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Laut Bundesgericht haben Kinder, gestützt auf Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention, ein Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung. Der 90-Jährige verweigerte aber den Vaterschaftstest. Deshalb war zu prüfen, ob er auch ausserhalb eines Vaterschaftsprozesses zum Test gezwungen werden kann.
Das Bundesgericht bejahte dies, gestützt auf das im Zivilgesetzbuch verankerte Persönlichkeitsrecht der Tochter. Den Einwand des 90-Jährigen, ein DNA-Test sei wegen seines hohen Alters nicht zumutbar, liess das Bundesgericht nicht gelten: Bei der Entnahme einer Speichel- oder Blutprobe handle es sich um einen leichten körperlichen Eingriff, der die Gesundheit nicht gefährde. Auch in psychischer Hinsicht sei der Test zumutbar: Offensichtlich habe er sich bereits damit abgefunden, nicht der leibliche Vater zu sein. Ein Vaterschaftstest mit der DNA seines Bruders hatte bereits 2004 gezeigt, dass dieser höchstwahrscheinlich der biologische Vater ist.
Bundesgericht, Urteil vom 28. Februar 2008 (5A_506/2007)