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Fellenberg, Wilhelm von (1798-1880)--DB1027
Person
Lebensdaten
09.10.1798-22.03.1880
Mädchenname, Herkunftsort bzw. Heimatort
Bern
Zivilstand, Konfession, Nachkommen
Verheiratet mit Anna Rosalie Virginie von Fellenberg-Boch; reformiert; keine Kinder
Soziale Herkunft, verwandtschaftliche Beziehungen
Ältester Sohn von Fellenberg, Philipp Emanuel von (1771-1844)--DB1025, dem Gründer und Leiter der Erziehungsanstalt in Hofwil bei Münchenbuchsee, 11 Geschwister; Vetter von Fellenberg-Ziegler, Albert von (1819-1902)--DB1028
Ausbildung, berufliche Tätigkeit und Funktionen in der Öffentlichkeit
Ausbildung
Studium der Geschichte in Heidelberg, Jena und Berlin; Wanderschaft in Deutschland, Frankreich und Holland
Berufsausübung
Leiter der Privatschule und des Internats Hofwil 1844-1854 (als Nachfolger seines Vaters Fellenberg, Philipp Emanuel von (1771-1844)--DB1025); Gut Boch bei Mettlach, Rheinpreussen (das Gut seines Schwiegervaters): Landwirt 1855-1880
Funktionen in landwirtschaftlichen Institutionen
Oekonomische und gemeinnützige Gesellschaft des Kantons Bern (OGG): Präsident 1847-1855 (als Vorgänger von Fellenberg-Ziegler, Albert von (1819-1902)--DB1028); Wochenblatt für Landwirthschaft und Gartenbau sowie Bernische Blätter für Landwirtschaft, Wald- und Gartenbau: Redaktor 1846-1855 (als Vorgänger von Fellenberg-Ziegler, Albert von (1819-1902)--DB1028), Wochenblatt für Landwirtschaft (Vorgängerorgan der Bernischen Blätter für Landwirtschaft): Gründer und Redaktor 1846-1849
Funktionen in anderen Institutionen
Oekonomische Gesellschaft Bern: Präsident
Funktionen in der Politik
Biographische Skizze
Wilhelm von Fellenberg erblickte am 9. Oktober 1798 als ältestes von zwölf Kindern des Pädagogen und Agronomen Fellenberg, Philipp Emanuel von (1771-1844)--DB1025 das Licht der Welt. Er wuchs in Hofwil bei Bern auf; später studierte er in Deutschland Geschichte. Nachdem er auf dem elterlichen Hofgut Hofwil eine kurze Lehrtätigkeit absolviert hatte, begab er sich auf eine Bildungsreise nach Paris. Am 27. Mai 1829 heiratete er Virginie Boch-Buschmann in Luxemburg, die Tochter des Keramik-Unternehmers Jean-François Boch. 1833 zog er in die Heimat seiner Frau nach Mettlach. Nach dem Tod seines Vaters kehrte er im Jahr 1844 nach Hofwil zurück. Dort übernahm er die Leitung des väterlicherseits eingerichteten landwirtschaftlichen Musterbetriebs. Vier Jahre später zog er jedoch auf das Landgut Sonnenberg bei Bern, wo die Familie bis 1855 lebte. Danach verliessen sie die Schweiz und siedelten sich in Merzig im Saarland an.
In Merzig setzte sich Fellenberg für die Verbesserung der Landwirtschaft, insbesondere des Wiesenbaus ein. In Besseringen errichtete er 1844 eine Wiesenbauschule, die jedoch nur kurze Zeit bestand. Mehr Erfolg hatte von Fellenberg, als er eine Tonrohr- und spätere Terrakottafabrik gründete. Diese Idee entstand aus der Notwendigkeit, Wiesen zu entwässern. Fellenbergs Ideen motivierten den katholischen Pfarrer Johann Matthias Deutsch (1797-1858), in Merchingen ebenfalls eine allerdings auch nur kurze Zeit bestehende Ackerbauschule zu gründen. Als Ratsmitglied der Stadt Merzig engagierte sich Fellenberg auch politisch. Er arbeitete mit katholischen Reformkräften und lokalen Unternehmern zusammen, woraus soziale und wirtschaftliche Impulse resultierten. Sein Vermögen vermachte er schliesslich einer Stiftung, woraus das Kreiskrankenhaus Merzig hervor ging.
Autoren: Daniel Flückiger und Peter Moser
Quellen und Literatur
Eigene Publikationen
- Guter Rath an Klein und Gross in der Lebensmittelfrage, Bern 1847
- Ideen und Grundzüge zu einem Plane für die Verbesserung der Landescultur, Kaiserwerth 1844
Quellen
- AfA Personendossier Nr. 381
- Wittwer Hesse, Denise: Die Familie von Fellenberg und die Schulen von Hofwyl, Bern 2002