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Unser Geld ist fremdbestimmt
Wenn man zeigen will, was Geld eigentlich ist, geht man meistens von der Geschichte aus und stellt fest, dass in der europäischen Geschichte während etwa 2600 Jahren geprägte Münzen aus wertvollen Metallen mehr oder weniger die einzige Form des Geldes darstellten. Das Münzgeld gab den Herrschenden die Möglichkeit, sich das alleinige Recht zur Münzprägung vorzubehalten. Wenn ein Herrscher Krieg führen wollte, brauchte er Soldaten. Diese konnte er dadurch ernähren, dass er sich die Gold- und Silberschätze, die in Tempeln und Palästen lagerten, durch Raub aneignete und daraus Münzen mit seinem Hoheitszeichen prägen ließ. Damit bezahlte er die Soldaten und erließ gleichzeitig ein Gesetz, dass das Volk Steuern in der Form solcher Münzen abliefern müsse. Um an das Geld heranzukommen, war das Volk gezwungen, seine Waren an die Soldaten zu verkaufen, und so entstanden die Märkte. Durch die Steuern kam das Geld wieder zum Herrscher zurück und es entstand ein geschlossener Geldkreislauf. Damit begann das Geldmonopol der politischen Macht, das bis heute gültig ist.
Heute sind die Münzen nur noch von untergeordneter Bedeutung. Aber auch heute ist unser Geld von außen in die Wirtschaft hinein gegeben, und zwar vom Bankensystem, das aus Notenbanken und Geschäftsbanken besteht. Das Besondere der Geldschöpfung durch die Banken besteht darin, dass alles Geld durch Kredite geschaffen wird. Wenn jemand von einer Bank Geld in Form eines Darlehens erhält, kann er damit Waren und Leistungen bezahlen. So kommt das Geld in den Zahlungsmittel-Kreislauf. Wenn der Kreditnehmer das Darlehen an die Bank zurückbezahlt, verschwindet der Geldbetrag wieder aus dem Kreislauf.
Die historische Betrachtung verleitet dazu, das Geld als eine Sache anzusehen, als eine Ware besonderer Art, die sich als allgemeines Tauschmittel eignet. Nun sind aber heute 95 Prozent des Geldes so genanntes Buchgeld, das heißt, sie existieren in den Buchhaltungen der Banken. Das könnte uns schon darauf hinweisen, dass Geld keine Sache ist. Wenn wir zu verstehen versuchen, was Geld wirklich ist, stossen wir darauf, dass sich Geld grundsätzlich in drei verschiedenen Geldarten manifestiert: