Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03473.jsonl.gz/1151

Rohstoffe Juli 2018
Rhetorik prägt die Marktentwicklung.
Präsident Donald Trump verkündet Ende Juni, er habe König Salman von Saudi Arabien telefonisch überzeugt, dass die Ölpreise zu hoch seien und Saudi Arabien die Ausfälle in Iran und Venezuela durch eine Erhöhung der Produktion kompensieren solle. JACQUELYN MARTIN KEYSTONE
Der Krieg der Worte prägt die Entwicklung an den Rohstoffmärkten. Macht die Handelskriegsrhetorik die positive Dynamik der Weltwirtschaft zunichte? Ali Beydoun, Portfolio Manager, über die jüngsten Entwicklungen an den Rohstoffmärkten und den Impacts auf die Picard Angst Rohstoffstrategien.
Nach einem robusten Start in das zweite Quartal beendeten die Rohstoffmärkte mit Ausnahme von Energie das Quartal enttäuschend. Die Entwicklung war stark geprägt von den jüngsten Drohungen im Krieg der Worte zwischen den Weltmächten. Dies führte zu einem Rückgang von den diesjährigen Höchstständen. Befürchtungen, dass ein Handelskrieg die positive Dynamik der Weltwirtschaften zunichtemachen könnte, haben auch die Währungen der Schwellenländer gegenüber dem US-Dollar erheblich unter Druck gesetzt, was wiederum für zusätzlichen Gegenwind am Rohstoffmarkt sorgte. Trotz dieser Herausforderungen konnte der Energiesektor weitere Gewinne erzielen und zeigte sich robust, begünstigt durch die einvernehmliche Angebotspolitik von Russland und Saudi-Arabien und von Versorgungsausfällen in anderen Teilen der Welt.
Neue Höchststände für Rohölprodukte
Auf Sektorebene verzeichneten nur Energierohstoffe und Industriemetalle im zweiten Quartal Preisanstiege. Rohölprodukte erreichten neue Höchststände nach einer Reihe von Ereignissen, beginnend mit dem Rückzug der USA aus dem Iran-Deal, einem umstrittenen OPEC-Treffen, sinkenden Lagervorräten und anhaltenden Versorgungsschwierigkeiten aus Venezuela, Libyen und Kanada. Die Betriebsunterbrechung im kanadischen Werk Syncrude, sowie die Versorgungsstörungen aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Instabilität in Venezuela führten zu einer Reduktion des Brent/WTI-Spread. Die Sorgen über eine bevorstehende Verlangsamung des globalen Wachstums setzten die Preise für Basismetalle, nach dem Preisanstieg im Anschluss der Sanktionen des US-Finanzministeriums gegenüber russischen Regierungsunternehmen, wieder unter Druck. Vor dem Hintergrund eines kontinuierlichen Anstiegs der kurzfristigen Zinsen (USD LIBOR) und eines starken US-Dollars bei bislang noch begrenzten Inflationsdrucks, neigten die Edelmetallpreise zur Schwäche. Die Handelskriegsrhetorik belastete insbesondere die Agrarrohstoffe, da China, Kanada, die Europäischen Union und Mexiko Zölle in Milliardenhöhe für US-Agrarprodukten auferlegen.
Starke Performance für Picard Angst Energy & Metals Strategie
Als Konsequenz hat der Ölkomplex die grössten Gewinne verzeichnet. Unter den Benchmarks trug dies beim S&P GSCI Commodity TR Index zu einem kräftigen Plus von + 8,00% bei und übertraf sowohl den Bloomberg Commodity TR Index (+ 0,40%) als auch unsere eigene breit aufgestellte PACI Strategie, die das Quartal knapp unverändert abschließen konnte (-0,47%). Strategien, welche die Agrarrohstoffe nicht berücksichtigen, erzielten eine besonders starke Performance im letzten Quartal, wie auch unsere PA Energy & Metals Strategie, welche + 5,50% zulegte und den Benchmark Bloomberg Commodity ex-Ag ex-LS TR (+ 4,47%) übertraf.