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Ohne Provisorien
Manetsch Meyer Architekten gewinnen den Wettbewerb für das Alterszentrum in Baar. Franziska Meyer beantwortet unsere drei Fragen.
Was ist die Erfindung am Siegerprojekt?
Franziska Manetsch: Auf dem Areal stehen heute bereits ein Altersheim und 18 Alterswohnungen einer Genossenschaft. Unser Projekt schafft es, während der gesamten Bauzeit ohne Provisorien auszukommen. Das ist sicher ein grosser Vorteil unseres Projektes, von Erfindung möchte ich aber nicht sprechen. Meiner Meinung nach ist unsere Anordnung der einzelnen Volumen und deren Nutzung viel mehr die logische Folgerung, die sich aus dem Wunsch der Bauherrschaft nach möglichst wenigen Provisorien ergab.
Wie verhält sich das Projekt zur Umgebung?
Das zu bebauende Grundstück befindet sich an einer morphologischen Grenze von zwei unterschiedlichen Bebauungsmustern. Im Osten befindet sich ein kleinteiliges Wohnquartier mit einer vorwiegend älteren Bausubstanz, westlich stehen grossvolumetrische Gebäude neuerer Zeit. Unsere vorgeschlagenen Bauten orientieren sich ganz klar am Massstab und der Ausrichtung der westlichen Nachbarschaft und sollen mit dieser zusammen gelesen werden.
Auf der nördlichen Parzelle wird eine zusammengesetzte Grossform vorgeschlagen, welche mit verschiedenen Staffelungen im Grundriss und in der Höhe auf die Nachbarschaft reagiert. Damit entsteht ein komplexes, auf den Ort bezugnehmendes Volumen, das gegen Süden einen hofartigen Raum bildet. Für die südliche Parzelle wird ein schmaler, gestaffelter Bau vorgeschlagen. Damit gelingt es, die Ausrichtung der westlichen Nachbarschaft auf dem schmalen Grundstück fortzuführen und den Bau in die Umgebung einzubinden.
Wo lagen die grössten Schwierigkeiten im Wettbewerb?
Wie eigentlich immer gab es auch bei diesem Wettbewerb nicht nur eine «grösste» Schwierigkeit, sondern das Zusammenwirken von vielen Einzelproblemen kulminierte in der zu lösenden Gesamtaufgabe. Einzelprobleme waren dabei sicher die Organisation der geforderten Tiefgarage für rund 240 Autos und der Umgang mit der Lärmbelastung durch die das Grundstück begleitenden Strassen. Weiter war die Schmalheit der südlichen Parzelle eine grosse Herausforderung und einige Schwierigkeiten bereitete natürlich auch die Forderung möglichst ohne Provisorien auszukommen.
Neubauten Alterszentrum Bahnmatt, Baar
Projektwettbewerb im selektiven Verfahren mit 8 Teams für die Gemeinde Baar und die Genossenschaft Alterswohnungen, Baar
1. Rang
Manetsch Meyer Architekten, Zürich; Mitarbeit: Franziska Manetsch, Lukas Meyer, Samuel Waehry, Barbara Waltert, Nicole Beceiro, Laura Kopps, Nancy Reuland; Noa Landschaftsarchitektur, Zürich; Bauingenieur: Basler & Hofmann Innerschweiz, Cham; Haustechnik: Wirthenson, Luzern; Bauphysik: Grolimund + Partner, Zürich; Kostenplanung: Büro für Bauökonomie, Luzern
2. Rang
Allemann Bauer Eigenmann Architekten, Zürich
3. Rang
Ackermann Architekt, Basel
4. Rang
Bünzli & Courvoisier Architekten, Zürich
Weitere Teilnehmer
– von Ballmoos Krucker Architekten, Zürich
– Isler Gysel und bhend.klammer, Zürich
– Büro Konstrukt Architekten, Luzern
– Niedermann Sigg Schwendener Architekten, Zürich (nicht abgegeben)