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Kurz:
“Foxcatcher” erzählt die wahre Geschichte des besessenen Multimillionärs John du Pont (Steve Carell), der als Mentor und Sponsor die beiden Olympia-Ringer Mark und David Schultz (Channing Tatum und Mark Ruffalo) zum WM-Titel führen will. Durch die unberechenbare Art du Pont’s und seiner bedrohlich anwachsenden Macht über die Ringerbrüder, entwickelt sich eine gefährliche Dreiecks-Konstellation, die schlussendlich in ein Drama eskaliert.
Lang:
In seinem dritten Spielfilm nach Moneyball und Capote baut Bennett Miller mit „Foxcatcher“ von Anfang an eine düstere, beklemmende Stimmung auf. „Foxcatcher“ ist zwar ein Sportfilm über das Ringen, aber am meisten ringen die einzelnen Charakteren mit sich selbst. In kalten Farben und langsamen Kamerafahrten kreiert Miller eine unbehagliche Bühne für seine Tragödie, in welcher sich die drei Hauptdarsteller in eine nicht aufzuhaltende Abwärtsspirale verwickeln.
„Foxcatcher“ ist die Antithese zu Männerfilmen wie „300“. Während die Spartaner mit gestählten Körpern in opulenten Settings ihr Testosteron aus sich herausprügeln und -schreien, suchen bei „Foxcatcher“ die nuschelnden, introvertierten Ringer nach menschlicher Nähe und Anerkennung.
Bei einem Film über einen schizophrenen Mörder, gäbe es wahrscheinlich viele Schauspieler, die auf einer Castingliste zu oberst auftauchen würden. Um so überraschender war es, als die Rolle mit Steve Carell besetzt wurde. Auf die Frage wieso Regisseur Bennet Miller ausgerechnet einem Komödianten die Rolle des Psychopathen überlasse, entgegnete dieser:
“I think all comedians are dark.” 1
Das gewagte Casting hat sich gelohnt. Carell überzeugt mit prägnanter Nase und veränderter Körpersprache als talentloser Trittbrettfahrer, welcher sich über seine finanziellen Mittel ins Rampenlicht kaufen will. Doch nicht nur der hübschere Bruder vom Penguin (siehe ganz unten) glänzt in „Foxcatcher“.
Channing Tatum liefert als einfach gestrickter, teilnahmsloser Ringer seine bisher beste schauspielerische Leistung ab. Zusammen mit Mark Ruffalo trainierte er so hart, dass er sich in einer Kampfszene das Trommelfell riss und nach einer Szene, in welcher er auf einem Hometrainer innert 90 Minuten 7 Kilogramm abstrampeln musste, erschöpft zusammenbrach. Trotz vollstem Körpereinsatz blieb die Oscar-Nomination für den ehemaligen Stripper aus. Die interne Konkurrenz war zu gross. Sowohl Ruffalo als auch Carell legen eine bessere, weil mehrschichtigere Performance ab und sind zurecht nominiert.
Mit düsterem Soundtrack und teils quälend langsamem Erzähltempo inszeniert Bennett Miller ein verstörendes, hypnotisches Dreiecksdrama. “Foxcatcher” ist sein bisher bester Film.