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Der russische Ferne Osten gehört zu den abgelegensten Gebieten der Welt. Transportwege dort sind stark limitiert aufgrund der Weite, der Distanzen und der klimatischen Bedingungen. Nun hat Vladimir Yakunin, der Chef der russischen Eisenbahngesellschaft, an einem Treffen der Russischen Akademie der Wissenschaften Pläne vorgestellt, die dies ändern sollen.
Nach einem Bericht der russischen Zeitung *The Siberian Times“ wurden am letzten Treffen der Russischen Akademie der Wissenschaften Pläne zur besseren Vernetzung der russischen Arktis vorgestellt. Die Pläne, genannt „Trans-Eurasische Gürtelentwicklung“, wurden von Wladimir Yakunin, dem Chef der nationalen Eisenbahngesellschaft, präsentiert und beinhalteten den Bau von Schnellstrasse und einer Hochgeschwindigkeitszugstrecke. Die geplante Route würde ein Korridor durch Sibirien und den russischen Fernen Osten bedeuten und die existierenden Verkehrsnetze verbinden. Entlang der jetzigen Transsibirischen Eisenbahnstrecke (TSE) soll ein Netz von Strassen und Pipelines, Ortschaften und Depots entstehen, gemäss den Ideen der Planer. Im Falle eines Erfolgs, so glaubt Wladimir Yakunin, würden rund 10 – 15 neue Industriezweige, neue Städte und eine riesige Menge an neuen Arbeitsplätzen entstehen. Dies würde einen Aufschwung für die fernöstlichen Regionen und Sibirien bedeuten und den Leuten wieder helfen, Arbeit zu erhalten. Doch Yakunin’s Pläne halten nicht an der Küste von Chukotka an. Wladimir Fortov, der Leiter der Akademie, erklärt: „Die Idee ist, dass wir mit Hilfe neuer Technologie im Bereich des Hochgeschwindigkeitstransports eine neue Eisenbahnstrecke nahe der TSE bauen, mit der Möglichkeit eines Ausbaus nach Chukotka und über die Beringstrasse bis zum amerikanischen Kontinent.“ Auf die Frage nach den Kosten erwidert Wladimir Yakunin, dass das Projekt einige Billionen Dollar kosten würde, aber „die ökonomischen Gewinne würden die diese Investitionen bei weitem überwiegen.“
Am Treffen hatte sich auch Viktor Sadovnichy, der Rektor der Moskauer Staatsuniversität, für die vorgeschlagenen Pläne ausgesprochen. Er sehe die Möglichkeit, die Entwicklung der östlichen Regionen, die traditionell eher isoliert sind, voranzutreiben. „Ich komme gerade aus Chabarowsk (liegt etwa 750 Kilometer nördlich von Wladiwostok am Amur, Anm. d Red.) zurück, wo ich mich mit Rektoren von Universitäten des Fernen Ostens getroffen hatte, rund 100 insgesamt. Wir diskutierten über eines der Hauptprobleme, nämlich die Isolation. Bis zu 30 Prozent aller talentierten jungen Leute aus diesen Institutionen verlassen die Region jedes Jahr.“ Wladimir Fortov nannte das Projekt „sehr ambitioniert und teuer“. Doch er meinte auch: „Es wird viele Entwicklungsprobleme der Region lösen. Denn es ist an Sozialprogramme geknüpft, an neue Technologien, neue Energiequellen und so weiter.“
Es stehen noch einige Hürden in der Realisierung dieses Projektes an: weitläufige, verlassene Gegenden ohne jegliche Infrastruktur, schnell wechselnde und intensive Wetterbedingungen und auftauende Permafrostböden und eine steile Küstenlinie, plus danach die Beringstrasse. Die letzte richtige Strasse ist die R504 Autobahn, die in Magadan endet. Ausserdem wurde auf dem Treffen nichts darüber erwähnt, wie der Bereich zwischen der steilen russischen Küste und dem flachen amerikanischen Küstenbereich überwunden werden soll. In der Vergangenheit wurden Pläne für eine Brücke oder einen Tunnel vorgestellt. Doch keines dieser Projekte wurde danach ernsthaft weiter geführt. Die kürzeste Distanz zwischen den beiden Kontinenten beträgt zwar lediglich 88 Kilometer. Doch widrige Wetter- und Meeresbedingungen plus das Eis haben bisher ein Ende aller Pläne für eine einfache Durchquerung der Beringstrasse bedeutet. Und sogar wenn eine Realisierung der Pläne auf russischer Seite Wirklichkeit werden sollte, bleiben immer noch ein Abschnitt von mehr als 850 Kilometer absoluter Wildnis zwischen Nome und dem nächstgelegenen Verkehrsnetz bei Fairbanks, Alaska offen.
Quelle: The Siberian Times
CNN International Edition
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