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Antarktisdorsche sind in den letzten Jahren zu einer wichtigen Einnahmequelle für neuseeländische Fischer geworden aufgrund ihres schmackhaften Fleisches und ihrer beachtlichen Grösse von bis zu 120 cm. Mittlerweile beträgt der Exportwert pro Jahr zwischen 20 – 30 Millionen Dollar und unterstreicht die ökonomische Bedeutung der Fische. Um jedoch einen nachhaltigen Nutzen aus den Fischen ziehen zu können und der Gefahr der Überfischung entgegenzuwirken, ist das Wissen um die Populationsgrössen ein wichtiges Mittel, sagt der Meereswissenschaftler Dr. Stuart Hanchet.
Dazu haben nun Wissenschaftler der NIWA eine Untersuchung in der Ross-See durchgeführt, einem der Hauptfangorte dieser Fische. Dazu benutzten sie Langleinen mit insgesamt 4600 Haken und legten sie in einem Gebiet von 30'000 Quadratkilometer für 24 Stunden an 59 Orten aus.
Die Resultate dieser Untersuchung brachten Überraschendes zutage. An vielen der Leinen waren über 100 Fische mit einer Grösse zwischen 70 – 100 Zentimeter. «Wir finden hier Fische, die zwischen 5 und 10 Jahre alt sind und durchschnittlich weniger als 1 Meter lang sind», sagt Dr. Hanchet weiter. Zum Vergleich: Ein erwachsener Antarktisdorsch erreicht etwa eine Grösse von 120 Zentimeter und kann etwa 22 Jahre alt werden. «Die Resultate dieser Untersuchung helfen uns, Aussagen über die zu erwartende Populationsgrösse machen zu können. Wir werden aber weitere Resultate benötigen, da nur eine Untersuchung nicht genügend gesicherte Daten liefert».
Eine Antarktis-Lobbygruppierung und Umweltschützer hatten bereits früher die Errichtung einer Meeresschutzzone in der Ross-See gefordert, welche zu einem Fischereiverbot und den Schutz von beinahe 10'000 endemischen Arten führen würde. Die nun gelieferten Resultate der Untersuchung liefern weitere Unterstützung für diesen Vorstoss. Gleichzeitig muss nun die Kommission zum Schutz und Erhalt der Antarctic Marine Living Resources mit den Ergebnissen dieser und weiterer Untersuchung Fischereigesetze für die Ross-See erstellen, die für alle Unterzeichner des Antarktisvertrags bindend sein werden.
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