Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03379.jsonl.gz/322

Geologie
Morphologie und Regionalgeologie
Das Projektgebiert befindet sich am Südrand der mittelländischen Molasse. Unmittelbar südlich folgt hinter der alpinen Überschiebungsfront die subalpine Molasse, in der einzelne losgelöste Molassedecken verschuppt übereinander aufgeschoben wurden.
Der felsige Untergrund setzt sich aus den Gesteinen der Unteren Süsswassermolasse, sowie deren ostschweizerischen marinen Äquivalenten der Oberen Meeresmolasse zusammen. Die Felslithologien bestehen anfänglich im Gebiet Brendi noch überwiegend aus bunten Nagelfluhen und Sandsteinen. Bereits wenige hundert Meter südwärts findet dann allerdings ein Wechsel zu granitischen Sandsteinen, Siltsteinen und Mergeln, sowie nur noch stark untergeordnet bis sehr selten konglomeratischen Zwischenlagen statt. Die Schichten fallen mit konstant rund 40° in Richtung NNW und damit in Bezug auf die Talflanke parallel zur Talrichtung generell in den Hang hinein ab (bedeutende Ausnahmen: Südflanken im Bereich von seitlichen Bachtobeln).
Die heutigen grösseren Eintalungen wurden im Rahmen der quartären Eiszeiten von grossen Gletschern in den Felsuntergrund erodiert. Auch das Thurtal ist entsprechend ein glazial geprägtes Trogtal.
Mit dem fortlaufenden Rückzug des Gletschers bildete sich zwischen Gletscherzunge und dem Felsriegel bei Lichtensteig ein See, in den zunächst noch späteiszeitliche Seebodenlehme, sowie mit zunehmendem Gletscherrückzug anschliessend nacheiszeitliche Seeablagerungen abgelagert wurden.
Untergrundverhältnisse von Norden nach Süden
Im Gebiet Brendi herrschen kleinräumig sehr unterschiedliche Untergrundverhältnisse vor. Bergseitig steht der Molassefels (Nagelfluh) meist unter einer marginalen Bodenschicht an. Talseitig liegt eine Schotterterrasse mit Überlagerung durch den Schuttkegel des Brendibachs vor. Weiter südlich schliesst sich der Molassefels (hauptsächlich Sandsteine und Nagelfluh) an, darüber liegt etwas Hangschutt und eine belebte Bodenschicht.
Die Lockergesteinsbedeckung nimmt nachher tendenziell eher auf unter 2-3m ab.
Ab dem Südbereich Lehnenbrücken Brendi werden die Nagelfluhbänke durch granitische Sandsteinbänke abgelöst. Die Lockergesteinsbedeckung besteht nur noch aus geringmächtigem Waldboden, der direkt auf dem Fels aufliegt. Auf den Rippen finden sich geringe Lockergesteinsmächtigkeiten, während sich in den schräg abfallenden Senken / Rinnen lokal mächtige Lockergesteinsfüllungen und weiche Felsschichten zeigen.
Im Abschnitt Würzen zeigt die Felsoberfläche ein starkes Relief mit Rinnen. Die Lockergesteinsdeckung variiert sehr stark von 1-10m. Unter dem Bodenhorizont finden sich siltig-sandige Gehängelehme, stellenweise sogar tonig-siltige Seeablagerungen.
Der Felsuntergrund im Tunnel Lochweidli setzt sich aus alternierenden Mergel-, Siltstein- und Sandsteinbänken zusammen. Die Schicht- / Trennflächen fallen konstant mit 40° in Richtung NNW ein. Die Verwitterungszone umfasst in der Regel maximal die obersten 2-4m.
Im anschliessenden Plättliwald ist der Molassefels (überwiegend Sandstein) mit Gehängelehm bzw. Hangschutt überdeckt.
Im Gebiet Scheftenau kommt das Trassee auf postglaziale Schotter der Thur (Kies-Sand-Stein-Gemisch) zu liegen. Die Untergrundverhältnisse ändern rasch von der Schotterterrasse zu feinkörnigen Verlandungssedimenten.
Die Querung des Thurtals besteht aus einer geringmächtigen Deckschicht und den Flussablagerungen (Kies-Sand-Gemisch mit einzelnen Steinen) der Thur. Ab ca. 3-6m Tiefe folgen postglaziale Seeablagerungen sowie Seebodenlehme bis in grössere Tiefen.
Die Umfahrung endet im Bereich Stegrüti auf dem Schuttkegel des Gerenbachs (kiesiger Bachschutt und Überschwemmungsablagerungen), unterlagert von siltig-feinsandigen Seeablagerungen.
Hydrologie
Innerhalb des beschränkt durchlässigen Hangschutts bildet sich an der Basis ein witterungsabhängiger Hangwasserspiegel von auf dem Molassefels gestautem Sickerwasser.