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Der Berner Gemeinderat Reto Nause wird nun doch nicht Kandidat fürs Präsidium der CVP Schweiz. Er hat entschieden, weiterhin auf die Stadtberner Politik zu setzen, wie er am Freitag der Nachrichtenagentur sda mitteilte.
Nause sagte weiter, er werde sich aber als einfaches Mitglied für das Präsidium der CVP Schweiz zur Verfügung stellen, also den Parteivorstand. Nause war von 2001 bis zu seinem Eintritt in die Berner Stadtregierung im Jahr 2009 Generalsekretär der CVP Schweiz.
Vor ein paar Tagen hatte er bekanntgegeben, er stehe wegen des frei werdenden CVP-Präsidiums im Kontakt mit der parteiinternen Findungskommission.
Nach dem Rückzug Nauses bleibt der Zuger Nationalrat Gerhard Pfister einziger Bewerber für die Nachfolge des im April nicht zur Wiederwahl antretenden CVP-Präsidenten Christophe Darbellay. Für allfällige weitere Kandidaturen besteht eine Frist bis zum 14. Februar.
Doppelmandate nicht vereinbar
Als Begründung für seinen Verzicht gab Nause am Freitag einerseits Abklärungen der Berner Stadtkanzlei zum allfälligen Doppelmandat an. Diese hätten ergeben, dass ein Mandat als Berner Gemeinderat nicht mit dem Präsidium einer grossen Schweizer Partei vereinbar sei.
Anderseits konzentriere er sich auf die Stadtberner Politik, nachdem in den letzten Tagen "sehr konstruktive Gespräche" mit den "historischen Allianzpartnern" der CVP Stadt Bern in Gang gekommen seien. Das sind die Parteien EVP, GLP und BDP. In der Stadt Bern finden in diesem Herbst Wahlen statt und Nause muss um seinen Sitz zittern.
Berns Rot-Grün-Mitte-Parteien sind daran, ihr Bündnis zu erneuern und wollen mit vier Personen zu den Wahlen antreten. Allgemein gilt als möglich, dass das RGM-Bündnis drei bis vier der fünf Gemeinderatssitze erreicht und es knapp wird für Reto Nause als Vertreter der Mitte und für Alexandre Schmidt (FDP) als Bürgerlichen.
Bei den Wahlen von 2012 holte das RGM-Bündnis mit 59 Prozent der Wählerstimmen drei Sitze, die Mitte-Liste mit Kandidaten von CVP, BDP, GLP und BDP 18,2 Prozent und ein bürgerliches Bündnis von FDP und SVP 22,8 Prozent. Die Stadtberner SVP will in diesem Jahr allein zu den Wahlen antreten.