Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03157.jsonl.gz/2121

1353
Fr. Laurentius (Johann Baptista Petrus Maria) Porta von Beilenz
Geburtsjahr: 1659 |
Todesjahr: 1708
Professbuch:
Band B, Nr. 219
Kapitel:
7. Professen unter Abt Augustin II. Reding 1670-92.
Fr. Laurentius (Johann Baptista Petrus Maria) Porta von Beilenz
Professjahr: 1678
Professbuchtext:
Fr. Laurentius (Johann Baptista Petrus Maria) Porta von Bellenz. Geboren den 24. November 1659 als Sohn des Karl Porta und der Martha Origoni. Profeß 28. August 1678. Subdiakon 25. November 1680.
Am 25. Juni 1681 hören wir plötzlich: «Ist unser Fr. Laurentius Porta, sonsten ein zimlich gescheid und witziger Jüngling, einsmahl verruckt worden». Er verließ während dem Philosophieunterricht die Schule, ging zu seinem Beichtvater P. Raphael und erklärte ihm, er sei verdammt. Alles Zureden half nichts. Man ließ den Arzt kommen, der ihm «auf dem Füess die Ader öffnen und ungefähr 12 Untzen Bluet hinausliess und Bettruhe verordnete. Aber auch dies fruchtete nichts, der Arme glaubte stets, er sei verdammt und redete darüber in einem so feinen Latein, dass alle sich verwunderten»253
. Im November 1681 hieß es: «ist eilend und erzeigte sich nur keine Hoffnung auf Besserung». Im Dezember erbot sich P. Petrus, Tag und Nacht um den Kranken zu sein, ihm zu dienen und ihn zu beobachten, wie der Arzt es riet. Aber der Zustand blieb sich gleich. Am 30. November 1685 machte er einen Spaziergang bis zum Sternen auf der Altmatt, wo man ihn wieder auffand. Am 19. April 1686 versteckte er sich zwei Tage und drei Nächte - wahrscheinlich im Stall - den 19. September dieses Jahres entlief er wieder gegen Trachslau. Den 17. Dezember 1698 ließ man ihn ärztlich untersuchen, um festzustellen, ob er als perpetuus amens zu betrachten sei und er zu kirchlichen Ämtern untauglich sei. Schon vorher hatte man ihn zur Wahl des Abtes Maurus nicht zugelassen. Sein Zustand blieb sich gleich bis zu seinem Tode, den 27. Ferbruar 1708. «Anfangs als er in diesen eilenden Standt geraten, scheinte, dass dessen Ursach sein möchte, sein gar zue hitzig und inflammiertes Geblüedt, welches bei ihme solche närrsche Phantasia verursachte, dass er sich einbildete ganz feurig zue sein, also dass er nichts mehr anrühren wollte, sagend, dass alles, was er berühren würde, müsste verbrennen, bildete sich auch ein er were bald ein H. Josef, bald S. Peter, bald ein heiliger Engell und begehrte auch mit Hin und har Schwenkung seiner Armen zue fliegen, und neben deme hatte er allerhand andere jovialische Einbildungen, so dass er oft vil Gelächter verursachte, und dis wehrte ohngefehr 2 Jahre, durch allerhand angewandte Mittel aber hat er weiters nicht gebracht werden können, als dass diesere Jovialität in ihme gantz in eine verdriessliche Melancholei verendert worden, so dass er ohngefragter kein Wort reden wollte, befragter weis aber nichts als ia oder nein und underweilen vast närrische Antwurten aus ihme zu bringen gewesen und in solchem stand lebte er bis in sein sterbstündlin; vor dem aber ohngefehr 3 wuchen ward er mit einer specie mali caduci und 5 Dag vor dem Absterben mit den Gichten dergestalten angegriffen, das ihme bei 5 Dag das geringste noch von Speis, noch Medicinen nicht beizubringen ware, von schmertzen aber und Heftigkeit der Gichten spuckte er vill Bluth heraus, bis er endtlich seinen Geist aufgab. Was aber die gründtlichste Ursach dieses seines langwirrigen Anliegen und Armseligkeit eigentlich gewesen, hat man niemahls ergründen können. Mutmaslich aber ist solches von bösen Leuthen geschehen in seiner Jugendt, dan seine Eltern eine Kindsmagt sollen gehabt haben, welche eine s. v. Unholde gewesen und gerichtet worden»254
.