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Arbeitsbedingte Soziale Probleme von Frauen, die sexuelle Dienstleistungen anbieten
Ansatzpunkte für die Sozialarbeit anhand einer Problemanalyse
Durch die Zunahme der Sexarbeiterinnen in der Schweiz erhält die Sexarbeit vermehrt mediale Aufmerksamkeit und wird kontrovers diskutiert. Die vorliegende Forschungsarbeit geht der Frage nach, welche arbeitsbedingten sozialen Probleme Frauen haben, die sexuelle Dienstleistungen anbieten, und welche Ansatzpunkte für die Sozialarbeit entstehen. Die Autorinnen verwendeten als Diagnoseinstrument die Problemanalyse von Silvia Staub-Bernasconi. Mit dieser Methode können individuelle Bedürfnisse der Betroffenen herausgearbeitet sowie die Ausstattung der Person und deren Austausch mit anderen Menschen oder Systemen dargestellt werden.
Als Grundlage dienten die Leitfadeninterviews, die mit zehn Sexarbeiterinnen durchgeführt wurden. Mit den erarbeiteten theoretischen Grundlagen wird die Sicht auf die freiwillige weibliche Sexarbeit in der Schweiz und die damit verbundenen sozialen Probleme aufgezeigt. Die Autorinnen thematisieren die Stigmatisierung, welcher die Sexarbeiterinnen ausgesetzt sind, und die gesellschaftliche Sicht auf die Sexarbeit.
Anhand der Forschungsergebnisse wurden 14 soziale Probleme herausgearbeitet. Die qualitativen Ergebnisse zeigen auf, dass die Sexarbeiterinnen neben den gesellschaftlich diskutierten sozialen Problemen noch weitere Herausforderungen haben. In der Analyse wird ersichtlich, dass diese sozialen Probleme wesentlich von der Bewertung der Sexualität durch die Gesellschaft abhängen, welche das Denken und Handeln der Sexarbeiterinnen stark beeinflusst. Solange Sexualität als privates Gut und nicht auch als Erwerbsarbeit angesehen wird, werden sexuelle Dienstleistungen als abweichendes Verhalten eingestuft und die Sexarbeiterinnen marginalisiert.