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Mit der Weltnummer 8 Kevin Anderson wartet am Mittwoch im Wimbledon-Viertelfinal der erste echte Test auf Titelverteidiger Roger Federer. Fast alles spricht aber für den Schweizer.
Vier Mal hat Kevin Anderson schon gegen Roger Federer gespielt. Noch nie ist es dem Südafrikaner gelungen, den achtfachen Wimbledon-Sieger in Schwierigkeiten zu bringen. Der 2,03-Meter-Riese glaubt aber, dass es diesmal anders sein könnte.
Der letztjährige US-Open-Finalist steht erstmals in Wimbledon im Viertelfinal und wusste nach seinem Sieg gegen Gaël Monfils nicht einmal, dass sein nächster Gegner Federer ist. «Ich schaue normalerweise immer nur auf das nächste Spiel, nicht das ganze Tableau», meinte er fast entschuldigend.
«Er ist das komplette Paket», weiss der 32-Jährige aus Johannesburg. «Aber ich glaube, mit meinem starken Aufschlag kann ich ihm weh tun. Ich spiele das beste Tennis meiner Karriere, und dann kann ich jedem gefährlich werden.»
Federer ist sich dieser Gefahr bewusst. Doch auch seine Form stimmt. Er hat in den ersten vier Partien nie seinen Service abgeben müssen. Seit der Niederlage im Halbfinal 2016 gegen Milos Raonic hat der 36-jährige Basler in Wimbledon 32 Sätze in Folge gewonnen. «Anderson ist ein klassischer, grosser, schneller Aufschläger. Er kann vor allem auf der Rückhand-Seite gut retournieren und hat einen wunderbaren ersten Aufschlag, mit dem er viele Asse produzieren kann.»
Anderson werde sicher viel Risiko nehmen, deshalb «muss ich versuchen, ihn zu schwierigen Bällen zu zwingen, die Bälle slice zu spielen, damit er sie nicht von oben schlagen kann.» Federer will offensiv spielen, «um Anderson immer und immer wieder in Bedrängnis zu bringen.»
Ein weiterer Faktor könnte Federer in die Karten spielen. Das Wetter in London hat etwas gewechselt. Statt über 30 Grad werden Wolken und nur noch knapp 25 Grad erwartet. Gegen den hoch abspringenden Service Andersons mit Sicherheit ein Vorteil.
Mit knallharten Aufschlägen würde sich Federer auch in einem allfälligen Halbfinal, seinem 13. an der Church Road, konfrontiert sehen. Im anderen Viertelfinal seiner Tableauhälfte duellieren sich mit Raonic und John Isner die wohl stärksten zwei Aufschläger der Gegenwart. «Das Tableau ist schwierig, aber ich kann mit sehr viel Selbstvertrauen in den Rest des Turniers gehen», sagt Federer.
In der unteren Hälfte kommt auch Rafael Nadal, als Einziger neben Federer noch ohne Satzverlust, zum ersten Härtetest. Er trifft auf Juan Martin Del Potro, der gegen Gilles Simon nachsitzen musste, aber nach dem Abbruch am Montag seinen zweiten Viertelfinaleinzug in Wimbledon sicherstellte. Der Sieger trifft im Halbfinal auf Novak Djokovic oder Kei Nishikori. (pre/sda)