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Die industrielle Massenproduktion und die besseren Transportmöglichkeiten vergrösserten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch in der Lebensmittelindustrie die Distanz zwischen Produzenten und Konsumenten. In dieser neuen Situation brauchten die Fabriken die Werbung, um ihre Produkte der anonymen Kundschaft näherzubringen. Die Reklame trat ihren Siegeszug an, und den Nahrungsmittelherstellern kam dabei eine Vorreiterrolle zu.
Am Anfang warben die Unternehmer vor allem mit Zeitungsinseraten. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts kamen Plakate, Emailschilder und Werbebroschüren dazu, und die Litfasssäulen vervielfachten die Werbefläche.
Parallel zur Werbung entwickelte sich der Markenartikel, der nicht einfach eine Ware ist, sondern ein ganzes System zur Vermarktung eines Produkts. Dazu gehören der Markenname, das Markenzeichen, die einheitliche Verpackung, die Qualitätsgarantie des Herstellers und eben die Markenwerbung.
Die Verbreitung von Markenartikeln rief bald auch die Fälscher auf den Plan: Markenelemente wie die Verpackungsform, die Etikettenfarben oder gar Namen und Unterschriften wurden gern und oft kopiert. Versuche der Markenartikelhersteller, sich vor solchen Nachahmungen zu schützen, waren lange mässig erfolgreich, da es noch keinen gesetzlichen Markenschutz gab. Einen gewissen Schutz brachten das erste Bundesgesetz betreffend Marken von 1879 und das Patentschutzgesetz von 1888. cs