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Regierung begann. Gelegenheit hierzu bot zunächst die amerikanische Politik des Ministeriums: mit aller Entschiedenheit und mit glänzender Redegabe und beißendem Witz bekämpfte Fox die Vorschläge Norths und verteidigte das Selbstbesteuerungsrecht der Kolonien, während er einen schnellen, versöhnlichen Frieden als das einzige Rettungsmittel des bedrohten Mutterlandes darstellte. Trotz ministerieller Gegenbestrebungen 1780 für Westminster ins Unterhaus gewählt, trat er bei Norths Rücktritt 1782 in das neue Ministerium Rockingham-Shelburne als Staatssekretär ein und schlug die sofortige Anerkennung der amerikanischen Unabhängigkeit vor, legte jedoch nach dem Tod Rockinghams infolge von Differenzen mit Shelburne sein Amt nieder, worauf der König den jungen William Pitt zu seiner rechten Hand [* 2] machte.
Zwischen beiden an Talent ebenbürtigen Männern begann nun ein erbitterter Kampf, der 1783 den Sturz des Ministeriums Shelburne-Pitt herbeiführte, während Fox mit North, dem von ihm früher leidenschaftlich bekämpften Gegner, als Staatssekretär in das von dem Herzog von Portland gebildete Koalitionsministerium trat, welches den Frieden mit Amerika [* 3] abschloß. Schon nach neun Monaten indes kam auch diese Regierung zum Fall. Die von Fox eingebrachte Ostindiabill, welche den Mißbräuchen der Ostindischen Kompanie steuern und die Verwaltung der ostindischen Kolonien in die Hände der Regierung bringen sollte, wurde durch seine beredte Verteidigung zwar im Unterhaus angenommen, von den Lords aber, denen der König hatte erklären lassen, er werde jeden, der für die Bill stimme, für seinen Feind halten, verworfen.
Sofort entließ der König das Ministerium und stellte Pitt an die Spitze des neuen Kabinetts, der nun beinahe 20 Jahre lang ununterbrochen die Leitung des Staats behauptete. Indessen blieb der für Westminster wieder gewählte Fox mit Burke u. a. das Haupt der Opposition. Er bekämpfte die Regierung bei dem Prozeß des ostindischen Statthalters Warren Hastings, schlug 1787 die Abschaffung der Negersklaverei vor und machte bei den ersten Anzeichen der Geisteskrankheit des Königs die Rechte des Prinzen von Wales auf die Regentschaft geltend, während Pitt die Entscheidung über die Regentschaft dem Parlament vorbehalten wissen wollte.
In der französischen Revolution erblickte Fox eine der glorreichsten Begebenheiten der Geschichte und einen allgemeinen Fortschritt politischer Entwickelung, wodurch er sich Burke und dem größten Teil seiner andern politischen Freunde entfremdete. Nachdem er von 1792 bis 1797 anfangs an der Spitze einer kleinen Opposition, zuletzt fast ganz allein vergebens die kriegerische Politik der Regierung und ihre Repressivmaßregeln in England bekämpft und zur Versöhnung mit der französischen Republik geraten hatte, zog er sich 1797 auf seinen Landsitz St. Ann's Hill bei Chartrey zurück und widmete hier seine Zeit der Landwirtschaft und litterarischen Beschäftigungen.
Nach dem Frieden von Amiens [* 4] 1802 machte er zur Aufsuchung geschichtlicher Quellen eine Reise nach Frankreich. Nach seiner Rückkehr gelang ihm zwar durch die Vereinigung der Whigs der Sturz des Ministeriums Addington, das einen neuen Krieg mit Frankreich plante; doch widersetzte sich der König seinem Eintritt ins Ministerium, den diesmal selbst Pitt vorschlug, worauf Fox wieder in seine oppositionelle Stellung zurücktrat, bis Pitts Tod im Januar 1806 den König nötigte, sich ein Ministerium Grenville gefallen zu lassen, in dem Fox zum drittenmal Staatssekretär wurde.
Der letztere machte jetzt ernstliche Versuche, zu einer Verständigung mit Napoleon zu gelangen, riet aber, als diese an dem Ehrgeiz des französischen Kaisers scheiterten, selbst zu energischer Fortsetzung des Kriegs. Doch starb er schon an der Wassersucht. Fox ist ohne Frage einer der bedeutendsten Redner und einer der einflußreichsten Staatsmänner, welche die Geschichte des englischen Parlamentarismus kennt. In seinem Privatleben war er liebenswürdig und leutselig, jedoch zur Verschwendung und namentlich zum Spiel geneigt, wodurch er seine Vermögensverhältnisse unheilbar zerrüttete. In seiner unvollendeten »History of the early part of the reign of James II.« (Lond. 1808; deutsch von Soltau, Hamb. 1810) verteidigte er auf geniale Weise die Revolution von 1688. Seine »Speeches in the house of Commons« erschienen London [* 5] 1815 (6 Bde.), in Auswahl 1847. Im J. 1816 wurde ihm von seinen Freunden auf dem Bloomsbury Square zu London eine Bildsäule und 1818 ein Denkmal in der Westminsterabtei errichtet.
Vgl. Walpole, Recollections of the life of Fox (Lond. 1806);
Russell, Memorials and correspondence of Ch. Fox (das. 1853-57, 4 Bde.);
Derselbe, Life and times of Fox (das. 1859-67, 3 Bde.);
Rae, Wilkes, Sheridan, Fox, the opposition under George III. (das. 1874);
Trevelyan, Early history of Ch. J. Fox (das. 1880).