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«Wir danken dir für Deinen Humor, Dein Lachen und Deine stets positive Einstellung zum Leben.» So verabschieden sich die Angehörigen von Reinhard Loosli - dem «Bärenloosli» in der Todesanzeige am Freitag. Loosli galt als der letzte Bärenführer und erhielt im Jahr 2012 eine Auszeichnung in Berlin, wie das Tagblatt im Jahr 2012 schreibt.
Der 1941 geborene Loosli wuchs gleich neben dem Spelteriniplatz in St.Gallen auf, wo schon damals der Circus Knie jährlich gastierte und im Frühling und Herbst der Jahrmarkt aufgestellt wurde. «Ich interessierte mich nur noch für diese Welt, eine Welt der Poesie, des nicht Fassbaren», sagte er.
Erstes Engagement beim Zirkus Nock
Nach einer Lehre als Kleiderfärber und einer als Koch erhielt er von Pro Juventute ein Stipendium und konnte die Schauspielakademie Zürich besuchen. Sein Traum aber war eine Karriere als Clown. Tatsächlich erhielt er eine Engagement beim Zirkus Nock, dies führte ihn mitten in seine zukünftige Welt: Als Clown trat er mit selbst dressierten Tieren in diversen Zirkus-Manegen auf.
Mit einer Nummer mit Lamas, Kamelen und einem Yak sorgte er in Skandinavien für Furore. Auf Tournee mit dem Zirkus Ringling lernte er einen russischen Bären-Dresseur kennen. «Ich war begeistert und schaute ihm immer beim Training zu. Eines Tages fragte er, ob ich lernen wolle, als Bärenführer zu arbeiten und begann mich in die Künste einzuweihen», sagte er in einem Porträt im Tagblatt, ebenfalls im Jahr 2012.
Auftritt mit dem Trio Eugster und Toni Vescoli
Dann besorgte er die Jungbärin Judith. Mit ihr trat er in Fernseh-Shows, Dancings und in Flimen mit dem Trio Eugster auf. Auch mit Toni Vescoli und anderen Berühmtheiten der 60er und 70er Jahre stand er auf der Bühne. Er wurde am ersten Bärenfest in Wil oder bei Bundesratsfeiern in Bern engagiert und unterhielt mit seiner Bärin Judith das Publikum.
Für eine Familie blieb «Bärenloosli» kaum Zeit, er war als Bärenführer elf Monate im Jahr unterwegs. Im Winter arbeitete er mit seiner Bärin Judith in Henau, sie war ein einem fünf Meter langen Anhänger untergebracht. «Für die damaligen Vorschriften reichte er aus», sagte er.
Doch mit einem neuen Tierschutzgesetz 1984, welches die Raubtierhaltung im privaten Bereich verbot, konnte Loosli nicht mehr so weiter arbeiten. Um die Bärin nicht einschläfern zu müssen, brachte er sie in einen Zoo in Ungarn, wo sie ihre letzten Tage verbrachte.