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Die Schweiz und die Philippinen, die 1957 diplomatische Beziehungen aufnahmen, pflegen seit Langem ein gutes Verhältnis. Dieses ist gekennzeichnet durch einen regelmässigen politischen Dialog, regen Handel und punktuelle Einsätze der Humanitären Hilfe bei Naturkatastrophen.
Bilaterale Beziehungen Schweiz–Philippinen
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Die Schweiz pflegt seit 1957 diplomatische Beziehungen mit den Philippinen. Seit 2001 führen die beiden Länder einen regelmässigen politischen Dialog. Die Schweiz leistet vor allem beim Bangsamoro-Friedensprozess Unterstützung. Zudem setzte sie sich für die Rückgabe unrechtmässig erworbener Vermögenswerte ein.
Zum 60-jährigen Bestehen ihrer diplomatischen Beziehungen organisierten die beiden Länder 2017 während des ganzen Jahres zahlreiche Anlässe.
Zudem haben die Schweiz und die Philippinen ihre Beziehungen im Rahmen des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN) ausgebaut. Die Philippinen übernahmen 2017 den Vorsitz des Verbandes, und die Schweiz ist seit Juli 2016 sektorielle Partnerin der ASEAN. Die Philippinen waren 1967 eines der fünf Gründungsländer der ASEAN.
Die Schweizer Botschaft in Manila ist auch für die Beziehungen der Schweiz zu den Marshallinseln, zu Mikronesien und zur Republik Palau zuständig.
Wirtschaftliche und finanzielle Beziehungen
Auch wenn die Wirtschaftsbeziehungen relativ bescheiden sind, entwickeln sich die Philippinen zu einem immer wichtigeren Handelspartner der Schweiz in Südostasien. Die Schweiz exportiert vor allem pharmazeutische Erzeugnisse, Maschinen und Uhren und importiert Edelsteine, Maschinen und Agrarprodukte.
Etwa 13’000 Arbeitsplätze auf den Philippinen sind auf die rund 60 Schweizer Firmen zurückzuführen.
Im April 2016 unterzeichneten die Philippinen ein Freihandelsabkommen mit der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA), der auch die Schweiz angehört.
Im Juni 2013 wurde eine gemischte Wirtschaftskommission geschaffen, die die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern stärken soll. Sie tritt ungefähr alle zwei Jahre zusammen. Das erste Treffen fand im Juli 2014 in Manila statt.
Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation
Forschende und Kulturschaffende aus den Philippinen können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Seit 2002 können junge Berufsleute aus den Philippinen dank des sogenannten Stagiaireabkommens ihre Berufs- und Sprachkenntnisse in der Schweiz erweitern.
Friedensförderung und menschliche Sicherheit
Die Schweiz unterstützt mehrere Projekte auf den Philippinen, vor allem zum Thema Vergangenheitsarbeit und Transitionsjustiz im Rahmen des Bangsamoro-Friedensprozesses. Zudem setzte sie sich für die Rückführung der Marcos-Gelder in die Philippinen ein.
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Über die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und die Humanitäre Hilfe hat die Schweiz bereits bei verschiedenen Naturkatastrophen auf den Philippinen Hilfe geleistet, so etwa nach dem Taifun Haiyan/Yolanda vom November 2013. In diesem Zusammenhang leistete sie zwischen 2013 und 2016 einen Beitrag von insgesamt 7 Millionen Franken. Die Glückskette der Schweizer Zivilgesellschaft sammelte nach den Taifunen 42 Millionen Franken für Nothilfemassnahmen und Projekte.
Zur Unterstützung der DEZA-Projekte in Südostasien und im Pazifik und zur raschen Intervention bei Naturkatastrophen in diesen Regionen sind seit 2013 zwei regionale Experten für Katastrophenvorsorge und ‑management in Bangkok stationiert. Diese unterstützen zudem die ASEAN beim Kapazitätsaufbau im Bereich Katastrophenvorsorge und Soforthilfe.
Weitere Entwicklungsprojekte werden punktuell durchgeführt.
Kulturaustausch
Die Schweizer Botschaft in Manila organisiert regelmässig kulturelle Anlässe auf den Philippinen. 2017 wurden in beiden Ländern zahlreiche Veranstaltungen zum 60-jährigen Bestehen der diplomatischen Beziehungen durchgeführt.
Schweizerinnen und Schweizer in den Philippinen
2016 lebten 3623 Schweizerinnen und Schweizer auf den Philippinen.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich zwischen der Schweiz und den Philippinen, damals noch eine spanische Kolonie, rege Wirtschaftsbeziehungen. Ein Vorstoss des Glarner Unternehmers und Nationalrats Peter Jenny führte 1862 zur Eröffnung des Schweizer Konsulats in Manila, das erste Schweizer Konsulat in Asien. 1879 gründeten Schweizer Versicherungsgesellschaften Agenturen auf den Philippinen. Vor dem Zweiten Weltkrieg waren rund 15 Schweizer Unternehmen auf den Philippinen tätig, vorab im internationalen Handel, in der Holzindustrie und der Plantagenwirtschaft.
Die Schweiz anerkannte die Republik der Philippinen am 4. Juli 1946 offiziell. Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen erfolgte 1957.
Nach dem Sturz von Präsident Ferdinand Marcos im Jahr 1986 blockierte der Bundesrat die Gelder der Marcos-Familie, die sich auf Schweizer Bankkonten befanden. 2004 kam das Verfahren um die eingefrorenen Gelder zum Abschluss; sie wurden an die philippinischen Behörden ausbezahlt.