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„Wir erleben heute eine Umverteilung des volkswirtschaftlichen Ertrags zugunsten der Aktionäre. Während von 1990 bis 2007 die Arbeitnehmerentgelte gemäss der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung um insgesamt 66 Prozent gesteigert worden sind – ein Ausdruck auch der gesteigerten Arbeitnehmer-Produktivität -, wurden die ausbezahlten Dividenden in den börsenkotierten Unternehmungen der Schweiz gemäss Bank Vontobel um 426 Prozent angehoben – also eine klare Umverteilung der Entschädigung vom Faktor Arbeit zum Faktor Kapital.“ (Rudolf H. Strahm: „Warum wir so reich sind“, Seiten 218 und 222, 2008).
Diese Umverteilung ist Ausdruck der Marktverhältnisse. Arbeitskräfte sind, unter anderem wegen der Personenfreizügigkeit, nicht knapp und daher relativ günstig. Knapp ist hingegen das Risikokapital. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Entschädigung für den Produktionsfaktor „Risikokapital“ stärker gestiegen ist als für den Produktionsfaktor „Arbeit“. Dies bedeutet auch, dass die Risikoscheu der Anleger – institutionelle und private – zu hoch war. Dies spricht für eine Erhöhung der Aktienquote bei der Anlegerschaft. Für die Arbeitnehmer ist diesbezüglich die Idee eines „Investivlohns“ (Lohn in Form von Aktien der eigenen Unternehmung) wieder zu prüfen.