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<h2>SubmittedText<h2><p>Im Rahmen des Fachkräftemangels wurde schon mehrfach geäussert, dass die Hochschulen einerseits beispielsweise zu wenig Ingenieure, Mediziner, Informatiker und andere Natur- und Technikwissenschafter ausbilden, andererseits überlaufen Studiengänge in den Bereichen Sozial- und Geisteswissenschaften. Die Frage ist, wie der Inflation von diesen Studiengängen begegnet werden kann und die Hochschulen wieder für die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes Studienabgänger hervorbringen können. Es muss uns kümmern, was mit den Tausenden Studienabgängern beispielsweise in Psychologie, Ethnologie, Soziologie, Geschichte, Kultur- und Kunstwissenschaften passiert und ob überhaupt eine Nachfrage nach solchen Akademikern in der Privatwirtschaft besteht. Es scheint auch aus Sicht der Studenten ungerecht zu sein, wenn Massen-Studiengänge betrieben werden, welche später keine oder nur begrenzte Anstellungsmöglichkeiten bieten. Der Bundesrat wird diesbezüglich aufgefordert, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Ist es richtig, dass die meisten Absolventen der Sozial- und Geisteswissenschaften in staatlichen oder staatsnahen Institutionen eine Anstellung finden? Er wird gebeten, diesbezügliche Zahlen zu liefern.</p><p>2. Welche konkreten Anstellungen gibt es für solche Absolventen in der Privatwirtschaft? Welcher Anteil dieser Absolventen findet in der Privatwirtschaft eine Anstellung?</p><p>3. In welchen Branchen und für welche Tätigkeiten werden Absolventen und Doktoren der Geistes- und Sozialwissenschaften später angestellt?</p><p>4. Wie hoch ist die Arbeitslosen- und Sozialhilfequote von Studienabgängern und Doktoren dieser Bereiche?</p><p>5. Kann er sich vorstellen, Massnahmen zu ergreifen, um über den Schweizerischen Nationalfonds einen reduzierenden Einfluss auf die Anzahl Studierenden in diesen Bereichen geltend zu machen? Wenn nein, warum nicht?</p><p>6. Ist er bereit, im Rahmen der Hochschulkonferenz bei den Kantonen mit diesem Anliegen vorstellig zu werden? Wenn nein, warum nicht?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Gemäss BFS war im Jahr 2013 ein Jahr nach Master-Abschluss mit 61 Prozent die Mehrheit der Absolventinnen und Absolventen der Sozial- und Geisteswissenschaften im öffentlichen Dienst angestellt. Dies liegt über dem Durchschnitt für alle Fachrichtungen (51 Prozent), deckt sich aber ungefähr mit dem Anteil der exakten und Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftlern, die im öffentlichen Dienst tätig sind (60 Prozent).</p><p>2. Gemäss BFS arbeiten 39 Prozent der Absolventinnen und Absolventen der Sozial- und Geisteswissenschaften ein Jahr nach Masterabschluss in der Privatwirtschaft. Die Studiengänge an universitären Hochschulen vermitteln wissenschaftliches Grundwissen und Kompetenzen, die in sehr verschiedenen Bereichen und Branchen der Privatwirtschaft nachgefragt sind, wie z. B. im Bereich der Medien, des Marketings, der Kommunikation, in Banken oder in Verbänden.</p><p>3. Gemäss BFS arbeiten die Absolventinnen und Absolventen der Sozial- und Geisteswissenschaften ein Jahr nach Master-Abschluss hauptsächlich in folgenden Branchen: Erziehung und Unterricht (31 Prozent), Gesundheits- und Sozialwesen (14 Prozent), öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung (11 Prozent).</p><p>4. Gemäss BFS waren 2013 fünf Jahre nach Abschluss 2,8 Prozent der Absolventinnen und Absolventen der Geistes- und Sozialwissenschaften auf Master-Stufe und 0,5 Prozent auf Doktoratsstufe erwerbslos im Sinne der ILO-Definition. Auf der Master-Stufe liegt die Erwerbslosenquote damit leicht über dem Durchschnitt aller Fachrichtungen (2,3 Prozent), auf der Doktoratsstufe liegt sie deutlich darunter (1,4 Prozent). Die Erwerbslosenquote für die Gesamtbevölkerung in der Schweiz lag gemäss ILO im Jahr 2013 mit 4,4 Prozent deutlich über diesen Werten. Entsprechende Zahlen zur registrierten Arbeitslosigkeit gemäss Seco sowie zum Sozialhilfebezug lassen sich nicht ermitteln, da die Fachrichtung des Hochschulabschlusses in der Arbeitsmarktstatistik des Seco und in der Sozialhilfestatistik des BFS nicht erfasst werden.</p><p>5. Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) fördert im Auftrag des Bundes die Forschung und den wissenschaftlichen Nachwuchs in allen Gebieten der Wissenschaft. Der SNF hat keinen Einfluss auf die Studienangebote und Studierendenzahlen an den Hochschulen. Die Anzahl Fakultäten, Studienplätze und -angebote wird von den kantonalen Trägerschaften bzw. ihren Hochschulen im Rahmen ihrer Hochschulautonomie definiert.</p><p>6. Wie bereits dargelegt, bestehen zurzeit keine Anhaltspunkte, dass Absolventinnen und Absolventen der Sozial- und Geisteswissenschaften in unserem Land über keine oder nur begrenzte Anstellungsmöglichkeiten verfügen. Im Gegenteil: Die Erwerbslosenquote der Hochschulabgängerinnen und -abgänger dieser Fachrichtungen ist tief, und es bestehen Anstellungsmöglichkeiten sowohl im öffentlichen Dienst als auch in der Privatwirtschaft. Es besteht deshalb für den Bundesrat kein Anlass, dieses Thema in der Schweizerischen Hochschulkonferenz einzubringen.</p>  Antwort des Bundesrates.