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Übermorgen, am 17. März, ist wieder St. Patrick's Day. Der Todestag des Heiligen Patrick, der auch Schutzpatron Irlands ist (obwohl vermutlich in Wales geboren), ist seit dem 17. Jahrhundert fester Bestandteil des katholischen Kalenders und wurde 1737 in Boston (USA) erstmals als spezieller Feiertag begangen. Dieser Tage ist er in der Republik Irland wie auch in Nordirland und in der kanadischen Provinz Neufundland ein gesetzlicher Feiertag. Wegen der Diaspora der Iren - es gibt rund 70 Millionen irischstämmige Personen ausserhalb Irlands - wird das Fest inzwischen aber an zahlreichen Orten der Welt gefeiert.
So richtig «touristische Fahrt» aufgenommen hat der St. Patrick's Day aber erst vor elf Jahren, als Tourism Ireland erstmals die «Greening»-Initiative lancierte und das berühmte Opernhaus von Sydney an jenem Tag 2010 vollständig grün angeleuchtet wurde. Der Erfolg war riesig und seitdem haben zahlreiche Länder mitgemacht und am St. Patrick's Day berühmte Sehenswürdigkeiten grün eingefärbt - auch die Schweiz macht seit 2014 am Greening mit und hat unter anderem schon mal den Rheinfall grün beleuchtet.
Was wird dieses Jahr am 17. März grün beleuchtet? Neu, und als nördlichster Punkt der Welt, etwa der Berg Øretoppen in Norwegen, weit über dem Polarkreis. Dazu ebenfalls neu das Gwrych Castle in Wales, die Palm Fountain in Dubai, die Torre Costanera in Chile (das höchste Gebäude Südamerikas), das Schloss Bled in Slowenien, der Pacific Park am Santa Monica Pier in Kalifornien, die BC Place in Vancouver, das Sekenani Gate im Maasai Mara Nationalpark Reserve in Kenia und die Villa E-1027 in Roquebrune-Cap-Martin in Frankreich (weil sie von einer irischen Architektin entworfen wurde). Diese neu «eingegrünten» Orte gesellen sich zu anderen, seit Jahren grün gefärbten Sehenswürdigkeiten wie den Schiefen Turm von Pisa, die Niagara-Fälle, die Victoria-Fälle, das Welcome-Schild am Eingang zu Las Vegas, das London Eye, den Sky Tower in Auckland, der Cibeles-Brunnen in Madrid und zahllose andere. Und natürlich steigen in Irland selber grosse St. Patrick's-Partys.
Das grüne Licht als Hoffnungsschimmer
Nun ist aber wegen der Pandemie in diesem Jahr keine normale St. Patrick's-Feier möglich, vor allem auch nicht für Touristen, welche hierfür in vergangenen Jahren extra nach Irland reisten oder sich die begrünten Sehenswürdigkeiten weltweit anschauten. Doch Tourism Ireland wird diese unvergleichliche Marketing-Gelegenheit nicht einfach so vorbeistreichen lassen und lanciert deshalb einen speziellen Online-Event namens «St Patrick’s Day @Home Live». Dieser steigt am kommenden Mittwoch ab 20.00 Uhr und wird per Livestream auf Facebook oder Youtube oder auch über diesen Link aus dem Johnnie Fox’s Pub in den Dublin Mountains in die weite Welt ausgestrahlt. Dabei wird es auch Liveschaltungen in weitere irische Pubs geben. Durch den Anlass wird die berühmte irische Moderatorin Bláthnaid Ní Chofaigh führen (fragen Sie uns jetzt bloss nicht nach der richtigen Aussprache ihres Namens). Die Celtic Drummers werden die Unterhaltungsshow mit einer Eröffnungszeremonie in Dublin beginnen, während die Folkmusik-Superstars Shamrock Tenors aus Belfast sie dabei unterstützen werden. Dazu kommen noch weitere Darbietungen.
Reisebranchen-Partner von Tourism Ireland erhielten letzte Woche bereits einen kleinen «Sneak Peek» zum Anlass und erhielten auch per Video ein bisschen Schulung in Sachen St. Patrick's Day. So erteilte der irische Chefkoch Terry McCoy Unterricht in der Zubereitung von «smoked salmon tatar» (Infos hierunter), Colm O'Connor vom Guinness Storehouse in der St. James Gate in Dublin (der Heimat der Brauerei Guinness) erklärte, wie man das braune Bier richtig einschenkt, ein Mitglied von Riverdance führte einige Tanzschritte der berühmten, seit 25 Jahren aufgeführten Show vor, und eine Vertreterin des EPIC (Irish Emigration Museum) gab einen Spontankurs in der irischen Sprache. Klar, «Slainte» (Prost) kennen alle, aber nun wissen wir auch, dass Musik «Ceol» heisst, Tanzen «Rince», die Sprache «Teanga» und vor allem auch Herz «Croì». Wer dabei sein will an der virtuellen St. Patrick's-Feier am Mittwoch sollte diese Begriffe vergegenwärtigen, in Guinness zur Hand haben und eine Kerze im Fenster anzünden (wenn nicht gleich das ganze Haus grün eingefärbt werden kann).
Niall Gibbons, der CEO von Tourism Ireland, hatte auch noch ein paar Worte für die Teilnehmer des Webinars übrig: «In diesem besonderen Jahr wollen wir mit den Feierlichkeiten etwas positive Stimmung zu allen Iren und Irland-Fans weltweit bringen. Wenn Menschen nicht nach Hause oder auch ins Ausland reisen können, wollen wir das grüne Licht an so vielen Orten wie möglich weltweit verbreiten, um eine Verbindung für die Ausland-Iren nach Hause zu bieten und um alle Menschen daran zu erinnern, dass wir es kaum erwarten können, sie alle wieder so bald wie möglich bei uns zu empfangen.»