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Die DDR verfügte über eine vielfältige Kabarettlandschaft, deren Aufbau seit Beginn der 1950er-Jahre staatlich gefördert wurde. Obwohl die Kabaretts zahlreichen Beschränkungen und Zensureingriffen unterlagen, gehörten sie zu den wenigen Orten, an denen öffentlich Kritik an bestehenden Verhältnissen geübt und erlebt werden konnte. Die umfangreiche Studie von Christopher Dietrich beleuchtet erstmals das gesamte Spektrum des politisch-satirischen Kabaretts in der DDR. Einbezogen werden die zwölf Berufsensembles von der Berliner »Distel« bis zu den »Lachkartenstanzern« aus Karl-Marx-Stadt, zahlreiche Amateurgruppen und freischaffende Solisten wie O. F. Weidling und Hansgeorg Stengel. Berücksichtigung fanden ausserdem kirchliche Laienkabaretts und subkulturelle Gruppen, die zum Teil unter konspirativen Bedingungen auftraten. Dabei offenbart sich statt eines festen Systems der politischen Kontrolle ein vielschichtiges
und dynamisches Wechselverhältnis von Künstlern, Kulturpolitik und MfS.
Christopher Dietrich, geboren 1979 in Rostock. Magisterstudium der Geschichte und Germanistik an der Universität Rostock. Seit 2002 freischaffender Kabarettist (Kabarett Dietrich & Raab) und satirischer Autor. 2014 Promotion im Fach Zeitgeschichte.