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Biographische Angaben
Der Schauspieler, Dramatiker, Dramaturg und Übersetzer Werner Johannes Guggenheim wurde am 30. September 1895 in St. Gallen
geboren, wo er als Sohn eines Spitzenfabrikanten aufwuchs. Sein Studium der Germanistik an den Universitäten von Zürich und
Lausanne schloss er 1919 mit der Promotion ab. In Berlin liess er sich zum Dramaturgen ausbilden. 1922/23 arbeitete er als
Dramaturg und Regisseur am Staatstheater Braunschweig und von 1924 bis 1933 am Stadttheater St. Gallen.
Ab 1934 war er als freier Übersetzer – sein Hauptwerk ist die Übersetzung der Werke von Charles Ferdinand Ramuz, daneben etwa
von Léon Savary, François Mauriac oder Ignazio Silone – und Schriftsteller tätig. Er schrieb Historiendramen, Komödien, dazu
antifaschistische Zeitstücke: Seinen größten Erfolg auf Schweizer Bühnen feierte er 1938 mit "Bomber für Japan", wo er den
Waffenhandel der Schweiz mit Nazideutschland ("Japan"!) und den übrigen Achsenmächten kritisierte. Sein 1938 entstandenes
Stück "Erziehung zum Menschen", in dem er die nationalsozialistische Rassenlehre offen anprangerte, gelangte erst im Dezember
1945 in St. Gallen zur Aufführung.
1931 heiratete er Ursula von Wiese. Mit ihr lebte er seit 1934 in Bern und Ascona. Von 1931 bis zu seinem Tod war er überdies
Präsident der Gesellschaft Schweizerischer Dramatiker (GSD), einem Unterverband des Schweizerischen Schriftsteller-Vereins
(SSV). Er starb am 25. Mai 1946 in Bern.
Ursula von Wiese war die Tochter des Soziologen Leopold von Wiese und Schwester von Benno von Wiese. Sie war Schriftstellerin,
Lektorin beim Arche-Verlag und eine Zeitlang liiert mit dem Schriftsteller Werner von der Schulenburg. Der umfangreichere
Teil der Sammlung enthält Manu- und Typoskripte von Ursula von Wiese, Typoskripte von Werner von der Schulenburg, Korrespondenz
mit Leopold von Wiese, Fritz Hochwälder, Schulenburg, sowie Fotoalben und Dokumente der privaten Lebensführung.
Umfang und Inhalt der Dokumente
Der Nachlasses von Werner Johannes Guggenheim und Ursula von Wiese ist nicht vollständig erhalten, sondern es handelt sich
um eine kleine Sammlung von Dokumenten. Erhalten geblieben sind Handschriften und Typoskripte von Werner Johannes Guggenheim
zu Theaterstücken und Ramuz-Übersetzungen, einige Korrespondenzstücke, insbesondere mit der Familie und Ursula von Wiese,
Verlagsverträge und eine Fotodokumentation.
Administrative Informationen
Zugang
Konsultation nur im Lesesaal SLA. Einschränkungen vor allem aus urheber- und persönlichkeitsrechtlichen Gründen
Bevorzugte Zitierweise
Schweizerisches Literaturarchiv (SLA): Nachlass Werner Johannes Guggenheim und Ursula von Wiese
Erwerbung
Schenkung, 2016
Hinweise zur Erschliessung
Dieses Online-Inventar wurde aus HelveticArchives generiert. Es unterscheidet sich in seinem Erscheinungsbild von "normalen" Online-Inventaren hauptsächlich durch die beiden
folgende Merkmale: das Datum wird mit Punkt (statt Trennstrich) angezeigt, es gibt - strukturell bedingt - mehr „Darin“-Auflistungen
im Bemerkungsfeld. In ihrem Inhalt sind die beiden Inventarformen jedoch identisch.