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Der Krieg im Garten des Königs der Toten (Ein-Satz-Review)
von Cedric Weidmann
Ein-Satz-Review
Dieses Buch ist eine Enttäuschung, die so gross ist, wie sie ein schlechtes Buch niemals bedeutete, denn es hält immerhin die Versprechung von Fantasie, jonglierenden Klischees und gespreizten Erzählsituationen, die mir Sascha Machts Gewinnertext des New German Fiction-Preises «Nach den Spionen» letztes Jahr gemacht hatte, indem auch hier die Handlung auf einer Just Cause-ähnlichen Abziehbild-kubanischen Insel spielt, wo die Klischees regieren, nicht nur als korrupte Generäle, kommunistische Sekten, deutsche Touristen, sondern auch in der Coming Off Age-Handlung selbst, als ein von den Eltern einsam zurückgelassener Junge namens Bruno Hidalgo, der sich in billige Horrorfilme, die auch nur schlechte Klischees von sich selbst und deren Inhaltsangaben oft lustig zu lesen sind, flieht und zu einem Filmfestival reist, um aus dem gelangweilten Elend der Existenz hinauszukommen, doch das Buch — trotz diesen gehaltenen Versprechungen — enttäuscht, weil die Sätze so lieblos zusammengeschustert sind wie die einzelnen Ideen und fantasievollen Schnipsel, deren Reihungen sie sofort in ein ironisches Licht rücken, wo, so spürt man, eben nichts so wirklich gemeint und alles nur das Spiel eines unglaublich bemühten Spassmachers ist, der sich an jedem sprachlich vulgären Register vergreift, in der Hoffnung, es münde in die Dreistigkeit eines Clemens Setz, auf der er leider einen grossen Rückstand hat.