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Bözen, die Weinperle am Bözberg
Der Name Bözen wird erstmals als „Boze“ in einem Dokument aus dem Jahre 1284 erwähnt. Die Ortsbezeichnung geht auf das keltische Wort "voceton" zurück, das sich im Alemannischen zu "Böze" umwandelte. Der keltische Begriff bedeutet "Niederwald, Waldgebiet mit viel Niederholz".
Die Anfänge von Bözen liegen in ferner Vergangenheit. Die ältesten Funde stammen aus der mittleren Bronzezeit von ca. 1300 - 1600 v. Chr. Sie wurden 2007 bei den Aushubarbeiten für die Alterswohnungen gefunden. Ein weiteres Highlight war 1928 die Entdeckung einer römischen Villa in der "Mei". In späterer Zeit gelangte die Ortschaft, welche als Teil des Hofes Elfingen zum Kloster Murbach gehörte, im Jahre 1291 in den Machtbereich der Habsburger. Diese errichteten einen „Zwing und Bann zu Bötzen“ der im 14. Jahrhundert zuerst den Herren zu Schönau und anfangs des 15. Jahrhunderts der Basler Familie des Arnold von Rotberg gehörte. Dieser Familie verdankt Bözen sein Wappen. Mit der Eroberung des Aargaus durch die Berner ergaben sich neue Besitzverhältnisse. Nachdem die Berner 1460 sich der Herrschaft Schenkenberg bemächtigt hatten, erwarben sie 1514 Bözen käuflich von den Rotbergs. Zu jenem Zeitpunkt wurde das Gericht Bözen geschaffen.
Weil die bestehende Marienkappelle in einem baulich bedenklichen Zustand und wegen der steigenden Bevölkerungszahl zu klein war, wurde diese abgebrochen und im Jahre 1667 eine neue Kirche erbaut. Die als Glasgemälde eingesetzte Dachselhoferscheibe, sowie das bei der Kirchenrenovation 1961 eingesetzte, farbenprächtige Auferstehungsfenster von Felix Hoffmann sind noch heute die Schmuckstücke der ansonsten einfach erbauten Kirche.
Als eine der bedeutensten Persönlichkeiten früherer Zeiten, welche im historischen alten Pfarrhaus zur Welt gekommen ist, gilt die erste Schweizer Ärztin, Marie Heim-Vögtlin. Die Historikerin und Publizistin Verena E. Müller aus Zürich hat im Jahr 2007 ein Buch über das Leben, die Kämpfe und das soziale Engagement dieser bemerkenswerten Frau herausgegeben (erschienen im hier + jetzt, Verlag für Kultur und Geschichte, Baden).
Dass die Zeit in Bözen nicht stillgestanden ist, beweisen zwei Überbauungen, welche mitgeholfen haben, dass unsere Bevölkerung in den letzten 15 Jahren um ca. 30 Prozent zugenommen hat. Das einstige Bauerndorf hat sich in jüngster Zeit gewandelt. Die im Dorf ansässigen Landwirte haben an der Peripherie Siedlungen erbaut und vermarkten zum grossen Teil ihre Erzeugnisse selbst.
Dokumente belegen, dass bereits im 14. Jahrhundert in Bözen Rebbau betrieben wurde. Noch heute wird der Rebbau von unserer Bevölkerung mit grosser Hingabe und Liebe betrieben. Der im Jahre 1991 gegründete Verein „Reb- und Weinfreunde“ zeugt von der grossen Verbundenheit zur „Weinperle am Bözberg“.
Bözen ist ein intaktes Dorf mit einem ausgeprägten Vereinsleben. Erwähnt sei hier der bereits 1838 gegründete Männerchor, der mit den turnenden Vereinen jeweils zu Beginn des Jahres das traditionelle Theater aufführt oder die Männerriege mit ihrem weit herum bekannten Maskenball. Nicht unerwähnt dürfen unsere turnenden Vereine und Riegen bleiben, die sich mit grosser Hingabe der körperlichen Ertüchtigung widmen und bei Wettkämpfen grosse Erfolge erzielen.
Erste Erwähnung
Die ältesten Funde stammen aus der mittleren Bronzezeit von ca. 1300 - 1600 v. Chr. Sie wurden 2007 bei den Aushubarbeiten für die Alterswohnungen gefunden. Ein weiteres Highlight war 1928 die Entdeckung einer römischen Villa in der "Mei".
Der Name
"Bözen" wurde erstmals als "Boze" in einem Dokument aus dem Jahre 1284 erwähnt. Die Ortsbezeichnung geht auf das keltische Wort "voceton" zurück, das sich im Alemannischen zu "Böze" umwandelte. Der keltische Begriff bedeutet "Niederwald, Waldgebiet mit viel Niederholz".
Gemeindewappen
Bözen verdankt sein Wappen den Herren von Rotberg, welche bis 1514 Twingherren von Bözen waren. Das Gemeindewappen ist dreiteilig. In der Mitte weist das gelbe Feld einen schwarzen Querbalken auf.
Lage
Die Aargauer Gemeinde Bözen befindet sich an der Westgrenze des Bezirks Brugg. Sie ist im oberen Sisselntal, kurz vor dem Anstieg über den Bözberg, in einer dreifachen Talgabelung eingebettet. Das Dorf liegt genau in der Mitte zwischen den Ballungszentren Zürich und Basel.Geografisch betrachtet, ist der Ort dem Oberen Fricktal zugewandt.
Bözen wird von vier Nachbargemeinden umgeben: im Südosten von Effingen, im Nordosten von Elfingen, im Westen von Hornussen und im Süden von Zeihen. Das Gemeindegebiet wird von Effingerbach, Elfingerbach und Sissle durchflossen.
Bözen liegt auf einer Höhe von 407 m über Meer. Der Gemeindebann umfasst 396 ha, wovon 76 ha aus Wald bestehen.
Verkehrsverbindungen
Buslinie Frick-Bözberg-Brugg. Hauptstrasse Zürich-Basel, Autobahn A3 Ausfahrt Frick (von und nach Basel). Ausfahrt Effingen (Halbanschluss von und nach Zürich).
Landschaft
Die Landschaft rund um Bözen ist vielfältig: lichte Wälder, sonnige Raine, Äcker und Wiesen, grossflächige Getreidefelder, Weinberge und vieles mehr. Die Gemeinde befindet sich in einem herrlichen Wandergebiet.
Dorfbild
Die Siedlung folgt in typisch jurassischen Strassenzeilen dem Haupttal und in einem rechten Winkel den beiden Seitentälern. Die grösstenteils spätgotischen gemauerten Giebelhäuser entlang der Hauptstrasse haben ihre ursprüngliche Dimension und Dachform weitgehend bewahrt. Entlang der Strasse wurde in Altliegenschaften neuer Wohnraum geschaffen, in den Randgebieten sind neue Einfamilienhäuser entstanden. Das Dorfbild wird von der hübschen Kirche beherrscht, welche nordöstlich über der Gemeinde thront.
Sehenswürdigkeiten
Pfarrkirche mit Auferstehungsfenster und Daxelhoferscheibe
Schmuckstück des Dorfes ist die Kirche, die sich auf einem markanten Hügelsporn erhebt. Die mittelalterliche Marienkapelle, wahrscheinlich Ziel von Prozessionen, wurde 1667 als reformierte Saalkirche im bernischen Spätbarock-Stil neu erstellt.
Besonders sehenswürdig ist das farbenprächtige, von Felix Hoffmann geschaffene, Auferstehungsfenster (1961) in der Mitte des Chores. Es zeigt neben der sieghaften Christusfigur den Propheten Jona und die Frauen neben dem leeren Grab.
Interessant ist auch die Daxelhoferscheibe aus dem Jahre 1668. Das Doppelwappen Bern und der gekrönte Reichsschild zeigen, dass sich damals die alte Eidgenossenschaft nach wie vor zum "Heiligen römischen Reich deutscher Nation" bekannte. Auf dem Sockel befindet sich das Stifterwappen Daxelhofer und die Inschrift "Herr Niclaus Dachssel Hoffer der Zeit Hoffmeister zu Königsfelden 1668".
Spätgotische Mauerbauten
Als erwähnenswerte alte Bauten gelten das ehemalige Zehntenhaus (Nr. 52) aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, die etwas abgelegene Mühle, die heute nicht mehr betrieben wird, sowie die alte Trotte im Oberdorf. Das im 16. Jahrhundert errichtete Gasthaus zum Bären weist schöne gotisch gekehlte Fenster auf. In diesem stattlichen Gebäude wurde während der Berner Herrschaftszeit Gericht gehalten. Der angegliederte Tenn- und Stallanbau von 1592 diente als Pferdewechselstation.
Naturschutzgebiet Netteberg-Hessenberg
Auf dem Netteberg und auf dem Hessenberg wachsen lichte Föhrenwälder und Magerwiesen mit ausserordentlichem Pflanzenreichtum. Mindestens 15 Arten von Orchideen kommen hier vor. Beste Besuchszeiten sind die Monate Mai bis August. Die Gebiete stehen unter kantonalem Schutz. Die Wege dürfen nicht verlassen und Hunde müssen an der Leine geführt werden.
Rebbau
Bözen gehört zu den ältesten Rebbaugemeinden im Aargau. Um 1850 war das Dorf gar die zweitgrösste Weinproduzentin im Kanton. Fast 53 Hektaren waren damals bestockt. Heute sind es noch rund 12 Hektaren. Drei historische Trotten zeugen noch vom intensiven Rebbau. Der 1991 gegründete Verein der Reb- und Weinfreunde zeigt, dass der Weinbau auch weiterhin mit grosser Hingabe und Liebe betrieben wird.