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Carte Blanche
05.07.2016
Welche Impulse braucht der Wirtschafts- und Arbeitsmarkt am Oberrhein?
Für ein unbedingt rheinisches Elsass!
Vincent Froehlicher, Geschäftsführer der ADIRA, der Agentur für Wirtschaftsförderung im Elsass
Die französische Territorialreform hat das Land in dreizehn neue Regionen aufgeteilt. Das Elsass ist seit dem 1. Januar 2016 in die Region Grand Est eingegliedert, ein Ergebnis des Zusammenschlusses mit der Champagne-Ardenne und Lothringen. Es ist eine wesentliche Veränderung für die Elsässer, die schon seit jeher enge soziokulturelle, wirtschaftliche, politische und institutionelle Beziehungen zu ihren Nachbarn im Rheintal (Südpfalz, Baden, Nordwestschweiz) pflegen, wohingegen nichts Vergleichbares zwischen dem Elsass und Lothringen, geschweige denn zwischen dem Elsass und der Champagne-Ardenne, besteht.
Die Departements Haut-Rhin und Bas-Rhin kamen daher zu der Auffassung, zügig institutionelle Annäherungen im elsässischen Gebiet zu vollziehen, damit eine Kontinuität bei den Angeboten und bei den Mitarbeitenden im Dienste der Raumentwicklung im Elsass gewährleistet werden kann. Ende 2015 wurde die Entscheidung gefällt, den Wirtschaftsförderungsausschuss des Haut-Rhin (CAHR) mit der Wirtschaftsförderungs-agentur des Bas-Rhin (ADIRA) zu der ADIRA, der Agentur zur Wirtschaftsförderung im Elsass, zu fusionieren, sowie die beiden Tourismusbehörden der Departements zusammenzulegen.
Die ADIRA zählt 30 Mitarbeiter, die für den Ausbau und die Fortsetzung von Massnahmen im Industrie- und gehobenen Dienstleistungssektor zuständig sind. Sie sind eine Schaltstelle zwischen Unternehmern und lokalen Gebietskörperschaften. Unter den begleiteten Unternehmen sind viele Filialen deutscher und schweizerischer Konzerne, unsere beiden Nachbarn belegen hier jeweils die Plätze 1 und 2 bei den Industrieinvestitionen im Haut-Rhin.
Die elsässische Wirtschaft ist auch im Bereich Beschäftigung stark von ihren dynamischen Nachbarn abhängig, da über 31.000 Personen täglich die Grenze im Südelsass passieren, um einer Arbeit in der Nordwestschweiz nachzugehen, und mehr als 25.000 Elsässer in Baden und der Südpfalz beschäftigt sind.
Für die ADIRA müssen die Vorzüge des Standorts Oberrhein, für den das rheinische Familien-unternehmertum die sozioökonomische Grundlage bildet, und zu dem das Elsass gehört, unbedingt nachhaltig gesichert und ausgebaut werden. Konkret wird die Agentur auch künftig grenzüber-schreitende Aktivitäten fördern und koordinieren, insbesondere in den Gebieten PAMINA und der RegioTriRhena und in Themenfeldern, die das Unternehmertum, Netzwerke und Cluster, die Beschäftigung, die Ausbildung, die Mehrsprachigkeit … betreffen. Sie wird dies in enger Zusammen-arbeit mit den Wirtschaftsagenturen, den Handelskammern und anderen Partnern der drei Länder, die im sozialen und wirtschaftlichen Bereich tätig sind, sowie in Kooperation mit der Regio Basiliensis realisieren!