Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03508.jsonl.gz/1673

Man kennt die Filme – aber sollte man auch die Aktien kaufen? Anleger hatten noch nie so grosse Möglichkeiten, an Indiens blühender Filmindustrie zu partizipieren wie jetzt. 2006 spielten die fünf erfolgreichsten Filme fast doppelt so viel ein wie die besten fünf 2005. Das Gesamtboxoffice stieg um etwa 20%. Bislang haben sich die in Mumbai gelisteten Filmunternehmen 2007 besser entwickelt als der Sensex-Index.
Nun versucht Bollywood, auch in London Geld einzusammeln. Im Juli 2006 ging Eros International, Verleiher von indischen Filmen, an die AIM, das Marktsegment für junge Unternehmen. Seither hat sich der Kurs verdoppelt. Diese Woche hat Indian Film, ein Investmentfonds, der zum Medienkonglomerat Network 18 gehört, 108,6 Mio Dollar für die Produktion von 14 Filmen eingesammelt. Das Listing von UTV Motion Pictures, dem Filmarm des Medienunternehmens UTV Software Communications, steht kurz bevor.
Indien wächst schneller als USA
Hinter dieser Begeisterung steht eine fundamentale Veränderung im indischen Kino. Aufgrund des wirtschaftlichen Booms gibt es eine grössere Mittelschicht, die einen grossen Teil ihres Geldes für Filme in schicken Kinos oder Multiplexen ausgibt. PricewaterhouseCoopers geht davon aus, dass das indische Boxoffice bis 2011 um zwei Drittel auf 2,9 Mrd Dollar anwachsen wird – viel schneller als das amerikanische.
Indiens Filmproduktion wird von kleinen Familienunternehmen dominiert, die im Jahr oft nur einen Film drehen, ein Flop könnte ihr Ende sein. Nun nehmen sich einige Produzenten ein Beispiel an Hollywood, wo Unternehmen viele Filme gleichzeitig produzieren und diese über die Börse, Darlehen und Private Equity finanzieren.
Doch es gibt auch Risiken: Indiens Kinomarkt könnte aufgrund der vermehrten Konkurrenz in zu kleine Teile zerfallen. Filmproduzenten geht es da besser. Allerdings werfen selbst die grössten Kinohits in Indien nur zwischen 10 und 20 Mio Dollar Gewinn ab.