Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03520.jsonl.gz/2181

Im 6. Jahrhundert breitete sich das Christentum mit Unterstützung der Bischöfe von Mailand und Como im Tessin aus. Die Tessiner Bergregionen lebten nach 1000 dank des wärmeren Klimas und der florierenden Landwirtschaft auf, so dass viele Kirchen und Pfarreien errichtet wurden. Allein im Maggiatal gibt es heute 26 Kleinstpfarreien. Das Solidaritätsprojekt der Inländischen Mission vom diesjährigen Frühling dient der Unterstützung der Renovation der Pfarrkirche SS. Fabiano e Sebastiano in Prato Vallemaggia. Der wohl berühmteste Bürger von Prato ist alt Bundesrat Flavio Cotti.
1487 wurde in Prato die erste Kirche eingeweiht. Im Jahre 1730 initiierten die Brüder Marco und Francesco Pfeiffer den Neubau der vergrösserten Kirche. Die Kirche erfuhr eine barocke Ausstattung, die bis heute erhalten ist. Weitere Renovationen erfolgten 1761, 1875 und 1955. Die Kirche durfte immer wieder von der Gunst von ausgewanderten Einheimischen und Wohltätern aus dem Tessin profitieren. So verschafften der aus Prato stammende Erzpriester von Locarno und Bibliotheksgründer Giovanni Girolamo Berna (1717–1804) und Antonio Guidini (1696–1774) der Pfarrkirche aus Rom das Skelett des Märtyrers Theophilus, was die Kirche aufwerten sollte und dem damaligen Reliquienkult entsprach.
Bereits 1988 zeigten sich Schäden an den Fresken der Heiligen Sebastian und Rochus auf der Nordseite der Kirche oberhalb des Haupteingangs. Das Dach musste in den letzten Jahren mehrmals notfallmässig repariert werden, wobei sich eine Gesamtsanierung aufdrängte, da Wasser und Feuchtigkeit bis ins Innere der Kirche eindringen konnten, was auch für die Seitenmauern galt, wo ein gutes Entwässerungssystem nötig ist. Im Innern zeigten sich Feuchtigkeitsschäden und Abblätterungen. Ebenfalls überholungsbedürftig ist die künstlerische Ausstattung, die gereinigt und notfalls restauriert werden muss. Nach der erfolgreichen Aussenrenovation stehen nun die Arbeiten im Innern der Kirche an.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf 750 000 Franken, wobei der grösste Teil durch die bereits erfolgte Neubedachung verursacht worden ist. Dafür war nicht nur ein neuer Holzaufbau nötig, sondern zum Teil auch neue Steinplatten aus den Steinbrüchen des Vallemaggia. Von den Gesamtkosten sind durch Eigenmittel, Beiträge des Kantons Tessin und der Gemeinde Lavizzara sowie von Stiftungen und Privaten 550 000 Franken gedeckt, so dass ein Restbetrag von 200 000 Franken offen ist. Die Inländische Mission unterstützte die Kirchenrestaurierung bereits mit einem zinslosen Darlehen und will nun die weiteren Arbeiten auch mit einer Spendensammlung fördern, damit der offene Restbetrag möglichst klein ausfällt.
Das Frühlings-IM-Info gelangt in diesen Tagen an die über 30’000 Adressatinnen und Adressaten. Sie können unter «Donwloads» in die digitale Version Einblick nehmen.
Hier finden Sie die Broschüre Denkmäler in der Schweiz, erste Ergebnisse: