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Die unfassbare Geschichte des Waldemar Bürzel
Es war ein schöner Spätsommertag Anfang der 80er Jahre, als nach einem lauten Knall, dem ein blubberndes Geräusch folgte, ein schwerer Kanaldeckel in meinen Garten flog. Auch ein besudelter junger Mann war dabei druckvoll aus der Kanalisation katapultiert worden. Ich fand ihn mitten in meinem Rhabarberbeet und er stank entsetzlich. Mit Hilfe meines Gartenschlauchs und sehr viel Wasser legte ich ihn vorsichtig frei.
„Sie sehen nicht wie ein Kanalarbeiter aus“, sagte ich zu ihm, als er sein Bewusstsein wiedererlangt hatte.
„Stimmt. Aber wenn ich Ihnen erzählen würde, was ich seit gestern erlebt habe, würden Sie mich für verrückt erklären.“
Ich horchte auf und fragte interessiert nach seinen Abenteuern.
Zuerst zierte er sich noch, doch dann fragte er, der eine merkwürdige Uniform trug, mich unvermittelt: „Hätten Sie gedacht, dass Adolf Hitler und Martin Bormann unter Ihnen eine geheime Basis betrieben haben und bis eben noch quicklebendig waren? Doch nun sind sie wohl tot. Ertrunken! Es sei denn, Bormann und die anderen wären wie ich auch irgendwo ausgespuckt worden…“
Ungläubig starrte ich ihn an.
Waldemar Bürzel, so sein Name, atmete einmal tief durch und begann schliesslich eine schier unglaubliche Geschichte zu erzählen.
Alfons Lücht
Alfons Lücht, der angeblich mit dem plattdeutschen „he lücht“, was „er lügt“ bedeutet, nichts gemein hat, begann seine berufliche Laufbahn als freischaffender Designer von Gürtelschnallen und scheiterte hier aber ebenso kläglich, wie auch als Tester von Toilettenbrillen. Seinen Traum von einer Karriere als Stehgeiger und Heldentenor erwies sich mangels Können allzu schnell als Hirngespinst. Glücklicherweise fand er später als Reiniger von Klein-Kläranlagen seine Erfüllung und eine gewisse Akzeptanz in der Gesellschaft. Nun versucht er sich mit diesem „Werk“ erstmals als Autor, wobei sein extrem überschaubares Talent für ein weiteres Buch kaum ausreichen dürfte. Alfons Lücht ist eine neue „Kreation“ von Lutz Siemer aus der Nähe von Bremerhaven, der auch als Jan Schmietwech, Herzlinde Meyerdierks, Fritz Eitel von Sonnenschein, Bertram Humbug zu Hühnerklein, Korbinian Knülle und Anselm Erpel von Hohlkreutz ein freudvolles Zweitleben als Schreiberling führt.