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Gestern kam es im Thurgau zu heftigen Gewittern. Dabei fielen vielerorts grosse Regenmengen und es gab interessante Wolkenstrukturen zu beobachten:
Blick in Richtung Norden, die Zelle befindet sich wohl irgendwo um Egnach. Kurz zuvor gab es nur um Romanshorn mässige Radarechos, doch als ich das sah, wusste ich, dass die Radarechos sich innert kurzer Zeit stark ausbreiten und intensivieren werden. Das Foto entstand um 19:36 Uhr.
Zur gleichen Zeit sah es nach Westen so aus. Am rechten Bildrand neben dem Haus ist der „Regenvorhang“ zu sehen:
Ich fuhr mit dem Fahrrad los, um Fotos zu schiessen. Dabei bekam ich die spannendste, oder zumindest eine der interessantesten Wolkenformationen, die ich je selbst gesehen habe zu Gesicht. (Blick nach Nordwesten, 19:43 Uhr)
Es handelt sich um eine Wolkenabsenkung, die rechts vom Regenvorhang (vielleicht auch Hagelvorhang) verdeckt wurde. Der erste Gedanken, der mir durch den Kopf ging, war, dass das wahrscheinlich eine sogenannte Superzelle ist. Die Wolkenabsenkung entsteht meines Wissens, wenn der Gewittersturm feuchte Luftmassen vom Boden her ansaugt. Es sieht so aus, als liege die Wolkenbasis etwa 500 bis 1000 Meter über Grund. Die Differenz zwischen Temperatur und Taupunkt lag bei rund 5°C was eine Wolkenbasis von etwa 600 Metern ergeben würde. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich, dass dort wohl ungewöhnliche Wetterereignisse stattfinden werden.
Auf diesem Bild hat sich die Wolke sogar noch ein bisschen stärker ausgebildet. Ein Vergleich mit dem vorherigen Bild zeigt die Verlagerung nach Westen, die ich später auf dem Radarbild ebenfalls erkannte. Am Rand der Wolkenabsenkung sind vertikale Streifen zu sehen,vielleicht durch Turbulenzen oder eine Fallböe entstanden. (Blick nach Nordwesten, 19:46 Uhr)
Danach begann es zu regnen. Nachdem ich unter einem Dachvorsprung Schutz gesucht hatte, kamen die Blitze immer näher und ich ergriff schliesslich die Flucht. Wenige Minuten nachdem ich zuhause war, schlug ein Blitz im Osten in wahrscheinlich nur 100 Metern ein. Ich habe den Blitzkanal gesehen und mir sogleich die Ohren zugehalten wegen des offenen Fensters. Es knallte kurz, aber nicht so schlimm.
Im Thurgau regnete es an vielen Orten 30 bis 50 mm in einer Stunde und in Amriswil war es anscheinend der heftigste Regen seit 1930. Allerdings ist bisher weder von Hagel, noch von Sturm etwas bekannt. Dies lässt mich an der mutmasslichen Superzelle zweifeln.