Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03619.jsonl.gz/900

Bildung
In der Demokratischen Republik Kongo sind nach UNICEF gut 20 % der Männer zwischen 14 und 25 Jahren Analphabeten. Bei den Frauen im selben Alter sind es knapp 50%. Ein Grund dafür ist, dass die Schule im Kongo monatlich zwischen 5 und 10 CHF kostet. Für eine Familie mit einem Monatseinkommen von durchschnittlich 33 CHF ist das eine sehr hohe Summe. Wenn die Schulbildung fehlt, sinken auch die Chancen auf einen Beruf, der den eigenen Lebensunterhalt sichert. Um die Zukunftschancen der Kinder im House of Grace zu erhöhen, ist ihre Schulbildung deshalb von grosser Bedeutung. Alle Kinder im House of Grace gehen zur Schule und erhalten dort ebenfalls Hausaufgabenhilfe. Auch wenn ein Kind mit der Familie wiedervereint werden kann, wird darauf geachtet, dass es weiterhin zur Schule gehen kann. Wenn die Familie zu arm ist, übernimmt oft der Verein Baraza das Schulgeld. Dies ist momentan bei rund 30 Kindern der Fall (Stand Oktober 2019).
Abgesehen von der Schulbildung versuchen die Mitarbeiter im House of Grace auch andere Lebenskompetenzen zu vermitteln. In den letzten Monaten gehörte das Anpflanzen von Getreide und Gemüse (Bohnen, Tomaten, Mais, Amaranth dazu. Ebenfalls wird den Kindern beigebracht, wie man Schweine, Hasen und Tauben züchten kann. Die Kinder helfen regelmässig in der Küche und lernen selbständig ihre Wäsche von Hand zu waschen. Nach kongolesischem Gesetz dürfen Kinder nur bis zum 18. Lebensjahre in Heimen untergebracht werden. Bis dahin müssen die Kinder und Jugendlichen also selbständig genug sein, um für ihren Lebensunterhalt aufkommen zu können.