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geleistete Hilfe; demselben wurde auch Krain [* 2] verpfändet. Herzog Albrecht I. (1282-1308) hatte mit den Ständen zu kämpfen, welche über Vernachlässigung der Landrechte und die Begünstigung schwäbischer Ritter klagten; er wahrte seine landeshoheitlichen Rechte mit aller Entschiedenheit und kümmerte sich um alte Privilegien wenig; wo er Widerstand fand, wie bei der Stadt Wien [* 3] 1288, wurde er mit Waffengewalt unterdrückt. Grenzstreitigkeiten führten zur Fehde mit den Erzbischöfe Rudolf und Konrad von Salzburg; [* 4] an Ungarn [* 5] erwarb er sich einen festen Rückhalt durch Verzichtleistung auf seine Thronansprüche und seine Eroberungen (1291). Dagegen war Albrechts Bestreben, nachdem er den deutschen Thron [* 6] bestiegen (1298), die habsburgische Hausmacht bedeutend zu vergrößern, nicht erfolgreich. Böhmen, [* 7] welches er nach dem söhnelosen Tod Wenzels III. als erledigtes Lehen einzog und seinem Sohn Rudolf verlieh, mußte er nach dessen schon im nächsten Jahr erfolgtem Tod Wenzels Schwager, dem Herzog Heinrich von Kärnten, Meinhards Sohn, überlassen.
Nach der Ermordung Albrechts I. welchem in der Regierung der Erbländer Friedrich III., der Schöne, und Leopold der Glorwürdige folgten, ging die deutsche Krone dem Haus Habsburg wieder für längere Zeit verloren; 1314 wurde zwar Friedrich der Schöne neben Ludwig dem Bayern [* 8] von einem Teil der Wahlfürsten zum König erwählt, doch erlag er im Kampf mit seinem Nebenbuhler 1322 bei Mühldorf und geriet in dessen Gefangenschaft. Der Krieg, den Leopold bis zu seinem Tod (1326) fortsetzte, erschöpfte die Kräfte Österreichs.
Als Friedrich der Schöne (1330) ebenso wie Leopold ohne Söhne starb, folgte ihm der dritte Sohn Albrechts I., Albrecht II., der Weise, auch der Lahme genannt (1330-58), der nach dem Tod Heinrichs von Kärnten von Kaiser Ludwig zusammen mit seinem Bruder Otto mit Kärnten, Krain und dem größten Teil von Tirol [* 9] belehnt wurde. König Johann von Böhmen, dessen Sohn Johann mit Heinrichs von Kärnten Tochter Margarete Maultasch vermählt war, wollte die Belehnung nicht anerkennen und überzog die österreichischen Herzöge mit Krieg. Im Frieden von Enns behaupteten diese aber Kärnten, Krain und die windische Mark, während sie auf Tirol verzichteten. Aber auch dieses erwarb Albrechts II. Sohn Rudolf IV., der Stifter oder der Sinnreiche (1358-65), der von Margarete Maultasch zum Erben dieses Landes eingesetzt wurde; nach dem Tod ihres einzigen Sohns, Meinhard III. (1363), der mit Rudolfs Schwester Margarete vermählt war, legte sie die Regierung nieder und überließ Tirol den Habsburgern, die sich den Besitz desselben durch den Brünner Vertrag mit Kaiser Karl IV. und durch eine Geldentschädigung an die Wittelsbacher (1369) sicherten.
Rudolf IV. machte sich auch durch viele Einrichtungen, Neuerungen und Stiftungen verdient, von denen die bedeutendste die Gründung der Universität Wien (1365) ist. Als er 1365 kinderlos starb, drohte der habsburgische Länderbesitz, der nun Ober- und Niederösterreich, Steiermark, [* 10] Kärnten, Krain, Tirol und die schwäbischen oder vorderösterreichischen Lande umfaßte und 1369 um Freiburg [* 11] i. Br., 1375 um die Grafschaft Feldkirch vermehrt wurde (fast 90,000 qkm), durch Teilungen dem Los der Zersplitterung zu verfallen.
Rudolfs IV. Brüder teilten sich nämlich die Länder in der Weise, daß Albrecht III. (1365-95) Österreich ob [* 12] und unter der Enns (österreichische oder Albrechtinische Linie, bis 1457) und Leopold III. das übrige erhielt (Leopoldinische Linie, zerfallend in die tirolische, bis 1496, und die steiermärkische). Nachdem Leopold 1386 im Kampf gegen die Schweizer bei Sempach gefallen war, übernahm Albrecht III. die Regierung des gesamten habsburgischen Besitzes für die vier unmündigen Söhne des Gefallenen und verteidigte sie mit tapferer Hand [* 13] gegen unbotmäßige Vasallen. Ihm folgte in Österreich sein Sohn Albrecht IV. (1395-1404) und diesem nach kurzer Herrschaft sein Sohn Albrecht V. (1404-1439). Derselbe stand bis 1411 unter der Vormundschaft seiner Vettern Wilhelm und Leopold IV. aus der Leopoldinischen Linie, deren Länder nach dem Tod Leopolds III. unter seine vier Söhne Wilhelm, Leopold IV., Ernst den Eisernen und Friedrich IV. geteilt worden waren.
Mit dem Jahr 1411, in welchem Albrecht V. die Regierung in Österreich selbständig übernahm, kehrten bessere Zeiten in dem Land ein. Auch nahm die habsburgische Macht einen neuen Aufschwung. Als Schwiegersohn des luxemburgischen Kaisers Siegmund erbte Albrecht nach dessen Tod (1437) die Kronen [* 14] Böhmen und Ungarn und ward 1438 als Albrecht II. zum deutschen König gewählt, worauf die deutsche Kaiserkrone über 300 Jahre (bis 1740) bei den Habsburgern blieb. Albrecht wurde freilich schon auf der Rückkehr von einem Feldzug gegen die Türken unweit Gran [* 15] vom Tod ereilt und hinterließ nur einen nachgebornen Sohn, Wladislaw Posthumus (geb. für den der älteste Sohn Ernst des Eisernen, Friedrich V. von der steiermärkischen Linie, als deutscher König Friedrich III. (1440-93), die Vormundschaft führte.
Unter diesem unfähigen, habgierigen Fürsten, der am den schon seit 1389 üblichen erzherzoglichen Titel für die steiermärkische als Hauptlinie offiziell einführte, herrschten in Österreich Zustände der traurigsten Art. Die Erbitterung über Friedrichs vormundschaftliche Regierung war so groß, daß die Unzufriedenen 1451 eine provisorische Regierung unter Ulrich Eizinger bildeten, die Friedrich bei seiner Rückkehr aus Italien [* 16] 1452 zur Herausgabe Wladislaws zwang.
Doch starb der junge Fürst schon und da mit ihm die österreichische oder Albrechtinische Linie erlosch, fiel Österreich an Friedrich III. und Albrecht VI., den Verschwender, von der steiermärkischen Linie, welche es sich so teilten, daß Friedrich das Land unter der Enns, Albrecht das ob der Enns erhielt; ihr Vetter Siegmund von Tirol, Sohn Friedrichs III., wurde durch ein Drittel aller österreichischen Einkünfte entschädigt. Aber der Vergleich hatte keine lange Dauer.
Die hohen Zölle, die Verschlechterung der Münzen, [* 17] die Unsicherheit der Straßen und die Verwüstungen des Landes durch feindliche Einfälle der Ungarn und Böhmen steigerten die von Albrecht geschürte Unzufriedenheit gegen Friedrich derartig, daß es in Wien zum offenen Aufstand kam und Friedrich von den Aufrührern unter Wolfgang Holzer in der Hofburg belagert wurde. Friedrich mußte im Dezember 1462 auch Niederösterreich gegen 4000 Goldgulden jährlich an seinen Bruder Albrecht abtreten. Da dieser verschwenderische Fürst das Land aber nicht weniger hart bedrückte, so verbanden sich die Unzufriedenen mit Friedrich und ließen kaiserliches Söldnervolk in Wien ein; schon drohte es von neuem zu heftigen Konflikten zu kommen, als Albrechts VI. Tod denselben vorbeugte. ^[Absatz] ¶
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Nach Wladislaw Posthumus' Tod hatte Friedrich III. Versuche gemacht, die Königreiche Ungarn und Böhmen an sich zu bringen. Dieselben blieben aber nicht bloß erfolglos, sondern verwickelten ihn auch in unglückliche Kriege mit den Königen Georg Podiebrad von Böhmen und Matthias Corvinus von Ungarn, und letzterer vertrieb ihn sogar 1485 aus seiner Hauptstadt Wien. Erst nach dem Tode des Matthias (1490) vertrieb des Kaisers Sohn Maximilian die Ungarn aus Österreich, zog in Wien ein und drang bis nach Ungarn selbst vor, wo er nur durch die Meuterei seiner Söldnerscharen zum Rückzug gezwungen wurde.
Matthias' Nachfolger, der Jagellone Wladislaw II., mußte im Frieden von Preßburg [* 19] dem Kaiser und dessen Haus die Nachfolge in Ungarn zusagen, falls er selbst ohne männliche Nachkommen sterben würde. Da Maximilian durch seine Heirat mit Maria von Burgund seinen Erben die burgundische Herrschaft gesichert hatte und auch zum römischen König gewählt worden war, so schien sich trotz seiner eignen Unfähigkeit Friedrichs III. Traum von der Deutung der fünf Vokale A. E. I. O. U. (»Austriae Est Imperium Orbis Universi« oder »Alles Erdreich ist Österreich unterthan«) zu erfüllen. Da er 1490 durch den Verzicht seines Vetters Siegmund (gest. 1496) Tirol bekommen hatte, so konnte er bei seinem Tod die gesamten habsburgischen Lande, freilich meist in einem traurigen Zustand, seinem Sohn Maximilian hinterlassen.
Österreich Teil des habsburgischen Weltreichs.
Maximilian I. (1493-1519) überließ die Niederlande [* 20] seinem Sohn Philipp dem Schönen, um seine ganze Thätigkeit dem Reich und seinen Erblanden zu widmen. Zwar scheiterten seine Pläne, Österreich zum Königreich zu erheben oder wenigstens für eins der Erblande die Kurwürde zu erlangen. Dagegen glückten ihm einige Gebietserwerbungen, die sein Gebiet vorteilhaft abrundeten; so fiel ihm nach dem Tode des letzten Grafen von Görz [* 21] 1500 diese Grafschaft auf Grund eines Erbvertrags, den Herzog Rudolf der Stifter abgeschlossen hatte, zu, und 1505 erlangte er bei der Entscheidung des Erbstreits zwischen den bayrischen Fürstenhäusern von München [* 22] und Landshut [* 23] auf dem Reichstag zu Köln [* 24] beträchtliche bayrische Distrikte an der Tiroler Grenze, Kufstein, Kitzbühel und Rattenberg sowie das schwäbische Kirchberg und Weißenhorn.
Bei der Einteilung des Reichs in Kreise [* 25] 1512 wurden sämtliche habsburgischen Erblande zu einem, dem österreichischen Kreis, [* 26] vereinigt, was ihre Regierung sehr erleichterte. Maximilian verstärkte die fürstliche Herrschergewalt, errichtete die obersten Verwaltungsbehörden zu Wien, Graz [* 27] und Innsbruck [* 28] und erließ die wichtigen Landesverordnungen oder »Libelle« und Kriminalsatzungen (Malefizordnung). Auch für Wissenschaft und Kunst sorgte er, und wie in der Blütezeit des Minnegesangs nahm Österreich einen hervorragenden Anteil an der geistigen Bewegung, die Deutschland [* 29] erfüllte, dem Humanismus.
Die Universität Wien, durch neue Privilegien gehoben, war eine der ersten Europas, an der die gefeierten Gelehrten wirkten; eine Gesellschaft, die »Danubische« genannt, vereinigte in Wien die Freunde des Humanismus. Hauptsächlich allerdings war die ruhelose Phantasie des geistvollen Herrschers mit der Zukunft seines Hauses beschäftigt. Durch die Heirat seines Sohns Philipp mit der Erbin des spanischen Throns, Johanna von Kastilien (1496), erwarben die Habsburger dieses Reich, welches sich gerade zu einem weltbeherrschenden Staat entwickelte. 1516 erneuerte er die Erbverträge mit dem jagellonischen König Ludwig von Ungarn und Böhmen. Diese Erfolge mochten den Kaiser dafür entschädigen, daß seine Versuche, in Oberitalien [* 30] seine Macht auszubreiten und Deutschlands [* 31] Kräfte der habsburgischen Hauspolitik dienstbar zu machen, nicht glückten und es ihm auch nicht gelang, seinen Enkel, König Karl von Spanien, [* 32] noch bei seinen Lebzeiten zum deutschen König gewählt zu sehen. Maximilian I. starb
Unter Karl V. (1519-56) bildete Österreich nur einen verhältnismäßig kleinen Teil des habsburgischen Weltreichs. Doch erhielt es eine seine Selbständigkeit wahrende Sonderstellung dadurch, daß Karl auf dem Wormser Reichstag die österreichischen Lande seinem jüngern Bruder, Ferdinand I., als erbliches Eigentum überließ, wodurch die deutsche oder österreichische Linie des habsburgischen Hauses begründet wurde. Indem Karl ferner im Januar 1531 Ferdinand zum römisch-deutschen König wählen ließ, übertrug er auch die deutsche Kaiserkrone und die herrschende Stellung in Deutschland dieser Linie seines Hauses, während er seinen direkten Nachkommen das spanisch-burgundische Erbe vorbehielt.
Eine neue wichtige Machtvermehrung, aber auch schwierige Aufgaben fielen Österreich zu, als 1526 der junge König Ludwig von Ungarn bei Mohács gegen die Türken fiel, ohne Kinder zu hinterlassen, und kraft der Verträge Ungarn und Böhmen nun an den Gemahl seiner Schwester Anna, Erzherzog Ferdinand, kamen. Die böhmischen Stände bestätigten Ferdinands Erbansprüche, indem sie ihn zum König wählten. In Ungarn dagegen rief nur ein Teil der Magnaten den Habsburger zum König aus, während die Mehrzahl den Fürsten von Siebenbürgen, Johann Zápolya, zum König wählte, der sich unter türkischen Schutz stellte und 1529 nach der Eroberung von Budapest [* 33] daselbst vom Sultan Soliman als Vasallenkönig eingesetzt wurde.
Ferdinand blieb bloß der Königstitel und der Besitz einiger Landstriche im Westen und Norden [* 34] des Reichs. Aber nicht nur diese, sondern auch seine österreichischen Lande waren nun fortwährend von den Türken bedroht, welche 1529 bis vor Wien vordrangen, allerdings 14. Okt. die Belagerung der tapfer verteidigen Stadt aufgeben mußten, aber doch das Land aufs furchtbarste verwüsteten. Als Soliman zum zweitenmal 1532 gegen Wien vorrückte, hemmte die Verteidigung von Güns durch eine kleine deutsche Besatzung das türkische Heer so lange, bis die deutschen Truppen erschienen, vor denen es zurückwich.
Der erste Friedensvertrag, den darauf der Großwesir 1533 zu Konstantinopel [* 35] mit Ferdinands Gesandten abschloß, sicherte diesem den Besitz der Städte und Landschaften zu, die er in Ungarn noch in Händen hatte. Während Ferdinand durch Anerbietung von Pensionen und Ehrengeschenken vergeblich die Anerkennung seiner Erbansprüche aus Ungarn von Soliman zu erwirken bemüht war, richteten die Reichsheere, welche Kurfürst Joachim von Brandenburg [* 36] 1541 und 1542 nach Ungarn führte, auch nichts Entscheidendes aus. Ferdinand mußte froh sein, daß ihm 1547 gegen Zahlung einer jährlichen Pension von 30,000 Dukaten sein ungarischer Besitzstand von den Türken auf fünf Jahre zugestanden wurde. Der Grenzkrieg dauerte trotzdem fort, auch nachdem Ferdinand 1562 in einem neuen Friedensvertrag auf das 1551 für kurze Zeit erworbene Siebenbürgen verzichtet hatte. ¶