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Die US-Wettbewerbsbehörde Federal Trade Commission (FTC) hat eine weitere Klage gegen den Online-Konzern Amazon eingereicht. Dabei nimmt die FTC nun das «Marktplatzgeschäft» des US-Unternehmens ins Visier und wirft ihm eine Monopolstellung vor.
Die Kartellklage der FTC gemeinsam mit 17 US-Bundesstaaten sei vor einem Bundesgericht in Seattle eingereicht worden, teilte die Behörde in New York mit. Darin wird Amazon vorgeworfen, Konkurrenten von Dienstleistungen im Online-Marktplatzgeschäft auszuschliessen und den Wettbewerb zu unterdrücken.
Zudem beschuldigt die Behörde den Konzern, die Händler dazu zu zwingen, seine eigenen Logistik- und Lieferdienstleistungen zu nutzen. Im Gegenzug würden sie dann prominent auf der Plattform platziert werden. Zudem bestrafe Amazon Verkäufer, welche ihre Waren auf konkurrierenden Internetseiten günstiger anböten.
Amazon sei ein Monopolist und nutze seine marktbeherrschende Stellung derart, dass Käufer und Verkäufer mehr für einen schlechteren Service zahlen müssten, sagte die FTC-Vorsitzende Lina Khan in einer Pressekonferenz. Verkäufer zahlten pro zwei verdienten US-Dollar einen Dollar an Amazon.
Der Online-Markthandel kritisierte die FTC-Klage und nannte sie falsch, was die Fakten und Gesetze betreffe. Er kündigte an, dies vor Gericht auszutragen.
Der Senior Vice President von Amazon, David Zapolsky, kritisierte die Klage. Sie mache deutlich, «dass sich die FTC von ihrem Auftrag, Verbraucher und Wettbewerb zu schützen, radikal entfernt hat». Die von der FTC angezweifelten Praktiken haben nach seinen Worten dazu beigetragen, Wettbewerb und Innovation im Einzelhandel zu fördern.
Sie haben Zapolsky zufolge «zu einer grösseren Auswahl, niedrigeren Preisen und schnelleren Lieferzeiten für Amazon-Kunden geführt und den vielen Unternehmen, die in Amazons Shop verkaufen, grössere Chancen eröffnet». Setze sich die FTC durch, würde dies zu geringerer Produktauswahl, höheren Preisen, langsameren Lieferungen für Verbraucher und geringeren Möglichkeiten für kleine Firmen führen.
Der Amazon-Marktplatz ist ein Herzstück im E-Commerce-Geschäft des Onlinekonzerns. Hier verkaufen Drittparteien ihre Produkte und zahlen für die Nutzung der Plattform eine Gebühr pro verkauftem Artikel an Amazon. Hinzu kommt die Option, ebenfalls gegen eine Gebühr die verschiedenen Amazon-Dienstleistungen in Logistik und Lieferung oder Werbung zu nutzen.
Der Marktplatz macht mittlerweile mehr als die Hälfte der Umsätze im Online-Geschäft von Amazon aus. Verkäufer monieren seit Jahren, dass es sich dabei um eine eher einseitige Beziehung handele. Amazon würde seine Regeln eigenmächtig durchsetzen und bei Beschwerden im Gegenzug nur langsam reagieren.
In der aktuellen Beschwerde der FTC heisst es, Amazon verstosse nicht deshalb gegen das Gesetz, weil es gross sei. Vielmehr lege der Konzern «ein Ausschlussverhalten an den Tag, das aktuelle Wettbewerber am Wachstum und neue Wettbewerber am Aufkommen hindert».
«Unsere Beschwerde legt dar, wie Amazon eine Reihe von Straf- und Zwangstaktiken eingesetzt hat, um seine Monopole unrechtmässig aufrechtzuerhalten», sagte Khan laut Mitteilung. Die Klage ziele darauf ab, «Amazon für diese monopolistischen Praktiken zur Rechenschaft zu ziehen» sowie freien und fairen Wettbewerb wiederherzustellen.
Die Kartellklage ist die vierte Klage, welche die FTC gegen Amazon einreicht. Die Behörde untersucht die Geschäftspraktiken des Unternehmens seit Jahren. Zuletzt verklagte die Behörde, die in den USA sowohl über das Wettbewerbsrecht als auch den Verbraucherschutz wacht, Amazon im Zusammenhang mit seinen kostenpflichtigen Prime-Abos, die schwer zu kündigen seien.
In zwei weiteren Klagen warf die FTC dem Konzern mangelnden Datenschutz bei seinem Sprachassistenten Alexa sowie seinen Ring-Überwachungskameras und -Alarmen vor. Hier stimmte Amazon kürzlich Strafzahlungen von gut 30 Millionen US-Dollar zu, hielt aber fest, in der Sache mit der FTC nicht übereinzustimmen.
(t-online/dpa)
Die europäische Autoindustrie will von der Politik mehr Anreize für den Kauf von Elektroautos. In einem am Mittwoch vorgestellten Manifest fordert der Branchenverband Acea eine «Ausweitung von Kaufanreizen, Beschaffungsprogrammen und Steuervorteilen für Verbraucher und Unternehmen».