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Die Region Maloja existiert erst seit ein paar Jahren. Das Gebilde umfasst das Bergell bis nach S-chanf. In den Statuten gilt die Region als mehrsprachig, alle drei Amtssprachen – Deutsch, Romanisch und Italienisch – sollen in angemessener Weise berücksichtigt werden. Dies sei aber nicht der Fall, kritisiert Franco Milani, Präsident der Sprachenorganisation «Pro Grigioni Italiano».
Wir fordern lediglich, dass das respektiert wird, was in den Statuten der Region steht.
Viele behördliche Dienstleistungen seien mit dem Aufbau der Region vom italienischsprachigen Bergell ins Oberengadin verlegt worden. «Dort ist die Sprache hauptsächlich Deutsch», bilanziert Milani. «Jeder, der ein Stück Land kauft oder heiratet, wird mit diesem Problem konfrontiert.»
Änderungen gefordert
Es gehe ihm nicht darum, dass jedes Papier, das die Region produziere, auf Italienisch übersetzt werden müsse. «Wir fordern lediglich, dass das respektiert wird, was in den Statuten der Region steht», erklärt Milani.
Wir bemühen uns darum, Botschaften und Vernehmlassungen in den drei Sprachen zu machen.
Oberster politisch Verantwortlicher der Region Maloja ist Martin Aebli. Mit der Kritik von Pro Grigioni Italiano konfrontiert sagt er: «Das kann man durchaus so sehen, da müssen wir uns in dem Sinne schuldig bekennen.»
Nicht machbar
Es sei eine Frage der Ressourcen, dass man nicht alles in den drei Sprachen kommunizieren könne, sagt Martin Aebli. Sie würden sich bemühen, Botschaften und Vernehmlassungen in den drei Sprachen zu machen. Dass alles dreisprachig wird, sei nicht machbar.
Mehrsprachigkeit ein überregionales Thema
Der Umgang mit Mehrsprachigkeit bei den Behörden ist auch für Maurizio Michael ein grosses Thema. Der Grossrat aus dem Bergell sagt, bei der Region Maloja sei ein gewisser Handlungsbedarf gegeben, aber drängender sei das Problem auf kantonaler Ebene. Der Kanton nehme seine Verantwortung bei der Förderung der Minderheitensprachen zu wenig wahr, wie eine Studie des Zentrums für Demokratie Aarau zeige.
Studie zu den Minderheitensprachen in Graubünden
Die Studie ist im Frühjahr 2019 erschienen.
Das Zentrum für Demokratie Aarau untersuchte, wie es den beiden Minderheitensprachen in Graubünden geht.
Unter anderem kamen die Forscherinnen und Forscher zum Schluss, dass es mit der Umsetzung des eigentlich minderheitenfreundlichen Bündner Sprachengesetzes hapert.
Der Kanton nehme seine Verantwortung bei der Förderung der Minderheitensprachen zu wenig wahr.
Grossräte wollen aktiv werden
Die Gruppe der italienischsprachigen Grossrätinnen und Grossräte will deshalb politisch aktiv werden. «Wir haben vor, uns dem Thema Sprachen und Behördenverhalten intensiv anzunehmen», erklärt Maurizio Michael.
Man wolle verschiedene Vorstösse zum Thema im Parlament einreichen. Wo man konkret ansetzen möchte, sei noch offen und werde nun in einer Arbeitsgruppe geklärt.