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Erster Meistertitel für den FC Basel
In der Saison 1952/53, genau zum 60. Geburtstag des Vereins, feierte der FC Basel den lange angestrebten ersten Meistertitel. In 26 Spielen erlitt der FCB bei 17 Siegen und 8 Unentschieden nur gerade eine einzige Niederlage in Chiasso.
Schon in der Vorrunde der Saison 1952/53 überzeugte der FC Basel und deutete an, dass es dieses Mal mit dem neuen Spielertrainer René Bader endlich zum ersten Meistertitel der Klubgeschichte reichen könnte. Der FCB blieb in allen 13 Spielen der ersten Meisterschaftshälfte ungeschlagen. Erst am 23. Spieltag kassierte der bis dahin souveräne Leader die erste und einzige Niederlage der Saison, ein 3:4 auswärts gegen den FC Chiasso. Der Ausfall von Spielertrainer Bader, der sich im März 1953 bei einem Länderspiel gegen Holland einen Bänderriss zugezogen hatte, brachte die Mannschaft in der entscheidenden Phase erstmals aus dem Tritt.
Die Niederlage in Chiasso hinterliess Spuren, als bekäme die Mannschaft plötzlich eine Art Angst vor dem Siegen, in diesem Fall vor dem Gewinn des ersten Meistertitels. Am viertletzten Spieltag folgte daheim auf dem Landhof nur ein 2:2 gegen Bellinzona. Plötzlich herrschte im Klub und im Umfeld grosser Respekt vor dem Restprogramm. In den letzten drei Runden warteten noch Titelverteidiger GC und der Meister von 1950, Servette Genf, auf den FCB.
Souveräner Durchmarsch zum ersten Meistertitel
Doch dieses Mal täuschen sich die Skeptiker. Vorentscheidend war dabei in der Endabrechnung das Auswärtsspiel in der drittletzten Runde in Zürich beim amtierenden Meister GC. Über jenen Match vom 31. Mai 1953 im Zürcher Hardturm berichtete Klub-Chronist Jules Düblin später: «...gegen die Grasshoppers in Zürich, wo unsere Mannschaft, die Sternstunde des FC Basel erahnend, in einem alle Schönheiten des Fussballspiels darbietenden, bis zum Schlusspfiff heiss umkämpften und doch mit grösster Fairness ausgetragenen Ringen, mit 5:4 wohlverdienter Sieger blieb». Das Spiel bezeichnete er als ein «auf selten hohem Niveau ausgetragener Fussballkampf».
Im zweitletzten Saisonspiel fehlte dank des Vierpunkte-Vorsprungs auf die Berner Young Boys (ein Sieg brachte noch zwei Punkte) nur noch ein Zähler, um die Ziellinie zu überqueren. Im entscheidenden Spiel am 7. Juni 1953 gegen Servette gewann der FCB durch den Treffer von Walter Bannwart nach rund einer halben Stunde knapp mit 1:0. Exakt 60 Jahre nach der Gründung durfte der FCB endlich seinen ersten Meistertitel feiern. Ein historischer Moment, der sogar beim Klub-Chronisten für so viel Aufregung sorgte, dass er glatt den Tag verwechselte:
«Der 9. Juni wird in der Geschichte des FC Basel für immer als ein Ehrentag eingeschrieben sein. Es war jener Tag, an dem die Elf des FC Basel in einem feinen Spiel gegen Servette vor 13‘000 Zuschauern die beiden Punkte sicherte und damit endgültig die Meisterschaft nach Basel brachte.»
Auch das Jubiläumsbuch «75 Jahre FCB» feierte das denkwürdige Ereignis in pathetischen Worten:
«Nie zuvor flatterte die rotblaue Fahne fröhlicher und stolzer am Fahnenmast und nie schien der Himmel blauer als an diesem unvergesslichen herrlichen Sommernachmittag, nach diesem grossartigen sportlichen, auf Biegen und Brechen ausgetragenen und mit letztem Einsatz geführten Kampf um das höchste Ziel.»
Die grossen Figuren der 1950er Jahre
Die wohl wichtigste Figur bei diesem ersten von bis heute 20 Meistertiteln des FC Basel neben Spielertrainer Bader war der 34-fache Internationale Josef «Seppe» Hügi, der in jener Saison in 26 Spielen beeindruckende 32 Tore für den FCB erzielte. Hügi ist bis heute mit 245 Meisterschaftstoren in 320 Einsätzen für den FCB mit grossem Vorsprung der Rekordhalter. Zu den grossen Stars der damaligen Zeit zählte auch Torhüter Walter Müller. Er prägte die Mannschaft und hütete während 14 Jahren das Tor der Basler. Der Titel von 1953 war der grösste Erfolg seiner Karriere, zudem erreichte Müller zwei Mal den Cupfinal (Sieg 1947, Niederlage 1943).
Spannende Anekdoten sind auch von Kurt Thalmann überliefert, damals 22-jähriger linker Flügelspieler der Basler. Thalmann arbeitete nebenbei bei Fust und später bei der Credit Suisse. «Wir bekamen jeweils fünf Franken für ein Training, 50 Franken Siegesprämie, 30 bei einem Unentschieden und für eine Niederlage gab es noch 20.» Abgeholt wurde das «Lohngüggli», wie Thalmann es in einem Zeitungsbericht nannte, jeweils nach den Spielen. Zuerst tranken die Spieler gemeinsam etwas in der Stadionbeiz. Dann war Zahltag. «Am meisten bekamen wir für den Titel. Da gab es 100 Franken.» Dazu noch einen Anzug und eine Goldmedaille.
Erneute Durststrecke von 14 Jahren
Den grossen Erfolg von 1953 konnte der FC Basel in den folgenden Jahren nicht mehr wiederholen, vielmehr erreichte der Klub während über zehn Jahren fast durchwegs Platzierungen im Mittelfeld. Erst in den 1960er Jahren, zur grossen Zeit von Helmut Benthaus, avancierte der FCB zum Seriensieger in der damaligen National-Liga A. Zwischen 1967 und 1980 lieferten sich die Basler unvergessliche Duelle mit den beiden Zürcher Stadtklubs FCZ und GC und gewannen sieben Meistertitel.
Nach erneuten 22 Jahren des Wartens und dem zwischenzeitlichen Fall in die National-Liga B startete der FCB schliesslich 2002 eine beeindruckende letzte Erfolgsphase und gewann bis 2017 weitere 12 Meistertitel dazu. Damit konnte der Klub bei seinem 125-jährigen Jubiläum auf 20 Meistertitel zurückblicken - Rekord für die Zeit ab der Gründung der eingleisigen, nationalen Meisterschaft ab 1933/34.