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Sie war die Geliebte von Captain America und hat nun ihre eigene TV-Serie erhalten: Agent Peggy Carter. Das Comic-Unternehmen Marvel erweitert damit seinen Horizont und erschliesst eine neue Zielgruppe: die Frauen.
Marvel, einst nichts weiter als ein Verlag für Comics, expandiert sein Reich seit mehreren Jahren in filmische Sphären. Als Aushängeschilder des «Marvel Universe» gelten Superhelden wie Iron Man, Captain America, Spider-Man, die X-Men oder Thor. Während diese einzeln oder gemeinsam hauptsächlich über Kinoleinwände schwirren, kreierten die Studios 2013 mit den «Agents of S.H.I.E.L.D.» eine ganze Truppe von Mitstreitern der Superhelden, die serienhalber im Fernsehen die Welt retten.
Und nun lancierte Marvel TV eine weitere TV-Serie: Die erste Folge von «Agent Carter» flimmerte am 6. Januar in den USA über die Mattscheiben – ein Spin-off der Saga um Captain America. Speziell an der Serie ist, dass eine Frau – Peggy Carter – die Hauptrolle spielt, aber vor allem auch, dass Marvel hier eine Heldin in den Fokus rückt, die bislang eine Nebenrolle spielte.
Schon vor Ausstrahlung der ersten Folge fragten sich eingefleischte Marvel-Fans deshalb, warum nicht eine bekanntere Figur mit einer TV-Serie geehrt wurde. Tatsächlich bevölkern einige Superheldinnen das Marvel Universum, angefangen bei «Black Widow», die in den «Avengers»-Filmen von Scarlett Johannsson verkörpert wird.
Doch Peggy Carter ist keine Superheldin. Sie ist Agentin bei der Vorgänger-Institution von «S.H.I.E.L.D.» und als solche eine Partnerin von Captain America – in den sie sich prompt verliebte (nachzusehen in «Captain America – The First Avenger»). Zu mehr jedoch kommt es nicht, weil der Superheld aus dem Zweiten Weltkrieg just vor dem ersten Date für einige Jahrzehnte auf Eis gelegt wird.
Die TV-Serie setzt kurz danach ein, im Jahr 1946, der Zweite Weltkrieg ist noch nicht lange beendet. Agent Carter (gespielt von Hayley Atwell) arbeitet immer noch bei der Strategic Scientific Reserve (SSR), als einzige Frau unter lauter Männern. Sie ist eine Bürokraft, kommt zu keinen Ausseneinsätzen, sondern kocht für ihre Kollegen zähneknirschend Kaffee.
Als Howard Stark (der Papa von Tony «Iron Man» Stark) auf sie zukommt mit der Bitte um Hilfe, nimmt sie ohne Zögern seinen Auftrag an – und ermittelt fortan auf eigene Faust, in weisser Bluse, Highheels und mit rotem Lippenstift, ohne Superheldenkostüm und ohne Superkäfte.
007-reifes Parfüm
Die trainierte Kämpferin legt männliche Angreifer trotzdem flach, und auch wenn gewisse Klischees zum Zug kommen, so sind diese durchaus mit einem Augenzwinkern zu geniessen. Beispielsweise, wenn sie eine Bombe mit ein paar Stössen aus dem Zerstäuber ihres Parfümflakons entschärft.
Die Reaktionen auf die erste Folge sind zumeist positiv, und auf Twitter wird schon rege diskutiert. Vor allem weibliche Zuschauerinnen sind begeistert. Es scheint, als würde Marvel damit erreichen, auf was die Firma aus ist: Ihr Universum zu erweitern und noch bekannter zu machen, als es eh schon ist.
PS: Mit «Daredevil» wird Marvel noch in diesem Jahr eine weitere TV-Serie lancieren – auf Netflix.