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Wie verteidigt man den erfolgreichsten, d.h. auflagenstärksten Schweizer Schriftsteller gegen intelligente, aber böswillige deutsche Grosskritiker? Martin Ebel, Feuilleton-Chef des „tagi“, hat die Lösung gefunden: Wenn Ulrich Greiner („Die Zeit“) und Georg Diez („Spiegel online“) dem Schweizer Vielschreiber vorwerfen, seine Sätze seien falsch gebaut und auch sonst kaum literarisch, setzt dem Martin Ebel entgegen: „Martin Suter bietet intelligente Unterhaltung.“ Ich gestehe, noch nie ein Buch von Suter ausgelesen zu haben, weil ich mich tödlich langweilte. Das erinnert mich an eine Weisung an unsere Berater: „Schreibt den Text bitte auf tagi-Niveau, dann ist er national publizierbar.“ In Ebel und Suter haben sich verwandte Geister getroffen.
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Tagesarchiv für 7. Februar 2011
Ich bezweifle ganz ernsthaft, dass die gebildeten und anständigen Schweizer ein „Ausländer-Problem“ haben, wie gerne behauptet wird. Im Gegenteil: Wir produzieren das sogenannte „Schweizer Ausländer-Problem“ selber, indem wir auf vorgefertigten Fragebögen danach fragen, wie soeben wieder aufgrund einer gfs-Umfrage für die Credit Suisse geschehen.
Wird mir eine Zehn-Fragen-Liste vorgelegt, die ich dann ankreuzen soll und ist darin die Frage nach dem „Ausländer-Problem“ enthalten, kreuze ich dies, wie bei gfs erfolgt, als wichtiges oder weniger wichtiges Problem auch an. Ist die Frage nicht aufgeführt, verschwindet das „Problem“ aus dem Blickwinkel der Öffentlichkeit.
Damit will ich nicht leugnen, dass einfache oder problemorientierte Schweizer in den Ausländern, mit denen sie um Jobs, Wohnungen und Mädchen/Jungs kämpfen müssen, oft ein Problem sehen. Wir machen es mit derlei Umfragen nur grösser als es ist und spielen der SVP in die Hände.
Weil die Umwelt geschont werden soll, müssen auch Autofahrer in der Schweiz damit rechnen, bald Kühlmittel für Klimaanlagen einkaufen zu müssen, die hoch giftig sind und bei Unfällen oder Motorbränden schwere Verletzungen bis hin zum Tod durch Verätzung verursachen. Es handelt sich um eine EU-Verordnung, die auch in den EU-Staaten erheblichen Widerstand auslöst. Unsere Umweltfanatiker gefährden lieber Menschen als die abstrakte Natur. Sie setzen uns neuen Beleuchtungskörpern aus, die schlechter als die bisherigen sind und, gehen sie einmal zu Bruch, infolge der darin enthaltenen Gifte ebenfalls höchst gefährlich sind. Gibt es den schweizerischen Konsumentenschutz eigentlich noch?
Der Basler Filmproduzent und Weltstar Arthur Cohn ist ein höchst sensibler Mann, auch wenn er sich hergibt, für die UBS Werbung zu machen. Jetzt hat er seiner Heimatstadt Basel das Privileg der Erstaufführung seiner Filme genommen; die gute Basler Gesellschaft ist, wie dort üblich, still geschockt. Anderseits, was nützt eine Erstaufführung in Basel, ausser einem Appell an die örtliche Eitelkeit? Basel hat keine internationalen Medien; aus Genf, Zürich, Frankfurt, Berlin und Paris reist praktisch niemand zu derlei Vorführungen an. Die „Cohn(nerie)“ ist verständlich.
Ob Prof.Dr. Kurt Imhof, dessen Markenzeichen ein sardonisches Gekicher ist, das anstelle eines Kommentars oder zu dessen Verstärkung aus seinem Kehlkopf bricht, oder Gottlieb F. Höpli, der als Chefredaktor des „St. Galler Tagblatt“ den kleinsten Wirtschaftsteil einer sogenannt seriösen Tageszeitung zu verantworten hat, alle sehen sich gerne darin, die Qualität der Schweizer Medien zu retten. Dies geht natürlich nur, sofern man vom Staat einen anständigen Auftrag erhält, der unter diesen Umständen sicher mehr als eine Million Franken kostet. SP-Nationalrat Hans-Jürg Fehr („Männer, werdet Feministen!), dem es bisher nicht gelungen ist, seine Partei zu retten, hat nun den Bundesrat aufgefordert „irgendwann in diesem Jahr“ einen Bericht vorzulegen, wie es um die Lage der Schweizer Medien bestellt ist. Es eilt, unsere Medienretter brauchen Aufträge.