Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/54805

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird eingeladen, gestützt auf die Artikel 110a Avig, 68quater IVG und 17 des Behindertengleichstellungsgesetzes, ein nationales Pilotprojekt zur Früherfassung und Vermeidung von dauernder Arbeitsunfähigkeit und Invalidität zu veranlassen.</p><p>Zielsetzung:</p><p>Eine erfolgreiche Weichenstellung zur Wiedereingliederung ins Erwerbsleben (statt chronifizierter Arbeitsunfähigkeit und Invalidität) durch:</p><p>a. möglichst frühzeitige Erfassung von Personen mit erheblichem Invalidisierungsrisiko;</p><p>b. Abklärung der gesundheitlichen, erwerblichen und sozialen Ressourcen (Arbeitsfähigkeit statt Arbeitsunfähigkeit, Potenziale statt Defizite);</p><p>c. Beratung, Platzierung, Begleitung der Eingliederung im Sinne eines Job Coaching;</p><p>d. Entlastung der behandelnden Ärztinnen und Ärzte von nicht medizinischen Aufgaben;</p><p>e. Unterstützung von Betrieben mit geeigneten Arbeitsplätzen;</p><p>f. Einbindung der Taggeldversicherer, die in drei Viertel der Fälle zuerst über die entscheidrelevanten Informationen (andauernde Arbeitsunfähigkeit) verfügen.</p><p>Die Umsetzung erfolgt sowohl im Projektstadium als auch später im Dauerbetrieb in erster Linie mit geeigneten organisatorischen Massnahmen durch bestehende Institutionen (IV-Stellen, RAV, Einrichtungen der interinstitutionellen Zusammenarbeit, Reha-Kliniken, auch private Case Management Anbieter).</p><p>Die Finanzierung erfolgt über bestehende öffentliche und private Projektträger, z. B. in Form einer Fallpauschale pro betreute Person. Es sollen Leistungsanreize bei positiver Wiedereingliederungsquote analog Artikel 92 Absatz 5 Avig gesetzt werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat am 28. April 2004 die Grundzüge der 5. IV-Revision festgelegt, welche im Herbst in die Vernehmlassung geschickt werden soll. Ziel der Revision ist es, die laufend steigende Zahl von neuen IV-Rentenfällen als eine wesentliche Ursache der zunehmenden Defizite der Invalidenversicherung nachhaltig anzugehen. Dazu sieht der Bundesrat zwei neue Instrumente vor: einerseits ein System der Früherkennung und Begleitung von krankheitsbedingt arbeitsunfähigen Personen und andererseits zusätzliche Integrationsmassnahmen. Beides dient dem Zweck, Betroffene frühzeitig zu begleiten und im Erwerbsprozess zu behalten, um so weit als möglich die Ausrichtung von Renten zu vermeiden.</p><p>Bei längeren krankheitsbedingten Ausfällen am Arbeitsplatz ist rasches Eingreifen nötig, um längerfristige oder gar dauernde Erwerbsunfähigkeit erfolgreich zu vermeiden. Der Bundesrat schlägt deshalb ein System zur Früherkennung und Begleitung (FEB) im Sinne des Postulates vor. Da aber das Ausmass der Inanspruchnahme und die genaue Wirkung des Systems heute nicht präzis vorhergesagt werden können und wichtige Fragen, wie sie im Postulat auch gestellt werden, noch vertieft geprüft werden müssen, soll die FEB in Pilotversuchen in unterschiedlichen Wirtschaftsregionen erprobt und evaluiert werden.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.