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Nach der Definition der Internationalen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (IASP) wird von neuropathischem Schmerz dann gesprochen, wenn eine Läsion oder Dysfunktion des zentralen oder peripheren Nervensystems die Ursache der Schmerzen darstellt. Klinisch sind neuropathische Schmerzen, d.h. chronische Schmerzen nach Läsionen des Nervensystems, durch brennende Spontanschmerzen, einschießende Schmerzattacken und evozierte Schmerzen charakterisiert (TÖLLE und BARON 2002).
Die ihnen zugrunde liegenden Mechanismen sind komplex und noch immer nicht ausreichend geklärt. Damit bleibt die Therapie neuropathischer Schmerzen weiterhin schwierig und für die betroffenen Patienten oft unzureichend.
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Der neuropathische Schmerz entwickelt sich infolge von Beschädigung entweder des peripheren oder des zentralen Nervensystems. Anders als der normale Schmerz dient er nicht dem Dienst der Gefahrenerkennung. Er ist charakterisiert durch brennenden Spontanschmerz und/oder evozierten Schmerz verbunden mit Hyperalgesie und Allodynie (COLLINS und
CHESSELL 2005). Anders als physiologischer Schmerz (nozizeptiver Schmerz) ist der neuropathische Schmerz nicht selbstlimitierend und damit nicht einfach zu behandeln.
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Hier ein ausführlicher Link über Symptome, Diagnose und mehr zur Neuropathie.
1. Was ist eine Polyneuropathie?
Unter einer Polyneuropathie versteht man eine Nervenerkrankung, bei der in der Regel viele Nerven gleichzeitig betroffen sind. (Ausnahmen bilden so genannte Mononeuropathien diese sind selten und geben immer besonderen Anlass eine andere Erkrankung auszuschließen) Bei den Nerven, die dabei gemeint sind, handelt es sich um Nervenstränge- und fasern, die für die Wahrnehmung und Leitung von Empfindungen ( wie Berührungsreize, Wärme, Kälte, Schmerz) unserer Haut und unseren Organen zum Gehirn zuständig sind. Und um die Nerven, über die unser Gehirn den Muskeln vermittelt und wie stark sie sich bei Bewegungen zusammenziehen müssen. Bei diesen Nerven handelt es sich um sichtbare und teilweise auch tastbare Leitungsbahnen, die mit Stromkabeln durchaus vergleichbar sind. An manchen körpernahen Stellen sind diese "Kabel" fingerdick, in ihren Endaufzweigungen sind sie haardünn. Ähnlich wie Stromkabel bestehen sie aus Leitungsbahn und Isolierung, wobei der innere Aufbau etwas komplizierter ist als bei einem Stromkabel. Bei den verschiedenen Formen der Polyneuropathie kann einerseits hauptsächlich die Isolierung (Myelin) Schaden nehmen, bei anderen Erkrankungen eher die eigentliche Leitungsbahn (Axon).
..... Im höheren Alter sind andere Kriterien notwendig
Etwa 3% aller Menschen über 60 leiden unter einer Polyneuropathie. Bei der neurologischen Routineuntersuchung von Menschen über 60 Jahren finden sich allerdings viel häufiger Auffälligkeiten, wie man sie bei Polyneuropathien findet. In einer Metaanalyse der Daten von fast 10 000 Menschen ohne spezielle Beschwerden über 60 Jahren fand sich ein fehlendes Vibrationsempfinden an der Großzehe bei 29 % [95 % CI 18 % to 38%], über den Sprunggelenken bei 15 % [95 % CI 11 % to20%], und fehlende Achillessehnenreflexe bei 23 % [95 % CI 16 % to 30 %]. Ohne typische Beschwerden und ohne weitere Befunde (eingeschränkter Lagesinn, sensible Ataxie, Muskelschwäche, Nervenleitgeschwindigkeiten.......) sollte deshalb bei Menschen über 60 nur mit Vorsicht eine Polyneuropathie diagnostiziert werden.