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Als Genius wird in der römischen Religion der Schutzgeist eines Mannes bezeichnet, dessen Darstellung vorerst bärtig und mit freiem Oberkörper, später auch als Knabe Ausdruck fand. Das Motiv kommt bei Marcel Perincioli gleich mehrmals vor. Auch für die Eingangshalle des Gewerbeschulhauses, heute Wirtschaftsschule Bern, erschafft der Bildhauer einen «Genius», in Form einer idealisierten Darstellung eines jugendlichen, männlichen Körpers, der in kraftvoll schwebender Pose über einen schlichten Brunnen platziert wird. In der rechten Hand hält der Jüngling ein Tuch, das sich um seinen Körper wickelt und seine Scham bedeckt. Das Projekt war zu Beginn für das Foyer geplant, musste aufgrund des nassen Bodens abgestellt, in die Eingangshalle und schliesslich an die Aussenfassade, Seite Schubertstrasse, versetzt werden. Dem Schaffen von Perincioli begegnen Passantinnen und Passanten im Raum Bern in ihrem Alltag immer wieder – so arbeitete der Künstler weniger für Ausstellungen in Museen, sondern kreierte Plastiken im öffentlichen Raum, sei dies an Fassaden oder in Form von Skulpturen. Während er anfänglich überwiegend mit Stein arbeitet, wird im späteren Schaffen die Verwendung von Bronze wichtiger.
Katrin Sperry
Wir sind hier in der Wirt-schaft-schule Thun.
Ein Mann schwebt über dem Brunnen.
Sein Körper wirkt perfekt.
Er ist fast nackt.
Nur ein Tuch weht um ihn herum.
Es bedeckt seine Scham.
Der Titel gibt uns einen Hinweis:
«Genius».
Das bedeutet:
Die Persönlichkeit vom Mann,
besonders seine Kraft Kinder zu zeugen.
Genius ist auch der persönliche Schutz-Geist vom Mann.
Das Werk ist vor rund 70 Jahren entstanden.
Eine andere Zeit.
Sara Smidt