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Allmend-Kaserne
Adresse
6005 Luzern
LU
Architektur
Weitere Bauphasen
Kunst am Bau
Die Kaserne in Luzern war der erste aus Sichtbeton erstellte Kasernenbau der Schweiz. Seit dem Abbruch des Kongresshauses ist sie zudem das wichtigste Zeugnis von Armin Meilis Schaffen in Luzern. Der an der Schwelle zum Neuen Bauen wirkende Architekt liess sich bei der Gestaltung des Eingangsbereiches von der 1927 errichteten Basler Antoniuskirche seines Lehrmeisters Karl Moser, bei der Aufteilung der Bauvolumen vom 1931 fertiggestellten Frankfurter IG-Farben-Haus Hans Poelzigs inspirieren.
Chronologie
In den Jahren 1910 bis 1939 wurde der Infanterie-Waffenplatz auf der Luzerner Allmend ausgebaut. Zentraler Teil davon ist die von 1933 bis 1935 nach den Plänen des Luzerner Architekten Armin Meili realisierte Allmend-Kaserne. Ende der 1980er-Jahre erfolgten erste Sanierungsmassnahmen. Bis 1994 beherbergte die Kaserne eine Infanterie-Schule. Ein provisorischer Umbau im Jahr 1995 ermöglichte die Integration der Zentralschule. 1997 wurde die Kaserne vom Armee-Ausbildungszentrum Luzern (AAL) übernommen und 1999 vom Architekturbüro Lüscher Bucher Theiler modernisiert.
Lage
Die Allmend-Kaserne liegt am südwestlichen Stadtrand von Luzern auf der Allmend, in unmittelbarer Nähe des Eichwalds. Die Haupterschliessung erfolgt über die Eichwaldstrasse und den Murmattweg. Von der stark befahrenen Horwerstrasse im Osten führt ein Fussweg zum Haupteingang.
Beschreibung
Der Baukomplex besteht aus vier Teilen, einem Vorbau, einem Hauptbau, einen Turmbau und den ehemaligen Stabsflügeln im Norden, die kammartig angeordnet sind. Der Turmbau überragt mit seinen acht Geschossen die angrenzenden Riegel um ein Geschoss. Das Obergeschoss des Hauptbaus ist mit einem Versatz betont, wodurch das Bauvolumen etwas reduziert wird. Der quer positionierte, zweigeschossige Vorbau schafft den Übergang zum weitläufigen Gelände. Er beherbergt auch die zwölf Meter breite Eingangstreppe aus Granit, die von markanten Betonrippen gefasst wird. Sowohl die Tragkonstruktion als auch die Fassaden der Kaserne bestehen aus Sichtbeton. Das Dach der gesamten Anlage ist, basierend auf einer Holzkonstruktion, annähernd flach gedeckt. Die Fassaden sind mit einem gleichmässigen Fensterraster überzogen. Die Grundform bilden grosszügige, liegende Öffnungen mit einer vertikalen Fensterteilung, ursprünglich ausgeführt als Faltschiebefenster. Die Fensterprofilierung überzeugt durch ihre feine Gestalt, sie lässt den massiven Baukomplex filigran wirken. Als Bauschmuck dienen zwei grosse, weithin sichtbare Uhren, die die militärische Ordnung symbolisieren. Im Rahmen der Sanierung wurden die Sichtbetonoberflächen sensibel instandgesetzt.
Ursprünglich herrschten in den lichtdurchfluteten Räumen der Kaserne zarte Pastelltöne vor. Die unter vielen Farbschichten verborgenen Anstriche wurden jedoch nicht wiederhergestellt, vielmehr wurden die Betonrippendecken glasfasergestrahlt purifiziert. Das nun sichtbare, karge Betonskelett wurde von der Künstlerin Silvie Defraoui mit Schriftzeichen bestückt, welche Vergänglichkeit und Historie thematisieren.
Literatur
Gmür, Otti. Architekturführer Luzern. Spaziergänge durch Raum und Zeit. Luzern 2003, S. 199–200. – Hochbauamt des Kantons Luzern (Hg.). Armee-Ausbildungszentrum Luzern: Neubau und Umbau Meilibau 1997–1999. Luzern 1999, S. 1–26. – Schindler, Verena. Der «Meilibau»: Von der Kaserne zum Armee-Ausbildungszentrum, in: Schweizer Ingenieur und Architekt 49–50/1999, S. 1082–1084. – Ineichen, Hannes; Zanoni, Tomaso (Hg.). Luzerner Architekten. Zürich 1985, S. 44–45. – Niederberger, Claus. Neue Architektur im Kanton Luzern seit 1930, in: Unsere Kunstdenkmäler. Mitteilungsblatt für die Mitglieder der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte 2/1978, S. 261. – Luzern Armee-Ausbildungszentrum (Hg.). Von der «Eidgenössischen Central-Militärschule» zum Armee-Ausbildungszentrum Luzern. Luzern o. J. – Denkmalpflege und Archäologie (Hg.). Kantonales Bauinventar Luzern.