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Traumberuf: Der Streichholzfabrikant
Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine Streichholzfabrik. Was würden Sie tun? Ein Eichelhäher eichelt über die Auen und häht sie an. Aber ein Streichholzfabrikbesitzer? Wenn Ihnen plötzlich ein solches Ding zufiele, stünden Sie da wie Tarzan mit der Morgenlatte. Ich spreche morgens übrigens ganz gern das Wort Wagenheber aus. Das hat so etwas bilateral Jauchzendes, etwas burschikos Depressives. Finden Sie nicht?
Na ja,wenn Sie in den Besitz einer Streichholzfabrik kommen, ist ein Wagenheber nicht das Wichtigste. Sie müssen genügend Zigaretten einkaufen, weil Streichhölzer und Zigaretten irgendwie gut zusammen gehen. Kängurus drängen sich weniger auf. Die lassen sich schwer anzünden, schwerer als Zigaretten. Sie hüpfen in der Regel mit einem Affenzahn über die Steppe und träumen davon, Mike Tyson den ultimativen Haken zu verpassen. Ein Hutfabrikant als Partnerwäre wohl nicht schlecht; einer, der vor dem Konkurs steht und die Versicherung betrügen will. Er könnte seine Fabrik anzünden. Mit einem Ihrer Streichhölzer. Dann wären Sie schon eines los und müssten nur noch den Rest der Produktion verhökern. Der Hutfabrikant könnte sich mit einem Teil der Versicherungssumme in Ihre Fabrik einkaufen und als Verkaufsmanager für Sie arbeiten. Zur Vervollständigung des Teams wäre ein Mobiliarsekundant erwägenswert. Der könnte anonyme Pyromanen und Bombenleger auftreiben und ihnen einen Teil der Streichholzproduktion andrehen.
Sehen Sie, Sie können ziemlich beruhigt in die Zukunft schauen. Es gibt immer einen Ausweg. Übrigens, ich gehe lieber in ein Tea-Room als in einen Bombenregen. Tea-Rooms sind irgendwie gemütlicher als Bomben. Die haben so etwa Unheimeliges.
Kolumne im Baslerstab vom 23.11.2001