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|Sensible Informationen

15.08.2023 22:23:00
Tesla vs Rivian: Streit wegen Dokumentendiebstahl geht in die nächste Runde
Bereits 2020 reichte der E-Autobauer Tesla Klage gegen seinen Mitbewerber Rivian ein. Der Vorwurf: Ex-Tesla-Mitarbeiter sollen geheime Informationen ihres vorherigen Arbeitgebers mit zu Rivian gebracht haben. Nun kommt Bewegung in den Rechtsstreit.
• Ex-Mitarbeiter auf frischer Tat ertappt
• Antrag auf Schnellverfahren abgelehnt
Tesla wirft Rivian Diebstahl von geheimen Dokumenten durch Mitarbeiter vor
Bereits 2020 reichte der US-amerikanische E-Autobauer Tesla Klage gegen seinen Konkurrenten Rivian ein. Der Vorwurf des Musk-Konzerns: Rivian habe vier ehemalige Tesla-Mitarbeiter eingestellt, die unternehmensinterne Informationen an den Rivalen weitergeleitet haben sollen. Laut der Klage, die beim Bundesgericht in San Jose, Kalifornien, eingereicht wurde, verdächtigte Tesla ausserdem mindestens zwei weitere Ex-Mitarbeiter des Diebstahls. "Die Veruntreuung von vertraulichen Informationen, die für den Wettbewerb nützlich sind, wenn man Tesla verlässt und zu einem neuen Arbeitgeber wechselt, ist offensichtlich falsch und riskant", zitierte die Nachrichtenagentur "Bloomberg" aus der Anklageschrift. "Man würde dieses Verhalten nur aus einem wichtigen Grund an den Tag legen - um es für die Wettbewerbsinteressen eines neuen Arbeitgebers zu nutzen."
Mindestens 70 ehemalige Tesla-Mitarbeiter bei Rivian angestellt
Dem E-Auto-Portal "Electrek" zufolge habe es sich bei den verdächtigten Arbeitnehmern um zwei ehemalige Personalvermittler, einen EHS-Manager und einen Ladenetzwerk-Manager gehandelt. Insgesamt habe Rivian mindestens 70 Mitarbeiter eingestellt, die zuvor für Tesla gearbeitet hatten, so Bloomberg. Rivian wies die Vorwürfe vehement zurück. Der Agentur zufolge erklärte das Unternehmen, dass neue Mitarbeiter bestätigen müssen, das geistige Eigentum früherer Arbeitgeber nicht in ihre Arbeit bei Rivian einzubringen.
Informationen über hochmoderne Batterien gestohlen
Doch damit nicht genug: Ein Jahr später erneuerte Tesla nach Angaben der Agentur seine Klage gegen Rivian und erklärte, dass die vorherigen Vorwürfe Rivian nicht davon abgehalten hätten, über seine Mitarbeiter an vertrauliche Dokumente zu kommen. In einem Fall im Sommer 2021 soll Tesla ehemalige Mitarbeiter auf frischer Tat ertappt haben, wie sie Informationen zur Kerntechnologie für Teslas hochmoderne Batterien der nächsten Generation entwendet haben - "das wichtigste Element für jedes Elektrofahrzeug", so Tesla. "Nach fast einem Dutzend Jahren, in denen kein einziges kommerzielles Fahrzeug produziert wurde, steht Rivian nun offenbar unter dem Druck der Investoren und hat seine unrechtmässigen Bemühungen intensiviert", warf der Musk-Konzern seinem Konkurrenten im Rahmen der Klage vor. Rivian kritisierte wiederum, dass Tesla seit der erstmaligen Erhebung der Klage im Juli 2020 nicht hinreichend geklärt habe, inwiefern sich die vertraulichen Daten, die dem Diebstahl zum Opfer gefallen sein sollen, von bereits öffentlich bekannten Fakten unterscheiden.
Gerichtsurteil könnte langes Verfahren bedeuten
Nun kommt es laut Bloomberg zu einem langwierigen Gerichtsprozess zwischen den beiden E-Auto-Herstellern. Mittlerweile erstreckt sich die Klage gegen fast ein Dutzend ehemaliger Mitarbeiter des Unternehmens mit Sitz im texanischen Austin. Ein Richter des Bundesstaatsgerichts erteilte dem Antrag der angeklagten Ex-Angestellten auf ein Urteil im Schnellverfahren nun aber eine Absage. In einem solchen Schnellverfahren wäre die Behauptung von Tesla, dass diese sich vertraglich dazu verpflichtet hätten, sensible Daten nicht an Mitbewerber weiterzureichen, zurückgewiesen worden, wie die Agentur weiter berichtete. Darüber hinaus gab der Richter dem Antrag der ehemaligen Mitarbeiter auf eine Entscheidung im Vorwurf Teslas, dass sich diese illegal Zugang zu Computern verschafft und Daten von diesen kopiert haben sollen, statt. Damit dürfte die Angelegenheit in einem umfassenden Gerichtsprozess behandelt werden.
Lade-Kooperation zwischen Tesla und Rivian
Besondere Brisanz erhält der Rechtsstreit unter dem Gesichtspunkt, dass die beiden Hersteller von E-Fahrzeugen seit kurzem kooperieren. Im Juni wurde bekannt, dass Rivian ebenfalls den Ladestandard North American Charging Standard (NACS) übernimmt, der von Tesla entwickelt wurde. So wurde in den vergangenen Monaten angekündigt, dass sich Teslas Ladesteckersystem für E-Fahrzeuge der Konkurrenten Ford, General Motors, Mercedes-Benz, Nissan, Polestar, Volvo - und auch Rivian - öffnen werde. Wie sich der Rechtsstreit zwischen Tesla und Rivian sowie die erwarteten Gerichtsprozesse auf die Zusammenarbeit beider Unternehmen auswirken, bleibt abzuwarten.
Redaktion finanzen.ch
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