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Diese
Blüte
[* 6] vernichtete die Zerstörung der Stadt durch die
Tataren 1241, in welcher nur das
Schloß stehen blieb. Der König
Bela IV. that zwar viel zur Wiederherstellung der Stadt; allein
Ofen erhob sich seitdem über sie, und
Gran erreichte seinen alten
Glanz nicht wieder. Im J. 1543 kam die Stadt unter die Botmäßigkeit der
Türken, denen sie erst 1683 unter
Leopold I. auf immer wieder entrissen wurde. In der Zwischenzeit wurde das Erzbistum nach
Tyrnau verlegt, während derErzbischof
selbst in
Preßburg
[* 7] seinen Sitz nahm, bis beide 1820 nach Gran zurückkehrten.
Die
Provinz gehört größtenteils demFlußgebiet des
Guadalquivir an, welchem hier namentlich der
Jenil
und der Guardal mit dem Fardes zufließen.
Direkt ins
Meer ergießt sich der Guadalfeo. Das
Klima
[* 21] ist sehr warm, jedoch durch
die Schneegebirge temperiert. Die
Provinz zählt (1878) 479,066 Bewohner (Ende 1883 auf 485,991 berechnet) oder 37 pro QKilometer.
Granada gehört zu den fruchtbarsten und reichsten
ProvinzenSpaniens; hier verbinden sich die
Produkte der gemäßigten
Zone mit denen der subtropischen.
Die gleichnamige Hauptstadt des Königreichs und der Provinz Granada ist gegen die Zeit ihrer Blüte unter den Mauren jetzt sehr herabgekommen,
aber trotzdem noch eine der größten StädteSpaniens. Sie liegt am Fuß der Sierra Nevada, mitten in der 250 qkm großen, überaus
fruchtbaren und reichbevölkerten Vega von an der Nordseite des Jenil, mit dem sich hier der Darro vereinigt, 686 m ü. M.
und an der oben genannten Zweigbahn, auf und zwischen zwei Hügeln, deren südlicher die weltberühmte Alhambra trägt. Um denselben
zieht sich die Stadt halbmondförmig herum und sendet ihre Vorstädte noch weit in die Thäler des Jenil
und Darro hinaus. Am Abhang des andern Hügels auf dem rechten Darroufer liegt der Albaicin, der älteste Stadtteil, und an
dessen Fuß ziehen sich zu beiden Seiten des Darro die stattlichen Häuserreihen der Alcazaba hin, wo zur Zeit der Mauren der
Adel von Granada wohnte.
Die eigentliche Stadt liegt westlich von der Alcazaba, ganz in der Ebene zu beiden Seiten des Darro, der hier großenteils
überwölbt ist, und wird im W. und N. noch von den weitläufigen Vorstädten Elvira und Antequeruela umschlossen. Die ältern
Häuser haben noch ein halb maurisches Ansehen: platte Dächer, Türmchen mit Balkonen, im Innern Höfe mit
Springbrunnen. Im übrigen bildet die jetzige Stadt ein Labyrinth von krummen, engen und unebenen Gassen, obschon der Anblick
derselben mit ihren zahllosen Türmen und Kuppeln und der stolz über der Stadt thronenden Alhambra von allen Seiten imposant
und prächtig ist.
die ehemaligen Klöster Jesus del Valle und Sacromonte (jetzt Priesterseminar) im Darrothal
etc. -
Araber gründeten die Stadt im 8. Jahrh. unweit der Ruinen der uralten keltiberischen Stadt Illiberis oder Eliberis (woraus
Elvira entstand) und gaben ihr den Namen Granada, der die Gestalt eines aufgesprungenen Granatapfels bedeuten
soll, dessen Mittelpunkt die Alhambra bildet, und der auch das Wappen
[* 33] ihrer Könige war.
Die Stadt gelangte unter den Mauren bald
zu einer außerordentlichen Blüte, so daß sie schon um 1350: 200,000, um die Zeit der spanischen Eroberung aber 400,000 Einw.
zählte. Sie hatte 15 km im Umfang (jetzt 8), zahlreiche Prachtbauten, 50 gelehrte Schulen, 70 Bibliotheken
und war von einer Mauer umgeben, aus der 1030 Türme emporragten. Nach der Einnahme durch die Spanier trieben Bedrückungen aller
Art die maurische Bevölkerung zu wiederholten Empörungen, die erst 1570 durch Versetzung derselben in das InnereSpaniens getilgt wurden.
2) Departement des mittelamerikan. StaatsNicaragua,
[* 34] liegt zwischen dem Nicaraguasee, dem Südende des Managuasees und dem StillenOzean und hat ein Areal von 6698 qkm (121,6 QM.) mit etwa 70,000 Einw.
Das Land ist vorwiegend ebene Savanne, doch steigen in demselben der Vulkan von Masaya und der Mombacho
(1370 m) an. Die gleichnamige Hauptstadt liegt an der Nordwestseite des Nicaraguasees und ist Endstation der Eisenbahnlinie
Granada-Managua. Früher die wichtigste Stadt der Republik, ist sie infolge der Bürgerkriege zwar in Verfall geraten, aber durch
ihre günstige Lage für den Handelsverkehr des Staats noch immer von Belang, mit 10,000 Einw. Granada, bereits 1522 gegründet,
ist eine der ältesten spanischen Niederlassungen. Unter den Gebäuden sind die Parochialkirche, die Kirche de la Merced,
das alte verlassene Franziskanerkloster im maurischen Stil und die Casade losLeones, ein reichgeschmücktes Privathaus, bemerkenswert.
Vor dem Hafen der Stadt nach SO. liegt die vulkanische Inselgruppe der Corrales.