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Felix Rauh: Bewegte Bilder für eine entwickelte Welt: die Dokumentarfilme von René Gardi, Ulrich Schweizer und Peter von Gunten in der Schweizer Entwicklungsdebatte, 1959 – 1986. Zürich, 2018
Entwicklungshilfe-Organisationen setzten seit Anfang der 1960er Jahre Dokumentarfilme ein, um die Schweizer Bevölkerung mit authentischen Bildern und Tönen aus Afrika, Asien und Lateinamerika von der Notwendigkeit und Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit zu überzeugen. Vorgeführt wurden die Filme dann in Kirchgemeindehäusern, an Kino-Matineen, im Schulunterricht oder in Fernsehsendungen.
Der Historiker Felix Rauh hat für seine Dissertation die Filme von drei Bernern, die während mehrerer Jahre Dokumentationen über Menschen im Süden produzierten, untersucht. So reiste beispielsweise René Gardi in den frühen 1960er Jahren für ein Länderporträt nach Dahomey (heute Benin), welches der damalige Verband schweizerischer Konsumvereine (VSK; heute Coop) für eine geplante Hilfsaktion in Auftrag gegeben hatte.
Die Arbeit zeigt auf, wie sich der Blick auf die Menschen des Südens veränderte und wie sich Film und Entwicklungsdebatte gegenseitig beeinflussten. Die wichtigsten Filmquellen der Arbeit sind auf der Forschungsplattform der Universität Luzern publiziert.
Zwar ist das Buch „Arme Leute – Reportagen“ von William T. Vollmann keine Neuerscheinung, aber erst jetzt – nach 10 Jahren – kommt es in deutscher Übersetzung auf den Markt. Der amerikanische Journalist und Schriftsteller William T. Vollmann ist eine interessante Figur: Als Schriftsteller schreibt er Romane über die Geschichte Amerikas oder Prostituierte, als Journalist beschreibt er Gewalt und Krieg auf der Welt oder sein Leben als Alter Ego „Dolores“.
In „Arme Leute – Reportagen“ dokumentiert Vollmann Begegnungen mit mittellosen Menschen – von Kambodscha bis Afghanistan, von Japan bis in den Kongo, von Irland bis in den Jemen. Im Anhang an die Texte folgen Fotografien, die Vollmann unterwegs gemacht hat. Es sind eindrückliche Porträts von Menschen, die er auch selber nach den Gründen ihrer Armut befragt.
Vera Chiquet. Fake Fotos – John Heartfields Fotomontagen in populären Illustrierten. Bielefeld, 2018
Vera Chiquets Dissertation zu den zwischen 1930 und 1938 entstandenen Fotomontagen des deutschen Künstlers John Heartfield (1891–1968) macht den Stellenwert deutlich, den die damals technisch gerade erst möglich gewordene fotografische Manipulation in den illustrierten Zeitungen – das zentrale Leitmedium in der Zeit von Hitlers Machtergreifung – hatte. Die Autorin zieht Vergleiche mit heutigen elektronischen Informationsportalen und zeigt, dass Fake News kein Phänomen ausschliesslich des 21. Jahrhunderts sind.
Zwei Fotomontagen von John Heartfield in der „Arbeiter-Illustrierte-Zeitung“ (AIZ) der 1930er Jahre sind ab dem 23. September 2018 im Kunsthaus Zug im Rahmen der Ausstellung „Komödie des Daseins – Kunst und Humor von der Antike bis heute“ zu sehen. Es handelt sich bei den Exponaten um Leihgaben des Sozialarchivs (Signatur Z 71).