Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03595.jsonl.gz/2353

Mammola, S., Arnedo, M.A., Pantini, P., Piano, E., Chiapetta, N. & Isaia, M. (2018). Ökologische Speziation in der Dunkelheit? Räumliche Nischenaufteilung von Geschwistern bei unterirdischen Spinnen. (Araneae: Linyphiidae: Troglohyphantes). Wirbellose Systematik
Abstrakt: Die Artenbildung in unterirdischen Lebensräumen wird häufig als Ergebnis einer divergierenden Selektion in geografisch isolierten Populationen erklärt; umgekehrt wurde der Beitrag der Nischenaufteilung zur Förderung der unterirdischen Artenvielfalt selten quantifiziert.
Die vorliegende Studie integrierte molekulare und morphologische Daten mit einer Hypervolumenanalyse auf der Grundlage funktioneller Merkmale, um einen potenziellen Fall parapatrischen Speziation mittels Nischendifferenzierung in zwei Geschwisterspinnen zu untersuchen, die zusammenhängende unterirdische Lebensräume innerhalb eines kleinen alpinen hypogäischen Gebietes bewohnen.
Troglohyphantes giachinoi, sp. nov. und T. bornensis werden durch kleine Details der Genitalien diagnostiziert, die wahrscheinlich an einer reproduktiven Barriere beteiligt sind.
Die molekulare Analyse fand die beiden Arten als Schwestern, und zeigte eine genetische Divergenz, die auf das Messinium zurückgehen könnte (vor ~ 6 Millionen Jahren). Die Hypervolumenanalyse zeigte eine marginale Überschneidung in ihren ökologischen Nischen auf, verbunden mit einer morphologischen Charakterverschiebung. Insbesondere zeigt T. giachinoi, sp. nov. morphologische Merkmale auf, die für das Gedeihen in den kleinen Poren des oberflächlichen Netzes von unterirdischen Rissen (Milieu Souterrain Superficiel, MSS) geeignet sind, während T. bornensis eine größere Anpassung an den tiefen unterirdischen Raum zeigt.
Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, daß verschiedene selektive Systeme innerhalb des unterirdischen Umfelds, d.h. Tiefenhöhlen von MSS, entweder drivelokale Speziation oder die Erleichterung zusammenhängender Verteilungen von unabhängig unterirdisch adaptierten Arten ermöglichen können.
wsc.nmbe.ch/refincluded/14550
Gruß
Joachim B.