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Kabul - Auftakt zur Stichwahl in Afghanistan: Nach der umstrittenen ersten Runde der Präsidentenswahl hat offiziell die Kampagne für die zweite Runde begonnen, wie ein Sprecher der Wahlkommission in Kabul mitteilte. Die Taliban riefen erneut zum Boykott der Wahl auf.
In der für den 7. November geplanten Stichwahl stellen sich Amtsinhaber Hamid Karsai und sein Herausforderer Abdullah Abdullah. In der ersten Runde waren massive Wahlfälschungen zugunsten Karsais bekanntgeworden.
Allerdings hatte Karsai auch nach Abzug gefälschter Stimmen einen Vorsprung von fast 20 Prozentpunkten vor Abdullah. Karsai geht damit als klarer Favorit in die Stichwahl am 7. November.
Im Ausland wird die zweite Runde intensiv beobachtet. Die Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan (UNAMA) hatte bereits am Wochenende angekündigt, nach dem massiven Wahlbetrug in der ersten Runde würden bei der Stichwahl rund 200 und damit mehr als die Hälfte der Distriktchefs der afghanischen Wahlkommission ersetzt.
Die Taliban riefen zum Boykott der Stichwahl auf. Niemand dürfe an diesem "amerikanischen Prozess" teilnehmen, hiess es am Samstag in einer der Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Mitteilung der islamischen Extremisten.
Die Mudschaheddin seien darauf vorbereitet, die Wahl zu bekämpfen. Wer dennoch an dem Urnengang teilnehme und verletzt werde, sei für "seine Verluste" selbst verantwortlich.
Die Taliban hatten bereits vor dem ersten Wahlgang am 20. August zum Boykott aufgefordert, was unter anderem zur geringen Wahlbeteiligung von knapp 40 Prozent beigetragen haben soll. Wegen des nahenden Winters und der Anschlagsgefahr könnten jedoch noch weniger Afghanen zur Wahl gehen als im August.
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