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Im Oktober 1977 gründeten Martyn Ware, Ian Craig Marsh und Philip Oakey The Human League. Nach den ersten zwei Alben (“Reproduction“ und “Travelogue“), dem Clubhit “Being Boiled“ sowie Tourneen im Vorprogramm von z.B. Siouxsie and the Banshees oder Iggy Pop kam es im November 1980 zum Streit, Martyn und Ian Craig verliessen die Band und formierten Heaven 17.
Vor der Veröffentlichung des Albums “Dare“ wurden Joanne Catherall und Susan Ann Sulley (sie nannte sich damals Susanne Sulley) 1981 zu festen Bestandteilen der Band. Die kommerziell erfolgreichste Zeit hatten The Human League mit dem erwähnten Album und dem Smash-Hit “Don’t You Want Me“. Sie gehörten damit zur Speerspitze der aufkommenden New Romantic-Szene.
Es folgten die Hits “(Keep Feeling) Fascination“ (1983) und “The Lebanon“ (1984). Das Album “Hysteria“ konnte nicht mehr an die Erfolge von “Dare“ anknüpfen. Mit der Single “Human“ gelang der Band 1986 nochmals ein Hit. Dann wurde es etwas still um die Band, es folgten zwar weitere Alben “Crash“ (1986), “Romantic? “ (1990) und “Octopus“ (1995), aber die wurden kaum wahrgenommen.
2001 versuchte The Human League, inzwischen auf das Trio Philip Oakey / Joanne Catherall und Susan Ann Sulley reduziert, mit “Secrets“ einen Comeback Versuch, das trotz guten Kritiken scheiterte. Deshalb erstaunte mich die Ankündigung im letzten Jahr etwas, dass die Band ein neues Album auf den Markt bringen will.
Das Album beginnt mit “Never Let Me Go“, ein Pop Song der fast vollständig von einer der beiden Frauen, zum Teil im spacigen Sound, gesungen wird. “Night People“ die erste Single von Credo hat eine mächtige Bass-Line und geht ins Ohr. Textlich eher etwas banal. Die stärksten Momente hat der Song im zweiten Teil, da fliesst er und hat so etwas wie Hymen Charakter.
“Sky“ ist eine eingängige Pop Nummer mit hübschen Strings und einer funky Bass-Line. Typisch ist dabei ist der Gesang für die Band: Phil singt die Strophen dabei wird er Chor-mässig von den reizenden Damen begleitet. Beim Übergang zu “Into The Night“, erklingt etwas der früheren Magie der 80er Dekade, ich denke dabei vor allem an eines der ersten Remix Alben überhaupt: “Love And Dancing“ von The League Unlimited Orchestra, das auf den Song von “Dare“ aufgebaut ist und vom legendären Martin Rushent produziert wurde.
Aber zurück zum aktuellen Album. “Single Minded“ ist ein gut gemachter Electro-Pop Song, dem es an nichts fehlt. Blubberende Bass-Line, ansprechende Melodie und guter Gesang in bester 80’s Manier. “Electric Shock“ ist ähnlich aufgebaut wie die Vorgänger Nummer, etwas schneller und spaciger mit einer suffigen Melodie.
Bei “Get Together“ gefällt mir das knackige Drum-Set, allerdings wird der Song im Refrain etwas flacher. Der kurze Instrumentalteil nach 2 Minuten 45 lässt mein DJ Herz höher schlagen 🙂 Der Anfang von “Privilege“ erinnert mich an die ersten Songs von The Human League, auch wenn der ungewöhnliche Klang der Stimme im Refrain Teil des 21. Jahrhundertes ist. “Breaking The Chains“ ist wieder etwas für den Dancefloor, feine Gitarrenakkorde fügen sich harmonisch in den Song ein.
Das Comeback Album Credo darf sich hören lassen, so klingt für mich guter Pop, vor aber allem ist immer noch The Human League in den Songs erkennbar und auch deshalb bekommen sie von mir vier Sterne. Die einzige Schweizer Show spielt die Band am 16.04.2011 im Komplex 457 in Zürich. Ich freue mich darauf und bin gespannt wie sich das Ganze live anhören wird.
Tracklist:
1. Never Let Me Go
2. Night People
3. Sky
4. Into The Night
5. Egomaniac
6. Single Minded
7. Electric Shock
8. Get Together
9. Privilege
10. Breaking The Chains
11. When The Stars Start To Shine
Bandmitglieder:
Philip Oakey – Sänger, Komponent und Produzent
Joanne Catherall – Sängerin
Susan Ann Sulley – Sängerin
Gründungsjahr:
1977