Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03231.jsonl.gz/1070

Der Klosterbruder Guilelmus Altaripanus machte sich als Gesandter und Prediger in Deutschland bekannt. 1387 wurde das Kloster
durch eine Abteilung
Berner Truppen geplündert, 1578 legte eine Feuersbrunst einen Teil der Gebäulichkeiten
in Asche und 1532 suchte hier der letzte Abt von
Frienisberg ein Asyl für den Rest seines Lebens. Der stets zu Tage gelegten
Barmherzigkeit und Hilfsbereitschaft des
Klosters erfreuten sich besonders die ihm nahe gelegenen Gemeinden. So liess es z. B.
während der Teuerung von 1816-17 2000
Säcke Weizen aufkaufen, um daraus Brot zu backen und dieses an
die angrenzenden Pfarreien auszuteilen. 1848 ward das ehrwürdige Kloster aufgehoben und sein
Gut zum Staatseigentum erklärt; 1859 einigten
sich die religiösen und zivilen Behörden dahin, dass das Klostervermögen zu einem Teil vom Bistum zur Aufbesserung von
Pfarrerbesoldungen und zum andern Teil vom Staat zu wohltätigen Stiftungen verwendet werden sollte.
Nach der Säkularisation dienten die Klosterbauten während einiger Jahre als landwirtschaftliche Schule, worauf sie 1858 zu
dem hier heute noch bestehenden Lehrerseminar umgewandelt wurden. Dieses zählt jetzt 9 Lehrer und 80 Schüler (wovon 50 Lehramtskandidaten)
in vier Jahreskursen. Am d. h. am Abend nach
Schluss der Osterferien, brach Feuer aus, das
einen grossen Teil der der Schule dienenden Gebäude zerstörte. Den Wiederaufbau benutzte man zugleich zu längst wünschbaren
umfassenden Reparaturen an allen Gebäuden, was zusammen eine Summe von etwa 100000 Franken kostete.
Kirche und Kloster Hauterive, in romanischem und gotischem Baustil gehalten, sind in architektonischer
Beziehung recht bemerkenswert. Die aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammenden Chorstühle gehören zu den schönsten
der
Schweiz. Das Mittelschiff der Kirche wird durch je fünf Pfeiler von den Seitenschiffen geschieden, die Kapitäle sind
untereinander durch Spitzbogen verbunden, und Mittelschiff wie Chor tragen ein Spitzbogengewölbe. Ein
typisches Bauwerk für den Uebergangsstil ist der Kreuzgang, dessen gewölbte Arkaden von Doppelsäulen getragen werden.
Die Fensteröffnungen sind reich verziert. Die prachtvollen Glasmalereien des Chors hat man 1848 entfernt und nach ungeschickter
Restauration im Chor der
St. Nikolaus Kirche zu Freiburg
angebracht. Man beabsichtigt, mit finanzieller Beihilfe
der Eidgenossenschaft die Klosterkirche von Hauterive würdig restaurieren zu lassen und besonders auch die jetzt noch zum
Teil übertünchten dortigen Wandmalereien aus dem 14. und 15. Jahrhundert freizulegen und auf ihren kunstgeschichtlichen
Wert zu prüfen. Der Name Hauterive oder
Altenryf vom latein. alta ripa = hohes Steilufer. (Vergl.
Fribourgartistique à travers les âges. Jahrg. 1890, 1891, 1893, 1894, 1896, 1898 und 1899). Vergl. auch unsere Abbildung im Geograph.
Lexikon, Bd. II, S. 175.
(Kt. und Bez. Neuenburg).
525 m. Gem. und Dorf, am SO.-Fuss des
Chaumont, zwischen Neuenburg
und
Saint Blaise, 4 km nö.
Neuenburg
und 400 m von der Haltestelle
PortHauterive der elektrischen Strassenbahn
Neuenburg-SaintBlaise. Postablage, Telegraph, Telephon.
Gemeinde, mit
PortHauterive und Rougeterre: 81
Häuser, 654 reform. Ew.; Dorf: 71
Häuser, 542 Ew. Kirchgemeinde
Saint Blaise.
Weinbau mit ausgezeichnetem Ertrag, der zu den besten
Neuenburger Rotweinen gerechnet wird.
Brüche auf
sehr feinkörnigen gelben Kalkstein, der schon von den Römern zu ihren Monumentalbauten in Aventicum verwendet worden ist.
AlteHäuser mit Burgunderdächern, aus dem 16. Jahrhundert stammend. Hauterive wird als alta ripa (= hoher Steilufer) urkundlich
zum erstenmal 1143 genannt. In der Geologie hat die Ortschaft der Hauterivienstufe der untern Kreide
(zwischen Neocom und Valangien) ihren Namen gegeben. Im Hauterivien findet man eine reiche fossile Wirbellosenfauna (307
Spezies);
als Leitfossilien nennen wir: Hoplites radiatus, H. Leopoldinus;
Holcostephanus multiplicatus und dem H. Astierianus
verwandte Formen;
Zuerst Teil der
HerrschaftBlonay, ward 1591 von François und Gabriel de
Blonay (Onkel und Neffe) an Jérôme Gignilat
verkauft, kam dann an Abraham Dubois und später an einen Herrn de
La Mothe, der das
Gut 1704 seinerseits wieder an Charles
Jaquemin veräusserte.
Nachher der Reihe nach im Besitz der Familien Herwart und Cannac.
das heutige
Schloss erst um 1760 von
Pierre Philippe Cannac erbaut. Zu Beginn des
vorigen Jahrhunderts hat man nahe dem
Schloss das
Grab eines mit Halsband und Armringen geschmückten römischen Kriegers aufgedeckt.
Fund eines Bronzebeiles.
Heute ist der Park dem Publikum geöffnet und wird an schönen Sonntagen von
zahlreichen Spaziergängern aus
Vevey besucht.
(Kt. Waadt,
Bez. Aigle).
1323 m. Alpweide mit
Hütte,
im Thal der
Tinière und über dem mittleren Abschnitt eines grossen Lawinenzuges.
Im Sammelgebiet der Lawinen, 500 m nö. vom
Signal du Malatrait, sind beträchtliche Verbauungsarbeiten
ausgeführt worden.