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Die Haslang oder Hasslang sind altes bayrisches Adelsgeschlecht, welches 1618 das Erb-Landhofmeisteramt erlangt. Mehrere Familienmitglieder stehen im 17. Jahrhundert als militärische Führer in kurbayrischen Diensten. Im Dreissigjährigen Krieg ist Georg Rudolf Regimentskommandant der kaiserlichen Partei. Sein Cousin Christoph Haslang zu Hohenkammer und Giebing (1602–1684) ist das bekannteste Glied der Familie. Er ist ab 1645 Prinzipalgesandter des Bayrischen Kurfürsten am Friedenskongress in Münster. Aus dieser bayrischen Adelsfamilie stammt die 1643 geborene Bauäbtissin von Holzen.[1] Die Benediktinerinnenabtei ist 1677, als sie zur Äbtissin gewählt wird, von den Kriegsschäden wiederhergestellt und sehr wohlhabend. Dies zeigt sich im Erwerb von Herrschaften, wie 1688 das Reichsrittergut Allmannshofen und, nach soeben abgeschlossenem Klosterneubau, 1719 weitere Besitzungen in Allmannshofen. Die Äbtissin kann für diese Erwerbungen 72 000 Gulden aufwenden, das Mehrfache der Ausgaben für den Kloster- und Kirchenneubau. Diesen Neubau plant sie schon lange, am Anfang noch an der alten Stelle am Neuwasser, wo eine Mitte des 16. Jahrhunderts gebaute neue Klosteranlage nicht mehr genügt. P. Gabriel Bucelin von Weingarten hat die Anlage mit den beiden Kapellen auf dem Karlsberg bei einem seiner Aufenthalte in Holzen flüchtig skizziert. Vom Frühjahr 1693 bis zum Sommer 1684 reist die Äbtissin mit der Chorfrau Columba von Leiblfing von Abtei zu Abtei und bis an den Wiener Hof, um für einen Neubau Geld zu sammeln. Sie erreichen auf ihrer «Bettelreise» die Summe von 8173 Gulden. Ob sie die Reise auch unternommen hätten, wenn sie von der Erbschaft des Onkels der Chorfrau geahnt hätten, die 1697 die Riesensumme von 37 000 Gulden einbringt? Mit dem Neubau wird 1696 begonnen, nicht am vorgesehenen Ort des alten Klosters, sondern auf dem 20 Meter höher gelegenen Karlsberg. Planer ist der seit 1694 in Holzen wirkende Beichtvater aus Ottobeuren, P. Christoph Vogt. Die Ausführung wird an Franz Beer I aus Au im Akkord vergeben. Das Kloster kann 1698 bezogen werden, die Kirche wird 1710 eingeweiht. Über den Klosterneubau sind wir nur durch das Tagebuch der Äbtissin und ihrer Korrespondenz mit dem Abt von Ottobeuren unterrichtet. Bis 1720 baut sie die noch die das neue Kloster umgebenden Bauten innerhalb der grossen Klostermauer. Sie stirbt am 15. September 1721 im Alter von 78 Jahren. Ihr Epitaph befindet sich im Kirchenschiff. 1703, zu ihrem 60. Geburtstag, gibt P. Christoph Vogt ein Porträt in Auftrag. Die Äbtissin hält in der Linken den Stab und in der Rechten ein von ihr 1688 veröffentlichtes Gebetsbuch. Ihr Wappen, von Rot nach Gold im Eisenhutschnitt gespalten, ist oben neben dem Klosterwappen zu finden. Dieses zeigt Johannes den Täufer. Unten sind die Wappen der Abtei Ottobeuren zu finden, in Schwarz eine goldene Rosette und in Rot ein halber bewehrter silberner Adler.
Pius Bieri 2010
Anmerkungen
Benutzte Literatur:
Pötzl, Walter und Immenkötter, Herbert: Kloster Holzen, Weissenhorn 2009.
[1] Ihr Namen wird nicht einheitlich geschrieben. Sie selbst nennt sich in der Kircheninschrift 1713 Maria Hildegard Catharina von Haslang zu Hohenkammer. Auf ihrem Grabstein wird sie Maria Anna Catherina Hildegard geborene Freiin von Haslang genannt.
|Äbtissin OSB M. Hildegard Catharina von Haslang (1643–1721)|
|Biografische Daten||Zurück zum Bauwerk|
|Geburtsdatum||Geburtsort||Land 18. Jahrhundert|
|1643||Hohenkammer ? Bayern D||Kurfürstentum Bayern|
|Titel und Stellung||Regierungszeit|
|Äbtissin der Benediktinerabtei Holzen||1677–1721|
|Sterbedatum||Sterbeort||Land 18. Jahrhundert|
|15. September 1721||Holzen bei Allmanshofen Bayern D||Hochstift Augsburg|
|Kurzbiografie|

Maria Hildegard Catharina aus dem heute ausgestorbenen Adelsgeschlecht der Haslang zu Hohenkammer wird mit 34 Jahren zur Äbtissin gewählt und steht der Abtei Holzen 44 Jahre vor. Sie kann durch ihr familiäres Beziehungsnetz und dank demjenigen ihrer Priorin das Geld für einen Klosterneubau aufbringen, den sie dann zusammen mit dem seit 1694 als Spiritual wirkenden Liebhaberarchitekten Pater Christoph Vogt aus Ottobeuren bis 1710 durchzieht, allerdings nicht am alten Ort, sondern auf einer südlich gelegenen Anhöhe. Dank der guten finanzielle Lage kann die Äbtissin auch das Herrschaftsgebiet der Abtei durch Zukäufe erweitern. Sie wird mit Recht als die zweite Stifterin von Holzen bezeichnet.
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