Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03491.jsonl.gz/480

Die Bank Leumi bereitet sich auf eine grössere Zahlung an die USA vor. Die grösste Bank Israels, die in der Schweiz eine Privatbank führt, hat im 4. Quartal 2012 Rückstellungen im Umfang von 91 Millionen Dollar getätigt. Dies schreibt die «Sonntagszeitung».
Mit diesem Schritt sollen «Kosten gedeckt werden, die möglicherweise im Zusammenhang mit Ermittlungen der US-Behörden gegen Bankkunden anfallen, die US-Steuerzahler» seien, wie die Bank schreibt. Dass sich eine allfällige Zahlung im Bereich von 90 Millionen Dollar bewegt, will Leumi indes nicht bestätigen: Es sei absolut denkbar, dass «die diesbezüglichen Ausgaben wesentlich höher sein werden», so die Bank.
«Krimineller als das blosse Einrichten eines Kontos»
Zudem betont sie, dass die Rückstellungen keinesfalls als Schuldeingeständnis verstanden werden dürfen. Leumi werden schwere Gesetzesbrüche vorgeworfen. Im Februar gestand der in Israel geborene Leumi-Kunde Zvi S. aus Los Angeles, über Leumi 4 Millionen Dollar vor dem US-Fiskus versteckt zu haben. Die Bank nahm erst das Geld von S. in Israel entgegen, dann gewährte sie ihm in der kalifornischen Filiale ein Darlehen, garantiert durch das Kontoguthaben in Israel.
Dieser Bankentrick wird «back to back loan» – zu Deutsch Parallelkredit – genannt. Er sei «krimineller als das blosse Einrichten eines Kontos», urteilt Steueranwalt Pedram Ben-Cohen in Los Angeles. Die Bank Leumi ist gemeinsam mit weiteren Banken in der Schweiz ins Visier der US-Justiz geraten, darunter Julius Bär, Credit Suisse, HSBC Private Bank Suisse, die Zürcher und die Basler Kantonalbank und die Liechtensteinische Landesbank.
(jev)