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Letzte Woche warnte die WHO vor E-Zigaretten und empfahl deren strenge Regulierung, offenbar gestützt auf ein von ihr selbst beauftragtes Hintergrundpapier. Dessen Aussagen verzerrten die Fakten und seien irreführend, kritisieren nun Schweizer und europäische Gesundheitsexperten im Fachjournal «Addiction».
Die Autoren des Fachartikels, darunter Jean-François Etter vom Institut für globale Gesundheit der Universität Genf, kommen zum Schluss, dass junge Nichtraucher die Verdampfer äusserst selten verwenden und die Rate junger Raucher sinke.
E-Zigaretten enthielten zudem nur einen Bruchteil der Toxine von herkömmlichen Zigaretten, hälfen beim Aufhören und gäben zu geringe Toxin-Konzentrationen in die Umgebung ab, um eine Gesundheitsgefahr darzustellen. Von den beiden derzeit um die Gunst der Raucher buhlenden Produkten sei die E-Zigarette die weitaus sicherere.
«Wir wissen noch nicht alles über die Gesundheitsfolgen der neuen E-Zigaretten, aber wir wissen, dass sie viel sicherer sind als herkömmliche Zigaretten», sagte McNeill. An deren Folgen stürben über sechs Millionen Menschen pro Jahr.
E-Zigaretten sind elektronische Verdampfer, in der eine Nikotin und Aromen enthaltende Flüssigkeit erhitzt und verdampft wird. Sie produzieren weder Rauch noch andere Verbrennungsprodukte wie Teer oder Kohlenmonoxid wie herkömmliche Zigaretten.
«Unter dem Strich wird der WHO-Report die klassische Zigarette fördern, indem er sicherere Alternativen beeinträchtigt», sagte Mitautor Etter auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die Position der WHO könnte Raucher von E-Zigaretten abschrecken und erschwere die Markteinführung von E-Zigaretten im Vergleich zu Tabakprodukten, schreiben die Autoren.
Wenn eine Million Raucher auf Verdampfer wechseln würden, könnten allein in Grossbritannien 6000 vorzeitige Todesfälle jährlich verhindert werden, schätzt ein weiterer Kritiker des WHO-Reports, Robert West vom University College London, im «British Journal of General Practice». (wst/sda)