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Die Ukraine verweigert seit der Annexion der Halbinsel die Wasserzufuhr über den Nord-Krim-Kanal, die bis dahin rund 85% deren Gesamtbedarfs an Süsswasser deckte. Unterdessen beklagte der Präsident der nationalen Getreideunion Russlands, Arkadij Slotschewskij, die Ankündigung von Ministerpräsident Dmitrij Medwedew, dass auf den geplanten Ausbau des Schwarzmeerhafens Taman wegen des Anschlusses der Krim verzichtet werde.
Der Ausbau der dortigen Umschlagskapazitäten für Getreide sei dringend notwendig, damit die überhöhten Kosten der russischen Häfen gesenkt würden, erklärte Slotschewskij am vergangene Woche auf einem Fachforum. Die Getreideterminals in den Krim-Häfen würden nicht genutzt. Transporte über die Ukraine wären unzweckmässig, und die Errichtung einer Brücke zwischen dem russischen Festland und der Halbinsel sei vorerst nicht in Sicht. Zudem gehörten zwei der drei Tiefwasserhäfen auf der Krim ukrainischen Oligarchen, nämlich dem zum Staatspräsidenten gewählten Petro Poroschenko sowie Rinat Achmetow.
Der Ukrainische Agrarbusiness-Klub (UCAB) berichtete derweil, dass die Zuckerversorgung aus Russland die Bevölkerung der Krim zusätzlich fast 10 Mio. Euro (12,2 Mio. Fr.) jährlich kosten werde. Dieser Betrag leite sich aus der Differenz zwischen den Zuckerpreisen in Russland und der Ukraine ab. Laut Angaben von UCAB beläuft sich der Zuckerbedarf der Krim auf jährlich rund 85'000 t, die bisher zu 100% durch Lieferungen aus der Ukraine gedeckt wurden. Die ukrainische Branchenvereinigung Ukrzukor, welche den Zuckermarkt auf der Krim auf bis zu 100'000 t veranschlagt, wies darauf hin, dass die ukrainischen Gesellschaften die Belieferung der Halbinsel mit Zucker Anfang April eingestellt hätten.