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Ureinwohner
Für die spanischen Eroberer des 16. Jahrhunderts war es ein Leichtes gewesen, sich gegenüber der einheimischen
Bevölkerung durchzusetzen, nur selten konnten sich die Indios unter Anführung besonders tapferer Kaziken für eine
längere Zeit erfolgreich wehren. In wenigen Jahrzehnten war das Land von der Küste aus erobert.
Panare
Die Panare sind Indianer die in der nähe des Orinocos leben. Unter den vielleicht 3000 Panare gibt es Gruppen, die
sich von Fischfang, Jagd und ein wenig Anbau ernähren, die regelmässig ihre Wohnplätze wechseln und getrennt von der
umgebenden creolischen Bevölkerung sind. Einige von ihnen sind schon sesshaft oder sogar in das Leben der nahe
gelegenen Stadt eingegliedert.
An der Grenze des Panare - Gebiets findet man gelegentlich als schlimme Anpassung
entwurzelte Indios, die herumlungern und sich scheuen zu betteln. Die Panare kannten früher kein Geld und keine
Schrift. Mit dem Flechten ihrer sehr dekorativen Körbe kommen die Panare heute zu Bargeld. Die Körbe werden in
ganz Venezuela als Souvenirs verkauft.
Yanomami
Die Yanomami bewohnen ein ausgedehntes Gebiet von etwa 177 000 qkm, das sich über den Süden Venezuelas und den
Nordosten Brasiliens erstreckt und nahezu vollständig von tropischem Dschungel bewachsen ist. Die Gesamtbevölkerung
der Yanomami dürfte heute etwa 15 000 Menschen betragen. Leider geht diese Zahl, anders als vor 1950, Jahr um Jahr
zurück.
Im venezolanischen Teil ihres Gebietes ist nur ein geringer Rückgang zu verzeichnen, doch in Brasilien haben
der Bau einer Strasse und der Beginn bergbaulicher Aktivitäten dramatische Verminderungen ausgelöst. Venezuela hat
zum Schutz des Regenwaldes und der Indianer ein riesiges Regenwaldgebiet unter Schutz gestellt, was Brasilien leider
noch nicht gemacht hat. Die Siedlungseinheit ist das "Shapono", ein mehr oder weniger rundes Dach, um einen freien
Platz herum gebaut, das mehrere Familien beherbergt. Die Bewohnerzahl eines Shapono variiert von 20 bis über 200
Personen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 29 Personen/ 100 qkm. Das mag für uns wenig erscheinen, entspricht aber der
Jagdkapazität und es ist festzustellen, dass der Dschungel bis in seine hintersten Winkel bewohnt ist.
Die Yanomami sind Bauern, Jäger, Fischer und Sammler. Die jeweilige Bedeutung der verschiedenen arten von
Nahrungsmittelbeschaffung hängt von der Gegend, der Jahreszeit (Trockenzeit, Regenzeit) und anderen Faktoren ab.
Im Bereich der Technologie und materiellen Kultur pflegen wir Armut, Not und Unglück der primitiven Völker am
ehesten zu sehen. Niemand schämt sich weil er Nackt ist, jedermann sieht zum Nachbar in die Hängematte, nichts wird
besonders geschützt und dennoch kommen Diebstähle vor wie überall. Für Jagd und Krieg Pfeil und Bogen, Köcher,
Pfeilspitzen zum Auswechseln.
Zum Ackerbau genügten früher Steinbeil und Feuer, heute erleichtern Stahlbeile und
Macheten die Arbeit. Zum Sammeln, Aufheben, Transport und Zubereitung der Nahrung Körbe und Tabletts.
Für Flüssigkeiten Kaleblassen und Kürbisschalen. Zur Herstellung von Pfeilen, Schmuck und Hängematten gibt es
Stricke, Fäden und Schnüre. Ohne die Liste vollständig zu wollen: sie benützen auch Harze im Haushalt, Pech für
Verknotungen, verschiedene Fasern, Bambusröhre für Federn oder Halluzinoge zum Schnupfen. Nie fehlen darf die
Tabakrolle im Mund, die ihr "Kaugummi ist. Zu diesen traditionellen Objekten kommen hinzu: Angelschnur und Haken,
Messer und die bereits erwähnten Beile und Macheten, Eisenkessel, Laternen, ein paar Kleidungsstücke, Nadeln, Kämme
und Spiegel: alles Artikel, die erst in jüngster Zeit von Missionaren, Staatsbeamten, Expeditionsmitgliedern und
Reisenden eingeführt wurden.