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Selbständig Erwerbende und Einzelunternehmer/innen, die wegen verordneten Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus Erwerbsausfälle erleiden, werden über die Erwerbsersatzordnung entschädigt, sofern keine anderweitigen Entschädigungen oder Versicherungsleistungen bestehen.
Eine Entschädigung erhalten seit dem 16. April 2020 auch die Selbständigerwerbenden, die nur indirekt von den behördlichen Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie betroffen sind, weil sie zwar weiterarbeiten dürfen, aber wegen den Massnahmen sich mit massiven Erwerbseinbussen konfrontiert sehen, wie beispielsweise Taxifahrer.
Entschädigungen erfolgen in folgenden Fällen:
- Schliessung eines selbstständig geführten öffentlich zugänglichen Betriebes (z.B. Detailhandel oder Gastrobetriebe).
- Betriebe, die zwar nicht direkt von Betriebsschliessungen oder vom Veranstaltungsverbot betroffen sind, aber durch die Massnahmen mit massiven Erwerbseinbussen konfrontiert (Härtefälle).
- Schulschliessungen.
- Ärztlich verordnete Quarantäne.
Die Regelung gilt auch für freischaffende Künstlerinnen und Künstler, die einen Erwerbsunterbruch erleiden, weil ihre Engagements wegen der Massnahmen gegen das Coronavirus annulliert werden oder weil sie einen eigenen Anlass absagen müssen.
Anspruchsberechtigt sind auch Eltern mit Kindern bis zum vollendeten 12. Altersjahr, Eltern, die ihre Kinder mit Beeinträchtigungen zu Hause betreuen müssen (bis zum 20. Altersjahr der Kinder) und weitere Personen, die die folgenden Voraussetzungen erfüllen:
a. Sie müssen aufgrund von behördlichen Massnahmen gemäss den Artikeln 35 und 40 des Epidemiengesetzes vom 28. September 2012 im Zusammenhang mit der Coronaepidemie (COVID-19) die Erwerbstätigkeit infolge Ausfalls der Fremdbetreuung ihrer Kinder oder infolge Quarantäne unterbrechen.
b. Im Zeitpunkt der Unterbrechung der Erwerbstätigkeit:
1. sind sie Arbeitnehmende im Sinne von Artikel 10 ATSG4,
2. sind sie Selbstständigerwerbende im Sinne von Artikel 12 ATSG.
c. Sie sind obligatorisch im Sinne des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung AHVG versichert.
Für Eltern, die ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen müssen, um sich um ihr Kind zu kümmern, besteht während den Schulferien kein Anspruch.
Die Entschädigungen werden in Anlehnung an die Erwerbsersatzordnung geregelt und als Taggeld ausgerichtet. Dieses entspricht 80 Prozent des Einkommens und beträgt höchstens 196 Franken pro Tag, also 5‘880 Franken pro Monat. Bei Selbständigen, die nur indirekt von den Massnahmen betroffen sind, wird vorausgesetzt, dass ihr AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen höher ist als 10'000 Franken, aber 90'000 Franken nicht übersteigt. Die Anzahl Taggelder für Selbstständige in Quarantäne oder mit Betreuungsaufgaben ist auf 10, respektive 30 befristet. Die Prüfung des Anspruches und die Auszahlung der Leistung werden von den AHV-Ausgleichskassen vorgenommen.
Sozialversicherungen Appenzell Ausserrhoden
Das ausgefüllte Antragsformular ist analog dem Vorgehen bei den Sozialversicherungen Appenzell Ausserrhoden mit den erforderlichen Dokumenten elektronisch oder per Post bei der eigenen Sozialversicherung einzureichen.