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Der aus Freiburg im Üechtland stammende Friedrich Gutknecht war von 1896 bis 1903 Hausarzt am Diakonissenspital in Riehen.
Sohn des Jakob und der Anna Gutknecht. Heirat 1886 mit Wilhelmine Spoerri. Ein Sohn und sechs Töchter.
Friedrich Jakob Gutknecht wurde am 1. Januar 1859 in Freiburg im Üechtland geboren. Er wuchs im elterlichen Haus gemeinsam mit zwei älteren Schwestern auf und besuchte das Collège in Freiburg, das er mit der Realmaturität abschloss.
Gutknecht wollte ursprünglich am Polytechnikum in Zürich studieren, doch entschied er sich schliesslich auf Empfehlung seines Pfarrers für ein Medizinstudium in Basel und Bern. Er holte in den ersten beiden Semestern die Latein-Matura nach und lernte dann erfolgreich unter Theodor Kocher, Theodor Langhans und Ludwig Lichtheim. Bei einer Sektion infizierte er sich mit Typhus. Die Erkrankung fesselte ihn lange Zeit ans Krankenbett. Dennoch bestand er 1883 das eidgenössische Staatsexamen.
Unter der Leitung von Langhans verfasste er eine Dissertation über das Kropfgewebe mit dem Titel ‹Die Histologie der Struma›. Anschliessend war er von Frühling 1884 bis Herbst 1885 erster chirurgischer Assistenzarzt bei Professor Theodor Kocher in Bern. Danach begab er sich zur Fortbildung an die chirurgischen Kliniken in Halle, Berlin und Wien. Nach seiner Rückkehr aus dem Ausland heiratete er im April 1886 Wilhelmine Spoerri, die er seit seiner Primarschulzeit kannte.
Gutknecht richtete sich in Freiburg eine bald florierende Privatpraxis ein. 1891 berief ihn Kocher als Privatassistenten zu sich nach Bern. Aufgrund der dortigen vorzüglichen chirurgischen Ausbildung wurde Gutknecht im Sommer 1896 als Hausarzt ans Diakonissenspital in Riehen gewählt und bezog mit seiner Familie das Ärztehaus an der Bahnhofstrasse 1.
In Riehen überwachte er neben einer umfangreichen Tätigkeit als Operateur auch die in jenen Jahren zahlreichen baulichen Massnahmen, namentlich den Ausbau des neuen Operationssaals, der ihm ein grosses Anliegen war. Am 28. Mai 1898 nahm er darin die erste Operation vor.
Gutknecht war ein unbequemer Arzt. Er stellte seine Forderungen kompromisslos und konsequent. Dies kam seiner chirurgischen und therapeutischen Arbeit sehr zugute, trug ihm aber offenbar auch Schwierigkeiten ein. So zog er es im Mai 1903 vor, dem Vorstand des Diakonissenhauses seine Demission einzureichen.
Gutknecht übersiedelte mit seiner Familie nach Basel. Er wirkte dort und in Lörrach als praktischer Arzt. Die Sprechstunde in Lörrach hielt er auch während des Ersten Weltkriegs aufrecht und half dort auf uneigennützige Weise.
Neben seiner ärztlichen Tätigkeit, bei der er sowohl von Patientinnen und Patienten als auch vom Pflegepersonal strengste Einhaltung seiner Anweisungen voraussetzte, traten andere Interessen stark zurück. Nach dem Wegzug seines Sohns Jakob Friedrich nach Amerika und dem Tod der ältesten Tochter Alice Wilhelmine und der Gattin Wilhelmine verbrachte Gutknecht seine letzten zehn Lebensjahre in aller Stille als Hausarzt.
Am 13. Oktober 1937 verstarb Gutknecht an plötzlichem Herzversagen.
Autorin / Autor: Peter Nussberger | Zuletzt aktualisiert am 1.11.2023
Die Histologie der Struma. In: Archiv für anatomische Pathologie und Physiologie und für klinische Medicin 99 (1885). S. 314–326, 419–448 (Diss. med. Bern).
Blattmann, Valérie und Renzo Bassetti: Die praktizierende Ärzteschaft des Kantons Bern 1919–1974. Bern 2004, S. 45.
Bosson, Alain: Dictionnaire biographique des médecins fribourgeois (1311–1960). Corrections et ajouts apportés auch dictionnaire, 2019, S. 11f. (https://alainbosson.ch/wordpress/PDF/Corrections_Dicomed_10.pdf)
Lutz, Wilhelm: Zur Erinnerung an Herrn Dr. med. Friedrich Gutknecht-Spoerri, 1859–1937. Basel 1937