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Immer wieder ist in den Medien von der Gigafactory die Rede. Aber wo produziert Tesla eigentlich seine Fahrzeuge? Ein kurze Zusammenfassung der Historie: Im Mai 2010, als Tesla für das damals geplante Model S eine Produktionsstätte benötigte, fiel die Wahl auf Fremont in Kalifornien. Ein Ort, der etwa 40 Meilen von San Francisco entfernt ist. Tesla kaufte damals ein ehemaliges Werk von einem Unternehmen namens „New United Motor Manufacturing (NUMMI)“, das ein Jointventure von General Motors und Toyota war. Nach einem gründlichen Umbau der Fabrik rollte im Juni 2012 das erste Model S vom Band. Bis Ende 2019 hatte Tesla 367’500 Fahrzeuge gebaut. Hier ist eine kurze Übersicht aller Produktionsorte von Tesla:
Fremont, USA – Kalifornien
Produziert: Model S, Model X und Model 3
In Fremont wird seit 2012 das Model S und seit September 2015 das Model X produziert. Es ist aktuell die einzige Produktionsstätte von Tesla wo diese Fahrzeugmodelle gebaut werden. Seit Juli 2017 werden auch Model 3 in Fremont gebaut. Die Fahrzeuge werden komplett in diesem Werk gebaut, getestet und von dort an ihre Ausliefererungsorte transportiert. Mehr Details über das Tesla Werk Fremont und sehr ausführliche englische Videos mit einem Rundgang durch die Fabrik:
- Tesla Fremont Factory Tour, Part 1
- Tesla Fremont Factory Tour, Part 2
- Tesla Fremont Factory Tour, Part 3
Für Europa kommen die Fahrzeuge dann via Schiff von San Francisco nach Belgien oder die Niederlande. Model S und Model X werden in Containern transportiert. Model 3 in speziellen Auto-Transport-Frachtern.
Tilburg, Niederlande
Nur Endmontage, keine Produktion
Aus finanziellen Gründen werden Model S und X für den EU-Raum ohne eingebauten Antriebsstrang nach Europa verschifft. In Rotterdam oder Antwerpen werden die Container mit den Fahrzeugen dann über ein Kanalsystem mit kleineren Schiffen nach Tilburg in den Niederlanden transportiert. Der Grund dafür ist offenbar, dass die europäischen Importzölle für „Autoteile“ tiefer sind als für fertig montierte Autos. Da die Fahrzeuge nicht fertig montiert sind, gelten sie nur als Bauteile. In Tilburg erfolgen dann Endmontage und Qualitätstests, bevor die Fahrzeuge mit Lastwagen in die verschiedenen Länder zu ihren Auslieferungsorten transportiert werden. Ein Sonderfall ist die Schweiz und Norwegen, da es sich hier nicht um EU Länder handelt, werden Model S und X für diese Länder bereits in Kalifornien vollständig montiert und in Europa erfolgt nur noch eine Qualitätskontrolle.
Gigafactory Nevada (USA)
Produziert: Batteriezellen/Akkupacks für Fahrzeuge und Powerwalls. Elektromotoren und Antriebseinheiten für Model S,X und 3. Ab 2020 Produktion des Sattelschleppers Semi.
Um dem extrem hohen Bedarf an Batteriezellen gerecht zu werden, benötigte Tesla eine Fabrik für deren Herstellung. Zusammen mit dem Elektronikkonzern Panasonic hat Tesla im Jahr 2014 den Grundstein für die Gigafactory 1 in der Wüste von Nevada gelegt. Die Eröffnung erfolgte im Juli 2016 für einen Teil der Fabrik. Zu diesem Zeitpunkt waren 3 der geplanten 21 Bauabschnitte fertig errichtet. Die Fabrik wächst also kontinuierlich mit dem Bedarf. An diesem Standort werden ausser Batteriezellen und Akkupacks auch Elektromotoren und Antriebseinheiten produziert und anschliessend per Lastwagen in das Werk Fremont transportiert. Im Jahr 2020 soll in diesem Werk auch die vollelektrische Sattelzug-Zugmaschine „Tesla Semi“ produziert werden. Mehr Details zur Gigafactory 1 auf der Tesla Webseite.
Gigafactory New York (USA)
Produziert: Photovoltaikmodule, Solarschindeln und -kacheln.
Die Gigafactory 2 ist eine Photovoltaik-Fabrik, die ursprünglich von der Tesla Tochter SolarCity gemietet wurde. Im November 2016 wurde SolarCity dann durch Tesla übernommen und im Konzern integriert. Neben Photovoltaikmodulen, produzierte Tesla in Buffalo auch die Solarschindeln und -kacheln für das Tesla Solardach. Die Partnerschaft mit Panasonic wurde allerdings für diesen Standort beendet. Weiterhin produziert werden in New York die neuen Supercharger V3 Schnellladestationen, sowie Speicherprodukte.
Gigafactory Shanghai (China)
Produziert: Model 3 und in Zukunft das Model Y. Ausserdem auch die dafür notwendigen Batteriezellen/Akkupacks und Antriebseinheiten.
Das Werk in Shanghai wurde in Rekordzeit ab Dezember 2018 gebaut. Bereits im November 2019 begann die Produktion von Model 3 Fahrzeugen. Da das Model 3 so im chinesischen Inland produziert werden kann, profitiert Tesla von einer höheren Marge aufgrund wegfallender Importzölle. Seither kann das Model 3 nun in China sogar günstiger verkauft werden als vorher. Neben Batteriezellen und Akkupacks soll in Zukunft auch das Model Y in der Gigafactory Shanghai gebaut werden.
Gigafactory Berlin (Deutschland)
Produziert: Ab 2021 das Model Y und später auch Model 3. Die Produktion von Batteriezellen ist nicht geplant.
Der Baubeginn für die Gigafactory 4 in Deutschland ist für das erste Quartal 2020 geplant. Für Juli 2021 ist dann der Produktionsstart des Model Y vorgesehen. Später wird auch das Model 3 dazu kommen. In diesem Werk ist allerdings die Produktion von Batteriezellen nicht geplant.
Wo produziert Tesla in Zukunft noch?
Seit Februar 2020 gibt es Gerüchte über eine weitere Gigafactory, die möglicherweise in Texas gebaut wird. Wo der geplante Cybertruck produziert wird ist noch nicht bekannt. Laut Elon Musk soll eine dafür geplante Fabrik aber zentral in den USA liegen.
Auch über die Produktion des zukünftigen Tesla Roadster ist noch nichts bekannt. Ursprünglich war die Serienproduktion für 2020 geplant. Laut Design Chef Franz von Holzhausen verzögert sich aber der Marktstart des Roadsters.
Mittlerweile gibt es auch Gerüchte über den Entwurf eines Tesla Kleinwagen. Quasi ein „Model 2“. Konkrete Fakten dazu sind aber bisher nicht public.