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Hörstörungen im Alter sind häufig. Als wesentliche Ursache gilt eine Lärmexposition, die zu einem Untergang der Haarzellen im Innenohr führt. Aber auch die Ernährung könnte eine Rolle spielen. Bekannt ist, dass einige ototoxische Metalle wie Kadmium oder Blei schwere Hörstörungen verursachen können.
In ärmeren Ländern kann auch ein Mangel an Vitamin A und Zink Hörstörungen auslösen. In reicheren Ländern könnte der vermehrte Verzehr von Fisch, mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Folsäure, Beta-Carotin und die Einnahme der Vitamine A, E und C eine protektive Wirkung haben, wobei die Ergebnisse der Studien keineswegs eindeutig sind.
In einer früheren Analyse der Nurses' Health Study II kam ein Team um Gary Curhan vom Brigham and Women's Hospital in Boston zu dem überraschenden Ergebnis, dass Frauen mit der höchsten Zufuhr von Vitamin C im Alter häufiger Hörstörungen entwickelten (während die protektive Assoziation mit Betacarotin und Folsäure bestätigt wurde).
Jetzt haben die Forscher die Daten der Studie daraufhin untersucht, ob eine Diät im Alter vor einem Hörverlust schützen kann. Empfohlen werden derzeit einmal die traditionelle Mittelmeerkost ("Alternate Mediterranean diet", AMED) auf der Basis von Olivenöl, Getreide, Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse, Nüssen, Fisch und einem mäßigen Konsum von Rotwein.
Menschen mit erhöhtem Blutdruck wird zur DASH-Diät ("Dietary Approaches to Stop Hypertension") geraten, die neben Obst und Gemüse fettarme Milchprodukte empfiehlt und den Salzkonsum deutlich einschränkt.
Ein dritter Qualitätsindikator für eine gesunde Ernährung ist der ursprünglich vom US-Landwirtschaftsministerium herausgegebene AHEI-Index ("Alternative Healthy Eating Index") in der aktuellen Version aus dem Jahr 2010, der Komponenten von AMED und DASH enthält.
Für alle 3 Empfehlungen ließ sich eine protektive Assoziation nachweisen. So entwickelten Frauen, die sich an die AMED halten (Vergleich oberstes mit unterstem Fünftel) zu 30 % seltener Hörstörungen (multivariables relatives Risiko MVRR 0,70; 95-%-Konfidenzintervall 0,60 bis 0,82).
Die DASH-Diät senkte das Risiko um 29 % (MVRR 0,71; 0,61-0,83) und der AHEI-2010 um 21 % (MVRR 0,79; 0,69-0,91). Bei Frauen, bei denen das Hörvermögen genauer untersucht worden war, war die protektive Wirkung noch ausgeprägter: Curhan ermittelt eine MVRR von 0,63 (0,49-0,81) für die AMED, eine MVRR von 0,64 (0,50-0,83) für die DASH-Diät und eine MVRR und 0,71 (0,56-0,89) für die AHEI-2010.
Wie immer in epidemiologischen Studie lässt sich nicht ganz ausschließen, dass die protektive Wirkung auf andere Faktoren einer gesunden Lebensweise als die Ernährung zurückzuführen ist. Es bleibt deshalb abzuwarten, ob sich die Ergebnisse in anderen Studien (auch bei Männern) bestätigen lassen.
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