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Die Meinung des Kindes
Aussagen von sehr jungen Kindern (unter 12 Jahren) haben nur eine begrenzte Beweiskraft, da sie zu leicht manipuliert oder verfälscht werden können (BGE 5A_119/2010, Rdnr. 2.1.3).
Andererseits gewinnt die Meinung von Jugendlichen (ab dem 12. Lebensjahr), die fest, bestimmt und wiederholt ist, an Gewicht und wird im Allgemeinen vom Gericht respektiert.
Beispiel 5A_463/2017: Ein 14-jähriges Kind lebt bei seiner Mutter (die das Sorgerecht hat) und seiner erwachsenen Schwester. Die Mutter stirbt. Der Vater beantragt das Sorgerecht für das minderjährige Kind. Entschiedener Widerstand des Kindes, welches es vorzieht, weiterhin bei seiner älteren Schwester und seinem Stiefvater zu leben. Die Wünsche des Kindes werden von den kantonalen Behörden und dem Bundesgericht respektiert.
Die Wünsche des Kindes bezüglich der Zuteilung der elterlichen Sorge und der Regelung des Umgangsrechts sind bei der Entscheidung des Gerichts zu berücksichtigen, sofern es sich um einen festen Beschluss handelt und das Alter des Kindes (hier 12 Jahre) und die Entwicklung dessen es ermöglichen, diese zu berücksichtigen (5A_488/2017 , 5A_619/2007 und 5A_469/2018).
- Das Gericht vermeidet es, den Umgang zwischen einem Elternteil und einem jugendlichen Kind gegen den klar geäusserten und wiederholten Willen des Kindes zu erzwingen (5A_367/2015). Wenn ein Jugendlicher den Kontakt zu einem Elternteil verweigert, ist es sinnvoller, das Vertrauen der Kinder durch Briefe zu gewinnen, um den Kontakt behutsam herzustellen und dem Elternteil dann die Möglichkeit zu geben, den Umgang tatsächlich auszuüben. Tatsächlich ist ein solches schrittweises Vorgehen langfristig vielversprechender (5A_469/2018).
- Das Gericht kann sogar auf das Recht verzichten, über den Umgang (Umgang und andere Angelegenheiten) zu entscheiden, wenn ein 13-14-Jähriger den Kontakt entschieden und konsequent ablehnt (5A_367/2015).