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Katholiken, 149 Reformierte u. 2 Juden;
682 Ew. französischer, 302 deutscher, 15 italienischer und 1 anderer Sprache. Im Zeitraum 1888-1900 hat die Zahl der Bevölkerung um 7796 Köpfe oder um 6,54% zugenommen;
am stärksten ist dabei der die Stadt Freiburg umfassende Saanebezirk beteiligt, dann folgen die andern Bezirke mit Ausnahme desjenigen der Broye, der einen schwachen Rückgang in der Bevölkerungsziffer aufweist. Im Jahr 1811 zählte der Kanton 74209 Ew.;
im 19. Jahrhundert betrug somit die Bevölkerungszunahme 53742 Köpfe oder 72,42%.
Die Bevölkerungsdichtigkeit beträgt 76 Ew. für den km2, eine Zahl, die sich dem Gesamtmittel der Schweiz bemerkenswert nähert. Weit dichter als die Gebirgsbezirke sind natürlich diejenigen des ebenen Landes besiedelt. So zählen die Bezirke Saane 149, See 111, Broye 89 u. Glane 84 Ew. auf den km2, während auf die Bezirke Sense nur 69, Vivisbach nur 62 und Greierz sogar nur 46 Ew. pro km2 entfallen. Die Gesamtbevölkerung verteilt sich auf 24776 Haushaltungen in 18557 Wohnhäusern; es besteht somit eine Haushaltung im Mittel aus 5-6 Personen, und es wird durchschnittlich jedes Haus von 7-8 Personen bewohnt.
Beinahe die gesamte Bevölkerung verteilt sich auf die Höhenlage zwischen 500 u. 1000 m; einzig 16132 Ew. der Bezirke See und Broye leben unter 500 m und 843 Ew. der Gemeinde Jaun (Bellegarde) über 1000 m Höhe. Im Kanton Freiburg war die Geburtsziffer von jeher eine hohe. Die beiden Geschlechter stehen im Verhältnis von 972 Frauen auf 1000 Männer. Die Zahl der Heiraten sinkt mit 7,08‰ der Bewohner merklich unter das Gesamtmittel der Schweiz. Der Ueberschuss der Geburten über die Todesfälle schwankt in den einzelnen Jahren von 12-13‰ am grössten ist dieser Ueberschuss mit 18-19‰ im Bezirk Sense, am kleinsten mit 9-10‰ in den Bezirken Broye und Glâne.
Trotz diesen verhältnismässig hohen Ziffern nimmt die Zahl der Bevölkerung doch nur langsam zu, indem eine ziemlich beträchtliche Auswanderung in die Nachbarkantone und ins Ausland stattfindet. So leben etwa 12000 Freiburger in andern Kantonen, besonders in der Waadt, in Neuenburg und Genf. Im Kanton Freiburg selbst hat die Anziehungskraft der Städte keine beträchtliche Verschiebung der Bevölkerung zur Folge, und was in dieser Hinsicht sich hier noch geltend macht, ist beinahe ganz auf Rechnung der anwachsenden Stadt Freiburg zu setzen. Man kann annehmen, dass 22% der Ew. des Kantons in Städten leben.
Volkscharakter, Sitten. Sprachverhältnisse.
Der Freiburger ist im Allgemeinen energisch und tätig. Dabei ist er gutmütig und liebt es, Gastfreundschaft zu üben. Der Bewohner des französischen Kantonsteiles ist lebhaft und heiteren Gemütes, während der Bewohner des deutschen Kantonsteiles ernsthafter und gesetzter ist. Allen aber ist die Liebe zum Lande ihrer Väter gemeinsam und wenn sie auswandern, so geschieht dies immer mit der Hoffnung, einst wieder in ihr Geburtsland heimkehren und dort ihre Tage beschliessen zu können.
Seit einem Jahrhundert hat sich in den Sitten des Volkes ein starker Umschwung vollzogen. Die modernen Anschauungen haben auch hier Einzug gehalten, ohne aber die besonders beim Landbewohner noch vorhandene Einfachheit zu verdrängen. Der Verkehr der Einzelnen unter sich ist ein höflicherer und freundlicherer geworden, und die früher häufig blutig endigenden Kämpfe und Streitigkeiten sind mit seltenen Ausnahmen verschwunden. Der Freiburger liebt es, kirchliche und weltliche Feste zu feiern, er benützt jeden geringfügigen Anlass in seiner Familie oder im geselligen Leben zur Fröhlichkeit.
Hauptfeste sind heute noch der «Carnaval» (Fastnacht) und die «Bénichon» (Kirchweih oder Kilbi), obwohl beide viel von ihrer einstigen Bedeutung eingebüsst haben. Die Kilbi wird in der Ebene während der drei ersten Tage der zweiten Woche Septembers und im Gebirge während der drei ersten Tage der zweiten Woche Oktobers mit andauerndem Tanz gefeiert. Schiessübungen, Leibesübungen und Sport üben im Allgemeinen eine grössere Anziehungskraft auf das Volk aus als geistige Genüsse.
Freiburg gehört zusammen mit Bern und dem Wallis den zweisprachigen Kantonen der Schweiz an. Der Bezirk Sense, ein Teil der Bezirke Saane und See u. die Gemeinde Jaun (Bellegarde) im Bezirk Greierz sind deutsch, die übrigen Teile des Kantons französisch. Die Sprachgrenze hat sich im Laufe der Zeiten vielfach verschoben. Heute geht sie von der Mündung der Broye in den Neuenburgersee diesen Fluss aufwärts bis zu seinem Austritt aus dem Murtensee, zieht quer über diesen, um zwischen Meyriez und Murten in eine Spitze auszulaufen, wendet sich dann nach SO., umzieht im W. die Gebiete der Gemeinden Murten, Münchenwiler, Coussiberlé, Courlevon, Salvenach, Jeuss, Gurmels, Guschelmuth, Cordast und Monterschu und erreicht die Saane bei Schiffenen.
Von hier folgt sie der Saane bis Kastels, vereinigt sich bis zum Schwarzsee mit der politischen Grenze des Bezirkes Sense, dann mit derjenigen der Gemeinde Jaun und endigt an der Dent de Ruth. Schwieriger zu ziehen ist die Grenzlinie zwischen den Gebieten der geschlossenen und offenen Siedelungsweise. Im ganzen Bezirk Sense u. im obern Abschnitt des Bezirkes Veveyse herrscht das System der Einzelsiedelungen vor, der rechts der Saane gelegene Teil des Bezirkes Saane und der grösste Teil des Greierzerlandes haben gemischte Siedelungstypen und das übrige Gebiet des Kantons Siedelung in Dörfern. Wo Einzelsiedelung vorherrscht sind die Höfe weit über das Land zerstreut; jeder einzelne Bauer ist alleiniger Herr über die um seinen Hof gelegenen Aecker, Wiesen, Weiden, Waldungen, Quellen und Wege. In den