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Bei Grabungsarbeiten für ein neues Parking beim Basler Kunstmuseum haben Basler Archäologen einen Fund gemacht, den sie als «sensationell» bezeichnen. In einer Latrine fanden die Forscher das fast komplett erhaltene Skelett eines Berberaffen. Er muss im 15. Jahrhundert gelebt haben - darauf weisen die um ihn herumliegenden Gefässe und Speisereste hin, die genau datiert werden konnten.
Ein reicher Besitzer
Wie der Berberaffe nach Basel kam, ist unklar. Der Fundort - die Latrine eben - weist jedoch darauf hin, dass er dem Kleriker und Gelehrten Heinrich von Beinheim gehörte. Dieser besass das prächtige Haus in der Basler Innenstadt, zu dem die Latrine gehörte. Von Beinheim war sehr reich - er besass eine umfangreiche Bibliothek handschriftlicher juristischer Schriften, die er später dem Domstift vermachte. Er war Diplomat im Dienste der Stadt Basel, Bindeglied zwischen den Behörden und dem Basler Konzil, das von 1431 - 1449 dauerte. Er soll dort beträchtlichen Einfluss gehabt haben. Zudem war Beinheim massgeblich an der Gründung der Universität Basel beteiligt.
Es ist bekannt, dass sich im Mittelalter nur wohlhabende Menschen einen Berberaffen leisten konnten. Oder Gaukler, die Bären und Affen zur Unterhaltung der Schaulustigen einsetzten. Untersuchungen zeigen, dass es sich beim Basler Berberaffen um ein Männchen handelte. Er starb im Alter von acht Jahren. Männliche Berberaffen werden in diesem Alter geschlechtsreif und können ausgesprochen aggressiv werden.
Spuren von Tierquälerei
Spuren an seinem Gebiss zeigen, dass man ihm seine scharfen Eckzähne abgefeilt hat. Dadurch erlitt er schwere Entzündungen. Weiter fanden die Forscher Entzündungszeichen am Ellbogen und Hämatome am Kopf. «Der Affe wurde sicher geschlagen», sagt Guido Lassau, Leiter der Basler Bodenforschung. Ob das Tier wegen Tierquälerei starb oder an etwas anderem, ist unklar.
Für die Forscher ist der Fund eine «Sensation», da es in Europa nur etwa fünf weitere Affenskelette aus dem Mittelalter gibt. «Das Skelett unseres Affen ist das am besten erhaltene», freut sich Lassau. Er geht davon aus, dass der Basler Berberaffe nicht in einem Archiv verstauben, sondern eines Tages ausgestellt wird - als Relikt einer Zeit, als sich Vermögende zu ihrer Erbauung wilde Tiere hielten, und diesen kaum ein artgerechtes Umfeld boten.