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Was ist Yoga Nidra
Yoga Nidra ist wohl die bekannteste und wirksamste Methode einer geleiteten Meditation im Yoga.
Es ist Swami Satyananda Saraswati, dem Begründer der Bihar School of Yoga in Munger, Indien, zu verdanken, dass uns heute eine Tiefenentspannung zur Verfügung steht, deren Wirkungen weit über die gewohnte Vorstellung von Entspannung hinaus geht. Er nannte die aus der alten tantrischen Wissenschaft entnommene Methode oder Übung "Yoga Nidra".
Durch ein eigenes Erlebnis motiviert, studierte er die tantrischen Schriften. Aus den komplizierten und zeitaufwendigen Praktiken entwickelte er ein neues System, das den heutigen Bedürfnissen angepasst ist und unabhängig von Alter, Religion oder Kultur von jedem angewendet werden kann.
Yoga Nidra ist eine Technik, in der zuerst der Körper und dann der Geist mit Gedanken und Gefühlen in eine Entspannung geführt wird.
Viele Menschen glauben, dass sie sich entspannen können, in dem sie mit einer Tasse Tee oder Kaffee, einem Drink oder einer Zigarette in einem bequemen Sessel Platz nehmen und die Zeitung lesen oder fernsehen. Das ist jedoch nur eine sinnliche Ablenkung. Moderne Schlaf-Forscher konnten beweisen, dass diese Zuflucht nur zu weiterem Stress führt. Die Erfahrung wahrer Entspannung geht weit darüber hinaus.
Yoga Nidra ist eine systematische Methode, um körperliche, mentale und emotionale Entspannung herzustellen. Während der Körper vollkommen zur Ruhe kommt, bleibt der Geist klar und wach und ermöglicht dem Übenden auf diese Weise eine tiefe Entspannung. Auch wenn es den Anschein hat, als schliefe man während der Übung, funktioniert der Geist auf einer tieferen Ebene weiter.
Das Gehirn und seine Wellen
Der Weise Pantanjali gibt schon im zweiten Sutra Auskunft auf die Frage, was Yoga ist:
- Yoga chitta vritti nirodah -
Dieser Satz wird frei und poetisch auch folgendermassen übersetzt:
«Das Meer des Bewusstseins von Wellen zu befreien ist Yoga.»
Unser Gehirn produziert elektrische Wellen, die aufgrund der Zellkommunikation und der damit verbundenen Aktivität entstehen.
Der Arzt und Forscher Hans Berger entdecke 1924 als erstes die Alphawellen, welche unsere entspannte Wachheit mit geschlossenen Augen anzeigen. Erst 10 Jahre später wurden dann auch Delta-, Theta- und schliesslich die Betawellen entdeckt.
Über das Enzephalogramm EEG lassen sich Veränderungen der Gehirnfrequenz feststellen.
Die Betawellen zeigen eine erhöhte Alarmbereitschaft an, verbunden mit nach aussen gerichtetem Bewusstsein. Bei niedriger Frequenz zeigen sie die Verarbeitung logischer Daten sowie motorische Aktivität an, aber auch Unruhe, Angst oder Stress. Mit 13-40 Hz sind sie das genaue Gegenteil der Deltawellen.
Mit 0-4 Hz befinden wir uns in der Deltaphase, in tiefem, traumlosem Schlaf. Wobei der Schlaf, den wir zu Hause im Bett schlafen immer noch mindestens 2-3 Hz Elektroimpulse produziert. Es ist nicht die logische Konsequenz des Schafes in einen Zustand mit 1-2 Hz einzutauchen. Dies ist meist nur in bewusstlosem Zustand wie Narkose oder Trance der Fall. Wobei Null auch für Null Gehirnaktivität und somit für Hirntot steht.
Die Thetawellen zeigen tiefe Entspannung, die REM-Phase während des Schlafes, an. Auch während tiefer Meditation, in Hypnose oder Trance befinden wir uns in der Thetaphase. Sowie auch wenn wir uns in die Welt der Phantasie begeben wie bei einem Nacht- oder Tagtraum. Bei Kindern zwischen 3 und 6 Jahren wird sie auch in wachem Zustand oft gemessen, da diese mit ihrer Phantasiewelt noch stark verbunden sind.