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Der Waadtländer Maler Rodolphe Théophile Bosshard wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem bekannt durch seine vom Kubismus inspirierten Landschaften und Akte.
Bosshard, Sohn eines Zürcher Börsenmaklers und einer Neuenburgerin, wuchs nach dem frühen Tod seines Vaters in einem Internat in Morges auf, das seine Großmutter mütterlicherseits führte. Nach dem Studium an der École des Beaux-Arts in Genf zog er 1910 nach Paris, musste während des Ersten Weltkriegs aber in die Schweiz zurückkehren, wo er 1917 in Lausanne seine erste wichtige Einzelausstellung hatte. Nach dem Krieg verlegte Bosshard seinen Wohnsitz erneut nach Paris, liess sich 1920 mit seiner Familie im Quartier Montparnasse nieder und machte sich bei der zeitgenössischen Kunstkritik einen Namen mit ausdrucksstarken, spannungsreichen Porträts und Aktbildern.
1924 kehrte Bosshard zurück in die Schweiz, mit seiner Familie bezog er ein kleines Chalet in Gryon. Hier entstand vermutlich auch das Ölgemälde Paysage au viaduc (ca. 1925) aus der Sammlung der Mobiliar. Es gehört zu einer Reihe streng durchkomponierter Berglandschaften aus diesen Jahren, in denen sich Felsformationen und Wetterphänomene wie Wind, Wasser und Wolken im Bildraum zu einer wild schäumenden Naturgewalt auftürmen und daneben menschliche Architekturen wie das wiederholt als Motiv auftauchende Viadukt klein und zerbrechlich wirken lassen wie Spielzeug. Als der Genfer Bankier und Kunstsammler René Hentsch 1926 das Vorkaufsrecht für Bosshards künstlerische Produktion erwarb, investierte der Maler das Geld in ein Haus in Riex bei Lausanne, wo er bis Mitte der 1940er-Jahre mit seiner Familie lebte und das zu einem lebhaften Treffpunkt für Künstler, Sammler und Intellektuelle am Genfer See wurde. Verträge mit bedeutenden Pariser Galerien bescherten ihm zunehmend auch internationale Verkäufe, unter anderem in die USA. Nach ausgiebigen Reisen, beispielsweise mit Paul Budry und Le Corbusier nach Griechenland und Algerien, zog Bosshard schliesslich nach Chardonne, wo er ab den späten 1940er-Jahren eine von Naturformen wie Kristallen oder Flechten inspirierte Abstraktion entwickelte.
Rodolphe Théophile Bosshard gilt als einer der einflussreichen Schweizer Maler des frühen 20. Jahrhunderts. In Paris stellte unter anderem zusammen mit Pablo Picasso und Marc Chagall aus. Nach seinem Tod wurde sein umfangreiches Werk in mehreren Retrospektiven gewürdigt.
Rodolphe Théophile Bosshard wurde 1889 in Morges (CHE) geboren und starb 1960 in Chardonne (CHE).
Tätigkeitsbereiche: Malerei, Radierung, Zeichnung