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Seit Jair Bolsonaro Brasiliens Präsident ist, wurde der Regenwald jede Minute um eine Fläche in Grösse eines Fussballfeldes abgeholzt – und das war bevor die Waldbrände im Amazonas wüteten. Riesige Flächen Tropenwald wurden durch Waldbrände zerstört, welche nun als landwirtschaftliche Anbaugebiete hauptsächlich für gentechnisch veränderten Soja dienen. Genveränderte Soja, Mais und Baumwolle sind in Brasilien mit starken finanziellen und politischen Interessen assoziiert. (Sustainable Food Trust, 30.8.19)
Die Freisetzung genmanipulierter Mücken beinhaltet grosse Risiken. Nach Versuchen in Brasilien, breiten sich GV-Mücken unkontrolliert in der Umwelt aus. Viele Nachkommen der GV-Mücken haben ungeplant überlebt. Die künstlich eingebrachte Gensequenz breitet sich nun in der Natur aus. Das Ausmass dieser Ausbreitung ist bedeutend, je nach Stichprobe wurde die Veränderung bei 10 bis 60 Prozent der Individuen nachgewiesen. (SAG, 13.9.19)
Gentechnisch veränderte Baumwolle (Bt Cotton) wird in Indien von der Industrie als grosser Erfolg angepriesen. Sie werben dafür, dass weitere GV-Pflanzen kommerziell angebaut werden. Die Realität jedoch sieht anders aus: das Erntevolumen ist zurückgegangen und der Pestizidgebrauch gestiegen. Indische Bauern kämpfen mit insektizidresistenten Schädlingen und finanzieller Verschuldung aufgrund steigender Produktionskosten. Die von der Industrie versprochenen Vorzüge von GVO konnten demnach nicht eingehalten werden (Counter Currents, 6.9.19).
Mitte Juli stellte ein parteiübergreifendes Trio von US-Senatoren eine Resolution vor, in der die Schaffung einer internationalen Kommission gefordert wurde, die ethische Standards für die Forschung mit Genom Editing setzt. Die wissenschaftliche Selbstregulierung funktioniert nicht. Dies zeigen Recherchen des Science Magazine rund um die Arbeit von He Jiankui, dem chinesischen Wissenschaftler, der 2018 menschliche Embryonen gentechnisch veränderte. Solche Eingriffe sind in vielen Ländern illegal. Trotzdem schwiegen Wissenschaftler, die von den Versuchen Kenntnis hatten. (MSN, 12.9.19)
Lebens- und Futtermittel produzieren und gleichzeitig das Klima schützen – geht das? Ja, eine Möglichkeit ist die Agroforstwirtschaft, die Kombination von Landwirtschaft mit der Nutzung von Bäumen auf gleicher Fläche. Würde die Agroforstwirtschaft auf rund 9 % der europäischen Landwirtschaftsfläche etabliert, liessen sich bis zu 43 % der landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen kompensieren. Zu diesem Ergebnis kommen Agroscope-Fachleute zusammen mit internationalen Partnern. (Bauernzeitung / LID, 10.9.19)