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Sanddorn - Hippophae rhamnoides
Hippophae rhamnoides (syn. Hippophae angustifolia, H. fasciculata, H. littoralis, H. salicifolia, H. taurica, Rhamnoides hippophae);
Sanddorn (syn. Haffdorn, Meerdorn, Seedorn, Weidendorn).
VORKOMMEN
Sanddorn ist ursprünglich in Nepal beheimatet. Heut liegt sein
Verbreitungsgebiet in Ost- und Westasien mit Sibirien und der
Volksrepublik China. Das europäische Verbreitungsgebiet erstreckt sich
von den Pyrenäen über die Alpen und das Alpenvorland bis zum Kaukasus.
Der Sanddorn bevorzugt kalkhaltige Sand- und Kiesböden in sonnigen Lagen in Höhenlagen von der Ebene bis zu 1800 Meter in den Alpen.
Er besiedelt gern lichte Kiefernwälder und Verlichtungen in Kiefer-Trockenwäldern. Trockene Flussauen und Schotterfluren zählen ebenso wie felsige Hänge und kiesige Ufer von Gebirgsbächen zu seinen üblichen Standorten. Als Pionierpflanze ist er an Meeresküsten, insbesondere auf festgelegten Dünen, aber auch in Steppen eine häufig anzutreffende Art.
Neben weiteren Sträuchern wie z.B. Weissdorn, Faulbaum, Holunder, Berberitze oder Weiden gehört der Sandorn in jeden Naturgarten.
In meinem Garten werden die Sanddornbeeren von den Elstern sehr geschätzt - sie lassen keine einzige Beere stehen.
MERKMALE
Der Sanddorn ist ein 1–6 m hoher dorniger Strauch. Die Blätter sind wechselständig, schmal–lanzettlich, 2–6 cm lang und 3–5 (10) mm breit, oberseits grau punktiert, unterseits durch Schildhaare silberweiss bis kupferrot. Sanddorn ist zweihäusig. Die Blüten sind nur ca. 3 mm lang, die männlichen sind bräunlich und ungestielt und in dichten Knäueln ährig angeordnet. Die weibliche Blüten sind in kurzen, wenigblütigen Trauben angeordnet. Die Blüten entwickeln sich vor den Blättern. Die Frucht ist eine kugelige, orangerote beerenartige Steinfrucht mit einem Durchmesser von ca. 7–8 mm.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Als Heildrogen werden die frischen reifen Sanddornfrüchte und das Sanddornkernöl genutzt.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Sanddornbeeren weisen einen ungewöhnlich hohen Vitamin-C-Gehalt auf.
Abhängig von der jeweiligen Sorte, variiert dieser zwischen 200 bis 900
mg pro 100 g Fruchtfleisch. Damit wird der durchschnittliche
Vitamin-C-Gehalt von 50 mg pro 100 g bei Zitronen oder Orangen mehrfach
überschritten. Letztere werden aber in wesentlich höheren Mengen
verzehrt, was solche Angaben relativiert. Für Hagebutten und Acerolakirschen wurden mit Gehalten von 1250 mg respektive 1300 -
1700 mg pro 100 g Fruchtfleisch noch deutlich höhere Werte festgestellt.
Sanddornbeeren enthalten zusätzlich in nicht geringen Mengen
Beta-Karotin und Gerbstoffe.
Sanddornfruchtfleisch enthält zwischen drei und fünf Prozent Öl. Sanddornöle sind reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, haben einen sehr hohen Anteil Carotine und vereinigen praktisch den gesamten Vitaminkomplex in sich.
PHARMAKOLOGIE
Sanddorn enthält in geringen Mengen auch Vitamin B12,
welches sonst fast ausschliesslich in tierischer Nahrung vorkommt.
Dieses entsteht durch eine Symbiose mit Bakterien auf der Aussenschale
der Beere. Die Präsenz dieses Vitamins in entsprechenden Produkten ist
an das Vorhandensein von Sanddornfruchtfleisch gekoppelt. Unabhängige
Erkenntnisse dazu existieren bislang jedoch nicht, weiterhin sind die
Umstände, die zu dem propagierten hohen Cobalamingehalt des Sanddorns
führen sollen, nicht offengelegt.
Es gibt nur wenige Alternativen für Vitamin B12, so ist Sanddorn vor allem für Vegetarier und Veganer eine wichtige Ergänzung des Speiseplans.
ANWENDUNG
Sanddornfrüchte verwendet man in der Medizin nur in Form von Säften und
Extrakten. Aufgrund ihres hohen Gehalts an Vitamin C verwendet man sie
bei Anfälligkeit auf Erkältungskrankheiten, bei fieberhaften Infekten
sowie in der Rekonvaleszenz.
Das fette Öl fördert die Wundheilung, diese Eigenschaft wird in Osteuropa schon lange zur Heilung von Strahlenschäden z.B. durch Röntgenstrahlen oder bei Sonnenbrand genutzt. Der versuchsweise Einsatz bei Neurodermitis war dagegen nicht überzeugend. In Mitteleuropa ist Sanddornkernöl neuerdings in zahlreichen Kosmetikprodukten enthalten.
ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
Im Handel ist Sanddorn als Pulver,
in Kosmetika, in Sanddornölkapseln, in diversen Lebensmitteln, als Öl, Sirup, Saft und in Konfitüre zu finden.
Die Firma Weleda AG produziert eine dementsprechende Salbe (Hippophaës oleum 10%, Salbe).
STATUS
HOMÖOPATHIE
Keine Anwendung
SANDDORN IM GARTEN
Sanddorn ist zweihäusig, das bedeutet es gib weibliche und männlich
Pflanzen. Nur die weiblichen tragen Früchte, diese müssen dazu aber
zunächst von Pollen einer männlichen Pflanze bestäubt werden. Sie müssen
also eine männliche und eine (oder mehrere) weibliche Pflanze anbauen.
Der Sanddorn ist sehr lichthungrig und liebt Wärme und Sonne. Er mag lockere, sandige Böden, aber er neigt dazu, sich unterirdisch fortzupflanzen. Bringen sie also eine „Wurzelsperre“ an. Sanddorn ist sehr pflegeleicht, da er weder gewässert noch gedüngt werden muss. Lediglich im ersten Jahr können sie die Erde mit etwas Hornmehl anreichern. Die Äste müssen alle zwei Jahre zurückgeschnitten werden.
Der winterharte Sanddorn ist ausgesprochen resistent und wird nicht von Krankheiten oder Schädlingen heimgesucht.
SONSTIGES
Bereits in der Antike hatte Sanddorn als Nahrungs- und Heilpflanze eine Bedeutung. Vor allem in Asien und im Mittelmeerraum werden seine Früchte als Nahrungs- und Heilpflanze seit alten Zeiten gesammelt. Die Früchte werden frisch verzehrt oder zu vitaminreichen Säften, Sirupe, Kompotte, Gelees, Bonbons, Gelees, Marmeladen, Liköre oder auch Weine verarbeitet.
Letzte Änderung: 17.01.2017 / © W. Arnold