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Fussball kann brutal sein. Vor allem, wenn Sie unsportlich sind.
Arthur Schopenhauer hätte so gerne dazugehört. Als sechstes der acht Kinder von Johanna und Heinrich Schopenhauer spürte Klein-Arthur aber schnell, dass eigentlich niemand Zeit für ihn hatte. Alles war dem Kaufmannsbetrieb des Vaters untergeordnet; unser Dreikäsehoch musste nach der Schule im Lagerraum aushelfen und wurde deshalb von seinen Kameraden immer wieder gehänselt.
Diese vertrieben sich die Zeit, indem sie in den Gassen Danzigs einem Leinenball nachjagten und ‹Tor› schrieen. Im Lagerraum schrie Heinrich derweilen seinen Drittjüngsten an, weil er wieder etwas hatte fallen lassen. Gelegentlich konnte sich Arthur davonstehlen und mittun beim Spiel. Das Mittun beschränkte sich allerdings auf Warten, bis einer der anderen Jungen nach Hause musste und ein neuer Spieler benötigt wurde. Der dickliche und schwerfällige Arthur wurde solange geduldet, bis ein weiterer Mitspieler auftauchte.
schrieb Schopenhauer viel später über diese dunkle Jugenderinnerung in seinem berühmten Werk Parerga und Paralipomena. Es war auch der Fussball, der Schopenhauer zum Schreiben führte. Als er wieder einmal ausgewechselt wurde und sich traurig nach Hause begab, wo schon die Arbeit wartete, wurde unser Philosoph so stark von einem scheuenden Pferd getreten, dass er drei Monate lang das Spitalbett hüten musste. Schopenhauer begann zu lesen, zu studieren und später zu schreiben. Dem Fussball ist er treu geblieben, das sieht man an der Liste seiner wichtigsten Werke:
Ueber die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde. 1813. Die Dissertation Schopenhauers, die grösste Aufmerksamkeit erregte, weil sie die intrinsische Motivation zum Spiel eo ipso erklärt.
Ueber das Sehen und die Farben. 1816. Schopenhauers faszinierende Abhandlung über Schiedsrichter.
Die Welt als Wille und Vorstellung. 1819. Schopenhauer untersucht die Gestaltungskraft des modernen Fussballtrainers.
Die beiden Grundprobleme der Ethik: Ueber die Freiheit des menschlichen Willens, Ueber das Fundament der Moral. 1841. Schopenhauer beleuchtet die sich abzeichnenden Probleme der internationalen Fussballverbände.
Parerga und Paralipomena, 1851, das habe ich ja bereits erwähnt, das Werk enthält zahlreiche Aphorismen über Fussball.