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Das vorliegende Friedensförderungsprogramm «Semillas de Esperanza» schliesst an die erste Phase an, welche von 2014 bis 2017 in der Region erfolgreich umgesetzt wurde. Auch die zweite Phase wird erneut von zehn Schweizer Hilfswerken und NRO verantwortet und kofinanziert. Mitglieder der Trägerschaft sind die Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien, COMUNDO, Fastenopfer, HEKS, Peace Brigades International, Peace Watch Switzerland, Swissaid, Terre des Hommes schweiz und Terre des Hommes Suisse. Caritas Schweiz ist als Lead Agency für die operative und administrative Koordination zuständig. Das Programm wird von der Abteilung für menschliche Sicherheit (AMS) des Eidgenössischen Departements des Äusseren sowie der Schweizer Botschaft in Kolumbien begleitet und kofinanziert.
Das Programm leistet in der Karibikregion einen Beitrag zu einem gerechten und nachhaltigen Frieden und seiner Verankerung in der kolumbianischen Gesellschaft. Dies soll durch die Beeinflussung der den Konflikt antreibenden politischen, ökonomischen und sozialen Faktoren erzielt werden. Konkret unterstützt das Programm auch in seiner Folgephase die zwei kolumbianischen Partnerorganisationen Colemad und SembrandoPaz, die in der Karibikregion in insgesamt sieben Gemeinden tätig sind und zudem zehn Organisationen eng begleiten. Die Gründungsmitglieder beider Organisationen, Luz Estella und Ricardo Esquivia, wurden im Juni 2017 für ihre Arbeit mit dem Prix Caritas ausgezeichnet.
Colemad stärkt in der Karibikregion seit vielen Jahren eine Advocacy-Bewegung von Frauen und politischen Organisationen. Diese erarbeiten Vorschläge zur Lösung von Landkonflikten als Grundlage für einen gerechten und nachhaltigen Frieden in Kolumbien. Alle Frauen, die in diesen Organisationen tätig sind, setzen sich für die Anliegen benachteiligter Frauen ein, engagieren sich für alleinerziehende Mütter und ethnische Minderheiten. Sie übernehmen verantwortungsfolle Positionen in ihren Gemeinden, wenn sie sich beispielsweise für die Themen Landrechte, Gleichberechtigung, eine konstruktive Konflikttransformation sowie gegen Vertreibung und sexuelle Gewalt engagieren.
SembrandoPaz arbeitet in fünf Gemeinden, deren Dorfbewohner von Armut, schlechten Bildungschancen und struktureller Vernachlässigung betroffen sind. Viele sind kriegstraumatisiert. Die Teilnahme am politischen Leben ist gering. Gemeinde- und Bezirksbehörden sind korrupt und setzen sich im Rahmen ihrer Aufgabe wenig für das Gemeinwohl der Dorfbewohner ein. SembrandoPaz unterstützt die lokale und regionale Entwicklung in diesen Dörfern mittels des Aufbaus von Gemeindestrukturen sowie der Stärkung zivilgesellschaftlicher Organisationen, welche sich für die Rechte der Dorfbewohner einsetzen. Mit Hilfe dieser Unterstützung und durch den Vertrauensaufbau zwischen lokalen, regionalen und nationalen Interessenvertretern, stärkt die Organisation den Friedensprozess auf regionaler Ebene. Die Prozesse sollen Modellcharakter haben und später in anderen Dörfern und Regionen umgesetzt werden.
Zusätzlichen zu den Aktivitäten der Partnerorganisationen führt Caritas Schweiz gemeinsam mit der Trägerschaft sowie der AMS eine gemeinsame sogenannte Multitrack-Komponente durch. Hierbei wird Zusammenarbeit beider Organisationen gestärkt, ihr direkter Austausch mit der Schweizer Botschaft in Bogotá gefördert und ihnen Wissen durch Experten vermittelt. So wird ihnen ermöglicht, ihre Anliegen einzubringen und programmatisch wichtige Akteure zu beeinflussen. Sei es im Rahmen von Öffentlichkeitsarbeit, oder durch das Zusammenbringen verschiedener Interessenvertreter zu spezifischen Themen – in Kolumbien und der Schweiz. Der Multitrack-Ansatz ermöglicht die Nutzung von Synergien aus dem staatlich-diplomatischen und zivilgesellschaftlichem Engagement.
Dank der Komponente sind sowohl die Schweizer Trägerschaft als auch die AMS nicht nur Finanzierer, sondern zeitgleich Akteure, indem sie die Arbeit der Partnerorganisationen unterstützen. Für die zweite Phase des Programms ist eine Laufzeit von weiteren drei Jahren vorgesehen, somit bis September 2020.