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Hierbei handelt es sich um Textauszüge aus der Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum des FC Bözingen 34 von 1984. Weitere Kapitel sind in Bearbeitung.
Wir schreiben das Jahr 1932. Die Fussballsaison 1931/32 ist soeben zu Ende gegangen. In der Gruppe 2 der 2. Liga wird der FC Bözingen Meister und steigt in die 1. Liga auf. Das ist die zweithöchste Spielklasse der Schweiz. Die Mannschaft wird der Gruppe 1 zugeteilt, in der noch Grenchen, Etoile, Bern, Racing Lausanne, Cantonal, Solothurn, Olten und Montreux aufgeführt sind.
Die zweite Mannschaft spielt in der 3. Liga, die dritte in der 4. Liga. Die A-Junioren haben eine hervorragende Saison und werden Gruppenmeister.
Auf dem Platz Biel spielen noch verschiedene andere Vereine Fussball. Unter anderen auch der «Cercle des Sports», der Verein des Verbands-Ehrenmitgliedes E. Baumgartner. Obschon der Cercle des Sports seine Mitglieder aus der französischsprechenden Bielerbevölkerung rekrutiert, kommt es zu einer Annäherung und 1933 zur überraschenden Fusion zwischen dem 1916 gegründeten 1. Ligisten FC Bözingen und dem 1909 entstandenen 2. Ligisten Cercle des Sports. Der neue Verein heisst USBB (Union des sportifs de Bienne et Boujean), Anm. des Webmaster: USBB wurde auf Ende Saison 1998/99 aufgelöst.
Die Hintergründe dieser eigenartigen Fusion sind nicht mehr in allen Einzelheiten zu rekonstruieren. Übereinstimmend erzählen Zeugen, dass einige Geldgeber des FC Bözingen langsam um ihr investiertes Geld zu bangen begannen, währenddessen die Dirigenten des Cercle des Sports unbedingt eine attraktive Mannschaft haben wollten.
Die Zustimmung zur Fusion scheint in Bözingen eher überraschend zustande gekommen sein und die Enttäuschung vieler Spieler und Anhänger dementsprechend gross. Damit verschwand der FC Bözingen von der Fussballbühne, obschon er einen guten Namen hatte und hervorragende Spieler hervorgebracht hatte (H. Liniger - YB, H. Stander - Lausanne, E. Beiner, E. Schneider und P. Studer - FC Biel u.v.m.). Eine kleine Zeitungsnotiz im Bieler Tagblatt vom 9.4.1934 dokumentiert die Szene: «Mittelläufer Liniger von USBB zu YB. Der ehemalige Bözinger geht zu den YB, nachdem er in Genf mit der Nationalmannschaft gegen das österreichische Wunderteam eine sehr gute Partie geliefert habe. Dieser Übertritt wird ihm in Biel viele Sympathien kosten (! ?)».
In vielen Gesprächen mit Mitgliedern des untergegangenen FC Bözingen, konnte unschwer der Stolz herausgehört werden, bereits diesem angehört zu haben.
Es gab natürlich viele Bözinger, darunter auch einige Spieler, die mit der Fusion nicht einverstanden waren und deshalb dem Fussball den Rücken kehrten und ihre Stiefel an den berühmten Nagel hängten. Doch wie die Katze das Mausen nicht lassen kann, begann auch bei diesen Spielern die Füsse wieder zu jucken und langsam begann das Fieber zu steigen. Die Diskussionen kamen in Fahrt und nahmen immer mehr Gestalt an. Wie wäre es mit einem neuen FC? Die Aussichten waren alles andere als günstig. Eine erste Bilanz zeigte, dass da kaum 11 Aktivspieler aufzutreiben waren.
Wohl erhielten die Initianten einige Zusagen von Spielern des alten FC, die als Folge der Fusion bei USBB oder anderen Vereinen spielten, sofort zurückzukehren, falls ein neuer FC in Bözingen gegründet würde. Alle diese Spieler waren aber vorerst nicht spielberechtigt und ihre damaligen Vereine gar nicht etwa erpicht, sie wieder nach Bözingen ziehen zu lassen. Eine Neugründung kostete natürlich auch Geld und das war in den dreissiger Jahren eine Mangelware. Drei Dinge scheinen allerdings in diesem «Clan» im Überfluss vorhanden gewesen zu sein: Trotz, Mut und Zuversicht in die eigene Hartnäckigkeit einen einmal gefassten Entschluss in der Praxis zu vollenden.
Stehend: Meyer (Präsident), Wenger E., Fivian, Devaux, Wenger H. Peter, Hartmann, Allemann, Beer, Schott. Kniend: Weber, Bigier, Hofer, Spitznagel, Kocher
Die Gründungsversammlung muss trotz umfangreichen Sondierungen recht spontan erfolgt sein und ohne dass man sich Rechenschaft darüber gab, dass 50 Jahre später ein Jubiläumschronist hebend gern ein Gründungsprotokoll veröffentlicht hätte. Weil kein Protokoll geschrieben wurde, halten wir uns an die Aussagen der noch unter uns weilen den Gründungsmitgljeder, an das Bieler Jahrbuch und die Statuten des Vereins. Es ist ein heisser Sommer im 1934. Das Thermometer steigt auf 36°C im Schatten und am Jurasüdfuss machen sich die Vipern unangenehm bemerkbar. Am 21. Juli treffen sich trotz der Hitze nachstehende Buschanger im Hotel Rössli zu Bözingen zur Gründung eines neuen Fussballclubs:
Wenger Ernst, Kocher Ernst, Hartmann Karl, Fivian Walter, Meyer Karl, Löffel Willy, Wenger Hans, Mariaux Robert, Weber Otto, Ritter Robert, Calame Walter, Aebi Franz, Frikart Hans, Egli Hans, Stalder Karl.
Dem Verein wurde der Name FC Bözingen 34 gegeben und zu seinem ersten Präsidenten wurde der Nichtfussballer Karl Meyer erkoren. Als Clubfarben wählte man Blau und Weiss und der erste Paragraph der Statuten stipulierte: Für unsere Farben und den Namen Bözingen stets Ehre einzulegen. Als Eintrittsgebühr zum FC wurde Fr. 1.- festgelegt, was als Startkapital die nicht gerade überwältigende Summe von Fr. 15.- ergab. Übereinstimmend wird noch überliefert, dass das anschliessende Gründungsfest der geschichtlichen Bedeutung des Tages in jeder Beziehung gerecht wurde.
Damit war fürs erste der Grundstein gelegt und die Einwohner harrten nun der Dinge, die da wohl kommen würden.
Nach der vollzogenen Gründung begann die Arbeit und stellten sich die Probleme ein. Als erstes musste die Anerkennung und damit die Aufnahme in den Seeländischen Fussballverband gewonnen werden. Obschon die seeländischen Fussballer eigentlich über jede Verstärkung ihrer Reihen hätten froh sein sollen, bildete sich sofort eine starke Opposition gegen die Aufnahme des neuen Vereins, den man natürlich auch als Konkurrent im Wettbewerb um die Gunst der guten Spieler des alten FC Bözingen fürchtete. Die Bözinger Dreierdelegation mit Ernst Wenger, Walter Fivian und Hans Frikart hatte in der Bieler Kronenhalle einen schweren Stand und die entscheidende Versammlung sei hart und nicht immer im Geiste der Fairness verlaufen. Das Ergebnis der Versammlung fasste Ehrenpräsident E. Wenger im Cluborgan sehr diplomatisch in einem Satz zusammen: An einer denkwürdigen Versammlung im damaligen Hotel National in Biel wurde der FC Bözingen 34 mit 5 gegen 3 Stimmen in den Seeländischen Fussballverband aufgenommen. Weniger Widerstand gab es bei der Aufnahme in den Schweizerischen Fussballverband, obschon auch dort ein Seeländerverein noch versuchte, den Buschangern die Suppe zu versalzen. Mit der Aufnahme waren alle Hindernisse und administrativen Hürden überwunden und der Weg zur Teilnahme an der Schweizermeisterschaft und am Cupwettbewerb frei.
Der FC Bözingen 34 startete als armer Quartierverein, dem man wohl eine gewisse Sympathie entgegenbrachte, der aber auch gegen viele Vorurteile zu kämpfen hatte. Da war beispielsweise die Meinung weit verbreitet, dass die «Schütteler» früher oder später Plattfüsse und Herzfehler bekommen würden. Da war die Kirche, die dem regelmässigen Sportbetrieb am Sonntag, gelinde gesagt, skeptisch gegenüberstand. Für die anderen Quartiervereine war der neue FC ein unwillkommener Konkurrent im Bemühen um die Gunst der Geschäftswelt und bei der Rekrutierung des Vereinsnachwuchses. Trotz den Meinungsunterschieden halfen die FC-Mitglieder überall dort, wo Not am Manne oder wo das Interesse des «Dorfes» auf dem Spiele stand, gemäss dem Passus in den Statuten, für den Verein und dem Namen Bözingen stets Ehre einzulegen. Als zur Speisung des Kirchenbaufonds die rasch berühmte (und berüchtigte, wegen des Slogans: Trinkt Brüder, wir müssen eine Kirche haben) Bözinger-Chilbi gestartet wurde, finden wir die Fussballer alljährlich während zweier Tage das Blumenrad drehend, mit mehreren Staffeln an der Chilbi-Staffette teilnehmend.
Die Juniorenabteilung nahm sich, sofort nach der Gründung, vieler Burschen an, die als Waisen oder Halbwaisen zum sozialen Problem geworden waren. Die Gunst der Bevölkerung errangen die Fussballer dann vollends, als sie die zweitägige Feier zum 10-jährigen Bestehen, notabene mit dem Klassetenor des Zürcher Opernhauses, Libero de Lucca, in eine Benefizveranstaltung zugunsten der Ferienkolonie Bözingen umgestalteten. Aber auch die Harmonie mit den anderen Quartiervereinen liess nicht lange auf sich warten und blieb bis auf den heutigen Tag erhalten. Damit hatte man den Ankerplatz gefunden und ist ihm all die Jahre treu geblieben.
Nachdem die manigfaltigen Hindernissen überwunden waren, startete der FC Bözingen 34 seine erste Saison. Es war die Spielzeit 1935/36 und eingeteilt war man in der Gruppe 4 der 4. Liga. Die Gegner waren Aurore, Fulgor, Grenchen, Mett, Moutier, Wacker, USBB (natürlich nicht immer die ersten Mannschaften dieser Vereine). Es war nicht etwa der Beginn eines scheuen und bescheidenen Neulings. Die meisten Spieler hatten ja schon beim alten FC in der 2. Liga ihre Sporen abverdient. Im offiziellen Jahresbericht des Fussballverbandes vom Jahre 1936 steht geschrieben: Prostest des FC Bözingen gegen schlechte Schiedsrichterleistungen im Spiel vom 22.1 2.1935 Moutier-Bözingen abgewiesen. Trotz des abgewiesenen Protestes beendete Bözingen seine erste Spielzeit auf dem ersten Platz und stieg in die 3. Liga auf. Dieser Starterfolg gab dem Verein um Kari Meyer mächtig Auftrieb. Die Rückkehr ehemaliger Mitglieder des alten FC setzte sich fort, mit dem Ergebnis, dass bereits in der zweiten Saison eine zweite Aktivmannschaft in der 5. Liga und ein Jahr später auch eine A Juniorenequipe die offizielle Meisterschaft aufnehmen konnte.
Die Vereinsphilosophie: Der FC Bözingen 34 hat den Ruf ein solider, mit wenig Ambitionen beladener Verein zu sein. Ausgenommen eines kurzen Abstechers in die 1. Liga, finden wir ihn immer inmitten der Bieler ZUS-Vereine (Mannschaften der unteren Ligen), allerdings mit einer überdurchschnittlichen Leistungskonstanz. Was sind die Gründe der Bözinger Konstanz?
Wo immer auch die ganze Wahrheit liegen mag, ein schöner Teil muss dem heutigen Ehrenpräsident Ernst Wenger gutgeschrieben werden. Treibende Kraft bei der Gründung, hat Ernst Wenger seitdem sichtbar die einmal entworfene Vereinspolitik in der Mitgliederschaft verankert. Hierzu brauchte er nicht nur der Worte. Die Richtigkeit seiner Ideen und Argumente demonstrierte er meistens persönlich in der Praxis. Bei aller Eindringlichkeit, mit der er für seine Ansichten eintrat, war er aber stets bemüht, eine Mehrheit der Mitgliederschaft zu gewinnen, Er war nicht der Mann der einsamen Entschlüsse, noch der Dirigent exklusiver Hinterzimmerkomitees, Was zu beschliessen war, wurde in der Mitgliederversammlung und nach freier Diskussion beschlossen. Natürlich hatten seine Stellungsnahmen ein besonderes Gewicht. Das lag aber nicht nur an der Person, sondern noch mehr am überzeugenden Sachverstand. Wieso ging die Rechnung immer auf? Schliesslich sind auch in anderen Vereinen tüchtige Leute am Werk und trotzdem kommt man nicht auf die Konstanz. Ernst Wengers Konzept ist einfach, für viele Fussballvereinsdirigenten zu einfach. Was immer beim FC Bözingen 34 zu machen war, musste solide sein. Das heisst schlicht und einfach, dass es immer wichtig gewesen ist und wichtig bleiben wird, die eigenen Grenzen zu erkennen und innerhalb ihrer zu bleiben. Bezogen auf seinen FC Bözingen 34 hiess und heisst das, ein Quartierverein zu sein und zu bleiben. 1950 verlieh der FC Bözingen 34 Ernst Wenger die Ehrenmitgliederschaft und 1960 den Titel eines Ehrenpräsidenten, eine hochverdiente Würdigung geleisteter Dienste. Natürlich wäre es ungerecht all die kleinen und grossen Helfer, ohne die ein Verein gar nicht bestehen könnte, zu übergehen. Sie waren im FC selten Mangelware. Wir werden dem einen und anderen im weiteren Verlauf der Chronik noch begegnen. Eine kleine Ubersicht über die Amtsdauer der Vereinspräsidenten zeigt, dass auch in dieser Sparte nicht stets nach neuen Experimenten Ausschau gehalten wurde.
Jeder von ihnen eingeschworen auf die solide und zur Tradition gewordenen Vereinspolitik.
Das vorbildliche Verhalten des Vereins in der Dorfgemeinschaft wirkte sich natürlich vorteilhaft bei den eigenen Veranstaltungen aus. Erinnern wir uns noch einmal der damaligen Situation: Die Weltwirtschaftskrise war auf ihrem Höhepunkt, Geldgeber fanden sich kaum und Zuschauereinnahmen gab es noch keine. Wo sollte und konnte man sich die die Mittel zum Betrieb eines FC beschaffen? Man begann mit den damals populären Gartenfesten. Im wunderbar schattigen Garten des Gasthofes Bären spielte eine kleine Kapelle zur Freude von Jung und Alt, ein möglichst oft drehendes Blumenrad liess die Gewinner teilhaben am Topfflanzensegen der Gärtnerei Ritter, Bargeld konnte am Schiessstand mit Lienhard-Apparaten gewonnen werden,
Gekegelt wurde um Zuckerstöcke und nach Büchsen geworfen um Spezereien. Die FC-Gartenfeste hatten einen guten Ruf und brachten alle Jahre einen willkommen Zuschuss in die schwindsüchtige Vereinskasse.
Jeder Verein, der etwas auf sich hielt, veranstaltete zu dieser Zeit seinen jährlichen Familienabend. Die Fussballer steckten da gar nicht zurück, im Gegenteil. Sie führten ihren Familienabend am Silvesterabend durch, in der richtigen Annahme, dass die Leute an diesem Abend bestimmt etwas freigebiger sein würden. Obschon es eine geschlossene Veranstaltung war, wurden die Organisatoren vom Erfolg ihrer Idee fast erdrückt. Der Andrang war so riesig gross, dass in aller Eile bei den Rössli-Nachbaren Stühle und Tische erbettelt werden mussten. Damit begann eine Zeit, in der der FC Bözingen 34 als Veranstalter von Silvesterfeiern mindestens so bekannt war, denn als Fussballclub, Klar dass die Buschanger bald einmal erkannten, dass es besser sei die Silvesterfeiern als Einnahmequelle zu erschliessen und den Familienabend ohne Gewinnabsicht an einem gewöhnlichen Samstag durchzuführen. Es wurden rauschende Silvesterfeiern bei den Ritters im Rössli und es gab eine Zeit, da war es beinahe das Fest der Feste in Biel. Das kam nicht von ungefähr, denn an Zugnummern fehlte es nicht. Neben den vereinseigenen Theaterleuten und den befreundeten Quartiervereinen spielten immer auch bestbekannte Kräfte der Unterhaltungsbranche auf. Wer erinnert sich nicht der erstklassigen Orchester: Aversano, Swing Melodians, Bert Grellmann (das Orchester des Grand Hotel Dolder, des Baur au Lac, des Zürcher Uni- und Presseball), Fred Huber, Joe Schmid, The Teddies, Benny Berner und viele andere. Der Erfolg dieser Veranstaltungen war die Frucht des Einsatzes aller Vereinsmitglieder und einer grossartigen Zusammenarbeit mit den authentischen Bözinger Wirtsleuten, Gebrüder Ritter, wobei deren Grosszügigkeit hier dankbar erwähnt sei. 1961 ging die letzte Silvesterfeier über die Bühne des Rössli. Der Abbruch des Treffpunktes der tanzlustigen Bözinger war wie der Hinschied eines lieben Bekannten.
Aber auch die Familienabende wurden zu Schlagern des Abendunterhaltungsangebotes und bald einmal mussten auch bei diesem Anlass die Eingangstüren gegen unbefugte Besucher verrammelt werden. Die Erfolge bei den Silversterfeiern erlaubte den Organisatoren, ebenfalls für den Familienabend erstklassige Unterhaltungskräfte zu verpflichten, die weit über die Landesgrenzen bekannt waren und mit der Einführung des Fernsehens zu Topstars avancierten. Vico Torriani konnte es 1949 kaum fassen, dass er zu einem so niedrigen Preis nach Bözingen gekommen sei. Bei einer Bratwurst und einer Flasche Wein hat ihn dann Ernst Wenger von der Güte seiner Tat überzeugt. Aber auch Edith Tolnay und Otto Dewald waren erfolgreiche «Entertainer» in Bözingen. Mit dem Besitzerwechsel im Rössli kam dann langsam aber sicher der Abschwung und das Ende der herrlichen Zeit stand mit dem Abbruch der Stätte so mancher rauschender Nacht fest.
Eine weitere willkommene Einnahmequelle waren die Lottomatches in den grossen Restaurants der Stadt und später auch zuhause in Bözingen. Der jeweilige Erfolg zeigte den Fussballern, dass sie über einen treuen Stock von Anhängern und Sympathisanten verfügten und auch noch heute verfügen.
Mit dem Wegfall der Silfesterfeiern wurde das Gleichgewicht in der Vereinskasse empfindlich gestört und die Suche nach neuen Quellen begann von neuem. Mit der Organisation eines der ersten Grümpelturniere der Region wurde einmal mehr der gute Riecher der Buschanger Finanzstrategen bestätigt. Wenger Ernst‘s Idee, als Preis ein lebendes Schaf einzusetzen, erwies sich als originelle Zugnummer. Ohne Überheblichkeit darf gesagt werden, dass das Bözinger Grümpelturnier zu den bekanntesten Veranstaltungen dieser Art gehört, nicht zuletzt auch wegen der idealen Lage des Sportplatzes.
Weil sich Fussball nur auf einem einigermassen flachen Feld von mindestens 80 x 50 Meter vernünftig betreiben lässt, ist die Sportplatzfrage für städtische Fussballclubs ein Dauerbrenner. Für den FC Bözingen 34 war und ist dies nicht anders.
Im Gründungsjahr gab es an der Längfeldstrasse einen Fussballplatz, der damals vom recht aktiven Arbeitersportkartell belegt war. Nach dem man sich zusammengesetzt hatte und über die Möglichkeiten eines sportlichen Nebeneinanders beraten hatte, kam es zu einem Benützungsvertrag, der den Buschangern den Start in ihre 50jährige Geschichte frei gab.
Das ging solange gut bis Bundesrat Wahlen nach Beginn des Zweiten Weltkriegs, und zur Sicherung der Landesversorgung mit Lebensmittel, zur Anbauschlacht aufrief. Obschon zu gleicher Zeit und zur körperlichen Ertüchtigung der heranwachsenden Jugend der freiwillige Vorunterricht (VU) eingeführt und mächtig propagiert wurde, verwandelte sich das Längfeld in einen Kartoffelacker.
Die Bözinger bekamen nun ein Gastrecht auf der «Champagne». Provisorien pflegen selten zu befriedigen. Weil während der Grenzbesetzung sowieso nur ein reduzierter Spielbetrieb durchgeführt werden konnte und die Gründe, die zu dieser Situation geführt hatten, verstanden wurden, schickten sich die Bözinger in das Unvermeidliche.
Nach Kriegsende brach dann aber eine regelrechte Spielfeldnot aus und kam zu dramatischen Aufrufen im Cluborgan.
Der nachstehende wiedergegebene Abschnitt aus dem Cluborgan vom November 1946 lässt uns die Freude mitfühlen, die die schlussendliche Lösung in Bözingen auslöste.
Nach langen Kriegsjahren wird in Bözingen wieder Fussball gespielt. An der Solothurnstrasse nach dem Friedhof, da wo schon vor Jahren einmal das Spielfeld des FC Bözingen war, stehen auch heute wieder die weissen Torpfosten. Ein Spielfeld von 100 x 60 Metern ist zur Verfügung. Dank der freundlichen Einsicht der Schuldirektion und dem Wohlwollen der Herren Wyssbrod und Sahli ist unser Wunsch zur Tatsache geworden. Ihnen gebührt unser Dank. Trotzdem dieser Platz nur
ein Provisorium ist, ist es doch der erste Schritt zu unserer Heimkehr. Im nächsten Herbst können wir dann wieder auf dem Längfeld Einzug halten. Wir freuen uns mächtig darauf, denn das Längfeld ist zu einer prächtigen Anlage ausgebaut worden. Also vorerst beim Sternen, wo der alte FC Bözingen seine Glanztage verlebt hat und dann wieder auf das Längfeld.