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Postkarte verschickt, und mysteriöser Weise kommt sie nie an? Was häufig als Ausrede dient, passierte so in der Niederlande tatsächlich. Eine Postkarte brauchte für den nationalen Versand sogar ganze 42 Jahre. Die 64-jährige Ludwina Verhoeven freute sich über die Nachricht, dass sie endlich eine Postkarte von ihrer Schwester erhält.
Die Aufschrift der Karte ist schlicht: Dort heisst es lediglich «Grüsse», unterzeichnet von Veronica, Jan und Matthijs und adressiert an Ludwina und Piet Verhoeven in Nieuw-Vennep, südwestlich von Amsterdam. Die Karte wurde im Sommer 1980 aus Hoeven in der südlichen Provinz Brabant verschickt. Dabei ist die Distanz relativ klein: Mit dem Auto hätte man von Hoeven nach Niew-Vennep bloss eineinhalb Stunden.
Return to Sender
Die Postkarte zeigt eine Auswahl von Bildern des örtlichen Campingplatzes, einschliesslich eines Hinweises auf das Duschgebäude und die Toiletten, und wurde letzte Woche – mehr als vier Jahrzehnte nach dem Versand – von der niederländischen Post mit dem Vermerk «ungültige/unvollständige Adresse» an den Ort zurückgeschickt.
Verhoeven sagte, dass ihr Sohn in den sozialen Medien vom unglaublichen Wiederauftauchen der Karte erfahren habe. Sie rief ihre Schwester an, die ihre alten Fotoalben ausgrub und herausfand, dass sie 1980 tatsächlich auf dem Campingplatz Hoeven Ferien gemacht hatte.
Die Adresse auf der Postkarte stimmt – noch immer. «Ich wohne sogar noch dort. Und wieso ist sie jetzt plötzlich wieder aufgetaucht?», wunderte sich Verhoeven, wie das Newsportal «Omroep Brabant» berichtet.
Das sagt die Post
Wieso die Postkarte nicht zugestellt wurde, lässt sich nicht mehr herausfinden, sagt ein Mediensprecher der Post: «Weil früher mehr Handarbeit bei der Postvorbereitung gemacht wurde, ging schon mal eine Karte verloren. Vielleicht ist das auch bei dieser Karte passiert. Dann taucht sie zum Beispiel bei einem Umzug oder einer Renovierung auf.»
Eine andere Möglichkeit sei: «Oder die Karte wurde 1980 an eine falsche Adresse geliefert und ist dort bis heute geblieben.» So oder so, der Campingplatz Hoeven – der inzwischen umbenannt wurde – wird die Karte an Verhoeven weiterleiten. «Sie ist in einem ausgezeichneten Originalzustand», sagte ein Mitarbeiter dem Sender NOS. «Wir werden sie also wahrscheinlich in einem Umschlag verschicken.»
«Etwas ganz Besonderes, diese Karte zu erhalten»
Sowohl Verhoevens Ehemann, an den die Karte ebenfalls adressiert war, als auch ihr Schwager, der die Karte mitunterzeichnete, sind inzwischen verstorben. «Jan ist mein Schwager, er ist vor vier Jahren gestorben. Mein Mann, Piet, hat uns im Februar verlassen. Deshalb ist es für mich etwas ganz Besonderes, diese Karte zu erhalten.»
(jaw)