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Dass ein Leben in sozialer Isolation unser körperliches Wohlbefinden beeinflusst, zeigen Untersuchungen ganz konkret: Leiden Menschen unter Einsamkeit, dann sind oft dieselben Nervenzellen aktiv wie bei Schmerzen. Und Patienten, die von ihrem Partner verlassen wurden, brauchen laut Medizinern bei gleichen Erkrankungen häufig stärkere Schmerzmittel als Menschen, die familiär gut eingebunden sind.
Kaum verwunderlich, dass der Einfluss des Soziallebens auch bei Tieren stark ist. Österreichische Wissenschaftler haben in einer Studie vor kurzem erstmals den Einfluss von Isolation auf die Länge der Telomere ermittelt, die auf dauerhaften Stress reagieren (siehe Box rechts). Sie untersuchten Graupapageien, die sehr soziale Wesen sind und auf Isolation oft mit Verhaltensstörungen reagieren.
Die Forscher verglichen die Telomer-Längen anhand von Blutproben von Papageien im Alter von 1 bis 45 Jahren. Wie zu erwarten, waren die Telomere bei älteren Vögeln kürzer als bei jüngeren Tieren. Doch bei etwa gleichaltrigen Papageien, die einzeln gehalten wurden, waren die Chromosomen-Endkappen kürzer als bei Vögeln, die mit einem Artgenossen lebten. Weitere Studien sollen nun klären, ob sich das auch auf die Lebenserwartung auswirkt.
Telomere
Telomere stecken an den Enden der Chromosonen, in denen die Erbinformationen verschlüsselt sind. Sie schützen die DNA bei jeder Zellteilung und verkürzen sich dabei. Ihre Länge gilt als Indiz für die Lebensspanne einer Zelle. Mehrere Studien, darunter auch bei Menschen, deuten darauf hin, dass Stress die Telomere schneller schrumpfen lässt.