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Vaduz (ots/ikr) - Im Oktober entdeckte das Team der Landesarchäologie im Winkel in Balzers weitere Spuren der römischen Siedlung. Dabei handelt es sich um die letzten Reste eines Gebäudes, das vermutlich von den unberechenbaren Fluten des Rheins zerstört worden ist.
Bei Aushubarbeiten kamen in einer Kiesschicht ca. 1,5 Meter unter der Oberfläche römische Funde ans Tageslicht. Das eingestürzte Mauerwerk mit Resten eines rötlichen Verputzes und die Dachziegelfragmente dürften von einem Gebäude stammen. Sie werden genau gleich wie die Keramikscherben in die römische Zeit (2./3. Jahrhundert n. Chr.) datiert.
Römische Siedlung
Seit dem Bau des Binnenkanals in den 1930er Jahren stösst man bei Erdarbeiten in Balzers immer wieder auf Überreste von römischen Gebäuden. Die meisten der Mauern, so auch jene im Winkel, waren von mächtigen Schwemm- oder Rüfeschichten bedeckt. Dies zeugt von Überschwemmungen, welche die Region ab der Spätantike heimsuchten.
Menschen lebten spätestens ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. im Gebiet zwischen der Egerta und der Fürstenstrasse. Vermutlich haben sie sich gegen Ende des 4. Jahrhunderts sowohl aufgrund politischer Unruhen als auch in Folge der sich wegen eines Klimawandels mehrenden Hochwasser auf geschütztere Anhöhen, wie z. B. auf den Gutenberg, zurück gezogen.
Rheinnot
Seit Menschengedenken bedrohte der Rhein mit seinen ungezügelten Flussläufen die Bewohner des Tals. Mittelalterliche Schriftquellen geben darüber Auskunft. Lange Zeit wich der Mensch den Gefahren aus. Er legte seine Siedlungen an Plätzen auf den Höhen über der Auenlandschaft an, die den Fluten nicht ausgesetzt waren. In der Ebene versuchte er schon sehr früh mit Hilfe von Wuhrbauten das Kulturland zu schützen. Solche Massnahmen blieben aber bis zur Regulierung des Rheins durch die Hochwuhren ab den 1870er Jahren meist nur für kurze Zeit erfolgreich.
Kontakt:
Landesarchäologie
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