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Taikonauten steigen ins Raummodul um
Die Rakete «Langer Marsch 2F» brachte die drei Taikonauten in ihrer Raumkapsel «Shenzhou 9» von der Wüste Gobi aus ins All. (Keystone)
Das chinesische Raumschiff «Shenzou 9» hat im Erdorbit erfolgreich an das Raummodul angedockt, welches seit neun Monaten um die Erde kreist. Zunächst schwebte Kommandant Jing Haipeng von der Raumkapsel aus durch die Luke von «Tiangong 1» und winkte in die Kamera, die den Umstieg live ins chinesische Fernsehen übertrug.
15 Quadratmeter grosse Raumkapsel
Haipeng folgten der Bordingenieur Liu Wang und Liu Yang, die erste Chinesin im All. Die drei Taikonauten sollen die Erde zehn Tage lang in 343 Kilometern Höhe umkreisen. Auf ihrem Programm stehen wissenschaftliche Experimente und körperliche Übungen. Dafür steht den Taikonauten eine 15 Quadratmeter grosse Kabine zur Verfügung. Medien berichteten, dass auch ein Raum-Spaziergang geplant sei.
Chinesen planen eigene Raumstation
Dreieinhalb Stunden zuvor war dem Raumschiff «Shenzhou 9» das erste bemannte Andockmanöver in der Geschichte der chinesischen Raumfahrt gelungen. Es war noch automatisch gesteuert. In den nächsten Tagen sollen die Taikonauten allerdings auch ein manuelles Andockmanöver üben.
Gestartet waren die Raumfahrer am vergangenen Samstag in der Wüste Gobi. Sie wurden von einer Rakete des Typs «Langer Marsch 2F» ins All gebracht. Das Raummodul «Tiangong 1» war im September 2011 ins All geschossen worden. Es wiegt 8,5 Tonnen und soll bis spätestens 2020 zu einer 60 Tonnen schweren permanenten Raumstation ausgebaut werden.
Eine effiziente Rakete macht den Erfolg aus
«Der Erfolg des chinesischen Raumprogramms wird von der Trägerrakete «Langer Marsch 5» abhängen», sagte Joan Johnson-Freese, Raumfahrtexpertin am Naval War College in den USA, der Nachrichtenagentur dpa. Diese leistungsfähigere Rakete wird zurzeit von China entwickelt, sie soll bis zu 25 Tonnen Last ins All transportieren können.
Der Mann im Mond bald ein Chinese?
Das ehrgeizige chinesische Raumfahrtprogramm sieht zudem vor, bis zum Jahr 2030 einen Chinesen auf den Mond zu bringen. Das Programm sei eine Demonstration «stetig wachsender nationaler Stärke», berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.
Sie zitierte Wu Bangguo, den Vorsitzenden des Ständigen Ausschusses des Nationalen Volkskongresses, mit den Worten: «Wir können stolz erklären, dass das Programm ein Schlüsselindikator ist für die erfolgreiche Entwicklung des Sozialismus mit chinesischen Besonderheiten». (pet, dpa)
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