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Finanzkennzahlen: Diese Kennzahlen dienen als Führungsinstrument
Einleitung
Die möglichst frühzeitige Erkennung von negativen Entwicklungen und die Einleitung von Massnahmen zur Gegensteuerung führen zu einer Risikovorsorge, die auch in den Verantwortungsbereich des Managements fällt, weil sie die oben genannte Zielsetzung einer Sicherstellung der langfristigen Unternehmensexistenz massgeblich unterstützt. Ohne eine schnelle Anpassungsfähigkeit des Managements an geänderte Marktverhältnisse kann ein Unternehmen dem Wettbewerb nicht standhalten und gefährdet seinen langfristigen Erfolg.
Eine hohe Bedeutung in der Risikofrüherkennungspraxis haben Kennzahlen bzw. Kennzahlensysteme, da Sie über Risikoindikatoren informieren und so zielgerichtete Massnahmen zur Gegensteuerung erlauben.
Der vorliegende Beitrag zeigt die Möglichkeiten zur Gestaltung und zum Einsatz solcher Kennzahlen als Risikofrüherkennungsinstrument auf.
Finanzkennzahlen und -kennzahlensysteme
Kennzahlen gelten aus Sicht der Theorie als hochverdichtete Messgrössen, die in präziser, konzentrierter und dokumentierter Form als Verhältniszahlen oder absolute Zahlen über einen zahlenmässig erfassbaren Sachverhalt berichten bzw. über Entwicklungen informieren.
Kennzahlen dienen als Instrument, um die Einzel- und Gesamtaktivitäten eines Unternehmens nachvollziehbar, überschaubar und vergleichbar darzustellen. Sie spiegeln die rationalen Arbeitsabläufe und die unternehmerische Situation in einer konzentrierten Form wider und verdeutlichen den aktuellen Stand und die Entwicklungstendenzen eines Unternehmens (Preissler, 2008, S. 3).
In der Literatur werden unter dem Begriff der Kennzahl sowohl absolute Zahlen als auch Verhältniszahlen verstanden:
Absolute Kennzahlen sind unabhängig von anderen Zahlengrössen und kennzeichnen unmittelbar den Zustand, die Erscheinung oder den Vorgang, der hinter ihnen steht. Diese Art einer Kennzahl kann in Einzelzahl, als Summe, als Differenz und als Mittelwert in Erscheinung treten.
Bei den Verhältniszahlen handelt es sich hingegen um in Beziehung gesetzte Grössen. Das Verhältnis wird dabei in einer Prozentzahl oder in einem Faktor zum Ausdruck gebracht. Verhältniszahlen werden in drei Arten unterschieden; Gliederungszahlen, Beziehungszahlen und Messzahlen. Bei Gliederungszahlen erfolgt die Aufteilung einer Gesamtgrösse in Teilgrössen, bei Beziehungszahlen werden gleichwertige, inhaltlich aber ungleichartige Werte zueinander ins Verhältnis gesetzt und bei Messzahlen wird ein so genannter Entwicklungsvergleich aufgezeigt oder mehrere sachlich zusammengehörende Reihen dargestellt respektive charakterisiert.
Kennzahlen weisen eine breitgefächerte Funktionsvielfalt aus, wodurch der Einsatz von einzelnen, isoliert betrachteten Kennzahlen nur eine sehr begrenzte Aussagefähigkeit erzielt. Eine Kennzahl kann lediglich einen einzigen Aspekt repräsentieren, zur Darstellung komplexerer Situationen sind daher mehrere Kennzahlen zu bilden und in Beziehung zueinander zu setzen. Werden die Kennzahlen systematisch miteinander verknüpft, sei es durch eine mathematische oder durch eine sachlogische Verknüpfung, so entsteht ein Kennzahlensystem.
Verschiedene Schlüsselkennzahlen werden aus den Zielen des Unternehmens abgeleitet und mit untergeordneten Kennzahlen zusammengeführt. Mit Hilfe eines Kennzahlensystems kann das Unternehmen in der Gesamtheit abgebildet und Querverbindungen und Abhängigkeiten verdeutlicht werden.
Zu dem in der Praxis weit verbreiteten Standard-Kennzahlensystem zählt das DuPont-Kennzahlensystem (teils auch ROI-System genannt), welches in der folgenden Abbildung hier dargestellt wird.
Mit Hilfe des DuPont-Schemas wird eine Beurteilung der Rentabilitätsentwicklung auf der Grundlage des ROI ermöglicht, wobei die Spitzenkennzahl des ROI als Gewinn in Prozent des investierten Kapitals ausgedrückt wird. Sie spaltet sich weiter auf in die Umsatzrentabilität und den Kapitalumschlag, die multiplikativ den ROI berechnen lassen.
Die Umsatzrentabilität zeigt hierbei an, wie viel betriebsbedingter Gewinn je Einheit Umsatz erzielt wird. Damit ist sie eine Art Indikator dafür, wie gut die Unternehmung ihre Leistungen am Markt verkaufen und wie kostengünstig sie diese herstellen konnte.
Der Kapitalumschlag gibt dagegen an, wie oft wurde das im Unternehmen investierte Vermögen umgeschlagen, wie intensiv wurden die Vermögensgegenstände genutzt wurden. Die Kapitalumschlagshäufigkeit erhöht sich demzufolge, wenn bei gegebenen Kapazitäten die Umsatzerlöse steigen, oder wenn der gleiche Umsatz mit einer geringeren Kapitalausstattung erreicht wird. Die Kapitalumschlagshäufigkeit sinkt dagegen, wenn der Umsatz zurückgeht oder wenn das Unternehmenswachstum nicht von entsprechenden Umsatzzuwächsen begleitet wird.
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