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Sobald sein Herz zu schlagen beginnt, darf ein Embryo nicht mehr abgetrieben werden. Dieses Gesetz gilt seit dem 1. September im US-Staat Texas. Damit sind Schwangerschaftsabbrüche ab etwa der sechsten Woche verboten. Ab einem Zeitpunkt also, zu dem werdende Mütter oft noch gar nichts von ihrer Schwangerschaft wissen. Das neue Gesetz verunmöglicht also vielen betroffenen Frauen, selbst darüber zu entscheiden, ob sie ihr Kind behalten wollen oder nicht.
Wie die Deutsche «Tagesschau» berichtet, bezog US-Präsident Joe Biden bereits Stellung zum strengsten Abtreibungsgesetz der USA. In einem Statement teilt er mit, das Gesetz verstosse gegen die Verfassung. Seine Regierung stehe zum Gerichtsurteil «Roe versus Wade», das Frauen in den USA die eigenständige Entscheidung über eine Abtreibung seit fast 50 Jahren ermöglicht.
Auch Schauspielerin Uma Thurman, 51, ist empört über das neue Gesetz in Texas. So sehr, dass sie beschloss, einen Kommentar für die «Washington Post» zu verfassen. Darin schreibt sie nicht nur, sie habe die Einführung des «radikalen Anti-Abtreibungs-Gesetzes mit grosser Traurigkeit und Entsetzen» verfolgt, sie enthüllt auch ein Geheimnis, das sie jahrelang mit sich herumtrug.
Uma Thurman musste einst selbst eine Abtreibung vornehmen lassen. Und zwar, als sie erst 15 Jahre alt war. Sie sei damals versehentlich von einem bedeutend älteren Mann geschwängert worden. Thurman erinnert sich: «Ich lebte in Europa aus dem Koffer, weit weg von meiner Familie und stand kurz davor, einen Job zu beginnen.» Sie habe mit sich gehadert: «Ich wollte das Baby behalten - aber wie?»
Sie habe ihre Eltern angerufen und gemeinsam sei man die Möglichkeiten durchgegangen. Was für die junge Uma Thurman alles andere als angenehm war. «Wir hatten noch nie über Sex gesprochen. Dies war das erste Mal und es war schrecklich für uns alle», schreibt sie. Ihre Eltern warnten sie vor den Schwierigkeiten, als Teenager alleine ein Kind grosszuziehen. Schliesslich habe die ganze Familie entschieden, dass sie eine Schwangerschaft in der damaligen Lebenssituation nicht durchstehen könne. «Wir waren uns einig, dass ein Abbruch der richtige Weg ist», so Thurman. «Trotzdem war mein Herz gebrochen.»
Die Abtreibung liess die Schauspielerin, die heute Mutter von drei Kindern ist, dann in Deutschland vornehmen. Sie habe dabei schreckliche Schmerzen gehabt, sich aber so für ihr Vorgehen geschämt, dass sie das Gefühl hatte, diese Schmerzen zu verdienen. Auch heute stecke in dieser Geschichte noch extrem viel Schmerz. Thurman schreibt: «Es war bis jetzt mein dunkelstes Geheimnis.»
Sie bereue den gewählten Weg aber nicht. Gleichzeitig bewundere und unterstütze sie Frauen, die anders entschieden haben. Thurman stellt klar: «Die Abtreibung, die ich als Teenager hatte, war die schwerste Entscheidung meines Lebens.» Sie habe sie damals gequält und mache sie heute noch traurig. Die Abtreibung habe ihr jedoch ermöglicht, erwachsen zu werden und die Mutter zu werden, die sie sein wollte und sein musste.
Zum Grund, weshalb sie diesen Text verfasste, schreibt Uma: «Ich habe mit dieser Enthüllung nichts zu gewinnen und vielleicht viel zu verlieren.» Sie hoffe aber, dass sie einige Frauen und Mädchen erreichen kann, die sich für ihre Entscheide schämen. An die gesamte Bevölkerung gerichtet schreibt Thurman, sie könne versichern, dass niemand absichtlich, respektive leichtfertig, eine Abtreibung vornehmen lasse. Dass das verschärfte Gesetz in Kraft getreten ist, bezeichnet sie als «Menschenrechtskrise für amerikanische Frauen».
Uma Thurman steht mit ihrer Kritik am texanischen Abtreibungsgesetz übrigens bei weitem nicht alleine da. Auch Stars wie Reese Witherspoon, 45, Pink, 42, und Eva Longoria, 46, äusserten ihren Protest. Longoria etwa twitterte: «Es ist völlig simpel: Wir sollten alle in der Lage sein, unsere eigenen Entscheidungen über unsere Gesundheit und Zukunft zu treffen.» Witherspoon schrieb: «Ich unterstütze die Frauen in Texas, die das verfassungsmässige Recht haben, über ihren Gesundheit und ihren Körper zu entscheiden. Dazu setzte sie den Hashtag #BansOffOurBodies.