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Fussballkommentar bei Champions League Spiele «Napoli – Manchester City» vom 17.10. 2017 und «Moskau – Basel» vom 18.10. 2017 beanstandet
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Mit Ihrer E-Mail vom 19. Oktober 2017 haben Sie den Kommentierstil des SRF-Fussballkommentators Sascha Ruefer anlässlich der Champions League Spiele «Napoli – Manchester City» vom 17.Oktober 2017 und «Moskau – Basel» vom 18. Oktober 2017 bei Fernsehen SRF beanstandet. Ihre Eingabe erfüllt die formalen Voraussetzungen an eine Beanstandung. Somit kann ich auf sie eintreten.
A. Sie begründeten Ihre Beanstandung wie folgt:
Da freut man sich darauf ein Championsleague-Fussballspiel am TV zu konsumieren und dann das: kommentiert wird es von Sascha Ruefer. Abend verpfuscht. Doch es kommt noch dicker. Am nächsten Abend wieder TV-Fussball und wiederum kommentiert der gleiche Kommentator.
Meiner Meinung nach ist Sascha Ruefer als Fussball-Kommentator eine Zumutung. Erstens die dümmlichen Sprüche und das Geschreie (zumal wenn es um den FC Basel oder die Schweizer Nationalmannschaft geht). Was allerdings ebenso nervt, ist der mangelnde Fussballverstand. Ein Beispiel gefällig: die Äusserung, das zweite Tor des FCB sei völlig regulär gewesen und man hätte dem FCB ein Tor geklaut. In der Verlangsamung sah man, dass ein Foul des FCB-Spielers (der in der X-ten Wiederholung von Ajeti zu Akanji umbenannt wurde) durchaus wahrgenommen werden konnte. Zugegebenermassen beurteilen verschiedene Schiedsrichter diese Situation unterschiedlich. Fakt ist, Schiri Kuipers pfeifft, es bleibt vorerst beim 0:1. Beim Spiel vom Vortag sah man im Gesicht des Penalty-Schützen von Napoli Albiol bei der Vorbereitung, wie nervös er war und prompt verschoss er. Ruefer sah dies nicht. Was er ebenfalls nicht sah war der Grund, weshalb Napoli in der zweiten Halbzeit plötzlich besser ins Spiel kam. Der Grund dafür war, dass Napoli taktisch nun genau so spielte, wie Manchester City zu Beginn des Spiels. Höheres und konzentrierteres Pressing, welches die englischen Mannen zu Fehlpässen und Ballverlusten führte, genau so wie den SSC Napoli zu Beginn des Spiels. Ruefer machte zudem Napoli zu einer Stadt Siziliens, etc., etc.
Ruefer - nomen est omen – mag ein Showmaster sein. Ein guter Fussball-Kommentator ist er nicht, leider.
Ich werde auf jeden Fall auf Alternativsender schalten, wenn dies möglich ist.
B. Ihre Beanstandung wurde der zuständigen Redaktion zur Stellungnahme vorgelegt. Herr Nök Ledergerber, Stabschef SRF Sport schrieb:
Zur Beanstandung betreffend Live-Übertragung des UEFA Champions League Spiels Napoli – Manchester City vom 17.10. sowie UEFA Champions League Spiels Basel – Moskau tags darauf nehme ich nach Rücksprache mit den Sendungsverantwortlichen gerne wie folgt Stellung:
Spiel 1: Napoli liegt nicht auf Sizilien, das ist ein Fehler. Und Sascha Ruefer hat sich in der 46 Minuten dafür auf dem Sender entschuldigt.
Spiel 2: Und ja, Sascha Ruefer hat die Namen Ajeti und Akanji verwechselt, auch das ist nicht ideal. Kann aber während eines Spiels mit vielen Namensnennungen und Spielern mit ähnlichem Aussehen passieren.
Im Allgemeinen: Soll der Kommentator den Gesichtsausdruck eines Spielers deuten (können)? Bezüglich Foulspiel von Ajeti gehen die Meinungen auseinander, der Kommentator muss innert kürzester Zeit Position beziehen. Unsere Kommentatoren sollen Stellung beziehen, das hat Sascha Ruefer gemacht. Und wir sind von seiner Leistung, abgesehen von den erwähnten Fehlern, überzeugt.
Auf die anderen Punkte gehen wir bewusst nicht im Detail ein. Kommentatoren gefallen oder sie gefallen nicht. Und im Fussball gibt es wohl so viele “Experten“ unter den Zuschauern wie in kaum einer anderen Sportart.
Sascha Ruefer ist kollegial für einen erkrankten Kollegen eingesprungen und kommentierte zwei Spiele innerhalb 24 Stunden. Das erste off Studio Zürich, das zweite in Moskau vor Ort im Stadion. Und dafür sind wir dankbar. Aber diese Belastung hat seine Leistung keineswegs beeinflusst, wie er versichert hat.
C. Damit komme ich zu meiner eigenen Bewertung der von Ihnen beanstandeten Punkte.
Fussballkommentatoren stehen während ihres Live-Einsatzes unter Starkstrom. Einerseits gilt es, das Spiel präzise und in jeder Sekunde zu beobachten, andererseits sollen die Zuschauerinnen und Zuschauer Informationen über das Spielgeschehen und über spannende Hintergründe erhalten. Dem Publikum soll ausserdem Zusatzinformationen zur Einordung rund um das aktuelle Sportgeschehen vermittelt werden und letztlich haben die Zuschauerinnen und Zuschauer auch Anspruch darauf, unterhalten zu werden. Diese vielfältigen Aufgaben verlangen von den Sportkommentatoren ein gerütteltes Mass an Konzentration. Multitasking ist angesagt, beim Fussball mindestens über 90 Minuten.
Dass sich ein Sportkommentator emotional engagiert, liegt in der Natur der Sache. Es gibt wohl nichts Schlimmeres, als einen Sportkommentator, der emotionslos kommentiert. Zudem hängt der Kommentierstil wesentlich vom Temperament eines Kommentators ab. Ich erinnere hier an Fussballkommentatoren aus Südamerika, die bei einem Torerfolg manchmal buchstäblich ausflippen. Sacha Rufer ist mit Leib und Seele dabei, er lebt mit und lässt das Publikum an seinen Emotionen teilhaben.
Nun, über Sportkommentatoren und deren Kommentierstil kann man geteilter Meinung sein. Der eine gefällt, dem anderen kann man kaum zuhören. Die Geschmäcker sind bekanntlich sehr verschieden. Und das ist gut so!
Weshalb Sascha Rufer zwei Champions-League Spiele hintereinander kommentierte, hat der Stabschef SRF Sport, Herr Nök Ledergerber, erläutert. Dass Fehler beim Kommentieren passieren können, ist natürlich unschön. Aber auch hier gilt: Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Fehler machen darf auch ein Sportkommentator. Er steht unter einem besonders hohen Druck, muss in Bruchteilen von Sekunden entscheiden, was er sagt. Dass es ab und an zu einmal zu einer Spielerverwechslung kommen kann, stört mich persönlich nicht. Für die Verlegung von Napoli nach Sizilien – ein solcher Lapsus kann einmal vorkommen – hat sich Sascha Ruefer entschuldigt.
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass ich Ihre Beanstandung nicht unterstützen kann.
D. Diese Stellungnahme ist mein Schlussbericht gemäß Art. 93 Abs. 3 des Radio- und Fernsehgesetzes. Über die Möglichkeit einer Beschwerde an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio- und Fernsehen (UBI) orientiert die beigelegte Rechtsbelehrung. Für Nachfragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Manfred Pfiffner, stellvertretender Ombudsmann
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