Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03193.jsonl.gz/113

|Home|

(1909 - 1938)
Der Mann ohne Nerven
Er gehört zusammen mit Rudolf Caracciola zu den berühmtesten Automobilrennfahrern vor 1945, sein früher Tod machte ihn zur Legende. Die Rede ist von Bernd Rosemeyer.
Nach der schulischen Ausbildung erhielt er in der Werkstatt seines Vaters eine Ausbildung zum Techniker. Bereits in dieser Zeit nutzte er die Gelegenheit, auf Motorrädern seine Fähigkeiten zu demonstrieren und viel schon bald durch seine Kunststückchen auf zwei Rädern auf.
1930 startete Bernd Rosemeyer seine Karriere als Rennfahrer, zunächst auf Motorrädern für NSU und DKW.
Als 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, schloss sich Bernd Rosemeyer wohl aus Karrieregründen der SS an, war aber nie in deren Diensten tätig.
Erste Erfahrungen bei Automobilrennen sammelte Bernd Rosemeyer 1934 bei dem Rennen "2000 km durch Deutschland".
1935 verabschiedete er sich von den Motorrädern und konzentrierte sich ganz auf das Automobil. Er wurde Stammfahrer für Auto Union und konnte noch im gleichen Jahr seinen ersten Rennsieg auf dem Masaryk-Ring bei Brünn erringen.
Der endgültige Durchbruch folgte 1936, als er mit vielen Siegen
den Titel des Europameisters gewann.
Bereits in diesem Jahr stellte er auch erstmals Geschwindigkeitsrekorde auf und Rosemeyer und Caracciola wurden in der Folge Dauerrivalen, die sich zu immer höheren Leistungen anstachelten. Unter anderem war Bernd Rosemeyer der erste Rennfahrer, der die Geschwindigkeitsgrenze von 400 km/h überschritt.
Als Bernd Rosemeyer und die ebenfalls sehr populäre Fliegerin Elly Beinhorn 1936 heirateten, avancierten die beiden zu einem der schillerndsten Prominentenpaare Deutschlands, die auf vielen grossen Anlässen gern gesehene Gäste waren.
Als im Januar 1938 die beiden Kontrahenten Caracciola und Rosemeyer
erneute neuen Geschwindigkeitsrekord aufstellen wollten, schlug das Schicksal
zu.
Als Caracciola nach seiner Rekordfahrt - er schraubte den Rekord auf 432.7 km/h - zurückkehrte, warnte er Bernd Rosemeyer vor aufkommenden Böen.
Dennoch machte sich Bernd Rosemeyer bereits, mit seinem Auto Union den eben aufgestellten Rekord von Caracciola zu brechen.
Auf der Fahrt wurde der Wagen von Rosemeyer von einer Windböe erfasst und das Fahrzeug wurde aus der Bahn geworfen, stellte sich quer und überschlug sich danach mehrmals. Dabei wurde Bernd Rosemeyer aus dem Auto geschleudert und auf der Stelle getötet - er wurde nur 29 Jahre alt.
Sein Tod wurde von den Nationalsozialisten für eine grosse Abschieds-Inszenierung genutzt und als Held Deutschlands verabschiedet.
Der Mythos Rosemeyer hat sich bis in die heutige Zeit gehalten und er gilt zu Recht immer noch als einer der besten Fahrer der Welt.
Wichtige Erfolge:
Grosser Preis der Tschechoslowakei (35)
Eifelrennen (36)
Grosser Preis von Deutschland (36)
Grosser Preis der Schweiz (36)
Grosser Preis von Italien (36)
Grosser Bergpreis von Deutschland (36)
Coppa Acerbo, Pescara, Italien (36)
Europameister (36)
Eifelrennen (37)
Coppa Acerbo, Pescara, Italien (37)
Vanderbilt Cup, New York (37)
Donington Grand Prix (37)