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Der frühere Militärdiktator Muhammadu Buhari hat die Präsidentschaftswahl in Nigeria gewonnen. Amtsinhaber Goodluck Jonathan habe seine Niederlage offiziell eingestanden und dem 72-Jährigen telefonisch zum Sieg gratuliert, sagte Paul Ibe von Buharis Wahlkampfteam. Jonathan habe Buhari seine volle Unterstützung zugesichert.
Der Muslim Buhari lag laut offiziellen Auszählungsergebnissen aus 35 der 36 Bundesstaaten mit mehr als zwei Millionen Stimmen vor dem 57 Jahre alten Christen Jonathan. Buhari erzielte damit den ersten Sieg der Opposition, seit das ölreiche westafrikanische Land 1999 zur Demokratie zurückgekehrt ist.
Ex-Putschist gibt sich als geläuterter Demokrat
Jonathans Kritiker hatten dem Präsidenten immer wieder vorgeworfen, den Aufstand der islamistischen Gruppierung Boko Haram nicht in den Griff zu bekommen. Oppositionsführer Buhari profitierte zudem von der Frustration der Wähler über die verbreitete Korruption.
Buhari war vor drei Jahrzehnten durch einen Militärputsch an die Macht gekommen. Zwei Jahre später war er aber von General Ibrahim Babangida abgesetzt worden.
Seither kandidierte Buhari, der sich selbst als geläuterten Demokraten bezeichnet, bei mehreren Wahlen. Nach seiner Niederlage vor vier Jahren hatte es starke Unruhen gegeben, bei denen über 800 Menschen getötet wurden.
Gratulation aus Brüssel und Washington
Die Europäische Union hat den Sieg Buharis begrüsst. Aussenbeauftragte Federica Mogherini erklärte noch am Dienstagabend in Brüssel, sie begrüsse den Wahlsieg Buharis als Kandidat der Partei APC «herzlich».
Zugleich gratulierte sie den Politikern aller Parteien, die bei der gleichzeitig abgehaltenen Parlamentswahl am Wochenende einen Sitz in der Abgeordnetenkammer und im Senat erlangt haben. Mogherini dankte dem noch amtierenden Jonathan für dessen «grossen Beitrag für den Aufbau des Landes und für die Festigung der Demokratie in den vergangenen fünf Jahren».
Auch UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon gratulierte Buhari zum Wahlsieg und telefonierte mit Nonathan Goodluck. Der unterlegene Amtsinhaber habe sich nach der Wahl staatsmännisch verhalten, sagte Ban.
Gleichzeitig lobte er das professionelle Vorgehen der nigerianischen Wahlkommission und rief das Volk auf, das Ergebnis des Urnengangs zu akzeptieren. Ähnlich äusserte sich auch US-Präsident Barack Obama.
Wahlen als Herausforderung für das Land
Rund 70 Millionen Wahlberechtigte in Nigeria waren am vergangenen Wochenende zur Abstimmung aufgerufen. Die Wahl verlief nach Ansicht von Beobachtern im Grossen und Ganzen ordnungsgemäss. Es wurde jedoch vor möglichen Manipulationen bei der Auszählung gewarnt.
Die Wahlen waren wegen der anhaltenden Gewalt seitens der Boko Haram vom 14. Februar auf den 28. März verschoben worden. Sie waren eine enorme Herausforderung für Nigeria, das mit fast 180 Millionen Menschen das bevölkerungsreichste Land Afrikas ist und in dem die Religionsgruppen der Christen und Muslime fast gleich gross sind.
Das Land ist zwar der grösste Ölexporteur des Kontinents und auch die grösste Volkswirtschaft. Die Mehrheit der Nigerianer lebt jedoch immer noch in grosser Armut.