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Langes Warten auf den Durchbruch
Bis zu seinem Durchbruch in der Erfolgs-Serie «Miami Vice» (1984 – 1989) musste sich Don Johnson in erster Linie mit Gastrollen in verschiedenen Fernseh-Produktionen zufriedengeben. Alle fünf Pilotfolgen, die er für den US-Sender «NBC» gedreht hatte, wurden abgelehnt.
In einem Interview mit dem britischen «Guardian» meinte er unlängst: Sein androgynes Aussehen als junger Schauspieler sei zu dieser Zeit nicht gefragt gewesen.
Fünffaches Eheglück
Beliebter als bei den Serien-Produzenten von damals ist Don Johnson bei einem beträchtlichen Teil der Damenwelt. Der 70-Jährige lebt gegenwärtig in seiner fünften Ehe.
Davor war unter anderem zwei Mal mit der Schauspielerin Melanie Griffith verheiratet. Ihre gemeinsame Tochter Dakota Johnson ist ebenfalls Schauspielerin.
Ein Händchen für Hits
Don Johnson hatte auch als Songwriter und Sänger Erfolg. In den 1980er-Jahren veröffentlichte er zwei Alben. Seine Single «Heartbeat» schaffte es in diversen Ländern in die Top Ten – auch in der Schweiz.
Davor schrieb Johnson Lieder mit Dickey Betts, dem Gitarristen von «The Allman Brothers Band». Eines davon, «Can’t Take It With You», schaffte es 1979 sogar auf ein Album dieser Band.
Weltmeister
Als Sonny Crockett in «Miami Vice» sah man Johnson oft hinter dem Steuer von Sportwagen und schnellen Booten.
Tatsächlich ist er auch im echten Leben ein talentierter Rennboot-Pilot. 1988 gewann er den Titel des «World Champion of the Offshore World Cup» der «American Power Boat Association».
Leben mit grosser Entourage
1990 spielte Don Johnson die Hauptrolle in Dennis Hoppers Neo-Noir «The Hot Spot».
Der Regisseur war mit der Darbietung seines Protagonisten zufrieden. Er störte sich jedoch daran, dass Johnson rund um die Uhr von mindestens fünf Leuten umgeben war.
Gemäss Hopper erschien Johnson mit zwei Bodyguards, einem Koch, einem Fitnesstrainer, zwei Fahrern, einer Sekretärin, jeweils einer Person für Frisur und Make-Up und einem Helikopter-Piloten zum Dreh.
Serien-Star: Fluch und Segen
Ohne den überwältigenden Erfolg von «Miami Vice» hätte Don Johnson wohl weder seine Entourage finanzieren können noch wäre Dennis Hopper auf ihn aufmerksam geworden.
Der Mittwestler musste in den 1980er-Jahren allerdings auch zahlreiche Film-Projekte ablehnen, weil sie nicht mit dem Drehplan der Serie vereinbar waren – unter anderem die Hauptrollen in «Die Hard» und «The Untouchables», die an seine Freunde Bruce Willis respektive Kevin Costner gingen.
Renaissance
In den letzten Jahren haben US-Autorenfilmer wie Quentin Tarantino und S. Craig Zahler Don Johnson für sich entdeckt.
Als schmieriger Plantagen-Besitzer («Django Unchained»), sowie als sadistischer Gefängnisdirektor («Brawl in Cell Block 99») überzeugte er gleichermassen.
Johnson hat für sein Alterswerk eine Nische gefunden: charismatische Typen mit einem fragwürdigen moralischen Kompass.
Einen solchen spielt er auch in «Knives Out», Rian Johnsons grossartigem «Whodunit», das im Januar in die Schweizer Kinos kommt.