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Max (1963)
Mein Lebensweg war keineswegs geradlinig. Mehrmals war ich auf dem falschen Pfad oder vor einem Entscheid, der mich hätte unglücklich machen können. Aber es gab eine höhere Macht, die mich an der Hand nahm und mich führte. Manche der entscheidenden Gabelungen habe ich erst beim Schreiben dieser Biografie entdeckt und realisiert. Nicht nur einmal ist es mir dabei kalt den Rücken runter gelaufen.
31. Dez. 1942: Mein Geburtstag:
Exakt 58 Jahre später konnte ich mich frühzeitig mit dem "goldenen Fallschirm" der vollen Rente pensionieren lassen, weil ich am letzten Tag des Jahres 2000 genau die geforderten 58 Jahre alt geworden bin. Die Aktion von Novartis mit dem goldenen Fallschirm galt nur bis zu diesem Tag und keinen Tag länger. Wäre ich 1 Tag später auf die Welt gekommen, ich hätte bis zu 7 Jahre länger arbeiten müssen!
1958: Austritt aus dem Humanistischen Gymnasium und Start den zweiten Bildungsweges:
Ich war kein Sprachtalent. Ich war unglücklich im HG mit den alten Sprachen Latein und Griechisch. Meine Stärken lagen in Technik und dem Analysieren der Zusammenhänge. Nach 4 Jahren Gymnasium nützten auch Nachhilfen nichts mehr. Ich wurde nicht in die nächste Klasse befördert. Erst jetzt nach dem ich 15 Jahre alt war, begann ich aufzuleben und meine verlorene Jugend nachzuholen.
1963: Erste Kontakte zur elektronischen Datenverarbeitung im Labor Dr. Poschet:
Ein grosser Glücksfall war, dass ich ab 1963 Laborant bei Dr. Poschet war und er sich mit der Programmiersprache FORTRAN-IV befasste. Ich durfte für ihn im Rechenzentrum der damaligen CIBA seine Programme auf Lochkarten ablochen, und später sogar auf der damaligen Univac U-III starten. Dies hat mich mit dem EDV-Virus infizierte.
1970: Nach erfolgreichen Chemiestudium verliess ich die Chemie und wandte mich der Informatik zu:
Als Chemiker in Forschung, Entwicklung oder Produktion wäre ich unglücklich geworden. Ich habe die Zusammenhänge in organischer und physikalischer Chemie nie ganz begriffen, obwohl ich einen guten Chemie-Abschluss machte. Das Chemiestudium war eine gute Basis für meine Zukunft. Ich habe gelernt zu lernen.
1990: Meine Scheidung:
Dank der Scheidung zwischen Doris und mir MUSSTE ich mich neu orientieren und ausrichten. Rückblickend war dieser Prozess für meine Entwicklung entscheidend. Aus dem doch eher konservativen Max wurde ein lebensfreudiger, weltoffener Max.
1996: Bei der Fusion von CIBA-GEIGY und SANDOZ zu NOVARTIS öffentlich dazu zu stehen, dass für mich die Frühpensionierung mein Lebensziel sei:
Entscheidend für meine heutige Situation als Pensionierter war, als ich im 1996 bei der Fusion zwischen Ciba-Geigy und Sandoz zu Novartis vor versammelten IT-Leuten meinen beruflichen Wunsch verkündete, mit 58 Jahren frühzeitig pensioniert zu werden. Dies brachte ich zwar mit einem Augen-Zwinkern vor, bestätigte aber, dass ich dies ernst meinte. Damals war ich 54 Jahre alt. Dieser Joke machte mich aber berühmt und Werner Lang erinnerte sich an meine Worte und nominierte mich zur Frühpensionierung per Ende 2000.
2000: Verzicht auf die Selbständigkeit nach der Frühpensionierung:
Stolz darf ich auf mich sein, auf das viele Geld verzichtet zu haben, das ich nach meiner Frühpensionierung als Selbständiger hätte verdienen können. Ich entschied mich für meine Freiheit!
2004: Meine Frauen und Freundinnen haben immer viel in mir bewegt. So auch Evelyne:
Es war Evelyne, die mir die weite Welt öffnete, die den Zigeuner in mir aktivierte. Gemeinsam verbrachten wir unseren ersten Winter in Südspanien. Das tragische daran war, dass dies auch das Ende unserer Beziehung war. Von da an, stand ich auf eigenen Beinen und änderte mein Leben komplett. Ich verbrachte den Winter in der Wärme, sei es in Süd-Spanien oder dann später in Thailand. Ich trennte mich auch von den letzten Ueberbleibseln meines ehemaligen konservativen Lebens z.B. von meiner grossen, umfangreichen Briefmarken-Sammlung
2006: Es war ein grosser Zufall, dass ich den "Thailänder" Toni Rösch in Basel traf:
Er spielte mit meinen Freunden Tennis und ich war kurz vor Abfahrt zu meinem 2. Aufenthalt in Südspanien. "Warum kommst Du nicht nach Thailand?" meinte er, denn er wohnte seit ein paar Jahren in einem grossen Anwesen in Hua-Hin (Thailand). Da ich bereits offen war für solche Abenteuer, sagte ich zu. Seither verbringe ich den Winter in Hua-Hin. Meinen Kontakt zu Toni habe ich bereits nach kurzer Zeit aus persönlichen Gründen abgebrochen.

Es macht fast Angst, es ist aber auch beeindruckend, wie wenig zwischen Erfolg und Misserfolg, und einem möglichen beruflichen Desaster liegen kann.
Ich war und bin ein Glückspilz: Mein Beruf war immer mein Hobby

Autobiografie von Max Lehmann

Schafmattweg 13, CH-4102 Binningen
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