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Für das Jahr 2017 geht man davon aus, dass jeden Tag rund 269 Milliarden E-Mails versendet und empfangen werden. Das heisst, in der Zeit, die Sie brauchen, um diesen Artikel zu lesen, werden es etwa 187 Millionen E-Mails mehr sein. Kommt Ihnen das beim Anblick Ihres Postfaches auch irgendwie plausibel vor?
Die Methode BIM bringt durch zwei Dinge wesentliche Vorteile: Simulation und Information. Hier soll es um eine kurze Erklärung über die Organisation von Information gehen. Für jeden an der Wertschöpfungskette Bau Beteiligten sind Informationen etwas anderes. Stellen Sie sich einmal vor, wir würden die Bedürfnisse der anderen verstehen und von Anfang an genau das liefern, was sie wirklich brauchen, und nicht das, vom dem wir denken, dass sie es wollen. Die Methode BIM ist nicht eine lästige Spielart der Digitalisierung, die uns zwingt, effizienter zu sein, sondern die Chance, die Organisation der Information neu zu überdenken und besser zu regeln.
Dazu ist es notwendig, dass sich die Beteiligten auf ihren Part konzentrieren und den anderen mitteilen, was sie wirklich benötigen. Und das Informationsbedürfnis eines Asset-Managers unterscheidet sich nun einmal grundlegend von dem eines Betreibers oder einer ausführenden Firma. Dieses Informationsbedürfnis lässt sich nicht mit «einmal BIM» abkürzen, jeder muss dies für sich selber definieren, für andere verständlich formulieren und bitte mit den anderen auch kommunizieren.
Der Abgleich der unterschiedlichen Bedürfnisse und der daraus folgende Plan, wie diese Bedürfnisse befriedigt werden, wird als Abwicklungsmodell beschrieben, das die Bauen digital veröffentlicht hat und frei zur Verfügung steht. Dabei ist dies keine Schweizer Erfindung, sondern es orientiert sich an bestehenden internationalen Standards wie der ISO19650. Die Eleganz in dieser Logik ist, dass Information entsprechend der Hierarchie aufeinander aufgebaut wird. Der Besteller beschreibt die Bedürfnisse seiner Organisation, der Betreiber beschreibt die Bedürfnisse, die sich aus dem Betrieb ergeben, und definiert, wie der «digitale Zwilling» des entstehenden Bauwerks aussehen soll.
Diese beiden allgemeinen Grundlagen zusammengenommen, ergänzt um weitere projektspezifische Bedürfnisse, ergeben ein Lastenheft, das zur Beschaffung von Planungsleistungen verwendet wird. Dies wird von den Bietern durch ein Pflichtenheft beantwortet, in dem die Planer aufzeigen, wie sie gedenken, die Bedürfnisse zu erfüllen.
Der eine benennt die Ziele, die er erreichen will, der andere zeigt auf, wie er hilft, diese zu erfüllen – so einfach kann Kommunikation sein. Wichtig ist, dass die Parteien die Informationen, die sie benötigen, später auch finden. Wenn Information gut organisiert ist, geht dies auch ohne viele E-Mails.
Noch einmal zurück zur E-Mail-Flut: Unsere Projektleiter verkünden 60 Prozent weniger Projekt-E-Mails, seit sie mit der Methode BIM und in einer CDE (Common Data Environment) zusammenarbeiten. Und ich? Ich sende diesen Artikel jetzt per E-Mail...