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Im Süden fiel anfangs dieser Berichtwoche anhaltend Schnee, im Norden nur zeitweise. Neben dem Neu- und Triebschnee ging die Gefahr auch von eingeschneiten, markanten Schwachschichten im oberen Bereich des Altschnees sowie von Gleitschneelawinen aus. Gebietsweise waren die Verhältnisse für Schneesport abseits der Pisten heikel und es kam zu einigen Lawinenauslösungen durch Personen. Im Unterwallis ereignete sich das bisher gravierendste Lawinenunglück des Winters, als drei Personen in einer Gleitschneelawine ums Leben kamen, eine Person wurde in den Schneemassen noch vermisst.
Von Donnerstag, 15.03. bis Freitagmorgen fielen im südlichen Simplongebiet und am zentralen Alpensüdhang 15 bis 25 cm Schnee oberhalb von rund 1500 m. Ganz im Westen sowie im Engadin und südlich davon fielen 5 bis 15 cm Schnee. Tagsüber gab es im Süden eine Niederschlagspause und es war dort sowie auch in den inneralpinen Gebieten recht sonnig. Sonst war es meist bewölkt. Der Südwind blies in der Nacht noch stark, am Freitag drehte er auf West bis Nordwest und wehte schwach bis mässig. Vor allem in Kamm- und Passlagen des Südens und am Alpenhauptkamm wurde der Neuschnee verfrachtet. Von Samstag bis Sonntag war es meist stark bewölkt und oberhalb von rund 1500 m fiel Schnee, im Norden und Osten nur zeitweise. Im Süden fiel von Donnerstag bis Sonntag mit 40 bis 70 cm, lokal bis 80 cm am meisten Schnee (Abbildung 2). Der Wind wehte am Wochenende meist schwach bis mässig aus südlichen und westlichen Richtungen.
In der Nacht auf Montag kam am Alpenhauptkamm und südlich davon mässiger bis starker Nordwind auf. Die Schneefälle im Süden endeten und tagsüber war es im Westen und Süden teils sonnig. Sonst war es meist bewölkt und es fielen wenige Zentimeter Schnee bis in tiefe Lagen, im Osten bis 15 cm. Am Dienstag verstärkte sich die Bise und auch in der Höhe blies mässiger bis starker Nordostwind. In den Alpentälern des Südens blies mässiger Nordföhn. Am Alpennordhang schneite es lokal bis in tiefe Lagen. Im Westen war es teils, im Süden meist sonnig. In der Nacht auf Mittwoch blies der Wind an den Alpenkämmen stark bis stürmisch aus Nordost. Am Mittwoch flaute der Wind ab. Im Westen und im Süden war es meist sonnig, im Norden meist bewölkt mit lokal schwachem Schneefall. Mit -11 °C im Norden und -7 °C im Süden auf 2000 m war es der kälteste Tag dieser Berichtswoche. Von Montag bis Mittwoch fielen im Norden 15 bis 25 cm, von Hasliberg bis nach Engelberg bis 50 cm luftiger Schnee. Am Alpensüdhang fielen 5 bis 15 cm, ganz im Süden blieb es trocken. Nach einer klaren, kalten Nacht war es am Donnerstag meist sonnig und weniger kalt. Der Nordwind blies schwach bis mässig, im Tagesverlauf an den Alpenkämmen teils stark.
Die Gefahr von Gleitschneelawinen war besonders zu Beginn dieser Berichtswoche erhöht. Wie schon in der vorigen Berichtswoche waren Gleitschnee in Kombination mit Neu- und Triebschnee sowie Altschnee die zu beachtenden Lawinenprobleme. Die Lawinengefahr war in vielen Gebieten anhaltend auf Stufe 3 (Erheblich, vgl. Gefahrenverlauf unten). Insbesondere das Altschneeproblem, mit kaum erkennbaren Gefahrenstellen, erschwerte die Einschätzung der Lawinensituation vor Ort. Dies auch für geübte TourengängerInnen.
Gleitschnee
Nachdem in der Vorwoche die Aktivität von Gleitschneelawinen erhöht war, nahm diese mit der Abkühlung in dieser Berichtswoche allmählich ab. Zunächst, und besonders am Freitag lösten sich aber noch einige spontane Gleitschneelawinen (Abbildung 3). Im Verlauf der Berichtswoche waren es nur noch vereinzelte Abgänge. Auch wenn die Gleitschneelawinen seltener auftraten waren sie nicht weniger gefährlich. Aufgrund der grossen Schneehöhen erreichten sie oft mittlere Grösse und waren eine Gefahr für Schneesportler auf Touren und Varianten (vgl. Abschnitt Lawinenunfälle). Im Lawinenbulletin wurde in der Nebengefahr auf die Gefahr von Gleitschneelawinen unterhalb von rund 2400 m hingewiesen. Abgänge von Gleitschneelawinen sind jederzeit möglich und der genaue Zeitpunkt ist nicht vorhersehbar. Daher sollten Zonen mit Gleitschneerissen auch weiterhin möglichst gemieden werden.
Neuschnee und Triebschnee
Der Neuschnee wurde zunächst mit Südwind, im Verlaufe der Woche mit starkem bis stürmischem Nord- bis Nordostwind verfrachtet. Zunächst war im Süden und im Westen, im weiteren Verlauf auch im Norden viel lockerer Schnee vorhanden (vgl. Bildgalerie) und die Triebschneeansammlungen waren leicht auslösbar (Abbildung 3).
Altschnee
Nach wie vor enthielt die Schneedecke in ihrem oberen Meter vor allem an Schattenhängen grobkörnige Schwachschichten, die teils störanfällig waren. Je mächtiger die Schwachschichten überdeckt waren und desto härter die überlagernden Schichten waren (durch Windeinfluss oder Schmelzharschkrusten), desto unwahrscheinlicher war es, eine Lawine dort auszulösen. In den Gebieten nördlich einer Linie Rhône-Rhein reichte die Belastung durch Wintersportler dazu kaum noch aus. Dagegen war in den Gebieten südlich davon die Überlagerung der störanfälligen Altschneeschichten teils nicht ganz so mächtig oder kompakt und sie waren teils noch auslösbar. Solche Gefahrenstellen waren auch für Geübte nicht erkennbar, was die Lawinensituation heimtückisch machte. Weil sich die Verhältnisse bei Altschneeproblemen nur langsam ändern, ist in diesen Gebieten auch weiterhin Vorsicht geboten. Tiefere, bodennahe Altschneeschichten waren vor allem an Schattenhängen in einem Höhenband von 2000 bis 2400 m sowie in den schneeärmeren Gebieten aufbauend umgewandelt (Abbildung 4 und Abbildung 5, beide Profile).
Ein Durchbrechen bis in bodennahe Schichten wurde vor allem in den schneeärmeren Gebieten teils an West- und Nordhängen beobachtet. Dies sollte für die weitere Entwicklung, besonders bei grossen Schneefällen oder bei der fortschreitenden Durchfeuchtung der Schneedecke, berücksichtigt werden.
Mit der Kälte dieser Woche war die Schneeschmelze in tiefen und mittleren Lagen gegenüber der Vorwoche deutlich reduziert. Am 22. März lagen auf den Messfeldern der SLF-Beobachter (rund 1500 m) verbreitet noch 100 bis 200 cm, im zentralen Wallis, in Mittelbünden und im Engadin 50 bis 100 cm Schnee (Karte der Schneehöhen auf 2000 m).
In dieser Berichtswoche wurden dem SLF bis Redaktionsschluss neun Lawinenunfälle mit erfassten Personen gemeldet:
Freitag, 16.03.2018:
- Crap Alv (Bergün, GR), NW, 2300 m, 1 Personen erfasst und teilverschüttet, unverletzt
- Chörbschhorn (Davos, GR), SE, 2600 m, 2 Personen erfasst, nicht verschüttet, unverletzt
- Hinter Gurschenälpetli (Andermatt, UR), NE, 2300 m, 1 Person erfasst, teilverschüttet,
unverletzt (vgl. Bild 1 in der Bildgalerie)
- Untere Gemsplangge, Gemsstock (Andermatt, UR), N, 2100 m, 1 Person erfasst und
vermutlich nicht verschüttet, verletzt
- Vallon d'Arbi (Riddes, VS), SW 2320 m, GSL, 6 Personen auf Variantenabfahrt erfasst,
4 Personen ganz- und 2 Personen teilverschüttet, 3 Todesopfer, 1 Person verletzt,
1 Person vermisst. Es war in der Schweiz der bisher grösste bekannte Unfall mit einer
Gleitschneelawine.
Dienstag, 20.03.2018:
- Chapütschol, Diavolezza (Pontresina, GR), NNE, 2500 m, 2 Personen erfasst und mit
ausgelöstem Airbag vermutlich nicht verschüttet, 1 Person verletzt
Mittwoch, 21.03.2018:
- Piz Utèr (La Punt-Chamues-ch, GR), SW, 2900 m, 1 Person erfasst, nicht verschüttet,
nicht verletzt
- Piz Corvatsch (Samedan, GR), SE, 2850 m, 2 Personen erfasst, nicht verschüttet,
nicht verletzt
Donnerstag, 22.03.2018:
- Mägisalp (Hasliberg, BE), SE, 2150 m, 1 Person erfasst, ganz verschüttet, nicht verletzt
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.