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Das Gebiet um Mahan ist ein interessantes archäologisches Areal. Nördlich von Mahan, in Shah Dad, hat man Gräber aus dem 4. Jahrtausend gefunden, in welchen zusammen mit den Toten lebensgrosse bemalte Statuen aus ungebranntem Ton beigesetzt worden waren – vermutlich die Abbilder der Toten. Ausserdem waren Gefässe aus Speckstein und Ton gefunden worden sowie Täfelchen mit Inschriften in protoelamischer Schrift (die frühe Strichschrift aus Susa). Diese Schrift hatte sich aus dem Akkadischen entwickelt, das erst entziffert werden konnte, nachdem die Entzifferung des Altpersischen gelungen war. Bis zur Achämenidenzeit hatten die Perser keine eigene Schrift, die frühen Inschriften waren auf Elamisch oder Akkadisch verfasst worden. Nachdem Darius der Grosse (522-486 v. Chr.) die Herrschaft errungen und alle seine Gegner besiegt hatte, hatte er aus Ehrgeiz eine persische Schrift, eine einfache Silbenschrift, entwickeln lassen. An einem Felsabhang oberhalb des Dorfes Bisotun hatte Darius seinen Sieg über die so genannten Lügenkönige darstellen lassen, wobei der dieses Relief begleitende Text dreisprachig – auf Protoelemaisch, Akkadisch und Persisch – in den Fels gemeisselt wurde. Nachdem das Altpersische anfangs des 19. Jahrhunderts entziffert worden war, wurde diese dreisprachige Inschrift zum Ausgangspunkt für die Entzifferung des Akkadischen und des Elamischen.
Die Stadt Mahan selbst ist ein Wallfahrtsort und liegt inmitten einer wunderschönen Bergkulisse auf einer Höhe von knapp 2000 m über dem Meeresspiegel, rundum eingefaßt von hohen, schroffen Gebirgen. Hier ist 1431, hundertjährig, Nur ad-din Nimatullah Vali – Sufimeister, Gelehrter und Ordensgründerr – gestorben. Sein Mausoleum wurde 1437 von einem Anhänger gestiftet und in safawidischer Zeit durch Anbauten erweitert. Die prachtvolle Kuppel und der Fliesenschmuck stammen aus der Qadjarenzeit. Das Grabmal ist Ziel vieler Pilger, die am Sarkophag des Heiligen beten.
Eine weitere Sehenswürdigkeit in Mahan ist der am Ende des 19. Jahrhunderts erbaute qadjarische Gartenpalast, der in der Tradition der altpersischen Paradiesgärten mit Wasserbecken, Springbrunnen und Kanälen angelegt worden war und vom Wasser des Gebirges Kuh-e Karkas gespeist wird: Bagh-e Shazdeh. Man betritt den Garten durch einen Torpalast, ein Weg längs eines Kanals führt durch den ganzen Garten zu einem dem Torpalast gegenüber liegenden Palais, in welchem sich heute ein Teehaus befindet.