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Quelle: Jahrbuch der Stadt Wädenswil 1992 von Irma Studer
Sängerbund Wädenswil
Anfangs September 1992 feierte der «Sängerbund Gemischter Chor» in Wädenswil sein hundertjähriges Bestehen. Der Verein wurde am 11. Dezember 1892 unter dem Namen «Arbeiter-Sängerbund» gegründet. Zur ersten Probe erschienen 14 Sänger. Die musikalische Leitung hatte der Wädenswiler Lehrer Abraham Sigg; das Vereinspräsidium führte Johann Ruppert. 1895 wurde der Verein in «Sängerbund Wädenswil» umbenannt. 1897 erfolgte der Beitritt zum «Schweizerischen Arbeiter-Sängerverband», dem man bis 1958 angehörte. Bereits 1898 beteiligte sich der Verein am Schweizerischen Arbeiter-Sängerfest in Luzern. Noch im gleichen Jahr konnte, im Beisein von zehn Vereinen, die erste Fahne eingeweiht werden. Pate war der Männerchor Einsiedeln.
Die gestickte Fahne des Sängerbunds Wädenswil aus dem Jahre 1923.
Es folgten Jahre reger Vereinstätigkeit, wobei es an Konzerten, Abendunterhaltungen und Waldfesten nicht mangelte. Verschiedentlich besuchte man auch Arbeiter-Sängerfeste: 1904 in Basel, 1913 in St. Gallen, 1921 wieder in Basel, 1930 in Bern und 1938 in Zürich. Bereits 1923 hatten die Wädenswiler Sänger die zweite Vereinsfahne eingeweiht und dazu als Patensektion den Männerchor «Union Bellinzona» eingeladen.
Vom Männerchor zum Gemischten Chor
Im Jahre 1931 kriselte es im Sängerbund bedenklich. Um den Mitgliederschwund wettzumachen, entschloss man sich, den Männerchor 1932 in einen Gemischen Chor umzuwandeln, dem nun fast 70 Mitglieder angehörten. Ein 1933 gegründeter Kinderchor vermochte sich nicht durchzusetzten; er wurde schon 1936 wieder aufgelöst.
Besondere Verdienste um den Chor erwarb sich Ehrenpräsident Jakob Hottinger. In den Protokollen wird sodann Max Gunkel immer wieder wegen reger Vereinstätigkeit lobend erwähnt. Den Bericht zur 50-Jahr-Feier, 1942, verfasste Emil Luchsinger, der den Verein 1940 in einer neuen Krise übernommen hatte. Seine Nachfolger waren Paul Bürgin, Adolf Thalmann und von 1959 bis 1976 Richard Gurt. Als Dirigenten wirkten zu dieser Zeit Walter Linsi, Ruth Eggenberger, Paul Tomaschett und C. Capecci. Unter Präsident Richard Gurt führte der Chor, der rund 20 Mitglieder zählte, die alten Traditionen des Singens im Spital, an den Erst-Mai-Feiern und an Gemeindeanlässen fort.
Probe des Sängerbunds Gemischter Chor unter Dirigent Paul Tomaschett, 1967.
Der Sängerbund Gemischter Chor Wädenswil am Sängerfest in Thalwil, 1952.
In Esther Singer, die bereits im Chor mitsang, fand man für 13 Jahre eine gute und tüchtige Leiterin. Mit ihr wagten sich die Sängerinnen und Sänger 1980 sogar ans Sängerfest nach Altdorf. Es brauchte für den kleinen Chor recht viel Mut, in einem Festzelt aufzutreten. Die 1969 bis 1971 durchgeführten Abendunterhaltungen mussten wegen Lücken in den Sängerkreisen in den folgenden Jahren ausfallen. Erst 1975 fand in der «Krone» wieder ein Kränzli statt.
1976 gab Richard Gurt das Präsidium aus gesundheitlichen Gründen auf; die Generalversammlung verlieh ihm als Dank für die 17jährige Amtszeit die Auszeichnung des Ehrenpräsidenten. Irma Studer wurde zur Präsidentin des «Sängerbunds Gemischter Chor» gewählt. 1984 trat Esther Signer als Dirigentin zurück; an ihrer Stelle übernahm Peter Friedli die musikalische Leitung des Chors.
Der Stolz des Vereins ist die Fahne. Da diese in Sturm und Regen gelitten hatte, liessen Richi und Klärli Gurt die Vereinsfahne von 1923 im Jahre 1987 auffrischen. Sängerinnen und Sänger sind für diese Geste dankbar und holten seither jedesmal stolz Wädenswiler Vereine am Bahnhof von Eidgenössischen Festen ab.
1990 gab Peter Friedli bekannt, er müsse wegen Überlastung die Leitung des Chores abgeben. Der Vorstand nahm hierauf mit dem «Gemischten Chor Langrüti» Kontakt auf. Seit anderhalb Jahren singen nun die knapp zwanzig Mitglieder des «Sängerbunds Gemischter Chor» nicht mehr im Eidmattschulhaus, sondern zusammen mit dem «Gemischten Chor Langrüti» unter der Leitung von Trudi Treichler im Wädenswiler Berg.