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Dass die Romandie öfters zum Zug gekommen ist, ist aufgrund der geografischen und sprachlichen Nähe zu Frankreich keine Überraschung. Dennoch erstaunt es, dass die Tour bisher erst einmal in Zürich (1955) und zweimal in der Region Basel (1971, 1982) haltgemacht hat. Nun ist am Montag Bern an der Reihe.
Vor 34 Jahren fand in Basel zum bisher einzigen Mal “le grand départ”, das Startwochenende einer Tour, und gleichzeitig der einzige Besuch über mehrere Etappen in der Schweiz statt. Beim Prolog in Leimental legte Bernard Hinault mit seinem Erfolg den Grundstein für seinen späteren Gesamtsieg, den vierten von fünf. Einen Tag danach eroberte sich der Belgier Ludo Peeters auf dem Weg von Schupfart nach Möhlin das Maillot jaune. In der 3. Etappe mit Start in Basel verabschiedete sich die Tour wieder aus der Schweiz.
1955, beim ersten Abstecher in die Deutschschweiz, hatte der Franzose André Darrigade im Sprint die Etappe nach Zürich gewonnen. Der Weltmeister von 1959 war einer der besten Sprinter seiner Zeit. Mit seinen 22 Tagessiegen ist er in der ewigen Bestenliste der Tour im 5. Rang klassiert. 1971 bei der Halbetappe in Basel setzte sich der Belgier Eric Leman, einer der sechs Dreifachsieger der Flandern-Rundfahrt, durch.
Die Westschweizer Städte Genf (zehnmal) und Lausanne (fünfmal) wurden von der Tour de France hierzulande bisher am häufigsten besucht. Genf gehörte vor allem in den Anfängen der Tour zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu den regelmässigen Gastgebern von Tour-Etappen.
In der jüngeren Vergangenheit empfingen das Wallis (2009) und der Jura (2012) den Tour-Tross. 2009 sicherte sich Alberto Contador bei der Bergankunft in Verbier das Leadertrikot, das er bis zum Ende der Rundfahrt nicht mehr abgeben sollte. In diesem Jahr zählte der Spanier erneut zu den Anwärtern auf den Gesamtsieg, seinen dritten nach jenen von 2007 und 2009. Nach mehreren Stürzen musste Contador die Tour aber bereits aufgeben.
Beim bisher letzten Gastspiel der Tour in der Schweiz vor vier Jahren siegte der Franzose Thibaut Pinot in Pruntrut solo vor dem Australier Cadel Evans und dem Franzosen Tony Gallopin. Seit diesem Triumph gilt der 26-Jährige vom Team FDJ als grosser Hoffnungsträger auf den ersten französischen Gesamtsieg seit dem von Hinault 1985. Es wird aber auch in diesem Jahr nicht reichen; zu gross ist sein Rückstand bereits in der Gesamtwertung.
(SDA)