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Hähnel,
Ernst Julius, einer der bedeutendsten Bildhauer, geb. zu Dresden, studierte anfangs in seiner Vaterstadt und von 1830 an in München die Architektur, wandte sich aber schon dort und später auf der Akademie in Florenz zur Skulptur. In Rom, wo er sich eine Zeitlang aufhielt und sich besonders von der Großartigkeit der Plastik ¶
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Michelangelos angezogen fühlte, entstand seine erste größere Arbeit, das Gipsrelief: Penelope und Telemach bei den Freiern. Auf dem Rückweg verweilte er 1835-38 in München und schloß sich hier an Schwanthaler, Cornelius und Genelli an. Seinen ersten, vielleicht sogar größten Triumph feierte er mit dem überaus schwungvollen, im Geiste der antiken Kunst und Religion gedachten, an lebensvoller Wahrheit reichen Bacchuszug für das Hoftheater zu Dresden (1840 daselbst vollendet) der bei dem Brande desselben 1869 zu Grunde ging, aber in Abgüssen vorhanden ist.
Einige Jahre später entstand das 1845 in Bonn aufgestellte Erzdenkmal Beethovens, dessen derbe, allzu realistische Gestalt
viel weniger dem Geist
Hähnels entspricht als die ganz aus seinem Geist hervorgegangenen Reliefs am Postament.
Seine völlig befriedigenden monumentalen Porträtstatuen sind: der 1848 aufgestellte Kaiser Karl IV. in Prag mit den allegorischen
Gestalten der vier Fakultäten am Postament, die ausdrucksvolle Statue des Königs Friedrich August II. in Dresden (1866), die
Reiterstatue des Fürsten Schwarzenberg in Wien (1867) und der nur als begeisterter Dichter aufgefaßte
Theodor Körner in Dresden (1869); weniger glücklich dagegen fiel die aus Kupfer getriebene Reiterstatue des 1815 bei Quatrebras
gefallenen Herzogs Friedrich Wilhelm auf dem Schloßplatz zu Braunschweig aus.
Unter seinen zahlreichen dekorativen Statuen an der Fassade des Museums in Dresden ist sein größtes Meisterwerk der herrliche Raffael, den er zu wiederholten Malen schuf, am schönsten in der Marmorstatue des Museums zu Leipzig; dagegen fanden seine Gruppen der klassischen und romantischen Poesie auf geflügelten Rossen über der Loggia des Neuen Opernhauses in Wien nur geteilten Beifall. Ein reizendes Werk ist sein Bacchus, Ganymed und Amor, die sich an dem Streit eines Adlers und eines Panthers um den Göttertrank ergötzen, und höchst charaktervoll sein neuestes: eine sitzende Eva, welche Abel an ihre Brust drückt, während Kain mit geballter Faust den Bruder zu verdrängen sucht. Er ist Professor an der Akademie in Dresden, Mitglied der Akademie in Berlin und Inhaber mehrerer Orden.