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Das Wichtigste in Kürze
- Blutverdünner erhöhen die Überlebenschancen bei Covid-19-Patienten.
- Viele Covid-19-Patienten entwickeln eine Thrombose, die zu einem Herzinfarkt führen kann.
Blutverdünner absetzen oder nicht? Wissenschaftlerinnen des Hasso Plattner Institute for Digital Health at Mount Sinai (HPI·MS) in New York City haben herausgefunden: COVID-19-Patienten, die stationär mit Blutverdünnern behandelt wurden, haben bessere Überlebenschancen.
Die Studienergebnisse liefern Ärzten neue Erkenntnisse darüber, wie COVID-19-Patienten nach ihrer Aufnahme ins Krankenhaus besser behandelt werden könnten. Die Studie ist in der neusten Ausgabe des Journals of the American College of Cardiology vom 6. Mai erschienen.
2773 Patienten-Daten ausgewertet
Datenwissenschaftler und Mediziner werteten mithilfe modernster IT-Technologien und biomedizinischen Informatiktechniken Datensätze von 2773 bestätigten COVID-19-positiven Patienten aus. Diese wurden zwischen dem 14. März und dem 11. April 2020 in das amerikanische Krankenhaussystem Mount Sinai Health System in New York City aufgenommen wurden.
Sie analysierten insbesondere die Überlebensraten von Patienten, denen Blütverdünner verabreicht wurden, im Vergleich zu Patienten, denen keine verabreicht wurden. Jüngste Beobachtungen von Forscher der Icahn School of Medicine at Mount Sinai hatten gezeigt: Eine grosse Anzahl von Patienten, die mit COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden, entwickeln oft lebensbedrohliche Blutgerinnsel. Diese können zu tödlichen Thrombosen und Herzinfarkten führen.
Blutverdünner absetzen nicht empfohlen
786 COVID-19-Patienten erhielten eine höhere Dosis Blutverdünner als die, die üblicherweise zur Vorbeugung von Blutgerinnseln verabreicht wird. Und eine Dosis, die in der Regel denjenigen verabreicht wird, die bereits Gerinnsel haben. Oder bei denen der Verdacht auf Gerinnsel besteht. COVID-19-Patientenen, die mit diesen hohen Dosen Blutverdünnern behandelt wurden, zeigten sowohl auf der Intensivstation als auch ausserhalb einen besseren Genesungsverlauf.
Darüber hinaus stellten die Wissenschaftler fest, dass die Wirkung der Blutverdünner bei beatmeten Patienten stärker ausgeprägt war. 62,7 Prozent der intubierten Patienten, die nicht mit Blutverdünnern behandelt wurden, starben. Im Vergleich zu 29,1 Prozent der intubierten Patienten, die mit Blutverdünnern behandelt wurden. Demnach ist Blutverdünner absetzen keine Option.