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FCZ behält nach Triple den Pokal
FCZ, FCB oder GC: so lautete in den 1970er Jahren vor jeder Saison die Meisterfrage. Nach Jahren der Dominanz des FC Basel konnte der FC Zürich das Blatt zu seinen Gunsten wenden und feierte zwischen 1974 und 1976 als erst zweiter Klub der Schweizer Fussballgeschichte drei Meistertitel in Serie.
Die 1970er Jahre standen im Zeichen der Rivalität der beiden Städte Zürich und Basel, die bereits in der Mitte des Jahrzehnts davor eingeläutet worden war. In den 19 Saisons zwischen 1965/66 und 1983/84 teilten sich der FC Basel (7), der FC Zürich (6) und GC (5) bis auf einen alle Meistertitel untereinander auf. Einzig in der Saison 1978/79 setzte sich der Servette FC aus Genf gegen das Trio durch.
Besonders mitreissend war das Duell FCZ gegen FCB. Zwei grosse Persönlichenkeiten prägten das Duell auf organisatorischer Ebene: Edi Naegeli als Präsident des FC Zürich (1957-1980) und Helmut Benthaus als Spielertrainer, später Cheftrainer, des FC Basel (1965-1982). Auf dem Spielfeld hatte das grosse Duell ebenfalls zwei Namen: Köbi Kuhn gegen Karl Odermatt. Die Duelle elektrisierten die Zuschauer, die in Scharen zu den Partien pilgerten. Sie sorgten in der Meisterschaftsentscheidung 1972 mit rund 54'700 Fans im damaligen «Joggeli» für die bis heute höchste Zuschauerzahl in einem Meisterschaftsspiel auf Schweizer Boden.
Die Dominanz des FCB brechen
Nach den Titeln 1969, 1970, 1972 und 1973 für den FC Basel lautete die Vorgabe von Präsident Naegli an Trainer Friedhelm «Timo» Konietzka, die Dominanz des ewigen Rivalen zu brechen und den Titel wieder nach Zürich zu holen. Und der Trainer und seine Mannen lieferten. Nachdem der FCZ die Basler im Cupwettbewerb bereits seit 1970 in Schach halten konnte, war die Benthaus-Truppe auch in der Meisterschaft fällig. Mit Libero Renzo Bionda, den «fussballerischen Zwillingen» Köbi Kuhn und Rosario Martinelli, dem späteren Nati-Coach Daniel Jeandupeux, René Botteron und dem späteren Publikumsliebling Ilja Katic holte der FCZ 1974 und 1975 tatsächlich den Pokal in die Limmatstadt.
Auf die Saison 1975/76 rüsteten die Gegner GC und Servette personell auf und wollten den dritten Titel in Folge mit allen Mitteln verhindern. Der Stadtklub war in der Mission «Triple» herausgefordert und musste gleichzeitig mit Daniel Jeandupeux und Renzo Bionda zwei Teamstützen ersetzen. Im Gegenzug stiessen Stürmer Peter Risi und Verteidiger Pius Fischbach vom FC Winterthur sowie das 19-jährige Talent Fredy Scheiwiler aus Gossau zur Mannschaft. Der FCZ startete verhalten in die zweite Titelverteidigung. Erst als Captain Köbi Kuhn schliesslich im Herbst seiner Karriere den Posten des Liberos übernahm, kehrte Stabilität ins Team zurück und nach elf Runden standen die Zürcher erstmals an der Spitze der damaligen National-Liga A, die in dieser Saison von 14 auf 12 Klubs reduziert werden sollte.
Eine Trophäe fürs Museum
Diese Position gab der FCZ nicht mehr ab und entschied am 29. Mai 1976 mit einer 5:1-Gala gegen den Kantonsrivalen FC Winterthur das Titelrennen. Am Ende wiesen die Zürcher fünf Punkte Vorsprung auf Servette auf und feierten bei einer einzigen Saisonniederlage (gegen Xamax) als erst zweiter Klub in der Geschichte des Schweizer Fussballs drei Meistertitel in Folge. Folglich durfte der Klub den dritten Pokal, der seit 1960 im Einsatz stand, definitiv in seinen Besitz nehmen. Wie dem FCZ-Buch «Eine Stadt. Ein Verein. Eine Geschichte» zu entnehmen ist, geriet die Trophäe allerdings bald in Vergessenheit. Erst Jahre später wurde der Pokal in einem Nachlass wieder gefunden - ein Vorstandsmitglied hatte ihn bei sich aufbewahrt. Heute kann das Goldstück im FCZ-Museum bestaunt werden.
Vor allem ein Spieler glänzte in der Triple-Saison und schoss in 26 Meisterschaftsspielen 33 Tore: Peter Risi. Der Stürmer wurde mit riesigem Vorsprung - er schoss 21 Treffer mehr als die zweitplatzierten Walter Müller und Slobodan Santrac - Torschützenkönig der NLA. Beim 5:3-Sieg seines Klubs am 14. März 1976 gegen Chênois erzielte er gleich alle fünf Treffer selber! Die Meistermannschaft trat fast immer in der gleichen Besetzung an: Rekordmann Karl Grob im Tor (513-Ligaspiele), Pius Fischbach, Max Heer, Köbi Kuhn, Pirmin Stierli und Hilmar Zigerlig (sowie Ersatzmann Giuseppe Sanfilippo) in der Verteidigung, René Botteron, Rosario Martinelli, Ernst Rutschmann und Fredy Scheiwiler im Mittelfeld sowie Ilja Katic und Peter Risi im Sturm.
Vier weitere Meistertitel bis heute
Neben dem Triple gewann der FCZ auch noch den Cupfinal gegen Servette (1:0) und feierte nach 1966 das zweite Double der Klubgeschichte. Die Serie der FCZ-Meistertitel endete aber 1976. Im neuen Modus mit Finalrunde der besten sechs Klubs ab 1976/77 mischte der Stadtklub zwar immer in der Entscheidung mit, doch erst 1981 - wieder in einer NLA mit 14 Klubs - feierten die Zürcher den neunten Meistertitel der Klubgeschichte.
Darauf folgte eine 25-jährige Durststrecke bis zum unvergesslichen Titelgewinn in der 93. Minute der «Finalissima» der Saison 2005/06 - wieder gegen den alten Rivalen FC Basel. Auch in den Jahren 2007 und 2009 hiess der Meister FC Zürich - seither feierten die Klubs aus Basel und Bern die Meistertitel.