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Im Jahr 1986 hielt die ganze Erde den Atem an. In der damaligen Sowjetunion war ein katastrophales Ereignis geschehen, das leider immer noch aktuell ist.
In der heutigen Ukraine liegt das Atomkraftwerk Tschernobyl, an der Grenze zu Weissrussland. Beide Länder gehörten damals zur Sowjetunion, aus der auch das heutige Russland entstanden ist.
Durch viele verschiedene Betriebsstörungen baute sich in einem Reaktor des Atomkraftwerk Tschernobyl eine riesige Spannung auf, die sich am 26. Aprill 1986 entlud. Sie verusachte eine riesige Explosion und einen Brand im vierten Reaktor. Dadurch wurden unheimliche Mengen Radioaktivität in die Erdathmosphäre (also in unsere Luft) freigesetzt. Die Leitung des Kraftwerks behauptete trotzdem mehrere Tage, dass alles in Ordnung sei. Erst als zwei Tage später im 1200 km entfernten Forsmark in Schweden erhöhte Radioaktivität gemessen wurde, kam die Katastrophe in die sowjetischen Medien. Es wurde von einem “Unfall” mit zwei Toten geredet, obwohl das ein Lüge war. Erst drei Tage später fingen die örtlichen Behörden an, die im Stich gelassenen Einwohner um Tschernobyl zu evakuieren.
Der Höhepunkt der Katastrophe
Doch die Katastrophe war erst an ihrem Höhepunkt, als riesige radioaktive Wolken, die aus dem Weltraum sichtbar waren, Richtung Mitteleuropa zogen. Der als schwarzer Regen bekannte radioaktive Regen sorgte dafür, dass die Gefahr auch zu uns nach Europa kam. Bis heute sind manche Pilze oder Wildtiere in gewissen Gebieten Europas noch radioaktiv verseucht. Wie viele Menschen genau durch gesundheitliche Beschwerden davon betroffen sind, ist bis heute ungeklärt. Positive Schätzungen gehen von 10'000 Toten und realistische Schätzungen von bis zu einer Million Toten aus.
Die Gefahr gibt es immer noch
Es wurden viele Massnahmen ergriffen, um uns vor der Radioaktivität zu schützen. Die Grösste und Jüngste ist wohl die als Sarkophag bezeichnete riesige Schutzhülle, die 2016 fertigestellt wurde. Trotzdem wird es wohl noch Jahrhunderte dauern, bis das Gebiet um Tschernobyl wieder bewohnbar wird. Es ist eine Schutzzone errichtet worden die grösser ist als der Kanton Bern und als unbewohnbar gilt. Jedoch besteht aktuell die Gefahr einer zweiten, kleineren radioaktiven Wolke. In den letzten Wochen wurden grosse Waldbrände um Tschernobyl entfacht und dadurch könnte wieder Radioaktivität in die Atmosphäre entweichen. Das heisst, dass die Bewohner der Ukraine und Weissrussland nicht nur das Corona-Virus als Gefahr empfinden, sondern mit einer anderen Gefahr dauerhaft leben - seit 34 Jahren.
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