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| Ephräm d. Syrer († 373) - Drei Reden über den Glauben

Erste Rede
10.
Nichts erscheint dir verächtlicher als der Staub, nichts armseliger als das Haar. Der verächtliche Staub ist unter dir, und doch erfassest du die Größe seines Reichtums nicht. Ebenso besiegt dich das Haar auf deinem Haupte; denn du begreifst seine Art und seine Menge nicht. Von den Meeren und Abgründen, vom Himmel und seinen Gestirnen will ich gar nicht reden. Mitten zwischen zwei unscheinbare Geschöpfe hat dich der Schöpfer gestellt. Das Obere [das Haar] schlägt dich, damit du nicht über den Allerhöchsten grübelst, und das Untere [der Staub] weist dich zurecht, die erhabene Hoheit nicht ermessen zu wollen. Durch diese beiden unscheinbaren Geschöpfe belehrt dich der Herr der Geschöpfe. Zügle doch deine Verwegenheit, damit du dich nicht an Geheimnisse wagest! Die Tadler sind nahe, sie sind ja jederzeit bei dir. Weil die Überhebung dir nahe ist, darum ist dir auch die Züchtigung nahe.