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Der Shandong Shidaowan HTR-PM stützt sich auf das Konzept des Kugelhaufen-Versuchsreaktors HTR-10 (High Temperature Reactor, 10 MW thermisch) ab, der seit Dezember 2000 auf dem Gelände des Institute of Nuclear and New Technology (INET) der Tsinghua-Universität in Betrieb steht. Dieser geht seinerseits auf eine deutsche Entwicklung zurück. Der HTR-PM ist ein fortgeschrittener gasgekühlter Hochtemperaturreaktor mit Kugelhaufen-Modul und dient als Demonstrationsreaktor für weitere solche Einheiten. Der Standort des HTR-PM befindet sich an der Shidao-Bucht im östlichsten Zipfel der Provinz Shandong an der Ostküste Chinas.
Die chinesische Regierung hatte kurz nach dem Reaktorunfall in Fukushima-Daiichi im März 2011 das Genehmigungsverfahren für alle Kernkraftwerksneubauten sistiert, bis ein neues Sicherheitskonzept in Kraft gesetzt war und Gewissheit bestand, dass die bestehenden Kernkraftwerkseinheiten ausreichend sicher zu betreiben sind. Davon betroffen war auch das Neubauprojekt Shandong Shidaowan HTR-PM, das kurz vor dem Giessen der ersten Betons stand. Im Oktober 2012 kündigte Premierminister Wen Jiabao an, China dürfe seine nuklearen Bauprojekte nach und nach und geordnet wieder aufnehmen. Anfang Dezember 2012 gab das chinesische Umweltschutzministerium bekannt, dass die Nuklearaufsicht der Provinz Shandong die Baubewilligung für das Demonstrationsprojekt erteilt habe. Damit kann der erste Beton gegossen werden, womit der Bau offiziell beginnt.
Die Tageszeitung China Daily USA berichtete am 14. Dezember 2012, in einer ersten Phase würden eine Reihe HTR gebaut, die ein Investitionsvolumen von CNY 3 Mrd. (CHF 440 Mrd.) darstellten. Die China Huaneng Group (Anteil 47,5%), die China Nuclear Engineering Corp. (32,5%) und die Tsinghua-Universität (20%) entwickeln die Einheiten gemeinsam und werden sie auch betreiben. In einer zweiten Phase sollen laut China Daily an der Shidao-Bucht auch AP1000-Einheiten gebaut werden. Die Jahresstromproduktion dürfte damit auf bis zu 9 Mio. kWh ansteigen und das Investitionsvolumen insgesamt CNY 150 Mrd. (CHF 22 Mrd.) über 20 Jahre erreichen.
Quelle
M.A. nach chinesischem Umweltschutzministerium, Medienmitteilungen, 3. und 4. Dezember, World Nuclear News, 13. Dezember, sowie China Daily, 14. Dezember 2012
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