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Die Europäische Zentralbank sieht große Unsicherheit über die kurzfristigen Wachstumserwartungen für die Eurozone. Das geht aus dem Protokoll der letzten EZB-Sitzung am Donnerstag hervor.
Laut politischen Entscheidungsträgern hängt die wirtschaftliche Entwicklung davon ab, wie sich die Coronavirus-Pandemie entwickelt. In den Protokollen wies die EZB auf die langsame Einführung von Impfstoffen im Euroraum im Vergleich zu anderen Teilen der Welt hin.
Die Frage war, wie realistisch es war anzunehmen, dass die gegen das Virus ergriffenen Sperrmaßnahmen frühestens im zweiten Quartal auslaufen könnten. Je nachdem, wie sich die Pandemie entwickelt, könnte die wirtschaftliche Schwäche laut Zentralbank bis weit ins zweite Quartal anhalten.
In ihrer letzten Zinsentscheidung im März beschloss die EZB, das Tempo ihrer Anleihekäufe als Reaktion auf steigende Inflation und steigende Anleihenkurse und eine mögliche Verschärfung der Finanzbedingungen zu beschleunigen.
Es wurde berücksichtigt, dass, wenn die günstigen finanziellen Bedingungen garantiert werden können, ohne dass das volle PEPP verwendet werden muss, der volle Betrag nicht verwendet werden muss.
Die politischen Entscheidungsträger berücksichtigten auch ein Szenario, dass sich die Inflation später in 2021 auf 2 Prozent bewegen könnte. Obwohl dies laut EZB wahrscheinlich nur vorübergehend sein wird, sehen die Unternehmen Anzeichen für eine steigende Inflation, beispielsweise bei den Rohstoffpreisen und den steigenden Produktionskosten. Die Entwicklung der Erzeugerpreise wird daher genau beobachtet.
Mit der Zinsentscheidung im März erhöhte die EZB ihre Inflationserwartungen für dieses Jahr von 1% auf 1,5%, obwohl dies weitgehend durch vorübergehende Faktoren erklärt werden kann.
Das erwartete Wachstum von 4% in diesem Jahr beinhaltet laut EZB noch nicht die positiven Auswirkungen der Konjunkturmaßnahmen in den USA sowie die Auswirkungen des europäischen Unterstützungsfonds.