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Ein amerikanischer Managementprofessor will herausgefunden haben, dass chaotische Mitarbeiter weniger Zeit zum Suchen benötigen, als sehr ordentliche Mitarbeiter.
Eine gewagte Aussage, nicht wahr?
Versetzen wir uns doch gedanklich in einen Operationssaal, der Herzchirurg gerade an einer schwierigen Operation: Jeder Griff sitzt, jedes Instrument ist sofort griffbereit und funktionstüchtig. Uns ist allen sofort klar, dass es hier nur mit pingeliger Ordnung funktionieren kann.
Ein weiteres Beispiel: Vor einigen Jahren besuchte ich einen bekannten Künstler in seinem Atelier und erwartete, ein «kreatives Chaos» anzutreffen. Doch was ich vorfand, erstaunte mich nicht schlecht. Alles war fein säuberlich aufgeräumt, jedes Ding hatte seinen Platz. Angesprochen auf seine Ordnung, meinte der Künstler: «Künstlerisch arbeiten heisst fokussieren und konzentrieren. Wie kann ich mich auf einen kreativen Prozess einlassen, wenn ich zuerst die Pinsel des gestrigen Tages reinigen oder eine bestimmte Farbe suchen muss, die dann noch verunreinigt ist?»
Dass Ordnung Zeit spart, wird auch durch Studien gestützt: Personen, die an einem ordentlichen Arbeitstisch sassen, brauchten zehn Prozent weniger Zeit, um einen Intelligenztest am Computer zu absolvieren, als eine Gruppe, die an einem unordentlichen Arbeitstisch sass!
Zwei Studien, zwei unterschiedliche Ergebnisse. Der Managementprofessor scheint in seinem Chaos die relevanten Studienergebnisse nicht mehr gefunden zu haben.