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In der Schweiz sind für die Entsorgung der radioaktiven Abfälle zwei Lager vorgesehen: eines für schwach- und mittelaktive und eines für hochaktive Abfälle. Beide Lager können als sogenanntes Kombilager im gleichen Standortgebiet platziert werden, wenn dadurch die Sicherheit nicht beeinträchtigt wird und es ausreichend Platz dazu hat.
In einem neuen Bericht der Nagra werden die beiden Varianten «zwei Einzellager» und «Kombilager» miteinander verglichen. Im Fokus stehen dabei die Auswirkungen auf die Umwelt sowie Themen wie Flächenbedarf, Transporte, Synergieeffekte und Betriebssicherheit. Die Langzeitsicherheit wird in diesem Bericht noch nicht thematisiert, das erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.
Der Bericht zeigt: Ein Kombilager braucht nur gut die Hälfte (56%) des Platzes an der Oberfläche, den zwei Einzellager beanspruchen könnten. Das Bauvolumen (82%), das Volumen des Ausbruchmaterials (90%) beim Bau und der geringere Ressourcen- und Energieverbrauch sprechen ebenso für ein Kombilager wie die Kostenvorteile: Ein Kombilager kostet rund 1.6 Milliarden Franken weniger als zwei Einzellager.
Die ökologischen und sozio-ökonomischen Auswirkungen konzentrieren sich bei einem Kombilager auf ein Standortgebiet, sind also dort grösser und dauern länger als bei den jeweiligen Standorten der beiden Einzellager. Der Personalbedarf ist bei einem Kombilager geringer (90%) als bei zwei Einzellagern. Bei einem Kombilager kann das Personal vor Ort zudem für eine längere Betriebszeit angestellt werden, was auch zu einem besseren Wissensaufbau führt.
Das Fazit: Der Bericht zeigt, dass ein Kombilager deutliche Vorteile gegenüber zwei Einzellagern hätte. Ein Kombilager kann aber nur realisiert werden, wenn die Langzeitsicherheit dadurch keinesfalls beeinträchtigt wird.