Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/203900

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die nötigen Massnahmen zu treffen, damit Personen ohne anerkannte Ausbildung, die sich um Betagte oder Menschen mit Behinderungen kümmern, einerseits berufsbegleitende Ausbildungen absolvieren können und dass zum andern ihre in der Praxis erworbenen beruflichen Kompetenzen anerkannt und sie dafür angemessen entlöhnt werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat anerkennt und honoriert das Engagement von Personen, die ihren Alltag der Betreuung und Pflege behinderter oder betagter Personen widmen. Damit wird auch die professionelle Pflege im Gesundheitswesen entlastet. Seit der Stellungnahme zur gleichlautenden Motion 16.3830, die am 24. September 2019 vom Zweitrat abgelehnt wurde, hat sich die Sachlage nicht wesentlich verändert.</p><p>Die Möglichkeit, dass sich betroffene Personen ihre informell gewonnenen Kompetenzen und Erfahrungen im Pflege- und Betreuungsbereich anrechnen lassen, ist weiterhin gegeben. Die angemessene Anrechnung von Praxiserfahrung und Bildungsleistungen, die ausserhalb üblicher Bildungsgänge erbracht wurden, ist mit Artikel 9 Absatz 2 des Berufsbildungsgesetzes grundsätzlich gewährleistet. Betreuende und pflegende Personen können die erworbenen Kompetenzen validieren lassen, eine verkürzte berufliche Grundbildung absolvieren und/oder Gesuche zur Dispensation von Bildungsleistungen in formalen Bildungsgängen (Praktika, Unterricht oder Prüfungen) stellen. Dispensationen sind auf Sekundarstufe II wie auch auf Tertiärstufe möglich.</p><p>Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) arbeitet derzeit im Rahmen der Initiative Berufsbildung 2030 mit den Verbundpartnern an der Verbesserung der Anrechnungsverfahren. Mit der Ausbildung zu "Pflegehelferinnen und Pflegehelfern SRK" des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) können sich interessierte Personen bereits heute auf ihre Aufgaben in der Pflege und Betreuung behinderter oder betagter Personen vorbereiten. Um möglichst viele Personen zu erreichen, werden die Lehrgänge in der ganzen Schweiz angeboten.</p><p>Zudem sei darauf hingewiesen, dass der Gesundheitsbereich bereits stark reguliert ist. Ist erst einmal eine offizielle Ausbildung geschaffen, besteht die Gefahr, dass diese für die entsprechende Tätigkeit vorausgesetzt wird. Patientinnen und Patienten könnten dann nur noch zuhause gepflegt werden, wenn mindestens ein Angehöriger über diese Ausbildung verfügt. Eine solche Entwicklung wäre kontraproduktiv.</p><p>Die aktuellen Rahmenbedingungen zur Ausbildung von pflegenden und betreuenden Personen erfüllen nach Ansicht des Bundesrates die Anliegen des Motionärs bereits.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.