Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03403.jsonl.gz/448

Lebensraum
Wenn der Storch in der Schweiz überleben soll, müssen wir ihm gute Lebensräume zur Verfügung stellen. Störche lieben Wiesen und Feuchtgebiete, d.h freie Flächen, die regelmäßig von Wasser bedeckt sind wie z.B. Flussauen und überschwemmte Wiesen oder von Bächen, Flüssen und Seen durchzogene Landschaften. Hier findet der Storch die Tiere, die für die Aufzucht der Küken wichtig sind. Sind die Wiesen von hohen Bäumen begrenzt, dann kann er dort einen Nistplatz bauen und die kleineren Büsche und Weiden bieten Tieren, die er als Nahrung braucht, Schutz und Unterschlupf.
Störche sind Kulturfolger, d.h. sie leben in dem vom Menschen geschaffenen Lebensraum und und ihre Existenz ist mit der Landwirtschaft eng verbunden. Flächen, die "extensiv" bewirtschaftet werden, d.h. die nur schwach beweidet werden und in denen deshalb eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt lebt, bieten dem Storch eine gute Nahrungsgrundlage. Bei Wiesen ist es für die Störche wichtig, dass sie in den richtigen Abständen gemäht werden: wird zu wenig gemäht, dann droht die Gefahr, dass die Fläche mit Büschen zuwächst, wird zuviel gemäht, dann findet der Storch keine Nahrung mehr. Wichtig ist ausserdem, dass grosse Flächen nicht auf einmal gemäht werden, damit der Storch immer einen Teil der Fläche als Nahrungsquelle hat. Hohes Gras, Getreide und Büsche meidet der Storch in der Regel.
In Feuchtgebieten findet man eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt
Die Intensivierung der Landwirtschaft und der Anbau von Monokulturen im 20. Jahrhundert (Anbau von nur einer Pflanzenart auf einer großen Fläche, z.B. Mais oder Getreide) hat die Nahrungsgrundlage des Weissstorchs stark eingeschränkt. Feuchtgebiete wurden trockengelegt und Schädlinge mit chemischen Mitteln bekämpft, Fluss- und Bachläufe begradigt und eingedolt und damit die Überschwemmung von Wiesen verhindert. Heutzutage werden von den Naturschutzorganisationen viele Massnahmen durchgeführt, um diese Entwicklung wenigstens teilweise rückgängig zu machen. (s. Storchenschutz)
"Storchenparadies"
"Hoch von seinem Horst auf dem alten Bauernhaus überblickt Adebar eine vielgestaltige Landschaft: zum Altarm des Flußes hin stehen betagte, knorrige Eichen, mit kleineren Gehölzgruppen und Weidenbüschen dazwischen. Auf der anderen Seite erstreckt sich über viele Kilometer eine grüne Niederung, auf der hier und dort ausgedehnte, wassergefülte Senken silbern schimmern." (Schulz, 1993) So wird in dem Buch Der Weißstorch. Lebensweise und Schutz ein Paradies des Storches beschrieben.
Eine vielfältige Landschaft gibt nicht nur dem Storch, sondern einer grossen Anzahl von Pflanzen- und Tierarten Lebensraum!