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Übersetzung: Dusapins Une musique en train de se faire
Thomas Meyer, Mettmenstetten
Der 1955 geborene französische Komponist Pascal Dusapin gehört zu den markantesten Persönlichkeiten der Neuen Musik. Sein Oeuvre ist umfangreich und umfasst Kammermusik, mehrere Konzerte und Orchesterstücke sowie mehrere Opern.
2006/07 übernahm Dusapin die „Chaire de Création artistique“ am renommierten Collège de France, wo er eingeladen war, sein musikalisches Denken in einer Vorlesungsreihe zu formulieren.
Diese „Lectures“ erschienen 2009 unter dem Titel Une musique en train de se faireund sollen nun mit der Unterstützung der EvS Musikstiftung von der in Zürich und Paris lebenden Übersetzerin Ulrike Kolb ins Deutsche übertragen werden.
Nicht nur wird dadurch eine wichtige und unabhängige Figur der französischen Musik im deutschsprachigen Raum vorgestellt, sondern die Denkweise dieses Komponisten wird weiterverbreitet. Dusapin hat sich nie an überkommenen Modellen oder Stilen orientiert. In seinen Vorlesungen formuliert Pascal Dusapin wesentliche Überlegungen zu seinen Kompositionen, aber auch allgemein zur Vorgehensweise des Komponierens und zur Entstehung der Musik aus dem Zeitstrom heraus: Über die Formpläne, die umgebogen werden und auf Umwegen zurückkehren, über ein Zeitverständnis, das sogar das Experiment einer rückwärtslaufenden Musik versucht.
Komponieren bedeute Impulse und Flüsse zu erfinden; es sei ein ständiger Kampf mit der Zeit, mit der Zeit der Musik und der Zeit des Komponierens, die einander widersprechen und sich doch übereinander lagern.
Frühjahr 2014
Schweiz