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(* 23. Juli 1906 in Sarajevo, Österreich-Ungarn; † 7. Januar 1998 in Zürich, Schweiz)
Vladimir Prelog war ein Schweizer Chemiker kroatischer Herkunft. Er erhielt gemeinsam mit John W. Cornforth für seine Arbeiten über die Stereochemie von organischen Molekülen und Reaktionen im Jahr 1975 den Nobelpreis für Chemie.
Vladimir Prelog wurde am 23. Juli 1906 als Sohn des Lehrers Milan Prelog und seiner Frau Mara Cettolo in Sarajevo geboren. Am 28. Juni 1914 wurde er in Sarajevo Augenzeuge des Attentats auf den Kronprinzen Franz-Ferdinand und seine Frau Sophie. Ein Erlebnis, das dafür sorgte, dass Prelog auch in späteren Jahren Massendemonstrationen mied, selbst dann, wenn sie für einen guten Zweck waren. 1915 wurde die Ehe seiner Eltern geschieden. Vladimir zog nach Zagreb und wurde dort von seiner Tante Olga Prelog, einer Lehrerin, erzogen, die auch großen Einfluss auf seine intellektuelle Entwicklung hatte. 1918 wurde Prelogs Vater Leiter eines Mädchen-Gymnasiums im kroatischen Osijek, wo dann auch Prelog das Gymnasium besuchte.
Prelog studierte ab 1924 an der Technischen Hochschule in Prag. Dort wurde er 1929 zum Dr. Ing. promoviert und arbeitete zunächst als wissenschaftlicher Assistent. 1935 wechselte er an die Universität Zagreb und arbeitete dort bis 1940 als Dozent im Bereich Chemie. 1941 lud ihn der Nobelpreisträger Leopold Ružička an die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) nach Zürich ein. Grund dafür war auch, dass Prelog Zagreb verlassen wollte, nachdem dort die Nationalsozialisten einmarschiert waren. In Zürich war er zunächst als Dozent tätig, 1950 erhielt er dort eine Professur für Chemie. Zu Beginn der 1950er Jahre bekam er einen Ruf an die Harvard University, den er aber nicht annahm. 1957 wurde er Chef des Labors für Organische Chemie an der ETH in Zürich und trat damit die Nachfolge des Nobelpreisträgers Leopold Ružička an.
Mit seinen wissenschaftlichen Bemühungen führte er die Forschungen von Leopold Ružička weiter. In seiner wissenschaftlichen Arbeit befasste sich Vladimir Prelog vorwiegend mit der Strukturaufklärung und Synthese von Naturstoffen. Hierbei widmete er seine Forschungen vor allem stickstoffhaltigen, pflanzlichen Wirkstoffen (Alkaloiden), Antibiotika und eisenhaltigen Verbindungen aus Mikroorganismen.
In der wissenschaftlichen Grundlagenforschung sah Prelog eine gesellschaftlich relevante Tätigkeit. Dies vor allem, wenn sie zur Entwicklung von Medikamenten, etwa zur Bekämpfung von Tuberkulose oder Lepra, beitrug. Auf Prelogs Arbeiten beruhte auch die Entwicklung wirksamer Antibiotika.
Vladimir Prelog war bei seinen Mitarbeitern und Kollegen als unberechenbarer Humorist beliebt, der vor Ideen sprühte. Neben seiner hingebungsvollen Arbeit sammelte er Briefmarken, war begeisterter Photograph und liebte die Kammermusik. Auch für den Sport fand er Zeit und Interesse. Der Professor lebte als überzeugter Fußgänger, Nicht-Autofahrer und Nichtraucher. 1976 trat er in den Ruhestand, zog sich aber keineswegs aus der Forschung zurück.
1949 wurde Prelogs Sohn Jan geboren, und 1959 bekam er die Schweizer Staatsbürgerschaft. 1998 starb Prelog im Alter von 92 Jahren in Zürich. Seine Asche wurde am 27. September 2001 auf den Mirogoj-Friedhof in Zagreb überführt.
Quellen:
Bilder:
Vladimira Preloga 1945. (Bild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Krebs, Hans / Com_L24-0605-0132 / CC BY-SA 4.0)
Prof. Vladimir Prelog (r.) und Prof. Leopold Ružička (l.) iz 10/1975. (ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Krebs, Hans / Com_L24-0605-0305 / CC BY-SA 4.0)
Erste beschriebene Seite eines handschriftlich geführten Laborjournals von Vladimir Prelog aus den Jahren 1935 bis 1936 (ETH-Bibliothek, Hochschularchiv, Hs 1152: 16. Protokoll 1935-1936, Zagreb, erste beschriebene Seite)