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Dupuytren Kontraktur
Bei der Dupuytren’schen Erkrankung handelt es sich um eine krankhafte Veränderung der straffen Bindegewebsfasern (Hautverankerungsbänder) in der Handinnenfläche. Diese kann bis in die Finger reichen (Stränge und Knoten). Die Erkrankung ist nach dem Baron Guillaume Dupuytren (1777-1835) benannt. 1832 beschrieb er die operative Behandlung des nach ihm benannten Morbus Dupuytren (Palmarfibromatose).
Die Ursache dieser Erkrankung ist noch unklar. Nachgewiesen ist ein Vererbungsfaktor, sodass es zu einer familiären Häufung dieser Erkrankung kommen kann. Zudem häufen sich die Fälle bei Patienten mit Zuckerkrankheit (Diabetes Mellitus) und medikamentös behandelter Epilepsie. Männer sind etwa fünfmal häufiger betroffen als Frauen.
Der Beginn der Erkrankung wird von den Patienten meistens kaum beachtet. Schmerzen kommen sehr selten vor. Die Erkrankung beginnt mit kleineren Knoten oder Strängen in der Hohlhand, häufig über dem Klein- und dem Ringfingerstrahl. Der weitere Verlauf ist individuell und meistens kommt es zum Zusammenziehen (Kontraktur) dieser Bindegewebsstränge. Letztendlich kann der betroffene Finger oder die betroffenen Finger nicht mehr vollständig gestreckt werden können. Diese Fehlstellungen können einen erheblichen Einfluss auf tägliche Bewegungen, am Arbeitsplatz und in der Freizeit haben.
Aktuell kommen 3 Therapieformen zum Einsatz:
Perkutane Nadelfasziotomie (Durchstechen)
Dabei wird der störende Dupuytrenstrang in Lokalbetäubung durch mehrfaches Durchstechen durch die Haut mit einer Injektionsnadel geschwächt und kann dann durch Streckung des Fingers aufgebrochen werden. Als Sofortmassnahme ist es eine sehr gute Technik, aber die Möglichkeit einer Neubildung des Stranges (Rezidivrate) ist erhöht. Dem gegenüber steht eine schnellere Rehabilitationszeit.
Injektionstherapie mit Kollagenase (Xiapex®)
Kollagenasen sind bioaktive Substanzen, die Bindegewebe auflösen. Mit dem Medikament Xiapex® steht ein Mittel zur Verfügung, welches nach der Injektion lokal den Dupuytrenstrang auflöst. Nach einer Einwirkzeit von 24 bis 72 Stunden kann der behandelte Strang durch ein gezieltes Streck-Manöver durchbrochen werden. Der Strang reisst und der Finger kann gestreckt werden. Sowohl die Injektion als auch die Streckung können schmerzhaft sein, weshalb wir diese Technik in Lokalanästhesie durchführen. Nach der Behandlung sind manchmal Blutergüsse, Blasenbildung oder Hauteinrisse zu beobachten. Sie heilen aber in der Regel innerhalb der folgenden Tage ab. Um das Behandlungsresultat möglichst optimal zu sichern, wird eine Schiene für die behandelte Hand angepasst. Sie wird nachts für vier bis sechs Wochen getragen.
Partielle Fasziektomie (Heraustrennen des Stranges)
Hierbei werden sämtliche Knoten und Stränge, die zu einer Einschränkung der Streckfähigkeit führen, entweder in Lokalbetäubung oder Narkose, entfernt. Die Hauptkomplikation bei dieser Technik ist die Gefahr einer Gefäss- oder Nervenschädigung, insbesondere bei sehr starken Beugezuständen des Fingermittelgelenks. Das Risiko dieser Komplikation ist deutlich erhöht, wenn bereits früher einmal am selben Finger operiert wurde. Die Rehabilitationszeit ist dann erhöht. Bei der Nachbehandlung sollte der operierte Finger in den ersten sechs bis acht Wochen in einer Schiene ruhiggestellt werden, um einer ungünstigen Narbenbildung vorzubeugen.
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