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Der Basler Kunsthändler Alain Dreyfus staunte nicht schlecht, als vor zwei Monaten zwei Polizisten in seine Galerie an der Birsigstrasse traten. Die beiden Polizisten kamen, um ein Bild zu beschlagnahmen, das Dreyfus vor acht Jahren in einer öffentlichen Versteigerung des Auktionshauses «Christie's» in New York erworben hatte.
Bei dem besagten Gemälde handelt es sich um das Werk «Premier Jour de Printemps à Moret» des französischen Impressionisten Alfred Sisley. Ursprünglich war das Bild im Besitz der Pariser Familie Lindon, bis es im Zweiten Weltkrieg von den Nazis gestohlen wurde und schliesslich in der privaten Kunstsammlung von Hermann Göring landete. Göring war die rechte Hand Adolf Hitlers.
Von alledem hatte Dreyfus indes keine Ahnung, als er das Gemälde bei «Christie's» für 338 500 US-Dollar kaufte. «Ich habe gar nicht an diese Möglichkeit gedacht, ich hielt es für ausgeschlossen, dass ein so renommiertes Auktionshaus Nazi-Raubkunst versteigert.» Vor zwei Jahren erfuhr Dreyfus dann die Vorgeschichte des Werkes, und seither versucht er das Bild dem Auktionshaus zurückzugeben. Vergeblich.
«Ich will mein Geld zurück»
Dreyfus möchte, dass «Christie's» ihm das Geld, das er für das Bild ausgab, zurückerstattet. Dieser Forderung ist das Auktionshaus jedoch bisher nicht nachgekommen. Zwischenzeitlich haben derweil auch die Erben der Familie Lindon mitbekommen, wo sich das Bild befindet und eine Strafanzeige eingereicht, weshalb die Polizei das Bild nun beschlagnahmt hat.
«Christie's» möchte sich derzeit nicht zu dem Fall äussern. Er sei kompliziert, weil diverse Parteien involviert seien. Das Auktionshaus strebe indes eine einvernehmliche Lösung an. Für Dreyfus ist klar, dass das Bild der jüdischen Familie zurückgegeben werden muss. «Aber ich will auch mein Geld zurück, das ich dafür bezahlt habe.»