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USA: Im Eiltempo gegen den «Monstersturm»
Düstere Vorhersagen: In New York drohen durch den Hurrikan aufgepeitschte Wassermassen, Teile der Stadt zu fluten. (Keystone)
Hurrikan «Sandy» zieht an der Ostküste der USA hoch und wirbelt den Präsidentenwahlkampf durcheinander. Am Sonntag ortete das Nationale Hurrikan-Zentrum den Sturm rund 400 Kilometer vor North Carolina. Sowohl Präsident Barack Obama wie sein Herausforderer Mitt Romney mussten am Wochenende Termine absagen, um den Sturm zu umgehen. Obama hielt am Samstag eine Telefon-Konferenz mit den Leitern der Notfallbehörden in den betroffenen Regionen ab, wie das Weisse Haus mitteilte.
Für die Bewohner der Hauptstadt Washington und mehrerer Bundesstaaten, darunter New York und Maryland, riefen die Behörden den Notstand aus. Wetterexperten warnten vor einem möglichen Jahrhundertsturm. Eine Woche vor der Präsidentschaftswahl könnte er für mehrere Zehnmillionen Menschen die Stromversorgung kappen.
375'000 Menschen evakuiert
375'000 Bewohnern der Millionenstadt New York müssen wegen des drohenden Hurrikans ihre Häuser verlassen. Das ordnete New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg am Sonntag an.
Betroffen sind vor allem die niedriger gelegenen Stadtteile im Süden Manhattans, darunter auch das beliebte Tribeca, in dem nach der Zerstörung vom 11. September 2001 Tausende neue Wohnungen geschaffen worden waren. «Dies ist ein ernstzunehmender und gefährlicher Sturm», warnte Bloomberg. Die Bewohner sollten in Evakuierungszentren unterkommen.
Öffentlichen Verkehr gestoppt
In der Metropole steht ab Sonntagabend das gesamte öffentliche Verkehrssystem still. Ab ungefähr 19.00 Uhr Ortszeit sollten alle Regionalzüge, Busse und U-Bahnen in den Depots bleiben, sagte der Gouverneur des Bundesstaats New York, Andrew Cuomo.
Dies berichtete die Zeitung «New York Times». Der Schritt solle auch ein Zeichen für die Einwohner der Stadt sein, nicht mehr so viel auf der Strasse unterwegs zu sein. Frühestens zwölf Stunden nach dem Sturm könne der Betrieb wieder aufgenommen werden, sagte der Chef der New Yorker Verkehrsbehörde MTA, Joseph Lhota. «Ich denke, Montag und Dienstag werden schwierige Tage.»
Düstere Vorhersagen
Die Prognosen der Wetterexperten sahen düster aus: «Wenn man Bäume hat, die noch Blätter tragen und dieser Wind und Regen daraufkommen, kippen diese Bäume um, und die Stromversorgung fällt aus», warnte CNN-Meteorologe Rob Marciano. «Zudem gibt es eine verheerende Überschwemmung.» Experten fürchten, dass sich der Schaden allein durch den Wind auf über drei Milliarden Dollar belaufen könnte, wenn passiert, was die Meteorologen prognostizieren: Demnach wird «Sandy» am Montag irgendwo zwischen Washington und Boston auf Land treffen.
Befürchtet wird, dass der Hurrikan im Nordosten der USA auf einen Wintersturm stösst. Diese Kombination könne zum schwersten Unwetter seit August 1991 führen. Damals führte Hurrikan «Bob» an der Ostküste der USA von South Carolina im Süden bis Maine im Norden zu vier Todesopfern und hohen Sachschäden.
«Sandy» wütete in der Karibik
«Sandy» hatte in den Vortagen in der Karibik mindestens 57 Todesopfer gefordert, wie die Behörden bis Sonntag bestätigten. Den ganzen Tag über warnten Radio- und Fernsehsender die US-Bevölkerung an der Ostküste vor einem drohenden «Frankenstorm» in Anlehnung an das von der Filmfigur Frankenstein geschaffene Monster.
Notfallmassnahmen in allen Bereichen
Der Sturm könnte demnach von Montag bis Dienstag mit Starkregen, Hochwasser, Schnee und heftigem Wind grosse Schäden zwischen Washington und Boston anrichten. Dieser Streifen der Ostküste gehört zu den am dichtesten besiedelten Regionen der USA. Schon am Sonntag wurde mit starkem Wind, schweren Regengüssen und Schneefall gerechnet. Mehrere Airlines rechnen damit, dass insgesamt hunderte Flüge über den Atlantik und an der Ostküste der USA gestrichen werden müssen. Sie boten ihren Kunden gebührenfreie Umbuchungen an.
Die Schiffe der Navy, die im wichtigen Hafen Norfolk im Bundesstaat Virginia liegen, müssen verlegt werden. 61‘000 Mitglieder der Nationalgarde waren in Katastrophen-Bereitschaft. Vielerorts sicherten Menschen ihre Häuser mit Brettern und Sandsäcken. (prus, dpa)
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