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Die Mutterpflanze unseres Exemplares blüht und fruchtet im Palmengarten Frankfurt. Ein Teil der Früchte werden im Botanischen Garten der Universität Bonn in Kultur genommen. Unsere Pflanze ist 1993 gekeimt.
Wieviele Blätter unsere Pflanze zwischen 1993 und 2004 gebildet hat, wissen wir nicht. Es dürften nur aber nur einige wenige gewesen sein.
Am 23. Dez. 2004 betrug das Knollengewicht 2.8 kg. Laubblattphase, vermutlich von Frühling 2005 bis Ende 2005.
Das Knollengewicht steigt innerhalb von nur 13 Monaten ziemlich rasant von 2.8 auf 8.5 kg (20. Januar 2006). Danach ist jedoch irgendetwas schief gelaufen. Denkbar wäre eine Beschädigung des nächsten Laubblattes.
Das Knollengewicht beträgt am 8. Feb. 2007 nur noch 5.0 kg. Die nächste Laubblattphase dauert etwas länger, wahrscheinlich von Frühling 2007 bis Spätsommer 2008.
Das Knollengewicht beträgt am 13. Nov. 2008 8.69 kg.
Die nächste Blattknospe beginnt im März 2009 zu treiben. Der Botanischer Garten der Universität Bonn stellt uns dieses Exemplar freundlicherweise zur Verfügung. Der Transport von Bonn nach Basel erfolgt am 15. April 2009 mit einem 40–50 cm grossen Blatt in einem 250 Liter-Topf. Es war der letzte Moment für eine Dislokation ohne Beschädigung.
Streckungswachstum und Spreitenentfaltung erfolgen in Basel und sind Ende Mai abgeschlossen. Das Blatt war beinahe 5 Meter hoch.
Erste Welkerscheinungen am Laubblatt werden nach 15 Monaten sichtbar, also im Juli 2010. Im August 2010 wurde es von der Pflanze abgestossen. Danach wurde die Knolle ausgegraben und gewogen: 24.8 kg, das heisst eine Verdreifachung des Gewichts innnerhalb von 15 Monaten. Damit ist zugleich die 20 kg-Schwelle überschritten, die erfahrungsgemäss als kritische Grösse für die Bildung eines Blütenstandes gilt.
Die Ruhephase dauert länger als erwartet. Wurzelbildung als erstes Zeichen des Wachstums wurde Mitte Januar 2011 sichtbar. Blattknospen und Blütenstandsknospen sehen sehr ähnlich aus. Daher war zu diesem Zeitpunkt noch unklar, ob sich aus der Knospe ein Blatt oder ein Blüte entwickelt.
In der zweiten Märzwoche durchbricht die Knospe die Bodenoberfläche. Nach etwa 14 Tagen bei einer Grösse von 3 cm war aufgrund der schlank-zugespitzten Form klar, dass es tatsächlich eine Blüten- und nicht eine Blattknospe war.
Ende März wurde der Blühtermin aufgrund von Referenzwerten aus Bonn auf den 22. April prognostiziert. Das Knospenwachstum konnte mit Hilfe von zwei Webcams auch vom Publikum verfolgt werden.
Am 21. April begann der Blütenstand um 17 Uhr zu stinken. Nach einer halben Stunde liess der Duft wieder nach.
Am 22. April setzte der Duft wieder etwa um 17 Uhr ein und erste Entfaltungsbewegungen der Spatha wurden sichtbar. Die Entfaltung war um Mitternacht abgeschlossen. Um 1 Uhr morgens war die Duftentwicklung auf dem Maximum. Um 6 Uhr in der Früh ging der Duft merklich zurück. Im Lauf des Nachmittags begann sich die Spatha wieder zu schliessen. Der Kolben kollabierte drei Tage später.
Die Pflanze wurde nicht bestäubt. Trotzdem entwickelten sich einige wenige Früchte. Vier Wochen später wurde der Blütenstand von der Mutterpflanze abgestossen. Das Knollengewicht betrug immerhin noch 22 kg.
Eine neue Blattknospe erschien bereits Ende Mai 2011. Im Juni 2011 war das Blatt entfaltet.
Im April 2012 fiel auf, dass das Blatt ohne sichtbare Veränderung seiner Gestalt etwa 40 cm an Höhe eingebüsst hatte. Die nahe der Oberfläche eingetopfte Knolle lag nun offenbar auf dem Boden des Topfes. Rückfragen im BG Bonn ergaben, dass gegen Ende des Blattzyklus die alte Knolle, die unter der neuen liegt, resorbiert wird. Dadurch entsteht unter der Knolle ein Hohlraum. Die Wurzeln ziehen danach die gesamte Pflanze nach unten, so dass auch das Blatt «eingezogen» wird. Tatsächlich zeigten sich kurz darauf Welkerscheinungen. Im Juni wurde das verwelkte Blatt abgestossen. Das Knollengewicht betrug nun 30.5 kg.
Ende August begann die Blütenstandsknospe zu wachsen. Sie erschien Anfangs Oktober an der Erdoberfläche. Die Entwicklung von der 2.5 cm grossen Knospe bis zur Blüte im November dauerte 44 Tage (2011 im April nur 38 Tage). In der Blühnacht wurde versucht, die weiblichen Blüten mit tiefgefrorenem Pollen aus dem BG Bonn zu bestäuben. Dieser Versuch misslang aus unbekannten Gründen. Die Fruchtentwicklung blieb aus. Der Blütenstand musste bald danach abgeschnitten werden, um Schimmelbildung zu vermeiden. Die Knolle wog nun 28 kg.
Da sich im Dez. 2012 im Substrat des Topfes einige Drahtwürmer (grosse Käferlarven) fanden, wurde die Knolle sorgfältig gereinigt, in einem Fungizid gebadet und danach in frischem Substrat wieder eingetopft.
Von ursprünglich drei Blattknospen, die rund um die Abbruchfläche des Blütenstandes sichtbar waren, setzte sich eine durch und erreichte Anfangs März 2013 die Erdoberfläche. Auf mehrfachen Wunsch des Publikums kann diesmal auch die Blattentwicklung per Webcam verfolgt werden.
Botanischer Garten der Universität Basel, Schönbeinstr. 6, 4056 Basel, Schweiz