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In der SRG-Hochglanzbroschüre werden die Leistungen der SRG umfassend und eindrücklich aufgezeigt. Dass es eine gebührenfinanzierte SRG braucht, ist für mich unbestritten. In der Broschüre fehlen mir aber Antworten auf drei wichtige Fragen:
1.
Ein durchschnittlicher Mediennutzer bezahlt neben den SRG-Gebühren auch noch ein Abonnement einer Tageszeitung und eventuell auch von Zeitschriften. Seine Medienausgaben betragen also gegen Fr. 1'000.- pro Jahr.
Die Mediennutzung findet hauptsächlich in der Freizeit statt. Zählen wir noch die vielen Gratis-Medien (inkl. Internet) dazu, ist klar, dass die meisten Leute vor einem übergrossen Berg von Medien stehen und sehr diszipliniert sein müssen, den Umfang der Mediennutzung auf ein vernünftiges Ausmass zu beschränken.
Aufgrund dieser Tatsachen ist es nicht verwunderlich, dass die SRG-Gebühren von vielen Leuten als zu hoch betrachtet werden, und sie sich sehr wohl ein reduziertes SRG-Angebot vorstellen können. Zudem hat die SRG auch in ihrer Broschüre nicht begründen können, wieso sie die Radio- und Fernsehgebühren von 1987 bis 2015 von Fr. 279.60 auf Fr. 451.10, also um 61% (Konsumentenpreisindex: +45.3%) erhöhen musste, ist doch der Leistungsauftrag gleich geblieben für eine immer grössere Anzahl von Gebührenzahlenden (Bevölkerungsentwicklung CH 1987-2015: +1'782'000 E oder +27%) bei gleichbleibenden variablen Kosten.
In der SRG-Verwaltung ist in den letzten Jahren gespart worden. Wieso sollte das bei den Programmen nicht auch möglich sein? Einsparungen bei den Programmen sind leicht zu finden:
• Verzicht auf ein Vollprogramm von 6-24 Uhr. Mehr Wiederholungen ausstrahlen.
• Verzicht auf Programmteile, die von öffentlichen Sendern des nahen Auslandes produziert und in der Schweiz empfangen werden können.
• Verzicht auf Klamauk-Unterhaltungsformate, die sich nicht von jenen der Privatsender unterscheiden.
• Verzicht auf die stündliche Wiederholung von Nachrichten.
• Verzicht auf Kultursendungen für kleinste interessierte Minderheiten.
2.
Die Programmqualität der SRG wird in der SRG-Hochglanzbroschüre gelobt. In Art. 93 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV) heisst es: „Radio und Fernsehen tragen zur Bildung und kulturellen Entfaltung, zur freien Meinungsbildung und zur Unterhaltung bei“. Ich frage mich, wieso die permanente Ausstrahlung von
• Kriminal-, Gewalt-, Horror- und zynistischen Sendungen und Trailern bildungsmässig und kulturell wertvoll sein sollte.
• Auto- und Töffrennen etwas zur Bildung von verantwortlichen Motorfahrzeuglenkern beitragen sollte.
• SVP-Bashing Sendungen wie Giacobbo/Müller oder Zytlupe etwas zur freien Meinungsbildung beitragen sollte. SRG ist gleichgeschaltet mit dem Sender 3sat. Dieser veräppelt konstant und langweilig hauptsächlich die AfD in Deutschland. Das Ganze kommt mir vor wie die mediale Kommunistenhatz in den 60er Jahren.
3.
Ich habe noch nie, aber noch gar nie eine selbstkritische Äusserung aus dem Hause SRG gehört, zum Beispiel wenn eine Sendung abgesetzt oder verändert wird oder wo auf die Stellung und die Aufgabe anderer Medien, vor allem der Presse, Rücksicht genommen wird (Art. 93 Abs. 3 BV). Kritik muss immer von aussen an die SRG herangetragen werden. Von den Mitgliedern der Trägerschaft kommt auch kaum Kritik. Die regionalen Trägerschaften sind heute Claqueur-Vereine.