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Wir hatten die Nacht am Ufer des Salmon Rivers verbracht, nachdem wir am Abend zuvor noch einen Abstecher zum Gletscher gemacht hatten. Zum Glück, denn am folgenden Morgen war der Himmel grau und es nieselte.
Am Morgen des 11. September 2019 wurden wir Zeugen, weshalb der Fluss den Namen Salmon River trägt. Und weshalb sich hier um diese Jahreszeit Grizzly-, Schwarzbären und Fischadler einfinden. Nicht zu vergessen die Möwen. Alle machen sich über die Lachse her, die in diesem Fluss ihr Leben aushauchen, nachdem sie ihren Laich abgelegt haben. Fünf bis sieben Jahre nachdem sie in diesem Fluss geboren wurden – nach einem Abstecher in den Pazifik – kehren die Lachse an ihren Geburtsort zurück. Die weiblichen Lachse legen bis zu zweitausend Eier ins Flussbett, die von den Männchen besamt werden. Und dann ist Schluss! Es war kein schöner Anblick zu sehen, wie Tausende von Lachsen – bis 20 Kilogramm schwer und 50 Zentimeter lang – verendet im Wasser lagen. Einige lebten noch und schwammen mit letzter Kraft flussaufwärts, um einen Platz zum Laichen zu finden.
Schöner war zu sehen, wie ein Grizzly im Fluss Jagd auf die Lachse machte. Er war sehr wählerisch und suchte sich einen besonders feinen Happen. Mehrere Lachse schnappte er mit seiner Schnauze und schüttelte sie, bevor er sie wieder ins Wasser plumpsen liess. Mit einem kapitalen Brocken zwischen den Zähnen, machte er sich schlussendlich auf ans Ufer, wo er den Lachs verspeiste. Hätte ich Lust auf Lachs gehabt – nach diesem Schauspiel hier, wäre er mir vergangen.
PS; Heute Abend werde ich Brigitta bitten, Spaghetti mit Gorgonzola-Sauce zu kochen! Alles, nur kein Lachs!
(Geschrieben am 11.9.2019, in Stewart, British Columbia, Kanada)
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