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Die Schwäche englischer Nationalteams im Penaltyschiessen ist längst legendär. An drei WMs mussten die «Three Lions» dazu antreten, jedes Mal schieden sie aus. Nun soll alles anders werden.
Die Bilanz ist desaströs: An Welt- und Europameisterschaften trat England bislang sieben Mal zum Penaltyschiessen an. Und gewann nur ein einziges.
Kein anderes Land hat bei Penaltyschiessen eine noch schlechtere Bilanz als die Engländer. Stuart Pearce und Chris Waddle (WM 1990) sowie der heutige Nationaltrainer Gareth Southgate (EM 1996) sind die berühmtesten der tragischen Penaltysünder.
Southgate und der englische Verband versuchen deshalb, das Problem so gut wie möglich zu beheben. «Wir haben eine Arbeitsgruppe damit beauftragt und sie hat einige interessante Dinge gefunden», sagt Dan Ashworth, der technische Direktor des Verbands, im Telegraph.
So planen die Engländer, eine Indoor Golf-Anlage mit nach Russland zu nehmen. Dort sollen die Fussballer sich spielerisch an Drucksituationen gewöhnen, denn ihre Mitspieler sollen versuchen, sie mit Zurufen aus dem Konzept zu bringen.
Die Engländer haben den Vorgang des Penaltyschiessens in Einzelteile zerlegt, das Szenario im Detail durchgespielt. «Wenn die Verlängerung vorbei ist, hast du einige Minuten Zeit, bis es los geht. Was machst du dann?», fragt Ashworth. «Wo auf dem Feld bereitest du dich vor? Wer ist alles involviert und wie?» Fragen, die am besten schon im Vorfeld geklärt sind, damit sich jeder auf die Aufgabe fokussieren kann.
Die Arbeitsgruppe stellte fest, dass englische Spieler schneller als andere schiessen, wenn der Schiedsrichter mittels Pfiff die Ausführung des Penaltys erlaubt hat. «Dabei kannst du so lange warten, wie du willst», so Ashworth. Deshalb der Ratschlag: Sich die nötige Zeit zu nehmen. So wie es andere tun: «Cristiano Ronaldos Selbstbeherrschung ist unglaublich.» In der Ruhe liegt die Kraft.
Ashworth hält den Aufwand für gerechtfertigt. «Wenn du Weltmeister werden willst, sagt dir die Statistik, dass du dazu in einer Runde ins Penaltyschiessen musst.» Pessimisten weisen indes darauf hin, dass England zunächst überhaupt einmal die K.o.-Phase der WM erreichen muss. In der Gruppe G trifft es der Reihe nach auf Tunesien, Panama und Belgien.