Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03383.jsonl.gz/2743

Ich werde öfters gefragt, ob Mobiltelefone wirklich die geeignete Geräteklasse für den Schuleinsatz seien, ob nicht beispielsweise Netbooks besser wären.
Kurze Antwort
Wir wissen es auch noch nicht, aber es spielt mittelfristig gesehen auch keine Rolle.
Lange Antwort (langfristig gesehen)
Heutige Netbooks unterscheiden sich in zahlreichen Dimensionen von aktuellen Smartphones:
- grösserer Bildschirm
- Echte Tastatur
- grössere Rechenleistung
- andere Betriebssysteme
Doch Geräteklassen entwickeln sich derzeit rasch weiter. So hat z.B. vor drei Jahren noch niemand von Netbooks gesprochen und es gab kein iPhone. Bei langfristigen Überlegungen sollte deshalb kein zu grosses Augenmerk auf die spezifischen Eigenschaften der in solchen Projekten verwendeten Geräte gelegt werden. Wesentlich am iPhone-Projekt scheint mir folgender Aspekt zu sein:
Jedes Kind hat einen persönlichen Kleincomputer, der immer mit dem Internet verbunden ist.
Lange Antwort (kurzfristig gesehen)
Trotz diesen langfristigen Überlegungen mussten wir uns jedoch für das vorliegende Projekt für eine Geräte- und Softwareplattform entscheiden. Parallel zur Planung für das nun umgesetzte iPhone-Projekt haben wir vor mehr als einem Jahr auch mit der Planung für ein Netbook-Projekt begonnen, nämlich für ein Projekt mit den 100$-Laptops (OLPC) in der Schweiz. Bisher hat das OLPC-Projekt leider noch nicht geklappt (es fehlen Geräte, ein Sponsor und Ressourcen zur Betreuung). Wir würden uns jedoch freuen, wenn wir in naher Zukunft auch ein Netbook-Projekt an der Projektschule Goldau starten könnten.
Lange Antwort (Projektcharakter)
Die Ausstattung mit persönlichen Geräten sendet je nach Gerätetyp eine unterschiedliche Botschaft aus:
- Netbooks: Wir statten die Kinder mit einem zusätzlichen Gerät aus.
- Smartphones: Wir statten die Kinder mit einem sehr leistungsfähigen Version eines Gerätes aus, das sie meist schon besitzen.
Somit unterscheiden sich persönliche Netbooks in der Wahrnehmung der Schülerinnen und Schüler von persönlichen Smartphones:
- Netbooks: “Das ist ein weniger leistungsfähiger Computer verglichen mit demjenigen zuhause”
- Smartphone: “Das ist ein besseres Mobiltelefon, als ich bisher besass”
Lange Antwort (technisch-organisatorische Überlegungen)
Ein Klassensatz persönlicher iPhones ist einfacher aufzusetzen und zu supporten als ein Klassensatz persönlicher Netbooks:
- Die Geräte werden bereits installiert ausgeliefert
- Die Hardware ist garantiert einheitlich, die Verfügbarkeit der absolut identischen Hardware über den Projektzeitraum von zwei Jahren ist gegeben.
- Es gibt keinerlei Probleme mit dem Betriebssystem und/oder Gerätetreibern
- Die Installation und Deinstallation zusätzlicher Programme ist für alle 5.-Klässler ohne technisches Wissen und ohne Englischkenntnisse möglich
- Backup von System und Userdaten ist bereits standardmässig eingebaut (Synchronisation mit iTunes)
Diese technischen Überlegungen gelten heute und für das vorliegende Pilotprojekt und sind weder Empfehlung noch Präjudiz für andere Projekte. Ein Netbook-Projekt benötigt derzeit aber unabhängig von der eingesetzten Hard- und Software mehr technisches Know-how und verursacht einen höheren Initialaufwand.
Siehe auch: Warum iPhones?