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Giro d'Italia - Nach einem hart umkämpften Spurt hat die Jury Diego Ulissi (It) zum Sieger der 17. Etappe in Tirano erklärt.
Nach 230 km machte ein Quartett den Erfolg im Spurt aus. Ulissi, der zweifache Junioren-Weltmeister, lancierte den Sprint. Der italienische Strassenmeister Giovanni Visconti versuchte, seinen jüngeren Landsmann auf der linken Seite zu überholen. Visconti fühlte sich gegen die Abschrankung gedrängt und nahm gleich zweimal seine rechte Hand zur Hilfe, um sich Luft zu verschaffen. Damit blieb der Jury keine andere Wahl, als Visconti zu deklassieren und Ulissi zum Sieger zu erklären.
Er habe sich nur gewehrt, um sich überhaupt noch auf dem Rennvelo halten zu können, erklärte der verärgerte Visconti, der mit Vorwürfen an seinen Berufskollegen nicht sparte. Ulissi habe in der grossen Flucht des Tages keinen wesentlichen Beitrag an die Führungsarbeit geleistet, sondern eher gestört.
Nach 55 km hatte sich jene Gruppe von 16 Fahrern vom Feld abgesetzt, dies bis nahe ans Veltlin beisammen blieb. Zu den Ausreissern gehörte auch Mathias Frank, der im Aufstieg zum Àprica-Pass mit einigen Angriffen versuchte, eine Vorentscheidung herbeizuführen. Wie schon bei der Bergankunft am Ätna verpuffte Frank aber zu viele Kräfte. In der technisch schwierigen Abfahrt vom Àprica-Pass wurde der Schweizer leicht abgehängt und traf schliesslich mit 40 Sekunden Rückstand im Ziel ein.
Im Feld hatte der Gesamterste Alberto Contador für einmal nicht seine spanischen Landsleute, sondern italienische Profis als Verbündete gefunden. Weil die Equipe des Gesamtdritten Vincenzo Nibali nicht in der Spitzengruppe vertreten war, mussten dessen Helfer hart arbeiten, um den Rückstand auf die Ausreisser in Grenzen zu halten. In Tirano wies das Feld einen Rückstand von drei Minuten auf. An der Spitze des Gesamtklassements mit Contador vor Michele Scarponi und Nibali ergaben sich so keine Veränderungen. Konstantin Siwzow (WRuss) rückte als Mitglied der Fluchtgruppe vom 12. auf den 5. Gesamtrang vor.
SDA-ATS