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Danke Stefanie Sargnagel, https://twitter.com/stefansargnagel
(…) »Statt es für möglich zu halten, dass in Zukunft weniger Energie erzeugt und verbraucht wird , weil es zum Beispiel keine Autos und Flugzeuge mehr gibt, werden um zwei Generationen zu spät gekommene Techno-Helden wie Elon Musk glühend verehrt, hofiert und mit Geld zugeschissen, obwohl sie nichts anderes zu bieten haben als die Mobilitätsutopien der 1950er Jahre: Raketen, Autos und Hyperloops, alles Dinge, mit deren Hilfe man rasend schnell irgendwo hin kommen soll, ohne dass auch nur einmal die Frage gestellt wurde, was man da denn soll. Diese Zukunft ist höchst antiquiert und erzählt eigentlich nur eine Geschichte vom Verlust der sozialen und moralischen Intelligenz im 21. Jahrhundert.«
Welzer, Harald: Nachruf auf mich selbst. Die Kultur des Aufhörens; S. Fischer, Frankfurt am Main 2021
In diesem Fall geht es um die Frage “Wer ist Erhard Wagner?”. Hat jemand Erhard Wagner vielleicht persönlich gekannt und kann ihn näher beschreiben? Ist Erhard Wagner heute noch wohnhaft auf dem Heitersberg? Falls er noch lebt, hat jemand Erhard Wagner kürzlich gesehen?
Die Sommergeschichte 1984 aus Italien geht so: Amedeo Modigliani vor 64 Jahren verstorben und der berühmteste Künstler der Lagunenstadt Livorno soll nach einer Legende 1909 vor seiner Rückreise in seine Wahlheimat Paris unvollendete Büsten von Frauenköpfen in den Stadtgraben Fosso Reale entsorgt haben. Offenbar waren die “Freunde des Künstlers” nicht begeistert über seine Werke.
In jenem Sommer 1984 wird eiligst eine Ausstellung über das skulpturale Schaffen des Künstlers im lokalen Museo Civico zusammengestellt, doch es kommen nur gerade vier Ausstellungsstücke zusammen. Die Betrauten für die Ausstellung Vera Durbé (Museo Villa Maria) und ihr Bruder erinnern sich an die Geschichte von den verlorenen Kunstwerken im Wassergraben vor ihrer Haustüre. Und so bestellt man Bagger und Bauarbeiter ein um den Fosso auszuheben und dem Gerücht auf den Grund zu gehen.
Eines der ältesten je entdeckten Kunstwerke überhaupt ist die vor ca. 35’000-40’000 Jahren geschnitzte Löwenmensch-Figur aus Elfenbein. Sie stellt eine menschliche Figur mit Löwenkopf dar. Die Figur ist ein eindrucksvoller Zeuge der geistigen Vorstellungswelt unserer Vorfahren aus der letzten Eiszeit. Offenbar war die Maske und damit die Verwandlung in der Vorstellungswelt eines anderen Wesens, das eingehen in der Masse und hier die Verschmelzung mit der wilden Bestie des Löwen bereits für die Menschen in der prähistorischen Kultur von vor vierzigtausend Jahren wichtig. Dazu hier ein paar ev. nützliche und weniger oder mehr zutreffende Gedanken und Zitate.
Die Künstlerin und Buchautorin Eleanor Davis zeichnet ein solches Mischwesen in ihrem empfehlenswerten Buch namens “Why Art?” (erschienen 2018 bei Fantagraphic Books):