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Russland geht am Zuckerhut mit 271 Athletinnen und Athleten an den Start. Diese Zahl bestätigte Alexander Schukow, der Präsident des russischen olympischen Komitees, auf einer Pressekonferenz in Rio de Janeiro am Donnerstag.
Das IOC hatte im Anschluss der Veröffentlichung des McLaren-Reports, der Russland ein staatlich gelenktes Dopingsystem nachwies, auf einen Ausschluss aller Russen von den Spielen verzichtet. Stattdessen beauftragte es die Weltverbände mit einer Einzelfallprüfung.
Ein Trio mit dem letzten Wort
Kein Russe, der im McLaren-Report als Dopingsünder erwähnt oder jemals als Dopingsünder überführt worden war, sollte eine Starterlaubnis erhalten. Zudem sollten Athleten nachweisen, dass sie zuverlässig ausserhalb des heimischen Anti-Doping-System getestet worden waren.
Das letzte Wort in dem Zulassungsprozess hatte eine IOC-Kommission mit den Mitgliedern Claudia Bokel (Deutschland), Ugur Erdener (Türkei) und Juan Antonio Samaranch (Spanien).
Wir können eine klare Botschaft an saubere Athleten senden.
«Wir können eine klare Botschaft an saubere Athleten senden: Man kann erfolgreich sein ausserhalb eines solchen Systems», kommentierte IOC-Chef Thomas Bach.
49 Athleten beim Check durchgefallen
387 Namen standen ursprünglich auf der russischen Athletenliste für Rio, darunter die im Block gesperrten 67 Leichtathleten. Dem McLaren-Report fielen demnach nur 49 Athleten zum Opfer. Der deutsche IOC-Boss hatte vorher noch entschieden behauptet: "Wir waren deutlich: Kein russischer Athlet darf antreten, wenn er Sauberkeit nicht nachgewiesen hat."
Einen Tag vor der Eröffnung der 16. Sommerspiele gab es in diesem Zusammenhang in 2 Sportarten folgende Beschlüsse:
- Der Box-Weltverband Aiba erklärte, die Anti-Doping-Akte aller 11 für Olympia nominierten Athleten sei eingehend analysiert worden. Die Aiba-Empfehlungen wurden vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) akzeptiert. Zuvor hatte das IOC die einzelnen Fachverbände beauftragt, diejenigen russischen Sportler auszuwählen, die von Doping unbelastet sind.
- Der Schwimm-Weltverband Fina teilte mit, dass die ursprünglich gesperrten Russen Nikita Lobinzew und Wladimir Morosow nun doch in Rio de Janeiro an den Start gehen dürfen. Demnach müsste die 3-köpfige IOC-Kommission als letzte Instanz grünes Licht gegeben haben. Das Duo hatte wie mehrere weitere russische Olympia-Kandidaten vor dem Internationalen Sportgerichtshof TAS offenbar erfolgreich gegen die Ausschlüsse von den Olympia-Wettkämpfen geklagt. Die Fälle von Weltmeisterin Julia Jefimowa und Daria Ustinowa, die ebenfalls vors TAS gegangen waren, sind dagegen noch nicht geklärt.
Sendebezug: Laufende (Vor-)Berichterstattung zu Olympia in Rio