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Im Vorfeld gingen Zahlen von 30 und mehr Millionen um, die Tidjane Thiam für sein erstes Halbjahr bei der CS erhalten würde.
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Nun ist vor allem die „Transfersumme“ kleiner. Die CS gibt Thiam 14,3 Millionen Franken für Ansprüche, die der neue CEO bei seiner Ex-Firma, der englischen Versicherung Prudential, zurückliess.
Zusammen mit den 4,6 Millionen, die Thiam für das letzte Jahr von der CS für seine Arbeit erhielt, macht das knapp 19 Millionen.
Rechnet man das um auf einen einzelnen Arbeitstag, so kommt eine Summe zusammen, die einem schönen Jahressalär mit kleinem Bonus für einen mittleren Kadermann der CS entspricht.
150’000 Franken, so viel kriegte Thiam am Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag – an jedem Arbeitstag; und das seit dem 22. Juni 2015, als er am Paradeplatz antrat, minus zwei Wochen Ferien.
150’000 Franken pro Werktag, damit hat Thiam innerhalb von drei Tagen soviel einkassiert wie ein Bundesrat in einem ganzen Jahr.
Die CS würde sagen, dass es sich um einen Einmaleffekt handelt. Thiam komme nur im 2015 auf diesen Tagesansatz, weil ihn die Bank für gesperrte Anteile bei der Ex-Firma schadlos gehalten habe.
Das gehöre sich so, wenn man einen Mann unbedingt wolle. Bei der UBS erhielt Andrea Orcel im 2012 ein noch grösseres Antrittsgeschenk. Beim Investmentbank-Chef der UBS waren es 25 Millionen.
Bei der Prudential brachte es Thiam zu einem Vermögen, wie eine Auflistung seiner Bezüge seiner CEO-Zeit von 2009 bis 2014 zeigt. Bei der CS geht nun das Einkassieren weiter.
Mit der Transfer-Begründung würde es sich die CS zu leicht machen. Denn was Thiam im 2016, also seinem ersten ganzen Jahr als oberster Steuermann der Bank, verdienen kann, ist nur unwesentlich weniger.
Der heute offengelegte Vergütungsbericht zeigt eine neue Obergrenze für den CEO der CS von 15 Millionen. Diese setzt sich zusammen aus einem Fixlohn von 3 Millionen und einem Maximalbonus von 12 Millionen.
Das sei weniger als früher, könnte die Bank einwenden. 2014, als Bonus-König Brady Dougan noch das operative Zepter bei der CS schwang, lag die Obergrenze höher, bei 17,5 Millionen Franken.
Nur: Bei Dougan war das Risiko höher. Er hatte 2,5 Millionen fix, Thiam erhält 3 Millionen Festgehalt.
Und 15 Millionen sind auch nicht schlecht. Umgerechnet auf 250 Arbeitstage kommt man auf 60’000 Franken pro Tag.
Somit muss Thiam neu 8 Tage arbeiten, bis er das Jahres-Entgelt für ein Mitglied der Landesregierung erreicht hat. Oder anders gesagt: Thiam verdient 30 Mal mehr als Johann Schneider-Ammann & Co.
Soviel sei er auch Wert, denkt vermutlich die CS. Jedenfalls lobt der Verwaltungsrat in seinem Vergütungsbericht sein neues Aushängeschild in den höchsten Tönen.
Bei dessen Bonus habe der VR „in Absprache mit dem Präsidenten (Thiams) hervorragenden Beitrag seit seinem Eintritt in das Unternehmen“ gewürdigt.
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„Dieser (Beitrag) beinhaltet die Entwicklung und Umsetzung einer neuen Führungsstruktur, die Stärkung der Kapitalbasis der Gruppe sowie die Entwicklung einer neuen Unternehmensstrategie mit dem Ziel, die Kapitalbasis weiter zu erhöhen und die Geschäftsbereiche neu auszurichten, sowie Kapital an die Aktionäre zurückzuzahlen.“
Kein Wort verlieren der VR und sein Präsident, dass Thiam seit der Präsentation seines strategischen Wurfs am 21. Oktober 2015 schon zwei Mal nachbessern musste.
Zunächst verschärfte der neue CEO den Arbeitsplatzabbau von gut 3’000 auf rund 4’000 Stellen. Gestern nun kamen 2’000 weitere Stellen dazu, die wegfallen sollen.
Zudem schneidet Thiam nun viel tiefer in die alte Investmentbank und bindet diese mehr und mehr zu einer Zulieferin für die Privatbank zurück; gleich wie die UBS – allerdings 3 Jahre später.
Noch erstaunlicher ist, dass Thiam gestern ausführte, neuerliche Verluste, die sich seit Anfang Jahr bis Mitte März auf 350 Millionen auftürmten, ab Januar bemerkt zu haben.
Doch noch Anfang Februar sagte Thiam nichts dazu im Rahmen der Jahresberichterstattung. Das hätte er vermeintlich tun müssen, es wäre eine wichtige Information für die Aktionäre und die Öffentlichkeit gewesen.
Schliesslich fällt auf, wie Thiam den freiwilligen Verzicht auf einen Teil seines Bonus inszenierte. Er stellte sich damit als leuchtendes Beispiel in den globalen Medien dar.
Heute zeigt sich, dass dieser Verzicht gerade mal 2 Millionen beträgt.
Im Vergleich zu den erhaltenen 19 Millionen sind solche Schmerzen erträglich.