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Pflege der Obstanlage
An unserem sonnigen Südhang gedeihen hauptsächlich Äpfel, Birnen, Kirschen, Zwetschgen, Pfirsiche, Aprikosen und Tafeltrauben. Diese Bäume müssen selbstverständlich gepflegt werden, damit jeweils im Herbst eine gute gesunde Ernte eingebracht werden kann.
Eine wichtige Pflegemassnahme an Obstbäumen stellt der Obstbaumschnitt dar. Man unterscheidet hier zwischen Winterschnitt und Sommerschnitt.
Manueller Baumschnitt im Winter
Der Winterschnitt ist ein kräftiger und umfangreicher Schnitt, der sich erheblich auf die Form, das Wachstum und den Fruchtholzansatz der Bäume auswirkt. Ziel dieses Schnitts ist daher die Erziehung der Bäume und die Förderung des Fruchtholzes.
Maschineller Baumschnitt im Frühjahr
Veredeln
Das Veredeln von Obstbäumen ist schon mehr als 3.000 Jahre alt. Schon damals hat man erkannt, dass durch eine Veredelung nicht nur die Möglichkeit besteht, Nachwuchs von ein und derselben Sorte zu erhalten, sondern durch eine Umveredelung, auch „umpfropfen“ genannt, andere Sorten mit aufzubringen. In der Praxis würde das dann so aussehen: Man hat beispielsweise einen Apfelbaum im Garten, dessen Früchte vielleicht zu klein sind oder nicht besonders gut schmecken. Nun kann man diesen mit einer oder auch mit mehreren anderen Apfelsorten veredeln, sodass man in Zukunft andere Äpfel im Garten hat, ohne erst lange einen neuen Baum großziehen zu müssen (was ja nun auch ein paar Jährchen dauern würde). Auch ein Mehrfruchtbaum wäre so möglich. Da Obstbäume in der Regel nicht durch Samen vermehrt werden können, kann man die sogenannte ungeschlechtliche Vermehrung, also das Veredeln, anwenden.
Maschineller Baumschnitt im Sommer
Der Sommerschnitt stellt eine ergänzende Maßnahme zum Winterschnitt dar. Der "richtige Schnittzeitpunkt" im Sommer reguliert den Zuwachs des Baumes und das Ausbilden der Früchte auf sanfte Art. Die Früchte im Bauminnern bekommen dadurch mehr Licht und bilden anschliessend eine bessere Farbe aus.
Gegen Ende Juni ist der ideale Schnittzeitpunkt für einen solchen Sommerschnitt an Apfel und Birne. Die Konkurrenztriebe/Wasserschosse (starke einjährige Triebe), die senkrecht aufstreben, sind zugunsten der Triebe mit flachem Winkel zu entfernen. Dort bilden sich dann vermehrt die erwünschten Blütenknospen für das Folgejahr. Für den Fall dass ein Baum nur mit wenigen Trieben garniert ist, können schwache Wasserschosse stehen bleiben.
Auspflücken
Zahlreiche Apfel- und Birnsorten lassen im Juni einen Teil ihrer noch unreifen Früchte fallen. Man spricht hier vom sogenannten Junifall. Das natürliche Ausdünnen hat den Vorteil, dass sich die verbleibenden Früchte kräftiger entwickeln, grösser und auch aromatischer werden. Besonders bemerkbar macht es sich, wenn die Früchte zunächst zu 3-5 Stück in Quirlen stehen, nach dem Junifall aber nur 1-2 Früchte pro Quirl zurückbleiben. Nun kann es vorkommen, dass der Junifall schwächer ausfällt oder dass die eine oder andere Sorte generell wenig Früchte fallen lässt. Das Auspflücken kann hier helfen, zu grossen und aromatischen Früchten zu kommen. Dazu entfernt man Ende Juni gezielt Früchte. Es bleiben jeweils nur die besten 1-2 Einzelfrüchte pro Fruchtbüschel zurück. Voraussetzung für das Auspflücken ist allerdings, dass die Pflanzen im Vollertrag stehen. Sie sind dann etwa 5-15 Jahre alt.
Familie Sarina und Mathias Anderegg, Gruebacker
42, Wangen b/ Olten