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Kirgistan: Altlastensanierung beginnt
Zentralasien diente in der ehemaligen Sowjetunion als wichtigen Uranstandort. Uran wurde mehr als 50 Jahre lang abgebaut und Uranerz wurde auch aus anderen Ländern zur Verarbeitung importiert. Eine grosse Menge radioaktiv kontaminierten Materials wurde in Deponien und Halden entsorgt. Die meisten Minen wurden zwar bis 1995 geschlossen, aber es wurden nur sehr wenige Sanierungsmassnahmen durchgeführt. Die akkumulierte Menge an radioaktiv kontaminiertem Material bedrohe die Umwelt und die Gesundheit der Bevölkerung. Zu den Gefahren gehört die mögliche Verschmutzung des Grund- und Oberflächenwassers in einem wichtigen landwirtschaftlichen Zentrum der Region.
In Schekaftar, nahe der Grenze zu Usbekistan, befinden sich rund um das Dorf und neben einer Schule Deponien mit radioaktiven Abfällen, die ein Risiko für die öffentliche Gesundheit darstellen. Einst eine blühende Gemeinde, die vom Uranabbau lebte, hat die Stadt heute eine Arbeitslosenquote von 70%, so die EBWE.
Die ersten Sanierungsarbeiten in Schekaftar konzentrieren sich auf die Schliessung von sechs Schächten und die Verlagerung von fünf Abfalldeponien auf eine bestehende Deponie an einem entlegeneren Ort. Die anderen Standorte in Kirgisistan werden voraussichtlich ebenfalls bald saniert werden.
Die Arbeiten werden im Rahmen eines strategischen Masterplans zu den Hinterlassenschaften aus der Uranproduktion in Zentralasien durchgeführt, den die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) entwickelt hat. Der Plan enthält einen detaillierten Entwurf für die Umweltsanierung vorrangiger Standorte in Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan. Die Finanzierung übernimmt der «Environmental Remediation Account for Central Asia» (ERA). Der ERA wird von der EBWE im Auftrag der internationalen Gebergemeinschaft verwaltet. Bisher die Europäische Kommission, Belgien, die Schweiz, die USA, Norwegen und Litauen Beiträge gesprochen.