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Im Kanton Zürich besteht eine Ausbildungspflicht für Hunde der Rassetypenliste I (grosse oder massige Hunde), die nach dem 31. Dezember 2010 geboren sind. Je nach Zeitpunkt der Übernahme bzw. des Zuzugs in den Kanton müssen sie bestimmte Kurse wie Welpenförderung, Junghunde- oder Erziehungskurs besuchen.
Ausbildungspflicht im Kanton Zürich für Hunde der Rassetypenliste l
Diese Tabelle gibt einen Überblick darüber, welche Kurse im Einzelfall zu besuchen sind:
Details zur Ausbildung von Hunden der Rassetypliste I sind der Broschüre über die praktische Hundeausbildung für grosse oder massige Hunde zu entnehmen.
Die obligatorischen Hundekurse müssen bei einer Hundeausbilderin oder einem Hundeausbilder mit Bewilligung des Veterinäramts besucht werden. Die entsprechende Liste finden Sie unter Formulare & Merkblätter.
Evolution
Homo sapiens und die Caniden
Bei der Entwicklung des Menschen......
waren Wolf und Hund stets dabei.
Phase 1: Mensch und Wolf erscheinen
Vor etwa 2 Millionen Jahren entstehen die ersten Frühformen des Menschen und des Wolfes (Homo erectus vor zirka 1,85 Mio. Jahren, die ersten Wolfsvorfahren vor zirka 2 Mio. Jahren). Der Homo erectus fertigt primitive Werkzeuge an, mit denen er jagen, Feuer machen und einfache Kleidungsstücke herstellen kann. Seine Heimat ist der afrikanische Kontinent.
Phase 2: Friedliche Koexistenz
Vor etwa 600'000 Jahren dringen diese frühen Menschen (Homo heidelbergensis) in Europa ein. Hier waren bis dahin Wölfe die herrschenden Raubtiere. Doch das ausreichend grosse Nahrungsangebot macht eine friedliche Koexistenz möglich, obwohl beide Spezies die gleichen Beutetiere jagen, denselben Lebensraum bewohnen.
Phase 3: Erste Annäherung
Vor etwa 150'00 Jahren. Angezogen durch Abfälle, beginnen einzelne Wölfe, sich menschlichen Lagerstätten zu nähern. Vielleicht sind es ausgestossene, schwache und sehr hungrige Tiere, die auf diese Weise wieder zu Kräften kommen und sich erneut vermehren. Sie bleiben fortan in der Nähe der Menschen, und ihre Nachkommen gewöhnen sich mehr und mehr an die Zweibeiner.
Phase 4: Frühe Gemeinschaft
Vor 40'000 bis 135'000 Jahren. Menschen erkennen die Vorteile der Begleitung durch frühe Hundeformen. Die Tiere übernehmen die Reinigung des Lagers, indem sie die verderblichen Reste der Beutetiere beseitigen und halten auf diese Weise Ungeziefer und andere Raubtiere fern.
Phase 5: Beginn der Koevolution
Vor 15'000 bis 40'000 Jahren. Die frühen Hunde warnen vor den Angriffen feindlicher Stämme oder wilder Tiere. Sie helfen bei der Jagd, beim Aufspüren und Stellen die Beute. Menschen beobachten das differenzierte Sozialverhalten der Caniden. Eine lange Phase beidseitigen Lernens und gegenseitiger Prägung nimmt ihren Lauf.
Phase 6: Die Gefährten
Vor etwa 3'000 Jahren: Hunde werden als Gebrauchshunde abgerichtet, die Rassezucht beginnt. Fortan werden sie als Kampfhunde in Kriegen, als Hütehunde bei der Viehzucht, als Zug- und Transporttiere eingesetzt. Mit der Bildung sesshafter Agrargesellschaften kommt es zur Feindschaft zwischen alten Gefährten. Wölfe reissen vereinzelt Weidevieh und ziehen den Zorn des Menschen auf sich. Die Verhältnisse polarisieren sich: Hunde werden zu Freunde, Wölfe zu erbitterten Feinden. Ein Vernichtungsfeldzug führt zur weitgehenden Ausrottung der Wölfe in Europa und Amerika.
Phase 7: Sozialpartnerschaft
Bis in die heutige Zeit: Hunde sind zum Partner des Menschen geworden. Sie werden als Familienmitglied betrachtet und haben sich ihrerseits vollkommen auf den Menschen eingestellt. Der Mensch profitiert in vielfacher Hinsicht von dieser Gemeinschaft. Neben zahlreichen positiven Einflüssen auf die Gesundheit belegen weitere Studien, dass auch die kindliche Sozialisation durch Anwesenheit eines Hundes positiv beeinflusst wird. So sind die Sozialkompetenz und die emotionale Stabilität besser ausgebildet, wenn ein Kind mit einem Hund zusammen aufwächst. Weitere Auswirkungen: bessere Schulleistungen und geringere Fehlzeiten.
Wissenschaft & Spekulation
Die Forschungsgebiete der Evolutionsbiologie und Paläoanthropologie befassen sich mit der Entstehungsgeschichte und der Entwicklung des Lebens. Auf der Basis uralter Fossilfunde und modernster Analysetechnik werden Theorien und Modelle entwickelt. Aber über Ereignisse und Entwicklungen, die zum Teil Jahrmillionen zurückliegen, können oft nur Vermutungen angestellt werden. Daher weichen die Vorstellungen einzelner Wissenschaftler häufig stark voneinander ab. Bei den im Text dargestellten Thesen handelt es sich um eine Synthese unterschiedlicher Forschungsansätze aus verschiedenen Fakultäten.
(Quelle: Zeitschrift "dogs" Nr. 5/2007, Juli-August)