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Mitglieder des Bureau central de recherches surréalistes, 1924
Stehend: Jacques Baron, Raymond Queneau, Pierre Naville, André Breton, Jacques-André Boiffard, Giorgio de Chirico, Roger Vitrac, Paul Eluard, Philippe Soupault, Robert Desnos, Louis Aragon; sitzend: Simone Breton, Max Morise, Marie-Louise Soupault
Deutsche Bildhauer, Zeichner und Photograph.
Unter der Autorität des streng puritanischen Vaters muss Bellmer bereits als Jugendlicher in Kohlegruben und Stahlwerken arbeiten. Er findet daher Zuflucht in der Welt der Mutter, die für ihn den lieblichen Gegensatz zu der Schroffheit des Vaters ist.
Schon als Kind transformiert er Spielzeuge, später lernt er das Zeichnen an der Technischen Hochschule in Berlin.
Deutsche Bildhauer, Zeichner und Fotograf.
Unter der Autorität des streng puritanischen Vaters muss Bellmer bereits als Jugendlicher in Kohlegruben und Stahlwerken arbeiten. Er findet daher Zuflucht in der Welt der Mutter, die für ihn den lieblichen Gegensatz zu der Schroffheit des Vaters ist.
Schon als Kind transformiert er Spielzeuge, später lernt er das Zeichnen an der Technischen Hochschule in Berlin.
Ab 1932 versucht er eine »künstliche Tochter« – Die Puppe – zu bauen, nicht zuletzt nach dem Besuch der Oper »Hoffmanns Erzählungen« mit der Geschichte von der mechanischen Puppe Olympia und der verzweifelten Liebe des jungen Nathaniel zu ihr. Mehrere Themen faszinieren Bellmer: die Motive des Doppelgängers, der Täuschung, der Leidenschaft und des Untergangs.
Bellmer fotografiert Die Puppe in verschiedenen Inszenierungen und publiziert das Buch in mehreren Auflagen.
Ab Mai 1935 nimmt er an allen surrealistischen Gruppen-Ausstellungen teil und zeigt dort hauptsächlich die Fotografien der Puppe, die Schauer und Verzückung hervorrufen. Das Werk des Künstlers faszinieren die Surrealisten. Sie verstehen die Verwandlung des Körpers als Etappe im Zyklus von Leben und Tod.
Französischer Schriftsteller und Dichter, Gründer und Theoretiker des Surrealismus.
1900 Umzug der bürgerlichen, ursprünglich bretonischen Familie nach Paris. Seit der Oberstufe widmet er sich der Dichtung. Zu dieser Zeit prägt ihn hauptsächlich den Symbolismus, den er dem Naturalismus Zolas vorzieht.
Ab 1915 Studium der Medizin, für Breton aber ein »pures Alibi«.
Beim Ausbruch des Krieges ist Breton noch unpolitisch, aber bereits dem militärischen Geist der Zeit abgeneigt. Als Assistent im neuropsychiatrischen Zentrum an der Front sieht er sich mit den Leiden zerrütteter Soldaten konfrontiert. Er entdeckt die Studien Freuds und entwickelt selbst grosses Interesse für das Unbewusste und für die Schwelle zwischen Traum, Imagination und Realität.
Zurück in Paris vertiefen sich Breton und seine Dichterfreunde Aragon und Soupault in die fantastisch düstere Welt der Gesänge des Maldoror von Isidore Ducasse, 1874.
1916 lernt er die Dichter Guillaume Apollinaire und Jacques Vaché kennen, deren Werke ihn verzaubern. Nach ihrem Tod engagiert er sich 1919 bei der Zeitschrift Littérature. Mit Soupault entwickelt er die »Écriture automatique« und nimmt an DADA-Aktionen in Paris teil.
1921 heiratet er Simone Kahn. Sie arbeiten beide im Büro für surrealistische Forschung und leben unter anderem vom Kunsthandel, dabei entdeckt und unterstützt Breton Künstler wie de Chirico, Ernst, Man Ray u.a.
1924 verfasst Breton das erste Manifest des Surrealismus, in dem er die Grundlagen und die Orientierung der Bewegung festlegt.
Aufgrund seines Wunsches, einen gesellschaftlichen und auch politischen Wandel herbeizuführen, nähert sich Breton ab 1927 der kommunistischen Partei Frankreichs an. Bereits um 1935 entfernt er sich aber wieder von ihr, da er jede Dogmatik verabscheut.
In einem zweiten surrealistischen Manifest definiert er 1930 als Aufgabe des Surrealismus die Revolution der Gesellschaft, von sozialen Umständen bis zur künstlerischen Haltung.
Es folgen Vorträge, Ausstellungen, die Gründung neuer Publikationen (La révolution surréaliste, 1924, Le surréalisme au service de la révolution, 1930–33, Minotaure, 1933–39).
Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges flüchtet Breton wie viele Surrealisten in die USA, kehrt aber 1946 nach Frankreich zurück. Er setzt seine publizistische Arbeit und die Bemühungen im Dienste des Surrealismus bis zu seinem Tod 1966 fort.
Spanischer Maler, Bildhauer und Bühnenbildner.
Geboren 1904, sieht sich Dalí schon als Kind mit prägenden Erlebnissen konfrontiert: der Tod seines Bruders und die überbordende Liebe seiner Eltern führen früh zu seiner eingehenden Auseinandersetzung mit Leben und Tod. Auch steht in narzisstischer Weise die Frage nach der eigenen Identität übergross im Raum. Das 1921 begonnene Studium an der Real Academia de Bellas Artes in Madrid muss er wegen seines provozierenden Benehmens unterbrechen und bildet sich fortan künstlerisch als Autodidakt weiter.
1925 stellt er erstmals in Barcelona aus. 1927 lernt er in Paris Picasso kennen, 1929 Miró, Breton, Éluard und seine Muse Gala, die später seine Frau wird. Breton selbst ist von Dalí verunsichert, später sogar über dessen faschistischen Tendenzen empört. Ab 1934 gibt es von Breton orchestrierte Versuche, Dalí aus der Gruppe der Surrealisten auszuschliessen, in endgültiger Form ist dies aber erst 1939 der Fall. So ist Dalí noch 1936 als Illustrator in der surrealistischen Zeitschrift Minotaure präsent und figuriert auch prominent in Duchamps (und Bretons) legendärer Ausstellung von 1938 in Paris.
Im Zentrum von Dalís Arbeit stehen psychische Zustände, denen der Künstler mittels einer visionären Gestaltungsform Gestalt verleiht. Dabei verwendet er eine altmeisterlich anmutende Technik. Sie macht es ihm möglich, die von ihm geschilderten Zuständen von Traum, Ekstase, Verzweiflung und Agonie bildwirksam im Gegenständlichen und Figürlichen zu verankern. Dabei werden Grundelemente wie menschliche Körper und Landschaften, aber auch Gegenstände zum Schauplatz traumartiger Verwandlungen.
Italienischer Maler.
Der Sohn eines italienischen Ingenieurs besucht schon als Kind Zeichenkurse des Polytechnikums in Athen. 1906 lässt sich die Familie in München nieder, wo de Chirico an der Akademie der Künste die Werke von Arnold Böcklin für sich entdeckt.
1909 zieht er mit seinem Bruder Alberto Savinio nach Florenz und Turin, deren Stadtarchitekturen die Kulissen seiner Werke prägen.
1911 freundet er sich in Paris mit Guillaume Apollinaire und Picasso an. Nach 1915 lebt er wieder in Italien, pflegt aber den Kontakt mit Breton und Éluard, die seine Bilder ab 1924 in den surrealistischen Zeitschriften regelmässig publizieren. Er selbst ist Mitglied des Büros für surrealistische Forschung.
In neuzeitlicher Tradition vereinigen die Stadtperspektiven de Chiricos Tempel, Paläste, Arkaden, Türme, Fabriken, Ateliers zu einer geheimnisvollen tragischen Bühne für einsame Figuren. Auch die Interieurs um 1914–15 bergen Rätsel und suggerieren eine Entdeckungsreise durch irreale Räume, die die Surrealisten stark inspiriert haben.
Nach 1925 kommt es zum Bruch mit den Surrealisten, als sein Stil sich zu einer klassizistischen Dramatik hin wandelt.
Deutscher Maler, Grafiker und Bildhauer.
1909 Studium der Philologie, Philosophie und Kunstgeschichte in Bonn. Während dieser Zeit freundet er sich mit August Macke, Robert Delaunay und Guillaume Apollinaire an. 1914 Begegnung mit Hans Arp in Köln.
1914 wird Ernst zum Militärdienst einbezogen. Die erschütternde Erfahrung des Ersten Weltkrieges bedeutet für ihn ein »Ausscheiden aus dem Leben«, in das er 1918 zurückkehrt.
Mit Baargeld und Arp gründet Ernst 1918 die Kölner Dada-Bewegung. Zu dieser Zeit entwickelt er auch seine ersten Collage-Werke, die er im Laufe der folgenden Jahre und Jahrzehnte ausarbeitet und in umfangreichen Bänden sammelt, À l’intérieur de la vue, 8 poèmes visibles, 1931.
1922 siedelt er nach Paris über und schliesst sich der Gruppe der Surrealisten an. Er nimmt an allen wichtigen Ausstellungen teil.
Ab 1925 entwickelt er angelehnt an die »écriture automatique« das malerische Pendant im Durchreibeverfahren, bekannt als Frottage. 1926 erscheint der Zyklus Histoire Naturelle.
Wandlungen seiner künstlerischen Mittel sind später das Abkratzverfahren, gen. Grattage (La grande forêt, 1927) und das Abklatschverfahren, gen. Dekalkomanie (Swampangel, 1940). Seine Werke greifen historische, sakrale und mythologische Motive auf, aber stets in einer zeitnahen Interpretation.
Beim Anbruch des Zweiten Weltkrieges wird er 1939 in Frankreich interniert und flüchtet 1940 mit der Hilfe von Peggy Guggenheim, die er 1941 heiratet, ins Exil in die USA. Nach der Trennung von ihr lebt er ab 1943 mit der Künstlerin Dorothea Tanning zusammen, die 1946 seine Frau wird. Er zieht mit ihr in die Wildnis von Arizona. 1953 kehrt er mit ihr nach Frankreich zurück.
Schweizer Bildhauer, Grafiker und Maler.
Nach dem Studium der klassischen Bildhauerei in Paris wendet sich Giacometti zunehmend der Stammeskunst zu, anhand derer er lernt, seine Werke auf Grundformen zu reduzieren, Femme, 1927, um sein »Wirklichkeitsbild« darstellen zu können.
Um 1929 nähert er sich dem Kreis der Surrealisten. Infolge dieses Dialogs entwickelt er die Idee des surrealistischen Objekts. Es sind zum Teil mobile, aber immer »affektive« Objekte, die häufig provozieren. Er hat seine erste Einzelausstellung in der Galerie Pierre Colle 1932 und nimmt unter anderem teil an der massgebenden Exposition surréaliste d’objets 1936 in der Galerie Charles Ratton.
Er behandelt Themen, die für die Surrealisten von Bedeutung sind: Sexualität, Gewalt, Trieb, Fetisch (Objet desagréabl à jeter, 1931), Darstellung des wirklichen und geträumten Raums und das (Un-) Gleichgewicht. Die Verwandlung des Körpers thematisiert er durch Assoziationen mit Formen aus dem Alltag – der Löffel als Metapher für den Frauenkörper, die Schnecke eines Cellos als Kopf.
1934 bricht er mit den Surrealisten und kehrt zur unmittelbaren Figuration zurück.
Belgischer Maler.
Nach einem Studium der Malerei an der Académie Royale des Beaux-Arts in Brüssel, 1916-1921, setzt sich Magritte mit DADA, de Stijl und anderen Avantgarde-Gruppen auseinander.
Um 1925 entstehen unter dem Einfluss von Max Ernst und de Chirico erste surrealistische Bilder. Nach der ersten Einzelausstellung 1927 in Brüssel folgen zwischen 1930 und 1940 Teilnahmen an allen surrealistischen Ausstellungen in Paris, London und New York.
1927 bis 1930 Aufenthalt in Paris.
Schon 1926 schliessen sich die belgischen Surrealisten Mesens, Nougé, Goemans u.a. zu einer eigenständigen Bewegung zusammen. Erst 1928 wird Magritte von Breton akzeptiert. 1929 Auseinandersetzung mit Breton, hervorgerufen durch den Wunsch von Georgette Magritte, ein Kruzifix zu tragen; der Ausschluss Magrittes aus der Surrealisten-Gruppe hält bis 1933 an.
In regem Dialog mit Breton zu den Prinzipien des Surrealismus befindet sich Magritte stets auf der Seite seiner belgischen Mitstreiter, die dem psychischen und künstlerischen Automatismus mit Vorbehalt gegenüberstehen.
Kennzeichnend für Magrittes Werke ist das Gegenspiel zwischen dem Bild der Realität und der Realität selbst. Er selbst spricht von der »Existenz in zwei verschiedenen Räumen« (Magritte, 1938).
Französischer Maler und Grafiker.
Der aus einer Bauernfamilie stammende Masson erhielt mit 16 Jahren den Grossen Preis der Akademie, der ihm ein eigenes Atelier in Paris ermöglicht. 1914 erhält er ein Reisestipendium für Italien. Wieder in Frankreich meldet er sich als Freiwilliger zum Kriegsdienst. Bei der Rückkehr ist er verletzt und schwer vom Erlebnis des Krieges gezeichnet.
Um 1922 wieder in Paris, hält er sich mit verschiedenen Aufträgen über Wasser. Um 1923–24 entstehen die »automatischen Zeichnungen« als Pendant zum automatischen Schreiben Bretons. Es handelt sich um das freie Zeichnen und Malen, die Hand ist schneller als die Gedanken. Diese Technik steht der Collage entgegen, die im Gegenteil die Beständigkeit des Bildes festzuhalten versucht (Clébert). Die Zeichnungen werden in La révolution surréaliste veröffentlicht, Masson wird daraufhin selbst Mitarbeiter bei der Zeitschrift.
1941 flüchtet er ins amerikanische Exil, kehrt aber schon 1945 nach Frankreich zurück. Masson selbst erklärt 1959, dass mit dem Ende des Krieges der Surrealismus zusammengebrochen sei. Er distanziert sich von Breton und zieht sich in die Provence zurück.
Spanischer (katalanischer) Maler und Bildhauer.
Aus einer bürgerlichen Familie stammend, besucht er mit 14 Jahren die Kunstschule La Llotja in Barcelona. Zwischen 1912–15 studiert er an der Escola d’Art von Francesc Galí, der seinen Schüler moderne spanische und französische Kunst und Architektur eröffnet.
1918 stellt er zum ersten Mal ohne Erfolg in der Galerie Dalmau in Barcelona.
Die Bekanntschaft mit Picabia bewegt ihn 1919 zum Umzug nach Paris, wo er Masson als Nachbar und Freund gewinnt.
Erste Gemälde sind noch stark von der ländlichen katalanischen Tradition geprägt. Trotz der detailreichen, ja naiven, Darstellung, ist eine stark irrationale Interpretation der Landschaft erkennbar. Die einzelnen Figuren, Tiere, Menschen, Pflanzen, lösen sich aus ihrem vorgegebenen natürlichen Platz und werden zu surrealistischen Kreaturen.
Ab 1925 wandelt er seine künstlerischen Mittel, er fügt Schrift in seine Gemälde ein, Objekte werden zu Zeichen, Menschen, Tiere und Gestirne werden zu poetischen Kürzeln.
Schon 1924 lernt er Breton kennen, der von Mirós »Spontaneität des Ausdrucks« hingerissen ist. Breton erwirbt zahlreiche Gemälde und veröffentlicht Mirós Bilder in den surrealistischen Zeitschriften. Miró gilt als einer der bedeutendsten Künstler der Moderne und kann zusammen mit Max Ernst als der grösste Maler im Umfeld des Surrealismus bezeichnet werden. Charakteristisch für ihn ist auch, dass er zeitlebens zu eigenständig ist, um vollkommen in einer Bewegung aufzugehen und sich stets eine gewisse Distanz bewahrt. Er beteiligt sich an wichtigen surrealistischen Ausstellungen, etwa auch noch an der ersten wichtigen Nachkriegsausstellung 1947 in der Galerie Maeght in Paris.
Deutsch-Schweizerische Malerin und Bildhauerin.
1932 tritt sie auf Vermittlung Alberto Giacomettis der Gruppe der Surrealisten in Paris bei und nimmt 1933 am Salon des surindépendants teil. Meret Oppenheim gehört in der weitgehend von Männern geprägten surrealistischen Bewegung zu den ganz wenigen Frauen, die als Künstlerinnen akzeptiert und respektiert wurden. Zu ihren Hauptwerken gehören ihre legendären surrealistischen Objekte Déjeuner en fourrure, 1936, und Ma gouvernante – my nurse – mein Kindermädchen, 1936 / 1967, die im gleichen Jahr beide in der der Exposition surréaliste d’objets in der Pariser Galerie Charles Ratton ausgestellt wurden.
Im Laufe des Zweiten Weltkrieges distanziert sie sich von der Gruppe in Paris. Um 1956 kehrt sie zu surrealistischen Themen zurück und nimmt 1959 /60 an der grossen Exposition inteRnatiOnal du Surréalisme (EROS) in der Galerie Daniel Cordier in Paris teil.
Meret Oppenheim hat als junge Surrealistin auch als Modell eine wichtige Rolle gespielt, namentlich in Man Rays Foto-Sequenz Érotique voilée von 1933–34.
Französischer Maler und Grafiker.
Zwischen 1895 und 1897 besucht er die École des Arts Décoratifs.
Er teilt in den frühen 1910er Jahren mit Duchamp die Begeisterung für das »Mechanische«.
Nach einem kurzen Aufenthalt in Barcelona, wo er die DADA-Zeitschrift 291 gründet, lässt er sich 1917 in Paris nieder. Unter dem Einfluss der DADA-Ästhetik entwirft er Portraits als Collagen von vielfältigen Materialien, wie Zahnstocher, Knöpfen usw. auf Leinwand.
Ab 1924 widmet er sich vollkommen der Malerei und entwickelt die Serie der Transparences. In diesen Werken mit surrealistischem verfremdenden Charakter überlappt er Portraits von Personen mit Figuren, darunter solchen aus der Geschichte der Kunst. Gleichzeitig wendet er das Mittel des automatischen Malens an.
Als Grafiker trägt er auch bei der Gestaltung der surrealistischen Zeitschrift Littérature bei.
Schon in den späten 1920er Jahren entfernt er sich von dem Kern der Surrealismus, er interessiert sich zunehmend für Fotografie und Film. Um 1945 nähert er sich wieder der Abstraktion.
Spanischer Maler, Grafiker, Bildhauer und Bühnenbildner.
Mit seinem kubistischen Schaffen hatte Picasso eine auch für den Surrealismus wesentliche Grundlage der Moderne geschaffen. In den Jahren 1924–34 pflegt er dann intensive Beziehungen zur surrealistischen Bewegung selber. Sein Schaffen dieser Jahre zeugt in vielfältiger Weise von dieser Auseinandersetzung. Dennoch sieht sich Picasso nie als eigentliches Mitglied von Bretons Bewegung, sondern bleibt auch in seinen surrealistisch geprägten Jahren stets unabhängig. Namentlich eine Forderung André Bretons geht ihm zu weit, der wünscht, dass das Unterbewusste neu zur allein massgeblichen Triebfeder künstlerischen Tuns werden soll. Picasso glaubt nicht an solches »automatisches« Gestalten und beharrt auf seiner eigenen Auffassung des Surrealen. Dabei achtet er, wie er später sagt, darauf »die Natur nicht aus den Augen zu verlieren«. Das, worum es ihm geht, ist »eine tiefere Ähnlichkeit, die realer ist als die Realität und so das Surreale erreicht«. In den Jahren 1935 bis 1939 und danach erhält Picassos Surrealismus aufgrund des Aufkommens des Faschismus zusehends eine neue Gestalt, die politisches Engagement und poetische Revolution verbindet.
Amerikanischer Fotograf und Maler.
Der Sohn russischer Immigranten aus Philadelphia studiert Architektur und wendet sich dann der Malerei zu. Ab 1915 fotografiert er eigene Gemälde. Er beginnt zunächst unentgeltlich, dann professionell die mondäne Aristokratie zu portraitieren; er wird Modefotograf bei Poiret.
1915 freundet er sich mit Duchamp an, dem er 1921 nach Frankreich folgt.
Ab 1918–20 formuliert er seine Ideen mithilfe von Objekten. Hier werden Körper zu mechanischen Konstrukten und Alltagsobjekte werden wiederum animiert.
Ab 1922 entwickelt er die Rayographie, ein kameraloses Verfahren, bei dem Objekte direkt auf das Fotopapier gelegt und belichtet werden, so dass schattenähnliche Formen und Muster entstehen. Seine Sammlung von Rayogrammen Les champs délicieux wird als photographisches Gegenstück des «automatischen Schreibens» von Breton gesehen.
Zwischen 1923–1929 dreht er fünf Filme: Anémic cinéma, Retour à la raison, Emak Bakia, L’Etoile de mer und Le mystère du château de dés. Die angestrebte Karriere als Filmemacher scheitert an der mangelnden Anerkennung seiner surrealistischen Freunde und an der massgebenden Präsenz der Filmemacher Luis Buñuel und Salvador Dalí. Man Ray gilt als einer der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhundert.
Französischer Maler und Grafiker.
Yves Tanguys Entschluss, Maler zu werden, ergibt sich 1923 nach dem Besuch einer Ausstellung mit Werken Giorgio de Chiricos in der Galerie Paul Guillaume in Paris. Über die 1924–29 erscheinende Zeitschrift La révolution surréaliste findet er dann zum Surrealismus.
Nach einigen »pseudo-naiven« Versuchen in der Art Picabias (Werner Spies) wendet sich der Autodidakt Tanguy einer eigenen Bildersprache zu, die optische Erfahrungen mit Versatzstücken aus der Traumwelt vereint. Charakteristisch für seine reife Werkphase sind imaginäre Weiten, die an endlose Strände erinnern. Sie werden vom Maler mit skulpturalen Elementen versehen, die an Steine oder Knochen erinnern und mit denen er den im Bild erträumten Raum gliedert.
Tanguy emigrierte 1939 in die USA und beteiligte sich an den Aktivitäten der Surrealisten im Exil. Die neue Heimat befreit den Künstler nicht nur von der Gefahr des Krieges, sondern ermöglicht ihm auch eine neue Wahrnehmung des Raums und des Lichts.