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Die erzwungene Öffnung Japans Mitte des 19. Jahrhunderts erweckte in Europa eine grenzenlose Faszination für das fernöstliche Land. Auch Giacomo Puccini zeigte grosses Interesse an dieser fremdartigen Kultur, studierte japanische Bräuche, Zeremonien und Musiktraditionen. In David Belascos Schauspiel «Madame Butterfly» fand Puccini den idealen Stoff für seine sechste Oper, in welcher sich persönliche Tragödien, kontrastierende Weltbilder und kolonialer Diskurs zum gefühlvollen Melodrama vereinen.
Im Nagasaki des frühen 20. Jahrhunderts verliebt sich die junge Japanerin Cio-Cio-San, genannt Madama Butterfly, in den US-amerikanischen Marineleutnant Pinkerton. Auf der Suche nach erotisch-exotischen Abenteuer willigt dieser scheinbar einem Ehebündnis ein, kehrt aber kurze Zeit später zu seiner wahren Verlobten in die USA zurück. Jahre später endet das Wiedersehen von Cio-Cio-San und Pinkerton im Beisein des gemeinsamen Kindes und Pinkertons neuer Gattin in einer tödlichen Tragödie.