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Der Internist Andreas Vischer-Schiess war von 1945 bis 1973 als Chefarzt für Innere Medizin am Diakonissenspital Riehen.
Sohn des Eduard Vischer (1874–1946; Pfarrer) und der Emma, geborene Heusler (1878–1958). Heirat 1932 mit Verena Elisabeth Schiess (1906–1992). Zwei Söhne und zwei Töchter.
Andreas Vischer wurde am 13. September 1906 im Pfarrhaus von Rupperswil geboren. Dort wuchs er zusammen mit vier Geschwistern bei seinen Eltern Eduard und Emma Vischer-Heusler auf. Er besuchte die Primarschule in Rupperswil, anschliessend die Bezirks- und die Kantonsschule in Aarau. Mit knapp 20 Jahren begann er sein Medizinstudium in Genf, das er in Basel, mit einem Fakultätssemester in Wien, fortsetzte und abschloss. Bis zum Staatsexamen im Herbst 1931 lebte er bei seiner Basler Grossmutter.
Nach der Militärdienstzeit und einem mehrmonatigen Studienaufenthalt in Paris begann Vischer 1932 seine neunjährige Assistenzzeit in Basel: Zwei Jahre arbeitete er experimentell am Physiologischen Institut und danach war er von 1934 bis 1941 Assistent und Oberarzt bei Rudolf Staehelin am Bürgerspital.
Ende 1932 hatte er seine Studienliebe Verena Schiess geheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Töchter und zwei Söhne hervor.
Nach einem Studienaufenthalt am Röntgeninstitut des allgemeinen Krankenhauses in Wien im Sommer 1941 eröffnete er an der Socinstrasse 5 in Basel eine eigene Praxis für Magen- und Darmerkrankungen.
1945 gab Vischer seine Privatpraxis in Basel auf, da er als Chefarzt für Innere Medizin ans Diakonissenspital in Riehen verpflichtet wurde. Dabei trat er die Nachfolge von Johannes Karcher an. Beim Amtsantritt Vischers legte man fest, dass er neben seiner Anstellung im Spital extern nur konsultativen medizinischen Tätigkeiten nachgehen dürfe – dies wohl aufgrund der Erfahrung mit einigen seiner Vorgänger, die ihre Tätigkeit am Diakonissenspital wegen zunehmender Belastung durch private Praxen stark einschränken oder gar aufgeben mussten.
1946 zog die ganze Familie Vischer-Schiess in das unweit des Diakonissenspitals gelegene Haus Bahnhofstrasse 66.
Unter Vischers Leitung wurden am Diakonissenspital das Laboratorium und die Röntgenabteilung ausgebaut. Zu seinen Aufgaben gehörte auch die Leitung der Krankenpflegeschule. Mit den Chefchirurgen des Spitals, zuerst Carl-Felix Geigy und später Andreas Staehelin-Vischer, verbanden ihn freundschaftliche Beziehungen.
Als das Spital vom Diakonissenhaus an die Gemeinde Riehen und an den Kanton Basel-Stadt überging und die Krankenpflegeschule geschlossen wurde, trat Vischer im Herbst 1973 nach einer halbjährigen Übergangszeit zurück. Danach betrieb er noch einige Jahre eine Privatpraxis in seinem Wohnhaus in Riehen.
Neben seiner Arbeit im Spital und in der eigenen Praxis war Vischer auch mehrmals IKRK-Delegierter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) für humanitäre Missionen nach dem Ungarnaufstand von 1956 und zwischen 1960 und 1978 in Afrika; zudem war er 1964 als Dozent des Schweizerischen Tropeninstituts in Tansania tätig. Seine Frau Verena Vischer-Schiess war von 1958 bis 1971 Präsidentin des Gemeinnützigen Krankenpflegevereins in Riehen.
Andreas Vischer schrieb seit seiner Jugend Gedichte. Eine Auswahl davon veröffentlichte er 1987 unter dem Titel ‹Auf dem Weg› im Eigenverlag.
Andreas Vischer verstarb am 2. April 1990.
Autorin / Autor: Peter Nussberger | Zuletzt aktualisiert am 26.10.2023
Ein Beitrag zur Zunahme der Harnsteine. Basel 1932 (Diss. med.)
Untersuchungen über die Mittellage der Lungen mit Hilfe eines Thorakographen bei erhöhtem O2-Bedarf. In: Pflügers Archiv für die gesamte Physiologie des Menschen und der Tiere 234 (1934). S. 394–398.
Die Wirkung vorübergehender Gallenstauung auf den Bilirubingehalt des Kaninchenserums und der Einfluss desselben auf die Erythrocytenzahl. In: Biochemische Zeitschrift 268 (1934). S. 116–120.
Gedanken zur Schwesternerziehung. In: Hoch, Fritz: Hundert Jahre Diakonissenanstalt 1852–1952. Riehen o.J. [1952]. S. 62–65.
Auf dem Weg. Gedichte. Riehen 1987.