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| Hilarius von Poitiers († 367) - Kommentar zum Evangelium des Matthäus

Neuntes Hauptstück
8.
Hierauf tritt der Herr in das Haus des Vorstehers, das heißt, in die Synagoge, in welcher aus den Liedern [S. 125] des Gesetzes ein Trauergesang tönte; und er wird von den Meisten verlacht. Denn jene glaubten niemals an Gott in dem Menschen; sondern spotteten vielmehr darüber, daß die Auferstehung von den Todten verkündet wurde. Er nahm nun das Mädchen, dessen Tod ihm nur Schlaf war, bei der Hand, und führte es in das Leben zurück. Und damit man ferner einsehen könnte, daß die Zahl der Auserwählten aus denjenigen, welche an das Gesetz glauben, sehr klein seyn werde, wurde das ganze Volk hinausgeschafft; es hätte der Herr allerdings gewünscht, daß es selig werden möchte; aber weil es seine Worte und Werke verlachte, war es der Theilnahme an der Auferstehung nicht würdig. Und da sich der Ruf in jener ganzen Gegend verbreitete, wurden nach der Heilung der Auserwählten1 das Geschenk und die Werke Christi verkündiget.
1: D. h. desjenigen auserwählten Theiles der Juden, welcher durch die Tochter des Vorstehers dargestellt wird.