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Von Linda Vinci
In den westlichen Industrieländern ist Rauchen der grösste vermeidbare Risikofaktor für verschiedene Erkrankungen. Gemäss Bundesamt für Statistik rauchten in der Schweiz im Jahr 2017 31% der Männer und 23% der Frauen. Während der Anteil der Raucher/Raucherinnen zwischen 1992 und 2017 bei den Männern sank, ist er bei den Frauen konstant geblieben. Wie gross sind die Krankheitslast und die Kosten des Tabakkonsums in der Schweiz? Zu dieser Frage führte das WIG vor vier Jahren eine Studie im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention durch. Inzwischen wurde die Studie aktualisiert und im Journal ‘BMC Public Health’ veröffentlicht.
Vorgehen
Die Krankheitslast und Kosten des Tabakkonsums in der Schweiz wurden neu für das Jahr 2017 berechnet. Analog zur früheren Studie wurden die tabakbedingten Todesfälle, die verlorenen Lebensjahre und die verlorene Lebensqualität (DALYs), die medizinischen Kosten der Behandlung der tabakbedingten Krankheiten sowie die volkswirtschaftlichen Produktionsverluste durch Arbeitsunfähigkeit und frühzeitigen Tod geschätzt. Dazu wurden mit einem prävalenzbasierten top-down-Ansatz die ‘Smoking Attributable Fractions’ (SAF) berechnet. Die SAF beschreiben den Anteil einer Krankheit, der dem Rauchen zugeschrieben werden kann.
Fast 10’000 tabakbedingte Todesfälle
Im Jahr 2017 verursachte das Rauchen in der Schweiz rund 9500 Todesfälle (6000 Männer und 3500 Frauen). Dies entspricht in etwa 14% aller Todesfälle und 29% aller Todesfälle bei potenziell tabakbedingten Krankheiten. Zudem war Rauchen für rund 206’000 DALYs verantwortlich, was 36% aller DALYs entspricht. Lungenkrebs und die chronische obstruktive Lungenerkrankung (COPD) machten den grössten Anteil der Krankheitslast aus.
Rauchen verursacht Kosten von 5 Milliarden pro Jahr
Die durch das Rauchen verursachten Gesamtkosten beliefen sich auf rund CHF 5 Milliarden (CHF 604 pro Kopf und Jahr). Die medizinischen Kosten von rund CHF 3 Milliarden machten 3,8% der gesamten Gesundheitsausgaben im Jahr 2017 aus. Die koronaren Herzkrankheiten und Lungenkrebs trugen am meisten zu den medizinischen Kosten bei. Die volkswirtschaftlichen Produktionsverluste beliefen sich auf rund CHF 2 Milliarden. COPD und koronare Herzkrankheiten machten dabei den grössten Anteil aus.
Schlussfolgerung
Die Studie zeigt die Krankheitslast und die Kosten des Rauchens in der Schweiz auf, die durch evidenzbasierte Tabakpräventions- und Kontrollmassnahmen sowie eine regelmässige Überwachung des Tabakkonsums verhindert werden könnten. Die quantitativen Ergebnisse des WIG über die Auswirkungen des Rauchens könnten als Grundlage für Präventionsmassnahmen zur Senkung der Raucher-/Raucherinnenprävalenz dienen.
Die Studie ist hier abrufbar.
Linda Vinci ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team HTA und gesundheitsökonomische Evaluationen am Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie.