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Inhaltsverzeichnis
Übersicht
Die Abwasserentsorgung, bestehend aus Siedlungsentwässerung und Abwasserreinigungsanlagen, bildet ein wichtiges Element des Gewässerschutzes. Sie gewährleistet die Siedlungshygiene und den gewässerschonenden Umgang mit Regenwasser. Im Siedlungsgebiet stellt die Abwasserentsorgung den Schutz von Sachwerten bei Regenereignissen sicher.
Entwässerungsplanung
Die Entwässerungsplanung kann einer Region (Regionaler Entwässerungsplan REP), einem Abwasserverband (Verbands-Entwässerungsplan VGEP) oder einer Gemeinde (Genereller Entwässerungsplan GEP) dienen.
Die Entwässerungsplanung beantwortet die folgenden Fragen:
- Wie erfolgt die Abwasserentsorgung in der einzelnen Gemeinde?
- Könnten die Abwasserreinigungsanlagen (ARA) oder der Kanalnetzbetrieb der Gemeinden optimiert werden?
- Beeinflussen mehrere Gemeinden durch ihre Abwasserentsorgung das gleiche Gewässer?
- Welches Regenwasser, das auf Dächer, Plätze und Verkehrsflächen fällt, muss als verschmutzt angenommen werden?
- Welche Massnahmen sind für den Gewässerschutz in anderen Sachbereichen, wie z. B. der Landwirtschaft, erforderlich?
Hinweise zur Entwässerungsplanung
Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.
Nachdem das Bundesamt für Umwelt (BAFU) im November 2016 die nationalen, minimalen Geobasisdaten «Kommunale Entwässerungsplanung (GEP), Identifikator 129.1» festgelegt hat, und im Kanton Zürich die Amtliche Vermessung sowie der ÖREB-Kataster geregelt sind, soll nun ein kantonales Model zum Generellen Entwässerungsplan (GEP) entwickelt werden.
In erster Linie wird definiert, welche Daten benötigt werden, um sämtliche Aufgaben der Abwasserentsorgung auf Stufe Gemeinde und Verband erfüllen zu können, bzw. was in einem Werkleitungskataster (Medium Abwasser) erfasst werden soll (Pflichtattribute und Optionale). Informationen zum Abwasser, welche bereits für den Leitungskataster vorgesehen sind, fliessen dabei ins GEP-Datenmodell ein.
Der GEP schliesst an weitere Themen gemäss Kantonaler Geoinformationsverordnung (KGeoIV) Anhang 2 an. Diese sind:
|ID||Bezeichnung||Zuständige Stelle|
|81-ZH||Kataster der Einleitung in Oberflächengewässern||Gemeinden [AWEL]|
|82-ZH||Kataster der bewilligten Versickerungsanlagen||Gemeinden [AWEL]|
|93-ZH||Strassenentwässerung Staatsstrassen (ohne Zürich + Winterthur)||TBA|
|94-ZH||Strassenentwässerung Staatsstrassen (nur Zürich + Winterthur)||Gemeinden [TBA]|
Am 3. September 2018 wurden die Gemeinden, Planer und Katasterstellen an einer Informationsveranstaltung über das geplante Vorhaben und das gewählte Vorgehen sowie über erste Ideen zum Datenmodell informiert. Zudem wurde an der Veranstaltung die entsprechende Fachinformationsgemeinschaft (FIG) gegründet.
Für den Bau und Betrieb der Entwässerung sind digitale Daten heute unerlässlich. In den Geoinformationsgesetzen von Bund und Kanton und den darauf erlassenen Verordnungen werden daher auch verschiedene Geodatensätze zur Entwässerung aufge-führt. Wir laden Sie gerne zur Vernehmlassung des Kantonalen Geodatenmodells Generelle Entwässerungsplanung (GEP, ZH-129) ein.
Zur Vernehmlassung steht auch das Darstellungsmodell für die Planprodukte, die bereits heute durch die Gemeinden und die Abwasserverbände erarbeitet werden. Die Abgabe dieser Pläne an den Kanton sowie die Visualisierung im kantonalen GIS-Portal soll zukünftig in einheitlicher Darstellung erfolgen.
Die Vernehmlassungsunterlagen mit dem Antwortformular stehen Ihnen als Download zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung bis 30. November 2020.
Gerne weisen wir Sie darauf hin, dass Sie sich am 3. November 2020 zwischen 10:30 und 12:00 Uhr an unserer Web-Infoveranstaltung zum Geodatenmodell GEP und zum Darstellungsmodell informieren können. Sie können gerne Ihre Fragen dort direkt an uns stellen. Mit dem unten angegebenen Link gelangen Sie zur Infoveranstaltung.
In der kantonalen Geoinformationsverordnung sind sechs Geobasisdatensätze aufgeführt, welche die Entwässerung betreffen. Die Regionale Entwässerungsplanung ID 128 wird national gemeinsam in der Datenbank Abwasserreinigungsanlagen (ARA-DB) ID 134.5 behandelt (Version 1.1 vom 15.4.2019). Für den Datensatz Kommunale Entwässerungsplanung ID 129 wird durch den Bund ein minimales Modell vorgegeben. Dieses müssen die Kantone jeweils weiterentwickeln.
Damit nicht für jeden Datensatz ein eigenes Modell entwickelt werden muss, wurde entschieden, dass in das KGDM GEP die beiden nachfolgend aufgeführten Datensätze integriert werden:
- Kataster der Abwassereinleitungen in Oberflächengewässern ID 81-ZH und
- Kataster der bewilligten Versickerungsanlagen ID 82-ZH.
Für die kantonalen Geobasisdaten zur Strassenentwässerung bildet das KGDM GEP die Basis, d.h. es dürfen grundsätzlich weitere Einzelheiten geregelt werden, jedoch nichts was dem zuwider spricht. Dies betrifft die Datensätze:
- Strassenentwässerung Staatsstrassen (ohne Zürich und Winterthur) ID 93-ZH und
- Strassenentwässerung Staatsstrassen (nur Städte Zürich und Winterthur) ID 94-ZH.
Der Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA) publiziert seit vielen Jahren sein schweizweit anerkanntes Datenmodell Datenstruktur Siedlungsent-wässerung VSA-DSS-Mini als vereinfachte Fassung des Modells VSA-DSS. Dieses wurde aktualisiert und steht nun als Version 2020 zur Verfügung. Es dient dem Kanton als Basis für das eigene KGDM GEP und deckt auch die Anforderungen des Kantonalen Leitungskatasters im Bereich Entwässerung ab.
Eine Fachinformationsgemeinschaft (FIG) bestehend aus Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft AWEL und Vertretern von Gemeinden, Katasterstellen, GEP-Planern, Systemherstellern sowie weiteren kantonalen Fachstellen haben die Anforderungen an den Informationsumfang für die GEP-Thematik im Kanton Zürich erarbeitet. Diese Anforderungen wurden auf drei Teilmodelle abgebildet:
- Modell GEP (ID 129.1-ZH) für den eigentliche GEP
- Modell Versickerungsfähigkeit (ID 129.2-ZH) zum Beschrieb der Versickerungsfähigkeit des Untergrunds
- Modell Versickerungsanlagen (ID 82-ZH)
Das GEP-Modell beruht vollständig auf der neuen VSA-DSS-Mini 2020, übernimmt einige wenige Attribute aus der VSA-DSS (Version 2020). Die beiden anderen Modelle beruhen weitgehend auf der VSA-DSS.
Bei Fragen zum Modell:
Bei Fragen zum Interlisbeschrieb, Objektkatalog und Klassendiagramm:
Siedlungsentwässerungs-verordnung
In den Verordnungen zur Siedlungsentwässerung (SEVO) werden die Rechte und Pflichten von Gemeinden und Privaten bei der Entwässerung von Siedlungen geregelt. Zudem werden die Eckwerte der Abwasserentsorgung sowie die Finanzierung der öffentlichen Abwasseranlagen definiert.
Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.
Die Ausführungsbestimmungen zur SEVO geben Aufschluss über Schnittstellen, Anforderungen an Planung, Bau, Betrieb und Unterhalt der Abwasserentsorgung sowie über notwendige Kontrollen.
Die Vorlagen für die SEVO enthalten optionale Kapitel, wie z. B. «Förderung von Gewässerschutzmassnahmen» oder «Gewässerunterhalt». Die Gemeinden können wählen, ob sie diese Bestimmungen übernehmen, anpassen oder darauf verzichten. Die im Kapitel «Finanzierung der öffentlichen Siedlungsentwässerung» aufgezeigten Varianten erlauben den Gemeinden, die für sie am besten geeignete Gebührenart auszuwählen.
Betrieb & Unterhalt der Kanalisation
Sowohl öffentliche Kanalisationen als auch private Liegenschaftsentwässerungsanlagen müssen regelmässig überwacht und unterhalten werden. Ungenügend überwachte Abwasseranlagen können durch Rückstau zu Überschwemmungen führen. Durch undichte Abwasserleitungen wird das Grund- bzw. Trinkwasser verschmutzt.
Die Lebensdauer von Abwasseranlagen hängt massgeblich von Qualität und Sorgfalt bei der Bauausführung und dem Unterhalt ab.
Strassenabwasser
Das Strassenabwasser von stark befahrenen Strassen muss vor der Einleitung in Gewässer oder vor der Versickerung in den Untergrund in einer Strassenabwasserbehandlungsanlage (SABA) gereinigt werden.
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Ansprechperson
Regenwasser
Nach Art. 7 des Gewässerschutzgesetzes ist nicht verschmutztes Regenwasser versickern zu lassen. Die Versickerung über den bewachsenen Boden ist generell dem Versickern in einer unterirdischen Versickerungsanlage vorzuziehen.
Ist die Versickerung nicht möglich, kann das Regenwasser – wo nötig mit Rückhaltemassnahmen (Retention) – in ein Gewässer eingeleitet werden.
In den Grundwasserschutzzonen S1 und S2 sowie in den Grundwasserschutzarealen ist die Versickerung von Regenwasser verboten.
Retentionsrechner
Ist die Versickerung nicht möglich, sind vielerorts Retentionsbecken zur vorübergehenden Speicherung des Regenwassers notwendig. Mittels Retentionsrechner können Sie das maximale Volumen von Retentions-, bzw.
Rückhaltebecken auf Liegenschaften gemäss der Richtlinie und Praxishilfe Regenwasserentsorgung berechnen.
Manchmal ist die gewünschte Versickerung von Regenwasser nicht möglich, weil es z. B. die Durchlässigkeit des Untergrundes nicht zulässt. In solchen Fällen kann Regenwasser als Brauchwasser genutzt werden und damit gleichzeitig der Trinkwasserverbrauch einer Überbauung vermindert werden.
Regenwasser kann relativ einfach in der Gartenbewässerung eingesetzt werden. Auch für die Toilettenspülung oder die Waschmaschine kann grundsätzlich Regenwasser genutzt werden, dafür sind allerdings aufwändigere sanitäre Hausinstallationen notwendig.
Wird das gebrauchte Regenwasser der öffentlichen Kanalisation als Abwasser zugeleitet, sind die Abwassermengen entsprechend zu erfassen und Abwassergebühren zu bezahlen. Die Bewilligung solcher Systeme ist Sache der Gemeinden.
Erdbebenprävention
Für den Schutz der Bevölkerung ist die Erdbebensicherheit von Wasserversorgungsanlagen und Abwasserreinigungsanlagen von existenzieller Bedeutung.
Die Erdbebenprävention durch erdbebensicheres Bauen ist im Kanton Zürich gesetzlich verankert.
Stärkere Erdbeben sind im Kanton Zürich zwar sehr selten, im Ereignisfall sind aber Gebäude- und Infrastrukturschäden zu erwarten. Die Erdbebensicherheit der Anlagen für die Wasserversorgung (WV-Anlagen) und für die Abwasserreinigung (ARA) ist deshalb von zentraler Wichtigkeit. Denn im Krisenfall, wie er nach einem Erdbeben von erheblicher Stärke eintritt, müssen die wichtigsten Infrastrukturen funktionsfähig bleiben.
Damit die Bevölkerung nach einem Erdbeben so gut wie möglich mit Trinkwasser versorgt und die Siedlungshygiene gewährleistet ist, sollen die Anlagen der Wasserversorgung wie auch der Abwasserreinigungsanlagen vorsorglich auf ihre Erdbebensicherheit überprüft und angepasst werden.
Der Regierungsrat des Kantons Zürich hat 2011 die SIA Normen und -Merkblätter zum erdbebensicheren Bauen in der Besonderen Bauverordnung I (BBV I) als verbindlich erklärt; mit den Normen SIA 260 ff für Neubauten und mit dem Merkblatt SIA 2018 für bestehende Bauten. Damit ist die Erdbebenprävention durch erdbebensicheres Bauen im Kanton Zürich gesetzlich verankert.