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Jeweils mittwochs schauen wir auf die letzte Ausgabe zurück – und verraten Ihnen bereits etwas über die kommende.
Die Arbeit im Home-Office bringt es mit sich, dass man von anderen Dingen umgeben ist als im nüchternen Büro. Da steht zum Beispiel verlockende Lektüre im Büchergestell, alte Dokumente erinnern einen daran, dass man eigentlich wieder einmal ausmisten müsste, und an den Wänden hängen Bilder, die eine ganz besondere persönliche Bedeutung haben. Im Arbeitszimmer, in dem dieser Newsletter entsteht, etwa prangt ein rotes Poster an der Wand mit der Aufschrift «Keep Calm and Carry On».
Ich finde, dieser Spruch passt hervorragend zu unserer nervösen Zeit.
Das Poster hat übrigens eine interessante Geschichte, von der ich bis heute keine Ahnung hatte. Wie Wikipedia schreibt, hat es die britische Regierung 1939 als Propagandainstrument geplant, um die Moral der britischen Bevölkerung im Falle eines schweren Militärschlags zu stärken. Gedruckt wurden 2,5 Millionen Stück, die aber nie veröffentlicht wurden. Erst im Jahr 2000 wurde das Plakat in einem Antiquariat wiederentdeckt, und seither erfreut es sich grösster Beliebtheit.
Mir vermittelt das Poster in hektischen Momenten Ruhe und Sicherheit – obschon ich meine, gegenüber Propaganda relativ immun zu sein. Aber das gedruckte Wort verfehlt seine Wirkung nicht. Zeitungsmacher können davon lernen.
Der eine wollte eine Reform der Universität anschieben, der andere hatte das Bedürfnis, die Öffentlichkeit über seine Erkrankung zu orientieren. Die Interviews mit dem Rektor der Universität Zürich, Michael Schaepman, und dem Frontmann der Berner Rockband Züri West, Kuno Lauener, hatten es in sich. Sie fanden am letzten Wochenende der eidgenössischen Abstimmung zum Trotz hohe Beachtung. Die meisten Zeitungen und News-Portale berichteten ausführlich darüber.
Wir haben für beide Texte gerne unsere Plattform angeboten, weil wir fanden, die beiden Gesprächspartner hätten etwas zu sagen. Und sie verdienen es, dies in einem Umfeld zu tun, das auch mit Schlagzeilen von einiger Tragweite umzugehen weiss.
Der typische akute Covid-Patient mit schwerem Verlauf ist ein älterer Mann mit Vorerkrankungen. Der typische Long-Covid-Patient ist dagegen eine jüngere Frau, die nur mit milden Symptomen erkrankt, dann aber ohne erkennbaren Grund in ein chronisches Leiden hineinschlittert. Sie taucht bis jetzt in keiner Statistik auf. In der Schweiz sind es 10 000, vielleicht auch 100 000 Menschen, die betroffen sind, so genau weiss es niemand.
Jetzt nimmt sich die Forschung endlich dieses Phänomens an. Die Erkenntnisse könnten auch der Behandlung von anderen schwer fassbaren chronischen Leiden zugutekommen. Mehr dazu am Sonntag von unserer Expertin Theres Lüthi.
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