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Ardennes, Aube, Marne und Haute Marne, welche auf nahezu 20000 Hektaren durchschnittlich 700000 Hektoliter
Wein liefern, hiervon
werden jedoch nur 180000 Hektoliter auf Schaumwein verarbeitet; der übrige
Wein, Champagne non mousseux, kommt unverändert
zum Verbrauch, aber fast nur im Lande selbst. Unter diesen ist der Sillery sec non mousseux, ein weißer,
trockner
Wein von eigentümlichem Aroma, der beste. Der beste Schaumwein wird in der Gegend von Rheims und in den berühmten
Lagen von Bouzy, Verzy und Verzenay, sowie auf den Höhen der Marneufer bei Ay, Mareuil, Dizy und Epernay erzeugt.
Der Schaumwein, durch seinen großen Gehalt von Kohlensäure ausgezeichnet, wird stets nur in Flaschen
versendet und verkauft. Man verwendet zu seiner Bereitung am liebsten eine Mischung von Most aus blauen und weißen
Trauben.
Die Hauptgährung erfolgt in Fässern und erst im Frühjahre wird der
Wein auf die bekannten starkwandigen Champagnerflaschen
gefüllt, um hier die Nachgärung durchzumachen. Diese wird dadurch unterstützt, daß man etwas sogenannten
Likör (etwa 3%), d. i. eine Auflösung von
Zucker in
Wein und einige andre Substanzen zusetzt.
Durch diesen Zuckerzusatz kommt der
Wein von neuem in Gährung und die sich hierbei bildende Kohlensäure kann nicht entweichen,
da die Flaschenkorke fest verschlossen werden. Die Flaschen bringt man später in geneigte Lage mit den
Korken nach unten, so daß sich die geringe Menge neu gebildeter
Hefe auf den
Kork absetzt, der dann durch geschicktes Öffnen
schnell entfernt und durch einen neuen ersetzt wird. Ein kleiner Verlust an
Wein ist hierbei nicht zu vermeiden; die Flaschen
werden vor dem Verkorken wieder vollgefüllt und mit
Draht und Bindfaden verschlossen.
Geringere Sorten von Champagner werden auch auf die Weise bereitet, daß man versüßten
Wein auf ähnliche Weise mit Kohlensäure
imprägniert, wie dies bei der Bereitung des kohlensauren Wassers geschieht. Sehr viel Ch.
wird jetzt auch in Deutschland und Österreich fabriziert. Der Erlös aus dem Verkaufe des französischen
Ch. wird zu 60 Millionen Franks jährlich angegeben. Die Produktion von Ch.
in Frankreich beläuft sich auf 23000000 Flaschen jährlich, wovon nur circa 3500000 im Lande selbst verbraucht werden. -
Einfuhrzoll:S.Tarif im Anhang, Nr. 25 e 2.
ist ebenfalls Handelsware und wird von Droguistenhäusern gesammelt und vertrieben.
Die Bezüge der mit der
Hand gezupften Ware sind jedoch gewöhnlich nicht genügend die Nachfrage zu decken, und es muß dann
England aushelfen, wo der Artikel besonders schön gleich gewebt wird. - Gezupfte Ch.
ist zollfrei;
gewebte baumwollne gem. Tarif im Anh.
Nr. 2 d 3;
desgl. leinene je nach der Fadenzahl und Art gem. Nr. 22 e
oder f.
(Raupe) nennt man eine Art seidener, verschiedentlich gefärbter
zartweicher leichter
Schnürchen oder dicker Fäden, welche mit behaarten Raupen vergleichbar sind, da sie sich durch nach allen Seiten abstehende
Härchen kennzeichnen. Die Fabrikation dieses Artikels geht von der Erzeugung von
Bändern aus. Eine Kette mit abwechselnd
zwei
Seiden- und zwei Zwirnfäden wird mit seidnem Einschlag taftartig gewebt. Nachdem das Gewebe in lauter
Streifen von 3-6 mm Breite geschnitten worden, zieht man den an beiden Seiten dieser Bändchen liegenden Zwirnkettfaden wieder
heraus und es bilden sonach die Schußfäden einen Bart.
Diese
Bänder erhalten nun im gespannten Zustande eine Drehung gleich den Seilerwaren, welche die Seidenkette bleibend schraubenförmig
windet und daher die Querfädchen dichter zusammenrückt und allseitig über das Schnürchen verteilt.
Man benutzt die Ch. zu allerlei Zierbesatz, macht auch eine Art
Spitzen daraus (Chenilleblonden) und stickt damit, besonders
die Damen im Orient. Ferner benutzt man die Ch. auch in der Weberei von
Shawls, Tüchern als Einschlag, wie solches unter
andern in Wien und Annaberg geschieht. Ist vorhe die Bandweberei nach bestimmten Mustern erfolgt, so
erhält man beim Einarbeiten der Ch. in Gewebe in diesen ebenfalls Muster. Die Ch.
ist fast veraltet, kann aber als ein hübscher Artikel wohl wieder aufkommen. - Einfuhrzoll gemäß Tarif im Anh.
Nr. 30 e. (Wollne Ch. Nr. 41 d 6 a).
(Natronsalpeter,Natriumnitrit kubischer S.); kommt aus Conception in Chili und Iquique in Peru in den
Handel und findet mannigfache Verwendung, besonders als Düngmittel, zur Fleischkonservierung, zur Darstellung
von
Salpetersäure und neuerdings zur Umwandlung der Staßfurter Chlorkaliumsalze in den wichtigen Kalisalpeter. Er findet
sich in ausgedehnten Lagern und in 25-150 cm Mächtigkeit, bedeckt von ½-¾ m thoniger
Erde und kommt seit 1825 über London
und Hamburg in den europäischen Handel nach einfacher Reinigung an Ort und Stelle durch Umkristallisieren
mit 89-99% salpetersaurem Natron. Die Refraktionsgrade geben bei den Handelssorten den Prozentsatz der Beimengungen an. Die
Ausfuhr beziffert sich in den letzten Jahren auf 1½-2 Millionen m. Ztr.
Als Dungmittel wird er zu ½-1 m. Ztr. per ha verbraucht. Er zieht an
der Luft Feuchtigkeit an und muß daher trocken aufbewahrt werden. Der Preis beträgt 30-40 Mk.
für 1 m. Ztr., und gibt Veranlassung zu mancherlei Fälschungen, welche
nur auf chemischem Wege zu entdecken sind. Zusatz von
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Kochsalz erkennt man am reichlichen Niederschlag mit Silberlösung, den mit schwefelsaurem Natron durch solchen von Chlorbaryum,
Soda durch Aufbrausen mit Salzsäure, schwefelsaure Magnesia durch Niederschlag mit Chlorbaryum und durch Ammoniak und phosphorsaures Natron
unter Abscheidung von Kalkerde. Der Kaufmann muß für den Gehalt an Stickstoff garantieren (14-16,5%), sich also selbst
den Gehalt vom Importeur garantieren lassen. Mit verletzten Händen darf Ch. nicht
angegriffen werden. - Zollfrei.