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Dank der Lagerung von Holzhaufen, die im Allgemeinen mehrere Monate dauert, kann die von Natur aus im Holz vorhandene Wassermenge deutlich reduziert werden, bevor es zu Hackschnitzeln zerkleinert wird, die dann in den Heizzentralen der Region verbrannt werden. Dieser Rückgang des Feuchtigkeitsgehalts wirkt sich deutlich auf den Heizwert des Holzes aus. Das Amt für Wald, Wild und Fischerei (WaldA) stellt den Waldbewirtschaftern kleine Plakate zur Verfügung, die sie an den Holzhaufen anbringen können, um die Spaziergänger über den Wert dieses erneuerbaren Rohstoffs zu informieren und sie dafür zu sensibilisieren, und ihnen gleichzeitig zu erklären, weshalb diese Holzhaufen im Wald liegen. Dieses Holz büsst so weder an Qualität ein noch ging es vergessen, es trocknet lediglich friedlich vor sich hin. Manchmal werden Holzhaufen, die länger gelagert werden müssen, mit einer Plane aus Zellulose abgedeckt, die sie vor Schnee und Regen schützen soll. Dieses vollkommen natürliche Material wird gleichzeitig mit dem Holz zerkleinert.
Damit wir unsere Abhängigkeit von insbesondere fossiler Energie aus dem Ausland verringern können, ist es unumgänglich, dass wir unsere Versorgung diversifizieren. Die Förderung von lokalem Holz bietet eine interessante Absatzmöglichkeit für die Verwertung von Erzeugnissen von geringerer Qualität oder solchen, die in anderen Verarbeitungsbereichen nur schwer verwertet werden können. Dieses qualitativ schlechte Holz ist eine eigentliche "Energie-Goldmine". Die Verbrennung von 1 m3 Buchen-Rundholz mit einem Wassergehalt von 25 % liefert gleich viel Energie wie 280 Liter Heizöl!
Nebst dem Nachhaltigkeitsaspekt dieser Ressource hat Energieholz auch den Vorteil, dass es nur über sehr kurze Distanzen transportiert werden muss und die Risiken für die Umwelt äusserst gering sind (die "Holzschnitzelpest" ist im Gegensatz zur "Ölpest" nicht bekannt). Zudem verbraucht seine Verarbeitung wenig Energie. Diese beiden Aspekte machen Energieholz zu einem Spitzenreiter für das Kriterium, die Emissionen von grauer Energie so niedrig wie möglich zu halten.
Nebst diesen Vorteilen für die Umwelt schafft die Verwertung von Nebenprodukten aus der Waldwirtschaft Stellen auf regionaler Ebene und bietet einen interessanten Absatzmarkt für alle Waldbesitzer. Im Gegensatz zu den fossilen Energien bleiben die in die Verwertung des Energieholzes investierten Beträge zum grössten Teil im Produktionsgebiet. So wird die Kapitalflucht ins Ausland verhindert und gleichzeitig die lokale Wirtschaft direkt gefördert.
Das Potenzial - Millionen Liter Heizöl
Der Energiebedarf ist in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen. Die Energiestrategie 2050 empfiehlt die Verwertung von erneuerbaren Energien. Gemäss Holzenergie Schweiz deckt Holz heute 4,2 % des gesamten Energieverbrauchs in der Schweiz ab und 10,6 % des Energiebedarfs für Heizzwecke. Holz ist selbstverständlich nicht die alleinige Lösung für die Energiewende, es kann jedoch einen bedeutenden Beitrag leisten.
Im Kanton Freiburg wurde für die nachhaltige Holznutzung ein Ziel von 325'000 m3 pro Jahr festgelegt. Pro Jahr werden jedoch lediglich 240'000 m3 Holz genutzt, davon 105'000 m3 (45 %) für die Energieproduktion.
Wenn die Holznutzung in den Freiburger Wäldern bis zu diesem nachhaltigen Wert von 325'000 m3 gesteigert würde, könnten jährlich insgesamt 147'000 m3 Holz für die Energieproduktion verwertet werden. Das entspricht rund 35 Millionen Litern Heizöl! Der Anteil an Brennholz würde dabei nicht verändert, denn es ist nicht vorgesehen, qualitativ hochwertiges Holz für Schreinereien und Zimmereien zu verbrennen.
Durch diese Unternutzung gehen jedes Jahr 42'000 m3 Holz verloren, mit denen neue Heizzentralen mit Energie gespeist werden könnten, die derjenigen von 10 Millionen Litern Heizöl entspricht. Mit dem ungenutzten Energieholzpotenzial könnte der jährliche Wärmebedarf (Heizung und Brauchwarmwasser) von rund 2 Millionen m2 neuer Gebäudefläche oder 45'000 Personen gedeckt werden (durchschnittliche Wohnfläche von 45 m2/Bewohner).
Wärmeverteilung im Fernwärmenetz
Heizholz in Form von Schnitzeln oder Spänen ist sehr interessant, um grössere Volumen zu heizen. Die Überlegungen gehen daher in Richtung einer Verteilung durch ein Fernwärmenetz (FW) von einer Heizzentrale aus. So müssen in einem Sektor oder einem Quartier nicht eine Vielzahl kleiner Heizungen und Technikräume installiert werden. Die Energie wird durch eine Leitung direkt in jedes angeschlossene Gebäude geführt, ohne dass man sich um die Unannehmlichkeiten in Zusammenhang mit der Wartung der Installationen oder den Brennstoffreserven sorgen müsste.
Die Gemeinden nehmen in diesem Fall eine vorrangige Rolle ein. Im Rahmen des Ortsplanes könnten mit einer echten Umsetzungspolitik von erneuerbaren Energien die Infrastrukturen vorgesehen werden, die es für ein Fernwärmenetz braucht bei neuen Entwicklungen oder Instandsetzungen bestimmter Installationen. Der notwendige Platz für eine Heizzentrale und ein Schnitzelsilo sowie das Verlegen von Rohrleitungen sind Aspekte, die geplant werden müssen. Diese langfristige Vision zieht bedeutende Investitionen nach sich, die dazu dienen, die zukünftige Entwicklung eines Sektors oder eines Quartiers zu antizipieren.
Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung, zum Schutz und zur Erhaltung unserer Umwelt und zur Förderung einer verantwortungsvollen und lokalen Wirtschaft ist es zentral, unser Holzenergiepotenzial zu nutzen.