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Operationen bei Colitis ulcerosa
Patienten, die auf die medikamentösen Therapien nicht ansprechen, wird die Entfernung des Dickdarms (Kolektomie) empfohlen. Auch bei schweren Komplikationen wie Darmblutungen, Dickdarmerweiterung (toxisches Megakolon) mit Gefahr des Darmdurchbruches (Perforation) sowie Dickdarmkrebs wird eine Kolektomie durchgeführt. Dazu stehen zwei chirurgische Verfahren zur Verfügung: Die Anlage eines dauerhaften künstlichen Darmausganges (Stoma) oder die eines so genannten ileoanalen Pouches (ileoanal: Verbindung zwischen Dünndarm und After; Pouch [engl.]: Tasche, Beutel). Ein ileoanaler Pouch (IAP) ist eine chirurgisch geformte Tasche aus Dünndarmschlingen, die an den After angenäht wird. Durch diese Art der Operation kann eine kontinuierliche Darmpassage unter Vermeidung eines dauerhaften Stomas erreicht werden. Zur Anlage eines Pouches ist zur Wundheilung allerdings ein kurzfristiges Stoma von 2 bis 3 Monaten notwendig. Aufgrund des Fehlens des Dickdarmes müssen Patienten mit einem Pouch mit einer Stuhlfrequenz von 5 bis 8 Stuhlgängen pro Tag rechnen.
Die chirurgische Entfernung des Dickdarms ist ein komplexes Operationsverfahren, das mit Komplikationen verbunden sein kann. So besteht ein Risiko zur Entwicklung von lnfektionen an der Nahtverbindung oder eines Nahtbruchs bzw. einer Verengung der Darmschlingen. Auch die anale lnkontinenz oder eine lmpotenz können nicht ausgeschlossen werden.
Eine weitere Komplikation stellt die so genannte Pouchitis dar, also eine Entzündung der Dünndarmschleimhaut im Pouch. Eine Zunahme der Stuhlfrequenz, Schmerzen und gelegentlich Blutabgange sind häufige Symptome.
Der richtige Zeitpunkt zur Operation ist ein wesentlicher Faktor zur Vermeidung von Komplikationen. Aus diesem Grund sollte dem Patienten die operative Entfernung des Dickdarms frühzeitig als Therapieoption zur Behandlung der Colitis ulcerosa erklärt und angeboten werden.
Patienten sollten für die Operation in einem guten Allgemein- und Ernährungszustand sein. Ebenso ist eine konsequente Nachsorge mittels regelmässiger Kontrolluntersuchungen durch den behandelnden Arzt notwendig.
lnsgesamt kann die Lebensqualität der Betroffenen nach chirurgischer Entfernung des Dickdarms deutlich verbessert werden.