Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03300.jsonl.gz/1693

Neue Buchführung
Die Angestellten werden heute wie Produktionsmittel behandelt. Man spricht von „Humankapital“. Der Mensch ist Mittel für die Wirtschaft, statt dass die Wirtschaft Mittel für den Menschen ist. Diese Denkweise kommt besonders deutlich in der Buchführung zum Ausdruck, in der die Löhne als Personalkosten verbucht werden. Stattdessen sollten sie in der Verteilung des Gewinns erscheinen. Alle Mitarbeiter eines Unternehmens sollen (mit ihren Angehörigen) von dem leben können, was sie gemeinsam hervorgebracht haben. Beim Einzelunternehmer ist das ganz selbstverständlich der Fall.
In Unternehmen mit Angestellten werden heute in der Regel die Löhne, auch die Gehälter der Unternehmensleiter, als Personalkosten verbucht. Der Gewinn dagegen gehört den Eigentümern des Unternehmens, das sind in der Aktiengesellschaft die Aktionäre.
Die Arbeitsteilung, durch welche die moderne Wirtschaft immer leistungsfähiger wird, ist nicht zu denken ohne Zusammenarbeit. Einer allein, ob er nun Manager, Konstrukteur oder Handlanger ist, bringt hier nichts zustande. Dadurch sind beim einzelnen Mitarbeiter die Arbeitsleistung und das Einkommen nicht mehr direkt aneinander gekoppelt.
Wegen der arbeitsteiligen Zusammenarbeit muss im größeren Betrieb die Trennung von Arbeitsleistung und Einkommen auch in der Buchführung zum Ausdruck gebracht werden, indem die Löhne nicht wie eine bezahlbare Ware (Arbeit als Ware) in Form von "Personalkosten" aufgeführt, sondern als Einkommen und Teil der Gewinnverwendung dargestellt werden.
Selbstverständlich sind bei der Buchführung die gesetzlichen Vorschriften zu beachten, und diese behindern die Entwicklung neuer praktischer Ideen heute noch sehr stark.