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Bereits seit über 30 Jahren weiss man dass der Morbus Hodkgin allein mit Chemotherapie heilbar ist. Nach einer Welle von wirksameren Kombinationstherapien, steht derzeit die Suche nach dem gezielten Einsatz der einzelnen Therapiemodalitäten im Vordergrund.
Frühe Stadien können allein mit Radiotherapie behandelt werden. Die vorliegende Studie untersuchte wie oft frühe Stadien des Morbus Hodkgin heilbar ohne Radiotherapie sind, also nur mit alleiniger Chemotherapie. (Canellos GP. J Clin Oncol 2010;28 (March 20): 16111-1615)
Um die Sicherheit und Wirksamkeit einer Chemotherapie zu untersuchen, wurden die Daten des Dana-Farber Cancer Institute retrospektiv untersucht. 75 Patienten mit Morbus Hodgkin im Stadium I oder II ohne Bulk wurden eingeschlossen. Die meisten Patienten erhielten 6 Zyklen mit Doxorubicin, Bleomycin, Vinblastin und Dacarbazine (ABVD). Zwei Patienten erhielten nur 4 Zyklen. 16 Patienten wurde das Bleomycin wegen Toxizität gestoppt und 2 Patienten erhielten kein Bleomycin.
Resultate
Bei allen Patienten konnte eine komplette Remission erreicht werden. Nach 5 Jahren lebten noch 92% ohne Rezidiv. Alle Rezidive waren im Bereich der ursprünglichen Erkrankung. Bei allen Patienten mit Rezidiv konnte eine erneute anhaltende Remission erreicht werden.
Das Weglassen von Bleomycin schien keine Konsequenzen zu haben. Auch bei den rezidivierenden Patienten war das nach der Hälfte der Therapie durchgeführte PET-CT negativ.
Abschliessend
ABVD kann in der Mehrheit der Patienten eine anhaltende Remission erreichen bei Patienten mit Morbus Hodgkin in frühen Stadien und ohne Bulk. So können die möglichen Spätschäden einer Radiotherapie verhindert weden.
Offen bleibt, wieviele Chemotherapiezyklen nötig sind.
Frustrierend ist, dass ein PET-CT nicht die Patienten erkennen kann, die rezidivieren werden.