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«Der Staat bezahlt heute 20 Millionen Franken Miete im Jahr an Dritte», sagte Baudirektor Jean-François Steiert (SP) gestern vor dem Grossen Rat. «Eigentlich ist das unverantwortlich.» Ab nächstem Jahr wird es rund eine halbe Million Franken weniger sein.
Das Parlament hat nämlich einstimmig einen Kredit genehmigt, um die beiden Parzellen mit den Gebäuden Nummer 5, 7, 9, 11 und 13 sowie eine Parzelle mit Parkplätzen an der Route d’Englisberg zu kaufen. Es handelt sich dabei um die wabenförmigen Gebäude, bei denen der Kanton schon heute 43 Prozent der Flächen mietet. Während der Covid-Pandemie hat er dort die Taskforce, das Contact-Tracing und einen Gerichtssaal untergebracht.
Der gestern gewährte Kredit beträgt 15,5 Millionen Franken, der Kaufpreis 14 Millionen Franken. Verkäuferin ist die BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich.
«Die Gebäude sind in einem guten Zustand, und der Preis ist gerechtfertigt», sagte Kommissionssprecher Nicolas Kolly (SVP, Essert). «Der Standort scheint nicht sehr begehrt zu sein: Rund ein Drittel der Fläche steht leer.» Es gelte aber zuzugreifen, da die Gelegenheit günstig sei und die Räume schnell verfügbar seien.
Ist Asbest vorhanden?
Gemäss Staatsrat Steiert seien die Parzellen schon einmal angeboten worden, damals noch für 33 Millionen Franken. Nun habe die Besitzerin entschieden, sich nur noch auf die zehn grössten Schweizer Städte zu konzentrieren. Deshalb sei es ein günstiges Angebot, das wirtschaftlich Sinn mache, auch wenn der Kauf nicht von konkreten Bedürfnissen des Kantons ausgelöst werde.
Nicolas Kolly bedauerte, dass die Gebäude mit Baujahr 1990 vor dem Kauf nicht näher geprüft worden seien, insbesondere auf Asbest. Dann wäre es nämlich besser, sie abzureissen, statt sie zu sanieren. Steiert sagte, die Gebäude seien ein Jahr nach dem Asbestverbot gebaut worden. Insofern sei die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass sie den Schadstoff enthielten. Für ihn ist es vor allem der energetische Zustand, der nach dem Kauf verbessert werden müsse.