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Es wird eine Handschriftprobe von mir verlangt.
Worauf muss ich achten?
Eigentlich auf nichts besonderes. Schreiben Sie einfach so, wie Sie es immer tun, wenn Sie nicht gerade eine Telefonnotiz hinkritzeln.
Vor allem: Versuchen Sie nicht, eine "schöne Schulschrift" zu produzieren, wenn Sie sonst anders schreiben.
Verwenden Sie ein Schreibzeug, das Sie gerne benutzen, das Ihnen "liegt".
Wenn der Fülli seit der Schulzeit nicht mehr benutzt wurde - lassen sie ihn auch für diesen Text auf der Seite.
Genaueres ist auf der Seite "Sie als Kandidat" mit Tipps für das Erstellen einer Handschriftprobe zu finden.
Spielt es eine Rolle, ob ich Druckschrift oder verbundene Schrift schreibe?
In erster Linie ist entscheidend, dass Sie so schreiben, wie Sie es sich gewohnt sind.
Wenn Sie üblicherweise Druckschrift schreiben, dann verfassen Sie Ihre Handschriftprobe ebenfalls in Druckschrift.
Wenn Sie manchmal Druckschrift und manchmal Laufschrift schreiben, dann legen Sie am besten zwei Schriftproben bei.
Sinngemäss gilt das auch bei anderen Unterschieden, etwas bei einer "persönlichen" und einer "offiziellen" Variante.
Das Beispiel rechts bzw. unten zeigt, dass wesentliche Elemente in beiden Varianten vorkommen.
Warum muss mein Alter bekannt sein?
Alle Zusatzinformationen ermöglichen es der Graphologin / dem Graphologen, die Beobachtungen aus der Handschrift konkreter einzuordnen.
Zum Alter: Im Laufe unseres Lebens machen wir unsere Erfahrungen, es stösst uns auch vieles zu. Dies schlägt sich nicht nur in den Gesichtszügen nieder, sondern auch in unserer Handschrift.
Schreibt eine Siebzigjährige so schwungvoll wie eine Vierzigjährige, dann ist das ganz charakteristisch für diese Persönlichkeit und muss besonders beachtet werden.
Warum muss ich mein Geschlecht angeben?
Alle Zusatzinformationen ermöglichen es der Graphologin / dem Graphologen, die Beobachtungen aus der Handschrift konkreter einzuordnen.
Zum Geschlecht: Psychologisch gesehen haben wir alle männliche und weibliche Anteile in uns.
Sicher ist es so, dass gewisse Merkmale häufiger in Schriften von Frauen auftreten und andere häufiger in Schriften von Männern. So ist es beispielsweise statistisch erwiesen, dass Frauenschriften tendenziell grösser sind als Männerschriften und auch vermehrt die Rundungen in den Buchstabe betont werden.
Entsprechend stark fällt es ins Gewicht, wenn Abweichungen davon zu beobachten sind. Je nach der beruflichen Aufgabe kann diese Eigenart ein besonderer Vorteil sein. Um das richtig gewichten zu können muss eben das Geschlecht bekannt sein.
Warum muss ich meine Schulbildung angeben?
Alle Zusatzinformationen ermöglichen es dem Graphologen / der Graphologin, die Beobachtungen aus der Handschrift konkreter einzuordnen.
Zur Schulbildung: Diese Angabe lässt Rückschlüsse zu, wie viel von Hand geschrieben werden musste; wer z.B. nach der obligatorischen Schule eine handwerkliche Lehre gemacht hat ist weniger schreibgeübt als jemand, der oder die eine Mittelschule besucht und ein Studium gemacht hat. Je öfter wir schreiben, umso eher werden die Formen ungenau (im Vergleich mit der Schulschrift).
Sprichwörtlich dafür sind etwa die Arztschriften, die als unleserlich gelten - übrigens ein Vorurteil, das keineswegs immer zutrifft!
Schreibt also jemand mit einem umfangreichen Bildungsrucksack sehr leserlich und genau, dann ist dies eine ganz persönliche Eigenheit, die entsprechend im Gesamturteil gewichtet werden muss, genau so, wie eine ausgesprochen gewandte Schrift bei jemandem ohne lange Schulbildung.
Meine Handschrift ist nicht immer gleich. Kann trotzdem auf meine Persönlichkeit und auf meine Fähigkeiten geschlossen werden?
Es ist zutreffend, dass wir nicht immer gleich schreiben.
Zum einen spielt es eine Rolle, ob wir schnell eine Notiz für uns selbst machen (dann kritzeln wir schnell etwas hin, das wir vielleicht selber nicht mehr genau lesen können) oder ob wir jemand anderem etwas schriftlich mitteilen wollen.
In der Regel geben wir uns im zweiten Fall etwas mehr Mühe. Die beiden Schriften unterscheiden sich in erster Linie in der Genauigkeit der Formen. Davon abgesehen bleiben aber wesentliche Eigenarten bestehen.
(vgl. auch den Artikel "Die relative Konstanz von Handschriften" von Teut Wallner)
Entscheidet eine Handschrift-Expertise über Zusage oder Absage bei einer Bewerbung?
Das darf nicht sein, denn ein graphologisches Gutachten ist nur ein Puzzleteil in einer ganzen Serie von Entscheidungsgrundlagen.
Diese sind: fachliche Qualifikationen (die oft sehr direkt überprüft werden können), dazu Arbeitszeugnisse, Referenzauskünfte, Verhalten in den Bewerbungsgesprächen und in den sonstigen direkten Begegnungen, eventuell werden auch weitere Tests oder ein Assessment gemacht.
Zudem wird in der Regel auch geprüft, ob eine Bewerberin / ein Bewerber auch in das bestehende soziale Umfeld passen würde.
Wird jemandem eine Absage erteilt mit dem Hinweis, das graphologische Gutachten habe darüber entschieden, dann drängt sich der Verdacht auf, dass sich da eine verantwortliche Person auf wenig professionelle Weise herausreden wollte.
Graphologinnen und Graphologen können gar nicht entscheiden, weil sie in der Regel zu wenig Bescheid wissen über die konkreten Verhältnisse, beispielsweise wie das Team zusammengesetzt ist, welche Wertvorstellungen für den zukünftigen Vorgesetzten wichtig sind, wie sein Führungsstil ist usw.
Kann ein Gutachten über mich eingeholt werden, ohne dass ich es weiss?
Ganz klar: Nein, auf keinen Fall!
Das ist eine Frage der Fairness und der Haltung als Graphologin.
Dazu steht auch ein Punkt in meinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen.
Zudem unterstehen wir Graphologinnen einem Berufsethos, der solches ausschliesst.
Eindeutig ist dies auch in den Datenschutzrichtlinien festgehalten.
Wie steht es mit dem Datenschutz?
Es bestehen strenge Richtlinien über den Umgang mit grafologischen Gutachten.
Generell stehen Graphologinnen und Graphologen unter Schweigepflicht.
Über den Inhalt eines graphologischen Gutachtens darf gegenüber Drittpersonen nichts weitergegeben werden.
Mehr dazu auf dem Infoblatt des Datenschützers.
Was ist der Unterschied zwischen Graphologie und Schriftpsychologie?
Graphologie ist der ursprüngliche Begriff dieses Teilgebietes der Psychologie. In der Umgangssprache ist dies immer noch die Bezeichnung dafür, dass eine Handschrift untersucht und gedeutet wird.
Man könnte auch sagen, dass "Graphologie" vor allem der analytische Teil dieses Verfahrens ist. Aber nach der Analyse - die gewissermassen eine Sammlung von Puzzleteilen ergibt - ist die Synthese gefragt: Die Befunde müssen in einen Kontext gestellt werden und ein Persönlichkeitsbild ergeben. Dazu sind fundierte psychologische Kenntnisse nötig und von da her ist die Bezeichnung "Schriftpsychologie" eigentlich zutreffender.
Mehr dazu ist bei den Begriffen ausgeführt.
Häufig wird gesagt, dass Graphologie nichts bringe.
Diese Behauptung ist immer wieder zu hören - meist von Leuten, die sich nicht oder nur oberflächlich mit dem Metier auseinandergesetzt haben. Auch hier gilt: eine falsche Behauptung wird nicht richtiger, wenn sie wiederholt wird. Selbst dann nicht, wenn (die immer gleichen) Untersuchungen zitiert werden, deren Resultat schon zum voraus feststand, wie die aufschlussreichen Titel verraten.
Es ist nicht wegzudiskutieren, dass es Kreise gibt, welche die Graphologie systematisch schlecht machen. Zum einen werden - wie bereits erwähnt - die immer gleichen unsachlichen Untersuchungen zitiert. Gleichzeitig werden Studien mit positiver Wertung der Graphologie konsequent negiert, je nach dem auch direkt unter Verschluss gehalten.
Dafür gibt es mehrere Gründe: Einmal ist es für manche Leute etwas beunruhigend, wenn aus einer Handschrift auf persönliche Eigenschaften und Fähigkeiten geschlossen werden kann.
Meist macht man sich aber falsche Vorstellungen, etwa dass aus einer Unterschrift oder einer kurzen Notiz schon "alles" gesehen werden kann oder dass die Graphologin "aus Distanz" Wesentliches erkennt.
Das ist beides nicht möglich, denn eine gründliche Analyse braucht genügend Schriftmaterial und sehr viel Zeit.
Ein weiterer Grund ist kommerziell: Wer ein teures Analyseinstrument - beispielsweise mit Computerauswertung in Lizenz - verkaufen will, der ist nicht erfreut, wenn ein einfacheres und kostengünstigeres Verfahren mindestens gleich gute Aussagen machen kann.
Da wird dann die Graphologie einfach schlecht gemacht und es gibt viele Leute, die das gerne glauben, weil sie der Meinung sind, nur etwas, das viel koste sei auch viel Wert.
Bei näherem Hinsehen halten viele der teuren Instrumente nicht was sie versprechen, viele sind auch ziemlich spekulativ, obwohl am Ende eindrückliche Grafiken ausgedruckt werden können.
Schliesslich pflegen gewisse Kreise ein recht naives Bild von "Wissenschaftlichkeit" indem sie meinen, man müsse alles - und damit auch den Menschen - auf Zahlen, Daten, Grafiken reduzieren können. - Wenn Sie offen sind, so überlegen Sie sich einmal, wie das genau ist mit Geschichte, mit ökonomischen Theorien (die Bankenkrise lässt grüssen), mit Sprachwissenschaften oder mit Religionswissenschaften. Dies nur ein paar Beispiele als Denkanstoss.
Lesen Sie doch die persönlichen Erfahrungen von Anwendern in den Interviews auf www.grafologie.ch und machen Sie sich selbst ein Bild!
Dazu auch der Artikel "Was wirklich hinter der Graphologie steckt".
Heute wird viel weniger von Hand geschrieben als früher. Hat dies einen Einfluss?
Sicher hat dies einen Einfluss - es ist gewissermassen ein Spiegel unserer Zeit. Aber das ist nicht neu.
Die Gewohnheiten beim Schreiben verändern sich laufend: Früher wurden die gesamte Geschäftskorrespondenz und die Buchhaltung von Hand geschrieben; also waren sehr leserliche Schriften gefragt, die möglichst wenig Eigenprägung aufwiesen. Dennoch musste ein Büroangestellter (Frauen gab es damals noch kaum in diesem Beruf) möglichst schnell die Korrespondenz erledigen können.
Zudem kommen immer wieder neue Schreibwerkzeuge auf den Markt: Füllfederhalter, Kugelschreiber, Faserschreiber, Gelstifte usw. haben die Gänsefeder und das Tintenfass schon längst abgelöst.
Schliesslich verändern sich auch gesellschaftliche Werte: der Schönschreibunterricht in der Schule wurde schon vor vielen Jahren abgeschafft, was bedeutet, dass Jugendliche schon viel früher ihre persönliche Handschrift entwickeln können.
Als lebendige Wissenschaft stellt sich die Graphologie darauf ein.
Beachten sie auch die Studie über Handschriften im Computerzeitalter.
Noch ein interessantes Detail: Werden Notizen von Hand gemacht, ist der Lerneffekt grösser!
Können Sie als Graphologin Auskunft geben, ob eine Handschrift oder eine Unterschrift echt oder gefälscht ist?
Einfache Schriftvergleiche sind sicher möglich, sofern genügend Vergleichsmaterial vorhanden ist.
An sich ist das aber ein Spezialgebiet, das als Schriftvergleichung oder als Forensische Schriftuntersuchung bezeichnet wird.
Schriftsachverständige untersuchen ein Dokument mit physikalischen und chemischen Methoden: Sie überprüfen es z.B. mit UV-Licht, analysieren die verwendete Tinte usw.
Mehr darüber können Sie unter "Graphologie und verwandte Gebiete" lesen.
Das ist möglich, sofern Vergleichsmaterial vorhanden ist.
Als Graphologin erstelle ich auch Schriftexpertisen. Mehr Informationen finden Sie auf der Seite über Echtheitsfragen.
Darf ich wissen, was im Gutachten steht und erhalte ich eine Kopie davon?
Zuerst eine persönliche Antwort: Aus meiner Sicht sind Sie die Person, die auf alle Fälle erfahren muss, was aus ihrer Handschrift ersichtlich wird.
Meine Kunden in Firmen sind offen und fair, sie besprechen das Gutachten mit den Kandidaten und geben in der Regel auch eine Kopie davon ab.
Und nun die sachliche Antwort: Auf alle Fälle haben Sie Anrecht auf Einsicht in das Gutachten über Sie. In der Regel besprechen die Auftraggeber das Gutachten mit dem Kandidaten/ mit der Kandidatin. Und viele geben auch eine Kopie ab.
Wenn es zu einer Anstellung kommt, dann wird das Gutachten im Personaldossier abgelegt. Andernfalls muss das Gutachten vernichtet werden - sehr viele Auftraggeber händigen es dann der Kandidatin/dem Kandidaten aus.
Mehr dazu ist in den Ausführungen zum Datenschutz festgehalten.
Grundsätzlich darf eine Graphologin / ein Graphologe aber nicht von sich aus das Gutachten in Kopie an den Schreiber oder an die Schreiberin abgeben, weil es demjenigen gehört, der den Auftrag erteilt und es auch bezahlt hat.
Zu den Inhalten erfahren Sie mehr unter "Was Graphologie kann".
Weshalb soll ich für ein Gutachten bezahlen, es gibt ja gratis Tests im Internet.
Natürlich lockt auch hier das Internet - und es gibt entsprechende Angebote.
Klein Frage: Würden Sie sich eine Zahnfüllung machen lassen von einem Handwerker, der nur mit dem Schlagbohrer umgehen kann?
Wer die entsprechenden Seiten aufmerksam liest, der oder die erfährt, dass da jemand einfach etwas zusammengestellt (oder wie ein Verfasser im Originaltext schreibt: "zusammengeschustert" hat).
Der Autor hält auch fest, dass er kein Graphologe sei.
Die Fragen scheinen einfach, aber es wird nicht gesagt, was z.B. als grosse oder als kleine Schrift gilt. Das ist in der Graphologie klar definiert. - Wie können Sie als Laie dann richtig entscheiden bei einer solchen Frage? Und welchen Einfluss hat dies auf das Resultat?
Zudem sind die Antworten recht beliebig und widersprechen sich inhaltlich häufig - auch das ein Hinweis darauf, dass da jemand einfach ein bisschen "gespielt" hat.
Beachten Sie auch den Artikel "Graphologie ist keine Spielerei".
Können Handschriften von Kindern und Jugendlichen auch analysiert werden?
Ja, das ist möglich.
In der Handschrift von Kindern und Jugendlichen zeigen sich schon klar persönliche Merkmale; allerdings sind diese meist nicht so deutlich wie in Erwachsenenschriften. Darum arbeiten nicht alle Graphologinnen und Graphologen mit Schriften von Jugendlichen, denn es braucht dazu auch zusätzliche psychologische Kenntnisse über die Entwicklungsstufe.
Aber gerade im Zusammenhang mit Ausbildungsfragen können aufgrund der Handschrift wichtige Informationen gegeben werden.
Wie steht es mit der Akzeptanz der Grafologie?
Eine Untersuchung der Schweizerischen Graphologischen Gesellschaft zur Qualitätssicherung zeigt, dass die Zufriedenheit hoch ist und dass die Ergebnisse als ausgesprochen gewinnbringend eingeschätzt werden. Leider ist das Dokument nicht mehr auf der Website der SGG aufgeschaltet.
Informativ sind die zahlreichen persönlichen Stellungnahmen auf der von mir initiierten und redigierten Website unter Interviews zu finden.