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Die Migros erhöhte auf Anfang Februar die Preise für Zucker und zuckerhaltige Produkte und hatte ihren Kunden diesen Schritt zuvor angekündigt (siehe MM 5). Als Grund gab sie schlechte Ernten und knappe Lagerbestände an.
Diese Massnahme veranlasste verschiedene Kunden zu Kritik und brachte auch die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) auf den Plan. Die SKS taxierte die Preiserhöhung als ungerechtfertigt und verlangte, die Verteuerung rückgängig zu machen. Grund: «Das Angebot ist gross, die Schweizer Bauern fuhren im letzten Jahr eine Grossernte ein», schreibt SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder in einer Pressemitteilung.
«Das stimmt zwar», sagt Herbert Meyer, «allerdings», so der Zuckereinkäufer der Migros, «spielt das für den von der Migros zu bezahlenden Zuckerpreis keine Rolle.» Die Migros kauft zwar fast ausschliesslich Schweizer Zucker aus Rüben und unterstützt damit die heimische Landwirtschaft. Aber dessen Preis richtet sich nach demjenigen der EU.
«Dies ist in den Bilateralen Verträgen II so festgeschrieben», erklärt Meyer. Der EU-Preis ist ein EU-Binnenmarktpreis und orientiert sich an Angebot und Nachfrage in diesem Wirtschaftsraum. «Es ist also unerheblich, ob die Ernte in der Schweiz gut war oder wie gross die Lagerbestände sind.» Die Migros kauft den Zucker jeweils zu einem bestimmten Zeitpunkt ein. Als die Migros das Warentermingeschäft im September 2011 abschloss und den Zucker für das Jahr 2012 kaufte, war der Rohstoff auf dem Weltmarkt rar, gefragt und daher der Preis hoch.
Autor: Daniel Sägesser