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Chronische
Krankheiten, in der Medizin altherkömmliche Bezeichnung derjenigen Krankheiten, welche einen langsamen Verlauf haben, im Gegensatz zu den akuten (s. d.) oder schnell verlaufenden. Eine scharfe Grenze zwischen beiden gibt es allerdings nicht. Die ältern Ärzte nannten jede Krankheit chronisch, wenn sie länger als 40 Tage dauerte. In der neuern Zeit berücksichtigt man hauptsächlich den gewöhnlichen Verlauf der einzelnen Krankheiten. Da z. B. die Schwindsucht gewöhnlich mehrere Jahre dauert, so nennt man sie schon akut, wenn sie einmal in 2 oder 3 Monaten verläuft.
Umgekehrt nennt man
Krankheiten, welche im allgemeinen einen typischen Verlauf nehmen, auch dann noch akut, wenn sie etwas
länger als 40
Tage dauern. Der
Typhus z. B. wird allgemein von den
chronischen
Krankheiten ausgeschlossen,
obschon die
Genesung meist hinter den 40.
Tag fällt.
Akute
Krankheiten werden nicht selten chronisch, und im Verlauf von
chronischen
Krankheiten treten häufig sogen. akute Exacerbationen, d. h.
in diesem
Fall fieberhafte
Steigerungen, ein.
Häufig werden die fieberlosen
Krankheiten schlechthin als schleichende oder
chronische, die fieberhaften
als akute bezeichnet. Dies ist für die meisten, aber nicht für alle
Fälle richtig. Denn es gibt schnell verlaufende
Krankheiten,
die ohne
Fieber, und ch. K., die mit
Fieber einhergehen.
Endlich werden auch die sogen. nichttypischen
Krankheiten, d. h. solche
mit unregelmäßig schwankendem Verlauf ohne bestimmten Fortschritt zur
Genesung oder zum
Tod, schlechthin
als
chronische bezeichnet.