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| Ambrosius von Mailand (340-397) - Über die Mysterien (De mysteriis)

IX. Kapitel. Die Wesensverwandlung und reale Gegenwart des Fleisches und Blutes Christi in der Eucharistie kraft der Konsekrationsworte, d. i. der Einsetzungsworte Christi: erstere in ihrer Möglichkeit beleuchtet durch analoge biblische Verwandlungswunder, letztere in ihrer mystischen Erhabenheit und praktischen Bedeutung gefeiert mit der Sprache des Hohen Liedes [50—59].
53.
[Forts. v. [S. 300] ] Doch was bedarf es da der Beweise? Greifen wir zurück auf sein eigenes vorbildliches Leben! Am Beispiel seiner Menschwerdung laßt uns die Wahrheit des Geheimnisses begründen! Oder wiederholte sich etwa mit der Geburt des Herrn Jesus ein vorausgegangener Naturvorgang? Fragen wir nach der gewöhnlichen Ordnung, so ist der Kindersegen einer Frau regelmäßig vom Beischlaf des Mannes bedingt. Daraus erhellt nun, daß die Jungfrau außer der Ordnung der Natur geboren hat. Und eben der Leib, den wir gegenwärtig setzen, stammt aus der Jungfrau. Was willst du hier bei Christi Leib nach der Ordnung der Natur fragen, nachdem der Herr Jesus selbst übernatürlicherweise aus der Jungfrau geboren wurde? Ein wahres Fleisch war doch das Fleisch Christi, das gekreuzigt und begraben wurde: in Wahrheit ist es darum das Sakrament jenes Fleisches.