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Die Ursache für Burnout wird in der öffentlichen Diskussion hauptsächlich an personalen Faktoren der Betroffenen festgemacht. Sie können nicht Nein sagen, sich nicht abgrenzen. Es boomt der Ratgebermarkt für Burnoutbetroffene.
Schlechtes Arbeitsklima ist ein «guter» Nährboden für Burnout-Fälle
Verschiedene, hauptsächlich amerikanische Autoren, zum Beispiel Christina Maslach oder Michael Leiter, widerlegen aufgrund ihrer Untersuchungen diese vorherrschende Sicht allerdings und sagen: Organisationale Faktoren, zum Beispiel schlechtes Arbeitsklima oder mangelnde Wertschätzung, sind begünstigend für ein Burnout von Menschen in Organisationen.
Beide Erklärungsmodelle greifen jedoch zu kurz: Personale Faktoren erklären nicht, warum in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der Burnoutfälle massiv zugenommen hat. Organisationale Faktoren ihrerseits erklären die Tatsache nicht, dass Menschen, die den genau gleichen organisationalen Bedingungen ausgsetzt sind, sehr unterschiedlich reagieren: Die eine Person kann die Belastung verkraften, während die andere immer stärker in eine Burnoutspirale gerät.
Tragfähige Modelle
Um diesen Begrenzungen der personalen und organisationalen Faktoren zu begegnen braucht es ein tragfähiges Modell, das die Zusammenhänge zwischen Person und Organisation auf einfache Weise verständlich macht: In seiner Masterarbeit erklärt der Autor Burnout deshalb durch ein Ungleichgewicht zwischen der Person mit ihren Ressourcen und der Organisation mit ihren Belastungen und eventuell fehlenden Ressourcen.
Gleichzeitig ist es nötig, ein umfassenderes Modell möglicher Burnoutfaktoren als Bezugsrahmen zur Verfügung zu haben. Darin müssen auch die Ebenen «Politik – Gesellschaft – Welt» und «Markt – Mitbewerber», die einen immer grösseren Einfluss gewinnen, in der Analyse und bei späteren Massnahmen berücksichtigt werden.