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Gesundheit wird im Rahmen der Salutogenese als ein dynamischer, eigenverantwortlich gestalteter Prozess verstanden. Zentral darin ist das sog. Kohärenzgefühl, das sich auf die drei Faktoren
Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Bedeutsamkeit abstützt:
- Das Gefühl der Verstehbarkeit beinhaltet die Kompetenz, Informationen konsistent zu
strukturieren und einzuordnen, Ursachen, Bedingungen und Zusammenhänge zu erkennen, Situationen zu erklären und zu verarbeiten und realistische Einschätzungen und Voraussagen über die Anforderungen vornehmen zu können. Das, womit man konfrontiert ist, wird somit nicht als unerklärlich, willkürlich, chaotisch oder zufällig empfunden.
- Das Gefühl der Handhabbarkeit beinhaltet die Überzeugung und Zuversicht, der man vertraut, dass die Probleme zu bewältigen sind, und dass man die hierfür benötigten Ressourcen zur Verfügung hat. Man kann somit realistische Ziele und Vorgehensschritte formulieren und an das Gelingen glauben.
- Das Gefühl der Bedeutsamkeit und Sinnhaftigkeit beinhaltet die Überzeugung, dass es
sich lohnt, Probleme als Herausforderung zu nehmen. Diese motivationale Komponente,
das Engagement, gilt als die wichtigste Voraussetzung der Widerstandsfähigkeit, da sie
nicht in eine „Opferhaltung“ sondern in Richtung aktive, kompetente Selbstgestaltung
führt. Man benötigt Motivation und Willenskraft, um Veränderungen einzuleiten und zu realisieren. Sinnhaftigkeit ergibt sich immer auch aus der Verankerung in einer „Transzendenz“, welche dem Leben eine Bedeutung gibt, die über das Individuelle hinausreicht.
Im Kontext der KomplementärTherapie erlernen Klientinnen und Klienten, wie sie ihre momentanen gesundheitlichen Störungen einordnen und handhaben können, welchen Sinn ihnen zukommt und
welche Handlungsmöglichkeiten zur Unterstützung ihrer Genesung bestehen.