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Die Ziele des Vertrages sind die Erhaltung pflanzengenetischer Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (PGREL), die nachhaltige Nutzung von PGREL sowie die Aufteilung der sich aus ihrer Nutzung ergebenden Vorteile.
Der internationale Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (IV-PGREL) trat am 29. Juni 2004 in Kraft. Heute sind 137 Staaten Vertragsparteien. Die Schweiz ratifizierte den Vertrag am 22. November 2004. Dieser steht im Einklang mit dem Übereinkommen über biologische Vielfalt (CBD) und soll die Erhaltung und nachhaltige Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (PGREL) sowie die gerechte Aufteilung der daraus entstehenden Vorteile sichern.
Der Vertrag ist ein zentrales Instrument zur Sicherstellung der landwirtschaftlichen Pflanzenvielfalt, auf welche die
Landwirtinnen und Landwirte sowie die Züchterinnen und Züchter angewiesen sind, um den globalen Herausforderungen begegnen zu können. Zu diesen Herausforderungen gehören die wachsende Weltbevölkerung oder auch der Klimawandel, der die Züchtung von hitzeresistenten bzw. feuchtetoleranten Sorten nötig macht. Der Zugang zu den PGREL und der gerechte Vorteilsausgleich aus ihrer Nutzung werden im Rahmen des vom Vertrag etablierten Multilateralen Systems (MLS) geregelt. Die Transaktionen zwischen Lieferanten und Nutzern von Ressourcen erfolgen über standardisierte Materialübertragungsvereinbarungen (SMTA). Jedes Jahr werden mehrere tausend SMTA getroffen, grösstenteils von den Zentren der Beratungsgruppe für internationale Agrarforschung (CGIAR). In der Schweiz wurden seit 2007 von der nationalen Genbank 132 SMTA zu mehr als 1753 Akzessionen ausgestellt.
Das 6. Treffen des Lenkungsorgans fand vom 5. bis 9. Oktober 2015 in Rom statt. Diese Vertragsparteienkonferenz stand ganz im Zeichen der Weiterentwicklung des MLS sowie der Festlegung des Arbeitsplans der bevorstehenden Verhandlungen. In den kommenden zwei Jahren soll die bestehende ad hoc Arbeitsgruppe weitergeführt und konkrete Mechanismen für eine Verbesserung des multilateralen Systems zuhanden des siebten Treffens des Lenkungsorgans in 2017 erarbeitet werden. Diese Massnahmen sollen künftig ein umfassendes, funktionierendes und anwenderfreundliches System für Geber und Nutzer aller PGREL schaffen. Weiter soll die Finanzierungsstrategie des IV-PGREL überarbeitet werden. Wichtiger Pfeiler dabei ist der Fonds für Vorteilsausgleich, welcher bis auf Weiteres durch freiwillige Beiträge von Vertragsparteien und weiteren Organisationen getragen wird.
Anlässlich der 6. Sitzung des Lenkungsorgans sind diverse Arbeits- bzw. Expertengruppen eingesetzt worden, die sich in den kommenden zwei Jahren mit unterschiedlichen Themen beschäftigen werden. Dabei ist die Schweiz Mitglied in der Arbeitsgruppe für die Verbesserung des Multilateralen Systems, des Arbeitsausschusses für die Finanzstrategie sowie des Beratungsausschusses für nachhaltige Nutzung.