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Flugplatz Interlaken
Bereits 1919 wird von der Allmend Unterseen aus geflogen, jedoch muss aus wirtschaftlichen Gründen der zivile Betrieb 1930 eingestellt werden. Nachdem 1936 die Idee eines Flugplatzes erneut aktuell wird, wird 1940 das Militär aktiv. Vorgesehen sind drei Graspisten von je 800x200m, 950x200m und 600x200m. 1940 steht ein Werkstatt-/Montagegebäude und die Halle 1 ist im Bau. Mitte März 1940 wird der Platz «verwendungsfähig» gemeldet.
Am 17. Januar 1941 übernimmt Hauptmann Fritz Lüthy das Kommando über das Detachement 70 des Armeeflugparks Interlaken. Im Februar landen als erste Flugzeuge zwei Bücker-Doppeldecker. Der Betrieb wird aufgebaut, im September die Halle 2 übernommen, wo vorerst 40 Lastwagen der Flab untergebracht werden.
Ende Juli 1942 ist der Lagerstollen Rugen fertig und im Oktober kommt die erste Hartbelagpiste mit 600×40 m zum Einsatz. Im selben Jahr werden bezogen: Motorenprüfstand, Motorfahrzeughalle und die Anlagen Rugen und Aenderberg. 1943 wird der Funksender «Emil» auf dem Fallboden/Kleine Scheidegg montiert und auf dem Bödeli entsteht die zweite Hartbelagpiste mit 900m Länge.
1944 werden 18 Unterstände vom Typ U-43 erstellt (Kosten: 908’636.-). Verschiedene Tankanlagen, ein zweiter Motorenprüfstand und ein erster Rollweg kommen dazu.
1947 wird die kürzere Piste von 600 auf 920m verlängert, Interlaken wird zur Fachstelle für den Düsenjet DH-100 Vampire. Der erste Tower wird gebaut, die VHF-Funkanlage Rugen nimmt den Betrieb auf.
1951 erfolgt eine Pistenverlängerung, der aktuelle Stand: Piste 1 mit 1300m, Piste 2 mit 900m, 18 Flugzeug-Unterstände, 4 Hallen, Werkstattgebäude. Bereits 1956 wird die Piste 1 auf 1950m ausgebaut.
Der Betrieb Interlaken rüstet sich 1955 für die Übernahme als Fachstelle Hunter, zudem wird die Radarstation Bütschelegg zugeteilt. An beiden Pistenenden werden Fangnetz-Anlagen montiert.
1961 übernimmt die Betriebsgruppe die Höhenanlagen Lenk und Mülenen. Im folgenden Jahr ereignet sich ein spektakulärer Startabbruch: Ein Hunter rast durch das Fangnetz, überquert die Bahnlinie der BOB und die Kantonsstrasse und steckt in einer Wiese fest. Im selben Jahr geht die Treibstoffpipeline Rugen-Halle 1 in Betrieb.
1964 werden zivile Versuche mit der Globe-Air gemacht, um eine zivile Mitbenutzung des Flugplatzes zu ermöglichen. Mindestens bis 1967 werden bis zu drei wöchentliche Flüge von und nach London durchgeführt. Die Kavernenanlage kann übernommen werden.
1976 wird die neue Montagehalle in Betrieb genommen. Die Fachstelle Vampire geht an den Betrieb Sion über.
Im Oktober 1978 landen die ersten F-5 Tiger in Interlaken, auch für diesen Typ hat Interlaken die Fachstellenverantwortung. Am 26. Mai 1985 kommen die ersten Maschinen der zweiten Tiger-Serie an. Im selben Jahr werden zwei Alarmunterstände U-80 in Betrieb genommen, 1986 kommt der Vierer-Unterstand U-83 dazu.
1987 wird entschieden, dass Interlaken F/A-18-Fachstelle werden soll. 1992 wird der Platz Hydraulik-Fachstelle für die SuperPuma-Helikopter. Laufend erneuert werden die Avionik- und Motorenprüfanlagen. Am 25. November 1993 erfolgt der letzte Hunter-Flug. Ende 2003 wird der Platz geschlossen.
Unterstellt sind Interlaken bis 1962 die Aussenstellen Meiringen (dann selbstständig), St. Stephan und Belp.
In Interlaken finden heute Grossanlässe wie das Truckerfestival statt, daneben hat sich UFO-Forscher Erich von Däniken mit seinem Misterypark ein bröckelndes Denkmal gesetzt. Dieser ist im 2006 Konkurs gegangen. Aktuell ist ein Jungfrau Park wieder offen, der Teile des ehemaligen Misteryparks sowie neue Angebote umfasst.
Zum Platz gehörte u.a. auch der KP Mattenberg.
Vom Rugen an besteht der sogenannte Plattenweg, der wurde während des 2. Weltkriegs von Truppen erstellt, wie es auf einer Infotafel steht. Inschrift: Stab Fl u. Flab-Trp 1944.