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Rund 1,9 Millionen Menschen leben im Metropolitanraum Zürich, verteilt auf über 230 Gemeinden der Kantone Aargau, Zürich, Luzern, Schwyz, Zug, Schaffhausen, Thurgau und St. Gallen. Es haben sich bereits vielfältige Formen der Zusammenarbeit entwickelt, doch bis anhin fehlte eine verbindliche Strategie für die grossregionale Zusammenarbeit. Aus diesem Grund initiierten der Kanton Zürich, die Stadtpräsidenten von Zürich und Winterthur sowie der Zürcher Gemeindepräsidentenverband 2005 das Modellvorhaben «Strukturen für eine bessere Zusammenarbeit im Wirtschaftsraum Zürich». Dies mit dem Ziel, bestehende Mängel in der Zusammenarbeit aufzuzeigen und alternative Formen für eine bessere Zusammenarbeit zu entwickeln.
Situationsanalyse als Ausgangspunkt
Da bereits zahlreiche Zusammenarbeitsstrukturen bestanden, begann das Modellvorhaben mit einer Grundlagenstudie, welche die Ist-Situation analysierte und bestehende Mängel und alternative Zusammenarbeitsformen aufzeigte. Die Ergebnisse der Studie bildeten 2006 den Ausgangspunkt für zwei Gesprächsrunden mit Politikerinnen und Politikern sowie Verwaltungsfachleuten. Die Beteiligten unterstützten die drei vorgeschlagenen Stossrichtungen: Eine Metropolitankonferenz sollte geschaffen, Interkommunalkonferenzen sollten im Kanton Zürich eingeführt sowie kantonsübergreifende Lenkungsgruppen gebildet werden. Gegen Ende des Modellvorhabens lag der Schwerpunkt auf dem Handlungsfeld der Metropolitankonferenz, in welches auch der Teilbereich interkantonale Zusammenarbeit verlagert wurde. Das Handlungsfeld Interkommunalkonferenzen wurde mangels Interessen der Gemeinden nicht weiterverfolgt.
Im partizipativen Prozess zur Vereinsgründung
2007 wurde die erste Metropolitankonferenz durchgeführt. In der Folge konzentrierten sich die Arbeiten auf erste konkrete Projekte und die Suche nach einer geeigneten Form der Zusammenarbeit - mit dem Ergebnis, dass im Rahmen der fünften Konferenz im Juli 2009 der Verein Metropolitanraum Zürich sowie die entsprechende Regierungskonferenz gegründet wurden. Dem Verein gehören derzeit acht Kantone und rund 110 Gemeinden an. Er setzt sich zusammen aus der Metropolitankonferenz, in welcher die Kantone, Städte und Gemeinden jeweils durch eine Person in der Kantons- bzw. der Städte-/Gemeindekammer vertreten sind, dem Metropolitanrat, der aus je acht Vertreterinnen und Vertretern der Kantons- bzw. der Städte-/Gemeindekammer besteht, sowie einer Geschäftsstelle. Zudem hat der Verein auch assoziierte Mitglieder, die zwar an den Konferenzen teilnehmen, aber - im Gegensatz zu den anderen Mitgliedern - nicht abstimmen dürfen. Die Regierungskonferenz setzt sich aus den acht Mitgliedskantonen des Vereins zusammen, die gleichzeitig auch die Kantonskammer der Metropolitankonferenz bilden. Es wurden zahlreiche Projekte in den Themenschwerpunkten Gesellschaft, Verkehr, Wirtschaft und Lebensraum angestossen. Erfolgreich umgesetzt wurde beispielsweise ein Projekt im Bereich Verkehr: Die Metropolitankonferenz war in der Lage, sich auf ein paar wenige Schlüsselvorhaben zu einigen und deren Nutzen für die verkehrliche Anbindung des Metropolitanraums als eines Ganzen auf Bundesebene plausibel darzulegen.
Einbindung der Gemeinden als Herausforderung
Als Herausforderung für die überregionale Zusammenarbeit hat sich bislang die Einbindung der Gemeinden gezeigt. Gerade unter den kleinen Gemeinden sehen nicht alle den Sinn und den Nutzen einer überregionalen Zusammenarbeit. Schwierigkeiten ergeben sich auch aus der Entwicklung des Perimeters: Während immer mehr Gebietskörperschaften dem Verein beitreten und der Raum damit weiter wächst, ist das Kerngebiet des Metropolitanraums Zürich noch ein Flickwerk. Für die Zukunft gilt es daher, die Gemeinden besser in die Projektbearbeitung und Entscheidungsfindung einzubinden, um die Identität mit dem Metropolitanraum als Ganzem zu verbessern. Die Metropolitankonferenz Zürich ist durch die sorgfältige Planung und die durchdachte Konstruktion ein innovatives Beispiel für Multi-Level-Governance auf Metropolitanraumebene. Von ihren Erfahrungen beim Aufbau von Zusammenarbeitsstrukturen auf grossregionaler Ebene können andere Regionen nur profitieren.