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Auguste-Frédéric de Meuron war der Enkel von Pierre de Meuron-de Luze, einem wichtigen Indiennes-Fabrikant. Sein Vater Charles-Louis war ebenfalls ein bedeutender Indiennes-Fabrikant, ein Onkel war Kaufmann in Surinam, zwei andere Onkel Händler und Plantagenverwalter auf Grenada. Einer davon heiratete eine Quarteronne („Viertelsnegerin“), welche er nach Neuchâtel mitnahm. Auguste-Frédéric lernte im Pariser Handelshaus von Paul Coulon den Handel mit Textilien und Kolonialwaren. Dann trat er mit einem Cousin in das Handelshaus „Coulon, Meuron & Cie.“ ein. Später arbeitete er in einer Firma in Lissabon, welche von zwei weiteren seiner Cousins übernommen worden war. Gegründet hatte sie David de Pury. 1816 überzeugte er seine Cousins, in San Salvador de Bahia ein weiteres Handelshaus zu gründen unter dem Namen „Meuron & Cie.“. 1817 wanderte er nach Brasilien aus, 1819 gründete er in Bahia die Schnupftabakfabrik „Arèa Preta“, welche hauptsächlich auf Sklavenarbeit basierte. Dann tat er sich geschäftlich mit Gabriel von May zusammen und verlegte 1826 die Fabrik von Arèa Preta nach Solar de Unhão am Stadtrand von Bahia. Er gründete Zweigniederlassungen in Andarahy Pequeno nahe Rio de Janeiro (1832) und Pernambuco (1836). Die Fabrik in Rio leitete Benjamin Samuel Dapples. 1851 zog de Meuron seinen Neffen James-Ferdinand de Pury als Geschäftspartner bei. Sie übernahmen die Tabakfabrik von Dapples in Rio ein Jahr nach dessen Tod. Dort arbeiteten 24 Menschen, 18 davon waren Sklaven. „Meuron & Cie.“ kontrollierten um die Jahrhundertmitte fast die Hälfte des brasilianischen Schnupftabakproduktion. Der Jahresgewinn der Firma betrug 800'000 Schweizer Franken. Auguste-Frédéric bekam den Beinamen „de Bahia“ und ein 300 Meter hoher Berg bei Rio de Janeiro erhielt den Namen „Pic Meuron“. 1837 kehrte Auguste-Fréderic reich nach Europa zurück. Er kaufte sich 1840 das Château de Dully zwischen Rolle und Nyon, liess sich in Paris an der Champs-Elysées ein Haus bauen und 1844 kaufte er sich noch das Château Frayé in FR dazu. 1849 liess er die „Maison de santé“ in Préfargier bei Marin-Epagnier erstellen, eine moderne Institution für psychisch Kranke.
David Thomas / Etemad Bouda / Schaufelbuehl Janick Marina, Schwarze Geschäfte. Die Beteiligung von Schweizern an Sklaverei und Sklavenhandel im 18. und 19. Jahrhundert, Zürich 2005, S. 103.
Fässler Hans, Reise in Schwarz-Weiss. Schweizer Ortstermine in Sachen Sklaverei, Zürich 2005, S. 195-203.