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Europa muss kapitalistischer, der Wettbewerb härter und die Produktion gesteigert werden. Nur so kann Europas Wirtschaft nach Ansicht eines US-Professors jene der USA überflügeln.
Die europäische Wirtschaft leide an vier grossen Problemen, erklärte der amerikanische Management-Professor Michael E. Porter am Davoser Weltwirtschaftsforum: zu viel Bürokratie, zu wenig Mut zum Risiko, zu geringer Wettbewerb und eine ambivalente Haltung gegenüber dem Kapitalismus.
Zudem sei Europa in zwei Gruppen geteilt. Die skandinavischen Länder würden ihre Wirtschaft vorantreiben und das Unternehmertum fördern. Die übrigen Länder Europas hingegen hätten Schwierigkeiten mit einem klaren Bekenntnis zur modernen Wirtschaft und die Privatisierung werde nur zögernd umgesetzt.
"Europa könnte die erfolgreichste Wirtschaftsregion der Welt sein," sagte Porter. Ihre Stärke seien ihre Arbeitskraft und der hohe Ausbildungsstandard. Europa sei führend auf vielen Gebieten der Bio- und Informationstechnologie wie auch in der Umweltpolitik. Dennoch hinke die europäische der amerikanischen Wirtschaft hinterher.
Mehr Druck auf Europas Wirtschaft
Porters europäische Gesprächsteilnehmer - darunter Ferdinand Piëch, Volkswagen, und Daniel Bouton, Société Générale, - unterstützten diesen Ruf nach mehr Privatisierung und härterem Wettbewerb. Sie forderten zudem einen Steuerausgleich. So kritisierte Viktor Halberstadt, Wirtschaftsprofessor aus Leiden, dass der Steuerunterschied zwischen Luxemburg und Süditalien zwischen 1 und 120 Prozent betrage.
Die Europäer waren sich darüber einig, dass die Fortschritte in Europa während den letzten 5 Jahren zwar eindrücklich seien und die Privatisierung nicht rascher hätte vorangetrieben werden können. Sie gaben dem Amerikaner aber recht, dass das Tempo erhöht werden müsse: "Europa braucht mehr Druck. Je mehr Druck, desto rascher kommen wir voran"; dies die Quintessenz der Wettbewerbs-Diskussion.
Carole Gürtler, Davos