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Alexander Burgener
Ein Beitrag zur Geschichte des Bergsteigens.
Mit 3 Bildern.Von Joseph Braunsfein.
Das Führerbuch.
Es ist am 16. Juni 1882 in Sitten ausgestellt und vom Empfänger mit der Unterschrift « Alexander Burginer » versehen worden. Burginer erinnert an die in Macugnaga vorkommende italienisierte Form Burghiner. Den Reigen der Geführten eröffnet C. Passavant, Mitglied der Sektion Basel des S.A.C.
« Alexandre Burgener m'a accompagné du 19 juin jusqu'au 16 juillet 1882. Nous avons fait ensemble: 1° en Dauphiné Col du Glacier blanc, Ascension du Mont Pelvoux du côté de l' Est ( première ascension ), Col de la Temple, Brèche de la Meije, et nous avons tenté de faire l' ascension de la Meije du côté du Nord ( plusieurs fois tentative mais jamais réussie ). Notre tentative a échoué parce qu' il y avait trop de glace; 2° en Suisse: Alphubelpass. Ascension du Nadelhorn du côté de l' Ouest ( première ascension ), descente du même côté mais par autre chemin. Alexandre Burgener est le meilleur guide que j' aie jamais rencontré. Courageux sans être téméraire, d' une force herculienne, aussi sûr dans la neige et la glace que sur les roches, attentif à tous les besoins du voyageur, il ne sera jamais surpassé par aucun autre guide. Inutile d' ajouter d' autres recommandations. » Diese Zeilen bilden das Grundthema, das auf den folgenden Blättern in den mannigfachsten Variationen abgewandelt wird. Burgener hat aber die Zahl der Variationen dadurch beschränkt, dass er nicht immer auf die Eintragung der ausgeführten Turen geachtet oder gedrungen hat. Auf Passavants Vermerk vom 15. Juli folgt die nächste Eintragung erst am 4. August. Sie rührt von Sir Martin Conway her.
« Ich ergreife gerne die mir von Alexander Burgener gebotene Gelegenheit, ihm ein besonderes Zeugnis auszustellen. Meiner Meinung nach ist er einer der besten Führer in der Schweiz, wenn nicht der beste überhaupt. Ich glaube, dass ihn jeder als Kletterer sehr schwer vermissen würde. Er ist ein erstrangiger Begleiter, mit einem herzlich-ungestümen, gutherzig-lustigen Benehmen, wie es den Bergen entspricht. Ich darf wohl sagen, dass es kaum notwendig ist, dass Eifersucht, die die Bewohner zweier Täler leider in Cliquen scheidet, nun sogar dazu geführt hat, dass über die Männer aus Saas Gerüchte verbreitet wurden, die auch nur der geringsten Begründung entbehren. Alexander ist ein durch und durch anständiger Mann, wie ich mehr als einmal festzustellen Gelegenheit hatte. » Vermutlich gab es damals allerhand Klatsch, dem Conway entgegentreten wollte, und wer war berufener, eine Lanze für Burgener einzulegen, als dieser angesehene englische Bergsteiger und Verfasser des « Zermatt Pocket Book ». Er vervollständigte das Zeugnis durch eine Liste der wichtigsten von Burgener geleiteten Neufahrten. Im übrigen lassen die Zeilen den Schluss zu, dass Conway mit Burgener gegangen ist, obschon Belege hiefür fehlen.
Auf den Sommer 1882 beziehen sich nur noch zwei Eintragungen, eine vom Fürsten Teano ( Onorato Fürst von Teano und Herzog von Sermoneta war Bürgermeister von Rom, Minister des Auswärtigen und viele Jahre Leiter der Italienischen Geographischen Gesellschaft ).
« Alexandre Burgener a monté en ma présence le Matterhorn, le Zinal Rothorn, le Rimpfischhorn, le Riffelhorn par le couloir ouest et l' Untergabelhorn ayant toujours à sa corde la Princesse de Teano et le Docteur Güssfeldt sans autre guide. J'ai aussi monté le " Weisshorn avec lui. Il est un guide de première ordre, sans égal sur les rochers, intrépide et prudent, honnête et agréable. » Im Jahr 1883 eröffnet Kuffner den Reigen ( Finsteraarhorn, Piz Roseg, Piz Glüschaint auf neuem Wege ); diesem Namen begegnen wir in dem Büchlein am öftesten. Besonders bemerkenswert ist die längere Eintragung von Karl Schulz:
27. 7. Passo di Torrone, neu, von Maloja über den Fornogletscher dicht westlich am Torrone Orientale vorüber, an der Nadel vorbei, nach Val di Mello und Bagni di Masino, sehr schwierig.
29. 7. Piz Badile von Bagni di Masino aus auf einem von Alexander Burgener gefundenen, besseren und bequemeren Weg als der von Minnigerode und Lurani gemachte.
2. 8. Monte della Disgrazia von Casteggio und Capanna Cecilia aus, Gipfel 7 Uhr 10 Min.
erreicht.
3. 8. Pizzo Torrone Orientale von der italienischen Seite direkt von der Nadel zum west- lichen und von da zum östlichen Gipfel, neu. 9 Uhr 25 Min. Gipfel erreicht, schwierig. 6. 8. Piz Bernina über Piz Bianco und Berninascharte. Ab von der oberen Schäferhütte der Alp Misaun 2 Uhr 50 Min., Fuorcla prievlusa 5 Uhr 15 Min., Piz Bianco 8 Uhr 35 Min., in der Scharte 10 Uhr 55 Min. Güssfeldts Flasche gefunden, 12 Uhr 10 Min. Piz Bernina, 5 Uhr Morteratsch-Restauration. Schwierige Schneeverhältnisse. Die Tur wurde zum erstenmal nach der Güssfeldtschen Besteigung ausgeführt, und zwar in um 3 % Stunden kürzerer Zeit als von Dr. Güssfeldt.
14. 8. Überschreitung des Monte Rosa ( Dufourspitze ) von Macugnaga nach dem Riffel. 3. Ersteigung, und zwar erste nach dem Marinellischen Unglück. Aufbruch vom alten Schlafplatz auf dem Jägerrücken 2 Uhr 55 Min. Untere Felsen der Dufourspitze 8 Uhr 15 Min. erreicht, östliche Spitze 11 Uhr 10 Min., Dufourspitze 11 Uhr 30 Min., Riffel 4 Uhr 40 Min.
18. 8. Matlerhorn von Zermatt nach Col du Lion traversiert und am gleichen Tage nach Zermatt zurück. Gipfel des Matterhorns von der unteren Zermatterhütte aus 6 Uhr 45 Min. erreicht, italienischer Gipfel 7 Uhr 10 Min., Col du Lion 1 Uhr, Zermatt 6 Uhr 50 Min.
23. 8. Versuch auf das Bieischhorn vom Süden, vom Grat zwischen Wywannihorn und Bietschhorn aus. Bis 1 % Stunden vom Gipfel vorgedrungen. Wegen vorgeschrittener Zeit und grossen Schwierigkeiten gefährlicher Rückmarsch nach dem Bietschtal. Die Ersteigung vom Süden erscheint möglich, ist aber sehr schwierig.
26. 8. Sattelhorn von der Lötschenlücke von Ried aus durch die Sattellücke. Erste Ersteigung. Aufstieg durch Sattellücke von Ried 4 Uhr 15 Min., Gipfel 1 Uhr. Abstieg nach der Lötschenlücke wegen harten Eises nicht möglich, über den unbenannten Gipfel zwischen Sattelhorn und Aletschhorn nach dem Oberaletschgletscher abgestiegen und über Beichfirn und Beichgrat nach Ried zurück, den ganzen Beichgrat mit der Laterne überschritten, 1 Uhr 50 Min. in der Nacht in Ried, zirka 22 Stunden unterwegs. Auf allen dieser Turen hat Alexander Burgener seinen Ruf als vortrefflicher, ebenso als vorsichtiger Führer bewährt.
Dieser Bericht bedarf noch einer Ergänzung, um die Leistungsfähigkeit Alexanders in jenen Jahren in das volle Licht zu rücken. Die Matterhornüberschreitung am 18. August wurde trotz Ungunst der Verhältnisse — in jenem Sommer konnte der stark verschneite Berg erst um die Mitte August bestiegen werden — in bemerkenswert kurzer Zeit ausgeführt. Burgener, Clemens Perren, der zweite Führer, und Schulz hatten die Hütte um 2 Uhr verlassen und nach einer Rast von 35 Minuten auf der Schulter den Gipfel um 6 Uhr 45 Minuten erreicht, also in einer Marschzeit von 4 Stunden 10 Minuten. Der Abstieg vom italienischen Gipfel zur Höhe des Gol du Lion konnte dank Spuren einer aufsteigenden italienischen Seilschaft ( von der Mitte des Tyndallgrates an ) in 4 Stunden 50 Minuten Gehzeit zurückgelegt werden. Um 14.30 Uhr gab es auf der obersten Gletscherstufe eine viertelstündige Rast, und um 16 Uhr befand sich das flinke Kleeblatt bereits auf dem Furggjoch und um 18.50 Uhr in Zermatt, wo die Italiener erst um 22 Uhr eintrafen. Nach dem Abendessen erschien Burgener bei Schulz und bat, ihn für morgen frei zu geben. Eine Engländerin wolle ihn für die Überschreitung des Matterhorns verpflichten und bald aufbrechen. Es war Miss Burnaby, die durch Winterturen und schriftstellerische Leistungen bekannte Bergsteigerin. Schulz willfahrte der Bitte, und so machte sich Burgener um 23.30 Uhr auf den Weg und stand gegen 10 Uhr wieder auf der Spitze des Matterhorns. Im Abstieg ging es des weichen Schnees halber nicht nach Wunsch, und so wurde die Gesellschaft noch vor dem Col du Lion von der Nacht überrascht. Miss Burnaby konnte erst am folgenden Tag nach einem Umweg über Breuil und den Theodul um 17 Uhr in Zermatt vor Anker gehen. Alexander war von der dritten Morgenstunde des 18. August bis zum Vorabend des 20. unterwegs, hatte in der Nacht vom 18. auf den 19. gar nicht geruht und die folgende auf dem italienischen Grat des Matterhorns, etwa 3700 Meter hoch, bei ziemlicher Kälte verbracht. Am 21. konnte er in Stalden die Gerüchte von seinem Unfall bei voller Gesundheit widerlegen, am 22. bezog er einen Schlafplatz hoch im Baltschiedertal, am 23. befand er sich schon um 2.15 Uhr auf dem Wege und beendete nach dem 20stündigen Versuch auf das Bietschhorn dieses Sechstagerennen mit einem Freilager im Rämi. Der Verlauf des 26. August mit den ersten Besteigungen des Sattelhorns und Klein Aletschhorns, dem 22stündigen Gewaltmarsch bei etwa 3000 Meter im Auf- und Abstieg und der bei Hochturen stark ins Gewicht fallenden Längenentfernungen von etwa 35 Kilometer erscheint als ein würdiger Ausklang dieser an Erfolgen und Abenteuern überreichen Bergreise. Mag uns auch das Führerbuch für diesen Sommer von keinen weiteren Fahrten berichten, es scheint ausgeschlossen, dass der kraftstrotzende, unternehmungslustige Mann in den nächsten Wochen den Pickel in die Ecke gestellt habe » ).
Kehren wir nun zum Führerbuch zurück, von dem hier nur Auszüge geboten werden können. Burgeners gesamte Tätigkeit soll, soweit sie erfassbar ist, in einer Turenliste veranschaulicht werden. Wir überspringen in diesem Zusammenhang Burgeners erste Kaukasusreise und erwähnen Kuffners Eintragung vom 3. August 1885 ( Grindelwald ).
« Alexander Burgener war mein Führer auf folgenden Turen: Wetterhorn, Schreckhorn, Laquinhorn ( vom Simplon aus bestiegen, neu ), Col du Lion, von diesem direkt zur neuen italienischen Matterhornhütte und am nächsten Tage über das Matterhorn nach Zermatt, Versuch den Eiger über die Mittellegi zu ersteigen, wobei wir bis in die Gabel zwischen dem letzten Gendarme und der zur Spitze führenden Felswand gelangten, Traversierung des Eigers ( am 31. Juli ), Aufstieg von der Kleinen Scheidegg, Abstieg über die Mittellegi zur Eigerhöhle und am nächsten Tage nach Grindelwald. An den beiden letzten Turen nahm auch J. M. Biner aus St. Nicolaus teil. Dass wir alle diese Turen in der angenehmsten Weise und ohne irgendeinen unangenehmen Zwischenfall durchführen konnten, ist wohl der beste Beweis für die Vorsicht und Geschicklichkeit, mit welcher Burgener diese Expeditionen leitete. Mehr über ihn zusagen, ist überflüssig, ich beschränke mich daher darauf, ihm am Ende unserer Beise meinen Dank und meine Anerkennung auszusprechen. » Nicht überflüssig ist vielleicht der Hinweis darauf, dass Kuffner und Burgener ( mit A. Kalbermatten ) den Col du Lion vom Tiefenmattengletscher erreicht haben. Die obige Eintragung Kuffners ist auch in englischer Sprache abgefasst. Alexander legte auf englische Zeugnisse grossen Wert und ersuchte Bergsteiger anderer Nationalität um Eintragungen in englischer Sprache.
) In der Tat meldet das « Alpine Journal » eine Besteigung des Balfrinhorns über die Südostflanke am 18. September ( XI, 415 ).
A. F. Mummery schreibt 1887 nach Besteigungen der Jungfrau, des Dreieckhorns, Zinalrothorns, Matterhorns und Täschhorns ( Teufelsgrat ):
« In jeder Beziehung hat er sich als der kühnste, entschlossenste und auf alle Vorsicht Bedachte gezeigt, einen besseren und lustigeren Begleiter kann man sich nicht wünschen. » In diesem Sommer erprobte Burgener mit O. Eckenstein einen neuen Anstieg auf den Dom über die Südwestflanke. « Nach meiner Meinung ist er sicherlich der beste Führer, den ich je gefunden habe. » C. A. C. Bowlker, der sich glücklich schätzt, die Dienste Alexanders in Anspruch nehmen zu können, berichtet 1889 über folgende Fahrten:
« Triftjoch, Dent Blanche, Dom ( Westgrat ), Strahlhorn, Dürrenhorn, Allalinpass, Schwarzenberg-Weisstor, Mischabeljoch, Fletschhorn vom Rossbodenpass ( Nordgrat, 1. Besteigung ), Laquinhorn vom Laquinpass, Stafelhorn ( 1. Ersteigung ), Balfrinhorn, Ulrichshorn, Portjenhorn und über den schwierigen Grat zum Portjengrat. Bei jeder Gelegenheit zeigte er sich als der geschickteste, sorgsamste und entschlossenste Führer ( leader ) und immer als heiterster und angenehmster Begleiter. Es ist unmöglich, seine Vortrefflichkeit, seinen Mut und umsichtige Führung auf Fels und auf Gletscher zu überschätzen. » Kuffner schreibt nach Turen mit seiner Frau:
« Ich kann nichts Neues zum Lobe meines vieljährigen Begleiters hinzufügen und will nur hervorheben, dass ich ihn von einer neuen Seite kennen lernte — als Damenführer. Er erwies sich auch in dieser Eigenschaft als in jeder Beziehung vollkommen. » Diese neue, aber im Grund alte Seite rühmt auch Eugène Van nach einem sehr ergiebigen Feldzug. « Das Einzige, was wir bedauern, ist das Ende unserer diesjährigen Bergfahrten mit ihm. » Julius Kugy schreibt 1893:
« Alexander Burgener führte mich auf Weisshorn und Dent Blanche. Ich bin dem ausgezeichneten Manne für seine Führung in hohem Grade dankbar. » Von einer Weisshornfahrt ( 1893 ) berichtet Hummel:
« Es bedarf keiner weiteren Hervorhebung seiner trefflichen Führereigenschaften, sie sind ja weltbekannt. Wir hatten auf dem Gipfel ein heftiges Gewitter. Der Blitz traf Burgener und streifte auch unseren zweiten Führer Furrer. Burgener hat trotz der schwierigen Verhältnisse, Gewitter und Neuschnee, die Expedition trefflich geleitet. Ab 2 Uhr nachts vom Schlafplatz am Hohlicht, Gipfel an 9.20 Uhr, Schlafplatz zurück 2 Uhr nachmittags. » Der weltbekannte Alexander führte gelegentlich auch Neulinge. « Er war mir, der ich im Bergsteigen so gänzlich unerfahren bin, ein sehr treuer, aufmerksamer und belehrender Führer. » ( F. Stalder, S.A.C. Burgdorf. ) E. Kölker berichtet: « Seine Gemütstiefe und sein Verständnis für alle Naturschönheiten kamen auf der Spitze des Matterhorns besonders zum Ausdruck... » ( 1898 ). Auch S. Makenzie ist in dem Büchlein zu finden ( 1899 ):
« Mit A. B. überschritt ich das Rimpfischhorn vom Allalinpass. Im Neuschnee erwies sich Burgener als erstklassiger Mann. » Eine Mont Blanc-Besteigung mit Eberli erforderte sehr schlechter Schneeverhältnisse halber « die höchste Energie des Führers » in neunstündigem Anstieg von den Grands Mulets. Er stand damals bereits im 57. Lebensjahr. Tilleard nennt ihn einen genialen Begleiter, Carl Täuber rühmt 1907 « die altbewährte Tatkraft und Umsicht », und G. Müller ( Baden ) bewunderte nach anstrengenden Junifahrten um Zermatt 1908 die bekannten Führertugenden Burgeners: « Vorsicht, Ausdauer und Kraft. Er war stetsfort der alte, ein Vorbild für manchen jungen Führer. » Eleonore Hasenclever ( Gamsli ) preist ihren unvergleichlichen treuen Begleiter: « Mit steter Dankbarkeit und Freundschaft werde ich mich auch dieser gemeinsam verbrachten Zeit in den Bergen erinnern » ( 1908 ). Im Juli 1909 führte Burgener den Strassburger Fabrikanten Alfred Kühn, mit dem er im folgenden Jahr unter der Berglihütte verunglückte. Die letzte Einzeichnung ( 3. September 1909 ) stammt von Stefan v. Kuffner, dem Sohn seines Leibherrn, über die Besteigung der Valluga.
Ein so interessantes berggeschichtliches Zeugnis Burgeners Führerbuch auch darstellt, bietet es bei weitem kein vollständiges Bild von Alexanders Tätigkeit in den Jahren 1882 bis 1909. Wäre er auf Genauigkeit und Regelmässigkeit erpicht gewesen, wie sie Amateure bei ihren Aufzeichnungen und Turenbüchern an den Tag legen, dann würden wohl alle Seiten von seinem Führerbuch aufgebraucht worden sein. So sind mehr als 60 leer geblieben. Es fällt schwer, an Burgeners einmalige Besteigungen des Alphubels, des Allalinhorns, des Castor oder des Pollux zu glauben. Eleonore Noll-Hasenclever erzählt, dass sie mit Alexander auf 21 Viertausendern gestanden hat. Davon lassen sich im Führerbuch nur sechs und auf Grund anderer Quellen weitere sechs nachweisen. Die Dent Blanche sollte er bis 1889 noch nie betreten haben, auf das Breithorn erst 1892 und auf die Dent d' Hérens gar nur 1906 gekommen sein? Das Buch vermerkt für 28 Jahre nicht einmal 28 Matterhornfahrten, während Burgener über 90 Besteigungen zugeschrieben werden 1 ). Immerhin liegt die Unvollständigkeit hauptsächlich in den Besteigungsziffern, weniger in der Zahl der Gipfel ( Pässe ) 2 ).
Burgeners Neufahrten.
Eleonore Noll-Hasenclever berichtet in der anziehenden Schilderung einer von Burgener geleiteten Ersteigung des Bietschhorns: « Nichts war schöner, als wenn wir zu zweien am Hütten- oder Biwakfeuer sassen und er mir von seinen Fahrten erzählte: eingerechnet unserer letzten Überschreitung des Balfrinhorns nach Huteggen hat er 87 Erstbesteigungen und Neuüberschreitungen ausgeführt. » Wir wollen nun diese Angabe prüfen und stellen im folgenden die durch literarische Zeugnisse gesicherten Neufahrten zusammen. Lenzspitze ( Aug. 1870, Dent ). Portjengrat ( 7. Aug. 1871, Dent ). Zinalrothorn von Zermatt ( 5. Sept. 1872, Dent ).
Täschhorn über die Ostflanke ( 6. Aug. 1876, Watson und F. T. Wethered ). Aiguille du Dru ( 12. Sept. 1878, Dent und Hartley ). Fletschhorn vom Laquintal ( 29. Aug. 1879, Mummery ). Matterhorn-Zmuttgrat ( 3. Sept. 1879, Mummery ). Dürrenhorn ( 7. Sept. 1879, Mummery und Penhall ). Col du Lion von Zermatt nach Breuil ( 6. Juli 1880, Mummery ). Aiguille des Grands Charmoz ( 15. Juli 1880, Mummery ). Matterhorn-Furggengrat ( 19. Juli 1880, Mummery ). Barre des Ecrins vom Glacier Noir ( 18. Juni 1881, Güssfeldt ). Aiguille Verte vom Charpouagletscher ( 29. Juli 1881, Mummery ). Aiguille de Grépon ( 3. und 5. Juli 1881, Mummery ). Hohberghorn-Südwestgrat ( Abstieg, 31. Aug. 1881, E. Burckhardt und Schulz ).
J ) Nachruf in der « Österreichischen Alpenzeitung », 1910, S. 178.
2 ) Auf Grund der von Dübi veröffentlichten Turenliste lassen sich für Anderegg 29 Viertausender mit 89 Besteigungen nachweisen, für Burgener 43 mit 210 Besteigungen. Bei Gipfeln zwischen 3800 m und 4000 m lautet das Verhältnis für Anderegg 7:11, für Burgener 29: 53.
Die Alpen — 1940 — Les Alpes.5 Strahlhorn-Nordostgrat ( Wegänderung im Abstieg, 14. Sept. 1881, Lendenfeld ).
Mont Pelvoux, Ostflanke ( 25. Juni 1882, Passavant ).
Nadelhorn-Westflanke und Nordwestgrat ( 14. Juli 1882, Ellerman und Passavant ).
Nadelhorn- Südwestflanke im Abstieg ( 14. Juli 1882, Ellerman und Passavant ).
Dom-Westgrat ( 26. Juli 1882, Güssfeldt ).
Piz Glüschaint, Nordgrat ( 22. Juli 1883, Kuffner ).
Colle Torrone ( 27. Juli 1883 ).
Piz Badile, Südwestflanke ( 29. Juli ).
Pizzo Torrone Orientale von Süden ( 3. Aug. 1883 ) Schulz.
Sattelhorn ( 26. Aug. 1883 ).
Klein Aletschhorn ( 26. Aug. 1883 ).
Balfrinhorn, Südostflanke ( 18. Sept. 1883, Layton ).
Adai Choch ( 24. Aug. 1884, Dechy ).
Laquinhorn-Südgrat ( 13. Juli 1885, Kuffner ).
Eiger-Mittellegi im Abstieg ( 31. Juli 1885, Kuffner ).
Gestola ( 27. Aug. 1886, Dent und Donkin ).
Täschhorn-Teufelsgrat ( 16. Juli 1887, Mummery und Frau ).
Aiguille des Glaciers, Ostsüdostgrat ( 29. Juli 1887, Kuffner ).
Mont Maudit, Ostsüdostgrat ( 4. Aug. 1887, Kuffner ).
Dom, Südwestwand ( 7. Sept. 1887, Eckenstein ).
Mont Pelvoux, Ostflanke ( 4. Aug. 1888, Kuffner ).
Stafel(Bider)horn ( Aug. 1889, Bowlker ).
Portjengrat, Ostgrat und Südostflanke ( 15. Juli 1890, Kuffner ).
Untergabelhorn, Nordcouloir im Abstieg ( 2. Aug. 1891, Diamantidi ).
Bietschhorn-Ostflanke, Wegänderung ( 26. Juli 1892, Kuffner ).
Hohberghorn, Nordwestgrat im Abstieg ( Juli 1894, Kuffner ).
Punta Lavina, Überschreitung: Nordflanke und Südwestgrat ( 20. Aug. 1894, H. C. Baker und F. W. Oliver ).
Punta Garin, Südwestgrat ( 1. Sept. 1894, H. C. Baker und F. W. Oliver ). Piz Palü, Ostgipfel über den östl. Nordwestpfeiler ( 22. Aug. 1899 mit Kuffner ); den Anstieg über die Mittelrippe ( Hauptgipfel ) hatte Burgener schon 1883 geplant. Balfrinhorn, ganzer Nordwestgrat ( 27. Juni 1900, Eberli ). Balfrinhorn, Nordostgrat im Abstieg ( Juli 1908, E. Hasenclever ).
Zusammengerechnet ergibt das 46 Neufahrten, also kaum mehr als die Hälfte der von E. Hasenclever mitgeteilten Anzahl. Wo mag da die Fehlerquelle liegen? Zunächst sind einige Irrtümer im Führerbuch zu berichtigen. So hat Bowlker, von Alexander beeinflusst, 1889 die Begehung des Fletsch-horn-Nordgrates als first ascent vermerkt. Da aber über diesen Grat Emil und Felix Burckhardt am 26. Juli 1880 abgestiegen sind, kann es sich bei Bowlkers « erstem Aufstieg » um keine neue Tur handeln. Louis Friedmann berichtet 1891 von der Erstbesteigung der Äusseren Gässispitze; es ist tatsächlich das bereits 1882 erklommene Ausser Stellihorn. I. W. Oliver verzeichnet im September 1894 « Hohberghorn von Nordwest zum erstenmal », was um so unbegreiflicher ist, als Burgener im Juli dieses Jahres mit Kuffner dort abgestiegen ist. Neu ist diese Fahrt also nicht. Tilleard hat am 4. September 1904 die erste Begehung des Nordwestgrates des Balfrinhorns eingetragen. Hiezu erklärt Marcel Kurz auf Grund einer persönlichen Begehung, dass entgegen der Erstausgabe des Walliser Führers nicht der Nordostgrat, sondern tatsächlich der Nordwestgrat gemeint ist. Doch über diesen Grat hat Alexander am 27. Juni 1900 J. J. Eberli hinaufgeführt, der darüber in Burgeners Führerbuch nicht berichtet hat 1 ). Ebenso muss die Eintragung Frankstorfers über die « Neu- Siehe seinen Bericht in der « Alpina » 1900, Seite 115.
besteigung » der Nordwand des Balfrinhorns am 13. August 1906 dahin berichtigt werden, dass Blodig und Genossen über diese Flanke am 23. Juli 1902 abgestiegen sind. Diese Route wurde übrigens zum grossen Teil 1881 von Conway verfolgt.
In dem besprochenen Zeugnis Conways auf den ersten Seiten des Führerbuches sind in der nach Burgeners Mitteilungen gebotenen Liste der « new expéditions » noch genannt: Aiguille d' Impériales, Aiguilles Rouges, Aiguille Floria mit Dent und Purnel, ferner das Sonnighorn mit Mummery. Über die Aiguilles schweigt sich die Literatur aus, und nicht besser ist es mit der Besteigung des Sonnighorns bestellt. Die in den Führerwerken und in « Über Eis und Schnee » angezogene Belegstelle x ) entpuppt sich als eine kurze Bemerkung Conways und bezieht sich auf seine Eintragung in Burgeners Führerbuch. Die Erstbesteigung dieses Gipfels wäre die einzige, die Mummery in seinem Buche und in den Berichten im « Alpine Journal » übergangen hätte. Die Besteigung soll im August 1879 stattgefunden haben, Mummery erzählt aber nur von den Ersteigungen des Fletschhorns und des Portjenhorns. Vielleicht liegt ein Irrtum Mummerys vor? Es ist aber zu bedenken, dass er den « neuen, bemerkenswert schwierigen Weg » auf das Fletschhorn unterstreicht, und da sollte er über die Erstbesteigung eines Gipfels keine Silbe verlauten lassen? Diese Fahrt erscheint mithin nicht als gesichert. Der neue Aufstieg auf das Zinalrothorn mit Schulz ( 1881 ) ist nur eine durch die damaligen Verhältnisse erzwungene Variante, ebenso der mit Täuber und Gefährten eingeschlagene Weg durch die Ostflanke des Gran Paradiso. Vermutlich hat Burgener die zweite Überschreitung des Col du Lion als « neu » erachtet, weil sie in umgekehrter Richtung ausgeführt worden ist. In diesem Sinne würde die Matterhornfahrt Kuffners ( Tiefenmattengletscher-Col du Lion-Gipfel-Hörnli ) als « Neuüber-schreitung » gelten, ebenso die Gratwanderung vom Nadelhorn zum Dürrenhorn ( 1894 ). Sie rückt die gleiche Bergfahrt Blodigs und Comptons ( 1901 ) geschichtlich in die zweite Reihe. Für die von Dübi 2 ) erwähnte Rundfahrt von der Lenzspitze zum Stecknadelhorn ( 1901 ) muss W. M. Baker den Vorrang an E. Van ( 1892 ) abgeben.
Auch bei weitherziger Auffassung und Deutung kann die Zahl 87 nicht annähernd erreicht werden. Vielleicht hilft uns da eine Bemerkung Täubers aus dem Bericht über eine mit Burgener 1907 gemachte Bergreise. « Doch der alte Alexander erinnerte sich meist gar nicht mehr an die Wege, die er in den Jahren junger Tatkraft wandelte; ein Typhusfieber soll ihm vor einem Dutzend Jahren einen Teil des Gedächtnisses geraubt haben. » Dies würde auf die natürlichste Art so manches erklären. Die Jagd nach neuen Turen scheint bereits vor einem halben Jahrhundert eine Art Psychose ausgelöst zu haben. Melchior Anderegg äusserte sich 1882 zu Schulz, dass er mehrere der kürzlich neu gemachten Wege schon vor Jahren gegangen sei 3 ). Unerklärlich bliebe es aber, dass etwa 30 Neufahrten Burgeners verschwunden sein sollten, ohne in der Literatur und in seinem Führerbuch auch nur die geringsten Spuren zu hinterlassen. Nach gewissenhafter Prüfung aller dieser Umstände und Beobachtung verbürgter Tat- Sachen müssen wir, auch wenn die Grenzen für den Begriff « neu » sehr weit gesteckt werden, die von E. Hasenclever mitgeteilte Zahl mindestens um 30 verringern. Damit wird Burgeners Pionierarbeit nicht geschmälert. Sie ist mit einem halben Hundert Neufahrten doch gross genug, um diesem Älpler eine besondere Bedeutung in der Geschichte des Bergsteigens zu sichern.
Burgener in aussereuropäischen Gebirgen.
Im Sommer 1882 wurde Burgener von Güssfeldt für eine Andenreise verpflichtet. Auf der langen Seefahrt erkrankte er und kehrte, ohne seinen Fuss in die Berge gesetzt zu haben, von Valparaiso nach Europa zurück. Die Sache hatte ein unangenehmes Nachspiel. Es kam zu einem Zerwürfnis zwischen Güssfeldt und Burgener, das in mehreren Bergsteiger-Zeitschriften vor der breiten Öffentlichkeit ausgetragen wurde. Man kann Güssfeldts Verbitterung begreifen — ohne geeigneten Begleiter waren seine Ziele unerreichbar —, aber dem Mann der Wissenschaft hat man es verargt, dass er seinem Groll freien Lauf liess und in der Stille seines Arbeitszimmers über seinen Führer ein so hartes Urteil zu Papier brachte. In der Hauptsache wurden Güssfeldts Vorwürfe von Alexander widerlegt, bevor er davon Kenntnis erhielt. Sie waren erhoben worden, als Burgener mit Moritz von Dechy und dem Saaser P. J. Ruppen im Kaukasus weilte und mit der ersten Besteigung des Adai Choch 1 ) und der dritten des Elbrus neue Lorbeeren einheimste. Der Aufenthalt im Kaukasischen Hochgebirge währte sieben Wochen. Die Bezwingung des Adai Choch 4647 m erforderte 5 Tage und den Einsatz aller Kräfte und bergsteigerischen Fähigkeiten. Im Abstieg musste die Seilschaft in 3500 Meter Höhe bei Sturm, Schnee, Regen und grosser Kälte eine fürchterliche Nacht verbringen. Nicht besser ging es ihr auf dem Elbrus 5629 m, wo sie mit ungünstigen Schnee- und Wetterverhältnissen zu kämpfen hatte. Als die drei Männer nach zehnstündigem Anstieg den Gipfel erreichten, war es 18 Uhr. Man schrieb den 23. August. Noch immer bestand eine Hoffnung, den 2000 m tiefer befindlichen Lagerplatz gegen 22 Uhr erreichen zu können. Doch um 20 Uhr sah sich Burgener in einer Lage, in der er sich auf seinen vielen Alpenfahrten noch nie befunden hatte. Ein steiler Eishang, wo man ohne Stufen keinen Schritt tun konnte — Steigeisen benützte Burgener nicht —, zwang in finsterer Nacht ohne Mondlicht bei entsetzlicher Kälte und tobendem Sturm zu vierstündiger Stufenarbeit bis Mitternacht. Alle erlitten empfindliche Frostschäden, um halb 3 Uhr früh kamen sie ins Lager. Burgeners Meisterschaft und ungeheurer Energie war dieser hart erkämpfte Bergsieg zu verdanken. Über diese Kaukasusfahrt, auf der noch 12 Pässe überschritten wurden, trug Dechy in Burgeners Führerbuch ein:
« Bei den Ersteigungen des Adai Choch und Elbrus erwies sich Burgener als ersten Ranges auf Fels und Eis, würdig seines alten Rufes als ausgezeichneter Leiter schwieriger und neuer Expeditionen. » Das anhaltend schlechte Wetter hatte manche Besteigung vereitelt. Auch der Uschba wurde von Alexander auf die Ersteigbarkeit geprüft, und in Gedanken legte Burgener auf den Südgipfel einen Weg, den Freshfield 2 ) als « Burgener-Route » besprach.
Zwei Jahre darauf zog Alexander wieder in den Kaukasus mit seinem alten Freund T. C. Dent, Vizepräsidenten des Alpine Club, und Professor William F. Donkin, dem vorzüglichen Lichtbildner. Die Zeit der Engländer war kurz bemessen, das Wetter ungünstig. Immerhin leuchtete ihnen mit der Ersteigung des Gestola ( 4860 m ) die Sonne eines grossen und gewürdigten Erfolges. Dieser 27. August 1886 war für Burgener ein sehr harter Tag. Auf dem Rückweg stellte ihn die Lawinengefahr vor verantwortungsvolle Entscheidungen, und die Arbeit, die er wegen der Unpässlichkeit Andenmattens allein zu leisten hatte, verzehrte seine Kräfte. Es kam ein Augenblick, wo ihn die ernste Lage zu übermannen schien. Zitternd in den Händen, den Kopf auf die Axt stützend, sagte er: « Ich bin fast fertig. » Da fiel ein Witzwort, Burgener richtete sich auf und brachte die Seilschaft durch alle Fährlichkeiten in Sicherheit. « Wir waren gerettet durch das schönste Stück Führerarbeit, das mir je in den Bergen vorgekommen ist. » ( Dent. ) Ein Angriff auf den mächtigen Dychtau in steiler Kletterei über die Südflanke kam etwa in Monte Rosa-Höhe zum Stehen. Die vorgerückte Zeit und ein Wetterumschlag nötigten zur Umkehr. Eine anmutige Laune des Schicksals hat es gefügt, dass diesen Berg als Erster ein Mann betrat, der in Burgeners Schule gereift war: Mummery.
Über Burgeners Leistungen äusserte sich Dent im Führerbuch: « Es sind jetzt einige Jahre her, seitdem ich mit Alexander Burgener Turen gemacht habe, und ich schätze mich glücklich, dass ich mir seine Dienste für eine Kaukasusfahrt sichern konnte. Ich fand, dass er alle jene guten Eigenschaften besitzt, die in diesem Buch wiederholt gewürdigt sind 1 ). Hiezu kommt, dass er sich während der ganzen Tur als munterer Gefährte, guter Koch, Wäscher, Diener ( sehr wesentliche Dinge im Kaukasus ) und obendrein als unschätzbarer Genosse bewährt hat. Bei der Erstbesteigung des Tetnuld Tau, zirka 16,500 Fuss, ( soll heissen Gestola ) und anderen Gletscherfahrten fand ich seine bergsteigerischen Eigenschaften so gut wie eh und je. Ich vermag in dieser Beziehung nichts Besseres zu sagen. Nur aussergewöhnliche Führer können eine so schwierige Probe, wie sie Bergfahrten im Kaukasus sind, so zufriedenstellend bestehen. » Diesen Zeilen konnte Donkin zum Lob Burgeners nichts hinzufügen. Alexanders Kaltblütigkeit kam der Gesellschaft bei manchem landesüblichen Zwischenfall sehr zu statten. Als sich ein Träger weigerte, ein über 20 Pfund schweres Zelt zu tragen, nahm es Burgener zu seiner harten Last auf den Rücken und schleppte alles triumphierend zu einem hoch gelegenen Schlafplatz hinauf. Er wusste sich vortrefflich den Verhältnissen anzupassen, obzwar es in jenem Lande « keinen Wein und nur etwas Cognac auf den Turen gab und man nicht in Hotels schlafen konnte ». Seinem grössten Wunsch, einmal mit guten Bergsteigern in den Himalaja zu gehen 2 ), ist die Erfüllung versagt geblieben.
* ) Hier täuscht sich Dent insoferae, als er Burgeners erstes Führerbuch im Auge hat. Im zweiten finden sich keine Eintragungen Dents. Die Blätter mit den obigen Zeilen sind dem Buch, das Alexander in den Kaukasus nicht mitgenommen haben dürfte, erst später eingeführt worden. Dent hat diesen Umstand nicht bedacht.
2 ) « Österreichische Alpenzeitung » 1884, S. 296.
( Schluss folgt. )