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Philippinen – Der Besuch bei den Vulkanen
Die Republik der Philippinen ist eine dem asiatischen Kontinent vorgelagerte Inselgruppe im Pazifik. Sie liegt zwischen der Insel Formosa (Taiwan) im Norden und dem nordöstlichen Zipfel Borneos. Zahlreiche geothermale Quellen, ausgeprägte Vulkane und relativ häufige Erdbeben in der Historie, weisen auf die Inselgruppe als tektonisches Randgebiet einer hochaktiven Zone aus.
Die Philippinen sind relativ dicht bevölkert, daher sind menschliche Ansiedlungen in den unmittelbaren Umgebungen der Vulkane nicht selten. Meine Reise auf die Philippinen sollte mich in die Nähe einiger der bekannteren Vulkane bringen und führte mich zunächst von Zürich Kloten nach Manila, der Hauptstadt der Philippinen. Der lange Flug war glücklicherweise durch einen Stopp-Over in Dubai geteilt, dort konnte ich mir die Beine etwas vertreten.
In Manila erwartete mich am Ankunftstag das vorgebuchte Best Western Plus Antel Hotel im Stadtteil Makati, das hatte ich zur Basis für den nahe gelegenen Pinatubo Ausflug auserkoren. Der Mount Pinatubo machte in dem Jahr 1991 Furore, als er mit einer gigantischen Explosion Milliarden von Tonnen an Gestein in Asche verwandelte und darauf die umliegenden Provinzen Zambales, Pampanga und Tarlac mit einem katastrophalen Ascheregen bedeckte. Der Pinatubo verlor dabei rund 300 m seiner Gipfelhöhe und der Stratovulkan verwüstete weite Landstriche unter der ausgespienen Lahar. So nennen die Geologen das in die Luft geschleuderte Aschematerial.
Vom Hotel fuhr ich mit dem Taxi zur ehemaligen Clark Air Force Base der US Airforce in Angeles City. Hier hatte ich einen erfahrenen Piloten engagiert, der Charterflüge in der Region anbot. Das Fluggerät war ein praktischer Hochdecker, typisch für kleinere Privatflugzeuge. Die einmotorige Propellermaschine erlaubte eine fantastische Sicht auch nach unten.
Der Pilot zeigte mir nach dem Start bereits die Ausläufer der Zerstörungen von damals. Diese sind auch heute noch sichtbar. Die Explosion sorgte in 1991 für eine 34 km hohe Aschewolke von irre grosser Ausdehnung. Über mehrere hundert Kilometer in jede Richtung, war es auf der grössten Insel der Philippinen namens Luzon danach stockdunkel. Spärlicher Bewuchs auf den Bergflanken der Cabusilan Mountains nahm weiter ab, je näher wir dem Mount Pinatubo kamen. Wir flogen recht tief, aber bereits kurz nach dem Take Off waren Häuser oder Strassen nicht mehr auszumachen.
Den Pinatubo umrundeten wir dann mehrfach und flogen auch über den seltsam türkisfarbenen Kratersee, der hier wie ein unwirklicher Farbtupfer in all dem grau der Felsen und dem spärlichen sattgrün von Wildwuchswiesen lag. Zu gerne wäre ich dort unten einmal herumgewandert, aber das geht nur mit einer mühevollen Anreise per Allradfahrzeug über Land und einem langen Trekking zu Fuss.
Die Stunde in der Luft war viel zu kurz, aber verschaffte mir einen sehr guten Eindruck vom Pinatubo. Das USGS, ein amtliches Geologenteam der Amerikaner rettete damals mit einer zutreffenden Prognose der Geschehnisse etlichen Tausend Bewohnern das Leben. Für die Rückfahrt zum Hotel nach der Landung benötigte mein Chauffeur geschlagene vier Stunden, obwohl nur knapp 100 km Distanz zu bewältigen waren. Der Verkehr um Manila herum hat Infarktcharakter.
Nach einem weiteren Tag in Makati zog es mich nach Tagaytay im Süden Luzons. Hier konnte ich der Hitze Manilas etwas entfliehen und wurde Gast für eine Woche im One Tagaytay Place & Suites Hotel. Tagaytay selbst liegt auf dem Krater des Taal Volcanoes. Obwohl recht flach, gehört der Taal zu den imposantesten Vulkanen der Welt. Der Krater hat Dimensionen von 35 mal 28 km und hier befindet sich der interessanteste Kratersee der Welt.
Der äussere See (Taal Lake) misst 25 mal 18 km und beherbergt eine Insel, die selbst einen Krater hat (Volcano Island). Auf Volcano Island gibt es dann einen recht heissen, aber kleineren Kratersee, der wiederum einen Vulkaninselkegel in seiner Mitte hat. Ich hatte viel Zeit und steuerte den nur 5 Fahrminuten vom Hotel entfernten Taal Lake fast täglich an.
Boote setzten von verschiedenen Punkten aus zu Volcano Island über. In der Neuzeit wurden hier über 30 Eruptionen verzeichnet, im Moment meines Aufenthaltes war es aber ruhig. Ich legte trotz allen Interesses an Vulkanen keinen Wert darauf, die rund 6‘000 bisherigen Opfer des Taal nach oben zu korrigieren. Nach diesem zweitaktivsten Vulkan des Landes, blieb mir für die Folgewoche noch ausgiebig Zeit für den herrlichen Mayon Volcano in Legazpi.
Der Mayon Volcano gehört zu den perfekt symmetrischen Stratovulkanen. Sein Spitzkegel erhebt sich bis auf über 2‘460 m über dem Meer. Die Hänge sind bewachsen im unteren Bereich und viele Dörfer und Städte befinden sich im direkten Radius des feuerspeienden Berges. Ich spendierte der 1814 zerstörten Gemeinde Cagsawa auch einen Erkundungstrip und näherte mich dem Gipfel von mehreren Seiten soweit das erlaubt und möglich war.
Legazpi selbst war ein reizvolles Städtchen, ich nächtigte im hübschen „The Oriental“. Abstecher nach Tabacco und per Boot in den tollen Golf von Albay, komplettierten hier das Reiseprogramm. Der fantastische Bocacay Beach mit seinem berühmten schwarzen Sand und Sogod weiter südlich für eine abschliessende 5-Tagestour zum schwimmen und schnorcheln, bescherte mir vor dem Rückflug noch einige Tage zum Relaxen und Spass haben.
Artikelbild: © Fulltimegipsy – shutterstock.com