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Das Adventskonzert des Sinfonieorchesters Kanton Schwyz in Altendorf stand ganz im Zeichen der Pandemie. Gespielt wurden Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Arvo Pärt und Ludwig van Beethoven.
Ein ungewohntes Bild bot sich den maximal zugelassenen 30 Zuhörern am Sonntagabend in der Pfarrkirche Altendorf: Streichmusiker, die mit zwei Metern Abstand vor dem Altar und in den vordersten Sitzreihen vor dem Notenständer standen, dazu die obligatorische Maske tragend. Vielleicht genau deshalb wurde das Adventskonzert des Sinfonieorchesters Kanton Schwyz (SOKS) unter der Leitung von Urs Bamert zu einem eindrücklichen, musikalischen Erlebnis. Es ist tröstlich, wenn Orchester den gegenwärtigen speziellen Umständen trotzen und das machen, was sie am liebsten tun, nämlich Musik spielen. Das Konzert begann mit Wolfgang Amadeus Mozarts Divertimento in D, eines von drei Divertimenti, die Mozart 1772, während der Arbeit an der Opera seria «Lucio Silla» schrieb. Obwohl die drei Divertimenti als Werke für Streichorchester berühmt geworden sind, handelt es sich streng genommen um Musik für ein Streichquartett. Das dreisätzige Werk begann mit einem temperamentvollen Allegro, gefolgt von einem gefühlvollen Andante und endete mit einem Presto, in welchem noch einmal das Hauptthema des ersten Satzes zurückkehrte. Anschliessend folgte ein Werk des estnischen Komponisten Arvo Pärt, sein «Orient & Occident» arbeitet mit linearen, oft einstimmigen Strei-cherbewegungen. Es stellt Schichtungen und Verknüpfungen verschiedener klanglicher Hemisphären her, konstruiert Kontraste, Widersprüche, um zum Schluss in verhaltenen Unisono-Momenten die Erfüllung zu finden. Das Orchester verstand es ausgezeichnet, den Brückenschlag vom Morgenland ins Abendland musikalisch umzusetzen.
Mahlers Beethoven-Bearbeitung
Zum Schluss folgte das eigentliche Hauptwerk, nämlich Ludwig van Beethovens Streichquartett in f-Moll in einer Bearbeitung von Gustav Mahler für Streichorchester. Mahlers Orchesterfassung ist seltener zu hören, beweist aber schnell die besondere Modernität Beethovens. Der starke, dramatische Puls, die bewusste Bezugnahme auf eine andere Darbietungsform (nämlich jene für Orchester) transformieren Beethovens Quartette zu dramatischen Orchesterstücken. Mit dem viersätzigen Werk ging ein eindrückliches Konzert zu Ende, das die Zuhörer zu nicht enden wollendem Applaus herausforderte. Ein Applaus, den sich die Interpreten und Dirigent Urs Bamert wahrlich verdient hatten. REKLAME
Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Paul A. Good