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Die Anfänge der Familie
Als zweites von den bis heute lebenden alten Geschlechtern kamen die Eichenberger auf die Burg. Schon länger waren die Burger dort. Der Stammvater der Eichenberger hiess Fridli und stammte aus dem Eichenberger-«Zentrum» Beinwil am See. Er liess sich zwischen 1606, wo er noch als Vater eines Täuflings in Beinwil bezeugt ist, und 1628, wo ihn eine Quelle auf der Burg nennt, am neuen Wohnort nieder. Den Grund für die Übersiedlung kennen wir nicht. Hingegen lässt sich Fridlis familienmässige Abstammung ermitteln. Anlässlich des Todes im März 1659 trug ihn der Pfarrer mit folgendem Wortlaut in den Rodel ein: «Fridli Eichenberger, der alte mann ab der Burg, sonst zu Beinwil daheim, 86 Jahre alt.» Leider stimmt die Altersangabe nicht genau. Ungefähr passt sie zu zwei oder gar drei Täuflingen. Aus Beinwil wurden im April 1571, im Dezember 1574 und im November 1575 je ein Fridli Eichenberger nach Reinach zur Taufe gebracht. Der mittlere, Sohn von Hartmann Eichenberger und Ursula Hämmig, liegt zeitlich am nächsten bei des Pfarrers Rechnung. Vor allem aber war später bei seinen Kindern zweimal ein Vertreter der Hämmig-Familie Taufpate. Damit ist Fridlis Abstammung praktisch sicher. Wir kennen sogar seinen Grossvater. Es war wiederum ein Fridli Eichenberger, der im Februar 1552 Hartmann taufen liess. Die Grossmutter hiess vermutlich Verena mit unbekanntem Familiennamen.
1628, im Mai, wurde «Fridli Eychenberger von der Burg Rynach», wie erwähnt, erstmals in der neuen Heimat aktenkundig. Leider erscheint er dabei gar nicht in einem guten Licht. Das Stift Beromünster klagte ihn wegen eines Frevels im Bleuwegwald an. Bei diesem handelte es sich um ein an das Burger Territorium angrenzendes Gehölz, auf das der heutige Flurname Bleiwald zurückgeht. Fridli hatte frecher Weise das Ester (Hag) zwischen seinem Weideland und dem Wald «zerhauen», volle 150 Zaunstecken entfernt und sein Vieh in den fremden Wald gelassen. Zweifellos zog ihn das Stift zur Rechenschaft, in welcher Form, ist nicht überliefert.
Fridli junior holte sich seine Frau, Verena Weber, an unbekanntem Datum in Menziken. Für einige Zeit nahm er auch in Menziken, vermutlich bei den Schwiegereltern, Wohnsitz. Dort kam 1628 ein erstes Kind, ein Mädchen, zur Welt und auffallenderweise erst 1643 ein zweites, ein Knabe. Offenbar nach dem Tod der Mutter wechselte Fridli in das Haus seines nun allein stehenden Vaters auf der Burg. Drei weitere Kinder, alles Buben, erblickten hier das Licht der Welt. Beim Wohnhaus dürfte es sich um das Vorläufergebäude des heutigen Hauses Hamärtstrasse 2/4 gehandelt haben, wo wir später eine der Sohnsfamilien vorfinden.
Alle vier Söhne von Fridli Eichenberger junior wurden ihrerseits Familienväter, doch nur drei davon namens Hans, Caspar und Jacob begründeten dauerhafte, vermutlich bis heute lebende Familienzweige. Bei Hans ist in den Quellen eine Ungereimtheit festzustellen. Als Täufling hiess er nämlich Fridli wie Vater und Grossvater. Dass auch sein Götti den Namen Fridli trug, muss den Pfarrer verunsichert und zum Eintrag des falschen Namens veranlasst haben. Später war ausschliesslich der Name Hans in Gebrauch. Die Wohnsitze der drei Brüder lassen sich eindeutig bestimmen. Caspar übernahm das Haus an der heutigen Hamärtstrasse, wo wir schon seinen Vater vermutet haben. Hans lebte in der Wohnung eines Mehrfamilienhauses etwas weiter oben und auf der gegenüberliegenden Seite der gleichen Strasse. Jacob schliesslich liess sich etwas weiter südlich, am heutigen Spittelgässli, nieder.
Den zahlenmässigen Hauptzweig der Burger Familie Eichenberger begründete der mittlere Bruder Caspar mit seiner Ehefrau Anna Merz aus Menziken. Von seinen Söhnen verdient der älteste, Rudolf (1675-1741) besondere Erwähnung. Er ergriff den Beruf des Oelmachers und erwarb 1728 für 57 Gulden einen Anteil an der Oeltrotte im Nachbardorf Menziken. Diese wurde offenbar von mehreren Besitzern gemeinsam genutzt. Sie befand sich auf der Westseite der Wyna im Menziker Mitteldorf, am Fusse des Oelbergs, der seinen Namen der Oele verdankt. Rudolf Eichenberger vererbte den Zunamen «Oeler» auf seine zahlreiche Nachkommenschaft. Sein jüngster Sohn, ebenfalls Rudolf genannt (1709-1767), führte auch den Oeler-Beruf seines Vaters weiter.
Der Name Eichenberger ist bis heute in der Gemeinde Burg stark vertreten.