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An der diesjährigen Agrama werden die neusten Hilfsmittel der Agrartechnik vorgestellt. Doch hinter jeder Maschine und jedem Gerät steckt ein Stück Geschichte. Einige der Anfänge zeigen wir in dieser Aufzählung.
Die ersten Pflüge wurden mit dem aufkommenden Ackerbau in der Jungsteinzeit entwickelt. Eine frühe Form stellte der Hakenpflug mit einer Deichsel und einem Pflugbaum mit Pflugschar dar, der aus einem Stück Holz bestand. Nachteil: Die hölzerne Pflugspitze nutzte sich im Boden schnell ab und war nicht abnehmbar. Im Hochmittelalter entwickelte man den Wendepflug mit einem angewinkelten Streichblech hinter dem Schar. Er riss nicht nur Rinnen, sondern warf die Erde zur Seite. Angetrieben wurde der Pflug mit Ochsen oder Pferden. Heutige Pfluge haben bis zu 21 Schare.
Die ersten Güllefässer waren aus Holz gebaut, sie wurden mit Pferden oder Ochsen gezogen. Dabei floss die Gülle einfach durch ein Verteilrohr. Heute gibt es Vakuumfässer und Pumpfässer aus Metall und Kunststoff. Bei diesen wird die Gülle über die Zapfwelle des Traktors mit Druck ausgebracht. In den letzten Jahren ist vor allem die bodennahe Ausbringtechnik wie z. B. der Schleppschlauchverteiler im Trend.
Andrew Meikle, ein Maschinenbauingenieur aus Schottland, erfindet 1786 die erste Dreschmaschine. Die Dreschmaschinen waren schwer und wurden stationär von Pferden angetrieben. Man musste die Ähren von Hand hineingeben. Die Maschine löste lediglich die Körner heraus. Mähen konnte sie noch nicht. Später wurden die stationären Dreschmaschinen auch mit Dampfmaschinen wie der Lanz-Lokomobile angetrieben.
Die erste Mähmaschine zur Ernte von Getreide wurde 1826 vom schottischen Pfarrer Patrick Bell gebaut. Sie verfügte bereits über eine Haspel und bewegte Messer, die nach dem Prinzip einer Schere arbeiteten. 1831 baute Cyrus Hall McCormick eine Getreidemähmaschine, die er 1834 zum Patent anmeldete.
Aus der Kombination von Mähmaschine und fahrbarer Dreschmaschine entstanden die ebenfalls mobilen Mähdrescher. Bereits 1834 führten Hiram Moore und James Hascall in Michigan eine Maschine vor, die sowohl mähen und dreschen als auch reinigen konnte. Deren Arbeitsbreite betrug 4,6 Meter. 1836 wurde die Maschine patentiert. Bis zu 40 Maultiere oder Pferde waren erforderlich, um diese Maschinen zu ziehen.
Die Dresch- und Reinigungsorgane wurden über eines der Räder angetrieben. George Stockton Berry baute 1886 den ersten selbstfahrenden Mähdrescher, der von einer Dampfmaschine angetrieben wurde. Der Kessel wurde mit dem ausgedroschenen Stroh befeuert und versorgte auch den separaten Antrieb der Dreschorgane mit Dampf. In den 1950er-Jahren kamen dann die selbstfahrenden Mähdrescher wie man sie heute kennt auf den Markt.
Die Entwicklung des ersten Schleuderroders (auch Kartoffelhexe genannt) erfolgte durch
die Briten Hanson und Coleman 1852.
Ein Schar hebt den Kartoffeldamm leicht an. Anschliessend schleudert ein Schleuderstern die Kartoffeln und Knollen zur Seite. Es konnte ein Auffangkorb angebracht werden. Der Schleuderstern wird von den Rädern des Roders über ein Winkelgetriebe angetrieben. Bei späteren Ausführungen, wo Traktoren die Roder ziehen, erfolgt der Antrieb durch die Zapfwelle.
Heute dominiert die Form des Siebroders, welcher den Damm auf ein Sieb anhebt, damit die Erde abgesiebt wird. Man spricht auch von einem Kartoffelvollernter, der selbstfahrend ist oder von einem Traktor gezogen wird.
Abgesehen vom Melkröhrchenapparat versuchten findige Leute in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts anfänglich mit mechanischen Apparaten (Druckplatten) das Handmelken nachzuahmen. Aussichtsreicher war die Anwendung des Vakuumprinzips – also die Nach-
ahmung des saugenden Kalbes – vor allem als 1895 der Pulsator mit pulsierendem Vakuum erfunden wurde.
Erst das Saugprinzip mit Zweiraummelkbecher und unterbrochenem Vakuum (Pulsator) schaffte in den 1920er Jahren den Durchbruch. Auch in der Schweiz erprobten fortschrittliche Landwirte das Maschinenmelken; bis Ende der 1920er-Jahre waren jedoch erst rund 50 Melkanlagen in Betrieb. (Im Bild sieht man eine Druckplattenmelkmaschine von Dalén.)
Die ersten Traktoren wurden zirka 1885 gebaut. Sie waren dampfbetrieben und erinnerten an Lokomotiven, nur ohne Schienen.
1892 konstruierte ein amerikanischer Schmied namens John Froehlich den ersten Traktor, der Petroleum als Brennstoff verwendete. Er benutzte ihn, um Dreschmaschinen anzutreiben. Nach der Fertigstellung des 16-PS-Traktors brachten die beiden Konstrukteure ihre Maschine nach Langford, South Dakota, wo sie sie an eine Dreschmaschine ankoppelten. Innerhalb von 52 Tagen konnten sie damit 72 00 Scheffel (ca. 2160 Tonnen) Getreide dreschen. 1893 gründete Froehlich die «Waterloo Gasoline Traction Engine Company». Die Firma verkaufte er 1918 an «Deere & Company».
Die ersten Traktoren waren extrem schwer. Dies gab Probleme, da die Räder sich im Schlamm festfuhren oder weil sie den Boden übermässig verdichteten. 1904 baute dann der Amerikaner Benjamin Holt einen Traktor, der anstelle der Räder Gurte hatte. So wurde das Gewicht des Traktors auf eine grössere Fläche verteilt. Benjamin Holt nannte die Gurte Raupenbeine – auf Englisch «Caterpillar Tracks» – und diesen Namen verwendete er später für das von ihm gegründete Unternehmen.
Ab den 1930er-Jahren hielt der Dieselmotor Einzug bei den Traktoren.
Jasmine Baumann
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Patrik Wägeli, Meisterlandwirt und Marathonläufer, will in seinen beiden Disziplinen ganz vorne dabei sein. In der Landwirtschaft mit Top-Erträgen und im Laufsport mit Spitzenzeiten. Momentan trainiert er für einen Startplatz an den Olympischen Spielen 2020 in Tokyo.