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Im Drama um die verschwundenen Zwillinge von Saint-Sulpice VD gibt es für die Mutter der sechsjährigen Mädchen viele Ungereimtheiten, Elemente, die keinen Sinn machen. Im italienischen Fernsehen sagte die Frau auch, sie könne nicht glauben, dass ein liebender Vater seine Kinder töten kann.
"Die Hoffnung stirbt zuletzt", sagte die Mutter gemäss italienischen Nachrichtenagenturen am Sonntag in der Sendung "Domenica cinque" des Senders Canal 5. Solange sie die Kinder nicht sehe, glaube sie nicht ans Schlimmste.
Eine Reihe von Ungereimtheiten lasse viele Fragen offen. So seien mehrere Koffer aus der Wohnung des von ihr getrennt lebenden Vaters der Zwillinge verschwunden. Niemand wisse, wo diese seien, sagte die Frau.
Die Mutter erwähnte auch einen Frauenmantel in der Wohnung ihres Mannes, und dass dessen Besitzerin noch nicht aufgetaucht sei. Nachfragen nach einer möglichen Geliebten ihres Mannes bei seinen Freunden hätten nichts ergeben. Es sei aber durchaus möglich, dass der Vater die Zwillinge einer Person anvertraut habe.
Der Waadtländer Staatsanwalt Eric Cottier sagte in derselben Sendung, dass die Justiz keinerlei Anzeichen dafür habe, dass der Mann mit einer Frau eine Beziehung unterhalten habe. Man gehe davon aus, dass die Kinder via Frankreich nach Korsika gebracht worden seien. Es sei aber auch möglich, dass die Zwillinge die Schweiz nie verlassen hätten.
Einen Zusammenhang mit dem Verschwinden einer Freiburgerin wollte er nicht herstellen. "Es ist jedoch nicht möglich, eine solche Eventualität gänzlich auszuschliessen."
Kugelschreiber und Kinderkleider
Gleichzeitig verfolgt die Polizei jede noch so kleine Spur, die Hinweise auf Livia und Alessia liefern könnte. Am Samstag wurde bekannt, dass die Spurensicherung in Rom einen Kugelschreiber nach DNS-Spuren der Kinder untersucht.
Der Kugelschreiber war in Süditalien gefunden worden - nahe der Geleise, wo sich der Vater der Zwillinge am 3. Februar vor den Zug geworfen hatte. Dies teilte die italienische Nachrichtenagentur Ansa mit.
Die Suche gehe unvermindert weiter - in Frankreich, Italien und auf Korsika, sagte ein Sprecher der Waadtländer Kantonspolizei auf Anfrage. Verwaiste Kinderkleider auf Korsika hätten sich jedoch als falsche Spur erwiesen, sagte er. Sie gehörten nicht den Zwillingen.
SDA-ATS