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Algetshausen – Wie der Ort früher war
Der Ort erscheint erstmals im Jahre 854 als «Adalgozzeshusen» in einer Urkunde. Im Mittelalter waren die politischen Geschicke vermutlich eng mit der Entwicklung des nahen Dorfs Henau verwoben (siehe sep. Ortsbildaufnahme). Nach 1468 ordnete die Fürstabtei St. Gallen – als Besitzerin des gesamten Toggenburgs – die Vogtei- und Gerichtsrechte neu. So wurde das Gericht von Algetshausen, wie die von Niederuzwil, Ober- und Niederstetten, der Obervogtei Schwarzenbach unterstellt. Im 16. Jahrhundert erhielt Algetshausen ein eigenes Dorfrecht.
Kirchliches Zentrum war bis ins 19. Jahrhundert Henau mit seinem mittelalterlichen Gotteshaus. Nach dem Zusammenbruch der äbtischen Herrschaft 1798 wurde im Jahre 1803 Algetshausen zusammen mit Henau, Niederuzwil, Ober- und Niederstetten zur politischen Gemeinde Henau vereinigt. Erst seit 1962 heisst sie Uzwil.
Ein Blick auf die Siegfriedkarte von 1878 zeigt die Siedlung als lockeren Haufen- und Strassenweiler mit subtilem Wegnetz. Als einzige dominante Verkehrsachse erscheint die Durchgangsstrasse Oberstetten–Niederuzwil. Die 1855/56 eröffnete Eisenbahnlinie Zürich–St. Gallen hatte offenbar keinen Einfluss auf Grösse und Form des Weilers. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein dürften das Siedlungsbild und der bäuerliche Charakter des Orts weitgehend intakt geblieben sein. Noch um 1900, als Algetshausen 250 Einwohner zählte, lebten die meisten vorwiegend von der Landwirtschaft, Weberei und Stickerei.
In den letzten 50 Jahren ist Algetshausen im Einflussbereich der Agglomeration Uzwil gestanden; dadurch war bereits in den Siebzigerjahren der Wandel zum reinen Wohnort absehbar. Heute sind wesentliche Teile des umgebenden Wies- und Weidelands von Einfamilienhäusern übersät.