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Wir alle wissen es mittlerweile: Wegwerfbecher sind des Teufels. Für jeden aus dem beelzebubschen Trinkbehälter getrunkenen Kaffee stirbt mindestens 1 Regenwald.
(Im Ernst: Verwendet doch Mehrwegbecher, wenn möglich.)
Um die Diabolie der Wegwerfbecher, oder den Shitstorm, die diese womöglich auslösen könnten, weiss auch eine Mitarbeiterin von Boris Johnson Bescheid.
Als der britische Premierminister kürzlich auf einer Konferenz der Conservative Party den Weg entlangschreitet, reicht ihm ein Assistent einen Kaffee in einem Wegwerfbecher. Der Premier bedankt sich artig. Doch die Freude ob dem heissen Wachmacher währt nur kurz: Eine zweite Assistentin reisst ihm den Kaffee aus den Händen und murmelt verächtlich:
He doesn’t care about using a disposable cup, has to be reminded that he *should* care and gets it confiscated. Now coffee-less and miserable, the big green PR win is cancelled out by the fact it was all caught on camera anyway. Absolute perfection. pic.twitter.com/tsvyoiPz3q— James Felton (@JimMFelton) October 1, 2019
Johnson ist sichtlich erstaunt, hebt die Hände und stottert ein paar «Oh. Oh. Oh» vor sich hin. Die Frau scheint ziemlich besorgt darüber zu sein, am nächsten Tag ein Bild von Johnson mit dem umweltschädlichen Becher in der Zeitung zu sehen. Dass sie gerade gefilmt wird, scheint sie vergessen zu haben.
Die richtige Frage gestellt und damit die eigentliche Story geliefert hat jedoch eine Userin auf Twitter. Sie fragte sich:
«Wer ist diese Frau? Wir sollten sie besser kennenlernen. Allem Anschein nach regiert sie Grossbritannien gerade.»
Who is the coffee cup snatcher? We should probably know because she’s running the U.K. right now.— Antonia Frances 🕷 (@antoniafrances) October 1, 2019
Wie der Guardian berichtet, scheinen die PR-Profis bereits einen Konsens betreffend Wegwerfutensilien gefunden zu haben.
So wurde zum Beispiel in Kanada die Parteichefin der Grünen, Elizabeth May, letzte Woche mit einem «disposable cup» fotografiert. Mitarbeiter der Partei haben diesen jedoch per Photoshop mit einem umweltfreundlicheren Pendant ersetzt.
Für Johnson hat die Geschichte ein Happy End. Er hat seinen Kaffee schlussendlich doch noch bekommen. Ganz umweltfreundlich in einer Brexit-Tasse.
Na dann, hoch die Tassen.
Boris Johnson triumphiert, die britischen Medien analysieren. Von «Trumpifizierung» der britischen Politik ist die Rede.
Boris Johnson hat mit einer breiten Mehrheit die Parlamentswahl in Grossbritannien für sich entschieden. Der Sieg der Konservativen fand in britischen und internationalen Medien am Freitag ein breites Echo:
(sda/dpa)