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Autor: FrÉdÉric Auderset
Für die gestrige Einweihung und Medienorientierung muss- te der Betrieb im Reservoir Bürglen unterbrochen werden. Denn als Laurent Barras, Betriebschef der Industriellen Betriebe Freiburgs, anschliessend dem Wasser wieder freien Lauf liess, war im kleinen Raum kaum mehr das eigene Wort zu verstehen. Die 6600 Liter, die pro Minute durch die Rohre schiessen und dabei neuerdings Strom produzieren, erzeugen einen Höllenlärm und bringen das Gemäuer zum Vibrieren.
Die Energie, welche im rauschenden Wasser steckt, ist so gross, dass damit fünfzig Haushalte mit Strom versorgt werden können. Dies geschieht mittels einer «umgekehrten» Pumpe – und nicht etwa mit einer Turbine, wie es sonst für Wasserkraftwerke üblich ist. Wegen der speziellen Abmessungen hätte nämlich ein Prototyp einer Turbine hergestellt werden müssen, was etwa fünfmal mehr gekostet hätte als die Lösung mit der Standardpumpe, erklärt Laurent Barras.
Spektakulär unspektakulär
Die Pumpe funktioniert in dem Sinne umgekehrt, als dass nicht wie üblich Energie gebraucht wird, um Druck aufzubauen und beispielsweise Wasser hochzupumpen. Ins Reservoir Bürglen fliesst das Wasser von der höher gelegenen Hofmatt-Quelle – die sich pikanterweise auf Alterswiler Boden befindet (siehe Kasten ganz rechts) – nämlich von selbst. So bewirkt der Druck des ankommenden Wassers gerade auf umgekehrte Weise, dass die Pumpe Energie abgeben kann. Diese wird anschliessend an einen Generator weitergeleitet, welcher die Energie in Strom umwandelt.
Die Dimensionen der Anlage sind eher klein, weshalb Stéphane Maret, Direktor der Industriellen Dienste, in seiner Ansprache bemerkte: «Das Spektakuläre an der Installation ist, dass sie völlig unspektakulär aussieht.»
Ein Verlustgeschäft
Der produzierte Strom wird ins Netz der Groupe E eingespiesen. Dafür erhalten die Industriellen Betriebe 15 Rappen pro Kilowattstunde. Die Produktionskosten liegen aber bei etwa 25 Rappen. Abzüglich der Amortisationskosten – die Anlage hat 120 000 Franken gekostet – verliere die Stadt pro Kilowattstunde ungefähr fünf Rappen, erklärt Stéphane Maret. Damit ergibt sich für die 180 000 Kilowattstunden Strom, die in Bürglen jährlich produziert werden, ein Verlust von knapp 10 000 Franken.
Es sei aber nicht das Ziel, Gewinn zu erzielen, sagt Maret. «Im Vordergrund standen immer die nachhaltige Entwicklung und die Nutzung von erneuerbarer Energie.» Man hoffe dennoch, mit der Einspeisevergütung des Bundes für ökologischen Strom in spätestens drei Jahren kostendeckend zu produzieren.
Auf die Frage, wie viel Anteil der in Bürglen produzierte Strom am Gesamtverbrauch der Stadt habe, antwortet Laurent Barras: «Der ist sehr gering, für sich genommen fast unbedeutend. Aber mehrere kleine Kraftwerke können im Verbund sehr wohl einen Beitrag zur nachhaltigen Energieproduktion leisten. Ausserdem sorgen viele kleine Anlagen für grössere Unabhängigkeit von den Produzenten.» Im Reservoir Arconciel kann wegen des fehlenden Gefälles beim Zufluss allerdings kein weiteres Kleinkraftwerk gebaut werden.