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Abschnitt 5: Dialektischer ansatz: thesen, positionen und fragen
Thèse 6: Die aktuelle entwicklung der télématik: ein herausragendes phänomen
Der Sektor für Telematiknetzwerke und -anwendungen hat vielleicht die spektakulärste Entwicklung vor sich.
Der Computer ist nicht mehr nur eine Rechen- oder Informationsverarbeitungsanlage, er ist auch zu einem phantastischen Kommunikationsmittel geworden. Das Wachstum des Internet dient hier als Referenz, und viele Privatunternehmer haben die Dimensionen dieser Technologie verstanden. Es ist kein Zufall, dass eine der grössten Westschweizer Tageszeitungen die Eröffnung einer für das breite Publikum bestimmten WWW-Seite in der Stadt und im Kanton Genf auf ihrer Titelseite bekanntgegeben hat. Die Lehrkommission der Universität Genf bietet den Gymasiasten, die sich über die Vorlesungen und Seminare an der Universität informieren wollen, eine Dokumentation auf dem WWW an. Derzeit wird ein Projekt über einen Fragebogengenerator geprüft, mit dessen Hilfe die Kurse bewertet werden sollen. Mit seiner Entwicklung wurde P. Swann unter der gemeinsamen Aufsicht der Professoren L. Allal und P. Mendelsohn der FPSE betraut.
- Was die Originalität des Internet ausmacht, ist vermutlich der distributive und kollaborative Charakter der Aktivitäten, die durch diese Netzwerke unterstützt werden. Authentisch pädagogische Projekte werden weltweit ins Leben gerufen. Vor unseren Augen entstehen auf den MOO-Servern virtuelle Räume, die dem Unterricht gewidmet sind. Sie sind selbstverwaltet, bieten freien Zugang, und die sie unterstützende Technologie wird unentgeltlich verteilt. Diese virtuellen Räume beruhen auf einer Raummetapher, die es ermöglicht, Orte wie z.B. eine Universität oder eine Stadt zu konstruieren, und somit der Kommunikation, die sich in diesen Räumen etabliert, eine implizite Bedeutung zuzuordnen. Es ist undenkbar, dass solche Praktiken keine Auswirkung auf den Fernunterricht oder die Kommunikation zwischen Klassen haben wird.
- Andere sind pessimistischer (oder realistischer) und glauben, dass es auf dem Feld der im Unterricht eingesetzten Netzwerke in der Schweiz keine Innovation geben wird. Die Innovationen werden mit grösserer Sicherheit aus Ländern wie Kanada oder Schweden kommen, wo die Bezwingung der Entfernungen eine Notwendigkeit ist. In der Westschweiz sind es die Pariser Verlage, die Softwareprogramme herstellen. Wenn wir unsere Kultur bewahren wollen, müssen schweizerische WWW-Server in französischer und deutscher Sprache geschaffen werden.
Nationales Forschung Programm 33 - 29 JAN 1996
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