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Bindungsverletzungen in Paarbeziehungen: eine neue Sichtweise auf Sackgassen in der Paartherapie
Susan M. Johnson, Judy A. Makinen und John W. Millikin
Dieser Artikel identifiziert und operationalisiert das neu definierte Konstrukt der Bindungsverletzung. Eine Bindungsverletzung liegt vor, wenn der eine Partner die Erwartung verletzt, dass der andere in Zeiten von Gefahr oder Not Schutz und Fürsorge bietet. Dieser Vorfall wird zu einem wiederkehrenden Thema und schafft eine Sackgasse, die die Beziehungsreparatur in der Paartherapie blockiert. Eine Bindungsverletzung ist gekennzeichnet durch eine Aufgabe oder einen Vertrauensbruch in einem kritischen Moment der Not. Der schädigende Vorfall definiert die Beziehung als unsicher und erhält die Beziehungsnöte aufrecht, da sie kontinuierlich als Massstab für die Zuverlässigkeit des beleidigenden Partners verwendet wird. Das Konzept einer Bindungsverletzung wird hier im Kontext einer emotional fokussierten Therapie definiert, einem empirisch validierten, kurzfristigen Ansatz zur Modifizierung von Paarproblemen. Die breite theoretische Untermauerung dieses Konzepts findet sich in der Bindungstheorie, die auf romantische Beziehungen zwischen Erwachsenen angewandt wird. Durch Aufspüren von Bindungsverletzungen und die laufende Entwicklung eines detaillierten Lösungsmodells werden Paartherapeuten besser in der Lage sein, solche Verletzungen zu identifizieren, zu beschreiben und effektiv zu behandeln und die damit verbundenen therapeutischen Sackgassen anzugehen.
aus: Journal of Marital and Family Therapy, April 2001,Vol. 27, No. 2,145-155