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Die Jury des Internationalen Spielfilmwettbewerbs um Laurence Fishburne, John Lesher, Beki Probst, Paprika Steen, Alice Eve und Stevan Arsenijevic vergibt das Goldene Auge an Take Shelter von Jeff Nichols. Eine besondere Erwähnung erhielten der Hauptdarsteller Deon Lotz aus Beauty und die Hauptdarstellerin Corinne Masiero aus Louise Wimmer.
Der US-Thriller Take Shelter erhielt bereits in Cannes den grossen Preis der Critics Week und auch den Hauptpreis am American Film Festival von Deauville. Der Film dreht sich um einen Familienvater aus einem kleinen Dorf in Ohio, der von Albträumen über einen apokalyptischen Wirbelsturm geplagt wird. Hinter seinem Haus beginnt er einen Schutzkeller auszuheben. Die Jury vergibt den Preis, weil der Film “auf intime Art und Weise die Intuition erforscht, die alle Menschen besitzen, aber oft genug ignorieren.” Take Shelter kommt am 22. März 2012 in die Schweizer Kinos.
Charles Ferguson, Stephen Nemeth, John Battsek, Eline Flipse, Nino Kirtadze vergaben das Goldene Auge im Internationalen Dokumentarfilmwettbewerb an Cindy Meehls Buck. Buck Brannaman reist neun Monate pro Jahr als “Pferdeflüsterer” durch Amerika und stellt fest: „Statt Menschen mit Pferdeproblemen zu helfen, helfe ich eher Pferden mit Menschen-Problemen.” Die Jury lobte den Film als “bewegendes Porträt einer charismatischen Persönlichkeit”.
Im Deutschsprachigen Spielfilmwettbewerb wurde das Goldene Auge an den österreichischen Erstlingsfilm Atmen von Karl Markovics vergeben. Die Jury um Xavier Koller, Pasquale Aleardi, Florian Keller, Florian Cossen und Janine Jackowski lobte den “poetischen Minimalismus” des Films, der “ungemein stilsicher komponiert” sei und “durch seine grosse künstlerische Reife” überzeuge. In Atmen sitzt der 19-jährige Roman Kogler wegen Totschlags seit vier Jahren in der Jugendstrafanstalt und steht kurz vor seiner Entlassung. Eine erfolgreiche Resozialisierung ist ein schwieriges Unterfangen, doch Roman findet eine Stelle bei einem Bestattungsunternehmen, wo er nach dem ersten Schock den respektvollen Umgang mit den Toten lernt. Die Jury vergab zudem eine Besondere Erwähnung an Kriegerin von David F. Wnendt, ebenfalls ein Erstlingsfilm.
Im Deutschsprachigen Dokumentarfilm Wettbewerb vergab die Jury um Jacqueline Zünd, Güzin Kar, Christian Beetz und Vincent Lucassen das Goldene Auge an Darwin vom Schweizer Nick Brandestini. Der Filmtitel ist der Name einer kleinen Siedlung mitten in der kalifornischen Wüste, die gerade noch 35 Einwohner zählt und die Brandestini porträtiert. Eine “heitere Geschichte über den American Way of Life” und über “die grossen Themen des Lebens, erzählt in unglaublich starken Bildern”, so die Jury.
Der Critic’s Choice Award des Schweizerischen Verbands der Filmjournalistinnen und Filmjournalisten für den besten Erstlingsfilm in einem der beiden Spielfilmwettbewerbe ging an den norwegischen Film Happy, Happy von Anne Sewitsky. Der Film erzählt von zwei Paaren im norwegischen Hinterland, deren Ehen nicht auf festem Fundament stehen, was zu einer Affäre führt. Die Jury um Monika Schärer, Irene Genhart und Peter Holdener lobte, der Film sei “komponiert wie ein bittersüsses Liebeslied, mehrstimmig, mit dissonanten Zwischentönen, in Dur und Moll.”
Das Publikum entschied sich aus den vier Wettbewerben für den Schweizer Dokumentarfilm Unter Wasser atmen – Das zweite Leben des Dr. Nils Jent von Andri Hinnen und Stefan Muggli, womit der Publikumspreis ebenfalls an ein Erstlingswerk geht. Dieser erzählt vom jugendlichen Nils, der bei einem Motorradunfall beinahe sein Leben verliert und vollständig gelähmt, der Sprache beraubt und erblindet aus dem Koma erwacht. Mit unbändiger Willenskraft, kämpft sich Nils ins Leben zurück.