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Eric Menoud, Präsident der kantonalen CVP, legt per 1. Juli sein Amt nieder. Er bestätigte auf Anfrage einen Bericht der Zeitung La Gruyère, wonach er aus beruflichen Gründen seinen Rücktritt erklärt habe. Er habe sich kurzfristig entscheiden müssen, und der Entscheid sei ihm nicht einfach gefallen, sagt Menoud: «Ich habe ein lachendes und ein weinendes Auge.» Die neue Stelle sei zwar attraktiv, den Posten als Präsident habe er aber auch geschätzt.
Der Ökonom Menoud wird Projektleiter bei den Freiburgischen Verkehrsbetrieben (TPF). Er arbeitet bereits im Mandatsverhältnis als Berater für die TPF im Bereich Infrastrukturen. Diese Stelle werde ihn ausfüllen, so Menoud, er müsse deshalb auf sein Parteiamt verzichten, um sich dem neuen Posten widmen zu können. Er bleibe jedoch weiterhin Mitglied seiner Partei.
Kurze, schwierige Amtszeit
Menoud war im Februar 2012 an die Spitze der Partei gewählt worden. Er trat die Nachfolge der Co-Präsidenten Urs Schwaller und Thérèse Meyer-Kaelin an. Menoud zeigt sich «extrem zufrieden» mit seinem Leistungsausweis. Unter seiner Führung konnte die CVP mit Jean-Pierre Siggen den Staatsratssitz halten, der durch den Rücktritt von Isabelle Chassot frei geworden war. Siggen setzte sich im zweiten Wahlgang gegen Jean-François Steiert (SP) denkbar knapp durch. Dies geschah nicht zuletzt wegen des Mitte-rechts-Bündnisses, das die Parteiführung um Menoud mit der FDP und SVP schloss. Die Allianz, die parteiintern umstritten war, gilt auch für die kantonalen Wahlen von 2016.
In Menouds Amtszeit fällt auch die Affäre, die mit einem angriffigen Inserat des damaligen CVP-Mitgliedes Emanuel Kilchenmann begann und mit dessen Übertritt zur SVP endete. «In einer Partei gibt es immer Konflikte zu klären», sagt Menoud im Rückblick.
Bedauern über Rücktritt
Laut einer Mitteilung bedauert die CVP den Rücktritt ihres Chefs, zeigt aber Verständnis für Menouds Entscheidung. Er habe sich während seiner Amtszeit intensiv für die Partei eingesetzt, schreiben die Vizepräsidenten François Bosson, Eric Collomb und Yvonne Stempfel. Nun wird nach einer Nachfolge gesucht. Laut Menoud kam sein Entscheid so überraschend, dass kein möglicher Thronfolger in Sicht sei. Deshalb ist eine Findungskommission eingesetzt worden. Allerdings wird die Wahl des neuen Präsidenten kaum vor der Delegiertenversammlung vom 4. September über die Bühne gehen. Damit droht der stärksten Partei des Kantons eine Vakanz.