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Treibhausgasemissionen machen nicht Halt an Landesgrenzen. Da die klimatischen Veränderungen die Schweiz mit ihrem Gebirgsökosystem stark betrifft, ist ein global koordiniertes Vorgehen für das Alpenland entscheidend. Die Schweiz setzt sich auf internationaler Ebene engagiert für den Klimaschutz ein.
1. UNFCCC - der politische Prozess
Die Weltgemeinschaft beschäftigt sich seit den 1980er Jahren mit Fragen zum Klimawandel und sucht nach globalen Lösungen.
Klimakonvention, Kyoto-Protokoll und Übereinkommen von Paris
Die am Erdgipfel in Rio 1992 besiegelte Klimakonvention (UNFCCC) ist ein Meilenstein für ein koordiniertes Vorgehen auf internationaler Ebene: Die Industrieländer verpflichten sich zur Emissionsreduktion sowie zur Unterstützung der Entwicklungsländer bei ihren Anstrengungen zur Reduktion von Treibhausgasen sowie der Anpassung an den Klimawandel, z.B. durch die Finanzierung von Projekten im Rahmen des globalen Umweltfonds (GEF).
Seit 1995 treffen sich die Unterzeichnerstaaten der Klimakonvention jährlich zur Konferenz der Vertragsparteien (Conference of the Parties, COP).
Das Kyoto-Protokoll ist ein Zusatz zur Klimakonvention und verlangt von den Industrieländern für die Periode 2008-12 eine Reduktion von durchschnittlich 5% (Schweiz wie die EU: 8%) gegenüber 1990. Die Verpflichtungen sind rechtlich verbindlich, deckten allerdings nur rund 25% der weltweiten Emissionen ab.
Ende 2012 an der Klimakonferenz in Doha einigten sich die Staaten auf eine zweite Verpflichtungsperiode unter dem Kyoto-Protokoll (Doha Amendment). Die Industrieländer verpflichten sich dabei, die Emissionen von 2013-2020 gegenüber 1990 durchschnittlich um 18% zu reduzieren (Schweiz wie die EU: 20%). Die zweite Verpflichtungsperiode deckt nunmehr lediglich 14% der weltweiten Emissionen ab, da gewisse Staaten das Kyoto-Protokoll aufgekündigt haben und die Emissionen in den Entwicklungsländern - für die keine Reduktionsverpflichtung besteht - stärker zugenommen haben.
Im Dezember 2015 wurde das Übereinkommen von Paris verabschiedet. Es ist das erste globale Klimaübereinkommen welches alle Staaten gemäss ihrer Verantwortung und Kapazität in die Pflicht nimmt, konkrete Massnahmen zur Reduktion der Emissionen und zur Anpassung an den Klimawandeln zu unternehmen.
2. IPCC - die wissenschaftliche Grundlage
Um die nötigen wissenschaftlichen, technischen und sozioökonomischen Informationen zum menschenverursachten Klimawandel zu erhalten, setzte die Welt-Meteorologie-Organisation WMO zusammen mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP den Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaveränderungen IPCC ein. Der IPCC evaluiert periodisch die Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels und liefert damit zuhanden der Politik und der Gesellschaft die nötigen Informationen und Entscheidungsgrundlagen für die Klimapolitik, ohne selbst politische Empfehlungen abzugeben. Er erarbeitet auch eine Methodik, die alle Länder zur Ermittlung ihrer Treibhausgasemissionen verwenden können.
Die IPCC-Berichte gelten heute als Standardwerk für alle, die mit dem Klimawandel zu tun haben - Expertinnen und Experten, Verwaltung oder Industrie.
2007 ist der vierte IPCC-Bericht erschienen. Dieser fasst den aktuellen Kenntnisstand über den Klimawandel und seine weltweiten Auswirkungen zusammen. Mehrere tausend Klimawissenschaftlerinnen und Klimawissenschaftler aus allen Teilen der Welt waren an seiner Erstellung beteiligt, und die Ergebnisse werden gemeinsam von allen Ländern (auch den USA, Russland, Saudi-Arabien etc.) getragen. Der Bericht besteht aus drei Teilen:
- Die wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels
- Auswirkungen des Klimawandels und Anpassungsstrategien
- Verminderung des Klimawandels
Weiterführende Informationen
Letzte Änderung 21.05.2016