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Friedrich Wilhelm Freiherr von Kyaw, auch Kyau (* 6. Mai 1654 in Strahwalde bei Löbau; † 19. Januar 1733 auf der Festung Königstein) war ein brandenburgischer und sächsischer Generalleutnant, Kommandant der Festung Königstein und Satiriker.....und das wohl bekannteste Mitglied der Familie derer von Kyaws
Die feudale Herrschaft
Der Hauptnahrungszweig der Bewohner Berthelsdorfs war in den frühen Jahrhunderten der Landbau, von Handwerken fanden sich nur die unentbehrlichsten vor. Bei dem damaligen Betriebe der Landwirtschaft, den drückenden Frondiensten und Abgaben, den niedrigen Tagelöhnen war ihr Los beklagenswert. Bei diesem Drucke kam es 1540 zu Widersetzlichkeiten und Aufruhr. Obwohl vor wenigen Jahren im "schrecklichen Bauernkrieg " viele Tausende den Tod gefunden hatten und der über Tausende namenloses Elend gebracht hatte, versuchten die Berthelsdorfer, sich durch Gewalt von ihren drückenden Hofediensten und Abgaben zu befreien oder sich die selben zu erleichtern. Der Aufstand wurde aber unterdrückt, fünfunddreißig von ihnen in Görlitz gefänglich eingesetzt und zwei hingerichtet."(Korschelt S.14) Angaben über diesen Vorfall besagen "Anno 1540 Dienstags nach Judica ließ der Adel (Balzer von Gersdorf von Hennersdorf) 2 Bauern von Berthelsdorf, als Pfeifer (möglicherweise der damalige Ortsrichter, der 1540 den Namen Pfeifer führte) und den Schuster, welche 16 Kinder hinter sich verlassen, und einen von Petershayn mit dem Schwerte hin-richten. Sind auf der Viebweide (zu Görlitz) gerichtet worden, der Hofearbeit wegen.. Drei Stunden zuvor ward ein blutiges Kreuz gesehen, ist eine Anzeigung eines unschuldigen Todes gewesen."(Korschelt S.15) Nach diesem Aufstand war den Freigelassenen "allen mördlichen Weh-ren zu tragen verboten und dieselben von sich zu geben, Brotmesser, doch ohne Spitzen, sind ihnen erlaubt worden."(Korschelt S.15) 1581 hatte Hans von Gersdorf Oberrennersdorf und das Niedergut (Klixsche Gut genannt) an Joachim von Klix verkauft. Von 1581 bis 1727 bestand Berthelsdorf aus drei Rittergütern: Oberberthelsdorf, dem Haupt- oder Mittel gut und dem Klixschen oder Niedergut. Das Hauptgut war bis 1633 im Besitz der Familie von Gersdorf. Wegen Schulden mußte es Rudolph von Gersdorf seinen Gläubigern überlassen. Diese verkauften es 1638 für 12.500 Thaler an Margarethe von Kyaw. In der Zeit, in der sie und ihr Gemahl Jaroslaw von Kyaw das Gut besaßen, kam es teils in Folge des Dreißigjährigen Krieges, teils in Folge schlechter Bewirtschaftung, ganz herunter. Diese Herrschaft mochte mit ihren Untertanen besonders hart verfahren sein, denn nur von 1638 bis 1654 wurden neunundfünfzig Personen aus dem kleinen Berthelsdorf flüchtig, weil sie die Abgaben, das sogenannte Erbgeld, nicht mehr aufbringen konnten. Nachrichten über den Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648) fehlen fast vollständig. 1654 lagen 15 von 20 Bauergütern des Hauptgutes wüst. Auch der Kretscham, dessen Besitzer sich bis 1536 zurückverfolgen lassen, wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und erst 1660 wieder aufgebaut. Eine Verwüstung des Ortes durch eine Feuerbrunst ist nicht auszuschließen. Inwieweit die Pest, der Schrecken der früheren Jahrhunderte, Berthelsdorf heimsuchte, ist nicht überliefert. Es ist aber anzunehmen, daß auch Berthelsdorf wie andere umliegende Orte nicht verschont blieb. Der Sage nach sollen beim Oberhof, beim Wiedemuthhaus und beim Kirchbauergut Pesthütten gestanden haben und die an Pest Verstorbenen dort in großen Gruben beerdigt worden sein. 1660 wurde Berthelsdorf den Gläubigern derer von Kyaws überlassen, von denen es der ehemalige schwedische Oberst, Johann Reichwaldt von Kämpfen auf Kemnitz und Bischdorf, kaufte. Obwohl dieser nur zwei Jahre Besitzer von Berthelsdorf war, so hat ihm das Dorf viel zu verdanken. Er erleichterte die drückenden Abgaben, besetzte zehn Bauerngüter mit Wirten und versuchte auf jede Weise, die bestehende Unordnung zu beseitigen. So finden sich in der Chronik von Korschelt folgende Angaben (S.80 f.): "Die Spanndienste, d.h. alle mit Zugvieh zu verrichtenden Feldarbeiten, alle bei der Bewirtschaftung des Ritterguts nötigen und sonst von der Herrschaft angeordneten Fuhren wurden ... von sechs auf (wöchentlich) drei herabgesetzt .. täglich zwei Gespann, jedes zu vier Stunden gerechnet, festgesetzt. Während der Erntezeit mußte jeder Bauer noch alle~Tage eine Person zu Handdiensten stellen, auch da war keine Stunde festgesetzt, das Einfahren konnte bis in die späte Nacht dauern; jeder mußte ein Schock laden. Bei der Heuernte waren die Bauern den halben Tag drei mal, von entfernteren Wiesen zweimal zu fahren schuldig. Alle diese Spanndienste geschahen mit eigenem Geschirr unentgeldlich.. Außerdem mußten sie auch noch jährlich eine Person zwölf Tage zu beliebigen Handdiensten stellen. Eine Fuhre nach Görlitz wurde für anderthalb Tage, nach Zittau für einen Tag und vier Meilen für zwei Tage gerechnet. Wenn Getreide zu fahren war, mußten sechs Scheffel, wenn Holz, eine halbe Klafter geladen werden. Außer diesen Spanndiensten hatte der Bauer noch vier Kloben Flachs zu brechen,vier Stück Garn über die fünfviertelellige Weife zu spinnen - wofür sie sieben gute Dreier bekamen - und zwei Beete Kraut zu setzen, die nötigen Gemeindefuhren und dem Pfarrer jährlich zwei Gespanne zu leisten und dem Gemeindehirten ein Viertel Korn zu geben. Die Gärtner, die besonders zu Handdiensten verpflichtet waren, und die bisher unausgesetzt alle Tage von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang sich zu aller und jeder Hofearbeit hatten einfinden müssen, wurde jetzt der Sonnabend gänzlich erlassen. Ihrer drei mußten täglich ein Schock dreschen und zwar um den sechzehnten Scheffel. Für Botschaft gehen bekamen sie für die Meile sechs Pfennige, unter die Meile, wie z.B. nach Löbau, bloß ein Stück Brot und Käse. Außerdem hatten sie noch gegen eine kleine Entschädigung sechs Kloben Flachs zu brechen und vier Stück Garn über die fünf viertelellige Weife zu spinnen. Für diese Handdienste bekamen die Gärt-ner täglich einen kleinen Groschen und hatten Hofekost zu fordern. Sie wurde täglich dreimal gereicht und bestand aus einer Trinksuppe und Mehlbrei und sogenanntem Lang wel (Biernachguß, zum Trunk oder zum Einbrocken). Während der Erntezeit wurden jedoch Mittags anstatt des Mehlbreis anderthalb Mäßchen Graupen gereicht, außerdem bekamen dann bei den ersten zwei Mahlzeiten vier Personen, und zur Vesperzeit sechs Personen ein Brot. Vesperbrot und Käse war von der Zeit der ersten Wollschur bis zum Ende der Getreideernte zu geben." Nach dem Tode des Oberst an einem "Steinleiden" blieb das Hauptgut Berthelsdorfs bis 1672 im Besitz seiner Söhne, um nach zwei weiteren Besitzern 1687 wieder in die Hände der Familie von Gersdorf zu gelangen. 1693 kaufte Nicolaus von Gersdorf auch noch das Niedere oder Klixsche Gut von Magnus von Klix. Nach seinem Tode 1702 folgte der jüngste Sohn dem Besitz seines Vaters. Während seiner Minderjährigkeit bis 1710 führte seine Mutter, Henriette Catharina, die Vormundschaft. Sie verwaltete auch schon früher Berthelsdorf und die benachbarten Güter, da ihr Mann größtenteil wegen seiner Stellung in Dresden weilte.