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Amazon hat offenbar ein Argument bei der Anfechtung der Vergabe eines grossen Cloud-Auftrags des US-Verteidigungsministeriums (DoD) an Microsoft. Eine Bundesrichterin glaubt, dass "Amazon wahrscheinlich Erfolg" haben werde, zu beweisen, dass das DoD bei der Bewertung der Angebote für den 10 Milliarden Dollar schweren Jedi-Vertrag zumindest teilweise einen Fehler gemacht habe. Dies berichtet das Beschaffungs-Onlinemagazin 'fedscoop.com' mit Berufung auf ein Dokument von Bundesrichterin Patricia Campbell-Smith.
Das Dokument zeige zum ersten Mal, dass das Gericht dazu neigen könnte, zugunsten von Amazon zu entscheiden. Im Oktober 2019 hat das DoD den Zuschlag im Jedi-Auftrag (Joint Enterprise Defense Infrastructure) an Microsoft vergeben
. Kurz darauf kündigte Amazon an, die Vergabe anzufechten. Dabei argumentierte Amazon unter anderem, der Auftrag sei wegen unzulässiger Beeinflussung durch Präsident Donald Trump an Microsoft vergeben worden.
Im nun veröffentlichten Dokument erläutert die Richterin, warum sie kürzlich eine Unterlassungsverfügung und damit einen zwischenzeitlichen Unterbruch jeglicher Arbeiten für Jedi
angeordnet habe. Die Argumentation habe nichts mit Trump zu tun, sondern konzentriere sich darauf, wie das Pentagon Microsofts Datenspeicherung in einem Preisszenario bewertet habe, schreibt 'fedscoop.com'.
Das Gericht halte es für wahrscheinlich, dass die Chancen von Amazon, den Zuschlag zu erhalten, ohne diesen Bewertungsfehler gestiegen wären, zitiert das Onlinemagazin aus dem Dokument. Wahrscheinlich werde Amazon zeigen können, dass das Microsoft-Szenario "technisch nicht durchführbar sei", heisst es weiter.
Microsoft sagt gegenüber 'Reuters', es habe sich dabei um einen Faktor unter vielen gehandelt, die das DoD bei seiner Entscheidung berücksichtigt habe. "Wir haben Vertrauen in unsere Technologie, unser Angebot und die professionellen Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums. Wir glauben, dass wir letztendlich in der Lage sein werden, die Arbeit voranzutreiben", wird Microsoft-Sprecher Frank X. Shaw zitiert. Die Regierung habe deutlich gemacht, dass die Microsoft-Lösung ihrer Ansicht nach den technischen Standards entspreche, so Shaw.