Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03469.jsonl.gz/1470

An der Tagung der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) setzt sich die Schweiz gegen das Töten der Wale für "wissenschaftliche Zwecke" ein.
Die diesjährige Tagung der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) findet vom 20. bis 24. Mai in der japanischen Walfangmetropole Shimonoseki statt. Die Schweiz wird durch offizielle Regierungs-Delegierte und seit zehn Jahren - so auch in diesem Jahr - durch die ASMS als einzige Schweizer Nichtregierungs-Organisation vertreten.
Es gilt als möglich, dass auf Betreiben Japans ein Antrag zur Aufhebung des Handelsverbots für Walfleisch diesmal Erfolg haben könnte. Japan rechnet sich zudem gute Chancen aus, daneben auch eine weitere Resolution zur Unterstützung seines heftig umstrittenen Walfangs zu "Forschungszwecken" durchzubringen.
Wie das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) mitteilte, will sich die Schweiz an der Konferenz gerade dafür einsetzen dass Wale nicht mehr für wissenschaftliche Zwecke getötet werden.
Kein Schutzabkommen
In der Schweiz selber setzen sich Umweltorganisationen immer wieder für die Wale ein. Allgemein bemängeln die NGO's die, wie sie sagen, zögerliche Haltung der offiziellen Schweiz.
Die Regierung begründet ihre Haltung mit dem Internationalen Übereinkommen vom 2. Dezember 1946 "zur Regelung des Walfangs". Dieses Abkommen sei kein reines Schutzabkommen, sondern bezwecke eine nachhaltige Nutzung der Walbestände.
Wissenschaftlicher Deckmantel
Seit 1986 besteht für den kommerziellen Walfang ein Moratorium. Die ASMS befürchtet gemäss einem Communiqué, dass die Walfangländer Japan und Norwegen - trotz Protesten der Internationalen Gemeinschaft - dieses Moratorium unter dem Deckmantel des wissenschaftlichen Walfangs untergraben wollen.
Dieses Jahr werde Japan 50 Sei-Wale für Forschungszwecke töten, schreibt das BVET. Da Japan einen Vorbehalt gegen den Beschluss der Schutzzone in der Antarktis gemacht habe, verstosse es damit nicht gegen das "Internationale Übereinkommen zur Regelung des Walfangs".
Betäuben statt töten
Laut BVET wird sich die Schweiz dafür einsetzen, dass die Tiere künftig für wissenschaftliche Untersuchungen nicht mehr getötet werden. Zudem unterstützt sie Resolutionen, welche Japan auffordern, den wissenschaftlichen Walfang im antarktischen Schutzgebiet zu beenden. Die Jagd dürfe auch nicht auf weitere Walarten (Bryde-Wale, Pottwale, Sei-Wale) ausgedehnt werden.
Wie das BVET weiter mitteilte, fängt Norwegen vor seiner Küste seit 1993 wieder Wale für kommerzielle Zwecke. Die Schweiz habe sich von Anfang an dagegen ausgesprochen und Resolutionen unterstützt, welche Norwegen ersuchten, sofort damit aufzuhören.
Die Schweiz werde sich weiter dafür einsetzen, dass die Schutzmassnahmen für bedrohte Walarten aufrecht erhalten würden. Der Wiederaufnahme einer eng begrenzten kommerziellen Waljagd stimme sie nur dann zu, wenn wissenschaftlich nachgewiesen werde, dass der Bestand erhalten bleibe. Zudem müssten die Jagdquoten kontrolliert werden.
swissinfo und Agenturen