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Von 2010 - 2016 baute Caritas Schweiz an elf Schulen in den Kantonen Sarajevo (8) und Zenica-Doboj (3) Nachhilfeunterricht vor allem für Roma-Kinder auf. Darauf aufbauend wurden Roma-Kinder ermutigt und unterstützt, auch die Sekundarschule zu absolvieren, die in BiH einer (theoretischen) Berufsschule ähnlich ist.
Das Modell überzeugte die Schulbehörden und einige haben inzwischen auch damit einhergehende finanzielle Verpflichtungen übernommen. Auf diesem etablierten Fundament möchten wir aufbauen und die Übernahme dieses Modells ins öffentliche Schulsystem vorantreiben. Diesbezügliche Diskussionen bestehen nebst Sarajevo und Zenica-Doboj auch bereits mit den Behörden in den Kantonen Tuzla und Zentralbosnien.
Im Primarschulbereich begleiten Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter die Eltern, damit sie die soziale Integration besser bewältigen können und insbesondere die Wichtigkeit des Schulbesuchs für ihre Kinder erkennen. Roma-Assistentinnen und Assistenten gewährleisten einen intensiven Kontakt zwischen Eltern und Schule, indem sie in den Schulen das Lehrpersonal unterstützen und weiterbilden, den Informationsaustausch fördern und gemeinsame Anlässe organisieren. Extrem benachteiligte Familien erhalten in der Anfangsphase des Projektes Essenspakete, damit die Kinder nicht zum Lebensunterhalt beitragen müssen und für den Schulbesuch frei sind.
Roma-Jugendliche werden auf den Übertritt in die Sekundar- respektive Berufsschule vorbereitet und mit Lernhilfen unterstützt. Für ausserordentlich gute Leistungen werden Stipendien an Primar- und Sekundarschüler vergeben. Kinder aus anderen sozial benachteiligten, marginalisierten oder vulnerablen Familien können ebenfalls in dieses Projekt aufgenommen werden. Jugendliche, für welche die Sekundarschule zu schwierig ist oder die formal die Aufnahmebedingungen nicht erfüllen, erhalten Gelegenheit, eine offiziell anerkannte Ausbildung als Fachhilfskraft zu absolvieren. Mit einer solchen Berufsbildung können sie ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt markant erhöhen und direkt zu ihrer sozialen Inklusion beitragen. Da Caritas Schweiz seit Jahren im Bereich Landwirtschaft arbeitet, ist insbesondere eine Verknüpfung dieser Aktivitäten angedacht, in dem entsprechende Trainings angeboten werden.
In Ergänzung zu diesen Aktivitäten soll eine Kampagne gegen Menschenhandel gestartet werden. Für die in diesem Projekt berücksichtigten sozial benachteiligten Bevölkerungsschichten steigt das Risiko, Opfer von Menschenhandel zu werden. Diesem Trend soll eine Informationskampagne an Schulen gegenübergestellt werden. Zusätzlich soll die Ausbildung der Sozialarbeiter vermehrt auch Roma-spezifische Inhalte vermitteln und so die Betreuung der Roma-Gemeinschaften verbessern.
In einem weiteren Projekt bietet Caritas Hilfestellung im Bereich Wohnen an, indem sie qualitativ hochwertigen und dauerhaften Wohnraum für bedürftige Roma-Familien baut oder renoviert. Diese Unterstützung in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Menschenrechte und Flüchtlinge soll verstärkt mit den oben beschriebenen Angeboten im Bereich Bildung verknüpft werden, um eine nachhaltige Verbesserung der Lebensumstände für Roma und andere sozial benachteiligte Gruppen in BiH zu erreichen.