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Darm
Die Erkrankungen des Darmes sind vielfältiger Art. Für die Abklärung dieser Erkrankungen werden diverse Untersuchungen eingesetzt. Diese reichen von einfachen Blut- und Stuhluntersuchungen über bildgebende Verfahren (Ultraschall, Computertomografie, MRI) bis zu den endoskopischen Untersuchungen (Darmspiegelung, Enddarmspiegelung). Bei der Abklärung und Behandlung von Darmerkrankungen arbeiten wir eng mit unseren Kollegen der Gastroenterologie (Magendarmspezialisten) zusammen.
Dickdarm
Zu den häufigen gutartigen Erkrankungen des Dickdarmes zählen akute Entzündungen wie die Divertikulitis. Bei der Divertikelkrankheit bilden sich an der Wand des Dickdarmes Ausstülpungen, welche sich entzünden können. Dann spricht man von einer Divertikulitis. Bei einer einfachen Entzündung kann diese mit Antibiotika behandelt werden. Wenn solche Entzündungen wiederholt auftreten oder sich durch die Entzündungen narbige Veränderungen am Darm ausbilden, die die Darmpassage beeinträchtigen, sollte der erkrankte Darmabschnitt chirurgisch entfernt werden. Diese Operation führen wir fast ausschliesslich minimalinvasiv (laparoskopisch) durch. Über kleine Hautschnitte wird der erkrankte Dickdarmabschnitt in Spiegeltechnik entfernt.
Im Falle einer akuten Entzündung kann es vorkommen, dass ein Divertikel perforiert („platzt“), so dass Stuhl in die Bauchhöhle fliesst. In diesem Fall liegt eine akute Notfallsituation vor. Der erkrankte Darmabschnitt muss möglichst rasch entfernt werden. Auch in dieser Situation führen wir die Operation wenn möglich minimalinvasiv durch. Wegen der akuten Entzündung ist die Wahrscheinlichkeit aber erhöht, dass die Operation über einen grösseren Hautschnitt durchgeführt werden muss. Da bei einer akuten Entzündung die Heilungstendenz an der Darmnaht vermindert ist, muss teilweise temporär ein künstlicher Darmausgang angelegt werden, welcher dann nach Abklingen der akuten Entzündung wieder rückgängig gemacht werden kann.
Die häufigsten bösartigen Erkrankungen des Dickdarmes sind das Colonkarzinom („Dickdarmkrebs“) und das Karzinom des Mastdarmes („Mastdarmkrebs“). Zum Diagnostizieren eines Karzinomes wird eine Darmspiegelung (Koloskopie) mit Entnahme von Biopsien durchgeführt. Zeigt die Biopsie einen bösartigen Tumor, werden weitere Untersuchungen veranlasst, um zu sehen wie weit fortgeschritten der Tumor ist und ob er allenfalls Ableger gebildet hat. Zu diesen Untersuchungen gehören eine Blutanalyse, eine Computertomografie und beim Mastdarmkarzinom ein MRI. Liegen alle Untersuchungsergebnisse vor, wird in einer interdisziplinären Tumorkonferenz (sog. Tumorboard) eine individuell an den Patienten angepasste Therapie-Strategie festgelegt. Dieses Tumorboard findet wöchentlich per Videokonferenz in Zusammenarbeit mit dem Inselspital Bern statt.
In unserer chirurgischen Sprechstunde wird mit dem Patienten das operative Vorgehen besprochen. Wie oben bei der Divertikelkrankheit beschrieben, operieren wir Dickdarmtumore fast ausschliesslich mit einer minimalinvasiven Operation („Laparoskopie“). Das entfernte Gewebe mit dem Tumor wird zur mikroskopischen Untersuchung (Histologie) in die Pathologie des Inselspitals gesendet. In der Regel liegen die Untersuchungsresultate nach etwa einer Woche vor. In der onkologischen Sprechstunde, welche einmal pro Woche von den Onkologen (Krebsspezialisten) des Inselspitals am Spital Interlaken durchgeführt wird, wird mit dem Patienten besprochen, ob eine weitere Therapie (z.B. Chemotherapie) notwendig ist.
Dünndarm
Tumore des Dünndarmes sind deutlich seltener als Tumore des Dickdarmes. Diese werden wie die Dickdarmtumore nach Möglichkeit immer mit einer minimalinvasiven Operation entfernt.
Ein häufigeres chirurgisches Krankheitsbild des Dünndarmes ist der Darmverschluss. Meistens wird ein Dünndarmverschluss durch Verwachsungen nach Voroperationen verursacht. Durch diese Verwachsungen kommt es zu einem Abknicken des Darmes, was zu einem Rückstau des Darminhaltes und zum Erbrechen führt. In gewissen Situationen lässt sich die Darmpassage durch Legen einer Magensonde, eine Infusionstherapie und einer medikamentösen Stimulation des Darmes wieder in Gang bringen. Ist dies nicht der Fall, müssen die Verwachsungen in einer Operation gelöst werden.