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Bangladesch ist ein junges Land und ist seit 1971 als eigenständiger Staat anerkannt. Mit 171 Mio. Einwohner (Stand 2022) auf 147’600 km2 ist das Land eines der bevölkerungsreichsten der Welt.
Die Geburtenzahlen sind seit 20 Jahren rückläufig.
Die Einwohnerzahl wird deshalb ca. 2050 mit rund 200 Mio. das Maximum erreichen und anschliessend sinken.
Geschichte
Das eigentliche Drama begann mit der Kolonialherrschaft durch die Briten. Im Museum von Dhaka hängt dieses Schriftstück, dass die unerhörte Arroganz und Skrupellosigkeit der damaligen Kolonialherren treffend zum Ausdruck bringt.
«Ich bin durch ganz Indien gereist und habe nicht einen Menschen gesehen, der ein Bettler oder Dieb ist, so viel Reichtum ist in diesem Land, solch hohe moralische Werte, Menschen von solchem Kaliber, dass ich nicht glaube, dass wir dieses Land jemals erobern würden, wenn wir nicht das Rückgrat dieser Nation brechen, nämlich ihr spirituelles und kulturelles Erbe. Und deshalb schlage ich vor, dass wir ihr altes und altertümliches Bildungssystem, ihre Kultur ersetzen, denn wenn die Inder denken, dass alles, was fremd und englisch ist, gut und größer ist als ihr eigenes, dann verlieren sie ihr Selbstwertgefühl, ihre einheimische Kultur, und sie werden zu dem, was wir von ihnen wollen, zu einer wirklich dominierten Nation.» Febr. 1835
Der Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft, angeführt von Mahatma Gandhi, führte zur Unabhängigkeit Indiens. Aus diesem Subkontinent wurden zwei Staaten: Indien und Pakistan. Doch Pakistan selbst war schon zweigeteilt, in West- und Ostpakistan. Zwischen diesen lagen rund 2`000 Kilometer indisches Gebiet. Allein diese Aufteilung war schon zum Scheitern verurteilt. Der Islam sollte die Brücke bilden, doch kulturell und ethnisch verband die beiden Teile nichts. Der Westen Pakistans war ein Vielvölkerstaat mit mehreren Sprachen, im Ostpakistan lebten die Bengalen und sprachen Bengali. Aber die wurde nicht als offizielle Amtssprache anerkannt, obwohl dort mehr Menschen lebten als in Westpakistan. Der Westen dominierte.
Ein blutiger Freiheitskrieg führte 1971 zur Abspaltung Ostpakistans und zur Gründung des neuen Staates Bangladesch. In diesen Krieg griff auch Indien ein, weil Flüchtlinge aus Ostpakistan Grossstädte wie Kalkutta nahe an den Kollaps brachten. Mit militärischer Hilfe Indiens wurde die pakistanische Armee vertrieben.
Als klar wurde, dass dieser Krieg für Westpakistan verloren war und Ostpakistan ein unabhängiger Staat werden würde, geschah eines der grausamsten Kriegsverbrechen in jüngster Zeit. Wissenschaftler, Lehrer, Anwälte, Richter, Geistliche, Schriftsteller, Journalisten und Studenten wurden systematisch umgebracht. Danach lag nicht nur die Infrastruktur am Boden, sondern der junge Staat wurde auch noch seiner Elite beraubt. Die Wunden sind bis heute nicht ganz verheilt, aber die junge Generation ist stolz auf ihr Land und schaut positiv und motiviert in die Zukunft.
Geografie
Bangladesch wird vom Anstieg des Meeresspiegels besonders hart getroffen. Bei 10 Meter Anstieg (in den nächsten 200 Jahren zu erwarten), wird ein Drittel des Landes überflutet sein (grüne Fläche im kleineren Bild). Die Hauptstadt Dhaka und RESI wird dann am Strand liegen.
Hauptstadt Dhaka
In den letzten Jahren entstanden grosse Firmen in und um Dhaka. Die Regierung versucht Neugründungen auf das Land zu verlegen, weil der Verkehr in Dhaka abends regelmässig zusammenbricht. Es gibt wohl sehr grosse bengalische Firmen wie Walton oder Aman-Groupe, aber chinesische Firmen dominieren bei Grossprojekten wie Brückenbau oder Eisenbahnbau.
Seit ein paar Jahren ist ganz Dhaka eine riesige Baustelle. Ein Konsortium aus italienischen und thailändischen Baufirmen erhielt den Auftrag, eine Metro zu erstellen. Im sandigen Untergrund ist eine unterirdische Linienführung nicht möglich. Ausserdem liegt die Stadt weniger wie 20 Meter über Meer. Die Regierung entschied sich daher für eine Hochbahn. Mit vielen Überführungen wird sie bald die verstopften Strassen überspannen.
Eine erste Strecke mit 9 Stationen wurde 2022 in Betrieb genommen. 112 weitere Stationen sind geplant, bzw. vorgeschlagen.
Bilder von Wikipedia
Eine Fahrt kostet etwa 20 Rappen.