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Stadt Caen
Caen ist die Hauptstadt
der französischen Region Basse-Normandie und mit gut 110'000 Einwohnern
die grösste Stadt im Département Calvados. Sie ist auch Sitz der
Präfektur des Départements, und verwaltet auch das Arrondissement Caen
das aus 24 Kantonen besteht. Die Stadt selbst ist selbst in neun Kantone
unterteilt und liegt am Fluss Orne und dem Caen-Kanal durch den sie eine
direkte Verbindung zum Meer hat.
Geschichte
Der Name der Stadt Caen stammt bereits aus keltischer
Zeit und bedeutet soviel wie Schlachtfeld. Bereits zur Zeit der Kelten,
im 11. Jahrhundert und auch danach war Caen Schauplatz heftiger Kämpfe.
Caen war
die Hauptstadt des Herzogtums Normandie; Wilhelm der Eroberer baute in
Caen eine Burg sowie eine Abtei für Frauen (Abbaye aux dames) und eine
für Männer (Abbaye aux hommes), in der er auch begraben wurde. Später,
während der Hugenottenkriege (1562), wurde sein Grab jedoch zerstört und
seine Gebeine gingen verloren. Wilhelms Grabstein ist jedoch bis heute
in der Kirche zu besichtigen. Er liess die Klöster bauen, um nach seiner
beim Papst unliebsamen Heirat mit seiner Cousine Mathilde Sühne zu
leisten. Beide Klöster gehören zu den wichtigsten Baudenkmälern der
Normandie und werden heute – von den Mönchen bzw. Nonnen während der
Französischen Revolution verlassen – als Pfarrkirchen genutzt.
Wilhelm der Eroberer
(Bild Wilhelm der Eroberer
auf dem Teppich von Bayeux) Er war wohl der bekannteste englische König
des Mittelalters und wurde um 1027 als unehelicher Sohn Roberts I.,
Herzog der Normandie in Falaise geboren..
Nach dem Tod seines Vaters 1035 wurde Wilhelm als Erbe von der Familie
anerkannt, das Herzogtum wurde jedoch, solange er noch Minderjährig war,
von seinem Onkel verwaltet. Im Alter von 15 Jahren wurde Wilhelm vom
König von Frankreich, Henry I. zum Ritter geschlagen.
Vom Jahre 1047 an verteidigte Wilhelm, auch als `Wilhelm der Bastard´
bekannt, erfolgreich sein Herzogtum gegen inländische Rebellen,
benachbarte Herzogtümer und gegen Invasionen des einstigen Verbündeten
Henry I..
Als
er die Invasion Englands plante, war er bereits ein erfahrener
militärischer Kommandant, der die mittlerweile vereinheitlichte
Normandie hinter sich stehen hatte. Den Anspruch auf den englischen
Thron begründete Wilhelm vor allem mit einem angeblichen Versprechen
seines entfernten Vetters, dem kinderlosen König Edward von England.
Edward `der Bekenner´ hatte auf dem Sterbebett im Jahr 1066 jedoch
offensichtlich Harold II., einem Sohn des Grafen von Wessex und Schwager
Edwards, den Thron zugesprochen.
Dass Harold mittlerweile auch offiziell zum König gewählt worden war,
hielt Wilhelm nicht davon ab, den Thronanspruch geltend zu machen und
die geplante Eroberung Englands anzugehen, hatte er doch Harold vor
dessen Thronbesteigung vermutlich unter Gefangenschaft den Treueeid (Vasalleneid)
abgerungen.
Am
14. Oktober 1066 siegte er in der Schlacht bei Hastings über Harold. Die
wohl bekannteste Quelle für die Vorgeschichte und den Verlauf dieser
Schlacht bis hin zu Wilhelms Krönung ist der `Teppich von Bayeux´, ein
mit Bildern und Text bestickter Wandbehang, der bis heute fast
vollständig erhalten wurde.
Am Weihnachtstag des Jahres 1066 liess Wilhelm sich also in Westminster
krönen und bestätigte in seinem Eid die bestehende Rechtsordnung. Bis
1070/72 hatte er das ganze Land unterworfen, die Grafschaften, Bistümer
und Abteien übergab er seinen normannischen Gefolgsleuten. Mit ihrer
Hilfe baute er einen straff organisierten Feudalstaat auf. Er setzte auf
das ältere, volksrechtliche Fundament einen lehnsrechtlichen Überbau,
1086/87 erhob er eine Königssteuer und verlangte von seinen
normannischen Gefolgsleuten einen direkten Untertaneneid.
Mit dem `Domesday Book´ schuf er eine Art Grundbuch über den gesamten
Landbesitz Englands und seinen Erträgnissen.
Wilhelm der Eroberer, dessen normannische Dynastie England fast ein
Jahrhundert lang beherrschte, starb am 9. September 1087 in Rouen.
Schloss Ducal Burg von Caen eine
Zeitreise in der Kulisse einer gigantischen Festungsanlage
Die
um 1060 von Wilhelm dem Eroberer als Residenzpalast erbaute herzogliche
Burg von Caen ist eines der grössten Befestigungswerke Europas. Im Laufe
ihrer Geschichte Residenz der Fürsten, Festung und Kaserne, wurde die
Burg von Caen inzwischen zu einer kulturellen Hochburg. Neben den
mittelalterlichen Relikten (Versammlungssaal der Herzöge der Normandie,
Kirche Saint-Georges, Porte des Champs) beherbergt sie auch des Musée
des Beaux Arts und das Musée de Normandie. Die kürzlich restaurierte
Nordmauer, mit einem Aufzug bequem zugänglich, bietet ein schönes
Panorama über Stadt und Burg.
Weitere Bilder im Fotoalbum Schloss
Ducal Burg von Caen
Abbaye aux Dames
Die um 1060 von Mathilde,
der Gattin Wilhelm des Eroberers, gegründete Kirche La Trinité ist
ein Meisterwerk der romanischen Kunst der Normandie. Sehenswert : die
Krypta und das Grab der Königin Mathilde. In den wunderschön
restaurierten Klostergebäuden aus dem 18. Jahrhundert haben bis zur
französischen Revolution Benediktinerinnen gelebt.
Danach wurden sie als Krankenhaus und später als Hospiz benutzt und sind
seit 1986 der Sitz des Regionalrats der Basse Normandie. Sehenswert der
Kreuzgang und die grosse Treppe.
Weitere Bilder im Fotoalbum Abbaye aux Dames
Kirche Saint-Pierre
Sie wurde vom 13. bis ins 16. Jahrhundert gebaut und
setzt auf den Übergang der Stile : Hoch- und Spätgotik, dann
Renaissance. Da sie einen wunderschönen Glockenturm aus dem 14.
Jahrhundert besitzt, profitiert sie derzeit von einem
Restaurationsprogramm.
Weitere Bilder im Fotoalbum Kirche Saint-Pierre
Kirche Saint-Jean
Vom 14. bis ins
16. Jahrhundert gebaut, um eine romanische Kirche zu ersetzen. Dieses
Gebäude im spätgotischen Stil besitzt ebenfalls ein herrliches
Kirchenschiff und einen sehenswerten Laternenturm mit skulptierten
Wänden aus der Renaissance.
Weitere Bilder im Fotoalbum Kirche Saint-Jeran
Renaissance Herrenhaus
L'Hôtel d'Escoville
Die von der
öffentlichen Strasse aus wahrnehmbare strenge Fassade verbirgt eines der
typischsten Herrenhäuser des 16. Jahrhunderts. Vom Hof aus gesehen, sind
die Loggia, die hohen Dächer, Schornsteinhauben und Lukarnen
charakteristisch für die italienische Renaissance und zählt zu den
schönsten Beispielen der Renaissance Architektur in Caen.
Das 1944 zerstörte Herrenhaus wurde weitgehend restauriert und ist heute
der Sitz des Fremdenverkehrsbüros von Caen.
Als
im Zweiten Weltkrieg die Westalliierten 1944 die Calvados-Küste als
Landungsort der Invasion festlegten, kam Caen als Eisenbahnknotenpunkt
besondere Bedeutung zu. Nach der am 6. Juni 1944 (D-Day) geglückten
Landung der Briten (Gold Beach, Sword Beach), Kanadier (Juno Beach) und
US-Amerikaner (Utah Beach, Omaha Beach) rückten zunächst die Briten
zusammen mit französischen Kommandoeinheiten von Sword-Beach allein auf
Caen vor; dann stiessen die bereits am Invasionstag vereinten Truppen
von Juno und Gold dazu. Laut Operation Overlord war geplant, die Stadt
in wenigen Tagen freizukämpfen, denn der Einnahme von Caen als erste
grösserer Stadt auf kontinentalfranzösischem Boden kam auch eine hohe
Symbolwirkung zu. Beim Eingang zur Burg ist zu Ehren der Soldaten der 3.
britischen Division ein Monument errichtet worden, Eines von vielen die
in der ganzen Stadt zu finden sind.
Allerdings leisteten in der Schlacht um Caen die
deutschen Verteidiger einen unerwartet massiven Widerstand. Im Verlauf
dieser Kämpfe wurde Caen fast völlig zerstört. Die vollständige Einnahme
der Stadt gelang den Briten und Kanadiern erst am 9. Juli 1944. Der
Wiederaufbau der zerstörten Stadt dauerte fast 20 Jahre.
Caen
beherbergt eines der grössten und mit 445'000 Besuchern 2009 das
meistbesuchte D-Day Museum in der Normandie, das Mémorial de Caen.
Musée Mémorial de la Bataille de Normandie 49°16'23.45"N 0°42'41.22"W
(Battle of Normandy memorial museum)
Boulevard Fabian Ware 14400 BAYEUX
Tel. : +33 2 31 51 46 90
Fax : +33 2 31 51 46 91
Email :
<email-pii>
Dieses nur wenige Minuten
von den Landungsstränden der Alliierten entfernt gelegene Museum bietet
auf einer Fläche von 2000 m2 einen umfassenden Überblick über die
Schlachten, die die Normandie vom 7. Juni bis zum 29. August 1944
erschütterten.
Kriegsmaterial, Uniformen, ein neuer 25minütiger Archivfilm, historische
Hintergründe und thematische Darstellungen werden hier auf ganz neue Art
und Weise in Szene gesetzt. Ganzjährig geöffnet.
Weitere Informationen zur Schlacht um
Caen unter:
http://www.battletours.de/index.php?option=com_content&view=article&id=218&Itemid=224
Weitere Bilder im
Fotoalbum Memorial Museum Caen
Caen hat aber auch sonst noch einiges zu
bieten das in Staunen versetzt.
Zum Beispiel die Tramway de Caen, ein sogenannter
Spur-Bus. Er stellt eine Mischung aus Oberleitungsbus und Strassenbahn
auf nur einer Schiene dar.
Rue Saint-Pierre 52 und 54
In der beliebten Einkaufstrasse Rue Saint-Pierre findet
man unter den Nummer 52 und 54 zwei echte Leckereien für das Auge. Da
stehen zwei hölzernen Fachwerkhäuser, die von den Bombardierungen von
1944 verschont geblieben sind. Diese Häuser datieren aus dem Anfang des
16.Jahrhunderts und ihre hölzernen Fachwerk Fassaden sind so reich
verziert, dass einem fast das Augenwasser kommt.
Aber auch sonst gibt es viel
zu bestaunen sehen das das Auge und Herz erfreut.
Weitere Bilder im
Fotoalbum Stadt Caen