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Im April des Jahres 1476 hat Adrian von Bubenberg sein Ross gesattelt und ist nach Murten geritten. 2000 Mann folgten ihm, um die Stadt zu befestigen und Karl den Kühnen mit seinem Burgunderheer zu hindern, weiter nach Bern zu marschieren.
Gesattelt hat Adrian von Bubenberg sein Ross vor mehr als 500 Jahren im Schloss Spiez, seinem damaligen Wohnsitz. Dorthin lud Murten Productions gestern ein, um die Schauspieler vorzustellen, die im Freilichtspektakel «1476» mitmachen. Von einer «Traumbesetzung» sprach Martina Schelker vom vierköpfigen Produktionsteam: «Wie die Feldherren der damaligen Schlacht stammen die professionellen Schauspieler aus der ganzen Schweiz.»
Jaël erstmals auf der Bühne
Die Hauptrolle des Adrian von Bubenberg spielt der gebürtige Solothurner Joris Gratwohl. Der 40-jährige ausgebildete Schauspieler wurde mit seiner Rolle des Alex Behrend in der ARD-Serie Lindenstrasse bekannt. Erstmals auf die Theaterbühne steigt im Stück «1476» Jaël Malli. Die Frontsängerin der Berner Band Lunik spielt das Bauernmädchen Anna. Den Soldaten Wilhelm spielt Marc «Cuco» Dietrich, der mit «Peter, Sue + Marc» bekannt wurde. Und Adrian II, der Sohn von Adrian von Bubenberg, wird vom Neuenburger Raphaël Tschudi gespielt. Tschudi wird im nächsten Jahr die Schauspielschule in Zürich abschliessen; er ist der Sohn von Schauspieler Gilles Tschudi, der in «Lüthi und Blanc» den Bösewicht Michael Frick und im Film über das Swissair-Grounding den UBS-Chef Marcel Ospel spielte. Noch nicht bekannt ist, wer die Rolle von Karl dem Kühnen, dem Gegenspieler von Adrian von Bubenberg, spielen wird.
Auf der Bühne steht auch eine Schauspielerin, die in Murten aufgewachsen ist. Die 28-jährige Sarah Judith Bürge spielt die junge Botengängerin Maria. Dank ihr sei Murten gerettet worden, besagt eine Legende. Das ortskundige «Meitschi von Gurwolf» soll in der Murtenschlacht demnach eine entscheidende Rolle gespielt haben: Hans Waldmann, der Anführer der eidgenössischen Truppen, der in Freiburg in der Herberge zum Weissen Kreuz stationiert ist, beauftragt Maria mit einer Botschaft an den in Murten stationierten Adrian von Bubenberg. Maria wirft sich in die Rüstung ihres Vaters und gelangt unbemerkt ins Innere der Stadt Murten. Auch Adrian von Bubenbergs Antwort überbringt sie Waldmann heil zurück. Adrian von Bubenberg lässt Waldmann über Maria schriftlich ausrichten, dass er die Stadt «bis zum letzten Blutstropfen» zu verteidigen gedenke.
Burgunder aufschlitzen
Auch in die Schlacht stürzen will sich von Bubenbergs Sohn, Adrian Junior, wie die gestrige Kostprobe der Schauspieler im Schloss Spiez zeigte. Er habe sich im Schwertkampf geübt und wolle «einen Burgunder nach dem anderen aufschlitzen», wird Raphael Tschudi alias Adrian Junior nächstes Jahr auf der Bühne am Originalschauplatz sagen. Doch Joris Gratwohl alias Adrian von Bubenberg will den kämpferischen Eifer seines Sohnes bremsen. Als einziger Bubenberg müsse er daheim in Spiez bleiben und zu den Bauernschaften und Bewohnern schauen, befiehlt er ihm.
Für die Dramatik der Geschichte sorgt der Berner Kontrabassist Mich Gerber. Zusammen mit Moritz Schneider komponiert er die Musik zum Stück. Eine Kostprobe gab Mich Gerber gestern in Spiez. Er wird die Szenen mit dunklen, in die Kriegszeit passenden Kontrabass-Klängen untermalen.
Zahlen und Fakten
Rund 80 Personen stehen auf der Bühne
Beim Freilichttheater «1476» spielen 17 professionelle Darsteller mit, daneben stehen rund 65 Statisten auf der Bühne am Originalschauplatz der Murtenschlacht. Das Gesamtbudget beträgt laut Mitorganisator Markus Ith zwischen 3,5 und 4 Millionen Franken. Finanziert wird das Projekt durch Sponsoren und mit den Eintrittspreisen. «1476» wird vom 13. Mai bis zum 28. Juni 2014 aufgeführt.hs