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zwischen Kopf und Drehzapfen und zwar seitwärts, bei den dritten an einem über die Drehzapfen hinausgehenden Stück (bez.
Schwanz) des Helms. Man hat die erstern am schwersten bis 5000 kg Fallgewicht mit geringer Geschwindigkeit (bis 100 Schläge
in der Minute), die letztern von 25 kg Fallgewicht abwärts mit größter Geschwindigkeit (bis 400 Schläge
pro Minute) gebaut. Da sie früher ausschließlich mit Wasserkraft betrieben wurden, so heißen sie auch Wasserhämmer.
Die Hebelhämmer stehen jetzt nur noch als Schwanzhämmer in Anwendung und zwar in einer Anordnung, wie sie
[* 4]
Fig. 1 vor Augen
führt. Hier erkennt man in K den Hammerkopf an dem Helm H, der bei P in einem Gußeisengestell mit zwei
Zapfen
[* 5] gelagert ist. Die Daumen d sitzen auf einer durch Riemen umgetriebenen Daumenwelle mit SchwungradS und heben den Hammer, dessen
Schwanz bei e in einem Puffer die Hubbegrenzung erhält. Der Amboß A steht in dem Amboßstock B, während der
Hammer auf dem Fundament F aufruht, das der Elastizität wegen aus einem Balkengerüst besteht.
In neuerer Zeit zieht man mit Recht diejenigen Hämmer vor, bei welchen der Hammerkopf oder Klotz sich vertikal in Rahmen bewegt
(Vertikal- oder Rahmenhämmer), weil man denselben leicht jede beliebige Fallhöhe, also auch Wirkungsgröße geben kann,
da die Hammerbahn mit der Amboßbahn stets parallel bleibt (Parallelhammer), und weil diese Hämmer ihrer aufrechten Stellung
wegen wenig Platz brauchen. - Das Hebezeug des Hammerkopfes ist entweder eine Dampfmaschine,
[* 6] die unmittelbar mit dem Hammer verbunden
ist, oder eine Transmission,
[* 7] weshalb man zweckmäßig Dampfhämmer und Transmissionshämmer unterscheidet.
Als Typus eines größern Dampfhammers kann der aus beifolgender Tafel links im Durchschnitt, rechts in der
Ansicht gezeichnete
gelten. Auf der Hüttensohle erhebt sich ein kräftiges, aus zwei Ständern bestehendes Hammergerüst, das oben den Dampfcylinder
trägt, der durch Flantschen mit den Ständern verbunden ist und dadurch diese zugleich zusammenhält.
Zwischen denselben wird der Hammerklotz oder das Fallgewicht in vertikalen Gleitbahnen sicher geführt und vermittelst der
Kolbenstange mit dem Dampfkolben verbunden.
Der links zugeführte Dampf
[* 10] tritt bei der entsprechenden Stellung des Eintrittsventils unter den Kolben und hebt denselben,
wobei die im Cylinder vorhandene Luft durch eine oben sichtbare Reihe von Löchern entweicht. Schiebt sich
dabei der Kolben bis über die Löcher in die Höhe, so wird über denselben die Luft wieder komprimiert und so als Luftpuffer
(Reitel) benutzt, der das Durchschlagen durch den Cylinderdeckel verhindert. Infolge einer Umstellung der Ventile wird die
Dampfzufuhr abgeschnitten, das Dampfausströmen eingeleitet und durch Niederfallen vermöge seines eignen
Gewichts der Hammer zur Wirkung gebracht.
Zur Aufnahme desStoßes dient der Amboß, welcher zwischen den Ständern auf einem großen Eisenklotz befestigt ist, welcher
Chabotte genannt und der Elastizität halber auf eine Holzunterlage gesetzt ist, die auf Mauerwerk oder hartem
Boden (Fels) aufruht. Damit die Erschütterungen nicht auf den Hammer übertragen werden, sind die Ständer auf besondern Fundamentplatten
und diese auf einem Grundmauerwerk befestigt, das mit dem Chabottenunterbau nicht in Berührung steht. - Die Umsteuerung,
[* 11] wodurch nicht nur der Hammer überhaupt in Thätigkeit gesetzt, sondern auch mit erstaunlicher Sicherheit reguliert
wird, von dem kleinsten kaum bemerkbaren bis zu einem Schlag von mehr als 20,000 Kilogrammmeter, findet durch die Hand eines
Arbeiters statt, der sich auf dem Wärterstand aufhält und mit einem Steuerhebel alles regiert. Nur wenn der Hammer zur
höchsten Stellung emporsteigt, verschließt er selbst die Zuströmung indem er gegen einen Hebel
[* 12] stößt,
der die notwendige Umsteuerung bewirkt.
Nach diesem Nasmythschen System werden jetzt die größten Hämmer gebaut, wovon die zwei allergrößten hier Erwähnung verdienen.
Der eine befindet sich bei Krupp in Essen.
[* 13] Derselbe hat ein Fallgewicht von 50,000 kg und eine Fallhöhe von 3 m und entwickelt
demnach bei einem Schlag eine Wirkung von 150,000 Kilogrammmeter. - Der andre steht in Creusot, besitzt
ein Fallgewicht von 80,000 kg und eine Fallhöhe von 5 m und entwickelt demnach bei einem Schlag eine Wirkung von 400,000 Kilogrammmeter.
Seine Chabotte hat ein Gewicht von fast 800,000 kg, und sein Gesamtgewicht beträgt 1,280,000 kg.
VierKräne, die zusammen 460,000 kg zu heben und beliebig zu wenden, zu drehen etc. vermögen,
stehen zur Bedienung um den 18½ m hohen und 12 m weiten Kran.
[* 14] Die Ventilsteuerung wird durch die Hand vorgenommen. Diese größte
Hammeranlage der Welt mit sechs Bessemerbirnen
Bei Daelen ist auch eine dicke Kolbenstange ohne eine zweite Stopfbüchsenführung und außerdem die Anordnung mit Oberdampf
vorhanden. Bei Condie steht der Kolben fest und bewegt sich der Cylinder, an dem der Hammerkopf sitzt. Das Morrisonsche System
hat sich besonders für kleine Dampfhämmer bewährt, die ein leichtes, einseitiges Gestell besitzen und wegen ihrer großen
Bequemlichkeit zum Schmieden kleinerer Gegenstände außerordentlich in Aufnahme gekommen sind. Während die großen
Hämmer nur wenig Schläge (50-100 in der Minute) machen, steigert sich die Zahl der Schläge bei den kleinsten Hämmern mit 75 kg
Fallgewicht auf 400-500 in der Minute (Schnellhämmer).
Der große Vorteil, den die Vertikalhämmer darbieten, hat auch die Veranlassung gegeben, kleinere Hämmer von Transmissionen
aus in Thätigkeit zu setzen und zwar vermittelst Hebedaumen wie bei gewöhnlichen Stampfen (Daumenhämmer),
Kurbeln mit eingeschalteten Federn (Federhämmer), Reibungsräder (Friktionshämmer) und Luftdruck (pneumatische Hämmer). Unter
diesen haben in neuerer Zeit die sogen. Fallhämmer in der durch nebenstehende
[* 15]
Fig. 2 dargestellten
typischen Ausführung als Reibungshämmer große Verbreitung gefunden.
Der an einem Lineal g hängende a wird dadurch gehoben, daß das Lineal zwischen zwei Reibrollen bb durchgeht,
welche von zwei Riemenscheiben aus in der Pfeilrichtung gedreht werden. Eine dieser Rollen
[* 17] liegt fest, während die andre (linke)
eine exzentrische Lagerung hat, in welcher sie vermittelst des Hebels c, der Zugstange d und des Handhebels e durch
Drehung so gegen das Lineal gepreßt wird, daß die erforderliche Reibung
[* 18] entsteht, um den Hammer zu heben. Mit dem Hebel e kann
der Hammer vollständig regiert werden, da die Hubhöhe von der Zeit der Rollendrehung abhängt und die Rollen zugleich als Bremse
die Fallgeschwindigkeit regeln. Zur Vermeidung der schnellen Abnutzung des Lineals g ist dieses aus drei
Schichten zusammengeleimt und mit einer großen MengeLöcher durchbohrt, in
welche Hirnholzpflöcke eingeleimt sind. Die Hubbegrenzung
erfolgt durch Anstoßen des Hammers gegen den auf d sitzenden Klotz f.
Mit dem Hammer wurden bei den Skandinaviern Becher
[* 20] geweiht; durch ihn, als das Symbol des Gewitters und somit der Fruchtbarkeit,
geschah die Brautweihe. In Obersachsen wurde durch einen herumgetragenen Hammer Gericht angesagt, und noch heute geschieht ein
öffentliches Aufgebot von Gegenständen unter dem Zeichen des Hammers, der durch Aufschlagen den Meistbietenden in den Besitz
der Sache symbolisch einweist (daher die Redensart »unter den Hammer kommen«,
s. v. w. öffentlich versteigert werden).
(Sphyrna M. Hle.), Fischgattung aus der Ordnung der Quermäuler und der Familie der Menschenhaie
(Carcharidae), ähnelt im Bau durchaus den Menschenhaien, ist aber ausgezeichnet durch den seitlich verbreiterten, hammerförmigen
Kopf, an dessen beiden Endflächen die Augen sitzen, während die Nasenlöcher am untern Ende des Kopfesvor der
hufeisenförmigen,
mit 3-4 Reihen langer, scharfer, an den Rändern gesägter Zähne
[* 44] besetzten Schnauze stehen; Spritzlöcher
fehlen.
Der gemeine Hammerfisch (S. zygaena M. Hle.),
3-4 m lang, 200-300 kg schwer, mit schwach gekörnelter Haut,
[* 45] oben gräulichbraun, unten weißlich, findet sich im Mittelmeer
und im Atlantischen Ozean, erscheint bisweilen auch an den nördlichen europäischen Küsten, verweilt viel in tiefern Schichten
des Meers, um Rochen und Plattfische zu jagen, stellt aber auch andern Fischen nach, umschwimmt häufig die
Schiffe
[* 46] auf den Reeden und wird bisweilen dem Menschen gefährlich. Das Weibchen gebiert etwa 40 lebendige Junge. Man jagt ihn
wegen der thranreichen Leber.
Als Kirchenhistoriker hat er sich namentlich verdient gemacht durch
»Die heil. Birgitta und die Kirche im Norden«
[* 53] (Kopenh. 1863; deutsch von Michelsen, Gotha
[* 54] 1872) und sein kirchengeschichtliches
Handbuch »Die Geschichte der christlichen Kirche« (2. Aufl. 1872-1873, 3 Bde.).
Seine Memoiren (»Et Levnedslöb«, 2 Bde.)
wurden 1882 veröffentlicht. Von seinen Dichtungen sind hervorzuheben: »Heldengesänge« (Kopenh. 1841);
Menou mit und erhielt 1807 eine Stelle bei der Hofkanzlei in Wien. 1811 rückte er zum kaiserlichen Rat und Hofdolmetsch, 1817 zum
WirklichenHofrat auf, wurde 1835, nachdem er die in Steiermark
[* 59] gelegenen Güter der Gräfin von Purgstall beim Aussterben dieses
Geschlechts ererbt, unter dem Namen Hammer-Purgstall in den Freiherrenstand erhoben und war 1847-49 Präsident der Akademie
der Wissenschaften. Er starb in Wien. Seine vielseitige, nur leider flüchtige Kenntnis der türkischen, arabischen,
persischen und der meisten abendländischen Sprachen, verbunden mit einer ungewöhnlich starken Arbeitskraft, machte ihn zu
einem der fruchtbarsten Schriftsteller und einem für seine Zeit jedenfalls bedeutenden Interpreten der
schönen Litteratur des Orients.
aus dem Türkischen die lyrischen Gedichte des Baki (das. 1825), ins Persische die »Betrachtungen des Mark Aurel« (das.
1831).
Mit dieser erstaunlichen Produktivität steht jedoch die Gründlichkeit und Zuverlässigkeit Hammer-Purgstalls keineswegs
in gleichem Verhältnis, wie dies betreffs seiner Ausgaben arabischer und persischer Sprachdenkmäler W. Ahlwardt nachgewiesen
hat in »Chalef elahmar's Qaside, berichtigter arabischer Text etc., nebst Würdigung J. v. Hammers als Arabisten« (Greifsw.
1859); auch die übrigen orientalistischen Werke Hammer-Purgstalls sind rasch veraltet. Er gab außerdem
verschiedene Reisebeschreibungen heraus sowie ein »Leben des KardinalsKhlesl« (Wien 1845-51, 4 Bde.) und eine »Porträtgalerie
des steiermärkischen Adels« (das. 1855). Endlich begründete er mit Graf Rewiczki die »Fundgruben des Orients« (Wien 1810-19, 6 Bde.)
und arbeitete fleißig für die »WienerJahrbücher« und andre gelehrte Zeitschriften.
eine im deutschen Recht vorkommende Dienstbarkeit, welche verpflichtet, beim Mähen in einer
gewissen Entfernung von dem angrenzenden Waldgrundstück zu bleiben und dabei das uralte Maß des Hammerwurfs einzuhalten.
später (1852)
erschien die gefällige, aber etwas rätselhafte Komödie des Menschenlebens und (1853) »MeineSchwester ist nicht hier«, ein
anmutiges, einfaches und durchaus natürlich gehaltenes Idyll, das für das gelungenste Werk des Malers gilt.
Unter seinen
spätern Bildern verdienen: ich bins nicht und die Waisenkinder (1855) besondere Hervorhebung. Er
starb in
St.-Raphael (Var). Hamons Ideal war das Empfindsam-Zärtliche, Tändelnde, Schelmisch-Graziöse, das jedoch nicht selten ins
Affektierte ausartete.
(griech.), Blutfluß, dann im engern Sinn Mastdarmblutung, auch wohl Goldene Ader genannt. Der Name der
Hämorrhoiden ist im Volksmund verbreitet wie kaum ein zweiter Kunstausdruck der Heilkunde, es hat sich um ihn ein reichhaltiger Sagenkreis
gebildet, der so wunderliche bunt durcheinander gewürfelte Vorstellungen in unsre nüchterne und allem
Mystischen abholde Gegenwart hinübergebracht hat, daß man heutzutage kaum noch die Bedeutung des einst hochwichtigen
vielköpfigen Krankheitswesens versteht. So spricht heute niemand mehr von Hämorrhoiden des Mundes, der Gebärmutter,
[* 78] der Blase, wir kennen
keine »versetzten Hämorrhoiden« oder »Hämorrhoiden, welche
sich aufs Gehirn
[* 79] oder den Magen
[* 80] geschlagen haben«; Hämorrhoiden sind vielmehr Blutungen, welche aus krankhaft erweiterten
Mastdarmvenen erfolgen, Hämorrhoidalknoten sind diese knolligen oder wurmförmig gewundenen Krampfadern (varices) selbst.
Das Entstehen der Hämorrhoiden fällt meist in das höhere Lebensalter, ist bei Männern häufiger als bei Frauen und hängt immer von
einer Erkrankung der Venenwand selbst ab. Begünstigende Momente für die Entstehung sind langes Verweilen
harter Kotballen im Mastdarm, welche den Blutumlauf mechanisch erschweren, Stauungen im Pfortaderkreislauf, z. B. Leberkrankheiten,
sitzende Lebensweise, welche teils Stauung befördernd, teils durch die dabei stattfindende Erhitzung der Aftergegend wirken
mag, angestrengtes Reiten, Mißbrauch starker Abführmittel und warmer Klystiere, Geschwülste, welche den
Blutabfluß hindern, langes Zurückhalten des Harns, chronische Entzündungen der Mastdarmschleimhaut etc. Dem Sitz nach unterscheidet
man äußere und innere Hämorrhoidalknoten; die erstern sind teils von Haut, teils von Schleimhaut, die innern nur von Schleimhaut
überzogen, sie erreichen Erbsen-, Haselnuß-, selten Kirschgröße, fühlen sich ziemlich derb an, sind
zuweilen gestielt oder sitzen wie Polypen mit breiter Basis der Aftermündung auf.
Die Symptome, welche die äußern Knoten hervorrufen, bestehen in höchst lästigem Jucken, in Schmerzen beim Stuhlgang, Stuhldrang
unmittelbar nach der Entleerung; ferner führen sie zu lästigen Entzündungen, oberflächlichen Verschwärungen, zuweilen
zu Brand und gefährlichen Venenentzündung. Die innern Knoten sind mitunter mit Katarrh oder Mastdarmschleimhaut
verbunden (sogen. Schleimhämorrhoiden), sie sind sonst weniger lästig, reizen durch das Gefühl der
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