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Abfluss einer grossen Wassermasse bildet, die zahlreiche im obern Jurakalk ausgewaschene
Höhlen und Klüfte erfüllt. Ein
Blick auf die Karte lässt die Quelle der Serrière als die Fortsetzung des Seyonlaufes (s. den Art.
Seyon) erscheinen. Und
in der Tat liegt ihr Sammelgebiet in der nämlichen Gegend wie dasjenige desSeyon, d. h. an den felsigen
Bändern der Mulde des
Val de Ruz. Während aber der
Seyon die Oberflächenwasser der tertiären und glazialen Decke, welche
dem Boden dieser Mulde aufgelagert ist, sammelt, umrahmt das Einzugsgebiet der Serrière dasjenige des
Seyon gleich wie die
Augenhöhle das Auge umzieht und setzt sich unterhalb desselben in die
Tiefe fort. Es liegt somit die
mit einem schwer durchlässigen Boden ausgestattete Mulde, in der sich die
Wasser des
Seyon sammeln, über einer zweiten, um
vieles grösseren Mulde, die das Einzugsgebiet der Serrière darstellt.
Diese zweite Mulde umfasst in ihren nicht von derjenigen des
Seyon überdeckten Teilen 90 km2, die
Mulde des
Seyon dagegen bloss 30 km2, sodass die Gesamtfläche 120 km2 beträgt. Sicherlich gab es eine Zeit, da die
Quelle der Serrière noch nicht vorhanden war und alles
Wasser durch die Rinne des
Seyon abfloss. Damals schnitt sich die von
diesem Bach durchzogene
Schlucht zwischen
Valangin und dem
Vauseyon in das Felsgewölbe des
Chaumont ein.
Später hat die Serrière nach und nach einen Teil der dem
Seyon zufliessenden
Wasser für sich selbst abgezapft und an
Ort
und Stelle des oberflächlichen Sammelgebietes ein solches in der
Tiefe geschaffen. Da dieses Netz von unterirdischen Kanälen
und Abflussrinnen bis in die Kalkschichten des Malm oder obern
Jura hinabgedrungen ist, muss das
Wasser
der Serrière vor seinem an der Oberfläche der Hauterivienmergel erfolgenden Austritt auch über die Argovienmergel hinüberfliessen,
die ihren Scheitelpunkt unter dem Gewölbe der
Forêt de
Peseux und der
Serroue in etwa der heutigen Höhenlage der Quelle besitzen.
Vergl. auch den Art.
Seyon samt begleitender Karte und geologischem Profil.
Wein- und Gartenbau. Hier befindet sich die grosse Schokoladenfabrik Suchard mit mehr als 500 Arbeitern, die 1826 von Philipp
Suchard, dem ersten Förderer der Dampfschiffahrt auf dem
Neuenburgersee, gegründet worden ist. Seine
hier aufgestellte Bronzebüste wurde 1899 enthüllt. Das städtische Schlachthaus von Neuenburg,
das sich in Serrières befindet, soll
in Bälde nach dem
Vauseyon verlegt werden. Hammerwerke und mechanische Konstruktionswerkstätten.
Sägen,
Mühlen, Papierfabrik mit 110 Arbeitern. Die in der
Schlucht der
Serrière etwa 30 m unter der Eisenbahnlinie
gelegenen Fabriken von Serrières sind durch einen 1886 erstellten Lastaufzug mit Drahtseilbetrieb mit der Bahnstation verbunden.
Die Schokoladen- und die Papierfabrik haben
eine ganze Reihe von Arbeiterhäusern erstellt und gewähren ihren Arbeitern
den Genuss zahlreicher Wohlfahrtseinrichtungen. Alle diese Etablissemente benutzen die Triebkraft der wasserreichen Stromquelle
der
Serrière und die aus den Werken in den Areuseschluchten hergeführte elektrische Energie.
Die sehr alte Papierfabrik bestand schon im 15. Jahrhundert. Die
Schlucht der
Serrière wird von einem grossen steinernen Eisenbahnviadukt,
der 1859 erstellt wurde, und tiefer unten von der 1807 erbauten einbogigen Strassenbrücke überspannt, welche unter dem
Namen des
Pont Alexandre (nach dem Marschall Alexandre Berthier dem damaligen Fürsten von Neuenburg)
bekannt ist.
Mit Neuenburg
steht Serrières durch eine ununterbrochene Folge von Miethäusern und
Villen in Verbindung.
Ueber der Station steht das
Schlösschen
Beauregard, ein aus dem 16. Jahrhundert stammendes Landhaus. Nahe dabei die Stätte des ehemaligen Galgens
(Gibet de Serrières) mit grossen Kiesgruben. In Serrières begann Guillaume Farel am die Reformation im Neuenburgerland
zu predigen, an welches Ereignis eine an der altertümlichen kleinen Kirche angebrachte Gedenktafel erinnert. 1178: Sarreres; 1195 und
1198: Sarrieres; 1258: Sarreres, von
serra =
Säge, Sägerei herzuleiten. Das Dorf wird 1195 in einer
Bulle
des Papstes Zölestin III. erwähnt. 1837 entdeckte man nw. Serrières 120 alte Gräber mit Eisengegenständen aus der Burgunderzeit.
Mehrere Funde (worunter eine Goldmünze mit dem Bildnis des Augustus) aus der Römerzeit. Vergl.
Quartier La Tente, Ed. Lecanton deNeuchâtel. I: District deNeuchâtel.
Neuchâtel 1897.
(Valdi) (Kt. Tessin,
Bez.
Bellinzona und Lugano).
1800-740 m. Thal, das zusammen mit dem
Val Caneggio den Bergstock des
Camoghè
einschliesst. Beide
Thäler vereinigen sich 1 km oberhalb des DorfesIsone zum
ValVedeggio, das in seinem
untern Abschnitt auch
Val d'Agno heisst. Das an seinen Flanken völlig waldlose Val di Sertena beginnt in einer Senke zwischen den
Gipfeln des
Garzirola und
Camoghè und zieht sich auf eine Länge von 5,5 km nach NW. hinab. Von ihm geht der begangenste Weg
auf den Gipfel des
Camoghè aus. Es trägt weite Weideflächen, die aber nur magern Graswuchs aufweisen und von dem zahlreichen
Vieh der Alpweiden Sertena,Traorno, Guzzala,
Crono, Almattro,
Cugnolo und
Fontanelle benutzt werden.
Von den Lais da Raveisch gelangt man über den Sertigpass (2762 m) ins Kühalp- und Sertigthal und von da nach Davos Frauenkirch
oder auch durch Val Tuors nach Bergün hinab. Durch Val del Tschüvel erreicht man die 1½ Stunden entfernte
Keschhütte des S. A. C. (2631 m) am Fuss des Porchabellagletschers. Das Val Sertig ist nur 2 km lang, hat ein Bachgefälle
von 12,8% und enthält hübsche Alpweiden. Bodengrundlage ist zur Hauptsache Gneis, der im N., O. und
S. des Thälchens streckenweise von Hornblendeschiefern abgelöst wird.
Sehr gut ist bei den Lais da Raveisch der Gesteinswechsel von Gneis, Verrucano und den übrigen Triasgliedern bis zum Hauptdolomit
auf dem Grat vor den Ducanhörnern blossgelegt. Der Gneis enthält grosse Orthoklaskristalle und zeigt teils körniges, teils
flaseriges Gefüge. Die kristallinischen Ufer der Seen weisen grossartige, von Gletschern geschliffene
Rundhöcker auf, die z. T. mit mächtigen Trümmermassen bedeckt sind, zwischen welchen man nicht selten ansehnliche Stücke
von Eisenglimmerstufen findet. Auch der Botaniker macht reiche Ausbeute in der Gegend, die grossartige und prachtvolle Berg-
und Gletscherbilder darbietet.