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Kodak Retina -/- Faszination eines Kamera-System -/- 1934 bis 1969
Optiken & Objektiv

Die Objektiv-Bestückung der Kodak-RETINA-Kameras lässt sich unterteilen in Einbauobjektive (2.1), in Wechsel-Optiken (2.2) und in Wechselobjektive (2.3). Kodak-RETINETTE-Kameras wurden nur mit Einbauobjektiven ausgerüstet.
Wechsel-Optiken
Bei der Verwendung von Wechsel-Optiken «C», wie auch von Wechselobjektiven sind gewisse kamerabedingte oder optische Eigenschaften zu beachten.
Verständlicherweise können Front-Glieder der Wechsel-Optiken von Schneider-Kreuznach nur mit fest eingebautem, hinterem Objektivteil von Schneider verwendet werden. Dasselbe gilt für die Wechsel-Optiken von Rodenstock.
Ebenfalls wurde empfohlen, an Kameras mit Wechsel-Optiken nur nummerngleiche 50mm-Standard-Objektivteile (Frontelement und fest eingebautes hinteres Objektivelement) zu verwenden.
Konstruktionsbedingt lässt sich der Weitwinkel-Vorsatz Retina-Curtar-Xenon C 4/35, bzw. Retina-Heligon-C 4/35 nicht an der Retina-Reflex (Type 025) einsetzen.
Zwei Arten von Wechsel-Optiken sind seinerzeit von Schneider, Kreuznach, und von Rodenstock, München, hergestellt worden. Die erste Art (Typ A) unterscheidet sich von der zweiten Art (Typ B) durch das Fehlen einer zusätzlichen Distanz-Hilfsskala. Der optische Aufbau ist hingegen identisch.
Für die Sucher-Kameras RETINA IIc und IIIc wurde ein Multifokalsucher (6.2.2) mit den Bildausschnitten für die Brennweiten 35mm und 80mm angeboten. Dieser war bei den Nachfolgemodellen RETINA IIC und IIIC nicht mehr erforderlich. Im Grossbildsucher dieser beiden «C»-Kameras sind brennweitenabhängige Bildbegrenzungen eingespiegelt.
Wechselobjektive
Im Gegensatz zu den Wechseloptiken, bei denen nur ein Teil des optischen Systems ausgetauscht werden konnte, wird beim Wechselobjektiv das gesamte Linsensystem inklusive Blendenmechanismus ausgewechselt. Die Optikfassung und der Objektivanschluss an der Kamera wird damit aufwändiger und teurer. Beim Austausch von Wechselobjektiven war für die Sucherkamera Retina IIIS noch ein spezielles Problem zu lösen. Neu mussten Brennweiten von 28mm bis 135mm, beziehungsweise deren Bildausschnitte gezeigt werden. Diese Retina-Kamera war ja die erste Retina mit echten Wechselobjektiven. Das anstehende Problem war somit logisch und musste im Übrigen für jede Sucherkamera mit Wechselobjektiven gelöst werden. Bei Leitz und Zeiss und weiteren Kameraherstellern liess sich dies mit separatem Zubehör wie z.B. einem aufsteckbaren Mehrfach-Sucher oder durch Aufstecksucher zu jeder Brennweite bewerkstelligen.
KODAK beschritt bei der RETINA IIIS einen anderen Weg. In Anlehnung an die eingespiegelten mehreren Bildbegrenzungsrahmen in den Grossbildsuchern der RETINA IIC und IIIC wurden hier weitere Brennweiten zusätzlich eingespiegelt, dies aber nicht gleichzeitig. Dazu sind die ersten Retina-Wechselobjektive von Schneider und Rodenstock für die Retina IIIS mit einer speziellen Kulissenmechanik versehen worden, welche mittels eines Stiftes im Kameragehäuse abgetastet werden. Je nach Brennweite des Wechselobjektivs wurde ein entsprechender Leuchtrahmen eingespiegelt. Ausnahme bildete das Wechselobjektiv mit der Brennweite 28mm. Für diese Brennweite wurde ein spezieller Aufstecksucher (6,2,3) mit entsprechendem Bildausschnitt angeboten.
An den Retina-Reflex-Modellen S, III, IV und der Instamatic-Reflex war diese Kulissenmechanik nicht erforderlich. Hingegen wurden die späteren Wechselobjektive immer noch für die Abtastung der Kulissenmechanik gebaut. Eine Ausnahme bildeten die letzten Wechselobjektive zur Instamatic-Reflex. Diese sind etwas «schlanker» gebaut und an der Objektiv-Bezeichnung wurde «Retina-» weggelassen. Hier ist keine Abtastung mehr möglich. An den Retina-Reflex-Modellen bestand deswegen keine Beeinträchtigung. Hingegen war eine Verwendung an der Retina IIIS nicht mehr möglich. Schon früher wurde von der Verwendung des später angebotenen 200mm Retina-Tele-Xenar-Objektivs an dieser Kamera abgeraten.
Das Anschluss-Bajonett der Retina-Wechselobjektive ist im Prinzip identisch mit Wechselobjektiven anderer Kamerahersteller, sofern es sich dabei um Kameras mit dem sogenannten Compur-Wechselbajonett handelt. Ein Austausch der Objektive ist dennoch nicht direkt möglich, da jeder Kamerahersteller einen Sperrnocken im Gehäuse zur Verhinderung einer Verwendung von «Fremdobjektiven» vorgesehen hatte! Somit war jedes Bajonett für den jeweiligen Kamerahersteller leicht modifiziert! Fremde Hersteller, zum
Beispiel von Telekonvertern etc., brachten es aber fertig, ihre Produkte (Bild rechts) so zu fertigen, dass sie problemlos trotz Sperrnocken an den Kameras von Kodak, Voigtländer, Braun, Wirgin etc. eingesetzt werden konnten.
Deshalb lassen sich fremde Wechselobjektive mit dem erwähnten Synchro-Compur-Wechselbajonett ohne grossen Aufwand an die Retina-Reflex-Modelle (ab ReflexS) anpassen. Das entscheidende Auflagemass stimmte an den Kameras der verschiedenen Kamerahersteller überein und interessante Objektiv-Kamera-Kombinationen wurden möglich.
In der nachfolgenden Zusammenstellung werden die verschiedenen Objektive entsprechend maximaler Öffnung und Brennweite und nicht nach Beschriftungsvariante aufgeführt.
Einbauobjektive
Firma Jos. Schneider & Co. Optische Werke GmbH, Kreuznach/Rhld.
Firma Optische Werke G. Rodenstock GmbH, München
Firma Carl Zeiss, Jena
Firma Eastman Kodak Company
Pierre Angenieux, Saint Heand
Kodak AG. Stuttgart (Schneider-Kreuznach)
Firma Enna Werk, München
Wechselobjektive (System IIc/IIC/IIIc/IIIC/Rx)
Firma Jos. Schneider & Co. Optische Werke GmbH, Kreuznach/Rhld.
Firma Optische Werke G. Rodenstock GmbH, München
Wechselobjektive (System IIIS/RxS/RxIII/RxIV/Instamatic Rx)
Firma Jos. Schneider & Co. Optische Werke GmbH, Kreuznach/Rhld.
Firma Optische Werke G. Rodenstock GmbH, München
*gemäss Bedienungsanleitungen Kodak 1960/62 lassen sich diese Objektive nicht an der Retina IIIS verwenden.
Linsenaufbau
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