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Ende der 1970er-Jahre hatten sich die Beatles schon seit bald einem Jahrzehnt aufgelöst. Die Mitglieder waren mehr oder weniger erfolgreich mit ihren Solo-Karrieren. Und John Lennon wohnte im Dakota-Gebäude in New York, als er einen «letzten» Beatles-Song aufnahm: «Now and Then».
Der Song verschwand in einer Schublade. Erst 1994 schenkte Lennons Witwe Yoko Ono Paul McCartney eine Kassette mit der Notiz «For Paul». Darauf war die Demoversionen für «Now and Then», «Free As a Bird» und «Real Love».
Hier kannst du den Song anhören:
Audiospur mit künstlicher Intelligenz isoliert
Während die letzten beiden dieser Songs später von Paul McCartney, Ringo Starr und George Harrison fertiggestellt und mit der «Beatles Anthology» veröffentlicht wurden, bliebt «Now and Then» unangetastet. Die Technik war schlicht noch nicht weit genug entwickelt, den Gesang von der Pianospur zu trennen.
Ein Vierteljahrhundert später war es Regisseur Peter Jackson, der mithilfe von KI-Software für seine Dokumentarserie «Get Back» die original Audiospuren aus einer Aufnahme von 1970 extrahierte.
Die ähnliche Technologie wurde dann 2022 erneut verwendet. Giles Martin mischte eine neue Version des Albums «Revolver», für das er jede Spur einzeln isoliert hatte.
Damit war klar: «Now and Then» könnte doch noch als richtiger Beatles-Song veröffentlicht werden.
«Es ist alles echt und wir spielen dazu»
Ringo Starr sagte zur Stimme Lennons: «Es war, als ob er wieder zurück im Raum war. Es war sehr emotional.» Zusammen mit Paul McCartney hat Starr weitere Teile des Songs produziert, integriert wurden Gitarrenaufnahmen von George Harrison von 1995. Die Background-Vocals wurden von Originalaufnahmen aus «Here, There and Everywhere», «Eleanor Rigby» und «Because» genommen.
Die Stimme Lennons wurde zwar mit künstlicher Intelligenz isoliert, verändert oder hinzugefügt wurde jedoch nichts. McCartney erklärte dazu: «Es ist alles echt und wir spielen dazu.»
Anfängliche Kritik am Song
Dass es den Song «Now and Then» überhaupt gibt, wissen Beatles-Fans natürlich schon lange. Bereits 1997 erzählte Paul McCartney dem «Q»-Magazin davon. Damals war er jedoch noch weit entfernt von einer Veröffentlichung. McCartney sagte: «Er hatte keinen wirklich guten Titel, er musste überarbeitet werden. Er hatte einen wunderbaren Refrain und John sang. Aber George mochte ihn nicht so sehr und weil die Beatles schon immer eine Demokratie waren, haben wir nichts gemacht.»
Angeblich soll Harrison den Song damals sogar als «Fucking rubbish» bezeichnet haben. Olivia Harrison, seine Witwe, erklärte später: «Nach mehreren Tagen im Studio hatte George 1995 das Gefühl, dass der Song mit den technischen Einschränkungen der damaligen Zeit schlicht nicht dem Beatles-Standard entsprach. Heute wäre er sicher voll dabei gewesen und hätte Paul und Ringo bei der Fertigstellung von ‹Now and Then› geholfen.»