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27. August – 4. September Grenze China – Bischkek
Alle freuten sich China zu verlassen um in Kirgistan wieder etwas mehr Freiheit leben zu dürfen. Der Grenzübertritt ging reibungslos und zügig.
Nun, in Kirgistan sind wir in einer anderen Welt. Die wunderschöne Landschaft und die liebenswürdigen gastfreundlichen Menschen gefallen uns sehr. Das Land ist aber auch noch sehr Russisch geprägt mit den Gebäuden, Strassen und Kontrollen.
Kirgistan liegt zwischen 39° und 43° nördlicher Breite. Gewaltige Kräfte formten die Landschaften Kirgistans und komprimierten auf kleinem Gebiet vielfältige geologische Formen. Ihre Entstehungsgeschichte begann tausende von Kilometern
südlich mit dem Anprall der Indischen Platte vor vielen Mio. Jahren. An dieser „Schweissnaht“ wurde der Himalaya in die Höhe gedrückt, und die Kraft reichte noch in hunderten von Kilometern Entfernung aus, mehrere Siebentausender
himmelwärts zu treiben. Der Tien-Schan nimmt zwei Drittel des Landes ein und wird von 90 Bergketten durchzogen. In seinem Zentrum türmt sich der Tien-Schan zu einem gewaltigen Gebirgsknoten mit dem nördlichsten Siebentausender und dem zweitgrössten
Gebirgssee der Welt. Er ist aus Schiefern, Sandstein, Kalkstein, Marmor, Gneisen und Graniten aufgebaut.
Es leben etwa 5 Millionen Einwohner, davon 65 % Kirgisen, 20 % Russen, Rest andere hier. Vorwiegend sunnitische Moslems. Sie haben ein gutes Zusammenleben
und verschleiern sich auch nicht. Viele gehen nach Russland, weil sie da ein besseres Einkommen erhoffen.
Viele Kirgisen sind Nomaden, züchten Vieh und leben in ihren Jurten. Die Halbnomaden ziehen im Winter in tiefere Lagen. Sie betreiben alle
Viehzucht und kein Ackerbau. Diesen kann man in den Stadt- und tieferen Regionen sehen. Der Reichtum der Nomaden sind Pferde (Acker- wie auch Rennpferde) und Schafe. Jedes 3-jährige Kind bekommt ein Fohlen.
Mit 20 – 30 Pferden ist man schon
ein sehr reicher Mann.
Ueber den Torugart-Pass kommend standen wir am Catyr-Kul-See (Zeltsee). Er liegt in einer Felswüste auf 3530 m und ist der drittgrösste See Kirgistans. Das sumpfige Gewässer ist eine Naturschutzzone. Schwarze
Kraniche rasten hier auf ihren jahreszeitlichen Wanderungen. Wir sind in der Region Naryn. Dieser Teil Kirgistans ist der höchste, kälteste und am dünnsten besiedelte des Landes. Hier kommen die echten Kirgisen her.
Weiter Richtung Tas-Rabat
wollen wir eine echte Karawanserei besuchen. Es glitzert und glimmert um uns herum und mit dem vorbeiziehenden Bächlein erleben wir hier eine wunderbar friedliche Stimmung. Die Karawanserei wurde im 15. Jhd. aus Naturstein an einem Hang erbaut. 1984 wurde
sie restauriert. Es ist die einzig erhaltene Karawanserei die Tschingis-Kahn nicht zerstört hatte. Sie liegt abseits der Strasse und nicht einsehbar für die vorbei ziehenden Krieger. Der Sonnenaufgang war traumhaft. Wie alles so langsam ins goldene
Licht getaucht wird, einfach schön. Alle Fotografen standen natürlich draussen.
Leider müssen wir diesen wunderschönen Ort wieder verlassen. Tanken, Einkaufen alles was man halt so braucht. Es gibt hier viel Alkohol zu kaufen, denn
er wird gerne und oft getrunken, was auch wieder Auswirkungen auf die Fahrweise hatte. Die Strasse ist hier sehr abenteuerhaft, aber die Chinesen wollen auch hier neue Strassen bauen. Sie nutzen Kirgistan als Transitland, wohin auch immer… .
Bevor
wir über den Dolon-Pass 3‘020 m bis zum Issikul-See fahren besuchten wir in Kochkor eine Filzerei. Hier liegt die auf Anregung der Schweizer Helvetas gegründete örtliche Handarbeits-Initiative „Altyn Kol“ (goldene Hand),
in der sich etwa 200 Frauen von Kochkor zusammengefunden haben, um Teppiche und andere Gegenstände aus Filz zu fertigen und zu verkaufen.
In der Gegend gibt es auch viele Jurtensiedlungen, die als Feriendestinationen angeboten werden. Auch kommen
viele Bergsteiger – via Flugzeug – in dieses schöne Land.
Ein Engländer kam mit einem Taxi zur Grenze und wollte in Kirgistan einreisen. Der musste 200 Euro bezahlen, weil er für diesen Einreiseort keine Bewilligung hatte.
Im Osten birgt Kirgistan seine beeindruckensten Naturwunder – die höchsten Tien-Schan-Gipfel und den nach dem Titicaca-See zweitgrössten Hochgebirgssee der Welt, den Issyk-Kul-See. An diesem wunderschön gelegenen Ort verbrachten wir
4 sehr entspannte Tage.
Der See entstand bei der Erhebung von zwei Bergketten und daraus entstand eine 702 m tiefe Spalte. Er ist 180 km lang und misst 60 km an seiner breitesten Stelle. Wenn das Licht der Abendsonne auf den See fällt, gleichen
die Viertausender einer Platinkrone auf dunkelblauem Samt.
In unserem grossen Topf kochten wir Teigwaren, Fondue und eine leckere Gerstensuppe. Mmh, schmatz. Alle genossen das sehr.
Alles wurde geputzt, entstaubt, geflickt oder sonst herumgebastelt.
So konnten wir guten Mutes unsere Weiterreise antreten. Es wurde uns gesagt, dass wir vorsichtig fahren müssen, dass es viele Kontrollen gebe und dass wir an der Grenze zu Kasachstan ja nicht anhalten und fotografieren dürfen.
In Bischkek
stehen wir neben einem schönen Hotel. Das Hotel würde 180 $ kosten. Sehr teuer für kirgisische Verhältnisse. Wir sahen aber auch auf unserer Stadtführung, dass es wohl sehr wohlhabende Leute hier gibt, denn sie sind alle modern und
gut gekleidet und fahren teure Autos. Das Zentrum wird von einem Gitternetz breiter, schattiger Boulevards durchzogen, die Plätze mit Denkmälern und markanten öffentlichen Gebäuden miteinander verbinden. Die Architektur ist zwar eindeutig
sowjetisch und von Beton dominiert, vereint aber traditionelle Elemente und moderne Bauweise zu einem typischen Stil.
Der Besuch des Basars war wieder ein Erlebnis. Die Metzgereien boten ihr Bestes an, Fleisch, Wurst und Sonstiges in allen Variationen.
Tolle Fotomotive.
Am Abend genossen wir ein typisches kirgisisches Essen mit viel Fleisch. Allen passte das sehr, denn in China gab es vorwiegend Gemüse.
Das schöne Wetter begleitet uns weiterhin und wir werden noch einige Tage in diesem
wunderschön friedlichen Land verbringen.