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Sex und Theorie. Ein kritischer Vergleich der Sexualitätskonzepte von F. Morgenthaler und J. Laplanche
AbstractDie Sexualitätskonzepte von Morgenthaler und Laplanche werden verglichen. Sie sind sich darin ähnlich, dass sowohl Morgenthaler wie Laplanche den Versuch machen, dem irritierendsten Aspekt der menschlichen Sexualität, nämlich ihrer nicht naturhaften, sondern kulturell bedingten, fundamentalen Konflikthaftigkeit, einen Ort zuzuweisen. Während Morgenthaler diese v.a. auf Kosten der spezifischen Bedingtheiten unserer gesellschaftlichen Organisationsform setzt, findet Laplanche in seinem Konzept der Urverführung eine von speziellen gesellschaftlichen Strukturen unabhängige anthropologische Grundsituation, die ubiquitär ist und die durch die Asymmetrie zwischen der kindlichen und der erwachsenen Psyche charakterisiert ist. Morgenthalers Modell bedient sich v.a. der statischen Begrifflichkeit der ichpsychologischen Instanzenlehre, Laplanche arbeitet dagegen mit einem dynamischen, interpersonellen Modell des Unbewussten, das er in seiner allgemeinen Verführungstheorie entwickelt hat.
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