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Darf mein Sohn samstags Fussball spielen trotz Besuchstag des Vaters?
Ja. Das Besuchsrecht soll den gegenseitigen Austausch zwischen dem nicht obhutsberechtigten Elternteil und dem Kind sicher stellen. Dabei steht das Kindeswohl im Zentrum.
Auch wenn Ihr Sohn praktisch jedes Wochenende an einem Fussballturnier teilnimmt, muss der Vater dies akzeptieren, sofern diese Sportkarriere dem Kindeswohl dient. Anders sähe es dann aus, wenn Sie Ihren Sohn ausschliesslich deswegen an die Turniere schicken, damit er weniger Zeit mit seinem Vater verbringen kann. Sie haben nämlich alles zu unterlassen, was das Verhältnis Ihres Sohnes zu seinem Vater erschwert.
Regelung des persönlichen Verkehrs
Ist eine Einigung in Sachen Besuchsrecht zwischen Ihnen und dem Vater Ihres Sohnes nicht möglich, können Sie sich an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) wenden. Diese kann den Vater – oder je nachdem auch Sie - ermahnen und Weisungen erteilen, wenn sich die Umsetzung des persönlichen Verkehrs für das Kind nachteilig auswirkt. Gelingt auch so die Einigung nicht, kann die KESB das Besuchsrecht (neu) regeln. Das Vorgehen ist übrigens unabhängig davon, ob Sie mit dem Vater des Kindes verheiratet sind bzw. waren, dasselbe.
Mitspracherecht des Kindes
Bei der Regelung des Besuchsrechts beziehen die Behörden je nach Alter auch den Willen des Kindes mit ein. Dabei berücksichtigen sie die Willensbekundungen des Kindes, ohne jedoch ausschliesslich auf dessen Aussagen abzustellen: Das Kindeswohl kann dem vom Kind geäusserten Willen entgegenstehen, so beispielsweise wenn ein Elternteil die Aussage des Kindes mit dem Versprechen auf Geschenke oder Ähnlichem erpresst hat.
Etwa ab dem 12. Altersjahr gehen die Gerichte davon aus, dass ein Kind seinen Willen autonom bildet. Ist Ihr Sohn also bereits ein Teenager, würden KESB und die Gerichte im Streit um die Ausgestaltung des Besuchsrecht massgeblich auf dessen Aussagen abstellen.