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Metabolische Azidose, Hyperkaliämie, Alkalisierung des Urins bei Rindern und Pferden
ATCvet-Code: QG04BQ01
Zusammensetzung1000 ml Infusionslösung enthalten:
Natrii hydrogenocarbonas 50 g, Natrii edetas, Polysorbatum 80, Polysorbatum 20, Aqua ad iniectabilia q.s.
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Eigenschaften / WirkungenAcidosan enthält die Puffersubstanz Bicarbonat (HCO3-) in einer stabilisierten Infusionslösung. Zusammen mit Kohlensäure (H2CO3) bildet Bicarbonat das wichtigste Puffersystem im Organismus. Nach Bindung überschüssiger H+-Ionen an Bicarbonat entsteht Kohlensäure, die wiederum laufend zerfällt und als Kohlendioxid (CO2) über die Lunge abgeatmet wird. Diese Abatmung ermöglicht zusammen mit der H+-Ausscheidung über die Niere die lebensnotwendige Regulation der H+-Ionenkonzentration über das Bicarbonat-Kohlensäure-System.
Eine Azidose als Folge eines Überschusses an sauren Äquivalenten im Organismus führt, sobald sie durch Pufferung nicht mehr kompensiert werden kann, zur Störung des intermediären Stoffwechsels und damit zum Tod des Organismus. Die intravenöse Zufuhr von Bicarbonat, das eine Sofortwirkung im Gegensatz zu anderen alkalisierenden Substanzen hat, ermöglicht eine augenblickliche Beeinflussung der erhöhten H+-Konzentration bzw. der Azidose.
Der zusätzliche Natriumgehalt erweist sich bei einem Defizit des extrazellulären Flüssigkeitsvolumens einschliesslich des Blutvolumens als vorteilhaft, da es über die Osmoregulation die Wasserrückresorption in der Niere fördert und so zur Volumenauffüllung führt.
Die engen Beziehungen zwischen dem Säure-Basen-Haushalt und dem Kaliumhaushalt bewirken bei Veränderungen des ersteren gleichzeitig Verschiebungen von Kalium in den extrazellulären Raum, also Hyperkaliämie, ohne dass sich der Gesamtkaliumgehalt verändern muss. Bei Bicarbonat-Zufuhr wird die so entstandene - extrazelluläre - Hyperkaliämie durch K+-Verschiebung in den intrazellulären Raum rückgängig gemacht. Damit kann bei gleichzeitig mit der Azidose bestehendem Elektrolytverlust, wie er z.B. bei Diarrhoe besteht, auch der K+-Bestand durch Elektrolytzufuhr wieder normalisiert werden, ohne dass die K+-Infusion zu Störungen führt.
IndikationenMetabolische Azidose
Diarrhoe, insbesondere von Jungtieren (Kälberdiarrhoe)
Metabolische Azidose der Neugeborenen
Pansenazidose beim Rind
Renale Azidose (Urämie)
Schock mit bestehender Azidose
Salizylatvergiftung
Alkalisierung des Urins
Zur Vermeidung der Ausfällung von Eiweiss bzw. von Kristallen in den Nierentubuli bei
Hämoglobinurie, Myoglobinurie (Lumbago, Kreuzschlag)
Sulfonamid-Kristallurie
Barbituratintoxikation (zur Förderung der Barbitursäureausscheidung, evtl. kombiniert mit Mannitolbehandlung)
Hyperkaliämie
Die Berechnung des Alkalibedarfs nach Bestimmung des negativen Basenüberschusses (-BU) erfolgt nach folgender Formel:
respektive
Am 1.Tag sollten 50% des Alkalidefizits ausgeglichen werden, der Rest innerhalb von 48-72h.
Schätzung des negativen Basenüberschusses (-BU) nach dem Schweregrad der Urämie bei Niereninsuffizienz (nach R.W. Kirk VII, 1980):
Richtdosierungen
Langsam i.v., bei hochgradiger Azidose zweite Hälfte der Dosis möglichst als Tropfinfusion applizieren.
Die Applikation hat streng intravenös zu erfolgen; dabei sind grosse Venen zu verwenden. Stehen ausschliesslich kleine Venen zur Verfügung, kann durch eine 3,6fache Verdünnung mit Aqua dest. eine isotonische Lösung (333 mosm/l bzw. 1,4% NaHCO3-Lösung) hergestellt werden.
Anwendungseinschränkungen
KontraindikationenSchwere Herz- und Niereninsuffizienz stellen eine relative Kontraindikation wegen der Natriumzufuhr dar.
Unerwünschte WirkungenVetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
Sonstige HinweiseBei gleichzeitig gestörtem Wasserhaushalt ist das Wasserdefizit auszugleichen. Dazu kann Acidosan durch Zugabe von Aqua destillata (1 Teil Acidosan + 2,6 Teile Aqua dest.) zur isotonischen Lösung verdünnt werden.
Der Inhalt angebrochener Flaschen ist zu verwerfen.
Bei Raumtemperatur (15 - 25°C) lagern
Medikament zum Schutz der Kinder sicher aufbewahren.
Nach Ablauf des Verfalldatums (EXP) nicht mehr verwenden.
PackungenInfusionsflasche zu 500 ml
Informationsstand: 10/2013
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