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Birgit Hackbarth kümmert sich um 250’000 Bienen und leitet den Empfang an der Sozialen Arbeit. Hier spricht sie über ihre Tätigkeit als Imkerin, wie ihre Familie eine ukrainische Familie aufgenommen hat und warum sie soziale Arbeit studieren würde.
Ich besuche Birgit in ihrem Büro im Erdgeschoss des Hauptgebäudes. Wenn man aus dem Fenster schaut, sieht man sie überall umherschwirren: In fünf hellblauen Kästen vor ihrem Büro leben im Sommer bis zu 250’000 Bienen.
Die Passion für Bienen begann bei Birgit vor einigen Jahren, als sie das Buch «Die Bienenhüterin» las. Später schenkten ihre Kinder ihr einen Imkerinnen-Kurs. Und im April 2021 übernahm sie die Bienen, die zuvor auf dem Dach der HSLU – Wirtschaft lebten. Seitdem bevölkern die Bienen das Hauptgebäude der Sozialen Arbeit respektive den Platz vor der Bibliothek.
Wir streifen uns die weissen Imkeranzüge über, treten durch das Fenster nach draussen und nähern uns den fünf Bienenvölkern. Eine gewisse Anspannung kommt auf. Hält der Anzug die Bienen wirklich ab? Doch diese gehen unbeeindruckt ihrem geschäftigen Treiben nach, scheinbar ohne uns zu bemerken.
Mit ein wenig Wasser bestäubt Birgit Hackbarth die geöffneten Kästen und nimmt sorgfältig eine Wabe aus einem Bienenkasten. «Das Wasser beschwert die Bienen, damit sie nicht auffliegen», erklärt sie. Die oberen Waben sind für den Vorrat im Winter. Dieser Honig wird später durch Zuckersirup ersetzt. Im unteren Teil der Kästen befindet sich die Königin und die Brut, die ununterbrochen von den Arbeiterinnen gefüttert und gepflegt werden.
1) Cassiopeia
2) Lady Gaga
3) Anastasia
4) Ozzy
5) Miss Marple
Der Start als Imkerin verlief denkbar schlecht. Im Sommer 2021 regnete es so viel, dass Birgit die Bienen ständig füttern musste. Statt der möglichen 20 kg Honig pro Volk gab es kein einziges Glas. Im vergangenen Jahr erntete Birgit dann immerhin insgesamt 25 kg Honig. In diesem Jahr war kein Bienenwetter und es schlich sich auch noch ein Virus im Volk «Cassiopeia» ein. Damit er sich nicht ausbreitete, musste Birgit den Honig drei Wochen früher als geplant ernten. Trotzdem gab es insgesamt 30 kg Honig – «Lady Gaga» sei Dank: Das Volk sammelte allein 12 kg Honig.
Birgit Hackbarth ist vom gesamten Organismus und jeder einzelnen Biene fasziniert: wie sie kommunizieren, sich vermehren oder unseren Honig produzieren. Sie hat sich ein grosses Wissen angeeignet und erklärt: «Die Königin legt die Eier und befruchtet sie auch. Aus den befruchteten Eiern schlüpfen weibliche Arbeiterinnen und aus den unbefruchteten männlichen Drohnen.» Die Königin legt bis zu 2’000 Eier pro Tag und die Bienen leben bis zu 30 Tage, d.h. alle 30 Tage ist das Volk ausgewechselt. Die Königin hingegen wird bis zu fünf Jahre alt.
Die weiblichen Bienen erledigen die gesamte Arbeit im Bienenstock: Sie führen den Haushalt, füttern die Königin, Drohnen und Larven, sie sammeln die Pollen und den Nektar und produzieren das Wachs.
Die einzige Aufgabe der Drohnen besteht darin, sich mit der Königin zu paaren. Sie sind weder für die Honigproduktion noch die Arbeit zuständig und können auch nicht stechen. Da sich eine Königin nur einmal im Leben paaren muss, bekommen die meisten Drohnen nicht einmal die Chance, ihre Rolle zu erfüllen. Bis Mitte Juli werden sie im Stock geduldet, bevor sie vertrieben oder «abgestochen» werden.
Und was passiert, wenn ein Volk ausfliegt? Dies passiert, wenn sich das Bienenvolk teilt und die «alte» Königin mit einem Teil des Volks den Bienenstock verlässt. Der Rest des Volks bleibt am alten Ort und zieht sich eine neue Königin heran. Während der Semesterferien 2022 schwärmten zwei Völker aus, wurden wieder eingesammelt und einige Kilometer vom alten Bienenstock an der HSLU entfernt neu platziert. «Keine Angst, die ausfliegenden Bienen greifen nicht an», beruhigt Birgit. Und ist dankbar, wenn man ihr meldet, falls Lady Gaga oder Cassiopeia wieder einmal das Weite suchen.
Was kann man für Bienen tun?
Birgit Hackbarth arbeitet seit 2021 als Leiterin des Empfangs an der HSLU Soziale Arbeit. «Ich mag es, mit Menschen zu arbeiten, zu organisieren und bin gerne an der Front. Das alles bietet mir mein Job.» Der Start war alles andere als einfach – mit Corona. Es gab grosse Umstellungen. Kein Problem, Birgit Hackbarth ist ein Organisationstalent. Überall, wo sie gebraucht wird, packt sie mit an.
Ob sie es sich vorstellen könnte, Soziale Arbeit zu studieren? «Ja, aufgrund der vielen spannenden Themen und da ich gerne mit Menschen zusammenarbeite. Aber ich habe auch einen grossen Respekt vor dem Beruf. Kriegt man in der Ausbildung zum Beispiel genügend Werkzeuge, um sich zu schützen und genügend abgrenzen zu können?»
Im vergangenen Jahr beherbergt die Familie Hackbarth eine geflüchtete Familie aus der Ukraine. Sie meldete sich zu Beginn des Ukraine-Krieges als Gastfamilie, und eine Woche später zog bereits eine Familie mit einem 17-jährigen Sohn und einer 12-jährigen Tochter ein.
«Zu Beginn gab es noch keine Hilfe vom Kanton. Wir organisierten die Schule für das Mädchen, den Deutschkurs für die Eltern, ein Handy-Abo und Fahrräder für eine grössere Mobilität. Die sprachlichen Barrieren waren schwierig. Und die Privatsphäre vermissten wir nach einiger Zeit schon. Mittlerweile ist die Familie in eine eigene Wohnung gezogen.» Der Vater hat einen unbefristeten Job bei Leister gefunden, die Mutter arbeitet bei Maxon in Sachseln, der Sohn in der Gastronomie und die Tochter hat im Sommer mit der Sekundarschule begonnen.
Ein Studium in Sozialer Arbeit bietet dir die Gelegenheit, das Leben von Menschen positiv zu beeinflussen. Du wirst in der Lage sein, echte Veränderungen in der Gesellschaft zu bewirken, indem du Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstützt und sozial gerechte Lösungen für Probleme entwickelst. Mit einem Abschluss in Sozialer Arbeit übst du nicht nur einen sinnvollen Beruf aus, sondern hast die Chance, Mitgefühl, wichtige Projekte und soziale Verantwortung in die Tat umzusetzen.
Infoveranstaltung: Vor Ort oder Online teilnehmen
Die Zukunft der Sozialen Arbeit braucht Fachpersonen, die selbstorganisiert neue Konzepte entwickeln und Wissen effizient und zielgerichtet erschliessen.
Studierende, Dozierende und Fachpersonen aus der Praxis der Sozialen Arbeit entwickeln den Studiengang gemeinsam laufend weiter – auf Augenhöhe und in engem Austausch untereinander.
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