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«Der Wiesenberg ist einer der höchsten Berge des Baselgebiets, darauf stehet eine Hochwache», schrieb Bruckner Daniel um 1750, und weiter:«Nicht weit von dem Schlosse Homberg ist der Wiesenberg, einer der höchsten unserer Landschaft; denn so man in heissen Sommertagen an dessen Fuss von Hitze fast schmelzet, kan man hingegen auf seiner Spitze zimlich frieren. Man siehet auf selbigem bey hellem Wetter eine sehr gross Kette der Helvetischen Schneeberge».
Der Wisenberg ist von grossen Teilen des Kantons Basel-Landschaft aus sichtbar. Er ist der letzte Berg im Osten des Kettenjuras mit einer Höhe von über 1000 Metern. Der Wisenberg ist vollständig aus dem der Triasformation angehörenden Muschelkalk aufgebaut. Bei der Jurafaltung in der Erdneuzeit mit Beginn vor rund 5 Millionen Jahren schoben sich die Ketten des Faltenjuras von Süden her über die Flächen des Tafeljuras (Überschiebungszone).
Der zwischen Eital und Homburgertal sich erhebende, heute bewaldete Wisenberg hat möglicherweise seinen Namen von der solothurnischen Ortschaft Wisen erhalten. Eine andere durchaus plausible Erklärung vermutet, dass der Name auf das mittelhochdeutsche Wort «wysen» zurückgehen könnte, welches die Bedeutung von «anzeigen, weisen, kundtun» hatte. Der Wisenberg wäre somit ein von weither sichtbarer Wegweiser.
Die im 17. Jh. noch siedlungsleere Landschaft um den Wisenberg war relativ gering bewaldet und wurde bis zum Gipfel beweidet. Nach der Aufhebung der Dreifelderwirtschaft im 19. Jh. entstanden um den Berg verschiedene Nebenhöfe. Von den ausgedehnten früheren Bergweiden sind nur noch wenige Waldmatten vorhanden.
Samuel Birmann hat sein Wisenbergpanorama vor 200 Jahren im Juli 1813 gezeichnet. Die heutigen vergleichenden Fotos in der Bildgalerie stammen vom Januar 2013. Samuel Birmann stellte in seinem Panorama von 1813 auf dem Gipfel ein Hochwacht-Feuersignal dar.
Zu jener Zeit war der Wisenberg auch für die Landesvermessung ein wichtiger Punkt des Vermessungsdreiecks Passwang–Wisenberg–Münsterturm Basel. Der Vermesser Professor Daniel Huber (1768–1829) wurde von Birmann im Panorama auch festgehalten. Sein Blick im Panorama reicht vom Schwarzwald über den Hohentwiel im Norden zur Schafmatt und weiter in den Aargauer Jura im Osten.
Im Süden ist der ganzen Alpenbogen sichtbar. lm Westen bilden der Kettenjura und die Vogesen den formenreichen Abschluss. Das Landschaftsbild wird von den nach Norden abfallenden Hängen der Jurakette geprägt. Diese sind zumeist bewaldet. Die flacheren Hänge und die in Richtung Südwest–Nordost liegenden Mulden dienen vorwiegend als Wies- und Weideland und somit einer viehwirtschaftlichen Nutzung. Obst- und Ackerbau spielen nur in der Umgebung der Dörfer noch eine gewisse Rolle.
Das 1530 erstmals urkundlich erwähnte Bad nutzte zwei Gipskeuperquellen am Nord-Hang des Wisenberges. Wie bei allen ländlichen Bädern gehörte auch hier neben einer Gaststube ein Landwirtschaftsbetrieb dazu. Die Lage der Kulturlandfläche auf über 700 m Höhe erlaubte vorwiegend Weidewirtschaft. Der Betrieb Ramsach gehörte bis ins 20. Jh. zu den Alphöfen.
Auf dem Gipfel des Wisenbergs befand sich einst eine Hochwacht. Die Hochwachten bildeten zwischen dem 16. und 19. Jh. ein System zur raschen Alarmierung von Truppen und Bevölkerung in Krisenzeiten. Das Basler Hochwachtnetz bestand aus fünf Hochwachten: Wisenberg (1003 m), Geissflue (965 m), Chellenberg (1063 m), Sissacherflue (702 m), Pratteler Horn (632 m) und Aeschemer Bollwerk (heutige Elisabethenanlage).
Daniel Bruckner (1757) schildert die Ausrüstung einer Hochwacht am Beispiel der Sissacher Flue: «... worauf ein Wachthaus steht, und wo in Kriegszeiten das sogenannte Wachtfeuer oder Lermenszeichen so ein hoher von Holz und Stroh aufgethürmter Stoss oder Säule ist, aufgestellet wird, ... ; solchenfalls wird dasselbe durch einige Mannschaft beständig bewachet.» Zu Beginn des 19. Jh. wurde die frühe nachrichtendienstliche Funktion des Wisenberges durch eine vermessungstechnische (geodätische) abgelöst (Bild).
Während der beiden Weltkriege im 20. Jh. gewann der Berg erneut militärische Bedeutung. 1914 wurde im Rahmen von General Willes Hauenstein-Fortifikation ein sieben Meter hoher Holzturm als Beobachtungsposten für die Artillerie errichtet. 1927 baute der Verkehrsverein Baselland den untersten Abschnitt des heutigen Turms. Er wurde mit seinen neun Metern Höhe dem damaligen Niederwald angepasst. Im Zweiten Weltkrieg diente er als Fliegerbeobachtungsposten erneut militärischen Zwecken.
Im Jahr 1953 musste der Turm, da die umgebenden Bäume im Laufe der Jahrzehnte gewachsen waren, um sechs Meter und 1987 um weitere neuneinhalb Meter aufgestockt werden. Der Wisenberg mit seinem nun 24,5 Meter hohen Turm war und ist heute noch ein bedeutender Aussichtspunkt für Wanderer und Touristen.
Zur Zeit Birmanns war der Wisenberg weitgehend waldfrei. Zwischen einzelnen Baum- und Gebüschgruppen weidete das Vieh. Der Blick Richtung Westen und Osten zeigt, dass im Bereich Faltenjura rund ein Drittel, manchmal sogar mehr als die Hälfte weniger Waldfläche existierte als heute. Mögliche Ursachen waren damals Übernutzung beziehungsweise Raubbau. Denn zu Beginn der Industrialisierung wurde Holz in grossen Mengen für den Bau und als Energielieferant benötigt.
Heute liegt auf dem Wisenberg ein geschlossener Hochwald. Der Wandel des Waldkleides bewirkt auch geometrische Veränderungen. Die Tafeln des Tafeljuras liegen 1813 noch viel kantiger in der Landschaft. Heute präsentieren sie sich durch den höheren Wald weicher und gerundeter. Das Siedlungsbild anfangs 19. Jh. war durch kleine in die Landschaft eingebettete Dörfer gekennzeichnet.
Die gesetzlichen Grundlagen für die Schaffung von Pärken von nationaler Bedeutung sind am 1. Dezember 2007 in Kraft getreten. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) listet bis heute 14 regionale Naturpärke auf (Stand 2014). Die wichtigsten Kriterien für die Auszeichnung dieser Pärke sind die Vielfalt und Seltenheit ihrer natürlichen Umwelt, die Schönheit der Landschaften, Kulturstätten von grossem Wert und attraktive Regionalprodukte.
Das Ganze stützt sich auf die Konzepte der nachhaltigen Entwicklung und der Erhaltung der Naturschätze. Der Naturpark Aargau zieht sich in unserem Bereich von Zeiningen über Wegenstetten nach Kienberg. Auch im Kanton Basel-Landschaft sollte ein Naturpark geschaffen werden. Er ist aber am Widerstand ganz weniger Gemeinden bis heute gescheitert.
HPM