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NGC 7023, Irisnebel
Objektbeschreibung
Bei NGC 7023 handelt es sich um einen kleinen, armen offenen Sternhaufen, welcher von einen schwachen Staubnebel (LBN 487) umhüllt ist. Er wurde am 18. Oktober 1794 vom deutsch-britischen Astronomen Wilhelm Herschel entdeckt. Dreyer beschrieb NGC 7023 als einen Stern 7. Grösse, eingebettet in einen sehr schwachen aber grossen Nebel. Der Spitzame «Irisnebel» bezieht sich aufgrund von Farbe und Form auf die blauen Blüten der Schwertlilie (Iris versicolor) und nicht die Regenbogenhaut des Auges.
Beim Stern HD 200775 handelt es sich um einen heissen, blauen Herbig Be Stern mit einer scheinbaren Helligkeit von etwa 7.4 Magnituden. Er gibt das meiste seiner Strahlung im UV-Bereich ab. Die Masse wird auf das etwa 10 bis 15-fache der Sonne geschätzt und das Alter gerade mal auf 100'000 Jahre.
Ausserhalb des durch den Stern blau angeleuchteten Reflexionsnebels befindet sich noch weitere Nebel, teils schwach leuchtend, teils aus dunklem interstellaren Staub. Sie fallen vor allem dadurch auf, dass dort die scheinbare Sterndichte niedriger ist, wie in Abb. 1 schön zu sehen ist. Der Nebel ist ein aktives Sternentstehungsgebiet. Messungen der Gaia-Sonde ergaben eine Entfernung von 335 ± 11 pc (1093 ± 36 Lichtjahre). Der offene Sternhaufen misst etwa 10 Bogenminuten im Durchmesser, welches bei dieser Entfernung etwa drei Lichtjahren entspricht. Der Reflexionsnebel ist etwa doppelt so gross. [109,196,260]
Auffindtipp für NGC 7023
Westlich des grossen Alignements des Cepheus, welches eher einer Kinderzeichnung eines Hauses als einem König ähnelt, liegt der Staubnebel NGC 7023. Um ihn zu finden wählt man am besten ein Grossfeldokular und richtet das Teleskop mit Hilfe des Telrad-Finders gemäss der nebenstehenden Karte aus. Der Nebel ist zwar zirkumpolar, doch in den Monaten Mai bis Dezember steht er am höchsten am nächtlichen Himmel.
Visuelle Beobachtung
150 mm Refraktor: Sein nebliges Erscheinen rund um einen relativ hellen Stern lässt sofort den Eindruck eines angelaufenen Okulars aufkommen. Tatsächlich muss man schon aufpassen, dieses eher schwierig zu beobachtende Objekt zu finden! Als beste Vergrösserungen erwiesen sich 65 bis 130 fach, ohne Filter, jedoch mit von Staub (und Tau) gereinigter Augenlinse des Okulars. Bei indirektem Sehen zeigt sich das grosse Ausmass des Objektes am besten. Zwar lassen sich Helligkeitsunterschiede, jedoch keine Strukturen ausmachen.