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Yahoo hatte am Donnerstag zugegeben, dass Thompson entgegen bisherigen Angaben keinen Bachelor-Titel in Computerwissenschaften hat. Thompson wurde lediglich in Buchhaltung ausgebildet.
Loeb hält über seine Investmentfirma Third Point 5,8 Prozent an Yahoo. Er will schon lange in den Yahoo-Verwaltungsrat einziehen und den Kurs des Konzerns mitbestimmen.
Bisher hat ihn die Yahoo-Führung abgeblockt, doch die Affäre um Thompson gibt ihm jetzt Rückenwind. In einem Brief an den Yahoo-Verwaltungsrat forderte Loeb auch Auskunft darüber, wieso bei der Auswahl Thompsons die falsche Informationen nicht entdeckt wurde.
Loeb betonte in dem recht süffisant formulierten Brief, dass Thompsons Stonehill College erst vier Jahre nach dessen Abschluss 1979 überhaupt angefangen habe, Titel in Computerwissenschaften zu vergeben. Eine einfache Google-Suche habe gereicht, um den Widerspruch festzustellen.
Vor allem will Loeb erfahren, ob Mitglieder des Aufsichtsgremiums von dem falschen Titel wussten. Wird das Ultimatum nicht erfüllt, werde Third Point weitere Schritte in Erwägung ziehen.
Yahoo hatte zunächst von einem "unbeabsichtigten Fehler" gesprochen, später aber angekündigt, der Verwaltungsrat werde sich mit dem Thema befassen. Ziemlich schnell wurde klar, dass die falsche Information auch schon vor Jahren in Thompsons offizieller Biografie zu seiner Zeit bei der Online-Handelsplattform Ebay stand.
Ausserdem tauchte ein Radiointerview auf, in dem Thompson eine Journalistin nicht korrigierte, nachdem diese seine Titel aufgezählt hatte.
Thompson kam Anfang des Jahres zu dem mit Umsatzrückgängen kämpfenden Internetpionier. Yahoo lebt von Onlinewerbeeinnahmen. Und in diesem Geschäft sind Konkurrenten wie Google und zuletzt auch das weltgrösste Onlinenetzwerk Facebook immer stärker geworden.
Thompson, der zuvor die Ebay-Bezahltochter PayPal führte, leitete einen strikten Sparkurs mit dem Abbau von 2000 der zuvor 14'000 Stellen ein. Zudem stiess er eine grosse Patentklage gegen Facebook an, auf die das weltgrösste Onlinenetzwerk inzwischen mit eigenen Vorwürfen antwortete.
Vor Thompsons Berufung war Yahoo monatelang führungslos, nachdem die vorherige Chefin Carol Bartz nach zwei Jahren an der Konzernspitze gefeuert worden war.
Eigentlich kann sich der Konzern angesichts seiner vielen Baustellen derzeit keinen neue Führungskrise erlauben. Unter versucht Yahoo schon seit langem, die Beteiligungen in China und Japan zu verkaufen, um Geld für den Umbau zu heben.
(chb/sda)