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Sonniger Frühling mit wenig Niederschlag
Nach dem mildesten Winter gab es in der Schweiz den drittwärmsten Frühling seit Messbeginn:
Im landesweiten Mittel stiegen dieses Jahr die Frühlingstemperaturwerte auf 6,2° C – dieser Durchschnittswert führt dazu, dass der Frühling 2020 der drittwärmste Frühling seit Messbeginn war. In der Geschichte der Schweizer Meteorologie gab es bisher nur fünf Fälle von durchschnittlichen Frühlingstemperaturen von 6° C oder mehr – alle diese fünf Fälle wurden nach dem Jahr 2000 aufgezeichnet.
Als kurzer Vergleich: Vor den 1980er Jahren galt eine Durchschnittstemperatur von 5°C bereits als extrem warm. Doch im Durchschnitt der letzten 30 Jahre lag die landesweiten Frühlingstemperatur bei über 5° C; der frühere Extremwert ist heute zur Norm geworden. Das Extreme wird zum Durchschnitt – dies kann durchaus als Signal der Klimaänderung in der Schweiz betrachtet werden.
Im Corona-Frühling 2020 gab es viel Sonnenschein und nur wenig Niederschlag zu verzeichnen. Nur 60 bis 70 % der normalen Regenmenge wurde gemessen (im Vergleich zur Norm 1981 – 2010). Doch dabei gab es regionale grosse Unterschiede: In Lugano wurde etwa die normale Niederschlagsmenge festgestellt; in Locarno-Monti jedoch nur 65 % der Norm. Auch im Wallis gab es lokale Differenzen: Während es in Sion leicht überdurchschnittlich geregnet hat, fiel in Grächen nur 63 % an der üblichen Regenmenge.
Der fehlende Niederschlag führte zu einer anhaltenden Trockenperiode und zu Waldbrandgefahr von Mitte März bis gegen Ende April. Insbesondere die Kantone Graubünden, St.Gallen und Tessin warnten früh mittels Feuerverbot vor grosser Brandgefahr. Zeitweise waren aber auch grosse Teile der Schweiz davon betroffen.