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Beat Küttel
Inhaltsverzeichnis
Lebensdaten
Profess: 30. April 1916
Küchenbruder: 1916–1953 (ab 1923 Küchenchef)
Beziehungsnetz
Verwandtschaft
Sohn des Karl Küttel und der Katharina Camenzind.
Lebensbeschreibung[1]
Br. Beat stammte aus einer kinderreichen Bauernfamilie in der Lochmühle bei Küssnacht. Er wurde am 2. Februar 1891 geboren als das 16. von 19 Kindern und auf dem Namen Karl getauft. In der Primarschule entwickelte er eine grosse Vorliebe fürs Rechnen, besonders fürs Kopfrechnen. Das kam ihm später als Küchenchef gut zu statten. Zuerst arbeitete er einige Jahre im väterlichen Betrieb, besonders gerne in der alten Mühle und Öltrotte.
Beim Christenlehr-Examen eröffnete er seinem Pfarrer Wilhelm Cattani von Engelberg den Herzenswunsch, er möchte in den Dienst des Papstes treten und Schweizergardist werden. Während seines Garde-Dienstes, im jugendlichen Alter von 18, 19 Jahren, unter Pius X., erlebte er in der Heiligen Stadt viel Schönes und Interessantes und weitete seinen Blick und seine Kenntnisse. Er brachte es zum Vertrauensposten eines Sakristans der Gardekapelle. Aber eine schwere Nierenkrankheit veranlasste ihn 1911 zur Rückkehr in die Heimat.
Mit besonderer Andacht betete er auf der Rückreise in Mailand am Grab seines Namenspatrons, des heiligen Karl; denn er wusste nicht, was er nun beginnen sollte. Pfarrer Cattani riet dem Zwanzigjährigen, es mit dem Studium in Engelberg zu versuchen. So setzte ich der Altgardist auf die Schulbank zu den kleinen Zweitklässlern. Aber er verstand sich in der Freizeit besser mit den Philosophen, als mit seinen "kindlichen" Klassengenossen. In der dritten Klasse, als die Anforderungen stiegen, gab der Spätberufene den Wettlauf mit den Kleinen auf. Er bat P. Rektor, er möchte ihn bei den Klosteroberen als Bruder-Kandidaten empfehlen. Man schickte ihn zuerst zur Prüfung und zur Weiterbildung in der französischen Sprache, nach St. Andre und Maredsous in Belgien. Man dachte sich, der frühere Gardist, der das ltalienische bereits ordentlich sprach, könnte einmal ein sprachkundiger Klosterpförtner oder Sakristan werden. Aber die Umstände führten ihn auf einen anderen Weg. Bald nach der ersten Profess 1916 wurde er zum Küchenbruder bestimmt. Nach Überwindung der Anfangsschwierigkeiten lebte er sich mit erstaunlichem Eifer und grosser Anpassungsfähigkeit ins neue Gebiet der Kochkunst ein, sodass Abt Basil Fellmann ihn 1923 zum Küchenchef ernennen konnte.
Er bewahrte stets ein grosses Interesse für jede Gelegenheit zur Weiterbildung auf seinem Fachgebiet und in der Weinkenntnis und Weinpflege. Denn ihm war auch der Klosterkeller anvertraut. Unter seiner Anregung und Mitwirkung wurde die Klosterküche umgebaut und schliesslich elektrifiziert. Ein Herzensanliegen war ihm auch die Anlegung einer Hühnerfarm fürs Kloster gewesen, damit er stets frische Eier zur Verfügung habe. Wie schwierig und wichtig dies für die Küche sei, hatten ihm die Kriegserfahrungen gezeigt. Es war nicht immer leicht gewesen, während diesen schwierigen Zeiten täglich den Tisch für mehr als 300 Personen zu decken. Aber Br. Beat widmete sich mit Liebe und Sorgfalt seiner Aufgabe und scheute keine Mühe, um allen Anforderungen zu genügen. Er mochte noch so viele Gäste, oft auch unangemeldete Gäste, zu bewirten haben, er wusste die Situation zu meistern.
Er fand vielfach auch noch Zeit, sich Dingen anzunehmen, die nicht strikte zu seinem Amtsbereich gehörten und mit bemerkenswertem diplomatischem Geschick wusste er sein Ziel zu erreichen. So trug er in den letzten Jahren vor seinem Tod, noch Wesentliches bei zur Restauration der St. Katharinakapelle in Haltikon bei Küssnacht.
Als kleinere gesundheitliche Störungen und Schlaganfälle ihm bedeutende Beschwerden bereiteten, versuchte er mit grosser Energie, seine Arbeit weiterzuführen, solange es nur irgendwie ging. Im grossen Jubeljahr 1950 machte er mit Mühe und Anstrengung nochmals eine Romreise, um alte Erinnerungen aufzufrischen und die alte Freundschaft mit der Schweizergarde zu erneuern. Schliesslich fesselte ihn aber eine fortschreitende Lähmung vollständig ans Krankenlager. Die Untätigkeit war für ihn ein schweres Opfer, aber er klagte nicht, er betete viel und war aufrichtig dankbar, wenn man ihm etwas vorlas aus der Lebensgeschichte des Seligen Pius X., dem er sich als alter Gardist besonders verbunden fühlte.
Er erkannte klar, dass seine Kräfte immer mehr schwanden. Am Morgen des St. Katharina-Tages 1953 seufzte er zum Krankenbruder, jetzt habe er gemeint, die heilige Katharina würde ihn diese Nacht heimholen, jetzt sei sie wieder nicht gekommen. Er starb acht Tage später, am 3. Dezember.
Professnummer
- Nr. 717
Einzelnachweise
- Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Nachruf in den Titlisgrüssen 40, 1953/54, S. 45-47, übernommen.
Bibliographie
- Nachruf von Br. Beat Küttel in: Titlisgrüsse 40, 1953/54, S. 45-47.