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Kapitel aus OcCC-Bericht: Hochwasser
OcCC Bericht: Extremereignisse und Klimaänderung
Niederschlag, Temperatur und Zustand des Einzugsgebiets spielen bei der Hochwasserbildung zusammen. Bei extremen Hochwassern werden die langjährigen Hochwasserspitzen deutlich übertroffen. Im 20. Jahrhundert zeigen die Hochwasserspitzen in der Schweiz keine einheitliche Zu- oder Abnahme. Die Klimaänderung kann aber die Hochwasserbildung durch die Temperaturerhöhung, Veränderungen beim Niederschlag und Veränderungen im Einzugsgebiet beeinflussen. In Gebieten des Mittellands, in denen heute schon Winterhochwasser auftreten, ist eine Zunahme der Hochwassergefahr wahrscheinlich. Bei hochalpinen Einzugsgebieten sind abflusserhöhende sowie -mindernde Faktoren zu beachten, so dass Veränderungen der Hochwassergefahr schwer vorhersagbar sind.
Hochwasser ist eine deutlich über dem Mittelwert liegende Abflussmenge. Ausgehend von den jährlichen Höchstwerten werden in der Hydrologie den Spitzenabflussmengen verschiedene Wahrscheinlichkeiten (Wiederkehrperioden) zugeordnet, so dass man von einem 10- oder 100-jährlichen Hochwasser (HQ10 oder HQ100 ) spricht. Ein HQ100 ist zwar ein seltenes Ereignis, aber nur dann ein Schadenereignis, wenn die Abflussmenge markant grösser als die meisten bisher beobachteten Werte ist. So zeigt der Vergleich der Hochwasserspitzen der Albula bei Tiefencastel und des Rheins bei Domat/Ems, dass die natürliche Variation zu beachten ist. Beim Rhein steigt bei einem 100-jährlichen Ereignis gegenüber einem 10-jährlichen Ereignis die Abflussmenge um 40% und der Wasserstand um 1.5 m. Im Gegensatz dazu ist ein 100-jährliches Ereignis der Albula nur um 20% grösser als ein 10-jährliches und der Wasserstand nur 25 cm höher.
Quelle: OcCC (Hrsg.), 2003. Extremereignisse und Klimaänderung. Kapitel 2.7 Hochwasser. Bern.