Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03519.jsonl.gz/2620

Nha Trang wartet mit einem schönen Strand auf. Sogar eine Gondel zu einer drei Kilometer entfernten Insel hat die Stadt zu bieten. Irgendwie hat die Stadt eine grosse Anziehung auf Russen. Auf viele Russen. So viele Russen, dass sogar die Schilder an Geschäften auf russisch sind. Ich habe heute sogar in einem Minimarket die Verkäuferin, welche für mich sehr vietnamesisch aussah, russisch sprechen hören. Ähnlich zu Vang Vieng in Laos, wo vieles auf koreanisch war, dominiert hier das Russische. Ich sprach sogar einen Weissen an und fragte woher er komme: Russia. Daraufhin fragte ich ihn, weshalb so viele Russen hier seien. Er meinte nur, dass es in Russland kalt sei und der Flug günstig. Der französische Besitzer der Hostels hingegen meinte, dass Russland und Vietnam ehemalige kommunistische Verbündete seien und deshalb immer noch eine Art von Partnerschaft pflegen. Nun ja, mir kann es ja egal sein.
Am morgen hatte ich Mühe mich zu entscheiden, was ich als nächstes tuen sollte. Ich musste noch meine Wäsche abholen - ich hatte mit der Frau vereinbart, dass ich um 10:00 Uhr meine Wäsche abholen könne. Kurz nach 10:00 Uhr stand ich vor dem Geschäft. Alles geschlossen. Nur ein kleiner Kläffer kläffte vor sich her. Von seinem Frauchen nichts zu sehen. Ich hämmerte gegen das metallene Tor. Nur noch mehr Gekläffe. Kurzerhand sprach ich eine Nachbarin an, welche gnädigerweise einige Worte Englisch sprach. Sie versuchte die Frau telefonisch zu erreichen. Kein Erfolg. Ich hinterliess ihr meine Nummer und sie versprach mich zu kontaktieren, alsbald die Dame zurück sei. Zwei Minuten später klingelte mein Telefon. Sie sei zurück. Ich beendete aber mein Frühstück in aller Ruhe. Schlussendlich klappte alles mit meiner Wäsche. Ich fragte mich aber schon, wo ich mir neue Shirts, Unterhosen, etc. besorgen könnte. Zum Glück muss ich das jetzt nicht.
Ich entschloss mich noch eine Nacht zu bleiben. Leider war mein bisheriges Zimmer von jemand anderes gebucht worden. Ich wechselte daher in einen achter Dorm. Nicht gerade mein Favorit. Aber drei Franken sind schon echt wenig Geld. Den Rest des Tages verbrachte ich am Strand. Eine Liege kostet, nach harten Verhandlungen, CHF 2.-. Ein Bier ist für unter einem Franken zu haben. So lässt es sich schon gut leben. Auch wenn ich mich eher an einem russischen Strand wähnte (wenn man nur auf die Sprache hört).
Morgen wird es mich Wohl oder Übel weiter in Richtung Süden ziehen.