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Israelische Archäologen haben eine Tonscherbe mit der Inschrift des biblischen Namens „Jerubbaal“ gefunden. Es handelt sich um eine sehr seltene Inschrift, die möglicherweise auf den biblischen Richter Gideon hinweist, der den Beinamen Jerubbaal trug, wie die israelische Antikenbehörde (IAA) am Montag mitteilte.
Gefunden wurde die Scherbe demnach in einer mit Steinen ausgekleideten unterirdischen Lagergrube in der Nähe der südisraelischen Stadt Kirjat Gat. Das Tongefäß, zu dem die Scherbe gehörte, habe mit etwa einem Liter ein kleines Fassungsvermögen gehabt. Die Archäologen halten es für möglich, dass es mit einer kostbaren Flüssigkeit wie einem Parfüm oder Medizin gefüllt und mit dem Namen des Besitzers gekennzeichnet worden war.
Der Name ist demnach in einer von den frühesten bekannten Alphabetschriften abweichenden Schrift mit Tinte auf der Scherbe angebracht worden. Der Inschriftenexperte Christoffer Rollston von der George-Washington-Universität identifizierte die Buchstaben als die hebräischen Buchstaben Jud, Resch, Bet, Ajin und Lamed. Nach Einschätzung der Archäologen war die Inschrift ursprünglich länger, ist jedoch verloren gegangen.
Das Alter der Inschrift und der Fundort deuten laut den Forschern darauf, dass es sich bei Jerubbaal um den im biblischen Buch der Richter genannten Richter Gideon gehandelt haben könnte. Es handelt sich um den ersten Nachweis des Namens im archäologischen Kontext.
Die Inschrift trage zum Verständnis der Verbreitung der Alphabetschrift in der Übergangszeit von der kanaanitischen zur israelitischen Zeit bei, so die Mitteilung der IAA. Die Kanaaniter entwickelten demnach um 1800 vor Christus unter ägyptischem Einfluss das Alphabet. Aus der Zeit um 1550-1150 vor Christus seien wenige derartiger Inschriften in Israel bekannt.
KNA/akr/sky