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die
Losung der
italienischen
Karbonari, deren Anfangsbuchstaben als Erkennungszeichen dienten und dadurch, daß sie mit der bekannten Überschrift
des
KreuzesChristi (INRI) übereinstimmten, täuschen sollten.
Die einzelnen
Zellen sind hohl, dickwandig, mit häufigen
Verengerungen des
Lumens (s. Figur), an der
Spitze
abgerundet und fast immer stark verdickt. J. färbt sich mit schwefelsaurem
Anilin intensiv goldgelb bis orangegelb und wird
an der
Luft, besonders bei Einwirkung der
Feuchtigkeit, dunkler, bisweilen tiefbraun (wahrscheinlich stammt die sich schnell
bräunende J. von ältern, ausgereiftern
Pflanzen her). Bei der Gewinnung der J. vollzieht sich auch ein
Zerfall der Bastbündel, so daß das
Produkt einen mehr oder minder feinfaserigen
Charakter erhält; an den feinsten Jutesorten
erscheinen einzelne Bastzellen zum größten Teil isoliert.
Frische, fast weiße J. enthält im lufttrocknen Zustand 6 Proz.
Wasser und kann bis 23,3 Proz., gebräunte bis 24 Proz.
Wasser aufnehmen. Getrocknete J. gibt 0,9-1,74 Proz.
kristallfreie
Asche. - J. wird in den Heimatsländern der Stammpflanze seit alter Zeit gewonnen.
oder soll sie zu feinern Garnen verarbeitet werden, so wird sie schließlich noch auf der Schnippmaschine von allen gröbern
Teilen befreit. Die so vorbereitete J. wird auf Karden bearbeitet, um die Fasern voneinander zu trennen, von anhaftenden Oberhautzellen,
Staub und kurzen Fäserchen zu befreien, möglichst gleichmäßig zu zerreißen und zu einem endlosen
Band
[* 17] zu vereinigen. Letzteres wird auf Streckmaschinen, die denen bei der Flachsspinnerei gebräuchlichen ähnlich sind, gestreckt,
dubliert und auf Vorspinnmaschinen vorgesponnen, worauf das Feinspinnen auf Trockenspinnmaschinen folgt.
Das Weben
[* 18] erfolgt in derselben Weise wie bei andern Gespinsten. Die J. läßt sich sehr schön bleichen und färben, sie ist
aber sehr empfindlich gegen Chlor und Mineralsäuren, und das Bleichen erfordert daher besondere Vorsichtsmaßregeln. Die hauptsächlichsten
der in Europa dargestellten Jutegewebe sind die losen, groben Baggings, die als billigstes Packmaterial dienen;
Twilld Sackings, ein sehr festes und dauerhaftes Drilch- oder
Zwilchgewebe zu Säcken für gepreßte Waren;
Hessians, das feinste und schönste Packmaterial für feinere Artikel, Futterleinen,
Matratzen etc. In neuerer Zeit, seitdem die Verarbeitung der J. einen hohen Grad der Vollkommenheit erreicht hat und auch feinere
Garne gesponnen werden, fertigt man aus J. viele Gewebe, die zu Möbelstoffen, Vorhängen, Tischdecken,
Stickereigrundlagen etc. dienen;
Ferner dient J. zu Zündern, Lampendochten, Gurten, Kordeln etc. Rohe J. benutzt man zum
Umwinden unterseeischer Telegraphenkabel und eigentümlich präparierte in der Chirurgie als Verbandmaterial. Obwohl manches
Vorurteil gegen die J. widerlegt worden ist, so ist der Stoff doch gegenüber Flachs und Hanf als geringwertiger,
und eine Beimischung zu letztern wäre ebenso als Verfälschung zu betrachten wie die häufig vorkommende Beimischung von
J. zu den gröbern Garnnummern in Wolle und Baumwolle.
Namentlich steht J. dem Hanf und Flachs in der Festigkeit
[* 21] nach und scheint auch den Wechsel von Feuchtigkeit
und Trockenheit schlecht zu vertragen. Die ersten Versuche mit der J. in Europa datieren von 1834 und 1835; aber erst der Krimkrieg,
durch welchen den englischen und schottischen Spinnereien der russische Flachs und Hanf entzogen wurde, verschaffte der J.
größere Geltung, und seitdem hat sich namentlich in und bei Dundee,
[* 22] London
[* 23] und Glasgow
[* 24] eine bedeutende
Juteindustrie entwickelt. 1875-76 wurden aus Ostindien 5,206,570 Ztr., 1882-83 aber 10,348,909 Ztr., und 1885-86:
7,778,864 Ztr. J. exportiert.