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Gewinnung
Der ehemalige Abbauort "gianda da las plattas" ist ein ehemaliges Felssturzgebiet. Ursprünglich lagen die Steine wohl frei im Gelände. Als die brauchbaren Steine aufgebraucht waren hat man von Hand Stollen in den Berg gegraben, immer ca. 1.8 Meter unter der Erdoberfläche welche gefroren war. So hat man sich eine Abspriessung der Stollendecke erspart. Im Frühjahr sind die Stollen dann meistens eingestürzt und im nächsten Winter mussten wieder neue gegraben werden. Wenn man auf einen brauchbaren Stein gestossen ist hat man Schienen in den Stollen verlegt und den transportfähigen Stein (zu grosse Steine oder Felsblöcke wurden vorrangig zerkleinert) auf einen Wagon gehievt und aus dem Stollen an die kalte Luft transportiert. Je nach Steingrösse war er nach ca. 3 bis 6 Tagen gefroren und somit bereit zum Spalten. Zu bemerken ist, dass sich dieser Stein nur im gefrorenen Zustand kontrolliert spalten lässt. Wenn er nicht gefroren ist, zerfällt er beim Spalten in unbrauchbare Einzelstücke.
Die eigentliche Spalttechnik beherrschten vor allem die "Scalpellins" aus dem nahen Val Malenco. Der Stein wurde zuerst mittels groben (massiven) Eisenkeilen - welche in Faserrichtung des Steins in einem Abstand von ca. 20 cm (je nach Steingrösse) mit dem Vorsatzhammer einer nach dem Andern stufenweise eingeschlagen wurden - in der Mitte gespalten. Je nach Vordringen der Keile gab es verschiedene Töne. Die geübten Scalpellins konnten anhand der Töne feststellen, wann der Stein auseinanderbrach. Mit abnehmender Steindicke wurden dann immer feinere (dünnere) Keile verwendet. Für die letzte Spaltung für Platten von ca. 15 mm waren im zwanzigsten Jahrhundert ausgediente Autostahlfedern, welche angespitzt wurden, sehr beliebt.