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(spr. dógg-las), eins der berühmtesten und ältesten
GeschlechterSchottlands, soll der
Sage nach von einem
Krieger abstammen, der 770 eine
Schlacht des Skotenkönigs Solvathius gegen
Donald, König der westlichen
Inseln, entschied und wegen seiner dunkeln Gesichtsfarbe Dhuglas, »der schwarze
Mann«, genannt wurde. In Wirklichkeit scheint ein in
Schottland eingewanderter
Flamänder, Theobald, dem 1160 die Ländereien
von Douglas verliehen wurden, der Ahnherr des
Geschlechts zu sein. Die namhaftesten Sprößlinge desselben
sind:
verteidigte 1296
Berwick gegen König
Eduard I., geriet bei Erstürmung der
Stadt in Gefangenschaft, nahm, kaum in
Freiheit gesetzt, mit
Wallace nochmals den
Kampf gegen jenen auf, fiel aber wieder in
englische Gefangenschaft, in der er 1302 starb.
7) Archibald III., Sohn und Erbe von Archibald II., beteiligte sich ebenfalls an den Kriegen mit den Engländern, ward bei
einem Raubzug bis unter die Thore von Newcastle
[* 9] überfallen, in einer blutigen Schlacht bei Homildon geschlagen und
gefangen, wurde zwar bald freigelassen, geriet aber in der Schlacht bei Shrewsbury (1403) von neuem in
Gefangenschaft. Nachdem er die Freiheit wiedererlangt hatte, zog er mit einem Hilfskorps von 5000 Mann zu König Karl VII.
von Frankreich, der ihm dafür das Herzogtum Touraine verlieh. Nach mehreren glücklichen Kämpfen fiel er in der
blutigen Schlacht bei Verneuil in der Normandie als Befehlshaber des französischen Heers gegen die Engländer
unter dem Herzog von Bedford.
9) William, Sohn James' III., stürzte als Günstling Jakobs II. Crichton und Livingston und ward zum Generalstatthalter von
Schottland ernannt. Bald aber wieder durch Crichton vom Hofe verdrängt, zog er sich in sein eignes Gebiet zurück, welches alle
Grenzprovinzen und den größten Teil des westlichen Schottland umfaßte, und trotzte von hier auf längere Zeit dem König,
indem er Gewaltthaten aller Art verübte. Im Februar 1452 begab er sich, nachdem ihm sicheres Geleit erteilt
war, an den Hof
[* 10] des Königs zu Stirling und wurde hier trotz der ihm erteilten Zusicherungen ermordet; Jakob II. selbst brachte
ihm die erste Wunde bei.
12) Gavin, einer der ältesten schott. Dichter, geboren um 1474 als dritter Sohn des
vorigen, studierte zu Paris,
[* 12] widmete sich dann dem geistlichen Stand, ward Rektor von Hawick, später Bischof von Dunkeld und starb 1522. In den
stürmischen Wirren der Zeit zeichnete er sich durch Mäßigung und Friedsamkeit aus und genoß als Dichter
großes Ansehen. Sein Hauptwerk ist das dem König Jakob IV. gewidmete allegorische Gedicht »The palace of honour« (1553,
neue Ausg. 1827),
welches er im Alter von 27 Jahren verfaßte. Daran schließt sich »KingHart« (zuerst in Pinkertons Sammlung
altschottischer Gedichte, Lond. 1788), eine Allegorie des menschlichen Lebens. Douglas erreicht in beiden Dichtungen
seinen Zeitgenossen Dunbar weder durch Originalität der Erfindung noch in der Beschreibung; seine sanften, wortreichen, breiten
Gedichte verdanken nicht einem innern Drang ihr Entstehen, sie atmen mehr Kunst als Natur. Am bekanntesten ward er durch seine
Übersetzung von Vergils »Äneide« ins Schottische (1513; zuerst gedruckt, Lond. 1553; neue Ausg. 1710 und
1839). Seine »Poetical works« gab J. ^[John] Small (Edinb. 1874, 4 Bde.)
heraus.
Der erst zwölfjährige Jakob VI. berief ein Parlament, nach dessen AusspruchMorton abdankte. Aber schon 1578 versöhnte er
sich mit seinen Gegnern, von denen Atholl im April 1579 vergiftet wurde, und trat von neuem an die Spitze der Staatsgeschäfte.
Man nahm endlich seinen Anteil an DarnleysMord als Vorwand, ihn zu verderben. Das deshalb niedergesetzte
Gericht erklärte ihn der Teilnahme an jenem für schuldig, und er wurde, ohne daß Elisabeth ihn zu retten vermochte, zu
Edinburg enthauptet.
15) Archibald, ein Neffe des vorigen, der fünfte Graf von Morton, mußte bei den innern Unruhen in Schottland 1584 nach England
flüchten, kehrte aber bald wieder zurück und wurde in seine Würden wieder eingesetzt. Er starb 1588. Da er keine männlichen
Nachkommen hinterließ, fielen seine Güter und Titel teils an die Douglas von Lochleven, eine Seitenlinie des Geschlechts, die auch
den Grafentitel von Morton erbte, teils an die Douglas von Glenbervie.
Aber als prinzipieller Verteidiger der Selbständigkeit der einzelnen Staaten opponierte er, als Buchanan, dem er als Präsidentschaftskandidat 1856 unterlegen
war, dem Volk von Kansas eine Konstitution aufzuzwingen suchte, durch welche die Sklaverei gegen den Willen der Majorität eingeführt
wurde, verlor dadurch die Gunst der südlichen Demokratie, gewann aber die der nördlichen, deren Hilfe er bei den bevorstehenden
Wahlen bedurfte. 1860 trat Douglas zum drittenmal als Präsidentschaftskandidat auf.