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Baptisterium
Das Baptisterium gehört zu den ältesten und wertvollsten Gebäuden der Florentiner. Die ganz in Marmor errichtete Taufkirche wurde zwischen dem 4. und 8. Jh. gebaut, das heutige Aussehen als achteckige Kirche mit Pyramidendach erhielt die Taufkapelle im 12. Jh. Sie wurde dem Schutz- und Stadtpatron San Giovanni, Johannes dem Täufer, geweiht.
Das Zusammenspiel von architektonischer Struktur und den geometrisch gegliederten Flächen aus grünem und weissem Marmor machten sie zum beeindruckenden Zeugnis der Florentiner Protorenaissance (Vor-Renaissance in Bezug auf die Übernahme antiker [Bau]formen im 12. und 13. Jahrhundert in Italien und Südfrankreich).
Einzigartig und unbedingt anzusehen sind die drei Bronzetüren, die sich nach drei Himmelsrichtungen öffnen:
Das Südportal ist die älteste (ca. 1330) und wurde von Andrea Pisano gegossen, es erzählt die Geschichte von Johannes dem Täufer.
Das Nordportal (ca. 1403 – 1424) zeigt Szenen des neuen Testaments und wurde von Lorenzo Ghiberti geschaffen.
Das Tor des Paradieses, so bezeichnete Michelangelo verehrend das Mittelportal von Ghiberti, das mit Geschichten aus dem alten Testament ca. 1452 fertig gestellt wurde. Es besteht aus vergoldeter Bronze und in der Mitte des Portals hat sich Ghiberti selbst abgebildet.
Tipp: Wer die wunderschönen Portale in Ruhe betrachten oder fotografieren möchte, sollte das frühmorgens oder gegen Abend machen, da es tagsüber nur so wimmelt von Touristen.
Das Innere des Baptisteriums erinnert an einen glänzenden Diamanten; die ganzen Wände sind mit Marmor verkleidet, die byzantinisch beeinflussten Muster des Fussbodens beeindrucken. In der Kuppel (Durchmesser 25,60 m) und in der Apsis sind Mosaike der Venezianer aus dem 13. Jh. zu bestaunen (u. a. ein jüngstes Gericht, mit einem über 8 m hohen Christus).
Auch beeindruckend ist das von Michelozzo und Donatello geschaffene Grab des Gegenpapstes Johannes XXIII., mit einer liegenden Bronzefigur des Toten.