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Die beiden vielleicht schönsten, sicher auch unter den interessantesten Zugskompositionen einzustufen, welche sich im Besitz der »Schweizerischen Bundesbahnen« befinden sind die fünf Züge des Typs RABe EC – einst Könige des europäischen Schienennetzes -, die allerdings in den Jahren 1995 bis 1999 ausgemustert wurden und die 44 Züge des Typs RABDe 500, welche ab 1999 in zwei Serien an die Unternehmung ausgeliefert wurden. Beide Kompositionen haben ihre ganz eigenen Qualitäten und Merkmale, beide aber sind in Form und Farbe schön, einfach edel.
Die Fotografie zeigt links den RAe TEE II 1053 und rechts einen der 44 Triebzüge RABDe 500 ICN der »Schweizerischen Bundesbahnen«.
Der RABe EC, besser bekannt als RAe TEE II, ist ein für vier Stromsysteme ausgelegter Schnelltriebwagenzug – in der Fachsprache als »Vierstrom-Triebzug« bezeichnet -, der ab 1960 auf verschiedenen TEE-Verbindungen eingesetzt wurde. Dank der Mehrstromtauglichkeit konnte der Zug ohne die Zugmaschine zu wechseln die »Rundfahrt« Zürich – Mailand – Paris – Mailand – Zürich, welche jeweils auf drei Tage aufgeteilt war, durchlaufen.
Die Karte zeigt die verschiedenen Stromsysteme der grossen Eisenbahnnetze in Mitteleuropa. Blau: 15 kV / AC 16,7 Hz; Grün: 25 kV / AC 50 Hz ; Rot 1,5 kV / DC; Gelb: 3 kV / DC – die RAe TEE II bzw. RABe EC »beherrschten« sie alle!
Erstmals waren für Damen und Herren getrennte Toiletten vorhanden und die Sonneneinstrahlung durch die doppelverglasten Wagenfenster konnte mit elektrisch angetrieben Rollläden unterbunden werden. Nach der sukzessiven Einstellung des TEE-Netzes wurden die Züge umgebaut – neben den Sitzen in der ersten Klasse wurden nun auch Sitze in der zweiten Klasse angeboten -, und sie bekamen einen neuen Farbanstrich, der ihnen den Namen »Graue Maus« einbrachte.
Obenstehendes Foto zeigt einen der in den Jahren 1988 und 1989 mit neuer Farbgebung bemalten und umgebauten sechsteiligen Schnelltriebwagenzüge. Aufgrund der Farben Hellgrau/Dunkelgrau wurden sie als »Graue Maus« bezeichnet.
Vier der Kompositionen wurden nach ihrer Ausmusterung abgebrochen – der Schnelltriebwagenzug RAe TEE II mit der Nummer 1053 wurde im Jahr 2003 von der »SBB Historic« umgebaut, auf Plätze erster Klasse zurückgebaut -, und er wurde wieder in den Original-TEE-Farben lackiert. Seit 2012 ist der sechsteilige Luxuszug – ein Speisewagen mit Bar, ein Pianowagen, drei Grossraumwagen und der Maschinenwagen – wieder einsatzbereit und kann von der »Stiftung Historisches Erbe der SBB« gemietet werden.
Der Blick in die blitzblanke Bar des Luxuszuges lädt ein, hier ein Bier, ein Glas Wein oder wenn gegeben einen Kaffee zu geniessen. Durch Anklicken des Bildes ist mehr über den mietbaren »König« zu erfahren.
Im Jahr 1987 wurde im Rahmen des Eisenbahnprojektes »Bahn 2000«, welches unter anderem die etappenweise Umsetzung zur Beschleunigung und Verdichtung der bestehenden Verbindungen zum Ziel hat, festgelegt, dass die erforderlichen Reisezeitverkürzungen ausschliesslich durch Um- und Neubauten der Gleisanlagen erreicht werden sollen. Doch wurden die Kosten für die Neubaustrecken unterschätzt, aufgrund dessen musste eine andere Lösung gefunden werden. Die SBB stellten im Jahr 1995 – erfolglos – und im Jahr 1996 Ausschreibeverfahren aus. Auf die zweite Ausschreibung hin konnten die SBB beim Konsortium ‹Adtranz, Fiat-SIG Schienenfahrzeuge AG, SWG (Schindler Waggon AG)› 24 siebenteilige Intercity Neigezüge mit der Bezeichnung RABDe 500 (ICN) in Auftrag geben. Die zweite Serie von zwanzig weiteren Triebzügen des gleichen Typs – auch gleicher Bezeichnung – wurden vom Konsortium ‹Bombardier Transportation, Alstrom› gebaut.
Auf obenstehendem Foto ist eine Komposition des siebenteilige Zuges mit der Bezeichnung RABDe 500 (ICN) auf der Neubaustrecke zwischen Rothrist und Mettmenstetten zu sehen.
Der Triebwagenzug verfügt über keinen eigentlichen Maschinenwagen. Je zwei Drehstrom-Asynchronmotoren sind in den beiden ersten und den beiden letzten, dem sechsten und siebten Wagen untergebracht, die GTO-Stromrichter befinden sich im zweiten und sechsten Wagen, im dritten und fünften Wagen befinden sich die Transformatoren. Es ergeben sich daraus zwei Halbzüge deren Traktionsausrüstungen weitgehend jener der Lok 2000 (Re 460) entsprechen – nur der mittlere, vierte Wagen trägt kein Element des Antriebs. Bei Anklicken des kleinen Bildes unten ist ein Video zu sehen, auf dem bei der Durchfahrt des ICN deutlich zu erkennen ist, dass der dritte und fünfte Wagen, in denen die Transformatoren eingebaut sind, Stromabnehmer besitzen.
Wie es der Name Intercity Neigezug schon sagt, sind die Zugsgarnituren mit einer Neigetechnik ausgerüstet, die eine bis zu 20% höhere Geschwindigkeit gegenüber den nicht mit dieser Technik ausgestatteten Zügen erlaubt. In Kurven ermittelt die elektronisch geregelte Neigetechnik aufgrund der von Kreisel und Beschleunigungssensoren erfassten Daten den optimalen Neigungswinkel des Wagenkastens gegenüber den Radachsen. Dieser Neigewinkel muss dann auch an die Steuereinheit zwischen Wagenkasten und Stromabnehmer – in entgegengesetzter Richtung – übermittelt werden.
In Kurven neigt sich der Zug gegenüber der von den Schienen aufgespannten Ebene bis zu 8° – entsprechend diesem Neigewinkel muss sich ebenfalls der Stromabnehmer – allerdings in entgegengesetzter Richtung – neigen.
Ein weiteres Merkmal dieser Züge ist, dass alle einen Namen einer Schweizer Persönlichkeit tragen. Vertreten sind beispielsweise Philosophen, Architekten, Schriftsteller, Bildhauer, Schauspieler, Clowns, Politiker, Wissenschaftler und Pioniere:
ICN 500 006 → Johanna Spyri (Jugendschriftstellerin)
ICN 500 007 → Albert Einstein (Physiker)
ICN 500 009 → Friedrich Dürrenmatt (Schriftsteller)
ICN 500 010 → Robert Walser (Schriftsteller)
ICN 500 017 → Willi Ritschard (Politiker)
ICN 500 029 → Eduard Spelterini (Pionier)
ICN 500 031 → Louis Favre (Ingenieur)
ICN 500 037 → Grock (Clown)
Die vierundvierzig siebenteiligen ICN tragen alle den Namen einer Schweizer Persönlichkeit. Die Schriftzüge sind am vordersten und hintersten Wagen beidseitig unter den Seitenfenstern der Führerstände angebracht.
Und etwas fällt dann doch auf – keine der 44 ICN-Kompositionen trägt den Namen einer Persönlichkeit aus dem Bereich der Schweizer Armee – dabei hätte es – nmA – sicher die einte oder andere Persönlichkeit verdient.
Unsere Frage lautet: «Welcher Name einer Persönlichkeit aus dem Bereich der Schweizer Armee könnte durchaus auch einen »Platz« auf einem der Intercity Neigezüge haben?»
Wettbewerbsbestimmungen:
Am Wettbewerb «Hirnwurm-20» – der letzten Ausgabe dieser Serie – können unsere Blog-Leserinnen und -Leser teilnehmen, ausgeschlossen sind das Personal und die Mitarbeitenden der Stiftung Tosam.
Die Vorschläge können uns per e-mail: <email-pii> zugestellt werden. Die Einsendungen werden von einer neutral-zusammengesetzten Jury – ohne den Absender zu kennen – beurteilt und rangiert. Für den ersten Rang winkt ein Gutschein in der Höhe von CHF 38.00, für den zweiten Rang ist ein Gutschein von CHF 28.00 vorgesehen und für den drittplatzierten ist ein Gutschein im Wert von CHF 18.00 vorbereitet. Bei mehreren gleichrangierten (gleichlautenden) Vorschlägen, werden die Preise – eine gesponserte Ausnahme – ausgelost.
Die Gewinner werden von uns per e-mail benachrichtigt und den jeweiligen Gutschein-Code erhalten. Dieser Code kann bei der nächsten Bestellung in das entsprechende Feld eingegeben werden. Der Betrag wird dann vom Rechnungsbetrag, zusammengesetzt aus den Preisen der bestellten Bücher und den Versandkosten in Abzug gebracht. Eine teilweise Einlösung der Gutscheine ist nicht möglich, beim Gebrauch verfallen die allfälligen Restbeträge.
Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Die Teilnehmer dieses Wettbewerbs erklären sich mit den Bestimmungen einverstanden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen (OR 513).
Einsendeschluss: Freitag, 29. Juni 2012