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Oft beanspruchen Autobauer eine Erfindung für sich, obwohl sie bereits viel älter ist als gedacht.
BMW sorgte vor über 20 Jahren (1994) mit der 7er-Reihe für den Durchbruch der Navis. Die Vorarbeit leistete Honda im Accord schon 1981 mit dem Einbau des «Electro Gyrocator». Das Ganze war so kompliziert, wie es klingt: Fahrer schoben damals noch die passende Plastik-Karte ins Navi und markierten den Startpunkt. Danach ortete das System die Position des Autos mittels Gyroskop. Der Spass kostete damals umgerechnet satte 3000 Franken Aufpreis...
Momentan DER Trend auf dem Automarkt – das SUV-Coupé. Die Offroader mit steil abfallender Heckscheibe wurden aber nicht etwa von BMW mit dem X4 vor zwei Jahren zum Leben erweckt. Suzuki baute den Vitara X-90 (der auch als SUV-Cabrio durchgehen würde) schon 1996.
Scheinwerfer, die in der Kurve mitlenken, sind viel älter, als man glauben könnte: Oft wird die Erfindung, bei der die Scheinwerfer mit einem Seilzug an die Lenkung gekoppelt wurden, dem Citroën DS 19 mit Baujahr 1968 zugeschrieben. Cadillac hatte aber schon 1918 im Type 57 ein Kurvenlicht eingebaut.
Gute Bremsen hatten immer den Nachteil, dass sich das Auto dadurch beim «In die Eisen steigen» nicht mehr lenken liess. Das änderte sich, als das Antiblockiersystem (ABS) – auch bekannt als Stotterbremse – 1979 in der Mercedes S-Klasse eingebaut wurde. Moment mal, Pioniere waren die britischen Jensen-Brüder! Sie etablierten ein elektromechanisches ABS bereits 1966 im Jensen FF. Dazu waren sie übrigens auch die ersten, die einen Allradantrieb in einen PW steckten. Das war wohl alles etwas zu viel des Guten, die Automarke ging gut zehn Jahre später pleite...
Und nochmal Mercedes: Wie die Stuttgarter behaupten, dauerte die Entwicklung des Airbags 15 Jahre. 1981 wurde das Luftkissen dann serienmässig verbaut. Pech für die US-Autobauer von GM: Sie präsentierten bereits 1974 Airbags – die Innovation scheiterte jedoch an zu hohen Kosten.
Klar, Tesla hat die nach oben schwingenden Türen mit dem neuen Model X nicht erfunden. Aber auch nicht Lamborghini mit dem legendären Countach von 1974. Hinter der wunderlichen Erfindung steht der Autoingenieur Hans Trippel, der sein Patent an Mercedes (schon wieder!) abtrat. Das Resultat aus dem Jahr 1954: Der legendäre Mercedes 300 SL, besser bekannt als «Mercedes Gullwing».
Wie soll hinten rechts das Surfbrett und gleichzeitig hinten links das Grosi mitfahren? Genau – mit der geteilten Rückbank! Heute sind selbst Kleinwagen ohne zwei- oder dreiteilige Rückbank undenkbar. Die Pioniertat wird gerne dem Renault 16 von 1965 zugeschrieben, obwohl dieser noch gar keine hatte. Laut unseren Recherchen kam die «Surfbrett- und Grosi-Bank» wohl erst 1978 in der Sportversion des Fiat 127.
1969 flogen wohl so viele «Pollen» durch die amerikanische Luft, dass Ford mit dem neuen Mustang die Scheibenwischer lancierte. Tatsächlich erfand diese im Jahr 1903 die Tüftlerin Mary Anderson. Wie so oft war ihre Erfindung damals noch der Zeit voraus. Und so war es der Bruder des deutschen Kaisers Willhelm II., der die Lorbeeren einheimsen durfte und «seine Idee» im Austro-Daimler von 1908 einbauen liess.