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„Im letzten Jahr war ich Zwölfter über die Langdistanz. Diesmal möchte ich in den drei Rennen der Einzeldisziplinen einmal in die Top Ten vorstossen, wobei mir dies auf der langen Distanz am ehesten möglich scheint. Für eine Medaille müsste mir ein sehr guter Lauf gelingen; zudem braucht es auch Glück.“ So äusserte sich Jonas Egger vor seiner Abreise nach Borovets am Nordhang des Rila-Gebirges in Bulgarien, wo dieses Jahr die Junioren-Weltmeisterschaften im Orientierungslauf (JWOC) ausgetragen wurden.
Im Sprint-Wettkampf vom 22. Juli, mit dem die Meisterschaften eröffnet wurden, realisierte Jonas mit einem ausgezeichneten 7. Platz gleich sein angestrebtes Top Ten-Resultat und war sehr zufrieden mit seinem fast fehlerfreien Rennen. Die Vorfreude auf das Langdistanzrennen tags darauf war dann entsprechend gross, fand aber ein abruptes Ende: „Nach 50 Sekunden war das Rennen eigentlich schon gelaufen…“ kommentierte Jonas im Nachhinein: Er war zu schnell ins Rennen gestartet und hatte seinen Attack-Point für einen schwierigen ersten Posten in einem Hang mit diffusen Merkmalen überlaufen, was zu einer Suchaktion von rund vier Minuten führte. So wurde die Langdistanz bei hohen Temperaturen sowie steilem und ruppigem Gelände ein Abnützungskampf über fast anderthalb Stunden, in dem Jonas nach der enttäuschenden Start-Viertelstunde bewies, dass er durchaus fähig gewesen wäre, mit der erweiterten Spitze mitzuhalten. Letztlich resultierte mit dem 34. Rang unter 150 Klassierten noch das beste Resultat der Schweizer Junioren-Delegation auf der Männer-Seite.
Nach einem Ruhetag zeigte Jonas Egger mit dem dritten Rang seines Feldes in der Mitteldistanz-Qualifikation eine starke Reaktion auf seine enttäuschende Langdistanz. Das Mitteldistanz-Finalrennen am 26. Juli war dann technisch extrem anspruchsvoll und forderte viele prominente Opfer unter den Favoriten. Umso höher ist es einzustufen, dass Jonas hier mit einem sechsten Platz ein WM-Diplom holte. Entsprechend zufrieden zeigte er sich trotz zweier kleiner Fehler denn auch mit seinem Resultat.
Im abschliessenden Staffelrennen, in dem Jonas als Startläufer die Aufgabe, sein Team im Rennen zu halten, solide erfüllte, gab es schliesslich nach zwei weiteren sehr guten Läufen von Tobia Pezzati und Sven Hellmüller eine Bronze-Medaille zu bejubeln: Nur 13 Sekunden hinter den Weltmeistern aus Schweden und 3 Sekunden hinter den Silbermedaillen-Gewinnern aus Tschechien sicherten sich die Schweizer Junioren den verdienten 3. Platz.
Nach dieser erfolgreichen JWOC wurde Jonas am 28. Juli bei seiner Rückkehr aus Bulgarien von einer Delegation der OLV Hindelbank und seines Gönner-Clubs am Flughafen Zürich willkommen geheissen. Für den erfolgreichen Junior folgt jetzt ein Herbst mit nationalen Höhepunkten, unter anderen den Langdistanz-Schweizermeisterschaften auf dem Urnerboden am 24. August, bevor es im 2015 dann heisst, seinen Platz bei der Elite zu finden.
Bericht: Martin Egger
Fotos: swissorienteering.ch