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Imkern im Oktober
Da steht er nun also vor der Haustür, der kleine Beutenkäfer. Wie weit sich der kleine Beutenkäfer in Italien ausgebreitet hat, ist noch nicht bekannt. Italien meldete bis zum 30. September 3 Fälle. Das heisst für uns Oberwalliser Imker, dass wir in den nächsten Monaten wachsam sein müssen. Paketbienen aus Italien sollten und dürfen keine Option sein. Deshalb steht an dieser Stelle nochmals der Aufruf: Kauft eure Bienenvölker, Ableger und Königinnen nur bei etablierten Züchtern im Oberwallis oder in der Schweiz. Grundsätzlich sollten nur starke Bienenvölker gehalten werden, damit die Bienen ihr Nest schützen und verteidigen können.
Im Oktober endet die Tracht für unsere Bienenvölker und die Bienen bereiten sich auf den Winter vor. Die Flugbienen sind nur noch wenig unterwegs und tragen wenig Pollen ein. Für den Imker steht nun sehr wenig auf seinem Arbeitskalender, da die Varroabehandlungen und das Füttern durchgeführt worden sind. An einem warmen Herbsttag kontrolliere ich die Völker nochmals auf ihre Weiselrichtigkeit hin. Sollte ein Volk weisellos sein, kann es mit einem anderen Volk vereinigt werden. Weist ein Volk bei der Herbstkontrolle zu wenig Futter auf, kann es, wenn es warm genug ist, nochmals flüssig gefüttert werden. Sind die Temperaturen aber tief, werden die Völker das Futter nicht mehr annehmen. Dann kann höchstens noch eine oder zwei Futterwaben eingehängt werden. Die Beuten werden mäusesicher hergerichtet, das heisst, die Öffnung der Fluglöcher beträgt ca. 6 mm.
In den Magazinbeuten entferne ich nun die Böden, damit die Bienenvölker über einem offenen Gitterboden überwintern. Kondenswasser kann so ablaufen, die Waben verschimmeln nicht. Daneben sorgen die offenen Gitterböden für eine möglichst lange Brutfreiheit im Winter. Erst im November schiebe ich kurz eine Windel ein, damit ich den natürlichen Totenfall nochmals messen kann. Da die Bienen im Oktober sich zwar auf den Winter einrichten, aber noch nicht in der Wintertraube sitzen, sollte jetzt auf keinen Fall eine Oxalsäurebehandlung durchgeführt werden. Die Entwicklung der Brut im Oktober ist stark von der Witterung und dem Standort abhängig. In der Regel gilt: Nach den ersten Nachtfrösten dauert es ca. 3 Wochen, bis ein Volk brutfrei ist.
Die neue Carnica-Belegstation in Varen Am 8. November findet das zweite Oberwalliser Bienensymposium statt. Dabei werden Tipps und Tricks zur Völkervermehrung aufgezeigt. Ich würde mich freuen, euch an diesem Anlass begrüssen zu dürfen.
Oggier Bernarda Oktober 2014