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Der Jurist und Philosoph Iwan Alexandrowitsch Iljin wurde 1922 als konservativer Monarchist und als Anhänger der Weissen Armee Gegner aus Russland verbannt. Er liess sich in der Schweiz nieder und verfasste grundlegende Werke zur Rechsphilosophie. Seine sterblichen Überreste wurden 2005 nach Moskau überführt.
Iwan Alexandrowitsch Iljin wurde am 9. April 1883 in Moskau in eine aristokratische Familie hineingeboren. 1906 absolvierte er ein Studium der Jurisprudenz an der Kaiserlichen Moskauer Universität (heute Lomonossow-Universität). Sein Lehrer war Pawel Nowgorodzwe (1866-1924), der zugleich Direktor des Moskauer Handels-Instituts war und der ersten Staatsduma angehörte. 1909 wurde Iljin Privatdozent an der Juristischen Fakultät. 1918 schrieb er eine Dissertation zum Thema «Philosophie Hegels als Lehrwerk über das Wesen Gottes und des Menschen». Als Professor der Rechtswissenschaft wurde er wegen «antikommunistischer Tätigkeit» mehrmals verhaftet und sogar zum Tod verurteilt. 1922 wurde er zusammen mit 160 weiteren Intellektuellen auf einem von insgesamt fünf «Philosophenschiffen» aus Russland verbannt.
Am 26. September 1922 kam er in Stettin an und liess sich in Berlin nieder, wo er bis 1934 am Russischen Wirtschaftsinstitut tätig war. Er wurde in dieser Zeit zu einem der wichtigsten Ideologen der «Weissen Bewegung» im Ausland. 1934 wurde er von den Nationalsozialisten verhaftet, konnte aber vom Komponisten Sergei Rachmaninow freigekauft werden und setzte sich daraufhin nach Genf ab. Seite publizistische Arbeit setzte er bis zu seinem Tod in der Schweiz fort.
Er veröffentlichte wichtige Werke der Rechtsphilosophie und der politischen Ethik. In seinem Werk «Über die Staatsform» skizzierte er die Idee einer nationalen, patriotischen und autoritären - wenngleich nicht totalitären - erzieherischen und aufweckenden Diktatur.
Iwan Alexandrowitsch Iljin starb am 21. Dezember 1954 in Zollikon und wurde dort begraben.
In der Sowjetunion war Iljin weitgehend unbekannt, weil seine Werke indexiert waren. Im postsowjetischen Russland wuchs seine Bekanntheit langsam, namentlich auch unter den Anhängern der Russisch-orthodoxen Kirche. Der russische Präsident Wladimir Putin beruft sich in seiner Gesellschaftsphilosophie unter anderem auf die gesellschaftspolitischen und philosophischen Grundlagen von Iwan Iljin. 2005 wurden seine sterblichen Überreste auf Veranlassung des Regisseurs Nikita Michalkow von Zollikon nach Moskau überführt, wo Iljin im Donskoi-Kloster seine letzte Ruhestätte fand.
Felix Werner

Iwan Alexandrowitsch Iljin (Foto: Wikimedia)