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In einem volumenarmen Handel verbuchten die Aktien von Banken und konjunkturabhängigen Werten die grössten Verluste.
Der SMI gab 0,2 Prozent auf 7736 Zähler nach. Am Mittwoch hatte er 1,2 Prozent verloren und auf dem tiefsten Stand seit mehr als drei Wochen geschlossen. Getrieben von der Entwicklung an anderen Börsen und auch an den Devisenmärkten änderte der Schweizer Leitindex im Handelsverlauf am Freitag mehrmals die Richtung. Verstärkt wurde der erratische Kursverlauf von den tiefen Handelsumsätzen, weil viele Anleger dem Markt zwischen Auffahrt und dem Wochenende fern blieben. "Die Investoren sind nervös und orientierungslos", beschrieb ein Händler die Stimmung.
Belastend wirkte, dass in den USA im April nur 160.000 neue Jobs entstanden, der niedrigste Wert in den vergangenen sieben Monaten. "Gewichtige Stimmen am Markt gehen jetzt davon aus, dass die Zinserhöhung verschoben werden muss", sagte ein Händler. Die Arbeitsmarktzahlen deuteten darauf hin, dass die US-Wirtschaft zu wenig stark wachse, um bereits im Juni die Zinsen anzuheben, hiess es. Nach Ansicht von Ökonomen Phil Orlando vom US-Finanzhaus Federated Investors muss die Fed in den kommenden Monaten stets auch eine gewisse "Angst der Investoren" vor den Präsidentenwahlen im November mit ins Kalkül nehmen. Diese speise sich aus der Ungewissheit über den Ausgang des voraussichtlichen Duells zwischen der Demokratin Hillary Clinton und dem Republikaner Donald Trump.
Zuoberst auf den Verkaufszetteln der Anleger an der Schweizer Börse standen die Aktien von LafargeHolcim mit einem Minus von 1,7 Prozent. Die Stiftung Ethos empfiehlt den Aktionären auf der bevorstehenden Generalversammlung, mehrere wichtige Anträge des Verwaltungsrats abzulehnen, wie der "Tages-Anzeiger" berichtete. Allerdings werde Ethos damit nicht mehr als einen Achtungserfolg erzielen, weil der weltgrösste Stimmrechtsberater ISS zu allen wichtigen Traktanden ein Ja empfehle, schrieb das Blatt.
CS gibt vor Zahlen nach
Auch Credit Suisse gehörten mit einem Minus von 1,3 Prozent zu den grösseren Verlierern. Händler erklärten, sowohl der Zementkonzern als auch die Grossbank würden gegenwärtig von ihren Chefs neu aufgestellt. In Unsicherheitsphasen an den Börsen trennten sich die Anleger oft von diesen Papieren, weil das Ergebnis des Umbaus noch nicht abgeschätzt werden können.
Credit Suisse will am Dienstag ihr Quartalsergebnis vorlegen. Das Institut hatte für die ersten drei Monate bereits einen Verlust angekündigt. Julius Bär gaben 1,6 Prozent nach, die Aktien von UBS verloren 0,5 Prozent.
Auch die Luxusgüterwerte Richemont und Swatch standen nicht in der Gunst der Anleger und büssten rund ein Prozent ein. Ebenfalls zu den Verlierern zählten die Pharmaschwergewichte Roche und Novartis. Gegen den Markttrend zogen Nestle 0,7 Prozent an.
Gefragt waren auch Syngenta, die 1,1 Prozent fester aus dem Handel gingen. Die Aktien des Pflanzenschutzproduzenten, der am Mittwoch Erik Fyrwald zum neuen Konzernchef ernannt hatte, profitierten vor allem von der Erholung des Dollar.
Bei den mittelgrossen Werten kletterten Georg Fischer 2,7 Prozent. Der Industriekonzern übernimmt das indonesische Rohrleitungs-Unternehmen PT Eurapipe Solutions. Straumann rückte 2,1 Prozent vor. Der Zahnimplantatehersteller hatte am Dienstag einen guten Zwischenbericht vorgelegt und die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Händler erklärten, die Anleger zögen solche Titel den grosskapitalisierten Werten vor, weil sie höhere Wachstumsraten aufwiesen und das Potential für Profitabilitätssteigerungen hätten. Dies spiegle sich auch im deutlich besseren Kursverlauf seit Jahresbeginn.
(Reuters)