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Australien 2019 – tödliche Trockenheit und dramatischer Dauerregen
Trockenheit und Hitzewellen in Australien in 2019 gefolgt von dramatischem Dauerregen. Die schlimmsten Waldbrände.
Im Winter 2018/19 hatte der Süden Australiens mit lebensbedrohlichen Temperaturen zu kämpfen, während der Norden in sintflutartigen Regenfällen versank. Beide Katastrophen wurden zu Jahresbeginn zu buchstäblich brennenden Themen. Buschfeuer sind im Süden Australien an sich nichts Ungewöhnliches. Es hat sie in der heissen, trockenen Region immer gegeben. Sie sind Auswirkungen von El Niño, der in unregelmässigen Abständen etwa alle drei bis sieben Jahre auftritt. Seit 2009 aber gibt es neue Formen der Katastrophenwarnungen. Seitdem werden Bewohner angehalten schon vor Ausbruch der Brände ihre Häuser zu verlassen ("Watch and pack" – beobachten und packen) und sich in Sicherheit zu bringen. Besonders betroffen sind die Südküste und Tasmanien. Die gegenwärtige Saison der Buschfeuer in Zentral-Queensland in der Region um Mackay, Rockhampton und Bundaberg begann bereits im November des Vorjahres und hat schon Todesopfer gefordert.
2013 kam es in New South Wales zu den schlimmsten Bränden der vergangenen zehn Jahre. Die Trockenheit ist an sich schon eine Problem für die Bevölkerung. Kommen dann noch die heissen Winde aus den Wüsten des Nord-Ostens dazu, reicht eine Kleinigkeit aus, um die Feuer explosionsartig zu entfachen.
Ein Rancher aus Metung, einem 1500 Einwohner zählenden, kleinen Dorf an den Gippsland Lakes in Victoria berichtet am 11.02.2019: “Das Feuer begann vor einer Woche durch einen Blitzeinschlag während eines Gewitters. Wir sahen wie sich die Brände zunächst auf die Vorderseite unseres Grundstücks zubewegten. Dann änderte sich der Wind und trieb das Feuer direkt auf unser Wohnhaus und die Stallungen. Die CFA (Country Fire Authority und alle Freiwilligen) setzten wirksame Feuerschneisen und das Feuer ging um Haaresbreite um unseren Schuppen herum.
Meine Frau und ich waren auf "Watch and pack" vorbereitet. Wir waren auf die Evakuierung eingestellt. Wir brachten unsere Pferde auf eine etwa drei Kilometer entfernte Koppel von Freunden. Wir mussten jedem Tier die Schweifhaare bis auf etwa 30 Zentimeter abschneiden, für den Fall, dass das Feuer durch das Gras rannte und es in Brand setzte.
Es dauerte zwei Tage, bis die „Firies“ die Kontrolle übernahmen und schliesslich die Ausbreitung der Buschfeuer stoppen konnten. Das Löschen dauerte danach noch zwei Tage, weil noch nach weiteren Brandstellen und schwelenden Bäumen gesucht wurde.
Das Feuer war nur wenige hundert Meter von unserem Haus und Hof entfernt und wir danken dem Herrn für unsere Erlösung. Wir hatten nun vier Tage leichten Regen und die Koppeln werden schon grüner. In einigen Wochen werden die Hektar verbrannten Grases und Bäume allmählich mit neuem Bewuchs bedeckt sein. Uns bleiben die Fotos und die Erinnerung an diese Schrecken. Bei aller Erleichterung wächst mit der Erfahrung aber auch die Angst, es könnte im nächsten Jahr vielleicht nicht mehr so „glimpflich“ ausgehen…
Westeuropa, Japan, Nordamerika – Industrieländer der gemässigten Zonen sind ebenfalls betroffen
Glimpflich davongekommen sind bisher die westeuropäischen und nordamerikanischen Länder. Aber auch hier stellt der Klimawandel Politik und Wirtschaft vor grosse Probleme. In der Schweiz ist der Temperaturanstieg seit dem Messbeginn 1864 fast 2 °C angestiegen. Der weltweite Mittelwert liegt im selben Zeitraum bei 0,9°. Hitzesommer und tropische Nächte werden auch in unseren Breiten keine Ausnahme mehr bleiben. Als Folge daraus schmelzen bereits jetzt die Gletscher in den Alpen. Ihr Abschmelzen wird in direkten Zusammenhang mit den erhöhten Treibhausgasemissionen der Industriegesellschaften und dem dadurch verursachten globalen Temperaturanstieg gebracht.
Die Schneegrenze verschiebt sich In jedem Winter weiter nach oben mit der Auswirkung, dass unterhalb von 2000 Metern kaum noch Schnee mehr zu erwarten sein wird. In Folge dessen erlebt die Wintersportindustrie erhebliche Einbussen. Das Abtauen der Permafrostböden erhöht die Gefahr von Erdrutschen und das Abbrechen ganzer Felsmassive.
Betroffen sind aber nicht nur die Gebirgsregionen. Auch das Flachland bekommt die Auswirkungen deutlich zu spüren. Pflanzen reagieren auf die verlängerten Wachstumsphasen. Heuschnupfen-Patienten spüren heftigere und länger anhaltende Symptome aufgrund von Pollenflug während der Monate, in denen sie früher beschwerdefrei waren. Die tropischen Nächte verhindern bei vielen Menschen die Erholungsphase nach der Hitze des Tages. Alte und kranke Personen haben besonders zu leiden und versterben sogar an Hitzschlag und plötzlichem Herztod.
Extremsommer 2018 in Japan
Viele Todesopfer forderte der Extremsommer 2018 auch in Japan. Noch gefährlicher als die trockene Hitze ist die Schwüle. Unter diesen Bedingungen können Tiere und Menschen nicht richtig schwitzen. Eine Abkühlung des Körpers findet nicht mehr statt. Kreislaufversagen und Tod drohen. Da hilft dann nur noch Abkühlung und ausreichend Trinken – solange Wasser da ist.
Während in der Landwirtschaft der westlichen Welt bisher die künstliche Bewässerung das Schlimmste verhindern konnte, leiden in der Forstwirtschaft besonders die Kiefern unter der Trockenheit. Zudem breitet sich der Borkenkäfer rasant aus und setzt den Wäldern zu. Während sich Schädlinge (unter ihnen auch der Kartoffelkäfer, der nahezu als ausgerottet galt) sich bester Bedingungen erfreuen, sieht die Situation für den Rest der Tierwelt äusserst bedrohlich aus. Forscher befürchten, dass jede sechste Tierart innerhalb der kommenden hundert Jahre durch den weiteren Anstieg der Temperaturen und den damit verbundenen Veränderungen ihrer Lebensräume, aussterben werden.
Verschiebung der Jahreszeiten
Die Verschiebung der Jahreszeiten führt bei Pflanzen und Tieren zu Irritationen. Viele Zugvögel ziehen schon nicht mehr Richtung Süden, weil die Winter insbesondere in oder in der Nähe von menschlichen Siedlungen mild genug sind. Bienen beenden immer früher ihren Winterschlaf, finden dann aber keine geeigneten Blühpflanzen vor und verhungern. Ein ähnliches Schicksal ereilt viele andere Tiere wie Igel, Murmeltiere, Heuschrecken, Schnecken, Schmetterlinge, etc.