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Vor der Anschaffung eines Königspythons sollte man sich wirklich sicher sein dass man das Tier halten und pflegen will bis es stirbt. Ein Königspython wird ca. 25 Jahre alt oder noch älter (habe mal von einem Exemplar gelesen das 40 jährig war).
Allgemeines:
Deutscher Name: Königspython
Wissenschaftlicher Name: Python Regius
Der Königspython erreicht eine Endgrösse von ca. 110cm bis 150cm, selten grösser, wobei die weiblichen grösser und schwerer werden wie die männlichen Tiere. Sie erreichen im adulten Alter ca. 2 bis 3 kg. Gehört habe ich aber auch schon von Tieren die 6kg und knapp 2m gewesen sein sollen.
Das Verbreitungsgebiet liegt bei West- und Zentralafrika. Z.B. Togo, Ghana, Elfenbeinküste und so weiter.
In der Natur halten sich die Tiere gerne in verlassenen Nagerbauten oder Termitenhügeln auf.
Haltungsbedingungen:
Temperaturen: Im Sommer liegen die Temperaturen am Tag bei 29-31°C Lufttemperatur. Unter der Wärmelampe darf es auch etwas wärmer sein. In der Nacht darf die Lufttemperatur etwas abfallen auf ca.27 bis 28°C
Im Winter sollten die Tagestemperaturen ca. so gehalten werden wie im Sommer. Ich denke 1°C tiefer ist auch nicht tragisch. In der Nacht darf die Temperatur auf ca. 25-26°C fallen.
Hygrometer: Die Luftfeuchtigkeit sollte über den Tag bei 50-60% liegen. In der Nacht steigt die Luftfeuchtigkeit in Afrika noch an, was bedeutet dass dies im Terrarium auch sein sollte - also ca. 70%.
Das Terrarium:
Das Terrarium sollte immer der Grösse des Pythons angepasst sein. Man rechnet (1x0.5x0.75) multipliziert mit der momentanen Grösse des Königspython. Das heisst, ein Tier das 120cm misst bräuchte ein Terrarium mit den Massen 120x60x90 (Länge x Breite x Höhe).
Als erstes braucht man ein geeignetes Terrarium, das heisst ein Terrarium welches eine gewisse Luftfeuchtigkeit aushält und nicht zu faulen oder zu schimmeln beginnt (Holz ist da eher nicht geeignet). Ich bin richtig Fan geworden von Forex Terrarien, da es ein leichtes, wasser- und feuchtigkeitsresistentes und sehr gut isolierendes Material ist. Ein Glasterrarium mit denselben Massen hat ein hohes Gewicht - zudem ist Glas nicht wärmeisolierend auch gehen diese Terrarien gerne mal Kaput beim zügeln:/. Die Tiere fühlen sich wohler wenn man nicht von allen Seiten Einsicht in das Terrarium hat. Somit sollten bei einem Glasterrarium sicher 2 bis 3 Seiten mit einer Rückwand eingekleidet werden. Im Terrarium sollten mehrere Verstecke eingebracht werden in verschiedenen Wärmezonen damit das Tier einen idealen Platz findet. Auch immer gut ist eine sogenannte Wetbox (Feuchtbox) in der sich feuchtes (nicht nasses) Moos befindet. Diese werden häufig in der Häutungsphase aufgesucht oder auch mal zwischendurch wenn sie Feuchtigkeit tanken wollen. Eine Wasserschale mit immer frischem Wasser darf natürlich auch nicht fehlen. Einige Äste zum Klettern sind natürlich auch tolle Dinge die immer wieder mal benützt werden. Jedoch sollten diese nicht zu hoch sein da der Königspython definitiv nicht das Klettern erfunden hat und öfters mal abstürzt. Man sollte auch darauf achten, dass sich unter den Ästen und auch Wärmelampe keine kantigen Gegenstände befinden, an denen sie sich bei einem Absturz verletzen könnten. Bei der Wärmelampe sollte auf jeden Fall ein Schutzkorb montiert werden da sie gerne darum herum klettern und eine heisse Wärmelampe sonst wirklich heftige Verbrennungen des Tieres zur Folge haben könnte. Bilder von unseren Terrarien findet ihr unter „Unsere Terrarien“.
Fütterung/Futterverweigerer
Königspythons sind sehr bekannt dafür, dass Sie Futterspezialisten sind und deswegen nicht unbedingt als Anfängerschlangen gelten. Jedoch denke ich, wenn man sich wirklich richtig über diese Tiere informiert, kann man auch als Anfänger diese wunderschönen Tiere halten. Ich fing damals auch mit Königspythons an – habe bestimmt meine Anfängerfehler gemacht und daraus gelernt.
Das Futter: das Futtertier sollte der Grösse des Tieres entsprechen, das heisst der Umfang der Maus/Ratte sollte der Schlange in der Mitte des Körpers gemessen entsprechen, jedoch nicht grösser sein. Ich staune immer wieder, was für "Brummer" selbst von Jungtieren verspeist werden können. Ich persönlich fange sehr früh an den Jungtieren Ratten in geeigneter Grösse zu verfüttern, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass sie als Jungtiere besser umsteigen wie als subadulte Tiere. Als Anfänger gab ich meinem ersten Königspython (FZ2009) nur Mäuse und siehe da, er ist mir erst 2013 das erste Mal an eine Ratte gegangen und ist für sein Alter sehr leicht und klein geblieben. Das liegt auch daran, dass er mir im Winter wirklich hartnäckig nicht ans Futter geht. Das über ca. 4 bis 5 Monate… so viel zum Thema Futterverweigerer. Anfangs hatte ich auch Angst, weil er so lange nicht frisst, mittlerweile weiss ich wie er „tickt“… irgendwann im Frühling fängt er dann wider an zu fressen. Nur mal so eine kurze Geschichte für diejenigen die nach 4 Wochen schon Panik haben, dass das Tier bald verhungert, macht euch also bitte nach wenigen Wochen noch keine Gedanken, das ist fast normal bei diesen Tieren. Die einzigen die bei mir wirklich den Winter durchfressen ohne grosse Pause, sind die Jungtiere - also zu diesem Zeitpunkt ca. 5 Monate alten Tiere. Solange kein rapider Gewichtsverlust zu beobachten ist, denke ich, muss man nicht so schnell handeln und sollte einfach Ruhe bewahren und eine Woche später nochmals probieren.
Häufigkeit der Fütterung:
Jungtiere füttere ich ca. alle 5 Tage mit Mäusespringer, adulte Mäuse oder Baby Ratten je nach Grösse des Jungtieres.
Subadulte Tiere füttere ich alle 7 bis 14 Tage je nach Grösse der letzten Mahlzeit.
Adulte Tiere für die Zucht alle 14Tage und solche ohne Zuchtziele alle 21Tage - je nach Grösse des Königspython können das auch mal riesige Ratten sein ca. 400g.
Gründe für eine allfällige Futterverweigerung:
Es gibt verschiedene Gründe weshalb ein Königspython das Fressen einstellt. Sie können sich dafür folgende Fragen stellen:
- Stimmen die Parameter? Ist es zu kalt oder zu warm?
- Befindet sich der Königspython in der Häutungsphase? Rosa gefärbter Bauch, trübe/milchige Augen und sehr matt/dunkel gefärbt sind sichere Zeichen der Häutung. Auch hier gibt es Tiere die nicht fressen, was sie auch übrigens nicht sollten da sie zum Verdauen Wasser brauchen, welches sie in dieser Zeit jedoch mehr benötigen um sich zu häuten.
- Ist das Terrarium zu gross für das Tier? Auch wenn es gut gemeint ist, einige Tiere können sich in zu grossen Terrarien unwohl fühlen.
- Wird der Königspython zu viel herausgenommen und fühlt sich deswegen gestresst?
- Lebt das Tier in einer Gruppe? Ich habe selber die Erfahrung gemacht, dass sich gewisse Tiere gestresst fühlen durch andere und deswegen das Futter einstellt.
- Stimmt die Einrichtung im Terrarium? Mehrere Verstecke in geeigneter Grösse? Wenn der Python keine geeignete Unterkunft findet hat er deswegen auch eine Stresssituation.
- Befindet sich das Tier in Paarungsstimmung? Wie erwähnt: meine Tiere stellen gerne im Winter das Futter ein – das ist auch die Paarungszeit der Tiere. Ich denke auch, dass es mit dem Luftdruck draussen zusammenhängt. In hartnäckigen Wintern geht es länger bis sie wieder Fressen wie in milden Wintern.
- Schon einmal ein anderes Futtertier ausprobiert? Ich habe Tiere die auf einmal das Gefühl haben sie wollen keine Ratten mehr, wenn ich dann eine Maus anbiete gehen sie wieder ran, können aber kurze Zeit später wieder an Ratten hingehen.
- Ist das Tier krank? Kranke Tiere stellen ebenfalls das Futter ein.