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Morphinartiges Analgetikum für Pferd und Hund
ATCvet: QN02AC52
Zusammensetzung
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Eigenschaften / WirkungenLevomethadon ist die pharmakologisch hochaktive linksdrehende Form eines synthetischen Alkaloids vom Morphintyp. Seine Wirkung gleicht qualitativ der des Morphins, hält jedoch länger an. Levomethadon bindet an Opiat-Rezeptoren im ZNS mit der Folge einer Hemmung von Neuronen. Levomethadon bewirkt eine zentrale Analgesie.
Fenpipramid-Hydrochlorid hemmt die Erregungsübertragung an parasympathischen Nervenendigungen indem es die muskarinartige Wirkung des Acetylcholins an den Rezeptoren der postsynaptischen Membranen blockiert. Es wirkt dadurch spasmolytisch.
PharmakokinetikLevomethadon wird zu 85% an Plasmaeiweiss gebunden und grösstenteils in der Leber durch Demethylierung zu Pyrrolidin- und Pyrrolinderivaten abgebaut. Rund 10% werden unverändert über den Urin und Kot ausgeschieden. Die Gesamtausscheidung verläuft relativ rasch.
IndikationenZur Schmerzausschaltung (z.B. bei Kolikbehandlung) sowie zur Erzielung eines operationsfähigen Zustandes (Neuroleptanalgesie) bei Hund und Pferd. Bei Vergiftungen mit Arecolin, Pilocarpin, Eserin, Taxus baccata bei Hund und Pferd.
PferdL-Polamivet® ist langsam intravenös zu verabreichen.
Bei Pferden empfiehlt sich grundsätzlich eine Kombination mit einem Sedativum.
Hund
Eine geringere Dosierung ist angezeigt:
a) bei schlechtem präoperativem Zustand des Patienten wie z.B. bei Leber- und Nierenschäden;
b) bei Erreichen der gewünschten Operationstiefe während der Injektion. Bei älteren und kreislauflabilen Tieren ist eine postoperative Kreislaufkontrolle und gegebenenfalls eine Kreislaufstütze zu empfehlen.
Die angegebenen Dosierungen sind unverbindliche Richtwerte, die entsprechend den Voraussetzungen beim einzelnen Tier und dessen individueller Reaktion anzupassen sind.
AnwendungshinweiseL-Polamivet® wird zur Erzielung einer schnell eintretenden und sicheren Wirkung intravenös gegeben (Kolikbehandlung der Pferde, Durchführung operativer Massnahmen beim Hund).
Ist dies beim Hund nicht durchführbar, kann L-Polamivet® intramuskulär, subkutan oder intraperitoneal appliziert werden; die analgetische Wirkung setzt dann später und unter Umständen weniger intensiv ein. Man sollte daher nur in besonderen Ausnahmefällen diese Injektionsarten wählen.
Anwendungseinschränkungen
KontraindikationenEpileptoide und strychninbedingte Anfälle, Tetanus.
Anwendung bei hohem intrakraniellem Druck.
VorsichtsmassnahmenEs empfiehlt sich, Hunden L-Polamivet® nüchtern zu verabreichen.
Die unter Einwirkung von L-Polamivet® stehenden Hunde sind möglichst vor starken akustischen Reizen, Kälte und Nässe zu schützen, warm zuzudecken und an einen warmen Ort auf eine entsprechende Unterlage zu bringen.
Bei unerwarteten Kreislaufreaktionen ist eine kreislaufunterstützende Behandlung zu empfehlen.
Aufgrund der Atemdepression vorsichtige Anwendung bei Inhalationsnarkosen.
Levomethadon durchdringt die Plazentaschranke und kann bei Neugeborenen zu Atemdepression führen.
Bei Überdosierung kann es zu Atemstillstand, Zyanose und Kollaps kommen. Bei allen durch die Morphin- bzw. Levomethadonwirkung bedingten Zwischenfällen können Morphinantagonisten verwendet werden, z.B. Naloxonhydrochlorid.
AntagonistDer mitunter bis zu mehreren Stunden anhaltende Nachschlaf nach L-Polamivet® wird als willkommene Ruhigstellung oftmals begrüsst. In besonderen Fällen kann er aber auch unerwünscht sein.
Um den L-Polamivet®-Schlaf schnell zu unterbrechen, kann ein Opoid-Antagonist wie Naloxonhydrochlorid angewendet werden. Die Dosierung und Art der Anwendung von Naloxonhydrochlorid ist den entsprechenden Gebrauchsinformationen zu entnehmen. Dabei ist zu beachten, dass es durch die Antagonisierung des Levomethadonanteils in L-Polamivet® zu einem Überhang durch Fenpipramidhydrochlorid kommen kann, was zu einer massiven Tachykardie führen kann.
Unerwünschte WirkungenVetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
Abfall der Körpertemperatur, Neigung zu Erbrechen, akustische Erregbarkeit, Atemdepression. In der Aufwachphase kann es beim Hund zu Lautäusserungen (Heulen, Winseln) kommen. Durch die längere Wirkung von Fenpipramid kommt es bei einer Nachinjektion durch Abklingen der Opiatwirkung zu Tachykardie und sinkendem Blutdruck.
WechselwirkungenDie zentrale Dämpfung wird durch Sedativa-Hypnotika, Barbiturate und Phenothiazine verstärkt.
Sonstige HinweiseL-Polamivet® untersteht dem Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe.
Lagerung bei Raumtemperatur (15 - 25°C).
Aufbrauchfrist nach Entnahme der ersten Dosis: 4 Wochen.
Medikament, ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
PackungenFlasche mit 100 ml
Informationsstand: 08/2007
Dieser Text ist behördlich genehmigt.