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Im historischen Haus zum Karl scheint man schon seit Jahrhunderten Schach zu spielen.
Nach zirka einer halben Stunde vermeldet EUGEN ein Remis und meint dazu nachträglich:
"Meine Gegner wählte gegen meine Pirc-Verteidigung eine Variante , die als remisträchtig angesehen wird. Gleich nach dem letzten mir genau bekanntem Zug unterlief mir eine Ungenauigkeit, und so bot ich - nur halb freiwillig- ein zweifelhaftes Bauernopfer an. Mein Gegner nahm es jedoch nicht an, sondern spielte konsequent auf Abtausch. Als nur noch ungleichfarbige Läufer (bei symmetrischer Bauernstellung) übrig blieben, einigten wir uns auf Remis."
Eine Stunde später streckte mein Gegner mir die Hand übers Brett: Meine früh ausgelegte Saat zur taktischen Zerstörung (Dan HEISMAN) ging auf, als sich mit mir die seltene Gelegenheit bot, eine Linienräumung (Dame-a5 folgt hinter Läufer-e2 nach f1) zu verbinden mit einer Hinlenkung (Le2-f3 greift ungedeckt frontal den weissen Lg2 an, wobei der weisse König auf h1 steht) und falls Lg2xf3, so folgt prosaisch :...Da6-f1 Matt. Zwar hielt mein Gegner hier noch dagegen, aber war in der Folge etwas von der Rolle, was ein paar Züge später zu einer schönen Opferkombination führte, die aber nach dem Springereinschlag nicht mehr zu beweisen war. Ich war froh, für einmal die Perlen auch als solche erkannt zu haben.
SEBI war fest entschlossen, seiner Remis-Serie ein Ende zu setzen und blickt anderntags zurück auf eine intensive Partie gegen die gegnerische Team-Chefin: "Meine Gegnerin wehrte mit Geschick und Glück meinen Vierbauernangriff ab, so dass ich schliesslich ein Remis offerierte, welches sich im Nachhinein als Geschenk erwies." Gut Ding will Weile haben, aber der halbe Punkt in dieser Phase ist Gold wert!
Den zahlreichen Kiebitzen wurde jetzt im mittelalterlichen Ambiente Schach vom Feinsten geboten. HALLA liess nichts mehr anbrennen und resumiert nachträglich:
“I got an early lead out of the opening, with full control over the center. In continuation of that I started pressuring him on the queen side but didn’t find the exact moves which would have finished him off. At that point of the game my opponent started getting back into the game, but I found a nice tactic by playing my knight into a square protected by multiple pieces of my opponent- which gave me a winning position. The rest of the game was easy to finish.”
MICHAEL und JON bogen nun auch im Galopp in die Zielgerade ein. JON zu seiner Partie nachträglich:
" Meine Partie war eine lange Zeit umstrittener Kampf mit verschiedenen taktischen Möglichkeiten, v.a. für Weiss. Schwarz hatte sich etwas gar heftig an einen Bauernvorsprung geklammert, was ihn für lange Zeit in Nachteil brachte. Das Bauernendspiel war dann eigentlich remis, aber die Zeitnot von Weiss und eine schwer voraussehbare Entwicklung brachten am Ende Schwarz auf etwas glückliche Weise den ganzen Punkt ein. Eine spannende und faire Partie und ein gemütlicher Abend in der grünen Stube des Gastgebers.
Kurz darauf behielt auch MICHAEL das bessere Ende für sich:
Gegen die französische Verteidigung kam ich gut zurecht und konnte meinen Gegner nach 12 Zügen mit dem berüchtigten Läuferopfer auf h7 überraschen. Auf Gewinn stehend habe ich ärgerlicherweise einen Springer stehen lassen und befand mich von da an im Hintertreffen. In der Folge entstand ein Endspiel mit ungewöhnlichem Material: Läufer + 6 Bauern gegen 2 Türme + 1 Bauer. Eigentlich eine klare Sache für Schwarz, doch unter dem Druck der fortgeschrittenen Bauernfront übersah mein Gegner einen Doppelangriff, welcher mir im Spiel dieser verpassten Chancen den Sieg brachte.