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In diesem Experiment erfährst du, wie du ganz einfach Biokunststoff in der Küche herstellen kannst. Diesen Biokunststoff kannst du zu einer Folie auswallen oder zu kleinen Objekten formen. Alle Zutaten sind leicht zu beschaffen und nicht giftig. Du kannst die Farben frei wählen und weitere Zutaten hinzufügen.
Das brauchst du:
einen Esslöffel Kartoffelstärke oder Maisstärke (10 g)
vier Esslöffel kaltes Wasser (60 ml)
einen Teelöffel Essig (5 ml)
einen Teelöffel Glyzerin (5 ml)
ein paar Tropfen Lebensmittelfarbstoff
einen Teelöffel Öl (optional)
einen kleinen Kochtopf, eine elektrische Kochplatte
einen Schneebesen
ein hölzernes Essstäbchen oder das schmale Ende eines Holzlöffels
Backpapier oder eine Metallplatte
Becher, Eierbecher oder andere kleine Behälter
So wird's gemacht:
Giess Wasser und Stärke in einen kleinen Topf und rühre gut mit dem Schneebesen um. Der Boden des Kochtopfs sollte ausreichend bedeckt sein (mindestens 0.5–1 cm hoch). Wenn du keinen so kleinen Topf hast, erhöhe die Menge der Zutaten (nimm z.B. die 3-fache Menge von jeder Zutat).
Füge den Essig, das Glyzerin und einige Tropfen Farbstoff hinzu. Je mehr Farbstoff du hinzufügst, desto intensiver wird die Farbe.
Rühre die Mischung mit dem Essstäbchen oder Holzlöffel bei mittlerer Hitze weiter um, bis sie dickflüssig wird.
Rühre 5 bis 10 Minuten bei geringer Hitze weiter um; die Mischung wird zähflüssig. Du kannst dich mit jemandem abwechseln und dich ausruhen. Die Pfanne muss nicht ständig auf der Hitze bleiben.
Die Mischung wird ein wenig durchscheinend und sehr klebrig, sie zieht Fäden (wie das Fondue in "Asterix bei den Schweizern"!). Sie ist jetzt fertig.
Achte darauf, dich nicht zu verbrennen. Warte, bis die Mischung etwas abgekühlt ist. Breite etwas Backpapier auf einer ebenen Fläche aus und streiche etwas von der Mischung darauf.
Du kannst auch eine Form oder einen Eierbecher mit etwas Öl leicht einfetten und etwas von der Mischung hineingiessen.
Lass den Biokunststoff mehrere Tage (etwa eine Woche) an der Luft trocknen. Um den Trocknungsprozess zu beschleunigen, kannst du deinen Biokunststoff für 2 Stunden bei etwa 60-70 Grad im Ofen trocknen.
Wenn der Kunststoff zu trocknen beginnt, kannst du ihn formen, z.B. in ein Rohr, indem du ihn um ein längliches Objekt wickelst.
Nimm eine Messerspitze zu Hilfe, um den Rand des nun ausgehärteten Kunststoffs von der Unterlage abzuheben.
Scharf beobachtet:
Die Stärkemischung ist milchig (weisslich ohne den Farbstoff) und flüssig. Beim Kochen verdickt sie sich und man erhält eine Art Gel. Wenn man an diesem Punkt anhält, verliert das Gel beim Abkühlen Wasser und wird hart. Wenn man die Mischung weiter erhitzt und umrührt, wird sie immer klebriger und etwas durchsichtig. Beim Trocknen wird sie weich. Wenn man noch länger wartet, wird sie etwas brüchig.
Was steckt dahinter?
Stärke besteht aus mehreren Arten von Molekülen. Sie sehen wie lange verschlungene Ketten aus, deren Glieder aus Zuckermolekülen bestehen. Sowohl Stärke als auch Zucker sind Bestandteil von Kohlenhydraten.
Die Stärke ist sozusagen das Skelett des Kunststoffs. Der Essig wird verwendet, um die Zuckerketten aufzubrechen, die wie Zweige in alle Richtungen zeigen, so dass sie sich zu neuen langen Ketten anordnen können. Glyzerin macht diese langen Ketten weicher, es wirkt ein bisschen wie Haarspülung oder Öl für Spaghetti! Es gibt dem Kunststoff seine Geschmeidigkeit und Elastizität.