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Version: 04.01.2021
Die folgenden drei Fotos zeigen den Schwerpunkt der Sendeanlage in den 1970er-Jahren: Sender-Gebäude, symmetrische Antennenzuführungen, den Grossteil der Vorhangantenne, Masten von Rhombus- und Winkeldipol-Antennen. Der höchste Mast ist jeweils der Zentralmast der dreiteiligen Vorhangantenne:
Bild: Das Sender-Gebäude mit Teilen der Antennen-Anlage.
Bild: Aufnahme etwas mehr Richtung links. Ganz links und rechts aussen sind hier jeweils die Endmasten nicht mehr auf dem Bild.
Bild: Noch mehr Richtung links: Jetzt ist auch der Endmast des linken Schenkels im Bild
Das vertraute jahrzehntelang hörbare Signet von Schweizer Radio International (SRI), welches das problemlose Auffinden des Senders auf der Radio-Skala ermöglichte:'Luegit vo Bärg und Tal ...':
Die Zeit vor "Schwarzenburg":
Die politischen Verhältnisse in den 1930er-Jahren führten ab 1935 zu Sendungen für das Ausland, insbesondere auch für Schweizer im Ausland. Dazu wurde zu gewissen Zeiten (jeweils Sonntags, spät Abends) der von der Radio Schweiz AG für den Völkerbund (heute UN) betriebene Kurzwellensender in Prangins (Genfersee) gemietet, was natürlich keine Dauerlösung sein konnte. Verwendet wurden Wellenlängen etwa im Bereich 15...50 m. Relikte aus jener Zeit können mitunter auf alten Radioskalen gefunden werden:
|Ausschnitt KW-Skala aus den 1930er-Jahren

Die Skala links muss aufmerksam betrachtet werden. Sie zeigt die Sendernamen 'gespreizt', da diese innerhalb eines Meterbandes zu wenig Platz hätten. Ausserhalb der offiziellen Bänder liegende Stationen sind besonders mit der Wellenlängen-Skala verbunden.
Als 'Unikum' sind hier auch die Rufzeichen der Sender aufgeführt.
Die Sendekanäle des Völkerbundes (Radio Nations/Prangins am Genfersee) liegen meist ausserhalb der offiziellen KW-Bänder:
ca 26 m HBO
ca 32 m HBL
ca 38 m HBP
ca 45 m HBQ
Weitere Frequenz (nicht mehr im Bild):
beim 16m-Band

Folgendes Bild: "PRANGIN" ["s" fehlt] (7799 kHz ; 38.5 m):|
Folgendes Bild: "RADIO NATIONS" (9585 kHz ; 31.3 m):
Die Kurzwellen-Sendeanlage Schwarzenburg:
Die Sendeanlage in den 1940er-Jahren mit einem Teil der Masten für Rhombus- und Quadrant-Antennen, wobei die Antennendrähte (fast) nicht zu sehen sind. Die entfernteren Masten der Rhombusantennen stehen weiter im Feld draussen (siehe spätere Luftaufnahmen). Die grosse Vorhangantenne steht noch nicht:
1939: Die Sendeanlage ist bereit mit Richtantennen (hier: Rhombusantennen) und Rundstrahlantennen (hier: Quadrantantennen):
e-newspaperarchives.ch
Der Eingang zum Sendergebäude:
Ebenfalls aus dieser Zeit ein Anlage-Modell: Es zeigt 4 Rhombusantennen (dreidrähtige Arme für konstanten Wellenwiderstand über die gesamte Antenne) und nahe hinter dem Sendergebäude die 4 Masten für die Rundstrahlantenne:
Von 1939 bis 1998 diente die Kurzwellen-Sendeanlage in Schwarzenburg/BE weltweit als 'Stimme der Schweiz', einerseits öffentlich mit Kurzwellen-Rundfunkdiensten, anderseits mit Radiotelephonie und Radiotelegraphie auch als Kommunikationseinrichtung, was der abgeschlossenen Schweiz im zweiten Weltkrieg wertvolle Dienste leistete. Der Kurzwellensender Schwarzenburg nahm einen Tag vor der Eröffnung der Landesausstellung den Versuchsbetrieb auf. Der 25 kW-Sender befand sich drei Kilometer östlich des Dorfes Schwarzenburg auf einer 800 m über Meer gelegenen Ebene. Die anfänglich vier Rhombus-Richtantennen bedienten Nordamerika, die Westküste Afrikas, Südamerika, Asien und Afrika auf acht verschiedenen Wellenlängen. Für 750.000 Franken baute die Firma Hasler AG, Bern, diese "Marconi"-Anlage in Lizenz. Es folgten bald weitere Sender von 10 bis 25 kW Leistung. 1946/47 kamen drei 100 kW Sender in Betrieb. 1966 kam ein weiterer Sender mit 100 kW und 1967 ein solcher mit 250 kW nach Schwarzenburg. Es folgten weitere Kurzwellensender in Beromünster, Sarnen und Lenk i.S.. 1972 kam dann der starke 'DX-Kurzwellensender' in Sottens mit 500 kW und einer Drehstand-Vorhangantenne für besseren Empfang in fernen Zielgebieten (Uebersee-Rundfunk). Beschreibungen dieser Aussenstationen folgen weiter unten.
Auf massiven Druck Deutschlands mussten aber bald nach Beginn des Zweiten Weltkrieges die Wetterberichte aus den Programmen genommen werden (um das Wetter in der Bodenseeregion Richtung München nicht dem 'Feind' (England) zu 'verraten' (Planung von Bomber-Einsätzen) und Sendungen zu Nachtzeiten mussten eingeschränkt werden, damit der Sender nicht als Navigationshilfe (Peilung) verwendet werden konnte.
Bereits erwähnter 100 kW-Sender (Hasler Bern) von 1946/47:
Rhombusantennen zeichnen sich durch gute Richtwirkung bei relativ flacher Abstrahlung und entsprechend hohem Gewinn aus. Sie benötigen entsprechend viel Platz. Nachteile sind die fixe Abstrahlrichtung (Antennen natürlich nicht drehbar) und die Abstrahlung der Hälfte der Leistung entweder in der Gegenrichtung oder ein entsprechender Verlust in einem Lastwiderstand (in beiden Fällen 3 dB Verlust, die man allerdings auf der Empfangsseite kaum spürt):
Bild: Die angegebenen Masse beziehen sich auf den Reduitsender Hirzenboden!
Diejenigen für Schwarzenburg kann man aus folgenden Luftbildern abschätzen.
(Der Kurzwellensender Hirzenboden im Kanton Uri wird auf diesem Link
genau dokumentiert.)
Im Gebiet um das Sendergebäude von Schwarzenburg standen entsprechend 'unzählige' Masten. Im Folgenden ein kleiner Ausschnitt eines Luftbildes von swisstopo aus dem Jahr 1946 (natürlich noch ohne die Vorhangantenne), das beispielhaft zwei Rhombusantennen zeigt (man sieht natürlich vor allem die Mastschatten):
Bild: Kleiner Ausschnitt des Antennenfeldes um 1946 mit zwei von einigen Rhombusantennen; Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo.
1948 bis 1954 wurde bei Schwarzenburg die grosse dreiteilige Vorhangantenne aufgebaut mit 120 Meter hohem Zentralmast. Das Bild links zeigt vereinfacht ein Strahlerfeld dieser Antenne und nur für eines der 8 installierten Meterbänder. Je nach Schaltung Dipol/Reflektor-Umschaltung) konnte nach vorne oder nach hinten gesendet werden. Zusätzlich konnte eine solche Antennenwand auch nach links oder rechts "schielend" (+- 15°) betrieben werden (Phasenverschiebungen, je nach Einspeisepunkt 1, 2 oder 3). Jede der drei Wände hatte also total 6 mögliche Abstrahlrichtungen. Das gibt für die ganze Antenne (3 Wände, Bild rechts) total 18 Abstrahlrichtungs-Möglichkeiten. Beschriftet sind nur die "nicht schielenden" Hauptrichtungen. So konnte weltweit praktisch jedes Zielgebiet optimal versorgt werden. 1964 kamen noch zwei 100 kW Sender dazu und 1966 zwei solche mit 250 kW Pout. Allerdings konnte die Vorhangantenne nur mit einer Pmax von 150 kW betrieben werden. Installiert in dieser Vorhangantenne waren Dipole für die Bänder 49/41/31/25/19/16/13/11 m.
Der dem Sendergebäude nächst benachbarte Mast einer Rhombusantenne des obigen Bildes steht heute noch als Zeuge 'besserer' Zeiten an seinem Platz:
Auf halber Höhe dieses Mastes ist noch eine Einspeisung zu Rhombusantennen und die Speiseleitung vom Sender-Gebäude her zu erkennen:
Das Prinzip der Vorhangantenne:
Unzählige symmetrische Speiseleitungen verlassen die komplexe Umschaltstation, wo die verschiedenen Sender mit den verschiedenen Antennen verbunden werden konnten. Die Umschaltungen wurden an den herunterhangenden Hebelstangen (linkes Bild) von Hand vorgenommen:
Und im folgenden Bild etwas detaillierter die Anordnung der Dipole in einem
der drei Aeste:
Im Folgenden eine Gesamtansicht der Vorhangantenne mit HF-Zuführung vom Sendegebäude links, Zentralmast und sechs Aussenmasten um 1963. Angedeutet sind beispielhaft noch 3 Rhombusantennen. Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo:
Masten der Vorhangantenne und Speiseleitungsstützen auf einem Luftbild (Ansichtskarte) von Wahlern:
Eine Tele-Aufnahme (unnatürlich verminderte Tiefenwirkung) zeigt einige Masten, aber nicht die Dipoldrähte:
Bild: Einige Masten der Vorhangantenne und Rhombusantennen.
Der Zentralmast der dreiteiligen Vorhangantenne:
Am Fuss des Zentralmastes:
Im Folgenden eine Ansicht um 1950. Die grosse Vorhangantenne ist darauf aber (noch) nicht zu sehen (sie wäre auch weiter vom Gebäude entfernt). Bei den kleineren, asymmetrischen Türmen beim Sendegebäude dürfte es sich um Träger von Winkeldipol-Drahtantennen handeln, bei den Gittertürmen um Träger der verschiedenen Rhombusantennen, wie weiter oben erwähnt:
Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo
Hier ein Ausschnitt von 1969, der nebst der Mastschatten auch die Masten selbst zeigt Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo:
Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo
Als Ansichts-Beispiel eines
Antennenfeldes, bei dem man auch die Strahlerdrähte gut erkennen kann, möge ersatzweise ein Foto des Senders Hörby (Schweden) dienen:
Detail-Bilder:
1946 wurde in Schwarzenburg ein 100 kW Marconi-Sender installiert, 1964 erstmals zwei Sender von BBC Baden (je 250 kW). Ueber die Vorhangantenne konnten diese aber - wie bereits erwähnt - nur mit 150 kW betrieben werden.
Die Weltkarte zeigt die anvisierten Zielgebiete in Übersee. Alle Kontinente wurden erreicht. Rundstrahlsendungen für Europa und angrenzende Gebiete sind nicht eingezeichnet.
Da die Erde eine Kugel ist, sind die Abstrahlwinkel (Azimute) etwas anders als in obigem Bild.
Von 1970 bis 1996 war noch eine logarithmisch-periodische Antenne (ALLGON LPD16K 6-30 MHz, 250 kW) im Einsatz, mit der die maximale Leistung von 250 kW abgestrahlt werden konnte, allerdings mit weniger Gewinn gegenüber einer Vorhangantenne, dafür flexibel für beliebige Frequenzwechsel und Senderichtungen, sowohl in Azimut, als auch Elevation. Die folgenden zwei Bilder zeigen diesen Antennentyp, jedoch nicht in Schwarzenburg:
Neben diesem Antennen-"Schwergewicht" waren auch andere LogPer-Antennen für verschiedene Frequenzbereiche und Funkdienste anzutreffen. Das folgende Bild zeigt ausschnittsweise fünf LogPer-Antennen und oben im Bild die Sender-Gebäude Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo:
Es wurden mit der Zeit auch Teile ausgelagert, Europaversorgung nach Beromünster [Stand um 1980] (49 m; 41 m; 31 m; 25 m ; 2 x 250 kW, 1 x 100 kW) , Lenk [ehemaliger Réduit-Sendebunker, heute Käselager Chrommen] (75 m; 49 m; 31 m ; 2 x 250 kW), Sarnen (75 m; 49 m; 31 m ; 1 x 250 kW). Für die Ueberseeversorgung waren Schwarzenburg und Sottens [Sottens mit Drehstand-Vorhangantenne und 500 kW Senderleistung!] zuständig.
Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo
1997 wurde eine Modernisierung der Antennenanlage mit 2 Drehstandantennen (ca 100 m hoch) als Ersatz für die dreiteilige Vorhangantenne projektiert. Damit hätte die gesamte Senderausgangsleistung - nicht nur 150 kW - an die Antenne abgegeben werden können und in jede gewünschte Richtung gebündelt. Das physikalische Antennen-Prinzip war jeoch das gleiche wie bei der alten Antenne. Eine der projektierten Drehstandantenne von der einen Seite (nur mit Reflektorgitter für die tieferen Frequenzen abgebildet):
Zuletzt waren noch drei Sender mit je 250 kW in Betrieb. Die Sendeanlage in Schwarzenburg diente aber auch zwischen 1940 und 1980 mit kleineren Sendern (einige 10 kW) Telephonieverbindungen mit verschiedenen Stationen auf der ganzen Erde (Empfangsstation in Châtonnaye). 1972 bis 1985 wurden auch Flugfunkverbindungen getätigt.
Die selbe Antenne von der anderen Seite (nur mit Reflektorgitter für die höheren Frequenzen abgebildet):
Die projektierten Standorte der beiden Drehstandantennen:
Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo
Aussenstationen des Kurzwellensenders Schwarzenburg
Für Uebersee waren zuletzt Schwarzenburg und Sottens zuständig, für Europa und angrenzende Gebiete die restlichen Sender-Standorte. Bei allen folgenden Frequenzangaben handelt es sich um Momentaufnahmen zu bestimmten Zeiten. Die Aktivitäten auf den verschiedenen Bändern aber variierten mitunter im Laufe der Zeit. Die Angaben sind also entsprechend vorsichtig zu betrachten, so etwa bei Sarnen. Da Sendeanlagen mitunter auch für Krisensituationen und Reservebetrieb vorgesehen waren, wurden in der Praxis nicht immer alle ausrüstungsmässig möglichen Frequenzbänder von einem jeweiligen Standort aus genutzt:
Die zwei folgenden Bilder wurden anlässlich von Helikopterflügen zur dreidimensionalen Ausmessung der Antennen-Strahlungsdiagramme aufgenommen.
Das erste Bild zeigt das untere System des vorangehenden Bildes bestehend aus sechs Masten um 1976: 2 Ganzwellendipole für Steilstrahlung im 75m-Band ['System Sarnen 1566 kHz'] (c) GD PTT:
Aussenstation: Der Kurzwellensender Lenk i.S.:
Luftaufnahme von swisstopo
(1979) der Kurzwellen-Antennen der Sendeanlage Lenk (Inbetriebnahme 1974):
Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo
Bild: Oben links der Lenker-See. Rot eingekreist drei Antennensysteme:
oben links 31 m, oben rechts 49 m, unten 75 m
(c) GD PTT
Das folgende Gesamtbild der Lenker Antennen-Anlage zeigt links zwei Systeme, bestehend aus je drei Masten, sogenannte 'Quadrantantennen': links für das 31m-Band (9535 kHz), rechts für das 49m-Band (6165 kHz). Unten rechts im Bild die bereits vorgestellte Antenne für das 75m-Band (3985 kHz) (2 gleichphasig erregte Ganzwellendipole) (c) GD PTT:
(c) GD PTT
Zur Funktionweise obiger 'Antennen-Dreiecke' (Quadrant-Antennen) [die Funktionsweise der 75m-Antenne wurde beim Mittelwellensender Sarnen erläutert]:
Horizontale Winkel-Dipole (Quadrant-Antennen)
sind näherungsweise Rundstrahler mit horizontaler Polarisation. Solche Antennen sind mitunter für zwei benachbarte Kurzwellen-Rundfunkfrequenzbänder und eine Leistung bis 500 kW geeignet.
Bild:
Beispielhaft: Kurzwellen-Quadrantantennen (Wertachtal). Im Vordergrund eine Antenne für das 49m- und 41m-Band, etwas links im Hintergrund eine Antenne für das 31m- und 25m-Band mit Anpassleitungen in der jeweiligen Winkelhalbierenden.
In Sottens stand der starke 500 kW Kurzwellen-Sender mit einer drehbaren Vorhangantenne mit zwei je 120 m hohen Türmen für ferne Zielgebiete (1972 bis 2004, Demontage 2005). Dieser Sender arbeitete auf 9, 11, 15, 17 and 21 MHz. Es war die letzte (öffentliche) Schweizer Radiostation auf Kurzwelle:
Antennenmasten (linker Bildteil) obiger Drahtantennen bei Lenk auf einer alten Ansichtskarte:
1972: Aussenstation: Der Kurzwellensender Sottens mit Drehstandantenne:
e-newspaperarchives.ch
Aussenstation: Der Kurzwellensender Beromünster:
Eine Kurzwellen Europa-Rundstrahlsendeanlage stand auch beim MW-Sender Beromünster (49m; 6165 kHz/41m/31m; 9535 kHz/25m; 12030 kHz), 1959 (noch nicht alle Bänder) - 1998 (2x250 kW)):
Wenn man obiges und vor allem das folgende Bild genau ansieht, erkennt man, dass unterhalb der Winkel-Reusen-Dipole (diejenigen zwischen den Mastspitzen) jeweils nochmals gleich bemessene Dipole im Mastsystem angebracht sind (in verschiedenen Höhen, je nach Wellenlänge). Durch sinnvolle Phasenverschiebung bei der Speisung eines solchen gestockten Dipolpaares, wird die nutzlose Abstrahlung nach unten stark eingeschränkt und dafür nach oben um etwa 3 dB angehoben:
(c) Telecom PTT
Schweizer Radio International verwendete sämtliche klassischen Kurzwellenbänder. Die Frequenzen folgender Tabellen wurden sicher belegt. Die Tabellen sind aber nicht vollständig (sondern Momentaufnahmen), denn oft musste infolge Störungen durch andere Sender oder auch Sonnenfleckenperioden auf andere Frequenzen ausgewichen werden:
Die Antenne des Kurzwellensenders Beromünster auf einer Luftaufnahme um 1981; Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo:
Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo
Bild: Die symmetrischen Speiseleitungen zum Verteiler auf die verschiedenen Quadrant-Dipole.
Rechts der Waldkuppe sind drei Masten und ihre (längeren) Schatten einer Kurzwellen-Sendeantenne zu sehen. Wenn man die Schattenlängen mit jenen der 40 m hohen Mittelwellen-Masten (links im Bild) vergleicht, kommt man auf etwa 20m Höhe der Kurzwellenmasten. Über die Art der Antennen-Anlage kann nichts genaues gesagt werden. Gesendet werden konnte von diesem Standort aus vom Standpunkt der Sendeapparatur her (1 Sender zu 250 kW) im 75m-, 49m- (6165 kHz) und 31m-Band, natürlich nicht gleichzeitig:
Aussenstation: Der Kurzwellensender Sarnen (1973 - 1998):
Bild: Luftaufnahme von 1991 der Sendeanlage Sarnen Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo.
Die in vorherigem Bild rechts eingekreiste Antenne des Kurzwellensenders Sarnen war ein recht komplexes und kompaktes 'Drahtgebilde'. Sofort erkennt man aber besonders auf folgenden Fotos den Verteiler, seine Zuführungsleitung vom Sender und die drei Tragmasten, von denen heute zwei noch stehen, ebenso den Verteilermast:
Folgendes Bild (ca 1964) zeigt links unten noch einen Teil einer solchen Rhombusantenne. Zu sehen sind 2 der 4 Masten der legendären 'Korea-Antenne' bei der Kaserne Bülach. Ab 1953 bis etwa 1970 wurde über diese Antenne der Schweizer Militär-Diplomatie-Funk mit Korea abgewickelt ('Koreafunk' Bülach - Panmunjom). Hauptsächlich ging es um die Kontrolle des Waffenstillstandes nach dem Koreakrieg durch (u.a.) den neutralen Staat Schweiz. Die Übermittlungen erfolgten in CW (Morse) auf Kurzwelle. Verwendet wurden in Bülach und Panmunjom noch lange Sender des Typs BC-610 [SE-402 (vgl. SM-46)] mit ca. 400 Watt CW-HF-Ausgangsleistung, meist in Kombination mit dem Collins Empfänger 51j4. Die Antennenmasten in Bülach bestanden aus gestockten Holzmasten, die unteren (Zwillings-)Mastteile waren 18 m lang, die oberen (Einfach-)Mastteile waren 13 m lang, die totale Masthöhe war ca. 27 m. Die grosse Rhombusdiagonale mass 171.25 m, die kleine 85.85 m. In Panmunjom wurde eine 100 Meter-L-Antenne (Langdrahtantenne) - aufgehängt an je 20 Meter hohen Masten - verwendet.
Das Museum für Kommunikation
beherbergt in seinem Fundus die folgenden zwei raren Fotografien der Sarner Kurzwellenantenne:
Bildquelle: Museum für Kommunikation
Einschub 1:
Am 31.12.2014 wurde diese Form einer krisensicheren Kommunikations-Technik zwischen 'Bern' und den Schweizer Botschaften abgeschaltet. Das EDA hat den herkömmlichen Botschaftsfunk (CH-Nachrichtendienste, Militärattachés, Botschaftsmitarbeiter) 'beendet' und bedient sich für diese Verbindungen ziviler Kommunikationsmittel, die allerdings durch 'Fremdeingriffe' unterbrochen werden können. Ein krisenresistenter Kontakt zwischen den Schweizer Botschaften/Aussenposten im Ausland und der Regierung in Bern ist aber genau dann am wichtigsten, wenn die 'modernen' (zivilen) Kommunikationsmittel unzuverlässig werden. Die Erfahrungen aus den Krisen und Katastrophen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die terrestrischen Leitungen (Glasfaser, Internet) und Satellitenverbindungen genau dann vielfach gestört oder gar gekappt werden. Soviel ist offiziell und klar.
Schweizer Botschaftsfunk auf Kurzwelle: Abschaltung, Geschichte, Zukunft
<
Schweizer Botschaftsgebäude in New Delhi mit Kurzwellenantenne mit krisenresistenter Direktverbindung nach 'Bern'.
Ein diesbezüglich vorbildliches Beispiel zeigt die chinesische Botschaft in Berlin: Kurzwelle aus gutem Grund beibehalten trotz ergänzendem eigenem
Satellitensystem:
Bild: Chinesische Botschaft Berlin, LogPer-KW-Antenne und Satelliten-Antenne.
War dies nun das endgültige Aus für unabhängige Kommunikations-Kanäle zu Schweizer Ausland-Vertretungen?
- Krisenresistente, von Providern unabhängige Kommunikations-Verbindungen von der Schweiz in die ganze Welt, können offiziell nur noch von Amateurfunkern auf Kurzwelle hergestellt und betrieben werden. Diese
Kurzwellen-Amateure können im Bedarfsfall mit Betriebsarten arbeiten, die auch bei schwierigsten Bedingungen noch funktionieren (Morsen, Pactor, ...). Sie verfügen für die Schweiz offiziell allein noch über ein weltweites krisenresistentes Kommunikations-System.
- Es erscheint nun aber schwer verständlich, dass die Schweiz Dutzende Millionen Franken für 'Botschaftspaläste' einsetzen kann und 'es' dann für eine jederzeit zuverlässige Verbindung 'nach Hause' nicht mehr reichen sollte. Anderseits wurden auch in der Funktechnik Fortschritte erzielt und man kann vermuten, dass die Aufgaben der leistungsfähigen ortsfesten Botschaftsfunk-Anlagen durch moderne Technik mit geringeren Sendeleistungen übernommen werden, wobei auf Schweizer Seite sogar mit mobilen Funkanlagen gearbeitet werden kann: PACTOR-ähnliche heutige Systeme arbeiten bis zu Empfangssignalen von etwa -18dB unter dem Rauschen zuverlässig und betriebssicher und können mit relativ kleiner Sende-Leistung auch mobil betrieben werden und dies weitgehend selbst bei Störungen durch andere Stationen. So könnte es sein, dass man zusammen mit einer technischen und organisatorischen Umrüstung die Gelegenheit wahrgenommen hat, den 'Botschaftsfunk' diskret aus dem öffentlichen Schaufenster 'verschwinden zu lassen'.
Andernfalls gilt die bekannte Tatsache: Auch Fehlleistungen gehören zu den Kernkompetenzen der Politik.
Der folgende Beitrag ist aus der Zeitschrift 'Schweizer Soldat 7/94' und damit rein organisatorisch natürlich überholt. Die bereits damalige Existenz mobiler Anlagen für den Botschaftsfunk zeigt aber klar, dass 'man' schon lange mit der Ausfall-Möglichkeit der ortsfesten Botschaftsfunk-Anlagen in der Schweiz rechnete. Heute könnten allenfalls durch die Fortschritte der Funktechnik ermöglichte kleinere Anlagen eingesetzt werden:
https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=sol-003:1994:69::316#316
Botschaftsfunk, Bilder aus der 'Pionier-Zeit'
Bild: R&S-LogPer-Antenne der Schweizer Botschaft in Islamabad um 2009
Bild: KW-Antenne der Schweizer Botschaft in Washington
Bild: KW-Antenne der Schweizer Botschaft in Bagdad
Gegenstationen in der Schweiz:
Bild: Sendeanlage Sparemoos (Zweisimmen); (c) swisstopo.
Bild: Sende- und Empfangsstation Ägerte (Kernenried); (c) swisstopo.
Bild: Sende- und Empfangsstation Murain (Ersigen); (c) swisstopo.
Erinnerungen an die Hochleistungs-Sendeanlage Klewenalp für den Botschaftsfunk (Demontage Sommer 2018)
Diese Anlage ermöglichte weltweiten Funkverkehr ohne Inanspruchnahme unsicherer Infrastrukturen Dritter.
Bild: Eine der beiden Antennen von der Bergstation der Luftseilbahn aus gesehen.
Bild: Die selbe Antenne aus der Nähe.
Bild: Nochmals die selbe Antenne aus der Nähe.
Bild: Und nochmals die selbe Antenne.
Bild: Die zweite Antenne - etwas versteckt - aber unweit der ersten Antenne.
Bild: Flugaufnahme der beiden Antennen; Quelle: ETH Zürich, Bildarchiv.
Bild: Beide Antennen auf einer Luftaufnahme von swisstopo.
2 fundierte Dokumentationen zur Geschichte des Schweizer Botschaftsfunks:

Einschub 2
Die geheimnisvolle Funkstation Aeschiried
Im Kalten Krieg rechnete man mit der Möglichkeit, dass die Schweiz oder Teile von ihr besetzt werden könnten, was die Handlungsfähigkeit der Armee einengen würde. So wurde gegen Ende der 1960er Jahre ein Spezialdienst gegründet (später P-26). Es wurden Funk-Verbindungen zu Agenten in allenfalls besetzten Teilen der Schweiz eingerichtet. Die Netzleitstation befand sich einige Zeit in einem alten Bunker auf Spiezer Boden (Hentschenried), nachher in einer ehemaligen Artilleriestellung in Aeschiried. Periodisch wurden die Verbindungen getestet. Es bestand von hier aus auch eine gut funktionierende Funkverbindung nach Irland, wo die P-26 einen ‚Exilsitz' für die Landesregierung eingerichtet hatte.
Sende-Apparaturen für Schweizer Radio International:
Bei Sottens wurde ein BBC SK 55 Kurzwellensender eingesetzt. Mit der Sender-Endröhre CQK 650-1 wurden die erwähnten 500 kW Senderausgangsleistung erreicht!
Bei Beromünster, Lenk und Sarnen kamen BBC SK 53 Kurzwellensender zum Einsatz mit jeweils 250 kW.
Der BBC Kurzwellensender SK 55 im Bild:
Spezielle Links zu BBC-Hochleistungs-Sendern und zu den BBC-Röhren:
Sender BBC SK 55 (Sottens)
Sender BBC SK 53 (Beromünster, Lenk, Sarnen)
500 kW-Röhre CQK 650-1 (Sottens)
BBC Senderöhren
In Lenk waren bis ca 1998 2x250 kW in Betrieb.
Bei Sarnen arbeitete zusätzlich zum Mittelwellensender ein Kurzwellensender (1x250 kW, 1974 bis 1998).
Der "Schweizer Kurzwellensender Schwarzenburg" auf Radioskalen:
Im folgenden Bild unter "Schweiz" im 49 m - Band:
Ein "Traumradio" für den Kurzwellenhörer in den 1950er-Jahren mit 3 Kurzwellenbändern von 11 m bis 200 m:
Die "Schweiz" auf Radio-Skalen aus den "letzten goldenen Rundfunk-Tagen" der Kurzwelle.
Das 49-Meter-Europaband ist gespreizt über die ganze Skala:
Das 49 m-Band ist gespreizt und zusätzlich ist der Bereich 16 m bis 41 m vorhanden:
Im 49 m-Band ist Schwarzenburg ("SCHWARZENBG") zu finden
(Man beachte auch die 6 Telefonrundspruch-Kanäle)
Anhang 1:
FERA 60er- und 80er-Jahre:
Anhang 2:
Eine legendäre 'Rhombusantenne':
Koreafunk Bülach - Panmunjom:
Der Reduitsender auf Hirzenboden hatte eine ganz ähnliche Konstruktion einer Rhombusantenne auch mit solchen Holzmasten, während in Schwarzenburg natürlich Metall-Gitter-Masten für die Rhombusantennen eingesetzt wurden:
(Der Reduitsender Hirzenboden (Reserve Schwarzenburg) und die Eigenschaften von Rhombusantennen werden unter Der Reduitsender Hirzenboden beschrieben.)
Bild: Kaserne Bülach mit Korea-Antenne (links im Bild) für den Korea-Funk um 1964
Die Korea-Antenne Bülach aus der Gegenrichtung um 1963. Die 4 Masten sind nummeriert. Das Funker-Hüttchen ist bei Mast 4. Die Funkstation war in dem uns zugewandten Drittel der Baracke untergebracht. Die abgewandten zwei Drittel der Baracke diente als Unterkunft für höhere Unteroffiziere. Von dieser Baracke führte die symmetrische Zweidrahtleitung ('Hühnerleiter') auf kleinen 'Telefonstangen' zum Mast 3, wo die Einspeisung erfolgte:
Bild: Die Korea-Antenne bei der Kaserne Bülach um 1964.
Die Korea-Antenne Bülach um 1961 (Soldatenhaus steht noch nicht). Die schlecht sichtbaren Strahler-Drähte wurden verdeutlicht:
Bild: Zwei der vier Masten der Korea-Antenne. Von einem dritten Mast ist links unten noch der Schatten zu sehen.
Die Koreaantenne auf einem Luftbild von swisstopo im Jahr 1954. Man sieht natürlich vor allem die Mastschatten. Die spätere Funker/UO-Baracke steht noch nicht. Die Sendeapparatur muss in einem bereits bestehenden Gebäude provisorisch untergebracht worden sein:
Bild: Grundriss der Koreaantenne. Strahlerdrähte mit dünnen roten Linien eingezeichnet.
In seinen interessanten Erinnerungen eines Koreafunkers (pdf) hat Adj Uof Max Rüegger seine Erlebnisse in Bülach und Panmunjom 1964/1965 dokumentiert.
Erinnerungen eines Koreafunkers
Kurze Inhaltsangabe:
Die Funklinie Panmunjom [HBM41] - Waffenplatz Bülach [HBM46], respektive die tägliche Kurzwellen-Morsetelegraphie-Verbindung stellte für viele Jahre die eigentliche 'Nabelschnur' der Schweizer NNSC-Delegation mit der Heimat dar. Eine Telephonverbindung nur schon zwischen Seoul und Panmunjom war ein technisch heikles Unterfangen: das System war noch gänzlich manuell, man musste sich durch verschiedene US-Forces Telephone-Exchanges durchfragen. An eine verlässliche Verbindung in die Schweiz auf diesem Wege war nicht zu denken. Eine zuverlässige Verbindung Schweiz-Korea konnte nur aus einer Kurzwellen-Funk-Verbindung bestehen. Mit Sprechfunk konnte man ab und zu nur gerade ein kurzes Grusswort durchsagen, deshalb kam nichts anderes als die Morsetelegraphie in Frage, was weit effizienter und schneller war, als Telegramme per Sprechfunk zu übermitteln.
Bild: Funker Kpl Max Rüegger an der Funkstation (Rufzeichen HBM46) auf dem Kasernen-Areal Bülach (Holzbaracke).
Bild: Funker Kpl Max Rüegger ['zivil': HB9ACC] bei einer Morse-Ubermittlung in Panmunjom, 1964.
„Uf Brutschau i d'Felsenegg auf Griechenlands Olymp“ – Wie gelangt ein bekannter Schweizer Ländler auf den höchsten Berg Griechenlands? Das Zitat im Titel dieses Aufsatzes stammt aus einem Schriftwechsel, den ich im Frühjahr 2013 mit einem ehemaligen Hörer von Swiss Radio International (SRI) per Email führte. Er berichtete, dass er als Schüler in den Ferien im Jahre 1968 über ein mitgebrachtes Radiogerät den Schweizer Sender in Griechenland empfing und dabei jenen bekannten Schweizer Ländler hörte. (...) Der Sender erfreute sich grosser Beliebtheit, was die Ergebnisse zahlreicher internationaler Hörer-Umfragen und vor allem die umfangreiche Hörerpost an den Sender zeigen. (...) Swiss Radio International wurde auch als „Heimweh-Sender“ bezeichnet.
Zum Thema Koreafunk hat Dr. Martin Boesch einen interessanten Beitrag auf dem armyradio.wiki verfasst:
'Koreafunk' auf armyradio.wiki
Anhang 3: Ein Nachruf:
"UF BRUTSCHAU I D'FELSENEGG" AUF GRIECHENLANDS OLYMP
Einblicke in die Mediennutzung von Schweizer/-innen im Ausland am Beispiel der Rezeption von Swiss Radio International
Fanny Gutsche (hier in gekürzter Version)
Quelle
Historische Tonbeispiele von Radio Schweiz/ Bernradio:
Bild: Radio-Station Prangins in der Frühzeit
Bild: Ein Teil der Sendestation HEB in Prangins um 1980. (CC) BY SA 4.0 Bildarchiv ETH Zürich.
Bild: Ein Teil der Empfangsstation HEB in Riedern um 2013. (CC) BY SA 4.0 Stefan Siegenthaler.
Interessantes Phänomen auf Kurzwelle: Das Kurzwellen-Echo.
Mitunter empfängt man den selben Sender "vorne um die Erdkugel" und "hinten um die Erdkugel" herum, also über beide Kreis-Ausschnitte eines Grosskreises. Auf Grund verschiedener Distanzen und damit unterschiedlicher Laufzeiten ergibt sich ein Echo:
Audioclip Echo-Empfang 1 (mp3)
AudioClip Echo-Empfang 2 (mp3)
Kommentar:
Die Aufgabe des Kurzwellen-Rundfunks bedeutet Providerabhängigkeit (Internet), Zensurmöglichkeit (Sperrung) in anderen Ländern und Inkaufnahme lange nicht überall verfügbarer Verbindung zum Internet.
Abschaltung Kurzwellensender Schwarzenburg: Warum?
Wie im Fall 'Mittelwellensender Beromünster' wurde via medial/politischen 'Einheitsbrei' auch hier mit 'gezinkten Karten' gespielt und die 'Überzeugungsarbeit am Volk' den Verschwörungstheoretikern überlassen. Aber: In beiden Fällen ging es schlicht um Geld und Sonderinteressen:
- Der Fall des eisernen Vorhanges bedeutete eine gewisse - aber keinesfalls vollständige! - Obsoleszenz weitreichender Sender.
- Es hatte sich mit den Jahren 'AM-Konkurrenz' durch den klanglich besseren UKW-(Kurzstrecken-)Rundfunk etabliert.
- Es entstand Konkurrenz durch den (ausserhalb von Krisenzeiten und Kriegsgebieten !) einfacheren Zugriff auf weltweite Infos via Internet.
- Rundfunk-Auslanddienste - und nicht zuletzt derjenige von SRI - wurden im Laufe der Zeit personell und programmlich derart aufgebläht, dass sie finanziell nach dem Fall des Eisernen Vorhanges im erreichten Umfang einer politisch/finanziellen Rechtfertigung nicht mehr standhalten konnten und in der Folge einem leider unangemessenen, aber bequemen politischen Kahlschlag zum Opfer fielen. Diese Dienste wurden jedoch von einflussreichen 'Interessenvertretern' ganz gern 'liquidiert' (u. a. Finanztransfer von der Technik zu einem überdimensionierten Personal-Apparat auf technisch billigen 'Internet-Kanälen'). Der federführende 'Verschwörungstheoretiker aus Schwarzenburg' durfte dabei mit fadenscheinigem medialem Geschwätz den 'nützlichen Idioten' spielen und die 'Strippenzieher' konnten ihre Hände lächelnd in Unschuld waschen.
- Wirksame Munition für die Verschwörungstheoretiker wurde mit einer neuen Schweizer NIS-Verordnung bereitgestellt: Auf den 1. Februar 2000 trat in der Schweiz eine neue NIS-Verordnung in Kraft. Sie enthält Grenzwerte [2], die massiv, teilweise über das Zehnfache, überrissen sind in Bezug auf die internationalen Grenzwerte der ICNIRP (International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection) und landesweit, also bei Volk und Behörden eine Radiophobie, bzw. Antennenphobie, ausgelöst haben. Es war nämlich allen massgebenden Fachpersonen klar, dass die weltweit einzigartig strenge Schweizer NISV der Todesstoss für die schweizerischen AM-Rundfunksender sein wird. Offensichtlich werkelten hinter den Kulissen Graue Eminenzen für 'Sonderinteressen' und vor den Kulissen liess man Verschwörungstheoretiker marktschreierisch süffigen Unsinn ausrufen. Wohlwissend, dass Lemminge aller Volksschichten den gleichgeschalteten Massenmedien hinterher schwimmen.
Ironie der Schildbürgerei:Nachdem die Schweiz ihre Kurzwellensendeanlagen nicht schnell genug abreissen konnte, ist man erwacht und mietete sich bei einem privaten deutschen Kurzwellen-Anbieter [1] ein, aber mit SRG-Übernahmen - und nicht teuren Eigenproduktionen in x Sprachen! 'Früher' wurde Jahrzehnte lang auf diese effiziente und kostengünstige Art über eigene - aber stärkere - Sender gesendet und dies wäre auch heute eine sehr preiswerte Option (ab einem einzigen Rundstrahl-Standort für Europa und angrenzende Gebiete).
[1] http://www.shortwaveservice.com/index.php/de/wir-ueber-uns/referenzen
[2] Extrem verschärfte schweizerische NIS-Verordnung: 8.5 V/m für LW/MW, 3 V/m für KW.