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Mexiko Tag 7 (Palenque- Chicanna- Becan-Chetumal)
Staatskunde à la Aldo
Um 8.20 Uhr fahren wir Richtung Chicanna ab. Unser heutiger Tag beinhaltet die längste Fahrzeit von fast 7 Stunden. Wie bereits gewohnt, berieselt uns Reiseleiter Aldo mit einer geballten Ladung an Informationen, die Mexiko betreffen.
Altes Eisenbahnnetz
Ein uraltes Schienensystem dient dem Transport von Gütern. Die Region Chiapa ist extrem arm. Die Landbesitzer lassen die Bevölkerung bewusst auf einem schlechten Bildungsniveau, damit sie die grauenhaften Bedingungen in Bezug auf Arbeit, Wohnen und Lohn nicht beanstanden.
Zusätzlich wird mit den Zügen der Aufbau des neuen Eisenbahnnetzes unterstützt.
Sogar auf den Dächern der Waggons werden Menschen befördert, was immer wieder zu tödlichen Unfällen führt.
Flüchtlinge
Die Flucht aus Mittelamerika wird, zum Beispiel in Honduras, von der Regierung gefördert. Die Leute bekommen Geld, damit sie die Flucht antreten. In Mexiko durchqueren die Flüchteten dann das riesige Land auf den Dächern der alten Züge oder zu Fuss. Viele sterben so bereits auf dem Weg. Die nächste Hürde stellt der Rio Bravo dar. Darin ertrinken viele. Wer den Fluss Richtung USA nicht überqueren will, nimmt den harten Weg durch die Wüste. Auch da ist die Aussicht nicht erhebend. An der 3200 km langen Grenze zu den USA stehen 26 000 Soldaten zum Grenzschutz parat und ein Durchkommen wird immer schwieriger.
Einkommen
Die einfachen Menschen verdienen 200 bis 400 Euro pro Monat. In der Mittelschicht 400 bis 800 Euro im Monat. Wer 800 bis 1600 Euro Einkommen hat, gilt dann als Oberschicht. In den grenznahen Ländern der USA arbeiten sehr viele Mexikaner, zu sehr schlechten Bedingungen. So decken die Mexikaner mir ihrer Arbeit als Reinigungskräfte, Nannys, Küchenhilfen und in der Pflege die Bereiche ab, in denen die Amerikaner nicht arbeiten wollen. Auch in den Plantagen arbeiten viele Mexikaner. Die Gehälter liegen zirka 70 % unter den tiefsten Einkommen der USA.
Krankenkasse
Die staatliche Krankenversicherung ist nur für zirka 50% der Bevölkerung erreichbar. Es bleibt eine private und dadurch teurere Version, oder der Weg über Generika Apotheken. Wer einen staatlichen Arzt braucht, muss sich mehrere Stunden in einer Warteschlange gedulden.
Rente
Wer 25 Jahre eine Festanstellung hatte, bekommt 70 % des Gehaltes als Rente ausbezahlt. Wer 30 Jahre aufweisen kann, bekommt 80 %. Wobei 80% von 200 Euro immer noch sehr wenig ist. Dazu zahlt der Staat, alle 2 Monate 160.- Euro. Die meisten Mexikanerinnen und Mexikaner werden von ihren Kindern unterstützt. Wer konnte, hat im Laufe seiner Einkommensphase noch ein Haus oder Appartement gekauft, dass nebenbei vermietet werden kann und so zusätzliches Einkommen generiert.
Korruption
Auch heute ist die Korruption ein grosses Thema von Aldo. Offenbar sind sehr grosse, reiche Unternehmer, wie die Rothschild-Familie, international mit eingebunden in ein Netz von Betrügern. In Mexiko nennt man die Politiker auch Kleptokraten. Die Netzwerke dieser Ausbeutung werden zu grossen Teilen auch in Europa geknüpft und gesteuert.
Arbeitslosengeld
Auch hier gibt es, dank Korruption, kein Geld fürs arbeitende Volk. Kurz gesagt – wer keinen Job hat, verhungert. Man muss sich selber helfen. So wird auf Kreuzungen, in Sekunden, die Autoscheibe gereinigt, um ein Trinkgeld zu erhalten, oder man versucht es mit Strassenmusik und Frauen lassen in ihren Hauseingängen kleine Restaurants entstehen etc.
Mittagspause
Nach fast 3 Stunden erreichen wir einen Rastplatz mit einem einheimischen Restaurant. Wir essen einfach aber gut. Ich und Alex wählen eine Art Meatballs in Tomaten-Sauce. Dazu gibt es Reis und Tortillas. Eine unserer Reisekolleginnen erwischt statt Poulet leider Rindermagen. Bei uns würde man wohl Kutteln dazu sagen. Igitt.
Nach der Pause fahren wir weitere 2 Stunden, auf schnurgeraden Strassen, durch den mexikanischen Südosten.
Chicanna
Die Ausgrabungen sehen noch ganz am Anfang. Es gab schon mehrgeschossige Wohnräume in den Pyramiden. Aldo erklärt uns, dass zwischen 1300 und 1500 n.Ch. das Reich der Mayas ausgestorben ist. Es gibt verschiedene Theorien, warum. Ob es Seuchen waren, die von den Spaniern mit der Eroberung eingeschleppt wurde oder ob es, wahrscheinlicher, die Tatsache war, dass es über 1000 Königreiche gab und die Ressourcen für so viele Menschen einfach zu knapp wurden. Zudem kann man heute nachweisen, dass eine lange, schwere Dürreperiode herrschte. Laut Aldo, eine Art Klimawandel, schon damals.
Becan
Diese Anlage ist zu grossen Teilen noch überwachsen. Die ersten Pyramiden wurden 2001 ausgegraben. Hier findet man tolle Steinfresken und einen Tempelbezirk, der von einem künstlichen Wassergraben umgeben war. Die Mayas konnten nicht schwimmen, so war dies ein guter Schutz gegen Angriffe von Aussen.
Die Herrscher wurden als direkter „verlängerter Arm“ der Götter angesehen. So hat man den Herrschern Opfer dargebracht und ihnen damit ein Leben im Reichtum ermöglicht.
Aldo erklärt und, wie exakt die Mayas in der Astrologie Bescheid wussten. Anhand der Sonnenwende Terminen am 21. Juni und 21. Dezember wurden dann Herbst und Frühjahr ermittelt am 21 März und 21. September. Man wusste somit genau, wann die Aussaht fällig war oder auch ab wann man ernten sollte. Verbindet man alle Punkte und Linien, die Aldo bei der Erklärung aufgezeichnet hat, wieder mit Linien, ergibt sich ein Kreuz mit Kreuz (die spanischen Eroberer dachten sofort an Christus- dabei zeichneten die Mayas nur die Himmelsrichtungen auf). Ein Quadrat um das „durchgestrichene Kreuz“ (Freimaurer) gezogen und man sieht den Grundriss der ägyptischen Pyramiden.
Auf der Pyramide wurde oben eine Plattform gebaut, die dann sofort die typische Maya Pyramide sichtbar macht.