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Überblick
Harnwegsinfektionen gehören zu den häufigsten Erkrankungen und treten bei Frauen weit häufiger auf als bei Männern. Circa die Hälfte aller Frauen erleiden mindestens einmal in ihrem Leben eine Harnwegsinfektion und 30–40% dieser Frauen haben mindestens ein Rezidiv.
Eine Harnwegsinfektion ist definiert als Besiedelung des Harntraktes mit pathogenen Mikroorganismen, wodurch sich eine Entzündungsreaktion der Harnwege oder der Nieren entwickeln kann. Am häufigsten werden Harnwegsinfektionen durch Bakterien verursacht, wobei die Bakterien häufig aus dem eigenen Verdauungstrakt stammen. Im Weiteren können aber auch Viren und Pilze eine Infektion der Harnwege und der Nieren verursachen.
Harnwegsinfekte können sporadisch, wiederholt oder chronisch auftreten. Je nach Lokalisation der Infektion unterscheidet man zwischen unteren (Harnröhre, Blase) oder oberen (Beteiligung der Nieren) Harnwegsinfektionen. Bei Infektionen des unteren Harntraktes berichten Patienten über Brennen beim Wasserlösen, häufiges Wasserlösen, Blasenkrämpfe und über üblen Geruch des Urins. Liegt die Infektion im oberen Harntrakt, kommen Flankenschmerzen und febrile Temperaturen hinzu. Bei sonst Gesunden verläuft eine Harnwegsinfektion meist komplikationslos, bei Risikopatienten kann es jedoch zu schweren Komplikationen kommen. Zu den Risikopatienten gehören Patienten nach erfolgter Nierentransplantation unter Immunsuppression, Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz, mit Diabetes mellitus, oder mit vorbestehend strukturellen Veränderungen der Harnwege, wie auch Frauen während der Schwangerschaft.
Unsere Abklärungs- und Behandlungsmöglichkeiten
Zur Abklärung gehören eine klinische Untersuchung sowie Urin- und Blutuntersuchungen. Bei Risikopatienten und bei Hinweisen auf einen Infekt der oberen Harnwege empfiehlt es sich, eine Ultraschalluntersuchung der Nieren durchzuführen. Aufgrund der stark ansteigenden Antibiotikaresistenzen sollte vor allem bei Risikopatienten vor Therapiebeginn mit einem Antibiotikum eine Urinkultur angelegt werden, damit eine resistenzgerechte Therapie durchgeführt und das Risiko von weiteren Resistenzen vermindert werden kann. Aufgrund der Zunahme von Resistenzen gestaltet sich eine empirische Therapieempfehlung oft erschwert.
Zusammenarbeit am USZ
Aufgrund der sich rasch ändernden Resistenzen von pathogenen Keimen auf die heute zur Verfügung stehenden antimikrobiellen Substanzen pflegen wir eine enge Zusammenarbeit mit den Kollegen der Infektiologie und Spitalhygiene.
Weitere Informationen
Harnwegsinfekt (Wikipedia)