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Tuscia (auf dt. "Tuszien") ist die antike Bezeichnung für das Gebiet Südetruriens. Es liegt zwischen dem tyrrhenischen Meer, der Toskana und Umbrien. Hier befiden sich die berühmten archäologischen Ausgrabungen von Vulci, Tuscania und Tarquinia. Nördlich liegt die sanfte Hügelkette der Colli Cimini mit dem Lago di Vico, die Hügel der Colli Volsini mit dem Bolsena-See und die Stadt Viterbo. Östlich von Tuszien verläuft das mittlere Tibertal. Die Gegend ist ländlich geprägt; die ausgedehnten Olivenhaine, Haselnussplantagen und Weinreben bestimmen das Landschaftsbild. Die Bewohner sind größtenteils Bauern und betreiben auch Viehzucht. Im Vergleich mit der Toskana erscheint Südetrurien rauer und wild-romantisch. Das geographische Landschaftsbild wird von tiefen Schluchten, hohen, kantigen Tuffsteinfelsen und engen, kurzen Tälern bestimmt. Morphologisch könnte man sie mit einem Handrücken mit gespreizten Fingern vergleichen: radial gelagerte Tuffsteinrippen, dazwischen tiefe Schluchten, alles mit einem Hochplateau verbunden.
Die Insel Bisentina
Vom dem kleinen Hafen in Capodimonte fahren Motorboote zu der Indel Bisentina. Sie ist eine auf einem vulkanischen Kegel geformte grüne Naturoase, die auf dem Wasser wie ein alter Dinosaurier ruht. Inmitten der reichen Vegetation in der absoluten Stille nisten viele seltene Vogelsorten (Kormorane, Möwen, Meersschwalben). Die Insel hat einen seltenen Vorteil, nicht bewohnt zu sein, aber auch auf dem kleinen Raum von 17 Hektars beinhaltet sie antike Architektur, die größten Teils aus der Farnese Periode stammt: die Kirche Santi Giacomo und Cristoforo mit einem Franziskaner Kloster; eine achteckige kleine Kirche entworfen von Sangallo; eine Kruzifixkapelle (mit Fresken aus dem 15. Jahrhundert) und die Ruinen Malta dei Papi, ein lebenslanges Gefängnis für Geistlichen, die sich an Ketzerei oder anderen ernsten Verbrechen schuldig gemacht haben.
Die Insel Martana
Diese Insel befindet sich in der Mitte des Sees und hängt mit vielen Legenden zusammen, in erster Linien die des Todes von Amalasuntha, Tochter des Gotenkönigs Theoderich. Die Frau wurde festgenommen und fiel einem Mordanschlag durch ihrem Vetter Theodahad zum Opfer. Im Jahre 1070 fand dort der Papst Gregor VII die Gebeine der Märtyrin von Bolsena, die Hlg. Christine.
Der Bolsenasee liegt 300 Meter über dem Meeresspiegel im Land Latium -, Provinz Vieterbo. Von den Dimensionen her fünftgrößter See Italiens, größter unter denen vulkanischen Ursprungs. Seine Oberfläche erstreckt sich über 114 km², er ist 14 km lang und 12 km breit. Die Höchsttiefe seines Beckens beträgt 164m. Auch unter geschichtlichem Gesichtspunkt ist er für seinen Fisch berühmt. In seiner Umgebung befinden sich interessante archäologische Ausgrabungen und in Bolsena - ein Städtchen mit 4000 Einwohnern - steht die Kirche Santa Cristina, wo romanische, neuklassizistische und Renaissancestilelemente zusammenfließen. In ihrem Inneren befindet sich die berühmte Kapelle, die an das im Jahr 1263 stattgefundene Wunder der Wesenswandlung erinnert.