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Inhalt und Ziel
In einem Reenactment werden historische Ereignisse methodisch recherchiert, szenisch aktualisiert und damit für ein zugleich emotionales und analytisches „Erleben“ zugänglich gemacht.
Das Forschungsprojekt „Reenactment. Sondierungen zu einem theatralen Konzept“ strebt in einem vergleichenden Verfahren eine kunstgeschichtliche Einordnung, methodische Systematisierung und Reflexion praktischer und theoretischer Aspekte des Formats „Reenactment“ an. Das Projekt diskutiert folgende Forschungsfelder:
1) Methodik der Rekonstruktion: Welches sind die recherchetechnischen Methoden des Reenactments?
2) Reenactment als theatrale Strategie der Aktualisierung: Welches sind die szenischen Methoden des Reenactments?
3) Wiederholung und Erinnerungspolitik: Re-Inszenierung als (kollektive) Konstruktion von Geschichte.
Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext
Im Zentrum des Forschungsprojekts „Reenactment. Sondierungen zu einem theatralen Konzept“ steht der Versuch, das Missverhältnis zwischen intensiver (impliziter) Anwendung des Formats in Wissenschaft, Populärkultur und Kunst und (fast vollständig fehlender) expliziter Theoriebildung zu reflektieren und zugunsten Letzterer auszugleichen. Die These dabei ist: Praxis und Theorie des Reenactments müssen nicht kreiert werden, vielmehr müssen die einzelnen Aspekte einer solchen versammelt und die (wissenschafts- wie kunstgeschichtliche) Genese des Formats rekonstruiert, reflektiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Anders ausgedrückt: das Format des Reenactments hat zwar eine lange Geschichte, diese ist aber weder geschrieben noch theoretisch konzeptualisiert worden.