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„Das Forscherpaar Ashmole macht wenig schmeichelhafte Bemerkungen zur Arbeit der belgischen Expeditionen und unterstellt quasi, dass deren Aufsammlungen mitverantwortlich für das Aussterben des St.-Helena-Riesenohrwurms wie auch des grossen Laufkäfers Aplothorax burchelli gewesen seien. Ich sehe das anders: Ohne die Ergebnisse der belgischen Expeditionen wüssten wir bis heute nichts Substantielles über die Lebensweise des Käfers und des Riesenohrwurms (auch wenn die Informationen zu letzterem immer noch sehr spärlich sind) und wären auch insgesamt nur unzureichend über die Fauna der Insel St. Helena informiert.
„Von Anbeginn den Natur- und Artenschutz als integralen Bestandteil jeglicher Entwicklung etablieren“
Zu kleine Populationen zum Überleben
Die Populationen der beiden Arten waren schon in den 1960er-Jahren, also zur Zeit der belgischen Expeditionen, nur noch Reste ehemals weiterer Verbreitung auf der Insel. Sie lebten bereits in suboptimalen Ersatzhabitaten und waren offenbar schon deutlich unterhalb der „minimum viable population size“, also der kleinstmöglichen effektiven Populationsgrösse, die unter festgelegten Bedingungen noch überlebensfähig ist. Ganz deutlich sieht man das an den Funden von Zangen und anderen Körperteilen toter Riesenohrwürmer an anderen Stellen der Insel als dort, wo die belgische Expedition lebende Tiere gesammelt hat. Mit anderen Worten: Die beiden Arten wären auch ohne zusätzliche Aufsammlungen ausgestorben. Ursachen scheinen die massiven Habitatzerstörungen bereits vor und definitiv seit Beginn der permanenten Besiedlung im 17. Jahrhundert in Verbindung mit der Bejagung durch eingeschleppte Ratten und Mäuse und Konkurrenz durch einen eingeschleppten grossen Hundertfüsser (Skolopender) zu sein. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren bereits viele endemische Pflanzen ausgerottet und die natürliche Vegetation (Ökosysteme), inklusive der "Wälder" (wohl eher lichtere Haine) weitgehend verschwunden. Die Entnahme von Oberflächensteinen für den Hausbau in jüngerer Zeit (im Schutzgebiet!), unter denen die Tiere tagsüber Schutz suchten, hat sicher auch zum Verschwinden beigetragen.
Vorsorgeprinzip entscheidend
So schlimm das Aussterbeereignis auch ist, so trägt dessen blosse Kenntnis (die meisten Insekten sterben aus, ohne dass sie der Wissenschaft bekannt werden) doch dazu bei, erneut etwas daraus zu lernen: Nämlich, dass ab einem gewissen Punkt der Habitatzerstörung und Einschleppung gebietsfremder Arten keine Massnahmen mehr das Aussterben selbst so robuster Arten wie solcher Insekten verhindern können. Das heisst, man muss dem Vorsorgeprinzip gemäss den menschlichen Einfluss bereits zu einem Zeitpunkt naturverträglich gestalten, zu dem noch mehrere grosse, überlebensfähige Populationen in ihrer naturnahen Umgebung existieren, beziehungsweise von Anbeginn den Natur- und Artenschutz als integralen Bestandteil jeglicher Entwicklung etablieren und diesen Zustand dann über Jahrhunderte hinweg kontinuierlich sichern und fördern - das Aussterben dieser beiden Arten begann mit der Entdeckung der Insel 1502, also vor 500 Jahren!“