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Diamond Creek Vineyards & Winery
1967 erwarben All und Boots (Adelle) Brounstein das Gelände in einem versteckten Seitentälchen des Napa Valleys.
Auf eher engem Raum liegen die drei Rebberge, einem Amphitheater gleichend, zuhinterst in diesem kleinen Seitental. Dass die Böden derart unterschiedlich sind, bemerkte man, als man die Gebüsche und das Gestrüpp wegräumte, um einen Weinberg anzulegen. Die Arbeiter am Hügel drüben hatten weissen Staub, die hier auf dieser Seite roten Staub und die unten beim Bach gar keinen Staub an den Kleidern, als diese jeweils im Jahre 1968 zum Mittagessen in den Bau-Unterstand zurückkehrten. Al bemerkte dies und erstatte umgehend Meldung. Man beschloss aber trotzdem, nach einer Rücksprache mit den Bordeaux Weingütern, die Setzlinge liefern würden, nur Cabernet Sauvignon anzupflanzen.
"Ich weiss, dass ich hier mit einer ganz besonderen geografischen Lage gesegnet bin", sagte er in dem Interview. Er rodete das dicht bewaldete Gebiet in der Hoffnung, 20 Hektaren mit Reben zu bepflanzen, aber als er 1968 fertig war, hatte er nur 10 Hektaren mit Bordeaux-Sorten, hauptsächlich Cabernet Sauvignon angepflanzt. Im folgenden Jahr heiratete er Adelle Ross, genannt «Boots», die seine ständige Begleiterin und Partnerin auf dem Weingut wurde.
Er holte sich den Rat der besten Weinbauexperten der damaligen Zeit ein, darunter Louis P. Martini und André Tchelistcheff, und sie stimmten ihm zu. Er hatte drei verschiedene Bodentypen, und wie sich herausstellte, wies jede der drei bepflanz baren Flächen - und später noch eine vierte – deutliche unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten und auch differente Sonneneinstrahlungen aufwiesen.
Die Stecklinge für seine Rebberge hatte Al nach Mexiko liefern lassen. Damals war es verboten, Rebenmaterial in die USA einzuführen. In der Nacht flog dann Al selber in einer geliehenen Cessna die Stecklinge von Mexiko nach San Diego. Wenn er diese Geschichte später zum Besten gab, war diese immer von einem herzlichen und spitzbübischen Lachen begleitet. Einmal meinte er, nicht die Kolumbianer und auch nicht die Mexikaner haben das mit den Schmuggeltransporten mittels eines Flugzeuges erfunden!
Die Stecklinge kamen von zwei Bordeaux 1er Grand Cru Weingüter, deren Besitzer der gleichen Religionsgemeinschaft wie Al angehörten.
Er benannte die Weinberge nach den Böden, in denen sie verwurzelt waren: Volcanic Hill, mit seinen 3,2 Hektaren auf einer staubigen, durch die dort abgelagerte Vulkanasche und nach Süden ausgerichteten Anhöhe; Red Rock Terrace, mit knap 3 Hektaren auf einem steilen, eisenhaltigen Hang mit Nordausrichtung; Gravelly Meadow, ein steiniger Rebberg mit einer Grösse von gut 2 Hektaren, dass einst ein Flussbett war; und schliesslich noch den kleinen Lake Vineyard mit seinen 0,3 Hektaren.
Für Brounstein bedeutete Terroir - das Zusammenspiel von Boden, Rebe und Klima in Bezug auf den Wein -, dass dieselbe Rebsorte (in seinem Fall Cabernet Sauvignon), die auf verschiedenen Böden und mit unterschiedlicher Sonneneinstrahlung angebaut wird, Weine mit ähnlichen Eigenschaften, aber subtilen Nuancen, die auf den Faktoren der einzelnen Lagen basieren, hervorbringt.
Vom Anfang bis und mit dem Jahrgang 1993 war Jerry Luper der Weinmacher auf dem Weingut. Jerry war ein ausgewiesener Könner, der nach seiner Pensionierung bei Diamond Creek sich nach Portugal absetzte, um dort zuhinterst im Duero Tal ein kleines Weingut zu bewirtschaften. Dazu wurde er noch beratender Önologe bei der Real Companhia Velha
einer der grössten und ältesten Weinproduzenten in Portugal.
Ab 1992 arbeitete dann Phil Steinschrieber, zuerst als Assistent von Jerry Luper und ab 1994 bis 2019 als Weinmacher auf dem Weingut.
Das von Al und Boots Brounstein 1968 gegründete Weingut, wurde nach dem Tod von Al im Jahre 2006 von Boots und ihrem Sohn Phil mit grossem Erfolg weitergeführt.
Im März 2020 wurde, wie schon seit langer Zeit geplant, eines der einflussreichsten Weingüter im Napa Valley an die Familie Frédéric Rouzaud, die Besitzer des Maison Louis Roederer veräussert. Ein weitsichtiger und kluger Schachzug von der Familie Brounstein, die keine interessierte Nachkommen hatten, die die Geschichte dieses einzigartigen Familien-Weingutes weiterschreiben konnten und wollten.
Über den Verkaufspreis des 32 ha grossen Anwesens, das mit lediglich 9 ha Reben bepflanzt ist, wurde, wen wundert es - Stillschweigen vereinbart.
Der Jahrgang 2020 wurde von Graham Wehmeier, dem neuen Weinmacher der Diamond Creek Winery gekeltert. Zuvor arbeitet Graham auf den Cornell Vineyards und hatte Francoise Peschon als seine Chef Weinmacherin zur Seite.
Mit der umsichtigen Weingutsleiterin Nicole Carter und Graham als Weinmacher steht dem weiteren grossen Erfolg dieses Weingutes nichts im Wege. Die Diamond Creek Vineyards waren Vorbild für so viele Weingüter und Weinproduzenten. Al und Boots waren die ersten in der Neuzeit des kalifornischen Weinbaus, die dem Terrorgedanken auf einem kleinen Raum so eifrig nachlebten.
Auch das Keltern von 3 oder 4 Weinen mit der plus minus gleichen Zusammenstellung machte Schule, denken wir dabei einmal an Hundert Acre, DANA Estates, David Abreu oder Bond.