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FreiburgMatthias Huss vom Departement für Geowissenschaften der Universität Freiburg bestimmte den Beitrag der Alpengletscher zum Abfluss der vier grossen Flüsse Zentraleuropas: Rhein, Rhone, Donau und Po. Er stellte fest, dass die Gletscher weit über den Alpenraum hinaus für genügend Wasser sorgen, wie die Universität am Montag mitteilte.
Daten von Quelle bis Meer
Huss stützt sich für seine im Fachblatt «Water Resources Research» publizierte Studie auf Daten von 50 Gletschern aus der Schweiz. Er verglich die Daten mit Abflussmessungen entlang der vier Ströme von deren Quelle bis zur Mündung ins Meer. So konnte er berechnen, welcher Anteil des Abflusses in den Sommermonaten vom Gletscher stammt.
So zeigte sich zum Beispiel, dass mehr als ein Viertel des Rhone-Wassers, das im August ins Mittelmeer fliesst, Schmelzwasser von Gletschern ist. Beim Po in Italien beläuft sich der Anteil auf etwa 20 Prozent, beim Rhein in Holland auf etwa sieben Prozent und bei der Donau in Rumänien immerhin noch auf 2,8 Prozent.
Einfluss auf Rhone
Die unterschiedlichen Zahlen hängen damit zusammen, wie gross die Gletscher gemessen am übrigen Einzugsgebiet eines Stroms sind. So bedecken die Alpengletscher beim Rhein weniger als 2 Promille des Einzugsgebiets. Bei der riesigen und langen Donau sind es gar nur 0,6 Promille des Einzugsgebiets.
Wären also die Gletscher nicht, würde der Abfluss von Rhein, Rhone Donau und Po deutlich geringer ausfallen. Besonders ausgeprägt wäre dieser Effekt bei Hitzewellen, wie zum Beispiel im Sommer 2003. In der Rhone zum Beispiel steuerten die Gletscher im August 2003 über 40 Prozent zum Abfluss ins Mittelmeer bei.
Einschränkungen beim Flussverkehr
Huss schätzte auch ab, wie sich der Gletscherbeitrag bis ins Jahr 2100 verändern wird. Er kommt zum Schluss, dass die Gletscher noch bis etwa Mitte dieses Jahrhunderts Wassermengen beitragen können, die ins Gewicht fallen. Doch in 90 Jahren werden die Gletscher auf rund zehn Prozent ihrer heutigen Grösse geschrumpft sein.
Dann wird in Europas Strömen nur noch wenig Gletschermilch zu finden sein. Die Folge: Ein Abflussrückgang, der zum Beispiel zu Einschränkungen beim Schiffsverkehr und der Trinkwasserversorgung oder zu Einbussen für Flusskraftwerke führen kann.
Der Wissenschaftler Huss hofft, dass seine Studie dabei hilft, sich auf solche Veränderungen vorzubereiten.sda