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Die Kompetenz von Kindern, soziale Beziehungen ausserhalb der Familie, insbesondere mit Gleichaltrigen zu gestalten, entwickeln sich bereits in der frühen Kindheit. Das soziale Fantasiespiel, dessen Charakteristika der «als-ob-Aspekt» ist, ist eine Aktivität, durch die Kinder sozial-kognitive, emotionale und soziale Fähigkeiten erwerben und trainieren können. So zeigen Kinder bereits im Alter von ungefähr 15 Monaten in ihrem Spiel «Vortäuschungsaktivitäten». Das Fantasiespiel ermöglicht den Kindern verschiedene Scheinszenarien zu schaffen, in denen sie unterschiedliche Rollen und Perspektiven einnehmen können. Kindern eröffnet sich im Fantasiespiel demnach die Gelegenheit, mit sich selbst und in Interaktion mit ihrem Umfeld zu experimentieren. Das kindliche Scheinspiel entwickelt sich mit zunehmenden Fähigkeiten des Kindes vom Spiel mit sich selbst zum parallelen, assoziativen und letztlich kooperativen Spiel mit anderen fortlaufend weiter und reicht von der Dezentrierung, der Verschiebung vom Selbst zum anderen als Akteur, über die Dekontextualisierung, die Verwendung von imaginären Objekten und Handlungen zum Vortäuschen, der Sequenzierung bis hin zur Abfolge mehrerer vorgetäuschter Handlungen zu einer ganzen Erzählung. Für die Entwicklung sozial-emotionaler Fähigkeiten wie das Verstehen von Emotionen usw. und die Bildung positiver Beziehungen zu Gleichaltrigen ist das soziale Fantasiespiel von grundlegender Bedeutung.
Mit dem Besuch einer Spielgruppe erhöhen sich für Kleinkinder im Alter von drei Jahren die Gelegenheiten, mit Gleichaltrigen zu spielen. Interessant ist, dass das Niveau, die Dauer und die Qualität des Fantasiespiels durch Gleichaltrige tendenziell positiv beeinflusst werden.
Die Studie zeigt ferner, dass die Qualität des Fantasiespiels ein entscheidender Faktor für die positive Wirkung auf die kindliche Entwicklung ist. Ebenfalls kann festgehalten werden, dass Kinder mit höheren sozialen Kompetenzen beim Fantasiespiel in der Regel über bessere sozial-emotionale Fähigkeiten und Sprachkompetenzen verfügen. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass die Förderung des sozialen Fantasiespielniveaus von Kindern ein Ansatz zur Verbesserung der sozialen und emotionalen Entwicklung im Vorschulalter sein kann. Als wirksame Bildungsstrategien zur Förderungen des sozialen Fantasiespiels in Bezug auf Häufigkeit und Qualität gelten gemäss der Studie neben der Gewährung von Zeit und Raum für das freie Spiel mit Gleichaltrigen, die aktive Begleitung des Spiels (wie Teilnahme, Anregung und Verfügbarkeit bzw. Bereitstellen von Rollenspielmaterial). Die aktive Spielförderung und das selbstinitiierte, selbstmotivierte und freudige Spiel der Kinder soll dabei ausgeglichen sein.
Weitere Informationen
Binationales Zentrum Frühe Kindheit der Universität Konstanz und der pädagogischen Hochschule Thurgau. releFant: Wie relevant ist Fantasiespiel für die kindliche soziale Entwicklung?
Sonja Perren (2020). Why social pretend play should be promoted in preschools.