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(ots) - Vaduz, 22. November (pafl) - Die Regierung hat in ihrer
Sitzung vom 21. November 2006 beschlossen, das von der Bau-,
Planungs- und Umweltdirektorenkonferenz (BPUK) der Schweizer Kantone
beschlossene Interventionskonzept PM10 für temporäre Massnahmen bei
ausserordentlich hoher Luftbelastung durch Feinstaub für
Liechtenstein zu übernehmen.
In Ergänzung zum Aktionsplan gegen Feinstaub des Departements für
Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), der mittel- und
langfristig wirkende Massnahmen enthält, erarbeitete die BPUK für
akute Belastungssituationen ein Interventionskonzept, wonach
befristete Massnahmen kurzfristig beschlossen werden können. Es ist
dreistufig aufgebaut und enthält eine Informationsstufe sowie bei
extremen Belastungssituationen zwei Interventionsstufen.
Die Informationsstufe setzt auf verstärkte Informationstätigkeit,
Aufrufe und freiwillige Massnahmen. Diese Informationsschwelle liegt
beim 1.5-fachen Grenzwert für Feinstaub, das heisst 75 Mikrogramm
pro Kubikmeter Luft.
Die Interventionsschwellen liegen beim 2-fachen Grenzwert (100
Mikrogramm pro Kubikmeter Luft) respektive dem 3-fachen Grenzwert
(150 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft). Die Interventionsstufen 1 und
2 sehen behördliche Massnahmen vor. Bei Überschreiten des ersten
Interventionswerts von 100 Mikrogramm pro Kubikmeter soll der
Betrieb von mit Feststoff befeuerten Zweitheizungen wie Cheminées
oder Cheminéeöfen etc., welche nicht mit Partikelabscheidern
ausgerüstet sind, eingeschränkt werden. Ferner wird die Einhaltung
des Verbotes, Abfälle im Freien zu verbrennen, inklusive das
Verbrennen von organischen Abfällen aus der Land- und
Forstwirtschaft sowie aus Hausgärten, verstärkt kontrolliert. Bei
Überschreiten des zweiten Interventionswertes von 150 Mikrogramm pro
Kubikmeter kann der Einsatz von dieselbetriebenen Maschinen, Geräten
und Fahrzeugen eingeschränkt werden.
Das Interventionskonzept stellt ein eigentliches "Notfallkonzept"
dar. Es dient im Wesentlichen dazu, Belastungsspitzen zu brechen und
einem weiteren Anstieg der Belastungssituation vorzubeugen. Eine
deutliche Reduktion der bereits erreichten Belastung kann jedoch von
solchen kurzfristigen Sofortmassnahmen nicht erwartet werden.
Aufgrund der naturräumlichen Situation Liechtensteins mit der
Hauptbelastung im Talgebiet sind Sofortmassnahmen nur zusammen mit
dem Nachbarkanton St. Gallen sinnvoll. Eine direkte Anlehnung an das
Konzept der BPUK ist deshalb angezeigt, um Sofortmassnahmen im
Rheintal gemeinsam zu planen und umzusetzen.
Kontakt:
Amt für Umweltschutz
Dr. Helmut Kindle
Tel.: +423/236 61 97