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Die Covid-19-Krise zeigt die Verwundbarkeit unserer vernetzten Welt auf. Die Pandemie trifft alle, doch sie trifft nicht alle gleich. Gerade in vielen Ländern Afrikas, Lateinamerikas und Asiens sind die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen massiv. Weltweit nehmen Armut, Ungleichheit und Hunger zu. Das gegenwärtige Agrar- und Ernährungsmodell ist nicht nur ausser Stande, alle Menschen ausreichend und gesund zu ernähren, es verursacht auch immense Umwelt- und Klimaschäden. Statt den Hunger zu bekämpfen, ist das Ernährungssystem von Profit, Ausbeutung und Machtkonzentration geleitet. Kennzeichnend hierfür stehen die monokulturelle Landwirtschaft und die industrielle Massentierhaltung.
Notwendig ist ein Kurswechsel: Im Rahmen der bewährten Entwicklungszusammenarbeit gilt es, noch stärker eine agrarökologische Landwirtschaft zu fördern. Auf bodenschonende und klimaverträgliche Weise können Bäuerinnen und Bauern im Süden höhere Erträge und Einkommen erzielen und dadurch grössere Eigenständigkeit erlangen. Weil Agrarökologie erwiesenermassen krisenfester ist als eine monokulturelle Landwirtschaft, sind die Menschen gleichzeitig besser vor abrupten Wirtschaftseinbrüchen und Handelsbeschränkungen, sowie vor zunehmenden durch den Klimawandel bedingten Dürren und Fluten gewappnet.
Hierzulande sollen sich Bundesrat und Parlament für nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung einsetzen, wobei berücksichtigt wird, wie Essen produziert, verarbeitet, transportiert, verkauft und entsorgt wird. Ziel muss sein, umweltfreundliche, gesunde und fair produzierte Lebensmittel günstiger und konkurrenzfähig zu machen. Ebenfalls sollen Bund und Parlament eine gerechte und klimaverträgliche Handelspolitik verfolgen, welche die Menschenrechte von Kleinbauern und Kleinproduzenten stärkt sowie die Ernährungssicherung und -souveränität in den ärmeren Ländern begünstigt.