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Vor gefährlichen Situationen ist niemand gefeit. Versuchen wir also, unseren Kindern Methoden in die Hand zu geben, durch die sie Selbstvertrauen entwickeln und mithilfe derer sie auf solche Situationen reagieren können.
Begleiten Sie Ihr Kind auf dem Weg zu mehr Autonomie, damit es selbst für seine Sicherheit sorgen kann.
Ängste meistern und Erfahrungen teilen, das hilft Ihrem Kind, Selbstvertrauen zu entwickeln. Sie können es auf dem Weg zu mehr Autonomie unterstützen, damit es selbst für seine eigene Sicherheit sorgen kann.
Selbstvertrauen kann durch Methoden der Risikoidentifikation und durch verinnerlichte Reaktionsmuster gestärkt werden.
Auf dieser Seite finden Sie Hinweise, um Ängste zu überwinden.
Sie können Ihr Kind bereits ab einem sehr jungen Alter dabei unterstützen, die inneren und äusseren Anzeichen von inakzeptablen Situationen in Bezug auf seinen Körper oder eine potenzielle Gefahr für sich selbst zu erkennen.
Und vor allem: Schlagen Sie Reaktionsmöglichkeiten für unterschiedliche Szenarien vor. Hier finden Sie einige wichtige Punkte, die für Kinder von klein auf bis ins Jugendalter sehr nützlich sein können.
Wählen Sie mit Ihrem Kind zusammen fünf Vertrauenspersonen aus, die seinen Schutzkreis bilden.
Schreiben Sie zusammen auf jeden Finger je einen Namen der «Zufluchtspersonen», die immer für Ihr Kind da sind: Papa, Mama, ein grosser Bruder, eine Lehrperson, ...
Es sind Namen, an die es sich bei mehrmaliger Wiederholung erinnern wird. Das kann eine Hilfe sein in Situationen, in denen es sich jemandem anvertrauen muss. Auch die Hand zu fotografieren kann nützlich sein.
Helfen Sie Ihrem Kind, die unterschiedlichen Körperpartien zu kennen.
Private Bereiche: Jedes Kind muss wissen, dass sein Intimbereich (Geschlecht/Anus) nur ihm gehört. Es ist nicht in Ordnung, wenn eine erwachsene Person ein Kind fragt, ob sie sich diesen Bereich anschauen oder berühren darf.
Indem Sie dieses Thema regelmässig ansprechen, ermöglichen Sie Ihrem Kind, sich in einer solchen Situation jemandem aus seinem Schutzkreis (fünf Finger der Hand) anzuvertrauen. Erklären Sie ihm, dass wenn eine erwachsene Person diesen Bereich berühren will, etwas mit der Person nicht in Ordnung ist und sie Hilfe braucht.
Vermitteln Sie Ihrem Kind, die körperlichen Reaktionen zu erkennen, die sich in einer gefährlichen Situation zeigen.
Bei Online-Spielen und in den sozialen Netzwerken braucht Ihr Kind ein Bewusstsein dafür, dass jede virtuelle Freundin/jeder virtuelle Freund sich möglicherweise als jemand ausgibt, der sie/er gar nicht ist. Ein Junge kann sich als Mädchen ausgeben, eine erwachsene Person kann sich als Kind darstellen, ...
Eltern müssen sich darüber im Klaren sein, dass diese virtuellen Freunde per Definition wie Freunde im realen Leben sind. Es gibt eine emotionale Verbindung.
Man kann sich dafür entscheiden, eine virtuelle Freundin/einen virtuellen Freund tatsächlich zu treffen, dies darf aber niemals heimlich geschehen.
Machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, dass ein solches Treffen möglich ist und an sich kein Problem darstellt, solange es verspricht, sich nicht in Gefahr zu bringen.
Das heisst: Treffen sollten nur an öffentlichen Orten stattfinden, am besten in Begleitung einer vertrauenswürdigen Person. Man sollte niemals bei jemandem Zuhause oder an verlassenen Orten ein Treffen ausmachen.
Wenn Sie im Internet Bilder von Ihrem Kind veröffentlichen, setzen Sie es möglichen Gefahren aus, die ohne das Hochladen der Bilder nicht existieren würden. Jemand könnte zum Beispiel die Identität Ihres Kindes klauen oder das Bild dazu verwenden, um sich alles Mögliche vorzustellen oder es auf pornografischen Seiten hochzuladen.
Aus diesem Grund analysieren wir jeweils sehr genau, ob wir eine Vermisstenanzeige öffentlich machen.
Vermeiden Sie es, persönliche Details über Ihre Familie in den sozialen Netzwerken zu veröffentlichen. Seien Sie Ihrem Kind ein Vorbild, indem Sie Ihre Privatsphäre schützen.
Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind ein Geheimwort für den Fall, dass jemand an Ihrer Stelle Ihr Kind von der Schule oder auf der Strasse abholen will, um es «nach Hause» zu bringen.
Erklären Sie Ihrem Kind, dass dieses Geheimwort euer Geheimnis bleiben muss, und dass es nur im oben beschriebenen Fall verwendet werden darf.
Damit Ihr Kind in einer gefährlichen Situation selbstständig handeln kann, muss es die Prinzipien des Gehorsams überwinden. Damit das gelingt, gibt es hier die «Drei R»-Anleitung: Realisieren, Reagieren, Rapportieren...
Diese schwierige Übung beinhaltet, dass manches, was Sie Ihrem Kind von klein auf beigebracht haben, in Frage gestellt wird. Ihr Kind braucht aber so manche Methoden, um akzeptable Situationen und Gefühle von unklaren und potenziell gefährlichen Situationen unterscheiden und im entsprechenden Moment bewusst «Nein» sagen zu können. Damit Ihr Kind in einer unerwarteten Situation selbstständig und sicher reagieren kann, muss es auch eigenständige Entscheidungen treffen.
Folgende Herausforderungen müssen Sie zusammen meistern: 1. Realisieren: Emotionalen Einfluss erkennen. 2. Reagieren: Alarmieren, schreien. 3. Rapportieren: Im Schutzkreis davon erzählen.
Einfluss durch Mitgefühl
Wenn sich ein Kind zunächst weigert, einem Erwachsenen einen Gefallen zu tun, kann es als gemein oder herzlos angeprangert werden. «Du willst nicht mit meiner kranken Enkelin reden? Das ist nicht nett...»
Ihr Kind wird seinen verinnerlichten Werten folgen wollen, wie z. B dem Wert, nett zu sein. Es könnte sich also verpflichtet fühlen, nachzugeben.
Ebenso könnte es Vorsichtsmassnahmen aus Mitgefühl mit leidenden Menschen oder Tieren vergessen... «Ich habe meinen Hund verloren. Kannst du mir helfen, ihn zu suchen?»
Die Antwort auf solche Fragen lautet: «Da musst du die Polizei fragen, damit sie dir hilft, nicht mich. Ich bin ein Kind.»
Man stelle sich vor, Ihr Kind habe bereits mehrmals Nein gesagt, es gelingt ihm aber nicht, sich aus der Situation zu befreien; und dann wird ihm die Gelegenheit geboten, seine abweisende Haltung wiedergutzumachen...
Ihr Kind ist ja nett und mag keine Ungerechtigkeiten. Im ersten Moment wird es versuchen, das anzuwenden, was es weiss. In Anbetracht der Enttäuschung/Wut/Traurigkeit eines Erwachsenen könnte es dazu neigen, einen anderen Vorschlag anzunehmen, der seine Vorsichtsprinzipien etwas weniger verletzt.
Ihr Kind soll sich deswegen eine Situation vorstellen können in der es einem Erwachsenen «NEIN» zuschreit und davonläuft.
Malen Sie sich gemeinsam grosse Ängste aus und fragen Sie Ihr Kind, was es dabei in seinem Körper empfindet (körperliche Reaktionen auf Gefahr).
Vermitteln Sie Ihrem Kind angemessene Reaktionen für den Fall, dass sich eine zweifelhafte Situation mit einer/einem Fremden, einer Nachbarin/einem Nachbarn oder auch einer Person aus dem Schutzkreis ereignet.
Wenn Ihr Kind in eine Situation gerät, die Sie miteinander besprochen haben (egal, ob es selbst oder ein anderes Kind betroffen ist), sollte es in der Lage sein, dieser Situation mutig und selbstbewusst zu begegnen.
Sie können mit ihm üben, damit es im gegebenen Moment entsprechend reagieren kann.
Wenn jemand versuchen sollte, Ihr Kind von seinen Freundinnen und Freunden, von Häusern oder Spielplätzen wegzulocken, indem gesagt wird: «Ich habe meinen Hund verloren / Ich brauche Hilfe / Ich kenne diese Strasse nicht, kannst du mich begleiten?», muss die Antwort immer lauten:
«Warum fragst du nicht einen Erwachsenen / die Polizei?»
Um Ihr Kind für eine solche Situation zu wappnen, üben Sie gemeinsam, laut zu sprechen und «NEIN, ich möchte nicht mit Ihnen mitgehen, lassen Sie mich in Ruhe!» zu rufen und wegzurennen.
Im Ernstfall wird Ihr Kind in der Lage sein, sich selbst in Sicherheit zu bringen, indem es SCHREIT, WEGRENNT und die Leute in der Umgebung ALARMIERT.
Nach einer ungewöhnlichen Situation sollte Ihr Kind ausserdem umgehend und ohne zu zögern einem Erwachsenen von dem erzählen, was es erlebt hat.
Wenn möglich erzählt es jemandem aus seinem Schutzkreis (fünf Finger der Hand) davon, die/der dann die entsprechenden Massnahmen ergreift, um das Kind wirklich in Sicherheit zu bringen (vor allem dadurch, dass die Polizei informiert wird).
Ist dies nicht möglich, muss das Kind seine Scheu überwinden und jemand anderen in der Nähe in Kenntnis setzen und dieser Person anvertrauen, dass etwas nicht in Ordnung ist und es Hilfe braucht.
Rapportieren heisst auch, andere Kinder zu schützen, die den gleichen Gefahren ausgesetzt sein könnten.