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Kolumbien - 13.02.-11.03.2010
Colombia - un pais muy bonito!
Ein paar Eindrücke über meine Kolumbienreise möchte ich hier publizieren. Über die Kolumbianischen Anden wusste ich zuvor überhaupt nichts. Auslöser meines Interesses über Kolumbien war meine "Tandem"-Sprachpartnerin, welche aus dem Süden Kolumbiens stammt.
Eine der besten Zeitspanne, um in den Kolumbianischen Anden trekken zu gehen, ist von Dezember bis Februar. Anschliessend beginnt die Regenperiode. Die Kolumbianischen Anden gliedern sich in die westliche, zentrale und östliche Cordillera. Viele davon beitzen eine Höhe zwischen 4000 und 5700 m. Der höchste Berg Kolumbiens befindet sich jedoch auf keinem dieser Gebirsketten, sondern auf der im Nordosten einsam gelegenen Sierra Nevada de Santa Marta. Dort gibt es zwei gleich grosse Gipfel, welche bis auf 5'775 m hinaufragen.
Wir waren insgesamt eine Woche in der Sierra Nevada del Cocuy unterwegs, welche sich in der östlichen Cordillera befinden. Auch dort gibt es einige Gipfel, die über 5000 m hoch sind. Viele Berge dieser Höhe tragen hier noch einen prächtigen Gletscher, was angesichts der Äquatorlage doch sehr selten ist.
In unserem Ausgangsdorf El Cocuy auf 2750 m kauften wir Proviant für fünf Trekkingtagen ein. Unser Ziel war eine Überschreitung der Sierra Nevada del Cocuy. Jedoch konnten wir dieses Vorhaben wegen Waldbrandgefahr nicht ganz umsetzen. Bis zum Laguna de la Plaza war der Weg frei. Wir organisierten beim Parkoffice ein Zelt sowie Unterlagsmatten. Auf Gaskocher verzichteten wir, da wir nur "halbe" Tischgrills gekriegt hätten. Unser Gepäck war bereits ohne die Gaskocher ziemlich schwer. Genaue Karten gab es überraschenderweise keine. Nicht einmal im Parkoffice gab es solche zu finden. Wir konnten dann eine im Office an der Wand hängende Übersichtskarte kopieren lassen.
Am anderen Morgen früh verliessen wir unser Hostal. Es gibt eine einzige Möglichkeit, um in den Parque Nacional zu gelangen: Der "Lechero". Dieser Milchtransport holt bei jedem Bauern die Milch ab. Ich glaube, wir hielten wirklich bei jedem Häuschen an, um die Milchkannen oder -tüten (alle mögliche Arten von Behältern), in den grossen Tank im Lechero umzufüllen. Aber die Leute waren alle sehr freundlich und faszinierten mich mit ihrer Einfachheit und Unkompliziertheit. Nach gut drei Stunden Fahrt haben wir es dann geschafft und wir standen am Rand des Nationalparks auf über 3500 m. Es war kalt und wir mussten bereits die Kappe und Handschuhen montieren. Der Weg führte uns zuerst zum offiziellen Parkeingang, wo dann auch schon bald die erste Unterkunftsmöglichkeit wäre. Dort wohnen die Gebrüder Herrero. Bei ihnen könnte man auch das Taxi, respektive den Pferdetransport bestellen. Wir wanderten aber weiter zu unserem Tagesziel, der Laguna la Pintada. Neben Campingmöglichkeiten kann man dort auch in der bewarteten Hütte essen und übernachten. Wir nutzten die Essmöglichkeit und genossen dort unser Abendessen: Kartoffelsuppe als Vorspeise und Fleisch mit diversen Beilagen als Hauptspeise. Als Getränk gab es Agua de Panela (Wasser mit Rohzucker). Nach Einbruch begaben wir uns dann zum Zelt. Die Temperaturen lagen in der Nacht nahe am Gefrierpunkt. Ich konnte in der lang andauernden Nacht kaum ein Auge zudrücken: A) Ich fühlte die Höhe von 3900 m und B) ich hörte dauernd Geräusche von Tieren, die sich um das Zelt schlichen. Hier im Nationalpark Sierra Nevada del Cocuy leben Pumas, Brillenbären, Hasen, Füchse, Affen, Tapire usw. Ich stellte mir alle mögliche Arten von Tieren vor, die sich an unser Proviant heranmachen könnten. Ich konnte es dann kaum erwarten, bis der nächste Tag heranbrach.
Das Frühstück nahmen wir wieder in der Hütte ein. Das typische Kolumbianische Frühstück besteht aus Rührei (mit oder ohne Zwiebeln und Tomaten), Arepas (Plätzchen aus Mais) oder Platanos (Kochbananen), Kakaogetränk oder Agua de Panela. Nach dem reichhaltigen Frühstück zog es uns weiter, an verschiedenen Lagunen vorbei und über zwei Pässe bis wir zu unserem Hauptziel, der Laguna de la Plaza auf knapp über 4300 m gelangten: Ein traumhafter Platz am See mit imposanter Bergkulisse. Am Nachmittag bildete sich wie so oft Nebel in diesem Gebiet. Wir hatten noch genügend Zeit, um ein paar Meter zum See abzusteigen und dort zu verweilen. Am folgenden Morgen hatten wir dann das beste Wetter und die beste Sicht. Der See, die Gletschter, die Pflanzen, die Felsen leuchteten all in ihren Farben. Der Anblick war einfach fantastisch.
Gegen Vormittag brachen wir dann wieder auf, denn es wartete wieder ein langes Stück Wanderung zurück zur Laguna la Pintada, wo wir nochmals im Zelt übernachteten. Am folgenden Tag führte uns der Weg weiter über einen Pfad ins andere Tal zur Hacienda La Esperanda. Genau zu diesem Zeitpunkt fing die Regenperiode an, sich bemerkbar zu machen. Es blieb dann nicht mehr bei einem einzigen Regentropfen. Durchnässt waren wir froh, dass wir in dieser Unterkunft übernachten konnten. Wegen dem vielen Regen hörten wir dann unser Trekking in der Sierra Nevada del Cocuy auf und kehrten mit dem "Lechero" zurück nach Guican, dem anderen Ausgangsdorf für Trekkings und Bergsteigerabenteuer.
20.02.- 27.02.2010 - Sierra Nevada del Cocuy