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Die Jahrzehnte um 1500 waren allgemein eine Zeit vieler öffentlicher Neubauten. Die Wirtschaft florierte, Pensionsgelder fremder Mächte flossen in die Kassen. Auch dürfte das Bevölkerungswachstum nach mehr Kirchenraum verlangt haben. In diesen wenigen Jahren brachte die Ägerer Talbevölkerung grosse Werke zustande, obwohl sie kaum 1000 Personen gezählt haben dürfte.
Die Ägerer bauten zwischen 1492 und 1511 eine neue grosse Pfarrkirche (1492/93), eine Kapelle in der Haselmatt (1493), das Beinhaus neben der Pfarrkirche
(1496) sowie eine Kapelle in Unterägeri (1511). Zudem wurde in dieser Zeit das Rathaus
erstellt.
Über die Baugeschichten ist nur wenig bekannt. Finanziert und ausgestattet wurden die Bauten wohl durch Spenden von Einzelpersonen, Gemeinden und Klöstern sowie durch Stiftungen, von denen einige im Jahrzeitbuch von 1536 vermerkt sind. Das Baumaterial bezog man vermutlich von der Allmend. Die Kirchgenossen leisteten wahrscheinlich viele Fronarbeiten. Bild:
Das bei der Pfarrkirche auf dem Friedhof stehende Beinhaus Sankt Michael von 1496 vor der Restauration 1978.