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Norman Foster will Drohnenhangars in Ruanda bauen
Wo es in Afrika keine Verkehrswege gibt, sollen Drohnen Waren und überlebenswichtige Güter transportieren. Das ist die Idee von Norman Foster, der Hangars für die Drohnen entworfen hat und bei der Verwirklichung seiner Vision mit der EPFL zusammen arbeitet.
„Afrika ist ein Kontinent, auf dem die Schere zwischen dem Bevölkerungswachstum und der nicht vorhandenen nötigen Infrastruktur immer grösser wird“, sagt Norman Foster. Fehlen Verkehrswege, könnten Drohnen diese Lücke zumindest teilweise füllen: Denn gemäss Foster sollen dereinst Drohnen etwa lebenswichtige Medikamente oder Blutkonserven in von Strasse und Schiene abgeschnittenen Gebiete bringen. Den Anstoss für das ambitionierte Projekt hat der Stararchitekt gewissermassen gleich selber gegeben, er kam von der Norman Foster Foundation.
Bei der Entwicklung des Projektes setzt der Architekt auf die Zusammenarbeit mit der EPFL oder vielmehr auf ihre Initiative Afrotech, die sich für die grossflächige Verbreitung moderner Technologien in Afrika engagiert. Zusammen haben sie das Projekt Red- und Blue Line gestartet: Dabei geht es um die Konzeptionierung von stark frequentierten Drohnenrouten. In der Anfangsphase sollen diese nur von der Red Line – Drohnen von einer Spannweite von drei Metern, die Medikamente und andere überlebenswichtige Güter transportieren und mit bis zu zehn Kilogramm beladen werden können – genutzt werden, später auch von der Blue Line. Letztere dient dem kommerziellen Warentransport, für sie sind Drohnen mit einer Spannweite von bis sechs zu Metern unterwegs, die bis zu 100 Kilogramm Waren mitnehmen können.
Ebenso wichtig wie die Flugrouten sind die Flughäfen. Ein erster Drohnenhafen soll in Ruanda entstehen: Foster hat dazu ein mehrfach gewölbtes Gebäude entworfen. Das Gerüst bilden vorgefertigte Schichtholzbögen, die dann Bauleute vor Ort von mit lokal hergestellten Ziegeln überdecken. Drohnenhäfen sollen aber nicht nur der Landung, dem Start und der Wartung der Drohnen dienen. Foster schlägt vor, dort jeweils noch eine kleine Klinik, ein Postbüro und ein Warenumschlaglager einzurichten.
Während der kommenden zehn Jahre sollen in Afrika 40 solcher Hangars gebaut werden. Der erste ist in Ruanda geplant. „Ruanda ist von seiner geographischen aber auch von seiner sozialen Lage her eine Herausforderung, daher ist es der ideale Ort für einen ersten Test“, erklärt Foster. Der Baustart ist bereits für kommendes Jahr vorgesehehn, in Betrieb gehen soll der Hangar dann 2020. (mai)