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Am Mittwoch wurde den Geschworenen auch noch die eidesstattliche Videoaussage von Dr. David Adams, einem Narkosearzt, sowie Dr. Stephen Gordon, einem Schönheitschirurgen gezeigt. Am Ende dieser Meldung sind zudem die Links zu den Protokollen von Debbie Rowes zwei Tagen im Zeugenstand ersichtlich für diejenigen, die es interessiert.
Dr. Adams hatte Michael Jackson im 2008 im Rahmen von kosmetischen Eingriffen im Zahnbereich viermal Propofol verabreicht gehabt. Conrad Murray hatte, so Adams, im März 2009 ein Treffen mit Michael Jackson und den beiden Ärzten arrangiert, bei dem Michael Jackson Dr. Adams fragte, ob er mit ihnen nach London reisen würde. Nachdem Adams anbot, die Stelle für USD 100’000 pro Monat für eine garantierte Zeitdauer von drei Jahren anzunehmen, hatte er von Conrad Murray nichts mehr gehört. Nur wenige Wochen später hatte Murray das Angebot von AEG Live, Michael Jackson für USD 150’000 pro Monat nach London zu begleiten angenommen. Es kam jedoch nie soweit, dass klar wurde, was Dr. Adams Aufgaben sein würden auf der Tour. Dr. Adams hatte ihnen, so sagte er aus, gesagt: „Ich singe nicht und ich kann nicht wirklich tanzen. Was soll ich also tun?“ Daraufhin habe Michael ihm gesagt: „Nun, ich entertaine, ich springe herum, ich mal das alles. Von Zeit zu Zeit brauche ich eine Infusion. Sie müssen wir mir einfach dabei helfen, dass ich mich ausruhen kann.“ Michael Jackson und Conrad Murray wären sehr vage gewesen mit ihrem Äusserungen, aber im Nachhinein habe er dann gewusst, was sie meinten, so Adams. Explizit sei jedoch nie die Rede davon gewesen, dass er Michael Jackson Propofol verabreichen oder seine Schlafprobleme behandeln müsste. Dr. Adams stellte auch klar, dass Michael Jackson nie etwas von ihm verlangt hatte, das medizinisch unangemessen gewesen wäre.
Dr. Adams hatte in seiner Aussage angedeutet, dass Murray eifersüchtig schien, als Michael Jackson Adams für den Job als Tourarzt anfragte. „Murray hatte ausgesehen, als habe er seinen besten Freund verloren“, als Michael Jackson mit Dr. Adams über die Stelle sprach. „[Murray] war definitiv aufgebracht und verärgert“, so Adams.
Von Michael Jacksons Tod erfuhr Dr. Adams während einer Operation in Las Vegas. Er schrieb eine Text Message an Murray: „Es tut mir leid zu hören, was passiert ist. Alles Gute“, worauf Murray aber nie geantwortet hatte.
Am Mittwoch wurde den Zeugen auch die eidesstattliche Videoaussage von Dr. Stephen Gordon, einem Schönheitschirurgen aus Las Vegas, gezeigt. Dieser beschrieb die Beziehung zwischen Conrad Murray und Michael Jackson als „sehr seltsam“. Conrad Murray hatte sich bereits am 14. Mai 2007 als Michael Jacksons Hausarzt und bis zu einem gewissen Grad als dessen Vertreter ausgegeben, als Murray Michael zu einem Besuch bei Dr. Gordon begleitet hatte. Gordon hatte Michael Jackson vier Jahre zuvor bereits einige Male behandelt gehabt, aber nicht in der Gegenwart von Conrad Murray; Murray hatte jedoch einen Cheque in der Höhe von USD 1’300 für die Behandlung ausgestellt gehabt.
„Die ganze Situation schien sehr seltsam und es machte keinen Sinn und deshalb hatte ich dieser Person nie ganz vertraut. Ich dachte mir, ein erfolgreicher Kardiologe läuft nicht herum und gibt sich als Hausarzt und Vertreter von jemandem aus, so meine Erfahrung“, so Gordon. Gemäss Dr. Gordon machte Michael Jackson den Eindruck, dass er es gewohnt war, den Ärzten zu sagen, was er wollte er und er somit durchaus in der Lage war, allein mit Ärzten zu kommunizieren. So hatte ihn Michael Jackson im 2002 einmal direkt angerufen, als er einen Arzt in Las Vegas suchte, der ihm Kollagen- und Botoxbehandlungen verabreichen könnte. „Zuerst dachte ich, da nimmt mich jemand hoch; einer meiner Freunde habe sich einen Spass mit ihm erlaubt“, so Gordon. Als er aber zurückrief im Hotel, realisierte er, dass es sich um Michael Jackson handelte, der zunächst sein Alias Michael Jefferson angegeben hatte.
Seit Donnerstag wurde eine mehrtätige Pause im Prozess eingelegt (der Grund ist uns im Moment nicht bekannt). Ende nächste Woche oder Anfang übernächste Woche soll es wieder weitergehen.