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Vorstandsmitglied bei SYI
Die Prüfung zum Facharzt für Allgemeine Innere Medizin ist eine obligatorische Station für jeden Anwärter auf den entsprechenden FMH-Facharzttitel. Sie findet zweimal jährlich im Frühling und Herbst statt. Es handelt sich um eine schriftliche Prüfung mit 120 Multiple-Choice-Fragen auf Englisch. Um diese zu beantworten, hat man fünf Stunden Zeit. Die Prozentzahl der erforderlichen richtigen Antworten, um die Prüfung zu bestehen, variiert von Jahr zu Jahr, da diese von der korrekten Beantwortung bestimmter jährlich wechselnder Schlüsselfragen abhängt, die als Vergleichsgrundlage dienen. Die Erfolgsquote der Teilnehmerinnen und Teilnehmer beträgt 88–92%.
Aktuell kostet die Prüfung 900 Franken und findet in Basel statt. Die Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin (SGAIM), welche die Prüfung organisiert, empfiehlt eine Teilnahme frühestens nach einer zweijährigen Weiterbildung in Allgemeiner Innerer Medizin. Verschiedene Aussagen bestätigen, dass die Vorbereitung nach einer ca. zweijährigen Assistenzarzttätigkeit einfacher ist und empfehlen ferner, mit dem Ablegen der Prüfung nicht zu lange abzuwarten.
Wie bereitet man sich vor? Als Standardlehrmittel empfiehlt die SGAIM das Medical Knowledge Self-Assessment Programm (MKSAP)©, ein Selbstlernprogramm des American College of Physicians (ACP), dem nordamerikanischen Äquivalent der SGAIM. Obgleich der Preis des Lehrwerks für viele abschreckend erscheinen mag (450 CHF), so sind doch zahlreiche Prüfungsfragen grösstenteils an eben dieses angelehnt. Etwa drei Viertel der Fragen stammen aus dem MKSAP und das restliche Viertel wird von Schweizer Fachärzten erstellt. Es existiert eine Papier- und eine Onlineversion. Dabei ist anzumerken, dass bei letzterer die Möglichkeit besteht, eine Testprüfung unter ähnlichen Bedingungen wie in Basel zu absolvieren (120 aus 1200 Fragen aller gewählten Unterfachgebiete innerhalb von fünf Stunden), was eine ziemlich interessante Art der Selbstevaluation darstellt. Während es bei der Abschlussprüfung am Ende des Medizinstudiums um das Erkennen von Erkrankungen ging, geht es bei der Facharztprüfung eher um ihre Behandlung (Zusatzuntersuchungen, Therapie, Prävention, Kontrolle).
Ferner gibt es zwei Vorbereitungskurse auf die Prüfung in den Regionen Zürich sowie Lausanne/Genf. Diese finden regelmässig über zwei Tage statt und helfen dabei, die Hauptaspekte der einzelnen Unterfachgebiete zu verstehen und bestimmte Fragen, zum Beispiel in Infektiologie, zu klären, bei denen die Lektüre des MKSAP zunächst irreführend erscheinen kann, da unsere Schweizer Praktiken bei der Antibiotikatherapie von den amerikanischen abweichen.
Für die Anzahl der Prüfungsversuche besteht keine Obergrenze, weshalb die Facharztprüfung so oft wie gewünscht wiederholt werden kann.
Es sind mehrere Gerüchte im Umlauf, dass die Prüfungsform geändert und möglicherweise eine mündliche Prüfung eingeführt werden soll. Die Fort- und Weiterbildungskommission der SGAIM hat auf Nachfrage bestätigt, dass ein derartiges Vorhaben derzeit nicht geplant ist.
Schlussendlich kann die Vorbereitung auf die Facharztprüfung trotz des hohen finanziellen und zeitlichen Einsatzes lohnend sein, da sie uns ermöglicht, unsere praktische Erfahrung mit den Richtlinien abzugleichen, einige in unserer Erinnerung verblasste Themen aufzufrischen sowie eine Übersicht über unsere Wissensfortschritte seit dem Beginn der Assistenzarzttätigkeit zu erlangen.
Ich wünsche den nächsten Facharztanwärterinnen und -anwärtern alles Gute und viel Erfolg!
Redaktionelle Verantwortung:
David Eidenbenz, SYI
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David Eidenbenz
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