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Die Illusion des Jahres
Erst steht die rote Figur auf der untersten Treppenstufe, dann plötzlich ganz oben.
Wenn man die Original-Schröder-Treppe auf den Kopf stellt, bleibt sie identisch.
Für Schreiner ist räumliches Vorstellungsvermögen wichtig. In diesem Bereich stellt der Treppenbau besonders hohe Anforderungen. Dreidimensionale Darstellungen können zwar helfen, haben aber auch ihre Tücken, weil sie unser Auge täuschen können. Ein berühmtes Beispiel ist die sogenannte Schröder-Treppe.
Sie bildet scheinbar eine ganz normale Stufenfolge ab. Wenn man die Zeichnung aber auf den Kopf stellt, bleibt sie identisch, mit ihren von links nach rechts abfallenden Stufen. Solche optischen Täuschungen funktionieren üblicherweise zweidimensional. Der Japaner Kokichi Sugihara hat jedoch einen Weg gefunden, die Treppe dreidimensional darzustellen.
Mit seiner Kreation täuscht Sugihara perfekt den Verstand des Betrachters: Die Treppe erscheint tatsächlich mit nach rechts abfallenden Stufen, aber wenn sie um die vertikale Achse von 180 Grad gedreht wird, ändert sie nicht, wie man erwarten würde, ihre Ausrichtung, sondern kehrt in ihre ursprüngliche Position zurück: Erst steht die rote Figur auf der untersten Treppenstufe, dann plötzlich ganz oben.
Kokichi Sugihara hat mit seinem Werk den Wettbewerb «The Best Illusion of the Year» gewonnen. Wer das Modell selber herstellen und sich dann darüber das Gehirn zermartern will, findet hier Sugiharas Anleitung. (hw)