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Bei der repetitiven transkraniellen Magnetstimulation (rTMS) handelt es sich um die Stimulation von umschrieben Bereichen des Gehirns mithilfe von elektromagnetischen Feldern durch den Schädel hindurch. rTMS ist gut wirksam bei leichter bis mittelschwerer Depression. Diese Therapie kann in dieser Indikation anstatt oder zur Verstärkung der antidepressiven Medikation eingesetzt werden. Weiterhin kann rTMS zur Therapie von Zwangsstörungen, chronischen Schmerzen, manchen Formen der Schizophrenie und zur Reduktion des Suchtmittelverlangens (sog. Craving) bei Abhängigkeitserkrankungen hilfreich sein. rTMS ist gut verträglich und erfordert weder eine Narkose, noch eine intensive medizinische Überwachung.
Erwachsene 18 – 64, Erwachsene 65+
Psychotische Störungen, Angststörungen, Bipolare Störungen, Depressive Störungen, Psychosomatische Störungen, Substanzgebundene Abhängigkeitserkrankungen,
Hauptstandort Windisch – Areal Königsfelden,
ambulant, stationär
Verschiedene psychische Funktionen wie z.B. die emotionale Regulation, kognitive und Denkprozesse werden im komplexen Zusammenspiel verschiedener Netzwerke des menschlichen Gehirns reguliert. Bei seelischen Erkrankungen kommt es zur Fehlregulation in diesen Regelkreisen. Mit Hilfe der rTMS können oberflächig gelegene Teile dieser neuronalen Netzwerke stimuliert werden, wodurch ihre normale Funktion wieder hergestellt wird. In einer Reihe wissenschaftlicher Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass rTMS eine Linderung verschiedener Symptome psychiatrischer Erkrankungen bewirkt. Die Ergebnisse der aktuellen Studien sprechen auch dafür, dass rTMS bei Depression mehr als dreimal wirksamer ist als eine Schein-rTMS-Behandlung. Ihre antidepressive Wirksamkeit ist vergleichbar mit der eines «Standard-Antidepressivums» (Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, SSRI). Wie jede Behandlungsform hat auch die rTMS ihre Grenzen, d.h. sie kann nicht jeder Patientin, jedem Patienten helfen. Derzeit wissen wir nicht, weshalb sie bei manchen Patienten gut bis sehr gut und bei anderen weniger wirksam ist. So zeigen die bisherigen Studien, dass rTMS bei schwerer und schwerster oder bei sehr chronifizierter Depression weniger effektiv ist und dass ihre Wirksamkeit insgesamt derjenigen der Elektrokonvulsionstherapie (EKT) unterlegen ist.
Der wesentliche Vorteil der rTMS gegenüber der EKT ist, dass bei dieser Therapie kein Krampfanfall ausgelöst wird, so das weder eine Narkose, noch eine Muskelrelaxierung oder eine intensive medizinische Überwachung benötigt wird. Zudem wird die rTMS-Behandlung in der Regel sehr gut vertragen. Gelegentlich kann es allerdings zu milden, gut behandelbaren Kopfschmerzen kommen. Weitere Nebenwirkungen sind sehr selten.
Vor Beginn einer rTMS erfolgt ein Indikationsgespräch, wobei eingeschätzt wird, inwiefern die Behandlung für die Patientin, den Patienten geeignet ist. Unter Umständen werden vor Beginn der Therapie weitere diagnostische Massnahmen (z.B. EEG, MRI des Kopfes oder Röntgen-Untersuchung des Kopfes) erforderlich.
Die rTMS erfolgt in Form einer Behandlungsserie mit oft 20 bis 30 Einzelbehandlungen, welche werktags stattfinden. Während einer rTMS-Serie muss eine regelmässige Überprüfung des Therapieverlaufs durch eine Psychiaterin, einen Psychiater oder eine Psychologin, einen Psychologen sichergestellt sein. Zu Beginn der Behandlungsserie finden in der Regel fünf Behandlungen pro Woche statt. Bei manchen Patientinnen und Patienten können schon nach 14 Tagen erste Behandlungserfolge festgestellt werden. Nach Erreichen einer messbaren Besserung wird die Häufigkeit der rTMS-Sitzungen schrittweise reduziert. Mit Hilfe einer sog. Erhaltungs-rTMS, die in der Regel über einen Zeitraum von 6 bis 12 Monaten angeboten wird, kann nach Erreichen einer Remission das Rückfallrisiko reduziert werden.
Interventionelle Psychiatrie, Gebäude O.11 am Hauptstandort Windisch – Areal Königsfelden
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Interventionelle Psychiatrie
gesundheitheute vom 1. Mai: Patienten mit schweren Depressionen werden durch Magnetstimulation oder eine Behandlung mit leichten Stromschlägen therapiert. Doch die Methoden haben ein schlechtes Image. Dr. Maxim Zavorotnyy, Leitender Arzt der Psychiatrischen Dienste Aargau, gibt Auskunft.