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Ohne grosse Aufmerksamkeit zu erregen vernichtet die Produktion von tierischen Produkten (v.a. Tier-basierten Lebensmitteln) riesige Flächen tropischer Wälder. Den Bezug von Wurst und Käse zur Zerstörung von Tropenwäldern zu erkennen gelingt den wenigsten auf Anhieb und ohne Hilfe. Es gibt jedoch gleich mehrere Art und Weisen wie die Produktion von tierischen Erzeugnissen den Bestand der Wälder weltweit beeinflussen.
Der erste Weg führt direkt zur “Produktion” von Rindfleisch: in vielen tropischen Ländern (besonders aber in Brasilien) werden täglich unvorstellbare Flächen Tropenwald abgebrannt und aggressive, schnell wachsende Gräser angesiedelt. Diese Flächen werden nach kurzer Zeit als Weideland für Rinder verwendet. Jedoch nach beinahe ebenso kurzer Zeit werden die Weideländer wieder aufgegeben, weil die Böden erodiert sind und nicht mehr genug Futter für das Vieh hervorbringen können. Unterdessen wurde bereits ein neues Stück Land gerodet wohin die Kühe dann umgesiedelt werden. Man dieses Vorgehen “Slash and Burn Agriculture” (zu deutsch etwa “Schneisen schlagen und abbrennen Landwirtschaft”).
Eine andere aber ähnliche Art der “Slash and Burn Agriculture” funktioniert ebenfalls über die Brandrodung meist noch grösserer Flächen für den Anbau von Soja (seltener auch andere Feldfrüchte, wie z.B. Mais). Seit dem Europäischen BSE Skandal ist Soja zum Nr. 1 Kraftfutter der Welt herangewachsen, da das verfüttern von Tiermehl an Nutztiere (was ganz nebenbei Kannibalismus gleichkommt) seither verboten ist. Das so produzierte Soja wird zum allergrößten Teil (weit über 90%) in die Industrienationen, v.a. Die USA und Europa, transportiert und dient dort der Tiermast. Über diesen Weg gelangt die Tropenwaldzerstörung dann auch in Milch und Eier. Denn das Soja wird nicht nur an Mastschweine, -rinder und -hennen, sondern auch an Legehennen und Milchkühe verfüttert.
Der dritte Weg wie die Herstellung tierischer Produkte zum Verschwinden der tropischen Wälder beiträgt ist komplex und wirkt auf viele weit hergeholt, aber er ist real: Die Tierhaltung in den Industrienationen nimmt riesige Flächen ein, die grosse Mehrheit davon sind für die Produktion pflanzlicher Lebensmittel mehr als geeignet. Es ist schon fast eine Verschwendung sie mit Vieh zu bestellen! Würde man auf diesen Flächen pflanzliche Lebensmittel erzeugen könnten damit deutlich mehr Menschen ernährt werden und es müssten insgesamt weniger Nahrungsmittel (Futtermittel eingeschlossen) importiert werden. Es wäre dabei auch ein Leichtes den Proteinbedarf über den Anbau von Hülsenfrüchten (Leguminosen) zu decken. Damit trägt auch die hiesige Tierhaltung zur Vernichtung wertvoller, artenreicher Tropenwälder bei.
Und hier kommst du ins Spiel! Über den regelmässigen Konsum tierischer Produkte gibst du den Auftrag sie auch weiterhin zu produzieren und für dich bereit zu stellen. Je mehr du davon konsumierst,
desto mehr wird auch für dich bereitgestellt,
desto mehr Futtermittel wird importiert,
desto mehr tropische Wälder wurden zerstört.
Je weniger du davon konsumierst, desto kleiner die Auswirkungen auf Tropenwälder und Klima und desto grösser der Genuss beim Essen.