neue Regierung nach klaren Regeln. Die stärkere Partei hat Anspruch auf das Chefamt und zwei Mitglieder, die schwächere auf das Vizeamt und ein Mitglied in der fünfköpfigen Exekutive. Gewählt wird die neue Regierung dann vom neu zusammengesetzten Parlament am kommenden 25. März.
Neben den beiden grossen Parteien hatten sich drei weitere an den Wahlen beteiligt. Aus dem Parlament verschwunden sind die Unabhängigen (DU). Dafür ergatterte deren Absplitterung, die Demokraten pro Liechtenstein (DpL), zwei Sitze. Die grün-alternative Freie Liste zeigte einmal mehr Konstanz und schickt unverändert drei Abgeordnete in den Landtag.
Die Stimmbeteiligung betrug 78 Prozent. Insgesamt hatten sich 52 Männer und 25 Frauen zur Wahl gestellt.