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こんにちは! Konnichiwa! Mehr Japanisch beherrsche ich nicht. Muss man in der Schweiz auch nicht – ausser, ein Japaner ist zu Besuch. Seit einigen Tagen wohnt Takasuke Goto bei mir. Er ist als Beachsoccer-Profi beim BSC Jona engagiert, ich gewähre ihm für die Sommermonate eine Unterkunft in meinem Gästezimmer.
Wie spricht man einen Japaner an?
In Japan ist die Anrede um ein Vielfaches komplizierter als im Deutschen. Es werden je nach gesellschaftlicher Stellung und Situation verschiedene Formen benutzt. An den Namen wird meist ein Suffix angehängt. Für Herr/Frau steht zum Beispiel das Suffix «-san». Es gibt unzählige weitere Anhängsel wie «-chan» als Verniedlichungsform (enstpricht etwa unserem -chen, z. B. Hänschen) oder «-sensei» als Anrede für Lehrer, Ärzte, Anwälte und Politiker. Herrscht keine sehr grosse persönliche Nähe zur angesprochenen Person, gilt die Benutzung des Vornamens ohne Zusatz als grob unhöflich und wird als «yobisute» bezeichnet. Da im Japanischen zudem die Vor- und Nachnamen anders herum aufgestellt sind, müsste ich Takasuke Goto korrekterweise mit Takasukesan ansprechen. Mein Gast hält jedoch nicht viel von Formalitäten, Goto ist okay.
Der Wille zählt.
Ist mit der Anrede die erste Hürde geschafft, folgt bereits die nächste. Ich weiss nicht, wie es in der japanischen Bildung mit Englisch aussieht, doch Gotos Schule hat diesbezüglich versagt. Sein Englisch ist nicht gut, trotzdem verstehe ich ihn. Weshalb musste ich jahrelang in nicht enden wollenden Englischstunden tonnenweise Grammatik in mein Hirn hämmern? Es geht ja auch ohne.
Mit einigen Brocken Englisch, Handzeichen und viel Willen verstehen wir uns ziemlich gut. Das erste deutsche Wort, das ich von Goto höre ist «Bier», gefolgt von «Prost». Ich bin stolz auf ihn. Wenns ernst wird, spricht er sogar Deutsch. Das ist die Hauptsache.