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Posamenter/in
Die Posamenter[1], stellten zumeist aus Seide, Wolle, Baumwolle Leinengarn und Zwirn, die teilweise auch mit Gold- oder Silberdraht geplättet waren, kunstvolle Besatzartikel wie Borten, Troddeln, Tressen[2], Bänder, Litzen und Fransen her. Sie wurden deshalb auch Bortenmacher, Bortenwirker, Bandmacher, Bandweber und auch Schnürmacher genannt. Zur Herstellung der genannten Besatzartikel bediente man sich neben dem Posamentierstuhl, der einem Trittwebstuhl ähnelte, auch der sogenannten Bandmühle, die zumeist auch Bandstuhl und Mühlenstuhl genannt wurde. Die Bandmühle, die durch eine eher einfache Mechanik betrieben wurde und sich dadurch auch als die Vorläuferin der Spinn- und Webmaschine bezeichnen lässt, setzte sich trotz des Wiederstandes seitens der Posamenter innert kurzer Zeit durch. So waren im 18. Jahrhundert bereits zwanzig gängige Bandmühlen in Betrieb.
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Die Posamentenherstellung befand sich jedoch bereits im 16. Jahrhundert im Aufschwung. Die Kleidermode der Barock, die sich durch prachtvolle Materialien auszeichnete, wirkte sich fördernd auf die Posamentenherstellung aus. Den Frauen im deutschsprachigen Raum allerdings wurde die Arbeit an einem Bandstuhl trotz der hohen Nachfrage an Posamenten untersagt. Sie durften auschliesslich vorbereitende Arbeiten wie das Zwirnen, Winden, Spulen und Glätten vornehmen und fanden gegebenenfalls in Manufakturen als billige Arbeitskräfte Einsatz. So schlossen jeweils die Männer nach fünf Jahren ihre Ausbildung zum Posamenter ab und männliche Gesellen gingen in der Regel auf Wanderschaft.
Heute hingegen besteht in der Schweiz keine Möglichkeit zur Absolvierung einer Ausbildung zum Posamenter. Das Handwerk des Posamenters lässt sich lediglich „on the job“ in Unternehmen wie beispielsweise der Posamenterie Herma Partner AG in Lernzburg aneignen.
[1] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im weiteren Text nur die männliche Form verwendet.
[2] Hierbei handelt es sich um eine Art goldenen, silbernen und mit Seide als Kette gewebten Spitzen, der hauptsächlich zur Verzierung von Kirchgewändern, Mänteln und Hauben diente.
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Literatur
Palla Rudi: Verschwundene Arbeit. Das Buch der untergegangenen Berufe, Frankfurt am Main 2010, S. 179-181.
Reith Reinhold: Das alte Handwerk. Von Bader bis Zinngiesser, München 2008, S. 38-41.
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