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Sunrise bot seinen 2,86 Millionen Kunden bislang die E-Mail-Dienste «Freesurf plus», «Mysunrise» und «Premiumsurf» an. Diese Services basierten auf einem Mailsystem mit verschiedenen Frontends, welche teilweise Sunrise-Eigenentwicklungen waren. Die drei Plattformen des Mailsystems stammten historisch bedingt aus unterschiedlichen Häusern wie Diax, Sunrise, Internet Access oder Spectraweb, welche wiederum in verschiedenen Bereichen wie beispielsweise den Webportalen verschiedene Lieferanten eingesetzt hatten.
Aufgrund der zu geringen Speicherkapazität, des mangelhaften Spam-Schutzes und der unzureichenden Benutzerfreundlichkeit boten die Dienste den Kunden keine zeitgemässe Leistung mehr. Für den Betreiber Sunrise kam der hohe Aufwand für die Kundenbetreuung sowie den Plattformbetrieb hinzu. Die Anonymität der Mailkonten führte überdies dazu, dass die E-Mail-Benutzer unbekannt blieben und keine Zuordnung zu den Kundendaten erlaubten.
Um die Probleme mit den bestehenden E-Mail-Diensten zu lösen, initiierte Sunrise verschiedene Projekte zum Ausbau oder Ersatz der E-Mail-Plattformen. Der Telekom-Anbieter analysierte unterschiedliche Ansätze wie den schrittweisen Ausbau der bestehenden Dienste oder den Inhouse-Aufbau einer neuen Plattform unter der Führung eines externen Spezialisten. Keiner erwies sich jedoch als dauerhaft geeignet. Laut Christian Wulle, zuständiger Product Manager bei Sunrise, habe man rasch erkannt, dass Sunrise «im Gegensatz zu spezialisierten Dienstleis-tern wie eben Google mit Gmail niemals dauerhaft die notwendigen Ressourcen bereitstellen kann, um einen solchen Dienst stets auf dem neusten Stand der Entwicklungen halten zu können». Dem Scheitern der Lösungsversuche folgte so die Einsicht, dass der Betrieb eines E-Mail-Dienstes nicht zu den Kernkompetenzen von Sunrise gehört und an erfahrene Spezialisten ausgelagert werden sollte.
Die Herausforderung war es, ein Unternehmen zu ?nden, das E-Mail-Dienste mit dem gewünschten Leistungsumfang über längere Zeit zuverlässig betreibt und weiterentwickelt, um das E-Mail-Angebot dauerhaft auslagern und somit effizienter und professioneller gestalten zu können.
In der Evaluierungsphase wurden verschiedene Möglichkeiten unter die Lupe genommen. Nach eingehender Analyse verschiedener Anbieter ?el die Wahl auf Google Apps. Denn für die Bedürfnisse von Sunrise präsentierte sich die Google Apps ISP Edition bei weitem als beste Lösung, da keine andere gehostete Lösung ein ähnliches Leistungsvermögen und so umfangreiche Zusatzdienste wie das Angebot von Google biete: «Wichtig ist uns, dass das Produkt kontinuierlich verbessert und ausgebaut wird, ohne dass wir selber grundlegende Entwicklungsarbeit leisten müssen», so Wulle. «Derzeit gibt es kaum vergleichbare Lösungen, die bereits ähnlich weit entwickelt sind.»
Weitere Kriterien für die Entscheidung für Google Apps als Grundlage des neuen Sunrise-E-Mail-Dienstes waren für das Unternehmen die Stabilität und Geschwindigkeit der Systeme sowie die aussergewöhnlich umfangreiche Speicherkapazität und der gute Spam-Schutz. Zusammen mit der bewährten Benutzerfreundlichkeit, dem günstigen Preis pro Mailbox und der Möglichkeit der bedarfsgerechten Anpassung an das Kundenumfeld stellte sich Google Apps so als massgeschneiderte Lösung für Sunrise dar. Beeindruckt zeigte sich Sunrise auch von den technischen Möglichkeiten des neuen E-Mail-Dienstes. Das neue «Sunrise mail» bietet auch eine persönliche Startseite (PSP), wo unter Verwendung der Google-Gadget-Technologie den Kunden zahlreiche Zusatzleistungen wie der SMS-/MMS-Sender, der TV-Tipp des Tages oder Music-Charts zur Verfügung stehen. Diese «Spielmöglichkeiten» gehören zu den Lieblingsfeatures von Wulle: «Das Konzept der Google Gadgets ?nden wir besonders spannend. Damit lassen sich ganz einfach und schnell eigene Inhalte einbinden. Ausserdem gefällt uns die Tatsache, dass die Grösse der Mailbox ständig wächst.»
Das gesamte Provisioning, unter anderem Registration, Lifecycle- und Passwort-Management, wird von Sunrise unter Verwendung der verfügbaren APIs und SAML-Single-Sign-On (SSO) betrieben. Aufgrund spezieller Gesetzesbestimmungen in der Schweiz musste zudem eine dedizierte Infrastruktur für die verlangte Überwachung des Mailverkehrs aufgebaut werden. Dies erforderte Entwicklungsarbeit sowohl bei Sunrise als auch bei Google. Implementiert wurde diese Infrastruktur zur Erfüllung gesetzlicher Richtlinien durch den Schweizer Spezialisten für Informationsintegration Basis06.