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Geschichte des Begegnungszentrums
Von der reformierten Schulgemeinde zum Begegnungszentrum 1853 - 2000
Bereits vor der Gründung der neuen Eidgenossenschaft 1848 haben Bauern aus dem Bernbiet Höfe im benachbarten Flamatt erworben. Auch Handwerker haben im Freiburgischen eine Zukunft gesehen und sich hier angesiedelt.
Um 1850 wurden erste Diskussionen zum Aufbau von reformierten Schulen geführt, da die Reformierten in den katholisch geführten Gemeindeschulen unerwünscht waren.
Im Jahre 1853 war es endlich soweit. Lehrer Fink, im Nebenberuf Gerber, erteilte an 20 Schüler im Mühlistock Unterricht für ein Jahresgehalt von Fr. 100.–. Bald erreichte die Schülerzahl über 50 Kinder, die Räumlichkeiten und das Mobiliar gerieten an die Grenzen.
Nach zehn Jahren gingen bereits 85 Kinder in der reformierten Schule Flamatt in den Unterricht, die vorhandenen Räume platzten aus allen Nähten. Mit Hilfe der Kirchgemeinde Neuenegg konnte der bernische, protestantische Hilfsverein erfolgreich um Unterstützung angegangen werden. Der Hilfsverein übernahm, bis die Schule die öffentlich rechtliche Anerkennung bekam, ahnsehnliche Teile der Lehrerbesoldungen.
Nun konnte die Schulgemeinde eine Verpflegungsbaracke – aus der Zeit des Eisenbahnbaus – erwerben. Nach unendlichen Diskussionen wurde der Standort am heutigen Platz der Davidkirche gewählt. Im Detail war es wichtiger, dass das Vieh des Lehrers besonnte, günstige Weideflächen hatte, als dass in den Schulstuben Sonnenlicht die Stimmung hob. 46 Jahre wurde in dieser Baracke Unterricht erteilt, dann war sie wieder zu klein. Zuerst musste die Landwirtschaft des Lehrers über die Klinge springen.
Im Jahre 1909 beschloss die Schulgemeinde ein neues Schulhaus, das heutige Begegnungszentrum (linker Teil), zu bauen. Dieses zukunftsgerichtete Bauwerk wurde 1911 eröffnet. Drei Schulklassen durften die noch heute grosszügigen Räume in Beschlag nehmen und viel Wissen fürs Leben darin aufnehmen.
100 Jahre nach der Gründung zählte Flamatt 180 reformierte Familien, Tendenz steigend.
Bald darauf war auch das fortschrittlich gebaute Schulhaus mit Lehrerwohnungen im obersten Geschoss zu klein. In der Gemeinde Wünnewil (damals noch) kamen auch Diskussionen zur Zusammenlegung der reformierten und katholischen Schulen für den Teil Flamatt auf, da auch das Schulhaus an der Austrasse an seine Kapazitätsgrenzen stiess.
Die Schulgemeinde überliess der politischen Gemeinde mitte der sechziger Jahre einen Teil der Gebäude, nach dem Prinzip Gebrauch gegen Unterhalt. Dieses Prinzip währte bis zur Übernahme der freien öffentlichen Schule durch die Reformierte Kirchgemeinde. Die Zusammenlegung der freien öffentlichen Schule und der Gemeindeschule erfolgte auf das Schuljahr 1976/1977.
Das Schulhaus wurde nach Norden mit einem dreistöckigen Flachdachbau erweitert, in dem heute die Spitex Sense-Flamatt, die Spielgruppe und verschiedene Probe- und Sitzungslokale für Vereine und politische Behörden untergebracht sind.
Die Schule hat nach dem Neubau des Schulhauses an der Austrasse die Freiburgstrasse 1998 verlassen. Nach intensiven Diskussionen zwischen der Gemeinde Wünnewil-Flamatt, der reformierten Schulgemeinde und der – 1999 aus der Aufteilung der Ref. Kirchgemeinde des Sensebezirks hervorgegangenen – Reformierten Kirchgemeinde, entsteht aus dem Schulhaus das Begegnungszentrum.
In diesem Haus nistet sich die Gemeinde Wünnewil-Flamatt ein. Die reformierte Schulgemeinde (freie öffentliche Schule) Flamatt löst sich auf und verschenkt ihr Eigentum der Reformierten Kirchgemeinde. Deren Kirchgemeinderat verwaltet das Gebäude und baut – mit Zustimmung der Kirchgemeindeversammlung – in ehemalige Schulzimmer die Amtsräume für die Pfarrer und die Verwaltung ein. Im Herbst 2000 wird die neue Nutzung offiziell ihren Benutzern übergeben.
Das Begegnungszentrum Flamatt erfüllt seither viele Funktionen, die das gemeinsame Zusammenleben der Flamatter Bevölkerung und der umliegenden Ortschaften fördert und dient wie es der Name schon sagt, der gesamten Bevölkerung.
Andreas Freiburghaus (August 2004)