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Mit seinen über 5600 Metern Höhe, gilt der Elbrus als der höchste Gipfel Europas. Wo nun genau Europa aufhört und Asien beginnt, ist eine Streitfrage unter Geographen. Bei den Alpinisten hat man sich auf den Elbrus im Kaukasus-Gebirge geeinigt, obwohl manche immer noch für den Mont Blanc in den Alpen Partei ergreifen. Dafür spricht, dass die Alpen zweifellos mitten in Europa liegen, während der Kaukasus ein Grenzgebirge ist. Der Kaukasus, zwischen dem Schwarzen Meer und dem Kaspischen Meer gelegen, bildet die geografisch definierte Grenze zwischen Asien und Europa und seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion auch die Grenze zwischen Russland und den südlichen ehemaligen Gliedstaaten Georgien und Aserbaidschan. Ganz beruhigt hat sich diese Gegend noch nicht. Teile der nordkaukasischen Bevölkerung liebäugeln mit der Loslösung von Russland und so kommt es hin und wieder zu separatistischen Zwischenfällen. Den Elbrus kann man nun nicht gerade als “schwer zugänglich” bezeichnen. Im Süden dieses mächtigen Vulkangipfels prägen moderne Skiorte mit Wellness-Hotels und den gewohnten breiten präparierten Skipisten das Bild. Trotzdem wollte ich einmal eine Skitour in dieser Höhe unternehmen und reiste mit eine Gruppe Walliser unter der Leitung von Fredy Tscherrig (Bergführer und Hüttenwart der Turtmannhütte) nach Russland. Die Konstellation, neun Walliser und ein Zürcher im fernen Kaukasus, war an sich schon exotisch. Mein Wunsch nach abenteuerlicher Unzugänglichkeit wurde durch einen Anschlag von nordkaukasischen Rebellen auf eine Seilbahn im Süden des Elbrus erfüllt. Das ist zynisch, doch durch diesen Anschlag, der glücklicherweise harmlos war und keine Menschen zu Schaden gebracht hat, wurde das ganze Baksan-Tal südlich des Elbrus durch die russische Armee abgeriegelt. So waren wir gezwungen, den Berg von Norden her anzugehen. Im Norden gibt es kaum Infrastruktur, und so wurde aus dieser Standart-Reise doch noch ein Trip durch relativ schwer zugängliches Gebiet.