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Er war zwar nicht der Top-Favorit, zu den Siegesanwärtern gehörte er aber zweifellos, und er drückte dem Rennen seinen Stempel auf: Gegen David van der Poel (Ned) war in der Schlussphase des Rennens kein Kraut gewachsen. Schweizermeister Lars Forster zeigte einen hervorragenden Auftritt, der mit Rang 5 belohnt wurde. Bei den Frauen gewinnt ebenfalls die Leaderin der EKZ CrossTour: Denise Betsema triumphiert vor Aida Nuño Palacio und Christine Majerus.
Elf Runden dauerte das Rennen, doch bereits der Start war explosiv, und schon bald bildete sich eine Sechser-Spitzengruppe, der neben dem Favoriten Quinten Hermans (Bel) und dem nachmaligen Sieger David van der Poel auch Schweizermeister Lars Forster angehörte. Ende der zweiten Runde zeigte sich Forster gar kurzzeitig an der Spitze des Rennens, büsste für diesen Effort aber im Teer-Aufstieg der nächsten Runde, wo es ihm richtiggehend «den Stecker zog». Das Rennen für Forster schien gelaufen.
Vorne drehte ein Trio mit van der Poel, Hermans und Nicolas Cleppe (Bel) seine Runden, während Forster in einer Verfolgergruppe Unterschlupf fand. Der Schweizermeister fand jedoch seinen Rhythmus wieder, liess in Runde 7 seine Mitstreiter stehen und schloss solo wieder zur Spitzengruppe auf. Dabei hatte er in weniger als einer Runde 30 Sekunden wettgemacht – und offensichtlich etwas zu viele Körner verbraucht. Der nächsten Tempoverschärfung konnte Forster nichts mehr entgegensetzen und drehte fortan auf Rang 4 seine Runden allein.
Meisen mit Dampfhammer an Forster vorbei
Ganz vorne hatte van der Poel das Spitzentrio inzwischen auch gesprengt, und so schien der Zieleinlauf eine Runde vor Schluss eigentlich bereits klar: van der Poel – Hermans – Cleppe – Forster – und der Deutsche Meister Marcel Meisen, der von hinten Dampf machte. Zu viel Dampf für Forster: Im allerletzten Aufstieg wurde er von Meisen noch überspurtet und musste mit Rang 5 vorlieb nehmen. Und gleich hinter ihm kam eine Legende des Hittnauer Radcross ins Ziel: Francis Mouray (Fra) war der erste ausländische Fahrer gewesen, der das Hittnauer Radquer gewinnen konnte, und hatte jahrelang mit konstanten Spitzenklassierungen brilliert. Es war sein letzter Auftritt in Hittnau; Ende Jahr tritt er vom Wettkampfsport zurück.
Auch etliche der übrigen Schweizer zeigten mehr als respektable Leistungen. Marcel Wildhaber (8.), Simon Zahner (9.), Severin Sägesser (10.) und Nicola Rohrbach (11.) bildeten eine hohe Schweizer Leistungsdichte an diesem Tag eindrücklich ab.
Frauenrennen: Positionen schnell bezogen
Mindestens genauso spannend präsentierte sich das Rennen der Frauen Elite. Zwar erlebten viele Fahrerinnen kurz nach dem Start eine Schrecksekunde, als bei einem Crash mehrere Fahrerinnen unfreiwillig zu Boden mussten. Während vorne die Landesmeisterin aus Luxemburg, Christine Majerus, aufs Tempo drückte, kämpften hinten einige Fahrerinnen schon früh mit einem grossen Handicap. Am beeindrucktesten meisterte dies die Kanadierin Maghalie Rochette. Nach dem Crash stieg sie als letzte wieder aufs Rad und musste das Feld von hinten aufrollen. Und das tat sie: Am Ende wurde sie starke Vierte und verpasste das Podest nur um 22 Sekunden. Ohne Sturz hätte sie also ohne weiteres um den Tagessieg mitgekämpft. Diesen machten jedoch drei andere Fahrerinnen unter sich aus. Denise Betsema, die in Hittnau im grünen Leadertrikot der EKZ CrossTour unterwegs war, konnte nach der turbulenten Startphase bald zur Luxemburgerin Majerus aufschliessen und auch die spanische Meisterin Aida Nuño Palacio war dahinter immer nahe dran. Schliesslich gelang es der niederländischen Leaderin schon früh, eine Lücke zu Majerus aufzureissen. Während Betsema vorne einem souveränen Sieg entgegen fuhr, konnte hinter ihr die spanische Meisterin zu Majerus aufschliessen und liess diese sogleich stehen. Am Ende fehlten Nuño Palacio 24 Sekunden zur Siegerin Betsema und weitere 20 Sekunden konnte sie zwischen sich und der drittplatzieren Majerus legen. Beste Schweizerin im Rennen der Frauen Elite war Zina Barhoumi als Achte und drei Plätze hinter ihr klassierte sich Noemi Rüegg als beste Juniorin auf dem elften Tagesrang.