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Jacques Offenbach
Cellovirtuose, Komponist und Musiktheater-Impresario
Geboren am 29. Juni 1819 als Jacob Offenbach in Köln, gestorben am 5. Oktober 1880 in Paris. Der Vater Isaac bringt 1833 den gerade 13jährigen zusammen mit seinem lebenslang im Schlagschatten des jüngeren stehenden älteren Bruder Julius nach Paris, wo Jacques an das Convervatoire aufgenommen wird. Dort hält er es aber nicht lange aus. Die nun folgenden zwei Jahrzehnte arbeitet sich Offenbach als Privatmusiklehrer, Violoncello-Virtuose und Salonkomponist nach oben. Neben seinen regelmäßigen Auftritten in den Pariser Privatsalons organisiert er Konzerte in Paris und Köln. Durch das geschickte Lancieren von Pressemeldungen weiß er sich in das Bewußtsein der musikalischen Öffentlichkeit zu bringen.
Auch nach 1855, als Jacques Offenbach mit der Gründung der "Bouffes Parisiens" eine zweite Karriere beginnt, bleiben seine Erfolge als Cellist weithin bekannt. Erst nach seinem Tod verändert sich der Blickwinkel auf Jacques Offenbach: Seine rund 75 vollendeten Cello-Kompositionen werden durch seine knapp mehr als einhundert Bühnenwerke verdrängt. Ein grosser Teil davon sind Vaudevilles und Einakter, von denen aber nur wenige überlebten. Der Name Offenbach wird heute vor allem durch folgende Werke immer wieder in Erinnerung gerufen: «Orpheus in der Unterwelt», «Die schöne Helena», «Pariser Leben», «Die Grossherzogin von Gerolstein», «Die Banditen», «La Périchole», «Blaubart» und «Die Tochter des Tambour-Majors», um nur einige zu nennen. Seine am Lebensende komponierte Oper "Hoffmanns Erzählungen" wird gern als das Requiem eines Komponisten, der am Lebensende "doch noch etwas Richtiges" komponiert hat, dargestellt. Der Erfinder der Operette wird über diese Oper hinaus heute fast nur mit seinen großen Ausstattungs-Operetten (Pariser Leben, Orpheus in der Unterwelt, La Belle Hélène ...) gespielt, da diese am ehesten dem herrschenden Klischee von Operette und unbeschwerter Unterhaltung entsprechen.