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Ab Anfang der 1950er Jahre bis Ende des 20. Jahrhunderts ist der Stromverbrauch wegen des Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums angestiegen. Seit knapp zehn Jahren sinkt der Verbrauch, obwohl das Bruttoinlandprodukt und die Bevölkerung weiter wachsen. Das steht in einem Bericht, den der Bundesrat am Freitag verabschiedet hat.
Verbrauchsmindernd wirken sich der technische Fortschritt und politische Massnahmen aus, welche die Verwendung stromsparender Geräte und Anlagen beschleunigen. Seit einigen Jahren haben diese Effekte insgesamt grösseres Gewicht als der Anstieg der Nachfrage durch Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum.
Das gilt allerdings nicht bei den Haushalten und Dienstleistungen. Hier reichten der technische Fortschritt und die energiepolitischen Instrumente nicht aus, um den Anstieg des Verbrauchs durch Mengeneffekte zu kompensieren.
TANKTOURISMUS GEHT ZURÜCK
Bei den fossilen Energieträgern hatte sich das Wachstum der Nachfrage bereits nach der Erdölkrise Mitte der 1970er Jahre deutlich abgeschwächt. Seit Mitte der 1990er Jahre sinkt die Nachfrage leicht. Neben technischem Fortschritt und politischen Massnahmen spielt hier auch die Substitution eine Rolle, zum Beispiel der Ersatz von Ölheizungen durch Wärmepumpen.
Beim Verkehr nahm die Nachfrage nach fossilen Treibstoffen bis ins Jahr 2015 zu. Seit der Aufhebung des Franken-Euro-Mindestkurses Anfang 2015 sank der Verbrauch, weil der Tanktourismus zurückging. Wird dieser nicht berücksichtigt, stieg die Nachfrage weiter. Die Wachstumsrate war in den letzten Jahren allerdings klein.
Mit dem Bericht erfüllt der Bundesrat einen Auftrag des Nationalrates. Dieser hatte ein Postulat von Roger Nordmann (SP/VD) angenommen.
(AWP)