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Abnahme der flüssigen radioaktiven Abgaben aus Schweizer Kernanlagen
15 europäische Staaten und die EU setzen sich im Rahmen des Ospar-Abkommens für den Schutz des Nordostatlantiks ein. Die Vertragsparteien dieses Abkommens sind aufgefordert, alle fünf Jahre einen zusammenfassenden Bericht über die radioaktiven Abgaben aller Kernanlagen einzureichen. Das Ensi hat nun den siebten Implementierungsbericht erstellt. Es kommt darin zum Schluss, dass die Kernanlagenbetreiber der Schweiz bei der Behandlung der radioaktiven Abwässer die Prinzipien der besten verfügbaren Technologie (Best Available Technology BAT) und der besten Vorgehensweise in Bezug auf die Umwelt (Best Environmental Practice BEP) erfolgreich anwenden.
Seit 2016 Zielwert bei allen Schweizer Kernanlagen unterschritten
Abgeleitet vom Ospar-Abkommen gibt das Ensi den Kernanlagen in der Schweiz den Zielwert von einem Giga-Becquerel pro Jahr für flüssige radioaktive Abgaben vor (ohne Tritium), den es im Rahmen der Verhältnismässigkeit einzuhalten gilt. Dieser Wert wird mittlerweile von allen Schweizer Kernanlagen unterschritten. Das Kernkraftwerk Mühleberg nahm 2015 eine Verdampfungsanlage in Betrieb. Es konnte seine Abgaben von sieben Giga-Becquerel (2007) auf und 0,1 Giga-Becquerel (2017) reduzieren. Seit 2010 verringerte das Zwischenlager Würenlingen seine Abgaben unter 1 Giga-Becquerel pro Jahr, indem es das radioaktive Cäsium-137 im Abwasser mit einem anorganischen Ionen-Austauscherpulver bindet und filtriert. Das Kernkraftwerk Beznau nahm 2007 die Querstrom-Nanofiltration in Betrieb und erreichte danach ebenfalls einen Wert unter einem Giga-Becquerel pro Jahr. Auch dem Kernkraftwerk Leibstadt und dem Paul Scherrer Institut gelang es, ihre Abgaben konstant klein zu halten oder sogar zu verringern. Zum Kernkraftwerk Gösgen teilte das Ensi mit, dass es seit seiner Inbetriebnahme zu Europas Druckwasserreaktoren mit den kleinsten Abgaben gehört.