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Von einem deutschen Leser erhielten wir die Zuschrift: “Wie verhält es sich mit den kontroversen Berichten über die angebliche Jagd eines Russen-Satelliten auf einen US-Satelliten? Wo sind Ansatzpunkte für den Sachverhalt?”
- Die Russen starteten vom Plesetsk Cosmodrom eine Soyuz 2-1V-Rakete, die den relativ grossen Satelliten Kosmos 2542 lancierte. In der russischen Nomenklatura figuriert Kosmos 2542 als Inspektions-Satellit.
- Zwei Wochen lang beobachtete Kosmos 2542 den Satelliten USA 245. Er näherte sich dem Amerikaner bis auf 150 Kilometer. In den Weiten des Weltraums gilt das bedrohlich nahe.
- Dann kam die Operation “MATRYOSHKA”, benannt nach den russischen Holzpuppen, bei denen stets eine grössere Figur eine kleinere birgt, die dann beim Aufschrauben zu Tage kommt. Im Gehäuse von Kosmos 2542 befand sich der Minisatellit Kosmos 2543, ein eigentliches Projektil.
- Am 15. Juli 2020 soll Kosmos 2542 aus weltraummässig kurzer Distanz das Projektil Kosmos 2543 auf den Amerikaner geschossen haben, ohne diesen zu treffen und abzuschiessen.
- USA 245 operiert schon lange im Weltraum. Der Satellit gehört zum National Reconnaissance Office und ist als geheim klassifiziert. Er soll ein starkes, zur Erde gerichtetes Teleskop einsetzen und den amerikanischen Geheimdiensten in hoher Auflösung scharfe Bilder liefern.
USA: Russen testen Weltraum-Waffen
2019 machte Präsident Trump den leistungsfähigen amerikanischen Weltraumverband zur Teilstreitkraft, auf der Stufe – zum Beispiel – des Heeres, der Marine, der Luftwaffe und des Marine Corps. Zum ersten Befehlshaber ernannte er General General John “Jay” Raymond, der gleichzeitig Chef des US Space Command und der Space Force’s Operations wurde. Nach dem Vorfall im Weltraum trat General Raymond persönlich vor die Presse:
- “Das ist ein weiterer Beweis für die andauernden russischen Bemühungen, Weltraum-Systeme zu entwickeln und zu erproben; in Übereinstimmung mit der vom Kreml publizierten Militärdoktrin, Waffen einzusetzen, die amerikanische und alliierte Stärken im Weltraum gefährden.”
- Im Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics ergänzte der Astronom Jonathan McDowell, Kosmos 2543 sei mit mehr als 400 Meilen/Stunde geflogen (rund 700 km/h).
- Christopher Ford, Assistant Secretary of State, nannte Russlands Handeln verlogen. Er sprach von Anti-Satelliten-Waffen des Gegners. Zugleich wolle dieser den USA Fesseln anlegen, indem er Waffen-Kontrollen im Weltraum propagiere. Russland setze sein Weltraum-Programm unvermindert fort, während es andere zu bremsen versuche.
- Parallel zu den Amerikanern verurteilten die britischen Streitkräfte Russlands Vorgehen scharf. Air Vice Marshal Harvey Smith, Chef des UK Space Directorate, sprach ausdrücklich von einem Waffen-Einsatz.
Russland: Das war ein “interner” Test
- Die russische Darstellung bringt einen dritten eigenen Satelliten ins Spiel, den Kosmos 2543 getestet habe. Der Mutter-Satellit Kosmos 2542 inspiziere russische Satelliten im Weltall. Er gehöre zu einem ganzen System zum Monitoring eigener Satelliten.
- Die Führung in Moskau stellte eine Verfolgung von USA 245 explizit in Abrede.
- Zum Start der Soyuz-2-1V/Volga in Plesetsk gab der russische Generalstab in Moskau Bilder frei: