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Es ist wieder einmal ein „wahres Märchen“ fällig:
Es war einmal ein Mann mit Namen John. 1671 in Schottland geboren, wird er schon bald bekannt durch sein Talent in Mathematik, im Fechten, im Glücksspiel – und im Umgang mit Damen. Nachdem er sein Vermögen verspielt und im Duell einen Mann getötet hat, muss er das Land verlassen und strandet schliesslich in Paris. König Louis XIV ist kürzlich gestorben und hat zerrüttete Staatsfinanzen hinterlassen. John legt dem Regenten Philippe d’Orléans eine für damalige Begriffe revolutionäre Idee vor: Die Gründung einer Bank, die Papiergeld herausgibt – sogenannte Banknoten, eine Art Gutscheine, die man bei der Bank gegen „richtiges Geld“, also Münzen, eintauschen kann. Reduktion des Defizites mit der Druckerpresse! Zunächst geht alles gut, die Wirtschaft wird durch die erhöhte Geldmenge angekurbelt, das Land prosperiert wieder. Aber Johns Bank bringt viel mehr Geld in Papierform in Umlauf, als sie in Metall vorrätig hat. Irgendeine Deckung muss her, deshalb erwirbt John die Konzession für die französische Kolonie Louisiana und gründet eine Aktiengesellschaft, um sie auszubeuten. Und dann geht es los! Die Aussicht auf gigantische Gewinne aus Amerika verdreht den Leuten den Kopf; der Aktienkurs schiesst senkrecht in die Höhe; ganz Paris spekuliert, ohne Rücksicht auf Verluste; Kutscher verdienen im Handumdrehen ein Vermögen; Dienstmädchen werden über Nacht reicher, als ihre Herrschaften es je gewesen sind… Es ist eine der grössten Spekulationsblasen der Wirtschaftsgeschichte – und wie jede Spekulationsblase platzt auch diese eines Tages. Als die Riesengewinne aus Louisiana ausbleiben, bricht Johns System krachend zusammen. Der Aktienkurs stürzt ins Bodenlose, riesige Vermögen lösen sich in Luft auf. John, noch vor Kurzem steinreicher Nationalheld, kann sich mit knapper Not ins Ausland retten und stirbt 1729 verarmt in Venedig.
Finanzgenie, Visionär, Spieler, Frauenheld… John Law war all das und noch viel mehr. Claude Cueni erzählt im Historischen Roman Das grosse Spiel seine Geschichte.