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Nachdem Barak Afrikanovic seinen Asylantrag gestellt hatte, wurde er einer Unterkunft zugeteilt. Sie befand sich am Rand eines Dorfes, wo Fuchs und Hase einander gute Nacht sagen.
Von Zeit zu Zeit fuhr von diesem Dorf ein gelber Autobus in die Stadt und wieder zurück, eine Haltestelle befand sich sogar in Sichtweite des Hauses, wo Afrikanovic nun wohnte.
Kurz nach seiner Ankunft beschloss der Mann, einen Versuch mit diesem Bus zu wagen, gab es doch vor Ort so gut wie keine Möglichkeit, das bisschen Taschengeld zu verwenden, das ihm jeden Tag ausbezahlt wurde.
Er begab sich also zur Haltestelle und wartete auf den Bus. Afrikanovic wartete, stundenlang, wie ihm schien, doch nichts geschah.
Schliesslich wurde er der Warterei überdrüssig, er ging zurück ins Haus, denn es war bald Mittag, und er hatte Hunger bekommen.
Kaum in der Küche, sah er durchs Fenster ein paar Einheimische zur Bushaltestelle gehen und – er traute seinen Augen nicht – sogleich kam ein gelber Bus angefahren, liess die Wartenden einsteigen und fuhr davon.
Da nun der Beweis erbracht war, dass der gelbe Bus ja doch hier vorbeikam, ging Afrikanovic wieder nach draussen und stellte sich erneut an die Haltestelle. Und wieder geschah nichts. Kein Bus kam an und auch sonst kein Passagier, bis er schliesslich aufgab.
In den nächsten Tagen schaute Barak Afrikanovic immer wieder aus dem Küchenfenster. Er beobachtete die Haltestelle. Gelegentlich ging er sogar zum Warten auf die Strasse hinaus.
Seltsam. Wann immer er, der Asylbewerber, auf den Bus wartete, kam dieser nicht. Wenn aber die einheimischen Weissen sich bei der Haltestelle einfanden, fuhr wenig später der gelbe Wagen vor. Es schien offensichtlich: Dieser Bus war nur gewillt, den Einheimischen zu Diensten zu sein. Nicht aber ihm, dem Ausländer.
Eines Tages beschloss Afrikanovic, diese rassistische Haltung zu unterwandern, dem Bus sozusagen ein Schnippchen zu schlagen. Er wartete im Haus, bis die Weissen zur Haltestelle gingen. Dann gesellte er sich eilig dazu, und so gelang ihm tatsächlich seine erste Fahrt in die Stadt. Mit den Weissen zusammen wurde er mitgenommen. Niemals aber, wenn er allein wartete. So rassistisch war dieser Bus!
Viel später erst kam Barak Afrikanovic dahinter, dass der Bus einem festen Fahrplan folgte. So etwas hatte er von seiner Heimat her, wo Busse fahren, wenn sie voll sind, nicht gekannt.