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Einer von sechs vorzeitigen Todesfällen könne auf eine Aussetzung mit giftigen Stoffen zurückzuführen sein, erklärte die medizinische Fachzeitschrift "The Lancet" in einer am Freitag in dieser Art erstmals erschienenen Studie. Die Umweltverschmutzungen, von dreckiger Luft bis zu unsauberem Wasser, führten bei mehr Menschen zum Tod als etwa Aids, Tuberkulose und Malaria zusammengerechnet.
Die wichtigsten Todesursachen waren dabei Herzerkrankungen, Schlaganfälle und Lungenkrebs. Fast alle der Todesfälle seien in armen oder aufstrebenden Ländern zu verzeichnen, fanden die Wissenschaftler heraus.
Vor allem in den Ländern, in denen die Industrie rapide ausgebaut werden, seien die Auswirkungen zu spüren. Auf diese Länder, darunter Indien, Pakistan, China, Bangladesch oder Madagaskar, entfalle ungefähr ein Viertel der Toten.
"Verschmutzung ist viel mehr als eine Herausforderung für die Umwelt - es ist eine schwerwiegende und allgegenwärtige Bedrohung, die viele Aspekte der menschlichen Gesundheit betrifft", sagte Philip Landrigan, Professor bei der Icahn School of Medicine, der an der Untersuchung beteiligt war.
Allein die Luftverschmutzung, etwa durch den Verkehr oder durch offene Feuer, stehe in Zusammenhang mit 6,5 Millionen Todesfällen. Die zweitgrösste Gefahr sei verschmutztes Wasser, durch das Infektionen übertragen würden und an dem 1,8 Millionen Menschen gestorben seien.
Die finanziellen Einbussen, die in Verbindung mit den Todesfällen durch Umweltverschmutzung entstanden, betragen laut "The Lancet" weltweit rund 4,6 Billionen Dollar, etwa 6,2 Prozent der globalen Wirtschaft.
Die Studie wurde von etwa 40 internationalen Wissenschaftlern zusammengetragen und im Medizin-Fachblatt "The Lancet" veröffentlicht. Der Bericht stellt den ersten Versuch dar, umfassende Daten zu Todesfällen durch Umweltverschmutzungen weltweit zusammenzutragen.
(SDA)