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Mit Bier bleibt alles
gleich.
Steht Hampus Klang auf der Bühne, pfeffert er nicht
nur hammergeile Riffs in die Menge, sondern verbreitet
mit seinem Grinsen ein unglaublich positives Feeling.
Der Schwede stand Rede und Antwort unter nicht den
besten Voraussetzungen. Wurde am vorherigen Abend ein
bisschen zu viel gefeiert, sass zwischen dem Beantworten
der Fragen und Hampus eine kleine männliche Katze. Es
dauerte einen Moment, bis sich der Gitarrist eintunte,
aber dann stand den Antworten nichts mehr im Wege.
Bullet gehören zu den wenigen Truppen, welche einmal
AC/DC, Judas Priest oder Accept beerben können. Mit
ihrem riffbetonten Sound, den eingängigen Melodien und
der nötigen Härte hat sich der Fünfer in den letzten
Jahren eine treue Fangemeinde erspielt. Hampus entpuppte
sich während des Interviews fast ein bisschen scheu,
aber immer mit dem nötigen Humor ausgestattet. Lest
selber, was der Nordländer zu sagen hat.
MF: Wann
hast du begonnen Metal zu hören, und was war der Grund
dazu?
Hampus: Das muss mit sechs oder
sieben Jahren gewesen sein. Infiziert hat mich mein
älterer Bruder. Damals mit Bon Jovi, als er noch guten
Hardrock spielte (grinst). Durch die Alben meines
Bruders und die seiner Freunde, wuchs ich mit all den
achtziger Truppen auf, wie Twisted Sister, Judas Priest
und Metallica. Irgendwann hörte ich mir auch brutaleren
Stoff an. Das ganze Geld ging bei mir für Platten drauf
(lacht). Das hat sich bis heute nicht geändert, und ich
habe noch immer kein Geld (lacht). Mit zehn Jahren hatte
ich meine erste Gitarre in den Händen. Das war eine
Akustische mit Nylonsaiten (lacht). Den ersten Song
spielte ich nur auf einer Saite (lacht), aber ich übte
wie besessen. Mein Vater kaufte mir meine erste
elektrische Gitarre, als ich Zwölf war. Dann übte ich
noch mehr, bis ich in einer Band war und dann mehr mit
den anderen Musikern jammen wollte. Gustav, unser
Bassist, gehörte damals auch zur Band. Wir spielten
Punk-Rock (lacht). Meine Favoriten sind heute noch immer
AC/DC, Judas Priest, Iron Maiden, Black Sabbath oder
Rose Tattoo. All die guten alten Combos aus den
achtziger Jahren.
MF: Welches war die schwierigste Zeit für Bullet?
Hampus: Damals bei «Full Pull». Wir tourten
nicht mehr so viel wie zu «Highway Pirates»…
MF: …das ist heute anders…
Hampus:
…oh ja, dafür waren wir damals nicht so müde wie heute…
MF: …oder auch nicht so verkatert…
Hampus: …das hat was (lautes Lachen). Aber wir haben
einen guten Lauf (grinst). Das ist das Leben, du hast
immer Höhen und Tiefen. Wenn du keinen Spass in der Band
hast, kannst du einpacken (lacht). Die Lieder, das ist
das Wichtigste in einer Truppe. Wenn du 90 Minuten auf
der Bühne stehst… Es sind viele Dinge, die wichtig sind,
wenn du Musik spielst.
MF: Bist du eher der Techniker oder
spielst du lieber mit Gefühl?
Hampus:
Ich bin eher der Songschreiber. Die Gitarre ist für mich
das Zentrale, und darum ist es eher das Feeling, da ich
nicht so der Techniker bin. Ich überlasse die Solos
lieber Alexander (grinst). Meine Lieblingsgitarristen
sind diejenigen, welche auch tolle Songs schreiben
können.
MF: Was ist für dich heute noch die
Motivation Musik zu schreiben, mit dem Bewusstsein, dass
man kaum mehr Alben verkauft?
Hampus:
Dass ich mit Leuten wie dir sprechen kann (lacht) und
auf Tour gehen zu können. Herum zu reisen und eine gute
Zeit zu verbringen. Wir sind stolz auf unsere Scheiben,
da ich denke, dass wir uns von Album zu Album verbessern
konnten. Und was sollte ich sonst machen (lacht)?
MF: Ist «Dust To Gold», das beste Album, das ihr
jemals veröffentlicht habt?
Hampus:
Meinst du (lautes Lachen)? Aber du hast Recht, ich bin
ganz deiner Meinung (lacht). Ich bin sehr stolz und
zufrieden mit den Songs und dem Sound. Leider hat es
viel zu lange gedauert, bis wir das Album beendeten. Das
war sehr frustrierend! Wir hatten eine Deadline für das
Album und überzogen fast ein Jahr (grinst). Wir hatten
zu wenig tolle Lieder. Aber heute bin ich zufrieden mit
dem Paket und mag die Scheibe sehr. Wir haben fast 18
Monate für die neuen Tracks gebraucht, das ist viel zu
lange. Tag für Tag gingen wir in den Proberaum und haben
unzählige Demos eingespielt mit unseren Ideen. Wir
wussten echt nicht, was wir taten (lacht). Aber nach
einigen Wochen gingen wir in die richtige Richtung und
fanden zu unserer Stärke zurück. Ganz langsam (lacht).
MF: Interessant, denn ich denke, dass «Dust To Gold»
sehr frisch klingt.
Hampus: Danke, du
hast sicher recht. Wenn ich den Vergleich zu «Storm Of
Blades» ziehe, bei der wir gerade drei Monate brauchten…
Es scheint wirklich, dass es für mich härter wird, neue
Ideen und Tracks zu komponieren (lacht).
MF: Kannst du Staub zu Gold werden
lassen oder ist dies ein Wunsch…
Hampus: …leider ein grosser Wunsch (lautes Lachen). Es
ist bloss der Titel des neuen Albums und hat keine
weitere Bedeutung. Der Titelsong ist für uns unser
«Heaven And Hell» (grinst zufrieden). Es hat lange
gedauert, bis die Idee zum Song wurde, aber als sie
soweit war, wussten wir, das muss der Titelsong werden.
MF: Gibt es eine Geschichte zu eurem
Bandnamen?
Hampus: Oh ja (grinst). Bei
der ersten Probe… Unser damaliger Bassist Lenny Blade
spielte noch in einer Thrash Metal Band. Zu unserer
Fotosession kam er mit all den Nieten und Nägel an
(lacht). Er sah aus wie eine Kugel und so entstand der
Bandname.
MF: Wieso habt ihr das Label gewechselt?
Hampus: Wir bekamen ein wirklich tolles
Angebot und merkten, dass Steamhammer sehr an uns und
unserem Sound interessiert sind. Das erfahren zu dürfen
in diesem «Rollercoaster Business» tut gut (grinst). Das
Musikgeschäft heute ist verdammt hart geworden. Du musst
hart arbeiten, damit du mit Heavy Metal überhaupt Geld
verdienst. Keine Ahnung, wie man mit dieser Musik reich
werden kann (lacht). Ich lebe wie eine arme Kirchenmaus
(grinst) und kann mir kaum was kaufen. Wenn wir auf Tour
sind, verdienen wir etwas Geld, aber ich bin sehr
glücklich mit dem was ich tue, aber auch arm (grinst).
Dafür reich an Glück (lautes Lachen).
MF: «Sex, Drugs And Rock'n'Roll» ein
Klischee oder das Wahre im Rock'n'Roll?
Hampus (unter lauten Lachen): Ab und zu mehr, ab und zu
weniger. Auf Tour eher mehr (grinst). Aber nicht jeden
Tag in der Umkleidekabine (grinst).
MF:
Wie hat sich Hampus über all die Jahre verändert?
Hampus: Oh, das ist eine sehr interessante
Frage…
MF: …er wurde reicher und
berühmter!
Hampus: Am Ende des Tages,
hat sich nicht viel verändert. Ich bin der Gleiche
geblieben und mag die gleichen Dinge, als ich noch 22
Jahre jung war. Wenn du den ganzen Tag Bier trinkst,
kannst du dich nicht gross verändern (lautes Lachen)…
MF: …aber du verlierst zu viel…
Hampus (lacht): …und wirst nicht so viel haben. Das
Wichtigste in meinem Leben ist, glücklich zu sein
(grinst). Mit guten Freunden Musik zu spielen und Spass
zu haben. Auch wenn du viele oder zu viele Diskussion
in der Band hast, sie bringen dich immer weiter. Auch
solche Momente braucht es, um deine Vision
voran zu treiben. Dies macht die Zusammenarbeit sicher
härter, aber es sind diese Höhen und Tiefen, die dich
mehr und mehr zusammenschweissen.
MF: Hampus, danke für das Interview, ich
hoffe, es war nicht zu anstrengend für dich…
Hampus (lachend): …nein, ich hoffe es war okay für dich.
Besten Dank für die Zeit, die du dir genommen hast!
MF: "Tusen tack", und ich wünsche dir viel Erfolg und
noch mehr Geld für die Zukunft sowie dass Staub zu Gold
wird…
Hampus (unter lauten Lachen):
…«tusen tack», es hat echt Spass gemacht mit dir, alles
Gute!