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«Lange Sichtwechsel», die noch 4 Wochen und länger zu laufen haben.
Der Solawechsel ist ein eigener (trockener) Wechsel, ein schriftliches, wechselmäßiges Versprechen zur Zahlung einer Summe, welches der Aussteller dem Nehmer des Wechsels giebt. Der eigene Wechsel enthält also keinen Zahlungsauftrag und ermangelt eines eigentlichen Bezogenen, dessen Stelle der Aussteller als Selbstschuldner übernimmt.
Wechselduplikate sind Vervielfältigungen der Originale des Wechsels. Dieselben heissen Prima-, Sekunda-, Tertiawechsel (die Prima z. B. kann im Giroverkehr verwendet, die Sekunda zur Präsentation und Acceptation versendet und die Tertia zur Sicherheit zurückbehalten werden). Selbstverständlich ist nur ein Exemplar zu acceptiren und einzulösen.
Nach Empfang eines Wechsels hat man unter anderm zu prüfen, ob derselbe dem Gesetz entsprechend gestempelt ist. (Eine Abschrift des Wechsels im Wechselkopirbuch ist zu empfehlen.)
Wechsel im Beträge von 100 M. und weniger müssen mit einer Wechselstempelmarke von 10 Pf. versehen werden (über 200-400 M. = 20 Pf., über 400-600 M. = 30 Pf., über 800-1000 M. = 50 Pf., über 1000-2000 M. = 1 M., über 2000-3000 M. = 1 ½ M., für jede ferneren 1000 M. 50 Pf. mehr, dergestalt, dass jedes angefangene Tausend für voll gerechnet wird). Die Marken sind auf die Rückseite des Wechsels, und zwar, wenn dieselbe noch unbeschrieben ist, unmittelbar an einem Rande desselben, andernfalls unmittelbar unter dem letzten Vermerke (Indossament) auf eine Stelle aufzukleben, die weder beschrieben, noch bedruckt ist.
In jeder einzelnen der auf den Wechsel geklebten Marken muss das Datum der Verwendung der Marke, und zwar der Tag und das Jahr mit arabischen Ziffern, der Monat mit Buchstaben, wenn auch abgekürzt, niedergeschrieben werden. Korrekturen sind unzulässig.
Wird ein acceptirter oder in anderen Besitz übergegangener Wechsel am Verfalltage nicht eingelöst, so muss man, um sich und seinen Vormännern die Vergünstigung des Wechselrechtes zu wahren, rechtzeitig protestiren lassen. Der wechselmäßige Anspruch gegen den Acceptanten verjährt indess in 3 Jahren, vom Verfalltage des Wechsels ab, bei Sichtwechseln schon nach 2 Jahren vom Tage der Ausstellung ab.
Protest ist eine Beglaubigung, dass der Wechselinhaber rechtzeitig alles gethan hat, um Bezahlung zu erhalten. Protest zu erheben berechtigt ist nur ein Notar oder ein Gerichtsbeamter.
Protest kann erhoben werden schon am Verfalltage des Wechsels; er muss erhoben werden spätestens am Nachmittag (vor Ablauf der 6. Stunde) des 2. Tages nach dem Verfalltage (Sonn- und Feiertage werden hierbei nicht gerechnet), also ein am 4. März fälliger Wechsel spätestens am 6. März Nachmittags. ¶
Hat der Wechselinhaber Protestaufnahme versäumt, so kann er für die dadurch seinen Vormännern resp. dem Aussteller erwachsenden Nachtheile verantwortlich gemacht werden.
Abschlagszahlungen auf einen fälligen Wechsel sind anzunehmen, dies ändert jedoch nichts an der Berechtigung und Verpflichtung zur Protestaufnahme.
Nothadresse ist die vom Aussteller oder von einem Indossaten ausgehende, auf der Vorderseite des Wechsels angebrachte Notiz, wodurch der Wechselinhaber angewiesen wird, den Betrag von der benannten Adresse zu erheben, für den Fall der Bezogene den Wechsel nicht bezahlt.
Die Worte «O. K.» (ohne Kosten) auf einem Wechsel bedeuten, dass der Aussteller oder einer der Giranten wünscht, dass bei Nichtzahlung Protest nicht erhoben werde. Der Wechselinhaber kann trotzdem protestiren lassen, wenn er glaubt, sein oder seiner Vormänner Recht wahren zu müssen.
Regressnahme heisst Rückanspruch, Ersatzanspruch an den Vormann.
Rembours = Deckung, Gegenwerth, Wiedererstattung.
Wechsel und Protest braucht man an den Vormann vor Eingang der Wechselsumme nebst Kosten nicht zurückzuschicken; es geschieht dies indess meist (durch eingeschriebenen Brief), sobald man den Vormann für zahlungsfähig hält. Man kann auch der Ersparniss der Kosten wegen oder weil ein früherer Girant am gleichen Ort sich befindet, einen oder mehrere Vormänner überspringen resp. den Betrag von einem früheren Vormann sich erstatten lassen.
Die Benachrichtigung, dass ein Wechsel protestirt worden ist, an den Vormann hat sofort, spätestens innerhalb zweier Tage nach dem Tage der Protesterhebung bezw. Empfang der Anzeige davon, zu erfolgen. Die Ansprüche des Inhabers an den Vormann verjähren in 3 Monaten vom Tage des erhobenen Protestes.
Auf einem Wechsel, der zurückgeht, kann jeder Indossant, der einen seiner Nachmänner befriedigt hat, sein eigenes und seiner Nachmänner Indossement ausstreichen, weil sie durch Einlösung des Wechsels von aller Wechselpflicht sich befreit haben.
Ausser der Wechselsumme und den durch den Protest entstandenen Kosten können dem Vormann berechnet werden 6 % Zinsen vom Zahlungstag an, sowie ½ % Provision.
Wechsel versendet man in der Regel durch Einschreibebrief; die Einschreibegebühr beträgt 20 Pf. Geld und Werthsachen werden auch in versiegelten Packeten und Briefen mit Werthangabe (5 Pf. für je 300 M. ) versandt. Wechsel und Geldbeträge können auch durch Postauftrag erhoben werden. Diese dienen zum Einziehen von Geldbeträgen gegen quittirte Rechnungen, Wechsel, Zinsscheine etc. in einem Stück oder mehreren Stücken bis zum Gesammtwerth von 800 M. bei dem Adressaten durch die Postanstalt des letzteren; innerhalb Deutschlands auch zur ¶