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Saul Alvarez hat gestern den höchstdotierten Sport-Vertrag der Geschichte unterschrieben. Der 28-jährige Boxer aus Mexiko ist Mittelgewichts-Weltmeister der Verbände IBO, WBA und WBC und lässt sich seinen Wechsel ins Supermittelgewicht so richtig vergolden. «Canelo» («Zimt»), wie Alvarez wegen seiner roten Haare in seinem Heimatland genannt wird, kassiert vom Sport-Streamingdienst DAZN in den nächsten fünf Jahren für insgesamt elf Kämpfe 365 Millionen US-Dollar.
365 Millionen Dollar in fünf Jahren – das muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Das entspricht einem Monatsgehalt von rund 6 Millionen Dollar, einem Stundenlohn von 8221 Dollar (nicht wie im Bild erwähnt 7556 Dollar) und jede Sekunde landet ein Zweifränkler in «Canelos» Kässeli.
Zuvor war der 325-Millionen-Dollar-Kontrakt von Baseballer Giancarlo Stanton mit den New York Yankees über 13 Jahre der lukrativste Sportvertrag. Der bestverdiendende Sportler ist Alvarez trotz des Rekordvertrags aber nicht: Gemäss «Forbes» liegt Box-Kollege Floyd Mayweather Jr. im Ranking deutlich an der Spitze, vor den fünffachen Weltfussballern Lionel Messi und Cristiano Ronaldo.
Alvarez, der im Mai zweimal positiv auf Clenbuterol getestet, aber nie gesperrt wurde, hat in seiner Karriere 50 seiner 53 Kämpfe gewonnen. Nur eine Niederlage musste der 1,75 Meter grosse Linksausleger hinnehmen: 2013 war er gegen den viel erfahreneren Floyd Mayweather Jr. chancenlos und verlor nach 12 Runden klar nach Punkten.
Im September hat Alvarez den mehrfachen Mittelgewichts-Weltmeister Gennady Golowkin enttrohnt. Seinen ersten Kampf in der höheren Gewichtsklasse bestreitet er am 15. Dezember im Madison Square Garden gegen WBA-Supermittelgewichts-Champion Rocky Fielding aus Grossbritannien.
Vor dem Mega-Deal waren Alvarez' Kämpfe bei HBO und Showtime nur per Pay-per-View zu sehen. Ein Kampf allein kostete rund 80 Dollar. Nun müssen die US-Box-Fans 9.99 Dollar pro Monat hinlegen, um die zwei «Canelo»-Kämpfe pro Jahr zu sehen.
Boxen ist in den USA trotz fehlendem Schwergewicht-Superstar so populär wie seit langem nicht mehr: DAZN, das erst in diesem Jahr in den US-Markt eingestiegen ist, hatte sich im Mai auf einen Deal mit der Promotionfirma des britischen Schwergewichtsweltmeisters Anthony Joshua geeinigt. Eine Milliarde Dollar zahlt das Portal für 16 Kämpfe des Boxstalls.