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Darf IBM Kunden vorschreiben, welche Applikationen auf welchen System-z-CPUs verarbeitet werden dürfen?
Das texanische Unternehmen Neon, Hersteller einer Software, die es Kunden ermöglichen soll, IBM-Mainframes billiger zu betreiben, will bei der Europäischen Kommission eine Klage gegen IBM einreichen, wie es auf seiner Homepage angekündigt hat. In den USA hat Neon bereits im letzten Dezember eine entsprechende Klage eingereicht.
Neon wirft IBM vor
, Kunden mit unrechtmässigen Mitteln unter Druck zu setzen, um sie vom Einsatz des Neon-Produkts "zPrime" abzuhalten.
Die Wirkungsweise von zPrime beruht darauf, dass IBM seit einigen Jahren zwei Arten von CPUs in seine System-z-Rechner einbaut, Zentralprozessoren (CPs) für die Verarbeitung von speziell für Mainframes geschriebenen "Legacy"-Applikationen (IMS, DB2, CICS, TSO/ISP, Batch-Workloads) sowie pro CP zwei Spezialprozessoren (SPs) für "moderne" Workloads, beispielsweise Java-Applikationen. Die beiden CPU-Arten sind aber an sich baugleich.
zPrime ermöglicht es nun gemäss Neon, anders als von IBM vorgesehen, auch einen grossen Teil der "Legacy"-Arbeitslasten auf den SPs auszuführen – und für deren Benützung müssen Kunden IBM deutlich weniger bezahlen, als für CPs. Der Streit dreht sich nun vor allem darum, ob die Neon-Software Patente von IBM verletzt und ob die Veträge zwischen IBM und seinen Kunden eine solche Verlagerung der Arbeitslasten erlauben. (hjm)