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19.1.1889 Davos, 13.1.1943 Zürich, ref., dt. Staatsbürgerin, ab 1905 von Gais, ab 1926 franz. Staatsbürgerin. Tochter des Emil, Apothekers, aus Mogilno (Westpreussen, heute Polen), und der Sophia Katharina geb. Krüsi. ∞ 1922 Hans Arp. Nach dem Tod des Vaters wuchs T. ab 1895 in Trogen auf, wo die Mutter 1900 eine Pension eröffnete. In einem kulturell offenen Umfeld entdeckte sie früh ihre künstler. Neigungen. 1907-14 absolvierte sie eine kunstgewerbl. Ausbildung an der Kunstgewerbeschule St. Gallen, in den Lehr- und Versuchsateliers für angewandte und freie Kunst bei Wilhelm von Debschitz in München und an der Kunstgewerbeschule Hamburg. 1914 zog sie nach Zürich und lernte 1915 Hans Arp kennen, der sie in den Kreis der Dadaisten einführte. 1916-29 lehrte sie textiles Entwerfen an der Zürcher Kunstgewerbeschule. In dieser Zeit schuf T. abstrakte Motive auf Stoff und Papier und belegte Kurse in Ausdruckstanz bei Rudolf von Laban und Mary Wigman. Sie trat mehrmals im Cabaret Voltaire sowie in der Galerie Dada auf und gehörte 1918 zu den Unterzeichnern des Dadaist. Manifests. Erste dadaist. Werke, darunter die Serie der Dada-Köpfe und die Marionetten für König Hirsch, entstanden. T., die viel reiste und einen regen Austausch mit bedeutenden Avantgardekünstlern pflegte, begann geometr.-figurative Kompositionen zu entwickeln, die im Gegensatz zu Hans Arps organ. Gebilden standen. In Strassburg, wohin das Ehepaar 1926 übersiedelte, entwarf sie mehrere moderne Interieurs und erhielt den Auftrag für die Innenausstattung des Tanztheaters Aubette, den sie mit ihrem Gatten und Theo van Doesburg ausführte. Nachdem ihr Mann ein Atelier in Paris bezogen und die beiden 1929 in Meudon bei Paris ein Atelierhaus gebaut hatten, gab T. ihre Lehrtätigkeit in Zürich auf und zog ganz nach Paris. Hier entstand ihr Hauptwerk, das sich in der Auseinandersetzung mit Kreismotiven und Fragen des Gleichgewichts folgerichtig aus ihrem konkreten Denken heraus entfaltete. 1930 wurde sie Mitglied der Gruppe Cercle et Carré, 1931 der Bewegung Abstraction-Création. Ihre Verbindung zur Schweiz hielt sie aufrecht, indem sie 1936 an der Ausstellung "Zeitprobleme in der Schweizer Malerei und Plastik" im Kunsthaus Zürich teilnahm und sich ein Jahr später der Vereinigung Schweizer Künstler Allianz anschloss. 1940 floh das Ehepaar Arp vor der dt. Okkupation nach Grasse (Côte d'Azur) und 1942 in die Schweiz. 1943 starb T. an einer Kohlenmonoxydvergiftung im Gartenhaus von Max Bill in Zürich. T. verstand es, Kunst und Alltag auf individuelle Weise zusammenzubringen und war eine der innovativsten und vielseitigsten Künstlerinnen der klass. Moderne.
Literatur
– Sophie T., Ausstellungskat. Aarau, 1989
– BLSK, 1026 f.
– Sophie T., Ausstellungskat. Zürich, 2007
Autorin/Autor: Annemarie Bucher