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Voll im Berufsleben stehend, entschloss ich mich mit 50 Jahren, den Übungsweg des Zen zu gehen, weil ich das Bedürfnis verspürte, von Zeit zu Zeit Abstand von der Hektik des Alltags zu nehmen und gelassener zu werden.
Ab 1982 besuchte ich ein oder zwei Mal im Jahr mehrtägige Zenangebote. Die erlernte Stille-Übung praktizierte ich auch zu Hause, täglich ungefähr 30 Minuten.
1988 begann ich unter der Leitung des Zenlehrers Niklaus Brantschen systematisch mit der Kôan-Schulung, das heisst mit dem Meditieren von Darlegungen, die das logische und begriffliche Denken übersteigen und zu einer zusätzlichen (intuitiven) Ebene des Verstehens führen.
1990 bis 2004 erfüllte ich Assistentenaufgaben und wurde mit der Leitung von Einführungskursen betraut.
2004 erhielt ich von Niklaus Brantschen Rôshi die Lehrbefugnis und den Dharma-Namen Mui no shinnin, deutsch: „Wahrer Mensch ohne Rang.“ So bezeichnete der alte Meister Lin-chi im 9. Jh. das jedem Menschen innewohnende und dennoch nie ganz fassbare „Wahre Wesen“. Der Name erinnert mich stets an das Nichtzweierlei von banalem Alltag und grenzenloser Weite – und er hilft mir, meine Mitmenschen und alle Lebewesen ganzheitlicher zu sehen.