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Wer war Robert Mäder?
Robert Mäder wurde am 7. Dezember 1875 im solothurnischen Wolfwil und starb am 26. Juni 1945 in Basel als Pfarrer der damals neugegründeten Heilig-Geist-Pfarrei. Mäder wurde vor allem wegen seiner Predigttätigkeit in Basel und seiner kämpferischen Artikel im deutschsprachigen Raum bekannt. Diese veröffentlichte er in der von ihm gegründeten Zeitschrift "Schildwache", deren Name Programm war, und in Schriften seines Eigenverlags. Seine Popularität war auch ein Grund, weshalb er als Kandidat für den Bischofsstuhl der Diözese Basel aufgestellt wurde. Er war derjenige Priester, der nach der Reformation als erster Pfarrer in Basel die Fronleichnamsprozession wieder einführte, was dazu führte, daß danach auch seine Mitbrüder in Basel diesen Schritt wagten.
Auffallend ist der Schreibstil Mäders. Seine Sätze sind kurz, prägnant, bringen die Sache schnell ohne Abstriche auf den Punkt und sind „reaktionär“ (dieses Wort müsste hier näher erklärt werden, um nicht missverstanden zu werden, auf jeden Fall ist es besser, es zwischen Anführungszeichen zu setzen, damit man versteht, dass man es nicht im negativen Sinn meint). Zusammen umfassen seine Schriften alle Aspekte des kirchlichen und politischen Lebens. Ein Hauptmerkmal von ihnen ist die Ablehnung der Trennung von Kirche und Staat und deshalb auch der modernen Demokratie. In ihr wird ja jedermann nicht nur die Freiheit, sondern auch das Recht zuerkannt, seine Meinung verbreiten zu dürfen, gleichgültig ob diese gut oder schädlich ist. Man kann sich deshalb kaum vorstellen, daß er das "Zweite Vatikanische Konzil" anerkannt hätte, befürwortet doch die Erklärung Dignitatis humanae dieses "Konzils" unmißverständlich die Trennung von Kirche und Staat bzw. die moderne Demokratie.
Robert Mäder war aber nicht nur Seelsorger und Schriftsteller, sondern auch Prophet, ähnlich wie sein geistlicher Lehrer, der Dominikaner Albert Maria Weiß, einer der größten Theologen des letzten Jahrhunderts, der Mann, der Papst Pius X. die Gedanken für die Enzyklika "Pascendi" geliefert hat, und der Herausgeber der ersten Auflage des "Lexikons für Theologie und Kirche". Die heutige Situation, in der die Kirche praktisch keinen öffentlichen Einfluss mehr hat und die religiöse und moralische Situation himmelschreiend ist, sah er bereits am Anfang des letzten Jahrhunderts kommen. Unter anderem ließ er verlauten, daß er nicht vorwiegend für seine Zeit schrieb, sondern für eine zukünftige und daß einmal alle Basler Katholiken unter einem Lindenbaum Platz finden würden.
Mäder war aber kein Pessimist wie Donoso Cortés und Oswald Spengler, sondern glaubte an den Triumph der Kirche über die heutigen Irrtümer und den Mammon. Sein Hauptwerk lautet anspruchsvoll "Die Wiedergeburt des Abendlandes". Für ihn stand fest, daß die Kirche, d.h. das Reich Gottes, in der Zukunft wieder an Einfluß und Bedeutung gewinnen werde, doch muß hart dafür gekämpft werden. Dabei betonte er insbesondere, daß wir in diesem Kampf Gott und dem Mammon nicht zugleich dienen können, was einer der Irrtümer ist, die heute völlig vergessen werden. Wie wir nun kämpfen müssen, was der katholische Glaube und die Kirche sind und wo die Fallstricke des Teufels verborgen sind, darauf geben die verschiedenen Schriften Mäders die klare katholische Antwort.