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«Eine solche Pflicht wäre eine sinnvolle Ergänzung zu den bestehenden Massnahmen, also Maskentragen, Hygiene- und Distanzregeln sowie regelmässiges Lüften», sagte Kriemler im am Samstag veröffentlichten Interview mit den Tamedia-Zeitungen.
Zwei von drei Kindern, die an Corona erkrankten, hätten keine Symptome, sagte die Professorin der Universität Zürich. «Sie verbreiten das Virus also unbemerkt.» Mit regelmässigen Tests könnten diese Kinder schneller ausfindig gemacht und damit die Krankheit an den Schulen eingedämmt werden.
Lieber auf Testergebnisse warten, als nichts tun
Überlastete Testlabors seien kein Grund, um auf regelmässige Tests an Schulen zu verzichten. So sei es besser, tagelang auf Testergebnisse zu warten, als nichts zu tun, sagte Kriemler. Für Kinder, die Schulen ohne repetitive Tests besuchten, sei das Risiko aktuell sicher erhöht an Corona zu erkranken, so die Professorin.
Kriemler rät den Eltern dieser Kinder, sie weiter zur Schule zu schicken, aber auf Symptome zu achten und gegebenenfalls sofort einen Arzt zu kontaktieren. Die Gefahr einer Ansteckung könnten Eltern auch mildern, indem sie sich selbst impften oder mit ihren Kindern grosse Menschenansammlungen mieden.
Risiko an Long-Covid zu erkranken bei regelmässigen Tests geringer
Bleibe die Zahl der angesteckten Kinder tief, reduziere das für sie das Risiko, an Long-Covid zu erkranken, führt Kriemler weiter aus. In der «Ciao Corona»-Studie seien bei rund 2 Prozent der Kinder Long-Covid-Symptome festgestellt worden. Kinder unter 12 Jahren können in der Schweiz noch nicht gegen Covid-19 geimpft werden.
Der Bundesrat hätte flächendeckende Reihentests an Schulen gewollt, sah am Freitag aber davon ab, die Kantone dazu zu verpflichten. 17 von 26 Kantonen hatten diese Massnahme in der Konsultation abgelehnt. Er bedauere das, sagte Gesundheitsminister Alain Berset. Der Bundesrat sei von der Wirksamkeit repetitiver Tests überzeugt.