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Bossert Walter, dipl. Masch. Ing. HTL, Stadtrat , *1946
Walter Bossert, 1946, SP-Politiker sass währen 14 im Stadtparlament, zuletzt als Präsident der Rechnungsprüfungskommission. Ab 2002 war er Mitglied des Stadtrates. Bis 2006 stand er dem Departement Technische Dienste vor. Ab Mai 2006 übernahm er das Departement Bau. 2010 trat er zurück.
Walter Bossert wurde am 15. Mai 1946 in Wetzikon im Zürcher Oberland geboren, wo er zusammen mit seinen 5 älteren Geschwistern auch seine Jugend verbrachte. Sein Vater war Gemeindeammann, Betreibungsbeamter und lange auch Gemeindepräsident. Politik war in dieser Familie immer präsent.
Nach einer Mechanikerlehre an der Metallarbeiterschule Winterthur studierte er am Technikum Winterthur, wo er 1971 als Masch. Ing. HTL abschloss. Danach arbeitete er in seinem Beruf an Stellen in Carabbia (TI), Effretikon und Winterthur. Während seinem Aufenthalt im Tessin lernte er auch seine künftige Frau, Hélène Guyot aus Le Locle (NE), kennen
Über sein ganzes Leben begleitete ihn sein grosses Interesse an der Politik. Während dem Studium betätigte er sich aktiv in den studentischen Gremien. Der SP trat er 1979 bei und übernahm bald verschiedene Funktionen in dieser Partei.
Während 14 Jahren engagierte er sich im Grossen Gemeinderat Winterthur. Er hat Vorstösse zu vielen Bereichen eingereicht, insbesondere zur Verbesserung der Lebensqualität, zur Stadtplanung und -entwicklung, zu arbeitsrechtlichen Fragen, zu kulturellen Themen und zur Finanzpolitik. Als langjähriges Mitglied und während einer Legislatur auch als Präsident der damaligen Rechnungsprüfungskommission (RPK) konnte er einen umfassenden Einblick über die Belange der vielfältigen Stadtverwaltung gewinnen.
Im Frühling 2002 wurde Walter Bossert erstmals in den Stadtrat Winterthur gewählt. Von 2002-2006 stand er dem Departement Technische Betriebe vor. Besonders bemerkenswert für sein Wirken war die Umwandlung der ehemaligen Winterthurer Verkehrsbetriebe in das moderne und erfolgreiche Transportunternehmen Stadtbus Winterthur.
Das Tätigkeitsfeld der "städtischen Werke Winterthur" (Heute Stadtwerk Winterthur) erfuhr in seiner Amtszeit eine markante Ausweitung durch die Einführung der Bereiche Telecom sowie Energie Contracting.
Dank Energie Contracting konnte die Zahl der umweltfreundlichen Holzschnitzelheizungen in Winterthur rasch und massiv erhöht werden.
Der Holzschnitzelverkauf bildet auch heute noch eine starke wirtschaftliche Basis für den städtischen Forstbetrieb. Seine Projekte zur Schaffung des Eulachparks Oberwinterthur und des Neubaus des Bio-Betriebs Ifang in Zell fanden die Zustimmung des Stimmvolks, wie auch die Übernahme der Energie- und Wärmeversorgungen der ehemaligen Sulzer-Areale Stadtmitte und Neuhegi.
Für Bossert war auch der pflegerische Umgang und die Weiterentwicklung der städtischen Grünanlagen immer ein wichtiges Anliegen. Interimistisch hatte er daneben auch das Departement Sicherheit und Umwelt zu führen.
2006 übernahm er das Departement Bau, das er bis 2010 führte. In diese Zeit wurden die planerischen und vertraglichen Grundlagen für die bauliche Entwicklung des ehemaligen Industriegebiets Sulzer Stadtmitte gelegt.
Die vertragliche Sicherung der denkmalpflegerischen Anliegen gilt weitherum als Musterbeispiel für eine erfolgreiche Umnutzung von Industriearealen. Für Bossert hatte der sorgfältige Umgang mit dem Bestehenden und die Gestaltung des Neuen eine grosse Bedeutung.
Strassenräume seien das Gesicht einer Stadt und müssten nicht nur gut funktionieren, sondern auch gut gestaltet, beleuchtet und möbliert sein, war sein Credo. Auch als Bauvorstand konnte er die Stimmbevölkerung von all seinen Projekten überzeugen; von einer Toilettenanlage beim Stadtgarten über den Veloweg zwischen der Turmhalden- zur Frohbergstrasse bis zum „Masterplan Stadtraum Bahnhof“.
Der „Masterplan“ ist die Grundlage für die Umgestaltung des ganzen Gebietes rund um den Hauptbahnhof mit den grosszügigen Plätzen beidseitig der Zürcherunterführung, dem markanten, „Pilzdach“ über dem Busbahnhof, der Umgestaltung der Rudolfstrasse und der stark erweiterten Fussgänger- und Velounterführung zwischen der Rudolfstrassse und dem Bahnhofplatz.
Walter Bossert ist ein naturverbundener Mensch. Mit Begeisterung unternimmt er immer wieder weite Bergwanderungen. Seit seiner Pensionierung hütet er jedes Jahr während jeweils einer Woche die Treschhütte des SAC im Urnerland. Da kommt ihm auch seine Begeisterung für das Kochen zugute.
Gerne erkundet er auch Länder am Rande Europas abseits der Touristenströme. Er ist Mitglied von verschiedensten kulturellen Vereinigungen und aktiv in der Neuen Helvetischen Gesellschaft, dem Verein Museum Schloss Kyburg, der Heimatschutzgesellschaft Winterthur und dem Kulturkino Cameo.
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