Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03394.jsonl.gz/294

Topisches Ketoprofen bei Tendinitis
Die Schmerzen bei Tendinitis sind durch blosse Ruhigstellung meist gut behandelbar. Aus beruflichen und anderen Gründen ist dies aber häufig nicht möglich. Die Autoren einer randomisierten Studie haben den Einfluss von lokal appliziertem Ketoprofen auf die Schmerzen bei Tendinitis evaluiert.
172 Patienten mit einer kürzlich aufgetretenen, symptomatischen Tendinitis ohne Indikation für eine orthopädische oder chirurgische Intervention wurden in die randomisierte, doppelblinde Multizenterstudie eingeschlossen. Je nach Randomisierung klebten die Teilnehmer während 2 Wochen täglich ein 100 mg Ketoprofenpflaster oder ein Placebopflaster auf die betroffene Stelle. Primärer Endpunkt war der Schmerz während den normalen täglichen Aktivitäten, zweimal täglich gemessen auf einer visualisierten 100 mm Schmerzskala. Sekundäre Endpunkte waren verschiedene weitere Schmerzintensitäten, allgemein und in speziellen Situationen gemessen. Alle Analysen fanden nach dem Intention-to-treat Prinzip statt.
15% der Patienten brachen die Studie ab, meist aufgrund von Nebenwirkungen, Ineffektivität oder Heilung. Nach einer Woche war der Schmerz auf der 100 mm Skala unter Ketoprofen um 38.4 mm (56%) gesunken, unter Placebo um 25.8 mm (37%). Die sekundären Endpunkte sprachen in den meisten Fällen für eine signifikant bessere Wirkung von Ketoprofen. Lokale Hautreaktionen waren in beiden Gruppen ungefähr gleich häufig, waren spontan regredient und führten selten zum Therapieabbruch.
Konklusion der Autoren: Ketoprofen scheint bei Tendinitis kurzzeitig ein effektives schmerzlinderndes Medikament zu sein. Je länger die Therapie, desto grösser der Effekt.
Link zur Studie
J Rheumatol 2005;32:1563-1570 - B. Mazières et al
26.08.2005 - dde