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Dank einer überragenden Schlussrunde von 64 Schlägen (6 unter Par) triumphierte Morikawa je zwei Schläge vor dem Engländer Paul Casey und dem früheren Weltranglisten-Ersten Dustin Johnson aus den USA, der das Feld des mit elf Millionen Dollar dotierten Majorturniers nach drei Runden angeführt hatte.
Der Einstieg des 23-jährigen Kaliforniers mit Vorfahren aus Japan und China in die Profikarriere lässt sich nur mit den Anfängen von Tiger Woods vor 24 Jahren vergleichen. Nach seinem Beginn im amerikanischen Circuit im Juni 2014 erreichte Morikawa in 22 Turnieren in Folge das Feld der Finalisten. Woods hatte damals in seinen ersten 25 Turnieren den Cut geschafft. Beide Werte sind bei weitem unerreicht.
Schon mit dem sechsten Turnierstart Ende Juli 2019 in Reno, Nevada, erspielte er sich den ersten Sieg. Es war ein schwächer besetztes und schwächer dotiertes Turnier, anders als das mit 6,2 Millionen Dollar dotierte Turnier in Dublin, Ohio, Anfang Juli dieses Jahres. Nach dem langen Unterbruch infolge der Coronavirus-Pandemie waren, abgesehen von Tiger Woods, die meisten Koryphäen am Start. Morikawa rang im Stechen Justin Thomas nieder, den Sieger der US PGA Championship 2017 und derzeitigen Zweiten der Weltrangliste.
Der dritte Sieg innerhalb von 14 Monaten ist der grösste. Der Triumph an der US PGA Championship, das heuer nach den zahlreichem Umstellungen als erstes Major des Jahres im Programm stand, führt den Youngster Morikawa auf den Olymp des Golfsports. Der frühere weltbeste Amateur ist auf so beeindruckende Weise in die Profikarriere gestartet, dass von ihm weitere Grosstaten erwartet werden dürfen. Für den Herbst stehen noch das US Open und das US Masters im Kalender. Das British Open, das älteste Turnier, wurde für heuer ersatzlos gestrichen.
Der erste Verlierer der Meisterschaft der amerikanischen Golfprofivereinigung ist Dustin Johnson. Der 36-Jährige aus South Carolina siegt als alleiniger Leader in die Schlussrunde. Er spielte auf den letzten 18 Löchern durchaus gut - vier Birdies bei zwei Schlagverlusten -, aber die 68 Schläge reichten ihm nicht für den längst fälligen zweiten Sieg an einem grossen Turnier aus. Dafür spielte Morikawa zu gut. Für Johnson, der mit Wayne Gretzkys Tochter Paulina Gretzky eine Familie führt, bleibt es beim Titel vom US Open 2016. Daneben ist er viel zu oft knapp gescheitert. Allein in den letzten fünf Majors wurde er dreimal Zweiter.
Brooks Koepka hatte vor der letzten Runde mit einem Rückstand von nur zwei Schlägen sehr gute Aussichten, die US PGA Championship als erster Golfer seit fast hundert Jahren - seit Walter Hagen in den Zwanzigerjahren - dreimal in Folge zu gewinnen. Aber dem 30-jährigen Amerikaner, der seine Profikarriere vor acht Jahren an der Swiss Challenge in Hildisrieden über dem Sempachersee lanciert hatte, missriet auf der ersten Platzhälfte fast alles. Mit vier Schlagverlusten fiel er im Klassement weit zurück. Zuletzt wurde er 29. Aber im Unterschied zum sechs Jahre älteren Dustin Johnson hat Koepka an den Turnieren auf Grand-Slam-Stufe schon sehr viel erreicht. Zwischen Juni 2017 und Mai 2019 gewann er je zweimal das US Open und die US PGA Championship.
(sda)