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Neuberufungen und Preise
Ordentlicher Professor für Parodontologie
Als Nachfolger von Niklaus Lang hat der Regierungsrat Anton Sculean zum ordentlichen Professor für Parodontologie an der Medizinischen Fakultät und zum Direktor der Klinik für Parodontologie ernannt. Er hat seine Stelle am 1. Dezember 2008 angetreten.
Anton Sculean (43) studierte an der Semmelweis Universität Budapest (Ungarn) Zahnmedizin und schloss 1990 ab. Nach seiner Zeit als Assistenzarzt promovierte er vier Jahre später an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster in Deutschland. Von 1993 bis 1995 absolvierte er am Royal Dental College Aarhus (Dänemark) eine Postgraduierten-Ausbildung für Parodontologie, war dort ab 1995 wissenschaftlicher Mitarbeiter und bestand zwei Jahre später die Facharztprüfung für Parodontologie. Im Jahr 2001 habilitierte er sich an der Universität des Saarlandes in Homburg (Deutschland) im Fach Parodontologie. Ab 2004 fungierte Sculean als Leiter der Abteilung für Parodontologie an der Radboud Universität Nijmegen (Niederlande). Seine klinischen Schwerpunkte umfassen unter anderem die Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenen Formen von Parodontitis und die regenerative und plastisch-ästhetische Parodontaltherapie.
Ordentlicher Professor für Sportwissenschaft
Der Regierungsrat hat eine zusätzliche ordentliche Professur für Sportwissenschaft geschaffen und diese auf den 1. Januar 2009 mit Ernst-Joachim Hossner besetzt.
Ernst-Joachim Hossner (47) ist in Oelde (Deutschland) aufgewachsen und hat an der Universität Bielefeld Sportwissenschaft, Chemie und Pädagogik mit dem Ziel des Lehramts für die Sekundarstufe II studiert. Nach dem 1. Staatsexamen arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bielefeld und der Freien Universität Berlin, wo er seine Promotion 1994 mit einem bewegungswissenschaftlichen Thema abschloss. Er arbeitete anschliessend als wissenschaftlicher Assistent an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, wo er sich 2002 mit einer venia legendi in Sportwissenschaft habilitierte und zum Privatdozenten ernannt wurde. 2003 übernahm er als Professor für Bewegungs- und Trainingswissenschaft die Direktion des Instituts für Sportwissenschaft an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. 2007 wurde er an der Liverpool Hope University/UK zum Professor of Movement Science und Head des Department of Sport Science berufen. Die Forschungsinteressen von Ernst-Joachim Hossner erstrecken sich breit über das Feld der sportwissenschaftlichen Bewegungs- und Trainingswissenschaft, mit einem Schwerpunkt auf der psychologisch orientierten Motorikforschung. Für seine Forschungstätigkeiten zu einer modularen Struktur der menschlichen Motorik sowie zur internen Modellierung des Bewegungsverhaltens wurde ihm 1994 und 2002 die Carl-Diem- Plakette verliehen, der Wissenschaftspreis des Deutschen Olympischen Sportbundes.
Ordentliche Professorin für Klinische Mikrobiologie
Der Regierungsrat hat Kathrin Mühlemann als ordentliche Professorin für Klinische Mikrobiologie und als Ko-Direktorin des Instituts für Infektionskrankheiten ernannt. Sie hat ihre Stelle am 1. Februar 2009 angetreten.
Kathrin Mühlemann (50) aus Alchenstorf (BE) hat 1983 ihr Staatsexamen an der Universität Zürich in Humanmedizin abgelegt. Ein Jahr später begann sie ihre klinische Ausbildung als Assistenzärztin unter anderem am Ostschweizerischen Kinderspital in St. Gallen und am Institut für Pathologie der Universität Zürich und assistierte von 1987 bis 1990 am Institut für Klinische Mikrobiologie und Immunologie in St. Gallen. An der University of Washington in Seattle (USA) studierte Mühlemann 1991 Epidemiologie, erhielt 1993 den Master of Science und zwei Jahre später den Doktortitel. Von 1993 bis 1998 arbeitete Mühlemann an der Universität Bern als Oberärztin am Institut für Medizinische Mikrobiologie (heute IFIK).1998 erlangte sie den Facharzttitel FMH für Infektiologie und arbeitete dann als leitende Ärztin an der Klinik und Poli-
klinik für Infektionskrankheiten am Inselspital. Im Jahr 2000 habilitierte sich Mühlemann an der Medizinischen Fakultät in Bern und seit 2001 ist sie für den Aufbau und die Leitung des Überwachungsprogramms für Antibiotikaresistenzen der Schweiz (SEARCH) zuständig. 2002 hat Mühlemann die Leitung des Nationalen Zentrums für Invasive Pneumokokken übernommen und seit 2005 als Titularprofessorin an der Medizinischen Fakultät der Universität Bern gearbeitet.
Ordentlicher Professor für Theoretische Physik
Als Nachfolger von Jürg Gasser hat der Regierungsrat Thomas Becher auf den 1. August 2009 zum ordentlichen Professor für Theoretische Physik ernannt.
Thomas Becher (37) wuchs in Solothurn auf und hat an der Universität Bern Physik studiert. Nach dem Lizenziat 1996 und der Promotion bei Heinrich Leutwyler im Jahr 2000 führten ihn seine Studien in die USA. Mit einem Stipendium des Schweizerischen Nationalfonds verbrachte er zunächst einen Forschungsaufenthalt an der Cornell University. Anschliessend arbeitete er von 2001 bis 2004 als wissenschaftlicher Assistent am Stanford Linear Accelerator Center (SLAC) in Kalifornien. Seit 2004 war er am Fermi National Accelerator Center bei Chicago tätig, zunächst als Associate Scientist und seit letztem Jahr als Scientist. Thomas Bechers Arbeiten fallen in das Gebiet der Elementarteilchenphysik. Insbesondere befasst er sich mit seltenen Zerfällen schwerer Quarks und der Vorhersage von Prozessen an Teilchenbeschleunigern, wie etwa dem Tevatron am Fermilab und dem Large Hadron Collider (LHC) am CERN in Genf.
Ausserordentlicher Professor für Mikroökonomie
Für die am Departement Volkswirtschaftslehre neu geschaffene ausserordentliche Professur für Wirtschaftstheorie hat die Universitätsleitung Thomas Tröger ernannt. Er hat seine Stelle am 1. Februar 2009 angetreten.
Thomas Tröger (40) ist in Hanau am Main (Deutschland) aufgewachsen. Nach dem Abschluss des Mathematikstudiums an der Universität Karlsruhe im Jahr 1995 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent in wirtschaftstheoretischen Abteilungen der Universitäten Bonn (bis 1997) und Basel (bis 1999) und promovierte 1999 in Bonn. Im Rahmen seiner wissenschaftlichen Mitarbeit am ELSE-Institut des University College London (bis 2001) beriet er unter anderem die britische Regierung zum Design von Spektrumsauktionen. Es folgten Jahre als Assistenzprofessor am Department of Economics der University of California in Santa Barbara (bis 2004) und als Oberassistent an der Universität Bonn. Seine Forschungen zur Spieltheorie und insbesondere zur Auktionentheorie wurden in den führenden internationalen
Zeitschriften veröffentlicht.
Aussenordentlicher Professor für Paläolimnologie und Seesedimentforschung
Für die am Oeschger Zentrum für Klimaforschung neu geschaffene ausserordentliche Professur für Paläolimnologie und Seesedimentforschung hat die Universitätsleitung Martin Grosjean ernannt. Er hat seine Stelle am 1. November 2008 angetreten.
Martin Grosjean (46) ist in Kirchlindach aufgewachsen und hat an der Universität Bern Geographie, Biologie und Geologie studiert. Nach der Promotion 1992 folgten mehrere Jahre als Postdoc an der University of British Columbia in Vancouver und am Limnological Research Center der University of Minnesota. Nach der Habilitation an der Universität Bern 1999 wechselte er als Abteilungsleiter an das Schnee- und Lawinenforschungsinstitut SLF in Davos. 2001 übernahm er die operative Leitung des Nationalen Forschungsschwerpunkts «Klima» (NCCR Climate) an der Universität Bern. Seit 2005 ist er Geschäftsführender Direktor des NCCR Climate und seit 2007 auch Geschäftsführender Direktor des Oeschger Zentrums für Klimaforschung. In dieser Funktion ist er Leiter der Graduate School of Climate Sciences. Als Dozent am Geographischen Institut führt Martin Grosjean eine Forschungsgruppe, die sich mit quantitativen, zeitlich sehr hoch aufgelösten Klimarekonstruktionen aus Sedimenten von Seen in den Alpen und den Anden Südamerikas befasst.
Assistenzprofessor für Tiergenetik
Der Vetsuisse-Rat hat Cord Drögemüller als Assistenzprofessor für Tiergenetik am Department of Clinical Research and Veterinary Public Health der Vetsuisse-Fakultät Standort Bern ernannt. Er hat seine Stelle am 1. April 2009 angetreten.
Leiter Fachstelle Risikomanagement
Im Dezember 2008 nahm Kurt Steck seine Tätigkeit als Leiter der Fachstelle Risikomanagement auf.
Kurt Steck (55) schloss 1977 sein Studium als Dipl. Ing. FH in Elektrotechnik in Burgdorf ab. Nach zehnjähriger Tätigkeit in der Industrie wechselte er zur Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen in Bern. Er befasste sich dort mit Fragen des Brandschutzes auf Verbandsebene. In den vergangenen vier Jahren sorgte Kurt Steck als Arbeitsinspektor/Sicherheitsingenieur im Amt für Wirtschaft und Arbeit in Solothurn durch geeignete Aktivitäten und Massnahmen wie Kontrollen, Begutachtungen, Beratungen, Informationen und Ausbildungen für die korrekte Umsetzung der Vorschriften über Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit bei den im Kanton Solothurn ansässigen Firmen. Konkret ging es um den Vollzug des Arbeitsgesetzes (ArG) und des Unfallversicherungsgesetzes (UVG), einschliesslich der dazugehörenden Verordnungen. Bei seinen bisherigen Tätigkeiten galt es immer wieder, Risiken einzuschätzen und Massnahmen unter Berücksichtigung der Verhältnismässigkeit auszuarbeiten und durchzusetzen. Als Leiter der Fachstelle Risikomanagement berät und unterstützt Kurt Steck die Universitätsleitung sowie die universitären Institutionen und Abteilungen bezüglich Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Risikomanagement. Er ist seit Mitte Februar auch «Leiter Krisenstab».
Preise
Ypsomed-Innovationspreis
Im ersten Rang des Ypsomed-Innovationspreises für erfolgreichen Technologietransfer wurde das Forschungsprojekt «Braintwister» mit 20 000 Franken ausgezeichnet. Prof. Dr. Walter Perrig und sein Team (Dr. Martin Buschkühl, Dr. Susanne Jäggi und Adrian Kobel) von der Abteilung Allgemeine Psychologie und Neuropsychologie haben die Software «Braintwister» entwickelt, die der Verbesserung von Denkleistungen dient. Der dritte Preis von 10000 Franken ging an Prof. Dr. Hans-Ulrich Güdel und Dr. Karl Krämer vom Departement für Chemie und Biochemie für die Entwicklung neuartiger Detektormaterialien für Röntgen- und Gammastrahlung.
Pfizer-Forschungspreis
Der Pfizer-Forschungspreis für Medizin wird jährlich herausragenden Wissenschaftlern verliehen, die zukunftsweisende Beiträge im Bereich der Grundlagenforschung oder der klinischen Forschung erbracht haben. Von den 13 prämierten Forschungsarbeiten wurden zwei an der Universität Bern durchgeführt: Je einen Pfizer-Forschungspreis 2009 erhielten Dr. Sébastien Conus vom Institut für Pharmakologie sowie Dr. Susanne Jäggi und Dr. Martin Buschkühl von der Abteilung für Allgemeine Psychologie und Neuropsychologie. Sébastien Conus erhielt den Preis für die Entdeckung eines neuen Zelltod-Signalübermittlungswegs, der bei Entzündungen gestört ist und pharmakologisch beeinflusst werden kann. Susanne Jäggi und Martin Buschkühl konnten zeigen, dass sich die so genannte fluide Intelligenz von Menschen durch eine von ihnen entwickelte Trainingsaufgabe verbessern lässt. Die fluide Intelligenz verleiht die Fähigkeit, neue Probleme zu lösen oder sich generell an neue Situationen anzupassen.
EFIC-Grünenthal Grant
Dr. Gorazd Sveticic von der Klinik für Anästhesiologie und Schmerztherapie des Inselspitals ist mit dem EFIC-Grünenthal Grant ausgezeichnet worden. Der Förderpreis unterstützt junge europäische Wissenschaftler bei der Durchführung von Projekten zu innovativer klinischer und experimenteller Schmerzforschung. Sveticic erhielt den Preis für ein Forschungsprojekt, das die Verbesserung der Therapie von Patienten untersucht, die an neuropathischen Schmerzen und Skelettmuskelkrankheiten leiden.
Geriatrie-Preis
Dr. med. Jana Henschkowski ist mit dem Vontobel Preis 2008 für Altersforschung, dem höchstdotierten Preis für Altersforschung, ausgezeichnet worden. Prämiert wurde die Arbeit «Anti-fall efficacy of oral supplemental vitamin D and active vitamin D: A meta-analysis of randomized controlled trials» (ex aequo mit einer anderen Arbeit). Die prämierte Studie entstand im Rahmen eines Geriatrie-Stipendiums der Robert Bosch-Stiftung der Geriatrie Universität Bern unter der Leitung von Prof. Heike A. Bischoff-Ferrari am Zentrum Alter und Mobilität der Universität Zürich.
Krebsspezialisten-Preis
Als erster Schweizer Chirurg ist Prof. Urs Studer, Direktor und Chefarzt der Universitätsklinik für Urologie am Inselspital, mit dem französischen Grand Prix de Cancérologie Chirurgicale 2009 ausgezeichnet worden. Der Berner Urologe erhielt den Preis für seine Beiträge zum Fortschritt in der chirurgischen Behandlung urologischer Tumore, insbesondere bei Harnblasen- und Prostatakrebs. Geehrt wurde Urs Studer ausserdem für die Entwicklung einer Harnblasenersatzplastik aus Dünndarm, welche mittlerweile weltweit angewandt wird.
Dissertations-Preis
Dr. Lukas Stalder vom Institut für Zellbiologie (Gruppe PD Dr. Oliver Mühlemann) wurde mit dem Preis für die beste Dissertation 2008 der Interfakultären Graduate School for Cellular and Biomedical Sciences ausgezeichnet. In seiner Dissertation zeigte er, wie fehlerhafte mRNA-Moleküle (mRNA-Moleküle überbringen die genetische Information für die Herstellung von Proteinen) durch die Zellen erkannt werden können. Dies könnte in Zukunft als Grundlage für die Entwicklung von Therapien von diversen genetischen Krankheiten dienen.
Master-Preise
Zwei Mitarbeiterinnen des Instituts für Organisation und Personal IOP, Sandra Kohler und Anja Piening, wurden beide mit einem Preis als Anerkennung für ihre Leistungen als Masterstudentinnen ausgezeichnet. Sandra Kohler gewann einen REHAU-Anerkennungspreis für ihre Masterarbeit «The Strategic Importance of the Innovation Function in the Semiconductor Industry. Theoretical Basics – Empirical Study – Recommendations». Anja Piening gewann den Preis des HR Bern, Fachverband für Human Resources, für ihre Masterarbeit «Entwicklungstendenzen im Ideenmanagement. Untersuchungen zu einem Managementkonzept der Qualitätsverbesserung und Personalförderung».
09.04.2009