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Wenn FC-Wohlen-Präsident Lucien Tschachtli vom Abgang Ciriaco Sforza spricht, lobt er seinen Trainer in den höchsten Tönen und versucht, sachlich zu bleiben. Doch ganz lässt sich nicht verbergen, dass ihn der Abgang schmerzt.
Das tut natürlich menschlich weh, weil wir so gut zusammen gearbeitet haben.
Sforza habe in derart kurzer Zeit etwas geschafft, was eigentlich eine längerfristige Aufgabe hätte sein sollen. Nämlich den Club im oberen Teil der Tabelle zu etablieren. Innerhalb von gut einer Saison formte Sforza, der 79-fache Schweizer Internationale, aus dem Challenge-League-Klub ein Spitzenteam. Drei Runden vor Schluss belegt Wohlen Rang 3.
Der Rückstand auf Leader Lugano beträgt jedoch uneinholbare zehn Punkte. Zudem hat Wohlen darauf verzichtet, bei der Swiss Football League nach der erstinstanzlichen Verweigerung der Super-League-Lizenz die Eingaben nachzubessern.
Sforza wollte aufsteigen, Verein aber nicht
Als Grund für die Trennung wurde die unterschiedliche Zielsetzung von Trainer und Vereinsführung genannt. «Wir haben Ciriaco Sforza klar aufgezeigt, was bei uns die künftigen Abmitionen sind und welche Möglicheiten wir haben», bestätigt Tschachtli. Während Sforza mit der ersten Mannschaft seines Stammvereins in die Super League aufsteigen wollte, will sich die Klubleitung lieber in der Challenge League etablieren.
Ein Aufstieg ist finanziell nicht möglich. Das Stadion aufzurüsten würde Millionen kosten.
Trotzdem könnte Sforza in der nächsten Saison wieder ein Team in der Super League trainieren. Der 45-jährige Wohler wurde in den vergangenen Tagen mit dem FC Zürich in Verbindung gebracht. In der Super League war er bisher für Luzern (2006-2008) und die Grasshoppers (2009-2012) tätig. Sforza führte jedoch klar aus: «Ich habe noch keine Verhandlungen mit irgendeinem Verein geführt.»
Rueda übernimmt erneut Traineramt
Für die kommende Saison übernimmt Martin Rueda den Posten des Chefcoachs beim FC Wohlen. Für den 52-jährigen Schweizer mit spanischen Wurzeln ist es bereits das vierte Engagement als Trainer bei den Aargauern. Rueda wird zeitgleich auch Sportchef bleiben.
«Er hat uns gegenüber signalisiert, dass diese Doppelbelastung für ihn in Ordnung ist», erklärt Lucien Tschachtli. Rueda soll das weiterführen, was Sforza begonnen hat. Nicht weniger, aber auch nicht mehr: «Wir wollen uns in der oberen Tabellenhälfte der Challenge League möglichst bestätigen, also das bewahren, was wir erreicht haben», so Tschachtli.
Weitere Abgänge
Am Tag von Ciriaco Sforzas Rückzugsankündigung hat der FC Wohlen einen weiteren personellen Abgang zu verdauen. Der talentierte Innenverteidiger Marco Bühler verlässt die Freiämter ebenfalls. Bereits früher haben Captain Alban Pnishi und Topskorer Roman Buess ihren Wegzug angekündigt. Pnishi wechselt zu GC, Buess zu Thun.