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das Exklusiv-Interview mit Löru von den Flying Angels.
Echter Name: Lorenz Stauffer
Jahrgang: 1977
Heimteam: Flying Angels Bern
Erfolge mit Flying Angels:
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Schweizermeister 1997-2006, 2008
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Gewinner Harbor Ultimate 2002, 2003 (Spiritgewinner)
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Gewinner Champions League 2004, Cambridge (Spiritgewinner)
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Bronze EUCC 2005, Rohstock
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Spiritgewinner EUCC 2001, Prag
Erfolge mit Schweizer Nationalmannschaft:
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Teammitglied (Open) seit 1994
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Bronze EUC 2007, Southampton
Erfolge mit weiteren Teams:
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Carnegie: Bronze Schwedische Meisterschaft 2001, Örebro
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Condors 2005: Gewinn CalStates, Santa Cruz / Gewinn Laborday, Santa Cruz / Qualifikation UPA Nationals, Florida
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Condors 2007: Qualifikation UPA Nationals, Florida
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UTI 2007: Gewinn Paganello
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UTI 2009: Gewinn Paganello
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Ono 2007: Gewinn Kaimana Klassik, Oahu
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Ono 2009: Gewinn Kaimana Klassik, Oahu
Erfolge in anderen Discsportarten:
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Diverse Juniorenschweizermeistertitel in Discgolf, DDC, Weitwurf, etc.
Löru, vor zwei Jahren (2007) durften wir Zeugen sein, wie Du in Rimini UTI (Englisch für „Under The Influence“) mit Deinem Können zum Beach World Champion geführt und gleichzeitig den Amerikanischen Superstars von No Tsu Oh demonstriert hast, wer der wahre König ist. Als ich dieses Jahr während dem Final in Rimini an der Sideline sass und mein Bier genoss, traute ich meinen Augen nicht, als Löru Los Ox (die alten amerikanischen Hasen schlugen uns mit seXXXpensive im Halbfinal) regelrecht vorführte, die verrücktesten Sidearms von Endzone zu Endzone auspackte, die von seinem unglaublich schnellen Receiver Jan, dem fliegenden Engel, allesamt auf Fingersspitzen gefangen wurden. Zum zweiten Mal führtest Du UTI 2009 zur Beach World Championship und Dich definitiv auf den Ultimate Olymp! Ginge es nach mir und einer grossen Anzahl anderer Zeugen Deiner Leistungen in Rimini, würdest Du zum besten Ultimate-Spieler der Welt gewählt werden.
Danke der vielen Blumen. Zum Glück muss nicht ich meine Leistung bewerten – ich würde nämlich andere Spieler bevorzugen. Wichtig ist mir jedoch zu betonen, dass alle Erfolge nur mit den jeweiligen Mitspielern möglich sind. Mit UTI ist es uns in diesem Jahr ganz besonders gut gelungen, jeden einzelnen Spieler da einzusetzen, wo er am stärksten ist. Wir haben unsere Stärken ausspielen und Schwächen erfolgreich verstecken können. Im speziellen möchte ich die Leistung der anderen Berner hervorheben, welche auf eindrückliche Art und Weise bewiesen haben, dass sie auf höchstem Niveau Ultimate spielen. Angefangen mit Bäri, welcher der Mann ist, den Du in der Offense immer neben Dir haben willst – Er lässt sich durch keinen Verteidiger abschrecken, übernimmt Verantwortung und ist stets gefährlich, sei das als Werfer oder Fänger. Auch Jan macht es einem Werfer einfach, indem er mit seinem Engagement fast jeden Gegner in Grund und Boden rennt. Auf der anderen Seite haben Yves und Domeini Weltklasse Defense gespielt und so massgeblich zum Erfolg von UTI beigetragen. Schlussendlich haben wir uns – glaub ich – gegenseitig gut aussehen lassen
Erstmals die aufrichtigsten Glückwünsche zum zweiten Sieg in der Open Division am Paganello in Rimini. Wie mühsam ist es, ständig Autogramme zu verteilen und Interviews zu geben?
Nun, so häufig kommt das ja nicht vor in unserem Sport Die Feedbacks geniesse ich natürlich auch – sind sie doch ein Stück weit Lohn für die Arbeit z.B. irgendeine Treppe in Bern hundertmal auf und ab zu rennen. Auf der anderen Seite bekomme ich Vieles was „scheinbar“ gesprochen wird gar nicht mit, wenn ich am spielen bin. Ist auch nicht so wichtig – nur immer der gerade nächste Punkt zählt.
Bereits während dem Final fingen die Frauen an zu fragen, was Löru denn mache, wenn er nicht Frisbee spiele. Worauf Sili antwortete, dass er schlafe. Tatsächlich war Löru nie bekannt für lange Parties und kurze Nächte. Was macht Löru aber effektiv, wenn er nicht Frisbee spielt?
Ha! Also so falsch lag Sili da nicht – ich brauche wirklich viel Schlaf, damit ich körperlich und mental fit bin.
Ansonsten esse ich gerne Pizza, strukturiere Unstrukturiertes, schwimme in der Aare, philosophiere über Dinge, schaue aufs Meer raus (verd…t, was mach ich eigentlich hier?!), spiele Squash, fahre Snowboard, male Dinge, übe mich in langen Parties, arbeite im strategischen Personalmanagement und versuche Erfahrungen aus dem Teamsport in meine Arbeit und umgekehrt einfliessen zu lassen. Was sonst noch….. Kondensmilch – i’m lovin’ it.
Und wieviel Schlaf braucht er effektiv?
..unterschiedlich. Auf jeden Fall genug an Turnieren. Hab dazu mal was geblogt:
Schweifen wir mal zurück in der Zeit: hast Du mit Links oder mit Rechts gelernt zu werfen?
Mit links. Ich bin Linkshänder.
Und wann kam der Entschluss, der beste Spieler der Welt zu werden?
Ha! Eine Fangfrage! Antworten wir so: Ich beobachte immer Spieler, welche irgendwas – was ich können will – besser können als ich. Dann übe übe übe ich, bis ich besser werde. Dann suche ich mir einen anderen Spieler als Vorbild aus, der was anderes gut kann etc. Einen älteren Bruder zu haben, hat geholfen, diese Strategie zu entwickeln (@Ile: Snowboard, Carrom, Yoyo, Frisbee, ….die ganzen sch Spiele, die Du mir immer vor gemacht hast .
Hast Du noch Vorbilder oder geht es Dir heute eher darum, technisch und taktisch auf dem neusten Stand zu bleiben?
Z.Z. bin ich vor allem damit beschäftig, körperlich einigermassen fit zu sein/bleiben. Natürlich habe ich noch jede Menge Vorbilder – siehe oben.
Stichworte: Gras, Sand, Hallenboden?
Gras!
Auch nach knapp 15 Jahren Ultimate ist für mich das lockere Scheiben werfen im Grünen immer noch meditativ und erholsam. Und für Dich?
Meditativ… ja, manchmal. Kommt auf das Gegenüber und die Umgebung an. Erholsam… eher weniger, war nie der Langzeit-Scheiben-hin-und-her-Werfer. Eigentlich fasziniert mich einfach, wie das Ding fliegt…
Man hörte munkeln, dass Du einen neuen Schweizer Weitwurfrekord mit einer Scheibe anstrebst. Wie hast Du Dich darauf vorbereitet? Welche Scheibe hast Du verwendet? Was geschah?
Ja, stimmt. Ich hab – einfach so zum Spass – mal gesagt, dass ich den Schweizerweitwurfrekord angreifen will dieses Jahr. Der liegt bei 168m und wurde der Legende nach irgendwo in der Wüste von Nevada gesetzt. Hab mir bei Tinu (einem Sachverständigen Discgolfer aus Bern) sechs Scheiben Typ Destroyer gekauft. Hab dann auch einwenig geübt, aber wohl nicht genug. Bei der Schweizermeisterschaftsquali in Neuenburg habe ich den Rekord um ein paar Meter verpasst. Weiter üben!
Stehst Du eher auf „Dirty Dancing“ oder eher auf „Flashdance“?
Flashdance – hab den Soundtrack auf Vinyl in irgendeiner Kiste verstaut.
Zurück zum Ultimate. Generell bist Du bekannt für Deine gnadenlos präzis langen Teile. Doch besteht unser Sport immer wieder auch aus Defence. Siehst Du die Defence eher als zweitrangiger Bestandteil unseres Sports?
Nein, natürlich nicht. O und D sind zwei ganz verschiedene Paar Schuhe. Offense ist eigentlich viel einfacher, weil du alles in der Hand hast und grundsätzlich bestimmst, was passiert – aber du kannst dabei nur „verlieren“, wenns nicht klappt – Der Umgang mit mentalem Druck ist gefragt.
Die Defense ist schwierig, weil Du reagieren musst, schneller sein musst, Angriffspläne erkennen und vereiteln musst – aber du kannst dabei nur „gewinnen“ – Das bedeutet, dass dieser Situation mit einer gewissen Lockerheit begegnet werden kann. Irgendwie hat sich über die Zeit mein Schwerpunkt auf die Offense verlagert. Ich schätze es aber trotzdem, zur Erholung (nur n kleiner Witz) immer wieder auch Defense spielen zu dürfen/müssen.
Es gibt natürlich noch viel mehr Aspekte, die in diesem Zusammenhang beleuchtet werden könnten….
Vor wenigen Jahren noch hast Du Dich über die Pick-Up-Teams öffentlich beschwert, die es verunmöglichen, etwa den Paganello mit der eigenen Mannschaft zu gewinnen. Wenig später sah man Dich selber als Legionär antreten. Heute besteht UTI (England) zu einem grossen Teil aus Schweizern. Gibt es für Dich die ideale Mannschaft? Wen würdest Du nie zu Hause lassen?
Zum ersten Teil der Frage: Stimmt. Der Bericht kam damals zu Stande, nach dem wir mit FAB im Halbfinale (einmal mehr frühzeitig) ausgeschieden sind. Spielerisch waren wir damals auf der Höhe, aber wir hatten schlicht nicht genügend Spieler, um bis zum Schluss bestehen zu können. Frustrierend. Eigentlich bin ich immer noch der gleichen Meinung bezüglich Club vs. All-Star-Teams. Ich hätte eigentlich auch lieber die Angels auf der ewigen Paganello-Siegerliste (Sorry Clapham Bros , denn wer ist UTI eigentlich!? Das weiss mit der Zeit niemand mehr… Tja, es schien jedoch der einzige Weg zu sein, das Ding einmal zu gewinnen. Da bin ich halt über meinen eigenen Schatten gesprungen.
Zum zweiten Teil: Ich möchte keine Namen nennen. Die Liste der Spieler würde sehr lang und dann würde ich sicher auch noch diverse vergessen…. Nein! Es geht mir weniger um einen bestimmten Namen oder Spieler, sondern vielmehr um die Einstellung zum Sport des Spielers: Voller Einsatz und Fokus auf das Wesentliche auf dem Turnier, im Spiel und im Training, keine Entschuldigungen, „Sich für Nichts zu schade sein“ auf dem Spielfeld, Blablabla.
Als ich vor ein paar Jahren nach Santa Barbara kam, habe ich da niemanden gekannt. Es war aber wie „nach Hause kommen“, weil alle mindestens so Ultimate-verrückt und -eingestellt waren wie ich – es war schön!
Noch kurz zur Kabbala: Was bedeutet die 29?
Meine Nummer. Hab ich schon seit ich 15 bin. Werde Sie wohl nicht mehr ändern. Würde aber heute eine andere wählen. 18 (wie mein Geburtstag) oder so.
Mittlerweile bist Du 31 Jahre alt, hast also eben gerade das beste Ultimate-Alter erreicht. Wie sieht Deine Ultimate-Zukunft aus? Spürst Du schon harte Zeiten auf Dich zu kommen, wenn Du in der Schweizer Szene rumschaust?
Eigentlich habe ich das Gefühl, ich sollte schon längst überholt und archiviert sein. 20- 25jährige Young Guns! Von denen hat’s diverse in der Schweiz! C’mon Boyz!
Ich habe für nächstes Jahr noch ein Ziel vor Augen. WUCC in Prag. Hab da vor, noch mal voll fit zu sein und was zu bewegen. Mal schauen….
Ich hoffe, dass wir auch in Zukunft Meisterleistungen von Löru erwarten dürfen, auch in anderen Disc-Sportarten! Ich wünsche Dir eine erfolgreiche und verletzungslose Saison 2009. Besten Dank für Deine Zeit, PRFlo.
Mersi Flo. Wünsche Dir und Euch allen eine erfolgreiche Saison – have fun!