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Die Eltern wollten unbedingt, dass ihr kleiner Sohn eine Spezialtherapie gegen Krebs in Tschechien bekommt. Deshalb haben sie den 5-Jährigen aus einem Spital im englischen Southhampton entführt und nach Prag gebracht. Der kleine Patient soll jetzt tatsächlich geheilt sein.
Sieben Monate, nachdem er von seinen Eltern zu einer Spezialbehandlung nach Tschechien gebracht worden war, hat der fünfjährige britische Krebspatient Ashya King die Krankheit offenbar besiegt. Dies meldet zumindest die Familie des Kindes.
Der Hirntumor sei «vollständig neutralisiert und enthält keine Krebszellen mehr», teilte Anwalt Juan Isidro Fernandez Diaz am Montag in Madrid mit. Der Erfolg sei auf die Protonentherapie zurückzuführen, zu der Ashya im August aus Grossbritannien in eine Klinik in Prag gebracht worden war.
Der Fall hatte die Öffentlichkeit im Spätsommer in Atem gehalten: Die Eltern Brett und Naghmeh King hatten ihren kleinen Sohn nach einem Streit mit den Ärzten eigenmächtig aus einem Spital im englischen Southampton nach Spanien gebracht. Sie wollten statt der bisher angewandten Strahlen- und Chemotherapie die Behandlung seines Hirntumors mit Protonen versuchen, wie sie in Tschechien angeboten wird.
Die britischen Behörden leiteten daraufhin eine internationale Fahndung nach Ashya ein, weil für den Jungen ohne medizinische Versorgung Lebensgefahr bestand. Den Eltern wurde wegen des eigenmächtigen Verhaltens zunächst das Sorgerecht entzogen.
Sie wurden schliesslich in Spanien gefasst und verbrachten mehrere Tage in einem Gefängnis, bis Grossbritannien auf öffentlichen Druck hin die Entführungsvorwürfe zurücknahm und den Eltern das Sorgerecht für ihr Kind zurückgab.
Das britische Boulevardblatt «Sun» schrieb am Montag, Ashya habe «keinen Krebs mehr». Vater Brett wurde vom Blatt mit den Worten zitiert: «Die Nachricht ist unglaublich, wir sind total glücklich.»
Vom medizinischen Standpunkt sei es noch zu früh, den Jungen definitiv als geheilt einzustufen, sagte hingegen die Direktorin des Prager Proton Therapy Centers (PTC), wo Ashya im vergangenen Herbst behandelt worden war. (whr/sda/afp)