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Mahjongg (Pinyin: ma2 jiang4 oder Kantonesisch: ma4 jeuk3) ist ein altes chinesisches Spiel für vier Spieler. Andere Schreibweisen sind Mah Jongg oder im Folgenden Mahjong, wobei mit Mahjong der auf dem Stein Bambus Eins abgebildete Vogel, der Hanfsperling gemeint ist.
Der Sage nach wurde es von den gelangweilten Frauen eines chinesischen Kaisers erfunden. Schon vor 4000 Jahren zur Zeit der ersten Dynastie (Shang) soll es das Spiel gegeben haben. Mahjong blieb lange Zeit dem einfachen Volk verboten. Seit der Tang-Dynastie (618-906) wurde das Mahjongspiel als Glücksspiel, wie die meisten Glücksspiele, in China verboten.
Als sicher gilt, dass ab Mitte des 15. Jahrhunderts das Spiel dem gesamten Volk bekannt war und sich mit der Zeit zum Nationalspiel Chinas entwickelte. Bei einem Spaziergang durch bestimmte Bereiche einer chinesischen Stadt hört man auch heute das charakteristische Klacken der Spielsteine.
Im Westen wurde Mahjong in den 1920er Jahren entdeckt und begeistert gespielt. Der US-Amerikaner Joseph Babcock brachte es in die USA und es wurden eigens Fabriken gegründet, um die Nachfrage zu befriedigen, zumal von importierten Spielen das Gerücht verbreitet wurde, sie seien mit Viren verseucht. Der führende Mahjonghersteller in Deutschland war die Hamburger Firma Nordicus-Golgonda Werke. Es gab reine Mahjongzeitschriften und jede amerikanische Stadt veranstaltete ein Mahjong-Turnier. Doch bereits zehn Jahre später verschwand die Modeerscheinung so schnell sie gekommen war. Nur ein kleiner Kreis von Spielern behauptete sich in den einzelnen Ländern. In New York City wurde 1937 dann ein Hauptverband Mahjong gegründet, der die heute noch geltenden Regeln in Europa und den USA festlegte.
Mahjongspiele gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Die einfachste und billigste Variante ist sicherlich ein Kartenspiel mit Mahjongmotiven. Ansonsten gibt es die Spielsteine in Perlmutt, Elfenbein, Knochen, Holz, Stein oder eine Kombination verschiedener Materialien. Gängig sind Spiele aus einfachem Bein mit Bambusrücken und mehr und mehr aus Plastik.
Mahjong besitzt eine Vielzahl von Regelvarianten, die hier folgende Anleitung beschreibt nur eine mögliche, allerdings die in Europa gängigste Spielweise, die auffällige Ähnlichkeiten mit den europäischen Kartenspielen Rommé und Canasta besitzt.

Ein Mahjongspiel besteht aus 144 Ziegeln, Zählstäbchen und vier Würfeln. Manchen Spielen sind auch noch vier Platzsteine beigefügt, die mit den chinesischen Zeichen der Himmelsrichtungen bedruckt sind. Die Ziegel sind in verschiedene Gruppen eingeteilt. Es gibt drei Farbreihen von eins bis neun, jeweils in den Farben Lotus, Bambus und Schrift (im Bild oben). Dann die drei Drachen, den Roten, den Grünen und den Weissen Drachen, der bei manchen Spielen unbedruckt ist und die vier Winde, Osten, Süden, Westen und Norden (im Bild unten links). Die Drachen- und Windsteine heissen Trumpfziegel; Bambus, Lotus und Schrift Farbziegel. Die Ziegel Eins und Neun jeder Farbe zählen in der Abrechnung ebenfalls als Trumpfziegel. Jeder der bisher genannten Steine existiert in vier identischen Exemplaren. Dazu kommen noch die vier Blumensteine und die vier ebenfalls mit Pflanzenmotiven geschmückten sogenannten Jahreszeitensteine, die jeweils nur einmal vorhanden sind. (im Bild unten rechts).
Jeder der vier Spieler versucht durch Ziehen und Abwerfen von Steinen ein komplettes, wenn möglich wertvolles Spielbild in seiner Hand zu formen. Wer als erster alle seine Steine zu fünf einzelnen Figuren, wie zum Beispiel drei gleichen Steinen oder einer Sequenz aus aufeinanderfolgenden Steinen gruppiert hat, kann "Mah Jong" rufen und gewinnt die Spielrunde.
Zu Beginn werden die Ziegel zu einem zwei Steine hohen quadratischen Mauerhof aufgeschichtet, so dass jeder Spieler vor einem Teilstück der Mauer sitzt. Der Spielleiter, der in der chinesischen Symbolik des Spiels den Ostwind repräsentiert, gibt jedem Spieler 13 Steine, sich selbst 14 und eröffnet das Spiel, indem er einen nicht benötigten Stein in die Mitte der Mauer abwirft. Der nächste Spieler (Südwind) zieht nun einen Stein von der Mauer und wirft ebenfalls ab und so fort. Dieser normalen Ablauf kann durchbrochen werden, wenn jemand mit einem abgeworfenen Stein eine Figur komplettieren kann. Dann kann er sie rufen, ist sofort an der Reihe, zieht aber keinen Stein von der Mauer, sondern legt seine Figur offen aus und komplettiert sie mit dem abgeworfenen Stein.
Das Pong (Pinyin: peng) besteht aus drei identischen Steinen. Es kann entweder verdeckt sein, das heisst komplett von der Mauer gezogen werden oder offen. Dies ist der Fall, wenn von einem Spieler ein Stein abgeworfen wird, zu dem ein anderer zwei passende auf der Hand hält. Dieser Spieler hat nun die Möglichkeit, auch wenn er nicht an der Reihe ist, "Pong" zu rufen und den Stein zu nehmen. Er muss das Pong dann offen vor sich auslegen. Das Spiel wird nun bei ihm fortgesetzt.
Das Kan (Pinyin: gang) besteht aus vier identischen Steinen. Genau wie das Pong kann es von der Mauer gezogen oder gerufen werden. Das verdeckte Kan legt man offen aus, und zum Zeichen, dass es sich eigentlich um ein verdecktes Kan handelt, dreht man die beiden äusseren Steine um. Wer ein Kan vollendet, erhält vom Hauptwind einen Ersatzstein vom Toten Ende der Mauer, um mit allen restlichen Steinen Figuren bilden zu können. Wer zu einem Pong, das bereits offen ausliegt den vierten Stein zieht, kann dieses Pong in ein offenes Kan umwandeln.
Das Chi (Pinyin: chi,manchmal shang) ist eine Sequenz aus drei aufeinanderfolgenden Steinen einer Farbe. Ein Chi der Trumpfsteine ist also nicht möglich. Anders als "Pong" oder "Kan" kann nur der Spieler "Chi" rufen, der auch als nächster an der Reihe ist.
Um "Mah Jong" zu rufen und um damit das Spiel zu beenden, benötigt man noch ein Schlusspaar (Pinyin: jiang, manchmal yan), das aus zwei beliebigen gleichen Steinen bestehen kann. Es darf nur ein einziges Paar gebildet werden.
Im Allgemeinen werden die Figuren wie folgt gewertet:
Vergleichbar mit dem Kartenspiel Doppelkopf gibt es auch beim Mahjong Varianten, auf die man sich vor Spielbeginn einigen sollte. Hier geht es vor allem darum, welche Punktzahl für seltene Figuren, so sie denn zugelassen sind, wie 9-Laternenspiel, Zwillinge am Himmel oder auch Die Grüne Hand berechnet werden.
Ab Mitte der 1980er Jahre wurde Mahjong zunächst unter dem Namen Shanghai als Computerspiel erneut populär, nachdem die verbesserten grafischen Möglichkeiten des damals neuen Amiga-Computers erstmals eine ansprechende Darstellung eines solchen Spiels erlaubten. Für das Computerspiel wurden neue Regeln erdacht, um es mit einer Person als Patience zu spielen. Die Regeln dieses Wegnehmespiels hat mit dem Chinesischen Spiel nur die Steine gemeinsam.
Bei der beliebtesten Computerspiel-Variante muss ein einzelner Spieler paarweise alle 144 Steine vom Tisch nehmen. Dabei müssen die Spielsteine zur Seite hin und nach oben freiliegen, bevor sie entfernt werden können. Traditionell werden die Spielsteine zu Spielbeginn in der Figur des Drachen oder der Schildkröte aufgebaut, die Computerspielvarianten bieten oft viele verschiedene Startfiguren an.