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"Duell mit dem Schatten": um die langen Schatten der Vergangenheit geht es in diesem zweiten Roman von Siegfried Lenz; es geht um die Schuld der Väter, mit der die junge Generation konfrontiert wird und die sie bewältigen muss. Im Jahre 1952 fährt ein deutscher Oberst mit seiner Tochter nach Libyen, zurück an den Ort einer schuldhaften Verstrickung, von der er sich zu befreien hofft. Von seiner Tochter versucht er Mitleid und Verständnis zu erpressen - aber es gelingt ihm nicht, die Schuld ist stärker unter der Glut der libyschen Sonne, in der Grenzenlosigkeit der afrikanischen Wüste. Erst die Begegnung mit zwei jungen Engländern, die gleichfalls die dama1igen Kampforte aufsuchen, vermittelt dem Mädchen allmählich die Kraft, aus dem Schatten des Vaters herauszutreten, sich von ihm zu befreien. Wenn etwas Versöhnung stiften kann, so sind es nicht die vermessenen Rechtfertigungsversuche der Alten - es ist die Noblesse der Jugend. Afrika ist in diesem Roman mehr als die romantische Staffage für Erlebnisse, die der Reisende in ihm zu finden hofft. Die Wüste mit ihrem glühenden Atem wird zu einem Raum, in dem sich das Schicksal von Menschen erfüllt; auch deutsches Schicksal. Das Buch, 1953 erschienen, löste unter Kritikern eine erregte Diskussion aus. "Unter den vielen Zeitromanen, die nach dem Krieg erschienen, habe ich keinen gefunden, der deutsche Gegenwartsdeutung in einem so reinen und tiefen Sinn zu geben scheint wie die zweite Arbeit des siebenundzwanzigjährigen Siegfried Lenz", schrieb KH. Kramberg. "Stilistisch könnte er zwischen Leonard Franks ekstatischer Vision "Der Mensch ist gut" und Hemingways magisch-steriler Kurzgeschichte "Ein sauberes, gut beleuchtetes Café" eingeordnet werden. Doch es ist unnötig, nach Vergleichen zu fahnden, wo Eigenes sich mit jedem Satz beschwörend kundtut." Und Walter Lennig schrieb: "Siegfried Lenz hat sich weiter entwickelt.