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Auswildern wie geht das?
Wohin auswildern? Regenwald ist nicht gleich Regenwald
Welcher Wald ist grundsätzlich geeignet? – Die Ansprüche der Orang-Utans
Ein Expertenteam von BOS bewertet wichtige Kriterien und schätzt die mögliche Aufnahmekapazität an Orang-Utans ab. Mittels Satellitenbildern und Konzessionskarten wird nach Habitattypen, Waldanteilen, Baumbestand, Höhenlagen (Orang-Utans leben kaum oberhalb von 900 Meter Höhe), Landnutzungsarten, Besitzverhältnissen und Infrastruktur kartiert.
Waldgebiete für die Auswilderung von Orang-Utans müssen folgenden Mindestanforderungen entsprechen:
- Das Gebiet muss langfristig geschützt sein
- Das Gebiet darf keine bereits vorhandene größere Orang-Utan-Population aufweisen
- Der Wald muss im ursprünglichen Verbreitungsgebiet der jeweiligen Unterart liegen
- Im Habitat muss es genügend Nahrung geben, vor allem eine hohe Dichte an Flügelfruchtbäumen
Welcher Wald ist überhaupt verfügbar? - Verhandlungen mit relevanten Akteuren
Unverzichtbar ist auch die rechtzeitige Aufklärung lokaler Vertreter, denn ohne die Zustimmung der Menschen vor Ort wären Auswilderungen generell zum Scheitern verurteilt. So werden zum Beispiel die Landnutzungen der Gemeinden kartiert, um abzuschätzen, wo Konflikte entstehen könnten. Die BOS Foundation betreibt mit Dorfgemeinschaften Projekte zur ländlichen Entwicklung (z.B. selbstverwaltete Kleinkredite), um die wirtschaftliche Situation der Landbevölkerung zu verbessern. Nur so kann ein Auswilderungsprojekt wie dieses nachhaltig erfolgreich sein.