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Feinstaub dringt nach dem Einatmen innerhalb von weniger Stunden ins Blut, wo er noch 3 Monate später nachweisbar ist.
Die Partikel werden von der Leber aufgenommen und sie haben offenbar die Neigung, sich in atherosklerotischen Läsionen anzureichern, wie eine Studie in ACS Nano (2017; doi: : 10.1021/acsnano.6b08551) zeigt.
Feinstaub, der bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen entsteht, kann nicht nur die Lungen schädigen. Epidemiologische Studien haben ergeben, dass eine Feinstaubexposition auch mit einem erhöhen Risiko auf kardiovaskuläre Erkrankungen einhergeht. Forscher schätzen sogar, dass 80 Prozent der durch die Luftverschmutzung verursachten Erkrankungen auf Herz und Gefäße entfallen.
Mark Miller von der Universität Edinburgh hat jetzt mit Forschern aus den Niederlanden den Weg der Partikel im Körper nachgezeichnet. Da es derzeit nicht möglich ist, Nanopartikel aus der Umwelt im Blut zu messen, verwendeten die Forscher für ihre Experimente feine Nanopartikel aus Gold. Das Edelmetall kommt im menschlichen Körper nicht vor und die Gabe kleiner Mengen ist unschädlich. (Ältere Mediziner werden sich daran erinnern, dass Gold einmal zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis eingesetzt wurde).
In einem Experiment atmeten gesunde Probanden die Nanopartikel mit der Luft ein. Sie waren innerhalb von 15 Minuten bis 24 Stunden im Blut nachweisbar und wurden mit dem Urin wieder ausgeschieden. Die Konzentration war von der Größe abhängig. Kleine Partikel gelangen in größerer Menge ins Blut als größere Partikel. Nach einer einmaligen Exposition waren die Partikel noch nach drei Monaten im Körper nachweisbar.
Weitere Untersuchungen an Mäusen zeigten, dass die Nanopartikel sich vor allem im Blut und in der Leber anreichern. Bei „Knockout“-Mäusen, die wegen eines fehlenden ApolipoproteinE-Gens zu einer Atherosklerose neigen, lagerten sich die Partikel bevorzugt in den entzündlichen Gefäßläsionen ab. Dies könnte laut Miller erklären, warum Feinstaub die Entwicklung von koronarer Herzkrankheit und anderen Gefäßerkrankungen fördert.
zum Thema
- Abstract der Studie in ACS Nano
- Pressemitteilung der Universität Edinburgh
- Pressemitteilung der British Heart Foundation
Abschließend ließen die Forscher Nanopartikel von Patienten einatmen, bei denen wegen einer Karotisstenose eine Endarteriektomie geplant war. Nach der Operation war ein Teil der Partikel in den entfernten atherosklerotischen Läsionen nachweisbar.
Für die British Heart Foundation, ein Sponsor der Studie, belegen die Studienergebnisse erneut, dass Feinstaub eine wichtige Ursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist. Die Prävention könnte nicht den einzelnen Bürgern überlassen werden. Es sei Aufgabe der Regierung, in den besonders belasteten Städten für eine bessere Luft zu sorgen, meinte ein Sprecher der Organisation.
© rme/aerzteblatt.de