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Erwerb von Ferienwohnungen durch Personen im Ausland in der Schweiz im Jahre 2004
Im Jahr 2004 wurden für den Erwerb von Ferienwohnungen durch Personen im Ausland etwas mehr Bewilligungen erteilt als im Vorjahr. Die Zahl der tatsächlich erfolgten Erwerbe durch Ausländer ist etwas tiefer als im Vorjahr; die bewilligte Fläche ist etwas höher. Es wurden 1397 Handänderungen im Grundbuch eingetragen. Nach Abzug der von Schweizern zurückgekauften und unter Ausländern übertragenen Grundstücke ergibt sich ein Nettozuwachs von 866 Ferienwohnungen. Eine vergleichbare Entwicklung scheint sich für das Jahr 2005 abzuzeichnen.
Kontingente
Seit 2002 muss der Bundesrat nicht mehr wie bis anhin alle zwei Jahre bei der Festsetzung der jährlichen kantonalen Bewilligungskontingente die gesamtschweizerische Zahl dieser Kontingente herabsetzen, sondern kann sie im Rahmen einer obersten Grenze von 1500 Einheiten unter Berücksichtigung der volkswirtschaftlichen und staatspolitischen Interessen des Landes nach seinem Ermessen bestimmen. Er hat sie auf 1400 Einheiten festgelegt. Mit den genannten Lockerungen und der im Jahre 1996 eingeführten so genannten Pool-Lösung konnte der konstante Kontingentsmangel in den Kantonen Tessin, Waadt und Wallis wesentlich gemildert werden. Wie bis anhin kann ein Kanton die im laufenden Jahr nicht gebrauchten Kontingentseinheiten auf das darauf folgende Jahr übertragen. Ende Oktober des zweiten Jahres fallen diese aber an den Bund zurück und können auf Gesuch einem Kanton zugeteilt werden, wenn dieser sein Kontingent des laufenden Jahres bereits aufgebraucht hat. Es darf ihm aber höchstens die Hälfte seines ordentlichen Kontingents zusätzlich zugesprochen werden. Zusätzliche Einheiten aus dem Kontingent 2004 beanspruchten nur die Kantone Wallis und Waadt. Vom gesamtschweizerischen Kontingent von 1400 Einheiten wurden insgesamt 1362 bewilligt (2003: 1315), was einer Ausschöpfung von 97% entspricht. Die Ausschöpfung der Kontingente stimmt in einem bestimmten Jahr mit den erteilten Bewilligungen nicht unbedingt überein. Die Zahl der erteilten Bewilligungen kann insgesamt oder auch nur in einzelnen Kantonen etwas höher als das Jahreskontingent liegen, dies aus zwei Gründen: Erstens sind die Kontingentseinheiten, die in einem Jahr nicht gebraucht werden, auf das folgende Jahr übertragbar, und zweitens können in früheren Jahren erteilte Grundsatzbewilligungen (Zusicherungen von Bewilligungen an Verkäufer) auch später noch über einen bestimmten Zeitraum ausgeschöpft werden. Im langjährigen Durchschnitt wurden die Kontingente nur zu etwa 75% ausgeschöpft (vgl. Grafik 1).
Bewilligungen
2004 wurden in der Schweiz 1874 Bewilligungen für den Erwerb von Ferienwohnungen erteilt (im Vorjahr 1677). Der Grossteil der Bewilligungen erfolgte in den Kantonen Wallis (785), Waadt (348), Graubünden (302), Tessin (240) sowie Bern (130); vgl. hierzu Grafik 2.
Handänderungen
Die Handänderungsstatistik gibt im Unterschied zur Bewilligungsstatistik Aufschluss über die tatsächlich ausgeübten Erwerbsgeschäfte. Im langjährigen Durchschnitt führen etwa 85% aller Bewilligungen zu einem Grundbucheintrag. Die Differenz zwischen der Handänderungs- und der Bewilligungsstatistik ergibt sich, weil zwischen der Erteilung einer Bewilligung und dem Eintrag im Grundbuch in der Regel mehrere Monate verstreichen und die Statistik auf die Handänderungen des erhobenen Jahres abstellen muss. Weiter kann es vorkommen, dass die Ausländer auf den Erwerb verzichten. Im Jahre 2004 war die Zahl der Handänderungen für Ferienwohnungen mit 1397 etwas tiefer als im Vorjahr (1502). Am meisten Eintragungen in das Grundbuch wurden in den klassischen Fremdenverkehrskantonen verzeichnet: Wallis 715, Graubünden 295, Tessin 122, Waadt 148 und Bern 73 (vgl. Grafik 2). Die Aufteilung der Handänderungen nach der Nationalität der Erwerberinnen und Erwerber hat sich kaum geändert. Einen Überblick hierzu vermittelt Grafik 3.
Nettozuwachs
Um den Nettozuwachs von ausländischem Ferienwohnungseigentum in der Schweiz zu berechnen, sind vom Total der Handänderungen einerseits die Rückerwerbe durch Schweizerinnen und Schweizer und zusätzlich die Veräusserungen von Ausländern an Ausländer in Abzug zu bringen. Für das Jahr 2004 ergibt dies nach Abzug von 338 Übertragungen zwischen Ausländern und 193 Rückübertragungen an Schweizerinnen und Schweizer einen Nettozuwachs von 866 Ferienwohnungen. Flächenmässig macht dies rund 27 (Vorjahr 25) Hektaren aus. Detaillierte Angaben mit der Verteilung auf die Kantone können der Tabelle 1 entnommen werden.
Kasten 1: Statistik über den Erwerb von Ferienwohnungen Ferienwohnungen können nur in Kantonen erworben werden, welche dazu eine entsprechende Rechtsgrundlage eingeführt haben. Zurzeit sind das 16 Kantone, wobei nur in etwa der Hälfte davon auch tatsächlich eine Nachfrage besteht.Erhoben werden folgende Daten: Die Anzahl der erteilten Bewilligungen, die tatsächlich ausgeführten Handänderungen, die Fläche der Grundstücke, die Staatsangehörigkeit der Erwerberinnen und Erwerber sowie die Anzahl der Veräusserungsgeschäfte zwischen Ausländern und der Rückerwerbe durch Schweizer. Dadurch lässt sich der jährliche Nettozuwachs gesamtschweizerisch und aufgeteilt auf die Kantone ausweisen. Zusätzlich ausgewiesen wird die Ausschöpfung der Kontingente.
Zitiervorschlag: Gertrud Zinniker (2005). Erwerb von Ferienwohnungen durch Personen im Ausland in der Schweiz im Jahre 2004. Die Volkswirtschaft, 01. Dezember.