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20.04.2001 - Solothurn – Die vom Departement für Bildung und Kultur durchgeführte Umfrage zum Fremdsprachenunterricht stiess mit rund 1600 Antworten auf grosses Echo. Eine erste Auswertung zeigt, dass u.a. die Vorverlegung des Fremdsprachenunterrichts und die stärkere Gewichtung des Fremdsprachenunterrichts teilweise klare Mehrheiten findet. Noch deutlicher wird das Bildungsziel der Mehrsprachigkeit unterstützt. Das heisst, in der Primarschule soll mehr als eine Fremdsprache unterrichtet werden. Die Antwort auf die Frage, ob an den Primarschulen zuerst Französisch oder Englisch unterrichtet werden soll, fällt insgesamt relativ knapp für Englisch aus. Wegen der grossen Zahl der eingegangenen Antworten wird die Auswertung etwas länger als ursprünglich geplant dauern.
An der Fremdsprachenumfrage haben sich 1577 Personen und Organisationen beteiligt: 1066 Antworten kamen von Lehrkräften, 437 von Bürgern und 74 von Organisationen, v.a. Schulbehörden und Kommissionen. Das Internet wurde vor allem von der Bevölkerung genutzt, während die Lehrpersonen und Organisationen die schriftliche Beantwortung bevorzugten. Die Erziehungs- und Kulturdirektorin ist über das grosse Echo auf die Umfrage höchst erfreut und dankt allen die daran teilgenommen haben.
Die vielen detaillierten Kommentare erfordern eine sorgfältige Auswertung. Diese dauert deshalb bis Ende Mai, also etwas länger als geplant. Interessant sind aber bereits die wichtigsten Resultate einer ersten Auswertung: Die an der Umfrage beteiligten Lehrpersonen, Bürger sowie die Organisationen unterstützen die von der Schweizerischen Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) initiierten Reformen - die Vorverlegung des Fremdsprachenunterrichts, stärkere Gewichtung des Fremdsprachenunterrichts usw. - mit klaren Mehrheiten.
Noch deutlicher wird das Bildungsziel der Mehrsprachigkeit unterstützt. Das heisst, in der Primarschule soll mehr als eine Fremdsprache unterrichtet werden.
Die Antwort auf die Frage, ob an den Primarschulen zuerst Französisch oder Englisch unterrichtet werden soll, fällt insgesamt relativ knapp für Englisch aus. Die Ansprechgruppen und Regionen äussern sich dabei unterschiedlich: Rund 60 Prozent der 437 Stimmen von Einwohnern sprachen sich für die Einstiegsfremdsprache Englisch und 38 Prozent für Französisch aus. Zwei Prozent enthielten sich in dieser Frage der Stimme. Bemerkenswert ist, dass sich die Befragten der Bezirke Solothurn-Lebern und Dorneck-Thierstein für Französisch als erste Fremdsprache aussprachen. Bei den Lehrpersonen ergab die Frage der Einstiegsfremdsprache beinahe eine Pattsituation: 51 Prozent votierten für Englisch, 46 Prozent für Französisch (drei Prozent Enthaltungen). Auch hier unterscheiden sich die Antworten aus den Regionen: Die Mehrheit der Lehrkräfte aus Solothurn-Lebern und Bucheggberg-Wasseramt bevorzugen Französisch, diejenigen der anderen Bezirke Englisch. Bei den Organisationen schliesslich fiel die Entscheidung für Englisch noch knapper aus. 49 Prozent stimmten für Englisch, 42 Prozent für Französisch (neun Prozent Enthaltungen).
Am 7. Juni 2001 wird die Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) voraussichtlich ihre Empfehlungen zum Sprachenunterricht verabschieden. Die Ergebnisse dieser Umfrage fliessen in die sprachenpolitische Position ein, die der Kanton Solothurn an dieser Sitzung vertreten wird. Anschliessend wird es Sache der Kantone sein, die EDK-Empfehlungen umzusetzen. Unabhängig der Debatte um den Fremdsprachenunterricht auf der Primarstufe wird der Kanton Solothurn als ersten Schritt das Englischobligatorium auf der Oberstufe ab der 7. Klasse einführen, wenn möglich bereits ab Schuljahr 2002/2003.