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À bout de souffle
Film von Jean-Luc Godard mit Sean Seberg (Patricia Franchini), Jean-Paul Belmondo (Michel Poiccard), Van Doude (Journalist), Liliane David (Liliane), Claude Mansard (Gebrauchtwagenhändler), Henri-Jacques Huet (Antonio Berruti), Daniel Boulanger (Polizeiinspektor Vidal) u.a.
Frankreich 1960, Digital HD, F/d, s/w, 87’, ab 16 Jahren
Der Kleinganove Michel tötet auf der Flucht mit einem gestohlenen Auto einen Polizisten. Weil nach ihm gefahndet wird, taucht er in Paris bei der jungen Amerikanerin Patricia unter, die er erst vor Kurzem kennengelernt und in die er sich verguckt hat. Die Journalistikstudentin jobbt auf den Champs Élysées als Zeitungsverkäuferin für die New York Herald Tribune und bemüht sich um freiberufliche Aufträge als Korrespondentin. Michel möchte, dass sie mit ihm nach Rom kommt und versucht Geld für die Flucht aufzutreiben, doch das Fahndungsnetz zieht sich immer enger zusammen. Schliesslich setzt die Polizei Patricia mit Visumsproblemen wegen ihrer fehlenden Arbeitserlaubnis unter Druck.
Godard weckte mit seinem Gangsterfilm 1960 ein neues Kino-Lebensgefühl und veränderte mit dem Bruch sämtlicher Regeln nachhaltig, wie Filme auszusehen haben. Der erste Langfilm von Jean-Luc Godard, der als Klassiker des französischen Kinos und der Nouvelle Vague gilt, ist eine Huldigung an Humphrey Bogart und die B-Filme Hollywoods. Die Handlung basiert auf einem von Godard umgeschriebenen Drehbuch von François Truffaut. Inspiration bot ein Zeitungsartikel über den Tod eines Polizisten; der Tod, der im Mittelpunkt steht, sollte in der Folge zu einem Lieblingsthema Godards werden.
«Wenn Belmondo, der Spritztourenfahrer, einen Polizisten erschiesst, Freunden und Schulden zu nächtlicher Stunde hinterherjagt und sich in ein literarisch gebildetes Mädchen verliebt, verspinnt Godard eine Persiflage mit Pathos. Seberg zitiert Bücher, Ideen und Namen; Belmondo misst sich an Bogart, bläst seinem Idol Rauch ins Gesicht, versetzt ein gestohlenes Auto und überredet seine Freundin zu einem Darlehen. Die Kamera schlendert in ihrer überbordenden Liebe zu Paris genüsslich die Champs-Élysées entlang, streift Cafés, Häuserreihen und die Silhouetten der Dächer – in der Nachtluft wird Mozart dabei mit Cool-Jazz-Riffs vermischt. Dies ist der ultimative nächtliche ‹Film noir noir noir›.» (Chris Auty, Time Out Film Guide)
Vorfilm: Charlotte et Véronique, ou Tous les garçons s’appellent Patrick (F 1957, 21')
Di, 17. Januar, 20.15 Uhr: Einführung (15') in die Filmreihe von Jacqueline Maurer (Film- und Kunstwissenschaftlerin, Fellow am Collegium Helveticum).