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Wann genau die Chinesische Medizin ihren Ursprung hat ist nicht immer ganz klar. Funde von Keramik ab ca. 5000 v.C. zeigen ein Orakel, bei dem Knochen über dem Feuer erhitzt wurden. Die entstandenen Risse wurden danach als Disharmonie beim Patienten interpretiert, und mit Steininstrumenten für den medizinischen Gebrauch therapiert. In der offiziellen Geschichtsschreibung gilt dies als der Vorläufer der Akupunktur.
Erste therapeutische Aktivitäten wurden ca. 1500 v.C. nachgewiesen. Auch in dieser Zeit wurden Orakel befragt, um die Ursache einer Krankheit zu erfahren.
Die Idee der Geister (gui) gewinnt ab ca. 1000 v.C. an Gewicht in der Chinesischen Medizin. Nach dieser Theorie wandern die Seelen von Verstorbenen umher und schaden den Lebenden. Um dem Herr zu werden, wenden die Hexer (wu) nicht nur Gesänge, Tänze und Amulette an, sondern auch Medizin aus Pflanzen, Tieren und Mineralien.
Die Entstehung der Yin Yang Theorie und die erste Erwähnung der fünf Wandlungsphasen findet sich ca. 600 v.C. Diese Theorien sind auch heute noch fester Bestandteil der Chinesischen Medizin. Anders als in der westlichen Medizin verlieren einst gültige Theorien der Chinesischen Medizin nie vollständig ihre Gültigkeit.
Während den beiden Han Dynastien(206 v.C.- 220 n.C.), entstehen die wichtigsten Grundlagenklassiker der Akupunktur und der Kräuterheilkunde. Das Huang Di Nei Jing, das Nanjing sowie der Shan Han Lun.
In der Qing Dynastie (1644 - 1911) findet die Akupunktur ihren Weg in den Westen. Louis Berlioz macht in dieser Zeit Akupunktur in Frankreich zum ersten Mal populär.
Mit der Ausrufung der Volksrepublik China am 1. Oktober 1949 wird die Chinesische Medizin als "gesammelter Mist von mehreren tausend Jahren" beschimpft. Mao Zedong, bezeichnet die Chinesische Medizin später jedoch als Schatz den es zu heben gelte.
Während der Kulturrevolution (1966 - 1976) werden sowohl die traditionellen als auch die westlichen Wissenschaften vollkommen lahmgelegt. Die Wissensträger, wie alle anderen Intellektuellen, werden Opfer der Roten Garden oder fliehen ins Ausland.
Um die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten, werden 1978 die klassischen Schriften neu gelesen und diskutiert. Ziel ist es, eine standardisierte Form der Chinesischen Medizin zu schaffen, welche fortan an staatlichen Universitäten und Akademien gelehrt wird. Entstanden ist daraus die Traditionelle Chinesische Medizin, wie wir sie heute kennen.
Einige berühmte Ärzte der Chinesischen Medizin
Bian Que (407 - 310 v.C.) ist der erste berühmte Arzt. Dargestellt wird er mit göttlichem Charakter und oft in halber Vogelgestalt. In seiner Biographie findet sich das erste schriftliche Zeugnis der Anwendung der Akupunktur.
Hua Tuo (110 - 207 n.C) ist ein berühmter Arzt, der Anästhesie und Chirurgie betrieben haben soll.
Sun Si Miao (581 - 682) gilt als König der Heilkräuter und ist Verfasser von mehreren Hauptwerken der Phytotherapie.