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Albrecht von Haller
* 16. Oktober 1708 in Bern; † 12. Dezember 1777 ebenda
Albrecht Haller, ein Schweizer Mediziner, Botaniker und Wissenschaftspublizist in der Zeit der Aufklärung, ist am 16. Oktober 1708 in Bern geboren. In Tübingen und in Leiden, hier unter Herman Boerhaave, studiert Haller Medizin und reist nach seiner Promotion nach London und Paris, um seine anatomischen und chirurgischen Kenntnisse zu vertiefen. In die höhere Mathematik führt ihn in Basel Johannes Bernoulli ein. In Bern wird er praktischer Arzt. 1732 macht er sich mit Schweizer Gedichten einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Albrecht Haller ist von 1736 bis 1753 Professor für Anatomie, Botanik und Chirurgie an der Universität Göttingen. Er entwickelt sich zu einem bedeutenden Botaniker und publiziert 1742 ein Werk zur Schweizer Flora. Seine Auffassungen zur Nomenklatur der Flora sind konträr zu denen von Linné. Hallers Hauptaugenmerk gilt der Lehre von den Funktionen der Lebewesen, der Physiologie. Er untersucht in umfangreichen Versuchsreihen an Tieren das Verhältnis von Seele und Körper, was zu einer neuen Vorstellung über das Leben führt und neue Erkenntnisse über die Entstehung von Krankheiten bringt. Der Kaiser erhebt Albrecht Haller 1749, im Geburtsjahr von Johann Wolfgang von Goethe, in den Adelsstand. In Uppsala, London, Stockholm, Berlin, Bologna, Paris wird er in bedeutende Gesellschaften als Ehrenmitglied aufgenommen. 1751 wird er Präsident der Göttinger Gesellschaft der Wissenschaften. Albrecht von Haller rezensiert 9000 Bücher für die Göttingischen Gelehrten Anzeigen von 1747 bis 1777. 1753 kehrt er, persönlich enttäuscht, aus Göttingen in seine Heimat zurück, wo er 1764 in Bern eintrifft. Er wird ein wichtiges Mitglied in verschiedenen politischen Gremien. Zwischen 1766 und 1777 ist er mehrfach Präsident der Oekonomischen Gesellschaft Bern. 1758 und 1767 veröffentlicht er seine Ergebnisse über die Entwicklung des Hühnerembryos. Er hat Briefkontakt zu 1200 Personen. Albrecht von Hallers Hauptwerk Elementa physiologiae erscheint 1757 – 1766 und ist das Standardwerk des Fachs bis ins 19. Jahrhundert. Haller richtet sich persönlich eine grosse Bibliothek mit über 23 000 Titeln zu Medizin, Botanik und den Naturwissenschaften ein. Im letzten Jahrzehnt seines Lebens kommentiert Albrecht von Haller ca. 50 000 Werke aus allen Bereichen der Medizin. Eine besondere Ehre erweist ihm Kaiser Joseph II., der ihn 1777 in Bern besucht. Albrecht von Haller stirbt am 12. Dezember 1777 in Bern.
Nach Albrecht von Haller sind in Botanik (Gattung Halleria L. der Pflanzenfamilie der Stilbaceae), Astronomie (Asteroid (1308) Halleria) und Anatomie (diverse Fachbegriffe) diverse Eponyme bezeichnet worden.
Enge wissenschaftliche Kontakte hatte Albrecht von Haller u.a. mit Herman Boerhaave, Johannes Bernoulli, Voltaire, Kaiser Joseph II., Johannes Gessner, Charles Bonnet, Simon-Auguste Tissot, Eberhard Friedrich von Gemmingen, Horace-Bénédict de Saussure, Giovanni Battista Morgagni, Ignazio Somis, Carl von Linné, Christian Gottlob Heyne und Marc Antonio Caldani und mit ca. 1200 Briefpartnern.
Quellen:
www.swissinfo.ch/media/cms/images/null/2008/0...
http://www.haller.unibe.ch/d/biographie.php
http://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_von_Haller