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Das dürfte den Verantwortlichen mehr zu denken geben als eine Polemik.
Schade um die jungen Spieler, die da versauern. Das ist nicht erst seit Lundkog so, sondern tief in der SCB DNA.
Ein paar Zahlen vom letzten Spieltag. Keine Polemik.
Chris DiDomenico spielt gegen Ajoie 27 Minuten und 38 Sekunden. Er bleibt punktelos.
Roman Cervenka begnügt sich in Lausanne mit 18 Minuten und 52 Sekunden Eiszeit. Zum 4:0 steuert er ein Tor und ein Assist bei.
Nun die Gesamtrangliste der durchschnittlichen Einsatzzeiten aller Stürmer der Liga während der laufenden Saison:
1. Chris DiDomenico (SCB), 25:26 Minuten
2. Oscar Lindberg (SCB), 23:13 Minuten
3. Simon Moser (SCB), 22:17 Minuten
Ferner die Einsatzzeiten der Stürmer bei den Lakers:
24. Roman Cervenka, 18:22 Minuten
43. Tyler Moy, 17:32 Minuten
45. Jordan Schroeder, 17:22 Minuten
Der SCB belegt in der Tabelle Rang 9. Die Lakers sind Tabellenzweite.
Der doppelte Meistertrainer Kari Jalonen musste am 28. Januar 2020 gehen, weil er die Routiniers zu stark forcierte und die Talente nicht förderte. Der am stärksten belastete Stürmer (Mark Arcobello) kam damals auf 21:20 Minuten Eiszeit. Auf mehr als 21 Minuten kam sonst keiner.
Gute Coaches verwalten die Energie ihrer Spieler und achten darauf, die Belastung während der Qualifikation zwischen September und März auf möglichst viele Beine zu verteilen. Die Besten werden erst in den Playoffs forciert. Wobei: Bei Meister Zug kam der am stärksten belastete Stürmer in den Playoffs (Topskorer Jan Kovar) lediglich auf 20:52 Minuten.
Johan Lundskog führt den SCB sportlich zurück in die Steinzeit. Bereits im September die besten Spieler so extrem zu belasten, um «Titanen» wie Kloten und Ajoie niederzuringen, ist absurd. Zumal Chris DiDomenico und Simon Moser schon 33 sind und Oscar Lindberg auch schon 30 ist. Letzte Saison wurde Chris DiDomenico bei Gottéron von Christian Dubé während der Qualifikation durchschnittlich 18:36 Minuten eingesetzt.
Der SCB hat unter Johan Lundskog bisher sportlich auf der ganzen Linie versagt. Letzte Saison sind im Schlussspurt die Pre-Playoffs gegen Ambri verpasst worden (11.) und saisonübergreifend hat der SCB gerade noch 4 der letzten 15 Spiele gewonnen. Zu keiner anderen Zeit seit der Klubgründung (1931) ist ein Trainer in Bern bei solchem sportlichen Versagen im Amt geblieben.
Nun ist der SCB drauf und dran, durch das – na ja, steinzeitliche - Coaching von Johan Lundskog im September schon die Saison und darüber hinaus auch noch die sportliche Zukunft zu ruinieren: Der schwedische Trainer lässt die Talente versauern. Nationalstürmer Joshua Fahrni (19), einer der besten jungen Stürmer der Liga, bereits geadelt mit drei Länderspielen (!), durfte diese Saison pro Partie durchschnittlich 6:30 Minuten aufs Eis. Sein Vertrag läuft Ende Saison aus. Kein Schuft, wer davon ausgeht, dass er unter diesen Verhältnissen den SCB verlassen wird. Der Junioren-Nationalstürmer Santiago Näf (20) musste sich bisher mit 4:30 Minuten begnügen. Fabian Ritzmann (20), teuer eingekauft von Davos und Junioren-Internationaler, durfte durchschnittlich 2:53 Minuten ran und Noah Fuss (21) – auch er Junioren-Nationalspieler – gerade mal 28 Sekunden.
Der SCB hat mehr als zwei Millionen in die Veredelung und Verbreiterung der Mannschaft investiert und leistet sich eines der teuersten Teams der Liga, das nominell gut genug für die ersten drei Plätze ist. Es wäre ein Vorteil, wenn der Trainer diese Breite und Qualität sinnvoll nützen und die Besten nicht schon im September gegen Kloten und Ajoie bis an die Grenze belasten würde.
Es heisst, die Handschrift des Trainers sei beim Powerplay und beim Boxplay zu erkennen. Beim Powerplay steht der SCB auf Rang 8. Beim Boxplay auf Platz 13.
Nun noch ein paar statistische Angaben zu ein paar Neueinkäufen von Sportchef Andrew Ebbett:
Oscar Lindberg: 6 Spiele, kein Tor, 2 Assists
Sven Bärtschi: 6 Spiele, kein Tor, 1 Assist
Joël Vermin: 6 Spiele, kein Tor, 1 Assist
Eric Gélinas: 4 Spiele, kein Tor, kein Assist und bereits zwei Spiele wegen Verletzung verpasst
Jeder dieser vier Spieler belastet das SCB-Salärkonto mit mehr als 400'000 Franken. Nicht nur der Trainer, auch der Sportchef hat beim SCB noch ein gewisses Steigerungspotenzial. Wie gesagt: keine Polemik. Nur ein paar statistische Angaben zum SCB-Saisonstart.