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Das Füttern von Hochleistungskühen und Mastrindern bedeutet vor allem ein gutes Management der Pansenfunktionen. Je höher die Leistung der Tiere, desto höher muss die Nährstoffkonzentration des Futters sein. Dies bedeutet, Rationen mit einem höheren Anteil an leicht verdaulichen, strukturarmen Futtermitteln. Beim Abbau von diesen kommt es im Pansen zu einer stärkeren Säurebildung. Die Folgen einer Übersäuerung (Acidose) sind eine unzureichende Futteraufnahme, ein Leistungsabfall, Stoffwechselstörungen und ein deutlich verminderter Fettgehalt in der Milch.
Unterschiedliche Formen
Die Pansenacidose stellt eine der häufigsten und wirtschaftlich bedeutendsten Erkrankungen in leistungsstarken Milchviehbeständen dar. Man unterscheidet drei Verlaufsformen von Acidosen.
Akuter Abfall
Die akute Pansenacidose ist eine lebensbedrohliche Erkrankung und wird durch unterschiedliche Faktoren begünstigt. Neben Nahrungsentzug, plötzlicher Umstellung von einer energiearmen auf eine energiereiche Ration kann auch Strukturarmut oder ein Fehler in der Kraftfutterdosierung Auslöser des Problems sein. Im Pansen sammelt sich Milchsäure an, weil laktatverwertende Bakterien fehlen. Der pH-Wert sinkt, wodurch es zu einem Massensterben von zellulose-, stärke- und milchsäureabbauenden Bakterien kommt. Die Folgen sind dramatisch: Entzündung der Pansenschleimhaut, Endotoxine, metabolische Acidose etc. Mit Massnahmen (Rohfasergehalt der Ration, keine plötzliche Nahrungsumstellung etc.) kann einer akuten Pansenacidose einfach vorgebeugt werden.
Schlecht vorbereitet
Die subakute Pansenacidose entsteht vor allem in der Transitperiode rund um die Geburt (eine Woche vor bis drei Wochen nach Abkalbung). Meist ist eine zu schnelle Umstellung der Ration der Auslöser. Auffallend ist die verminderte Futteraufnahme, welche die Fettmobilisation anheizt. Die Milcheinsatzleistung liegt unter den Erwartungen und in einzelnen Fällen kommt es zum Festliegen. Folgen sind Konditionsverluste, Nachgeburtsverhalten, Mastitiden und chronische Klauenrehe. Die Massnahmen sind die gleichen wie bei einer akuten Pansenacidose, wobei das Hauptaugenmerk auf der langsamen Futterumstellung liegt.
Die chronisch-latente Acidose tritt mehrheitlich zwischen dem 40. und 150. Laktationstag auf. Sie ist das Ergebnis einer erhöhten Bildung und Resorption flüchtiger Fettsäuren bei gleichzeitig verminderter Speichelsekretion. In der Milch sinkt der Milchfettgehalt und der Milcheiweissgehalt erhöht sich.
Puffern in mehreren Phasen
UFA bietet mit UFA-Alkamix und UFA-Alkamix ready zwei schmackhafte Diät-Mineralfuttermittel für Hochleistungskühe und Mastrinder an. Die verschiedenen Puffersubstanzen in Kombination mit Kräutern werden von den Tieren gut gefressen. UFA-Alkamix ready enthält zusätzlich Lebendhefen und ist auch für den Einsatz auf Bio-Betrieben zugelassen. Die Einsatzmenge je Tag liegt bei 150 – 250 g für Milchkühe und 130 – 250 g bei Mastrindern. UFA-Alkamix (ready) stabilisiert den Pansen-pH und steigert die Futteraufnahme. Die Folge davon sind gesunde und leistungsstarke Tiere.
Auslöser ist eine Ration mit einem hohen Anteil an leicht fermentierbaren Kohlehydraten und ein Mangel an strukturwirksamer Rohfaser. Diese chronische Belastung ist ein Risikofaktor für Leistung (Milch und Wachstum), Fruchtbarkeit und Gesundheit (Labmagenverlagerung, Klauenerkrankungen, Fruchtbarkeit etc.).
Als Massnahme zur Verhinderung muss primär auf den Einsatz einer wiederkäuergerechten Ration geachtet werden. Ergänzend können Pansenpuffer den pH-Wert stabilisieren. Nicht alle gängigen Produkte wirken im Pansen gleich schnell und anhaltend, weshalb Produktekombinationen von Vorteil sind.
Zusätzlich zu den mineralischen Formen können auch Lebendhefen eingesetzt werden. Lebendhefen verbrauchen den im Pansen vorhandenen Sauerstoff. Dadurch nehmen die Zel-lulose- und Milchsäure-abbauenden Bakterien zu und das Risiko einer Übersäuerung sinkt.
Der Bericht bezieht sich auf den Bericht «Die Pansenacidose –wichtigste fütterungsbedingte Erkrankung der Milchkuh» von Prof.Dr. N. Rossow