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Lag darin nicht ein unauflöslicher Widerspruch? Diesen Widerspruch und seine Unauflösbarkeit erkennbar zu machen, darauf, so lässt sich heute sagen, kam es an. Kommt es an. Der Begriff des Textes hatte in den sechziger Jahren dazu gedient, das Dilemma der Gattungen und der Vermischungen von Prosa und Poesie mit einem Schlag zu beenden. Der Optimismus, der seine Verwendung leitete, wollte sogar so etwas wie eine Sozialisierung von Literatur und Poesie darin sehen, und die konservativeren Vertreter der Konkreten Poesie berufen sich heute eben auf dieses Argument. Aber der Optimismus war 1970 als irreführend erkennbar. So schien es sinnvoll, zumindest in einer vagen Anwendung, Gattungen wieder einzuführen. Aber, so will ich am Ende der 70er Jahre bekennen, auch das war wiederum eine zu rasche Festlegung.
Das neuerliche Angebot einer Zusammenfassung musste daher die Auflösung der ursprünglichen Anordnung von »Textbuch 1-6« widerrufen, ohne den Anspruch des Textbegriffs zu restituieren. Es werden also »Textbuch 1-6« so gedruckt, wie sie einzeln erschienen sind, aber als ein Band in einer einheitlichen Typographie. Nicht das, was einst mit Hilfe des Textbegriffs als Konzept wirksam gewesen war, wird nun erneut in sein Recht gesetzt, sondern dieses Konzept wird als etwas bereits historisch Vergangenes dokumentiert. Das ist keine Selbststilisierung, sondern erscheint als der einzige Weg, die Grundsätze der Offenheit und der nicht lös-baren Problematik konkret und unübersehbar erkennbar zu halten. Darum allein geht es.
Helmut Heissenbüttel