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«Dieses Cello-Konzert ist voller innerer Sensibilität, voller Poesie der Gefühle, vor allem im ersten und zweiten Satz», sagt der Solo-Cellist Kian Soltani. Der Komponist Robert Schumann (1810-1856) hat sein Cello-Konzert 1850 komponiert; mit der Opusnummer 129 zählt es zu seinem Spätwerk. «Das Cello-Konzert ist ein gleichberechtigtes Nebeneinander, ein Dialog von Orchester und Solisten», sagt Soltani. Es habe den Charakter «virtuoser Kammermusik».
Schumann selbst bezeichnete sein Cello-Konzert als Konzertstück. Die übliche Struktur mit drei Sätzen, in der Mitte der langsame Satz, hat er beibehalten. Allerdings gehen die Sätze übergangslos ineinander über. Vor allem im ersten und zweiten Satz scheint dabei durch, dass Schumann sich mit unzähligen Liedern einen Namen gemacht hatte, bevor er erst relativ spät überhaupt für Orchester komponierte.
Darüber hinaus ist für das Konzert prägend, dass Schumann bereits stark unter psychischen Problemen gelitten hat, als er es komponierte. Aus dem Tagebuch seiner Frau, der damaligen Starpianistin und Komponistin Klara Schumann geht hervor, dass er nachts immer wieder aufgestanden sei und Veränderungen vorgenommen habe, die ihm in Träumen zugefallen seien. «Vor allem der erste Satz ist voller Gemütsschwankungen», sagt Soltani.
«Totaler Fan von Volksmusik»
Der Cellist Kian Soltani, geboren 1992 in Bregenz, hat dieses Cello-Konzert erst mit 25 Jahren zum ersten Mal gespielt. «Cellistinnen und Cellisten spielen das Werk meist bereits als Teenager, noch im Studium. Ich habe hingegen lange auf den Moment gewartet, bis ich mich dafür bereit gefühlt habe», erzählt Soltani. Denn in seiner Sensibilität sei Schumanns Cello-Konzert «anspruchsvoll».
In der nun startenden Saison der Tonhalle ist Kian Soltani sogenannter Fokus-Künstler. Als Kind persischer Musiker-Eltern hat bereits mit vier Jahren begonnen, Cello zu spielen. Mit Zwölf begann er bei Ivan Monighetti an der Basler Musikakademie zu studieren.
Neu dürfte für die Ohren des Zürcher Publikums sein, was Soltani aufgrund seiner Herkunft mitbringt. Sein Vater Khosro Soltani hat ihm die Liebe zur persischen Musik mitgegeben. Mit ihm und dem Ensemble Shiraz wird er Mitte September und im Dezember Kammermusik und traditionelle persische Musik in Zürich aufführen. Überhaupt sei er «totaler Fan von Volksmusik».
Aber eingrenzen lassen will sich Soltani nicht: «Als Kind der 1990er Jahre habe ich mit den technischen Möglichkeiten alle Musik, die es auf der Welt gibt, in der Hosentasche.»