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Was macht Sand eigentlich zu Sand? Wie unterscheidet er sich beispielsweise von Staub?
Sand kann unterschiedliche Zusammensetzungen haben – entscheidend für die Bezeichnung «Sand» ist jedoch die Korngrösse von 0,063 bis 2 Millimeter. Im Normalfall besteht Sand aus Mineralien, die je nach Ort unterschiedlich zusammengesetzt sind. Oft ist ein grosser Teil davon Quarz. Aber wie wird Sand zum Strand? Sedimente, also Gesteinsmaterial, sowie Partikel von Muscheln gelangen aus Flüssen ins Meer, kommen durch Strömungen aus der Tiefsee oder werden vom Meer über Jahrhunderte und Jahrtausende von Felsküsten abgetragen. Wenn sie sich an flach abfallenden Küsten ablagern, entsteht daraus ein Strand. Sehr viele touristisch genutzte Strände werden mittlerweile aber künstlich aufgeschüttet, da durch Sandabbau und Klimawandel manche Sandstrände schrumpfen. Sand ist nämlich auch ein wichtiger Rohstoff, zum Beispiel für die Glasherstellung.
Was ist kein belegtes Phänomen?
Quietschender Sand kann unter bestimmten Bedingungen an Sandstränden auftreten. Voraussetzungen sind ein durchlässiger Untergrund, eine bestimmte Schichtung nach Sandkorngrösse, Feuchtigkeitsgehalt des Sandes und dass die Körner glatt abgeschliffen sind. Er quietscht tatsächlich bei jedem Schritt, wenn man darüber geht. In Australien ist ein ganzer Strand nach diesem Phänomen benannt, der Squeaky Beach. Auf Hawaii gibt es einen Strandabschnitt, bei dem das Quietschen eher an Hundegebell erinnert und der daher Barking Sands heisst. Singenden Sand gibt es ebenfalls. Hier erzeugt der Wind, der die Sandkörner an Dünen in Wüsten bewegt, unter bestimmten Umständen Töne, die je nach Ursprungsort unterschiedliche Frequenzen haben und die auch 100 Dezibel laut werden können. Das erzeugte Töne, die als Singen, Brummen oder Schreien beschrieben werden. Stridulieren bedeutet zirpen wie es zum Beispiel Grillen tun.
Wie hoch kannst du eine Sandburg bauen, wenn ihr Fundament einen Durchmesser von 40 Zentimetern hat?
Ein internationales Forscherteam hat tatsächlich einmal die Formel für eine perfekte Sandburg ausgerechnet. Die maximale Höhe unter idealen Sandbedingungen errechnet sich so: hmax ∼ R2/3. (Maximale Höhe entspricht dem Radius hoch zwei Drittel) Am besten baut man Sandburgen, wenn der Sand einen Feuchtigkeitsanteil von einem Prozent hat und die Korngrösse im Durchschnitt 0,1mm bemisst. Dann geht auch die Formel auf. Ein Radius von 20 Zentimetern, also ein Durchmesser von 40 Zentimeter, ergibt unter diesen Bedingungen eine stabile Sandburg, die 2,5 Meter hoch sein kann.
Manch einer träumt von endlosen Strandspaziergängen – wo kann man am längsten spazieren?
Mit 254 Kilometer ununterbrochener Länge ist der Praia do Cassino der längste Sandstrand der Welt. Er erstreckt sich von Molhes da Barra bis zur Grenze zu Uruguay. Konkurrenz gibt es an der französischen Atlantikküste: 255 Kilometer Sandstrand erstrecken sich von der Mündung der Gironde bis zur spanischen Grenze – allerdings mit kleinen Unterbrechungen. Daher hat es doch der Praia do Cassino ins Guinness Buch der Weltrekorde geschafft. In Australien gibt es den Ninety Mile Beach. Er ist etwa 151 Kilometer lang.
Was macht manche Strände grün?
Grüne Strände, wie der Papakolea Beach auf Hawaii, entstehen durch das grünliche Mineral Olivin. Eine so hohe Konzentration von Olivin-Kristallen im Sand ist sehr selten und es gibt weltweit nur eine Handvoll grüner Strände, zum Beispiel auch der Punta Cormorant, auf einer Insel im Süden des Galapagos Archipels. Nicht gar so selten sind weisse Strände, die vor allem in der Südsee durch Ausscheidungen des Papageifisches entstehen. Dieser knabbert nämlich seine Nahrung von Korallen ab und scheidet die unverdaulichen Anteile als weisse Sedimentwolke aus Korallenkalk wieder aus. Nicht alle weissen Strände entstehen so: Kalkhaltiges Gestein und Bruchstücke von Muscheln und Korallen können Strände auch ohne den Umweg durch Fischgedärm ebenso weiss erstrahlen lassen, wie ein sehr hoher Quarzgehalt. Der offiziell weisseste Strand der Welt, Hyams Beach in Australien, besteht zum Beispiel aus fast reinem Quarzsand. Schwarze Strände wiederum sind durch Lavagestein entstanden, so zum Beispiel auch auf Hawaii oder Island. Es gibt auch rötliche oder rosafarbene Strände, die ihre Farbe aus unterschiedlichen Gründen bekommen, zum Beispiel durch verwitterte Muscheln und Korallenstückchen oder durch oxidierende Eisenpartikel, also Rost.