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Eine Studie in den USA zeigt, dass telefonieren im Auto mit einer Freisprech-Anlage gleich gefährlich ist wie mit dem Handy am Ohr oder in der Hand. Ausgerechnet das Freisprechen ist in der Schweiz aber erlaubt.Dieser Inhalt wurde am 17. August 2001 - 23:46 publiziert
Der Gebrauch der Einrichtung zum freien Sprechen in Fahrzeugen verringert - laut einer amerikanischen Studie - die Aufmerksamkeit beim Autofahren ebenso sehr wie das Benutzen des normalen Mobiltelefons. Die Universität von Utah kommt zu dem Ergebnis, dass Fahrende vor allem durch die Konzentration auf das Gespräch vom Fahren abgelenkt werden und nicht durch das Halten des Telefons und auch nicht durch das Wählen der Nummer.
Die Untersuchung wurde in einem Fahrsimulator durchgeführt. 64 Probanden nahmen teil. Diejenigen, welche mit dem Mobiltelefon telefonierten, übersahen doppelt so viele Verkehrshinweise als die Fahrer, die sich voll auf den Verkehr konzentrierten. Auch die Reaktionszeit beim Beachten von Verkehrs-Schildern war deutlich länger. Kein Unterschied machte es dabei, ob Probanden mit einem Mobiltelefon in der Hand oder mit einer Freisprechanlage telefonierten.
Der Mensch kann nicht zwei Dinge gleichzeitig tun
Die Sprecherin der Schweizer Beratungsstelle für Unfall-Verhütung (BfU), Béatrice Ruckstuhl, zeigte sich gegenüber swissinfo von den Untersuchungen aus den USA nicht überrascht. Zwar gebe es in der Schweiz keine analoge Untersuchung, doch wisse man aus etlichen verhaltens-psychologischen Untersuchungen in der Schweiz, dass der Mensch nicht geschaffen sei, um zwei Handlungen gleichzeitig und gleich konzentriert durchzuführen.
Deshalb sei für die Bfu klar, und das werde von ihr auch immer betont: Wer fahre, solle nicht telefonieren. Zwar sei, so Béatrice Ruckstuhl, in der Schweiz das freie Sprechen erlaubt, aber man müsse auch diesbezüglich Erfahrungen sammeln. Ein Verbot sei deshalb zu einem späteren Zeitpunkt denkbar. Telefonieren müsse niemand im Auto, so Ruckstuhl, "alle können schnell irgendwo anhalten und es gibt ja die Einrichtung Mailbox und Combox".
Dunkelziffer
Im Kanton Bern, so die Auskunft der Kantonspolizei, ereigneten sich im vergangenen Jahr 13 Unfälle (von 7'000) mit 5 Verletzten, welche eindeutig auf "Telefonieren im Auto" zurückzuführen waren. Eine Dunkelziffer gebe es aber sicher, sagte man bei der Kapo, denn die Rubrik "Unaufmerksamkeit am Steuer" sei mit 14% aller Unfälle eine Top-Rubrik, neben "zu hoher Geschwindigkeit" und "Missachten des Vortritts".
Rechnet man die Zahlen des Kantons Bern auf die ganze Schweiz hoch, dürften sich im vergangenen Jahr rund 100 Unfälle wegen "Ablenkung durch Bedienung eines Telefons", wie diese Rubrik bei der Kapo Bern heisst, ereignet haben. Nicht mitgerechnet die Dunkelziffer.
swissinfo und Agenturen
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