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An der Stadthofstrasse 12a entsteht ein mehrgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus inklusive Tiefgarage. Die Liegenschaft grenzt an den mittelalterlichen Verbindungsweg zwischen dem Kloster St.Leodegar im Hof und dem Weggistor, Eingangspforte in die Stadt Luzern. Südlich lag in unmittelbarer Nähe das Seeufer des Vierwaldstättersees. Bei der Ausgrabung 1992 auf den benachbarten Parzellen des heutigen Hotel Restaurant Hofgarten war die Überraschung gross, als sich vermeintliche Kellergeschosse als Erdgeschosse entpuppten - dies konnte anhand zugemauerter Fenster bezeugt werden. Das mittelalterliche Niveau lag 3m tiefer als heute, der Seespiegel lag folglich wesentlich tiefer. In der Folge wuchs das Seespiegelniveau kontinuierlich an, das Gelände musste wiederholt aufgeschüttet werden.
Nach der ersten Bauetappe konnten wichtige Einblicke in die spätmittelalterliche Stadt- und Geländeentwicklung Luzerns gewonnen werden. In 3m Tiefe fand man einen losen, spätmittelalterlichen Bretterboden sowie einen Entwässerungskanal, beides Zeugen von stetem Ringen mit der Feuchtigkeit auf dem Gelände. Gegen Ende des 14.Jh. verlor man diesen "Kampf": eine fast meterdicke, graue Siltschicht über den oben genannten Befunden kann als Buchtnahe Sedimentierung von Feinmaterial unter Wasser angesprochen werden. Erst im 17.Jh. kann erneute Siedlungsaktivität beobachtet werden (Gartenbereich).
Der hohe Grundwasserspiegel bedeutet für die Archäologie ein Glücksfall. Organische Reste wie Holz (z.B. ein gedrechselter, spätmittelalterlicher Becher) oder Leder konnten so über die Jahrhunderte überdauern. Zudem fand man Ofenkeramik einer nahegelegenen Hafnerei. Nebst fertigen Ofenkacheln konnten - wie auch bei der Ausgrabung von 1992 - sogenannte Fehlbrände und Halbfabrikate, also Abfallware der Produktionsstätte- geborgen werden.