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Wissensreihe #Wund: Die Wundheilung
Erfahren Sie im zweiten Teil unseres Publiwikis #Wund wichtige Informationen über die Wundheilung.
Regeneration und Reparation
Zu einer vollständigen Regeneration von Körperteilen und Organen wie es z.B. ein Regenwurm kann sind Säugetiere nicht in der Lage. Der Mensch kann dies ausschliesslich beschränkt auf wenige Körperzellen: bei Leberzellen, Blutkörperchen und bei der Fetal-Entwicklung. So lange Hautverletzungen nur oberflächlich und nicht tief in die Hautschichten reichen, ist auch hier eine Regeneration möglich (z.B. bei einem Sonnenbrand). Bei tiefergehenden Wunden ist nur noch eine Reparation möglich, d.h. es bildet sich Narbengewebe.
Prozesse der Wundheilung
Das Ziel der Wundbehandlung ist es, die Wunde schnell zu verschliessen und eine möglichst optimale Funktionalität bei kosmetisch zufriedenstellender Narbenbildung wiederherzustellen. Eine entsprechende Behandlung ist nur mit dem Wissen über die verschiedenen Heilungsphasen möglich.
Reinigung (Tag 1 bis 4) | Ziel der ersten Phase ist es, Bakterien, Zelltrümmer und Schmutzpartikel aus der Wunde auszuschwemmen. Hierzu wird eine grosse Menge Wundflüssigkeit, also Exsudat, gebildet.
Granulation (Tag 2 bis 14) | Gefässe bilden sich neu und Gewebedefekte werden durch gesundes Granulationsgewebe aufgefüllt.
Epithelisierung (Tag 3 bis 21) | Das Granulationsgewebe wird ärmer an Wasser und Gefässen und bildet sich in Narbengewebe um. Vom Wundrand schiebt sich Epithelgewebe - neu gebildete Zellen - über die Wunde.
Primäre und sekundäre Wundheilung
Eine primäre Wundheilung liegt dann vor, wenn die Wundränder glatt sind und eng aneinander liegen, das Gewebe minimal verletzt ist, die Wundumgebung gut durchblutet und nicht infektiös ist und sich keine Fremdkörper darin befinden. Bei chirurgisch gesetzten Wunden und einigen Schnittwunden ist dies der Fall. Sie lassen sich durch eine Naht, Klammern oder Wundnahtstreifen verschliessen. Zurück bleibt eine schmale strichförmige Narbe.
Bei der sekundären Wundheilung verläuft der Reparationsprozess wie bei der primären. Die Gewebedefekte sind hier jedoch schwerwiegender und die Wunde heilt offen. Phase 3 der Epithelisierung hinterlässt in der Regel eine mehr oder weniger grosse Narbe. Chronische Wunden heilen meist sekundär.
Quelle: Wundmanagement – Ein illustrierter Leitfaden für Ärzte und Apotheker, Wiltrud Probst und Anette Vasel-Biergans, Stuttgart, 2010.
05.08.2019