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Druckwelle rauscht um die Welt
Heute schauen wir etwas genauer auf den Verlauf des Luftdrucks. Dieser hatte im Vergleich zu den Vortagen deutlich sinkende Tendenz. Er zeigte aber auch gewisse Auffälligkeiten die nichts mit dem Wetter, sondern vielmehr mit einem Vulkanausbruch am anderen Ende der Welt zu tun hatten.
In den Bergen viel Sonne, aber weniger mild
Auch wenn sich im Laufe des Nachmittags erste Wolkenfelder bemerkbar machten, war es in den Bergen heute noch einmal mehrheitlich sonnig. Mit der nachlassenden Subsidenz (Absinkbewegung der Luft im Hoch) gingen die Temperaturen im Vergleich zum Vortag aber um 5 bis 10 Grad zurück.
Im Flachland hingegen stiegen sie eher an. Dies zumindest in den Regionen, in denen sich der Nebel zügig aufgelöst hat. Zusätzlich sorgte der etwas auffrischende Südwestwind vor allem in der Nordostschweiz für eine gewisse Durchmischung der Luftmassen.
Sehr mild in den oberen Tessiner und Südbündner Tälern
Einmal mehr sehr mild war es heute auf der Alpensüdseite. In den oberen Tälern konnte sich gebietsweise etwas Nordwind durchsetzen und die Temperaturen stiegen auf 10 bis knapp 11 Grad. Am mildesten wurde es aber (ohne Nordwind) mit 11.9 Grad in Stabio.
Eine Druckwelle rauscht um die Welt
Am Samstag, 15. Januar 2022 zwischen 4 und 5 Uhr UTC, ist in der Südsee gut 700 km ostsüdöstlich der Fidschi-Inseln der Unterwasservulkan Hunga Tonga-Hunga Ha'apai ausgebrochen. Dabei handelte es sich um einen extrem heftigen Ausbruch. Es wurde ein Erdbeben mit der Magnitude 5.8 registriert und die Aschwolke erreichte eine Höhe von etwa 18 Kilometern, möglicherweise auch deutlich höher. Auf jeden Fall ist sie in die Stratosphäre eingedrungen. Durch das Erdbeben wurde auch ein Tsunami ausgelöst.
Warum schreiben wir im Meteoblog über Vulkane und Erdbeben? Ganz einfach: der heftige Ausbruch löste eine Druckwelle aus, die in den meteorologischen Messnetzen weltweit registriert wurde. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Schallwellen, welche kurzzeitig eine starke Kompression und Expansion der Luft verursachen.
Der damit verbundene «Knall» war über weite Strecken zu hören. Gemäss dem amerikanischen Wetterdienst wurde dieser sogar in Anchorage in Alaska, gut 9300 km vom Ausbruchsort entfernt, akustisch wahrgenommen!
Somit ist es nicht verwunderlich, dass auch die Druckwelle weltweit gemessen wurde. Die Ausbreitung einer solchen Welle erfolgt ausgehend vom Ausbruchsort mit Schallgeschwindigkeit kreisförmig nach aussen (radial). Die Schallgeschwindigkeit ist von der Lufttemperatur abhängig, sie beträgt ungefähr 1200 km/h.
Im Laufe des Samstagabends hat die Druckwelle auch die Schweiz erreicht (genau genommen waren es sogar deren zwei, dazu kommen wir gleich):
Interessant dabei: Die erste Druckwelle bewegte sich von Nord nach Süd. Wieso kam sie aus Norden? Die kürzeste Distanz zwischen zwei Punkten auf der Erdkugel verläuft auf Grosskreisen (Details dazu hier). Zwischen dem Ausbruchsort in der Südsee und der Schweiz sieht diese Strecke folgendermassen aus, die Distanz beträgt ungefähr 17000 Kilometer:
Dabei handelt es sich um jenen Teil der Welle, der in der entgegengesetzten Ausbreitungsrichtung den etwas längeren Weg zu uns hatte. Getroffen haben sich die beiden Wellen im Übrigen kurz zuvor irgendwo in Algerien. Hier befindet sich nämlich jener Punkt auf der Erdkugel, der genau «gegenüber» des Ausbruchsortes liegt.
Nach all diesen theoretischen Erklärungen, hier noch ein Link zum CIMSS-Blog mit der Zusammenstellung von verschiedenen Satellitenbildern zu diesem denkwürdigen Ereignis.