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David Lopez gehört zur jungen Kapuzinergeneration von Zentralamerika. ite-Redaktor Bernard Maillard hat den Kapuziner über seine Berufung und Nicaragua befragt.
David Lopez stammt aus San Antonio, etwa 15 km von der Stadt «New Guinea» entfernt. Eigentlich wollte der heute Dreissigjährige in Kuba Medizin studieren. Nach einem Aufenthalt in einer Kapuzinergemeinschaft kam in ihm jedoch der Wunsch auf, in einer einfachen Bauernfamilie Armut zu erleben. So fand er bei einem Ehepaar Unterschlupf, das nicht einmal eine Kuh besitzt, im Haus über kein Licht verfügt und nur alle vierzehn Tage zu frischem Wasser kommt.
Die Tätigkeit der Bauern bestand vor allem darin, den Boden urbar zu machen, Knollen und Kaffeesträucheranzupflanzen und die Produkte auf dem Markt zu verkaufen. Während anderthalb Monaten konnte David bei diesem Ehepaarmitleben. Weitere Kontakte mit unterschiedlichen Kapuzinergemeinschaften führten schliesslich dazu, dass David Lopez Kapuziner wurde.
Pfarreiarbeit
Die Brüder stehen meistens im Dienst der Pfarreiseelsorge. Hier, in den Pfarreien, leben die Kapuziner das Charisma des Franz von Assisi. In der Seelsorge nehmen die Laien auf Grund ihres Taufcharismas einen wichtigen Platz ein. Die besonderen Charismen der Menschen werden in den Dienst der Pfarreigemeinschaft eingesetzt. Eine Pfarrei besteht oft aus mehreren Dörfern, die in grossen Sumpfgebieten oder in riesigenLandwirtschaftszonen angesiedelt sind. Es gibt nicht wie bei uns einen Glockenturm, um den sich alles ansiedelt. Die Menschen leben in kleinen Weilern. Seelsorgende legen weite Distanzen zurück, wenn sie Siedlungen besuchen.
Vikariat Bluefields
Drei Pfarreien sind den Kapuzinern anvertraut. Der Nicaraguaner Carlo lebt in Rama, am Fluss, der nach Bluefields fliesst. Der Amerikaner Wilberto wirkt in Siuna, beziehungsweise Teodoro in La Cruz del Rio Grande. Die Dörfer ihrer dreiLandpfarreien werden entweder mit dem Pferd oder Kanu erreicht. Bei seinen Besuchen ist der Kapuziner zugleich Priester, Krankenpfleger und Mann für fast alles.Neben den Landpfarreien wirken die Kapuziner auch in den Städten. Ihre Aufmerksamkeit gilt dort besonders den Arbeitslosen und den jungen Menschen, die oft drogenabhängig sind. Ihre Aufgabe besteht vor allem darin, den Menschen nahe zu sein und die Pfarreien zu animieren. Dabei setzen sie auf die Begleitung von Solidaritätsgruppen.
Pfarreien
Wenn die Leute Verantwortung übernehmen können, sind sie sehr zur Mitarbeit motiviert. So in der Pfarrei der Immacolata. Viele der Pfarreiangehörigen bemühen sich, ihrer Pfarrei ein gastfreundliches Gesicht zu geben. Oft fehlt es allerdingsan Finanzen, um Bauten und grössere Seelsorgeprojekte in Angriff nehmen zu können. Die Kapuzinergemeinschaft von Mozonte – die Kirche ist dem Heiligen Antonius von Padua geweiht – liegt an der Grenze zu Honduras. Sie nimmt sich vor allem der mittellosen jungen Leute an: Sie ermöglicht ihnen zu studieren, mit den Brüdern zusammen zu beten, kleinere Arbeiten zu übernehmen. Die jungen Leute, die sich für das franziskanische Charisma interessieren, nehmen auch an für sie bestimmten Einkehrtagen teil. Einigeaus diesem Kreis sind in den Orden eingetreten.
Neuaufbruch in Panama
Die gut fünfzig Kapuziner der Vizeprovinz haben neuerdings auch ein missionarisches Projekt übernommen, das ihnen ein Bischofaus Panama anvertraut hat. Der Bischof verspricht sich vom franziskanischen Engagement in seinem Land recht viel. In Panama geht es den Brüdern um ein neues missionarisches Engagement. Dieses gibt den Kapuzinern die Möglichkeit, die franziskanischePräsenz in Zentralamerika auszuweiten. In diesem Jahr stehen siebzehn junge Brüder in Ausbildung.
Bernard Maillard
In Nicaragua und Costa Rica leben heute noch 12 ausländische Kapuzinermissionare: sieben Spanier und fünf Amerikaner. Die Vizeprovinz von Porto Rico, Nicaragua und Panama besteht aus sechzig Brüdern.
Ursprünglich gab es in Zentralamerika eine Kapuzinerprovinz. Angesichts der kulturellen Unterschiede beschlossen die Brüder diese Einheit aufzuteilen und schufen zwei Vizeprovinzen.