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Die Geschlechtsreife der Katze ist je nach Rasse verschieden. Wird die Kätzin rollig ist sie sehr liebesbedürftig und wird dann immer unruhiger. Sie reibt sich an Gegenständen, rollt auf dem Boden hin und her, ruft lautstark einem Kater. Die Kätzin kauert sich mit angehobenem Hinterteil hin, hebt bei der kleinsten Berührung ihren Schwanz zur Seite, ein Zeichen, dass sie paarungsbereit ist. Sie beginnt mit ihren Beinen zu stampfen und streckt sich.
Die Kätzin paart sich nur mit einem Kater, der ihr „passt“. Während der Kater die Kätzin besteigt, packt er sie am Nacken, um sie zu unterwerfen. Der Geschlechtsakt dauert nur Sekunden. Bei Kätzinnen wird so lange kein Eisprung ausgelöst, bis nicht wiederholte Paarungen stattgefunden haben, die die Hormone freisetzen. Wenn der Kater seinen mit Stacheln (120 – 150) besetzten Penis zurückzieht, ritzt er damit die Schleimhaut der Scheide auf und regt den Eisprung an. Die Kätzin schreit auf, faucht, rollt sich auf dem Rücken hin und her und fährt mit den Pfötchen immer wieder über das Gesicht. Die Befruchtung erfolgt 24 Stunden danach.
Drei Wochen nach vollzogener Paarung weiss man ob die Kätzin tragend ist. Sind ihre Zitzen ausgeprägter und rosiger als sonst, darf in ca. 65 Tagen mit Kitten gerechnet werden
Einige Tage vor der Geburt, sollte der Kätzin eine Wurfkiste angeboten werden, die mit Frottiertuch (ohne Maschen) und Moltontuch ausgelegt ist. Jede meiner Katzen kommt mich holen und „sagt“ mir, dass es jetzt soweit ist. Meistens ist der weisse Schleimpfropfen schon abgegangen und klebt an der Scheidenöffnung.
Jetzt aber bitte schnell in die Wurfkiste. Alles Nötige liegt seit Tagen bereit. Viele Tücher, Waschlappen, Küchenpapier, Schere, Gleitmittel, Küchenwaage, Notizbock und Abfallsack. Medikamente: Wehenglobuli, Betadine/Desinfektionsmittel für Nabel und Respirot von Novartis/sollte das Baby nicht atmen.
Die blaue Britenkatze „Bäbeli“ wird begleitet und getröstet von ihrer besten Freundin „Felicia“ (schwarz-silber-gestromt). Trost tut gut!
Bäbeli liebt es, wenn man ihr den Bauch massiert, ihr gut zuredet und sie keine Sekunde alleine lässt. Die Wehen werden immer stärker und der ganze Bauch zieht sich zusammen. Die Katze putzt sich immer häufiger an der Scheidenöffnung. Ich stütze ihr den Rücken und helfe ihr so, die Stelle überhaupt zu erreichen. Der Bauch ist dick und stört.
Die Katze hächelt. Aus der Scheide schaut eine Fruchtblase. Sie kann platzen und das Fruchtwasser tritt heraus. Jetzt sollte die Geburt schnell gehen, sonst erstickt das Baby noch im Gebärkanal. Die meisten Kätzchen werden in der Fruchthülle mit dem Kopf zuerst geboren.
Gleichzeitig oder mit der nächsten Wehe folgt die Nachgeburt, die durch die Nabelschnur mit dem Jungen verbunden ist. Bäbeli leckt eifrig das Junge, damit die Fruchthülle aufreisst. Durch das Lecken mit der rauen Zunge wird der Kreislauf angeregt. Das Kitten beginnt zu atmen. Sie frisst die Nachgeburt und nabelt so das Baby ab. Geht dieser ganze Vorgang zu langsam schreite ich ein und öffne die Hülle. Ich sauge jedem Kitten das Näschen und den Mund ab, dann schüttle ich es gut gestützt kopfüber aus, damit das geschluckte Fruchtwasser heraus kommt. Mit trockenem Waschlappen reibe ich vorsichtig das Körperchen, bis es sich bewegt und der Kreislauf in die Gänge kommt.
Mit den Fingern streiche ich das Blut in der Nabelschnur auf beide Seiten, schneide durch und lasse ca. 3cm stehen und desinfiziere die Schnittstelle. Die Kätzin leckt ihr Baby trocken, dann sucht es sich eine Zitze die es bis zum Stillende sein Eigen nennt.
Die Kitten sind soeben geboren, sehen aus wie kleine Terrierhunde. Ihr Köpfchen ist fast viereckig, aber innert weniger Minuten ist es rundlich. Meistens bekommt die Kätzin schon wieder Wehen. Sie hächelt und das zweite Baby ist auf dem Weg.
Hat die Kätzin einen grossen Wurf oder eine schwere Geburt muss man ihr helfen.
Wenn Bäbeli sich ausgiebig
putzt, weiss ich, alle Kitten sind draussen.
Auf dem Geburtsprotokoll halte ich fest: Anzahl der Kitten und Plazenten, Geburtszeit, Farbe, Geschlecht und Gewicht.
Sind dann alle trocken und liegen auf dem sauberen, weissen Molton (man sieht da gut Blutungen der Mutter und ob sie die Kleinen richtig putzt. Ist Kot auf dem Tuch, alle paar Stunden Butter auf die Geschlechtsteile der Kitten).
Ich lobe meine Katze ausgiebig, streichle sie und die Kleinen. Bäbeli bekommt einen Energiedrink aus: Eigelb, Traubenzucker und Kaffeerahm. Ich bin glücklich, zufrieden und dankbar, dass alles gut gegangen ist.
Jetzt freue ich mich auf 13 wunderschöne und aufregende Wochen!
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