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von Werner Meyer
1999 ist ein archäologisches und linguistisch-toponomastisches Feldpraktikum im Val Bavona und im oberen Maggiatal durchgeführt worden geleitet vom Verfasser und von Ottavio Lurati sowie M.-Letizia Boscardin und unterstützt von Jakob Obrecht, Flavio Zappa und Bruno Donati. Diesem folgte in den Jahren 2000 und 2001 eine kleine Grabung in einer Splüia bei Fontana, die unerwartete Ergebnisse zeitigte. In einer Höhle, gebildet durch zwei Felssturzblöcke, kamen Siedlungsspuren zum Vorschein, die sich stratigraphisch in drei Perioden gliedern lassen:
In Periode I, zu datieren in die Zeit zwischen 1000 und 1400, diente die Höhle als Wohnstätte. Es fanden sich Mauerreste, eine Feuerstelle und datierbare Kleinfunde.
In Periode II, radiokarbondatiert ins 15./16. Jh., wurde die Splüia von Glasmachern benützt, die Versuche mit dem Rohstoff Quarz anstellten, der in der Gegend vorkommt.
In Periode III, die in die Zeit des 17. bis frühen 19. Jh. fiel, diente die Splüia Hirten und Jägern als gelegentlicher Unterstand. Nördlich des Siedlungsplatzes erstrecken sich die Überreste eines Cioss, einer trocken gemauerten Einfriedigung mit Spuren einstigen Ackerbaues. Eine Analyse lässt die Anfänge in Periode I vermuten.
Dokumentiert wurde ferner südwestlich Bignasco die Örtlichkeit Lüèra bei Sott Piodau, ein ummauertes Areal, das wie der Name sagt als Wolfsfalle gedient hatte. Die Anlage dürfte ins ausgehende Mittelalter zu datieren sein. Um ihre Erforschung und Erhaltung hat sich Flavio Zappa (Moghegno) verdient gemacht.
, Werner : Splüia, Cioss und Lüèra - Siedlungsarchäologie im Maggia- und Bavonatal
Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 20. Jahrgang 2015, Heft 4, -.