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01.09.19 - Unsere Mittelstreckenläufer trumpften an den Staffel-Schweizermeisterschaften auch in diesem Jahr gross auf und gewannen über 3x1000m überlegen Gold und in der Americaine Silber. Zudem trugen sie auch noch zu den tollen Resultaten in der Olympischen Staffel bei, in der die LG Bern bei den Männern Gold und den 6. Rang nach Hause liefen.
Die Kurzsprinter holten hinter dem LCZ Silber über 4x100m und auch die Frauen durften sich mit dem Bronzeplatz in der Olympischen eine Medaille umhängen lassen.
Im Nachwuchsbereich überzeugten unsere jungen TVL-Sprinterinnen mit dem 2. Platz über 5x80m.
Man sah spannende Wettkämpfe, viele Emotionen und eine gute Wettkampforganisation. Völlig unverständlich ist, dass der nationale Verband zulässt, dass er mit einem Meeting (Bellinzona) seine eigenen Meisterschaften konkurrenziert und dem Veranstalter damit einige wichtige Aushängeschilder entzieht. Gleichzeitig wurde dieses Jahr (einmal mehr) die Chance vergeben, dass Nachwuchskräfte mit ihren Vorbildern in einem Wettkampf starten hätten können. Das ist eine eklatante Fehlentwicklung, die einen Beitrag zum Abschwung der Schweizer Leichtathletik leistet.
Wer in Langenthalt war, hatte allerdings kaum etwas auszusetzen. Das trifft auch auf die Athletinnen und Athleten der LG Bern mit vielen TVL’ern zu.
Resultateübersicht der LG Bern und TVL-Teams
Männer, 3x1000m
1. LG Bern 1 (Engel/Ramseier/Furtwängler) 7:16.09
4. LG Bern 2 (Croisier/Mengestabe/Marti) 7:39.56
Männer, Américaine
2. LG Bern (Engel/Ramseier/Croisier) 6:43.43
Männer, 4x100m
2. LG Bern 1 (Peña/Kurath/Flück/Lutz) 41.13
Männer Olympisch
1. LG Bern 1 (Furtwängler/Flück/Lutz/Kurath) 3:09.89
6. LG Bern 2 (Ramseier/Engel/Maritz/Peña) 3:21.43
U20, 4x100m
5. LG Bern (Gerber/Castrini/Stalder/Schatzmann) 43.39
U20, Olympisch
7. LG Bern (Stalder/Gerber/Castrini/Schatzmann) 3:38.78
U16, 5x80m
TV Länggasse Bern (Bühlmann/Blumenstein/Meier/Lichtle/Meyer) disq.
Frauen Olympisch
3. LG Bern (Sprecher/Wegmüller/Draganova/Rotter) 3:55.95
U18, 3x1000m
5. LG Bern (Brechbühl/Iseli/Miescher) 9:26.32
W U16, 5x80m
2. TV Länggasse Bern (Reber/Guignard/Dubler/Gränicher/Ferrari) 49.44
W U16, 3x1000m
11. LG Bern (Leuthold/Leuthold/Binggeli) 10:03.99
In der Königsdisziplin über 4x100m bestritten die Männer der LG Bern zwei Läufe. Startläufer Peña schickte nach starken Läufen jeweils Ralf Kurath auf die Bahn, dieser reichte den Stab an Luca Flück weiter, der seinerseits Silvan Lutz auf die Zielgerade lancierte. Den ersten Halbfinal dominierte das LG Bern Quartett mit über 1.2 Sek. Vorsprung in 41.69 Sekunden. Gute Wechsel, gute Sprints. Im Final waren sämtliche Mannschaften schneller als im Vorlauf, die LG Bern war mit 41.13 Sek. eine halbe Sekunde schneller. Es waren weit überdurchschnittliche Leistungen unserer Staffelsprinter, die diesen erfreulichen 2. Rang „holten“. Ralf Kurath zeigte erneut und wie gewohnt sehr starke Wechsel, Luca Flück liebt ganz offensichtlich die zweite Kurve, in der das Feld zusammenrückt. Silvan Lutz in Langenthal in besonders guter Sprinterlaune lief in beiden Läufen stark und technisch überzeugend. Im Final war der Vorsprung des LC Zürich etwas zu gross, als dass er deren Schlussläufer Jérôme Bellon noch hätte abfangen können. Eine etwas überraschende und umso erfreulichere Silbermedaille.
Die U20 4x 100 Meter Staffel qualifizierte sich im ersten Halbfinale als Dritte über die Zeit für den Final. Dort lief das Team mit Simon Gerber, Timo Castrini, Nick Stalder und Ludovic Schatzmann in 43.39 Sek. auf den fünften Platz. Mit dieser Zeit hätten sie Ihr Halbfinale gewonnen. Simon Gerber leistete ordentliches, es fehlte etwas der schnelle Bodenkontakt. Zu beobachten war, dass er jetzt die Läufe wieder problemlos durchziehen kann. Timo Castrini zeigte erneut, dass er in Form kommt. Er sprintete auf seinem Teilabschnitt im Halbfinal überlegen an die Spitze des Feldes, im Final waren die Gegner insgesamt etwas stärker, Timo war trotzdem auf seinem Teilabschnitt der Schnellste. Ganz besonders erfreulich war zu sehen, wie Nick Stalder, vielleicht erstmals in dieser Saison überhaupt, mit allen starken Gegnern mithalten konnte. In beiden Läufen war der zweite Streckenabschnitt, auch im Gegnervergleich, gar noch überzeugender. Schlussläufer Ludo hatte nach einer langen Trainingspause sich in gerade Mal drei Trainings auf diese Meisterschaften vorbereiten können. Im Halbfinal lief er etwas zu früh weg, Nick befahl Stopp und der Wechsel gelang doch noch. Im Finale klappte der Wechsel gut. In beiden Läufen war Ludo in Anbetracht der fehlenden Trainings überraschend gut.
Das Rennen über 3x1000 Meter bei den Männern war langweilig, also für die Zuschauer langweilig, für die Laufer der LG Bern 1 ein Genuss. Die LG Bern 1 mit Hendrik Engel ging in Führung, Reto Ramseier behielt die Führung und Pascal Furtwängler vergrösserte die Führung auf letztlich über 12 Sekunden auf die Zweitplatzierten aus Genf. Die zweite Mannschaft der LG Bern mit Alain Croisier, Kiflay Mengestabe und Lukas Marti kämpfte nach vorne um die Bronze-Medaille. Das gelang nicht. Die LR Gettnau, letztlich Fünfte, konnten sie abwehren. Ein Mix der beiden Mannschaften hätte, auch rechnerisch, die Plätze eins und zwei bedeuten können. Also zumindest im Nachhinein betrachtet. Damit gewinnt die LG Bern die 3x1000 Meter zum vierten Mal hintereinander. Die Zeiten: 2016: 7.25.13, 2017: 7.25.07, 2018: 7.28.39, 2019: 7.16.09. Eine ganz starke Leistung!
In der Américaine Männer gewann das zweitstärkste Team. Es war nicht die LG Bern. Diese stellt das stärkste Team mit den unglücklichsten Wechseln. Die Devise war, nicht in Front zu laufen. Man wollte „mitgehen“. Damit verbunden waren in diesem Fall beinahe bei jedem Wechsel kräfteraubende Gerangel. Mal war ein Vollstopp mit anschliessendem Slalom angesagt, mal liefen sich die Gegner gegenseitig vor die Füsse, Mal mussten sich die Läufer durch andere Paare hindurch den Staffelstab zureichen. Bis zum Schluss lagen vier Mannschaften eng zusammen. Die LG Bern wurde Zweite in 6.43.43. Zum Vergleich, letztes Jahr gewann man mit 6.37.39. Das Tam mit Hendrik Engel, Reto Ramseier und Alain Croiser wäre durchaus in der Lage gewesen, die Zeit aus dem Vorjahr zu laufen. Eine unglückliche Taktik? Vielleicht, aber wer kann schon ahnen, dass in diesem Jahr die Mannschaften derart eng zusammen bleiben. Praktisch bei jedem Wechsel waren gleichzeitig fünf Mannschaften beteiligt. Die Vertreter der LG Bern kamen sich vor wie Förster im Dickicht.
Die 4x400 Meter wurden ab diesem Jahr als Mixtstaffeln gelaufen. Sie bestanden aus zwei Männern und zwei Frauen. Die LG Bern hätte zwar zwei mögliche Kandidatinnen. Aber beide standen dafür nicht zur Verfügung. So wurde auf die Olympischen Staffeln gesetzt. Der Startliste war zu entnehmen, dass die LG Bern damit in bester Gesellschaft war. In dieser Staffel, die Olympische Staffel heisst, aber nur einmal, 1906 in London Olympisch war, gehen die 800-Läufer als Erste auf die Bahn. In Langenthal waren das so klingende Namen wie Jonas Schöpfer, der amtierende Schweizer Meister, Michael Curti, Arnaud Dupré, Reto Ramseier, Timo Roth, Dominik Ummel (der Sohn des ehemaligen TVL Sprinters Ralf Ummel) und Pascal Furtwängler. Die zwei Bahnrunden waren durchaus engagiert, die Luzerner wollten Schweizer Rekord laufen. Pascal hielt souverän mit. Beim Wechsel waren die Luzerner knapp vorne, Curti neben Furtwängler dem aber ein brillanter Wechsel auf Luca Flück gelang. Luca hatte es ebenfalls mit absolut hochkarätigen Gegnern zu tun. Fünf Gegner liefen dieses Jahr 47er oder 46er Zeiten. Luca liess sich davon nicht beeindrucken. Nein, er beeindruckte seinerseits. Er kämpfe sich an Fabio Pedrazzi (47.62) heran, der konterte mit unglaublicher Moral. Damit war das Rennen schnell und Ryan Wyss (47.82) knapp dahinter hatte keine Chance aufzurücken. Ende Kurve machte Luca so lange Druck, bis Pedrazzi endlich nicht mehr dagegen halten konnte. Die „Schlacht“ mit Flück hatte Kraft gekostet, auf den letzten 80 Metern fiel der Luzerner etwas zurück, Ryan Wyss kam damit etwas näher an den Luzerner aber nicht an Luca heran. Charles Devantay lief wie gewohnt stark, aber der Rückstand betrug etwa 3 Sekunden. Das lässt sich gegen Flück nicht gutmachen. Mit einem beruhigenden Vorsprung ging Silvan Lutz auf seine 200 Meter Strecke. Zuerst die Gerade, dann die Kurve. Seine Gegner, von denen zwei dieses Jahr schon deutlich schneller waren, legten auf der ersten Streckenhälfte leicht zu um dann in der Kurve, bekanntermassen schwierig zu laufen, weil sich alle gewohnt sind zuerst die Kurve und dann die Gerade zu absolvieren, ebenso deutlich wieder zurückzufallen. Kurz, mit schönem Vorsprung konnte Silvan Ralf Kurath auf die letzten 100 Meter schicken. Der brachte einen ungefährdeten Sieg ins Ziel. Die zweite Mannschaft hielt sich erstaunlich und wurde letztlich nur knapp hinter dem starken LC Luzern Sechste. Reto Ramseier, er hatte wie Kollege Engel bereits über 3x1000 Meter gewonnen und auch die Américaine absolviert. Trotzdem konnte Reto in einer Verfolgergruppe mithalten und damit das Rennen für seine Kollegen spannend halten. Hendrik Engel, ohnehin ein Energiebündel, kämpfte mit allen seinen beträchtlichen Mitteln über 400 Meter. Yves Maritz hatte unmittelbar vor sich mit de Groot einen ganz starken Gegner. Yves absolvierte seine Teilstrecken ebenfalls überzeugend, sodass Brahian Pena den schönen Mittelfeldplatz ins Ziel bringen konnte.
Bei den U20 musste mangels Alternativen Nick Stalder die Mittelstrecke in der Olympischen laufen. Die ersten 400 Meter, eine Distanz, die er sich gewohnt ist, ging das gut. Die zweite Streckenhälfte war dann sehr hart für ihn. Da waren Gegner im Feld, die auch gegen die Furtwänglers und Engels dieser Welt noch gut aussehen. Mit Rückstand ging Simon Gerber ins Rennen, in ein gutes Rennen. Er zeigte eine tolle Moral. Er konnte etwas aufholen aber nicht an die vorderen Mannschaften heranlaufen. Auf der 200 Meter Strecken war keine Rangverbesserung mehr möglich. Timo Castrini beschränkte sich daher auf eine beeindruckende Stildemonstration und Ludovic Schatzmann genoss den Applaus, der sympatischerweise die Letzten im Feld ins Ziel begleitet.
Bei den Frauen war die LG Bern ebenfalls mit einer Olympischen Staffel vertreten. Hier lief Sina Sprecher eine gute 800 Meter Teilstrecke. Sie hielt ihre Mannschaft damit im Rennen um Medaillenplätze. Muriel Wegmüller und Kristina Draganova liefen 400 Meter bzw. 200 Meter. Den Schluss machte die U18 Athletin Anna Rotter, die nach vorne hätte 6 Sekunden gut machen müssen und nach hinten die 10 Jahre ältere Lorena Fischer im Schach halten musste. Das erstere gelang nicht, das zweite hat sie bravurös gemeistert. 3.55.95, ein schöner dritter Rang und doch noch ein Podest für die erfolgsgewohnte Sina Sprecher. Sie hat die Medaille wohl verdient.
Zum Schluss: kein Gewitter, eine trockene Bahn bis zu den Siegerehrungen um 19.30 Uhr.