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Der rasante Überflieger aus den Vereinigten Staaten war ursprünglich eigentlich für strategische Aufklärung im Krieg bestimmt – bei der lächerlichen Geschwindigkeit von über 2000 Kilometern die Stunde! Doch das Tarnkappenflugzeug wurde primär für Spionageflüge über der Sowjetunion und anderen Gegners der Vereinigten Staaten verwendet, wo es auch öfters abstürzte. Feindliche Flugzeuge oder Abschusssysteme am Boden waren jedoch nie das Problem, vielmehr waren es technische Fehler und Systemversagen, das die Flieger mehr als einmal auf den Boden krachen ließen.
Bau
Der SR-71 war das vierte und erfolgreichste Lockheed überhaupt. Es gab insgesamt 32 Modelle von ihm, bevor seine Produktion eingestellt wurde. Beim Bau der Triebwerke für die Maschine wurde noch nie zuvor verwendete Technologie eingebaut, um sie auf eine Geschwindigkeit von über 3 Mach (3500 Stundenkilometer) bringen zu können. So wurden zwei Turbotriebwerke eingebaut, die bei Höchstgeschwindigkeiten auch als Staustrahlentriebwerk dienen konnten, mehr Luft in den Nachbrenner hineinbliesen und so die Geschwindigkeit nochmals erhöhen konnten. Gleichzeitig wurde mit extrem hitze- und kältebeständigen Materialien gearbeitet, die Temperaturunterschiede von 500 000 Grad aushalten mussten und sehr leicht sein sollten, so zum Beispiel Titan. Die Unerfahrenheit der Ingenieure mit den Bedingungen während des Fluges führten zum Absturz von 12 der 32 Maschinen, bei denen ein Pilot ums Leben kam. Jedoch stürzte aufgrund der Höhe und Geschwindigkeit des Flugzeuges kein einziges ab, sodass sie nicht einmal die gefürchteten Luft-Boden-Raketen erreichten.
Verwendungszwecke
Die SR-71 war offiziell ein Hochluft-Aufklärer, in der Praxis wurde das Flugzeug neben seinen Spionagetätigkeiten auch für Rekordversuche in Sachen Geschwindigkeit genutzt. Zum Beispiel schaffte die Maschine als erstes die Strecke von London nach New York in weniger als zwei Stunden (1:55h). Aber auch die Datenaufnahme der SR-71 war enorm schnell und effizient: In einer einzigen Stunde konnte das Flugzeug mit seinen seitlich gerichteten Sensoren mehr als 250 000 Quadratkilometer des feindlichen Territoriums aufnehmen. Hierbei fotografierten Seitenrichtradare und Panoramakameras die Umgebung in enorm guter Qualität auf, ohne Geschwindigkeitsverluste machen zu müssen.
Auftraggeber waren de facto immer Abteilungen der US-Regierung und des Militärs. So wurden nicht nur Daten ausspioniert, auch wollte man durch drei Stützpunkte mit SR-71 Maschinen vor Ort betonen, dass die Flugzeuge und damit die amerikanische Flugwaffe innerhalb von Stunden jeden Ort auf dieser Welt erreichen konnten. Auch bei besonders militärisch-angespannten Gebieten wie Kuba, Korea oder dem nahem Osten wurde besonders überwacht und viel geflogen.
Technische Daten
Das Flugzeug hatte eine Länge von 32 Metern und ihre Flügelspannweite betrug 17 Meter. Die Fläche ihrer Flügel war immerhin 150 Quadratmeter gross. Sie hatte ein Leergewicht von 27 Tonnen und konnte 4 800 Kilometer weit fliegen, also circa eine Stunde und 15 Minuten bevor sie nachbetankt werden musste. Sie konnte maximal 21 Kilometer hoch fliegen und schaffte eine Fluggeschwindigkeit von bis zu 3 529 Stundenkilometer (3,36 Mach). Im Normalfall fuhr sie circa 3 200 Stundenkilometer, wenn sie für Spionageeinsätze gebraucht wurde.
Einstellung und Ableben der SR-71
Das Programm der Air Force mit den SR-71-Maschinen wurde 1998 beendet. Sehen Sie hier mehr Bilder des berüchtigten Fliegers. Zu dem Zeitpunkt wurden die verbleibenden (nicht verunglückten) Flugzeuge direkt an diverse Museen in den USA übergeben. So erhielt das Neil Armstrong Forschungszentrum in Kalifornien zwei Exemplare, die bis zum Jahre 1999 für weitere Forschungsexperimente genutzt wurden.
Die teure Treibstoffsorte (JP-7) und effizientere Alternativen führten dazu dass das Programm 1998 beendet wurde. Die Flugzeuge wurden durch die immer besser werdende Satellitentechnologie ersetzt.
Jedoch gibt es seitens des amerikanischen Rüstungskonzerns Lockheed Martins Angebote bezüglich eines Nachfolgers des Erfolgsflugzeugs, das mit einer Geschwindigkeit von 6 Mach circa doppelt so schnell wie das vorherige Modell wäre. Lesen Sie hier mehr zu dem geplanten Mammutprojekt des US-Konzerns.Außerdem lebt das Flugzeug in zahlreichen Filmen und Computerspielen wie zum Beispiel „Call of Duty: Black Ops“ weiter, wo es als Aufklärungsflugzeug einer Bodentruppe den Weg zeigt.