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NAMGYAL
The Story of a Buddhist Monk.
Buch und Regie: Roman Meyer / Kamera: Marc Schlatter
Ein Fotograf hat den Auftrag, in Ladakh, im Norden Indiens, den Dalai Lama in seiner Sommerresidenz zu interviewen und zu fotografieren. Nach getaner Arbeit verletzt er sich auf dem Weg zum Flughafen den Fuss. Er sucht einen Amchi (Tibetischen Arzt) auf, wird von ihm behandelt und verbringt einen Tag in dessen Haus. Seine Neugierde und Fragen bewegen Amchi Namgyal dazu, ihm seine Lebensgeschichte zu erzählen. Als Namgyal lebte er mit seinen Eltern und zwei älteren Brüdern im Zanskar-Tal im Himalaja. Sein Vater verunfallte tödlich, als er zehnjährig war. Dieses Ereignis hatte auch finanzielle Folgen für die Familie. Sie verarmte, und als jüngster Sohn wurde Namgyal in ein Kloster geschickt. Namgyal war stolz, der Auserwählte zu sein, aber auch traurig, weil ihm der Abschied von seiner Familie und seiner Jugendfreundin Angmo schwer fiel. Das Klosterleben brachte wenig Abwechslung und war geprägt vom Auswendiglernen der Dharma-Texte. Auf der nahegelegenen Hauptstrasse, die das buddhistische Ladakh mit dem moslemischen Kaschmir verbindet, lernte er einen Lastwagenfahrer kennen, der ihm ein Radio schenkte. Fasziniert lauschte Namgyal der Musik und den Klängen einer ihm unbekannten Welt. Als Gegenleistung forderte der Lastwagenfahrer ein Thanka-Bild (Heiligenbild) aus dem Kloster, das Namgyal von Gewissensbissen geplagt stahl. Ein neidischer Novize verriet ihn, worauf er von seinem persönlichen Lehrer Lama Stanzin bestraft wurde. Namgyal akzeptierte die Bestrafung, denn seine Beziehung zu Lama Stanzin war geprägt von Respekt und gegenseitigem Vertrauen. Als Lama Stanzin kurz darauf starb, brach für Namgyal eine Welt zusammen. Sein neuer Lehrer, Lama Sodga, führte ihn mit strenger Hand und verbot ihm die Abstecher zur Hauptstrasse, seinem einzigen Kontakt zur Aussenwelt. Seine Leistungen im Studium liessen nach, der pubertierende Namgyal lehnte sich auf und wurde durch harte Arbeit erneut bestraft. Diese Auseinander-setzungen und seine Sehnsucht nach Angmo führten schliesslich dazu, dass Namgyal das Kloster heimlich verliess. Er kehrte zurück in sein Heimatdorf.
Für seine Familie bedeutete
sein Verhalten eine grosse Schande. Sie wollte und konnte
ihn nicht ernähren, weil sie zu wenig Land besass. Zudem war
sein Bruder eifersüchtig auf seine Beziehung zu Angmo. Bei
einem Fest kamen sich Namgyal und Angmo näher, sie entdeckten
die Sexualität. Angmo wurde schwanger, Namgyal ahnte nichts
davon. Die ewigen Streitereien mit seiner Familie veranlassten
ihn dazu, das Dorf zu verlassen. Angmo wollte ihn begleiten,
war aber zu unsicher, da sie ausser ihrem Dorf nichts und
niemanden kannte. Namgyal verliess das Zanskar-Tal alleine
und ging in die Hauptstadt Leh. Dort arbeitete er als Trekkingführer
für westliche Touristen und lernte so neue Kulturen kennen.
Sein Verlangen nach Angmo war noch immer gross. Sie heiratete
aber in der Zwischenzeit seinen Bruder Dorje und schenkte
einem Kind das Leben. Als ihn eine der Trekkingexpeditionen
nach Zanskar zurückführte, fand er Angmo krank vor. Wegen
der fehlenden medizinischen Betreuung starb sie. Wütend und
frustriert verliess Namgyal erneut das Zanskar-Tal, um sein
Leben in den Dienst der Mitmenschen zu stellen und Arzt zu
werden.