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«Julian ist ein guter Junge. Aber nachdem er seinen Mega-Vertrag unterschrieben hatte, hörte er auf, Leistung zu bringen.»
Was klingt wie der Kommentar eines unzufriedenen Fans unter einem Instagram-Post, wäre kein Problem, wenn es der Kommentar eines unzufriedenen Fans wäre. Das Problem ist: Es ist der Kommentar von Julian Alaphilippes eigenem Chef.
Patrick Lefevere, der ebenso streitbare wie erfolgreiche Manager der Profi-Equipe Soudal Quick-Step, machte diese Aussage im belgischen Magazin «Humo». Ob man in der Saison 2024 die Wiederauferstehung des zweifachen Weltmeisters, dessen Leistungen zuletzt zu wünschen übrig liessen, erlebe, wurde der 69-jährige Belgier gefragt. Lefevere äusserte starke Zweifel. «Wenn man älter wird, muss man sich mehr um sich selbst kümmern, man muss härter trainieren und darf nicht das Handtuch werfen.»
Beim 31-jährigen Alaphilippe müsse es «Klick» machen, forderte sein Teamchef. Im November habe er ihm, seiner Ehefrau und seinem Manager bei einem Treffen klargemacht, dass mehr kommen müsse angesichts des Gehalts. Dieses wird auf rund 2,2 Millionen Franken im Jahr geschätzt, ein Betrag, mit dem es Alaphilippe in die Top Ten der bestverdienenden Radprofis schafft.
«Ich sagte ihm: So kann es nicht weitergehen. Wenn du noch einmal Mist baust, werde ich dich auf der Stelle feuern. Diese Botschaft kam an», so Lefevere. Auf Nachfrage erklärte er auch, was Alaphilippe in seinen Augen falsch mache: «Zu viel Partys, zu viel Alkohol.» Der Franzose stehe zu sehr unter der Knute seiner Ehefrau Marion Rousse.
Diese holte nun zum Konter aus. Am Mittwochnachmittag wandte sich Rousse, die Direktorin der Tour de France der Frauen ist, in einem öffentlichen Statement an Lefevere. «Dass er unser Privatleben in der Form angreift, ist inakzeptabel», so Rousse. «Ich trinke überhaupt keinen Alkohol, wirklich nie. Und das mit den Partys stimmt auch nicht, denn mit einem dreijährigen Kind ziehst du es vor, morgens fit zu sein.» Sie bitte ihn, aufzuhören, solchen Quatsch zu verbreiten und mehr Respekt und Klasse zu zeigen.
Der Fahrer selber äusserte sich bislang nicht. Julian Alaphilippe, der durch eine angriffige Fahrweise viele Fanherzen eroberte, wurde 2020 und 2021 Weltmeister. Seither gelang es ihm nur noch sehr selten, mit Siegen für Aufsehen zu sorgen.
La chute hier de Julian Alaphilippe, tombé tout seul dans un virage, a été filmée par une spectatrice. Pour rappel, il souffre d'une luxation de l'épaule et aucune fracture n'a été décelée lors des premiers examens réalisés. #LaVuelta22 pic.twitter.com/g0xRB6BDeI— Le Gruppetto (@LeGruppetto) September 1, 2022
Alaphilippe steht noch bis Ende Jahr bei Soudal Quick-Step unter Vertrag. Möglich, dass er dann gleich ganz aufhört. Er wisse noch nicht, ob er weitermache, sagte der Franzose vor einigen Wochen in Australien.
Den Start in diese Saison darf Julian Alaphilippe als gelungen betrachten. Bei der Tour Down Under fuhr er bei den hügeligen Etappen vorne mit, die Rundfahrt beendete er als Sechster. Am Samstag steht er am Start, wenn mit dem Eintagesrennen Omloop Het Nieuwsblad in Ostflandern die Klassiker-Saison eingeläutet wird.
Seit längerer Zeit steht fest, dass Offensiv-Verteidiger Dominik Egli den HC Davos Richtung Schweden verlässt. Nun ist definitiv, wo der 25-Jährige nächste Saison spielen wird. Er hat bei Frölunda in der höchsten schwedischen Liga einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Die offizielle Bestätigung ist in den nächsten Tagen zu erwarten. (kza)