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In der Schweiz erkranken pro Jahr rund 290 Menschen an einem Weichteilsarkom. Im Erwachsenenalter kommt diese Krebsart sehr selten vor. Unter Kindern macht es jedoch sieben Prozent aller bösartigen Tumorerkrankungen aus.
Weichteilsarkome gehören zu den seltenen bösartigen Tumoren. Weniger als ein Prozent der jährlich in der Schweiz neu diagnostizierten Krebserkrankungen sind Sarkome.
Bösartige Tumoren, die in Oberflächengeweben wie Ihrer Haut, Schleimhaut oder in Ihrem Drüsengewebe entstehen, heissen Karzinome. Bilden sich bösartige Geschwülste im Binde-, Fett-, Knorpel-, Muskel- und Knochengewebe oder in den Gefässen, nennt die Medizin sie Sarkome (griechisch sarcos = Fleisch und oma = Geschwulst).
Häufig handelt es sich bei Tumoren in den Weichteilen um gutartige Geschwülste, selten sind die bösartigen, die sogenannten Weichteilsarkome. Die verschiedenen Geschwülste erhalten ihren Namen nach ihrem Entstehungsort. Ein gutartiger Weichteiltumor in Ihrem Fettgewebe beispielsweise heisst Lipom, der bösartige Liposarkom. Ein gutartiger Tumor in Ihrem Bindegewebe ist das Fibrom, ein bösartiger das Fibrosarkom. Im Erwachsenenalter wachsen sie am häufigsten im Binde- und Fettgewebe oder in der glatten Muskulatur. Der verbreitetste Weichteilkrebs von Kindern ist das Rhabdomyosarkom, das sich in Muskelfasern bildet.
Am häufigsten treten Weichteilsarkome an den Armen oder Beinen auf. Seltener bilden sie sich im Bauch, in der Brust oder im Kopf-Hals-Bereich.
Wieso sich Sarkome in den Weichteilen bilden, ist noch nicht ausreichend erforscht. Doch sind Faktoren bekannt, die Ihr Krankheitsrisiko erhöhen:
Krebsauslösende Substanzen: Häufiger Kontakt mit giftigen Chemikalien steigert die Krebsgefahr. Dazu gehören:
Strahlentherapie: Falls Sie in Ihrer Kindheit wegen einer anderen Krebserkrankung eine Strahlentherapie erhielten, ist Ihr Risiko erhöht, an einem Weichteilsarkom an der Stelle zu erkranken.
Genveränderungen: Bestimmte Genmutationen sind mögliche Auslöser für bösartige Weichteiltumoren, ausserdem Generkrankungen wie das Gardner-Syndrom, der Morbus Recklinghausen oder das Li-Fraumeni-Syndrom.
Virale Infektionen: Manche Infektionen mit Viren (z. B. HIV) oder Störungen (z. B. Krankheiten des Immunsystems) fördern Weichteilkrebs.
Chronische Entzündungen oder Irritationen im Gewebe erhöhen das Tumorrisiko.
Sie können in jedem Alter an einem Weichteilsarkom erkranken. Die Mehrheit der Betroffenen ist allerdings über 50 Jahre alt. Männer erkranken häufiger als Frauen.
Jede körperliche Erkrankung kann auch mit psychischen Belastungen verbunden sein. Diese kann sich unter anderem in Sorgen, Anspannung, Gedankenkreisen oder Schlafstörungen zeigen und den Behandlungsverlauf erschweren. Falls Sie oder Ihre Angehörigen den Wunsch nach psychiatrisch-psychologischer Beratung und Unterstützung haben, stehen Ihnen unsere Fachleute im USZ gerne zur Verfügung.
Eine Weichteilsarkom verursacht anfangs kaum Beschwerden. Meist merken Sie zuerst eine schmerzlose Schwellung und glauben, dass es sich um eine harmlose Prellung handelt. Doch wächst die Schwellung schnell innerhalb von Wochen und Monaten. Bildet sich die Geschwulst unter der Haut, können Sie sie ertasten. Wird sie grösser, kann sie Spannungsgefühl oder Schmerzen verursachen. Teils treten neben Schmerzen auch Bewegungseinschränkungen auf.
Wächst das Sarkom im Körperinnern, wird es meist erst entdeckt, wenn es Schmerzen auslöst, etwa weil es auf Nerven oder Knochenhaut drückt oder in umliegende Organe einwächst.
Wächst das Weichteilsarkom im Magen-Darm-Trakt (Gastrointestinale Stromatumore = GIST), kann es ein Völlegefühl im Magen oder Schmerzen im Magen oder Darm auslösen. Wird der Tumor grösser, leiden Betroffene an Völlegefühl, Übelkeit, Magen- und Darmblutungen.
Im Verlauf der Erkrankung können auch allgemeine Beschwerden entstehen:
Weichteilsarkome können streuen. Töchtergeschwülste entstehen häufig in der Lunge, seltener in den Knochen, in den Lymphknoten oder anderen Organen wie der Leber.
Besteht der Verdacht, dass Sie an einem Weichteiltumor leiden, werden wir erst eine Anamnese durchführen, Sie ausführlich zu Ihren Symptomen befragen.
Indizien für einen bösartigen Weichteiltumor sind unter anderem:
Stellt sich heraus, dass Sie an einer Schwellung leiden, die ohne vorangegangene Verletzung auftrat und sich schnell vergrösserte, werden wir weitere Untersuchungen ansetzen.
Bildgebende Verfahren erlauben einen Blick in Ihr Körperinneres.
Eine Röntgenaufnahme gibt uns eine erste Orientierung. Auf dem Bild erkennen sie erste sogenannte Weichteilschatten. Das Verfahren eignet sich beispielsweise auch, um Metastasen in der Lunge zu lokalisieren.
Für Weichteilsarkome an Armen und Beinen gilt die MRT als zuverlässigste bildgebende Untersuchung. Anhand der Bilder können wir Position und Grösse des Sarkoms bestimmen. Das Verfahren erlaubt es auch, den Krankheits- und Heilungsverlauf während und nach der Behandlung zu beobachten.
Die CT-Bilder zeigen im Querschnitt die Organe im Bauch- oder Brustraum, das Gehirn oder die Lymphknoten im Querschnitt. Mittels CT können wir Lage und Ausdehnung von Weichteilsarkomen im Bauch- und Brustraum, an Armen oder Beinen bestimmen.
Die Sonografie zeigt Veränderungen im Gewebe. Bösartige Weichteiltumoren sind im Gegensatz zu den meisten gutartigen Weichteiltumoren sehr gut durchblutet, was wir mithilfe von modernen Ultraschallgeräten erkennen können.
Mit der Positronenemissionstomographie (Tracer: FDG) können neben dem Primärtumor auch Metastasen in Lymphknoten und Organen sichtbar gemacht werden.
Um die Art und die Aggressivität des Weichteiltumors festzustellen, entnehmen wir zudem meist noch eine Gewebeprobe. Sie ist wichtig, um die folgende Therapie planen zu können.
Effektive Massnahmen, um einem Weichteilsarkom vorzubeugen, existieren nicht. Achten Sie darauf krebserzeugenden Stoffen wie Asbest oder Dioxin aus dem Weg zu gehen.
Auch eine Früherkennung ist kaum möglich. Sie können lediglich darauf achten, vorhandene Geschwulste regelmässig kontrollieren zu lassen und uns Grössenveränderungen mitzuteilen.
Verlauf und Prognose im Fall eines Weichteilsarkoms hängen davon ab, wie gross die Geschwulst zu Beginn der Therapie war und wo sie sich befindet. Entscheidend ist auch, ob das Sarkom bereits Metastasen gebildet hat und wo sie sich befinden. Gelingt es uns, den Tumor komplett zu entfernen, sind Verlauf und Prognose in der Regel gut.
Da sich jedoch erneut Weichteiltumoren bilden können (Rezidive), sind regelmässige Nachkontrollen wichtig. Leiden Sie an einer gutartigen Form des Weichteiltumors nimmt die Erkrankung in der Regel einen guten Verlauf und schränkt Ihre Lebenserwartung nicht ein.
Es besteht auch die Möglichkeit einer begleitenden komplementärmedizinischen Behandlung.
Sollten Sie an einem bösartigen Weichteiltumor leiden, sollte Ihre Behandlung in spezialisierten Zentren erfolgen. Die Wahl der Therapieverfahren richtet sich nach der Art des Sarkoms und danach, wie weit Ihre Erkrankung bereits fortgeschritten ist.
Die Behandlung setzt auf die drei Säulen der Krebstherapie:
Die Operation ist die wichtigste Methode, um ein Weichteilsarkom zu behandeln. Begleitend zur OP können Chemo- oder Strahlentherapie erfolgen. Werden die drei Behandlungsoptionen kombiniert, kann das gleichzeitig oder nacheinander geschehen.