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Semesterarbeiten Bachelorstudiengang Architektur
Das dreijährige Bachelorstudium Architektur ist in Jahreskursen organisiert und wird mit dem Diplom Bachelor of Arts in Architektur ZHAW abgeschlossen.
Im ersten Jahr des Bachelorstudiums stehen grundlegende Fragen zur Architektur und zum Entwurfsprozess im Vordergrund. Die Studierenden setzen sich dabei mit den Grundphänomenen der Architektur wie Raum und Form, Tektonik und Materialisierung, Licht, Massstab und Proportion, Kontext und Funktion sowie Konstruktion auseinander.
Die Aufgabenstellung ist in Grösse und Umfang auf die Umsetzung eines konstruktiv und materiell durchdachten Gebäudes begrenzt.
Dozierende: Clea Gros, Regula Zwicky, Dominique Lorenz, Jan Osterhage, Silvia Radlinsky und Pablo Horvath
In der Übung 3 knüpften wir an die vorhergehende Übung 2 an, in der wir vier herausragende Bauten und deren Umgebung analysiert hatten: das Lagerhaus und das Kräuterzentrum von Herzog & de Meuron auf dem Firmengelände von Ricola in Laufen und der Pavillon Le Corbusier und das Atelier Hermann Haller an der Seeuferpromenade in Zürich. In Anlehnung an ein Beispiel in Roquebrune, wo das Cabanon und die Camping-Units von Le Corbusier sowie die Villa E1027 von Eileen Gray als Ensemble besichtigt werden können und alle musealen Nutzungen in einen Pavillon am Eingang des Geländes ausgelagert worden sind, ging es nun darum, für beide Standorte einen Besucher:innenpavillon zu entwerfen.
Dieser ist eine Art Kiosk, die erste Anlaufstelle für die interessierten Besucher:innen. Hier können Eintrittskarten verkauft und Informationsmaterial verteilt werden, es können Bücher angeschaut und erworben werden. Der Ort soll zum kurzen Verweilen einladen, mit der Möglichkeit, ein Getränk zu konsumieren und sich mit einer Kleinigkeit zu verpflegen. Ein Garderobenbereich mit Schliessfächern und Toiletten rundet das Angebot ab. Der Pavillon soll temporären Charakter haben und einfach wieder rückgebaut und nach Möglichkeit an anderer Stelle wieder aufgebaut werden können. Die Bestimmung des geeigneten Standortes innerhalb des vorgeschlagenen Perimeters war Teil der Aufgabe.
Für beide Bauplätze war eine unbeheizte und ungedämmte Holzkonstruktion zu entwerfen. Dabei sollte das gewählte Konstruktionsprinzip die Wechselwirkung zwischen konstruktivem Detail und architektonisch-räumlicher Gestaltung widerspiegeln und auch das Verhältnis von Tragwerk und Hülle thematisieren. Es ging darum, Fügungsmöglichkeiten im Holzbau zu entdecken und ihre Bedeutung für die Tragstruktur und die daraus sinnfällig entwickelte Raumstruktur im Hinblick auf ein stimmiges Ganzes zu erkennen.
|Verfasser:in
|Projektpräsentation
|Gian Buschor
|Präsentation(PDF 25,6 MB)
|Aron Gasser
|Präsentation(PDF 1,8 MB)
|Jana Käsermann
|Präsentation(PDF 4,4 MB)
|Julia Pelizzari
|Präsentation(PDF 13,5 MB)
|Sándor David Reisinger
|Präsentation(PDF 11,5 MB)
|Carmen Unterberger
|Präsentation(PDF 7,5 MB)
Der zweite Jahreskurs befasst sich im Unterrichtsmodul Entwurf und Konstruktion mit dem Wohnen in der Stadt. Dabei wird der Wechselwirkung zwischen dem Stadtraum und der Wohnung – also zwischen dem öffentlichen und dem privaten Raum – viel Bedeutung zugemessen. Im Herbstsemester baut der Wohnbauentwurf jeweils auf städtebaulichen und stadträumlichen Themen auf. Für das Herbstsemester 2023 wurde die Stadt Florenz als Ort für den Entwurf ausgewählt. Während der Seminarwoche hat der ganze Kurs die Stadt besucht.
Dozierende:
Atelier A: Andreas Graf, Katharina Stehrenberger
Atelier B: Thomas K. Keller, Toni Wirth
Atelier C: Roger Moos, Marcella Ressegatti
Konstruktion: Alberto dell’Antonio
Florenz ist eine Kapitale der Kunst und der Architektur. Aus der Matrix des römischen Kastrums zu einer führenden Metropole des Mittelalters erwachsen, entwickelte sich in ihr im Quatrocento die Epoche der Renaissance, die wir gemeinhin als die Geburt der Neuzeit und der Moderne beschreiben. Die Bauten und Plätze der Renaissance, welche das damals Neuartige einer antikischen Architektur in sich tragen, haben den Charakter von Idealtypen, welche sich als Versatzstücke in die mittelalterliche Stadt einfügen. Dies zeigt sich beispielsweise am Palazzo Rucellai, dessen monumentale Geschosshöhen einen unvermittelten Massstabssprung zu den benachbarten Häusern ergeben. Bemerkenswert bei dem Bau ist zudem, dass die Rustika der Fassade seitlich, beim Übergang zum Nachbarhaus, keinen Abschluss findet. Vielmehr franst sie aus und suggeriert ein zukünftiges Weiterbauen mit dem Ziel, das Ideal der Symmetrie zu erreichen.
Das Unfertige, bei welchem sich ein Idealzustand vorerst nur andeutet und erst über viele Jahre hinweg – oder auch gar nie – erreicht wird, scheint geradezu Programm einiger städtebaulicher Eingriffe der Renaissance in Florenz zu sein. Die Architekturlehrer Rowe und Koetter sprechen im Zusammenhang mit dem «Idealraum» der Uffizien von der «Collage» als einer städtebaulichen Strategie, bei welcher ideale Stadträume in die amorphe Stadtmasse implantiert werden.
Das Entwurfsprinzip des «Collagierens» bildete die Basis für die didaktische Struktur des Semesters und damit auch für den Ablauf der Entwurfsprozesse. In den ersten zwei Semesterwochen bildete die Analyse von je 18 Referenzbeispielen mit Schwerpunkt «Stadtraum» und «Wohnhaus» die Basis für eine präzise und inspirierende Dialog über das Wohnen in der Stadt. Ein spezieller Fokus wurde dabei auf das Thema «ressourcenschonendes Bauen» gelegt. Jeder Entwurfsgruppe, welche in der Regel aus Zweierteams bestand, startete mit je einer städtebaulichen und einer architektonischen Referenz in den Entwurf.
Der erste Teil der Entwurfsarbeit galt der Entwicklung eines Stadtraumes an einem konkreten Ort in Florenz. Die Entwurfsgruppen konnten dafür innerhalb eines weit angelegten Stadtperimeters einen Interventionsort auswählen. Dieser sollte für die entwerferische Auseinandersetzung mit der stadträumlichen Referenz ein Potenzial ausweisen. Im zweiten Teil des Prozesses, beim eigentlichen Projektentwurf, vertieften die Studierenden ihr stadträumliches Ensemble mit der Weiterentwicklung von einzelnen Wohnhäusern. Dieser Teil der Aufgabe wurde als Einzelarbeit durchgeführt. Die Konstruktionsfragen spielten dabei eine wichtige Rolle, denn die Konstruktion der Architektur ist wie immer untrennbar mit der Struktur, dem Ausdruck und der Atmosphäre des Entwurfs verbunden.
|Verfasser:in
|Projektpräsentation
|Carlos Hermann und Sarina Hess
|Präsentation(PDF 29,1 MB)
|Boas Schenk und Andrin Taubert
|Präsentation(PDF 10,3 MB)
|Roman Truninger und Dian Waibel
|Präsentation(PDF 23,6 MB)
|Alessia Franzen und Kai Guhl
|Präsentation(PDF 13,1 MB)
|Alain Lanfranconi und Sara Mandioni
|Präsentation(PDF 19,1 MB)
|Donika Kuqi und Sanja Maric
|Präsentation(PDF 24,2 MB)
Der Entwurfsunterricht im dritten Jahr befasst sich vermehrt mit dem öffentlichen Raum und dem Bauen für öffentliche beziehungsweise gemischte Nutzungen. Neben dem Entwerfen von Neubauten geht es nun auch um die Transformation bestehender Strukturen.
Die abschliessende Bachelorarbeit im Frühlingssemester besteht aus einem Entwurfsprojekt. Die Aufgabenstellung wird für alle gemeinsam formuliert und in einem von den Studierenden in Kleingruppen entworfenen Ensemble-Plan übersetzt. Die einzelnen Bauten des Ensembles werden dann durch die Studierenden individuell bearbeitet. In diesem anspruchsvollen Entwurfsprojekt am Ende des Bachelor-Studiums sollen architektonische und stadträumliche Idee, Materialisierung und Konstruktion sowie Ökonomie und Ökologie des Bauens ihren Zusammenhang finden.
Dozierende
E+K Atelier A: Detlef Schulz, Martin Saarinen
E+K Atelier B: Barbara Burren, Frank Zierau
E+K Atelier C: Meritxell Vaquer, Stephan Popp
Tragwerk: Gianfranco Bronzini, Andreas Gianoli, Bruno Patt
Konstruktion: Adrian Froelich
Nachhaltigkeit: Christian Meier
Im Herbst haben die Studierenden in den Städten Amsterdam, Appeldorn und Eindhoven je einen denkmalgeschützten Bau einer der grossen Protagonisten des Strukturalismus erweitert. Das geforderte Raumprogramm basierte - ganz im Sinne der im Prolog gemachten Feldforschungen - auf den Prinzipien des arabischen Souks, dem Ort in der arabischen Stadt, wo Produktion, Verkauf und Zusammenkunft in hoher Dichte aufeinanderprallen. Die baulichen Erweiterungen der ausgewählten Ikonen sollten also Orte des Zusammenkommens von Produktion und Verkauf sein und somit zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt und Versammlungsort für das Quartier werden.
Abgeleitet von den zellulären Strukturen des Strukturalismus und angelehnt an die entsprechenden Architekturen stand im Herbstsemester die lineare gemauerte Wandkonstruktion im Zentrum. Im Zuge der Diskussionen um ein möglichst klimaneutrales Bauen erfolgte die konstruktive Umsetzung dieser inhaltlichen Vorgabe auf der Basis von ungebrannten und tragend eingesetzten Erdsteinen oder ähnlichen Materialien.
Es war anzustreben, die städtebauliche Setzung, die Raumfolge, das Tragwerk, die Konstruktion und die Erscheinung in einen nachvollziehbaren konzeptionellen Zusammenhang zu bringen, welcher zusätzlich im Einklang mit einem umfassenden energetischen Gesamtkonzept steht.
|Verfasser:in
|Projektpräsentation
|Tobias Anthamatten
|Präsentation(PDF 26,4 MB)
|Veronica Callà
|Präsentation(PDF 17,4 MB)
|Kaito Frei
|Präsentation(PDF 30,8 MB)
|Sandro Huber
|Präsentation(PDF 22,3 MB)
|Simone Mahler
|Präsentation(PDF 24,5 MB)
|Dario Malgiaritta
|Präsentation(PDF 1,8 MB)
|Meena Srikugan
|Präsentation(PDF 28,7 MB)
|Til Steiger
|Präsentation(PDF 23,9 MB)
|Nico Thürlemann
|Präsentation(PDF 19,0 MB)