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Mutter-Kind-Uebertragung von Hepatitis C
Elektive Kaiserschnittentbindung ja oder nein? Und wie steht’s mit dem Stillen?
Eine Hepatitis-C Uebertragung von der Mutter auf das Kind kommt vor, ist aber zum Glück relativ selten (ca. 5%). Immer wieder taucht die Frage auf, ob nicht doch (ähnlich wie bei der HIV-Infektion) eine elektive Kaiserschnittentbindung das Transmissions-Risiko senken würde (siehe hierzu unsere Beiträge vom 19.2.02 und 25.1.03). Im Journal of Infectious Diseases vom 1.12.05 werden die Resultate 2er grosser Multizenterstudien publiziert, die dieser Fragestellung nachgehen. Eine grosse europäische Studie mit 1787 Mutter-Kind-Paaren und eine kleinere amerikanische Studie mit 244 M-K-Paaren. Die Häufigkeit einer HCV-Uebertragung war 6,2% respektive 3,6%. Beide Studien fanden als (bereits bekannte) Risikofaktoren für eine Transmission eine hohe HC-Viruslast bei der Mutter (hierfür gibt es kontroverse Daten), eine protrahierte Geburt (Dauer nach Membranruptur >6h) sowie eine KoInfektion mit HIV. Die amerikanische Studie zeigte zudem ein erhöhtes Risiko bei internem fetalem Monitoring.
Weder die amerikanische noch die grosse europäische Studie konnten aber einen günstigen Einfluss einer elektiven Kaiserschnittentbindung auf das Transmissionsrisiko zeigen. Auch gibt es weiterhin keine Hinweise, dass das Stillen bei HCV-Monoinfizierten ungünstig wäre. Die Schweizerischen Empfehlungen sind damit nach wie vor gültig.
Interessant ist, dass in der europäischen Studie Mädchen ein höheres Risik hatten, mit Hepatitis C infiziert zu werden. Ob dies tatsächlich so ist, ist allerdings fraglich. Der Verfasser des Editorials zu diesenb beiden Pulblikationen hält eine bias (Excess-Mortalität der Knaben in utero) für wahrscheinlicher.