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|Berlin 1936

Anzahl Länder: 49
Olympische-Disziplinen: 129
Total Athleten: 3’936
Frauen: 331
Männer: 3’632
|RANGLISTE|
|1° Deutschland||33||26||30|
|2° USA||24||20||12|
|3° Ungarn||10||1||5|
|0° Brasilien||0||0||0|
Brasilianische Delegation 1936
Anzahl Athleten: 94 (88 Herren und 6 Damen)
Sie wurde während der Nazi-Periode von Deutschland organisiert. Adolf Hitler verband mit diesem Event die Idee einer Propaganda-Gelegenheit für seine Ideale. Der Diktator gedachte, darüber hinaus, die Überlegenheit der arianischen Rasse im Sport zu beweisen, und konnte nicht ahnen, dass ausgerechnet ein Schwarzer aus Nordamerika, Enkel von Sklaven, seine Theorie widerlegen würde.
Mit vier Goldmedaillen in den traditionellsten Wettkämpfen der Leichtathletik (100m, 200m, 4x100m und Weitsprung) überholte Jesse Owens den deutschen Champion Lutz Long zu Hitlers Verzweiflung und Ohnmacht. Das überragende Ergebnis des Nordamerikaners wurde von sämtlichen durch die Nazis kontrollierten Zeitungen ignoriert, die unter der Oberleitung von Hitlers Propaganda-Minister Josef Göbbels standen.
Allerdings war, trotz jenes bedeutenden Gegenwindes im Plan der Nazis, das Gesamtergebnis dieser denkwürdigen Olympiade positiv für den “Führer“. Deutschland übertraf insgesamt den Medaillen-Spiegel der USA, und ein Film wurde gedreht über die überragenden deutschen Leistungen bei der Olympiade von Berlin: “Die Götter des Stadions“ dirigiert von Leni Riefenstahl, hob die arianischen Erfolge hervor und wertete die nazistischen Ideal auf.
Man hatte grosse Investitionen in die Organisation gesteckt. Mehr als 30 Millionen Dollar wurden allein für das Training der deutschen Athleten verbraten. Die Regierung installierte Fernsehapparate in öffentlichen Gebäuden, damit das Volk bei den Wettkämpfen dabei sein könnte – es war die erste Fernsehübertragung einer Olympiade.
Drei traditionelle Disziplinen, die im Olympia-Programm enthalten sind, gaben ihr Debüt in Berlin: Baskett-Ball, Kanufahren und Handball. Auf der anderen Seite gab man der Disziplin Polo in Berlin den Abschied.
Ausser Jesse Owens brachte die Olympiade in Berlin einige neue Talente hervor: Der Däne Inger Sorensen holte sich die Bronze-Medaille beim 200m-Brustschwimmen in nur 12 Sekunden – ein Rekord, der niemals von einem olympischen Athleten übertroffen wurde. Der Ungar Olivier Halassy stieg mit seiner Wasserpolo-Equipe aufs Podium, er hatte die Amputation eines Beins infolge eines Autounfalls überwunden!
Brasilien nahm an dieser Olympiade mit 94 Athleten teil, die sich in einer eigenartigen Situation befanden: Sie bestanden aus zwei Delegationen – die eine von der “Confederação Brasileira dos Desportos“ (CBD), die andere vom “Comitê Olímpico Brasileiro“ (COB), letztere zum zweiten Mal 1935 gegründet. Brasilien gewann nicht eine einzige Medaille, aber die Darbietungen der Frauen (sechs in der gesamten Delegation) bekamen viel Applaus. Die Schwimmerin Piedade Coutinho errang einen ehrenvollen Fünften Platz beim 100m-Freistil!
Unter den Männern wurden die besten brasilianischen Resultate von Sílvio Magalhães Padilha und José Salvador Trindade präsentiert. Der erste erreichte den Fünften Platz beim Hürdenlauf, der andere denselben Platz beim Schiessen mit dem Karabiner.
Der Rivale von Jesse Owens auf den Pisten, der Deutsche Lutz Long lies sich nicht vom durch die Nazis verhängten Klima beeinflussen, sondern pflegte eine gute Freundschaft zu dem schwarzen Athleten aus Nordamerika während der Olympiade in Berlin. Ohne sich durch die Blicke der Mächtigen stören zu lassen, unterhielten sich die beiden Athleten angeregt während der Pausen zwischen den Wettkämpfen. Long wurde allerdings später im Zweiten Weltkrieg zum Militärdienst der Nazis eingezogen und starb bei einem Gefecht 1943.