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- Künstler: Claude Sandoz (Schweiz, *1946).
- Titel: Ohne Titel.
- Jahrgang: 1982.
- Format: 510 x 680 mm.
- Technik: Lithographie auf Bütte.
- Auflagehöhe: 110 Exemplare.
- Bezeichnet: Signiert, datiert und nummeriert.
- Literatur: ---
- Anmerkung: ---
- Zustand: Ordentlich.
- Provenienz: Privatsammlung, Bern.
- Zum Künstler und Werk: Claude Sandoz verbringt seine Kindheit in Zürich. Mit Ausnahme von reise- und studienbedingten Unterbrüchen lebt er von 1963 bis 1976 in Bern. 1964–66 Besuch der Kunstgewerbeschulen Bern und Biel. Seit 1966 freischaffender Künstler. Macht früh mit Zeichnungszyklen auf sich aufmerksam. Erhält in den 1960er- und 1970er-Jahren zahlreiche Stipendien (Eidgenössisches Kunststipendium 1967, 1968, 1969; Kiefer-Hablitzel-Stipendium 1967, 1968; Louise Aeschlimann-Stipendium 1967, 1975; Kunststipendium der Stadt Zürich 1972, 1974). 1967 Heirat mit Madeline Winkler, Geburt von Claude Junior. Nach Aufenthalten in Rom (1969–1970 Istituto Svizzero) und Amsterdam (1972 Stipendium des holländischen Staates) 1976 Umzug nach Kriens. Acrylbilder und Aquarellzyklen. 1977–1984 Herausgeber der Zeitschrift Der Blaue Berg. Ausgedehnte Reisen nach Asien und in den Orient prägen das Schaffen. 1980 Presse-Preis der Stadt Luzern. 1982 Geburt des zweiten Sohnes Patrik. 1983 Nordmann-Kunstpreis und Lehrauftrag an der Ecole supérieure d’art visuel in Genf. Seit 1984 in Luzern. Seit 1988 erneut inspirierende Reisetätigkeit. 1988 Preis für Grafik der Biennale in Kairo. Neben Aquarellzyklen entstehen 1986–1994 Malereien auf Seide. Von 1993–2000 Mitglied der Eidgenössischen Kunstkommission. Angeregt von Sol LeWitts Wallpaintings entstehen seit 1994 Wandmalereien. Zahlreiche Ausstellungen in Museen (Solothurn 1984, Chur 1994) und Galerien des In- und Auslandes sowie verschiedene Aktionen haben Sandoz’ vielseitiges Werk bekannt gemacht. Zwischen 1983 und 2005 unterrichtet er an der Ecole supérieure des beaux-arts de Genève. 2002 wird sein Werk mit dem Kulturpreis der Stadt Luzern gewürdigt, 2003 mit dem Prix Meret Oppenheim. Seit 1997 lebt Claude Sandoz halbjährlich in Luzern und Soufrière, im karibischen Inselstaat St. Lucia.
Zwar ist Claude Sandoz der Berner sowie der Innerschweizer Szene zugerechnet und sein Werk zur Neuen Innerlichkeit und zum Neoexpressionismus gezählt worden, doch entzieht er sich einer schlüssigen Kategorisierung. Das eigenwillige Schaffen entwickelt sich kontinuierlich, scheinbar aus sich heraus. Meist arbeitet Sandoz in Werkgruppen. Die unverwechselbare Bildsprache versteht sich als mögliche Gegenwelt zur Realität, als ein Vordringen in weitere gedankliche und bildnerische Dimensionen. In den Werken verwebt sich Wirkliches mit Visionärem, Alltägliches vermischt sich mit Exotischem und Kosmischem und Figuratives verbindet sich mit Ornamentalem zu einer phantastischen Figuration von grosser visueller Dichte und von starker, energieverströmender Farbigkeit.
Angeregt von «inneren und äusseren Reisen», inspiriert von fremden Kulturen, von literarischen und philosophischen Werken, aber auch von seinem direkten Umfeld und von verschiedensten Künstlern, kreiert Sandoz eine Bilderwelt voller traditionsbeladener Embleme und persönlicher Zeichen. Dieses vielschichtige Formenvokabular lässt eine breite Interpretation der Werke zu. Sandoz bedient sich zahlreicher Techniken, um seine komplexe Motivwelt auszuformulieren und dem Betrachter zu übermitteln. Er sucht nach immer neuen Farbträgern wie Seide oder Keramik, um eine grösstmögliche Leuchtkraft seiner oft grossformatigen, hauptsächlich in reinen Primär- und Sekundärfarben gehaltenen Werke zu erreichen.
Über drei Jahrzehnte hinweg hat sich das Schaffen von Claude Sandoz mit einer eindrucksvollen Stringenz entwickelt. Seine Werke mit ihrer Frische und Direktheit und ihrer sinnlichen Präsenz räumen ihm einen wichtigen Platz im Kunstschaffen der Gegenwart ein.
Werke: Aargauer Kunsthaus Aarau; Kunstmuseum Bern; Chur, Bündner Kunstmuseum; Kunstmuseum Luzern; Monthey, Union de Banques Suisses; Pilatus, Bergstation; Schaffhausen, Museum zu Allerheiligen; Kunstmuseum Solothurn; Sursee, Kantonsschule.
Annakatharina Beglinger, 1998, aktualisiert 2016 (-> Quelle: Sikart).
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