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Weshalb duzt euch jeder Erwachsene, ihr aber, wenn ihr einen Erwachsenen nicht sehr gut kennt oder er nicht zu eurer Familie gehört, sollt ihn siezen? Weshalb duzen sich nicht alle Erwachsenen untereinander, während sich die Kinder, auch wenn sie sich gar nicht kennen, alle immer duzen? War das schon immer so?
Weshalb, wenn man höflich sein will, braucht man viel mehr Worte als wenn man Befehle gibt? Und weshalb entschuldigt man sich, wenn man jemanden um eine Auskunft bittet? Warum schreibt man „Sie“ und „Ihr“ gross, „du“ und „euch“ aber klein? Warum kennt die Sprache überhaupt Regeln der Höflichkeit?
In der Vorlesung soll es darum gehen, diese und andere Geheimnisse sprachlicher Höflichkeit zu verstehen. Ausserdem will ich auch aufzeigen, wie sich sprachliche und nicht-sprachliche Höflichkeit zueinander verhalten, denn wir sind nicht nur mit Sprache, sondern auch mit dem Körper höflich.
Als Vorbereitung für die Vorlesung achtet ihr am besten mal genau darauf, was ihr eigentlich mit der Sprache und dem Körper macht, wenn ihr versucht, anderen Menschen gegenüber so richtig höflich zu sein.