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Kormorane fressen grosse Mengen an Fisch. Deshalb fordern viele Fischer eine strengere Regulierung des Bestands. Ob dies zielführend wäre, ist jedoch fraglich.
Kormorane fressen laut Heinz Jost, Präsident der Vereinigung der Sportfischer des Murtensees, pro Jahr etwa 25 Tonnen Fisch aus dem Murtensee (unsereRegion berichtete: Kormorane fressen pro Jahr 25 Tonnen Fisch aus dem Murtensee). Seit der ersten Brut im Jahr 2001 hat er sich vor allem in der Westschweiz stark ausgebreitet. «Der Kormoran ist auf natürlichem Weg zu uns gekommen und ist deshalb keine invasive Art, die von anderen Kontinenten eingeschleppt wurde», erklärt Livio Rey von der Vogelwarte Sempach. Dies unter anderem, weil die Vögel seit Mitte der 1970er Jahren in Europa nicht mehr bejagt werden. Die Art, die bis zu 25 Meter tief tauchen kann, brütet im Seeland nur im Naturschutzgebiet Fanel. 2018 waren dort 709 Paare heimisch. Zum Vergleich: Schweizweit wurden im selben Jahr 2414 Paare gezählt.
Da ein Kormoran pro Tag im Schnitt etwas mehr als 300 Gramm Fisch frisst, wurden in den letzten Jahren vermehrt Stimmen laut, die eine strengere Regulierung des Bestandes fordern. Doch Livio Rey ist skeptisch: «Massnahmen gegen fischfressende Vögel sind nur dann in Betracht zu ziehen, wenn sie nach neustem Stand des Wissens fachlich begründet sind. Die Anwesenheit von fischfressenden Vögeln und allein die Tatsache, dass sie Fische fressen, ist noch kein Nachweis der Gefährdung der Fischbestände.» Im Gegenteil: Die Kormorane seien vom Fisch abhängig. Wenn die Kormorane zu viel Fisch fressen, habe es im Jahr darauf weniger Fisch im See. Dann würden auch die Kormorane weniger Nahrung finden, weshalb der Bruterfolg schlechter ist. Dadurch gibt es weniger Kormorane und der Fischbestand kann wieder zunehmen. Habe es dann wieder mehr Fisch in den Seen, würden die Kormoranbestände ebenfalls wieder zunehmen. So kann sich die Natur selber regeln. Menschgemachte Ursachen wie zum Beispiel die Klimaerwärmung, Zerstörung von natürlichen Gewässern, Mikroplastik oder zu viel Dünger und Pestizide im Wasser, bringen dieses natürliche Gleichgewicht durcheinander und haben vermutlich einen viel grösseren Einfluss auf den Fischbestand. Und da gibt es noch viel Luft nach oben.
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