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Fontanivas und Caschlatsch
Der Fontanivas-See entstand durch den Aushub des Materials für den Bau der Marienkirche des Klosters 1895-1899 unter Abt Benedetg Prevost. Man führte das Material auf Ochsenkarren ins Kloster hinauf. Der eigentliche See mit Badehütte wurde um 1920, auf Initiative von Andrea Langhini geschaffen. Später kam ein Fussballplatz dazu und Disentis feierte jährlich grosse Waldfeste dort. Fontanivas hatte einen sehr alten Fichtenbestand. Ein Baum von 175 Jahren wurde 1995 gefällt (1820-1995). Im heutigen Tourisums hat der Name Fontanivas durch den Fischfang im Rhein und der Goldwäscherei in der Medelserschlucht einen besonderen Reiz erhalten. Fontanivas gehört zu den Inseln von nationaler Bedeutung und zählt zu den schönsten Campingplätzen der Schweiz. 2002 wurde der Campingplatz durch TCS und Gemeinde stark ausgebaut.
Im Dreieck zwischen dem Vorderrhein und Medelser Rhein ist auf felsiger Kuppe nur noch ein Mauerzug von etwa 20 m Länge zu sehen. Eine im Jahre 1901 durchgeführte Grabung hatte jedoch die Grundlinien einer trapezförmigen Anlage mit Wohnturm und Nebengebäuden freigelegt. Dabei kamen auch Werkstücke eines Türbogens zutage, von denen das eine in Flachrelief einen Hahn, das andere in vertiefter Arbeit ein Tatzenkreuz zwischen zwei Rosetten zeigt. Auf bewahrt im Klostermuseum. Die Primitivität der Ausführung gestattet keine nähere Datierung, doch wird man kaum eine frühere Zeit als das 13.Jahrhundert ansetzen können. Es handelt sich vermutlich um eine Disentiser Ministerialenburg. Ein näherer Zusammenhang mit der Lukmanierstrasse besteht nicht, da diese weiter westlich nach Mornpe hinauf stieg. Die Ansicht von L. Bleuler (s. S. 94) zeigt noch aufgehendes Mauerwerk. Näheres s. Burgenbuch, S.245 mit Abb. Taf.67; über die Ausgrabung ASA. 1902/03, S. 112L
Sars, in er Nähe des heutigen Schiessstandes, war bis 1850 ein kleiner bewohnter Weiler. Ein Haus gehörte dem Kloster. Das Klosterwappen, das einmal am Gebäude zu sehen gewesen sei, war bei der Feldaufnahme nicht mehr zu finden. Die Bewohner hatten das Recht die Toten auf den Weg bei ‚Turatscha‘ über die ‚Salaplauna‘ zu transportieren. – Diese Wiese diente früher der Klosterschule an freien Nachmittagen als Fussballplatz. Dort brach beim Spiel der Student Joseph Lingg (1925-1930) tödlich zusammen. Es war nicht die Folge einer Überanstregung, sondern einer Herzschwäche. Der 1910 in Luzern geborene Schüler war soeben in die Klosterschule eingetreten und hatte sich rasch beliebt gemacht. P. Odilo Zurkinden hielt ihm in Luzern die Grabrede (Jahresbericht ‚Klosterschule Disentis‘ 1925/26, 5-6). Es erinnerte noch ein Kreuz an diesen Unglücksfall, welches sich jetzt im Kloster befindet. – Eine alte Volkstradition weiss zu erzählen, dass früher einmal dieses dem Kloster gehörende Gut von einem Bauern unrechtmässig an sich gerissen wurde. Diese Tat wurde dadurch gerächt, dass der Rhein jedes Jahr ein kleines Stück Wiese wegschwemmte. Gegen den Rhein hin wurde dann eine Mauer gebaut, deren Reste man heute noch sehe. – Man sieht heute nocht rotes Material, das von der ‚Bova Gronda‘ her kam. (P. Ambros)
Bedeutung der Flurnamen:
Fontanivas: Das Wort kommt aus lat. FONTANA , Quelle und dem Pluralsuffix ‚-ivas‘, was dann soviel wie quelliges Gebiet (RN 2, 146) bedeutet.
Chaschlatsch: kommt aus lat. CASTELLU + -ACEU (RN 2, 85) und bedeutet schlechte Burg
Sars: Die Form kommt vom lat. EXSARTUM (EXSAREIRE ) dt. jäten (RN 2, 134), also gejätetes Land. Durch die sonnige und geschützte Lage ist es möglich, dass Disentiser dort Gärten besassen. Das Jäten kann aber auch auf Äcker zurückgehen.
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