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Die zweite Runde der ersten Phase war an diesem Sonntag (22.06.) zu Ende, und die WM 2014 hat bereits überraschende Klassifikationen, vorzeitige Niederlagen und historische Torschüsse ergeben. Ab diesem Montag (23.06.), zu Beginn der dritten Runde, finden die Partien derselben Gruppe zu simultanen Zeiten statt, damit keine Mannschaft schon vor ihrem Spielbeginn das Ergebnis des “Schlüssel-Gegners“ weiss. Bis zum Donnerstag (26.06.) werden alle für das Achtelfinale qualifizierten Mannschaften definiert sein.
Mit 32 durchgeführten Partien (von 64 insgesamt) hat die WM in Brasilien einen Durchschnitt von 2,93 Toren aufzuweisen. Die Gruppe B – mit Holland, Chile, Australien und Spanien – hat den unglaublichen Durchschnittswert von 4,25 Toren pro Partie. Der Durchschnitt der Brasilien-WM überrascht noch mehr, wenn wir die Zahlen der beiden letzten WM-Veranstaltungen analysieren. In Deutschland, 2006, lag der Durchschnitt der Tore bei 2,29 pro Partie. Und in der WM von Südafrika, 2010, sank diese Zahl auf 2,26, das zweitschlechteste Ergebnis der WM-Geschichte. Bis jetzt ist das Tor-Ergebnis der WM 2014 das höchste seit der WM 1970, bei der dieser Durchschnitt bei 2,96 lag.
Bis zu diesem Moment wurden 94 Tore geschossen: 49 in der ersten Runde und 45 in der zweiten. Iran und Griechenland sind die einzigen Teams, die kein Tor zu verzeichnen haben. Trotzdem haben beide noch die Möglichkeit einer Klassifikation. Holland und Frankreich teilen sich die Position der besten Sturmspitzen dieser WM – mit acht geschossenen Toren auf jeder Seite. Die Franzosen jedoch mussten nur zwei Tore einstecken – eins weniger als die Holländer. Die beste Verteidigung besitzt Mexiko und Nigeria, die noch nicht ausgeschieden sind.
Die grösste Überraschung der WM 2014 ist Costa Rica, die Mannschaft hat Uruguay und Italien in der Gruppe D besiegt und sich einen Platz in der nächsten Phase erobert, indem sie den Weltmeister England eliminiert hat. Costa Rica spielt noch einmal gegen England am Dienstag (24.06.) im “Mineirão“, in Belo Horizonte, um sich an die Schlüsselposition der Gruppe D zu setzen. Zur selben Zeit messen Uruguay und Italien ihre Kräfte, um zu entscheiden, wer am Turnier weiter kommt.
Ein anderer Weltmeister, der vorzeitig der WM adé sagen musste, war das spanische Team. Noch vor dem Turnier als Favorit auf den Titel gehandelt, verloren die Spanier zwei Spiele hintereinander, mit einem unglaublichen Torregen seitens der Holländer (1:5) und einer 1 : 2 Niederlage gegen die Chilenen – jetzt erfüllen sie nur noch die Tabelle an diesem Montag (23.06.) in Curitiba gegen Australien, einer Mannschaft, die ebenfalls bereits ausgeschieden ist. Ebenfalls am Montag (23.06.), um 13:00 Uhr (18: 00 Uhr MEZ), werden Holland und Chile um die Spitze in der Gruppe B spielen, in der Arena Corinthians, in São Paulo.
Kamerun, der Gegner Brasiliens an diesem Montag (23.06.) im Stadion Mané Garrincha, in Brasília, haben ebenfalls keine Chance mehr, über diese erste Phase hinauszukommen. Die afrikanische Mannschaft verlor zweimal in der Gruppe A – inklusive mit 0:4 gegen Kroatien – und spielt nur noch um einen würdigen Abschied aus dieser WM. Die Seleção ihrerseits betritt den Rasen ab 17: 00 Uhr in Fortaleza (22:00 MEZ), um nach dem 0:0 gegen Mexiko den Vertrauensverlust der Fans und des Publikums wieder gutzumachen.
Als Neuling in der WM, wird auch Bosnien-Herzegovina sich frühzeitig von Brasilien verabschieden. Das Team wurde von Argentinien und von Nigeria geschlagen und hat keine Chancen mehr, in der Gruppe E voranzukommen. Das Abschiedsspiel wird gegen Iran am Mittwoch 25.06.) in der Arena Fonte Nova, in Salvador, um 13:00 Uhr (18:00 Uhr MEZ) stattfinden.
Neben dem überraschenden Erfolg von Costa Rica sind auch Chile, Holland, Frankreich und Kolumbien aufgefallen. Alle gewannen die ersten beiden Spiele und zeigten einen guten Fussball. Die Franzosen waren die Mannschaft des grössten Torregens in der zweiten Runde, mit 5:2 gegen die Schweiz. Argentinien hat nicht überzeugt, obwohl es zweimal durch zwei Tore ihres Stars Lionel Messi gewonnen hat – einem Unentschieden gegen den Iran entkamen sie dadurch erst in der 46. Minute der Zweiten Halbzeit.
Nach dem Unentschieden 0:0 gegen Mexiko, erwartet man von Brasilien ebenfalls, dass es gegen Kamerun gewinnt, um mit erhobenem Haupt ins Achtelfinale zu gelangen. Neymar ist mit seinen zwei Toren der Star der Seleção, aber an der Spitze der Torjäger steht bis jetzt kein Brasilianer, sondern die Holländer Robben und Van Persie teilen sich diese Position mit dem Franzosen Benzema, dem Deutschen Thomas Müller und dem Ecuadorianer Enner Valencia. Jeder von ihnen hat bereits drei Tore geschossen.
Das Fest innerhalb und ausserhalb der Stadien vereinnahmt die zwölf WM-Städte. Während die Freude der Kolumbianer Belo Horizonte und Brasília überflutet hat, haben die Bewohner von Salvador und Porto Alegre die Holländer liebgewonnen. Die südamerikanischen Fans haben bei allen Spielen eine besondere Show geboten und von den Tribünen aus ihre Hymnen ertönen lassen.
In nur drei Spielen hat die Arena Fonte Nova, in Salvador, schon siebzehnmal das Netz wackeln gesehen – mit einem unglaublichen Durchschnitt von 5,66 Toren pro Partie. Historische Tore: Holland 5:1 gegen Spanien, Deutschland 4:0 gegen Portugal und Frankreich 5:2 gegen die Schweiz. Sie machten nicht nur WM-Geschichte sondern auch Geschichte in der bahianischen Hauptstadt.
Die Zuschauer, die bei allen drei Spielen in Porto Alegre dabei waren, erlebten ebenfalls viele Tore – insgesamt vierzehn! Und die werden ebenfalls in Porto Alegres Geschichte einen Platz bekommen. Algerien, dessen Mannschaft seit 28 Jahren kein WM-Tor mehr geschossen hat, präsentierte sich gleich mit vieren bei seinem 4:2 Sieg über Südkorea, auf dem Rasen des Stadions “Beira-Rio“.
Maracanã (Rio de Janeiro) und Mineirão (Belo Horizonte) waren die Bühnen für die Supertore des ehemaligen Weltfussballers Lionel Messi – die “Arena Amazônia“ erlebte Balotelli mit seinem Siegestor 2:1 gegen England – die “Arena das Dunas“ (Natal) erlebte eine wahre “Festa Mexicana“ beim 1:0 der USA gegen Kamerun – die “Arena Pantanal“ sang zusammen mit den Chilenen beim Sieg 3:1 gegen Australien – die “Arena Pernambucana“ (Recife) tanzte mit den Stars der Elfenbeinküste, als die Japan mit 2:1 besiegten – und die “Arena da Baixada“ (Curitiba) freute sich über den Triumph der Ecuadorianer nach dem 2:1 gegen Honduras.
Derweil setzt die Seleção ihre Reise durch das Land fort. Als Endstation ist das Stadion Maracanã in Rio für den 13. Juli schon mal programmiert. Wäre ein schönes Ende der WM – für die Brasilianer.