Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03303.jsonl.gz/2915

Der elektrische Stuhl bringt dem bizarren Rocker Kohle
Er beeinflusste Rocker wie „KISS“ oder „Marilyn Manson“ – Alice Cooper wollte laut einem Interview der erste Bösewicht im Rock’n’Roll sein. „Das gab es Ende der Sechzigerjahre nicht – und ich hatte schlicht die Visage dazu. Auch den Sound: Harte britische Rockbands wie The Who waren meine Vorbilder. Mit meiner Show wollte ich das Publikum nicht schocken, sondern eher verwirren. Es gibt auch eine Moral: Am Ende werde ich, der Bösewicht, hingerichtet, das Gute scheint zu siegen“, erklärt der Sohn eines Priesters und dreifacher Vater seinen Werdegang.
Er wollte aussehen, „wie einer, dem ich nachts nicht gern begegne“. Sein Make-Up wurde von einer Szene aus einem Bette Davis Film inspiriert, als sich die Diva im Zorn über das Gesicht gewischt hatte und Cooper kombinierte den Style mit Lederklamotten. Der grosse Entertainer Groucho Marx, mit dem der Künstler Tod befreundet war, meinte damals zu Alice: „Was du da machst, ist wie das Vaudeville-Theater der Zwanzigerjahre.“ Sich auf der Bühne auf einen elektrischen Stuhl zu setzen oder sich unter die Guillotine zu legen, ist für den heute 69-Jährigen und seine Fans seither der Höhepunkt der Alice-Cooper-Shows.
Interessant: In den ersten Shows gehörte ein Bild von Andy Warhol mit dem Titel „Little Electric Chair“ aus der Serie „Death & Disaster“ zum Bühnen-Equipment – dann verschwand das Werk, das Cooper damals für 2500 Dollar vom Meister gekauft hatte. Jetzt, nach 40 Jahren Drogen und Alkohol erinnerte sich Cooper daran und fand das Werk zusammengerollt in einer Pappröhre – es könnte mehrere Millionen wert sein.