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Während sieben Jahren arbeitete Winnie Nkutha in einer Bäckerei der südafrikanischen Ladenkette Pick n Pay. Wie viele andere ArbeiterInnen in Südafrika war sie nicht direkt bei Pick n Pay angestellt, sondern bei verschiedenen Arbeitsvermittlern unter Vertrag. Nachdem sie sich für ihre Arbeitsrechte stark gemacht hatte, wurde ihr der Job in der Bäckerei gekündigt. Die Solidar-Partnerorganisation Casual Workers Advice Office (CWAO) unterstützt Winnie. Lesen Sie hier ihre Geschichte.
«Geboren bin ich vor 31 Jahren in der Township KwaThema, einer kleinen Vorstadt im Osten von Johannesburg. Dort bin ich als Jüngstes von sechs Kindern aufgewachsen und dort lebe ich auch heute noch. Meine Mutter war alleinerziehend und arbeitete als Hausangestellte: Entsprechend musste ich auf vieles verzichten, aber mein Leben war okay.
2003 begann ich mein Studium als Elektroingenieurin. Leider musste ich es abbrechen, weil mir die öffentlichen Stipendien versagt blieben. Ein Jahr später wurde ich schwanger und hatte entsprechend keine Möglichkeit mehr, meine Ausbildung fortzusetzen.»
Die Arbeit in der Bäckerei
«Vier Jahre nach der Geburt meines Kindes, besorgte mir meine Schwester, die als Managerin bei Pick n Pay arbeitete, einen Job in der Bäckerei. Es gab viele strenge Hygieneregeln, und ich musste schwere Säcke von bis zu 25 Kilogramm rumtragen. Aber ich hatte auch Freude an der Arbeit, denn ich verbrachte viel Zeit dort und war unter Leuten. Es war sehr laut, nicht wie in einem Büro. So konnte ich auch laut singen und niemand hätte sich jemals darüber beklagt... In diesem Sinne war es ein flexibler Arbeitsort, aber eben auch mit vielen Regeln.»
Für unsere Rechte einstehen
«Viele meiner KollegInnen waren über Arbeitsverleihfirmen – so genannte Labor Brokers – eingestellt, und wir realisierten, dass wir nicht die gleichen Rechte hatten wie die Festangestellten von Pick n Pay und dass wir auch keine Beschwerden anbringen konnten. So beschlossen wir einen Marsch zu organisieren: Am 7. September 2016 liefen wir zum Hauptsitz von Pick n Pay und übergaben unsere Beschwerden zu unseren Arbeitsbedingungen. Ich war eine der Personen, die dort mit den Medien sprachen. Kurz darauf wurde ich gefeuert.»
Die Hilfe von CWAO
«Die Beratung durch CWAO hat uns viel geholfen. Denn wir hatten keine Ahnung von unseren Rechten als ArbeiterInnen. CWAO organisiert zwei Mal pro Monat Workshops für Angestellte, und sie helfen mir in meinem Verfahren vor Gericht. Eine Rechtsberatung hätte ich mir ohne CWAO niemals leisten können.
Auch wenn sich die Dinge für uns selber nicht immer zum Guten wenden, sollten wenigstens unsere Kinder nicht das Gleiche durchmachen müssen wie wir. Die Arbeitgeber, die alles an Labor Brokers auslagern, werden unser Land nicht voranbringen. Denn mit dem Lohn der Verleihfirmen kann man sich nicht viel leisten, geschweige denn seinen eigenen Lebensstil führen. Versuchen wir die Dinge für die kommenden Generation besser zu machen.»