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In einem im November 1996 erschienenen Artikel in der Zeitschrift Art Monthly erinnert Giorgio Sadotti daran, dass es für wohlhabende Leute selbstverständlich ist, andere (den Sekretär, die Haushälterin, die Kinderfrau, den Fahrer u.a.m.) dafür zu bezahlen, sie zu vertreten. BE ME war eine Ausstellung Sadottis, die 1996 in der Galerie Interim Art in London zu sehen war. Sie drehte sich, wie der Titel es zum Ausdruck bringt, um den Künstler selbst. Er lud Freunde, Künstler und Kritiker ein, für einen Tag er selbst zu sein.
Einige spielten ihn, andere nutzten die Gelegenheit, ihre eigenen Werke auszustellen. Als Sadotti vor einigen Jahren nach New York reiste, unter der selbst auferlegten Bedingung, während der gesamten Reisedauer kein Wort zu sprechen, entstand eine Audioarbeit. Er trug unter seiner Kleidung versteckt ein Aufnahmegerät, das die an ihn gerichteten und von ihm nicht erwiderten Worte dokumentierte. Sadotti verschickte nach seiner Reise an Freunde und Bekannte eine einfache, weisse Karte im Format einer Visitenkarte mit dem Wortlaut:
went to America
didn’t say a word
Auch das Werk, das Sadotti in Amden aufführte, besteht aus einer Karte aus weissem Karton. Die Karten sind bedruckt mit dem handschriftlichen Vermerk:
THIS IS MORE
THAN YOU KNOW
Am 6. Dezember 2008 nagelte Sadotti eine dieser Karten, die in einer Auflage von 1000 Stück hergestellt wurden und heute je zur Hälfte vom Künstler und vom Kurator aufbewahrt werden, in einer unangekündigten Aktion an das Tor zur Heubühne der leerstehenden Scheune in Amden. Obschon die Karte über den Winter hinweg hängen blieb, nahm die Aktion nicht die Form einer Ausstellung an. Es wurden weder Einladungen versandt, noch wurde in anderer Form auf die Aktion hingewiesen. Die Karte lasen nur Passanten, die sie auf ihrer Wanderung zufälligerweise wahrnahmen. Es ist diese Art von unbeabsichtigter und nicht vorhersehbarer Begegnung, die Sadotti in seinem künstlerischen Schaffen interessiert.
– Roman Kurzmeyer