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Was macht eigentlich ... ?
von Urs Häfliger
Philippe Daniel Ledermann wuchs in Meiringen auf. Als Zehnjähriger erfuhr er, dass die Personen, die er als Vater und Mutter bezeichnete, gar nicht seine Eltern, sondern die Papiereltern waren. Seine richtige Mutter musste ihn zur Adoption freigeben. Er lernte sie zwar kennen, den Vater dagegen nicht, da er bereits verstorben war. Diese schicksalshaften Erlebnisse prägten ihn und führten schliesslich dazu, dass er sie in der Buchreihe «Die Papiereltern» niederschrieb.
Doch bevor er zu einem renommierten Schriftsteller aufstieg, widmete er sich dem Studium der Medizin. Nachdem er zunächst eine Mechanikerlehre in Bern angefangen hatte, besuchte er danach das Gymnasium in Thun. Nach einem Landpraktikum in einem Spital in der Westschweiz begann er an der Universität Bern Zahnmedizin zu studieren mit anschliessender Spezialisierung in Implantologie und Zahnchirurgie inklusive Doktorat. Im Anschluss an die Assistentenzeit eröffnete er seine Praxis in Herzogenbuchsee, die er später nach Bern verlegte. Es sollte der Beginn einer grossen internationalen Karriere werden.
Als eines Tages in den 1970er-Jahren eine Frau in seine Praxis kam, deren Unterkieferprothese nicht hielt und sie daher nicht essen konnte, tüftelte er Tag und Nacht an einer Methode, mit der er einen sicheren Prothesenhalt bewerkstelligen könnte. Zur mechanischen Fixierung der Unterkieferprothese entwickelte er spezielle Schraubenimplantate, die er in den Kieferknochen einoperierte. Damit war die Ledermann-Schraube (heute auch Straumannschraube genannt) geboren und die moderne Implantologie revolutioniert. Ledermann wurde weltberühmt.
Erfolg bringt aber immer auch Neider mit sich, vor allem im Kreise der Kollegen und der Universität. So wurden ihm ungerechtfertigterweise Behandlungsfehler vorgeworfen, in der Absicht, dass ihm letztlich von der Gesundheitsbehörde die Berufsausübungsbewilligung entzogen werden könnte. Geschafft hatten es die Neider nicht, denn es konnten ihm keine Behandlungsfehler nachgewiesen werden.
Im Alter von 62 Jahren zog er sich nach einer schweren Handoperation aus dem Berufsleben zurück. Nebst seinem Beruf als Implantologe und Kieferchirurg führte und besass er zusammen mit seiner Frau Marina zwei Hotels, das Belle Epoque in Bern und den Sternen in Köniz. Vor allem aber betätigte er sich als Schriftsteller. Das Schreiben – er schrieb schon im Gymnasium – hat ihm immer grosse Freude und Genugtuung bereitet und auch Früchte getragen: Inzwischen hat er sechs Bücher, verschiedene Kurzgeschichten und Gedichte veröffentlicht.
Nachgehakt
Wenn ich ins Berner Oberland komme, geniesse ich … … entweder Meiringen oder Saanen.
Wenn ich an mein bisheriges Leben denke, realisiere ich, … … dass es mir und meiner Familie trotz allem sehr gut ergangen ist.
Wenn ich mich an meinen Computer setze, … … schreibe ich.
Wenn mir ein Fan schreibt, … … freue ich mich über nette Zeilen.