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Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Kongo (Kinshasa) sind freundschaftlich, aber nicht eng. Sie konzentrieren sich auf die Entwicklungszusammenarbeit, die humanitäre Hilfe und die Migrationszusammenarbeit.
Bilaterale Beziehungen
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Die Schweiz engagiert sich mit ihren drei aussenpolitischen Instrumenten:
- Entwicklungshilfe
- Förderung von Frieden und Menschenrechten
- humanitäre Hilfe
Sie setzt diese koordiniert ein und versucht, den komplexen Herausforderungen der Region der Grossen Seen, zu denen die Demokratische Republik Kongo (DRK) gehört, möglichst wirksam zu begegnen. Diese Herausforderungen betreffen sowohl die Politik als auch die Sicherheit, die humanitäre Hilfe und die Entwicklung.
Im Oktober 2012 hat die Demokratische Republik Kongo am 14. Gipfel der «Organisation internationale de la Francophonie» in Kinshasa die Präsidentschaft für den Frankophoniegipfel von der Schweiz übernommen.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen der Schweiz und der DRK sind nicht intensiv. Trotz des grossen Potenzials des Landes sind nur wenige internationale Konzerne mit Sitz in der Schweiz in Kongo-Kinshasa präsent. Die Schweiz importiert aus der DRK vor allem Land- und Forstwirtschaftsprodukte. Kunstgraphikprodukte, Produkte der chemischen und pharmazeutischen Industrie, Industriemaschinen und Präzisionsinstrumente stehen bei den Schweizer Exporten an der Spitze, gefolgt von Occasionsfahrzeugen.
Zusammenarbeit im Bildungsbereich
Die Eidgenössische Stipendienkommission für ausländische Studierende (ESKAS) gewährt ausländischen Studierenden Universitätsstipendien, die auf Gegenseitigkeit beruhen. Die Demokratische Republik Kongo ist mit etwas mehr als zehn anderen afrikanischen Ländern Teil des Zentral- und Südafrikapools.
Forschende und Kulturschaffende aus Demokratische Republik Kongo können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Friedensförderung und menschliche Sicherheit
Die «Strategie Grosse Seen» beinhaltet auch Massnahmen und Projekte zur Wahrung des Friedens und der Menschenrechte.
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Die Entwicklungszusammenarbeit in der Region der Grossen Seen wird durch die vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ausgearbeitete «Strategie Grosse Seen 2009–2012» koordiniert. Sie soll den Frieden, die Stabilität und die Sicherheit in Ruanda, Burundi und der Demokratischen Republik Kongo (DRK) fördern und einen Beitrag zur regionalen Integration sowie zur institutionellen und gesellschaftlichen Entwicklung dieser Länder leisten.
Die Zusammenarbeit mit Kongo-Kinshasa betrifft vor allem das Gesundheitswesen. Das Unterstützungsprogramm erstreckt sich auf insgesamt acht Gesundheitszonen in der Provinz Südkivu. Das Programm ist auf die nationalen Politiken und Strategien der DRK abgestimmt und soll die Gesundheitsversorgung für rund zwei Millionen Menschen verbessern.
Im Rahmen der Initiative für hochverschuldete Entwicklungsländer (HIPC-Initiative) erliess die Schweiz 2003 der DRK ihre Schulden.
Schweizerinnen und Schweizer in der DRK
Ende 2015 lebten 240 Schweizer Staatsangehörige in der DRK, die meisten waren in der Entwicklungshilfe und der humanitären Hilfe tätig.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Die Demokratische Republik Kongo (von 1971–1997 «Zaïre») stand bis 1960 unter belgischer Kolonialherrschaft («Belgisch Kongo»). Die Kolonisierung unter König Leopold II (1865–1909) unterstützten auch Schweizer. Gleichzeitig engagierten sich kirchliche und intellektuelle Kreise vorab aus der Romandie gegen die Sklaverei. Sie gründeten 1908 die «Societé suisse de secours aux esclaves africains».
Während den beiden Weltkriegen nahm der wirtschaftliche und finanzielle Austausch zwischen den beiden Ländern markant zu. Die Schweiz eröffnete 1928 in Léopoldville (heute Kinshasa) ein Konsulat. Es wurde 1958 in ein Generalkonsulat und 1962 in eine Botschaft umgewandelt. Nach dem Rückzug der belgischen Kolonialmacht anerkannte die Schweiz 1960 die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo).
Sie leistete technische Hilfe und schloss mit dem neuen Staat 1972 zwei Abkommen in den Bereichen Handel und Investitionsschutz. Die geplanten Projekte konnten aufgrund der innenpolitischen Lage im damaligen Zaïre unter Präsident Mobutu jedoch nicht umgesetzt werden.