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Wo steht denn Grossbritannien auf dem Weg zur Klimaneutralität?
Grossbritannien ist international führend mit seinen Klimazielen und
geht mit der Verpflichtung, die Emissionen bis 2030 um mindestens 68
Prozent zu senken, als Vorbild voran. Ende 2020 stellte Premierminister
Boris Johnson einen ehrgeizigen Zehn-Punkte-Plan für eine grüne
Industrierevolution vor, der saubere Energien, den Verkehr, die Natur
und innovative Technologien umfasst. Bereits heute produzieren wir mehr
Offshore-Windenergie als alle anderen Länder, und die Regierung hat vor,
die Offshore-Windleistung bis 2030 auf 40 GW zu vervierfachen. Auch
haben wir uns dazu verpflichtet, über die nächsten fünf Jahre unseren
finanziellen Beitrag für den internationalen Klimaschutz zu verdoppeln,
um jene Gesellschaften zu unterstützen, die am meisten vom Klimawandel
betroffen sind.
Gibt es Ansätze aus Grossbritannien, die sich auch in der Schweiz bewähren könnten?
Ich nenne einige Beispiele unserer Strategien für nachhaltige Städte: Im Juli haben wir einen ambitionierten Plan zur Dekarbonisierung des Verkehrs veröffentlicht, der die Entwicklung hin zur Netto-Null-Mobilität aufzeigt. Zudem wollen wir bei der CO2-Speicherung weltweit eine Führungsrolle einnehmen und planen zurzeit die erste Stadt, die bis Ende des Jahrzehnts vollumfänglich mit Energie aus Wasserstoff versorgt werden soll.
Wie kann Grossbritannien umgekehrt von der Zusammenarbeit mit der Schweiz profitieren?
Grossbritannien und die Schweiz sind sehr erfolgreich in Innovation, Forschung und Entwicklung. Punkto neuer Technologien und Planung der Energiewende können wir voneinander lernen. Als Nummer eins im Global Innovation Index und Standort eines wichtigen Finanzzentrums sowie vieler internationaler Organisationen in Genf ist die Schweiz für uns ein wichtiger Partner im Klimaschutz.
Gleichzeitig könnte die Schweiz mit ihren wunderschönen Naturlandschaften stärker vom Klimawandel betroffen sein als andere Gebiete. Einige Forscher schätzen, dass die weltweite Erwärmung um 1 °C in den alpinen Gletscherregionen einen Temperaturanstieg um 2 °C bedeutet. Die harte Realität des Klimawandels dürfte sich in der Schweiz deshalb in den nächsten Jahren noch stärker bemerkbar machen.
Seitens der britischen Botschaft hoffen wir, unser Verständnis für beide dieser Fragen an der «Decarbonising Cities»-Konferenz vertiefen zu können und zu erfahren, wie wir am besten voneinander lernen.
Auf welches Highlight der Konferenz freuen Sie sich besonders?
Es wird durchs Band eine enorm spannende Veranstaltung, von den Referaten führender Klimaexperten aus Grossbritannien und der Schweiz über die Firmenpräsentationen bis hin zu den Breakout Sessions zu den Themen Smart Cities, neue Technologien und grüne Finanzwirtschaft. Die Konferenz soll den Startschuss geben zu einer längerfristigen Partnerschaft zwischen den Regierungen, den Unternehmen sowie den akademischen Einrichtungen und Forschungsinstituten unserer beiden Länder. Einige britische und Schweizer Studierende werden zudem an einem Hackathon zwei Tage lang mit kreativem Denken, Design und Datenverarbeitung an Challenges rund um Energie, Städte und Mobilität arbeiten.
Ich bin gespannt auf die Präsentation innovativer Technologien, die frisch auf den Markt kommen. Doch besonders freue ich mich darauf, neue Netzwerke und Beziehungen zwischen Grossbritannien und der Schweiz zu knüpfen.