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Papst Paul III. und Kolumbus
Die Wahrscheinlichkeit, an einem Schalttag geboren zu werden, beträgt 0,0684 Prozent. Entsprechend selten sind berühmte Schalttags-Kinder und -Ereignisse.
An einem Schalttag geboren wurden etwa Papst Paul III. (1468), der deutsche Architekt Leo von Klenze (1784), der italienische Komponist Gioacchino Rossini (1792), der französische Maler Balthus (1908), die französische Schauspielerin Michèle Morgan (1920) oder der deutsche Springreiter Alwin Schockemöhle (1936).
Sonnenfinsternis
rettet Eroberer
Ein besonderer Glückstag war der 29. Februar 1504 für Christoph Kolumbus. An diesem Tag wurde er von jamaikanischen Eingeborenen angegriffen. Da er wusste, dass eine Sonnenfinsternis bevorstand, drohte er mit dem Zorn der Himmelsgötter. Als sich die Sonne tatsächlich verfinsterte, erstarrten die Angreifer vor Ehrfurcht und versorgten ihn und seinen Trupp mit Lebensmitteln.
Gotthard-Durchstich
Statt Finsternis Licht im Tunnel sahen am 29. Februar 1880 die beiden Bautrupps im Gotthard: Damals erfolgte der Durchstich. Auch der Tag, an dem sich 1848 Neuenburg zur Republik erklärte, war ein 29. Februar, ebenso wie jener im Jahre 1940, als das Filmepos «Gone with the Wind» («Vom Winde verweht») acht Oscars gewann. sda
Traditionen am Schalttag
Das mittelalterliche englische Recht ignorierte den Schalttag: An einem 29. Februar abgeschlossene Verträge waren ungültig. Wegen seinem Status ausserhalb der Zeit ist der Tag seither mit seltsamen Praktiken und Aberglauben verbunden.
Ein schottischer Gesetzesartikel von 1288 legte fest, dass am 29. Februar ausnahmsweise nicht nur Männer, sondern auch Frauen um die Hand anhalten durften. Ein «Nein» des Angebeteten kostete diesen eine Busse zwischen einem Kuss und einem Seidenkleid.
Ledige Frauen auf der Jagd
In den USA ist diese Ausnahmebewilligungspraxis am Schalttag unter dem Titel «Sadie Hawkins Day» bekannt. Sadie Hawkins war eine Figur im Comicstrip «Li’l Abner» von Al Capp. In der Folge vom 15. November 1937 dekretierte der Vater der potthässlichen Sadie, dass die ledigen Frauen des Dorfes haben konnten, wen sie erwischten.
Schalttag als Heiratstag
Diese Männerjagd wurde vielerorts als jährliches Volksfest eingeführt und ist in einigen US-Colleges immer noch Brauch. In gewissen Gemeinden wurde der Sadie-Hawkins-Tag vom 15. November auf den Schalttag gelegt.
Nicht nur zum Freien, sondern auch zum Heiraten gilt der Schalttag manchen als günstig. In deutschen Grossstädten liegt die Heiratsrate laut der dpa an Schalttagen durchschnittlich 100 Prozent höher als an vergleichbaren Tagen. Offenbar ist die Ansicht verbreitet, man könne so das «verflixte siebente Jahr» vermeiden.
Abergläubische Griechen, Römer, Chinesen und Mexikaner
20 Prozent der griechischen Brautpaare dagegen glauben noch heute, dass Ehen, die in Schaltjahren geschlossen werden, nicht halten. Die alten Römer und die Chinesen hielten Schaltjahre generell für Unheil bringend. Und die alten Mexikaner fürchteten, arbeiten am Schalttag bringe Unglück. sda