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Pilot aus der Petri-Schale
Ein Forscher aus Florida hat ein «Gehirn» in einer Petri-Schale entwickelt, das letzlich in der Lage war, ein Kampfflugzeug in einer Flugsimulation zu steuern. Thomas DeMarse, Professor an der University of Florida, benutzte zur Konstruktion seines lebenden Computers 25'000 Neuronen, die er vorher aus dem Gehirn einer Ratte extrahiert hat. Diese verteilte er dann über einem Gitter von 60 Elektroden. Die Gehirnzellen haben sich nach der Anordnung wieder selber miteinander verbunden und ein lebendes neuronales Netzwerk gebildet. Nach der Verbindung mit einem Computer etablierten die Neuronen eine Zwei-Wege-Kommunikation mit dem Rechner und waren in der Lage, ein Flugzeug in einer Simulation zu steuern. Dazu war ein Lernprozess notwendig, der aufgrund von Informationen, welche ihnen der Computer vermittelte, stattfand. Die Forscher rund um Thomas DeMarse erhoffen sich von dieser Entwicklung primär Informationen über die genaue Funktion des Gehirns, beispielsweise im Bereich der Mustererkennung. Zudem sollte man mehr über Fehlfunktionen wie epileptische Anfälle erfahren können. Die Möglichkeit, dass diese künstlichen, lebenden Gehirne einmal reale, unbemannte Flugzeuge steuern könnten, ist für die Forscher eher von nebensächlicher Bedeutung – dürfte aber andere Kreise in den USA brennend interessieren.