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Finden Sie nachfolgend für ein besseres Verständnis und als allfällige Vorbereitung die wichtigsten Begriffe aus der Welt des Family Coaching & Beratung. Gerne können Sie uns jederzeit kontaktieren, wenn Sie hierzu Fragen haben oder weitergehende Informationen wünschen.
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Aggression hat viele Gesichter. Sie kann sich auf Gegenstände richten, andere Menschen oder auch gegen sich selbst, jemanden beschimpfen oder schlagen, das Zerstören von Spielsachen, sich selber verletzen. Aggressionen gegen einen anderen Menschen sind umso wahrscheinlicher, je wütender man ist und je mehr man eine konkrete Person als Auslöser dafür verantwortlich macht.
Wenn ein Familienmitglied plötzlich aggressiv wird, dann heisst das übersetzt: «Ich fühle mich von dir nicht so wertgeschätzt, wie ich es gerne möchte. Ich habe das Gefühl, dass du glaubst, ich sei nicht richtig, oder dass ich dir auf die Nerven gehe!» (Jesper Juul)
"Konstruktive Aggression ist wie Sexualität oder Liebe", schreibt Juul. "Alle drei machen das Leben möglich, bereichern unsere Beziehungen, führen zu tieferen Einblicken und einer besseren Lebensqualität." Die gesamte emotionale Musik und Poesie, die jedem Menschen inne wohne, müsse zum Klingen gebracht werden - einschliesslich Gereiztheit, Frustration, Wut, Zorn und sogar Hass. „Nur so wird man reif und erwachsen.“
Authentisch sein bedeutet entsprechend seinen Werten, Bedürfnissen, Emotionen und Gedanken zu handeln. Eltern verhalten sich nicht entsprechend einer Elternrolle, die ein entsprechendes Verhalten vorgibt, z.B. immer nett und verständnisvoll zu sein. Als Eltern Schwächen zu zeigen und Fehler zuzugeben, eigene Bedürfnisse anzusprechen usw. bildet einen Rahmen, indem alle Familienmitglieder offen miteinander sprechen können und ernstgenommen werden.
Autorität ist keine Eigenschaft, die jemand hat, sondern bezieht sich auf die Zwischenmenschliche Beziehung, in der eine Person eine Überlegenheit aufweist. Diese Überlegenheit ist zwischen Eltern und Kindern allein durch den Vorsprung an Wissen und Erfahrung der Eltern vorhanden. Es gibt die sogenannte rollenbedingte Autorität, die diese Überlegenheit als Legitimierung für das Handeln der Erwachsenen betrachtet. Daneben spricht man von persönlicher Autorität, welche auf der Basis der Authentizität lernbar ist, indem Erwachsene eigene Grenzen setzen und die Verantwortung für die Beziehung zu ihrem Kind übernehmen.
Eigenverantwortung zu übernehmen, heisst die Verantwortung für unser Verhalten, unsere Gefühle, unsere Reaktionen und Werte zu übernehmen. Erwachsene und Kinder übernehmen Eigenverantwortung auf unterschiedliche Weise, entsprechend ihrem Wissen und ihrer Erfahrung. Als Eltern sind wir verantwortlich für die Beziehungsqualität zu unseren Kindern. Kinder hingegen können für sich Verantwortung übernehmen, wenn sie z. B. hungrig oder müde sind.
Wo auch immer Sie hingehen oder was auch immer Sie lesen, jedermann ist sich einig, dass Kinder irgendeine Art von elterliche Führung benötigen und die grosse Frage ist: Welche Art von Führung wollen Sie lernen und innerhalb Ihrer Familie ausüben?
Der Grund weshalb Kinder elterliche Führung benötigen ist, weil sie ohne Erfahrung in die Welt kommen. Aus diesem Grund brauchen sie Eltern, die wissen, wie sie sich um sie kümmern müssen und die ein psychologisches und emotionales Umfeld bieten können, das die Grundbedürfnisse des aufwachsenden Kindes befriedigt. Grob gesagt müssen Kinder zwischen 0 und 3 nicht erzogen werden. Sie benötigen freundliche und empathische Begleitung; im Alter zwischen 3 und Pubertät brauchen sie direktere Erziehung; wenn sie in die Pubertät kommen, brauchen sie eine andere Art von Führung, die wir „Sparring“ nennen wollen. Es gibt Reibungspunkte und Themen, denen sich die Familie zu stellen hat und gleichzeitig ist die Frage wichtig:
Wie können wir unsere Autorität, Erfahrung und Führung so ausüben, dass die persönliche Integrität jedes Kindes nicht verletzt wird?
Empathie beschreibt die Bereitschaft und die Fähigkeit einer Person, sich in Lage, Einstellung und emotionale Befindlichkeit einer anderen Person oder in sich selbst einzufühlen.
Marshall Rosenberg definiert die Kompetenz der Empathie wie folgt: "Den Verstand leer machen und mit dem ganzen Wesen zuhören" Das ist ein Zuhören, ohne den Versuch zu machen, den anderen zu verurteilen oder die Verantwortung für ihn zu übernehmen und Ratschläge zu unterbreiten.
Das Ziel von Erziehung ist Werte, Überzeugungen und die Kultur Ihrer Gesellschaft an die Kinder in der Art und Weise weiterzugeben, die es ihnen ermöglicht, sich als einmalige Individuen gegenüber anderen einmaligen Individuen zu entwickeln. Oder anders gesagt: das Ziel von Erziehung ist es, den Kinder die Möglichkeit zu geben ihr volles Potential, ihr volles menschliches, emotionales, intellektuelles und physisches Potential zu entwickeln, und die Fähigkeit mit anderen Menschen zu leben und zusammenzuleben, in der Art, dass es die Bedürfnisse jedes Individuums als auch die Bedürfnisse der Gesellschaft unterstützt und respektiert.
Jesper Juul (1948 – 2019) gilt als einer der bedeutendsten Familientherapeuten des 20. und 21. Jahrhunderts. Seine Bücher wurden zu weltweiten Bestsellern. «Ich glaube nicht an Konzepte à la „How to manage your teenager in five easy lessons“, aber ich glaube, wir können Eltern eine Menge Inspiration und Begleitung anbieten – ausgehend davon, wer sie sind, und was sie mit ihrer Familie und den aktuellen Konflikten, mit denen sie gerade jetzt leben, erreichen möchten.» (Jesper Juul)
Die gewaltfreie Kommunikation ist ein wundervolles Instrument für ein friedlicheres miteinander. Sie besteht aus 4 Grundschritten, Beobachtung von Bewertung unterscheiden, Gefühle wahrnehmen, Bedürfnisse erkennen und Bitten anstelle von Fordern.
Gleichwürdigkeit bedeutet nicht, dass die Führungsrolle zwischen Eltern und Kindern verteilt wird. Die Führung verbleibt natürlich bei den Eltern. Gleichwürdigkeit bedeutet vielmehr, dem Kind zu vermitteln, dass Menschen jeden Alters von gleichem Wert sind. Man respektiert gegenseitig die persönliche Würde und Integrität.
Viele Eltern wurden in ihrer eigenen Erziehung als Objekt behandelt. Wenn sie etwas taten, das verboten war, folgte eine Strafe. Strafen lassen das Kind an seinem Wert zweifeln. Etwas völlig Anderes ist die Konsequenz, daraus lernt ein Kind. Wer auf einem Stuhl herumklettert, herunterfällt und sich eine Beule holt, wird beim nächsten Mal seine körperlichen Fähigkeiten nicht noch einmal überschätzen. Umgekehrt kann man natürlich auch nicht die elterliche Fürsorgepflicht verletzen, indem man sein Kind wissentlich in einer gefährlichen Situation belässt. Aber sich des Unterschieds zwischen Konsequenz und Strafe bewusst zu sein, ist ein Aspekt, die Gleichwürdigkeit nach Jesper Juul in der Erziehung umzusetzen.
Weil Kinder Halt, Sicherheit und Schutz suchen, machen sie so lange auf sich aufmerksam, bis ihr Bedürfnis danach gestillt wird. Wenn wir angemessen auf ihre Aktionen reagieren, fühlen sie sich ernst genommen. Kindern Grenzen zu setzen bedeutet deshalb, sie zu achten und als Mitmenschen anzusehen.
Grenzen bieten also Orientierung und zeigen Kindern, was von ihnen erwartet wird und wie sie sich verhalten sollen. Klare Grenzen ermöglichen es Kindern, das Gefühl der sozialen Zugehörigkeit zu erfahren und ihre Rolle in einer Gruppe zu finden. Das heisst, dass sie einerseits lernen, sich in einer Gesellschaft zu bewegen. Andererseits werden sie ihren Mitmenschen aber auch mit Rücksicht und Respekt begegnen können. Ebenso wie sie die Grenzen bei Erziehenden oder in der Gruppe austesten, spielen Kinder auch mit ihren eigenen Fähigkeiten. Sie suchen ihre Leistungsgrenzen und versuchen Herausforderungen zu bestehen. Dadurch können sie ihr Selbstwertgefühl stärken.
Wenn sie Grenzen überschreiten, möchten sie neues Terrain erkunden und ihre Fertigkeiten austesten. Können sie dabei Grenzen erspüren und erfühlen, erhalten sie körperliche Erfahrung. Sie sind vielleicht bereit, künftig anders zu handeln. So lernen sie, für sich Verantwortung zu übernehmen. Das Kind lernt mit der Zeit durch die Reaktionen der Erziehenden, wann etwas erlaubt ist und wann nicht. Deshalb ist es ganz wichtig, dass diese auf das Verhalten des Kindes reagieren und selber handeln.
Grenzerfahrungen und Grenzüberschreitungen gehören zur normalen Entwicklung. Wenn Kinder Eltern herausfordern, dann nicht, weil sie uns «eins auswischen» oder speziell ärgern wollen. Vielmehr drücken sie damit ihr Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit aus.
Konflikte sind eine selbstverständliche Erfahrung im Alltag, sie gehören zum Leben dazu. Es gibt sie an vielen verschiedenen Orten und in mehreren Varianten. Leider lassen sich viele davon oft nicht sofort lösen, was wiederum dazu führen kann, dass sich der Konflikt über Tage, Wochen, Monate oder sogar Jahre hinzieht. Er kann wie eine riesige Welle alles mit sich reißen und überfluten, was ihm in den Weg kommt.
Eltern beeinflussen durch ihr Verhalten die Häufigkeit und den Verlauf von Konflikten. Wenn sie die eigene Situation und die des Kindes ernst nehmen, sich um eine realistische Gestaltung des Alltags bemühen und so Überforderung und Stress vermeiden, können unnötige Konflikte verhindert werden. Die eigene Einstellung spielt ebenfalls eine große Rolle. Wenn Eltern ihr Kind/ihre Kinder als eigenständige Menschen sehen, die ihre eigenen Gestaltungsideen einbringen und ernst genommen werden wollen, wird es ihnen leichter fallen Kompromisse zu finden.
Die Konfliktfähigkeit entwickelt sich bei Kindern erst und Mütter und Väter können sie dabei unterstützen. So sind Konflikte nicht nur anstrengend und nervend sondern gleichzeitig eine große Entwicklungschance.
Mediation ist ein strukturiertes, freiwilliges Verfahren zur konstruktiven Beilegung eines Konfliktes, bei dem unabhängige „allparteiliche“ Dritte die Konfliktparteien in ihrem Lösungsprozess begleiten.
Veränderungsprozesse haben Aussicht auf Erfolg, wenn sie durch Eigenmotivation getragen werden. Die Förderung von Selbstveränderungskräften ist daher in der Beratung zentral. Motivierende Gesprächsführung ist ein zielgerichtetes Beratungskonzept zur Lösung ambivalenter Einstellungen gegenüber Veränderungen.
Wir nennen eine Familie eine Patchworkfamilie, wenn zwei Erwachsene mit jeweils ihren biologischen Kindern und möglicherweise gemeinsamen Kindern die ganze Zeit oder einen Teil der Zeit zusammenleben.
Diese Art der Familie ist grundlegend unterschiedlich zu der Kernfamilie in einem Sinne, nämlich dem, dass Sie nicht annehmen können, dass zwischen allen Mitgliedern eine liebesbasierte Beziehung besteht.
Aus diesem Grund können Sie nicht erwarten, dass eine Patchworkfamilie in der gleichen Art und Weise funktioniert wie eine Kernfamilie. Viele der allgemeinen Prinzipien der Kernfamilie betreffen auch die Patchworkfamilie, wie zum Beispiel "das Beste, was Du für Deine Kinder tun kannst ist, Dich gut um die Erwachsenenbeziehung zu kümmern.”
Irgendwie sind wir gelehrt worden, dass die Pubertät die Eltern stören soll. Das soll sie nicht. Es ist eine natürliche und notwendige Entwicklung, die ein Kind durchlaufen muss; um erwachsen zu werden. Wir haben auch gelernt, dass Pubertät unweigerlich Rebellion bedeutet.
Die meiste Zeit stimmt dies nicht zu, Tatsache ist dass junge Menschen 12-13 Jahre damit verbracht haben, zu lernen, den Werten ihrer Eltern treu zu sein. Jetzt überprüfen sie diese Werte, um sie in ihr eigenes Leben einzubinden oder sie suchen nach Alternativen. Das ist ein notwendiger Teil, um ein verantwortliches, erwachsenes Individuum zu werden. Es ist der Beginn eines Trennungsprozesses zwischen Eltern und Kindern, der letztendlich bedeutet, dass die Familie in einige Einheiten geteilt wird, und die Eltern müssen dann wieder als Paar neu anfangen.
Somit ist es für die Eltern eine Zeit der Auswertung und eine Zeit dem Kind “Auf Wiedersehen” zu sagen und dem Erwachsenen “Hallo”. In vielen Familien beinhaltet dieser Prozess viele Konflikte, viel Sorgen und viel Trauer. In anderen Familien entwickelt sich der Prozess reibungsloser.
Die elterliche Präsenz umfasst alle Handlungen und Haltungen mit denen Eltern ausstrahlen :“ich bin hier und ich bleibe da.“ Auch wenn Gefahren und Probleme drohen, übernehmen die Eltern die Erziehungsverantwortung indem sie Auseinandersetzungen konstruktiv führen und stets Anker sind. Präsenz ist auch die Ueberzeugung, selbstwirksam zu sein und den Kindern etwas zuzumuten.
Wieso können Bestrafung und Belohnung negativ auf Kinder wirken? Die Motivation etwas zu tun oder nicht, passiert aus Angst, Scham, Schuld oder Gefallen, Gewinnen wollen. Das Konkurrenzdenken der Kinder wird gestärkt. Unsere Kinder sind einem Wettbewerbsdenken ausgesetzt. Du erfährst nicht, was in deinem Kind gerade wirklich vorgeht, wie es ihm geht. Du verlierst an Verbindung, Verständnis, Nähe u.v.m. Die Neugier, neue Lösungswege zu finden, erstickt im Keim und der Anreiz, sich für sich selbst einzusetzen geht verloren. Unser Kind wächst in einem dominanten Umfeld auf und erfährt: der Stärkere gewinnt! Wir fördern dadurch das Streben nach Macht.
Jede Handlung hat ein Bedürfnis zu Grunde und das zu verstehen – Empathie – stellt die Grundlage dar für Alternativen.
Systemisches Elterncoaching soll Eltern in ihrer Elternrolle stärken und darin unterstützen, dass sie ihre Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder (wieder) übernehmen, ihre Präsenz bei den Kindern wieder finden und sie bei ihrer Entwicklung hilfreich unterstützen können (vgl. Tsirigitotis, C., von Schlippe, A. 2006).
Das so genannte „Trotzalter“ liegt im Alter von zwei und drei Jahren. Was die Psychologie betrifft, so deutet nichts darauf hin, dass der Beginn der Entwicklung zu Unabhängigkeit und Autonomie in der Familie zu Problemen führen könnte. Das Alter zwischen zwei und drei ist einfach die Zeit in der Kindesentwicklung in der es weniger Abhängig wird von seinen Eltern, so könnten Sie es als ein Geschenk an die Eltern nehmen und als ein Signal an die Eltern, dass sie ab jetzt sich wieder mehr um ihre Bedürfnisse und Wünsche kümmern können.
„Vertrauen ist die Grundlage für Veränderungsprozesse“ (Virginia Satir). Im Elterncoaching können wir einen wichtigen Beitrag leisten, damit sich Eltern in ihrer Kompetenz, in ihrem Vertrauen und ihrer Beziehung zu ihren Kindern gestärkt fühlen, indem wir ihnen mit wertschätzender Haltung begegnen und ihnen Zuversicht an ihre elterliche Stärke vermitteln.