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Wie bitte? Ökostrom wird doch nicht mit Gas gemacht und Sonne und Wind können den Preis nicht erhöhen.
Ökostromanbieter sind häufig billiger als andere Anbieter und sie liefern zu 100% Ökostrom. Das hier liefern nicht den physikalischen Prozess meint, sollte klar sein.
Ich hatte bereits 2017 festgestellt, dass die Ökostromanbieter keinen Solarstrom in ihrem Portfolio haben. Zumeist kaufen sie Wasserkraftstrom ein. Daher war meine Idee, dass sie langfristige Lieferverträge mit Wasserkraftwerken abschließen. Wasserkraft hat den Vorteil, dass sie praktisch wetterunabhängig ist.
Jetzt explodieren die Preise am Spotmarkt, d.h. an der Börse und einige Ökostromanbieter melden Insolvenz an. Die Begründung sind die hohen Preise am Spotmarkt.
Wenn sie aber 100% Wasserkraft direkt beim Erzeuger einkaufen, wieso sind die Preise am Spotmarkt jetzt ein Problem?
Das Geschäftsmodell ist wohl ein ganz anderes.
Die größeren Versorger kaufen den Strom (zu mindestens einen großen Teil) direkt beim Erzeuger mit langfristigen Verträgen. Wenn ich den Strom lange im Voraus zu einem garantierten Preis kaufe, muss ich in der Regel einen Aufschlag bezahlen. Daher sind die Versorger etwas teurer.
Wenn mein Geschäftsmodell jedoch darauf beruht, dass ich kurzfristig an der Börse einkaufe, kann ich billiger sein, wenn der Preis an der Börse im Durchschnitt niedriger ist als der Preis für langfristige Verträge. Das war wohl bisher der Fall.
An der Börse kann man aber nur «grauen»Strom kaufen. Dieses Problem kann man lösen, indem man Zertifikate kauft. Deren Preise sind extrem niedrig.
Jetzt explodieren aber plötzlich die kurzfristigen Preise. Die Ökostromanbieter müssen liefern und haben keine andere Chance als am Spotmarkt einzukaufen. Da die Preise derzeit extrem hoch sind, halten es die Ökostromanbieter mit diesem Geschäftsmodell nicht lange durch.