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«Die erste Begegnung mit einem Detroit Electric hatte ich in Chicago. Was viele nicht wissen: Zur Frühzeit des Automobils gab es mehr elektrisch oder mit Dampf betriebene Autos als Benziner. Der Grund ist folgender: Autos mit Benzinmotoren mussten (bis zur Erfindung des elektrischen Anlassers) mühevoll mittels einer Handkurbel gestartet werden. Dies brauchte Kraft und war, bei strömendem Regen, sicher nicht jedermanns (oder Fraus) Sache. Elektrisch betriebene Autos waren da viel einfacher zu bedienen. Man stieg ein, legte einen Schalter um und fuhr los. Lesern alter Micky-Maus-Heftchen durfte der Detroit Electric bekannt vorkommen, Oma Duck fahrt nämlich genau so ein Modell.
Ich habe meinen Detroit ungefähr 2001 für $ 25'000 in Florida gekauft. Nach dem Import in die Schweiz stellte ich ihn zuerst mal in meine Sammlung.
Im Aargauischen entdeckte ich ein weiteres Exemplar, und einige Zeit später beschloss ich, zusammen mit Hochschulstudenten der technischen Hochschule Brugg, mein Auto auf Vordermann zu bringen. Die Studenten basierten sogar ihre Masterarbeit auf diesem Projekt!
Die Karosserie war recht gut, das Interieur musste aber neu gemacht werden. Das Einzige, was wir an der Technik geändert haben, war der Umbau von 12-x-6- auf 6-x-12-Volt Batterien, um die Bordspannung von 72 Volt zu erreichen. Mit dieser Spannung wird ein vor der Hinterachse montierter Gleichstrommotor angetrieben.
In der Schweiz existieren fünf Detroit Electric, wobei zwei davon sich meines Wissens in fahrbereitem Zustand befinden. Die Bedienung ist relativ einfach: Es gibt zwei Hebel, einen für die Lenkung, einen für das Gas. Die Beschleunigung lauft über vier Stufen bis zur Höchstgeschwindigkeit von zirka 28 km/h. Rückwärts lauft das Auto übrigens genau so schnell wie vorwärts, und mit einer Reichweite von zirka 80 Kilometern ist man auf derselben Stufe wie ein moderner BMWi 8. So viel zum technischen Fortschritt!
Ersatzteile habe ich bislang wenig gebraucht, nur neue Reifen musste ich montieren, das Stuck zu immerhin $600!
Der Detroit ist sehr zuverlässig, wobei ich sagen muss, dass die weiteste Reise mich bislang nur auf den Dolder führte. Drei Erwachsene und ein Kind können mit dem Auto mitreisen, zwei schauen nach vorne und zwei nach hinten.
Am Zurich Classic Car Award ZCCA hat das Auto sogar einen Sonderpreis gewonnen und hat mit seiner lautlosen Fortbewegung für grosses Staunen gesorgt.
Mein Detroit wird selten aber doch regelmassig bewegt und ein Verkauf steht zum jetzigen Zeitpunkt sicher nicht zur Diskussion. Das Auto ist ja schliesslich voll im Trend der Zeit!.»