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"Es wirkt wie Ginseng – ist aber noch besser!" Das ist die Meinung von überzeugten Menschen, die die Wirkung am eigenen Körper erfahren haben. Das Kraut der Unsterblichkeit, auch Jiaogulan genannt, wird schon seit Jahrhunderten in China als Tee verwendet. Aufmerksam wurde die Wissenschaft auf diese ausdauernde Schlingpflanze, weil in der chinesischen Provinz Guizhou der Anteil der über 100-jährigen weit über dem allgemeinen Bevölkerungsschnitt liegt. Das wird auf den regelmässigen Genuss dieses Tees zurückgeführt. Möchten Sie auch "unsterblich" werden oder zumindest steinalt? Dann verlieren Sie keine Zeit. Geniessen Sie diese Pflanze in vollen Zügen!
Das Kraut der Unsterblichkeit (Gynostemma pentaphyllum) wird auch Jiaogulan (sprich: "Dschiaugulan") oder in anderer Schreibweise Jiao Gu Lan genannt. Andere Namen sind Frauenginseng, Xiancao (China), Amachazuru (Japan), Miracle Grass, 5-Blatt-Ginseng (Five Leaves Ginseng) und noch viele mehr.
Botanisch gehört Gynostemma pentaphyllum zu den Kürbisgewächsen (Cucurbitaceae). Beheimatet ist diese Schlingpflanze in China, Taiwan, Japan, Korea, Thailand und im gesamten malesischen Raum. Dort wächst sie an Sträuchern und kleinen Bäumen empor und kann richtige Dickichte bilden. Sie kommt bis 3'200 Meter über Meer vor.
Über diese Heilpflanze wurde bereits um das Jahr 1'400 n. Christus berichtet. Interessanterweise wurde Jiaogulan in der Vergangenheit in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TMC) nicht erwähnt. Es war immer ein Kraut der Volksmedizin. Die eigentliche Entdeckung fand in den 1970er Jahren statt, als eine grosse Volkszählung in China durchgeführt wurde. Dabei war aufgefallen, dass vorwiegend in der Provinz Guizhou, aber auch in den Provinzen Guangxi und Shicuan überdurchschnittlich viele 100-jährige Menschen lebten. Diese Auffälligkeit wurde näher untersucht. Dabei konnten verschiedene Einflussfaktoren, wie z.B. Genetik, Klima usw. ausgeschlossen werden. Die Wissenschaft kam zum Schluss, dass das hohe Alter der Bewohner mit dem regelmässigen Genuss von Jiaogulan zusammen hängen musste. In den darauffolgenden Jahren entdeckten Forscher eine Reihe von Stoffen (Saponinen), die denen des Ginsengs ähnlich oder gar identisch waren.
Das Kraut der Unsterblichkeit ist eine wuchsfreudige, kletternde, mehrjährige Staude. Sie ist bis rund -15° C winterhart, stirbt aber im Herbst bis zum Boden ab. Sie überwintert unterirdisch mit knolligen Wurzeln und treibt im Frühjahr wieder aus. Die Wuchshöhe ist stark abhängig vom Klima, Boden, Nährstoffen und der Wasserversorgung. Sie kann in unseren Breitengraden rund 2 bis 3 Meter hoch werden. Mit ihren Ranken kann sie sich gut an Kletterhilfen festhalten und diese rasch überwachsen. Die grazilen Blätter fallen durch ihre frischgrüne Farbe auf. Sie bestehen aus fünfgliedrigen, zusammengesetzten Teilblättern. So hat sich nicht ohne Grund auch der Name 5-Blatt-Ginseng etabliert.
Grünlichweisse, sternförmige Blüten erscheinen von Juli bis August in Rispen. Sie sind recht unscheinbar. Die Früchte sind rund, dunkelgrün bis schwarz und nur 5 bis 8 Millimeter gross.
Verwendung findet das Kraut der Unsterblichkeit vor allem als Tee, der aus frischen oder getrockneten Blättern hergestellt werden kann. Dabei wird ein Teelöffel Kraut mit ¼ Liter heissem Wasser im Aufguss zubereitet und maximal 5 Minuten ziehen gelassen. Der Tee ist schmackhaft und leicht süsslich, wobei er aus frischen Blättern besser schmeckt. Mit den jungen, frischen, knackigen Triebspitzen lassen sich auch Salate oder exotische Gerichte um eine angenehme Komponente bereichern. Der Geschmack ist dem des Ginsengs ähnlich. Dieser lakritzeähnliche Geschmack kommt hauptsächlich von den wirksamen Bestandteilen der Jiaogulan-Pflanze, den Gypenosiden und den Ginsenosiden.
Heilwirkungen und auch vorbeugende Einflüsse werden dem Kraut der Unsterblichkeit viele zugeschrieben. Hier wollen wir nur ein paar nennen: verhindert stressbedingte Krankheiten, ist ein Herzstärkungsmittel, hilft gegen Bluthochdruck und hohen Cholesterin, beugt Schlaganfall und Herzinfarkt vor, stärkt das Immunsystem, ist blutbildend, senkt Blutzucker und Blutfette (Diabetes), ist krebshemmend, stressabbauend und stoffwechselfördernd, lindert Schlafstörungen, hilft bei andauernder Müdigkeit und ist ein hervorragender Energielieferant. Auch wenn bis heute nicht alles bis ins Detail wissenschaftlich belegt ist, dieses "Wunderkraut" hilft wahrlich bei vielen Leiden.
Nebenwirkungen sind eigentlich keine bekannt. Bei einigen Leuten kann die Einnahme auf nüchternen Magen eine leichte Übelkeit auslösen. Wenn die Einnahme von Jiaogulan-Tee nach dem Essen erfolgt, dann tritt diese Erscheinung nicht auf.
Wie bereits erwähnt, ist das Kraut der Unsterblichkeit wüchsig und anspruchslos. Es kann sowohl im Garten wie auch in Gefässen gehalten werden. Die Pflanze kann leicht an einem Rankgerüst empor klettern, kann aber auch als Hängepflanze in einer Ampel verwendet werden. Jiaogulan wächst in normalem Gartenboden, der aber eher humos sein sollte, d.h. nicht zu lehmig. Eine allfällige Bodenverbesserung kann mit Kompost, Mist oder Torfersatzprodukten gemacht werden. Eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung begünstigt die Entwicklung. Die Erde sollte nie austrocknen und eher nährstoffreichreich sein. Eine Pflanzung im Garten erfolgt idealerweise im Frühjahr. So kann sich die Pflanze über den Sommer gut einwachsen und kommt damit besser über den ersten Winter. Zur Sicherheit empfiehlt sich dennoch, den Wurzelbereich im ersten Winter mit Laub vor einem zu starken Durchfrieren zu schützen.
Das Kraut der Unsterblichkeit eignet sich auch sehr gut als attraktive Kübelpflanze. Von Vorteil wird der Topf möglichst gross gewählt. Fünf Liter Erdvolumen ist mittelfristig das Minimum – je grösser desto besser. Wenn Jiaogulan bei 15° bis 20° C an einem hellen Platz überwintert wird, dann können den ganzen Winter über frische Blätter geerntet werden. Selbstverständlich muss die Wasserversorgung auch während dieser Zeit gewährleistet sein. Bei Pflanzen im Garten sterben im Spätherbst die oberirdischen Teile ab. Sie können gegen Ende des Winters bodeneben abgeschnitten werden. Im Frühjahr treiben sie aus dem Wurzelstock wieder aus.
Im oberen Teil dieses Artikels haben wir bereits erwähnt, dass das Kraut der Unsterblichkeit sehr vital ist. Darum ist es wichtig, dass sich die Triebe an einer Kletterhilfe festhalten können oder dass sie aufgebunden werden. Wenn Triebe auf der Erde liegen, bilden sie schnell Wurzeln. Das Entfernen wäre mit einiger Arbeit verbunden.
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