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Brasília, 29. Januar 2009
Die Fussball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien wird garantiert an 12 Standorten ausgetragen. Diese bestätigte Fifa-Präsident Joseph Blatter am heutigen Donnerstag nach einem Treffen mit Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva. Die Austragungsorte werden bereits im März dieses Jahres festgelegt. Zudem werden nach Aussage von Sportminister Orlando Silva auch in den Regionen Amazonas und Pantanal Spiele stattfinden.
“Die Fifa will, dass die 12 Austragungsorte eine Stadt im Amazonas und im Pantanal enthalten. Daher – und dies ist für das Projekt Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien wichtig – ist es sicher, dass eine Stadt in Amazonien und eine Stadt im Pantanal dabei sein werden“ erläuterte Silva. Seiner Aussage nach ist dies auch der Wunsch der brasilianischen Regierung. Die Entscheidung der Fifa sei sehr wichtig, sind Amazonien und der Pantanal bedeutende touristische Ziele, die es zu bewerben gilt.
In Amazonien finden die Spiele daher in Belém im Bundesstaat Pará oder in Manaus im Bundesstaat Amazonas statt. Im Pantanal stehen Cuiabá im Bundesstaat Mato Grosso und Campo Grande im südlicher gelegenen Bundesstaat Mato Grosso do Sul zur Auswahl. Lula selbst scherzte mit Blatter und den anwesenden Journalisten, eine “Spielstätte nach Garanhuns zu verlegen“. Der Fifa-Präsident ging auf das Spielchen ein und schenkte dem Staatsoberhaupt direkt einen kleinen Fifa-Wimpel. Garanhuns ist eine Kleinstadt im Hinterland Pernambucos mit etwa 125.000 Einwohnern und die Geburtsstadt Lulas.
Ab dem morgigen Freitag wird eine technische Kommission der Fifa nun alle Städte besuchen, die sich als Austragungsorte beworben haben. Auf Basis der entsprechenden Berichte wird dann das Exekutivkomitee der Fifa am 19. und 20. März zusammenkommen und die 12 endgültigen Spielstätten festlegen. Sportminister Silva wollte sich zu den möglichen Stadien des Eröffnungsspiels und des Finals nicht äussern. Im Gespräch sind derzeit jeweils São Paulo und Rio de Janeiro. “Die erste Phase ist die Auswahl der 12 Spielstätten. Über das andere wird erst danach diskutiert“ erklärte Silva.
Bereits Ende März will Staatspräsident Lula laut Aussage seines Sportministers eine Sitzung mit seinen Kabinettsmitgliedern mit dem Thema Weltmeisterschaft 2014 einberufen. Danach plant das Staatsoberhaupt einzelne Gespräche mit dem jeweils zuständigen Bürgermeister und Gouverneur. Hierbei sollen die Verantwortungsbereiche eines jeden einzelnen festgelegt werden. Zudem soll definiert werden, wer welche Aufgaben übernimmt, wer was bezahlt und in welchem Zeitraum die Massnahmen durchzuführen sind.
Die brasilianische Entwicklungsbank BNDES bleibt trotz internationaler Finanzkrise bislang bei ihren Plänen bezüglich der Finanzierung von Investitionen zur Austragung der Fussball-Weltmeisterschaft im eigenen Land. Nachdem in den vergangenen Monaten mit zahlreichen Ministerien Gespräche geführt wurden, werden die Gelder wie geplant mehr in indirekte Massnahmen wie die Verbesserung der Infrastruktur, den öffentlichen Nahverkehr, in di Sicherheit sowie in den Ausbau von Informationstechnologie und Telekommunikation an den Spielorten investiert.
Analysten gehen davon aus, dass Brasilien mindestens 5 Milliarden U$-Dollar für die Ausrichtung des wichtigsten Fussballturniers der Welt aufbringen muss. In Südkorea und Japan waren es im Jahr 2002 rund 13 Milliarden U$-Dollar, bei der letzten WM in Deutschland wurden am Ende 9 Milliarden U$-Dollar investiert. Für die kommende Weltmeisterschaft in Südafrika wird derzeit eine Investitionssumme von etwa 2 Milliarden U$-Dollar prognostiziert.
Dietmar Lang für BrasilienPortal