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Bei allen Erkrankungen, welche mit der tiefen Hirnstimulation behandelt werden können, ist das Hauptziel die Verbesserung der Lebensqualität durch Minderung der Symptome. Damit ist die tiefe Hirnstimulation nicht eine Behandlung, die zur Heilung einer Erkrankung führt, sondern zu einer Linderung der Beschwerden (sogenannt symptomatische Behandlung).
Erfolgschancen
Bei den klassischen und weltweit am besten untersuchten Erkrankungen (Parkinson, Tremor, Dystonien) besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Beschwerden signifikant gelindert werden können. Die Zürcher Zahlen bestätigen dies beispielsweise bei der am häufigsten durchgeführten tiefen Hirnstimulation für Parkinson-Patienten: dort sehen wir eine sehr deutliche Besserung der Lebensqualität bei über 85% der Patienten. Bei den restlichen Patienten besteht ebenfalls eine Besserung der Symptome, die allerdings weniger deutlich ausfällt. Im Durchschnitt wird die medikamentöse Behandlung bei Parkinson-Patienten nach der tiefen Hirnstimulation um zwei Drittel reduziert, bei Tremor-Patienten noch deutlicher.
Operationsrisiken
1) Die Chancen sind zwar, wie oben aufgeführt, sehr gut, dennoch kann nicht für den Behandlungserfolg garantiert werden.
2) Durch die Implantation der Elektroden besteht ein geringes Risiko einer Hirnblutung. Aus diesem Grund wird vor der Operation sorgfältig die Blutgerinnung überprüft. Hirnblutungen sind sehr selten, können jedoch zu neurologischen Defiziten führen oder sogar lebensbedrohlich sein.
3) Bei der Implantation könnte es zu einer Infektion des implantierten Materials (Kabel und Stimulator) kommen. Wir operieren daher unter Anwendung grösster Sorgfalt, verabreichen ein prophylaktisches Antibiotikum und implantieren den Neurostimulator in ein Antibiotika-freisetzendes Netz (wir weisen vor der Operation darauf hin, dass dieses Produkt bisher nur für die Verwendung mit Herzschrittmachern zugelassen ist). Auch die Rasur der Kopfhaare, die wir vor der Operation durchführen, dient dem Zweck, das Infektionsrisiko zu senken. Dennoch bleibt ein geringes Restrisiko. Im Fall einer Infektion müssen Teile oder gar das ganze implantierte System entfernt werden und können nach antibiotischer Behandlung über mehrere Wochen wieder eingesetzt werden.
4) Während der Wachoperation könnte sich theoretisch ein Krampfanfall ereignen. Bei auftretender Übelkeit mit Erbrechen besteht das Risiko einer so genannten Aspiration, da der Kopf während der Operation nicht bewegt werden kann und daher nicht, wie üblich, zur Seite ausgespuckt werden kann. Unsere Anästhesisten sind während der ganzen Operation (auch während des Wach-Teiles) zugegen und können jederzeit eine Narkose einleiten.
Andere Operationsrisiken sind selten, jedoch denkbar. Auch bei grösster Sorgfalt können bei einem neurochirurgischen Eingriff lebensbedrohliche Komplikationen auftreten.
Nebenwirkungen
Es kann sein, dass das elektrische Feld der tiefen Hirnstimulation Nervenzellen mitstimuliert, die man eigentlich gar nicht stimulieren möchte. Dies kann zu Nebenwirkungen führen. Je nach Erkrankung sind das am häufigsten Sprechstörungen (eine verwaschene Sprache) oder Probleme beim Gehen. Andere Nebenwirkungen wie beispielsweise Sehstörungen treten deutlich seltener auf. Insgesamt können diese Nebenwirkungen bei den meisten Patienten durch eine geeignete Programmierung reduziert oder vermieden werden. Die Erfahrungen in Zürich zeigen, dass etwa bei 8-10 Prozent der Patienten nicht der volle Stimulationseffekt erzielt werden kann, weil darunter Nebenwirkungen auftreten würden.
Andere Nebenwirkungen können sich durch die Veränderung der Medikation ergeben. So kann beispielsweise die Reduktion der Parkinson-Medikamente mindestens vorübergehend zu einer gewissen Apathie führen.
Weiterlesen: Was gibt es für Alternativen?