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Analyse - Verstehen wie man dahin gekommen ist
Analyse-Berichte lassen sich nur auf einer hierfür optimierten Datenbasis mit einer entsprechenden Datenbank- oder Front-End-Logik realisieren. Dies betrifft insbesondere auch deren interaktive Bedienbarkeit.
Spezifisch eingesetzte Analysemethoden schaffen einen vertieften Einblick in das Zustandekommen von Ergebnissen. Dazu werden oft deren Anteile bzw. das Verhältnis der Anteile zueinander errechnet und entsprechend dargestellt. Diese Art von Darstellungen erfolgt meist grafisch und benötigt ein erweitertes Wissen des Lesers.
Zeitreihen
Die Darstellung von Werten über die Zeit stellt die klassische Form der Analyse dar. Es werden Werte in ihrem zeitlichen Verlauf in gleichgrossen Zeiteinheiten über einen bestimmten Zeitraum dargestellt. Dies kann in tabellarischer Form erfolgen. Meist jedoch als Linien- oder Säulen-Grafik. Diese Darstellungen erlauben es dem Leser, rasch Muster zum zeitlichen und relativen Verhalten zu erkennen. Dies können Steigungen, Schwankungen oder sogenannte Ausreisser sein. Sehr oft werden hier auch Verläufe mehrere verwandter Werte gepaart um Korrelationen und Divergenzen aufzudecken.
Spannend werden diese Analysen, wenn mehrere Sachverhalte gleichzeitig betrachtet werden können. Beispielsweise ein Vergleich des Netto-Umsatzes der letzten 15 Monate zu den entstandenen Personalkosten, zum geplanten Umsatz, sowie den verschiedenen Umsatzanteilen.
Wichtig ist dabei, dass die Analyse so dargestellt wird, dass der Überblick nicht verloren geht, also nicht alle Linien in ein einziges Diagramm "gepfercht" werden.
Ranking
Werden Anteile zueinander verglichen, z.B. die Netto-Umsätze mehrerer Niederlassungen, so sollten diese als Balken und nicht als Torten-Diagramme dargestellt werden. Nebst dem höheren Informationsgehalt gegenüber Torten-Diagrammen, ist für das menschliche Auge die Vergleichbarkeit bezüglich der absoluten und relativen Werte bei Balkendarstellungen um einiges besser. Wenn diese Balken zusätzlich in absteigender Reihenfolge, höchster Wert zuerst, dargestellt werden, so erhält man ein Ranking. Damit kann sehr schnell der Vergleich nebeneinander liegender (ähnlicher) als auch die gesamte Spannweite der Werte erfasst werden. Torten-Diagramme können das nicht. Ebenso sollte auch auf räumliche 3D-Darstellungen verzichtet werden, da diese für den Leser nur sehr schwer zu erfassen sind und bezüglich ihrer absoluten Werte und Relation zu den anderen Werten kaum verzerrungsfrei verglichen werden können.
Die Einfärbung der Balken kann einerseits die Lesbarkeit und Wirkung zusätzlich unterstützen. Es ist jedoch zu beachten, dass über die verschiedenen Darstellungen hinweg jede Farbe auch die gleiche spezifische Bedeutung hat. Unterschiedliche Farbschattierungen können ebenso die Wahrnehmung verzerren, da dunklere Flächen intensiver wirken.
Top-Flop
Die Weiterentwicklung des Rankings führt zur Top-Flop oder Renner-Penner Analyse. Dabei wird nur noch das obere und das untere Ende eines Rankings betrachtet. Diese Auswertung filtert und gruppiert gegenüber dem normalen Ranking die Elemente nach dem zu zählenden Top oder Flop-Bereich.
Die Anzahl der dargestellten Top und Flop-Elemente sollte überschaubar bleiben. So macht eine Liste der Top 50 und Flop 50-Produkte als Übersicht nicht viel Sinn, da die (zu) vielen Elemente vom Leser nicht mehr wirklich erfasst werden können.
ABC-Analyse
Die ABC-Analyse basiert auf dem Pareto-Prinzip, nach welchem die verschiedenen Elemente absteigend sortiert dargestellt und gemäss der kumulativen Summe in unterschiedliche Segmente eingeteilt werden. Die Grösse der einzelnen Segmente erfolgt als Prozentwert der Summe aller Elemente.
Standardmässig unterscheidet man hierbei drei Segmente (A, B und C). Das A-Segment enthält hierbei jene Elemente welche zusammen 80% des Gesamtwertes ausmachen, das B-Segment jene, welche weitere 15% des Gesamten beinhalten und das C-Segment enthält den Rest. Je nach eingesetzter Lösung und Anwendungsbedarf kann der Benutzer diese Prozentwertgrenzen frei anpassen. Im Unterschied zu Top/Flop-Analysen ist die ABC-Analyse auch für eine grössere Anzahl zu vergleichender Elemente geeignet (Produkte, Kunden, etc.).
Wasserfall
Ein Wasserfall-Diagramm ermöglicht auf einfache Art und Weise zu erklären, wie bestimmte Anteile zur Erzielung des Endergebnisses beigetragen haben; sei dies zur Darstellung von positiven und negativen Wertveränderung eines bestimmten Elements über der Zeit oder die Kombination von Elementen, welche sich additiv zueinander verhalten (z.B. Erfolgsrechnung). Sowohl die datentechnische Bereitstellung, die visuelle Umsetzung als auch die Interpretation dieser Darstellungsform erfordert eine genaue anwendungsspezifische Abstimmung und ist daher nur bedingt für ad-hoc Analysen geeignet. Nur weil es schick ist, Wasserfall-Grafiken zu erstellen, macht deren Einsatz nicht überall Sinn.
Kacheldiagramm (Tree Map)
Ein Kacheldiagramm (engl. Tree Map) dient der Visualisierung hierarchischer Strukturen, die hierbei durch ineinander verschachtelte Rechtecke dargestellt werden. Damit können anschaulich Größenverhältnisse dargestellt werden, indem die Fläche der Rechtecke proportional zur Größe der darzustellenden Dateneinheit gewählt wird.
Fachbereichsspezifische Analysen
Für die verschiedenen Fachbereich haben sich zudem weitere bereichsspezifische Analysemethoden und Darstellungsformen etabliert: demographische Altersverteilung, Warenkorb-Analyse, Preisraster-Analyse, usw.. Sowohl die Erstellung, wie auch Nutzung und Interpretation der Resultate erfordert ein weitergehendes fach- und methoden-spezifisches Verständnis.