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Als Hängetrauma wird das Verletzungsbild beschrieben, welches durch regungsloses Hängen in einem Gurt verursacht wird. Durch einen Absturzunfall ist jedoch noch mit weiteren Verletzungen zu rechnen.
Die Energie des Fangstoßes wird durch den Auffanggurt (o.ä.), über das Becken, an den Körper des Verunfallten weitergegeben. Es entsteht durch die Beinschlaufen eine hohe Impulsenergie, die das Gewebe im Bereich des Beckens und der Oberschenkel komprimiert. Durch das anschließende regungslose hängen bleibt dieser Zustand aufrechterhalten und führt zu einer Durchblutungsstörung in den Beinen.
Die weit innenliegenden Arterien, die das sauerstoffreiche Blut in die Beine transportieren, werden durch ihre Lage meist nicht beeinträchtigt. Die vornehmlich oberflächlich liegenden Venen, die das sauerstoffarme Blut zurück zum Herz transportieren, werden komprimiert und der Blutfluss wird gestoppt oder stark eingeschränkt.
Wenn der Zufluss ungehindert, jedoch der Rückfluss nur stark eingeschränkt funktioniert, ist leicht vorstellbar welcher Effekt nach kurzer Zeit eintritt. Das Blut staut sich in den Beinen und steht dem restlichen Körper nicht mehr zur Verfügung. Der dadurch entstehende Blutmangel führt zu einer Sauerstoffunterversorgung des Körpers. Wichtige Organe wie das Gehirn oder auch das Herz nehmen durch diesen Sauerstoffmangel schnell Schaden. Es kommt zu einer lebensbedrohlichen Situation. Durch den Blutstau treten noch weitere schadhafte Effekte auf, auf die in diesem Artikel nicht weiter eingegangen wird.
Das Hängetrauma tritt nicht plötzlich auf; es entwickelt sich. Je länger der Verunfallte in dem Gurt hängt desto höher ist die Wahrscheinlichkeit der Durchblutungsstörung. Es gibt viele Faktoren, die den schnellen Vorschritt begünstigen und einige die dem Hängetrauma entgegenwirken können. Es lässt sich keine pauschale Aussage zum zeitlichen Verlauf des Hängetraumas treffen.
Das Hängetrauma wird begünstigt durch:
Dem Hängetrauma kann entgegengewirkt werden durch:
Nach einem Absturzunfall hat die zeitnahe Rettung allerhöchste Priorität. Ein schnelles und versiertes Handeln der vor Ort befindlichen Kollegen ist die erste wirkungsvolle Maßnahme gegen das Hängetrauma. Die notwendigen Maßnahmen werden im Rettungskonzept beschrieben.
Das Wählen des Notrufs (112) ist in dieser Situation selbstverständlich, jedoch darf mit den Rettungsmaßnahmen nicht auf das Eintreffen der Feuerwehr gewartet werden.
Nachdem der Verunfallte gerettet wurde, sind Erste Hilfe Maßnahmen durchzuführen. Die Maßnahmen der Ersten Hilfe richten sich immer nach dem Zustand des Verunfallten. Es ist stets auf den Erhalt der Vitalfunktionen zu achten.
Sollte der Verunfallte keinerlei Reaktion zeigen (Bewusstlosigkeit) und nicht atmen, so ist unmittelbar mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung zu beginnen. Die Wiederbelebung ist erst auf Anweisung des Rettungsdienstes einzustellen oder wenn der Verunfallte wieder offensichtliche Lebenszeichen hat.
Wenn der Verunfallte ausschließlich bewusstlos ist, also Atmung und Kreislauf nicht gestört sind, so ist er in die Seitenlage zu bringen. Dabei ist die Funktion der Atmung ständig zu kontrollieren. Sollte die Atmung ausbleiben, ist unmittelbar mit der Reanimation zu beginnen.
Sollte der Verunfallte nach dem Absturzunfall und der erfolgreichen Rettung ansprechbar sein, so sind alle weiteren Maßnahmen mit ihm abzustimmen. Maßnahmen und besonders die Lagerung sind je nach Verletzungsmuster und Beschwerden zu wählen. Keinesfalls sollte der Verunfallte die Arbeit fortsetzen oder sich unnötigerweise bewegen. Oberstes Gebot, bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes, ist Ruhe. Für die Wirksamkeit besonderer Lagerungsarten, wie der Hock-Kauer-Stellung gibt es, aus Mangel an Studien, keinen Beweis. Wenn es andere Verletzungen und der Patient selbst zulassen, spricht jedoch auch nichts gegen die Hock-Kauer-Stellung.
Lebensrettende Maßnahmen dürfen nicht verzögert oder unterlassen werden.
ABS Safety empfiehlt, regelmäßig einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen.