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Erneuerung des Abkommens über die Hinterlegung und die Aufbewahrung des Archivs der Burgergemeinde Sitten
Die Burgergemeinde Sitten verlängert den Vertrag für die Hinterlegung und Aufbewahrung ihre Archivbestände beim Staatsarchiv des Kantons Wallis. Der ursprüngliche, am 15. Januar 1919 unterzeichnete Vertrag überträgt dem Staatsarchiv Wallis die Verantwortung für die Konservierung der Dokumente, wobei die Burgergemeinde Sitten deren Eigentümerin bleibt. Dieser über 110 Laufmeter Akten umfassende Archivbestand ist von grosser historischer Bedeutung. Er enthält die alten Archive der Stadt Sitten und erstreckt sich über einen Zeitraum von der Mitte des 12. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.
Die erste Hinterlegung von Gemeindearchiven im Staatsarchiv Wallis
Die Burgergemeinde Sitten war die erste Walliser Gemeinde, die 1919 ihre Archivbestände im Staatsarchiv Wallis deponierte. Sie initiierte damit einen Weg, dem inzwischen eine grosse Mehrheit der Walliser Gemeinden und Burgergemeinden gefolgt sind. Wenn der Staat zum Verwahrer von Gemeindearchiven wird, übernimmt er die Verantwortung, diese langfristig zu konservieren, und gewährleistet kostenfrei deren Bearbeitung, Verwaltung und Aufwertung im selben Rahmen wie er es für das Staatsarchiv umsetzt.
Ein bemerkenswerter Archivbestand
Der Archivbestand der Burgergemeinde Sitten ist von grosser historischer Bedeutung. Darin befinden sich nämlich die ersten Satzungen der Stadt Sitten von Mai 1269, Urkunden über die Aufnahme neuer Burger, alle Protokolle von Ende des 15. bis ins 19. Jahrhundert, die Gemeindebuchhaltung von 1596 bis 1848, die Eigentumsurkunden der Burgergemeinde Sitten sowie verschiedene Unterlagen im Zusammenhang mit dem Verwaltungsalltag der Stadt im Laufe der Zeit. Diese Archive ermöglichen es, die territoriale, demografische, politische, wirtschaftliche, religiöse, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung von Sitten während mehr als sieben Jahrhunderten zu erfassen, bis zum Vollzug der Trennung von Munizipal- und Burgergemeinde im Jahr 1854.
Der Bestand umfasst ausserdem die offiziellen Archive der Walliser Behörden im Ancien Regime, beispielsweise nahezu alle Protokolle des Walliser Landrats sowie die Korrespondenz mit den wichtigsten europäischen Herrschern: Korrespondenz von Matthäus Schiner mit dem König von England Heinrich VIII., mit Kaiser Karl V. oder mit Papst Julius II. und Leo X.; Korrespondenz von Georg Supersaxo mit dem französischen König Franz I. sowie Korrespondenz von Kaspar Stockalper mit dem französischen König Ludwig XIV.
Den Archivbestand konservieren und aufwerten
Mit der Erneuerung des Vertrags haben das Staatsarchiv Wallis und die Burgergemeinde Sitten zudem eine Reihe von Massnahmen beschlossen, um diesen Archivbestand nach den aktuellen Normen und Standards für die Konservierung von Kulturgütern zu erschliessen und langfristig zu konservieren. Diese Arbeit hinter den Kulissen ist unerlässlich zur Gewährleistung der Weitergabe dieser Kulturgüter an die kommenden Generationen, aber auch um sie einfacher zugänglich zu machen für Studierende, professionelle Forscher sowie interessierte Laien. Die beiden Partner verpflichten sich im Übrigen, gemeinsame Projekte zur Aufwertung dieses bemerkenswerten Bestands durchzuführen, namentlich im Rahmen von Workshops oder Projekten im Zusammenhang mit den Digital Humanities, insbesondere durch das Projekt «Sion Time Machine», dessen Entwicklung derzeit läuft.