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erschienen bei RIA NOVOSTI
Weil sich die geopolitische Lage in der Welt geändert hat, sollte Russland laut dem Militärexperten Igor Korotschenko die vor zwei Jahren gestoppten Lieferungen von Luftabwehr-Raketensystemen des Typs S-300 an den Iran wiederaufnehmen.
Da bei den Gesprächen über den US-Raketenschild in Europa jeder Fortschritt ausbleibe und die USA und die Nato sich über die russischen Sorgen hinwegsetzten, sollte Russland seine Interessen verteidigen und jene Länder und Regimes unterstützen, mit denen es befreundet sei und von denen aus keine Bedrohung für Russland ausgehe, sagte Korotschenko, der dem Gesellschaftlichen Beirat des russischen Verteidigungsministeriums und dem Moskauer Forschungszentrum für Weltwaffenhandel (CAWAT) vorsteht, in einem Interview für RIA Novosti. Nach seinen Worten widerspricht die Belieferung des Iran mit Verteidigungswaffen „keinem der geltenden UN-Dokumente“.
Der Experte verwies darauf, dass der Iran seinerzeit Russland bei der Wiederherstellung der verfassungsmäßigen im Kaukasus unterstützt und jegliche Hilfe für die dortigen Separatisten unterbunden habe. „Eine Unterstützung des Iran und eine Stärkung von dessen Verteidigungspotenzial liegt im Interesse Moskaus. Denn ein Machtwechsel im Iran – egal ob durch eine samtene Revolution oder durch eine Militäroperation des Westens – hätte katastrophale Auswirkungen auf die Sicherheit Russlands“, so der Experte.
Der Iran hatte bereits 2007 bei Russland Luftabwehrraketen des Typs S-300PMU-1 im Wert von 800 Millionen US-Dollar bestellt. Im September 2010 verbot der damalige russische Präsident Dmitri Medwedew die Lieferung per Erlass. Der Kreml begründete die Entscheidung mit der Juni-Resolution des UN-Sicherheitsrats, welche die Lieferung von sieben Waffenkategorien an den Iran untersagt.
Während die westlichen Staaten erleichtert aufatmeten, kritisierte Teheran die Absage scharf. Der iranische Verteidigungsminister sagte, sein Land traue Russland nicht mehr. Der Vorsitzende des Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament, Alaeddin Boroujerdi, drohte Russland mit Gerichtsklage.
S-300-Raketen sind für die Verteidigung großer Industrie- und sonstiger Zivil- und Militäranlagen bestimmt und können unter anderem auch ballistische Langstreckenraketen abfangen. Die neuesten Modifikationen sind in der Lage, Ziele in einer Entfernung von 150 km und in bis zu 27 km Höhe zu bekämpfen. Theoretisch können die S-300, die gegenwärtig den Kern der Luftabwehr Russlands bilden, auch gegen Bodenziele eingesetzt werden. Raketensysteme dieses Typs stehen in der Ukraine, in Weißrussland, Kasachstan, Bulgarien, Griechenland, China und der Slowakei im Dienst.
Quelle: RIA NOVOSTI