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Wie man einer Meldung des Literaturcafés entnehmen kann, hat ein italienischer Autor einen Roman vollständig auf einem Handy eingetippt.
Der Italiener Roberto Bernocco hat die 368 Taschenbuchseiten seines Romans »Compagni di viaggio« (Reisegefährten) ausschließlich auf seinem Nokia-Handy eingetippt. Bernocco nutze hierfür die Zeit, die er auf dem Weg zur Arbeit im Zug verbrachte. In 17 Wochen war sein Science-Fiction-Roman fertig getippt. Das Werk ist in normalem Italienisch geschrieben, ist also kein Roman im SMS-Stil oder verwendet gar die üblichen SMS-Kürzel.
Das Buch hat der Autor im Selbstverlag auf lulu.com herausgebracht. Die Frage ist natürlich, ob der Autor lediglich den Text eingetippt hat mit dem Handy und ihn dann überarbeitet hat, wie dies ein guter Autor tun wird, oder ob er einfach den ersten Handy-Entwurf hat stehen lassen. Nach meinen zugegebenermassen nicht sehr umfangreichen Recherchen ist Bernocco offenbar der erste, der einen Roman auf dem Handy eingetippt hat. Über die Qualität dieses Produkts ist damit aber natürlich nichts ausgesagt, die Frage ist auch, ob das überhaupt stimmt. Aus meiner Sicht ist dieser Text auch eher linguistisch als poetisch interessant. So könnte man etwa untersuchen, ob die Satzstrukturen die gleichen, wie wenn ein Autor einen Laptop benutzt.
Was aus meiner Sicht wesentlich interessanter ist, sind die Romane die speziell für die Lektüre auf einem Handy geschrieben worden sind. Sei dies etwa ein Roman, der aus einer Aneinanderreihung von SMS besteht, also ein traditioneller Roman, der diese SMS-Form wählt, wie Goethe in seinem Werther die Briefform gewählt hat. Interessant sind auch Romane, die speziell für die Lektüre auf Handys geschrieben oder nachher gesetzt worden sind, letzteres ist in Japan der grosse Renner. Ich habe mich auf der Seite von goma-books umgesehen, aber leider habe ich nicht eben viel verstanden. Auf dieser Seite kann man erfahren, dass in der ersten Hälfte von 2007 vom Roman The Red Thread bereits mehr als 1 Million digitale Kopien verkauft worden sind.