Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03171.jsonl.gz/3087

Bücher machen – ein Streifzug durch die Zürcher Verlagsgeschichte
Bücher machen – ein Streifzug durch die Zürcher Verlagsgeschichte
Verlage bewegen sich an der Schnittstelle zwischen Kultur und Wirtschaft – zwei Sphären, die sich nicht problemlos vereinen lassen. Trotzdem haben mutige Büchermenschen das Abenteuer Verlegen in Zürich immer wieder gewagt. Ein Streifzug durch die Zürcher Verlagsgeschichte zeigt, wie sehr sie mit der Geistes- und politischen Geschichte verwoben ist.
Eine Schrift über den Ablass, erschienen 1479, ist das erste in Zürich gedruckte Buch. Knapp dreissig Jahre später wurde in Zürich das erste illustrierte Buch gedruckt: ein immerwährender Kalender mit farbigen Bildern und Verzierungen.
Während der Reformation blühte der Zürcher Buchdruck zum ersten Mal richtig auf, Streitschriften wollten verbreitet sein. So entwickelte sich die Stadt neben Basel und Genf zu einem wichtigen Zentrum des Schweizer Buchdrucks. Christoph Froschauer nutzte die Gunst der Stunde: Bald dominierte er mit seiner Verlagsdruckerei den Platz Zürich und machte sich weit über die Landesgrenzen hinaus einen Namen.
Exilliteratur und Pazifismus am Limmatquai: der Rascher Verlag
Der Verleger Max Rascher (1883–1962). (Bild: anonym / ZB Zürich)
Max Rascher betrieb am Rathausquai 20, dem heutigen Limmatquai 50, auch eine Buchhandlung.
Sie befand sich im hellen schmalen Haus in der der Mitte dieses Bildes von 1910. (Bild: anonym / ZB Zürich)
Bei Rascher erschien Robert Walsers Prosasammlung «Seeland» in einer Luxusausgabe,
illustriert von Karl Walser. (Bild: ZB Zürich)
Bald verlegte der Rascher Verlag namhafte Autorinnen und Autoren wie Henri Barbusse, C.G. Jung, Andreas Latzko,
Marcel Proust, Alja Rachmanowa, Carl Spitteler, Charlot Strasser und Ernst Wiechert. (Bild: ZB Zürich)
Im 19. Jahrhundert liessen Deutschschweizer Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie Gottfried Keller, Conrad Ferdinand Meyer, Johanna Spyri oder Robert Walser ihre Werke hauptsächlich in deutschen Verlagen drucken. In Zürich kam es aber Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Verlag Rascher & Co. zu einer bedeuteten Verlagsgründung.
Der Erste Weltkrieg brachte für die Buchproduktion in Deutschland schwierige Jahre mit sich. Papier wurde knapp, die Kaufkraft des Publikums schwand. Für Schweizer Verlage lohnte es sich nicht mehr zu exportieren und nur wenige Verleger gaben mehr Titel heraus als in der Vorkriegszeit. Einer davon war Max Rascher.
Er bot emigrierten Dichterinnen und Dichtern, Malern und Intellektuellen eine Plattform. Publiziert wurden hauptsächlich pazifistische Schriften, aber auch Psychologie und Kunst gehörten dazu. Mit dem Verlegen von Exilliteratur und Büchern gegen den Krieg riskierte Rascher den Ausschluss aus dem Börsenverein der Deutschen Buchhändler, einer mächtigen Organisation im deutschsprachigen Verlagswesen.
Geistige Landesverteidigung auf Papier und wieder: Literatur im Exil
Der Verleger Emil Oprecht (1895–1952). (Bild: anonym / ZB Zürich)
Emmie Oprecht (1899–1990) war die Ehefrau von Emil Oprecht und «Innenministerin» von Buchhandlung und Verlag.
Nach Emil Oprechts Tod übernahm sie die Verlagsleitung. (Bild: anonym / ZB Zürich)
Die Buchhandlung Oprecht an der Rämistrasse 5, das Datum der Aufnahme und die Person sind unbekannt.
(Bild: anonym / ZB Zürich)
Konrad Heiden warnte vor den Nationalsozialisten und Hitler, auch in seiner Hitler-Biografie, die 1936/37 im Europa Verlag erschien. Die Authentizität von Hermann Rauschnings «Gesprächen mit Hitler» ist umstritten. (Bild: ZB Zürich)
Für die Exilzeitschrift «Mass und Wert» konnte Thomas Mann als Herausgeber gewonnen werden. (Bild: ZB Zürich)
Im Verlauf der 1920er-Jahren dominierten wieder deutsche Verlage den Schweizer Buchmarkt und kulturell war die Schweiz weiterhin eng mit dem Nachbarland verbunden. Dies änderte sich 1933 mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten.
In diesem Jahr rief ein Autor im «Anzeiger für den Schweizerischen Buchhandel» zur geistigen Landesverteidigung auf, die er als Aufgabe auch und insbesondere der Buchbranche sah. 1934 entwickelten Buchhändler und Verleger eine neue Strategie zur Förderung des Schweizer Buches. Eine Generalversammlung der Branche fand 1939 symbolträchtig im Rahmen der Landesausstellung in Zürich statt.
Parallel zu dieser starken Besinnung auf das Nationale publizierten erneut verfolgte Schriftstellerinnen und Schriftsteller in der Schweiz. Der wichtigste Schweizer Exilverleger war Emil Oprecht mit dem Oprecht Verlag und dem Europa Verlag, in dem hauptsächlich kritische Schriften zum Thema Faschismus erschienen. Als sich der Deutsche Börsenverein mehr und mehr zu einem Machtinstrument der Nationalsozialisten entwickelte, wurde Oprecht als Mitglied ausgeschlossen.
Die «Sternstunde des Schweizer Buchhandels»
Der Artemis-Verleger Friedrich Witz (1894–1984). (Bild: anonym / ZB Zürich)
Im Artemis Verlag erschien eine Gesamtausgabe der Werke
des Schweizer Schriftstellers und Nobelpreisträgers Carl Spitteler. (Bild: ZB Zürich)
Walther Meier (1898–1982), Gründer und Verleger des Manesse Verlags. (Bild: anonym / ZB Zürich)
Die umfangreichste Reihe des Manesse Verlags: die Manesse Bibliothek der Weltliteratur.
(Bild: ZB Zürich)
Peter Schifferli (1921–1980), Gründer und Verleger des Arche-Verlags. (Bild: anonym / ZB Zürich)
Die «Kleine Arche-Bücherei», später «Die kleinen Bücher der Arche», war als Notbibliothek für deutsche Kriegsgefangene in englischen Lagern konzipiert. Daraus entstand eine langlebige Buchreihe. (Bild: ZB Zürich)
Das Atlantis-Verlegerpaar: Martin Hürlimann (1897–1984) und die «Bücherfrau» Bettina Hürlimann-Kiepenheuer (1909–1983). (Bild: Privatarchiv Anna Schindler)
Bei Atlantis erschienen auch frühe Werke von Max Frisch, unter anderem «Blätter aus dem Brotsack».
Der Schriftsteller erzählt darin vom Schock des Kriegsausbruchs. (Bild: ZB Zürich)
Mit dem Beschluss «Schutz des schweizerischen Buchverlags gegen Überfremdung» agierte der Bundesrat zudem protektionistisch. Er wollte verhindern, dass deutsche Staatsbürgerinnen und -bürger Schweizer Verlage kauften, um nach dem Zusammenbruch Deutschlands von der Schweiz aus zu verlegen.
In der Nachkriegszeit standen den Schweizer Verlagen viele Möglichkeiten offen, international Fuss zu fassen. Sie konnten die Gunst der Stunde jedoch nicht nutzen und beschränkten sich auf ein nationales Absatzgebiet. Die «Sternstunde des Schweizer Buchhandels» war bald vorbei.
Bewegte Zeiten
Während den 1950er- und 1960er-Jahren räumten aufstrebende Verlage wie der 1952 gegründete Zürcher Diogenes Verlag der Unterhaltungsliteratur einen festen Platz in ihren Programmen ein. Damit verabschiedeten sie einen elitären Bildungsanspruch. Die Bedeutung politisch links orientierter Verlage wie des Europa Verlags schwand.
Mit der 68er-Bewegung geriet die bürgerliche Kultur noch mehr ins Wanken und die Verlagslandschaft veränderte sich. Es kam zu einer Gründungswelle von Kleinverlagen mit gesellschaftskritischem Programm, die auch nach dem Opernhauskrawall nicht verebbte. Die Verlage spiegelten und beeinflussten eine Gesellschaft, die sich wandelte und diverser wurde. Wir stellen einige Zürcher Verlage vor, die im Rahmen dieser Gründungswelle entstanden.
1971
Pendo Verlag
Die Journalistin Gladys Weigner und der Fotograf Bernhard Moosbrugger gründeten den Pendo Verlag wegen und mit einer eigenen Reportage: 1971 publizieren sie das Buch «Stimme der stummen Welt» über einen brasilianischen Erzbischof. Pendo bedeutet Verständigung oder Liebe. Das Anliegen der kulturellen Verständigung zeigte sich im Verlagsprogramm.
Neben Sachbüchern verlegten Weigner und Moosbrugger Bildbände, Belletristik und Lyrik. Sie pflegten auch verschiedene Buchreihen, unter anderem pendo-zürich mit dem mehrfach preisgekrönten «Stadtführer für Zürcher und Nichtzürcher».
Ende der 1990er-Jahre gaben die Gründer den Verlag ab. Nach mehreren Besitzerwechseln gehört Pendo heute zum Unterhaltungsprogramm des Münchner Piper Verlags, die Idee der Verständigung ist nicht mehr ersichtlich.
1975
Limmat Verlag
Eine Ausstellung zur Geschichte der Schweizerischen Arbeiterbewegung markierte den Anfang des Limmat Verlags. Weil der Dokumentenband dazu in zwei Verlagen nicht erscheinen durfte, wurde er 1975 im extra dafür gegründeten Limmat Verlag publiziert. Bald gab der damals genossenschaftlich und basisdemokratisch organisierte Verlag weitere Bücher heraus.
Auch die Geschichte des Unionsverlags begann 1975 und links. Mit 2000 Franken, viel Idealismus und null Verlagserfahrung wurde der Unionsverlag an einem Küchentisch gegründet.
Was abenteuerlich begann, entwickelte sich zu einer festen Grösse in der Zürcher Verlagswelt. Schon bald brachte der Unionverlag mit internationaler Belletristik die Welt nach Zürich. «Wir wollen, dass Menschen Bücher lesen und dann die Welt draussen und die Menschen dort besser verstehen», erklärte der Verleger Lucien Leithhess der WOZ die Idee hinter dem Programm.
Vor Kurzem wurde für den Unionsverlag eine gute neue Heimat gefunden: Unter dem Dach der Verlagsgruppe C.H. Beck in München scheint die Zukunft gesichert, zugleich soll der Unionsverlag innerhalb des grossen Ganzen eigenständig bleiben.
In den 1990er-Jahren wurde aus dem ehrenamtlichen politischen Projekt ein Verlag mit Löhnen und einer durchdachten Buchgestaltung. Zu den politischen Sachbüchern und der vor allem, aber nicht ausschliesslich lateinamerikanischen Belletristik gesellten sich Wanderbücher.
Der Verlag schaffte den Sprung ins neue Jahrtausend. Als sich die Gründergeneration 2017 zurückzog, erfand er sich sanft neu, ohne die eigenen Wurzeln zu vergessen.
1981
Edition Moderne
Die Edition Moderne ist heute als Verlag für Comics und Graphic Novels bekannt. Am Anfang stand jedoch der Fotoband «Bilder aus Wohngemeinschaften», bald folgten Belletristik und Comics. Der erste Bestseller waren 1987 «s‘Knüslis», ein reiner Comicverlag ist die Edition Moderne seit 1989 und Löhne sind seit dem Erfolg mit «Zürich by Mike» Ende der 1990er-Jahre möglich.
Das Büro der Edition Moderne «funktioniert fast wie eine Wohngemeinschaft – so wie ich es mir immer gewünscht habe», sagte der langjährige Verleger und Co-Gründer David Balser um die Jahrtausendwende gegenüber der NZZ.
Seit 2019 führt die nächste Verlegergeneration die Edition Moderne in die Zukunft. Immer noch Indie, aber im neuen Kleid.
1981
Ammann Verlag
Egon Ammans erstes Verlagsprojekt scheiterte an den Finanzen, verhalf ihm jedoch zu einem Lektoratsjob bei der Zürcher Suhrkamp-Niederlassung. 1981 wagte er das Abenteuer Verlag erneut und gründete zusammen mit seiner Frau Marie-Luise Flammersfeld den Ammann Verlag. Das erste Buch des Verlags war auch das erste Buch des Schriftstellers Thomas Hürlimann und «Die Tessinerin» wurde zum Erfolg.
Beinahe dreissig Jahre lang erschienen im Amman Verlag Gegenwartsliteratur und grosse Klassiker, etwa Wole Soyinkas«Aké», das mit dem Nobelpreis des Autors überraschend zum Bestseller wurde, oder Dostojewskis Elefanten in der Neuübersetzung von Swetlana Geier. 2010 zog das Verlegerpaar einen Schlussstrich. «Nicht besiegt, aber vom Siegen ermüdet», sagte Egon Amman damals dazu.
1982
Haffmans Verlag
Gerd Haffmans arbeitete beim Diogenes Verlag, bevor er 1982 zusammen mit Urs Jakob und Thomas Bodmer den Haffmans Verlag gründete. Haffmans verlegte Arno Schmidt, der das «Hohe» mit dem sogenannten «Niederen» zu mischen wagte, und auch komische Literatur. Beiden verhalf er zu Anerkennung und ins Feuilleton. Hinzu kamen bald Neueditionen und neue Übersetzungen von Klassikern.
Nach beinahe zwanzig Jahren ging der Haffmans Verlag 2001 in Konkurs. Sogar das Verlagsmaskottchen, ein Rabe, wurde liquidiert. Damals «ging nicht nur ein ungewöhnlicher Verlag in Konkurs, sondern auch eine Idee von Literatur», so die Süddeutsche Zeitung. Als Marke innerhalb des Verlags und Versandhändlers Zweitausendeins schreibt das Verlegerpaar Gerd und Tini Haffmans seine Verlagsgeschichte bis heute weiter.
1983
edition sec52
Seine Buchhandlung sec52 an der Josefstrasse eröffnete Ricco Bilger 1983, noch im selben Jahr kam der Verlag edition sec52 dazu. Der frischgebackene Buchhändler und Verleger war Mitte zwanzig und ein «halber Punk», wie er dem «Schweizer Buchhandel» einmal erzählte. Er verkaufte und verlegte Avantgarde, Underground und neue Stimmen der Schweizer Literatur. Der Buchhandlung war eine Galerie angegliedert.
In den 1990er-Jahren wandelte sich die edition sec52 zum Verlag Ricco Bilger, dieser 2001 zum bilgerverlag. Das Verlagsprogramm beinhaltet vor allem Schweizer und internationale Literatur, hin und wieder auch etwas anderes wie einen Fotoband.
1983
Nagel & Kimche
Während vieler Jahre prägte der 1983 gegründete Verlag Nagel & Kimche die literarische Buchszene in Zürich. Renate Nagel und Judith Kimche setzten die Programmschwerpunkte von Beginn weg auf zeitgenössische Schweizer Literatur und internationale Kinder- und Jugendliteratur. Im Laufe der Zeit kamen Biografien und Sachbücher hinzu sowie die Reihe Nagel & Kimche. Ab 1999 gehörte der Verlag zur Gruppe der Hanser Literaturverlage, seit 2023 ist er Teil der Verlagsgruppe Harper & Collins.
1985
Chronos Verlag
Im kritischen linken Milieu gründeten die Historiker Dieter Brupbacher und Hans-Rudolf Wiedmer 1985 einen Verlag für Bücher ihres Fachgebiets, vorwiegend aus dem universitären Umfeld und dem Bereich Wirtschafts -und Sozialgeschichte. Die Verleger wollten nie politisch sein, sondern Fach-, später auch Sachbücher verlegen. Als links galt der Chronos Verlag anfangs trotzdem.
In den 1990er-Jahren wandelte sich das Verlagsprofil: Auch ein breites Publikum sollte angesprochen werden, ohne die wissenschaftliche Fundierung zu vernachlässigen. Kulturgeschichte und aktuelle politische Themen ergänzen den ursprünglichen Themenschwerpunkt bis heute. Neben Werken wie dem Bergier-Bericht in 25 Bänden passt auch ein Buch wie Susanna Schwagers «Fleisch und Blut» ins Verlagsprogramm.
Die Unbeugsamen
Einige blieben auf der Strecke, andere wurden von grösseren Medienhäusern geschluckt – in den kurzen Zürcher Verlagsgeschichten zeigt sich eine Entwicklung, die parallel zur Gründungswelle begann: In den 1980er-Jahren setzte eine Verlagskrise ein, die sich in den 90er-Jahren verstärkte. Die Gründe für den fortschreitenden Konzentrationsprozess sind divers.
Im neuen Jahrtausend ging und geht es vergleichbar weiter. Das e-Book vermochte das gedruckte Buch nicht zu verdrängen, aber der Medienwandel bringt vielfältige Konkurrenz mit sich und der Multiplikator Feuilleton ist drastisch geschrumpft. Verlegen ist schwierig geblieben. Seit 2016 hilft der Bund, doch die Verlagsförderung ist ein Tropfen auf den heissen Stein. Ein paar Unbeugsame haben im 21. Jahrhundert trotzdem Verlage gegründet. Nicht etwa aus Unkenntnis der Branche: Anne Rüffer, Yvonne-Denise Köchli, Sabine Dörlemann, Daniel Kampa und andere Zürcher Verlegerinnen und Verleger wussten, worauf sie sich einlassen. Ein Verlegerduo fasst in Worte, weshalb sich das Abenteuer Verlegen trotz schwierigen Verhältnissen lohnt:
«Bücher zu machen, ist immer noch eine der schönsten Aufgaben der Welt.»
Viele haben diesen Beitrag möglich gemacht, sei es durch eine Auskunft oder das Genehmigen einer Bildveröffentlichung. Die Autorinnen bedanken sich herzlich dafür. Ein besonderer Dank gilt den Verlegerinnen und Verlegern Tini Haffmans, Yvonne-Denise Köchli, Bruno Meier, Anne Rüffer und Denise Schmid sowie Urs B. Leu, Leiter Abteilung Alte Drucke und Rara der Zentralbibliothek Zürich.