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Kolumbien – zwischen magischem Realismus und harter Realität
Gescheiterte Friedensverträge, Paramilitärs, deren Verbrechen nicht geahndet werden, eine Gesellschaft, die immer zusammen mit einem Konflikt gedacht wird – Kolumbien leidet seit mehr als 50 Jahren unter der Gewalt, ist aber viel mehr als nur Schauplatz eines Konfliktes. Im Filmzyklus „Kolumbien“ beleuchtet das Kino in der Reitschule die Geschichte des Konflikts (Impunity, Pequeñas voces), zeigt aber auch Filme, die die Geschichte(n) eines vielschichtigen Landes erzählen, das sich nicht auf die Dichotomie zweier Konfliktparteien reduzieren lässt. Sie erzählen von der Aneignung natürlicher Ressourcen, als das Wort „multinationale Konzerne“ noch nicht erfunden worden war (El abrazo de la serpiente) und beleuchten die Situation heute, wo Indígenas aus ihren Dörfern vertrieben werden, damit Ölpalmen angebaut werden können (Algún día es mañana). Sie setzen Kolumbianer*innen als Akteure in den Mittelpunkt und erzählen von ihren Träumen und Möglichkeiten (Los nadie; Los hongos), von denjenigen, die auf der Suche nach einem besseren Leben mit allen Mitteln Richtung Norden gehen (María, llena eres de gracia) und wie es denjenigen ergeht, die bleiben (Los colores de la montaña).