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Nicht Mobilfunknetze oder Stromleitungen stören den Orientierungssinn eines Rotkehlchens (Erithacus rubecula), sondern Elektrogeräte. Diese verursachen ein elektromagnetisches Rauschen, welches im Mittelfrequenzbereich zwischen zwei Kiloherz und fünf Megaherz liegt. Somit verursacht der Mensch mit der Verwendung von elektrischen Geräten einen Effekt auf das sensorische System eines Wirbeltieres.
Das Forscherteam um den Biologen Prof. Dr. Henrik Mouritsen der Universität Oldenburg hat diese neue Erkenntnis in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht. Dieser Veröffentlichung gingen sieben Jahre mit unabhängigen Experimenten voraus, um genügend Nachweise für diesen Effekt zu sammeln. Die Untersuchung des Orientierungssinnes an Hand des Erdmagnetfeldes eines Rotkehlchens erfolgte in Holzhütten und Orientierungskäfigen auf dem Campus und ausserhalb der Stadt.
Die Untersuchungen ergaben, dass das Rotkehlchen das Magnetfeld nicht mehr zur Orientierung nutzen konnte. Daraufhin wurden die Hütte und der Käfig mit geerdeten Aluminiumplatten abgeschirmt. Mit der Dämpfung des elektromagnetischen Rauschens fanden die Rotkehlchen laut Artikel die Zugrichtung und hatten somit keine Probleme mehr sich zu orientieren. Dieser Effekt war in urbanen Regionen särker, als im ländlichen Raum, wie sich herausstellte.
Der Effekt durch elektromagnetische Störungen befindet sich laut den Forschern in einem breiten Frequenzbereich mit geringer Intensität. Letztere liegt weit unter dem Grenzwert der Internationalen Kommission für den Schutz vor nichtionisierter Strahlung (ICNIRP) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Bild: Karsten (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons