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Am 16. März 1834 schlossen sich die Gesellschaft auf der Chorherrenstube, die Kaufmännische Lesegesellschaft und die Dozenten der erst ein Jahr zuvor gegründeten Universität Zürich zusammen zur Gründung einer «umfassenden Leseanstalt», eines «Lese-Museums», das den Mitgliedern die neusten Zeitungen, Zeitschriften und Bücher zur Verfügung stellen sollte. Zürich folgte damit relativ spät dem Beispiel anderer Städte der Schweiz und Deutschlands, die längst über ähnliche Gesellschaften verfügten: aber die Museumsgesellschaft wurde bald eine der renommiertesten, die weit über die Grenzen der Stadt ausstrahlte und von illustren Gästen aus halb Europa, jeweils eingeführt von Mitgliedern, besucht wurde. Vor allem aber: diese Gesellschaft hat anders als viele ihrer älteren und jüngeren Schwestern Kriege, Krisen und den Wandel der Zeit überlebt. Die vom Bildungsbürgertum im Geist des Liberalismus gegründete Museumsgesellschaft war von allem Anfang an ein «Verein von Personen aller Stände», offen für Mitglieder (ab 1894 endlich auch für Frauen) verschiedenster politischer, konfessioneller und sozialer Herkunft und Ausrichtung. Dementsprechend wurde bei der Auswahl der Zeitungen, Zeitschriften und Bücher immer auf ein möglichst breites Spektrum an Meinungen und Positionen Wert gelegt. Zuerst im Obergeschoss des 'Rüden' einquartiert, baute sich die Gesellschaft 1867 ein eigenes Haus am Limmatquai (Architekt: Ferdinand Stadler), das bis heute Sitz der Gesellschaft ist. Gottfried Keller, Lenin, Thomas Mann oder Ricarda Huch haben hier gesessen, und auch heute fehlt es nicht an prominenten Mitgliedern und Besuchern. Im Ersten Weltkrieg und in der Zeit des Nationalsozialismus bot die Museumsgesellschaft vielen, vor allem deutschen und österreichischen Emigranten eine Zufluchtstätte, in der sie in Ruhe arbeiten und sich über die Weltlage informieren konnten. Im Jahr 2000 wurde auf Initiative von Vorstand und Geschäftsleitung beschlossen, das Angebot der Museumsgesellschaft, Lesesaal und Bibliothek, um den Betrieb eines Literaturhauses zu erweitern, das in Zürich schon lange gefehlt hatte. Der Erfolg belohnte das Wagnis: die Gesellschaft nahm einen neuen Aufschwung, viele neue Mitglieder kamen dazu und die Stadt anerkannte das «Literaturhaus der Museumsgesellschaft» als Zürcher Literaturhaus, das sie seit 2001 subventioniert. Im Sommer 2002 wurde das Haus den Bedürfnissen des Veranstaltungsbetriebs baulich angepasst und innen neu gestaltet. Lesesaal, Bibliothek und Literaturhaus sind heute weder aus der Stadt noch aus der Gesellschaft wegzudenken.