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Montag, 20. Januar 2014 18:30 Uhr: Vortrag
Gefährliches Limmatwasser?
Bahnhof Buffet HB Zürich
1. Stock, Raum Les Trouvailles
1884 erlebt Zürich eine kurze aber heftige Typhus-Epidemie. Rasch fiel der Verdacht auf die wenige Jahre zuvor eingeführte Hauswasserversorgung. Brachte das nur leicht filtrierte Limmatwasser Krankheit und Tod in die Stadt, obwohl man die neue Wasserversorgung doch aus gesundheitspolitischen Gründen eingeführt hatte? Und hatten jene Stimmen aus der Bevölkerung doch Recht gehabt, welche von Anfang an vor der Verwendung von Limmatwasser gewarnt hatten?
Die Typhus-Krise erschütterte das Vertrauen in die Wasserversorgung und brachte Zürich in den Ruf einer „unhygienischen“ Stadt. Welches Wasser sollte künftig für die Versorgung der Stadt verwendet werden? Zwischen den Anhängern einer Nutzung von Seewasser und jenen, die eine Fernwasserversorgung mit Quellen in den Voralpen propagierten, brachen heftige Kontroversen aus.
Um sich die nötige Sicherheit zu verschaffen wurden umfangreiche wissenschaftliche Abklärungen vorgenommen und man wandte sich der neuen und noch sehr umstrittenen Bakteriologie zu. In kurzer Zeit wurden weitreichende Entscheidungen gefällt und neue Anlagen für die Wassergewinnung errichtet, nämlich eine Fassung im Seebecken und eine Filteranlage im Industriequartier. Die neue Wasseraufbereitung mit Sandfiltration lieferte einwandfreies Wasser. Zur Doppelfiltration weiterentwickelt wurde sie zur Grundlage des 1914 erbauten Seewasserwerks Moos, das bis heute in Betrieb steht.
Dr. Jean-Daniel Blanc studierte Geschichte in Zürich und promovierte mit einer Arbeit über die städtische Verkehrspolitik in der Nachkriegszeit. Nach einer Arbeit zur Strukturgeschichte des Kantons Baselland wechselte er in eine praktische Tätigkeit bei der SBB. Heute ist er Leiter Personal bei der Wasserversorgung Zürich.