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In Südafrika finden am 8. Mai die Wahlen statt. Naomi Waistell von Newton IM erörtert die Gründe, warum langfristige Investoren angesichts der anstehenden Herausforderungen für das Land nicht optimistisch in die Zukunft blicken können.
08.05.2019, 11:14 Uhr
Redaktion: rem
Die nationalen Wahlen am 8. Mai in Südafrika sind gleichzeitig auch der 25. Jahrestag der Demokratie. Der Favorit ist nach wie vor die Regierungspartei African National Congress (ANC), welche den "march to freedom" anführte und das Land seitdem regiert. "Auffallend ist diesmal jedoch, dass sie weniger Unterstützung findet und verwässert wird durch die konkurrierende Rhetorik der populistischen Partei Economic Freedom Fighters (EFF), die sich an eine der ungleichsten Gesellschaften der Welt richtet, geprägt durch eine anhaltend hohe Arbeitslosigkeit, Korruption, schlechte Dienstleistungen und einer neuen, jüngeren Generation, die sich weniger mit dem Erbe des ANC beschäftigt", kommentiert Naomi Waistell, Emerging Market Equity Portfolio Manager bei Newton IM, einer Boutique von BNY Mellon IM.
Schwache Fundamentaldaten
Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten von Südafrika sind seit geraumer Zeit sehr schwach. Waistell umschreibt die Situation als "eine ständige Gratwanderung zwischen fiskalischer Umsicht und der Aufrechterhaltung sozialer Harmonie". Nach den Wahlen werde das Land an einem Scheideweg stehen. Präsident Cyril Ramaphosa, der sein Amt im Februar 2018 antrat, habe als Nachfolger von Zuma dem ausgelösten Hype wie erwartet nicht gerecht werden können. Eine neue Amtszeit werde ihm die Möglichkeit bieten, das Kabinett aufzurütteln und die alte Garde zu stürzen, das Vertrauen der Unternehmen wiederherzustellen, die Krise des staatlichen Energieversorgers Eskom zu lösen und mit der Umsetzung der dringend erforderlichen Strukturreformen zu beginnen, meint Waistell.
"Leider können wir als langfristige Investoren angesichts der Anzahl und des Umfangs der anstehenden Herausforderungen nicht optimistisch hinsichtlich der Aussichten für Südafrika sein", sagt sie. Verbesserungen könnten zwar graduell, jedoch nicht gradlinig erfolgen. Es sei schwierig, sich über das Investitionspotenzial eines Landes zu freuen, das mit einem Wachstum von 2% zu kämpfen und wahrscheinlich eine Zunahme des Schuldenstands zu verzeichnen habe. "Trotz allem wird es für aktive 'Stockpickers' wie uns nach wie vor eigenwillige Aktienideen geben", ist Waistell überzeugt.
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