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II/P/21
Schweiz, Bern
St. Erhard Kirche
Zinn und Eichenholz
Im Zuge der Renovation der Kirche St. Erhard in Nidau hat sich die Kirchgemeinde entschlossen, die bestehende Orgel durch ein neues Instrument zu ersetzen.
Die Disposition umfasst 21 klingende Register und zwei Pedaltransmissionen. Sie ist im Grunde genommen ganz klassisch aufgebaut und dadurch in der Lage, die Or-gelwerke der Barockzeit adäquat darzustellen. Mit dem Hinzufügen von einigen zusätzlichen Grundstimmen (Gambe 8 ', Diapason 8 ', Piffaro 8 ', Oboe 8 ') und den erwähnten Pedaltransmissionen wird das stilistische Spektrum dieser Orgel jedoch erheblich erweitert; dadurch lassen sich auch Werke späterer Epochen überzeugend darstellen.
Das Anlagekonzept ist einfach und bewährt. Es erfüllt die drei wichtigsten Kriterien einer guten Orgelkonstruktion in idealer Weise: Erstens, klanglich optimale Aufstel-lung des Pfeifenwerks. Zweitens, gute Zugänglichkeit zum Stimmen. Drittens, einfache Trakturführungen bei den Manualwerken (wichtig für eine sensible, animierende Spielart).
Im vorderen Gehäuse befinden sich der Spieltisch, die Prospektpfeifen sowie die gemeinsame Windlade für das Hauptwerk und das Pedal. Im hinteren Gehäuse ist das Schwellwerk untergebracht, welches zu beiden Seiten von den Windladen für die beiden grössten Pedalregister Subbass 16 ' und Fagott 16 ' flankiert wird.
Die Prospektgestaltung entstand in Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft und den Architekten. Das Orgelgehäuse erscheint als einfacher, gut proportionierter Kubus und besteht aus handgehobeltem Eichenholz. Das augenfälligste Merkmal sind die in Dreiergruppen angeordneten Prospektpfeifen aus Zinn. Das erklärte Ziel des Entwurfs war, ein Instrument zu schaffen, das auf den Innenraum der Kirche reagiert, gleichzeitig aber auch als eigenständige, moderne Gestaltung erkennbar ist.