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Über den Met
Das deutsche Wort Met hat seine Wurzeln im indogermanischen Wortstamm „medhu“ mit dem zumeist der Honig bezeichnet wurde. In Sanskrit bedeutet „madhu“ meist ein süsser, berauschender Trank.
Met fand bei den früheren Völkern eine vielseitige Verwendung. Er spielte bei Gastbewirtungen, in Gottesdiensten, als Opfergabe für die Götter, als Grabbeigabe, bei religiösen Festlichkeiten, als Gesundheitsgetränk und in der Medizin eine Rolle.
Die bedeutendsten Met-Trinker waren die Germanen, die durch die riesigen Wälder über ausreichend Honig verfügten. Die spontane Verwandlung von Honigwasser in ein viel geschmackvolleres Getränk mit der berauschenden Wirkung des Alkohols machten den Met in der nordischen Mythologie zum Trank und Geschenk der Götter. Der Honigwein wurde nicht nur auf Feiern in rauen Mengen getrunken, sondern diente als Trank der Götter in kultischen Handlungen. Durch den kultischen Status war der ausschweifende Genuss von Met denn auch gleichzeitig Götteropfer. Neben seiner Verwendung für Feste und Zeremonien war Met aber auch ein ganz normales Alltagsgetränk, vergleichbar mit Bier im mittelalterlichen Europa. Auch bei den Römern und Griechen wurde Met als spezielles, teures Getränk erwähnt. Das vergorene Honigwasser genoss bis ins Mittelalter einen hohen Stellenwert. Durch das Aufkommen von Bier im Norden und Wein im Süden Europas verringerte sich der Konsum von Met stetig, weil dessen Herstellung im Vergleich zu Bier und Wein teurer und aufwändiger ist. Trotzdem wurde auch im Mittelalter Met produziert und getrunken. Kaiser Karl der Große schrieb, dass in jedem landwirtschaftlichen Musterbetrieb Bienen gezüchtet und Met produziert werden soll. Auch im Kloster St. Gallen wurde um das Jahr 1000 Met, zusammen mit Käse, als Nachtisch serviert.
In antiken Lehrbüchern findet man den Met mit verschiedenen Zutaten gemischt als Heilmittel gegen diverse Krankheiten aufgeführt. Teils beruht dies auf der antibakteriellen Wirkung des Honigs und teils wohl auf Aberglauben. So soll er bei Magen- und Darmbeschwerden oder gegen Erkrankungen der Atemwege hilfreich sein. Oft wurde Met auch benutzt, um bittere Medizin schmackhafter zu machen.
Die Geschichte mit der Braut
Eine uralte 12000 Jahre alte Höhlenmalerei in Belgien zeigt einen Menschen beim Honigsammeln und darunter ein Paar, das offensichtlich die aphrodisierende Wirkung davon geniesst. Eine der wichtigsten Zeremonien, die Hochzeit und die darauf folgenden Flitterwochen (Honeymoon) werden direkt mit dem Honigwein in Verbindung gebracht. In der Frühzeit waren Zucker und Honig seltene Produkte auf dem Speiseplan der Bevölkerung. Wenn also die Braut und der Bräutigam in der Hochzeitsnacht und dann in den Flitterwochen diesen exotischen, süssen und berauschenden Honigwein tranken, schnellte der Blutzucker empor und löste hemmungslose Leidenschaft aus. Der Brautwein musste nach dem Brauch einen Monat lang getrunken werden. Der Hersteller des Honigweins im Dorf, eine Persönlichkeit von hohem Ansehen, nahm dann nach neun Monaten die Glückwünsche entgegen. Dem Honigwein wurde die Fähigkeit zugesprochen, die Fruchtbarkeit des Brautpaares zu steigern.
Das Rumi-Gedicht zur Ernte 2006
Koste mit Verstand
Für die lüsterne Seele gibt's Weine der Verdammnis:
Der Sinnensklave torkelt so vom Weg.
Für den reinen Geist gibt's Wein der Gottesfreude:
So findet er das Haus, das niemand je verlassen würde,
Und reisst in seiner Trunkenheit das Zelt des Himmels auf
Und schlägt den Pfad ein, der ihn aus allem Raum trägt.
Fall nicht, mein Herz, auf jeden Rausch herein!
Jesus berauscht sich am Geliebten- Langohr am Hafer.
Prüfe die Weine gut; der eine ist trüb und heftig,
Der andere - richtige - rein wie eine lautere Perle.
Koste bedächtig, Zecher, koste mit Verstand,
Dass du den unverfälschten Rebsaft findest!
Beiderlei Weine machen trunken; heiliger Rausch
Führt dich jedoch zum Herrn der Wahrheit, reisst dich
Aus allem Meinen, Grübeln, sinnlosen Pläneschmieden,
Während dein Geist, erleuchtet, seinen Weg geht,
Wie ein Kamel gemessen Fuss vor Fuss setzt.
Jalal ad-Din Rumi, islamischer Mystiker und Poet, 12.Jh
Gedanken zur Ernte 2005
Gedanken über die Welt und über die Weinproduktion von biolenz zur Ernte 2005
Wir schreiben das sechste und bald schon das siebte Jahr des neuen Jahrtausends. Das 21.Jahrhundert verspricht nur schon vom Klang her irgendwie Neues und Ungeahntes... Das einundzwanzigste Jahrhundert... Was könnte dieses Versprechen denn sein? Noch mehr digitale Revolution? Noch mehr Gerätschaften, die in uns Bedürfnisse wecken, die es vorher gar nicht gegeben hat und das Leben noch schneller machen? Noch mehr ich, ich, ich...? Oder gar völlig was anderes? Wir befinden uns im 21. Jh. und unser Geist und damit unsere Weltanschauung dümpeln immer noch irgendwie auf dem Stand des 19. Jh. rum. Die Physik und der technische Fortschritt kreierten einst die feste Überzeugung, dass die Welt als mechanisches Spiel angesehen werden kann, wo wir wie bei einer Maschine alles steuern und kontrollieren können, wenn wir denn nur die Einzelteile davon kennen. Diese materialistische Weltanschauung geistert unbewusst und erstaunlicherweise auch noch 150 Jahre später in unseren Köpfen rum. Obwohl mystische Traditionen auf der ganzen Welt seit Jahrtausenden und die moderne Physik bald schon seit einhundert Jahren eigentlich ein völlig anderes Weltbild zeichnen, lassen wir uns immer noch gern von der oberflächlichen Wirklichkeit täuschen und glauben an eine unabhängige Identität von uns selbst und von Dingen an und für sich. In einer die neusten wissenschaftlichen Theorien und die uralten, mystischen Weisheiten berücksichtigender Weltanschauung wäre alles miteinander verwoben und nichts würde einfach so für sich in einer unabhängigen Realität existieren. Warum halten wir an einer veralteten Weltanschauung fest, die sich weder mit der modernen Naturwissenschaft noch mit den mystischen Vorstellungen rechtfertigen lässt? Warum probieren wir nicht, diesen Einsichten in unserem Alltag Rechnung zu tragen? Ist es unmöglich oder einfach unbequem?
...Doch genug der Fragen und der Philosophiererei: An dieser Stelle wenden wir uns konkreteren Dingen wie dem biolenzen zu, geht es doch hier um einen Kundenbrief... In diesem globalen Augenblick der Weltgeschichte gibt es in einem kleinen Örtchen, in einem kleinen, wohl aufgeräumten Lande einen Grossmeister, einen Zauberer, der jeden Herbst seine Traubenkinder mit Hilfe vieler leuchtenden Gestalten in den Keller holt und daraus Elixiere für das neue Weltbild herstellt. Die Unterschiede zu den anderen Traubensaftmeistern sind auf den ersten Blick beim Endprodukt kaum sichtbar. Eine Flasche Wein ist eine Flasche Wein- oder? Beim genaueren Hinsehen jedoch, tut sich aber eine riesige Kluft zwischen diesen zwei Flaschen Wein auf. Die eine wird vom Produzenten als unabhängige Flasche Wein, die unabhängig von der ganzen Produktionsgeschichte genossen werden kann, verkauft. Die Kunden trinken und beurteilen diese Flasche Wein unabhängig von ihrer Entstehungsgeschichte. Die andere Flasche Wein, die des Biolenzers hingegen, wird als Flasche Wein wahrgenommen und verkauft, wo eben die ganzen Produktionsschritte mit in den Genuss kommen. Der Wein wird nicht als ein unabhängiges Produkt angesehen. Die Rebstöcke, die Begleitpflanzen, die Böden, die Insekten und Frösche, die Menschen, die Vögel und vielleicht sogar die ziemlich unsichtbaren Elementarwesen, sie alle sind in diesem Wein präsent. Der Wein schmeckt nach all diesen Wesen, sie alle interagieren mit der Traubenproduktion. Wenn es diesen Wesen gut geht, wenn sie von der Produktion profitieren oder wenigstens keinen Schaden nehmen, schmeckt auch der Wein gut. Unsere Geschmacksknospen werden sich an diese neuen Weine, an diese neuen Geschichten gewöhnen; sie werden sich mit der Zeit weigern, einen Wein als unabhängiges Produkt zu beurteilen. So wie die Physiker realisierten, dass es keine vom Betrachter unabhängige Realität gibt, und sich der Betrachterin nur offenbart, was sie auch erwartet, so ist es auch beim Wein. Die Wahrnehmung eines Weines hängt nicht nur vom Wein, sondern auch ganz bedeutend vom Konsumenten selber ab. Wir können wählen, ob wir einen Wein gut finden oder nicht. Wenn wir langsam aber sicher versuchen, den Wein oder auch andere Produkte in ihrer Gesamtheit wahrzunehmen, dann führt kein Weg am Biolenz-Zauberer vorbei. Die Biolenzprodukte transformieren die Weltanschauung, sie sind der lebendige Beweis, dass wir im 21. Jh. eben nicht mehr auf die vermeintlich unabhängigen Einzelheiten, sondern aufs System als Ganzes fokussieren. Eine neue Generation wird eine neue Generation von Produkten brauchen und die Geschmacksknospen der neuen Generation sind mit einer grauen Hirnsubstanz verbunden, die neu auf ganzheitliche Betrachtung programmiert ist! Stellt Euch das vor! Wie wäre das?
Wir können uns dies nicht nur vorstellen, wir können dies wählen... und bei biolenz wurde gewählt! Anstatt das Schlechte zu bekämpfen und zu vernichten, fördert und bewahrt biolenz das Gute. Wir können selber bestimmen, an welche Realität wir glauben, wir können die Geschichte wählen. Die einzige Geschichte die Sinn macht, ist diejenige, welche die Welt und die Menschen als ein verwobenes Ganzes betrachtet. Eine Welt in der wir uns selber schaden, wenn wir anderen Schaden zufügen. Eine Welt in der wir uns freuen, wenn andere sich freuen, weil wir auch das andere sind. Weil es nur das Eine gibt... Ok... Die Tastatur brennt mal wieder mit mir durch... zurück zum Biolenzzauber: Es gibt nicht nur den Wein, es gibt auch andere Traubenprodukte: Wenn die Trauben ohne Pestizide wachsen dürfen, steht auch der Gewinnung vom „Grünen Gold“ nichts mehr im Weg. Die Traubenkerne speichern die Essenz der Trauben, die wertvollsten Produkte, die mit Hilfe der Sonne über den Sommer hinweg in jeder Pflanze produziert werden. Wertvolle, ungesättigte Fettsäuren, Spurenelemente, Vitamine und Antioxidantien werden im Kern eingelagert, damit daraus eine neue Rebpflanze entstehen kann. Diese wertvollen Substanzen sind auch für uns Menschen wichtig und nährend und so werden bei biolenz die Kerne eben von Hand mit einer Gumpiesel-Zauberrüttelmaschinemaschine von den Häuten getrennt und sorgsam getrocknet. Nach einer weiteren Reinigung in einer zweiten Wundermaschine kann diese gesunde und grün-goldig scheinende Essenz, das Traubenkernöl, durch Kaltpressung gewonnen werden. Ihr könnt Euch jetzt beim Grossmeister persönlich ein Zauberfläschchen der neusten Pressung sichern- ewige Jugend und ungeahnter Gaumenschmaus sind Euch gewiss...
Fantastischerweise ist das Knacken der Ölnuss aber noch nicht alles: Im zweiten Teil der Kerngeschichte werden die Kernen zu Traubenkernmehl gemahlen. Das hocharomatische, violettbräunliche Mehl enthält noch sehr viele wertvolle Gaben und lässt sich sehr gut für Desserts oder in der Weihnachtsbackstube als Zusatzmehl gebrauchen. Ein verzauberter Biolenztraubenkernmehlspitzbub oder gar selbst gemachte, magische Traubenkernmehlpasta lässt jedes Weihnachtsfest vertraubt leuchten.
Eine ganz besondere Magie geht auch von des Grossmeisters neuster Weinkreation aus: dem Iselisberger assemblage. Bei bewusstem Genuss wird sich die Medizin des Leon Millot, des Baco Noir und des Maréchal Foch zu einer ungeahnten Hochzeit verbinden. Die betörende Frucht in der Nase, die zu einem Kreis verbundenen vier Himmelsrichtungen im Körper... wenn es einem da nicht die Sinne betraubt...
Auf die Wintersonnenwendsweihnachtsgschänklizeit trumpfen die biolenzen mit einem neuen Traubenprodukt auf: Einem Baco noir- und einem Leon Millot-Essig aus den Ernten 2002 und 2003. Die typische Frucht der Traubensorten und die spezifische Medizin kommen auch in diesem Gourmet-Essig voll zur Geltung. Salate des 21.Jh. vereinigt Euch und bestellt den Wundersaft unter www.biolenz.ch...
Diesen Herbst, die Wümmet 2005, haben wir gewählt, um die Geschichte rund um die Trauben noch bewusster zu gestalten. Die Zeremonien, die rund um diese Traubenernte stattfinden, sollen dieser neuen Geschichte eine äussere Form geben. Sie sollen uns noch bewusster machen, wie wir mit den Trauben, mit den Tieren und Pflanzen und den Mitmenschen im Rebberg zusammenhängen und wie wir diese neue Weltsicht in unser Leben integrieren können. Im allmorgendlichen Yoga oder schwitzend, auf den frisch abgepressten Traubenhäuten in der Schwitzhütte sitzend, kommen die neuen Einsichten leichter und das Leben und die Weinproduktion erscheint in einem neuen Licht: Als lebendiges, sich dauernd veränderndes Kunstprojekt, als unverschämt strahlende Zuversicht, als mögliche, organische Geschichte...! Oder kennt Ihr einen anderen Betrieb, wo die Stiele aus der Traubenmühle in Outdoor-Sofas für den Winter verwandelt werden? Oder wo die Menschen als lebende, schöne Vogelscheuchen helfen dürfen, die reifen Trauben zu schützen? Eben!
Und so oder so: Think global, drink local!
Adrian Wirth, geb.1975, 5 Wochen Zivildienst bei biolenz, Umweltnaturwissenschafter ETH, Balmeggberger und Syntosiler und Verfasser dieses Kundenbriefes