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Während viele Landwirte ihren Kompost für eigene Zwecke herstellen, haben sich andere zu Gemeinschaften zusammengeschlossen, um in grösserem Massstab Kompost aus Grünabfällen herzustellen, die bei den Gemeinden häufig durch andere Dienstleister gesammelt werden.
Das «Groupement des composteurs de bord de champs» (GCBC) wurde vor rund 15 Jahren in Genf ins Leben gerufen. Es umfasst drei ländliche Standorte (Vandœuvres, Veyrier / Troinex und Jussy) im Süden des Kantons Genf und vereint das Kompostmaterial der Betriebe von Josef Meyer, Michel Bidaux und René Stadler, die sich zusammengeschlossen haben. «Wir haben es vorgezogen, eine lokale Lösung anzubieten, anstatt eine grosse Anlage zu bauen», erklärt Josef Meyer, Direktor des Château du Crest in Jussy, der jährlich rund 4000 Tonnen Kompost aus 8000 Tonnen Hackgut produziert.
Diese lokale Anlage basiert auf einem gemeinsamen Maschinenpark, der sich aus einem Schredder, einem Überladefahrzeug der Schwaden, einem Schwadenwender, einem Streuer und einer Siebmaschine zusammensetzt.
Schredder
Der beim Landschaftsbaubetrieb Jacquet gemietete Schredder ist die einzige Maschine, die nicht zu diesem
Maschinenpark gehört. Das eingesetzte Modell EP 5500 Shark der Marke Willibald verfügt über einen schnell drehenden Schlegelrotor mit 3000 U / min. Die Schlegel schlagen auf die Abfälle und bringen dadurch die Pflanzenfasern zum Platzen. Dieser Mechanismus setzt die Mikroorganismen frei, die den Abbauprozess vom organischen Material einleiten. Das System funktioniert unabhängig vom Feuchtigkeitsgehalt des Pflanzenmaterials. «Die Maschine ist robust. Sie läuft sogar dann, wenn die Grünabfälle wassergesättigt sind. Die Maschine ist sehr leistungsstark, wird in der Schweiz aber kaum eingesetzt, da dieser Maschinentyp vor allem für grosse Kompostplattformen verwendet wird», erklärt Daniel Dobbs von der Firma Jacquet. Der EP 5500 Shark wird von einem Traktor gezogen, ist aber im Gegensatz zu anderen Modellen, die die Zapfwelle des Traktors nutzen, mit einem eigenen Motor ausgerüstet. Die Menge des von dieser Maschine verarbeiteten Hackguts beträgt ca. 100 m 3 / h.
Überladefahrzeug
Das GCBC verfügt über ein Überladefahrzeug des Typs Annaburger Field-Liner HTS 31.06. Er stützt sich auf drei Achsen und wird als Fahrzeug zum Materialtransport ab Feldrand verwendet, kann aber auch als Stan-dard-Silageanhänger verwendet werden. Der Schiebeboden ist am Heck mit einer Kamera ausgerüstet und mit einem Laufband ausgestattet. Zwei Hydraulikzylinder ermöglichen ein schnelles Kippen der 40 m 3 grossen Mulde bis zu einer Höhe von 4,6 m. «Man befüllt die Maschine, die Rotoren fräsen den Kompost auf, dieser fällt auf das Laufband und tritt auf der Rückseite aus», erklärt Josef Meyer. Die Maschine wird von einem Traktor gezogen, der auf der Strasse fährt, während die Mulde das Hackgut entlädt. Bei diesem Arbeitsschritt findet also keinerlei Bodenverdichtung statt. Das Abladen der Mulde dauert rund zehn Minuten.
Kompostschwadenwender
Für einen hochwertigen Kompost ist es wichtig, ihn häufig umzusetzen, damit das Material mit Sauerstoff angereichert wird. Das GCBC setzt einen Schwadenwender des Modells Menart SP– 50 ein. Die Antriebsräder dieses Geländefahrzeugs bewegen sowohl den Umsetzer als auch den Traktor. Letzterer benötigt also keinen Kriechgang und fährt im Leerlauf. Der SP-50 verarbeitet bis zu 5 m breite Schwaden bei einer variablen Geschwindigkeit von 0 bis 1 km / h. «Unsere Schwaden sind etwa vier Meter breit und zwei Meter hoch. Der Abbau des organischen Materials findet während mindestens vier Wochen bei 60 °Celsius statt, einer Temperatur, bei welcher die Unkrautsamen zerstört werden», betont Josef Meyer. Die Durchmischung und die Belüftung werden durch die spezielle Anordnung der Blätter auf dem Rotor, der bodennah und beidseits der Schwaden arbeitet, gewährleistet. Beim Design des Rotors hat sich der Hersteller für Blätter statt Messer entschieden, um eine bessere Schwadenlüftung zu ermöglichen.
Streuer
Beim eingesetzten Streuer handelt es sich um das Modell Annaburger mit einem Nutzvolumen von 28 m 3 und einer Streubreite von 15 Metern. «Beim Streuen bleibt der Traktor auf der Stras se und die Maschine wird seitlich auf dem Feld abgestellt. Es braucht keinen grossen Traktor, selbst wenn die Maschine gross ist», erläutert Josef Meyer. Auch bei diesem Schritt wird eine Bodenverdichtung vermieden, da das Gesamtgewicht des Streuers auf der Strasse ruht. «Und wenn wir die Schwaden laden, setzen wir einen Raupenbagger ein. Der Boden wird also nie verdichtet», fügt René Stadler hinzu.
Siebmaschine
Nach dem Abbauprozess ist der Kompost zum Ausbringen auf dem Feld praktisch bereit. Er muss jedoch noch eine letzte Siebphase durchlaufen, die es ermöglicht, grobe und unerwünschte Elemente zu entfernen. Unterschiedliche Gittergrössen können hier eingesetzt werden, um Komposte unterschiedlicher Partikelgrösse zu erhalten. Das GCBC verwendet eine Siebmaschine des Modells Doppstadt SM– 518 Plus, deren rotierende Trommel mit einem Durchmesser von 1,8 m und einer Länge von 5 m rund 60 m 3 Kompost pro Stunde durchsieben kann. Ausserdem kann die SM-518 Plus als 2-Fraktionen-Trommelsiebmaschine mit den optionalen Einheiten für die Grobgutabscheidung, die Heckbandwindsichtung und die Magnetrollen bis zu vier Fraktionen in einem Arbeitsgang erzeugen.
Verschmutzung durch Plastik
Es gibt jedoch ein grosses Problem, das allerdings nicht nur bei der Kompostiertechnik an sich besteht. Es ist die grosse Menge an Plastikabfällen in den Schwaden. «Trotz der Sortierung, die wir vor dem Zerkleinern durchführen, finden wir immer noch geschredderte Kunststoffe», bedauert Josef Meyer. Während mehreren Tagen werden zwei Personen damit beauftragt, die kleinen Teile aus den Schwaden zu sammeln, doch ist es unmöglich, alle daraus zu entfernen. Das GCBC hat deshalb beschlossen, sich mit einem Zufuhrband auszurüsten. Ziel ist es, das Pflanzenrohmaterial vor dem Zerkleinern zu sieben. «An diesem aus Belgien stammenden Band können vier Personen die Plastikteile von Hand entfernen. Wir müssen vor dem Schreddern so viel Grünabfall wie möglich dekontaminieren», betont Josef Meyer.
Diese Etappe ist äusserst wichtig, denn der Kompost reichert den Boden mit organischem Material an. «Diese angereicherten Böden sind nicht nur weniger erosionsanfällig, sondern generieren auch höhere Erträge. Die Kompostherstellung steht auch im Einklang mit der Agrarpolitik AP22+, die der Versorgung mit organischem Material grosse Bedeutung beimisst und auf die Bodenqualität setzt», schliesst Josef Meyer.