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(ots) - Die Regierung hat ein Organisationskomitee eingesetzt
Vaduz, 19. Oktober (pafl) - Im Jahre 2006 begeht das Fürstentum
Liechtenstein ein staatspolitisch sehr bedeutsames Jubiläum, nämlich
"200 Jahre Souveränität des Fürstentums Liechtenstein 1806- 2006".
Das von der Regierung im Juni eingesetzte Organisationskomitee
befasste sich in einer ersten Phase intensiv mit der Erstellung
eines Konzeptes und des Budgets für das Jubiläumsprogramm im
Hinblick auf den Bericht und Antrag der Regierung an den Landtag.
Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass am 12. Juli 1806 fünfzehn
Fürsten die Rheinbunds-Akte unterzeichneten. Am 1. August 1806
erklärten sie ihren Austritt aus dem Heiligen Römischen Reich
Deutscher Nation. Mit der Austrittserklärung der Rheinbundsfürsten
hörte das Alte Deutsche Reich auf zu existieren. Später wurden
weitere deutsche Länder in den Rheinbund aufgenommen. Unter den 16
Gründungsmitgliedern des Rheinbundes war auch Fürst Johann I. von
Liechtenstein. Als einziger liess er jedoch die Rheinbunds-Akte
nicht unterzeichnen und als einziger erklärte er nicht den Austritt
aus dem Alten Deutschen Reich.
Liechtenstein ein souveräner Staat
Die 16 Fürsten des Rheinbundes erhielten mit der Aufnahme in den
Rheinbund formell die Souveränität. Das Fürstentum Liechtenstein hat
diese Souveränität im Gegensatz zu allen anderen Ländern, welche in
andere Staaten eingegliedert worden sind, beibehalten und vertieft.
Es gilt, in diesem Jubiläumsjahr den Wandel, die Entwicklung, die
Meilensteine und die Souveränitätsmerkmale nach innen wie nach
aussen zu beleuchten. Die Souveränitätswirklichkeiten haben sich in
den letzten zwei Jahrhunderten in Europa und weltweit gewandelt und
verändert. Das Fürstentum Liechtenstein hat in den letzten
Jahrzehnten mit dem Beitritt in den Europarat, zur UNO und zum EWR
entscheidende Weichenstellungen im Prozess der
Souveränitätsentwicklung vorgenommen.
Staatspolitische Bedeutung zum Ausdruck bringen
In rund 14 Monaten beginnt das Jubiläumsjahr. Die Regierung hat
zur Vorbereitung eines würdigen und ausstrahlungskräftigen
Jubiläumsprogrammes im Juni dieses Jahres ein Organisationskomitee
mit dem Vorsitzenden Werner Ospelt, Vaduz, eingesetzt. Um dem Ziel
der Jubiläumsfeierlichkeiten gerecht zu werden, die verschiedenen
gesellschaftlichen, historischen und kulturellen
Interessengruppierungen, alle Altersschichten sowie insbesondere
auch die Optik des In- und Auslandes in die Jubiläumsprojekte zu
integrieren, hat die Regierung den Landtag sowie verschiedene
Behörden und Interessenvertretungen eingebunden. Das
Organisationskomitee setzt sich aus je einem Vertreter des
Landtages, des Kulturbeirates, des Landesmuseums, des Schulamtes,
der Wirtschaft sowie des Presse- und Informationsamtes zusammen.
Weitere Interessengruppen werden je nach Projekt in die
Vorbereitungsarbeiten miteinbezogen. Es ist das Ziel, die gesamte
Bevölkerung anzusprechen, die Geschichte, Gegenwart und Zukunft zu
reflektieren, Bleibendes zu schaffen, den Zusammenhalt und die
Identität zu stärken sowie Perspektiven aufzuzeigen, mit welchen
sich das Fürstentum Liechtenstein weiterhin in eine prosperierende
Zukunft entwickeln kann.
Bericht und Antrag an den Landtag
Das Organisationskomitee hat sich in den letzten Monaten intensiv
mit der Ausarbeitung eines Konzeptes und der Erstellung eines
Budgets für das Jubiläumsjahr 2006 befasst. Derzeit wird auf der
Grundlage der Abklärungen des Organisationskomitees ein Bericht und
Antrag der Regierung zu Handen des Landtages erarbeitet.
Es ist vorgesehen, dass sich der Landtag anlässlich der kommenden
Dezember-Sitzung mit den Anträgen der Regierung zum Jubiläum "200
Jahre Souveränität des Fürstentums Liechtenstein 1806-2006"
(Jubiläumsprojekte und Kostenvoranschlag) befassen wird.
Kontakt:
Regierungssekretär
Norbert Hemmerle
Tel.: +423/236 60 06