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Die Blasket Islands, irisch: Na Blascaodaí [nə blas’kue:di:], sind eine Gruppe kleinerer, heute unbewohnter Inseln vor der Spitze der Dingle-Halbinsel, die ihrerseits zur Grafschaft Kerry in der Republik Irland gehört. Von diesen Inseln waren die fünf größeren bewohnt, die etwa sieben kleineren unbewohnt. Die mit Abstand größte Insel ist die Great Blasket Island (Irisch: An Blascaod Mór, [ən ‚blaske:d ‚mo:r] oder [ə blas’ke:d ‚muər] in Kerry-Irisch).
Geschichte
Nachdem ein Teil der Inseln über mehrere Jahrhunderte kontinuierlich bewohnt war, setzte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein Niedergang ein. Die Lebensbedingungen auf den Inseln wurden vom irischen Staat seit langem nicht mehr als menschenwürdig und zivilisationsgerecht betrachtet. Zudem führten rückläufige Fangquoten der Fischer und die Abwanderung der jüngeren Leute dazu, dass die letzten 22 Einwohner von Great Blasket Island 1953 auf das Festland evakuiert wurden. Weitere Inseln wurden bereits vorher leergezogen.
Die Lebensweise auf den Blasket Islands gilt bis heute als sehr archaisch, da sie größtenteils auf dem Tauschhandel beruhte und die Lebensbedingungen vergleichsweise einfach, wenn nicht primitiv waren. Diese Verhältnisse rückten die Inseln und ihre Bewohner seit dem späten 19. Jahrhundert immer wieder in das Blickfeld von Anthropologen, Soziologen und Sprachwissenschaftlern. Angeregt durch die dabei zustande gekommenen Kontakte verfassten einige Blasketbewohner authentische Beschreibungen ihres Lebens.
Da die entstandenen Werke größtenteils autobiographischer Natur sind, werden diese als Blasket Biographies zusammengefasst. Besonders bekannt dürfte Tomás Ó Criomhthains (Thomas O’Crohan, 1857–1937) Autobiographie An tOileánach (engl. The Islandman, dt. Die Boote fahren nicht mehr aus) sein, die von Annemarie und Heinrich Böll ins Deutsche übersetzt wurde.
Die Lektüre dieser Bücher beweist jedoch, dass die Einwohner der Blasket-Inseln längst nicht so strikt vom Rest der Welt abgeschnitten waren, wie immer wieder behauptet wird. Sie besaßen enge kommerzielle und kulturelle Kontakte mit verschiedenen Orten der Dingle-Halbinsel, und in späterer Zeit auch mit Besatzungen von Trawlern internationaler Herkunft. Insofern ist es auch eine Legende, dass die Bewohner Geld weder kannten noch besaßen. Zumindest die männliche Bevölkerung war regional mobil und daher in anderen Orten auf Geld angewiesen.
In den 1980er Jahren waren die verlassenen Häuser von einer Gruppe Aussteiger aus Deutschland bewohnt, die dort vom Fischfang und der Kaninchenjagd lebten. Die einzige Verbindung zum Festland war ein kleines Schlauchboot. In dieser Zeit wurde auf der Insel wilde Schafszucht betrieben.
Seit Anfang 2015 gibt es keine regelmäßige Fährverbindung von Dún Chaoin nach Great Blasket mehr. Nunmehr legen Boote, die von Dingle Harbour beim Birdwatching die Blasket-Gruppe umrunden, bei Nachfrage auf Great Blasket an. Dabei ist ein Umsteigen von den größeren Booten in ein Schlauchboot notwendig.
Die Inseln
Great Blasket
Great Blasket (irisch: An Bhlascaod Mhór) ist die Hauptinsel der Blaskets. Sie liegt etwa 2 km vom irischen „Festland“ entfernt und erstreckt sich rund 6 km in südwestlicher Richtung. Der höchste Punkt ist „Croaghmore“ mit 292 m.
Beginish
Beginish (irisch: Beiginis) ist eine flache, nur 14 m hohe Insel zwischen Great Blasket und dem Festland. Es gibt dort große Kolonien von Küstenseeschwalben und Kegelrobben.
Inishnabro
Inishnabro (irisch: Inis na Bró) ist durch eine etwa 200 m breite Meerenge von Inishvickillane getrennt und erhebt sich 175 m über den Meeresspiegel.
Inishvickillane
Inishvickillane (irisch: Inis Mhic Uibhleáin) beherbergt mehrere Kolonien verschiedener Seevogelarten. Auf ihr finden sich auch zahlreiche Ruinen alter Steinhäuser.
Inishtooskert
Inishtooskert (irisch: Inis Tuaisceart) ist die nördlichste der Blasket-Inseln. Aufgrund ihrer charakteristischen Silhouette ist sie auch unter dem Namen An fear Marbh (Toter Mann) bekannt. Auf der 172 m hohen Insel gibt es zahlreiche Kolonien von Seevögeln sowie Ruinen alter Steinbauten. Erwähnenswert ist vor allem eine Sturmschwalben-Kolonie. Mit mehr als 27.000 Brutpaaren (Stand 2000) ist sie die größte Kolonie ihrer Art in Irland und Großbritannien.
Tearaght Island
Tearaght Island (irisch: An Tiaracht), auch The Tearaght oder Inishtearaght, ist die westlichste der Blasket-Inseln und zugleich der westlichste Punkt von ganz Irland. Die unbewohnte, steil abfallende Felsinsel erstreckt sich rund einen Kilometer in Ost-West-Richtung und 500 m in Nord-Süd-Richtung. Der höchste Punkt liegt 200 m über dem Meeresspiegel. Wie auf den anderen Blasket-Inseln finden sich auch hier zahlreiche Seevögel. Bedeutend sind Kolonien von Atlantiksturmtauchern und Sturmschwalben. Wellenläufer sind ebenfalls zu beobachten, scheinen hier aber nicht zu brüten.
1879 wurde auf Tearaght Island ein Leuchtturm errichtet, der 1988 automatisiert wurde.