Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03568.jsonl.gz/315

Generative KI-Anwendungen wie ChatGPT haben inzwischen auch den Arbeitsplatz erreicht. Erste Umfrageergebnisse beleuchten die Häufigkeit der Nutzung und ob diese transparent gemacht wird.
Nachdem ChatGPT & Co zunächst von Schüler:innen und Student:innen aufgegriffen wurden und in Bildungsinstitutionen für Unruhe gesorgt haben, haben diese mittlerweile auch den Arbeitsplatz erreicht. Aktuell werden erste Studienergebnisse zur Nutzung von generativen Assistenzwerkzeugen am Arbeitsplatz publiziert. Allerdings fokussieren diese Studien bisher Aspekte der Substitution (Potenzial des Ersetzens von menschlicher Arbeitskraft) während sie Aspekte der Augmentation (Stärkung von Menschen bei der Aufgabenbewältigung) nicht beleuchten.
Im Mai hat Valoir, ein US-amerikanischer Technologie-Analyst, die Ergebnisse einer Umfrage unter mehr als 1’000 Beschäftigten in verschiedenen Branchen publiziert. Aufgezeigt wurde zum einen, für welche Typen von Aufgaben die Beschäftigten wie viel Zeit aufwenden. Eine daraus abgeleitete Schlussfolgerung lautet, dass ca. 40% der täglichen Arbeiten Automatisierungspotenzial aufweisen:
Wird ChatGPT für Arbeitsaufgaben genutzt?
Darüber hinaus wurden die Beschäftigten gefragt, ob sie bereits mit KI-Anwendungen wie ChatGPT am Arbeitsplatz experimentiert haben. Die Antworten deuten auf Unterschiede zwischen Regionen und auch zwischen Berufsgruppen hin. In Europa und im Mittleren Osten (EMEA) ist die Nutzung von ChatGPT vergleichsweise gering ausgeprägt; im Bereich HR ist die Nutzung vergleichsweise hoch ausgeprägt:
Wird die Nutzung von ChatGPT offen gelegt?
Fishbowl.com, ein Online-Karrierenetzwerk, hat Ende Januar 2023 mehr als 11’000 Nutzer:innen der Fishbowl-App gefragt, ob sie ChatGPT nutzen. Ende Januar gaben 43% der befragten Beschäftigten an, dass sie ChatGPT bereits für arbeitsbezogene Aufgaben genutzt haben. Mehr als zwei Drittel davon haben dies aber gegenüber ihren Vorgesetzten nicht transparent gemacht:
Herausforderungen für die verschiedenen Beteiligten
In der Kurz-Studie von Valoir werden am Ende zentrale Herausforderungen für die verschiedenen Beteiligten angeführt. Diese lassen sich so zusammenfassen:
- Führungskräfte müssen sich auf herausfordernde Gespräche mit Mitarbeitenden einstellen bzw. vorbereiten, in denen es einerseits um Sorgen um die Arbeitsplatzsicherheit, andererseits um mögliche Entwicklungsstrategien (Augmentationsstrategien) geht.
- IT-Verantwortliche müssen neben dem Kompetenzaufbau zu KI auch Aspekte der Governance von KI angehen.
- HR-Verantwortliche müssen sich u.a. in die Erarbeitung von Leitlinien zur Nutzung von KI einbringen.
- Beschäftigte müssen ihre eigenen Rollen und Kompetenzprofile ebenso reflektieren wie mögliche Entwicklungsstrategien (Augmentationsstrategien).
Verweise
Valoir (May 2023): Assessing the value of AI and automation. A Valoir report. Valoir.com.