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Am Samstag und Sonntag stehen an der Ski-WM in St. Moritz die Abfahrer und Abfahrerinnen im Blickpunkt. Die Herren am Samstag, die Damen am Sonntag.Dieser Inhalt wurde am 07. Februar 2003 - 13:44 publiziert
Die Schweizer Abfahrer gehören zum erweiterten Favoritenkreis, die Damen sind Aussenseiterinnen.
Bei den Schweizer Herren war einzig der Lauberhornsieger Bruno Kernen im Abfahrtsteam gesetzt. Alle andern fuhren Ausscheidungsrennen. Im ersten Abfahrtstraining kamen dann Franco Cavegn und der Vierte im WM-Super-G, der Bündner Ambrosi Hoffmann, dazu.
Zahlreiche Medaillenanwärter
Didier Defago und Didier Cuche - beide haben in dieser Saison immerhin einen Super-G gewonnen - verloren im Training über dreieinhalb beziehungsweise viereinhalb Sekunden auf Hoffmann. Sie fuhren dann am Freitag den letzten Schweizer Startplatz gegeneinander aus. Glücklicher Vierter im Bund der WM-Abfahrer: Didier Cuche.
Aufgrund der Leistungen dieses Quartetts, müssten die Schweizer eigentlich eine Medaille "erfahren". Allerdings, die Gegner sind zahlreich und stark.
Allen voran die Österreicher (Eberharter, Trinkl, Walchhofer, Fritz Strobl und Maier), bei denen die Nomination von Hermann Maier interne Streitereien auslöste. Doch auch der Amerikaner Bode Miller oder der kanadische Newcomer Erik Guay könnten den Schweizern Medaillen wegschnappen. Nicht zu vergessen die beiden Norweger Lasse Kjus und Kjetil Andre Aamodt.
Schweizer Knacknuss
Bei den Schweizer Damen waren Corinne Rey-Bellet, Sylviane Berthod und Catherine Borghi gesetzt. Lediglich Monika Dumermuth und Nadia Styger mussten zur Ausscheidung antreten. Die gute Leistung der beiden bereitete den Schweizer Verantwortlichen dann allerdings etliches Kopfzerbrechen.
Dumermuth und Styger hatten schon im ersten Abfahrtstraining mit den Plätzen 2 und 6 überzeugt. Jene starken Fahrten waren indes noch mit den Wetter-Verhältnissen begründet worden, die im Vergleich zu den zuvor gestarteten Fahrerinnen deutlich besser waren.
Als die beiden Frauen dann im zweiten Training die beiden besten Zeiten fuhren, schien es, als müssten die Schweizer Verantwortlichen über die Bücher.
Die Gesetzten blieben allerdings gesetzt, und den vierten Startplatz erhielt Monika Dumermuth.
Nach dem 2. Platz im ersten Training und ihrer Bestzeit im zweiten hinterliess die bald 26-Jährige, die in der Nähe von Thun im Berner Oberland wohnt, auch im Abschlusstraining als Zweite, nur sieben Hundertstel hinter der Deutschen Hilde Gerg, einen hervorragenden Eindruck. Sie distanzierte Corinne Imlig um 32, Nadia Styger um 56 Hundertstel.
Pistenbauer Russi
Einst war der Schweizer Bernhard Russi einer der besten Skifahrer, heute ist er ein gefragter Pistenbauer. Der 54-jährige hat seit 1988 15 Abfahrten bei Olympischen Winterspielen und Weltmeisterschaften konzipiert. So war sein Rat auch in St. Moritz gefragt.
Aus der durchschnittlichen und wenig attraktiven Herren-Abfahrtsstrecke in St. Moritz hat Russi ein selektives Spektakel gemacht.
"Ich wusste, wo die Schwächen der Strecke liegen", sagt Russi. Den steilsten Starthang der Welt mit einem Gefälle von 100 Prozent und einer Neigung von 45 Grad (von Null auf 130 in 7 Sekunden) hat Russi nicht nur kreiert, um auf die erforderlichen 800 Meter Höhendifferenz zu kommen.
"Es ist wichtig, dass eine Abfahrt mit einem Knaller beginnt", sagt Russi. "Am Start werden die Zuschauer abgeholt."
Die Schweiz schaut TV
Russi dachte da vor allem an die TV-Zuschauerinnnen und Zuschauer. Die alpine Ski-Weltmeisterschaft 2003 ist bisher ein Fernseh-Ereignis.
Die Reise nach St. Moritz nehmen nur wenige Sportbegeisterte auf sich, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Und diejenigen, die kommen, reisen aus Österreich an.
Bahn unter den Erwartungen
Fünf Tage nach Eröffnung der Ski-WM macht sich bei der Rhätischen Bahn (RhB) Ernüchterung breit. Ihr Top-WM-Rail-Ticket mit einem Rabatt von 30 Prozent zieht nicht. Nur wenige Besucher haben bislang ein Bahnbillet nach St. Moritz gelöst.
Die RhB hat für die WM in den Zügen eigene Platzkontingente für bis zu 2500 Reisende pro Tag geschaffen. Doch von den total 21'000 Plätzen für die zwei WM-Wochen sind bis heute nur knapp 3000 gebucht worden. Mehr als zwei Drittel davon für die Herren-Abfahrt vom Samstag.
swissinfo, Urs Maurer
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