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Alkohol – Informationen zur Substanz, Wirkungen und Nebenwirkung
Medikamente & Alkohol – ein gefährlicher Mix
Die Kombination von Medikamenten und Alkohol kann fatale Folgen haben. Mehrere Schweizer Jugendliche sind daran gestorben.
Der Konsum alkoholischer Getränke als Genussmittel ist weit verbreitet und in der schweizerischen Kultur fest verankert. Viele Menschen trinken moderat Alkohol. Wer häufig zu viel Alkohol trinkt, geht Risiken ein. Gesundheitliche Probleme, Schäden oder Unfälle sind möglich, auch eine Abhängigkeit kann sich schleichend entwickeln.
Gesunden erwachsenen Männern empfiehlt man, nicht mehr als 2 Standardgläser alkoholische Getränke pro Tag zu trinken. Ein Standardglas entspricht 3dl Bier, 1dl Wein oder 4cl Schnaps. Gesunden erwachsenen Frauen empfiehlt man, nicht mehr als ein solches Getränk pro Tag zu sich zu nehmen. Konsumfreie Tage werden empfohlen, weil sie dem Entstehen einer Gewohnheit entgegenwirken können.
Welche Wirkungen und Nebenwirkungen hat der Konsum von Alkohol?
Die Wirkungen des Alkoholkonsums sind zahlreich und ihre Stärke variiert je nach Höhe der Alkoholkonzentration im Blut. Die körperliche und psychische Verfassung, Müdigkeit, Krankheit, Stress oder Gefühlsregungen können die Wirkung noch verstärken. Ca. 30-60 Minuten nach der Einnahme erreicht der Alkohol die höchste Konzentration im Blut; der Organismus baut im Durchschnitt 0,1‰ bis 0,15‰ pro Stunde ab. Es gibt keine Möglichkeit, den Alkoholabbau im Blut zu beschleunigen.
Der Konsum von alkoholischen Getränken kann anregen, entspannen, enthemmen und euphorisieren. Alkoholkonsum kann auch einen Konzentrationsverlust und Sehschwierigkeiten bewirken und das Urteilsvermögen einschränken. Die Bereitschaft, Risiken einzugehen oder Gewalt anzuwenden, ist unter dem Einfluss von Alkohol höher als im nüchternen Zustand. Bei hoher Alkoholkonzentration kann es zu Bewusstlosigkeit, Verlust der Reflexe, Amnesie, schwacher Atmung, tiefer Körpertemperatur, Lähmungserscheinungen, Koma, unabsichtlichem Harnlassen, Atemstillstand bis zum Tod kommen. Die Unfallgefahr ist infolge Selbstüberschätzung und verminderter Reaktionsfähigkeit stark erhöht.
Beim gleichzeitigen Konsum von illegalen Substanzen kann die Wirkung der verschiedenen Substanzen verstärkt werden. Alkoholkonsum kann auch die Wirkung von zahlreichen Medikamenten verstärken, vermindern oder verändern. Die Packungsbeilagen informieren jeweils darüber.
Wirkt Alkohol bei Frauen anders als bei Männern? Beeinflussen Geschlecht und Alter die Wirkung von Alkohol?
Der Frauenkörper enthält grundsätzlich mehr Fett und weniger Flüssigkeit als der Männerkörper, d. h. bei der gleichen Menge konsumierten Alkohols ist der Blutalkoholgehalt bei einer Frau höher als bei einem Mann mit dem gleichen Körpergewicht. Zudem bauen Frauen den Alkohol langsamer ab als Männer.
Die Folgen des Alkoholkonsums sind für Kinder und Jugendliche schwerwiegender als für Erwachsene, insbesondere wegen ihrem geringeren Gewicht und weil die Entwicklung ihres Gehirns noch nicht abgeschlossen ist. Zudem baut ihr Organismus wegen der noch nicht voll ausgebildeten Leber den Alkohol weniger gut ab. Eine kleine Menge Alkohol kann bei kleinen Kindern eine Herabsetzung der Atmung auslösen, die zum Tod führt.
Im höheren Alter wird Alkohol wegen der kleineren Menge Flüssigkeit im Körper ebenfalls langsamer abgebaut. Deshalb weisen ältere Menschen bei der gleichen Menge konsumierten Alkohols einen höheren Blutalkoholgehalt auf als eine jüngere Person. Die Probleme von älteren Menschen im Zusammenhang mit Alkoholkonsum bleiben oft unbemerkt. Zusätzliche Komplikationen können sich einstellen, wenn Alterskrankheiten wie Diabetes oder Demenz dazukommen.
Informationen zu Alkohol für Jugendliche: feel-ok.ch
Informationen zu Alkoholkonsum und Alkoholsucht im Alter: alterundsucht.ch
Langzeitfolgen des Alkoholkonsums – Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit
Es wird unterschieden zwischen Alkoholkonsum mit geringem Risiko, Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit (Alkoholismus). Der Alkoholkonsum birgt kaum Risiken, wenn jemand mässig trinkt und sein Trinkverhalten der Situation anpasst. Der tägliche Konsum von durchschnittlich zwei Standardgläsern eines alkoholischen Getränks (entspricht etwa 2 Stangen Bier, 2dl Wein oder 8cl Schnaps) bei Frauen oder drei Standardgläsern eines alkoholischen Getränks bei Männern erhöht das Gesundheitsrisiko erheblich. Beim Alkoholmissbrauch wird unterschieden zwischen dem chronischen Risikokonsum (täglicher Alkoholkonsum von 2 Gläsern bei den Frauen und 3 Gläsern bei den Männern), dem Rauschtrinken oder episodischen Risikokonsum (ab 5 Gläsern pro Trinkgelegenheit bei den Frauen und 6 Gläsern bei den Männern) und dem situationsunangepassten Alkoholkonsum mit seinen Risiken (z. B. bei der Arbeit, auf der Strasse, während der Schwangerschaft, bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten usw.).
Der Übergang vom Alkoholmissbrauch zu Alkoholabhängigkeit geschieht kaum wahrnehmbar. Alkoholabhängigkeit (umgangssprachlich Alkoholsucht oder Alkoholismus), die sowohl psychisch als auch physisch sein kann, ist eine Krankheit, die anhand international festgelegter Kriterien diagnostiziert wird. Bei Alkoholabhängigkeit können Entzugssymptome auftreten, wenn kein Alkoholkonsum mehr stattfindet. Zum leichten Entzug zählen Zittern, Schlafstörungen, Ängste, Herzrasen oder ein erhöhter Blutdruck. Beim schweren Entzug können zusätzlich Desorientierung, Halluzinationen, Krampfanfälle oder Delirium tremens auftreten.
Mögliche Folgen bei regelmässig starkem Alkoholkonsum sind Schädigung sämtlicher Körperorgane (insbesondere der Leber und des Verdauungsapparats), Störungen des Nervensystems und der Gedächtnisfunktionen. Zudem können verschiedene Formen von Krebs, Bluthochdruck und Störungen der Sexualfunktion ihre Ursache im chronischen Alkoholkonsum haben. Soziale und finanzielle Probleme sind ebenfalls mögliche Folgen, und dies sowohl für die Betroffenen selbst als auch für deren Umfeld.
Wirkungen von Alkoholkonsum auf das ungeborene Kind
Während der Schwangerschaft wird von jeglichem Alkoholkonsum abgeraten, weil Alkohol die Plazentaschranke durchdringen kann und dadurch neurologische Komplikationen und angeborene Missbildungen entstehen können. Je höher der Alkoholkonsum, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit von Schädigungen am Fötus, die sich in einem geringen Geburtsgewicht, verzögertem Wachstum, Missbildungen an inneren Organen oder verspäteter geistiger Entwicklung äussern können. Die Kinder können neurologische Entwicklungsstörungen, Verhaltensstörungen, Lernschwächen oder ein verzögertes Wachstum aufweisen. Da der Alkohol sämtliche Zellen erreichen kann, können alle Organe betroffen sein.
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