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Donald Trump, derzeit der erfolgreichste Kandidat im Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur, hält Publikum und Medien in Atem. Unter anderem über seinen Twitter-Kanal @realDonaldTrump – auch wenn er da manchmal im Eifer des Gefechts Paris nach Deutschland verlegt:
Da braucht es eigentlich gar keinen künstlichen Trump, der ebenfalls Sottisen in die Gegend hinauszwitschert. Doch genau dies hat ein amerikanischer Forscher geschaffen: Bradley Hayes von der Abteilung Computerwissenschaft und Künstliche Intelligenz am MIT (CSAIL) hat mit dem Bot @DeepDrumpf einen künstlichen Trump auf Twitter kreiert.
Das Programm, das wie ein künstliches neuronales Netzwerk arbeitet, könne ohne jedes menschliche Zutun «eindrücklich Trump-artige Aussagen» generieren, steht in einer Mitteilung des CSAIL. Zum Beispiel diese:
Das Programm wurde mit mehreren Stunden Trump-Reden und deren Transskripten gefüttert. Danach analysierte der Bot die Datensätze und setzte sie Buchstabe für Buchstabe neu zusammen – mit korrekter Rechtschreibung und Grammatik.
Hayes wählte Trump für sein Projekt aus, weil er in einer Studie gelesen hatte, dass der Brachial-Politiker mehrheitlich Sätze auf Grundschulniveau produziere.
Dass der Account des Bots @DeepDrumpf heisst, ist eine bewusste Anspielung auf die «Last Week Tonight»-Show von John Oliver, der vor kurzem den «Drumpfinator» entwickelt hat. Dabei handelt es sich um eine Browser-Erweiterung für Chrome, die den Begriff «Trump» überall durch «Drumpf» ersetzt – Trumps ursprünglicher Familienname, wie fälschlich kolportiert wurde.
Allerdings ergibt nicht jeder Tweet von @DeepDrumpf Sinn, wie sich an den folgenden Beispielen unschwer erkennen lässt:
Zugegeben, auch die Tweets des echten Trump können zuweilen weitgehend sinnbefreit sein:
So ist es vielleicht gar nicht so unwahrscheinlich, dass sich der Traum von Hayes erfüllt: der künstliche und der echte Trump im Gespräch auf Twitter. Tatsächlich hat der Bot auch schon auf Tweets von Trump reagiert:
Hayes fütterte in diesen Fällen den Algorithmus mit den Begriffen aus Trumps Tweet. Auf diese Weise sei die Antwort des Bots mit höherer Wahrscheinlichkeit «kontextuell relevant».
Der Forscher trägt sich übrigens mit dem Gedanken, weitere Bots für die anderen Kandidaten zu kreieren (zum Beispiel einen DeepBern für den Demokraten Bernie Sanders) und diese dann miteinander sprechen zu lassen. Mit anderen Worten: Wir hätten dann nicht nur das echte Politiker-Geschwafel, sondern dazu noch das virtuelle. (dhr)
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