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| Ephräm d. Syrer († 373) - Rede über die Auferweckung des Lazarus (Joh. 11, 43.)

8.
Das Mädchen rief er im Hause ins Leben zurück und übergab es seinem Vater; den Jüngling erweckte er auf dem Wege zum Grabe, als er hinausgetragen wurde; den Lazarus aber ließ er im Kerker des Grabes zu verwesen anfangen. Dann aber drang sein Ruf hinein in die Burg des Starken und erweckte ihn zum Leben. So rief er also im Hause, auf dem Wege und aus dem Grabe Tote wieder ins Leben, um so auf der ganzen Straße des Todes Meilensteine der Auferstehung aufzustellen. Auf den ganzen Pfad der Entschlafenen streute er die Hoffnung des Lebens aus; denn er ließ am Anfang, am Ende und in der Mitte desselben seine Auferstehung erscheinen. Darum zögerte er, als sein Freund Lazarus gestorben war, damit dieser den Anfang des Weges begehen und er ihn dann von dort zurückbringen könnte. Der Lebendige [Christus] ging dem Tode auf dem Wege seiner Macht auf der Ferse nach und träufelte auf die ganze Straße, vom Anfange bis zum Ende, seine Auferweckung. Er sprach: „Unser Freund Lazarus ist gestorben, und ich freue mich, daß ich nicht dort war“ 1. Es war ihm bekannt, daß er anfangen würde, zu verwesen, und so wartete er darauf, um ihn dann ins Leben zurückzurufen.
1: Joh. 11,14 f.