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Klimawandel
Kein Trend zu Wetterextremen
Studie überrascht Klimaforscher
Zu einem überraschenden Ergebnis ist eine Langzeitstudie der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) gelangt: Trotz einer deutlichen Erwärmung innerhalb der letzten Jahrzehnte haben die Wetterextreme im Alpenraum in den vergangenen 250 Jahren nicht zugenommen. Wie der Klimatologe und Studienautor Reinhard Böhm erklärt sind die Temperaturschwankungen "in den letzten Jahrzehnten sogar geringer geworden". Untersucht hatten die Forscher um Böhm ob das Wetter im Alpenraum infolge des Klimawandels zu immer mehr Extremereignissen neige.
Folgen des Klimawandels: Alpengletscher auf dem Rückzug
Die im "European Physical Journal" vorgestellte Studie belegt, dass sowohl die jahreszeitlichen, als auch die jährlichen Schwankungsbreiten zwischen kalt und heiß sowie zwischen trocken und nass seit Mitte des 18. Jahrhunderts nicht größer und somit auch nicht extremer geworden sind. Auch für die letzten 3 Jahrzehnte lässt sich im Vergleich zum vorangegangenen Zeitraum kein Trend zu mehr Wetterturbulenzen ausmachen, obwohl gerade dieser jüngste Zeitraum maßgeblich durch den Einfluss des Menschen geprägt ist.
Extremwetterereignisse im Gebirge
Das überraschendste Resultat der Untersuchungen ist jedoch die Entdeckung einer langperiodisch wiederkehrenden Witterungsschwankung im Alpenraum. So zeigen die Verlaufsdiagramme von Temperatur, Niederschlag und Luftdruck in den letzten 250 Jahren zwei lange Wellen der Schwankungsbreite mit einer Wiederkehrzeit von etwa hundert Jahren. Während es jeweils in der Mitte der beiden letzten Jahrhunderte zu Häufungen von Wetterextremen kam, brachten die Jahrzehnte um die Jahrhundertwenden herum deutlich weniger Witterungsschwankungen hervor.
Eine Erklärung für diese Beobachtung haben die Wissenschaftler noch nicht, vermuten jedoch Wechselwirkungen zwischen den Ozeanen und den wetterlenkenden, unteren Schichten der Erdatmosphäre.