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Die Beste der Qualifikation gab sich auch im Final keine Blösse. Bereits im ersten von drei Durchgängen setzte Gu eine Marke, die von der Konkurrenz unerreicht blieb, obwohl sie noch nicht das ganze Repertoire an schwierigen Tricks ausgepackt hatte.
Mit ihrem zweiten Run vermochte sich die Doppel-Weltmeisterin des vergangenen Jahres noch einmal zu steigern, womit Gu am Ende mit 95,25 Punkten deutlich vor den beiden Kanadierinnen Cassie Sharpe und Rachael Karker siegte.
Für Gu war es nach Gold im Big Air und Silber im Slopestyle die dritte Medaille an diesen Spielen, womit der Teenager, der auch mit einem Model-Vertrag ausgestattet ist, die in ihn gesteckten hohen Erwartungen erfüllte. Einzig die Schweizerin Mathilde Gremaud schaffte es, Gu im Heimatland von deren Mutter zu besiegen.
«Mein Leben hat sich für immer verändert», sagte Gu. «Als ich meinen zweiten Sprung im Big-Air-Final gestanden bin, wusste ich, dass mein Leben nie mehr so sein wird wie zuvor.» Sie hoffe, dass sie mit ihren Auftritten junge Mädchen inspiriert und Menschen den Sport näher gebracht habe, die zuvor davon noch nie gehört hätten.
Nach dem Gewinn ihrer ersten Goldmedaille brach die chinesische Social-Media-Plattform Weibo vorübergehend zusammen, weil sich so viele User für Gu interessierten. Die Sinoamerikanerin sorgte in den Tagen von Peking aber auch für Kontroversen, vor allem wegen ihrer Staatsbürgerschaft. «Wenn ich in China bin, bin ich Chinesin. Wenn ich in den USA bin, bin ich Amerikanerin», pflegte sie jeweils zu sagen. Eine doppelte Staatsbürgerschaft wird in China allerdings grundsätzlich nicht anerkannt.
Mit einem ungeschickten Post auf Instagram sorgte Gu zudem für einen kleinen Shitstorm. Auf die Frage eines Users, warum sie das in China zensierte soziale Netzwerk benützen darf, riet sie diesem, die Zensur mittels eines VPN zu umgehen, was in China allerdings verboten ist. Kurz danach wurde der Eintrag gelöscht.