Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03114.jsonl.gz/1091

Der Hinduismus entwickelte eine Doktrin, dass das Leben unterschiedliche Ziele hat, je nach dem Lebensstand und der Position einer Person. Diese Ziele wurden in den "Zielen einer Person" oder "menschlichen Zielen", den Purusharthas, kodifiziert, insbesondere in heiligen Texten über Dharma, die "Dharma Shastras" genannt werden, von denen die "Gesetze des Manu" am bekanntesten sind. In diesen Texten werden drei Ziele des Lebens ausgedrückt, nämlich tugendhaftes Leben oder Dharma, Profit oder weltlicher Erfolg und Vergnügen, besonders sexuelle Lust als verheirateter Haushälter und allgemein ästhetisches Vergnügen. Ein viertes Ziel der Befreiung (Moksha) wurde zu einem späteren Zeitpunkt hinzugefügt. Das Purushart drückt ein Verständnis der menschlichen Natur aus, dass Menschen unterschiedliche Wünsche und Ziele haben, die in ihrem Kontext alle legitim sind.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde darüber diskutiert, welches Ziel am wichtigsten war. Gegen Ende des Mahabharata (Shantiparvan 12.167) gibt es eine Diskussion über die relative Bedeutung der drei Ziele von Dharma, Profit und Vergnügen zwischen den Pandava Brüdern und dem weisen Weisen Vidura. Vidura behauptet, dass Dharma am wichtigsten ist, weil durch sie die Weisen in die absolute Realität eintreten, auf Dharma das Universum ruht und durch Dharma Reichtum erlangt wird. Einer der Brüder, Arjuna, ist anderer Meinung und behauptet, dass Dharma und Vergnügen auf Profit beruhen. Ein anderer Bruder, Bhima, argumentiert, dass Freude oder Verlangen das wichtigste Ziel sei, da nur durch Verlangen die Weisen Befreiung erlangt haben. Diese Diskussion erkennt die Komplexität und Vielfalt der menschlichen Zwecke und Bedeutungen im Leben an.