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In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm die Bedeutung der Orgelmusik wieder stark zu. Einige der bedeutendsten Vertreter der deutschen Orgelromantik sind Franz Liszt, Josef Rheinberger und Max Reger. In Frankreich sind allen voran César Franck, Camille Saint-Saëns, Alexandre Guilmant, Théodor Dubois, Charles-Marie Widor, Eugène Gigout und Léon Boëllmann zu nennen. Entdecken Sie hier auch weniger bekannte Orgelmusik vieler kleineren Meister aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Gabriel Urbain Fauré (1845–1924) ist hauptsächlich als Komponist von Vokal-, Klavier- und Kammermusik bekannt. Fauré spielte schon früh auf dem Harmonium, das in einer in der Nähe gelegenen Kapelle stand. Als Neunjähriger wurde er an der renommierten Niedermeyer-Schule für Kirchenmusik in Paris aufgenommen. Nach dem Tod Niedermeyers besuchte er den Unterricht bei Camille Saint-Saëns. Die beiden blieben zeitlebens sehr gute Freunde.
Fauré war Organist in Rennes und ab 1870 in Paris. Zuerst war er Stellvertreter an Saint-Sulpice, danach Chororganist an der Pfarrkirche La Madeleine. 1896 wurde er Nachfolger von Théodore Dubois als Titulaire an der Madeleine. Dieses Amt übte er bis 1905 aus. Weiterlesen
Johann Georg Herzog (1822–1909) war ein deutscher Organist und Musiklehrer. Er besuchte ab 1839 das Lehrerseminar in Altdorf bei Nürnberg, wo er auch eine umfassende musikalische Ausbildung erhielt. Mit seinen Orgelkompositionen genoss Herzog bereits in jungen Jahren Anerkennung von Christian Heinrich Rinck.
Ab 1843 wirkte Johann Georg Herzog als Organist und ab 1848 als Kantor an der Matthäus-Kirche in München. Im Jahre 1850 wurde er als Orgellehrer am Konservatorium München gewählt. Hier war auch Joseph Rheinberger sein Schüler, mit dem ihm lebenslang eine Freundschaft verband. Weiterlesen
Eugène Gigout (1844–1925) erhielt seine erste musikalische Ausbildung an der Kathedrale zu Nancy, im dortigen Knabenchor. 1857 wurde Eugène Gigout an der École Niedermeyer in Paris aufgenommen und erhielt Unterricht u. a. bei Camille Saint-Saëns. Sein Orgellehrer war Clément Loret, der ihm eine moderne, von Jacques Nicolas Lemmens begründete Spielweise vermittelte. Nach einer umfassenden Ausbildung in Gregorianik, Orgelmusik und dem Werk Johann Sebastian Bachs machte Gigout den Abschluss und blieb als Lehrer an der École Niedermeyer. Weiterlesen
Der schlesische Komponist und Kirchenmusiker Ignaz Reimann lebte von 1820-1885 und stammte aus einer Gastwirts- und Freizeitmusikerfamilie. Sehr früh kam er in Berührung mit zahlreichen Arten der volksnahen Musik und erhielt ganz nebenbei eine fundierte musikalische Ausbildung. Bereits als 12-jähriger konnte er für jeden Instrumentalisten im Kirchenorchester einspringen. Seine Leidenschaft galt aber dem Unterrichten. Er liess sich zum Lehrer ausbilden und wurde später selber zum Musikleiter im Seminar berufen. 1852 wurde ihm das Amt des Schulleiters und Kantors übertragen. Weiterlesen
Johannes Brahms (1833–1897) stammte aus einer niedersächsisch-norddeutschen Familie. Sein Vater spielte Horn und Kontrabass und trat mit kleinen Ensembles in Tanzlokalen in Hamburg auf. Durch Stundengeben, als Tanzmusiker oder als Theaterpianist musste der junge Johannes Brahms schon früh zur Ernährung seiner Familie beitragen. In dieser Zeit entstanden auch die ersten Kompositionen.
1853 lernte er den Geigenvirtuosen Joseph Joachim kennen und durch diesen auch Clara und Robert Schumann. Durch Clara Schumann wurde Brahms angeregt, sich mit Orgelspiel und geistlicher Musik zu beschäftigen. Weiterlesen
Edmond Missa (1861–1910) stammte aus Reims und hatte seinen ersten Musikunterricht bei seiner Mutter, der Sängerin Marie-Louise Duval, die später Professorin für Gesang am Pariser Konservatorium wurde. Sein Cousin Louis Duval war Organist an der Kathedrale von Reims, sein Onkel Ernest Duval Organist an der Kirche Saint-Jacques. Im Alter von zehn Jahren wurde Edmond Missa als Nachfolger von Henri Dallier Organist an der Chororgel der Kathedrale von Reims. Weiterlesen
Fernand de La Tombelle (1854–1928) war ein bedeutender französischer Organist und Komponist. Das Klavierspiel lernte er bei seiner Mutter Louise Gueyraud, einer Schülerin von Franz Liszt. Ab dem achtzehnten Lebensjahr nahm er privaten Orgel- und Harmonielehreunterricht bei Alexandre Guilmant. Am Konservatorium Paris war Fernand de La Tombelle Schüler von César Franck und Théodore Dubois. Für seine Kompositionen erhielt er zweimal die Goldmedaille beim Grand Prix Pleyel. In den folgenden Jahren trat Fernand de La Tombelle als Konzertorganist in ganz Frankreich auf. Weiterlesen
Samuel de Lange junior (1840–1911) war ein niederländisch-deutscher Organist, Lehrer und Komponist. Samuel de Lange (jr.) war Sohn des Rotterdamer Organisten Samuel de Lange (sr.). Er trat bereits in frühen Jahren als Orgel- und Klaviervirtuose hervor. De Lange studierte ab 1858 in Lemberg, wo er bis 1863 lebte. Ab 1864 war er in Rotterdam Organist und Orgellehrer. Weitere Stationen waren 1874 Basel, 1876 Paris, 1877 Köln, 1884 Den Haag und ab 1893 Stuttgart. In Stuttgart wurde er am Konservatorium Dozent, ab 1895 Professor. Er leitete das Konservatorium von 1900 bis 1908. Weiterlesen
(François Clément) Théodore Dubois (1837–1924) studierte am Pariser Conservatoire bei Antoine François Marmontel, François Bazin, François Benoist und Ambroise Thomas. Er war 1861 Rompreisträger, ab 1855 Organist des Invalidendomes und wurde 1859 Chordirigent an Ste-Clotilde, während dort César Franck die grosse Orgel spielte. 1877 bis 1896 wirkte er als Organist an der Madeleine. Ab 1871 war er Harmonielehrer und ab 1896 Direktor des Conservatoire in Paris.
Herbert Brewer (1865–1928) war ein englischer Komponist, Dirigent und Organist. Er lebte die meiste Zeit seines Lebens in seinem Geburtsort Gloucester. Herbert Brewer war zunächst Chorknabe und Organist in Gloucester. Er studierte bei Charles Lloyd, an der Kirchenmusikschule in Oxford und am Royal College of Music. Ab 1882 war Brewer Organist in Oxford, ab 1885 in der Kathedrale in Bristol und ab 1896 wieder Organist in Gloucester, diesmal an der Kathedrale.