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Bei der offenen Aneurysma Operation wird über einen Bauchschnitt der erweiterte Anteil der Aorta durch eine Gefässprothese aus Goretex oder Polyester ersetzt. Diese Prothese kann die Form eines Rohrs haben oder sich in zwei kleinere Rohre aufteilen («Y-Prothese»). Die Gefässprothese wird mit Nylonfäden eingenäht.
Die offene Operation wird seit ca. 1950 durchgeführt und liefert exzellente Langzeitresultate.
Der Eingriff wird in Narkose durchgeführt. Über einen ca. 20-25 cm langen Hautschnitt zwischen Schambein und Brustbein stellt man die Aorta ober- und unterhalb des Aneurysmas frei und klemmt sie ab. Das Aneurysma wird aufgeschnitten. Ober- und unterhalb davon wird mit einem Nylonfaden das Ende der Gefässprothese an der nicht erweiterten Aorta bzw. an den Beckengefässen angenäht. Während dieser Phase sind die Beine nicht durchblutet, was aber während einer bzw. maximal zwei Stunden problemlos toleriert wird.
Wenn das Aneurysma direkt unterhalb der Nierenarterien beginnt, muss die Aorta oberhalb der Nierenarterien abgeklemmt werden. Dies macht den Eingriff etwas komplizierter, tolerieren doch die Nieren die fehlende Durchblutung nur während ca. 20 Minuten. Wenn die Gefässnähte angefertigt sind, entfernt man die Klemmen auf den Beckengefässen. Das Blut kann dann wieder in die Beine strömen. Dies kann zu einem starken Blutdruckabfall führen, der vom Anästhesisten durch kreislaufstützende Medikamente und Infusionslösungen korrigiert werden muss.
Der Eingriff dauert in der Regel zwei bis drei Stunden.
Mögliche Folgen der Operation sind Herzinfarkt, Verschlechterung der Nierenfunktion, Lungenentzündung und Durchblutungsstörung von Darm oder Beinen.
Komplikationen der Gefässprothese im späteren Verlauf sind extrem selten.
Die erste Nacht nach der Operation verbringt der Patient auf der Intensivstation. Es ist wichtig, den Patienten nach der Operation früh zu mobilisieren, um das Durchatmen zu fördern und Lungenentzündungen vorzubeugen. Gelegentlich kann es mehrere Tage dauern, bis der Magen-Darmtrakt seine Funktion wieder aufnimmt. In dieser Zeit darf der Patient nur wenig trinken und noch nicht normal essen.
In den ersten Tagen nach der Operation sind üblicherweise Schmerzmittel notwendig. Nach ca. sieben bis zehn Tagen ist die Entlassung nach Hause möglich. Bei älteren oder unselbständigen Patienten wird eine Reha in die Wege geleitet. Ein spezifisches Aufbautraining in einer Rehabilitationsklinik wie nach Herzinfarkt oder nach einer Herzoperation wird nicht empfohlen.
Nach ein bis zwei Monaten sind die Patienten wieder voll leistungsfähig und dürfen sich ohne Einschränkungen belasten oder Sport treiben. Bei ca. 15-20% der Patienten kann im späteren Verlauf ein Narbenbruch auftreten, der mit einem kleineren chirurgischen Eingriff behoben werden muss.
Die notfallmässige Operation bei rupturiertem Aneurysma ist nur in ca. 50% der Fälle erfolgreich. Eine geplante Operation eines nicht rupturierten Aneurysmas ist aber in über 95% der Fälle erfolgreich.
Das Ziel besteht somit darin, das Aneurysma zu erkennen und zu behandeln, bevor seine Wand reisst.
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