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Diese kleinen Strafen pfeifen die Schiedsrichter am meisten
In praktisch allen Sportarten braucht es Schiedsrichter. Sie leiten das Geschehen und sprechen wenn nötig Strafen aus. In den bisherigen 45 Saisonspielen wurden 346 Zwei-Minuten-Strafen ausgesprochen, allerdings nicht immer aus demselben Grund. Welche Vergehen werden am meisten gepfiffen?
Der Grund der mit Abstand am meisten gepfiffenen Strafe lautet Beinstellen. Dies kann natürlich auf zwei Arten geschehen: Entweder verliert der Gegner durch den Einfluss eines Stockes die Balance oder auch durch ein ausgefahrenes Bein. Satte 68 Zwei-Minuten-Strafen wurden bisher für dieses Vergehen verteilt.
Dahinter folgt mit 51 Zwei-Minuten-Strafen das Vergehen «Haken». Die Definition eines Haken lautet: «Ein Spieler, der seinen Stock einsetzt, um einen Gegenspieler, mit oder ohne Puck, am Vorwärtskommen zu hindern» (Regelbuch IIHF, Regel 146 - Haken). In den meisten Fällen hindert der Verteidiger den Angreifer von hinten mit dem Stock daran, einen Schuss abzugeben oder einen Pass zu spielen. Er «hakt» dabei gegen die Hand oder den Arm des Gegenspielers. Stehen die Headschiedsrichter in der richtigen Position, ist dieses Vergehen meist sehr deutlich zu sehen und wird konsequent gepfiffen.
Das Podest würde das Vergehen «Übertriebene Härte» komplettieren. Allerdings beeinflussen solche Strafen das Spielgeschehen oftmals nicht, da je ein Spieler beider Mannschaften nach einer Rangelei auf der Strafbank Platz nehmen muss. In der NHL würden solche kleinen Rencontre (zum Beispiel vor den Toren) meist nur belächelt werden und nur selten eine Strafe nach sich ziehen. Insgesamt 47 Zwei-Minuten-Strafen wurden dafür bisher verteilt.
Sieht man von der Übertriebenen Härte ab, dann stünde das Vergehen «Stockschlag» auf Platz 3. Dies sind oftmals sehr diskutable Strafen. Denn grundsätzlich ist das Bearbeiten (laut Regelbuch «Klopfen») des gegnerischen Stockes erlaubt, solange dahinter die Absicht ist, den Puck zu spielen. Bei einem Stockbruch des Gegners ist die Angelegenheit meist klar. Doch sonst besteht des Öfteren einen Graubereich. Die Schiedsrichter müssen während den Partien den Spielern einfach eine klare Linie aufzeigen.
Weitere häufige Strafen sind Hoher Stock (33 Zwei-Minuten-Strafen), Halten (26) und Behinderung (26). Das Halten des gegnerischen Stockes (Stockhalten) wird auch noch relativ häufig geahndet (8).
Die gefährlichen Checks
Es gibt unterschiedliche Vergehen, die auf einen Check zurückzuführen sind. Am meisten werden Crosschecks gepfiffen. Dies ist kein gewöhnlicher Check mit dem Körper, sondern mit dem Stock. Sehr offensichtlich sind diese, wenn der Verteidiger seinem Gegenspieler den Stock mit beiden Händen aus der Luft zum Beispiel in den Rücken schlägt. Zwölfmal wurde dies schon gepfiffen.
Deutliches Zeichen: Crosscheck. (JustPictures)
Danach folgen die Vergehen «Bandencheck» mit acht und «Check gegen den Kopf» mit sieben Zwei-Minuten-Strafen. Ein Bandencheck ist - wie es der Namen schon sagt - ein Check in Richtung Bande, wobei die Entfernung zur Bande sicherlich eine Rolle spielt. Wenn ein verteidigender Spieler seinen Gegenspieler mit dem Ellbogen oder dem Körper aus einer gefährlichen Position checkt, dass dieser heftig in die Bande geworfen wird, gibt es eine Strafe wegen Bandenchecks.
Checks gegen den Kopf sind sehr gefährlich und es folgt immer noch zusätzlich eine 10-Minuten-Disziplinarstrafe. Jeder Check gegen den Kopf ist grundsätzlich eine Strafe, da es keine fairen Checks gegen den Kopf gibt.
Das Vergehen «Später Check» (oder Late Hit) ist relativ neu im Regelbuch aufgeführt. In diesen Fällen ist der Gegenspieler längst nicht mehr in Puckbesitz und nicht auf einen Check vorbereitet. Meist geschieht dies auf offenem Eis.
Die eher seltenen Strafen
Es gibt natürlich auch Zwei-Minuten-Strafen, welche nicht so oft zu sehen sind. Dreimal wurde ein Wechselfehler gepfiffen. Eine Bankstrafe, welche zum Beispiel bei einer nicht erfolgreichen Coaches Challenge ausgesprochen wird, gab es erst einmal. Genauso wie ein unkorrektes Anspiel, wenn der Bullyspieler trotz Ermahnung ein zweites Mal zu früh ist oder falsch dasteht. Eine Schwalbe wurde auch erst einmal während des Spiels gebüsst.
Eine ebenfalls relative dumme Strafe ist das Puck aus dem Spielfeld schiessen. Insgesamt sechsmal wurde durch die Unkonzentriertheit die eigene Mannschaft in Bedrängnis gebracht. Gleich zweimal war es Atte Ohtamaa, der finnische Verteidiger des HC Lugano, der eigentlich für defensive Stabilität sorgen sollte.
Es gäbe noch viele weiter Strafen, die die Schiedsrichter bei jedem Spielgeschehen in Betracht ziehen müssen. Sie müssen auf viele unterschiedliche Situationen gleichzeitig achten und haben dadurch keinen leichten Job. Und trotzdem: Ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl täte dem Spiel auf rutschiger Unterlage sicherlich gut.
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