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Vor 47 Jahren erliess der amerikanische Präsident John F. Kennedy ein Handelsembargo gegen Kuba, das alle nachfolgenden Präsidenten überdauerte und bis heute gilt. Mit dem Wahlsieg von Barack Obama ist die Stimmung aber umgeschlagen. Allgemein wird erwartete, dass die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Kuba und den USA bald normalisiert werden könnten, und sich damit der US-Markt für den Import von kubanischen Zigarren öffnen würde.
Der Bloomberg-Artikel Cuban Cigars JFK loved may end Forbidden Fruit status in U.S. beschäftigt sich mit dem «Doppelmarken-Problem», das vor einer Marktöffnung gelöst werden muss: Weil Kuba nach dem Embargo seine Markenrechte in den USA nicht mehr durchsetzen konnte, wurden die kubanischen Zigarren-Marken in den USA von anderen Personen registriert. In vielen Fällen sicherten sich die tatsächlichen früheren Markeninhaber, die nach der Revolution auf Kuba enteignet wurden und in die USA geflüchtet waren, die amerikanischen Markenrechte.
Inzwischen wurden die Rechte der meisten Marken von der Swedish Match-Gruppe gekauft. Andere Marken wie Montecristo sicherte sich der Konzern Imperial Tobacco, der nach der Übernahme von Altadis auch an der kubanischen Zigarrenindustrie beteiligt ist. Verschiedene Marken wie Cohiba oder Romeo y Julieta existieren deshalb in einer amerikanischen und in einer kubanischen Version.
Wer sich in diesem anbahnenden Konflikt zwischen den Inhabern der Marken durchsetzen wird, ist laut dem zitierten Artikel noch völlig offen, und in erster Linie eine politische Frage. Swedish Match investiert seit Jahren viel Geld in politisches Lobbying und soll 2001 sogar ein «Zigarren gegen Medizin und Nahrung»-Tauschgeschäft zwischen den USA und Kuba verhindert haben. Imperial Tobacco hat in diesem Jahr zum ersten mal eine politische Spende geleistet.