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Bericht aus Amerika
Mirjam erzählt aus ihren Studienaufenthalt in der USA.
Studium an der Gehörlosen-Universität Gallaudet, in Washington, USA
Hallo miteinander!
Die meisten von euch wissen, dass ich jetzt in den USA, an der Gallaudet-Universität in Washington bin. Im Juli 1999 habe ich zuerst für einen Monat einen Gebärdenkurs in amerikanischer Gebärdensprache (ASL) belegt. Das Studium hat Anfang September angefangen. Da ich zu diesem Zeitpunkt ASL konnte, war es einfacher, die Lehrer zu verstehen.
Vor einem Jahr habe ich mit Daniel, Willi und Regula eine Amerikareise gemacht. In Fremont (Kalifornien) haben wir einen Gehörlosengottesdienst besucht und eine gläubige, gehörlose Frau kennen gelernt. Sie heisst Lucy. Sie hat uns eingeladen, zwei Nächte bei ihr und ihren zwei Brüdern zu übernachten.
Am Gallaudet habe ich Lucy wieder getroffen. Es war eine schöne Überraschung. Wir teilten zusammen ein Studentenzimmer.
Gehörlosen-Gottesdienste
An den Sonntagen gehe ich jeweils in den Gehörlosengottesdienst im Bundesstaat Maryland oder Virginia und beteilige mich regelmässig an einem Bibeltreffen. Der Bibeltreff ist wie der Hauskreis in der Schweiz. Die Kirchen hier in der Nähe haben zueinander ein etwas gespanntes Verhältnis. Manchmal wird herumgeschwatzt, was eine Kirche alles falsch macht. Ich finde das sehr schade. Glaubensgeschwister sollen zusammenhalten und miteinander Frieden haben.
Über die Weihnachtszeit habe ich einige Familien in Texas besucht. Am Sonntag ging ich in einen Gehörlosengottesdienst in Plano (in der Nähe von Dallas). Diese Gemeinde ist eine Baptistengemeinde, und der Prediger ist selber gehörlos. Vor der Predigt hatte eine gehörlose Frau Gebärdenlieder mit Musik gesungen. Nach dem Gottesdienst habe ich sie gefragt, wie sie als Gehörlose mit Musik Gebärdenlieder singen kann. Sie hat mir verraten, dass ein Dolmetscher hinter den Gottesdienstbesuchern sitzt und ihr die Musik übersetzt. Der Dolmetscher übersetzt die englische Musik Wort für Wort. Die gehörlose Frau sieht so den Dolmetscher und übersetzt in amerikanische Gebärdensprache.
Nach dem Gottesdienst habe ich mit dem Prediger gesprochen. Er hat mir erzählt, dass im Süden der USA mehr Leute in die Kirche gehen, und auch mehr Gehörlose. In Texas hat es viele Gehörlosenkirchen. Die Leute im Norden sind dagegen oft zu beschäftigt, um in die Kirche zu gehen oder die Bibel zu lesen. Im Norden hat es somit weniger Gehörlosengottesdienste oder hörende Gottesdienste mit Gebärdensprach-Übersetzung, ausser in der Umgebung von Washington DC (Bundesstaaten Maryland und Virginia) und New York. In dieser Gegend wohnen viele Gehörlose, weil sie in der Gallaudet-Universität oder in der Technischen Universität Rochester (Bundesstaat New York) studieren.
Nach dem Gottesdienst ging ich mit einigen Gehörlosen in ein Fast Food-Restaurant (das ist etwas wie McDonald’s). Das Essen war sehr amerikanisch. Aber es war schön, amerikanische Glaubensgeschwister kennenzulernen.
Euch allen wünsche ich, dass ihr auch Gottes Führungen erlebt. Ich wünsche Euch einen guten Frühlingsanfang und Gottes reichen Segen!