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Basel, 1823
Aquarell auf Karton
H. 12,1 cm, B. 16,4 cm
Inv. 1937.251.
Kind im Sarg
Basel, 1830
Aquarell auf Papier
H. 14,8 cm, B. 20,7 cm
Inv. 1937.252.
Die letzte Möglichkeit für ein Porträt
Bis weit in das 19. Jahrhundert hinein hatte Europa eine hohe Kindersterblichkeit zu verzeichnen. Tote Kinder wurden bisweilen nicht kirchlich bestattet, sondern am Rand oder ausserhalb des Friedhofs begraben. Im evangelischen Baselbiet wurden Kinderleichen in einer verzierten Schuhschachtel oder einem winzigen Sarg auf dem Friedhof bestattet.
Von fünf Kindern des Schreinermeisters Johannes Jäcklin (1785–1846) und seiner Frau Ursula Wertenberg (1783–1848) – zwei Söhnen und drei Töchtern – starben zwei: Dorothea verschied noch in ihrem Geburtsjahr 1823, das andere Kind wurde kaum ein Jahr alt. Als Ausdruck der Trauer und als Erinnerungsbild wurden deren Totenporträts von einem unbekannten Künstler festgehalten. Auf der Rückseite des Dorothea zeigenden Aquarells erinnert eine von den Geschwistern nachträglich hinzugefügte Bemerkung in Bleistift: «Unser verstorbenes Schwesterlein Dorothea Jäcklin geb. 9. Juli 1823. Kind v. Johannes Jäcklin und Ursula Wertenberg». Dorothea wurde wahrscheinlich in dem damaligen Wohnhaus der Jäcklins, Steinenvorstadt 27, aufgebahrt. Die Darstellungen der toten Kinder unterscheiden sich nur im Detail: Während Dorothea noch wie schlafend in einem mit Kopfkissen und Bettdecke bequem zurechtgemachten Bettchen liegt, wird das andere Kind bereits in einem schlichten Holzsarg, der auf einem mit einem schwarzen Tuch bedeckten Sockel steht, wiedergegeben. Ganz in der Tradition des Genres verhaftet, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht, werden beide Kinder von Vorhängen gerahmt. Auch die gefalteten Hände, die wie im Falle des namentlich nicht bekannten Kindes zur Abwehr von bösen Geistern häufig Blumen halten, sind typisch hierfür. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts tritt die Gattung des Kindertotenporträts auch in der Fotografie auf.