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Der Hurrikan Florence war der bisher stärkste Wirbelsturm dieses Jahres: Er wütete die erste Hälfte des Septembers im Atlantik und traf mit ca. 150 km/h auf die Ostküste der USA. Mindestens 37 Menschen fielen dem tropischen Sturm zum Opfer. Der stärkste je gemessene Wirbelsturm war der Hurrikan Patricia. Dieser entstand am 20. Oktober 2015 über dem Nordpazifik und löste sich nach vier Tagen über Mexiko auf. Patricia erreichte Windgeschwindigkeiten von bis zu 345 km/h, was der fünften und höchsten Hurrikan-Kategorie entspricht.
Wirbelstürme und ihre Entstehung
Tropische Wirbelstürme entstehen grösstenteils zwischen Mai und November jeweils innerhalb von 5 und 25 Grad nördlicher und südlicher Breite. Dies ist der Bereich, wo die Corioliskraft und die Passatwinde wirken. Damit sie sich bilden, müssen klare Bedingungen gegeben sein: Das Meerwasser muss sich bis in eine Tiefe von 50 Metern auf mindestens 26 Grad erwärmt haben. Ausserdem müssen alle Winde gleich schnell sein und in dieselbe Richtung verlaufen. Ist dies über ein Areal von mehreren hundert Quadratkilometern der Fall, kann sich ein riesiges Tiefdruckgebiet ausbilden. Dabei kondensiert das Meerwasser und steigt schnell in die Höhe. Es entstehen mächtige Gewitterwolken. Durch das rasante Aufsteigen der Luftmassen entsteht über der Meeresoberfläche ein Unterdruck. Noch mehr feucht-warme Luft wird von der Umgebung angezogen. Damit ist der Antrieb des Sturms entstanden. Die Corioliskraft bewirkt, dass sich das Tiefdruckgebiet beginnt zu drehen, und Passatwinde treiben es vorwärts. Auf dem offenen Ozean kann immer mehr feuchte Luft angesogen werden; der Wirbelsturm wächst und dreht sich immer schneller. Ist die Rotation gross genug, kann sich in der Mitte ein windstilles Auge bilden.
Die Wirbelstürme schwächen sich ab, sobald die Wetterbedingungen nicht mehr günstig sind oder wenn sie auf Land treffen. Dort können sie verheerende Schäden anrichten: Die Windböen, Sturmfluten, Niederschläge, Wellen und Tornados, die den Stürmen einhergehen können, zerstören Gebäude, Infrastrukturen und führen zum Tod vieler Menschen und Tiere.
Verschiedene Bezeichnungen
Je nachdem, wo der tropische Wirbelsturm gebildet wurde, wird er anders benannt: Hurrikane (engl. Hurricanes) bezeichnen diejenigen Stürme, die im Atlantik und im östlichen Nord – und Südpazifik entstehen. Sie betreffen also hauptsächlich den amerikanischen Kontinent.
Taifune dagegen kommen im Nordwestpazifik und in Ostasien vor.
Zyklone sind tropische Wirbelstürme, die sich im Indischen Ozean, im Südpazifik sowie rund um Australien bewegen.
Wirbelstürme im Mittelmeer?
Seit den 80er Jahren ist bekannt, dass auch im Mittelmeerraum Wirbelstürme entstehen können – sogenannte Medicanes (MEDIteranean HurriCANES). Diese mediterranen Stürme unterscheiden sich aber von den tropischen dadurch, dass sie wesentlich kleiner und die Winde schwächer sind. Wichtig für ihre Entstehung ist mehr der Temperaturunterschied von der Höhe zur Wasseroberfläche als die grossflächige Erwärmung des Meeres. Deshalb muss in höheren Lagen ein Kaltlufttief herrschen. Medicanes bilden keine selbstständigen, sich von Luftmassen ernährenden Wettersysteme, weil das Mittelmeer dafür zu klein ist. Die Wirbel werden von aussenstehenden Kräften angetrieben.
Zuletzt sorgte der Medicane Zobras in Griechenland für Starkregen und Windböen.
Was die Zukunft bringt
Entgegen der Erwartungen werden mit dem Klimawandel wohl weniger Medicanes auftreten, weil laut Meteorologen die antreibenden Kaltluftfronten seltener werden. Allerdings werden die Stürme stärker und können mehr Schaden anrichten.
Bei tropischen Wirbelstürmen sieht es anders aus: Durch die Erderwärmung können sich über den Ozeanen mehr Hurrikane, Taifune und Zyklone bilden.