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Jugendherberge Zürich
Bildergalerie
Geschichte - Die Stadtherberge
Schon früh hatte sich die Notwendigkeit abgezeichnet, auch in der Stadt Zürich eine dem Geldbeutel Jugendlicher entsprechende Unterkunft bereitzustellen. Bis 1936 mussten die nur provisorisch in Schulhäusern hergerichteten Unterkünfte immer wieder von einem Schulgebäude ins andere umziehen, weil entweder die Räumlichkeiten für den Schulbetrieb beansprucht wurden oder der Herbergsbetrieb den Schulunterricht störte.
Die erste Herberge
Es bedeutete einen riesigen Fortschritt, als 1936 eine Schulbaracke an der Mutschellenstrasse in Wollishofen definitiv für den Herbergsbetrieb zur Verfügung gestellt wurde.
Durch die zunehmende Beliebtheit des Reisens und Wanderns seit den Nachkriegsjahren genügten die anfänglich 80 Schlafplätze dem Andrang bald nicht mehr. Der einzige Aufenthaltsraum wurde darauf mit 40 weiteren Betten belegt. In der Hauptsaison konnten Anmeldungen von Schulen und Gruppen überhaupt nicht mehr berücksichtigt werden, die Abweisungen erreichten mit über 2’000 Personen 1961 einen Höchststand.
Der Neubau
Im Jahre 1957 hat sich der Stadtrat für einen Neubau am bisherigen Standort der Jugendherberge entschieden und beauftragte den Zürcher Architekt Ernst Gisel mit der Projektierung. Im Dezember 1962 wurde der beantragte Baukredit in der Höhe von 3’850’000 Franken genehmigt und fast genau drei Jahre später öffnete die lang ersehnte Zürcher Jugendherberge 1965 ihre Türen.
Ernst Gisel hat in seinem Projekt die verschiedenen Funktionen in einzelne Baukörpern klar aufgeteilt. Er unterscheidet den sechsstöckigen Schlaftrakt, den dreigeschossigen Wirtschaftstrakt sowie den eingeschossigen Tagesraumtrakt. Dabei präsentiert sich das Gebäude in einer ausgesprochen objekthaften, bewegten Volumetrie. Die einzelnen Baukörper verschmelzen durch das wiederkehrende Thema der mehrfach gestaffelten Gebäuderücksprünge sowie der einheitlichen Sprache der Öffnungen zu einer starken volumetrischen Einheit. Das Gebäude gehört zu einem bedeutenden Zeugen der 60er-Jahre Architektur (Brutalismus) und steht seit 1998 im Inventar schützenswerter Bauten der Stadt Zürich.
Der Umbau
1996 übertrug die Stadt Zürich die Liegenschaft ihren Betreibern und stellte einen grosszügigen Betrag zur Renovation des Gebäudes zur Verfügung. Eine Erweiterung der Herberge war unumgänglich, was angesichts der Bedeutung des Gebäudes mit grosser Sorgfalt zu geschehen hatte. So entschied man sich nach Überprüfung verschiedenster Ansätze, den dreigeschossigen Wirtschaftstrakt um ein weiteres Geschoss aufzustocken. Das Erdgeschoss wurde durch den Ausbruch von Zwischenwänden grosszügig geöffnet und dadurch eindeutig der allgemeinen Nutzung zugeordnet. Der Haupteingang wurde verlegt und orientiert sich neuerdings in Richtung der nächstgelegenen Tramhaltestelle, von wo die meisten Gäste die Jugendherberge erreichen.
Zwar hat die Bettenzahl von 312 auf 290 Betten leicht abgenommen, doch gelang es den Zürcher Architekten Meyer, Moser, Lanz die Anzahl der 2- und 4- Bettzimmer deutlich zu erhöhen, was heute den Bedürfnissen der Kundschaft eher entspricht sowie eine grössere Flexibilität und somit bessere Auslastung ermöglicht.
Im Herbst 2007 erhielt die Jugendherberge Zürich eine Spezialauszeichnung im Rahmen des von ICOMOS (International Council on Monuments and Sites) verliehenen Preises – Das historische Hotel des Jahres 2008 – für «einen bewussten und gelungenen Umbau eines Baus aus den 1960er Jahren».
Jugendherberge Zürich heute
Halle 1968
Speisesaal 1968