Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03145.jsonl.gz/154

Der Pass da Sett oder Septimer ist ein schon zu Urzeiten gebrauchter Übergang, die direkteste Verbindung zwischen dem Bergell - das heisst mit dem Comersee und der Poebene - und der Alpennordseite.
mittel
12,9 km
5:30 h
853 hm
541 hm
Schon zu Römerzeiten bekannt, gewann der Pass im Mittelalter zusehends an Bedeutung, als er von Handelsleuten, Wanderern und Pilgern benützt wurde, die sich von Chur nach Chiavenna und umgekehrt begaben. Um 1378 wurde der Bergeller Ritter Giacomo De Castelmur beauftragt, die Strecke für die Durchfahrt von Wagen neu auszubauen: bis heute kann man das Kopfsteinpflaster sehen, das auf verschiedenen Abschnitten der Route noch gut erhalten ist. Die Benützung anderer Alpenpassübergänge brachte eine Konkurrenz, die den Septimer benachteiligte; am Ende liess der Bau der Julier-Strasse - von 1820 bis 1826 - diesen Übergang in Vergessenheit geraten. Für den Wanderer ist der Septimerpass immer noch eine interessante und angenehme Route über Weiden und durch sanfte Gegenden, die sich - mehr als irgendein befahrbarer Pass - die Atmosphäre eines Saumpfades über die Alpenkette erhalten hat.
Von Casaccia - Parkplatz beim kleinen Friedhof - folgt man dem Fahrweg, der in Biegungen die bewaldete Stufe bis zum Eingang in das Val Maroz hinaufführt. Der Fussweg nimmt einen direkteren Kurs und schneidet wiederholt die Strasse, in die er auf dem ebenen Stück einmündet, das ins Tal hinein führt. Ohne bis zur Bogenbrücke und den Alphütten von Maroz Dora (1799 m) zu gehen, verlässt man die Strasse und biegt in den Weg ein, der sich allmählich rechts hinaufzieht. Ein schöner Wegin Kehren lässt uns den steilen Hang in der Nähe des Wasserfalls „Aua dal Sett” auf angenehme Art bewältigen. Im oberen Teil mündet der Saumpfad in ein enges, ebenes Tal, um dann den Bach zum ersten Mal zu überqueren. Nicht weit davon erreicht man den Sascel Battü (2073 m): eine kleine Senke im Weg, wo man die antike und die mittelalterliche Wegspur erkennen kann. Man geht weiter, ohne sich vom Lauf des Baches zu entfernen, den man gut zwei Mal überquert: zum ersten Mal auf einem kürzlich renovierten Bogenbrücklein; das zweite Mal auf einem Steg, kurz bevor man auf eine kleine Fahrstrasse gelangt. Diese führt zu einem nahegelegenen Gebäude und dann auf den breiten Sattel des Pass da Sett (2310 m). An diesem Punkt treffen verschiedene Wege zusammen: rechts hinauf steigt die Route zum Lunghinpass, der mit dem Engadin verbindet; die linke führt dagegen auf die Forcellina, den Übergang nach Juf im Avers. Auf der anderen Seite steigt man auf dem Fahrweg ab, der weite Flächen von Alpweiden durchquert; auf diese Art kommt man über die ebene Alp „la Tgavretga”, auf der einige ganzjährig bewohnte Häuser stehen. Die Route löst sich nicht vom Bach im Talgrund, den man immer wieder einmal überquert. Jenseits eines letzten Bergrückens erreicht man die Behausungen von Tua, kurz vor der Ankunft in Bivio und dem Anschluss an die Julier Passstrasse. Den Rückweg kann man mit dem Postauto bis Silvaplana zurücklegen, und weiter durchs Engadin Richtung Maloja und Casaccia.