Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03163.jsonl.gz/1794

Landschaft
Tigre, in 1960 m Höhe, in einer im
Osten von hohen vulkanischen
Bergen
[* 3] begrenzten, baumlosen, grasbedeckten Ebene, ungefähr 16 km von
Axum (s. d.), hat höchstens 3000 E. und ist der Stapelplatz
für das nördl.
Abessinien mit dem beträchtlichsten
Gewerbebetrieb daselbst.
(lat. Aedui und Hedui),
Volk im südl.
Teile des lugdunensischen
Galliens, hatte zwischen den
FlüssenArar und
Liger (Saône und Loire) seine Wohnsitze und war durch erstern von den Sequanern, durch letztern von den
Biturigern geschieden.
Die waren eins der angesehensten gallischen
Völker, und schlossen sich schon im 2. Jahrh.
v. Chr. als
«Brüder und Bundesgenossen»
an die
Römer
[* 4] an. Zur Zeit
Cäsars waren sie durch die Kämpfe mit den Sequanern sehr geschwächt, allein dieser stellte ihr
Ansehen wieder her und schonte sie auch nach ihrer Empörung.
Ihre Privilegien blieben ihnen bewahrt,
bis sie 69 n. Chr. das röm.
Bürgerrecht erhielten.
Ihre Hauptstadt war
Bibracte.
die klarste aller
Varietäten des monoklinen Kalifeldspats oder
Orthoklases (s. d.), zuweilen als Schmuckstein
verschliffen.
Man findet ihn namentlich
am St.
Gotthard, im Zillerthale, auf
Ceylon
[* 5] und bei Rio-Janeiro.
Er ist farblos oder nur licht gefärbt, ins Bläuliche, Grünliche oder Rötliche stechend, stark glänzend, manchmal mit
staubigem
Chlorit bedeckt, zeigt im Innern oft einen eigentümlich milchig-perlmutterartigen Widerschein und irisiert zuweilen.
Im
Handel heißt er Mondstein (Fisch- oder Wolfsauge, Ceylonischer oder Wasseropal).
oder Adulis, imAltertum eine Stadt an der äthiop.
Küste des
RotenMeers, die von den Ptolemäern
gegründet, in der röm. Kaiserzeit der Hauptstapelplatz des abessin.
Hinterlandes wurde und sich durch lebhaften
Handel mit Elfenbein, Rhinoceroshörnern,
Häuten von Nilpferden und Nashörnern,
Affen
[* 6] und Sklaven auszeichnete. Seine höchste
Blüte
[* 7] erreichte Adule unter den Königen des Axumitischen
Reichs (s.
Äthiopien) als dessen Haupthafenplatz. Seit die Moslem die Herrschaft im
RotenMeer gewannen, geriet Adule vollständig
in
Verfall. Seine
Lage an der Andulisbai
(Annesleybai, s.
Sulabai) und Baureste der Stadt sind ermittelt beim heutigen Dorf
Sula.
Aus Adule stammt das sog.
MonumentumAdulitanum, eine von
Cosmas Indicopleustes (s. d.) zuerst veröffentlichte
Inschrift, die, für die alte Geschichte und Geographie wichtig, aber in Adule nicht mehr vorhanden ist.
parlamentarischer
Spitzname für die bei den Reformdebatten von 1866 abtrünnigen engl. Liberalen unter
Edward Horsman und Robert Lowe, deren
Abfall John
Bright ein mißvergnügtes Zurückziehen in die polit.
(lat.), uneheliche, aus einem ehebrecherischen Verhältnis (ursprünglich
nur derEhefrau) hervorgegangene
Kinder.
Das kanonische
Recht hat, indem es den
Begriff auf die außerehelichen
Kinder eines Ehemannes ausdehnte, die Veranlassung zur Ausbildung eines mildern Gewohnheitsrechts gegeben, welches die
Adulterini wenigstens hinsichtlich des Alimentationsrechts und der Möglichkeit einer Legitimation den andern unehelichen
Kindern gleichstellt.
wörtlich: Nicht-Dualismus,
Monismus, bedeutet in der ind.
Philosophie die
Lehre
[* 11] von der Einheit des Weltalls.
Nach dieser giebt es nichts vom
Brahman, d. h. dem ewigen Urgrund alles Seins, Verschiedenes; die Einzelseele ist mit dem
Brahman identisch, nicht ein
Teil von ihm; die empirische Welt ist nur ein Blendwerk (mâyâ), eine auf dem
Nichtwissen (avidyâ) beruhende Täuschung, die als solche durch das
Wissen(vidyâ) oder durch die richtige Einsicht (samyagdarçana)
erkannt wird. Diese für die Geistesrichtung der
Inder hoch bedeutsame
Lehre ist in den
Upanishaden und dem aus diesen herausgewachsenen
Vedantasystem (s. d.) entwickelt.
IhreVertreter, unter denen der bedeutendste der berühmte Kommentator
Çankarâcârya (gegen 600 n. Chr.) ist, und ihre
Anhänger heißen Advaitavâdin
(Bekenner desMonismus).
oder Adventszeit (vom lat. adventus, Ankunft), in der christl.
Kirche die Vorbereitungszeit auf das Fest der
Geburt Jesu. Sie dauert in der griech.
Kirche 40
Tage, in der
römischen und evangelischen 4 Wochen oder einige
Tage darüber. Diese beiden haben also vier oder, wenn
Weihnachten auf
Sonntag
fällt, drei Adventssonntage. Das
Kirchenjahr (s. d.) beginnt mit der Adventszeit.
Die erste Erwähnung einer kirchlichen Feier
der Adventszeit findet sich auf der
Synode zu Lerida (524). Der Feier des Advént liegt der
Gedanke zu
Grunde,
daß die Gemeinde der Gläubigen auf die alljährliche Feier der
Geburt Jesu, als auf ein immer wieder erneutes geistiges
Kommen des Herrn zu den Seinen, vorbereitet werden soll. Die kath.
Kirche verbietet in der Adventzeit
öffentliche Vergnügungen, Tanz und Hochzeitsfeierlichkeiten.
oder Milleriten, die
Anhänger einer vom Baptistenprediger Wilh.
Miller in
Pittsburgh 1831 gegründeten Sekte,
welche die sichtbare Wiederkunft Christi als nahe bevorstehend ansieht und den
Anbruch des Tausendjährigen
Reichs (s.
Chiliasmus)
erwartet. Das Ausbleiben des wiederholt angekündigten Ereignisses stört die Gläubigen nicht.SevenDayAdventists (Adventisten des siebenten
Tags) oder Sabbatarier (Sabbatisten) nennen sich diejenigen unter ihnen, die den
¶
mehr
162 jüd. Sabbat feiern, die Dreieinigkeit leugnen und sich strenger Mäßigkeit befleißigen.
Sie traten zuerst 1844 in Washington
[* 13] auf und haben seit 1875 ein Predigerseminar. Man zählt ihrer 30000. Ihre Wanderlehrer
treiben auch in Europa,
[* 14] besonders in der Schweiz,
[* 15] eine lebhafte Propaganda, die durch Verbreitung von Traktaten, Büchern und
durch ihre Zeitschrift «Herold der Wahrheit» unterstützt
wird. Andere Adventisten sind die Adventisten des ersten Tags, welche die Sonntagsfeier festhalten, die Seelenschläfer, die den Übergang der
Seelen in einen schlafähnlichen Zustand nach dem Tode lehren, und die Brüder Christi (Christadelphianer), die Christus die
Natur Adams zuschreiben. –
Vgl. Dresbach, Prot. Sekten der Gegenwart (Barm. 1888).