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Die verschiedenen Lagen der Weinberge sind im Piemont so unterschiedlich wie nur möglich: in ihrer Höhenlage, in ihren Ausrichtungen und in der Bodenbeschaffenheit.
Sie haben nicht zufällig 1 500 000 Euro übrig? So viel etwa kostet 1 Hektar Rebberg im Barologebiet. Dafür würden Sie aber den «König der Weine» und den «Wein der Könige» keltern können. Und wenn Sie Glück hätten, fänden sich vielleicht auch noch weisse TRÜFFEL auf Ihrem Land.
Aber Spass beiseite: Die Weinlagen im Piemont sind streng reglementiert und heiss begehrt, die Weine daher teuer. Das Barolo-DOCG-Gebiet umfasst nur etwa 1300 Hektar und erstreckt sich im Wesentlichen auf drei Höhenzüge der Langhe-Berge auf einer Meereshöhe von circa 150 und 550 Metern.
Das vielfältige Weinbaugebiet im Piemont
Nur elf Ortschaften erzeugen Barolo, 85 Prozent des gesamten Ertrags stammen aus La Morra, Barolo, Castiglione Falletto, Serralunga d’Alba und Monforte d’Alba. Jede Kommune hat ihre charakteristischen Weinattribute, aber schliesslich ist die Qualität einer Flasche nicht nur abhängig von Klima und Boden, sondern auch von den Klonvarianten der Reben, den Erntebedingungen, der Vinifizierungstechnik und dem Stil des Erzeugers.
Geht man der Geologie nach, gibt es generell zwei Hauptrichtungen. Entlang der Strasse von Alba nach Barolo verläuft die Trennlinie: Westlich davon liegt das kalkhaltige Tortonium mit Weinen, die duftig, frisch und fruchtig sind; im Osten, um die schon erwähnten Gemeinden Castiglione, Serralunga und Monforte befindet sich das Helvetium aus kargem Sandstein, das stark strukturierte Weine bringt, die lange Reifezeiten brauchen.
Die Entwicklung der Super-Barolos
Für diese Tropfen wurde es während der 70er- und 80er-Jahre schwierig, als der Trend weg von tanninhaltigen hin zu fruchtigen und jung trinkbaren Weinen zeigte. Einzelne Winzer begannen darauf, früher zu ernten sowie die Gärdauer und die Fasslagerung zu verkürzen. Eine Serie hervorragender Jahrgänge von 1995 bis nach 2000 trieb die Preise in die Höhe. Dadurch stieg die Anzahl der Anpflanzungen auf dafür nicht so geeigneten Böden, und die Qualität sank. Anstatt Barolos mit den beschriebenen Aromen Rose, Veilchen, Kirsche, Pflaume, TRÜFFEL, Lakritze, Rauch, Kakao und Teer gab es nur noch eher flache Vertreter ihrer Art. Abwärtstrends führten aber immer zu Verbesserungen in Weinberg und Keller, darum dürfen wir uns auf neue Super-Barolos freuen.
Spezialität: Der weisse Trüffel in Kürze
Der heiss begehrte weisse Alba- oder Piemont-Trüffel kommt nur in dieser Gegend vor, nirgends sonst auf der Welt. Pro Jahr werden etwa 350 Kilo davon gefunden, etwa 6000 zugelassene Trüffelsucher sind dafür unterwegs. Der Preis bewegt sich um 9000 Euro für ein Kilo der würzigen, seltenen Knolle. Die wichtigsten Fakten des Tuber magnatum Pico:
- Symbiont von Eichen, Pappeln, Weiden, Linden, Buchen, Haseln
- Gibt den Bäumen Wasser, Salze und Stickstoff; erhält Kohlenhydrate
- Trüffel maximal 7 Tage aufbewahren. Nicht konservierbar.
Verfeinert Pasta, Risotto, Saucen sowie Fleisch- und Eiergerichte
- Nur hauchdünn über Speisen hobeln, niemals kochen!!!
Früher liess man Trüffel von weiblichen Schweinen suchen, da das Aroma des Pilzes dem Duftstoff der Eber gleicht. Heute setzt man Hunde ein, die in einer Trüffelhundeschule in der Nähe von Alba ausgebildet werden. Sie sind leichter davon zu überzeugen, die gefundenen Trüffel nicht zu fressen.
Empfehlungen: Weine aus dem Piemont
Galt lange Zeit als kleiner Bruder des Barolo. Sein Anbaugebiet liegt aber etwas östlicher, damit ist der maritime Einfluss stärker, die Reifung der Nebbiolo-Trauben früher und der Wein etwas leichter. Überzeugt durch Eleganz und würzige Intensität.
Arneis die Traube, Roero das Anbaugebiet: Der jung zu trinkende, trockene, frucht-duftige Weisswein mit strohgelber Farbe ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Er wird meist sortenrein ausgebaut und ist arm an Säure.
Die einheimische Traubensorte reift vier Wochen vor dem Nebbiolo, der rubinrote Wein wird am besten in den ersten zwei, drei Jahren nach der Kelterung getrunken. Dolcetto d’Alba ist, obwohl tanninhaltig, mild, rund und fruchtig. Typisch: Noten von Mandeln und Süssholz.
Verschiedene Ausbaustile möglich, seit den 80er-Jahren meist im Fass gereift, analog den Supertoskanern. Dadurch charakteristische Würzigkeit, feste Struktur und gemilderte Härte der Säure. Der körperreiche granatrote Barbera liegt angenehm, körperreich und trocken im Mund.
Lieblicher, sanft perlender «Wein zum Frühstück» mit rund 5,5 Volumenprozent Alkohol. Eigentlich ein teilvergorener Traubensaft aus den besten und reifsten Weinbeeren. Der köstliche Moscato-Duft und die Moschusaromen machen ihn unverwechselbar traubig.
Anbaugebiete im Piemont
- Gattinara
- Ghemme
- Barbera d’Asti und Monferrato
- Roero und Roero Arneis
- Barbera d’Alba
- Langhe
- Barbaresco
- Asti und Moscato d’Asti
- Barolo
- Gavi
Das Piemont überzeugt mit seinen unterschiedlichen Lagen der Weinberge und dem heiss begehrten Trüffel. Ein erstklassiger Genuss und perfektes Food Pairing aus Bella Italia!