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92 Organisationen und mehr als 2000 Personen fordern eine Verbesserung der Ausbildungssituation in der Sozialen Arbeit
Am heutigen 20. März 2018, dem internationalen Tag der Sozialen Arbeit, haben mehr als 92 Organisationen und 2'000 Personen einen Appell an den Bundesrat sowie an kantonale und kommunale Behörden gerichtet, in welchem sie fordern, dass alle in einer Funktion der Sozialen Arbeit tätigen Personen über ein Diplom in Sozialer Arbeit verfügen sollen. Die unterzeichnenden Organisationen und Privatpersonen verlangen von der Politik, dass sie das Thema aufgreift und wirkungsvolle Massnahmen für dieses Problem findet.
Von den mehr als 100‘000 Personen, die heute in der Schweiz als Sozialarbeitende tätig sind, hat nur knapp die Hälfte eine entsprechende Ausbildung in Sozialer Arbeit absolviert. Jede Person kann als Sozialarbeiter oder als Sozialpädagogin bezeichnet werden, ohne jemals eine entsprechende Ausbildung absolviert zu haben. Die Berufe der Sozialen Arbeit werden auf nationaler Ebene von keiner Gesetzgebung geschützt. Diese Situation ist im Vergleich mit verwandten Berufen und im Vergleich mit unseren Nachbarländern einmalig. Die Auswirkungen in Bezug auf die Qualität und die Effizienz sind schwerwiegend und tangieren insbesondere die Adressatinnen und Adressaten der Sozialen Arbeit. Soziale Arbeit richtet sich oftmals an besonders verletzliche Bevölkerungsschichten wie Kinder, Familien in schwierigen Lebenssituationen, Menschen die an Krankheiten oder an körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen leiden.
Breite Reaktion auf den Mangel an qualifizierten Fachkräften
Im Rahmen der Kampagne «Ausgebildet für alle Fälle: eine Ausbildung in Sozialer Arbeit bürgt für Qualität» stellt AvenirSocial zugunsten einer besseren Qualität der Leistungen der Sozialen Arbeit folgende Forderungen an die politischen Instanzen auf
Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene sowie an die Leitungsgremien von Einrichtungen des Sozialwesens:
- Es werden Personen mit einem Diplom in Sozialer Arbeit angestellt bzw. Personen, welche eine solche Ausbildung absolvieren
- Berufsbegleitende Ausbildungen, Passerellen und Ergänzungsprüfungen für Quereinsteigende werden gefördert
- Es werden genügend diplomierte Fachpersonen der Sozialen Arbeit ausgebildet
- Es werden in allen Arbeitsfeldern Vorschriften erlassen, welche 100 % ausgebildete Fachpersonen der Sozialen Arbeit vorschreiben. Längerfristig ist ein Bundesgesetz zur Ausbildung und Berufsausübung notwendig, welches auch die Fragen der Weiterbildung und der Berufsbezeichnungen regelt.
Die Forderungen von AvenirSocial stossen auf ein grosses Echo, wie die 92 Organisationen des Sozialwesens und die mehr als 2000 Personen zeigen, welche den Appell von AvenirSocial zur Ausbildungskampagne unterzeichnet haben.
Für weitere Informationen: www.sozial-ausgebildet.ch