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Per Dekret hat Präsidentin Dilma Rousseff am Montag (20.) der Ausweisung von drei Indio-Territorien mit einer Fläche von insgesamt 232.544 Hektar im Norden Brasiliens zugestimmt. Unterbrochen wird damit eine Abstinenz von zwei Jahren. Nach Angaben des Institutes Socioambiental warten allerdings immer noch 19 bereits abgeschlossene Verfahren auf die Unterschrift der Präsidentin.
Die Veröffentlichung der drei Territorien erfolgte im Diário Oficial da União kurz nach dem “Tag des Indio”. Im Bundesstaat Pará befinder sich Arara da Volta Grande do Xingu mit 25.500 Hektar, das den Völkern Arara und Juruna zugestanden wird. Mapari mit 157.246 Hektar der Ethnie Kaixana sowie Setemã mit 49.773 Hektar für die Ethnie Mura liegen im Bundesstaat Amazonas. Die Terra Indígena Arara da Volta Grande do Xingu ist Teil des Genehmigungsprozesses des umstrittenen Wasserkraftwerkes Belo Monte.
Noch während des Wahlkampfes im vergangenen Jahr hatte Rousseff den indigenen Völkern ihre Unterstützung zugesichert. Mit der Benennung der dem Agrobusiness und den Latifundarien nahe stehenden Katia Abreu zur Landwirtschaftsministerin sanken die Hoffnungen der Indios auf eine gerechtere Politik, die auch ihre Interessen würdigt. Eins der Probleme ist der Landkonflikt zwischen Indios und Fazendeiros sowie die fortschreitende Ausbreitung der intensiven Landwirtschaft.
Aber auch etliche Großbaumaßnahmen der Regierung bedrohen die Ureinwohner, wie beispielsweise gigantische Wasserkraftwerke im Amazonasgebiet. Während im Parlament die PEC 215 diskutiert wird, mit der die Indio-Behörde Funai bei der Ausweisung der Territorien beschnitten werden soll, will Rousseff die Behörde nun stärken. Ausgeschrieben wurden 220 neu zu besetzende Stellen des Amtes.
Laut dem brasilianischen Statistikamt wird die indigene Bevölkerung mit 896.900 Menschen angegeben, die 305 verschiedenen Ethnien angehören. Insgesamt wurden in Brasilien bisher 462 Indio-Territorien ausgewiesen, was etwa 12,2 Prozent der Landesfläche entspricht. Die meisten liegen in der Amazonasregion. Während der Regierungszeit Rousseffs sind die Ausweisungen allerdings nahezu eingeschlafen. Lediglich elf Indio-Territorien hat die Präsidentin während ihrer ersten vier Regierungsjahre zugestimmt. Unter der achtjährigen Aegide Luiz Inácio Lula da Silva waren es 87 und während der Regierungszeit Fernando Henrique Cardosos 144.