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Neue Zürcher Zeitung LEBENSARTFaites vos jeux
Kurzweilige Kartenspiele für die Ferien oder lange Sommerabende
tom. Kartenspiele sind Ferienspiele, für Reisen besonders geeignet, weil die kleinen
Schachteln wenig Platz im Gepäck benötigen und die Partien von kurzer Dauer sind, so
dass man die Spiele selbst im Zugabteil oder bei Wartezeiten am Flughafen gerne
hervorholt. Aus den zahlreichen Neuerscheinungen haben wir vier besonders empfehlenswerte
Kartenspiele herausgepickt.
«David & Goliath» ist ein einfaches, aber höchst pfiffiges Stichspiel, das auf der Nominierungsliste für das «Spiel des Jahres» steht. Taktisch geschickt eingesetzt, bringen sowohl niedrige (David-) wie hohe (Goliath-)Karten Vorteile. Ein Spieler spielt eine Farbe aus, welche die anderen reihum wie beim Jassen bedienen müssen. Wer nicht bedienen kann, darf eine beliebige Farbe ausspielen. Trumpf gibt es nicht. Der Spieler, der, unabhängig von der Farbe, die niedrigste Karte gespielt hat, bekommt die höchste Karte als Gewinn. Den Stich mit den restlichen Karten erhält, wer die höchste Karte gespielt hat. Der Witz des Spiels liegt in der Abrechnung. Hat man von einer Farbe mehr als zwei Karten, erhält man pro Karte einen Punkt. Bei nur einer oder zwei Karten einer Farbe erhält man jedoch den wesentlich höheren Kartenwert als Punkte gutgeschrieben.
«Der dreizehnte Holzwurm» erinnert vom Mechanismus her an «6 nimmt». Jeder Spieler bekommt Holzwurm-Karten, die er an Reihen, die auf dem Tisch liegen, anlegen muss. Dabei gilt es zu beachten, dass der Zahlenwert der ausgespielten Karte höher sein muss als die Anzahl der Karten, die in der Reihe liegen. Ist dies nicht der Fall, müssen sämtliche Karten der Reihe auf die Hand genommen werden. Das Spiel endet, entweder, wenn ein Spieler alle Karten seiner Hand ablegen konnte oder jemand die letzte Karte eines «Schicksalsstapels» nehmen musste. Wer alle Karten ablegen konnte, erhält Bonuspunkte. Die anderen Spieler verrechnen die Punkte ihrer verbliebenen Handkarten. Gerade Kartenwerte zählen als Pluspunkte, ungerade als Minuspunkte.
«Dumm gelaufen» ist ein Ärger-Spiel zum Verrückt-Werden. Es funktioniert nach dem Gesetz von Murphy, wonach alles, was schiefgehen kann, auch schiefgeht. Jeder Spieler muss versuchen, eine individuelle Aufgabe zu erfüllen und eine Anzahl Karten bestimmter Farben oder Werte zu sammeln. Meistens ist die Mühe jedoch umsonst; kurz bevor man seine Aufgabe erfüllt hat, war ein Gegner erfolgreicher. Dann gibt es eine neue Aufgabe, und alles beginnt von vorn. Die Gegner pfuschen einem dabei gehörig ins Handwerk, klauen Karten, drehen einem schwierige Aufgaben an oder schnappen einem die für den Sieg notwendige Karte unmittelbar vor der Nase weg.
«Elements» ist ein anspruchsvolles Bluff-Spiel. Pokerfaces werden daran ihren Spass haben. Fünf Kartenfarben entsprechen den Elementen Feuer, Erde, Wasser, Luft und Feuerluft. Mit dem verdeckten Legen von Karten versuchen die Spieler zunächst, die Reihenfolge der Stärke der Elemente zugunsten ihrer Handkarten zu beeinflussen. Später kämpfen alle um «Punktekarten», indem sie wie beim Pokern möglichst wertvolle Kartenkombinationen ablegen. Mehrere Spieler streiten dabei oft verbissen um dieselbe Punktekarte, während man andere Punktekarten ohne Aufwand erhält. Bluffen ist Trumpf. Die Entscheidung, ob man Karten für die Festlegung der Farbenstärke opfert oder für starke Kombinationen aufhebt, ist zudem nicht immer einfach.
«David & Goliath» von Reinhard Staupe, Verlag: Berliner Spielkarten, 3 bis 6 Spieler ab 8 Jahren, Spieldauer: etwa 20 Minuten, Preis: etwa 17 Fr.; «Der dreizehnte Holzwurm» von Wolfgang Kramer und Michael Kiesling, Verlag: Queen Games, 2 bis 6 Spieler ab 8 Jahren, Dauer: 30 bis 50 Minuten, Preis: etwa 12 Fr.; «Dumm gelaufen» von Hajo Bücken und Dirk Hanneforth, Verlag: F. X. Schmid, 2 bis 6 Spieler ab 10 Jahren, Dauer: etwa 30 Minuten, Preis: etwa 20 Fr.; «Elements» von Marcel-André Casasola Merkle, Verlag: Adlung Spiele, 3 bis 5 Spieler ab 12 Jahren, Dauer: 30 Minuten, Preis: etwa 12 Fr.
Mit freundlicher Genehmigung des Autors Thomas Felber im toy-net.ch. - Weitere Spielebesprechungen -
© 1998 - Felsberger S & A Spiel & Art AG, Leimatstrasse 32, CH-9000 St. Gallen. Update: 08.03.1999