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English text below.
Martinique, 1930. Der Waisenjunge José wächst bei seiner strengen Grossmutter M’Man Tine auf und treibt mit anderen Kindern Schabernack, während die Erwachsenen in den Zuckerrohrfeldern malochen. In der Schule fällt er aber durch gute Leistungen auf und bekommt die Chance, sich um ein Stipendium an einer Schule in der Hauptstadt Fort-de-France zu bewerben, was M’Man Tine unterstützt. Doch das ist nicht ohne Opfer zu schaffen.
Euzhan Palcy, die auf Martinique aufwuchs, wollte schon mit zehn Jahren Filmemacherin werden und betete darum, zu diesem Zweck schneller erwachsen zu werden. Joseph Zobels Roman «Rue Cases-Nègres» wurde für sie zur Obsession. Nach autodidaktischen Anfängen, die ihr erlaubten, ein 52-Minuten-Drama zu drehen, das im Fernsehen von Martinique Furore machte, und einem Filmstudium in Paris versuchte sie lange umsonst, Geld für eine Verfilmung von «Rue Cases-Nègres» aufzutreiben. Alle Hindernisse habe sie in Werkzeuge umgewandelt, sagt sie, und der Film gewann schliesslich zwanzig internationale Preise, darunter vier in Venedig und den ersten César für eine Regisseurin überhaupt. (mb)
«Rue Cases-Nègres scheint so unmittelbar aus alten Erinnerungen hervorzugehen, dass man überrascht entdeckt, dass die Regisseurin einen Roman verfilmt hat; der Film mutet so wirklichkeitsnah an, dass wir annehmen, dass er auf ihrem eigenen Leben beruht. (...) Die frühen Szenen sind ganz aus der Perspektive eines Kindes gedreht; sie wirken so natürlich wie François Truffauts L’argent de poche. (...) Die Regisseurin Euzhan Palcy weiss, dass sie es hier mit vielen Konventionen einer Tellerwäscher-Geschichte zu tun hat, aber sie vermeidet manche möglichen Stereotype, indem sie alles sehr spezifisch und José zu einem Individuum macht und nicht nur zu einem Musterbeispiel. (...)
Dann und wann kommt ein Film aus dem Nichts. Die Schauspieler sind Menschen, die wir noch nie zuvor gesehen haben, der Schauplatz wird uns fremd sein, der Name des Regisseurs brandneu, und alles wird so natürlich zusammenpassen, dass wir uns fragen, wo diese Menschen ihr ganzes Leben lang gewesen sind. In gewisser Weise gibt nur schon die Handlung von Rue Cases-Nègres eine Antwort auf diese Frage.» (Roger Ebert, Chicago Sun-Times, 1.1.1984)
«Sugar Cane Alley seems to grow so directly out of old memories that it's a surprise to discover that the director based it on a novel; it feels so real we assume she based it on her own life. (...) These early scenes get right inside a child's point of view; they're as natural as François Truffaut's Small Change. (...) The film's director, Euzhan Palcy, knows she's dealing with many of the conventions of a rags-to-riches story here, but she avoids a lot of possible stereotypes by making everything very particular, by making Jose into an individual instead of just a good example. (...)
Every once in a while a movie will come out of nowhere. The actors will be people we've never seen before, the location will be an unfamiliar one, the director's name will be brand new, and everything will fit together so naturally that we wonder where these people have been all their lives. In a way, the very story of Sugar Cane Alley answers that question.» (Roger Ebert, Chicago Sun-Times, January 1, 1984)
Drehbuch: Euzhan Palcy, nach dem Roman von Joseph Zobel
Kamera: Dominique Chapuis
Musik: Groupe Malavoi
Schnitt: Marie-Josèphe Yoyotte
Mit: Garry Cadenat (José), Darling Légitimus (M'Man Tine), Douta Seck (Medouze), Joby Bernabé (M. Saint-Louis), Francisco Charles (Aufseher), Marie-Jo Descas (Léopolds Mutter), Marie-Ange Farot (Mme. Saint Louis), Henri Melon (der Lehrer, M. Roc), Eugène Mona (Douze Orteils), Joël Palcy (Carmen)
103 Min., Farbe, DCP, F+Kreolisch/e