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Zwei Diebe waren übereingekommen, da und dort zu stehlen und die Beute im Beinhaus zu verbergen, wo sie sich ungestört treffen konnten.
Einer hatte einen Sack Nüsse gestohlen und trug ihn hinunter ins Beinhaus. Während er auf seinen Gefährten wartete, fing er an Nüsse zu essen.
Am morgen früh kam der Küster, um das Ave-Maria zu läuten. Er hörte den Lärm mit den Nüssen, die der Dieb aufklopfte und sagte ganz erschrocken: „Oh, ich Armer, da unten ist der Teufel, der die Knochen der Toten frisst."
Er lief zum Priester, um ihm zu sagen, dass der Teufel im Beinhaus sei und die Knochen der Toten zerbreche und esse. Er müsse kommen und segnen. Aber der Priester sagte, er habe Rheumatismus und könne sich nicht bewegen.
„Ich werde Euch auf der Schulter tragen, Ehrwürdigster," versprach der Küster, „aber Ihr müsst kommen zu segnen, denn ich habe Angst." Und wirklich trug er ihn hinauf. Immer wieder hielt er an, um sich auszuruhen und sagte seufzend: „Oh wie schwer, oh wie schwer!"
Der unten die Nüsse ass, hörte es und glaubte, es sei sein Gefährte, der ein Schwein trüge.
Er rief ihm zu: „Ist's fett oder mager?“
„Ob mager, ob fett", antwortete der Küster zitternd, “nimm ihn wie er ist." Und warf ihn hinunter. Der Priester aber vergass seinen Rheumatismus, machte lange Beine und entkam.
Quelle: L. Clerici, Helene Christaller (Übers.), Märchen vom Lago Maggiore.
Nach mündlicher Überlieferung gesammelt von Luigi Clerici, Basel o. J.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch; typografisch leicht angepasst.