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Geschichte der Fraktion Tersnaus
1362 erscheint der Name Tersnaus zum ersten Mal in der Geschichte, dies im Zusammenhang mit einem Friedensbeschluss zwischen den Herrschaften von Werdenberg-Sargans und Safien mit den Bewohnern von Hinterrhein. Ferner ist bekannt, dass ein gewisser "Florian von Terzenaus" 1368 ein Feudalgut erhielt. Die Herren von Tersnaus besassen zudem Güter in St. Martin und in Valendas. Gemeinsam mit Camuns und Surcasti löste sich Tersnaus 1528 von der Pfarrkirche St. Vinzenz/Vella los. Bis 1669 unterhielten jene drei Dörfer eine gemeinsame Pfarrei. Tersnaus orientierte sich anschliessend neu und gründete mit St. Martin eine eigene Pfarrei. Die Pfarrkirche St. Appolonius und Sta. Maria Magdalena wird im Übrigen bereits 1345 urkundlich erwähnt.
Im Mittelalter begannen die Valser aus dem benachbarten Vals in klimatisch günstigere Regionen zu migrieren. Schon bald hatten sich einige von ihnen in Tersnaus niedergelassen. Um einer Überimmigration vorzubeugen, erliessen die Tersnauser 1547 ein Verbot, welches den Valsern den Kauf weiterer Güter im Dorf verunmöglichte. Der Graf von Sax-Misox untersagte sogar Hochzeiten zwischen Einheimischen und Valsern. An die Zeiten der Immigration der Valser erinnert, nebst den Familiennamen deutscher Herkunft, die Kirchenglocke St. Theodul. Diese stammt aus dem Jahr 1395. St. Theodul ist der Schutzpatron der Valser. Die Glocke in Tersnaus ist vermutlich die älteste Glocke, die diesem Heiligen geweiht ist. Der gute Kontakt zwischen den Tersnausern und den Valsern dauerte an: Bis 1878 bildete Tersnaus sogar eine politische Gemeinde mit St. Martin.
Ein schwarzer Tag in der Geschichte von Tersnaus ist der 18. Juli 1900. Ein von spielenden Kindern verursachter Grossbrand zerstörte das ganze Dorf. Nur ein einziges Haus, die Kirche und ein Stall konnten gerettet werden. Ein Hilfskomitee sicherte den Wiederaufbau. Das neue Dorf wurde schachbrettartig angelegt, was immer noch erkennbar ist.
Eine Folge des Grossbrandes war der Bau einer Zufahrtsstrasse zur Valserstrasse. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts sind schliesslich immer mehr technische Neuerungen nach Tersnaus gekommen. 1918 wurde die erste Telefonleitung installiert, 1940 wurde die Wasserversorgung gesichert, zwanzig Jahre danach konnte die Kanalisation realisiert werden.