Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03104.jsonl.gz/1745

International gefeiert, ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2011. Voller Hoffnung kehren die Grosseltern aus dem mexikanischen Exil zurück, um ein neues, ein sozialistisches Deutschland aufzubauen. Der Sohn kommt aus der Sowjetunion, mit einer russischen Frau und der Erinnerung ans Arbeitslager - aber noch im Glauben an die Möglichkeit, es besser zu machen. Dem Enkel bleibt nur noch ein Platz in der Realität der DDR. Hier wächst er auf, wohlbehütet, bis es ihm zu eng wird. Seine Flucht in den Westen fällt ausgerechnet auf den Tag, an dem sich Familie, Freunde und Feinde versammeln, um den neunzigsten Geburtstag des Patriarchen zu begehen.
Rezension
Ein pulsierendes, vibrierendes, aufregend lebendiges Werk von enormer gestalterischer Phantasie, aussergewöhnlich mitfühlend und vor allem von scharfem und erhellendem Witz ... Es zeigt uns, dass aus den Trümmern des Ostblocks etwas erwachsen ist, das die Kraft hat zu überdauern: die Kunst dieses Buchs, das die Mauer eingerissen hat zwischen dem russischen Epos und dem grossen amerikanischen Roman. The New York Times
Portrait
Eugen Ruge, 1954 in Soswa (Ural) geboren, studierte Mathematik an der Humboldt-Universität und wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Physik der Erde. 1988 ging er aus der DDR in den Westen, wo er hauptberuflich als Autor fürs Theater und für den Rundfunk sowie als Übersetzer zu arbeiten begann. Für seine dramatischen Arbeiten erhielt Eugen Ruge den Schiller-Förderpreis des Landes Baden-Württemberg; 2009 wurde sein erstes Prosamanuskript «In Zeiten des abnehmenden Lichts» mit dem Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet; für den daraus entstandenen Roman erhielt er den Aspekte-Literaturpreis und den Deutschen Buchpreis 2011. 2013 erschien sein zweiter Roman «Cabo de Gata», 2015 kamen die «Theaterstücke» und ein Band Reisenotizen unter dem Titel «Annäherung» heraus.