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Was ist Permakultur?
Warum Permakultur?
Philosophie
Grundprinzipien
Die Grundprinzipien der Permakultur lassen sich auf verschiedene Lebensbereiche anwenden.
Bill Mollison und sein Schüler David Holmgren, die „Väter der Permakultur“, haben dazu verschiedene Modelle entwickelt.
Gestaltungsprinzipien
Beobachte und interagiere
Bereits die griechischen Philosophen haben erkannt, dass die Natur an Effizienz und Nachhaltigkeit nicht zu übertreffen ist. Wenn du die Natur beobachtest, stellst du fest, dass sie in Mustern funktioniert, ganzheitlich, effizient und nachhaltig ist. Du bist ein Teil darin, und die Natur ist in dir.
Plane so effizient wie die Natur
Dein Permakultur-Projekt beginnt damit, dass du den dir zur Verfügung stehenden Ort und die dort vorhandenen Ressourcen inspizierst und erfasst. Beobachte dein Grundstück während des ganzen Jahres, und sammle so viele Daten wie möglich. So erkennst du die Beziehungen zwischen den Permakulturelementen und kannst deine Beobachtungen in deine Planung einfliessen lassen. Ziel davon ist, dass du das natürliche Wechselspiel zwischen den Elementen erkennst und daraus neue, effiziente Wege ableitest, um auf deinem Grundstück geschlossene Systeme einzurichten, die sich selbst erhalten und regulieren.
Sammle Energie und speichere sie
Versuche die dir zur Verfügung stehenden Energiequellen nachhaltig zu nutzen, Energie zu speichern und möglichst unabhängig von fossilen Brennstoffen zu produzieren, damit auch die nächsten Generationen noch Ressourcen haben.
Beispiel für erneuerbare Ressourcen:
Sonne, Wind und Wasserkraft
Fruchtbare Böden
Mehrjährige Pflanzen, die vielfältig genutzt werden
Gewässer und Speichertanks
Passivhäuser
Wald
Erwirtschaftete Erträge
Investiere von Anfang an in Ressourcen, die dich mit Nahrungsmitteln versorgen.
Wenn du einen Ertrag erzeugst oder ein Einkommen generierst, fördert das deine Motivation und gibt dir auch Möglichkeiten, wieder in Neues zu investieren und ein vielfältiges System aufzubauen.
Wende die Selbst-Regulierung an, und lerne aus dem Feedback
Bei diesem Prinzip geht es darum, wie du mit den Herausforderungen der Selbstregulierung des Systems umgehst. Du beginnst mit dem Aufbau des Systems, und die Natur gibt dir Feedback, auf das du reagieren musst. Ein positives Feedback, wie dass du ein üppiges Pflanzenwachstum hast, zeigt dir, dass der Boden fruchtbar ist und du auf dem richtigen Weg zu einem selbstregulierten System bist.
Ein negatives Feedback, wie dass deine Pflanzen beispielsweise Krankheiten entwickeln oder eingehen, zeigt dir, dass dein System nicht gut funktioniert und du Massnahmen ergreifen musst. Achte dabei immer darauf, dass deine Massnahmen so schonend wie möglich und langfristig wirksam sind. Dabei gilt: Je grösser die Artenvielfalt ist, desto widerstandsfähiger ist dein System.
Gestalte vom Muster zum Detail
Nur mit einer ganzheitlichen Perspektive kann dein Permakultursystem funktionieren. Es geht darum, das gesamte Bild zu sehen, die Muster zu erkennen und nicht nur auf einzelne Details zu fokussieren. Die Muster legen die Grundstruktur und geben dem System die Ordnung.
Auch komplexe Systeme sind auf einfachen Strukturen aufgebaut. Sie basieren auf den Mustern der Natur und sind die Grundlage, dass das System funktioniert. Als Werkzeug dafür dient dir die Zonen- und Sektorenplanung.
Integriere und grenze nicht aus
Aus der Systemtheorie wissen wir, ein System ist mehr als die Summe seiner Teile. Was in deiner Aussenwelt existiert, soll bestmöglich in dein Permakultur-System integriert werden. Alle neu geschaffenen Teile müssen sich ins vorhandene System eingliedern.
Menschen, Tiere oder Pflanzen verändern und gestalten das System laufend, und alles muss seinen Platz finden. Denn die Wechselwirkungen zwischen den Teilen machen das System zu dem, was es ist. Betrachte nicht nur die einzelnen Teile, sondern beobachte, welche Beziehungen sie zueinander haben.
Nutze kleine und langsame Lösungen
In der Permakultur setzt man auf kleine und langsame Lösungsstrategien. Man nutzt auf kleinstem Raum die praktischsten, sinnvollsten und energieeffizientesten Lösungen.
Alles braucht seine Zeit
Schaut man die Praxis an, spricht vieles gegen schnelle Lösungsstrategien. So sind zum Beispiel schnell wachsende Bäume oft nur kurzlebig. Andere Arten wachsen zwar langsamer, dafür leben sie meist länger. Auch beim Vieh ist das gut sichtbar. Fütterst du dein Vieh mit hochkonzentrierten Nährstoffen und Wachstumshormonen, damit es schneller wächst, hat es eher Wachstumsprobleme und ist anfälliger auf Krankheiten. Alles braucht seine Zeit.
Schätze die Vielfalt, und nutze sie
Die Natur zeichnet sich durch eine enorme Vielfalt von Pflanzen, Formen, Funktionen und Wechselwirkungen zwischen den Elementen aus. Deine Aufgabe ist es, ein Gleichgewicht zu finden zwischen all den verschiedenen Komponenten und der Produktivität, so dass du Vielfalt hast und gleichzeitig eine gute Ernte einfahren kannst.
Vielfalt stärkt dein System
Monokulturen sind anfälliger auf Krankheiten und Schädlinge, was den Einsatz von Pestiziden und Dünger nötig macht. Zudem haben sie einen höheren Energie- und Wasserverbrauch und schädigen langfristig den Boden, da so bewirtschaftete Böden zukünftig nicht mehr fruchtbar sind.
Durch Mischkulturen, also den Anbau verschiedener Pflanzen, kann dein System besser mit Schädlingen, Klimaschwankungen oder Dürreperioden umgehen.
Das Prinzip der Vielfalt gilt nicht nur in deinem Garten, sondern auch für die menschliche Gesellschaft. Die Erhaltung von verschiedenen Kulturen, Sprachen und Lebensformen ist genauso wichtig wie die biologische Vielfalt. Denn unterschiedliche Elemente unterstützen sich gegenseitig, fällt eines aus, hat es noch andere, die dieselben Funktionen einnehmen, und das System kann weiter funktionieren.