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Das «Cassis de Dijon»-Prinzip besagt, dass ein Produkt, das irgendwo in der EU zugelassen wurde, in der ganzen EU - und neu auch in der Schweiz - unverändert verkauft werden darf.
So können z.B. auch dann Spezialitäten importiert werden, wenn Deklaration oder Inhaltsstoffe nicht dem Schweizer Lebensmittelgesetz entsprechen.
Bei der Umsetzung des Prinzips ging man in der Schweiz sogar noch einen Schritt weiter: Statt dass man nur Produkte importieren darf, darf man das gleiche Produkt auch in der Schweiz herstellen, auch dann, wenn dies zuvor nach unserem Lebensmittelgesetz nicht möglich gewesen wäre.
Das verhindert, dass unsere einheimische Produktion benachteiligt wird und ist daher zu begrüssen. Der Nachteil ist aber, dass damit nicht mehr in allen Schweizer Produkten auch Schweizer Qualität drin steckt.
Beispielsweise war das erste «Cassis de Dijon»-Produkt ein Himbeersirup, mit nur 10% statt 30% Fruchtanteil, wie das dem Schweizer Lebensmittelgesetz entsprechen würde.
Darum fordere ich eine klare und deutliche Deklarationspflicht bei allen «Cassis de Dijon»-Produkten.
Eine Deklarationspflicht ist aber problematisch, weil ein wichtiger Vorteil vom «Cassis de Dijon»-Prinzip ist, dass Produkte nicht mehr umverpackt werden müssen, was ihren Preis hoch treiben würde.
Aber man braucht die Deklaration nicht am Produkt anzubringen. Es reicht, wenn «Cassis de Dijon»-Produkte klar und deutlich am Regal beschriftet werden.
Ich fordere eine klare Kennzeichnungspflicht am Regal für alle «Cassis de Dijon»-Produkte. Der Konsument soll wissen, dass das diese Produkte nicht seinen gewohnten Qualitätskriterien entsprechen müssen.
In Form und Inhalt muss die Kennzeichnung als Warnhinweis erfolgen, z.B. mit dem Text: «Achtung: Dieses Produkt entspricht nicht dem Schweizer Lebensmittelgesetz. Es ist nur nach den Normen der EU zugelassen.»