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Das spanische Telekommunikationsunternehmen Telefónica, beziehungsweise dessen deutsche Tochter, hat sein Übernahmeangebot für E-Plus erhöht. Telefónica Deutschland bietet KPN, dem gegenwärtigen Mutterunternehmen von E-Plus, wie bisher 5 Milliarden Euro in bar an. KPN würde aber nun zusätzlich einen Anteil von 20,5 Prozent statt wie bisher 17,6 Prozent des kombinierten Unternehmens erhalten.
Wie das 'Wall Street Journal' berichtet, hat sich Telefónica mit der Erhöhung des Angebots das Wohlwollen von América Móvil gesichert. Der mexikanische Telco, der vom Multimilliardär Carlos Slim kontrolliert wird, ist mit einem Anteil von fast 30 Prozent der grösste Aktionär von KPN, und hat kurz nach der Erhöhung des Angebots erklärt, dass er diesem zustimmen wolle. América Móvil könnte letztlich der Besitzer des erhöhten Anteils werden, denn der mexikanische Telco hat seinerseits KPN vor rund zwei Wochen ein Angebot zur Übernahme der restlichen Aktien gemacht, das gegenwärtig vom KPN-Verwaltungsrat geprüft wird. América Móvil bietet 7,2 Milliarden Euro für die restlichen 70,2 Prozent der KPN-Aktien.
Falls die beiden Deals zustande kommen, würde dies zu einer grösseren Verschiebung in der europäischen Telekommunikationslandschaft führen. Mit dem holländischen Telco KPN würde einer der traditionsreichen einstigen Ex-Monopolisten verschwinden, gleichzeitig würde mit América Móvil erstmals ein Telco aus einem Schwellenland zu einem grösseren Player. In Deutschland würde zudem eine ernsthafte Konkurrenz zur Deutschen Telekom und Vodafone entstehen. Diese Veränderungen wiederum könnten weitere Übernahmen auslösen. Allerdings müssten neben den Aktionären der betroffenen Firmen auch noch die Anti-Monopol-Behörden zustimmen. (hjm)