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|Gründe (Indikation): || || |
Am häufigsten ist das Gehör im frühen Kindesalter durch einen Tubenkatarrh beeinträchtigt. Ein Tubenkatarrh ist eine Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr, welche entsteht, wenn der Ablauf des Mittelohres über die Ohrtrompete (Eustachische Röhre) nicht funktioniert. Das Mittelohr ist ein von Schleimhaut ausgekleideter, luftgefüllter Hohlraum. Die Mittelohrschleimhaut sondert kontinuierlich etwas Flüssigkeit ab, damit die Gehörknöchelchen geschmiert werden und sich gut bewegen können. Ein Kanal zwischen Mittelohr und Nasenrachenraum - die sogenannte Ohrtrompete - sorgt normalerweise für die Belüftung und den Abfluss des Mittelohres. Ist dieser Abfluss versperrt - z.B. durch vergrösserte Rachenmandeln - so kann die Mittelohrflüssigkeit nicht mehr abfliessen und staut sich. Dadurch wird die Trommelfellbeweglichkeit reduziert und der Schall wird nur noch in geringerer Intensität auf das Innenohr weitergeleitet. Das Gehör ist dementsprechend vermindert und dadurch kann es - je nach Zeitpunkt des Auftretens und Dauer eines solchen Tubenkatarrhs - zu einer Beeinträchtigung der Sprachentwicklung kommen.
Falls das Gehör eines Kindes längerfristig durch einen Tubenkatarrh eingeschränkt ist, sollte deshalb die Ursache behoben werden. Dazu müssen die Rachenmandeln operativ entfernt werden und die Flüssigkeit aus dem Mittelohr durch einen sogenannten Trommelfellschnitt abgesaugt werden. Je nach Konsistenz des Mittelohrsekrets empfiehlt sich anschliessend die Einlage eines sogenannten Paukenröhrchens, damit Belüftung und Abfluss des Mittelohres einige Monate gewährleistet sind.
|Operation: || || |
- Die Operation wird ambulant in Vollnarkose (bei Kindern) oder in Lokalanästhesie (bei Erwachsenen) durchgeführt.
- Der Eingriff dauert inklusive Ein- und Ausleitung der Narkose ca. 30 min.
- Die Operation wird durch den äusseren Gehörgang durchgeführt, es entstehen also keine äusserlich sichtbaren Narben.
- Das Trommelfell wird unter dem Mikroskop inspiziert. Im vorderen unteren Trommelfellbereich - weit weg von den Gehörknöchelchen - wird ein ca. 2.5mm grosses Schnittchen gemacht. Nun wird das Mittelohrsekret mit einem feinen Sauger abgesaugt. Je nach Konsistenz des Mittelohrsekrets wird ein Paukenröhrchen eingelegt.
|Nach der Operation: || || |
- Bereits unmittelbar nach der Operation ist das Gehör auf dem operierten Ohr deutlich verbessert.
- Sobald die Kinder wach sind und etwas getrunken und gegessen haben, dürfen Sie nach Hause gehen. Falls der Trommelfelleingriff in Kombination mit einem zweiten Eingriff (z.B. Adenotomie) durchgeführt wurde, gelten die für den grösseren Eingriff empfohlenen Richtlinien.
- Während 14 Tagen postoperativ sollte kein Wasser in die äusseren Gehörgänge gelangen (Schwimmverbot, Wasserschutz beim Baden, Duschen und Haarewaschen)
- Sobald die Trommelfelle wieder zugeheilt sind, respektive die Paukenröhrchen gut eingeheilt sind, dürfen die Kinder in der Regel Schwimmen. Tauchen sollte unterlassen werden.
- Nach 6-18 Monaten werden die Paukenröhrchen durch die Epithelerneuerung in den äusseren Gehörgang abgestossen und das Loch im Trommelfell verschliesst sich wieder.
|Mögliche Komplikationen: || |
- Bei Trommelfellschnitten ohne gleichzeitige Einlage eines Paukenröhrchens kann es zu einem Rezidiv des Tubenkatarrhs kommen, sodass in einer weiteren Operation doch noch Paukenröhrchen eingelegt werden müssen.
- Auch wenn die Paukenröhrchen nach 6-18 Monaten abgestossen werden, kann sich in seltenen Fällen ein Rezidiv bilden
- Bei jedem Trommelfellschnitt kann theoretisch (sehr selten) ein Loch im Trommelfell zurückbleiben, wobei zu bedenken ist, dass auch eine chronische Ohrenentzündung ein Loch im Trommelfell verursachen kann.
- Über die Paukenröhrchen können natürlich auch Bakterien ins Mittelohr gelangen und eine Entzündung verursachen. Dies zeigt sich darin, dass gelbliches Sekret über das Paukenröhrchen aus dem äusseren Gehörgang abfliesst. In der Regel sind die Kinder bei diesen Überinfekten schmerz- und fieberfrei und meist lässt sich so eine Entzündung mit Ohrentropfen behandeln.