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Am Anfang habe es sogar an einem Tumbler gefehlt, so die Frau von CS-Spitzenmann Eric Varvel in einer Reportage über deren Provence-Landsitz in der Sunday-Times-Beilage.
Varvel gilt als einer der Verantwortlichen für das Desaster bei der Credit Suisse, als Global-CEO des Asset Managements trägt er eine Hauptschuld für den Greensill-Skandal.
Statt vor der Tür landet Varvel mit seinem Südfrankreich-Schloss in der Hochglanz-Presse. Gleich wie Kai Nargolwala: Beim VR der CS geht es um eine Thailand-Hütte, um die jahrelang gestritten wurde.
Weitere CS-Topshots sorgen mit Luxushäusern für öffentliches Aufsehen. In einem Fall geht es um ein 11-Millionen-Anwesen, das der CS-Australien-Chef erwarb. Auch dieses fand den Weg in die Presse.
Während deren Bank absäuft, sorgen sich die Topshots der CS um ihre Besitztümer.
Das passt zu den absurden Boni-Programmen des Finanzmultis. Diese ziehen sich im Vergütungsbericht der CS über viele Seiten hinweg.
Für die Kader der Paradeplatz-Bank gibt es „Aktienzuteilungen“, „Performance-Share-Zuteilungen“, „Contingent Capital Awards“, „Aufgeschobene Barzuteilungen“, „Retention-Awards“.
Das häufte sich letztes Jahr bei den gut 1’400 sogenannten „Material Risk Takers“ zusammen mit deren Fixgehalt auf total 1,6 Milliarden Franken. Pro Manager somit mehr als 1 Million Franken.
Für die übrigen gut 40’000 CS-Leuten, die letztes Jahr einen Bonus erhielten, blieben 2 Milliarden Erfolgsprämien, im Schnitt 50’000 Franken.
Das „Resultat“ dieser Entlöhnung liegt nun vor: Die CS verlor allein in den Wochen vom März mehrere Milliarden, sie brauchte eine Not-Kapital-Infusion.
Die Boni wurden kürzlich ausbezahlt, als ob nichts geschehen wäre. Das Beispiel der „Contingent Capital Awards“ (CCA) zeigt, wie die Entschädigung bei der CS völlig losgelöst von der Leistung erfolgt.
Ein Gremium namens „Valuations Committee“ beschliesst, wie viel die Begünstigten ausbezahlt erhalten. Wer in diesem Komitee sitzt, bleibt geheim. Wie der Entscheid erfolgt, ebenso.
Alles arbiträr, ohne klare, messbare Basis. Sonst hätten die Boni für die CCA ausfallen müssen, nachdem, was passiert ist. Davon ist bei der CS nichts zu sehen, es gab lediglich einen kleinen Abschlag von wenigen Prozenten.
Contingent Convertible Bonds, kurz Cocos, sind Zwangs-Wandler. Es handelt sich um Fremdkapital, dass in der Not zu Eigenkapital wird. Ideal für jetzt, müsste man meinen.
Die Finanzmarktaufsicht in Bern lässt die CS mit anderen Kapitalmassnahmen davonspringen. Diese bleiben weitgehend ohne Folgen für die Boni der Top-„Cracks“.
Wie zufällig es rund um die Entlöhnung und Boni-Programme zu- und hergeht, bringt ein Detail rund um die CCA hervor. Bei den CCA-Zahlungen in US-Dollar beträgt der Abschlag weniger als bei den Begünstigten in Franken.
Wieso das? „CHF and USD plans have different underlying cocos“, heisst es aus der Bank. Wie und warum genau, dazu blieb es stumm. Auf eine offizielle Anfrage hin schickte eine Sprecherin folgende Aussage aus dem Vergütungsbericht:
„At settlement, contingent capital instrument or cash payment based on the fair value of the CCA Prior to settlement, conditional right to receive semi-annual cash payments of interest equivalents.“