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Ein Land, das es nicht geben darf
Wie soll man über ein Land schreiben, das es offiziell nicht gibt? Das keinem Vergleich standhält und immer wieder von neuem überrascht? Taiwan, die kleine Insel und Chipgroßmacht vor der südchinesischen Küste, hat in den letzten Jahrzehnten eine enorme gesellschaftliche Wandlung durchlaufen. Bürgerrechtsbewegungen ist es zu verdanken, dass der Übergang von einer Jahrzehnte andauernden Militärdiktatur zu einer der offensten und lebendigsten Demokratien Asiens so friedlich verlaufen ist.
Sechs Monate verbrachte die Sinologin und Schriftstellerin Alice Grünfelder auf Taiwan. Gesehenem, Gehörtem ist sie nachgegangen, hat über ihre Beobachtungen mit Taiwanerinnen gesprochen, hat versucht zu recherchieren, was sie nicht verstand. Ihre Collage aus Erlebtem, Notizen und Überlegungen, Reportagen und essayistischen Miniaturen ist von lichter Leichtigkeit und verliert doch nie an Prägnanz, etwa in der Beschreibung gesellschaftlicher Zusammenhänge und historischer Exkurse. Es sind kürzere Texte, jeweils überschrieben mit einem Stichwort; sie sind alphabetisch geordnet, reichen von »Abschied« bis »Zeichen«. Ob es um Wolken und Wasser geht, Müllabfuhr und Demonstrationen, Tempel und Götter, Brücken, Flüsse und Meere – jede Betrachtung beleuchtet eine Facette dieser fragilen Insel entlang der Bruchlinien des Alltags.
Alice Grünfelder, 1964 im Schwarzwald geboren, hat Buchhändlerin gelernt, Sinologie und Germanistik studiert, als Lektorin und Übersetzerin gearbeitet und war mehrmals lange in Asien. Sie hat viele literarische und essayistische Kurztexte in verschiedenen Medien, unter anderem im Wespennest, veröffentlicht und Bücher über fernöstliche Länder herausgegeben. Zuletzt erschienen von ihr der Essay Wird unser Mut langen? (2019) und der Roman Die Wüstengängerin (2018). Neben anderen Auszeichnungen bekam sie 2019 das Werkjahr der Stadt Zürich zugesprochen.
»In den Alltagsbegegnungen von Alice Grünfelder ist eine Kultur zu ahnen, die tiefes Vertrauen in ihre Wurzeln setzt, die jahrtausendealte Weisheiten pflegt bis hin zu Aberglauben und Magie und deren Mentalität geprägt ist vom Leben auf vulkanischem Boden.«
»In Wolken über Taiwan vermittelt uns Alice Grünfelder Beobachtungen über den Alltag in Taiwan, Zitate aus der hierzulande unbekannten Literatur, Eindrücke und Gedanken.«
»Anhand von hundert alphabetisch angeordneten Stichpunkten fängt sie mit großen und kleinen Beobachtungen sowie Interviews (vor allem mit Frauen) Leben und Alltag des Inselreiches so facettenreich ein, dass die Informationen selbst in der Ferne Europas zu einem informativen Leseerlebnis werden.«
»Ich möchte das Buch in den Rucksack packen und losfliegen, endlich nach Taiwan. Das Buch ist eine Einladung, eigene Entdeckungen zu machen. Es macht Lust auf mehr.«