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Lonza informierte am Dienstag über den Stand der Arbeiten zur Sanierung der Deponie Gamsenried. Der Kanton seinerseits hält fest, dass gewisse Analysen dazu bislang unbekannt waren.
Vor rund einem Jahr hatten Lonza und der Kanton Wallis informiert, dass im Grundwasser-Abstrom der Deponie Gamsenried bis oberhalb des Lonza-Werks in einigen Messstellen die Benzidin-Konzentrationen über dem Grenzwert gemäss Altlastenverordnung liegen. Seither durchgeführte Untersuchungen zeigen, dass das Trinkwasser in den betroffenen Gemeinden und die Quellen des Thermalbads Brigerbad nicht mit Benzidin belastet sind. Hingegen ist ein dritter privater Bewässerungsbrunnen mit Benzidin belastet. Die Dienststelle für Umwelt hat den betroffenen Eigentümer entsprechend informiert.
Zu den Massnahmen des Unternehmens zur Verringerung der Benzidin-Belastungen informierte Lonza am Dienstagmorgen. So hat Lonza im Januar 2020 eine Biosparging-Pilotanlage im Abstrom der Deponie auf der Nordseite des Rottens in Betrieb genommen. Eine weitere bauliche Massnahme wird auf der Deponie realisiert: Dort besteht seit 1990 eine hydraulische Sicherungsbarriere, mittels der das kontaminierte Grundwasser am Rand der Deponie hochgepumpt und nach entsprechender Reinigung in der ARA Visp wieder in den Wasserkreislauf gebracht wird. Dadurch soll verhindert werden, dass Substanzen aus der Deponie ins Grundwasser gelangen. Um die Effizienz dieser hydraulischen Barriere zu erhöhen, wird am westlichen Ende des Areals ein weiterer Sicherungsbrunnen erstellt.
Wie Lonza in der Mitteilung weiter erklärt, sei das Unternehmen bisher davon ausgegangen, dass Benzidin erstmalig im Rahmen der regelmässigen Grundwasser-Screeninganalysen in 2018 entdeckt worden war. Bei der historischen Aufarbeitung habe sich aber gezeigt, dass der Stoff 2008 einmalig in einer Screeningmessung in Brunnen der hydraulischen Sicherungsbarriere nachgewiesen worden war. Auch sei im nachfolgenden Grundwasser-Screening von 2015 mit der Standard-Auswertung kein Benzidin mehr nachgewiesen worden. Erst im Februar 2020 konnten bei einer erneuten Überprüfung des damaligen Screenings mit einer spezifischeren Auswertungsmethode Spuren von Benzidin in den Analysen von 2015 entdeckt werden.
In diesem Zusammenhang hält die Dienststelle für Umwelt fest, dass sie erst Ende März 2020 durch Lonza von den Screening-Analysen aus dem Jahr 2008 informiert worden sei. Diese Ergebnisse seien entsprechend in vom Kanton verlangten Studien nicht berücksichtigt worden.
Um Erkenntnisse zu den potentiellen Auswirkungen von mit Benzidin belastetem Grundwasser auf Böden, Lebensmittel und Nahrungskette zu erhalten, hat Lonza im Februar 2020 bei der Universität Lausanne eine Studie in Auftrag gegeben. Weitere Studien in Zusammenhang mit Benzidin sind geplant.
Anfang März wurde schliesslich ein Koordinationskomitee mit Vertretern des Staatsrats, des Verwaltungsrats der Lonza und der Standortleitung der Lonza
in Visp gegründet. Mit Beteiligung der Dienststelle für Umwelt wird dieses Komitee die verschiedenen Etappen bis zur Sanierung beaufsichtigen und soll wichtige Entscheidungen auf höchster Ebene voranbringen.