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Innerhalb des letzten Jahrtausends gab es bei den Temperaturen der Nord- und Südhalbkugel grössere Unterschiede als bisher angenommen. Klimamodelle sind nur beschränkt in der Lage, diese Unterschiede abzubilden. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Raphael Neukom vom Oeschger-Zentrum der Universität Bern und der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL.
Wichtige Kenngrössen des Klimasystems lassen sich nur mit Daten aus mehreren Jahrzehnten bis Jahrhunderten berechnen. Solche langfristigen Berechnungen basieren im Moment fast ausschliesslich auf Daten der Nordhalbkugel. Der Grund dafür ist die bislang mangelhafte Datenabdeckung in der Südhemisphäre.
Von über 300 verschiedenen Orten wurden Klimadaten zusammengetragen. Diese verteilten sich auf die Ozeane und auf alle Kontinente der Südhalbkugel. Die Informationen über Temperaturänderungen sind über Jahrhunderte in Archiven wie Baumringen, Korallen, Eisbohrkernen, See- und Meeressedimenten, Tropfsteinen und historischen Dokumenten gespeichert. Aus diesen Proben und Dokumenten wurden mit verschiedenen Methoden die Jahresmittelwerte der Temperaturen über die letzten 1000 Jahre bestimmt.
Nur gerade zwei Mal im gesamten letzten Jahrtausend zeigten beide Halbkugeln gleichzeitig extreme Temperaturen. Immer wieder gab es im letzten Jahrtausend Perioden, in denen sich die eine Halbkugel erwärmte, während sich die andere in einer Abkühlung befand. Die Forscher führen diese grossen Unterschiede auf die sogenannte «interne Variabilität» zurück. Damit meinen sie die chaotischen Wechselwirkungen innerhalb des Klimasystems, welche dazu führen, dass die Temperaturen immer wieder in die eine oder andere Richtung schwanken. Dabei sind die regionalen Unterschiede offenbar grösser als bisher angenommen.
Bild: Eric Matson, Australian Institute of Marine Science