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Herstellungsort unbekannt, 1913
Seide
H. 191 cm, B. 225 cm
Inv. 1960.328.
Die Zunft zu Schiffleuten ist im Historischen Museum Basel mit nur drei Gegenständen (zwei Fahnen und dem Bruchstück einer Wappentafel) vertreten. Diese Bescheidenheit steht im Widerspruch zur ehemaligen Bedeutung dieser Zunft. In Basel, der Stadt am wichtigen Rheinstrom, dürften die Schiffer zu den ältesten Gewerben gehören. Die Schiffer und Fischer bildeten je eine Halbzunft, zusammen waren sie eine ganze Zunft. Eine weitere Eigentümlichkeit ist die späte Konstituierung am
15. Februar 1354. Damit war die Bildung der Zünfte in Basel abgeschlossen.
Zu den wichtigen Aufgaben der Schiffleute gehörte das «buwen» des Rheins. Im Fluss mussten Pfähle und Stangen als Markierungszeichen eingeschlagen werden, um den Schiffern die Orientierung zu erleichtern oder um sie vor gefährlichen Stellen zu warnen. Der Hauptteil des Schiffstransports bestand aus Kaufmannsgut. Auf dem Rhein blühte aber auch der Personentransport. Bis zur Reformation benützten viele Pilger den Rhein als Wasserstrasse. Zeugnis für den regen Personentransport des Mittelalters ist eine berühmte Legende. Von Köln kommend legte die hl. Ursula mit elftausend Jungfrauen in Basel an und zog von da weiter nach Rom. «Und da sie kamen zu Basel in die Stadt, landeten sie daselbst und liessen da ihre Schiffe, und zogen zu Fuss gen Rom.» (Legenda aurea).
Im 16. Jahrhundert verlagerten sich die wichtigen europäischen Nord-süd-Handelsrouten nach Westen an den Atlantik. Der Mittelmeerraum mit Venedig und Genua verlor seine überragende Bedeutung. Sevilla, Cadiz, London und Amsterdam stiegen zu Handelsmetropolen auf. Die Bedeutung des Rheins als Wasserstrasse verblasste. Wegen des starren Schifffahrtsmonopols benutzten zudem viele Handelsleute den Landweg. Die Schiffleute verarmten.
Der Anker im Wappen der Zunft zu Schiffleuten erinnert an ein wichtiges Instrument der täglichen Arbeit. Auf der Zunftfahne mit dem durchgehenden weissen Kreuz aus dem Jahre 1913 belegt er die Mitte. Ein mit vier Rosetten besetzter Lorbeerkranz, Symbol des Sieges, umgibt ihn. Grüne Flammen züngeln radial von der Mitte aus und fassen das Wappenbild wie einen Edelstein. Mit der Jahreszahl 1354 auf dem Kreuzbalken wird an die Zunftbildung erinnert.
Basel, hauptsächlich 1930er und 1940er Jahre Künstler: R. Münger, R. Trübner, W. Koch, Alexander Zschokke (1894-1981), Ed. Niethammer, Urech, E. Waldheuer, Aldo Patocchi (1907-1986), Emil Beurmann (1862-1951), Niklaus Stöcklin (1896-1982) Fotografin: Claire Roessiger Papier, Halbkarton, Lithographie, Buchdruck H. 35 cm, L. 50,3 cm Inv. 2007.4.