Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03541.jsonl.gz/1087

Futurological Propositions
Jamie Allen and guest lecturers
There are few aspects of contemporary work or life that are not affected by the paradigm of “proposing”. The future is written into being, it is proposed, and then projected. The difference between ‘what is proposed’ and ‘what actually happens’ invokes a number of vignettes: the distance and potential for miscommunication of Moholy-Nagy’s Telephone Pictures
from 1923, which saw László call a sign painter in order to create an artwork; the realisation that architects do not make buildings, but instead create documents; the “fugitive planning” proposed by Morten and Harney. Futurological Propositions
looks at “the proposal” and project communication before-the-fact as a kind of fiction, a (grey) literary, ‘speech act’ that creates worlds, projects futures and speculates realities.
Drawing its title from Stanisław Lem (1985) science fiction “Futurological Congress”, wherein a group of interlocutors seem trapped in the propositional logic of discussion, we explore in this class both “how to write proposals”, but also the effect that proposing all the damn time has on our minds, psyches, societies and creative practices.
Technopolitiken der Digitalisierung
Shintaro Miyazaki
Das Wort Digitalisierung ist allgegenwärtig und bestimmt zunehmend auch die politische Diskussion. Die Vorlesung hinterfragt vordergründige Versprechen, die mit den neuen Möglichkeiten der automatischen Analyse grosser Datenmengen und dem Revival künstlicher Intelligenz einhergehen und fokussiert auf die kritische Reflexion der Unfälle, Ungerechtigkeiten und Diskriminierungen, die mit der Digitalisierung einhergehen. Insbesondere wird das Aufkommen von Google, Facebook, Amazon, Apple nach der Finanzkrise 2008 technopolitisch und medientheoretisch untersucht. Gleichzeitig geht es auch um die kritische Reflektion existierender utopisch-alternativer Zukunftsentwürfe (inkl. ihrer Theorien), die auf die kommende Klimaveränderung und den zunehmenden «digitalen» Rechtspopulismus (trolling, fake news etc.) reagieren möchten. Schliesslich wird natürlich die Frage gestellt und diskutiert, was dies alles mit Kunst und Gestaltung zu tun haben könnte.
UnMake All
Shintaro Miyazaki, Yann Martins
UnMake => Wiedergutmachen, gleichzeitig: Auseinandernehmen, Dekonstruieren. Im Kurs werden wir anhand kleiner Programmier-Experimente (webextensions, javascript, bash-commands) das «Internet» auseinandernehmen, um einige der tausendfach durchgeführten Datensammlungsprozesse, an denen wir tagtäglich unbemerkt teilnehmen, sichtbar und verstehbar zu machen. Dieser allgegenwärtige Datenextraktivismus, das Extrahieren von Daten aus unserem Umgang mit digitalen Tools (z.B. Soziale Netzwerke, google apps oder das Smartphone ganz allg.) werden wir praktisch-gestalterisch nachbauen und uns so mit den oft unreflektierten Macht- und Überwachungsmechanismen der «digitalen» Welt beschäftigen. Das «All» in «UnMake All» meint dabei den Zustand der fortgeschrittenen Digitalisierung auf allen Ebenen unseres Lebens, der Gesellschaft, der Kultur und der Politik. Fast alles ist digitalisierbar und damit gestaltbar, vergleichbar, verwertbar. Nach dem Auseinandernehmen werden wir versuchen, einige Gegenentwürfe zu gestalten und das Auseinandergenommene selbstbestimmter wieder zusammenfügen.
Wir empfehlen, den Kurs mit der Vorlesung «Technopolitiken der Digitalisierung» zu kombinieren.
eXistenZ und verwobene Ko-Existenz im Science-Fiction-Film
Flavia Caviezel
Filmische Visionen zur Ko-Existenz von Mensch und Maschine prägen die Filmgeschichte seit ihren Anfängen. Gespeist werden diese Zukunftsvorstellungen durch Entwicklungen und Diskussionen in Forschung, Politik und Gesellschaft, aktuell beispielsweise im Bereich maschinenlernbarer Systeme.
Wir beschäftigen uns in der Veranstaltung mit solchen imaginierten filmischen Zukünften möglicher Ko-Existenzen zwischen Mensch und Technologie. Dabei interessiert uns auch ihr Bezug zu gesellschaftspolitischen Debatten, die während der Entstehungszeit der Filme aktuell waren oder (immer noch) sind. Durch die Lektüre und Präsentation entsprechender Hintergrundinformationen stellen wir den Bezug zu den utopischen oder dystopischen filmischen Narrationen her, wie sie beispielsweise David Cronenberg visionär in seinem Film eXistenZ Ende des 20. Jahrhunderts entwarf.
Im Zusammenhang mit der eigenen medialen Arbeit ist die Auseinandersetzung mit künstlerisch-gestalterischen Praktiken der filmischen Werke ein zentraler Teil der Veranstaltung.
HCI-ACI: Artgerechte biodiverse Infrastrukturen
Jan Torpus
ACI (Animal-Computer Interaction) – bezugnehmend zu HCI (Human-Computer Interaction) – ist ein neuer Forschungsbereich, der Disziplinen wie Interaction Design, Verhaltenswissenschaften und Soziologie verbindet. Bisher wurden Tiere in Experimenten bezüglich ihres Verhaltens und ihrer Intelligenz untersucht und Technologien vor allem für die Optimierung von Haus- und Nutztierhaltung eingesetzt. ACI versucht die Perspektive der Tiere einzunehmen, sie als Interessenvertreter und Mitwirkende einzubinden, ohne sie zu vermenschlichen. Dementsprechend entwickelte Kommunikationsformen und Infrastrukturen sollen nicht nur tiergerechter werden, sondern auch die menschliche Lebenswelt aufwerten.
Wegen dem rasanten Rückgang der Biodiversität kommt ACI bezüglich der Umweltgestaltung eine wichtige Bedeutung zu: Urbane Räume, Garten- und Freizeitanlagen bieten Wildtieren schon heute attraktivere Lebensgrundlagen als die Agrarwüsten der Präzisionslandwirtschaft.
Wir analysieren alltägliche Situationen, Studien und Begriffe wie: “interspecies communication”, “multispecies ethnography” oder “evolutionary continuity”. Darauf aufbauend entwickeln und visualisieren wir gestalterische ACI-Konzepte für Kommunikation, Infrastruktur und Raumgestaltung (z.B. Wildtierkorridore, sensor-optimierte Parkanlagen).
PWM I – Grundlagen Persönliches Wissensmanagement
Samuel Hanselmann
Innerhalb der Wissensgesellschaft gewinnt Wissen in allen Bereichen an strategischem Wert und etabliert sich als wertvollste Ressource der heutigen Zeit. Nicht nur für Organisationen, sondern auch für Individuen, stellt sich daher die Frage nach Strategien im Umgang mit erfolgskritischem Wissen, um in einer Zeit des stetigen Wandels und steigender Anforderungen agil und konkurrenzfähig zu bleiben.
Das Seminar widmet sich Themen aus dem Bereich des persönlichen Wissensmanagements.
- Grundlagen des individuellen Wissensmanagements
- Auseinandersetzung mit persönlichen Wissenszielen
- Strategien zur gezielten Suche, Verarbeitung und Verwaltung von Informationen und Wissen
- Kompetenzentwicklung und strategische Ausrichtung
- Persönliches Zeitmanagement
- Methoden zur Reflexion und Kommunikation von Wissen
- Arbeitstechniken aus dem Bereich Selbstmanagement
- Methoden zur Steigerung der eigenen Produktivität
- Technische Werkzeuge des Wissensmanagements
Der Seminarleitung ist es ein zentrales Anliegen, den Teilnehmenden bewährte und praxisnahe Strategien, Methoden und Werkzeug zu vermitteln, die sie direkt in ihre eigenen Tätigkeiten integrieren können.
Wicked Fabrics: Geschichte und Praxis von E-Textiles
Leonie Häsler, Sophie Kellner
Die Formsprache technischer Geräte folgte lange Zeit dem Prinzip der Camouflage. Um sensible elektronische Komponenten zu schützen, werden sie durch Gehäuse kaschiert und gleichsam der Versuch unternommen, sie einem Design-Standard anzupassen. Heute sind wir eine einheitliche Elektro-Ästhetik und Interaktion gewöhnt: Die vorwiegend schwarzen Flächen und flachen Displays beschränken das haptische Erlebnis auf reine Funktionalität. «Das Glatte charakterisiert unsere Gegenwart,» konstatiert der Philosoph Byung-Chul Han.
Das Seminar soll diesbezüglich eine Diskussion zum Thema «elektronische und haptische Gegenwart» starten: Gemeinsam betrachten und entwerfen wir textile und vestimentäre Alternativen elektronischer Formsprache.
In einem theoretischen Teil thematisieren wir kulturwissenschaftliche Konzepte von Körper, Kleid und Raum sowie die verschiedenen Protagonisten der E-Textile-Szene.
Raum für eigene elektro-textile Experimente bekommen die Studierenden im praktischen Teil: leitfähige Materialien, Nadel, Faden und Lötkolben sind unser Werkzeug für kreative und eigenständige Lösungen elektro-textiler Konvergenz.