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Das Pfarrdorf Marbach, urkundlich erstmals 831 erwähnt, war in alter Zeit der kirchliche Mittelpunkt der Gegend. Die Reformation hielt früh ihren Einzug. 1528 fanden die entscheidenden Versammlungen auf dem Marbacher Oberfeld statt. Die katholische Kirche St. Georg diente von der Reformation bis 1955 beiden Konfessionen als Gottesdienstraum.
Von der evang. Muttergemeinde trennte sich Reute AR im Jahre 1688, während Diepoldsau 1728 und Rebstein 1782 selbständig wurden. Zuletzt wurde Lüchingen 1945 Altstätten zugeteilt
Nach dem vierten Landfrieden von 1712 regelten die katholischen und evangelischen Marbacher im folgenden Jahr ihr künftiges Zusammenleben in einer besonderen Vereinbarung. In der so genannten „Accordata“ wurden unter anderem die Teilung und Nutzung des Kirchenvermögens, die Glockenordnung, die Gottesdienste, der Messmerdienst und die konfessionelle Verteilung der Gemeindeämter festgelegt.
1851, kurz nach den politisch-konfessionellen Konflikten in der Schweiz, schlossen sich in Marbach die Vertreter beider Konfessionen zusammen, um gemeinsam ihre Kirche zu erneuern. Die Auflösung des Simultanverhältnisses kündigte sich erst gegen Mitte des 20. Jahrhunderts an. Die Gründe, die für eine eigene evangelische Kirche sprachen, waren folgende: Die paritätische Kirche war zu gross, nicht heizbar, und die Evangelischen hatten ungünstige Gottesdienstzeiten. Zudem tendierte das katholische Recht auf Auflösung der Simultanverhältnisse. Nach erfolgreichen Verhandlungen zwischen beiden Kirchgemeinden stimmten die Kirchgenossen am 26. März 1953 dem Abkurungsvertrag zu.
Nachdem im Einstich ein geeigneter Bauplatz gefunden wurde, gewährten die Kirchbürger am 10. Januar 1954 den Baukredit für das schöne Projekt „Bergkirche“ von Paul Trüdinger. Dieses enthielt einen Kirchenraum für 200 Personen und 50 Notplätze, einen Kirchgemeinderaum, ein Pfarr- oder Sitzungszimmer, sowie die nötigen Serviceräume. Ein Turm mit einer Uhr und einem Glockenstuhl für vier bis fünf Glocken sollte die Kirchenanlage auszeichnen. Das Projekt wurde als gelungene Lösung einer Kirche mit wohldurchdachtem, architektonisch schön gestaltetem Kirchenraum gewürdigt. Der Spatenstich erfolgte am 10. März 1954. Nach rund einjähriger Bauzeit konnte die Kirche am 27. März 1955 eingeweiht werden.
Damit der jeweilige Pfarrer in Kirchennähe Wohnsitz nehmen kann, wurde im Jahre 1972 auf der gegenüberliegenden Strassenseite im Einstich ein neues Pfarrhaus gebaut.
Im Jahre 1997 erhielt die Kirche einen neuen Saal und eine Küche und passte sich so den geänderten Bedürfnissen der Kirchgemeinde an.
Am 10. April 2005 wurde mit einem festlichen Gottesdienst das Jubiläum 50 Jahre evangelische Kirche Marbach gefeiert. Eigens für das Jubiläum wurde die Kirche herausgeputzt. Gleichzeitig konnte der seit 150 Jahren „verschollene“, neu restaurierte Taufstein in der Kirche wieder seiner Bestimmung übergeben werden.