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/ Forschung
Fitte Polizisten können Emotionen besser lesen
Der Beruf des Polizisten stellt hohe Anforderungen an bestimmte Aspekte sozialer Kognition. Die Erkennung von Emotionen ist beispielsweise besonders wichtig für den Umgang mit Personen in Notsituationen, das erfolgreiche Verhör und die Beurteilung von Zeugenaussagen. Während die aktuelle Forschungslage einen Zusammenhang zwischen der Ausdauerleistungsfähigkeit und verschiedenen kognitiven Funktionen unterstützt, ist die Bedeutung dieser Komponente körperlicher Fitness für die soziale Kognition kaum erforscht. Sportwissenschaftler des Departements für Sport, Bewegung und Gesundheit haben deshalb untersucht, ob bei Polizisten zwischen der Ausdauerleistungsfähigkeit und der Fähigkeit, Emotionen zu erkennen, ein Zusammenhang besteht. Dazu wurden Polizisten aufgefordert, während eines kognitiven Tests Emotionen entweder anhand von Gesichtern oder nur von den Augen schnellstmöglich zu bestimmen. Die Polizisten mit einer höheren Ausdauerleistungsfähigkeit zeigten unabhängig vom Schwierigkeitsgrad des Tests eine geringere Fehlerquote. Dieses Ergebnis blieb erhalten, selbst wenn weitere Einflussfaktoren und die Aufmerksamkeit in der Analyse berücksichtigt wurden. Dementsprechend scheint die Ausdauerleistung von Polizisten wichtig für Aspekte der sozialen Kognition zu sein, die in diesem Berufsfeld besonders gefordert sind.
In ausführlicher Form können die Resultate der Studie im Scandinavian Journal of Medicine and Science in Sport nachgelesen werden:
Ludyga, S., Schilling, R., Colledge, F., Brand, S., Pühse, U., & Gerber, M. (2020). Association between cardiorespiratory fitness and social cognition in healthy adults. Scandinavian Journal of Medicine and Science in Sports. doi:10.1111/sms.13730