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Auch wenn ich – aus säkularer Sicht – nachvollziehen kann, welchen Anspruch Josef Rattner in seiner 'Enzyklopädie der Psychoanalyse' verfolgt, entlockte mir dieser Satz doch ein Schmunzeln. Zu 35 führenden Psychologen des 20. Jahrhunderts verfasste er eine Einleitung, wobei er versprach:
(D)er Verfasser berichtet aber nicht nur objektiv über Formulierungen und Funde, sondern übt auch strnege Kritik, wo mancher Tiefenpsychologe sich in skurrile Einseitigkeiten verrannte.
Wie objektiv ist es denn, wenn man von Freud berichtet, er habe "alte Denkformen" zerbrochen und "traditionelle Vorurteile" entlarvt? Ich meine: Typisch säkulares Imponiergehabe. Als ob Denkformen deshalb schlechter seien, weil sie dem Zahn der Zeit standgehalten hätten…
Wer übrigens einen guten Überblick über das Spannungsfeld Seelsorge/Psychoanalyse finden möchte, wird in diesem Aufsatz von Ron Kubsch fündig. Weitere Hinweise in meinem Post "Seelsorge und Psychotherapie".