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Pubertät
Die körperlichen Veränderungen in der Pubertät sind kompliziert, denn viele Organe verändern sich unter dem Einfluss der Hormone. Gesteuert wird der Vorgang durch Hormone aus dem Gehirn, aus der Hirnanhangsdrüse. Diese bewirken, dass die Hoden bei Jungs und die Eierstöcke beim Mädchen aktiv werden und mit der Produktion der Sexualhormone beginnen. Bei beiden Geschlechtern gibt es männliche und weibliche Hormone, aber beim Mann mehr männliche und bei der Frau mehr weibliche.
Die körperlichen Veränderungen
Die äusseren körperlichen Veränderungen des Mädchens beginnen mit dem Wachstum der Schamhaare (Haare an Schamhügel und äusseren Schamlippen und später in der Achselhöhle), die Schamlippen werden grösser und die Brust und Brustwarzen wachsen. Ungefähr zwei bis drei Jahre nach Beginn vom Brustwachstum setzt die erste Monatsblutung (Periode, Menstruation) ein.
Die körperlichen Veränderungen der Pubertät beginnen meist zwischen 9 und 11 Jahren und dauern bis 16 oder 17. Dabei verändern sich auch der Körperbau, das Gewicht und natürlich die Körpergrösse. Mit der Pubertätsentwicklung wird aus dem Mädchen eine geschlechtsreife Frau. Wenn es im Eierstock zur Eireifung und zum Eisprung kommt, ist eine Schwangerschaft möglich, falls das Ei vom männlichen Samen befruchtet wird.
Bin ich zu dick?
Unter der Wirkung der weiblichen Hormone wird der Körperbau der jungen Frau runder und sie legt einen Fettvorrat an. Dies ist nötig, da der Körper für die Zeit einer möglichen Schwangerschaft gewisse Reserven benötigt. Es ist also ganz natürlich, wenn die Formen jetzt "typisch weiblich" werden. Vor Abmagerungskuren oder Hungertagen sollte eher abgeraten werden, aber eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit genügend Milchzufuhr ist wichtig, auch und gerade für Jugendliche.
Ich habe Pickel!
Für viele Jugendliche ist die Zeit der Pubertät vor allem die Zeit der Pickel. Und meistens sind diese Pickel auch im Gesicht, so dass sie gut zu sehen sind. Die Bildung von Pickeln oder Akne hängt mit den unterschiedlichen Hormonen zusammen, die für die Entwicklung zur Frau und zum Mann nötig sind. Das Mädchen hat auch männliche und der junge Mann auch weibliche Hormone. Die männlichen Hormone sind für beide Geschlechter sehr wichtig, sie können aber zu fettiger Haut führen und die Pickelbildung begünstigen, worunter oft Mädchen und Jungen zu leiden haben. Oft sind die Pickel viel weniger schlimm, als man selber glaubt. Wenn sich aber eine Entzündung bildet, die Pickel schmerzen oder so tief sind, dass sich Narben bilden, dann ist ein Arztbesuch zu empfehlen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu helfen: mit speziellen Reinigungshilfen, Salben, Medikamenten oder auch mit Hormonen. Oft verschwinden die Pickel aber nach der Pubertät, wenn sich ein gewisses Gleichgewicht der Hormone eingependelt hat.
Achselhaare und Schwitzen
In den Achselhöhlen sind viele Schweissdrüsen, die unter dem Einfluss der Hormone aktiv werden. Der Schweiss ist etwas natürliches, der zum Menschen gehört und eigentlich ein "Lockstoff" für das andere Geschlecht war (ist). Frischer Schweiss ist ohne Geruch, aber älterer Schweiss beginnt stark zu riechen, und das kann unangenehm sein. Deshalb ist es für das eigene Wohlbefinden wichtig, sich regelmässig zu waschen und die Kleider zu wechseln. Bei starker Schweissentwicklung oder Schweissgeruch können spezielle Deos helfen. Vor Medikamenten oder Spritzen gegen Schwitzen ist für Jugendliche eher abzuraten.
Die seelischen Veränderungen
Eigene Wege gehen
Die Pubertät verändert den jungen Menschen nicht nur äusserlich, sondern auch innerlich. Dies geht oft mit anderen Interessen, heftigen Gefühlen und neuen Bekanntschaften einher. Oft werden Freundschaften zu Gleichaltrigen wichtiger, manchmal führt das zu Spannungen im Elternhaus oder auch in der Schule.
Das ist ganz normal, das gehört zur Pubertät. Der Wunsch, eigene Wege zu gehen, sich aus den eingefahrenen Beziehungen zu lösen und sich einen eigenen Platz zu suchen, ist eine wichtige Triebfeder und gehört zum Erwachsen werden.
Ich fühle mich unverstanden
Viele Fragen beschäftigen junge Menschen, die von der Umgebung oft nicht beantwortet werden können. Dies führt manchmal zum Gefühl von Einsamkeit oder Unverstanden-fühlen. Die Veränderungen des Körpers und der Beziehungen können Unsicherheit und Angst erzeugen, auch Wut und Unzufriedenheit mit sich selbst und anderen; aber auch Freude und ein Gefühl von Stärke und Mut. Diese Gefühlsschwankungen sind ganz normal, auch wenn sie nicht immer leicht auszuhalten sind.
Jeder Mensch braucht einen anderen, dem er sich anvertrauen kann. Auch wenn es schwierig ist, über solche Gefühle zu sprechen, ist es doch sehr wichtig. Zu viele Jugendliche sind in Verzweiflungssituationen allein. Unter Link sind Beratungsstellen aufgeführt, an die sich Jugendliche wenden können, wenn sie Hilfe brauchen.
Körperliche Veränderungen
Die Pubertät beim Jungen beginnt wie beim Mädchen mit dem Wachstum der Schamhaare. Zuerst um den Penisansatz herum, dann in den Achselhöhlen und später wachsen die Brust- und Barthaare. Die äusseren Geschlechtsorgane Glied (Penis) und Hoden werden grösser, der Körperbau wird männlicher, die Schultern breiter und die Stimme nach dem Stimmbruch tiefer. In den Hoden wird der Samen produziert und im Nebenhoden gespeichert. Wenn der junge Mann sexuell erregt ist, wird das Glied steif und es kann zum Samenerguss kommen. Damit ist der junge Mann geschlechtsreif geworden.
Seelische Veränderungen
Die Veränderungen im Köper gehen natürlich auch mit tiefgreifenden Veränderungen im Gefühlsleben einher. Viele junge Männer sind von Unsicherheitsgefühlen und Ängsten geplagt. Auch sie beschäftigt oft die Frage: Sehe ich gut aus? Bin ich ein richtiger Mann? Komm ich bei den Frauen an? Wie mach ich das, dass ich diejenige kennen lernen kann, die ich so toll finde? Oft meinen Jungs, sie müssen ganz cool sein und getrauen sich noch weniger als die Mädchen, zu zeigen, was sie eigentlich möchten und wünschen. Doch auch für jungen Männer sind Gefühle von Liebe, Zärtlichkeit und Vertrauen ganz wichtig und oft überwältigend; so dass es ihnen auch schwer fällt, darüber zu reden oder diese Gefühle zu zeigen.
Viele junge Männer fühlen sich in der Zeit der Pubertät sehr alleine und einsam. Dabei sind sie aber auch sehr verletzlich und jedes negative Wort oder auch eine unabsichtliche Geste kann sie tief kränken. Umgekehrt kann aber auch ein ruhiges Gespräch zu einem intensiven, stärkenden Erlebnis für beide werden.
Die äusseren Geschlechtsorgane
Kitzler (Klitoris): Empfindliches Organ für die sexuelle Lust, wird durch Berührung, Reibung gereizt und schwillt etwas an. Der Kitzler ist ca. 4 cm lang, aber nur ein kleiner Teil, die Spitze, liegt frei im äusseren Geschlechtsorgan.
Vorhaut: Haut über dem Kitzler, die zurückgezogen werden kann, dann liegt die Kitzlerspitze frei.
Schamlippen (Venuslippen): Von Aussen sind die äusseren (grossen) und inneren (kleinen) Schamlippen der Frau erkennbar. Sie umschliessen den Scheideneingang. Die Schamlippen können ganz unterschiedlich in Form und Grösse sein, die inneren Schamlippen sind oft dunkel pigmentiert, manchmal dreiecksförmig und schauen oft aus den äusseren heraus.
Jungfernhäutchen (Hymen): Beim Mädchen wird die Scheidenöffnung durch das Jungfernhäutchen umgeben. Das Hymen ist eigentlich kein Häutchen sondern bildet den oft wulstigen Rand am Eingang zur Scheide. Dieser Rand kann unterschiedlich hoch sein so dass der Scheideneingang bei einigen Mädchen enger, bei anderen weiter ist. Beim Geschlechtsverkehr wird das Jungfernhäutchen gedehnt oder reisst ein.
Damm: Als Damm bezeichnet man die kräftige Gewebebrücke zwischen Scheideneingang und After.
Die inneren Geschlechtsorgane
Scheide (Vagina): Die Scheide ist ein länglicher, sehr dehnbar Muskelschlauch mit einer Schleimhautoberfläche. Wie im seitlichen Bild erkennbar verläuft sie schräg nach hinten und endet am Muttermund, dem untersten Teil der Gebärmutter. Die Scheide ist innen feucht und wird durch Milchsäurebakterien vor Krankheitserregern geschützt.
Muttermund (Portio): Der Muttermund ist die Öffnung im untersten Teil der Gebärmutter. Diese Öffnung verbindet das innere der Gebärmutter mit der Scheide. Der Muttermund ist der Ort, an dem der sogenannte "Abstrich" bei der frauenärztlichen Kontrolle entnommen wird.
Gebärmutterhals (Zervix): Die reife Gebärmutter hat die Form einer umgekehrten Birne (vgl. seitliches Bild), sie ist unten schmal und oben breit. Der schmale Teil, der wie ein Hals verengt ist, wird Gebärmutterhals genannt. Er spielt in der Schwangerschaft eine wichtige Rolle.
Gebärmutter (Uterus): Die Gebärmutter besteht aus einer kräftigen Muskulatur und ist im inneren mit einer Schleimhaut ausgekleidet.
Gebärmutterschleimhaut (Endometrium): Der Aufbau der Schleimhaut ist von den weiblichen Hormonen im Zyklus gesteuert. Sie wird jeden Monat neu aufgebaut und mit der Menstruation wieder ausgestossen.
Eileiter: Oben am Gebärmutterkörper gehen auf beide Seiten die zarten Eileiter ab. Sie dienen dem Transport der Eizelle vom Eierstock zur Gebärmutter und umgekehrt den Samen von der Gebärmutter Richtung Eizelle. Am Ende des Eileiters ist ein feiner Trichter, der die Eizelle nach dem Eisprung auffängt.
Eierstock (Ovar): Im Eierstock reifen die Eizellen heran. Bei der Geburt hat das Mädchen ungefähr 400'000 unreife Eizellen, bei Beginn der Pubertät nur noch einige Tausend. Jeden Monat reift eine Eizelle bis zum reifen Eibläschen und wird mit dem Eisprung ausgeschleudert. Sie wandert durch den Eileiter bis in die Gebärmutter und wird, wenn es nicht zur Befruchtung gekommen ist, mit dem Schleim ausgewaschen. Der Eierstock produziert auch die wichtigen weiblichen Hormone, vor dem Eisprung das Östrogen und nach dem Eisprung das Gelbkörperhormon (Progesteron), welche den Auf- und Umbau der Gebärmutterschleimhaut steuern.
Glied, Penis: besteht aus dem Schaft mit dem Schwellkörper, der bei der Erregung anschwillt und der Eichel, die von einer verschiebbaren Vorhaut bedeckt wird. Durch das Glied zieht die Harn-Spermien-Röhre, die an der Eichel mündet.
Hodensack: Im Hodensack liegen die zwei Hoden, die Nebenhoden und die Samenstränge.
Hoden: Männliche Keimdrüse, darin werden die Samenzellen (Spermien) und das männliche Hormon (Testosteron) gebildet. Die Spermien bestehen aus einem Kopfstück mit Zellkern und einem Schwanzfaden.
Nebenhoden: Speichert die reifen Samenzellen bis zum Samenerguss.
Samenleiter: Führt die Samen beim Samenerguss vom Nebenhoden an der Bläschendrüse und Prostata vorbei in die Harnröhre.
Bläschendrüse: Gibt eine Flüssigkeit ab, um die Spermien zu ernähren.
Prostata (Vorsteherdrüse): gibt eine Flüssigkeit ab, die den Spermien zur Ernährung und Fortbewegung dient.
Was ist die Periode?
Die Monatsblutung ist eine wiederkehrende Blutung aus der Gebärmutter. Der Abstand von Blutung zu Blutung wird Zyklus genannt und beträgt normalerweise zwischen 24 bis 32 Tage. Die Blutung wird durch Hormone gesteuert. Die erste Monatsblutung tritt bei den meisten Mädchen zwischen 11 und 14 Jahren auf, bei manchen aber auch früher oder später. In den ersten ein bis zwei Jahre nach der ersten Monatsblutung ist der Zyklus oft noch unregelmässig.
Eisprung und fruchtbare Tage
Jeden Monat kommt es im Eierstock zur Reifung eines Eis und zum Eisprung. Dieser findet ungefähr in der Zyklusmitte, 14 Tage vor der nächsten Periode statt. Dabei wird das reife Ei aus dem Eierstock geschleudert und wandert durch den Eileiter in die Gebärmutter. Sobald der Eisprung einsetzt, ist die Eizelle befruchtbar, für 12- 24 Stunden. Spermien können aber mehrere Tage überleben. Daher kann in der Zeit 3-4 Tage vor und bis ca. 24 Stunden nach dem Eisprung eine Schwangerschaft entstehen. Da aber der genaue Zeitpunkt des Eisprungs nicht so berechenbar ist, sollte man sich für eine sichere Verhütung nicht auf die Berechnung fruchtbarer Tage verlassen.
In der zweiten Zyklushälfte, nach dem Eisprung, wird im Eierstock das Gelbkörperhormon produziert, das auch auf die Schleimhaut der Gebärmutter wirkt. Wenn die Eizelle nicht befruchtet wurde, also keine Schwangerschaft entsteht, kommt es 14 Tage nach dem Eisprung zur Monatsblutung: die Schleimhaut der Gebärmutter wird abgestossen und das Mädchen oder die Frau blutet für einige Tage aus der Scheide.
Bei jungen Mädchen, die ihre ersten Monatsblutungen haben, sind die Zyklen meist noch unregelmässig, da oft noch kein Eisprung stattfindet. Oft dauert es einige Monate oder Jahre, bis sich der Zyklus regelmässig wird. Doch auch bei unregelmässigen Zyklen und bei jungen Mädchen kann eine Schwangerschaft entstehen, auch und gerade da ist die Verhütung ganz wichtig, falls die Sexualität ein Thema ist.
Hormone
Hormone sind Botenstoffe im Blut, die verschiedene Vorgänge im menschlichen Körper steuern. Für die Periode sind vor allem zwei Hormone wichtig: Das Östrogen und das Progesteron (Gelbkörperhormon). Diese Hormone kommen aus dem Eierstock. Jedes Mädchen hat bei der Geburt bereits zwei Eierstöcke mit 1-2 Millionen kleinen, unreifen Eizellen sowie eine kleine Gebärmutter, die dann in der Pubertät wächst. Östrogen ist das wichtigste weibliche Hormon, es bewirkt das Wachstum der Brust und der Gebärmutter, wirkt aber auf viele verschiedene Organe, auch auf die Knochen. Ein Mangel an Östrogen ist für die junge Frau auf Dauer ungesund und sollte abgeklärt und allenfalls behandelt werden.
Schmerzen bei der Periode
Viele Mädchen haben Schmerzen bei der Periode. Das hängt damit zusammen, dass sich die Gebärmutter unter der Wirkung von Hormonen zusammenzieht. Die Gebärmutter besteht hauptsächlich aus Muskeln. Diese Schmerzen bei der Periode sind zwar nicht gefährlich, können aber sehr unangenehm sein und junge Menschen im Leben beeinträchtigen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, bei Periodenschmerzen zu helfen. Die einfachsten sind mit einem Tee, einer Wärmflasche oder mit einem warmen Bad. Bei stärkeren Schmerzen helfen z.T. Magnesium oder auch Schmerzmittel, wenn diese aber öfters eingenommen werden müssen, kann es sinnvoll sein, einmal zur Frauenärztin zu gehen und die Therapie zu besprechen.
Heftige, immer wiederkehrende Schmerzen
Bei starken Schmerzen, die trotz Schmerzmittel oder auch unter der Pille immer wieder kommen, sollte auch bei Jugendlichen daran gedacht werden, andere Erkrankungen auszuschliessen. Es kann sich, selten, um Fehlbildungen der Gebärmutter, um Entzündungen oder auch um die sogenannte Endometriose handeln.
Fehlende Periode
Die Menstruationsblutung sollte bei Jugendlichen im Allgemeinen bis zum 16. Lebensjahr einsetzen. Dies ist jedoch kein starres Schema, denn die Entwicklung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ist die körperliche Entwicklung, also Körperwachstum, Brustwachstum und Schamhaare, insgesamt eher spät, dann kommt auch die Periode entsprechend später. Drei Jahre nach Beginn des Brustwachstums sollte die Blutung aber eingesetzt haben, ansonsten ist eine frauenärztliche Abklärung zu empfehlen. Die Pubertätsentwicklung mit Brustwachstum muss spätestens mit 13 Jahren eingesetzt haben, ansonsten sollte dies auch beim Kinderarzt oder Kinderendokrinologen abgeklärt werden.
Unregelmässige, zu starke oder zu schwache Periode
Die Monatsblutung ist am Anfang oft noch unregelmässig, es kann zu längeren Pausen zwischen den Blutungen kommen oder sie kann zu häufig sein. Beides ist zu Beginn normal. Die Pause zwischen den Blutungen sollte nicht länger als 6 Monate dauern und eher kürzer werden. Nach ca. zwei Jahren sollte sich die Blutung regelmässig einspielen. Bei der zu häufigen Blutung kann es zu Eisenmangel kommen, der behandelt werden sollte.
Auch die Stärke der Blutung verändert sich im Lauf der Monate und Jahre. Eine zu lange und zu starke Blutung kann zu Eisenmangel oder gar Blutarmut führen, dann sollte eine Abklärung und Behandlung erfolgen.
Zykluskalender
Es ist sinnvoll, den Zyklus in einem Zykluskalender aufzuschreiben. Dies kann auch im Handy geschehen, dafür kann ein App heruntergeladen werden. Wichtig ist, Dauer der Blutung, Stärke und auch die Schmerzen in einem Kalender aufzuschreiben und dies zum Frauenarztbesuch mit zu bringen.
Unter Hygiene versteht man die Sauberkeit und Pflege des Körpers und vor allem auch der Geschlechtsteile. Für beide Geschlechter ist es wichtig, sich gut zu pflegen und die Geschlechtsorgane sauber zu halten. Hygiene sollte aber auch nicht übertrieben werden, zu viel Reinigung schadet der Haut. Die Scheide innen sollte gar nicht gereinigt werden, denn durch innere Spülungen wird das Klima gestört und die Scheide anfälliger für Infektionen oder Entzündungen. Hier sind einige Fragen zum Umgang mit dem Menstruationsblut besprochen, die von Mädchen immer wieder gestellt werden.
Der Umgang mit der Monatsblutung
Unter diesem Abschnitt sind einige häufige Fragen aufgeführt und die Antworten erklärt.
"Ich habe gehört, Tampons schaden der Gesundheit."
Die Anwendung von Tampons ist nicht gesundheitsschädlich, gesundheitliche Probleme wegen Tampons sind sehr selten.
Ganz viele Frauen benützen Tampons und haben keine Probleme damit. Wenn du aber ein Tampon zum ersten Mal anwenden willst, musst du einige kleine Tricks beachten:
• Ein keines Tampon wählen (für leichte Tage, möglichst mit Silikonbezug)
• Den Faden vom Tampon lang ziehen und in der Hand halten.
• Den Tampon schräg nach hinten oben, entlang dem Verlauf der Scheide, einführen.
• Stosse den Tampon weit nach oben, damit du ihn vorne, im empfindlichen Teil der Scheide nicht spürst. Keine Angst, wenn der Faden nach aussen hängt, kannst du den Tampon immer herausziehen.
• Den Tampon erst herausziehen, wenn er gut mit Blut voll gesaugt ist. Wenn er noch trocken ist, dann kann das sonst schmerzhaft sein.
• Benutze die Tampons in den Tagen der starken Blutung und wechsle sie regelmässig, spätestens nach 12 Stunden (also morgens und abends).
• Für die Gesundheit schädlich sind nur Tampons, die vergessen wurden oder sehr lange in der Scheide (mehrere Tage) belassen wurden. Dann können sich Bakterien darin vermehren und zur (seltenen) Infektion führen.
Bin ich immer noch Jungfrau, wenn ich einen Tampon benutze?
Ja, der Tampon wird durch die natürliche Öffnung der Scheide eingeführt und herausgenommen. Er zerstört das Jungfernhäutchen nicht. Das Jungfernhäutchen bildet den Rand des Scheideneingangs.
Ich kann keinen Tampon einführen
Es ist wichtig, zu unterscheiden, ob der Tampon nicht eingeführt werden kann oder ob es nur unangenehm ist, es im inneren der Scheide zu spüren. Wenn der Tampon gar nicht eingeführt werden kann, dann versuche mit dem eigene Finger die Öffnung beim Scheideneingang zu tasten: ist die Öffnung vorhanden? Kannst du den Finger in die Scheide einführen? Dann ist es eine Übungssache, auch einen Tampon einzuführen. Versuche es in einer entspannten Lage und mit etwas Gleitcrème und wende die Tipps an.
Falls die Berührung am Scheideneingang schmerzhaft ist und du den Finger nicht in die Scheidenöffnung legen kannst, dann solltest du dich einmal bei der Frauenärztin untersuchen lassen. Es gibt Formen des Jungfernhäutchens, die es verunmöglichen, einen Tampon zu benutzen und später auch den Verkehr verhindern. Die Frauenärztin kann dich äusserlich untersuchen und dir sagen, wie sie dir helfen kann.
Wie lange darf ich den Tampon drin lassen?
Der Tampon sollte nicht über 12 Stunden, also nicht über Tag und Nacht in der Scheide bleiben.
Wenn du nur noch schwache Blutungen hast, ist es besser, extra leichte Tampons oder nur noch Binden/Slipeinlagen zu benutzen.
Hilfe, ich kann den Tampon nicht herausziehen!
Hast du das erste Mal einen Tampon eingeführt und kannst ihn nun nicht wieder herausziehen? Dann ist folgendes wichtig: War der Tampon genügend lange in der Scheide, dass er sich mit Blut voll gesaugt hat? Wenn er nur kurz in der Scheide war, ist er noch trocken und dann kann er nicht gut gleiten, so dass es schmerzhaft ist, ihn wieder herauszunehmen. Dann würde ich noch einige Stunden warten und es wieder probieren.
Konntest du aber den Tampon gut nach vorne ziehen und nun liegt er am Scheidenausgang und du kannst ihn nicht herausziehen? Dann kann es sein, dass du eine spezielle Form des Jungfernhäutchens hast, das nun den Tampon blockiert. Vielleicht kannst du mit dem Spiegel schauen, ob du den Tampon siehst. Dann kannst du erkennen, ob der Scheidenausgang frei ist und du ziehen kannst, oder ob etwas im Weg liegt. Falls dies der Fall ist, solltest du zur Frauenärztin gehen, sie kann dir da behilflich sein.
Kann ein Tampon in der Scheide verloren gehen?
Nein, der Tampon kann nicht verloren gehen, da die Scheide am untersten Teil der Gebärmutter endet. Auch wenn du ihn weit nach hinten schiebst, kann er nicht weiter in den Körper eindringen, als die Scheide tief ist. Wenn du den Faden zum Herausziehen nicht mehr findest und den Tampon nicht mehr herausnehmen kannst, dann darfst du dich ruhig beim Frauenarzt melden, er kann dir da helfen. Das ist keine grosse Sache, den Tampon wieder zu entfernen.
Pickel, unreine Haut und Akne
Das sind häufige Probleme in der Pubertät. Für viele Mädchen und auch Jungs ist es sehr störend, wenn sich Pickel im Gesicht bilden und vor allem, wenn sich diese auch entzünden und sogar zu Narben führen. Dann sollte unbedingt ein Arzt beigezogen werden.
Warum gibt es überhaupt diese Pickel?
Häufig hängt die Neigung zu Bildung von Pickel und Akne mit den veränderten Hormonen in der Pubertät zusammen. Die männlichen Hormone, die auch bei jedem Mädchen vorkommen, führen zu einer verstärkten Bildung von Talg. Das ist eine Flüssigkeit, die für die nötige Fettschicht der Haut sorgt und in kleinen Drüsen in der Haut gebildet wird. Wird zu viel Talg gebildet, staut sich dieser an und dann kann sich ein Bakterium in diesen Drüsen vermehren, das zur Entzündung führen kann. Akne hat also nichts mit Hygiene zu tun, die Haut ist nicht schmutzig! Auch wenn von „unreiner“ Haut gesprochen wird.
Was kann man gegen Pickel tun?
Viele Jugendliche haben einige Pickel, die mal stärker, mal weniger stören. Viele kommen mit äusserlichen Mitteln ganz gut zu recht, das sind Salben oder reinigende Hautlotionen. Mädchen verwenden auch häufig Abdeckstifte. Falls aber eine Akne mit Entzündungszeichen der Pickel besteht, sollte nicht zu lange gewartet werden, bis ein Hautarzt aufgesucht wird. Auf jeden Fall sollte eine Akne, die Narben bildet, dem Hautarzt gezeigt werden.
Was kann der Frauenarzt machen?
Mädchen können unter dem Einfluss von männlichen Hormonen eine Akne entwickeln. Bei diesen Mädchen kann es sinnvoll sein, eine Pille zu verordnen, die eine günstige Wirkung auf die Haut hat. Wenn der Hautarzt ein Medikament mit Vitamin A-Säure verordnet, dann muss unbedingt gleichzeitig ein sicheres Verhütungsmittel eingenommen werden. Oft ist da die Kombination mit einer Pille, die auf die Haut günstig wirkt, sinnvoll.
Es gibt heute drei verschiedene Pillentypen, die sich für die Behandlung von Hautproblemen eignen.
Es sind dies:
• Diane 35 (Generika: z.B. Cypresta 35, Minerva, Feminac 35, Ellacnelle)
• Yasmin, Yasminelle, YAZ (Generika z.B.: Yira)
• Belara, Belarina (Generika z.B.: Ladonna)
Alle drei Pillentypen wirken sich (in den meisten Fällen) günstig auf die Haut aus und sind auch ein sicheres Verhütungsmittel. Am stärksten wirkt Diane 35, dann Yasmin und Yasminelle und etwas schwächer Belara. All diese Pillen gehören zur der Gruppe neuerer Pillen, die ein etwas höheres Thromboserisiko haben als die sogenannte zweite Generation. Welche Pille bei welchem Mädchen gewählt wird, soll mit dem Frauenarzt genau besprochen werden, ebenso Einnahme, Vorsichtsmassnahmen und mögliche Nebenwirkungen.
Für junge Männer ist die Hygiene ebenfalls sehr wichtig. Es geht dabei um die Pflege des gesamten Körpers, aber auch der Geschlechtsorgane, die regelmässig gewaschen werden sollten. Um das Glied zu waschen, muss die Vorhaut zurückgezogen werden und die Eichel sorgfältig mit warmem Wasser gewaschen werden, ebenso wie das ganze Glied und der Hodensack. Wer eine Freundin hat, sollte besonders auf die regelmässige Reinigung achten, denn unter der Vorhaut können sich Krankheitserreger vermehren (z.B. HPV) und beim Geschlechtsverkehr auf die Partnerin übertragen werden.
Wenn am Penis Veränderungen bemerkt werden, z.B. Wärzchen, Pickel oder Ausfluss, sollte der Hausarzt aufgesucht werden. Man muss sich darüber nicht schämen, aber es ist wichtig, die Partnerin vor einer möglichen Ansteckung zu schützen. Von einer Verengung der Vorhaut wird gesprochen, wenn sie nicht über die Eichel zurückgezogen werden kann. Da sollte ebenfalls der Arzt aufgesucht werden. Eventuell ist es möglich, mit einer Salbenbehandlung zu helfen, allenfalls ist auch eine kleine Operation nötig.