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Unter der Bezeichnung C111 versteht man bei Mercedes-Benz eine Typenreihe von Experimental- und Forschungsfahrzeugen. Diese Typenreihe sollte als Plattform für die Erforschung von Kunststoffkarrosserien und neuartigen Motoren dienen. Vier Versionen wurden entwickelt und mit Wankel-, V8- und Dieselmotoren bestückt. Zahlreiche Weltrekorde wurden aufgestellt.
Version I
Die erste Version wurde 1969 entwickelt. Ein Dreischeiben-Wankelmotor als Mittelmotorkonzept diente als Antrieb, und die Karrosserie wurde aus glasfaserverstärktem Kunststoff hergestellt.
Obwohl die Karrosserie in Sachen Verarbeitung und Design eher vermuten lässt dass der C111 als Mittel zum Zweck diente, nämlich zur Erprobung eines Wankelmotors, schlug die erste Version hohe Wellen. Besonders die Flügeltüren erinnerten stark an den legendären 300SL aus der Mitte der 50er Jahre. Dies hatte zur Folge dass diverse Bestelleingänge im Hause Mercedes-Benz ankamen. Sogar unterschriebene Blankoschecks trafen dort ein. Aufgrund der mangelnden Fertigungsqualität und der Anfälligkeit des Wankelmotors hatte sich Mercedes-Benz gegen eine Serienfertigung entschieden. Man entschied sich dafür die Baureihe C111 nur als Versuchsträger zu nutzen.
Version II
Auf der IAA 1969 wurde die zweite, wohl bekannteste Version der Öffentlichkeit vorgestellt. Zur Verringerung des Auftriebs wurde die Vorderachse vollständig überarbeitet. Als Antrieb diente ein Vierscheiben-Wankelmotor mit 350PS, mit dem eine Höchstgeschwindigkeit von 290km/h möglich war. Aufgrund der Ölkrise 1973 wurden ebenfalls Exemplare mit 5-Zylinder-Turbo-Dieselmotoren (OM617) hergestellt. Dieser Motor hatte bei einem Hubraum von 3 Litern eine Leistung von 190PS. Der Wagen mit der Seriennummer 31 brach am 12. Juni 1976 sämtliche Geschwindigkeits- und Beschleunigungsrekorde für Dieselmotoren. 16 Rekorde, darunter 13 für Dieselfahrzeuge brach der C111-II im süditalienischen Nardò.
Version III
Diese Version wurde aerodynamisch konsequent weiter optimiert und konnte dank erheblicher Massnahmen einen cW-Wert von 0,183 erreichen.
Auch die Leistung des Motors wurde erheblich gesteigert. Durch den Verzicht einer Ladeluftregelung konnte die maximale Leistung des Turboladers erzielt werden. Extrem spitze Ventilsitze reduzierten den Ströhmundwiderstand und erzielten noch mehr Leistung. All diese Massnahmen gingen aber zulasten der Lebensdauer.
Mittels dieser Massnahmen erreichte der C111 in der Version III 1978 in Nardò die 320km/h-Marke, und konnte während der zwölfstündigen Fahrt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 316km/h erreichen.
Version IV
Die vierte Version wurde – ganz Ölkrisenbereinigt – mit einem Biturbo V8 Motor (M117) und 4820 Kubikzentimetern Hubraum ausgestattet. Bei einem Verdichtungsverhältnis von 6:1 erreichte der Motor 500PS und 599Nm Drehmoment.
Mittel weiterer aerodynamischer Massnahmen erzielte dieser Wagen am 5. Mai 1979 in Nardò weitere Rekorde. Darunter stellte er den Geschwindigkeitsrekord von 403,978km/h auf.
Die meisten der C111 befinden sich im besitz des Mercedes-Benz Museum während einzelne exemplare nach den Versuchsreihen verschrottet wurden. Ein Exemplar der ersten Version erlitt 1970 am Hockenheimring einen Totalschaden.
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