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Du kennst diese Sprüche bestimmt von irgendwo her: «Morgen beginne ich mit der Diät.» — «Morgen beginne ich mit Sport.» — «Morgen will ich mit dem Schreiben beginnen.» Aber am nächsten Tag ist trotzdem immer noch alles beim Alten.
Zwei Wörter haben mehr Romane auf dem Gewissen als das Internet, der Fernseher und der Tod zusammen: die Wörter «morgen» und «später».
Stephan Waldscheidt
Ich verrate dir 7 Gründe, warum du heute und nicht erst morgen damit beginnen sollst.
Wann willst du mit dem Schreiben beginnen?
«Ich tu’s morgen» ist dasselbe wie «Ich tu’s irgendwann» — und das wiederum ist dasselbe für «Ich tu’s nie».
Wenn du deinen Traum vom eigenen Roman erfüllen möchtest, solltest du aber nicht erst «morgen» oder «später» damit beginnen. Denn wer sagt, dass du morgen dafür mehr Zeit hast als heute? Morgen wird der Tag wahrscheinlich genau so vollgestopft sein, wie heute.
Ich nenne dir 7 gute Gründe, warum du heute und nicht «morgen» oder «später» mit dem Schreiben beginnen solltest.
1. Damit du Schreibroutine entwickeln kannst
Das ist der erste und wichtigste Grund.
Das Schreiben eines Romans ist wie die Teilnahme an einem Marathon. Neben Lauftechniken und den richtigen Schuhen ist vor allem eines wichtig: regelmässiges Training. Vor allem, wenn du dein Dasein bis anhin als Couch-Potato gefristet hast.
Damit du einen Roman durchziehen kannst, brauchst du ebenfalls Schreibtraining. Und zwar nicht alle paar Wochen, sondern jeden. Einzelnen. Tag.
Wenn du nicht weisst, wie du das Schreiben in deinen vollgestopften Alltag reinquetschen sollst, kannst du dir hier ein paar Tipps abholen: Wie du Zeit zum Schreiben findest
2. Weil heute nicht morgen ist
»Aber heute habe ich gar keine Zeit« — das war ein Satz, den ich früher immer gebraucht habe. Aber das ist eine Lüge an dich selber.
Natürlich hast du Zeit.
Du hast vielleicht nicht drei Stunden Zeit, um an deiner achtteiligen Romanserie zu arbeiten, aber du hast sicher zehn Minuten, um einfach irgendetwas zu schreiben. Und ich glaube dir nicht, wenn du behauptest, in deinen 24 Stunden keine zehn Minuten Schreibzeit finden zu können.
Also: Fange heute an, nicht morgen; denn morgen hast du ganz bestimmt nicht mehr Zeit, als heute.
Du musst ja nicht von heute auf morgen den Roman schreiben – du musst nur von heute auf morgen mit dem Schreiben beginnen.
Schiebe deinen Traum nicht auf die lange Bank.
3. Weil es egal ist, was du schreibst
Fange nicht damit an, deinen Roman zu schreiben. Wenn du noch nie regelmässig geschrieben hast, fange damit an, dir all den Kram von der Seele zu schreiben, der deine Kreativität blockiert, dir das Hirn verstopft und dich belastet.
Dein Mitarbeiter hat dich heute auf der Arbeit genervt? Du weisst vor lauter Projekten nicht, wo dir der Kopf steht? Deine Katze hat Bandwürmer? Du hattest da diesen seltsamen Traum? Du weisst nicht, was du deinem Bruder zum Geburtstag schenken sollst?
Du merkst, wie gut es tut, sich einfach die Seele leer zu schreiben.
Einfach schreiben, ohne Wertung, ohne Achtung auf Grammatik, Stil oder mit einem Plot im Hinterkopf. Dieser Teil des täglichen Schreibens ist wie Meditation, es entspannt ungemein.
Es geht nicht darum, was du schreibst, sondern dass du es tust.
4. Weil tägliches Schreiben dabei hilft, dich zu fokussieren
Schreibe auf, was dich beschäftigt.
Indem du deine Probleme, Ziele und Wünsche schriftlich formulierst, bekommst du sie aus deinem Kopf und kannst dich besser darauf konzentrieren. Es hilft dir, Prioritäten zu finden und zu setzen. Es hilft dir, deine Gedanken zu strukturieren.
Und du bekommst neue Ideen und Lösungsansätze.
5. Weil du dir ein Ziel setzen musst
Das, was du machst, machst du immer mir einem Ziel, aus einer Motivation heraus. Was ist deine Motivation?
Du willst einen Roman schreiben? Dein Ziel ist es, den Roman in einem Jahr in Händen zu halten? Na, dann los!
Du musst heute beginnen, damit du in einem Jahr dein Ziel erreicht hast. Dein Buch schreibt sich schliesslich nicht von alleine – also, fange heute damit an.
6. Weil die »richtige« Zeit nie kommen wird
Du wirst nicht jünger — und die »richtige” Zeit wird nicht kommen. »Irgendwann” wirst du auch nicht mehr Zeit haben, auch »dann, wenn ich ein wenig mehr Zeit habe” wirst du es nicht tun.
Denn du hast immer irgendwas zu tun, und sei es nur, Katzenvideos auf Youtube zu gucken.
7. Weil du glaubst, dass du das alles besser kannst
Sind wir ehrlich: Du hast bestimmt schon Bücher gelesen, bei denen du gedacht hast: »Das kann ich besser!”
Aber: Drüber reden ist immer einfacher als schliesslich auch etwas machen. Beweise, dass du es besser kannst. Beweise, dass du etwas tust.
Dazu musst du mit dem Schreiben beginnen. Heute. Jetzt.
Du willst noch leben, irgendwann?
Doch wenn nicht heute, wann denn dann?
Denn irgendwann ist auch ein Traum zu lange her.
Kein Weg zurück, Wolfsheim