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(Bosc, 1792)
- DE: Punktierte Zartschrecke
- EN: Speckled Bush-cricket
- FR: La Leptophye ponctuée | La Sauterelle ponctuée
- IT: Lettofie puntateggiata
- Syn.: Locusta autumnalis Hagenbach, 1822 | Barbitistes glabricauda Borck, 1848 | Odontura standishii Miller, 1889 | Ephippigera virescens Stephens, 1835
Morphologie
Die Grundfarbe von Leptophyes punctatissima ist grün mit dunkler Punktierung, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Der helle Hinteraugenstreif reicht bis zum Halsschild-Hinterrand. Bei den Männchen läuft eine breite, braunrote Binde über den Rücken, bei den Weibchen ist dieses schmal oder fehlt gänzlich. Die Fühler, Schienen und Füsse sind meist gelb bis rötlichbraun. Der Halsschild ist auf der Oberseite gegen die Ränder oft mehr oder weniger bräunlich gesäumt. Die schuppenförmigen Flügel des Männchens sind ungefähr gleich lang, jene des Weibchens halb so lang wie der Halsschild. Die schlanken, männlichen Cerci sind am Ende stark nach innen gebogen und tragen einen feinen, aber spitzen Endzahn. Die breite Legeröhre des Weibchens ist sichelförmig und stark nach oben gebogen.
Gesang
Der sehr leise Spontangesang von Leptophyes punctatissima setzt sich aus Einzelsilben von "zb"-Lauten zusammen, die in mehr oder weniger regelmässigen Abständen von 2-10 s geäussert werden. Hin und wieder erzeugen die Männchen nach der eigentlichen Silbe einen abgesetzten Puls. Das Frequenzspektrum zeigt ein Maximum bei ca. 30-50 kHz. Selten werden einige Silben im Abstand von etwa 0,5 s versartig aneinander gereiht. Paarungsbereite Weibchen antworten in einem engen Zeitfenster von 20-55 ms auf die Silben der Männchen.
Spontangesang von Leptophyes punctatissima, vier Silben - CH, SG, Ebnat-Kappel, 15°C, sonnig (Aufnahme Bruno Keist).
Drei Silben aus dem Spontangesang von Leptophyes punctatissima. Die schneller wiederholten Silben im Hintergrund stammen von Yersinella raymondii - CH, VS, Pfynwald, Käfigaufnahme, 23°C, nachts.
Einzelne Silbe aus dem Spontangesang von Leptophyes punctatissima, bestehend aus fünf Pulsen - CH, VS, Pfynwald, 23°C, nachts.
Einzelne Silbe aus dem Spontangesang von Leptophyes punctatissima, bestehend aus sieben Pulsen - CH, VS, Pfynwald, 23°C, nachts.
Verbreitung
Leptophyes punctatissima ist von Nordspanien bis Südengland und in den Süden Skandinaviens verbreitet. Im Osten reicht das Verbreitungsgebiet bis Polen, im Südosten bis ans Schwarze Meer und nach Griechenland. Leptophyes punctatissima ist in der Schweiz und in Deutschland in allen Landesteilen lokal verbreitet und konzentriert sich auf die wärmeren, tieferen Standorte und steigt bis 1500 m.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Tiere von Leptophyes punctatissima können von Juni bis in den Oktober beobachtet werden. Die Eier werden in Rindenritzen abgelegt und die Larven schlüpfen im folgenden Jahr. Unter schlechten Bedingungen können die Eier auch ein Jahr überdauern. Ab Anfang Mai können die ersten Larven beobachtet werden. Sie durchlaufen 6 Stadien. Singende Männchen können hin und wieder dabei beobachtet werden, wie sie mit dem ganzen Körper vibrieren, womit sie die Unterlage in Schwingungen versetzen, wie es z.B. auch von Ephippiger-Arten bekannt ist.
Lebensraum
Unter den Leptophyes-Arten stellt Leptophyes punctatissima die geringsten Ansprüche an den Wärmehaushalt ihrer Habitate. Im Norden beschränken sich die Vorkommen aber auf Wärmeinseln. Die Art wird häufig im Übergangsbereich zwischen trockenen Wiesen und Wald beobachtet. Die Larven besiedeln die Krautschicht entlang des Waldrands oder entlang von Hecken. Ausgewachsene Tiere sind auf Stauden oder Gebüschen zu finden. Besiedelt werden sonnige Waldränder, Hecken, lichte Wälder, Trockenwiesen mit Gebüschgruppen und auch Gärten im Siedlungsgebiet.
Gefährdung & Schutz
Leptophyes punctatissima gilt als nicht gefährdet. Sie scheint von den milden Wintern zu profitieren. Sie breitet sich in Mitteleuropa, besonders im Siedlungsgebiet, aus.
- CH: LC (Nicht gefährdet)
- DE: * (Nicht gefährdet)
- AT: LC (Nicht gefährdet)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Leptophyes punctatissima gleicht Leptophyes laticauda sehr. Diese ist etwas grösser und das Halsschild ist bis auf eine helle Linie grün ohne bräunlichen Randsaum oder bräunliche Fleckung. Die männlichen Cerci von Leptophyes laticauda sind robuster und der Endzahn ist länglich und leistenförmig. Die Legeröhre des Weibchens ist deutlich länger und mächtiger. Leptophyes albovittata unterscheidet sich durch die hellen Seitenlinien am Hinterleib und die rötlichbraune Rückenzeichnung der Männchen. Die Larven der Leptophyes-Arten sind sehr schwierig von den Larven der Barbitistes-Arten zu unterscheiden. Der Gesang von Leptophyes punctatissima kann mit den Gesängen von Leptophyes albovittata und Leptophyes laticauda verwechselt werden. Im US-Detektor sind die Silben von Leptophyes punctatissima explosiv, jene von Leptophyes albovittata gleitend. Leptophyes laticauda äussert immer wieder Verse aus mehreren Silben. Yersinella raymondii erzeugt ebenfalls kurze Silben. Sie werden jedoch in deutlich schnellerer Reihenfolge geäussert (oft 1-3 Silben pro s).