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Argon als Tariergas für Trockentauchanzüge
Modifizierter Originaltext/Bilder von Wilke Reints
Oft werden im normalen Tauchsport die Trockentauchanzüge mit dem Gasvorrat aus den Hauptflaschen gefüllt. Dieser Vorgang ist legitim und nicht zu kritisieren, so lange Pressluft als Atemgas verwendet wird. Werden jedoch mit Helium angereicherte Atemgeschmische verwendet sollte auf eine separate Versorgung des Trockentauchanzuges umgestiegen werden.
In diesem Zusammenhang ist unbedingt zu beachten, dass der Einsatz von Helium als Atemgas und Tariergas extrem gefährlich werden kann. Es kommt zu einer beschleunigten Auskühlung des Tauchers, da sowohl über das Atemgas als auch über die Haut Wärme vom Körper weggeführt wird. Insbesondere die Auskühlung über das Atemgas ist als gefährlich einzustufen. Der menschliche Körper registriert ein auskühlen nur über die Haut, über das Atemgas jedoch nicht. Letztlich kann eine solche Auskühlung zur Teilnahmslosigkeit und erheblicher Herabsetzung der Reaktionsgeschwindigkeit führen.
In der Fachliteratur sind solche Effekte unter dem Begriff "undetected hypothermia" näher beschrieben.
Für den technischen Bereich gibt es zwei Varianten für die Anordnung des Tariergases für den Trockentauchanzug, die sich im Laufe der Zeit durchgesetzt haben.
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Variante 1:
Die Höhlen-Variante - Eine 1.5 bis maximal 3 Liter Flasche wird an der linken Hauptflasche befestigt. Zur Befestigung sollten Klettverschlüsse eingesetzt werden. Das Argon-Set wird insbesondere beim Höhlentauchen an den Hauptflaschen befestigt. Innerhalb einer Höhle geht es oft auf und ab, so dass der Taucher gezwungen ist öfter nachzutarieren - somit steigt sein Gasbedarf, was sich in grösseren Flaschen widerspiegeln muss. Betrachtet man diese Montagemöglichkeit unter dem Aspekt der Tarierung ist sie als eher negativ zu bewerten. Durch die abstehende Argonflasche legt sich das Wing nicht optimal um die Hauptflaschen, was sich zumindest theoretisch, in einem schlechteren Tauchkomfort widerspiegelt.
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Variante 2:
Die Wrack-Variante - Hier wird eine deutlich kleinere Aluflasche, normalerweise 6cuft oder 0,85 Liter eingesetzt. Diese Flasche wird direkt an die Backplate montiert, so dass sie dem Taucher nicht im Weg ist und das Wing sich ohne Behinderungen um die Hauptflaschen legen kann. Diese Variante ist vom Tauchkomfort der Variante 1 überlegen, jedoch zwingt der geringe Gasvorrat den Taucher dazu vorsichtiger zu tarieren und mit seinem Gasvorrat besser zu haushalten. Anspruchsvolle Höhlentauchgänge sind mit dieser Konfiguration nicht durchführbar.
Überschreiten Argonflaschen die an der Backplate montiert sind ein Volumen von 0,85 Liter, bzw. 6 cuft werden sie sehr unkomfortabel zum Tragen und beeinflussen den Trimm negativ. Es müssen grössere Flaschen verwendet werden und es ist auf die Hauptflaschen-Montage zurückzugreifen.
Bei beiden Varianten ist darauf zu achten, dass der Anschlussschlauch stets eine ideale Länge aufweist. Der Anschlussschlauch darf keine Schlaufen werfen, wenn der Taucher mit dem Argon-Set im Wasser taucht. Der Schlauch muss eng an der Ausrüstung anliegen um ein verhaken mit bestehenden Ausrüstungsteilen, sowie der weiteren Umgebung des Tauchers zu vermeiden. Bei extremen Tauchgängen kann ein zusätzlicher Inflatorschlauch am Stage-Automaten als Ersatz-Tariergas ebenfalls hilfreich sein.
Argonflasche
Als Argonfalsche kommen mit Vorzug Aluminium Flaschen zum Einsatz. Aluminium ist unter Wasser nahezu gewichtsneutral. Da die Argonflasche nur an einer Seite montiert wird, ist es wünschenswert, dass dieser Ausrüstungsgegenstand möglichst wenig Abtrieb erzeugt um dem Taucher auch weiterhin eine komfortable Wasserlage zu ermöglichen.
Stahlflaschen haben einzig den Vorteil, dass man sie auf einen höheren Druck (über)füllen kann. Sie reduzieren auch die mitgeführte Bleimenge, erfordern jedoch eine dauernde Anpassung, sofern man nicht ausschliesslich mit Argonflasche taucht.
Die Argonflasche verfügt über ein G5/8" Mono-Ventil, da diese Ventilgrösse am meisten verbreitet ist. Wichtiger in diesem Zusammenhang ist aber dass alle Ventiltypen beim Taucher und dessen Partner gleich sind, alle Anschlüsse sind somit kompatibel, was ein tauschen der Regler sogar unter Wasser ermöglicht. Setzt man hingegen das genormte Ventil für Edelgase ein, ist es unumgänglich einen Adapter zuverwenden, dieser stellt durch seine zusätzlichen Dichtungen und Kupplungen eine zusätzliche Fehlerquelle dar und verlängert den Automaten unnötig, was widerrum den Taucher in seiner Bewegungsfreiheit einschränken kann.
Das Ventilrad ist aus Gummi (Rubberknob) und somit bruchsicher. Es zeigt nach Aussen und ist dadurch gut erreichbar.
Argon-Automat
Es sind nur membrangesteuerte Automaten zu verwenden mit G5/8" Anschluss und einem Mitteldruck von 6 bar. Der Automat muss min. der EN250 Norm für Kaltwasserautomaten entsprechen. Neuere Argonstufen werden speziell für diesen Einsatz gefertigt. In der Regel führt nahezu jedes Tech-Tauchgeschäft diese Stufen.
Ein wichtiger Aspekt im punkto Sicherheit stellt der reduzierte Mitteldruck von 6 bar dar. Um den Mitteldruck derart zu reduzieren, können nur membrangesteuerte Automaten verwendet werden. Ein Mitteldruck von 6 bar reicht völlig aus um den Trockentauchanzug zu füllen. Gleichzeitig schont er den Schlauch und im Falle eines Gasverlustes entweicht weniger Füllgas, was Angesichts der begrenzten Gasmenge vorteilhaft ist.
Das Überdruckventil darf ebenfalls nicht fehlen, es dient dazu dass im Falle eines Vereisens des Reglers nicht der Schlauch mit 200 bar belastet wird, was unmittelbar zum zerbersten des Schlauches führen würde und mit Sicherheit den Taucher verletzen kann. Das Überdruckventil wird an den ND (Niederdruck) Anschluss des Atemreglers angeschlossen.
Der Automat wird im gleichen Zyklus wie die Atemregler vom Fachmann gewartet.