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Arno Del Curto verabschiedet sich mit sechs Titeln
Arno Del Curto ist der Schweizer Eishockeytrainer mit der längsten Verweildauer und den grössten Erfolgen. 2015 fährt er seinen letzten von 6 Titeln mit dem HCD ein. Wir beleuchten das Sportjahr 2015.
Als Arno Del Curto, gebürtiger Engadiner, auf die Saison 1996/97 im Landwassertal unterschrieb, hatte der Rekordmeister Davos gerade seine elfte Saison in Folge ohne Meistertitel hinter sich gebracht. Es waren auch die ersten elf Saisons, in denen die Meisterschaft mit Playoffs entschieden wurde. In dieser Zeit brachte es Davos nur einmal - 1986 - in einen Final.
Unter Del Curto ging es aufwärts. 1998 tauchten die Davoser endlich wieder in einer Finalserie auf. Diese verloren sie mit 2:4 gegen Zug, aber 2002 kanterten sie Finalgegner ZSC Lions, die Titelverteidiger, mit 4:0 Siegen nieder. Von dort weg spezialisierte sich Del Curto auf Meistertitel in ungeraden Jahren (2005, 2007, 2009, 2011, 2015). Unvergesslich sind die Playoffs 2009: In allen drei Serien mussten die Davoser über die volle Distanz von sieben Spielen gehen. Im Halbfinal gegen Fribourg lagen sie 1:3 zurück, und in der Finalserie gegen die Kloten Flyers gewannen sie das siebte Spiel auswärts.
In den Playoffs 2015 liess Arno Del Curto noch einmal - zum letzten Mal vor seinem Abschied im Frühling 2018 - die Muskeln spielen. Die Playoff-Gegner Zug, Bern und schliesslich ZSC Lions brachten es in der Summe auf nur drei Siege. Del Curto konnte auf ein sehr ausgeglichenes Kader bauen. In der Skorerliste der Qualifikation war kein Davoser unter den ersten elf. Aber Goalie Leonardo Genoni war ein glänzender Rückhalt, Félicien Du Bois und Beat Forster gehörten zu den überdurchschnittlichen Verteidigern, und im Angriff war Reto von Arx in seiner letzten Saison immer noch wichtig.
Der FC Sion letztmals magisch
Für den FC Sion waren 2015 aller guten Dinge 13. Mit 13 gewonnenen Cupfinals am Stück zwischen 1965 und 2015 stellten die Walliser einen einzigartigen Rekord auf. Der Final am 7. Juni war typisch. Sion musste als Aussenseiter im Stadion des Gegners FC Basel spielen, der in der Meisterschaft jener Saison alle deklassiert hatte. Aber Sion siegte unter Trainer Didier Tholot 3:0. Moussa Konaté traf in der ersten Halbzeit, Edimilson Fernandes und Carlitos erzielten die weiteren Tore nach der Pause.
Die magische Reputation der Unschlagbarkeit der Walliser endete im 14. Final zwei Jahre später, als Sion - diesmal in Genf und unter Trainer Sébastien Fournier - gegen Basel 0:3 verlor. Pa Modou, Reto Ziegler, Elsad Zverotic, Vero Salatic, Moussa Konaté und Carlitos waren jene Sittener, die beim 3:0 wie auch beim 0:3 spielten.
Daniela Ryf zum Ersten
Im Oktober 2015 gewann Daniela Ryf erstmals den Ironman-WM-Titel auf Hawaii. Bis 2018 reihte sie drei weitere Triumphe an. Vor ihr hatte einzig die Amerikanerin Paula Newby-Fraser (ab 1991) viermal in Folge gewonnen. Ryf wurde aus Schweizer Sicht eine mehr als würdige Nachfolgerin von Natascha Badmann, die zwischen 1998 und 2005 insgesamt sechsmal gesiegt hatte. Bei ihrer Siegespremiere 2015 holte Ryf einen Vorsprung von mehr als 13 Minuten heraus. Die Solothurnerin blieb in jener Saison unbezwungen.
2008 war Ryf bereits U23-Weltmeisterin und Olympia-Siebte. Dann folgte die Zäsur: 2010 bei einem Sieg in der WM-Serie über die olympische Distanz in Seoul las die Solothurnerin im Schwimmen einen Magen-Darm-Virus auf. Eine zweijährige Leidenszeit folgte, ehe sie in Training und Wettkampf wieder an ihre Leistungsgrenze gehen konnte.
Seit ihrer Rückkehr ist Ryf stärker denn je. 2015 triumphierte Ryf, die damals auch Schweizer Sportlerin des Jahres wurde, auf Hawaii bei harten Bedingungen mit viel Gegenwind im Radfahren und extremer Hitze im Laufen. Nur gerade 25 Männer erreichten das Ziel vor Ryf. Mit 28 Jahren hatte Ryf die Zukunft noch vor sich; Badmann war bei ihrem ersten Triumph auf Hawaii 32.
Neben dem WM-Titel holte sich Ryf 2015 in Frankfurt mit Streckenrekord auch noch den EM-Titel über die Ironman-Distanz. Und über die halbe Ironman-Distanz (70.3) wurde sie in jenem Jahr zum zweiten Mal in Folge Weltmeisterin. Über diese Distanz ist sie seit nunmehr neun Rennen unbesiegt. Ryf ist zudem die erst zweite Frau nach Leanda Cave (Gb/2012), die das «Double» aus Ironman- und 70.3-WM im gleichen Jahr realisierte.
Die Ungeschlagenheit brachte Ryf per 2015 ein Preisgeld von 1,5 Millionen Dollar brutto ein. Das ist mit Abstand die grösste Summe, die je ein Triathlet in einem Jahr eingenommen hat. Trotzdem gehen ihr die Ziele nicht aus. Sie peilt die Weltbestzeit im Ironman an. Diese steht bei 8:18:13 Stunden, aufgestellt von der vierfachen britischen Weltmeisterin Chrissie Wellington. (sda)