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Ziel des Projektes ist es, die Rote Liste der gefährdeten baum- und erdbewohnenden Flechten der Schweiz von 2002 zu revidieren.
Das Projekt ist in zwei Phasen aufgeteilt: 1) die Feldkampagne zur Erarbeitung der Datengrundlage und 2) die Auswertung der Daten sowie das Schreiben der Roten Liste. Momentan befinden wir uns in der ersten Phase, die voraussichtlich bis Mitte 2021 dauern wird.
Die revidierte Liste wird primär Auskunft über den Gefährdungsstatus der Schweizer Flechtenarten geben. Es lassen sich aber auch Schlüsse ziehen in Bezug auf die Häufigkeit der Lebensräume, von denen diese abhängen. Damit legt die neue Rote Liste die Grundlage für eine Revision der national prioritären Arten und kann zur Festlegung von Artenschutzmassnahmen verwendet werden.
- Wie gefährdet sind baum- und erdbewohnende Flechten in der Schweiz?
- Wie hat sich ihr Gefährdungsstatus seit der Roten Liste von 2002 verändert?
- Haben Schutzmassnahmen zu einer Verbesserung der Situation für die Zielarten geführt?
Mehr als 300 Probeflächen wurden in der ganzen Schweiz verteilt, stratifiziert nach biogeografischen Regionen, Vegetationshöhenstufen und Vegetationseinheiten (Wald/Nichtwald). Die Anwesenheit von allen Flechtenarten in diesen 500 m2-grossen Flächen wird notiert. Diese Flächen sind eine repräsentative Stichprobe der Schweizer Landschaft und dienen damit vor allem der Berechnung der Häufigkeit der Flechtenarten.
In mehreren Quadraten von 20x20 km werden artenreiche Lebensräume aufgesucht und vorhandene Arten notiert. Ausserdem werden gezielt die Lebensräume besucht, die in den A-Flächen nicht abgedeckt wurden. Diese Daten liefern einerseits Beobachtungen von selteneren Flechtenarten, erlauben aber andererseits auch eine präzisere Beurteilung der Häufigkeit aller Arten.
Von 2014 bis 2018 wurden in einem zusätzlichen Projekt mehr als 600 Populationen von national prioritären Arten mit Handlungsbedarf besucht. Dabei handelt es sich um Arten, deren Status in der Roten Liste von 2002 als stark gefährdet (EN) oder vom Aussterben bedroht (CR) eingeschätzt wurden. Die Ergebnisse dieses Projektes werden in die Auswertung der Daten für die neue Rote Liste einfliessen.
Dies beinhaltet alle zusätzlichen Informationen zu Flechtenvorkommen in der Schweiz, die uns während der Projektphase zur Verfügung gestellt werden. Dazu gehören unter anderem die aktuellen Fundorte von Flechten, die dem Schweizerischen Datenzentrum für Flechten (SwissLichens) bekannt sind.
Alle Beobachtungen von seltenen sowie häufigen Flechten sind äusserst wertvoll und wir würden uns über die Mitarbeit von Privatpersonen sehr freuen. So können Sie uns beispielsweise gerne Ihre Flechtenbeobachtungen melden. Falls Sie sich stärker im Projekt engagieren möchten, gibt es ausserdem die Möglichkeit, bei der Erhebung von B-Flächen mitzuwirken oder das Vorkommen von stark bedrohten Arten an früheren Standorten zu überprüfen. Für Meldungen von Flechtenfundorten oder bei Interesse an einer Mitarbeit nehmen Sie bitte Kontakt auf mit Silvia Stofer.
Details zum Projekt
Projektdauer
2017 - 2021