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"Die Ungleichgewichte, die sich über die vergangenen Jahre aufgebaut haben, sind noch immer gross", sagt er im Interview mit der NZZ (Samstagausgabe). "Was uns dabei am meisten Sorgen bereitet, ist nicht der Markt für selbstbewohntes Wohneigentum, sondern der Markt für Wohnrenditeliegenschaften."
Denn dort sei ein stärkeres Preiswachstum zu beobachten. Ein wichtiger Treiber ist für Zurbrügg der Anlagedruck der Investoren - "die Suche nach Rendite". Und obwohl diese bei den Wohnliegenschaften schon "stark" gesunken sei, würden diese Objekte noch immer nachgefragt.
Gleichzeitig schwäche sich jedoch die Nachfrage seitens der Mieter ab, was unter anderem mit dem Rückgang der Einwanderung zu erklären sei. "Dadurch entsteht bei den Mieten ein Risiko für Korrekturen nach unten."
Keine weiteren Massnahmen angedacht
Um die Preisdynamik im Immobilienmarkt abzuschwächen, wurden bekanntlich verschiedene Instrumente eingeführt wie der antizyklische Kapitalpuffer der SNB oder Massnahmen zur Verkürzung der Amortisationsdauer von Hypotheken. Auf die Frage, ob dieses Instrumentarium verschärft werden müsse, um die Ungleichgewichte abzubauen, sagt Zurbrügg: "Im Moment sind keine weiteren Massnahmen angedacht. Wir überprüfen die Situation aber laufend."
Käme es allenfalls zu einer scharfen Preiskorrektur am Immobilienmarkt, hätte dies laut Zurbrügg "erhebliche Verluste" im Bankensektor zur Folge. "Dennoch wären solche Verluste für die meisten inlandorientierten Banken dank ihrer guten Kapitalisierung verkraftbar."
Für ihn ist es im Moment noch verfrüht, das Problem des Too-big-to-fail schon "als vollständig gelöst zu betrachten." Das Schweizer Finanzsystem sei aber solider und widerstandsfähiger als 2007. "Wenn wir die beiden wichtigsten Bestandteile der Regulierung - also die Erhöhung der Widerstandskraft der Grossbanken und die Sicherstellung von deren Abwicklungsfähigkeit im Krisenfall - wie geplant umsetzen, werden wir bis Ende 2019 in einer sehr soliden Position sein. Wir sind auf Kurs."
(AWP)