Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03299.jsonl.gz/699

Nicolaus Bruhns (1665–1697) erhielt ersten Unterricht vermutlich von seinem Vater. Er beherrschte bereits in frühem Alter das Orgelspiel und fertigte „gute“ Kompositionen für Klavier und Gesang an. Bei seinem Onkel Peter lernte er Violine und Gambe zu spielen, ausserdem war er der Lieblingsschüler Dieterich Buxtehudes, bei dem er Komposition studierte und sein Orgelspiel vervollkommnete.
Nicolaus Bruhns galt weit über die Stadtgrenzen Husums hinaus als Orgel- und Violinvirtuose. Wie Mattheson berichtet, habe er dann und wann gleichzeitig Geige und an der Orgel mit dem Pedal den Bass gespielt. Gerber berichtet 1790/92, dass er währenddessen sogar gesungen habe, sodass sich sein Spiel wie von mehreren Personen anhörte. Möglicherweise führte Bruhns seine Kantate Mein Herz ist bereit auf diese Art auf.
Aufgrund seines frühen Todes sind von Bruhns nur vier vollständige Orgelwerke und ein Dutzend Vokalwerke eindeutig überliefert. [wikipedia.org/wiki/Nicolaus_Bruhns]
Orgelwerke von Nicolaus Bruhns
Die Orgelwerke weisen typische Merkmale des norddeutschen Stylus Phantasticus auf: Affektreiche toccatenhafte Abschnitte wechseln sich mit strengeren fugierten Teilen. Nicolaus Bruhns übertrifft in Kühnheit der Harmonik und Rhythmik teilweise sein Vorbild Buxtehude, vor allem im „grossen“ e-Moll-Päludium.
- „Grosses“ Präludium in e-Moll
- „Kleines“ Präludium in e-Moll
- Präludium in G-Dur
- Choralfantasie: Nun komm der Heiden Heiland
- Präludium in g-Moll (Autorschaft unsicher, vermutlich von Arnold Matthias Brunckhorst)
- Adagio D-Dur (Fragment eines mehrteiligen Präludiums)