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Bei einer Verfettung der Leber kommt es zur Einlagerung von so genannten Neutralfetten in die Leberzellen. Sie tritt auf, wenn die Produktion oder die Zufuhr von Fetten deren Abbau überschreitet. Weisen mehr als die Hälfte der Leberzellen Fettablagerungen auf, liegt eine Fettleber vor. In den westlichen Industrieländern ist die Fettleber eine sehr häufige Erkrankung. Ihre wesentlichen Ursachen sind hier Alkoholismus, Fettsucht und Diabetes mellitus.
Auch bestimmte Medikamente, Gifte, z.B. Pilzgifte, und Mangelernährung können zur Ausbildung einer Fettleber führen. Eine besondere Form stellt die schwangerschaftsbedingte Fettleber dar. Die Symptome sind von der zu Grunde liegenden Erkrankung und vom Ausmass der Verfettung abhängig und reichen vom leichten Druckgefühl bis zu starken Schmerzen im rechten Oberbauch. Die Diagnose wird anhand der Krankengeschichte des Patienten, der Befunde der körperlichen Untersuchung, bestimmter Laborwerte und einer Ultraschalluntersuchung des Bauches gestellt. Darüber hinaus kann in unklaren Fällen die Entnahme von Gewebe mit Hilfe der Leberpunktion Aufschluss über die Ursachen für die Verfettung geben. Eine spezifische medikamentöse Behandlung der Fettleber ist nicht notwendig. Häufig treten im Verlauf der Erkrankung jedoch zusätzliche Schädigungen der Leber wie die Fettleberentzündung und die Leberzirrhose hinzu. Deshalb bestehen die wesentlichen Behandlungsmaßnahmen je nach der Ursache in einer Reduktion des Alkoholkonsums oder Körpergewichts bzw. in der Vermeidung der auslösenden Gifte.
Definition
Bei der Verfettung der Leber handelt es sich um die Einlagerung von so genannten Neutralfetten (Triglyceriden) in die Leberzellen. Sind mindestens 50 % der Leberzellen von der Einlagerung betroffen, wird von einer Fettleber gesprochen.
Für die Herkunft der germanischen Bezeichnung Leber für das Organ (althochdeutsch lebera) gibt es zwei Erklärungen. Die eine stellt die Beziehung des lebensnotwendigen Organs zum Leben in den Vordergrund und deutet die Leber als "Sitz des Lebens". Die andere leitet sich von der germanischen Wurzel liban mit der Bedeutung "haften, klebrig sein" ab und erklärt die Leber als "die Klebrige, Schmierige, Fettige".
Ursachen
Die Verfettung der Leber entsteht, wenn das Gleichgewicht zwischen der Produktion bzw. der Zufuhr von Fetten und ihrem Abbau bzw. Abtransport aus der Leber gestört ist. Regelmässiger Alkoholkonsum ist in den westlichen Industrieländern die häufigste Ursache dafür. Der genaue Entstehungsmechanismus ist noch nicht abschliessend geklärt. Bekannt ist allerdings, dass es durch den Alkohol zur Schädigung einzelner Bestandteile der Leberzellen, z.B. der Zellmembran, kommt. Die Folge davon sind Veränderungen im Stoffwechsel, die zur Störung der Fettabsonderung (=Sekretion) aus den Leberzellen führen. Im Ergebnis sammeln sich die Fette in den Leberzellen an.
Bestimmte Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus (=Zuckerkrankheit) und Morbus Wilson (=Störung des Kupferstoffwechsels), Medikamente (z.B. Kortikosteroide und Tetrazykline), und Gifte (z.B. Pilzgifte) können ebenfalls Auslöser einer Leberverfettung sein. Hier finden sich ähnliche Veränderungen in den Leberzellen wie bei der alkoholbedingten Fettleber.
Die so genannte Fettsucht (Adipositas) ist eine sehr häufige Ursache für die Leberverfettung. In diesem Fall ist das Gleichgewicht zwischen Zufuhr und Abbau der Fette auf Grund des übermäßig erhöhten Fett- bzw. Kohlenhydratangebots in der Nahrung gestört.
Eine weitere mögliche Ursache für die Entstehung einer Fettleber ist die Eiweißmangelernährung (Marasmus oder Kwashiorkor), die vor allem in Entwicklungsländern eine grosse Rolle spielt. Hierbei führt die auf Grund der fehlenden Aminosäuren verringerte Eiweissbiosynthese zur verstärkten Einlagerung von Fetten in die Leber.
Am Ende einer Schwangerschaft kann es aus bisher unbekannten Gründen zur Ausprägung einer so genannten akuten Schwangerschaftsfettleber kommen. Diese Form der Fettleber ist sehr selten. Sie geht meist mit einer schweren Schädigung der Leber einher und ist eine äusserst ernst zu nehmende Erkrankung.
Gleichfalls sehr selten ist eine akute Leberverfettung, die bei Kindern bis zum 15. Lebensjahr im Anschluss an einen Infekt der oberen Atemwege im Zusammenhang mit der Einnahme salizylsäurehaltiger Medikamente auftreten kann. Es handelt sich dabei um das so genannte Reye-Syndrom, das mit einer hohen Sterblichkeitsrate einhergeht.
Häufigkeit
Schätzungen zufolge sind 20 bis 40 % der Bevölkerung in den westlichen Industrienationen von der Ausbildung einer Fettleber betroffen. In etwa 50 % dieser Fälle liegt die Ursache im regelmässigen Alkoholkonsum.