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Überlegungen zu einer asymmetrischen Wehrtechnologiestrategie
von Franz Betschon*
Teil 6: Gedanken zu einer Low-Cost-Rüstung im Bereich Mechanisierte Kampfführung
Der Umstand, dass unsere seinerzeitige Flotte duellfähiger Kampfpanzer (Pz 68 und Leo 2) offensichtlich bereits soweit verschrottet oder kanibalisiert ist, dass nicht einmal mehr die beiden verbliebenen Panzerbrigaden ausgerüstet werden können, führt auch hier zum Zwang, neue Ideen zu prüfen. Unsere Armeeführung wird sicher in absehbarer Zeit den Wunsch nach Erneuerung der Kampfpanzerflotte vorbringen und ebenso sicher werden dann wieder die finanziellen Mittel fehlen. Warum nicht auch für die mechanisierte Kampfführung einen Waffenmix überlegen? Warum nicht die Bekämpfung feindlicher mechanisierter Kräfte auf andere, billigere Weise bewerkstelligen und nur für Gegenangriffe in reinem Panzergelände auf klassischen Kampfpanzern basieren?
Eine Neuauflage unseres seinerzeit sensationellen Panzerjägers mit einer „FIRE-and-FORGET“-Lenkwaffe anstatt der veralteten TOW und eventuell zusätzlich begleitet durch verbesserte Dragons, könnte kostengünstiger sein. Übrigens: Dieses Waffensystem war seinerzeit eine bemerkenswert erfolgreiche schweizerische „Banane“. Nachdem man ja den Verfassungsauftrag, der die Verteidigung des gesamten Territoriums der Schweiz vorsieht, ohnehin nicht mehr erfüllen will, könnte man sich für die ganz wenigen echten Panzergelände, auf denen der Kampfpanzer dem Panzerjäger in der Verteidigung überlegen ist, den berühmten „Mut zur Lücke“ vorstellen.
Wenn es um den Schutz beim Kampf im überbauten Gelände geht, so müsste man sich doch die Frage stellen, ob die Kombination Feuerkraft und Schutz (=Panzer) zwingend ist. Im „Nahkampf“ ist eher Schutz, aber weniger eine Kanone mit 4km Reichweite und teurer Feuerleitanlage notwendig. Beim – wie anlässlich einer Demo in Walenstadt vorgeführten – Angriff auf eine von gegnerischen Kräften besetzte Siedlung ist möglicherweise die Feuerkraft nützlich, allerdings benötigt man dazu keine schwere Panzerung, da die paramilitärische Gegenseite kaum über Mittel verfügt, welche eine solche Kombination auf diese Distanz als notwendig erscheinen lässt.
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* Franz Betschon, Dipl. Masch. Ing. ETH, Dr. sc. Techn. ETH durchlief eine Industriekarriere und sitzt heute in diversen Verwaltungsräten. Er hat mehrere Bücher über Sicherheitspolitik verfasst. Militärisch war er u.a. Chef Sektion Operationen im Stab FF Trp, USC Log im Stab FF Trp und zuletzt Gst Of im Stab USC ND im Range eines Oberst i Gst.
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Der nächste Teil beschäftigt sich mit den „Terrestrischen Transportmittel„
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