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Wie bereits der Ständerat ist auch die Staatspolitische Kommission (SPK) des Nationalrates der Ansicht, dass auf Verfassungsstufe kein Verhüllungsverbot vorgesehen werden soll. Sie erachtet mit einer knappen Mehrheit auch Präzisierungen auf Gesetzesstufe als nicht notwendig und spricht sich gegen einen indirekten Gegenentwurf aus.
Ein Verhüllungsverbot auf Verfassungsstufe scheint es auch im Nationalrat schwer zu haben: Die vorberatende Kommission beantragt mit 13 zu 9 Stimmen und 3 Enthaltungen ihrem Rat, Volk und Ständen die Volksinitiative für ein Verhüllungsverbot zur Ablehnung zu empfehlen. Auch das vom Ständerat als indirekter Gegenentwurf beschlossene Bundesgesetz über die Gesichtsverhüllung fand in der Gesamtabstimmung keine Mehrheit.
Die Kommission sprach sich in der Gesamtabstimmung mit 13 zu 12 Stimmen gegen diesen indirekten Gegenentwurf aus, nachdem sie ihn in der Detailberatung mit verschiedenen Gesetzesänderungen betreffend die Besserstellung der Frauen ergänzt hatte. Die Kommissionsmehrheit ist der Ansicht, dass der Mehrwert des Gegenentwurfs gering ist, weil er weitgehend Selbstverständliches regelt. Für die Minderheit hätte ein mit gleichstellungspolitischen Forderungen ergänzter Gegenentwurf gezeigt, dass Probleme, welche die Volksinitiative in gleichstellungspolitischer Perspektive aufzeigt, ernst genommen werden.
Mit 14 zu 10 Stimmen ebenfalls keine Mehrheit fand ein Antrag für einen direkten Gegenentwurf mit gleichstellungspolitischen Forderungen, wonach Frauen insbesondere in Ehe und Familie hätten geschützt werden sollen. Nach Ansicht der Kommission sind diese Forderungen nicht geeignet, um sie in einer Volksabstimmung direkt den Bestimmungen für ein Verhüllungsverbot gegenüber zu stellen. Der sachliche Zusammenhang ist hier zu wenig gegeben.