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Die Erwerbsbeteiligung von Frauen und Männern in der Schweiz ist im europäischen Vergleich sehr hoch und hat, insbesondere bei den Frauen, in den letzten 25 Jahren zugenommen. Familiäre Verpflichtungen wie die Betreuung von Kindern oder die Pflege von Angehörigen können Familien jedoch vor Herausforderungen stellen. Insbesondere bei Müttern stellt die Familiengründung einen wichtigen Einflussfaktor für ihre Erwerbsbeteiligung dar. Die Geburt eines Kindes führt in der Regel zu einer Erwerbsreduktion der Mutter und teilweise zu einem Rückzug aus dem Erwerbsleben. Dadurch liegen wichtige Fachkräftepotenziale brach. Durch geeignete Rahmenbedingungen, die eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Erwerbsarbeit ermöglichen, kann das Fachkräftepotenzial besser genutzt werden.
Der Verbleib auf dem Arbeitsmarkt oder der Wiedereinstieg kann an ungeeigneten Arbeitsbedingungen, an der Verfügbarkeit und den Kosten von familienergänzender Kinderbetreuung oder an negativen Erwerbsanreizen scheitern. Letztere können sich unter anderem durch hohe Kosten für die externe Betreuungsangebote oder auch durch die Steuerprogression ergeben. So lohnt sich die Erhöhung des Zweitpensums für Familienhaushalte nicht, wenn das erzielte Mehreinkommen tiefer liegt als die Mehrkosten aufgrund der benötigten Kinderbetreuung und der höheren Steuern.
Zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit richtet sich der Fokus der Fachkräftepolitik deshalb hauptsächlich auf den Ausbau eines qualitativ guten und bezahlbaren Angebots an familienergänzender Kinderbetreuung, die Förderung von vereinbarkeitsfreundlichen Arbeitsbedingungen in Unternehmen sowie die Beseitigung von negativen Erwerbsanreizen durch das Steuersystem.