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In kriegerischen Zeiten bringen die Menschen ihr erspartes Geldvermögen dadurch in Sicherheit, dass sie es in einen Tonkrug oder anderes Gefäss legen und vergraben. Mancher Besitzer konnte im Zuge der Ereignisse seinen Schatz nicht wieder heben, weil er entweder verstorben war, den Ort des Verstecks vergessen oder aber eine Rüuckkehr nicht mehr möglich war. Die Annahme, dass innere Unruhen ein Gebiet heimgesucht haben, wenn sich besonders viele Hortfunde nachweisen lassen, erscheint deshalb logisch. Eine Bestätigung dieser Annahme findet sich z.B. in der Übersicht der sog. Hortfunde in Italien, wie sie M. Crawford erarbeitet hat. Die chronologische und numerische Einordnung der Funde zeigt folgende Parallelen zur politischen Geschichte Roms:
1. Die sprunghafte Zunahme in den Jahren 218 bis 201 ist mit der Besetzung Italiens durch die Truppen des karthagischen Feldherren Hannibal zu erklären.
2. Die hohen Ausschläge in der Zeit zwischen 90 und 70 gehen einher mit dem Bundesgenossenkrieg (91-88 v.Chr.), dem Bürgerkrieg zwischen Sulla, Marius und Cinna (83-81 v.Chr.) und dem Sklavenaufstand unter Spartacus (71/70 v.Chr.).
3. Die hohen Werte zwischen 50 und 36 erklären sich mit der Zeit der Bürgerkriege zwischen Caesar und Pompeius, den Caesarmördern und Octavian und Antonius, sowie schliesslich zwischen Octavian und Antonius.
Schema nach: M.H. Crawford, Coin Hoards and the Pattern of Violence in the Late Republic, PBSR 37 (1969) 79.