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Noch ehe in Wien und Hamburg, Frankfurt und Berlin die ersten Rotary Clubs entstanden, schlug der rotarische Gedanke in Zürich Wurzeln: So wurde am 5. Mai 1924 mit der Gründung des RC Zürich der Grundstein für die Entwicklung von Rotary im gesamten deutschsprachigen Raum gelegt. Es folgt: ein Rückblick auf die rotarische Geschichte, gefolgt von einem Ausblick auf die Feierlichkeiten rund um das 100-Jahr-Jubiläum.
Den 23. Februar 1905 sollte sich jeder Rotarier gut einprägen. An diesem Tag gründete der Rechtsanwalt Paul Harris in Chicago mit drei Freunden – dem Kohlenhändler Sylvester Schiele, dem deutsch-amerikanischen Bergbauingenieur Gustav Löhr und dem Konfektionär Hiram Shorey – den ersten Rotary Club überhaupt. Harris‘ Hintergedanke: Er wollte in der Metropole Chicago eine ähnlich vielseitige und stabile Wertegemeinschaft etablieren, wie er sie während seiner Kindheit auf dem Land hatte kennenlernen dürfen. Jeder, so die Grundidee, solle die anderen entsprechend seiner ganz persönlichen Möglichkeiten unterstützen. Dabei verstanden die Gründer ihren Club von Anfang an als eine «Gemeinschaft von Berufsleuten»; dieser Grundsatz hat sich bis heute gehalten.
Kaum war der Grundstein gelegt, trat der rotarische Gedanke seinen Siegeszug rund um die Welt an. Was als privates Engagement von vier jungen Berufsleuten begann, sollte sich über die Jahre und Jahrzehnte zu einer der mitgliederstärksten Serviceorganisationen entwickeln. Heute zählt Rotary knapp 1,2 Millionen Mitglieder, die in mehr als 37000 Clubs organisiert sind. Doch zurück zum Ausgangspunkt.
Nur fünf Jahre, nachdem sich Harris und seine Freunde zusammengeschlossen hatten, wurde in Winnipeg/Kanada der erste Rotary Club ausserhalb der USA aus der Taufe gehoben. Ein weiteres Jahr später, inzwischen schreiben wir 1911, folgten in London, Dublin und Belfast die ersten Clubs auf europäischem Boden. 1916 hatte die rotarische Idee Mittelamerika erreicht (Havanna/Kuba), 1918 kam sie nach Südamerika (Montevideo/Uruguay) und 1919 erreichte sie Asien. Die ersten Clubs in Fernost formierten sich in Manila/Philippinen, Kalkutta/Indien und Shanghai/China.
In Kontinentaleuropa breitete sich Rotary systematisch aus: Es rückte von West nach Ost vor. Der Anfang wurde 1920 in Madrid gemacht, später folgten Paris und Kopenhagen, Amsterdam und Mailand. Noch ehe Rotary auch im heutigen Deutschland heimisch wurde, siedelte es sich in der Schweiz an: Am 5. Mai 1924 entstand mit dem RC Zürich der erste Rotary Club im deutschsprachigen Raum. Im darauffolgenden Jahr wurde ebenfalls in der Limmatstadt der RI-Büro für Kontinentaleuropa eröffnet (RI Europe/Africa Office).
Ehe sich Rotary auch im Deutschen Reich verankern würde, sollten nochmals drei Jahre vergehen. Zunächst entstanden Clubs in Wien, Budapest und Prag. Am 7. Oktober 1927 schliesslich, als das Deutsche Reich dem Völkerbund beigetreten war und in der internationalen Gemeinschaft als rehabilitiert galt, fasste Rotary endlich auch dort Fuss. Als Gründungspräsident des ersten deutschen Rotary Clubs, dem RC Hamburg, fungierte kein Geringerer als Altkanzler Wilhelm Cuno.
Genug vom internationalen Geschehen, kehren wir zurück in die Schweiz. Zürich hatte den rotarischen Stein ins Rollen gebracht; von dort aus sollte sich die rotarische Bewegung auf die gesamte Eidgenossenschaft ausdehnen. Das Bedürfnis, sich wöchentlich zu treffen, sich unter Berufsleuten unterschiedlichster Branchen auszutauschen und dabei noch etwas Gutes zu tun, schien in der Schweiz stark ausgeprägt. So etablierten sich schon 1925 Rotary Clubs in Bern, Genf, Luzern, Basel und St. Gallen. 1926 kamen zwei weitere in Lausanne und St. Moritz hinzu. 1927 folgten Neuenburg, Aarau, Davos und Solothurn. Bis der Zweite Weltkrieg das rotarische Leben weitgehend auf Eis legen würde, waren weitere Clubgründungen in Montreux-Vevey, La Chaux-de-Fonds, Biel, Winterthur, Chur, Thun und Lugano sowie im Val-de-Travers, in Glarus, Interlaken, Yverdon-les-Bains, Schaffhausen und Zug zu verzeichnen.
Sobald die Waffen erst ruhten und der Krieg beendet war, flammte die rotarische Idee in der Schweiz neu auf. Und sie tat das mit ziemlicher Power! Bis 1965 wurden 50 neue Clubs gegründet. Auch im Nachbarland Liechtenstein hatte Rotary begeisterte Anhänger gefunden: Seit der Gründung des RC Liechtenstein im April 1957 ist Rotary auch im benachbarten Fürstentum ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens.
Wie wichtig Rotary uns allen ist, können wir am 22. Juni beweisen: Dann laden die Governors der drei Distrikte zur grossen Jubiläumsfeier nach Bern. Gefeiert werden nicht weniger als 100 Jahre rotarischer Geschichte in der Schweiz. Seien Sie dabei und erleben Sie hautnah mit, was aus der kleinen Idee von vier Männern in Chicago geworden ist!
100 Jahre Rotary Schweiz/Liechtenstein
Samstag, 22. Juni 2024 | Kursaal, Bern
Am 5. Mai 1924 wurde mit der Gründung des RC Zürich der Grundstein für die rotarische Erfolgsgeschichte im deutschsprachigen Raum gelegt. Dieses Jubiläum wird am 22. Juni 2024 gebührend gefeiert!
Die Governors der drei Distrikte in CH/FL haben beschlossen, ihre Distriktskonferenzen zur Feier des Tages allesamt nach Bern zu verlegen; sie finden ab 13:30 Uhr parallel statt. Im Anschluss daran dürfen sich die Mitglieder der rotarischen Familie auf ein spannendes Programm freuen, das prall voll ist mit namhaften Gästen, flammenden Reden und packenden Show Acts. Weltpräsident Gordon R. McInally hat sein Kommen bereits zugesagt; Bundesrätin Viola Amherd und Marcel Tanner, Rotarier und angesehener Epidemiologe, sind ebenfalls am Start.
Auf den eigentlichen Festakt, der um 16 Uhr im Kursaal Bern beginnt, folgt ab 18:30 Uhr ein entspannter Apéro. Als krönender Abschluss eines aussergewöhnlichen Tages erwartet die Teilnehmer ab 20 Uhr ein festliches Dinner, das unter anderem von der rotarischen Sängerin Nubya und dem Schweizermeister der Zauberkunst, Rot. Christian Bischof, garniert wird.
Anmeldung und weitere Informationen: https://100years.rotary.ch/de/agenda/show/16699