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Rafael Rojas studierte an der Universidad de Guadalajara, an der Royal Scottish Academy of Music and Drama in Glasgow und am Royal Northern College of Music in Manchester. 1995 nahm er am Gesangswettbewerb Operalia in Madrid teil und gewann den Zarzuela Prize Don Plácido Domingo prize.[1] Der berühmte Sängerkollege engagierte ihn daraufhin als Rafael Ruiz in El gato montés von Manuel Penella an die damals von ihm geleitete Washington Opera. Zu Beginn seiner Karriere sang er Partien aus den Fächern tenore di grazia, wie den Nemorino in Donizettis L’elisir d’amore, und tenore lirico, wie Alfredo, Rodolfo oder Pinkerton. In den 1990er Jahren gastierte er an der Seattle Opera, an der Glimmerglass Opera, der Houston Grand Opera und der New York City Opera sowie an der New Israeli Opera in Tel Aviv. An der Boston Lyric Opera war er als Werther, Alfredo and Pinkerton zu sehen und zu hören. 1999 folgte sein Europadebüt – als Gustavo in Verdis Maskenball auf der Seebühne der Bregenzer Festspiele. Es dirigierte Marcello Viotti, es inszenierten Richard Jones und Antony McDonald. Seither kehrt er regelmäßig nach Bregenz zurück, 2000 wiederum als Gustavo, 2001 als Rodolfo in Puccinis La Bohème sowie 2015 und 2016 als Calaf in der Turandot desselben Komponisten. In der wiederentdeckten Oper Nerone von Arrigo Boito sollte er im Sommer 2020 im Bregenzer Festspielhaus die Titelpartie übernehmen. COVID-19-bedingt musste die Premiere vorerst um ein Jahr verschoben werden. Die Bregenzer Rollen zeigen auch den Fachwechsel des Sängers an, vom lyrischen Tenor schrittweise über spinto-Partien zum klassisch-italienischen Heldentenor, zu Otello, Calaf, Pollione und Nerone. Auf Bregenz folgten Verpflichtungen an zahlreichen europäischen Bühnen, aber auch in Australien und Neuseeland. An der English National Opera übernahm er das Tenorsolo in einer Bühnenfassung von Verdis Messa da Requiem, inszeniert von Phyllida Lloyd, bei der Freiluftoper im Londoner Holland Park war er als Gustavo und Manrico zu hören.