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|Römisch-katholische Kirche|
Im Gegensatz zu den politischen Gemeinden Frick und Gipf-Oberfrick, die am 20. August 1804 durch Trennung selbstständig wurden, blieb die Kirchgemeinde im Umfang der ehemaligen Vogtei mit den Dörfern Frick, Gipf und Oberfrick ungeteilt bestehen. Bedingt durch das Wachstum beider Gemeinden wurde 1953 die Pfarrei Gipf-Oberfrick gebildet.
Die nachfolgenden Ausführungen beschränken sich auf die ortsbildprägenden Kirchenbauten von Frick. Die auf einem Hügel spektakulär über dem Dorf thronende Baugruppe des Kirchhofs - bestehend aus der mächtigen Brockkirche von 1716, der Friedhofkapelle (Beinhaus aus dem 16. Jahrhundert), dem Pfarrhaus und der Kaplanei sowie dem ehemaligen Schulhaus von 1812 - steht als ein erstrangiges, historisches Bauensemble unter Denkmalschutz. Kirche
Schon zur Römerzeit wurde der topografisch markante Geländesporn des Kirchhügels als Befestigungsanlage genutzt. Bei einer 1973/74 durchgeführten Grabung wurden Fundamente und Böden von vier Vorgängerbauten freigelegt, die 1000 Jahre kirchliche Baugeschichte zwischen Karolingerzeit und Barock dokumentieren. Eine dieser Vorgängerkirchen rückte für einen Augenblick ins Rampenlicht des Weltgeschehens, als der Kreuzzugsprediger Bernhard von Clairvaux auf seiner berühmten Propagandareise durch die Diözese Konstanz am 17. Dezember 1146 nach Frick kam und hier eine gelähmte Frau heilte. Die heutige fünfte Kirche am gleichen Platz wurde 1716 gebaut und am 24. April 1718 eingeweiht. Die künstlerische Ausgestaltung des Kirchenraumes entstand unter Leitung des Tessiner Freskanten Francesco Antonio Giorgiolio. Einheimische Tischlermeister schufen die mit originellen Fratzenwangen geschmückten Kirchenbänke und das stattliche Chorgestühl. Als besonderes Prunkstück entstand um 1740/50 der Hochaltar, der nach mündlicher Überlieferung ein Geschenk von Kaiserin Maria Theresia sein soll. Friedhofkapelle
Die Ende des 16. Jahrhunderts erbaute nachgotische Anlage beherbergte einstmals im Erdgeschoss das Beinhaus und im Obergeschoss den Pfarrspeicher. Seit der Renovation von 1966/67 werden in der Kapelle die Verstorbenen der Gemeinde aufgebahrt. Über die First des rechteckigen Giebelhauses mit knappem Satteldach erhebt sich ein kleines, spitzbehelmtes Glockentürmchen. Dem Innern, einem schlichten, hohen Saal, verleiht der 1709 geschaffene Barockaltar aus der Werkstatt von Bildhauer Johann Isaak Freitag einen besonderen Reiz. Eine weitere Kostbarkeit ist auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes die um 1610/1620 von den Bildhauern Heinrich und Melchior Fischer geschaffene lebensgrosse Kreuzigungsgruppe. Pfarrhaus/Kaplanei
Für die Gesamtwirkung der Kirchhofgruppe ist das Pfarrhaus, das die Kirche flankiert und mit seinem hohen Giebel das markante Gegenstück zur Friedhofkapelle auf der anderen Seite der Kirche bildet, ein entscheidender Bestandteil. Der mächtige, zweigeschossig wirkende Sockel mit Eckpfeiler wird von einem steilen Satteldach überhöht und zeigt dem Dorf die wuchtige Front eines Mauergiebels in grössenmässig gesteigerter Form eines typischen Fricktalerhauses. Gegen die anschliessende Kaplanei vermittelt das Dach durch einen Krüppelwalm.
Es wird vermutet, dass das Pfarrhaus anstelle der burgartigen Niederlassung der Grafen von Homberg-Tierstein entstanden ist. Die am Portal zum Gewölbekeller mit 1.30 m dicken Mauern festgestellte Jahrzahl 1567 lässt annehmen, dass das heutige Gebäude damals möglicherweise unter Integration von Teilen der Burg errichtet wurde. Bauherr war die Deutschritterkommende Beuggen, die das Kirchenpatronat von 1492 bis 1806 innehatte. Nach Brandschatzung durch die Schweden im 17. Jahrhundert musste das Haus wiederhergestellt werden. Im 18. Jahrhundert erfolgte ein weitgehender Umbau, der die heutige Erscheinung aussen und innen prägt. Schulhaus 1812
Das 1812 von der Gemeinde beim Pfarrgarten erbaute Schulhaus wurde mit dem Schulhausneubau von 1912 auf dem Ebnet aufgegeben und gelangte zunächst in Privatbesitz. 1974 konnte es von der Kirchgemeinde erworben und ins Pfarreizentrum integriert werden. Auch dieses Gebäude steht seit 1991 unter Denkmalschutz. Es gilt als eines der ältesten erhaltenen Schulhäuser im Kanton und ist schützenswert als ansprechendes klassizistisches Schulgebäude mit einfachem, klar gegliedertem Kubus und gekrümmtem Walmdach. Pfarreizentrum Rampart
Durch den Erwerb eines angrenzenden Wohnhauses mit Scheune und Stallung konnte die Kirchgemeinde ihren zusammenhängenden Grundbesitz 1986 auf den heutigen Stand erweitern. Seit der 1993 abgeschlossenen Umgestaltung ist das Gebäude mit grossem Saal und vielen weiteren Räumen Kernstück des Pfarreizentrums, das auch für private Zwecke gemietet werden kann. Kontakte
Raumreservationen: Dienstagnachmittag 14.00 bis 17.00 Uhr unter Tel. 062 871 11 78 oder E-Mail: <email-pii>
Pfarreiliche Angelegenheiten
und Reservation Kirche: Montag bis Donnerstag 8.30 bis 11.00 Uhr unter
Tel. 062 871 12 67 oder E-Mail: <email-pii>
Weitere Infos gibt es auf der Homepage der Katholischen Pfarrei Frick.