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FAQ
Wie lange dauert ein Beobachtungsintervall?
Ein Beobachtungsintervall dauert optimalerweise 10 Minuten. Längere Beobachtungsintervalle sind nicht anzustreben, da diese Methode doch einigermassen anstrengend für die Augen sind. Sich nach 10 Minuten jeweils eine Pause von 10 Minuten zu gönnen, ist deshalb unbedingt zu empfehlen. Störungen oder Unterbrechungen während des Beobachtungs-Intervalls (z.B. durch Wolken, die sich vor den Mond schieben) bedeuten das Ende des Beobachtungsintervalls. Ist eine Fortsetzung der Beobachtungen möglich, kann mit den nächsten Beobachtungsintervall begonnen werden.
Es ist offensichtlich nichts los am Nachthimmel, soll ich trotzdem über ausharren?
Ja. - Nullbeobachtungen oder Beobachtungen über sehr geringe Zugfrequenzen sind genau so wichtig wie hohe Zugfrequenzen und können nur richtig berechnet und beurteilt werden, wenn sie genauso abgesichert sind wie alle anderen Daten.
Zu welchem Zeitpunkt können Mondbeobachtungen durchgeführt werden?
Idealerweise beginnt man mit den Beobachtungen erst 2 Nächte (max. 3) vor der Vollmondnacht und führt sie auch nur während 2 Nächten (max. 3) nachher weiter.
Welche meteorologischen Bedingungen müssen erfüllt sein, um zuverlässige Beobachtungen machen zu können?
Nur bei wolkenlosem Himmel lassen sich absolut zuverlässige Beobachtungen durchführen. Bedecken Wolken den Himmel auch nur teilweise, steigt die die Gefahr, Beobachtungsintervalle immer wieder nach kurzer Zeit beendet werden müssen.
Bis in welche Höhen können Zugvögel durch die Mondbeobachtungen erfasst werden?
Bei klaren Verhältnissen können Vögel bis in eine Höhe von ca. 1.5 km beobachtet werden.
Was sind die Vorteile dieser Vogelzugforschungsmethode?
Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass jeder Hobbyornithologe ein Fernrohr besitzt und ohne grossen Lernprozess an diesen Beobachtungen teilnehmen kann. So gelingt es uns auf eine kostengünstige Art und Weise den Vogelzug simultan über diverse Länder zu erfassen und zu vergleichen.
Welche andern Vogelzugforschungsmethoden werden an der Schweizerischen Vogelwarte noch angewandt?
An unserem Institut setzen wir neben Moonwachting für die Zugforschung auch Radargeräte, eine Infrarotkamera und/oder die Beringung ein. Die Kombination der Methoden trägt entscheidend zum Erfolg bei.
Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen, um Mondbeobachtungen selber machen zu können?
Man muss nur etwas Geduld, Ausdauer und ein Fernrohr mitbringen, um sich an Vogelzugbeobachtungen vor dem Vollmond beteiligen zu können. Am Anfang kann es vorkommen, dass Sie winzige Vogelsilhouetten verpassen. Hat man aber erst einmal einzelne Vögel vor dem Mond vorüberziehen gesehen, kann dieses faszinierende Bild leicht süchtig machen... :-)
Gibt es Probleme, die bei Mondbeobachtungen auftreten können?
Ganz wichtig ist es, dass man nie länger als 10 Minuten aufs Mal durchs Fernrohr den Mond betrachtet. Der Mond ist ein ausserordentlich heller Himmelskörper und für unser Auge ist es sehr anstrengend, während längerer Zeit diesem hellen Licht ausgesetzt zu werden. Eine Pause in regelmässigen Abständen ist dringend zu empfehlen. Der Einsatz einer Sonnenbrille kann die Ermüdung der Augen etwas lindern. Die Empfehlung, nicht länger als 10 Minuten am Stück zu beobachten, bleibt davon unberührt.
Ist ein grösseres Vogelzugforschungsprojekt geplant, wo man sich beteiligen könnte?
Momentan ist kein grösseres Vogelzugforschungsprojekt geplant, in welcher wir diese Methode einsetzen würden.
Begriffserklärungen zum MoonwatchingEntdeckungswahrscheinlichkeit: Die Entdeckungswahrscheinlichkeit eines Vogels hängt von seiner Distanz zum Beobachter, von der Sehleistung des Beobachters und von den Umweltbedingungen ab.
Zugintensität (MTR, Migratory Trafic Rate): Die Zugintensität wird in Vögeln pro km und Stunde angegeben. Über einen komplexen Rechenvorgang schliessen wir aus der Zahl der Beobachtungen auf die Gesamtzahl ziehender Vögel. Typische Werte liegen bei unseren Beobachtungen bei 500 - 2000.
MTR-gewichtete Richtungsverteilungen: Für realitätsnähere Darstellungen der Richtungsverteilungen ist die Einbeziehung der MTR und damit der Entdeckungswahrscheinlichkeit notwendig. Nieder fliegende Vögel beispielsweise wären ohne Berücksichtigung ihrer Entdeckungswahrscheinlichkeit (sie sind nur sehr kurz im Sichtkegel zwischen Auge und Mond) unterrepräsentiert.