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Alles so schön bunt hier !? ? Konstruktionen der Adressat*innen durch Jugendarbeiter*innen der Offenen Jugendarbeit im Kanton Zürich
Eine intersektionale Analyse zu deren Bedeutung für Ein- und Ausschlüsse.
Ausgangspunkt dieser Master-Thesis bildet die erste schweizweite Studie zu Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit. Diese weist auf ein Spannungsfeld zwischen Anspruch und Wirklichkeit» (S. 73–78), bezüglich der tatsächlich Nutzenden und den konzeptionell definierten Zielgruppen hin. Ein intersektionaler Zugang zu besagten Spannungsfeld ermöglicht, Ein- und Ausschlüsse innerhalb kontextspezifischer Machtkonstellationen, sichtbar zu machen. Die vorliegende Master-Thesis erforscht, welche Wahrnehmungskategorien Professionelle der Offenen Jugendarbeit im Kanton Zürich gegenüber ihren Adressat*innen konstruieren. Zudem fragt sie, wie sich damit einhergehende Ein- und Ausschlussmechanismen aus einer intersektionalen Perspektive verordnen lassen.
Die methodische Herangehensweise fusst auf einem qualitativen Forschungsparadigma, dass sich für die subjektive Eigenperspektive der Professionellen der Offenen Jugendarbeit interessiert. Dazu wurden vier halb-strukturierte leitfadengestützte Interviews durchgeführt. Die Interviews wurden anhand der Verfahrensweise der Grounded Theory ausgewertet und bilden den Ausgangspunkt der Ergebnisdiskussion aus einer intersektionalen heuristischen Analyseperspektive.
Als Ergebnisse zeichnen sich vier Differenzkategorien ab (Mädchen*, Jugendliche mit Beeinträchtigungen; lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, intersexuelle und queere Jugendliche; Angebotsgruppen), welche von den Professionellen als Ein- beziehungsweise Ausschlusskategorien konstruiert werden. In den jeweiligen Differenzkategorien werden homogenisierende Zuschreibungen gemacht, sowie gesellschaftliche Diskurse und Stereotypisierungen bezüglich Ethnie, Geschlecht, Körper und Klasse, reproduziert.
Dies verdeutlicht Verstrickungen der Professionellen im durchmachteten Raum der Offenen Jugendarbeit, in dem Zugehörigkeiten, Platzierungen und Schliessungsprozesse artikuliert und konstruiert werden. Um sich der eigenen Ausgrenzungsprozessen und Ausschliessungen bewusst zu werden, stellt die Selbstreflexivität der Professionellen der Offenen Jugendarbeit ein zentraler Aspekt dar. Notwendig dafür ist die professionelle Wahrnehmung und Reflexion der eigenen sozialen Positionierung in Machtverhältnissen wie auch der eigenen Vorurteile und Normativitätsvorstellungen.