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Mein lieber Freund!
Aus der sehr eingehenden Besprechung, die ich diesen Morgen mit Hagenbuch über die fragliche Angelegenheit gehalten, entnahm ich, daß der von den Schweiz. Abgeordneten1 instructionsgemäß vorgeschlagene Zusatz zu Art. 142 von H. Wirth-Sand, ich weiß nicht, ob absichtlich oder unabsichtlich, dahin mißverstanden wird, daß alle Taxermäßigungen, welche auf der | Strecke Lindau–St. Margarethen zu Gunsten der St. Galler Linie gewährt werden, auch der Thurgauer- bez.weise Nordostbahnlinie zu gute kommen sollen. Diese Meinung hat es natürlich nicht. Es soll nur an die Taxe der Winterthur–Romanshorn–Rorschacher Linie keine höhere Taxe auf der Strecke Rorschach–Lindau angestoßen werden, als die sogenannte Locotaxe Rorschach–Lindau oder m. a. W. diejenige Taxe beträgt, welche für Transporte bezogen werden, die nur von Rorschach bis Lindau gehen. Es soll mit Einem Worte auf der Strecke Rorschach–Lindau zu Gunsten der Nordostbahn gelten, was auf der von Winterthur Schweizeinwärts gehenden Bahn zu Gunsten der Vereinigten Schweizer| bahnen besteht. Da die in der Bundesräthlichen Restruction enthaltene Redaction zu Mißverständnissen Veranlassung geben kann, so habe ich mit Hagenbuch eine andere Redaction versucht, welche vielleicht den Vorzug hat, daß sie zu Mißdeutungen nicht Anlaß gibt, daß sie sich genau an den Gedanken des einschlägigen Beschlusses der Bundesversammlung anschließt & daß sie nicht directe sagt, es solle die Gültigkeit eines Schweizerischen Gesetzes auf Österreichischen & Bayrischen Boden erstreckt werden. Hagenbuch wird Dir die Redaction vorlegen. Wenn sie Dir entspricht, so glaube ich, es sollte dann an derselben Angesichts des billigen Standpunctes, der ihr zu Grunde liegt & Angesichts des | sehr bestimmt lautenden Auftrages der Bundesversammlung festgehalten werden. Ich möchte Dich angelegentlich ersucht haben, in diesem Sinne zu wirken.
Ich hoffe, das freudige Ereigniß, dem Du entgegensehen, sei mittlerweilen glücklich vor sich gegangen. Empfange mit Deiner trefflichen Gattinn3 die herzlichsten Wünsche von Deinem freundschaftlich ergebenen
A Escher
Zürich
26 Mai 1865