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Zusammen mit dem Kühlkreislauf des Wassers macht der Reaktordruckbehälter die zweite Barriere zum Einschluss von radioaktiven Stoffen aus.
Der Primärkreis beinhaltet den Reaktordruckbehälter (RDB) und das Kühlsystem. Der RDB umschliesst den Reaktorkern, also die zu Brennelementen zusammengefassten Brennstabhüllrohre mit den eingefüllten Brennstoffpellets.
Strahlung wird durch RDB-Wand zurückgehalten
Der RDB ist ein Druckgefäss aus Stahl. Aufgrund seiner hohen Zähigkeit ist der niedrig legierte Feinkornstahl widerstandsfähig gegenüber Brüchen und der Ausbreitung von Rissen. Zudem ist der verwendete Stahl robust in Bezug auf Versprödung unter Neutronenbestrahlung. Die dicke Wand des RDB kann bereits einen Teil der Strahlung abschirmen.
Unterschiede bei Siede- oder Druckwasserreaktoren
Beim Kernkraftwerk Leibstadt mit seinem Siedewasserreaktor ist die Stahlwand des RDB 15 Zentimeter dick. Mit einer Höhe von 22 Metern und einem Durchmesser von 6 Metern kommt der RDB auf ein Gewicht von etwa 600 Tonnen. Der RDB des Kernkraftwerks Gösgen mit seinem Druckwasserreaktor hat eine Wanddicke von 22 Zentimetern und einen Durchmesser von gut 4 Metern und ist 10 Meter hoch und 360 Tonnen schwer.
Geschmiedete oder gewalzte Ringe
Ein RDB besteht aus Stahlringen oder Stahlplatten, die zusammengesetzt werden. Hergestellt werden diese Ringe oder Platten entweder durch Schmieden oder durch Walzen des Stahls. Das Kernkraftwerk Leibstadt hat einen RDB aus gewalzten Platten, die längs verschweisst wurden. Die RDB der Kernkraftwerke Gösgen, Beznau und Mühleberg bestehen aus geschmiedeten Ringen.
Dies ist der vierte von sechs Artikeln zum Thema Barrieren zum Einschluss radioaktiver Stoffe. Der erste beschreibt das Barrierenprinzip, Artikel 2 bis 6 beschreiben die verschiedenen Barrieren.