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Wenn man heute von der Tripolihütte spricht, so ist dies bereits die dritte Schutzhütte, die auf dem Wängengrat zwischen Mittaggüpfi und Risetenstock auf 1800 Meter über Meer liegt.
Bereits in den Jahren um 1880 wurde festgestellt, dass bei starken Gewittern das Wasser viel zu schnell die Hänge hinunterstürzte und in den Einzugsgebieten des Rümligs und des Krienbachs zu schweren Ueberschwemmungen führte. Daher wurde beschlossen, mit baulichen Massnahmen die Einzugsgebiete von den Folgen starker Gewitter zu entschärfen.
In den Folgejahren wurden für diese Arbeiten verschiedene neue Wege im hinteren Pilatusgebiet erstellt, so dass man zu den verschiedenen Stellen überhaupt Zugang hatte. 1907 wurden bereits 117’000 Jungbäume und Sträucher verpflanzt und mit verschiedenen anderen baulichen Massnahmen der Berg gesichert.
Weil diese Arbeiten mit grossem Aufwand verbunden waren, stellte der Kanton auch viele Hilfskräfte aus der oberitalienischen Provinz Udine ein, die vom damals herrschenden Tripolikrieg heimkehrten und deshalb Tripolianer genannt wurden. Um diesen Arbeitern Schutz und Unterkunft im Gelände zu bieten, stellte man um ca. 1913/14 eine kleine Schutzhütte auf. Aber im Verlauf der Jahre wurde diese Hütte durch Schnee und Regen so stark beschädigt, dass die Pro Pilatus anfangs der 50-er Jahre beschloss, eine neue Schutzhütte zu bauen die im Jahre 1959 feierlich eingeweiht wurde. Weil auch die zweite Hütte nordseits in einer Mulde gelegen war, wurde auch diese ein Opfer von starken Sturmwinden und schweren Schneelasten. Manchmal wurde die Hütte bis weit in den Frühling hinein so stark mit Schnee bedeckt, dass man die Hütte gar nicht begehen konnte.
Die dritte und heutige Hütte, die am 1. Oktober 1972 feierlich eingeweiht wurde, und in ca. 4200 Stunden Fronarbeit erstellt wurde, erfreut sich heute grosser Beliebtheit. Seither mussten aber auch hier mehrmals verschiedene Arbeiten infolge Hagel, Sturm oder Erdrutschen vor der Hütte ausgeführt werden.
Die Tripolihütte bietet allen Wandern als Schutzhütte Unterkunft und ist das ganze Jahr hindurch geöffnet, um sich vor Regen und Sturm in Sicherheit zu bringen. Uebernachtungsmöglichkeiten sind keine vorhanden. Hingegen kann man sich bei schönem Wetter jeweils Sonntags von ca. Ende Juni bis Ende Oktober an einen Tisch vor der Hütte setzen und dabei eine feine Tripolisuppe oder einen feinen Kaffee geniessen. Die Hütte wird von freiwilligen Helfern der Pro Pilatus bewartet. Unkostenbeiträge werden gerne entgegengenommen, fliessen diese doch in die Kasse der Pro Pilatus, die das Geld wieder in die Sanierung der Wanderwege einfliessen lässt.
Ein Verweilen vor der Hütte mit prächtiger Aussicht bis zu den Walliser Alpen lohnt sich immer.