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20 Jahre Vereinalinie Prättigau - Engadin
Beim Spatenstich in der Klus im Sommer 1888 zum Bau der damaligen «Schmalspurbahn Landquart – Davos» ahnt niemand der anwesenden Politprominenz, dass diese Bahnlinie durchs Prättigau lediglich die erste Sektion einer zukünftigen Verbindung ins Engadin sein würde. Der Holländer Willem Jan Holsboer, Gründer der Bahngesellschaft, behält seine Vision einer durchgehenden internationalen Transitlinie von Landquart – Davos – Samedan – Maloja – Chiavenna vorerst bewusst unter dem Deckel, um nicht das ganze Bahnprojekt zu gefährden.
Noch während den Bauarbeiten der ersten Bündner Bahnstrecke, am 25. Januar 1889 reicht Holsboer das Gesuch um die Konzession für die Weiterführung der Bahnlinie ins Engadin ein. Das Projekt ist nicht ab Klosters durch den Vereina sondern ab Davos via Scalettapass nach Cinuos-chel vorgesehen. Mit dieser Streckenverlängerung ins Engadin überrascht Holsboer die Gegner auf dem linken Fuss. Während der ganzen Projektierungsphase der ersten Bahnlinie durchs Prättigau ist in der Öffentlichkeit nie über diese Verlängerung gesprochen worden! Zumal mit dem gegebenen Namen der Bahngesellschaft die Strecke «Landquart – Davos» vorgegeben ist. Mit diesem taktischen Vorgehen sichert Holsboer die Realisierung der ersten Bahnstrecke durchs Prättigau. Eine Ausschreibung der gesamten «Scalettabahn» wäre von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen.
Die zahlreichen Fragen über die Realisierung der zweiten Sektion stehen aber nicht lange im Raum. Am 24. November 1889 erteilt das Bündner Volk dem «Scalettabahn-Projekt» eine deutliche Abfuhr zugunsten der «Centralbahn» bzw. der heutigen Albulalinie. Der Bau der Albulabahn ist zudem um einiges günstiger zu realisieren und mit der Verbindung durch das Innere des Kantons profitieren mehrere Regionen von der neuen Linienführung.