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Zürich (awp) - Die Credit Suisse hat nach eigenen Angaben den Hypotheken-Streit mit den USA beigelegt. Die Bank teilte am Freitag mit, sie habe sich mit dem US-Justizministerium (DoJ) grundsätzlich auf einen Vergleich geeinigt. Kurz zuvor hatte sich die Deutsche Bank ebenfalls mit den US-Behörden in dieser Sache geeinigt.
In der Vereinbarung hat sich die CS laut Mitteilung verpflichtet, eine Zivilbusse in Höhe von 2,48 Mrd USD zu zahlen. Darüber hinaus muss sie 2,8 Mrd USD für Entschädigungen an Kreditnehmer bereitstellen. Diese Zahlungen an geschädigte Haus-Besitzer läuft über einen Zeitraum von fünf Jahren nach der definitiven Einigung. Die Deutsche Bank hatte sich nur wenige Stunden davor, eine Busse von 3,1 Mrd USD zahlen sowie Entschädigungen an Kreditnehmer von 4,1 Mrd USD bereitzustellen.
Der Vergleich zwischen der zweitgrössten Schweizer Bank und dem DoJ muss noch abschliessend verhandelt und vom Verwaltungsrat der Bank abgesegnet werden. Gemäss einem Sprecher der Bank heisst ersteres, dass die Beteiligten noch die Unterschrift unter das Dokument setzen müssten.
Die CS wird für die Zahlung in diesem Fall eine zusätzliche Rückstellung von rund 2 Mrd USD (vor Steuern) im laufenden vierten Quartal 2016 vornehmen. Wie viel sie bisher in diesem Fall zurückgestellt hat, kommuniziert(e) die Bank nicht. Sie hatte per Ende 2015 insgesamt Rückstellungen für Rechtsfälle von 1,6 Mrd CHF verbucht und im Laufe der letzten Quartale jeweils weitere Rückstellungen gebildet oder aufgelöst.
Mit den 2 Mrd USD an zusätzlichen Rückstellungen dürfte die Bank für das Gesamtjahr 2016 einen Verlust ausweisen müssen. Für die ersten neun Monaten hatte die Bank ein Minus von 91 Mio CHF vermeldet.
NICHT GANZ ÜBERRASCHEND
Die Einigung zwischen CS und DoJ kommt nicht ganz überraschend, nachdem bereits seit einigen Tagen Gerüchte im Umlauf waren, dass die Bank bald eine Lösung im Streit finden werde. Zuletzt war in einem Medienbericht von einem Betrag von 5 bis 7 Mrd USD die Rede gewesen, den die CS zu zahlen hätte. Die Bank habe dies allerdings abgelehnt, hiess es.
Der Rechtsstreit bezieht sich auf die Zeit vor der Finanzkrise und geht bis ins Jahr 2007 zurück. In den USA hatten viele Grossbanken Hypotheken an mittellose Familien vergeben. Die Risiken wurden anschliessend an Investoren weitergereicht - in Form von hochkomplexen Anleihen, die den Banken hohe Gebühren in die Kasse spülten. Als der Markt kollabierte, erwiesen sich diese Bonds als wertlos. Viele der Käufer fühlten sich über den Tisch gezogen und klagten erfolgreich gegen die Banken. Es war der grösste offene Rechtsfall der CS.
Noch nicht gelöst ist der Streit für die UBS. Sie hatte per Ende Oktober dieses Jahres ihre Rückstellungen für Rechtsfälle am US-Hypothekenmarkt deutlich nach oben geschraubt. Die Grossbank hat nun für sämtliche Verfahren 1,405 Mrd USD zurückgelegt, zur Jahresmitte waren es noch 988 Mio USD gewesen.
Nicht geeinigt mit den US-Behörden hat sich in dieser Sache überraschend die britische Barclays Bank. Das US-Justizministerium verklagte daher das Geldhaus am (gestrigen) Donnerstag wegen betrügerischer Hypotheken-Deals, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. Die Bank wies die Anschuldigungen in einer Stellungnahme zurück und will sich energisch gegen die Klage zur Wehr setzen.
AKTIE IM PLUS?
Die Einigung der CS im US-Steuerstreit wird zumindest vor dem offiziellen Börsenstart in Finanzmarktkreisen positiv aufgenommen: Die CS-Aktie wird im Handel von Julius Bär in einem leicht festeren Gesamtmarkt 2,4% höher gestellt.
uh/ra
(AWP)