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Haus- und Wohnungsbau – Ausgereifte Architektur
Um das Haus den Bedürfnissen der jungen Familie anzupassen, nahm die Bauherrschaft Kontakt mit dem lokalen Architekturbüro Beljan + Feucht Architekten auf. «Die Aussicht, die ich von meiner Kindheit her vom Dach aus kannte, wünschten wir uns bei unserem neuen Haus», erzählt der Bauherr. Die weiteren Grundparameter waren, dass das Haus über nur noch einen Eingang verfügen und alle Schlafzimmer auf einem Geschoss liegen sollten. Mit den Architekten hat das Paar verschiedene Versionen ausgearbeitet. Eine Version war, lediglich das Dach abzureissen, um das bestehende Haus mit einem Attikageschoss zu erweitern. Die zweite Version war, das Haus komplett zu ersetzen, um das Maximum aus dem Grundstück herauszuholen. Es wäre dann ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung geworden. Lange tendierte die Planung in Richtung der zweiten Version. Die Familie mit vier Kindern wollte jedoch die Vorzüge eines Einfamilienhauses geniessen können, ohne Rücksicht auf einen Mieter nehmen zu müssen. Schliesslich hat die Architektin Ivanka Beljan aus den zwei unterschiedlichen Versionen eine Kombination erarbeitet, die gefiel. «Wir haben uns entschieden, das Kellergeschoss bestehen zu lassen und nur leicht umzubauen. Es erwies sich ausserdem als einfacher und kostengünstiger, das Wohngeschoss komplett abzureissen und neu zu planen, statt es umzubauen. Das Attikageschoss war ein Wunsch der Bauherrschaft, den wir unbedingt berücksichtigen wollten.» So bilden also die Umrisse des Kellergeschosses das Fundament und die Ausgangslage für diesen Ersatzneubau.
Zeitgemässer Alpin-Chic
Die Eingangstür befindet sich im Osten zum Quartierweg hin. Hier sind alle drei Ebenen des Hauses sichtbar, welches in einen leichten Hang eingebettet ist. Unmittelbar daneben liegt die Garage. Von Gneis-Steinen gestützt und eingefasst und mit einem kleinen Brunnen, dessen Kupferschale Bezug auf die kupferfarbenen Vordächer nimmt, ist der Eingangsbereich durchaus repräsentativ. Wer das Haus betritt, steht in der grosszügigen und lichtdurchfluteten Garderobe und blickt hinauf zur Galerie bis unters Dach. «Es war klar, dass der Wohnraum oben sein sollte, wo man die Aussicht auf den See hat, und der Eingangsbereich hier unten, wo früher der Keller war. Damit der Eingangsbereich jedoch nicht dunkel und drückend erscheint, hatten wir die Idee für die Galerie», führt die Architektin aus.
In der Tat, die dreigeschossige Galerie gestaltet das Haus von innen offen und hell. Es wird auch sofort klar, dass Holz und Glas eine tragende Rolle spielen, wobei die Wände und Decken aus hellem Tannenholz für eine wohlige Atmosphäre sorgen. Die Galerie ermöglicht der sechsköpfigen Familie ausserdem die Kommunikation über alle Stockwerke hinweg. Rechts von der Garderobe, wo früher das Kinderzimmer des Bauherrn und seines Bruders war, wurde die Trennwand durchbrochen und so Platz für ein Spielzimmer geschaffen. Das Badezimmer in diesem Raum kann als Gästebad genutzt werden. Ebenfalls im Eingangsgeschoss sind der Hauswirtschaftsraum und der alte Luftschutzkeller angesiedelt, der die moderne Technik beherbergt. Strom wird von der Photovoltaikanlage mit Solarbatteriespeicher bezogen. Das Dach ist mit Photovoltaikpanels bestückt, teilweise wurden Blindteile eingesetzt, «für ein ästhetisches Gesamtbild auch aus der Vogelperspektive», erklärt Ivanka Beljan. Das Lichtkonzept ist bereits im Eingangsgeschoss spannend. In den Wandschränken eingebaute LED-Streifen beleuchten den Raum abends, ohne zu blenden. Damit die Bewohner nachts über keine Treppenstufen stolpern, wurde eine Beleuchtung unter dem schwungvollen Handlauf installiert. Dazu sorgt die vom Cameron Design House handgemachte Hängeleuchte durch die Galerie in allen Räumen für eine stimmungsvolle Atmosphäre und wirkt gleichzeitig wie ein Kunstwerk.
Über die Wendeltreppe gelangt man zunächst ins Obergeschoss mit hufförmigem Flur. Vor der Treppe ist das Bürozimmer. Links führt der Flur an zwei Kinderzimmern vorbei zum Elternschlafzimmer mit Ankleide und eigenem Bad, rechts vorbei an zwei weiteren Kinderzimmern, einem Badezimmer und hinaus zum Garten mit Pool. Auch vom Badezimmer aus hat man direkten Zugang zur Terrasse. Die Kinderzimmer sind alle gleich konzipiert: Sie verfügen über einen Einbauschrank, einen gemütlichen Teppichboden und raumhohe Fenster. Wichtig war der Bauherrschaft, dass sich die Fenster in den Kinderzimmern nur oben öffnen lassen. So können die Kinder zwar zu ihrem selbstgestalteten Steingarten sehen, aber nicht hinausklettern. Das Elternschlafzimmer ist im Chalet-Stil gehalten. «Die Bauherrin erzählte mir, dass sie Holz im Schlafzimmer wolle, weil es Geborgenheit und Wärme ausstrahlt», erinnert sich die Architektin. Eine Glasscheibe zwischen Schlafzimmer und Bad lässt den mit Holz verkleideten Raum grösser und leichter wirken.
Der zweite Teil der Wendeltreppe verbindet das Obergeschoss mit dem Attikageschoss. Hier stehen Wohnzimmer, Wohnecke für die Kinder, Essbereich und Küche offen zueinander, in einem Raum ohne Stützsäulen, aber mit effektvoller Naturholzdecke, welche die Form des doppelten Walmdachs von innen erkennbar macht. Das Gäste-WC mit Holzverkleidung mutet optisch wie eine kleine Sauna an. Zahlreiche Panoramafenster mit hellem Holzrahmen, die Eckfenster bei der Galerie sowie die Glasschiebetüren zur grosszügigen Terrasse hinaus lassen rundherum viel Tageslicht hinein und eröffnen dem Besucher eine bemerkenswerte Aussicht auf die Berglandschaft und den Vierwaldstättersee. Man kann nun nachvollziehen, weshalb der Bauherr als Kind stets aufs Dach des Elternhauses klettern wollte.
Als Pendant zur Wendeltreppe im Hausinneren hat die Architektin eine Wendeltreppe aus Stein geplant, welche die Terrasse im Attikageschoss mit dem Garten verbindet. So wird auch im Aussenbereich die Kommunikation über die Stockwerke hin ermöglicht. Die Bauherrschaft und die Architektin blicken auf eine schöne Planungs- und Bauphase zurück, die reibungslos verlief. Alle sind sich einig: Das Attikageschoss ist besonders gut gelungen. Für die Kinder scheint der Pool das absolute Highlight zu sein. Die Spritzer der Wasserbomben bringt die warme Abendsonne zum Funkeln, die unterdessen über den Bürgenstock gewandert ist und langsam hinter dem Pilatus untergehen wird.