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Es war einer der grössten Medienskandale im Nachkriegsdeutschland: Der «Stern» druckte 1983 die vermeintlich aufgetauchten Hitlertagebücher in mehreren Bänden ab. Dann stellte sich heraus: alles gefälscht von einem gewissen Konrad Kujau. Dieser wanderte für drei Jahre ins Gefängnis, wurde danach rehabilitiert und galt fortan als Till Eulenspiegel, der die grossen Medien hinters Licht geführt hatte. Nun hat ein Recherchekollektiv des NDR die gefälschten Tagebücher zum ersten Mal in ihrer Gesamtheit gelesen und festgestellt: Die Fälschungen waren nicht etwa ein Schelmenstreich, sondern ein systematischer Versuch eines Netzwerks, die deutsche Geschichte umzuschreiben und Hitler reinzuwaschen. Warum mussten 40 Jahre vergehen, bis die wahren Beweggründe des Fälschers auf den Tisch kommen?
John Goetz ist ein US-amerikanischer Investigativ-Journalist und Autor. Seit 1989 lebt und arbeitet er in Berlin. Er war unter anderem für die Sunday Times, Los Angeles Times, die Süddeutsche Zeitung und beim Spiegel tätig. Seit über zehn Jahren arbeitet Goetz für den NDR im Hauptstadtstudio der ARD. Zu seinen wichtigsten Recherchen gehört in den 1990er Jahren etwa ein Fernsehbeitrag über Deutsche Steuergelder für lettische SS-Veteranen. Goetz trug in den 2000ern zur Aufdeckung der CDU-Spendenaffäre bei. Und vor zwei Jahren machte er ihm Rahmen einer Recherche zu Guantanamo die Peiniger eines ehemaligen Gefangenen ausfindig. John Goetz ist Preisträger des Henri-Nannen-Preises und des Preises der Deutschen Akademie für Fernsehen.