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Jakob Arjouni (DE)
Idioten. Fünf Märchen
Aus: «Idioten. Fünf Märchen»
Er winkte immer noch, als er aus den Augenwinkeln eine Bewegung wahrnahm. Er wandte den Kopf, und vor ihm schwebte die Fee.
«Guten Abend», wünschte die Fee.
«Guten Abend», erwiderte Max, liess den Arm als Zeichen für den Wirt in die Höhe gestreckt und erwartete, nach einem Weg oder einer Zigarette gefragt zu werden. Zwar bemerkte er, dass die Gestalt vor ihm irgendwie durchsichtig wirkte und ihre nackten Füsse den Boden nicht berührten, aber das führte er auf die Machart des himmelblau schillernden Kleids und den Effekt raffiniert gemachter Sandalen zurück. Vielleicht arbeitete sie in der Modebranche, nicht weit vom ‘Sporteck’ gab es ein paar kleine Ateliers.
«Ich bin eine Fee und gekommen, Ihnen einen Wunsch zu erfüllen.»
Max hatte sich erneut zur Tür umgesehen in der Hoffnung, dem Kellner, der seinen gestreckten Arm offenbar nicht bemerkte, mit einem durstigen Blick begegnen zu können. Dabei drangen die Worte der Fee nur langsam zu ihm vor.
«Bitte?»
«Eine Fee», wiederholte die Fee, «und ich bin gekommen, Ihnen einen Wunsch zu erfüllen.»