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01-2003
Irene Pabst The interpretation of the Sarah-Hagar-stories in rabbinic and patristic literature. Sarah and Hagar as female representations of identity and difference
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Abstract:
In der christlichen Auslegungstradition wurden die beiden Figuren Sarah und Hagar, die in der Genesis Stammütter der IsraelitInnen und IsmaeliterInnen repräsentieren, zu Allegorien für die Kirche und die Synagoge. Sie sind Teil eines Diskurses, der ein hierarchisches Verhältnis zwischen Christentum und Judentum über Jahrhunderte hinweg festgeschrieben und das Judentum als Negativfolie für die Formulierung christlicher Identität benutzt hat. An der christlichen Auslegungsgeschichte zeigt sich darüber hinaus das aus genderkritischer Sicht problematische Phänomen weiblicher Allegorien als Repräsentantinnen kollektiver Identitäten. Der vorliegende Artikel verfolgt die Sarah-Hagar-Allegorie zu ihren Ursprüngen bei den Kirchenvätern und bei Paulus zurück und bewertet sie mit Hilfe genderorientierter Theorien.
Nicht nur in der christlichen Auslegungstradition, sondern auch in der rabbinischen Tradition wurde der Diskurs über Zugehörigkeit zur Gemeinschaft und Abgrenzung von den Aussenstehenden mit den beiden Figuren Sarah und Hagar verbunden. Sarah wird als jüdische Stammutter mit dem Motiv der Erlösung Israels verbunden, während Hagar als Proselytin charakterisiert wird. Der signifikante Unterschied in der Wahrnehmung der Aussenstehenden und in der Definition der Beziehungen zu ihnen, der sich hier zeigt, kann die antijüdische christliche Interpretation korrigieren.
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Irene Pabst -The interpretation of the Sarah-Hagar-stories in rabbinic and patristic literature - Sarah and Hagar as female representations of identity and difference (147.5 KiB)
Irene Pabst,
Studium der evangelischen Theologie in Berlin, Hamburg und Jerusalem. Zur Zeit Arbeit an einer Dissertation zum Thema “Die beiden ersttestamentlichen Frauengestalten Sara und Hagar und ihre Rezeption in der rabbinischen Literatur”. Seit April 2003 als wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für evangelische Theologie der TU Dresden tätig.
© Irene Pabst, 2003, <email-pii>, ISSN 1661-3317