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In den besonders betroffenen Regionen entlang der Flüsse Ahr und Erft in der Nähe von Bonn in Deutschland fielen an einem Tag neunzig Millimeter Regen. Mehr als sonst während des gesamten Monats Juli, sagt Enno Nilson von der Deutschen Bundesanstalt für Gewässerkunde. «Die Niederschläge waren exorbitant, so hoch wie noch nie zuvor. Das führte natürlich auch dazu, dass viele Abflüsse an den Gewässern höher waren als alles, was jemals aufgezeichnet wurde.»
Um mindestens 20 Prozent wahrscheinlicher
Weil viele Pegelmessgeräte von den Fluten weggerissen wurden, kann nur geschätzt werden, wie hoch manche Abflüsse genau waren, meint Enno Nilson. «Wir landen bei einem Wert von 1000 Kubikmeter, plus minus 200. Das wird den meisten nicht viel sagen, aber das ist für einen kurzen Moment der komplette Abfluss im Mittel des Oberrheins, der über die Ahr abgeflossen ist.»
Etwa alle 400 Jahre tritt ein solches Ereignis auf, hat das Forschungsteam abgeschätzt. Das ist bereits etwas häufiger als vor der Klimaerwärmung. Wie viel häufiger, das hat die Gruppe auch berechnet. Allerdings ist dies bei solchen kleinräumigen Phänomenen nur sehr grob möglich. Demnach haben die gestiegenen Temperaturen seit 1850 ein solches Ereignis heutzutage um einen Faktor von 1.2 bis 9 wahrscheinlicher gemacht. Und auch etwas regenreicher.
Alle 400 Jahre in einer Region
Nimmt man einen mittleren Wert, so trat das heutige 400-Jahre-Ereignis früher nur alle 2000 Jahre auf. Auch der heutige Wert – einmal alle 400 Jahre – mag nicht so dramatisch klingen, sagt Frank Kreienkamp vom Deutschen Wetterdienst.
Da dieses Ereignis auch in einer Nachbarregion mit derselben Wahrscheinlichkeit auftreten kann, ist damit klar, dass solche Ereignisse in der westeuropäischen Grossregion deutlich häufiger als einmal in 400 Jahren auftreten können.
Man müsse aber bedenken, dass diese Berechnung jeweils nur für eine Region gelte. «Da dieses Ereignis aber auch in einer Nachbarregion mit derselben Wahrscheinlichkeit auftreten kann, ist damit klar, dass solche Ereignisse in der westeuropäischen Grossregion deutlich häufiger als einmal in 400 Jahren auftreten können.»
Diese Analyse der verheerenden Hochwasser bestätige eine Hauptaussage des neuen Berichts des Weltklimarats, sagen die Forscherinnen und Forscher. Wir befinden uns bereits in einer neuen Ära der Klimaextreme.