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Nachdem die Vorgruppe „All the Young“, insbesondere mit David Cartwrights grandiosem Gitarrensolo im letzten Lied, das Publikum gebührend vorbereitet hatte, stürmten die „Kaiser Chiefs“ die Bühne am 6. Tag des Blue Balls Festivals in Luzern.
Die britische Indie-Garage-Rock-Band, die schon 2009 als Vorgruppe von U2 gespielt hatte, präsentierte einen Mix aus älteren Stücken wie „Modern Way“,.„Na Na Na Na Naa“ und „I predict a riot“, aber auch neueren Songs wie „On the run“ von ihrem aktuellen Album „Souvenir“, einer Compilation ihrer Singles.
Das überwiegend weibliche Publikum zeigte sich besonders entzückt als Frontsänger Ricky Wilson den Hit „Ruby“ anstimmte. Es bedurfte kaum der Aufforderung mitzusingen. Das Hüpfen der Menge kam dann von ganz allein. Auch dürften zumindest zwei männlichen Fans begeistert gewesen sein. Ihnen gelang es nämlich zwei Drumsticks aufzufangen, die Ricky Wilson mit dem Kommentar ins Publikum warf: „Now you are stick-buddies!“ Weiter ging es mit „Modern way“ und „Listen to your head“.
Die Begeisterung der Fans war aber noch nichts gegen die Aufregung, die im Publikum und wohl auch bei den Security-Leuten entstand, als Ricky Wilson während „Angry Mob“ plötzlich an der rechten Seite der Bühne verschwand. Zwei Securities stürmten im Hürdenlauf über die Boxen an der Bühne entlang. War er heruntergefallen oder in den Backstage-Bereich verschwunden? Nein, er rannte am Rand des Zuschauerraums in Richtung der Bar im Rückraum, sprang auf den Tresen und heizte dem Publikum weiter ein. Dann kletterte er auch noch auf die Kühlschränke und entschuldigte sich charmant beim Barpersonal für eventuell entstandene Schäden. Er habe die Tragkraft des Kühlschranks überschätzt. Den Moment, in dem das Publikum seine Aufmerksamkeit auf das Geschehen an der Bar richtete, nutzte der Schlagzeuger von „All the Young“, um nochmals vom Bühnenzugang einen Blick auf die Menge zu werfen. „All the Young“ hatten zuvor erklärt, dass auch sie es kaum erwarten konnten, die „Kaiser Chiefs“ zu sehen. Der Ausflug zur Bar sollte offenbar der Höhepunkt der Show werden, denn danach verabschiedeten sich die Herren unter frenetischem Applaus. Ein Handtuch flog ins Publikum und der Bassist, Simon Rix bedauerte sichtlich, dass er nichts zum Werfen hatte.
Das Bühnenpersonal fing an die Instrumente abzubauen, Gitarren hinter die Bühne zu tragen… alles während die Fans weiter klatschten. Als schon fast zu vermuten war, dass doch keine Zugabe mehr kommen würde, liessen sich die Fünf erweichen, und brachten „Love is not a competition“ und ihre erste Single aus dem Jahr 2004 „Oh my God“. Die Stimmung trieb Rick Wilson schlussendlich damit auf die Spitze, dass er an den Scheinwerferaufbauten am linken Bühnenrand emporkletterte und die Fans – sich nur noch mit einer Hand am Gerüst haltend – zum Applaus animierte, immer begleitet von den besorgten Blicken eines Security-Mannes - der zum Auffangen bereit - unten stand. Diese Aktion bildete den eindrücklichen Abschied der Band.
Es bleibt nur eines festzustellen: Schade, dass dieser Act auf einen Mittwoch gelegt wurde und wegen des folgenden Arbeitstages ein Teil der Fans keine Gelegenheit hatte, die „Kaiser Chiefs“ zu erleben.
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