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«inen eigenen Paragraphen seines vortreffliche» Buches. In der Thal ist auch in den letzten Jahren in der technischen Literatur eine große Zahl verschiedener Mittel zur Sicherung der Schraubenbolzen gegen das Losgehen zu Tage getreten, und dies allein mag schon hinreichend beweisen, daß die Praxis nothwcndig solcher Mittel bedarf.
Es mag deshalb versucht werden, die verschiedenen SchraubensicherungSmethoden hier übersichtlich zusammenzustellen, soweit solche bisher angewendet worden find oder zur Anwendung vorgeschlagen werden tonnen. —
Bekanntlich ist eine im ruhigen Zustande befindliche Mutter, wenn sie fest auf der Schraube augezogen ist uud somit die zwischen dem Kopf der Schraube und der Mutter befindlichen Befestigungsstücke preßt, durch einen nach der Längenrichtung des Schraubenbolzcns ausgeübten Druck nicht zu lösen, indem durch denselben in den Gewindgangeu eine die Drehung der Mutter verhindernde Reibung erzeugt wird. Dies gilt so lange, als der Steigungswinkel des Schrauben« gcwindes eine gewisse, zunächst vom Neibungswinkel abhängige Grenze nicht überschreitet. Die gewöhnlich für Befestigungsschrauben angewendeten Schraubengewinde haben nun aber so kleine Steigungswinkel, daß diese Grenze nicht erreicht wird. Sonach ist bei einer angezogenen Mutter die freiwillige Lösung dann nicht zu befürchten, wenn der Bolzen nur durch Kräfte in Anspruch genommen wird, welche in der Richtung der Schraubenaze ohne mit Stößen verbundene Erschütterungen wirken. Diese Voraussetzung trifft nun in den allermeisten Fällen zu, so daß solche Befestigungsschrauben keinerlei Sicherungen bedürfen.
Der Einfluß von auf die Tchraubenbcfestigung und besonders auf die Mutter wirkenden Stößen kann aber einen solchen Grad erreichen, daß die durch die Anzugsspannung des Schraubenbolzcns in den Gcwiudgängen und an der Auflagcrfläche der Mutter erzeugte Reibung überwunden und die Befestigung gelöst wird. Dies wird nun um so eher der Fall sein, wenn jene Anzugsspannung überhaupt nur gering ist, d. h. wenn eine Mutter nicht so fest angezogen wird, daß die erzeugte Anzugsspannung die durch die Dimensionen des Bolzens bestimmte Tragfähigkeit desselben erreicht.
Ein solcher Fall tritt z. B. ein, wenn zwei Körper durch Schrauben so mit einander verbunden werden, daß ihre im Ucbrigen veränderliche Entfernung von einander eine gewisse durch den Abstand zwischen Kopf und Mutter der Befestigungsschrauben bestimmte Größe nicht überschreiten soll, und wenn diese beiden Körper zeitweilig durch eine Kckft in Anspruch genommen werden, welche die Körper weiter von einander zu entfernen strebt. Wirkt nun diese Kraft nicht, so sind die Schrauben auch nicht angezogen, d. h. keiner Längcnspannung ausgesetzt; folglich wären leichte Erschütterungen schon im Stande, eine relative Bewegung der Mutter gegen ihren Tchraubcnbolzcn zu bewirken. In diesen Fällen bedarf man somit einer Tchraubensicherung.
Aehnliches tritt ein bei den Deckel schrauben der Zapfenlager, bei welchen auch die Schrauben nicht ihrer Festigkeit entsprechend angezogen werden dürsen, da sonst die Lagcrschalen, falls nicht unzusammendrückbarc Zwischenlagcn zwischen letzteren angebracht sind, gegen den Lagerzapfen ge
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preßt würden; anch hier sieht man Schraubensicherungcn ziemlich allgemein in Anwendung.
Sind nun gar jene ans Lösen der Schlaubenbefestigungen wirkenden seitlichen Erschütterungen sehr groß, so wird auch, wie oben bereits bemerkt wurde, eine stark angezogene Schraube nach und nach dieser Einwirkung unterliegen und somit einer Sicherung bedürfen. Solche Fälle kommen vor bei den Schienenbefestigungen der Eisenbahnen, bei den Locomotiven, Kriegsschiffen u. f. w.
Unter den verschiedenen Mitteln der Schraubeusicherungcn kann man hauptsächlich zwei Methoden unterscheiden. Nach der eisten sucht man die relative Bewegung der Mutter auf der Schraube durch besondere (directe oder indirecte) Befestigung Beider mit einander zu verhindern. Die Lösung einer solchen gesicherten Verbindung kann also nur geschehen, falls ein Bruch der Schraube oder deren besonderer Befestigung mit der Mutter eintritt. Häufig ist diese besondere Befestigung auch wiederum nur eine Frictionsverbindung und keine eigentliche Befestigung, so daß die Wahrscheinlichkeit des sclbstthätigen Lösens hier nur in gewissem Grade gemindert wird.
Die zweite Methode unterscheidet sich wesentlich von der ersten dadurch, daß sie das Uebel selbst (die schädlichen Stöße) in seiner Wirkung aufzuheben sucht. Durch größereElasticität des Schraubenbolzens werden einfach die Stöße in ihrer Wirkung so geschwächt, daß eine Lösung der Mutter nicht mehr zu befürchten ist. Danach erscheint diese letztere Methode wenigstens in solchen Fällen, in welchen die Schrauben, ihrer Festigkeit entsprechend, stark angezogen find, als die bei Weitem rationellste und wird nur in Fällen, wie bei den Lagerdeckclschrauben, der erstereu in Bezug auf Sicherheit nachstehe,,.
Daß beide Methoden behufs relativ größerer Sicherheit auch gleichzeitig angewendet weiden können, ist selbstverständlich.
I. Die Mittel der besonderen Befestigung der Mutter mit dem Schraubenbolzen.
Zunächst kann, wie schon angedeutet, diese besondere Befestigung dircct oder indircct sein, d. h. im elfteren Falle wird die Mutter dircct mit dem Bolzen so verbunden, daß keine Bewegung gegeneinander möglich wird (es bliebe nur eine für die Verschraubung meist unschädliche Drehung des Bolzens mit der Mutter im Loche der Befestigungsplatte denkbar). Indirect ist die besondere Befestigung dann, wenn die Mutter zunächst durch einen der zu verschränkenden Körper (Vcrschranbungsplatte) an der Drehung verhindert wird, was dann gleichzeitig auch für den Schraubenbolzen der Fall sein muß. Die Mittel, um Letzteres zu erzielen (Anbringung von Nasen, Vierkant u. f. w. am Bolzen oder Kopf desselben, Kopfhalter), weiden hier vorausgesetzt. Die directe und indirecte Sicherung tonnen auch combinirt auftreten, wenn eben die Drehungsverhinderung des Bolzens gegen die Verschraubungsplatte mit der Drchungsverhinderung der Mutter gegen diese Platte conftructiv vereinigt wird.
Daß ferner die besondere Befestigung (Sicherung) auch wiederum, wie die Verschraubung selbst, nur eine FrictionSbefestigung sein kann, wurde oben bereits ebenfalls angedeutet.
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In Bezug auf die Constluction selbst lasse» sich endlich die hierher gehörigen Ticheiungsmittel in solche mit nur einer und solche mit zwei Schraubenmuttern eintheilen. Die im letzteren Falle noch hinzutretende Mutter heißt dann Gegenmutter, Contremutter. Ist eine weitere Mutter nur in zweiter Linie bei der besonderen Befestigung selbst zur Anwendung gebracht, so ist diese uicht als Gegenmutter anzusehen.
H. Directe Sicherungen mit einer Mutter.
Bei diesen Sicherungen ist, wie bereits angedeutet, ein ferneres Mittel, um den Bolzen selbst im Loche an d« Drehung zu hindern (Kopfhalter), zwar nicht nothwendig, aber schon wegen der leichteren Möglichkeit des Anziehens zweckmäßig.
Zunächst wären hierher diejenigen Mittel zu rechnen, welche die Bewegung der Mutter auf dem Schraubenbolzen in solcher Weise verhindern, daß ein Zurückschrauben der Mutter überhaupt nicht mehr stattfinden kann, daß also die Veischiaubung in ihren Eigenschaften von der Vernietung nicht mehr wesentlich unterschieden ist. Wie bei einer Vernietung, müßte, um eine derartige Verschraubung wieder zu lösen, die Schraube selbst oder die Mutter zerstört werden. Die Verschraubung verliert hierdurch ihre Eigenschaft der Lösbarkeit gegenüber der Vernietung, und sollen deshalb hier derartige Mittel nicht zu den „Echraubensicherungen" gerechnet werden.
Dennoch seien einige derartige Mittel, welche die Verschraubung unlösbar machen, wenigstens kurz angeführt.
Man erreicht eine Befestigung der Mutter auf der Schraube durch Vernietung des über der Mutter vorstehenden Schraubengewindes, ebenso durch Eintreiben eines Keiles in diesen Gewindetheil in Richtung der Echraubenaze, wodurch eine Ausdehnung des Gewindes erfolgt. So weiden nach einem englischen Patente (Vaughan «K Watteau) Schrauben fabricirt, welche im Gewinde hohl sind, so daß in diese Höhlung nach der Verschraubung ein couischei Keil von Stahl eingetrieben werden kann*). Nachdem hierdurch das Gewinde genügend ausgeweitet ist, wird der Stahlkeil wieder herausgezogen.
Hierhin gehören ferner die Rostmittel, welche man bei Verschraubungen anwendet, um ein'Festkosten der Mutter auf dem Schraubengewinde zu veranlassen.
Die nachstehend weiter beschriebenen Sicherungen unterscheiden sich von den soeben angeführten Mitteln dadurch, daß diese Sicherungen zwar ein selbstthätiges Lösen der Verschraubung verhindern, beziehungsweise erschweren, dagegen die Lösung der Verschraubung durch die Hand des Arbeiters jeder Zeit gestatten, ohne die Verschraubungstheile selbst dabei zu zerstören.
1. Mutter mitSicherungstappe (Fig. l,Taf. XVII).
Diese Sicherung ist bei Lagerdeckelschrauben bereits seit langer Zeit in Anwendung und gestattet, die äußere Form der Mutter mannigfach zu verzieren; die Kappe wird dann auch wol von Bronze hergestellt.
In der Zeichnung ist hier eine starke Schraube mit flachem Gewinde angenommen. Der oben cylindrische Theil der Mutter ist mit einer Längsrinne, parallel der Schraubenaze versehen; in diese Rinne greift ein in der Sicherungstappe nach innen vorstehender Stift ein, so daß ohne gleichzeitige Drehung der Kappe eine Drehung der Mutter nicht möglich wird. Die Kappe selbst wird nun mit dem Schraubenbolzen hier durch eine seitlich angebrachte Klemmschraube verbunden. Statt dessen kann auch der cylindrisch verlängerte Kern der Schraube selbst mit einem kleineren Schraubengewinde versehen und so die Kappe von oben noch mit einer besonderen Mutter au die Schraube befestigt werden.*)
Diese Sicherung ist als Frictionsbcfestigung zu bezeichnen. Ein Voltheil derselben ist, daß die Mutter in jeder Anzugsstellung gesichelt weiden kann.
Wird das metrische Maßsystem (überall Millimeter) zu Grunde gelegt, so können für die Ausführung die in den Figuren eingeschriebenen Verbältnisse zu Grunde gelegt werden, worin cl den Durchmesser der Tchraubenspindel uud D die Schlüsselweite der Mutter bezeichnen^
0--6,5-5-1,4 ä (1).
Wird die Steigung des stachgängigen Gewindes für Befestigungsschrauben genommen nach del Fonnel:
8 -- 1,5-4-0,13 6**) . . . .' (2),
so leicht die gewöhnliche Höhe einei flachgängigen Mutter:
r.--i,5ll (3)
auch hier aus.
Das del beschriebenen Constructiou zu Grunde liegende Princip läßt sich auch leicht so modificireu, daß die Sickerung aus einer Flictionsbefcstigung zu eiuer vollständigen Befestigung wird. In dieser Weise ist die Tichcruugskappe in Fig. 2 uud 3 dargestellt, eine Eonstruction, welche wol manche Vorzüge besitzen möchte.
Die Schraube ist hier nämlich über dem Gewinde in einem Vierkant verlängert, dessen Diagonale gleich dem Durchmesser cl, des Tchraubcnkcrncs genommen werden kann. Ucbcr dieses Vierkant wird die Sickernngskappe, genau aufgepaßt, geschoben; dieselbe umfaßt die Seitenflächen der Mutter entweder als hoblcs sechseckiges Prisma oder nur, wie in Fig. 3, mit zwei herunterhängenden Lappen. Da die Centriwinkel des regelmäßigen Vierecks und regelmäßigen Sechsecks um 30° differiren, so ist es leicht, bei einer Schlaubenumdrehuug zwölf von einandei gleich weit entfernte Feststellungen der Mutter zu finden. Um die Ticheruugskappc vor dem Herunterfallen zu schützen, kann dieselbe durch einen kleinen Keil an dem Schraubenbolzen festgehalten werden. Die Länge der
herunterhängenden Lappen der Sicherungskappe richtet sich nach der Höhe, um welche die niedrigste Stellung der Mutter von der höchsten entfernt liegen soll.
Genügen zwölf Feststellungen bei einer Umdrehung nicht, so lassen sich auch leicht 24 erzielen, wenn man das Bolzenende nicht als Vierkant, sondern als regelmäßiges Achtkant formt und die Sicherungskappe entsprechend aufpaßt.
Die Ausführung einer derartigen Sicherungskappe ist dem Verfasser bisher noch nicht bekannt geworden.
2. Schraube mit Splint. (Fig. 4.)*)
Diese wol am häufigsten angewendete Methode gestattet der angezogenen Mutter nur eine Stellung. Das Gleiche ist der Fall, wenn der Splint quer durch Mutter und Bolzen gesteckt wird, eine Anordnung, wie sie besonders häufig bei Seil- und Kettenhaken auftritt, wo der Bolzen mit der Mutter im Loche drehbar verbleiben muß.
Um für verschiedene Anzugsstellungen der Mutter die Sicherung zu ermöglichen, kann nach Fig. 5 und 6 die Mutter mit mehreren Querlöchern (hier drei) versehen werden. Das Loch im Schraubenbolzen ist dann, wie in Fig. 5 punktirt, länglich zu machen. Bei einer Umdrehung der Mutter sind hier sechs Feststellungen möglich.
Diese Sicherung, welche unter Umständen noch eines Kopfhalters bedarf, wird bei Pleuelstangen angewendet.
Man kann auch mehrere benachbarte Muttern durch einen gemeinschaftlichen Splint versichern und bedarf dann keines Kopfhalters. Ist das Muttergewinde in der Verschraubungsplatte selbst vorhanden, so genügt es, einen Splint durch die Schraubenköpfe als Kopfhalter hindurch zu ziehen, Fig. 7 und 8, als Sicherung für Tchmiergefäßdeckel gebräuchlich.
Für das scharfe (Whitworth-) Gewinde ist hier die Mutterhöhe, wenn nicht besonders anders bemerkt wird, zu cl und die Schlüsselweitc zu v nach (1) angenommen.
3. Schraube mit Querkeil. (Fig. 9 und 10.) Der Anzug des Sicherungskeiles gestattet in nicht sehr
weit von einander liegenden Grenzen jede Anzugsstellung der Mutter, falls durch Einstreichen des elfteren in der oberen Fläche der letzteren nicht einzelne Stellungen besonders vorgezeichnet sind.
Ein zweiter Vorsteckkeil kann noch zur Verhinderung des Herausfallens des Ticherungskcilcs selbst angewendet werden. Der Anzug des letzteren mag zn ^ gewählt werden.
4. Schraube mit Längskeil von F. Lucas**). (Fig. 11 und 12.)
Der Längskeil wird in eine parallel der Schraubenaze vorhandene Nuth eingelegt, welche im Gewinde der Schraube und dem der Mutter je zur Hälfte eingestoßen ist. Durch das Lösungsbestreben der Mutter wird dieser in seine Nuth mit Spielraum eingelegte Ticherungskeil um so fester gehalten. Zieht man die Mutter etwas an, so ist der Keil leicht herauszunehmen.
Um bei einer Umdrehung der Mutter sechs Anzugs
stellungen sichern zu können, ist nur nöthig, den Bolzen mit zwei, die Mutter mit drei im Umfange gleich vertheilteu Nuthen zu versehen. Derartige Schiaubenstcherungen find bei den Laschenverbindungen von Eisenbahnschienen zur Anwendung gekommen.
Diese Sicherung, sowie die unter 2. und 3. aufgeführten sind Befestigungen ohne Friction.
L. Indirecte Sicherungen mit einer Mutter.
Dieselben beruhen, wie angeführt, darauf, daß die Muttcr durch irgend eine Vermittelung von der Verschraubungsplatte aus an der Drehung gehindert wird. Die dahin zielenden Anordnungen sind außerordentlich verschiedenartig und können leicht nock mannigfach, je nach der besonderen Form der Verschraubungsplatte, in ihrer Construction geändert werden.
Zunächst kann auch hier ein Splint Mutter und Platte verbinden; dann wird sehr häufig die Unterlagsscheibe in besonderer Form zur Befestigung der Muttcr an der Platte verwendet; auch benutzt man die prismatische Form der Mutter, um durch besondere gegen die Mutterflächen passende, auf die Platte geschraubte Legestücke die Drehung zu hindern; endlich formt man die Mutter speriradartig und läßt von der Platte aus eine Klinke einschnappen. Von allen diesen Anordnungen seien die nachfolgenden als specielle Beispiele aufgeführt.
Wie schon angeführt, bedürfen diese indirecten Sicherungen zumeist noch besonderer Kopfhalter; sie lassen sich übrigens selbst auch zu letzterem Zwecke verwenden. Nur die nachstehend zuerst mitgetheilten Formen mit Anwendung des Vorsteckers oder Splintes bedürfen als Combinationen von directen und indirecten Sicherungen keiner Kopfhalter.
5. Mutter mit eingelassenem Vorstecker. (Fig. 13 und 14.)
Diese Sicherung ist hier als Kopfbalter dargestellt (das zur Schraube gehörige Muttergewinde in die Verschraubungsplatte eingeschnitten oder die zugehörige Mutter ebenfalls gegen Drehung gesichert gedacht); den drei radialen Schlitzen in der Platte entsprechend, gestattet diese Sicherung Sechsteldrehungen.
Fig. 15 und 16 stellen eine Abänderung als Muttersicherung dar. Die Unterlagsscheibe ist mit den drei radialen, im Querschnitte halbkreisförmigen Rinnen zur Aufnahme des Vorsteckers oder Splintes (Splißstiftes, Tplißnagels) versehen und durch einen kleinen, in die Verschraubungsplatte eingepaßten Stift selbst an der Drehung gehindert. Der Vorstecker bedarf dann wiederum im Tckraubenbolzen eines länglichen Schlitzes.
Diese beschriebenen Formen kommen häufig bei Pleuel« köpsen zur Anwendung.
6. Unterlagsscheibc mit Klemmschraube von Penn. (Fig. 17.)
Diese Sicherung gestattet jede Anzugsstellung, ist jedoch auch nur (wie die in Fig. 1) eine Frictionsbefestigung. Die Unterlagsscheibe wird durch einen in die Verschraubungsplatte eingepaßten Stift an der Drehung gehindert, und die seitliche Klemmschraube, aus Stahl gefertigt, verbindet Mutter und Unterlagscheibe fest.
Wegen des cylindrischen Untertheiles der Mutter müssen ihre Dimensionen gegenüber den gewöhnlichen vergrößert werden. Die Schlüsselweite ist hier nach Reuleauz zu
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anzunehmen.
Derartige Sicherungen wurden vielfach von Penn u. A. bei den Lagerdeckeln der Tchiffsdampfmaschinen angewendet. Auch kann man in solchen Fällen der Unterlagscheiben ganz entbehren und, wie in Fig. 18 angegeben, die Mutter mit ihrem cylindrischen Untertheile ganz in die Verschraubungsplatte einlassen, durch welche dann seitlich die Klemmschraube hindurch tritt.
7. Mutter mit Federstift von Tailfer*). Fig. 19 und 20.)
Diese schon complicirtere Form ist deswegen nicht empfehlenswerth und mag mit einigen anderen hier nur aufgeführt werden, um die verschiedenen augewendeten Principien etwas zu illustriren. Die Verschraubungsplatte ist mit mehreren, in gleichen Abständen von der Schrauben«;« angebrachten Ginbohrungen versehen, in welche der im Fleische der Mutter eingelassene Federstift einschnappt, verschiedenen Anzugsstcllungen entsprechend. Der Federstift ist nach der Richtung des Anziehens der Mutter abgeschrägt, Fig. 29, um bei weiterem Anziehen an der ebenfalls dahin abgeschrägten Wandung der Einbohrung in der Platte emporgleiten zu können, wobei die Feder zusammengepreßt wird. Soll die Mutter gelxst werden, so ist der die Stiftlammer in der Mutter oben abschließende Deckel herauszuschrauben und der Stift herauszunehmen. Giebt man der Mutter zwei Stifttammern, so lassen sich mit drei zugehörigen Löchern in der Platte ebenfalls sechs Anzugsftellungen erreichen.
Die in der Figur eingeschriebene Dimension der Mutter, über Eck gemessen, ist D,° -- 1,15 0".
Solche Sicherung ist von Tailfer für Lageideckelschrauben angewendet.
Zwei andere Ticherungsarten, bei welchen ebenfalls Federwirlung angewendet ist, und welche darum ebenso wenig praktisch erscheinen möchten, find amerikanischen Ursprunges und mögen hier kurz unter 8. und 9. erwähnt werden.
8. Mutter mit schleifender Feder von Harris und Browning**). An der Mutter ist eine kleine Feder befestigt, welche beim Anziehen auf der Verschraubungsplatte schleift, bei Rückbewegung der Mutter sich gegen die Platte stemmt und so die freiwillige Lösung erschwert. Die Lösung kann mittelst eines besonderen Schraubenschlüssels geschehen, welcher die Feder aushebt.
9. Federnde Unterlagsscheibe vonShaw***). Die aus Stahl gefertigte Unterlagsscheibe ist radial aufgeschnitten, und die eine der Schnittflächen nach oben zu abgeschärft und aufgebogen. Diese Schärfe soll die Rückbewegung der Mutter auf der Scheibe erschweren, falls Letztere selbst durch Rauhheit der Oberfläche der Verschraubungsplatte an der Mitdrelmng verhindert wird.
Die nun folgenden Methoden mit Anwendung der bereits
erwähnten Legestücke sind in bestimmten Fällen außerordentlich zweckmäßig zu verwenden.
10. Legeschlüssel. (Fig. 21 und 22.) Der Legeschlüssel wird durch eine besondere Schraube an der Verschraubungsplatte befestigt und umfaßt die Flächen der Mutter, wie das Maul eines Schraubenschlüssels. Bei einer sechseckigen Mutter braucht das Maul des Schlüssels nur mit zwei im Winkel von 60° gegeneinander geneigten Innenflächen versehen zu sein; die Mutter taun dann in Sechsteldrehungen festgestellt werden.
Sind die beiden Innenflächen noch mit 60' Winkeleinkerbungen versehen, so sind auch Zwölfteldrchungen festzustellen, wie in der unteren Hälfte der Fig. 22 zu ersehen. Die obere Hälfte der Figur zeigt, wie bei Anwendung von vier Maulinnenflächen durch je zwei entsprechende Einkerbungen sogar Achtzehnteldrehungen leicht festgestellt werden können. Auch ist es leicht, zwei oder mehrere benachbarte Muttern durch gemeinschaftliche Legeschlüssel zu sichern, wie z. B. in Fig. 23.
- Derartige Sicherungen sind vielfach in Anwendung bei Lageideckelschrauben, bei der Befestigung der Schraubenflügel an ihrer Nabe an Schiffsschrauben u. f. w.
Der Schlüssel kann auch manuigfachc Form annehmen, so in Fig. 24 und 25 die eines in zwei öhrartigen Ansätzen der Verschraubungsplatte gelagerten Splintes, welcher durch eine stützende Nase der Platte noch gegen Ausbiegen geschützt wird. Bei den Dcckclschrauben der Dampfkolben wendet man nach Art von Fig. 26 einen gemeinschaftlichen Legering an. Bei diesen mehrfachen Sicherungen lassen sich statt der nach den Figuren nur möglichen Secksteldrehuugen auch leicht Zwölfteldrehungcn u. f. w. erreichen.
Das Legestück kann auch niit einem Tchraubcnlopf aus einem Stücke bestehend gedacht und so als Kopfhalter benutzt werden, wie dieS nach Fig. 27 und 28 bei deu Fcdergchängen der Borsig'scheu Locumotiveu Auwendung findet. Die bei dieser Anordnung nur mögliche volle Drehung des Bozens läßt sich ebenfalls durch Anbringung mehrerer Löcher in den Befestigungsplatten in Bruchtheile zerlegen.
Ein solches Verlängerungsstück taun ebenso leicht mit der Mntter verbunden werden; die Schraube am Ende de» Verlängerungsstückes kann ferner in einer Bogenführung vom Mittelpunkt der Mutter aus in verschiedenen Stellungen festgeklemmt werden. Auch läßt sich das VcrlängeruugSstück stark federnd herstellen, so daß eine am Ende desselben angebrachte Druckschraube, welche auf die Verschraubungsplatte drückt, durch Reibung die Drehung der Mutter verhindert.*)
11. Mutter mit Legescheibc. (Fig. 29 und 30.)
Diese für die Ausführung sehr einfache Anwendung des PrincipeS der Legestücke mag sich hierdurch vortheilhaft von den vorbeschriebeuen mannigfachen Formen der Sicherungen unterscheiden. Es sind hier die Seitenflächen der Mutter ebenfalls als Anschlagflächen benutzt, so daß mit der in Fig. 2 und 3 dargestellten Ticherungsform eine gewisse Achnlickkeit besteht. Auch von dieser Sicherungsconstruction ist dem Verfasser bisher leine Ausführung bekannt.
*) Wiebe, „Lehre von den einfachen Maschinenlheilen", Taf. 5, Fig. 19 und 20.