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Aktuelle Medienmitteilungen
Travail.Suisse-Präsident Adrian Wüthrich wird Nationalrat
Adrian Wüthrich ist seit dem Kongress vom 12. September 2015 Präsident von Travail.Suisse, dem unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden. Seit 2010 ist er zudem im Berner Grossrat. Heute ist der Huttwiler auf den Sitz des erst kürzlich verstorbenen Nationalrats Alexander Tschäppät nachgerutscht. mehr
Die Politik war schon immer wichtig für Adrian Wüthrich, den Berner vom Land. Schon früh fiel er in der Region Oberaargau auf – etwa mit der Gründung des Jugendparlaments im Jahr 1998. Bereits 1997 ist der 38jährige der SP beigetreten und wurde 2008 in den Huttwiler Gemeinderat gewählt, welchem er bis Ende 2016 angehörte.
Das politische Geschäft faszinierte ihn immer mehr, so dass er 2010 erfolgreich für den Grossen Rat des Kantons Bern kandidierte. Schon im Jahr 1999 konnte er sich als junger SP-Mann erstmals auf die Liste der SP-Männer für einen der Berner Nationalratssitze setzen lassen. Bei den Wahlen 2015 erreichte er den zweiten Ersatzplatz. Wenige Wochen vor den Nationalratswahlen 2015 konnte Adrian Wüthrich einen beruflichen Erfolg verbuchen: Er wurde von den Delegierten von Travail.Suisse anlässlich des Kongresses zum Präsidenten gewählt.
Heute hat Adrian Wüthrich die Nachfolge von Alexander Tschäppät angetreten und wurde als Nationalrat vereidigt. „Trotz dem traurigen Grund, freue ich mich sehr, Politik auf nationaler Ebene machen zu dürfen. Ich werde mit Nachdruck meine Schwerpunktthemen Vaterschaftsurlaub, Vereinbarkeit von Beruf und Familie und allgemein die Interessen der Arbeitnehmenden vertreten“, sagt Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse. Wüthrich wird Mitglied der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK-N).
Sein Grossrats-Mandat wird er per anfangs Grossratssession abgeben. Als Verwaltungsrat von Compenswiss, dem AHV/IV/EO-Fonds, wird Wüthrich im Verlauf des Jahres zurücktreten. Einen Vorschlag für seine Nachfolge wird der Vorstand von Travail.Suisse dem Bundesrat im Herbst einreichen. Travail.Suisse bzw. der Christlich-nationale Gewerkschaftsbund (CNG) wurden bis zu seinem Rücktritt vom langjährigen Präsidenten Hugo Fasel im Nationalrat vertreten. Mit dem Travail.Suisse-Vizepräsident Jacques-André Maire war Travail.Suisse in den letzten Jahren im Nationalrat präsent. Travail.Suisse freut sich neu auch mit dem Präsidenten im Nationalrat vertreten zu sein.
Adrian Wüthrich, Präsident Travail.Suisse, 079 287 04 93
Travail.Suisse unterstützt die Einführung eines grosszügigen Adoptionsurlaubs
Travail Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, befürwortet die Einführung eines Adoptionsurlaubs auf Schweizer Ebene. Ein solcher Urlaub würde gewährleisten, dass Adoptiveltern und leibliche Eltern gleich behandelt werden. Der diesbezüglich von der Nationalratskommission ausgearbeitete Vorschlag ist jedoch unzureichend und kompliziert. Schlimmer noch, er hat das Wohl des adoptierten Kindes aus den Augen verloren. mehr
Die Zahl der ausserfamiliären Adoptionen nimmt Jahr für Jahr ab. Die fehlende Unterstützung für Adoptiveltern ist sicher einer der Hauptgründe für diese traurige Tatsache. Kommt hinzu, dass sich die Fortpflanzungsmedizin stark weiterentwickelt hat. Travail.Suisse befürwortet die Förderung der ausserfamiliären Adoption, namentlich durch die Einführung eines Adoptionsurlaubs.
Die Vorlage der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) des Nationalrates ist eine Antwort auf die parlamentarische Initiative des Tessiner Christdemokraten Marco Romano, welche die Hürde der Kommissionen beider Räte genommen hatte. Statt sich allerdings an der ursprünglichen Vorlage zu orientieren, zeigte sich die Kommission nicht sehr motiviert und arbeitete ein kompliziertes Modell aus. Valérie Borioli Sandoz, Leiterin der Gleichstellungspolitik bei Travail Suisse: "Die Kommission verfolgte offensichtlich nur ein Ziel: die Kosten um jeden Preis tief halten.“
In der Vernehmlassungsantwort bekräftigt Travail.Suisse seine Unterstützung für die Einführung eines Adoptionsurlaubs, widersetzt sich aber dem Vorschlag, den Urlaub auf Eltern zu beschränken, die ein Kind unter vier Jahren adoptieren, und die Dauer des Urlaubs auf zwei Wochen zu begrenzen. Zwei Wochen genügen bei weitem nicht, um ein Kind aufzunehmen, das bereits seine eigene Geschichte hat und sich möglichst gut integrieren soll, nachdem es von seiner Herkunftsumgebung getrennt worden ist.
Travail.Suisse plädiert für ein Modell von drei Blöcken von je vier Wochen: ein Block für den Vater, ein anderer für die Mutter und ein dritter, der unter den zwei Elternteilen aufgeteilt werden kann. Der Adoptionsurlaub muss zudem flexibel ausgestaltet sein: Er muss tageweise und – sofern gewünscht – von beiden Elternteilen gleichzeitig bezogen werden können. Insgesamt sollte ein Elternteil (Vater oder Mutter) Anspruch auf einen Urlaub von mindestens 4 Wochen (28 Taggelder) und maximal 8 Wochen (56 Taggelder) haben.
Die Stellungnahme im vollen Wortlaut ist unter folgender Adresse verfügbar:
http://www.travailsuisse.ch/aktuell/vernehmlassungen
Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik, Tel.. 079 598 06 37 oder 031 370 21 11
Irrsinn: Der Bundesrat will das Impulsprogramm für mehr Kinderbetreuungsplätze abschaffen
Noch immer gibt es zu wenig Kindertagesstätten und Tagesschulen in der Schweiz. Trotzdem hat der Bundesrat heute die Verlängerung des Impulsprogramms zu Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen abgelehnt. Das ist aus Sicht von Travail.Suisse, dem unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, eine Ohrfeige für berufstätige Eltern. mehr
Im Jahr 2017 sind erstmals mehr Personen aus dem Arbeitsmarkt aus- als in ihn eingetreten. Das bedeutet, dass der Fachkräftemangel langsam aber sicher zur Realität wird. Ein Instrument gegen den Fachkräftemangel sind Massnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wie sie die Fachkräfteinitiative bereits vorsieht. „Dass der Bundesrat das Impulsprogramm zur Schaffung von neuen Betreuungsplätzen ausgerechnet jetzt abschaffen will, ist schlicht Irrsinn“, sagt Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse.
Am 18. Oktober 2017 hat der Bundesrat zudem einen Vaterschaftsurlaub abgelehnte mit der Begründung, dass er „dem bedarfsgerechten Ausbau familienergänzender Kinderbetreuungsangebote prioritäre Bedeutung“ zumisst. Dass er nun auch diesen Ausbau ablehnt macht klar: „Der Bundesrat will keine Familienpolitik, er will Familien nicht unterstützen und auch die Frauen nicht im Arbeitsmarkt haben“, sagt Wüthrich.
Der Nationalrat wird voraussichtlich am 12. Juni darüber entscheiden, ob der Variante des Bundesrats, das Impulsprogramm nicht zu verlängern, oder der Variante der Kommission (Verlängerung) gefolgt wird. Travail.Suisse empfiehlt dringend, der WBK-N zu folgen und das Impulsprogramm zu verlängern.
Adrian Wüthrich, Präsident Travail.Suisse, 079 287 04 93
Steuervorlage 17 : Willkommener Vorschlag der WAK-S – Beitrag der Wirtschaft jedoch nach wie vor ungenügend
Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden, begrüsst den Grundsatz, wonach die Steuerausfälle, welche die Steuervorlage 17 (SV 17) nach sich zieht, vollständig zugunsten der AHV kompensiert werden sollen. Das ist eine Verbesserung gegenüber der Vorlage des Bundesrates, allerdings bleibt die Gegenfinanzierung der Wirtschaft unzureichend. mehr
Ja zu einer vollständigen Kompensation zugunsten der AHV
Travail.Suisse begrüsst den Entscheid der Wirtschaftskommission des Ständerates (WAK-S), die Steuerausfälle, welche aufgrund der Steuervorlage 17 drohen, vollständig über die AHV auszugleichen. Eine solide AHV kommt allen Bewohner/innen dieses Landes zugute. Travail.Suisse fordert u.a. seit längerem, dass die AHV den vollen Betrag aus der schon beschlossenen Erhöhung des Demografie-Mehrwertsteuerprozents erhält. Heute geht ein Teil davon zum Bund. Mit den beschlossenen Massnahmen bleibt mehr Zeit, um breit getragene Massnahmen für eine solide AHV vorzubereiten. Eine Erhöhung des Frauenrentenalters gehört nicht dazu. Klar ist weiterhin, dass es für die Baby-Boomer-Generation eine Zusatzfinanzierung auch über die Mehrwertsteuer braucht. Travail.Suisse fordert deshalb eine reine Finanzierungsvorlage, allenfalls ergänzt mit unbestrittenen Massnahmen zum flexiblen Rentenalter.
Gegenfinanzierung der Wirtschaft weiterhin unzureichend
Die Vorschläge der WAK-S sind jedoch noch nicht ausreichend für die Gegenfinanzierung der zwei Milliarden Franken, die mit der Steuervorlage verloren gehen. Der soziale Ausgleich ist zwar höher als vom Bundesrat vorgesehen, wird aber aufgrund der zusätzlichen Lohnbeiträge der Arbeitnehmenden zugunsten der AHV (Erhöhung des AHV-Beitragssatzes um 0,15 Prozent) ungerechter verteilt. Die SV 17 kommt mit ihren verschiedenen Steuererleichterungen vor allem der Wirtschaft zugute. Deshalb schlägt Travail.Suisse dem Ständerat vor, der Minderheit der Kommission zu folgen und die Dividenden der Aktionäre zu mindestens 70 Prozent (und nicht nur zu 50 Prozent wie von der Mehrheit vorgeschlagen) zu besteuern. Diese Massnahme ist umso notwendiger, als die SV 17 den interkantonalen Steuerwettbewerb mit einer sehr starken Senkung der kantonalen Gewinnsteuersätze anheizt, was zu neuen Sparprogrammen zu Lasten der Bevölkerung führen könnte.
Adrian Wüthrich, Präsident, Tel. 079 287 04 93
Denis Torche, Leiter Steuerpolitik, 079 846 35 19
Lohnungleichheit: nichts als heisse Luft
Die zweite Kommissionsberatung der Revision des Gleichstellungsgesetzes endet wie vorausgesehen in einer Enttäuschung: Mit dem Auftrag, «weitere Modelle» auf freiwilliger Basis zu evaluieren, hat sich die WBK-S umsonst bemüht. Sie bleibt bei den Änderungen der ersten Beratung. Zur Bekämpfung der Lohndiskriminierung taugt die Vorlage nichts. Das kostet die Frauen jährlich 7 Milliarden Franken! mehr
Die heutigen Diskussionen in der Kommission Wissenschaft, Bildung und Kultur des Ständerats WBK-S waren nichts weiter als heisse Luft. Die Vorlage des Bundesrates zur Revision des Gleichstellungsgesetzes wurde bereits im Februar von der Kommission erstmals geschwächt. Und sie bleibt schwach. Einzige interessante Neuerung aus Sicht von Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden: Eine Kommissionsminderheit schlägt vor, dass 10 Prozent der Angestellten eines Unternehmens eine Kontrolle der Einhaltung der Lohngleichheit fordern können.
Der Rest ist nicht dazu geeignet, Lohndiskriminierung wirklich zu bekämpfen. Nachdem das Gesetz bereits mehr als 20 Jahre in Kraft ist, hat der Bund festgestellt, dass es seine Ziele gar nie erreichen konnte – weil es von Beginn weg nie über wirksame Instrumente wie Kontrollen und Sanktionen verfügt. Umso unverständlicher ist es, dass die Dauer der neuen Bestimmungen auf 12 Jahre beschränkt werden soll.
Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik, hält fest: «Dass das Gesetz seine Ziele nicht erreichen kann, ist seit Jahren bekannt. Deshalb müsste man das Problem jetzt beherzt angehen, anstatt Ausweichmanöver zu vollführen.» Travail.Suisse erwartet vom Ständerat, dass er in der Sommersession die Schwächung durch die Kommission ignoriert und mindestens den ursprünglichen Vorschlag des Bundesrates gutheisst – und zudem das Gesetz mit wirksamen Kontrollen und deutlichen Sanktionen bei Nichteinhaltung verstärkt.
Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik, 079 598 06 37