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Obwohl der Sudan über ein reales Wirtschaftspotenzial verfügt, ist das Handels- und Investitionsvolumen gering. Die Schweiz ist hauptsächlich in der humanitären Hilfe tätig, baut jedoch ihre Aktivitäten in den Bereichen Friedensförderung und Entwicklungszusammenarbeit stetig aus. Der Sudan gehört zum Grossen Horn von Afrika, einem geografischen Schwerpunkt der Subsahara-Afrika-Strategie 2021–2024.
Bilaterale Beziehungen
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Die Schweiz spielte eine aktive Rolle bei den Verhandlungen zum Waffenstillstandsabkommen von 2002 zwischen der sudanesischen Regierung und der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung (SPLM). Nachdem sich die Bevölkerung des Südens an der Urne für die Unabhängigkeit ausgesprochen hatte, wurde das Land am 9. Juli 2011 geteilt. Seit 2019 befindet sich der Sudan in einer Transitionsphase. Zuvor wurde das Regime des ehemaligen Präsidenten Omar al-Bashir nach monatelangen Protesten abgesetzt.
Die Schweiz leistet humanitäre Hilfe und unterstützt die Friedensbemühungen, insbesondere in Darfur und in anderen Konfliktgebieten.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Die Handelsbeziehungen zwischen der Schweiz und dem Sudan sind gegenwärtig wenig entwickelt. Der Sudan verfügt über riesige Wasserreserven, grosse landwirtschaftliche Flächen und bedeutende Bodenschätze.
Die Schweiz exportiert hauptsächlich pharmazeutische Produkte in den Sudan (65%) und importiert fast ausschliesslich Landwirtschaftsprodukte (99%). Für Schweizer Unternehmen besteht ein Potenzial im Landwirtschaftsbereich.
Im Dezember 2020 strichen die USA das Land von der Liste der Staaten, die den Terrorismus finanzieren. Die Schweiz wendet aufgrund ihrer internationalen Verpflichtungen weiterhin die UNO-Sanktionen an.
Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation
Forschende aus dem Sudan können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Friedensförderung und menschliche Sicherheit
Zu den Friedensförderungsinitiativen zählt auch der Beitrag an das Waffenstillstandsabkommen (Abkommen über die Nubaberge), das in der Schweiz verhandelt und 2002 unterzeichnet wurde. Dieses Abkommen ebnete den Weg für weitere Verhandlungen, die 2005 zu einem umfassenden Friedensabkommen zwischen der sudanesischen Regierung und der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung führten.
Die Schweiz entschied 2021, ihre Kooperation mit dem Sudan in den Bereichen Friedensförderung, Unterstützung der demokratischen Transition und Einhaltung der Menschenrechte zu verstärken.
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Die Schweiz unterhält im Sudan ein langjähriges Programm der humanitären Hilfe zugunsten der ärmsten Bevölkerungsgruppen. Diese Hilfe fokussiert sich auf die Bereiche Ernährungssicherheit und Existenzgrundlagen sowie Schutz der Zivilbevölkerung und Migration. Neben der Nothilfe wird auch die Schaffung von dauerhaften Lösungen für intern Vertriebene und Flüchtlinge unterstützt. Die Schweiz verstärkt die Beziehungen mit dem Sudan im Migrationsbereich fortlaufend.
Kulturaustausch
Seit 1965 forscht Charles Bonnet, Archäologe und emeritierter Professor der Universität Genf, mit einer Gruppe von Schweizer Wissenschaftlern in der Nubischen Wüste, um besser zu verstehen, wer die frühen Bewohner des Sudan, namentlich in der prähistorischen Periode und in der Antike, waren.
Schweizerinnen und Schweizer im Sudan
Ende 2022 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik 90 Schweizerinnen und Schweizer im Sudan und 905 sudanesische Staatsangehörige in der Schweiz.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Die Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Sudan sind noch relativ jung und durch den Einsatz der Schweiz für die Beilegung von Konflikten und für das humanitäre Völkerrecht geprägt.
Die jahrhundertelange enge Beziehung des Sudan zu Ägypten wurde 1956 formell beendet, als die gemeinsame Behörde des britisch-ägyptischen Kondominiums die Herrschaft über das Land aufgab. Die Schweiz anerkannte den Sudan 1956 als unabhängigen Staat und nahm 1960 diplomatische Beziehungen auf. Ein Jahr später eröffnete sie in der Hauptstadt Khartum eine diplomatische Vertretung.