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Die Sorge vor dem grossen Beben
Der Nankai-Graben zieht sich vor der Küste Japans von der Präfektur Shizuoka auf der Hauptinsel Honshu bis zur Südinsel Kyushu. Immer wieder hat die Erde hier gebebt, zuletzt 1946. Nach der Dreifachkatastrophe vom 11. März 2011 legen die Seismologen ihr Augenmerk ganz besonders auf diese sensible Region.
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Ein Nankai-Erdbeben der Stärke 9,1 und der nachfolgende Tsunami könnten einen verheerenden Schaden in Japan anrichten. Eine Studie hat letztes Jahr ergeben, dass im schlimmsten Fall bis zu 323’000 Menschen an den Folgen dieser Naturkatastrophe sterben könnten (Asienspiegel berichtete). Die Metropolen Tokio, Nagoya und Osaka wären direkt davon betroffen. Der wirtschaftliche Schaden wäre immens.
Die Vorhersagen für das nächste Nankai-Erdbeben variieren. Die Regierung geht von einer 70-prozentige Wahrscheinlichkeit aus, dass es in den nächsten 30 Jahren in dieser Region zu einem Beben der Stärke 8 kommen wird. Zum Vergleich: Am 11. März 2011 wurde die Magnitudenstärke 9 gemessen. Das Grosse Kanto-Erdbeben in Tokio, bei dem über 140’000 Menschen starben, hatte die Stärke 7,9.
Das Nankai-Gesetz
Nun hat auch die Politik in Japan auf die Einschätzungen der Forscher reagiert. In einem seltenen Akt hat das Oberhaus gleich zwei Nankai-Gesetze ohne eine einzige Gegenstimme verabschiedet, wie NHK News berichtet.
Die neue Gesetzgebung ermöglicht es, in der Küstenregion von Tokio bis nach Kyushu spezielle Gebiete zu definieren, in denen zusätzliche Tsunami-Sicherheitsmassnahmen notwendig sind. In diesen Zonen wird der Staat von den lokalen Behörden geplante und finanziell aufwendige Bauten wie Evakuierungstürme oder Fluchtstrassen massgeblich subventionieren helfen.
Die Bereitstellung von Land zum Bau einer öffentlichen Infrastruktur in höher gelegenen, sicheren Gebieten soll zudem künftig einfacher vonstatten gehen. Auch hierfür garantiert der Staat finanzielle Unterstützung. Bis im März des nächsten Jahres werden Experten die speziell gefährdeten Gebiete definieren müssen.
Bereits heute arbeiten viele Forscher und Küstenstädte an neuartigen, baulichen Sicherheitsvorkehrungen, um für den nächsten Tsunami gewappnet zu sein. Dazu gehören ausfahrbare Wellenbrecher (Asienspiegel berichtete), eine mit Wasserauftrieb funktionierende Tsunami-Schutzklappe, neuartige Evakuierungstürme (Asienspiegel berichtete) oder ein Verkehrssystem, das ganz ohne Ampelsignale auskommt (Asienspiegel berichtete).
Vorbereitung für Tokio
Ein zweites Gesetz, das vom Parlament ohne Gegenstimme abgesegnet wurde, konzentriert sich auf den Fall eines Mega-Erdbebens inmitten Tokios. Es ist das erste Mal überhaupt, das ein solche Regelung in dieser Form festgehalten wird.
Auch hier sollen die Gebiete in der Hauptstadt und in den umliegenden Präfekturen geortet werden, die besonders gefährdet sind. Zudem verpflichtet das neue Gesetz die Ausarbeitung eines Notfallplans, damit zentrale Regierungsfunktionen in der Hauptstadt auch im schlimmsten Fall aufrecht erhalten bleiben können.
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