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Daraufhin antwortete die Sekretärin mit der folgenden Email, in der alle
250 Angestellten der Firma eingeschlossen wurden (blind copy).

'Betreff: RE: Ketchup auf Hosen. |
"Auf Bezug auf Deine Email, muss ich mich für die Verspätung
entschuldigen. Aber weil meine Mutter plötzlich krank geworden
und dann verstorben ist, hatte ich dringendere Sachen zu tun, als an die 4 Pfund
zu denken. Ich entschuldige mich nochmals, unbeabsichtigterweise ein
paar Tropfen Katchup auf Deine Hosen gespritzt zu haben. Offensichtlich
sind Deine finanziellen Nöte als Associate grösser als meine
als Sekretärin.
Ich habe Deine Email anderen gegenüber erwähnt und verschiedene
Anwälte und Angestellte haben sich angeboten,
eine Sammelaktion zu starten, um die 4 Pfund zusammenzukriegen.
Ich habe dieses Angebot abgelehnt. Solltest Du aber den Drang nach den
4 Pfunden noch verspüren, werden Sie morgen auf Deinem Tisch liegen.
Jenny."
Es kam noch schlimmer. Die Email zirkulierte bald in der ganzen
Stadt und dann weltweit. Viele hatten die Email weitergeleitet und
zum Teil ihre eigenen Kommentare dazu geschrieben. Die Geschichte wurde
auch in den Medien fleissig
weitergereicht. Sie erschien in hunderten von
online Zeitungen, so auch in CNN.
Warum war die Geschichte ein Erfolg?
Einige Schlagzeilen:
- Schadenfreude: 'David gegen Goliath" Effekt. Die Sekretärin verdient
nur 25'000 Englische Pfund pro Jahr, während das Salair des Anwalts
bei über 100'000 Pfund liegt. Rechtsanwäte sind auch beliebte
"Opfer" von Witzen.
- Bekannte Arbeitsumgebung: Es ist eine Geschichte,
die fast überall und fast jedermann passieren könnte.
- Die Geschichte illustriert die Gefahren der elektronischen Kommunikation.
- Sie produziert eine Frage: Was ist schlimmer?
Kleinlichkeit wegen ein paar Franken oder das Stören des
Vertrauensverhältnisses durch das Herausposaunen
einer internen Sache an die ganze Welt.
Stellungsname der Firma
In der offizielle Stellungsname der Firma "Baker und Mackenzie" wurde darauf hingewiesen, dass
beiden Personen die Publizität peinlich sei und

"Das ist eine Privatsache zwischen zwei Angestellten, die etwas ausser
Rand und Band geraten ist. Die Sache wird untersucht. Wir kommentieren
nicht weiter.

Ähnliche Fälle ( Quelle)
- In der Rechtsfirma "Norton Rose" im Jahre 2000 passiert: Claire Swire sandte
eine intime Email zu einem Kollegen. Die Notiz wurde zu 6 weiteren Leuten weitergeleitet
und dann von Millionen gelesen.
- Mark Thompson, der Direktor von BBC musste zugeben, dass er einmal
einen Kollegen in den Arm gebissen hatte, nachdem eine den Zwischenfall beschreibende
Email auf dem Web zu finden war.
- Alastair Campbell der frühere Chef "Media relations" an der Downing Street
sandte irrtülicherweise ein 4 Buchstabenwort per Email zu "BBC2's Newsnight".
- Jo Moore, ein amerikanischer Regierungsberater hatte Kollegen
nach dem 11 September per Email geschrieben, dass
"das Ereignis gut sei, um schlechte Nachrichten zu begraben".