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(Bild: Sarah Künzli)
Ein Abstecher in die Geschichte Aaraus und was Aarau heute ausmacht
Was Aarau so besonders macht
Aarau wurde 1248 von den Kyburgern gegründet. War damals aber kein besonders bedeutendes Städtchen. So richtig erwachte Aarau erst ab 1798. Denn dann besiegte Napoleon die Berner und eroberte die Eidgenossenschaft. Die von ihm kreierte Helvetische Republik brauchte eine Hauptstadt und dafür wurde im sechsten Wahlgang Aarau gewählt.
Aarau mit seinen 2000 Einwohnern und seinen sieben Gaststätten war überfordert mit dieser Aufgabe. Aarau begann zu bauen. Geplant war ein ganzes Regierungsviertel, gebaut wurde schliesslich jedoch nur die Häuserzeilen an der Laurenzenvorstadt. Sie waren noch nicht einmal fertig gebaut, als Aarau die Würde als Hauptstadt verlor.
Aarau und das Wasser
Die Aarauer Altstadt befindet rund 40 Meter über der Aare auf einem Felsvorsprung. Als Schutz war das optimal, nicht aber um Brunnen zu graben. Aarau brauchte für das Wasser also eine andere Lösung. Man legte einen künstlichen Kanal an, der das Wasser von Suhr nach Aarau in die Stadt brachte – der Stadtbach.
Der Bach brachte aber nicht nur Wasser in die Stadt, sondern auch Dreck und Verschmutzung. Cholera-Epidemien erstreckten sich durch das ganze Mittelalter hindurch. Um 1850, als das Trinkwasser immer noch aus dem
Bach kam, machte die Kantonsregierung Druck auf den Stadtrat. Sie drohten Aarau zu verlassen, wenn sie das Wasserproblem nicht in den Griff bekommen würden. Das führte dazu, dass man 1860 einen kleinen Stollen gebaut hat, der frisches Quellwasser auf die Brunnen führte. Eine grosse Erleichterung für die Stadt. Aus lauter Freude über das frische, saubere Wasser schmückten die Frauen alle Brunnen. Dieser Brauch liess man wieder aufleben, denn die geschmückten Brunnen sieht man heute zur Zeit um den Maienzug wieder.
Stadt der schönen Giebel
Eine Besonderheit bilden die mehr als 70 reich bemalten Dachuntersichten, welche die Altstadt schmücken. Dank ihnen erhielt Aarau den Namen «Stadt der schönen Giebel». Meistens sind die Giebel mit schönen Blumenmustern verziert.
Der Oberturm
Zusammen mit der Stadtkirche und dem Schlössli gilt der Obere Turm als Wahrzeichen Aaraus und beherrscht mit diesen das Stadtbild im Zentrum. Der Obertorturm stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist der besterhaltende mittelalterliche Turm der Schweiz.
Der Turm erreicht mit dem aufgesetzten Zeltdach und dem Glockentürmchen eine Höhe von 62 Metern. Der Turm war ursprünglich weitaus weniger hoch; er reichte ungefähr bis zum Mauerabsatz in der Mitte und war möglicherweise durch einen Zinnenkranz abgeschlossen. Um die Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert wurde der Turm mit weniger starken Mauern aufgestockt. Die untersten fünf Stockwerke des Turms dienten früher als Gefängniszellen, im neunten Stockwerk ist ist noch heute die eiserne Räderuhr von 1532 zu bewundern. Im zehnten Stockwerk befand sich bis 1876 die Wohnung des Turmwächters, das Dachgeschoss enthält ein Carillon mit elf Glocken.
Und was ist Aarau heute?
Aarau zählt heute rund 21’000 Einwohner. Die Kantonshauptstadt bietet ungefähr 30’000 Arbeitsplätze an. Die meisten Arbeitsplätze gibt es im Bereich Gesundheit. Nicht erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Aarau mit dem Kantonsspital und der Hirslanden zwei Kliniken hat. Natürlich gehört auch die kantonale Verwaltung zu einer der grossen Arbeitgeber.
Im Städteranking befindet sich Aarau erneut auf dem hervorragenden 5. Platz, zwischen Bern und Basel. Auch das zeigt, wie attraktiv Aarau ist. Aber wer sorgt denn dafür, dass eine Stadt zu einer attraktiven Stadt wird? Es sind die Menschen. Es sind Menschen, die sich in der Heinerich Wirri-Zunft dafür einsetzen, dass der Bachfischet, der älteste dauernd gelebte Brauch der Schweiz, jedes Jahr wieder gefeiert wird. Es sind Menschen wie Regina Wenk, die mit ihren Werkhofarbeitern dafür sorgt, dass die Stadt sich von ihrer besten Seite zeigen kann. Es sind Menschen wie Utopia-Urgestein Edy Schneider, die dafür sorgen, dass in Aarau auch kulturell etwas läuft. Und genau um solche Menschen, soll es auch in unserem Stadtportrait gehen.
SAH
Stadtführungen
Sie möchten mehr über Aarau erfahren? Dann nehmen Sie doch an einer Stadtführung von aarau info teil. Immer am 1. Samstag im Monat um 13 Uhr findet ein öffentlicher Altstadtrundgang statt. -Eine Anmeldung ist erwünscht – aber nicht erforderlich.