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Wenn man nach Murifeld fährt, findet man hinter den modernen Konstruktionen die Landresidenz Wittigkofen. Es war damals ein Lehen der Edlen, das den Ministerialen der Zähringer gewährt wurde. Der Name von Heinricus de Wittenchoven erscheint gegen der Mitte des 13. Jahrhunderts. Er war ein Mitglied des Konzils und dieser Name wurde dem Domizil später verliehen. Heinrich verwaltete den alten Bauernhof, der das Kloster von Interlaken hielt. In 1271 kaufte eine religiöse Gemeinschaft das Gebiet für 150 Bücher von Heinrich von Seedorf und seiner Frau Mechthild, die später das Kloster der Isel in Bern gründeten. Danach sah Wittigkofen mehrere Inhaber: es gehörte den verschiedenen Familien von Berner Beratern, gelangte auch in unregelmässigen Abständen an das Kloster von Interlaken, das, durch geschickten Kaufkonditionen, sich als Erbe einschreiben liess. In 1570 kaufte der Berner Schultheiss, Beat Ludwig von Mülinen (1521-1597), das mittelalterliche Gebäude, aber sechs Jahre später übergab er eine Hälfte an Hans Rudolf Steiger (1549-1577). Der Sohn von Hans Rudolf war der Inhaber einer Hälfte der Domäne, wie auch Katharina, die Tochter dessen, die in 1617, ihren Teil in die Ehe mit Christoph Wurstemberger (1576-1628) einbrachte. Somit waren die beiden Familien Steiger und Wurstemberger die Besitzer des Schlosses, das sie mehrmals umbauten.
In 1580 machte ein Feuer Teil des Gebäudes zu Schutt und Asche. Es wurde von einem Lusthaus ersetzt, in der Form eines Turms in der Nord-östlichen Ecke der Gesamtheit, dessen Hauptbauwerk, mehr als ein Turm, drei Jahre später konstruiert wurde. Der bedeckte Treppenturm und der Baukörper im Nordosten sind die Anbauten aus dem beginn des 17. Jahrhunderts. In 1680 konnte Hans Ludwig Steiger (1631-1700), der ehemalige Landvogt von Yverdon von 1670 bis 1676, die Domäne wieder in eine einzige Hand vereinen durch Heirat und nach Zahlung einer bestimmten Summe Geld. Damit man diese Zustandsänderung klar erkennen konnte, liess er die beiden Gebäude mit einem Fachwerk-Flügel verbinden: So nahm die Gesamtheit ihre unregelmässige Form an. Gegen 1720 nahm sein Sohn, mit Vornamen Hans Ludwig wie sein Vater, verschiedene Transformationen im barockem Stil vor, auch am Hauptgebäude. Schliesslich, kurz nach 1745, installierte Hans Rudolf Wurstemberger (1715-1786) einen Salon in der Südwestlichen Ecke. Sein Sohn, Johann Ludwig (1756-1819), erbte die Domäne im Alter von 30 Jahren. In der Nacht vom 4. auf den 5. März 1798, wurde Wittigkofen von französischen Truppen verwüstet und geplündert. Vermutlich aufgrund dieser Handlung wurde das Schloss zum Hauptquartier der Verteidiger des Ancien Régime. Der Generalstab der Gegner der neuen helvetischen Republik liessen sich auch hier zeitweise nieder. Rudolf von Tavel (1866-1934) widmete viele Erzählungen den wirren Jahren des Schlosses Wittigkofen, Der Bourbaki, Houpme Lombach oder Götti u-Gotteli um nur die Haupttitel zu erwähnen.
Die Vielfalt der inneren Einrichtung zeugt von der langen und komplexen Geschichte der Konstruktion. Man erkennt eine Täfelung spätgotischen Stils im Wohnhaus und im zweiten Stockwerk des Lusthauses, Trompe-l'oeil aus 1581 und im ersten Stockwerk zylindrische Öfen, bemalt vom Zürcher Jakob Hoffmann in 1761.
Bibliographie