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Kein Wolf - sondern Wolf Walter von Gryffenberg...
... hat dem Wolfsberg den Namen gegeben.
Dieser streitbare Junker hatte den Weiler Lanterswilen (nordöstlich des heutigen Wolfsberg) 1570 erworben, doch hegte er bedeutend edlere Wohnansprüche.
So kaufte er Land dazu und liess ein richtiges Schloss errichten - womit er sich aber ¨berschuldete und das Gut 1595 wieder abstossen musste.
Unter Friedrich Gelderich von Siegmarshofen wurde Wolfsberg sogar ein Freisitz (das heisst, er hatte eine eigene Gerichtsbarkeit). Gelderich spendete ums Jahr 1600 Ermatingen 500 Gulden für die Einrichtung einer Freischule, in der die Sch¨ler kein Schulgeld mehr zahlen mussten und die damit auch ärmeren Kindern offen stand.
1731 gelangte der Wolfsberg in den Besitz von Johannes Zollikofer von Altenklingen.
Zollikofer mit Stammsitz auf dem Schloss Altenklingen war der erste Kutschenbesitzer im Thurgau.
Jetzt kamen die Franzosen ins Spiel: Charles Parquin war Offizier und glühender Verehrer von Napoleon I. gewesen. Bald genoss auch er die Gastfreundschaft von Königin Hortense in ihrem Arenenberger Exil - und heiratete ihr gleich ihre Kammerdienerin Louise Cochelet weg.
1824 kaufte er (wohl auf Anraten von Hortense, die kaum Platz für ihre vielen Gäste hatte) den Wolfsberg, baute ihn teilweise nach dem Vorbild von Arenenberg um und richtete die erste mit allem Komfort ausgestattete Fremdenpension ein, die dann auch zahlreiche Arenenberger Gäste beherbergte.
Karl Bürgi-Ammann aus der Hotelierfamilie, die das erste Gipfelhotel auf der Rigi betrieb, führte das Schloss ab 1865 als Kurhotel weiter.
Sein Sohn Karl Bürgi-Trescher stattete als Antiquitätensammler die Trinkstube im Schloss aus und entdeckte und erforschte als Hobby-Archäologe die nahe gelegenen (oben erwähnten) eisenzeitlichen Grabhügel.
Während des 1. Weltkrieges blieben dann aber die Gäste aus; das Schloss musste verkauft werden.
1970 erwarb UBS das historische Anwesen und gestaltete es zu einem Konferenz- und Begegnungszentrum um. 1975 wurden das neu erbaute Zentrum sowie die vollständig renovierten Gebäude dem Betrieb übergeben. Seit 2008 verfügt der Wolfsberg ausserdem über einen neuen Hoteltrakt.
Wolfsberg par Pecht en 1833 (graphica-antiqua.ch)
Bibliographie