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Entzündungen der Plazenta
Bakterielle Infektionen können auch die Plazenta (Plazentitis) oder die fetalen Membranen (Chorioamionitis) befallen. Diese Infektionen werden im Normalfall vaginal bei verfrühter Ruptur des Amnions übertragen. Selten findet die Infektion über das Blut statt, also bei intakten fetalen Membranen. Die Syphillis war früher eine häufige Ursache für Plazentitis, ebenfalls die plazentäre Tuberkulose, wobei hier die Plazenta über das Blut infiziert wurde.
Blasenmole
Die Blasenmolenschwangerschaft entspricht einer zystischen Chorionzottendegeneration.
Makroskopisch sieht die Mole aus wie eine Anhäufung von durchsichtigen Bläschen, die durch Filamente zusammengehalten und durch einen zentralen Kern gestützt werden.
Mikroskopisch zeigt die Zottendegeneration keine Vaskularisation, eine Proliferation des Trophoblasten (vom Zytotrophoblasten - Langhans-Zellen und vom Synzytiotrophoblasten) und dystrophische Veränderungen des Bindegewebes mit Stromaödemen.
Klinisch weisen betroffene Frauen, spontane Hämorrhagien und Zeichen einer "Intoxikation", wie beispielsweise Erbrechen, Anzeichen von Nierenversagen (Ödeme, Proteinurie, Bluthochdruck) und einer leichten Hepatitis (Sub-Ikterus) auf
Es existieren 2 Typen von Blasenmolen:
- Vollständige Blasenmole
- Partielle Blasenmole
Die vollständige Blasenmole ist eine Schwangerschaft ohne Embryo.
In einer normalen Schwangerschaft entstammt der Embryo dem Embryoblasten und der Trophoblast bildet die Plazenta. In 0.1-0.5 % der Fälle ist der Embryo nicht vorhanden und die Frucht besteht lediglich aus plazentären Membranen.
Da es in diesem Fall keine fetale Zirkulation gibt, welche die mütterlichen Flüssigkeiten aufnimmt und drainiert, sehen die Zotten einer vollständigen Blasenmole aus wie die Zellen in einer hypotonen Lösung: bläschenhaft und einer Weintraube ähnlich.
Normalerweise findet bei einer vollständigen Blasenmole in der frühen Schwangerschaft ein Abort statt. Falls dies nicht eintritt wird die "Schwangerschaft" von Symptomen wie Bluthochdruck, Ödemen und vaginalen Blutungen begleitet. Wie der normale Trophoblast sezerniert auch die Blasenmole bedeutende Mengen gonadotroper Hormone. Deren abnormal hohen Plasma-Werte, erlauben es die Mole zu diagnostizieren werden kann. Die Diagnose stützt sich in jedem Fall auf eine zytogenetische Analyse.
Die Chromosomenanalyse bei den vollständigen Blasenmolen weist einen normalen diploiden Karyotyp auf. Alle Chromosomen stammen jedoch aus dem väterlichen Organismus. Solche Situationen können bei dispermischer Befruchtung auftreten (zwei Spermien befruchten eine kernlose Oozyte) worauf die beiden väterlichen Vorkerne miteinander verschmelzen, um einen diploiden Kern zu bilden. Einen diploiden Kern erhält man auch bei der Befruchtung einer kernlosen Oozyte durch ein Spermium und nachfolgender mitotischen Teilung (Ein einziges Spermium dringt in die Eizelle ein, wo der weibliche Vorkern fehlt. Es teilt sich mitotisch, ohne anschliessende Furchungsteilung.)
Die Karyotypen der Molen, die aus einer dispermischen Befruchtung hervorgehen, können entweder XX oder XY sein, wohingegen nach monospermischer Befruchtung alle Karyotypen XX sind. Hier bleibt zu beachten, dass die YY Zygoten keine der wichtigen Gene besitzen, die auf dem X-Chromosom liegen. Somit ist eine Entwicklung nicht möglich. Untersuchungen von Karyotypen haben gezeigt, dass die meisten Blasenmolen einen XX Karyotypen besitzen.
Im Gegensatz zu den vollständigen Blasenmolen sind die partiellen Blasenmole triploid, mit einer sich schwach abzeichnenden Embryonalanlage. Man findet nach einem Abort gekernte embryonale Erythroblasten. Dies weist darauf hin, dass embryonales Gewebe vorhanden war. In seltenen Fällen fand man sogar einen abnormalen Fetus. Die angeschwollenen Chorionzotten sind teilweise vorhanden und die klassischen klinischen Symptome (oben erwähnt) sind weniger auffällig. Die spontane Abstossung der partiellen Blasenmole findet im Normalfall etwas später statt (4-6 Monate)
Der Karyotyp zeigt, dass die Frucht triploid ist mit doppeltem väterlichem Chromosomensatz (XXX, XXY, XYY). Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass diese Molen durch Befruchtung einer kernhaltigen weiblichen Oozyte mit entweder zwei Spermien oder einem diploiden Spermium stammen.
Das Chorionkarzinom
Die Blasenmolen können auch zu einem Chorionkarzinom, führen, einem bösartigen epithelialen Tumor, der aus Trophoblastzellen stammt. Ein Chorionkarzinom kann sich, aus übriggebliebenem Trophoblastgewebe, das maligne entarter, nach einem Schwangerschaftsabbruch oder Spontanabort entwickeln. Die Proliferation bleibt in der Regel harmlos, wenn sie von einer partiellen Blasenmole ausgeht. Entstammt das sich vermehrende Gewebe allerdings einer vollständigen Blasenmole, wird es bösartig und bildet eine invasive Mole oder ein Chorionkarzinom.