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Aufsichtsgremium
Das Aufsichtsgremium kann aus Bürger:innen, Regierungsreprä-sentant:innen, Betroffenen, Fachleuten aus der deliberativen Praxis und anderen Interessen-gruppen, wie NGOs und Unternehmen bestehen. Die Rolle dieses Gremiums besteht darin, den gesamten Prozess hinsichtlich der Einhaltung der Regeln und Richtlinien von Bürger:innen-versammlungen zu überwachen.
Expert:innen und Interessensgruppen
Sie besteht aus einer Gruppe von Experten und Interessenvertretern, deren Ziel es ist, die Versammlung aufzuklären, indem sie ihre Herangehensweise an das Problem erläutern. Sie werden von der Koordinierungsgruppe auf der Grundlage von Kriterien ausgewählt, die vom Überwachungsausschuss festgelegt wurden, und ihre Aufgabe besteht darin, alle vorhandenen Positionen zu dem Thema in angemessener Weise zu vertreten.
Die Mitglieder der Versammlung können sich auch einbringen, wenn sie Experten zu einem bestimmten Thema hinzuziehen oder andere Expertisen hören möchten. Sie haben auch die Möglichkeit, das Panel direkt in der Sitzung zu befragen. Die Beiträge der Mitglieder des Expertengremiums können in Form eines persönlichen Treffens, einer Aufzeichnung, einer schriftlichen Notiz oder einer Live-Videoübertragung erfolgen.
Beirat
Der Beirat entwickelt Schlüsselkriterien für die Auswahl des Expert:innen- oder Interessengruppenausschusses. Außerdem stellt er gemeinsam mit dem Aufsichtsgremium sicher, dass die Hintergrundinformationen und (wissenschaftlichen) Belege, die einer Bürger:innen- versammlung präsentiert werden, ausgewogen sind. Der Beirat kann auf verschiedene Weise zusammengesetzt sein. So besteht beispielsweise der Beirat der Irischen Bürger:innenvers- ammlung aus Akademiker:innen und Fachleuten aus einer Reihe von relevanten Fachgebieten.
Moderationsteam
Von den Koordinator:innen wird ein Team von Moderator:innen ernannt. In jeder Sitzung der Bürger:innenversammlung sitzt ein:e Moderator:in an einem Tisch mit den Versammlungs-mitgliedern. Die Rolle des Moderationsteams besteht darin abzusichern, dass die Beratung nicht nur von wenigen dominiert wird, sondern dass jede:r die Chance hat, zu sprechen. Diese Rolle sollte von erfahrenen Fachleuten ausgeübt werden, die für eine respektvolle Diskussionskultur sorgen können. Das Moderationsteam sollte unparteiisch und ausreichend groß sein, um die Anzahl der Versammlungsmitglieder adäquat unterstützen zu können. Die Moderator:innen dürfen ihre eigene Meinung in diesem Rahmen nicht äußern – sie sind strikt neutral.
Bürger:innen
Die Bürger sind das Herzstück der deliberativen Demokratie. Die Bürger:innenversammlung muss alle gesellschaftlichen Gruppen vertreten, die von den in ihnen getroffenen Entscheidungen direkt betroffen sind. In diesem Fall die Schweizer Bevölkerung. Die Mitglieder werden daher durch das Los bestimmt, um ein Gremium von Bürgern*innen zu repräsentieren, die für diese Bevölkerung repräsentativ sind. Ein großer Teil der Bevölkerung ist auch heute noch zu oft von politischen Entscheidungen ausgeschlossen.
So haben mehrere Autoren gezeigt, dass – allein auf der Grundlage des Faktors Alter (eine der wenigen soziologischen Variablen neben Bildungsniveau und sozialer Klasse (oder Einkommen), die Ungleichheiten bei der Stimmabgabe beeinflussen) – junge Menschen (18-25) weniger wählen als andere Altersgruppen (obwohl sie sich unterschiedlich beteiligen), während die 65-74-Jährigen am meisten wählen (Maye, 2019; Boughaba, 2014).
Daher müssen die Organisatoren von Bürger:innenversammlungen auf eine Reihe von Faktoren achten, die bestimmte Personengruppen von der Teilnahme am demokratischen Prozess ausschliessen oder sie von der Teilnahme an kollektiven Diskussionen in Bürger:innenversammlung abhalten würden.