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Die Interactive Software Federation of Europe (ISFE), welche die Interessen der Videospielindustrie vertritt, hat die Resultate ihrer diesjährigen Studie zum Thema Konsum von Videospielen in Europa veröffentlicht. Insgesamt wurden über 15'000 Personen zwischen 16 und 64 Jahren befragt. Neben vielen europäischen Ländern liegen auch Ergebnisse für die Schweiz vor.
Rund jeder vierte Mensch in Europa spielt mindestens einmal pro Woche ein Videospiel. Davon sind 45% Frauen, 55% Männer und rund die Hälfte über 35 Jahre alt. Somit ist der Stereotyp des faulen, jugendlichen Gamers auch in dieser Studie widerlegt. Das Medium des Videospiels wird immer mehr zu einem normalen Teil unseres Alltags und nicht nur von einer kleinen Minderheit genutzt. Dass es dabei wie beim Fernsehen oder bei Büchern ein breites Angebot unterschiedlicher Genres und Vorlieben gibt, wird von Kritikern oftmals gar nicht in die Debatte mit einbezogen.
Die Ergebnisse für die Schweiz lassen aufhorchen: 43% der Schweizer Eltern sind der Meinung, dass das Spielen von Videospielen Kinder aggressiv macht. Dabei werden sie nur noch von Italienischen Eltern übertroffen, während in unserem Nachbarland Deutschland gerade nur 12% der befragten Eltern dieser Meinung sind. Es ist erstaunlich, dass die Meinungen zwischen zwei Nachbarländern, welche dem gleichen Kulturkreis angehören, so weit auseinanderliegen. Dies lässt sich vermutlich auf den Stand der öffentlichen Debatte zurückführen. Glücklicherweise sind aber auch rund die Hälfte der Schweizer Eltern der Meinung, dass das Spielen von Videospielen dabei hilft, Fähigkeiten zu trainieren (48%) und die Kreativität fördern (43%).
Die PEGI-Symbole sind immerhin etwas mehr als der Hälfte der Befragten (56%) bekannt und fast zwei Drittel benutzten die Möglichkeit, mittels elterlicher Kontrolle auf Konsolen den Zugang zu ungeeigneten Spielen zu sperren. Dabei spielen rund ein Drittel mit ihren Kindern zusammen Videospiele. 44% der befragten Eltern von 6-9 jährigen Kindern geben an, diesen Spiele zu kaufen, die für sie noch nicht empfohlen sind. Bei Eltern von Kindern zwischen 10-15 sind es rund 32%. Daraus kann rückgeschlossen werden, dass Spiele, die erst ab 12 freigegeben sind, vermehrt auch für jüngere Kinder gekauft werden und als relativ unproblematisch angesehen werden, sich aber bei den +16 Titeln eine erhöhte Aufmerksamkeit bezüglich Jugendgefährdung zeigt.
Dass die PEGI-Symbole im Umgang mit Videospielen nicht bekannter sind, zeigt Handlungsbedarf. Dass nur ein Drittel der Eltern sich mal mit den Kindern zusammen hinter die Konsolen setzt, scheint auf eine relativ gleichgültige Haltung gegenüber des Videospielkonsums der Kinder hinzuweisen. Es muss also im Bereich Medienkompetenz noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden.