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Menschen sind in ihrer Umwelt täglich radioaktiver Strahlenbelastung ausgesetzt, sei es aus dem Weltraum, radioaktiven Stoffen aus der Luft und aus dem Boden oder durch medizinische Eingriffe. In der Schweiz herrscht eine gesamte natürliche Strahlenexposition von circa 2,7 Millisievert (mSv) im Jahr (Strahlenschutz in der Radiologie, o. J.). Diese Zahl ist in anderen Ländern deutlich höher. Natürliche Strahlenbelastung kommt vor allem aus unserer Umwelt, beispielsweise von der Sonne, von der Erde in Form von Uran und von Radon aus der Luft, aber auch zunehmend aus medizinischen Untersuchungen. Mit Letzteren sind insbesondere Röntgen und CT-Untersuchungen gemeint, die in den vergangenen Jahren deutlich an Anwendung zugenommen haben.
Strahlen werden in verschiedene Wellenlängen (Frequenzbereiche) unterteilt. Je höher die Frequenz, desto energiereicher und somit schädlicher ist die Art von Strahlung für den Menschen. Im Gegensatz zur nichtionisierenden Strahlung reicht bei der ionisierenden Strahlung die Energie der Strahlung aus, um Atome oder Moleküle in einen elektrisch geladenen Zustand zu versetzen, das heißt zu ionisieren. Es gilt im Allgemeinen, ionisierende Strahlung möglichst zu vermeiden. Ionisierende Strahlung wird zum Beispiel durch die ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) der Sonne emittiert, aber auch durch den Zerfall von radioaktiven Stoffen wie Radon und Uran. Hingegen emittieren Mobiltelefone oder Mikrowellen nur Strahlen im niedrigen Frequenzbereich.
In der Medizin kommt Strahlenexposition hauptsächlich im diagnostischen Bereich vor, zum Beispiel bei Röntgen-, CT-, und Kontrastmitteluntersuchungen. Ein Röntgenbild einer Hand oder eines Kniegelenks beinhaltet vergleichsweise die geringste Strahlendosis – vergleichbar mit 1,5 Tagen natürlicher Strahlenexposition aus der Umwelt. Ein Röntgen des Brustkorbes beinhaltet hingegen 3 Tage natürliche Strahlenexposition. Ein CT des Bauch- und Beckenraumes beinhaltet eine Strahlendosis vergleichbar mit 4,5 Jahren natürlicher Strahlenexposition. MRT und Ultraschalluntersuchungen gelten als strahlenfrei und werden somit, wenn möglich, angewendet. Wenn doch ein Röntgen oder eine CT-Untersuchung indiziert ist, werden die Vor- und Nachteile dieser Untersuchung zuerst sorgfältig erwogen. Es gilt der Grundsatz: so viel Strahlung wie nötig, aber so wenig wie möglich.
Ionisierende Strahlung vermag durch ihre hohe Energie chemische Verbindungen aufzubrechen oder Atome und Moleküle zu ionisieren, was letztlich zu Zellschäden führen kann. Die DNA, also des Erbguts des Menschen, kann durch ionisierende Strahlung angegriffen werden. Eine geschädigte DNA ist nicht immer in der Lage, sich selber zu reparieren; es besteht die Gefahr, dass sie zur Entstehung von Krebs beiträgt oder diesen sogar auslöst (BAG, o. J.-c). Die Exposition durch ionisierende Strahlen erhöht somit das langfristige Krebsrisiko. Allerdings wird der Effekt von niedrigen Dosen von Strahlen, wie im Bereich der medizinischen Diagnostik und in Gebieten mit einer höheren natürlichen Strahlenexposition, kontrovers diskutiert (Strahlenschutz in der Radiologie, o. J.).
Die durchschnittliche Strahlenbelastung einer in der Schweiz lebenden Person beläuft sich auf circa 6 mSv im Jahr. Hiervon ist der Hauptteil durch Radon in Wohnräumen (ca. 3,3 mSv) und durch medizinische Bildgebung (ca. 1,5 mSv) bedingt. Der restliche Anteil kommt durch kosmische Strahlung, terrestrische Strahlung, natürliche Radioaktivität aus der Nahrung, Flugreisen, Zigaretten und der Industrie bzw. Forschung (BAG, o. J.-b) zustande.
Der Wert der durchschnittlichen Strahlenbelastung variiert jedoch von Mensch zu Mensch. Jemand, der an einem Ort mit hoher Radonkonzentration wohnt oder sich aufgrund einer Erkrankung einer CT-Untersuchung unterziehen musste, ist einer höheren Gesamtmenge an Strahlung ausgesetzt. Auch gibt es bestimmte Berufsgruppen, die deutlich stärker exponiert sind als die allgemeine Bevölkerung. Dazu gehören Berufe in der Medizin, Kerntechnik, Industrie und Gewerbe sowie im Bereich der Forschung und Entwicklung. Diese Berufsgruppen sind vermehrt künstlichen Strahlenquellen ausgesetzt. Arbeitsplätze mit hoher natürlicher Strahlung, wie z.B. terrestrische Strahlung, radioaktive Stoffe oder kosmische Strahlung, finden sich wiederum in Wasserwerken, im Bergbau und in Flugzeugen.
In der Schweiz gelten im Bezug auf Strahlenschutz die Empfehlungen der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP). Diese berufen sich auf 3 Grundprinzipien des Strahlenschutzes:
Prinzip der Rechtfertigung: Eine Tätigkeit, bei der Menschen oder die Umwelt schädlichen Strahlen ausgesetzt sind, darf nur ausgeübt werden, wenn sie sich nach Abwägen der damit verbundenen Vorteile und Gefahren rechtfertigen lässt.
Prinzip der Optimierung: Die Strahlenexposition der Bevölkerung soll so niedrig wie möglich gehalten werden. Hier kommt das ALARA-Prinzip („As Low As Reasonably Achievable“) zur Geltung. Beispielsweise bedeutet das in der Medizin, dass Untersuchungen mit Strahlenbelastung nicht in verschiedenen Spitälern wiederholt werden sollten und dass solche Untersuchungen zwingend einen diagnostischen oder therapeutischen Mehrwert haben müssen.
Dosisbegrenzung: Strahlendosen dürfen festgelegte Grenzwerte nicht überschreiten. Die Grenzwerte sind für die allgemeine Bevölkerung und für beruflich strahlenexponierte Personen unterschiedlich. In der Schweiz gilt für die allgemeine Bevölkerung ein Höchstwert von 1 mSv pro Jahr, für beruflich strahlenexponierte Personen 20 mSv pro Jahr. Bei medizinischen Untersuchungen und Eingriffen gelten allerdings individuelle Dosisgrenzen, da in der Regel der Nutzen der Strahlenexposition die Risiken überwiegt (BAG, o. J.-a).
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https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/gesund-leben/umwelt-und-gesundheit/strahlung-radioaktivitaet-schall/strahlung-gesundheit.html
Quellen
BAG, B. für G. (o. J.-a). Grundprinzipien im Strahlenschutz. Abgerufen 30. August 2023, von https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/gesund-leben/umwelt-und-gesundheit/strahlung-radioaktivitaet-schall/strahlung-gesundheit/grundprinzipien-im-strahlenschutz.html
BAG, B. für G. (o. J.-b). Strahlenexposition der Schweizer Bevölkerung. Abgerufen 30. August 2023, von https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/gesund-leben/umwelt-und-gesundheit/strahlung-radioaktivitaet-schall/strahlung-gesundheit/strahlenexposition-der-schweizer-bevoelkerung.html
BAG, B. für G. (o. J.-c). Strahlung, Radioaktivität & Schall. Abgerufen 30. August 2023, von https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/gesund-leben/umwelt-und-gesundheit/strahlung-radioaktivitaet-schall.html
Strahlenschutz in der Radiologie. (o. J.). Kantonsspital St.Gallen. Abgerufen 30. August 2023, von https://www.kssg.ch/netzwerk-radiologie/leistungsangebot/strahlenschutz-der-radiologie
Dieser Artikel analysiert in einer arbeitsmedizinischen Betrachtungsweise die gesundheitsschädlichen Faktoren für medizinisches Personal. Dabei werden die verschiedenen Stakeholder rund um Therapie, Pflege und Ärzteschaft wo nötig individuell betrachtet. Auch arbeitsbedingten psychischen Erkrankungen wird die nötige Beachtung geschenkt, unter anderem weil diese gerade innerhalb der Gesundheitsbranche oftmals noch stärker tabuisiert werden als ohnehin.
Der naheliegendste gesundheitsschädliche Faktor für medizinisches Personal betrifft die Umgebung. Beinahe sämtliches medizinisches Personal ist jeden Tag kranken Menschen ausgesetzt. Es liegt daher auf der Hand, dass das Personal insbesondere vor ansteckenden Krankheiten geschützt werden muss. Dabei geht nicht nur um den Schutz des medizinischen Personals selbst, sondern auch darum, weitere Patientinnen und Patienten vor einer Übertragung zu schützen. Die gängigsten Methoden, um dies im Spitalalltag zu erreichen, sind beispielsweise Isolationszimmer, spezielle Schutzausrüstung sowie hohe Hygienestandards.
Bei den Hygienestandards denkt man zweifelsohne zuerst an die Händedesinfektion. Es gibt jedoch weitere Mittel zum Schutz des Personals und der Patientinnen und Patienten. Beispielsweise kann eine Keimübertragung durch Flächendesinfektion von Untersuchungsliegen erreicht werden. Es gibt kaum Zahlen dazu, doch die alltägliche Erfahrung zeigt, dass Hygienestandards oft nicht eingehalten werden. Meist werden mangelnde Ressourcen (Zeit und Kosten) als Hauptgrund angegeben.
Das häufige Auftreten von Rückenschmerzen ist gerade bei der Pflege oft nicht nur auf physische, sondern auch auf psychische Faktoren zurückzuführen. Zudem gibt es in der Pflege viele Aufgaben, die fast nur in einer für den Rücken ungesunden Position möglich sind. Beispiele hierfür wären die Körperpflege von bettlägerigen Patientinnen und Patienten oder auch das Legen eines Katheters. Weil die Zeit in der Pflege extrem knapp ist, bleibt zudem kaum Zeit, den Rücken adäquat zu entlasten. Diese Faktoren zusammen tragen zu der überdurchschnittlichen Häufigkeit von Rückenschmerzen in der Pflege bei.
Es lohnt sich, den Rückenschmerzen vorzubeugen. Das kann durch einfachste Übungen geschehen. Es hilft beispielsweise bereits, zweimal pro Tag mit dem Rücken aufrecht gegen eine Wand zu stehen und zu versuchen, den gesamten Rücken gegen die Wand zu drücken. Das hilft dabei, die Wirbelsäule zu entlasten und auch die grossse Rückenmuskulatur in ihrer Ausrichtung zu entspannen.
Das medizinische Personal ist durch die hohe Verantwortung zudem auch einem starken Stress und psychischen Druck ausgesetzt. Die hohe Zahl von Berufsaussteigerinnen und Berufsaussteiger in der Pflege oder die Burnoutrate von Ärztinnen und Ärzten belegen dies. Dennoch wird es enorm tabuisiert. Gerade Ärztinnen und Ärzten fällt es tendenziell enorm schwer, sich Schwächen und Grenzen einzugestehen. Immer mehr Spitäler richten daher Sprechstunden oder Gruppentherapien für medizinisches Personal in psychischer Not ein. Ein Beispiel dafür wären sogenannte Balint-Gruppen. In einer Balint-Gruppe treffen sich ungefähr 10 Personen und besprechen anhand eines erlebten Falls einen möglichen emotionalen Umgang damit. Alleine das Austauschen und die Auseinandersetzung mit den Emotionen unter Gleichgesinnten hilft dabei, die Last zu verkleinern.
Abschliessend kann also festgehalten werden, dass Hygienestandards meist leider nicht genügend umgesetzt werden und der Hauptgrund für die Übertragung von Infektionskrankheiten auf medizinisches Personal sind. In der Pflege sind zudem Rückenschmerzen überdurchschnittlich häufig. Psychische Erkrankungen wurden bis anhin in allen Bereichen der Gesundheitsbranche stark tabuisiert und die Enttabuisierung erfolgt nur sehr langsam. Aber auch psychische Belastungen sollten als gleichwertige gesundheitsschädigende Faktoren für medizinisches Personal anerkannt werden.
Sowohl bei werdenden Müttern als auch Müttern von jungen Kindern gibt es wichtige arbeitsmedizinische Fragen und Unklarheiten. Diese Fragen sollen im Rahmen dieses Artikels aufgeklärt werden mit besonderem Fokus auf dem Schutz von Schwangeren am Arbeitsplatz. Als einfacher Grundsatz gilt, dass die Arbeitsbedingungen nicht nur die Gesundheit der (werdenden) Mutter, sondern auch des Kindes nicht beeinträchtigen dürfen.
Werdende Mütter sind in gewissen Branchen gesundheitlichen Risikofaktoren ausgesetzt, welche nicht nur für die Mutter, sondern vor allem auch für den Fötus sehr gefährlich sein können. Hier sind insbesondere physikalische Einflüsse wie Hitze oder ionisierende Strahlung, aber auch Chemikalien hervorzuheben. Diese Risikofaktoren beschränken sich dabei bei Weitem nicht nur auf Laborantinnen oder ähnliche Berufsgruppen. Beispielsweise ist ionisierende Strahlung bei vielen Medizinalberufen ein Risikofaktor (Röntgen beim Zahnarzt, CT überwachen etc.), welcher zwingend gemieden werden muss. Die ionisierende Strahlung hat eine teratogene Wirkung und erhöht das Risiko von Missbildungen. Das liegt daran, dass ionisierende Strahlung Mutationen im Erbgut erzeugt.
Um die Massnahmen zum Schutz von Schwangeren am Arbeitsplatz bereits im Vorfeld treffen zu können, benötigt es eine gelungene Kommunikation zwischen der Arbeitgeberin und der werdenden Mutter. Optimalerweise wird jede Frau beim Stellenantritt über mögliche arbeitsplatzbezogene Risiken im Rahmen einer Schwangerschaft aufgeklärt. Dies sensibilisiert alle im Betrieb tätigen Frauen und erleichtert die Kommunikation für werdende Mütter. Die werdende Mutter ist gesetzlich nicht verpflichtet, den Kinderwunsch oder die Schwangerschaft der Arbeitgeberin mitzuteilen. Dennoch ist es im Eigeninteresse der werdenden Mutter, die Schwangerschaft so früh wie möglich zu kommunizieren, um die Massnahmen optimal einleiten zu können (bei ungeplanten und/oder unbemerkten Schwangerschaften ist dies natürlich nicht möglich).
Der Grund dafür, weshalb die Massnahmen zum optimalen Schutz von Schwangeren am Arbeitsplatz bereits im Vorfeld einer Schwangerschaft getroffen werden sollten, ist, dass die ersten 8 Wochen (= die Embryogenese) im Hinblick auf schädliche Auswirkungen für das heranwachsende Kind die gefährlichste Phase bilden. Das liegt daran, dass in diesen 8 Wochen die gesamte Organanlage geschieht und danach primär das Wachstum dieser Organanlagen erfolgt. Das Wachstum ist biologisch deutlich weniger komplex als die Anlage der Organe, weshalb Schädigungen nach den ersten 8 Wochen in der Regel weniger gravierend für das Kind sind. In dieser ersten Zeit müssen arbeitsmedizinischen Risikofaktoren also eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Vor der Geburt gibt es verschiedene Empfehlungen für den Schutz von Schwangeren am Arbeitsplatz, aber auch einige gesetzliche Vorschriften. Leider werden Schwangere ungenügend über diese Vorschriften aufgeklärt und die Vorschriften werden oftmals nicht eingehalten. Hierbei ist besonders wichtig, dass Schwangere arbeitsmedizinisch besondere Rechte besitzen, welche sie zwingend einfordern sollten.
Schwangere werden in der Regel drei Wochen vor dem Geburtstermin krankgeschrieben. Oftmals sind die Beschwerden jedoch schon früher sehr gross, weshalb eine (partielle) Krankschreibung empfohlen ist, sobald Beschwerden auftreten, welche die Arbeitsfähigkeit signifikant beeinflussen! Ein häufig angewandtes Modell zum Schutz von Schwangeren am Arbeitsplatz besagt, dass das Pensum nach dem 6. Schwangerschaftsmonat halbiert werden sollte (partielle Krankschreibung) und drei Wochen vor der Schwangerschaft eine 100% Krankschreibung erfolgen soll. Es folgt eine Auflistung mit den wichtigsten gesetzlichen Vorschriften, welche für alle Schwangeren gelten (UNIA, 2020):
Quellen
UNIA. (2020). Erwerbstätig und Mutter – was ich wissen muss. https://www.unia.ch/fileadmin/user_upload/Arbeitswelt-A-Z/Familie-Beruf/2020-Broschuere_Mutterschaft_dt.pdf (zuletzt am 27.04.2023 um 14:00)
Dieser Artikel soll dazu dienen, den korrekten Umgang mit Desinfektionsmitteln zu erläutern. Dabei wird nicht nur auf Desinfektionsmittel im Gesundheitswesen, sondern auch auf die Anwendung in der Allgemeinbevölkerung eingegangen. Der Artikel soll auch die Nachteile der Händedesinfektion aufzeigen und erläutern, wie man die Haut bei häufiger Nutzung von Desinfektionsmittel optimal schützen und pflegen kann. Zudem wird der Einfluss von Desinfektionsmittel auf die Normalflora behandelt.
Im Gesundheitswesen gibt es aus arbeitsmedizinischer Sicht die bekannten fünf Indikationen zur Händedesinfektion; sie umfassen die Händedesinfektion VOR und NACH Patientenkontakt, vor aseptischen Tätigkeiten, nach Kontakt mit infektiösem Material und nach Kontakt mit der direkten Patientenumgebung, welche möglicherweise kontaminiert ist. Dabei soll mengenmässig zwingend eine hohle Hand an Desinfektionsmittel verwendet und die Hände während mindestens 30 Sekunden systematisch desinfiziert werden.
Durch die Covid-Pandemie wurde auch die Allgemeinbevölkerung enorm auf die Händedesinfektion sensibilisiert. Aber auch auf Reisen ist die Verwendung von Desinfektionsmitteln sehr beliebt. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass das Desinfektionsmittel maximal 70% Alkohol enthält. Wenn der Alkoholgehalt höher ist, ist die Schädigung der Haut allgemein stärker und die Normalflora (mehr dazu weiter unten) wird deutlich verstärkt angegriffen.
Bei häufiger und langanhaltender Desinfektion der Hände ist eine adäquate Pflege enorm wichtig. Es mag kontraintuitiv sein, dass eine Flüssigkeit die Haut austrocknet, doch aufgrund des hohen Alkoholgehalts im Desinfektionsmittel ist genau dies das Resultat. Daher besteht das grundlegende Prinzip der Hautpflege darin, der Haut eine optimale Rückfettung zu gewährleisten. Dabei kann auf handelsübliche Handcremes zurückgegriffen werden. Diese spenden Feuchtigkeit für die Haut. Es lohnt sich, sie jeweils morgens und abends anzuwenden. Wer im Gesundheitswesen arbeitet und sich daher ständig die Hände desinfiziert, profitiert aufgrund der schnellen Einwirkzeit auch enorm davon, die Hände während Pausen mit einer rückfettenden Creme zu pflegen.
Hinzu kommt, dass durch Desinfektionsmittel auch die Normalflora der Haut gestört wird. Die Normalflora beschreibt alle Mikroorganismen (Bakterien, Pilze etc.), welche unsere Haut besiedeln. Den grössten Anteil der Normalflora machen die Bakterien aus. Diese sind jedoch nicht pathogen (=krankheitserregend). Gewisse dieser Bakterien sind sogenannte Opportunisten und lösen bei einer für sie günstigen Gelegenheit (das klassische Beispiel wäre eine Schnittwunde) eine bakterielle Infektion aus. Der Nutzen der Normalflora liegt primär darin, auf der Haut ein saures Milieu zu erhalten. Die Normalflora ist geprägt durch eine hohe bakterielle Diversität. Es ist sogar so, dass auf und im menschlichen Körper mehr bakterielle Zellen auftreten als menschliche Zellen! Da die bakteriellen Zellen jedoch um ein Vielfaches kleiner sind als Körperzellen, machen sie insgesamt nur etwa 1.5 Kilogramm des Körpergewichts aus.
Warum ist Desinfektionsmittel nicht gleich Desinfektionsmittel?
Der grösste Unterschied liegt zwischen der Händedesinfektion und der Flächendesinfektion. Bei der Händedesinfektion wird auf ein Mittel zurückgegriffen, das auf einer rein alkoholischen Wirkstoffbasis beruht. Bei der Flächendesinfektion hingegen werden eher Peroxidverbindungen verwendet, um bakterielle Biofilme auf Oberflächen zu beseitigen. Ein Biofilm ist eine dünne gelartige Schicht, die Bakterien produzieren, um auf Oberflächen überleben zu können. Aus diesem Grund wird bei der Flächendesinfektion seit einiger Zeit auch wischen empfohlen. Die Flächendesinfektion mit Zerstäubern (Sprühflaschen) ist nicht adäquat und nicht mehr zeitgemäss!
Es gibt aber auch grosse Unterschiede bei der Anwendung von Händedesinfektionsmitteln. Es ist aus arbeitsmedizinischer Sicht in einem Gesundheitszentrum enorm wichtig, zu prüfen, ob das gewählte Desinfektionsmittel die nötigen Keime gezielt abtötet. Gerade bei Infektionskrankheiten ist das entscheidend. Das Norovirus beispielsweise benötigt ein anders zusammengesetztes Desinfektionsmittel als Campylobacter Bakterien. Beide lösen Durchfallerkrankungen aus, dennoch muss die Desinfektionsprophylaxe anders gestaltet werden.
Abschliessend kann also festgehalten werden, dass in Gesundheitsinstitutionen die fünf Indikationen zur Händedesinfektion und die Wahl des richtigen Desinfektionsmittels gegen den vorhandenen Erreger aus arbeitsmedizinischer Sicht die wichtigsten Aspekte sind. Für die Allgemeinpflege gilt, dass eine adäquate Händedesinfektion mit einer ausreichenden rückfettenden Hautpflege einhergehen sollte.
Die Arbeitsmedizin umfasst verschiedene Felder und reicht von der Abklärung arbeitsbedingter Gesundheitsstörungen über die Beratung von Organisationen bezüglich Gesundheitsstandards bis hin zur Schulung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ganz generell befasst sie sich also mit dem Wechselspiel zwischen Arbeit und Gesundheit. Die Arbeitsmedizin ist in der Theorie eine sehr ganzheitliche Medizin und berücksichtigt physische, psychische und soziale Faktoren. In der Praxis standen bis anhin jedoch die physischen Faktoren stark im Vordergrund. In den letzten 30 Jahren wurden die Sicherheitsstandards am Arbeitsplatz massiv verbessert und als Folge davon sind die Berufsunfälle deutlich gesunken. Der psychische Aspekt der Arbeitsmedizin rückt momentan stärker in den Fokus. Hier ist auch das mit Abstand grösste Potential der Arbeitsmedizin auszumachen.
Da wir in der Schweiz dank der letzten 30 Jahre mittlerweile einen hohen Standard an physischer Arbeitssicherheit geniessen, wäre es sinnvoll, in den nächsten 30 Jahren vermehrt den psychischen Aspekt der Arbeitsmedizin zu betonen (dazu gehört beispielsweise das betriebliche Gesundheitsmanagement, BGM). Dies auch vor dem Hintergrund, dass arbeitsplatzbezogene psychische Erkrankungen (allen voran das Burnout) auf dem Vormarsch sind. Im Artikel zum Burnout wird erläutert, dass sich die burnoutbedingten Kosten in der Schweiz seit 2010 verdoppelt (!) haben. Dieser enorme Kostenanstieg könnte durch den präventiven Ansatz der Arbeitsmedizin massiv verringert werden.
Konkret unternommen wird in der Schweiz dazu aktuell noch wenig. Wie aber könnte eine konkrete Vorbeugemassnahme aussehen? Ein Beispiel ist das regelmässige Ausfüllen eines Fragebogens zum psychischen Befinden am Arbeitsplatz. Dieser Fragebogen sollte von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eines Unternehmens zweimal jährlich ausgefüllt werden. Bei Auffälligkeiten sollte ein Gespräch mit einer psychologischen Fachperson stattfinden.
Die Fragebögen müssen natürlich strengstens vertraulich sein und von externen Fachpersonen analysiert werden, so dass die eigenen Vorgesetzten keinen Zugriff darauf haben. Eine solche Anonymität gegenüber dem Arbeitgeber bringt eine erhöhte Offenheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit sich. Gerade wenn es darum geht, psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz früh zu erkennen, ist dies entscheidend. Die eigenen Vorgesetzen auf psychische Belastungen anzusprechen, ist für die betroffene Person mit viel Mut und Risiko verbunden. Deswegen wird ein solcher Schritt in der Regel erst getan, wenn das Problem bereits eine relativ hohe Leidensschwelle erreicht hat.
Die Psyche ist in allen Fällen weniger greifbar als physische Erkrankungen. Dies erschwert nicht nur die Behandlung, sondern auch Studien. Da der psychische Aspekt der Arbeitsmedizin und dessen Leistungen auch finanziert werden müssen, braucht es die Krankenkassenanerkennung. Um dies zu erreichen, bedarf es jedoch der Studien, die den Mehrwert der neuen Intervention (z.B. die erwähnten Fragebögen mit externer Auswertung) eindeutig beweisen. Allerdings ist es sehr schwierig, einen direkten kausalen Link herzustellen zwischen einer solchen vorbeugenden Intervention und der Anzahl Burnouts, die verhindert wurden.
Bei physischen Erkrankungen verhält es sich anders: Wenn beispielsweise an einem neuen Tumormarker geforscht wird, kann numerisch und statistisch ganz klar festgelegt werden, welcher Marker zuverlässiger ist – der Altbewährte oder der Neue. Dazu verwendet man eine Untersuchungsgruppe, welche den neuen Marker erhält und eine Kontrollgruppe, die den bewährten Marker erhält. Danach können die Resultate verglichen und Schlüsse gezogen werden. Bei psychischen Erkrankungen ist es schwer, eine solche Beweislage zu schaffen. Dies ist leider einer der Gründe, weshalb der psychische Aspekt der Arbeitsmedizin bisher nur eine Nebenrolle gespielt hat.
Abschliessend kann also festgehalten werden, dass die arbeitsmedizinische Versorgung in der Schweiz im Bezug auf die physische Gesundheit mittlerweile einen sehr hohen Standard erreicht hat. Die Arbeitssicherheit muss nicht mehr neu erfunden, sondern lediglich in ihren Feinheiten adaptiert – und vor allem umgesetzt – werden. Der psychische Aspekt der Arbeitsmedizin geniesst einerseits noch nicht den selben Stellenwert wie der physische, andererseits wird er aber auch zunehmend relevanter und dringlicher.
Die Feuerwehr hat als eine von drei Blaulichtinstitutionen einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert und wird in der Schweiz zu einem überwiegenden Grossteil durch ein Milizsystem abgedeckt. Das bedeutet, dass die Feuerwehrleute ihre Arbeit vorwiegend freiwillig (nebenberuflich) ausüben. Feuerwehrleute setzen sich bei ihren Arbeiten regelmässig einem grossen Risiko aus. Die gesundheitlichen Risiken für Feuerwehrleute sowie mögliche Lösungsansätze zur Minimierung des Risikos und verschiedene Präventionsmassnahmen werden in diesem Artikel erläutert.
Der naheliegendste Risikofaktor, dem Feuerwehrleute bei ihrer Arbeit ausgesetzt sind, ist der Rauch. Der Rauch, der bei einem Feuer entsteht, ist nachgewiesenermassen krebserregend. Dies hat damit zu tun, dass modernes Baumaterial viele krebserregende Stoffe enthält. Zum Vergleich: eine alte brennende Holzscheune erzeugt einen „gesünderen Rauch“ (weniger krebserregende Stoffe, da nur Holz) als ein modern gebautes Einfamilienhaus. Weil der Rauch vor allem über die Schleimhäute in den Körper gelangt, sind insbesondere Lungenkarzinome und Karzinome im Rachenbereich häufige Erscheinungen nach regelmässiger Rauchexposition. Auch abgesehen vom Rauch sind Feuerwehrleute krebserregenden und giftigen Substanzen ausgesetzt. Denn die Feuerwehr ist beispielsweise auch involviert, wenn giftige Substanzen in die Natur ausgetreten sind. Daher ist die korrekte Anwendung von Schutzausrüstung zentral bei der Bekämpfung von giftigen Substanzen.
Nebst dem Risiko durch Rauch und giftige Substanzen gibt es weitere gesundheitliche Risiken für Feuerwehrleute. So haben Feuerwehrleute beispielsweise ein erhöhtes Risiko von plötzlich auftretenden Problemen des Herzkreislaufsystems. Der Grund liegt darin, dass das Kreislaufsystem bei einem Brand einem länger anhaltenden massiven Stress und einer starken Hitze ausgesetzt ist. Dies erfordert eine massiv erhöhte Leistung des Herzens während Feuerwehreinsätzen.
Wie kann das kardiovaskuläre Risiko von Feuerwehrleuten minimiert werden? Weil Feuerwehrleute durch ihre Tätigkeit ein erhöhtes Risiko von kardiovaskulären Erkrankungen haben, sind präventive Massnahmen entscheidend. Bei Stress und Hitze reagiert der Körper mit sehr starker Schweissproduktion (= starker Flüssigkeitsverlust) sowie einer Erhöhung der Körpertemperatur. Zudem wird die Bildung von Blutplättchen angeregt. Die Bluttplättchen können dann im schlimmsten Fall zu einem Gerinnsel verklumpen und ein arterielles Gefäss verstopfen. Dies erklärt das erhöhte kardiovaskuläre Risiko. Die beste Prävention für kardiovaskuläre Erkrankungen ist eine gute Fitness. Feuerwehrleute werden daher dazu angehalten, in ihrer Freizeit regelmässig ihre Fitness zu trainieren. Schnelles Joggen oder Intervalltraining bilden dabei die beste Grundlage, um das kardiovaskuläre System positiv zu belasten. Diese Belastung soll dazu dienen, dass der Körper und das Kreislaufsystem sich an die Herausforderungen bei einem Feuerwehreinsatz gewöhnen und ein Feuerwehreinsatz keine zu hohe Anforderung an den eigenen Körper darstellt.
Ein Beispiel für ein kardiovaskuläres Ereignis bei Feuerwehrleuten ist der Hitzschlag. Beim Hitzschlag versagen die Thermoregulationsmechanismen des Körpers, was zu einem Anstieg der Körpertemperatur auf über 40°C führt. Dies bringt die verschiedenen Organsysteme an ihre Belastungsgrenze und es treten die Leitsymptome Kopfschmerzen und Schwindel bis hin zur Synkope (= Bewusstlosigkeit) auf.
Entscheidend für die Bekämpfung der gesundheitlichen Risiken für Feuerwehrleute sind gute Aufklärungsarbeit und die korrekte Anwendung sowie Reinigung der entsprechenden Ausrüstung. Diese zwei Aspekte erhöhen die Sicherheit für Feuerwehrleute entscheidend. Das Vermitteln von Wissen und die Sensibilisierung sind zwar Eckpfeiler der Prävention, dennoch muss die Umsetzung regelmässig überprüft werden. Um die körperliche Fitness der Feuerwehrleute sicherzustellen, gibt es beim Eintritt in die Feuerwehr einen obligatorischen Fragebogen und eine medizinische Untersuchung zur Tauglichkeitsabklärung. Wer bei der Feuerwehr ein Atemschutzgerät trägt, muss zudem alle fünf Jahre eine Lungenfunktionsprüfung absolvieren. Ab 40 Jahren reduziert sich das Intervall – dann müssen sich atemschutzgerättragende Feuerwehrleute alle drei Jahre und ab 50 Jahren sogar jährlich einer Lungenfunktionsprüfung unterziehen. Das hängt damit zusammen, dass die Lungenfunktion mit dem Alter physiologischerweise abnimmt und das Risiko von bösartigen Lungenerkrankungn steigt. Der gängigste Test zur Tauglichkeit ist der 12-Minuten-Lauf. Dieser prüft die Lungenfunktion und das kardiovaskuläre System sehr gezielt und zuverlässig.
Heutzutage arbeiten 20% aller erwerbstätigen Schweizer in einem Schichtsystem. Schichtarbeit wird definiert als eine Arbeitsleistung zu wechselnden Tages- oder Nachtzeiten oder zu konstanten, jedoch ungewöhnlichen Arbeitszeiten abseits der Tagesarbeit. Zu diesen Berufen gehören beispielsweise Pflege, Polizei, Logistik, Transport und Verkauf. Grundsätzlich gilt Tagesarbeit als Arbeit zwischen 6 Uhr und 20 Uhr, Abendarbeit zwischen 20 Uhr und 23 Uhr, Nachtarbeit zwischen 23 Uhr und 6 Uhr. Es gibt permanente Schichtsysteme (Dauerfrühschicht, Dauerspätschicht, Dauernachtschicht), aber auch rotierende Systeme sind oft im Einsatz (siehe „Arbeiten in der Nacht und in Schicht“, 2018). Durch zahlreiche Studien, die in einer Literaturanalyse ausgewertet wurden, konnte belegt werden, dass Nacht- und Wechselschichten durch die Störung des Tag-Nacht-Rhythmus zu Schlafmangel und Schlafstörungen führen können. Dies kann verminderte physische und mentale Leistungsfähigkeit bis hin zu Erkrankungen zur Folge haben (siehe „Leitlinie ‚Gesundheitliche Aspekte und Gestaltung von Nacht- und Schichtarbeit‘“, 2021).
Auswirkungen auf den Schlaf
Die Schlafdauer ist bei rotierenden 3-Schichtsystemen (also Früh-, Spät-, und Nachtdienst) und Nachtschichten reduziert, bei Spätschichten wiederum erhöht. Insbesondere im schnell-rotierenden 3-Schichtsystem ist der Schlaf merklich reduziert. Die permanente Nacht- und Spätschicht scheint die Schlafdauer weniger zu beeinträchtigen. Das heisst, schnell-rotierende 2- beziehungsweise 3-Schichtsysteme reduzieren die Schlafmenge am meisten. Des Weiteren zeigte die Literaturanalyse („Leitlinie ‚Gesundheitliche Aspekte und Gestaltung von Nacht- und Schichtarbeit‘“, 2021), dass Ruhezeiten zwischen zwei Diensten unter 11 Stunden mit vermehrter Müdigkeit einhergehen. Hinsichtlich Schlafproblemen und Müdigkeit vertragen Männer Schichtarbeit besser als Frauen, jüngere Personen besser als Ältere, wobei Ältere mehr Probleme im Nachtdienst, Jüngere hingegen mehr Schwierigkeiten mit dem Frühdienst haben.
Fehler und Unfälle
Die Literaturanalyse zeigte auf, dass die Häufung von risikobehafteter Arbeitsgestaltung (lange Arbeitszeit, Nachtdienste, hohe Anzahl von aufeinanderfolgenden Nachtdiensten) zu einem Anstieg des Unfallrisikos beitragen. Es konnte jedoch nicht nachgewiesen werden, dass permanente Nachtschichtsysteme zu einer erhöhten Unfallhäufigkeit führen. Daraus ist zu entnehmen, dass nicht die Nachtarbeit an sich, sondern ein schnell-wechselndes Rotationssystem mit verminderter Konzentrationsfähigkeit und Fehlerhäufigkeit einhergeht, was wiederum zu Unfällen führen kann.
Herz-Kreislauferkrankungen
Schichtarbeit kann zu Schlafmangel, schlechter Schlafqualität und einer eingeschränkten Möglichkeit zur Erholung führen. Schichtarbeit ist mit ungünstigen Lebensstilveränderungen verbunden – dazu gehören schlechte Ernährungsgewohnheiten und Rauchen. Diese Faktoren begünstigen Entzündungen, Veränderungen in der Blutgerinnung und Blutdruckanstieg. Dadurch ist das Risiko für Herz- und Gefässerkrankungen erhöht.
Stoffwechselekrankungen
Die negativen Wirkungen von Schichtarbeit auf den Stoffwechsel beruhen auf den folgenden Faktoren: Nahrungsaufnahme zu einer Zeit, in der der Körper nicht auf Verdauung eingestellt ist, Schlafmangel und Störung des circadianen Rhythmus. Die Literaturanalyse deutete daraufhin, dass Schichtarbeit mit einem erhöhten Diabetes Typ II Risiko assoziiert ist. Ebenfalls ist das sogenannte metabolische Syndrom mit Schichtarbeit assoziiert. Dieses Syndrom beschreibt das Auftreten von den folgenden vier Veränderungen im Körper: hoher Blutzucker und damit einhergehende Insulinresistenz, stammbetonte Fettleibigkeit, erhöhte Blutfettwerte und hoher Blutdruck. Das metabolische Syndrom ist ein Risikofaktor für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Diabetes. Bei den genannten Stoffwechselerkrankungen sollte Schichtarbeit, insbesondere Nachtschicht, kritisch überprüft werden.
Gastrointestinale Erkrankungen
Ebenfalls gibt es einen Zusammenhang zwischen Schichtarbeit und den folgenden Magen-Darm-Erkrankungen gibt: Magengeschwüre, funktionelle Darmerkrankungen wie Reizmagen und Reizdarm sowie Refluxkrankheit. Ferner gibt es laut der Studienanalyse Anhaltspunkte, dass das Risiko für Dickdarmkrebs bei einer Schichtarbeitstätigkeit über 15 Jahre erhöht ist. Die Frage, ob man zum Beispiel mit chronischer Darmerkrankung einer Schichttätigkeit nachgehen sollte, muss immer individuell erwägt werden und kann im Rahmen einer arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung evaluiert werden.
Neurologische Erkrankungen
Schichtarbeitende haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Migräne und Kopfschmerzen. Unregelmässiges Schlafverhalten und Schlafstörungen gelten als Triggerfaktor für Migräneanfälle und chronische Kopfschmerzen. Obwohl kein Zusammenhang zwischen Schichtarbeit und einem Auftreten von Epilepsie zu beobachten ist, sollte bei Personen mit Epilepsie sehr sorgfältig überlegt werden, ob Schichtarbeit in Frage kommt.
Psychische Erkrankungen
Es zeigt sich ein erhöhtes Risiko für Depressionen beziehungsweise depressiver Symptomatik in Zusammenhang mit Schichtarbeit. Zu depressiver Symptomatik gehören zum Beispiel Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, Interessensverlust und eine gedrückte Stimmung. Wiederum gibt es den sogenannten „healthy worker effect“, das bedeutet, dass viele Beschäftigte auf die beginnende Beeinträchtigung ihrer psychischen Gesundheit mit dem Verlassen der Schichtarbeit reagieren. Erschöpfung, Erholungsbedürfnis sowie Schlafstörungen führen nämlich vermehrt zu einem Wechsel in reguläre Arbeitszeiten.
Krebserkrankungen
Aktuell kann man aus der Literatur nicht eindeutig beantworten, ob Schichtarbeit mit vermehrtem Auftreten von Krebserkrankungen einhergeht. Obwohl bis heute keine Kausalzusammenhänge zwischen Krebserkrankungen und Schichtarbeit gefunden wurden, gibt es Hinweise auf interne (genetische) und externe Faktoren (Lifestyle-Faktoren wie Rauchen, Essverhalten, Lichtexposition), welche das Krebsrisiko durch Schichtarbeit erhöhen.
Gibt es eine optimale Schichtplangestaltung?
Prinzipiell gilt, dass Schichtpläne sich möglichst nach den Bedürfnissen der Beschäftigten orientieren sollten, beispielsweise durch Wahlarbeitszeiten oder individualisierte Dienstpläne. Es gelten zudem folgende Empfehlungen:
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass Schichtarbeit einen indirekten und direkten Einfluss auf die Gesundheit hat. Da Schichtarbeit in vielen Berufen unabdingbar ist, ist es umso wichtiger, die Schichtpläne nach den physischen, psychischen und sozialen Bedürfnissen der Beschäftigten zu gestalten.
Quellen
Arbeiten in der Nacht und in Schicht. (2018). SECO | Direktion für Arbeit | Arbeitsbedingungen.
Groll, T. (2013, Januar 31). Gegen den Biorhythmus und die Gesundheit. Die Zeit. https://www.zeit.de/karriere/beruf/2013-01/schichtarbeit-gesundheit-risiken?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F
Leitlinie „Gesundheitliche Aspekte und Gestaltung von Nacht- und Schichtarbeit“. (2021). Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. (DGAUM).
Dieser Artikel soll die arbeitsmedizinische Relevanz von Asbest aufzeigen und die damit verbundenen Krankheiten erläutern. Asbest ist seit 1990 gesetzlich verboten, doch man muss davon ausgehen, dass fast jedes vor 1990 erbaute Gebäude mit asbesthaltigen Materialien bestückt ist. Dieses Thema ist also nach wie vor sehr aktuell, da ein Grossteil der Gebäude und Häuser in der Schweiz vor 1990 erbaut wurden.
Vorab soll jedoch geklärt werden, was Asbest überhaupt ist, wo er überall vorkommt und weshalb er gefährlich ist. Asbest beschreibt eine mineralische Naturfaser, die im Gestein vorkommt und im Baugewerbe lange verwendet wurde. Asbestfasern zeichnen sich durch ihre Festigkeit, sowie die Hitze- und Säurebeständigkeit und auch die wasserabweisende Wirkung aus. Ohne die gesundheitsschädigende Wirkung wäre Asbest also fast schon ein Wunderstoff, da er viele technisch relevante Anforderungen erfüllt. Die Gesundheitsrisiken wurden leider erst relativ spät entdeckt (um 1970) und seit der Entdeckung verging aufgrund langanhaltender Lobbyarbeit aus dem Baugewerbe noch einmal viel Zeit, bis sich 1990 in der Schweiz ein Asbestverbot etablierte.
Asbestfasern wurden häufig zum Zement beigefügt und bringen so die oben genannten Eigenschaften in den Zement. Zudem wurden die eher kurzen Fasern des Asbests in weichen organischen Massen eingesetzt, um so beispielsweise Beläge, Beschichtungen oder Gummidichtungen zu optimieren. Asbest kann in einem Haushalt also fast überall vorkommen. Besonders häufig kommt Asbest in Decken, Treppen, Dächern, Wänden und Türen sowie Rohrleitungen vor. Es ist jedoch sehr wichtig zu erwähnen, dass der Asbest in der verbauten Form kaum ein Gesundheitsrisiko darstellt. Gefährlich wird der Asbest vor allem dann, wenn die asbestbesetzten Produkte bearbeitet werden. Wird beispielsweise in eine Fassade gebohrt oder ein Rohr nicht fachgemäss ausgebaut, können feine Teile der Asbestfasern in die Luft gelangen.
Feinste Asbestfasern (diese Fasern werden auch als Asbeststaub bezeichnet) können eingeatmet werden und sich dann in den Lungenbläschen, fachsprachlich Alveolen, absetzen. Diese Fasern kann der menschliche Körper kaum abbauen und die Fasern setzen sich dadurch dauerhaft in der Lunge ab. Das heisst, dass alle asbestbedingten Krankheiten auf die Atemwege zurückzuführen sind. Problematisch ist vor allem, dass asbestbedingte Lungenerkrankungen eine sehr hohe Latenzzeit haben. Das heisst, dass zwischen dem Einatmen der feinen Asbestfasern und dem Auftreten von Symptomen sehr viel Zeit vergeht. Genau beziffern kann man diese Zeitspanne nicht, sie beträgt jedoch im Minimum 15 Jahre, in der Regel sogar bis zu 30 Jahren. Das bringt also die Schwierigkeit, dass Betroffene zum Teil jahrelang gar nicht merken, dass sie dem Asbest ausgesetzt waren und eine dadurch bedingte Lungenerkrankung entwickeln.
Dies erschwert dann initial auch die Diagnosefindung, weil die Ursache so viele Jahre zurückliegt. Asbest ist sicherlich stark krebserregend, doch es gibt auch weitere Lungenerkrankungen, welche die Asbestfasern auslösen können. Die Bekannteste ist die sogenannte Asbestose. Die Asbestose entsteht, wenn sich die Lunge durch den Asbeststaub krankhaft verändert und sich im Lungengewebe Narben bilden. Der Asbeststaub wirkt nicht nur auf die oben erwähnten Alveolen, sondern auch auf das umliegende Bindegewebe der Lunge. Der schädliche Umbau des Bindegewebes wird Fibrosierung genannt, das Resultat ist eine asbestbedingte Lungenfibrose. Die Intensität der Asbestose ist proportional zur Expositionsdauer mit dem Asbeststaub.
Abschliessend kann also festgehalten werden, dass Asbest trotz einem mittlerweile langjährigen Verbot nach wie vor eine Gefahr darstellt. Die Gefahr besteht jedoch in den allermeisten Fällen nur bei der Bearbeitung von Materialien, die Asbest beinhalten. Prävention ist der wichtigste Faktor, wenn es um die Gesundheit in Zusammenhang mit Asbest geht! Diese besteht aus Aufklärungsarbeit – einerseits darüber, was Asbest ist, andererseits darüber, ob Asbest im zu bearbeitenden Gebäude vorkommt. Eine Probenentnahme vor Bauarbeiten an Gebäuden, die vor 1990 erbaut wurden, verhindert Asbestfälle sehr effektiv.
Eine gesunde Work-Life Balance ist mittlerweile einer der meistgenannten Wünsche bei Bewerbungsgesprächen. Die Work-Life Balance beschreibt das Wechselspiel zwischen in der Regel vorgegebenen Berufsanforderungen und einem persönlichen Handlungsspielraum, den man nach Belieben selbst ausgestalten kann. Die Balance zwischen den beiden ist individuell und wird von jeder und jedem für sich selbst bestimmt. Dabei gibt es einen klaren Trend, wenn man die arbeitenden Altersgruppen betrachtet. Die ältere arbeitende Generation (45-65 Jahre) lässt Work und Life eher ineinander verschmelzen und vermeidet ein zu klares Abstrahieren. Die jüngere Generation, allen voran die Generation-Z, verfolgt hingegen meist den Ansatz, Arbeit und Privatleben sehr strikt voneinander zu trennen. Zudem gibt es einen von der Generation Z ausgehenden sehr starken Wunsch nach mehr Freizeit und weniger Arbeit. Starke Indizien dafür sind die Erwägungen einer Vier-Tage-Woche und das immer häufiger gesuchte Teilzeitmodell.
Wie hängen eine gesunde Work-Life Balance und Prokrastination zusammen?
Einer der wichtigsten Punkte, der sowohl den Work- als auch den-Life Aspekt betrifft, ist das Vermeiden von Prokrastination. Prokrastinieren bedeutet, eine Aufgabe immer wieder aufzuschieben. Dieser Effekt zeigt sich im Work-Aspekt jedoch ganz anders als im Life-Aspekt. Bei der Arbeit hat Prokrastination einen sehr grossen psychologischen Effekt! Sie vermindert die Leistungsfähigkeit und reduziert auch nachhaltig das Interesse an anderen Aufgaben, die erledigt werden müssen. In der Freizeit hat Prokrastination eher eine Stimmung des Nachtrauerns zur Folge.
Daher sind die folgendenden Punkte entscheidend für eine nachhaltige Work-Life Balance:
Diese drei Punkte verhindern zusammen das Prokrastinieren und die Reflexion hilft dabei, zukünftige ähnliche Aufgaben optimiert zu bewältigen.
Ein neuer Aspekt für eine gelungene Work-Life Balance betrifft die freien Tage. Den allermeisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ist vor allem das Wochenende wichtig, um den Life-Aspekt auszuleben. Dabei stehen oft die Erholung sowie Hobbys im Vordergrund. Machen Sie sich auch hier einen groben Zeitplan. Denn für den psychologischen Erholungseffekt ist es ganz entscheidend, dass die Erholung auf einer aktiven Entscheidung beruht und nicht passiv geschieht. Wenn Sie beispielsweise ausschlafen wollen und einen lockeren Samstag im Garten anstreben, versuchen Sie, das bewusst zu machen. Wenn Sie einfach passiv in den Tag hineinleben, ohne dass der lockere Tag eine bewusste Entscheidung ist, wird der Erholungseffekt danach viel kleiner ausfallen. Dabei hilft es auch, in die aktive Erholung kleinere Aktivitäten einzubauen.
Das Prokrastinieren kann auch abseits des Arbeitslebens vorkommen und die Work-Life Balance negativ beeinflussen. Wenn Sie beispielsweise schon immer einmal Fallschirmspringen wollten und es bis heute nie gemacht haben, sind Sie in diesem Hinsicht der Prokrastination verfallen. Um dem vorzubeugen ist beispielsweise eine jährliche «Bucketlist» von grösseren Erlebnissen/ Ausflügen ein sehr effizientes Mittel. Diese Liste hilft dabei, immer wieder eine kleinere Herausforderung zu erleben, welche den Life-Aspekt bereichert.
Wer sich längerfristig in einer Dysbalance zwischen Arbeit und Leben sieht, steht vor der Herausforderung, diese aktiv zu ergründen. Das ist oftmals gar nicht so einfach, denn die Dysbalance kann auf beide Seiten gehen, und sowohl im Work- als auch im Life-Aspekt können Probleme auftreten, die eine schlechte Work-Life Balance begünstigen. Wenn Ihnen dabei auffällt, dass in Ihrem Fall ausschliesslich die Arbeit zu einer schlechten Work-Life Balance beiträgt, sollte als erstes ein Gespräch mit den Mitarbeitenden oder dem Vorgesetzten angestrebt werden, um die Probleme anzusprechen. Eine Dysbalance zugunsten der Arbeit kann längerfristig zu einem Burnout führen.
Das Gehör lässt sich relativ einfach schützen, dennoch gibt es nach wie vor viele arbeitsbezogene Erkrankungen des Gehörs. Dies kann verschiedene Ursachen haben. Die häufigsten sind subjektive Unterschätzung der schädigenden Wirkung von Lärm und ungenügende Aufklärungsarbeit. Daher soll dieser Artikel erklären, was bei übermässigem Lärm mit dem Gehör passiert, ab wann Schäden entstehen und wie man sich am besten davor schützt.
Ein Gehörschutz am Arbeitsplatz muss ab Schallpegeln von über 85 Dezibel getragen werden. Die Dezibelskala ist eine Referenzskala. Es wird also der vorherrschende Schalldruck gegen einen vorbestimmten Referenzschalldruck gemessen. Der Referenzschalldruck liegt bei 20 Mikropascal, was der absoluten Hörschwelle bei einer Frequenz von 1000 Hertz entspricht. Die hörbaren Frequenzen reichen von 20 Hertz bis 20‘000 Hertz. 85 Dezibel wird als Grenze gewählt, ab der ein Gehörschutz am Arbeitsplatz getragen werden muss, weil die Schadensgrenze bei etwa 90 Dezibel liegt. Die Schadensgrenze ist jedoch stark frequenzabhängig. Es gilt der folgende Grundsatz: Je höher die Frequenz eines Tones, desto kleiner seine Wellenlänge und desto höher der Ton. Bei sehr tiefen Tönen ist die Schadensgrenze höher als bei hohen Tönen und liegt bei etwa 110 Dezibel. Das heisst, dass hohe Töne vergleichsweise weniger laut sein müssen, um bereits Schaden anzurichten, als tiefe Töne.
Es gibt einen Unterschied zwischen der Schmerzgrenze und der Schadensgrenze. Die Schadensgrenze liegt deutlich unter der Schmerzgrenze. Dies führt dazu, dass unser Gehör schon lange einen Schaden davonträgt, wenn man anfängt, lärmbedingte Schmerzen zu empfinden. Hier schlägt der Schutzmechanismus des Schmerzes also gewissermassen fehl. Angenommen in einem zu lauten Nachtclub läuft die Musik beispielsweise bei 110 Dezibel, dann liegt die Dezibelzahl über der Schadens-, aber unter der Schmerzgrenze. Das heisst, dass die Musik zwar schädlich ist, jedoch von den Anwesenden kein Schmerz verspürt wird.
Wie wird das Gehör bei zu hohen Schalldruckpegeln beschädigt?
Die Hörschnecke (fachsprachlich Cochlea) überträgt die ankommenden Schallwellen mittels Haarzellen auf feine Nerven, welche das empfangene Signal zum Gehirn weiterleiten, wo es als Ton wahrgenommen wird. Die Haarzellen lassen sich in äussere und innere Haarzellen unterteilen. Bei zu hohem Schalldruck werden insbesondere die äusseren Haarzellen beschädigt. Das kann man sich wie ein mechanisches Zerbrechen der Haare auf diesen Zellen vorstellen – natürlich auf Mikroebene. Die äusseren Haarzellen sind dazu da, das Signal zu verstärken, wohingegen die inneren das Signal verarbeiten. Der Schaden geschieht also vor allem im Bereich der Signalverstärkung. Gesundheitliche Folgen von Lärmbelastung sind zum Beispiel Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Angstzustände, ein erhöhtes Herzinfarktrisiko oder Tinnitus. Für die Arbeitsmedizin ist es entsprechend wichtig, dass ein adäquater Gehörschutz am Arbeitsplatz getragen wird. Ohropax sind kein adäquater Gehörschutz am Arbeitsplatz.
Der arbeitsbedingte Schutz des Gehörs wurde lange Zeit vernachlässigt. Noch heute gibt es viele arbeitsbezogene Erkrankungen des Gehörs; genaue Zahlen sind leider nicht bekannt. Allerdings gibt es auch gute Neuigkeiten: Während im Jahr 1970 noch 35% der Arbeitnehmenden in lärmexponierten Branchen einen deutlichen Schaden des Gehörs bei der Arbeit erlitten, sind es heute nur noch 8% (Jost & Pletscher, 2013). Ausserdem sind die Schäden heute seltener auf den nicht vorhandenen Schutz und häufiger auf das Verhalten der Arbeitnehmenden zurückzuführen. Mit Verhalten ist hier gemeint, dass der Gehörschutz am Arbeitsplatz falsch eingesetzt oder getragen wird.
Ein weitverbreiteter Mythos besagt zudem, dass das Gehör erst bei längerfristigen zu lauten Geräuschen einen Schaden erleidet. Das ist jedoch falsch, denn kurze intensive Geräuscherlebnisse sind sogar eine häufige Ursache für arbeitsbezogene Erkrankungen des Gehörs. Als Beispiel für ein kurzes intensives Geräusch, das Erkrankungen hervorrufen kann, dient das Knalltrauma. Bei einem Knalltrauma liegt der Schalldruckpegel im Millisekundenbereich über 160 Dezibel.
Zum Abschluss soll betont werden, dass Sie als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer jederzeit das Recht auf einen angemessenen Gehörschutz am Arbeitsplatz haben. Wenn Sie den Verdacht hegen, dass ein Missstand bezüglich des Gehörschutzes vorliegt, so sollten Sie dies Ihrer Vorgesetzten oder Ihrem Vorgesetzten unverzüglich melden. Mögliche Massnahmen zum Schutz des Gehörs bei der Arbeit sind Dezibelmessungen sowie das Tragen eines Gehörschutzes. Auch wenn viele greifende Massnahmen existieren, gibt es auch heute noch eine leider weitverbreitete Kultur der Vernachlässigung bezüglich Gehörschutz am Arbeitsplatz. Dieser kann jedoch jede und jeder Einzelne (ob Arbeitnehmerin bzw. Arbeitnehmer oder Arbeitgeberin bzw. Arbeitgeber) durch das eigene Verhalten entgegenwirken.