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Unter dem Restless-Legs-Syndrom (RLS, unruhige Beine) versteht man unangenehme Missempfindungen in den Beinen, die sich als ziehende oder reissende Schmerzen oder als Kribbeln äussern.
Hinzu kommt der kaum oder gar nicht zu unterdrückende Drang, die Beine zu bewegen. Die Missempfindungen bessern sich dadurch beim Restless-Legs-Syndrom jedoch nur kurzzeitig.
Die genauen Ursachen des Restless-Legs-Syndroms sind nicht bekannt. Die genetische Veranlagung spielt aber eine Rolle. Das RLS tritt ausserdem infolge verschiedener Erkrankungen gehäuft auf, etwa bei chronischem Nierenversagen, wenn eine regelmässige Blutwäsche (Dialyse) durchführt werden muss. Auch in der Schwangerschaft, bei einer Polyneuropathie sowie bei Eisenmangel kann das Restless-Legs-Syndrom auftreten.
Der Arzt stellt das Restless-Legs-Syndrom anhand der Beschwerden fest. Zusätzlich können weitere Untersuchungen wie Blut- und Urintests oder neurologische Untersuchungen Aufschluss darüber geben, ob es sich um ein idiopathisches RLS handelt, bei dem der genaue Entstehungsmechanismus unbekannt ist, oder um ein sekundäres RLS, das infolge einer anderen Grunderkrankung entsteht.
Die Ursache des Restless-Legs-Syndroms ist vermutlich eine Störung im Dopamin-Stoffwechsel.
Die Therapie-Möglichkeiten lindern die Symptome, beheben allerdings nicht die Ursache eines Restless-Legs-Syndroms. Ist das Syndrom der unruhigen Beine die Folge einer anderen Erkrankung, ist es deshalb wichtig, diese angemessen zu behandeln.
In der Regel lässt sich das Restless-Legs-Syndrom gut behandeln. Der Verlauf kann aber sehr unterschiedlich sein. Auf die Lebenserwartung hat das RLS jedoch keinen Einfluss. Vorbeugende Massnahmen sind bislang nicht bekannt.
Das Restless-Legs-Syndrom (RLS, unruhige Beine) ist eine neurologische Erkrankung, die durch einen unbändigen Bewegungsdrang der Beine, seltener der Arme, gekennzeichnet ist. Dieser wird durch unangenehme, oft quälende Missempfindungen hervorgerufen oder von ihnen begleitet. Die Beschwerden treten ausschliesslich in Ruhesituationen auf, bevorzugt am Abend oder nachts.
Thomas Willis beschrieb bereits 1685 erstmals die Symptome des Restlegs-Legs-Syndroms, aber erst 1945 wurde es als eigenständiges Krankheitsbild von Karl Axel Ekbom in die Literatur eingeführt. Das Restless-Legs-Syndrom («unruhige Beine») wird auch mit dem lateinischen Namen Anxietas tibiarum bezeichnet.
Etwa drei bis zehn Prozent der Bevölkerung leiden unter dem Restless-Legs-Syndrom. Es gehört damit zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Die Beschwerden sind aber nur bei einem bis zwei Prozent so stark, dass sie behandelt werden müssen. Frauen sind häufiger von RLS betroffen als Männer.
Beim Restless-Legs-Syndrom (RLS, unruhige Beine) sind die genauen Ursachen und der exakte Entstehungsmechanismus bisher noch nicht bekannt. Wahrscheinlich ist bei Personen mit Restless-Legs-Syndrom die Übertragung von Nervensignalen gestört. Verschiedene Untersuchungen ergaben Hinweise auf Störungen des Dopamin-Stoffwechsels im Gehirn als mögliche Ursachen der unruhigen Beine. Dopamin ist ein Botenstoff, der an der Erregungsleitung zwischen Nervenzellen beteiligt ist. Darüber hinaus könnten Störungen im Kleinhirn und im Hirnstamm bei der Entstehung von RLS eine Rolle spielen.
In mehr als 50 Prozent der Fälle tritt RLS in der Familie gehäuft auf. Die Krankheit wird vermutlich autosomal-dominant vererbt – das heisst, dass jeder, der von einem Elternteil die Erbanlage für RLS erbt, auch daran erkrankt –, wobei bisher sieben Stellen auf Chromosomen identifiziert wurden, an denen Veränderungen vorliegen können.
Grundsätzlich lassen sich beim Restless-Legs-Syndrom zwei Formen unterscheiden:
Beim Restless-Legs-Syndrom (RLS, «unruhige Beine») sind typische Symptome ein nicht zu bändigender Bewegungsdrang der Beine, der meistens durch Missempfindungen wie ein Ziehen, Reissen oder Kribbeln in den Beinen ausgelöst wird. Betroffene empfinden diese Beschwerden sehr unterschiedlich. Bei manchen RLS-Patienten treten die Symptome einseitig, beidseitig oder abwechselnd auf beiden Seiten auf. In manchen Fällen ruft das Restless-Legs-Syndrom zusätzlich zu den Beschwerden in den Beinen auch Symptome in den Armen oder anderen Körperregionen hervor. Die Missempfindungen bessern sich durch Bewegung nur kurzzeitig.
Die RLS-Symptome beginnen und verschlechtern sich in Ruhezeiten, also im Sitzen oder Liegen. Sie treten vorrangig am Abend oder in der Nacht auf und führen daher zu Ein- und Durchschlafstörungen. Erschöpfung und Müdigkeit am Tag sind die Folge.
Beim Restless-Legs-Syndrom (RLS, «unruhige Beine») stellt der Arzt die Diagnose in erster Linie anhand der Symptome. Dazu müssen vier Kriterien erfüllt sein:
Zusätzliche Anzeichen, die auf das Restless-Legs-Syndrom hindeuten und die Diagnose unterstützen können, sind:
In manchen Fällen führt der Arzt bei Verdacht auf das Restless-Legs-Syndrom zur Diagnose den sogenannten L-Dopa-Test durch. Bei diesem Test bekommt der Betroffene Wirkstoff L-Dopa. Verbessern sich die Symptome, kann dies auf das Vorliegen der Erkrankung hindeuten. Andererseits kann aber ein Restless Legs-Syndrom nicht ausgeschlossen werden, wenn sich die Beschwerden nicht verringern.
Um festzustellen, ob eine andere Krankheit die Ursache für das Syndrom der unruhigen Beine ist, sind manchmal Bluttests und Urinuntersuchungen, Messungen der Nervenleitgeschwindigkeiten (Elektroneurographie) sowie Schlafuntersuchungen sinnvoll.
In einigen Fällen kann beim einem Restless-Legs-Syndrom (RLS, «unruhige Beine») durch eine Therapie die auslösende Ursache beseitigt werden, etwa bei Eisenmangel. Manchmal ist der Auslöser der Beschwerden auch vorübergehend, etwa bei einer Schwangerschaft. Medikamente, welche die Symptome verstärken, sollten nach Möglichkeit abgesetzt werden.
Die RLS-Therapie erfolgt durch die Gabe von Levodopa (L-Dopa) in Kombination mit dem Wirkstoff Benserazid. Beim Restless-Legs-Syndrom ist auch eine Therapie mit sogenannten Dopamin-Agonisten möglich. Die Behandlung mit L-Dopa ist im Prinzip eine Art Dopamin-Ersatztherapie. Die Dopamin-Agonisten sind dagegen Wirkstoffe, welche die gleiche Wirkung hervorrufen wie Dopamin.
Schlagen die Dopamin-Agonisten nur unzureichend an, können Opioide wie Oxycodon oder Antiepileptika helfen.
Das Restless-Legs-Syndrom (RLS, «unruhige Beine») kann einen sehr unterschiedlichen Verlauf nehmen. Meist lässt es sich erfolgreich behandeln. Eine Komplikation der Therapie mit Levodopa oder Dopamin-Agonisten ist jedoch die sogenannte Augmentation. Dabei setzen die Beschwerden des Restless-Legs-Syndroms im Verlauf von 24 Stunden früher ein und beginnen heftiger oder die Beschwerden sind trotz gleichbleibender Therapie insgesamt stärker. Mitunter dehnen sich die Symptome auch auf andere Körperbereiche aus. Entwickelt sich beim Restless-Legs-Syndrom im Verlauf eine Augmentation, wird der Arzt die Therapie umstellen.
Das Restless-Legs-Syndrom ist eine unangenehme Erkrankung. Nach heutigem Kenntnisstand hat sie aber keinen Einfluss auf die Lebenserwartung.
Es sind keine speziellen Massnahmen bekannt, mit denen man dem Restless-Legs-Syndrom (RLS, unruhige Beine) vorbeugen kann.