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Der schweizweite Lehrpersonenmangel wurde im Sommer 2022 medial stark thematisiert. Eltern fürchten um die Bildung ihrer Kinder, Lehrpersonen erwarten weitere Belastungen im Berufsalltag und die Gesellschaft muss sich mit der Frage auseinandersetzen, wie viel ihr gute Bildung wert ist.
Wie LEGR-Präsidentin Laura Lutz mitteilt, trifft der momentane quantitative Lehrpersonenmangel Graubünden nicht ganz so hart wie andere Kantone. Allerdings blickt sie differenzierter auf die Situation und zeigt auf, dass bereits heute ein qualitativer Lehrpersonenmangel herrscht. Viele Lehrpersonen weisen nicht das entsprechende Diplom für die Fächer aus, die sie effektiv unterrichten, oder sind für eine andere Schulstufe diplomiert. Besonders auffällig ist die Problematik in rätoromanischen Gebieten. Hier verfügen viele Lehrpersonen nicht über ein Diplom für das Fach Rätoromanisch. Ein Grund für diesen Mangel besteht darin, dass eine Diplomierung an der PH Zürich respektive Universität Zürich für das Fach Rätoromanisch nicht möglich ist. Auch wenn die PH Graubünden in der Diplomierung auf der Stufe Sek I das Angebot ausbaut, ist davon auszugehen, dass künftige Bündner Lehrpersonen weiterhin auch in Zürich studieren. Für diese fehlt ein entsprechendes Angebot für die Diplomierung im Fach Rätoromanisch. Zudem fehlen Anreize für die Nachdiplomierung, wenn Lehrpersonen aufgrund des Lehrpersonenmangels auch ohne Diplom einer Unterrichtstätigkeit nachgehen können. Dies verschärft die Gefahr eines Qualitätsverlustes oder stellt Lehrpersonen vor das Problem, trotz absolvierten Studiums nicht angemessen entlöhnt zu werden.
Vor diesem Hintergrund bitte ich die Regierung um die Beantwortung folgender Fragen:
- Gibt es eine Vereinbarung zwischen den Kantonen Graubünden und Zürich (oder anderen Kantonen mit Studienangebot Rätoromanisch) hinsichtlich der Finanzierung für das Sek-I-Studium im Fach Rätoromanisch und wie sieht diese konkret aus?
- Wie gedenkt die Regierung die Möglichkeit zur Diplomierung im Fach Rätoromanisch auf Stufe Sek I zu verbessern und zu fördern?
- Welche Mittel zieht die Regierung in Betracht, um die Diplomierung im Fach Rätoromanisch auf Stufe Sek I für (angehende) Lehrpersonen möglichst attraktiv zu machen?
Chur, 19. Oktober 2022
Kaiser, Epp, Biert, Atanes, Bachmann, Bardill, Baselgia, Beeli, Bergamin, Berther, Bischof, Bisculm Jörg, Cahenzli-Philipp (Untervaz), Candrian, Censi, Collenberg, Della Cà, Dietrich, Furger, Gartmann-Albin, Gredig, Kohler, Kreiliger, Lehner, Luzio, Mazzetta, Müller, Nicolay, Perl, Preisig, Rauch, Rettich, Rusch Nigg, Rutishauser, Walser, Wilhelm