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Verbraucherstudien: Wie fördert man ausgewogene Ernährung? - Teil 1
Lesen Sie in drei Teilen die Resultate von sieben Studien, die von Datamonitor, Health Focus International, den Forschern G.O. Skeie und M. Jenab und ihren Mitarbeitern durchgeführt wurden, um unterschiedlichen Fragen über das Essverhalten nachzugehen.
An den Studien teilgenommen haben Grossbritannien, Nordirland, Frankreich, Polen, Spanien, die Niederlande, Italien und Schweden. Daneben wird hier auch der fünfte Schweizerische Ernährungsbericht zitiert, um die Situation in der Schweiz zu verdeutlichen.
Europäer wollen sich gesund ernähren
Die meisten Europäer ernähren sich gesund, weil sie es möchten und nicht weil sie es müssen. In Spanien geben 79 Prozent der Verbraucher an, gesunde Lebensmittel gern zu sich zu nehmen, in Deutschland sind es 70 Prozent. So sieht es laut dem fünften Schweizerischen Ernährungsbericht in der Schweiz aus:
- Die Kohlenhydratzufuhr liegt beim Durchschnittsschweizer bei 51 Prozent der Gesamtenergiezufuhr, das liegt knapp über der empfohlenen Mindestzufuhr von 50 Prozent.
- Die Eiweisszufuhr ist etwas gesunken, ist aber immer noch mehr als genügend hoch mit der täglichen Proteinzufuhr von etwa 90 Gramm (Empfohlen werden etwa 48 Gramm).
- Der tägliche Fettverzehr liegt bei etwa 30 bis 32 Prozent der Gesamtenergiezufuhr, das liegt etwas über der empfohlenen Zufuhr von 30 Prozent.
- Die Vitaminzufuhr ist im Durchschnitt ausreichend. Ausser Vitamin D und Folsäure, die werden zu wenig aufgenommen. Vitamin D ist wichtig für den Knochenaufbau und Folsäure ist wichtig in der Schwangerschaft und in der Herzkreislauf-Vorsorge.
- Die Mineralstoffe Kalium, Natrium, Chlorid, Kalzium und Phosphor überragen die empfohlene tägliche Zufuhrmenge bei weitem. Die Magnesiumzufuhr deckt sich mit der Empfehlung, jedoch ist die Zufuhr von Eisen, Zink und Jod zu tief.
Faktoren, die nach Auskunft der Befragten eine gesündere Ernährung erschweren:
- Höhere Preise für gesunde Lebensmittel (40 Prozent)
- Zu grosser Aufwand wegen einer gesunden Ernährung (27 Prozent)
- 25 Prozent haben überhaupt keine gesundheitlichen Bedenken im Bezug auf ihre Ernährung
- 23 Prozent beschäftigen sich nicht mit Ernährungsproblemen sondern mit Problemen aus anderen Lebensbereichen
- und 21 Prozent sind sich "nicht im Klaren", welche Nahrungsmittel überhaupt gesund sind.
- Wie beurteilen Sie Ihre Lage? Stellen Sie sich solche Fragen und kennen Sie diese Gründe oder andere?
Die Hauptmotivationen für gesunde Ernährung sind:
- "Verbesserung der momentanen Gesundheit" (27 Prozent)
- "Erhaltung eines guten Gesundheitszustands" und "Erfüllung der gesundheitlichen Bedürfnissen von Familienmitgliedern" (18 Prozent)
- Darauf folgen " Wohlbefinden" (12 Prozent)
- und "Gewichtsabnahme" (6 Prozent).
84 Prozent der Menschen halten es für wichtig, Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, die reich an Vitaminen und Nährstoffen sind. Die meisten Europäer betrachten Obst- und Gemüsesäfte als wichtigste gesunde Lebensmittel. 43 Prozent der spanischen Verbraucher sind sehr besorgt darüber, was gesundheitliche Probleme aufgrund ungesunder Ernährung anbelangt. In Grossbritannien und Deutschland sind es nur 20 beziehungsweise 18 Prozent.
Quelle: HealthFocus International Global Health & Wellness Trend Study. 2010.
Fazit: Die Europäer machen sich durchaus Gedanken über Ihre Ernährungsweise. Sie sehen einen Zusammenhang zwischen ihrer Gesundheit und ihrer Ernährung.
Menschen haben Angst vor dem Verlust von Nährstoffen Eine Einkaufsstudie aus dem Jahre 2008 zeigt, dass 39 bis 46 Prozent der Befragten überzeugt sind, dass alle Kochmethoden den Nährstoffgehalt von Lebensmitteln reduzieren. Nur 15 Prozent der Befragten vermuten, dass das Einfrieren von Lebensmitteln den Vitamingehalt beeinträchtigen.
Fazit: Innerhalb von Europa unterschätzen viele Verbraucher den Nährstoffverlust, der mit der Lagerung von frischem Gemüse im Haushalt verbunden ist.
Ein frisch geernteter Apfel zum Beispiel enthält etwa 10 mg Vitamin C. Nach elf Wochen Lagerung bei 3° Celsius enthält er noch 5 mg. Nicht jeder ist sich der Tatsache bewusst, dass Einfrieren die beste Methode ist, um Nährstoffe in Lebensmitteln zu erhalten.
Quelle: HealthFocus International (2008)
Angereicherte Lebensmittel und Getränke sind beliebt
Die Anreicherung von Getränken und Lebensmitteln mit Nährstoffen, die sonst nicht vorhanden wären, finden 30 bis 50 Prozent der Befragten aus acht europäischen Ländern positiv oder sogar sehr positiv. In den meisten Ländern gaben weniger als zehn Prozent der Befragten an, niemals angereicherte Lebensmittel oder Getränke zu kaufen. Diese Daten stimmen mit den Ergebnissen von älteren Verbrauchsumfragen überein, die zum Schluss gekommen sind, dass angereicherte Lebensmittel und Getränke in Europa weitflächig akzeptiert werden.
Quellen: 1. “Global Consumer Trends: Health” (Datamonitor DMCM4691, June 2009) 2. HealthFocus International (Reports 2004 and 2006)
Lesen Sie im zweiten Teil, was Europäer von Nahrungsergänzungsmittel halten, was sie sich von Lebensmittel und Getränken versprechen und vieles mehr.
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Natalie Zumbrunn-Loosli