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Ray Dalio hat ein etwas schwieriges Verhältnis zu Bitcoin. In den vergangenen Monaten hat der legendäre Hedge-Fund-Magnat die grösstkapitalisierte Kryptowährung der Welt gleichermassen kritisiert wie gelobt. Anfang Februar schliesslich nannte er Bitcoin eine «Wahnsinnserfindung», wies aber wiederum auf unterschiedliche Risiken im Handel mit der Internetdevise hin.
Der Grund: Der Erfolg von Bitcoin könnte die dominierende Stellung von Regierung und Zentralbank gefährden. «Jedes Land legt grossen Wert auf sein Monopol, Angebot und Nachfrage zu kontrollieren», sagte er in Kommentaren, die von der Internetplattform «Yahoo Finance» publizert wurden. Man wolle daher nicht, dass andere Zahlungsmittel wie Bitcoin im Umlauf seien, denn so gerieten die Dinge ausser Kontrolle.
«Darum glaube ich, wird es sehr wahrscheinlich unter bestimmten Umständen für illegal erklärt werden, so wie Gold gesetzlich verboten worden ist.»
Der «Gold Reserve Act» von 1934
Dalio bezieht sich bei seiner Einschätzung auf eine US-Verordnung von 1933 respektive den «Gold Reserve Act» von 1934. Einzelpersonen in den USA durften – ausser in Form von Münzen und Schmuck – kein Gold mehr besitzen, weil die damalige US-Regierung nicht wollte, dass die Einwohnerinnen und Einwohner des Landes Gold als alternativen Wertspeicher zu Geld und Krediten verwendeten.
Das von Präsident Franklin Roosevelt unterzeichnete Gesetz wurde Jahrzehnte später schrittweise geändert. Seit 1975 dürften Amerikanerinnen und Amerikaner wieder Gold besitzen und handeln.
In der Gegenwart sieht Dalio – der demnächst ein Buch mit dem Titel «The Changing World Order» veröffentlicht – ein Beispiel in Indien. Die Regierung des südasiatischen Landes lotet aus, ob Bitcoin und andere Kryptowährungen verboten werden sollen. «Wir werden sehen, was das bedeutet», sagte Dalio.
Bitcoin handelt im Moment zu knapp 55'000 Dollar. Zuletzt erhielt die Kryptowährung wieder einen kleinen Boost, weil Tesla-Gründer Elon Musk mitteilte, dass seine Elektroboliden auch mit Bitcoins bezahlt werden könnten. Der Bitcoinkurs, der Mitte März erstmals die 60'000-Dollar-Marke überschritten hatte, ist weiter recht volatil. Auch hohem Niveau allerdings – Anfang Jahr war ein Bitcoin noch rund 30'000 Dollar wert, im vergangenen September gut 10'000 Dollar.
Wie privat sind Wallets wirklich?
Ein Bitcoin-Verbot würde die Nachfrage sehr wahrscheinlich drosseln. Ray Dalio, der sich selber nicht als Experte für Kryptowährungen versteht, macht sich wegen der Kryptowährungen aber auch noch andere Sorgen.
Der Milliardär hegt Zweifel, dass die Privatsphäre bei Bitcoin gesichert ist. Der Staat könne vieles überwachen: «Nach meinem Verständnis verstehen Leute, die irgendwie in der Überwachung durch die Regierung tätig sind, wie sie Dinge nachverfolgen können.» Dalio ist sich deswegen nicht sicher, ob private Wallets, in denen Trader ihre Bitcoins aufbewahren, wirklich «privat» sind.
Dennoch betonte Dalio erneut, dass Bitcoin viele Verdienste habe. «Bitcoin hat sich in den vergangenen zehn Jahren bewährt», sagte er. Bitcoin sei nicht gehackt worden und habe sich so als funktionierendes Handelsobjekt bewiesen. Laut Dalio ist die Kryptowährung durchaus ein Wertspeicher – «auf eine gewisse Weise», wie er anmerkte.
Die Diskussion, ob die Kryptowährung als «Store of Wealth» tauge, prägt die Geschichte von Bitcoin seit langem und hat durch den Kurshöhenflug der vergangenen Monate und eine immer grössere Zahl von Investoren und Unternehmen, die Bitcoin verwenden, eine neue Dynamik erhalten.