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In Zusammenarbeit mit dem kosovarischen Innenministerium und zwei lokalen Partnerorganisationen hat Caritas Schweiz basierend auf einer vorhergehenden Lageanalyse ein Projekt ausgearbeitet, um nachhaltig die erfolgreiche Wiedereingliederung von Rückkehrenden zu unterstützen. Das Projekt besteht aus drei sich gegenseitig verstärkenden Komponenten: wirtschaftliche Wiedereingliederung, psychosoziale, medizinische und juristische Unterstützung sowie Stärkung der Behörden und deren Dienstleistungen für die Reintegration von besonders benachteiligten Rückkehrenden und ihren Familien. Mindestens 1'000 Rückkehrende und ihre (erweiterten) Familien werden durch das Projekt direkt bei ihrer sozio-ökonomischen Reintegration unterstützt.
Die Umsetzung des Projekts basiert auf mobilen Teams, die die Rückkehrenden besuchen und so die nötige Vertrauensbasis für die weiteren Aktivitäten schaffen. Im ersten Jahr konzentriert sich das Projekt auf fünf Gemeinden, die viele benachteiligte Rückkehrende haben und in denen die Behörden kooperativ sind. In und mit diesen Gemeinden wird ein spezifischer Ansatz entwickelt und angewendet. Anschliessend wird dieser anhand einer umfassenden Beurteilung wenn nötig angepasst und weiterentwickelt und es wird festgelegt, in welche weiteren Gemeinden die Aktivitäten ausgeweitet werden.
Ein lokaler Projektpartner ist APPK (kurz Beschäftigungsförderungs-Agentur Kosovo), die jahrelange Erfahrung in der Integration von Arbeitssuchenden in den Arbeitsmarkt besitzt. Sie unterstützt die erste Komponente – wirtschaftliche Wiedereingliederung – mit verschiedenen Aktivitäten. Einerseits wird zusammen mit den Beraterinnen und Beratern der lokalen Arbeitsämter ein Berufsprofil der Rückkehrenden erstellt. Andererseits werden Beziehungen zu lokalen Unternehmen hergestellt, um festzustellen, welche Profile von Arbeitnehmerinnen und -nehmern gefragt sind. Anschliessend können Stellensuchende mit Unternehmen, die eine passende offene Stelle haben oder On-the-job-Trainings anbieten, zusammengebracht werden. Zusätzlich werden Ausbildungen ermöglicht, Trainings organisiert sowie gute Geschäftsideen mit finanzieller Starthilfe und Mentoring unterstützt.
Die zweite Komponente – psychosoziale, gesundheitliche und juristische Unterstützung – wird durch den zweiten lokalen Partner KRCT (das Kosova Rehabilitation Center for Torture Victims) abgedeckt. Diese Organisation beschäftigt sich seit dem Ende des Konflikts mit psychosozialer und medizinischer Beratung von benachteiligten Personen und bietet daneben auch breitgefächerte juristische Beratung an, die im Falle von Rückkehrenden von Schulbescheinigungen bis zu Eigentumsrechten reichen kann. Die Aktivitäten werden auch mit den lokalen Behörden koordiniert und die Rückkehrenden werden, wenn vorhanden, an zuständige Stellen verwiesen.
Als dritte und übergreifende Komponente werden die lokalen Behörden in ihrer Aufgabe gestärkt, die Rückkehrenden bei ihrer Reintegration zu unterstützen. Wie oben erwähnt, werden die lokalen Behörden in die Arbeit der beiden Partnerorganisationen einbezogen und so werden direkt ihre Kapazitäten gestärkt. Für jede Gemeinde wird von den mobilen Teams eine Liste mit Verbesserungsmöglichkeiten und Ideen erstellt, regelmässig aktualisiert und mit den Behörden diskutiert, um nachhaltige Veränderungen zu erreichen. Zudem werden gezielt Trainings für Behörden, die in ihrer Arbeit entweder mit Rückkehrenden zu tun haben (Arbeits- und Sozialämter, Schulen, etc.) oder die Aufgabe haben, diese Massnahmen zu koordinieren und die Reintegration zu erleichtern (MOCR, die Municipal Offices for Communities and Return), organisiert. Dabei werden die Kapazitäten von mindestens 350 Beamten gestärkt und erweitert. Dies wird zu einem Multiplikator-Effekt führen und in Zukunft viele weitere Rückkehrende begünstigen.
Durch diese Aktivitäten kann erreicht werden, dass sich Rückkehrende wieder in die Gesellschaft in Kosovo integrieren und sich eine Zukunftsperspektive aufbauen können.