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Die beiden Wohnhäuser stehen in einem historischen Gewerbequartier an einem Kanal. Sie ersetzen ein Mühlenpaar, das, vor Jahren abgebrochen, der Papierproduktion gedient hatte. Die Häuser schliessen eine empfindliche Lücke in der Struktur der St. Alban-Vorstadt wie auch im Prospekt des Basler Rheinufers. Die gerichteten Baukörper sind mehrschichtig ausgebildet. Wie die gewerblichen und frühindustriellen Bauten des Mittelalters und des 19. Jahrhunderts im St. Alban-Tal folgen sie einfachen morphologischen Regeln.
Das dreischichtige, östliche Gebäude ist der äusserste Bau des Quartiers und steht nahe am Eckturm der restaurierten äusseren Stadtmauer parallel zur Rheinpromenade, einer Anlage des frühen 20. Jahrhunderts. Zum Innern des St. Alban-Tals entspricht die Grundrissordnung einer traditionellen Gliederung mit weitgehend gleichen Zimmern. Durch die Erschliessungsschicht losgelöst entwickelt sich entlang des Rheinwegs eine freiere Struktur aus verbundenen Wohnräumen und Küchen. Verschieden grosse Fensterbandsegmente sprengen den Verband der herkömmlichen Baustruktur auch in der Fassadenwand auf.
Der Skelettbau des zweischichtigen, westlichen Gebäudes längs des Gewerbekanals verfeinert sich gegen den an der Westseite angrenzenden Platz hin zu einer Konstruktion mit einem vom Tragwerk gelösten Grundriss und einer nicht tragenden Fassade. Auch dieser Baukörper enthält eine Reihe gleicher Zimmer. Der Trakt mit dem freien Grundriss umfasst den gemeinschaftlichen Bereich der Wohnungen. An der Front auf der engen Ostseite zum Kanal sind die Felder der Betonrahmenkonstruktion mit grossen Fenstern ausgefacht.
Grösse und Position der Fenster zum Platz ergeben in den Räumen unterschiedliche Beziehungen nach aussen. In der Fassade erscheint ihre Anordnung als eine freie Komposition. Die verputzte Leichtwand mit den verschiedenen Öffnungen vor einer Stützenreihe ist über die Baustruktur gespannt.
Die beiden Bauten riefen in der Öffentlichkeit heftige und widersprüchliche Reaktionen hervor. Es schien viele zu empören, dass die neuen Wohnhäuser den gewerblich- frühindustriellen Charakter des Quartiers nicht kaschieren.
Wettbewerb: 1. Preis, 1981
Datum: 1981—1986
Auftraggeber: Christoph Merian Stiftung
Ort: St. Alban-Rheinweg, Basel, Schweiz
Bruttogeschossfläche (BGF): 2.450 m²
Programm: 13 Wohnungen, 4 Ateliers, Ostgebäude: 7 Wohnungen, 4 Ateliers, Westgebäude: 6 Wohnungen
Bauingenieur: Léon Goldberg
Technische Gebäudeplanung: Bogenschütz & Bosch