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Am Sonntag häufen sich hier in Locarno die Empfänge, heute gab es um die Mittagszeit herum mindestens drei. Einer davon war der der Visions du réel in Nyon. Präsident Claude Ruey stellte den Anwesenden den neuen Direktor Luciano Barisone vor, dieser seinerseits seine neuen Visionen für die visions:
Barisone hat einmal mehr betont, wie schwer es sein würde, das bisherige Niveau des Dokumentarfilmfestivals zu steigern. Aber gleichzeitig sucht er den Weg, den fast alle Festivals mittlerweile einschlagen, die Besinnung auf das Wesentliche. Auch in Nyon soll die Zahl der Filme (und damit auch die Zahl der einzuladenden Filmemacher) reduziert werden. Spezialitätenladen statt Supermarkt sei angesagt. Zudem möchte Barisone zurück zur stärksten Tradition der Ära Perret, indem er das Forum, die Diskussionsrunde zu den Filmen, wieder aufwertet und die dafür vorgesehene Zeit von Projektionen frei hält. Das hat Jean Perret nach ein paar Jahren aufgegeben, weil zu viele angereiste Zuschauer unzufrieden waren mit der Zwangspause. Weitere Ideen: Die Strasse zwischen Forum, Bar du Réel und der salle comunale überdachen und damit ein neues Festivalzentrum schaffen. Drei Wettbewerbe, gestaffelt nach Filmlängen: Kurz-, Mittel- und Langdoks.
Der Doc Outlook-International Market wird in die Hände der Deutschen Gudula Meinzolt gelegt und soll in die salle comunale verlegt werden. Generalsekretär des Festivals ist Philippe Clivaz, der ehemalige Kurzfilmspezialist des Bundes.
Und der vielleicht wichtigste Punkt: Der unglückliche Termin für das nächste Festival, der unmittelbar vor jenem von Cannes gelegen wäre, wird vorverlegt. Luciano Barisones erste Ausgabe der Visions du réel findet vom 7. – 13. April 2011 statt.