Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/218253

<h2>SubmittedText<h2><p>Anknüpfend an meine Frage 20.5974 bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Wie schätzt der Bundesrat die Wirksamkeit der Massnahmen gemäss der BFI-Botschaft 2017-2020, die er fortzuführen gedenkt, ein?</p><p>2. Wie steht er zu den Empfehlungen 9, 19, 20 und 23 des Berichts "Next Generation: Für eine wirksame Nachwuchsförderung" (S. 63-65), was die Förderung unbefristeter Stellen im akademischen Mittelbau betrifft?</p><p>3. Was ist seine Haltung gegenüber den Forderungen der Hochschulmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, wie sie in der Petition "Für mehr Festanstellungen im akademischen Bereich" (<a href="http://www.petition-academia.ch">www.petition-academia.ch</a>) formuliert sind, und gegenüber den Klagen über prekäre Arbeitsverhältnisse der Betroffenen, wie sie auch von den Medien verbreitet werden?</p><p>4. Weiss er um die Auswirkungen des Systems des permanenten Wettbewerbs auf die Gesundheit des akademischen Personals und auf die Qualität von dessen Forschungen? Kann er seine allfälligen Feststellungen dokumentieren? Falls nein: Was könnte er unternehmen, um diese Situation zu dokumentieren, und hat er vor, dies auch zu tun?</p><p>5. Welche Massnahmen könnte und wird er ergreifen, um das Problem der Prekarität der Arbeitsverhältnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Hochschulen zu lösen, die zwar hochqualifiziert sind, aber zu alt, um sich ausserhalb der akademischen Welt neu zu orientieren?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat möchte daran erinnern, dass der Bereich des Nachwuchses in die Zuständigkeit der Hochschulen und deren Trägerschaften respektive des ETH-Rats fällt. In den Jahren 2017-2020 haben die zahlreichen Massnahmen der Hochschulen zugunsten des Nachwuchses, die von Bund und Kantonen unterstützt wurden, insbesondere zu Fortschritten bei der Schaffung von Tenure-Track-Assistenzprofessuren, zu mehr unbefristeten Stellen vor der Professur, einer Verbesserung der Anstellungs- und Arbeitsverhältnisse von Doktorierenden sowie einer verstärkten Begleitung zu Beginn der Karriere geführt. In Bezug auf dieses Thema und die Massnahmen für die Jahre 2021-2024 verweist der Bundesrat auf seine Stellungnahme zur Interpellation 20.3121 "Schwierige Lage des Mittelbaus an den Hochschulen" von Fabien Fivaz. Alle diese Massnahmen werden in der BFI-Periode 2021-2024 weitergeführt und ausgebaut, damit ihre Wirksamkeit bestmöglich verstärkt wird.</p><p>2./3. Die Nachwuchsförderung bleibt eine strategische Priorität der Hochschulen, die von der Schweizerischen Hochschulkonferenz (SHK) und vom Bundesrat in seiner BFI-Botschaft 2021-2024 übernommen wurde. In Bezug auf die in der Interpellation erwähnten Empfehlungen haben die Hochschulen einerseits neue unbefristete Stellen geschaffen (Maîtres d'enseignement et de recherche, Senior Scientist usw.) und andererseits die Anzahl Festanstellungen erhöht. Bei den finanziellen Aspekten (Empfehlung Nr. 19) erfordert die Schaffung unbefristeter Stellen auf Professorenstufe und davor entsprechende Ressourcen. In diesem Sinne muss die Grundfinanzierung der Hochschulen mit dem Wachstum der kompetitiven Forschungsförderung über die Projektfinanzierung Schritt halten. In der BFI-Botschaft 2021-2024 ist entsprechend eine stabile jährliche Erhöhung um 2 Prozent der Grundbeiträge an die Hochschulen vorgesehen. Was die Postdocs (Empfehlung Nr. 23) anbelangt, planen die Hochschulen, die Phase nach dem Doktorat besser zu strukturieren, mit spezifischen Zielen und einer Evaluation nach jeder Phase sowie grösserer Flexibilität bei der Arbeits- und Forschungszeit und attraktiven Karrieremöglichkeiten. Der Bundesrat ist sich der Unsicherheiten der Karriere junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an den Hochschulen mit unbefristeten Verträgen bewusst. Die Situation hängt indessen von der Funktion, der akademischen Karrierestufe und den institutionellen Rahmenbedingungen ab und sieht je nach Hochschule und Fachrichtung sehr unterschiedlich aus. Entsprechend vielfältig sind auch die Ziele bei der Nachwuchsförderung und es sind unterschiedliche Massnahmen gefragt. In ihrer strategischen Planung 2021-2024 hält swissuniversities für die Nachwuchsausbildung das allgemeine Ziel fest, dass diese im weltweiten Wettbewerb sowohl inner- als auch ausserhalb der Hochschulen erfolgreiche wissenschaftliche Karrierewege ermöglichen soll.</p><p>4./5. Der Gesundheitsschutz des akademischen Personals gehört zu den Pflichten der Hochschulen als Arbeitgeber. Manche von ihnen erheben Daten zu diesem Thema (siehe die Erhebungen zum Doktorat der EPFL). Die Karriereentwicklung und die Nachwuchsförderung sind auch Gegenstand der Qualitätssicherung und der Akkreditierung im Rahmen des HFKG. Der Bund wird die Hochschulen 2021-2024 weiterhin in ihren Bemühungen unterstützen, die Vereinbarung von beruflichen, persönlichen und familiären Aufgaben ihrer Mitarbeitenden zu fördern. Dazu gehören die frühzeitige Abklärung von Karriereperspektiven vor dem Postdoc mit transparenten Evaluations- und Förderkriterien, die stetige Verbesserung der Anstellungsbedingungen sowie die Information und Begleitung junger Forschender. Das Fachwissen und die Bandbreite der vom Mittelbau erworbenen Qualifikationen können auch ausserhalb der Hochschulen gewinnbringend und ambitioniert eingesetzt werden: Diesbezüglich haben sich die Hochschulen überdies zum Ziel gesetzt, die Durchlässigkeit zwischen der wissenschaftlichen Karriere an den Hochschulen und attraktiven ausserakademischen Stellen zu verbessern.</p>  Antwort des Bundesrates.