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Edmund Husserls Bewusstseinstheorie und der Zen-Buddhismus
Diese Arbeit versucht, den in der Zen-Meditation angestrebten ich- und gegenstandslosen Bewusstseinszustand (samadhi) von der transzendentalphänomenologischen Bewusstseinstheorie Edmund Husserls her zu interpretieren. Für die Phänomenologie ist das Bewusstsein kein von der Aussenwelt getrennter Bereich innerpsychischer Immanenz, sondern als pure Intentionalität das Zum-Anwesen-Kommen der Aussenwelt. Um die Subjektivität in dieser ursprünglichen Dimension zu erfassen, ist die Operation der „phänomenologischen Reduktion" notwendig, die wesentlich die Inhibierung der apperzeptiven Bindung des Bewusstseins an das empirische Ich impliziert: Das Ich ist für die transzendentale Phänomenologie nicht Träger des Bewusstseins, sondern selbst noch ein in ihm konstituiertes Objekt. Die phänomenologisch „rein" genommene Subjektivität ist als Vollzug des Hervorgangs alles Objektiven nicht selbst Objekt unter Objekten. Die Zen-Übung zielt auf das Gewahrwerden eben dieses reinen Bewusstseins. Analog zur phänomenologischen Reduktion ist auch hier eine Rücknahme der Selbstobjektivierung zu einem substanzialen Ich notwendig. Dies wird durch methodisch geübte Nicht-Reflexion erreicht: eine Selbstvergessenheit (mushin = „Nicht-Geist"), in der der Gewahrende so im Gewahren aufgeht, dass er sich nicht mehr als ein Jemand wahrnimmt, der sich auf ein von ihm unterschiedenes Objekt richtet, sondern als nichts als das Anwesen des Objekts selbst.