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Bechstein, Ludwig: Die Haimons-Kinder
Leipzig, C.H.F. Hartmann, 1830., 253 S.
ein Gedicht aus dem Sagenkreise Karls des Grossen / in vier Sängen; mit Stichabbildungen (5 Vignetten).,(Das Buch von sich selbs: Damit mein nit werd vergessen / hab ich mich eins bald vermessen / und mich wider an s liecht gethan / kumm wider herfür auff den plan. / Alte Ausgabe des Heldenbuchs, von 1545). Die Haimonskinder (auch: Heymonskinder) sind die vier Söhne des Grafen Haimon (Aymon) von Dordogne (Dendermonde) und seiner Frau Aja (manchmal auch Vorsie, der Schwester Karls des Großen): Adelhard (Allard, Adelaert), Ritsart (Richard, Risaert), Witsard (Guichard, Writsaert ) und Reinoldus (Reinhold, Renaut, Reinhout) von Montalban (de Montauban). Helden des karolingischen Sagenkreises mit ritterlicher Thematik. Es ist eine französische Romanze, die im französischen und deutschen Volksbuch auftaucht.m Mittelpunkt dieser Heldendichtung stehen die vier Söhne des Vasallen, die sogenannten „Haimonskinder“, und ihr Schicksal. Sie setzen mit extremen Mitteln das Fortbestehen des ganzen Landes aufs Spiel. Die Spirale der Gewalt dreht sich immer schneller und in größer ziehenden Kreisen. Unterstützung erfahren sie von ihrem magiekundigen Vetter Malegys (frz. Maugis), der sie aus aussichtslosen Lagen retten kann.Inhalt:Das Wunderross der Haimonskinder, Bayard, ein riesiges, schnaubendes Pferd, kann ebenso übernatürliche Anstrengungen aushalten, verfügt über außergewöhnliche Kräfte und Ausdauer, und durch seine enorme Schnelligkeit ist es in der Lage immer wieder in Kämpfen die praktische Unterlegenheit der Haimon-Söhne auszugleichen. Der Sohn Reinhold, der kräftigste der vier Brüder, hatte dieses Ross nach langem Kampf gebändigt. Bayard ist seinem Herrn daraufhin bis zur Selbstaufgabe bedingungslos folgsam. In einigen Abwandelungen der Sage verfügt es auch über magische Kräfte und kann sich je nach Bedarf in eine erforderte Länge strecken.Als die vier Söhne am Hofe Karl des Großen zu einem Fest geladen waren, schlug Reinhold seinem Vetter Ludwig, dem Kaisersohn, das Haupt ab. Im anschließendem Kampf mit den Gefolgsleuten Karls des Großen machtlos, nehmen die vier Brüder auf dem Riesenpferd zum Sitz ihrer Eltern, Schloss Montelbaen (Montauban), Reißaus. Auch mit den vier erwachsenen Brüdern auf dem Rücken ist Bayard nicht einzuholen. Wiederholte Male rettet Bayard ihnen das Leben auf ihren Fluchten und Schlachten. Ihr Vater war inzwischen von König Karl gefangengenommen worden und sollte nur dann freikommen, wenn das Wunderpferd Bayard sterben würde.Obwohl König Karl zwar im Unrecht ist und unangemessene Reaktionen zeigt, liegt das Recht der Herrschergwalt bei ihm und er kann die Söhne letztlich dominieren. Ihr Pferd wird ertränkt. An der Mündung von Dender und Schelde oder an der Maas wird es mit einem umgehängten Mühlstein ins Wasser gestürzt, doch das Pferd kann sich von seiner Last befreien und schwimmt ans Ufer. Als man es erneut ins Wasser treibt und Reinhold sich von ihm abwendet, ertrinkt es aus Kummer über die verlorene Zuwendung seines Herren. Reinold entsagt den Vorzügen eines Adelsstandes. Er pilgert als Büßer zusammen mit seinem Onkel in das Heilige Land als miles christianus zur Bekämpfung der Heiden und wirkt als gewöhnlicher Arbeiter an der Errichtung des Kölner Doms mit. Am Ende erschlagen ihn dort missgünstig gesinnte Bauleute. Noch nach dem Tod bewirkt er vielfältige Wunder, u.a. bei der Überführung seiner Leiche nach Dortmund. – Später wird er heilig gesprochen.
Kl.-8°, Fraktur, Halbleinen der Zeit mit Bibliotheksschildchen auf Buchrücken, innen Stockflecken, Innenseite des Buches mit Bibliotheksstempeln, gebräunte Seiten, gutes Exemplar, selten
Jugend; Sagen
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