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4. Europa-Kriterium Basel 1949
Von Kurt Kaiser
Dank dem Erfolg, in sportlicher, wie auch in finanzieller Hinsicht, braucht es seitens Otto Vogt nicht viel Überredungskunst, dass die Mitglieder des VCR, einer Durchführung des Kriteriums, auch im 1949, zustimmen.
Im Vorprogramm wird das Sprinterrennen des Radsport-Verbandes beider Basel ins Programm aufgenommen. Gemeldet sind 9 Amateure, 21 Junioren, 14 Anfänger, 5 Veteranen. Unter den Eingeschriebenen finden sich, u.a. Anfänger: Güdel André, Kirchhofer Hans; Amateure: Jauslin Alfred, Graf Ernst, Hermann Willy, Arnold Werner.
Um eine Konkurrenzveranstaltung zu vermeiden, ersucht der FCB sein Meisterschaftsspiel gegen den FC Young-Fellows zu verschieben! Mit Brief, Kopie VCR, vom 16.07.1949, willigt der FC Young-Fellows der Verschiebung ein. Seitens dem Baugeschäft Nielsen Bohny wurde in der Schwarzwaldallee eine Tribüne für 500 Personen aufgestellt.
Die Besetzung des Kriteriums wird von der Presse als ‚beste und stärkste‘ der Saison angepriesen. Schulte, Keteleer, Brulé nebst Kübler, Schär und den 3 ersten der Tour de Suisse Gottfried Weilenmann, Georges Aeschlimann und Ernst Stettler, zierten die Startliste. Man möge sich selbst ein Bild machen bei Durchsicht der Startliste. Namen mit einiger Radsportgeschichte. Schlicht grossartig! Sogar ‚La Gazzetta dello Sport‘ veröffentlichte einen Artikel über das Kriterium vom 11.09.1947.
Am Renntag war der Zuschauerzustrom gewaltig. Schon beim Start der Sprintrennen bevölkerten über 2000 Zuschauer die Strecke in der Schwarzwaldallee. Wie müssen sich da die Amateure und Jungradler vorgekommen sein? Wow! Die Presse meldete insgesamt gegen 12‘000 Zuschauer.
Eine Lautsprecheranlage wurde für die ganze Strecke installiert. Als Sprecher amtete kein geringerer als die Legende Vico Rigassi. Das Rennreglement besagt, dass das Rennen in erster Linie durch Zeit (30 Sek. Regelung) und in zweiter Linie nach Punkten gewertet wird. 5 Punktewertungen werden durchgeführt, 5, 4, 3, 2, 1 Punkte. Mechanische Übersetzungswechsel sind verboten. Kopfschutz obligatorisch.
Der Franzose Marinelli lässt per Telegramm ausrichten und entschuldigt sich, dass er in Brüssel den Zug verpasst hat. Vor Beginn des Hauptrennens war bereits kein Programm mehr erhältlich und die Strecke war viele Glieder tief umlagert. Für die einwandfreie Organisation wurde der VC Riehen viel gelobt, wie auch der Kassadienst, der durch versierte Leute vom FC Basel bewerkstelligt wurde. Die erste Mannschaft der Rotblauen wurde für die Veranstaltung eingeladen. Das Rennen verläuft sehr animiert. Gerrit Schulte gelingt 18 Runden vor Schluss ein Vorstoss und gewinnt das Rennen mit 32 Sekunden Vorsprung.
Interessant liest sich auch die Liste über Start-, Preisgeld und Prämien. Ein paar wenige reputierte Fahrer verdienten einen schönen Batzen. Andre fuhren quasi für ein Butterbrot. E.g. Maag Hans, als Sieger von 1947.
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