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Asthma überdiagnostiziert?
Die Asthmaprävalenz hat zwischen 1980 und 1994 um ca. 75% zugenommen. Eine Kanadische Studie hat nun evaluiert, ob Asthma - insbesondere bei Übergewichtigen, wo Asthma ca. doppelt so häufig diagnostiziert wird wie bei Normalgewichtigen - nicht auch häufig zu Unrecht als solches bezeichnet wird.
Aus 8 Kanadischen Städten wurden normalgewichtige und übergewichtige Personen mit einem von einem Arzt diagnostizierten Asthma für die Beobachtungsstudie rekrutiert. Die Diagnose Asthma wurde dann ausgeschlossen, wenn trotz Absetzten der Medikamente keine Verschlechterungen der Symptome sowie der Luftwegsobstruktion oder der bronchialen Hyperreaktivität auftraten. Nach Stopp der Medikamente wurden die betroffenen Personen während 6 Monaten regelmässig klinisch evaluiert.
Ein Asthma konnte von den Experten bei 31.8% der 242 übergewichtigen und bei 28.7% der 254 normalgewichtigen Personen ausgeschlossen werden. Asthma wurde bei Übergewichtigen nicht signifikant stärker überdiagnostiziert als bei Normalgewichtigen (p=0.46). 65.5% aller Personen mit einem Ausschluss der Diagnose Asthma konnten im Verlauf von 6 Monaten auf Medikamente und medizinische Hilfe verzichten.
Konklusion der Autoren: In dieser Studie konnte die von einem Arzt gestellte Diagnose Asthma bei knapp einem Drittel der normal- und übergewichtigen Personen bei genauer Prüfung nicht bestätigt werden. Diese Ergebnisse sprechen stark für eine Überdiagnostizierung von Asthma in entwickelten Ländern wie Kanada.
Link zur Studie
CMAJ 2008 179: 1121-1131 - Aaron SD et al
21.11.2008 - dde