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21.Sept. Die 50er Jahre mit Duke Ellington, Gerry Mulligan, Johnny Hodges
Karl Lampert
Zum Auftakt in unserem neuen Klublokal hören wir drei meiner Jazz-
Favoriten.
Einerseits die Duke Ellington All Star Road Band mit Aufnahmen aus
dem Jahre 1957.
In einem etwas kürzeren zweiten Teil sind Aufnahmen der Saxofonisten Gerry Mulligan und Johnny Hodges aus der CD "Gerry Mulligan meets Johnny Hodges", aufgenommen im Jahr 1959 in Los
Angeles, zu hören.
Eigentlich war diese Band ein Ding der Unmöglichkeit. Sie wurde ins Leben
gerufen, gehegt und gepflegt, bemuttert, finanziert und promotet von einem
in Deutschland geborenen italienischen Sozialisten, dessen Qualifikationen
für das Management einer Band darin bestanden, dass er gelernter Architekt und Besitzer eines Eiscafés in der Hohen Strasse in Köln war.
Geleitet wurde die Band von zwei Musikern, die sich gegenseitig in der
Kunst überboten, sich im Hintergrund zu halten und möglichst wenig Profil
zu gewinnen. Trotzdem bestand die Band elf Jahre lang, entwickelte ein
unvergleichlich hohes künstlerisches Niveau und ging als bedeutendes
Kapitel in die Jazzgeschichte ein - bei weitem das beste Jazzorchester, das
je ausserhalb der Vereinigten Staaten zusammengekommen war.
The Observer: Ist es nicht merkwürdig, dass die beste (seit Jimmie Lunceford die beste!) Big Band der Geschichte des Jazz überhaupt, nicht in New
Orleans, nicht in Chicago, nicht in Kansas City und auch nicht in New York,
sondern im Herzen Europas, in Köln am Rhein entstanden ist?“
Wir hören Konzertaufnahmen, die grösstenteils nie auf Tonträgern erschienen sind.
Der letzte Abschnitt über die Karriere des grossen Tenorsaxophonisten wird uns daran erinnern, wie er live zu hören war. In den 70er
Jahren wurde er – wie viele andere Jazzmusiker – von Pop, Rock
und R&B beeinflusst, aber er gab seiner Musik immer eine ganz persönliche Note, einen unverkennbaren Ton. Viele Zuhörer meinten,
man müsse ihn live erleben, um Sonny Rollins wirklich zu begreifen.
Er war einer der wenigen, der in ausgedehnten Soloimprovisationen
immer wieder Neues bringen konnte. Heute Abend beweisen wir das
im ersten Set mit Ausschnitten von seiner „Milestone Jazz Stars in
Concert“ Tournee in Amerika 1978 mit McCoy Tyner, Ron Carter
und Al Foster.
Im zweiten Set schauen wir bei den Berliner Jazztagen hinein, wo
Rollins sich im pianolosen Quartett von einem Dudelsackbläser begleiten liess, und schliesslich beim Berner Jazz Festival 1985, wo er
wieder im Quintett mit Piano auftrat.
Der Tenorsaxophonist Dexter Gordon begann seine Karriere bei Lionel Hampton, spielte anschliessend in der bahnbrechenden Band von Billy Eckstine und
gilt als erste wichtige Stimme des Bebop.
Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde er durch seine Saxophon-"Duelle" "The Chase and the Steeple Chase" mit Wardell Gray, in den sechziger
Jahren spielte er für Blue Note einige Platten mit bleibendem Wert ein.
Dexter Gordon lebte lange in Paris und Kopenhagen und hatte einen entscheidenden Einfluss auf die dänische Jazz-Szene. Für seine Darstellung der Figur
des Dale Turner im Film "Round Midnight" von Bertrand Tavernier wurde er mit einer Oscar Nomination belohnt.
Unser langjähriges, geschätztes Mitglied Werner Pulver hat seine riesige Plattensammlung dem swissjazzorama geschenkt.
Fernand Schlumpf, Martin Stump, Rolf Huber und Valentin Bächi präsentieren einige Scheiben, die er auf die berühmte Insel mitnehmen würde.
Im heutigen Jazz-Abend sind vor allen der Trompeter Buck Clayton und der Saxofonist Buddy Tate zu hören.
Von ihnen sind im Jahr 1961 im Studio Rudy van Gelder in New Jersey Titel aufgenommen worden. Davon werden wir einige hören.
Im Jahr 1964 stellte BBC-Fernsehen auf das neue Bildformat 625 um und feierte die verbesserte Bildqualität u. a. mit einer Reihe von Jazz-Programmen, die unter den Titel „Jazz 625“ bis 1966 lief.
Zuerst werden wir eine spannende Zusammenstellung aus den ursprünglichen Programmen erleben. Hier sehen wir amerikanische Stars wie das Cannonball Adderley Sextet, das Oscar Peterson Trio und die Woody Herman Bigband und die damals populärsten englischen Bands und Sängerinnen.
Im März dieses Jahres wurde das Format in einer schwarz-weissen Sendung wiederbelebt mit Andi Oliver als MC und dem legendären Rolling Stones Schlagzeuger Charlie Watts, der als Jazz-Drummer in die Hausgruppe zurückgekehrt war. Diese begleitet Gäste wie Joshua Redman, Jacqui Dankworth und Gregory Porter. Dazwischen werden weitere Ausschnitte der ursprünglichen Sendungen
16.Nov. Manu Dibango, ein Afro-Jazz-Star aus Kamerun
Rolf Huber
Manu Dibango war Saxophonist, Viibraphonist, Pianist, Sänger, Komponist.
Er entwickelte durch die Verbindung von Jazz mit traditioneller kamerunischer Musik und deren populären Tanzmusik Makossa einen eigenen Musikstil.
Er verstarb als eines der ersten weltbekannten Coronavirus Opfer am 24.März 2020 86-jährig in Paris.
Miles Davis hat den Durchbruch zum Weltstar anno 1955 geschafft.
Mein Referat beleuchtet die Jahre zuvor. Wir hören u.a. Aufnahmen mit Charlie Parker, Gene Ammons, Benny Carter, Sarah Vaughan, Tadd Dameron und mit Gruppen unter seinem Namen, darunter auch die „Birth of the Cool“ Band.
Ich werde auch versuchen, seine stilistischen Merkmale zu beschreiben und die Unterschiede zu seinen Konkurrenten darzustellen.