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Guerdat war mit seinem Franzosen-Wallach Nino des Buissonnets wie fünf weitere Reiter in beiden Durchgängen des Einzelfinals makellos geblieben und hatte sich souverän für das Stechen qualifiziert. Im Endkampf war die Chance auf die Wiederholung des vor vier Jahren gewonnenen Olympia-Titels allerdings schon beim ersten Hindernis vertan. Beim Steilsprung fiel eine Stange. Der Traum, als erster Springreiter zweimal in Folge Gold bei Olympischen Spielen zu holen, war ausgeträumt. Platz 3 verpasste Guerdat schliesslich um 99 Hundertstel.
Martin Fuchs musste seine Ambitionen im zweiten Normalparcours begraben. Fuchs, der mit dem Westfalen-Wallach Clooney im ersten Durchgang ebenfalls makellos geblieben war, hatte in der Reprise einen Abwurf zu verzeichnen.
Der dritte Schweizer Reiter Romain Duguet schied schon im ersten Teil des Finals aus. Der gebürtige Franzose versah sich mit der Franzosen-Stute Quorida de Treho gleich dreimal.
Skelton siegte mit dem Holländer-Hengst Big Star vor dem Schweden Peder Fredericson mit dem Belgien-Wallach All In und dem Kanadier Eric Lamaze, dem Olympiasieger von 2008, mit der Hannoveraner Stute Fine Lady. Skelton liess sich zum zweiten Mal olympisches Gold umhängen. Vor vier Jahren hatte er sich den Olympiasieg mit dem Team gesichert. Schon bei den Spielen 2004 in Athen hatte der Engländer im Einzelfinal das Klassement nach halbem Pensum angeführt, war damals in der Schlussrangliste aber auf Platz 11 durchgereicht worden.
Bis Mitte der Neunzigerjahre hatte Skelton zur absoluten Weltspitze gehört. Doch danach ging es steil bergab. Der Brite nahm den Sport nicht mehr ernst genug, dazu gesellte sich ein übermässiger Alkoholkonsum, der selbstredend seiner Karriere nicht förderlich war.
Ein Einschnitt in weit grösserer Dimension folgte im Dezember 2000. Bei einem Sturz von einem Nachwuchspferd erlitt Skelton einen doppelten Halswirbelbruch. Eine lange Zeit des Bangens begann. Drei Monate verbrachte Skelton bewegungslos im Gipsbett, danach musste er vier Monate lang mit einem Stützgestell leben, mit dem der Hals stabilisiert wurde.
Die Ärzte belegten Skelton mit einem Startverbot, um keine bleibenden Schäden zu riskieren. Skelton befolgte den Rat der Mediziner und richtete sich auf ein Leben als Trainer und Betreuer ein. Doch zu Beginn des Jahres 2003 stieg der Unverwüstliche wieder in den Sattel. Es war der erste kleine Schritt zurück in die Weltklasse. In Rio krönte Skelton nun die Rückkehr auf fantastische Weise.
(SDA)