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Mikroplastik lässt sich mittlerweile in abgelegensten Regionen nachweisen, etwa im arktischen Meereis und in den Sedimenten der Tiefsee. Dorthin gelangen die winzigen Partikel mit Meeresströmungen. Doch das ist möglicherweise nicht der einzige Weg: Der Abrieb von Autoreifen, Lackpartikel, synthetische Kleiderfasern und andere Materialien könnten auch mit dem Wind durch die Atmosphäre transportiert werden. Dort fängt Schnee die Partikel ein und bringt sie zur Erde. Zumindest ist dieses Phänomen von anderen Arten von Luftverunreinigungen bekannt.
Nun haben Forschende erstmals Mikroplastik in Schneeproben nachgewiesen. An der Studie unter Leitung des deutschen Alfred Wegener Instituts waren auch Wissenschafter des SLF beteiligt. Diese sammelten im Winter 2017/18 Neuschnee im Flüelatal bei Davos. Die Proben sowie weitere aus Bayern und von der Nordseeinsel Helgoland dienten als Vergleich mit arktischem Schnee, der aus Spitzbergen und von verschiedenen Eisschollen nordöstlich von Grönland stammte.
Die grössten Mengen an Mikroplastik enthielten die Proben aus Bayern, die direkt neben einer Landstrasse gesammelt wurden: bis zu 150 000 Partikel pro Liter geschmolzenem Schnee. Doch auch die arktischen Proben enthielten immerhin bis zu 14 000 Partikel – erstaunlich viel für derart abgelegene Regionen. Im alpinen Flüelatal waren die Konzentrationen ähnlich hoch.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Mikroplastik wahrscheinlich mit den globalen Windsystemen bis in die Arktis gelangt. Wie die Partikel überhaupt in die Atmosphäre kommen, müssen weitere Studien zeigen.
(Claudia Hoffmann, Diagonal 2/19)