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- Die US-Demokraten haben Joe Biden als ihren Kandidaten im Rennen um das Weisse Haus nominiert.
- Der ehemalige US-Vizepräsident erhielt am Dienstagabend (Ortszeit) bei dem weitgehend virtuell veranstalteten Parteitag wie erwartet die dafür notwendige Zahl an Delegiertenstimmen.
- Er tritt damit bei der Wahl am 3. November gegen US-Präsident Donald Trump an.
«Es bedeutet mir und meiner Familie alles», sagte Biden. «Danke, danke, danke.» Der Ex-Vizepräsident wurde gemeinsam mit seiner Ehefrau Jill Biden aus dem Haus der Familie in Wilmington (Bundesstaat Delaware) zugeschaltet. Der 77-Jährige wird sich zum Abschluss des Parteitags am Donnerstag äussern und seine Nominierung formell annehmen.
«Am besten für das amerikanische Volk»
Biden hatte bereits Anfang Juni nach einer Serie von Vorwahlen erklärt, dass er alle nötigen Stimmen zusammen habe, um sich die Kandidatur der Partei zu sichern. Amtsinhaber Trump soll kommende Woche bei dem Parteitag der Republikaner offiziell zum Kandidaten gekürt werden.
Vor Bidens Nominierung hatten mit Bill Clinton und Jimmy Carter zwei frühere Präsidenten der Demokraten für Bidens Nominierung geworben. «Wir verdienen eine Person mit Integrität und Urteilsvermögen, jemanden, der ehrlich und fair ist, jemanden, der sich für das einsetzt, was am besten für das amerikanische Volk ist», sagte Carter, welcher mit 95 Jahren der älteste noch lebende Ex-Präsident ist.
Trumps «Liebesbrief» an Putin
Clinton griff Amtsinhaber Donald Trump an: «Wenn Sie einen Präsidenten wollen, der seinen Job so definiert, dass er täglich Stunden vor dem Fernseher verbringt und Leute in sozialen Medien beharkt, dann ist er Ihr Mann.» Mit Biden wiederum würde ein bodenständiger Mann ins Weisse Haus einziehen, der seine Arbeit gewissenhaft erledige.
Auch der ehemalige US-Aussenminister John Kerry äusserte sich. Laut ihm geht es bei der Wahl um die «Sicherheit Amerikas und der Welt». Zu Donald Trump meinte er: «Er trennt sich von unseren Verbündeten und schreibt Liebesbriefe an Diktatoren.»
Kerry bezog sich dabei auf einen Brief Trumps an den russischen Präsidenten Wladimir Putin aus dem Jahr 2007. «Wie Sie wahrscheinlich gehört haben, bin ich ein grosser Fan von Ihnen», schrieb der spätere US-Präsident dem Kreml-Chef. Das Schreiben findet sich in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des Geheimdienstausschusses des US-Senats zur russischen Einmischung in die US-Präsidentenwahl 2016.
Trump äussert sich zu Biden
US-Präsident Trump versucht Biden als «Marionette der radikalen linken Bewegung» zu stilisieren. Bei einem Auftritt am Dienstag in Arizona warnte Trump vor unkontrollierter Einwanderung im Fall seiner Wahlniederlage. «Sie wollen die Mauer niederreissen, sie wollen keine Grenzen haben», sagte er in der Grenzstadt Yuma. Die Demokraten sind gegen die Mauer an der Grenze zu Mexiko, sie sind aber nicht für die Öffnung aller Grenzen. Trump wiederholte seine Worte vom Vortag, dass es bei der Wahl im November um das «Überleben unserer Nation» gehe.
Parallel zum Parteitag der Demokraten reist Trump quer durchs Land – in Bundesstaaten, die bei der Wahl besonders umkämpft sind. Nach Wisconsin, Minnesota und Arizona will er am Donnerstag Pennsylvania besuchen. Es dürfte kein Zufall sein, dass er am Tag von Bidens Nominierungsrede unweit von dessen Geburtsort Scranton auftritt.