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Die Frauen jassten besser als die Männer
Maria Fässler aus Eichberg gewinnt mit 4349 Punkten die 23. «Löwen»-Jassmeisterschaft. Von nur gerade 60 Jassern waren die Hälfte Frauen. Sieben von ihnen belegen einen der ersten zehn Plätze, der beste Mann liegt in der Schlussrangliste auf dem fünften Platz.
Die Jasskarten, mit denen an der Jassmeisterschaft im Eichenwieser «Löwen» gejasst werden, müssten eigentlich weiblich sein: Statt vier «Puura» vier Bäuerinnen, statt vier Obern vier Oberinnen und statt vier Königen vier Königinnen.
Bei der Rangverlesung, die «Löwen»-Wirt Leo Vogt machte, waren vier «Königinnen» an der Spitze. Erst auf dem fünften Platz findet sich mit Christian Dörig aus Oberriet ein Mann auf einem der vorderen Plätze.
Teilnehmer-Minusrekord an der Jassmeisterschaft
Mit nur 60 Jassenden verzeichnet die Jassmeisterschaft einen nicht erwarteten Minusrekord. Zu den besten Zeiten waren es um die hundert, an der achten Meisterschaft sogar 124 Jassende. Am Gabentempel konnte der jüngste Teilnehmerrückgang nicht liegen, denn er war wie immer sehenswert. Ein Velo, ein Goldvreneli und drei Früchtekörbe (die zu tragen die Gewinner Mühe hatten) sowie 20 weitere schöne Sachpreise spornten die Jasser zu konzentriertem Jassen an.
Die besten Karten und die besten Partner hatte Maria Fässler aus Eichberg, die mit 117 Punkten Vorsprung auf Rosmarie Bürki aus Lüchingen und 184 auf die letztjährige Siegerin Elisabeth Auer aus Rüthi mit einem schönen Velo nach Hause fahren durfte. Auch bei Auers in Rüthi war es die Frau, die sich weit nach vorn jasste. Ihr Gatte Armin lag auf dem 55. Rang. Neben dem Podest stand Ulla Thomsen aus Oberriet, die ausgerechnet wegen einer schlechten Passe mit der Drittplatzierten auf einen Spitzenplatz verzichten musste. Mit einer guten 1000-er Passe hätten die beiden die Rangliste auf den Kopf stellen können. Die beiden Ersten hatten je vier 1000-er Passen, die Dritt- und Viertklassierte deren drei.
Die höchste Passe jasste mit 1144 Punkten Elisabeth Auer zusammen mit Margrith Schneider aus Rüthi, die allerdings mit dem 16. Platz vorliebnehmen musste. Die zweithöchste Passe gelang mit 1143 Punkten der Siegerin mit Xaver Weder aus Oberriet, der auf dem neunten Platz zweitbester Mann war.
Ungewisse Zukunft: «Wir müssen über die Bücher»
Im Übrigen war diese Jassmeisterschaft in Frauenhand. Unter den zehn besten Jassern waren sieben Frauen. Gedanken macht sich das Wirtepaar. «Wir können uns den Rückgang auf nunmehr nur noch 60 Jasser nicht erklären. Auf Wunsch vieler Jasser verlegten wir die Meisterschaft vom Herbst in den Sommer. Am Freitag war vermutlich zu viel los in der Umgebung. Wenn es so weitergeht, müssen wir über die Bücher», ist das Fazit des initiativen Wirtes. (M.H.)
Rangliste. 1. Maria Fässler, Eichberg, 4349; 2. Rosmarie Bürki, Lüchingen, 4232; 3. Elisabeth Auer, Rüthi, 4165; 4. Ulla Thompson, Oberriet, 4155; 5. Christian Dörig, Oberriet, 4055; 6. Andrea Heeb, Lienz, 4046; 7. Bernadette Baumgartner, Montlingen, 4025; 8. Blandine Langenegger, Kriessern, 4019; 9. Xaver Weder, Oberriet, 4009.