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Papiermühle Reipzig (Pulverkrug)
Am 1. November 1539 konnte hier der erste Bogen Büttenpapier nach holländischem Muster geschöpft werden. Die erhaltenen Privilegien vom 6. April 1595 und 6. Dezember 1620 'für die Papiermühle am Fluss Jlangk in unserem Lande Sternberg' besagen das Nähere. Die Frankfurter Drucker verbrauchten, namentlich wegen des sehr grossen Bedarfs der Universität, bedeutende Mengen Papier, so dass die anfängliche Produktion der Papiermühle, die mit einem Zentner angegeben wird, sehr schnell gesteigert werden konnte. Anfänglich übernahm der Franfurter Rat die gesamte Verwaltung, was sich aber nicht bewährte. Deshalb gab die Stadt im Jahre 1600 die Mühle pachtweise an den Meister Hans Können ab, der sie bis zu seinem Tode, (1635) betrieb. Bis um die Wende des 17. Jh. wurde die Mühle von den Papiermachern Martin Eck und Christian Geisler betrieben, während welcher Zeit sie, durch Feuer vernichtet, wieder neu erstand.
1702 kam die Mühle an die Familie Krumbholz, die dem Frankfurter Rat 210 Taler Jahrespacht zahlte.
In den Jahren von 1740 - 54 finden wir als Pächter der Papiermühle Martin Focke und Gottlieb Schuch. Als Wasserzeichen findet sich in den Papieren der Mühle im Jahr 1749 ein springender Hirsch mit starkem Geweih und den Buchstaben G.T.R. Die Ueberbringung des an den Frankfurter Rat abzuliefernden Papiers musste durch den Schwetiger Schulzen erfolgen, solbald es ihm von dem Papiermüller 'angesagt' wurde. Das in Reipzig (später Pulverkrug) gefertigte Papier kam hauptsächlich auf den Messen zu Frankfurt (Oder) zum Verkauf; der Reipziger Schulze war verpflichtet, zu jeder Messe zwei Fuhren Papier in die Stadt zu bringen.
Um 1750 bestand die Papiermühle aus einem massiven Gebäude von 105 Fuss Länge und 42 Fuss Breite. Sie hatte drei Gänge, die sich aus zwei deutschen Werken und einem holländischen - Scheibe genannt - zusammensetzten. Neben mehreren Ställen und einer Scheune gehörte zu dem Anwesen auch das sogenannte Plunderhaus (Haus für das ausgesammelte Lumpenrohmaterial).
Im ganzen umfasst das Grundstück 35 Morgen und 162 Quadratruten.
Als am 12. August 1759 die Frankfurter Ratsdörfer Schwetig,
Reipzig, Kunitz, Kunersdorf und Trettin Opfer der russischen Invasion
wurden, brannte auch die alte Eilang-Papiermühle
ab. Nach ihrem Wiederaufbau pachtete sie Meister Johann Gottlieb Frank,
in dessen Familie sie bis 1806 verblieb (Die Papierfabrik Pulverkrug gehört
heute Alexander Baerwaldt.) -
s. Corty, Friedrich
Papier-Fabrikation 1819 (AZ 104) erwähnt.

© GCA Christian Heilmann Kontakt: Heilmann AT GCA.CH / Letzte Änderung: 07.01.2008