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3.3
Principles of biomedical ethics
Der Philosoph Tom Beauchamp und der Medizinethiker James Franklin Childress definieren Leitlinien für die biomedizinische Ethik, die auf vier Prinzipien aufbauen.
Tom Beauchamp und James Franklin Childress sind die Autoren von «Principles of Biomedical Ethics» und definieren darin die Grundlagen für die biomedizinische Ethik, die inhaltlich dem Ethics Code of Conduct der APA gleichen. Ihr Buch erschien 2012 in der siebten Edition; es gilt als Referenz und Standard, wenn es um Grundlagen und Fragen der Ethik in der Biomedizin geht. Anwendung finden diese Grundsätze sowohl in der klinischen Praxis als auch in der Forschung.
Beauchamp und Childress konzentrieren sich auf vier Leitlinien, die keine Garantie, sondern eher einen Wegweiser für ethisch verantwortbare Studien darstellen:
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Respekt vor der Selbstbestimmung / Autonomie
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Nichtschädigung, d.h. Non-Malefizienz (primum non nocere)
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Fürsorge, d.h. Benefizienz
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Gerechtigkeit
Die vier Leitprinzipien sollen jedoch auch kritisch betrachtet werden. Der prinzipienbasierte Ansatz von Beauchamp and Childress geht von einer allgemeingültigen Moral aus, mit der man den moralischen Status einer Handlung beurteilen kann. Es gibt aber verschiedene ethische Positionen zur Frage, was moralisch gewertet werden kann, was also als schlecht oder als gut bezeichnet werden kann. Die beiden bekanntesten Positionen diesbezüglich sind die der konsequentialistischen sowie der deontologischen Ethik. Was versteht man unter diesen beiden Positionen? Vereinfacht gesagt, bewertet man aus einer konsequentialistischen Perspektive eine Handlung dann als moralisch, wenn die Folge der Handlung gut ist. Aus deontologischer Perspektive hingegen geht es um die Handlung selbst, d.h. um die Frage, ob die Handlung moralisch akzeptabel ist oder nicht.
Ein gutes Beispiel, um die beiden Perspektiven zu erklären, ist die Notlüge: Eine kleine Lüge zur rechten Zeit kann manches Leid ersparen und wäre aus konsequentialistischer Sicht moralisch annehmbar oder sogar der Wahrheit vorzuziehen, falls diese negative Konsequenzen hätte. Aus deontologischer Sicht gibt es – frei nach dem Philosophen Theodor W. Adorno – kein richtiges Leben im falschen, d.h. eine Lüge ist moralisch immer fragwürdig und die Wahrheit immer vorzuziehen, egal was deren Konsequenzen sind.
Damit man das nicht falsch versteht: Die Ethik ist nicht moralisch, sondern erlaubt die Bestimmung des moralischen Status einer Handlung. Das bedeutet, auch wenn diese beiden grundlegenden ethischen Perspektiven sehr unterschiedliche Ansatzpunkte zur moralischen Bewertung einer Handlung haben, sind diese Theorien nicht einfach gut, schlecht, falsch oder richtig. Vielmehr erlauben sie das bewusste Reflektieren eines Sachverhalts mit dem Ziel, eine akzeptable und begründbare Handlung durchzuführen.
Der prinzipienbasierte Ansatz von Beauchamp und Childress geht hier pragmatischer vor und definiert inhaltliche Prinzipien; nämlich Respekt vor der Selbstbestimmung, Nichtschädigung, Fürsorge und Gerechtigkeit, wobei bei näherer Betrachtung deutlich wird, dass eine einfache Umsetzung in der Realität nicht immer möglich ist. Ein sehr gutes Beispiel ist das Buch «Children Act» von Ian McEwan (zu Deutsch: Kindeswohl). Der Inhalt des Buches dreht sich um den Konflikt der Autonomie und der Fürsorge, als Eltern eine lebensrettende Behandlung ihres Sohnes aus religiösen Gründen verweigern.
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Die folgenden Videos und Erklärungen enthalten vertiefende Informationen:
Die vier Prinzipien - auf Schweizerdeutsch erklärt
The Lincoln Center of Applied Ethics about Ethical Theories and Prinicples
Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin spricht über Deontologische Ethik
Interview mit Tom Beauchamp
In der Muppet Show provoziert Research Assistant Beaker ein Experiment, das von ethischen Problemen nur so wimmelt.
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