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Die Schere weitet sich: General Motors als Beispiel
Steuersenkungen, Entlassungen und steigende Aktienkurse – das ist der Zyklus der neoliberalen Reformen.
Die massiven Steuersenkungen, die der amerikanische Kongress letztes Jahr beschlossen hat, ermöglichten amerikanischen Unternehmen ausserordentliche Gewinne – allein 500 Millionen Dollar im Fall von General Motors. Und wofür hat GM diese Gewinne eingesetzt? Auf jeden Fall nicht bei den Arbeitern. Im Gegenteil: GM kündigte letzte Woche an, Tausende von Arbeitsplätzen in Nordamerika zu streichen. Fünf Fabriken mit 14’700 Arbeitnehmern in den USA und Kanada sollen geschlossen werden.
Laut CEO Mary Barra ergreift GM «diese Massnahmen jetzt, während das Unternehmen und die Wirtschaft stark sind, um an der Spitze eines sich schnell verändernden Marktes zu bleiben». Die Erklärung steht in völligem Widerspruch zu der üblichen Behauptung der Wirtschaftslobby, nach der die Unternehmensgewinne aus Steuersenkungen ihren Weg zu den Arbeitnehmern finden würden.
Die tatsächliche Ursache für den Verlust von Arbeitsplätzen? Unternehmensgier. Der Lohn der GM-Manager ist wie der der meisten CEOs von Konzernen zur Hauptsache vom Aktienkurs abhängig, und der schoss schon am Tag der Ankündigung um 7,9 Prozent in die Höhe.
Der Gewinn der Aktionäre steht in scharfem Kontrast zu den Verlusten der Gemeinden, die von den Schliessungen betroffen sind. Die Behörden von Lordstown/Ohio schätzen, dass jeder Arbeitsplatzverlust bei GM sieben weitere Jobs kostet.
Bearbeitung: Christoph Pfluger
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