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Die Beurkundung des Kaufvertrags fand am 1. April statt - just an Rachmaninoffs Geburtstag, wie die Staatskanzlei am Montag mitteilte. Gleichzeitig unterzeichneten der Kanton und die Stiftung Serge Rachmaninoff, die noch vom Enkel Alexandre Rachmaninoff gegründet worden war, einen Betriebsvertrag. Der Enkel wohnte bis zu seinem Tod 2012 in der Villa.
Mit dem Kauf löste der Kanton Luzern die schwierige Erbschaftssituation und ermöglicht die Teilung der Erbschaft. Mit den gesetzlichen Erben hatte sich der Kanton auf einen Kaufbetrag von 8 Millionen Franken geeinigt. Der Kantonsrat hatte im Dezember den entsprechenden Sonderkredit bewilligt.
Die Stiftung Serge Rachmaninoff verzichte auf einen Anteil am Kaufpreis, um die Sicherung und Renovation der Villa durch den Übergang ins kantonale Eigentum zu unterstützen, heisst es.
Kulturelles Erbe erhalten
Der Betrieb soll künftig so organisiert, dass der Kanton als Eigentümer den Unterhalt der Liegenschaft sicherstellt, die Vermietungen für gesellschaftliche und geschäftliche Anlässe organisiert sowie eigene Veranstaltungen durchführt. Die Stiftung übernimmt die umfassende Kuratierung der Kultur- und Bildungsveranstaltungen.
Mit dem Kultur- und Bildungszentrum verfolgt der Kanton Luzern gemeinsam mit der Stiftung das Ziel, das kulturelle Erbe in möglichst originalem Zustand zu erhalten. Der Ort soll für ganz unterschiedliche Zielgruppen zugänglich gemacht werden.
Bei schöner Witterung wird der Park für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und ein kleines Terrassencafé betrieben. Die Villa kann auch gemietet werden.
Sanierung in Etappen
Der Kantonsrat bewilligte ebenfalls im Dezember drei Millionen Franken für die Sanierung und bauzeitliche Renovation der Gebäude. Sie wird in zwei Etappen erfolgen und durch die Dienststelle Immobilien umgesetzt. Das umfangreiche Archivmaterial wird bereits in den nächsten Wochen ins Luzerner Staatsarchiv überführt.
Die erste Renovationsphase beginnt im Juli. Im 2023 würde Rachmaninoff seinen 150. Geburtstag feiern. Dieses Jubiläumsjahr soll mit Veranstaltungen gefeiert werden, weshalb die zweite Renovationsetappe der Innenräume erst 2024 fortgesetzt wird.
Russland war interessiert an Villa
Serge Rachmaninoff lebte von 1873 bis 1943. Der Komponist, Dirigent und Pianist verliess 1917 Russland und lebte bis zu seinem Tod im Exil. In den USA war er ein gefeierter Klaviervirtuose, zum Komponieren fand er indes erst am Vierwaldstättersee zurück.
Die von Rachmaninoff in den 1930er Jahren erbaute unmittelbar am Vierwaldstättersee gelegene Villa Senar und weitere Gebäude in der 20'000 Quadratmeter umfassenden Parkanlage stehen seit 2018 unter Denkmalschutz.
An der Villa war nach dem Tod von Rachmaninoffs Neffen offenbar auch der russische Staat interessiert. 2013 wurde der Luzerner Regierungsrat bei einem Besuch in Moskau über entsprechende Pläne informiert.