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Land am Wasser
Der Aargau (alemannisch: Land am Wasser) ist landschaftsgeschichtlich eng mit den Flüssen und den Auen verbunden: Drei Viertel der gesamten Wassermenge aller Bäche und Flüsse der Schweiz fliessen durch den Aargau ab. Die Flüsse Aare, Reuss, Limmat und Rhein waren ursprünglich von grossen Auen begleitet. Ortsnamen wie Auenstein, Klingnau und Aarau, aber auch Biberstein (Biber als Wappentier) erinnern daran.
Die Auen sind fast verschwunden
Rund 90% der aargauischen Auen sind im Verlauf der letzten 150 Jahre verschwunden und mit ihnen die vielen Tier- und Pflanzenarten, die in ihnen leben. Die Gründe für den Auenschwund sind hauptsächlich:
- die Kanalisierung und Verbauung der Flüsse aus Hochwasserschutzgründen
- die Aufstauung zur Stromproduktion
- die Trockenlegung für die Gewinnung von landwirtschaftlich nutzbarer Fläche
- die Rodung der Auenwälder zur Ansiedlung von Industriebetrieben am Fluss
Von der Initiative zur Umsetzung
Mit der Annahme der kantonalen Volksinitiative "Auenschutzpark - für eine bedrohte Lebensgemeinschaft" am 6. Juni 1993 drückte das Aargauer Volk aus, dass ihm der Schutz der Auen besonders am Herzen liegt. Der Aargau hat im kantonalen Richtplan von 1996 die Auengebiete festgesetzt und Rahmenbedingungen für die Umsetzung formuliert. 1997 hat das Baudepartement das
"Sachprogramm Auenschutzpark Aargau" erstellt, das ein Schutz- und Aufwertungskonzept von 1998 bis 2014 beinhaltet. Es formuliert Ziele für die Realisierung und regelt Organisation sowie Finanzierung. Der Grosse Rat hat das Sachprogramm am 13. Januar 1998 genehmigt und erste Kredite gesprochen.
Auenschutz mit Bagger
In vielen Auen ist die natürliche Dynamik des Wassers durch die harten Flussverbauungen gestört. Dies macht es nötig, dass die Auen nicht nur per Gesetz geschützt, sondern aktiv durch aumassnahmen aufgewertet werden: Im Auenschutzpark erhalten die Flüsse mehr Raum. Dazu müssen auch grosse Maschinen wie Bagger die mechanische Arbeit übernehmen. Ist die Verbauung entfernt und der Raum gegeben, gestalten die Flüsse ihre Umgebung selber, die Hochwasser übernehmen die Feinmodellierung.
Dynamik und Artenvielfalt
Auen sind durch die Hochwasser der Flüsse sehr dynamische Lebensräume, die natürlicherweise einem ständigen Wandel unterworfen sind. Auf kleiner Fläche wechseln feuchte Bereiche wie Altarme oder Tümpel mit trockenen Biotopen wie der Hartholzaue ab. Hochwasser verändern die Auen. In einer so grossen Vielfalt unterschiedlicher Lebensräume auf kleinem Raum hat auch eine grosse Anzahl von Pflanzen- und Tierarten Platz. So kommen in Auen, die nur 0.3% der Landesfläche bedecken, 40 % aller einheimischen Pflanzenarten vor. Die Auen sind daher für den Erhalt der Artenvielfalt äusserst wichtig.