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(v. lat. militia), ursprünglich Streitkräfte überhaupt,
also s. v. w. heute
Militär, später Land- und Bürgertruppen, die
nur für den
Krieg formiert, nach dessen Beendigung aber
wieder aufgelöst werden, Solche Milizengab es schon im 16. Jahrh. fast in allen
Staaten unter verschiedenen
Benennungen. In
Frankreich und
Spanien
[* 2] hießen später Miliz die aus dem Land Ausgehobenen im
Gegensatz zu den Angeworbenen. Jetzt
versteht man unter MilizTruppen aus Landesangehörigen, die, ohne volle
Ausbildung im
Heer zu erhalten, im
Frieden nur zu kurzen Übungen einberufen, für den
Krieg aber auf
Grund vorbereiteter
Organisation formiert werden.
Besonders für die Schweiz typisches System der Heeresorganisation, bei dem keine stehenden Truppen unterhalten,
sondern nur periodische Wiederholungskurse der ganzen wehrfähigen männlichen Bevölkerung abgehalten werden. Davon unterschieden
die Miliz des ⟶ Faschismus, ein Heeresteil außerhalb des normalen Heeres zur Unterstützung besonderer
politischer Unternehmungen.
Durch Jugendwehr, Schützen- und Wehrvereine sucht man der militär. Ausbildung nachzuhelfen.
Es kann durch das Milizsystem im Verhältnis zur Bevölkerung
[* 8] die stärkste Streitmacht aufgestellt werden, in der Schweiz
durch die Überzähligen und den Landsturm bis zu 7 Proz. Aus diesen Gründen ist früher und neuerdings
vielfach auf Abschaffung der stehenden Heere gedrungen worden. Der Sezessionskrieg in Nordamerika
[* 9] sowie der KriegSerbiens gegen
die Türkei
[* 10] haben aber auch die Mängel des Milizsystems dargethan. In Rußland bestehen in beschränktem UmfangeMiliztruppen
für den innern Dienst und zur örtlichen Verteidigung, jedoch nur im Kaukasus und in Transkaspien. StändigeMiliztruppcn giebt es nur im Militärbezirk Kaukasus und in Transkaspien für den innern Dienst und zur örtlichen Verteidigung.
Sie sind aus Eingeborenen gebildet und nach nationaler Art gekleidet und bewaffnet.