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Herkules mit M 13 und M 93
Schwierigkeitsgrad: einfach
Kugelsternhaufen bestehen i.d.R. aus mehreren 100'000 Sternen und sind meist sehr alt. Innerhalb des Haufens sind die Sterne durch Gravitation aneinander gebunden. Die Kugelsternhaufen sind ihrerseits durch Gavitation an Galaxien gebunden und bewegen sich in der Zone, die als "Halo" bezeichnet wird.
M 13 ist wahrscheinlich der bekannteste, weil hellste Kugelsternhaufen der Nordhalbkugel und schon mit einem Feldstecher leicht zu finden. Seine Winkelausdehnung erreicht mit 20‘ schon 2/3 des Vollmonddurchmessers. Er ist etwa 25'100 Lichtjahre von der Sonne entfernt (die Angaben schwanken zwischen 23'000 und 26'000 Lj), hat die 300'000-fache Leuchtkraft der Sonne und einen Durchmesser von 150 Lichtjahren. M13 weist eine scheinbare Helligkeit von 5,8 mag auf. In einem Teleskop ab etwa 10 cm (4 Zoll) Öffnung kann er am Rand in Einzelsterne aufgelöst werden und ist damit ein lohnendes Objekt für Amateurastronomen. Man findet ihn – am besten im Frühjahr oder Sommer – an der „rechten Viereckseite“ des Herkules, zwischen den Sternen η und ξ Her (Skizze links).
M13 war Ziel des Radiosignals der Arecibo-Botschaft. Dabei wurde vom Arecibo-Radioteleskop ein starkes Signal ausgesandt, um Kontakt zu einer eventuellen ausserirdischen Zivilisation aufzunehmen. Der Kugelsternhaufen wurde ausgewählt, da hier viele Sterne auf relativ engem Raum versammelt sind, was die Chance, auf eine bewohnte Welt zu treffen, erhöhen sollte. Unter Berücksichtigung der langen Signallaufzeit würde die Antwort einer technisch entwickelten Zivilisation allerdings frühestens nach etwa 45.600 Jahren auf der Erde eintreffen.
Messier 92 (NGC) ist ein 6,3 mag heller Kugelsternhaufen mit einer Flächenausdehnung von 14,0′ im Sternbild Herkules. Die Entfernung von Messier 92 beträgt etwa 26.000 Lichtjahre, seine Masse wird auf etwa 330.000 Sonnenmassen geschätzt. Die sehr geringe Metallhäufigkeit von nur 0,6 % der solaren Elementhäufigkeit lässt auf ein sehr hohes Alter dieses Kugelsternhaufens schliessen. Tatsächlich ergeben Messungen mit Hilfe von Farben-Helligkeits-Diagrammen ein Alter von etwa 13 Milliarden Jahren. Er gehört damit zu den ältesten bekannten Kugelsternhaufen und Sternansammlungen überhaupt. Aufgrund seiner grossen Helligkeit und der weit nördlichen Lage am Himmel ist M 92 in Mitteleuropa schon im Feldstecher sichtbar. In kleinen Teleskopen (Vier- bis Achtzöller) lässt sich der Haufenrand in Einzelsterne auflösen. Man findet M 92 genau 6,3° nördlich des Sterns π Herculis. Er ist fast so hell wie der bekanntere Herkuleshaufen M 13, erscheint aber deutlich kompakter.