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Textübersetzung aus dem Kunstmuseum Hamburg
Bogen und Pfeile waren bereits zur damaligen Zeit Hauptwaffen der Wilden, auch dass die Schwarzen Kannibalen waren, konnten die Spanier feststellen, denn Mitte März erschienen eine Anzahl von Kanus, die Geschenke brachten, unter anderen auch einen Oberteil (Schulter und Arm) eines Knaben.
Vorwort.
Nachdem ich in den Jahren 1880 und 1881 Andalusien und 1882—86 Holländisch-Indien und West-Neu-Guinea zum Sammeln von zoologischen und ethnographischen Gegenständen bereist hatte, bot sich 1893 eine günstige Gelegenheit, nach dem Schutzgebiete der Neu-Guinea-Kompagnie zu gehen.
Mein Aufenthalt in der Süd-See währte 4 Jahre; während dieser Zeit sammelte ich in Kinigunang bei Herbertshöhe in Neu-Pommern, auf Neu-Lauenburg, in Nusa im Norden von Neu-Mecklenburg sowie auf den Salomo-Inseln, hauptsächlich in den damals noch deutschen Gebieten in der Bougainville-Strasse.
Über meinen Aufenthalt in Spanien habe ich nur wenig veröffentlicht, während über die Reisen im Malayischen Archipel und den Papuanischen Inseln ausser zahlreichen kleineren, fachwissenschaftlichen Arbeiten mehrere geschlossene lepidopterologische und ethnographische Abhandlungen erschienen sind. Von entomologischen Veröffentlichungen mögen hier genannt sein:
- Beiträge zur Kenntnis der Lepidopteren-Fauna der Aru-Inseln, Dresden 1886, Correspondenzblatt des Vereins „Iris“ pag. 73—90,
- Beiträge zur Lepidopteren-Fauna von Gross-Ceram, 1889 I. c. pag. 187—265,
- Ein Sammeltag am Wasserfall von Maros, Leipzig 1893, Entomolog. Jahrbuch von Dr. O. Krancher, pag. 170 ff.
- Aus der Anzahl der ethnographisch-geographischen Arbeiten seien erwähnt:
- Die Aru-Inseln, Dresden 1888, Festschrift des Vereins für Erdkunde zu Dresden, pag. 153—201,
- Ein Aufenthalt auf Gross-Seram, Dresden 1892, XXII. Jahresbericht des Vereins für Erdkunde zu Dresden, pag. 129—214.
- Von speziellen Süd-See-Arbeiten sind ausser der vorliegenden die folgenden veröffentlicht:
- Einige noch nicht bekannte Raupen und Puppen von Schmetterlingen aus dem deutschen Schutzgebiete in der Süd-See, Dresden 1895, Deutsche Entomologische Gesellschaft, Lepidopt. Hefte, Verein »Iris“, pag. 105—115,
- Noch nicht bekannte Raupen und Puppen von Schmetterlingen aus dem Schutzgebiete der Neu-Guinea-Kompagnie in der Süd-See, Dresden 1897 1. cM
- Ein entomologischer Sammelaufenthalt in Mioko, Leipzig 1897, Insekten-Börse, Beitrag zur Lepidopteren-Fauna des Bismarck- und Salomo-Archipels in der Süd-See, Dresden 1898 und 1899 (Forts.), Deutsche Entomologische Gesellschaft, Lepidopt. Hefte, Verein »Iris“, pag. 34—133 und (Forts. 1899) pag. 219—260.
- Ferner dienten meine lepidopterologischen Sammlungen Herrn Geh. Sanitätsrat Prof. Dr. A. Pagenstecher hauptsächlich als Unterlage für sein Werk „Die Lepidopteren-Fauna des Bismarck-Archipels“, Zoologica, herausgegeben von Prof. Dr. C. Chun, Leipzig 1899, Heft 27.
Die Möglichkeit, nach der Süd-See zu gehen, wurde mir in erster Linie , durch das liebenswürdige Entgegenkommen des Herrn Landesgerichtsrat Wolf von Schönberg in Naumburg geboten, welchem ich an dieser Stelle besonders danke. Ausserdem wurde mein Eintritt in das Schutzgebiet erleichtert durch Empfehlungen der Herren Geh. Hofrat Prof. Dr. Bastian, Landesgerichtspräsident Witte, Major Richelmann, Geh. Hofrat Prof. Dr. Rüge und Prof. Dr. O. Schneider. Für die mir so gewährte Unterstützung bewahre ich stets lebhafte Dankbarkeit. Trotz allem hätte ich aber sicher nicht so bedeutende Sammlungen erzielen können, wenn ich nicht durch die Herren im Schutzgebiete die weitgehendste Förderung erfahren hätte, ln dankbarer Erinnerung nenne ich die Herren A. Schulz, damals erster Leiter der Stationen der Handels- und Plantagen-Gesellschaft der Süd-See in Mioko, Stationsvorsteher Kolbe, Thiel, Chef der Firma Hernsheim & Co.
Einleitung.
ln der Zeit, welche meinem Aufenthalte in dem deutschen Schutzgebiete der Südsee vorausging, verkehrten nur höchst selten Schiffe von Neu-Pommern nach den Salomonen und dann auch nur nach den nörd-lichst gelegenen Inseln und nach Buka, wo die amerikanische Firma Forsayth Handels-Stationen hatte. Es war mir darum sehr erwünscht, als nach kaum halbjährigem Verweilen meinerseits im Bismarck-Archipel sich der damalige Landeshauptmann Schmiele entschloss, mit dem Dampfer Isabell eine Rundtour durch die gesamten deutschen Salomonen zu unternehmen, und ich folgte freudig der Einladung, diese günstige Gelegenheit zu benutzen, um nach den so wenig bekannten Salomonen zu kommen.
Zugleich mit mir hatte sich der in Holländisch-Indien und Neu-Guinea auf das beste bewährte Sammler Wahnes, ein 63jähriger Herr aus Naumburg an der Saale, entschlossen, mit nach diesem am wenigsten bekannten Teile unserer Südsee-Kolonie zu fahren. Nachdem wir uns in Eile mit Proviant, Kochgerät, Bettzeug und anderen nötigen Dingen versehen hatten, schifften wir uns am 16. August 1894 auf dem Dampfer isabell ein. Bald danach wurde der Anker aufgewunden, und wir gingen mit Volldampf von der Rhede von Herbertshöhe ab.
Dicht entlang an der Küste, vorbei am Berara-Kap einerseits und Mioko anderseits, gelangten wir in den zwischen Neu-Mecklenburg und Neu-Pommern befindlichen Sanct Georgs-Kanal. Weiter und weiter ging es nach Süden, mehr und mehr entschwand das Land im Hintergründe, und nur schwach konnten wir gegen Abend Mioko, von wo uns am Nachmittage für lange Zeit zum letzten Male die deutsche Flagge gegrüsst hatte, erkennen. Am nächsten Morgen hatten wir die südlichste Spitze von Neu-Mecklenburg, Kap Sanct Georg, weit hinter uns gelassen und befanden uns auf offner See. Das Wetter war böig und unruhig, sodass der Landeshauptmann wie auch mein Reisegefährte sich in ihre Kabinen zurückziehen mussten. Ich selbst, der Seekrankheit nie gekannt hat, war, gehüllt in meinen ölrock, beinahe den ganzen Tag mit auf der Brücke und liess mir dort von dem Kapitän Dahlmann dasjenige erzählen, was er von den Salomonen wusste. Viel war es nicht, denn obgleich der Kapitän einer der ersten war, der von der Neu-Guinea-Compagnie nach dem Schutzgebiete geschickt worden war, so hatte er die Salomonen doch nur ein oder zwei mal besucht und dann auch nur vom Schiffe aus gesehen. Erfreulich war mir, dass er bestätigte, dass schon seit Jahren in der Bougainville-Strasse auf einer der vielen Inseln Amerikaner sich als Händler angesiedelt hatten.
Im Laufe des Nachmittages bekamen wir die ersten Berge der Salomonen in Sicht, und zwar waren es diejenigen, die sich auf Buka befinden. In der Nacht näherten wir uns mehr und mehr der Küste von Bougainville, sodass wir bei ganz ausgezeichnetem Wetter am nächsten Morgen diese in ihrer ganzen Schönheit vor uns hatten.
Scheinbar schmale Strand-Ebenen gehen bald in bergiges Gelände über, das in dem Balbi (vergl. Tafel 10) die stattliche Höhe von ca. 3070 m erreicht. Der Gebirgsstock, dessen höchste Spitze dieser Berg ist, bildet eine kompakte Masse, die sich aus dem mittleren Berglande erhebt. Von Norden in einen kammartigen Höhenzug langsam ansteigend, fällt das Balbi Gebirge nach Süden ziemlich schroff ab.
Leider konnten wir nicht so dicht an die Küste der schönen Insel herangehen, dass wir die Strandgegenden genauer zu erkennen vermochten; ich musste mich auf spätere Gelegenheit vertrösten.
Am 18. August passierten wir die unter englischer Schutzherrschaft stehenden Treasury-Inseln, um alsdann in die Bougainville-Strasse hinein zu gehen. Rechts und links und voraus erschienen eine grosse Anzahl von kleinen Inseln, die, alle mit tropischer Vegetation bedeckt, uns hoffen Hessen, dass unsere Erfolge recht gute werden könnten. Gegen Abend langten wir vor der Insel Munia an und gingen dort vor Anker. Die wehende amerikanische Flagge zeigte uns, dass wir damit unser erstes Ziel auf den Salomonen erreicht hatten, dass wir bei der Station der Händler angelangt waren.
Man sagt, dass der erste Eindruck, den ein Reisender von einer Gegend bekommt, der massgebende sei; ich muss sagen, dass daran viel Wahres ist. Sowohl auf Herrn Wahnes wie auf mich hatte gerade die Insel Munia einen recht düsteren, unfreundlichen Eindruck gemacht. Der dichte dunkle Wald, welcher bis an den Meeresstrand geht, die gleich-mässige DGestalt der Insel, das Nichtvorhandensein von Eingeborenen-Ansiedlungen trugen dazu bei, den oben erwähnten Eindruck hervorzurufen. Der Landeshauptmann war bald nach unserer Ankunft an Land gegangen, um zu erfahren, ob die Händler anwesend waren. Wir hatten währenddessen Gelegenheit, die Ansiedlerstation (s. Titelbild) zu betrachten. Sehr einladend sah das Ganze nicht aus; einige niedrige Hütten, aus sogenanntem Buschmaterial gebaut, war alles, was wir auf der kleinen, dicht am Strande liegenden Lichtung wahrnehmen konnten. Im Vordergründe standen eine Anzahl Kokospalmen, während der Hintergrund von dichtem, üppigen Walde eingenommen wurde. Am Strande lagen halb im Wasser mehrere europäische Boote, die bis auf die wehende Stations-Flagge das Einzige waren, was daran gemahnte, dass wir eine europäische Niederlassung vor uns hatten. Von Eingeborenen sahen wir nur einige nackte Männer faul am Strande liegen. Mein Reisegenosse, der noch nicht auf einem soweit vorgeschobenen Aussenposten der Händler gewesen war, fasste schon damals einen Widerwillen gegen das Leben in den Salomonen und hat es in der Tat auch nicht allzulange dort ausgehalten; nach 6 Monaten kehrte er nach Neu-Pommern und Neu-Guinea zurück. Auch ich glaubte nicht, dass ich zwei Jahre lang auf diesen beinahe von allen Verkehrs-Strassen abgelegenen Inseln verweilen würde. Ich war es jedoch von meinen früheren Reisen gewöhnt, mich auch in den am wenigsten verlockend erscheinenden Gegenden schnell heimisch und bis zu einem bestimmten Grade wohl zu fühlen, und tröstete mich mit dem Bewusstsein, dass ich schon öfters unter noch weniger günstigen Bedingungen das Schiff, und damit die Zivilisation, hinter mir gelassen hatte, um ganz zwischen Wilden unter tropischer Sonne zu leben.
Wohlgemut verpackten wir unsere Sachen, erstanden von dem liebenswürdigen Kapitän Dahlmann noch soviel Proviant, als er abgeben konnte, und erwarteten die Dinge, die da kommen sollten. Es war schon beinahe dunkel, als der Landeshauptmann wieder an Bord kam; in seiner Begleitung befand sich ein junger Amerikaner. Der Jüngling, der sicher seinen besten Anzug anhatte, machte einen wenig Vertrauen erweckenden Eindruck. Ein alter, von Wind und Wetter arg zerzauster Filz auf dem Kopfe, Beinkleider und Wollhemd von unbestimmbarer Farbe, umgeschnallter grosser Revolver gaben ihm ein Aussehen, das dem eines Seeräubers glich. Das Aussehen täuschte hier jedoch gewaltig, denn bald wurden wir gewahr, dass wir es mit einem alle Zeit liebenswürdigen und gastfreien, echten Südsee-Trader zu tun hatten. Bereitwilligst bot er uns sein Haus an und bat uns, seine Gäste zu sein, bemerkte jedoch, dass er wenig zu bieten hätte, da er seit beinahe zwei Monaten kein Schiff, weder von Sydney noch von Neu-Pommern, gesehen hätte.
Erst am nächsten Morgen schifften wir uns aus und fanden, dass das vorerwähnte Haus von innen einen besseren Eindruck machte als von aussen. Freudig überrascht wurden wir, als wir bei unserem Eintritt in die Hütte von einem jungen weissen Mädchen begrüsst wurden, der Schwester unseres Wirtes, Clara Macdonald; auch sie wiederholte die freundliche Einladung und wies uns einen grossen Raum als Wohnzimmer an. Freilich war in demselben garnichts vorhanden, ja selbst die Tür- und Fensteröffnungen waren nicht zum Verschliessen eingerichtet.
Gegen Mittag kehrten wir nochmals an Bord der lsabel) zurück, um uns von dem Landeshauptmanne und Kapitän Dahlmann zu verabschieden; bei schäumendem Sekt wünschten uns beide viel Erfolg zu unserem Vorhaben und sprachen die Hoffnung aus, uns bei Beendigung ihrer Rundtour in 14—20 Tagen schon in voller Sammeltätigkeit zu finden.
Die ersten Tage unseres Aufenthaltes wurden reichlich mit Einrichten unseres neuen Heimes ausgefüllt. Aus Kisten und Kasten wurden Tisch, Stühle, Fensterladen, Türen, Betten etc. zusammengezimmert. Vorgefundene kleine Glasfeuster wurden in die Öffnungen gesetzt, kurz alles dasjenige geschaffen, um unserem VVohnraume ein nettes und menschenwürdiges Aussehen zu geben. Sehr vorteilhaft war für uns beide, dass wir sogenannte Faulenzerstühle und Matratzen nebst Moskito-Netzen mitgebracht hatten, denn dadurch war die Frage betreffs unserer Schlafstellen bald erledigt. Als alles fertig war, fühlte ich diejenige Befriedigung, die nur der kennt und zu schätzen weiss, der unter ähnlichen Verhältnissen in von aller Zivilisation abgelegenen Gegenden gelebt hat. Man ist stolz auf sein selbstgeschaffenes Werk und geht alsdann mit umso grösserem Mute und umso lebhafterer Freude au die Arbeit und das Erforschen des unbekannten Gebietes.
Ein Übelstand, den wir sehr bedauerten, war, dass wir keine Dienei von Neu-Pommern oder von Singapore mitgebracht hatten. Man muss hierbei berücksichtigen, dass man seine ganze Zeit dem Erforschen der Gegend widmen und nicht durch alle möglichen häuslichen Arbeiten geplagt werden soll, wenn man von seinen Exkursionen aus dem Busche zurückkehrt. Bedauerlicherweise war es mir in Herbertshöhe nicht gelungen, von dem Stationsvorsteher die Erlaubnis zu erlangen, 2 Neu-Pommern-Leute für meine Salomonen-Expedition anzuwerben; wir mussten uns in den ersten 6 Monaten ohne Diener behelfen.
Wir befanden uns in einem Gebiete, welches so gut wie noch garnicht von wirklichen Sammlern besucht worden war; zwar hatte der englische Reisende Woodford kurze Zeit auf der unweit von Munia gelegenen, grösseren Insel Fauro gewohnt und gesammelt, wohl hatten gelegentlich englische Kriegsschiffs-Offiziere einige naturhistorische Gegenstände mitgenommen, jedoch zum wirklichen, energischen Sammeln, vor allem von Insekten und ethnographischen Sachen, waren sie alle nicht gekommen.
Die Bougainville-Strasse, durch welche früher ein lebhafter Schiffsverkehr ging, als noch die Wale im stillen Ocean recht häufig waren, wird durch die beiden grossen Salomo-Inseln Choiseul und Bougainville gebildet. Eine stattliche Zahl von kleinen Inseln sind diesen grösseren teils vorgelagert, teils sind sie mitten in der Strasse verstreut. Zwei grössere, Alu und Fauro, sind bergig. Letztere hat steil ansteigende Höhen bis zu 590 m, die übrigen Inseln sind meist flache Eilande, die nur wenig hohe Berge aufweisen. Fauro hat in seiner Gestalt Ähnlichkeit mit Celebes und bietet, da es bedeutend kleiner ist, an verschiedenen Stellen ganz vorzügliche Häfen. Der beste derselben ist auf der Ostseite die Sinasore-Bai. Doch auch zwischen den kleineren Inseln sind durch Buchten und Kanäle ganz günstige Bedingungen für Ankerplätze vorhanden. Die Ufer der grösseren Inseln bieten abwechselnd weissen Korallensand-Strand oder ausgedehnte Mangrove-Sümpfe. Frischwasserläufe sind zwar auf den Admiralitätskarten verschiedentlich angegeben, befinden sich jedoch nur auf Fauro und in dem nach Bougainville zu gelegenen Teile von Alu. Selbstverständlich bilden sich während der häufig auftretenden, heftigen Regenperioden in allen Tälern und Einsenkungen kleine Bäche; dieselben sind jedoch nicht von Bestand und versiegen, nachdem die Sonne einige Tage ununterbrochen eingewirkt hat, ebenso schnell, wie sie entstanden sind.
Die kleineren Inseln, teilweise auch die grösseren, sind korallinisch; bis hoch auf die Hügel findet man diese Formationen. Auf einigen Inseln, vor allem auf Fauro und Tauna, treten jedoch kompakte, rote, granitartige Felsmassen zu Tage. Ich glaube, man kommt der Wahrheit nahe, wenn man, annimmt, dass einige der Inseln abgetrennte Teile der grösseren sind, d. h., dass z. B. Fauro, Tauna und Owau früher mit Bougainville, zusammengehangen haben. Wahrscheinlich sind sie älteren Ursprunges, da die Abtrennung vor sehr langer Zeit stattgefunden haben mag. Die kleineren Inseln, die sich kaum einige Meter über den Meeresspiegel erheben, sind so, wie sie sich heute zeigen, jüngeren Ursprunges. Sie sind durch die fleissige Arbeit der Korallentierchen und durch zeitweiliges Heben entstanden. Ein Beweis hierfür mag sein, dass auf den kleinen Atollen die Flora und auch die Fauna eine wesentlich ärmere als auf den grösseren ist.
Weit ausgedehnte Riffe verbinden teilweise die Inseln der Bougain-ville-Strasse, zum Teil sind sie denselben vorgelagert. Merkwürdigerweise sind es nun die Ost- und Südseite der gesamten Inselgruppe (die ich kurz die Shortlands-Inseln nennen möchte, s. Karte 2), welche die bei weitem ausgedehntesten Riffe aufweisen. Auch dies könnte ein Beweis dafür sein, dass in früherer Zeit die grosse Insel Bougainville, Fauro und Alu in sich schliessend, sich weiter nach dem Süd-Osten ausgedehnt hat. Unmittelbar an den Rändern der Riffe bei Fauro, Munia, Alu und Para-matta ist auf 200 m kein Meeresboden zu finden, da jene steil und jäh abfallen. Hingegen in der Strasse selbst und nach Bougainville, also auch nach Norden und Nord-Osten zu, findet man überall auf höchstens 50 m den Boden. Die Bildung der kleinen Inseln findet in der Bougainville-Strasse noch heutigen Tages statt; auf den Riffen, die nach Süd-Osten liegen, werden durch Wind und Wellen grosse Baumstämme angetrieben, sie verfangen sich in dem Korallenboden, nachkommendes Holz verstärkt diesen und in ganz kurzer Zeit haben die Strömung und die nie rastenden Wogen Sand und andere Gegenstände angeschwemmt. Nach und nach werden die Stämme vergraben, angeschwemmter Samen und die fruchtbare tropische Sonne sorgen für ein schnelles Bewachsen der Sandbank resp. der Insel. Es kann so ganz leicht geschehen, dass an Stellen, wo früher die See wogte, nach verhältnismässig wenigen Jahren eine mehrere Hektar grosse, mit leichtem Baumwuchse bestandene Insel zu finden ist.
Auch bei Munia befand sich eine solche kleine, keine 4—5 Jahre alte Insel, welche, als mein Wirt nach Munia kam, noch nicht vorhanden war und während meines zweijährigen Aufenthaltes in den Salomonen mehr und mehr zugenommen hat.
Man hat von Munia einen weit ausgedehnten Rundblick. Nach Norden und Nord-Osten erstreckt sich derselbe bis nach Bougainville; die himmelanstrebenden Berge dieser Insel begrenzen den Horizont. Nach Osten zu tauchen bei klarem Wetter die blauen Berge von Choiseul aus den Wellen des stillen Ozeans, und so wird dem bewundernden Auge ein Gesamtbild der Tropen in all seiner Pracht und Schönheit geboten.
Wir blieben gegen 6 Wochen auf der Insel Munia und sammelten daselbst ganz intensiv. Kreuz und quer führten uns unsere Ausflüge durch die ganz und gar mit dichtem Wald bestandene Insel. Mancher gute, seltene Schmetterling, manches andere interessante Insekt und eine Anzahl seltener Vögel wurden unsere Beute. Ich unterlasse es jetzt, darauf näher einzugehen, da ich vorerst nur den Lauf meiner Reise in dem damaligen deutschen Teile der Salomonen kurz anführen will; später komme ich bei der Beschreibung der Gesamt-Salomonen noch näher darauf zu sprechen.
Von Munia wandten wir uns nach der östlich von Fauro gelegenen Insel Tauna. Auch hier hatten wir, obgleich die Insel eigentlich nur aus einem einzigen Bergkegel, wahrscheinlich einem erloschenen Vulkane, mit wenigem flachen Strandland besteht, sehr gute Erfolge zu verzeichnen. Verschiedene Male war ich gezwungen, von Tauna in einem kleinen, schmalen Kanu nach Munia zu fahren. Es waren recht wenig angenehme Fahrten, denn 5—6 Stunden ruhig auf ein und demselben Flecke zu sitzen und dabei der glühenden tropischen Sonne ausgesetzt zu sein, ängstlich nach den aufsteigenden Wolken schauend, ob nicht ein Gewitter herannaht, sind Mühseligkeiten, deren Grösse nur derjenige ermessen kann, der selbst auf seinen Reisen in ähnlichen Lagen gewesen ist.
Nachdem wir gegen 2 Monate auf Tauna gesammelt hatten, gingen wir nach der südwestlich von Fauro gelegenen, kleinen Insel Faisi. Hier schlugen wir resp. ich für die Folge unser Standquartier auf, und ich unternahm von dort aus die verschiedensten Touren nach Bougainville, Choiseul, Treasury und den übrigen Salomonen. Zweimal musste ich nach Neu-Pommern gehen, um meine gesammelten naturhistorischen und ethnographischen Gegenstände nach Europa versenden zu können. Beinahe 2 Jahre lang dehnte sich mein Aufenthalt hier auf dieser Insel aus, während mein Reisegefährte, wie schon gesagt, bereits nach 6 Monaten die mehr zivilisierten Gegenden unseres Schutzgebietes aufsuchte.
Bevor ich die Schilderung meiner Reise fortsetze, will ich einige geographische und historische Notizen über die gesamten Salomonen voraussenden. Alvaro Mendana de Neyra, welcher von dem Vizekönige von Peru Ende 1567 ausgesandt worden war, das grosse Südland zu erreichen, entdeckte, nachdem er am 15. Januar 1568 zuerst eine kleine Koralleninsel, die er Jesu taufte, berührt hatte, am 7. Februar desselben Jahres die mittlere Salomo-Insel, die man Santa lsabel! nannte. Da einige Goldfunde die Spanier in ihrer Meinung, das Ophir des Königs Salomo gefunden zu haben, bestärkte, wurde später die ganze Gruppe Salomo-Inseln getauft. Man hielt das entdeckte Gebiet zuerst für einen Teil des Südlandes, musste sich jedoch, nachdem Pedro de Ortega die Insel umschifft hatte, überzeugen, dass man nur eine Insel vor sich hatte. Man machte dann später verschiedene Fahrten durch die südlichen Salomo-Inseln und entdeckte dieselben bis Sant Christobal. Mehrere Tagebücher*) über diese Reisen sind uns erhalten geblieben, so dasjenige des Spaniers Hernando Gailego, Hauptlotsen der Expedition, ferner ein Tagebuch von Pedro Sarmiento, dem zweiten Kommandanten der bei der Expedition befindlichen Soldaten. Ein drittes Tagebuch, und sicher das umfangreichste, ist das von Gomez Catoira, Hauptzahlmeister resp. Proviantmeister der Expedition. Letzteres hauptsächlich ist von dem englischen Reisenden Woodford benutzt worden, um an Ort und Stelle die Fahrten der Spanier in den Salomonen zu verfolgen, (vergl. Proceid. of the Royal Geogr. Society, London, Vol. XII, 1890, pag. 401). Es ist gewiss sehr interessant zu finden, dass Woodford eine Anzahl Wörter der Eingeborenen, die in den oben erwähnten Journalen angegeben sind, noch heute bei den Bewohnern der Estrella-Bai auf Isabell in Gebrauch fand. Ferner kann man aus den Schilderungen der Spanier erkennen, dass die Salomonier schon damals nicht besser in ihrer Gesinnung gegen die Europäer waren als heute, denn bei einer Expedition, die am 4. März 1568 unter Pedro de Ortega in das Innere unternommen wurde, waren die Spanier beständigen Angriffen der Eingeborenen ausgesetzt. Bogen und Pfeile waren bereits zur damaligen Zeit Hauptwaffen der Wilden, auch dass die Schwarzen Kannibalen waren, konnten die Spanier feststellen, denn Mitte März erschienen eine Anzahl von Kanus, die Geschenke brachten, unter anderen auch einen Oberteil (Schulter und Arm) eines Knaben. Auch Betelnuss wurde damals schon auf diesen Inseln gekaut.
*) Diese Tagebücher sind in Übersetzung in den Veröffentlichungen der hakluyt Society 1901, Vol. I und II, erschienen.
Die am 7. April unter Ortega und Gailego mit 30 Mann unternommene Entdeckungstour in einer offenen Brigantine brachte viel Neues und Interessantes. Man entdeckte Malayta, von den Eingeborenen Mala genannt; als die Spanier das Land sahen und den Eingeborenen, der mit ihnen war, fragten, was dieses für eine Insel sei, sagte derselbe Mala ita = dort ist Mala. Desgleichen wurde Gela (Florida), Sawu und Guadalcanal entdeckt; von dieser Insel aus kehrte man nach den Schiffen zurück, und zwar ging die Fahrt nun an der Süd-Küste von Isabell entlang, und man sah bei dieser Gelegenheit westlich Neu-Georgien und später Choiseul (St. Marcos). Man ging nicht durch die Manning-Strasse, sondern durch den Praslin-Hafen dicht bei dem jetzigen Dorfe Wulegar vorbei nach der anderen Seite von Isabell und erreichte die Schiffe am 5. Mai. Am 12. desselben Monats gingen die Schiffe, die Capitana und die Almiranta mit der Brigantine, nach Guadalcanal. Wenige Tage später, am 19. Mai, unternahmen Fernando Henriquez und Gallego eine weitere Entdeckungsfahrt mit der Brigantine. Man fuhr an der Küste von Guadalcanal entlang, berührte Aola und Marauw-Sund und ging von diesem letzteren Orte nach Malayta (Catoira nennt diese Insel Mala, wie sie noch heute bei den Eingeborenen heisst). Nachdem man das äusserste Ende von Malayta erreicht hatte, ging man nach Ulawa (bei den Spaniern Uraba). Von Ulawa weiter vordringend, berührte man die Drei-Schwestern (Las Tres Marias) und Jugi (Ugi) und gelangte so nach St. Christobal (Bauro der Inländer), wo man von den Eingeborenen feindlich empfangen wurde, und da ein Landen nicht möglich war, ging man nach Jugi zurück. Nachdem am folgenden Tage auf St. Christobal die Landung erzwungen worden war, trat man die Rückreise nach den Schiffen an, indem man nach Guadalcanal hinüberging und dort an der Küste entlang bis zu dem Ankerplätze der Schiffe fuhr.
Von den Schiffen aus hatte man unterdessen mehrere Expeditionen nach dem Innern des Landes gemacht und bei dieser Gelegenheit durch die Angriffe der Eingeborenen eine Anzahl Leute verloren. Am 13. Juni verliessen die Schiffe und die Brigantine ihren Hafen und gingen längs Guadalcanal nach St. Christobal hinüber. Nachdem die Brigantine noch eine dritte Entdeckungsreise gemacht und St. Anna und St. Catalina entdeckt hatte, wurden am 11. August die Salomonen von den Spaniern verlassen, die nach Peru zurückkehrten.
Da Mendana aus verschiedenen Gründen die neu entdeckten Inseln für sehr goldreich hielt, glaubte er, wie schon erwähnt, das Ophir des Königs Salomo entdeckt zu haben. Viele der späteren Südsee-Fahrten von Abenteurern und auch von Entdeckern wurden zum Auffinden des wieder verloren gegangenen Archipels unternommen, aber alle blieben vorerst erfolglos. Selbst Mendafia fand ihn auf seiner zweiten Reise 1595 nicht wieder. Lange zweifelte man an der Existenz dieses Archipels; selbst Byron und Charteret gehörten zu diesen Zweiflern. Erst 1768, also 200 Jahre später, gelang es Bougainville, die Inselgruppe aufs neue zu entdecken; er durchfuhr die nach ihm benannte Bougainville-Strasse, steuerte an der Küste von Choiseul nach Süden entlang und legte sich in Port Praslin, am nördlichen Ende von lsabel!, längere Zeit vor Anker. 1769 besuchte Surville die Ostküsten des Archipels und nannte dieselben Arsaciden. Man hatte damals keine Ahnung, dass man es mit den schon von Mendana entdeckten Salomonen zu tun hatte; erst die beiden Geographen Buache und Fleurien erbrachten den Beweis für diese Tatsache. 1788 wurden die westlichen Inseln des Archipels von Shortland besucht und teilweise erforscht. Er gelangte nach Rubiana und nannte diesen Teil der Salomonen Neu-Georgien.
1838 berührte d’Urvilles den Salomo – Archipel, und durch seine Aufnahmen, vor allem der südlichen Inseln, haben wir etwas genauere Kenntnis der ganzen Gruppe erhalten. Später waren es Missionäre, Anwerbungsschiffe und Kriegsschiffe, durch deren Aufnahmen und Berichte die Kenntnis über die Lage der verschiedenen Inseln, über Land und Leute etwas verbessert wurde. In unserer Zeit sind es dann mehrere unter englischer Flagge segelnde Kriegsschiffe, so der Lark, und die englischen Reisenden Woodford und Dr. G$ppy, die zur Erweiterung -unseres Wissens über die Inseln wesentlich beitrugen.
Immerhin ist jedoch unsere Gesamtkenntnis des ganzen Archipels eine sehr mangelhafte; grosse, weite Gebiete sind noch unerforscht, viele nur zum Teil bekannt. Die Karten, selbst die der englischen Marine, sind bei weitem nicht genau; nur einige wenige Häfen und Strassen sind sicher festgelegt. Häufig fand ich auf meinen Kreuz- und Querfahrten, dass da, wo Riffe angegeben waren, sich keine vorfanden, dass da, wo Land sein sollte, Wasser wogte, dass Inseln sich weiter ausdehnten, als die Karten es zeigten, dass Passagen entdeckt wurden, die nirgends eingezeichnet waren; ferner konnte ich vielfache Verwechslungen bei Anführungen von inländischen Namen feststellen. Kurz, es ist in jeder Beziehung noch sehr viel in den Salomonen zu erforschen und es wäre deshalb mit Freude zu begrüssen, wenn beide Regierungen, sowohl die deutsche als auch die englische, ihre Aufmerksamkeit mehr diesen schönen, zukunftsreichen Inseln zuwenden würden.
Die Salomonen, östlich von Neu-Guinea und nordöstlich von Australien gelegen, erstrecken sich vom 5. bis zum 11. Grad südlicher Breite und zwar in einer Linie, die von Nord-West nach Süd-Ost zwischen 154. und 163. Grad östlicher Länge sich hinzieht. Um diese Linie gruppieren sich zwei Reihen von Inseln, eine nordöstliche und eine südwestliche. Die erstere besteht aus den grösseren Inseln Buka, Bougainville, Choiseul, Isabell, Malayta mit unzähligen kleineren, die grösseren umlagernden Inseln; die letztere wird von den Inselgruppen Wella-La-Wella, Neu-Georgien, Guadalcanal, St. Christobal und ebenfalls einer ganzen Anzahl von kleinen Inseln gebildet. Hat man die Karte vor Augen, so wird man finden, dass sich auf den nordöstlichen Inseln, von Buka beginnend über Bougainville, Fauro, Choiseul, Isabell bis zum Süd-West-Ende von Malayta, durch die verschiedenen Meeresstrassen getrennt, eine Gebirgskette hinzieht, die zu ganz bedeutenden Höhen ansteigt. Kompakte Gebirgsmassen finden sich in Bougainville, so das Balbi- und Kronprinzen-Gebirge; beide erheben sich mit ihren höchsten Spitzen bis gegen 3070 m (wenn nicht mehr) über den Meeresspiegel. Choiseul erreicht dagegen im Tauro Pik und Isabell im Marescot Pik kaum 600 bezw. 1000 m Höhe. Auch Malayta weist in seinen höchsten Erhebungen kaum 1300 m auf.
Die südwestlichen Inseln Wella-La-Wella, Neu-Georgien, Guadalcanal und St. Christobal haben keine von Nord-West nach Süd-Ost durchlaufenden Gebirgszüge, sondern auf jeder einzelnen Inselgruppe sind gesonderte Gebirgsformationen, teils zentral, teils Küstengebirge. Auf Guadalcanal und St. Christobal erreichen diese Berge ihre höchsten Erhebungen, so auf der ersteren im Lammas gegen 2500 m, auf St. Christobal gegen 1500 m. Auf beiden Inselgruppen sind Vulkane zu finden. Der höchste Berg der Salomonen, der auf Bougainville liegende Balbi (vergl. Tafel 10), ist ein Vulkan, der sich zwar nicht mehr in voller Tätigkeit befindet, den ich jedoch zu verschiedenen Malen leichte Rauchwolken habe ausstossen sehen. Zwei weitere tätige Vulkane auf der eben erwähnten Insel finden sich im Kronprinzen-Gebirge, von denen der eine der von der Süd-West-Küste aus sehr gut sichtbare Bagama ist, der ununterbrochen Dampf, Rauch und Lavamassen ausstösst. Zumal des Nachts kann man häufig, wenn man an der Küste der grossen Insel entlang fährt, diese Ausbrüche, die sehr heftig sein müssen, gut beobachten. Der zweite noch tätige Vulkan liegt im südöstlichen Teile des Kronprinzen-Gebirges; man kann ihn jedoch nur von der Ostseite von Bougainville deutlich erkennen.
Auf den zwischen Bougainville und Choiseul in der Bougainville-Strasse liegenden Inseln scheint mir auf Tauna ein erloschner Vulkan zu sein. In Choiseul, dicht an der Manning-Strasse, zeigt der Tauro Pik durch seine Gestalt an, dass er früher ein tätiger Vulkan war. Ob auf Isabell und Malayta tätige Vulkane sich befinden, konnte ich nicht feststellen, da ich diese Inseln garnicht oder nur flüchtig besuchte. Die südwestlichen Inseln zeigen auf Wella-La-Wella vulkanische Gebilde; Schwefellager, heisse schwefelhaltige Quellen und aus der Erde aufsteigende Dämpfe weisen darauf hin, dass daselbst das unterirdische Feuer nur von einer dünnen Erdrinde bedeckt ist. Die Inseln Kulam-bangra, Gizo und Rendova charakterisieren sich durch ihre kegelförmigen Berge deutlich als erloschene Vulkane. Auf der kleinen Insel Sawu, nördlich von Guadalcanal, befindet sich ebenfalls ein tätiger Vulkan. Ob auf Guadalcanal und auf St. Christobal Vulkane vorhanden sind, weiss ich nicht, da ich auch diese Inseln nicht besuchte, doch glaube ich, dass, wenn schon keine tätigen Feuerberge dort zu finden sind, sicher vielfach vulkanische Gebilde anzutreffen sein werden.
Erdbeben sind wohl recht häufig, doch nicht sehr heftig; ich habe nur einmal eines miterlebt, wo wir uns ins Freie flüchten mussten, da unser grosses Wohnhaus ganz bedenklich schwankte; 10 bis 12 Stösse an einem Tage habe ich verschiedene Male in meinem Tagebuche verzeichnet. Vor ca. 20 Jahren jedoch muss ein besonders starkes Erdbeben auf den nördlichen Salomonen stattgefunden haben, sodass die Eingeborenen glaubten, die Welt gehe unter. Der Boden soll wie auf einem in starkem Wellengang befindlichen Schooner geschwankt, die Erde sich an vielen Stellen geöffnet haben, neue Inseln sollen erschienen, Berge in sich zusammengefallen sein, und das Meer meterhoch das flache Land überschwemmt haben. Dicht bei der Station Faisi, wo ich meinen Hauptaufenthalt genommen hatte, zeigte man mir eine Stelle, die einen versunkenen Berg darstellen sollte; tiefe Klüfte und Riffe, deren Grund ich mit Senkblei nicht erreichen konnte, unterstützten die Wahrscheinlichkeit, dass die Aussagen der Eingeborenen auf Tatsachen beruhten.
Wahrscheinlich fällt die Katastrophe auf den Salomonen mit der in der Sunda-Strasse zusammen; beklagenswert ist es, dass die auf den Salomonen weilenden Europäer für alle diese Vorgänge in der Natur keinen Sinn hatten, sonst hätte sich das Jahr und der Zeitpunkt genau feststellen lassen. Überhaupt ist es zu bedauern, dass auf den Salomonen, vor allem auf den deutschen, keine Beobachtungsstation der meteorologischen Vorgänge, wie z. B. in Neu-Pommern und Neu-Guinea angelegt worden ist; ich selbst konnte in dieser Beziehung nur sehr wenig feststellen, da mir beinahe alle dazu nötigen Instrumente fehlten. Mit wenigen Ausnahmen sind die Küsten sämtlicher Salomo-Inseln, vor allem der grösseren, wenig eingebuchtet und gegliedert; es ist dies auch ein Grund, dass gute Häfen verhältnismässig selten vorhanden sind. Zwischen den verschiedenen kleineren Inseln in den Meeresstrassen und in von Riffen geschützten Buchten giebt es jedoch überall genügend Gelegenheit für Schiffe sicher zu ankern.
Die Berge der grossen Inseln senden viele, meist ganz wasserreiche Bäche und Flüsse zur See. Alle Inseln sind bis zu den höchsten Bergen mit dichtem tropischen Urwalde bedeckt, der natürlich auf den grösseren Inseln seine höchste Üppigkeit erlangt. Die Flora hat die meiste Ähnlichkeit mit der in Neu-Guinea, wenngleich viele Pflanzen durch ihr alleiniges Vorkommen auf den Salomonen derselben ein besonderes Gepräge verleihen. Die Reichhaltigkeit der Arten ist geringer als in Neu-Guinea, dafür erlangen aber einzelne Pflanzen auf den Inseln eine Grösse und Üppigkeit, wie dieselben sie in dem vorerwähnten Gebiete nicht erreichen. Von der Gesamt-Fauna der Salomonen lässt sich leider, da nur an einigen Stellen an den Küsten gesammelt worden ist, nur recht wenig sagen. Nimmt man Neu-Guinea als ein Faunen-Zentrum an, so sind auch die Salomonen zu denjenigen Inseln zu rechnen, die sich mit ihrer Fauna ganz eng an dieses anschliessen. Die bei weitem meisten Tierarten stimmen mit solchen, die auf der grossen Papua-Insel Vorkommen, überein oder sind doch nur leichte, geographische Abarten. Von Säugetieren sind das Schwein, mehrere Cuscusarten, Hunde, Ratten und eine grosse Anzahl von Fledermäusen bekannt. Die Vogelwelt weist viele schöngefiederte Tauben und Papageien, eine den Inseln eigentümliche Art Grossfusshuhn (Megapodius brenchleyi) und eine grosse Anzahl anderer mehr oder minder farbenprächtiger Arten auf.
Auffallend ist es, dass man bis jetzt noch keine Paradiesvögel auf den Salomonen gefunden hat; ich zweifele nicht, dass in den hohen Bergen von Bougainville solche Vorkommen. Der Hauptgrund, dass man keine Kenntnis von dem Vorhandensein dieser prächtigen Tiere erlangt hat, ist sicher darin zu suchen, dass die Eingeborenen vorläufig noch nicht wissen, einen wie guten Handelsartikel getrocknete Vogelbälge bilden. Von Reptilien kennt man eine Anzahl Eidechsen, Schlangen und Frösche. Unter ersteren ist im ganzen Archipel eine Krokodil-Art nicht selten. Es fiel mir auf, dass ich auch nicht eine giftige Schlange fand oder von den Eingeborenen erhielt; trotzdem glaube ich, dass auf den Salomonen giftige Schlangen heimisch sind, denn sonst könnte man sich die Furcht der Eingeborenen bei dem Anblicke eines solchen Tieres nicht erklären. Recht gut sind auf den grösseren Inseln die Landschnecken vertreten. Von Bougainville erhielt ich durch Eingeborene eine ganze Anzahl in europäischen Sammlungen selten vertretene Helix-Arten, die in ihrer Heimat recht gemein sind. Ich nenne hier Helix bougainvillei, xanto cheila, mendana, aemella, adonis, hargravesi und hermione. Am besten von allen Tiergattungen sind entschieden die Insekten und von diesen wieder die Schmetterlinge und Käfer bekannt. Da mein Hauptzweck in der Südsee das Studium dieser beiden Familien, insbesondere das der Schmetterlinge war, will ich auf diese auch etwas näher eingehen. Die gesamte Käfer- und Schmetterlings-Fauna schliesst sich ganz eng an die von Neu-Guinea an; es giebt nur sehr wenige Arten, die dem Salomo-Archipel eigentümlich sind oder die nicht nahe Vertreter auf der Papua-Insel haben. Bei den Schmetterlingen ist mir eigentlich nur eine Form als für die Salomonen spezifisch bekannt; es ist dieses die schöne, grosse Ornithoptera victoriae. Weder Ornithoptera tithonus noch paradisea können hier in Frage kommen, da sie beide ganz andere, ganz verschiedene Geschöpfe sind. Eine ganze Anzahl von Formen, die als gute Arten gelten, haben jedoch ihre ganz nahen Verwandten in Neu-Guinea und bieten darum kein neues Glied in der salomonischen Fauna. Papilio woodfordi, bridgei, mendana, Ornithoptera urvilliana, Cynthia sapor, Mynes woodfordi, hercyna und noch eine ganze Reihe anderer Tiere sind zwar sehr interessante Schmetterlinge, lassen jedoch den Zusammenhang der in Frage kommenden Fauna mit der von Neu-Guinea sehr gut erkennen; es sind eben keine eigentümlichen, extremen salomonischen Formen. Auffallend für die ganze Inselgruppe ist die Verschiedenheit einzelner Schmetterlingsformen. Die ormenusähnlichen Papilio, schöne, grosse, schwarz und weiss gefärbte Tiere, haben beinahe auf jeder Insel eine oder zwei ausgeprägte verschiedene Lokalformen. Die Grösse der Entfernung der betreffenden Inseln scheint von wenig Bedeutung, denn es ist nicht selten, dass auf zwei räumlich nicht weit getrennten Inseln doch zwei verschiedene Formen sich finden.
Wenn auf den Molukken sich die neuguinensischen Schmetterlingsformen zu den grössten und schönsten ausgebildet haben, so scheinen sie auf den Salomonen durch ihre Mannigfaltigkeit von Lokalformen sich auszuzeichnen. Gewiss ist es höchst merkwürdig, dass auf den Satellit-Inseln die Tiere scheinbar bessere und günstigere Bedingungen zu ihrem Fortkommen gefunden haben.
Im ganzen erbeutete ich gegen 160 Tagschmetterlings- und gegen 460 Nachtschmetterlingsarten. Wennschon diese Anzahl bei weitem nicht, vorzüglich bei den Nachtschmetterlingen, die wirklich vorkommende Anzahl der Arten anzeigt, so hat man doch einen ungefähren Überblick über die Gesamt-Fauna der Lepidopteren erhalten, und wird, wer das nachstehende Verzeichnis durchsieht, das, was ich in Betreff der Verwandtschaft mit Neu-Guinea sagte, voll und ganz bestätigt finden. Als viel geringer erweist sich die Verwandtschaft mit Australien und mit den weiter nach Osten gelegenen Inseln, es scheint bis zu einem bestimmten
Grade, als wenn der Salomo-Archipel das papuanische Grenzgebiet nach Osten zu bildet. Die Ornithopteren reichen mit der blauen urvilliana und der grüngoldenen victoriae nur noch bis hierher; diese grosse Familie scheint sich an der Grenze nochmals zu einer Kraftprobe aufgerafft und die wunderbare victoriae geschaffen zu haben. Verschiedene Papilioformen, wie euchenor, rhesus (pharon), die noch in Neu-Pommern zu finden sind, haben den Salomo-Archipel nicht mehr erreichen können; das Gleiche gilt von einer ganzen Anzahl anderer Gattungen; ich nenne hier nur noch Cethosia, Elymnias und Lybithea.
Es liegt Wahrheit in der Ansicht von Dr. Pagenstecher (Zoologica 1, Heft 27, 1899, p. 9.), dass die Fauna nach Osten zu immer ärmer wird, denn noch in Neu-Pommern kommen mehr Schmetterlingsarten als auf den Salomonen vor. Man muss hierbei jedoch den Umstand, dass bis jetzt nur an wenigen Stellen und ausschliesslich am Strande gesammelt wurde, nicht vergessen. Sicher wird die Zukunft uns noch manche überraschende Neuigkeit aus den hohen Bergen der verschiedenen Inseln bringen, und wird mit der Zeit die Artenzahl durch so manches Tier vergrössert werden; an dem Gesamtbilde der Schmetterlings-Fauna wird jedoch kaum etwas geändert werden.
Für mich als Sammler war die grosse Armut an Individuen auffallend. Oftmals waren der Wald und die mit niederem Grase bewachsenen Stellen tagelang wie ausgestorben; wochenlang hatte man keinen einzigen erfolgreichen Tag. Solche Massen von Schmetterlingen, wie ich sie in Celebes und Ceram gesehen hatte, konnte ich nur ein einziges Mal auf den Salomonen beobachten, und da waren es nur zwei Arten von hässlichen, schwarzen Euploen, die durch besondere Umstände äusserst günstige Lebensbedingungen gefunden hatten und zu tausenden auf den niederen Bäumen sassen.
Sicher werden auf den grösseren Inseln, vor allem auf Bougainville, Choiseul, Isabell, Neu-Georgien, Guadalcanal und Malayta, die Verhältnisse sich besser gestalten, denn diese mit ihren hohen Bergen und zahlreichen Flüssen bieten den Schmetterlingen wie allen anderen Tieren ganz andere, vorteilhaftere Lebensbedingungen. Glücklich der Sammler, der als erster in diese Gebiete eindringen darf!
Um zu zeigen, wie sehr die Schmetterlinge von den Salomonen mit denen vom Bismarck-Archipel und Neu-Guinea in Verwandtschaft stehen, gebe ich eine Aufzählung der Tagschmetterlinge, die ich gefangen habe, und füge vergleichsweise die von Neu-Guinea und dem Bismarck-Archipel hinzu. Neu-Pommern w* N. P.; Neu-Mecklenburg = N. M; Neu-Guinea = N. G.; Neu-Hannover — N. H.; Neu-Lauenburg = N. L. Unterstrichene Arten waren neu und mussten beschrieben werden.
In vorstehender Aufzählung habe ich hin und wieder bei dem Bismarck-Archipel und Neu-Guinea nur die Gattungsnamen mit Ausrufungszeichen eingesetzt. Das soll andeuten, dass ähnliche Arten, vor allem die Gattung, in dem betreffenden Gebiete Vorkommen, ferner habe ich ganz nahestehende Arten, bei denen es nicht erwiesen ist, dass es nur Lokalformen sind, mit dem selbständigen Namen eingefügt. Es würde zu weit führen und den Rahmen dieser ganzen Arbeit bei weitem überschreiten, wenn ich auch die Nachtschmetterlinge mit zum Vergleiche herangezogen hätte; ich glaube, die Tagschmetterlinge genügen, um die nahe Verwandtschaft der in Frage kommenden Gebiete zu zeigen. Ganz besonders möchte ich auf zwei höchst interessante Vorgänge aufmerksam machen. Die blaue Ornithoptera urvilliana, die ich auf den gesamten Salomonen fing, ist auch in Neu-Mecklenburg in der blauen Stammform zu finden. Doch schon in Neu-Lauenburg wird sie zur etwas grünlich schimmernden miokensis, um dann in Neu-Pommern zu der beinahe ganz grünen bornemanni zu werden und damit den Anschluss an die vollständig grüne Ornithoptera pegasus in Neu-Guinea zu bilden. Bei reichlichem Materiale kann man wohl die verschiedensten Übergänge von der einen zur anderen Form finden und so eine geschlossene Reihe von Tieren zusammenstellen, die eine Art mit ihren Lokalrassen bildet, welche ihre Heimat von den südlichen Salomonen bis nach Neu-Guinea und den Molukken hat.
Ähnlich verhält es sich mit der Euploea heurippa; sie kommt dunkelbraun als Stammform auf den Salomonen und teils auch auf Neu-Mecklenburg vor, doch in letzterer Gegend nur strichweise, denn an einigen Orten der letzteren Insel wird sie durch die weniger dunkel gefärbte majuma vertreten. Letztere Form bildet den Übergang zu der hellbraunen unibrunnea und diese wieder zu der weissen browni in Neu-Pommern.
Diese beiden Beispiele von Ornithoptera urvilliana und Euploea heurippa beweisen am besten die nahe Verwandtschaft der zum Vergleich herangezogenen 3 Gebiete. Pagenstecher (in seitier Fauna des Bismarck-Archipels, Zoologica, Heft 27, 1899) geht noch viel genauer auf die Ähnlichkeit der Faunen ein, und ich muss in erster Linie auf dieses Werk verweisen. Ich selbst habe in der entomologischen Zeitschrift der deutschen entomologischen Gesellschaft, Lepidopterologische Hefte, herausgegeben von der Gesellschaft Iris in Dresden, Jahrgang 1898, pag. 36 und folgende, eine faunistische Arbeit des Bismarck-Archipels und der Salomo-Inseln veröffentlicht. In dieser Arbeit sind diejenigen Schmetterlinge, die ich in den 2 Jahren auf den Salomonen erbeutete, eingehend besprochen.
Das Klima auf den nördlichen Salomo-Inseln, auf Isabell, Choiseul, Neu-Georgien, Bougainville und auf den kleinen Inseln in der Bougainville-Strasse ist für Europäer ein erträgliches und auf den letzteren sogar ein angenehmes, denn es ist ein reines lnselklima.
Einen eigentlichen Wechsel der Jahreszeiten in eine trockene und nasse Periode hat man beinahe garnicht, denn in den beiden Monsunen, dem Nord-West- und Süd-Ost-Monsun, wechseln schöne Tage mit regnerischen und stürmischen. Sowohl in der einen wie in der anderen Zeit treten langandauernde Regenperioden ein, die oft mit heftigen Stürmen verbunden sind.
Die an den Küsten von Australien so gefürchteten Wirbelwinde (Hurrican) erreichen auch, wennschon selten, die Salomonen und richten dann mit ihrer riesigen Gewalt grosse Verheerungen an; da hält kaum ein Baum stand, beinahe alles, was sich dem entfesselten Winde entgegenstellt, wird verwüstet und vernichtet. Ich habe seinerzeit auf den Short-lands einen solchen Wirbelwind mit erlebt; glücklicherweise wurden wir nur von dem Ausläufer betroffen, doch war der angerichtete Schaden überreichlich. An einigen Stellen waren die Ergebnisse jahrelanger Arbeit und Mühe in wenigen Minuten vernichtet.
Der Nord-West-Monsun weht vom Oktober bis April und der Süd-Ost von April bis Oktober; die Wendezeiten, die zwischen den beiden Monsunen liegen, bringen zwar den meisten Regen, sind jedoch der ununterbrochen herrschenden Brise wegen am angenehmsten und der menschlichen Gesundheit am zuträglichsten. Um Weihnachten ist auf den Salomonen diejenige Zeit, welche die meisten Stürme aufzuweisen hat, darum kann man auch diesen Abschnitt den mit Regen gesegnetsten des Jahres nennen. Natürlich kommen Abweichungen sehr häufig vor; auch in der Südsee ging es mir wie in Holländisch-lndien, immer, wenn einer, der die Verhältnisse aus jahrelangem Aufenthalte zu kennen glaubte, angab, wir würden den oder jenen Wind, dieses oder jenes Wetter haben, traf es meistens nicht zu. Auch hier auf den Salomonen und im Bismarck-Archipel scheinen sich, ähnlich wie in Indien, die eintreffenden Monsune in einer Reihe von Jahren zu verschieben, um nach einer bestimmten Periode den Kreislauf von neuem zu beginnen. Gewitter sind an den Küsten der grossen Inseln recht häufig, doch nur von kurzer Dauer. Die elektrischen Entladungen erreichen selten die den grossen Inseln vorgelagerten Satellit-Inseln, sie scheinen an den grossen Landgebieten festzukleben.
Die Temperatur ist eine recht beständige, sie schwankt zwischen 20—30 Grad C. Die kühlen Seebrisen, die des Abends beinahe immer von den frischen Landbrisen, die oft bis 50 Kilometer in See hinausgeheu, abgelöst werden, sorgen dafür, dass man sich sehr selten über zu grosse Hitze zu beklagen hat; im Gegenteil, des Nachts ist man oft gezwungen, Decken beim Schlafen zu benutzen. Die Temperatur wird hauptsächlich durch die Seewinde, durch die starken Meeresströmungen und durch die hohen Berge der grossen Inseln beeinflusst. Am Tage wird man bis gegen 10 Uhr morgens die hohen Berge von Wolken frei sehen, gegen Mittag tritt weisser, starker Wolkenbau ein, der erst gegen Abend die Berge wieder freigiebt. Extreme Temperatur habe ich nur einmal während meines zweijährigen Aufenthaltes auf den Salomonen kennen gelernt; es war eine dreimonatliche, regenlose Zeit. Eine Art Dürre trat ein, und das Thermometer stieg in dieser Zeit ausnahmsweise bis auf 36 Grad C.
Nach allem, was ich von den Salomonen kennen gelernt habe, scheinen bösartige Malariafieber nicht vorzukommen; leichte, durch äussere Umstände oder durch Verdauungsstörungen hervorgerufene Fieber herrschen wie überall in den Tropen auch hier, doch kann man sich bei gesunder, vernünftiger Lebensweise sehr gut dagegen schützen. Andere den Inseln eigentümliche Krankheiten, die durch das Klima bedingt sind, kennt man nicht. Auf die Krankheiten der Eingeborenen komme ich in meiner Beschreibung von Land und Leuten noch mehrmals zurück.
Text aus dem Buch: Zwei jahre unter den kannibalen der Salomo-Inseln. Reiseerlebnisse und schilderungen von land und leuten, Author Ribbe, Carl, Kalbfus, Heinrich.
Siehe auch:
Der Fetisch an der Küste Guinea – Kalabar und Kamerun
Der Fetisch an der Küste Guinea – Sklaven- und Golfküste
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Vorwort
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Auf dem Rio Negro bis Trindade
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Durch die Stromschnellen des Rio Negro
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Bei den Baniwa-Stämmmen am Rio Issana
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Zu den Huhuteni- und Siusi-Indianern
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – In Cururu-cuara
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Tanzfest in Ätiaru
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Jagdwaffen und Jagd am Aiary
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Die Kaua-Indianer und ihre Maskentänze
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Über Land zum Gaiary-Uaupes
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Krankheit, Tod, Begräbnis, Hochzeit bei den Siusi-Indianern
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Zurück nach São Felippe
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Auf dem Rio Curicuriary
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Bei den Tukano- und Desana-Indianern
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – An der Pary-Cachoeira und zurück nach São Felippe
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Bis Yauareté
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Fischfang und Fischereigerät
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Es gibt keine Hölle für die Cachoeirafahrer
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Ins Quellgebiet des Caiary-Uaupes. Die Umaua
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Die Kobeua-Indianer und ihre Maskentänze
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Anbau und Verarbeitung der Maniok
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Flechten und Weben
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Töpferei
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Hausschmuck
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Zum Rio Negro und nach São Felippe
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Nochmals ins Quellgebiet des Tiquié
Zwei Jahre bei den Indianern nordwest-Brasiliens – Bei den Indianern am Rio Apaporis
Indianerleben
Indianerleben – Einleitung
Indianerleben – Reise nach dem Arbeitsfeld
Indianerleben – Der Calilegua
Indianerleben – Unter den Indianern am Rio Pilcomayo
Indianerleben – Unter den Indianern am Rio Pilcomayo (Fortsetzung)
Indianerleben – Das Indianerhaus
Indianerleben – Der Kampf ums Dasein
Indianerleben – Indianerkinder
Indianerleben – Männer und Frauen
Indianerleben – Trinkgelage
Indianerleben – Das Tabakrauchen
Indianerleben – Medizinmänner, religiöse Vorstellungen
Indianerleben – Vom Matacoindianer Na-yás erzählte Sagen
Indianerleben – Kunst und Industrie
Indianerleben – Krieg und Frieden
Indianerleben – Handel
Indianerleben – Besuch in fremden Dörfern
Indianerleben – Das Verhältnis zu den Weißen
Indianerleben – Das Land der Chané- und Chiriguanoindianer
Indianerleben – Vom Lande der Chané- und Chiriguanoindianer
Indianerleben – Der Indianer als Historiker
Indianerleben – Alltagsleben in den Chané- und Chiriguanohütten
Indianerleben – Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern
Indianerleben – Nahrungszweige
Indianerleben – Zubereitung der Speisen
Indianerleben – Spiele
Indianerleben – Das Leben der Indianerkinder
Indianerleben – Alltagskleidung
Indianerleben – Reinlichkeit
Indianerleben – Vom Mutterleib bis zum Grabe
Indianerleben – Häßliche Worte, Homosexualität, Selbstmord, Schamgefühl u. a.
Indianerleben – Häuptlinge und Gesetze
Indianerleben – Trinkgelage bei den Chanés und Chiriguanos
Indianerleben – Kunst und Industrie
Indianerleben – Sage und Religion
Sage und Religion – 1. Der Weltuntergang und der Raub des Feuers
Sage und Religion – 2. Der Weltuntergang und der Raub des Feuers
Sage und Religion – Geister- und Tiersagen
Indianerleben – Die katholischen Missionen unter den Chiriguanos
Indianerleben – Die Furcht vor den Gummigegenden
Indianerleben – Frondienste für die Weißen
Indianerleben – Die Tapieteindianer
Indianerleben – Kultur und Sprache der Tapieteindianer
Indianerleben – Tapietesagen
Indianerleben – Die Tsirakuaindianer
Indianerleben – Schlußwort