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Heute feiern wir das große Fest des heiligen Antonius von Padua, einer der großen Heiligen der Kirche und sicherlich einer der beliebtesten.
Es gibt viele Geschichten über die außergewöhnlichen Ereignisse, die das Leben des heiligen Antonius von Padua, des „Wundertäters“, erfüllten. Fische sollen ihm beim Predigen zugehört haben, als die hartherzigen Menschen sich weigerten, auf seine Worte zu hören. Ein Esel kniete ehrfürchtig vor dem Allerheiligsten und überzeugte die Häretiker, die an der Gegenwart Christi in der heiligen Hostie gezweifelt hatten.
Es wird berichtet, dass ein abgeschnittener Fuß wieder mit dem Bein seines Besitzers verbunden wurde, als Antonius ihn segnete. Statuen, die Antonius mit dem Jesuskind auf dem Arm darstellen, erinnern daran, dass ihm das Kind in einem wunderbaren Licht erschienen ist. Dieser beliebte Heilige ist auch als „Finder der verlorenen Gegenstände“ bekannt. Millionen von Menschen haben Antonius um Hilfe bei der Suche nach verlorenen Gegenständen gebeten: „Heiliger Antonius, bitte komm vorbei, etwas ist verloren gegangen und muss gefunden werden.“
Doch warum, so könnte man sich fragen, ist dieser Heilige des Mittelalters bis heute so bekannt geblieben? Hinter all den bemerkenswerten Wundern und überzeugenden Geschichten, die von Antonius erzählt werden, steht ein Mann, der Gott leidenschaftlich liebte und unermüdlich die Wahrheit des Evangeliums verkündete.
Er wurde als Fernando im Jahr 1195 in Lissabon, Portugal, geboren. Als Fernando fünfzehn Jahre alt war, entschied er sich jedoch, den Augustinermönchen in Portugal beizutreten. In den nächsten acht Jahren vertiefte er sich in das Gebet und die Heilige Schrift und wurde ein eifriger Student der Theologie und der Kirchenväter.
Im Jahr 1220 wurden die sterblichen Überreste von fünf Franziskanern nach Portugal gebracht, die wegen ihrer Missionstätigkeit unter den Muslimen in Marokko zum Märtyrertod verurteilt worden waren. Die Geschichte dieser Männer bewegte Fernando zutiefst. Er fühlte sich erneut berufen, diesem neuen Franziskanerorden einzutreten. Zu dieser Zeit erhielt er den Namen Antonius.
Auf seinen Wunsch hin wurde er nach Marokko geschickt. Dort wurde er krank und musste nach Europa zurückkehren. Auf der Rückreise nach Portugal trieb ein Sturm Antonius’ Schiff nach Sizilien. Von dort machte er den Weg nach Assisi, um an einem allgemeinen Konzil der Franziskaner teilzunehmen.
Antonius wurde aufgefordert, bei einer Weihezeremonie eine Predigt zu halten. Seine spontane Predigt war so bewegend, dass er beauftragt wurde, öffentlich und für den Papst zu predigen. Franziskus ernannte ihn zum Theologielehrer für seine Mitbrüder. Seine kraftvollen Predigten, seine faszinierende Persönlichkeit und seine klare, kräftige Stimme zogen eine große Menschenmenge an. Er predigte in ganz Italien und schrieb „Sonntagspredigten“.
Antonius nahm wenig Rücksicht auf sich selbst und seine Gesundheit. Völlig entkräftet starb er am 13. Juni 1231 im Alter von nur 35 Jahren. Seine letzten Worte waren: „Ich sehe meinen Herrn Jesus Christus!“ Das Leben des heiligen Antonius hatte solche Wirkung hinterlassen, dass er schon 11 Monate nach seinem Tod auf stürmisches Verlangen des Volkes, das ihn als großen Wundertäter verehrte, heiliggesprochen wurde. Der Portugiese, aus dem ein Italiener geworden war, wurde ein Volksheiliger wie kein zweiter. Auch heute noch ist er ein Helfer in vielen Nöten und ein großer Fürsprecher in vielerlei Anliegen.
Seit vielen Jahren erbitte ich die Fürsprache des heiligen Antonius. Denn der Patron meiner Heimatpfarrei in Kerala ist der heilige Antonius. Als Junge vertraute ich sehr auf die Fürsprache des heiligen Antonius und so formulierte ich ein kleines Gebet, das mich jeden Tag in meinen Gedanken begleitet:
Heiliger Antonius, dir ist die Ehre zuteil geworden, das Jesuskind auf deinen Händen zu tragen. Bete für mich zum Jesuskind. Bewahre mich vor jedem Hass, Streit, Betrug, Neid und bösen Gedanken; erfülle in mir die Tugenden des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe. Hilf mir, Jesus in anderen Menschen zu sehen. Gib mir die Gnade, die Heilige Schrift zu lesen, zu studieren und weiterzugeben. Amen.