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Die Working Equitation (Arbeitsreitweise) ist in der Schweiz endlich am Start. Um diese span-nende Sportart zu etablieren, wurde der Verein Arbeitsreitweise Schweiz - Equitation de Travail Suisse (ARSETS) im August 2013 gegründet. Der Verein ARSETS wird sich ab 2014 um den Aufbau sowie die Förderung der jungen Turnierdisziplin Working Equitation kümmern. Dazu sind verschiedene Kurse mit bekannten und erfahrenen Trainern der Arbeitsreitweise ge-plant, unter anderem konnte der international erfolgreiche Trainer und Working Equitation Reiter Bento Castelhano aus Portugal für regelmässige Aufbaukurse in der Schweiz verpflichtet wer-den. Der Dachverband „World Association for Working Equitation (WAWE)” hat seinen Sitz in Estoril/Portugal. Ihm gehören mittlerweile Verbände aus zwölf Ländern an. Erfreulich ist auch, dass es ARSTES gelungen ist, ein Organisationskommitee für das erste offizielle Schweizer Working Equitation Turnier am 12./13. Juli 2014 zu finden.
Die Arbeitsreitweise oder Reitweise der Hirten (Working Equitation) ist die Arbeit mit dem Pferde, um Rinder umzutreiben. Diese ist seit Jahrhunderten rund um das nordwestliche Mittelmeer ansässig. In Italien findet man sie in der südlichen Toskana in der Maremma, in Frankreich hauptsächlich in der Camargue, in Spanien vorwiegend in Andalusien und in Portugal im Ribatejo und Alentejo. Aus ihr entstand dann auch im westlichen Kalifornien, als dieses von den Spaniern entdeckt wurde, das altkalifornische Westernreiten. Die deutschsprachigen und skan-dinavischen Länder haben diese Reitweise nicht traditionell. In Italien entstand in den 90er Jah-ren die Idee, das alte Arbeitsreiten als Kulturgut zu erhalten. 1996 waren dort die ersten interna-tionalen Wettbewerbe. Rasch wurde die Equitação de Trabalho in Portugal zu einem äusserst beliebten Reitsport. Das Land ist seit Jahren die führende Nation.
Bei der Arbeitsreitweise müssen Pferd und Reiter in unterschiedlichen Teilprüfungen erfolgreich sein. Das ist nur möglich, wenn verschiedene Faktoren zusammenspielen und Reiter und Pferd ein eingespieltes, harmonisches Team sind. Folgende vier Teilwettbewerbe müssen absolviert werden: Dressur von der Anfängerklasse bis zu den schwersten Lektionen. Hier muss die korrekte Basisarbeit von Reiter und Pferd unter Beweis gestellt werden. Dann folgt der Arbeitspar-cours, mit verschiedenen Hindernissen (Brücke, Stangen-L, Slalom, Sprung, Tor usw.), der Rit-tigkeit, Vertrauen und Gehorsam der Pferde überprüft. Der Geschwindigkeitsparcours ist ein Arbeitsparcours, der auf Schnelligkeit geritten wird (nur in den fortgeschrittenen Klassen). Je nach Ausschreibung des Veranstalters und den Tierschutzrichtlinien des Landes, kommt die Rinderarbeit dazu, bei der ein Rind von vier Reitern aus einer Herde abgesondert werden muss. Hier wird Teamarbeit und Mut gross geschrieben. Geritten wird in gepflegter Kleidung oder tra-ditioneller Tracht für Reiter und Pferd. Je nach Niveau ist die Zügelführung zweihändig auf Trense oder bis einhändig auf Kandare in der Masterklasse (höchste Stufe). Das Ziel ist, har-monische, stolze Pferd-/ Reiterpaare zu sehen, die sich dank einer soliden Grundausbildung und feinem Reiten - unabhängig von der Rasse des Pferdes - in verschiedenen Teildisziplinen messen können und so ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellen. Die Zusammenarbeit im Team wird gefördert und der Spass am Reiten bekommt eine neue Dimension.
Was ist der Nutzen für den „Normal“-reiter? Für den Dressurspezialisten, den Springreiter, den Westernreiter, den Freizeiteiter - sprich, alle die Spass am Reiten haben? Einerseits bekommt die solide Grundausbildung in der Dressur auf einmal einen Sinn, andererseits hilft die Erarbeitung der Hindernisse bei der Ausbildung des Pferdes. Durchlässigkeit, Anlehnung, Versamm-lung, korrekte Volten, fliegende Wechsel, Seitengänge: all das beinhaltet ein Working Equitation Training. Ein Pferd, das über die Brücke geht, geht auch in einen Hänger. Ein Pferd, das rück-wärts durch ein Stangen-L geht, zeigt Durchlässigkeit. Und einen gefüllten Krug von A nach B zu bringen, ist spätestens beim nächsten Biergartenbesuch zu Pferde wichtig.Die Arbeitsreitweise ist für Pferde jeder Rasse wie auch für jeden Reiter, der sich gut im Sattel halten kann, geeignet. Für diejenigen, die ein ruhiges Pferd haben möchten, mit dem sie sicher im Gelände unterwegs sein können, ist der Arbeitsparcours ideal. Dem fortgeschrittenen Dres-surreiter kommt sein Können in den Dressuraufgaben zu Gute, wobei es eine neue Erfahrung ist, die Aufgaben mit nur einer Hand zu reiten. Dies ist gerade für die Verbesserung des Sitzes eine sehr nützliche Übung. Im Arbeitsparcours hat er den Vorteil, sich mit den korrekten Volten und Wechseln, Traversalen usw. leichter zu tun. Dressurpferden tut die Abwechslung ausge-sprochen gut: sie werden gelassener und lernen sich mit Umweltreizen auseinanderzusetzen. Für den passionierten Springreiter ist die Absolvierung des Arbeitsparcours eine neue Heraus-forderung, die die meisten von ihnen mit links meistern. Und die dazu gehörige Dressur ist zur Verbesserung der Durchlässigkeit und Rittigkeit sicher nicht verkehrt. Die Westernreiter ihrer-seits bringen Erfahrung für den Arbeitsparcours mit und haben oft Vorteile bei der Rinderarbeit. Die Rinderarbeit ist aber kein Pflichtprogramm. Erst in der Masterklasse gehört die Rinderarbeit zwingend dazu, und bis dahin sind die Rindviecher auch kein Problem mehr.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Arbeitsreitweise viel Energie und Lebens-freude versprüht und gepaart ist mit Eleganz. Gut geritten ist diese Disziplin mit ihren vier Teil-bereichen ein grosser Spass für Reiter und Pferd und die Zuschauer kommen auch auf ihre Kosten.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.arsets.ch.
Verein Arbeitsreitweise Schweiz – Equitation de Travail Suisse ARSETSAlexandra Häusler, PräsidentinSchlatt6289 Müswangen041 720 13 <email-pii>