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Wasser ist Kraft und Lebenselexier
Das Zermatter Trinkwasser besteht zu 100% aus Quellwasser und wird aus 93 Quellen in 13 Quellgebieten gefasst und in rund 42 Kilometer langen Leitungen von den Quellen bis ins Dorf, in chemisch und mikrobiologischer in Einwandfreier Qualität transportiert.
Herr Aufdenblatten, wird die Wasserkraft in Zermatt selbst erzeugt?
Ja. Mit den installierten Wasserkraftanlagen in Zermatt können 68% der elektrischen Energie durch einheimische Wasserkraft abgedeckt werden. 4% der Energie stammt aus Wasserkraftwerken aus der Schweiz. Die fehlenden 28% werden durch Energie unbekannter Herkunft ausgeglichen.
Wie muss man sich die Energieerzeugung durch abfliessendes Gletscherwasser vorstellen? Wie kommt das Wasser in die Wasserkraftwerke?
Unterhalb der Gletscher oder im Bachbett wird mittels speziellen Einrichtungen (Wasserfassungen) das zufliessende Wasser gefasst, dort wird das Wasser von Kies und Sand getrennt und in einem Staubecken, der als Speicher dient, zwischengelagert. Bei Bedarf wird nun das gespeicherte Wasser über eine Druckleitung dem Kraftwerk zugeführt. Im Kraftwerk selbst treibt das unter hohem Druck stehende Wasser eine Turbine an, die wiederum den Generator antreibt. Im Generator wird die mechanische Energie in elektrische Energie umgewandelt, in das Versorgungsnetz eingespiesen und über Leitungen den Verbrauchern zugeführt.
Woran liegt es, dass die Vispa so unterschiedlich stark anschwillt?
Es gibt verschiedene Faktoren, die den Wasserlauf der Vispa und auch in anderen Bächen beeinflussen. Neben den veränderbaren Abflüssen aus den Kraftwerksanlagen sind dies auch Gewitter in den Bergen, die innert kürzester Zeit die Flüsse anschwellen lassen und nicht selten aus einem gemütlich dahinplätschernden Bächlein plötzlich ein reissendes und gefährliches Gewässer entstehen lassen.
Sind deshalb entlang der Flussläufe häufig Warnschilder aufgestellt?
Ja. Die Warnschilder werden entlang jedes Flusses aufgestellt, an denen sich Kraftwerksanlagen befinden. In erster Linie sollen sie auf die Gefahren vom plötzlichen Ansteigen des Wassers, durch Manipulationen an den Kraftwerksanlagen, in diesen Gewässern hinweisen. Es gilt jedoch zu bedenken, dass jeder noch so stille Bach im Gebirge auch ohne Kraftwerksanlagen zu einer Gefahr werden kann. Aufgrund der Einzugsgebiete, fallen schon bei kleineren Niederschlägen grosse Wassermengen an, die ein schnelles und starkes Ansteigen der Flüsse mit sich bringen.
Die Uferzone und schöne am Flusslauf liegende Sandbänke können innerhalb von Sekunden überflutet werden und durch die starke Wasserströmung Personen und Material mitreissen. So verlockend es ist, während eines Spaziergangs oder einer Bergtour die Füsse in einem Bergbächlein zu kühlen, es kann sehr gefährlich sein!
Eine letzte Frage: Womit löschen Sie Ihren Durst?
Natürlich mit dem Zermatter Urquell, unserem Wasser. Und ab und an mit einem Glas Wein.