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Am 1. Oktober 1903 erschien die erste Ausgabe des «Armenpflegers», die 1967 umbenannt in Schweizerische Zeitschrift für öffentliche Fürsorge, von 1997 bis 2004 unter dem Namen Zeitschrift für Sozialhilfe erscheint, seit 2005 vor allem unter der Kurzform ZESO. «In der deutschen Schweiz weiss man nicht, was in den welschen Kantonen im Armenwesen Gesetz und geltende Praxis ist und hier geht es ganz ebenso, was die deutschschweizerische Armenpflege anbelangt.» schrieb Pfarrer Albert Wild in seinem Vorwort zur ersten Ausgabe des Armenpflegers, die noch vor der Gründung der SKOS ins Leben gerufen worden war. Pfarrer Wild sollte fortan während 44 Jahren die Herausgabe des Armenpflegers leiten.
«Dass vieles in unserem kantonalen Armenwesen verbesserungsbedürftig sei, wird niemand in Abrede stellen wollen. Durch Vorhandensein eines Fachorgans wird es möglich werden, von einander zu lernen, manche Frage von einem etwas höhern Standpunkt aus zu betrachten und weitherziger zu beantworten. Diese Beobachtungen haben uns veranlasst, den Versuch mit der Herausgabe eines Blattes für Armenpflege zu wagen.» Als der verantwortliche Redakteur 44 (!) Jahre später das Amt an Dr. Zihlmann übergibt, bilanziert Wild in seiner letzten Ausgabe: «Als Zweck des neuen Blattes gaben wir in Nummer 1 nicht die Zentralisation, sondern die Unifikation des vielgestaltigen Schweizer Armenwesens an.» Sie versprachen sich für die Verbesserung der Armenpflege und die sittliche und ökonomische Hebung der Armen. Pfarrer A. Wild schrieb mit Überzeugung, man habe den Zweck erreicht. Man habe stets einen gangbaren Weg zur interkantonalen Regelung des Armenwesens gesucht. In den Jahren 1909 bis 1912 stellte sich der Armenpfleger in den Dienst der energischen Bestrebungen der 1905 ins Leben gerufenen Armenpflegerkonferenz zur konkordatlichen Regel und der interkantonalen Armenpflege.
Doch auch Praxis des Armenwesens sollte im Fachorgan einen hohen Stellenwert erhalten. Artikel behandelten: den «Bettel» und seine Bekämpfung, das Kostkinderwesen, Armenpflege und Vormundschaft, Arbeitslosenfürsorge, Familienschutz, Armenhausversorgung, Familien- und Anstaltsversorgung, Verwandtenunterstützung usw. . Auch «Räte» und Auskünfte, die den Armenpflegern erteilt wurden, fanden Eingang in die Publikation Armenpfleger. Interessant ist, dass «durch das starke Ansteigen der Armenausgaben vor dem 2. Weltkriege und auch durch statistische Untersuchungen über die Armutsursachen, die Vorbeugung wieder in den Vordergrund gerückt» wurde. Dies nachdem sie laut dem Autor über Jahrzehnte vernachlässigt worden war. «Der Armenpfleger kann sich dabei darauf berufen, dass er von Anfang an die Bekämpfung des Übels an der Wurzel bezweckt hat.» Diese Haltung manifestierte sich dann auch im neuen Untertitel: Der Armenpfleger – Monatszeitschrift für Armenpflege und Jugendfürsorge. Die Jugendfürsorge, schreibt der Autor, ist immer noch die beste Vorbeugung gegen Verarmung.
Die ETH hat die gesamten Ausgaben aus 120 Jahre Armenpfleger bis ZESO Zeitschrift für Sozialhilfe elektronisch erfasst. Nachzulesen sind die 120 Jahre deshalb auch online.