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Erklärungsmodell für die Entstehung des Lipödems
Das Lipödem ist ein eigenes Krankheitsbild. Es handelt sich nicht wie bei der Fettleibigkeit um gespeichertes Reservefett: das Lipödem-Fett hat eine ganz andere Struktur und kann nicht durch Sport oder Diät abgebaut werden. Einerseits findet sich beim Lipödem eine erblich bedingte, umschriebene- Vermehrung des Unterhautfettgewebes in Form von vergrösserten Fettzellen (Hypertrophie), aber auch infolge einer vermehrten Anzahl von Fettzellen (Hyperplasie). Zusätzlich zur dieser Fettvolumenvermehrung liegt eine Störung der Flüssigkeits-Durchlässigkeit der kleinen Blutgefässe vor (dies erklärt die Neigung zu spontanen Blutergüssen). Dadurch gelangt vermehrt Flüssigkeit aus dem Blutgefässsystem in das Gewebe. Aufgrund des vermehrten Flüssigkeitsangebotes reagiert das zunächst intakte Lymphgefässsystem mit einem gesteigerten Abtransport der vermehrt anfallenden Lymphflüssigkeit. Die Dauerbelastung der Lymphgefässe führt schliesslich auch zu Schäden an den Wänden der Lymphgefässe mit dadurch bedingter Reduktion der Transportkapazität. Kann die anfallende Gewebeflüssigkeit nicht mehr ausreichend abtransportiert werden, kommt es zu Flüssigkeitsansammlungen in den Gewebezwischenräumen, vor allem aber auch in den Fettzellen. Im Laufe der Jahre entsteht eine weitere Zunahme von Unterhautfett und eiweissreichem Ödem. Dies führt zu Verhärtungen des Gewebes und der Lymphgefässwände. Dadurch kommt es zu einer weiteren Verminderung des Lymphtransportes mit der möglichen Ausbildung eines Lymphödems.
Komplexes Krankheitsbild
Bezüglich der Ursache sowie den zugrundeliegenden Krankheitsvorgängen und Funktionsstörungen des Lidödems sind immer noch viele Fragen offen.