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Die Piste bestand aus dichtem Gras. Sie war ca. 650 Meter lang und rund 100 Meter breit und, weil sie nur knapp über dem Grundwasserspiegel lag, sehr weich. Gemäss Lagebericht war bei Regen, der länger als einen Tag dauerte, nur noch ein Alarmstart möglich. Danach war die Piste unbenutzbar. Das Flugfeld war umgeben von Kirschen-, Apfel- und Nussbäumen sowie Weiden- und Birkengestrüpp. Für die damals modernen Kampfflugzeuge, wie die Morane, war die Piste nur in zwei Richtungen benutzbar. In An- und Abflugrichtung gab es keine Hindernisse für die Flieger. Die Rollwege auf dem Flugplatz waren planiert und abgesteckt.
Zur Tarnung der Flugzeuge standen fünf kleine Flugzeugzelte, sogenannte „Fledermäuse“, zur Verfügung. Die Farbe der Zelte und die natürliche Tarnung der Obstbäume liessen die versteckten Flugzeuge aus einer Entfernung von einem Kilometer nicht mehr auffallen. Die „Fledermaus“ war eine direkt auf dem Flugzeug aufliegende Stoffbedeckung. Sie wurde damals zur besseren Tarnung sehr empfohlen. Die Hülle war nur so hoch wie das Flugzeug, womit ein Verstecken unter Bäumen weiterhin möglich war. Zudem gab es keinen verräterischen Schattenwurf. Laut Lagebricht brauchte es sogar nur ein bis zwei Minuten um die Hülle zu entfernen und den Motor zu starten. Die „Fledermaus“ war so kompakt und leicht, dass die Plache inklusiv Zubehör im Effektenraum der Morane transportierbar war. Selbst Retablierungsarbeiten sollten unter der Tarnhülle möglich gewesen sein. Die Kosten für eine „Fledermaus“ beliefen sich auf 150 bis 200 Fr. Zwei Soldaten konnten damit ein Flugzeug in rund 10 Minuten zudecken und tarnen. Im Weiteren standen in Kestenholz zwei grosse Flugzeugzelte zur Verfügung. Darin konnten Reparaturen, Revisionen und Parkdienste an den Flugzeugen durchgeführt werden.
Die Zufahrtsstrassen zum Flugfeld waren in einem guten und gepflegten Zustand. Fahrzeuge und andere Geräte konnte das Militär im Dorf unter den grossen Scheunenvordächern verstecken. Es stand ein grosses Betriebsstofflager zur Verfügung. Bei jedem Flugzeug waren zudem getrennte, gedeckte Tagesdepots für Betriebsstoff und Munition vorhanden. Die grosse Linde bei der St. Peterskapelle diente als Sichthorst. Als die Kapelle jedoch als Bombendepot benutzt werden sollte, setzte sich Pfarrer Jos. Graf vehement und erfolgreich zur Wehr.