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Lernende in Übergangssituationen im niederschwelligen Ausbildungsbereich (LUNA): Vorstudie
Ausgangslage und Ziele
Im Jahr 2004 wurde in der Schweiz die Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) eingeführt, verbunden mit der Hoffnung, dass sich dank standardisierter Ausbildungsinhalte die Arbeitsmarktfähigkeit und die Durchlässigkeit zu weiterführenden Ausbildungen verbessert. Für Jugendliche, die den Anforderungen dieser Ausbildung nicht gewachsen sind, wurde vom Branchenverband INSOS die Praktische Ausbildung (PrA) lanciert. Die bisherigen Erfahrungen mit den beiden Ausbildungsgefässen sind positiv, wie verschiedene Evaluationen zeigen. Allerdings weist einiges darauf hin, dass der Anteil der (vorzeitig) aufgelösten Lehrverträge höher ist als bei den drei- bis vierjährigen Grundbildungen mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis. Ausserdem ist wenig über die Durchlässigkeit zwischen den Ausbildungsgefässen im niederschwelligen Bereich bekannt. Ziel dieser ersten Studie war es, die Erfahrungen und das Wissen von Expertinnen und Experten aufzuarbeiten und damit Grundlagen für eine geplante breitere Untersuchung der Situation zu schaffen.
Fragestellung
- Was ist über die Quoten von Lehrvertragsaufslösungen (LVA) in verschiedenen Branchen und Kantonen bereits bekannt?
- Welche Gründe führen zu einer LVA in den EBA- und PrA-Ausbildungen?
- Welche Unterstützungsangebote gibt es in dieser Situation für die Jugendlichen und als wie wirksam werden sie eingeschätzt?
- Welche Folgen hat eine LVA? Wie (gut) funktioniert dabei die Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Ausbildungsgefässen?
Methodisches Vorgehen
Im Rahmen der Studie wurden in drei Phasen 35 Interviews mit Expertinnen und Experten durchgeführt: In einer ersten Phase wurden Schlüsselpersonen aus Forschung und Praxis interviewt (zum Beispiel von der Schweizerischen Berufsbildungsämterkonferenz SBBK und vom Branchenverband INSOS). In der zweiten Phase fanden Interviews mit Berufsbildungsverantwortlichen aus den Kantonen und mit Vertreterinnen und Vertretern von Branchenverbänden statt. In die dritte Phase wurden Personen einbezogen, die in den Berufsfachschulen beziehungsweise in den Ausbildungsinstitutionen direkt mit den betroffenen Lernenden zu tun haben. Die Interviews wurden inhaltsanalytisch ausgewertet und in einem Synthesebericht aufbereitet.
Ergebnisse
Die Ergebnisse der Interviews zeigen, dass die EBA und auch die PrA sich als Ausbildungsgefässe in den letzten Jahren gut etabliert haben. Allerdings bestehen in manchen Branchen und vor allem in der Romandie nach wie vor Probleme mit der Akzeptanz bei den Betrieben und bei den Jugendlichen. In diesem Zusammenhang wird oft auch auf Probleme bei der beruflichen Integration nach Ausbildungsabschluss hingewiesen. Dies betrifft aber nicht alle Branchen gleichermassen, wie unsere Interviews zeigen. Die Durchlässigkeit in die EFZ-Ausbildung ist vor allem für Branchen, in denen die Arbeitsmarktfähigkeit der EBA-Absolventen und Absolventinnen fraglich ist, sehr wichtig. Es scheint hier eine grosse Herausforderung zu sein, die Bildungspläne der EBA und der EFZ aufeinander abzustimmen und gleichzeitig die Eigenständigkeit der Berufsbilder zu bewahren.
Die Problematik der Lehrvertragsauflösungen wird von den Expertinnen und Experten unterschiedlich bewertet: Manchen bereitet die Situation der Lehrvertragsauflösungen Sorgen, andere verorten das Problem eher in bestimmten Branchen als beim Ausbildungsniveau. Die meisten dieser Einschätzungen beruhen allerdings auf Vermutungen und auch bezüglich Unterstützungsmöglichkeiten bleiben etliche Fragen offen, insbesondere wie die vorhandene Unterstützung am besten koordiniert werden kann. Die Studie bestätigt den Forschungsbedarf. Dieser soll nun in einer Folgestudie bearbeitet werden.
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