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Oft ist bei der Einführung neuer Produkte von einem Minimum Viable Product (MVP) die Rede. Dabei handelt es sich um einen lediglich mit grundlegenden Funktionalitäten ausgestatteten Prototypen, welcher dazu dient, die Innovation einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen und Interessenten, potentielle Käufer und Stakeholder zur Abgabe von Feedback zu veranlassen, um auf diese Weise Impulse für die weitere Produktentwicklung zu erhalten. Dieser Fachbeitrag beschäftigt sich mit den Chancen, Perspektiven und Risiken einer derartigen Strategie.
Was versteht man unter einem Minimum Viable Product?
Der Begriff wurde von dem amerikanischen Unternehmer Eric Ries geprägt und lässt sich ins Deutsche mit «gerade noch (über)lebensfähiges Produkt» übersetzen. Man versteht «lebensfähig» im Sinne von «brauchbar und daher verkäuflich». Denn ein angemessener Nutzwert muss auch bei einem MVP unbedingt vorhanden sein. Es geht darum, eine minimal ausgestattete Erstversion der betreffenden Innovation auf den Markt zu bringen, um den aufgrund von Marktanalysen zu erwartenden Kundenbedarf zu decken. Ausserdem geht es auch darum um konkrete Rückmeldungen von Kunden einzuholen, die als richtungsweisende Informationen für eine weitere Entwicklung des Produkts dienen können. Mehrfach durchgeführt, bewirkt ein derartiges Procedere mit jeder Iteration ein qualitatives Upgrade des Endprodukts.
Der MVP-Ansatz repräsentiert somit jenes Mindestniveau an Produkteigenschaften und Funktionalitäten. Dies ist erforderlich, um das gegenüber der Zielgruppe abgegebene Qualitäts- und Produktnutzenversprechen einzulösen.
Hinweis: Ein Minimum Viable Product ist stets ein iterativer Prozess, niemals ein fertiges Produkt!
Die Lean-Startup Philosophie als Grundlage der MVP-Methodik
Das Grundprinzip der von dem amerikanischen Investor Steve Blank und seinem Geschäftspartner Eric Ries beschriebenen Lean-Startup-Methode zur Reduktion der Misserfolgsquote von Start-Ups besteht darin, jede Idee im Rahmen einer Unternehmensgründung zunächst als unbewiesene Hypothese zu betrachten. Diese gilt erst als gesichert, wenn sie empirisch bewiesen wurde. Dabei testet man echte Produktfunktionen an realen Kunden und das Feedback evaluiert. Ein derartiges Experiment, in der Lean-Startup-Terminologie als Durchlauf bezeichnet, sollte in seinen gesamten Zyklen schnellstmöglich abgespult werden. Die auf die Analogiekette «welche Informationen brauchen wir», «welche Parameter sind dafür zu bewerten» und «was muss geschehen, damit diese Ziele erreicht werden können?» folgenden Erkenntnisse manifestieren sich letztendlich in dem passenden minimalen Produkt, welches idealerweise zumindest in der ersten Iteration ausschliesslich zu überprüfende Merkmale enthält. Die Feedback-Gewinnung erfolgt zumeist über Präsentationen auf Online-Plattformen, Webseiten oder Messen sowie durch Interviews, physische Prototypen werden im Lean-Startup erst in einer späteren Phase eingesetzt.
Die Prinzipien des Lean-Startup dienten Eric Ries als Grundlage für die Entwicklung des Minimum-Viable-Product-Ansatzes.