Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03356.jsonl.gz/653

Die Achillessehne setzt an der Ferse an und verbindet die Muskeln des sogenannten Triceps surae (zwei Muskel-Bäuche vom Gastrocnemius und ein Muskel-Bauch vom Soleus) mit dem Fuss. Die Achillessehne ist die dickste und stärkste Sehne des Menschen. Ihre Struktur ist leicht in sich gedreht und zieht daher den Fuss etwas mehr auf die Innenseite.
1. Achillessehnen-Tendinopathie an typischer Stelle
Dies ist eine Stelle 4 cm oberhalb des Ansatzes an der Ferse. Dort treten die meisten Altersveränderungen oder Risse auf, da dort die Durchblutung eingeschränkt ist.
2. Achillessehnenansatz Entzündung
Diese kann durch eine Degeneration am Ansatz, durch eine Reizung durch eine sogenannte Haglundexostose oder Entwicklung einer Verkalkung (Achillessehnen-Sporn) auftreten.
3. Ruptur der Achillessehne:
Bei der chronischen Ruptur ist das Problem, dass durch den Riss der Sehne die Muskeln nicht mehr richtig arbeiten können und sich dann bleibend in Narbengewebe und Fett umwandeln. Mehr als 3 Monate nach der Kontinuitätsunterbrechung ist eine Operation dann meist nicht mehr sinnvoll, da selbst bei Wiederherstellung der Achillessehne die Muskeln ihre ursprüngliche Funktion nicht mehr wiedererlangen.
Die häufigste Ursache für degenerative Läsionen der Achillessehne ist ein Missverhältniss zwischen Belastung der Sehne und ihrer Regenerationsfähigkeit. Bei gleichbleibender Aktivität kommt es hierzu häufig durch alterungsbedingten Verlust von Glukosaminoglykanen, womit die Elastizität des Gewebes abnimmt. Die Folge sind mikroskopische Teilrisse der Achillessehne, welche zu Schwellung und Verdickung im betroffenen Bereich der Achillessehne führen. Die Achillessehne wird damit geschwächt, so dass es bei einer geringfügigen Mehrbelastung der Achillessehne (z.B. Rennen auf die Strassenbahn, Zügeln mit Heben von schweren Schachteln und Treppensteigen) sogar zu einem vollständigen Riss kommen kann.
Eine akute Ruptur kann abhängig vom sportlichen Anspruch des Patienten entweder konservativ (ohne Operation) oder mit einer Operation behandelt werden. Da kein Vorgehen dem anderen eindeutig überlegen ist, sondern vielmehr jedes Verfahren seine eigenen Vor- und Nachteile habt, muss die Wahl des Behandlungsverfahrens gut mit dem Patienten besprochen werden. Das Risiko von Wundheilungsstörungen (ca. 2%), welche im schlimmsten Fall die Transplantation eines Haut-Muskellappens notwendig machen, stehen gegenüber dem Risiko eines Kraft- und Spannungsverlustes der Achillessehne. Ein frischer Achillessehnen-Riss kann offen oder auch minimal-invasiv genäht werden. Eine chronische Ruptur kann gut mit verschiedenen Sehnentransfers (Versetzen von Sehnenansätzen anderer Muskeln des Fusses, um die Achillessehne zu entlasten und zu unterstützen) behandelt werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der an der Sehne hängende Muskel noch funktioniert. Ist die Kontinuität des Muskel-Sehen-Konstrukts für mehr als ca. 3 Monate aufgehoben (verpasste Sehnenrisse), baut sich der Muskel zu Narben- und Fettgewebe um und verliert seine Funktion dauerhaft. Eine Rekonstruktion ist dann nicht mehr erfolgversprechend.
Grundsätzlich dauert die Behandlung einer Achillessehne konservativ (ohne Operation) und operativ meist sehr lange, das heisst, dass erst nach ½-1½ Jahren der Endzustand erreicht wird. Dies hat damit zu tun, dass die Achillessehne von Natur aus schlecht durchblutet ist und einen sehr langsamen Regenerationsprozess hat. Schäden heilen deshalb nur sehr langsam. Grundsätzlich ist es so, dass biomechanisch die Achillessehne z.B. nach einem Riss ihre volle Festigkeit nach ca. 6 Monaten erreicht. Meist kann nach 3 Monaten mit dem Sport begonnen und aufgebaut werden, sogenannte «Stop & Go»-Sportarten sind aber erst 6 Monate nach Behandlungsbeginn oder Operation erlaubt, da vorher sonst wieder ein Rückfall eintreten könnte.
Weitere Informationen zur Achillessehne und den genannten Operationstechniken finden Sie unter:Informationen zur Achillessehne