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Neunzig Schüsse an der Mauer
Der 11.11.1971 verändert auf drastische Weise das Leben der Familie Müller: Der Diplommineraloge Peter Müller hat mit seinen Kollegen zu intensiv den Faschingsbeginn gefeiert. Auf dem nächtlichen Heimweg verliert er die Orientierung und befindet sich plötzlich unweit der Berliner Mauer. Neunig Schüsse werden auf ihn abgegeben, wobei keiner trifft. Er wird festgenommen, kommt nach einer Prozess-Serie infolge einer Amnestie frei. Es beginnt ein Kampf ums Überleben im "real existierenden Sozialismus der DDR" und endet in der Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland.
Petra Stähr-Gräbedünkel (Hrsg.)
Die Autorin schreibt ihre Erinnerungen nach Tagebuchnotizen und Briefen sowie Erzählungen ihres Mannes.
In einer Kleinstadt in Thüringen geboren, musste sie sich, obwohl im Elternhaus kritisch erzogen, dem sozialistischen Alltag fügen und versuchen, das Beste für ihr Leben daraus zu machen. Durch die Verhaftung ihres Mannes ergaben sich für sie und ihre Familie zwangsläufig ganz neue Lebensperspektiven. Ein Leben "mit zwei Gesichtern" konnte für sie konsequenter Weise nun nicht mehr in Frage kommen. Als eine der ersten Familien gelang ihnen die Ausreise im Jahre 1976. Der Mauerfall dreizehn Jahre danach war für sie von ganz besonderer Bedeutung.