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Asbest ist die Sammelbezeichnung für eine bestimmte Gruppe natürlicher silikatischer Minerale mit charakteristischer feinfaseriger Struktur. Typisch für Asbest ist die leichte Zerfaserbarkeit und Spaltbarkeit in der Längsachse zu feinsten Fasern, die eingeatmet werden können. Das Verstaubungsverhalten ist wesentlich stärker ausgeprägt als bei künstlichen Mineralfasern.
Vor allem in der asbestverarbeitenden Industrie traten erhebliche Staubkonzentrationen auf. Staubmessungen wurden jedoch nur sporadisch durchgeführt, weil die Bedeutung einer Staubminderung lange Zeit verkannt wurde. Wegen der langen Latenzzeit zwischen Asbestexposition und den dadurch verursachten Erkankungen ergaben sich erst sehr spät Hinweise auf das ganze Ausmaß der Gesundheitsschäden.
Wesentliches Merkmal des krebserzeugenden Agens "Faser" ist das Vorliegen von langen (> 5 µm), dünnen (< 3 µm) Partikeln, die eine relativ lange Beständigkeit in der Lunge haben. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von "kritischen" Fasern. Viele dieser Fasern sind so dünn, dass sie im Lichtmikroskop nicht sichtbar sind. Immissionsmessungen sind relativ aufwendig, da die Fasern im Schwebstoffgehalt der Umweltluft nur elektronenmikroskopisch gezählt, vermessen und identifiziert werden können (Rödelsperger et al. 1989). Weißasbest (Chrysotil) und Blauasbest (Krokydolith) haben für die bekannt gewordenen Gesundheitsschäden die weitaus größte Bedeutung. Chrysotil nahm mit über 90 % des Asbestverbrauchs quantitativ die Spitzenstellung ein.