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Die bisherigen Tessiner Ständeräte, der freisinnige Dick Marty und Filippo Lombardi von der Christlichdemokratischen Volkspartei, sind am Sonntag im zweiten Wahlgang in ihrem Amt bestätigt worden.
Dem Sozialdemokraten Franco Cavalli gelang es trotz seinem Erfolg im ersten Wahlgang nicht, den beiden Ständeräten den Sitz streitig zu machen.
Dick Marty von der Freisinnig-Demokratischen Partei (FDP) und Filippo Lombardi von der Christlichdemokratischen Volkspartei (CVP) werden den Kanton Tessin auch in der kommenden Legislatur im Ständerat vertreten.
Sie setzten sich im 2. Wahlgang deutlich gegen die Herausforderer Franco Cavalli (SP) und Attilio Bignasca von der Lega die Ticinesi (die Partei ist ausschliesslich im Tessin tätig) durch.
Das beste Ergebnis erzielte wie schon im ersten Wahlgang Marty. Der 62-jährige CIA-Ermittler des Europarates brachte es auf 40'088 Stimmen.
Kritische Situation für Lombardi
Filippo Lombardi, Chef des Tessiner Fersehsenders, war wegen Verkehrsdelikten in die Schlagzeilen geraten. Die Situation könnte für den 51-jährigen Journalisten und Medienunternehmer deshalb bald kritisch werden.
Vor zweieinhalb Jahren hatte Lombardi nämlich mit der Spitze der CVP Schweiz vereinbart, dass er sein Ständeratsmandat abgibt, falls er zu einer unbedingten Freiheitsstrafe verurteilt werden sollte. Anfang Januar wird der Fall vom Strafgericht in Lugano behandelt.
Deutliche Distanz
Trotz diesen Vorwürfen konnte Lombardi Cavalli im zweiten Wahlgang überraschend deutlich auf Distanz halten. Hatten die beiden im ersten Wahlgang bloss knapp 500 Stimmen getrennt, so wuchs der Vorsprung von Lombardi nun auf über 5000 Stimmen an.
Lombardi kam auf 38'177 Stimmen, Alt Nationalrat Cavalli musste sich mit 32'786 Stimmen zufrieden geben.
Mit 18'346 Stimmen abgeschlagen auf dem vierten und letzten Rang landete der Lega-Vertreter Attilio Bignasca. Er hatte sich allerdings nie Chancen auf einen Sitzgewinn ausgerechnet und ging bloss ins Rennen, um Lombardis Wiederwahl zu sichern.
Noch keinen SP-Ständeratssitz erobert
Die Absicht der Lega war es, zu verhindern, dass Cavalli mit Hilfe der Stimmen der linken Lega-Wähler den Sitz von Lombardi ergattert. Aus diesem Grund empfahl auch die Schweizerische Volkspartei (SVP) ihren Wählern, für den CVP-Vertreter Lombardi zu stimmen.
Gegen diese Phalanx hatte Cavalli keine Chance. Seit der Gründung des Bundesstaates im Jahr 1848 ist es der SP im Tessin noch nie gelungen, einen Ständeratssitz zu erobern. Die Stimmbeteiligung betrug 40%.
SP behauptet Besitzstand - FDP im Tief
Nach der Tessiner Nachwahl sind am kommenden Wochenende in den Kantonen St. Gallen und Zürich noch drei der 46 Ständeratssitze zu vergeben.
Eine Zwischenbilanz zeigt, dass die SP trotz des vergeblichen Anlaufs mit Franco Cavalli im Tessin ihren Besitzstand von neun Mandaten behaupten konnte.
Dank der Wiederwahl von Filippo Lombardi kann auch die CVP dieses Ziel noch erreichen. Schlecht sieht es hingegen schon jetzt für die FDP aus. Sie kann im Falle einer Wiederwahl von Erika Forster in St. Gallen maximal auf zwölf Mandate kommen. Das wären zwei Sitze weniger als 2003 und das schlechteste Ergebnis seit 52 Jahren.
Die SVP hat mit dem abtretenden Parteipräsidenten Ueli Maurer und Toni Brunner in den Stichwahlen in Zürich und St. Gallen am kommenden Sonntag noch zwei heisse Eisen im Feuer. Werden beide gewählt, erreicht die SVP mit neun Sitzen ihr bisher bestes Resultat in der kleinen Parlamentskammer.
swissinfo und Agenturen
Ständerat
Bis jetzt sind 43 von 46 Ständeratssitzen verteilt.
Die Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) hat 14 erobert, die Freisinnig-Demokratische Partei (FDP) 11, die Sozialdemokratische Partei (SP) 9, die Schweizerische Volkspartei (SVP) 7 und, erstmals die Grünen 2.
Während der letzten Legislatur besetzte die CVP 15 Ständeratssitze, die FDP 14, die SP 9 und die SVP 8.
Die restlichen drei Ständeratssitze werden im zweiten Wahlgang am 25. November in den Kantonen St. Gallen und Zürich bestimmt.