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Die Logik scheint simpel: Öl, Gold, Kupfer oder Diamanten sind auf den Weltmärkten begehrt, auch wenn die Preise heftig schwanken. Also sollten jene Länder, die diese Rohstoffe besitzen, reich sein. Viele rohstoffreiche Staaten – vor allem in Afrika – konnten indessen nicht vom Boom der Rohstoffpreise profitieren und verharren in bitterer Armut.
Die Gründe dafür sind vielschichtig. Ölförderung und Bergbau bringen nicht nur Umweltverschmutzung und Korruption. Sie provozieren auch Konflikte um die Kontrolle der Reichtümer – man denke nur an Nigeria oder Liberia. Man spricht in diesem Zusammenhang vom „Ressourcenfluch“.
SWISSAID engagiert sich seit vielen Jahren dafür, dass das Geld aus der Förderung von Rohstoffen in Entwicklungsländern zur Bekämpfung der Armut verwendet wird. SWISSAID unterstützt deshalb Organisationen im Tschad, im Niger und in Guinea-Bissau, die sich diesen Zielen verschrieben haben.
Bloss: Bevor man Geld ausgeben kann, sollte man wissen, wieviel die Regierung durch die Vergabe von Förderlizenzen oder Konzessionsabgaben überhaupt eingenommen hat. Deshalb braucht es zuerst mehr Transparenz in den Zahlungsströmen zwischen den Regierungen und den Rohstoff-Unternehmen. Damit liesse sich auch die Korruption vermindern, denn man könnte die Regierung für den Verbleib des Geldes besser zur Rechenschaft ziehen.
SWISSAID setzt sich seit Jahren für mehr Transparenz im Rohstoffgeschäft ein. Sowohl in den Ländern, in denen wir aktiv sind, wie durch die aktive Unterstützung zweier globaler Initiativen.
- Der „Extractive Industries Tansparency Initiative“ (EITI) haben sich auf freiwilliger Basis Staaten, Unternehmen und Organisationen der Zivilgesellschaft angeschlossen. Die Produzentenländer müssen sich einem komplexen Prozedere unterziehen, um als EITI-Land akzeptiert zu werden. Die Schweiz ist der Initiative als „Unterstützerin“ beigetreten.
- Die "Publish What You Pay"-Kampagne (Publiziere, was Du zahlst) umfasst Nicht-Regierungs-Organisationen und hat ähnliche Zielsetzungen wie EITI. Doch sie geht einen wichtigen Schritt weiter und verlangt, Transparenz in den Zahlungsströmen müsse auf internationaler und nationaler Ebene gesetzlich verankert und damit auch einklagbar werden. In den USA, der EU, in Norwegen und Kanada ist dies bereits umgesetzt. In der Schweiz ist ein Gesetz in Vorbereitung. SWISSAID setzt sich dafür ein, dass auch der Rohstoffhandel, der in der Schweiz den Sektor dominiert, einbezogen wird.