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|Embodiments of mind

Verkörperungen des Geistes
What the frog's eye tells the frog's brain (mit H. Maturana)
Why the Mind is in the Head
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|Interview|

Warren Sturgis McCulloch (1898-1969) war Neurophysiologe und Kybernetiker. Er betrachtete die Kybernetik als eine experimentelle Erkenntnistheorie, die sich mit der Erzeugung von Wissen durch die Kommunikation innerhalb eines Beobachters beschäftigt.
Klappentext zu seinem Buch
McCulloch war ein außergewöhnlicher Denker und in vieler Hinsicht seiner Zeit weit voraus. Die unter dem Titel "Embodiments of Mind" 1965 veröffentlichte Sammlung seiner wichtigsten Arbeiten enthält faszinierende Ideen zum Thema Geist und Gehirn, die sich inzwischen wieder als hochaktuell für die Entwicklungen in der Neurologie und der Kognitionswissenschaft bzw. der Künstlichen Intelligenz herausgestellt haben, die unter der Bezeichnung Konnektionismus bekannt sind. In seinem Geleitwort zur Neuausgabe von 1988 weist Lettvin insbesondere auf die berühmten, gemeinsam mit Pitts verfaßten Arbeiten hin, deren Bedeutung erst heute richtig gewürdigt werden kann: "Ein Logikkalkül für die der Nerventätigkeit immanenten Gedanken" und "Wie wir Universalien kennen. Die Wahrnehmung der Form durch Hören und Sehen". Während in der ersten Arbeit der Begriff des "Neuronalen Netzes" entwickelt worden ist, sind in der zweiten bereits die heute von den Vertretern des Konnektionismus erhobenen Ansprüche abgesteckt worden, die Natur des menschlichen Erkennens auf dieser Grundlage zu untersuchen.
Warren McCulloch und Walter Pitts hatten 1943 einen kleinen Aufsatz mit dem Titel A Logical Calculus Immanent in the Ideas of Nervous Activity verfaßt. Dieser kaum zwanzig Seiten lange mathematische Beweis beginnt mit dem denkbar ambitioniertesten Anspruch, nämlich eine Theorie zu schreiben die »so umfassend ist, daß die Geschöpfe Gottes und der Menschen sie gleichermaßen belegen.«3 In einer Mischnotation aus Carnap, Russell und eigenen Zeichen entwerfen die Autoren darin eine Art logischen Kalkül der Immanenz: Neuronale Interaktion wird transkribiert in Aussagefunktionen und umgekehrt können dann Aussagefunktionen in neuronale Interaktion transkribiert werden. Und das hieß erstens, daß es zum Verständnis eines beliebigen Stücks Nervengewebes ausreicht, es als Verkörperung Bool’scher Algebra zu begreifen. Die materielle Realität glibberiger Gehirnmasse ist allenfalls eine schlampige Instantiation der wahren Ideen einer reinen und schönen Schaltlogik auf die (platonischen) ›Instrumente der Zeit‹. Dieses Konzept einer verkörperten Mathematik implizierte zweitens, daß es für logische Notationen gleichgültig ist, worauf sie gespielt werden – ob auf Synapsen oder auf Röhren, ob von Schaltern oder von Tintenstrichen. Deshalb konnten McCullochs/Pitts’ Begriffe zugleich neurophysiologische, philosophische und computertechnische Begriffe sein – Begriffe, die arbeiten und funktionieren, die zugleich theoretische wie praktische Entitäten begründen, die neuronale Strukturen modellieren und zugleich Artefakte konstruieren – so wie John von Neumann, den Aufsatz in der Hand, Digitalcomputer konstruierte. Dies bedeutete drittens, daß wenn alle neuronalen Funktionen als Verkörperung eines logischen Kalküls aufgeschrieben werden können, man wohl zugeben muß, daß alles, was gewußt werden kann, in einem und durch ein logisches Kalkül, gewußt werden kann. Mit anderen Worten: Zu jedem denkbaren Gedanken läßt sich ein Schaltungsnetz konstruieren, das ihn schaltet und damit denkt, und der ›Geist‹ findet sich plötzlich auf dem Arbeitstisch des Ingenieurs wieder. »Mind no longer goes more ghostly than a ghost«, wie McCulloch selbst schreibt." Elektronenhirn und verbotene Zone