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Von den 1930er- bis in die 1960er-Jahre machten jedes Jahr Hunderte junger Schweizerinnen ein Englandjahr. Manche von ihnen kamen nie wieder zurück, wurden „british by marriage“ – wie die amtliche Formulierung lautete. Allerdings verloren sie damit das Schweizer Bürgerrecht und konnten dieses erst wieder ab 1952 einfordern. Zudem schreibt die Berner Autorin Simone Müller in ihrem Buch auch über die Repatriierung von über 900 Frauen im Jahr 1939 – ein kaum bekanntes Kapitel der Schweizer Geschichte. Müller hat elf Frauen, geboren zwischen 1917 und 1939, in fesselnden Porträts auf Papier gebracht und so ein Stück fast vergessene Zeit- und Mentalitätsgeschichte festgehalten. Zwar gestaltete sich der Reisebeginn bei allen Frauen gleich, aber danach liefen die Schicksalswege auseinander. Während die einen glücklich auf ihre Vergangenheit zurückblicken, hat sich bei anderen viel Unglück zusammengeballt.
Ein brisantes Kapitel hebt die Autorin für den Schluss auf: die durch die Kriegsereignisse erzwungene Rückführung von über 900 Frauen Ende Oktober 1939 – die grösste Repatriierung in der Schweizer Geschichte. Der «Bund» schrieb damals, dass zum Handgepäck nicht nur Handorgeln gehört hätten, «sondern auch Gasmasken made in England». Der deutsche Luftangriff stand bevor.
Förmlich
verschlungen habe ich dieses spanende Buch, welches mich von der ersten bis zur
letzten Seite fesselte.