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Wendet man zu Eau de Javelle konzentrierte und warme Lösungen an, so entsteht statt der unterchlorigen Säure chlorsaures
Natron, welches nicht bleichend wirkt. Eau de Javelle ist klar, farblos oder grünlichgelb, riecht wie Chlorkalk, schmeckt adstringierend
und muß in verschlossenen Gefäßen im Dunkeln aufbewahrt werden. Man benutzt es zum Bleichen, Vertilgen von Flecken etc.; Pflanzenfarben,
alte Obst- und Weinflecke etc., auch Stockflecke, Tinte etc. zerstört es schnell und vollständig.
Das Präparat riecht nach
Chlor, zieht begierig Feuchtigkeit an und soll gegenüber dem Chlorkalk viele Vorteile
darbieten. Es besteht aus etwa 80 Proz. kristallisiertem kohlensauren Natron, 8,5 Proz. Chlornatrium und 11,5 Proz. unterchlorigsaurem
Natron. Ursprünglich verstand man unter Eau de Javelle ein durch Einleiten von Chlor in Pottaschelösung erhaltenes Präparat, welches
als erste Bleichflüssigkeit seit 1792 in Javelle bei Paris
[* 6] dargestellt wurde. Das entsprechende, jetzt
gebräuchliche Natronpräparat wurde 1820 von Labarraque angegeben und führte zuerst den NamenEau de Labarraque, bis es das
teurere Kalipräparat vollständig verdrängte.