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Das Wichtigste in Kürze
- Die Hollywood-Legende Sidney Poitier ist im Alter von 94 gestorben.
- Kollegen, Politiker und seine Familie trauern um den Schauspiel-Star.
- Er erhielt als erster Schwarzer den Oscar als bester Hauptdarsteller.
Hollywood trauert um eine Legende: 1964 nahm Sidney Poitier als erster Schwarzer den Oscar als bester Hauptdarsteller entgegen. Nun ist er mit 94 Jahren gestorben. Viele würdigen sein Verdienst.
Der auf den Bahamas aufgewachsene Poitier starb mit 94 Jahren. Dies bestätigte ein Beamter im Aussenministerium der Bahamas der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Der Premierminister des Landes, Philip Davis, ehrte den Schauspieler in einer Ansprache. Sein Licht werde für viele Generationen weiterleuchten, sagte Davis.
Seine Familie sprach in der Nacht zum Samstag von einem schweren Verlust und tiefer Trauer. «Wir sind so dankbar, dass er seinen letzten Tag im Kreis von Familie und Freunden verbringen konnte.» So zitierte die Zeitschrift «People» aus der Mitteilung.
Sidney Poitier ist «mein Vorbild, mein Freund»
Er sei nicht nur ein brillanter Schauspieler gewesen, sondern auch ein liebevoller Ehemann und Vater, der seine Familie immer voranstellte. Der Vater von sechs Töchtern war in zweiter Ehe mehr als 45 Jahre mit der Schauspielerin Joanna Shimkus (78) verheiratet.
«Sidney war meine Inspiration, mein Vorbild, mein Freund», schrieb der Oscar-Preisträger Morgan Freeman (84) auf Twitter. Denzel Washington (67) würdigte Poitier laut «People.com» als «sanftmütigen Mann», der Türen, die für Schwarze lange geschlossen waren, öffnete. Halle Berry, die in einem Drama als erste schwarze Hauptdarstellerin einen Oscar holte, pries Poitier auf Instagram als «ikonischen Vorreiter».
Als Wegbereiter für Schwarze schrieb Poitier Hollywood-Geschichte: Er nahm 1964 als erster Schwarzer den Oscar als bester Hauptdarsteller für «Lilien auf dem Felde» entgegen. Der damals 37-Jährige überzeugte die Akademie mit der Darstellung eines schwarzen Arbeiters auf der Farm weisser Nonnen.
Von der Queen zum Ritter geschlagen
Der in ärmsten Verhältnissen auf den Bahamas aufgewachsene Bauernsohn wurde 1974 von der britischen Queen zum Ritter geschlagen. 2002 erhielt er einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk.
Der damalige US-Präsident Barack Obama verlieh ihm 2009 die «Presidential Medal of Freedom», die höchste zivile Auszeichnung der USA. Sidney Poitier habe mit seinem einzigartigen Talent «Würde und Anstand» verkörpert, schrieb Obama am Freitag auf Twitter.
Als erster Schwarzer eine Weisse geküsst
«Sidney war mehr als nur einer der besten Schauspieler in unserer Geschichte», teilte US-Präsident Joe Biden mit. «Er ebnete einen Weg für unsere Nation und hinterliess ein Vermächtnis, das heute jeden Teil unserer Gesellschaft berührt.» Poitier habe dazu beigetragen, «die Herzen von Millionen zu öffnen und das Selbstverständnis der Amerikaner zu verändern».
Zu Poitiers Erfolgen zählt auch, dass er als erster Schwarzer in einem Hollywood-Film eine Weisse küssen durfte. Die Szene im Film «Rat mal, wer zum Essen kommt» wurde 1967 allerdings noch durch den Rückspiegel eines Taxis gedreht. Ende der 1960er Jahre galt Poitier als einer der bestbezahlten Filmschauspieler.
Der Star drehte 1997 mit dem Action-Thriller «Der Schakal» seinen letzten Kino-Spielfilm. Er spielte auch in Filmen wie «Flucht in Ketten», «Porgy and Bess» und «In der Hitze der Nacht».
Als «Bester der Besten», würdigte Schauspielerin Mia Farrow (76) den Verstorbenen. «Er hat uns gezeigt, wie man nach den Sternen greift», schrieb Oscar-Preisträgerin Whoopi Goldberg (66) auf Twitter. Sie werde seine «riesengrosse Seele» für immer wertschätzen, gab Talkshow-Legende Oprah Winfrey an.
Die Oscar-Akademie veröffentlichte auf Twitter ein Foto von 1964, auf dem Sidney Poitier strahlend seine Oscar-Trophäe festhält. Er habe Barrieren eingerissen und durch seine Kunst den Rassendialog in den USA vorwärtsbewegt, schrieb die Academy. «Nur wenige Filmstars hatten oder werden den Einfluss von Sidney Poitier haben, auf der Leinwand und darüber hinaus.»