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Einer der weniger bekannten Meister des Thriller- und Actionkinos der 80er Jahre ist der in New York geborene Arthur B. Rubinstein. Er schrieb unter anderem die Scores zu Hits wie Wargames und Blue Thunder (die Zusammenarbeit mit Regisseur John Badham dauerte neun Filme lang, von 1981 bis 2000) oder zur witzigen Michael J. Fox/James Woods Komödie The Hard Way. Fernsehzuschauer der End-80er dürften sein Titelthema zu Scarecrow and Mrs. King (bei uns damals im ZDF am frühen Abend laufend und als „Agentin mit Herz“ bekannt). Nick of Time, mit dem damals im steilen Aufstieg befindlichen Johnny Depp, der spezielle Rollen wie in Ed Wood, Edward Scissorhands und Benny and Joon hinter sich gebracht hatte, in der Hauptrolle, ist ein real time Thriller (er spielt also 1:1 während der Dauer des Films, etwas was nur wenige Filme beherrschten, bekanntestes Beispiel ist wohl Alfred Hitchcocks brillanter Rope) über einen unbescholtenen Buchhalter und Vater, dessen kleine Tochter gekidnappt wird. Um sie frei zu kriegen, soll er die Gouverneurin Kaliforniens töten. Wunderbar fies: Christopher Walken, ausserdem sind u.a. Charles S. Dutton und Peter Strauss zu sehen.
Rubinstein schrieb eine Titelmusik, die einerseits kindlich unschuldig klingt mit Uhrwerks- und Spieldosenklängen sowie einem kindlichen Chorgesang, sich im Verlauf zu einer Art „Weckruf“ steigernd und in einem disharmonischen crescendo endet (die Titelsequenz alleine ist sehr sehenswert). Für Depps Tochter behält Rubinstein die anfangs erlangte, vermischte Stimmung bei (am besten in „The Kiss“ zu hören) und ziseliert das Titelthema auseinander um verschiedene Motive zu bilden, während er für die vielen Spannungs- und Nervenkitzelszenen auf sein Können und seine Stilmittel (komplex und dicht, mit wenigen Noten arbeitend) als Genrekomponist zurückgreifen kann. Auf pure Action à la Blue Thunder und Co. muss man hier aber verzichten, es ist eindeutig Suspense angesagt (Knallertracks wie „Krista Killed“ bestätigen die Regel). Ein interessantes Detail: Rubinstein auferlegte sich, in Anlehnung an den real time Gedanken, alle Stücke möglichst mit 60 Schlägen pro Minute zu schreiben, damit dürfte auch erklärt sein, wieso über die gesamte Länge der CD vielleicht mal so was wie Monotonie aufkommen kann – das ist aber auf hohem Niveau gejammert! Des weiteren verzichtet er gänzlich auf die Holzbläsersektion.
LaLa-Land Records Veröffentlichung ersetzt die alte, nur 30 Minuten dauernde Milan CD und bringt den gesamten Score plus drei source cues und einen Bonustrack zu Gehör. Tolle Musik, toller Film, tolles Booklet, tolle CD.