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Haus Buob, Hauptstrasse 20/22
Das leicht schräg zur Strasse stehende Gebäude ist bedeutend für das Ortsbild, weil es den Beginn der Altstadt markiert. Erbaut ca. 1710, vermutlich von Carl Anton Hoffmann von Leuchtenstern (1667-1729), einem Nachkommen der Rorschacher Leinwandherrenfamilie Hoffmann. Es gelangte in den Besitz seines Halbbruders Joseph Constantius Hoffmann (1694-1764), der es 1758 an Johann Georg Keebach, Ammann von Rorschach, verkaufte.
Dessen Sohn Johann Baptist Keebach (1722-1816) war Oberst in den Schweizerregimentern der französischen Könige. Er übernahm das väterliche Haus 1770 und erwarb nach 1772 auch die anstossenden Häuser, die in der Front gleichsam die heutige einzige Front bilden. Während der französischen Revolution waren im Keebachschen Haus des Obersten viele ihm bekannte Adelige zu Gast, die aus Frankreich geflüchtet waren.
Der auf alten Stichen noch ersichtliche direkt an den See angrenzende Garten gab dem Haus ein herrschaftliches Gepräge, in dem sich wohl auch die französischen Flüchtlinge erholt haben. Das Haus verlor leider 1856 seinen Garten, weil die Eisenbahnlinie zum Hafen und Kornhaus direkt am Seeufer gebaut wurde und somit das Anwesen vom See abtrennte.
1816 erbte das Haus Jacob Anton Gächter, ein Keebach Verwandter. Nach verschiedenen Handänderungen erwarb es 1850 der Rorschacherberger Joseph Buob, der darin 1847 eine Kolonialwarenhandlung eröffnet hatte.
Die Handlung Buob importierte während des ersten Weltkriegs Kolonialwaren und wurde durch ein Trockensterilisierverfahren, mit dem Dörrfrüchte haltbar gemacht werden konnten, in der ganzen Schweiz bekannt. Das Haus blieb 150 Jahre lang in der Familie Buob und wird im Volksmund noch heute das Haus Buob genannt.
In der Nacht vom 3. auf den 4. Dezember 1975 brannte es nieder und wurde 1977/1978 von Grund auf rekonstruiert, einzig der Erker konnte wiederverwertet werden. In seiner Substanz ist das Haus nicht mehr original.
Quellen: INSA: Daniel Studer, Arthur Kobler im Rorschacher Neujahrsblatt 1979, Privatarchiv Evi Dornbierer-Buob, Rorschacher Monatschronik Aug. 1947, «Der Schweizer Dörrobst Pionier» von Otmar Elsener, Ostschweizer Tagblatt 25.6.2005
Standort «Haus Buob» zeigen auf Geoportal Orthofoto.