Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/78922

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, nach Anhörung der betroffenen Kreise angemessene Massnahmen zur Begrenzung der Population fischfressender Vögel, wie beispielsweise Gänsesäger, Graureiher und Kormoran, zu ergreifen. Diese Vögel sind eine der Hauptursachen für den Rückgang des Fischbestands. Der Bundesrat soll einen entsprechenden Änderungsentwurf des Jagdgesetzes vorlegen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In den letzten Jahren haben die Fischbestände in den Schweizer Fliessgewässern stark abgenommen. Verschiedene Gründe sind für diese Entwicklung verantwortlich. Eine der Hauptursachen ist der unbefriedigende Zustand vieler Fliessgewässer, die den Fischen keinen passenden Lebensraum mehr bieten. Die Aufwertung monotoner Fliessgewässer durch gezielte Revitalisierungen ist deshalb für den Schutz bedrohter Fischbestände von zentraler Bedeutung. Entsprechende Massnahmen zeitigen aber erst längerfristig Wirkung.</p><p>Kurzfristig lässt sich die Situation zumindest punktuell dadurch verbessern, dass auf die fischfressenden Vögel Einfluss genommen wird. Der Bundesrat ist deshalb bereit, das Anliegen des Motionärs in die laufende Teilrevision des Bundesgesetzes über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (JSG) aufzunehmen. Die Gesetzesänderung soll es den Kantonen erlauben, bei Fliessgewässern Eingriffe in lokale Bestände gewisser geschützter Vogelarten (Gänsesäger, Graureiher) vorzunehmen und angemessene Entschädigungen zu leisten, um die durch Kormorane angerichteten Schäden an Fanggeräten der Berufsfischerei auf Seen abzugelten.</p><p>Im Unterschied zu Gänsesäger und Graureiher ist der Kormoran nach dem JSG eine jagdbare Vogelart. Insofern sind die rechtlichen Voraussetzungen für die Regulation dieser Vogelart bereits gegeben. Konflikte, die im Umfeld von nationalen Schutzgebieten wie dem Wasser- und Zugvogelreservat Fanel-Chablais de Cudrefin zwischen der Berufsfischerei und dem Vogelschutz auftreten, müssen auf der Basis einer transparenten Faktenanalyse gelöst werden. Unter der Leitung des Bafu sind diesbezügliche Gespräche im Gange.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.