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Portrait > Geschichte
Durch verschiedene Funde konnte nachgewiesen werden, dass die Gegend am Rohrdorferberg bereits während der Jungsteinzeit vor rund 4500 Jahren besiedelt war.
Die erste urkundliche Erwähnung von Rordorf erfolgte im Jahr 1040, als Mönche des Klosters Einsiedeln ein Grundstück im elsässischen Bartenheim gegen ein näher gelegenes am Rohrdorferberg tauschten. Die Gegend kam im 11. Jahrhundert durch Heirat unter die Kontrolle der Grafen von Lenzburg. Als dieses Adelsgeschlecht 1173 ausstarb, erbten die Grafen von Kyburg die Ländereien. Die Kyburger starben 1264 ihrerseits aus und wurden durch die Habsburger abgelöst. 1275 ist erstmals explizit von der Siedlung Nidern Rordorf die Rede. Der Ortsname stammt vom althochdeutschen Rorthorf und bedeutet «Schilfdorf».
1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau und das Amt Rohrdorf, das Niederrohrdorf, Oberrohrdorf, Staretschwil, Busslingen und Remetschwil umfasste, wurde Teil der Grafschaft Baden. 1529 trat die Bevölkerung zur Reformation über, musste aber 1531 nach dem zweiten Kappelerkrieg wieder den alten Glauben annehmen.
Im Bauernkrieg von 1653 war der Rohrdorferberg Aufmarschgebiet der Zürcher Truppen auf dem Weg zur Entscheidungsschlacht bei Wohlenschwil; die Siedlungen wurden dabei geplündert. Im Vorfeld der zweiten Villmergerschlacht von 1712 kam es oft zu Auseinandersetzungen zwischen den katholischen Rohrdorfern und ihren reformierten Nachbarn aus Spreitenbach und Bergdietikon. Nach der Zerstörung der Mühle in Spreitenbach plünderten Zürcher Truppen auf dem Weg zur Schlacht als Vergeltung das Rohrdorfer Pfarrhaus.
Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein und riefen die Helvetische Republik aus. Niederrohrdorf wurde eine Gemeinde im kurzlebigen Kanton Baden , seit 1803 gehört sie zum Kanton Aargau. 1805 wurden die fünf Dörfer Busslingen, Niederrohrdorf, Oberrohrdorf, Remetschwil und Staretschwil zur Gemeinde Rohrdorf vereinigt, wobei jede der ehemaligen Gemeinden einen Vertreter im Gemeinderat stellte. Mehrmals gab es Versuche, den Gemeindeverband wieder zu trennen, da die Zusammenarbeit vor allem in finanziellen Fragen nicht reibungslos funktionierte. 1854 wurde Rohrdorf in die drei Gemeinden Niederrohrdorf, Oberrohrdorf und Remetschwil getrennt. Staretschwil kam zu Oberrohrdorf, Busslingen zu Remetschwil.
Die Idee zur Prüfung einer allfälligen Zusammenlegung der Gemeinden Ober- und Niederrohrdorf zu einer neuen Gemeinde Rohrdorf wurde von der Gemeinde Niederrohrdorf im Jahr 2005 gutgeheissen; die Oberrohrdorfer Stimmberechtigten jedoch lehnten dies an der Gemeindeversammlung ab. Die beiden Gemeinden arbeiten traditionsgemäss auf verschiedenen Ebenen und in vielen Beriechen eng zusammen.