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Rory Pilgrim - Seeds Upon The Dance Floor
Performance: Samstag 30. August um 14:30h // 15:30h // 16:30h, Kunstpavillon
RORY PILGRIM - SEEDS UPON THE DANCE FLOOR
«Love, emancipation and change can grow from the simplest rooms. High up in the skyline of Dakar, Senegal an apartment provides an important place for people to come together, be themselves, dance and allow love to blossom in a country where same-sex relations are forbidden. In a Quaker Meeting in Salt Lake City, Utah a meeting house provides a space to contemplate friendship and resisting American military force. While in both these spaces, thousands of miles apart, I heard the same words echoed by two different people - ‚Maybe it won't happen in our lifetime, but we keep fighting for it!'.» (Rory Pilgrim)
Eine Frau, die Sicht auf das Meer, Einblick in ein Sitzungszimmer des UNO-Sicherheitsrates; eine der ersten Szenen in «Violently speaking» beginnt mit dem Raum, in dem Entscheidungen über das Weltgeschehen getroffen werden. Es ist der erste von zwei Filmen des britischen Künstlers Rory Pilgrim, der bisher im Rahmen des Projektes «Sacred Repositories» entstanden ist. Der in den USA und dem Vereinigten Kö- nigreich entstandene Film sucht und fragt nach Räumen, in denen Religion, Aktivismus, Freundschaft und politischer Widerstand Platz finden. Rory Pilgrim betritt jene Räume, die ihm durch Begegnungen mit Menschen geöffnet werden.
Auf seinen Reisen sucht er oft die Gemeinschaft der Quäker auf, wenn er sich an einem für ihn bis dahin unbekannten Ort einfindet. So auch in der Arbeit «Violently speaking»: Drei Quäkerfrauen denken über Freundschaft und Widerstand nach. Die Sequenzen des Dialoges sind unterbrochen, unter anderem durch einen Ausschnitt, der einen Abend mit einer Gruppe «Drag Queens» in New York zeigt. In einem provisorisch wirkenden Gruppenraum erklären sie «we are in this boat together». Es entsteht ein Bild, welches von Stärke, Zusammenhalt und Unterstützung geprägt wird. Der Gesang in «Violently speaking» zieht sich wie ein roter Faden durch den Film und bildet einen starken Abschluss.
Rory Pilgrim komponierte die Musik, die sich an die Tradition amerikanischer Gospel- gesänge anlehnt; interpretiert wird sie von fünf britischen Teenagern. Rhythmisch-tragend webt Rory Pilgrim darin Schlagwörter und Kernfragen aus den Dialogen aus dem Film ein.
«Room to grow» funktioniert als weiterer Teil von «Sacred Repositories». Während seinem Aufenthalt in Dakar, Senegal, trifft Rory Pilgrim auf Menschen, die Räume schaffen müssen, um sich treffen zu können; um sich selber zu sein. Homosexualität ist illegal: Eine Beziehung, sich zu küssen, zu tanzen und einfach nur mit dem Partner zusammen zu sein, ist nur an diesen versteckten Orten möglich. Im Film zu sehen ist einer dieser Räume, eine Wohnung in Dakar. Die Abende, die Rory Pilgrim in dieser Wohnung verbrachte, erinnern an die Ära der 80er, an die Discozeit und nicht zuletzt an die Probleme dieser Zeit, wie etwa die HIV- und Aids-Krise.
«Maybe it won't happen in our lifetime, but we keep fighting for it!» Diese Worte über dem Eingang verbinden die Aussagen der verschiedenen Protagonisten und des Gesanges. Die Idee, dass das was wir heute tun, in der Zukunft anders sein kann, verbindet die multimediale Installation des Künstlers zu einem vielschichtigen Ganzen.
Rory Pilgrim (*1988, Bristol, UK) lebt und arbeitet in Den Helder, Niederlande. Er bestritt Ausstellungen, Performances und Lectures unter anderem im Stedlijk Museum in Amsterdam, im Witte de With in Rotterdam und im Bonnefantenmuseum in Maastricht. Nach seinem Studium am Chelsea College of Arts in London war er zwei Jahre Resident im De Ateliers, Amsterdam. Dieses Jahr verbrachte er einen Atelieraufent- halt in Dakar, Senegal, ermöglicht durch den Mondriaan Fonds. Für die erste Ausstellung in der Schweiz bei sic! Raum für Kunst hat Rory Pilgrim neue Arbeiten entwickelt, eine Performance wird vor Ort konzipiert.
Er wird während seines Aufenthalts in Luzern die Künstlerresidenz der Stiftung «Haus am See» im Park der Villa Krämerstein, Horw nutzen können. Sic! Raum für Kunst wurde diese Residenz für den Sommer 2014 zugesprochen.
Er wird während seines Aufenthalts in Luzern die Künstlerresidenz der Stiftung «Haus am See» im Park der Villa Krämerstein, Horw nutzen können. Sic! Raum für Kunst wurde diese Residenz für den Sommer 2014 zugesprochen.
Courtesy of the artist.