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«Mowgli» ist nach «Breathe» das zweite Regieprojekt von Gollum/Sméagol- Darsteller Andy Serkis («Herr der Ringe») und basiert auf Rudyard Kiplings bekanntem Werk «Das Dschungelbuch». Im Gegensatz zu Disneys Filmadaptionen verzichtet Serkis auf unterhaltsame Musikeinlagen; stattdessen schafft er mit eindringlichen Bildern, reichlich Motion-Capture-Technik sowie visuellen Effekten eine düstere Version des mehrfach verfilmten Dschungelklassikers und punktet mit blutiger Kompromisslosigkeit.
«Man cub, the whole jungle has been watching you.» Kaa
Nachdem der gefürchtete Tiger Shere Khan (Benedict Cumberbatch) Mowglis Eltern tötet, bleibt der Kleine allein im Dschungel zurück. Panther Bagheera (Christian Bale) findet Mowgli (Rohan Chand) und bringt ihn zu einem Rudel Wölfe, unter deren Schutz er fortan aufwächst. Mowgli möchte um jeden Preis ein Wolf sein und definitiv zum Rudel gehören. Darüber soll nun die Dschungelprüfung entscheiden, für die er mit Bär Balu (Andy Serkis) trainiert. Sollte Mowgli bei der Prüfung versagen, muss er den Dschungel unverzüglich verlassen und im Dorf unter Menschen leben, wo ihn Bagheera vor Shere Khan in Sicherheit glaubt. Die Regeln des Dschungels sind jedoch unerbittlich und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.
«Why am I so different from other wolves? –You are not different, little brother, you are special. This is why you need a special training.» Mowgli und Balu
In der Filmversion von Serkis geht es um Leben und Tod. Die unbarmherzigen Gesetze des Dschungels gelten gleichermassen für Mensch und Tier. Als «man cub» versucht sich Mowgli inmitten von knallharten Bedingungen zu bewähren, um seinem Platz im Rudel zu sichern. Die Härte des Dschungels spürt jedoch nicht nur er, sondern auch die Tiere, die reichlich Narben und Schnittwunden auf sich tragen.
«Others can mistake individuality for weakness. Mum says, some wolves just need more time. It doesn’t mean we’re not good enough.» Bhoot
Nebst Sujets wie Freundschaft und Verbundenheit thematisiert «Mowgli» auch Ausgrenzung und Isolation. Von den einen als «little brother» akzeptiert, wird Mowgli von anderen als «freak» bezeichnet, was den Fokus auf seine Andersartigkeit lenkt. Doch geteiltes Leid ist halbes Leid und so findet Mowgli im kleinen Albino-Wolf Bhoot (Louis Ashbourne Serkis) einen treuen Verbündeten.
Abgesehen von wenigen Animationspatzern präsentiert Serkis eine eindrückliche Anderswelt, in die das Publikum durch den Einsatz von langsamen Kamerabewegungen sowie Luftaufnahmen unmittelbar eintauchen kann. Serkis hat die Motion-Capture-Technik nicht nur für die Belebung der Tierfiguren eingesetzt, sondern nutzte sie auch beim Dreh in realer Umgebung, wodurch die Filmbilder authentischer und intensiver in ihrer Bildkraft erscheinen. Auf jeden Fall sind die animierten Tierfiguren der Höhepunkt in «Mowgli». Diese werden nicht nur durch die Stimme der jeweiligen Stargrösse beseelt, sondern tragen zudem markant ihre Gesichtszüge. Zudem brilliert Kinderdarsteller Rohan Chand in seiner Rolle und spielt einen Mowgli, der viel zu früh erwachsen werden muss.
«Mowgli» ist ein packendes, emotionales Abenteuer inmitten der Gnadenlosigkeit des Dschungels und dies ganz ohne Gemütlichkeit.
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Filmfakten: «Mowgli» / Regie: Andy Serkis/ Mit: Rohan Chand, Andy Serkis (Balu), Christian Bale (Bagheera), Benedict Cumberbatch (Shere Khan), Cate Blanchett (Kaa), Naomie Harris (Nisha), Freida Pinto (Messua), Peter Mullan (Akela), Matthew Rhys, Jack Reynor (Brother Wolf), Tom Hollander (Tabaqui), Eddie Marsan (Vihaan), Louis Ashbourne Serkis (Bhoot) / USA/UK / 104 Minuten
Bild- und Trailerquelle: Netflix Schweiz
Ein Abenteuer ganz ohne Gemütlichkeit