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Mémorial de Haute-Alsace in Dannemarie
"Mein französischer Großvater wurde 1870 von den Preußen gefangen genommen; mein deutscher Vater wurde 1918 von den Franzosen gefangen genommen; ich, ein Franzose, wurde im Juni 1940 von den Deutschen gefangen genommen, dann 1943 zwangsweise in die Wehrmacht eingezogen, ich wurde 1945 von den Russen gefangen genommen.
Sie sehen, wir haben einen ganz besonderen Sinn für Geschichte. Wir stehen immer auf der falschen Seite der Geschichte, systematisch: Wir beendeten Kriege immer in der Uniform des Gefangenen, das ist unsere einzige ständige Uniform".
Wenn wir auf einer Karte die Lage des Sundgaus anschauen, dann sehen wir dass es ein ideales Durchgangsland ist. Vom Rhein aus geht es über leicht hügeliges Land hinüber zur Belfort-Pforte, die uns zwischen Jura und Vogesen hinüber ins französische Kernland führt. Verfolgt man die Geschichte des Sundgaus, dann sieht man, dass praktisch seit der Römerzeit kein Jahrhundert ohne Kriegszüge durch den Sundgau verging. So war es auch 1870/71. Frankreich erklärte Preussen den Krieg. Im September 1870 begannen die Kämpfe und rund 4 Wochen später hatten die Deutschen den Sundgau erobert und zogen in Richtung Paris. Am 10. Mai 1871 wurde ein Friedensvertrag unterschrieben. Der Sundgau wurde zu Deutschland geschlagen, nur Belfort, Delle, Giromagny und einen Teil der Region um Masevaux blieben in Frankreich (die neue Grenze ging mehr oder weniger der Sprachgrenze entlang). Diese neue Grenze wurde mit Grenzposten versehen. Der Sundgau im Reichsland (1870 bis 1914) machte in dieser Zeit eine gewisse Entwicklung durch, blieb aber vor allem ein Agrarland.
Doch im August 1914 gings wieder los. Die ersten Toten des ersten Weltkriege verstarben noch vor der Kriegserklägung im Sundgau. Am 2. August, der Krieg wurde erst am 3. August erklärt, trafen zwei Patrouillen beim französischen Dorf Joncherey aufeinander. Es kam zu einem Schusswechsel. Der französische Caporal Jules-André Peugeot und der preussische Leutnant Albert Mayer verstarben.
Quer durch den Sundgau war die Front. Eine vielzahl von Dörfern wurden in Mitleidenschaft gezogen, die Bewohner mussten zum grossen Teil ihre Häuser verlassen.
WAS IST DIE GEDENKSTÄTTE?
Die Gedenkstätte Oberelsass ist ein Projekt, das eine Fortsetzung der Ausstellung Les Tranchées Oubliées darstellt. Lokale Persönlichkeiten und Fakten wie Kilometer Null, Korporal Jules-André Peugeot, Unterleutnant Mayer oder der einzigartige Charakter dieses von der französischen Armee besetzten Teils des Elsass werden dazu beitragen, die einzigartige Vergangenheit der Sundgau-Region im Großen Krieg von 14-18 aufzuzeigen. Die Gedenkstätte wird es den Besuchern ermöglichen, das tägliche Leben von Soldaten und Zivilisten während dieses Konflikts zu entdecken und die verschiedenen Standpunkte zu verstehen.
Im Memorial von Dannemarie wird diese Zeit dargestellt.
Es ist eine außergewöhnliche Sammlung: Ein Standort, der ideal zwischen 3 Ländern (Frankreich-Deutschland-Schweiz) liegt und Teil eines großen nationalen und internationalen Umfelds ist.
Ein Ort, der zu den bereits behandelten Themen komplementär ist (1870 in Belfort, 1914-1918 in den Vogesen mit der Linge, dem Hartmannswillerkopf, dem Kanon von Zillisheim, dem Km0, ....
Ein Projekt, das an der Öffnung des Sundgau nach Norden und Zentrum des Elsass beteiligt ist.
Eine Sammlung von mehr als 10.000 Objekten, Kostümen, Waffen und einzigartigen Schätzen, die Kepi des 1914 verstorbenen 1. französischen Soldaten, Corporal E Peugeot, die Originalmanuskripte von Dominique Richert; ...