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(Sonntag, 6. Januar 2012)
Wir erwachten im hellen Licht, das seit sehr früh am Morgen durch das grosse Fenster leuchtete. Das Meer war ruhig, kaum eine Welle störte die Idylle.
Nach dem Frühstücksbuffet fanden wir uns oben ein, ausgerüstet mit warmen Kleidern und Schwimmweste. Nach einer kurzen Einführung bestiegen wir die Zodiaks und wurden an Land gebracht. Wo vor Jahrtausenden noch Gletscher war, war jetzt sumpfähnliches Gebiet, in dem wir jetzt unsere Schuhe nass machten. Auf unserer kurzen Tour erfuhren wir einiges über Flora und Fauna dieser Region, wie zum Beispiel über Biber. Wegen erwarteten Gewinnen aus Fellproduktion wurden 25 dieser Tiere aus Kanada eingeführt. Wie immer bei solchen Aktionen ging der Schuss nach hinten los. Es fehlten die Feinde, die die Population im Rahmen hielten und deren Jagd bei den Bibern das Adrenalin produzierten, die dem Fell den Glanz verleihen, der es wertvoll macht. Nun kämpft Patagonien gegen eine Biberpopulation von ca. 70’000, von denen sie kaum etwas wussten.
Auf dem Rückweg zum Schiff machten wir einen kurzen Halt bei Seeelefanten, die faul auf einer kleinen Insel lagen. Diese Tiere waren sehr imposant durch ihre Masse.
In der Bucht, in der unser Schiff ankerte, war das Merr sehr ruhig. Wir verliessen die Bucht nach unserer Tour, es blieb meistens flach.
Nach dem Mittagessen legte ich mich etwas schlafen. Martin weckte mich, als draussen Delphine vorbeischwammen.
Da wir in der zweiten Gruppe waren, besuchten wir erst den Maschinenraum des grossen Schiffes. Ich hätte ihn grösser erwartet für ein knapp 90 m langes Schiff mit fast 300 Personen an Bord.
In Zodiaks wurden wir zu den kleinen Tucker Inseln gebracht wo wir verschiedene Kormorane und Seemöwen, aber auch Gänse und natürlich Magellanpinguine entdeckten. Es waren viele Tiere, einige kamen bis 2 m an unser Boot heran, wir waren sehr beeindruckt. Der Guide konnte kaum aufhören zu erzählen und als ich ihn nach den Delphinen fragte, begann er auf das Gummiboot zu klopfen und dem Steuermann den Weg vorzugeben, bis wir Tiere neben unserem Boot hatten. Fasziniert sahen wir zu, wie sie um unser Boot schwammen und sprangen. Zurück beim Schiff begann es wieder zu regnen. In dieser Stunde hatten wir Regen, Sonne und wieder Regen.
Wir plauderten kurz mit einer Angestellten. Sie sind von September bis April auf dem Schiff im Einsatz mit jeweils 4 Stunden freier Zeit im Hafen, bevor die neue Tour beginnt (zweimal pro Woche). Nur zwei Wochen Urlaub werden gewährt. Dies ist ein knochenharter Job.
Nach einer spannenden Präsentation über Chile genossen wir ein leckeres Abendessen im Patagonia Restaurant und anschliessend ein, zwei Drinks in der Darwin Lounge, während andere Karaoke sangen.