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Tripelkonzert | Giger | Schumann 3
6. Tonhallekonzert mit Werken von Giger, Beethoven und Schumann
Donnerstag, 4. Februar 2016, 19.30 Uhr
Otto Tausk Leitung
Storioni Trio Amsterdam
Bart van de Roer Klavier
Wouter Vossen Violine
Marc Vossen Violoncello
Paul Giger | Rauhnächte (UA) OEuvre Suisse #23
Ludwig van Beethoven | Konzert für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester C-Dur op. 56
Robert Schumann | Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 «Rheinische»
Hörwege! Nach dem Konzert spielt das Storioni Trio Amsterdam noch ein ca. 20-minütiges Late Night Special mit Kompositionen von Astor Piazzolla.
Die Uraufführung von Paul Gigers Komposition Zwölf Rauhnächte erfolgt im Rahmen von OEuvres Suisses.
www.oeuvressuisses.ch
Mit grosszügiger Unterstützung von
Nach Alfons Karl Zwickers „Unter dem Grabhügel“ wird in dieser Spielzeit Paul Giger mit seinem neuen Werk „Rauhnächte“ (UA) im Rahmen der Œuvre Suisse beim Sinfonieorchester St.Gallen zu Gast sein. In Wirklichkeit müsste bei ihm allerdings von einem Ehrengast die Rede sein, da er bereits von 1980 bis 1983 als Konzertmeister im Sinfonieorchester mitgewirkt hatte. Danach entschied er sich den Weg eines freischaffenden Musikers einzuschlagen und ab 1992 sich verstärkt der Komposition von Chor-, Orchester- und Kammermusik zuzuwenden.
Beethovens Tripelkonzert entstand 1803/04 ungefähr zeitgleich mit seiner Eroica. Die Soloinstrumente sind auf spezifische Personen, wie seinen Klavierschüler Erzherzog Rudolph, den Violinisten Carl August Seidler und den Solocellisten der Esterházyschen Kapelle Anton Kraft gemünzt und unterscheiden sich in ihren technischen Anforderungen dementsprechend. Auch wenn die Sinfonie ganz in der unterhaltenden Tradition der sinfonia concertante verwurzelt ist, erhält das Werk eine wichtige Mittlerrolle zwischen Beethovens 3. Klavierkonzert, in dem er vorwiegend das Orchester stärkte, und seinen reiferen Konzerten: Die Beziehungen zwischen Solo und Tutti konnten mit drei Solisten ungleich vielseitiger erkundet werden und es erschlossen sich ihm durch diese Komposition entscheidende Impulse für sein weiteres konzertantes Schaffen, was bisher leider oft und gerne übersehen wurde.
Die schnelle Niederschrift seiner 3. Sinfonie Es-Dur op. 97 erklärte Schumann ganz im Sinne romantischer Kunst- und Genieästhetik: „Wer überhaupt was machen kann, muss es auch schnell machen können, und je schneller, desto besser. Der Gedankenfluss und Ideengang ist wahrer und natürlicher als bei langer Reflexion.“ Die in Düsseldorf entstandene Sinfonie ist durch und durch vom Intervall der Quarte geprägt, vermag aber zahlreiche Stimmungen und Tonfälle mit diesem omnipräsenten Intervall zu verbinden. Die Beschreibung aus der Rheinischen Musik-Zeitung, die Sinfonie fange „ein Stück rheinisches Leben“ ein, die zu dessen Beinamen führte, mag der Sinfonie eine bereichernde Aura geben, sollte aber nicht zu allzu programmatischen Spekulationen verleiten: Schumann ist wohl eher noch einer abstrakt-poetischen statt einer eindeutig programmatischen Musik verpflichtet.