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Als Alternative zu den grossen Heimradios (die mit dem Klaviertastengesicht und dem grün glühenden „magischen Auge“ und den kleinen Transistorradios, die auf Ausflüge mitgenommen werden konnten, kamen in den sechziger Jahren die tragbaren deutlich empfangsstärkeren Kofferradios auf. Diese Koffer-Super (Superhet = mit Überlagerungstechnik) erlaubten dem Empfang nicht nur der Lang- und Mittelwelle, der Ultrakurzwelle, sondern in vielen Fällen auch des Kurzwellenbandes.
Mit der technischen Entwicklung wurde das Kurzwellenband über mehrere Skalenabschnitte verteilt, bei den Geräten mit Trommeltuner werden in einem Skalenfenster über einen Drehschalter geschaltete Skalen der gespreizten Kurzwellenrundfunkbänder sichtbar.
Mit diesen Kofferradios war nicht nur der Empfang von Kurzwellensendungen möglich, es konnten aufgrund der Bandspreizung Stationen gezielt aufgesucht werden. Die Ausrüstung mit nun preisgünstiger verfügbaren Digitalanzeigen machten in den achziger Jahren diese Kofferradios zu echten Weltempfängern, die mit Stationsempfängern in den Empfangseigenschaften mithalten konnten.
Bei einigen Radios ist die Zuordnung zur Gruppe der Reiseradios und Stations - Kurzwellenempfänger schwierig, im Zweifelsfall empfiehlt es sich, in beiden Sektionen Ausschau zu halten oder in der Empfängerliste nach einem speziellen Gerät zu suchen.
|Hersteller||typische Geräte|
|Barlow Wadley Portabelempfänger||In seinem Ruhestand zog Dr. T. L. Wadley, der für Racal den berühmten Kurzwellenempfänger RA-17 entwickelt hatte, in seine Heimat nach Südafrika und entwickelte einen auf der Wadley-Loop - Schaltung basierenden Reiseempfänger, der vom südafrikanischen Mischkonzern Barlow's Television Co. hergestellt wurde.|
|Blaupunkt Portabelradios||Vom deutschen Rundfunkgeräte - Hersteller Blaupunkt, der ab 1950 in Hildesheim produzierte, kamen nur wenige Multiband - Weltempfänger in den Katalog.|
|Braun Portabelradios||Vom deutschen Hersteller Braun wurden verschiedene Kofferradios und mit dem T1000 CD ein ernstzunehmender Weltempfänger entwickelt, aufgrund des Designs von Dieter Rams erhielt dieser Kultstatus.|
|Grundig Portabelradios||Die Weltempfänger des deutschen Herstellers Grundig aus der „Grundig Satellit“ - Reihe waren zumindest in den deutschsprachigen Ländern über drei Jahrzehnte der Inbegriff des Kurzwellen - „Weltempfängers“.|
|ITT Schaub-Lorenz Portabelradios||Von ITT Schaub-Lorenz werden in der Modellreihe „Touring“ etliche Kofferradios produziert, zu den ernstzunehmenen „Weltempfängern“ können sich nur wenige davon zählen.|
|Diverse japan.Weltempfänger||Aus Japan kamen - als Alternative zu den deutschen Kofferempfängern von Grundig und Nordmende, zu den amerikanischen Zenith-Empfängern - in den siebziger Jahren zahlreiche Geräte unter teils exotischen Markenbezeichnungen auf den Markt, die sich oft durch eine Vielzahl von Features und chromblitzenden Reglern, aber auch durch schwache Verarbeitung auszeichneten und durch Weglassen essentieller aber kostspieliger Baugruppen (linearer VFO, digitale Frequenzanzeige, hochwertige Filter) aus Preisgründen zu schwachen Empfangsergebnissen führen. Hier werden nur diese Geräte mit teils exotischen Markennamen aufgeführt, die Geräte der ebenfalls japanischen Markenhersteller Sony und Panasonic finden sich in den entsprechenden Artikeln.|
|Weltempfänger von Pan Intl.||Vom deutschen Importeur Pan International wurden in den Achzigerjahren verschiedene Multibandempfänger aus der Reihe der „Crusader“ angeboten, die VHF-Bereiche abdecken.|
|Panasonic Portabelradios||Die japanische Firma Panasonic, Teil des Industriekonzerns Matsushita, betrat um 1965 mit dem T-100 erstmals das Parkett der Kurzwellen-Weltempfängerhersteller. Mit ihren Radios zielte Panasonic oft auf das gleiche Kundensegment wie Sony, die nicht ganz so brillianten Empfangsleistungen der Empfänger wurden durch ein ausserordentlich günstiges Preis-Leistungsverhältnis und guter Verarbeitungsqualität wettgemacht.|
|Nordmende Portabelradios||In den Sechzigerjahren ergab sich im Bereich der trag-baren Weltempfänger eine Konkurrenz zwischen Grundig und den Geräten aus der Reihe Globetrotter von Nordmende. Den Übergang zu Geräten mit digitaler Frequenzanzeige machte Nordmende nicht mehr mit und verlor rasch an Bedeutung bei den Kurzwellenhörern.|
|Diverse russ.Weltempfänger||In den siebziger und achziger Jahren kamen - teils über die damalige DDR, teils über andere Wege zur Devisenbeschaffung - russische Multibandempfänger auch auf den Markt in Deutschland und der Schweiz und konkurrierten mit dem japanischen Geräten.|
|Sony Portabelradios||Die Weltempfänger der japanischen Firma Sony zeichneten sich bereit bei deren Einführung in den späten Siebzigerjahren durch aussergewöhnliche Innovation aus.|
|Zenith Portabelradios||Die amerikanische Firma Zenith stellte 1941 mit dem Transoceanic einen Mehrband - Reisekurzwellenempfänger vor, der einer ganzen Reihe hochwertiger Weltempfänger voranging. In den Siebzigerjahren verpasste Zenith den Anschluss an die Ära der digitalen Kurzwellenempfänger und die Produktion lief aus.|