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Der Architekt Josef Chochol (1880-1956)
Arne Ehmann schreibt in ihrer Dissertation "Traditionalismus um
1910" (Hamburg 2006) über Chochols Haus in Prag:
Die dem Expressionismus nahestehenden kubistischen Architekturen,
denen der Ausdruck einer Vergeistigung des Materials innewohnen
und deren Baukörper eine dynamische Gestaltung reflektieren
sollte, waren in den meisten Fällen lediglich traditionelle historistische
Bauten mit einem neuartigen, kristallin-barocken Dekor. Eine Ausnahme
bildet das Mietshaus in der Neklanova ulice von Josef Chochol. Chochol
durchbrach hier den Wandkörper an der spitzwinkligen Gebäudeecke
mit Loggien. So reduzierte er die Ecke entlang der gesamten Gebäudehöhe
zu einem schlanken Pfeiler, der seine Dynamik durch klar geschnittene
Flächen an bewegte Formen des Gesimses weitergibt. Sie ergänzt
mit dem Zitat:
"So umfassend war der Wille zu markanten neuen Bauwerken, dass
Prag einen originäre, neuen Stil hervorbrachte - den Kubismus,
dessen oft düstere Expressivität mit dem alten, von expressionistischen
Dichtern> und Malern wieder belebten Bild vom geheimnisumwobenen, undurchdringlichen
Prag korrespondierte."

Titelblatt der Speisekarte des Restaurants.

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Josef Chochol:
Kaffee mit Kubismus in Prag

Prag war nebst Paris, zu Beginn des 20. Jahrhunderts,
eines der wichtigsten Zentren für kubistische Architektur.
Drei Namen treten besonders hervor: Pavel Janák , Josef
Gocár und Josef Chochol.
1913 erstellte Josef Chochol (1880-1956) ein
Mietshaus an der Neklanova ulice, das noch heute äusserlich
in unveränderter Form präsentiert.
Im Erdgeschoss lädt ein Restaurant zum Kaffee- oder Biertrinken
ein. Das Mobiliar ist konventionell, doch der Blick auf die
Strasse hinaus wird, wie ein Jahrhundert zuvor, kubistisch strukturiert.