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DMZ – KULTUR ¦ Urs Heinz Aerni ¦
Tipp 1:
H. S. Eglund: «Nomaden von Laetoli», Vicon Verlag, ISBN 978-3-9524761-9-2
Der junge Wissenschaftler Martin Anderson steht vor einer glänzenden Karriere. Auf Grönland hat er die verschollene Hafenanlage des Wikingerfürsten Eirik entdeckt. Dafür wird er von der Fachwelt gefeiert. Die Schwedische Akademie in Stockholm bietet ihm ein eigenes Institut. Die Universität in Amsterdam will ihn als Professor verpflichten.
Statt dessen geht Anderson nach Tansania. Denn ihn erreicht ein Ruf von Professor Miller, einer Koryphäe der Archäologie. Miller forscht in Laetoli an Millionen Jahre alten Fossilen menschlicher Vorfahren. Der alte Kauz behauptet: Ich habe die ersten Menschen gesehen! Andersons Verwirrung wächst, als er Sewe Akashi begegnet, Millers junger Assistentin. Er beschließt, die Australopithecinen auf eigene Faust zu suchen: in Laetoli, der kargen Ödnis am Fuße des erloschenen Vulkans …
Fünf Jahre später kehrt Anderson nach Ostafrika zurück. Auf einem Kongress in Addis Abeba tritt er als Redner auf, mahnt den schonenden Umgang mit den begrenzten Ressourcen der Erde an. Mittlerweile gilt er als Fachmann für versunkene Zivilisationen, findet Gehör bis in höchste Regierungskreise. In Aksum im Norden Äthiopiens will er nach den Überresten des sagenhaften Goldlandes Punt graben, das in den Annalen der altägyptischen Pharaonin Hatschepsut erwähnt wird. Doch in der Grenzregion zu Eritrea ereilt ihn ein Krieg: Als die Nordallianz Aksum bombardiert, kann Anderson nur knapp flüchten. Mit Mühe und Not schlägt er sich nach Süden durch, zum Ufer des Turkanasees – ins rettende Kenia.
Am Ostufer von Sansibar kommt der Wissenschaftler endlich zur Ruhe. In Jambiani bereitet er Millers letztes Manuskript für die Veröffentlichung vor. In Stone Town entsteht das Institut, das er mit Hilfe der Schwedischen Akademie finanziert. Ungeduldig wartet er auf die ersten Studenten. Plötzlich steht Sewe Akashi vor seiner Tür …
Laetoli – Aksum – Jambiani markieren drei Stationen auf dem Weg von Martin Anderson. Im Schatten der Vulkane des Rift Valley sucht er die Wiege der Zivilisation. Seine Zweifel wachsen: Das dunkle, heiße Afrika scheint sich jeder Logik zu entziehen. Und es ist eine Suche nach sich selbst: Als Forscher wird er vor die Wahl gestellt, sich in sein Fach zu vergraben – oder an der wirklichen Welt teilzunehmen. Auch wenn sie akademische Lehrsätze sprengt. Quelle: Verlagsinfo
Urs Heinz Aerni: «Ein perfektes Buch für die aktuelle Zeit, weil es uns lesend in Reisen schickt, durch Welten und Seelen. Auch in unsere Geschichte zurück, die neue Fragen für unsere Zukunft zulässt. Ein Roman fürs Gemüt, der auch nach Corona-Zeit nachhallen wird.»
Tipp 2:
Christoph Simon: «Swiss miniatur», Edtion Baes, ISBN 978-3-9504833-7-6
Eine humorvolle Hommage auf die Eigentümlichkeiten des Schweizer Volkscharakters. In 19 rasanten Vignetten offenbart Simon das Skurrile und bisweilen Abgründige hinter der Fassade des Alltäglichen. Mal augenzwinkernd, mal beissend ironisch, jedoch stets mit viel Sympathie und dem ihm eigenen unverwechselbaren Stil skizziert er liebevoll die Marotten seiner Landsleute. Vom Pfadfinder bis zur Diplomkauffrau, von der Fahrschülerin bis zum Bundesrat reicht die Bandbreite der Charaktere in dieser Sammlung von Heimatvignetten der unheimlichen Art.
Christoph Simon, geboren 1972, lebt als freier Schriftsteller und Kabarettist in Bern. Er ist Gewinner des Salzburger Stiers 2018 und zweifacher Schweizer Meister im Poetry Slam. Seine Romane (u. a. «Spaziergänger Zbinden», «Franz oder Warum Antilopen nebeneinander laufen») sind in mehrere Sprachen übersetzt und mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet worden. In der Edition Baes sind schon seine Gedichte erschienen: «ein pony in nachbars park, ein rennpferd in meinem».
Quelle: Verlagsinfo
Urs Heinz Aerni: «Alle seine Werke zwischen Ironie, Melancholie und Lust am Leben, seine Wandlung zum Kabarettisten macht ihn zu einer Stimme, ohne die in der Kulturschweiz ein tiefes Loch klaffen würde. Und auch in diesem Buch brilliert er wieder mit seinem Humor, wie man ihn dafür liebt.»
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