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+GF+
Werkbahn-Wagen K 116
Der +GF+-Werkbahn-Wagen
K 116 ist ein letzter Zeuge der einstmals bedeutenden Werkbahn
der Georg Fischer Aktiengesellschaft. Der Museumsverein Schaffhausen
hat sich dafür eingesetzt, dass der Güterwagen nach
der Stilllegung der Werkbahn erhalten blieb und sogar restauriert
wurde. Nun hat sich Reto Artusi, CEO Medipack, bereit erklärt,
dem Güterwagen auf dem Areal des ehemaligen Werks III einen
endgültigen Standort bereitzustellen.
Von Jürg Zimmermann, Ehrenmitglied und ehemaliger Präsident
des Museumsvereins.
Um den prekären Verkehrsverhältnissen im Mühlental
abzuhelfen, entstand auf Anregung des Schaffhauser Stadtrats ein
Projekt, das den Bau einer meterspurigen Strassenbahnlinie durch
das Mühlental bis zum Birch vorsah. Neben den Fahrzeugen
der Werkbahn und auf Rollschemeln verladenen normalspurigen Güterwagen
waren auf dieser Strecke gleichzeitig Tramkurse vorgesehen, um
den Arbeiterverkehr zu erleichtern.
Die Aktionärsversammlung der Eisen- und Stahlwerke stimmte
am 30. März 1911 dem Kredit für die Erstellung einer
Werkbahn zu. Am 18. August 1911 wurde zwischen der Stadt Schaffhausen
und der Aktiengesellschaft der Eisen- und Stahlwerke ein Vertrag
betreffend den Bau und Betrieb einer elektrischen Strassenbahn
vom Bahnhof bis Birch abgeschlossen. Die Bauarbeiten für
die Mühlentallinie begannen im Mai 1912. Am 10. Juni 1913
erfolgte die Betriebsaufnahme. Der Verlad der normalspurigen Güterwagen
auf Rollschemel, der bisher beim Güterbahnhof SBB erfolgte,
fand ab Februar 1957 bei der neuen Rollschemelanlage Mühlental
(am Eingang des Mühlentals) statt.
Einst ein ansehnlicher Fahrzeugpark
Der +GF+-Werkbahn stand ein stattlicher Fahrzeugpark zur Verfügung.
Für die Beförderung der Rollschemel und der zahlreichen
firmeneigenen Güterwagen beschafften sich die Eisen- und
Stahlwerke bei der SLM Winterthur und der Maschinenfabrik Oerlikon
1913 zunächst zwei vierachsige elektrische Lokomotiven. Eine
dieser Lokomotiven überlebte bei der Museumsbahn Blonay-Chamby.
Als Ergänzung zu den erwähnten Ge 4/4 beschaffte man
bei der SIG und der MFO 1915 eine zweiachsige Lokomotive, 1921
konnte noch eine zweite Lokomotive des Typs Ge 2/2 bei den gleichen
Firmen erstanden werden (siehe Rollmaterialverzeichnis bei Zimmermann
und Gerbig, Die Schaffhauser Strassenbahnen, Verlag Peter Meili,
Schaffhausen 1976).
Im Jahre 1957 wurde die Tramlinie Bahnhof-Birch auf Autobusbetrieb
umgestellt. Seit den 1970er-Jahren konzentrierte sich der Betrieb
der Werkbahn immer mehr auf die Zu- und Abfuhr von Normalbahnwagen
von der Rollschemelanlage zu den Werken im vorderen Abschnitt
des Mühlentals. Ab 1980 wurde die Werkbahn stark verkürzt.
Sie verkehrte zuletzt nur noch bis zum Werk I, Stahlgiesserei.
Der elektrische Betrieb wurde durch Dieseltraktion ersetzt (zweiachsige
Diesellok „Georg V“).
Eine nachhaltige Lösung gefunden
Der Werkbahn-Güterwagen K 116, der von Max Thierstein sorgfältig
restauriert wurde, gelangte zunächst in den Besitz des Museumsvereins
und stand in der ehemaligen Stahlgiesserei +GF+. Auf Vermittlung
von Martin Huber, ehemaliger CEO Georg Fischer, erklärte
sich der Geschäftsleiter der Firma Medipack AG, Schaffhausen,
Reto Artusi, erfreulicherweise bereit, den Wagen in seine Obhut
zu übernehmen.
Nach einem Augenschein von Präsident Andreas Schiendorfer
und Kassier Kurt Walter bei der Firma Medipack, der sie von der
vorgesehenen Lösung restlos überzeugte, überlässt
der Museumsverein Reto Artusi den Wagen mit bestem Dank für
dieses Entgegenkommen. Sobald der Werkbahn-Güterwagen K 116
sein neues Zuhause bezogen hat, werden wir in einem Folgeartikel
darüber informieren.