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Silvana Tirinzoni muss schauen, dass sie die Leere aus sich herausbringt, die sie nach der Niederlage gegen die Japanerinnen spürt.
Gelingt es, könnten die Schweizer Curlerinnen das Olympia-Turnier doch noch mit einer Medaille, der bronzenen, abschliessen.
«Für uns ist es hart, wir sind traurig», sagte Melanie Barbezat nach der Niederlage im Olympia-Halbfinal. «Wir haben die neun Spiele in der Round Robin so gut gespielt, und jetzt verlieren wir diesen Match, der für uns so wichtig war.» Die auf der ersten Position spielende Seeländerin fasste zusammen, was ihre Mitstreiterinnen Esther Neuenschwander, Silvana Tirinzoni und Alina Pätz ebenfalls fühlten.
Jetzt geht es für die Curlerinnen des CC Aarau, die erstmals einen Halbfinal auf Weltniveau verloren haben, darum, sich so schnell wie möglich aufzurichten. Die erfolgsverwöhnten Schwedinnen um Skip Anna Hasselborg, die Olympiasiegerinnen von Pyeongchang, haben allerdings das identische Problem. Auch den Skandinavierinnen bleiben weniger als 24 Stunden, um die Enttäuschung und die Ernüchterung nach dem Halbfinal – sie verloren gegen die Britinnen 11:12 nach Zusatz-End – aus dem Kopf und aus der Seele zu bringen. Das Team, dem es besser gelingt, wird die besseren Medaillenchancen haben.
Basteln kann helfen
Die Schweizer Curlerinnen wären vielleicht gut beraten, den früheren Spitzen-Skip Andreas Schwaller zu konsultieren. Der Solothurner weiss am besten, wie man mit der unangenehmen Zeit des Wartens vor dem unangenehmen Spiel um Bronze umgeht.
Für Schwallers Biel-Touring-Team war es 2002 in Salt Lake City zum Verzweifeln. Schwaller selber hatte im Halbfinal gegen Norwegen zwei sichere Chancen mit gut machbaren Steinen, um den Einzug in den Olympia-Final sicherzustellen. Aber sowohl im 10. End als auch im Zusatz-End blieben seine Steine an einer Guard hängen. Die Norweger schauten zu und erbten. Auf bitterere Art hätten die Schweizer nicht verlieren können. Und im Spiel um Bronze ging es zu allem Überfluss – wie jetzt – gegen die Schweden, die als Weltmeister und Goldfavoriten an die Winterspiele gereist waren.
Nach der Qual die beste Leistung
Das Schlimme war, dass zwischen dem Halbfinal und dem Spiel um Bronze sogar zwei Tage beziehungsweise zwei schlaflose Nächte lagen. Andreas Schwaller, sein Bruder Christof Schwaller und die weiteren Mitstreiter Markus Eggler, Damian Grichting und Ersatzmann Marco Ramstein wussten nicht, wie sie vor lauter Anspannung und Nervosität die Zeit vertreiben konnten. Für keinen der fünf war Basteln ein Hobby. Aber sie kamen auf die Idee, aufwendige, zeitraubende Collagen zu basteln. Wie schön die Collagen wurden, war weniger wichtig als die Zeit, die damit vorbeiging.
Als sie schliesslich gegen die Schweden um den legendären Skip Peter Lindholm spielten, zeigten sie ihren besten Match des ganzen Olympia-Turniers. Die Schweden gaben nach dem 9. End auf.
sda