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Seit gut zwei Jahren sind wir Schweizer alle reicher geworden, weil unser Bruttoinlandprodukt angestiegen ist. Es wird aber viele überrascht haben, jetzt zu vernehmen, dass seit dem Jahr 2012 auch die Erträge aus dem Drogenhandel, dem Schmuggel und den Sexdienstleistungen unserem BIP zugerechnet werden. Gerade aus dem Tessin zurück kommend, wo ein Zollmuseum immer noch die Besucher anzieht, wird der romantische Eindruck vermittelt, Schmuggel heisse, bei Nacht mit einem Sack auf dem Rücken über schmale Bergpfade zu ziehen oder Tausendernoten im Rücksitz über die Grenze zu bringen. Es ist ganz anders: Die Schweiz, einer der bedeutendsten Zigarettenproduzenten der Welt, lässt den Zigi-Schmuggel aus der Schweiz zu, werden damit doch Arbeitsplätze im Jurabogen erhalten. Die Einnahmen aus verbotenem Drogenkonsum dürften in der Schweiz, niemand will es genau wissen, bei gegen zwei Milliarden Franken liegen, die aus der Prostitution vielleicht eine Milliarde erreichen.
Diesem florierenden Gewerbe steht der Niedergang unserer Banken gegenüber (viele Auslandbanken sind schon ausgezogen, mit Ausnahme der beiden grössten UBS und CS). Die Schweizer Industrie verlagert laufend Arbeitsplätze ins Ausland oder baut dort mehr aus als sie dies im eigenen Land tut.
Dazu produzieren wir Spielzeuge für die besseren Kreise, eine Alinghi, die kurze Zeit den Nationalstolz ebenso beförderte wie jenes Segelflugzeug es tun soll, das einen Schweizer um die Erde tragen soll. Die technischen Fortschritte, die damit verbunden sein sollen, entsprechen wahrscheinlich demjenigen der Teflonpfanne, welche während Jahrzehnten die Weltraumflüge legitimierte. Schlimmer noch treiben es, wie üblich, die Engländer, die derzeit ein Rennauto als Rakete bauen lassen, um damit eine neue Höchstgeschwindigkeit pro Stunde zu erreichen: 1000 Meilen oder 1 609 km/h.
Alles dies soll das BIP vermehren. Die heilige Kuh oder das Goldene Kalb tanzen.