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Fische im Mondzyklus
Seit jeher lernt uns die Geschichte, der Mondzyklus hat für die Fische und den Fang eine grosse Bedeutung! Es gibt unter den Fischern viele Theorien und manche haben gerade eben in Vollmondnächten ihre Sternstunden erlebt. Ich möchte mit diesem Beitrag ein paar Dinge erklären und meine persönlichen Erfahrungen im Zusammenhang mit der Felchenfischerei einbringen. Sowie zum Thema „Beissverhalten der Felchen“ während eines vollen Mondzyklus berichten.
Der Vollmond wird ab dem Neumond berechnet und dauert 28,5 Tage. Der Zyklus des Mondes lässt sich in vier Viertel einteilen. Das erste Viertel des Mondzyklus beginnt mit dem Neumond. Sonne und Mond stehen exakt auf der gleichen Position. Dann beginnt der Mond der Sonne vorauszuwandern, bis sie beim zunehmenden Halbmond im Winkel von 90° zueinander stehen. Das zweite Viertel des Mondzyklus beginnt mit dem Halbmond, wenn Sonne und Mond sich 90° voneinander entfernt haben. Es endet kurz vor Vollmond, wenn sie einander gegenüberstehen. Das dritte Viertel des Mondzyklus beginnt mit dem Vollmond, wenn Sonne und Mond sich im Winkel von 180° gegenüberstehen. Es endet kurz vor dem abnehmenden Halbmond, zu dem sie sich einander wieder auf 90° annähern. Das vierte Viertel beginnt mit dem abnehmenden Halbmond, wenn Sonne und Mond im Winkel von 90° zueinander stehen und endet kurz vor Neumond, an dem sie wieder an ein und demselben Punkt vereint sind.
In der ersten Mondwoche (also zunehmender Mond) ist die Haupt-Nahrungsaufnahme der Fische während den späteren Abendstunden. Gegen Vollmond hin nimmt sie jedoch spürbar ab. In der Zeit von einer Woche vor, bis einer Woche nach Vollmond, ergeben sich tagsüber gute Chancen für Fangerfolge. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang können dann 3 - 5 starke Beisszeiten festgestellt werden. Nur bei Vollmond selbst (während 3 - 4 Tagen) existieren solche „Beisszeiten“ überhaupt nicht mehr und es wird für den Fischer schwierig, einen Fisch zu überlisten. Mit dem Beginn der 3. Woche (also eine Woche nach Vollmond) werden in den Morgenstunden die meisten Fische gefangen. Wie und ob sich der Mond in direkter Weise auf den Fischfang auswirkt kann man eigentlich nicht so richtig erklären. Dieses Diagramm ist lediglich eine Grafik um darzustellen, wie die Felchen auf den Mond reagieren. Es wurde für den Bielersee erstellt und hat somit in erster Linie nur in Gewässern mit ähnlichen Eigenschaften ihre Gültigkeit. In weiteren Gewässern hat der Mond wahrscheinlich andere Auswirkungen.
Der Grund für diese „Beisszeiten“, ist jedoch nicht alleine beim Mond zu suchen! Der tägliche Fress - Rhythmus unserer Fische wird von der Hirnanhangsdrüse (Pinealorgan) gesteuert und zwar mittels der Ausschüttung des Hormons Melatonin. Die Hauptausstösse dieses Sekretes erfolgen vorwiegend in den Morgen- und Abendstunden.
Das Pinealorgan und sein Hormon Melatonin
Der tägliche Hell - Dunkel-Wechsel und die mit den Jahreszeiten schwankenden Lichtverhältnisse werden bei niederen Wirbeltieren und den Fischen von speziellen mehrfunktionellen Sensoren eines Organs des Gehirns erfasst und direkt in hormonelle Aktivitäten umgesetzt (z.B. Beisszeit / Beissverhalten).
Wie hängen das Fressverhalten der Fische und das verhalten deren Nährtiere (Zoo-Plankton) mit dem Mondzyklus zusammen?
Das „Zoo-Plankton“. Diese Kleinstlebewesen sind empfindlich gegen UV-Strahlung! Sie verbringen deshalb den hellen Tag in den Tiefen eines Gewässers und in der Dämmerung bei gedämpften Lichtverhältnissen, streben die Mikro - Organismen der Wasseroberfläche zu. Für die Fische werden demzufolge die Beisszeiten stark eingegrenzt: Es muss dunkel genug sein, dass sich das Plankton an die Wasseroberfläche begibt, und gleichzeitig muss noch soviel Licht vorhanden sein, dass die Fische noch genügend Sicht für die Jagd auf das Plankton haben. Bei Vollmond ist das Licht bereits zu hell für das Plankton und es bleibt in der Tiefe.
Ich persönlich glaube, dass sich die Felchen (Fische i.A.) auch bei den Mondphasen nach den Nährtieren (Zooplankton) richten. Da die Felchen zum Grossteil von Plankton leben, sollte man eher die Auswirkung der Mondphasen auf das Plankton beachten. Da Zooplankton auf Licht reagiert und bei Vollmond in tiefere Regionen absinkt, sind die Felchen in diesen Zeiten weniger aktiv und werden in diesen Perioden auch von Berufsfischer weniger gefangen.
Zooplankton ernährt sich von Phytoplankton. Während Phytoplankton positiv phototaktisch ist, d.h. zum Licht schwimmt (Lichtenergie wird zur Photosynthese benötigt), ist Zooplankton jedoch negativ phototaktisch, schwimmt also vom Licht weg. Zooplankton ist deshalb negativ phototaktisch, weil es in Lichtdurchfluteten Gewässerschichten einem bedeutend höheren Frassdruck durch im Wesentlichen optisch orientierten Fischen ausgesetzt ist. Daher hält sich das Zooplankton tagsüber in tieferen (dunkleren) Gewässerschichten auf, meist knapp über der Sprungschicht, um dann nachts zum Fressen an die Oberfläche zu kommen. Man bezeichnet dies als die tägliche Vertikalwanderung des Zooplanktons. Das heisst, Felchen ziehen nicht/weniger bei Vollmond, durchaus aber bei Neumond ihre Bahnen, auf der Suche nach Futter, im See. Zum einen steht der Neumond nur am Taghimmel (tagsüber steht das Zooplankton ja eh tief), zum anderen erzielt nur der am Nachthimmel stehende Vollmond die erhöhte Lichtintensität, die das Zooplankton auch nachtsüber in die Tiefe zwingt.
Quellenangaben: Die wissenschaftlichen relevanten Informationen zum Thema „Pinealorgan und sein Hormon Melatonin“ stammen von: Peter Ekström und Hilmar Meissl. Ich danke dem Team für diese interessanten Informationen!
Gruss Rolf
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