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Überpünktlich um Punkt 10h kommt unser Taxi, das wir gestern bestellt haben. Wir fahren damit ca. 35 - 40 km in die Stadt Casablanca. Als erstes schauen wir uns die Hassan II Moschee an. Wir kaufen die Tickets für 120 Dirham (12 € / Person, wir finden das ganz schön teuer!) und haben dafür eine 45-Minuten-Führung mit einem Guide, der gut Deutsch spricht. Diese Moschee ist der helle Wahnsinn, enorm eindrücklich!
Die imposante Hassan-II.-Moschee in Casablanca ist das grösste religiöse Gebäude Afrikas mit dem höchsten Minarett der Welt. Im Zuge von Führungen gegen Eintrittsgeld, kann der überwältigende Prunk im Inneren der Moschee auch von Nichtgläubigen gegen Eintrittsgeld bestaunt werden.
Die Hassan-II.-Moschee ist die fünftgrösste Moschee der Welt. Übertroffen wird sie nur von der Al-Haram-Moschee in Mekka, der Prophetenmoschee in Medina, dem Imam-Reza-Schrein im iranischen Mashhad und der Istiqlal-Moschee in Jakarta, Indonesien. Unübertroffen ist die Hassan-II.-Moschee als höchstes religiöses Bauwerk der Welt. Mit ihrem eindrucksvollen viereckigen Minarett von imposanten 210 Metern Höhe gibt es keinen anderen Sakralbau der Welt, der dem Himmel näher kommt. Bei klarem Wetter ist das Minarett aus 50 Kilometern Entfernung zu sehen.
Die Hassan-II.-Moschee wurde zu Ehren des damaligen marokkanischen Königs Hassan II. zu seinem 60. Geburtstag und dem verstorbenen König Mohamed V. errichtet. Der Designer war der französische Architekt Michel Pinseau. Nach 6 Jahren Bauzeit, in denen 2.500 Arbeiter und 10.000 Handwerker und Künstler beschäftigt waren, wurde sie am 30. August 1993 eröffnet, zum Geburtstag des Propheten Mohammed. Kein Bauwerk dieser Grösse soll je in kürzerer Zeit errichtet worden sein.
Die Moschee liegt direkt am zehnspurigen Sidi Mohammed Ben Abdallah-Boulevard etwa 20min vom nächsten Bahnhof am Hafen Casablancas entfernt. Von ihrem Platz an der Küste Marokkos überblickt das 200m breite und 100m lange Gebäude den Atlantischen Ozean. Der Prachtbau bietet nämlich nicht nur von aussen eine überwältigende Erscheinung. Über den Hof, auf dem 41 Springbrunnen eine angenehme Atmosphäre schaffen, gelangt man zum haushohen Hauptportal. Die monumentale Gebetshalle umfasst eine Fläche von 20.000m² und bietet bis zu 25.000 Gläubigen Platz. Der gesamte vatikanische Petersdom würde in sie hineinpassen.
Am 9 Hektar fassenden Gelände der Moschee können sich weitere 80.000 Personen zum Gebet einfinden. Die komplette Anlage bietet Platz für 105‘ 000 Personen.
Und auch die moderne Technik kommt in der Hassan-II.-Moschee nicht zu kurz. Ein hypermodernes diskret verborgenes Sound-System bringt das Gebet zu allen Menschen in und um die Moschee, die Türen sind alle elektrisch betrieben und das 60-stöckige Minarett wirft von seiner Spitze einen Laserstrahl Richtung Mekka, der noch aus 30km Entfernung sichtbar ist. In der Gebetshalle hat es eine Fussbodenheizung. Über Satellit ist die Bibliothek der Hassan-II.-Moschee mit allen grossen Bibliotheken der Welt verbunden.
Durch den Glasboden der Halle kann die Unterwasserwelt an der Küste Marokkos begutachtet werden (die Moschee wurde teils über Wasser errichtet). Das 65 m hohe Dach der Moschee kann innerhalb von 5min geöffnet werden, um Gebete in strahlendem Sonnenschein bzw. unter dem Sternenhimmel zu ermöglichen. Die Gärten rund um die Moschee sind wunderbar gepflegt und erfreuen sich grosser Beliebtheit für Picknicks und Spaziergänge.
Am Gelände der Moschee befindet sich ausser der Hassan-II.-Moschee noch eine madrasa (eine islamische Schule), mehrere Hamams, ein Museum über marokkanische Geschichte, Konferenzräume, und eine riesige Bibliothek, die als eine der grössten der islamischen Welt angesehen wird.
Offiziell war die Moschee ein Geschenk des Volkes an seinen König. Die aus Steuermitteln finanzierten Baukosten sowie die zahlreichen schweren Arbeitsunfälle beim Bau brachten dem Prestigebau aber auch scharfe Kritik ein. In den ersten Wochen nach der Eröffnung war deshalb von Oppositionellen die offizielle Beschriftung „Hassan-II.-Moschee“ des Nachts wiederholt durch den Schriftzug „Moschee des Volkes“ übermalt worden.
Der Guide erzählt uns viel Interessantes. Zum Beispiel wurden die 56 Kronleuchter in Murano, Venedig, hergestellt und einige der Marmorsäulen kommen aus Carrera in Italien. Alle Holzschnitzereien wurden aus Zedernholz von Hand gemacht. Die riesigen,10 m hohen Tore sind aus Titan. Unter der Moschee befinden sich die Waschräume, wo sich gleichzeitig 1400 Menschen waschen können. Nach dem Besuch der imposanten Moschee fahren wir zur Medina und schauen uns auf dem Basar um, ohne jedoch etwas zu kaufen. Um 13h sind wir im „Quartier Habous“, wo wir im Restaurant „ZAYNA“ zu Mittag essen. Unser Taxifahrer bekommt dafür eine Provision vom Restaurant und wartet auf dem Parkplatz auf uns. Wir sitzen draussen an der Sonne und bestellen beide eine „Tajine“, Paul mit Rindfleisch, ich mit Huhn und beide mit Gemüse. Für Paul bestellen wir ganz ausdrücklich „OHNE KORIANDER!“ Mais oui, "bien sûr", heisst es. Und was bekommt er geliefert, he??? Ja klar, eine „Tajine“ MIT Koriander. Er probiert einen Bissen und sagt: „Das kann ich nicht essen!“ Ich muss mit ihm und mitsamt der „Tajine“ ins Restaurant zur Chefin und die sagt sofort: „Ja, wir wechseln das aus!“ Nachdem ich meine gute Hühnertajine längst aufgegessen habe, kommt auch endlich Paul‘s Mittagessen. So, und jetzt besuchen wir noch das „Quartier Habous“ was sich als sehr schöner Basar herausstellt. Casablanca ist ein Riesen-Moloch und wir haben schon wieder genug von Grossstädten. Um 15h30 sind wir mit unserem Taxifahrer wieder zurück auf dem Campingplatz, wo wir uns sofort eine heisse Dusche gönnen. Was für ein schöner, Ausflug, trotz Koriander!
Weil ich Paul auf dem Laptop ein Foto zeigen will, das ich heute geschossen habe, schütte ich aus Versehen sein Weinglas aus!!! Au, das gibt vielleicht ein mächtiges Donnerwetter….