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Rubin
(frz. rubis; engl. ruby), eine Benennung, die früher allen roten Edel- und Schmuck-Steinen ohne Unterschied beigelegt wurde und noch jetzt für mehrerlei Steine gebraucht wird; der eigentliche und echte orientalische R. ist einer der kostbarsten Steine, der im Wert dem Diamant nahe steht und ihn bei hochfeiner Qualität übertreffen kann. Der Stein gehört zur Klasse der Korunde, Mineralien, die bloß aus reiner kristallisierter Thonerde (Aluminiumoxyd) bestehen und durch einen kleinen Gehalt von Metalloxyden verschiedentlich gefärbt sind.
Vom Saphir unterscheidet sich der R. lediglich durch die Farbe; der eine ist rot, der andre ist blau. Die roten Steine sind aber weit seltener als die blauen;
ihre Fundorte sind wenige;
am meisten und zugleich am schönsten finden sie sich im Königreiche Birma in Hinderindien, außerdem auf Ceylon;
sie werden dort immer aus Schuttland gegraben.
Die Farbe des R. ist ein schönes, sehr feuriges Karminrot; viele sind indes blässer. Am meisten geschätzt ist der Farbenton, den die Juweliere Taubenblut nennen, ein reines tiefes und reiches Rot, ohne Beimischung von Blau oder Gelb. Die von Ceylon haben eine zu stark bläuliche Nüance; man verschönert sie aber, nachdem sie geschliffen und poliert sind, dadurch, daß man sie in feuchten, fein gesiebten Thonmergel einsetzt und in dieser Umhüllung ½ Stunde in einem Eisengefäß bis zur Weißglut erhitzt, wodurch der Blauton vollständig verschwindet und das reine Rot hervortritt.
Eine volkstümliche Benennung des R. ist Karfunkel, eine Ableitung von dem lateinischen Namen carbunculus, glühendes Köhlchen, welchen die Alten dem Steine beigelegt hatten. Der R. ist härter als jeder andre Stein mit Ausnahme des Diamantes, doch wie dieser leicht zerbrechlich, vor dem Lötrohr unschmelzbar. Orientalische R. von 10 Karat sind äußerst selten und teuer. Kleine, in Indien geschliffene Steine, wie sie z. B. als Zapfenlager in Taschenuhren dienen, sind immer ¶
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zu haben und gelten nach Qualität 15-60 Mk. das Karat; solche von 2, 3, 4 Karat, wenn sie besonders
schön sind, haben einen gleichen und selbst höhern Preis wie Diamanten von gleichem Gewicht und sind auch seltener als solche.
Geschnitten werden die R. in Brillant-, Rosetten- und Treppenschnittform und à jour gefaßt, wenn die
Farbe hierzu gesättigt genug ist. Die meisten bedürfen jedoch der Folie, einer Unterlage von hochpoliertem Goldblech.
Rubinähnliche,
aber dem echten R. nicht gleichkommende Steine sind der Spinell
rubin und Balasrubin (s. Spinell). Geringe rote Steine, welche
möglicherweise für R. ausgegeben werden können, sind Granaten, Hyacinthe, rote Turmaline, durch Glühen
rot gewordene Topase. Was man brasilianischen R. nennt, ist natürlicher roter Topas. Alle solche sog. R. erreichen den echten
weder in Ton und Feuer der Farbe, noch in der Härte.
Künstliche R., nämlich so gefärbte Glasflüsse, werden in der Farbe fast so schön wie echte hergestellt, sind aber
natürlich durch die Feile oder Anritzen mit Diamant sogleich in ihrer wahren Natur zu erkennen. Solche Nachahmungen werden
nebst andern Glasgalanteriewaren häufig in Böhmen gemacht und geschliffen, auch in Venedig, Paris, Amsterdam. Es ist das
Gold, welches hier einem feinen weißen Glassatze die schön rote Farbe erteilt. Früher nahm man
dazu den Cassius'schen Goldpurpur (s. Art. Gold am Schluß), der noch in der Glas- und Porzellanmalerei gebraucht wird, während
man zur Dartellung ^[richtig: Darstellung] des roten Glases jetzt eine Goldauflösung in Königswasser (Goldchlorid) benutzt,
mit welcher man den zum Glassatz dienenden Quarzsand befeuchtet. Für geringere
Rubingläser, namentlich für die überfangenen
Glasgeschirre (s. Glas) dient als viel wohlfeileres Färbungsmittel das Kupferoxydul, in Form von Kupferschlacken und Hammerschlag.
- Zoll s. Edelsteine.