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Die öffentliche Pensionskasse von Providence, einer Stadt im US-Bundesstaat Rhode Island, wirft 20 CS-Managern Versäumnisse im Risikomanagement in Zusammenhang mit dem kollabierten Hedgefonds Archegos vor. Darunter befinden sich ein Grossteil der heutigen Geschäftsleitung sowie der frühere Verwaltungsratspräsident Urs Rohner.
Den Managern wird in der Klage vorgeworfen, “fahrlässig” mit den Risiken in der Prime-Brokerage-Einheit umgegangen zu sein. Der Fonds verlangt in der Klage, dass die Spitzenmanager Teile ihrer Millionensaläre zurückzahlen, um die entstanden Verluste zu decken. Die Pensionskasse reicht die Schadenersatzklage im Namen aller Aktionäre ein.
"Das Grundproblem bestand darin, dass der Verwaltungsrat der CS nicht die notwendigen Ressourcen, Mitarbeiter, Technologien, Systeme und Kontrollen bereitstellte, um das Gesamtrisiko der Bank zu verstehen, geschweige denn, dieses Risiko zu steuern", hält die Pensionskasse fest. Sie reichte die Klage letzten Dienstag am New Yorker Supreme Court ein.
Wäre Archegos heute nicht mehr möglich?
In einem Interview mit der NZZ (Artikel kostenpflichtig) sagte der neue CS-Präsident Axel Lehmann: “Ich wage zu behaupten, ein Fall wie Archegos wäre heute nicht mehr möglich.” Heute könnte er als Verwaltungsratspräsident ebenso wie das Risiko-Komitee “jederzeit sehen”, wo irgendwo im Konzern Limiten verletzt werden. Diese Transparenz ist Teil des Wandels.
Allerdings ist es fraglich, ob die Verletzung von internen Limiten tatsächlich das grosse Problem war. Die 40-seitige Anklageschrift der US-Börsenaufsicht SEC zeigt auf, dass die Manager des Hedge-Fonds in der kritischen Phase kurz vor dem Zusammenbruch die involvierten Banken zum Teil mit Falschangaben in die Irre geführt haben.
Das Problem waren weniger die Verletzung von internen Limiten, sondern der Umstand, dass Hwang die gleichen Wetten bei verschiedenen Banken laufen liess und so die Kurse von Firmen in die Höhe getrieben hatte. Weil er die Beteiligungen über spezielle Finanzkonstrukte aufbaute, musste er diese der Börse nicht melden.
Im Zuge des Archegos-Zusammenbruchs des Investors Bill Hwang im März 2021 hatten grosse Investmentbanken Verluste in der Höhe von 10 Milliarden Dollar erlitten. Mehr als Hälfte des Verlusts geht auf das Konto der Credit Suisse. Die UBS verlor 770 Millionen Dollar. Andere Banken konnten die Papiere zum Teil rechtzeitig verkaufen und so den Schaden minimieren.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, sieht sich die Credit Suisse in den USA wegen Geschäfte mit Oligarchen mit einer Sammelklage konfrontiert. Demnach hätten mehrere Personen und Unternehmen bei einem Bezirksgericht in New York eine Sammelklage gegen die Grossbank eingereicht. Reuters bezieht sich auf eine Mitteilung von der Kanzlei Pomerantz LLP. Die Klage erfolge im Namen der Investoren, die zwischen dem 19. März 2021 und dem 25. März 2022 Wertpapiere der Credit Suisse erworben hätten.
Der Vorwurf: Die Bank habe die Investoren über Geschäfte mit russischen Oligarchen getäuscht. Die CS hat gemäss der Anwaltskanzlei “falsche und irreführende” Angaben zu den Geschäften, dem Betrieb und der Compliance-Politik des Unternehmens gemacht.