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6.10.2014 Nach unserer Extratour in den Süden werden wir heute in Shiraz wieder zum Rest der Gruppe stossen. Unterwegs machen wir einen Halt in Firuzabad um die Ruine des Palastes des Sassanidenreichs Ardaschir I. anzusehen. Hier werde ich erstmal gebeten, anstelle der kurzen Hose eine lange anzuziehen weil ich andernfalls den "Steinhaufen" nicht betreten dürfe!
Die Überreste des Palastes aus den 5. und 6. Jahrhundert zeugen von der hohen Baukunst. Besonders beeindrucken sind die hohen Kuppeln, welche zum Teil immer noch intakt sind.
7.10.2014 Shiraz Shiraz gehört mit gut 1.5 Mio Einwohnern zu den grössten Städten in Iran. Sie liegt auf 1'500 Meter und das Klima ist entsprechend angenehm und mild, jedenfalls im Vergleich zum Süden. Man nennt die für ihre Gartenkultur berühmte Stadt den „Garten des Iran“. Ihr Blumenreichtum und die berühmten Rosenzüchtungen geben ihr ein spezifisches Gepräge. Der früheste Hinweis auf die Stadt findet sich auf elamitischen Schrifttafeln von 2000 v. Chr., die im Juni 1970 bei Bauarbeiten in Shiraz gefunden wurden. Auf diesen Tontäfelchen, die in elamischer Sprache verfasst sind, ist der Name der Stadt als Tiraziš angegeben. Die Umgebung der Stadt war schon vor mehr als 2500 Jahren das Kernland des achämenidischen Persien.
Im Mittelalter residierten in Shiraz unter anderem die islamischen Dynastien der Buyiden und Salghuriden, unter denen die Stadt wuchs und erblühte, aber auch mehrfach Schauplatz militärischer Auseinandersetzungen war. Später dezimierten mongolische, türkische und afghanische Überfälle die Grösse und Bevölkerung Shiraz’. Erst unter Karim Khan Zand konnte sich die Stadt wieder erholen und erlebte eine neue Blütezeit, insbesondere in der Wirtschaft und Kultur.
Sehr bedeutend ist die Moschee mit dem Schrein von Schah Tscheragh, dem Bruder des achten Imams Reza. Das Mausoleum ist eine der bekanntesten Pilgerstätten der Schiiten im Iran. Es zeichnet sich durch kunstfertige Spiegelarbeiten aus. Unzählige fein gearbeitete Kacheln bedecken die Kuppel über dem Schrein. Den Innenraum schmücken Glasstückchen, die mit mehrfarbigen Kacheln durchmischt sind. Das Innere ist wiederum für Frauen und Männer getrennt. Ein Blick mit der Kamera über die Abschrankung zeigt uns wie es dort aussieht. In einem Behälter liegen tönerne Steine. Die Gläubigen legen diese auf den Teppich um beim Beten mit der Stirn die Erde berühren zu können. In Shiraz sind die zwei berühmtesten Dichter Persiens in anmutigen Mausoleen am Stadtrand begraben: Hafis (1320 bis 1398) und Saadi (1184 bis 1282). Neben den beiden wirkte hier auch Omar Chajjam. Wir besuchen Hafis' Mausoleum.
Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Zitadelle des Karim Khan. Sie wurde um das Jahr 1770 fertiggestellt. Sie liegt im Zentrum der Stadt und diente als Regierungspalast und Wohnpalast, später als Mausoleum.
Die letzte Station gilt dem Eram Botanic Garden. Er zählt wegen seiner Schönheit, der Grösse und seines Alters zu den bekanntesten Gärten von Shiraz.
Die Geschichte des Eram-Gartens reicht bis in die Zeit der Seldschuken zurück (1038-1194). Jani Khan, zum Stamm der Kaschgai gehörend, baute unter der Zand-Dynastie ein Gebäude im Garten. Anschließend wurde der Garten an Naser al Molk verkauft. Der in der heutigen Form noch existierende Pavillon wurde von Mohammad Hassan entworfen und erbaut, ein Architekt, den al-Molk beauftragt hatte. Ursprünglich für die Fürsten und Könige erbaut, dient er heute als botanischer Garten für die Universität von Shiraz, des Weiteren als Sehenswürdigkeit und Erholungsort für Besucher. Das Gebäude ist jedoch für Besucher nicht zugänglich. Die gesamte Gartenanlage ist Teil des Projektes „Wiederaufbau und Wiederherstellung des Eram-Gartens“ der Universität von Shiraz.