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Budgetentwurf mit erheblichen Kürzungen erarbeitet
29. Februar 2024
Im Vorfeld der Ende April tagenden Generalkonferenz, des obersten Leitungsgremium der weltweiten Methodistenkirche (United Methodist Church, UMC), kamen am 19. und 20. Februar die Finanzverantwortlichen zusammen, um am ohnehin schon seit 20 Jahren kleinsten Budgetentwurf für die kirchliche Arbeit weitere Kürzungen vorzunehmen.
Bei der Tagung in einem Vorort von Nashville trafen sich der Vorstand der Kommission für finanzielle und administrative Angelegenheiten (General Council on Finance and Administration, GCFA) und Mitglieder des Connectional Table, eines international besetzten Runden Tischs auf gesamtkirchlicher Ebene der UMC, der die inhaltliche Arbeit der allgemeinen Kirchenbehörden und deren Finanzen verantwortet. Gemeinsam erarbeiteten die beiden Gremien einen Budgetentwurf zuhanden der 🔗Generalkonferenz.
Deutlich weniger Gelder
Das Budget sieht einen Haushalt für die Jahre 2025 bis 2028 in Höhe von 346.7 Millionen US-Dollar vor. Das sind etwa 23.8 Millionen Dollar weniger als der Haushaltsentwurf, den der Vorstand der GCFA 🔗im Mai letzten Jahres genehmigt hatte. Gegenüber dem an der letzten regulären Tagung der Generalkonferenz im Jahr 2016 beschlossenen Haushaltsplan in Höhe von 604 Millionen US-Dollar bedeutet das eine Kürzung um fast 43 %.
Deutlich weniger Kirchgemeinden
Die jüngsten Kürzungen sind eine Reaktion auf die über den Prognosen liegenden Kirchenaustritte in den USA. In den letzten vier Jahren haben sich 🔗fast 7700 us-amerikanischen Kirchgemeinden aus der UMC zurückgezogen, was etwa einem Viertel der dortigen Gemeinden entspricht. Die Austritte erfolgten aufgrund der zuletzt zugespitzten Kontroversen über Fragen der menschlichen Sexualität. Hinzu kommen rund 2000 Kirchenschliessungen in den USA, die hauptsächlich auf schwindende Mitgliederzahlen zurückzuführen sind.
In der Sache einig
Sowohl der Vorstand des GCFA als auch der Connectional Table sind sich seit langem darin einig, dass der Haushalt angesichts des finanziellen Drucks auf die Kirchgemeinden und Jährlichen Konferenzen (regionale Kirchenparlamente) erheblich gekürzt werden sollte. Sie waren sich jedoch nicht einig darüber, wie stark die Kürzungen ausfallen sollten, damit die Dienste auf allen Ebenen der UMC weiterhin gewährleistet werden können.
Gelder für die Bischöf:innen
An ihrer Sitzung erzielten nun beide Gruppen eine Einigung über die Haushaltszuweisungen. Doch beide Leitungsgremien rangen mit der Frage, wie sie mit dem seit langem wackeligen Bischofsfonds umgehen sollten, der die Arbeit der Bischöf:innen unterstützt.
Seit 2019 haben die GCFA-Mitarbeiter:innen davor gewarnt, dass dem bischöflichen Fonds ohne Änderungen das Geld auszugehen drohe. Die Pandemie hatte geholfen, die Reserven aufzustocken, indem die Zahl der Reisen und letztlich die Zahl der Bischöf:innen im aktiven Dienst reduziert wurde. Während der im Haushalt 2016 genehmigte Etat 46 aktive Bischöf:innen in den USA vorsah, sind derzeit 39 im Dienst. Der im vergangenen Jahr genehmigte Budgetentwurf sah indes nur 22 Bischöf:innen in den USA und 22 in den Zentralkonferenzen vor.
Eine Übergangszeit ist nötig
Der Präsident des Bischofsrates, Thomas J. Bickerton, erläuterte den Versammelten, warum er und andere Führungsverantwortliche der Kirche der Meinung sind, dass eine Reduzierung auf 22 US-Bischöf:innen zum jetzigen Zeitpunkt ein zu harter Einschnitt wäre.
«In dieser kritischen Zeit in der Kirche wäre es nicht hilfreich, die Zahl der Bischöfinnen und Bischöfe in den Vereinigten Staaten so stark zu reduzieren«, sagte Bickerton. «Es ist wichtig, eine effektive Führung inmitten all der Veränderungen zu gewährleisten und als Brücke zu dienen». Stattdessen hoffen die Bischöf:innen, bis 2028 ihre Zahl in den USA durch natürliche Fluktuation zu verringern.
Wie soll das finanziert werden?
Um jedoch 32 Bischöf:innen in den USA in den nächsten vier Jahren bezahlen zu können, muss der Bischofsfonds um 15 Millionen US-Dollar aufgestockt werden. Die Mitglieder des Connectional Table unterstützten zwar den Antrag der Bischöf:innen. Strittig war jedoch die Finanzierung. Diese sollte nicht auf Kosten der allgemeinen Kirchenbehörden der UMC erfolgen, bei denen bereits tiefe Einschnitte vorgenommen wurden. Zwischen 2016 und dem Ende des letzten Jahres ist die Zahl der Mitarbeiter:innen der Agenturen von 793 auf 483 gesunken, was einem Rückgang von etwa 39 % entspricht.
Lasten verteilen
Mit dem Vorstand des GCFA einigten sich die Mitglieder des Connectional Table auf einen Kompromiss. Demnach sollen 7.5 Millionen Dollar aus einer geringen Erhöhung des Grundbetrags stammen. Die anderen 7.5 Millionen Dollar würden aus zusätzlichen Kürzungen der Zuweisungen für allgemeine Kirchenbehörden kommen.
Aufruf an die Bischöf:innen
Gegen Ende des Treffens rief Minerva Carcaño, Bischöfin der Konferenz von Kalifornien und Nevada und Mitglied des GCFA-Vorstands, ihre bischöflichen Kolleg:innen zu einem intensiven Gespräch über die Auswirkungen des soeben verabschiedeten Budgetentwurfs auf.
«Wir sind diejenigen, die durch diese Entscheidungen am meisten gesegnet werden, und damit meine ich diejenigen von uns, die Bischöfinnen und Bischöfe sind», sagte sie. Sie wolle im Bischofsrat ein tiefgreifendes Gespräch über das Wesen der Kirche anstossen und über das Verständnis des bischöflichen Amtes, das konnektionale System mit der wichtigen Arbeit der kirchlichen Behörden und darüber, «was es bedeutet, miteinander zusammenzuarbeiten, um der Mission und des Dienstes willen, die Gott uns gegeben hat.»