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Mehr als ein Kilometer gross war der Eisen-Meteorit, der einst im Nordwesten Grönlands mit enormer Energie auf die Erde schlug. Der hinterlassene Krater liegt seither versteckt unter einer fast ein Kilometer tiefen Eisschicht des Hiawatha-Gletschers.
Die Entdeckung des Kraters verkündeten Forschende erstmals im Jahr 2018. Zwar war damals eine Datierung des Kraters noch nicht möglich, aber sie spekulierten, dass das Einschlagsereignis womöglich vor rund 12'000 Jahren stattgefunden haben könnte.
Dieser Vermutung folgend hätte der Meteoriteneinschlag die Jüngere Dryaszeit einläuten können - ein scharfer Kälteeinbruch in der Erdgeschichte am Ende der letzten Kaltzeit. Aber das war offensichtlich nicht der Fall. Vielmehr krachte der Meteorit bereits vor 58 Millionen Jahren auf Grönland. Das berichtet das Forschungsteam unter Leitung der Naturhistorischen Museen Schweden und Dänemark sowie der Universität Kopenhagen im Fachblatt «Science Advances». Folglich steht der Einschlag in keinen Zusammenhang mit der pleistozänen Vergletscherung.
«Eine harte Nuss»
Für die Studie führten die Forschenden Altersdatierungen an Sandkörnern und Zirkonkristallen durch, die sie stromabwärts des Hiawatha-Gletschers eingesammelt hatten. «Die Datierung des Kraters war eine besonders harte Nuss», sagte Mitautor Michael Storey vom Naturhistorischen Museum Dänemark gemäss einer Mitteilung der Universität Kopenhagen.
Doch nun, da das Alter des Kraters bestimmt sei, liessen sich die möglichen Auswirkungen des Einschlags auf das Klima während einer wichtigen Epoche der Erdgeschichte untersuchen, fügte Erstautor Gavin Kenny vom Schwedischen Naturhistorischen Museum hinzu. Grosse Meteoriteneinschläge können das Klima nachhaltig und global beeinflussen. Für den Hiawatha-Einschlag gibt es derzeit aber noch keine Belege dafür.
Der grönländische Einschlagkrater besitzt einen Durchmesser von 31 Kilometern und zählt damit zu den 25 grössten der Erde. In ihm fände die ganze Stadt Paris Platz. Gegen den Chicxulub-Krater im heutigen Golf von Mexiko kommt er allerdings bei weitem nicht an. Der Meteorit, der vor rund 66 Millionen Jahren höchstwahrscheinlich das Ende der Dinosaurier besiegelte, hinterliess einen Krater von rund 200 Kilometern Durchmesser.