Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03129.jsonl.gz/1325

Herzrhythmusstörungen – mit die häufigste Ursache für einen plötzlichen Herztod – aber auch Arteriosklerose und Bluthochdruck können auf ein Ungleichgewicht der Mineralstoffe Calcium und Magnesium zurückzuführen sein. Die Arterien „verkalken“, weil vermehrt Kalzium in die Zellwände eingebaut wird. Die Arterien werden unflexibel, der Blutdruck steigt an. Da Magnesium eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Herzmuskel-Kontraktion spielt, kann ein Mangel überdies zu Herzrhythmusstörungen führen.
Entscheidend für das Zusammenspiel der Mineralstoffe im Körper ist ein ausgewogenes Mengenverhältnis. Dieses wird beeinflusst durch:
- die Zufuhr der Mineralstoffe durch die Nahrung
- deren Ausscheidung
- die Einnahme von Medikamenten
- Drogen
- Alkohol
- und natürlich den Lebensstil
Der Gegenspieler von Magnesium ist das Kalzium. Eine typisch westliche Ernährung ist zu kalziumreich aber zu magnesiumarm. Unsere Vorfahren nahmen zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit der Nahrung etwa 500 mg Magnesium pro Tag auf. Wie Erhebungen zeigen, nehmen heute 50% aller Bewohner der USA weniger als 350 mg pro Tag auf 1. In Europa dürfte die Situation in etwa vergleichbar sein. Ein optimales Kalzium/Magnesium-Verhältnis liegt bei etwa 2,5:1. In der Regel ernähren die Europäer sich jedoch zu kalziumreich bei einem Verhältnis von etwa 3,3:1.
Mögliche Auswirkungen bei einem Mangel
Ein kurzfristiger Mangel macht sich zuerst durch moderate Symptome wie Müdigkeit, Muskelkrämpfe oder Konzentrationsstörungen bemerkbar. Eine langfristige Magnesiumunterversorgung kann allerdings mit erheblichen gesundheitlichen Beschwerden einhergehen. Mögliche Folgen, ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, plötzlichen Herztod, Bluthochdruck und Diabetes 2.
So beugen Sie einem Magnesiummangel vor
- Vermeiden Sie Kalziumüberschuss (durch z. B. die Einnahme grosser Mengen Basenpulver oder kalziumhaltiger Magenmittel.
- Reduzieren Sie den Konsum von phosphathaltigen Lebensmitteln (z.B. Fast Food, Fertiggerichte, verarbeitete Nahrungsmittel wie Wurst, Schmelzkäse, Colagetränke).
- Konsumieren Sie vermehrt Magnesiumquellen wie: Vollkorngetreide, grünblättriges Gemüse Hülsenfrüchte oder Nüsse.
Empfehlenswert ist ebenfalls die Einnahme von Magnesiumpräparaten. Diese sind breit verfügbar und gut verträglich. Beherzigen Sie ein paar Tipps, um Durchfall zu vermeiden:
- Nehmen Sie pro Tag maximal 350 mg auf und verteilen Sie die Aufnahme über 1-2 Stunden
- Vermeiden Sie die Kombination von Magnesium und Calciumpräparaten (nehmen Sie z.B. Magnesium vor und calciumhaltige Magenmittel nach dem Essen ein)
Nehmen Sie Magensäureblocker wie Omeprazol ein, ist die Chance gross, dass Sie früher oder später auch bei ausgewogener Ernährung an einem Magnesiummangel leiden. Hier bleibt nur noch die Einnahme von Magnesiumpräparaten oder der Verzicht auf das Medikament.
Literatur
1 D. E King et al., Dietary magnesium and C-reactive protein levels. J Am Coll Nutr 24: 166–171, 2005.
2 Magnesium im Man: Implication for Health and Disease. J. H. F. de Baaij et al., Physiol Rev 95: 1–46, 2015