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Die «Miscellanea inusitata» sind eine sehr heterogene Sammlung von kurzen Texten und Fragmenten, die sich auf unterschiedlichste Weise mit der Welt um 1679 beschäftigen. Es gibt historische Abrisse und statistische Listen, Landschaftsbeschreibungen und Anmerkungen zu Klima, Fauna und Flora, Politik, Religion oder Tradition einzelner Regionen. Es finden sich aber auch Legenden und Gedichte in dem Buch, Bemerkungen zu Tracht und Küche, zu handwerklichen Besonderheiten etc. Bei alledem liegt der Fokus immer auf Dingen, die den Autoren auf die eine oder andere Weise seltsam, fremd, ungewöhnlich oder sonst bemerkenswert vorkamen.
Da gibt es zum Beispiel einen Passus, der sich mit der Anfangssequenz aus der «Ars Poetica» von Horaz beschäftigt. Der römische Autor vergleicht da ein schlechtes Gedicht mit einem Tier, das aus einem menschlichen Haupt, dem Hals eines Rosses, dem Schwanz eines Fisches, Federn und allerlei Glieder von weiteren Bestien zusammengesetzt wäre. Der Mitarbeiter der «Miscellanea» nun berichtet von den Versuchen eines Grafen bei Tosa (?), ein Tier nach Vorbild von Horaz zu züchten.
Die «Miscellanea inusitata» sind teilweise auf Französisch, teilweise in einem offenbar mehrheitlich sehr schlechten Latein abgefasst. Die Autoren sind nicht namentlich genannt – man kann jedoch sehr viele verschiedene Stile unterscheiden. Über den Herausgeber des ganzen Werks, einen Jacob Schychs, weiss man nichts. Auch der Verlag, Typis Davidis Neri, hat sonst keine Spuren auf Santa Lemusa hinterlassen.
Auf dem Titelblatt des Sammelsuriums ist ein Papierboot abgebildet, über dessen Eckpunkten das Wort «LEMUSA» geschrieben steht. Darunter liest man «Modus cogitandi» («Art des Denkens»). Grafik und Spruch haben die Forschung immer wieder zu Spekulationen aller Art verleitet – ohne indes zu einer überzeugenden Interpretation zu führen. So bleibt es bis heute ein Rätsel, inwiefern ein Papierboot oder das Falten eines Papierbootes etwas mit einer bestimmten Art des Denkens zu tun haben könnte. Immerhin kann man feststellen, dass es sich hier vermutlich um die erste Darstellung eines Papierbootes in einem Buch handelt.
Das Sammelsurium gehört zu den kurioseren Werken aus den Beständen der Archives Nationales von Santa Lemusa. Es sind ausserdem 3 Exemplare aus Universitätsbibliotheken und 2 weitere aus Privatbesitz bekannt.
First Publication: 18-10-2013
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