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Im Laufe ihrer tausendjährigen Geschichte ist die Abtei von Saint-Maurice reichlich von Fürsten und Königen bedacht worden. Diese wollten, genau wie zahlreiche Pilger, ihre Verbundenheit mit den thebäischen Märtyrern zum Ausdruck bringen, indem sie die Kunstsammlung mit Geschenken wie Statuen, Reliquien, Heiligenschreinen und liturgischen Objekten aus sämtlichen Zeitaltern vom 5. Jh. bis zum heutigen Tag erweiterten.
Tatsächlich hat der Hl. Eucherius, Bischof von Lyon, schon zu Beginn des 5. Jh. goldene und silberne Gaben „zu Ehren und für die Dienste der Heiligen“ erwähnt. So wurde die Verehrung des Heiligen Mauritius zu einer selbstverständlichen Grosszügigkeit, die sich im heutigen Klosterschatz widerspiegelt, denn dieser besteht nicht nur aus simpler Goldschmiedekunst; es ist eine Erinnerung an die Huldigung der Heiligen Märtyrer.
Drei aussergewöhnlich wertvolle Schätze erinnern an die glanzvolle Zeit der thebäischen Märtyrer und an das merowingische und karolingische Zeitalter: das Sardonyxgefäss, auch „Vase des Hl. Martin“ genannt, der Theoderich-Schrein und die Wasserkanne von Karl dem Grossen.
Zu Beginn des 12. Jh. gelangt die Abtei erneut zu Ruhm und Ehre. Aus dem 12. und 13. Jh. stammt eine Sammlung beeindruckender Reliquien: ein Kopfreliquiar des Heiligen Candidus, der Schrein des Heiligen Mauritius, der Schrein der Kinder des Heiligen Sigismund und schlussendlich der Schrein des Abtes Nantelmus.
Auch wenn die letzten Jahrhunderte leider keinen vergleichbaren Reichtum an stummen Zeitzeugen hinterlassen haben, so ist der Klosterschatz doch um einige bemerkenswerte Werke reicher geworden. Besonders hervorzuheben ist eine Reliquiensammlung aus der grosszügigen Spende des Königshauses von Savoyen: eine Büste des Heiligen Viktor (15. Jh.), eine Monstranz aus Kristall und vergoldetem Silber und zwei silberne Kerzenleuchter mit einem eingravierten Wappendes Gegenpapstes Felix V. und ein Reiterdenkmal des Heiligen Mauritius (1577). Ebenfalls erwähnenswert sind: Prozessionskreuze und Bischofsstäbe aus dem 15. und 16. Jh., zahlreiche Kelche, Monstranzen, Brustkreuze und Bischofsmützen, sowie eine schöne Sammlung aus modernen Goldarbeiten von Marcel Feuillat.