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Von Reggio Calabria nach Mailand
Ich bin ein Mensch der kleinen Stadt, aber der grossen Träume.
Natale Sapone in: Thurgauer Zeitung, 14. Sept 2000
Natale Sapone hat zwei Geburtstage. Den richtigen, am 17. Dezember 1920, und den 1. Januar 1921, den seine Eltern verspätet den offiziellen Stellen meldeten. Sapones Eltern wollten, dass ihr Sohn ein Jahr später als üblich ins Militär eingezogen wird - eine durchaus gängige Praxis zu der Zeit. Natale Sapone war der Jüngste einer kinderreichen Familie. Sein künstlerisches Talent wurde schon früh in der Grundschule entdeckt. An der Kunstgewerbeschule in Reggio Calabria lernte er Malerei, Bildhauerei und Dekoration von der Pike auf. Ein Umzug nach Milano gab ihm die Möglichkeit an der Academia di Belle Arti di Brera in Milano zu studieren.
Der Zweite Weltkrieg unterbrach Sapones Ausbildung.
Er leistete fünf Jahre Militärdienst, erst danach vervollständigte er seine Ausbildung. Bis zu seiner Ankunft in der Schweiz schlug sich Sapone als Zeichenlehrer an der Staatlichen Mittelschule und als Designer in einem Mailänder Architektur-Büro durch.
Der Jüngste von allen: Natale Sapone in ein Buch vertieft (links von ihm kniet ein Lehrer).
Von Einsiedeln nach Frauenfeld
Als er Schweizer wurde, zeigte er völlig unkontrollierte Gefühle. Es war das einzige Mal, dass ich ihn weinen sah.* Natale Arcuri, Neffe von Natale Sapone
1947 nahm Natale Sapone eine Anstellung als Designer in einem Kunstkeramik-Atelier in Einsiedeln an. Später sagt er über die beiden Jahre, dass sie ihm ein dunkles Loch waren. Ihm machten die Berge zu schaffen, der viele Schnee und das wenige Licht. 1949 zog er nach Frauenfeld weiter, in dem er sich von Jahr zu Jahr immer wohler fühlte.
In dieser Landschaft mit diesen kleinen Hügeln - da ist der Mensch jemand. Frauenfeld, ja das ganze Thurgau hat ein wunderbares Licht.*
Unterstützer schickten ihn an die Académie André Lhote nach Paris.
1951 liess sich Sapone endgültig in Frauenfeld nieder und erwarb 1986 die Schweizer Staatsbürgerschaft. Sapones Hauptwerk ist eng mit seinem Leben im Thurgau verknüpft. Zu sehr, als dass er versucht hätte, sein Glück auf internationaler Ebene in Paris oder New York zu versuchen. Nebst seiner Tätigkeit als Maler und Bildhauer designte er Schmuck für das Schweizer Juwelierhaus Bucherer und Keramik, Porzellan und Glas für die Porzellanmanufaktur Rosenthal. Diese Aufträge sicherten ihm das Einkommen – vom Verkauf seiner Bilder allein hätte Natale Sapone nicht leben können.