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Färberdistel, Öldistel, Färbersaflor, Falscher Safran, oder Saflor. Die Namensvielfalt dieser alten Kulturpflanze lässt auf eine vielfältige Nutzung schliessen. Einst zum Färben von Stoffen und Nahrungsmitteln angebaut, wird heute hauptsächlich das aus den Samen gepresste Distelöl verwendet.
Für die gelblich-rote Farbe der Carthamus tinctorius ist der Farbstoff Carthamin verantwortlich. Vermutlich stammt die Pflanze ursprünglich aus Kleinasien, wo die abgerupften Kronblätter dem Färben von Kleidung dienten. So soll im alten Ägypten das Leingewebe für Mumien damit gefärbt worden sein. Auch in Salben und Öllampen vermutet man die Verwendung der Färberdistel.
Während der Weltkriege stieg das Interesse für die Ölgewinnung mit dieser Pflanze. Sie erwies sich als sehr lagerfest und zeigte günstige Wachstumsverläufe. Doch gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Kultur von anderen ergiebigeren Ölpflanzen wie Winterraps verdrängt.
Heute wird Saflor weltweit angebaut. Indien ist mit einer Anbaufläche von ca. 500'000 Hektaren die grösste Produktionsstätte, gefolgt von Mexiko mit ca. 90'000 Hektaren und den USA mit ca. 80'000 Hektaren (FAO 2004).
Nischenprodukt in der Schweiz
In der Schweiz wurde diese Kultur noch nicht grossflächig angebaut; obwohl die klimatischen Bedingungen nicht schlecht wären. Die Erträge sind jedoch verglichen mit den gängigen Ölsaaten der Schweiz eher klein. Der Ölgehalt liegt bei 20 bis 25 %. Bei Sonnenblumen liegt der Wert bei 45 bis 55 %, bei Raps etwa 40 %. Raps, Sonnenblumen und Soja sind die Hauptkulturen für die Speiseöl-Gewinnung in der Schweiz (siehe Infografik weiter unten).
Die Forschungsanstalt Agroscope hat in einem dreijährigen Projekt die Anbauwürdigkeit verschiedener Sorten getestet. Dabei kam das Forschungsteam zum Schluss, dass Saflor eine relativ anspruchslose Pflanze ist, die Trockenheit gut verträgt. Optisch haben sich die fünf getesteten Sorten gut entwickelt, doch nur eine Sorte, die Sabina, war nicht krankheitsanfällig. Vor allem im Hitzejahr 2003 zeigte der Versuch schöne Ergebnisse: die Pflanzen schienen trotz Regenmangel keine Anzeichen von Trockenstress zu haben, und der Ertrag lag bei 30 Dezitonnen pro Hektar.
Die Blüten erfahren ab August bis September ihre Erntezeit mit dem Mähdrescher. Gerade für die Direktvermarktung ab Hof bergen solche Nischenprodukte als interessante Ergänzung zu Hauptkulturen viel Potential. Für den Anbau von Saflor ist ein Einzelkulturbeitrag pro Hektar und Jahr von CHF 700 vorgesehen.
Gesundes Öl
Das Öl der Färberdistel ist ein hochwertiges Speiseöl, da der Anteil an gesättigten Fettsäuren vergleichsweise klein ist. Mit bis zu 80 % Linolsäure-Gehalt gilt dieses kaltgepresste Öl als besonders gesund. Schweizer Distelöl ist also ein gesundes Nischenprodukt, das sowohl bei grossen Schweizer Detailhändlern, als auch in ausgewählten Reformhäusern zu finden ist.