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Quecksilber ist das einzig Metall, das bereits bei Zimmertemperatur flüssig ist und verdampft. Der Name Quecksilber bedeutet «lebendiges Silber» und setzt sich zusammen aus den althochdeutschen Worten «quëc» (lebendig) und «silabar» (Silber). Daher stammt übrigens auch der Ausdruck «quick-lebendig». Das Metall ist ein starkes Nervengift, das aber nur gefährlich ist, wenn seine Dämpfe eingeatmet werden. Wenn es verschluckt wird, ist es ungefährlich, der Verdauungstrakt nimmt es nicht auf und scheidet es unverändert wieder aus.
Der giftige Quecksilberdampf schädigt das zentrale Nervensystem. Die Symptome sind Zittern, Erregbarkeit, Wesensveränderungen und eine Verschlechterung des Kurzzeitgedächtnisses. Bei hoher Quecksilberbelastung können auch Krämpfe und Lähmungen auftreten. Besonders anfällig für das Gift sind Ungeborene und Kleinkinder. Bei ihnen kann sich die geistige Entwicklung verzögern.
Giftiger Fisch
Früher war Quecksilber (genauer: elementares Quecksilber) in jedem Fieberthermometer enthalten, heute sind diese meist batteriebetrieben oder mit anderen Flüssigkeiten gefüllt und somit absolut unbedenklich. Die grösste Gefahr für Vergiftungen ist heute das Quecksilber, das die Menschen täglich mit der Nahrung aufnehmen, etwa durch belasteten Fisch. Das liegt daran, dass Quecksilber in der Umwelt gefährliche Verbindungen mit anderen Substanzen eingehen kann, die der Organismus nicht wie das elementare Quecksilber einfach ausscheiden kann. Die giftigste Form heisst Methylquecksilber (organisches Quecksilber). Verschluckt ein Fisch solche Verbindungen, reichern sie sich in seinem Fettgewebe an und gelangen dann über die Nahrungskette zum Menschen.
Je älter ein Fisch ist, desto mehr Zeit hatte er, Quecksilber anzureichern. Und je weiter hinten sich ein Fisch in der Nahrungskette befindet, desto höher sind die Schadstoffwerte, denn der grosse Fisch frisst kleine Fische, die ihrerseits mit Quecksilber belastet sind. Da Quecksilber vor allem im Fettgewebe gespeichert wird, ist fettreicher Fisch prinzipiell stärker belastet als magerer Fisch, Meeresfische mehr als Süsswasserfische. Letzteres, weil das Methylquecksilber im Süsswasser besser abgebaut wird. Für die tolerierbare Gesamtbelastung an Quecksilber und seiner Verbindungen gilt laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) ein Wert von bis zu 300 Mikrogramm pro Woche und Person (Stand: 1978). Zum Vergleich: Egli aus dem Genfersee enthält um die 40 Mikrogramm Quecksilber je Kilo und liegt somit deutlich unter dem Grenzwert. Die Empfehlung von Ernährungsfachleuten, vermehrt Fisch statt Fleisch beziehungsweise ein- bis zweimal pro Woche Fisch zu essen, ist also trotz des Quecksilbers richtig.
Entsorgen
So entsorgen Sie zerbrochene Thermometer oder Energiesparlampen richtig:
Raum gut lüften.
Reste mit einem geknickten Papier, Pulver mit einem Klebeband aufnehmen und alles in ein gut schliessendes Schraubdeckelglas geben.
Möglichst nicht staubsaugen.
Verschlossenes Glas einer Verkaufsstelle zur Entsorgung zurück bringen.
Bei Fragen in Zusammenhang mit Vergiftungen hilft Ihnen rund um die Uhr Tox Info Suisse weiter: Notfall-Nr. 145 (Ausland +41 44 251 51 51) oder E-Mail: <email-pii>.
Giftige Plomben, giftige Lampen
Eine weitere Quecksilberquelle sind Zahnfüllungen, aus denen die giftigen Dämpfe entweichen. Laut dem BAG liegt die tägliche Belastung durch Quecksilberdämpfe aus Amalgam zwischen 3,8 bis 21 Mikrogramm pro Person, die wöchentliche Belastung liegt also mit maximal 150 Mikrogramm pro Woche ausserhalb des Grenzwertes (bis 300 Mikrogramm pro Woche und Person, vgl. oben).
Und schliesslich kommt Quecksilber in Energiesparlampen vor. Die maximal zulässige Menge liegt bei 2,5 mg Quecksilber pro Lampe. Das ist über 200 Mal weniger, als in einem Quecksilberthermometer ist. Intakte Lampen sind ungefährlich. Aus einer zerbrochenen Lampe kann Quecksilber austreten und sich mit der Raumluft mischen. Verschiedene Studien aus den USA und Deutschland zeigen aber laut dem Bundesamt für Gesundheit, dass die Quecksilberkonzentration durch sofortiges Lüften und der Beseitigung der Scherben rasch sinkt.