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Mehr als ein halbes Jahrtausend hat die Stadt Freiburg das Gebiet der fusionswilligen Gemeinden im Sense-Mittelland direkt verwaltet. Als die mittelalterliche Herrschaft im Ancien Régime mit der Entwicklung zum Patriziat 1627 zu einer oligarchischen Gesellschaft mutierte, traf die Bevölkerung das Los von absoluten Untertanen. Die Knechtschaft wurde durch den Einfall der Franzosen 1798 beendet. Im Zuge der staatlichen Neuordnung zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde zum Missfallen der Bevölkerung für katholisch Deutschfreiburg der Sensebezirk geschaffen. Die Bezeichnung von Tafers zum Bezirkshauptort traf 1848 auf noch mehr Unverständnis. Freiburg blieb für die Leute das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts behinderte der in die DNA der Sensler gepflanzte Geist der Unterwürfigkeit eine adäquate Entwicklung des Bezirks.
Erst in den 1960er-Jahren brachten Industrie und Autobahn neuen Wind ins Land. Nach 20 Jahren Prosperität erlahmte der Elan im Sensebezirk. Seit den 90er-Jahren verharrt er im Passiv-Modus. Eine Leadership ist nicht auszumachen. Grossprojekte wie die Erschliessung und Umfahrung der Arbeitszone Birch dümpeln dahin. Das um die Jahrtausendwende viel beschworene «Hightech in the Green» entwickelte sich bei uns zum Schlafen im Grün. Im gleichen Zeitraum realisierte Bulle mit viel Geld von Bund und Kanton eine Umfahrungsstrasse und Freiburg erhielt die Poya-brücke. Wer die durch die Agglo Freiburg und die Fusionsbestrebungen im Grossraum Freiburg befeuerten Grossprojekte wachsam mitverfolgt, registriert: Die Musik spielt ennet der Saane. Der oft eher knauserige oberste Kassenwart des Kantons stellt für die Fusion von Grossfreiburg zusätzliche 50 Millionen Franken in Aussicht. Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung für die Planung des Entwicklungsgebiets Chamblioux mit der Überdeckung der A 12 gab er den Startschuss für das grösste je im Kanton in Angriff genommene Projekt.
Was hat das mit der Fusion im Sense-Mittelland zu tun? Die wesentlichen finanziellen, vor allem aber auch die Planungsressourcen des Kantons fliessen längerfristig Richtung Chamblioux. Nach dem Motto: Wer hat, dem wird gegeben, nehmen auch die Subventionsströme diesen Weg. Einzelne Gemeinden jedoch geraten ins Abseits. Sie haben nicht die Eigenmittel, um grössere Projekte mit entsprechenden Subventionen von Bund und Kanton auszulösen. Das können nur grössere Gemeinwesen mit gebündelter Finanzkraft. Die Fusion der Gemeinden Alterswil, St. Antoni und Tafers ist einen Schritt in die richtige Richtung. Ein Ja dazu ist ein folgerichtiges Gebot der Stunde.