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„UELI“ – vom Chnächt zum Pächter
1. Teil
Ueli liegt schwerkrank im Bett. Ausschnitte aus seinem Leben „Ueli dr Chnächt“ ziehen an uns vorbei.
Doktor/Vreneli:
Du wettisch gärn wüsse, wi‘s steit – i cha dr’sch geng no nid säge – en Art Närvefieber mues’s sy – u das duuret sy Zyt. Tuesch mer leid: chasch nüüt weder hoffe u bätte. We’s dr Herrgott erloubt, chunnt äs guet. A däm häb di. Meh cha dr nid säge.
Ueli dr Chnächt
Die hindernisreiche Liebesgeschichte vom tüchtigen, aber widerborstigen Knecht Ueli und dem braven Bernermeitschi Vreneli, ist der klassische Bauernspiegel der Schweiz und ein Eintwicklungsroman von hoher Qualität. Bis die beiden Dickköpfe zueinanderfinden, muss Ueli viel lernen.
Die unterschiedlichsten Menschen greifen in sein Leben ein. Da ist vor allem der Bodenbauer, ein aufrechter, edler Landmann, mit seiner klugen Frau; aber da sind auch der ewig unzufriedene Bauer Joggeli, dessen gute Bäuerin nicht gegen ihn aufkommt, und ihre nichtsnutzigen Kinder; der grossspurige Gastwirt, der unsolide Baumwollhändler und ihre eitlen, putzsüchtigen und faulen Frauen, über die Gotthelf die ganze Schale seines Spottes ausleert.
2. Teil
Ueli wird gesund. Vreneli und Ueli finden wieder zusammen und dank dem „strube“ Hagelhans endet „Ueli dr Pächter“ mit viel Hoffnung für die Zukunft.
Vreneli/Hagelhans:
Nei Vatter, nei! – Losit mer zue: dir wüssit vo Ueli’s Chrankheit – wo ne het packt, wiu är em Gäuttüüfu verfaue isch gsy. Was mer denn zäme hei glitte, wüsset dr nid.
Langsam het är schi bchymmet - dr Herrgot het’s guet gmeint – het ihm Zyt glaa, en angere z’wärde.
Wen är de gwanet isch öpper z sy, öppis z ha – u wen är mit guetem Gwüsse cha säge: das han i säuber verdienet – ersch denn tarf men ihm säge, wär de bisch – my Vater – u mir dy Rychschte wytume.
Ueli dr Pächter
Aus Ueli, dem leidigen Knecht, ist Ueli der Pächter und Familienvater geworden. Das heisst freilich nicht, dass er nun bequem im gutgepolsterten Nest sitzt. Widerstände und Rückschläge bleiben nicht aus. Und sein Charakter verändert sich auch nicht zum Besseren. Wer weiss, was aus Ueli geworden wäre, wenn er nicht seine wackere Frau Vreneli und ein paar gute Freunde gehabt hätte.
Trotzdem muss am Ende der grobe Hagelhans aus dem Blitzloch, mit rauer Hand eingreifen, um Ueli vor dem Untergang zu retten.