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Kritik (Kriteriologie) stammt vom griechischen «krísis» (Verb: krínein) = Streit, Zwiespalt; Beurteilung, (gerichtliche) Untersuchung. Beurteilt oder untersucht wird hier die Fähigkeit unserer Erkenntnis, die Wahrheit zu erfassen (Nominaldefinition). Die Kritik ist jener Teil der Metaphysik, der die Fähigkeit unserer Erkenntnis, das Sein und damit die Wahrheit zu erfassen, untersucht. Kurz gesagt: Die Kritik ist die Wissenschaft von der Wahrheit unserer Erkenntnis (Realdefinition). Das Problem der Kritik ist also der Wert unserer Erkenntnis, die Möglichkeit der Wahrheitserkenntnis. Es konkretisiert sich etwa in den Fragen: Wie weiss ich, dass ausserhalb von mir die Welt der Dinge existiert? Wie weiss ich, dass die Dinge wirklich so sind, wie ich es mir denke?
Der Ursprung des Problems: Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass die Menschen oft über die gleiche Sache zahlreiche und ganz verschiedene Auffassungen haben, die sich nicht selten gegenseitig ausschliessen. Angesichts dieser Tatsache kann es nicht verwundern, dass die Frage nach dem Wert unserer Erkenntnis schon seit der Antike Gegenstand der Diskussion ist. Es handelt sich hier gewissermassen um ein naturgegebenes Problem, dessen Beantwortung für uns und unser Denken von grundlegender Bedeutung ist.
Philosophiegeschichtliche Hinweise mit Bezug auf das angesprochene Problem der Kritik
In der Antike müssen wir vor allem die Skepsis der Sophisten und die entsprechende Reaktion der klassischen griechischen Philosophie in ihren Hauptvertretern Sokrates, Plato und Aristoteles erwähnen. Ebenso sei Sextus Empiricus, der «Klassiker des Skeptizismus», genannt. Die mittelalterlichen Geister waren etwas «robuster», so dass der Zweifel am Wert unserer Erkenntnis sie im allgemeinen nicht allzu stark plagte. Gleichwohl befassten sich auch Thomas von Aquin und die Scholastiker mit kriteriologischen Fragen. Wenngleich sie mehr am Rande des Denkens in Erscheinung traten, regten sich doch auch im Mittelalter skeptizistische Tendenzen, wie aus dem Beispiel des früh- und des spätmittelalterlichen Nominalismus ersichtlich ist. In der modernen Philosophie wurde das Erkenntnisproblem seit Descartes und Kant stark in den Vordergrund gerückt. Die Erkenntnistheorie Kants, wie wir sie vor allem in dessen «Kritik der reinen Vernunft» (1. Auflage: 1781) dargestellt finden, übt bis in die Gegenwart hinein ihren Einfluss auf das philosophische Denken aus. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass das Erkenntnisproblem zum Hauptproblem der modernen Philosophie geworden ist. Aus „Von der Philosophie fürs Leben lernen“, S. 109, Dr. Gion Darms, 2012.
Zu seinem 60. Geburtstag wurde zu Ehren von Professor Dr. Niklaus Wirth an der ETH Zürich eine internationale Konferenz über „Programming Languages and System Architectures“ abgehalten. Im Springer Verlag sind dazu die Lecture Notes in Computer Science Nr. 782 erschienen. Persönlichkeiten wie E.W. Dijkstra, C.A.R. Hoare, B. Lampson und M. Reiser waren zugegen und würdigten – jeder auf seine Art – den Computerpionier. In der Folge konnte TELEMATIK Spektrum (TS) mit diesem originellen Mann und elffachen Buchautor ein Gespräch führen. Sie erfahren hierin, warum er nicht nur Vater von Computersprachen sondern auch europäischer Telematikpionier ist. Das Interview wurde vom damaligen Chefredaktor des TELEMATIK Spektrums, Louis A. Venetz, am 7. Juni 1994 geführt. Erfinder von Pascal, Modula und Oberon ist auch Telematikpionier weiterlesen →
In Memoriam Dominikanerpater Dr. Gion Darms († 13. Oktober 2014)
Der frühere Professor am Kollegium Maria Hilf in Schwyz ist am Montag, 13. Oktober, im Alter von 84 Jahren gestorben. Als ehemaliger langjähriger Lehrer fürs Gynasialfach Philosophie hat der Dominikanerpater Dr. Gion Darms an der Kantonsschule Kollegium Schwyz (KKS) viele Skripte geschrieben, die manch einen seiner Schüler fürs ganze Leben geprägt haben. Daraus ist ein handliches Lesebuch für ein breites Publikum entstanden, das eine Einführung in philosophische Grundfragen, Logik, Kritik und in das Denken bedeutender Philosophen vermittelt. Es widerspiegelt den für den legendären Lehrer Gion Darms typischen Sinn für Systematik und Klarheit in der Gedankenführung und vermittelt auch Dokumente und atmosphärische Eindrücke vom damaligen Unterricht. Dr. Gion Darms – ein Philosophie-Lehrer fürs praktische Leben weiterlesen →