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Intels Itanium-Highend-Prozessoren werden (noch?) nicht kompatibel zu den Xeons.
Noch gilt das Geschäft mit Highend-Unix-Servern als lukrativ, doch gewinnen Standard-Windows- oder Linux-Server und Intels Xeon-Prozessoren stetig an Boden. So schrumpfte der weltweite Absatz von Unix-Servern im dritten Quartal 2012 gemäss Gartner um volle 31, wertmässig um 16 Prozent. Am heftigsten traf es Oracle (- 35 Prozent wertmässig), doch gehört der Ausstieg aus dem Markt für günstige Standard-Server zur erklärten Strategie des Herstellers. HPs Absatz mit Unix-Servern sank gemäss Gartner um 28 Prozent, während IBM mit einem Minus von zwei Prozent noch am besten davon kam.
Für HP könnte es noch schlimmer kommen, denn Partner Intel, der die Itanium-Prozessoren für HPs Highend-Server entwickelt und produziert, hat still und leise seine Pläne geändert. So soll die nächste Generation ("Kittson") der Itanium-Prozessoren nun doch nicht mit der 22-Nanometer-Technologie, sondern wie bisher mit der 32-Nanometer-Technologie gefertigt werden. Dies wird die möglichen Fortschritte des Prozessors in Sachen Taktung oder Anzahl Kerne beschränken. Ausserdem werden die "Kittson"-Prozessoren nicht wie geplant kompatibel zu Intels Massen-CPUs der "Xeon"-Familie gemacht. Ursprünglich wollte Intel die "Kittson" so machen, dass Hersteller diese alternativ zu den Xeon-Prozessoren auf den gleichen Motherboards hätte einbauen können.
Stattdessen werde "Kittson" nun kompatibel zu der Vorgänger-Generation 9300 / 9500 ("Poulson") sein, liess Intel in einem trockenen Statement verlauten.
Das wird als schlechtes Zeichen für HP gedeutet, denn die Zusammenlegung der beiden Server-Plattformen Xeon und Itanium hätte die Entwicklung von neuen Hochleistungsmaschinen vereinfacht und verbilligt. Dass dies nun nicht der Fall sein wird, wird das Vertrauen der Software-Hersteller, die ihre Produkte für den Gebrauch auf Itanium-Servern anpassen müssen, nicht stärken.
HP ist praktisch der einzige Hersteller, der Intels Itanium-Prozessoren, die ursprünglich aus der HP-Küche kommen, verbaut. Erst vor kurzem hat HP in einem langen Prozess den Konkurrenten Oracle gezwungen
, seine Software, vor allem die Datenbank, weiterhin für Itanium zu entwickeln. Für HP ist das Geschäft mit den margenstarken Highend-Systemen, die mit den eigenen Betriebssystemen Non-Stop, OpenVMS (ursprünglich aus der Digital-Küche) oder HP-UX versehen werden, nicht unwichtig. Immerhin generierte man 2012 mit "Business Critical Systems" (BCS) fast eine Milliarde Dollar Umsatz. (hc)