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Schulhaus Burghalde I
Adresse
5400 Baden
AG
Architektur
Weitere Bauphasen
Die Bezirksschule in Baden ist ein wichtiges Beispiel für das Neue Bauen im Kanton Aargau. Otto Dorer realisierte mit der Burghalde I das erste moderne Gebäude der Stadt und ebnete so den Weg für eine zeigemässe Architektur in der Region.
Chronologie
Die Bezirksschule wurde von 1927 bis 1930 nach dem Entwurf des Architekten Otto Dorer gebaut. Dorer, selbst ein gebürtiger Badener, belegte 1926 den 2. Rang beim Wettbewerb zum Bau des neuen Schulhauses. Er wurde mit der Ausführung beauftragt und konnte so das erste moderne Gebäude von Baden realisieren. 1986 erfolgte eine Erweiterung durch Egli und Rohr. Der nordseitige Anbau ergänzt die bestehende Substanz mit weiteren Schulräumen und dient zusätzlich als Erschliessung von Norden. Eine umfassende Sanierung erfolgte von 2019 bis 2021.
Lage
Am Südhang der Burghalde gelegen, wird das Gebäude westlich über die Burghaldenstrasse erschlossen. Das Schulhaus steht auf dem Areal des Sekundarstufenzentrum Burghalde. Der Komplex umfasst heute neben der nördlich gelegenen Burghalde I das westlich gelegene Schulhaus Burghalde II und das östlich gelegene Fachschulhaus Burghalde III. Vor der Burghalde I erstreckt sich zusätzlich ein Sockelbau. Die Gebäude bilden ein Ensemble, das durch zentral angelegte Grünanlagen und die Villa Burghalde ergänzt wird.
Beschreibung
Die Burghalde I besteht aus einem fünfgeschossigen Turm, der von einer nach Süden gezogenen Turnhalle und dem östlichen dreigeschossigen Schultrakt flankiert wird. Die dreiteilige Struktur des Baus wird durch die glatte und kubische Form seiner Einzelelemente betont. Grosszügige Fensteröffnungen richten sich nach Süden. Das Schulhaus ist in Skelettbauweise errichtet und verwendet Fensterreihen, die in strengem Raster angeordnet sind. Bedeckt wird das Schulhaus von einem Walmdach, dessen flache Ausführung und der minimale Dachüberstand architektonisch den Bezug zur Moderne aufzeigt. Die Fassade des Altbaus besteht aus sandfarbenem Kratzputz, die des nördlichen Anbaus aus Sichtbeton. Zugänglich ist das Gebäude im Norden über den Anbau sowie im Osten und Süden durch den Sockelbau vor der Burghalde I. Während das Hauptgebäude blockhaft wirkt und sich klar von der Umgebung abgrenzt, wird der nördliche Anbau durch eine glasgedeckte Halle und viele Fenster geprägt. Im Erdgeschoss des Turmes befinden sich Handarbeitsräume, im obersten Geschoss der Singsaal und mehrere Theoriezimmer. Der langgezogene Trakt beherbergt die gut belichteten Schulzimmer sowie im Erdgeschoss die Schulverwaltung. Die beiden Treppenanlagen liegen einerseits im Turm und andererseits im länglichen Trakt. Sie blieben zusammen mit dem Singsaal und dem Eingangsbereich bei der Sanierung in ihrer ursprünglichen Form erhalten. Grundsätzlich ist der Innenraum in Weiss gehalten, nur punktuell wird Farbe eingesetzt, so zum Beispiel mit grünen Keramikfliesen im Windfang.
Literatur
- Dorer, Otto. Leitgedanken des Architekten bei der Erstellung des Burghaldenschulhauses und einiges über den Bauvorgang, in: Badener Neujahrsblätter 7 (1931), S. 12–16 (online)
- Killer, K. Zur Baugeschichte des Bezirksschulhauses Burghalde. In: Badener Neujahrsblätter 7 (1931), S. 4–11 (online)
- Tremp, Josef. Erweiterung der Bezirksschule Baden: Bescheiden im Äussern – grosszügig im Innern. In: Badener Neujahrsblätter 62 (1987), S. 12–16 (online)
- Fumagalli, Paolo. Ein Raum zwischen Alt und Neu, in: Werk, Bauen + Wohnen 75 (1988), S. 4–8 (online)
- Stadt Baden (Hg.). Architekturführer der Stadt Baden, Baden 1994
- Stadt Baden. Verzeichnis der Baudenkmäler, Baden 2022, S. 20–21 (online)
- Wikipedia: Sekundarstufenzentrum Burghalde Baden (online)