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Varroa Sensitiv Hygiene (VSH) ist ein Verhaltensmerkmal bei Honigbienen. Es ist eine Form der Nestreinigung, die genetisch veranlagt ist. Bienen erkennen in der Brutanlage Bienenpuppen, die durch die Varroa-Milbe parasitiert werden, öffnen die Zellen und räumen die befallene, 12-18 Tage alte Brut aus. Das führt zum Tod der unreifen Varroa-Milben. Der Vermehrungszyklus der Milben wird gestört, was zu einer unterdrückten Milbenvermehrung führt. VSH-Bienenvölker zeigen daher einen ungewöhnlich niedrigen Anteil an reproduktionsfähigen Milben in der Brut. Sie können die Milbenpopulation tief halten, unter dem Schwellenwert, der eine Varroa-Behandlung nötig macht.
Zeitlebens strebte Bruder Adam danach, neue Eigenschaften in seinen Buckfaststamm einzukreuzen. Seit einigen Jahren gehen Buckfastzüchter der Gemeinschaft den Weg Bruder Adams weiter und kreuzen VSH-Eigenschaften in den bestehenden Zuchtstamm ein, um künftig den Bienen ein Leben ohne ständige Varroa-Behandlungen zu ermöglichen und gleichzeitig möglichst viel genetische Vielfalt zu erhalten. Diese Vorarbeit mit erbfestem Zuchtmaterial ist Grundlage für das Zuchtprogramm der Schweizer Buckfastimker.
Zuchtprogramm der Schweizer Buckfastimker
Seit dem Jahr 2017 betreiben Züchterinnen und Züchter des Buckfastimkerverbands Schweiz mit Support der Stiftung Arista Bee Research parallel zur «konventionellen» Zucht ein VSH-Zuchtprojekt. Durch Eindrohn-Besamung (SDI) erfolgt jährlich die Einkreuzung der oben beschriebenen VSH-Eigenschaften in unsere Linien. Durch Infektion der SDI-Zuchtvölker mit Milben und anschliessendem Auszählen der Brutwaben werden die Eigenschaften der VSH-Zuchtvölker überprüft und dokumentiert. Von den Völkern mit ausgeprägtem VSH-Verhalten werden im gleichen Jahr Königinnen nachgezogen, die der Weiterzucht dienen.
Seit Beginn des VSH-Zuchtprojekts im Buckfastimkerverband Schweiz ist der Anteil der VSH-Züchterinnen und -Züchter und der Zuchtgruppen stetig gewachsen. Durch verbandsinterne Schulung, Wissenstransfer unter den Beteiligten, Austausch mit VSH-Zuchtgruppen im Ausland und im Kontakt mit der Stiftung Arista Bee Research wurde das nötige Basiswissen erarbeitet. Es stellen sich erste Zuchterfolge ein. Wichtig dabei ist, die Zuchtergebnisse in den Gesamtkontext zu setzen und eine genetische Breite zu schaffen.
Handel mit VSH-Königinnen?
Gelegentlich werden VSH-Königinnen zum Kauf angeboten. Der Buckfastimkerverband Schweiz distanziert sich in aller Form von Angeboten ohne entsprechenden Nachweis (Pedigree, Milbenauszählung). VSH-Zuchtmaterial macht vorläufig nur Sinn innerhalb eines Züchterrings und unter Einsatz von künstlicher Besamung. Die Zuchtarbeit mit brauchbaren VSH-Königinnen ist aufwändig und zur Zeit weder konsolidiert noch abgeschlossen. Es liegen noch einige Jahre intensiver Zuchtarbeit vor uns. Vorläufig haben deshalb die erzielten züchterischen Ergebnisse ihren besonderen Wert für die strategische Weiterzucht des Zuchtmaterials innerhalb des Zuchtkonzepts.
VSH-Zucht ist spannend, verbindend, bienenrasseübergreifend und geht uns alle an. Interessierte, die sich an der Zucht beteiligen möchten, als Helferin und Helfer, unterstützend oder fördernd, sind herzlich willkommen. Wir bitten, mit dem Koordinator des VSH-Zuchtprogramms Kontakt aufzunehmen.