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Nach einer halben Stunde Musik, spricht Oded Tzur erstmals zum Publikum. Zuerst «Good Evening», dann stellt er seine Mitmusiker vor und nun beginnt er ein Gedicht zu rezitieren. «Es war einmal eine Frau, die hiess Isabela und sie war wie ein Lied» Nach dem Konzert erzählt Oder Tzur, dass alle Songs seine Frau Isabela zum Inhalt haben. Er habe versucht mit diesen Liedern ein Portrait von ihr zu zeichnen. Dieses Album ist ein Porträt und ein Liebesbrief.
Im Zug von Brüssel nach Luxemburg wurde die Tasche des Pianisten Nitai Hershkovits gestohlen. Von nun an sei die ganze Tour chaotisch geworden. Mit viel Glück hätten sie alle Konzerte spielen können. Da der Pianist ab diesem Zeitpunkt nicht mehr fliegen konnte, denn sein Reisepass war auch in jener gestohlenen Tasche, musste er Zugreisen bis zu 12 Stunden auf sich nehmen. Nach dem Konzert in Mailand, sei er dann «kurz» nach Tel Aviv geflogen, um den neuen Pass abzuholen. Am Abend sass er am Klavier in Amsterdam. Auch nach Muri hätte die Reise wegen Stau zwei Stunden länger als erwartet gedauert.
Die Musik entwickelte sich mitunter von einer zarten Brise - man hatte das Gefühl, dass sich ein sanfter Windzug durch das offene Fenster schlängelte – zu einem rauen Sturm. Der Schlagzeuger Johnathan Blake trieb die Band mit heftigen Schlägen vor sich her. Die vorerst sorgfältig kontrollierten Crescendos wurden dringlicher, heftiger und ungezügelt. Die Natur zeigte sich auf einmal von der bösen Seite, die offenen Fenster schlugen zu und das Glas wollte zerbersten.
Natürlich wollte das begeisterte Publikum auch von dieser Band eine Zugabe. Leise hob Oded Tzur zu dieser liebevollen Melodie an, die alle in der Version von Elvis Presley kennen: «Weise Männer sagen, nur Narren rennen einfach drauflos, aber ich kann nicht anders, als mich in dich zu verlieben - can’t help falling in love with you». Als Petros Klampanis den Bass sachte zupfte, war das Gedicht von der Mitte des Konzertes wieder präsent und ein regelmässiger Besucher von «Musig im Pflegidach» meinte: «Diese Musik floss scheinbar ganz natürlich ohne die Starre einer typischen Jazzform. Die Musiker spielten wunderbar drucklos.»