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Sahel: eine Nahrungsmittelkrise bedroht 6 Millionen Kinder
«Es ist wirklich schwierig für uns, richtig zu essen,
weil alles in der Ortschaft teuer geworden ist.»
Die 24-jährige Wendeyida zeigt ein schüchternes Lächeln, um die Herausforderungen zu erklären, mit denen sie derzeit konfrontiert ist: «Hier sind unsere Sorgen vielfältig, aber das Wichtigste ist das Essen.» Wendeyida lebt in einem kleinen Dorf im Westen von Burkina Faso, in der Region Boucle du Mouhoun. Seit einigen Monaten wird der Zugang zu Nahrungsmitteln immer schwieriger. Die Preise steigen und die Lebensmittel werden an den Ständen des lokalen Marktes immer knapper. Ein Kilogramm Mais kostet jetzt fast doppelt so viel wie vor sechs Monaten!
Wendeyida mit ihrem Sohn Moussa auf dem Arm
Diese Situation betrifft alle Länder der Sahelzone und führt zu einer Ernährungskrise, die die Bevölkerung und insbesondere die Kinder bedroht. Mehr als 6 Millionen Kinder im Alter von sechs Monaten bis fünf Jahren sind in diesem Jahr in der Region von akuter Mangelernährung bedroht. Das Leben von mindestens 900’000 von ihnen ist in Gefahr warnten die Vereinten Nationen bereits im April.
In ihren Armen hält Wendeyida ihren einjährigen Sohn Moussa. Er spielt mit der Halskette seiner Mutter, plappert und beteiligt sich auf seine Weise an der Diskussion. Noch vor wenigen Wochen war der Junge mangelernährt. «Moussa fühlte sich nicht gut. Ich habe ihn ins Krankenhaus gebracht, damit er untersucht wird. Danach sagte mir der Krankenpfleger, dass er unterernährt sei und überwacht werden müsse», berichtet seine Mutter. Diese Feststellung hat sie nicht überrascht. «Eine Mutter, die sich nicht richtig ernähren kann, kann ihr Baby nicht richtig stillen», fügt sie hinzu.
«Die Kinder, die wir unterstützen, benötigen Nahrungsmittelhilfe.
In Krisenzeiten werden sie oft vergessen.»
- Souleymane Diallo, Leiter der Nothilfe in der Region Boucle du Mouhoun.
In Burkina Faso, Mali, Guinea, Mauretanien und Nigeria setzen sich die Teams von Terre des hommes dafür ein, die betroffenen Familien zu unterstützen. In Burkina Faso zum Beispiel stellen wir Mangelernährung bei Kindern fest, verteilen Nahrungsergänzungsmittel und beraten Familien wie die von Wendeyida über ihre Ernährung. «Heute geht es meinem Kind besser und es hat auch an Gewicht zugenommen», fügt Wendeyida hinzu. Eine willkommene Nachricht. Denn für viele andere Kinder ist die Lage nach wie vor kritisch. «Der Bedarf wird immer grösser», sagt Souleymane.
Dürre und Gewalt: ein verheerender Cocktail
Die Nahrungsmittelkrise, die in der Sahelzone verheerende Folgen hat, ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Zum einen führt der Klimawandel zu extremen Dürren, die die Ernten drastisch verringern. Der Ausbruch von Gewalt veranlasst Familien, ihre Dörfer zu verlassen, wodurch Land unbebaut bleibt und die Ressourcen der Aufnahmeregionen stark unter Druck geraten. Schliesslich trägt auch der Krieg in der Ukraine dazu bei, dass die Preise steigen und die Vorräte an Grundnahrungsmitteln schrumpfen.