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Ammonite
Regie: Francis Lee
Darst.: Kate Winslet, Saoirse Ronan, Gemma Jones, Fiona Shaw, James McArdle, Alec Secareanu, Claire Rushbrook, Sam Parks, Liam Thomas, Nick Pearse u.a.
Südengland in den 1840er-Jahren. Nach dem Tod des Vaters betreiben Mary Anning und ihre kranke Mutter in Lyme Regis einen Laden, mit dem sie sich durch den Verkauf am Strand gesammelter Urzeit-Fossilien an Touristen mühsam über Wasser halten. Aufgrund ihres Standes und ihres Geschlechts war es Mary nicht möglich zu studieren, dennoch gehört die Autodidaktin mittlerweile zu den führenden Forschern auf dem noch jungen Gebiet der Paläontologie – allerdings ohne Anerkennung durch die männlich dominierten Wissenschaftskreise. So kann sie das lukrative Angebot von Mr. Murchinson nicht ausschlagen, seine schwermütige junge Ehefrau Charlotte zur Erholung in ihre Obhut zu nehmen, damit er seine Europareise ungestört fortsetzen kann. Nach einer kühlen Phase des Kennenlernens kommen sich die ungleichen Frauen näher. Es kommt zu einer leidenschaftlichen Affäre, die alle gesellschaftlichen Konventionen ins Wanken bringt. «Ammonite», der zweite Spielfilm des 52-jährigen Briten Francis Lee, erzählt eine fiktive lesbische Liebesgeschichte um die Paläontologie-Pionierin Mary Anning (1799–1847). Bereits sein berührender Erstling «God’s Own Country», in dem sich ein Jungfarmer in der rauen Landschaft von Yorkshire in einen rumänischen Saisonarbeiter verliebt, wurde von Kritik und Publikum gefeiert. Auf den Vorwurf einiger Verwandter Annings, er wolle deren Biografie «skandalisieren», reagierte der Regisseur mit dem Einwand, es habe schon viele «Begradigungen» in historischen Biografien schwuler und lesbischer Persönlichkeiten gegeben, deshalb müsse es erlaubt sein, dies im fiktionalen Kontext einmal in die andere Richtung zu tun. In den Hauptrollen seines neuen Films brillieren Oscar-Preisträgerin Kate Winslet («The Reader») und Saoirse Ronan («Little Women»). Brian Tallerico schreibt anlässlich der Weltpremiere am International Toronto Film Festival 2020 auf RogerEbert.com: «Mit ‹Ammonite› greift Francis Lee nach etwas Tieferem als einem Biopic oder einer Geschichtsstunde. Es ist eine Geschichte über Verbundenheit, etwas, das wir alle suchen und manchmal nicht mehr zu finden glauben. (…) Eine zufällige Begegnung kann unser Leben verändern, wie ein bedeutender Fossilienfund im Ufergestein, mit dem wir nicht gerechnet haben.»