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Dass ein Komponist, der gerne reist, dazu sogar Stücke schreibt, versteht sich von selbst: Singende und Klingende Geografie
hiessen diese bei Georg Philipp Telemann. Bevor er aber zum international renommierten Komponisten aufstieg, studierte er nicht etwa Musik, sondern Jura in Leipzig, arbeitete aber mit Laienorchestern und bildete sich selbständig weiter, sodass er später als Musikdirektor und Kapellmeister an verschiedenen deutschen Höfen und in Städten angestellt wurde. 1721 übernahm er das prestigeträchtige Amt als Musikdirektor und Kantor der Stadt Hamburg, später auch die Leitung der Oper.
Das Ensemble Points Cardinaux
widmet sich in seinem neuen Programm Georg Philipp Telemann im Kontext seiner Pariser Aufenthalte. Er hatte dort acht Monate zu Studien zugebracht und sich als Komponist während dieser Zeit einen internationalen Ruf geschaffen. Seine Musik zeichnet sich durch grosse Sanglichkeit, italienische, französische und teils auch polnisch-folkloristische Einflüsse aus – auch Telemanns Harmonik gilt für einen Barockkomponisten als avanciert. Im Zentrum dieses Programms
steht eines seiner Pariser Quartette, die wohl als Chef d’Oeuvre von Telemanns Kammermusik gelten können.
Kombiniert wird dieses Werk mit anderen Meisterwerken französischer Komponisten, einer Suite von Jacques-Martin Hotteterre «Le Romain» und weiterer Kammer- und Orgelmusik von François Couperin. Die kleine, aber sehr farbige Besetzung aus Traversflöte, Violine, Viola da Gamba, Violoncello, Cembalo und Orgel ermöglicht die Wiedergabe dieser äusserst delikaten und raffinierten Musik aufs Beste.
Gabriela Schöb, Kantorin