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FI und das Unterrichten - Einleitung
Viele Studien, in denen flexible Interviews eingesetzt werden, finden in Laborsituationen statt. Die so gewonnenen Einsichten sind klinische (Bliss, 2010). Grossen & Bell (2001) belegten, dass isolierte Definitionen von Aufgaben und experimentellen Inszenierungen überwunden werden müssten. Das Sprachspiel der Forscher und das Sprachspiel des Kindes definieren und gestalten Aufgaben unterschiedlich. Mehrdeutigkeit, Mehrperspektivität, Heterochronizität, Emotion und Relation spielen sowohl im Labor wie auch im Klassenraum fundamentale Rollen. Das bedeutet, dass das FI weder in der Forschung noch in der Pädagogik eine Methode der linearen Erkenntnisgewinnung ist (vgl. Piaget, 1996). Mast & Ginsburg (2010) fanden heraus, dass das FI im modernen Fortbildungsprogramm der Lesson Study dazu beiträgt, dass die Transmissionspädagogik (vgl. Wink, 2011) überwunden werden kann. Die PHK hat eine interessante Einführung in die Lesson Study zur Verfügung gestellt:
Die Integration der Methode in den Unterricht ist ein anspruchsvolles, systemisches Projekt. Dies bedeutet, dass der Fokus nicht nur auf der isolierten und verordneten Interaktion und Kognition innerhalb einer Fachdisziplin liegt, sondern auf dem Unterricht als System, auf den Wechselwirkungen zwischen dem Thema, den Teilsystemen und dem Gesamtsystem. Anders formuliert geht es um den kritisch-konstruktiven Weg vom Klinischen über das Psychologische zum Pädagogischen. Die Genese systemischer Pädagogik erfordert Interdisziplinarität und Arbeit von Gruppen (siehe Lesson Study). Das FI ist dabei sowohl ein pädagogisches Werkzeug als auch Teil der Aktionsforschung. Lehrpersonen und Schulpsychologen sind nicht mehr Spender linearer Lehrgänge bzw. linearer Diagnosen über das Lernen. Sie sind, um es mit Cuomo (2007) zu umschreiben, "registi del vento e mediatori dell'apprendimento" (Regisseure des Windes und Mediatoren des Lernens). Der Schulraum ist eher Labor als Stätte des Konsums oder anderer Konditionierungen. Der Laborbegriff bezieht sich auf erzieherische und didaktische Orientierungen und nicht auf lineare Programme bzw. linear aufgefasste Präparationen (vgl. Piaget, 1996; Le Bohec, 1997; Cuomo, 2007; Matvievski, 2010).
Abbildung: FI im Unterricht integrieren
Wenn Schulpsychologen und Heilpädagogen flexible Interviews in den Unterricht integrieren, kann gewährleistet werden, dass die Diagnostik und die Prozessbegleitung ökologischer oder kohärenter im und zum Kontext der Pädagogik sind.
Die Abbildung zeigt die von Bliss (2010) geschilderte Forschungssituation der Genfer Schule. Die Forscher befanden sich zwar in der Schule, aber nicht im Unterricht. Ähnlich ist die Situation, wenn Schulpsychologen oder Heilpädagoginnen im Schulhaus arbeiten, sich aber nicht in die Unterrichtssituation integrieren und diese auch nicht erforschen.. Die Integration der Methode soll die pädagogische Arbeit dynamisieren.
Die Methode unterstützt Pädagoginnen und Pädagogen im Unterricht wie folgt:
- FI sind präparierte und wissenschaftlich erforschte, offene Aufgaben aus Fachdisziplinen und Projekten.
- FI ermöglichen Lehrpersonen und Schulpsychologen, Unterrichtsprozesse integral zu erforschen und zu entwickeln.
- FI fördern Kommunikation, Relation, Kooperation und Einsicht für alle Beteiligten.
Die Methode bewirkt, dass die Schulische Heilpädagogik und die Schulpsychologie integrierte Ressourcen des Unterrichts und der Schuleinheiten werden. Jetzt wird Inklusion gemeinsam entwickelt. Die Methode stärkt das Schulsystem, die Familien sowie die Forschung und Entwicklung, dass sie sich besser auf die pädagogische Aufgabe einlassen können (siehe UNO Behindertenrechtskonvention, Art. 24 Bildung).