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Geschichte der Zigarre
Hier in kurzen Worten die Geschichte dieses kleinen Wunderwerks, das wir so sehr schätzen:
Die Anfänge der Zigarre gehen auf die Mayas zurück, die bereits um 2500 v. Chr. Tabak zu medizinischen Zwecken anbauten. Sie konsumierten ihn auch als Tabak zum Schnupfen und zum Rauchen.
Im Zeitalter der Entdeckungen brachten die grossen Entdecker wie Christoph Kolumbus, der den Tabak im Jahr 1492 auf einer zu den Kleinen Antillen gehörenden Insel vor der Küste des heutigen Venezuela entdeckte, ihn mit zurück nach Europa. Die Indianer nannten ihn Tzibatl, was sowohl das Rohr bezeichnete, mit dessen Hilfe man den Rauch einsog, als auch die Zigarre selbst. Die spanische Übersetzung des Worts wurde zu "tobaco", während die Portugiesen ihn "tabago" nannten. Die Insel Tobago trägt bis heute seinen Namen.
Die Seefahrer erzählten, dass die kubanischen Indianer eine primitive Form der Zigarre mit verdrehtem, getrocknetem Tabak rauchten, der in der gekrümmten Handfläche in ein Blatt gerollt wurde. Die spanischen, portugiesischen und anderen europäischen Seefahrer sowie die Konquistadoren übernahmen schnell diese Gewohnheit des Tabakkonsums. Der Tabak wurde an den Höfen Spaniens und Portugals eingeführt, wo er jedoch zunächst nur als Zierpflanze geschätzt wurde, bevor er sich als Heilmittel einen Namen machte. Zu dieser Zeit galt Tabak als "Allerheilmittel".
Der Tabak in allen seinen Formen verbreitete sich im Laufe des 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts rasch in Spanien und Portugal, dann auch in Frankreich und später in Grossbritannien. Bereits im 17. Jahrhundert wurde Tabak zu einem Produkt des Massenkonsums und in jener Zeit entstanden die ersten Handelsgesellschaften für Tabak. Damals schrieb man dem Tabak grosse medizinische Heilkräfte zu. Es gab jedoch bereits einige berühmte Persönlichkeiten, die den Tabakkonsum kritisierten.
Das Wort Zigarre leitet sich von "sikar" ab - so nannten die Mayas den Tabak. Im Spanischen wurde es zu "cigarro". Die ersten Zigarren, die in ihrer Form den heutigen ähnlich waren, wurden im 18. Jahrhundert in Spanien aus kubanischem Tabak hergestellt. Die Zigarrenherstellung entwickelte sich vielerorts in Frankreich und in Deutschland, später auch in den Niederlanden. In Grossbritannien begann die Produktion erst Anfang des 19. Jahrhunderts. Diese wurde jedoch im Jahr 1821 durch ein Gesetz geregelt. Hohe Einfuhrzölle veränderten den Markt und ausländische Zigarren wurden zu Luxusgütern. Diese Änderung führte zu einer starken Nachfrage nach Zigarren höherer Qualität. Um dieser Nachfrage nach hoher Qualität gerecht zu werden, wurden Zigarren immer mehr aus Kuba und nicht mehr aus Spanien eingeführt, wo das fachliche Know-how nicht mehr mit dem kubanischen vergleichbar war. Dieser Boom liess in ganz Kuba mehr als 400 Manufakturen entstehen. Übrigens existierten zu jener Zeit noch keine Marken, die Zigarren wurden als Massenware exportiert.
Erst mit Punch im Jahr 1840 bekam die Zigarre ein erstes starkes Image: Die Zigarre kam in Nordamerika an, genauer gesagt in Conneticut, wohin Israel Putnam mit einigen Zigarrenproben und ein paar Tabaksamen aus Kuba zurückkehrte. Es brauchte einige Jahre, bevor sich der Tabak in den USA durchsetzte und die Produktion einen Aufschwung erlebte. Zu jener Zeit stellten die Importe aus Kuba noch einen bedeutenden Anteil am US-Markt dar.
Der Tabakkonsum erlebte erst nach Ende des Bürgerkriegs 1860 einen ersten Boom. Die Zigarre wurde bei den aus dem Bürgertum stammenden Männern sogar derart beliebt, dass sich eine eigene Infrastruktur (Verkehrsmittel, Hotels und Klubs) entwickelte, um ihren Transport und Konsum zu ermöglichen. Zu jener Zeit wurde es auch Tradition, zu einer Zigarre einen erlesenen Drink zu geniessen. Die ersten Zigarrenringe wurden ab 1854 auf Initiative des Niederländers Gustav Block verwendet, der seine Importe von den anderen abgrenzen und Fälschungen verhindern wollte. Alle Manufakturen folgten bald seinem Beispiel. Der Ring hatte auch den Vorteil, dass er die Finger der Raucher aus den höchsten Gesellschaftskreisen schützte, die meist weisse Handschuhe trugen.
Als billigere Konkurrenz zur Zigarre tauchten zu Beginn des 19. Jahrhunderts Zigaretten oder Papierzigarren auf. Die Einführung von Werkzeugmaschinen für die Produktion in den 1880er-Jahren verstärkte die Popularität dieser Form des Tabakkonsums, die sich mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs endgültig durchsetzte. Um die verlorenen Marktanteile zurückzugewinnen, gab es ab den 1920er-Jahren Versuche, die Zigarrenherstellung zu industrialisieren, was jedoch auf Kosten der Qualität ging. Mit dem Ziel, seine Produktion zu schützen, führte Kuba im Laufe der Jahre Wiedererkennungszeichen wie das 1912 geschaffene Garantiesiegel ein sowie ein gegenseitiges Abkommen mit Frankreich im Jahr 1929, das beiden Seiten die Anerkennung der kontrollierten Herkunftsbezeichnungen (AOC) garantierte. 1959 liess Kuba zudem 18 Herkunftsbezeichnungen schützen, unter ihnen Cuba und Habano.
Zu Beginn des Jahres 2002 beschloss die Habanos SA (die staatliche Produktions- und Exportgesellschaft für kubanische Zigarren), mehrere hundert Artikel aus ihrem Katalog zu nehmen, um sich auf 33 Hauptmarken mit 250 Zigarren und 359 Artikeln zu konzentrieren. Der Produktname Habano kann nur für eine Zigarre verwendet werden, die in Kuba aus in Kuba geernteten Tabakblättern gerollt wurde. In fünf kubanischen Regionen wird Tabak angebaut: Oriente (Bayamo, Baracoa), Remedios (die Gegend zwischen Sancti Spiritus und Santa Clara inbegriffen), Partidos (bei Havanna), Semi-Vuelta und Vuelta Abajo (Region um Pinar del Rio). Die Blätter, aus denen die Havannas gerollt werden, kommen bis heute ausschliesslich aus Partido (das auf die Produktion von Deckblättern spezialisiert ist) und der Vuelta Abajo. Die besten Blätter werden in zwei Dörfern der Vuelta Abajo geerntet: San Luis und San Juan y Martinez.