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Carl Huter (1861-1912) wurde in der Nähe von Hildesheim/D geboren. Bereits in seiner Kindheit soll er sich Gedanken über den Zusammenhang zwischen dem Aussehen und Handeln eines Menschen gemacht haben. Als Jugendlicher galt er als sensibel und zu genialen Einsichten befähigt. Nach seiner Ausbildung zum Kunstmaler ging er nach Berlin, Leipzig und Dresden, wo er sich in kunstgeschichtlicher, naturwissenschaftlicher, philosophischer und physiognomischer Richtung weiterbildete. Da ihm der Zugang zu höherer Bildung verwehrt war, erwarb er viele seiner breit gefächerten Kenntnisse autodidaktisch, aber auch durch den Kontakt mit Gelehrten, denen er im Laufe der Zeit begegnete.
Das Interesse des jungen Carl Huter galt der Ausdruckskunde, der Psychophysiognomik. Er erkannte die Wechselwirkungen von inneren Vorgängen und äusserem Erscheinungsbild des Menschen. Die Theorien seiner Vorgänger und Zeitgenossen prüfte er kritisch, benannte ihre Mängel und schuf ein eigenes, in sich geschlossenes lehr- und lernfähiges System. Schliesslich gab er die Kunstmalerei auf und wendete sich ganz der Ausdruckskunde zu. Mit 28 Jahren begann er seine Erkenntnisse festzuhalten und gründete kurze Zeit später ein eigenes Institut, wo er seine weitgehend ausgebaute Psychophysiognomik lehrte. Im Laufe der Zeit hatte er in verschiedenen Städten Deutschlands gegen 1000 Vorträge über seine Persönlichkeitsanalyse gehalten.
Ein als unheilbar diagnostiziertes Halsleiden veranlasste Carl Huter, sich mit den verschiedensten Therapierichtungen in der Heilkunde auseinanderzusetzen. Da er mit den medizinischen Grundlagenfächern wie Chemie und Physik, Anatomie, Physiologie und Pathologie umfassend vertraut war, wurde ihm die Leitung eines grösseren Kurhauses übertragen. Dies bot ihm die Möglichkeit, seine Forschungen auf das Gebiet der Krankenphysiognomik auszudehnen.
Dank Carl Huter hat sich die Psychophysiognomik als Lehre vom Ausdruck der Körper-, Kopf- und Gesichtsformen und den Äusserungen eines Individuums etabliert.