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8. Sozialer Zusammenhalt und Gleichstellung der Geschlechter
Vision
Das Wallis begleitet die gesellschaftlichen Entwicklungen und berücksichtigt die Bedürfnisse und Bestrebungen aller Gesellschaftsgruppen. Der Kampf gegen die Ungleichheit auf allen Ebenen bildet einen Schwerpunkt und trägt zum Aufbau eines starken und geeinten Kantons bei. Die Gleichbehandlung von Frauen und Männern ist eine Realität. Im Gastgeberland Wallis wohnt eine offene, neugierige, tolerante und solidarische Gesellschaft, wo jeder seinen Platz findet und sich entfalten kann.
Herausforderungen
Im Wallis ist die Ungleichheit in der Verteilung der primären Einkommen höher als im schweizerischen Durchschnitt, was ein Risiko für den gesellschaftlichen Zusammenhalt darstellt. Trotz bedeutender Anstrengungen in den letzten Jahrzehnten sind insbesondere Ungleichbehandlungen von Frauen und Männern eine Realität, vor allem bei den Arbeitsbedingungen und bei der Entlöhnung. Das Wallis hinkt im Bereich der Frauenvertretung in der Politik hinterher.
Die Besonderheiten der verschiedenen Regionen (Ober-/Zentral-/Unterwallis; Tal-/ Berggemeinden) und zwischen den kulturellen und sozialen Komponenten der Bevölkerung stellen eine Herausforderung dar – nicht nur im Bereich des sprachlichen und sozialen Zusammenhaltes, aber auch im Bereich der Infrastrukturen und der Leistungen. Es geht insbesondere darum, Gleichgewichte zu finden zwischen den Bedürfnissen einer alternden Bevölkerung und jenen einer jungen Bevölkerung, die nach einer hohen Bildungsqualität und nach dynamischen kulturellen und wirtschaftlichen Strukturen verlangt.
Mit einer ausländischen Bevölkerung, die fast einen Viertel der Arbeitskräfte des Kantons stellt, hängt die soziale Kohäsion stark von einem guten Integrationsniveau ab.
Strategische Ziele
Die Verbreitung und Anwendung der UNO-Kinderrechtskonvention verbessern, vor allem durch verstärkte Massnahmen beim Schutz von Kindern vor körperlicher und seelischer Gewalt.
Eine tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern im beruflichen und privaten Bereich aktiv fördern.
Freiwillige Massnahmen einführen, um die Beteiligung von Frauen in der Wirtschaft, in der Politik und in der Öffentlichkeit zu garantieren und die Besetzung von verantwortungsvollen Positionen durch Frauen zu fördern.
Gegen Geschlechterstereotypen ankämpfen, damit sich alle persönlich, in Familie und Beruf entfalten können.
Die Integration von bedürftigen Menschen in alle Bereiche des sozialen, wirtschaftlichen und politischen Lebens verstärken und deren Autonomie fördern, inklusive der behinderten Mitmenschen.
Das Potenzial jeder Generation ausschöpfen und die Bindungen zwischen den Generationen verstärken.
Eine rasche und nachhaltige wirtschaftliche, soziale und kulturelle Integration von Migranten im Wallis sowie der Chancengleichheit in allen Lebensbereichen fördern.
Sämtliche Formen von Diskriminierung, auch im Bereich Rassismus und Gender, insbesondere homophober und transphober Art, bekämpfen und die Unterstützung von Opfern sowie der LGBT+ - Gemeinschaft sicherstellen.
Die alternde Bevölkerung auf die Digitalisierung in der Unternehmenswelt vorbereiten.
Den Zusammenhalt, die Solidarität und das Teilen gemeinsamer Werte zwischen den Tälern und der Ebene, zwischen Ober-, Zentral- und Unterwallis sicherstellen.
Die Zweisprachigkeit und die Austauschmöglichkeiten zwischen den beiden Sprachregionen verstärken.
Eine lebendige Kultur fördern, vielfältig und zugänglich, mit Potenzialen für die individuelle und kollektive Entwicklung.
Ehrenamtliche Tätigkeit, Freiwilligenarbeit und partizipative Bewirtschaftung von Gemeinsamem als Säulen der Walliser Gesellschaft schätzen und anspornen.
Das materielle und immaterielle kulturelle Erbe (insbesondere des historischen – Mémoire 21 Valais-Wallis) sowie das Naturerbe aufwerten und unterstützen und das Kunstgewerbe und den Kreativsektor, welche zur Gestaltung einer gemeinsamen Identität beitragen, fördern.
Die kulturelle Teilhabe als wichtiges Element der Qualität und eines reibungslosen Zusammenlebens entwickeln.
Die institutionenübergreifende Zusammenarbeit im Hinblick auf eine optimale Harmonisierung der verschiedenen Sicherheits- und Integrationssysteme fördern, so dass die Angebote effektiver und im Interesse der unterstützten Personen genutzt werden können.
Kennzahlen
9ter
Rang des Kantons Wallis in der Ungleichverteilung der Einkommen auf der Basis des Ungleichheitskoeffizienten Gini des verfügbaren Einkommens (2010).48
25ter
Rang des Kantons Wallis (vorletzter vor Jura) in der Verteilung der verfügbaren Äquivalenzeinkommen (2010).49
19.2%
Frauenanteil im Grossen Rat (schwächster in der Westschweiz, fünftletzter Rang auf Niveau CH).50
Drittletzter Rang
des Kantons Wallis beim Frauenanteil bei den gewählten Bundespolitiker/-innen.
12.5%
Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen, 19.7% im mittleren und höheren Kader.51
270
Anzahl Fälle von Gewalteinwirkung auf Minderjährige im Wallis im 2013.52
45.6%
Zunahme der 65-jährig und älteren pro 100 Personen zwischen 20 und 64 Jahren zwischen 2015 und 2030 (CH +36.1%).53
26%
Anteil 65-jähriger + in der Walliser Bevölkerung 2030 (mittleres Szenario).54
23%
Anteil der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung, entspricht 76'173 Personen (CH :24.6%, 2015).55
11'000
im Kanton verfügbare Krippenplätze bzw. Betreuungsplätze.56