Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03288.jsonl.gz/776

Was für ein Kampf, was für eine Dramatik, was für ein Sieger! In einer an Spannung und Spektakel kaum zu überbietenden Partie krönte sich Rafael Nadal in der Rod Laver Arena in Melbourne zum erfolgreichsten Spieler der Geschichte – in einer Art und Weise, wie es zur Karriere des Mallorquiners passt.
Von der Hitze und der Feuchtigkeit gezeichnet, drehte der im Juni 36 Jahre alt werdende Nadal eine bereits verloren geglaubte Partie dank einer unglaublichen Willensleistung. Nach knapp fünfeinhalb Stunden Spielzeit verwertete der Spanier nach 01.00 Uhr Ortszeit seinen ersten Matchball mit einem Volley zum 2:6, 6:7 (5:7), 6:4, 6:4 und 7:5. Zuvor war er bei 5:4 und eigenem Aufschlag bereits zwei Punkte vom Sieg entfernt gewesen, ehe er noch einmal einen Break kassierte.
Nadal holte damit in seinem sechsten Final in Melbourne zum zweiten Mal nach 2009 den Titel, als er in einer ebenfalls hochstehenden Partie Roger Federer in fünf Sätzen bezwungen hatte. 2012 und 2019 gegen Djokovic, 2014 gegen Stan Wawrinka und 2017 gegen Federer hatte der Spanier im Final jeweils den Kürzeren gezogen. Nadal ist damit erst der vierte Spieler, der jedes der vier Grand-Slam-Turniere mindestens zweimal gewonnen hat.
Dass Nadal noch einmal den Weg zurück in die Partie fand, lag neben seinem unglaublichen Kampfgeist auch an Medwedew. Mit der 2:0-Satzführung im Rücken vergab der Russe zu Beginn des dritten Durchgangs drei Breakbälle in Serie und damit eine mögliche Vorentscheidung. Danach kämpfte er immer wieder mit den eigenen Nerven, legte sich einige Male mit dem Publikum an und traf ungewöhnlich viele falsche Entscheide. Immer wieder streute er Stoppbälle ein, die fast durchgehend nicht von Erfolg gekrönt waren.
Obwohl sich Medwedew im fünften Satz auffing, schaffte er die Wende nicht mehr – auch, weil er bei 5:5 und eigenem Aufschlag wieder nachliess. Er verpasste damit den zweiten Grand-Slam-Titel nach seinem Erfolg am US Open im September. In Melbourne hatte er bereits vor einem Jahr nach dem Final und der Niederlage gegen Djokovic den Platz als Verlierer verlassen. Damit ist klar, dass Djokovic bis auf Weiteres die Nummer 1 im ATP-Ranking bleibt. Bei einem Sieg hätte der Russe den Serben Mitte Februar ablösen können.
Dank dem epischen Männer-Final und dem Sieg Ashleigh Bartys bei den Frauen fand das Turnier einen versöhnlichen Abschluss. Der von vielen als «Happy Slam» bezeichnete Event im Melbourne Park stand im dritten Jahr in Folge unter einem schlechten Stern. 2020 wüteten verheerende Waldbrände im ganzen Land, 2021 warf die Corona-Pandemie ihre Schatten auf das Turnier, ehe in diesem Jahr die unsägliche Posse um die letztlich verhinderte Einreise von Titelverteidiger Novak Djokovic kein gutes Licht auf die Organisatoren und die australische Politik warf. (pre/sda)
Drei Worte gravieren sich an diesem schwarzen Tag in die Gedächtnisse der Fans von Eintracht Frankfurt: Rostock, Elfmeter und Berg.