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Friedrich Dürrenmatt hat in seinen Kriminalromanen geschickt mit dem Genre gespielt und darin Zusammenhänge von Moral und Logik ad absurdum geführt. Doch darüber hinaus werden seine Romane zunehmend zu komplexen Verwirrspielen mit philosophischem Hintergrund.
Dürrenmatts Kriminalromane „Der Richter und sein Henker“ (1951) und „Der Verdacht“ (1952) wurden zuerst als Fortsetzungsromane im „Schweizerischen Beobachter“ publiziert und waren eine wichtige Einnahmequelle für den jungen Schriftsteller. Mit dem krebskranken Berner Kommissär Bärlach schuf er eine Detektivfigur von alttestamentarischer Wucht und stellte sie zugleich ironisch in Frage. Dürrenmatts literarische Kriminalromane gehören heute in vielen Ländern zum Lektürekanon im Deutschunterricht.
„Das Versprechen“ (1958, im Untertitel als „Requiem auf den Kriminalroman” bezeichnet), „Justiz“ (begonnen um 1959/60, vollendet 1985) und „Der Auftrag“ (1986) entstanden im Zusammenhang mit Filmprojekten. In ihnen wird der vom Detektivroman implizierte Zusammenhang von Moral und Logik vollends ad absurdum geführt. Zugleich eröffnen die Kriminalromane stets philosophische Perspektiven auf das Verhältnis von Recht und Moral, auf die Ursache des Bösen und auf die Möglichkeiten von Erkenntnis.
Der letzte Roman, „Durcheinandertal“ (1989), spielt in virtuoser und verwirrender Art und Weise theologische, kosmologische und mythische Motive durch und verbindet sie mit einer satirischen Gangstergeschichte in einem alpinen Kurort.