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| Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)

29. Vortrag.
5.
[Forts. v. [S. 480] ] Kurz also sage ich zu eurer Liebe: in diesem Sinne scheint mir der Herr Jesus Christus gesagt zu haben: „Meine Lehre ist nicht die meine“, als würde er sagen: Ich bin nicht von mir selbst. Denn obwohl wir sagen und glauben, der Sohn sei dem Vater gleich und es bestehe in ihnen kein Unterschied der Natur und Wesenheit und zwischen dem Erzeuger und dem Erzeugten sei kein Zeitunterschied gewesen, so sagen wir doch unter Wahrung und Festhaltung des oben Bemerkten, daß jener der Vater ist, dieser der Sohn. Vater aber ist er nicht, wenn er nicht einen Sohn hat, und Sohn ist er nicht, wenn er nicht einen Vater hat, aber dennoch ist der Sohn Gott vom Vater, der Vater aber ist Gott, allein nicht vom Sohne; Vater des Sohnes ist er, nicht Gott vom Sohne; dieser aber ist Sohn des Vaters und Gott vom Vater. Denn Christus der Herr wird Licht vom Lichte genannt. Das Licht also, welches nicht vom Lichte ist, und das (ihm) gleiche Licht, welches vom Lichte ist, sind miteinander ein Licht, nicht zwei Lichter.