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Englisch ist die meistgenutzte Sprache beim Eurovision Song Contest. Fast die Hälfte aller Siegertitel wurden in englisch gesungen. Doch auch exotische Sprachen fanden den Weg auf die Showbühne. In Ausnahmefällen sogar erfolgreich.
Gälisch: Irland 1972
Korsisch: Frankreich 1993
Patrick Fiori sang den Refrain von «Mama Corsica» im Jahr 1993 in Korsisch – und landete auf dem vierten Platz. Die ursprünglich von den Bewohnern der Mittelmeerinsel Korsika gesprochene Sprache feierte im Jahr 2011 sein Comeback: mit Tenor Amaury Vassili und seinem «Sognu».
Rätoromanisch: Schweiz 1989
Die vierte Landessprache der Schweiz, das Rätoromanisch, schaffte es nur einmal zum Songcontest: Im Jahr 1989 sangen Furbaz bei einem Heimspiel in Lausanne «Viver senza tei» (Leben ohne dich). Marie Louise Werth und ihre «Lausbuben» landeten auf dem 13. Platz.
Bretonisch: Frankreich 1996
Die keltische Sprache Bretonisch wird in der Bretagne (Frankreich) gesprochen und schaffte es im Jahr 1996 zum Grand Prix. Dan Ar Braz + l’Héritage des Celtes sangen sich mit dem Beitrag «Diwanit bugale» auf den 19. Platz.
Schemaitisch: Litauen 1999
Im Jahr 1999 wurde die Sprachregelung beim Eurovision Song Contest aufgehoben. Nichts desto Trotz schickte Litauen ihren Beitrag in Schemaitisch, einem Dialekt der litauischen Sprache. Dieser Mut wurde nicht belohnt: Aisté landete mit dem Lied «Strazdas» auf dem 20. Platz.
Fantasiesprache: Belgien 2003
Belgien erreichte seine zweitbeste Platzierung mit einem Lied, in einer frei erfundenen Sprache. Die Gruppe Urban Trad verfehlte im Jahr 2003 mit dem Lied «Sanomi» knapp den Sieg. Sertab Erener gewann mit nur gerademal zwei Punkten Vorsprung.
Fantasiesprache: Niederlande 2006
Das Trio Treble sang im Jahr 2006 den grössten Teil ihres Beitrages «Amambanda» ebenfalls in einer frei erfundenen Sprache. Genützt hats wenig: 20. Platz im Halbfinal für die Niederlande und damit die Final-Qualifikation verfehlt.
Fantasiesprache: Belgien 2008
Beim zweiten Mal ging die Rechnung für Belgien nicht mehr auf. Man setzte erneut auf Kauderwelsch, doch die Gruppe Ishtar konnte sich mit «O julisi na jalini» nicht fürs Finale qualifizieren und landete im 1. Halbfinal auf dem 17. Platz.
Võro: Estland 2004
Das äusserst exotisch klingende Võro, ein nach traditioneller Auffassung estnischer Dialekt, brachte der Frauen-Como Neiokoso kein Glück. Das folkloristisch inspirierte «Tii» landete in der Vorrunde auf dem 12. Platz und qualifizierte sich daher nicht fürs Finale.
Swahili: Norwegen 2011
Das in Afrika gesprochene Swahili feierte im Jahr 2011 Premiere beim Songcontst. Die in Kenia geborene Stella Mwangi reiste mit «Haba haba» für Norwegen zum Eurovision, konnte sich mit ihrem Gute-Laune-Song aber nicht fürs Finale qualifizieren.
Mehrsprachig: Norwegen 1973
Die meisten Sprachen innerhalb eines Beitrags nutzen die Bendik Singers im Jahr 1973. Ihr Beitrag «It’s Just a Game» wurde auf französisch und englisch gesungen und enthielt Textpassagen in spanisch, italienisch, niederländisch, deutsch, irisch, serbokroatisch, hebräisch, finnisch, schwedisch und norwegisch.
Mehrsprachig: Bulgarien 2012
Bulgariens Beitrag im Jahr 2012 enthielt Textpassagen auf türkisch, griechisch, spanisch, serbokroatisch, französisch, Romani, italienisch, aserbaidschanisch, arabisch und englisch. Doch «Love Unlimited» von Sofi Marinova konnte sich trotz Mehrsprachigkeit nicht fürs Finale qualifizieren.
Die Sprachregelung beim Eurovision Song Contest
1956 – 1965 keine Sprachregelung
1966 – 1972 Lieder nur in einer der Amtssprachen
1973 – 1976 keine Sprachregelung
1977 – 1998 Lieder nur in einer der Amtssprachen
1999 – heute keine Sprachregelung
Im Jahr 1977 musste die European Broadcasting Union (EBU) zwei Ausnahmen machen. Deutschland und Belgien hatten ihre englischen Beiträge bereits fertiggestellt bevor das erneute Inkrafttreten der Sprachregelung kommuniziert war.