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Blech
(franz. plaque, feuilles: engl. plate, sheets).
Die Metall
bleche sind Halbfabrikate und bilden einen bedeutenden Handelsartikel. Die dünnsten aus Edelmetallen.
Zinn,
Tombak u. s. w. hergestellten
Bleche führen die Bezeichnung Blätter oder
Folie; alle
Bleche stärker als 25 mm werden
Platten genannt. - Das B. wird entweder durch Ausschmieden von Stäben oder Platten unter Wasser- und Dampfhämmern oder
durch Ausstrecken unter Walzen hergestellt. Die erstere älteste Fabrikationsweise liefert das geschlagene
Blech.
Sie wird jetzt nur ausnahmsweise noch geübt, da die Herstellung ebener und glatter
Bleche dabei sehr schwierig ist. Gegenwärtig
ist fast alles im Handel befindliche B. Walz
blech. Zur Herstellung desselben dienen zwei genau cylindrische in einem Gerüst
untergebrachte Walzen, welche durch Dampfmaschine in Drehung versetzt werden. Die Unterwalze kann ihre
Höhenlage nicht ändern; die Oberwalze wird gegen dieselbe nach Bedarf
durch das Stellzeug angestellt, so, daß der verbleibende
Zwischenraum immer von zwei Parallellinien begrenzt ist.
Schiebt man einen Stab in natürlichem Zustande dehnbaren oder durch Erhitzung dehnbar gemachten Metalles zwischen
die umlaufenden Walzen, so wird derselbe gefaßt und hindurchgeführt, wobei er eine starke Streckung in der Bewegungsrichtung
erfährt. Die Streckung nach der Breite (Breitung) ist im Verhältnis dazu sehr gering. Werden die Walzen vor einem zweiten
Durchgange des Arbeitsstückes einander genähert, so findet eine abermalige Streckung statt. Durch mehrfache Wiederholung
geht die dicke Schiene in
Blech über.
Die Arbeitsbreite oder Länge der
Blechwalzen ist eine sehr verschiedene. 0,5 bis 1 m für kleinere Blechsorten; 1 bis 2 m
für größere; 2,5 m für die größten Kessel
bleche. Diesen gegenüber stehen die kleinen von
Gold- und Silberwarenfabrikanten
benutzten Walzwerke mit Walzen von 80 bis 150 mm, ja selbst von 30 bis 50 mm Länge. Diese Walzen dienen
zum Ausstrecken dünnen
Bleches oder zum Plattwalzen von
Drähten und führen letzterer Verwendung wegen den Namen Plättwerke.
Die größeren Walzen sind aus Gußeisen hergestellt und meist an der Arbeitsfläche hart gegossen, wodurch eine größere
Widerstandsfähigkeit der Walze und bessere Glätte des B. erzielt wird; die Walzen der Plättwerke werden
aus Stahl angefertigt, gehärtet, genau cylindrisch mit der Schmirgelscheibe bearbeitet und dann poliert. - Aus gutem Materiale
und mit der nötigen Sorgfalt hergestelltes
Blech muß folgende Eigenschaften besitzen: vollkommen ebene d. h. beulen- und
faltenfreie Oberfläche;
durchaus gleiche Dicke;
große Glätte;
Risse, Löcher, oder unganze (durch eingesprengte Schlacke oder Oxyd entstandene) Stellen dürfen nicht vorhanden sein;
Zähigkeit (das
Blech muß sich, ohne
zu brechen, biegen lassen). - Eisenblech: Das weichste und zäheste Schmiedeeisen (Schweiß- und Flußeisen) findet in Form
breiter wenig dicker Stäbe zur Blechdarstellung Verwendung. Diese werden in Stücke (Stürze), deren
Länge nahezu gleich der Breite der herzustellenden Blechtafel ist, geschnitten. Die glühend gemachten Stürze schiebt man
so zwischen die Walzen, daß ihre Breite schließlich zur Länge des B. wird.
Hat der Sturz nach mehrmaligem Durchgang durch immer enger gestellte Walzen Blech-form angenommen, so faltet man denselben in der Mitte zusammen, steckt zwei oder mehrere ineinander und walzt dies Packet nach erneuter Erhitzung fertig. Damit die aufeinanderliegenden Bahnen nicht zusammenschweißen, wird jede Tafel vor dem Glühen in Lehmwasser getaucht. Die beschriebene Fabrikation wird meist in zwei Walzwerken ausgeführt; das erste dient zum Auswalzen der einzelnen Stürze (Sturzwalzwerk), das zweite zum Fertigwalzen der ineinander geschobenen (Schichtwalzwerk). Die Stürze werden nach jedem Glühen, bevor sie unter die Walzen kommen, mit Holzhämmern sorgfältig von dem Glühspan (Zunder) gereinigt. Geschieht dies nicht, so walzt sich der Zunder ein, springt bei der späteren Verarbeitung des B. ab und läßt eine ¶
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rauhe, narbige Oberfläche zurück. Die fertigen B. werden unter großen Scheren auf Format geschnitten, dann nochmals geglüht, um alle vom Walzen etwa vorhandenen inneren Spannungen zu beseitigen, und unter mächtigen Pressen gepreßt, wenn völlige Ebenheit noch nicht erreicht war. Etwas abweichend hiervon gestaltet sich die Herstellung dickerer Bleche (zu Dampfkesseln etc.). Hier wird jede Tafel für sich aus einem entsprechend dicken Stabe (Bramme) ausgewalzt. Starke Bleche (Panzerplatten) entstehen durch Zusammenschweißen von schwächeren Blechen unter den Walzen. - Das Eisenblech kommt als Schwarzblech oder Weißblech in den Handel.
Letzteres ist Eisenblech mit einem Überzug von Zinn. A. Schwarzblech. Je nach der Dicke werden hier folgende Sorten unterschieden. Sturz- oder Schloßblech: Kleinere Tafeln von 0,5 bis 4 mm Dicke. Doppelblech: von gleicher Dicke aber doppelter Größe. Verwendung zu den verschiedensten Schlosserarbeiten. Rohrblech: 0,5-0,7 mm dick; Verwendung zu Ofenröhren. Die verschiedenen Dickenabstufungen der B. werden durch Nummern bezeichnet. Die deutsche Blechlehre hat 26 Nummern. Von Blech Nr. 1 wiegt 1 □m bei einer Dicke von 5,50 mm 44 kg; von Blech Nr. 26 bei 0,37 mm Dicke 3 kg. Kesselblech (zu Dampfkesseln, Salzpfannen, Malzdarren), 6 bis 18 mm dick, bildet das stärkste Schwarzblech. Die dünnsten Schwarzblechsorten, welche nur zur Herstellung von Weißblech verwendet werden, führen die Handelsbezeichnungen Kreuzblech, Vorder- oder Forderblech, Senklerblech. Die Dicke ist bei allen geringer als bei Schloßblech. - B. Weißblech: Die Sorten führen mit der dünnsten beginnend folgende Bezeichnungen: Tellerblech, Schüsselblech, Tassenblech, Pontonblech.
Die Tafeln sind meist kleiner als bei Schloßblech. Das Verzinnen der Schwarzbleche ist ziemlich umständlich. In England, welches Weißblech von großer Schönheit fabriziert, wird folgender kurz skizzierter Weg eingeschlagen. Die Schwarzblechtafeln werden, nachdem sie mit verdünnter Salzsäure blankgebeizt sind, in einem Flammofen geglüht und nach dem Erkalten durch Überhämmern mit einem Holzhammer vom Glühspan befreit. Durch Überwalzen (kalt) erhalten sie Glätte und werden eben.
Dann folgt Abbeizen in Kleienbeize und verdünnter Schwefelsäure, Scheuern mit Werg und Sand und Aufbewahrung unter reinem Wasser bis zum Verzinnen. Eine Stunde vor dem Verzinnen stellt man die abgetrockneten Bleche in einen Trog mit geschmolzenem Talg. Das Verzinnen erfolgt zuerst durch 1½ bis 2stündiges Einstellen in einen Kessel mit flüssigem stark erhitzten Zinn, welches durch eine Talgschicht vor Oxydation geschützt wird. Die herausgenommenen Tafeln läßt man abtropfen und taucht sie sogleich in einen mit möglichst reinem Zinn gefüllten zweiten Kessel.
Ist die Verzinnung hier vollendet, so nimmt man die Tafeln heraus, wischt sie auf beiden Seiten rasch mit Werg ab, um das Zinn gleichmäßig zu verteilen, und taucht sie hierauf nochmals kurze Zeit in Kessel Nr. 2, um die durch das Abwischen entstandenen Streifen zu beseitigen. Hierauf kommen die Tafeln in ein Bad von geschmolzenem Talg. Die Zinnschicht breitet sich gleichmäßig aus und wird stark spiegelnd; der Überfluß schmilzt ab. Die aus der Talgpfanne genommenen Bleche stellt man zum Abtropfen und Erkalten auf. Dabei bildet sich an der Unterkante jeder Tafel aus Zinn die wulstartige Abtropfkante, welche entfernt wird durch Eintauchen derselben in geschmolzenen Talg. Gibt man der Tafel einen leichten Schlag, sobald die Zinnwulst geschmolzen ist, so fällt dieselbe ab und hinterläßt nur am Rande der Tafel einen schmalen nicht spiegelnden Streifen. Reibt man die Bleche zur Entfernung des Talges noch mit Kleie ab und sortiert sie, so sind sie für die Verpackung fertig. - Verpackung der Eisenbleche: Kesselbleche etc., die stärkeren Schloß- und Doppelbleche werden unverpackt in den Handel gebracht;
die dünneren Bleche vereinigt man durch Binden mit Bandeisen oder Holz zu Bunden von 25 oder 50 k. Ganz dünne B. werden in Fässer oder wie das Weißblech in Kisten verpackt. - Stahlblech.
Herstellung wie bei Eisenblech. Hauptsächliche Sorten sind Kesselblech aus zähem Stahl zu Dampfkesseln. Uhrfederblech in sehr langen höchstens 100-150 mm breiten Streifen; Stahlfederblech in Streifen von 60-70 mm Breite; Blech zu Stahldruckplatten. Nummern und Größen der Stahlbleche sind sehr wechselnd. - Bleche, welche durch Zusammenschweißen einer Stahlblech- mit einer Eisenblechtafel entstanden und auf der Stahlseite sehr hart sind, werden neuerdings in den Handel gebracht und dienen zur Panzerung der Geldschränke. - Kupferblech entsteht durch Auswalzen gegossener Platten.
Man walzt Kupferblech so viel als möglich kalt; dadurch wird dasselbe dichter und die durch den beim Glühen entstehenden Abbrand unvermeidlichen Verluste an wertvollem Material sind geringer. Flickkupfer- und Zündhütchenblech bilden die dünnsten nur 0,2-0,5 mm dicken Kupferbleche, welche gerollt in den Handel kommen (Rollkupfer). Dann folgen Dachblech 0,7-2 mm dick (zu Dacheindeckungen) Rinnenblech, Schiffblech zum Kupfern der Seeschiffe 0,5-1,5 mm stark; Emaillierblech; Münzblech. Kupferbleche von 15-25 mm Dicke werden verwendet zu den Feuerbüchsen der Lokomobil- und Lokomotivkessel. - Kupferblech wird häufig auf einer oder beiden Seiten mit einem dünnen Silber- oder Gold- oder Platinblech belegt (Plattiertes Kupfer) und dient zur Herstellung von Gefäßen, Leuchtern etc. Die Vereinigung beider Metalle geht in der Hitze unter Druck bei metallisch reinen Oberflächen so vollkommen vor sich, daß die anfänglich dickeren Platten ausgewalzt werden können. Die Stärke der Plattierung bezeichnet man durch die Angabe, den wie vielsten Teil des Gesamtgewichtes das Edelmetall ausmacht. Silberplattierung 1/20 heißt also: 1/20 des Totalgewichtes ist Silber; gleichgültig ob der Belag auf einer oder beiden Seiten erfolgt ist. Ein Schluß auf die Dicke der Edelmetallschicht ist hieraus nur mit Berücksichtigung ¶
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der verschiedenen spezifischen Gewichte möglich. - Zinkblech, zu Dacheindeckungen 1-1,5 mm dick und zu den verschiedensten Klempnerarbeiten 0,3-3 mm dick. Blankes Zink oxydiert rasch, aber die entstandene Schicht schützt äußerst wirksam vor weiterer Oxydation; Zinkblech ist deshalb vorzüglich zur Herstellung von Wassergefäßen geeignet. - Zinnblech. Die mit wenig Ausnahmen sehr dünnen Zinnbleche führen den Namen Stanniol oder Zinnfolie. Verwendung zu Flaschenkapseln, zum Einwickeln von Seife, Chokolade, Thee, Tabak etc.; zum Belegen der Spiegel (Spiegelfolie).
Bei Herstellung der Folien werden dickere gegossene Platten zunächst zu dünnen Blechen ausgewalzt. Eine große Anzahl dieser schichtet man aufeinander und streckt den Stoß unter Hämmern aus bis zu einer Dicke von 0,01 mm. Durch fortgesetztes Schlagen lassen sich die Blätter bis auf 0,00066 mm Dicke bringen (Unechtes Blattsilber). Für Kartonage- und Luxus-Papeterie-Arbeiten erhält das Stanniol vielfach einen Überzug von gefärbtem Hausenblasenleim, welcher durch eine dünne Kollodiumhaut luftbeständig gemacht wird. - Dickere Z. finden zuweilen Verwendung zu Gefäßen für Färbereien, Apotheken, Spirituosenhandlungen, endlich im Notendruck. - Bleiblech; durch Auswalzen von Platten erhalten.
Die dickeren Sorten (bis 8 mm dick) finden Verwendung zu chemischen Apparaten, Dachdeckungen. Sie kommen in Rollen in den Handel (Rollblei). Die dünnen Sorten, welche hauptsächlich zum Verpacken des Schnupftabaks verwendet werden, führen die Bezeichnung Tabakblei und werden in Buschen oder Päcken verkauft. Da das reine Blei der Einwirkung der im Schnupftabak enthaltenen Beizen unterliegt und die Bleisalze alle sehr giftig sind, so verzinnt oder plattiert man die Bleiplatten vor dem Auswalzen mit Zinn. Der Zinnüberzug schützt das Blei vor rascher Zerstörung. - Silber-, Gold-, Platinblech.
Silber- und Goldbleche von größerer Dicke werden fast nur zur Münz- und Medaillenfabrikation hergestellt durch Auswalzen flacher gegossener Stäbe (Zaine). Die von Silber- und Goldwarenfabrikanten verwendeten Bleche sind meist unter 1 mm dick und werden durch Ausschmieden und Glattwalzen gegossener Stäbe erzielt. Die feinsten Gold- und Silberbleche (Geschlagenes Gold und Silber, Blattgold, Blattsilber) entstehen durch Schlagen mit Hand- oder mechanischen Hämmern. Feinstes Blattgold 0,000125 mm dick; feinstes Blattsilber 0,0002225 mm dick. Verwendung derselben zum Vergolden und Versilbern von Leisten, Bilder- und Spiegelramen etc. Platinablech, ebenfalls durch Schmieden und Walzen hergestellt, findet in chemischen Industrien und Laboratorien vielseitige Verwendung zu Koch- und Glühgefäßen. Silber- und Goldbleche werden zuweilen damit plattiert. - Messing- und Tombakblech.
Bei dem Verlassen der letzten Walzen haben beide Bleche grauschwarze Farbe, welche in vielen Fällen verbleibt (Schwarzes M. oder T.). Durch Beizen und Schaben auf einer oder beiden Seiten entsteht das hohen Glanz besitzende geschabte M. oder T. An die Stelle des Schabens tritt häufig trockenes Abschmirgeln. Die stärksten Bleche kommen in ebenen Tafeln in den Handel (Tafel-M. oder T.); die schwächsten werden dicht zusammengerollt (Roll-M. oder T.), stärkere einige Male umgebogen und flach zusammengelegt (Bug-M.).
Die dünnste Sorte (Rauschgold 0,011-0,0154 mm dick) entsteht durch Auswalzen, Abbeizen und Schlagen wie bei Blattgold. Schiffblech, aus schmiedbarem Messing glühend ausgewalzt, dient zum Beschlagen der Seeschiffe. Tombakblech wird vielfach mit Goldblech plattiert oder vergoldet zur Herstellung unechter Schmucksachen. Argentanblech-, Pakfongblech-, Neusilberblech findet ausgedehnte Verwendung zu Eß- und Trinkgeschirren etc. Es ist dem Silber in Farbe sehr ähnlich und läßt sich sehr gut versilbern. Verschwindet bei Abnutzung das Silber, so kommt die nicht auffallende Farbe des A. zum Vorschein; die Gegenstände werden nicht wie bei versilbertem Kupfer schamrot. Das feinste Argentanblech führt die Bezeichnung Rauschsilber. - Britanniametallblech; ebenfalls vielfach benutzt zur Herstellung gedrückter Eß- und Trinkgeschirre, Leuchter etc. Dient auch zur Herstellung der Meßtrommeln in den Gasuhren. Desgl. Nickelblech (s. d.) - Zoll: Schwarzblech aus Eisen, Stahlblech s. Tarif im Anh. Nr. 6 c 1;.
Weißblech Nr. 6 c 2;.
Kupferblech Nr. 19 b, dgl. plattiertes Nr. 19 c;
Zinkblech Nr. 42 b;
Zinnblech Nr. 43 b;
Bleiblech Nr. 3 b. Vgl. Blattmetalle.
Bleche aus Edelmetallen Nr. 20 a.