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(Fabricius, 1793)
- DE: Langflügelige Schwertschrecke
- EN: Long-winged Conehead
- FR: Le Conocéphale bigarré
- Syn.: Conocephalus (Anisoptera) dilatatus Ramme, 1951 | Conocephalus discolor Thunberg, 1815 | Xyphidium ponticus Nedelkov, 1907 | Xiphidium thoracicus Fischer von Waldheim, 1846 | Conocephalus fuscum turanicum Semenov, 1915
Morphologie
Die Gestalt von Conocephalus fuscus ist schlank und der Kopfgipfel spitzwinklig. Sie ist intensiv grün gefärbt, gelbliche Individuen sind selten. Die langen Fühler sind dunkel, die Augen rötlich-braun. Über den Rücken verläuft ein brauner Streifen vom Stirngipfel bis zum Hinterleibsende, der besonders an Kopf und Halsschild seitlich hell gesäumt ist. Die Flügel überragen die Hinterknie und das Hinterleibsende um wenige Millimeter. Die Hinterflügel überragen die bräunlich, glasigen Vorderflügel in Ruhestellung um 1-3 mm. Die männlichen Cerci tragen hinter der Mitte einen deutlichen Innenzahn, der etwas weniger kräftig ist als jener von Conocephalus dorsalis. Die bräunliche Legeröhre der Weibchen ist unmittelbar an der Basis leicht angewinkelt und verläuft anschliessend gerade in die Spitze. Sie ist fast körperlang.
Gesang
Der leise Spontangesang von Conocephalus fuscus besteht aus Strophen, die aus minutenlang anhaltenden Reihen von 3-silbigen Versen bestehen. Die Verse werden 4-16 Mal pro s wiederholt, gelegentlich werden kurze, 1-silbige Reihen eingefügt. Der schabend maschinenhafte Gesang geht dann in ein Ticken über. Oft klingt eine Strophe mit diesem Ticken aus oder beginnt damit, wenn ein Tier gestört wurde. Der Gesang kann dann kurzzeitig stark an Conocephalus dorsalis erinnern. Das Frequenzspektrum zeigt ein breites Maximum bei ca. 30 kHz. Mit dem Ultraschall-Detektor findet man die Art auf grössere Distanzen gut.
Spontangesang von Conocephalus fuscus - CH, VD, Cudrefin, 20 °C, sonnig.
Ausschnitt aus dem lang anhaltenden Spontangesang von Conocephalus fuscus - CH, VD, Cudrefin, 20 °C, sonnig.
Vier dreisilbige Verse aus dem Spontangesang von Conocephalus fuscus - CH, VD, Cudrefin, 20 °C, sonnig.
Verbreitung
Die Verbreitung reicht im Westen von Portugal über Frankreich bis in den Süden Englands, wo die nördliche Verbreitungsgrenze erreicht wird. Sowohl in Italien als auch auf dem Balkan kommt Conocephalus fuscus nur verstreut vor. Südöstlich reichen die bekannten Nachweise bis Griechenland und in die Türkei. Im Osten reicht das Areal weit in den asiatischen Raum. In der Schweiz kommt Conocephalus fuscus unter 1000 m in fast allen Landesteilen vor. Ausser in Nord- und Mitteldeutschland ist die Art praktisch in allen Landesteilen Deutschlands vertreten.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Tiere können von Juni bis in den November beobachtet werden.
Die Eier werden in Pflanzenstängel von Binsen, Schilf, Disteln oder Seggen abgelegt. Nach einem Winter schlüpfen die Larven im Mai und durchlaufen 6 Stadien. Bei Gefahr drückt sich Conocephalus fuscus senkrecht an lange Gras- oder Schilfhalme und wendet sich geschickt vom Beobachter ab.
Lebensraum
Conocephalus fuscus lebt vorwiegend in Feuchtgebieten. In Mitteleuropa werden langgrasige Feuchtwiesen, Fliessgewässerböschungen, Ufer von Seen, Hochstaudenfluren und Ruderalstandorte besiedelt. Neben der Feuchtigkeit und Wärme ist eine Vegetationshöhe von 30-60 cm ein entscheidendes Lebensraumelement. Obwohl Conocephalus fuscus eine typische Art von Feuchtgebieten ist, kann sie besonders in Südeuropa auch in trockenen Wiesen oder Lackengebieten entlang der Mittelmeerküste gefunden werden, die im Sommer grossflächig austrocknen. Im Tessin werden auch Fettwiesen und Ränder von Mais- und Getreidefeldern besiedelt.
Gefährdung & Schutz
Die grösste Gefährdung für Choncephalus fuscus geht von der Tockenlegung und Mahd ihrer Lebensräume aus. Zur Förderung von Conocephalus fuscus reicht eine zweijährige Mahd oder extensive Beweidung. Beim Mahdregime, ob jährlich oder zweijährig, ist wichtig, dass ein hoher Anteil an Altgras oder Saumgesellschaften über den Winter stehen bleiben, damit die Eier überdauern können. Die Herbstmahd mit Raupenfahrzeugen ist vorzugsweise an sonnigen Tagen durchzuführen, um Verluste fortpflanzungsfähiger Individuen zu vermeiden.
- CH: VU (Verletzlich)
- DE: * (Nicht gefährdet)
- AT: NT (Potenziell gefährdet)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Auf den ersten Blick ist Conocephalus fuscus ihrer Schwesterart Conocephalus dorsalis ähnlich. Beide Arten kommen oft zusammen vor. Conocephalus dorsalis hat deutlich kürzere Flügel, die nur ca. die Hälfte bis drei Viertel des Hinterleibs bedecken. Die Legeröhre der Weibchen ist kürzer und deutlich aufwärts gebogen. Eine weitere, ähnliche Art, die ebenfalls in Feuchtgebieten lebt, ist Ruspolia nitidula. Diese ist wesentlich grösser, hat längere Flügel und der dunkle Rückenstreifen fehlt. Die Gesänge der beiden Conocephalus-Arten sind sich sehr ähnlich, Conocephalus fuscus singt aber etwas lauter. Conocephalus dorsalis wechselt regelmässig zwischen den 4-silbigen und den tickenden 1-silbigen Phasen. In Sumpfgebieten kann das Gegeneinanderreiben von Schilfblättern ein täuschend ähnliches Geräusch verursachen.