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Es klingt fast wie im
Märchen; Cage gewinnen den Unerhört!-Wettbewerb des Rock Hard-Magazins
und lassen 600 Mitbewerber auf der Strecke. Durch den Titel
haben die Jungs aus San Diego die Möglichkeit, am Dynamo Festival
1999 in Holland aufzutreten und unterzeichnen kurz darauf
einen Deal mit Omega Records. Ich habe Cage nach ihrem mitreissenden
Auftritt an den Metal Dayz getroffen, und wollte wissen, was
seit diesem denkwürdigen Competition alles passiert ist. Cage
erinnern sich...

Sean: Das Dynamo Festival war eine
fantastische Erfahrung! Wir waren das erste Mal in Europa
und konnten grossartige Resonanzen einfahren. Kurz danach
hatten wir unseren Deal mit Omega Records in der Tasche, worauf
das "Unveiled"-Album in Europa veröffentlicht wurde.
Wir waren jahrelang im Underground, deshalb war das für uns
eine Art Re-Release. Dann gingen wir an die Arbeit, um den
Nachfolger einzuspielen. Wir haben eine Menge Shows in Kalifornien
gespielt und zeitgleich "Astrology" zusammengeschustert.
Die Scheibe ist im September letzten Jahres erschienen. Wir
hatten die schwierige Aufgabe, "Unveiled" zu toppen,
was wirklich nicht einfach war. Aber wir haben es geschafft,
und nun sind wir hier in Europa und spielen in Wacken und
an den Metal Dayz in der Schweiz... und wir dürfen dir ein
Interview geben...
Françoise: Ihr wart also gestern das erste Mal in
Deutschland, und habt erst noch in Wacken gespielt! Erzählt
mir etwas darüber. Wie war Wacken?
Mikey: Geil! Grossartig! Es war ein Traum wieder nach Europa
zu kommen und zu spielen.
Sean: Mike, was denkst du über Wacken?
Mike: Es war echt unglaublich, die Fans haben es geliebt.
Ich würde mich freuen, wieder in Wacken spielen zu dürfen!
Sean: Dave!?!
Dave: Es war fantastisch! Die ganze Sache war einfach wundervoll!
Wir hatten eine grossartige Zeit.
Sean: Wir waren zur selben Zeit auf der Bühne wie Napalm Death.
Trotzdem hatten wir eine Menge Fans vor unserer Bühne; viele
von ihnen haben unsere Songs mitgesungen, es war ein grossartiger
Auftritt! Einige Journalisten haben gemeint, wir hätten den
anderen Combos an jenem Tag die Show gestohlen. Ich hoffe,
dass wir noch viele weitere Festivals spielen können.
Françoise: Nun, heute seid ihr hier im schweizerischen
Pratteln an den Metal Dayz... ein etwas kleineres Festival
im Vergleich zu Wacken, mit Betonung auf "etwas"...
Sean: Erst waren wir etwas besorgt wegen den Metal Dayz, weil
hier recht viele Death Metal Bands auftreten. Wir hatten aber
eine tolle Show und die Leute sind dennoch gekommen, um uns
zu sehen. Die Fans in der ersten Reihe haben ihre Matten geschüttelt
und wir hatten eine gute Zeit auf der Bühne. Wir möchten so
oft live spielen wie es nur möglich ist; die Leute sollen
unsere Live-message spüren. Live klingen wir viel kraftvoller
als auf den Scheiben.
Mike: Es kommt nicht auf die Grösse der Show an. Wir geben
immer alles, egal wieviele Leute da sind. Wir lieben es einfach,
auf der Bühne zu stehen!
Françoise: Ich denke mal, es gibt einen Unterschied
zwischen Shows in Europa und den Staaten.
Mikey: Ja, Gigs in Europa sind besser! Die Leute in Amerika
machen sich einfach zu viele Gedanken um die Coolness der
Musik...
Dave: Es gibt einfach zu viele Arten von Musik. In Europa
wird Heavy Metal viel ernster genommen. Das ist genau der
Punkt.
Sean: Die Europäer haben eben keine Angst vor Rockmusik. Hier
haben die Fans den grössten Spass in den Rock-Dizzen, sowas
gibt es in Amerika nicht. Die europäischen Fans spielen Luftgitarre
und headbangen bis zum Umfallen, es kümmert sie nicht, was
andere darüber denken. Das ist die Leidenschaft, die in jedem
Fan steckt. In Amerika erwacht der Metal wieder etwas aus
seinem Dornröschenschlaf. Es gibt Fans, die stehen bei uns
in die erste Reihe, bangen und erheben ihre Faust.... sie
fühlen die Kraft des Heavy Metal... Wir planen gerade eine
Tour durch Europa und hoffen, dass wir einige Gigs auf die
Reihe bekommen. Es ist wichtig, dass uns möglichst viele Leute
live zu Gesicht bekommen. Was meinst du dazu? Hat dir unsere
Show heute Spass gemacht?
Françoise: Oh, ja, das hat sie!
Sean: Ja? Yeah! Haha.
Françoise: Sagt mal, gibt es in den Staaten eigentlich
noch eine Metalszene?
Sean: Ja, sie kommt wieder zurück.
Mikey: Die Szene lebt stark im Underground.
Sean: Ja, aber sie kommt zurück. Es hat erst kürzlich wieder
angefangen. Zur Zeit befinden wir uns in einer glücklichen
Lage. Wir spielen in Hollywood, die Leute in San Diego sind
grossartig, Kalifornien...
Françoise: Sind das grosse Shows?
Sean: Etwa 400 bis 500 Leute. Die Gigs werden immer grösser.
Die Fans wollen wieder rocken, sie wollen Leder und Nieten
tragen, sie wollen Party, einfach eine gute Zeit.
Mikey: Ja, die Leute wollen wieder Leder und Nieten! Man findet
sowas wieder bei uns in den Klamottenläden, das ist ein gutes
Zeichen! In den Achtzigern war sowas cool, dann hiess es plötzlich,
dies sei der Teufel... das ist Humbug!
Sean: Heavy Metal ist überlebensfähig! Es kommen auch viele
Frauen und Kinder zu unseren Konzerten...
Mikey: Wir sehen auch ältere Leute an unseren Shows. Sie kommen
an und sagen, dass sie uns echt mögen. Nach dem Motto \"Ich
habe Heavy Metal noch nie gemocht, aber euch Jungs find ich
wirklich toll!\" Haha. Das ist das Spezielle an Cage.
Françoise: Das hört sich alles wunderbar an! Wie sieht
es in Zukunft aus? Irgendwelche Pläne?
Sean: Darüber haben wir doch eben gesprochen!
Françoise: Ich meinte jetzt eher auf Hinsicht einer
neuen Scheibe...
Sean: Wir haben bis jetzt vier oder fünf neue Songs. Einen
davon haben wir heute live gespielt, er nennt sich "Kill
The Devil". Es schien, als würden die Fans diesen Song
lieben, wie findest du das Stück?
Françoise: Klingt stark!
Sean: Unsere dritte CD soll dass grossartigste Heavy Metal
Album werden, das jemals eingehämmert wurde! Es soll sich
in einer Liste einreihen mit Namen wie "Unleash The Beast",
"Number Of The Beast", "Screamin´ For Vengeance"...
eine Legende eben... wir arbeiten sehr hart daran und schreiben
für diese Scherbe klassische Metalsongs. Wir haben jetzt auch
einen Deal in den USA, du kannst unsere "Astrology"-CD
in jedem Laden der Staaten finden. Das ist klasse für eine
Band wie uns! Im nächsten Jahr sollten wir mit dem neuen Werk
am Start sein, und wir möchten immer so viel live spielen
wie nur möglich, damit jeder die Power von Cage-Heavy Metal
spürt! Hört sich das nach einem guten Plan an?
Françoise: Das hört sich viel besser an als gut. Ich
bin ja mächtig gespannt!
Mikey: Das Besondere bei Cage ist, dass WIR die Fans sind.
Wir machen also sozusagen Musik von Fans für Fans. Wir machen
was uns Spass macht. Wir sind keine Rockstars, wir sind einfach
fünf Typen, die gerne Musik machen, und die Leute reagieren
äusserst gut darauf.
Sean: Es sind auch die Fans, die beim Rock Hard Wettbewerb
für uns gestimmt haben. Da waren 600 Bands am Start, und die
Fans haben uns gewählt. Die Fans sind das wichtigste. Heavy
Metal Bands bekommen keine Unterstützung vom Radio. Uns ist
somit auch die Fanbasis wichtig, die Liveshows. Das ist unsere
Strategie. Mit dieser Strategie haben wir in Wacken gespielt,
jetzt an den Metal Dayz, und jetzt dürfen wir mit dir hier
sitzen und ein Interview machen...
Mike: Ja, die Fans sind der Boss!
Sean: Genau deshalb wollten wir \"Kill The Devil\"
live bereits spielen. Niemand hat ihn je zuvor gehört, und
jetzt schwärmen bereits alle davon! Ja, das ist unsere Strategie...
und wir schätzen es sehr, dass du dir die Zeit nimmst, mit
uns ein Interview zu machen.
Françoise: Haha! Ok, letzte Frage. Was denkt ihr über
das Internet?
Sean: Uuääh, ich hasse das Bootlegging! Das Internet ist toll
für die Heavy Metal Webzines und den Austausch von Informationen.
Aber dieser Bootleg-Scheiss... Fuck that shit! Sag, hat dir
unser Konzert heute gefallen?
Françoise: Ja, doch!
Sean: Haben wir gerockt?
Françoise: Jaaaaaa!
Sean: Guuuut! (richtet sich an seine Bandkumpanen) Hat jemand
von euch irgendwelche abschliessende Kommentare? Nein? Ok,
dann ich! Hallo ihr da draussen, ein Hallo an alle Fans. Wir
danken euch für die grossartige Unterstützung. Wir sehen uns
auf Tour, sehr sehr bald, an einem Ort in eurer Nähe! Yauuu!