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Jetzt, da sich die Überlebenskosten für das Team etwas mehr als halbiert haben, weil Bidu endlich gelernt hat zu verhandeln, steht schon die Rückreise vor der Tür. Wir müssen unbedingt so bald wie möglich wiederkommen und im Idealfall auch etwas länger da bleiben.
Den neunten und damit letzten Tag in Haiti begannen wir mit einem Ausflug in die Altstadt von Port-au Prince. Wer sich hier gemütliches Schlendern durch alte, ehrwürdige Bauten vorstellt, liegt daneben. Es war eine Rundfahrt mit Daniel, dem Ehemann von Silvaine und einem einheimischen Freund von ihnen durch ein Durcheinander von Marktständen, riesigen Menschenmengen, Abfallhaufen, Taptaps, Lastwagen und baufälligen Häusern. Seit dem Erdbeben im Jahr 2010 wurde verhältnismässig wenig renoviert, weggeräumt oder wieder aufgebaut. Viele Leute leben weiterhin in den damals durch die NGOs aufgestellten Containern, die sie inzwischen wohl etwas um- oder ausgebaut haben, die aber längstens keine ausreichenden Bedingungen für angemessene Hygiene- und Platzstandards bieten.
Nur die Gebäude ausländischer Autohersteller und Banken sind modern und der Kontrast lässt den Rest noch ärmer erscheinen. Bevor wir die Stadt verliessen, unternahmen wir noch einen Abstecher nach Pétionville, das Viertel in dem die Reichen leben. Wir schlenderten noch durch einige Marktstände und betrachteten die Werke der einheimischen Künstler. Wir kauften einige Kleinigkeiten bei Monsieur Gentil, Monsieur Liquidation und Monsieur Bon-Prix. Hier bemerkten wir dann auch verwundert Bidus plötzliche Verhandlungskünste. Wie er sich diese in der kurzen Zeit angeeignet hatte, bleibt wohl sein Geheimnis.
Am Nachmittag fuhren wir in einen Vorort, wo wir ein Kinderheim, das von einer alten Haitianerin geführt und von Schweizern unterstützt wird, besuchten. Das Heim ist für 80 Kinder eingerichtet, momentan leben aber etwa 120 von 0 bis ca. 20 Jahren dort. Das Personal dort leistet harte Arbeit. Die einheimischen „Lullys“, wie sie die Nannys nennen, kümmern sich jede um 10-12 Kinder. Sie sind 6x24 Stunden im Heim und schlafen sogar bei den Kindern in den Schlafsälen. Trotzdem reicht ihre Präsenz nur für das Allernötigste und Dinge wie Zuwendung bleiben zu einem grossen Teil auf der Strecke.
Nachdenklich verliessen wir diesen eindrücklichen Ort nach eineinhalb Stunden wieder, um noch schnell ein dreiköpfiges Kommité der haitianischen Unihockey-Föderation zu einem abschliessenden Gespräch zu treffen. Dann ging es zurück zum Guesthouse für unseren letzten gemeinsamen Abend.