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Eine Miterkrankung der Augenhöhlen beim Morbus Basedow, die sogenannte endokrine Orbitopathie
, tritt bei fast allen Erkrankten auf. Oft sind diese jedoch so diskret und von kurzer Dauer, sodass sie entweder nicht bemerkt, oder als unspezifische Beschwerden wie etwa eine Bindehautentzündung verkannt werden. Daneben werden aber ca. 75% aller an M.Basedow Erkrankten von sichtbaren Veränderungen der Augen und v.a. der Augenlider betroffen, die sie dann zum Arzt führen. Neben den körperlichen Beeinträchtigungen durch die Symptome der endokrinen Orbitopathie müssen sich die Betroffenen oft auch mit der Veränderung des Aussehens und den damit verbundenen Reaktionen der Umgebung auseinandersetzen. Die Veränderungen des Gesichts können derart entstellend sein, dass sich die Betroffenen aus dem gewohnten Leben zurückziehen und sich sozial isolieren. Die damit verbundenen Folgen mit Stellenverlust, Vereinsamung und konsekutiver depressiver Entwicklung können schwere, invalidisierende Folgen haben oder betroffene Menschen gar in den Suizid treiben.
Die endokrine Orbitopathie tritt wie bereits erwähnt in nahezu allen Fällen in Verbindung mit einer autoimmunen Schilddrüsenerkrankung auf. Die meist doppelseitige endokrine Orbitopathie kann der Schilddrüsenerkrankung vorausgehen, gleichzeitig auftreten oder mit unterschiedlicher zeitlicher Verzögerung folgen. Sehr selten ist das Auftreten einer endokrinen Orbitopathie ohne fassbare Schilddrüsenerkrankung. Wie viele an Morbus Basedow Erkrankte eine Augenbeteiligung entwickeln, ist nicht sicher geklärt. Die Ausprägung der Symptome ist dabei sehr unterschiedlich. Auch in der grossen vorliegenden Literatur sind die Angaben über die Häufigkeit der endokrinen Orbitopathie sehr unterschiedlich und schwanken zwischen 40–85%. Die Vergleichbarkeit der vielen Untersuchungen ist sehr beschränkt, was mit den unterschiedlichen Untersuchungsmethoden und Studiendesigns zu erklären ist. Eine endokrine Orbitopathie muss nicht immer durch hervortretende Augen sichtbar sein. Auch nach Behandlung der Schilddrüsenkrankheit kann es bei bis zu 50% der an Morbus Basedow Erkrankten innerhalb von zwei Jahren noch zu einer Aktivierung der Augenerkrankung kommen. Regelmässige Kontrollen beim Augenarzt sind deshalb alle 4–6 Monate notwendig, selbst wenn sonst keine Beschwerden bestehen. Die endokrine Orbitopathie betrifft meist beide Augen, allerdings oft in unterschiedlich starker Ausprägung.Weitere Informationen:Häufige BeschwerdenUntersuchungen durch den AugenarztUrsachen der endokrinen OrbitopathieMedizinische GrundlagenBehandlungsmöglichkeitenWas kann ich als Betroffene(r) tun?