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Trotz Querschnittlähmung können Männer Kinder zeugen
Was viele nicht wissen: Trotz Querschnittlähmung kann ein Mann mit der heutigen Reproduktionsmedizin eigene Kinder zeugen. Jedoch ist dies nur in wenigen Fällen ohne medizinische Unterstützung möglich. Mangelhafte Spermiengewinnung und die schlechte Spermienqualität schränken die Fertilität des Mannes ein. Eine teure Konservierung der Spermien lohnt sich nicht, da die Qualität direkt nach der Querschnittlähmung beeinträchtigt ist. Nach der Konservierung nimmt sie zudem noch stärker ab, als jene eines querschnittgelähmten Mannes.
Unterstützende Therapien für die Erektion
Um die Erektion der querschnittgelähmten Männer zu fördern, werden drei Therapiemöglichkeiten angeboten: Nebst der medikamentösen Behandlung – beispielsweise mit Viagra - gibt es die Schwellkörper-Autoinjektionstherapie, bei welcher ein Wirkstoff direkt in den Schwellkörper des Penis gespritzt wird. Weiter kann mit einem Schwellkörperimplantat - auch bekannt als Penisprothese oder Penispumpe – nachgeholfen werden. Dabei wird ein Plastikzylinder im Schwellkörper durch eine Pumpe im Hodensack aufgepumpt, was zu einer mechanischen Erektion führt. Die Wahrscheinlichkeit für eine Vaterschaft beträgt bei einem querschnittgelähmten Mann 36 bis 50 Prozent. Dank der Reproduktionsmedizin und anderen neuen Verfahren verbessert sich diese Rate jedoch stetig.
Der Menstruationszyklus der Frau kann vorübergehend unterbrochen sein
Zur Fertilität bei querschnittgelähmten Frauen kann kaum eine wissenschaftlich belegte Aussage gemacht werden. Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass es im Zusammenhang mit dem spinalen Schock - welcher unmittelbar nach der Querschnittlähmung einen totalen Verlust der Sensibilität, Reflexminderung, Lähmung der Harnblase und des Mastdarms beinhaltet - zu einem vorübergehenden Unterbruch im Menstruationszyklus kommt. Danach kann die Frau wieder die volle Fruchtbarkeit erreichen.
Es stehen alle Verhütungsmethoden offen
Während der Schwangerschaft können bei einer querschnittgelähmten Frau diverse Schwierigkeiten auftreten. Dazu gehört der Harnstau, gesteigertes Thromboserisiko, zunehmende Immobilität, Ödembildung (Flüssigkeitsansammlung im Gewebe), sowie eine Verschlechterung der Atemwege.
Bei der Verhütung stehen Para- und Tetraplegikerinnen grundsätzlich alle Methoden offen. Östrogene, wie sie etwa in den Antibabypillen enthalten sind, erhöhen jedoch das Thromboserisiko und bei der Temperaturmethode können sich Infekte oder Temperaturregulationsstörungen negativ auf die Genauigkeit auswirken. Zudem bemerken die querschnittgelähmten Frauen allfällige Infekte, welche durch die Verhütungsspirale entstehen können, aufgrund ihrer Sensibilitätsstörung nicht.
Doppelte Anzahl Frühgeburten mit einer Querschnittlähmung
Frauen mit einer Querschnittlähmung erleiden beinahe doppelt so viele Frühgeburten wie Nichtgelähmte und gebären auch signifikant mehr Säuglinge mit niedrigem Geburtsgewicht. Oftmals müssen die Babys von querschnittgelähmten Müttern für mehr als fünf Tage auf die Frühgeborenen-Station. Für spontane Frühgeburten können vorzeitige Wehen verantwortlich gemacht werden, welche von 22 bis 23 Prozent der querschnittgelähmten Frauen nicht wahrgenommen werden. Die Querschnittlähmung verlangt an sich nicht zwingend einen Kaiserschnitt. Dennoch ist die Kaiserschnitt-Rate bei Frauen mit einer Querschnittlähmung höher als bei den übrigen Frauen. Bei der Planung eines Kaiserschnitts ist von ärztlicher Seite zu berücksichtigen, dass sich die Magenentleerung bei Frauen mit einer Querschnittlähmung im oberen Wirbelsäulenbereich verzögert und die Blutmenge niedriger sein kann.
Positiver Effekt: weniger Schmerzen bei der Geburt
Einen positiven Aspekt in Bezug auf die Geburt haben querschnittgelähmte Frauen jedoch: Sie empfinden einen deutlich verminderten Schmerz. Aufgrund der Verletzung müssen die Frauen während dem Entbinden zudem nicht mit ihrem Körper kämpfen. Sie können alles dem natürlichen Verlauf überlassen und das einmalige Erlebnis geniessen.
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