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Seit der Vertreibung aus dem Paradies beschäftigt das Spannungsfeld zwischen bedeckter und entblösster Haut bei der Frau die Menschheit mehr als beim Mann. Dabei denke ich gar nicht an die üblichen religiösen Verhüllungen, sondern an Alizé Cornet. Die Tennisspielerin wurde beim US-Open vom Schiedsrichter verwarnt, weil sie auf dem Court ihr T-Shirt wechselte und sekundenlang ihr Sport-BH zu sehen war. Ein Kommentator der «Süddeutschen Zeitung» beschrieb daraufhin am Beispiel Roger Federers die männliche Parallelwelt: «(…) minutenlang zeigt er der Welt seine medusaartige Brustbehaarung.»
Die älteren Herren, die fürs Tennisreglement zuständig sind, dürften auch Bonmots wie das folgende amüsant finden: «In einem Kleid, das aus viel Stoff besteht, wirkt eine schöne Frau angezogen. In einem Kleid, das aus wenig Stoff besteht, wirkt eine Frau anziehend.» Es stammt nicht von einem bühnenbekannten Galan und Lebemann wie Johannes Heesters, der mit 108 Jahren von uns ging, sondern von einer ebenfalls bereits verstorbenen deutschen Autorin namens Waltraud Puzicha, wurde jedoch kürzlich in der «Stil»-Beilage der NZZ freudig zitiert.
Die «Engel» der Firma Victoria’s Secret, deren Geschäftsidee ja augenscheinlich auf der Wenig-Stoff-Theorie gründet, sollen übrigens ein bisschen aus der Mode gekommen sein, was optimistische Naturen auf die #MeToo- und die Body-Positivity-Bewegung zurückführen. Macht ja nichts. «Der Markt» wird hurtig neuen Schwachsinn kreieren.