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Geschichte
So ganz reibungslos verlief die Geburt des Männerchor Zug nicht. Vor allem waren die Anfänge rein zahlenmässig eher bescheiden: In den Annalen ist für das Jahr 1835 ledilich von einem Terzett, anschliessend einem Quartett und erst nach und nach von einem «Sängerverein» die Rede. Die ersten Proben werden vom ersten Direktor, J.J. Bossard, geführt. Die erste Reise des neu gegründeten Vereins führte – nach Cham! Und weil damals ein Verein singender Männer eine Seltenheit war, wurden die Mannen aus Zug im Ennetsee mit grossen Augen bestaunt.
Am 22. August 1840 schliesslich das erste schriftliche Vereinsprotokoll. Ein Dutzend Männer sind als Teilnehmer dieser ersten Generalversammlung aufgeführt. Es wird eine dreiköpfige «Commission» gewählt und auch ein «Pedell», der unter anderem auch die Bussen einzukassieren hatte. Bei Fernbleiben von der Probe wurden fünf Rappen fällig …
Am 22. November 1841 singen vier Mitglieder des Sängervereins am Cäcilientag im «hohen Eckzimmer gegen See und Stadt» im Hof St. Carl zwischen Fridbach und Stolzengrabenden den von Pater Alberich Zwyssig komponierten «Schweizerpsalm». Zwyssig sei recht zufrieden gewesen. Die Sängerkameraden Alois Damian Bossard (1. Tenor), Martin Spillmann (2. Tenor), Franz Uttinger (1. Bass) und Jakob Bossard (2. Bass) haben also die Schweizer Nationalhymne uraufgeführt!
Am 22. Februar 1849 – also genau vor 160 Jahren – wurde beschlossen, am Mittwoch zu proben. Dies ist auch 2009 noch so.
Auch an verschiedenen Sängerfesten nahm der Chor mit Freuden teil. Die festlichen und nachfestlichen Stunden wurden jeweils mit einem Augenzwinkern festgehalten. So etwa am 13. Juli 1851, als man mit einem mit vier Schimmeln bespannten Wagen nach Muri fuhr, um am Sängerfest des Freiämter-Sängerbundes im grossen Saal des Klosters Muri teilzunehmen. Der Chronist: «Das Fest ging fröhlich vor sich. Nachts 12 Uhr waren wir wieder wohlbehalten zu Hause, trotzdem uns auf der Kollerbrücke ein Vorderrad desertierte.»
Auch das Laetare-Konzert hat eine lange Geschichte: Das erste Konzert in der Mitte zwischen Aschermittwoch und Ostern findet im Jahre 1863 statt. Auch dies ist noch bis heute noch so.
1875 wird aus dem «Sängerverein» der «Stadtsängerverein». Am 3. November dieses Jahres erhalten die Sänger «ihr» Probelokal im Musiksaal des «neuen» Schulhauses Burgbach: Dort probt der Männerchor heute noch.
Exotisch wird’s 1880, als die Männer vermerken: 4. April – Konzert im Hirschensaale mit kleinem Orchester und einem «Frauenzimmer-Terzett».
Am 15. Januar 1890 findet im Hotel Post die Fusionsversammlung zwischen dem «Stadtsängerverein» und dem «Liederkranz» statt: Fortan steht der Name «Männerchor Zug» in den Archiven.
1908 werden Prämien für möglichst lückenlosen Probenbesuch beschlossen und entrichtet. Das wird heute noch an jeder Generalversammlung gemacht.
Auch die Weltpolitik hat 1917 ihren Einfluss auf den Männerchor Zug: Es muss das vorgesehene Herbstkonzert mit dem Cäcilienverein «Die Schöpfung» von Joseph Haydn abgesagt werden. Es ist Krieg und per Bundesbeschluss werden drastische Sparmassnahmen für Heizung und Licht angeordnet.
Und wieder Politik: Am 18. Dezember 1938 singt der Männerchor Zug dem neugewählten Bundesrat Philipp Etter ein Ständchen im Hotel Ochsen.
Und immer wieder solcherlei wie am 21. Juni 1959 am Kantonalen Sängertag in Cham bei einsetzendem heftigen Gewitterregen: «Zur Linken die Wurst und zur Rechten die Flasche, stoben die Sänger und Sängerinnen nach Deckung suchend auseinander.»
Dies nur einige Stationen der wechselvollen Geschichte des Männerchors Zug. Bleibt anzumerken, dass die Geschichten weitergehen, und dass Besuche an Sängerfesten Tradition sind. Zuletzt am 20. Juni 2009 in Schwyz.
Und so geht die Geschichte weiter in Richtung 200 Jahre Männerchor Zug …
Rémy Frick