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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Sechstes Buch
XVII. Kapitel
159.
1. Wie sollte es nun nicht sinnlos sein, wenn man die Unordnung und das Unrecht dem Teufel zuschreibt und diesen doch zum Geber einer trefflichen Sache wie der Philosophie macht?1
2. Denn dann hätte er wohl den Griechen dazu, daß sie gute Männer werden, freundlichere Hilfe geleistet als die Vorsehung und der Ratschluß Gottes.
3. Umgekehrt ist es, meine ich, doch Sache des Gesetzes und jeder richtigen Ordnung, einem jeden das ihm Zukommende und das ihm Eigene und das Angemessene zu geben.
4. Denn wie die Lyra nur dem Kitharaspieler und die Flöte nur dem Flötenbläser zusteht, so sind die Vorzüge der Besitz der guten Menschen, und das Gutestun ist gleichsam die natürliche Eigenschaft des Guttäters wie dies des Feuers das Wärmen und die des Lichtes das Leuchten.2 5. Ein Guter wird aber wohl nichts Böses tun, wie ja auch das Licht nicht dunkel und das Feuer nicht kalt machen wird.
6. Ebenso wird andererseits die Schlechtigkeit nichts Tugendhaftes tun; denn die ihr eigene Tätigkeit ist das Bösestun ebenso wie die der Dunkelheit, das Sehen unmöglich zu machen. Die Philosophie kann also, da sie die Menschen tugendhaft macht, kein Werk der Schlechtigkeit sein.
7. So bleibt denn nur übrig, daß sie Gottes Werk ist, dessen einzige Tätigkeit das Gutestun ist, und alles, was von Gott gegeben wird, das wird zum Guten gegeben und empfangen.
8. Tatsächlich ist die Beschäftigung mit der Philosophie nicht Sache schlechter Menschen; aber wenn sie den Besten unter den Griechen gegeben ist, dann ist auch offenbar, von wem sie gegeben ist, nämlich ohne Zweifel von der Vorsehung, die jedem einzelnen das ihm Zukommende nach Gebühr zuteilt.
9. Mit Recht haben also die Juden das Gesetz, die Griechen die Philosophie bis zu der Erscheinung des Herrn; von da an aber findet die allgemeine Berufung statt, indem der eine, der allein Gott beider, der Griechen und der Barbaren, vielmehr des ganzen [S. 349] Menschengeschlechtes ist, durch einen einzigen, den Herrn, entsprechend der aus dem Glauben erwachsenden Lehre, zu einem auserlesenen Volk3 der Gerechtigkeit versammelt.4
1: Vgl. Strom. I 80,5.
2: Vgl. Strom. VI 141,7 mit Anm.; Strom. I 86,3.
3: Vgl. Tit 2,14.
4: Vgl. Strom. VII 107,5.