Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/88769

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat soll sich zusammen mit den Kantonen dafür einsetzen, dass in die Bildungsgänge künftiger Führungspersonen und Fachleute der Wirtschafts- und Finanzwelt auch Lehrinhalte in Wirtschaftsethik integriert werden. Der Bundesrat soll ausserdem dafür sorgen, dass eine Weiterbildung in diesem Bereich für bereits berufstätige Personen angeboten wird.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Finanz- und Wirtschaftskrise stellt in den nächsten Jahren hohe Herausforderungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Dabei sind auch die Ausbildungsanbieter im Tertiärbereich als "Kaderschmieden" im Management und Finanzbereich in der Aus- und Weiterbildung gefordert. Der Bundesrat ist überzeugt, dass sich die Anbieter im Bereich der höheren Berufsbildung sowie die Universitäten, einschliesslich der Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH), und die Fachhochschulen eigenverantwortlich und in Absprache mit ihren Trägern dieser Aufgabe bewusst sind. Ethik und nachhaltige Entwicklung sind bereits heute vielfach Teil entsprechender Aus- und Weiterbildungen. Die Anbieter der höheren Berufsbildung und die Hochschulen sind leistungsfähig sowie bereit, veränderte Aufgabenstellungen umgehend aufzugreifen. Sie werden namentlich in Lehre und Forschung gezielte Anstrengungen unternehmen, wirtschaftsethische Fragestellungen unter aktuellen Bedingungen auf betriebs- und volkswirtschaftlicher Ebene noch stärker zu reflektieren und die Sensibilisierung der Studierenden für diese komplexen Zusammenhänge zu erhöhen. Hochschulen und Anbieter der höheren Berufsbildung verfügen bereits heute über den nötigen Spielraum, um ihre Aktivitäten im Rahmen ihrer Autonomie zu verstärken. Der Bundesrat ist der Auffassung, dass es nicht Sache des Bundes sein kann, direkt in Forschung und Entwicklung sowie die Lehre einzelner Disziplinen und Fachbereiche an den Universitäten und Fachhochschulen bzw. in die detaillierten Lerninhalte im Bereich der höheren Berufsbildung einzugreifen.</p><p>Der Bundesrat beantragt aus diesen Gründen die Ablehnung der Motion. Er behält sich vor, bei Annahme der Motion durch den Erstrat, der Kommission des Zweitrates einen Antrag auf Änderung der Motion in einen Prüfungsauftrag zu stellen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.