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Anfang August wurden in der Nähe von Archangelsk plötzlich erhöhte Strahlungswerte festgestellt. Nach langem Zögern und durch die Nachforschungen verschiedener Medien, musste Russland zugeben, dass beim Test einer neuartigen Lenkwaffe der nukleare Antrieb Fehler aufwies, was zu einer Explosion und dem Verlust von 5 Menschenleben führte. Nun sind weitere Details zu dem Vorfall bekanntgeworden. Dabei spielt ein von Norwegen und Schweden finanziell unterstütztes Schiff zur Bergung und Transport von Atommaterial eine Schlüsselrolle.
Das Schiff, die Serebryanka, wurde eigentlich von den beiden Staaten technisch und finanziell aufgerüstet, um Russland bei der Entsorgung seiner radioaktiven Abfälle aus den U-Booten zu unterstützen. Denn bis zu Beginn der 2000er Jahre war es üblich in Russland, die Abfälle von ausser Dienst gestellten U-Booten und Schiffen einfach von Murmansk aus im Bereich des Weissen Meeres, der Kara- oder der Barentssee zu versenken. Um ein ökologisches Desaster zu vermeiden, unterstützten die beiden nordischen Länder Russland bei der Modernisierung des 45-jährigen Transportschiffes Serebryanka und zahlten umgerechnet rund € 1 Million für Navigations- und Kommunikationssysteme und für physischen Strahlungsschutz. Doch nachdem das Schiff fertiggestellt war, waren bereits die meisten Abfälle bereits entsorgt. Das Schiff wurde von Russland danach für eine Top-Secret-Mission abgestellt, die im Zusammenhang mit dem Unfall vor drei Wochen steht. Dabei geht es um eine neuartige Rakete, die mit einem Kernreaktor angetrieben wird, Codename: Burevestnik oder Skyfall. Das Schiff sollte nach dem Test die Rakete, bzw. den Antrieb nach der Bergung sicher in einen Hafen zurückbringen. Nach Angaben von Radio Svaboda kam es bei der Bergung am 8. August zu einer Explosion, bei der 5 Menschen getötet worden waren. Mehrere weitere Leute wurden zum Teil schwer verletzt, u.a. auch durch Strahlung. Die russischen Behörden versuchten vergeblich, die Umstände geheim zu halten. Unabhängige Medien wie The Independent Barents Observer oder Radio Svaboda hatten immer wieder darüber berichtet.
Die Serebryanka, die bereits 1974 in Dienst gestellt worden war, war nach dem Unfall das einzige Schiff, welches sich in einem 20 Kilometer grossen Umkreis um Nenoksa aufgehalten hatte, nachdem die Behörden alle anderen Schiffe verbannt hatten. Ob das Schiff nach dem Unfall die Überreste des Antriebs und der Rakete an Bord genommen hatte, ist nicht bekannt. Es wäre aber nach dem Upgrade auf jeden Fall in der Lage gewesen. Schweden und Norwegen hatten zwischen 2013 und 2014 entsprechende Schutzvorrichtungen an Bord mitfinanziert. Die Rakete selbst war Teil eines neuen, von Präsident Putin 2018 bekanntgegebene Planes zur Entwicklung von nuklear betriebenen Atomwaffen.
Quelle: The Independent Barents Observer / Radio Svaboda