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Segler
Wie Raketen oder wie Sicheln streifen sie die Pässe mit einem typischen pfeifenden Luftgeräusch oder sie bilden Kreisel, erfüllt von fröhlichen Rufen, und drängen sich zwischen die Häuser alter Quartiere, um unter den Vordächern zu landen - diese schwarzen Vögel, die in ruhigen Gewässern trinken oder baden, ohne ihren Flug zu unterbrechen, sind keine Schwalben, sondern Segler. Ihr Flug hat nicht die Gewandtheit des Schwalbenflugs. Betrachten Sie Schwalben, wenn sie steigen, fallen, rasch kurven: sie häkeln Spitzen, wessen Segler nicht fähig sind. Diese brauchen gestreckte Flughahnen und beanspruchen grosse Kurven, die sie mit 100 km/Std fliegen.
Ein spindelförmiger Rumpf, zu einfachen Haken verkümmerte Füsse, Flügel, die geschlossen länger sind als der ganze Körper, alles ist auf Geschwindigkeitssteigerung ausgerichtet. Davon ist sogar ihre Lebensweise gezeichnet: kein Singplatz, kein Territorium für diese Söhne von Äolos, des Verwalters der Winde, die nicht einmal landen, um zu schlafen oder Halme zu pflücken für den Nesrbau oder um sich zu paaren.
Dieser Jäger des Luftplankrons, frei wie die Luft, belebt die Dörfer, überfliegt die Felder und zögert nicht, die höchsten Gipfel zu erreichen, wenn er dort Insekten findet, die vom sommerlichen Aufwind hinaufgetragen wurden. Aber eine Kältewelle, der Durchgang einer Regenfront genügen, um ihm die Nahrung zu entziehen. Dann muss er grosse Verschiebungen vornehmen, um dem Tiefdruckgebiet auszuweichen und das sechsbeinige Manna wieder zu finden. Der Ausflug kann ihn einige hundert Kilometer vom Heimatort wegführen und mehrere Tage dauern. Die Jungen im Nest können dann in Erstarrung verfallen, was ihnen ermöglicht, eine Zeitlang ohne Nahrung zu sein und von ihrem Fettvorrat zu zehren. So ein Nesraufenrhalt kann für den kleinen Vogel Rekordzeiren von 34 bis 48 Tagen betragen.
Während der Mauersegler ausschliesslich an Häusern nistet und unsere Dörfer belebt, ist sein grosser Vetter mit braunem Rücken und weissem Bauch, der Alpensegler, den Felswänden der Alpen zwar treugeblieben, nistet aber auch auf hohen Gebäuden in Städten des Mittellandes. Weniger zahlreich als der Mauersegler ist der weissbäuchige Alpensegler, der Felswände und Schluchten bewohnt, und man sieht ihn seltener. Ohne sein kräftiges Trillern würde man seine Brutplätze kaum kennen, so schwierig ist es, die in winzigen Spalten versteckten Nester, die sie im Vorbeiflug flüchtig aufsuchen, zu sehen. Immerhin weiss man, dass sich diese Art in Roc-Vieux oberhalb von Evolène, in den Schluchten der Pontis, in den ausgedehnten Felswänden über Leukerbad und Chamoson und in den Schluchten der Borgne vermehrt.
Geduldige Beobachtungen städtischer Kolonien des schweizerischen Mittellandes haben ergeben, dass die Segler ihren Jungen Kügelchen von zwei bis drei Gramm Gewicht bringen, die bis zu 700 Wirbellose enrhalten können: Schmerrerlinge, Spinnen, Käfer. Daraus bildet sich im Magen der weissbäuchigen Jungen, die während 53 bis 66 Tagen im Nest verbleiben, je nach meteorologischen Bedingungen, eine nahrhafte Brühe. Diese lange Vorbereitungszeit ist notwendig, weil die Jungen, einmal flügge, nicht mehr ins Nest zurückkehren und sich auf ihrem Flug nach Afrika selbständig durchschlagen müssen.
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