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Halloween 5 (1989)
Halloween 5 - Die Rache des Michael Myers
Halloween 5 (1989) Halloween 5 - Die Rache des Michael Myers
Oder: Erschossen, aber noch nicht tot...
Seit der letzten Rückkehr von Michael Myers nach Haddonfield ist ein Jahr vergangen. Jamie Lloyd (Danielle Harris), die Nichte von Michael, ist seit dem letzten Zusammentreffen mit ihrem mordenden Onkel unter dem psychischen Trauma verstummt und hat kein Wort mehr gesprochen. Jamies Stiefschwester Rachel (Ellie Cornell) weicht nicht von ihrer Seite und versucht sie zu unterstützen, doch es wird immer schwerer zu dem traumatisierten Mädchen durchzudringen. Selbst Dr. Loomis (Donald Pleasence), der Jamie sehr genau beobachtet, schafft es nicht, doch er vermutet, dass sich eine Art telepathischer Link zwischen ihr und Michael etabliert hat, durch den sie sehen kann, was der Killer als nächstes vorhat.
Michael Myers hat nämlich den Kugelhagel und den Sturz in die Mine überlebt und konnte sich in letzter Sekunde noch in Sicherheit bringen. An Halloween hat er sich wieder auf den Weg gemacht, um das zu beenden, was er mit der Jagd auf Laurie Strode begonnen hat: Jamie soll sterben, und durch nichts wird er sich aufhalten lassen! Der Killer hat aufs Neue das einst so verschlafene Dörfchen erreicht, und schon bald ist Haddonfield mit einem weiteren Massaker konfrontiert, bei dem selbst die SWAT-Truppen am Anschlag sind.
DVD-Rating
Es etabliert sich ein Muster: Nach Halloween wurde binnen Jahresfrist der völlig verkorkste Halloween 2 nachgereicht. Und nach dem sehr erfolgreichen und auch beliebten Halloween 4 geschieht das gleiche nochmals beim fünften Teil. Hier sind die Macher sogar soweit gegangen, dass sie ohne ein abgeschlossenes Script mit den Dreharbeiten begonnen haben und deshalb ganze Abschnitte in write-on-the-run noch entwickeln mussten. Wenigstens konnten mit Danielle Harris, Ellie Cornell und Beau Starr alle etablierten Figuren aus dem vierten Teil plus Donald Pleasence, als inzwischen doch arg senil gewordener Dr. Loomis, wieder an Bord geholt werden. Allerdings sind dies auch die einzigen positiven Aspekte dieser Myers-Episode.
Am besten kann man Halloween 5 mit Alien 3 vergleichen: Auch dort wurden im Vorgänger sehr starke Figuren etabliert, für die man sich interessiert hat und denen man auch gerne in den Kampf gefolgt ist. Doch anstatt die Geschichte mit diesen Charakteren weiter zu erzählen, wurden diese in Alien 3 alle bis auf Ripley umgebracht. Im fünften Teil der Halloween-Saga ist dies nicht anders, und da Michael Myers nun mal - im Gegensatz zu den anderen grossen Killern wie Freddy oder Jason - ein äusserst unspektakulärer Killer ist, fehlen einem schlichtweg die Sympathieträger, um mit der Handlung mitzufiebern. Überhaupt gibt es in Halloween 5 ein Problem mit den Figuren, denn noch nie in der Serie wirkten die Teenies so beschränkt wie hier. Neben dem Schreien, wenn sie sterben, können sie knapp noch aufeinander herumturnen und lachen, als ob sie gerade eine illegale Substanz geraucht hätten. Diese Tatsache ist auch der Grund, dass sie primär auf die Nerven gehen und man nur noch darauf wartet, dass sie von Michael Myers aus dem Film geschnitten werden.
In Sachen Handlung setzt Halloween 5 ein Jahr nach dem vierten Teil an und erzählt ab da die Geschichte um Myers und Jamie Lloyd, welche jetzt eine Art telepatischen Link haben, nahtlos weiter. Allerdings fällt jede Charakterentwicklung weg, Dramaturgie findet sich auch keine, und wie einst bei Halloween 2 wandelt Myers gemütlich durch das Dorf und beseitigt aufmüpfige Teenager. Wenigstens hat er jetzt ein Jagdmuster, in dem er lediglich Teenies umbringt, welche mit bisher in der Story involvierten Figuren in Zusammenhang stehen. Allerdings reicht dies nicht aus, um einen Spannungsbogen aufzubauen, geschweige denn eine interessante Handlung zu bieten. Schliesslich ist es auch nur dank dem grossartigen Schauspiel von Danielle Harris möglich, ein intensives Finale bieten, welches jedoch auch einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt und arg nach "Sequel" schreit.
Fazit: Die Saga hat wiederum Schiffbruch erlitten. Seit Halloween 2 hat es nicht mehr so einen schlechten und unmotivierten Beitrag in der Serie gegeben. Nervende Figuren, schlechte Story und der Verlust von essenziellen Sympathieträgern sowie ein immer überflüssiger werdender Loomis helfen dem Film überhaupt nicht und unterstreichen nur noch die allgemein sehr unfertige Natur des fünften Teils. Schade, hier wurde enorm viel verschenkt. Einzig der völlig überzeugenden Leistung von Danielle Harris ist es schliesslich zu verdanken, dass der Film nicht komplett in der Belanglosigkeit verschwindet.
Die DVD ist eine der grottigen Code-2-DVDs, welche den Film zwar ungeschnitten, aber in einer grässlichen Qualität abliefern und den Ton sogar nur in Stereo bieten. Bonusmaterial findet sich bis auf ein paar Trailer keines.
OutNow.CH:
06.04.2010 / db
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