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Der sogenannte Stresstest war nach den Erfahrungen der Finanz- und Wirtschaftskrise eingeführt worden, als der Kollaps der Wall-Street-Bank Lehman Brothers das gesamte Finanzsystem ins Wanken brachte. Seitdem müssen sich die grossen Banken schärferen Kontrollen und Regeln unterwerfen. Dazu gehört, dass die Fed die Kapitalausstattung und die internen Abläufe bei den Banken unter die Lupe nimmt. Einmal im Jahr müssen die Geldhäuser dazu sogenannte Kapitalpläne einreichen. Erst wenn die Fed diese Pläne genehmigt, dürfen die Banken überschüssiges Geld an die Anteilseigner ausschütten.
Von den 33 geprüften Banken mit einem grossen Geschäft in den USA fiel neben der Deutschen Bank nur noch die US-Tochter der spanischen Banco Santander durch den Stresstest, ebenfalls zum wiederholten Male. Die Wall-Street-Bank Morgan Stanley hat bestanden, muss aber ihren Kapitalplan nachbessern. In der Vorwoche hatte die Fed bereits verkündet, dass die eigentlichen Kapitalpuffer der Banken dick genug sind, um auch im Krisenfall die Wirtschaft mit Geld zu versorgen.
Für die Deutsche Bank bedeutet das Scheitern beim amerikanischen Stresstest, dass die US-Tochter keine Gewinne an den Mutterkonzern in Frankfurt abführen darf. Dagegen verkündeten zahlreiche andere Banken noch am Mittwoch Aktienrückkäufe und Dividendenerhöhungen, darunter die Citigroup , die Bank of America , Goldman Sachs , Morgan Stanley und der Kreditkartenkonzern American Express . US-Branchenprimus JPMorgan Chase liess die Dividende unverändert, legte mit 10,6 Milliarden Dollar aber den grössten Aktienrückkauf auf./das
(AWP)