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Der VW Käfer war lange Zeit das meistverkaufte Automobil der Welt, 21.5 Millionen Stück wurden verkauft. Die Entwicklung des «Volkswagens» vorangetrieben haben ab 1934 die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler. Doch die Idee, einen günstigen Kleinwagen für die breite Bevölkerung zu bauen, gab es schon länger, ein wichtiger Pionier war der jüdische Ingenieur und Journalist Josef Ganz (1898-1967).
So entwickelte Ganz 1933 den «Standard Superior», der als «deutscher Volkswagen» beworben wurde. Schon vorher baute er Prototypen, 1931 einen Kleinwagen, der «Maikäfer» genannt wurde. Doch seine Leistungen gingen vergessen.
«Gelöscht aus der Geschichte»
Gegen dieses Vergessen kämpft Lorenz Schmid, dessen Grossmutter eine Cousine von Josef Ganz war. Schmid sagt, dass Josef Ganz extrem viel geleistet habe in den 1930er-Jahren in Deutschland. «Doch er ist einfach gelöscht worden aus der Geschichte.» Schmid will, dass die Leute die ganze Geschichte des VW-Käfers kennen.
Flucht vor den Nazis in die Schweiz
Zu dieser Geschichte gehört, dass 1933 der neue Reichskanzler Adolf Hitler die internationale Automobilausstellung in Berlin besuchte und auch den «Standard Superior» von Josef Ganz besichtigte. Doch verschlechterte sich in der Folge die Situation für den Juden Ganz massiv. Er wird von der Gestapo verhaftet und kommt ins Gefängnis. 1935 flieht Josef Ganz vor den Nazis in die Schweiz und entwickelt hier für die Firma Rapid einen Kleinwagen.
Im Deutschen Reich erhält Ferdinand Porsche 1934 den Auftrag, ein günstiges Auto für die breite Bevölkerung zu bauen. Schon bald entstehen Prototypen dieses «Volkswagens», der dann nach dem Zweiten Weltkrieg «Käfer» genannt wird. Lorenz Schmid sagt, dass viele Merkmale, die der VW Käfer hatte, in den von Josef Ganz entwickelten Kleinwagen angelegt waren.
Auch Wolfram Pyta, Professor für Neuere Geschichte an der Universität Stuttgart hält fest, dass Josef Ganz zweifellos ein Pionier der Geschichte der Kleinwagen gewesen sei: «Wenn man gewissermassen eine Ideengeschichte des Kleinwagens schreiben würde, dann würde Josef Ganz ganz vorne stehen. Aber von der blossen Idee, der Propagierung einer Idee bis zur Fertigstellung eines serienreifen Fabrikates ist es noch eine gewaltige Strecke des Weges.»
Diesen Weg konnte Josef Ganz wegen des NS-Regimes nicht gehen und es war ihm nicht möglich, seine Pläne richtig umsetzen. Auch in der Schweiz wurde er angefeindet, wanderte 1951 nach Australien aus. 1967 starb er einsam, krank. Erst Jahrzehnte später begann man, sich wieder an ihn zu erinnern. Jetzt zeigt der Dokumentarfilm «Ganz – How I Lost My Beetle», Link öffnet in einem neuen Fenster seine Geschichte.