Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03132.jsonl.gz/2344

Green Book
Regie: Peter Farrelly
Darst.: Viggo Mortensen, Mahershala Ali, Linda Cardellini, Sebastian Maniscalco, Dimiter D. Marinov, Mike Hatton, P.J. Byrne, Joe Cortese, Maggie Nixon, Von Lewis, Don Stark u.a.
New York 1962. Der Italo-Amerikaner Tony Lip verdient als Türsteher eines Clubs in der Bronx kaum genug, um seine Familie durchzubringen. So greift er zu, als ihm ein Job als Chauffeur für eine Tournee des Pianisten Dr. Don Shirley durch die Südstaaten angeboten wird. Allerdings hat der ungehobelte Lip keine Ahnung, dass es sich beim Fahrgast um einen klassisch ausgebildeten Jazzpianisten handelt, der zu den Weltbesten seines Fachs zählt, und er macht auch keinen Hehl aus seiner Abneigung gegenüber Afroamerikaner:innen. Damit entspricht er ganz dem gesellschaftlichen Mainstream in den USA der 1960er-Jahre, wo der Rassismus so weit ging, dass in den Südstaaten faktisch Rassentrennung herrschte. Darauf nimmt der Filmtitel Bezug, denn zum unabdingbaren Begleiter des ungleichen Gespanns gehört das Negro Motorist Green Book, ein Reiseführer für nicht-weisse Menschen, in dem Hotels, Restaurants und Tankstellen verzeichnet waren, wo sie als Kundschaft akzeptiert wurden … Das mit viel Humor inszenierte Roadmovie, dessen Drehbuch auf den Erlebnissen des realen Tony «Lip» Vallelonga (1930–2013) und des realen Don Shirley (1927–2013) beruht, war 2018 der umjubelte Eröffnungsfilm des Zurich Film Festivals; einige Monate danach wurde er für fünf Oscars nominiert. Zwei davon gewann er: als bester Film und für das beste Drehbuch. Mit Viggo Mortensen und Mahershala Ali, der im Jahr zuvor den Oscar als bester Nebendarsteller in Barry Jenkins’ Coming-Out-Drama «Moonlight» erhalten hatte, ist «Green Book» mit einem Traumduo besetzt, das perfekt harmoniert. Christian Jungen schreibt in der NZZ am Sonntag: «Regisseur Peter Farrelly schafft das Kunststück, einen Film über ein ernstes Thema ohne jegliche Peinlichkeit als Komödie zu inszenieren. In der Figurenzeichnung getraut er sich, dick aufzutragen und so die Unterschiede zwischen den Buddys zu betonen: hier der gesellige und aufbrausende Italo-Amerikaner aus der Bronx, dort der einsame und distinguierte Afroamerikaner, der in einem Luxusappartement über der Carnegie Hall residiert. Dabei funktioniert dieses Buddy-Roadmovie nach dem Prinzip ‹je weiter sie gehen, desto näher kommen sie sich› – und beide lernen so voneinander und verändern sich.»