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Glaube & Wissenschaft
Angelo Secchi, Astronom
Angelo Secchi wird 1818 im italienischen Reggio Emilia geboren. Er wächst in einfachen Verhältnissen auf, darf aber das örtliche Jesuitenkolleg besuchen, wo sein Naturverständnis nicht unbemerkt bleibt.
So tritt Angelo Secchi 1833 dem Jesuitenorden bei und studiert Philosophie und Astronomie, später Theologie.
1850 übernimmt er die Leitung der Päpstlichen Sternwarte in Rom. Dort befasst er sich mit Licht in jeder Form. Er beobachtet Sonnenflecken, denkt über Polarlichter nach und entwickelt eine Methode, um die Lichtdurchlässigkeit von Wasser zu messen. Diese sogenannte «Secchi-Scheibe» wird bis heute verwendet. Bei einer Sonnenfinsternis fotografiert er als Erster die Korona der Sonne.
In den 1860ern wendet er sich den Sternen zu, deren Licht er mit einem Prisma in Spektrallinien zerlegt. Solche Linien sind erst kurz zuvor von den Chemikern Kirchhoff und Bunsen entdeckt und erklärt worden. Secchi stellt sich der schwierigen Aufgabe, sie im Sternenlicht zu erkunden.
Er merkt, dass sich Sterne anhand typischer Spektrallinien klassifizieren lassen. Zuerst benennt er drei Typen: weisse, farbige und blaue Sterne. Später erweitert er seine Systematik auf fünf Klassen, die die Basis der heute gültigen siebenteiligen Klassifikation bilden. Damit gilt Secchi als Vater der Spektralanalyse.
Als 1870 der Kirchenstaat aufgelöst und vom neuen Königreich Italien erobert wird, hält Pater Secchi treu zu Papst und Kirche. Unter Auflagen kann er seine astronomischen Forschungen in Rom fortsetzen, wo er 1878 stirbt.
Tobias Grimbacher Naturwissenschaftler und
Autor, porträtiert in loser Folge Menschen, die beides zugleich waren: Naturforscher und Theologen.
Text: Tobias Grimbacher
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Angelo Secchi
«Die Sterne»
Elibron Classics, Faksimile, 2000