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Allgemeines:
Durch stetiges Training, aber auch angeboren, kann der Kaumuskel (=Masseter) sehr kräftig und voluminös sein. Diese Masseterhypertrophie kann durch bewusstes Training wie z.B. beim stetigen Kauen von Kaugummis oder durch unbewusstes Training wie z.B. bei durch Stress bedingtem Zusammenbeissen der Zähne im Schlaf erfolgen.
Die Behandlung dieser Masseterhypertrophie hat sowohl einen Medizinischen als auch einen Ästhetischen Nuten.
Medizinischer Nuten: Zähneknirschen führt zu Verspannungen im Kopf- und Nackenbereich, die sich bis zu muskulären Hartspannen entwickeln können. Dieses Zusammenbeissen erfolgt meist unbewusst tagsüber oder in der Nacht als Zähneknirschen im Schlaf. Der Zahnschmelz wird dabei übermässig abgenutzt und Zähne können sogar reissen.
Eine gezielte Injektion von Botulinum Toxin Typ A in diesen Muskel und auch gezielt in einen möglichen Hart Sparn führt zu einer Verminderung, aber nicht zu einer kompletten Aufhebung der Muskelaktivität. Ein Herunterfallen des Unterkiefers ist nicht zu beobachten, lediglich eine Verminderung der Bissstärke.
Ästhetischer Nutzen: Ein voluminöser Kaumuskel verändert die Gesichtsform. Die als vorteilhaft empfundene Herzform des Gesichts mit prominenter Wangenregion und schlanker Kieferregion wird durch Hypertrophie der Kaumuskulatur entstellt. Es resultiert eine Kastenform des Gesichts bis hin zur Hamsterbäckchen-Form. Die wiederholte Gabe von Botulinum Toxin Typ A führt wie ein «Negativ-Training» der Muskulatur zu einer herzförmigen Gesichtsform zurück.
Behandlung:
Mittels feinster Nädelchen wird das Botulinum Toxin Typ A in den Muskel injiziert und führt nach der medikamentenbedingten Einwirkzeit von 3 bis 12 Tagen zu einer Relaxation, welche anfangs zum Teil ungleichmässig ausfallen kann. Bei Gabe der gleichen Menge pro Seite und mengenmässig gleicher Applikation, wird ein Ausgleich der Relaxationstiefe beidseits nach wenigen weiteren Tagen erfolgen.
Wirkung:
Durch Blockierung des Transmitters der neuromuskulären Endplatte durch das Botulinum Toxin Typ A wird eine Relaxation des Muskels verursacht. Diese hält über die Wirkdauer an und wird auf natürlichem Wege abgebaut.
Komplikationen:
Der Kaumuskel hat einen oberflächlichen und einen tiefen Anteil, welche beide ausreichend gut mittels Botulinum Toxin Typ A geblockt werden sollen. Eine ungleichmässige Blockierung der Muskulatur kann zu Verspannungen und Verziehungen der Kieferknochen führen.
Wirkdauer: Nach 4-5 Monaten lässt die Wirkung des Botulinum Toxin Typ A rasch nach und die Muskulatur ist wieder voll funktionsfähig. Durch Inaktivitäts-Atrophie der geblockten Muskelfasern sind jedoch Anteile der Muskulatur abgebaut worden und der Kaumusel ist insgesamt schwächer und schlanker.
Nach einmaliger Applikation des Botulinum Toxin Typ A baut sich die Muskulatur gewöhnlich innerhalb weniger Wochen wieder zu ihrer alten Stärke auf. Dies wird als «Neuromuskuläres Gedächtnis» bezeichnet. Eine wiederholte 2- bis 3-malige Gabe des Medikaments führt zu einer nachhaltigen Schwächung der Muskulatur mit langfristigem medizinischem und ästhetischem Benefit.
Schmerzen:
Die exakte Applikation des Medikaments Botulinum Toxin Typ A mittels feinsten Nadeln ist nahezu schmerzlos. Eine Anästhesie ist nicht notwendig.
Risiko:
Die anatomische Nähe des Kaumuskels zur A. facialis, aber auch zur A. carotis externa und zur V. jugulares ist zu beachten! Eine Injektion an dieser Stelle ist gut geschulten Ästhetischen Ärzten vorbehalten.
Nachkontrolle:
Eine Nachkontrolle nach 4 Wochen ist empfehlenswert.
Nachbehandlung:
Eine Nachbehandlung ist bei einer insuffizienten Blockierung des oberflächlichen oder des tiefen Anteils der Kaumuskulatur indiziert. Die Blockierung sollte seitengleich erfolgen, um eine Veränderung des Bisses zu vermeiden.