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Ein Fuhrmann von Wohlen im Freienamte, der jeden Herbst ins Elsass fuhr und dorten Wein holte, traf ausserhalb seines Dorfes in den Matten einen Irrwisch und rief ihm zu: „Daher und mir geleuchtet!“ Der Brünnling that's gegen das Versprechen, ihm hiefür eine Messe lesen zu lassen. Der Fuhrmann gieng es auf die Bedingung ein, dass ihm der Feurige in angemessener Entfernung vom Wagen bleibe, um nicht etwa von ihm verzehrt zu werden. Die Fahrt gieng glücklich von statten. Vierundzwanzig Herbste machte so der Fuhrmann seinen Weg ins Elsass, der Irrwisch leuchtete ihm und der Wohlener besorgte ihm dafür jedesmal seine Messe.
Im fünfundzwanzigsten Jahre aber, als es wieder auf die Fahrt gieng, bat der Irrwisch, man möchte ihm nun sechs Messen auf einmal lesen lassen, dann sei er erlöst und der Knecht werde ein Kind der Seligkeit. Auch dies geschah sogleich nach der Rückkunft nach Wohlen. Seitdem blieb der Irrwisch aus. Der Knecht aber hat noch lange glücklich gelebt.
E. L. Rochholz, Schweizer Sagen aus dem Aargau, Band 2, Aarau 1856
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch.