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Ich verstehe den Menschen als komplexes System, das täglich mit verschiedensten Reizen und Situationen konfrontiert ist und sich in Gleichgewichtszuständen reguliert und steuert.
Hierzu greifen unterschiedliche Kopplungsmechanismen ineinander, die sich jeweils gegenseitig verstärken oder abschwächen können, um einen neuen Gleichgewichtszustand zu erreichen.
Man spricht hier im Allgemeinen von Kompensationsmechanismen.
Diese Zustände können für den Patienten als Gesamtsystem ungünstig sein (Dekompensation) – an diesem Punkt setzt die Osteopathie an, um über Wirkungsketten ein besseres Gleichgewicht zu erlangen (Kompensation/Unterstützung der Selbstregulation des Körpers).
Vergleichbar ist dies etwa mit einer Stadt, in der eine Hauptstrasse wegen einer Baustelle gesperrt wird (zum Beispiel Blockierung einer Rippe). Der Verkehr kommt vielleicht nicht ganz zum Erliegen, aber es kommt zu Beeinträchtigungen der Mobilität (Atembeschwerden).
Erst wenn die Sperrung aufgehoben wird (Lösen der blockierten Rippe), kann der Verkehr wieder normal fliessen (beschwerdefreie Atmung).
Während in der Stadt der Grund für die Baustelle schnell zu identifizieren ist (z.B. Beanspruchung der Fahrbahndecke), gibt es beim Patienten verschiedene mögliche Ursachen, die in der Behandlung weiter untersucht werden müssten (z.B. Bronchitis, Leberstauung, Dysbalancen in der Muskulatur, einseitige Arbeitsbelastung, etc.).
Der ganzheitliche Ansatz besteht darin, zum einen die Rippe zu behandeln und zum anderen die Therapie auf die Beseitigung der Ursache auszurichten, begleitet durch Beratung/Aufklärung des Patienten.