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Der Volksmund nennt sie auch: guabiroba; guabiroba-da- mata
Wissenschaftlicher Name: Campomanesia xanthocarpa Berg
Botanische Familie: Myrtaceae
Herkunft: Brasilien
Charakteristische Eigenschaften der Pflanze
Ein Baum, welcher bis zu 15 Metern hoch werden kann – geradem Stamm mit einer leicht gefurchten Rinde und dichter Krone. Die Blätter sind hellgrün und strömen einen charakteristischen Geruch aus, wenn man sie zerdrückt. Kleine Blüten von weiss-cremiger Färbung – die Blüte liegt zwischen September und November.
Die Frucht
Gerundet und von gelblich-grüner Farbe. Das Fruchtfleisch ist grünlich, saftig, es umhüllt zahlreiche Samenkerne. Reife zwischen Dezember und Mai.
Der Anbau
Kommt in nativer Form in Waldgebieten vor. Verbreitet sich mittels Samen, bevorzugt warmes Klima mit wenig Regen.
„Gabiroba“ ist ein Wort aus der indianischen Guarani-Sprache – nach Übersetzung von Maria do Carmo C. Sanchotene bedeutet es „Baum mit bitterer Rinde“. Apropós: Ein wichtiges Indiz zur Erkennung der Spezies ist die Rinde des Gabiroba-Stammes: wie bei der Mehrheit der Mirtaceae lösen sich im Lauf ihres Wachstums Streifen der Rindenoberfläche ab und hinterlassen helle Flecken, die sich über den gesamten Stamm verteilen und dem Baum einen dekorativen Aspekt verleihen.
In Brasilien existieren allerdings vielerlei Arten und Variationen von Früchten, die man mit dem gleichen aus den Indianersprachen stammenden Namen bezeichnet. Einige entwickeln sich zu Büschen, andere zu grossen Bäumen zwischen 8 und 25 Metern Höhe.
Man nimmt an, das der „Gabiroba“ aus den halbtrockenen Gebieten des Cerrado im Mittelwesten und aus dem Südosten des Landes stammt, wo er besonders häufig in seinen buschartigen, wilden Varianten anzutreffen ist.
Der „Gabirobeira“ ist ein rustikaler Baum, der wenige Umstände erfordert – er wächst auf natürliche Weise auch auf kargem Boden. Weil man ihn im Südosten Brasiliens gerne in die privaten Obstgärten aufnimmt, begegnet man ihm häufig in Minas Gerais, São Paulo, Mato Grosso do Sul und sogar in Rio Grande do Sul in fast allen Waldstücken. Sein Vorkommen macht auch vor den Landesgrenzen nicht Halt, sondern reicht bis hinein nach Uruguay, Argentinien und Paraguay.
Wenn dieser Baum blüht, dann bedeckt er sich komplett mit kleinen weissen Blüten. Seine Früchte sind rund und präsentieren eine Färbung, die vom hellen Grün bis zum tiefen Gelb der Reife wechselt. Der Fruchtstand ist überreichlich: weil seine Früchte süss und voller Vitamine sind, werden die „Gabirobas“ von Vögeln und Kindern gleichermassen ungeduldig erwartet – und verschiedene Haustiere sowie die fruchtfressenden Fische interessieren sich ebenfalls für sie.
Neben einer Konsumierung in natura kann man die „Gabiroba“ in Form von Saft, Süssigkeiten und Speiseeis nutzen – und sie ist eine beliebte Grundlage für einen wohlschmeckenden Likör.
Form und Grösse der Gabiroba-Früchte sind von Baum zu Baum und Busch zu Busch recht unterschiedlich. Dies deshalb, weil sie trotz ihres antiken Vorkommens und ihres Wohlgeschmacks immer noch zu den Spezies gehören, mit denen man bisher im kommerziellen Anbau kaum experimentiert hat.
Andererseits gehört die Gabiroba zu den Lieblingsfrüchten der Kindheitserinnerungen aus dem südöstlichen Landesinnern Brasiliens: Gabirobas im Wald aufspüren war eins der aufregendsten Abenteuer der Dorfjugend. Der bekannte Schriftsteller Camara Cascudo bemerkt in seinem Buch „Geschichte der Ernährung in Brasilien“: „Die Kinder besitzen eine wahre Berufung als Entdecker von Fruchtbäumen in der Reife. Sie essen mehr Früchte als die Erwachsenen . . . und gewisse Früchte scheinen sich im Privatbesitz der Kinder zu befinden.“ Der Gabiroba-Baum weiss das!