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Der Bahnbauer Stadler Rail von Inhaber und Geschäftsführer Peter Spuhler rüstet sich für die Hitze. Zwar hatten die Thurgauer bereits 2013 angekündigt, den arabischen Raum ins Visier zu nehmen. Doch dort rollen bis heute keine Stadler-Züge.
Das soll sich ändern. An der Präsentation der Jahreszahlen am Freitag sagte Spuhler, er sei mit Blick Richtung arabischer Raum optimistisch. «Dieses und nächstes Jahr werden in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Katar einige grössere Ausschreibungen stattfinden», sagt er. «Wir werden uns an den Ausschreibungen beteiligen.» Vorausgesetzt, Stadler könne ein passendes Fahrzeug-Konzept bieten.
Im Jahr 2014 hatte Stadler Rail 1,9 Milliarden Franken umgesetzt, 600 Millionen weniger als 2013. Die Thurgauer kämpfen mit dem starken Franken und der Rubelkrise. Politik und Verwaltung hätten wenig Spielraum, an den derzeit schwierigen Rahmenbedingungen etwas zu ändern, sagt Spuhler. «Sie haben im Moment nicht die Möglichkeit, den Franken zu schwächen.» Im Fall einer starken Rezession könne es sinnvoll sein, die Dauer der Kurzarbeit zu verlängern oder die Exportrisiko-Versicherung zu stärken. Zusammen mit dem Berner Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher fordert Spuhler den Bundesrat, das Parlament und die Nationalbank nun auf, einen mindestens 100 Milliarden Franken starken Staatsfonds zu schaffen, wie die «Schweizer Illustrierte» in einer Vorabmeldung schreibt. «Die Industrie kann die heutige Situation noch 12 bis 18 Monate aushalten. Wenn die Überbewertung des Frankens länger dauert, müssen wir Arbeitsplätze ins Ausland verlagern», wird er zitiert.
Mittel- bis langfristig sei zudem der Bürokratieabbau zentral, sagt Spuhler. Eine entsprechende Initiative von Arbeitgeber-Präsident Valentin Vogt, der etwa Regulierungsmoratorien fordert, unterstütze er «absolut».
Unverständlich, sagt der Ex-SVP-Nationalrat, sei die Entscheidung, die Genfer S-Bahn nicht mit einer Einheitsflotte auszustatten. Zwar steht für Stadler eine weitere Tranche von 9 Flirt-Zügen in Aussicht, insgesamt dürfte die S-Bahn aus 23 Stadler-Zügen bestehen. Doch 17 weitere Züge im Wert von 220 Millionen Euro wird die französische Seite bei Alstom einkaufen. Das werde die Betreiber teuer zu stehen kommen, sagt Spuhler. Die Kosten einer Mischflotte dürften um einige Millionen Franken pro Jahr höher sein. Hinzu kämen die Zulassungskosten. Um die Flirt-Züge in Frankreich fahren zu lassen, musste Stadler 18 Millionen Franken aufbringen. Besser läuft es im Norden: Die norwegische Staatsbahn dürfte 44 weitere Züge bestellen.
Zwei Prestige-Aufträge warten in der deutschen Hauptstadt: In einem Konsortium mit Siemens tritt Stadler dort gegen Bombardier an. Es winkt die Lieferung von 80 S-Bahn-Fahrzeugen mit einem Wartungsvertrag im Wert von 900 Millionen Euro. Auch unter der Erde setzt Berlin auf Schweizer Rollmaterial: Zwei Metro-Züge aus dem Haus Stadler sind bereits unterwegs, die Berliner Verkehrsbetriebe sind zufrieden. Deshalb dürften weitere 11 Züge bestellt werden.
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Der Thurgauer Bahnbauer will weniger Bürokratie – und ärgert sich über die Genfer S-Bahn
Der Bahnbauer Stadler Rail von Inhaber und Geschäftsführer Peter Spuhler rüstet sich für die Hitze. Zwar hatten die Thurgauer bereits 2013 angekündigt, den arabischen Raum ins Visier zu nehmen. Doch dort rollen bis heute keine Stadler-Züge.