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Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Teil der wirtschaftlichen Aktivitäten in Georgien, Armenien und Aserbaidschan. Etwa 40% aller Erwerbstätigen sind in diesem Sektor beschäftigt, meist in kleinen landwirtschaftlichen Betrieben. Trotz der grossen Bedeutung für die meist arme ländliche Bevölkerung trägt der Sektor nur etwa zu 10% des BIP der drei Länder bei. Viele Betriebe decken mit ihrer Produktion nur den Eigenbedarf und produzieren keine Überschüsse, die verkauft werden könnten. Die Gründe dafür sind unter anderem: ungenügender Zugang zu den Märkten, zu wenig Investitionen in die Produktion und eine hohe Anfälligkeit gegenüber externen Schocks. Trotz dieser Hindernisse gibt es ein beträchtliches Entwicklungspotenzial, gerade in der Viehwirtschaft, die etwa 50% der landwirtschaftlichen Produktion ausmacht. Die bessere Erschliessung regionaler und grenzüberschreitender Märkte bietet gute Möglichkeiten, Honig, Fleisch, Käse, Wolle sowie andere Erzeugnisse zu exportieren und somit die Einkommen der lokalen Bäuerinnen und Bauern nachhaltig zu steigern.
Wettbewerbsfähige Landwirtschaftsprodukte
Ziel des Projektes ist es, den lokalen Bäuerinnen und Bauern in Georgien, Armenien und Aserbaidschan zu helfen, ihre Produktivität und somit ihre Einkommen zu steigern. Das Projekt setzt an allen Punkten der Wertschöpfungskette – von der Produktion bis zum Verkauf – an und umfasst Aktivitäten im Fleisch-und Milchsektor sowie in der Honigproduktion und der Wollverarbeitung. Letztere haben in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen.
Honig – Vertrauen in lokale Produktion
Der lokal hergestellte Honig galt lange als minderwertig. Deshalb bevorzugten die Konsumentinnen und Konsumenten den Honig aus dem Ausland. Das Projekt fördert die Honigproduktion in der Region und dessen Vermarktung. Um dieses Ziel zu erreichen, werden Zusammenarbeit und Dialog zwischen den Produzenten und den Abnehmern gestärkt. Zudem wurde ein Honigfestival ins Leben gerufen, welches den Verkauf von regionalen Produkten fördert.
Wolle – vom Abfallprodukt zum Geschäft
Bis vor kurzem diente die Schafhaltung überwiegend der Fleisch- und Käseproduktion. Wolle wurde lediglich lokal in kleinen Mengen verkauft, der Rest kam nicht zur Weiterverarbeitung. Eine steigende Nachfrage nach Wolle für die Teppichproduktion könnte aus dem bisherigen Abfallprodukt einen zusätzlichen Absatzmarkt für die Schafhirten schaffen. Im Rahmen des Projekts werden Beziehungen zwischen Produzierenden, Verarbeitungsbetrieben, Händlerinnen und Händlern und dem Vertrieb hergestellt. Dadurch werden zusätzliche Einkommensquellen für die lokale Bevölkerung geschaffen.
«Women’s Room» – Ein Ort des Austausches
Bei der Projektumsetzung legen die Mitarbeitenden ein besonderes Augenmerk auf den Einbezug der Frauen, da sie eine wichtige Rolle in den meist familiär geführten Landwirtschaftsbetrieben spielen. Die bereits erfolgreich gestartete Initiative «Women’s Room» bietet vorwiegend, aber nicht ausschliesslich Frauen einen Ort in ihrer Nachbarschaft, wo sie sich austauschen und von diversen Dienstleistungen profitieren können. Im «Women’s Room» haben Interessierte Zugang zu Informationen, Beratungen und Weiterbildungen, wie z.B. Computerkurse, Berufsberatung oder Zugang zum Internet. Dank den guten Erfahrungen soll diese Initiative nun ausgeweitet und in weiteren Dorfgemeinden eingeführt werden.
Resultate und Ausblicke
Das Projekt hat sich seit dem Start im Jahr 2008 sehr erfolgreich entwickelt und wird deshalb ausgebaut. Konkret wurden dabei unter anderem folgende Ergebnisse erzielt:
96'600 Viehproduzenten profitierten direkt, weitere 446'000 indirekt von den Projektaktivitäten.
Seit 2008 konnten Projektbegünstigte ihre Einkommen um 27% steigern. Dies entspricht 14% mehr als das des nationalen Durchschnitts. Ziel bis 2021 ist es, das Einkommen weiterer 10'000 Bäuerinnen und Bauern um 10% zu steigern.
Seit 2008 wurden 268 Vollzeitstellen geschaffen und weitere 150 Vollzeitstellen sollen bis 2021 folgen.
Die «Women’s Rooms» (2016 waren es 19 Einrichtungen) wurden zwischen 2013 und 2016 von 6089 Menschen besucht, davon 4186 Frauen.