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| Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Zweites Buch
16. Kapitel: Die Vorbilder gleichfalls grundlos
1.
Wollen sie aber durch keinen dieser Gründe sich von uns überzeugen lassen, daß sie keine Ursache für die Emanationen ihres Pleroma beibringen können, so werden sie zu dem Schluß gezwungen, daß über ihrem Pleroma noch eine andere und gewaltigere Macht bestehe, gemäß welcher ihr Pleroma gebildet worden ist. Wenn nämlich der Demiurg nicht von sich selbst solche Gestalt der Schöpfung hervorgebracht hat, sondern gemäß der Idee der oberen Dinge, von wem hat dann ihr Bythos, der doch das Pleroma solcher Gestaltung gemacht hat, die Idee der Dinge, die vor ihm gemacht wurden, empfangen? Entweder nämlich muß unser Denken Halt machen bei dem Gotte, der die Welt gemacht hat, und annehmen, daß er aus eigner Macht und von sich selbst die Idee dieser Welt empfangen hat, oder man wird gezwungen sein, wenn er von irgend einem andern den Anstoß empfangen hat, immer weiter zu fragen: Woher hat denn der, der über ihm ist, die Idee der erschaffenen Dinge? Wieviele solcher Emanationen gibt es? Welches ist die Wesenheit des Vorbildes? War es aber dem Bythos gestattet, von sich selbst solche Gestalt des Pleroma hervorzubringen, warum war es dann dem Demiurgen nicht gestattet, aus sich selbst diese Welt zu machen? Ist aber die Welt nur das Abbild jener Dinge, dann muß es auch für diese oberen Dinge Vorbilder geben und für diese wieder andere, und so gelangt man zu unendlich vielen Vorbildern.