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Es begann so:
Maja Weber begann sich daran zu stören, dass von ihr als Jodlerin erwartet wurde, lückenlos im Jodlerchor anwesend zu sein, während andere Mitglieder den Besuch von Singübungen und Auftritten weniger ernst nahmen. Kurzerhand scharte sie einige Bekannte um sich und gemeinsam gründeten sie im Oktober 1993 bewusst die kleine Sängergruppe aus fünf Mitgliedern bestehend. Es wurde nur geprobt und aufgetreten, wenn alle anwesend waren. Matthias Wüthrich als Zweit-Basssänger übernahm zugleich die musikalische Leitung.
Vom Wäber-Chörli…:
1994 trat die Kleinformation dem BKJV und somit auch dem EJV bei. Dafür brauchte das Chörli einen Namen. Als „Jodlerchörli“ wollten sie sich vorerst nicht eingrenzen lassen, um auch für Liedgut aus anderen Richtungen offen zu bleiben. Die zündende Idee hatte ein Mitglied: „Nennen wir uns doch ‚Wäber-Chörli‘, angelehnt an den Nachnamen von Maja; schliesslich war sie die ‚Drahtzieherin‘.“ Nach anfänglichem Zögern willigte auch Maja ein unter der Bedingung, dass sich das Chörli „Wäber-Chörli“ schreibt und nicht ‚Weber‘ wie ihr richtiger Nachname.
…zum Wäber-Chörli Bern:
1995 entschloss sich das junge Chörli zur Teilnahme am Bernisch Kantonalen Jodlerfest in Herzogenbuchsee. Auf dem Anmeldeformular wurde noch eine Ortsangabe verlangt. Wo ist das Wäber-Chörli anzusiedeln? Die Mitglieder wohnten schon damals in verschiedenen Orten des Kantons Bern (Rosshäusern, Worblaufen, Münsingen, Biglen und Gysenstein). Unter diesen Voraussetzungen entschied sich die Gruppe schliesslich für den Namen „Wäber-Chörli Bern“, denn: Es ist ein Chörli aus dem Bernbiet, hat aber mit der Stadt Bern nichts zu tun und somit ist es eben nicht das ‚Wäber-Chörli von Bern‘. Bei derAnmeldung wurde dem damaligen Präsidenten auch mitgeteilt, dass das Wäber-Chörli Bern, um als Gruppe am Jodlerfest auftreten zu können, mindestens sechs Personen gross sein müsse! Um die Teilnahme zu sichern, mussten sie auf die Suche, obwohl gemäss EJV-Statuten eine Formation schon damals ab fünf Mitgliedern als Gruppe galt und das Wäber-Chörli ja so auch in den Verband aufgenommen wurde. Die Suche hat sich aber gelohnt. Sie wurden bald einmal fündig in der Person von Fritz Sterchi aus Gysenstein. Die Teilnahme am ersten Jodlerfest war dann ein voller Erfolg. Das Wäber-Chörli sang sich auf Anhieb in die Höchstklasse (Klasse 1).
Neue Leitung:
Nach 12 erfolgreichen Jahren trat Matthias Wüthrich als Chorleiter und 2. Basssänger zurück. Welches Glück, dass 2006 in Marie-Theres von Gunten die äusserst begabte und erfolgreiche Chorleiterin, Komponistin, Jodlerin und Jurorin von Beatenberg als neue Dirigentin und Mitglied gewonnen werden konnte. Dazu gesellte sich ihr Gatte René von Gunten als starker Bass in die Reihe.
2008 starb Fritz Sterchi am 11. Februar ganz unerwartet – ein tiefer Schlag für seine Familie wie auch für das Chörli. Nach kurzer Suche schloss vom April weg Martin Thurnherr von Oberwil i.S. als heller 2. Tenor und Solist die Lücke.
Zu René im zweiten Bass gesellte sich ab November Ruedi Lempen von Schwarzenburg – heute in Rüschegg – als Verstärkung hinzu.
Allmählich kündigten René vom 2. Bass und Käthi Kunz als zweite Jodlerin ihren längerfristigen Rücktritt an. Es galt sich wieder umzusehen. So stiessen im Januar 2011 Ernst Moor, Heimberg als 2. Bass, im Januar 2012 Bruno Weingart, Herzogenbuchsee als 2. Jodler und im Mai desselben Jahres auch Peter Künzi, heute in Ittigen als 2. Bass zum Chörli, während Ruedi vom zweiten in den 1. Bass wechselte.
Erfolgreiche Zeit:
Einige unbestrittene Höhepunkte erlebte das Chörli neben den regelmässigen, äusserst erfolgreichen Auftritten an Jodlerfesten:
2009 wurde das Chörli vom Swiss Ensemble ENZIAN aus Tokyo nach Japan eingeladen, mit welchen in verschiedenen Städten vier Konzerte gegeben wurden.
2011 im März gestaltete das Wäber-Chörli mit dem Rozhdestvo-Chor aus St. Petersburg in Ittigen ein eindrückliches Konzert.
2011 am 2. Juni fand zusammen mit dem Jodlerchörli Geuensee LU und mit Wolfgang Sieber als Organist in der Stifts- und Pfarrkirche zu St. Leodegar im Hof Luzern die Uraufführung der Jodlermesse ‚Bhüet euch!‘ von Marie-Theres von Gunten statt.
2013 im Oktober feierte das Chörli in der Kirche Köniz sein 20. Jubiläum; dabei stellte es seine erste eigene Doppel-CD ‚20 JahreWäber-Chörli Bärn‘ vor.
2014 und 2016 anlässlich des Yehudi-Menuhin-Festivals Gstaad sangen die beiden Chöre wie drei bzw. fünf Jahre zuvor vor grossem Publikum die Jodlermesse ‚Bhüet euch!‘ in der Kirche Saanen. Welche Ehre für die Wäber-Chörler, unter den Teilnehmenden in diesem hochrangigen Programm sein zu können!
Von Marie-Theres zu Peter:
Neun Jahre leitete Marie-Theres von Gunten von 2006 bis 2014 das Wäber-Chörli sehr erfolgreich mit riesigem Wissen und Können. Jedes Mitglied wurde gefördert in seiner Stimme, Aussprache und Ausdrucksfähigkeit. Entsprechend durfte sie auch etwas von ihnen fordern, was ihr mit einfühlender Geduld gelang.
Peter Künzi, bisher als zweiter Bass im Chörli und auch als stellvertretender Leiter aktiv, konnte zur Freude aller zum neuen Dirigenten gewonnen werden. Als Jodlerin stellte sich Martina Moor, St. Stephan ergänzend für Marie-Theres in die Chörlireihe.
Ein Chörli im Wandel:
2015: Eine Selbstverständlichkeit ist es nicht, dass ein Chörli – bestehend aus neun Individuen aus verschiedenen Regionen des Kantons – so rasch wieder zu einer musikalischen Einheit wird. Diese gilt es zu geniessen und es ist normal, daraus etwas machen zu wollen. Sich mit einigen Liedern an der vom Dirigenten initiierten CD mit lauter eigenen Kompositionen zu beteiligen, galt für alle als Ehrensache und es entstand ein wunderbarer Tonträger daraus: „Fründschaft“.
2016: Wer beim Hobby – dies ist das Singen für alle Wäber-Chörler – seinen grösstmöglichen Einsatz zeigt, tut es in seinem ganzen Lebensbereich. Es gilt jedoch genau darauf zu achten, dass die Balance zwischen Einsatz und Erholung erhalten bleibt, um keinen Schaden zu nehmen. Genau dies ist der Grund, weshalb sich die drei Mitglieder Martina Moor, Bruno Weingart und Martin Thurnherr entschlossen, ihre Ressourcen zu schützen, indem sie auf Ende August (Martina und Bruno) und auf Ende Jahr (Martin) aus dem Chörli austraten.
Maja Weber beschäftigte sich schon längere Zeit mit ihrem Rücktritt aus dem Chörli altershalber. Um im Chörli nun einen nachhaltigen und geregelten Wechsel zu ermöglichen, hat sie sich dazu entschlossen, ebenfalls auf Ende 2016 aus dem Chörli auszutreten.
Dank dem Dirigenten Peter Künzi, der als Kursleiter und Juror viele motivierte und begabte Leute kennt, stimmten sich im Herbst 2016 der Reihe nach Sylvia Wenger aus Burgistein, Sabine Rüegsegger von Sangernboden und die beiden Schwestern aus dem freiburgischen Rechthalten, Céline und Aline Bächler in den Chorklang ein. Welch grosse Herausforderung für die neuen Mitglieder – vor allem aber für den Dirigenten – galt es doch in kurzer Zeit einen Liederstock zu erarbeiten und den Chor zu einer neuen Klangeinheit zu fördern. Dass dies gelungen ist, konnten sich seither nicht wenige Zuhörer überzeugen lassen. Ein grosses „Danke!“ allen für diesen riesigen Einsatz.
2017: Das Jahr des Eidgenössischen Jodlerfests in Brig! Und immer noch die Erarbeitung eines Grundstocks an Liedern… Dazu eine totale Rochade im Vorstand:
Den Weggang der Kassierin (Maja; seit der Gründung) und des Sekretärs (Martin) galt es auszugleichen. Und aus mehr als verständlichen Gründen wollte der Präsident (Ernst Krebs) – seit der Gründung während 23 Jahren dieses Amt innehabend! – dem Vereinsschiffchen frischen Wind in die Segel blasen lassen. Unbezahlbar und unermesslich, was die Bisherigen für das Chörli im Hintergrund geleistet haben – Danke vielmals!
Wieder viel Ehre für das Chörli: Anlässlich der Aargauischen Jubiläumsgottesdienste 500 Jahre Reformation durfte das Wäber-Chörli zusammen mit dem Jodlerklub Zofingen und dem Ländlerquartett André Meier am 10. September 2017 die eigens dafür komponierte Jodelliturgie „Treit wärde“ aus den Federn von Peter Künzi (Musik) und Stephan Haldemann (Texte) uraufführen. Das Schweizer Fernsehen SRF übertrug den Gottesdienst direkt aus der Kirche Zofingen in die Schweizer Stuben.
Leider kündigte Sylvia Wenger wegen einer bevorstehenden Ausbildung ihren Austritt auf Ende 2017 an. Ihr gebührt grosser Dank für die kurze, jedoch sehr intensive Zeit im Chörli!
Welch grosses Glück: Daria Occhini, die junge, begabte Jodlerin aus Ins engagiert sich seit dem Herbst 2017 mit grossem Elan im Wäber-Chörli. Jo ho lo lü o…!