Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03483.jsonl.gz/1183

Eterna schreibt seit 150 Jahren eine unglaubliche Geschichte. Und eine erfolgreiche dazu, getätigt von weitsichtigen Pionieren, die sich interessanterweise als Quereinsteiger in der Uhrenbranche behaupteten. Den Anfang machten ein Arzt und ein Lehrer, die dem Gemeinderat von Grenchen die Ausbildung von Uhrmacherlehrlingen vorschlugen 1848 zählte der Berner Jura bereits 6000 Uhrenarbeiter. Die Idee gefiel und schon bald wurden im Gemeindeschulhaus 40 junge Grenchener unter Anleitung auswärtiger Meister in der Finissage ausgebildet, der Veredelung von Rohwerken (Ebauches), die aus der Romandie angeliefert wurden.
Wenige Jahre später, am 7. November 1856 gründeten Dr. Girard und Lehrer Urs Schild die Ebauches-Fabrik Dr. Girard & Schild und legten damit den Grundstein für die spätere Eterna, die vom Rohwerk über die Finissage bis zur Fertigung ganzer Uhren sämtliche Arbeitsvorgänge in Handarbeit tätigte. 1866 verkaufte Dr. Girard seine Anteile Urs Schild und wendete sich wieder seinem Arztberuf zu. Damit kommt Urs Schild (18291888) und seiner «Eterna» das Hauptverdienst zu, die Uhrenindustrie in Grenchen etabliert zu haben.
Seine Nachkommen, Sohn Max und später dessen jüngerer Bruder Theodor Schild, vollbrachten an der Schwelle zum 20. Jahrhundert die Umrüstung des Betriebs auf elektrisch angetriebene Maschinen. Das Resultat war eine ungeahnte Blütezeit mit ständig wachsendem Export von Armbanduhren zu einer Zeit, als in Berlin, London, Paris oder Wien Zeitmesser fürs Handgelenk noch kaum bekannt waren. Bis 1906, als die Ebauches-Fabrik in die Kommanditgesellschaft Eterna-Werke umgewandelt wurde, erschien der Name Eterna nur auf den Zifferblättern.
Die Zweiteilung
In der Krisenzeit der 30er Jahre trennte Theodor Schild die Uhrenmanufaktur Eterna-Werke in zwei selbstständige Aktiengesellschaften: In die ETA AG zur Herstellung von Rohwerken, um solche auch Drittfirmen zu verkaufen, und in die Eterna AG zur Fabrikation von Präzisionsuhren. Die Führung beider Aktiengesellschaften übertrug er seinem Neffen und Juristen Rudolf Schild-Comtesse, Sohn von Max Schild. Unter dessen Leitung wurde das Vertriebsnetz stark ausgebaut, bis Eterna auf allen fünf Kontinenten Fuss gefasst hatte.
In den 70er Jahren schloss sich Eterna dem Uhrenkonzern Asuag an, begann ebenfalls Quarzuhren herzustellen und setzte damit weitere Meilensteine (siehe Kasten). Als sich die Asuag 1983 mit dem zweiten grossen Uhrenkonzern SSIH zusammenschloss, kam Eterna unter das Dach der neu gebildeten SMH, der späteren Swatch Group. Doch bereits im August 1984 wurde das Uhrenunternehmen von der PCW-Gruppe (DeSede und Charles Jourdan) unter der Leitung des Industriellen Franz Wassmer erworben.
Pioneers in Watchmaking
1995 wurde Eterna wieder ein reines Familienunternehmen und erhielt mit Ferdinand Alexander Porsche, Enkel des Gründers von Porsche Automobil, eines design- und technikorientierten neuen Eigner. Seine 1972 in Deutschland lancierten Porsche-Design-Uhren werden seit 1998 in Lizenz, ebenfalls bei Eterna, hergestellt (siehe Kasten oben). Eterna kehrt zur wieder gefragten Mechanik zurück und sorgt mit einer neuen Crew für weitere Pionierleistungen.
Ernst Seyr, der aus dem Aviatik-Business kommt, setzt im November 2000 die Tradition der Eterna-Quereinsteiger fort und übernimmt die Unternehmensleitung. Zusammen mit dem jungen technischen Leiter Patrick Kury wird eine Entwicklungs- und Konstruktionsabteilung aufgebaut. 2003 kommt der langjährige TAG-Heuer-Manager C. Emanuel Bitton als Marketing- und Verkaufsdirektor zu Eterna und baut eine junge, motivierte Mannschaft auf. Im vergangenen Spätherbst stösst der Luzerner Industrie-Designer Christian Gafner der Gestalter der letztjährigen MIH-Uhr des Uhrenmuseums in La Chaux-de-Fonds ebenfalls dazu. Heute arbeiten in Grenchen rund 70 Personen an einer erfolgreichen Zukunft von Eterna.
Lange Wartefristen
Zu den neuen Projekten zählt der für «Porsche Design» gebaute mechanische Chronograph mit grossen digitalen Totalisatoren. Ein mit Hilfe des freien Zürcher Meisteruhrmachers Paul Gerber entstandener Prototyp konnte nach 4-jähriger Entwicklung auf der «BaselWorld 2004» vorgestellt werden. Ganze 160 Bestellungen immerhin kostet der «Porsche Design Indicator» 150000 Fr. konnten unterdessen entgegengenommen werden. Die Wartefrist ist lang; es können etwa 50 Stück im Jahr hergestellt werden, denn allein die Montage des aus rund 800 Einzelteilen bestehenden Automatikwerks (Basis ETA-Valjoux 7750) mit vier Federnhäusern benötigt 45 Arbeitstage.
Die auf der «BaselWorld 2005» vorgestellte Eterna Concept Watch ist jetzt serienreif: Die Eterna «KonTiki Diver». Ein Profi-Instrument, das weit über eine gewöhnliche Taucheruhr hinausgeht. Materialien, Design und Konstruktion sind mit einem patentierten Dichtungssystem der Drehlünette bedingungslos auf eine Tauch-Funktionalität bis 1000 m angelegt.
Sozusagen als neues Geburtstagsgewand kleidet sich Eterna ab diesem Jahr in ein neues Corporate Design. In Zusammenarbeit mit der deutschen Agentur KW43 Branddesign (Tochter der Grey Global Group) wurden sämtliche Instrumente der Kommunikation überarbeitet. In der Markenkommunikation konzentriert sich Eterna auf die typischen Bildwelten ihrer drei Modelllinien: Die Elegante 1935, die Klassische 1948 und die KonTiki für Sport- und Abenteuer (die beiden Jahreszahlen bedeuten die Lancierung dieser Uhren). Das Eterna-Logo mit den fünf Kügelchen (abgeleitet von der Erfindung des Miniatur-Kugellagers der Eterna Matic) ist mit dem neuen Markenanspruch «Pioneers in Watchmacking since 1856» ergänzt worden.
Zum 150. Firmenjubiläum, das im November gefeiert wird, entsteht ein völlig neues Manufakturwerk, das einen weiteren Meilenstein setzen soll. Ein Jubiläumsbuch, das die einmalige Geschichte von Eterna zwischen zwei Buchdeckeln festhält, ist ebenfalls in Arbeit. Und last but not least ist Eterna auch online aktiv und schuf in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Agentur Zero 01 eine neue Website mit umfangreichen Informationen und sinnvollen Suchmöglichkeiten: www.eterna.com
-----
Porsche-Design-Chronographen: Inspiriert von Cockpit-Instrumenten
«Aus der Funktion leitet sich alles Weitere ab», sagt Ferdinand Alexander Porsche, der 1972 im Auftrag der Porsche AG seinen ersten Chronographen entwickelte. Inspiriert von den bei jeden Lichtverhältnissen sehr gut ablesbaren schwarzen Cockpit-Instrumenten des legendären Porsche 911, den F.A. Porsche 1963 ebenfalls konstruierte, wurde seine erste Uhr komplett schwarz. Entgegen dem Trend der 70er Jahre zu quarzgesteuerter Elektronik, setzte er das mechanischen Automatik-Kaliber Valjoux 7750 ein. Die Uhrenmarke Porsche Design war geboren.
Seither sind mit der ersten Kompassuhr (1978), dem ersten Chronographen aus Titan (1980), der Kombination Titan-Aluminium (2000) und der Weltpremiere Porsche Design Indicator (2004) weitere Highlights entwickelt worden; die letzten beiden in engster Zusammenarbeit mit Eterna.
Im Oktober 2003 wurde im deutschen Bietigheim-Bissingen die Porsche Lizenz- und Handelsgesellschaft (PLH) gegründet, die unter ihrem Dach die Uhrenmarke Porsche Design, das Porsche Designstudio in Zell am See sowie Porsche Selection (Porsche-Fahrräder, -Bekleidung und -Accessoires) vereint. Hauptaktionärin der PLH ist mit 65% die Porsche Automobile AG, 35% hält das Porsche Design Management, die Familie Porsche.
Auf der «BaselWorld» lanciert Porsche Design eine neue Uhrenlinie, die Flat Six, als Ergänzung zu den drei bisherigen Linien Dashboard, Indicator und Heritage. Ihr Name verbindet sie mit dem Sechs-Zylinder-Boxermotor, der bis heute den Porsche 911 antreibt. Die Flat Six gibts in drei Modellen; im Bild der COSC-geprüfte Automatic Chronographen-Chronometer.
Eterna-Meilensteine
1856 Gründerzeit: Die von Hand gefertigte Taschenuhr des Firmengründers Urs Schild.
1914 Für die damalige Zeit eine Revolution: Die weltweit erste Armbanduhr mit Wecker.
1930 Je schmaler, desto begehrter. Entsprechend wenig Raum blieb für das Uhrwerk, das für die Baguette-Damenuhr das bisher kleinste in Serie hergestellte Werk darstellt.
1948 Geburtsstunde der Eterna-Matic: Die erste Uhr mit automatischem Aufzug, bei der ein Miniatur-Kugellager zur Lagerung des Rotors verwendet wurde heute Weltstandard.
1958 Die erste, aufwendig konstruierte Sportuhr von Eterna: Die KonTiki mit den markanten Dreiecken bei 12, 3, 6 und 9 Uhr. Als Tribut an Thor Heyerdahl, der mit einem prähistorischen Floss 1947 über den Pazifik segelte und dabei eine Eterna trug.
1960 Bereits in den 60er Jahren brachte Eterna die damals flachsten Damen- und Herrenarmbanduhren mit automatischem Aufzug auf den Markt. Die meisten waren COSC-geprüft Eterna war zu jener Zeit der drittgrösste Hersteller offiziell geprüfter Chronometer mit mechanischen Aufzugswerken!
1970 In den 70 Jahren schuf Eterna auch mit Quarzuhren Weltrekorde: Etwa mit der damals flachsten Quarzuhr der Welt mit Datumsindikation, der «Royal Quartz KonTiki». Oder mit der 1,5 mm hohen «Linea Quartz Squelette» als flachster jemals produzierter Quarzuhr und mit der «Estrellita Quartz» als kleinster wasserdichter Quarzuhr der Welt, deren Werk nur 1,06 g wog.
1980 Mit der rechteckigen Damenuhr «Museum» brach Eterna alle Weltrekorde in Sachen flacher Quarzuhren: 0,98 mm inkl. Gehäuse. Und wurde prompt mit dem «Grand Prix Triomphe de l'Excellence Européenne» ausgezeichnet.
200506 Die auf der «BaselWorld» 2005 präsentierte Concept Watch erlangt im Februar 2006 Serienreife: Die Eterna «KonTiki Diver», deren Uhrwerk auch noch in 1000 m unter Wasser geschützt ist. Denn das patentierte Dichtungssystem der Drehlünette wirkt ebenfalls zur Abdichtung der Krone (statt Schrauben).