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Ausbildung von Bauern und Dorfentwicklung
In einem Land wie Togo, in dem über 70% der Bevölkerung von der Landwirtschaft leben, hängt die gesamte nationale Wirtschaft stark vom Einkommen der Bauern ab. Diese Bevölkerungs-Mehrheit erwirtschaftet hier aber mit ihren veralteten Methoden nur etwa ¼ des Volkseinkommens. Viele Bauern-Familien haben ein Jahreseinkommen von weniger als 50 sFr. Das ist mit Sicherheit eine wesentliche Ursache für den desolaten Zustand der gesamten togolesischen Wirtschaft.
Die Ernten der Bauern reichen in der Regel nicht aus, um die eigene Familie während eines Jahres ordentlich zu ernähren. Das gilt insbesondere, wenn noch ein Teil der Ernte verkauft werden muss um Bargeld zu beschaffen für die Einschulung der Kinder oder für medizinische Hilfe bei Krankheit oder Unfall.
Die Folgen dieser Situation sind u.a. chronische Unterernährung, Krankheiten, früher Tod, Analphabetismus, Demotivation und Landflucht guter, junger Kräfte.
Nicht selten verkaufen Familien in ihrer Verzweiflung ihre eigenen Kinder in die Sklaverei in ein Nachbarland, um sich kurzfristig etwas Luft zu verschaffen (etwas Geld in die Familienkasse und ein Mund weniger zu stopfen).
Das sind typische Bilder chronischer Armut, welche leider oft noch ausgenutzt werden durch unseriöse Organisationen und Personen, die diese benachteiligte und weitgehend ungebildete Bevölkerungsschicht noch um das wenige betrügen, das sie besitzen.
Im Jahr 2003 haben die Verantwortlichen der MVCP beschlossen, einen neuen Arbeitszweig zu gründen um diesen Menschen zu helfen, damit sie sich mit ihrer eigenen Kraft aus diesem Teufelskreis der Armut herausarbeiten können.
Die Universität Lomé hat noch im gleichen Jahr für uns eine Analyse der Lebensbedingungen in mehreren Dörfern von Zentraltogo durchgeführt, damit von unabhängiger Stelle die Struktur der wichtigsten Probleme der ländlichen Bevölkerung erfasst wird und damit auch sichtbar wird, wie und wo unsere Hilfe am effizientesten angesetzt werden kann. Diese Studie lieferte auch Referenzwerte, an denen wir seither die erreichten Veränderungen messen können.
Ebenfalls 2003 konnten 2 gut geschulte und motivierte togolesische Landwirtschafts-Ingenieure für den Aufbau dieser Arbeit gefunden werden. Mit diesen Ingenieuren haben wir ein Arbeitskonzept entwickelt, das sich später als sehr effizient erwies und das inzwischen von anderen Organisationen kopiert wurde.
Und schliesslich brauchten wir auch finanzielle Mittel, welche uns u.a. eine politische Gemeinde in der Schweiz und vor allem eine Hilfsorganisation aus den USA zur Verfügung stellten. Diese Mittel finanzierten den Start der Arbeiten und die budgetierten Betriebskosten für ein Jahr. Längerfristig konnten wir noch nicht planen.
Dank dem unermüdlichen Einsatz unserer Mitarbeiter -inzwischen sind in diesem Arbeitsbereich 15 Personen tätig und alle sind Togolesen- und dank der mutigen Unterstützung weiterer Geldgeber steht diese Arbeit heute im 14. Betriebsjahr und kann als beachtlicher Erfolg betrachtet werden.
Die wichtigsten Ziele für diese Arbeit sind:
- die Einkommen der unterstützten Bauern müssen mindestens vervierfacht werden.
- die Ausbildung der Bauern muss auf ihren eigenen Feldern erfolgen.
- neue Anbau- und Arbeits-Methoden müssen durch die Bauern einfach einsetzbar sein und keine wesentlichen Investitionen erfordern.
- die ausgebildeten Bauern müssen in der Lage und gewillt sein, die neuen Methoden an andere Bauern in der Region weiterzugeben, damit sich die Anstrengungen der MVCP rasch vervielfältigen.
- Bauern, die nicht effizient arbeiten und nicht konstruktiv mit den Mitarbeitern der MVCP und ihrer Dorfgemeinschaft zusammenarbeiten, werden aus dem Förderungsprogramm gestrichen.
- eine Dorfgemeinschaft darf nicht länger als 5 Jahre gefördert werden. Danach müssen die Bauern in der Lage sein, die gelernten Methoden ohne weitere Begleitung weiterhin effizient anzuwenden.
- die Bauern sollen nicht 'nur' effizientere Ackerbau-Methoden lernen, sie müssen auch unterstützt und ausgebildet werden für die gewinnbringende Vermarktung ihrer Produkte, in der effizienten Verwaltung ihrer Gewinne, in allgmeiner Lebensgestaltung und im schonungsvollen Umgang mit der Umwelt.