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Jim Ratcliffe will den britischen Fussballklub Chelsea. Der britische Milliardär macht kräftig Werbung für sein Angebot – und möchte so verhindern, dass der Klub tatsächlich in die Hände von Hansjörg Wyss und Todd Boehly gerät. Die beiden haben im Bietverfahren offenbar den Zuschlag erhalten, eine offizielle Bestätigung steht aber noch aus. Dies auch, weil die britische Regierung ein Wort mitzureden hat.
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Ratcliffe führt jedenfalls Gespräche mit den Fans des Chelsea Football Club. Der Gründer des Chemiekonzerns Ineos Group hat bereits erste Gespräche mit dem einflussreichen Chelsea Supporters' Trust geführt, nachdem er in der vergangenen Woche sein 4,25 Milliarden Pfund (5,3 Milliarden Dollar) schweres Angebot für den Verein angekündigt hatte.
«Obwohl der CST erste Gespräche mit Sir Jim Ratcliffe und seinem Team geführt hat, ist noch kein weiteres Treffen geplant», sagte Dominic Rosso, stellvertretender Vorsitzender des CST, am Dienstag auf Anfrage von Bloomberg.
Lobbieren bei Fangruppen und Politikern
Ob Ratcliffes Bemühungen Erfolg haben, wird sich weisen. Boehly ist ehemaliger Präsident von Guggenheim Partners und Eigentümer des Baseballteams Los Angeles Dodgers. Er hat sich letzte Woche nach einem monatelangen Verkaufsprozess als Favorit für den Fussballclub erwiesen – in Kooperation mit Hansjörg Wyss.
Die Raine Group, die US-Beratungsfirma, die den Verkauf im Auftrag des russischen Milliardärs Roman Abramowitsch abwickelt, hat wochenlang die Angebote von Konsortien unter der Führung von Boehly, dem britischen Geschäftsmann Martin Broughton und dem Co-Vorsitzenden von Bain Capital, Stephen Pagliuca, geprüft.
Während dieser Zeit trafen sich die Bieter mit Fangruppen, Politikern und sogar ehemaligen Spielern, um ihre Erfolgschancen zu erhöhen. Es bleibt unklar, ob das Angebot von Ratcliffe zu spät kommt, um noch berücksichtigt zu werden. Die erste Reaktion von Raine lässt nicht darauf schliessen. «Wir sind von Raine unwirsch abgewiesen worden, aber wir werden und nicht abwimmeln lassen», sagte der Chef von Ratcliffes Firma Ineos, Tom Crotty, zu Bloomberg.
Historische Transaktion
Der Verkauf des Chelsea F.C. dürfte eine der grössten Transaktionen sein, die jemals bei einer Sportmannschaft stattgefunden haben. Abramowitsch hatte den Verein Anfang März zum Verkauf gestellt, kurz bevor Grossbritannien ihn wegen seiner Verbindungen zum Regime von Präsident Wladimir Putin mit weitreichenden Sanktionen belegte.
Seitdem unterliegt Chelsea einer Reihe von Beschränkungen, die den Verkauf von Eintrittskarten und Fanartikeln sowie die Aushandlung neuer Spielerverträge verhindern. Der Verein arbeitet mit einer Sonderlizenz der britischen Regierung, die am 31. Mai ausläuft.
Laut dem «Bloomberg Billionaires Index» ist Ratcliffe rund 11,5 Milliarden Dollar schwer. Er ist kein Unbekannter beim Kauf von Fussballvereinen, denn er hat bereits in OGC Nice in Frankreich und den FC Lausanne-Sport vom Genfersee investiert. (bloomberg/ise)