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Das Forschungsprojekt setzt sich die Gesamtedition der Berner Disputationsakten von 1528 zum Ziel. Die Edition und die Kommentierung der Manuskripte und der ersten Drucke soll für das Jubiläumsjahr 2028 vorliegen.
Die Berner Disputation fand vom 6. bis 26. Januar 1528 in der damaligen Barfüsserkirche statt. Der Übergang des Städteorts Bern zur Reformation, der unter massgebender Beteiligung Huldrych Zwinglis mit der Durchführung der Berner Disputation zustande kam, ist für die reformatorische Bewegung in der Schweiz und darüber hinaus von herausragender Bedeutung, weil dadurch die bisherige Reformation in der Eidgenossenschaft gesichert und die Ausweitung in die Romandie erst möglich wurde.
Die Berner Disputationsakten, die den Vorgang der Einführung der Reformation in Bern dokumentieren, wurden noch im gleichen Jahr 1528 in zwei Ausgaben in Zürich gedruckt (23. März und 23. April 1528), ein Raubdruck erschien in Strassburg (6. Mai 1528). Eigene Ausgaben, die an die Pfarrämter abgegeben wurden, veranstaltete Bern 1608 und 1701. Später gab es nur noch Teileditionen unterschiedlichen Umfanges in den Quellenausgaben zu Martin Luther (1745), Huldrych Zwingli (1961) und Martin Bucer (1975).
Die Disputationsvoten wurden von vier vereidigten Schreibern festgehalten. Aus den vier Protokollen wurde in einem fünften Manuskript eine Schlussredaktion erstellt, die den Zürcher Drucken zugrunde lag. Die redaktionsgeschichtliche Beziehung der Manuskripte zum Druck sowie die jeweiligen Begleitumstände sind noch kaum erforscht. Die Gesamtedition soll die Grundlagen für diese Darlegung und für die Kommentierung geben.
Edition und Kommentierung sind sowohl in einer physischen als auch in einer digitalen Ausgabe geplant. Die Erforschung findet grundsätzlich interdisziplinär statt. Es bestehen gegenwärtig enge institutionelle Kooperationen mit dem Staatsarchiv Bern (Quellenbestände) und der Forschungsstelle der Historisch-kritischen Gesamtausgabe Jeremias Gotthelf, Bern (Digitalisierung). Diese und weitere Kooperationen sollen ausgebaut werden.
Der für eine Edition der Disputationsakten relevante handschriftliche und gedruckte Quellenbestand sowie die Forschungsliteratur wurden massgebend von Dr. Hans Rudolf Lavater zusammengetragen und liegen als Manuskript vor. Gegenwärtig werden die fünf Manuskripte und weitere wichtige Quellen in enger Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv Bern professionell digitalisiert. Dies sichert einerseits die Aktenbestände, erleichtert andererseits deren ortsunabhängige Bearbeitung und bildet schliesslich die Grundlage für die spätere digitale Edition.
Gegenwärtig arbeiten die folgenden Personen mit unterschiedlichen Funktionen an dem Projekt mit: