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Haltungsinsuffizienz und statische Probleme müssen bei jedem Rückenschmerz evaluiert bzw. behandelt werden. Die geeignete Therapie der Haltungsinsuffizienz ist die medizinische Trainingstherapie. Diese steigert die Belastungstoleranz bestimmter Muskelgruppen sowie der übrigen Weichteile (Sehnen, Bänder). Damit wird auch die Beweglichkeit und die Koordination gefördert. Wichtig ist dabei nicht nur die lokale Behandlung sondern auch die Steigerung der allgemeinen Ausdauerfähigkeit.
Die Trainingstherapie sollte zu Beginn 3-mal pro Woche über 6-24 Wochen durchgeführt werden, um einen geeigneten Effekt zu zeigen. Individuell angepasst werden müssen die Behandlungsbelastung sowie die Anzahl der Wiederholungen.
Statische Störungen wie Fehlhaltungen müssen nach Möglichkeit korrigiert werden. Fehlformen sind definitionsgemäss nicht korrigierbar. Schwere Fehlformen bedürfen vor allem im jugendlichen Alter einer operativen Therapie.
Die Prävalenz von Rückenschmerzen in der Bevölkerung beträgt etwa 50%. Fast jeder Mensch erkrankt während seines gesamten Lebens mindestens 1-mal an einem Rückenleiden.
Chronische Rückenschmerzen sind die häufigste Ursache der Arbeitsunfähigkeit sowie von Funktionseinschränkungen in der 2. Lebenshälfte. Die meisten Schmerzepisoden klingen innerhalb von 6 Wochen aus, nur bei einer Minderheit persistieren chronische Schmerzen über 3 Monate hinaus. Die häufigsten Ursachen von Rückenschmerzen sind funktionell und degenerativ, seltener metabolisch, neoplastisch und traumatisch.
In der Praxis hat sich die Unterscheidung der klinischen Syndrome als sinnvoll erwiesen: Vertebrales Syndrom mit lokalisierten Schmerzen; spondylogenes Syndrom mit lokalisierten und ausstrahlenden Beschwerden; vertebrales Syndrom mit Ausstrahlung, auch pseudoradikulär genannt; sowie radikuläres Syndrom mit dermatombezogener Schmerzausstrahlung bzw. neurologischen Defiziten.