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Der Verfasser des hier vorgestellten Manuskripts, Hans Conrad Werdmüller, war 1712 während des Zweiten Villmergerkrieges für die Sicherung der Zürcher Grenze am linken Zürichseeufer bei Hütten verantwortlich.
Aus dem Kriegsdienst der Zürcher im Zweiten Villmergerkrieg: Aufzeichnungen für Mittwoch 1. Juni und Samstag 4. Juni 1712 ( ETH-Bibliothek, Archive, M 1697 (Hs))
Er schrieb einen 53seitigen Bericht darüber und bezeichnete in seiner Vorrede die Geschehnisse als: „… Schweitzer Krieg …, welcher die Scharmützel, Schlachten und Belagerungen so unser altforderen beÿ 200 und mehr Jahren under und gegen einander gehabt, sehr weit übertrifft…“
Mit dem Zweiten Villmergerkrieg entstand vor 300 Jahren ausgehend von einem überkonfessionellen Untertanenaufstand im Toggenburg ein blutiger Bürgerkrieg, der mit einer Niederlage der Katholiken endete und die politische Vorherrschaft von Bern und Zürich für lange Zeit besiegelte. Der Konflikt stand im Zeichen eines aufgeheizten, fanatisierten Klimas in beiden konfessionellen Lagern und kostete allein bei Villmergen mehr als 3000 Menschenleben.
Hans Conrad Werdmüller zeichnete die Ereignisse bei seinem Grenzposten am Zürichsee nicht glorifizierend nach, sondern bemühte sich, „zur Nachricht dienend“ Rechenschaft abzulegen. Seine Schilderungen wurden im Laufe der Zeit mehrfach handschriftlich kopiert und weiter verbreitet.
Das vorliegende Manuskript war ursprünglich im Besitz der Mathematisch-Militärischen Gesellschaft Zürich. 1901 war das es Teil der umfangreichen Schenkung der Gesellschaft an die Bibliothek der ETH Zürich. Möglicherweise handelt es sich um das Original aus der Hand von Hans Conrad Werdmüller.
Die Aufzeichnungen unter dem Titel: „Toggenburger Krieg. Im Richtenschweiler Berg; bey dem Finsterseestäg; auf Hütten; Im Sägel; und etwas von der Bellen Action“ umfassen die Zeit vom 12. April bis 16. August 1712. Sie rapportieren über die Arbeit für die Sicherung der Grenze, über die Mobilisierung von Wehrtüchtigen und über die Anlieferung von Geschützen. Der Bericht behandelt zudem die Fortschritte bei den Schanzenarbeiten, erläutert die strategische Planung und enthält Nachrichten über den Kriegsverlauf andernorts. Die schliesslich auch bei Hütten stattfindenden Scharmützel bringen Tote und menschliches Leid.
Die Einträge am 1. Juni und 4. Juni informieren über die Einnahme der Stadt Baden durch Berner und Zürcher Truppen, erwähnen eine vor Ort abgehaltene Dankpredigt, beschreiben die Beute der Wachtposten im Bergli und vermerken Reiter vom nahen Rossberg, die die eben gebaute Schanze ausspähen.
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