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Die Myom-Embolisation stellt eine Alternative zur chirurgischen Entfernung von Myomen dar. Sie können Beschwerden verursachen, ausschlaggebend dafür sind Grösse und Lage der Myome. Gelegentlich treten eine starke, verlängerte Menstruation, Unterbauchschmerzen, Druckgefühl, Verstopfung, Harndrang, Rücken- oder Beinschmerzen oder Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs auf. Lange Zeit wurden schmerzhafte oder blutende Myome einzig operativ entfernt, wobei entweder nur das Myom aus der Gebärmutterwand oder die ganze Gebärmutter entfernt wurde. Heutzutage gibt es die Myom-Embolisation als nicht-operative (gebärmuttererhaltende) Alternative, durchgeführt in enger Zusammenarbeit mit der Gynäkologie.
Mit der Myomembolisation bietet die Interventionelle Radiologie eine schonende Therapie für die Behandlung von Myomen mit dem Ziel, den Uterus zu erhalten. Professor Dr. H. Hoppe hat mit der Uterusmyomembolisation am Lindenhof ein Verfahren etabliert, mit dem Myome der Gebärmutter mit einem minimalinvasiven Kathetereingriff unter Röntgenkontrolle behandelt werden. Die Langzeiterfolge hinsichtlich der Beseitigung der zugrunde liegenden Symptome liegen bei über 90%.
Wie läuft die Myomembolisation technisch ab?
Bei der Myomembolisation führt der Radiologe / die Radiologin einen dünnen Katheter (Plastikschläuchlein) nach einer Punktion in der Leiste in die Beckenarterie ein, ähnlich wie beim Herzkatheter. Dies ist nach örtlicher Betäubung praktisch schmerzfrei. Von hier aus wird der Katheter bis in die Arterien vorgeschoben, die die Gebärmutter versorgen (A. uterina). Zunächst wird Kontrastmittel gespritzt, so dass Blutgefässe, Gebärmutter und die umliegenden Organe auf dem Röntgenmonitor sichtbar werden. Anschließend werden kleine Kügelchen über den Katheter eingespritzt. Die Kügelchen verstopfen die Blutgefässe, die die Myome versorgen, wodurch das Myom zugrunde geht. Die kapilläre Gefässversorgung der Gebärmutter bleibt dabei erhalten und sorgt dafür, dass diese keinen Schaden erleidet. Da die Myome keine solche Kapillarversorgung haben, sterben sie nach dem Eingriff ab und schrumpfen innerhalb eines Jahres zum Teil bis zu über 90% ihrer Ausgangsgrösse.
In der Regel bleiben alle gesunden Anteile der Gebärmutter nach der Embolisation vollständig erhalten.
Die von uns verwendeten Kunststoffkügelchen (Embozene 500, 700, 900) sind speziell für die Embolisation entwickelt worden und haben eine sogenannte Nanobeschichtung an der Oberfläche, die die von diesem Material ausgehende Wahrscheinlichkeit einer Nebenwirkung nahezu ausschliesst.
Myome können nach einer Behandlung dann nachwachsen, wenn sie nicht vollständig von der Durchblutung abgeschnitten worden sind. Bei einer unvollständigen Embolisation ist es theoretisch möglich, dass aus dem nicht vollständig embolisierten Bereich zumindest ein Teil des Myoms sich wieder regenerieren kann und auch ggf. wieder Beschwerden verursachen.
Die Wiederholung einer Embolisation ist prinzipiell möglich und kann auch mehrfach erfolgen.
Nur mit der Anwendung von Röntgenstrahlen ist es uns möglich, in der sogenannten angiographischen Darstellung unseren Weg durch die Gefässe richtig zur Gebärmutter zu finden und auch genau kontrollieren zu können, wann die Embolisation komplett beendet werden kann.
Grundsätzlich hängt die Strahlendosis bei einem interventionellen Verfahren immer einerseits vom Geschick des Operateurs ab und zum anderen auch vom Patienten selber. Des Weiteren spielen anatomische Gegebenheiten eine grosse Rolle. Das heisst, in einer schwierigen anatomischen Situation muss unter Umständen länger durchleuchtet werden. Allerdings zeigen unsere eigenen Ergebnisse der letzten Jahre, dass die Behandlung selbst eine deutlich geringere Röntgendosis erbringt als bei beispielsweise eine Computertomographie.
Die Myomembolisation wird an spezialisierten Zentren durchgeführt, in denen eine hohe Expertise in Katheter- und Embolisationstechnik besteht. Des Weiteren ist es sinnvoll diese in Kooperation mit einer gynäkologischen Abteilung durchzuführen.
Der Eingriff selbst ist im Prinzip einfach und schnell. Letztendlich hängt die Dauer davon ab, wie einfach die Gefässe zu sondieren sind und wie viel Embolisat verwendet werden muss. Man kann davon ausgehen, dass eine Patientin sich zwischen 45 und 90 min auf dem Behandlungstisch befindet.
Der Eingriff wird von spezialisierten sogenannten Interventionellen Radiologen in unserem Zentrum für Mikrotherapie durchgeführt.
(Abgeschlagenheit / Müdigkeit für eine Phase von bis zu 2 Wochen, evtl. Ausfluss, periodenartige Schmerzen behandelt mit Schmerzmittel).
In der Regel ist ein stationärer Aufenthalt von 2 bis 3 Tagen unter Einbeziehung einer adäquaten Schmerztherapie notwendig. Dann schliesst sich meist eine Phase von 5 bis 10 Tagen einer Abgeschlagenheit mit Krankheitsgefühl an, das einer Grippe sehr vergleichbar ist. Ggf. ist auch hier noch die Gabe leichter Schmerzmittel erforderlich. Allerdings besteht bei Verlassen des Krankenhauses vollständige körperliche Unversehrtheit und im Prinzip kann jede Art von beruflicher, privater oder sportlicher Tätigkeit durchgeführt werden.
Die Behandlung selbst ist nicht schmerzhaft, die lokale Betäubung ist der einzige „Schmerz“ der während der Behandlung zu spüren ist. Im Anschluss an die Embolisation allerdings wird die Gebärmutter zu Krämpfen neigen. Deshalb ist eine adäquate Schmerztherapie sinnvoll, die in der Regel bereits vor Beginn der Behandlung etabliert wird, um keinesfalls am Ende der Behandlung aufkommende Krämpfe zu verpassen.
Wie gesagt treten vorübergehend Krämpfe in der Gebärmutter auf, die damit zu tun haben, dass die Gebärmutter selbst sich über Kapillarnetze im Unterbauch wieder eine Blutzufuhr schafft. Während dieser Phase können die bereits beschriebenen Krämpfe auftreten. Und wie ebenfalls bereits ausgeführt wird dagegen eine adäquate Schmerztherapie durchgeführt. Diese kann prinzipiell mittels eines sogenannten Periduralkatheters oder aber mit einer patienten-kontrollierten Schmerzmedikation (Schmerzpumpe) erfolgen.
Die Myomembolisation hat als Hauptnebenwirkung die bereits beschriebene ca. 1-wöchige Müdigkeit und Abgeschlagenheits-Phase. Gelegentlich kommt es in dieser Zeit auch zu leichten vaginalen Blutungen, die vor allem dann auftreten, wenn die behandelten Myome eine Schleimhautnähe innerhalb der Gebärmutter aufweisen. Komplikationen sind insgesamt extrem selten. Am schwerwiegendsten wäre ein Spätinfekt in einem behandelten Myom, welcher noch nach Wochen sich entwickeln kann. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt allerdings im Promillebereich und kann etwa bei 1 von 500 behandelten Patientinnen dann doch eine Entfernung der Gebärmutter notwendig machen.
Weitere Nebenwirkungen umfassen vor allem Auswirkungen auf die Menstruation. Bei Patientinnen unter 45 Jahre besteht eine 1 bis 2 %ige Wahrscheinlichkeit, dass nach der Behandlung die Menopause einsetzt. Bei Frauen über 45 Jahren reicht die Wahrscheinlichkeit an etwa 5 bis 7 %.
Schwangerschaften nach Myomembolisation sind prinzipiell möglich. Da aber die Embolisation darauf beruht, die Blutzufuhr zur Gebärmutter zu reduzieren wird das Verfahren nicht in erster Linie zur Behandlung von Unfruchtbarkeit bei Myomerkrankungen eingesetzt.
Grundsätzlich gibt es im menschlichen Körper immer Abweichungen von der regelhaften Anatomie. Somit sind auch kleinere Verbindungen zwischen der Gebärmutterarterie und der Harnblase aber auch dem äusseren Genitale denkbar. Hier kann es gelegentlich zu Embolisatverschleppungen kommen, die allerdings im Rahmen der einwöchigen Abgeschlagenheit- und Müdigkeitsphase ebenfalls verklingen.
Die Kosten werden von den zugelassenen Krankenversicherern in der Schweiz übernommen.
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