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Reisen als Grenzüberschreitung. Zur Erkundung des westafrikanischen Asantereichs im 19. Jahrhundert
Der Beitrag beschäftigt sich mit der Erkundung des Asantereichs durch europäische und afrikanische Reisende des 19. Jahrhunderts. Hierbei werden zwei Aspekte in den Vordergrund gestellt: Zum einen geht es um die Erfahrung der Grenzüberschreitung beim Betreten des Reichsterritoriums. Die Analyse entsprechender Passagen aus ungedruckten und gedruckten Reiseberichten veranschaulicht, dass der Eintritt in die Machtsphäre des Asantehene für viele Besucher ein eindrückliches Erlebnis darstellte. Zum anderen findet eine Auseinandersetzung mit der intellektuellen Erkundung des Asanteterritoriums durch die Reisenden statt, die sich – soweit dies in ihrer Macht lag – um eine Beschreibung des Reichs, seiner Ausdehnung und Grenzen sowie der Lebensverhältnisse der Bevölkerung bemühten. Während Aussenstehende, also 'Fremde', aus unterschiedlichen Gründen um den Zugang zum Reich baten, wurde dieser von den Asante kontrolliert und je nach eigener Interessenlage gestattet oder verweigert. Im beidseitigen Umgang über eine trennende Grenze hinweg spiegelt sich im Laufe des 19. Jahrhunderts die Verschiebung der Machtverhältnisse zwischen dem Asantereich und den 'Fremden' wider, so dass der Zusammenhang von politischer Macht und Kontrolle über den Raum sichtbar wird.