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SDL bietet bekanntlich seit Frühjahr 2020 im Rahmen jeder SDL Trados Studio-Lizenz 500‘000 NMT-Zeichen pro Monat kostenlos zur neuronalen maschinellen Übersetzung an.
Die Liste der angebotenen Sprachenkombinationen war bis zu vor Kurzem auf 130 Sprachpaare begrenzt: die meisten davon aus dem und ins Englische, und jeweils ca. 4-8 Sprachen aus dem und ins Deutsche, Französische, Italienische, Japanische und Arabische. Ende 2020 wurde eine Neuerung vorgestellt: dank der Sprachpaarverkettung ist nun die SDL Machine Translation in über 3’000 Sprachkombinationen verfügbar. Die Verkettung erfolgt über Englisch, welches als Pivot-Sprache fungiert.
Dies ist eine erfreuliche Neuerung, allerdings ist hier wie bei jeder Übersetzung mit Pivot-Sprache Vorsicht geboten.
Bei einem einfachen Test haben wir einen aus Wikipedia entnommenen Satz zu GDPR aus einer romanischen EU-Sprache in eine slawische Nicht-EU-Sprache übersetzt. Dabei haben wir folgende problematischen Stellen festgestellt: die Abkürzung selbst wurde einfach transliteriert, der grammatikalische Aspekt des Verbes in der Zielsprache war falsch, die Genus-Konkordanz mit einem Satzobjekt und dem dazugehörigen Nebensatz war falsch.
Eine Testübersetzung zwischen zwei slawischen Sprachen mit Englisch als Pivot war hingegen überraschend gut, allerdings wurde ein in der Allgemeinsprache ziemlich verbreiteter Term aus der Sprachwissenschaft („Pidgin“) in zwei aufeinanderfolgenden Sätzen zweimal unterschiedlich und beide Male falsch übersetzt.
Hochqualitatives Post- und Pre-Editing gewinnt mit dieser Neuerung noch mehr an Bedeutung. Im Pre-Editing sollen mögliche Fehler sprachlicher Natur sowie unnötig unklare bzw. komplizierte Formulierungen aus dem Quelltext beseitigt werden, sodass NMT bessere Ergebnisse erzielt. Die Post-Editoren hingegen sollen in der Lage sein, problematische Stellen in einem auf den ersten Blick gut lesbaren Text zu erkennen und auszubessern, und dadurch die Übereinstimmung des Zieltextes mit dem Ausgangstext gewährleisten.