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La Fille prodigue
Regie: Jacques Doillon
Darst.: Jane Birkin, Michel Piccoli, Natasha Parry, Eva Renzi, René Féret, Audrey Matson u.a.
Die Fotografin Anne ist psychisch angeschlagen und leidet an Depressionen. Sie vernachlässigt ihren Beruf, erträgt ihren Mann nicht mehr, alles trifft und verletzt sie. Als ihre Eltern davon erfahren, holen sie ihre Tochter zu sich in ihr Haus am Meer, wo sie gesund werden soll. Dort erfährt Anne, dass die Eltern vor der Trennung stehen, weil sich der Vater in eine Tänzerin verliebt hat. Um Abstand zu gewinnen und ihrer zweiten Tochter bei der Geburt beizustehen, fährt die Mutter zu Annes Schwester. Anne bleibt allein bei ihrem Vater zurück und versucht alles, um seine Aufmerksamkeit und Zuneigung zu gewinnen und seine Geliebte von ihm zu entfernen. Hilflos versucht der Vater, seine Tochter zu verstehen, aber bald ist er von ihren Gefühlsausbrüchen überfordert. Nach der Trennung von Serge Gainsbourg wurde der Regisseur Jacques Doillon Jane Birkins neuer Lebenspartner. Ihre gemeinsamen Filme bedeuteten den Wendepunkt in Birkins künstlerischer Karriere; sie ebneten ihr den Weg ins Charakterfach, mit ihnen konnte sie sich neu erfinden. «La Fille prodigue», der erste von vier Filmen, in denen Birkin und Doillon zusammenarbeiteten, ist ein spannungsgeladenes Psychodrama zwischen Tochter und Vater, von Jane Birkin und Michel Piccoli grossartig verkörpert. Beeindruckend zeigt Birkin die Verstörung ihrer Figur; die Rolle der verzweifelt liebenden Tochter sollte sie acht Jahre später in «Daddy Nostalgie» von Bertrand Tavernier an der Seite von Dirk Bogarde zur Perfektion entwickeln. Über ihre Zusammenarbeit mit Piccoli erzählt sie: «Er war unglaublich grosszügig. In ‹La Fille prodigue› war es das erste Mal, dass ich so viel Text zu lernen hatte. Wenn ich einen sehr langen Monolog hatte, fixierte er ihn an seinem Hut, damit ich keinen Fehler machte.» Michel Deville schrieb seinerzeit begeistert in Les Nouvelles littéraires: «Zwei immense Schauspieler. Jane Birkin, verzehrend, gewalttätig, erschütternd, verzweifelt. Und Michel Piccoli, stark und demütig, mit einer vollkommenen und klaren Güte. Beide werden von einem präzisen und zugleich geheimnisvollen Licht und einem Ton, der jedes Wort in Musik verwandelt, verherrlicht. Eine ausgeklügelte, kraftvolle, aber auch mäandernde und kühne Inszenierung.»