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Der Name «Martinsloch»
Als Namensgeber für unseren Whisky dient die Sage vom «Martinsloch» die genau wie Adler Bräu, seit jeher fest im Kanton Glarus verwurzelt ist. Die Sage erzählt die Geschichte der schönen Marei, die Bärenpelze von der Alp Segnes über die Tschingelhörner nach Elm und weiter auf den Markt zu Glarus trug.
Auf einer solchen Wanderung lernte das Mädchen einen jungen Burschen aus Elm kennen und verliebte sich in ihn. Der kühne Jäger wollte das schöne Mädchen heiraten, doch der Vater hatte für seine Tochter bereits einen reichen Oberländer als Gatte auserkoren...
Nimmt diese Liebesgeschichte ein glückliches Ende?
Das Martinsloch ist ein Durchbruch in der Alpenkette der Tschingelhörner südöstlich von Elm im Kanton Glarus, um das man sich seit Generationen Sagen und Geschichten erzählt.
Es hat die Form eines etwa 19 Meter breiten und etwa 22 Meter hohen Dreiecks und befindet sich auf knapp 2600 m ü.M. knapp unterhalb des Gebirgskamms, der die Grenze zwischen den Kantonen Glarus und Graubünden bildet.
Im Frühjahr und Herbst scheint die Sonne jeweils etwa zwei Minuten lang durch das Felsenloch auf den Elmer Kirchturm. Die Sonne verschwindet danach für knapp eine Viertelstunde wieder hinter dem Fels, bevor sie endgültig über der Bergflanke aufgeht.
Das Sonnenlicht bildet dann bei dunstigem Wetter, gleich einem Scheinwerfer, einen deutlich erkennbaren 4,7 Kilometer langen Lichtkegel, der einen etwa 50 Meter grossen, mehr oder weniger runden Lichtfleck auf das Gelände um Elm wirft.
Die Sage vom Martinsloch
Vor vielen hundert Jahren hütete ein Flimser mit seinem gar schönen und edlen Töchterlein Marei die Schafe auf dem Segnes. Im Winter ging der Vater auf die Bärenjagd, und Marei trug manchen warmen Pelz hinüber nach Elm und weiter auf den Markt zu Glarus. Auf einer solchen Wanderung lernte das Mädchen auch einen jungen Burschen aus Elm kennen, der ebenfalls dem Waidwerk oblag und als gefürchteter und kühner Jäger galt.
Mareis Vater aber hatte als Gatte für seine Tochter einen reichen Oberländer auserkoren. Als dann einmal der Glarner auf den Segnes kam, da verbot ihm der Vater kurzerhand das Betreten der Hütte. Dieses Vorgehen versetzte die beiden Liebenden in tiefe Trauer, und sie sannen, jedes für sich, nach einem Ausweg, sich dennoch sehen und sprechen zu können. Nun hatte der selbe Herbst Schnee in schweren Massen auf die Berge geworfen, so dass Marei auf lange Wochen an die Hütte gebannt war, in der ihr Vater sie tagtäglich mit harten Worten schalt.
Auf den Martinitag zog der Hirt ins Tal, um seinen Hirtenlohn zu heischen. Marei, von grosser Sehnsucht nach dem Geliebten jenseits der hohen Berge geplagt, schritt am frühen Morgen schon über den harten Schnee den Tschingelhörnern zu. Da sie jedoch keinen bestimmten Weg eingeschlagen, kam sie plötzlich an einen Felsen, durch den die Sonne ihre Strahlen sandte. In diesem Glanz der Sonne sah das Mädchen ein gar liebliches Dorf, das es alsogleich als Elm erkannte. Die wackere Hirtin kroch durch Steingeröll und tiefen Schnee zum hell erleuchteten Felsenschlund, kam nach Stunden ennet dem Berg herfür und fand im Hause des Geliebten ein herzliches Willkomm.
Am Tag Mariä Lichtmess nahm das junge Ehepaar den gefährlichen Weg unter die Füsse nach dem Martinsloch, wie man es heute nennt, um drüben des Vaters Segen einzuholen. Allein der alte Mann hatte den scheren Groll noch nicht abgelegt und wies die beiden mit grobem Schimpfen ab. Sie wandten sich betrübt dem Rheine zu, und man soll nie mehr etwas von ihnen gehört haben. Als dann der Lenz ins Land geschritten kam und die Lauenen brüllten, wurde der Zugang zum Martinsloch auf beiden Seiten zerstört. Aber am Sankt Martinstage und wiederum achtzig Tage später, zu Lichtmess, scheint die Sonne nach wie vor hindurch und grüsst den Kirchturm von Elm.