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So lausen sich einige Gruppen deutlich öfter als andere, wie die am Dienstag im Fachjournal «iScience» publizierten Ergebnisse des Lausanner Forschungsteam zeigten. Die Forscherinnen haben dafür rund 85'000 soziale Interaktionen untersucht, an denen 247 Affen aus drei verschiedenen Gruppen zwischen 2012 und 2020 beteiligt waren.
Dabei zeigte sich, dass eine der drei untersuchten Gruppen kontaktfreudiger war als die anderen. In der psychologischen Fachsprache heisst dieses kontaktfreudige Verhalten affiliativ. Zudem entlausten sich die Affen in dieser Gruppe häufiger, und zwar gegenseitig. Dies während der gesamten neun Jahre der Studie.
«Sozialer Ursprung»
Diese Beobachtung war laut den Forschenden unabhängig von den soziodemografischen Variationen zwischen den drei Affen-Clans.
«Ausserdem lassen sich diese Variationen in der Sozialität nicht durch ökologische oder genetische Unterschiede erklären, da die drei Gemeinschaften einen sehr ähnlichen Lebensraum mit überlappenden Territorien teilen und der Genfluss durch die Bewegungen der Männchen zwischen den Gruppen gewährleistet wird. All dies deutet stark auf einen sozialen Ursprung dieser Unterschiede hin», sagte Erstautorin Elena Kerjean in der Mitteilung der Universität.
Kultur mit Sitten und Gebräuchen
Den Forscherinnen zufolge zeigt dies, dass die Kulturen der Primaten aus einer grösseren Vielfalt von Sitten und Gebräuchen bestehen, als zuvor angenommen worden war. «Je weiter die Forschung voranschreitet, desto mehr entdeckt man, dass ‹grundlegende› und universelle soziale Verhaltensweisen wie Spielen, Körperkontakt und Entlausung die Grundlage von Kulturen bilden», wurde Studienleiterin Charlotte Canteloup in der Mitteilung zitiert.
Zum Erstaunen der Wissenschaftlerinnen passten Tiere, die während des Studienzeitraums die Gruppe wechselten, ihr Verhalten der neuen Gruppe an. Sie wurden also weniger sozial, wie es von der Universität Lausanne hiess.