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Die Formgebung der Skulptur von Reto Steiner scheint vertraut. Sie zeigt einen Bonsai in einer für ihn typischen Pflanzenschale. Die Materialität steht jedoch im Widerspruch zum natürlich anmutenden Motiv. Der Thuner Bildhauer kreiert einen versteinerten winzigen Baum aus Gips und überführt damit ein organisches Objekt in eine erstarrte Materie. Sowohl das gewählte Material wie auch das Sujet unterstreichen dabei die dahinterliegende Idee. So verweist Steiner bestimmt auf das Leben im Anthropozän, in dem sich der Mensch die Natur zu eigen macht und diese gar unterwirft. Auch der Bonsai repräsentiert einen vom Menschen ästhetisch geformten Baum mit beabsichtigter Wuchsbegrenzung. Indem Steiner den Baum nicht in freier Wildnis, sondern mit seiner Schale in eine einzige Form giesst, unterstreicht er die Idee der Zucht. Das künstlerische Werk von Steiner zeichnet sich durch sein bildhauerisches Interesse aus, wobei er vor allem durch seine Marmor-Reliefs Bekanntheit erlangt.
Katrin Sperry
Dieses Kunstwerk ist ganz weiss.
Es besteht aus drei Teilen:
Aus einem Baumstamm,
aus Erde
und aus einer Pflanzenschale.
Die Pflanzenschale wird oft
für einen bestimmten Baum gebraucht.
Für einen Bonsai-Baum.
Dies ist ein ganz kleiner Baum.
Normalerweise hat ein Bonsai-Baum grüne Blätter.
Dieser Bonsai hat keine Blätter.
Dieser Bonsai hat auch nie gelebt.
Der Künstler hat diesen Bonsai selber gemacht.
Der Künstler hat das ganze Kunstwerk aus Gips gemacht.
Zuerst war der Gips wie Pulver.
Der Künstler hat den Gips mit Wasser gemischt.
Dann hat er den Gips in eine Form geleert.
Dann hat er den Gips trocknen lassen.
Rahel Dondiego