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- Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un bereitet die Bevölkerung auf einen Engpass bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln vor.
- Die Ursache dafür sieht Nordkoreas Machthaber in Wetterereignissen und in der Corona-Pandemie.
- Er wies die Teilnehmer eines Treffens des Zentralkomitees der Partei der Arbeit an, Lösungen vorzulegen.
Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un wird nach dem mehrtägigen Kader-Treffen der herrschenden Arbeiterpartei in Pjöngjang von den Staatsmedien mit düsteren Prognosen zitiert: Die Nahrungssituation für die Menschen werde nun «angespannt» sein. Die Landwirtschaft habe im vergangenen Jahr infolge eines Taifuns weniger Getreide ernten können, sagte Kim zur Begründung.
Eine gute Ernte sei die «militante Aufgabe, die unsere Partei und der Staat mit oberster Priorität» erfüllen müsse. Nur so könne den Menschen ein stabiles Leben ermöglicht und der sozialistische Aufbau des Landes gewährleistet werden. Parteichef Kim wies die Parteiführung an, Massnahmen zur Lösung des Problems zu ergreifen.
Nicht die ganze Wahrheit
Nordkorea ist nach mehreren Naturkatastrophen und aufgrund der eigenen Misswirtschaft seit vielen Jahren auf Nahrungsmittelhilfen aus dem Ausland angewiesen. Nach Schätzung der südkoreanischen Regierung fehlen dem Nachbarland in diesem Jahr 1.2 bis 1.3 Millionen Tonnen Nahrungsmittel für eine halbwegs ausreichende Versorgung der Bevölkerung.
Der Nordkorea-Konflikt: Eine Chronologie der Ereignisse
1910: Japan annektiert das Kaiserreich Korea.
1945: Nach der Kapitulation Japans am Ende des Zweiten Weltkriegs wird Korea auf dem 38. Breitengrad in zwei Besatzungszonen geteilt. Die damalige Sowjetunion besetzt das nördliche Gebiet, die USA das südliche.
1950: Mit dem Ziel einer gewaltsamen Wiedervereinigung greift die Demokratische Volksrepublik Korea (Nordkorea) die Republik Korea (Südkorea) an.
1950-1953: Der Koreakrieg zwischen dem Norden mit der verbündeten Volksrepublik China gegen den Süden mit Hilfe der USA schürt die Angst vor einem dritten Weltkrieg.
Nach 1953: Die mehreren Millionen Todesopfer des Koreakriegs zementieren die Spaltung des einstigen Kaiserreichs bis heute.
10.02.2005: Nordkorea räumt erstmals offiziell den Besitz von Nuklearwaffen «zur Selbstverteidigung» ein.
17.12.2011: Kim Jong-Un kommt nach dem Tod seines Vaters Kim Jong-Il an die Macht. Sein Grossvater, der 1994 gestorbene Staatsgründer Kim Il-Sung, ist «Ewiger Präsident».
Dezember 2012: Trotz internationaler Warnungen schiesst Nordkorea einen Satelliten ins All. Die USA und Südkorea befürchten, dass damit eine Interkontinentalrakete getestet werden sollte.
25.08.2015: Vereinbarung zur Beendigung der eskalierten Spannungen.
06.01.2016: Nordkorea meldet den Test einer Wasserstoffbombe als vierten unterirdischen Kernwaffentest.
09.09.2016: Nordkorea behauptet, es habe erstmals atomare Sprengköpfe auf ballistische Raketen montiert. Der Test wird international verurteilt, auch von China.
3.9.2017: Sechster unterirdischer Kernwaffentest, worauf der UNO-Sicherheitsrat einstimmig die bis dato schärfsten Sanktionen gegen Nordkorea beschliesst.
1.1.2018: Kim Jong-Un kündigt in seiner Neujahrsansprache überraschend Dialogbereitschaft mit Südkorea an. Gleichzeitig bekräftigt er gegenüber den USA, Nordkorea sei 2017 endgültig zur Atommacht aufgestiegen
05.03.2018: Kim Jong-Un empfängt erstmals seit seinem Amtsantritt 2011 eine Regierungsdelegation aus Südkorea.
21.04.2018: Nordkorea erklärt, keine Atom- und Raketentests mehr durchzuführen.
27.04.2018: Kim Jong-Un trifft mit dem neuen südkoreanischen Staatspräsidenten Moon Jae-In zusammen. In der «Panmunjom-Erklärung» bekennen sich beide Seiten zu einer «kompletten Denuklearisierung» und zu einem Friedensvertrag.
12.06.2018: Historisches Gipfeltreffen zwischen Kim Jong-Un und Donald Trump in Singapur als erste Begegnung eines nordkoreanischen Staatsführers und eines US-Präsidenten.
18.-20.9.2018: Fünftes innerkoreanisches Gipfeltreffen in Pjöngjang zur Wiederbelebung der ins Stocken geratenen Atomwaffen-Diplomatie zwischen Kim Jong-Un mit Moon Jae-In.
16.06.2020 Nordkorea sprengt als Vergeltungsaktion für wiederholte Flugblattaktionen von nordkoreanischen Überläufern das gemeinsame Verbindungsbüros, das während des Friedensprozesses 2018 eingerichtet worden war. Nordkorea will in der Grenzregion wieder Truppen zu stationieren.
(Munzinger, Wikipedia)
Im vergangenen Jahr hatte neben den Folgen von Überschwemmungen und Sturmschäden auch die Coronavirus-Pandemie dem streng abgeschotteten Land schwer zugesetzt. Nordkorea hatte seine Grenzen wegen des Corona-Ausbruchs schon früh geschlossen, was sich auch stark auf den Aussenhandel auswirkte.