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Janine Habegger (unser Outbound 2015/16) über ihr Jahr in Kolumbien
Zwischen dem Apéro im Restaurant Beaulieu und dem Dinner draussen bei schönstem Wetter im Kastaniengarten berichtete unsere Outbound des vergangenen Jahres, die Bernerin Janine Habegger (Jg. 1998), über ihr Jahr in Kolumbien. Ehe sie nach Kolumbien flog, hatte sie bereits ein Jahr Spanisch auf dem Gymnasium, so dass sie sich gleich etwas in der Landessprache verständigen konnte. Ihre Reise begann am 6.August letzten Jahres, als sie nach Bogotá flog. Dort wurde sie auf dem Flughafen von ihrer ersten von drei Gastfamilien empfangen und abgeholt. In dieser Familie war sie die Jüngste, da deren Kinder alle zwischen 21 und 28 Jahre alt waren. In ihrer zweiten Familie gab es eine Schwester und einen 13jährigen Bruder sowie in der letzten zwei Schwestern. Während sie mit den beiden ersten Familien sehr viel Glück hatte, war es mit der letzten leider etwas schwierig.
Weil die Schuljahre in Kolumbien im Februar beginnen und im November enden, kam sie in den laufenden Unterricht der 11. Klasse, welche dort die Abschlussklasse darstellt, so dass sie Ende November zusammen mit ihren Klassenkameraden quasi Matura feiern durfte. Im Februar kam sie erneut in die 11. Klasse, um den Unterricht bis Ende Juli zu verfolgen. Etwas ungewohnt fand sie die Schuluniform, die alle tragen mussten. Mit ihr waren noch andere rotarische Austauschschüler in der Klasse, eine Dänin und eine Taiwanesin. Mit Ausnahme von Mathematik durften sie alle Unterrichtsfächer besuchen. Obschon es in manchen Fächern wegen der fehlenden Sprachkenntnisse sehr schwierig war, biss sie sich durch. Lediglich von Physik wurde sie im Laufe des Schuljahres befreit.
Mit ihrer ersten Gastfamilie verbrachte sie die Zeit um Neujahr in Manizales, einer Stadt im Haupt-Kaffeeanbaugebiet Kolumbiens. Neben viel Natur konnte sie dort auch reiten. Darüber hinaus unternahm sie während ihres Jahres drei von Rotary organisierte Reisen. Die erste führte sie im Februar nach Santa Marta nach Norden an die Küste, die zweite später ins Amazonasgebiet im Süden und die dritte auf die Karibikinsel San Andrés, welche für sieben verschiedene Meeresfarben bekannt ist. Weil letztere Reise sehr teuer war, konnten leider nicht mehr alle Austauschschüler daran teilnehmen. Immerhin sah sie alle noch einmal an der Distriktskonferenz am Ende des rotarischen Jahres.
Die Austauschschüler in Kolumbien kamen grösstenteils aus Europa und dort vor allem aus Belgien, Frankreich, Deutschland und der Schweiz, ferner einige aus Taiwan und den USA. Ob sie mit allen in Kontakt bleiben wird, kann sie sich kaum vorstellen. Aber sie hofft, wenigstens mit einige ihrer europäischen Austausch-kolleginnen und -kollegen in Kontakt bleiben zu können.
Das grösste «Abenteuer» hatte sie am Ende ihres Aufenthalts zu überstehen. Am Tag vor dem Rückflug begann ein Streik, der es ihr verunmöglichte, auf normalem Weg rechtzeitig den Flug in Bogotá zu erreichen. Nach langem Hin und Her fand ihre erste Gastfamilie die Lösung im Chartern eines Flugzeugs nach Bogotá, so dass sie zwar recht teuer, aber immerhin noch pünktlich dort ankam. Hiermit am Ende ihres Vortrags angekommen, bedankte sie sich noch einmal ganz herzlich dafür, dass wir ihr dieses wundervolle Jahr ermöglicht hatten.
Peter Johannes Weber für Peter Scotton