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| Märtyrerakten - Ausgewählte Akten persischer Märtyrer

21. Mâr Gîwargîs
21. 1
Nunmehr begann sie zu fragen und auszuschauen nach einem Weg (πόρος), wohin (sie gehen solle). Sie flehte im Gebete unter schmerzlichen Tränen Tag und Nacht und bat Christus, daß er ihr einen Weg bahne, auf dem sie ihre Keuschheit und Sittsamkeit wahren könne. Da hörte sie von einem Schwesternkloster in Nisibis2, dessen Schwestern ein frommes Leben führten in einem demütigen, erhabenen, sittsamen Wandel unter einer vorzüglichen Regel (κανών), durch die sie ihr Leben in Christo behüten. Da entbrannte in ihr das erhabene Verlangen und das treffliche Begehren, in dieses Kloster zu gehen, damit dort ihr Leben in sittsamer Keuschheit sich vollende. Sie offenbarte das Geheimnis ihrem Bruder Mâr Gîwargîs, dem gekrönten Märtyrer; „Das ist mein Wille und sogleich gehe ich hin."
1: sic!
2: Nach Kanon 18 der neuen Schulregeln von Nisibis, erlassen i. J. 590 unter Bischof Simon und Schulvorstand Hannanâ scheinen damals mehrere Frauenklöster in N. bestanden zu haben.