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Eine Seilwinde ist eine mechanische Vorrichtung zum Auf- oder Abspulen von einem Seil. Am Ende vom Seil kann eine Last befestigt und gezogen werden. Für schwere Lasten werden meistens Stahlseile oder neuerdings Faserseile verwendet. Bei den REBER-Forstwinden wird ein Drahtseil mit einem Durchmesser von 9 bis 16 mm (je nach Typ) verwendet. Die Zugkraft kann mittels Doppelzug oder eines Flaschenzuges gesteigert werden.
In seiner einfachsten Form besteht die Seilwinde aus einer Trommel und einer Handkurbel. Grössere Ausführungen kommen z.B. bei Kränen, Abschlepp-Fahrzeugen, Löffelbaggern, Aufzügen oder Forstarbeiten zum Einsatz. Aufwendigere Seilwinden werden über Zahnräder angetrieben. Der Antrieb kann
oder auch Muskelkraft sein. Es gibt Seilwinden mit mechanischer (z.B. Sperrklinke oder Bremsband) und magnetischer Bremse.
Das Seil rollt sich selbstständig nebeneinander auf, sofern die freie Strecke vor der Seiltrommel genügend lang dimensioniert ist. Bei kompakter Bauweise kommt eine zusätzliche Seilführung zum Einsatz, welche dafür sorgt, dass das Seil ordentlich und gleichmässig aufgerollt wird. Bei den REBER-Seilwinden sind dies der Schwenkarm und der Seildrücker.
Das Seil wird üblicherweise auf der Trommel aufgewickelt die zugleich das Seil zieht. Eine Konstruktion, bei welcher das Seil nicht von der Trommel gezogen wird, nennt man Seilspill. Bei Standard-Seilwinden wird die Zugkraft der Trommel direkt auf das Seil übertragen. Zu berücksichtigen ist, dass die Zugkraft mit der Anzahl der Lagen auf der Seiltrommel abnimmt. Sie ist vom Antriebsdrehmoment und dem Radius der Seiltrommel (Hebelarm) abhängig.
Nebst industriellem Gebrauch finden sich Seilwinden bei Autos, Schiffen oder Segelflugzeugen. Mehrere Winden finden sich auf nahezu jedem Boot oder Schiff (Winsch genannt) um zum Beispiel den Anker einzuziehen oder die Segel zu setzen. Häufig finden sich Seilwinden auch hinter der Bühne bei grossen Theaterproduktionen um beispielsweise Kulissen zu verschieben. Dabei sind die Winden oft im Bühnenboden versenkt. Weitere Anwendungen sind:
Die früheste schriftliche Erwähnung über Seilwinden stammt von Herodot von Halikarnass. Nach seiner Beschreibung wurden bereits im Jahre 480 vor Christus hölzerne Seilwinden benutzt, um die Seile einer Pontonbrücke über den Hellespont zu spannen.
Die grösste elektrisch angetriebene Seilwinde befindet sich auf der „Balder“, einem Tiefseekonstruktionsschiff. Diese Winde hat einen Durchmesser von 10.5 m und 275 MT. Je nach Anwendung kann anstelle einer Seilwinde auch eine Spillwinde eingesetzt werden.