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Nach dem Lukasevangelium kehrt Jesus in ein Haus ein, wo ihm eine Frau namens Martha dient, während ihre Schwester Maria von ihm lernt. Von Martha zur Rede gestellt, ob ihn das nicht kümmere, antwortet Jesus ihr, sie sorge sich, sie sei abgelenkt; Maria habe da das Bessere gewählt (Lk 10,38–42). Die Auslegung dieser Bibelstelle bestimmt bis heute das Gleichgewicht zwischen dem aktiven und kontemplativen Aspekt der Nachfolge Christi.
Im Johannesevangelium kommt Jesus nach Bethanien, um seinen Freund Lazarus wieder zum Leben zu erwecken, und führt mit Martha ein Gespräch, an dessen Ende sie bekennt: „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll“ (Joh 11,27).
Der Legende nach gelangte Martha mit ihren Geschwistern und Maria Magdalena im Jahr 48 nach Südfrankreich, wo sie ein Kloster errichtete, in dem sie bis zu ihrem Tod 30 Jahre später lebte. Die örtliche Überlieferung verbindet mit dieser Legende den Beginn des Christentums in der Provence.
Eine andere provençalische Legende erzählt, dass Martha einen Drachen namens Tarasque mit einem Kreuz und Weihwasser oder Weihrauch unschädlich machte und an ihrem Gürtel wie an einer Leine mit sich führte. Die Stadt Tarascon feiert in dieser Legende ihren Ursprung und verehrt in der Kirche Sainte-Marthe bis heute ihre Reliquien.
In Amerika geben Marthafiguren hinter der Theke häufig einen dezenten Hinweis auf ordentliches Trinkgeld.
Darstellung: mit Kochlöffel, Schlüsselbund, Salbgefäß, Weihwasserkessel und Drachen
Patronin: der Hausfrauen, Kellnerinnen, Köchinnen, Arbeiterinnen, Wäscherinnen, Hausangestellten, Hotelbesitzer, Bildhauer und Maler, Helferin der Sterbenden
Gebet zur Heiligen Martha
Bei dem Martha-Gebet handelt es sich um ein sehr kraftvolles Gebet. Das Gebet dringt bis in die höchsten Ebenen, bis zu Gott hin. Jesus sagte zu Martha: „Jedes von Herzen kommende Gebet, das Menschen zu dir sprechen, werde ich persönlich erfüllen“.
Die Martha, zu der man betet, lebte zur Zeit Jesu und war die Schwester von Lazarus und Maria Magdalena. Der Name Martha ist ein aramäischer weiblicher Vorname mit der Bedeutung „die Herrin“, „ die Gebieterin“ und „sie ist rebellisch“. Zur heiligen Martha betet man an 9 aufeinanderfolgenden Dienstagen. Während man betet, soll eine geweihte Kerze brennen. Man kann für eigene Anliegen beten, für andere beten und für die ganze Welt beten. Um was man auch bittet, es wird einem vor Ende dieser 9 Dienstage geschenkt werden, egal wie schwierig es auch sein mag.
Hat man weitere Anliegen und befindet sich mit anderen Bitten in dem 9 Wochen-Zyklus, so kann man jederzeit mit dem neuen Anliegen beginnen. Dann muss man aber wieder die 9 Dienstage einhalten. Man kann auch mehrere bzw. so viele Anliegen wie man auf dem Herzen hat in einem Zyklus einbringen:
Oh Heilige Martha, du Wunderbare.
Ich nehme Zuflucht zu deiner Hilfe.
Mich ganz auf dich verlassend,
dass du mir in meinen Nöten helfen
und in meinen Prüfungen beistehen wirst.
Zum Dank dafür verspreche ich dir,
dieses Gebet überall zu verbreiten.
Bei der grossen Freude, welche dein Herz erfüllte,
als du in deinem Heim in Bethanien
den Heiland der Welt beherbergtest,
flehe ich zu dir um Fürbitte für mich und meine Familie,
dass wir unseren lieben Vater in unserem Herzen bewahren
und also das Heilmittel unserer Bedürftigkeit zu erlangen verdienen.
Vor allen bei dieser Sorge, die mich gegenwärtig bedrückt …
(hier das Anliegen nennen)
Ich flehe dich an, du Helferin in aller Not.
Bitte besiege die Schwierigkeiten
so wie du den Drachen besiegtest,
bis er zu deinen Füssen lag.
Amen
Im Anschluss an das Martha-Gebet beten wir:
ein “Vaterunser”,
ein „Ave Maria“,
ein “Ehre sei dem Vater”
drei mal “Heilige Martha, bitte für uns”