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Personen mit Gluten-Intoleranz fehlt ein Enzym, das Gluten abbauen kann, dem in vielen Getreidesorten vorkommenden Klebereiweiss. Dabei entsteht eine Entzündung der Darmschleimhaut, was Darmzellen zerstört und die Aufnahme von Nährstoffen erschwert. Chronischer Durchfall und Bauchschmerzen sind die Folge.
Die Wissenschaftler des französischen Nationalinstituts für Agrarforschung (INRA), der ETH Zürich und der kanadischen Universität Montréal haben beobachtet, dass Personen mit Gluten-Intoleranz weniger des entzündungshemmenden Proteins Elafin besitzen als Gesunde, wie das INRA in einer Mitteilung schreibt.
Ihre Untersuchungen zeigten, dass Elafin die Zerstörung der Darmwand verhindern kann, wie sie im «American Journal of Gastroenterology» berichten. Somit reduziere Elafin die Giftigkeit von Gluten. Dies brachte die Forschenden auf die Idee, Elafin mit Hilfe eines harmlosen Bakteriums in den Darm zu bringen.
Also haben sie das Bakterium Lactococcus lactis, das häufig in Nahrungsmitteln vorkommt, so verändert, dass es Elafin produziert. Tatsächlich konnte damit die Entzündungsreaktion des Darms bei Mäusen mit Gluten-Intoleranz deutlich reduziert werden. Die INRA-Forscher haben diese Strategie patentieren lassen. Als Nächstes gelte es, die Mechanismen hinter den Effekten von Elafin zu erkunden und Bakterien zu finden, die natürlicherweise solche entzündungshemmenden Eiweisse produzieren, schreiben die Forschenden.