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Der plötzliche Kindstod - Risikofaktoren und Vorsichtsmassnahmen
Der plötzliche Kindstod oder SIDS ("Sudden Infant Death Syndrome") beschreibt den Tod eines scheinbar gesunden Babys ohne medizinisch feststellbare Ursache. Die Zahl der Fälle ist in den letzten Jahren durch entsprechende Aufklärung über die Risikofaktoren und Vorsichtsmassnahmen deutlich zurückgegangen.
Ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren
Die genauen Auslöser für den plötzlichen Tod eines Säuglings oder Kleinkindes sind bis heute nicht gänzlich erforscht. Experten bringen ihn mit einer beeinträchtigen Fähigkeit in Zusammenhang, bei Aussetzen der Atmung und Sauerstoffmangel sofort aufzuwachen. Wissenschaftler vermuten, dass sowohl Entwicklungsstörungen und Gendefekte als auch ein schwaches Immunsystem, Beeinträchtigungen der Blutversorgung bestimmter Hirnareale und eine daraus resultierende gestörte Steuerung von Herztätigkeit und Atmung dafür verantwortlich sein können, dass ein Säugling während des Schlafes plötzlich stirbt. Neueste Studien ergaben, dass weder die Folgen von Impfungen noch Infektionen für den Krippentod verantwortlich sind.
Risikofaktoren und Schutz vor dem plötzlichen Kindstod
SIDS tritt am häufigsten bei Kindern auf, die mit einem geringen Geburtsgewicht oder als Frühgeburt (vor der 37. Schwangerschaftswoche) zur Welt kamen, nach der Geburt künstlich beatmet werden mussten oder deren Mutter während der Schwangerschaft stark geraucht sowie Drogen oder Alkohol konsumiert hat. Statistisch gesehen sterben auf unerklärliche Weise vor allem Babys von sehr jungen Eltern aus sozial benachteiligten Familien und Mehrlingskinder. Die grösste Häufung der Fälle tritt im Alter von zwei bis vier Monaten auf.
Als am stärksten gefährdet gelten Säuglinge, die im Haushalt von Rauchern leben. Passivrauchen verdoppelt das Risiko für den plötzlichen Kindstod, da es die Erregbarkeit der für die natürliche Weckreaktion verantwortlichen Hirnareale negativ beeinflusst. Daher gilt eine rauchfreie Umgebung als die wichtigste der empfohlenen Vorsichtsmassnahmen, das Kind vor dem Krippentod zu schützen. Wenn Sie Ihr Baby mindestens sechs Monate lang ausschliesslich stillen, verringern Sie die Gefahr des Krippentodes um 73 Prozent. Für Kinder mit ausgeprägtem Nuckelbedürfnis stellt auch ein alters- sowie kiefergerechter Nuggi nachweislich einen wirksamen Schutz dar.
Die sichere Schlafumgebung
Experten raten, den Säugling in den ersten Lebensmonaten in seinem eigenen Bett im Zimmer und in unmittelbarer Nähe der Eltern schlafen zu lassen und weisen darauf hin, dass das Familienbett unter gewissen Umständen die Gefahr des Krippentodes erhöht. Achten Sie beim Kauf der Matratze für das Babybett auf die richtigen Masse, eine hochwertige Qualität sowie Schadstofffreiheit. Um zu verhindern, dass das Baby im Schlaf unter die Bettdecke rutscht und der Gefahr des Erstickens ausgesetzt wird, sollten Sie ihm stattdessen einen altersgerechten Schlafsack in der richtigen Grösse anziehen. Folgende Dinge haben im Babybett nichts verloren, da sie ebenfalls Erstickungsgefahr für den Säugling darstellen:
- Nestchen
- Kissen
- weiche Unterlagen wie Schaffelle, Stepp- oder Daunendecken
- Wärmflaschen
- Stofftiere
- Nuschelis
Um eine gefährliche Überhitzung Ihres Kindes zu vermeiden, verzichten Sie auf Kopfbedeckungen während des Schlafes, stellen Sie das Babybett nicht in der Nähe der Heizung auf und halten Sie die Zimmertemperatur konstant bei 16 bis 18°C. Seit Kinderärzte den Eltern empfehlen, den Säugling ausschliesslich in Rückenlage schlafen zu lassen, sind die Fälle des plötzlichen Kindstodes signifikant zurückgegangen. Betten Sie ihr Baby daher nur auf ausdrückliche ärztliche Empfehlung in Bauch- oder Seitenlage.
Der US-amerikanische Anthropologe Dr. James McKenna, der seit mehreren Jahrzehnten in seinem Labor die gemeinsamen Schlafgewohnheiten von Müttern und deren Babys im Zusammenhang mit dem plötzlichen Kindstod erforscht, veröffentlichte eine Vielzahl von Studienergebnissen, die belegen, dass richtig praktiziertes Co-Sleeping vor SIDS schützen kann. Rauchenden, unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehenden Eltern rät McKenna dringend davon ab, ein Bett mit dem Kind zu teilen und empfiehlt für die Sicherheit des Säuglings, auf Suchtgifte gänzlich zu verzichten.