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Karl May wurde als Kind bitterarmer Webersleute am 25. Februar 1842 in Ernstthal in Sachsen geboren. Von seinen 13 Geschwistern sterben zehn kurz nach der Geburt. Aufgrund unzureichender Ernährung zeitweise erblindet, wird seine Phantasie durch die Märchenerzählungen der Grossmutter beflügelt. Karl May will Lehrer werden, muss jedoch das Lehrerseminar verlassen, weil er kurz vor Weihnachten einige Talgkerzen an sich nimmt. Ein Zimmergenosse beschuldigt ihn, Taschenuhr, Tabakpfeife und eine Zigarrenspitze entwendet zu haben. May muss ins Gefängnis, schafft aber aus eigener Kraft den Aufstieg zum Schriftsteller.
Er schreibt «Reiserzählungen», mit denen er innerhalb weniger Jahre grosses Ansehen erlangt. Zu Karl Mays bekanntesten Romanen zählen «Der Schatz im Silbersee», die «Winnetou»-Trilogie, «Unter Geiern», «Der Ölprinz» sowie ein mehrbändiger Orientzyklus. Die Reiseerzählungen entstanden allesamt am heimischen Schreibtisch. Nach Amerika und in den Orient reiste er erst um 1900 als Tourist. Am 30. März 1912 stirbt Karl May in Radebeul an Herzversagen. Das Wohnhaus beherbergt heute das Karl-May-Museum.
Sein Aufstieg zu einem der erfolgreichsten deutschen Autoren aller Zeiten beginnt erst nach dem Tod Karl Mays. Innerhalb der gesammelten Werke sind bis heute 85 Bände erschienen. Die deutsche Auflage beträgt fast 100 Millionen Bücher, weltweit wurden 200 Millionen Exemplare verkauft. Mit seinen Abenteuerromanen gehört Karl May zu den am häufigsten übersetzten deutschen Schriftstellern. Seinen Höhepunkt erreichte der Karl-May-Mythos mit den von Horst Wendlandt produzierten Winnetou-Filmen der 1960er-Jahre. Die Kinoabenteuer, an deren Ende Winnetou und Old Shatterhand regelmässig der untergehenden Sonne entgegenritten, liefen sogar in den USA und in Japan über die Kinoleinwände und Fernsehbildschirme. Bis in die heutige Zeit überdauert haben die Karl-May-Festspiele in Deutschland. Produktionen gibt es unter anderem in Bad Segeberg, Elspe und Rathen. (Bildquelle: www.wikipedia.org)