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- US-Präsident Donald Trump droht den Verantwortlichen des Angriffs auf saudische Ölanlagen mit Vergeltung.
- Zugleich bewilligte Trump die Freigabe von US-Ölreserven im Falle von Engpässen.
- Via Twitter sagte Donald Trump zudem den Verbündeten in der Region erneut die Unterstützung der USA zu.
Nach den Drohnenangriffen vom Samstag auf die grösste Ölraffinerie in Saudi-Arabien hat US-Präsident Donald Trump den Urhebern mit einem Vergeltungsschlag gedroht. Er machte allerdings keine Angaben dazu, wen die USA für den Urheber des Angriffs halten.
Iran oder Huthi-Rebellen?
Trump schrieb auf Twitter lediglich: «Es besteht Grund zu der Annahme, dass wir den Täter kennen.» Die USA stünden Gewehr bei Fuss, warteten aber auf eine Bestätigung und auf Angaben der saudischen Führung, wen sie für den Angriff verantwortlich mache und unter welchen Bedingungen vorgegangen werden solle.
Am Samstag hatte US-Aussenminister Mike Pompeo Iran für die Angriffe in Saudi-Arabien verantwortlich gemacht, obwohl sich davor die Huthi-Rebellen im benachbarten Jemen ausdrücklich dazu bekannt hatten. Teheran bestritt jegliche Beteiligung.
US-Ölreserven stehen zur Verfügung
Da sich der Angriff auf die Erdölpreise auswirken könnte, habe er, falls erforderlich, die Freigabe von Erdölreserven genehmigt, twitterte Trump weiter.
Die Menge habe er noch nicht festgelegt. Aber sie werde ausreichend sein, «um die Märkte gut zu versorgen». Zudem habe er die zuständigen Behörden informiert, um die Genehmigungsverfahren für die Erdölpipelines in Texas und anderen Staaten zu beschleunigen.
Die strategischen Erdölreserven der USA umfassen nach Angaben des US-Energieministeriums rund 630 Millionen Barrel. Saudi-Arabien produzierte der Opec zufolge im vergangenen Monat rund 9.8 Millionen Barrel Erdöl pro Tag. Zuvor hatte bereits das US-Energieministerium mitgeteilt, im Falle von Engpässen seien die USA zur Freigabe von Erdölreserven bereit.
Amerika sei inzwischen ein so großer Energieproduzent, dass Öl und Gas aus dem Nahen Osten eigentlich nicht mehr gebraucht würden, schrieb Trump in einem weiteren Tweet. «Aber wir werden unseren Verbündeten helfen», schrieb er – ohne dabei Saudi-Arabien direkt beim Namen zu nennen.
Ölpreise ziehen deutlich an
- Nach den Drohnenangriffen auf die grösste Ölraffinerie in Saudi-Arabien sind die Ölpreise am Montag gestiegen.
- Zuletzt verteuerte sich der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent um knapp elf Prozent auf 66.82 Dollar. Dies ist der höchste Stand seit Mitte Juli.
- Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate legte um knapp zehn Prozent auf 60.19 Dollar zu.
- Zwischenzeitlich waren die Rohöl-Preise um knapp 20 Prozent gestiegen. Nach den Äusserungen Trumps schrumpften die Anstiege wieder.
Die Drohnenangriffe auf die Ölraffinerie in Saudi-Arabien liessen die Erdölproduktion in dem Königreich einbrechen. Die Produktionsmenge sei um 5.7 Millionen Barrel auf etwa die Hälfte des üblichen Volumens pro Tag eingebrochen, hatte die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA berichtet.
USA untermauert Iran-These
Die USA untermauerten unterdessen ihren Vorwurf, dass Iran hinter den Angriffen auf die Erdölanlagen Saudi-Arabiens steckt. Es gebe Hinweise, dass die Flugkörper aus west-nordwestlicher Richtung und damit aus Richtung Irans gekommen seien – und nicht aus südlicher Richtung, wo Jemen liegt, sagte ein US-Regierungsvertreter am Sonntag.
Saudi-Arabien habe zudem darauf hingewiesen, dass es Anzeichen gebe, dass auch Marschflugkörper bei den Attacken eingesetzt worden seien. An den Erdölanlagen seien 19 Einschlagspunkte gezählt worden.