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Jakob Wassermann, heute fast vergessen, war einst ein sehr berühmter Schriftsteller. Einer seiner erfolgreichsten Romane war Der Fall Maurizius.
Oberstaatsanwalt von Andergast ist ein sehr korrekter, pflichtbewusster Mann. Niemand weiss das besser als sein sechzehnjähriger Sohn Etzel. Doch eines Tages stellt sich heraus, dass es offenbar doch einen Punkt in der Vergangenheit des Alten gibt, über den er nicht gerne spricht: Den Fall Maurizius. Leonhart Maurizius wurde vor langer Zeit wegen Mordes an seiner Ehefrau Elli zunächst zum Tod, dann zu lebenslänglich Zuchthaus verurteilt. Seither sitzt er hinter Gittern, obwohl er stets auf seiner Unschuld beharrte. Die Anklage vertrat damals Andergast Senior. Etzel befasst sich eingehend mit dem Fall. War sein Vater etwa an einem Justizirrtum beteiligt? Was will der plötzlich bei den Andergasts auftauchende Peter Paul Maurizius, Vater des Verurteilten? Als Etzel schliesslich von zuhause durchbrennt, um den Fall Maurizius aufzuklären, bleibt dem Oberstaatsanwalt nichts anderes übrig, als seinerseits die Akten noch einmal aus dem Archiv zu holen. Der alte Herr ist sich natürlich keines Fehlers bewusst, aber plötzlich beginnen Zweifel an ihm zu nagen. Wie war das damals mit Anna Jahn, der Schwester des Mordopfers, und einem gewissen Gregor Waremme? Was war mit der Pistole? Und hat irgendjemand dem Angeklagten mit Absicht einen miserablen Verteidiger aufgeschwatzt? Sohnemann Etzel hat sich inzwischen unter falschem Namen zur Untermiete einquartiert; doch was nun?
Doch der Fall Maurizius ist nicht Etzels einzige Sorge; er sehnt sich nach seiner Mutter, die, vom Vater geschieden, seit Jahren aus dem Leben des Sohnes verschwunden ist.