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servenfabriken stellen die Dosen selbst her. Es wird eine Anlage für die Verarbeitung von etwa 4000 t jährlich beschrieben. Schneiden der Weißblechtafeln, Stanzen und Pressen der Böden und Deckel, Bördeln und Falzen.
Metallhüttenwesen.
Kontinuierliches Laugen im Gegenstrom.
Von Büelerde Florin. (Metall u Erz 8. April 19 S. 141/47*) Für Laugevorgänge werden meist hölzerne, ausgepichte oder mit Blei ausgeschlagene Holzbottiche verwendet. Bei den beschriebenen Vorrichtungen ist die vorteilhafteste Verbindung der auf Festigkeit beanspruchten, meist eisernen Teile mit den Trögen, Rinnen und Schaufeln angestrebt. Herd- und Kaskadenlaugevorrichtungen mit und ohne Filter.
Meßgeräte und -verfahren.
Die registrierende Gaswage nach Simmance und Abady. Von Friedrich Lux. (Journ. Gasb.-Wasserv. 5. April 19 S. 168/69*) Mitteilung der Lehr- und Versuchsgasanstalt über Versuche und Vergleich mit dem Bunsen-Schilling Gerät, die große Genauigkeit und Empfindlichkeit ergaben.
Motorwagen und Fahrräder.
Das Steuern von Raupenfahrzeugen. Von Seiler. (Motorw. 31. März 19 S. 162/64*) Um mit Raupenfahrzeugen. in Krümmungen fahren zu können, muß man zwischen den beiden Raupenketten einen Geschwindigkeitsunterschied herbeiführen. Die hierfür erforderlichen Getriebe an Fahrzeugen mit einem oder zwei Motoren werden beschrieben.
deutscher Ingénieure.
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Rundschau.
Normungsbestrebungen und technische Berufsausbildung.
Es nimmt Wunder, noch heute dem Einwande zu begegnen, daß die Arbeitsteilung, d. h. die Zerlegung zusammengesetzter Arbeitsgänge in ihre einzelnen Stufen, eine Abstumpfung der geistigen Fähigkeiten des Arbeiters, ein Herabdrücken des »gelernten< Facharbeiters zum unselbständigen, gedankenlosen Maschinenarbeiter zur Folge haben müsse. Die Anschauungen über den Begriff des gelernten Facharbeiters (auch des geistigen) haben sich seit Jahren, und nicht zum wenigsten unter den Kriegsnotwendigkeiten, für den Praktiker erheblich geändert und laufen letzten Endes in die Erkenntnis aus, daß unsre ganzen Lehrverfahren bisher vielfach nur eine Anzüchtung gewisser Handfertigkeiten bei dem Lehrling erreicht haben, die sich jeder andre unter ähnlichen Voraussetzungen ebenfalls schnell aneignen kann. Demgegenüber verlangt unsre heutige Fabrikationstechnik, Kennzeichen ein immer weiteres Zurückgehen der Handarbeit gegenüber maschinenfertiger Herstellung ist, in immer höherem Maße Kenntnis der Bearbeitungsmaschinen, der Meßverfahren, Werkzeuge und des Werkstoffes, geschickte Zeitberechnung, kurz alles Dinge, die in viel höherem Maße die Geisteskraft und Geistesarbeit in Verbindung mit handfertiger Geschicklichkeit in Anspruch nehmen als früher. Hier setzt die psychologische und physiologische Berufsprüfung bereits mit Erfolg ein, um die Voraussetzungen der Eignung für einen bestimmten Beruf und der Ermüdungsfaktoren richtigzustellen.
deren
Nicht die Art der Arbeit und sei sie noch so einförmig nach außen hin —, sondern die Eignung des Individuums und seine Widerstandsfähigkeit gegen die ermüdenden Einflüsse der Arbeit sind das Maßgebende dafür, ob eine Arbeit dem Arbeiter zuträglich ist oder nicht. Gute Verdienstmöglichkeit, möglichste Verkürzung der Arbeitszeit, Verbesserung der Bildungsmöglichkeiten, der Wohnungsnot und andrer sozialer Lebensfragen: alle diese von der Arbeiterschaft angestrebten und von der Industrie zu eigenem Vorteil zu unterstützenden Fortschritte bedeuten für die Weiterentwicklung unsres arbeitenden Standes unvergleichlich mehr als die zum Ueberdruß breitgetretene Furcht vor den schädlichen Einflüssen der Normung und Arbeitsteilung. Gerade die letztere liefert uns ja erst den wirtschaftlichen Ausgleich für die erhöhten Leistungen der Industrie an die Arbeiterschaft. Leistung und Gegenleistung müssen und können Hand in Hand gehen: Vergrößerung des Einkommens auf Seiten der Belegschaft, Verringerung der Herstellungskosten auf Seiten der Industrie, Vergrößerung der Herstellungsmenge, jedoch nur durch eine derartige Verbesserung der Fabrikationsverfahren, daß keine Ueberbeanspruchung der menschlichen Arbeitskräfte notwendig wird, also Vergrößerung der Erzeugnismenge einerseits, Verkürzung der Arbeitszeit anderseits.
Daß alle diese Fortschritte sich nur bei möglichst weit ausgedehnter Reihenherstellung erreichen lassen, ist bekannt,
und es ist auch gleichgültig für den Arbeiter, ob die Normung der Teile dazu durch den Normenausschuß der deutschen Industrie oder durch das Normungsbureau der betreffenden Fabrik vorgenommen wird; auch absolut genommen ist die Arbeit des angelernten Revolverdrehers, der an einer neuzeitlichen Maschine Tausende von lehrenhaltigen Stücken mit Toleranzen von 1/100 mm, eines wie das andere, mit verwickelten Werkzeugen und Vorrichtungen genau herzustellen lernt, gleichwertig derjenigen des gelernten Drehers alten Schemas, der nur einzelne dieser Stücke von Hand mit seinem selbstgeschliffenen Drehstahl mühsam an einer veralteten Maschine in zehnfach größeren Zeiträumen herausbringt. Man muß sich einmal entschlossen von dieser Vorstellung der höheren Gütebewertung des gelernten Facharbeiters frei machen und daraus auch die Folgerungen für die Weiterentwicklung unsres Lehrlings- und Fortbildungsschulwesens ziehen. RückSängig machen kann keine Macht der Welt die zwingenden wirtschaftlichen Notwendigkeiten der Arbeitsteilung; also stelle man den Unterricht darauf ein und sorge dafür, daß die Weiterbildung der Arbeitskräfte nicht in eine übertriebene Züchtung von Sonderarbeitern und Handgeschicklichkeiten auch da ausartet, wo sie nicht vonnöten ist. Werkstoffkunde, Maschinenkunde, Meßtechnik sind für das schnelle Anpassen an neue Arbeitsaufgaben für den Maschinenarbeiter ebenso wichtig, wie Kenntnis von Zeichnungen, einfachen, technischen Rechnungsverfahren, Gewandtheit im Abschätzen von Löhnen und Arbeitsdauer, richtige Arbeitseinteilung für den angehenden Monteur und Vorarbeiter, und der Kreis der für eigentliche Handgeschicklichkeit zu erziehenden Arbeitsgruppen, wie Feinmechaniker, Werkzeug- und Lehrenbauer usw., schrumpft gegenüber der großen Masse der eigentlichen Industriearbeiter immer mehr zusammen.
Durch einen in dieser Weise mehr auf die Ausbildung der geistigen Fähigkeiten und der allgemeinen Fachkenntnis des Arbeiters gestellten Ausbildungsgang können etwaige Schäden einer weitgehenden Arbeitsteilung mehr als aufgewogen werden, und jedenfalls wird dadurch für die Hebung des gesamten Arbeiterstandes auf eine höhere Stufe der Fachbildung, die wir in Zukunft dringend nötig haben werden, Wesentliches geleistet. Erfreulicherweise zeigen die Bestrebungen führender Gesellschaften gerade auf diesem Gebiet in letzter Zeit, daß sie den Wert dieser Entwicklung richtig einschätzen.
In der Ausbildung unsrer technischen Beamten, weniger derjenigen, die aus den technischen Mittelschulen hervorgehen, als vor allem unsrer akademisch gebildeten Ingenieure, steht scheinbar zunächst der Normungsgedanke allen vernünftigen Anschauungen über die Heranbildung eines leistungsfähigen, selbständigen, für alle Aufgaben wissenschaftlich geschulten Ingenieurnachwuchses feindlich im Wege. Wir haben in unserm technischen Unterrichtswesen bereits vor etwa 20 Jahren eine falsch verstandene Art der Normung durchgemacht, jene Methode der Faustformeln und Verhältnis
17. Mai 1919.
zahlen, die unter Anlehnung an vorhandene Vorbilder aus irgend einer Grundabmessung einer Maschine ihren gesamten Aufbau ganz mechanisch, ohne eigene Gestaltungskraft des Konstrukteurs, herzustellen gestattet. Wer die Verhältnisse an manchen Lehrstühlen kennt, wird nicht leugnen können, daß aus Bequemlichkeit und Gleichgültigkeit auch heute noch gelegentlich so gearbeitet wird. Formeln und Berechnungsverfahren, die einmal irgendwie aus der Literatur oder aus früheren eigenen Arbeiten zum Vorschein gekommen sind, werden jahrelang immer wieder als Grundlage benutzt; aus ihnen entstehen Konstruktionsgebilde von einer typisierten Einheitlichkeit, die zwar dem Dozenten die Uebersicht, dem Studierenden die schnelle Erledigung erleichtert, aber den um die Zukunft unsres Ingenieurnachwuchses verantwortlich sorgenden Lehrer mit Schaudern erfüllt. Es geht hierbei genau wie mit der Lehrlingszüchterei: gewisse Handfertigkeiten und eine oberflächliche Routine werden schnell und mühelos anerzogen; vor der ersten schwierigen Aufgabe der Praxis bricht der ganze Kram in nichts zusammen, wenn selbständiges Denken und Handeln verlangt wird.
Es liegt auf der Hand, daß derartigen Arbeiten erheblich Vorschub geleistet werden kann, wenn dem angehenden Ingenieur für einen großen Teil der von ihm zu bearbeitenden Maschinenelemente, ja von ganzen Maschinengruppen fertig ausgearbeitete »Grundnormen« gewissermaßen amtlich in die Hand gedrückt werden. Bei der Ehrfurcht unsrer studierenden Jugend vor allem Gedruckten, noch dazu, wenn es von der Autorität des Hochschullehrers gestützt wird, ist mit Sicherheit anzunehmen, daß sie diese Normalien unbesehen hinnimmt und jede davon abweichende, selbständige Annahme von vornherein auch als sachlich falsch ansieht. So können nicht nur die bequemen Geister, die erfreut zu den Normen greifen, um eigenes Nachdenken zu sparen, sondern auch die gewissenhaften, korrekten leicht dazu gebracht werden, in eine Beschränkung ihres Betätigungsdranges, eine Zwangsregelung ihres Erfindungsgeistes und ihrer Gestaltungskraft zu geraten.
Diesen Uebelständen muß durch die Handhabung des Unterrichts von vornherein energisch entgegengearbeitet werden. Dazu ist es erforderlich, daß in den elementaren Fächern: Technologie, Maschinenelemente u. a, die Normen bei der Behandlung der einzelnen Gegenstände zunächst überhaupt nicht als gegeben angesehen werden, sondern der Unterricht ganz unabhängig nur aus den Grundlagen der Mechanik, Physik, Technologie heraus den heutigen Stand der Technik theoretisch und empirisch entwickelt. Nicht das, was heute als gegeben und normal angesehen wird, ist zuzunächst das Wichtigste für den Studierenden, sondern wie es entstanden ist und auf welchen organischen Grundlagen der Theorie und Erfahrung es sich aufbaut. Der Unterricht soll den neusten Stand der wissenschaftlichen Anschauungen, soweit er einwandfrei ist, vorführen und daraus dem Studierenden die Möglichkeit geben, selbst kritisch Stellung zu nehmen gegenüber dem, was Praxis und Routine ihm als »üblich« und »zweckmäßig« vorführen.
Diese Selbständigkeit des Urteils aufrecht zu erhalten, scheint mir eine der Hauptaufgaben eines wirklich akademischen Unterrichts zu sein. Sie muß beruhen auf einer gründlichen Beherrschung der grundlegenden Wissenschaften Mathematik, Mechanik, Physik und Chemie einerseits und der Kenntnis der wirtschaftlich-technischen Anforderungen anderseits. Weder das eine noch das andre allein kann ausschlaggebend sein, wenngleich es nichts schadet, daß beim Hochschulunterricht die theoretischen Gesichtspunkte stark betont werden. Hier liegt auf lange Zeit hinaus die letzte Möglichkeit vor, dem angehenden Ingenieur den Zusammenhang mit der rein wissenschaftlichen Grundlage zu vermitteln, ehe die rein wirtschaftlichen Anforderungen der Praxis anfangen, sie zu überwuchern. Nicht viele unsrer jungen Ingenieure haben Zeit, Gelegenheit und Willenskraft genug, um in späteren Jahren die wissenschaftliche Behandlung ihrer Aufgaben wieder aufzunehmen.
Somit darf von einem einfachen Vortragen der »Normen<< oder normalisierten Konstruktionen usw. als etwas Gegebenem nicht die Rede sein. Erst als Schluß der Darstellung kann auf die Normen hingewiesen und betont werden, daß man sie als einen zeitweiligen Entwicklungsabschluß und als eine freiwillige Festlegung aus vorwiegend wirtschaftlichen Gründen anzusehen hat. Daraus ergibt sich von selbst die Notwendigkeit einer Darlegung, warum gerade diese Festlegung der Normen erfolgt ist, und es wäre als eine wichtige Aufgabe des Normenausschusses anzusehen, daß er die Entwicklungsgeschichte der Normen und die Gesichtspunkte, die zu ihrer Festlegung geführt haben, der Oeffentlichkeit zugänglich macht. Diese Darlegungen können unter Umständen
ein wertvolles Unterrichtsmaterial ergeben, da in ihnen die gesammelte und sorgfältig gesichtete Erfahrung des größten Teiles unsrer wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Körperschaften enthalten ist.
Zusammengefaßt ist also zu sagen, daß der Inhalt der Normen selbst im Unterricht der Elementarfächer keinesfalls besonders hervorgehoben werden darf, sondern die freie, selbständige, wissenschaftliche Entwicklung des Studierenden, unbeeinflußt von irgend welchen »Normen«, im Vordergrund bleiben muß. Die Verwendung bei Konstruktionsübungen kann zugelassen werden. Besondere Hinweise auf die wirtschaftliche Notwendigkeit der Normen sind ebenso erwünscht wie ein Ueberblick über ihre Entwicklungsgeschichte. Diese Gesichtspunkte werden aber zweckmäßig in besonderen Vorlesungen für fortgeschrittene Studierende zusammengefaßt und den Vorlesungen über Betriebslehre, Fabrikationstechnik und dergl. angegliedert. Ihre Behandlung setzt eine gewisse Reife der Studierenden und Kenntnis der wirtschaftlichen Zusammenhänge voraus, daher sie weit eher noch als für Studierende ein geeigneter Gegenstand für Fortbildungskurse für Ingenieure sein würde.
Jede Normalisierung des Unterrichts selber ist ein schwerer Fehler und schädigt das selbständige Denken und die freie Entwicklung unsres Nachwuchses. Umgekehrt aber ist die Erziehung des Nachwuchses zu wirtschaftlichem Denken, zur Einsicht in die Notwendigkeit einer straffen Organisation der Erzeugung ebenso wichtig. Organisation bedeutet immer Selbstbeschränkung und Unterordnung der zusammengefaßten Produktionskräfte unter höhere wirtschaftliche Gesichtspunkte. Diese freiwillige Unterordnung kann nur aus der richtigen Erkenntnis der inneren Zusammenhänge entspringen und diese wiederum nur aus einer freien, selbständiges Denken und Handeln fördernden Ausbildung. Beide Bestrebungen laufen also zu dem gleichen Ziele, führende Persönlichkeiten zu erziehen, die die Notwendigkeiten unsrer Zeit erkannt haben.
Darmstadt.
C. Heidebroek.
Aufwendungen des Reiches für technische Zwecke. Im Haushaltplan für 1919 sind außer einigen bereits früher verzeichneten Posten, z. B. für das Institut für Metallforschung '), größere Geldaufwendungen noch für die folgenden Zwecke vorgesehen, die in das Gebiet der Technik und des Ingenieurwesens entfallen:
Im ordentlichen Haushalt des Auswärtigen Amtes: Zur Unterstützung von deutschen technischen Schulen in China 12000 M und als Beihilfe zur Verbesserung der Einrichtungen des Auswärtigen Amtes für das wirtschaftliche Auslandnachrichtenwesen 800 000 M. Im ordentlichen Haushalt des Reichsministeriums des Innern: Zur Veranstaltung von Materialprüfungen 3000 M, als Beiträge zu den laufenden Betriebskosten der Drachenwarte in Friedrichshafen am Bodensee für die Erforschung der oberen Luftschichten 10 000 M, für das Deutsche Museum in München 50000 M, zu den Unterhaltungskosten der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt 100000 M und, für den Wissenschaftlichen Ausschuß zur Darstellung der deutschen Kriegswirtschaft im Gesamtbetrage von 542 650 M der erste Teilbetrag von 38200 M. Im ordentllchen Haushalt des Reichswirtschaftsministeriums: Dritter Teilbetrag zu den Kosten der Bearbeitung von Entwürfen für den Ausbau des deutschen Wasserstraßennetzes von 200 000 M und für Errichtung eines Instituts für Textilforschung 5 Mill. M. Im ordentlichen Haushalt der Verwaltung der Reichsmarine: Für Arbeiten und Bauten im Zusammenhange mit der Werft in Wilhelmshaven als Teilbeträge zusammen 4,47 Mill. M. Im ordentlichen Haushalt der Reichs Post- und Telegraphenverwaltung: Als sechster Betrag für die Herstellung großer unterirdischer Fernsprechanlagen (Fernkabellinie nach dem Westen) 30 Mill. M, sowie für die Herstellung drahtloser Funkenanlagen für den Inlandverkehr 8,25 Mill. M. Dieser Posten ist besonders hervorzuheben. Es handelt sich um die Herstellung eines Netzes von Funken-Sende- und Empfangstationen, und zwar um 40 Stationen zu je 100 000 M, um 10 Doppel-Sende-Empfangsanlagen als Leitstationen für den gesamten deutschen Funkverkehr in den wichtigsten Großstädten Deutschlands zu je 300000 M und außerdem um die Herstellung eines Netzes von 50 Empfangsanlagen zu je 25000 M zur schnellen Verbreitung der von einer Zentralsendestelle ausgesandten, für die Allgemeinheit wichtigen Nachrichten. Im ordentlichen Haushalt der Reichseisenbahnen finden sich noch einige Beträge für Bahnanlagen in Elsaß-Lothringen, außerdem für die Ausrüstung vorhandener Güterzugfahrzeuge mit der Kunze-Knorr-Bremse
1) Vergl. Z. 1919 S. 416 und 418.
von rd. 15 Mill. M Gesamtkosten der erste Teilbetrag von 775000 M, desgl. von 60000 M zur Herstellung von Prüf- und Unterhaltungsanlagen für Kunze-Knorr-Bremsen (insgesamt 334000 M) sowie zur Vermehrung der Fahrzeuge 34,86 Mill. M. Für Eisenbahnzwecke sind auch im ordentlichen Haushalt der allgemeinen Finanzverwaltung des Reiches rd. 13 Mill. M, und zwar zur Vervollständigung des deutschen Eisenbahnnetzes für die Landesverteidigung vorgesehen, und im ordentlichen Haushalt des Reichskolonialministeriums Reichskolonialministeriums finden sich rd. 1,1 Mill. M als Zahlungen von Garantien für die Eisenbahnen von Daressalam nach Morogoro und von Duala nach den Manengubabergen.
Im außerordentlichen Haushalt der Reichs-Post- und Telegraphenverwaltung sind 65 Mill. A für Instandsetzungen und dringende Verbesserungen von Fernsprechanlagen, 75 Mill. als Mehrausgaben für Fernsprechkabelleitungen und 20 Mill. M zur Herstellung einer Fernkabellinie (Telegraph) von Hannover nach Hamburg vorgesehen. Der außerordentliche Haushalt der Reichseisenbahnen enthält ebenfalls beträchtliche Summen für Eisenbahnanlagen in Elsaß-Lothringen und Luxemburg. Gewaltige Beträge sind im ordentlichen und im außerordentlichen Haushalt für Dienst- und Wohngebäude ausgeworfen, allein zur Wiederbelebung der Bautätigkeit z. B. vom Reichsarbeitsministerium 200 Mill. M.
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Die Gewinnung von Heliumgas in großem Maßstabe aus Erdgasquellen ist während des Krieges in den Vereinigten Staaten in Gang gebracht worden. Auf Grund von Versuchen der University of Toronto werden die gewissen Erdgasquellen in Kanada entstammenden Gase, die etwa 11⁄2 vH an Heliumgas enthalten sollen, nach einem Verfahren behandelt, welches der bekannten fraktionierten Verdampfung flüssiger Luft nach Linde-Frank-Caro ähnelt, und hierbei soll es möglich sein, die Kosten der Erzeugung auf einen kleinen Bruchteil der bisherigen herabzumindern. Fabriken in Kansas, Oklahoma und Texas, die während des Krieges in Betrieb gekommen waren, sollen schon so gearbeitet haben, daß bei Eintritt des Waffenstillstandes rd. 4000 cbm verdichteten und nahezu reinen Heliums zur Verschiffung bereit standen und daß ihre Tageserzeugung rd. 1400 cbm betragen hat. Aus Furcht vor Spionage hatte man aber das Gas als Argon bezeichnet. Die größte Bedeutung dieser Meldung liegt in der Aussicht, dieses unverbrennliche Gas als Ersatz für das Wasserstoffges bei der Füllung von Luftschiffen anzuwenden, wofür es trotz seines etwas höheren spezifischen Gewichtes (0,1708 gegen 0,0899 g/ltr) bei nicht zu hohem Preis in Betracht kommen würde. Daneben könnte das Gas auch als Füllgas für Glühlampen eine gewisse Rolle spielen. Gegenwärtig soll eine neue Fabrik in Fort Worth, Texas, mit einem Aufwand von 8 Mill. M im Bau sein. (The Engineer 21. März 1919)
Die Eisenerzeugung in Groß-Britannien 1). Die Roheisenerzeugung Groß-Britanniens hat sich im Kriege nicht auf der Höhe der Friedenszeit erhalten können, wenn sie auch nicht in dem Verhältnis zurückgegangen ist wie diejenige Deutschlands. Die Zahlen für die letzten Jahre im Vergleich zu der Erzeugung im Jahre 1913 zeigt die nachfolgende Uebersicht.
Jahren eine Formel für die theoretische Umformungsarbeit bei Streckvorgängen entwickelt. In der Formel AVK ln n hedeutet A die Umformungsarbeit in mkg. V das Volumen des Walzgutes in ccm, K die Quetschgrenze in kg/qmm bei der betreffenden Walztemperatur und n das Maß der Streckung. Mit Hilfe dieser Formel hat Prof. Tafel in Breslau in der Zeitschrift >>Stahl und Eisen« 1) eine Anzahl von Berechnungen durchgeführt, die zu bemerkenswerten Ergebnissen über die Wirkungsgrade unserer Walzwerke führen. Tafel schlägt vor, den Wert von K, der neben den aus der Abmessung des Walzgutes vor und nach dem Strecken errechenbaren Größen l' und n noch festzulegen ist, zu 10 kg/qmm anzunehmen. Dieser Wert entspricht nach den Angaben von Geuze im Taschenbuch für Eisenhüttenleute (Jahrgang 1910 S. 783) der ungünstigsten Walztemperatur von 900 bis 950o, während er bei 1100 bis 1200o nur 2 kg/qmm beträgt. Mit dem ungünstigsten Wert von 10 kg qmm will Prof. Tafel bei Anwendung der Formel für die Berechnung von Walzwerkmaschinen etwaigen Störungen, schlechtem Ofengang usw. Rechnung tragen. Unter dieser Annahme hat er die Werte, die sich aus der Kießelbachschen Formel für den theoretischen Kraftbedarf berechnen lassen, mit dem von Dr. Puppe festgestellten tatsächlichen Kraftbedarf für eine Anzahl verschiedener Walzquerschnitte in Beziehung gebracht und auf diese Weise festgestellt, daß der Wirkungsgrad unserer Walzwerke zwischen 42 und 71 vH beträgt. Dabei ist zu beachten, daß der Leerlauf der ganzen Anlage in diesen Zahlen nicht berücksichtigt ist. Die Wirkungsgradzahlen sind am ungünstigsten bei Profileisen, was natürlich erscheint, wenn man an die bremsend wirkende ungleiche Längung der einzelnen Profilteile denkt. Das Mehr an Kraft, das solche Profile verzehren, setzt sich entweder in Wärme oder in innere Spannungen um, die sich unter Umständen lange nach dem Walzen bemerkbar machen, z. B. durch das Reißen eines schlecht gewalzten Trägers. Prof. Tafel weist darauf hin, daß die ermittelten Ergebnisse der Verfeinerung noch fähig sind. Ihre nähere Untersuchung wird sich hauptsächlich darauf zu erstrecken haben, wo der Fehlbetrag zwischen dem tatsächlichen und dem theoretischen Energiebedarf bleibt, also auf die Aufstellung einer Art Energiebilanz. Im wesentlichen dürfte der Fehlbetrag zu suchen sein in der Breitung, die bei den nächsten Stichen immer wieder hereingeholt werden muß, in der Erwärmung des Walzgutes beim Stich, in den Verlusten der Kammwalze, soweit sie nicht im Leerlauf berücksichtigt sind, usw.
Die Stapelfaser"). Die unter den Ersatzstoffen unserer Faserstoffindustrie oft genannte Stapelfaser ist eine Abart der schon früher hergestellten Glanzgarne oder Kunstseiden. Bei dem Glanzgarn wird der Grundstoff, nämlich durch Chemikalien aufgelöster und vollständig gereinigter Zellstoff, durch einzelne feine Spinndüsen gedrückt, deren Bauart der Spianwarze der Seidenraupe nachgebildet ist. Im Kriege waren einige der dazu erforderlichen chemischen Stoffe nicht mehr vorhanden. Bei der Stapelfaser werden nun an die Reinheit des Stoffes geringere Anforderungen gestellt. Ihre Gewinnung ist eine Massenherstellung von Glanzgarnfäden in großer Feinheit. Die Zellstoffmasse wird durch einen fein gelochten Körper gepreßt, der erheblich mehr Düsen enthält als bei der Herstellung der Kunstseide, und im Wasser gefällt. Die Herstellung der Masse und die Faserbildung ist einfacher und erheblich billiger als bei Kunstseide. Die entstandenen langen Fäden, die teilweise durcheinander liegen und aneinander kleben, schneidet man in Längen von 30 bis 50 mm, um sie dann ähnlich wie Baumwolle oder Wolle entweder mit diesen gemischt oder allein zu brauchbarem Garn verspinnen zu können. Von diesem Verfahren des Zerschneidens der Fäden rührt die Bezeichnung Stapelfaser her: Stapel nennt man ursprünglich die verschiedene Länge der Wollhaare. Nach den Mitteilungen des deutschen Forschungsinstitutes in Reutlingen entspricht die Viskosefaser der Elberfelder Glanzstoffabriken in ihrer Dicke etwa der Wollfaser, während die Kupferoxydammoniak-Fáser von J. P. Bemberg A.-G. in Barmen mehr der Baumwollfaser gleicht. Die Festigkeit reiner Stapelgarne verhält sich zu derjenigen der Bauwollgarne wie 1:2 bis 1:22. Die Spinnfähigkeit leidet unter dem Vorhandensein von Faserbündeln, die aus dem aneinanderhängenden Fasern gebildet werden. Die Stapelfaser ist verhältnismäßig weich, elastisch und kann beliebig lang gemacht werden. Leider ist sie nicht wasserbeständig. Mit Wasser getränkt, quillt sie auf und kann in diesem Zustand leicht auseinandergezogen werden. Deshalb ist bei ihrer Verwendung eine gewisse Vor
1) vom 10. April 1919.
2) Vergl. auch Leipziger Monatschrift für Textil-Industrie Vom 15. April 1919; s. a. Z. 1918 S. 680.
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17. Mai 1919.
sicht geboten, solange die Versuche, sie wasserfest zu machen, nicht Erfolg haben; jedoch ist sie für viele Zwecke durchaus am Platz und für einen großen Teil des Bedarfes als brauchbarer Ersatz zu bezeichnen 1).
Umstellung auf Friedenswirtschaft in England. Mit dem Verkauf der während des Krieges erbauten Fabriken an Private hat man schon im März d. J. in England den Anfang gemacht. Die Flugmotorenfabrik in Edmonton, deren Bau rd. 2,66 Mill. M gekostet haben soll, ist an Straker, Squire, Ltd., London, für 2,8 Mill. M verkauft worden, eine Gesellschaft, die während des Krieges auf Flugmotoren eingestellt war, jetzt aber ihren ganzen Betrieb dorthin verlegen und ausschließlich einen schnellfahrenden Sechszylinder-Personenwagen sowie ein Vierzylinder-Untergestell für Lastwagen und Omnibusse herstellen will. Weitere 14 staatliche Fabriken stehen noch in England zum Verkauf. (Engineering 14. März 1919)
Die Elektrizitätswirtschaft in Großbritannien. Während des Krieges sind drei Ermittlungen oder Umfragen über die zukünftige Umgestaltung der Elektrizitätswirtschaft in Großbritannien veranstaltet worden, und zwar vom Ausschuß für elektrotechnischen Handel des Handelsministeriums, vom Ausschuß für Kohlenersparnis des Ministeriums für Uebergangswirtschaft und vom Ausschuß für Elektrizitätsversorgung des Handelsministeriums. Das Handelsministerium beabsichtigt einen auf Grund der erhaltenen Berichte ausgearbeiteten Entwurf für ein Elektrizitätsgesetz vorzubringen. Es ist nun in England augenscheinlich der Vorschlag gemacht worden, die Elektrizitätswirtschaft vom Handelsministerium auf das Verkehrsministerium zu übertragen. Hiergegen wendet sich eine Eingabe des Verbandes der Gemeinde-Elektrizitätswerke mit dem Hinweis, daß der Stromverbrauch der Eisenbahnen 10 vH der Stromerzeugung nicht überschreite, und daß die Elektrizitätswirtschaft dem Handelsministerium unterstellt bleiben müsse, das die Bedürfnisse der größten Gruppe von Stromverbrauchern, d. h. des Gewerbes und der Industrie, am besten kennt. Aus der Eingabe sind außerdem folgende beachtenswerte Angaben über das Verhältnis des Kohlenverbrauchs der verschiedenen Wirtschaftszweige in England zu wähnen: Eisenbahnen 8 vH, Fabriken 31,8 vH, Bergwerke 10,6 vH, Hütten- und Stahlwerke 16,4 vH, Hausbrand 18,5 vH, Verschiedene 13,7 vH. (Elektrotechnik und Maschinenbau 20. April 1919)
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Der
Der Bau einer neuen Talsperre im Queis bei Goldentraum wird zum Zwecke vermehrter Erzeugung elektrischen Stromes von der schlesischen Provinzialverwaltung geplant. Strombedarf, der von den Elektrizitätswerken Mauer und Marklissa gedeckt werden soll, ist von 17,4 Mill. kW-st im Betriebsjahre 1916 auf 20 und 25 Mill. kW-st in den Jahren 1917 und 1918 gestiegen, während die beiden Talsperrenwerke jährlich etwa 20 Mill. kW-st liefern können. Der Mehrbedarf muß aus benachbarten Dampfelektrizitätswerken bezogen werden. Unmittelbar am oberen Ende des Staubeckens von Marklissa bei Goldentraum bietet sich nun eine vorteilhafte Gelegenheit zum Bau einer neuen Talsperre. Der Queis kann hier auf 30 m Höhe aufgestaut werden, so daß ein Staubecken von 8,2 km Länge, 125 ha Oberfläche und 12 Mill. cbm Inhalt entsteht. Für den Bau der Sperrmauer ist die Umleitung des Queis durch einen 140 m langen Stollen und die Errichtung eines vollen Betonwehres unmittelbar unterhalb des Stolleneinlaufes beabsichtigt. Der Stollen wird später als Grundablaß verwendet werden können. Die auf festen Fels zu gründende Sperrmauer verbindet die nackten Uferfelsen der Talenge und erhält im Grundriß Gewölbeform von 150 m Halbmesser. Das Kraftwerk wird am Fuß der Sperrmauer errichtet und soll mit vier Turbinen von zusammen 5000 PS Leistung ausgerüstet werden. Es kann jährlich im Mittel 6 Mill. kW st liefern. Der Abfluß des Kraftwassers wird in dem unterhalb gelegenen Staubecken ausgeglichen, so daß das Werk beliebig belastet werden und insbesondere die Belastungsspitzen des Provinzialwerkes aufnehmen kann. Die Kosten des Werkes sind nach Friedenspreisen und nach den für die Werke Marklissa und Mauer aufgewendeten Beträgen auf rd. 2,4 Mill. M berechnet, auf Grund der jetzigen Lohn-, Arbeits- und Preisverhältnisse jedoch auf 4,6 Mill. M veranschlagt, wodurch sich die Erzeugungskosten des elektrischen Stromes von 2,67 /kW-st auf 4,9 erhöhen. (Zeitschrift für die gesamte Wasserwirtschaft 5. April 1919)
Das elektrisch angetriebene amerikanische Linienschiff >>New Mexico« hat mit einer Anzahl von Zerstörern den Geleitzug gebildet, der den Präsidenten Wilson zu den Friedensverhandlungen nach Europa gebracht hat. Auf seiner Rückfahrt erlitt das Schitt einen Unfall, indem die Schaufelung einer der beiden Primär-Dampfturbinen beschädigt wurde. Trotz des schlechten Wetters, das auch die Zerstörer nötigte, ihre Geschwindigkeit zu ermäßigen, hat aber das Schiff mit der unbeschädigt gebliebenen Turbodynamo auf der Backbordseite die Reise mit 15 Kn Geschwindigkeit vollendet. Die Sicherheit des Schiffes war während der ganzen Fahrt nicht einen Augenblick in Frage gestellt, und die ganze elektrische Anlage hat einwandfrei gearbeitet. (Engineering 21. März 1919)
Die Entwicklung der Fliegerphotographie im Kriege behandelte ein Vortrag, den kürzlich Freih. v. Hübel im Oesterreichischen Ingenieur- und Architektenverein gehalten hat). Neben der Kampftätigkeit war dem Flieger während des Krieges ein umfangreicher Aufklärdienst übertragen; er hatte Truppen- und Materialverschiebungen zu beobachten, neue Verkehrswege, neue Bauwerke festzustellen, neue Maßnahmen zur Verteidigung an der feindlichen Front zu melden usw., und da es selbstverständlich unmöglich war, all das Gesehene im Gedächtnis zu behalten, so mußte er, was ihm wichtig schien, photographisch festhalten, zum Teil deutlicher, als er es im Fluge sehen konnte. Die anfänglich benutzten Handkammern, die an einem Revolvergriff gehalten wurden, mußten bald Kammern mit Brennweiten von 50, 70, sogar 120 mm Brennweite weichen, die in der Bombenöffnung des Flugzeugrumpfes mit Gummiringen eingehängt wurden und das Gelände genau von oben aufnahmen. Solche Bilder, die das Gelände ähnlich wie die Landkarte wiedergeben, sind in vieler Beziehung den Karten selbst überlegen, weil sie der Wirklichkeit viel mehr entsprechen und durch eine Fülle von Einzelheiten das Wiedererkennen eines bestimmten Ortes erleichtern. Den Gipfel des Fortschrittes auf diesem Gebiete bildet der Reihen bildner, ein photographisches Gerät, das selbsttätig die Aufnahme großer Geländestrecken gestattet. Es besteht aus einer im Flugzeug federnd aufgehängten Kammer, die das Gelände auf einem sich selbsttätig fortbewegenden 5 cm breiten Filmband während des Fluges in Streifen aufnimmt, die später zu einem Gesamtbild zusammengesetzt werden. In Zeitabständen von einigen Sekunden entstehen fortgesetzt etwa 20 cm lange und 5 cm breite Bilder des überflogenen Geländes, wobei die Aufnahmen derart geregelt werden können, daß sich die Bilder gegenseitig etwas überschneiden. Bei 30 cm Brennweite des Objektivs und 3000 m Flughöhe kann man mit einer Filmrolle Gelände von etwa 200 km Länge und 2 km Breite im Maßstabe von 1:10000 abbilden. Der Reihenbildner dürfte im Frieden ein wichtiges Hilfsmittel der Geländevermessung werden.
Techniker als Bürgermeister. Die Gepflogenheit, für höhere städtische Verwaltungsbeamte, insbesondere Bürgermeister, in Stellenausschreibungen Ablegung der Gerichtsoder Regierungs-Assessorprüfung zu fordern, ist in letzter Zeit erheblich geschwunden. Unter 18 Ausschreibungen von Bürgermeister-, Stadtrat- oder Stadtkämmererstellen deutscher, vorwiegend preußischer Mittel- und Großstädte im März und April d. J., verlangen nur 6, also ein Drittel, von den Bewerbern die Befähigung zum Richteramt oder höheren Verwaltungsdienst. Die übrigen würden also auch Technikern offenstehen. Bei einigen Stellen wird Erfahrung im Kommunaldienst oder höheren Kommunaldienst zur Bedingung gemacht. Wir werden die Entwicklung aufmerksam verfolgen und laufend berichten, ob und wieviele der ausgeschriebenen Stellen durch Techniker besetzt worden sind.
Stadtratstellen der Stadt Kiel. Beim Magistrat der Stadt Kiel sind in kurzem 3 besoldete Stadtratstellen neu zu besetzen. Für jede dieser Stellen sind je 3 Bewerber der Bürgerschaft durch die Stadtverordnetenversammlung zur Wahl zu nennen. Auf Veranlassung des Standesfragen-Ausschusses in Kiel, dem auch der Schleswig-Holsteinische Bezirksverein deutscher Ingenieure angehört, werden die Stellen öffentlich, ohne Forderung einer bestimmten Vorbildung, ausgeschrieben. Es können demnach auch Bewerber mit technischer Vorbildung in Frage kommen (s. die Anzeige in dieser Nummer).
Professor Max Delbrück †. Nach kurzer Krankheit ist am
4. Mai in seinem 69 sten Lebensjahre der Direktor des Instituts
1) Zeitschrift des Oesterr. Ingenieur- und Architektenvereines vom 25. April 1919.