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Wie saniert man ein denkmalgeschütztes Gebäude und bringt gleichzeitig das gastronomische Angebot auf den Stand der Zeit? Dieser Fragestellung begegneten Focketyn del Rio Architekten beim Umbau des Parterre One in der Kaserne Basel. Das architektonische Ensemble wurde von den Architekten grundlegend erneuert und umgebaut.
Welchen Qualitäten begegneten ihr beim bestehenden Restaurant? Und wie habt ihr euer Projekt daraus entwickelt?
Focketyn del Rio: „Das ehemalige Restaurant war mit dunklem Parkett und einem grossen Regal für Bücher und Zeitschriften ausgestattet. Dieser einfache Raum enthielt markante Merkmale, die aufgrund von Stauräumen schwer zu erkennen waren; visuelle Verbindungen waren blockiert. Im Allgemeinen war die Atmosphäre durch Servicebereiche verstopft. Gewissermassen wie Archäologen operierend, machten wir uns daran, das verborgene Potenzial dieses Raumes wiederherzustellen. Wir hoben die ursprünglichen Elemente hervor, um eine bessere Zukunft aus der Vergangenheit heraus zu gestalten.“
Inwiefern wurden die urspründlichen Elemente hervorgehoben? Und wie wurden sie mit den neuen verbunden?
„Wir haben die Treppenhäuser in der gleichen Farbe wie die Aussenfassaden gehalten, um die Gebäude zu einem Ganzen werden zu lassen. Treppenhaustüren sind mit Aussengriffen ausgestattet, was darauf hinweist, dass man sich nicht so sehr in einem Haus aufhält, sondern vielmehr zwischen Welten wandelt.“
Wie manifestieren sich all die genannten Veränderungen räumlich?
„Durch das Entfernen verschiedener Strukturen im Innenhof wurden Durchgänge und Räume zwischen den beiden Gebäuden freigelegt. Diese neu gefundene Leere wird nun zum Zentrum des gesamten Ensembles und zum verbindenden Element zwischen dem Gastronomiebereich und dem angrenzenden Konzertsaal. Um den unterschiedlichen Höhen der Gebäude gerecht zu werden, führte wir eine funktionale und gleichzeitig ästhetische Betontopographie ein, die sowohl Zugänglichkeit als auch vielfältige soziale Nutzungen innerhalb des ummauerten Innenhofes ermöglicht.“
Wo liegen die Unterschiede zwischen alt und neu?
„Im Inneren hat jedes Gebäude einen eigenständigen Stil und ausgeprägte Eigenschaften, die verschiedene Geschichten und frühere Funktionen unterstreichen. Das Parterre One Restaurant wurde entworfen, um eine bereits existierende Identität zu betonen und in Erinnerung zu rufen, während Parterre Music eine neue Identität für einen noch nicht existierenden Raum einführte.“
PROJEKTBESCHRIEB
Projektname: Parterre One Bistro, Restaurant & Bar
Projekttyp: Gastronomie
Status: Projekt 2017-2018, Fertigstellung Ende 2018
Auftraggeber: Parterre AG + Basel Stadt (IBS + HBA / Inmobilien Basel Stadt + Hochbauamt)
Projektteam Architektur: Hans Focketyn, Miquel del Rio, Letizia Fürer, Hajdin Dragusha, Francesco Di Giuseppe, Xenia Heid, Marina Dold, Raphaël Ratier, Josh Thompson
Bau- und Kostenüberwachung: Rapp
Bauingeneur: Schnetzer Puskas
Mechanik und Sanitärtechnik: Rapp
Elektro: HHM
Gastronomie: Profiplan