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Olympische Winterspiele im kanadischen Vancouver eröffnet
Mit einer poetischen, eher leisen Feier haben im kanadischen Vancouver die 21. Olympischen Winterspiele begonnen. Überschattet wurden die Zeremonie am Freitagabend (Ortszeit) vom Tod des georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili.
Der 21-Jährige war wenige Stunden zuvor beim Abschlusstraining auf der Olympia-Rodelbahn in Whistler verunglückt. Er war nach der Zieldurchfahrt aus der Bahn geschleudert worden und mit Kopf und Rücken gegen einen Stahlträger geprallt. Alle Versuche, ihn zu reanimieren, waren vergeblich.
Trotz des tödlichen Unfalls fand die Eröffnungsfeier wie geplant statt, auch das georgische Team nahm nach anfänglichem Zögern teil. Sichtlich unter Schock stehend marschierte die Delegation mit schwarzer Armbinde, schwarzem Schal und schwarzem Band an der Flagge in das Stadion ein.
Im Gedenken an Kumaritaschwili wurden dann während einer Schweigeminute kurz vor dem Ende der Eröffnungsfeier die Olympische und Kanadas Fahne auf halbmast gesetzt.
Zeitreise durch kanadische Geschichte
Knapp drei Stunden vorher hatte die Feier mit dem Sprung eines Snowboarders durch die Olympischen Ringe begonnen. Dann standen die Ureinwohner im Mittelpunkt: Die vier Stämme der "First Nations", wie sie in Kanada genannt werden, und ihre Häuptlinge begrüssten die Gäste aus aller Welt mit vier riesigen Totemfiguren mit ausgestreckten Armen.
Die Eröffnungsfeier wurde zu einer Zeitreise durch 12'000 Jahre kanadische Geschichte und Botschaft der Versöhnung mit den Ureinwohnern, mit Tänzen, Gedichten, Gesängen und vielen Ehrerweisungen an "Mutter Natur". Um 20.31 Uhr Ortszeit (5.31 Uhr MEZ) erklärte Kanadas General-Gouverneurin Michaelle Jean die Spiele mit der traditionellen Formel für eröffnet.
Wayne Gretzky entzündet Olympisches Feuer
Zum Ende der Feier wurde schliesslich das bestgehütete Geheimnis enthüllt: Als letzter Fackelträger entzündete der kanadische Eishockey-Idol Wayne Gretzky gemeinsam mit Basketball-Profi Steve Nash und der ehemaligen Ski-Rennläuferin Nancy Greene das Olympische Feuer.
Allerdings sorgte eine Technik-Panne auf dem letzten Meter noch für ungewollte Spannung: Nur drei der vier Eissäulen, die den Flammenkessel halten sollten, konnten nach einiger Zeit aus dem Boden ausfahren - die Athleten mussten daraufhin improvisieren.
Anschliessend entzündete Gretzky das Olympische Feuer noch einmal an seinem permanenten Standort in Coal Harbour - dieses Mal ohne technische Probleme. In Vancouver kämpfen etwa 2700 Athleten aus 82 Ländern bis zum 28. Februar um Medaillen, das sind so viele wie nie zuvor in der olympischen Geschichte. (si/sda)