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Neben Mehl, Bohnen, Reis, Zucker und Milch würden zunächst durch ein provisorisches Dekret auch Fleisch, Eier, Kaffee und Obst sowie zum Beispiel Zahnpasta und Seife von Steuern befreit, erklärte die Präsidentin am vorletzten Freitag in einer Fernsehansprache. Damit verzichte die Regierung auf Steuereinnahmen in Höhe von 7,3 Mrd. Real (3,5 Mrd. CHF) im Jahr. Von der Massnahme erwarte sie sich ein Absinken der Preise für Grundnahrungsmittel um etwa 10%, erläuterte Rousseff.
Das komme nicht nur den einkommensschwachen Familien zugute, sondern stärke auch die heimische Wirtschaft. Die Konsumenten würden zu einem höheren Verbrauch motiviert und damit die Landwirtschaft und Industrie zu grösserer Produktion angeregt. Vertreter der Nahrungsmittelindustrie und des Handels zeigten sich Medienberichten zufolge verhaltener. Auch wenn Steuern wegfielen, müssten die Preise nicht zwangsläufig im selben Umfang sinken.
Zu erwarten seien Preisabschläge von durchschnittlich maximal 6%. Marktexperten werteten die Abschaffung von Steuern zur Bekämpfung der Inflation in Brasilien grundsätzlich als wenig erfolgversprechend. Schuld an den steigenden Preisen sei in dem südamerikanischen Land nämlich vor allem die positive Einkommensentwicklung. Dennoch plant Brasilien laut Angaben von Finanzminister Guido Mantega zur Eindämmung der Inflation noch weitere Steuerbefreiungen in anderen Sektoren. Auslöser ist eine Konsumentenpreisinflation in Höhe von 6,3 % in den zwölf Monaten bis zum vergangenen Februar.