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Mit Son of a Gun (2014) gelang Regisseur Julius Avery ein ordentlich kurzweiliges Action- und Heist-Drama mit Brenton Thwaites und Ewan McGregor in den Hauptrollen. Der noch Junge JR (Thwaites) muss sich im rauen Gefängnis-Alltag durchschlagen, wobei er schon bald in die Obhut des notorischen, berüchtigten Brendan (McGregor) kommt. Dass dieser seine „schützende Hand“ über ihm jedoch nicht ohne Hintergedanken ausbreitet, muss JR schnell merken. Kaum aus dem Knast raus, muss er ihm helfen, einen brandgefährlichen Goldraub durchzuziehen, der auch schnell aufgrund fataler Fehler in einem tödlichen Katz- und Mausspiel endet.
Für diesen spannenden Streifen hat Jed Kurzel die Filmmusik geschrieben. Diese fällt primär atmosphärisch und kühl aus. Statt eingängige Themen zu komponieren, entschied sich Kurzel für einen organischen, urbanen Sound. Dabei ist es überraschend und stellenweise regelrecht eigenartig, wie sehr so manche Stücke an Hans Zimmers fast zeitgleich erschienen Score zu Interstellar (2014) erinnern. Das beginnt sogleich mit dem ersten Stück, Son of a Gun (Main Theme), und setzt sich über die ganze Spielzeit stellenweise frappant fort (JR Leaving, New Place & Scope und Gold Boat; das Solo-Horn-Spiel und die gläsernen, schimmernden Synthi-Effekte könnten glatt als Alternat-Track aus Interstellar durchgehen).
Dass dies bewusst geschehen ist und man daher Kurzel dies vorwerfen könnte, ist schwer vorstellbar, denn Kurzel dürfte Zimmers Musik zum Zeitpunkt der Kompositionsarbeit kaum bekannt gewesen sein. Was Son of a Gun jedoch fehlt, sind die sakralen Ausbrüche von Interstellar sowie ähnlich eingängige, thematische Statements. Damit ist Son of a Gun abseits der Bilder dann doch deutlich weniger unterhaltsam anzuhören, da im Klang anonymer, als Zimmers jüngste Arbeit.
In den harscheren Tönen dominieren elektronische Spielereien und teils experimentelle Perkussionseinsätze, die an Ilan Eshkeris Coriolanus (2011) erinnern (bspw. in den Stücken Heist und Car Chase). Dabei dürfte es einige Hörer enttäuschen, dass etwas mehr Tempo versprechende Tracks wie Heist und Car Chase eher unspektakulär ausgefallen sind.
Alles in allem ist Son of a Gun eine Musik, die wohl am besten im Film selber zur Geltung kommt. Als reines Hörerlebnis krankt sie allzu sehr an atmosphärischen Durchhängern sowie repetitiven Figuren und Ideen.