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JEGENSTORF: Zu den Gemeinderatswahlen in Jegenstorf treten Kandidaten/-innen der SVP, FDP, BDP, EVP und SP an. Anlässlich der Gemeindewahlen interviewte «D’REGION» Vertreterinnen und Vertretern aller Parteien. red
Zu den Gemeinderatswahlen in Jegenstorf treten Kandidatinnen und Kandidaten der SVP, FDP, BDP, EVP und SP an. Die gegenwärtige Exekutive setzt sich parteipolitisch wie folgt zusammen: SVP 2 Sitze, SP 2 Sitze, FDP 1 Sitz, BDP 1 Sitz und EVP 1 Sitz. Gemeinderätin Susanne Siegenthaler (FDP) und Gemeinderatspräsident Hans Mätzener (SVP) treten nicht mehr zur Wiederwahl. Um Mätzeners Nachfolge als Gemeinderatspräsident bewerben sich Simon Glauser (SVP), Karin Müller (BDP) und Jürg Häberli (SP). Die Ausgangslage ist also äusserst spannend. Markus Hofer
Gemeinderatswahlen: Liste 1, SVP: Peter Kropf (bisher, kumuliert, parteilos), Simon Glauser (neu, kumuliert), Nadine Buache (neu, kumuliert), Roger Jost (neu). Liste 2, FDP: Michael Berger (neu), Daniel Delfosse (neu), Jan N. Eckmann (neu), Richard Huber (neu), René Kohler (neu), Gerhard Niklaus (neu), Sharon Sue Siegenthaler (neu). Liste 3, BDP: Stefan Jaggi (bisher, kumuliert, parteilos), Karin Müller (neu, kumuliert), Monika Bernhard (neu), Claudio Caprez (neu), Ralph Zurbuchen (neu). Liste 4, EVP: Robert Alder (bisher, kumuliert), Dominik Wütschner (neu), Lukas Walther (neu), Claudia Lavanchy (neu), Anita Walther (neu), Jean-Pierre Dürner (neu). Liste 5, SP: Lydia Baumgartner (bisher), Jürg Häberli (bisher, kumuliert), Adrian Baumgartner (neu), Bettina Foord-Iff (neu), Urs Horat (neu), Sandra Lyoth (neu).
Interview mit Hans Freiburghaus, Präsident SVP Jegenstorf-Münchringen
«D’REGION»: Welche Ziele setzt sich die SVP für die Gemeindewahlen am 26. November?
Mit Simon Glauser wollen wir die Nachfolge von Hans Mätzener sicherstellen. Ausserdem wollen wir unsere zwei Sitze im Gemeinderat und den Sitz in der Bildungskommission wiederbesetzen.
«D’REGION»: Welches sind Ihrer Ansicht nach die zwei grössten Herausforderungen, die der Gemeinderat in der kommenden Legislaturperiode anpacken muss – und wie sehen die Lösungsansätze der SVP aus? Dazu gehört neben weiteren wichtigen Geschäften die Standortwahl für den neuen RBS-Bahnhof 2025 inkl. Doppelspurausbau. Wichtig sind hier ein ordnungsgemässes und sinnvolles Mitwirkungsverfahren für alle Betroffenen, eine korrekte Abwägung von Kosten und Nutzen, das Denken in Varianten sowie die Berücksichtigung der Auswirkungen auf die räumliche Entwicklung.
Der amtierende Gemeinderat plant finanzstrategisch eine etappenweise Erhöhung der Steueranlage ab 2019. Dies gilt es mit einer umsichtigen, auf Verzicht und Effizienz getrimmten Ausgabenpolitik zu verhindern. Der finanzielle Handlungsspielraum ist nach wie vor sehr eingeschränkt. Dieser Umstand darf jedoch nicht durch Steuererhöhungen entschärft werden. Stattdessen müssen ausgabenseitig Massnahmen getroffen werden.
«D’REGION»: In welchen weiteren Bereichen will Ihre Partei Akzente setzen?
Die SVP steht für eine lösungsorientierte, konstruktive bürgerliche Politik. Dabei soll Gutes und Bewährtes erhalten bleiben, ohne die aktuellen Probleme ausser Acht zu lassen. Mit Eigenverantwortung setzt sich die SVP für eine blühende Zukunft der Gemeinde ein. Unsere Partei engagiert sich für: eine zeitgerechte, nachhaltige und finanzierbare Gemeindeinfrastruktur; eine moderate Steueranlage; eine effiziente, moderne Verwaltungsstruktur; faire Rahmenbedingungen für das Gewerbe und KMU; ein menschenwürdiges und geordnetes Asylwesen; eine qualitative und moderate Dorfentwicklung.
«D’REGION»: Aus welchen Gründen sollen sich die Bürger/innen für die SVP-Liste entscheiden?
Die SVP-Sektion Jegenstorf-Münchringen präsentiert den Stimmbürger/innen für den Gemeinderat und die Bildungskommission kompetente, lösungsorientierte und engagierte Kandidierende, die sich mit konsequenter bürgerlicher Politik für Jegenstorf einsetzen.
Interview mit Ulrich König, Präsident FDP Jegenstorf
«D’REGION»: Welche Ziele setzt sich die FDP für die Gemeindewahlen am 26. November?
Die FDP will den infolge Amtszeitbeschränkung frei werdenden Sitz von Susanne (Sue) Siegenthaler im Gemeinderat sowie den Sitz von Sharon Sue Siegenthaler in der Bildungskommission verteidigen. Sie strebt zudem eine Erhöhung ihres Wähleranteils an.
«D’REGION»: Welches sind Ihrer Ansicht nach die zwei grössten Herausforderungen, die der Gemeinderat in der kommenden Legislaturperiode anpacken muss – und wie sehen die Lösungsansätze der FDP aus?
Die grösste Herausforderung wird die Revision der Ortsplanung sein. Die FDP setzt sich dabei für ein qualitatives Wachstum mit dem Erhalt des ländlichen Charakters der Gemeinde ein. Die Bevölkerungszahl soll nur noch moderat steigen. Ebenso wichtig sind nachhaltig gesunde Gemeindefinanzen. Die FDP wird den Gemeinderat immer wieder auffordern, konsequent auf Wünschbares zu verzichten und sich auf Notwendiges zu beschränken. An den Gemeindeversammlungen wird die FDP fordern, dass neue Ausgaben nur bei klar ausgewiesenem Bedarf und gesicherter Finanzierung getätigt werden.
«D’REGION»: In welchen weiteren Bereichen will Ihre Partei Akzente setzen?
Die FDP will die Politik in unserem Dorf aktiv und direkt mitgestalten und sich für den Erhalt der Attraktivität und die Pflege der Lebensqualität in der Gemeinde Jegenstorf einsetzen. Um dies zu erreichen, sollen die Geschäfte und Läden sowie die ortsansässigen Gewerbebetriebe in unserer Gemeinde nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Wichtig sind der FDP das aktive Mitmachen in den Dorfvereinen und das freiwillige Engagement in ortsansässigen Organisationen. Ausserdem sind die Förderung erneuerbarer Energien und die Steigerung der Energieeffizienz wichtige Anliegen der Partei.
«D’REGION»: Aus welchen Gründen sollen sich die Bürger/innen für die FDP-Liste entscheiden?
Die FDP präsentiert auf ihren attraktiven Listen qualifizierte Kandidierende. Diese stehen ein für Freiheit, Mitgestaltung und Selbstverantwortung. Die FDP will offen, mutig und glaubwürdig sein und die in der Bundesverfassung verankerten liberalen Werte wie Selbstverantwortung und Mitverantwortung für die Gemeinschaft pflegen.
Interview mit Susanne Baumann, Ortskoordinatorin EVP Jegenstorf
«D’REGION»: Welche Ziele setzt sich die EVP für die Gemeindewahlen am 26. November?
Die EVP Jegenstorf möchte ihren Wähleranteil von knapp 14 Prozent vom Jahr 2013 verteidigen oder sogar leicht ausbauen. Unser oberstes Ziel ist es, die beiden bisherigen Sitze von Robert Alder im Gemeinderat und Esther Zeltner in der Bildungskommission zu bestätigen.
«D’REGION»: Welches sind Ihrer Ansicht nach die zwei grössten Herausforderungen, die der Gemeinderat in der kommenden Legislaturperiode anpacken muss – und wie sehen die Lösungsansätze der EVP aus?
Im Infrastrukturbereich zeigen sich zwei bauliche Schwerpunkte, die es in den nächsten Jahren anzupacken gilt: Einerseits muss der Bahnhof bis 2025 an die neuen Gegebenheiten der RBS für längere Zugskompositionen angepasst werden. Das heisst, den Bahnhof am bestehenden Standort auszubauen oder östlich davon neben dem VOI neu zu erstellen. Die Schule Gyrisberg 1, die aus den 1970er-Jahren stammt, muss nach der Schulanlage Säget ebenfalls saniert werden. Die Vorbereitungen dazu wurden bereits aufgenommen. Diese beiden Projekte bedeuten zugleich eine grosse Herausforderung für die Gemeindefinanzen. Einerseits will der Gemeinderat den Steuerfuss so moderat wie nötig anheben und andererseits ist er bestrebt, die Finanzziele und Sparmassnahmen im Gemeindehaushalt, die er sich gesetzt hat, auch nachhaltig umzusetzen.
«D’REGION»: In welchen weiteren Bereichen will Ihre Partei Akzente setzen?
Die EVP setzt sich für gerechte und massvolle Bedingungen für alle Einkommensschichten ein – u. a. im Bereich Bildung. Damit Schulabgänger für die Berufsausbildung und weiterführende Schulen fit sind, sollen alle Zugang zu Wissen, Inhalten und Hilfsmitteln erhalten. Zudem wollen wir sozial Benachteiligte in die Gesellschaft integrieren. Bisherige Beispiele dafür sind die Betreuung der Asylsuchenden in der Kollektivunterkunft während der letzten eineinhalb Jahre oder unser Einsatz für den Erhalt der Vielfalt der Dorfvereine.
«D’REGION»: Aus welchen Gründen sollen sich die Bürger/innen für die EVP-Liste entscheiden?
Der EVP sind Werte wichtig. Werte wie Verlässlichkeit, Vertrauen und Wertschätzung. Dafür stehen unsere Kandidatinnen und Kandidaten ein. Wem diese Anliegen wichtig sind, legt die Liste 4 der EVP ein.
Interview mit Beat Muster, Präsident BDP Grauholz
«D’REGION»: Welche Ziele setzt sich die BDP für die Gemeindewahlen am 26. November?
Die BDP Grauholz hat sich zum Ziel gesetzt, dass Stefan Jaggi als bisheriger Gemeinderat wiedergewählt wird. Mit Karin Müller wollen wir einen zweiten Sitz im Gemeinderat dazugewinnen. Schafft es Karin Müller in den zweiten Wahlgang um das Gemeinderatspräsidium, sind unsere Ziele bereits übertroffen, und wir können uns auf einen spannenden zweiten Wahlgang freuen.
In der Bildungskommission streben wir das Ziel an, einen Sitz zu gewinnen.
«D’REGION»: Welches sind Ihrer Ansicht nach die zwei grössten Herausforderungen, die der Gemeinderat in der kommenden Legislaturperiode anpacken muss – und wie sehen die Lösungsansätze der BDP aus?
Die Herausforderungen in der nächsten Legislaturperiode bestehen darin, anstehende Infrastrukturprojekte wie die Schulraumplanung und den Bahnhof in Balance mit einem weiterhin gesunden Finanzhaushalt zu halten. Uns ist wichtig, dass Jegenstorf in eine solide Zukunft blicken und seine hohe Lebensqualität und Attraktivität halten kann. Darunter verstehen wir gesunde Finanzen, gutes Bildungswesen, verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und eine funktionierende Infrastruktur. Dieses Ziel setzt Kompromisse voraus und verlangt, andere Meinungen anzuhören, gelten zu lassen und gemeinsam im Dialog nach Lösungen zu suchen, die mehrheitsfähig sind.
«D’REGION»: In welchen weiteren Bereichen will Ihre Partei Akzente setzen?
Die BDP steht für vernünftige, lösungsorientierte Sachpolitik auf Gemeindeebene. Eine solide Zukunft für Jegenstorf ist unser wichtigstes Anliegen. Dazu gehört, dass wir die Finanzsituation nachhaltig gestalten und nicht den kommenden Generationen die Rechnung überlassen wollen. Der Dialog mit allen Parteien ist für uns Mittel und Voraussetzung für unsere verantwortungsvollen Entscheidungen zugunsten von Jegenstorf.
«D’REGION»: Aus welchen Gründen sollen sich die Bürger/innen für die EVP-Liste entscheiden?
Wir treten mit Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl an, die den anstehenden Herausforderungen gewachsen sind, sich für die Gemeinde engagieren und vorwärtsschauen - mit Augenmass, Vernunft, gesundem Menschenverstand und Engagement für Jegenstorf.
Interview mit Lydia Baumgartner, Präsidentin SP Jegenstorf
«D’REGION»: Welche Ziele setzt sich die SP für die Gemeindewahlen am 26. November?
Die SP will unbedingt die beiden Gemeinderatssitze und die beiden Sitze in der Bildungskommission verteidigen und mit ihrem im Dorf verwurzelten Kandidaten, Jürg Häberli, das Gemeinderatspräsidium besetzen.
«D’REGION»: Welches sind Ihrer Ansicht nach die zwei grössten Herausforderungen, die der Gemeinderat in der kommenden Legislaturperiode anpacken muss – und wie sehen die Lösungsansätze der SP aus?
Die grössten Herausforderungen werden die Standortfrage des Bahnhofs und die Schulhaussanierung Gyrisberg sein. Beides Geschäfte, die Jürg Häberli als bisheriger Gemeinderat Ressort Bau und Planung bestens kennt. Die Schulhaussanierung ist für die SP aufgrund der Faktenlage zwingend notwendig. Die Standortfrage des Bahnhofes konnten wir intern noch nicht diskutieren, da das Dossier noch in Bearbeitung ist. Im Moment ist die SP für beide Varianten offen. Für unsere Partei ist aber ein guter ÖV-Anschluss sehr wichtig, auch werden wir besonders auf eine gute und sichere Anbindung an den Fuss- und Veloverkehr achten. Schulhaussanierung wie Standort Bahnhof sind grosse Investitionen, die finanziert werden müssen. Dabei gilt es, die Finanzsituation der Gemeinde nicht aus den Augen zu verlieren.
«D’REGION»: In welchen weiteren Bereichen will Ihre Partei Akzente setzen?
Nebst dem Ausbau des Langsamverkehrs setzen wir uns auch für die Verbesserung der Sicherheit der Verkehrsteilnehmenden ein. Wir engagieren uns für den Erhalt und die Förderung des grossen ehrenamtlichen Engagements in unserem Dorf, für Integration und bedarfsgerechte soziale Angebote für alle Generationen. Unter der Federführung unserer Partei wurde mit der Einführung des Pilotprojekts Ferienbetreuung für berufstätige Eltern eine Lücke geschlossen. Dies ist für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig. Weiter kämpft die SP Jegenstorf gegen den allgemeinen Trend des Sozialabbaus bei Personen, die auf Leistungen angewiesen sind.
«D’REGION»: Aus welchen Gründen sollen sich die Bürger/innen für die SP-Liste entscheiden?
Die SP hat bewiesen, dass man mit einer sachlichen, vorausschauenden Politik Neues erschaffen kann, ohne den Dorfcharakter zu opfern. Diese umsichtige Politik wollen wir auch künftig weiterbetreiben.