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Vasen
[* 2] (vom lat. vas,
Gefäß),
[* 3] die weniger zu praktischen Zwecken, als vielmehr als Luxusware, zum Zimmerschmuck mit
oder ohne Bouquetfüllung, oder zur Verzierung von
Balustraden, Grabsteinen u. a. hergestellten schlankbauchigen
Gefäße aus gebranntem
Thon, Porzellan,
Glas,
[* 4] Marmor,
Alabaster, Metall u. s. w. (Hierzu
Tafeln:
Vasen Ⅰ
u. Ⅱ.)
Die antiken Thon
vasen sind seit dem Anfang des vorigen Jahrhunderts, als sie zuerst in größerer Menge bekannt wurden, in
den Vordergrund des wissenschaftlichen Interesses getreten. Es war besonders das Inhaltliche der
Darstellungen
auf den
Vasen, namentlich der mytholog.
Stoff der
Bilder, dem man anfangs ein lebhaftes
Studium zuwendete, während den
Gefäßen
als solchen, ihrer Form und der ornamentalen Verzierung weniger Beachtung zuteil wurde. Die histor.
Entwicklung der einzelnen
Gattungen nachzuweisen, die verschiedenen Fabriken und die in ihnen herrschenden Stilarten zu erkennen,
kurz die
Aufgabe einer
Vasenkunde ist erst neuerdings scharf ins
Auge
[* 5] gefaßt worden.
Die bemalten
Vasen haben im
Altertum den verschiedenen Zwecken gedient. Sie sind, wie heute das irdene Geschirr, in täglichem
Gebrauch gewesen als Vorrats-, Schöpf-, Trinkgefäße u. s. w. Vielfach sind sie auch als
Weihgaben benutzt sowohl für die
Tempel
[* 6] wie namentlich für die
Gräber. Sehr reich an
Vasen sind besonders
die Grabstätten
Etruriens und Unteritaliens.
Die ältesten uns bekannten
Vasen stammen aus den tiefsten Schichten von
Troja.
[* 7] Sie sind nicht auf der
Drehscheibe, sondern mit
der
Hand
[* 8] gefertigt und noch unbemalt. In der Regel sind sie in Kugelform mit röhrenartigem Ausguß gebildet
und vielfach statt mit Henkeln mit kleinen durchbohren
Ansätzen zum Hindurchziehen einer
Schnur versehen, an der das
Gefäß
getragen wurde. Die äußere Wandung ist mit eingeritzten Linien oder aufgelegten Thonstreifen versehen. Zu den einfachen
Gefäßformen zählen solche, welche die menschliche oder tierische Gestalt in rohester
Weise nachahmen,
hinzu. (S. vorstehende
[* 1]
Figuren sowie
Tafel:
Urgeschichte Ⅳ,
[* 1]
Fig. 11
u. 12.)
Stark ist diese Gattung namentlich auf Cypern
[* 9] vertreten,
auch auf den
Cykladen, in
Syrien, in
Tiryns kommen
Vasen ähnlicher Art vor. Dem gegenüber zeigen die
Vasen, die auf der
Insel
Thera
[* 1]
^[Abb:
Vasen]
¶
mehr
(Santorin) gefunden sind und ans dem zweiten Jahrtausend v Chr. stammen, schon einen erheblichen Fortschritt. Sie sind auf
der Scheibe gedreht und mit aufgemalten Verzierungen von matter Farbe versehen, in denen sie sich schon den mykenischen
Vasen nähern.
Man unterscheidet unter diesen mehrere Gattungen, eine ältere von
Vasen mit Bemalung in matten,
stumpfen Farben und eine jüngere, der zweiten Hälfte des zweiten Jahrtausends angehörige, in der die Verwendung der für
die ganze spätere griech. Keramik
[* 11] charakteristischen Firnisfarbe zum erstenmal auftritt.
Der Thon ist fein und gereinigt, die glatte Oberfläche hat eine warme gelbliche Tönung, mit welcher das leuchtende Rot und
tiefe Schwarz der Firnisfarbe gut zusammensteht. In den Gefäßformen vom schlanken Becher
[* 12] mit hohem Fuß
bis zur bauchigen Amphora
[* 13] zeigt sich eine große Mannigfaltigkeit, bestimmte Formen, wie namentlich die Bügelkanne mit doppeltem
Bügelgriff und kurzer Ausgußrohre, sind für diese Gruppe charakteristisch. Die Ornamente
[* 14] sind bald in streifenförmiger
Anordnung, bald über die ganze Fläche hinübergreifend, neben dem beliebten Motiv der Spirale üppige,
phantastische Blumenranken, Wasserpflanzen,
[* 15] Wellen,
[* 16] Fische,
[* 17] Seesterne,
[* 18] Quallen und Polypen, Korallen,
[* 19] Purpurschnecken und Muscheln
[* 20] verschiedener Art. Wie in den Gefäßformen, so zeigt sich in den Ornamenten eine besondere Vorliebe für die geschwungene
Linie. An allen Stätten der mykenischen Kultur, außer in Mykenä
[* 21] an der ganzen Ostküste Griechenlands,
auf den Inseln des Ägäischen Meers, auf Rhodos und Kreta sind diese
Vasen vertreten. Die Zeit ihrer Entstehung ist die zweite
Hälfte des 2. Jahrtausends v. Chr.
Die Dipylon
vasen, so benannt, weil die hervorragendsten Beispiele dieser Art am Dipylon in Athen
[* 22] gefunden sind, sind
in der Dekoration viel weniger kunstvoll als die mykenischen und bezeichnen diesen gegenüber auch in der Technik einen Rückschritt.
Der Thon ist gröber und hat eine rötliche Oberfläche, auf der die Ornamente mit dünnem Firnis von rotbrauner Färbung
aufgetragen sind. Die Gefäße haben zum Teil eine sehr beträchtliche Größe. Wie von einem Geflecht oder
Gewebe
[* 23] wird die Fläche von der Dekoration umschlossen, welche aus Strichen und Streifen, Mäander,
[* 24] Punktreihen, Zickzacklinien
und konzentrischen Kreisen gebildet wird.
Tiere werden zwischen die quadratischen Ornamentfelder verteilt, aber die
[* 10]
Figuren, namentlich die
der Menschen, sind von einer kindischen Unbeholfenheit, und das Ganze hat einen leblosen, starren Charakter.
Die Dipylon
vasen bilden aber nur eine begrenzte Gruppe unter den Vasen mit geometr.
Dekoration, die vielmehr, in verschiedener Weise zu bestimmten Systemen ausgebildet, in der Periode von der dor. Wanderung bis
etwa zum 7. oder 6. Jahrh. v. Chr. in der Keramik überhaupt vorherrscht.
Die große Masse cyprischer
Vasen schließt sich eng hier an. Die Gefäße sind von fein geschlämmtem Thon,
von hellgelber Oberfläche und mit reichhaltigen Mustern in verschiedenen Farben (schwarzbraun, weiß, rot) bemalt; phantastische
Blumen und Rosetten treten als neue Dekorationselemente hinzu und zeigen, wie der orient. Einfluß anfängt sich geltend zu
machen. Wenn die cyprischen
Vasen ein barbarisches Gepräge haben, so zeigt sich bei den rhodischen
Vasen in der geschickten, schon auf die Gefäßform Rücksicht nehmenden Ornamentik, in der leichtern Zeichnung der
[* 10]
Figuren zum erstenmal der griech. Geist.
Die Gefäßfläche ist hier meist durch mehrere Linien in Streifen abgeteilt; in diesen sind Reihen von schreitenden Tieren, unter ihnen besonders häufig Hirsche, [* 25] Steinböcke, auch Löwen, [* 26] Greifen, Sphinxe dargestellt und die leeren Zwischenräume mit Rosetten, Rauten, konzentrischen Kreisen u. a. gefüllt, Ornamente, in denen zum Teil mykenische Motive fortleben. Auch Darstellungen, aus dem Epos geschöpft, treten jetzt in die Dekoration ein. So findet man, ähnlich wie es die Ilias schildert, den Kampf des Menelaos [* 27] und Hektor um den gefallenen Troer Euphorbos; der Maler schrieb die Namen neben die [* 10] Figuren.
Solche Beischriften werden von da an in der Vasenmalerei üblich. Sie sind von Wichtigkeit für die Bestimmung der Gefäße selbst, wie für die Geschichte des griech. Alphabets. Die rhodische Gattung ist neben andern eine Spielart der Ionischen Keramik, die durch das 7. und 6. Jahrh. v. Chr. an der kleinasiat. Küste und auf den Inseln geblüht hat, und deren Ware bis weit nach Westen, namentlich in Etrurien lebhaften Absatz fand. Besonders glänzend zeigt sich ihre Leistungsfähigkeit auch in den großen, technisch und dekorativ den Vasen gleich behandelten Sarkophagen aus gebrannten Thon, wie sie in den letzten Jahren zahlreich in Klazomenä (am Golf von Smyrna) gefunden worden sind.
In Griechenland [* 28] war im 6. Jahrh. v. Chr. als Fabrikationsort von Vasen namentlich Korinth [* 29] in Aufschwung, das lange den ital. Markt beherrschte. Kleine, zierliche Gefäße aus feinem Thon mit braunroter Bemalung auf hellgelbem Grunde, mit einer Dekoration aus dicht nebeneinander gelegten Horizontallinien, die zuweilen durch umlaufende Friese [* 30] von Tieren und Menschen erweitert wird, bilden eine besondere ältere Klasse. Die große Masse der korinthischen Vasen, für die die «Dodwellvase» in München [* 31] als hervorragendes Beispiel gelten kann, sind in der Technik und in der Wahl der Farben den rhodischen Vasen ähnlich; an diese erinnert auch die ornamentale und figürliche Ausstattung.
Über einem vom Boden aus ansteigenden Strahlenkranze ziehen sich meist durch breite Linien getrennt Tierstreifen hin, in denen Löwen, Stiere und Sphinxe wechseln: der freie Raum ist ähnlich wie bei den rhodischen Vasen, aber meist viel dichter, mit allerlei kleinen Ornamenten, unter denen die Rosette vorherrscht, ausgefüllt. Durchweg sind die korinthischen Vasen von geringer Größe, unter den Formen werden die Deckelbüchse und das kugelige Salbgefäß bevorzugt.
Gegen Ende des 6. Jahrh. v. Chr. trat ein Wechsel in der Technik ein, indem man größere Gefäße, namentlich die Form der Amphora, bevorzugte, dem Thon durch stärkeres Brennen eine rötlichere Färbung gab und einen dunklern Firnis für die Bemalung wählte, auch Weiß und ein rötliches Violett reichlicher zusetzte. Der bildliche Schmuck verteilte sich nun in mehrern Streifen über das Gefäß und wurde in der Regel so angeordnet, daß ein Hauptstreifen eine Begebenheit, meist aus der Heldensage, schilderte, die übrigen mit Reihen von Tieren, Reitern oder ähnlichem gefüllt wurden. Ein hervorragendes Beispiel für diese jüngere Gruppe ist die große Vase mit dem Auszuge des Amphiaraos (im Berliner [* 32] Museum).
Neben den korinth. Gefäßen fanden gleichzeitig die Fabrikate anderer Werkstätten reichen Absatz in Italien. [* 33] So z. B. die Vasen aus Chalkis oder einer chalkidischen Kolonie; technisch haben sie mit den jüngern korinthischen die Unterscheidung der ¶
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mehr
männlichen und weiblichen [* 35] Figuren durch schwarze und weiße Farbe gemeinsam, aber die Gewohnheit, den freien Raum zwischen den [* 35] Figuren mit Rosetten und andern Ornamenten auszufüllen, ist ganz aufgegeben. Charakteristisch für die Gattung ist die Bevorzugung der Amphorenform und die Dekorierung mit einem um den Bauch [* 36] des Gefäßes gelegten breiten Bildstreifen, in welchem Scenen aus dem Epos, wie der Kampf um die Leiche des Achilleus, der Abschied des Hektor und Paris, [* 37] der Kampf des Herakles [* 38] gegen Geryoneus u. a. dargestellt sind.
Der Import dieser und ähnlicher Gattungen reicht nicht unter den Anfang des 5. Jahrh. v. Chr. hinab: Athen schlug seitdem alle übrige Konkurrenz auf dem ital. Markte aus dem Felde und behielt die alleinige Einfuhr durch das ganze 5. und halbe 4. Jahrh. hindurch. (S. Taf. Ⅰ, [* 35] Fig. 1, 3 u. 6.) In ihren Anfängen ist die attische Töpferkunst weder durch selbständige noch durch hervorragende Leistungen ausgezeichnet. Sie folgt zunächst den Anregungen namentlich der ion., dann auch der korinth.
Keramik, bis sie zu Anfang des 6. Jahrh. v. Chr. einen eigenen Stil in der sog. schwarzfigurigen Malerei ausbildete. Die attischen Vasen sind vor denen der übrigen Fabriken durch die Feinheit und die warme rote Farbe des Thons und durch den glänzend schwarzen Firnis ausgezeichnet. Der künstlerische Fortschritt besteht in der Ausbildung der bildlichen Darstellung und in der Umbildung des Ornaments, das jetzt aus der Gesamtdekoration mehr zurücktritt und nun, an bestimmte Stellen der Gefäße verwiesen, tektonische Bedeutung erhält, zur Charakterisierung einzelner Gefäßteile verwendet wird und dem Ganzen der Dekoration sozusagen als Begleitung dient.
Für die Bilder gaben die Sagen des Epos reichlichen Stoff, aber auch Scenen des täglichen Lebens werden gern zur Darstellung gewählt. Eine besondere Reihe bilden die sog. Prothesisvasen, hohe amphorenartige Gefäße mit Darstellungen der Totenfeier bemalt, die als Schmuck auf dem Grabhügel aufgestellt wurden, und die panathenäischen Preisamphoren, die, mit Öl gefüllt, den Siegern am Panathenäenfeste übergeben wurden. (S. Amphora.) Vielfach finden sich die Vasen mit den Namen der Verfertiger versehen. So sind auf der Françoisvase (s. d.), dem Prachtstück der schwarzfigurigen attischen Keramik, die Namen des Malers, Klitias, und des Töpfers, Ergotimos, eingeschrieben. Andere hervorragende Meister sind Sophilos, Nearchos und dessen Söhne Tleson und Ergoteles, Exekias, Amasis, Nikosthenes. –
Vgl. Klein, Die griechischen Vasen mit Meistersignaturen (2. Aufl., Wien [* 39] 1887).
Der charakteristische Unterschied der rotfigurigen Vasenmalerei (s. Taf. Ⅰ, [* 35] Fig. 2, 4, 5, 7‒9) von der schwarzfigurigen besteht darin, daß nicht die [* 35] Figuren mit schwarzer Farbe auf den roten Thongrund gesetzt, sondern auf dem schwarz bemalten Grunde ausgespart sind und daher in der roten Farbe des Thons gesehen werden. Erst als dieser Fortschritt in der Technik gemacht war, war eine wirklich künstlerische Entwicklung des Zeichnens möglich geworden, die bei der frühern Silhouettenmanier nicht aufkommen konnte. Es wird plötzlich das Interesse an dem Bau und der Formenbildung des menschlichen Körpers rege.
Die [* 35] Figuren sind nun um ihrer selbst willen, nicht mehr bloß als Ausdrucksmittel zur Illustrierung einer bestimmten Begebenheit da. Die Vasenform, die in der Folge zum eigentlichen Träger [* 40] der Entwicklung der Malerei wurde, war die Schale, welche neben den Außenseiten noch in dem kreisförmigen innern Rund eine Bildfläche hat. Man kann es an den zahlreichen Schalen des Epiktet, eines der ältesten Vorläufer des neuen Stils, verfolgen, wie die Schwierigkeiten, in diesen verhältnismäßig kleinen kreisrunden Raum eine figürliche Darstellung hineinzukomponieren, allmählich überwunden wurden.
Die Körper wurden geneigt und gestreckt, damit ihre Konturen der runden Begrenzungslinie sich anpaßten. Hier treten nun zuerst die lebhaft bewegten [* 35] Figuren auf, die später so beliebten und meisterhaft durchgeführten Motive des Werfens, Laufens, Springens, Tanzens, die Darstellungen von Bewegung jeder Art. Die Entwicklung ging mit raschen Schritten vorwärts. Es ist der kurze Zeitraum von der Herrschaft des Pisistratus, der die Erfindung des rotfigurigen Stils gleichzeitig ist, bis gegen die Mitte des 5. Jahrh. v. Chr., in den sich die Thätigkeit der hervorragendsten Meister zusammendrängt.
Der bedeutendste, Euphronios, schließt zeitlich an Epiktet an. (Vgl, Klein, Euphronios, 2. Aufl., Wien 1886.) Neben ihm ragen die etwas jüngern Künstler Duris, Brygos, Hieron aus der Zahl der übrigen hervor. Scenen aus dem Leben werden bevorzugt, das Thun und Treiben der attischen Jünglinge und Männer, Vorgänge, wie sie sich auf der Straße, in der Palästra, beim Gelage abspielten, in buntem Wechsel geschildert. Man schrieb einzelnen [* 35] Figuren bestimmte Namen bei: «Schön ist Panaitios», «Schön ist Kallimachos», und ähnliche Lieblingsinschriften, in denen die Vasenmaler ihren privaten Gefühlen Ausdruck gaben, fehlen nun selten auf den Bildern. (Vgl. Klein, Die griechischen Vasen mit Lieblingsinschriften, Wien 1890.) Diese Darstellungen, die den Betrachter direkt in das Athen der Perserzeit zurückversetzen, machen die Vasen mit zu den anziehendsten Werken aus dem griech. Altertum überhaupt.
Auch die Darstellungen mytholog. Scenen erscheinen nun gegenüber den ältern vielfach wie aus dem Neuen herausgebildet. Die Kraft [* 41] der Schilderung, die packende Charakteristik bestimmter [* 35] Figuren der Sage, wie sie namentlich in den häufigen Behandlungen des trojanischen Sagenkreises und am großartigsten vielleicht in der Iliupersisschale des Brygos und in der Vivenziovase zum Ausdruck gelangt ist, konnte zu der Meinung führen, die Tragödie des Äschylos und Sophokles habe hier ihren Einfluß geübt. Aber die Entstehungszeit dieser Vasen liegt der Entwicklungsperiode der dramat. Poesie voraus.
Im Gegensatz zu den früher betrachteten Gefäßgattungen tritt auf den Schalen das ornamentale Element zurück; auf wenige leicht hingeworfene Palmetten an den Henkeln, auf einen schmalen, um das Rund des Innenbildes herumgeführten Mäanderstreifen pflegt es sich zu beschränken. Schon wenige Jahrzehnte nach den Perserkriegen bricht die Schalenfabrikation in Athen plötzlich ab. Der Grund war nicht allein der, daß der Export attischer Waren nach Etrurien, dem Hauptabsatzgebiet der Schalen, von der Mitte des 5. Jahrh. v. Chr. an stark zurückging; einen wesentlichen Einfluß auf den Wechsel wird auch der Aufschwung der Malerei geübt haben. In den Wandgemälden, welche in den Hallen und Tempeln Athens erstanden, wurden zum erstenmal große, in freier Verteilung über weite Flächen gruppierte, von einem großen Gedanken einheitlich zusammengeschlossene Kompositionen gesehen. Diese Malerei ¶