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Liebe Leserinnen, lieber Leser
Die Zombiefirmen sind ein Phänomen, das seit Covid-19 zunehmend in der Schweiz und auch weltweit an Bedeutung gewinnt. Doch was genau sind Zombiefirmen, und wie beeinflussen sie die Wirtschaft? Dein Unternehmergeist wirft einen Blick auf dieses Phänomen und schlägt auch mit ein paar Zahlen um sich.
Was sind Zombiefirmen?
Zombiefirmen sind unprofitable, hochverschuldete Unternehmen, die nicht mehr in der Lage sind, die Zinsen für aufgenommene Kredite zurückzuzahlen. Diese «untoten» Unternehmen überleben oft nur dank staatlicher Hilfe oder dank der wiederholten Aufnahme neuer Kredite, ohne dass sie langfristig tragfähige Geschäftsmodelle haben.
Warum sind Zombiefirmen problematisch?
Für die Wirtschaft können Zombiefirmen zu einem ernsthaften Problem werden. Sie blockieren die sogenannte «schöpferische Zerstörung», bei der ineffiziente Unternehmen Platz für neue, innovative Unternehmen machen sollten. Studien zeigen, dass Zombiefirmen negative Auswirkungen auf andere Unternehmen derselben Branche haben, indem sie Investitionen dämpfen, die Produktivität mindern und die Beschäftigung beeinträchtigen.
Während der Corona-Pandemie wurden viele Unternehmen mit staatlich verbürgten Covid-19-Krediten unterstützt. Zwischen dem 26. März und 31. Juli 2020 wurden insgesamt 137 870 Covid-19-Kredite mit einem Gesamtvolumen von etwa 17 Milliarden Franken gewährt. Etwa 23 Prozent aller Unternehmen in der Schweiz, die etwa ein Drittel der Arbeitskräfte ausmachen, haben von diesen Krediten profitiert (www.admin.ch).
Kreditvergabepolitik
In diesem Zusammenhang ärgere ich mich noch heute über die manchmal lasche Kreditüberprüfung der Banken, basierend auf der Selbstdeklaration der Kreditnehmer. Diese führte dazu, dass «untote» Unternehmen, die nicht wirklich kreditwürdig waren, Zugang zu den Krediten erhielten. Es fehlte an einer gründlichen Analyse der finanziellen Situation und Bonität der Antragsteller. Das vereinfachte Verfahren ermöglichte potenziellen Missbrauch. Einige Unternehmen haben ihre finanzielle Lage bewusst falsch dargestellt, um an die Kredite zu gelangen. Aktuell sind 4737 Fälle aus Strafanzeigen offen, mit einem Kreditvolumen von gegen 300 Millionen Schweizer Franken (Stand 14. Februar 2024). Über 1000 Straffälle sind abgeschlossen.
Verwaltungskosten und Verluste
Die Verwaltungskosten der Bürgschaftsorganisationen, einschliesslich der Kosten für den Beizug Dritter, beliefen sich bis Juni 2023 auf 45 Millionen Franken. Die effektiven Verluste des Bundes aus den Covid-19-Krediten betrugen jedoch nur 62 Millionen Franken, was einer Verlustquote von 0,37 Prozent entspricht. Es wird erwartet, dass die Verlustquote in Zukunft leicht ansteigen wird, aber es gibt keine Anzeichen dafür, dass die ursprünglich geschätzte Verlustquote von zehn Prozent (1,7 Milliarden Franken!) erreicht wird.
Die Frage ist, ob diese Kredite zu einer «Zombiefizierung» geführt haben, indem sie Unternehmen am Leben hielten, die unter normalen Bedingungen kaum überlebensfähig wären. Eine Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften zeigt jedoch, dass die Kredite vorrangig von Unternehmen genutzt wurden, die bereits vor der Pandemie in guter wirtschaftlicher Lage waren. Somit entstanden aus dieser Kreditpolitik nur sehr wenige Zombiefirmen.
Gesellschaftlicher Nutzen der Covid-19-Kredite
Dank dieser kurzfristigen Liquiditätsunterstützung konnten Konkurse teilweise vermieden und rund 1,3 Millionen Arbeitsplätze gesichert werden. Das Programm hatte auch eine wichtige Signalwirkung für Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Arbeitnehmende und trug zur Vermeidung einer sich selbst verstärkenden schweren Rezession bei. Insgesamt und zusammenfassend war also die rudimentäre Kreditüberprüfung ein notwendiger Schritt, um die Wirtschaft in der Krise zu unterstützen. Dennoch bin ich der Meinung, dass zukünftige Programme sorgfältiger gestaltet werden sollten, um die genannten Probleme zu minimieren, denn es kann nicht sein, dass Untote auf Kosten der Steuerzahlenden länger leben!
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