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Nach gerade einmal einer Woche hat Japans Wiederaufbauminister Ryu Matsumoto sein Amt am Dienstag wieder abgetreten. Bei einem Besuch in der Erdbebenregion hatte er das nötige Fingerspitzengefühl vermissen lassen.
Für Ministerpräsident Naoto Kan, dessen Rückhalt in der Bevölkerung wegen der Atomkrise schwindet, ist der Rücktritt ein schwerer Schlag. Matsumoto stand massiv in der Kritik, nachdem er sich am Wochenende gegenüber den Gouverneuren zweier verwüsteter Regionen im Nordosten in einer als arrogant und verletzend empfundenen Art verhalten hatte.
Den Gouverneur der Präfektur Miyagi, Yoshihiro Murai, hatte Matsumoto abgekanzelt, weil dieser verspätet zu einem Treffen kam. Für Ärger sorgte zudem seine Äusserung gegenüber dem Gouverneur der Provinz Iwate, Takuya Tasso, wonach die Regierung ausschliesslich den Erdbebenregionen helfen wolle, die "Ideen" hätten, den anderen nicht.
"Meine Worte waren brutal und haben die Gefühle der von der Katastrophe betroffenen Menschen verletzt", sagte Matsumoto am Dienstag mit tränenerstickter Stimme auf einer Pressekonferenz.
Kan hatte den 60-Jährigen erst am Montag vergangener Woche zum Chef des neu geschaffenen Wiederaufbauministeriums berufen. Als bisheriger Umwelt- und Katastrophenschutzminister war er bis dahin bereits mit den Aufräumarbeiten im schwer zerstörten Nordosten des Landes befasst.
Bereits vier Minister verloren
Seit Kans Amtsantritt im Juni 2010 ist Matsumoto bereits der vierte Minister, der im Zusammenhang mit Affären oder Entgleisungen zurücktritt. Kans Krisenmanagement ist mittlerweile dermassen umstritten, dass der Ruf nach seinem sofortigen Rücktritt immer lauter wird.
Die japanische Regierung segnete am Dienstag einen milliardenschweren Nachtragskredit für den Wiederaufbau nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe abgesegnet. Das Volumen der zusätzlichen Ausgaben beträgt umgerechnet gut 20 Milliarden Franken.
Das Parlament muss dem Vorhaben noch Mitte Juli zustimmen. Beim Erdbeben am 11. März und dem dadurch ausgelösten Tsunami wurden etwa 26'000 Menschen getötet. Mit einem Sachschaden von umgerechnet fast 250 Milliarden Franken ist es die bislang teuerste Naturkatastrophe der Welt.
Bereits im Mai hatte Japan den ersten Sonderhaushalt unter Dach und Fach gebracht. Das Parlament verabschiedete damals einen Notetat von rund 40 Milliarden Franken.