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Farben: rosa
Leicht, fast wie ein Duft
Gewänder in Rosa sind heute selten. In mancher Sakristei gibt es sie aber noch. Warum und wann könnte man sie verwenden?
Rosa ist eine leichte Farbe, fast wie ein Duft, nicht so kräftig oder aufdringlich wie Pink. Zweimal im Jahr kann die Farbe Rosa verwendet werden, nämlich wenn es leichter und heiterer wird in einer von Violett geprägten Zeit im Kirchenjahr: am 3. Advent und am 4. Sonntag der Fastenzeit. Es ist nicht so leicht, diese heitere Note der Liturgie zu entdecken, denn sie zeigt sich besonders im gregorianischen Eingangsgesang – und der erklingt nicht überall. „Freue dich, Stadt Jerusalem! Seid fröhlich zusammen mit ihr, alle, die ihr traurig wart. Freut euch und trinkt euch satt an der Quelle göttlicher Tröstung." (Eingangsvers des 4. Sonntags der Fastenzeit) Dieser Klang der Freude wurde vom 16. Jahrhundert an in einen Farbton übersetzt: Man trug rosafarbene liturgische Gewänder. Rosa kann das ernstere Violett auch heute noch für einen Tag verdrängen.
Unsere liturgischen Farben haben einen natürlichen Ursprung: Man färbte in der Antike mit dem kostbaren Sekret der Purpurschnecke. Je mehr Purpursekret verwendet wurde, desto dunkler, beinahe schwarz waren die Stoffe. Nahm man weniger Sekret, so erhielt man Violett, Rot oder Rosa. Durch Zugabe von Salzen entstand Grün. Rosa ist ein aufgehelltes Violett – so wie die Freude an diesen beiden Sonntagen die Stimmung der Feiernden erhellen soll.
Gunda Brüske
(Bild: Casel des hl. Anno)

Facts
"Rosa kann an Gaudete (3. Adventssonntag) und Laetare (4. Fastensonntag) verwendet werden."
Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch (1975) Nr. 308f