Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03228.jsonl.gz/1321

In der internationalen Saison 2022 konnte ich viele wertvolle Erfahrungen in meiner neuen Gewichtsklasse sammeln, sowie den Anschluss an die Weltspitze schaffen.
Nach dem letzten Jahr ging ich über die Bücher und entschied mich für einen Wechsel der Gewichtsklasse. Meine Trainer waren für den Verbleib in der bisherigen Gewichtsklasse bis 97 kg, dennoch wollte ich es unbedingt versuchen. Die Gewichtsreduktion von gut 8 kg konnte ich nur dank der Zusammenarbeit mit dem Ernährungsspezialisten Christof Mannhart so erfolgreich meistern.
Trotz einem harzigen Start mit einigen Niederlagen am Anfang dieses Jahres hielt ich an meinem Plan fest. Bei den Europameisterschaften spürte ich, dass ich ganz Nahe dran bin. Gegen den späteren 3. und ehemaligen Europameister Kobliashvili aus Georgien scheiterte ich hauchdünn mit 1:1.
Die Grundlage für meine starke physische Verfassung bei der Weltmeisterschaft setzte ich im Mai in den Walliser Bergen. Dort arbeitete ich drei Wochen hart und kurierte meine verletzte Schulter aus. Mein Krafttrainer Michel Fink leistete ausgezeichnete Arbeit bei der Planung meines Reha-Programms.
In Dortmund zeigte ich beim GP von Deutschland eine ansprechende Leistung. Dort besiegte ich mehrere Medaillengewinner bei internationalen Meisterschaften und stiess bis in das Finale vor. Diese Leistung war gleichbedeutend mit der WM-Qualifikation.
Bei der Weltmeisterschaft in Belgrad trat ich trotz einer Verletzung am Sprunggelenk, die ich 2 Tage vor der Abreise holte, mit viel Optimsmus an. Nach einem fulminanten Start, bei dem ich den Olympioniken aus Algerien mit 8:0 von der Matte fegte, gelang mir ein Schultersieg nach kurzer Kampfzeit gegen Burduja aus Moldawien. Im Viertelfinale „unterlag" ich dem Türken Cengiz, der später Dritter wurde. In der Endabrechnung landete ich auf dem 7. Platz, was seit 2010 das beste Ergebnis für Swiss Wrestling bei den Weltmeisterschaften in dieser Stilart ist.
Ausblick
Den Herbst werde ich mehrheitlich in meiner Heimat verbringen, um mich mit ausländischen Trainingspartnern auf die neue Saison vorzubereiten. An den Wochenenden werde ich einige Ligakämpfe für Brunnen und Einsiedeln absolvieren. Ab Dezember wird Oliver Hassler das Amt des Nationaltrainers übernehmen, was mich positiv auf die Zukunft blicken lässt. Zudem hat Swiss Wrestling mit Bozo Starcevic einen weiteren Fachmann ins Boot geholt, von dem ich massiv profitieren werde.
Nächstes Jahr geht es bei der Weltmeisterschaft bereits um die ersten fünf Olympiatickets. Da wir in der Schweiz mit Christian Zemp, Ramon Betschart und mir drei ambitionierte Sportler in einer Gewichtsklasse haben, wird es ein harter Kampf werden um den Startplatz bei der WM 2023. Die Europameisterschaft in Zagreb im April wird das zweitgrösste Highlight des kommenden Jahres.