Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03572.jsonl.gz/2300

Bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. haben in der Region um Zadar die Illyrer Siedlungen errichtet. Als die Römer im 2. Jahrhundert v. Chr. begannen, ihr Herrschaftsgebiet im adriatischen Raum auszudehnen, eroberten sie auch eine dieser Siedlungen und nannten den Ort Lader. Sie befestigten ihn und bauten ihn zu einer Stadt mit einem Forum, einem Capitol, Thermen und einem Aquädukt aus. 59 v. Chr. erhielt die Stadt den Status eines Municipium, zehn Jahre später wurde sie Kolonie. Wie allen Teilen des römischen Reiches war auch Lader eine wechselvolle Geschichte beschieden. Immer wieder wurde der Ort Teil verschiedener Herrschaftsgebiete: zeitweise gehörte die Stadt zum Frankenreich, zeitweise zu Byzanz, Venedig, Ungarn, Österreich, … . Seit 1991 ist Zadar eine Stadt in Kroatien.
Aus der Römerzeit ist nur noch der Platz erhalten, wo sich ehemals das Forum befand. Wenige Säulen erinnern an die römische Vergangenheit bzw. daran, dass der Platz einmal Mittelpunkt der Stadt war. Dennoch ist der Platz von zentraler Bedeutung, denn hier befinden sich zwei der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Zadar: die Kirche Sveti Donat (Hl. Donatus) und die Kathedrale Sveta Stosija (Hl. Anastasia).
Die im 9. Jahrhundert erbaute Kirche Sveti Donat wurde direkt auf den Steinen des römischen Forums errichtet und hat kein Fundament. Der hohe Innenraum des als Rotunde konzipierten, wuchtigen Baus ist zweigeschossig, wobei das Obergeschoss durch eine umlaufende Galerie erschlossen wird. Die Säulen des Innenraums sind wiederverwendete Bauteile: sie stammen vom ehemaligen Tempel beim Forum. Die Kirche wurde als repräsentative Hauskapelle des Episkopats von Zadar von Bischof Donatus erbaut. Dem Bischof sollen die Rundkirche San Vitale in Ravenna und die Pfalzkapelle Karls des Grossen in Aachen als Vorbilder für den Bau gedient haben. Der Name der Kirche, in der Bischof Donatus auch bestattet wurde, lautete ursprünglich „Kirche der Hl. Trinität“, im 15. Jahrhundert wurde sie jedoch umbenannt und erhielt den Namen St. Donatus. 1798 wurde sie säkularisiert und dient heute als Konzerthaus. Ein kurioses Beispiel für die Verwendung von Spolien: eine Marmorplatte, ursprünglich Teil eines Sarkophags aus der römischen Kaiserzeit, wurde mit einem Kreuz versehen und zu einer Altarschranke umfunktioniert.
Die dreischiffige, romanische Kathedrale Sveta Stosija (Kirche der Hl. Anastasia) befindet sich unmittelbar neben der Kirche Sveti Donat und wurde im 12. und 13. Jahrhundert erbaut. Ihre Ursprünge gehen auf eine christliche Basilika aus dem 4. und 5. Jahrhundert zurück, in welcher die Reliquien der Hl. Anastasia aufbewahrt waren. Nachdem die Basilika von den Kreuzrittern zerstört worden war, wurde darüber die Kathedrale errichtet. Der Glockenturm, mit dessen Bau erst im 15. Jahrhundert begonnen wurde, wurde erst im 19. Jahrhundert fertig gestellt. In einem Seitenraum, einer Art Nebenkapelle, befindet sich ein Mosaik aus dem 6. Jahrhundert.
Das Archäologische Museum von Zadar liegt ebenfalls am Forum und ist im ehemaligen erzbischöflichen Palast untergebracht. Die Sammlung umfasst lokale und regionale Funde von der Jungsteinzeit bis ins Mittelalter.
Zu den frühen christlichen Bauwerken in Zadar gehört auch eine kleine Basilika aus dem 11. Jahrhundert: Sveti Lovro – St. Laurentius-Kirche – errichtet aus Spolien römischer Monumente. Zugänglich ist die Kirche durch den Hintereingang des Cafés Lovre.
Im ehemaligen Palazzo der Familie Cosmacendi aus dem 19. Jahrhundert ist das Museum für Glas untergebracht. Die Herstellung von Glas ist seit frühester Zeit bekannt – bereits in Mesopotamien und im Alten Ägypten wurden Gefässe aus Glas produziert. Die Sammlung umfasst vor allem Objekte, die in der Antike aus ihren Herkunftsländern im östlichen Mittelmeerraum in die Region um Zadar gekommen waren und etwa den Zeitraum vom 1. bis 4. Jahrhundert n. Chr. umfassen: Vasen, Gefässe, Schmuck. In einer Werkstatt können Besucher einem Glasbläser bei der Arbeit zuschauen und sehen, wie er nach einem antiken Modell ein Glasgefäss herstellt.
Ca. 20 km nordwestlich von Zadar liegt die kleine Stadt Nin. Sie ist durch einen künstlichen Kanal vom Festland getrennt. Ursprünglich war dieser Kanal ein Graben um die Stadtmauer, den die Bewohner zum Schutz vor den Angriffen der Türken bis zum Meer gezogen hatten – so wurde der Ort zu einer Insel. In dieser Region hatten bereits im 9. Jahrhundert vor Chr. die Liburner ihre Siedlungstätigkeit begonnen. Als die Römer das Gebiet eroberten, gründeten sie im Stadtgebiet des heutigen Nin die Stadt Aenona und bauten dort ein Forum, einen Tempel und ein Amphitheater. Auf diesem Forum standen ehemals die Kaiserstatuen, die sich nun im Archäologischen Museum von Zadar befinden. Insgesamt standen dort 8 Statuen, vier wurden gefunden, die vier anderen sind verschwunden. In der Zeit der Völkerwanderung wurde auch diese Stadt von Slawen und Awaren überrannt und völlig zerstört, sodass von den Bauten der Römer fast nichts mehr erhalten blieb. Im Jahre 879 wurde Nin Bischofsitz und aus dieser Zeit stammt die „kleinste Kathedrale der Welt“, die Kirche Heilig Kreuz. Sie wurde auf römischen Fundamenten erbaut und diente den ersten kroatischen Königen als Krönungskirche.
Etwas ausserhalb von Nin liegt malerisch auf einem Hügel die kleine Kirche St. Nikolaus. Sie wurde im 11. Jahrhundert gebaut, und auch ihre Geschichte ist eng mit dem Krönungszeremoniell der ersten Könige von Kroatien verbunden. Sie wurde während der Türkenkriege durch einen Wehrturm befestigt.