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Rektumkarzinom / Kolonkarzinom
Das kolorektale Karzinom ist bei Frauen der zweit- und bei Männern der dritthäufigste bösartige Tumor in den
deutschsprachigen Ländern. Das mittlere Erkrankungsalter liegt
zwischen 70-75 Jahren. Personen mit genetischer Belastung
können schon im frühen Erwachsenenalter erkranken.
Für die
Früherkennung stehen uns eine nicht-invasive Stuhluntersuchung
auf Blut als Trigger für die Durchführung einer endoskopischen
Untersuchung oder die direkte Durchführung einer flexiblen
endoskopischen Untersuchung des Dickdarms zur Verfügung.
Beide Verfahren senken die krebsspezifische Mortalität; jedoch ist
Dickdarmspiegelung die erste Wahl in der Krebsvorsorge.
auch sehr grosse und problematische Polypen
Dickdarmpolypen sind Schleimhautvorwölbungen, die ausgehend von der Darmschleimhaut ins Darmlumen hineinragen. Je nach makroskopischem und mikroskopischem Aussehen unterscheiden Ärzte verschiedene Polyptypen. Die sog. Adenome gelten als Krebsvorstufe.
Durch eine Vorsorgedickdarmspiegelung (in der allgemeinen Bevölkerung ab dem 50. Lebensjahr empfohlen) können Polypen gefunden und abgetragen werden, bevor sie entarten.
Das Analkarzinom ist eine bösartige Neubildung im Enddarm,
Analkanal oder am Randbereich zur Aussenhaut des Afters und
entsteht in etwa 80% der Fälle im Zusammenhang mit einer
Infektion durch humane Papilloma-Viren.
Diese Viren werden sexuell übertragen und sind auch für den Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Verglichen zum
Dickdarmkrebs ist Analkarzinom relativ selten.
Durchfälle
Von einer Diarrhoe (Durchfall) spricht man bei mehr als drei
Entleerungen eines zu flüssigen Stuhls pro Tag. Die Diarrhoe ist
ein Symptom und keine eigenständige Krankheit. Je nach
zeitlichem Ablauf kann eine Diarrhoe wie folgt klassifiziert werden: akute Diarrhö, akute entzündliche Diarrhoe, akute nicht-
entzündliche Diarrhoe und chronische Diarrhoe.
Ursachen einer Dirrhoe können sein: u.a. Infektionen, Reizdarm, chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Medikamentennebenwirkung.
Verstopfungen
Von einer Verstopfung (Obstipation) spricht man, wenn der Stuhl seltener als gewohnt entleert wird, beziehungsweise die Stuhlentleerung erschwert ist. Meistens treten begleitende Beschwerden wie Blähungen (Meteorismus) oder Bauchschmerzen auf. Eine gelegentliche Verstopfung ist oft und vergeht in den meisten
Fällen von selbst. Bei wiederkehrender oder chronischer
Verstopfung ist es sinnvoll, die Ursache abklären zu lassen und
eine Behandlung einzuleiten.
Divertikulose
Die Darminnenwand wölbt sich an mehreren
Stellen nach aussen. Die Ausstülpungen bereiten jedoch keine
Beschwerden. Die Ausstülpungen führen zu Beschwerden oder zu
Komplikationen, wenn sie sich entzünden, was medizinisch als Divertikulitis bezeichnet wird.
Unterbauchschmerzen, Durchfälle mit oder ohne Blutbeimengungen und Fieber sind häufige Manifestationen einer Divertikulitis.
chronisch entzündliche Darmerkrankungen, inkl. Therapien mit Biologika
Unter dem Begriff chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (auf
Englisch Inflammatory Bowel Disease) werden Morbus Crohn und
Colitis ulcerosa zusammengefasst. Die gemeinsame Symptomatik
umfasst Durchfälle, Bauchschmerzen und Blutabgänge aus dem
Darm. Meist lassen sich die beiden Erkrankungen endoskopisch
und histologisch differenzieren. Die Krankheitsbilder verlaufen
meistens schubweise.
Die Ursache ist nicht ganz klar, jedoch geht
es vereinfacht gesagt um eine „Dysregulation“ des Immunsystems der Darmwand. In refraktären Fällen können sogenannten Biologika verwendet werden, die mehrheitlich monoklonale
Antikörper gegen spezifische involvierte Moleküle darstellen.
Unter dem Begriff «mikroskopische Kolitis» werden zwei
unterschiedliche Erkrankungen des Dickdarms zusammengefasst,
die entsprechend als kollagene und lymphozytäre Kolitis
bezeichnet werden.
Beide Krankheiten sind durch wässrige
Durchfälle gekennzeichnet und werden daher auch als «Syndrom
der wässrigen Durchfälle» bezeichnet.
Definitive
Diagnosestellung erfolgt mikroskopisch nach endoskopischer
Gewinnung von Kolonschleimhautbiopsien.
Unter einer unteren gastrointestinalen Blutung versteht man eine
Blutung, die in den Darmabschnitten distal der Flexura
duodenojejunalis bis hin zum Anus auftritt. Die unteren
gastrointestinalen Blutungen machen nur ca. 10% aller Blutungen
im Gastrointestinaltrakt aus.
Die Ursachen sind unterschiedlich:
Dickdarmentzündungen (Kolitiden), Gefässmalformationen
(Angiodysplasien) bis hin zu Tumoren und Hämorrhoiden oder
Analfissuren.
Hämorrhoiden sind erweiterte, verdrehte Blutgefässe in der Wand
des unteren Mastdarms und des Afters. Die erweiterten Gefässe
werden durch einen erhöhten Druck verursacht. Innerhalb oder
ausserhalb des Afters bilden sich Klumpen, die Schmerzen oder
Blutungen verursachen können.
Eine medikamentöse Therapie
oder eine endoskopische Therapie kann in den früheren Stadien
effizient sein. Bei den fortgeschrittenen Fällen bleibt die operative
Versorgung die einzige und definitive Möglichkeit.
Gastrointestinale Motilitätsstörungen (Bewegungsstörungen des
Magen-Darm-Trakts) können sowohl isoliert als auch in Kombination mit weiteren Störungen der Speiseröhre, Magen, Dünn- oder Dickdarm auftreten und bei manchen Personen schwere, anhaltende Symptome auslösen.
Je nach betroffenem Segment reichen die Beschwerden von schwerer
Schluckstörung, über chronische Übelkeit und Erbrechen, bis
hin zu darmverschlussähnlichen Krankheitsbildern.