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Besuch der Zuckerfabrik Aarberg
01.11.2016 | OG Bern Alumni
Von: Andreas von Waldkirch
Trotz miserablem Wetter trafen sich die Alumni der Ortsgruppe Bern in Aarberg zum Besuch der Zuckerfabrik. Vor der Besichtigung der Fabrik führte ein ausgezeichneter Film in die Produktion des Zuckers ein.
Die Zuckerfabrik in Aarberg (seit 1899) bildet zusammen mit der Zuckerfabrik in Frauenfeld (seit 1963) die Schweizer Zucker AG. Die Verarbeitungskapazität der beiden Zuckerfabriken beträgt 20‘000 Tonnen am Tag. Mit 260 Mitarbeitenden werden in der Kampagne von Oktober bis Dezember 220‘000 t (2016) bis 340‘000 t (2014) Zucker produziert. Die dafür benötigte Rübenmenge ist sechs mal grösser, da der Zuckergehalt einer Rübe 16 bis 17 % beträgt. Vom produzierten Zucker gehen 15 % an den Lebensmittelhandel und an die Wirte. 85 % gehen in die Lebensmittelindustrie.
5‘700 Landwirte bauen Zuckerrüben an
1747 entdeckte der deutsche Chemiker Andreas Marggraf den Zucker in der Zuckerrübe. Seinem Schüler Franz Carl Achard gelang es erstmals 1801, Zucker aus einer Zuckerrübe zu gewinnen. In der Schweiz bauen 5‘700 Landwirte die Zuckerrübe auf 21‘000 Hektaren an. Der Ertrag liegt zwischen 40 bis 70 Tonnen Rüben pro Hektar. Im Vergleich mit Europa, wo jährlich 50 Millionen Tonnen Zucker produziert werden, ist die Schweiz dann aber doch ein kleiner Zuckerproduzent mit nur 0.5 % Anteil.
Volle Wertschöpfung
Die per Bahn oder Traktor angelieferten Rüben werden gewaschen und zu Schnitzeln zerkleinert. Die Entzuckerung erfolgt mit heissem Wasser. Der daraus entstehende Rohsaft gelangt in die Saftreinigung, die mit Kalkmilch (aus selber gebranntem Kalkstein) und Kohlendioxyd die zuckerfremden Stoffe entfernt. Anschliessend erfolgt in der Verdampfstation die Eindickung und Kristallisation. Als Nebenprodukte des Zuckers entstehen Rübenschnitzel. Diese Schnitzel gehen als Viehfutter wieder an die Landwirtschaft. Beim Waschen der Rüben bleibt Erde übrig. Auch diese wird verwendet und als Ricoter für den Gartenbau verkauft.