Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/180923

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, zusammen mit den zuständigen Partnern einen Bericht zu erstellen, der aufzeigt, wie älteren Berufstätigen der Zugang zu einer kostenlosen Standortbestimmung erleichtert werden kann. </p><p>Ein Verfahren zur Prävention und Früherkennung, das eine marktorientierte Analyse der Kompetenzen und Bedürfnisse der älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einschliesst, und eine Weiterbildungsplanung dürften zum einen das Risiko einer (oftmals langen) Arbeitslosigkeit verringern und zum andern die Produktivität dieser qualifizierten und erfahrenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ankurbeln.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die Ansicht der Postulantin, dass die Weiterbildung für das Individuum, die Gesellschaft und die Wirtschaft eine wichtige Rolle spielt. Die beschleunigten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen erfordern, dass Qualifikationen und Wissen ständig angepasst und erweitert werden.</p><p>Gemäss dem Bundesgesetz über die Weiterbildung (WeBiG) liegt die Weiterbildung primär in der Verantwortung jeder und jedes Einzelnen. Ergänzend dazu fördert der Bund Weiterbildungsmassnahmen für Erwachsene auf der Grundlage verschiedener Spezialgesetze, wie des Berufsbildungsgesetzes (BBG).</p><p>Gemäss Artikel 49 BBG unterstützt die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung Jugendliche und Erwachsene bei der Berufs- und Studienwahl sowie bei der Gestaltung der beruflichen Laufbahn durch Information und persönliche Beratung. Zuständig für ein entsprechendes Angebot - dazu zählt beispielsweise auch eine Standortbestimmung - sind die Kantone (Art. 51 BBG). Laut Statistik der Schweizerischen Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Berufs- und Studienberatung (KBSB) betrug der Anteil Erwachsener an der Gesamtzahl Ratsuchender im Jahr 2016 rund 38 Prozent.</p><p>Der Bundesrat ist sich der spezifischen Herausforderungen älterer Arbeitnehmender bewusst. Er hat in seinem Kompetenzbereich darum bereits verschiedene Massnahmen ergriffen. Dies ging bereits aus den Stellungnahmen zur Motion der sozialdemokratischen Fraktion 15.3998 und zum Postulat Heim 16.4058 hervor. In der Zwischenzeit sind weitere Massnahmen hinzugekommen.</p><p>Im November 2017 hat der Bundesrat beispielsweise mit dem Förderschwerpunkt "Grundkompetenzen am Arbeitsplatz" eine Massnahme verabschiedet, die Arbeitnehmenden helfen soll, mit den sich stetig verändernden Anforderungen der Arbeitswelt Schritt zu halten und auch in fortgeschrittenem Alter im Erwerbsleben zu verbleiben.</p><p>Bis im Frühjahr 2018 wird das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) im Auftrag des Bundesrates abklären, welche Möglichkeiten und Grenzen im Rahmen der arbeitsmarktlichen Massnahmen der Arbeitslosenversicherung (ALV) im Bereich von strukturell bedingter beruflicher Umorientierung bestehen. Ein Schwerpunkt der Analyse liegt dabei unter anderem auf Bereichen mit einer hohen Langzeitarbeitslosigkeit von älteren Arbeitnehmenden.</p><p>Zudem soll im Frühjahr 2018 zum vierten Mal eine nationale Konferenz zum Thema "ältere Arbeitnehmende" stattfinden, an welcher wiederum zahlreiche Vertreter von Bund, Kantonen und Sozialpartnern teilnehmen.</p><p>Aus diesen Gründen und unter Berücksichtigung der genannten Zuständigkeiten sieht der Bundesrat zurzeit keinen zusätzlichen Handlungsbedarf.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.