Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03242.jsonl.gz/1206

Der 65-jährige Wang Enlin, der in dem Dorf Yushutun bei Qiqihar im Nordosten Chinas lebt, war nur drei Jahre zur Schule gegangen. Seit 2001 las er in einem Buchladen Gesetzestexte. Da er kein Geld hatte, um die Bücher zu kaufen, las er die Texte in einem örtlichen Buchladen und schrieb sich wichtige Informationen in ein Heft. Dem Besitzer schenkte er als Gegenleistung immer wieder mal etwas Mais.
Giftige Abwässer hatten damals die Felder seines Dorfes überflutet. Seither konnte auf dem Land kein Ackerbau mehr betrieben werden.
Das Gericht sprach ihnen 820’000 Yuan (rund 120’000 Franken) Schadenersatz zu. Vor knapp zehn Jahren bekamen Wang Enlin und seine Nachbarn kostenlose Unterstützung durch eine Anwaltskanzlei, die auf Umweltfälle spezialisiert ist. Der Fall schlug auch in chinesischen Medien einige Wellen.
Der hartnäckige Bauer bekam viel Lob. «Er hat sich selber das Recht beigebracht und gegen Anwälte gewonnen, die der Gegner in grossen Städten angeworben hat», kommentierte die Zeitung Zhongguo Qingnianbao.
— ScoopWhoop (@ScoopWhoop) February 7, 2017
(sda)