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Seit der Gründung der Universität Zürich 1833 wurden Vorlesungen in Volkswirtschaftslehre an der Staatswirtschaftlichen Fakultät angeboten. Die Universität vergibt seit 1905 den eigenständigen Titel „Doctor oeconomiae publicae“. 1908 richtete Professor Heinrich Sieveking (UZH 1907-1922) ein „Gesuch um Dotierung des Socialökonomischen Seminars“ an den Zürcher Erziehungsrat, worauf der Vorläufer des Instituts für Volkswirtschaftslehre gegründet wurde.
Das Gebäude des heutigen Department of Economics an der Schönberggasse um 1910. Die Standorte der Vorgänger des Instituts finden sich in der unmittelbaren Umgebung:
Zu Beginn war die gesamte Universität in dem von Gottfried Semper errichteten Südflügel des Polytechnikums (spätere ETH) untergebracht.
1899 kauft die Universität das Haus am Rechberg. Dorthin zieht das Staatswissenschaftliche Seminar, dem auch die Ökonomen angehören.
Das neu gegründete Socioökonomische Institut zieht in das Hauptgebäude der Universität ein, welches 1914 fertiggestellt wurde
Bereits 20 Jahre später zieht es auf Grund von Platzmangel wieder in das Haus am Rechberg zurück. Im Hintergrund sieht man das neu errichtete Hauptgebäude.
Ab 1951 ist das Seminar wieder im Hauptgebäude zu Hause: es ist in einem Raum im ersten Stock, direkt über dem heutigen Teich untergebracht.
Auf Grund der 1848 gescheiterten demokratischen Bewegungen in den deutschen Ländern und dem liberalen Umfeld in der Schweiz gelang es der Universität Zürich bereits früh, bekannte Forscher zu attrahieren. Das gilt auch für die Volkswirtschaftslehre. Die Vertreter des Fachs beteiligten sich aktiv an nationalen und lokalen wirtschaftspolitischen Diskussionen und kooperierten mit der Privatwirtschaft. Der erste ordentliche Professor für Volkswirtschaftslehre, Bruno Hildebrand (UZH 1851-1855), war Mitbegründer der Nordostbahn (NOB) und damit in die für den wirtschaftlichen Aufschwung der Schweiz zentrale Entwicklung der Eisenbahninfrastruktur involviert. Ökonomen wie Victor Böhmert (UZH 1866-1875), Julius Wolf (UZH 1888-1897 ) und Heinrich Herkner (UZH 1898-1907) trugen zu den damals heftig geführten Debatten über die Gründung einer Zentralbank oder die Lage der Arbeiterschaft wesentlich bei.
Zürich erlaubte Frauen sehr früh, ein Studium aufzunehmen, ab 1840 als Hörerinnen, und ab 1864 als Studentinnen. Nach ihrer Flucht aus Polen entschied sich Rosa Luxemburg für ein Studium an der Universität, das sie 1898 als eine der ersten Frauen abschloss. Ihr Doktorvater Julius Wolf hielt grosse Stücke auf Luxemburg und nannte sie am Ende seiner Karriere seine talentierteste Studentin.
Auch Heinrich Herkner war ein früher Förderer des Frauenstudiums, ein Thema, zu dem er auch publizierte („Das Frauenstudium der Nationalökonomie“, 1899). Unter seinen Studierenden war Ella Wild, die nach ihrem Doktorat als einzige Frau in der Wirtschaftsredaktion der „Neuen Zürcher Zeitung“ tätig war, wo sie zwischen 1914-1932 zum Ausbau des Wirtschaftsteils beitrug.
Die Zusammenfassung der ersten 100 Jahre des Instituts basiert auf der Arbeit von Studierenden des Master Seminars „Professoren in Zürich, 1833-1933“ bei Prof. Ulrich Woitek, Herbstsemester 2017. Eine Posterausstellung befindet sich im Aufgang zur Econ Bibliothek im Hauptgebäude.