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Geschichte
Das System einer Kanalisation kommt von den Römern
Fäkalien und Schmutzstoffe im Wasser verursachen seit Gedenken Seuchen und Krankheiten. Das erkannten schon die Römer. Sie haben bei uns die ersten Abwasseranlagen gebaut. In den Städten wurden Fäkalgräben in der Mitte von Gassen regelmässig mit dem Wasser der Stadtbäche gespült – sehr zum Ärger der Unterschichten, die ihr Trinkwasser vor den Stadttoren aus Bächen und Ziehbrunnen schöpften. In Frauenfeld wurde noch in den 1930er Jahren kritisiert, dass Menschen im Bleichequartier (heute Gebiet Einkaufscenter Schlosspark in Frauenfeld) daran erkrankten. In einem Kraftakt hat die Schweiz ihr Abwasserproblem innert 40 Jahren gelöst.
Generationenwerk Abwasserreinigung
Bis 1965 waren 14% der Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz an eine zentrale Kläranlage angeschlossen. Im Jahr 2005 waren es 97%. Damit war das Ausbaupotenzial bis auf 1% ausgeschöpft, da die anderen 2% in zu weit abgelegenen oder zu schwach besiedelten Gebieten wohnen und ein Anschluss nicht sinnvoll ist. Mittlerweile umfasst unser Kanalisationsnetz eine Länge von über
130‘000 km mit 800 angeschlossenen Kläranlagen. Für den Ausbau der gesamten Infrastruktur wurden an die 50 Milliarden CHF ausgegeben. Der Bund hat mit einer Subventionssumme von 5.3 Milliarden CHF dazu beigetragen, das System aufzubauen.
Quelle: Bundesamt für Umwelt:
Geschichte des Verbandes
1957
Die Munizipalgemeinde Frauenfeld genehmigt das generelle Kanalisationsprojekt und beschliesst eine Abwasserreinigungsanlage zu projektieren. Als Standort wird die «Grosse Allmend» gewählt, weil dadurch die östlich und westlich der Murg gelegenen Wohn- und Industriegebiete im natürlichen Gefälle entwässert werden können.
1963 bis 1970
Der Kredit von 7.4 Mio. CHF für den Bau der ARA Frauenfeld auf der «Grossen Allmend» wird durch die Frauenfelder Stimmbürger genehmigt. Die Erstellung der ARA erfolgt in den Jahren 1965 bis 1970.
1969
Der Abwasserverband Region Frauenfeld mit den beteiligten Gemeinden Frauenfeld, Felben, Wellhausen, Gerlikon, Oberwil, Niederwil, Gachnang und Islikon konstituiert sich.
1978
Übernahme der ARA Frauenfeld von der Gemeinde Frauenfeld durch den Abwasserverband.
1983
- Die Kredite für eine erste Ausbauetappe der ARA mit Tropfkörperanlage, Regenbecken usw. und den Bau einer Energiezentrale, an der sich der Bund für Wärmeversorgung der Kaserne Auenfeld und des AMP-Areals mit 83% beteiligt ist, werden genehmigt (siehe nachstehende Übersicht aus der Abstimmungsbotschaft).
- Das revidierte Organisationsreglement wird von allen zuständigen Instanzen genehmigt.
- Die Gemeinden Warth und Weiningen treten neu dem Verband bei.
1983 bis 1986
Die Anlagen der ersten Ausbauetappe, Tropfkörperanlage, Regenbecken 1. Teil usw., werden erstellt.
1991
Die Tropfkörper werden wegen Geruchsemissionen mit einer Abdeckung versehen und ihre Abluft über einen neu erstellten Biofilter behandelt (Kosten ca. 1.9 Mio. Franken).
1993 bis 1998
Die zweite Ausbauetappe der ARA, die Um- und Neubauten der Schlammbehandlungsanlagen (Abstimmung 1993 für Kredit von 10.9 Mio. Franken) bzw. von biologischen Anlageteilen (Abstimmung 1994 für Kredit von 15.3 Mio. Franken), werden bewilligt und realisiert (siehe nachstehende Übersichten). Ende Oktober 1998 wird die ausgebaute ARA mit einem «Tag der offenen Tür» eingeweiht und das Verbandslogo ist neu.
1995 bis 1996
Die Regenbecken bei der ARA (Bestanteil des Verbandsnetzes) werden mit zwei unterirdischen Becken samt Hochwasserentlastung vergrössert (Kredit netto 1.51 Mio. Franken).
1997
Die Hochwasserentlastung «Burgerholz» wird erstellt (Entlastungskanal ab der Sonnenhofstrasse in Frauenfeld zum Tegelbach).
1999
- Das revidierte Verbandsreglement mit verändertem System der ARA-Kosten-Teilung tritt in Kraft. Die ARA-Kosten werden auf die Verbandsgemeinden und neu auf die Grosseinleiter verteilt. Den Grosseinleitern werden dabei die ARA-Kosten direkt, statt via Gebühren der Gemeinden, verrechnet.
- Die Gemeinden Hüttlingen und Mettendorf treten dem Verband bei.
2001 bis 2003
Der Generelle Entwässerungsplan 2002 für das Verbandsnetz wird erstellt.
2001
Mit dem neu installierten Blockheizkraftwerk in der Energiezentrale sind sämtliche Teile der "Um- und Neubauten der biologischen Anlageteile" abgeschlossen.
2003
- Der Umbau der Energiezentrale erfolgt. Anstelle der Wärmepumpen werden ein Heizkessel für Erdgas und ein kleinerer Heizkessel für Heizöl- / Klärgasbetrieb, neue Elektroinstallationen usw. eingebaut. Das 2001 installierte Blockheizkraftwerk wird in die Energiezentrale integriert. Der AMP vom Bund wird von der Energiezentrale abgehängt.
- Ab April 2003 betreibt der Verband die Energiezentrale allein (bisher zusammen mit dem Bund). Der Bund bezieht die Wärme für die Kaserne Auenfeld von der Energiezentrale des Verbandes zu indexierten Einheitspreisen.
2009
Beitritt der Gemeinden Herdern, Hüttwilen und Uesslingen-Buch (Seebachtal) zum Verband. Das Kanalnetz des Abwasserverbands Seebachtal inkl. in Weckingen neu erstelltem Pumpwerk Seebachtal samt neuer Druckleitung nach Weiningen wird durch den Abwasserband Region Frauenfeld übernommen. Das Verbandsreglement wurde vorgängig entsprechend revidiert.
2004 bis 2018
Im Jahr 2004 wird erstmals ein Finanzplan für das Kanalnetz und die ARA erstellt.
- Verbandsnetz
Die Massnahmen des Generellen Entwässerungsplan für das Verbandsnetz, Sanierung der lokalen Schadstellen an Kanälen und sämtlicher Aussenwerke (Pumpwerke und Regenbecken), werden sukzessive umgesetzt. Im Zuge der Aussenwerk-Sanierungen wird das neue Steuerungskonzept für die Aussenwerke ausgeführt. Sämtliche Hochwasserentlastungen werden gemäss Entlastungskonzept des Generellem Entwässerungsplans hinsichtlich ihres Entlastungsverhaltens angepasst.
Im Jahr 2006 wird das Regenbecken Islikon durch ein grösseres neues Becken ersetzt.
Die Verbandskanäle südlich entlang der Autobahn A7 und unmittelbar westlich der Murg in Frauenfeld werden in den Jahren 2009 und 2010, im Zuge des Fabrikneubaus der Firma sia Abrasives Industries AG, umgelegt / erneuert.
Beim Fangkanal Warth wird im Jahr 2014 neu ein Entlastungskanal zur Thur erstellt. Das bei Starkregen überschüssige Abwasser aus dem Fangkanal wird damit neu in den bezüglich Verdünnung leistungsfähigen Vorfluter Thur entlastet. Der Dorfbach / Giessen, in den bisher entlastet wurde, wird dadurch geschont und ökologisch aufgewertet.
- ARA
In der ARA werden laufend zusätzlich zum normalen Unterhalt Projekte für die Werthaltung der ARA-Anlagen ausgeführt: Ersatz der Prozessleit- und Automatisierungseinrichtungen, Sanierung diverser Schaltschränke, Anschaffung eines Dekanters für die Entwässerung des Faulschlamms, Beladeanlage für den entwässerten Schlamm, Einbau eines Sandwäschers in einem neuen Gebäude, umfangreicher Umbau der Tropfkörperanlage, Ersatz der Schlammumwälzung in den Faultürmen durch Rührwerke, Neubau des Rechengebäudes usw.
- Energiezentrale
2011 wird das Blockheizkraftwerk ersetzt.
2019
Der überarbeitete Generelle Entwässerungsplan (GEP) für das Verbandsnetz wird fertiggestellt. Die Kanalnetze der Verbandsgemeinden und des Abwasserverbandes wurden erstmals gleichzeitig und koordiniert untersucht und bearbeitet. Sie sind deshalb u. a. wesentlich einheitlicher als im bisherigen GEP erfasst und bezüglich Hydraulik «in einem Guss» untersucht.