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Ein Versuch
Ein kurzer Tour d’Horizon zum Begriff der Freiheit – und was diese mit geöffneten Restaurantterrassen zu tun haben könnte.
7. September 2021
Der Pandemieplan Schweiz, in der aktuellen Fassung der Influenza-Pandemieplan Schweiz 2018, ist ein Planungsinstrument, das Strategien und Massnahmen zur Vorbereitung der Schweiz auf eine (Influenza-)Pandemie dokumentiert. Er wird von der Eidgenössischen Kommission für Pandemievorbereitung und -bewältigung (EKP) und dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) herausgegeben.
Der erste Pandemieplan für die Schweiz wurde von einer Arbeitsgruppe unter Leitung von Robert Steffen ausgearbeitet. Die Vorarbeiten wurden 1995 begonnen; der erste schweizerische Influenza-Pandemieplan wurde im Jahr 2004 veröffentlicht. Ein zentrales Anliegen sei laut Steffen dabei gewesen, dem Bund die Führung zu überlassen.
Nach den Erfahrungen in der Bewältigung der Influenza-Pandemie 2009 wurde der Schweizer Pandemieplan vollständig revidiert.
Kristian G. Andersen et al, The proximal origin of SARS-CoV-2,
(abgerufen am 2.5.2020)
Zum Beispiel verlaufen die Infektionskurven der Schweiz und Deutschlands sehr ähnlich, hingegen beträgt die Hospitalisationsrate in der Schweiz nur etwa die Hälfte im Vergleich zu jener in Deutschland, die Tendenz ist aber steigend. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Intensivpatienten und den Todesfällen. Auf watson (21.11.21) werden folgende Gründe aufgeführt: 1. mRNA-Impfungen, die mehrheitlich in der Schweiz eingesetzt worden sind, sind effizienter als andere, wie etwa die in Deutschland häufig verwendete von Astrazeneca. 2. Höhere Seroprävalenz in der Schweiz. 3. Wenn kleinere Länder reagieren, tritt der Effekt schneller ein (etwa auf das Bild Supertanker/Fischerboot referierend). 4. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen in Deutschland sind sehr hoch, Durchschnittswerte verfälschen die eigentliche Situation. Es gibt Regionen, die vergleichbar sind mit der Schweiz, andere überhaupt nicht. Unterschiede gibt es bekanntlich auch innerhalb der Schweiz. 5. Die Welle kommt aus dem Nordosten und dem Osten. Den Osten und Südosten Deutschlands, wo zudem die Impfquoten besonders tief sind, hat sie schon erfasst. Sie dürfte hierzulande zuerst auf die Ostschweiz treffen und dann weiter in den Westen vordringen.
Lothar Wieler vom RKI weist am 18. November 2021 in einem virtuellen Treffen auf diese Logik hin: »Was mir hier wichtig ist: Wir haben in den letzten Wochen eine Case Fatality Rate, also eine Rate von Meldungen zu Verstorbenen von 0,8 %. Das heißt also, von diesen 52’000 gemeldeten Infizierten (er bezieht sich auf die am Vortag gemeldeten Fälle, a.s.) werden, und da ist nichts mehr dran zu ändern, etwa 400 sterben… Und was mir wichtig ist, und das müssen alle, die hier zuhören, ganz klar begreifen, wir können das nicht mehr ändern. Diese Menschen sind ja infiziert. Davon gehen dann halt 3000 ins Krankenhaus, davon gehen ein paar Hundert auf Intensiv, davon sterben dann eben so und so viele. Das können wir nicht mehr ändern. Niemand von denen, die hier sitzen, kann diesen Typen noch helfen. Das ist ein Eimer Wasser, der ist ausgeschüttet, und da kriegen sie (das Wasser) nicht mehr rein.« Die Zahlen vom RKI weichen von Drostens Zahlen etwas ab, sie sind drastischer.
Nachtrag vom 6. Dezember 2021: Wielers Befürchtungen bewahrheiten sich. In der ersten Dezemberwoche, also zwei Wochen nach seiner oben zitierten Aussage, bewegt sich die Anzahl Todesopfer bundesweit um 400 (an Wochentagen kann es auch etwas mehr sein, am Wochenende weniger).