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Neu definierter Berufsauftrag
Arbeitszeiten
In der kantonalen Verwaltung werden jeweils zwischen Weihnachten und Neujahr zusätzliche Ferientage gewährt. Können Lehrpersonen auch davon profitieren?
Die Schulpflege kann neben den 13 Schulferienwochen noch zusätzlich 4 Tage als unterrichtsfrei beschliessen. Dies wird in der Regel meist vollständig ausgeschöpft. Entsprechend werden den Lehrpersonen bereits heute faktisch zusätzliche Urlaubstage gewährt, weshalb die Regelung für die Weihnachtszeit nicht bei der Jahresarbeitszeit der Lehrpersonen berücksichtigt wird.
Die berufseinsteigenden Lehrpersonen werden zusätzlich 1.5 Stunden pro Wochenlektion angerechnet. Wer kompensiert die höher bewerteten Wochenlektionen der Berufseinsteiger?
Mit dem höheren Umrechnungsfaktor wird dem Umstand Rechnung getragen, dass Berufseinsteiger einen grösseren Aufwand für die Lektionsvorbereitung benötigen. Sie haben demzufolge etwas weniger Zeit für die drei anderen Tätigkeitsfelder. Diese Zeit wird nicht kompensiert.
Darf eine Schulleitung ihre LP dazu verpflichten, die Arbeitszeit für den Tätigkeitsbereich Unterricht zu erfassen?
Nein. Der Unterricht wird mit der Pauschalen verrechnet (i.d.R. von 58 Stunden pro Jahreslektion). Schulleitungen können darum nicht verlangen, dass die Lehrpersonen den Tätigkeitsbereich Unterricht in einem Arbeitszeittool erfassen. Dies wäre systemfremd.
Der einzelnen Lehrperson steht es aber frei, auch über ihre Arbeitszeit im Bereich Unterricht Buch zu führen, um den eigenen Arbeitsaufwand zu überwachen und allfällige Massnahmen zu treffen. Dies hat aber keinen Einfluss auf die Pauschalen oder die vereinbarte Jahresarbeitszeit.
In der Lehrpersonalverordnung ist folgendes festgehalten:
§11 Abs 2; Übertragen werden:
a. bei einem positiven Arbeitszeitsaldo höchstens 300 Stunden,
b. bei einem negativen Arbeitszeitsaldo höchstens 50 Stunden.
§ 12. Abs 1; Übersteigt ein positiver Arbeitszeitsaldo 300 Stunden, verfallen die darüber hinaus geleisteten Stunden Ende Schuljahr. Ein positiver Arbeitszeitsaldo kann ausnahmsweise vergütet werden, wenn er die der Gemeinde zugeteilten Vollzeiteinheiten nicht übersteigt.
Abs 2; Bei einem negativen Arbeitszeitsaldo von mehr als 50 Stunden wird eine Lohnkürzung vorgenommen.
Abs 3; Bei der Auflösung des Arbeitsverhältnisses wird
a. ein positiver Arbeitszeitsaldo ohne Zuschlag vergütet,
b. ein negativer Arbeitszeitsaldo mit dem Lohn verrechnet.
Wer kontrolliert die Arbeitszeit der Lehrperson und ist dafür verantwortlich, dass eine Lehrperson die vereinbarte Arbeitszeit einhält?
Die Lehrperson muss grundsätzlich ihre Arbeiten in der zur Verfügung gestellten Zeit erledigen. Deshalb ist sie in erster Linie selber dafür verantwortlich, dass die vereinbarte Arbeitszeit eingehalten wird.
In ausserordentlichen Situationen, in denen die Lehrperson nicht vorgesehene zusätzliche Arbeitszeit aufwenden muss, die zu einem positiven Arbeitszeitsaldo führt, muss sie die Schulleitung innert zwei Wochen informieren. So können rechtzeitig Massnahmen getroffen werden, um die Lehrperson zu entlasten. Die Kontrolle der Arbeitszeit ist Aufgabe der Schulleitung.
Eine Schulpflege wünscht, dass alle Lehrpersonen die letzten 3 Tage der Sommerferien im Schulhaus arbeiten. Wo soll diese Arbeitszeit festgehalten werden? Beispiel: Pädagogischer Input, Diskussion im Plenum, Vertiefung in pädagog. Teams, konkrete Vorbereitungsarbeiten.
Die Aufteilung auf die Tätigkeitsbereiche hängt von der Ausgestaltung dieser drei Tage zusammen und muss von der Schulleitung festgelegt werden.
Beispiele
- Input und gemeinsame Planungsarbeiten am Jahresprogramm
→ unter „Schule“ erfassen.
- Absprachen im Unterrichtsteam
→ unter „Zusammenarbeit“ erfassen.
- Individuelle oder gemeinsame Unterrichtsvorbereitung
→ nicht erfassen, ist pauschal im Bereich „Unterricht“ enthalten.
- Klassenadministration (Klassenlisten, Elterninfos, Zimmer gestalten, etc.)
→ nicht erfassen, ist in der Pauschale für „Klassenlehrperson“ enthalten.
Grundsätzlich werden für eine Jahreslektion 58 Arbeitsstunden pauschal angerechnet. Die Schulleitung kann davon abweichen. Ist dafür ein Minimum / Maximum festgelegt?
Nein.
Das liegt grundsätzlich in der Kompetenz der Schulleitung. Das Minimum wäre die reine Präsenzzeit (37.16 Wochen x 45 Min = ca. 28 Stunden). Ein Maximum gibt es nicht bzw. ist durch die vorhandenen Ressourcen beschränkt.
Im LPG (§ 19a Abs. 2) wird festgelegt, in welchen Fällen die Schulleitung vom Arbeitszeitfaktor 58 Stunden abweichen kann. Demnach muss ein allfälliges Verändern des Arbeitszeitfaktors immer verhältnismässig sein und die tatsächliche Belastung wiedergeben.
Eine Monofachlehrperson hat einen grossen Anteil nicht verteilter Arbeitszeit. Können diese Arbeitsstunden für (1) Vikariate, für (2) zusätzliche Teamteaching-Lektionen oder für (3) einen Einsatz als Schul-Klassenassistenz eingesetzt werden?
Nein.
(1) Es ist nicht möglich, noch nicht zugeteilte Arbeitsstunden in Form von Vikariaten zu leisten.
(2) Der Grundsatz "28 WL Unterricht pro VZE Berufsauftrag" muss eingehalten werden. Entsprechend kann man mit dem verbleibenden Flexteil nicht einfach zusätzliche Lektionen schaffen.
(3) Schulassistenz ist keine Tätigkeit, die im Rahmen der kantonalen Anstellung als Lehrperson ausgeübt werden kann.
Nein.
Wie die Lehrpersonen ihre Arbeitszeit in den Bereichen Schule, Zusammenarbeit und Weiterbildung erfassen, ist nicht vorgegeben. Ein einfaches Zeiterfassungs-Tool (Excel) wird aber im Frühling 2017 auf der Website des VSA zur Verfügung gestellt. Selbstverständlich können auch andere geeignete Formen eingesetzt werden. Es ist möglich, dass Schulleitungen ihren Lehrpersonen diesbezüglich Vorgaben machen.