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Die Diskussion über den Klimawandel ist hauptsächlich durch ein Gefühl geprägt: Angst. Dieses Gefühl verwundert nicht, wenn man etwa die Bücher zum Thema studiert, die Titel tragen wie «The Uninhabitable Earth», «Field Notes from a Catastrophe» oder «This Is the Way the World Ends». Die US-amerikanische Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez verkündete vergangenes Jahr: «Die Welt wird in zwölf Jahren untergehen, wenn wir nichts gegen den Klimawandel tun.» Diese Rhetorik bleibt nicht ohne Wirkung: Gemäss einer Umfrage aus dem Jahr 2019 glaubt fast die Hälfte der Weltbevölkerung, dass die Menschheit wegen des Klimawandels wahrscheinlich aussterben werde.
Der Alarmismus steht in keinem Verhältnis zum Ausmass des Problems. Wie ich bereits 2001 in meinem Buch «Apocalypse No!» betont habe, ist die Klimaerwärmung ein reales Problem. Seither haben Wissenschafter mehr und verlässlichere Daten gesammelt. Ihre Projektionen bezüglich Temperaturveränderungen und Anstieg des Meeresspiegels waren über die letzten zwanzig Jahre bemerkenswert konsistent. Gleichzeitig ist die öffentliche Diskussion mehr und mehr irrational geworden. Die Rhetorik von Kommentatoren und den Medien ist zunehmend radikal und losgelöst von wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Wenn wir die Erkenntnisse der Klimaforschung nüchtern betrachten, ist klar: Die Klimaerwärmung ist real, aber sie ist nicht das Ende der Welt. Es handelt sich um ein bewältigbares Problem. Die verzerrte öffentliche Wahrnehmung hat zur Folge, dass wir andere Herausforderungen vernachlässigen, von Pandemien über Nahrungsmittelknappheiten bis hin zu politischen Konflikten. Wenn wir ihn nicht stoppen, wird die Welt durch den falschen Alarmismus am Ende schlechter dastehen.
Wie gross ist der Schaden, den die Klimaerwärmung verursacht? Die verlässlichste Forschung dazu lässt erwarten, dass, wenn wir nichts tun, im Jahr 2100 die Kosten etwa 3,6 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts betragen werden. Dieser Wert umfasst sämtliche negativen Einflüsse, von den Schäden durch stärkere Stürme bis zu den zusätzlichen Todesfällen durch Hitzewellen. Gemäss Schätzungen der UN dürfte das Durchschnittseinkommen der Weltbevölkerung am Ende des Jahrhunderts etwa 450 Prozent des heutigen Niveaus erreichen. Kosten von 3,6 Prozent bedeuten, dass, wenn wir nichts gegen den Klimawandel tun, unser Wohlstand Ende des Jahrhunderts «nur» 434 Prozent statt 450 Prozent des heutigen Niveaus beträgt. Das ist offensichtlich ein Problem, aber es ist offensichtlich auch nicht das Ende der Welt.
Die Angstmacherei führt jedoch dazu, dass Regierungen viel Geld für wenig sinnvolle und ineffektive Massnahmen gegen den Klimawandel ausgeben. Schlimmer noch: Die Kosten der Massnahmen treffen die Armen der Welt in überproportionalem Mass, beispielsweise in Form von höheren Energiekosten.
Es ist höchste Zeit, das Bild geradezurücken und uns zu fragen, wie wir den Klimawandel am wirksamsten bekämpfen können, ohne die Menschheit ärmer zu machen.
Eine Steuer gegen Marktversagen
Der erste Schritt, um den Klimawandel zu bekämpfen, ist die Einführung einer Steuer auf CO2-Emissionen. Eine solche Steuer kann zu einer starken Reduktion der Emissionen führen und damit helfen, die schädlichsten Auswirkungen der globalen Erwärmung zu begrenzen, und das zu relativ geringen Kosten. Ohne Steuer geht der Nutzen aus einer Emission an denjenigen, der sie verursacht, während die negativen Auswirkungen die ganze Bevölkerung treffen. Das ist ein klassisches Beispiel von Marktversagen. Der beste Weg, dieses Marktversagen zu beheben, ist es, einen Preis für die Emission festzusetzen. Die Frage ist: Wie hoch soll dieser…