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Wie aus dem Titel ersichtlich ist, gibt es mehrere Synonyme für diese chronische, entzündliche Krankheit. Eine Fistel und eine Zyste sind aber nicht das Gleiche, s. unten. Teils wird noch der sachlich nicht zutreffende Begriff Sakraldermoid verwendet.
Eine Zyste ist ein abgekapselter Hohlraum, eine Fistel ein kleiner Gang, durch den sich Zysteninhalt aus einem kleinen Loch in der Haut nach aussen entleert. Es bestehen eine oder mehrere kleine, nässende oder eiternde Hautöffnungen über dem Steissbein am oberen Ende der Gesässfalte. Der Fistel liegt also immer eine Zyste zugrunde, eine Zyste hingegen braucht keine Fistel aufzuweisen.
Die fast immer in der Mittellinie liegende Fistelöffnung kann verkleben, worauf sich in der Tiefe Hautsekret (Talg), Haare und Zelltrümmer ansammeln und eine geschwulstartige Vorwölbung mit entzündeter Umgebung entsteht. Am häufigsten betroffen sind übergewichtige, dunkelhaarige Männer im 2. bis 3. Lebensjahrzehnt, seltener Frauen.
Eiterherd, der gegen das umliegende Gewebe abgegrenzt ist. Ein solcher Herd entsteht infolge einer Infektion mit eiterbildenden Bakterien und Einschmelzung von Gewebe. Abszesse können sich in jedem Körpergewebe bilden.
Pathologischer (krankhafter) Verbindungsgang zwischen inneren Organen oder von einem inneren Organ (Darm, Blase, Niere) zur Körperoberfläche. Das Wort ist abgeleitet vom lateinischen „fistula“, was Röhre oder Pfeife bedeutet.
Pilonidalfistel ist abgeleitet vom lateinischen pilus, das Haar und nidus, das Nest. Daraus entstand die heute nicht mehr übliche Bezeichnung Haarnestgrübchen. Sinus im Wort Pilonidalsinus kann mit Höhle oder Hohlraum übersetzt werden.
Zysten sind durch eine Zellmembran abgegrenzte, sackartige Gebilde. Im Fall der Pilonidalzyste besteht der Inhalt aus Flüssigkeit, Talg und einem Haarknäuel.
Die Ursache ist nicht völlig geklärt. In jedem Fall sammeln sich unter der Hautöffnung Haare, Talg und Zelltrümmer an und das umliegende Gewebe ist entzündet. Diskutiert werden zwei Entstehungsmechanismen:
Risikofaktoren sind starker Haarwuchs, Übergewicht, sitzende Tätigkeit, übermässige Schweissproduktion und ungenügende Körperhygiene. Diese Feststellungen sprechen eher für die erste These, die konstante Lage genau in der Mittellinie für die zweite. Manchmal lässt sich eine familiäre Veranlagung nachweisen.
Zunächst ist oft nur eine teigige Vorwölbung am oberen Ende der Gesässfalte bemerkbar, die auf Druck oder beim Sitzen wenige Beschwerden verursacht. In diesem Zustand handelt es sich um eine Zyste im eigentlichen Sinn (Pilonidalzyste). Sie entspricht einem geschlossenen „Säckchen“ unter der Haut und kann lange symptomlos und sogar unerkannt bleiben.
Durch Druck im Inneren und von aussen (Sitzen), durch Schwitzen und Reiben wird die Haut in der Mittellinie aufgeweicht und dünner. Bakterien werden einmassiert und vermehren sich in der Zyste, die sich entzündet, schmerzhaft wird und schliesslich nach aussen aufbrecht. Damit ist am Ansatz der Gesässfalte eine Fistel entstanden (Pilonidalfistel), aus der sich sich Wundsekret, blutige Flüssigkeit und Eiter entleert. Die Untersuchung ergibt oft mehrere Nebenöffnungen, die umgebende Haut juckt und ist gerötet. Da im Inneren kein grosser Druck mehr besteht, lässt der Schmerz nach, doch ist die Wäsche ständig verschmiert.
Wenn die Öffnung intervallweise verklebt, wird das Sekret zurückgestaut und es bildet sich wiederum ein halbkugeliger, prallelastischer Knoten, der jederzeit erneut aufbrechen und Eiter absondern kann.
Durch sorgfältige Hygiene (häufiges Duschen) und Bedecken der Öffnungen mit sterilen Kompressen lässt sich die Abszessbildung bisweilen hinausschieben. Eine eigentliche Heilung ist dies jedoch nicht – das Infektionsrisiko ist nicht beseitigt.
Je nach Operationsverfahren verbleibt nach dem Eingriff eine offene Wunde. Diese muss gut gepflegt werden mit täglichem Ausduschen (bis zu vier Mal pro Tag). Danach wird in den ersten Tagen eine feuchte Kompresse in die Wunde gelegt.
Rezidiven (Rückfällen) nach einer Operation kann durch Laserbehandlung der Haare in diesem Bereich (Laserepilation) vorgebeugt werden.
Wenn sich ein Abszess gebildet hat, wird dieser mit einem Schnitt eröffnet und dem Eiter so Abfluss verschafft. Der akute Schmerzzustand ist damit beseitigt.
Eine definitive Heilung erfordert die Entfernung der Zyste und des umliegenden Gewebes, was auch wegen des Risikos der Krebsentstehung empfehlenswert ist. Die Operationsmethode richtet sich nach der Grösse des Fistelsystems und wird in Lokalanästhesie oder in Vollnarkose durchgeführt. Die Heilungsdauer beträgt mehrere Wochen. Rezidive (Rückfälle) kommen auch nach sorgfältiger Operation vor.