Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03428.jsonl.gz/911

Im Juni-Treff berichtete Carl August Zehnder aus seinem Leben. Der emeritierte ETH-Professor für Informatik mit Jahrgang 1937 ist Vater von drei Kindern und
hat sieben Enkelkinder; er wohnt seit 1973 in Würenlos.
Aufgewachsen ist Zehnder mit zwei Brüdern in Baden an der Grenze zu Wettingen im Restaurant Schönau, das seine Urgrosseltern gebaut hatten. Er ging gerne zur
Schule, und nach der Matura in Aarau (Typ A mit Latein und Griechisch) wählte er als Studium nicht
Theologie oder Geschichte, was ihn auch interessiert hätte, sondern Mathematik an der ETH Zürich. Bereits im dritten Semester 1958 interessierte er sich aber
zusätzlich für etwas Neuartiges: «Programmieren». Damit begann sein Einstieg in die Informatik. An der ETH stand damals die ERMETH, die «Elektronische RechenMaschine
der ETH», einer der ersten Computer in Europa. Zehnder wurde dort Assistent und doktorierte. Dann wanderte er mit der jungen Familie in die USA aus, kam aber schon
nach einem Jahr an die ETH zurück und wurde dort 1970 Professor. Aber erst elf Jahre später wurde Informatik als Vollstudium anerkannt. Als Professor konnte er etwa
60 Dissertationen begleiten. Mit seiner eigenen Doktorarbeit automatisierte er 1964 mit einem neuen Computer die ETH-Prüfungspläne für 400 Professoren und
3'000 Studenten Auch später übernahm er immer wieder Verwaltungsaufgaben, eine Zeitlang auch als Vizepräsident der ETH.
Neben dem Beruf machte Zehnder als Milizoffizier vier Jahre Militärdienst. Er zeigte, wie er als Bataillonskommandant mit vielen späteren Regierungsräten und
Wirtschaftführern engen Kontakt bekam. Auch in der Kirche war Zehnder immer wieder engagiert, so einst als Kirchenpflegepräsident und heute noch in der Kommission
für das Haus «Chilemetzg». In der Gemeinde war er schon 1978 Kommissionspräsident bei der Planung der Mehrzweckhalle, leitete etwa alle zehn Jahre die Erneuerung
der Verwaltungsinformatik und wurde als Stundenplan-Spezialist noch 2011 bei der Einführung der Blockzeiten in der Schule beigezogen.
Geschichte ist eines seiner Hobbys. Er zeigte die Würenloser Eisenbahngeschichte und verwies für die Geschichte des Limmattals mit dem Kloster Fahr auf seinen
Webauftritt, leicht zu finden über Google mit «Carl August Zehnder».
Mit einem Bild von seinen sieben fröhlichen Grosskindern schliesst er den Kreis seiner Erzählungen. Carl August Zehnder hat beispielhaft sein Potenzial an Wissen
und Können mit grosser Bereitschaft und Engagement - auch nach der Pensionierung - eingesetzt und auch unsere Gemeinde kann nachhaltig profitieren davon.
Beim Apéro wurde angeregt weiter diskutiert.
Alexandra Zihlmann