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Bezirksgebäude I
Bezirksgericht
Lindstr. 10
8400 Winterthur
052 268 54 86
Das Bezirksgebäude I wurde als schweizerischen Verwaltungssitz der Lloyd-Versicherungsgesellschaft zwischen 1876 und 1879 durch Architekt Ernst Jung im Stile der Neurenaissance erbaut. Der allseitig symmetrische Bau wurde 1925 um ein Attikageschoss aufgestockt. 2009 Wurde das Gebäude saniert und den neuen Bedürfnissen angepasst.
Das heutige Bezirksgebäude I wurde als schweizerischen Verwaltungssitz der Lloyd-Versicherungsgesellschaft zwischen 1876 und 1879 durch Architekt Ernst Jung im Stile der Neurenaissance erbaut. Die Versicherung ging in den Jahren kurz nach 1883 in Konkurs, nachdem eine Schmiergeldaffäre aufgeflogen war. Der allseitig symmetrische Bau wurde 1925 um ein Attikageschoss aufgestockt. Die Gartenfassade ist durch einen fünfachsigen Mittelrisaliten (Ein Risalit, (ital. risalto, „Vorsprung“) ist ein auf ganzer Höhe hervorspringender Gebäudeteil) mit einer Balustrade und einem Balkon gegliedert. Der Lichthof verfügt über einen Treppenaufgang mit verziertem Eisengeländer.
Nach dem Niedergang der Lloyd (Konkurs 1883) diente das Haus der Winterthur-Versicherung, bis es 1931 vom Kanton für das Bezirksgericht Winterthur gekauft wurde. Im repräsentativen Verwaltungsratssaal tagte fortan während über 70 Jahren das Geschworenengericht. Bis vor wenigen Jahren war ihm gesetzlich vorgeschrieben, mindestens eine Session pro Jahr in Winterthur abzuhalten. Lange Zeit fanden hier jene Prozesse des Geschworenengerichts statt, die ein besonderes Sicherheitsrisiko aufwiesen. Das Winterthurer Gerichtshaus war nämlich das einzige im Kanton, das mit dem örtlichen Gefängnis durch einen unterirdischen Gang verbunden war.
Platznot und die Umnutzung des legendären Geschworenensaals rief anfangs des 21. Jhdt. nach einem Umbau. Anfänglich war die Rede davon, nach dem Auszug des Geschworenengerichts simple Bürocontainer in dessen einzigartigen Jugendstil-Saal einzubauen. Dem Architektenteam aus Zürich, Arthur Rüegg und Monika Stöckli, gelang es aber, den Bedarf an zusätzlichem Büroraum in anderen Gebäudeteilen zu decken und den Saal in seiner überwältigenden Schönheit wieder auferstehen zu lassen. Der Ort ist heute wieder so, wie ihn die Lloyds-Verwaltungsräte gekannt hatten, genutzt wird er als Bibliothek und Aufenthaltsraum.
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