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8. Analytik und analytische Steinheilkunde
Im Jahr 1984 lernte ich einen österreichischen Maler kennen. Das Betrachten seiner Bilder hatte eine therapeutische Wirkung auf den Betrachter. Eines seiner Bilder zeigte zum Beispiel die Weite des Meeres. Bis zum Horizont blickte man über die Wassermassen, die er mit horizontalen, differenzierten Pinselstrichen blauer Farbe aufgetragen hatte. Stellenweise funkelte das Licht über der Wasseroberfläche. Er sagte, dass der Patient beim Betrachten dieses Bildes eine beruhigende Stimmung erlebt.
An dieser Stelle möchte ich eine wissenschaftliche Anmerkung machen. Das Bild dieses Malers kann mit Hilfe der Spektralanalyse genau untersucht werden. Man kann alle Blaufrequenzen genau aufzeichnen. Wenn man die Messdaten hat, kann man mit Hilfe von Mineralstoffen die genaugleichen Blaufrequenzen herstellen, wie auf dem Bild. Wenn man nun eine Fläche mit diesen Mineralfarben beschichtet, muss man annehmen, dass diese Fläche genau die gleiche Wirkung auf den Patienten hat wie das Bild des Malers. Was habe ich getan und was habe ich verloren?
Das Wort "Analyse" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Auflösung"("Zerlegung"). Das bedeutet, dass in der Analytik ein Objekt (hier die blaue Farbe des Gemäldes) in seine Bestandteile zerlegt wird. Ich zergliedere die Substanz in ihre Einzelbestandteile (dann setzte ich die Elemente der blauen Farbe wieder zusammen).
Goethe hat dazu den Ausdruck geprägt: "… hat er die Teile in der Hand, fehlt leider das geistige Band." Was geht bei der Analyse verloren und was ist "das geistige Band". Es handelt sich hier um zwei Aspekte, die ich erläuteren werde und die in der analytischen Steinheilkunde vergessen geraten sind:
8.1 Verhältnisse der Gemengeteile eines Steines Wenn in der Musik der Zusammenklang der Töne stimmt, erleben wir Harmonie und Schönheit. Wenn in der Malerei die Farbschattierungen und -abstufungen stimmen, wirkt das Bild auf den Betrachter schön. Ein dritter Vergleich ist die Zubereitung von Speisen. Der Geschmackssinn erkennt sofort, was aus dem Gleichgewicht geraten ist. Wir wissen also, was die Harmonie der einzelnen Komponenten bewirkt. Das Problem bei der Analyse von Gesteinen und Mineralien ist, dass wir nur herausfinden können aus welchen Stoffen sich das Gestein oder das Mineral zusammensetzt. Was wir aber nicht wissen, sind die Volumenanteile der Stoffe im Gestein oder Mineral. Wir wissen nicht, in welchem Verhältnis sie zueinanderstehen. In der Homöopathie gilt: Ein Mittel in der Potenz D6 wurde 6-mal im Verhältnis 1:10 verdünnt. Von solchen feinen Verhältnissen weiss man bei Steinen auf wissenschaftlichem Wege nichts. Dem Geologen bleibt nichts anderes übrig, als die Volumenanteile in Prozenten zu schätzen. Hierzu als Beispiel die PDF-Datei vom Geologen Jürg Meyer (den Link in Google eingeben und die pdf-Datei herunterladen).
2022_Hosensackblatt_Gesteine_ansprechen_Jrg_Meyer_dt_neu_1-fach_WEB
Erinnern Sie sich an die Schilderung des Amphibolit-Erlebens (6.5.5), wenn Sie den Beitrag 8a lesen oder weiter unten die Ausführung zu "Struktur und Textur" lesen.
Beispiele:
8.1a Amphibolit (Erscheinungsbild und Volumenverhältnisse)
8.1b Phlogopit (Volumenverhältnisse und Gemengeteile)
8.1c Parsettensit (Volumenverhältnisse und Gemengeteile)
8.1d Sardonyx (Volumenverhältnisse)
8.2 Struktur und Textur. Bei Gesteinen gibt die Textur Aufschluss über die innewohnenden Strukturen. Die Analyse gibt mir darüber keine Auskunft. Denn in der Analyse kenne ich nur die Stoffe. Weder die rein abstrakten Stoffwerte des Kristallsystems noch des Bildungsprinzips noch der Mineralklasse sagen etwas über die innewohnenden Strukturen aus. Dieser Bereich ist in der analytischen Steinheilkunde einfach vergessen worden.
Vergleichen Sie die Vorder- und die Rückseite dieses Amphibolits ( 130 x 110 x 35 mm).
Amphibolit, Tessin (Nr. 949)
(Abb. links) An drei Stellen ist eine leichte rotbraune Verfärbung erkennbar. Die Verteilung des schwarzen Amphibols ist nicht ganz regelmässig. Zur Mitte hin erkennt man eine weissliche Ansammlung von Plagioklas (Feldspat), die in einem Bogen verläuft. Würde ich die Kuppe abtragen, könnte es sein, dass der Plagioklas hier eine Schicht bildet, d.h. der Stein wäre dann geschichtet.
(Abb. rechts) Diese Seite zeigt ein anderes Bild.
Auch hier ist eine Ansammlung von Plagioklas zu sehen. Diese verläuft wellenförmig. Neben diesem weissen Band sind die Amphibolkörner dicht gepackt.
Charakteristisch für dieses Gestein sind "Verdichtungen" und "Auflockerungen" von Plagioklas und Amphibol. Das sind "Rhythmen" im Gestein, die als Naturbild gelesen werden müssen (Naturbilder lesen, siehe 1. und 2.)
Schauen Sie weiter die Bilder von 8.1a Amphibolit, dann erkennen Sie verschiedenste Erscheinungsformen: • Es gibt scharfe Abgrenzungen zwischen Plagioklas und Amphibol. • Es gibt Gesteine, bei denen sich Amphibol und Plagioklas durchdringen. • Es gibt geschichtete Amphibolite. • Es gibt die Amphibolite, die ich als Anhänger zeigte (6.5.5)
► Wer diese strukturellen Unterschiede in Steinen nicht beachtet, träumt von Eigenschaften, die sie nicht haben oder meint Qualitäten zu erkennen, die nicht vorhanden sind.
Ein kurzer Hinweis zu Erscheinungsbildern der Bergkristalle. Wer bei diesem Abschnitt die Stirne runzelt, möchte ich erinnern an dem Buch von Michael Gienger (Lexikon der Heilsteine, 2000), in dem er ein ganzes Kapitel dem "Tracht und Habitus" den Bergkristallen widmet. Er charakterisiert auch die sgn. "Links- und Rechtsdreher" der Bergkristalle. Hinzufügen möchte ich eine Äusserung eines Freundes, der sich mit dieser Materie auskennt. Er sagte mir, eigentlich hat jeder Bergkristall seine eigene, besondere Aufgabe.
Weitere Beispiele kann jeder selbst finden, testen und erfahren.
8.3 Beschreibung der Methode der analytischen Steinheilkunde am Beispiel von Allalin-Gabbro
Wie geht die analytische Steinheilkunde vor und wie war mein Stein-Erleben?
Wenn man im Wallis von Visp durch das Saastal bis zum Mattmarksee fährt, steht man unmittelbar an der Ostflanke eines gewaltigen Steinkomplexes, dem Allalin-(Meta)-Gabbro. Es ist etwa 2 Kilometer lang und 500 Meter breit und in der Mitte dieses Steinkomplexes, steht der Viertausender, das Allalinhorn.
In seinem "Lose-Blatt Lexikon" beschrieb Michael Gienger seinerzeit dieses Gestein. Nach seiner Methode fasst er die Eigenschaften dieses Gesteins wie folgt zusammen:
Mineralstoffe: Pseudomorpher Plagioklas (Bestandteile: Quarz, Olivin, Augit, Zoisit), Omphacit, Granat (Pyrop), Steatit (Talk Nester), Chloritoid, Aktinolit, Epidot, Sericit, Albit.
Kristallsystem: Trigonal (Quarz), kubisch (Pyrop), rhombisch (Olivin und Zoisit), monoklin (Augit), triklin (Albit)
Bildungsprinzip: tertiär
Mineralklasse: Kettensilikate (Pyroxengruppe: Omphacit, Jadeit Augit) und Amphibolgruppe (Aktinolit) Gruppensilikate (Zoisit, Epidot) Schichtsilikate (Chlorit, Seicit, Steatit) Inselsilikate (Pyrop, Olivin) Gerüstsilikate (Albit, Quarz)
Farbe: Hell (Pseudomorpher Plagioklas), dunkelgrün (Aktinolit, Olivin, Chloritoid), hellgrün (Omphazit, Chlorit), rot (Pyrop), dunkel (Chloritoid)
(Ich bitte Sie zu merken, wie reichhaltig die Zusammensetzung dieses Gestein ist)
Es folgt die "Heilwirkung, Indikation", nach den Aspekten "Spirituell, Seelisch, Mental und Körperlich". Hier wird ein breites Spektrum beschrieben, das ich hier nicht wiedergeben kann. Mein eigenes Allalin-Gabbro-Erleben findet sich nicht unter den Ausführungen, aber Andeutungen lassen sich erkennen unter der Überschrift "Mental".
Ich stelle zunächst mein eigenes Allalin-Gabbro-Erleben in zwei Bildern daneben: Im Dialog mit diesem Gestein entstand für das seelische Erleben, ich möchte sagen: ein seelisches "Vergrösserungsglas". Innere Aspekte wurden wie "dick-gedruckt" erlebt.
Es entstand eine Steigerung einer Gesinnungsqualität, die ich "königlich" nennen möchte. Königlich deshalb, weil ich das Tagesgeschehen von einer höheren, klareren Ebene aus verfolgen konnte. Ich verlor mich nicht in meinen Aktivitäten, es blieb immer ein Rest von Bewusstheit, die den Überblick behielt. Ich möchte diese Qualität des Überblicks "Souveränität" nennen. Es ist so, als ob ich von einem hohen Gipfel auf das Dorf, in dem ich lebe, unten im Tal sehe. Ich sehe alle Details, verliere nirgends den Überblick. Aber vom Gipfel aus bin ich räumlich vom Dorf getrennt. Durch die Qualität des Allalin-Gabbros bin ich gleichzeitig "getrennt" und "vereint". Etwas räumlich Unmögliches.
Ein anderes Bild kommt diesem Erleben vielleicht noch näher. Wer ein grosses Schiff steuert, steht oben auf der Brücke. Du hast den Überblick und gibst anderen (z.B. dem Maschinisten) die aufzuführenden Befehle. Hier wäre es für das Bewusstsein so, als ob ich oben auf der Brücke stehe und gleichzeitig selbst die Befehle ausführe.
Stellt man sich die Fülle der möglichen Erlebnisse vor, die Michael Gienger zum Allalin-Gabbro gibt. Dann muss ich sagen, dass ich das Gesamtspektrum noch nie erlebt habe. Wie kommt er zu diesem Gesamtspektrum? Er nimmt zwei Wege.
1. Er war der Gründer der "Steinheilkunde e.V., Stuttgart". Dieser führte Steintestungen mit Probanden durch. Etwa 150 Personen nahmen an einer Steinprüfung teil. Jeder der Probanden trug über ca. 4. Wochen lang einen Stein bei sich und notierte die Veränderungen, die er an sich bemerkte. Die Ergebnisse wurden in Formularen eingetragen und ausgewertet. Auf Grund der mehrfach genannten Erfahrungswerte wurden dann die Indikationen zu diesem Stein statistisch evaluiert. Dies war die erste Informationsquelle.
2. Andererseits hat sich Michael Gienger ein Nachschlagewerk geschaffen. In seinen Ausführungen über den Allalin-Gabbro beschreibt er unter dem Titel "Analytische Steinheilkunde", wie er die Strukturen, die Entstehungsweisen usw. des Gesteins nach seelischen Merkmalen deutet. Er bezeichnet die monokline Struktur in Bezug zum Menschen als – "das vielseitige Interessiert-Sein und in ständiger Veränderung leben oder nach Veränderung streben wollen". Die tertiäre Entstehungsweise bringt er mit Prozessen des Beendens und Loslassens im Leben in Verbindung. Die Kettensilikate werden mit Dynamik in Verbindung gebracht, die zwischen emotional (grün) und nüchtern (grau) wechseln kann. Dann listet er die weiteren Minerale mit folgender Zuordnung auf:
Calcium – aufbauend Eisen – kraftvoll Aluminium – identitätsstärkend Natrium – Lebensfluss Magnesium - Entspannung – ruhig fliessend.
Deutlicher kann nicht ausgedrückt werden, wie er hier aus einer Gesamtzuordnung von Mineralen und die dazugehörigen seelisch-geistigen Qualitäten urteilte. Wer sich in dieser Materie auskennt, wird auch die Ergebnisse des Dr. Schüssler, die der Homöopathie oder die der anthroposophischen Medizin hier hinzufügen.
Was hier versucht wird, ist eine enorme Fleissarbeit. Es geht darum die Wirkung des Steins auf den Menschen vom Individuellen loszulösen. Denn nicht das im Einzelfall Notwendige, sondern das allgemein Gültige, wird gesucht.
An dieser Stelle muss ich die Geschichte von Theseus aus der altgriechischen Mythologie erwähnen.
Theseus besuchte auf seinen Reisen den Räuber Prokrustes. Dieser zwang seine Gäste, sich in sein Bett zu legen. Waren sie zu klein, so streckte er sie so lange bis sie ins Bett passten. Waren sie zu lang für das Bett, schnitt er die überstehenden Teile ab, so dass sie schön in sein Bett passten.
Das Prokrustesbett wird im übertragenen Sinne oft verwendet, wenn mit Gewalt Fakten in ein Schema gepresst werden.
Am Beispiel des Allalin-Gabbro wird deutlich, dass die analytische Steinheilkunde auf einem Schema beruht. Was ich unter 8.1 und 8.2 ausgeführt habe, was ich unter 6.5 bis 6.5.5 beschrieben habe, sowie die Fragen nach der Empfänglichkeit und die Besonderheit des Individualisierungsvorganges werden alle nicht berücksichtigt.
Eine Steigerung dieser Problematik erfährt die Steinheilkunde in ihrem Weiterleben unter "Steinheilkundigen". Wenn anstelle der vielseitigen Charakterisierung des Allalin-Gabbro eine vereinfachte Darstellung gesucht wird und zuletzt dem Stein ein Schlagwort beigegeben wird. Ich las zum Beispiel für Allalin-Gabbro das Schlagwort: "Aus Lebens-Problemsituationen herausbrechen". Oder beim Serpentinit das Schlagwort: "Der Nein-Sager-Stein". Wenn bei solchen Schlagworten das Denken auch noch vom Kausalitätsdenken beherrscht wird, ist es um die Idee der Steinheilkunde schlecht bestellt.
Bilder der verschiedenen Erscheinungsformer des Allalin-Gabbro finden Sie unter "Gestein / Gabbro" und im externen Fotoarchiv. Hier können Sie sich von den vielfältigen Erscheinungsformen dieses Gesteins überzeugen.
8.4 Granat-Erleben
Als die Sonne schon tief am Himmel stand, lag der kleine Granat vor mir auf dem Tisch. Die Sonnenstrahlen berührten nun auch den Granat und ich entdeckte, dass an einer Stelle die Sonnenstrahlen durch den Granat hindurch leuchteten. Die aufgehellte Stelle war so rot wie glühende Kohle. Ich war begeistert, denn bis dahin hatte ich geglaubt, dass dieser Granat nicht lichtdurchlässig sei.
Ich kannte den Granat schon von früher. In der Parzival-Sage wird erzählt, dass der Gralskönig Amfortas einen "Karfunkelstein" auf dem Kopfe trug, und ich dachte, diesem Stein müsse ich mit grösster Achtung begegnen.
Mehrmals trug ich den Granat in meiner Hosentasche mit mir, aber jedes Mal wurde ich enttäuscht und auch irritiert. Was war geschehen? Dieser Stein hatte die Eigenschaft, bestimmte seelische Aspekte besonders hervorzuheben. So, wie das Okular eines Fernglases nur einen begrenzten Ausschnitt der Umgebung erkennen lässt, so wurde auch mein "seelisches Blickfeld" eingeschränkt, dabei wurden mir wurden meine Arbeitsziele besonders wichtig. Ich wollte sie baldmöglichst erreichen. Dieser Wunsch steigerte ich ständig, bis ich ihn als etwas "Zwanghaftes" erlebte und mir sagte: Dieser Stein macht mich "fanatisch" oder "einäugig". Warum diese emotionale Komponente? Dass sich diese Erfahrung im Dialog mit dem Granat entstanden war, war für mich eindeutig. Lange Zeit habe ich ihn dann nicht wieder eingesteckt.
Ein Bekannter schenkte mir kurz darauf einen Granat-Peridotit von der Alpe Arami. Irgendwie hatte ich den Eindruck: Ich werde vom Granat "geprüft".
Der Granat-Peridotit hatte eine tiefdunkelgrüne Farbe, in der drei feuerrote Granate eingelagert waren.
Ich schliff diesen Stein, bohrte ein Loch hinein und trug ihn darauf an einem Lederband um den Hals. Und wieder steigerte sich das oben beschriebene Verlangen von Tag zu Tag, bis ich es am Ende der Woche nicht mehr aushielt. Dieses einseitige Verlangen hatte sich nur gesteigert und nicht verwandelt. Ich legte den Stein weg, und in innerhalb weniger Stunden hatte ich meine Ausgeglichenheit wieder zurück. So ganz positiv möchte ich diese ersten zwei Erfahrungen mit Granat und Granat-Peridotit nicht nennen.
Granat-Peridotit (503), Fundort: Alpe Arami, Grösse: 40 x 25 X 11 mm, Gewicht: 21 Gr.
Ich wollte verstehen, warum ich den Granat so erlebte, und kam mit einem Edelsteintherapeuten ins Gespräch. Ich erzählte ihm von meinen Erfahrungen mit dem Granat.
Zuerst lächelte er, weil er, wie er sagte, den Granat sehr schätzte. Dann fragte er mich, ob ich das geschilderte Erleben auch unabhängig von diesem Stein von mir selbst kenne. Ich musste diese Frage mit "Ja" beantworten, denn wenn ich an etwas dran bin, möchte ich es auch zu Ende bringen. Da siehst du, wie dieser Stein in deinem Fall wie ein "Verstärker" war.
Ich selbst hatte den Eindruck, dass im Dialog mit dem Granat mein Erleben verzerrt wurde. Jetzt musste ich erkennen, dass ich mit dem Granat einen Aspekt meines eigenen Seelenlebens wie durch ein Vergrösserungsglas angeschaut hatte.
Liest man bei bei Michael Gienger über den Granat, so kann es sein, dass seine Schilderungen ein reines Wunschdenken wecken, prüft man den Stein selbst, so tun sich unter Umständen ganz andere Wege auf.
Nach dem Gespräch mit dem Edelsteintherapeuten,
sagte ich mir: Wenn der Stein nicht "verzerrt", dann muss ich die
"Verzerrung" in mir selbst entdecken. Wenn der Stein nur als
"Verstärker" wirkt, dann bin ich aufgefordert etwas an mir selbst zu
verändern. Die Klärung kam von unerwarteter Seite.
Auf einer Exkursion nach Finero kamen wir durch das Städtchen Re, das auf der italienischen Seite des Centovalli liegt. Mitten im Zentrum, direkt an der Hauptstrasse, gab es ein Mineraliengeschäft. Dort fand ich die abgebildeten Granate (Almandin, 23 mm, aus Afrika). Ohne die Grundform zu verändern habe ich die Steine so geschliffen, dass sie in der Hosentasche keinen Schaden anrichteten und sich beim Berühren angenehm anfühlten. Einen Granat formte ich zu einem Anhänger.
Ich konnte jetzt (nach etwa drei Jahren Unterbruch) den Testvorgang nochmals aufnehmen.
Nicht der Granat hatte sich geändert, der war über die Jahrtausende seiner Existenz wohl immer noch derselbe. Aber in mir hatte sich offensichtlich einen Wandel vollzogen, denn nachdem testen der Steine, notierte ich: "Ich erlebe die Eigenschaft des "Sich Zentrierens", "ich erlebe einen neuen Halt". Ab diesem Zeitpunkt konnte ich mich wieder mit dem Granat neu anfreunden.
Später notierte ich auch: "Je mehr ich die Steine erlebe, desto besser lerne ich mich selbst kennen. Die Steine sind für mich zu einem Weg der Selbsterkenntnis geworden."
Hier ist es wichtig, einen Moment innezuhalten. Wie konnte sich das Granat-Erleben wandeln? Was habe ich in dieser Zwischenzeit unternommen? Ich habe mich intensiv mit dem Granat auseinandergesetzt. Die Ergebnisse dieser Auseinandersetzung finden Sie unter "2. Naturbilder lesen".
Was ich hier hinzufüge, sind die besonderen Zahlenverhältnisse dieses Rhombendodekaeders.
Wir haben die Zwölf, denn das Dodekaeder ist ein Zwölfflächner.
An den Spitzen angrenzend liegen abwechselnd drei oder vier Flächen. Die Drei und die Vier bilden zusammen die Sieben. Diese Zahlen haben mit Prozessen zu tun. Der Jahreslauf (12 Monate). Die Sonne, die durch die zwölf Tierkreisbilder wandert.
Wir haben die Drei, die eng mit uns Menschen verbunden ist (Kopf, Rumpf, Gliedmassen / Denken, Fühlen, Wollen /Leib, Seele, Geist usw.) und wir leben in der Erdenwelt der Vier (die vier Elemente, die vier Naturreiche, die vier Jahreszeiten usw.). Die Drei und die Vier durchdringen sich und bilden als die Sieben das Prozessuale, das Schöpferische (die sieben Tage, die nach den sieben Planeten benannt sind / die sieben Töne / die sieben Farben des Regenbogens usw).
Wie konnte ich diesen "Ansporn" zum Tätig-sein vertragen, wenn ich schon ganz in den Prozess vertieft war? Wahrscheinlich ist mir deshalb der Granat «zu viel» geworden?