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Kenias Vize-Regierungschef Uhuru Kenyatta hat die Präsidentschaftswahl für sich entschieden. Er erhielt knapp 6,2 Millionen oder 50,07 Prozent der Stimmen und knackte damit die erforderliche 50-Prozent-Hürde nur ganz knapp.
Sein schärfster Kontrahent, Ministerpräsident Raila Odinga, kam auf 43,2 Prozent. Odinga kündigte rechtliche Schritte an. Er hatte schon vor Tagen von Ungereimtheiten und Fälschungen gesprochen.
«Es gibt keinen Sieg ohne Verlierer», sagte der Vorsitzende der Wahlkommission bei der Verkündigung des Resultats und rief die Bevölkerung auf, das Wahlergebnis friedlich zu akzeptieren. Fast 100'000 Sicherheitsbeamte waren landesweit im Einsatz.
Umstrittener Kenyatta
Sollte sich das Ergebnis bestätigen, würde weltweit erstmals ein Präsident gewählt, der in ein laufendes Verfahren vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag verwickelt ist. Kenyatta ist dort angeklagt wegen Anstiftung zum Mord, Vertreibung und Raub während der letzten Wahlen im Jahr 2007.
Seine knappe Wahl wäre auch innenpolitisch ein Problem, schätzt SRF-Korrespondent Patrick Wülser in Nairobi die Lage ein. «Viele Kenianer haben Vorbehalte und halten einen Präsidenten, der mit solchen Vorwürfen konfrontiert ist, nicht für tragbar.»
Auch international könnte es Schwierigkeiten geben, sagt Wülser: Sollte sich Kenyatta etwa entscheiden, sein Amt zu benutzen, um nicht vor das Haager Gericht zu müssen, drohten Sanktionen der Weltgemeinschaft.
Kenyatta wird beschuldigt, 2007 Todesschwadronen auf seine Gegner angesetzt zu haben. Der Sohn von Staatsgründer Jomo Kenyatta weist die Vorwürfe zurück.