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Ein Junge Namens Vincent Malloy, dessen Lieblingsautor Edgar Allan Poe ist, identifiziert sich selbst mit Horrorfilm Legende Vincent Price und versinkt dabei in Tagträumen in denen er seine bizarren Fantasien auslebt.
Der Kurzfilm wird durch eine schwermütige Version der Hoochie Coochie Melodie eingeleitet, währenddessen eine schwarze Katze uns in ein Einrichtungsleeres Zimmer führt, wo der Flöte spielende Vincent Melloy steht. Das Voice-Over setzt ein und Vincent Price persönlich trägt die Erzählung in einem Versgedicht vor.
Vincent ist ein Stop Motion Film, der besonders durch seine in sich stimmige Optik und düstere Narration fasziniert. Die Dramaturgie des Films funktioniert grösstenteils durch den Match Cut, eine Montagetechnik die zwei verschiedene Bilder derselben Handlungen durch einen Schnitt im selben Moment der Bewegung verbindet und die Bewegung somit kontinuierlich erscheinen lässt. Somit verläuft die immer wiederkehrende Transformation von Vincent Malloy zu Vincent Price, in ihrem örtlichen Wechsel nahtlos und lässt den Zuschauer nicht vergessen, dass es sich hierbei, auch wenn teils eine sehr makabre aber überaus lebendige Fantasie eines Kindes handelt. So fragt man sich zwischenzeitlich trotzdem, ob der arme Junge einfach an einer gespaltenen Persönlichkeit leidet, doch leitet das Hereinplatzen der Mutter in die Szene immer das Ende des Tagtraums ein und entlastet die Atmosphäre.
Die durchdachten Inszenierungen, Anspielungen, versteckten Details und die melodramatische Mimik und Gestik der Figuren, bringen alles auf den Punkt und verleihen dem Film seinen ganz eigenen Charme. In Szenen wie der des Laboratoriums, folgt zum Beispiel die Kamera Vincents Schritten währenddessen der Vordergrund ihn überblendet und Silhouetten verschiedener Monstergesichter enthüllt. Für einen Moment nimmt eine schwarze Fläche die Szenerie ein um sich kurz darauf vignettenartig als sich öffnendes Monstergebiss in das Bild einzufügen.
Der Film schafft Bezüge zu Geschichten wie Der Untergang des Hauses Usher oder zu Filmen wie Das Kabinett des Professor Bondi und Frankenstein. Auch zu erkennen sind Elemente des expressionistischen Films, wie die kontrastreichen Lichtverhältnisse und die perspektivisch verzerrten Kulissen, als zum Beispiel Vincent mit seinem Zombiehund durch die Strassen Londons streift und dabei die Häuser unnatürlich verbogen in den Vordergrund stechen. So gelingt es Tim Burton mit seinem ausgeprägten Sinn für schwarzen Humor mit Szenen wie Vincents Vorstellung seine pummelige Tante in heisses Wachs zu tunken, dem Zuschauer doch noch ein unterdrücktes Schmunzeln zu entlocken. Und genau diese Leichtigkeit mit der, der Regisseur die Schaurigkeit mit Humor ausgleicht macht Vincent zu einem Kurzfilm, der einzig ist in seiner Art.