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Magelhaensstraße,
die nach ihrem Entdecker (1520) benannte Straße, welche den südlichsten Teil Südamerikas von dem Feuerland-Archipel scheidet. Ihre Länge beträgt von dem östlichen Eingang zwischen den Kaps de las Virgines und Espirito Santo bis zu dem westlichen zwischen den Kaps Pillar und Victory gegen 600 km; die Breite [* 2] wechselt gewöhnlich zwischen 20 und 30 km. Der östliche, breiteste Teil hat die Richtung erst gegen SW., später gegen S.; der westliche, viel schmälere Teil wendet sich nach ¶
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NW. In beiden Teilen ist die Bildung der Ufer ganz abweichend. Der erstere hat zu beiden Seiten ebenes und welliges Land, waldlose Grassteppen, der westliche ist von steilen, mit dichten Wäldern bedeckten Bergen [* 4] begrenzt; die Strömung ist hier viel heftiger und unregelmäßiger als im Ostteil, die Beschiffung dazu durch die überwiegenden Westwinde erschwert, aber die Ufer sind reich an schönen Häfen, die im O. viel sparsamer sich finden. Für den Verkehr ist diese Straße von großer Bedeutung. Im 16. Jahrh. wurde sie, als der einzige bekannte Weg aus dem Atlantischen in den Stillen Ozean, stark besucht, bis die Schwierigkeit, sie gegen W. hin zu durchfahren, nach der Entdeckung des Kaps Horn den Weg um die Südspitze des Feuerlandes so in Aufnahme brachte, daß sie nur noch wenig benutzt wurde.
Erst in diesem Jahrhundert hat die Einführung der Dampfschiffe, die vom Wind unabhängig sind, sie wieder belebt, und jetzt wird sie von solchen viel befahren. Die Herrschaft über die Uferlandschaften beansprucht die Republik Chile, [* 5] welche daselbst eine kleine Niederlassung, Punta Arenas, vorwiegend als Deportationsort angelegt hat, die jedoch trotz der daselbst entdeckten Steinkohlenlager nicht recht gedeiht.
Vgl. Kohl, Geschichte der Entdeckungsreisen und Schiffahrten
zur
Magelhaensstraße (Berl. 1877);
Miller, The straits of Magellan (Portsm. 1884).