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Formale Grundlagen der prothetischen Versorgung
Eine Prothese, auch Körperersatzstück bzw. Kunstglied genannt, ist das etablierte orthopädische Hilfsmittel zur Rehabilitation nach Amputation einer Extremität.
Unter Rehabilitation versteht man den Einsatz und die Wirkung von Massnahmen, die darauf zielen, die körperlichen, psychischen und sozialen Folgen einer Behinderung auf ein Minimum zu beschränken.
Das Ziel ist die Wiedereingliederung des Amputierten in den Alltag bzw. das berufliche Leben.
Die amputierte Person ist mit einem Hilfsmittel (Prothese) so auszustatten, dass sie weitgehend die Kontakte zu ihrem sozialen Umfeld aufrechterhalten kann und die Behinderung ausgeglichen wird, soweit es wirtschaftlich vertretbar ist und nicht über das notwendige Mass hinausgeht.
Die Verordnung einer Prothese erfolgt nach internationalen Richtlinien und Regelungen des Gesundheitsrechtes durch den Arzt.
Für die Zuordnung bestimmter prothetischer Qualitäten, unter Berücksichtigung der ärztlichen Zielvorstellungen, ist der Orthopädietechnikermeister zuständig.
Zur Bedarfsbestimmung werden als Parameter sowohl physiologische als auch individuelle und persönliche Umweltfaktoren sowie eine Aktivitätsbeschreibung zur Feststellung der Aktivitäts- und Lebensumstände vor der Amputation, des gegenwärtigen Zustands und der zu erwartenden Entwicklung herangezogen.
Die Bedarfsbestimmung muss sowohl dem prothetisch zu versorgenden Amputierten als auch der Objektivierungs- und Ökonomieverpflichtung des Kostenträgers (Sozialversicherers) gerecht werden. Die Art und Weise der Versorgung beeinflusst direkt die Leistungsfähigkeit der amputierten Person und damit auch die internistischen Indikationen, die Rehabilitation und die Wiedereingliederung in das soziale Umfeld (Wiederaufnahme der Arbeit).
Die beste Prothese ist die, die dem zu erwartenden Bedarf am besten gerecht wird, also die bedarfsgerecht angepasste Lösung.
Diese Prothese muss nicht unbedingt die teuerste oder billigste sein wahrscheinlich ist sie aber die preiswerteste.
“Amputation is not the end of the treatment, but the beginning of rehabilitation!”
(Sir Reginald Watson Jones)