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Minigolf und Golf sind sehr ähnliche Sportarten. Tatsächlich ist Minigolf vom eigentlichen Golfspiel entstanden. Die Spielbahnen (Fairways) sind beim Golf vom Abschlag bis zum Grün (Green) in der Regel zwischen 200 und 500 m lang. Deshalb benötigt man für einen 18-Löcher-Golfplatz rund 50 ha Land. Dies und auch die Kosten dieser Anlagen waren die Gründe für die Idee eines «kleinen Golfspiels». Es sollte für jedermann erschwinglich sein. So entstanden vor fast 100 Jahren die ersten Trainingsgrün in den USA. Im Laufe der Zeit wurden Hindernisse wie Türen, Figuren oder Bodenwellen ins Spiel eingebaut. Die Pisten des sogenannten Bahnengolfs bestanden aus verschiedenen Materialien, teils aus gewalztem Tennissand, teils aus gepresstem Lehmboden. Man fasste die Bahnen mit Holzbanden ein.
Am 19. März 1954 wurde in Ascona am Lago Maggiore die erste genormte Minigolf-Anlage nach Plänen des Schweizer Gartenarchitekten Paul Bongni eröffnet. Noch im gleichen Jahr folgte in Locarno, ebenfalls am Lago Maggiore, eine zweite Anlage [1]. Weitere Anlagen entstanden in den umliegenden Fremdenverkehrszentren und Urlaubsorten am Lago Maggiore und am Luganer See. 18 waren es bald innerhalb eines Jahres. Von hier aus wurde der Minigolf-Gedanke sehr bald auch in die umliegenden Länder getragen, nach Italien, Deutschland und auch Österreich. Ende 1962 existierten schon rund 120 Sportanlagen in Europa.
Quelle: «Das grosse Bahnengolf Buch» von Mathias Kaiser (1981, Sport + Freizeit Verlag, ISBN 3-88759-027-9)
[1]: Nunzia Conte: La guerra del golf. Ascona rivendica la paternità del primo campo di minigolf in tutto il mondo, in: Eco di Locarno, 13. Mai 1991, p. 12. Spitzmarke: «Fu inaugurato prima di quello di Locarno, il 19 marzo 1954»
Das wohl am beliebteste Bahnsystem ist dasjenige mit den Betonbahnen. Sie sind sehr solid, und das Betreten ohne Probleme möglich. Das Fundament besteht aus reinem Beton, worauf meist ein eingefärbter Betonbelag gemacht ist. Die Begrenzung bilden verzinkte Rohrbanden, welche mit Laschen am Fundament verschraubt ist.
Der Ursprung der Bongni-Betonbahnen geht bis ins Jahr 1953 zurück (siehe Rubrik Minigolf-Geschichte). Nach dem Gründer benannt, hat dieses System 18 genormte Pisten, welche 12 m lang und 1,25 m breit sind. Ausnahme ist die ca. 25 m lange Weitschlag-Piste. In den 80er-Jahren kamen jedoch Bahnen auf, welche sich in der Grösse unterscheiden. Die sogenannten 80%-Bongni-Bahnen sind dementsprechent 9,6 m lang und 1 m breit. So brauchen sie im Gegensatz zu den 100%-Bongni-Bahnen weniger Platz.
Ein auch sehr verbreitetes Bahnsystem sind die Eternitbahnen. Das sogenannte Miniaturgolf hat 6,25 m lange und 0,90 m breite genormte Bahnen. Diese bestehen aus Zementasbestplatten (Eternit), die in Eisenwinkelrahmen verlegt sind. Sie sind wesentlich heikler als Betonbahnen und sollen deshalb nicht betreten werden. Da die Eternit-Pisten viel kleiner sind, als diejenigen der Bongni-Betonbahnen, kann man den Parcour mit tieferen Punktzahlen spielen. Es wurde auf Eternit schon eine Punktzahl von 18 erreicht.
Jemand kam mal auf die Idee, die Vorteile der Betonpisten mit denjenigen der Eternitbahnen zu verbinden. So entstanden Betonbahnen mit Rohrbanden mit der Grösse und Hindernissen von Eternitbahnen.
Die Filzbahnen kommen ursprünglich aus Schweden. Diese Bahnen bestehen aus Holz und sind mit einer Filzauflage versehen. Die Banden sind ebenfalls aus Holz und die Endkreise achteckig. Die Länge der Pisten ist zwischen 6 und 12 m, die Breite 0,8 - 0,9 m.
Diejenigen Bahnen, welche nicht genormt sind, fallen unter die Kategorie der Fantasiebahnen.