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| Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

Neuntes Buch
17. Er bewährt sich als gut und als Meister.
Er zeigte es endlich, daß er den Namen des guten Meisters nach dem Glauben dessen, der ihn als einen Menschen befragte, zurückweise. Deswegen hat er nach der überheblichen Antwort des Jünglings und nach dem Rühmen der geleisteten Gesetzeserfüllung diese Antwort gegeben: „Eines fehlt dir: gehe hin, was alles du hast, das verkaufe und gib es den Armen, und im Himmel wirst du einen Schatz haben; und komm, folge mir!”1
Derjenige verschmäht nicht den Namen des Gut-seins, der einen himmlischen Schatz verspricht; auch will derjenige durchaus als Meister angesehen werden, der sich [S. 84] als Führer zu dieser vollkommenen Glückseligkeit darbietet. Aber den Glauben einer irdischen Meinung von ihm weist er ab und lehrt, das Gut-sein komme Gott allein zu.
Um sich als Gott und als gut klar zu offenbaren, hat er sich der Taten des Gut-seins bedient, hat er himmlische Schätze geöffnet, hat er sich als Führer zu ihnen hin dargeboten. So lehnt er ab, was man ihm als Menschen zuerkennt; er hat aber nicht gelehrt, daß ihm dasjenige fremd sei, was er Gott zuschrieb, indem er nämlich nur den einen Gott als gut bekannte und dasjenige sprach und tat, was nur der Kraft, dem Gut-sein und dem Wesen des einen Gottes zukommt.
1: Mark. 10, 21.