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Liegend-Titel wieder an Bürge
07.09.2006 - (Shd) Nach 2003 und 2004 hat Marcel Bürge (Lütisburg) an den SM der Sportschützen in Thun zum dritten Mal den nationalen Meistertitel im olympischen Kleinkalibergewehr-Liegendschiessen
gewonnen. Silber ging überraschend an Markus Mölbert (Cham), Bronze an Simon Beyeler (Schwarzenburg).
Bürge, als derzeit leistungsstärksten Gewehrschützen, fiel der Sieg allerdings nicht leicht in den Schoss. Er erhielt überraschend starken Widerstand des bisher wenig bekannten Markus Mölbert aus Cham. Der 34jährige Elektroingenieur absolvierte einen ausgezeichneten Qualifikationswettkampf und erreichte trotz unkonventioneller Stellung und nur mit einer Schiessjacke ausgerüstet das gleiche Resultat wie Bürge.
Im Final wog die Routine und Erfahrung von Bürge letztlich aber mehr als die Unbekümmertheit das Aussenseiters Mölbert, der zum zweiten Mal an Schweizermeisterschaften teilnahm und im letzten Jahr 23. wurde. Zuerst wunderte man sich aber über Mölbert, der nach den ersten beiden Finalschüssen das Zwischenklassement mit 1,6 Punkten Vorsprung anführte. Mit dem vierten der zehn Zusatzschüsse änderte sich das Bild aber, als Bürge die Führung übernahm und sukzessive ausbaute. Dafür wurde Mölbert für seine beherzte Leistung verdientermassen mit der Silbermedaille belohnt.
In den drei Armeewaffenkonkurrenzen Karabiner, Sturmgewehr 57 und 90 hat einzig Bruno Kellenberger (Rorschacherberg) seinen im letzten Jahr gewonnenen Titel (Sturmgewehr 57) verteidigen können. Auf das drittbeste Liegendresultat mit 146 Punkten auf die in fünf Trefferfelder eingeteilte Scheibe schoss der 47-jährige St. Galler kniend mit 145 Punkten die Stellungsbestleistung. Mit dem Gesamttotal von 291 verbesserte er schliesslich seinen eigenen, im letzten Jahr aufgestellten nationalen Rekord, um drei Punkte.
In der Sparte Sturmgewehr 90 (Zweistellungen) gewann Martin Jäggi die Goldmedaille, nachdem er vor zwei Jahren schon Dritter gewesen war. Nach den 30 Liegendschüssen sah es allerdings noch nicht rosig für den Luzerner aus; sein Neunpunkte-Rückstand auf den Stellungsbesten Waadtländer Gilbert Chabloz war bereits erheblich. Doch kniend änderte sich das Bild. Jäggi war mit 273 Bester und setzte sich an die Spitzte der Gesamtwertung, während Chabloz, der schon in der ersten Serie kniend unter die Räder geriet, aufgrund der schlechteren letzten Serie als Gesamtvierter sogar noch aus den Medaillenrängen fiel.
Im Karabinerschiessen holte Hans Eggli (Stäfa), der vor zwölf Jahren einmal eine Bronzemedaille gewonnen hatte, erstmals einen nationalen Titel. Der 53jährige Eidgenössische Schützenkönig von 2000 in Bière setzte sich mit einem knappen Einpunktevorsprung vor Heinz Tschanz, der 2001 Silber und vor zwei Jahren die goldene Auszeichnung gewann, durch.
Nach seinem Titelgewinn mit der Zentralfeuerpistole gewann Liborio Gattuso (Chêne-Bougeries) auch die Goldmedaille im Sportpistolen-Programm auf 25 m. Der Genfer besiegte im einmaligen Ausstich den nach der Qualifikation punktgleichen Paddy Gloor aus Teufen mit 46 gegen 44 Punkten. Gloor hatte in diesem Jahr schon die Bronzemedaille an der Luftpistolen-Meisterschaft gewonnen.