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Sprachen und Dialekte verändern sich. Oft hört man, dass heute nicht mehr so gesprochen wird wie vor 50 Jahren. Ist dies wirklich der Fall? In diesem Projekt gehen wir genau dieser Frage nach: in unserer Dialekterhebung – die grösste und umfangreichste seit Mitte des 20. Jahrhunderts – werden Sprachdaten von mehr als 1000 SprecherInnen in mehr als 500 Ortschaften erhoben.
Wir gehen folgenden Zielen nach:
(a) Wie haben sich schweizerdeutsche Dialekte in den letzten 70 Jahren verändert?
(b) Welche sprachlichen Ebenen haben sich am meisten verändert: die Verwendung von Wörtern, die Grammatik, oder etwa die Lautung von Dialekten?
Dabei soll unter anderem auch beantwortet werden, wie es um den Einfluss des Standarddeutschen auf schweizerdeutsche Dialekte steht, ob eher Frauen oder Männer den Sprachwandel vorantreiben, oder ob sich das Zürichdeutsche zum Beispiel ausbreitet.
Die Erkenntnisse des Projekts sind weitreichend: vermutlich wird das Projekt ein sogenanntes 'Leveling' der Dialektvielfalt aufzeigen, d.h. eine Art Abflachung dialektaler Unterschiede. Diese Tendenzen finden wir in vielen Gebieten Europas, so zum Beispiel in Grossbritannien, Deutschland, Frankreich oder Holland. Inwiefern sind diese Tendenzen auch in der kleinräumigen Schweiz aufzufinden? Geht regionale Vielfalt verloren? Welche Dialekte sind besonders stark betroffen? Auch für die Sprachtechnologie oder forensische Sprechererkennung werden die Erkenntnisse von theoretischem Wert sein.
Die Resultate des Projekts werden in Zusammenarbeit mit einem Medienpartner für ein breites Publikum zugänglich gemacht; mitunter deshalb, weil Dialekte und sprachliche Variation die Bevölkerung seit jeher faszinieren.