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Der Vorsorgende
... für andere
Weil Eugen Laubacher / Charles Welti unabhängig wohnte und weil er seiner geschäftlichen Verbindungen wegen nie repressive Übergriffe der Polizei zu befürchten hatte, besassen nur er und Karl Meier / Rolf die Adressen aller Abonnenten. Bei ihm allein lagen auch grösstenteils die Bilder, Zeichnungen und Fotos, welche als mögliche Illustrationen des Kreis oder Aktaufnahmen für den Kreis-Bilderdienst vorgesehen waren. Ganz privat besass er eine Sammlung von zumeist pornografischen Bildern, alles weggeschlossen in diversen Schränken.
Natürlich regelte Charles vieles, was die Finanzen des KREIS betraf. Er regte die Gründung des Baufonds an, führte ihn aber nicht selbst. Jeder Abonnent konnte bereits ab einem Franken Stein um Stein erwerben und so am Ganzen mitbauen1. Charles bedachte in besonderen Einlagen auf Sperrkonten seine Redaktionskollegen Karl Meier / Rolf und Rudolf Jung (englischer Teil) mit teilweise hohen Summen, damit beide im Notfall eine Überbrückung hatten.
Als in den 60er Jahren infolge der akuten Repression durch Medien und Polizei der KREIS sein Lokal verlor und schliesslich massive Einbrüche an Abonnenten erlitt, war es Charles, der die Notbremse zog und 1967 das rasche Ende herbeiführte. Dies mit grösstem Bedauern, aber im vollen Bewusstsein, dass in den guten Jahren erwirtschaftetes Geld nicht zerrinnen darf, sondern für die Altersvorsorge der praktisch rentenlosen Männer Rolf und Rudolf bereitstehen muss.
Dieser damals von vielen nicht verstandene "diktatorische" Eingriff war für mich ein Zeichen von Mut und menschlicher Fürsorge, und typisch für Charles Welti.
Ernst Ostertag, Januar 2005