Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03645.jsonl.gz/622

Das würde ich jetzt anders akzentuieren.
Marschhalt: Ja, jetzt kann es weitergehen.
Vorallem aber: Der Lehrplan gehört nicht in die Hände dieses bügerlich dominierten Parlaments.
Der Schaden, der mit dem Rechtsrutsch bei den Wahlen und der Einsetzung einer problematischen Bildungsdirektorin angerichtet wurde, konnte zumindest vorläufig begrenzt werden.
Danke für die aufschlussreiche Zusammenstellung; als es noch Seeschlachten gab, hätte man das eine Breitseite genannt.
Meine Laufbahn an den Schulen des Kantons Baselland habe ich vor mehr als 40 Jahren beendet. Wenn ich den Unterricht, den meine Kinder an der Sekundarschule bekommen, mit dem selbst erlebten vergleiche, merke ich: Es ist alles beim alten. Was damals als neu empfunden wurde (Partnerarbeit und Gruppenarbeit) ist heute selbstverständlich, die technischen Mittel sind modernisiert (wir hatten noch Episkope, und einige auserwählte Lehrkräfte durften Hellraumprojektoren testen) - und sonst? "Wenn alles schläft und einer spricht..." ist auch heute noch die Norm. Fächer-übergreifenden Unterricht, kooperative Lernformen, Kompetenzen statt schnell vergessenes Fachwissen - das gibts allenfalls bei den Antroposophen. Als ich vor 30 Jahren selber einen Lehrerkurs an einer Sprachschule in Edinburgh belegte, war alles auf "skills" ausgelegt (listening, speaking, reading, writing etc.). Und bei uns haben die Bürgerlichen immer noch Angst vor so etwas. Wann endlich bekommen wir ein Schulsystem, wo man das Wesentliche nicht ausserhalb des Unterrichts lernen muss?
Danke, Herr Beck, für diesen guten Kommentar. Besonders Ihre Lehre Nr. 3 (Cool bleiben) sollte man beherzigen.
Ich erinnere micht gut an meine Reaktion, als die "mediale Aufarbeitung" des "Fall Therwil" begann: Ich war der Ansicht, die Therwiler LehrerInnen hätten es eigentlich gut gemacht. Die muss ich auch heute nicht ändern. Es ist immer schwieriger, in einer konkreten Situation zu agieren, als von weit weg eine Meinung zu äussern, die man ja dann nicht selber umsetzen muss.
In diesem Sinne: Abhaken, Schwamm drüber, und pragmatisch bleiben.
Wenn man zu jemandem sagt: "Ich könnte dich jetzt ein .... nennen, ich tu's aber nicht", was hat man dann getan? Man hat den Menschen ein .... genannt.
Im Übrigen bin ich mit der Analyse von Herrn Kreis (wieder einmal) völlig einverstanden. Kurz gesagt: Majestäten gibts heute nicht mehr, also brauchts keine Gesetze mehr um diese zu schützen. Aber auch: Es führt zu nichts, wenn man jemanden beleidigt, denn Beleidigung beruht auf Herabsetzung. Provozieren hingegen kann man auf gleicher Ebene.
Ein weiterer Aspekt: Bis gegen Ende des letzten Jahrhunderts war die Armee eine Kaderschmiede. Zu meiner Zeit als Student war es üblich, dass die Männer der medizinischen, juristischen und wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildungsgänge während ihrer Studienzeit auch die unteren Stufen der militärischen Karriere durchschritten; eine Mühle, bei der in der Abfolge Wintersemester - Sommersemester - Militärdienst nach einigen Jahren Akademiker im Offiziersrang herauskamen. Für die Arbeitgeber war es im Anschluss daran selbstverständlich, ihre Kader jährlich für ein bis zwei Monate Militärdienst freizustellen. Davon ist heute nichts mehr übriggeblieben, was zeigt, dass die Attraktivität des Militärdienstes auch von den Führungspositionen her nicht mehr gegeben ist.
Was gilt? Bei onlinereports heisst es "Morin trennt sich ... ", in der BaZ "Direktorin hört auf", und hier steht die "einvernehmliche Trennung" im Vordergrund.
Fazit des dreijährigen Gastspiels der Direktorin?
1. "Allen Leuten recht getan" usw.
2. Vielleicht tun die Kulturverantwortlichen in der Verwaltung gut daran, ausdrücklich das Wort Sozialkompetenz in die Stellenbeschreibung aufzunehmen.
Seit vielleicht 40 Jahren gehe ich ins Kunstmuseum, und "Nafea" war einfach da. Dieses Bild gehört für mich zum Bestand der Basler Kulturgüter, genauso wie das Münster. Nun geht das Bild weg, ins ferne Katar, zu einer wohlhabenden Kunstsammlerin. Wir haben noch eine Gaugin-Ausstellung lang Zeit, um Abschied zu nehmen, wie von einem Bekannten, den man vielleicht nie mehr sehen wird. Und wir werden wieder einmal daran erinnert, dass Werke der Malerei für die einen Menschen Besitz sind, etwas, womit man handeln kann - einfach so ein materieller Wert.
Viele Wahlanalysen, so auch diese, gehen davon aus, dass die Wahlberechtigten alle 5 Zeilen auf dem Wahlzettel mit Namen füllen. Wenn man aber ein klares Statement abgeben will, dann ist es besser, wirklich nur die Leute zu wählen, die man auch in der Regierung haben will. Für Linke gilt daher: zwei Zeilen leer lassen, die Bürgerlichen sollen sich selber wählen.