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Die Geschichte von Doreen Kepkoech
Es war an einem Novembertag im Jahr 2007 als die Sonne wunderbar auf das Waisenhaus Tumaini schien und alle Kinder draussen ins Spielen vertieft waren. Doch in Doreens Herz schien weder Sonne, noch hatte sie Lust zu spielen. Soeben war sie in Tumaini angekommen, gemeinsam mit ihren drei Schwestern Linet Chebet, Mery Cheptoo und Faith Cherono. Die Beerdigung ihrer Mutter lag nur wenige Tage zurück und alles, was den vier Mädchen noch übrig blieb, waren die Kleider, die sie am Leibe trugen. Diese waren bereits ziemlich schmutzig, verlöchert und Doreen schämte sich vor all den anderen Kindern hier in Tumaini, welche so wohlgenährt, gut angezogen und fröhlich aussahen.
Doreen hatte keinen Grund zur Freude. Ihre Eltern waren tot und auch hier würde bestimmt niemand sie lieb haben, so verwahrlost wie sie war. Da war sich Doreen ganz sicher. So kauerte sie sich in eine Ecke, schloss die Augen und hoffte, sich in Luft auflösen zu können oder einzuschlafen und nie mehr zu erwachen.
Da hörte sie plötzlich Schritte vor sich und öffnete die Augen. Eine Mitarbeiterin des Waisenhauses Tumaini stand vor ihr und lächelte sie freundlich an. "Ich habe etwas für dich, komm mit!" Widerwillig stand Doreen auf und folgte der jungen Frau. Kurz darauf stand Doreen vor einem Koffer mit Kinderkleidern, welche ich (Rebekka) soeben aus der Schweiz mitgebracht hatte. Ich suchte einen Pullover für Doreen aus und überreichte ihn ihr mit den Worten: "Ein Willkommensgeschenk für dich, damit du weisst, dass du hier zu Hause bist." Doreen nahm den Pullover, drehte sich um und verschwand wortlos in ihr Zimmer.
Mit den Jahren entwickelte sich Doreen zu einem lustigen Teenager (Bild Mitte). Als wir vor einiger Zeit einmal miteinander darüber sprachen, was ihr Hoffnung gebe in ihrem Leben, meinte Doreen zu meinem Erstaunen: "Als ich damals an meinem ersten Tag in Tumaini diesen Pullover bekam, war für mich plötzlich klar, dass es Menschen gibt, die mich lieben und dass es einen Gott geben muss, der mich liebt. Das hat sich bis heute nicht geändert!"
Als die für GOA engagierte Klavierlehrerin und Pianistin Caroline Screnci diese Geschichte in der Schweiz zum ersten mal hörte, wusste sie, dass sie sich für dieses Mädchen einsetzen möchte und hat ihr seither jedes Jahr zu Weihnachten etwas kleines zukommen lassen. Immer mit einigen lieben Worten, um Doreen daran zu erinnern, dass sie geliebt und wertvoll ist.
Aber Caroline tut noch mehr für die Kinder in Kenia. Tatkräftig engagiert sie sich in der Schweiz, um Gelder für die Ausbildungen solcher Mädchen zu sammeln. Am kommenden Sonntag gibt sie ein Klavier-Benefizkonzert für GOA in Strengelbach (AG):
Herzlichen Dank allen von euch, die sich für unsere Mädchen einsetzen und ihnen immer wieder genau das in Wort und Tat ins Herz legen, was auch Doreen erfahren durfte:
Ein wertvolles, einzigartiges, geliebtes und beschenktes Kind mit einer Zukunft zu sein!