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Alle reden heute über die Osteoporose und wie wichtig es sei, dass man genügend Calcium, am besten in Form von Milchprodukten, zu sich nehme.
Dabei wird vielfach vergessen, dass unser Knochen viel mehr Bestandteile enthält. An Mineralien finden wir Magnesium, Phosphor, Fluor und Natrium sowie die Vitamine D, C und A. Er besteht aber auch aus organischer Grundsubstanz (Knochengummi), die aus Mucopolysacchariden, Proteoglykanen, Prolin, Nucleotiden und löslicher Ribonukleinsäure (RNS) aufgebaut ist.
Diese Grundsubstanz spielt eine viel grössere Rolle für die Stabilität und Bruchfestigkeit unserer Knochen als der Kalkgehalt.
Mit Ausnahme der Schädelknochen (dort gibt es auch keine Osteoporose) wird jeder zukünftige Knochen zuerst als Knorpel (organische Grundsubstanz) angelegt, der erst später verkalkt.
Der Knochen ist kein unveränderliches Gewebe; er befindet sich vielmehr in dauerndem Umbau, wird ab- und gleichzeitig wieder aufgebaut. Im Idealfall stehen Ab- und Aufbau in einem dynamischen Gleichgewicht.
Nach Erreichen der maximalen Knochenmasse, das heisst ab dem 30. Lebensjahr, nimmt die Knochenmasse kontinuierlich ab. Die Verlustrate beträgt durchschnittlich 0,5-1% pro Jahr. Bei Frauen nimmt die Geschwindigkeit des Knochenverlustes nach der Menopause deutlich zu und kann im Extremfall bis zu 10% pro Jahr betragen. Damit wird klar, dass die Ausgangslage - die maximale Knochendichte - darüber entscheidet, wie lange es dauert, bis eine Osteoporose manifest wird.
Beim Embryo werden zuerst Hände und Füsse knorpelig gebildet, erst nachher folgt die Bildung von Armen und Beinen. Das Knorpelskelett des Kleinkindes ist noch ganz elastisch, und deshalb gibt es in diesem Lebensabschnitt auch keine Knochenbrüche. Die Bruchfestigkeit hängt also ganz wesentlich vom Vorhandensein der organischen Grundsubstanz ab.
Knochenbildung kann also nur stattfinden, wenn organische Grundsubstanz vorhanden ist.
Erinnern Sie sich an den Versuch in der Schule? Der eine Knochen wurde in Salzsäure gelegt, der andere wurde gebrannt. Dem in Salzsäure eingelegten wurden alle Mineralien, vor allem Calcium, entzogen, und er wurde biegbar wie ein Gummiknochen. Beim gebrannten Knochen wurde die organische Grundsubstanz zerstört, und er wurde brüchig wie Kreide. Ein hoher Mineralisationsgrad fördert also die Brüchigkeit. Aus diesem Grunde ist es unsinnig, nur Calcium zu geben.
Der ältere Mensch aber hat ja auch Grundsubstanz verloren. Jetzt füttern wir ihn mit möglichst viel Milch, die ja zum Kleinkind gehört, und zwingen seinen Körper mit Vitamin D, den Kalk aufzunehmen. Dies fördert natürlich die Mineralisierung des Körpers.
Nicht der Knochen, der den Kalk infolge mangelnder Grundsubstanz ja nicht genügend aufnehmen kann, wird mineralisiert, sondern die übrigen Gewebe, besonders die Gefässe. Es kommt zur allgemeinen Verhärtung, zur Sklerose, vor allem zur Arteriosklerose.
Bei der Osteoporose ist also nicht das Kalzium das wahre Problem, sondern der verminderte Aufbau organischer Knochenstruktur, also des bindegewebigen Teiles des Knochens. Die Knochenbälkchen sind in diesem Falle vermindert, diese aber eher zu stark verkalkt, weshalb sie dann auch zu spröde werden und es eben Knochenbrüche geben kann.
Diese organische Struktur gilt es dann aufzubauen, mit Förderung der Regenerationskräfte, bei Frauen meist durch Abgabe von Silicium (das den Aufbau der organischen Strukturfasern fördert), Schachtelhalm sowie durch niedermolekulare, pflanzliche Eiweisse, basische Ernährung, und ev. - aber erst nach Testung der Hormone durch einen biologisch tätigen Arzt - durch Abgabe natürlicher (nicht synthetischer!) Progesterone, welche die knochenaufbauenden Osteoblasten stimulieren.
Kalzium wird in gewissen Zuständen aus dem Knochen abgebaut. Dies ist dann meist die wahre Ursache der Osteoporose und nicht ein Kalziummangel!
Ein solcher Zustand ist die Übersäuerung des Organismus, d.h. das Vorliegen zu vieler Säure-Äquivalente, v.a. in Form freier, nicht einbaubarer Aminosäuren aus Eiweiss-Überernährung, aber auch durch das Vorliegen zu vieler organischer Säuren, wie Phosphate, Gluconate, Citrate, Lactate. Diese sind in grosser Menge vorhanden in konservierten Lebensmitteln, aber sogar in Milchprodukten, die unsinnigerweise zur Behandlung der Knochenentkalkung gerade empfohlen werden!
Bei einem zu hohen Säuregrad müssen nämlich verschiedene Mineralien aus dem Knochen und dem Knorpel gelöst werden, um die Übersäuerung abzupuffern: der Körper reagiert auf eine Säureüberlastung durch Auflösung des Knochengewebes, um zu versuchen, den Säureüberschuss zu kompensieren.
Der heutige „zivilisierte“, meist übersäuerte Mensch, hat oft einen Mangel an Magnesium, der bei unsinniger Kalzium-Aufnahme nur noch schwerer wiegt. Er hat aber auch oft ein Übermass an Natrium
(aus y und Fleisch) und einen Mangel an Kalium.
Einzig pflanzliche Kost (möglichst zu 1-2/3 aus Rohkost) ersetzt alle diese notwendigen Mineralien in der richtigen Zusammensetzung.
Milch und Milchprodukte sind wohl sehr kalziumhaltig, dieses Kalzium nützt aber nichts, da ein Übermass an Phosphor und v.a. ein starkes Übermass an Milcheiweiss das Kalzium bindet und daher inaktiv für die Zelle und den Knochen macht.
Milch und Milchprodukte sind also zur Behandlung der Osteoporose und der ihr zugrunde liegenden Übersäuerung nicht geeignet und deshalb abzuraten. In der chinesischen Medizin gilt Milch als lymphverschlackend und ansäuernd.
Wir wissen, dass heute über die Hälfte (gewisse Literaturstellen nennen 2/3) der westlichen Menschen in einer Form auf Milcheiweisse zusätzlich allergisch reagieren. Auch müssen wir bedenken, dass eine Hochleistungsmilchkuh heute ca. drei Mal soviel Milch gibt wie vor 40 Jahren die „Spitzenkühe“. Diese Milchen sind aber bei weitem nicht mehr so gehaltvoll wie früher und sehr problematisch, da die armen Kühe artfremd mit "Kraftfutter" ernährt werden (vgl. BSE-Skandal).
Besonders Kinder sollten keine Milchprodukte erhalten, da sie übersäuernd, allergiefördernd wirken und sehr häufig Ursache von Immunstörungen und Infektanfälligkeiten sind. Lassen Sie sich nicht durch die Werbung der Milchindustrie und der "functional food"-Industrie blenden, welche unsinnigerweise sogar noch anorganisches Kalzium zur Milch dazugibt.
Kinder dürfen als Ersatz Reismilch oder Sojamilch nehmen. Als Getränk aber empfehlen wir ohnehin keine Milch, sondern Tees oder einfach Wasser, keinesfalls künstliche Süssgetränke wie Coca-Cola, Fanta, Zitro etc., da sie Phosphate enthalten und das Kind unruhig, aber v.a. säurelastiger machen können. Die sog. „Light-Getränke“ bei denen Zucker durch Aspartam (einen künstlichen Süssstoff) ersetzt wurde, sind eher noch schlimmer!
Kalzium bezieht man in weit genügendem Masse, wenn der Körper entsäuert ist, durch Gemüse, welche eben auch die anderen Mineralstoffe enthalten, welche in der Milch ohnehin nicht im richtigen Mass vorhanden sind:
Karotten, Bohnen, Leinsamen, Sojaspeisen, Vollkornbrot, Spinat, Broccoli, Salate, Sauerkraut
Mandeln, Baum-, Hasel-, Cashewnüsse, Makadamia-Nüsse, Dörrfrüchte
Eier
Beim Käse empfehlen wir den nicht allergenen Schafmilchkäse, welcher auch mineralstoff- und kalziumhaltiger ist: Spitzenreiter: Pecorino, 1-2 x pro Woche 50-100g
Wichtig ist zu wissen, dass alle phosphathaltigen, säurelastigen Nahrungsmittel die Kalzium-Aufnahme mindern: Wurstwaren, Zuckerspeisen, Süssgetränke, Ketchup, Schmelzkäse, Schokolade, Fertigprodukte.
Weitere Angaben finden Sie unter Kalzium-Versorgung.
Aber es sei nochmals erwähnt, dass nicht der Kalziumgehalt, sondern das Mineralstoffverhältnis und die Basenlastigkeit das Wichtige ist. Die Kalziumaufnahme ist- ähnlich wie auch beim Eisen- das Problem und nicht die Kalziumzufuhr! Es käme auch niemandem in den Sinn, bei einem Eisenmangel Eisenspäne zu essen, da diese nicht aufgenommen würden.
Die Aufnahme des Kalziums in den Körper hängt ab vom Vitamin D und im Darm von den Darmbakterien. Bei intakter Darmflora - auch wieder gefördert durch pflanzliche Rohkost - ist die Kalzium-Aufnahme ins Blut viel besser. Ölhaltige Speisen, wie Olivenöl, Cashewnüsse, aber auch Seefisch, sowie Weizenkeimöle, Flachssamenöl u.a. enthalten sehr viel Vitamin D und - gerade für Kinder und deren Hirnnervenzellaufbau so wichtig - ungesättigte Fettsäuren und sollten immer in recht grosser Menge genommen werden!
Die Einnahme von Calcium führt wie oben erwähnt zu einer verstärkten Mineralisation des Knochens. Diese können wir mit den etablierten röntgenologischen Methoden nachweisen.
Allen diesen röntgenologischen Verfahren gemeinsam ist Beschränkung auf die Knochendichtemessung, während strukturelle Qualitäten des Knochens unberücksichtigt bleiben. Wir unterliegen dann dem Irrtum, dass wir Knochendichte (Mineralisation) mit Knochenfestigkeit gleichsetzen, obwohl ja erhöhte Mineralisation erhöhte Brüchigkeit bedeutet.
Die neu entwickelte Methode der Osteo-Sonometrie (Ultraschalluntersuchung) beurteilt nicht nur die Knochendichte, sondern auch den Elastizitätsgrad (Grundsubstanz) des Knochens. Zusätzlich erlaubt diese Methode, zwischen Zustand der Corticalis (Knochenröhre als tragendes Element) und Spongiosa (feine Knochenbälkchen im Knochenmarksraum, ohne tragende Funktion) zu unterscheiden. Weitere Vorteile der Methode bestehen in der Strahlenfreiheit und den deutlich niedrigeren Kosten.
Zusätzlich werden mit Blutuntersuchungen die Stoffwechselaktivität des Knochens und der Säure-Basen-Haushalt des Körpers bestimmt.
Die Vorbeugung beginnt bereits im Kindesalter. Es ist bereits in jungen Jahren dafür zu sorgen, dass die Kinder und Jugendlichen sich zum einen ausgiebig bewegen, Sport treiben, zum anderen sich vitalstoffreich und basisch ernähren. Sport wirkt allerdings nur bis zu einer gesunden Obergrenze osteoporose-prophylaktisch.
Ganz wesentlich ist die Aufnahme von Kieselsäure, weil der Kiesel zur Gestaltbildung des Bindegewebes, und dazu gehört ja der Knochen, nötig ist. Es ist kein Geheimnis, dass unsere Ernährung kieselarm ist. Diätetisch reich an Kiesel sind vor allem Gerste und Hirse, die in unserer Ernährung ja durch kieselarmen Weizen ersetzt wurden.
Während Kalk vom Körper sehr leicht aufgenommen wird, muss Kiesel aber zuerst löslich gemacht werden. Dies gelingt am besten über den Schachtelhalm, der in der Lage ist, Kieselsäure in kolloidal gelöster Form aufzubereiten. Die kieselhaltigen Präparate eignen sich zudem ausgezeichnet zur Verhinderung und Behandlung der Bindegewebsschwäche (Cellulite).
Absolut im Vordergrund stehen die Bemühungen zum Aufbau der verlorenen Grundsubstanz.
Die urälteste Form ist die Gabe von Knorpel und Knochen, die aufgekocht wurden (Suppen und Gelatine).
Genau wie zur Vorsorge eignet sich Kieselsäure auch zur Therapie der manifesten Osteoporose. Teilweise wird der Kiesel als Trinklösung, teilweise in Form von homöopathischen Injektionen zugeführt.
Die neuesten Untersuchungen zeigen, dass aus der Yams-Wurzel gewonnenes Progesteron eine viel bessere Wirkung als synthetisch hergestellte Gestagene hat, weil es in seiner Struktur vollkommen dem menschlichen Progesteron entspricht. Dieses natürliche Progesteron ist in der Schweiz bis heute noch nicht in den Apotheken erhältlich.
Bevor die diversen Mineralien wie Calcium gegeben werden sollten, ist es nötig, dass die oben erwähnten Massnahmen zum Aufbau der Grundsubstanz beachtet werden und dass durch die Kontrolle des Säure-Basen-Haushaltes ein weiterer Abbau des Knochens verhindert wird.
Aus schulmedizinischer Sicht sind die knochenaufbauenden Medikamente wie Fosamax oder Actonel zu empfehlen, Hormone sind heutzutage obsolet.