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Iqbal Khan war schon einmal beschattet worden – nicht in Zürich, sondern in Hongkong. Anlass war die alljährliche Asian Investment Conference der Credit Suisse im Luxushotel Conrad, der Zeitpunkt: 4. März 2019. Oberthema der Veranstaltung: «Disruption as usual».
Beim Kundenevent hatten lokal angeheuerte Detektive die Aufgabe, den damaligen Chef des internationalen Wealth Management der CS zu überwachen. Dies berichten mehrere zuverlässige Quellen unabhängig voneinander. Das Problem: Die Detektive verloren den Schweizer Banker im Zentrum der Perlfluss-Megalopolis aus den Augen. Danach wurde die Übung abgebrochen.
Zu diesem Zeitpunkt – im März 2019 – war das Verhältnis von Khan zur CS-Spitze gegen aussen noch intakt.
Bekannt war bislang nur, dass der Wealth-Management-Chef nach seiner Kündigung und seinem angekündigten Wechsel zur Konkurrentin UBS ins Auge genommen worden war: Im September bemerkte Iqbal Khan, dass Detektive ihm und seiner Frau folgten. Nachdem die Sache aufflog und die Staatsanwaltschaft zu ermitteln begann, übernahm Pierre-Olivier Bouée die Verantwortung: Der CS-COO seit 2015 und enge Vertraute von Konzernchef Tidjane Thiam wurde entlassen.
Die Überwachung von Khan und mindestens eines weiteren CS-Managers, des Personalchefs Peter Goerke, hängt seither als Schatten über Verwaltungsrat und Management. Inzwischen wurden weitere Berichte von CS-Überwachungen publik. So eine Aktion, die Greenpeace ins Visier nahm; ferner brachte eine ehemalige Compliance-Managerin von CS Americas vor, in New York verfolgt worden zu sein.
(bar/rap)