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«Sie hat wohl durch das gesamte 20. Jahrhundert eine noch wildere Berg- und Talfahrt hinter sich gebracht als der Aktienkurs von General Motors, mit ganz klarem Abwärtstrend gegen das Ende des Jahrtausends hin: Die Haarfarbe Blond (....). Ja, überhaupt lässt sich wohl etwas grosszügig konstatieren, dass innerhalb der Geschichte des Films kaum ein anderes Körpermerkmal auf der Leinwand so pointiert inszeniert wurde wie die blonde Haarpracht. Der Auftritt blonder Frauen markiert fast immer eine bewusste oder unbewusste Setzung innerhalb eines Szenengefüges. Am Blondton sollst du sie erkennen: den Charakter der Figuren, den Verlauf der Story oder auch nur die Handschrift eines bestimmten Regisseurs. Wobei das Verhältnis der Geschlechter gerade in Bezug auf die Haarfarbe Blond bis heute leider praktisch unangetastet geblieben ist (...).
[D]as Privileg des ostentativen und bedeutungsvollen Blondseins gehört in der Geschichte des Films seit den Anfängen und bis heute noch immer den Frauen. Dabei mag es wohl nicht zuletzt auch an den technischen Möglichkeiten der Beleuchtung im frühen Schwarz-Weiss-Film gelegen haben, dass Schauspielerinnen wie Camilla Horn (in Friedrich Wilhelm Murnaus 'Faust') oder Brigitte Helm (in Fritz Langs 'Metropolis') ihre Haare aufhellen lassen mussten (...).» (Aus dem Kinok-Programmtext von Alexandra Stäheli)
Das Sommerprogramm des Kinok hebt blonde Protagonistinnen quer durch die Filmgeschichte auf die (Openair-)Leinwand, verkörpert von Darstellerinnen wie Marlene Dietrich, Grace Kelly, Doris Day, Marilyn Monroe, Cate Blanchett oder Scarlett Johansson, die unterschiedliche, aber auch wiederkehrende Typen der blonden Frau präg(t)en, und von Regisseuren wie Alfred Hitchcock und Woody Allen, die mit ihren Filmen um die blonde Frauenfigur ganze Systeme errichteten.