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Die Glyptik (im Deutschen „Steinschneidekunst“) ist die künstlerische oder auch handwerkliche Bearbeitung von Schmucksteinen, Edelsteinen, Bergkristallen und ähnlichen Steinsorten mit Hilfe von Schneid- und Schleifgeräten.
Geschichte
Glyptik leitet sich vom altgriechischen Wort „glyphein“ ab, waa soviel wie „aushöhlen“, „herausschnitzen“ bzw. „in den Stein eingraben“ bedeutet. Neben dem Künstler oder Handwerker kann ein Glyptiker auch ein Experte für Edelsteine, oder auch ein Sammler oder Händler von Edelsteinen sein.[1] Damit verwandt ist der kunstgeschichtliche Begriff Hartstein-Schnitzen, der einige der erzeugten Objekte und das Handwerk benennt. Diamantenschneider werden in der Regel aufgrund der speziellen Techniken, die für einen Diamanten erforderlich sind, nicht als Glyptiker bezeichnet. In modernen Kontexten bezieht sich die Bezeichnung „Steinschneider“ üblicherweise auf Menschen, die sich auf das Schleifen von Diamanten spezialisieren. Doch bei älteren historischen Kontexten bezieht sie sich auf Künstler, die Gemme (gravierte Steine als Oberbegriff) wie Jadeschnitzereien und dergleichen herstellen.
Eine spezielle Form der glyptischen Arbeit ist das Einsetzen von Marmor und Edelsteinen in eine Marmor-Matrix. Diese ist im Englischen als „Pietra Dura“ für die Hartsteine wie Onyx, Jaspis und Karneol bekannt. In Florenz und Neapel, wo sich die Technik im 16. Jahrhundert entwickelte, wird sie „opere di commessi“ genannt. Die Medici-Kapelle in San Lorenzo in Florenz wurde komplett mit eingelegten harten Steinen furniert. Die Spezialität „Mikromosaike“ entwickelte sich ab dem späten 18. Jahrhundert in Neapel und Rom, bei der winzige Glassplitter so zusammenbracht werden, um Stillleben, Stadtausblicke und dergleichen zu erstellen. Diese Arbeit wird manchmal mit dem Überbegriff der glyptischen Arbeit bezeichnet. In China spezialisierte sich die glyptische Arbeit auf Jade und besteht mindestens seit der Shang-Dynastie kontinuierlich.
Kategorien
Neben den figürlichen Schnitzereien gibt es drei große Kategorien der glyptischen Künste. Diese sind die Verfahren Trommeln, Cabochonschneiden und Facettierung. Die Unterscheidung der Begriffe ist etwas verschwommen und vieles wird einfach mit dem Begriff Cabochonschneiden abgedeckt.
Die meiste glyptische Arbeit erfolgt mit motorisierten Geräten und Kunstharz oder Metall gebundene Diamantwerkzeuge in sukzessiv abnehmenden Partikelgrößen, bis schließlich eine Politur erreicht wird. Oft wird der letzte Schliff mit einem anderen Element erreicht, wie Zinnoxid oder Cer (IV)-Oxid. Ältere Techniken sind immer noch bei den Hobbyisten beliebt. Diese verwenden Schleifscheiben aus Siliciumcarbid, die nur mit einer Diamantsäge bestückt sind. Ein Diamantschleifen kann aufgrund der extremen Härte von Diamanten nicht mit Siliziumkarbid erreicht werden. Dies erfordert den Einsatz von Diamant-Werkzeugen.
Es gibt auch viele andere Formen der Glyptik, abgesehen vom Schneiden und Polieren von Steinen und Edelsteinen. Dazu gehören auch: Gießen, Facettieren, Schnitzen, Schmuckherstellung, Mosaike (z.B. kleine Scheiben von Opal auf Muttergestein, Obsidian oder anderen schwarzen Steinen und mit einer klaren Kuppel darauf (Glas oder Kristallquarz). Es gibt Glyptiker-Clubs auf der ganzen Welt. In Australien gibt es zahlreiche Edelsteinshows, einschließlich einer jährlichen Edelsteinshow, die Gemborree, welche ein landesweiter glyptischer Wettbewerb ist. Es gibt auch zahlreiche Edelstein- und Mineralienshows in Tucson, Arizona, die jedes Jahr Anfang Februar stattfinden. Diese Gruppe von Shows stellt den größten Edelstein- und Mineralien-Event der Welt dar. Die Veranstaltung fing ursprünglich mit der Tucson Gem and Mineral Society Show an und beinhaltet mittlerweile Dutzende andere unabhängige Shows.
Quellen[1] lapidary: Webster’s New World College Dictionary, 4th Ed.