Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03641.jsonl.gz/1493

Dienstag, 29. April 2014 by Christoph
Umso mehr verstärkte sich im Laufe des Defilees der Eindruck, dass der unermessliche Strom an Soldaten mit ihrem stampfenden Gleichschritt, die endlose Kolonne von Lastwagen, von Panzern und Kanonen nie mehr abreissen könne. Kampfflugzeuge heulten in fadengerade ausgerichteten Formationen über uns hinweg, über einhundert Düsenmaschinen der Typen Vampire, Venom und Hunter – Namen, die jeder Bub kannte. Die Schweiz war ein waffenstarrender Zwerg. Er zeigte sich an jenem Tag im Oktober 1963. Der Boden neben der 40 Meter breiten Landepiste bebte, als die veralteten Jagdpanzer G 13, die schnellen französischen AMX und die 50 Tonnen schweren Centurion-Panzer aus England in Viererkolonne vorbeikarrten. Die Soldaten der Infanterie marschierten in Zwölferkolonnen, 118 Schritte pro Minute und auf Höhe der Ehrentribüne mit dem Blick nach: rechts!
Das Schweizer Fernsehen übertrug das Defilee stundenlang live mit einem bis anhin nicht gekannten Aufwand von drei Kamera-Equipen. Fast eine Million Menschen verfolgte den Aufmarsch an einem der rund 400 000 Schwarzweiss-Geräten im Land. Die «Neue Zürcher Zeitung» gestand dem Studio Bellerive «eine vorzügliche Leistung» zu. Der Kommentar sei im Gegensatz zum Korps-Defilee in Payerne von 1959 «ausgezeichnet» und von «überlegener Kenntnis» gewesen.
Hier eine Radioreportage von und mit Kurt Felix: