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Aktualisiert: 30. Apr. 2022
Mach dich auf etwas gefasst. Das ADHS Stigma ist echt, wie aktuelle, robuste Studien zeigen (Referenz 1). In unterschiedlichen Gemeinschaften aus verschiedenen Teilen der Welt sind die Meinungen und Einstellungen gegenüber Menschen mit ADHS in der Regel negativ. Lies weiter, um zu erfahren, wie die Gesellschaft über Menschen mit ADHS denkt und welche drei Hauptvorwürfe gegen uns erhoben werden. Die Studie erschüttert. Doch lass dich nicht unterkriegen, am Ende des Posts erfährst du, wie wir alle daran arbeiten können, das ADHS Stigma anzugehen.
Die Wichtigkeit der ADHS-Diagnose
Die erste Meinung, mit der wir konfrontiert werden, behauptet, dass "ADHS überdiagnostiziert wird" (Refererenz 1), was bedeutet, dass die Diagnose bei Menschen gestellt wird, die nicht wirklich ADHS haben.
Im Gegenteil, unter Experten auf dem Gebiet besteht ein allgemeiner Konsens, dass ADHS unterdiagnostiziert ist, besonders bei Erwachsenen und vor allem bei Frauen. Ich werde in späteren Blogbeiträgen mehr darauf eingehen, dass eine rechtzeitige und korrekte Diagnose vor ungünstigen Verläufen schützen kann.
Ein seltener Fall, in dem Medikamente wirklich wirken
Die nächste Behauptung ist, dass "eine medikamentöse Behandlung von ADHS nicht akzeptabel ist" (Refererenz 1). Dies steht im krassen Gegensatz zu evidenzbasierten Richtlinien. Tatsächlich ist die Verwendung von Stimulanzien zur Behandlung von ADHS einer der seltenen Fälle, in dem Medikamente unbestreitbar wirken.
Das bedeutet nicht, dass Stimulanzien bei allen Menschen mit ADHS wirken (siehe meinen Blogbeitrag zur Statistik), noch gebe ich eine Anwendungsempfehlung ab (ich bin keine Ärztin).
Stimulanzien für ADHS zeigen hohe Effektstärken, was bedeutet, dass sie den meisten Menschen, die sie einnehmen, signifikant helfen. Dies ist bei vielen anderen Medikamenten in der Allgemeinmedizin und Psychiatrie nicht der Fall (siehe diese hervorragende Meta-Analyse für Beispiele: Referenz 2).
Aber hast du jemals von jemandem gehört, der für die Einnahme von Bluthochdruck- oder Cholesterinmedikamenten beschämt wurde? Die statistische Signifikanz ihrer Wirksamkeit ist viel geringer.
Müssen wir uns anpassen, oder dürfen wir uns entfalten?
Die dritte Behauptung ist, dass wir mit ADHS "öfter ein schlechtes Verhalten zeigen" (Refererenz 1). Es wird auch der "Wunsch geäussert, soziale Distanz zu Menschen mit ADHS zu halten" (Refererenz 1).
Viele von uns haben sich bei dem Versuch, als neurotypisch durchzugehen, verbogen, und die meisten von uns sind dabei gescheitert. ADHS bringt einzigartige Gaben und Stärken mit sich. Aber Scham, Beschämung und der Versuch, sich anzupassen, halten uns davon ab, unser Leben in vollen Zügen auszukosten.
Wie die Gesellschaft über Menschen mit ADHS urteilt, ist erschütternd.
Hilf mit, das Stigma der psychischen Krankheiten zu bekämpfen, eine Begegnung nach der anderen
Was können wir also gegen all diese Stigmen tun? Die Autoren der Studie schreiben: "Positiv anzumerken ist, dass in der aktuellen Übersichtsarbeit eine allgemeine Übereinstimmung über alle Studien hinweg bestand, dass Wissen, das Erkennen von und die Vertrautheit mit ADHS tendenziell vor negativen Einstellungen schützen"(Refererenz 1).
Je mehr von uns sich also als ADHS-ler "outen", je mehr wir über unsere Erfahrungen sprechen, je mehr wir die wissenschaftliche Studien zitieren, desto besser sind unsere Chancen, die Welt weniger beschämend und akzeptierender für Neurodiversität zu machen. Damit wir unsere Stärken einbringen können, egal wie unsere Gehirne verdrahtet sind.
Referenzen:
1. Bisset M, Winter L, Middeldorp CM, et al. Recent Attitudes toward ADHD in the Broader Community: A Systematic Review. Journal of Attention Disorders. March 2021. doi:10.1177/10870547211003671 Link zum systematischen Review
Diese Studie ist eine systematische Übersichtsarbeit. Das bedeutet, dass sie alle Studien auf diesem Gebiet untersucht hat. Es wurden vier Studien aus den USA, zwei aus Deutschland und je eine aus Finnland, Korea, Indonesien und Australien einbezogen.
2. Leucht S, Hierl S, Kissling W, Dold M, Davis JM. Putting the efficacy of psychiatric and general medicine medication into perspective: review of meta-analyses. Br J Psychiatry. 2012. doi: 10.1192/bjp.bp.111.096594 Link zur Meta-Analyse
Hervorragende Meta-Analyse zur Wirksamkeit verschiedener Medikamente für körperliche und psychische Erkrankungen. Eine Meta-Analyse hat einen hohen "Vertrauensfaktor".
Wie Studien einzuschätzen sind, erkläre ich ganz einfach in diesem Blogpost zur wissenschaftlichen Forschung.