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Entstanden 1943 im Rahmen der Mobilmachung vor dem Zweiten Weltkrieg, ist die Pa-trouille des Glaciers heute ein internationales Skitourenrennen, das alle zwei Jahre 4500 Sportlerinnen und Sportler auf die Strecke zwischen Zermatt und Verbier lockt. Nicht nur die sportliche Leistung der Dreierpatrouillen macht die Faszination des Anlasses aus, sondern auch die vielen Gegensätze, die hier aufeinandertreffen: Militär und Zivilleben, Spitzen- und Breitensport, Ruhe und Chaos, Freud und Leid.
Die vielen Seiten der Patrouille des Glaciers zeigt die Ausstellung «La Patrouille des Glaciers–Plus jamais … pour toujours», die bis Ende Februar im Museum Charmey zu sehen ist. Das Museum hat die Schau vom Musée de Bagnes in Le Châble bei Verbier übernommen, welches sie 2014 erstmals gezeigt hat, 30 Jahre nach der Wiederbelebung der Patrouille des Glaciers 1984.
Geschichten des Leidens
Ausrüstungsobjekte, Fotos, Filme und andere Dokumente zeichnen die Geschichte der Patrouille des Glaciers nach. So sind etwa die Ski von Ernest Stettler zu sehen, einem der Sieger von 1943. Zwölf Stunden und sieben Minuten brauchten er und seine zwei Mitstreiter für die damals 45 Kilometer lange Strecke. Mit Uniform, Lederschuhen und Holzski waren sie unterwegs, und jeder Teilnehmer trug einen zwölf Kilo schweren Rucksack und sein Gewehr. Kurz vor Verbier galt es eine Schiessübung zu absolvieren; wer nicht traf, wurde mit zehn Minuten Zeitzuschlag bestraft. Nebst der Mannschaft von Ernest Stettler kam nur eine weitere Patrouille geschlossen ins Ziel; sechs schafften es zu zweit, die restlichen zehn verirrten sich im Nebel und mussten gerettet werden.
Bei der zweiten, auf die heutigen 53 Kilometer verlängerten Durchführung im Jahr 1944 nahmen bereits 64 Dreierteams teil; die Siegerzeit lag bei 13 Stunden und 16 Minuten. 1949 fand die dritte und vorerst letzte Patrouille des Glaciers statt: Nach dem Absturz einer Seilschaft, die erst nach acht Tagen geborgen werden konnte, wurde der Anlass eingestellt und erst 1984 wiederbelebt. Heute findet die Patrouille alle zwei Jahre statt–die aktuelle Bestzeit aus dem Jahr 2010 liegt bei fünf Stunden und 52 Minuten.
Museum Charmey. Bis zum 28. Februar. Mo. bis Sa. 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr, So. 14 bis 17 Uhr. Am 1. Januar geschlossen. Infos: www.musee-charmey.ch
Programm
Persönliche Einblicke in die Patrouille
Fr., 8. Januar:Geführte Besichtigung mit Eric Balmer aus Charmey, der von seinen eigenen Erfahrungen auf der Patrouille des Glaciers erzählt. 18 Uhr.
So., 7. Februar:Geführte Besichtigung mit Jacques Bourgeois, Nationalrat und mehrfacher Patrouille-des-Glaciers-Teilnehmer. 16.30 Uhr.
Fr., 19. Februar:Besichtigung und Vortrag mit Brigadier Marius Robyr, Kommandant der Patrouille des Glaciers von 1990 bis 2008. 18.30 Uhr.
So., 28. Februar:Geführte Besichtigung zur Finissage mit Konservator Patrick Rudaz. 16.30 Uhr.cs