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|Beschreibung|
Ganz oben im Dorf, etwas versteckt, steht die Nothelferkapelle auf einem Privatgrundstück. Ihre Entstehungsgeschichte sowie fast alles, was wir über dieses Kleinod wissen möchten, liegen im Dunkeln. Der Sage nach soll die Kapelle von einem Oberhölfer Bürger gebaut worden sein, um ein Gelübde einzulösen. Wenn die Schweden, die um 1633 nebst andern Orten auch in Oberhof brandschatzten, sein Haus nicht abbrennen würden, so wolle er eine Kapelle bauen, gelobte er. Alle Häuser seien abgebrannt, nur das seine nicht, obwohl es die schweden an allen vier Ecken angezündet hätten.
In zwei Bereinen des frühen 17. Jahrhunderts taucht jedoch bereits eine Kapelle schriftlich überliefert auf. Da für Wölflinswil zu keiner Zeit eine Kapelle bezeugt ist, muss es sich bei diesem Käppelin um die Nothelferkapelle in Oberhof handeln. Die Lage an einer (ehemaligen) Strasse wird auch durch das Wegkreuz vor der Kapelle bestätigt. Der ursprüngliche Weg ins Tal hinauf zu den heutigen Pilger- und Hurstethöfen dürfte in früheren Jahrhunderten an dieser Kapelle vorbei und links des Asp- oder Pilgerbaches entlang geführt haben. Ein weiteres Wegkreuz steht oben bei den Wittelweihern, und ein drittes stand ganz oben bei den Höfen unter der Egg und markierte den Punkt des Überganges ins Aaretal.
Zwischen diesen beiden Kreuzen wird der Weg durch die Hargethalde hinauf 1751 der Siechweg genannt, und in einem Plan von 1850 heisst er Fussweg nach St. Laurenzen. Diese Hinweise lassen vermuten, dass der Weg das Wölflinswiler Tal hinauf und über die Egg ins St. Laurenzen-Bad hinunter frührer oft von Kranken aus Orten nördlich der Juraketten begangen war, die sich von einem Besuch im bad eine Besserung ihrer Krankheitsumstände erhofften. Bei den Wegkreuzen wurde wohl eine Rast eingelegt, um die der Gesundheit förderlichen religiösen Rituale zu vollziehen.
aus Kurzinventar der Kulturgüter der Gemeinde Oberhof; erarbeitet im Rahmen des Projektes Kurzinventarisierung der Kulturgüter im Kanton Aargau (März 1996)