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Wir in Europa fühlen uns ziemlich sicher, wenn es um Wasser geht. Wasserknappheit wird eher als Problem südlicher Länder, zum Beispiel in Afrika, wahrgenommen. Doch in Zukunft sollten auch wir uns dank dem Klimawandel auf zunehmende Dürren und fallende Flusspegel vorbereiten, wie eine kürzlich im Magazin „Hydrology and Earth System Sciences“ veröffentlichte Studie besagt.
Dass uns Dürren schon heute belasten, zeigen einige Zahlen. So belaufen sich die dadurch verursachten wirtschaftlichen Schäden in den letzten zwanzig Jahren auf 6,2 Milliarden Euro pro Jahr. Allein der Hitzesommer 2003 kostete Europa 8,7 Milliarden Euro. Die Studie hat nun mittels Modellen untersucht, welche Gegenden Europas bis Ende des Jahrhunderts wie stark von Wassermangel betroffen sein könnten. Dabei spielen nicht nur steigende Temperaturen und geringere Niederschläge eine Rolle, sondern auch der höhere Wasserverbrauch durch eine grössere Bevölkerung und einen gesteigerten Bedarf in Landwirtschaft und Industrie.
Besonders betroffen durch die um bis zu 3,4 Grad Celsius steigenden Temperaturen wird der Süden Europas. Viele Flussbecken könnten dort häufiger einen geringeren Wasserzufluss haben. Die Wasserstände in den Flüssen könnten um bis zu 40 Prozent sinken. Insgesamt könnte auf der iberischen Halbinsel, in Südfrankreich, in Italien und auf dem Balkan die Häufigkeit von Trockenperioden um 80 Prozent steigen.
Durch steigenden Wasserverbrauch wird auch Süd-, West- und Mitteleuropa von einer grösseren Dürregefahr von etwa 10 bis 30 Prozent betroffen sein. So können auch Regionen, welche durch den Klimawandel von Dürren verschont bleiben würden, trotzdem mit Wassermangel zu kämpfen haben. Dazu gehören zum Beispiel die Beneluxstaaten, Nordwestdeutschland, Gebiete in Grossbritannien oder osteuropäische Länder. Einzig Nordeuropa kommt bei der Studie glimpflich davon. Hier ist nicht mit grösseren Problemen durch weniger Wasser zu rechnen.
Obwohl jedes Modell gewisse Unsicherheiten aufweist und nicht komplett alle Faktoren berücksichtigt werden können, zeichnet diese Studie doch ein beunruhigendes Bild unserer Zukunft. Es ist deshalb wichtig, jetzt zu handeln, bevor es plötzlich zu spät dafür ist.
Bild: AnRo0002 (Eigenes Werk) [CC0], via Wikimedia Commons