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Der Bau eines neuen Munch/Stenersen Museums in Oslo ist an die städtebauliche Entwicklung des vormaligen Hafengeländes ‚Paulsenkaia‘ geknüpft. Die Attraktivität der Museumsnutzung und der nahen Oper sollen diese vorantreiben. Auf den künstlichen, dem Meer abgerungenen Hafenarealen nahe der neuen Oper wird ein Boulevard mit städtischer Bebauung vorgeschlagen, die im Erdgeschoss Läden, Cafés, Restaurants und in den Obergeschossen Büro- und Wohnnutzungen enthält. Sitzstufen entlang des Flusses Akerselva laden ein, in der Nähe des Wassers zu verweilen. Einige Hafenflächen werden renaturiert. Ein breiter, leicht geneigter Steg führt von der Oper hinaus zum Museum und ragt als Pier ins Meer.
In Form einer ‚schwebenden Halbinsel‘ liegt das Munch/Stenersen Museum zwischen den Fjorden Bjørvika und Bispevika - aufgeständert auf Pfählen über dem Wasser. Eine einladende Eingangshalle bietet den Besuchern Zugang zu Restaurant-, Shop- und Konferenzräumen und leitet zur Sicherheitspassage, die nach dem Raub des berühmten Bildes Der Schrei von Edvard Munch für das Museum von zentraler Bedeutung ist. Ein grosser, zenital belichteter Treppenraum schraubt sich nach oben auf die Ausstellungsebene.
Die sechs grossen Ausstellungsräume sind über eine weite Erschliessungsfläche jeweils unabhängig voneinander begehbar. Letztere bietet nicht nur Raum für Einführungen und didaktische Bespielung, sondern dient mit weiten Panoramafenstern in alle Richtungen auch als Entspannungs- und Zerstreuungszone für die Besucher.
Die unterschiedlich dimensionierten Ausstellungsräume bilden dagegen Orte für den konzentrierten Kunstgenuss. Sie bieten die gewünschte Flexibilität, Unterteilbarkeit und Adaptierbarkeit der Raumhöhe ebenso wie die explizit geforderte Belichtung mit Kunstlicht.
Die Fundierung des Museums auf dem Meeresgrund mit Betonpfählen wird durch die erhöhte Position der Plattform mehrere Meter über dem Meeresspiegel sichtbar gemacht. Der Bau verweist auf die gewünschten Funktionen einer ‚Landmarke‘ oder eines ‚Leuchtturms‘, spielt aber auch auf die Bauform einer Ölplattform oder einer mächtigen Villa auf Pilotis an. Braunrot eingefärbter Beton bildet das durchgehende Konstruktionsmaterial, von den Betonpfählen bis zur Halle des Ausstellungsgeschosses.