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Kavete (vielleicht vom lat. cavaedium, eingeschlossener Hofraum), ein kleines, in den dicken
Mauern einer
Burg ausgespartes oder durch Abschließung einer tiefen Fensternische vermittelst einer schwachen
Wand gebildetes
Gemach.
Coffealiberica, heimisch in
Liberia
[* 7] und einigen andern Gegenden der Westküste
Afrikas, von kräftigerm Wuchs und größerer
Widerstandsfähigkeit gegen die auf
Ceylon
[* 8] und Java sehr bekannte und gefürchtete Laubkrankheit (s. unten),
ist bisher an der Westküste
Afrikas, den Küstendistrikten der westind.
Inseln und auf
Ceylon mit gutem Erfolg angebaut worden.
Der arab.
Kaffeebaum liebt höher gelegene Gegenden, der liberische die Niederungen. Der Kaffee wird als Kulturpflanze stets
strauchartig gezogen, gewöhnlich 1,5 m hoch, während er in wildem Zustande baumartigen Charakter trägt
und 5–6 m hoch wird. Er verlangt eine Durchschnittstemperatur von etwa 15° C. und viel Feuchtigkeit, hält indessen vorübergehend
auch
Temperaturen von +5 bis 6° C. aus.
Seine
Blätter sind immergrün, lederartig und von elliptischer Form. In ihren
Achseln entspringen die kleinen weißen, wohlriechenden
Blüten, in Knäueln beieinander stehend. Die
Frucht ist eine
Beere von der
Größe der Kornelkirsche, anfangs
grün, dann rot und bei der Reife dunkelviolett gefärbt. Sie enthält in ihrem Innern in einer klebrigen zuckerhaltigen
Masse und umgeben von einer pergamentartigen strohfarbigen Schale die beiden mit ihren Flachseiten aufeinander liegenden
Samen
[* 9]
(Kaffeebohnen). Je nach der Sorte sind die
Bohnen verschieden groß. Die kleinsten sind etwa 6
mm
lang und 4
mm breit, die größten 10
mm lang und 5
mm breit.
IhreFarbe ist ebenfalls je nach der Sorte und auch nach der technischen
Behandlung verschieden; meist sind die
Bohnen gelblich grau, oft aber auch grünlich.
Die
Kaffeepflanzungen sind überall ziemlich gleich angelegt. Auf regelmäßigen und gleich großen Vierecken
stehen die
Sträucher in etwa 4 m voneinander entfernten Reihen und in gleichen Entfernungen
von je 2 m; sie werden durch
Beschneiden gleich hoch, der
Boden zwischen ihnen aber durch ununterbrochenes Jäten frei von allem Unkraut gehalten. Zur
Vermehrung bedient man sich der Setzlinge, die aus Samen in einer dichtbeschatteten Pflanzschule erzogen werden.
Der gefährlichste Schädling ist der die Laubkrankheit
(Kaffeeblattkrankheit) erzeugende
Pilz
[* 10] Hemileia vastatrixBerk., der
bis jetzt erst in Südasien und auf den
Fidschi-Inseln aufgetreten ist. Die
Sporen und Mycelien desselben erscheinen zur Trockenzeit
an der Unterseite der
Blätter als orangegelbe Flecken von der
Größe eines Stecknadelkopfes oder als
größere Flecken von Rostfarbe. Die Mycelien entziehen den
Blättern die Nahrung und diese sowie Zweigspitzen und
Blüten
fallen ab. Ein sicheres
Mittel gegen diese
Krankheit ist noch nicht gefunden; am meisten Erfolg hatte bis jetzt der Gebrauch
von gepulverten Kalk und Schwefelblüten. Die angegriffenen und abgefallenen
Blätter müssen verbrannt werden. Durch hohe
Kultur und reiche Düngung kann dem
Pilz entgegengetreten werden.
Die erste Ernte
[* 11] im dritten Jahre pflegt sich auf ½–¾
kg zu belaufen; 1–2 Jahre später erhöht sich der Ertrag auf etwa 2,5 kg. DieBäume tragen bei rationeller
Behandlung bis ins dreißigste Jahr, ja ausnahmsweise sogar bis ins fünfzigste.
Da der
Kaffeebaum acht
Monate hindurch blüht, so sind seine
Früchte von sehr ungleicher Reife; man hält daher jährlich drei
Lesen, von denen die zweite die wichtigste ist. Auf besonders eingerichteten großen
Tennen, wo man die
gesammelten
Beeren ausbreitet und häufig wendet, trocknen dieselben unter Einwirkung der Sonnenhitze, wenn anders das Wetter
[* 12] günstig, in 3–4
Tagen völlig zusammen. Einfallendes Regenwetter bringt eine Gärung der
Beere hervor und macht die Samen
gelblich, während diese bei schneller Trocknung stets hellgraugrün und mit einem silberigen Häutchen bekleidet erscheinen.
Diese letztern gelten als beste Ware. Besondere Walzmühlen (Hülser oder Huller) bringen hierauf das
eingetrocknete Fleisch zum Abspringen, und nachdem die
Bohnen vorher noch durch Schwingen von den spröden Hüllen befreit
worden sind, wird das Produkt in Säcken nach den Häfen verführt. Die so gewonnenen
Kaffeebohnen enthalten aber, weil mit
den reifen auch überreife und unreife
Beeren geerntet werden, weiße, grüne und schwarze
Bohnen,
Bruch
und Unrat, wie Steinchen, Erde und Holzteile, und leiden auch oft im
Geschmack, wenn sie von den ihnen anhängenden Fleischteilchen
nicht sauber gereinigt und nicht schnell getrocknet werden.
Dieser sog. alten Methode der Behandlung steht die westindische, ursprünglich
auf
Surinam geübte, gegenüber, bei der die
Früchte in einen großen Behälter (Pulper) gebracht, durch Quetschen ihrer fleischigen
Schicht entledigt, dann als
Pergamentkaffee in Wasserbassins geworfen und von dem stets zufließenden Wasser gründlich gereinigt
werden. Dann tritt die Trocknung an der
Sonne
[* 13] oder durch Dampfwärme ein, worauf die Hülsen mittels eines
sog. Peeler-Kollerganges gebrochen und durch Windmühlen abgeblasen werden; durch Poliermühlen
wird die
Reinigung der
Bohnen vollkommen. Den
Schluß bildet das
Auslesen der
Bohnen, das Sortieren, das mit der
Hand
[* 14] besorgt werden
muß. Jede Ernte liefert etwa 5 Proz.
Sog. Erbsen- oder Perlbohnen (auch männliche
Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.
¶
forlaufend
16
Bohnen, richtiger Rundbohnen genannt), die weniger der besondern Güte als vielmehr einer Modethorheit halber einen höhern
Preis erzielen. Der in solch rationeller Weise behandelt, hat eine dunkelgrünliche oder bläuliche Farbe; die gelbe oder braune
Farbe ist künstlich mittels des Einflusses der Sonne, ost auch direkt durch künstliche Färbung erzeugt.
Wenn auch die westind. oder nasse Me- lbode gegenwärtig vorwiegend geübt wird, so machen es die großen Fortschritte, die
man in der Neuzeit in der Konstruktion von Apparaten für die alte oder Trockcnmethode erzielt hat, wahrscheinlich, daß man
sich in Zukunft mehr und mehr der letztem, schon der Zeitersparnis halber, zuwenden wird.- Es giebt für
den Kaffee keine Normalverpackung; aber gewöhnlich geschieht sie in Säcken von 120 Psd.
Die sachgemäße Unterscheidung der einzelnen Kaffees orten erfordert langjährige, nur durch die Praxis zu erlangende Übung,
zumal oft von einem und demselben Produktionslande die ver- schiedensten Sorten nach Form, Größe und
Aus- sehen geliefert werden. Als beste Sorte gilt heute noch allgemein der in den arab. Distrikten
Aden
[* 16] und Mokka wachsende Mokkakaffce. Die Produktion desselben ist eine geringe, sodah diese Sorte für den Welthandel
jede Bedeutung verloren hat; 1890 wurden aus Aden, dem einzigen Exporthafen für Mokka, 51200 Doppelcentner im Werte
von 12^ Mill. M. ausgeführt, davon ging die Hälfte nach Ägypten,
[* 17] der Rest nach Lmidon, Marfeillc, Trieft und Ncuyork.
Geschätzte borten sind fer- ner der Java- und Celebes - (Mcnado-) K äffe e. Ersterer wird nicht nur in Java, sondern auch
in Sumatra und andern Inseln des Malai- ischen 'Archipels erzeugt. Auf Java ist die Kaffee- produktion großenteils
Monopol der Holland. Re- gierung. Die Bohnen dieser Sorte sind gelblich- braun und werden an Größe nur vom liberischen Kaffee übertroffen.
Als beste Qualität galt der «Alte Gouvernements-Java»; jetzt wird aber dieser Name für allen braunen Iavakasfce angewandt.
Vom Ceylonkaffee, dessen Ernten im letzten Jahrzehnt durch die Laubkrankhcit erheblich gelitten haben,
unterscheidet man Plantagen- und Nativc-Ceylon- kaffcc; letzterer, weil von den Eingeborenen weniger sorgfältig behandelt,
steht im Preise niedriger. Hauptausfuhrhafen ist Colombo.
[* 18] Die Farbe der Bohnen wechselt von weiß zu gelb, auch die Größe
ist verschieden. Von indischen Kaffee sind Madras-, Maisur- (Mysore-) und Nilgiri-(Neilghcrry-)Kaffce hervorzuheben.
Hauptausfuhrhäfen sind Madras,
[* 19] Tellicherri und Calieut. Von der Westküste Afrikas tommen aus Liberia jährlich etwa 1 Mill.
Pfd. über den AusfuhrhafenMonrovia, außerdem in größerer Menge aus Bcnguclla und Angola die sog. Cazengo- und Eukongokaffees,
Sorten von kleines hellgelber Bohne, die meist wild wachsen. Auch Madagaskar,
[* 20] Mauritius, Röunion,Mozambique
und Natal führen nur geringe Mengen aus; in Deutsch-Ostafrika sind dic Kafseeplantagcn noch jung, scheinen aber eine gute
Qualität zu erzeugen.
Ganz Ostafrika stellt jährlich zum Welthandel etwa 2,5 Mill. Pfd. Die Produttion ist in schnellem
Wachsen begriffen und Afrika wird wohl einst die bcdeutcudste Bezugsquelle für Kaffee wer- den. Auf den westindischen
Inseln ist die Pro- duktion, trotzdem das Produkt
zum Teil hohe Preise erzielt, gegen früher erheblich zurückgegangen, weil
man sich immer mehr der Zuckerkultur zuwendet. Ge- schätzteste Sorte ist der Iamaikakafsee («I51us monn- Artikel, die man
unter K veri tlun») mit blaugraucn, gleichmäßig großen Bohnen; ihm folgt der Haiti- und Domingokaffee
mit mehr weißlichen Bohnen.
Auch Portoriko liefert ein ge- schätztes Produkt; die Bohnen sind grüngrau l"grün- lich"). Von den kleinern Inseln daben
nur Trinidad uud Dominica größere Produktion auszuweisen. Centralameritanischc Produktiousländer sind Costa-Rica (graugrüne
Bohnen), Guatemala
[* 21] (bläu- lich- oder dunkelgrüne Vohnen), Salvador
[* 22] (grüne Bohnen mit süßlichem Geruch)
und Mexiko.
[* 23] In Mexiko unterscheidet man Tiefland- und Hochland- kaffee; die Produktion ift in stetigem Anwachsen be- griffen.
Die beste Qualität wird an der Westküste, hauptsächlich in Colima erzeugt, ist aber bis jetzt nicht zur Ausfuhr
gekommen. Dieser Kaffee, als Tepic- kaffee bekannt, gleicht dem Mokka und wird von den Mexikanern für den
besten Kaffee erklärt und teuer be- zahlt. Marktbeherrschend der Menge nach sind die brasilianischen Kaffee, von
denen die verschiedensten Sorten existieren. Rio- und Santoskafsce bilden das Gros. Im Durchschnitt sind die Bodncn klein
uud hell- bis dunkelgrün; die Kaffee des StaatesSaoPaulo, die über Sautos zum Export gelangen, sind milder
und feiner im Geschmack als die des Staates Rio;
[* 24] erstere bilden den Hauptkonsum Europas.
Die ordinärste, aus zerbrochenen schwarzen und mit Schalen vermischten Bohnen bestehende Sorte ist der Triagekaffee(Vrennwarc).
Von den übrigen kaffee- produzierendcn s ü d a m erikanischenR e p ub liken sind noch Venezuela
[* 25] und
Columbia
[* 26] wicktige Aus- fuhrländer. Nach den Ausfuhrhäfenbez. Haupt- märktcn uuterschcidet man: Maracaibo, La Guaira, Porto
Cabello, Angostura, Sabanilla und Bogota. Die Qualität ist meist gut. Die bessern Sorten haben eine bläulichgrüue Färbung,
die bei längerm Lagern einen ^tich ins Gelbliche bekommt.
Die Bohnen sind von gleicher Größe und Form und haben ein eigentümliches, angenehmes Aroma. Am beliebtesten
sind der Bogota- und besonders der Cucutakaffee, der dem Iavakaffee an Größe und Form ähnelt. Die Inseln des Stillen Oceans
liefern nur wenig auf den Weltmarkt; nvn dve Fidschi-, Sandwich-, Samoa-Inseln und Tahiti
[* 27] führen einige 100 Centner
jährlich aus. Die Kaffceproduktion läßt sich nur schätzen, da es an zuverlässigem statist. Material fehlt.
Man berechnet dieselbe durchschnittlich etwa ein Drittel höher als die Kaffecausfuhr. Letztere hat seit dem ersten Drittel
des 19. Jahrh, außerordentlich zu- genommen. Während sie 1832 ungefähr 95000 t betrug, belief sie sich 1844-55
jährlich auf 330000, 1805 auf 425000, 1878 auf 490000, 1882 über 550000, 1884-85 auf 687500,1888-90 auf etwa 500000,1892-93
auf 700000 t. In den einzelnen Ländern betrug die Produktion (1891-92): LänderTonnenBrasilien ,370000 Java und übriges
Niederländisch-Indien > 76000 Venezuela ! 41000 Guatemala 33000 Haiti 32000 Portoriko
! 28000 Vritisch-Ostindien ! 18000 Salvador Columbia Mexiko Alle andern Produktionsläudcr unter. mißt, sind unter
C aufzusuchen. 13000 11000 10 500 10000
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