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Cité Bel-Air-Métropole
Adresse
1003 Lausanne
VD
Architektur
Weitere Bauphasen
Mit der monumental wirkenden Cité Bel-Air-Métropole in Lausanne entstand 1932 eine kleine Stadt in der Stadt: Die vielseitige Nutzung, die von Kultur über Kulinarik bis Wohnen und Arbeiten reicht, orientiert sich an den amerikanischen Wolkenkratzern. Die Modernität ist dem ersten Hochhaus der Schweiz aber nur bedingt anzusehen, konterkarieren doch die streng symmetrische Konzeption und die traditionelle Materialisierung die technisch innovativen Seiten des Gebäudes.
Chronologie
Der Zürcher Bauunternehmer Eugen Scotoni kaufte 1929 das Gründstück an der Place Bel-Air mit einem Projekt von Eugène Jost. Danach beauftragte er Alphonse Laverrière mit der Überarbeitung des Entwurfs. Im Juli 1932 wurde das multifunktionale Gebäude, das als das erste Hochhaus in der Schweiz gilt, fertiggestellt. Das Kino-Theater mit 1600 Plätzen konnte hingegen schon am 26. Dezember 1931 eingeweiht werden. 2006 wurde das ehemalige Kino, die sogenannte Salle Métropole, restauriert. 2016 folgte dann eine umfassende Sanierung durch das Lausanner Architekturbüro CCHE.
Lage
Die Cité Bel-Air-Métropole befindet sich im Herzen von Lausanne inmitten des Stadtteils Centre. Im Norden führt die stark frequentierte Rue des Terreaux vorbei, im Süden liegen die Rue de Genève und das pulsierende Flon-Quartier. Im Westen dockt ein in ähnlicher Sprache ausgebildetes Gebäude nahezu nahtlos an das Hochhaus an. Ostseitig ist dem Bau ein öffentlicher Platz, die Place Bel-Air, vorgelagert, der auf dem Dach des Nachbargebäudes liegt. Durch die Hangsituation setzt das ohnehin schon exponiert gesetzte Hochhaus einen noch markanteren Akzent im städtischen Gefüge. Diverse Treppen und Brücken erschliessen die Terrainunterschiede und prägen gleichzeitig die unmittelbare Umgebung.
Beschreibung
Die Cité Bel-Air-Métropole besitzt einen hufeisenförmigen Grundriss mit ursprünglich offenem Hof. Durch die topografisch bedingten Höhendifferenzen weisen die verschiedenen Seiten eine unterschiedliche Geschossanzahl auf: Der nördliche Trakt gegen die Rue des Terreaux hat sieben Geschosse, der rund 15 Meter tiefer gelegene südliche Längsflügel gegen die Rue de Genève elf. Der dominante ostseitige Turm bildet schliesslich das eigentliche Hochhaus und ragt mit 20 Geschossen und fast 67 Metern über das Niveau der Rue de Genève respektive mit 16 Geschossen und 53 Metern über die Place Bel-Air hinaus. Bei der Konstruktion handelt es sich um ein Stahlskelett, das mit Mauerwerk ausgefacht und mit Naturstein in verschiedenen Graubrauntönen verkleidet ist. Das präzis gezeichnete Fugenbild betont die strenge Komposition des klassizistisch anmutenden, aber dennoch weitgehend schmucklosen Baus. Das zurückversetzte, von einem dezenten Vordach abgeschlossene Sockelgeschoss ist in hellbraunem Marmor gestaltet, die dortigen Fenster der Ladenlokale sind grossformatig ausgebildet und bündig in die Wand eingelassen. Die Fenster der ersten drei Obergeschosse sind hingegen auf allen Gebäudeseiten durch einen profilierten Rahmen zu einer vertikalen Achse zusammengefasst. Nur beim Portikus an der Ostfassade, der über zwei Etagen ragt, sind die Fenster der darüberliegenden Achsen einzeln gerahmt. Diese Form der Fassung prägt auch fast alle anderen Fenster am Hochhaus. Die Südseite wird durch sieben gleichmässig angeordnete Risalite rhythmisiert, die beim Vordach ansetzen und bis zum dritten Obgergeschoss reichen. Das vierte Obergeschoss wird an den beiden Längsfassaden von einem schlichten Gesims begrenzt, wobei dann das fünfte wie auch das sechste Obergeschoss zurückversetzt ist. Letzteres weist einen niedrigen, weiss verputzten Anbau auf. Diese Abtreppungen zeigen sich auch an der Ostfassade, die von leichten Vor- und Rücksprüngen geprägt ist. Beim Turm sind die beiden obersten Geschosse zurückversetzt. An der Nordseite befindet sich ein eingezogener Eingangsbereich mit Art-Déco-Elementen und grünlichen Glasbausteinen.
Literatur