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Weibchen mit Jungtieren umgehen demnach zur Fortpflanzungszeit jene Bereiche, in denen sich die Männchen bevorzugt aufhalten. Dadurch müssen sie allerdings Abstriche bei der Qualität ihrer Nahrung machen.
Kindsmord ist bei Braunbären regelmässig zu beobachten. Männliche Bären töten die Nachkommen anderer Männchen, um sich dann selbst mit der Mutter zu paaren. Die Forschergruppe um Sam Steyaert von der Universität Ås wies nun nach, dass Muttertiere ihre Jungen schützen, indem sie den Männchen in der Paarungszeit aus dem Weg gehen. Diese Vermeidungsstrategie geht allerdings auf Kosten ihrer Ernährung.
Die Forscher hatten den Ballaststoff- und Eiweissgehalt des Bärenkots in einem Waldgebiet in Mittelschweden analysiert. Während ein hoher Ballaststoffgehalt eine geringe Nahrungsqualität anzeigt, bedeutet ein hoher Eiweissgehalt gute Nahrungsqualität.
Während der Paarungszeit, in der das Risiko für Übergriffe der Männchen auf den Nachwuchs besonders hoch ist, ernährten sich Bärinnen mit Jungtieren generell schlechter als ihre Artgenossen. Nach Ende der riskanten Phase ernährten sie sich dagegen gleichwertig oder sogar besser als andere Braunbären. Sie machten ihre schlechtere Ernährung während der Paarungszeit so möglicherweise wieder wett, schreiben die Forscher.