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Von der DIN EN 15038 zur ISO 17100:2015
Auf Basis der Norm DIN EN 15038, die in 29 europäischen Ländern anerkannt ist, wurde die ISO 17100:2015 entwickelt, die die wesentlichen Standards für Übersetzungen weltweit festschreibt.
Regulär werden Normen nach fünf Jahren auf ihre Wirksamkeit und Gültigkeit hin überprüft. Bei der 2006 in Kraft getretenen DIN EN 15038 erfolgte diese Prüfung turnusgemäss im Jahr 2011. Zu diesem Zeitpunkt machte die britische Organisation für Normung – BSI – den Vorschlag, anhand der europäischen eine weltweit gültige ISO-Norm zu entwickeln.
Die ISO 17100:2015 setzt die Rahmenbedingungen fest.
Normen definieren einerseits Eigenschaften von bestimmten Produkten, wie etwa die DIN A-Normen für Papierformate. Andererseits setzen sie Standards für die Durchführung bzw. Verfahrensweisen von Prozessen. Die ISO 17100:2015 ist eine solche Prozessnorm, die die einzelnen Schritte eines Übersetzungsprozesses festlegt. Dies muss allerdings nicht zwingend auf jeden Auftrag angewandt werden. Die ISO 17100:2015 lässt genügend Spielraum für Spezifikationen, die zwischen Auftraggebern und Dienstleistern individuell vereinbart werden.
Gegenüber der DIN EN 15038 weist die ISO 17100:2015 folgende Neuerungen auf:
– Die Struktur wurde dahin gehend abgeändert, dass die Gliederung den Ablauf einer Übersetzungsarbeit in der chronologisch richtigen Reihenfolge auflistet: vorbereitende Arbeitsschritte, eigentlicher Übersetzungsprozess, Nachbearbeitung.
– Besonderer Wert wurde auf eine Erweiterung und Präzisierung der bereits definierten Begriffe gelegt. Die einzelnen Abschnitte Dienstleistungen, Inhalt und Sprache, Technologie, beteiligte Personen und Prozesse von Übersetzungsarbeiten werden nach Themenbereichen getrennt voneinander beschrieben.
– Die Anforderungen an die Kompetenz eines Übersetzers beziehen sich gegenüber der DIN EN 15038 jetzt auch auf Sachgebietskompetenzen. Gleiches gilt für Korrektoren und Revisoren.
– Der Qualifikationsnachweis eines Übersetzers kann nun auch durch ein behördliches Zertifikat erbracht werden.
– Die Anforderungen an die Kompetenzen der Projektleiter bzw. -manager werden definiert.
Dienstleister sind angehalten, diese Kompetenzen für jedes einzelne Projekt sicherzustellen.
– Technologien und Tools für Übersetzungen werden ausdrücklich angesprochen.
– Das Projektmanagement bei Übersetzungsdienstleistungen rückt stärker in den Fokus.
– Das Feedback der Kunden nach Abschluss der Dienstleistung soll gezielt verarbeitet und archiviert werden.
Die ISO 17100:2015 fordert auch den Auftraggeber.
Als Prozessnorm ist die ISO ISO 17100:2015 die Basis für Vereinbarungen zwischen Kunden und Dienstleistern im Bereich Übersetzungen. Beide Seiten müssen in Zukunft den Fokus mehr auf die vorbereitenden Prozesse legen, denn Pauschalangebote oder Rahmenverträge ohne Bezug zum individuellen Übersetzungsprojekt sind nicht mit der Norm ISO 17100:2015 vereinbar. Auftraggeber müssen sich deshalb verstärkt mit ihrem eigenen Qualitätsmanagement auseinandersetzen.
Die SemioticTransfer AG wird sich nach Inkrafttreten der ISO 17100:2015 nach dieser neuen Norm zertifizieren lassen, denn wir wollen unseren Kunden die Sicherheit bieten, dass ihre Aufträge nach international gültigen Massstäben bearbeitet und abgewickelt werden. Für Fragen zur neuen Norm stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.