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Resultate

Wie funktioniert Mehrsprachigkeit beim Militär?
Hintergrund Bis weit ins 20. Jahrhundert war die Schweizer Armee vornehmlich kantonal strukturiert. Im Zuge der Modernisierung des Wehrwesens konnte diese territoriale Militärorganisation nicht beibehalten werden. Die Reduktion der Truppenstärke, die zunehmende Spezialisierung und die wachsende Mobilität im Einsatz haben die sprachliche Mischung der Einheiten und Verbände verstärkt. Bisher wurde jedoch nicht eingehend analysiert, wie die Schweizer Armee mit der Mehrsprachigkeit umgeht.
Ziel Im Projekt sollen der Sprachgebrauch innerhalb der Schweizer Armee untersucht und die Rahmenbedingungen der militärischen Mehrsprachigkeit herausgearbeitet werden. Darüber hinaus wird erforscht, welche Sprachkompetenzen die Armeeangehörigen mitbringen, wie sie diese Kompetenzen verwenden und inwiefern der Militärdienst den Erwerb zusätzlicher Kommunikations- und Sprachfertigkeiten fördert. Dabei werden auch die Stellung der deutschen Mehrheitssprache, die Regelung des Sprachgebrauchs in Ausbildung und Einsatz sowie Aspekte der internationalen Militärkooperation behandelt.
Bedeutung Die Mehrheit der Schweizer Männer leistet Militärdienst. Die Analyse der militärischen Mehrsprachigkeit hat deshalb grosse Bedeutung für das schweizerische Gemeinwesen. Darüber hinaus ist die Armee ein Ort, wo Deutsch- und Welschschweizer, Italienisch- und Rätoromanischsprachige zu Zusammenarbeit und gemeinsamer Kommunikation angehalten sind: Welche Konsequenzen hat dies für den sprachlichen Zusammenhalt der Schweiz? Wie stark dominiert Deutsch als militärische Lingua franca? Wird Englisch zu einer vermehrten Kommandosprache? Ein Vergleich mit den ebenfalls mehrsprachigen belgischen Streitkräften rundet die Studie ab und bietet Erkenntnisse für die zunehmende internationale Vernetzung der Schweiz und ihrer Sicherheitskräfte.
Resultate Die Sprachminderheiten sind in der Schweizer Armee unter Miliz- und Berufsoffizieren schon länger proportional untervertreten. Gleichzeitig nimmt die sprachliche Mischung durch die kleineren Truppengrössen, ihrer – wegen der Einsatzdoktrin - höheren Mobilität und durch zunehmende Spezialisierung stetig zu. Trotzdem verfügt das Militär kaum über Regeln und Massnahmen zum Umgang mit Mehrsprachigkeit. Stärker noch als die Bundesverwaltung bleibt die Armee eine deutschsprachig dominierte Institution. Im Gegensatz zu den belgischen und kanadischen Streitkräften verpflichtet sie z.B. die Offiziere nicht, eine zweite Landessprache zu kennen. Das Bild der Armee als Bindeglied zwischen den Sprachgruppen trifft nur eingeschränkt zu, wie ein Forschungsteam um Georg Kreis (Universität Basel) anhand der Untersuchung einer mehrsprachigen Brigade aufzeigt. Es fehlt der Schweizer Armee eine explizite Sprachenpolitik. Denkbar wären u.a. Massnahmen, um den Kadernachwuchs in allen Landessprachen zu sichern, oder die gezielte Förderung der Sprachkompetenzen von Offizieren aller Stufen. Notwendig ist aber in erster Linie eine bewusste und kontinuierliche Reflexion über die Herausforderungen der Mehrsprachigkeit.
Prof. Dr. Georg Kreis
Europa Institut
Universität Basel
+41 61 317 97 57
<email-pii>
Prof. Dr. Georges Lüdi
Dokumente:
Institut für Franz. Sprach- und Literaturwissenschaft
Universität Basel
+41 61 267 12 60
<email-pii>
| ||Schlussbericht (4451KB)

||11.05.2009

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| ||Wissenschaftliche Publikationen im Rahmen des NFP 56 (183KB)

||03.11.2010

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