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Zur Behandlung und Vorbeugung eines Zeckenbefalls sowie eines Flohbefalls und zur Behandlung eines Befalls mit Haarlingen beim Hund.
ATCvet: QP53AX65
ZusammensetzungJede Einzeldosis (Doppelkammerpipette) enthält:
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Eigenschaften / WirkungenDas Tierarzneimittel ist eine insektizide und akarizide Lösung zum Auftropfen auf die Haut. Es enthält Fipronil und Amitraz als adultizid wirksame Bestandteile in Kombination mit dem ovizid und larvizid wirksamen Bestandteil (S)-Methopren.
Fipronil ist ein Insektizid und Akarizid aus der Phenylpyrazol-Familie. Die Wirkung von Fipronil und seinem Metaboliten Fipronil-Sulfon beruht auf einer Interaktion mit Liganden-gesteuerten Chloridionenkanälen, insbesondere mit solchen, die auf den Neurotransmitter Gamma-Amino-buttersäure (GABA) sowie auf desensitisierende (D) und nicht-desensitisierende (N) Glutamat-Kanäle ansprechen (Glu, nur bei Wirbellosen vorkommende Liganden-gesteuerte Chloridionenkanäle).
Hierbei kommt es zur Hemmung des prä- und postsynaptischen Chloridionenaustausches durch die Zellmembranen. Infolge der gestörten ZNS-Aktivitäten tritt der Tod der Insekten oder Spinnentiere ein.
(S)-Methopren ist ein Wachstumsregulator für Insekten (IGR) aus der Wirkstoffgruppe der Juvenilhormon-Analoga, der die Entwicklung der unreifen Stadien der Insekten hemmt. Diese Substanz imitiert die Wirkung des Juvenilhormons und führt zu einer gestörten Entwicklung und damit zum Tod der unreifen Flohstadien. Die ovizide Wirkung von (S)-Methopren auf dem Tier resultiert entweder daraus, dass der Wirkstoff die Eischale frisch gelegter Floheier durchdringt, oder dass er durch die Kutikula der adulten Flöhe aufgenommen wird. (S)-Methopren verhindert ebenso die Entwicklung von Larven und Puppen, so dass die Umgebung des behandelten Tieres von diesen Stadien freigehalten werden kann.
Amitraz ist ein Formamidin-Akarizid, das als Agonist an Oktopaminrezeptoren wirkt und eine Überstimulation der oktopaminergen Synapsen bewirkt und somit zu Übererregbarkeit und Krämpfen bei Spinnentieren führt. Zusätzlich führt der Wirkstoff bei Akariden in subletalen Dosen zu Anorexie und unterdrückt deren Reproduktionsfähigkeit. Amitraz hat spezifische Zecken-ablösende Eigenschaften, dabei ziehen die Zecken ihre Mundwerkzeuge schnell aus dem Wirt zurück und fallen von ihm ab. Diese Wirkung wird als expellierend bezeichnet.
Die Kombination aus Fipronil und Amitraz wirkt an verschiedenen Stellen im Nervensystem der Zecken. Für eine niedrige Dosis Amitraz, kombiniert mit Fipronil, wurde ein synergistischer Effekt gegen Zecken nachgewiesen.
Dieser führt zu einer schnelleren Abtötung (die bereits nach 2 Stunden beginnt und nach 24 Stunden bei mehr als 90% liegt) sowie zu einer längeren Wirkungsdauer im Vergleich zum einzeln angewandten Wirkstoff.
Die Behandlung mit Certifect™ führt zum Ablösen der Zecken bei einem Hund mit präexistentem Zeckenbefall. Zudem unterbricht Certifect™ das Ansaugen und tötet die Zecken schnell innerhalb von 24 Stunden ab. Somit werden die Blutmahlzeit und das damit einhergehende Risiko der Übertragung von Erregern, die durch Zecken übertragen werden, verhindert. Das Risiko der Entstehung einer Caninen Babesiose, Monozytären Ehrlichiose, Granulozytären Anaplasmose und Borreliose wird damit indirekt für 4 Wochen reduziert.
PharmakokinetikDie systemische Absorption nach topischer Anwendung ist für alle drei wirksamen Bestandteile von Certifect™ gering. Die Plasmahöchstkonzentration lag für Fipronil nach 5 Tagen bei 19 ng/ml, für (S)-Methopren unterhalb der Bestimmungsgrenze (10 ng/ml) und war für Amitraz in den meisten Proben nicht nachweisbar (< 0.75 ng/ml).
Das Hauptabbauprodukt von Fipronil auf dem Haarkleid des Hundes und im Blut ist das Sulfon-Derivat, ein wirksamer Metabolit. (S)-Methopren wird vollständig zu Kohlendioxid und Acetat abgebaut, die nachfolgend als endogene Baustoffe Verwendung finden.
Amitraz wird im Fell des Hundes zu N-Methyl-N'-(2,4-xylyl)-Formamidin abgebaut (< 5% der Amitrazkonzentration). Sehr geringe, vernachlässigbare Mengen an Dimethylanilin, einem Nebenprodukt beim Abbau von Amitraz, wurden ebenso nach der Behandlung im Haarkleid des Hundes festgestellt. Die drei arzneilich wirksamen Bestandteile werden während der ersten Woche nach Applikation gut über das Haarkleid des Hundes verteilt. Die Konzentrationen von Fipronil, Fipronilsulfon, Amitraz und (S)-Methopren im Fell nehmen mit der Zeit ab und sind bis mindestens 58 Tage nach Applikation nachweisbar.
Die antiparasitäre Wirkung wird vor allem durch Kontakt und weniger durch die systemische Aufnahme vermittelt.
In Studien wurde nachgewiesen, dass es beim Säugetier keine pharmakodynamischen und pharmakokinetischen Wechselwirkungen zwischen Fipronil, (S)-Methopren und Amitraz gibt.
IndikationenBei Hunden und Welpen (Mindestalter 8 Wochen ; Mindestgewicht 2 kg):
Zur Behandlung und Vorbeugung eines Zeckenbefalls (Ixodes ricinus, Dermacentor reticulatus, Rhipicephalus sanguineus, Ixodes scapularis, Dermacentor variabilis, Haemaphysalis elliptica, Haemaphysalis longicornis, Amblyomma americanum und Amblyomma maculatum) sowie eines Flohbefalls (Ctenocephalides felis und Ctenocephalides canis). Zur Behandlung eines Befalls mit Haarlingen (Trichodectes canis). Zur Verhinderung eines Flohbefalls der Umgebung durch Hemmung aller unreifer Entwicklungsstadien der Flöhe. Geeignet zur Behandlung und Kontrolle der Flohstichallergie (FAD). Abtötung von Flöhen und Zecken innerhalb von 24 Stunden. Eine Behandlung verhindert einen erneuten Befall mit Zecken für 5 Wochen und mit Flöhen für bis zu 5 Wochen.
Die Behandlung reduziert indirekt das Risiko der Übertragung von Krankheiten, die durch infizierte Zecken übertragen werden (Canine Babesiose, Monozytäre Ehrlichiose, Granulozytäre Anaplasmose und Borreliose) für 4 Wochen.
Kann während der Trächtigkeit und Laktation angewendet werden. Die Unbedenklichkeit des Tierarzneimittels bei Zuchttieren, während der Trächtigkeit und Laktation wurde durch mehrfach wiederholte Anwendung der bis zur dreifachen empfohlenen Dosis im 28 Tage-Behandlungsintervall nachgewiesen.
Monatliche Anwendung in Abhängigkeit der lokalen epidemiologischen Situation während der Zecken- und/oder Flohsaison.
Die empfohlene Mindestdosis beträgt 6,7 mg/kg Körpergewicht für Fipronil, 6 mg/kg für (S)-Methopren und 8 mg/kg für Amitraz, entsprechend:
1 Pipette zu 1.07 ml für einen Hund von 2 kg bis 10 kg.
1 Pipette zu 2.14 ml für einen Hund von 10 kg bis 20 kg.
1 Pipette zu 4.28 ml für einen Hund von 20 kg bis 40 kg.
1 Pipette zu 6.42 ml für einen Hund von 40 kg bis 60 kg.
Bei Hunden mit einem Körpergewicht von über 60 kg benutzen Sie die Kombination zweier Pipettengrössen, die dem Körpergewicht am genauesten entspricht.
Der Mindestabstand zwischen zwei Behandlungen soll nicht weniger als 2 Wochen betragen, da die Verträglichkeit für kürzere Behandlungsintervalle nicht geprüft wurde.
Bei der Packung mit 3 Pipetten trennen Sie zuerst einen Blister entlang der Perforierung von den anderen ab. Schneiden Sie den Blister entlang der gepunkteten Linie mit einer Schere auf (oder falten Sie, wie beschrieben, die Ecke des Blisters und ziehen die Folie ab).
Entnehmen Sie die Pipette und halten Sie diese aufrecht. Schneiden Sie die Spitze der Pipette mit einer Schere ab. Das Fell des Tieres scheiteln, bis die Haut sichtbar wird. Setzen Sie die Spitze der Pipette auf die Haut auf und drücken Sie die Hälfte des Pipetteninhaltes am Nacken, in der Mitte zwischen der Schädelbasis und den Schulterblättern, aus. Wiederholen Sie diesen Vorgang an der Basis des Nackens, zwischen den Schulterblättern, um die Pipette vollständig zu entleeren.
Anwendungseinschränkungen
Kontraindikationen
Vorsichtsmassnahmen
Unerwünschte WirkungenVetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
Die Verträglichkeit des Tierarzneimittels wurde bei gesunden erwachsenen Hunden, die bis zu 6 mal in 2-wöchigem Abstand mit einer bis zur 5-fach erhöhten Dosis behandelt wurden, und bei Welpen mit einer einmaligen Behandlung im Alter von 8 Wochen nachgewiesen. Im Falle einer Überdosierung kann das Risiko des Auftretens von Unverträglichkeiten steigen, sodass es wichtig ist, die Tiere immer mit der korrekten Pipettengrösse gemäss ihrem Körpergewicht zu behandeln.
Vorübergehende Hautreaktionen an der Applikationsstelle (Hautverfärbung, lokaler Haarausfall, Juckreiz, Erythem) und generalisierter Juckreiz oder Haarausfall können in seltenen Fällen auftreten. Lethargie, Ataxie, Erbrechen, Anorexie, Durchfall, Speicheln, Hyperglykämie, erhöhte Empfindlichkeit auf Reize, Bradykardie oder Bradypnoe können auftreten. Diese Symptome sind vorübergehend und klingen gewöhnlich ohne Behandlung innerhalb von 24 Stunden wieder ab. Sollten die Symptome schwerwiegend sein oder andauern und sollte es sich bei diesen um Nebenwirkungen von Amitraz oder von seinen Metaboliten handeln (agonistischen Wirkungen an alpha2-Adrenorezeptoren) kann als Antidot Atipamezol-Hydrochlorid als alpha2-Adrenorezeptor-Antagonist verwendet werden.
In sehr seltenen Fällen können bestimmte sensible Hunde Hautreizungen an der Applikationsstelle entwickeln. Andere Formen von Dermatitiden, einschliesslich Pemphigus-ähnlichen Symptomen, können in noch selteneren Fällen auftreten. Sollte dies auftreten, wenden Sie sich sofort an ihren Tierarzt für die Behandlungsberatung und brechen Sie die Behandlung mit dem Produkt ab.
WechselwirkungenNicht bekannt.
Sonstige Hinweise
Packungen1 Plastikumschlag mit 1 Pipette zu 1.07 ml
Karton mit 3 Pipetten zu 1.07 ml
Nicht erhältlich: Ausverkauft / Nicht lieferbar!
Informationsstand: 11/2013
Dieser Text ist behördlich genehmigt.