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Was ist Bluthochdruck?
Wie entsteht der Blutdruck?
Ein normaler Blutdruck ist lebenswichtig. Damit das Blut durch die Blutgefässe zu den Organen und den Geweben fliessen kann, muss es unter Druck stehen. Zwei Mechanismen sorgen dafür, dass dieser Druck entsteht: das rhythmische Pumpen des Herzens und der Widerstand der Gefässwände.
Wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht und das Blut vorwärts befördert, entsteht in den Arterien ein höherer Blutdruck. Entspannt sich der Herzmuskel anschliessend und füllt sich das Herz wieder mit Blut, geht der Blutdruck in den Arterien allmählich zurück. Er fällt aber nicht auf Null ab, denn die elastischen und muskulösen Arterienwände sorgen dafür, dass der Blutdruck auch zwischen den Pumpstössen des Herzens hoch genug bleibt, damit das Blut im Kreislauf weiterbefördert wird.
Das rhythmische Steigen und Fallen des Blutdrucks hält man beim Blutdruckmessen fest. Dabei werden zwei Blutdruckwerte unterschieden:
- der obere oder systolische Blutdruckwert. Er entsteht, wenn sich das Herz zusammenzieht und der Druck in den Gefässen am höchsten ist (Systole).
- Der untere oder diastolische Blutdruckwert. Er entsteht, wenn sich das Herz entspannt und der Druck in den Gefässen am niedrigsten ist (Diastole).
Wenn der Blutdruck schwankt
Schwankungen des Blutdrucks sind normal. Diese Schwankungen werden vom Gehirn, d.h. dem vegetativen Nervensystem gesteuert. Weitere Stoffwechselsysteme und Organe, wie beispielsweise die Nieren und Nebennieren, sind ebenfalls an der Regulierung des Blutdrucks beteiligt. Im Tagesverlauf präsentieren sich diese Schwankungen mit dem höchsten Blutdruck nach dem Aufstehen. Über Mittag sinkt der Blutdruck etwas ab. Am späten Nachmittag und gegen Abend beginnt er wieder anzusteigen. In der Nacht während des Schlafs ist der Blutdruck am niedrigsten. Körperliche und psychische Belastungen sorgen dafür, dass sich der Blutdruck vorübergehend erhöht. Zu diesen Belastungen gehören zum Beispiel körperliche Anstrengungen, sportliche Aktivitäten, Aufregungen, Stress, Lärm oder Angst.
Normale Blutdruckwerte
„mmHg“ bedeutet „Millimeter Quecksilbersäule“ und ist die Masseinheit für Blutdruckwerte. Fachleute unterteilen die normalen Blutdruckwerte in folgende Kategorien:
|systolischer Wert||diastolischer Wert|
|optimaler Blutdruck||unter 120 mmHg||unter 80 mmHg|
|normaler Blutdruck||120-129 mmHg||80-84 mmHg|
|hoch normaler Blutdruck||130-139 mmHg||85-89 mmHg|
Zu hohe Blutdruckwerte
Von Bluthochdruck (in der medizinischen Fachsprache „Hypertonie“ genannt) spricht man, wenn die Blutdruckwerte bei 140/90 mmHg oder darüber liegen. Ein Bluthochdruck besteht auch, wenn nur einer der beiden Werte über dieser Grenze liegt. Ein isolierter systolischer Bluthochdruck, bei dem lediglich der obere Wert erhöht ist, kommt vor allem bei älteren Personen häufig vor. Es werden drei verschiedene Schweregrade von Bluthochdruck unterschieden:
|systolischer Wert||diastolischer Wert|
|leichter Bluthochdruck||140-159 mmHg||90-99 mmHg|
|mässiger Bluthochdruck||160-179 mmHg||100-109 mmHg|
|schwerer Bluthochdruck||ab 180 mmHg||ab 110 mmHg|
Da der Blutdruck im Tagesverlauf schwankt, wird die Diagnose Bluthochdruck erst gestellt, wenn bei mindestens dreimaliger Messung zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Tagen ein erhöhter Blutdruck gemessen wird. Wenn Sie bei einer Messung in der Apotheke oder einer Selbstmessung erhöhte Werte festgestellt haben, sollten Sie den Arzt konsultieren und den Bluthochdruck durch ihn abklären lassen.
Plötzlicher Blutdruck-Anstieg
Sind Ihre Blutdruckwerte bei einer Messung plötzlich deutlich höher als sonst, kann dies ein Risiko für Ihr Herz-Kreislauf-System bedeuten. Oft reicht es in einer solchen Situation abzuwarten und die Messung etwas später zu wiederholen. Wenn ein plötzlich erhöhter Blutdruck jedoch mit mindestens einem der nachfolgenden Symptome einhergeht, muss unverzüglich ärztliche Hilfe angefordert weren (Notruf 144):
- Schmerzen, Brennen oder ein starkes Druckgefühl im Brustkorb
- Atemnot
- Krampfanfälle (wie sie z.B. bei einer Epilepsie auftreten, nicht Wadenkrämpfe)
- Lähmungen oder Sprechstörungen
- Starke Übelkeit mit oder ohne Erbrechen
- Verschwommenes Sehen
- Nasenbluten
- Deutliche Benommenheit
Tiefe Blutdruckwerte
Aus medizinischer Sicht ist ein tiefer Blutdruck (Hypotonie) unbedenklich und für Herz und Kreislauf sogar von Vorteil. In den meisten Fällen ist er vererbt. Nach Definition der WHO (Weltgesundheitsorganisation) liegt ein tiefer Blutdruck bei systolischen (oberen) Blutdruckwerten unter 100 mmHg und/oder bei diastolischen (unteren) Blutdruckwerten unter 60 mmHg vor.
Die manchmal mit einem tiefen Blutdruck verbundenen Beschwerden sind:
- Schwindel und Schwarzwerden vor den Augen beim Aufstehen
- kalte Hände und Füsse
- Müdigkeit und/oder Konzentrationsstörungen am Morgen und nach dem Essen.
Diese Beschwerden können lästig sein und die Lebensqualität beeinträchtigen. Ein tiefer Blutdruck aufgrund von Vererbung bedeutet aber grundsätzlich kein Gesundheitsrisiko. Eine Behandlung ist lediglich bei Beschwerden nötig und besteht in
- einer erhöhten Kochsalzzufuhr (z.B. kräftig nachsalzen)
- einer ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme (2 bis 2,5 Liter am Tag)
- Hydrotherapie (Wechselduschen, Kneippkuren, Trockenbürsten, Sauna)
- Kraftgymnastik (Liegestütze, Kniebeugen, Hantelübungen)
Medikamente sind nur in seltenen Fällen angezeigt und meist wenig hilfreich.
Wann zum Arzt?
- Wenn der niedrige Blutdruck dauernd das Wohlbefinden beeinträchtigt und die Gefahr von Folgeverletzungen besteht, z. B. durch Stürze.
- Wenn er ein Anzeichen für eine andere Erkrankung sein könnte.
- Wenn er im Zusammenhang mit der Einnahme von Medikamenten steht.