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Die giftigen Gila-Monster vom Basler Zoo
Neu sind im Zoo Basel Gila-Monster - auch Gila-Krustenechsen genannt - zu sehen. Das Terrarium 52 wurde neu in ein Wüstenterrarium umgestaltet und zeigt einen Lebensraum aus den Wüstengebieten der südwestlichen USA. Eingezogen sind drei junge Gila-Krustenechsen aus der Zucht eines privaten Reptilienzüchters aus der Schweiz.
Die beiden Arten der Familie der Krustenechsen sind die giftigsten Echsenarten, die es gibt. Lange Zeit hielt man sie für die einzigen giftigen Echsen, bis beim Komodowaran ein Enzym gefunden wurde, das die Blutgerinnung unterbinden kann.
Giftig, aber nicht tödlich
Die etwa vier Zentimeter langen Giftdrüsen der Krustenechsen liegen im Unterschied zu jenen der Giftschlangen im Unterkiefer. Das Gift fliesst entlang einer Rinne zwischen Lippen und Kiefer zu den etwa sechs Millimeter langen, nach hinten gekrümmten, spitzen Zähnen.
Entlang von Furchen in den Zähnen wird das Gift in die Wunde der Beute gepresst. Im Gegensatz zu Giftschlangen lassen Krustenechsen nach einem Biss nicht sofort wieder los, sondern beissen sich fest und massieren das Gift in die Beute ein. Das Gift wirkt auf das Nervensystem und ist hoch toxisch.
Allerdings haben Krustenechsen nur eine geringe Menge Gift, so dass ein Biss für einen erwachsenen, gesunden Menschen nicht tödlich ist. Die Folgen sind aber unangenehm und zeigen sich in starken Schwellungen, Übelkeit, Erbrechen, erhöhter Körpertemperatur und Bluthochdruck. Es gibt dazu auch kein Serum.
Lebensweise der Gila-Monster
Das Gila-Monster oder die Gila-Krustenechse (Heloderma suspectum) bleibt mit einer Gesamtlänge von 50 bis 60 Zentimetern deutlich kleiner als die bisher im Zoo Basel gehaltene Skorpion-Krustenechse (Heloderma horridum), die bis zu 90 Zentimeter lang werden kann. Durch den grossen Rumpf, den breiten Kopf und die kurzen Beine wirkt die Gila-Krustenechse zwar eher plump, kann sich jedoch blitzschnell drehen.
Der Körper ist mit halbkugeligen Höckerschuppen bedeckt, die Augen sind sehr klein, was neben den kurzen, kräftigen Extremitäten ein Hinweis für eine stark grabende Lebensweise ist. Die Tiere leben im Südwesten der USA und im nördlichen Mexiko, von der Mojave-Wüste bis zur Sonora-Wüste. Auch wenn sie dort durchaus auch in Wüstengebieten vorkommen, findet man sie vor allem in trockenen Buschsavannen und lichten Wäldern. Der Fluss Gila, der durch Arizona und das südwestliche New Mexico fliesst, war wahrscheinlich namensgebend.
Die Trockenzeiten überdauern Gila-Krustenechsen in selbst gegrabenen Höhlen und zehren vom Fettspeicher, den sie im Schwanz anlegen. Sie ernähren sich hauptsächlich von nestjungen Kleinsäugern sowie von Eiern anderer Reptilien und bodenbrütender Vögel. Selber sind sie auch eierlegend. Im Frühjahr kommt es oft zu ritualisierten Kommentkämpfen zwischen den Männchen, an die sich die Paarung anschliesst. Fünf bis acht Wochen danach, meist beim Einsetzen des Sommerregens, legt das Weibchen zwei bis zwölf Eier ab, die etwa vier bis fünf Monate zur Entwicklung brauchen.
Quelle: Zoo Basel
Bilder ZVG: Zoo Basel
20.7.2019