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«Hallo, ich bin Meghan, die Herzogin von Sussex», beginnt Meghan Markle, 40, ihre Youtube-Märchenstunde zur Vermarktung ihres Kinderbuches «The Bench». Und erst kürzlich machte Meghan Schlagzeilen, als sie verschiedene US-Politikerinnen und Politiker anrief, um mit ihnen zu plaudern. Die republikanische Senatorin Shelley Moore Capito erinnert sich im Polit-Magazin «Politico» an den Moment: «Ich sass im Auto und sah den Anruf mit unterdrückter Rufnummer, ging ran und am anderen Ende der Leitung war Meghan Markle, die sagte: ‹Senator Capito? Hier ist Meghan, die Herzogin von Sussex.›»
Meghan startete ihre politische Charme-Offensive, um für mehr bezahlte Elternzeit zu werben – dafür braucht es im Senat noch mehr Unterstützung der republikanischen Partei. Dass sich Herzogin Meghan immer mehr für Politik interessiert und sich einsetzt, ist nicht neu. Was Senatorin Capito eher verwunderte: «Woher hat Meghan Markle meine private Handynummer?» Susan Collins, eine andere republikanische Senatorin, die ebenfalls einen Anruf von Meghan erhielt, sagte zu «Politico»: «Dass sie sich als Herzogin von Sussex vorstellte, war irgendwie ironisch.»
Dass Meghan immer wieder die Trumpfkarte Herzoginnen-Titel zieht, besonders dann, wenn sie etwas erreichen will, löst in England Empörung aus. «Wenn Sie jemanden ungefragt anrufen, dann beeindrucken Sie ihn mit der Kraft Ihrer Argumente. Nicht, indem Sie sich auf den königlichen Titel einer Institution berufen, für deren Untergraben Sie und Ihr Ehemann so viel getan haben», twitterte der britische Moderator von «GB News», Colin Brazier.
Ein weiterer Twitter-Kommentar lautet: «Sie brechen alle königlichen Regeln und benutzen sie für politische Zwecke und kommerzielle Zwecke.» Tatsächlich ist es so, dass Meghan und Harry mit dem Austritt aus dem englischen Königshaus auch ihre Titel abgeben mussten. Sie dürfen «Herzogin» und «Prinz» zwar noch als Ehrentitel führen, nicht aber um private Projekte und Interessen zu stützen oder Geld zu scheffeln. Meghan missachtete diese Regel im Zusammenhang mit ihrem Buch und auch mit ihrer Telefon-Aktion.
Die Anrufe sind nicht Meghans erste politische Einflussnahme. Schon einige Wochen zuvor schrieb sie einen Brief an die Demokratin Nancy Pelosi, 81, Sprecherin des Repräsentantenhauses, und Chuck Schumer, 70, den Mehrheitsführer der Demokraten im US-Senat, um sich ebenfalls für bezahlte Elternzeit stark zu machen. Das kommt auch in den USA gar nicht gut an. «Die jüngste Einmischung von Frau Markle in die US-Politik wirft für mich die Frage auf, warum die königliche Familie ihr und Harry nicht einfach offiziell ihre Titel entziehen, zumal sie darauf besteht, dies unter dem Titel der Herzogin von Sussex zu senden», regt sich der Kongressabgeordnete Jason Smith in der britischen Zeitung «Daily Mail» auf.
Glaubt man den Gerüchten, die derzeit in Amerika kursieren, dürfte Meghan Markle ihren royalen Titel sowieso bald nicht mehr brauchen – sie strebe nämlich nach Höherem: Es wird gemunkelt, dass sie als erste Frau mit einer Kandidatur als US-Präsidentin liebäugelt.