Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03563.jsonl.gz/2663

Die Schweizer Behörden online
Haben Sie Schulden, die Sie nicht mehr zurückbezahlen können (Überschuldung), so können Sie sich an das Konkursamt Ihres Wohnorts wenden und Konkurs anmelden. Statt Privatkonkurs anzumelden, können Sie sich auch bei einer der vielen Institutionen persönlich beraten und unterstützen lassen.
Der Konkurs betrifft vor allem im Handelsregister eingetragene juristische Personen. Aber auch natürliche Personen können Konkurs anmelden, wenn Sie die folgenden Voraussetzungen erfüllen:
Ziel eines Konkursverfahrens ist es, alle Gläubigerinnen und Gläubiger auf einer Liste zu erfassen (“Kollokationsplan”) und ihnen die Schulden in der erstellten Reihenfolge nach Möglichkeit zurückzubezahlen. Dazu dient der Ertrag aus der Verwertung der gepfändeten Vermögenswerte.
Während dem Konkurs stehen alle gegen die Schuldnerin oder den Schuldner laufenden Zahlungsbefehle (einschliesslich der Pfändung) still. Zudem können keine neuen Zahlungsbefehle für Schulden veranlasst werden, die vor der Einleitung des Konkursverfahrens entstanden sind.
Die natürlichen Personen können ihre berufliche Tätigkeit weiterhin ausüben und frei über den Ertrag verfügen, der nach der Eröffnung des Konkurses anfällt. Der Inhaber oder die Inhaberin einer Einzelfirma kann jedoch die Vermögenswerte der Firma, die das Konkursamt als pfändbar erachtet, nicht mehr nutzen.
Nicht vollständig abbezahlte Schulden werden nicht gelöscht, müssen aber nicht mehr verzinst werden.
Wenn nach Abschluss des Konkursverfahrens nicht alle Schulden getilgt sind und das Konkursverfahren nicht mangels Aktiven eingestellt wurde, stellt das Konkursamt für jede verbleibende Schuld einen Verlustschein aus. Darauf steht der Betrag des Verlusts der Gläubigerin oder des Gläubigers und ob die Schuldnerin oder der Schuldner den Betrag anerkannt hat. In diesem Fall gilt der Verlustschein als Anerkennungsbeweis. Er erlaubt es der Gläubigerin oder dem Gläubiger, während wenigstens 20 Jahren eine neue Betreibung einzuleiten, falls sich die finanzielle Lage der Schuldnerin oder des Schuldners so verbessert, dass sie oder er wieder Ersparnisse machen kann ("neues Vermögen").