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Dieser bei der Versteigerung im Rahmen der Klassikmesse Rétromobile erzielte Wert ist in Dollar zwar knapp unterhalb des eigentlichen Weltrekords, währungsbereinigt ist dieser Ferrari nun aber neuer Rekordhalter.
Der Ferrari 335 S Spider wurde vom französischen Auktionshaus Artcurial für 35 711 359 Dollar verkauft. Dies ist zwar weniger als die 38,115 Millionen Dollar, die am 14. August 2014 ein Ferrari 250 GTO Berlinetta von 1962 an der Bonhams’ Quail Lodge Auktion in Carmel/Kalifornien erzielt hatte. Nimmt man aber die jetzigen Zuschlagssummen von Paris in Pfund (£ 24 693 782), und vor allem in der lokalen Währung Euro (€ 32 075 200), hat man in Prinzip einen neuen Rekord-Erlös. Denn der Ferrari 250 GTO hatte 2014 in Kalifornien «nur» 22 843 633 Pfund bzw. 28 528 626 Euro eingebracht.
Dass sich dieser von der Carrozzeria Scaglietti gefertigte Spider preislich auf diesem Niveau bewegen würde, überraschte wohl keinen, denn er gilt als einer der begehrenswertesten Ferrari-Rennwagen überhaupt. So war der aus der Sammlung Pierre Bardinon stammende mehrfach rennerprobte Ferrari 335 S im Vorfeld der Auktion auf einen Wert von 30 bis 34 Millionen Dollar geschätzt worden. Von den vier gebauten Exemplaren sind lediglich noch deren drei im Originalzustand erhalten.
Eigentlich wurde der Ferrari mit der Chassis-Nummer 0674 als Modell 315 S erbaut und hatte damals einen V12 Tipo 140 Motor mit 3,8 Litern Hubraum und rund 360 PS. In dieser Ausführung wurde er im März 1957 durch die Scuderia-Piloten Peter Collins (GB) und Maurice Trintignant (FRA) bei den 12 Stunden Sebring eingesetzt, welche mit 10 Runden Rückstand auf die Siegerbesatzung Fangio/Behra (Maserati 450 S) den 6. Platz belegten. Im darauffolgenden Mai wurde der Ferrari 315 S von Wolfgang von Trips an der Mille Miglia gefahren. Der Deutsche, damals in Ferrari-Diensten, kam hinter dem Teamkollegen Piero Taruffi (ITA) auf den zweiten Platz.
Nach diesen Rennen erfuhr der Wagen im Ferrari-Werk im Vorfeld der 24 Stunden von Le Mans von 1957 einen motortechnischen Umbau. Danach verfügte das Triebwerk über fast 400 PS aus 4,1 Litern Hubraum und das Auto ging fortan als 335 S an den Start. Derart motorisiert, der neue Topspeed lag nun knapp über der 300 km/h-Schallmauer, gelang Mike Hawthorn (GB) in Le Mans als erstem Fahrer in der Geschichte der 24 Stunden ein Rundenschnitt von über 200 km/h. Dennoch schaute für ihn und Teamkollege Luigi Musso (ITA) nur ein 44. Gesamtrang heraus.
Das Auto fuhr 1957 noch bei den Grand Prix von Schweden sowie Venezuela. In Venezuela resultierte ein Doppelsieg von Phil Hill (USA) und Peter Collins, was Ferrari den Gewinn der Sportwagen-Weltmeisterschaft 1957 einbrachte. Schliesslich pilotierte die britische Rennlegende Sir Stirling Moss das Auto mit der Chassisnummer 0674 im Folgejahr noch zu einem Sieg beim GP von Kuba. Damals war der Wagen im US-Besitz, bereits im Januar 1958 hatte ihn der frühere Rennfahrer und Ferrari-Importeur in den USA, Luigi Chinetti gekauft. Nach verschiedenen Renn-Einsätzen in den USA wurde der Ferrari an den US-Architekten Robert N. Dusek verkauft.
Im Jahr 1970 kam der Wagen in den Besitz des französischen Sammlers Pierre Bardinon, dem es in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelang, eine legendäre Sammlung von rund fünfzig Werks-Ferrari mit den kultigsten Exemplaren der Marke anzulegen. Schliesslich erhielt bei der Auktion an der Rétromobile Paris, das Anfangsgebot hatte bei 20 Millionen Euro gelegen, am Freitag ein internationaler Bieter vor Ort den Zuschlag.