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In vorgeschichtlicher Zeit war die Fischerei überall verbreitet, wo sich der Mensch an Gewässern niedergelassen hat. Die damals benutzten Hilfsmittel wie Haken, Netze, Schwimmer und Gewichte gleichen stark den heute verwendeten Ausrüstungen. In römischen Zeiten gehörte die Fischerei grundsätzlich zur Allmend und stand als öffentliches Gut jedermann frei zur Verfügung. Eine Ausnahme bildeten kleinere Gewässer wie Weiher und Bäche, die sich direkt auf Privatgrund befanden.
Im Laufe der Jahrhunderte gelang es Klöstern und Adeligen, das alte Volksrecht auf freien Fischfang fast vollständig an sich zu binden. Selbst direkt an Flussufern wohnende Bauern durften nicht ohne fürstliche Erlaubnis und Abgaben angeln.
Der Fischfang mit Netzen oder festen Fangeinrichtungen, der Verkauf von Fischen und erst recht der Lachsfang waren streng reglementiert. In den von Adeligen und Klöstern zunehmend unabhängigen Städten bildeten sich im Mittelalter zahlreiche Fischerzünfte: 1336 in Zürich, 1342 in Bern und 1354 in Basel. Ziel der Städte war es, durch den Erwerb von (Lachs-)Fangrechten und durch die Beschränkung des Zwischenhandels die Versorgung der eigenen Bevölkerung mit möglichst preiswertem Fisch sicherzustellen. In der Region Basel war die Netzfischerei den Zünften und anderen Standesorganisationen vorbehalten. Die Angelfischerei vom Ufer aus war frei.
Bis ins 19. Jh. war der Lachsfang am Hochrhein ein bedeutender Wirtschaftsfaktor: Auf der Strecke zwischen Istein und Laufenburg am Hochrhein bezifferte der Basler Fischhändler Glaser die Fänge Ende der 1870er-Jahre auf 2000 bis 4500 Lachse pro Saison. Zu Beginn der Schweizerischen Fischfangstatistik im Jahr 1892 waren es noch etwa 1500.
Bereits im 19. Jh. brachte man den Rückgang der Lachsfänge in Zusammenhang mit der zunehmenden Flussverbauung und der Vernichtung von Lachslaichplätzen. Der am 30. Juni 1885 abgeschlossene Staatsvertrag zwischen Holland, der Eidgenossenschaft und dem Deutschen Reich regelte detailliert und ökologisch sinnvoll die Fangmethoden und Fangzeiten sowie die Aufteilung des Besatzes mit Junglachsen unter den verschiedenen Staaten.
Trotz der seit 1852 im elsässischen St-Louis betriebenen Lachsaufzucht war der Rückgang der Lachsfänge nicht aufzuhalten. Der Bau der Kraftwerke am Hochrhein und am Oberrhein sowie die zunehmenden Einleitungen von giftigen Abwässern besiegelten schliesslich in der ersten Hälfte des 20. Jh. den Rückgang und das Aussterben des Lachses im Rhein.
Mit dem Lachs sind am Rhein bei Basel auch die Fischer ausgestorben. Mit den verbleibenden Weissfischen wie Barbe oder Rotauge konnte kein Berufsfischer mehr seine Existenz sichern. Der letzte nebenamtliche Berufsfischer in der Region Basel, Max Blank aus Augst, setzte sich um 1980 zur Ruhe. Einen Nachfolger hat er nicht. In der Schweiz sind Berufsfischer heute nur noch auf den Seen tätig.
Heute wird die Fischerei in der Region Basel nur noch als Hobby betrieben. Die lokalen Anglervereine der Schweiz sind in den Kantonalen Fischereiverbänden zusammengeschlossen, die teilweise auch grössere Gewässerstrecken gepachtet haben. Der Fischerberuf hat sich am Rhein von der einst anstrengenden Tätigkeit zur Liebhaberei gewandelt. Auch wenn die Ansprüche in Bezug auf den Fang und die Ertragsmöglichkeiten gesunken sind – das Engagement für gesunde Fischbestände und intakte Gewässer bleibt heute für die Fischer die wichtigste Aufgabe. So befreien sie Bachläufe von Unrat, setzen sich aktiv für die Revitalisierung der Gewässer ein oder engagieren sich gegen neue Kleinwasserkraftwerke.
DK