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Ein erheblicher Kostenfaktor für die Schweizer Wirtschaft, der sich auf etwa 3,2 % des BIP beläuft, ist auf die gesunkene Produktivität der Arbeitnehmer, steigende Gesundheitskosten und höhere Sozialausgaben für diejenigen zurückzuführen, die entweder vorübergehend oder dauerhaft arbeitslos sind. Menschen mit psychischen Erkrankungen schneiden auf dem Arbeitsmarkt unterdurchschnittlich ab, obwohl der Schweizer Arbeitsmarkt in guter Verfassung ist und der jüngste Wirtschaftsabschwung kaum Auswirkungen hat: Ihre Beschäftigungsquoten sind niedriger, aber ihre Arbeitslosenquote ist fast dreimal so hoch wie der nationale Durchschnitt. Darüber hinaus weist die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in der Schweiz eine hohe Gesamtquote von Sozialleistungen auf – fast 20 % – mit einer allmählichen Verschiebung hin zu einer größeren Abhängigkeit von Invaliditäts- und Sozialhilfezahlungen in den letzten 15 bis 20 Jahren. Wichtig ist, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen fast 40 % aller neuen Leistungsanträge ausmachen, was sie in allen Leistungsprogrammen, insbesondere in der Invalidenrente, deutlich überrepräsentiert macht. Darüber hinaus kämpfen Menschen mit psychischen Erkrankungen häufig, selbst wenn sie berufstätig sind, was sich in längeren und häufigeren krankheitsbedingten Fehlzeiten als bei Menschen ohne psychische Gesundheitsprobleme zeigt.
Das Schweizer System bietet hervorragende Möglichkeiten, um Probleme am Arbeitsplatz und im Bereich der psychischen Gesundheit anzugehen.
Schweizer Institutionen
Gesundheitsfürsorge, Bildung und Sozialversicherung sind gut finanziert und haben im Allgemeinen positive Ergebnisse. Die Nation hat folgende Stärken: ein Bildungssystem, das über eine Vielzahl wertvoller Instrumente verfügt; ein einfach zu bedienendes psychisches Gesundheitssystem; ein florierender Markt für Arbeitsvermittlung; ein System flexibler sozialer Sicherung, das auch Teilleistungen vorsieht; und ein Arbeitsmarkt, der anpassungsfähig ist und eine schrittweise Rückkehr in den Beruf ermöglicht. Die im internationalen Vergleich hohen Beschäftigungsquoten von Menschen mit psychischen Erkrankungen in der Schweiz hängen mit einigen dieser Stärken zusammen.
Dennoch treiben psychische Erkrankungen die Schweizer Ausgaben für Invaliditäts- und Krankengelder zunehmend voran. Um die Inklusion von Menschen mit psychischen Erkrankungen in den Arbeitsmarkt weiter zu verbessern und ihre Abhängigkeit von Sozialleistungen zu verringern, müssen Schlupflöcher im System beseitigt, Ressourcen umverteilt und die Anreize der beteiligten Akteure gestärkt werden.
Fazit
Viele Interessengruppen sind an der Beschäftigungsproblematik beteiligt, und Fragen der psychischen Gesundheit verschärfen das Problem. Erstens haben die 26 hochgradig autonomen Kantone erhebliche politische Entscheidungs- und Umsetzungskompetenzen. In der Schweiz gibt es viele Unterschiede in Bezug auf Politik, Verhalten und Ergebnisse, nicht zuletzt die Notwendigkeit einer soliden nationalen Kontrolle und Aufsicht. In diesem Zusammenhang können die Kantone viel von guten Praktiken lernen, aber es muss eine strengere Bewertung und Bestandsaufnahme der Aktivitäten erfolgen.
Zweitens kann ein bedeutender privater Sektor – sowohl gewinnorientiert als auch gemeinnützig – mächtig und einflussreich sein. Beispiele für diesen Sektor sind private Anbieter von Leiharbeit und anderen Dienstleistungen sowie private Kranken- und Krankenkassen. Das Ergebnis sind erhebliche Unterschiede in der Servicequalität und -verfügbarkeit, die durch die Tatsache verschärft werden, dass private Märkte von Kanton zu Kanton erheblich variieren können.
Drittens gibt es auch viele Unterschiede im Verhalten der Arbeitgeber, was für die Verwaltung der Rückkehr-an-Arbeits-Strategien und die Prävention von psychischen Erkrankungen von wesentlicher Bedeutung ist. Es gibt nur wenige finanzielle Anreize für Arbeitgeber, bessere Leistungen zu erbringen, und ihre Bedeutung als Schlüsselpartner bei der Bewältigung und Prävention psychischer Erkrankungen wird nur langsam erkannt.