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Ein kleiner, unvollständiger Einblick in alltägliche Kuriositäten, die man als Journalistin oder Journalist in Myanmar erleben kann.
Du weisst, du bist JournalistIn in Myanmar, wenn…
- du Facebook, Twitter und Instagram öfter für die Arbeit benützt, als deinen Email-Account.
- du gleichzeitig aber an keine Veranstaltung ohne Visitenkarten gehen kannst (du diese aber, weil du nur drei Monate hier bist, selbst bastelst).
- deine Freunde regelmässig nachfragen, ob du noch lebst und noch nicht im Gefängnis sitzt.
- es am Anfang einer Pressekonferenz immer ein Gruppenfoto auf der Bühne gibt und du – auch wenn du beteuerst, dass du Journalistin und nicht ein Mitglied einer NGO bist – auf die Bühne gebeten wirst und sie nicht verstehen, wenn du das strikt ablehnst.
- du dich nicht wunderst, dass selbst Behördenvertreter keine einheitlichen Email-Adressen haben, sondern dir eine selbst kreierte Gmail-Adresse mitteilen, anhand welcher du oftmals feststellen kannst, in welchem Jahr sie diese erstellt haben.
- du gewisse Interview-Partner gleich dreifach stresst; 1.) weil sie noch nie ein Interview gegeben haben, 2.) weil sie fast nie mit Ausländern sprechen, 3.) weil sie Angst haben, dass ihr Englisch nicht gut genug ist.
- du beim Buchen eines Flugzeugtickets angeben musst, dass du Ausländerin und nicht Burmesin bist (und deshalb einen höheren Preis bezahlen musst).
- du gewisse Einladungen zu Pressekonferenzen statt per Email auf Papier ausgedruckt erhältst, die per Post an die Redaktion geschickt wurden.
- du den Praktikanten neben dir zwischendurch fragen musst, ob das Email, das du erhalten hast, von einer Frau oder einem Mann geschrieben wurde, da du dies lediglich anhand des Namens (noch) nicht feststellen kannst.
- dein Presseausweis mit einer lustigen, pinken Plastikhalskette kommt.
- du dich an das Geräusch von knackenden Sonnenblumenkernen im Büro gewöhnt hast, die deine Arbeitskollegen pausenlos knabbern.
- du bei Pressekonferenzen vergebens nach schwarzem Kaffee fragst und du widerwillig den 3-in-1-Instantkaffee trinkst, um wenigstens einen Zuckerrausch zu bekommen.
- dich dafür aber der Inhaber des kleinen Cafés gegenüber des Büros jeweils sofort mit einem freudigen «Mingalabar, black coffee?» begrüsst, weil du selbst von den europäischen MitarbeiterInnen bei «Frontier» die einzige bist, die den Kaffee schwarz trinkt.
- während eines Interviews statt deines Interview-Partners du von jemandem fotografierst wirst.