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Mikaela Shiffrin gewinnt zum insgesamt fünften Mal die Weltcup-Gesamtwertung. Nachfolgend ein Blick auf die letzten, von Siegen, Rekorden und skurrilen Interviews geprägten Monate.
Es war eine Saison der Rekorde für Shiffrin. Diese aufzuzählen, ist nicht einfach. Auch, weil sie derzeit mit jedem Erfolg eine neue Bestmarke zu egalisieren oder zu übertreffen scheint.
Nach ihrem neuerlichen Gewinn des Gesamtweltcups, dem insgesamt fünften, ist sie auch in dieser Statistik auf Kurs. Der Amerikanerin, die am 13. März 28 Jahre alt wird, fehlt nur noch ein Titel, um mit der österreichischen Rekordhalterin Annemarie Moser-Pröll gleichzuziehen. «Ich bin überglücklich», sagte Shiffrin im SRF-Interview. «Der Gesamtweltcup war mein grosses Ziel in dieser Saison.»
Ihre ersten drei Titel hatte Shiffrin zwischen 2017 und 2019 gewonnen. Es folgten zwei eher schwierige Saisons. Geprägt vom überraschenden Tod ihres Vaters musste sich Shiffrin neu sammeln, ehe sie sich letzte Saison wieder an die Spitze der Rangliste setzte. Zu einem neuerlichen Zweikampf mit Petra Vlhova kam es in dieser Saison nicht. Zu stark präsentierte sich Shiffrin.
Optimaler Auftakt und Semmering-Hattrick
Nachdem die ersten Rennen aufgrund der Bedingungen hatten abgesagt werden müssen, begann Shiffrin die Saison mit zwei Siegen im finnischen Levi. Es war auch eine Antwort auf die Fragen unmittelbar vor dem Saisonauftakt, die sich oft noch immer um das enttäuschende Abschneiden an den Olympischen Spielen in Peking (keine Medaille) gedreht hatten. Eindrücklich bewies Shiffrin, dass sie dieses Thema abgehakt hatte.
Es kamen zwei weitere Podestränge hinzu, dann die triumphalen Auftritte in Semmering. In der Altjahreswoche stand Shiffrin an drei Tagen in Folge zuoberst auf dem Podest. Dies war ihr bereits 2016 gelungen. Der neuerliche Hattrick erhielt vor allem wegen des Slalom-Sieges zum Abschluss eine besondere Bedeutung. Diesen konnte Shiffrin zusammen mit einer Teamkollegin feiern. Paula Moltzan erreichte den 2. Platz und sorgte damit für den ersten amerikanischen Doppelsieg seit 1971.
An Vonn und Schneider vorbeigezogen
Auch der Januar war geprägt von grossen Erfolgen. Der Triumph im Riesenslalom im italienischen Kronplatz war Shiffrins 83. Sieg im Weltcup. Damit übertraf sie die Marke von Lindsey Vonn und ist seither die alleinige Rekordhalterin bei den Frauen. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis sie auch den Rekordhalter der Männer, Ingemar Stenmark (86 Siege), hinter sich lässt. In einem Interview mutmasste der Schwede, Shiffrin werde vermutlich sogar die Marke von 100 Siegen durchbrechen.
Ebenfalls noch im Januar sicherte sich Shiffrin ihren bereits siebenten Disziplinensieg im Slalom. Damit liess sie Vreni Schneider hinter sich, die den Slalom-Weltcup zwischen 1989 und 1995 sechs Mal gewonnen hatte.
WM und ORF-Interviews
Bei so vielen Erfolgen ist es nicht leicht, mit der Erwartungshaltung der Öffentlichkeit umzugehen. Das zeigte sich besonders an der WM in Méribel. Nach ihrem Ausscheiden im ersten Rennen, der Kombination, folgten bereits Kommentare, wonach Shiffrin an Grossevents nicht ihre Bestleistung abrufen könne.
Die angestauten Emotionen entluden sich in einem ORF-Interview nach ihrem 2. Platz im Super-G. Mit Tränen in den Augen erklärte sie, dass sie auch ohne Sieg «verdammt glücklich» über das Resultat sei. Im Nachhinein meinte sie, sie habe die Frage des Reporters nicht richtig verstanden und als anstössig empfunden. Die WM schloss sie schliesslich mit Gold im Riesenslalom und Silber im Slalom erfolgreich ab.
Bereits vor der WM hatte ein ORF-Interview für Aufsehen gesorgt. Dies allerdings nur, weil eine Aussage Shiffrins falsch übersetzt worden war. Als sie über ihren monatlichen Menstruationszyklus ("monthly cycle") sprach, erklärte der Kommentator, Shiffrin sei in diesem Monat nicht einmal zum Radfahren gekommen. Ein Missverständnis, das die Amerikanerin einerseits mit Humor nahm und andererseits nutzte, um auf die Normalisierung des Themas hinzuweisen. Episoden, welche die Menschlichkeit der Überfliegerin unterstreichen.
lemi, sda