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Lauterbrunnen–Grütschalp
|Kürzel||BLM|
|Bahntyp||Standseilbahn|
|Betriebseröffnung||1891-08-14|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1891 eröffnete und anfangs mit Wasserballast betriebene Standseilbahn Lauterbrunnen–Grütschalp im Berner Oberland bildete die erste (untere) Sektion der Gesamtlinie Lauterbrunnen–Grütschalp–Mürren. Den weiterführenden Abschnitt Grütschalp–Mürren bediente eine Adhäsionsbahn. Beide Sektionen bildeten jedoch unternehmerisch als Aktiengesellschaft eine Einheit. Finanzzahlen zur Gewinn- und Verlustrechnung sowie zur Bilanz konnten deshalb für die Seilbahn nicht ausgeschieden werden. Sie sind in den Daten der Adhäsionsbahn inbegriffen. Die Baukosten hingegen beziehen sich nur auf die Seilbahn. Ihre Errichtung übernahm die Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM). Mit einer mittleren Neigung von 549 Promille gehörte sie zu den steilsten Standseilbahnen der Schweiz.
Den Betrieb der BLM (beide Sektionen) besorgten die Berner Oberlandbahnen (BOB). 1902 wurde die Seilbahn elektrifiziert (Gleichstrom). Obwohl dies ihren Fahrbetrieb merklich einschränkte, wirkte es sich nur schwach auf die Passagierzahlen aus. Ab 1909 fanden ausserdem Umbauten an den Bahnanlagen statt, darunter eine Streckenverlängerung in Lauterbrunnen und die Erstellung einer neuen Talstation. Entsprechend stiegen die Baukosten an. Gleichzeitig erhöhte die Seilbahn ihr Transportangebot markant. So führte sie 1910/11 erstmals Winterfahrten aus, was die kräftige Zunahme des Reiseverkehrs begünstigte.
Die ausgesprochen touristisch orientierte Gesamtunternehmung BLM war finanziell sehr erfolgreich. Sie erzielte bis 1914 alljährlich beträchtliche Betriebsüberschüsse, die sich in den Spitzenjahren 1911 und 1912 allein bei der Seilbahn auf über 120'000 Franken bezifferten. Sie war damit deutlich profitabler als die Adhäsionsbahn, bei welcher die Statistik diese Einnahmen in der Gewinn- und Verlustrechnung als «Ertrag von Nebengeschäften» verbuchte. Die ausgeschütteten Dividenden entsprachen in den besten Jahren 6 Prozent des Aktienkapitalwerts. Der Beginn des Weltkriegs 1914 traf das Gesamtunternehmen BLM jedoch mit aller Härte. Bei der Standseilbahn brachen die Erträge verglichen mit 1913 sowohl im Personen- wie im zunehmend wichtigen Güterverkehr bis zum Jahr 1915 um fast 90 Prozent ein. Noch defizitärer wurde die Adhäsionsbahn. Die schwebenden Schulden der BLM stiegen bis 1919 auf 291'000 Franken. 1921 musste ihr Aktienkapital zur Sanierung der Bilanz um 300'000 Franken herabgesetzt werden.
Die Baukosten der dreischienigen BLM-Seilbahn waren mit 842'300 Franken pro Bahnkilometer sehr hoch (Stand 1920). Knapp die Hälfte davon entfiel auf den Unterbau, wozu Kunstbauten wie der fast 100 Meter lange Gryfenbachviadukt gehörten. Bautechnisch erschwerend wirkte sich zudem aus, dass die Bahn ein grosses Rutschgebiet querte. Allerdings ist bei der BLM nicht ganz klar, was genau an Kosten – beispielsweise bezüglich des Hochbaus – jeweils bei der Adhäsions- und was bei der Seilbahn verbucht wurde.
Die Standseilbahn wurde 2006 durch eine Luftseilbahn ersetzt.
Vergleiche auch den Kommentar zur Adhäsionsbahn Grütschalp–Mürren (BLM).
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: