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Medikamente, Hormone und chemische Produkte
- Thalidomid:
Thalidomid ist ein Beispiel für die katastrophale, teratogene Wirkung eines Medikamentes, die trotz Tierversuchen nicht erkannt wurde. Diese Substanz wurde im Jahr 1959 eingeführt und weit verbreitet und in Medikamenten gegen Übelkeit und zur Beruhigung auch Schwangeren verschrieben. Die entstandenen Missbildungen beim Kind betrafen die Gliedmassen (Meromelie und Amelie) das Herz, die Nieren, den Darm und das äussere Ohr
- Das Vitamin A und die Retinsäure:
Besondere Aufmerksamkeit muss auch dem Vitamin A und dessen Derivaten geschenkt werden.
Das Retinol ist beim Tier stark teratogen, zeigt aber beim Menschen keine Wirkung. Dennoch sollte die tägliche Einahme an Retinol 6'000 UI nicht überschreiten.
Die Retinsäure hingegen, welche häufig in der Dermatologie verwendet wird um Akne zu behandeln, (Roaccutane ® Isotretinoin) ist in 20% der Fälle für ein polymalformatives Syndrom verantwortlich, welches kranio-faziale Missbildungen und solche des ZNS und des Herz-Kreislaufsystems umfasst. Die kritische Periode für eine Auswirkung auf den Embryo reicht von der 3. bis zur 5. Woche. Die Anwendung von Retinsäure während der Schwangerschaft ist untersagt.
- Diethylstilboestrol:
Das Diethylstilböstrol ist ein teratogener Stoff, welcher bei weiblichen Embryonen zu Anomalien der Vagina und des Uterus führt. Missbildungen wie eine vaginale Adenose, Erosionen der Cervix und transversale Spalten in der Vagina wurde beobachtet. Eine etwas seltenere aber charakteristische Störung tritt erst viele Jahre nach der "in utero" Exposition bei Nachkommen im Alter von 16-22 Jahren auf. Es handelt sich dabei um die Entwicklung eines vaginalen Adenokarzinoms mit hellen Zellen
- Antibiotika:
Während der Schwangerschaft müssen Antibiotika mit Vorsicht eingenommen werden.
Die Tetracycline beispielsweise führen zu Verfärbungen der Zähne.
Die Derivate der Streptomycine führen zu Verletzungen des 8. Hirnnerven, was zu Hörproblemen führt.
Das Penicillin hingegen kann im Falle einer Schwangerschaft eingenommen werden
- Drogen:
Eine wichtige Rolle unter den Drogen spielt das Kokain, welches von einer wachsenden Anzahl schwangerer Frauen konsumiert wird. Diese Droge hat im Jahre 1990, 300'000 bis 400'000 Neugeborenen geschädigt.
Das Kokain, welches die Plazentarbarierre durchquert, kann beim Kind eine Sucht hervorrufen. Der Konsum an Kokain führt zu einem Wachstumsrückstand, zu Herz-Kreizlaufmalformationen und zu einer erhöhten Sterblichkeit und Morbidität (Krankeitshäufigkeit) des Feten.
Die Liste der teratogenen Medikamente und Substanzen ist noch sehr lang. Für eine detailliertere Liste, und besonders was Alkohol und Tabak betrifft, verweisen wir Sie auf das Modul Fetalperiode (Mehr dazu: Details zu teratogenen Substanzen).