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| Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat

11. Buch
20. Über die Stelle, in der es nach der Scheidung zwischen Licht und Finsternis heißt: „Und Gott sah das Licht, daß es gut sei“.
Schließlich ist auch noch darauf hinzuweisen, daß es im unmittelbaren Anschluß an die Worte: „Es werde Licht, und es ward Licht“ heißt: „Und Gott sah das Licht, daß es gut sei“; also nicht erst nach der Scheidung zwischen Licht und Finsternis und der Benennung des Lichtes als Tag und der Finsternis als Nacht heißt es so, damit es nicht den Anschein gewinne, als habe Gott nicht nur dem Licht, sondern auch dieser Art von Finsternis das Zeugnis seines Wohlgefallens ausgestellt. Denn wo es sich um die schuldlose Finsternis handelt, die bewirkt wird von den Himmelsleuchten durch die Scheidung zwischen irdischem Dunkel und dem unseren körperlichen Augen sichtbaren Licht, da wird nicht vor der Scheidung, sondern erst nach ihr beigefügt: „Und Gott sah, daß es gut sei“. Es heißt nämlich: „Er setzte sie an die Feste des Himmels zu leuchten über die Erde und vorzustehen dem Tag und der Nacht und zu scheiden zwischen Licht und Finsternis. Und Gott sah, daß es gut sei“. Beides fand Beifall, weil das eine wie das andere ohne Sünde ist. Wo es dagegen heißt: „Gott sprach: Es werde Licht und es ward Licht. Und Gott sah das Licht, daß es gut sei“ und darauf weitergefahren wird: „Und Gott schied zwischen Licht und Finsternis; und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht“, an dieser Stelle ist nicht beigefügt: „Und Gott sah, daß es gut sei“, weil sonst beides zumal gut genannt worden wäre, da doch das eine davon böse war, nicht von Natur aus, sondern durch eigenes Verderbnis. Und demnach fand an dieser Stelle nur das Licht den Beifall des Schöpfers; die Finsternis dagegen in der Engelwelt, wenn sie auch verfügt werden mußte, fügte sich doch nicht zum Gegenstand des Beifalls.