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Die
Werkbahnlokomotive
Ee 2/2 der SIG
Die Schweizerische
Industriegesellschaft SIG produzierte ab 1853 Eisenbahnwagen,
erhielt selber aber erst 1897 einen eigenen Bahnanschluss. 1920
wurde das Verbindungsstück zum Neuhauser Bahnhof elektrifiziert
und von einer Ee 2/2 befahren – bis zur Stilllegung der
Werkbahn auf Ende 1982. Der Museumsverein Schaffhausen rettete
die Lokomotive vor der Verschrottung. Heute steht sie in Winterthur.
Von Jürg Zimmermann, Ehrenmitglied und ehemaliger Präsident
des Museumsvereins.
Neuhausen am Rheinfall hatte zunächst nur eine Bahnstation:
Neuhausen Bad Bf der 1863 eingeweihten Grossherzoglich Badischen
Staatseisenbahnen. Erst mit dem Bau der Bahnlinie Eglisau-Schaffhausen
erhielt Neuhausen 1897 einen „schweizerischen“ Bahnhof.
In der Nordostbahnzeit hiess die Station Neuhausen „Neuhausen
NOB (Rheinfall)“. Nach dem Rückkauf der Nordostbahn
durch die Eidgenossenschaft im Jahre 1902 wurde die Bezeichnung
zunächst in „Neuhausen-Schweizerbahn, Rheinfall“,
dann in „Neuhausen. S.B.B.“ geändert.
Die Schweizerische Industrie-Gesellschaft SIG erbaute 1897 zwischen
dem Fabrikgelände und dem „schweizerischen“ Bahnhof
ein 420 Meter langes Werkbahngleis, auf dem eine werkeigene Lokomotive
den Transfer zwischen dem Fabrikgelände und dem Bahnhof besorgte.
In den zwanziger Jahren konstruierte die SIG einige Elektro-Rangierlokomotiven
für Werkbahnen. Eine solche Lokomotive mit Baujahr 1919/20
versah während Jahrzehnten den Verschiebedienst zwischen
der SIG und dem Bahnhof Neuhausen SBB.
1983 zeigte niemand Interesse an der Ee 2/2
Da die Strecke Zürich Oerlikon-Bülach-Schaffhausen erst
1928 elektrifiziert wurde, liefen die Werkbahnlokomotiven unter
einem Fahrdraht, der vom werkeigenen Kraftwerk mit Bahnstrom mit
einer Spannung von 220 (240) Volt gespeist wurde. Nachdem der
letzte in der SIG gebaute komplette Personenwagen die Waggonfabrik
in Neuhausen verlassen hatte, wurde die Werkbahn auf den 1. Januar
1983 stillgelegt und die Rangierlokomotive Ee 2/2 überflüssig.
Drei Jahre lang versuchte die SIG die Lokomotive zu verschenken,
doch das Verkehrshaus der Schweiz in Luzern, das Technorama und
auch der Verein für Nostalgiebahnen lehnten eine Übernahme
ab. Deshalb wurde die Lokomotive dem Recycling-Unternehmer Schmid
im Herblingertal verkauft.
Nach 13 Jahren nach Winterthur gegeben
Der Museumsverein Schaffhausen verhinderte Ende Oktober 1986 die
Verschrottung der ehrwürdigen Lokomotive durch den Ankauf.
Der Veteran war in der Folge an verschiedenen Orten stationiert,
zuletzt in der „Schrotthalle“ der Firma +GF+ im Mühlental,
wo sie einen neuen Anstrich erhielt. Von dort wurde sie am 18.
März 1999 mittels Strassentransport auf das Areal des alten
Lokomotivdepots im Bahnhof Winterthur gebracht, wo sie noch heute
besichtigt werden kann.
Die Lokomotive ging zwischenzeitlich in den Besitz von Dr. Hans-Peter
Bärtschi, Büro ARIAS, Industrie-Archäologie, Winterthur,
über, der sie als „Maskottchen“ vor seinen Büro-Räumlichkeiten
stehen hat.
Zur Geschichte der Ee 2/2 siehe folgende Artikel in den Schaffhauser
Nachrichten:
7. August 1993:
19. März 1999: