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Microsofts Zugeständnisse in Sachen Browser haben die EU-Wettbewerbshüter besänftigt.
Die Europäische Kommission hat die Zugeständnisse Microsofts bei der Bündelung von Windows mit dem Internet Explorer offiziell gutgeheissen. Die Kommission hatte Anfang Jahr entschieden
, das Microsoft mit der Bündelung in der bisherigen Form, bei der Microsofts Explorer bei der Windows-Installation ohne Wahlmöglichkeit für die User mitinstalliert wird, unzulässig sei, da sie andere Bropwserhersteller aufgrund der überragenden Marktstellung von Windows benachteilige.
Anfang August
kündigte Microsoft dann in ersten Umrissen den neuen Vorschlag an, der nun von der Kommission akzeptiert wurde. Bei dieser Lösung werden Windows-User gleich nach der Installation auf einen Auswahlbildschirm gelenkt, auf dem (in zufälliger Reihenfolge) diverse Browser angeboten werden, die sie anstatt oder zusätzlich zum Internet Explorer installieren können.
Dieses Verfahren genügt nach Meinung der Kommission, um die Wahlfreiheit der Anwender zu garantieren und anderen Browseranbietern eine faire Chance zu geben. Das Antikartell-Verfahren wird durch die Einigung mit Microsoft faktisch ad acta gelegt. Die Eingeständnisse Microsofts werden dafür aber rechtlich bindend. Microsoft muss sie mindestens fünf Jahre lang einhalten und unter gewissen Umständen von der Kommission vorgeschlagene Änderungen am Auswahlbildschirm umsetzen. Falls sich Microsoft nicht an diese Auflagen hält, könnte die Kommission eine Busse verhängen, ohne dass sie weitere Verstösse gegen das Wettbewerbsgesetz nachweisen muss.
US-Konzerne werden gefügiger
Einige Kommentatoren aus der US-Presse werten die Einigung als Zeichen dafür, dass amerikanische Unternehmen zunehmend dazu bereit sind, Bedenken und Entscheidungen der EU-Wettbewerbshüter ernst zu nehmen und darauf einzugehen. Im ersten EU-Verfahren gegen Microsoft und bei dem es hauptsächlich um die Bündelung des Media Players und die Offenlegung von Schnittstellen in Windows Server ging, wehrte sich der Softwarehersteller wesentlich länger und heftiger gegen die Entscheidungen der Kommission. Das Verfahren dauerte fast zehn Jahre, bis Ende 2007
bezahlen.
Ein weitere Untersuchg der EU-Kommission gegen Microsoft, die sich wiederum um die Interoperabilität zu Drittprodukten dreht
und die wie der Browserstreit Anfang 2008 begann, läuft dagegen immer noch weiter. Die Kommission lobt allerdings in ihrer Mitteilung von heute die Verbesserungsvorschläge von Microsoft auch in dieser Beziehung, was darauf hindeutet, dass auch dieses Verfahren bald beigelegt werden könnte. (Hans Jörg Maron)