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Schlingnatter
Coronella austriaca (Laurenti, 1768)
Verbreitung:
Die Gesamtverbreitung erstreckt sich von der Iberischen Halbinsel bis nach Mittelschweden, im Osten bis in die Steppen von Kasachstan (UdSSR) und die Türkei. Das nördlichste Vorkommen liegt auf Aland (Finnland), das südlichste auf Sizilien. In Irland fehlt sie, in England leben nur ganz im Süden eine Populationen, in Dänemark wurde sie in diesem Jahrhundert ausgerottet.
Trotz ihrer ehemals weiten Verbreitung in der Schweiz hat die Schlingnatter bei uns einen geringen Bekanntheitsgrad. Oft wird sie nicht als eigene Art erkannt, sondern als vermeintliche Viper oder Kreuzotter totgeschlagen. In einigen Gegenden kennt man sie als "Kupferschlängli", während anderswo damit die Blindschleiche gemeint ist.
Jura, Alpen und Alpensüdseite bis 2000 m beherbergen noch intakte Schlingnatterbestände. Im Mittelland ist die Art in den letzten 50 Jahren stark zurückgegangen und regional bereits ausgestorben. Ein längerfristiges Überleben in diesem Naturraum ist sehr unwahrscheinlich. (Text: Ulrich Hofer & Goran Dusej, Karch, Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz)
Aussehen:
Die Schuppen sind glatt und glänzend. Der Kopf praktisch vom Hals nicht abgesetzt. Die Gesamtlänge ist meist unter 70cm. Die Grundfärbung ist von grau bis bräunlichen Tönen in unterschiedlichsten Abstufungen, die auch ins gelbliche, rötliche oder olivfarbene gehen können. Am Kopf befindet sich meist ein schmaler, dunkler Streifen, der vom Nasenloch über das Auge bis zum Mundwinkel geht, manchmal sogar bis in die Halsseite. Die Bauchseite ist unifarben grau in verschiedenen Farbnuancen. Die Augen sind verhältnismässig klein. Vor allem bei jüngeren Tieren kann man oft eine Zeichnung auf dem Kopf sehen, die aus einem braunen bis schwarzen Fleck von Herz- oder Hufeisenförmiger Form besteht, die beidseitig sich bis auf den Nacken erstrecken kann. Im Alter verblasst die Kopfzeichnung zunehmend. Auf dem Rücken verlaufen als Fortsetzung der dunklen Kopfzeichnung 2 dunkle Tüpfelreihen in zum Teil paralleler, aber auch alternierender Anordnung. An den Seiten kann sich eine zweite und sogar dritte, kleiner und undeutlicher getüpfelte Fleckenreihe hinziehen. Alle Zeichnungselemente sind im vorderen Körperteil am kräftigsten und verblassen gegen das Schwanzende hin.
Ökologie:
Die Schlingnatter gehört zu den xerothermophile bewohnenden Schlangen, das heisst, trockene, sonnenexponierte Standorte mit niedriger, Deckung bietender Vegetation werden bevorzugt. Obwohl sie eine gute Schwimmerin ist sind feuchte Biotope eher die Ausnahme. Halboffene und offene Hügellandschaften, Waldränder, lichte Mischwälder, felsige Hänge mit Gebüschvegetation wie auch alte Steinbrüche, Gemäuer und Weinberge werden bevorzugt als Lebensraum. Vorwiegend Tagaktiv findet man sie nur bei äusserst warmer Witterung bis in die Nacht hinein aktiv.
Als Nahrung werden vorwiegend Echsen erbeutet. Daneben werden aber auch Blindschleichen, Mäuse, Wirbellose, kleine Vögel und andere Reptilien erbäutet.
Die Schlingnatter gehört zu den Eilebend gebährenden Schlange, (ovovivipar) die Jungen kommen Lebend in einer art transparenter Eihülle die nach der Geburt gleich verlassen wird, auf die Welt. Die Wurfgrössen varieren von 2 bis 19 Jungen, (12 bis 26cm lang) die meist je nach Klima im August bis September nach einer Trächtigkeit von 4 bis 5 Monaten auf die Welt kommen. Paarungen sind von April bis Mai. Auch die Schlingnatter macht in der Schweiz eine Winterruhe, je nach Witterung von Oktober bis März oder länger.