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Jedes Jahr nach dem grossen Wettbieten anfangs Juli auf die jeweiligen Vertragslosen Spieler, folgt am Ende des Monats die nächste heisse Phase für gewisse NHL-Teams, General Manager und ihren Staff mit dem Lohnschiedsgericht, der „Salary Arbitration“. Bisher konnten lediglich die Spieler ein Team vor das Lohnschiedsgericht ziehen, wenn die Vorstellungen der beiden Verhandlungsparteien weit von einer Einigung entfernt waren. Seit dem Lockout 2011 und der Ratifizierung des neuen Gesamtarbeitsvertrages zwischen der NHL und der Spieler-Gewerkschaft NHLPA dürfen beide Seiten das Lohnschiedsgericht einfordern. Diese Saison hatten bis zur Deadline am 5. Juli 20 Spieler ihr Bedürfnis angemeldet ihren Lohn von einem Gericht definieren zu lassen und 3 Spieler wurden von ihrem jeweiligen Team vor den Richter gezogen.
Häufig sind nicht die Vertragsdauer das Problem, sondern die Vorstellungen des Salärs. So liegen die GMs und die Agenten des Spielers teils Millionen von ihren jeweiligen Forderungen auseinander und würden wohl nie eine Lösung finden wenn dieses Schiedsgericht nicht vorhanden wäre und beide Parteien unter Druck setzen würde. Eine NHL-Franchise kann einen Spieler (allerdings nicht mehr als zwei Spieler pro Jahr) lediglich einmal in seiner Karriere bei einem Schiedsgericht anmelden um den Lohn festzusetzen und auch wenn vor dem Gerichtstermin eine Einigung zustande kam, verfällt das Recht des Teams für weitere „Salary Arbitration“ mit diesem Spieler. Ein Spieler hingegen, kann theoretisch jedes Mal wenn sein Vertrag ausgelaufen ist, diesen Prozess mit demselben Team einfordern. Damit ein Spieler vor Gericht kann muss er von seinem NHL-Team ein „qualifying offer (QO)“ erhalten und sein Status als „restricted free agent (RFA)“ bestätigt haben. Ein Team kann einen Spieler allerdings auch vor Gericht ziehen, und somit eine automatische 10% Gehaltserhöhung umgehen welche durch das QO anstehen würde, wenn sein Salär in der vergangenen Saison mehr als $1,75 Mio pro Saison betrug.
12.1 Eligibility for Player or Club Election of Salary Arbitration
(a) A Player is eligible for salary arbitration if the Player meets the qualifications set forth in the following chart and in Section 12.1(b) below:
First SPC Signing Age * Minimum Level of Pro Experience
18-20 * 4 years professional experience
21 * 3 years professional experience
22-23 * 2 years professional experience
24+ * 1 year professional experience
A Player aged 18 or 19 earns a year of professional experience by playing ten (10) or more NHL Games in a given season. A Player aged 20 or older (or who turns 20 between September 16 and December 31 of the calendar year in which he signs his first SPC) earns a year of professional experience by playing ten (10) or more Professional Games under an SPC in a given season.
Grundsätzlich muss ein Spieler seinen ersten NHL-Vertrag, den „entry level contract (ELC)“ ausgespielt haben und ein zusätzliches Jahr anhängen um die „Arbitration“ überhaupt in Erwägung zu ziehen. Das kann frühestens mit 22 Jahren der Fall sein und um es mit einem Schweizer-Auge zu betrachten ist Nino Niederreiter ein gutes Beispiel, welcher jetzt Vertragslos dasteht und scheinbar in hartnäckigen Verhandlungen mit dem General Manager der Minnesota Wild steckt, das Schiedsgericht allerdings noch nicht hinzuziehen kann. Sollten die Lohnforderungen von seinem Agent André Rufener und den Wild weit auseinander liegen, könnte dies von seitens des Agenten durchaus ein Verhandlungspunkt sein um die Vertragsdauer auf 1 Jahr zu drücken und somit für „el nino“ nächstes Jahr das Schiedsgericht als Unterstützung einzufordern. Aus Schweizer-Sicht ist Simon Moser ein weiterer „RFA“ welcher einen neuen Vertrag aushandelt, jedoch fehlt ihm nachdem sein „ELC“ ausgelaufen ist das zusätzliche Jahr in der NHL für eine Gerichtsvorstellung. Yannick Weber hätte interessanterweise die Möglichkeit gehabt um in einem Gerichtsverfahren sein „QO“ der Vancouver Canucks aufzubessern, hat aber auf diesen Prozess verzichtet, während Raphael Diaz als „unrestricted free agent (UFA)“ gar nicht erst die Möglichkeit besass.
Ursprünglich stammt das System der „salary arbitration“ aus der Nordamerikanischen Baseball-Liga „major league baseball (MLB)“ und wird seit den 70er-Jahren im US-Sport verwendet dem Lockout 2005, welcher eine komplette NHL-Saison ausgelöscht hatte, auch in den Gesamtarbeitsvertrag aufgenommen und im Hockey angewendet. Für die NHL ist das Ganze ein Dorn im Auge, denn sie beschuldigt das Prozedere die Löhne der Spieler unnötig in die Höhe zu treiben und trotz ihren Bemühungen dieses Schiedsgericht irgendwie aus dem Gesamtarbeitsvertrag zu kippen, scheinen die Spieler nach jeden Neuverhandlungen (welchem in der Regel ein Lockout folgt) mit dem besseren Ende wegzukommen. Aus den pro Jahr angemeldeten Fällen, kommt es sehr selten wirklich zu einem Gerichtsfall, denn beide Parteien versuchen teils wenige Stunden vor dem Termin noch eine Einigung zu erzielen um die Vorstellung vor dem Richter zu meiden, denn es stört das Verhältnis zwischen einem Team und des Spielers. Der ehemalige Spieler-Agent und ex-General Manager Pierre Lacroix war bekannt dafür, dass er Spieler welche ihn und seine Colorado Avalanche vor das Lohnschiedsgericht zogen in der Regel das Jahr darauf „weg-tradete“, da er befand, dass das Vertrauen zwischen ihm und seinem Spieler gebrochen wurde. Unvergessen ist auch die Gerichtsverhandlung 1997 zwischen Mike Milbury, dem damaligen New York Islanders General Manager und seinem damaligen schwedischen Torhüter Tommy Salo.
A source described general manager Mike Milbury’s brief on Salo as ‚the most horrific character assassination ever seen in an arbitration for an NHL player.
Während des Prozess muss der Spieler im Prinzip all seine positiven Aspekte auflisten, wie seine allgemeine Perfomance auf dem Eis, Verletzungen, treue zur entsprechenden Franchise und sein Beitrag zum Erfolg (oder halt aus Sicht des GMs zum Misserfolg) und seine Führungsqualitäten. Der General Manager sucht natürlich Dinge, welche bei einem Spieler schwach oder gar schlecht und noch nicht ausgereift sind, also grundsätzlich alles Negative um das Lohn-Ergebnis zu senken. Was vom Richter nicht akzeptiert wird sind Vergleiche mit wucher Verträge, welche ein Spieler auf dem offenen Markt erhalten hat, oder allenfalls keinen Platz im Salary Cap und auch die finanzielle Situation einer Franchise wird nicht als Argument akzeptiert. Dies führte bei Tommy Salo dazu, dass Mike Milbury ihm solche extreme Sachen im Gerichtssaal an den Kopf geworfen hatte, dass dieser eine Pause wünschte um auf die Toilette zu gehen und als er vom „stille Örtchen“ wieder zurückkehrte, war klar ersichtlich, dass Salo geweint haben muss.
Milbury took that to an extreme though when he went to arbitration with Tommy Salo. With Salo sitting next to his agent, Milbury began ranting about how bad he was directly to his agent: Claiming that he was one of the poorest conditioned players in the league, that he wasn’t an NHL caliber goalie, and tearing into him in what is considered one of the most infamous arbitration rants of all time. According to reports, Salo left the room to use the bathroom, and when he returned it was clear that he had been crying.
Dies ist nur eine von inzwischen doch ein paar Geschichten und den negativen Folgen eines Schiedsgerichts. Durch das Vermeiden von solchen direkten Konfrontationen über die Stärken und Schwächen eines Spielers profitiert in so einem Fall einmal mehr der Spieler, denn entweder weiss er, dass er nach einem Gerichtsentscheid spätestens in zwei Jahren (denn der Richter entscheidet zwischen einem 1 oder 2 Jahres Vertrag) ein neues Team haben wird, oder aber er profitiert von den gedrängten Vorverhandlungen und erhält so einen in der Regel höher dotierten Vertrag, als es die Franchise und ihr General Manager zuvor beim Richter eingefordert hatten.