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Leopold Mauch wird 1673 als Sohn von Georg Heinrich Mauch und der Anna Stüblin in der freien Reichsstadt Wangen geboren. Er legt 1691 in der Prämonstratenserabtei Weissenau die Profess ab und erhält nach dem für Prämonstratenser üblichen Dillinger Studienaufenthalt 1697 die Priesterweihe. Am 17. Juli 1704 erfolgt die Wahl zum Abt. 1708 bis 1721 amtet er als Generalvikar und Visitator der Zirkarie Schwaben.[1] 1717 reist er in dieser Funktion nach Paris und an das Generalkapitel nach Prémontré, begleitet vom Roter Abt Hermann Vogler.[2] Abt Leopold resigniert anfangs 1722 gesundheitshalber und zieht sich auf die Pfarrei St. Christina bei Ravensburg zurück, wo er mit 49 Jahren am 7. Mai des gleichen Jahres stirbt.
Auf der Äbtetafel, der Porträtgalerie von Weissenauer Äbten von 1599–1794, wird der jugendlich wirkende Abt mit dem Bauplan der neuen Barockabtei abgebildet. Abt Leopold Mauch ist tatsächlich einer der grossen Bauäbte des Barock. Der in kurzer Zeit durchgezogene barocke, einheitliche Neubau der Klosteranlage nach dem Plan des Vorarlbergers Franz Beer II ist sein Werk. Er hat den Konvent 1707 vom Neubau überzeugt und ersetzt von 1708–1711 die mittelalterlichen zweigeschossigen Konventbauten südlich der Kirche durch die barocken, dreigeschossigen Ost und Südflügel. 1717 opfert er auch den erst 1623 erneuerten Turm und die mittelalterliche Basilika für die grössere neue Kirche mit der Doppelturmfront. Kirche und Westflügel sind bis 1722, dem Todesjahr des Prälaten, stuckiert und freskiert. Nur für die Durchführung des ebenfalls geplanten Chorneubaus reicht seine kurze Lebenszeit nicht mehr.
Mit dem Namen von Abt Leopold ist auch die Neubelebung der Heilig-Blut-Verehrung in Weissenau. Er gründet eine Fünf-Wunden-Bruderschaft in Anlehnung an die aufkommende Herz-Jesu-Verehrung und lässt die Reliquie neu fassen und ein Herz-Jesu in Rubin anbringen. Auf seinem Porträt ist die Darstellung des Bruderschaftsbildes mit der Reliquie wichtigste Aussage.
Das Wappen des Abtes und der Patrizierfamilie Mauch ist geteilt von Rot zu Gold, oben ein silberner Stern, unten ein quergelegter gesichteter silberner Halbmond. Wir finden es in den Äbtedarstellungen, aber auch über dem Kirchenportal.
Pius Bieri 2009
Benutzte Quelle:
Bamberger, Innozenz, P. OPraem: Ephemeron Albaugiense, Kalendarischer Nekrolog S. 17, Weissenau 1793.
[1] Die Zirkarie oder Provinz umfasst die Prämonstratenserklöster eines Landesteils. Sie wird durch den gewählten Generalvikar auf dem Generalkapitel in Prémontré vertreten. Die Zirkarie Schwaben umfasst vom 16. bis zum 18. Jahrhundert folgende Abteien: Allerheiligen im Schwarzwald, Bellelay (ehemals Zirkarie Burgund), Obermarchtal, Roggenburg, Schussenried, Ursberg, Weissenau. Die Graubündner Klöster St. Luzi in Chur und Churwalden werden von Roggenburg verwaltet.
[2] Hermann Vogler von Oberstdorf (1680–1749) regiert in Rot an der Rot 1711–1739. Er wird 1721 als neuer Generalvikar gewählt. Zwei Reisebeschreibungen des Paters Heinrich Hünlin, Sekretär in Rot an der Rot, sind im Landesarchiv Stuttgart vorhanden (B 486 Bü 1366). Im 18. Jahrhundert finden nur zwei Generalkapitel statt: 1717 und 1736.
|Leopold Mauch (1673–1722), Abt 1704–1722 in Weissenau|
|Biografische Daten||Zurück zum Bauwerk|
|Geburtsdatum||Geburtsort||Land 18. Jahrhundert|
|1673||Wangen Baden-Württemberg D||Reichsstadt Wangen|
|Titel und Stellung||Regierungszeit|
|Abt der Prämonstratenser-Reichsabtei Weissenau||1704–1722|
|Sterbedatum||Sterbeort||Land 18. Jahrhundert|
|7. Mai 1722||Weissenau Baden-Württtemberg D||Reichsabtei Weissenau|
|Kurzbiografie|

Leopold Mauch aus Wangen ist der eigentliche barocke Bauabt von Weissenau. Zwar regiert er nur 18 Jahre, kann aber in dieser Zeit den Klosterneubau (ab 1709) und den Kirchenneubau (ab 1717) mit dem Vorarlberger Baumeister Franz Beer im Wesentlichen zu Ende führen. Wenig ist über seinen Werdegang bekannt. Dass er mit 35 Jahren auch als Generalvikar und Visitator der Zirkarie Schwaben gewählt wird, sagt aber einiges über seine umfassende Bildung und sein Ansehen aus. 1717 reist er in der Eigenschaft als Generalvikar nach Paris und an das Generalkapitel in Prémontré und lernt als Visitator auch das die Stiftskirche von Bellelay kennen, ein Bau von Franz Beer, der 1714 eingeweiht wird.
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