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Der CS-Verwaltungsrat unter Präsident Urs Rohner und die Aktionäre haben die um 26 Prozent auf 9,8 Millionen Franken erhöhten Vergütungen für den CS-Chef Brady Dougan abgesegnet.
Wer geglaubt hat, dass Bankenchefs nur noch belohnt werden, wenn die Leistungen hervorragend sind, sieht sich getäuscht. Aufgrund seiner «Performance» hätte Dougan eine Kürzung seiner Mehrmillionenbezüge verdient. Im «Journal21» zählt der Bankenspezialist René Zeyer die Leistungen von Brady Dougan aus Illinois wie folgt auf:
- Zusätzliche Rückstellungen in Höhe von 468 Millionen für mögliche Folgen des gesetzwidrigen Kundenfangs und der gesetzwidrigen Hilfe zur Steuerhinterziehung in den USA.
- Zahlung von 900 Millionen für das Fehlverhalten der CS Investmentbank in den Jahren 2005 bis 2007. Dougan war damals Chef der CS Investmentbank. Gleichzeitig stand die CS damals unter heftiger Kritik in der Schweiz, weil «Kundenberater» der CS Tausenden von Kleinanlegern Lehman-Papiere verkauften, die mit der Pleite der Lehman Bank fast wertlos wurden. Niemand aus der Führungsspitze der CS sei damals auf die Idee gekommen, auf einen Teil der eigenen Boni zu verzichten, um die geprellten Kunden etwas besser zu entschädigen, meint René Zeyer.
- Ein Verlust im 4. Quartal 2013 von 476 Millionen Franken.
- Seit April 2009 verloren die CS-Aktien 26 Prozent ihres Wertes.
Wie konnten Verwaltungsrat und Aktionäre Brady Dougans Bezüge trotz diesen Fakten um 26 Prozent erhöhen, fragt sich Zeyer und meint, die CS-Führung treffe für all diese Rückschläge nach eigenem Verständnis eben keine Schuld: Wenn es um wiederholte und systematische Verstösse der US-Gesetze oder gegen Regeln der Veröffentlichung von Geschäftszahlen geht, heisse es: «Nichts gewusst, nichts persönlich entschieden, keine Eigenverantwortung erkennbar». So habe die CS-Führung vor dem Untersuchungsausschuss in Washingten die Unschuldige gespielt. Andere, subalterne Mitarbeiter, hätten in eigener Regie gehandelt.
Fazit von René Zeyer: «Wenn aktuelle oder rückwirkende Verluste, die im eigenen Verantwortungsbereich entstanden, nicht zu einer rückwirkenden Schmälerung bereits kassierter Boni führen, und absurderweise sogar zu einer Steigerung des aktuellen Bonus, dann läuft etwas unbestreitbar grundfalsch.»
Wer glaube, Dougan könnte dies persönlich einsehen und freiwillig auf einen Teil der seit 2005 an ihn ausbezahlten Boni verzichten, liege falsch: «Dazu bräuchte es eine ethisch gefestigte Persönlichkeit, mit der man niemals an die Spitze einer Grossbank gelangen würde.»
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Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine