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Postdoc-Projekte
Main content
Harder, Better, Faster, Stronger:
Ideas of Progress in Liberal Theory
Dr. Vanessa Rampton
Heute ist die Idee des Fortschritts, welche ihre Wurzeln im Optimismus der Aufklärung und dem Respekt für die Vernunft hat, in akademischen Kreisen sehr umstritten. Teilweise wegen dessen historischen Verpflichtung zum Universalismus und zum progressiven" Denken, wurde dem Liberalismus die Idee des Fortschritts oft als eine seiner hauptsächlichen Irrungen vorgehalten, insbesondere in Verbindung mit der unrealistischen Erwartungen, dass Menschen im Verlauf der Geschichte immer rationaler würden. Mein Forschungsprojekt – mit dem vorläufigen Titel Harder, Better, Faster, Stronger: Ideas of Progress in Liberal Theory – unternimmt den Versuch zu zeigen, dass die Idee des Fortschritts weiterhin eine grundlegende Rolle im liberalen politischen Denken spielt und dass dieser Umstand eine seiner wichtigen Schwächen sowie eine Quelle von tiefen Spannungen innerhalb der liberalen Tradition selbst darstellt. Insbesondere versuche ich, die wichtigsten Fortschritts-Theorien innerhalb der liberalen Tradition zu analysieren und gleichzeitig zu argumentieren, dass Liberalismus selber die philosophischen Ressourcen enthält, welche es ermöglichen, Fortschritt als mehr als eine Sammlung von meliorisierenden Phantasien zu definieren. Zentraler Teil dieses Unterfangens ist die Erkundung inwieweit gemeinsame liberale Mythen über Fortschritt kritisch hinterfragt, und anschliessend qualifiziert und geändert werden. Eine solche Studie des Liberalismus und des Fortschritts hat praktische Auswirkungen, die über den Bereich der akademischen Philosophie hinausgehen. Mit der sich verstärkenden Globalisierung, dem Klimawandel sowie dem immer weiterschreitenden technologischen Fortschritt und dem Versuch der Historiker die moralischen Mängel des zwanzigsten Jahrhunderts zu ergründen, ist die Idee des Fortschritts wieder in den Mittelpunkt von Untersuchungen der Frage "wie zu leben sei" gerückt. Der Versuch die Beziehung zwischen Liberalismus und Fortschritt zu entwirren, bringt Erkenntnisse sowohl über die liberale Theorie und Politik, als auch über die Möglichkeit einer Theorie des Fortschritts, welche für das einundzwanzigste Jahrhundert geeignet wäre.
'An Apple a Day': Moderne Medizin zwischen Technik und Menschen
Dr. Vanessa Rampton
Als Society in Science – Branco Weiss Fellow wird Dr. Vanessa Rampton die komplexe Beziehung zwischen den technologischen Errungenschaften der Medizin und ihrer irreduziblen menschlichen Dimension untersuchen. Ihr Projekt beschäftigt sich mit den Ambivalenzen in der Anwendung von Wissenschaft auf die medizinische Praxis, und entwickelt eine Theorie, um über die Zweideutigkeiten von medizinischem Wissen und Ethik nachzudenken, sowie die Art und Weise, wie mit ihnen in einem bestimmten kulturellen Kontext umgegangen wird, zu untersuchen. Eine Arbeitshypothese dieses Projektes ist, dass sowohl im medizinischen Wissen und in der Ethik als auch in den kulturellen Werten, die einen gesellschaftlichen Konsens über bewährte Praktiken fundieren, Unklarheiten inhärent sind.
Dr. Vanessa Rampton entwickelt eine umfassende Darstellung von a) den Ambivalenzen, die dem Konzept des medizinischen Fortschritts innewohnen, und b) den anhaltenden Spannungen zwischen allgemeinen Fortschritten in der Medizintechnik und den konkreten, gelebten Erfahrungen menschlicher Patienten. Ziel dieser Forschungsarbeit ist es, eine stärker kontextualisierte Perspektive auf aktuelle Diskussionen über Verbesserungen der medizinischen Praxis zu entwickeln, die Grenzen sowohl des wissenschaftlichen Fortschritts als auch der menschlichen Fähigkeiten und Erkenntnisse zu klären, und ferner die Frage, wie die Medizin mit ihren Unklarheiten besser umgehen kann, zu beantworten.
Vernünftig mit Unwissen umgehen
Dr. Nadja El Kassar
Wie sollen Menschen mit ihrem eigenen und fremdem Unwissen umgehen? Wenn Aristoteles Recht hat, und der Mensch von Natur aus nach Wissen strebt, dann ist die naheliegendste Wahl, Unwissen in Wissen zu verwandeln. Schon auf den ersten Blick jedoch zeigt sich, dass inhaltliche, formale und strukturelle Hindernisse die Umsetzung dieser Option erschweren. So ist unweigerlich zu fragen, ob dieser Umgang mit Unwissen wirklich anzustreben ist. Das Projekt beleuchtet diese Frage vor dem Hintergrund einer umfassenden Konzeption von Unwissen und im Rahmen der allgemeineren Frage danach, welcher Umgang mit Unwissen ein vernünftiger Umgang ist.