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Marisken sind harmlose Hautfalten am Aftereingang, die normalerweise keine Symptome hervorrufen und keinen Krankheitswert haben. Bei Infektionen und Entzündungen können sie jedoch unangenehme Beschwerden verursachen. Die meisten verspüren Juckreiz oder ein Brennen in der Analgegend. Marisken sind meist nicht behandlungsbedürftig. Sie stören höchstens kosmetisch oder erschweren die Analhygiene. Nur wenn sie Probleme verursachen, ist eine Operation ratsam. Die Wunde heilt in der Regel ohne Folgen wieder ab.
Marisken sind gutartige, harmlose Hautlappen oder Knoten, die sich am äusseren Rand des Analausgangs um den Aftereingang herum bilden. Bedeckt werden Marisken von der Analhaut. Sie sind hautfarben, schmerzen nicht, können vereinzelt oder zu mehreren auftreten und fühlen sich weich oder derb an. Marisken können unterschiedlich gross werden – von wenigen Millimetern bis einigen Zentimetern. Der Name Mariske stammt vom französischen Wort „le marisque“. Es gibt noch unzählige andere Begriffe für die Marisken, die synonym gebräuchlich sind, zum Beispiel: Hautwülste, Analfalten, Perianalfalten, Vorpostenfalten, Hautlappen, Analläppchen, Analpolypen, anale Hautzipfel, Hautkarunkel oder perianale Fibrome.
Marisken können sich primär bilden. Dafür lässt sich keine organische Ursache finden. Daneben gibt es sekundäre Marisken, die oft infolge einer anderen Erkrankung entstehen, zum Beispiel einer Perianalvenenthrombose.
Marisken bilden sich bei vielen Menschen. So entwickelt etwa 75 Prozent der Frauen und 70 der Männer im Laufe ihres Lebens Hautfalten um den Afterausgang herum. In jüngerem Alter entstehen meist einzelne Marisken, später können es mehrere Hautfalten werden. Sie bilden sich nicht wieder zurück. Marisken kommen bei Menschen jeglichen Alters vor, sogar bei Babys. Bei Frauen treten sie in jüngeren Lebensjahren (zweites Lebensjahrzehnt) auf, bei Männern etwas später (viertes Lebensjahrzehnt). Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Marisken.
Ärztinnen und Ärzte unterscheiden zwei Formen von Marisken – je nach Ursache. Bei primären Marisken lässt sich keine organische Ursache ausmachen und die Gründe für die Entstehung bleiben im Dunkeln. „Idiopathisch“ sagen Ärztinnen und Ärzte dazu. Sie kommen am häufigsten vor.
Daneben gibt es sekundäre Marisken, die im Zusammenhang mit einer Erkrankung stehen. Folgende Ursachen der sekundären Marisken kommen in Frage:
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vermuten, dass einige Risikofaktoren Marisken begünstigen können – bewiesen sind die Zusammenhänge aber nicht. Eventuell sind folgende Faktoren beteiligt:
Marisken lösen nur sehr selten Symptome aus. Allenfalls können sie ein hygienisches oder kosmetisches Problem darstellen. Die Hautfalten lassen sich schwer reinigen und es können sich Stuhlreste dort ansammeln. Manche übertreiben es daher mit der Analhygiene und reizen die Haut mechanisch. Den gleichen Effekt hat zu enge Unterwäsche. Zudem bietet das feucht-warme Milieu in den Hautfalten Bakterien oder Pilzen einen idealen Nährboden. Sie können sich dort ansiedeln, vermehren und Entzündungen hervorrufen.
Dann können folgende Symptome bei Marisken auftreten:
Wenn die Symptome nicht durch eine Selbstbehandlung wieder abklingen, sollten Sie sich Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt anvertrauen. Der richtige Ansprechpartner für Marisken ist zunächst Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt, die oder der Sie eventuell an eine Fachärztin oder einen Facharzt für Proktologie weiterleitet.
Erfahrene Ärztinnen oder Ärzte erkennen Marisken oft schon auf den ersten Blick. Typisch sind die Hautfalten, die rund um den Aftereingang herum gruppiert sind. Im Gegensatz zu den Hämorrhoiden schwellen Marisken beim Pressen nicht an. Die Diagnose lässt sich meist durch den Augenschein, das Abtasten mit dem Finger und eventuell eine Untersuchung mit einem Proktoskop (Spiegelung des Afters) stellen.
Wichtig bei der Diagnose ist es, andere Erkrankungen auszuschliessen. Beispiele sind Hämorrhoiden, anale Feigwarzen, anale Fibrome oder Analkrebs (Analkarzinom).
In vielen Fällen sind die Ursachen von Marisken unbekannt. So können Sie der Entstehung der Hautfalten auch nicht wirklich vorbeugen. Achten Sie auf eine gute Analhygiene, aber übertreiben Sie es mit der Reinigung nicht. Denn das viele Wischen und Schrubben in der Analgegend kann die empfindliche Analhaut strapazieren und Entzündungen auslösen. Tragen Sie besser auch keine Unterwäsche, die zu eng anliegt – sie kann die Haut ebenfalls mechanisch reizen.
Lassen Sie zudem Krankheiten wie eine Perianalvenenthrombose oder chronische Analfissur ausreichend behandeln. In der Folge können Marisken entstehen. Ausserdem gibt es für beide Erkrankungen einige Massnahmen zur Vorbeugung. An manchen können Sie sogar selbst ansetzen und Entzündungen im Analbereich vermeiden.
Spezielle Massnahmen zur Früherkennung von Marisken sind nicht bekannt. Das wäre auch wenig sinnvoll, denn die Hautfalten sind harmlos und verursachen meist keine Symptome. Allgemein gilt: Wenn die Marisken Probleme verursachen, zum Beispiel Entzündungen, suchen Sie immer Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf.
Der Verlauf und die Prognose bei Marisken sind gut. Die Hautfalten neigen nicht dazu, weiter zu wachsen. Allerdings bilden sie sich auch nicht wieder von selbst zurück. Die Hautfalten können wiederholte Entzündungen verursachen, die unangenehm sind. Auch können sich die eigentlich weichen Marisken durch die Entzündungen verhärten und derbe Knoten bilden.
In den meisten Fällen verursachen Marisken keine Symptome und eine Behandlung ist nicht nötig. Die Hautfalten sind harmlos und wir müssen sie normalerweise nicht entfernen. Allerdings können sich Marisken entzünden, wenn reizende Faktoren auf die empfindliche Analhaut einwirken.
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