Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03622.jsonl.gz/702

Die steigende Nachfrage während der Covid-19-Pandemie hat den PC-Markt zwar beflügelt. Aber der Markt blieb aufgrund von Lieferschwierigkeiten sowie Chipknappheit angespannt. Man habe erwartet, so Canalys in einem Blogeintrag, dass die Engpässe im Jahr 2022 nachlassen würden. Aber das scheine jetzt unwahrscheinlich.
Innert wenigen Tagen nach dem Einmarsch Russlands in der Ukraine seien die Preise für Energie und Rohstoffe in die Höhe geschnellt. Dies werde sich bald auch auf den westeuropäischen PC-Markt auswirken, so die Canalys-Analystin Trang Pham.
Die Nachfrage von Endkunden und dem Channel bleibe zwar stark. Aber steigende Energie- und Rohstoffpreisen würden die Wirtschaft und Kaufkraft belasten. Hinzu komme die Abhängigkeit Westeuropas von Öl und Gas aus Russland.
Zudem würden Fluggesellschaften aufgrund der Luftraumsperren steigende Frachtkosten für Flüge zwischen Europa und Asien wahrscheinlich auf die Verbraucher abwälzen, heisst es weiter. Dies übe zusätzlichen Druck auf die ohnehin schon belastete Lieferkette aus.
Ukraine ist wichtiger Gaslieferant für Chipproduktion
Russland produziere viel Neon, weil es eine grosse Stahlindustrie hat, die viel Sauerstoff benötigt. Das Land schicke es dann in die Ukraine, wo das Neon extrahiert und für den Export gereinigt werde, schreibt das Beratungshaus Techcet. Laut Canalys liefert die Ukraine global mehr als die Hälfte des gereinigten Neons, das für die Halbleiterproduktion verwendet werden kann. Zumindest war das vor der Invasion der Fall.
Die Gaspreise seien bereits vor dem Krieg gestiegen, aber die russische Invasion in der Ukraine habe die Situation noch verschlimmert, so der Leiter eines japanischen Gashändlers zum US-Magazin. Als Russland 2014 auf der Krim einmarschierte, seien die Neon-Preise um mindestens 600% in die Höhe geschnellt.