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Der Plunder ist zu billig
So wie ich mich, verehrte Leser, nie wirklich darüber beruhigen werde, dass Formate wie das «Dschungelcamp» im medialen Angebot existieren und konsumiert werden und dass sie nicht verboten sind und dass die Knallchargen, die diesen Mist schreiben und moderieren, sich nicht schämen und versuchen, stattdessen lieber irgendeinem anständigen Beruf nachzugehen; so werde ich mich auch nie darüber beruhigen können, dass es – auch bei nicht medialen Produkten – einfach viel zu viel Schrott zu kaufen gibt. Es gibt, ganz allgemein und auf sämtlichen Märkten, zu viel Plunder, der zu billig ist, den niemand braucht, der den Planten verpestet.
Ich glaube an die Autonomie des Individuums, und deshalb halte ich wenig vom Konzept eines betreuungsbedürftigen Konsumenten, der von irgendwelchen Marktwächtern zu nachhaltigem, fairem, gesundheitsbewusstem und risikoscheuem Konsum angeleitet werden müsste, weil er sonst jedem Katzengoldglimmer hinterherliefe. Anfällig für offenen Betrug oder subtile Suggestionen, ohne Präferenzordnungen, denen man trauen könnte. Diese Lesart der Verhaltensökonomik funktioniert nicht. Im Grunde ist sie vormodern. Venedig verfügte im 15. Jahrhundert per Dekret: Nur der Adel darf Seidenkleider tragen . . . – Moment mal, vielleicht funktioniert das ja doch? Was meinen Sie?