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Hermann Goepfert (1926 - 1982)
Biographie
Der 1926 in Bad Nauheim geborene Hermann Goepfert war vor allem in Frankfurt am Main tätig und gilt als wichtiger Vertreter der ZERO-Bewegung. Nach seinem Studium an der Städelschule von 1947 - 1958 wendet er sich der ungegenständlichen Malerei zu. Seine monochromen Weißbilder, die ab 1960 entstehen, finden große Beachtung. Internationale Künstler kommen in den 1960er Jahren an den Main, um mit Goepfert Ideen auszutauschen oder gemeinsam mit ihm zu arbeiten. Zu seinen Künstlerfreunden zählen unter anderem Lucio Fontana, Piero Manzoni und Jef Verheyen. Mit Fontana und Verheyen schafft er ab 1965 auch Gemeinschaftswerke. Seit Beginn der 1960er Jahre nimmt er an wichtigen Präsentationen im ZERO-Umfeld teil, so beispielsweise an der Ausstellung NUL im Amsterdamer Stedelijk Museum oder der documenta III in Kassel. Sowohl in Kassel als auch in den folgenden internationalen ZERO-Ausstellungen präsentiert er seine Aluminiumreflektoren, die ab 1962 entstehen. Goepfert beschäftigt sich v.a. mit dem natürlichen Licht als bildnerischem Material und experimentiert mit Metallen, die aufgrund ihrer glatten Oberfläche Licht stärker reflektieren als Leinwände. In der Intention, den Raum stärker einzubeziehen, ersetzt er sukzessive die Leinwand durch Metall. 1965 geht Goepfert mit dem Architekten Johannes Peter Hölzinger eine Planungsgemeinschaft für neue Formen der Umwelt ein, um seine bildnerischen Ideen auch architektonisch umzusetzen. Frühe Beispiele der Integration von Kunst und Architektur innerhalb der ZERO-Bewegung sind die Objekte und Objektarchitekturen, die 1965 - 67 von der Planungsgemeinschaft im Karlsruher Schlosspark zur Bundesgartenschau errichtet werden. 1967 widmet das Palais des Beaux Arts in Brüssel Goepfert eine Einzelausstellung, in der er statische und kinetische Werke zeigt, die nach den Weißbildern entstehen. Auch hier liegt der Schwerpunkt auf der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema Licht. 1971 zieht Goepfert nach Antwerpen. Nach seinem frühen Tod – Goepfert stirbt 1982 überraschend in Antwerpen – werden seine Werke bis heute im ZERO-Kontext gezeigt. 1987 findet im Frankfurter Kunstverein eine Retrospektive unter dem Titel Goepfert und ZERO – ZERO und Goepfert statt. Werke von ihm sind auch in den jüngst vergangenen großen ZERO Ausstellungen in New York, Berlin und Amsterdam vertreten. Eine umfassende Monographie, herausgegeben von Beate Kemfert, ist 2015 im Hatje Cantz Verlag erschienen.
Ausstellungen (Auswahl)
1962 Beteiligung an der Ausstellung "NUL" im Stedelijk Museum, Amsterdam 1964 Teilnahme an der documenta III, Kassel 1967 Palais des Beaux Arts, Brüssel 1979 Beteiligung an der Ausstellung "ZERO, Bildvorstellungen einer europäischen Avantgarde 1958-1964" im Kunsthaus Zürich 1987 Retrospektive "Goepfert und ZERO - ZERO und Goepfert" im Kunstverein Frankfurt am Main 2005 L’Œil moteur- Art optique et cinétique, 1950-1975 - Musée d'Art Moderne et Contemporain (MAMCS), Strasbourg 2008 ZERO lebt – europäische Avantgarde der 50er und 60er Jahre - Kunsthalle Weishaupt 2011 "Hermann Goepfert. Licht als Vision - Bilder und Werke aus den 1950er bis 1970er Jahren", Galerie Dierking, Köln Group show “ZERO – The International Art Movement of the 50ies and 60ies“, Martin-Gropius Bau, Berlin / Group show “ZERO – Let Us Explore the Stars“, Stedelijk Museum, Amsterdam / ZERO: Countdown to Tomorrow, 1950s–60s, Guggenheim Museum, New York / 2016 Kunst nach 1945 - 1968, Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe 2017 Le socle du monde Biennale, Herning Museum of Contemporary Art, Dänemark / Hermann Goepfert - Malerisch, Galerie Dierking, Zürich