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Raúl Argemí, geboren 1946 in La Plata, Argentinien, zählt zu den markantesten Gegenwartsautoren Lateinamerikas. 1974 wurde er verhaftet und verbrachte die Jahre der Militärdiktatur im Gefängnis. Nach seiner Freilassung 1984 arbeitete er als Redakteur in Patagonien und veröffentlichte 1996 seinen ersten Roman. Im Jahr 2000 zog er nach Spanien. Seither verfasste er sechs weitere Romane, die mit wichtigen Preisen ausgezeichnet wurden.
Raúl Argemí wurde 1946 in La Plata, Argentinien, geboren. Seine Eltern waren einfache Arbeiter. Schon in jungen Jahren begann er, fürs Theater zu schreiben und Regie zu führen.
In den frühen Siebzigerjahren engagierte sich Argemí im bewaffneten Widerstand der Guerilla ERP und lebte im Untergrund. 1974 wurde er verhaftet und verbrachte die Jahre von Videlas Militärdiktatur im Gefängnis. Nach seiner Freilassung 1984 arbeitete er als Redakteur in Buenos Aires, unter anderem für Le monde diplomatique. Später zog er nach Patagonien, wo auch seine ersten beiden Romane entstanden.
Vier Jahre später emigrierte Raúl Argemí nach Spanien. Seither schrieb er sechs weitere Romane, die mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet wurden. Für seinen Roman Chamäleon Cacho erhielt Argemí unter anderem den Premio Hammett und den Premio Luis Berenguer. 2006 wurde er für Und der Engel spielt dein Lied mit dem Premio Tigre Juan für den besten spanischsprachigen Roman ausgezeichnet. Raúl Argemí lebt in Barcelona.
»Seine inzwischen sieben Romane sind sorgsam konstruierte Kunstwerke, die souverän mit Versatzstücken des Krimi-Genres jonglieren und mit filmischer Anschaulichkeit ihre Geschichte erzählen.«
»Raúl Argemí hat die Hölle gesehen. Zehn Jahre verbrachte er in den Kerkern der argentinischen Militärjunta, und es gibt wohl kaum eine menschliche Perversität, die ihm erspart geblieben wäre. Zweifelt er deshalb an dem Guten im Menschen? Liegen deshalb das Gute und das Böse bei ihm nahe beieinander und gehen ineinander über? In Interviews redet der Autor nicht gern über seine lange Gefangenschaft in der Todeszelle, über die erlebten und erlittenen Grausamkeiten. Es sei nicht dasselbe, ob man als normaler Häftling sitzt oder als politischer Gefangener.«
»Von Raúl Argemí wird in den nächsten Jahren noch oft die Rede sein. Er ist ein großer Könner auf dem Gebiet der vielschichtigen Handlungsführung mit raffinierten Vor– und Rückblenden und sinnstiftender Perspektivierung. Das Politische und Historische stehen in Argemís Romanen nie im Vordergrund. Die bilden vielmehr die Folie, vor der die Figuren agieren und ihre zugleich persönlichen wie auch symptomatischen Konflikte austragen. So bleiben seine Bücher immer das, was sie sein wollen: Kriminalromane.«