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Der Khor Sham ist rund 16 km lang. Die Einheimischen bezeichnen den Khor Sham als «Khour Shem». Ein Khor ist ein Fjord, in welchem das Meerwasser bis weit ins Landesinnere reicht. Im Gegensatz zu den Fjorden in Norwegen, welche "ertrunkene" , ehemalige Gletschertäler sind, enstanden Khors bei der Auffaltung ehemaliger Meeressedimente und der anschliessenden Erosion der Gesteinsschichten.
An seinen Ufern des Khor Sham gibt nur wenige Siedlungen, welche alle nur mit dem Boot erreichbar sind. In den Gebirgstälern gibt es keine Oasensiedlungen. Die meisten Bewohner der ufernahen Siedlungen leben vom Fischfang, welchen sie nur in den Wintermonaten betreiben können. In den Sommermonaten ist die Wassertemperatur an der Oberfläche des Khors zu hoch ist und die Fische sich in kühlere Wasserschichten zurückziehen. Die Fische verkaufen sie in Khasab.
Die meisten Khorbewohner ziehen in den heissen Sommermonaten ins Wadi Khasab, wo sie inmitten eines Dattelhains ein Sommerhaus besitzen. In den Wintermonaten leben die schulpflichtigen Kinder der Khorbewohner von Samstag bis Mittwoch bei Verwandten in Khasab, wo sie auch die obligatorische Schule besuchen. Neben den Schulbooten laufen jede Woche auch die Versorgungsschiffe der Regierung mit dem gebührenfreien Süsswasser die Landestellen der Siedlungen im Khor an. Das Trinkwasser wird in grossen Plastiktonnen im Freien gelagert. Am Khor gibt es keine Süsswasserquellen.
Die Fischer im Khor Sham pflegen weiterhin ihre traditionelle, stark islamisch geprägte Lebensweise. Sie legen keinen Wert darauf, mit ausländischen Besuchern in Kontakt zu kommen. Die Touristenboote laufen deshalb auch keine dieser Siedlungen an.
Die Siedlungen Qanah, Sham und Maqlab werden mit elektrischem Strom versorgt. Sham ist die grösste Siedlung im Khor. Die Siedlungen Nadifi und Seebi sind noch ohne elektrisches Licht. Über der Siedlung Maqlab sind auf einer Krete verfallene Häuser zu erkennen. Von den Häusern aus kann man nach einer steilen Bergwanderung (nur mit Führer!) in den Khor Habalayn hinunterschauen, welcher von der Ostküste am Golf von Oman (Indischer Ozean) weit nach Westen ins Landesinnere hineinreicht.
Bei Maqlab befindet sich die kürzeste Landverbindung zwischen dem Arabischen Golf (Khor Sham) und dem Golf von Oman (Khor Habalayn). Bei Maqlab befindet sich auch die kleine Maqlab Insel (Jazirat Maqlab), worauf sich noch heute die verfallenen Gebäude einer ehemaligen Telegrafen-Relaisstation des britischen Königreichs befinden. Die Relaisstation hatte die Aufgabe, die das Seekabel für die Telegrafensignale aus dem Irak mit jenem aus Ostindien zu verbinden. Die Insel wird daher auch als «Telegraph Island» bezeichnet.
Im 19. Jahrhundert war die Kommunikation nur über Telegrafenkabel mit Morsezeichen möglich. Heute kann man im Khor das private Handy über das militärische Mobilphonnetz benutzen. Wegen seiner Nähe zum Iran sind weite Teile von Musandam militärisches Sperrgebiet.
Nadifi
Kurz nach der Einfahrt in den Khor Sham erscheint auf der rechten Seite die Siedlung «Nadifi». In dieser Siedlung leben rund 120 bis 150 Menschen. Die Menschen leben vor allem vom Fischfang.
Qanah (oder Qanaha)
Die nächste Siedlung auf der Weiterfahrt ist Qanah, in welcher rund 50 Menschen leben. Strommasten, welche an die Siedlung heranführen, zeigen, dass die Häuser über elektrischen Strom verfügen. Die Steinhäuser sind diese Siedlung typisch.
Delfine
Zwischen Nadifi und Maqlab leben seit Jahrzehnten Delfine im Meer. Die Meersäugetiere lieben es, im Kielwasser der motorangetriebnen Dhauboote zu "surfen". Es gibt kaum eine Dhau, welche nicht für eine kurze Zeit von einigen Delphinen begleitet würde.
Maqlab
Maqlab ist eine Ansammlung von wenigen Häuser. Die Siedlung verfügt über elektrischen Strom.
Telegraph Island (Telegrafen-Insel)
Zwischen Maqlab und Sham gibt es im Khor zwei kleinere Inseln. Die grössere der beiden Inseln heisst Jazirat Maqlab (oder Telegraph Island). Die Insel verfügt über eine Landestelle und einen Weg hinauf zu den Gebäudetrümmern der ehemaligen britischen Telegrafen-Relaisstation aus dem 19. Jahrhundert.
Um die Insel gibt es eine reichhaltige Meeresfauna. Bunte Tropenfische erscheinen in reicher Zahl an der Wasseroberfläche, wenn aus den Touristenbooten Bananenstücke oder Ähnliches ins Wasser geworfen werden.
Sham
Die grösste Siedlung im Khor Sham liegt auf der Nordseite des Fjords am Fuss des rund 900 m hohen Jebel Shams. Sham verfügt über dörfliche Strukturen wie eine Moschee oder elektrischen Strom. Touristenboote besuchen auch diesen Ort nicht.
Seebi
Am östlichsten Ende des Khor Shams liegt die Siedlung. Diese Siedlung unterscheidet sich nicht von den anderen Dörfern im Khor. Vor der Küste liegt die kleine Seebi-Insel. Die Gewässer um die Insel eignen sich zum Schnorcheln und Baden.