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Psychologie
Sag’s ihr direkt und unverblümt
Der Untertitel des Hörbuchs ist wortwörtlich gemeint: Welche Absichten und Interessen ein Mann einer Frau gegenüber hat, soll er ihr in den ersten paar Minuten eines Gesprächs sagen. Und zwar nicht irgendwie verdeckt und verborgen, sondern ehrlich und direkt - auch wenn die Bilder in seinem Kopf nicht jugendfrei sind.
Es ist ein Hörbuch aus den USA, wo Ratgeber- und Selbsthilfeliteratur weiter verbreitet sind als in deutschsprachigen Ländern. Hier werden sie oft eher belächelt. Kein Wunder also, dass dieses im letzten Jahr veröffentlichte Hörbuch auch in der älteren Taschenbuch-Version nur auf Englisch verfügbar ist. Die Vertonung ist dabei keine 1:1-Übertragung des "Mode One"-Buchs, sondern enthält auch Teile des Buchs "Upfront and Straighforward" sowie Ausschnitte aus Gastbeiträgen der Radiosendung des Autors. Alan Roger Currie trägt sein Hörbuch selbst vor - und das kann er auch.
Also, worum es geht: "Mode One" nennt Currie seinen Kommunikationsstil, insbesondere im Umgang mit Frauen. Er vertritt die Ansicht, direkt, geradeaus, unverblümt und vor allem ehrlich zu kommunizieren. Das begründet er gar nicht mit Moral, wie man vielleicht denken könnte, sondern mit seinem Erfolg, der Zeitersparnis und der Vermeidung von Missverständnissen. Konkret heißt das zum Beispiel: Während einem andere Leute erzählen, dass man nett und höflich sein und persönliche Beziehungen über Gespräche mit Smalltalk und Belanglosigkeiten anbahnen soll - propagiert Currie genau das Gegenteil: Freundlich sein ja, aber nicht über Dinge sprechen, die einen nicht interessieren. Mit nichts hinterm Berg halten. Currie wird dabei gerne äußerst direkt und sagt einer Frau, deren Hintern er "wie gemacht für Doggystyle" findet, das auch so. Alles andere sei manipulativ, weil es Absichten im Verborgenen hält und das Gegenüber zu etwas bringen will, was nicht kommuniziert wird. Direktes Verhalten dagegen ist "Mode One", sein bevorzugter Kommunikationsstil, der gepaart mit Selbstsicherheit den nötigen Erfolg bei Frauen bringen soll.
Wenn es "Mode One" gibt, gibt es auch "Mode Two", und weiter bis zum 4. Modus. So unterteilt Currie die Kommunikation von Männern in Kategorien. Besonders interessant ist auch die vierte Kategorie, die er als "stark, aber ineffektiv" beschreibt. Mit ihr geht eine Haltung gegenüber Frauen einher, die von Bitterkeit, Frustration und Aggression geprägt ist. Einige berühmte Serien-Sexualstraftäter aus den USA nennt er als abschreckende Beispiele. Currie zufolge entwickelt sich diese Haltung unter anderem aus einer indirekten, unehrlichen Kommunikation heraus, die schließlich oft zu Frustration führt, weil das gewünscht Ergebnis (des manipulativen Verhaltens) nicht erreicht werden konnte.
Auch das Verhalten von Frauen wird ihren Reaktionen zufolge in Typen eingeteilt. Das Mittel der Wahl ist natürlich auch hier direkte, ehrliche Kommunikation, die einen davor bewahrt, Zeit und Geld mit Frauen zu verschwenden, die nicht die gleichen Absichten haben.
Kontroverse Kost? Wahrscheinlich. Doch bevor hier "Sexismus!" geschrien wird, sollte man sich fragen, wie ehrlich man mit sich selbst und anderen umgeht.
Auch wenn man inhaltlich (in großen Teilen) übereinstimmt, gilt hier wie bei anderer Selbsthilfeliteratur: Von allein passiert nichts. Das Entscheidende ist die eigene praktische Umsetzung. Und auch dann sollte man keine Wunder erwarten. Aber positive Effekte hat es, angefangen von befreienden, spannenden Momenten, in denen man die Wahrheit sagt, über gute, ehrliche Gespräche bis zu Reaktionen, die den eigenen (sexuellen) Absichten entsprechen. Deshalb: ein leidenschaftlich vorgetragenes Hörbuch, das man(n) angehört haben muss!