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Der Verein Catholica Unio Schweiz unterstützt pastorale Projekte und karitative Einrichtungen der Kirchen in den Ländern des Nahen Ostens, in Osteuropa und in Indien, fördert die Ausbildung der kirchlichen Mitarbeitenden vor Ort und vermittelt angehenden Priestern Studienbursen. Wir stellen Ihnen gerne einige Projekte vor.
Hunger und galoppierende Inflation
Die Menschen im Libanon sind erschöpft: von der grassierenden Armut, der Korruption, der politischen Sackgasse und dem Pandemie-Notstand. Die wirtschaftliche Situation ist katastrophal. Viele Männer und Frauen haben ihre Arbeit verloren, zahlreiche Geschäfte mussten in den vergangenen Monaten schliessen.
Das libanesische Pfund hat auf dem Schwarzmarkt mehr als 90 Prozent seines Werts gegenüber dem Dollar verloren. Der Durchschnittslohn einer Lehrerin liegt bei LBP 1’500’000, was 2019 einem Gegenwert von USD 1’000 entsprach. Aktuell sind es noch USD 100.
Die Inflation liegt bei mehr als 100 Prozent, für Lebensmittel sogar bei mehr als 200 Prozent. Ein Kilo Kartoffeln kostete vor einem Jahr LBP 1’000, jetzt LBP 5’000, eine Dose Thon (180 g) LBP 5’000, jetzt LBP 15’000 oder mehr… Beinahe 70 Prozent der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Immer mehr Menschen sehen keine Zukunft mehr in ihrer Heimat und verlassen das Land.
Freiwillige jeden Alters verteilen warme Mahlzeiten, Pakete mit Grundnahrungsmitteln und Hygieneartikeln, machen Hausbesuche, organisieren Medikamente. Die kirchlichen Sozial- und Bildungswerke sind mittendrin, helfen mit, organisieren und finanzieren. Sie führen Gassenküchen, kümmern sich um alleinstehende ältere Frauen und Männer, unterstützen Flüchtlingsfamilien, besuchen Gefängnisse. Sie öffnen die Schulen, auch wenn Eltern das Schulgeld nicht mehr bezahlen können und nehmen Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen in ihre Internate auf. Niemand soll alleingelassen werden.
Coronapandemie weltweit
Die Ukraine ächzte besonders stark unter der Coronapandemie. Die kirchlichen Sozialdienste und Klöster versorgten täglich unzählige alte oder chronisch kranke Personen, alleinerziehende Mütter, Familien mit behinderten Kindern und Familien ohne Einkommen mit Mittagessen und verteilten Lebensmittelpakete.
Über Indien wurde in den letzten Monaten viel berichtet. Wir hörten von verzweifelten Menschen und unglaublichen Zuständen. Auch hier engagieren sich die Kirchen, unterstützen die Familien mit Nahrungsmitteln, Kleidern, Medikamenten, Hygieneartikeln und Therapieartikel. Allein im Bistum Bathery im indischen Kerala werden so 1’000 Familien versorgt.
Pastoralarbeit ist vielfältig
Der Lebensalltag der kirchlichen Mitarbeitenden in Ägypten, Libanon oder Syrien mag sich von dem unseren hier unterscheiden, doch die Aufgaben sind die selben. Sie sind unentbehrlich für die Kirchen vor Ort, denn sie engagieren sich mit Herzblut für ihre Gemeinden. Gleichwohl müssen sie jeden Monat um ihren Lohn bangen.
In Süden Syriens lebten die Menschen vor dem Krieg hauptsächlich von der Landwirtschaft und dem Kleingewerbe. Doch der verantwortliche Bischof hat grösste Mühe, die jeden Monat benötigte Summe für die Saläre der kirchlichen Mitarbeitenden aufzubringen. Für insgesamt 36 Priester, Diakone, Ordensschwestern, Religionslehrerinnen und Angestellte benötigt er monatlich USD 7’080.
Im vergangenen Jahr konnte die koptisch-katholische Kirche in Ägypten einen lang gehegten Wunsch realisieren, den Druck des Neuen Testaments (in der katholischen Übersetzung) in arabischer Sprache und anderer Publikationen, die für die Bibelunterweisung wichtig sind. Denn die Jugend- und Familienpastorale entspricht einem grossen Bedürfnis und die Veranstaltungen werden rege besucht.
Im Südlibanon wird ein Gemeindepfarrer in der aktuellen Krise auch zum Landwirt. Er ermutigt die Dorfbevölkerung, die Felder zu bestellen und Gemüse anzubauen und damit zur Selbstversorgung mit Lebensmitteln beizutragen.
Wenn Armut und Leid zu gross sind, greift ein Gemeindepriester in Indien auch mal zu einer unkonventionellen, aber nachhaltigen Unterstützung. Witwen von verschuldeten Kleinbauern erhalten Ziegen und können damit sich und ihre Kinder durchbringen.
Überlebenshilfe Messstipendien
Praktisch überall sind seit Beginn der Coronapandemie die Kirchen immer wieder geschlossen. Die Priester der Ostkirchen erhalten oft nur einen bescheidenen Lohn. Sie leben in einfachen Verhältnissen. Einige von ihnen sind verheiratet und haben Familie.
Da vielerorts den Pfarreimitgliedern inzwischen das Einkommen fehlt, sei es als Kleingewerbler, Tourismusangestellte oder Tagelöhner, können sie in Ägypten, Israel oder Palästina den Priestern praktisch keine Zuwendungen mehr geben. Im Libanon haben selbst die Priester und kirchlichen Mitarbeitenden ihre Nebenerwerbstätigkeiten verloren, weshalb auch diese mageren Einkünfte ausbleiben.
Messstipendien sind nicht nur eine wertvolle finanzielle Ergänzung, sondern vielerorts überlebenswichtig. Wir möchten Sie deshalb unbedingt auf die Wichtigkeit der Messstipendien hinweisen und Ihnen diese Hilfe empfehlen.
Wir zeigen unsere Solidarität durch unser Mittragen im Gebet und unsere ganz konkrete materielle Hilfe. – Diese Hilfe ist durch Sie, durch Ihre Anteilnahme und Spende möglich. Herzlichen Dank!
Spendenvermerk: Herbstkollekte