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Die Krise der Rentenanstalt im Zeitraffer
Die Krise der Rentenanstalt/Swiss Life ist eine Folge einer überrissenen Expansionsstrategie und des Börsencrashs, gepaart mit Fehlleistungen des Managements.
Nachstehend eine Chronik des laufenden Jahres
31. Januar 02: Die Rentenanstalt erlässt eine Gewinnwarnung und kündigt ein drastisches Kostensenkungsprogramm an.
1. Februar: Der Aktienkurs bricht um zehn Prozent ein.
11. Februar: Die Rentenanstalt kündigt den Kauf des französischen Lebensversicherers Fortis an.
27. Februar: Konzernchef Manfred Zobl wird mit sofortiger Wirkung durch Roland Chlapowski abgelöst.
5. April: Die Rentenanstalt gibt bekannt, dass Finanz- und Investitionschef Dominique Morax eine seiner beiden Funktionen abtreten muss.
11. April: Der Konzern gibt einen Gewinneinbruch um fast 90 Prozent für 2001 bekannt und kündigt den Abbau von 800 Stellen an. Morax muss sein Amt als Finanzchef abgeben. Christine Beerli, Pierre de Chastonay und Albert Eggli geben den Rücktritt aus dem Verwaltungsrat bekannt. Von der Schweizer Börse erhält die Rentenanstalt einen Verweis wegen Verletzung des Kotierungs-Reglements.
24. Mai: Die Rentenanstalt gibt bekannt, aus der Bereinigung des Hedge-Fund-Bereichs einen Kapitalgewinn von 554 Millionen Franken erzielt zu haben.
12. Juni: Bruno Pfister, bisher für die Credit Suisse Financial Services tätig, wird zum neuen Finanzchef auf Mitte August ernannt.
3. Juli: Der Bundesrat plant den BVG-Mindestzinssatz von vier auf drei Prozent zu senken und löst einen Entrüstungssturm aus. Die Führungsspitze der Rentenanstalt gerät wegen massiven Lobbyings und mangelnder Transparenz im BVG-Geschäft ins Schussfeld der Kritik.
12. Juli: Die Aktie der Rentenanstalt schliesst die Börsenwoche mit einem Verlust von 19,2 Prozent ab.
30. Juli: Die Rentenanstalt bricht das E-Banking-Projekt mit dem Protal Redsafe unter Millionenverlusten ab.
16. September: Die Rentenanstalt stellt eine Kapitalerhöhung von 0,9 bis 1,2 Mrd. Franken in Aussicht. Der Aktienkurs bricht weiter ein.
18. September: Die Rentenanstalt kündigt die Rückbesinnung auf das Lebensversicherungsgeschäft und den Abbau weiterer 700 Stellen an. Die Gotthardbank, die La Suisse und die Treuhandgesellschaft STG sollen verkauft werden. Zudem wird eine Falschbuchung im ersten Halbjahr 2001 von 254 Mio. Franken bekannt. Damit wird der Jahresabschluss 2001 rot. Der Aktienkurs bricht um weitere 18 Prozent ein.
24. September: Die Rentenanstalt verkauft die Beteiligung an der Jungfraubahn Holding.
2. Oktober: Die französischen Behörden unterbinden die Übernahme von Fortis.
21. Oktober: Die Rentenanstalt gibt erneut eine kapitale Falschbuchung bekannt. Der Halbjahresverlust erhöht sich dadurch um 192 Mio. auf 578 Mio. Franken. Das Bundesamt für Privatversicherung (BPV) leitet eine Untersuchung ein.
22. Oktober: Die Börse kündigt eine Untersuchung der Falschbuchungen an.
23. Oktober: Die Aktionäre genehmigen die Kapitalerhöhung und die Schaffung einer Holding-Struktur an einer ausserordentlichen Generalversammlung.
27. Oktober: Die Rentenanstalt muss nach einem Artikel der "SonntagsZeitung" die Existenz der geheimen Investmentgesellschaft Long Term Strategy bestätigen, die als Anlagevehikel für das Topmanagement diente. Auch dieser Fall wird vom BPV untersucht.
1. November: Die Rentenanstalt gibt bekannt, dass sechs Manager, darunter Chlapowski, mit der LTS 11,5 Millionen Franken kassierten, bei einem Mitteleinsatz von 3,8 Millionen Franken.
3. November: Bundesrat Pascal Couchepin geisselt in einem Interview des "SonntagsBlicks" die Raffgier der Manager und bezeichnet die Situation bei der Rentenanstalt als traurig.
4. November: FDP-Präsident Gerold Bührer gerät wegen seines Mandats im Rentenanstalt-VR unter Druck der eigenen Partei.
5. November: Die Rentenanstalt gibt die Ablösung von Konzernchef Chlapowski durch den CSG-Manager Rolf Dörig bekannt. Der Verwaltungsrat bleibt vorerst im Amt.
swissinfo und Agenturen
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