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Zurich Open 2006

zurück zur Übersicht Last updated: 28.04.2008
|alle Berichte aus der Rabble-Tennisdatenbank zu: Tsvetana Pironkova, Sofia Arvidsson, Jelena Jankovic|
|Tsvetana Pironkova - French Open 2006|
|Qualifiziert - Tsvetana Pironkova|

Qualifikation 1. Runde: Tsvetana Pironkova - Sofia Arvidsson (5) 6:4 6:3
Gefährlich bei Tsvetana Pironkova ist, dass ihr in jedem Satz mindestens ein schwaches Aufschlagspiel unterläuft. Das liegt einerseits an der fehlender Erfahrung der 19-jährigen, andererseits aber auch an ihrem schwachen Aufschlag. Vor allem der Aufschlag von der Einstandseite her ist mangelhaft. Dort unterlaufen ihr viele Doppelfehler und sie kann den Aufschlag nicht platzieren. Es scheint so, als ob die Bälle immer mit dem gleichen Schnitt und in der selben Richtung ins gegnerische Feld fliegen.
Ganz anders zeigte sich Sofia Arvidsson beim Aufschlag. Der 40. der Weltrangliste gelangen viele Asse. Allerdings befindet sich die 22-jährige aus dem schwedischen Halmstad nicht mehr in der guten Form, in der sie sich zu Beginn der Saison präsentiert hatte. Bis Ende März wies Arvidsson eine Siegesbilanz von 12:5 und den Gewinn ihres ersten WTA-Titels in Memphis auf. Mit Beginn der Sandplatzsaison brach aber ihr Rhytmus und sie kassierte seither 15 Niederlagen bei nur 7 Siegen.
Tsvetana Pironkova überzeugte mit ihrem druckvollen Spiel. Vor allem der Return war eine ihrer Stärken. Im zweiten Satz hätte sie sich fast nochmals selbst in Bedrängnis gebracht. Auf einmal wurde sie zu ehrgeizig und wollte zu viel. Trotzdem sie das Match eigentlich im Griff hatte, begann sie ein wenig mit sich selbst zu hadern (Bild 5) und nahm zu viel Risiko auf sich. Da ist für die Zukunft etwas mehr Risikodosierung angebracht.
Tsvetana wurde von ihrer eineinhalb Jahre jüngeren Schwester Elisaveta (Bild 6) nach Zürich begleitet. Die 17-jährige spielt ebenfalls Tennis, hat zur Zeit aber noch kein WTA-Ranking.

Das erste Match der Qualifikation der Zurich
Open hatte genau einen einzigen Autogrammjäger: Nämlich mich. Das mache ich
eigentlich nicht oft. Nämlich nur bei Spieler/innen, wo mir das auch
wertvoll erscheint.
Die Unterschrift der Bulgarin ist natürlich in kyrillischer Schrift. Wenn man es zu entziffern versucht, klappt das sogar ziemlich gut: пиронкова

Qualifikation
2. Runde: Tsvetana Pironkova - Kateryna Bondarenko 6:2
6:3
Gegen Kateryna Bondarenko gelang Tsvetana Pironkova ein klarer Sieg. Zu fehlerhaft spielte ihre ukrainische Gegnerin.
Katerynas Vor- und Nachteil ist, dass sie
mit ihrer Schwester Alona auf der WTA-Tour umher reist. Sie selbst ist auf
Rang 116 klassiert, Alona seit dem Turniersieg in Luxemburg vor einer
Woche bereits auf Rang 32 der Weltrangliste.
So muss sie an den Turnieren, welche für ihre Schwester geeignet sind, selber meistens in die Qualifikation. Alona fand in diesem Jahr an 19 Turnieren die direkte Aufnahme ins Hauptfeld und musste 8 mal die Qualifikation bestreiten. Kateryna hingegen schaffte es nur 4 mal direkt ins Hauptfeld und musste 18 Qualifikationsturniere spielen. Da fehlt es schnell an Punkten und an Selbstvertrauen, wenn die Resultate nicht immer stimmen.
Zudem spielen die Bondarenkos zusammen Doppel. Wenn sie nun in der Doppelkonkurrenz gegen Ende der Woche noch dabei sind, reicht es Kateryna aufgrund der Terminkollision nicht mehr, beim nächsten Turnier die Qualifikation zu spielen. In so einem Fall ist für sie eine ganze Woche im Einzel verloren.
Qualifikation 3. Runde: Tsvetana Pironkova - Joanna Sakowicz 6:1 6:2

Warum kassiert man auf Servicedurchbrüche so viele Re-Breaks? Beinahe hätte Tsvetana Pironkova deswegen den ersten Satz abgeschenkt, obwohl sie sich in Sachen Doppelfehler gegenüber der Qualifikation stark verbessert zeigte. Sie holte sich ihr erstes Break zum 2:0, gab aber postwendend zum 2:1 ab. Es folgte der nächste Returngewinn zur 3:1-Führung und wiederum das Re-Break zum 3:2. Als die 19-jährige zum 4:2 wiederum vorlegen konnte, blieben dann auch endlich die erneuten Aufschlagverluste aus.
Im Gegensatz zu den klaren Siegen in der Qualifikation, wo Tsitsi die Matches mit sehr druckvollem Tennis dominieren wollte, spielte sie gegen die Weltranglisten-14. Jankovic cleverer. Nun nahm sie ab und zu etwas Härte aus den Schlägen und platzierte die Bälle dafür umso genauer, vor allem mit der Vorhand.
Jelena Jankovic begann fehlerhaft. Seit ihrem ersten Aufschlaggewinn zum 3:5 im ersten Satz wurde ihr Spiel aber besser und sie brachte ihre Aufschlagspiele ab diesem Zeitpunkt gut durch. Das Spiel der 21-jährigen Serbin basiert darauf, die Gegnerin links und rechts auf dem Platz umherzuscheuchen. Typische Zeichen für die Bollettieri-Schule. Ihr Paradeschlag aber ist die Rückhand longline.
Der Paradeschlag Pironkovas ist eindeutig die von der Grundlinie aus geschlagene Vorhand, bei der 180cm grosse Bulgarin den Ball auf Kopfhöhe nimmt und ihn ins gegnerische Feld zimmert. Ausserdem zeigte sie auch starke Lobs.
Im zweiten Satz hielten die Spielerinnen ihre Aufschläge bis plötzlich völlig überraschende und unnötige Breaks auftraten. Da Jankovic nach dem 4:2 ihre Gegnerin mit dem 4:3 wieder ins Match brachte, hatten diese Aufschlagverluste aber keine vorentscheidende Wirkung.
Es wurde auf dem Nebenplatz gespielt, was abgesehen von wenig Publikum manchmal weitere Unannehmlichkeiten mit sich bringt. Genau zum Ende des zweiten Satzes war die Partie auf dem Nebenplatz beendet und Lautsprecherdurchsagen erklangen und laute Musik wurde eingespielt. Tsvetana Pironkova fokussierte sich zwar auf ihr Aufschlagspiel, gab dieses aber trotzdem zum 4:6 ab.
Die entscheidende Phase der Partie war der Beginn des dritten Satzes. Pironkova startete mit einem Break, allerdings holte sich Jankovic sofort das 1:1. Ein weiteres Break Jankovics zum 3:1 brachte die Entscheidung. Man sah der Körpersprache Pironkovas nun klar an, dass sie nicht mehr in die Partie zurückfinden würde. Es war für die Qualifikantin immerhin das vierte Match innerhalb von vier Tagen. Demgegenüber hatte Jankovic nun besser in ihre erste Partie in Zürich gefunden. Ein Aufeinandertreffen in der ersten Runde zwischen Qualifikantin und Favoritin, wie man es öfters zu sehen bekommt.
Die Vorentscheidung konnte Jelena Jankovic auch dank ihrer Rückhand herbeiführen. Einige Male duellierten sich die beiden Kontrahentinnen mit Longline-Ballwechseln. Dabei blieb Jankovic mit ihrer Rückhand longline Siegerin gegenüber der Vorhand longline von Pironkova.
"Enough is enough. You make so many mistakes." Das sagte Jelena Jankovic während dem Spiel zum Schweizer Schiedsrichter Thomas Michel. Das darf er aber nicht zu persönlich nehmen, denn so oder ähnlich tritt Jelena Jankovic anscheinend ab und zu gegenüber den Offiziellen auf. Zwar hatte Michel im Verlauf der Woche beim Spiel Sharapova-Peer einen Patzer begangen, der am TV zur Genüge wiederholt wurde. Im Spiel Jankovic-Pironkova jedoch war Jankovics Leistung schwächer als die des Unparteiischen.
Jelena Jankovic war sehr schlecht in die Saison 2006 gestartet. Nach dem Zweitrundenaus in Melbourne kassierte sie von Anfangs Februar bis Mitte Mai 9 Erstrundenniederlagen in Folge. Danach blieb sie aber in den nächsten 16 Turnieren bis und mit Zürich kein einziges Mal mehr in der ersten Runde hängen. Dabei feierte die in Florida lebende Belgraderin 40 Siege bei 16 Niederlagen und erreichte das Finale in Los Angeles sowie das Halbfinale bei den US Open.
2. Runde: Jelena Jankovic - Svetlana Kuznetsova (3) 6:7 5:7
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