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JuLun Zhu 具輪一式
160 ml
Wu Licheng 吳利成 (China, Yixing)
Jiangpo Ni 降坡泥 (Ton Art, Original Yixing)
Beschreibung:
Was uns als Betrachter zuerst anspricht, ist meistens die Formsprache eines Objektes. Wu Licheng ist ein junger Künstler, auch wenn er nicht mehr so jung ist, der zuerst die Tradition als Vorbild für seine Werke nimmt. Diese Kanne ist inspiriert durch die berühmte Form aus der späten Qing-Dynastie. Ursprünglich war diese Form Teil der während der späten Ming-Dynastie geschätzten Kannen. Wie kommen Teekannen aus Ming nach Japan? Einerseits genoss die Kultur der Ming (Dynastie in China) hohes Ansehen in Japan als Hochkultur. Andererseits kamen die Kannen nach Japan als die Gelehrten und Mönche vor dem Einmarsch der Qing nach Japan flohen und diese mitbrachten.
Die Ming-Kultur galt in Japan als schlicht, elegant und ursprünglich. «Schlicht» deutet auf die einfache Form hin. Die Eleganz entsteht aus Ehrlichkeit statt gewollter Perfektion. Die Ursprünglichkeit erinnert uns stets an den Anfängergeist. In der Meiji-Zeit suchten die Menschen neben dem wirtschaftlichen Aufschwung das ästhetische geistige Leben. Es kam zu einer Importwelle von JuLun Zhu Kannen aus Yixing.
JuLun Zhu sei eigentlich die Form von Gorinto, eine Art wie Gartenlampion neben Grabstellen oder Tempeln. Es sollte Erde, Wasser, Feuer, Wind und Leere symbolisieren. Die häufig runde Form von JuLun entstammt wohl aus diesen Symbolen: Der runde Körper bedeutet Wasser, der Deckel das Feuer, der Knopf sollte Wind und Leere andeuten. Das Wichtigste ist hier, beim Gongfucha-Spiel das Teeschiff aus Holz unter der Kanne zu stellen. Es sollte die Erde darstellen. Warum Holz? Warum nicht Keramik? Wegen der Ästhetik! Keramik auf Keramik klingt zu hart, wenn wir Tee spielen.
Die Form des Schnabels wird «Pao Guan Form» genannt, was übersetzt «Kanonen» bedeutet. Dieser Kanonen-Schnabel befördert den Aufguss fliessend, nicht zögerlich, als Ausdruck von Schlichtheit. JuLun Zhu Kannen sind eher klein als grosszügig.
Die Betonung des Anfängergeists drückt sich dadurch aus, dass JuLun Zhu Kannen „Un-Künstlichkeit“ hervorhebt. Der Künstler spart die Korrektur. Er muss jede Handlung so konzentriert ausführen, dass die Kanne aus einem Zug – wie der Wind weht – fertig gestellt werden kann, anstatt die Form ständig zu korrigieren. Ich hoffe, ich kann es verständlich erklären. Diese Einstellung ist essentiell in der chinesischen Ästhetik, auch wenn es manchmal «unvollständig», «unvollendet» oder «unperfekt» aussieht. Darum liebe ich die Keramik von Atongs Cousin, denn seine Werke sind Ausdruck dieser Ästhetik!
Die gewollte Perfektion wird in der chinesischen Ästhetik als „匠氣Jiangqi- künstlich unnatürlich“ bezeichnet. Die Natürlichkeit steht stets in der chinesischen Ästhetik im Vordergrund! Eine gelungene Kopie lässt nicht ahnen, dass es eine Kopie ist. Ein gelungenes Werk nach traditionellem Vorbild lässt den Betrachter forschen, wo der Künstler die Stütze der Tradition betont und wo er seine seine Ambition seine Individualität offenbart. Das geschieht aus Respekt vor der Tradition! Nicht nachahmen, sondern respektieren. Beliebige Nachahmungen sind respektlos.
Der japanische Ästhet Genpo Oku 奧玄寶 (1836-1897) war ein berühmter Sammler von Yixing-Kannen, chinesischer Kalligraphie und Malerei. Er wurde reich durch den Handel mit Reis, Stockfisch und Speiseöl. Er hinterliess der Welt eine wichtige Abhandlung über die Form der Yixing Zisha-Kannen. In dieser Abhandlung beschrieb er die Form JuLun Zhu als «ein unentbehrliches Gut. Man kann mit Menschen nicht über Teetrinken reden, wenn sie diese Kanne nicht kennen.»
«Die JuLun Zhu 巨輪珠hat verschiedene Ton, Zhuni, Zini, Lipi(Birnenhaut), klein und konzentriert, schlicht und ursprünglich, nicht gestylt und elegant, der Aufguss fließend und rhythmisch. Alle wollen sie!» Genpo Oku.
Teekanne JuLun
Wu Licheng
Kalligraf Wang Yaowei
Die Kanne ist erhältlich bei Shui Tang im Geschäft. Anfragen nehmen wir geren per E-Mail entgegen.