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Es geht erneut um die Aufarbeitung der Finanzkrise: Die zweitgrösste deutsche Bank wirft BNY Mellon Vertragsbruch und nachlässiges Verhalten im Umgang mit riskanten Hypothekenverbriefungen (RMBS) vor, die die Commerzbank vor der Krise gekauft hatte. BNY Mellon und ein Anwalt der Commerzbank wollten sich dazu nicht äussern.
Hinter den 73 Kreditpapieren standen Hypothekenkredite, die Immobilienfinanzierer wie Countrywide Home Loans und NovaStar Mortgage vergeben hatten. Diese Institute waren dafür bekannt, dass sie auch finanzschwachen Kunden grosszügig Kredite einräumten. BNY Mellon war Treuhänder für die Verbriefungen.
Die Commerzbank wirft der Bank vor, sie habe jahrelang "untätig dagesessen", während sich Verluste und Kreditausfälle häuften. Stattdessen hätte sie die Immobilienfinanzierer drängen müssen, wacklige Kredite zurückzukaufen, und Kredit-Dienstleister dazu bewegen, sich schneller um faule Hypotheken zu kümmern.
"INTERESSENKONFLIKT"
Richter Daniels erklärte, BNY Mellon habe möglicherweise auch in einem Interessenkonflikt gestanden. Das Haus habe gezögert, gegen andere Banken und Dienstleister vorzugehen, weil es seine lukrativen Geschäftsbeziehungen nicht gefährden wollte.
Seit der Finanzkrise sind wegen ähnlicher Vorwürfe viele Klagen gegen Treuhänder angestrengt worden. Die Commerzbank hatte Ende 2015 nicht nur BNY Mellon, sondern auch die Deutsche Bank, HSBC und Wells Fargo verklagt. Auch diese Verfahren laufen noch.
(AWP)