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25.10.16 • 23:30 • 2013
Gustav Mahler - Sinfonie Nr. 9
Gustav Mahlers 9. ist ein Werk von epischen Ausmaßen, die letzte vollendete Sinfonie des Meisters, seine letzte vollendete Komposition überhaupt. Es ist eine bittere Ironie der Geschichte, dass auch Mahler, der mit der Arbeit an einer 9. Sinfonie befürchtete, eine mythische Schwelle zu übertreten und sein eigenes Testament zu komponieren, die Uraufführung seiner Neunten nicht mehr erlebte. Bruno Walter führte das Werk in Wien im Juni 1912 das erste Mal auf, dreizehn Monate nach Mahlers Tod.
Nach der 8. Sinfonie, der "Sinfonie der Tausend", kehrte der Komponist in seiner Neunten zu einem für seine Verhältnisse geradezu schlanken Orchesterapparat zurück, der eine sehr durchsichtige, abgeklärt-polyphone Klangwelt entstehen lässt, die kaum noch etwas mit dem spätromantischen Schwelgen in unendlichen Harmoniesphären früherer Werke gemein hat. Zudem entfernt sich Mahler immer mehr vom Tonalen hin zu einer harmonischen Schwerelosigkeit, die viele Kritiker als Abschied vom Irdischen und Todesahnung gedeutet haben.
Mahler schrieb seine 9. Sinfonie in seinem Refugium auf dem Lande im südtirolischen Toblach. Hier fand er die Ruhe zum Komponieren, hier war er mit sich, seinen Gedanken und der überwältigenden Natur allein.
Nachdem das Leipziger Gewandhausorchester die 9. Sinfonie im August 2013 bei den Mahlerwochen Toblach unweit ihres Entstehungsortes aufgeführt hatte, wurde auch die Gewandhaussaison 2013/14 in Leipzig mit diesem Meisterwerk unter Riccardo Chailly eröffnet.
|Länge:||85 Minuten|