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Wetterrückblick auf der Rütti
Der Juni 2021 war extrem nass, sehr warm und recht sonnig (230 Stunden Sonne). Nach einem gewitterhaften ersten Drittel folgte ein sonniges und sehr warmes Mitteldrittel und ein extrem gewitterhaftes letztes Drittel. Mit 212 mm Niederschlag gab es fast die doppelte Niederschlagsmenge verglichen mit einem durchschnittlichen Juni. In Bern waren die Juni der Jahre 1990 und 1987 noch nassser, aber an vielen andern Stationen (z.B: Thun, Messungen seit 1875) war es der bei weitem nasseste Juni bisher. Der Niederschlag fiel meistens in heftigen Gewittern. An einigen Orten gab es Rekorde an Niederschlag in 1 Stunde. Die heftigen Gewitter waren leider auch mit Hagel und Sturmböen verbunden, die grosse Schäden verursachten. Zollikofen wurde einigermassen von Hagel verschont, doch zog ein besonders verheerender Hagelzug am 28. Juni nur knapp westlich und nördlich durch. Dieser Hagelzug war flächenmässig der 2. Grösste seit 2002, dem Jahr als man solche Messungen anhand Radardaten aufnahm. Auch punkto Schaden gehört er zu den 3 schlimmsten, die man bisher verzeichnete. An einigen Orten gab es Hagelschlossen von bis zu 7 cm Durchmesser, was ebenfalls rekordverdächtig ist. An 14 Tagen hagelte es im Juni in der Schweiz verbreitet. Obwohl erst die Hälfte des Jahres vorbei ist, sind die Schadensummen bereits jetzt die Höchsten seit 2013. Die Durchschnittstemperatur war die 4. höchste seit Beginn der Messungen 1864. Der Juni 2003 war allerdings noch volle 3°C wärmer. Den Rang 2 belegt 2017, den Rang 3 2019. Dass es trotz der extremen Regenmengen noch überdurchschnittlich sonnig war, überrascht. Auch dies zeigt, dass der Regen meist in Gewittern fiel. Die extrem langanhaltenden gleichen Wetterlagen (bei uns leider Unwetterlagen…) zeigen, dass sich die Hochs und Tiefs kaum bewegen, was wiederum auf stationäre Jetstream-Schlaufen zurückzuführen ist. Im Westen von Kanada und der USA herrscht seit langem extreme Hitze mit Rekorden, die weit weg von allem Bisherigen liegen. Erstmals wurden in Kanada Temperaturen von bis zu 46°C gemessen. Einige Stimmen vermuten einen Zusammenhang dieser stationären Wetterlagen mit der Klimaerwärmung, denn es ist tatsächlich eine zunehmende Häufung festzustellen. Ob dies Zufall ist, wird man erst im Rückblick in ferner Zukunft feststellen können.