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Vor 50 Jahren ging das Internet an den Start
Panne schon beim zweiten Buchstaben
Nachdem die Telefongesellschaften das Potenzial des Echtzeit-Datentransfers so sträflich unterschätzt hatten, fanden Kleinrock und sein Team Zuflucht bei der Arpa, die dank des Sputnik-Schocks Geld wie Heu hatte.
Die erste Internetverbindung am 29. Oktober 1969 floppte: Schon nach dem «o» in «Login» hängte sich der Computer auf. Ein paar Stunden später klappte es: Ein Computer an der University of California in Los Angeles kommunizierte mit einem Computer der Stanford University nahe San Francisco. Bis Jahresende entstand ein kleines Netzwerk mit zusätzlichen Rechnern in Santa Barbara und Utah.
Das Netzwerk entwickelte sich langsam. Erst 1973 wurde Europa angeschlossen. Noch in den frühen 1990er Jahren war das Netz nur wissenschaftlichen Experten bekannt. Doch dann beschleunigte eine rasche Abfolge von Innovationen die Verbreitung des Internet. 1989 kreiierte der Brite Tim Berners-Lee am Cern in Genf das Datenaustausch-System World Wide Web (WWW).
Kluge werden klüger und Dumme lauter
Wer vor den 1990er Jahren aussergewöhnliche Informationen brauchte, musste eine Bibliothek oder ein Zeitungsarchiv aufsuchen, sich durch hunderte von Karteikarten wühlen, die Quelle bestellen, eine halbe Stunde darauf warten, nur um zu sehen, dass sie unbrauchbar war. Heute findet man dank Google und Wikipedia in wenigen Minuten Antworten - ein Segen.
Doch das Internet macht auch Abscheulichkeiten verfügbar und bietet dem Terror und dem Wahnsinn Vernetzungs- und Organisationsmöglichkeiten. Selbst wer über keine kriminelle Energie verfügt, mutiert unter Umständen zu einem schlechteren Menschen: indem er seine Manieren vergisst und als Troll andere demütigt.
2008 stellte der Magazin-Artikel «Is Google Making Us Stupid?» von Nicholas G. Carr die vor- und nachteilige Wirkung auf das Gehirn und die Moral zur Diskussion. Die Frage ist ungeklärt. Ein mittlerweile zum geflügelten Wort gewordener Satz fasst es zusammen: «Das Internet macht Schlaue schlauer und Dumme lauter».