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Viele Wege führen zu Gesundheit: Projekte schweizerischer Organisationen
Projet Intégré de Santé et d’Activités Mutualistes
Von Alexander Schulze / Novartis Foundation
Nur wenn sowohl der finanzielle als auch geographische Zugang zu effektiven präventiven und kurativen Gesundheitsdiensten für die Bevölkerungen der ländlichen Gebiete und die Beschäftigten des informellen Sektors in Entwicklungsländern gegeben sind, kann man von Gesundheit für alle sprechen.
Der freiwillige Zusammenschluss ausgeschlossener Gruppen zu autonomen, lokal organisierten Krankenkassenvereinen ist ein möglicher Weg, ihren Zugang zu qualitativ akzeptabler Gesundheitsversorgung zu verbessern, insbesondere wenn traditionelle Solidaritätsstrukturen auf Basis von Familien- und Ethniezugehörigkeit infolge von Migration, wachsender Familiengrösse oder hoher HIV/Aidsraten schwächer werden.
Angesichts der mangelnden Qualität der angebotenen Gesundheitsdienstleistungen und der Finanzierungsschwierigkeiten auf Seiten der ländlichen Bevölkerung einigten sich 2001 die Regierung Malis und die Novartis Stiftung, für den Zeitraum von fünf Jahren ein integriertes Gesundheitsprojekt in der Gemeinde Cinzana durchzuführen. Das Projekt hat zum Ziel, die Gesundheitssituation der Bevölkerungen in der Gemeinde nachhaltig zu verbessern. Dies soll durch die Kombination von drei Teilresultaten erreicht werden:
- Verbesserung des finanziellen Zugangs der Bevölkerung zu Gesundheitsdiensten durch den Aufbau einer Krankenkasse;
- Verbessertes Angebot an und Nutzung von Basisgesundheitsdiensten durch die Bevölkerung durch den Bau eines neuen Gesundheitszentrums, der Anstellung eines Arztes und der Weiterbildung des bestehenden Personals;
- Verändertes Ernährungs- und Hygieneverhalten der Bevölkerung durch Sensibilisierungs- und Präventionsmassnahmen in den Bereichen Ernährung, Hygiene und Gesundheit.
Befragungen im Rahmen einer Machbarkeitsstudie in Cinzana und bisherige Erfahrungen anderer Initiativen zeigen, dass der Beitritt zu einer Mikro-Krankenkasse nur dann attraktiv ist, wenn das Angebot an Gesundheitsleistungen qualitativ akzeptabel ist. Deshalb verbindet die Initiative den Aufbau der Krankenkasse mit der Aufwertung der Gesundheitsdienstleistungen und -einrichtungen. Zudem werden Präventionsmassnahmen zur Behebung und Vermeidung von Mangelernährung sowie zur Ernährungshygiene durchgeführt, um somit wenn möglich die Kostenlast der Krankenkasse in Grenzen halten. Denkbar ist auch, im Verlaufe des Projekts die Präventionsmassnahmen auf andere Bereiche wie Malaria und HIV/Aids auszuweiten, die die Krankenkasse stark belasten können.
Vorgängige Machbarkeitsstudien zur Krankenkasse und zum Gesundheitszentrum haben Szenarien entwickelt, wie die Krankenkasse und der anzustellende Arzt nachhaltig durch die Gemeinde finanziert werden können. Die Auswahl der abgedeckten Leistungen und die entsprechende Bemessung der Prämien wurden der Bevölkerung vorgestellt und auf ihre Machbarkeit hin diskutiert. Die Stiftung finanziert die Initialkosten für den Aufbau der Krankenkasse (technische Beratung, Ausbildung etc.) und des Gesundheitszentrums (Neubau) sowie die Sensibilisierungs- und Präventionsmassnahmen.
Die Nachhaltigkeit der Initiative hängt entscheidend davon ab, ob die Krankenkasse genügend Mitglieder gewinnen kann, die tatsächlich regelmässig ihre Beiträge zahlen. Dies wiederum steht in engem Zusammenhang mit der Qualität der angebotenen Gesundheitsleistungen und ihrem Management, d.h. wie zufrieden die Nutzniesser mit den Angebot sind. Eine ebenso wichtige Frage für die Nachhaltigkeit wird sein, wie oft die Mitglieder Leistungen in Anspruch nehmen (Übernutzung des Angebots, da dies vergünstigt verfügbar ist).

Land/Region: Mali, Région Ségou