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Der Bahnhof Lausanne hat mit einer tiefgreifenden Umgestaltung begonnen, die es ihm ermöglicht, in das Format "Genfersee 2030" einzusteigen. Dies wird das wichtigste Bahnprogramm der Schweiz für die nächsten zehn Jahre sein. Neben den SBB sind auch die Kantone Waadt und Genf sowie die Stadt Lausanne an einem Großprojekt beteiligt, das nicht nur den Bahnhof und sein Untergeschoss, sondern das gesamte Quartier entwickelt. Bis 2030 soll das Projekt es ermöglichen, täglich 200.000 Passagiere zwischen Lausanne und Genf zu befördern, doppelt so viele wie heute. Nicht zu vergessen der Güterverkehr, der ebenfalls bessere Bedingungen braucht. Die Eisenbahnachse zwischen Lausanne und Genf ist überlastet, ebenso die beiden Bahnhöfe in Lausanne und Genf. Es ist schwierig, zusätzliche Züge zu fahren. Genf muss seinerseits auch den täglichen Strom von Grenzgängern aufnehmen.
CHF 1,3 Milliarden
Die Tatsache, dass die schweizerisch-französische Industrie- und Handelskammer (CCI) Schweiz-Frankreich eine Konferenz zum Thema "Die Herausforderungen des neuen Lausanner Bahnhofs" organisiert hat, ist ein deutlicher Hinweis auf die Bedeutung, die Wirtschaftskreise diesem Programm beimessen. Die Baustelle des künftigen Bahnhofs in Lausanne wird auf rund 1,3 Milliarden Franken geschätzt. Die Verbesserungen werden schrittweise durchgeführt und sollten 10 Jahre nach Inkrafttreten der Baugenehmigung abgeschlossen sein. Die erste renovierte Plattform soll bis Mitte 2023 fertiggestellt sein. Die Auflage der neuen Konvois ist für 2026 geplant.
Im Detail: Die Bahnsteige werden verbreitert und verlängert, um 400 Meter lange Züge aufnehmen zu können und deren Sicherheit zu erhöhen. Die Konvois werden mehr Sitzplätze für Passagiere bieten, die Kapazität wird auf 1500 verdoppelt. Jede Plattform wird 13 Eingänge haben. "Unser Ziel ist es, eiligen Reisenden zu ermöglichen, in drei Minuten vom Bahnhof zum Bahnsteig oder umgekehrt zu gelangen", so die SBB. Die Unterführungen werden von zwei auf drei umgebaut. Ihre Breite wird verdoppelt, um eine bessere Verteilung der Fahrgastströme zu ermöglichen. Auch der Bahnhofsvorplatz wird neu gestaltet. Es wird fußgängerfreundlich sein und kann Restaurants und Terrassen beherbergen. Die Station selbst wird direkt mit der Metrostation M2 und der zukünftigen Station M3 verbunden sein, die sie mit dem Stadtteil Blécherette verbinden wird. Und der Staat Waadt freut sich, dass auf seiner Seite "das majestätische Festzelt des Bahnhofs leicht verschoben, aber erhalten wird".
Jedes Jahr wird nach dem Arbeitsplan eine neue, breitere und längere Plattform für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es ist zu beachten, dass täglich zwischen 600 und 700 Züge durch Lausanne fahren. "Ein lebendiger Bahnhof auch unter der Erde": So sehen die Planer dieses Umbauprogramms die Zukunft. Die unterirdischen Gänge werden zu echten Alleen, etwa 20 Meter breit und offen für Nutzer und Publikum, mit Geschäften aller Art.
Überfüllte Metros
Um alle städtebaulichen Eingriffe zu koordinieren und zu planen, die den Perimeter um den Bahnhof neu gestalten werden, hat die Stadt Lausanne 2014 die Einheit Pôle Gare gegründet. Wie Sie sehen, ist Pôle Gare ein Projekt, das mehrere Akteure mit einer Reihe von Baustellen zusätzlich zum Bahnhof selbst zusammenbringt. Ein Beispiel für die enge Verflechtung der Probleme, die durch den Umbau des Bahnhofs entstanden sind? Der Fußgängerverkehr, der durch den Schienenverkehr entstehen wird. Es muss sichergestellt werden, dass die Passagiere an ihr Ziel gelangen können", bemerkt die Waadtländer Staatsrätin Nuria Gorrite. Heute ist die M2-Metro komplett gesättigt. Er wurde kalibriert, um bis 2030 25 Millionen Passagiere zu befördern, und wir haben im letzten Jahr 30 Millionen überschritten. Die Inbetriebnahme der M3 sollte diesen unerwarteten Fluss auffangen.
Schließlich werden die Baustellen des Pôle Gare als echter Zünder der Stadtentwicklung im Herzen des Ballungsraums Lausanne wirken.
Eine Baustelle jagt die andere
Das Programm "Genfer See 2030" basiert auf einer Reihe von Baustellen unterschiedlicher Größe, von denen sich einige in der Umsetzung befinden und andere bereits fertiggestellt sind. Dies ist in den Vororten von Lausanne mit der Eröffnung der Station Prilly-Malley der Fall, die die Anzahl der Haltestellen der Waadtländer RER erhöht. Ein viertes Gleis ist zwischen Lausanne und Renens im Bau, wobei insbesondere ein "saut-de-mouton", d.h. ein Gleis über ein anderes, vorgesehen ist. Auch hier ist das Ziel, das Tempo des RER zu erhöhen. Auf der Seite des Kantons Genf wird der Bahnhof Genf Cornavin, der zu Spitzenzeiten ebenfalls überlastet ist, mit zwei zusätzlichen Gleisen verstärkt. Auch an der Haltestelle La Plaine werden die Bahnsteige auf 225 Meter verlängert. Zwischen Genf und Lausanne schließlich wird ein zusätzliches Gleis in Founex das Überholen von Güterzügen ermöglichen, während die Bahnhöfe Mies/VD und Chambésy/GE mit Kreuzungsweichen ausgestattet werden. Wikipedia erwähnt bei den für nach 2030 geplanten Projekten auch ein drittes Gleis zwischen Renens und Allaman, die Verbesserung der RER-Verbindung zwischen Bellegarde und Genf und längerfristig ein viertes Gleis zwischen Rolle und Gland sowie eine neue RER-Verbindung zwischen Genf und seinem Flughafen.
von Etienne Oppliger
Artikel erschienen im Magazin immobilier.ch vom Februar 2020