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Die Resultate der Sanasilva-Inventur wurden letztmals 2015 im Waldbericht ausführlich dargestellt. Ausserdem werden sie jeweils im Jahrbuch Wald und Holz des Bundesamt für Umwelt (BAFU) veröffentlicht.
Die Ansprache der Kronenverlichtung erfolgte zwischen Ende Juni und Mitte August 2018. Auf den 47 plots des Sanasilva-Netzes (16x16km) zeigte sich nach einem zuerst abfallenden Trend zwischen 2014 bis 2016 und einem deutlichen Anstieg 2017 wieder ein deutlicher Rückgang. Der Anteil „deutlich geschädigter Bäume“, d.h. solcher mit einer Gesamtverlichtung (zwischen >25% und 95%, sank von 28.9% im Jahr 2017 auf 21.9% in diesem Jahr (Abb. 1). Dieser Wert liegt damit unter der durchschnittlichen Gesamtverlichtung der letzten 15 Jahre (24.4%). Die Gesamtkronenverlichtung betrug bei Laubbäumen im Jahr 2018 21,1% und nahm damit um etwa 3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr ab. Die Gesamtkronenverlichtung betrug bei Nadelbäumen im Jahr 2018 22.2% (2017 31.1%). Damit nahm die Kronenverlichtung im Vergleich zum Vorjahr bei Laubbäumen insgesamt und Nadelbäumen deutlich ab, nur bei den Eichen gab es eine leichte Zunahme (Abb. 2).
Die Aufnahmen für Sanasilva erfolgten, wie jedes Jahr für die Laubbäume im Mittelland, vorwiegend in den ersten Juliwochen. Da nach einem schneereichen Winter und einem kühlen März die Böden wassergesättigt waren, stand trotz des trockenen Frühjahrs im Frühsommer noch ausreichende Wasser zur Verfügung . Deshalb waren zum Zeitpunkt der Kronenansprache noch keine Effekte der Trockenheit auf den Kronenzustand sichtbar. Das Mittelland und die Nordwestschweiz waren später von der Trockenheit am stärksten betroffen. So zeigte sich bei den Fichten im Mittelland ab Ende Juli ein ausgeprägtes Baumwasserdefizit, das die sommerliche Trockenheit der letzten Jahre teils um ein Vielfaches überschritt (Messnetz TreeNet). Dies schlug sich aber nicht wesentlich in der Verlichtung der Fichten nieder (leichte Abnahme).
Auch eine Erhöhung der Mortalität war auf den Sanasilvaflächen nicht zu konstatieren.
Es ist zu erwarten, dass sich die Trockenheit 2019 negativ auf den Kronenzustand auswirken wird und dass die Mortalität ansteigt, denn die Auswirkungen solcher extremer Wetterlagen zeigen sich oft erst in den Folgejahren. So war nach dem Hitzesommer im Jahre 2003 die Kronenverlichtung 2004 deutlich angestiegen. Dagegen zeigte der heiße und regional auch trockene Sommer 2015 im Jahr 2016 keine deutlichen Effekte auf den Kronenzustand der verschiedenen Baumarten, ausser bei der Föhre (Abb. 2), denn die Trockenheit im Sommer 2015 war eher lokal ausgeprägt, die Schweiz also nicht flächendeckend betroffen. Im Gegensatz dazu waren in 2018 weite Gebiete der Schweiz von der Trockenheit betroffen.
Ausblick: Um die langfristigen Auswirkungen der diesjährigen frühzeitigen Laubverfärbung bei Buche zu untersuchen, wurden in den Kantonen BL, SH und ZH zusätzlich etwa 800 Buchen mit starken Trockenheitssymptomen und 100 Bäume ohne Blattverfärbung identifiziert, bonitiert und markiert um in den folgenden Jahren die längerfristigen Auswirkungen zu analysieren. Des Weiteren werden satellitengestützte Fernerkundungsmethoden erprobt, die die terrestrischen Aufnahmen in Zukunft ergänzen können.
Weiterführende Informationen gibt es im Jahrbuch Wald und Holz 2018 des Bundesamts für Wald und Umwelt (BAFU).