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| Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat

18. Buch
11. Zeitbestimmung des Auszugs des Gottesvolkes aus Ägypten unter Mosis Führung und des Todes seines Nachfolgers Jesus Nave.
Moses führte also das Volk Gottes aus Ägypten heraus gegen Ende der Regierung des Athenerkönigs Kekrops, als bei den Assyrern Ascatades König war, bei den Sikyoniern Marathus und bei den Argivern Triopas. Und hierauf übergab er dem Volk das auf dem Berge Sina aus der Hand Gottes entgegengenommene Gesetz, das Alte Testament genannt, weil es irdische Verheißungen enthält und durch Jesus Christus ein neues Testament eintreten sollte, durch das das Himmelreich verheißen wird. Diese Reihenfolge mußte eingehalten werden, wie ja auch beim Einzelmenschen, der in der Richtung auf Gott voranschreitet, das zutrifft, was der Apostel sagt1 , daß nämlich „nicht an der Spitze steht, was geistig ist, sondern was seelisch ist; dann erst folgt das Geistige“; denn, wie er sagt, und recht hat er, „der erste Mensch ist von der Erde, irdisch; der zweite Mensch ist vom Himmel“. Moses leitete das Volk in der Wüste vierzig Jahre lang und starb mit hundertzwanzig Jahren, nachdem auch er Christum geweissagt hatte durch die Sinnbilder äußerer Gebräuche im Zelt und im Priestertum, in Opfern und zahlreichen anderen geheimnisvollen Vorschriften. Auf ihn folgte Jesus Nave, und er führte das Volk in das Land der Verheißung ein und wies ihm dort Wohnsitze an, deren Bevölkerung er im Auftrage Gottes bis zur Vernichtung bekämpft hatte. Als er das Volk vom Tode des Moses ab siebenundzwanzig Jahre lang geleitet hatte, starb auch er; zur Zeit seines Todes regierte bei den Assyrern als achtzehnter König Amyntas, bei den Sikyoniern als sechzehnter Corax, bei den Argivern als zehnter Danaus, bei den Athenern als vierter Erichthonius.
1: 1 Kor. 15, 46 f. Vgl. oben XIII 23, 2. Absatz; XV 1, 2. Absatz [2. Band 286 f.; 360 f.].