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Der Ursprung des Kunstwerks (Ein-Satz-Review)
von Cedric Weidmann
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Ein-Satz-Review
Ein Erzähler erklärt uns, dass es ganz wichtig ist zu verstehen, was ein Kunstwerk ist, und tut das, indem er unendlich lange und fachgerecht «Dinge» und «Zeug» unterscheidet, die aber beide weder Kunst noch Werk und schon gar kein Kunstwerk sind, um sich dann zu fragen, ob wir einen Schritt weitergekommen seien und rechtfertigt die Bemühungen mit einer eleganten Unsicherheit und einem Zweifel seiner eigenen Argumentation gegenüber, der auch jeder anderen Philosophie schmeicheln würde, bis ein zitternder Moment kommt, eine augenblickliche Ungeduld, die seine Stimme bricht und uns ein paar Bauernschuhe als Beispiel für gewöhnliches Zeug vor Augen stellen will — zwar «bedarf es nicht einmal der Vorlage wirklicher Stücke dieser Art von Gebrauchszeug», denn jedermann «kennt sie», aber «da es doch auf eine unmittelbare Beschreibung ankommt, mag es gut sein, die Veranschaulichung zu erleichtern», wofür «eine bildliche Darstellung» genüge, und man sich daher auf (ja warum denn auch nicht auf die!) van Goghs gemalte Schuhe stützen könnte, die er dann sprachlich zu beschreiben anfängt und dort, spätestens dort, endet die Suche nach dem Kunstwerk, und ein neues, eigenes, sprachliches beginnt, warum?