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Reissverschluss – Wissenswertes rund um den praktischen Helfer
Der Reissverschluss ist in unserem Alltag unentbehrlich geworden. Egal ob zum Schliessen der Jacke, der Handtasche, der Stiefel oder der Jeans – der praktische Verschluss leistet überall gute Dienste.
Im folgenden Artikel erfahren Sie, welche Arten von Reissverschlüssen es gibt und was bei einem defekten Zipper zu tun ist.
Geschichte des Reissverschlusses
Früher verwendeten die Menschen Bänder und Schnüre oder Knöpfe und Haken und Ösen zum Schliessen ihrer Kleidung. Im Jahr 1851 meldete der US-Amerikaner Elias Howe ein Patent auf einen Schliessmechanismus, der aus zwei Stoffkanten mittels kleiner Metallklammern verband. Howes Idee war in der Praxis jedoch kaum umzusetzen und extrem sperrig, so dass sie kaum Verwendung fand.
1890 war der Erfinder Withcomb Leonard Judson es leid, seine Schuhe umständlich mit Schnürsenkeln zu schliessen. Er nähte zwei Metallketten in seine Schuhe ein, die er mit einer Art Schieber verband. Drei Jahre später stellte er seine Idee auf der Weltausstellung in Chicago vor und meldete ein Patent an. Auf reges Interesse stiess er nicht, dennoch eröffnete er ein Jahr später in der Nähe von New York eine Reissverschlussfabrik.
Der Schwede Gideon Sundbäck griff 1912 die Idee Judsons auf und entwickelte den Verschluss weiter. Seitdem besteht der Reissverschluss aus zwei Stoffstreifen, die mit Zähnchen versehen sind und ineinander verhakt werden. In den USA wurde der „Separable Fastener“ 1917 patentiert.
Der Schweizer Martin Othmar Winterhalter kaufte das Patent im Jahr 1923 und verfeinerte die Idee durch Rippen und Rillen, was zu der Bezeichnung RiRi führte. Noch heute hat das im Jahr 1936 gegründete Unternehmen RiRi seinen Sitz im schweizerischen Mendrisio. Die ersten serienmässig gefertigten Reissverschlüsse wurden hergestellt.
Während die Verschlüsse zunächst vorwiegend bei der US Navy verwendet wurden, fanden Sie um 1930 den Weg in die Alltagskleidung der Menschen. Heute sehen Sie auf vielen Reissverschlüssen das Kürzel „YKK“, das für das japanische Unternehmen Yoshida Kogyo Kabushikikaisha steht, dem grössten Hersteller von Reissverschlüssen weltweit.
Inzwischen sind die Reissverschlüsse nicht nu praktisch, sondern dienen als modischer Eyecatcher.
Bestimmt haben Sie an Ihren Kleidungsstücken verschiedene Verschlussarten entdeckt: Einige Reissverschlüsse sind teilbar, andere sind unten geschlossen. Es gibt Modelle aus Metall und Kunststoff oder Reissverschlüsse, die von oben und unten geöffnet werden können.
Teilbare und nicht teilbare Reissverschlüsse
Teilbare Verschlüsse sind perfekt für Jacken und Westen. Am Ende des Verschlusses befindet sich ein Steckteil, an dem Sie einzelnen Teile wieder zusammenfädeln können. Darunter sorgt ein kleiner Kastenteil dafür, dass der Schlitten oder Schiebernicht aushakt. Gerade bei längeren Jacken sind Zwei-Wege-Verschlüsse, die von beiden Seiten zu öffnen sind praktisch, durch das untere Öffnen können Sie beispielsweise bequemer sitzen. Ein nicht teilbarer Reissverschluss lässt sich nur bis zu einer bestimmten Stelle öffnen. Am Ende wird der Schieber durch eine sogenanntem Stopper blockiert. Ein Endlosreissverschluss ist ein besonderes Modell des nichtteilbaren Verschlusses. Er findet vor allem bei Bettwäsche oder auch Taschen Verwendung.
Besondere Reissverschlussarten
In einigen Fällen muss ein Reissverschluss von beiden Seiten zu öffnen sein. So haben Wendereissverschlüsse keine Vorder- und Rückseite, sondern lassen sich durch einen speziellen Schieber von beiden Seiten öffnen. Zum Einsatz kommen diese Verschlüsse etwa bei Zelten oder bei Outdoorbekleidung.
Nahtverdeckte Reissverschlüsse sind quasi unsichtbar, denn die Reissverschlusskette und der Schieber sind auf der Rückseite angebracht. Vor allem in Kleidern oder Röcken werden diese Verschlüsse verwendet.
Reissverschlüsse leichtgängig machen
Ärgerlich ist es, wenn der Reissverschluss nicht mehr richtig schliesst. Oftmals reicht es aus, die Zähne ein wenig mit Grafit einzureiben, damit der Verschluss leichtgängiger wird. Haben Sie kein Grafit zur Hand, eignet sich auch ein Stück Seife. Manchmal verbiegen sich einige Zähnchen, die Sie einfach mit einer kleinen Zange oder einem Schraubenzieher wieder vorsichtig geradebiegen. Fehlen Zähnchen, müssen Sie den Reissverschluss leider komplett austauschen, in diesen Fällen ist eine Reparatur nicht mehr möglich. Auch wenn die Teile stark verbogen sind, gibt es keine Rettung mehr. Fehlt der Zahn am unteren Ende, können Sie den Reissverschluss einfach mit Nadel und Faden an dieser Stelle etwas zunähen, dann kann der Verschluss mit dem Schlitten zwar nicht mehr ganz zugezogen werden, ist aber geschlossen.
Unter Umständen ist der Zipper an einem Reissverschluss defekt. Kaufen Sie einen passenden Reissverschluss-Zipper beispielsweise bei Goldkuss und tauschen den defekten Zipper aus. Auch wenn Sie ein Kleidungsstück modisch aufwerten möchten, ist ein neuer Zipper etwa in Silber oder mit einer Verzierung versehen, eine gute Wahl.
Manchmal springt der Schieber heraus. Um den Schieber wieder einzufädeln, schauen Sie zunächst, auf welcher Seite des Verschlusses sich das kleine Kastenteil befindet. Auf dieser Seite müssen Sie auch den Schieber anbringen. Wichtig ist, einen Schieber in der richtigen Grösse zu verwenden. Die Grösse ist in der Regel auf der Rückseite des Teils in Millimetern angegeben. Achten Sie also darauf, bevor Sie das Ersatzteil besorgen. Ist der Schieber nur ausgeleiert, reicht es unter Umständen aus, das Teil wieder ein wenig zusammenzudrücken. Versuchen Sie einfach, mit einer kleinen Zange die Teile des Schiebers etwas zu drücken. Achten Sie dabei aber darauf, das Teil nicht zu zerbrechen. Ist der Schieber hingegen zu eng, können Sie versuchen, mit einem Schraubenzieher für mehr Weite zu sorgen.
Titelbild: catastrophe_OL – shutterstock.com