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FLEDERMÄUSE
Königinnen der Nacht
Für weitere Informationen besuchen sie die Internetseite:
FRIbat: www.fribat.org
Wohnraum für Fledermäuse
Die alten Bäume beim Breitfeld mit ihren Spechthöhlen und Astlöchern bieten idealen Wohnraum für Fledermäuse. Bei Tagesanbruch ziehen sich die nachtaktiven Tiere in die Baumhöhlen zurück, um dort den Tag zu verbringen und die während der Nacht aufgenommene Nahrung zu verdauen. In einer Nacht kann eine Fledermaus bis zu einem Drittel ihres Körpergewichtes an Insekten fressen. Alle unseren einheimischen Fledermausarten (20 im Kanton Freiburg) sind Insektenfresser. Am Nachthimmel nehmen die Fledermäuse den Raum ein, den die Vögel am Tag besetzen. Zwar haben Fledermäuse gute Augen. In der Dunkelheit ist ihr Nutzen aber gering. Deshalb greifen sie auf eine Geheimwaffe zurück: Die Echoortung (Sonar). Fledermäuse erzeugen Laute im Ultraschallbereich, die für unser Ohr nicht wahrnehmbar sind. Die Laute breiten sich als Ultraschallwellen aus. Stösst die Welle auf ein Hindernis, wird sie als Echo zurückgeworfen, und vom empfindlichen Ohr der Fledermaus aufgenommen. Dank dem Echo kann sich die Fledermaus ein Bild ihrer Umgebung machen. So kann sie gezielt Hindernisse umfliegen oder Mücken und Nachtfaltern nachjagen.
Kinderstube für Einzelkinder
Gut exponierte und der Sonne ausgesetzte Baumhöhlen werden im Frühling gerne von Fledermauskolonien besiedelt. Diese so genannten Wochenstubenkolonien werden ausschliesslich von Weibchen gebildet, die sich zusammentun, um ihre Jungen aufzuziehen. Die Jungen wer- den Mitte Juni geboren. Jedes Weibchen bringt nur ein einziges Junges zur Welt. Fledermäuse vermehren sich also nicht im gleichen Masse wie die Hausmäuse, mit denen sie übrigens nicht verwandt sind. Währenddem die Weibchen nachts die Kolonie verlassen und sich auf die Jagd machen, bleiben die Jungtiere in ihrem Versteck zurück. Sie rutschen eng zusammen und wärmen sich gegenseitig auf. Fledermäuse sind Säugetiere. Jede Nacht kehrt das Weibchen zwei- bis dreimal zur Kolonie zurück, um ihr Junges zu säugen. Nach einem Monat sind die Jungtiere ausgewachsen und flugfähig, und an einem schönen Juli-Abend verlassen sie ihr Versteck. Noch sind sie ungeschickte Flieger, und Hunger oder Erschöpfung können sie zur Notlandung zwingen. Doch in solchen Fällen ist die Mutter, die ihr Einzelkind nicht aus den Augen bzw. Ohren verliert, schnell zur Stelle. Aber Vorsicht, auch die Katzen sind auf der Lauer…
Einige Untermieter
Langohr (Plecotus sp.)
Tatsächlich hat das Braune Langohr riesige Ohren, die es ihm ermöglichen, die Bewegungen von Insekten im Laubwerk wahrzunehmen. Es kann auch die leisesten Echos des Ultraschalls hören. Doch auch die grossen Augen dienen ihm zur Orientierung und zur Jagd auf Insekten. Dank den breiten und sehr beweglichen Flügeln ist es zum Standflug fähig. Es kann sich auch problemlos durch das Unterholz oder durch die Baumkrone durchschweifen.
Braunes Langohr (Pipistrellus pipistrellus)
Tatsächlich hat das Braune Langohr riesige Ohren, die es ihm ermöglichen, die Bewegungen von Insekten im Laubwerk wahrzunehmen. Es kann auch die leisesten Echos des Ultraschalls hören. Doch auch die grossen Augen dienen ihm zur Orientierung und zur Jagd auf Insekten. Dank den breiten und sehr beweglichen Flügeln ist es zum Standflug fähig. Es kann sich auch problemlos durch das Unterholz oder durch die Baumkrone durchschweifen.
Kleiner Abendsegler (Nyctalus leisleri)
Der Kleine Abendsegler zieht offene Jagdräume über den Baumkronen oder über Gewässern vor. Er kann über der Saane oder dem Perolles-See beim Jagen beobachtet werden. Es ist eine mittelgrosse Fledermaus, die ca. 15 g schwer ist und eine Spannweite von 30 cm erreicht.
Frage 1
Sind Fledermäuse blind?
Nein, sie sehen sogar gut.
Frage 2
Stimmt es, dass sich Fledermäuse in Haaren verfangen?
Nein, dank der Echoortung können uns die Fledermäuse sehr gut wahrnehmen. Wenn sie nahe an uns vorbei fliegen, dann vielleicht, weil es eine Mücke auf uns abgesehen hatte.
Frage 3
Gibt es Vampir-Fledermäuse?
Ja, aber nur in Mittelamerika. Sie sind klein und ihre Spannweite ist nicht grösser als die einer Amsel. Sie beissen Säugetiere (Kühe) und lecken das Blut, das aus der Wunde fliesst.
Frage 4
Wie viele Eier legt eine Feldermaus im Jahr?
Keine, da Fledermäuse Säugetiere sind!
Frage 5
Was mache ich, wenn ich eine lebende Fledermaus finde?
Eine erschöpfte Fledermaus ist in Sicherheit zu bringen. Sie wird mit einem Handschuh angefasst und mit einem feuchten Lappen in eine gelöcherte Karton-Schachtel gelegt, die an einem schattigen, katzensicheren Ort aufbewahrt wird. Am Abend wird die Schachtel geöffnet. Ein aus der Schachtel ragender Ast kann als Startrampe dienen. Fliegt sie nicht weg, dann unter www.fribat.org weitere Infos holen. Fledermäuse sind geschützt.
M. Oreillard (Plecotus sp.)
Texte:
Benoît Magnin
Illustrationen und Fotos: Emilie Magnin, Yves Bilat, Jean-Marc Jutzet und rmgdesign