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Maler reden nicht - Maler malen
Heute mache ich eine Ausnahme und beantworte drei Fragen, die mir am meisten von den Betrachtern meiner Bilder gestellt werden.
1. Frage: Wie lange brauchst Du, um ein Bild zu malen?
Antwort: Für die hier gezeigten Bilder habe ich über 60 Jahre gebraucht.
2. Frage: Was stellen Sie dar?
Antwort: Es sind Farbfelder. Das ist eine Kunstrichtung unter vielen. Kunstrichtungen sind wie Strassen oder Wege, die man benützen kann. Farbfeldmalerei ist der Weg, den auch Mark Rothko gegangen ist. Es ist eine Darstellung in einer Sprache, die jeder reden und verstehen kann. Aber Du musst auf die übliche Betrachtungsweise verzichten und auf Dein Herz hören.
Auch St. Exupéry hat geschrieben: „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“
Ich habe schon viele Wege hinter mich gebracht und oft an einer Kreuzung eine ganz neue Richtung eingeschlagen.
Die hier gezeigten „Neu Seh Land“ Bilder entstanden aus Erfahrungen, die ich Anfangs Jahr in Neuseeland gemacht habe.
Die Dombeio Bilder malte ich in der Südafrikanischen Weinfarm Dombeya oberhalb Stellenbosch.
3. Frage: Kannst Du von Deiner Tätigkeit leben?
Antwort: Ich könnte ohne meine Tätigkeit nicht leben!
Dann wird aber sofort nachgedoppelt: „Das meinen wir nicht, sondern es interessiert uns, wie viele Bilder Du in einem Jahr verkaufst?“
Meine Zusatzantwort lautet dann: „Wenn selbst bei Klee seine Frau ums tägliche Brot besorgt war, ebenso bei Matisse, oder bei Van Gogh sein Bruder, wenn in den meisten Malerbiographien von der bitteren Armut die Rede ist, in der die Künstler gelebt haben, so muss man annehmen, dass auf diesem Gebiet andere Wertmassstäbe gelten.
Künstler sind Grenzgänger zwischen zwei Welten.
Malerei ist die Brücke in eine Welt, die nicht von dieser Welt ist.
Unsere Wertmassstäbe und Zahlungsmittel gelten nur hier, die andere Seite hat eigene Regeln und andere Kriterien. Viele schaffen den Weg über die Brücke eines Tages nicht und bleiben am anderen Ufer. Dann sagen wir, sie sind übergeschnappt, geben ihnen Tabletten oder stecken sie in eine Anstalt.
Zum Abschluss ein Tipp: Falls Du diese Fragen nicht stellst, wirst Du als Kunstexperte angesehen.