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Die primäre biliäre Zirrhose (PBZ) geht mit einer chronischen Entzündung der intrahepatischen Gallengänge einher und kann langfristig zu Leberzirrhose und Leberversagen führen. Die Pathogenese der Erkrankung ist nur unvollständig geklärt, es wird jedoch angenommen, dass bei genetischer Prädisposition durch Exposition gegenüber bestimmten Umweltfaktoren eine Autoimmunreaktion getriggert wird, die zu PBZ führt. Eine kausale Therapie ist bis heute nicht verfügbar. Die Krankheit wird auch als primäre biliäre Cholangitis bezeichnet.
PBZ-Patienten sind in erster Linie Frauen, deren Alter bei Diagnosestellung bei etwa 60 Jahren liegt. Es wurden jedoch auch Fälle bei Kindern und sehr alten Menschen beschrieben [1]. Die Krankengeschichte der Patienten ist in der Regel unauffällig und in den meisten Fällen wird die Erkrankung aufgrund routinemäßiger Laboruntersuchungen und nicht durch Aufarbeitung akuter Symptome entdeckt.
Der häufigste Vorstellungsgrund unter symptomatischen Patienten ist generalisierter Pruritus. Zudem wird oft über Müdigkeit und Bauchschmerzen geklagt. Ein Ikterus ist zu Beginn in der Regel nicht feststellbar, entwickelt sich aber im Laufe der Zeit [2]. In der klinischen Untersuchung kann eine Hepatomegalie, unter Umständen auch eine Splenomegalie palpiert werden. In fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung kommt es zunehmend zu Symptomen einer Leberinsuffizienz, beispielsweise zu peripheren Ödemen, Aszites und hepatischer Enzephalopathie. Über eine erhöhte Inzidenz von Harnwegsinfekten, Peritonitis und Septikämie wurde berichtet [3]. Der bindegewebige Umbau der Leber, zunächst in Form einer Leberfibrose und schließlich als Leberzirrhose, bedingt schließlich eine portale Hypertension, die zur Bildung von Ösophagusvarizen und - weniger häufig - Fundusvarizen beiträgt [4]. Derartige Varizen können der Ursprung lebensbedrohlicher Blutungen sein [5].
PBZ ist außerdem mit einem erhöhten Risiko für Leberkrebs verbunden, und 0,7-3,8% der Patienten entwickeln ein hepatozelluläres Karzinom [6]. Schreitet die PBZ zur Leberzirrhose fort, steigt das Risiko noch einmal beträchtlich an.
Blutuntersuchungen zeigen gewöhnlich erhöhte Serumkonzentrationen von Alanin- und Aspartat-Aminotransferase sowie alkalischer Phosphatase, Hyperlipidämie und Hyperbilirubinämie. Während eine erhöhte Konzentration von Immunglobulinen schon in frühen Stadien erkennbar wird, zeigt ein Absinken der Albuminkonzentration eine zunehmende Leberinsuffizienz an.
Bei etwa 95% der Patienten finden sich antimitochondriale Antikörper im Blut; sie können mittels Immunfluoreszenz nachgewiesen werden. Die Detektion antimitochondrialer Antikörper bei einem Patienten, bei dem zudem ein erhöhter Serumspiegel der alkalischen Phosphatase gemessen wurde, ist diagnostisch für PBZ. In 5% der Fälle liefern derartige Untersuchungen jedoch negative Resultate [7]. Die Bestimmung der Titer von Antikörpern gegen Zellkernstrukturen, hauptsächlich gegen GP210 und SP100, sowie von Autoantikörpern gegen glatte Muskulatur kann dann hilfreich sein [8].
Grundsätzlich wird jedoch zur Leberbiopsie geraten, wenn antimitochondriale Antikörper nicht nachweisbar sind [9]. Das histologische Bild entspricht dem einer chronischen, nicht eitrigen Cholangitis, die hauptsächlich die interlobulären und septalen Gallengänge betrifft. Um nekrotische Cholangiozyten sind mononukleäre Infiltrate zu erkennen, vor allem Lymphozyten und Makrophagen. Während in den arteriellen Gefäßen kaum pathologische Veränderungen ersichtlich sind, sind die Venen oft komprimiert oder von Zelltrümmern und Entzündungszellen verstopft. Ein sehr spezifischer, wenn auch nicht sehr häufig zu erhebender Befund ist die floride Gallengangsläsion [10].
Ist die Diagnose PBZ gestellt, sollten die Betroffenen auf die oben genannten Komplikationen hin untersucht werden. Der Standardansatz zur Diagnose gastroösophagealer Varizen ist die Endoskopie, der Zustand der Leber und ihrer Gefäße kann sonographisch beurteilt werden.