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Die zwei grössten Fluggesellschaften von Südkorea wollen im Laufe des kommenden Jahres zu einer einzigen Airline verschmelzen. Konkret will Korean Air, ein Mitglied der Luftfahrt-Allianz Skyteam - den kleineren Konkurrenten Asiana Airlines, ein Mitglied der Star Alliance, übernehmen. Als Kaufwert wurden 1,8 Billionen Won, umgerechnet also 1,481 Milliarden Franken, angegeben. Zum Deal gehören auch die Asiana-Affiliates Air Seoul und Air Busan.
Die Vereinbarung erfolgte, nachdem die geplante Übernahme des hoch verschuldeten Star-Alliance-Mitglieds Asiana Airlines durch ein Konsortium (worunter etwa die staatliche Korea Development Bank war) im September geplatzt war. Die Kumho Asiana Group hatte sich bereits im Frühjahr 2019 wegen Finanzproblemen dazu bereit erklärt, die Anteile ihrer Tochtergesellschaft zu veräussern, der jüngst anvisierte Verkauf von 30,77 Prozent der Asiana Airlines an den Hyundai-Konzern scheiterte jedoch.
Korean Air, welche unter Kontrolle der Hanjin KAL (Holding-Gesellschaft der Hanjin Group) steht, wird 63,9 Prozent der Aktien an der Asiana halten und darüber hinaus noch Wandelanleihen. Um die Übernahmekosten zu schultern, will Korean Air eigenen Angaben zufolge 2,5 Billionen Won (2,06 Milliarden Franken) durch die Ausgabe neuer Aktien im nächsten Jahr aufbringen. Damit die Fusion klappt, will die Korea Development Bank nun aber 800 Milliarden Won (658 Millionen Franken) in Hanjin KAL investieren. Über Hanjin KAL solle das Geld der Bank dann Korean Air zufliessen, um beide Fluggesellschaften finanziell unterstützen zu können. Der Deal soll laut dem CEO von Asiana Airlines, Han Chang-soo, im 2. Semester 2021 abgeschlossen sein.
Bei den grössten Airlines weltweit dabei
Sobald die Übernahme abgeschlossen sei, wird Korean Air unter die grössten Fluggesellschaften der Welt aufsteigen. Laut Reuters würde die fusionierte Airline in Bezug auf Passagierkilometer auf Rang 15 weltweit sein. Allerdings wird es bei der Integration möglicherweise auch zum Abbau von Überlappungen bei Personal und Routen kommen. Der Übernahme muss zudem noch die Kartellbehörde des Landes zustimmen. Bei den Gewerkschaften beider Unternehmen stossen die Pläne wegen der Furcht vor Arbeitsplatzverlusten auf Widerstand.
Als Hauptgrund hinter der gemeinsamen Übernahmeentscheidung mit Hanjin KAL zu diesem Zeitpunkt nannte Korean Air die Absicht, die einheimische Luftfahrtindustrie zu stabilisieren. Zum einen wird Corona auch 2021 die Luftfahrt noch beeinträchtigen, zum anderen leistete sich Südkorea bislang zwei Full-Service-Fluggesellschaften, was ihm im Vergleich zu Ländern wie Deutschland, Frankreich oder Singapur einen Wettbewerbsnachteil bedeute.