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Das Dörfchen Solvorn ist echt ein schöner Ort. Es hat schmucke weisse Häuschen und eine Fähre die über den Sognefjord fährt, den längsten und tiefsten Fjord Norwegens. Um 9h fahren wir los, 15°, sehr tief hängende Wolken, aber kein Regen. Heute wollen wir zum Jostedalsbreen-Gletscher. Dies ist der grösste Gletscher auf dem europäischen Festland. Er ist 40 km lang und hat 28 Gletscherzungen. Wir besuchen die Gletscherzunge Bøyabreen. Wir parkieren das Auto und laufen zum Gletschersee. Die Sicht auf den gewaltigen Gletscher ist sehr eindrücklich. Wir sind beide sehr fasziniert! Zum Glück waren wir rechtzeitig da, nun kommt nämlich ein Reisebus nach dem anderen und lädt eine gewaltige Masse von Touris aus.
Der Jostedalsbreen in Norwegen ist der grösste europäische Festlandsgletscher. Er liegt nördlich des Sognefjords und ist in Nord-Ost-Richtung etwa 40 km lang und in der Süd-West-Richtung etwa 15 km breit. Die Eisschicht ist bis zu 500 m dick. Die Fläche betrug im Jahr 2006 474 km². Grössere Gletscher in Europa gibt es auf Island, Svalbard und Nowaja Semlja. Vom Plateau des Jostedalsbreen fliesst das Eis über 28 Auslassgletscher in verschiedene Richtungen ab.
Der Gletscher befindet sich in einem Höhenbereich von 345 bis 2008 Metern über dem Meer. Einige wenige Gipfel wie der Suphellenipa (1731 m) oder der Lodalskåpa (2083 m) ragen aus dem Gletscher heraus. Sein höchster Punkt liegt knapp über 2000 Metern, seine mittlere Höhe beträgt etwa 1450 Meter. Unter dem Eispanzer liegt ein Gneisplateau, das Fjell. Der Gletscher wird von Niederschlägen und Lawinen genährt. Sein Abfluss führt unter anderem in den Nordfjord und in den Sognefjord. Aufgrund des ozeanischen Klimas gibt es nur sehr geringe Temperaturschwankungen.
Der Jostedalsbreen ist kein Überrest der letzten Eiszeit, sondern entstand erst später, als ab ungefähr 500 v. Chr. eine Klimaverschlechterung einsetzte. Zu jener Zeit war die Firnlinie ungefähr 400 m höher als heute. Durch die Abkühlung konnten sich in der Region Gletscher bilden. Die kälteste Zeit dauerte wahrscheinlich vom 16. bis ins 19. Jahrhundert. Um 1750 war das Klima am kühlsten, und die Gletscher Norwegens hatten ihre grösste Ausdehnung. Seitdem sind sie tendenziell geschrumpft.
Im Jahr 1972 stürzte ein Kleinflugzeug auf dem Jostedalsbreenplateau ab, wobei der Pilot ums Leben kam. Das Flugzeug konnte nicht geborgen werden und versank in den folgenden Jahren vollständig in Schnee und Eis. Das Wrack ist nicht wieder aufgetaucht. Experten vermuten die Wrackteile im Bøyabreen.
Am Nachmittag fahren wir herum und herum, bis nach Floriø, dem Endpunkt der Strasse am Fjord, um einen Camping- oder Stellplatz zu finden, wo wir eine gute Internetverbindung haben (wegen der Homepage). Aber wir finden keinen, dafür sinkt die Stimmung an Bord auf den Nullpunkt. Es ist 15h30 als wir in Naustdal, auf einem Parkplatz, direkt am Fjord stehen. Paul wagt sich ins kalte Wasser, ich nicht. Abendessen: Bratkartoffeln, Sauerkraut, Kasselerschinken.