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Türklingel 1991
Sehr praktische Türklingel - Kunst
1991 baute ich für Ursula Bänninger auf Bestellung die dritte Türklingel.. Wie bei der zweiten nahm ich ein altes kleines Holzregal und füllte es mit bemalten Blechfiguren, die sich bewegten, wenn der Motor Strom bekam.
Da ich kurz zuvor mit Kalottenformen Blech-Halbschalen zu drücken entdeckt hatte, waren solche Kalotten allgegenwärtig. Z.T. noch mit einem Einschnitt, weil ich noch nicht realisiert hatte, dass gar kein solcher nötig ist.
Die Klingel klang, muss man sagen, jedesmal, wie wenn sie gerade von der Wand fiele – wenn jemand klingelte.
Die zwei Stangen, welche von unten bis oben durchs Regal gingen, drehten sich um sich selber, durch Triebriemen wurden ebenso rechtwinklig dazu stehende Achsen bewegt. In dem Ring, welcher aus geschnittenen Rohrstücken besteht, lag eine Stahlkugel, welche beim Drehen durch ihr Gewicht gerne am tiefsten Punkt gelegen hätte – und dadurch einen Ton erzeugte, der fast schon Klingeln genannt werden konnte. (Soweit ich weiss, wurde die gewöhnliche Türklingel nie ernsthaft verdrängt von meiner..)
Die Wolkenkratzer oben links wurden gehoben und fallengelassen, wie etwa bei einem groben Erdbeben. Rechts daneben der gutangezogene Mann versuchte halbherzige Klimmzüge zu machen.
Zuunterst rechts hob ein Soldat, der durch den Kurvendraht dahinter bewegt wurde, immer wieder drohend sein Gewehr, während ein Ei unter hängenden Bomben vorbeidrehte – links verfolgte ein Satyr eine relativ schöne Frau unentwegt. (Ohne sie je zu erreichen..)
Ich wollte so eine Art dreidimensionalen Comic bauen, wo ja auch alle Dinge gleichzeitig ablaufen und ebenso unentwegt. (In den einzelnen Fächern bestehen die Aktionen auch fort, wenn man nicht hinsieht!)
Material: Altholz, Blech, Räder aus alten Radioapparaten, Blech
Bemalung: Oelfarbe
Dank einer Revision 2004 habe ich Fotos - Video leider nicht.
1991