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Welchen Inhalt haben aussergewöhnliche Fragen in einem Vorstellungsgespräch?
Veröffentlicht am 04.08.2022 von Marcel Penn, Marketing- und Verkaufsleiter Classifieds - Bildquelle: Getty Images
"Warum sollen wir Sie einstellen", "Wo sehen Sie sich in fünf Jahren" oder "Was sind Ihre Schwächen und Stärken" sind typische Fragen, die in einem Vorstellungsgespräch gestellt werden. Doch immer öfter weichen Personaler von diesen klassischen Fragestellungen ab und überraschen Bewerber mit schrägen Fragen. Das gilt insbesondere für Persönlichkeitsfragen, Verhaltensfragen und für Schätzfragen. Wie Sie damit umgehen - wir haben die wichtigsten Informationen für Sie zusammengefasst.
Persönlichkeitsfragen im Vorstellungsgespräch
"Ordnen Sie diesen Job eher der Wissenschaft oder der Kunst zu?" "Mit welchem Spielzeug haben Sie
als Kind am liebsten gespielt?" "Leben Sie, um zu arbeiten, oder arbeiten Sie, um zu leben?"
"Stellen Sie sich vor, Sie wären ein Tier. Welches Tier möchten Sie gerne sein und warum?" "Sie
schreiben gerade Ihre Autobiografie. Wie würde der Titel lauten?"
Das sind einige Beispiele für Persönlichkeitsfragen im Vorstellungsgespräch. Ziel dieser Fragen ist herauszufinden, ob Ihr Persönlichkeitsprofil zu den Anforderungen der ausgeschriebenen Position und des Unternehmens passt. Letztendlich geht es auch darum, auf diese Weise Ihre Stärken und Schwächen zu erkennen.
Persönlichkeitsfragen werden deshalb von Personalern gestellt, weil sie auf direkte Fragen oftmals
keine ehrliche beziehungsweise authentische Antwort erhalten. Indem Sie als Bewerber in Gedankenspiele verwickelt werden, werden vorgefertigte Pfade im Bewerbungsgespräch verlassen,
sodass es Ihnen schwerer fällt, sich zu verstellen und hinter einer Wand zu verbergen.
Spätestens jetzt wird der Personaler merken, ob Ihre bisherigen Antworten authentisch waren oder nicht. Persönlichkeitsfragen bergen auch immer die Gefahr, allzu gesprächig zu werden. Vergessen Sie in
dieser Situation nicht, dass Sie sich in einem Bewerbungsgespräch befinden, in dem private Angelegenheiten nichts zu suchen haben.
Verhaltensfragen im Vorstellungsgespräch
Beispiele für Verhaltensfragen im Vorstellungsgespräch sind diese: "Welche Situation favorisieren
Sie - Dissens oder Konsens?" "Was würden Sie tun, wenn Sie vor dem Kino versetzt werden und die
Tickets bereits gekauft haben?" "Stellen Sie sich vor, Sie haben heute Ihren freien Tag. Der Gedanke
an ein bestimmtes Produkt lässt Sie nicht los und Ihnen fällt ein Produktfehler auf. Werden Sie in
dieser Situation Ihren Chef anrufen?" "Wie würden Sie sich einschätzen? Sind Sie ein spontaner und
humorvoller Mensch?" Die meisten Kandidaten antworten auf diese Frage natürlich mit "Ja", worauf
die Aufforderung folgen kann, einen Witz zu erzählen.
Verhaltensfragen haben zum Ziel zu testen, ob Sie als Bewerber in ein Team und zur Unternehmenskultur passen, ob Sie konfliktfähig und zuverlässig sind und ob Sie lösungsorientiert
arbeiten. Bei der Aufforderung, einen Witz zu erzählen, geht es darum, dass Sie eine von Ihnen
behauptete Charaktereigenschaft auch nachweisen können. Es muss also nicht zwingend ein Witz sein. Es kann sich auch um ein lustiges Ereignis handeln, dass Sie gekonnt erzählen. Wenn Sie einen Witz parat haben, ist das umso besser.
Schätzfragen im Vorstellungsgespräch
"Wie viele Golfbälle passen in einen SUV?" "Wie viel Umsatz wird in Japan jährlich mit Stäbchen
gemacht, die wieder verwendbar sind?" "Wie viele Schmuckstücke liegen in Nizza am Strand
vergraben?" "Wie können Sie bei geschlossener Türe testen, ob ein im Badezimmer installiertes
automatisches Licht tatsächlich ausgeht?" So oder ähnlich werden Schätzfragen, die auch
Brainteaser genannt werden, im Bewerbungsgespräch formuliert.
Ziel ist, Ihre Problemlösungskompetenz sowie Ihre analytischen Fähigkeiten zu testen. Solche Schätzfragen werden insbesondere in Vorstellungsgesprächen gestellt, bei denen es sich um die Vergabe eines Jobs im wirtschaftlichen oder technischen Bereich handelt. Bei der Lösungsfindung
geht es nicht darum, dass Sie ein exaktes Ergebnis liefern.
Stattdessen kommt es darauf an, einen Lösungsweg zu finden und zu skizzieren und den Zuhörer Schritt für Schritt durch den eigenen Denkprozess zu führen. Die Kunst besteht darin, eine quantitative Schätzung ohne vorhandene Datenbasis abzugeben.