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Chemische Peelings "chemical peels"
Definition
Unter dem Begriff Chemisches Peeling (von engl. «to peel» = «schälen, häuten») – auch medizinisch als «Chemo-Exfoliation» bezeichnet, versteht man im medizinischen Sinn kontrollierte, durch chemische Substanzen (spez. Säuren) bewirkte, Schälbehandlungen der Haut. Je nach Stärke des Peelings, bzw. der damit verbundenen Schältiefe, unterscheidet man oberflächliche (epidermale), mitteltiefe (epidermale-dermale) und tiefe (dermale) Peeling-Methoden. Mit mitteltiefen bis tiefen Peelingmethoden wird die Haut bis in die Lederhaut (Dermis) aufgelöst. Hierdurch entsteht ein Reiz auf das verbleibende Gewebe, neue Bindegewebsfasern (kollagene Fasern), als auch Hautzellen auszubilden. Das neu entstehende Gewebe ist kompakter und zeigt einen besseren und geordneteren Aufbau der Stützgewebekomponenten. Es gilt der Grundsatz, dass je tiefer und stärker ein Chemisches Peeling wirkt, desto grösser in der Regel auch die mit ihm verbundenen Nebenwirkungen sind. Oberflächliche Peeling-Behandlungen werden in niedrig konzentrierter Form auch durch Kosmetikerinnen durchgeführt. Höher konzentrierte und mitteltiefe bis tiefe Peelings gehören jedoch in die Hand speziell ausgebildeter Fachpersonen (insb. Hautärzte und plastische Chirurgen).
Peel-Substanzen und deren Eigenschaften
Die dermatologisch und kosmetisch am meisten eingesetzten Substanzen sind die sog. AHA (= «alpha hydroxy acicds» = Fruchtsäuren). Fruchtsäuren (chem. Alpha-Hydroxy-Säuren) finden sich in niedriger Konzentration in zahlreichen uns allen bekannten und natürlich vorkommenden Lebensmitteln (wie z.B. Wein, Zitrusfrüchte, Milch, etc.). Fruchtsäuren haben eine jahrhundertealte Tradition und ihre positive Wirkung auf die Haut war schon der in Eselsmilch badenden Kleopatra bekannt (Milch enthält Milchsäure). Fruchtsäuren werden vor allem für oberflächliche Peelings eingesetzt. Der aus Zuckerrohr gewonnen Glykolsäure, der einfachsten Alpha-Hydroxy-Säure, kommt aufgrund ihres idealen Wirkungs-/Nebenwirkungs-Verhältnisses besondere Bedeutung zu. Sie findet denn auch in niedrig konzentrierter Form in zahlreichen Kosmetika Einsatz. Hautärzte setzen schon seit Jahren höher konzentrierte Glykolsäurelösungen (> 35%) zur Behandlung unreiner Haut bei Akne, leichten Verhornungsstörungen, aber auch zur Regeneration der Oberhaut bei bestehenden UV-Lichtschäden, zur Minderung feiner Fältchen und grobporiger Haut, sowie zur Stimulation der bindegewebsreichen Lederhaut (durch Kollagen-Synthese-Stimulation) ein. Weitere Fruchtsäuren sind z.B. die Mandelsäure, die Milchsäure, die Zitronensäure, sowie die Apfel- und die Weinsäure.
Neben den AHA existieren auch die sog. Beta-Hydroxy-Säuren (BHA). Einer ihrer bekanntesten Vertreter ist die uns allen bekannte Salizylsäure (Acetyl-Salizyl-Säure ist der Hauptwirkstoff von Aspirin®). Im Unterschied zu den AHA (Fruchtsäuren) ist die Salizylsäure besser fett- als wasserlöslich und kann daher gut in die fettreichen Talgdrüsenfollikel eindringen und dort ihre Wirkung entfalten. Salizylsäure findet vor allem in der Therapie der Akne als Peel-Substanz Einsatz. Seitens ihrer Nebenwirkungen ist sie in etwa mit AHA vergleichbar. Teilweise werden AHA und BHA in Kombination für spezielle Schälbehandlungen angewendet.
Für mitteltiefe Peeling-Behandlungen gelangt vor allem die Trichlor-Essig-Säure (TCA) in verschiedenen Konzentrationen zum Einsatz. Mit TCA können in der Regel auch kosmetisch störende Pigmentschäden (z.B. Sonnen- oder Altersflecken) recht gut behandelt werden. Im Gegensatz zu den AHA und BHA wird TCA deshalb öfter auch streng lokal, dafür in höherer Konzentration verwendet.
Da Peelingbehandlungen in den letzten Jahren eine eigentlich «Renaissance» erfahren haben, bietet der Markt heute vermehrt neue, teilweise vielversprechende, bzw. gut wirksame Peel-Substanzen an. Ein auf sog. LHA (Lipo-Hydroxy-Säure) basierendes Peeling (Biomedic®) wird z.B. von der Firma La-Roche-Posay vertrieben und bis heute bereits von zahlreichen Hautärzten erfolgreich an Kundinnen und Kunden eingesetzt.
Ebenfalls seit längerer Zeit werden mit Phenol mitteltiefe bis tiefe Peelings durchgeführt. Die durch solche Peelings erzielbaren Effekte sind, sofern die Peelings vom Fachmann und mit den erforderlichen Fachkenntnissen eingesetzt wurden, teilweise sehr beeindruckend und entsprechen im Wesentlichen denen, von «Laser-Resurfacings» (= Haut-Schälbehandlungen mit abtragenden (= ablativen) Lasern). Da durch Peeling-Behandlungen mit Phenol grossflächige, aber kontrollierte Verletzungen der Haut resultieren, finden solche Behandlungen in aller Regel ausschliesslich in hierfür genügend eingerichteten Praxen und Kliniken statt und setzen ein Unempfindlichmachen der Haut durch anästhesiologische Massnahmen voraus. Aufgrund dieses Aufwands werden Phenol-Peeling-Behandlungen deutlich weniger oft durchgeführt, als z.B. AHA-Behandlungen.
Ablauf eines Peelings
Bevor Peelings angewendet werden können, müssen mit der zu behandelnden Person in einem persönlichen Beratungsgespräch anzustrebende Ziele definiert und allfällige Gegenanzeigen zur Durchführung einer Peelingbehandlung eruiert werden. Nicht alles, was sich Patientinnen und Patienten von Peel-Behandlungen erwarten, lässt sich in der Praxis während kurzer Zeit oder ohne Einschränkungen umsetzen. Je nach verwendetem Peeling werden die entsprechenden Peelinglösungen nach Vorbereiten der zu behandelnden Hautstellen (meist Gesicht, aber auch Rücken, Handrücken und Dekolleté) aufgetragen und gelangen während einer definierten Zeit (meist wenige Minuten) zur Einwirkung. Dann wird die Peelinglösung neutralisiert oder abgewaschen. Vor, während und einige Wochen nach Durchführung des letzten Peelings sollten sich die behandelten Personen keiner direkte UV-Strahlung aussetzen und zusätzlich einen starken UV-Schutz anwenden. Durch Peelings behandelte Haut reagiert empfindlicher auf UV-Strahlung und es können vor allem bei unzureichenden Schutzmassnahmen unerwünschte Pigmentflecken entstehen.
Meist braucht es zur Erzielung sichtbarer Peeling-Wirkungen mehrere Anwendungen, die in der Regel in 2-4 wöchentlichen Abständen stattfinden. Die meisten Behandelten tolerieren die Peeling-Anwendungen sehr gut. Während des eigentlichen Peelings können leichte Missempfindungen (wie verstärkter Juckreiz oder ein leichtes Brennen) wahrgenommen werden. Nicht selten sind die behandelten Hautstellen direkt nach der Anwendung für wenige Stunden etwas gerötet. Selten – und abhängig von der Peelingmethode - hält diese Rötung bis zu 1-2 Tagen an.
Kombinierte Peelingverfahren (i.E. hautaufhellende Peelings)
Kombinierte, hautaufhellende Peelings werden zur Behandlung störender pigmentärer Hautläsionen (wie z.B. Altersflecken, Melasma, postläsionäre Hyperpigmentierungen, etc.) eingesetzt und setzen sich aus Kombinationen meist zahlreicher, verschiedener Wirkstoffe zusammen. Die eigentlichen bleichenden Peeling-Substanzen werden bei diesen Peelings nicht während weniger Minuten, sondern während einiger Stunden auf den behandelten Hautflächen belassen und dann abgewaschen. Da diese Behandlungen insbesondere einen guten UV-Schutz voraussetzen, werden sie idealerweise während der Frühlings- Herbst- oder Winterzeit, nicht aber während der Sommerzeit durchgeführt.
Kosten
Die Kosten für Therapien mit Chemischen Peelings werden in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen und müssen daher von Behandelten selbst getragen werden. Die Kosten richten sich nach dem mit der Behandlung verbundenen Aufwand und den Kosten der Peeling-Substanzen. Die Kosten für einfachere und kleinflächigere Behandlungen betragen in der Regel ab ca. SFr. 100.--.
Zusammenfassend
Welche Arten von Peelings zur Behandlung Ihres Hautanliegens bei Ihnen angewendet werden können, bzw. welche Vor- und Nachteile die entsprechenden Therapien haben, werden wir gerne in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen besprechen.

Haben Sie weitere Fragen?
Bitte beachten Sie, dass die oben genannten Informationen eine seriöse, ärztliche Beratung nicht ersetzen können. Sollten Sie weitere Fragen haben, so kontaktieren Sie uns unter der Nummer +41 (0)44 431 36 36. Sehr gerne vereinbaren wir mit Ihnen einen Termin für ein persönliches und individuelles Beratungsgespräch, bzw. erstellen für Sie gegebenenfalls einen individuellen Behandlungsplan.