Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03394.jsonl.gz/268

Mein Strombegriff ist relativ zur Alltagssprache der Physiker eng. In meiner Begrifflichkeit ist der elektrische Strom kein eigentlicher Strom, was durch die adjektivische Voranstellungen des "elektrisch" signalisiert wird.
Während beim Wasserstrom, das Wasser als Material in einem Kanal fliesst, fliesst der elektrische "Strom" innerhalb eines Materials. Die Metalleitung, in welcher elektrischer Strom beispielsweise fliesst, ist eine Art materieller "Kanal", der sozusagen in sich selbst fliesst. Das Material des elektrischen Stromes hat keinen stofflichen Eigennamen, es fliessen - in der Fiktion - im Prinzip einzelne, zählbare elektrische Ladungsträger, beispielsweise Elektronen, wobei nicht die Bewegung der Elektronenmasse beobachtet wird, sondern die Umladung oder Übertragung der Ladungen.
Von einem "elektrischen Strom" zu sprechen, provoziert bestimmte Analogien und damit verbunden allfälligeMissverständnisse. In der Physik sind die Missverständnisse in eindeutigen - aber natürlich abstrakt-unanschaulichen - Formeln aufgehoben, das heisst, den Physikern kann gleichgültig sein, wie was in der natürlichen Sprache formuliert wird - wenigstens solange sie unter sich sind, was sie als Intelligezia pflegen.

Als "elektrischen Strom" bezeichne ich die Übertragung von elektrischen Ladungen, was als gerichtete Bewegung von "Ladungsträgern" erscheint, obwohl sich diese nicht nachweisbar im Sinne von Massen bewegen.
In der Fachsprache wird mit „Strom“ oft dessen Stärke bezeichnet, also die physikalische Größe Stromstärke mit dem Formelzeichen I und der Einheit Ampere, in der Umgangssprache wird meist die Übertragung von elektrischer Energie gemeint oder auch bloß die Möglichkeit dazu in Form einer unter Spannung stehenden Installation. elektrischer Ladungen