Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03654.jsonl.gz/497

Normalroute über einen steilen Gletscherhang. Vom Sattel am Fusse des Gipfelkopfes hat man mehrere Möglichkeiten, den höchsten Punkt zu erreichen. Bei günstigen Verhältnissen (Firnfelder) kann man statt über den Gletscher durch die steile Mulde nördlich des Felsdreiecks 3143m auf das obere Gletscherplateau aufsteigen. Bei Ausaperung ist dies wegen der Steinschlaggefahr nicht zu empfehlen.
Ein von Südwesten nach Nordosten gerichteter Felskamm bildet den Gipfel des Piz d'Err. Er steht auf einem breiten Firnsockel, von dem auf drei Seiten Gletscherzungen des Vadret d'Err gegen die Täler abfallen. Nur die Südwestflanke gegen die Mulde von Tellers Davains ist ohne Gletscher, doch zeigen die jungen Moränen, dass dies noch vor kurzem anders war.
Der Berg wird in der Regel von der Chamanna Jenatsch CAS oder von der Alp Flix bestiegen. Gegen Nordosten fällt er in einer schroffen Firn- und Felswand gegen die Val d'Err ab. Diese Wand wurde früher hie und da über den Vadret d'Err, durch die Nordostflanke oder durch die Nordwand durchstiegen. Heute können diese Routen wegen des Gletscherrückgangs und der dadurch entstandenen Stein- und Eisschlaggefahr nicht mehr empfohlen werden, obschon sie bei günstigen Verhältnissen nicht besonders schwierig sind.
Über den Vadret d'Err
Normalroute über einen steilen Gletscherhang. Vom Sattel am Fusse des Gipfelkopfes hat man mehrere Möglichkeiten, den höchsten Punkt zu erreichen. Bei günstigen Verhältnissen (Firnfelder) kann man statt über den Gletscher durch die steile Mulde nördlich des Felsdreiecks 3143m auf das obere Gletscherplateau aufsteigen. Bei Ausaperung ist dies wegen der Steinschlaggefahr nicht zu empfehlen.
WS. 2h30' von der Chamanna Jenatsch zum Gipfel, 2h zum Sattel
Von der Chamanna Jenatsch CAS (2'652m) gelangt man auf Wegpuren über das Gletschervorfeld in die Geröllmulde unterhalb dem Vadret d'Err. Über einen steilen, mancherorts mit rundgeschliffenen Felsbuckeln durchsetzten Hang erreicht man nach Nordwesten den Gletscher. Auf diesem steigt man gegen Westen zwischen die zwei Gletscherabbrüche südlich von P.3143 steil hinauf und geht dann in grossem Bogen durch das Firnbecken gegen Norden. Über den Firnrücken zwischen P.3308 und P.3205, von dem man etwas absteigt und gegen Nordwesten hält, erreicht man den Sattel am Ostfuss des Gipfelkopfes.
Hier trennen sich 4 Varianten:
Variante 1: Gipfelkopf über den Südwestgrat
Im Abstieg übliche Route, im Winter auch im Aufstieg benutzt.
L. 20' vom Sattel.
Vom Sattel quert man den Geröllhang am Südfuss des Gipfelbaus und steigt über den Südwestrücken auf, entweder links durch Blockschutt oder rechts über die leichte Kante mit solidem Fels.
Variante 2: Gipfelkopf über den Nordostgrat
Im Nordostgrat folgen sich hinereinander mehrere Köpfe, jeder etwas höher als der vorangehende. Vom Sattel ist die Route ein ziemlicher Umweg; sie ist weniger hübsch als die Variante 1.
WS. 1h vom Sattel.
Vom Sattel geht man durch die Firnmulde zum Nordostgrat. Den ersten Absatz erklimmt man in einem plattigen Riss, der von rechts nach links die Wand durchzieht. Oben quert man auf der Kante über schiefe Platten in die Scharte vor dem zweiten Absatz. Dieser bäumt sich am Anfang steil auf, man kann ihn aber auf der Nordwestseite in der losen Wand umgehen. Man folgt wieder leichter dem Grat zum nächsten Kopf und gelangt über dessen Kante, in die oberste Gratscharte und weiter zum Gipfel.
Variante 3: Gipfelkopf durch das Ostcouloir
Eine der Winterrouten, im Frühsommer, bei günstigem Schnee, oft zum bequemen raschen Abstieg gewählt.
WS-. 30' vom Sattel.
Vom Sattel geht man über den Schutt- oder Firnhang am Ostfuss des Gipfelkopfes und steigt durch ein Couloir zur Gratscharte nördlich des Gipfels auf. Von ihr erreicht man, zuerst auf der Nordwestseite, dann über den Grat, leicht den Gipfel.
Variante 4: Gipfelkopf über den Südostgrat
Empfehlenswerte, hübsche, leichte Kletterei, zur Recht im Sommer meistbenutzte Variante.
WS. 30' vom Sattel.
Vom Sattel gewinnt man über einen Geröllhang die Schulter des Südostgrates. Man umgeht den ersten Felsaufschwung auf der Westseite und kehrt auf den Grat zurück. Man klettert weiter über den Grat, hält dann etwas links und vollendet die Besteigung über den Südwestgrat.