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Durch die Geschichte Chinas sowie durch seinen heroischen Status, den Legenden und Mythen über Ereignisse, ist sein Leben nur sehr schwer zu verfolgen.
Huo Yuan Jia wurde 1867 in der Nähe von Tjanjin geboren und wuchs als viertes Kind einer zehnköpfigen Familie auf. Sein Vater, Huo Len Dai, war ein berühmter Kung-Fu/WuShu Kämpfer des Mi Zhouen Chan Stils. Huo Yuan Jia erkrankte in der Kindheit an Gelbsucht. Deshalb weigerte sich sein Vater, ihm sein Wissen über Kung-Fu/WuShu weiterzugeben. Huo Len Dai war ein sehr traditioneller Chinese mit einer langen Geschichte innerhalb der Familie. Er befürchtete, dass Huo Yuan Jia seinem hohen Standard, den er an einen Kung-Fu/WuShu Kämpfer stellte, nicht gerecht werden könnte und dadurch auch Schande und Hohn über seine Familie herein brechen würden.
Eine Stelle als Gelehrter erachtete sein Vater als erfolgversprechender und sinnvoller, vielleicht zeichnete Huo Yuan Jia sich im späteren Leben vor allem deswegen durch seine bescheidene Art und sein gebildetes Auftreten aus. Zu diesem Zeitpunkt verletzte das Trainingsverbot Huo Yuan Jia jedoch in erster Linie in seinem Stolz. Denn seine Brüder konnten alle das Kung-Fu/WuShu und damit auch die Tradition erlernen und später auch weitergeben. Er fühlte sich ausgestossen und nicht respektiert. Noch im Alter von 12 Jahren verlor er andauernd Ringkämpfe gegen teils viel jüngere Gegner. Diese Schmach wollte er nicht mehr auf sich sitzen lassen und akzeptierte das Trainingsverbot des Vaters nicht mehr. Um dieses Verbot zu umgehen, grub er ein Loch unter der Mauer durch, hinter der sein Vater und seine Brüder trainierten. Über 10 Jahre verfolgte so Huo Yuan Jia das Training, ohne dabei erwischt zu werden.
Er trainierte heimlich mit dem Wissen, welches er sich selber angeeignet hatte durch die vielen Stunden des Beobachtens seines Vaters und seiner Brüder. Sein Geheimnis wurde gelüftet, als ein ehemaliger Feind seines Vaters diesen zu einem Zweikampf herausforderte. Sein Vater war früher Begleiter von Handelskarawanen und begleitete sie in die Mandschurei und zurück. Bei einem unerwarteten Angriff hatte Huo diesen Fremden im Zweikampf besiegt, als dieser die Karawane überfallen wollte. Huo Len Dai war zu dieser Zeit an Rheuma erkrankt. So nahmen Huo Yuan Jia`s Brüder die Herausforderung an. Kurz bevor diese vernichtend besiegt wurden, griff Huo Yuan Jia ein und entschied den Kampf zu seinen Gunsten. Überrascht von der Kung-Fu/WuShu-Fertigkeit seines Sohnes, entschied Huo Len Dai, Huo Yuan Jia alles beizubringen, was er über Kung-Fu/WuShu wusste. In den nächsten Jahren arbeitete er mit seinem Vater zusammen, als Begleiter von Handelskarawanen. Sein Sieg über einen berüchtigten Banditenanführer machte Huo Yuan Jia innerhalb Chinas berühmt. Nach seiner Zeit als Karawanenbegleiter verdiente er seinen Lebensunterhalt damit, Brennholz zu verkaufen. Es hiess, dass er bis zu 200 kg Holz auf seinem Rücken getragen habe.
1896 arbeitete er als Portier in einem Medizinshop. Sein Arbeitgeber, ein viel gereister Arzt, erzählte Huo viel über die drohende Gefahr, die Japan für China darstellte. Als es zu den Boxeraufständen im Jahre 1899 in China kam, realisierte Huo, wie ernst es um China stand. Sein Volk sowie sein Land waren schwach geworden. „The sick man of Asia“ (der kranke Mann Asiens) war ein gebräuchlicher Begriff, mit dem die Chinesen zu dieser Zeit bezeichnet wurden.
Huo Yuan Jia kam zu der Überzeugung, dass nur ein starker Körper und Geist einen starken Menschen, und ein starkes Volk ein starkes Land hervorbringen konnte. Er gab zahlreichen Landsleuten neue Hoffnung und neuen Stolz, insbesondere seine Ideen und Vorstellungen leben bis heute weiter.
1909 kam der irische Boxer O`Reilly nach Shanghai und verkündete dort, dass er jeden Chinesen, der sich zum Kampf stelle, mit Leichtigkeit besiegen würde. Verzweifelt wandte man sich an Huo Yuan Jia, damit dieser dem Boxer die Stirn bieten würde. Nach langem Zögern nahm er die Herausforderung an. Beim ersten Treffen konnten O`Reilly und Huo Yuan Jia sich nicht über die Regeln einigen. O`Reilly war der Meinung, dass nur mit den Fäusten und nur oberhalb der Gürtellinie gekämpft werden dürfe, Huo`s Ansicht war, dass alles erlaubt sein müsse. Beim zweiten Treffen kamen sie überein, dass derjenige der Sieger sein würde, der den Anderen zuerst zu Boden bringe. O`Reilly erschien jedoch nicht zum vereinbarten Termin. Man sagt, er habe sich in einer Nacht und Nebel Aktion abgesetzt.
Weitere Gefahr drohte von einem Mann namens Zhan Wen Dat. Dieser war der Lehrer des Banditenführers, der von Huo besiegt worden war. Zahn Wen Dat organisierte ein Kung-Fu Turnier und versuchte damit, Huo in eine Falle zu locken, um seinen Ruf wiederherzustellen. Da Huo zu dieser Zeit wieder unter dem Gelbfieber litt, schickte er seinen Meisterschüler Liu Zhengshen, um die Herausforderung anzunehmen. Der Kampf brachte keine Entscheidung und Zhan lehnte ein Friedensangebot ab. Er wollte mit Huo kämpfen, um zu beweisen, dass er der Bessere sei. Der Zweikampf, der anschliessend doch noch zwischen ihnen stattfand, dauerte nur ein paar Augenblicke: Zhang wurde mit zwei Bewegungen besiegt. Huo`s Enttäuschung über Leute wie Zhang und die Entwicklung neuer Technologien wie Feuerwaffen brachten Huo dazu, den praktischen Nutzen des Kung-Fu zu hinterfragen und lange Gespräche mit seinem Freund zu führen. Dieser erinnerte Huo an dessen Überzeugung, dass körperliche und mentale Weiterentwicklung für ein starkes Volk unentbehrlich seien.