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Älteste nachgewiesene Kapelle, aus dem 9. Jahrhundert mit einem hufeisenförmigen Chor, wurde am 10. Februar 1984 Opfer eine gewaltigen Lawine.
Die Mauern dieses Zeitzeugen einer längst vergangenen Epoche sollen wieder zu einer Attraktion werden. Ein Ort der Begegnung mit unschätzbarem, kulturellem Wert, wohl einmalig in seiner Geschichte.
Geschichte pflegen heisst nicht, Asche aufzu aufzubewahren, sondern die Glut wieder zum Glühen zu bringen.
Foto 1882
Grundriss der Kapelle mit Darstellung der verschiedenen Bauphasen Masse des Schiffes, 9 J.h.: 5.50 x 2.85 m Masse des Chores, 9 J.h.: 2.75 x 2.30 m
Nach der Disentiser Klosterchronik von 1268 erbaute Frau Rigenza da Valle, Frau des Rodolfus da Valle, aus Sumvitg und Chonrad de Rusen von Ruschein, der den Namen Laurentius (vermutlich ein Eremit) angemommen hatte, die Kapelle Sogn Benedetg (siehe Bild oben) oberhalb von Sumvitg und gründeten dort eine °Beginenniederlassung. Die Kapelle besass damals eine flache Holzdecke und auf der Südseite zwei schmale Fenster. Anstelle eines Turmes dürfte von Anfang an ein Dachreiter mit einer Glocke auf dem Kapellendach gestanden haben.
° Als Beginen (Frauen) und Begarden (Männer) wurden ab dem 13. Jahrundert die Angehörigen einer Gemeinschaft christlicher Laien bezeichnet, die im Wesentlichen armen und kranken Leuten halfen
Da vom Bau einer neuen Kapelle geschrieben wurde, ist zu vermuten, dass dort bereits früher eine Kapelle stand. Hier handelt es sich um die älteste nachgewiesene Kapelle mit hufeisenförmiger Apsis (siehe Grundriss oben), datiert um das 9. Jh. Das "Collegium devotrum" von Sogn Benedetg war eine religiöse Gemeinschaft ohne klösterliche Bindung. Nach dem Neubau des Chores fand am 3. November 1522 eine Neuweihe statt. Später, im Jahre 1670, wurde ein neuer Alter geweiht. Weitere Renovationen wurden in den Jhren 1906 und 1934 datiert.
Bild: 1914 R. Meier
Altar mit dem Butzenfester, dass wieder nachgebaut werden soll
Butzenfenster mit verschiedenen Ornamenten
An das schmale, von einer Holzdecke überwölbte Schiff schloss ostwärts ein nach aussen vorspringender, breiter Chor an. Beide Gebäudeteile wurden von einem Satteldach gedeckt. Auf dem Dach stand ein offener Dachreiter mit Zeltdach, welcher an Weihnachten 1923 von einer Lawine weggerissen wurde. Man ersetzte ihn durch ein gemauertes Glockenjoch auf der Westmauer des Schiffes, wo der rundbogige Haupteingang war. Von der Nordwestecke ging ein Mauersporn aus, der als Lawinenbrecher diente.
1934 entdeckte O. Notker Curti an der inneren Westwand die Darstellung des Weltgerichts. Das besondere des um 1330 entstandenen Werkes ist die Aufteilung des Bildstoffes in zwei Bilder. Himmel und Hölle - Diese Zeitzeugen von unschätzbarem kulturellem Wert, seinesgleich wohl einzigartig, befinden sich nun im Kloster Disentis.
Darstellung des Himmels
Darstellung der Hölle
Kapelle vor dem Lawinenniedergang.
Ein idylischer Ort mit einem Zeitzeugen aus dem 9. Jahrhundert, der manchen Wintern dem vielen Schnee trotzte.
Doch am 10. Februar 1984 musste sie sich einer gewaltigen Staublawine beugen.
Winter 1984: Zerstörung durch eine Staublawine
Was nach dem Lawinenniedergang noch übrig blieb.
Helfer vor Ort, die nach ihren Autos graben.....
Ueber 10 Jh. trotzte die kleine Kapelle mehr oder weniger allen Witterungen. Doch am 10. Februar 1984 musste sie sich ein weiteres Mal der Naturgewalt beugen. Eine Staublawine zestörte dieses wertvolle Kulturgut. Was übrig blieb, ist ein stummer Zeuge um die älteste nachgewiesene Kapelle mit hufeisenförmigem Chor. Dieses Mal reichte es jedoch nicht, die Kapelle - wie schon in vergangenen Zeiten - wieder aufzubauen. Um den völligen Zerfall der verbliebenen Kapellenruine entgegen zu beugen, setzt sich eine kleine Arbeitsgrupp für deren Erhalt ein.
° Vitus Bass (Präsident / Projektleiter und Kassier)
° Manuela Orlik-Fry (Vizepräsidentin / PR und Marketing)
° Gion Flepp (Aktuar / Bauleiter)
- Erhalt des restlichen Mauerwerks durch schützen mit geeigneten Material, um es vor dem Eindringen des Wassers zu schützen
- Den Innenhof auf- und ausräumen und soweit herzurichten, damit eine Oase der Ruhe und Erholung sowie zum Meditieren und Verweilen einlädt
- Den Zugang zur Kapelle gewährleisten
- Im Chor der Kapelle die Geschichte dokumentarisch darstellen
Sanierungskosten werden sich voraussichtlich auf Fr. 40`000.- belaufen.
Helfen Sie mit, die Reste der Ruine zu retten und für die nächsten Generationen zu sichern. Mit Ihrem Spendenbeitrag, dem Kauf des 20-seitigen Führers in der Höhe von Fr. 10.--, mit dem Erwerb eines Mauersteines in der Höhe von Fr. 500.-- (inkl. einer Plaktete mit Ihrem Namen) oder der Bezahlung des runden Fensters (siehe Bild mit Altar), ermöglichen Sie es uns, unsere Vision wahr werden zu lassen und ein weiteres Kulturgut vor dem gänzlichen Zerfall zu retten.