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Abgefahren!
Im Schritt
Es war schon ziemlich spät, als ich mich in Zürich in die S-Bahn nach Winterthur setzte. Ich hatte länger gearbeitet und gerade noch den Zug vor Mitternacht erwischt. In den rund zwanzig Minuten Fahrzeit wollte ich noch einiges erledigen. Liegen gebliebene E-Mails, geschäftliche SMS, ein paar Notizen für den nächsten Tag. Am Bahnhof Stadelhofen stieg allerdings ein ungleiches Paar zu, das mir einen Strich durch die Rechnung machte: Er, Mitte 50, offenes Hemd, Goldkettchen am rechten Handgelenk, rotes Gesicht, Typ Auswanderer. Sie: geschätzte 20 Jahre jünger, 50 Kilo leichter, Thailänderin. Die beiden verschlangen ihre Arme und Beine ineinander. Dann fielen sie übereinander her. Sie steckten sich die Zungen derart weit in ihre Hälse, dass mir Lesen und Schreiben verging. Also beobachtete ich das Unausweichliche und wurde schliesslich Zeugin, wie sie ihm zwischen die Beine langte und einige Zeit konzentriert herumhantierte. Ich war schon gefasst auf das Äusserste, als sie nach einiger Zeit des Schrittfummelns in einer Mischung aus Amüsement und Enttäuschung säuselte: «Ooh, i glaube du bisch e bisseli muuude!»