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Autor: John Piper
„Woher weiss ich, ob ich im Glauben oder im Unglauben lebe? Gibt es eine wichtigere Frage für das tägliche christliche Leben? Es ist die Frage, die heute von einem Zuhörer namens Daniel gestellt wurde. "Hallo, Pastor John! In Römer 14,23 heisst es: "Was aber nicht aus dem Glauben kommt, das ist Sünde". Könnte man sagen: alles was vom Glauben ausgeht verherrlicht Gott? Stimmt das denn auch? Woran erkennt man eine Tat, die aus Glauben getan wird, im Gegensatz zu einer guten Tat, die aus Unglauben getan wird? Ich weiss, dass die Frage grundlegend ist, dennoch ist sie zu abstrakt für mich. Ich kann wirklich nicht verstehen wie ich eine Handlung vom Glauben bzw. Unglauben unterscheiden kann. Über jede Hilfe wäre ich dankbar.“
Das ist eine wirklich grundlegende und sehr wichtige Frage, um das christliche Leben in einer Weise zu leben, die der Seele vom Geist geschenkten Frieden und Gott Ehre und der Welt Gutes bringt. All das hängt meiner Meinung nach davon ab, was es bedeutet, "im Glauben zu wandeln" ,"im Glauben zu leben", "den Gehorsam des Glaubens zu leisten" und "die Werke des Glaubens zu tun".
Alle vier sind biblische Redeweisen, nämlich: Wie macht man etwas im Glauben, ohne etwas zu tun was sich dann als Sünde erweist? Genau das macht das christliche Leben aus.
Bevor wir wiedergeboren wurden, taten wir nichts aus dem Glauben heraus.
Nach dem wir wiedergeboren sind, befähigt uns der Glaube an Jesus als unseren Erlöser, der Glaube an Gott als unseren Vater und Versorger, der Glaube an den Heiligen Geist, etwas aus dem Glauben heraus zu tun. So leben wir Christen und so gehen wir die Dinge an. Wir stützen uns auf den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, damit sie mit uns und unseren Leben Arbeiten können.
Daniel weist in seiner Frage darauf hin, dass es in Römer 14,23 heisst: "Was aber nicht aus dem Glauben kommt, das ist Sünde". Das Stimmt und es hat enorme Auswirkungen. Das bedeutet das wir Menschen zwar die äusserlichen Gebote (wie "Töte nicht", "Stehle nicht", "Lüge nicht", "Sei gütig", "Erwidere nicht Böses mit Bösem"), einhalten können, das bedeutet jedoch nicht, dass wir so sündlos werden. Das liegt daran, dass die Tat nicht aus einem Herzen geschieht, das Jesus oder dem Vater oder dem Heiligen Geist vertraut. Diese radikale Aussage legt Gottes Willen in den Mittelpunkt und handelt über das Wesen der wahren Tugend. Tugend ist keine äussere Konformität mit Gottes Gesetz.
Tugend ist Konformität mit Gottes Gesetz, die aus dem Vertrauen auf Gottes Liebe, Vergebung, Weisheit und Macht entsteht.
Sie sehen dies nicht nur in Römer 14,23, sondern auch in Hebräer 11,6, wo es heisst: "Aber ohne Glauben ist's unmöglich, Gott zu gefallen". Nichts, was wir tun, ganz gleich, wie freundlich es ist oder wie gut es ist oder wie es nach aussen hin aussieht - nichts davon ist Gott wohlgefällig, wenn es nicht aus dem Vertrauen auf Gottes Vergebung und Führung und Macht kommt.
Wie das funktioniert, können Sie sich anhand Ihrer eigenen Erfahrungen vorstellen.
Alle meine Kinder sind jetzt erwachsen, also hacke ich nicht auf einem von ihnen besonders herum. Aber nehmen wir an, mein Teenager-Sohn will heute Abend mit dem Auto zu einem Basketballspiel fahren, und er frägt: "Dad, kann ich heute Abend das Auto benutzen?“ Ich antworte: "Sicher, kein Problem. Würdest du es vor der Abreise waschen, damit es am Wochenende sauber ist?" Er ist wütend auf mich, weil ich ihn darum gebeten habe, und er geht in sein Zimmer und schlägt die Tür zu. Ich sage: "Meine Güte, was habe ich gerade falsches gesagt?" Angenommen, eine halbe Stunde später sehe ich ihn mit eingeschaltetem Schlauch in der Einfahrt, wie er das Auto wäscht, und die ganze Zeit, während er es wäscht, ist er wütend und bitter und ärgert sich über seinen Vater, weil er ihn dazu gezwungen hat. Ist sein Vater erfreut über diesen Gehorsam?
Die Antwort lautet nein. Er ist untröstlich. Er ist nicht erfreut. Er ist untröstlich über diese Haltung blosser äusserer Konformität, während er innerlich schmort, ohne jegliche Wertschätzung oder den Wunsch, seinem Vater zu gefallen. Das ist es, was es bedeutet, wenn es sagt, dass es Sünde ist, selbst wenn man sich äusserlich Gottes Gesetz anpasst.
Dann fragt Daniel, ob das Gegenteil der Fall ist, ob etwas aus dem Glauben heraus zu tun, Gott gefällt und Gott verherrlicht.
Und die Antwort ist ein deutliches Ja, denn Paulus sagt in Römer 4,20: "[Abraham] wurde stark in seinem Glauben, als er Gott die Ehre gab". Ich verstehe das so, dass gerade die Stärkung seines Glaubens und sein Handeln im Glauben die Aufmerksamkeit auf die Herrlichkeit der Gnade und Macht Gottes in seinem Leben lenkte.
Petrus sagt ebenso: "Wer da dient, der diene als einer, der dient durch die Kraft, die Gott gibt - damit in allem Gott verherrlicht werde durch Jesus Christus" (1 Petrus 4,11). Ich nehme das so auf, dass wir bei jeder Art von gehorsamem Dienst im Vertrauen auf Gott handeln.
Wir vertrauen Gott die Kraft, die Weisheit und die Mittel an, uns in unseren Leben zu leiten. Wenn wir uns auf Gott verlassen, ihm gehorchen und ihm dienen, erhält Gott die Ehre. Petrus sagt, dass der Diener die Kraft zur Ehre Gottes für den Dienst erhält. Wir haben das immer und immer wieder in unserem Gebetsraum zitiert, kurz bevor wir mit dem Predigen begannen.
Je mehr wir uns für unseren Gehorsam auf die Kraft und Weisheit Gottes verlassen, desto mehr wird er die Ehre für unseren Gehorsam erhalten.
Daniel fragt schliesslich: Woran erkennt man eine Tat, die aus Glauben getan wird, im Gegensatz zu einer guten Tat, die aus Unglauben getan wird?
Wie ist es etwas aus dem Glauben zu tun, wenn dasselbe auch aus Unglauben gemacht werden kann? Was sind die Kennzeichen dafür, etwas im Glauben oder Unglauben zu tun? Ich gebe Ihnen die, meiner Meinung nach, wahrscheinlich wichtigste Bibelstelle oder den wichtigsten Text in der Bibel, um diese Frage zu beantworten. Und ich glaube, er ist deshalb so wichtig, weil er drei klare Kennzeichen für eine Tat gibt, die als ein Werk des Glaubens getan wurde. Tatsächlich wird genau dieser Satz verwendet:
„Deshalb beten wir auch allezeit für euch, dass unser Gott euch würdig mache der Berufung und vollende alles Wohlgefallen am Guten und das Werk des Glaubens in Kraft, damit bei euch verherrlicht werde der Name unseres Herrn Jesus und ihr in ihm nach der Gnade unseres Gottes und des Herrn Jesus Christus. (2 Thessalonicher 1,11-12)“
Wow, was für ein Satz! Ich ermutige jeden, über jeden einzelnen Begriff in diesen beiden Versen nachzudenken. Hier ist die Antwort auf Daniels Frage zu finden: Ein Werk des Glaubens - eine Tat, die im Vertrauen auf Gott getan wird - wird diese drei Elemente haben:
Im Glauben zu leben, im Glauben zu wandeln oder die Werke des Glaubens zu tun, bedeutet, (1) dass das, was wir anstreben, durch Gottes Wort geformt ist und gut ist; (2) dass die Kraft, es zu tun, die Kraft Gottes ist, und wir darauf vertrauen; und (3) dass das Ziel der Handlung darin besteht, Christus herrlich aussehen zu lassen.
Um es noch einmal zu sagen: Handeln im Glauben bedeutet, (1) dass das, was wir tun, durch das Wort Gottes geformt ist, (2) dass die Kraft dazu in der Kraft Gottes liegt und (3) dass das Ziel des Handelns die Herrlichkeit Gottes ist. Das ist es, was eine sogenannte "gute Tat" von einer sündigen und Gott missfallenden Handlung in eine Handlung verwandelt, die wirklich tugendhaft und Gott wohlgefällig ist.
Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Desiring God. Original zu finden unter: www.desiringgod.org/articles/how-to-survive-a-life-like-yours. Übersetzung vom glaubend.de.
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