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Obervaz
(Kt. Graubünden, Bez. Albula, Kreis Alvaschein). 1214 m. Gem. mit mehreren Dörfern, auf der Lenzerheide und über dem rechten Ufer der Albula, oberhalb der Schluchten des Schyn. Station Solis der Albulabahn. Postbureaux und -ablagen Lenzerheide, ¶
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Lenzerheidesee, Solis und Zorten, Telegraph und Telephon in Lenzerheide, Solis und Zorten; Postwagen Chur-Lenzerheide-Tiefenkastel.
Die sehr ausgedehnte Gemeinde umfasst die Dörfer Lain, Muldain und Zorten (oder
Obervaz im engeren Sinn), den Weiler Solis und
zahlreiche Häusergruppen auf der Lenzerheide. Zusammen 150 Häuser, 868 kathol. Ew. romanischer Zunge. Kirchgemeinde. Wiesenbau
und Viehzucht, Alpwirtschaft. Fremdenindustrie. Die Bewohner wählen mit Vorliebe die Berufe eines Kaminkehrers
und Lumpensammlers.
Zur Erziehung ihrer Kinder hat die Gemeinde am O.-Hang des Stätzerhorns eine besondere Anstalt erbaut. Auf der Lenzerheide
werden grosse Tufflager abgebaut, die ein vorzügliches Baumaterial liefern. Beträchtliche Ueberreste der Stammburg der
Freiherren von Vaz, die vom 12. bis 14. Jahrhundert das mächtigste Edelgeschlecht Bündens waren. Diese
volksfreundlichen Herren befreiten schon im 13. Jahrhundert die Bewohner von Belfort von der Hörigkeit, besiedelten die Hochthäler
im Davos, wo sie den Kolonen beträchtliche Freiheiten gewährten, und schützten die Rechte der Leute im Rheinwald vor Uebergriffen.
Nach dem Erlöschen des Geschlechtes kam
Obervaz zuerst an die Grafen von Werdenberg und dann an den Bischof
von Chur, von dem sich die Bewohner 1537 gänzlich freikauften. Nahe der Solisbrücke hat man ein Grab mit Skelet und einem
Henkelkrug und bei Nivaigl ebenfalls ein Grab mit Skelet aufgedeckt.