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Schierlingskraut
(lat. Conium maculatum, frz. conium maculé oder la grande ciguë, engl. spotted-hemlock). - Von dieser, zu den Doldengewächsen gehörenden Pflanze sind die getrockneten Blätter offizinell und im Droguenhandel unter dem Namen herba conii maculati oder herba cicutae bekannt, dürfen aber im Kleinverkehr nicht verkauft werden. Dieses zweijährige Gewächs siedelt sich gern in der Nähe von Ortschaften, an Zäunen, Wegen, auf Schutthaufen wie in fruchtbarem Lande an und erreicht 9-12 dm Höhe, auf günstigem Standorte noch mehr.
Die Pflanze hat einen runden, hohlen, bläulich bereiften Stengel, der nach oben stark verästelt, an seinen untern Partien wie an denen der stärkern Äste und den Blattscheiden aber mit dem Artmerkmal, der Punktierung mit rotbraunen oder purpurroten Flecken versehen ist (gefleckter S.). Die stark zerteilten Blätter haben fast ganz den Zuschnitt wie die der Petersilie; die im zweiten Jahre erscheinende Blütendolde ist weiß. Alle Teile der Pflanze sind übrigens glatt, ohne Härchen und sonstige Anhängsel, was zur Unterscheidung von andern, ihr ähnlichen Gewächsen dienen kann.
Das Kraut ist vor der Blütezeit einzusammeln, von den dickern Stengeln zu befreien und rasch zu trocknen. Frisch zerrieben riecht das Kraut widerwärtig und fast betäubend nach Mäuse- oder Katzenurin und schmeckt ekelhaft süßbitterlich; scharf getrocknet ist der Geruch schwächer. Alle Teile der Pflanze, auch die Wurzel und die Früchte, sind sehr giftig. Sie enthalten zwei eigentümliche giftige organische Basen, das Coniin (s. d.) und das Conhydrin oder Conydrin, von denen jedoch nur das erstere im Chemikalienhandel vorkommt. Durch das Trocknen schrumpft das Kraut sehr ein und wird dunkelgraugrün. Es muß wegen leichter Verderbnis gut aufbewahrt und alle Jahre erneuert werden. - Das gepulverte Kraut sowie Extrakte und Tinkturen davon werden in sehr kleinen Gaben innerlich medizinisch verwendet.
Ebenso hat man auch ein
Schierlingspflaster. Die Schierlingsfrüchte, fälschlich Schierlingssamen (fructus
conii maculati) genannt, sind durch fünf auf der Wölbung des Rückens befindliche erhabene helle Riefen charakterisiert,
die wellenförmig gekerbt sind; hierdurch unterscheiden sie sich leicht von andern ähnlichen Früchten, z. B.
Kümmel,
Fenchel. Man benutzt die Früchte des S. zur Darstellung des
Coniins. Eine andre Doldenpflanze,
der sog. Wasser
schierling, Cicuta virosa, wird jetzt nicht mehr medizinisch verwendet. - Zoll:
S.kraut, -wurzeln, -samen sind zollfrei. Weingeistiges
Extrakt gem. Tarif Nr. 5 a.
Wässeriges
Extrakt, sowie S.pflaster sind zollfrei.