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Erben einer Liegenschaft frühzeitig bestimmen
Eine Liegenschaft lässt sich nicht einfach gleichmässig aufteilen wie Wertschriften oder Kontoguthaben. Erbteilungen verzögern sich oft über Jahre hinweg, weil sich die Erbengemeinschaft nicht über die Verwendung der Liegenschaft einigen kann.
Wenn ein Erbe mit der Zuteilung nicht einverstanden ist, kann er alle anderen blockieren. Die Mitglieder einer Erbengemeinschaft müssen alle Entscheide einstimmig fällen, die das Erbe betreffen. der Anteil am Erbe, der dem einzelnen Mitglied zusteht, spielt keine Rolle.
Vorrechte des Ehepartners
Der überlebende Ehegatte hat ein Vorrecht auf das Haus oder die Wohnung, die das Ehepaar gemeinsam bewohnt hat. Macht er davon Gebrauch, wird der Wert dieses Vorrechts an sein Erbe angerechnet und es besteht eine Ausgleichungspflicht gegenüber den übrigen Erben.
Ehepaare sollten sich darum rechtzeitig überlegen, wie sie sich gegenseitig ausreichend begünstigen können. In einem Testament können sie sich gegenseitig die freie Quote zusprechen. Ein Ehevertrag ermöglicht Paaren mit Errungenschaftsbeteiligung sich gegenseitig Vermögen zuzusprechen, das sie während der Ehe erwirtschaftet haben.
Teilungsvorschriften sind sinnvoll
Es ist oft von Vorteil, wenn Erblasser in ihrem Testament regeln, wer eine Liegenschaft übernehmen soll. Sonst kann die Erbteilung langwierig, aufreibend und teuer werden. Teilungsvorschriften dürfen keine Pflichtteile verletzen und sollten nicht im Widerspruch zu festgelegten Erbquoten stehen.
Nutzniessung und Wohnrechte
Wer eine Immobilie vorzeitig vererbt, sie aber weiterhin selber nutzen möchte, kann die Schenkung mit einem lebenslangen Nutzniessungs- oder Wohnrecht verbinden. Bei einer Nutzniessung kann der bisherige Eigentümer weiterhin fast unbeschränkt über die Liegenschaft verfügen, er darf sie aber nicht verkaufen und trägt weiterhin alle Kosten und Steuern. Auch allfällige Mieterträge stehen ihm weiterhin zu.
Das Wohnrecht ist eine eingeschränkte Form der Nutzniessung. Wer das Wohnrecht an einer Liegenschaft besitzt, darf sie zwar selber bewohnen, aber nicht vermieten wie ein Nutzniesser. Er muss lediglich für den gewöhnlichen Unternhalt aufkommen und den Eigenmietwert als Einkommen versteuern. Das Wohnrecht eignet sich in der Regel dann, wenn sich der bisherige Eigentümer nicht mehr um die Liegenschaft kümmern und sie mit allen Verpflichtungen frühzeitig weitergeben möchte.
Elmar Schafer
Fachmann im Finanz- und
Rechnungswesen mit eidg. Fachausweis