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Seit 125 Jahren per Bahn ans Matterhorn
Damals verkehrte die Bahn noch mit Dampfbetrieb und benötigte für die 35 Kilometer und 955 Höhenmeter über zweieinhalb Stunden bei einer Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern auf offener Strecke und zehn Stundenkilometern auf der Zahnstange. Heute beträgt die Fahrzeit von Visp bis Zermatt mit den modernen Pendelzügen nur noch eine Stunde und fünf Minuten. An den steilsten Stellen vor Stalden und vor Zermatt war und ist eine Steigung von 12,5 Prozent zu bewältigen. 1891 schützen zehn Tunnels mit einer Gesamtlänge von 304 Metern die Bahn vor den Gefahren der Natur. Heute sorgen 15 Tunnels und Galerien mit einer Länge von 3‘029 Metern für ein Höchstmass an Sicherheit entlang der Strecke.
Erstbesteigung des Matterhorns als Startschuss
Zweifelsohne war die Erstbesteigung des Matterhorns für Zermatt und seine Bedeutung als Tourismusdestination ein wichtiger Wendepunkt. Nachdem der Brite Edward Whymper und seine Seilschaft unter tragischen Umständen im Jahre 1865 erstmals den 4‘478 Meter hohen «Berg der Berge» bezwungen hatte, zog das «Horu» viele Bergsteiger geradezu magnetisch an. Zermatt war damals nur mittels einem neun- bis zehnstündigen Fussmarsch zu erreichen. Das Bedürfnis nach einer alternativen Reisemöglichkeit wuchs somit im gleichen Ausmass wie die Anziehungskraft des Matterhorns. Im Jahre 1888 wurde daraufhin mit dem Bau der meterspurigen Visp-Zermatt-Bahn begonnen. Die Verlegung eines Bahntrasses im engen, steilen und zerklüfteten Mattertal mit den Mitteln, die im vorletzten Jahrhundert zur Verfügung standen, war eine echte Pionierleistung. Nur drei Jahre später, am 18. Juli 1891, konnte die Bahnstrecke tatsächlich eröffnet werden. Das Mattertal war an das europäische Schienennetz angeschlossen – vorerst allerdings nur von Juni bis September. Im Winter ruhte der Bahnbetrieb, Wintertourismus kannte man im Mattertal damals noch nicht.
Eine Nostalgiezeitung zum Jubiläum
Viele Errungenschaften und Meilensteine prägten in den vergangenen 125 Jahren sowohl die Entwicklung des Ferienstandortes Zermatt als auch der Bahnstrecke von Visp ins Matterhorn-Dorf: 1893 gab es erstmals elektrisches Licht, neue Hotels aller Kategorien nahmen nach und nach den Betrieb auf, 1900 wurde die Wasserversorgung und Kanalisation auf den Stand der modernen Technik gebracht, 1929 verschwanden die Dampfloks aus dem Mattertal und machten Platz für leistungsfähigere elektrische Lokomotiven, 1934 nahm die Visp-Zermatt-Bahn den ganzjährigen Betrieb auf, 1961 durchbrach die Bahn erstmals die Millionengrenze bei den beförderten Gästen und 2003 fusionierten die beiden grossen Walliser Schmalspurbahnen, BVZ Zermatt-Bahn und Furka-Oberalp-Bahn, zur Matterhorn Gotthard Bahn. Anlässlich des Jubiläums der Bahnstrecke widmet sich eine eigene Nostalgiezeitung dem Brückenschlag von gestern bis heute sowohl beim Tourismus in Zermatt als auch beim Bahnverkehr – www.mgbahn.ch/125/Nostalgiezeitung.
Die Gegenwart
Zählte Zermatt 1900 noch 741 Einwohner, waren es 2015 5‘628. Das Dorf am Fuss des Matterhorns ist eine weltberühmte Feriendestination und der Berg hat nichts von seiner Faszination eingebüsst. Die Matterhorn Gotthard Bahn als Nachfolgerin der einstigen Visp-Zermatt-Bahn und späteren BVZ transportiert heute jährlich weit mehr als drei Millionen Passagiere ins und durch das Mattertal. Und seit Ende 2014 fahren die Züge im Halbstundentakt – eine echte betriebliche Herausforderung bei einem grösstenteils einspurigen Streckennetz: auf dem dicht befahrensten Abschnitt zwischen Täsch und Zermatt verkehren bis zu 190 Züge täglich. Vor 125 Jahren war das noch undenkbar: Die Visp-Zermatt-Bahn fuhr 1891 in den Sommermonaten täglich dreimal bergwärts und dreimal talwärts.
Die Feierlichkeiten anlässlich des 125-jährigen Jubiläums finden am Freitag, 22. Juli, auf der Matterhorn Plaza in Zermatt statt. Mit einem grossen Fest mit musikalischer Unterhaltung und dem Auftritt des Alpentainers Trauffers als Höhepunkt wird die Pionierleistung entsprechend gewürdigt. Mehr Informationen zum Jubiläum und den Feierlichkeiten unter: www.mgbahn.ch/125
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