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Wenn diese Tage im Kino das Biest die Schöne in Schrecken versetzt und schliesslich ihr Herz erobert, dann ist das auch ihm zu verdanken: Edwin Catmull, Präsident der Walt Disney und Pixar Animation Studios.
Seine Errungenschaften in der Welt der Computeranimation machen es möglich, digitale Objekte zu animieren oder anders gesagt: mit Computersoftware im Film zu tricksen. Also zum Beispiel das Biest in «Die Schöne und das Biest» zum Leben zu erwecken.
Wenn Hollywood ruft
Alles beginnt 1972 mit einer animierten Version seiner linken Hand, Link öffnet in einem neuen Fenster. Diese Hand flimmert vier Jahre später im Science-Fiction-Film «Futureworld» über einen Computerbildschirm, Link öffnet in einem neuen Fenster. Es ist der erst Einsatz einer dreidimensionalen Computeranimation in einem grossen Spielfilm, und es ist Ed Catmulls erster Beitrag zur Filmindustrie.
1979 folgt Catmull dem Ruf von Studioboss George Lucas nach Hollywood. Als Vizepräsident der Computergrafik-Abteilung von Lucasfilm treibt er die Technologie der Computeranimation voran, um sie in Filmen einzusetzen.
1986 kauft Apple-Gründer Steve Jobs die Abteilung von Lucasfilm und gründet daraus Pixar; Ed Catmull macht er zum technischen Direktor. Dort entwickelt Catmull «RenderMan» – die Software, mit der Pixar bis heute seine Filme animiert. Zudem kommt sie für Spezialeffekte in zahllosen Spielfilmen zum Einsatz, etwa in «Jurassic Park», «Titanic» oder «Star Wars».
Vom Computerbildschirm zum roten Teppich
Für Pixar selbst bringt Catmulls «RenderMan» 1995 den Durchbruch: «Toy Story» katapultiert das Studio ins Rampenlicht. Es ist der erste computeranimierte Langfilm und für die Macher ein grosser Erfolg: Die Geschichte von Woody und Buzz Lightyear begeistert Zuschauer und Kritikerinnen und heimst drei Oscarnominierungen ein.
Ein Erfolg, der sich bis heute fortsetzt: Pixar-Filme erhalten insgesamt 16 Academy Awards, die Hälfte davon in der Kategorie bester animierter Spielfilm. Dazu gehören «Finding Nemo» (2003), «Up» (2009) und zuletzt «Inside Out» (2015). Ed Catmull selbst erhält für seine Leistungen in der Entwicklung der Computeranimation fünf Academy Awards.
Fusion der Giganten
Die Errungenschaften von Pixar rufen bereits früh Walt Disney auf den Plan. Das traditionsreiche Trickfilmstudio steckt in der Krise und benötigt dringend neue Ideen. Schon die ersten Pixar-Film entstehen als Koproduktion der beiden Studios; 2006 schliesslich schluckt Disney den kleineren Bruder.
Pixar bedingt sich allerdings aus, als separate Einheit bestehen zu bleiben. Das Studio verbleibt an seinem Standort im kalifornischen Emeryville und bewahrt seine eigene Unternehmenskultur. Ed Catmull bleibt in der Folge nicht nur Präsident von Pixar, er wird zusätzlich Präsident der Walt Disney Animation Studios.
Sinkende Kreativität bei steigenden Einnahmen
Kritiker monieren, die Eingliederung von Pixar in Disneys riesige Vermarktungsmaschinerie habe die Kreativität des Studios erstickt. Merchandising und Fortsetzungen («Cars» 2 und 3, «Monsters University», «Finding Dory») gingen auf Kosten innovativer Ideen, die Pixar einst berühmt gemacht hätten.
Der Erfolg gibt dem heute 71-jährigen Ed Catmull allerdings Recht: Pixars jüngstes Werk, «Finding Dory», ist mit Ticketeinnahmen von über einer Milliarde US-Dollar nach «Toy Story 3» der bisher finanziell erfolgreichste Film des Studios. Auch Disney ist mit Werken wie «Frozen» und «Zootopia» wieder auf Kurs.
«Beauty and the Beast»
Das Disney-Märchen läuft jetzt als Spielfilm im Kino. Aber braucht die Welt echt noch ein Biest?
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