Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03375.jsonl.gz/42

Die Tuchbleiche Lapmpertheim
Heimat-, Kultur- und Museumsverein
www.lampertheimer-zeitung.de 28.01.2012
Westlich der Burggasse, entlang der Holland liegt, das Flurgelände: Die Tuchbleiche. Zur Zeit der Flachsverarbeitung wurde an dieser Stelle das gewebte Tuch gebleicht. Hanf und Flachs hatten früher eine ähnliche Bedeutung wie heute die Baumwolle. Zunächst wurde Flachs in Lampertheim nur zum Eigenbedarf in den Gärten angepflanzt. Später wurde ein Ackeranbau daraus. Lampertheimer Hanf wurde im Bruch und an der Oberlache angebaut. Es war ein mühsamer Prozess, bis ein Garn daraus gesponnen werden konnte. Zunächst legte man die grünen Pflanzen ins Wasser und beschwert mit Steinen, damit sich der Bast vom hölzernen Stengel ablöste. Erst dann wurde der Hanf in sogenannten „Brechlöchern“ über dem Feuer getrocknet und anschließend gebrochen. Mitte des 19. Jahrhunderts werden wie in einer Rechnungsurkunde beschrieben, von der Gemeinde sogar drei neue Brechlöcher an verschiedenen Stellen im Dorf errichtet. Danach wurde das Leinen zu Hause von Leinenwebern gesponnen und in langen Tuchbahnen an der Holland gebleicht. An dieser Bleiche stand ein Leineweberhaus, das „Duchbleichhaus“ genannt. Anfangs war es aus Holz, später aus Stein. Erst während des Ersten Weltkriegs wurde das Haus entfernt. Bis 1833 bestand in Lampertheim sogar noch die Zunft der Leinenweber.
Margit Karb, Vorsitzende des Heimat-, Kultur- und Museumsvereins