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Reflexionen über die Schweizer Geldpolitik
Bruno Gehrig, Mitglied des Direktoriums
Club Economique Libéral, Neuenburg, 29.03.2000
Nach einer sechs Jahre dauernden Stagnationsphase setzte in der Schweiz 1997 eine deutliche, breit abgestützte Erholung ein. Sie ist das kombinierte Ergebnis einer robusten internationalen Konjunktur, umfassender Restrukturierungsanstrengungen in vielen Bereichen und einer während längerer Zeit stimulierenden Geldpolitik. Erleichternd kam hinzu, dass die Einführung des Euro zu keinerlei Turbulenzen am Schweizer-Franken-Devisenmarkt führte. Bei anhaltend günstigen Konjunkturaussichten musste der auf Preisstabilität angerichtete geldpolitische Kurs schon im letzten Herbst schrittweise korrigiert werden. Mittlerweile sind die Franken-Geldmarktsätze deutlich höher als vor sechs Monaten, und die Differenz zu den Zinssätzen im Euro hat abgenommen. Auf diese Korrektur hat der Franken/Euro-Wechselkurs leicht reagiert.
In einem durch Vollbeschäftigung gekennzeichneten Umfeld bleibt die Politik der Schweizerischen Nationalbank auf die langfristige Sicherung der Preisstabilität ausgerichtet. Absehbar muss es in den kommenden Monaten darum gehen, das Inflationsrisiko in engen Grenzen zu halten, ohne dabei die Wirtschaft daran zu hindern, ihr - nach den vorgenommenen Restrukturierungen gestärktes - Wachstumspotenzial auszunutzen.