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Ein Chirurg entdeckt das Grabtuch: Nur ein Gekreuzigter trug eine Dornenkrone
Da die Behauptung in den Raum gestellt wurde, dass das Phänomen des fotografischen Negativs mit einer bestimmten Maltechnik zusammen hänge und es in vielen Kirchen Europas Tücher gäbe, die wie das Grabtuch von Turin das Abbild eines menschlichen Körpers von vorne und hinten zeigten, machte sich Giuseppe Enrie auf und fotografierte diese Tücher. Aber bei keinem dieser Bilder zeigte sich das Phänomen des fotografischen Negativs, da es sich in diesen Fällen tatsächlich um Malereien handelte.
Mit den Aufnahmen des Grabtuches von Giuseppe Enrie begann die moderne Geschichte des Grabtuches auf der Basis von wissenschaftlichen Methoden.
Der Franzose Dr. Pierre Barbet verfügte über eine reiche und grausame Erfahrung als Militärchirurg auf den Schlachtfeldern des 1. Weltkrieges. Eines Tages, als er im Jahre 1932 mit den Fotos vom Turiner Grabtuch konfrontiert wurde, war er so fasziniert, dass er in der weiteren Folge unzählige anatomische Studien an Leichen vornahm, um herauszufinden, welchen Tod die Person, die auf dem Tuch abgebildet war, erlitten hatte.
Diese ergaben ein klares Urteil: die Bilder zeigten den Körper eines Mannes, der alle Spuren einer Kreuzigung, einer Geißelung und einer Dornenkrönung trug. Gekreuzigt und gegeißelt wurden viele Menschen in der Antike, aber es gab nur Einen, von dem uns über eine Krönung mit Dornen berichtet wird: diese Vorgehensweise war nie Teil einer römischen Kreuzigung. Sie war in diesem Fall ein Akt der Verspottung durch die römischen Soldaten, die sich aus der Situation heraus ergab, hatte doch unser Herr sich als „König“ bezeichnet und dieser Titel fand sich auch im Urteilsspruch des Pontius Pilatus.