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Ein Team von Forschern der Universität Genf unter der Leitung von Prof. Daniel Huber hat gezeigt, dass im Gehirn Töne und Vibrationen ähnlich verarbeitet wer- den. Diese, in der Fachzeitschrift Nature publizierten Resultate, legen nahe, dass das Fühlen eines vibrierenden Telefons und es klingeln zu hören, auf erstaunlich vergleichbarer Kodierung beruht. Dies würde auch erklären, wieso die Vibra- tionen manchmal so unangenehm sein können wie Lärmbelästigungen.
Wir kennen alle das Gefühl wenn ein Mobiltelefon bei einem Anruf in unserer Hand vibriert. Damit wir diese Vibrationen so klar wahrnehmen, müssen sie durch ganz bestimmte Rezeptoren in neuronale Signale umgewandelt und schließlich zum Gehirn geschickt werden. Aber wie werden die physikalischen Aspekte einer Vibration verschlüsselt? Um das zu verstehen, haben die Forscher untersucht, was im Gehirn einer Maus passiert, während sie mit den Vorderbeinen Vibrationen wahrnimmt.
Mit dem Einsatz eines hochauflösenden Zwei-Photo- nenmikroskops, ein von der IRP finanziertes Gerät, konnte das Team von Professor Huber die Aktivität von hunderten von Neuronen in der somasensoriellen Grosshirnrinde einer Maus messen, während dessen Pfoten leicht mit verschiedene Frequenzen vibriert wurden. Ähnlich wie im auditorischen Cortex wurden einzelne Nervenzellen sehr selektiv aktiviert: Einige antworteten stark auf eine Frequenz und andere nur auf andere Frequenzen. Jede Nervenzelle scheint Ihre „Lieblingsfrequenz“ zu haben. „Zusätzlich stellte sich heraus, dass diese Neuronen in erster Linie nur durch eine spezifische Kombina- tion von Frequenz und Amplitude aktiviert werden. Verhaltensversuche haben dann auch gezeigt, dass es genau diese Kombination ist, die die Maus wirk- lich wahrnimmt. Anders gesagt, bei einer solchen Kodierung ist es der Maus unmöglich, zwischen einer schwachen Vibration mit hoher Frequenz und einer starken Vibration mit tiefer Frequenz zu unterschei- den“, erklärt Dr. Mario Prsa, Forscher im Team von Daniel Huber und Erstautor dieser Studie. Trotz der Tatsache, dass Töne durch die Luft und Vibrationen durch Materie übermittelt werden und zu- sätzlich beide über sehr verschiedene Sinnesorgane aufgenommen werden, scheinen sie im Gehirn auf ähnliche Weise entschlüsselt zu werden. „Unsere Entdeckungen zeigen vermutlich die Existenz eines alten, sensorischen Kanals auf, der ein evolutionä- rer Vorgänger des Hörens sein könnte.“ Dies würde auch erklären, warum viele Tiere fähig sind, subtile Anzeichen von aufkommenden Naturkatastrophen zu erkennen oder wa- rum Bauarbeiten oder der Verkehr so viel Un- wohlsein verursachen, selbst wenn sie oft nicht hörbar sind.