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Aktionspläne für «Carbon Farming»
Roadmaps for Carbon Farming Schemes (Road4Schemes)
«Carbon Farming» beschreibt landwirtschaftliche Techniken, die CO2 aus der Atmosphäre entziehen und Kohlenstoff in Agrarökosystemen z.B. als Biomasse oder organische Bodensubstanz speichern. Es ist ein wichtiger Baustein zum Klimaschutz. Bereits heute gibt es in der EU und auch in der Schweiz verschiedene private und öffentliche Initiativen, die Landwirte für ihre Klimadienstleistungen vergüten.
Road4Schemes hat rund 150 solcher Anreiz- bzw. Vergütungssysteme in Europa identifiziert. Eine Auswahl davon wird näher betrachtet und auf Stärken und Schwächen untersucht. Die meisten Systeme fokussieren auf den Aufbau organischer Bodensubstanz und unterscheiden sich insbesondere in den Methoden der Überwachung, Berichterstattung und Überprüfung (engl. monitoring, reporting, verification – MRV). Einige Systeme beinhalten aufwendige Konzepte zur direkten Messung des gespeicherten Kohlenstoffs («result-based schemes»), andere Vergüten die Durchführung gewisser Massnahmen bzw. die Anpassung der Bewirtschaftungsform, wie z.B. einer Winterbegrünung im Feldbau («action-based schemes»). Road4schemes betrachtet auch die Wahrnehmung dieser Systeme durch verschiedene Interessensvertreter und möchte ein Konzept für die weitere Umsetzungen geeigneter Systeme vorschlagen.
Die Vergütung der Klimadienstleistung der Pflanzenkohle durch die direkte Kohlenstoffspeicherung ist bereits durch den Standard des European Biochar Certificate etabliert, an dem auch Wissenschaftler von Agroscope mitwirken. Wird diese Pflanzenkohle in den Boden eingebracht, kann die Kohlenstoffspeicherung durch die organische Bodensubstanz derzeit nicht vom bereits zertifizierten und vergütetem Beitrag der Pflanzenkohle zur Kohlenstoffspeicherung unterschieden werden. Agroscope prüft, wie die Klimadienstleistungen durch organische Bodensubstanz auch langfristig in Anwesenheit von Pflanzenkohle korrekt gemessen und damit die Mehrfachzertifizierung von Pflanzenkohle ausgeschlossen werden kann.
Verschiedene menschliche Aktivitäten verursachen Methan-Emissionen, die bedeutend zur Klimaerwärmung beitragen. Dabei verstärkt die Emission von einem Kilogramm Methan den Treibhauseffekt deutlicher als die gleiche Menge CO2. Anders als CO2 wird Methan jedoch innerhalb von ein bis zwei Jahrzehnten in der Atmosphäre abgebaut. Damit ist die erwärmende Wirkung von Methan zeitlich begrenzt. Folglich könnten Methan-Emissionen durch einen zeitlich begrenzten Entzug von CO2 aus der Atmosphäre ausgeglichen werden. Agroscope entwickelt eine Methode, wie sich Methan-Emissionen z.B. durch die Anlage von Feldhecken/Agroforst oder andere kurz- bis mittelfristigen Methoden zur Kohlenstoffspeicherung kompensieren liessen. Auf dieser Basis können finanzieller Anreize z.B. für die Anlage von Agroforst-Systemen und Feldhecken geschaffen werden. Diese Massnahmen schützen nicht nur das Klima, sondern sind auch wichtige Beiträge zur Anpassung an den Klimawandel.
Publikationen
Beteiligte Organisationen
- Aarhus University (AU - Koordinator)
- Stichting Wageningen Research (WR)
- Flanders Research Institute for Agriculture
- Fisheries and Food (EV ILVO)
- INRAE
- Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES)
- Thünen Institut, International Agricultural Research and Traning Center (IARTC/TAGEM)
- Czech University of Life Sciences Prague