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Careless Crime
Im Jahr 1978 setzte eine Gruppe von Anti-Schah-Aktivisten das vollbesetzte Cinema Rex in der iranischen Stadt Abadan in Brand, um ein Zeichen gegen den wachsenden westlichen Einfluss im Nahen Osten zu setzen. Weil viele der Ausgänge blockiert waren und das Feuer nicht rechtzeitig gelöscht werden konnte, starben weit über 400 Menschen in den Flammen. Der durch Ayatollah Chomeini in Auftrag gegebene Anschlag löste später die Iranische Revolution aus, die ihn zum iranischen Staatsoberhaupt machte.
Vierzig Jahre später beschliessen vier ebenfalls radikal eingestellte Männer, die Tat in einem gut besuchten Kino zu wiederholen. Parallel dazu sehen wir Fragmente des Spielfilms, den sich dort gerade das iranische Kinopublikum anschaut: «Careless Crime». In dieser Geschichte stranden einige Soldaten auf einer trostlosen Landstrasse, nachdem ihr Jeep eine Panne hatte. Sie treffen auf zwei Frauen, die in den Bergen mit den Vorbereitungen einer Open Air-Filmvorführung beschäftigt sind, um dort ebenjenen Film zu zeigen, der 1978 während des Anschlags in Abadan lief.
«Careless Crime» ist keine chronologische Aufarbeitung dieses historischen Ereignisses, sondern vielmehr eine fragmentarische Meditation über die Kraft des filmischen Erzählens. Shahram Mokris Film verknüpft kunstvoll Zeit und Raum miteinander. Der iranische Regisseur nutzt die verschiedenen Perspektiven, um die Tragödie einzubetten und Bezüge zur aktuellen Situation im Iran herzustellen
Sarah Stutte, Filmjournalistin
«Careless Crime», Iran 2020, Regie: Shahram Mokri, Besetzung: Babak Karimi, Razieh Mansouri, Abolfazl Kahani, Verleih: Trigon, http://www.trigon-film.org
Kinostart: 8. Juli 2021