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1.
EMF 1864 Solothurn
Zwei Jahre nach ihrer Gründung, führte die
„Eidgenössische Volks- und Militärmusikgesellschaft“ (der heutige EMV) in
Solothurn ihr erstes Musikfest durch. Von den 21 der Gesellschaft
angeschlossenen Vereinen beteiligten sich daran deren 15.
2.
EMF 1866 Lausanne
Bereits im zweiten EMF wurde vom
Organisationskomitee gegen den Willen des Zentralkomitees des EMV ein
„Kampfgericht“ zur Beurteilung der Konzertvorträge eingesetzt. Dieses bestand
aus drei Musikdirektoren. Die Beurteilung erfolgte nach fünf Faktoren: 1. Reine
Stimmung/ 2. Rhythmische Genauigkeit/ 3. Geistige Auffassung der Komposition/
4. Dynamische Schönheit/ 5. Gesamteindruck
3.
EMF 1868 Bern
Beim dritten EMF wünschte das Organisationskomitee
wiederum eine fachliche Beurteilung der Einzelvorträge. Erst kurz vor dem Fest
konnte sich das Zentralkomitee des EMV nach lebhafter Diskussion dazu
durchringen, diesem Wunsche stattzugeben. Es wählte ein „Kampfgericht“ von fünf
Musikdirektoren.
4.
EMF 1870 Le Locle
Beim vierten Fest erregte die strenge Beurteilung
der Kampfrichter den Unwillen der konkurrierenden Vereine. Nach dem Fest traten
aus diesem Grunde elf Sektionen aus dem Verband aus. Nun gehörten dem EMV noch
16 Sektionen an.
5.
EMF 1873 Schaffhausen
Für das fünfte EMF meldeten sich nur acht Korps an,
wovon sechs am Wettkampf teilnahmen. Auch die finanzielle Situation des
Verbandes war bedenklich: Das Vermögen betrug
Fr. 94.88, der Aktivsaldo Fr. 239.44, nicht genug, die anstehenden Schulden zu
bezahlen.
6.
EMF 1877 Zürich
Das sechste EMF war für das Jahr 1876 vorgesehen.
Am 13. Juni 1986 aber entschloss sich das Zentralkomitee, „in Hinsicht auf die
Notlage, in die der Kanton Zürich und die ganze Ostschweiz durch grosse
Überschwemmungen gekommen", das Fest auf den Frühling 1877 zu verschieben.
Mit der wiederum enttäuschenden Zahl von nur elf Vereinen fand es Ende Mai 1877
statt.
7.
EMF 1880 Biel
Für die Durchführung des siebten EMF war keine
freiwillige Anmeldung zu erhalten. Die Bemühungen des Zentralkomitees führten
aber schliesslich dazu, dass sich Biel bereit erklärte, 1880 das EMF
durchzuführen. Dieses wurde von 20 Vereinen besucht.
An den folgenden Festen, bis um die
Jahrhundertwende, wurden keine grundsätzlichen,
neuen Ideen verwirklicht.
8.
EMF 1886 Luzern
9.
EMF 1890 Thun
10.
EMF 1893 Solothurn
11.
EMF 1897 St.Gallen
12.
EMF 1900 Aarau
13.
EMF 1903 Lugano
14.
EMF 1906 Fribourg
Am 14. EMF spielten die Vereine erstmals in zwei
Abteilungen: a) Abteilung Harmoniemusik Kategorie 1: Schwierigere
Kompositionen, Kategorie 2: Leichtere Kompositionen b) Abteilung Blechmusik,
Kategorie 1: Schwierigere Kompositionen, Kategorie 2: leichtere Kompositionen.
Die teilnehmenden Vereine hatten nebst dem Selbstwahlstück je nach
Leistungsklasse nun auch ein Pflichtstück einzuüben oder ein Primavistastück
ohne Vorbereitung vom Blatt vorzutragen.
15.
EMF 1909 Basel
16.
EMF 1912 Vevey
17.
EMF 1923 Zug
Am 17. EMF wurde erstmals ein Marschmusikwettbewerb
durchgeführt und hernach laut Beschluss der DV von 1925 als obligatorisch
erklärt. Die Pflichtstücke wurden erstmals Aufgabenstücke genannt, diese
Bezeichnung ist bis heute geblieben.
18. EMF 1927 La
Chaux-de-Fonds
19. EMF 1931 Bern
AM 19. EMF wurde die Marschmusik „aus Zeitmangel“
fallengelassen. Seit dem 20. EMF ist der Marschmusikwettbewerb an jedem Fest
durchgeführt worden und ist seither obligatorischer und unverzichtbarerer
Bestandteil des musikalischen Wettstreites. Die Marschmusik erfreut sich bis
heute ungebrochener Beliebtheit beim Publikum.
20.
EMF 1935 Luzern
Für das 20. EMF wurde ein neue Wettspielordnung
eingeführt: Höchst- und erste Klasse: Selbstwahlstück und Stundenchor/ zweite
und dritte Klasse: Selbstwahlstück und Primavistastück/ vierte und fünfte
Klasse: Selbstwahlstück und Aufgabestück.
21.
EMF 1948 St.Gallen
Als Reaktion auf die vielen Diskussionen wegen der
„zu langen und zu schweren“ Aufgabestücke, Stundenchöre und Primavistastücke
verzichtete man am ersten Fest nach dem Zweiten Weltkrieg auf jegliche
Aufgabestellung. Jeder Verein hatte lediglich ein Selbstwahlstück vorzutragen,
konnte sich aber freiwillig an einem „Studienpreisspiel“ beteiligen, wo neue Kompositionen,
Originalwerke und Transkriptionen aus der Taufe gehoben wurden.
22.
EMF 1953 Fribourg
Am 22. EMF hatten Höchst-, erste und zweite Klasse
ein Aufgabenstück in sechs Wochen einzustudieren. Die dritte und vierte Klasse
hatte keine Aufgabestücke, eine fünfte Klasse gab es künftig nicht mehr. Das
Primavistaspiel war nun endgültig abgeschafft worden und auch die Stundenchöre
hatte man fallenlassen.
23.
EMF 1957 Zürich
Am 23. EMF, welches erstmals an zwei Wochenenden
zur Durchführung kam, wurden die Aufgabenstücke für alle Klassen wieder
eingeführt; seit damals standen acht Wochen für deren Einstudierung zur
Verfügung.
24.
EMF 1966 Aarau
25.
EMF 1971 Luzern
26.
EMF 1976 Biel
Am 26. EMF wurde erstmals in der Höchst- und in der
ersten Klasse zwischen den Besetzungstypen a) Brass Band/ Blech/ Fanfare mixte
und b) Harmonie unterschieden. Ausserdem konnten nun die Vereine, einem
allgemeinen Wunsch entsprechend, wählen zwischen der Bewertungsart mit
Bekanntgabe der Punktezahlen, ohne Bekanntgabe der Punktezahlen und dem reinen
Kritikspiel. Bewertet wurde erstmals nach sechs Faktoren: 1. Reinheit/ 2.
Rhythmische Ausführung/ 3. Dynamische Gestaltung und Klangausgleich/ 4.
Tonkultur/ 5. Technik und Artikulation/ 6. Interpretation. Der Grossteil der
teilnehmenden 267 Vereine, nämlich deren 221, spielten um Punkte, diese wurden
aber erst an der Rangverkündigung bekanntgegeben.
27.
EMF 1981 Lausanne
28.
EMF 1986 Winterthur
Am 28. EMF kam ein total neu gefasstes
Festreglement zur Anwendung. Die wesentlichen Neuerungen hier kurz
zusammengefasst: 1. Jedes Wochenende wird zum vorneherein bestimmten Klassen
und Besetzungstypen reserviert/ 2. In der Höchst-, 1. und 2. Klasse wird erstmals
zwischen den drei Besetzungstypen Harmonie, Fanfare mixte/Blech und Brass Band
unterschieden/ 3. Selbstwahlstück und Aufgabestück werden unabhängig
voneinander in zwei verschiedenen Konzertlokalen von zwei verschieden Jurys
beurteilt/ 4. Die einzelnen Faktorennoten werden unmittelbar im Konzertlokal
durch Lautsprecher bekanntgegeben und der Verein erhält ein Doppel des
Jury-Blattes mit allen Noten/ 5. Alle Vereine einer Klasse und eines
Besetzungstyps müssen von denselben beiden Jurys beurteilt werden.
29.
EMF 1991 Lugano
Das bewährte Festreglement wurde praktisch
unverändert auch am 29. EMF angewendet. Ein wesentlicher Fortschritt war darin
zu sehen, dass in der Konzertmusik neu der Faktor „Musikalischer Ausdruck“
bewertet wurde. Dadurch sollte die Musikalität der Vorträge wesentlich
aufgewertet werden, was sich sehr bewährt hat.
30.
EMF 1996 Interlaken
31.
EMF 2001 Fribourg
32.
EMF 2006 Luzern
33.
EMF 2011 St.Gallen
34. EMF 2016 Montreuz
35. EMF 2021 Interlaken
Quelle: Blasmusikzeitung / Ein
historischer Rückblick von Herbert Frei