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Die Kohleförderung auf Spitzbergen wird auf 2023 eingestellt. Die Gruve 7 ist die letzte MIne von Norwegens staatlichem Kohleunternehmen, die noch Kohle fördert. Dies teilte uns am Donnerstag unser Korrespondent vor Ort, Marcel Schütz, mit. Zu beklagen sind als Nebenfolge der Verlust von 80 Arbeitsplätzen und das Ende der 120-jährigen Kohleförderung.
Der Vorstand von Store Norske, dem Besitzer der Mine, hat mit dem 23. September 2023 ein Enddatum für die norwegische Kohleförderung festgelegt. Die Geschäftsleitung kritisiert, dass dabei Arbeitsplätze wegfallen, das Unternehmen aber lieber auf neue Jobs im Bereich erneuerbare Energien setzen würde.
Store Norske Spitzbergen Kullkompani (SNSK) hat in den letzten zwei Jahrzehnten seine großen Minen auf Spitzbergen geschlossen. Nur die Förderung in der kleineren Gruve 7 wurde offengehalten, hauptsächlich um die Versorgung des lokalen Kohleraftwerks sicherzustellen. Ein kleiner Teil der Kohle gelangte in den Export.
Das Kohlekraftwerk Longyear ist das einzige Kohlekraftwerk in Norwegen. Die 1983 errichtete Kraftwerksanlage liefert Fernwärme und elektrische Energie in die Ortschaft Longyearbyen. Die für den Betrieb des Kraftwerks nötige Kohle wird aus der Gruve 7 gewonnen.
Es werden pro Jahr ca. 25.000 Tonnen Steinkohle im Kohlekraftwerk verbrannt, was ca. ein Drittel bis die Hälfte der geförderten Kohlemenge aus der Gruve 7 entspricht. Das Kohlekraftwerk versorgt neben der Ortschaft Longyearbyen auch alle umliegenden Einrichtungen wie die Kohlemine und den Flughafen Longyearbyen mit Energie.
Die Kündigung der Gemeinde Longyearbyen zur Kohlelieferung erfolgte nach der Bekanntgabe, dass das Kraftwerk seine Energiequelle im Jahr 2023 vorübergehend auf Diesel umstellen wird. In Vorbereitung ist die Errichtung einer dauerhaften erneuerbaren Stromversorgung. Dadurch wird eine lokale Kohleversorgung überflüssig, sagte SNSK.
Der Direktor von Store Norske, Jan Morten Ertsaas, hält es für finanziell nicht mehr vertretbar, die Gruve 7 in Longyearbyen zu betreiben. „Wir haben beschlossen, den Bergbau einzustellen, wenn das Kraftwerk in Longyearbyen keine Kohle mehr braucht“, sagt Ertsaas.
In der Zwischenzeit wird in der Gruve 7 die Produktion von derzeit 90.000 Tonnen auf 125.000 Tonnen pro Jahr hochgefahren, um die hohen Weltpreise zu nutzen und um die Exporte für die verbleibenden zwei Jahre anzukurbeln. Dies reicht aber nicht, um die Gruve 7 ohne staatliche Unterstützung am Leben zu halten.
Auch sind die heutigen Fördermengen unbedeutend im Vergleich zu der historischen Produktion von SNSK von mehreren Millionen Tonnen pro Jahr in früheren Zeiten.
Russland betreibt in seiner Siedlung Barentsburg ein Kohlebergwerk, welches ein lokales Kraftwerk versorgt.
Heiner Kubny, PolarJournal