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Geschichte
Die Hauptquelle (Quelle 4) wurde in einem rund 100 m langen Stollen gefasst, der in den Jahren 1913 -1914 erstellt wurde. Um das ganze Quellgebiet besser zu erschliessen und das Trinkwasservorkommen optimal zu nutzen, wurde 2003 – 2005 ein neuer Stollen parallel zum bestehenden gebaut.
Der 132 m lange Tunnel mit einem Querschnitt von ca. 6 m2 wurde ab Mai bis November 2003 erstellt. Der Innenausbau wurde 2004 bewusst nicht ausgeführt, um die Ergiebigkeit der einzelnen Wassereintritte zu beobachten und allfällige zusätzliche Bohrungen oder Seitenstollen zu planen. Der im Jahre 2003 realisierte Ausbruch des Stollens hat die Erwartungen bezüglich Erschliessung neuer, zusätzlicher Trinkwasservorkommen übertroffen.
Die WGB hat auf Grund der grossen Wasservorkommen und der Tatsache, dass die Brunnstuben der Quellen Nr. 1 – 3 und Nr. 4 zu wenig Kapazität aufweisen und zudem den Hygienevorschriften nicht mehr entsprechen, Frutiger AG im Sinne einer Auftragserweiterung beauftragt, ein Projekt für den Neubau der Brunnstube Nr. 4 auszuarbeiten.
Gemeinsam mit Bauherr und Geologe wurden folgende Hauptpunkte festgelegt:
– Der Neubau der Brunnstube liegt sinnvollerweise im Portalbereich;
– Die verschiedenen Quellen werden separat gefasst;
– Die Trübung und die Quellschüttung können einzeln gemessen werden;
– Durch den Neubau entfallen die erwarteten Sanierungskosten für die bestehenden Brunnstuben im Einzugsgebiet;
– Das gefasste Wasser kann zu einem späteren Zeitpunkt turbiniert werden.
Bevor mit dem Bau der Brunnstube begonnen werden konnte, musste der gesamte Tunnel mit Spritzbeton verkleidet werden und der Sohlenbeton eingebracht werden. Die engen Platzverhältnisse zum Gunitieren und der Wasseranfall bis zu 200 l/s waren selbst für erfahrene Untertagbauer etwas Spezielles. Untertag sind nun 4 Fassungen erstellt worden, die folgende Maximal-Quellschüttungen ergeben:
– Fassung A1 4’000 l/min
– Fassung A2 5’000 l/min
– Fassung N2 8’000 l/min
– Fassung N3 5’000 l/min
Die neue Brunnstube Nr. 4 wurde nun unmittelbar beim Tunnelportal erstellt und ist so konzipiert, dass das Bauwerk gleichzeitig als Zugangsbauwerk zum Tunnel dient. Während dem Bau der Brunnstube wurde das Trinkwasser, das im neu erstellten Tunnel bereits gefasst wurde, über eine provisorische Leitung in das bestehende Verteilnetz geleitet. Vor Wintereinbruch 2005 wurde das gesamte Bauwerk der Bauherrschaft übergeben und in Betrieb genommen. (Text: Auszug Frutiger Intern Nr. 72 2005)