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Walter Herdeg beginnt seinen Weg mit der Ausbildung zum Grafiker bei Ernst Keller an der Kunstgewerbeschule Zürich und studiert dann bei Oskar H. W. Hadank an der Hochschule für Bildende Künste Berlin. Von 1932 an entwickelt er mit dem Kurdirektor Dr. Walter Amstutz das Erscheinungsbild für St. Moritz mit der berühmten Sonne. Er gestaltet verschiedene Signete, Schriften, Drucksachen und Packungen, unter anderem das Weltkugel-Emblem für die Zeitschrift «Weltwoche» und das Layout der Zeitschrift «Annabelle». 1938 gründet er zusammen mit Amstutz das Reklamebüro und den Verlag Amstutz & Herdeg.
Bei Graphis Press erscheint 1944 die erste Ausgabe von «Graphis», einer internationalen Zeitschrift für angewandte und freie Kunst. Als «Inbegriff eines Nachkriegs-Modernisten» entwickelt er die dreisprachige Publikation (Deutsch, Französisch, Englisch) mit obsessiver Hingabe und äusserster Faszination zur weltweit bedeutendsten Zeitschrift für Designkultur (Höchstauflage 22 600). Von 1950 an erweitert er das Verlagsprogramm mit vielen erfolgreichen Jahr- und Themenbüchern.
Mit «Graphis» ist Walter Herdeg ein Pionier der visuellen Kommunikation, Promoter von Grafikdesign durch Austausch von Ideen und Techniken. Die Zeitschrift wird zu einer Plattform für die Definition von Ästhetik, die nicht zuletzt zur Bildung einer Gestalterszene führt. Es gilt als höchste Auszeichnung, in «Graphis» zu erscheinen. Zudem amtet Herdeg zwischen 1969 und 1985 als Generalsekretär der Alliance Graphique Internationale (AGI). 1977 wird er zum «Royal Designer for Industry of the Royal Society of Arts, London» ernannt. 1986 erhält er die prestigeträchtige Medaille des American Institute of Graphic Arts (AIGA). Mit dem letzten von ihm verantworteten «Graphis»-Heft, Nummer 246, übergibt er den Verlag 1986 an den New Yorker Designer B. Martin Pedersen.