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Eliane Kurmann: Kolonialfotografie im postkolonialen Kontext
PhD-project: Historisches Seminar, Universität Zürich
Kolonialfotografie im postkolonialen Kontext
Das Projekt geht der Frage nach, wie historische Fotografien aus Tansania in einem politisch und kulturell veränderten Kontext heute öffentlich und privat verwendet werden. Mithilfe von Elizabeth Edwards’ Ansatz, wonach Fotografien eine «Biographie» haben, verfolgt die mit Methoden der Visual und der Oral History arbeitende Dissertation die Lebenswege einiger ausgewählter Fotografien – von ihrer Entstehung in der Kolonialzeit bis zu ihrer heutigen Verwendung und Aufbewahrung. Dabei werden nicht nur die Deutungen der Produzenten und wechselnden Rezipienten, sondern auch die Erscheinungs- und Präsentationsformen der Fotografien nachgezeichnet. Das Interesse gilt insbesondere den Prozessen und den medialen Eigenlogiken der Fotografie, die es ermöglichen, dass eine Aufnahme in einem veränderten Kontext unterschiedliche mediale Wirkungen entfalten kann. Betrachtet wird also auch der der Fotografie innewohnende uneindeutige Charakter, der ein großes Repertoire an Verwendungsmöglichkeiten und damit die Umdeutungen zulässt.
Die Untersuchung der Verwendungsformen in der Vergangenheit und in der Gegenwart ermöglicht es, die Fotografien sowohl im kolonialen und postkolonialen Kontext zu entschlüsseln, als auch deren Eigensinnigkeit herauszuarbeiten. Und schließlich beleuchtet das Projekt die Fotografiegeschichte Tansanias und thematisiert darüber hinaus, wie mit dem kolonialen Erbe im postkolonialen Kontext umgegangen wird.