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Zürich, 25. Oktober 2021 – Die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hiess am 22.Oktober den elfjährigen Tiger Tsezar nach einer dreitägigen Anreise aus der Ukraine in ihrem FELIDA Grosskatzenschutzzentrum in den Niederlanden willkommen. Die ukranischen Behörden konfiszierten ihn zusammen mit fünf anderen Tigern Anfang 2020, nachdem sie die Tiere hungernd in einem verlassenen Privatclub gefunden hatten. Dort wurden die Tiger jahrelang zu Unterhaltungszwecken sowie für den kommerziellen Handel missbraucht. Tsezar wurde vorübergehend in einem Wildtierschutzzentrum in Kiev untergebracht. Nachdem der Platz jedoch langfristig nicht ausreicht, bot VIER PFOTEN an, Tsezar in sein neues artgemässes Zuhause nach FELIDA zu überstellen.
In der Ukraine tritt ab November 2021 eine Erweiterung des Tierschutzgesetzes in Kraft, die den Einsatz von bestimmten Wildtierarten für Unterhaltungszwecke verbietet. Um Wildtiere umfangreich zu schützen, fordert VIER PFOTEN die ukrainische Regierung auf, auch die Zucht sowie den Handel von Wildtieren zu kontrollieren und Wildtiere im Zirkus zu verbieten.
Tsezar wurde in der Vergangenheit mit einer Tigerin, die vermutlich seine Schwester war, zur intensiven Zucht verwendet. Sie erlebte den Transfer nach FELIDA nicht mehr.
«Ihre Jungen, die unter grausamen Umständen gezüchtet wurden, wurden von Hand aufgezogen, um sie leichter verkaufen zu können. Diese Tierquälerei hat nur geendet, nachdem der Besitzer die Tiere einfach zurückgelassen hat und Tierschützer die Behörden darauf aufmerksam machten. Dass es für ihn keine Konsequenzen gab, ist inakzeptabel. Wir fordern die ukrainischen Behörden auf, solche Grausamkeiten vorzubeugen, indem sie umfassende und strenge gesetzliche Vorschriften zum Schutz von Wildtiere einführen.»
Barbara van Genne, verantwortlich für Wildtierrettungen bei VIER PFOTEN
Vor seiner Rettung lebte Tsezar in einem winzigen 10m² Käfig, der über einem Fluss lag und regelmässig mit schlammigem Wasser überschwemmt wurde. Die sechs Tiger in dem Privatclub wurden mit Fischabfällen gefüttert und hatten kaum Zugang zu sauberem Trinkasser. Nach der rund 2‘000 Kilometer langen Reise von Kiev in die Niederlande, kümmert sich nun das erfahrene Team im FELIDA Grosskatzenschutzzentrum um Tsezars weitere Genesung.
Tiger werden in Europa und dem Grossteil der Welt gezüchtet und kommerziell gehandelt
«Tsezar ist ein einzelner Tiger, der eine zweite Chance auf ein artgemässes Leben bekommen hat. Wir freuen uns, dass wir ihm das ermöglichen können, aber wir müssen auch auf den grösseren Zusammenhang aufmerksam machen: Etwa 1‘600 Tiger leben allein in Europa in Gefangenschaft, während es in freier Wildbahn nur noch noch rund 3'900 Tiger gibt. Wir erkennen Misstände, retten Tiere in Not, wie Tsezar und beschützen sie. Langfristig können wir diese Grausamkeiten aber nur beenden, wenn sich auch die Regierungen weltweit für ein Verbot des kommerziellen Handels mit Grosskatzen und ihren Körperteilen stark machen.»
Josef Pfabigan, VIER PFOTEN Vorstandsvorsitzender
Trotz positiver Entwicklungen bei Wildtierschutzgesetzen in und ausserhalb Europas, auch in der Ukraine, werden weltweit noch immer viele Tiger und andere Wildtiere in privaten Hinterhöfen gehalten und gezüchtet, und in Zirkussen oder für Fotomöglichkeiten ausgebeutet. Die Tiere werden für ihre Körperteile, ihre Haut und Knochen, als Haustiere und zur Unterhaltung von Menschen missbraucht.
Ein Zuhause für traumatisierte Grosskatzen
Das FELIDA Grosskatzenschutzzentrum in den Niederlanden ist eines der Tierschutzzentren für gerettete Wildtiere, die VIER PFOTEN weltweit führt. Es fungiert als spezielles Pflegezentrum für körperlich und geistig traumatisierte Grosskatzen. Die Grosskatzen, die sich von ihrer Vergangenheit erholen, können in das LIONSROCK Grosskatzen-Schutzzentrum in Südafrika gebracht werden. Andere brauchen eine lebenslange Spezialpflege und bleiben dauerhaft in FELIDA. Mit Neuankömmling Tsezar bietet FELIDA aktuell acht Löwen und zwei Tigern ein artgemässes Zuhause.
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VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in elf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. www.vier-pfoten.org