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Behandlung der Fleischpartien wie der Gewandstoffe aneignete, wenn auch die Formen oft zu weich sind. Zu seinen ersten Arbeiten in Kartonmanier gehören: die Steinigung des Stephanus, nach Schraudolphs Freskobild im Dom zu Speier;
die Dichter Toscanas, nach Vasari (1858);
zwei Blätter aus dem Leben des Bonifacius, nach den Fresken von Heß in der Münchener Basilika;
der besonders meisterhafte Raub der Europa, nach Genelli;
Amor einigt durch die Musik die uneinigen Elemente, nach demselben;
die Minne (mittelalterliche Verlobungsscene), nach Kachel. In Linienmanier brachte er bis jetzt die Blätter: Bauer und Makler, nach Vautier;
Ruhe auf der Flucht nach Ägypten, nach van Dyck;
Jägerlatein, nach Grützner;
die Dame mit dem Papagei, nach Franz v. Mieris (Museum in Dresden);
die Violanta, nach Palma Vecchio (Belvedere in Wien), und die Dresdener sogen. Vestalin, nach Angelika Kauffmann.
Seine neueste Arbeit ist der noch in Vorbereitung begriffene Stich nach Raffaels Madonna della Sedia.
3) Ludwig, Illustrator und Maler, geb. zu Krakau, wohin sein Vater, ein Deutscher, übergesiedelt war. Die Widerwärtigkeiten der polnischen Revolution von 1830 veranlaßten den Vater, den Sohn 1833 nach Birnbaum (Regierungsbezirk Posen) zu schicken, wo dieser unter einem harten Lehrer sechs schwere Jahre hatte, durch seine kleinen Zeichnungen aber schon einige Groschen verdiente. Nach Warschau ins elterliche Haus zurückgekehrt, zeigte sich sein künstlerisches Talent immer deutlicher, so daß er es endlich möglich machte, auf die Akademie nach Berlin zu gehen, wo er lernte, aber für den Broterwerb auch schon viel illustrierte.
Nachdem er 1846 ein Engagement in einer Kartenfabrik zu Stralsund angenommen hatte, ein Unternehmen, das aber bald nachher scheiterte, nahm er in Berlin seine alte Thätigkeit so eifrig wieder auf, daß er 1852 eine größere Studienreise über Antwerpen nach Paris machen konnte, wo er in Coutures Atelier arbeitete. 1853 finden wir ihn wieder in Berlin, mit dekorativen Arbeiten und Plafondmalereien beschäftigt, für die er manche Aufträge bekam, bis auch diese Thätigkeit unterbrochen wurde durch den Auftrag der «Illustrierten Zeitung», die Begebenheiten der Reise des Kaisers in Ungarn (Mai und Juni 1857) zu zeichnen. 1860-65 war wieder eine Zeit größerer Unternehmungen und Illustrationen, so 1860-63 die Illustrationen zu Schmidts «Preußischer Geschichte», 1864 die zum «Krönungswerk» (Decker in Berlin), sodann im Auftrag des Grafen von Falkenstein Kartons für das von Friedrich Wilhelm IV. im Kölner Dom gestiftete Fenster des Südportals.
Noch bekannter machten ihn die Illustrationen zum dänischen und zum österreichischen Krieg (1865 u. 1866), deren Schlachten er fast allen beiwohnte. Von 1869 an trat an die Stelle der Illustration die dekorative Malerei, als er den Sitzungssaal der Stadtverordneten und den Lesesaal des Berliner Rathauses mit Wand- und Deckenmalereien schmückte (beendigt 1870), ebenso den Speisesaal des Ravenéschen Hauses mit heraldischen Figuren, das Schloß Buldern in Westfalen mit einem Jagdfries und das Pringsheimsche sowie das Tiele-Wincklersche Haus in Berlin. In der Zwischenzeit (1872-73) machte er eine Reise nach Italien, die ihm reiche Ausbeute gewährte.
Nachher beschäftigten ihn Entwürfe zur Ausschmückung der Universitätsbibliothek in Berlin und zu größern litterarischen Werken. Zu seinen besten dekorativen Arbeiten gehören auch die im Speisesaal des Etablissements «Flora» in Charlottenburg, wo er in humoristischem Stillleben den Gang einer lukullischen Mahlzeit darstellte, und wiederum in ernster Weise (1878) die in der Kadettenanstalt zu Lichterfelde bei Berlin, wo er die Kolossalgestalten der militärischen Tugenden ausführte. Er ist Inhaber zahlreicher Medaillen und seit 1869 Mitglied der Akademie in Berlin.