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Titularprofessor für Altes Testament und Hebräisch sowie Kurator des Instituts Dominique Barthélemy an der Universität Freiburg. Zusätzlich ist er Mitglied des Komitees der Übersetzungspolitik (Committee on Translation Policy: COTP) des Weltbundes der Bibelgesellschaften.
Was St. Augustinus schon von den Psalmen sagte, passt zur ganzen Bibel: In ihr ist ein tiefes Geheimnis, das ich noch nicht kenne.
Ich habe mein erstes Neues Testament mit elf Jahren gekauft. Ich fühlte, dass es ein besonderes Buch war, denn es hatte nicht den gleichen Geruch wie die anderen. Und dann lernte ich es zu respektieren, denn es erzählte von Gott und Jesus.
Während einer Zeit habe ich die Bibel wörtlich genommen. Gewisse Abschnitte beeindruckten mich, überraschten und verwunderten mich, aber andere entrüsteten mich. Das befriedigte mich nicht, und meine Neugierde führte mich dazu, die Bibel zu meinem Studienobjekt zu erküren.
Ich drehe und wende die Texte der Bibel seit einer geraumen Zeit in alle Richtungen, aber sie erscheinen mir wie eine Katze, die immer auf die Pfoten fällt. Schlussendlich liebe ich die Bibel. Ich sollte sie häufiger meditieren, sie in mir nachklingen lassen und weniger mit ihr ringen. Die Bibel und ich, das ist eine Prüfung der Demut.
Es hat in ihr alles, was ich noch nicht verstanden habe, obwohl ich sie seit vielen Jahren unterrichte. Ich entdecke immer neue Facetten, andere Verständnismöglichkeiten, und häufig sind es die anderen, die mir neue Wege öffnen.
Die Bibel enthält eine Botschaft zum Weitergeben. Ich bemühe mich, ihre Sprache zu verstehen und ihre Symbolik zu erfassen, damit ich sie möglichst gut in unser Heute übertragen kann.
Innocent Himbaza, Präsident der Schweizerischen Bibelgesellschaft
Der Text wurde aus dem Französischen übersetzt von Esther Boder
Pfarrerin in den Christkatholischen Kirchgemeinden Allschwil-Schönenbuch, Birsigtal und Biel sowie Radiopredigerin bei Radio SRF. Sie studierte Religionswissenschaft und Christkatholische Theologie in Bern.
Der Bezug zur Bibel hat sich in meinem Leben immer wieder verändert. Nachdem ich sie in Form der farbig (nach)erzählten Geschichten im Religionsunterricht kennen gelernt hatte, war ich später zunächst enttäuscht ob der Kürze und Trockenheit der biblischen Erzählweise. Doch bald lernte ich diese zu schätzen. Gerade in der Kürze entdeckte ich die Weite der Lesart, die sich durch die Einfachheit ergibt.
Immer mehr interessierte mich der historische und kulturelle Hintergrund der Schriften. Das Wissen hierzu erweiterte meinen Horizont für das Verständnis der Bibel.
Gott ist grundsätzlich (auch in Schriften) unfassbar. Gerade in den Evangelien wird dies deutlich: Jesus kann nur als ein Individuum mit seiner kulturellen Eingebundenheit und Endlichkeit beschrieben werden – als Mensch eben. In dieser Hinsicht ist die Bibel kein allgemeingültiges Werk.
Gleichzeitig finden wir Bilder in dieser Buchsammlung, die zeitlos sind, die eine unabhängige Grundkonstante des Menschen und des Lebens zu beinhalten scheinen. Und diese Bilder verweisen aus meiner Sicht auf das Unendliche von Gott, das in der christlichen Tradition in der Auferstehung Jesu Christi Gestalt findet. Für mich ist die Bibel nicht die unumstössliche Wahrheit, sondern eine Annäherung an das Abbild Gottes.
Heilig ist die Bibel für mich, weil ich darin ein Abbild von Gott erkenne, das durch die Leidenschaft vieler Menschen über Jahrhunderte hinweg gezeichnet wurde. Die Bibel ermöglicht mir eine tiefgehende Inspiration in der Kommunikation mit Gott.
Liza Zellmeyer-Hügli, Vorstandsmitglied der Schweizerischen Bibelgesellschaft
Texter und Redaktor, engagiert in diversen sozial-karitativen Aufgaben, liebt Menschen, Natur, Literatur und Musik; Mitglied der evangelischen Landeskirche und einer Freikirche.
Seit ich denken kann, gehört die Bibel einfach dazu. Ich wuchs in einem allianzfreundlichen Umfeld auf. Damals gab’s noch das Fach Biblische Geschichte, ich lernte in der Heilsarmee Cornet spielen, besuchte am Mittwochnachmittag die Kinderstunde, am Sonntag dann die Sonntagsschule und die Predigt – in drei Freikirchen. Später engagierte ich mich in der Jugendarbeit und als Präsident einer Kirchgemeinde.
Meine Sammlung umfasst etwa 30 Bibeln, vom Exemplar in alter deutscher Schrift bis zu fremdsprachigen Ausgaben, mit und ohne Illustrationen, dicke schwarze und moderne farbige.
Die Bibel kann sogar der Völkerverständigung dienen, wie ich in Kasachstan überrascht feststellte. Unsere Gastgeber tippten mit dem Finger auf einen Bibeltext, den ich in meiner Bibel nachschlug. Ich «antwortete» mit einem weiteren Bibelvers. So kamen zentrale Aussagen «zur Sprache»: Glaube, Hoffnung, Liebe oder Freude etwa, Vergebung oder ewiges Leben. Ein einmaliger «Dialog»!
Ich schätze die Bibel als Bibliothek von 66 Büchern. Mich als wortaffinen Menschen sprechen vor allem die Psalmen, das Hohelied oder die Sprüche an. Einige dieser Aussagen wurden in Form von Sprichwörtern zum Volksgut. Hier gehört die Bibel auch hin, meine ich: mitten ins Leben. Als Wort, das von Gott kommt und zu Herzen geht.
Thomas Feuz, Vorstandsmitglied der Schweizerischen Bibelgesellschaft
Studierte zuerst Bauingenieur, und nach achtjähriger Berufspraxis noch evangelische Theologie an der Universitären Theologischen Hochschule STH in Basel. In beiden Berufen war er danach teilzeitlich unterwegs als Statiker, Pastor und theologischer Dozent im Nebenamt. Er ist Mitglied der reformierten Kirche und einer Freikirche.
Als Kind bin ich in der reformierten Kirche aufgewachsen und besuchte dort interessiert den Kindergottesdienst. Ich glaubte schon früh, dass es Gott gibt. Mit 10 Jahren bekam ich eine Zürcherbibel geschenkt. Mit meinem Sackgeld bestellte ich ein Abo für einen Bibelleseplan vom Bibellesebund mit kinder-gerechten Erklärungen. So las ich schon ab 10 Jahren begeistert täglich in der Bibel. Als Teenager interessierte mich die Frage nach dem Sinn des Lebens: Besteht das Leben „nur“ aus Schule, Beruf, Familie, Freizeit usw. oder gibt es einen tieferen Sinn? Ich suchte danach. Jemand lud mich in einen christlichen Teenagerkreis ein. Ich ging dorthin und erfuhr dort, was der Sinn des Lebens ist: das Geschenk des ewigen Lebens in Jesus Christus anzunehmen. Diesen Schritt tat ich dann mit 14 Jahren. Ich durfte Gott in Jesus Christus persönlich kennen lernen und eine Beziehung zu ihm aufbauen. Ich kann zu ihm reden im Gebet, und er redet/ kommuniziert mit mir, vor allem durch die Bibellektüre. Dies bedeutet mir bis heute sehr viel, da ich weiss, dass er mein Leben mit einem guten Plan führt und trägt. Neben der regelmässigen Bibellektüre war es ein grosses Vorrecht, Theologie studieren zu dürfen, um so noch mehr in die Bibel ‘hineintauchen’ und das Gelernte in der Dienstpraxis weitergeben zu können, was mich bis heute fasziniert – einfach Gottes Wort lesen zu dürfen, sich von ihm ansprechen zu lassen und das Gelesene in die Praxis umzusetzen oder weiterzugeben. So begleitet mich dieses faszinierende, lebendige Buch von Kind an bis heute mein Leben lang.
Daniel Aurag, Vorstandsmitglied der Schweizerischen Bibelgesellschaft
Hat BWL und Informatik studiert, bringt über 30 Jahre Berufserfahrung im Bereich Finanzen und Nonprofit-Organisationen mit; römisch-katholisch.
Mit Hilfe der neuen Medien fällt es mir leicht, täglich in der Bibel zu lesen. Ich habe den Dienst “Evangelium Tag für Tag“ abonniert, der die Texte der Bibel nach dem Kalender der Katholischen Kirche per Mail zustellt. Das Evangelium ist für mich, wie der Name griechischen Ursprungs ausdrückt, die Frohe Botschaft und bereichert meinen Tag. Gerne lasse ich mich auch von den Losungen der Evangelischen Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine inspirieren.
Da ich mich mit Finanzen beschäftige, kann mir auch hier die Bibel Orientierung geben. 2350 Bibelverse beschäftigen sich mit dem gerechten Umgang mit Geld. 2084 Verse im Neuen Testament geben Auskunft über Finanzen und Haushalterschaft und 16 der insgesamt 38 Gleichnisse von Jesus Christus handeln im weitesten Sinne von Finanzen. Eine der bekanntesten, aber auch kontroversesten Stelle ist bei den Evangelisten Markus (Mk 10,25), Lukas (Lk 18,25) und Matthäus (Mt 19,24) zu finden, wonach ein Kamel eher durch ein Nadelöhr gehe als ein Reicher in das Reich Gottes.
Die Bibelstelle, die mir am meisten am Herzen liegt, ist Psalm 23, der gute Hirte, Verse 1 und 2 (Lutherbibel 2017): 1 Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. 2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
Diese Worte spenden mir Trost, muntern mich auf und lassen mich zufrieden und freudig in die Zukunft blicken.
Thomas Fürst, Vorstandsmitglied der Schweizerischen Bibelgesellschaft
Ehemalige Direktorin des evangelischen Missionswerks Mission 21
Ich gehöre noch zu jenen Generationen, die in der Primarschule Bibelunterricht hatten. In jedem Schülerpult lag eine dicke Kinderbibel mit grossen Buchstaben und schönen Bildern. Daraus lasen wir jede Woche laut eine Geschichte vor und malten Bilder dazu.
Die Geschichten waren spannend geschrieben. Gerne hätte ich mehr gewusst, und das viel schneller als es mit der einen Wochenstunde möglich war. Die Schülerbibel heimnehmen? Das war verboten. Wenn nun niemand so genau darauf achtete, was wir Schüler und Schülerinnen machten, zog ich verstohlen die Bibel hervor und zwar genau so weit, dass es für den Lehrer unsichtbar blieb, ich aber lesen konnte.
Seit dieser Zeit scheint mir die Bibel spannend. Schon damals wurde Interesse an ihr als eher seltsam angesehen. Das war mir egal. Ich wollte sie lesen. Und es war mir unbegreiflich, warum sich nicht alle brennend für die Bibel interessierten.
Die Faszination ist mir geblieben, daran haben auch die Jahre nichts geändert. Die Liebe zur Bibel kommt weniger aus der intellektuellen Herausforderung, als aus dem täglichen Leben mit ihren Texten und Geschichten. Aus ihnen erschliessen sich Lebenssinn und Bedeutung von allem Leben – auch vom eigenen.