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An der Delegiertenversammlung der Christlichdemokratischen Volkspartei in Aadorf, Thurgau, erhielt der Walliser 214 von 218 Stimmen.
Der 35-jährige Westschweizer ist somit der weitaus jüngste Präsident einer Regierungspartei.
Der Walliser Nationalrat Christophe Darbellay wurde am Samstag an einer Delegiertenversammlung der CVP erwartungsgemäss als Nachfolger von Doris Leuthard gewählt.
Die ehemalige Präsidentin hat diesen Sommer als Bundesrätin das Volkswirtschafts-Departement übernommen.
Nominiert als einziger Kandidat
Bei der geheimen Wahl erhielt er 214 von 218 Stimmen. Zwei Stimmen entfielen auf "Verschiedene" und je ein Stimmzettel war ungültig beziehungsweise leer. Der Ingenieur-Agronom gehört erst seit knapp drei Jahren dem Nationalrat an.
Er war von einer parteiinternen Findungskommission als einziger Kandidat nominiert worden. In seiner Antrittsrede gut ein Jahr vor den eidgenössischen Wahlen sprach sich der neue CVP-Präsident für einen Vorwärtskurs aus.
Absage an "Kriegsgeheul"
Die CVP stehe weder rechts noch links, sondern wolle sich unabhängig von einem starren Schema für eine liberal-soziale Schweiz einsetzen. Populistischem "Kriegsgeheul" erteilte er eine Absage.
Die Personalkommission der CVP hatte Anfang August eine Wahlempfehlung für Darbellay abgegeben.
Sie zeigte sich überzeugt, dass mit dem 35-Jährigen eine "junge und starke Persönlichkeit" zur Verfügung stehe, die die CVP erfolgreich in die Wahlen 2007 führen könne.
Als perfekt Zweisprachiger sei Darbellay zudem für die Anliegen verschiedener Sprachgemeinschaften sensibilisiert.
swissinfo und Agenturen
Christophe Darbellay
Geboren 1971 in Martigny, hat Christophe Darbellay sein politisches Debut in den Rängen der Christlich-sozialen Partei des französisch sprachigen Wallis absolviert. Diese Partei wurde 1999 neu gegründet.
Darbellay, inzwischen Mitglied der Christlichdemokratischen Volkspartei CVP, wird 2003 in der Nationalrat (Grosse Kammer) gewählt.
Der zweisprachige Walliser beschreibt sich selbst als Zentristen mit einer sozialen Tendenz.
Seit seiner Wahl zum Parlamentarier ist Darbellay aus der Bundespolitik nicht mehr wegzudenken.
Die "SonntagsZeitung" hat ihn zum besten welschen Parlamentarier gewählt.
Der Agrar-Ingenieur arbeitet zur Zeit als Geschäftsführer der Gesellschaft für Tierärzte.
Von 2000 bis 2004 war er Vizedirektor des Bundesamts für Landwirtschaft.