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Greenpeace Südafrika versucht, das Land am Kap von seinem gefährlichen Energiekurs in Richtung mehr AKW abzubringen. Die ehemalige Nuklearmacht unterhielt zu Zeiten der Apartheid ein bedrohliches Verhältnis zur Atomkraft. Die Schweizer Energie- und Finanzwirtschaft mischelte damals, trotz Sanktionen, kräftig mit.
Südafrika ist Gastgeberin der Klimakonferenz COP17 nächsten Dezember in Durban. Es ist höchste Zeit, dass die führende Wirtschaftsmacht auf dem afrikanischen Kontinent als Vorbild vorangeht und massiv in erneuerbare Energien (EE) investiert. Bis 2030 könnten 49%, bis 2050 sogar 94% des Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden.
Die Südafrikanische Regierung hat zwar vor, ihre Energiepolitik klimafreundlicher zu gestalten und vermehrt auf EE zu setzen. Im März 2011 verabschiedete sie aber ein Grundsatzpapier, das den Ausbau des Nuklearsekors vorsieht, mit dem Bau einer neuen Generation von Reaktoren.
«Atomenergie ist eine gefährliche Ablenkung von einer sauberen Energieentwicklung, die wir brauchen, um eine Klimakatastrophe zu verhindern», sagte Greenpeace-CEO Kumi Naidoo, selbst Südafrikaner, anfang August anlässlich eines Treffens mit Exponenten des Energieministeriums. «Atomenergie liefert zu wenig, zu spät und zu einem zu hohen Preis für die Umwelt», kritisierte Naidoo und übergab den Greenpeace-Report «The true costs of nuclear energy».
Erst AKW, dann die Bombe
Südafrika besitzt reichlich Kohle, mit der es auch schmutzigen Strom produziert. Dass das Land trotzdem in AKW investierte, hängt auch mit seinen militärischen Ambitionen zusammen: 1982 war die erste Atombombe einsatzbereit. Erst mit dem Ende der Apartheid beendete die neue demokratische Regierung freiwillig das militärische Atomprogramm und verschrottete die Sprengköpfe.
Schweizer Freunde der Apartheid
Längst hatte sich der internationale Widerstand gegen das Unrechtsregime am Kap formiert, als die Schweizer Wirtschaft mit den weissen Machthabern Geschäfte machte. Die damalige BBC (heute ABB) hat mit der Hilfe von Schweizer Banken und einer bundesrätlichen Staatsgarantie den Bau des Atommeilers Koeberg bei Kapstadt beliefert, wie Nachforschungen des damaligen Nachrichtenmagazins «Facts» 2001 ergaben. Dass der Meiler auch militärische Zwecke erfüllt haben soll, legten schon frühere Greenpeace-Recherchen nahe.
Als den Südafrikanern 1981 der atomare Brennstoff ausging, soll die damalige Kaiseraugst AG in die Lücke gesprungen sein. Überhaupt hegten Teile der Schweizer Wirtschaftselite bis zum Schluss grosse Sympathien für das rechtsextreme Regime. Die Unterstützung war mitverantwortlich dafür, dass sich die Rassisten so lange an der Macht halten konnten. Natürlich wurde kräftig mitverdient.
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