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Es war einmal – oder es war auch nicht ... aber was soll's...
hier meine Lebensgeschichte:
Es war einmal ein König und eine Königin, die lebten in einem schönen Schloss in einem kleinen Königreich. Sie hatten zwei ganz wunderschöne Töchter. Von der älteren, der beiden Prinzessinnen will ich euch erzählen. Diese Prinzessin entsprach so gar nicht den Vorstellungen des Königs und der Königin. Sie war wild und ungestüm, jähzornig und ungeduldig. So schickten die verzweifelten Eltern das Mädchen, in die Lehre zu einem Magier. Dieser war ein Schwarzkünstler und gestrenger Mann. Die Prinzessin lernte aus Buchstaben und Druckfarbe Bücher herzustellen. Vorzugsweise natürlich Zauberbücher und Bücher mit allerlei geheimnisvollen, uralten Geschichten. Diese Arbeit war aber sehr anstrengend und eigentlich für eine Prinzessin völlig ungeeignet. Sie musste die bleischweren Druckstöcke herumschleppen, die riesengrosse Druckpresse betätigen und Kistenweise Papier stapeln. Ihre zarten Prinzessinnenhände waren schon bald schwarz wie die finsterste Nacht. Doch die Prinzessin liebte diese Arbeit. Denn abends, wenn sie mit müden, schmerzenden Beinen in ihrem Bett lag, las sie die Bücher, die sie tagsüber mit ihrem Meister hergestellt hatte.
So lernte sie viele, uralte, weise Geschichten kennen. Auch die Zauber- und Magiebücher hatten es ihr angetan. Nach den lehrreichen Jahren beim alten Schwarzkünstler, kehrte sie zurück in ihr Elternhaus. Eines Tages lernte sie dann, beim Schlossbrunnen einen kleinen, frechen Frosch kennen. Naja, du kennst die Geschichte. Nun, nachdem sie ihn erfolgreich an die Wand geschmissen hatte und er sich in einen vielversprechenden Prinzen verwandelt hatte, heirateten die beiden. Sie bekamen eine Prinzessin und zwei Prinzen und regierten von nun an ihr eigenes Königreich. Die Prinzessin und die Prinzen wurden erwachsen und nun erinnerte sich die Königin wieder an die alten Geschichten- und Zauberbücher, die sie früher hergestellt hatte. Sie holte alle wieder hervor und begann zu lesen, lesen, lesen . . . und sie begann zu erzählen, erzählen, erzählen . . . und wenn sie nicht gestorben ist, so erzählt sie noch heute. Und wenn du ihr lauschen willst, dann melde dich bei ihr.