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Lektion 9, Amateurfunk, Wellenausbreitung von Ludwig F. Drapalik, HB9CWA
Sonnenaktivität
Die Sonnenaktivitäten laufen in einem Elfjahreszyklus ab. Nur wenn es genügend Sonnenflecken hat, entsteht eine genügend starke Schicht an der Ionosphäre. Obwohl die Sonnenflecken in der Regel innerhalb eines Zyklus recht regelmässig auftreten, können sich sehr unterschiedliche Intensensitäten (zum Teil innert Tagen) bilden.
Die Erdatmosphäre ist in grossen Höhen (zwischen 80 und 500 km) einer intensiven ultravioletten Sonnenstrahlung ausgesetzt. Die UV-Strahlung ist dermassen energiereich, dass die Luft, die gewöhnlich ein Nichtleiter ist, in ionisierter Form zum Leiter wird! Sie wirkt so für die Kurzwellen (bei Frequenzen von etwa 10 bis 30 MHz) wie ein Reflektor.
Kurze Wellen, die von Funkantennen in Richtung Ionosphäre abgestrahlt werden, nennt man Raumwellen. Diese werden dann an der Ionosphäre reflektiert. Diese Eigenschaft nutzen auch Funkamateure. Erst durch diese Technik sind weltumspannende Funkverbindungen auch mit kleinsten Sendeleistungen möglich. Nur drei Watt (das ist die Leistung eines Taschenlampenbirnchens) reichen in Sonnenfleckenreichen Zeiten für eine Funkverbindung von Europa nach Amerika! Durch einen oder mehrere solcher ‘Sprünge’ ist es möglich, nicht nur sehr grosse Entfernungen zu überbrücken, sondern auch noch ‘fast um den ganzen Erdball’ herum funken zu können.
Einige Begriffe
SFI ist der Solare Flux. Er ist ein Mass für die gemessene Energiestrahlung der Sonne. Steigt dieser Wert über 100, ist mit belebten Kurzwellenbändern zu rechnen.
Der A-Wert ist das Mass für die geomagnetische Aktivität. Je höher dieser Wert ist, umso aktiver ist das Erdmagnetfeld.
Der K-Wert steht als Massangabe für die geomagnetische Unruhe. Je höher dieser Wert, umso unruhiger das Magnetfeld.