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Asterix‘ bester Freund heisst Obelix. Und das ist pure Ironie: Obelix kommt von Obelisk, jener steinernen Spitzsäule der alten Ägypter. Was Obelix dagegen aus seinem Steinbruch haut, gleicht viel eher den rohen Menhiren der Bretagne, und die Korpulenz des Steinhauers hat mit den schlanken Obelisken auch herzlich wenig zu tun.
Ein Obelisk wurde von Hunderten von Arbeitern mit Steinkugeln aus dem kostbaren Rosengranit der Steinbrüche von Assuan geschlagen. In der Vorstellungswelt der alten Ägypter ist er eine Verbindung zwischen Mensch und den Göttern. Die ältesten Obelisken stammen aus der Zeit um 2300 vor Christus, als der altägyptische Pharao Teti II zwei damals noch glatte, schmucklose Granitsäulen vor dem Tempel des Sonnengottes Re aufstellen liess. Nur die Spitze war vergoldet und reflektierte das göttliche Sonnenlicht. Später erhielten die immer paarweise gesetzten Obelisken, deren Gewicht ohne weiteres 200 bis 500 Tonnen betragen konnte, aufwändige, senkrecht verlaufende Hieroglyphenbänder.
Die imposanten Säulen waren seit jeher beliebte Souvenirs der jeweiligen Machthaber. Ägyptische Obelisken stehen in Rom, London, New York. Vor dem Tempel Ramses II in Luxor steht nur noch eine einsame Spitzsäule, ihr Gegenstück, offiziell ein Geschenk Ägyptens, liess der französische König Louis Philippe an der Place de la Concorde in Paris aufstellen.
Nur ein Obelisk, der grösste aller Zeiten, liess sich nie von der Stelle bewegen: Er wiegt bis zu 1200 Tonnen, ist 42 Meter lang und liegt noch immer im Steinbruch von Assuan. Als sich herausstellte, dass ein Riss im Stein die Säule würde brechen lassen, wurde er, erst halb vollendet, aufgegeben.