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Das Schweizer System der Altersvorsorge basiert auf drei verschiedenen Säulen: die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), die berufliche Vorsorge (BVG) und die private Vorsorge.
Diese drei Säulen haben unterschiedliche Ziele. Die AHV muss das Existenzminimum jeder einzelnen Person sicherstellen. Die berufliche Vorsorge soll in Ergänzung der AHV ermöglichen, einen ähnlichen Lebensstandard wie vor der Pensionierung zu erreichen. Die persönlichen Ersparnisse aus der dritten Säule ergänzen die Leistungen der beiden ersten Säulen.
Die Pensionskasse des Staatspersonals Freiburg (PKSPF) verwaltet die zweite Säule für die angeschlossenen Arbeitgeber und die versicherten Mitarbeitenden.
Die Pensionskasse des Staatspersonals Freiburg (PKSPF) ist ein paritätisches Organ. Das heisst, dass sie von Vertretenden der Angestellten und von Vertretenden des Arbeitgebers gemeinsam geführt wird.
Der Vorstand der PKSPF (Stiftungsrat gemäss BVG) ist das Leitungsorgan der PKSPF und setzt sich paritätisch aus zwölf Mitgliedern zusammen. Die Arbeitnehmenden werden im Vorstand von sechs Mitgliedern vertreten, von denen fünf Personen von der FEDE und eine Person von der Vereinigung der höheren Kader und Magistratspersonen des Staates Freiburg gewählt werden. Die Vertretenden des Arbeitgebers Staat werden vom Staatsrat ernannt. Der Finanzdirektor oder die Finanzdirektorin und der Leiter oder die Leiterin des Amts für Personal und Organisation sind ordentliche Mitglieder dieses Vorstands. Eine Vertretung der Rentnerinnen und Rentner ist Mitglied mit beratender Stimme.
Das Ziel der PKSPF ist es, im Rahmen der beruflichen Vorsorge die Leistungen für die Pension oder im Invaliditäts- oder Todesfall sicherzustellen. Für die Angestellten des Staates und der angeschlossenen Anstalten gewährleistet sie folgende Dienstleistungen:
- Altersvorsorge,
- Invalidenrenten und Renten für Kinder von Personen mit Invalidität,
- Hinterbliebenenrenten (für hinterbliebene Ehepartner oder eingetragene Partner sowie für verwaiste Kinder).
Im Jahr 2017 zahlte die PKSPF insgesamt rund 281 Millionen Franken an 6'140 Personen in Form von Renten, Kapital oder Freizügigkeitsleistungen.
Die Einkünfte der PKSPF stammen aus zwei Quellen. Die erste Quelle besteht aus den Solidaritätsbeiträgen. Im Pensionsplan ist der Beitrag an die Pensionskasse auf 25,9% der versicherten Lohnsumme festgeschrieben. Davon werden 10,66% von den Versicherten und 15,24% vom Arbeitgeber getragen.
Die zweite Quelle der Einkünfte stellen die Erträge aus Finanzanlagen dar. Die PKSPF investiert das aus den Beiträgen angesparte Kapital, um Erträge zu erzielen. Die so erzielten Erträge kommen den Versicherten zugute. Man nennt diese Erträge auch den dritten Beitragszahler. Mit den Beiträgen und den erzielten Erträgen aus den Investitionen können die Leistungen finanziert und die gesetzlich vorgeschriebenen Reserven angelegt werden.
Der rechtliche Rahmen für Pensionskassen im System der Teilkapitalisierung, in dem sich auch die PKSPF befindet, ist in Artikel 72a und den folgenden Artikeln des BVG geregelt. Gemäss Gesetz muss die erwartete Entwicklung des Deckungsgrads der Pensionskasse, der sogenannte Finanzierungsplan, bis im Jahr 2052 mindestens bei 80% liegen. Zur Erinnerung: Der Deckungsgrad entspricht dem Verhältnis zwischen dem Vermögen der Pensionskasse und allen Verpflichtungen gegenüber versicherten und pensionierten Personen. Die Entwicklung des Deckungsgrades hängt von den demografischen und wirtschaftlichen Annahmen ab, die der Vorstand macht. Alle fünf Jahre muss er der Aufsichtsbehörde einen neuen Finanzierungsplan vorlegen, der auf den angepassten Annahmen basiert. Darauf gestützt kann die Aufsichtsbehörde der Pensionskasse die Bewilligung erteilen, weiterhin im System der Teilkapitalisierung tätig zu sein. Im privaten Sektor ist eine Teilkapitalisierung hingegen nicht zulässig.
Die finanzielle Stabilität wird durch zwei Trends gefährdet: Durch die höhere Lebenserwartung und die geringeren Erträge auf den Finanzmärkten.
Die PKSPF unterliegt strengen Kontrollen. Sie muss regelmässig nachweisen, dass sie in der Lage ist, die versprochenen Leistungen zu finanzieren. Diese Kapazität wird über den Deckungsgrad gemessen. Das ist das Verhältnis zwischen dem Vermögen der Pensionskasse und allen Verpflichtungen gegenüber den Versicherten, einschliesslich der pensionierten Personen.
Bei der letzten Beurteilung mussten die Vertretenden von Arbeitnehmenden und Arbeitgeber feststellen, dass die PKSPF langfristig ihre Verpflichtungen nicht decken kann.
Bis im Jahr 2052 müsste der Deckungsgrad bei 80% liegen. Wenn jedoch nichts unternommen wird, könnte dieser bis dann auf 45% sinken. Deshalb sind die Stabilität und die Leistungen der Pensionskasse mittelfristig gefährdet.
Diese Verschlechterung der Ausgangslage hat zwei Ursachen: Einerseits sinken die Einkünfte der PKSPF, weil die Erträge aus den verschiedenen Investitionen an den Finanzmärkten tiefer ausfallen. Während im Jahr 2011 eine durchschnittliche Rendite von 4,5% erwartet werden konnte, wird künftig noch mit Renditeerwartungen von 2,8% gerechnet.
Andererseits bedeutet die Erhöhung der Lebenserwartung für die Pensionskasse, dass sie höhere Ausgaben gewährleisten muss. Gemäss Bundesamt für Statistik hat sich die Lebenserwartung von Männern im Alter von 65 Jahren im Laufe der letzten 20 Jahre um rund drei Jahre und diejenige von Frauen um zwei Jahre erhöht. Diese doppelte Entwicklung fordert nicht nur die PKSPF heraus, sondern alle Pensionskassen der Schweiz sind mit diesen Trends konfrontiert.
Die Beiträge der Arbeitnehmenden und des Arbeitgebers reichen alleine nicht aus, um die Renten zu finanzieren. Die PKSPF muss deshalb ihre Einkünfte steigern, indem sie ihr Kapital investiert, insbesondere an den Finanzmärkten und in Immobilien – das ist der dritte Beitragszahler.
Die Erträge der Finanzmärkte wurden stark von der Banken- und Finanzkrise im Herbst 2008 geprägt, die auf die Subprimekrise aus dem Sommer 2007 folgte. Die Liquiditätskrise, verschärfte Vergabe von Krediten für Unternehmen und Haushalte, die Senkung der Leitzinsen der Zentralbanken und andere Faktoren trugen zu einer Abflachung der Konjunktur bei und führten zu Konjunkturprogrammen, die über Staatsschulden finanziert wurden. Die Renditeprognosen mussten mehrfach nach unten korrigiert werden.
Auch der Beschluss der Schweizerischen Nationalbank vom 15. Januar 2015, den Mindestkurs von 1,20 Franken für einen Euro aufzuheben und die Einführung von Negativzinsen im Bankenwesen hatten einen grossen Einfluss auf die Zinssätze, die auch für die finanziellen Investitionen von Pensionskassen angewendet werden. Aus diesem Grund wurden die Renditeerwartungen der Investitionen der PKSPF stark nach unten korrigiert. Während im Jahr 2011 noch eine durchschnittliche Rendite von 4,5% erwartet werden konnte, wird künftig mit Renditeerwartungen von 2,8% gerechnet. Spezialisten auf diesem Gebiet bestätigten diese Prognose; die Aufsichtsbehörden der PKSPF (Aktuar, Wirtschaftsprüfung, Stiftungsaufsicht) stimmten dieser zu.
Die Negativzinsen haben auch Auswirkungen auf den Immobilienmarkt: Eigentümer konnten ihre Hypotheken zu günstigen Tarifen finanzieren, was zu niedrigeren Mieten führte. Für die Pensionskassen wurde ein gegenteiliger Effekt beobachtet: Ihre Erträge sanken infolge dieses Phänomens.
Es stimmt, im Jahr 2017 waren die erzielten Leistungen der PKSPF an den Finanzmärkten sehr zufriedenstellen, im Gegensatz zu 2016. Diese Daten wiederspiegeln die schwankenden Ergebnisse der Jahresrechnungen der Pensionskasse. Manchmal können diese punktuell gut ausfallen, obwohl der allgemeine langfristige Trend eher negativ ist.
Für einen langfristig gesunden Betrieb darf sich die PKSPF nicht von konjunkturellen Ergebnissen beeinflussen lassen. Ihre Verantwortung ist es, die Stabilität der Pensionskasse und ihrer Leistungen zu gewährleisten. Das hervorragende Ergebnis von Ende 2017 darf nicht über die Realität an den Finanzmärkten hinwegtäuschen: Deren Entwicklung wird die Stabilität der PKSPF in den kommenden Jahren schwächen. Die Rendite für 2018 betrug -2,29 %.
Nein. Eine Rekapitalisierung war Bestandteil des Reformvorschlags, der vom Staatsrat in die Vernehmlassung geschickt wurde. Die Mehrheit der angehörten Akteure lehnte eine Rekapitalisierung ab, weshalb schliesslich davon abgesehen wurde.
Eine erste Reform des Vorsorgeplans wurde im Jahr 2009 initiiert und im Mai 2011 durch den Grossen Rat des Kantons Freiburg verabschiedet (Inkrafttreten per 1. Januar 2012). Das Ziel war es, mit einer Anpassung der Beiträge einen Deckungsgrad von 70% zu erreichen. Zu jener Zeit unterstützte die Mehrheit der konsultierten Personen dieses Vorgehen. Ende 2010 schrieb das eidgenössische Parlament den öffentlichen Pensionskassen jedoch einen Mindestdeckungsgrad von 80% vor (Inkrafttreten per 1. Januar 2012). Bis zu diesem Zeitpunkt wurden den Pensionskassen keine Auflagen gemacht, der Gesetzgeber gab sich mit der staatlichen Garantie zufrieden. In Freiburg war es faktisch nicht möglich, eine versicherungstechnische Studie zur neuen Ausgangslage infolge des Entscheids des Bundesparlaments zu machen, ohne dass die Reform lange hinausgeschoben worden wäre – zumal die Renditen weiterhin zufriedenstellend waren.
Ab 2012 veränderte sich die wirtschaftliche Situation drastisch. Zu diesem Zeitpunkt lag die Renditeerwartung noch bei 4,5%, während sie heute nur noch 2,8% beträgt. Damals war es aufgrund der vorliegenden Fakten nicht möglich, eine solche Zinssenkung vorauszusehen, wie sie insbesondere nach der unerwarteten Aufhebung des Mindestwechselkurses von CHF 1,20 für einen Euro im Januar 2015 erfolgte. Die letzte Revision des Vorsorgeplans, die erneut eine Erhöhung der Beiträge vorsah, wurde am 21. November 2014 vom Grossen Rat des Kantons Freiburg verabschiedet.
Die Reform, aus der die aktuelle Vorlage hervorgeht, wurde im Jahr 2016 angestossen. Der Vorstand der Pensionskasse legte dem Staatsrat im März 2018 einen Bericht vor, in welchem er einen Primatwechsel beantragte. Im Sommer 2018 unterbreitete die Delegation für das Personalwesen des Staatsrats ihre Vorschläge den Personalverbänden, die ihrerseits ihre Forderungen bekanntgaben. Vom 28. November 2018 bis zum 15. März 2019 wurde der Gesetzesvorentwurf in die Vernehmlassung geschickt. Dieser beinhaltete wie vom Vorstand beantragt den Wechsel vom Leistungs- zum Beitragsprimat sowie drei Varianten für Übergangsmassnahmen für die Versicherten.
In Anbetracht der Forderungen der Personalverbände und generell der Vernehmlassungsergebnisse wurde im Frühling 2019 die dritte Variante als Arbeitsgrundlage für das weitere Vorgehen gewählt. Von Juli bis September 2019 konnten die Personalverbände an verschiedenen Gesprächen mit der Delegation für das Personalwesen des Staatsrats ihren Standpunkt darlegen. In diesem Rahmen forderten die Personalverbände auch neue Berechnungen. Nach Abschluss der Gespräche bezog der Staatsrat unter Berücksichtigung der abgegebenen Stellungnahmen Position.
Der Grosse Rat wird voraussichtlich im Frühling 2020 über die Vorlage entscheiden. Entsprechend der Kantonsverfassung unterliegt dieses Gesetz dem obligatorischen Finanzreferendum. Der neue Vorsorgeplan der PKSPF soll am 1. Januar 2022 in Kraft treten.
Die gewählte Lösung basiert auf steigenden Gutschriften des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers. Damit werden die Renteneinbussen zum Zeitpunkt des Primatwechsels auf 9,5 % in Bezug auf die erwartete Rente im Alter von 64 Jahren nach dem heutigen Vorsorgeplan begrenzt.
Der Vorschlag sieht eine paritätische Erhöhung des Beitragssatzes (+1 % Arbeitgeber / +1 % Arbeitnehmende) sowie Übergangs- und Kompensationsmassnahmen ab dem Alter von 45 Jahren vor. Für letztere ist ein einmaliger Arbeitgeberbetrag von 380 Millionen Franken geplant. Weiter wird dem gesamten Staatspersonal eine Lohnerhöhung von 0,25 % gewährt.
Für die mit Polizeigewalt ausgestatteten Beamtinnen und Beamten (Polizistinnen und Polizisten, Fachleute Justizvollzug, Wildhüter/innen und Fischereiaufseher/innen, usw.) konnte eine grundsätzliche Einigung im Hinblick auf eine Kapitalauszahlung erzielt werden. Diese ermöglicht es, die Renteneinbussen aufgrund der obligatorischen Pensionierung mit 60 Jahren zu mildern. Die Lösung muss im Detail ausgearbeitet werden, sobald das Gesetz verabschiedet ist und die geltenden Bestimmungen bekannt sind. Mit dem neuen Gesetz kann die PKSPF im Pensionsplan ausserdem mehrere Vorsorgepläne zur freien Wahl vorsehen, damit die versicherten Personen ihre Altersleistungen aufbessern können. So hatte es die Mehrheit der Vernehmlassungsteilnehmer gewünscht.
Die vom Staatsrat vorgeschlagene Vorlage übernimmt die wichtigsten Elemente der dritten Variante, die in die Vernehmlassung geschickt wurde. Sie unterscheidet sich durch die Einführung steigender Gutschriften, die von den Sozialpartnern befürwortet wurden. Ausserdem sind Kompensationsmassnahmen ab dem Alter von 45 Jahren vorgesehen (andere Varianten sahen eine Altersgrenze von 50 Jahren vor).
Im Vergleich zum ursprünglichen Vorschlag weist die eingereichte Vorlage bessere Bedingungen für die Versicherten auf. Deren Renteneinbussen werden zum Zeitpunkt des Primatwechsels auf maximal 9,5 % begrenzt – in Bezug auf die erwartete Rente im Alter von 64 Jahren nach dem heutigen Vorsorgeplan. Die Kompensationsmassnahmen gelten ab dem Alter von 45 Jahren und beinhalten ebenfalls eine Kapitalgutschrift von 6,66 % pro Jahr (ab dem 1. Januar 2022) für alle versicherten Personen. Die Variante, die ursprünglich im Frühling 2019 als Arbeitsgrundlage für weitere Gespräche gewählt wurde, sah eine Begrenzung der Renteneinbussen auf maximal 15 % vor.
Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die paritätische Erhöhung der Beiträge dem gesamten Personal zu Gute kommt und nicht nur den Personen ab 45 Jahren.
Die wichtigste Massnahme der vom Staatsrat vorgeschlagenen Reform ist die Umstellung des Vorsorgeplans vom Leistungsprimat auf das Beitragsprimat.
Heute muss die PKSPF eine Rente zusichern, die 1,6 % der versicherten Lohnsumme einer ganzen Laufbahn entspricht (Referenzrentensatz). So muss sie die Mittel aufbringen, um die versprochenen Leistungen zu finanzieren. Es handelt sich dabei um einen Vorsorgeplan im Leistungsprimat. In der Schweiz wird dieses Prinzip nur noch von den öffentlich-rechtlichen Pensionskassen der Kantone Genf, Waadt und Freiburg angewendet. Wenn die Pensionskasse in diesem System die garantierten Renten aufgrund fehlender Renditen nicht finanzieren kann, muss sie ihren Vorsorgeplan anpassen. Entweder, indem sie die Leistungen senkt oder indem sie die Beiträge erhöht. Für die PKSPF würde die Fortführung des Plans die Arbeitnehmenden und den Arbeitgeber 1,4 Milliarden Franken kosten, je nach Schätzung der Zinsgutschrift.
Mit dem neuen Plan würde künftig die Berechnung der Rente zum Zeitpunkt der Pensionierung ausschliesslich auf den angesparten Beiträgen und den tatsächlich erzielten Erträgen aus dem Kapital basieren. Dabei handelt es sich also um einen Vorsorgeplan im Beitragsprimat. Dieses System wird fast von allen öffentlichen und privaten Pensionskassen der Schweiz angewendet. Mit dem Wechsel vom Leistungsprimat zum Beitragsprimat kann die Pensionskasse ihre Renten sichern und gleichzeitig die Erhöhung der Beiträge beschränken. Das Beitragsprimat erlaubt ausserdem, das Risiko von Schwankungen an den Finanzmärkten auf die Versicherten zu übertragen. Von dieser Übertragung können auch die Versicherten profitieren, deren Renten positiv beeinflusst werden, wenn die Erträge höher ausfallen als erwartet.
Die Reform, die notwendig ist, um die Stabilität der Pensionskasse und ihrer Leistungen zu sichern, beinhaltet eine Senkung des erwarteten Rentenniveaus für Personen, die aktuell beim Staat Freiburg oder bei einer der PKSPF angeschlossenen Anstalt arbeiten.
Die vom Staatsrat vorgeschlagene Lösung begrenzt die Renteneinbussen auf 9,5 %. Für Personen ab dem Alter von 45 Jahren sind Übergangs- und Kompensationsmassnahmen mit einem einmaligen Arbeitgeberbetrag von 380 Millionen Franken vorgesehen. Weiter wird eine Lohnerhöhung von 0,25 % gewährt.
Für die mit Polizeigewalt ausgestatteten Beamtinnen und Beamten (Polizistinnen und Polizisten, Fachleute Justizvollzug, Wildhüter/innen, Fischereiaufseher/innen, usw.) konnte eine grundsätzliche Einigung im Hinblick auf eine Kapitalauszahlung erzielt werden, um die Einbussen aufgrund der obligatorischen Pensionierung im Alter von 60 Jahren zu mildern. Die Reform wird jedoch keine Auswirkungen auf die Renten der zweiten Säule von Personen haben, die bereits heute eine Alters-, Hinterlassenen-, Invaliden- oder Waisenrente erhalten.
Wie viel die Revision des Vorsorgeplans der PKSPF die Arbeitgeber und die versicherten Personen kosten wird, ist schwer in Zahlen zu fassen, weil es sich bei den meisten zu vergleichenden Faktoren um Annahmen handelt. Das vorliegende Projekt weist eine zusätzliche Schwierigkeit auf, nämlich die Umstellung des Vorsorgeplans vom Leistungsprimat auf das Beitragsprimat. Trotz dieser Schwierigkeiten kann man versuchen, die Lastenverteilung abzuschätzen.
Am schwierigsten zu bestimmen ist die Höhe des gesamten finanziellen Aufwands. Der definierte Betrag entspricht der Summe, die zum Zeitpunkt des Primatwechsels in die PKSPF einzuschiessen ist, sodass die zu erwartende Altersrente der beim Primatwechsel anspruchsberechtigten Versicherten auf dem gleichen Niveau erhalten bleibt. Die Gesamtkosten für die Erhaltung der aktuellen Pensionsbedingungen im künftigen Plan entsprechen den ursprünglichen Schätzungen von 1,4 Milliarden Franken.
Der Staatsrat schlägt für die Finanzierung dieses Betrags eine gerechte Beteiligung der angeschlossenen Arbeitgebern vor.
Auch das versicherte Personal trägt durch Rentenverluste und steigende Beiträge zur Finanzierung der Reform bei.
Ja, die Reform bietet die Möglichkeit eines zusätzlichen Beitragsplans. Jede versicherte Person wird Jahr für Jahr entscheiden können, ob sie ihren Beitrag weiterhin normal bezahlen will oder ob sie mehr einbezahlen möchte, um ihre Rentenbedingungen zu verbessern.
Die Altersgutschrift ist ein Teil der Beiträge. Der gesamte Beitrag (25,9 %) setzt sich wie folgt zusammen:
- 21% sind Sparguthaben oder Altersgutschrift,
- 3% sind notwendig für die Rekapitalisierung der Pensionskasse und
- 1,9% werden für die Deckung der Risiken von Tod und Invalidität, für Verwaltungskosten sowie für die Beiträge an den Sicherheitsfonds verwendet.
Aufgrund der steigenden Gutschriften passen sich die Beitragskategorien dem Alter der versicherten Personen an und werden in Prozenten des versicherten Lohnes berechnet:
|Alter BVG||Beitragssatz versicherte Person||Beitragssatz Arbeitgeber|
|22 - 34 Jahre||10,02||12,38|
|35 - 44 Jahre||10,02||13,38|
|45 - 54 Jahre||12,92||16,88|
|55 - 70 Jahre||13,02||21,38|
Es sei daran erinnert, dass der aktuelle Beitragssatz der versicherten Personen 10,66 % und jener des Arbeitgebers 15,24 % beträgt.
Nein, die Reform hat keine Konsequenzen für aktuell pensionierte Personen. Diese Personen werden ihre Renten weiterhin in gleicher Höhe erhalten. Ebenso hat die Reform keine Folgen für Personen, die heute eine Hinterbliebenen-, Invaliden- oder Waisenrente erhalten.
Die Auswirkungen der Reform auf die persönliche Rente können berechnet werden. Die vorgeschlagene Reform zur Sicherung der Stabilität der PKSPF kann für Personen, die bei der Pensionskasse versichert sind, erhebliche Auswirkungen auf die Renten der zweiten Säule haben. Die PKSPF stellt den betroffenen Personen einen Rechner zur Verfügung, mit dem sie die Folgen des angepassten Vorsorgeplans für ihre persönliche Altersrente abschätzen können.
Die ausbezahlte Altersrente hängt vom angesparten Kapital zum Zeitpunkt der Pensionierung, von der in Zukunft erwarteten Rendite der PKSPF sowie von der Lebenserwartung der Rentnerinnen und Rentner ab. Gemäss den Statistiken der PKSPF hat eine Frau im Alter von 64 Jahren eine Lebenserwartung von weiteren 23,09 Jahren; bei einem Mann sind es 20,93 Jahre. Wenn also eine Frau zwei Jahre früher in Pension geht (im Alter von 62 Jahren), dann muss die PKSPF ihr zwei Jahre länger als die erwarteten 23,09 Jahre eine Rente bezahlen. Das führt zu einer Verlängerung der Zahlungsdauer um 2/23,09, was ungefähr 9% entspricht. Die Rente muss also pro erwartetem Lebensjahr um etwa 5% gesenkt werden. Für einen Mann sind es 2/20,93, was ungefähr 10% entspricht. Diese Rechnung ist insofern anschaulich, als auch die erwartete Leistung sowie die Lebenserwartung der potentiellen Partnerin oder des potenziellen Partners berücksichtigt werden.
Aktuell wird die Rente im Fall einer frühzeitigen Pensionierung vor 62 Jahren zwischen 60 und 62 Jahren nicht gesenkt. Aber sie wird vor dem Alter von 60 Jahren um 2% gekürzt respektive ab dem Alter von 62 Jahren um 2% erhöht. Aus technischer Sicht ist die Berechnung der vorgezogenen Altersrente daher nicht neutral (die korrekte Kürzung würde jährlich etwa 5% betragen), weil Versicherte, die vor dem 62. Altersjahr in Pension gehen, keine entsprechende Senkung erfahren, obwohl sie ein oder mehrere Jahre von zusätzlichen Zahlungen profitieren. In anderen Worten: Die aktuelle Berechnung begünstigt Versicherte, die sich eine frühzeitige Pensionierung leisten können, auf Kosten derjenigen, die später pensioniert werden und aufgrund des kürzeren Zahlungszeitraums keine «angemessene» Erhöhung der Rente erhalten. Die Einführung einer strikten versicherungstechnischen Berechnung im neuen Vorsorgeplan garantiert somit, dass die Renten von allen Versicherten auf Grundlage der tatsächlichen Lebenserwartung zum Zeitpunkt des Austritts aus dem Erwerbsleben berechnet werden. Damit wird eine unerwünschte Solidarität beendet.
Nein, eine Erhöhung des Rentenalters ist nicht vorgesehen. Es wird nach wie vor möglich sein, im Alter von 58 bis 65 Jahren in Rente zu gehen und einen AHV-Vorschuss zu beziehen. Jedoch wird die Rente versicherungstechnisch berechnet werden, was heute nicht der Fall ist. Das wird zur Folge haben, dass die von der PKSPF ausbezahlten Renten sinken.
Der AHV-Vorschuss ist von der aktuellen Reform nicht betroffen. Gemäss aktuellem Stand der Dinge bleibt das System für den AHV-Vorschuss also erhalten.
Im Fall der PKSPF werden die Leistungen auf Grundlage der versicherten Lohnsumme einer ganzen Laufbahn berechnet. Mit diesem System wird sichergestellt, dass Unterbrüche der Karriere, variierender Beschäftigungsgrad oder andere Schwankungen des versicherten Lohns berücksichtigt werden. Laut den Aussagen der Spezialisten bestraft der Übergang zum Beitragsprimat Personen mit einer untypischen Karriere nicht. Vor allem aus folgenden Gründen:
- Die Altersgutschriften (Anteil der gesamten Beiträge, die den Ersparnissen gutgeschrieben werden) passen sich immer dem tatsächlich ausbezahlen Lohn an, so dass sich das persönliche Sparguthaben entsprechend dieser Gutschriften entwickelt. Der versicherte Lohn (Lohn abzüglich Koordinationsabzug) wird auf die gleiche Art und Weise berechnet wie im Leistungsprimat. Das heisst, dass der Koordinationsabzug in Abhängigkeit des Beschäftigungsgrads berechnet wird. Dieser Absatz benachteiligt die Personen mit einem tieferen oder im Laufe der Karriere schwankenden Beschäftigungsgrad nicht.
Das Beitragsprimat bedeutet für diese Personen deshalb keine Nachteile im Vergleich zum aktuellen System.
Der neue Vorsorgeplan vereinfacht die Berechnung von Leistungseinkäufen für untypische Karrieren. Mit der Anpassung ist es nicht mehr notwendig, die Skala für Austrittsleistungen zu verwenden, um die Auswirkungen eines geleisteten Beitrags zu berechnen. Dieser wird direkt in Franken auf dem Altersguthaben (auch Ersparnisse genannt) gutgeschrieben. Nach Einschätzung der Experten vereinfacht die wegfallende Austrittsleistungsskala die Karriereplanung und ermöglicht die Vergleichbarkeit und die Kompensation fehlender Jahre über freiwillige Einkäufe. Dabei ist der Betrag nicht mehr vom Alter abhängig, in dem der Einkauf erfolgt (die aktuelle Austrittsleistungsskala steigt mit dem Alter an, so dass der Einkauf für die gleiche Höhe der Altersrente beispielsweise mit 55 Jahren teurer ist als mit 30 Jahren).
Die PKSPF wäre gezwungen, den aktuellen Rentensatz von 1,6 % auf 1,3 % senken. Das entspricht einer durchschnittlichen Senkung der Renten, von der alle Angestellten betroffen wären und die höher ausfallen würde als die durchschnittliche Senkung, die im Rahmen der vom Staatsrat ausgearbeiteten Vorlage zu erwarten ist. Die Senkung der Renten um 10 bis 25 % würde bedeuten, dass die Kosten der Reform vollumfänglich zu Lasten der Versicherten gehen. Übergangsmassnahmen würden nur für Personen über 60 Jahre gewährt, alle anderen Personen würden keine Kompensationen erhalten. Die Folgen für Personen ab 45 Jahren wären schwerwiegend, da sie nicht von den zusätzlichen Übergangs- und Kompensationsmassnahmen profitieren könnten, welche in der vom Staatsrat ausgearbeiteten Vorlage vorgesehen sind.
Nein. Das Scheitern der Reform wäre für keine Kategorie der versicherten Angestellten von Vorteil. Im Fall, dass die Reform scheitert und das Leistungsprimat beibehalten wird, würden die Renten der Versicherten je nach Alter um 10 bis 25 % sinken. Ausserdem wären weitere Leistungskürzungen in den kommenden Jahren nicht ausgeschlossen. Einzig Personen ab 60 Jahren würden im Falle eines Scheiterns von den Übergangsmassnahmen profitieren. Wenn sich diese Personen jedoch frühzeitig pensionieren lassen, können sie nicht mehr von den heutigen Bedingungen profitieren, welche den Verlust begrenzen, der mit der vorzeitigen Pensionierung einhergeht. Die PKSPF beschloss, diesem Mechanismus ein Ende zu setzen, der de facto Personen mit hohem Einkommen begünstigt. Die Renten würden bei vorzeitiger Pensionierung für alle Personen um 5 % pro Jahr gekürzt. Diese sogenannte versicherungsmathematische Kürzung wurde vom Renten-Rechner, der 2019 auf der Webseite aufgeschaltet wurde, nicht berücksichtigt. In der neuen Version des Renten-Rechners wurde dieser Aspekt mittlerweile korrigiert. Es zeigt sich, dass auch Personen ab 60 Jahren nicht von einem Scheitern der Reform profitieren würden.
Viele Parameter der Reform liegen in der Kompetenz des Grossen Rates und der Bevölkerung des Kantons Freiburg. Der Grosse Rat wird voraussichtlich im Frühling 2020 zur Vorlage Stellung nehmen. Entsprechend der Kantonsverfassung unterliegt dieser Gesetzesentwurf dem obligatorischen Finanzreferendum. Das Inkrafttreten des neuen Vorsorgeplans ist per 1. Januar 2022 geplant. Die aktuellen Bestimmungen bleiben daher bis am 31. Dezember 2021 in Kraft.
Nein, die aktuellen Bedingungen bleiben bis Ende des Jahres 2021 bestehen.
Ja, die Pensionskasse wird wie bisher gelegentliche Einkäufe zulassen. Den maximal zulässigen Einkaufsbetrag finden Sie auf Ihrem Versicherungsausweis unter den allgemeinen Informationen auf S. 2. Darüber hinaus ermöglicht die Pensionskasse den Versicherten, einen oder drei zusätzliche Beitragspunkte einzuzahlen, um ihre künftigen Leistungen zu verbessern.
Die bestehenden Rechte bleiben erhalten. Das im Leistungsprimat erlangte reglementarische Guthaben wird auf den neuen Vorsorgeplan im Beitragsprimat übertragen. Im Falle eines Wechsels des Arbeitgebers ist die Freizügigkeitsleistung garantiert.
Die arbeitstätigen Versicherten der PKSPF erhielten ihren neuesten Vorsorgeausweis Ende November 2018. Dieses Dokument wird auch jedes Jahr im Laufe des ersten Halbjahres aktualisiert.