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Einleitung
Kürzere Aufenthaltsdauer, mehr Reisen innerhalb Europas und zunehmende Verwendung des Internets für die Informationsbeschaffung und Reservation – dies sind die wichtigsten Tendenzen, die vom Flash Eurobarometer 2014 beobachtet wurden. Betrachten wir gemeinsam die Analyse etwas näher und versuchen wir, für den Tourismus im Wallis einige Schlussfolgerungen zu ziehen.

Destinationen
Ferien im eigenen Land oder im europäischen Ausland liegen im Trend. Dieser dürfte sich in den nächsten Jahren noch verstärken.
Die Eurobarometer-Untersuchung bestätigt, dass die Europäer, die 2013 wegfuhren, über das ganze Jahr gesehen am häufigsten in ihrem eigenen Land (57 %) oder in einem anderen Land der europäischen Union (54 %) Ferien machten. Nur 27 % reisten 2013 ferienhalber in ein Land ausserhalb der EU. Wenn man die Antwort „in unserem eigenen Land“ mit den Antworten „in der EU“ für alle EU-28-Länder kombiniert, so ergibt sich, dass die Befragten, die ferienhalber wegfuhren, mehrheitlich in Europa blieben (92 %), sei es in ihrem Wohnland oder in einem heutigen EU-Mitgliedstaat. Das bedeutet eine Zunahme von 3 % verglichen mit 2012.
Verglichen mit der Umfrage aus dem letzten Jahr blieben die drei beliebtesten Urlaubsziele die gleichen: Spanien (15 %), Frankreich (11 %) und Italien (10 %). Österreich, ein Land des Alpenbogens, folgte auf Platz 5 und erreichte mit 6 % ein Plus von 2 % im Vergleich zur früheren Umfrage.
Ein Hang zum Reisen
Für 2014 besteht eine Tendenz zu kürzeren Reisen, hingegen nimmt die Zahl der Europäer, die ihre Ferien zuhause verbringen, ab.
Die voraussichtliche Dauer des auswärtigen Aufenthalts liegt für 2014 bei 4 bis 13 Nächten in Folge (42 % der Antworten). Die Absicht, diese Zahl von Urlaubstagen am Stück zu nehmen, hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Hingegen werden Kurzaufenthalte (3 Nächte oder weniger) immer beliebter. Mit beinahe der Hälfte bezeugten die befragten Engländer und Finnen ein besonderes Interesse an einem Kurzurlaub (3 Nächte oder weniger).
Beweggründe für eine Reise
Die drei wichtigsten Beweggründe für eine Reise sind Badeferien, ein Besuch bei Familienangehörigen oder Freunden und ein Aufenthalt in der Natur.
Es ist eine Tatsache, dass Badeferien nach wie vor ein guter Markt sind, denn sie sind der Hauptbeweggrund für die Europäer, sich auf Reisen zu begeben. Die Hälfte der Befragten bestätigte dies.
Der zweitwichtigste Grund für eine Ferienreise ist der Wunsch, Zeit im Kreise der Familie oder zusammen mit Freunden zu verbringen (34 %). So gaben 43 % der Befragten an, dass sie 2013 während ihrer Ferien bei ihnen nahestehenden Personen untergebracht waren. In gewissen Ländern scheint diesem Aspekt mehr Bedeutung zugemessen zu werden als in anderen. So gaben in Frankreich zwei Drittel der Befragten an, anlässlich ihres Ferienaufenthalts bei Familienangehörigen oder Freunden gewohnt zu haben. Die Franzosen gaben ausserdem den „Besuch bei Familienangehörigen oder Freunden“ als wichtigsten Grund für eine Ferienreise an.
Die Natur (Berge, See, Landschaft) ist ein weiterer wichtiger Grund, in den Ferien wegzufahren. Er wurde an dritter Stelle genannt (30 % der Antworten).
Weitere Gründe – u. a. Vorzüge, die das Wallis zu bieten hätte – wie zum Beispiel Aktivitäten im Bereich Sport, Wellness und Events (Sportveranstaltungen / Festivals / Clubbing) finden sich am Schluss der Aufzählung. Aber auch wenn diese Aktivitäten keine Mehrheit auf sich vereinen können, sind die Touristen einiger Länder dennoch empfänglich dafür. So sprechen sportliche Aktivitäten vor allem die Österreicher und Deutschen an, der Ereignis-Tourismus hingegen die Engländer und Finnen.
Unterkunft
Bei allen Unterkunftsformen wurde ein Rückgang festgestellt, ausser beim Camping.
Die Mehrheit der Europäer (44 % der Befragten) entschloss sich für eine Unterkunft, für die bezahlt werden musste und die mehr als 20 Gäste aufnehmen konnte. 40 % wählten eine Unterkunft, in der sich insgesamt weniger als 20 Gäste aufhielten, und ein Viertel der Befragten entschied sich für eine kostenpflichtige Unterkunft ohne deren Grösse anzugeben.
Die einzige Übernachtungsform, deren Entwicklung nicht negativ verlief, ist das Camping, das durchschnittlich 14 % der Europäer anzog. Die Niederländer schätzen diese Unterkunftsform ganz besonders. Und auch bei den Norwegern hat sie zunehmend Erfolg. Hingegen interessiert sie die Österreicher und die Spanier wenig (7 %).
Internet: als Informationsquelle und Reservationsinstrument wichtig
Es ist nicht überraschend, dass das Internet als Reservationsinstrument so beliebt ist. Trotzdem bleiben Empfehlungen des Umfelds (Mundpropaganda) der entscheidende Kanal zur Informationsbeschaffung und sind immer noch wichtiger als das Internet. Die sozialen Medien gewinnen an Bedeutung.
Bei über der Hälfte der Befragten waren die Empfehlungen von Bekannten die wichtigste Informationsquelle für die Ferien. Das Internet war aber in der Vorbereitungsphase trotzdem sehr wichtig (46 %). In den Niederlanden und in den skandinavischen Ländern (Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen) war nicht nur die Informationssuche auf dem Internet vorherrschend (bis 66 % der Befragten in Finnland), sondern auch die sozialen Netzwerke wurden in diesen Ländern gerne dafür eingesetzt. Zwar ist dieser jüngste Kanal zur Informationssuche anteilsmässig noch eher gering (mit 14 % in Schweden am höchsten), aber er verzeichnete als einziger zwischen 2013 und 2014 eine Zunahme.
Mit nur noch 19 % aller benutzten Informationsquellen waren Auskunftsanfragen bei einem Reisebüro oder einem Tourismusbüro zwischen 2013 und 2014 rückläufig. Dieses Vorgehen ist in einigen Ländern beliebter als in anderen. So benutzen die befragten Spanier und Belgier diese Dienstleistungen je zu 29 % und 26 %. Auch die Deutschen und die Österreicher schätzen diese Möglichkeit (je 27 % und 25 %). Die Urlauber aus den beiden letzten Ländern sind übrigens auch am meisten geneigt, einen Katalog oder einen Reiseführer zu kaufen (11 %).
Bei der Reservierung eines Aufenthalts hat das Internet die Nase vorn (58 % der Befragten). Nur 22 % der Urlauber reservieren ihren Aufenthalt über Bekannte (Familienangehörige oder Freunde) oder in einem Reisebüro. Die Österreicher allerdings buchen immer noch gerne über ein Reisebüro.
Kaufverhalten
Die Europäer sind nicht sonderlich auf Pauschalen aus.Die meisten von ihnen kaufen die einzelnen Bestandteile ihres Touristen-Pakets separat (41 %). Die Tendenz zum Selberzusammenstellen ist in Norwegen (69 %) und Dänemark (65 %) besonders ausgeprägt; verglichen mit der Umfrage im Jahr 2013 wurde in Österreich (60 %) die grösste Zunahme bei diesem Verhalten verzeichnet. Die Italiener hingegen sind eher wenig davon begeistert (29 %), was eine deutliche Abnahme im Vergleich zum Vorjahr bestätigt.
Im Jahr 2013 entschied sich ein Drittel der befragten Personen für ein Ferienangebot, in dem nicht alles inbegriffen war. 28 % hingegen wählten mindestens einmal eine All-inclusive-Pauschale (Reise, Unterkunft, Mahlzeiten und Getränke). Die Belgier (42 %) und die Engländer (31 %) greifen am meisten bei All-inclusive-Angeboten zu. Hingegen wählten 2013 nur 18 % der Niederländer eine solche Lösung. Die belgischen und französischen Urlauber ziehen andere Pakete vor (nicht alles in begriffen), nämlich 58 % der Belgier und 55 % der Franzosen, was verglichen mit der Umfrage aus dem letzten Jahr eine interessante Entwicklung darstellt.
Schlussfolgerungen für den Tourismus im Wallis
Der Flash Eurobarometer ist ein Instrument, das dazu dient, innerhalb von Europa die öffentliche Meinung zu diversen Themen zu erforschen. Der vorliegende Text ist eine Zusammenfassung des Flash Eurobarometers 392 zu den Vorlieben der europäischen Touristen (Preferences of Europeans towards tourism). Er wurde von „TNS Political & Social“ im Auftrag der Generaldirektion „Unternehmen und Industrie“ der Europäischen Kommission entwickelt. Die Umfrage wurde in 28 Mitgliedsländern der EU sowie in der Türkei, in der Republik Mazedonien, in Island, Norwegen, Serbien, Montenegro und Israel zwischen dem 6. und dem 11. Januar 2014 durchgeführt. In dieser Zeitspanne wurden 31’122 Personen befragt.