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Selbst wenn die Notenbank Federal Reserve die Zinserhöhungen jetzt stoppen würde (sie hat dies nach allen bekannten Aussagen nicht vor), könnte die 30-jährige Hypothek in den USA in Richtung 10 Prozent steigen: So zitiert das Finanzportal Marketwatch.com den Finanzexperten Christopher Whalen von Whalen Global Advisors.
Laut dem CME FedWatch Tool der CME Group sind 75-Basispunkte-Zinsschritte der Notenbank sowohl im November als auch im Dezember wahrscheinlich. Die Inflation macht keine Anstalten, bald signifikant zu sinken.
Verzögert steigender Hypozins
In den USA sind längere Hypothekenlaufzeiten als in der Schweiz üblich. Die 30-Jahre-Hypothek wird oft als Indikator für das Zinsniveau verwendet. In der Schweiz richten sich die Betrachtungen üblicherweise nach der Hypothek mit 10 Jahren Laufzeit.
Der Zins der Fed definiert die Zinsen am Häusermarkt der USA mit einer gewissen Verzögerung und die Hypothekenfinanzierer ziehen die Sätze erst langsam hoch. Deswegen würde der Hypozinsanstieg auch weitergehen, wenn die Fed die Zinserhöhungen stoppen würde. Veränderte Zinssätze bei den "Mortgages" gibt es in der Regel einmal im Monat oder alle zwei Monate.
Die Fed Funds Rate lag Anfang Jahr im Nullbereich und ist im September auf ein Niveau von 3 bis 3,25 Prozent angestiegen. Bis Februar könnte sie auf 4,75 bis 5 Prozent weitersteigen. Bis dann könnten 10-Prozent-Hypotheken auch zur Realität geworden sein.
Prämie über dem Treasury-Zins
Wer in den USA ein Haus oder eine Wohnung finanziert, bezahlt eine Prämie über dem risikofreien Treasury-Zins, um Ausfallrisiken abzufedern. Der Anteil der Ausfälle liegt in den USA höher als in den meisten europäischen Ländern. Der Zins für Anleihen mit 30 Jahren Laufzeit liegt aktuell bei 4,306 Prozent. Dies hat schon dazu geführt, dass die 30-jährige Hypothek in den USA nach Daten des Hausfinanzierers Freddie Mac noch knapp unter 7 Prozent liegt.
In den USA sind Hauspreise im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie über alles gesehen um 45 Prozent angestiegen. Eine Korrektur um 10 bis 15 Prozent könnten die Folge des ansteigenden Hypothekarzinses sein.
Finanzspezialist Whalen sagte gemäss Marketwatch.com, dass die Korrektur wegen zweistelliger Hypothekarzinsen deutlich stärker werden könnte. Er beruft sich auf das Volumen von 150 Milliarden, welche das "House Flipping" mittlerweile ausmacht. Gemeint ist die Praxis, alte Häuser zu kaufen, sie zu renovieren, um sie dann teuer weiterzuverkaufen. 2022 dürfte jedes zehnten Hausverkauf auf ein solches spekulatives Manöver zurückgehen. Hohe Zinsen bedeuten für solche Aktivitäten eine sehr kalte Dusche.
(cash)