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Anfang 2019 präsentierten die Verantwortlichen der Stadt St. Gallen das Siegerprojekt aus einem Planungswettbewerb für die Neugestaltung des St. Galler Marktplatzes. Die vorgebrachten Ideen im Beitrag «Vadian» eines Architektenteams aus Zürich und St. Gallen hätten das Preisgericht und den Stadtrat überzeugt, hiess es. Die Kosten für das Projekt waren damals noch unklar.
Ende September verabschiedete der Stadtrat dann die Parlamentsvorlage zur Neugestaltung von Marktplatz und Bohl. Um den Siegerbeitrag «Vadian» umzusetzen, beantragte der Stadtrat beim Parlament einen Verpflichtungskredit in der Höhe von 27.7 Millionen Franken.
Die Kosten für das gesamte Projekt belaufen sich auf rund 33.9 Millionen Franken. Ausgaben von über sechs Millionen Franken, beispielsweise für neue Fahrleitungen, Billettautomaten, Fahrgastinformation oder ein Speicher- und Regenwasserrückhaltebecken, gehen jedoch zulasten Dritter.
SVP möchte kleineren Kredit
Der Verpflichtungskredit wurde am Dienstag im St. Galler Stadtparlament beraten. Die SVP-Fraktion wollte diesen um fast sieben Millionen auf rund 21 Millionen Franken kürzen; ein entsprechender Änderungsantrag wurde jedoch abgelehnt.
Alle übrigen Fraktionen standen hinter dem Kredit und äusserten Wünsche und Anpassungsvorschläge für die Neugestaltung des Marktplatzes. Schliesslich wurde der Verpflichtungskredit mit 55 Ja- zu 4 Nein-Stimmen und einer Enthaltung genehmigt.
Es folgt die dritte Abstimmung
Nach dem Beschluss des St. Galler Stadtparlaments liegt der Ball nun bei der Stimmbevölkerung der Stadt St. Gallen. Diese wird voraussichtlich am 17. Mai 2020 an der Urne ein drittes Mal über die Neugestaltung des Marktplatzes befinden.
Was seit 2008 geschah
- 2008: Die Stadt St. Gallen führte einen anonymen Projektwettbewerb durch, an welchem 29 Vorschläge eingereicht wurden. Das «Projekt 2010» wurde weiterverfolgt.
- 2011: Die Stimmberechtigten der Stadt St. Gallen lehnten die «Neugestaltung von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt» ab. Die Kosten für das damalige Projekt betrugen 40 Millionen Franken. Die Calatravahalle hätte damals weichen müssen.
- 2015: Das «Projekt 2010» wurde überarbeitet und sah unter anderem vor, dass die Calatravahalle bestehen bleibt. Die Kosten für das angepasste Projekt wurden auf 21.3 Millionen Franken veranschlagt. Auch diese Vorlage scheiterte an der Urne.
- 2016: Der Stadtrat beschloss, dass die Bevölkerung bei der Neugestaltung des Martkplatzes die Möglichkeit erhalten soll, mitzubestimmen. An mehreren Treffen (Froum I und Forum II) wurden Vorschläge erarbeitet.
- 2017: Basierend auf den Ergebnissen der Treffen wurde ein Planungswettbewerb durchgeführt.
- 2018: Beim Wettbewerb gingen 43 Beiträge ein. Das Projekt «Vadian» konnte die Jury schliesslich überzeugen.
- 2019: Im Januar fand das letzte partizipative Forum (Forum III) statt, an welchem das Projekt «Vadian» als Gestaltungsvorschlag von den Teilnehmenden begrüsst wurde.