Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03448.jsonl.gz/2281

Tragischer FallDer plötzliche Kindstod
Alle Eltern kennen die Angst vor dem plötzlichen Kindstod. Fälle zeigen, dass meist während des Schlafens ein Risiko besteht, doch die genauen Ursachen sind noch unklar. Was Ärzte und Wissenschaftler heute über die Risikofaktoren wissen.
Es handelt sich beim plötzlichen Kindstod, auch «sudden infant death syndrome» genannt (SIDS), um eine Ausschlussdiagnose. Von SIDS spricht man, wenn keine anderen Ursachen für das Versterben eines scheinbar gesunden Babys im Schlaf gefunden werden können.
Die Zahl der Fälle von plötzlichem Kindstod sind seid Jahren rückläufig. So starben 2010 in der Schweiz nach offiziellen Angaben 7 Kinder an SIDS. Im Vergleich zu den 90er Jahren ist die Zahl der SIDS-Fälle damit nochmals um über 10 Prozent zurückgegangen. In erster Linie führt dies darauf zurück, dass die als gefährlich geltende Bauchlage nicht mehr empfohlen wird.
Welche Ursachen für den plötzlichen Kindstod sind heute bekannt?
Das Wichtigste in Kürze
- Der plötzliche Kindstod meint das Versterben eines Babys meist im Alter von 2 bis 4 Monaten ohne eine eindeutige Ursache.
- Vermutet werden Störungen des Blutflusses im Gehirn, die zum Aussetzen der unwillkürlichen Atmung führen.
Eine definitive Ursache für den plötzlichen Kindstod ist bis heute nicht gefunden worden. Es gibt aber Erklärungsansätze. Atmung und Herztätigkeit werden vom Gehirn gesteuert. Man vermutet bei den Kindern, bei denen keine andere Todesursache gefunden werden konnte, dass hier eine Fehlsteuerung zu SIDS geführt hat. Auch ein gestörter Blutfluss im Bereich des Gehirns kann eine Rolle beim plötzlichen Kindstod spielen.
So haben Ultraschalluntersuchungen gezeigt, dass ein nicht ausreichender Blutfluss im Bereich des Hirnstamms zu Durchblutungsstörungen bei seitlichen Kopfbewegungen führen kann. Seitliche Kopfbewegungen sind typischerweise mit der Bauchlage verbunden. Solche Durchblutungsstörungen sind deswegen so gefährlich, weil sie Auswirkungen auf die unwillkürliche Atemsteuerung haben können. So würde sich auch der Rückgang der SIDS-Fälle durch Abraten von der Bauchlage als Schlafposition erklären lassen.
Welche Babys haben ein höheres Risiko am plötzlichen Kindstod zu versterben?
Auswertungen der SIDS-Fälle konnten über die Jahrzehnte gesehen gewisse Risikofaktoren ausmachen. So scheinen laut Swiss Paediatrics Babys mit einem geringen Geburtsgewicht ebenso wie Frühgeborene und Kinder, die in ihren ersten Lebenstagen eine Intensivtherapie erhalten mussten, ein höheres Risiko zu haben. Gefährdet sich weiterhin Kinder von Raucherinnen, Mehrlinge und generell Kinder von sehr jungen Müttern oder sozial schlechter gestellten Familien.
Da aber keine letzte Gewissheit über die Ursache vom plötzlichen Kindstod vorherrscht, kann es auch keine definitive Aussage über Risikopotentiale geben. Das Vermeiden der Bauchlage, Verzicht auf Nikotin und generell keine zu warme Schlafumgebung sind nach jetzigem Stand der Wissenschaft jedoch Dinge, auf die alle Eltern achten können.