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Buchdruck? Eigentlich weiss man es, aber eigentlich auch nicht so richtig.
Vor der Erfindung der beweglichen und austauschbaren Lettern schrieben Mönche alle Texte von Hand. Die meisten Bücher waren Einzelstücke und extrem teuer. Zwar druckten Chinesen im 11. Jahrhundert mit austauschbaren Buchstaben aus gebranntem Ton und Koreaner im 13. Jahrhundert mit Metall-Lettern, jedoch war keine dieser Druckmethoden effektiv.
Im Jahr 1440 entwickelt der Mainzer Goldschmied Johannes Gutenberg den Druck mit einzelnen, wiederverwendbaren Buchstabenstempel (Lettern aus Blei). Der Schriftgestalter muss als Erstes mit der Feile und dem Stichel eine Matrize für den Stempel herausarbeiten. Heute gibt es auf der Welt vielleicht 5, 6 Leute, die das Stempelschneiden noch können.
Mit den spiegelverkehrten Buchstaben, Satzzeichen und Schmuckelemente wird eine Druckform zusammengestellt, die beliebig oft gedruckt werden kann. Damit die Teile nicht verrutschen, setzt man sie erst in den Winkelhaken, füllt sie mit nichtdruckendem Material auf, legt sie dann auf ein Satzschiff und schliesst die Teile zu einer festsitzenden Druckform in einem Metallrahmen aus. Das erste Buch, das auf diese Weise hergestellt wurde, war die 2-spaltige, 42-zeilige Gutenberg-Bibel. Sie wurde im Jahr 1454 fertiggestellt. Die Illustrationen wurden noch von Hand original gezeichnet. Später stellte man Holzschnitte her, um den Text künstlerisch mit Bildern zu ergänzen.
Ein gesellschaftlicher Umbruch erfolgt und führte in die frühe Neuzeit. Er beeinflusste die wirtschaftliche, kulturelle und politische Entwicklung auf der ganzen Welt. Normale Bürgerinnen und Bürger kaufen Bücher und lernen lesen. Fazit: Man kann die Erfindung des Buchdrucks als eine der bedeutendsten Erfindungen der Menschheit bezeichnen. Darauf folgten in der Renaissance, zum Beispiel durch Leonardo da Vinci, noch viele neue Erkenntnisse und Denkweisen.