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Rosa Luxemburg
Regie: Margarethe von Trotta
Darst.: Barbara Sukowa, Daniel Olbrychski, Otto Sander, Adelheid Arndt, Jürgen Holtz, Doris Schade, Hannes Jaenicke, Jan Biczycki, Karin Baal, Winfried Glatzeder u.a.
Die aus Polen stammende Rosa Luxemburg (1871–1919) ist eine Frau, die ihrer Zeit weit voraus war. Als Verfechterin eines humanen Sozialismus avancierte die promovierte Nationalökonomin und frühe Feministin zur Symbolfigur der Arbeiterbewegung. Gemeinsam mit ihrem Mitstreiter Karl Liebknecht bekämpfte sie im deutschen Kaiserreich die zunehmende Militarisierung der Gesellschaft und legte sich dabei auch mit ihrer Partei, der SPD, an; sie wurde eine der entschiedensten Gegnerinnen des Ersten Weltkriegs. 1919, während der revolutionären Wirren nach Kriegsende, wurden sie und Karl Liebknecht von rechtsextremen Milizionären ermordet. Margarethe von Trotta, die das Filmprojekt über das Leben dieser Jahrhundertfigur von Rainer Werner Fassbinder «erbte» – als er 1982 starb, lag neben ihm ein Drehbuchentwurf samt der schriftlichen Zusage von Jane Fonda für die Hauptrolle – ist hier in ihrem fünften Spielfilm unter eigener Regie ein so behutsames wie eindringliches Biopic geglückt. «Rosa Luxemburg» ist das bewegende Psychogramm einer selbstbewussten Frau, kongenial verkörpert von Barbara Sukowa, die dafür 1986 in Cannes den Darstellerinnenpreis gewann. Cora Stephan schreibt im Spiegel: «Der Film entwickelt eine ungeheure emotionale Kraft. Diese Rosa Luxemburg zieht an und vereinnahmt. (…) Doch Margarethe von Trotta hat nicht an der Legende gearbeitet. Sie hat nichts erklärt, nichts gerechtfertigt, sondern hat Rosa Luxemburg selbst sprechen lassen. Grundlage der Szenen und Dialoge sind zum grossen Teil die 2500 Briefe an Freunde und Genossen. Der Film nimmt nur das auf, was sich auf diese Weise dokumentieren lässt – er ist radikal und subjektiv, indem er sich nur einer Wahrheit verpflichtet: derjenigen von Rosa Luxemburg selbst. (…) Die historischen Filmdokumente, die Margarethe von Trotta dabei zu Hilfe nimmt, eine Barrikadenszene, aufrüttelnde Reden von Liebknecht auf der einen, eine geschwächte, schwankende und gar nicht so optimistische Rosa Luxemburg auf der anderen Seite: das mag sich der Wahrheit annähern. (...) Rosa Luxemburg passt auf keine Briefmarke und sprengt wohl auch jeden Versuch, sie mit filmischen Mitteln zu fassen. Das liegt keineswegs nur an ihrer sich in keinen Rahmen fügenden Persönlichkeit. Das liegt am deutschen Trauma der verpassten Revolution.»