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Hydrologie: Die Orlegna entspringt auf einer Höhe von 2230 m.ü.M. als Quellfluss aus dem Fornogletscher. Sie ist ein 9.5 Kilometer langer linker Nebenfluss der Maira im Kanton Graubünden und durchfliesst das Val Forno in den Bernina-Alpen. Ihr gesamter Flusslauf befindet sich auf dem Gemeindegebiet von Bregaglia (Bergell) im Süden des Kantons. Das Einzugsgebiet beträgt 44,74 km² und die Wasserführung im Durchschnitt 2.78 m³ pro Sekunde bei der Einmündung in die Maira. Eine Besonderheit ist, dass die Maira bei der Einmündung in die grössere Orlegna südlich von Casaccia ihren Namen beibehält, obwohl sie das kleinere Gewässer und nur ein seitlicher Zufluss ist.
Urkundlich überlieferte Namen: Ordlegna 1865
Namensentwicklung: noch offen
Etymologie: Noch keine Deutungen gefunden. Selbst das sonst sehr gut dokumentierte Gewässernamenbuch der lombardischen Flüsse von Ambra Costanzo Garancini vermeldet schlicht: Etimo oscuro. Immerhin kann vermutet werden, dass der hintere Teil des Flussnamens -legna, auf italienisch = Holz zurückgeht. Für den vorderen Teil des Flussnamens konnte ich noch keine Deutung finden. Denkbar wäre, dass der frühere Flussname Ordlegna ein Verschliff war aus "una òrda di legna" = einen Haufen Holz, was darauf hindeuten könnte, dass der Fluss bei Hochwasser viel Holz mit sich führte. Das ist allerdings nur eine vage Vermutung.
Flussnamentyp: Der Name gehört zum Flussnamentyp ......
Geologie: Die Orlegna war früher einmal ein Zufluss zum Silsersee und damit zum Inn. Sie hat sich im Laufe der Zeit immer tiefer in den Untergrund eingefressen, bis sie es nicht mehr schaffte, zum Silsersee zu fliessen. In der Folge bildete sie eine enge Schlucht und floss danach zur Maira.
Die Orlegna ist jener Fluss, welcher dereinst dafür sorgen wird, dass der zurzeit noch bestehende, etwa 2 km lange und 1 km breite oberste Talabschnitt des Engadins wegerodiert und der Silsersee sich dann langsam ins Bergell entleeren wird. Dann wird auch der bisherige Quellbach des Inns zur Maira umgeleitet. Bis es aber soweit ist, werden noch einige tausend Jahre vergehen, doch besteht der Boden dieses Abschnitts nur aus Moränenmateriel und Alluvialschutt der Bergflanken, sodass diese relativ leicht erodiert werden. Erst etwas tiefer folgt der viel härtere Gneis und der Granit.
Flussgeschichte: Die Orlegna kann bei Starkregen sehr stark anschwellen und hat in der Vergangenheit immer wieder für Überschwemmungen im Bergell gesorgt. Daher wurde noch vor dem Anfang der Orlegnaschlucht bei Mota d'Orden in der flachen Schwemmebene südlich von Maloja eine Talsperre erstellt, die als Auffangbecken dient.
Quellen: Wikipedia, Costanzo Garancini, Dufourkarte 1865, Geografisches Lexikon der Schweiz, Bd. III.