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Grundlagen
Das Wetter im Juli war überdurchschnittlich warm und trocken. In der Zentral- und Ostschweiz sowie im Nordtessin fielen nur 20 bis 50 % der üblichen Regenmenge. Niederschläge sind noch kaum in Sicht: Am Monatsende startete eine Hitzewelle, welche weit in den August hineinreichen dürfte. Der Vergleich mit dem Trockenjahr 2003 drängt sich immer mehr auf.
Im Vergleich zum Monat Mai (1777 Schadenmeldungen) und zu den Vorjahren wurden im Monat Juni wenige Hagelschäden gemeldet (Tabelle 1.4). Auch Elementarschäden wurden in den Monaten April bis Juni eher weniger als in den Vorjahren gemeldet (Tabelle 1.5).
Pflanzenbau
Die Heuernte 2018 fiel mengenmässig an den meisten Orten gut aus bei sehr guter Qualität. Der Zustand der Getreide- und Rapskulturen wurde durch die Berichterstatter im Allgemeinen als gut beurteilt (Tabelle 2.3). An den meisten Orten konnte die Ernte schon unter guten Bedingungen abgeschlossen werden. Schlecht wird jedoch generell die Wasserversorgung der Kulturen beurteilt. Der Wassermangel wird sich mit der aktuellen Hitzewelle, welche noch weit in den August hineinreichen wird, weiter zuspitzen. Der Zustand der späten Kulturen (Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben) verschlechtert sich damit jeden Tag und es gibt vermehr Meldungen von Betrieben, welche für die Fütterung des Viehs schon auf stehenden Mais oder konserviertes Futter zurückgreifen müssen. Bei der Gemüseproduktion waren die Auswirkungen der Trockenheit im Juni noch nicht spürbar. Die Produktion lag um 2,1 % höher als im Vorjahr und dies auch für das gesamte erste Halbjahr (Tabelle 2.4). Bei Kirschen (9774 Tonnen), Zwetschgen und Pflaumen (11 086 Tonnen) sowie Aprikosen (8600 Tonnen) werden für das laufende Jahr sehr hohe Erntemengen geschätzt (Tabelle 2.6).
Milchwirtschaft
Im Juni steigt die Milchmenge gegenüber dem Vorjahresmonat schätzungsweise um 0,9 % an (Tabelle 3.1). Dies ist die bisher schwächste Zunahme im laufenden Jahr. Aufgrund der anhaltenden Dürre und den damit verbundenen schlechten Futterbaubedingungen könnte sich die Milchmenge in den kommenden Monaten weiter stabilisieren. Die produzierten Mehrmengen werden v.a. zu Butter, Dauermilchwaren und Käse verarbeitet (Tabelle 3.2).
Viehwirtschaft
Die Abnahme des Rindviehbestandes hat sich im Juni nochmals etwas verlangsamt (Tabellen 4.1 und 4.2). Mit den aktuell zunehmend prekären Bedingungen im Futterbau aufgrund der Dürre könnte dies jedoch rasch wieder ändern. Die Schlachtgewichte des Gross- und Kleinviehs lagen auch im Juni generell über den Vorjahreswerten (Tabelle 4.4). Bei den Schweinen, Kälbern und Schafen ist die Differenz allerdings gering. Im Juni wurde generell weniger Gross- und Kleinvieh als im Vorjahresmonat geschlachtet. Die Schweineschlachtungen sind damit deutlich unter das Niveau des Vorjahres gesunken (Tabelle 4.5). Der Juni liegt damit ausser bei Ochsen und Rindern unter den Vorjahreszahlen. Im ersten Halbjahr 2018 ist die Fleischproduktion ausser bei den Schlachtkälbern (-0,3 %) und den Schweinen (-0,7 %) jedoch gegenüber dem Vorjahr bisher angestiegen. 23,2 % des Rindfleisches wurde im ersten Semester importiert. Damit sollte es für zusätzliche Schlachtungen aufgrund der aktuellen Trockenheit noch etwas Platz haben. Die Eierproduktion lag im Juni um 8,8 % höher als im Vorjahr. Für das erste Semester nahm die Produktion um 5,3 % zu (Tabelle 4.9). Die Geflügelfleischproduktion lag im Juni (+5 %) und auch im ersten Semester (+3,7 %) höher als im Vorjahr. Die Zunahme erfolgt teilweise zu Lasten der Importe (Tabelle 4.11). Die Fischfänge haben in den neun erfassten Seen 2017 um 13 % abgenommen (Tabelle 4.13).
Aussenhandel
Im ersten Halbjahr 2018 haben die Exporte von Milchprodukten nach Vollmilchäquivalenten gegenüber dem Vorjahr um 2,5 % abgenommen (Tabelle 5.5). Ursache waren die Zunahmen bei Kakaoprodukten (Milchschokolade) und Getreidezubereitungen. Entscheidend beigetragen hat jedoch auch der Käseexport (Tabelle 5.6). Dieser hat im ersten Semester um 1993 Tonnen oder 6,4 % zugenommen. In derselben Zeit haben die Importe nur um 971 Tonnen oder 3,2 % zugenommen. Am meisten profitieren konnten die Exporte von Le Gruyère AOP mit einer Steigerung um 718 Tonnen (Tabelle 5.7). Saatgut (-14,7 %), Futtermittel (-9,9 %) und Pflanzenschutzmittel (-27,1 %) wurden im ersten Semester nach Gewicht weniger importiert als im Vorjahr. Eine Zunahme gab es beim Dünger (+2,0 %) und vor allem beim Stroh (+18,5 %). Aufgrund des hohen Eurokurses führte dies jedoch nur bei den Pflanzenschutzmitteln zu einer Reduktion des Importwertes.
Preise
Saisongemäss stiegen im Juli die Preise für grosses Bankvieh und Verarbeitungstiere an, erreichten jedoch nicht das Niveau des Vorjahres (Tabelle 6.3), da im ersten Semester ja 7,7 % mehr Rindfleisch als im Vorjahr produziert wurde (Tabelle 4.8). Auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr bewegte sich der Preis für Schlachtkälber KV T3 QM mit 14.28 CHF/kg SG (Tabelle 6.4). Die Tränkerpreise bewegten sich im Juli auf das jährliche Preismaximum zu mit einem ähnlichen Preisniveau wie im Vorjahr (Tabelle 6.5). Trotz der leicht rückläufigen Produktion lagen die Schlachtschweinepreise im Juli leicht unter Vorjahresniveau. Besser halten konnten sich die Jagerpreise (Tabelle 6.6). In beiden Fällen bewegen sich die Preise jedoch nach unten. Die Preise für Lämmer und Schlachtschafe bewegten sich weiterhin unter dem Vorjahresniveau, mit Ausnahme der Preise für ältere Schafe. Nur die Preise für Schlachtlämmer sind im Juli leicht angestiegen (Tabelle 6.7). Die Milchpreise stiegen im Juni deutlich gegenüber dem Vormonat und lagen über dem Niveau der drei Vorjahre (Tabelle 6.8). Der Produzentenpreisindex lag im Juni um 0,8 % tiefer als im Vorjahr. Fast alle Preise haben sich verschlechtert. Gestützt wird der Index zur Zeit durch den Milchpreis und den bis zur nächsten Ernte fortgeschriebenen Preisen vom letzten Jahr für Obst und Wein. Die Preise für Produktionsmittel lagen im Juni um 3,1 % höher als vor Jahresfrist. Fast alle Produktionsmittel haben sich insbesondere aufgrund des teureren Eurokurses und der höheren Preise für Erdölprodukte verteuert (Tabellen 6.14 und 6.15). Die Kaufkraft der landwirtschaftlichen Erzeugnisse ist somit deutlich schlechter als vor Jahresfrist (Tabellen 6.23 und 6.24). Die internationalen Preise für Milchprodukte standen im Juli etwas unter Druck, aber auf vergleichsweise hohem Niveau (Tabelle 6.27). Nicht zuletzt wegen der Trockenheit in Europa haben viele Preise für Pflanzenbauprodukte in Deutschland derzeit Aufwind (Tabelle 6.26).