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Die Basler Architekten Max Rasser und Tibère Vadi errichteten das Haus Sulzer zwischen 1953 und 1956 im westlichen Teil Riehens. Das moderne Flachdachgebäude ist ein Musterbeispiel für die frühe Schweizer Nachkriegsmoderne.
Die beiden Basler Architekten Max Rasser (1914–2000) und Tibère Vadi (1923–1983) errichteten im Auftrag des Riehener Lehrers Max Sulzer von 1953 bis 1956 einen Flachdachbau auf einer leicht abfallenden Parzelle östlich des Riehener Dorfkerns. Das Gebäude an der Schlossgasse 23 ist ein Beispiel der frühen Schweizer Nachkriegsmoderne. Es hebt sich unter anderem durch das Zusammenspiel unterschiedlicher, kontrastierender Materialien von der traditionellen Bauweise ab.
Der Bauherr Sulzer sah sich bei der Baueingabe 1953 mit Behörden konfrontiert, die um ein harmonisches Architekturbild in Riehen bemüht waren und den Flachdachbau deshalb zunächst ablehnten. Bis die Baukommission das Gesuch im März 1954 dennoch bewilligte, hatte sich der Baubeginn um ein halbes Jahr verzögert.
Nach der Fertigstellung des Gebäudes bewohnte es der Bauherr mit seiner Familie, in deren Besitz es bis heute ist. 2017 setzte der Basler Autor Alain Claude Sulzer, Sohn des Bauherrn, seinem Elternhaus im Roman ‹Die Jugend ist ein fremdes Land› ein literarisches Denkmal. 2019 beschloss die Basler Regierung gegen den Willen der Basler Denkmalpflege, das Haus Sulzer nicht unter Schutz zu stellen. Gegen den Entscheid legte die Freiwillige Denkmalpflege und der Basler Heimatschutz jedoch Rekurs ein. Das Basler Appellationsgericht gab ihnen recht und der Regierungsrat musste das Haus 2021 unter Denkmalschutz stellen.
Das Haus Sulzer liegt an einem leicht abfallenden Hang und besteht aus zwei so aneinander gefügten Baukörpern, dass sie sich stimmig in das Gelände einpassen. Der Flachdachbau vereint massive Bauteile aus Bruchsteinmauern mit holzverkleideten Elementen zu einem spannungsvollen Ganzen. Auf der Südseite gibt die grosszügige Fensterfront des Wohnbereichs den Blick zur Auwiese frei. Die Schlafräume sind im zweigeschossigen Nordwesttrakt untergebracht.
Autorin / Autor: Luzia Knobel | Zuletzt aktualisiert am 26.12.2022
Nagel, Anne und Klaus Spechtenhauser: Riehen. Kanton Basel-Stadt. Hg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 2014. S. 71f.
Sulzer, Max: Einfamilienhaus in Riehen bei Basel. Max Rasser und Tibère Vadi, Architekten BSA, Basel. In: Das Werk. Architektur und Kunst, Bd. 43, Heft 3 (1956). S. 65–70.