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Zahlreiche Polizisten griffen ein, um die Aktivisten zu vertreiben, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor Ort feststellte. Einige der Klimaschützer hatten sich an Flugzeuge gekettet, die ihm Rahmen der laufenden Verkaufsmesse von Privatjets auf dem Palexpo-Gelände neben dem Flughafen ausgestellt waren.
Die Polizei nahm rund 80 Personen fest, wie eine Polizeisprecherin am Nachmittag sagte. Die Organisatoren des Klimaprotestes sprachen am Abend von 100 vorläufig Festgenommenen; sie forderten in einer Mitteilung deren sofortige Freilassung.
Die Aktivisten erklärten, dass sie den kommerziellen Flugverkehr am Flughafen Genf nicht stören wollten. Aus Sicherheitsgründen wurde der Flugverkehr jedoch ab 11.40 Uhr für eine Stunde unterbrochen, wie ein Flughafensprecher erklärte.
Laut Skyguide-Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir konnten sieben Flugzeuge nicht in Genf landen und mussten nach Lyon oder Zürich ausweichen. Mindestens 22 Flugzeuge starteten bis zum späten Nachmittag von Genf aus mit Verspätung. Bis zum Ende des Abends dürfte es zu weiteren Verspätungen kommen.
Der Flughafen Genf, die Organisatoren der Messe und mehrere Aussteller äusserten die Absicht, Klage gegen die Aktivisten einzureichen.
Messe für Privatjets
In Genf werden in diesen Tagen im Rahmen der European Business Aviation Convention & Exhibition Privatjets ausgestellt. Es ist die grösste Verkaufsmesse für Geschäftsflugzeuge in Europa.
Die aus 17 Ländern stammenden Aktivisten hätten mit ihrem Protest Organisationen wie Greenpeace, Stay Grounded, Extinction Rebellion, Scientist Rebellion und andere Klimaorganisationen unterstützt, teilten Greenpeace und Extinction Rebellion mit. Die Klimaschützer fordern ein Verbot von Privatjets. Aktivisten blockierten auch den Haupteingang der Messe für Geschäftsflugzeuge, die in den Palexpo-Hallen stattfindet.
"Privatjets zerstören unseren Planeten"
Die Aktivisten klebten "Warnhinweise" auf die Jets, wie sie auch auf Zigarettenpackungen zu finden sind, wie "Privatjets zerstören unseren Planeten", "verbrennen unsere Zukunft" oder "nähren die Ungleichheit". Weiter wiesen die Aktivisten darauf hin, dass der Flughafen Amsterdam Schiphol Privatjets ab 2025 verbieten werde, während es in Genf einen starken Verkehr von Privatjets gebe.
Laut Greenpeace verursachen Privatflüge etwa zehn Mal mehr Treibhausgasemissionen pro Passagierkilometer als kommerzielle Flüge. Hinzu komme die Verschmutzung durch Mikropartikel und Lärm. Privatjets seien jedoch von den wichtigsten europäischen Vorschriften zur Verringerung der Treibhausgasemissionen ausgenommen.
Die Zahl der Privatjets weltweit hat sich in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt. Schätzungsweise stehen global rund 22'000 solcher Flugzeuge im Einsatz. In der Schweiz wurden laut Greenpeace im Jahr 2022 insgesamt 35'269 Privatjetflüge gezählt.
Messeorganisatoren verärgert
Die Organisatoren der Flugzeugmesse kritisierten die Aktion der Klimaschützer scharf. "Dies ist eine völlig inakzeptable Form des Protests", heisst es in einer gemeinsamen Stellungnahme der National Business Aviation Association und der European Business Aviation Association.
Ausserdem ignoriere die Aktion die Tatsache, dass sich die Geschäftsluftfahrt stark für den Klimaschutz einsetze. So habe die Branche ihre Kohlenstoffemissionen in den letzten 40 Jahren um 40 Prozent gesenkt.
(AWP)