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Ob es morgens eine Tasse Kaffee oder schwarzer Tee sein darf, ist mehr als nur eine Frage des Geschmacks. Eingefleischte Teetrinker sind überzeugt: Tee ist das gesündere Getränk, während Kaffeetrinker sich sicher sind, dass nur eine Tasse frisch gebrühter Kaffee richtig wach macht. Die Frage, welches der beiden Getränke grundsätzlich gesünder ist oder eher hilft, aus dem Bett zu kommen, ist nicht leicht zu beantworten. Klar ist jedoch, dass in Maßen genossen sowohl Tee als auch Kaffee positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben können.
Koffeingehalt in schwarzem Tee und Kaffee
Bei Kaffee und schwarzem Tee entscheidet vor allem die Zubereitung über die Stärke. So lässt sich Filterkaffee selbst dosieren, wodurch direkt Einfluss auf den Koffeingehalt genommen werden kann. Kaffeepads sind hingegen portioniert, dafür jedoch in unterschiedlichen Stärken erhältlich. Schwarzer Tee kann wiederum ebenfalls über die Menge der aufgebrühten Teeblätter sowie durch die Ziehzeit mehr oder weniger Koffein enthalten.
Als Faustregel lässt sich jedoch festhalten: Die durchschnittliche Tasse Filterkaffee hat mit rund 90 mg deutlich mehr Koffein als eine Tasse schwarzer Tee (50 mg).[1] Dafür ist die Abgabe des Koffeins beim Tee aus der Camellia sinensis zeitlich verzögert und der Effekt daher um einiges sanfter. Viele Menschen schätzen diese Wirkung, da der Puls nicht so in die Höhe getrieben wird wie bei einer Tasse Kaffee. Andere benötigen den „Koffein-Kick“ wiederum, um morgens aufstehen zu können.[2]
Sekundäre Pflanzenstoffe
Teesorten, die aus der Camellia sinensis gewonnen werden, wird aufgrund bestimmter sekundärer Pflanzenstoffe eine besonders gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben. Diese sogenannten „Polyphenole“ werden jedoch bei der Fermentierung von schwarzem Tee weitestgehend zerstört, weshalb sie nur noch in geringen Mengen vorkommen.[3] Sie fangen laut zahlreicher wissenschaftlicher Studien freie Radikale ein und schützen das Herz sowie die Blutgefäße.
Dafür sind Polyphenole aufgrund der fehlenden Fermentierung in Grüntee enthalten, weshalb zumindest diese Teesorte dank ihrer sekundären Pflanzenstoffe als förderlich für die Gesundheit bezeichnet werden kann.[4] Auch die Kaffeebohne enthält Polyphenole, welche je nach Röstdauer jedoch weitestgehend erhalten bleiben. Das Getränk aus der Röstbohne ist daher in der Lage, den Blutzuckerspiegel zu senken und Diabetes vorzubeugen. Allerdings ist der maßvolle Konsum entscheidend.[5]
Verringern Kaffee und schwarzer Tee das Krebsrisiko?
Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass Kaffee das Risiko für Darm- und Leberkrebs senken kann. Auch auf die Nieren und die Haut soll Kaffee positiven Einfluss besitzen.[6] Tee wird eine ähnliche Wirkung durch das enthaltene Epigallocatechingallat (EGCG) zugeschrieben.[7][8] Dies trifft allerdings vor allem auf Grüntee zu, da durch die bereits beschriebene Fermentierung nur noch wenig EGCG im schwarzen Tee zu finden ist.
Fazit
Aufgrund der Fermentierung gehen schwarzem Tee viele wichtige sekundäre Pflanzenstoffe verloren, die von Wissenschaftlern als gesundheitsförderlich bezeichnet werden. Positive Eigenschaften besitzt er aber dennoch: So konnten unter anderem förderliche Effekte auf die Blutgefäße festgestellt werden.[9] Gleichzeitig ist die Wirkung des Koffeins im schwarzen Tee sanfter, was ebenfalls für ihn spricht. Kaffee besitzt hingegen mehr sekundäre Pflanzenstoffe, sofern er nicht zu lange geröstet wurde, was sich positiv auf das Krebsrisiko auswirkt. Hervorzuheben ist jedoch Grüntee. Grund hierfür ist das schonende Produktionsverfahren, wodurch sekundäre Pflanzenstoffe erhalten bleiben. In Maßen getrunken besitzen also alle drei Getränke Eigenschaften, die laut der Wissenschaft als gesund bezeichnet werden können.
[3] Ebd.