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Lateinisch: Euterpe oleracea
Familie: ARECACEAE
Schlanke und elegante Palmenart von 20 bis 25 Metern, mit multiplem Stamm von höchstens 25 cm Durchmesser. Ein solcher „Palmenbusch“ präsentiert bis zu 25 Einzelpflanzen, und die Häufigkeit dieser Palmenart im unteren Amazonasgebiet bringt homogene Populationen hervor. Sie finden sich im gesamten Abschnitt des Amazonas–Flusses, und die so genannte typischste „Heimat des Açaí“ ist die Stadt „Codajas“. Der Baum produziert Samen während fast des gesamten Jahres, aber die wichtigste Reifezeit liegt zwischen Juli bis Dezember. Die Früchte, in Büscheln oder Trauben, sind von violetter Farbe und haben ein Stückgewicht von etwa 1 Gramm. Eine Baumblüte bringt etwa 6 kg Früchte hervor. Sie werden von den lokalen Bewohnern sehr geschätzt – sie machen Saft und Wein aus ihnen – und in den Behausungen der Ärmsten sind sie oft der einzige Proteinausgleich.
Kuriositäten
Als Energielieferant und Antioxydant ist das Fruchtfleisch des Açaí im Südosten Brasiliens und auch in den USA zur Mode geworden. Trotzdem werden nur 850 Tonnen pro Monat in der zentralen Süd–Region verbraucht, während allein in Belém der Konsum frischen Açaí-Fruchtfleisches 4,5 Tonnen pro Monat erreicht. In der Region von Belém verbraucht eine einzige Person bis zu 2 Litern Açaí pro Tag, in der Regel mit Maniokmehl, Maniokstärke oder Zucker gemischt – auch mit gebratenem Fisch oder getrockneten Shrimps. Das Holz der Palme wird von den Flussufer-Bewohnern für Hausstützen und Fussböden benutzt, die Palmwedel zur Dachbedeckung. Die Samenkerne ergeben gemahlen ein wertvolles organisches Substrat zur Düngung des Gartens und für lokale Handwerksarbeiten. Im Regenwald arbeiten die Açaí-Sammler in ganzen Familien, aber nur während der Trockenperiode, denn die Palmstämme werden gefährlich glitschig, wenn es regnet. Die Sammler klettern den Stamm mit Hilfe einer „Peconha“ hinauf – einem aus Pflanzenfasern geflochtenen Ring, der, zu einer Acht gedreht, den Füssen einen guten Halt am Stamm gewährt.