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Der Prozess von Katherine Jackson und Michaels Kindern gegen AEG Live hat nun gestern in Los Angeles unter dem Vorsitz von Richterin Yvette Palazuelos mit der Juryauswahl begonnen. Der Prozess kann zwei bis drei Monate dauern. Neben der Juryauswahl wurden gestern auch Anträge für bzw. gegen das Zulassen von Kameras im Gerichtssaal gestellt. Die richterliche Entscheidung diesbezüglich steht noch aus.
Diesen Freitagabend wird in den USA die CNN-Dokumentation „Michael Jackson: The Final Days“ ausgestrahlt. Darin kommt unter andern auch Marvin Putnam, der Anwalt für AEG, zu Wort. Der Prozess wird nicht mit Handschuhen ausgetragen werden, das ist jetzt schon klar. Zum Vorgeschmack hier ein Zitat von Marvin Putnam: „Wir sprechen über Michael Jackson. Ein Mann, der im Pyjama auftauchte. Ein Mann, der den Verkehr anhielt, um aus dem Wagen auszusteigen und auf den Dach seines Autos zu tanzen. Ein Mann, der mit einem Affen namens Bubbles an öffentliche Veranstaltungen ging. Ein Mann, der angeblich in einem Sauerstofftank schlief.“ AEG Live geht davon aus, dass sie den Prozess nur verlieren können, wenn Emotionen den Fakten vorgezogen würden. Kern von AEG Lives Verteidigungsstrategie soll die Behauptung sein, dass Conrad Murray nie ein AEG Angestellter war, sondern über fast vier Jahre von Michael Jackson ausgesucht und bezahlt worden war, bis zu dessen frühzeitigem Tod.
Doch wie wir wissen, ist der Fall nicht so einfach. Wir erinnern uns nur schon an die diversen E-Mails von AEG, die an die LA Times übergeben und publiziert wurden. Und wie Richterin Yvette Palazuelos zuvor geschrieben hatte: „Die Fakten betreffend die Voraussehbarkeit, dass ein Arzt unter hartem finanziellen Druck seinen ärztlichen Eid kompromittieren mag und für finanziellen Gewinn eine den AEG Managern bekannte, in der Unterhaltungsindustrie bedauerliche Praxis anwendet, sind prozessfähig.“
Die Klageschrift der Jacksons fordert von AEG Live eine Entschädigung in der Höhe des Betrags, den Michael Jackson verdient hätte, wenn er nicht frühzeitig verstorben wäre, was sich auf mehrere Milliarden US Dollar belaufen kann. Zur Erinnerung: AEG Live, eine Tochtergesellschaft von AEG, wurde Ende letzten Jahres für USD 8 Mia. zum Verkauf angeboten.