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Luftaufnahme des Kenogami-Urwald in Ontario, Kanada. © Greenpeace / Andrew Male
Zur Herstellung von Kleenex in den USA und Kanada wurden bisher vor allem boreale Urwälder in Kanada gefällt. Nun hat Greenpeace nach einer jahrelangen Kampagne erreicht, dass diese bedrohten Wälder nicht mehr die Toilette runtergespült werden.
In den letzten Monaten führte Greenpeace mit dem Konzern intensive Verhandlungen, aus denen die neuen Richtlinien hervorgegangen sind. Demnach wird Kimberly Clark ab sofort auf Zellstoff aus Urwaldzerstörung verzichten und zukünftig verstärkt auf Recyclingfasern und Zellstoff setzen, der nach dem Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert ist und aus ökologisch nachhaltiger Waldwirtschaft stammt. Ab Ende 2011 will der Hersteller aus den kanadischen Wäldern nur noch Zellstoff verwenden, der FSC-zertifiziert ist. Mit dieser Regelung bleiben jährlich mehrere zehntausend Tonnen Urwaldholz im Wald.
Der boreale Regenwald Kanadas spielt im Kampf gegen den Klimawandel und für die Erhaltung der Artenvielfalt eine besondere Rolle. Er ist mit 545 Millionen Hektar der grösste Wald Nordamerikas. Doch werden hier Jahr für Jahr 700’000 Hektaren dem Erdboden gleichgemacht. Dabei speichert der boreale Wald mit geschätzten 47,5 Milliarden Tonnen sieben Mal so viel Kohlenstoff (CO2) wie durch die weltweite Verbrennung fossiler Energieträger jährlich ausgestossen wird. Knapp 20 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen stammen aus der Zerstörung der Urwälder.
Die Urwälder in den kanadischen Provinzen Ontario und Quebec sind seit den 1990er-Jahren ein Hauptschauplatz der weltweiten Urwaldzerstörung. 80 Prozent wurden zerstört oder verwüstet, um Zellstoff für Zeitungen, Zeitschriften und Toilettenpapier zu gewinnen. Kimberly Clark hat dieses verantwortungslose Vorgehen jahrzehntelang unterstützt, indem der Konzern Holz aus diesen Urwäldern bezogen hat.
Die borealen Wälder Kanadas sind die Heimat unzähliger Tierarten. Über eine Milliarde Vögel bringen in den Wäldern und Seen des Urwaldes ihre Jungen zur Welt. Durch die Zerstörung besonders gefährdet ist das Waldkaribu. Diese Rentierart ist akut bedroht und in einigen Waldgebieten bereits verschwunden. Die voranschreitende Urwaldzerstörung zur Holz- und Papierproduktion vertreibt die Tiere in andere Waldgebiete – so lange, bis kein Wald zum Überleben mehr vorhanden ist.
Kimberly Clark war nicht der einzige Konzern, der sich auf Kosten der borealen Wälder bereichert hat. Der grösste Zeitungspapierhersteller AbitibiBowater betreibt die Praxis der Urwaldzerstörung noch immer aktiv. Dabei sollte sich der Papier-Hersteller am Rückzug von Kimberly Clark ein Beispiel nehmen.
Verbaucherinnen und Verbraucher handeln am umweltbewusstesten, indem sie Toiletten- und Haushaltspapier sowie Taschentücher aus Reyclingpapier kaufen.
Blog: Thank you, Kimberly!
Archiv der Kleercut-Kampagne von Greenpeace USA