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Darüber, wie es Michael Schumacher heute geht, ist wenig bekannt – die Familie wünscht sich Privatsphäre. Wie wurde der heute 54-jährige Deutsche zu einer der grössten Legenden der Formel 1? Wir blicken zurück.
Im August 1992 feierte Michael Schumacher im belgischen Spa den ersten von insgesamt 91 Grand-Prix-Siegen. Die Strecke hatte für den damals bei Benetton unter Vertrag stehenden Deutschen eine besondere Bedeutung: Ein Jahr zuvor hatte er in Spa als 22-Jähriger sein Formel-1-Debüt gegeben.
Schumacher gelingt ein weiterer Sieg, er gewinnt den Grossen Preis von Portugal in Estoril. Er beendet die Saison auf Platz vier.
Ein symbolträchtiges Bild: Ayrton Senna (links im Bild) verunfallt beim Grossen Preis von San Marino in Imola 1994 tödlich. Michael Schumacher entscheidet das Rennen für sich und kürt sich später im selben Jahr zum ersten Mal zum Weltmeister. Schumacher meinte zu seinem ersten Titel: «Für mich war eigentlich immer klar, dass Ayrton derjenige ist, der diese Weltmeisterschaft hier gewinnen wird. Er war der beste Fahrer und für mich gab es keinen anderen. Deswegen möchte ich die Weltmeisterschaft, meine erste Weltmeisterschaft, Ayrton Senna widmen.»
1995 wird Schumacher erneut Weltmeister und gleichzeitig zum jüngsten Doppelweltmeister der Formel 1. Im selben Jahr heiratet Michael Schumacher die Westernreiterin Corinna – die Ehe hält bis heute.
Im Jahr 1996 wechselt Schumacher von Benetton zu Ferrari. Er gewinnt in der darauffolgenden Saison drei Rennen. Schumacher stand bis zu seinem ersten Rücktritt 2006 beim italienischen Rennstall unter Vertrag, der grosse Hoffnungen in das deutsche Supertalent setzte. So soll Gianni Agnelli, Fiat- und Ferrari-Chef, über die Verpflichtung gesagt haben: «Wenn Ferrari mit Michael Schumacher nicht Weltmeister wird, dann werden wir es nie mehr.» Schumacher lieferte – fünf seiner sieben WM-Titel gewann er mit Ferrari.
Bereits im Jahr 1997 ist der erste WM-Titel im Ferrari für Michael Schumacher zum Greifen nah. Im entscheidenden Rennen im spanischen Jerez kommt es beim Showdown zwischen Jacques Villeneuve und Michael Schumacher zu dramatischen Szenen: Schumacher rammt im letzten Rennen der Saison den Boliden des Kanadiers. Villeneuve fährt zum Weltmeistertitel, für Schumacher ist das Rennen zu Ende – als Strafe für sein Manöver wird «Schummel-Schumi» der Vize-Weltmeistertitel nachträglich aberkannt.
Auch 1998 verliert Schumacher das Rennen um den Titel. Er wird hinter dem Finnen Mika Häkkinen Vize-Weltmeister.
In Silverstone kracht Michael Schumacher mit über 100 km/h frontal in eine Absperrung. Er bricht sich dabei das rechte Schien- und Wadenbein und muss sechs Rennen aussetzen. Um den Weltmeistertitel kann er aufgrund der Zwangspause nicht mitfahren. Dennoch kann Ferrari in diesem Jahr den Konstrukteurs-Titel feiern.
Um die Jahrtausendwende ist es endlich so weit: Schumacher beendet Ferraris Durststrecke und kürt sich als erster Fahrer des italienischen Rennstalls seit 21 Jahren zum Weltmeister. Ferrari gewinnt auch die Konstrukteurswertung.
Die Saison steht ganz im Zeichen von Schumachers Dominanz. Bereits fünf Rennen vor Schluss macht er den WM-Titel klar und egalisiert zudem Nigel Mansells Bestmarke aus dem Jahr 1992 von neun Siegen in einer Saison. Diese Marke wird Schumacher selbst noch zwei Mal übertreffen. Heute liegt der Rekord von 19 Siegen in einer Saison bei Max Verstappen.
2002 kürt sich Schumacher sogar schon sieben Rennen vor Schluss zum Weltmeister. Parallel zu seinen Erfolgen stieg auch seine Popularität. Der Deutsche war im Fernsehen ein gerngesehener Gast – ganze fünf Mal nahm er bei Thomas Gottschalk auf der «Wetten, dass..?»-Couch Platz.
Im Jahr 2003 heisst Schumachers grösster Konkurrent um den WM-Titel Kimi Räikkönen. Es wird eine äusserst knappe Sache: Schumacher gewinnt mit zwei Punkten Vorsprung auf den Finnen.
Im Jahr 2004 gewinnt Michael Schumacher seinen siebten und letzten WM-Titel. Noch heute ist dies unübertroffen, der Brite Lewis Hamilton konnte die Marke des Deutschen jedoch im Jahr 2020 egalisieren.
Das Jahr verläuft nicht nach Wunsch. Der mittlerweile siebenfache Weltmeister kann nur ein Rennen für sich entscheiden und beendet die Gesamtwertung auf Rang drei.
Obwohl Schumacher nach wie vor um den Sieg mitfahren kann, gibt er 2006 seinen Rücktritt bekannt. 15 Jahre nach dem Debüt informiert er als Erstes seine Serviceleute via Boxenfunk über die Entscheidung.
Die Familie zieht in ein neues Anwesen am Genfersee. Sie lebte seit 1996 in der Schweiz, nun ging es von Vufflens-le-Château nach Gland. Der Wahl-Schweizer lässt sich auch für Werbekampagnen einspannen.
Sein Comeback im Jahr 2010 für Mercedes ist nicht von Erfolg gekrönt. 2012 zieht sich Michael Schumacher definitiv aus dem Formel-1-Sport zurück.