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Wer sich beim Sport so richtig fordert, lebt gesünder als jene, die das Ganze eher gemütlich angehen – so lautet bisher die gängige Vorstellung. Wissenschaftliche Analysen über den gesundheitsfördernden Effekt von Sport basieren in der Regel auf dem Zeitaufwand, den der Einzelne in sein Bewegungsprogramm investiert.
Ein US-Team, das die Daten von 30'000 Läufern und knapp 16'000 Walkern ausgewertet hat, kommt jetzt zu einem anderen Resultat: Für die Gesundheit ist es egal, ob man rennt oder geht. Entscheidend sei vielmehr, wie viel Energie dabei verbraucht wird, schreiben die Autoren Paul Williams und Paul Thompson vom Lawrence Berkeley National Laboratory in einem Fachartikel in «Arteriosclerosis, Thrombosis, and Vascular Biology», dem Journal der Amerikanischen Herzvereinigung.
Risiko für Volkskrankheiten sinkt
Wenn Jogger und Walker die gleiche Anzahl an Kalorien verbrennen, dann habe das auch ähnlich positive Auswirkungen auf die Gesundheit, so die Autoren der Studie. Für beide Gruppen gilt demnach: Die Wahrscheinlichkeit, Bluthochdruck, Diabetes, einen gefährlichen Cholesterinspiegel und möglicherweise eine koronare Herzkrankheit zu entwickeln, sinkt. Dabei halten die Wissenschaftler den Kalorienverbrauch für den Schlüsselmechanismus, der das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduziert.
Die US-Forscher legten ihrer Auswertung das «Metabolische Äquivalent» (MET) zugrunde, eine Einheit, die den Stoffwechselumsatz eines Menschen auf seinen Umsatz in Ruhe bezieht. «Einen Kilometer pro Tag joggen verbraucht ungefähr eine MET-Stunde täglich», erklärt Paul Williams. Für jede körperliche Aktivität gelten eigene MET-Tabellen. Gehen und Joggen seien insofern vergleichbar, als dass dabei die gleichen Muskelgruppen beansprucht würden, schreiben die Experten.
Jogger setzen mehr Kalorien in der gleichen Zeit um
Hierbei wird schnell klar: Um die gleiche Menge an Kalorien zu verbrennen, muss der Walker länger gehen als der Jogger. Als Faustregel gilt: Die gleiche Strecke gehen bzw. 2,5 Mal länger gehen als joggen.
Die Forscher vermuten, dass der erheblich grössere Zeitaufwand fürs Walken der Grund dafür ist, dass Jogger im Vergleich zu Walkern normalerweise gesundheitlich fitter seien. Denn Jogger können in der gleichen Zeit einfach mehr Kalorien umsetzen.