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(spr. fróbischer, Forbisher), Sir Martin, berühmter engl. Seefahrer, geboren (Geburtsjahr unbekannt) zu Doncaster
in Yorkshire, fuhr nach 15jährigen vergeblichen Versuchen, die Mittel dazu zu erhalten, 1576 mit zwei kleinen Schiffen aus,
um eine nordwestliche Durchfahrt nach China zu suchen, und gelangte, gen Norden steuernd, nach Grönland, Labrador und 11. Aug. 1576 unter
63° 8' in eine Meerenge, die er Frobisherstraße nannte. Als die einzigen Früchte seiner Expedition brachte er einen Eskimo
und einen schwarzen, glänzenden Stein mit, den man für goldhaltig hielt, daher im nächsten Jahr eine zweite Expedition
von drei Schiffen unter seinem Befehl mit großen Anstrengungen eine ganze Ladung jener Steine holte. Im
J. 1578 sandte ihn Königin Elisabeth abermals, jetzt mit 15 Schiffen, aus, in dem neuentdeckten Land (Insel Hall und Meta incognita)
ein Fort zu erbauen und eine Besatzung nebst Arbeitern dort zurückzulassen.
Eisberge und heftige Stürme vereitelten die Gründung der Kolonie, und die wiederum mitgebrachten Lasten
des vermeintlichen Goldsteins erwiesen sich als wertlos. Doch hatte Frobisher einen Teil der Westküste Grönlands, das er irrtümlich
für die Insel Friesland des Venezianers Zeno hielt, unter dem Namen Westengland für die Königin in Besitz genommen. Er erhielt
zur Belohnung ein Kommando in der Flotte, befehligte 1586 als Vizeadmiral unter Drake in Westindien, führte 1588 ein
großes Kriegsschiff gegen die spanische Armada und, inzwischen zum Ritter geschlagen, 1594 zehn Kriegsschiffe, die dem König
Heinrich IV. zu Hilfe geschickt wurden. Bei einem Angriff auf die von den Spaniern besetzte Küste der Bretagne 7. Nov. 1594 verwundet,
starb er wenige Tage darauf in Portsmouth. Die Beschreibung seiner drei Reisen erschien gesammelt in Band 3 der
Hakluytschen »Collection of voyages«. Sein Leben beschrieb Jones (Lond. 1878).
(spr. -bisch'r), Sir Martin, engl. Seefahrer und Seeheld des 16. Jahrh., geb.
zu Doncaster in der Grafschaft York, faßte den Plan, eine nordwestl. Durchfahrt nach China aufzusuchen.
Auf Verwenden Dudleys, Grafen von Warwick, brachte er eine Gesellschaft zusammen, durch deren Unterstützung er mit zwei kleinen
Schiffen 8. Juni 1576 von Deptford absegeln konnte. Am 11. Juli erblickte er angeblich unter 61° nördl.
Br. das Land; doch hinderte ihn das Eis zu landen. Am 28. glaubte er die Küste von Labrador zu sehen; 29. Juli sah
er ein drittes Land, angeblich die Westspitze von Meta incognita und 11. Aug. befand er sich in einer Meerenge, die er 300 - 340 km
hinauffuhr und die nach ihm die Frobisher-Bai (s. d.) genannt wurde, worauf er 1. Okt. nach Harwich zurückkam.
Ein Stein, den ein Matrose mitgebracht hatte und den man für goldhaltig hielt, veranlaßte die Gesellschaft zu einer zweiten
Expedition, mit der Frobisher 26. Mai 1577 abging. Mit einer Ladung solcher Steine kehrte er zurück und wurde von der Königin Elisabeth
beauftragt, in dem neuentdeckten Lande ein Fort zu erbauen und eine Besatzung nebst Arbeitern dort zurückzulassen.
Er ging 31. Mai 1578 mit drei Schiffen dahin ab, denen zwölf andere folgten. Am 20. Juni entdeckte er eine Küste, die er Westengland
nannte und für die Königin in Besitz nahm. In die Meerenge aber konnte er wegen des Eises nicht einlaufen,
begnügte sich daher, 500 t des vermeintlichen Goldsteins einzunehmen, und kehrte nach England zurück. Da sich bald die
Wertlosigkeit des Steins zeigte, gab man das Unternehmen auf. Frobisher befehligte als Viceadmiral 1586 ein Schiff der Flotte unter
Drake in Westindien und erhielt auf dem Schlachtfelde 23. Juli 1588 wegen seiner Dienste gegen die span.
Armada die Ritterwürde; er befehligte das Schiff «Triumph». 1590 kreuzte er als Geschwaderchef an der span. Küste. Mit 10 Schiffen
Heinrich
IV. von Frankreich 1594 zu Hilfe geschickt, ^[] wurde er nach einer Landung in der Bretagne, um Brest zu erobern, bei
der Einnahme des Forts Crozon 7. Nov. verwundet und starb bald darauf zu Portsmouth. Die Beschreibung seiner
Reisen findet sich im 3. Band der Sammlung von Reisebeschreibungen der Hakluyt Society.