Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03485.jsonl.gz/477

Im Haus Im Thon Nr. 15, das sich im Ostteil des alten Siedlungskerns von Thon befindet, verbergen sich die Reste eines mittelalterlichen Steinbaus. Das ursprüngliche, mittelalterliche Mauerwerk ist in der Nordostpartie des Gebäudes noch bis in die Höhe des zweiten Obergeschosses zu erkennen. Grosse Bossenquader mit Randschlag bilden den Eckverband. Die Mauerstärke beträgt in den unteren geschossen ungefähr einen Meter. Im zweiten Obergeschoss ist eine Rundbogentür mit hochkant gestellten Gewändsteinen und dem gemauerten Kanal für den Verriegelungsbalken noch sichtbar. Die Türe gehörte wohl nicht zu einem Hocheingang, sondern bildete vielmehr einen Ausgang auf einen hölzernen Balkon. Im Mauerwerk sind mehrere, zum Teil zugemauerte Schmalscharten zu erkennen. In der Nordwestfassade befinden sich zwei Konsolsteine, die möglicherweise als Auflager für Balken dienten. Mittelalterliche Reste finden sich in der Südwestpartie des Gebäudes nur noch im Fundamentbereich; 1561 wurde auf diesen Teil des Bauwerks ein Strickbau gesetzt. Die Funktion und Konzeption der Anlage bleiben ohne Bauanalyse unklar, für einen Wohnturm ist die Gesamtfläche des Hauses allerdings zu gross. Möglicherweise war nur der Nordteil des Gebäudes überdacht, der Südteil hingegen bildete einen Hof.
Keine direkten urkundlichen Erwähnungen weisen auf dieses Bauwerk hin. Der Steinbau, der am ehesten als festes Haus bezeichnet werden kann, ist wegen seiner sauber gearbeiteten Bossenquader ins 13. Jahrhundert zu datieren. Das Kloster Säckingen war zu jener Zeit in Glarus reich begütert, so auch im Weiler Thon. Deshalb erscheint es nicht abwegig, dass das feste Haus in Thon der Sitz einer in säckingischen Diensten stehenden Familie aus dem ansässigen, bäuerlichen Kleinadel war. Der Name „In Thon“, spätmittelalterlich „Im Tan“ (Tannenwald), weist auf eine ursprüngliche Rodungssiedlung hin. Anlässlich der kürzlich erfolgten Restaurierung des Gebäudes sind die mittelalterlichen Bauteile (wie Fensterscharten und Ecksteine mit Bossen) gut sichtbar gemacht worden.
Bibliographie