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Wie andere religiöse Minderheiten Europas fanden auch die Amischen in den U.S.A. einen Ort, an dem sie frei nach ihrem Glauben leben konnten. Bis heute pflegen sie althergebrachte Lebensformen, die hier durch Gebrauchsgegenstände und Kleidungsstücke symbolisiert werden: zwei Puppen, ein Bügeleisen, ein Kinderbuch, eine Mädchenschürze und eine männliche Kopfbedeckung.
Amische Puppen (1)
Diese gesichtslosen Puppen werden in amischen Gemeinden hergestellt. Die Amischen, die ursprünglich aus der Schweiz auswanderten, sind Täufer, die die Erwachsenentaufe praktizieren. Im 17. Jahrhundert flüchteten sie vor der Verfolgung in Europa in die Vereinigten Staaten. Dort bilden sie heute eine Gemeinschaft von 300’000 Gläubigen, die ein Leben am Rande der Moderne führen (ohne Elektrizität, Autos usw.). Das Fehlen der Gesichter erklärt sich wahrscheinlich durch das biblische Verbot, Menschen darzustellen.
Leihgabe: Jacques Légeret, Paudex, Autor von L’énigme amish, Labor et Fides, 2017.
Propan-Bügeleisen (2)
Dieses Bügeleisen heizt mit Propan – Vorsicht Flammenrückschlag fünfzig Zentimeter! Anders als gemeinhin behauptet lehnen die Amischen Technik nicht durchweg ab, sondern nutzen sie selektiv: Kein Strom aus dem öffentlichen Netz, dagegen ist die Melkmaschine mit Dieselgenerator erlaubt. In einem Schuppen am Ende des Gartens steht das Telefon, aber Autos sind verboten, denn sie verstossen gegen das «Leben in der Gemeinschaft». Fernsehen und Radio sind tabu, sie können Gedankengut verbreiten, welches das Überleben der Amischen gefährden könnte.
Leihgabe: Jacques Légeret, Paudex, Autor von L’énigme amish, Labor et fides, 2017
Amische Schule (3)
Die Kunst des Patchworks oder Quiltens – bekannt durch die amischen Quilt-Decken – dient dazu, für die Kinder Bücher aus Stoff zu nähen, mit denen das Rechnen, Formen, Farben, Verbindungen usw. gelernt werden. Wie in Unsere kleine Farm geht auch die amische Schule nur über acht Jahre Primarschule, alle Klassenstufen in einem Raum, so können sich die Kinder gegenseitig helfen. Das lateinische und das gotische Alphabet werden täglich geübt, für das Lesen der Bibel und des Ausbunds, eines Täufergesangbuches aus dem 16./17. Jahrhundert.
Leihgabe: Jacques Légeret, Paudex, Autor von L’énigme amish, Labor et fides, 2017
Organdy-Schürze (4)
Diese Schürze aus Sankt Galler Organdy wird nur am Sonntag und von noch ungetauften Mädchen getragen. Sie ist ein Symbol der Reinheit, entspricht aber auch der biblischen Aufforderung, nach der sich die ganze Bekleidung der Amischen richtet: «Euer Schmuck soll nicht äusserlich sein – mit Haarflechten, goldenen Ketten oder prächtigen Kleidern – sondern der verborgene Mensch des Herzens, unvergänglich, mit sanftem und stillem Geist…» (1. Petrus 3, 3-4).
Leihgabe: Jacques Légeret, Paudex, Autor von L’énigme amish, Labor et fides, 2017
Kopfbedeckungen für Männer (5)
Bei den Amischen tragen die jungen Frauen zum Ausgehen blaue oder grüne Hauben, bei erwachsenen Frauen sind sie schwarz. Darunter tragen sie jederzeit ein Häubchen aus weissem Organdy, der direkt aus dem schweizerischen Sankt Gallen importiert wird. Die Männer tragen zur Arbeit Strohhüte, für Besuche oder zum Gottesdienst setzen sie einen schwarzen Filzhut auf. Die «bescheidene» Kleidung der Amischen unterschiedet sie von «der Welt» und leitet sich von biblischen Anweisungen ab.
Leihgabe: Jacques Légeret, Paudex, Autor von L’énigme amish, Labor et fides, 2017.