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| Hilarius von Poitiers († 367) - Über die Synoden oder über den Glauben der Orientalen.

Dreiundachtzigstes Hauptstück.
Da ich aber nun über den dritten Punkt zu sprechen im Begriffe bin, so bitte ich euch, lasset da, wo der Friede des Glaubens herrscht, keinen Streit von Muthmaßungen [S. 35] eintreten; und glaubet nicht, daß ich irgend etwas vortrage, was nicht zur Einheit förderlich ist. Denn eitel ist die Furcht vor dem Tadel des Wortes, wo die Sache selbst, welche von dem Worte bezeichnet wird, keine Schwierigkeit darbietet. Mißfällt es Jemandem, daß in der Synode zu Nicäa das Homousion angenommen wurde? Wenn dieses Jemandem mißfällt, so muß ihm nothwendig gefallen, daß es von den Arianern geläugnet wurde. Denn das Homousion wurde deßwegen geläugnet, damit die Lehre aufgestellt werden konnte, daß Gott der Sohn nicht aus der Wesenheit des Vaters geboren, sondern, wie die Geschöpfe, aus Nichts geschaffen worden sey. Wir sagen hier nichts Neues; der Unglaube der Arianer selbst, in mehreren Schriften bekannt gemacht, gibt von sich selbst Zeugniß. Wenn damals wegen der Gottlosigkeit der Läugner die Ansicht der Bekenner gottselig war; so frage ich, warum man heut zu Tage das umstoße, was damals fromm angenommen wurde, weil man es ruchlos läugnete? Wenn es fromm aufgenommen wurde; warum wird dann die fromme Bestimmung beschuldigt, welche die Gottlosigkeit eben dadurch, wodurch sie sündigte, vertilgte?