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Vorzeitige Menopause
Was können die Ursachen für ein vorzeitiges Einsetzen der Wechseljahre sein?
Ein Eintreten der Menopause vor dem 40. Lebensjahr ist sehr ungewöhnlich, unter bestimmten Umständen jedoch möglich. Unsere Wechseljahresexpertin Marlis Cremer klärt über Auslöser einer vorzeitigen Menopause auf und erläutert, wie es bei Frauen unter 40 dazu kommen kann.
Die Menopause wird als vorzeitig bezeichnet, wenn die Frau jünger als 40 Jahre alt ist. Ist das Einsetzen der Wechseljahre medizinisch bedingt, kann dies unabhängig vom Alter der Frau als vorzeitig bezeichnet werden: etwa nach einer Hysterektomie (Entfernung der Gebärmutter) oder bei Medikamenteneinnahme wie zum Beispiel einer Chemotherapie.
Autorin: Marlis Cremer
Spontane vorzeitige Menopause
Eine vorzeitige Menopause kann auch natürliche Ursachen haben (spontan). Das Durchschnittsalter für das Eintreten der Menopause liegt bei 51 Jahren. Bei einigen Frauen können jedoch durch die Wechseljahre bedingte hormonelle Veränderungen weit früher auftreten, ohne dass offensichtliche gesundheitliche Probleme vorliegen.
Die zwei Hauptgründe hierfür sind zum einen genetische Veranlagungen und zum anderen Lebensstilfaktoren:
- Wenn Ihre Mutter früh in die Wechseljahre gekommen ist, ist es wahrscheinlich, dass diese auch bei Ihnen früher einsetzen werden.
- Rauchen, schlechte Ernährung und Übergewicht können ebenso zu einem vorzeitigen Einsetzen der Wechseljahre führen.
Eine frühe Menopause kann zunächst beunruhigend sein. Wenn Sie sich deshalb Sorgen machen oder sehr viel jünger als 51 Jahre alt sind, sollten Sie einen Arzt konsultieren, um medizinische Ursachen auszuschließen.
Handelt es sich um eine spontane, vorzeitige Menopause, sind zahlreiche Frauen auch froh darüber, ein Leben ohne lästige monatliche Blutungen zu führen.
Erkrankungen
Es gibt eine lange Liste von Erkrankungen, die ein vorzeitiges Eintreten der Menopause verursachen können. Hier zwei Beispiele:
- Chromosomendefekte wie das Turner-Syndrom können dazu führen, dass sich die Eierstöcke nie vollständig entwickeln, was Einschränkungen der Fruchtbarkeit und ein vorzeitiges Einsetzen der Menopause nach sich ziehen kann.
- Autoimmunerkrankungen entstehen, wenn der Körper fälschlicherweise körpereigene Zellen als Fremdkörper identifiziert, welche in der Folge vom Immunsystem bekämpft werden. Handelt es sich dabei um Eierstockzellen, beeinflusst dies die normale Produktion von Östrogen und Progesteron, was wiederum zum vorzeitigen Eintreten der Menopause führt. Dies kommt häufiger bei Frauen vor, die an Schilddrüsenerkrankungen oder rheumatoider Arthritis leiden.
Hysterektomie
Eine Hysterektomie (Entfernung der Gebärmutter) kann je nach Art des Eingriffs eine vorzeitige Menopause nach sich ziehen. Es gibt zwei Hauptformen der Hysterektomie:
- Bei einer partiellen oder nicht vollständigen Hysterektomie wird die Gebärmutter entfernt, einer oder beide Eierstöcke bleiben jedoch intakt. Die Periode bleibt nach der Entfernung der Gebärmutter zwar aus, doch die Eierstöcke produzieren weiterhin Hormone. Dennoch tritt die Menopause bei Frauen, die sich dieser Operation unterzogen haben, häufig vorzeitig – einige Jahre nach der Operation – ein. Da die Periode ausbleibt, ist es schwierig, den genauen Zeitpunkt festzustellen.
- Wurden die Gebärmutter und beide Eierstöcke entfernt, spricht man von einer totalen oder vollständigen Hysterektomie. Hier tritt die Menopause umgehend ein. Typische Wechseljahresymptome wie Hitzewallungen können bereits 24 Stunden nach dem Eingriff auftreten.
Medikamente und medizinische Behandlung
Es gibt verschiedene verschreibungspflichtige Arzneimittel, die zu einem vorzeitigen Eintreten der Menopause führen können:
- Einige Antidepressiva und ähnliche Medikamente.
- Chemo- und Strahlentherapien stellen wahrscheinlich die häufigste Ursache für ein vorzeitiges Eintreten der Menopause dar. Diese Therapien sollen Krebszellen bekämpfen, können jedoch auch gesunden Zellen schaden, insbesondere dem Genmaterial in den Zellen, welches dafür sorgt, dass diese sich auf natürliche Weise vermehren. In einigen Fällen kommt es nach Beendigung der Behandlung wieder zu Monatsblutungen, in diesem Fall spricht man nicht von einer Menopause.
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