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Eigentlich war die Linie 9 nie eine «richtige» Tramlinie mit eigener Stammstrecke. Sie war viel mehr eine nur sporadisch verkehrende Bedarfs- oder Ergänzungslinie, die bereits von anderen Linien befahrene Strecken verstärkte, und stand – ausser in den ersten Betriebsjahren – lange Zeit im Schatten ihrer grossen Schwester, der Linie 6.
1959 überquert ein Zug der Linie 9 die Mittlere Brücke mit Ziel Allschwil. Bereits ein Jahr später verschwand die Linienbezeichnung 9.
© Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen
Von 1932 an übernahm der 9er den Abschnitt Morgartenring–Allschwil von der Linie 6. Die lange Durchmesserlinie konnte auf diese Weise leicht verkürzt und entlastet werden, was der Fahrplanstabilität zugute kam. Mit dem sogenannten Zweiten Kriegsfahrplan vom 4. Dezember 1939 verbanden die Basler Strassenbahnen (B.St.B.) die Linien 6 und 9 betrieblich vollständig. Dabei trugen die nach Allschwil fahrenden Wagen die Liniennummer 9, ebenso die in der Gegenrichtung nur bis zum Eglisee geführten Kurse. Auf den verkehrsschwächeren Abschnitten Morgartenring–Allschwil und Eglisee–Riehen ergab sich so ein 12-Minuten-Intevall, während sich die Wagen auf dem Abschnitt zwischen Morgartenring und Eglisee alle sechs Minuten folgten. Ebenso liessen sich Verspätungen besser abgefangen.
1960 erlaubte es besseres Rollmaterial, die ganze Strecke zwischen Allschwil und Riehen trotz zunehmenden Fahrgastfrequenzen wieder durch eine Linie, dem 6er, zu bedienen. Dies besiegelte gleichzeitg das Schicksal der Liniennummer 9, welche fortan knapp sechzig Jahre lang in der Versenkung verschwand.
2017 tauchte der 9er in Basels Strassen kurz wieder auf: Vom 9. bis 30. September 2017 betrieben die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) wegen Bauarbeiten im Steinenberg wieder eine Linie 9. Sie verkehrte zwischen Eglisee und Schifflände.
Beinahe an derselben Stelle wie im Bild vorher befindet sich dieser Tramzug der 2017 vorübergehend wieder eingeführten Linie 9.
© Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. 10_899)