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deutscher Ingenieure.
Kl. 59. No. 30781. Auslassvorrichtung für Injectoren.
vermittels des Hand-
dass der
Dampf von a aus durch }
名 h hf in den Raum i treten
kann, wodurch fest
während f und h sich
findliche nach aussen abgeschlossene Dampf niedergeschlagen, so dass nun c leicht zurückgezogen werden kann, wonach der Injector in regelmässige Thätigkeit tritt.
Kl. 76. No. 30513 (Zusatz zu 6973). Zwirnmaschine. C. Martin, Verviers. Bei dem Zusammenzwirnen von starken Fäden mit schwachen werden die letzteren von dem Einziehwalzenpaar ab nicht regelmässig eingezogen. Es ist daher über der Zuführungsoberwalze 7 eine Walze c angebracht, welche auf ihrer Oberfläche mit einer Anzahl ebener Flächen d versehen ist, die jedoch nicht ganz bis an die Enden dieser Walze herapreichen. Die starken Fäden werden dem Walzenpaar ab nach dem Passiren der
b b b В Fadenwächter usw. direct zugeführt, während die schwachen Fäden von den Walzen b c eingezogen werden und nach Passiren der Fadenwächter usw. erst zwischen die Walzen ab eintreten. Die schwachen Fäden werden durch die Beschaffenheit der Walze e abwechselnd gespannt und freigelassen und legen sich, da eine grössere Länge von diesen als von den starken eingezogen wird, in regelmässigen Windungen um die starken Fäden herum. Die Anordnung der Walze c lässt sich bei Duplirmaschinen ebenfalls anwenden.
man
Zuschriften an die Redaction.
auch bei neuen Maschinen von der so gewonnenen Möglichkeit, die Geehrte Redaction!
Kanäle zu verkleinern, Gebrauch gemacht und dadurch eine wesentIn der Sitzung des Pfalz-Saarbrücker Bezirksvereines vom liche Verkleinerung der schädlichen Räume und Oberflächen erreicht. 22. Febr. d. J. erwies Hr. Ehrhardt mir die Ehre, auf die Be- Selbstverständlich ist in derartigen Fällen der Gegendruck niemals merkungen zurückzukommen, welche ich in No. 1 dieses Jahrganges so niedrig, wie derselbe bei Kanälen, welche nach allgemeiner Anüber die Wechselwirkung zwischen Dampfdichte und Kanalquerschnitt schauung als normal gelten, erzielt werden kann; eine kleine machte. Hr. E. zieht aus diesen Bemerkungen den. Schluss, dass ich Dampfstauung findet immer statt; auf den Betrag des dadurch etwa damit etwas ganz anderes gemeint habe, als was uns die Kreitz'- angerichteten Schadens komme ich aber weiterhin zurück. schen Versuche gelehrt hätten.
Die mit den kleinen Kanälen verbundene starke Abdrosselung Wenn ich Ürn. E. recht verstehe dessen bin ich freilich des Eintrittsdampfes habe ich nie für ein Uebel gehalten, und namentnicht ganz sicher so hat er aus meinen Andeutungen (mehr habe lich, seitdem es mir im Anfange der 70er Jahre möglich war, einige ich nicht geben wollen, wie das aus der Fassung des betr. Satzes
der zahlreichen von Hrn. Blass construirten Einschieber-Maschinen doch wohl unzweifelhaft hervorgeht) herausgelesen, ich habe nur die zu untersuchen, welche damals die Baroper Maschinenfabrik lieferte. zum A. B.C. des Dampfmaschinenbaues gehörige Regel im Sinne
Wenn diese Maschinen mit ihrer etwa 3/4 Füllung auch bezüglich gehabt, man solle Sorge tragen, dass der Arbeitsdampf bereits am des Dampfverbrauches nicht mit guten Expansionsmaschinen Schritt Ende des Kolbenhinganges allen oder doch bei weitem den halten konnten, so standen sie hinter den letzteren doch bei weitem grössten Teil seines Ueberdruckes über den Druck im Ausblaseraume nicht in dem Masse zurück, wie man erwarten sollte, und es verloren habe. Wird dies versäumt, so bleibt bekanntlich abge- wurde mir bald klar, dass die Ursache in der starken Dampfsehen von sehr geringen Geschwindigkeiten - der Gegendruck auf drosselung lag, welche sich in starkem Abfallen der Admissionsdem ganzen Rückwege zu hoch, wie Hr. E. dies ja auch mit seinem linie äusserte. Da die übrigen Verhältnisse der Steuerung selbstDiagramme Fig. 3 erläutert.
verständlich nichts zu wünschen übrig liessen, so war es weiter Es ist allerdings unzweifelhaft, dass diese Erscheinung auch in nicht wunderbar, wenn diese Maschinen sich allen nicht ganz das vorliegende Kapitel hineingehört; aber die Möglichkeit einer correct gesteuerten Expansionsmaschinen ebenbürtig oder gar übersolchen Auslegung meiner Bemerkung habe ich doch nicht voraus- legen zeigten und deshalb eine grosse Verbreitung gewannen. gesehen; sonst hätte ich dem vorgebeugt.
In neuester Zeit habe ich übrigens die Erfahrung gemacht, dass Um es also ausführlicher zu sagen, so habe ich vor etwa 5 Jahren auch bezüglich des Abfallens der Eintrittslinie sich Eines nicht für beim Indiciren einer grossen raschgehenden Maschine, welche dem Alle schickt, und gefunden, dass dasselbe unter (nicht seltenen) Dampf etwa 60m mittlere Geschwindigkeit in den Kanälen zumutete, Umständen grosse Verluste bedeuten kann. Da ich diese Erfahrung die Beobachtung gemacht, dass der zu enge Querschnitt in viel aber zunächst nicht eigener Beobachtung, sondern freundlicher Anhöherem Grade auf den einströmenden als auf den ausströmenden regung von anderer Seite verdanke, so muss ich der letzteren auch Dampf einwirkte, und habe damals, begünstigt durch die reichlich weitere Veröffentlichungen über diese hochinteressanten Beobachtungen grossen Dimensionen der Maschine, sofort die Nutzanwendung ge- überlassen. macht, den Dampf bis auf den Ausblasedruck expandiren zu lassen,
Wenn Hr. Ehrhardt die Frage aufwirft, ob es zulässig sei, und erhielt so trotz der engen Kanäle und trotz mangelhaften inneren die Beobachtungen über den verhältnismässig geringen Widerstand Voreilens ganz brauchbare Diagramme, die sich nicht wesentlich von niedriger gespannten Dampfes auf die Steuerung des grossen Cylindem von Hrn. E, in Fig. 4 gegebenen unterschieden.
ders der Compound - Maschinen anzuwenden, so scheint er mir da Ein fernerer sofort daraus gezogener und mit vollem Bewusstsein von einer falschen Voraussetzung auszugeben. Die Beobachtungen angewendeter Schluss war der, dass es durch passende Wahl des haben uns gezeigt, dass ein bestimmtes Volumen Dampf, wenn es Voreilens auch bei noch so viel zu kleinen Kanälen möglich sein mit bestimmter Geschwindigkeit durch einen Kanal strömt, einen müsse, am Hubende den ganzen Ueberdruck bereits beseitigt zu haben, geringeren Druckverlust erleidet als ein gleiches Volumen höher und dass, weil dem übrig bleibenden dünneren Dampfe der zu kleine gespannten Dampfes. Kanal keinen wesentlichen Widerstand entgegensetzt, es bei jedem
Ich bezweifle aber keinen Augenblick, dass ein bestimmtes Kảnalverhältnisse möglich sei, vollkommen correcte Diagramme zu Gewicht niedriger gespannten Dampfes, wenn es in einer beerzielen, vorausgesetzt natürlich, dass die entstehende starke Ein- stimmten Zeit durch einen gegebenen Kanal strömen muss, wesenttritts drosselung genug an absoluter Leistung übrig lässt. Das lich mehr Druck verlieren wird als das gleiche Gewicht stärker ist aber bei den bezüglich der Cylindermasse meist reichlich bemesse- gespannten Dampfes unter gleichen Umständen. Und in letzterer pen älteren Walzwerks- und Gebläsemaschinen in der Regel der Weise würde die Frage für die Compound-Maschine gestellt werden Fall, und es war mir deshalb möglich, in zahlreichen Fällen die müssen. schon für nötig erachtete Beschaffung neuer Cylinder zu vermeiden. Bezüglich der Radinger'schen Kanalformel kann ich mit Hrn.
Die Möglichkeit einer Verbesserung solcher älterer Maschinen Ehrhardt nicht übereinstimmen. Auf die erforderliche Grösse der ist nur da ausgeschlossen, wo die Kanäle im Spiegel zu dicht bei- Kanäle vorausgesetzt, dass man nur einen bestimmten mässigen sammen liegen; es ist dann nicht möglich, den erforderlichen grossen Druckverlust zwischen Schieberkasten und Cylinder gestatten will Schieberhub anzuwenden.
oder, wie bei Compound - Maschinen, diesen Verlust in die allerIch habe aber nicht nur bei Aenderung alter Maschinen sondern engsten Grenzen einschliessen muss ist die Länge derselben von
Band XXIX. No. 19.
9. Mai 1885.
Vermischtes.
371
allergrösstem Einflusse und demnächst auch die Querschnittsform, insofern als man in kurzen oder in verhältnismässig geräumigen Kanälen dem Dampfe wesentlich grössere Geschwindigkeiten zumuten darf als in langen und engen Kanälen.
Für mittlere normale Verhältnisse ist die Radinger'sche Formel unzweifelhaft richtig; für Ventilsteuerungen passt sie, wie sich schon aus obigem ergiebt, nicht.
Es bleibt aber auch noch die Frage übrig, ob es denn so unzweifelhaft richtig sei, den Kanälen, Ventilen usw. solche Masse zu geben, dass der Druckverlust überall auf das geringste Mass beschränkt wird?
Eine Ersparnis an Gegendruck ist eine solche, die sich direct in Mark und Pfennigen ausdrücken lässt, und auf der anderen Seite lassen sich auch die Kosten, mit welchen diese Ersparnis erkauft werden muss, in barem Gelde ausdrücken. Diese Kosten bestehen einerseits in Verteuerung der Maschine durch Vergrösserung, der Steuerungsorgane, andererseits in der Verteuerung des Betriebes durch Vergrösserung der schädlichen Räume und Oberflächen.
Es ist offenbar unrichtig, die Steuerung so einzurichten, dass alle Verluste ein Minimum werden; es muss einen Mittelwert geben, bei dem die Gesammtkosten das geringste Mass erreichen, und es ist demnach in der Regel dieser Mittelwert, nicht das theoretisch günstigste Diagramm dasjenige, welches zu erstreben ist. Wesentlich unterstützt wird dieses Streben, namentlich bei Ventilsteuerungen, noch durch die oben dargelegte Anwendbarkeit kleiner Kanalabmessungen für die meisten praktischen Fälle. Auf die Anwendung dieser Constructionsweise muss aber zu Gunsten der alten Regeln da verzichtet werden, wo es unter Umständen nötig ist, auch das letzte erreichbare Kilogrammmeter der Maschine abzugewinnen; eine Vergrösserung der Steuerungsorgane wird dann in der Regel in Bau und Betrieb billiger sein als eine Vergrösserung des Cylinders.
Man sage nicht, dass das » Tüfteleien« seien; angesichts der ungeheueren schädlichen Räume, welche der herrschenden Ansicht nach grofse raschgehende Maschinen verlangen (vergl. die Versuchsmaschine des Hrn. Kreitz!), und ganz besonders bei Ventilsteuerungen haben obige Gesichtspunkte sehr grosse praktische Bedeutung, und dass eine der bedeutendsten und berühmtesten Dampfmaschinenbauanstalten augenscheinlich schon seit 6 bis -7 Jahren, vielleicht noch länger, sich diese Gesichtspunkte zu eigen gemacht hat, habe ich schon in meiner Zuschrift vom 12. November 1884 (S. 952 des vorigen Jahrganges) wenigstens angedeutet. Siegen, 18/4. 1885.
Majert.
sucht, dass er den Einfluss der Dampfdichte bei Bemessung von
Ganz ähnliches, wie das, was Hr. Majert hierüber berichtet,
Aber selbst, wenn man den Ausblasedampf im toten Punkte der Maschine bis zur atmosphärischen Spannung herunter gezogen hat, verlangt er noch einen ganz bestimmten Austrittsquerschnitt, sobald man die Gegendruckspannung unter 0,15 bis 0,2utm Ueberdruck halten will
. Grössere Gegendrucke werden wohl in den meisten Fällen, selbst unter Heranziehung einer hohen Kapital amortisation, unvorteilhaften Betrieb bedeuten. Die Behauptung des Hrn. Majert: »dass es durch passende Wahl des Voreilens auch bei noch so viel zu kleinen Kanälen möglich sein muss, vollkommen correcte Diagramme zu erzielen«, scheint mir deshalb eine ähnliche zu sein wie meine am Eingange dieses richtig gestellte; das »noch so viel zu klein« ist doch zu dehnbar.
Auch eine andere meiner jüngsten Aufstellungen muss ich
Es giebt noch manchen hier einschlagenden Punkt, welcher der
Nehmen wir eine Dampfmaschine ohne Condensation an, welche
Der Einzelne kann aber nicht alles herausprobiren und noch
In diesem Sinne wünsche ich, dass die an die Kreitz'schen
L. Ehrhardt.
Geehrter Herr Redacteur! Angesichts der Zuschrift des Hrn. Majert finde ich wieder einmal, dass man sich manchmal zu knapp ausdrückt, und dass dann das Gesagte einen ganz anderen Sinn annimmt als das, was man sagen wollte.
Es fiel mir niemals ein, zu behaupten, dass Radinger's Regel für Eincylindermaschinen ohne Condensation durchweg richtig sei, sondern ich wollte das Zutreffen derselben nur bestätigen für Maschinen bis zur Grösse der besprochenen, also bis etwa 0,25cburi Kolbenhubvolumen pro 1 Sek. Bei wesentlich grösseren Maschinen wende ich stets auch grössere Dampfgeschwindigkeiten an, denn es steht doch ausser Zweifel, dass mit dem gleichen Spannungsverlust Dampf von bestimmter Dichte mit viel grösserer Geschwindigkeit durch ein Dampfrohr von 250mm Dmr. geschoben wird, als durch ein solches von nur 100mm.
Mit vielen Aufstellungen des Hrn. Majert gehe ich ganz einig. Mit der Art und Weise, wie er den Nachweis zu führen
Vermischtes.
handelte sich dabei um folgender Thatbestand: Der Ehemann der Ueber eine Entscheidung des Reichsgerichtes, welche für Dampf
Klägerin B. war Arbeiter in der Fabrik der Beklagten und ist bei kesselbesitzer von allgemeinem Interesse ist, berichtet die Zeitschr.
einer am 4. November 1881 eingetretenen Kesselexplosion so verletzt d. Dampfk.-Ueberw.-Vereine vom März d. J.
worden, dass er infolge hiervon am 6. November 1881 starb. Die
Klägerin forderte deshalb für sich und ihre Kinder Schadenersatz. Durch Explosion des Dampfkessels war in einer Fabrik der Tod
Ihre Klage wurde vom Landgerichte in Aachen am 9. Juni 1883 abmehrerer Arbeiter verursacht worden. Deren Wittwen und Kinder
gewiesen; aber auf ihre Berufung verwarf das Oberlandesgericht das verlangten von dem Fabrikherrn Entschädigung, weil erwiesener
erste Urteil am 6. Mai 1884 und verurteilte die beklagte Firma, der massen die Explosion durch ungenügende Revision des Dampfkessels
Klägerin vom 6. November 1881 ab eine lebenslängliche Rente von herbeigeführt worden wäre. Der Beklagte verteidigte sich dagegen
300 M., für jedes der drei Kinder bis zu deren vollendetem 15. Lemit der Behauptung, es sei kurz vorher von dem dazu bestellten
bensjahre von 60 M. und ferner eine jährliche Rente von 60 M. Staatsbeamten die Revision des Kessels vorgenommen worden, wel- für das im Laufe des Processes geborene Kind vom Tage der Geburt cher gar keine Ausstellung gemacht, sondern solchen ganz in Ord
ab bis zum vollendeten 15. Lebensjahre zu bezahlen. Das Berufungsnung gefunden habe. Im Laufe der Verhandlungen stellte sich heraus,
gericht nahm als festgestellt an, dass die Ursache der Explosion darin dass dieser Beamte selbst die Revision nicht ordnungsmässig besorgt
gelegen habe, dass die Kesselwand an einer Stelle, wo der Kessel hatte, und es wurde der Beklagte, obwohl er für jenen Beamten
eingemauert war, so dünn geworden sei, dass ihre Dicke an der nicht verantwortlich ist, doch zur Entschädigung verurteilt, weil es
dünnsten Stelle nur 1mm betrug, so dass der Kessel an dieser Stelle seine und seiner Betriebsbeamten Pflicht wäre, gegenüber der grossen keinen hinreichenden Widerstand gegen den Druck von innen her Gefahr für die Arbeiter die Untersuchung in einer Weise vorzuneh- mehr leisten konnte. Der Kessel habe sich seit 1862 oder 1863 im men, dass die Tüchtigkeit des Kessels festgestellt würde, statt bei
Betriebe befunden und sei im Jahre 1874 einer inneren Revision, der oberflächlichen Revision des Staatsbeamten sich zu beruhigen.
wobei das Mauerwerk entfernt wurde, unterzogen worden. Bei den Die hierüber eingeholte wichtige Entscheidung hat der Revisionen in den Jahren 1879 und 1881 sei das Mauerwerk nicht II. Civilsenat des Reichsgerichtes am 9. December 7. J. gefällt. Es entfernt worden.
deutscher Ingenieure.
Die Beklagte hatte geltend gemacht, dass diese Unterlassung ihr und ihren Angestellten nicht zum Verschulden angerechnet werden könne, da der Beamte, welcher nach Massgabe des Gesetzes vom 3. Mai 1872 und der dazu erlassenen Instruction die gedachten Revisionen vorgenommen, die Entmantelung des Kessels nicht für notwendig befunden habe. Sie hatte sich auch auf die Akten über die gegen ihre Beamten eingeleitete strafgerichtliche Untersuchung, welche mit Freisprechung endete, insbesondere auf die darin befindlichen Gutachten, ferner auf ein Gutachten berufen, welches die Königl. Deputation für Gewerbe in Berlin am 25. Februar 1882 erstattet hat. Ausserdem hat die Beklagte in der Berufsinstanz eine Reihe von Beweisen in der Richtung erboten, dass der Kessel im Jahre 1874 gründlich reparirt und stets sorgfältig gereinigt und ausser den amtlichen Revisionen in Zwischenräumen von 2 bis 3 Monaten gründlichen Revisionen unterzogen worden sei.
Das Berufungsgericht führte hiergegen aus: Das Unglück beruhe nicht auf Zufall oder höherer Gewalt, hätte vielmehr wohl verhütet werden können, wenn die Untersuchung des Kessels seit dem Jahre 1874 gründlicher, als es geschehen ist, vorgenommen worden wäre. Es sei Sache der Beklagten gewesen, für eine Untersuchung Sorge zu tragen, welche mit aller Sicherheit an den von Mauerwerk bedeckten Stellen den Mangel jeder Schadhaftigkeit feststellen liess. Sei dies ohne Entfernung des Mauerwerkes nicht möglich gewesen, wie allerdings nach dem Gutachten der Sachverständigen angenommen werden müsse, so habe die Berufungsbeklagte die Verpflichtung gehabt, das Mauerwerk beseitigen zu lassen. Dieselbe könne sich nicht darauf berufen, dass der Revisionsbeamte die Entmantelung des Kessels nicht für notwendig erachtet habe. Die auf Grund des Gesetzes vom 3. Mai 1872 von staatswegen stattfindenden Kesselrevisionen seien im öffentlichen Interesse angeordnet und hätten keine Beziehung zu den civilrechtlichen Verpflichtungen des Fabrikinhabers, dessen Verantwortlichkeit selbständig nach den Vorschriften des bürgerlichen Gesetzbuches zu prüfen sei. Uebrigens könne auch, wie aus dem Gutachten der technischen Deputation hergeleitet werde, nicht einmal angenommen werden, dass der Revisionsbeamte der ihm vom Staate gestellten Aufgabe nachgekommen sei. Aus diesem und dem im Strafverfahren erstatteten Gutachten werde weiter gefolgert, dass die Verdünnung des Eisenbleches nur ganz allmählich entstanden sein könne und jedenfalls bei der im Jahre 1879 vorgenommenen inneren Revision schon in erheblichem Masse vorhanden gewesen sei. Wenn nun auch zugegeben werden müsse, dass der technische Leiter des Werkes nach Lage der Sache keine Veranlassung hatte, das Vorhandensein des fraglichen Fehlers vorauszusetzen oder auch nur als möglich zu denken, so müsse doch in den Umständen, dass eine gründliche und zuverlässige Untersuchung seit dem Jahre 1874 bis zu dem Unfalle unterlassen worden sei, und dass gerade diese Unterlassung den Unfall herbeigeführt habe, ein Verschulden des technischen Leiters des Werkes gefunden werden, für welches die Beklagte gemäss § 2 des Gesetzes vom 7. Juni 1871 zu. haften habe. Auf die Ursache, weshalb das Kesselblech sich verdünnt habe, komme es nicht an. Die Beweisanträge der Beklagten seien unerheblich, weil sie die festgestellten Thatsachen nicht widerlegten und es insbesondere bei der festgestellten wesentlichen Unterlassung nicht darauf ankommen könne, ob im übrigen bei Behandlung des Kessels mit der grössten Sorgfalt verfahren worden sei. Schliesslich wird noch die Höhe der festgesetzten Rente vom Berufungsgerichte begründet.
· Die Revision der beklagten Firma gegen dieses Urteil wurde vom Reichsgerichte verworfen, soweit dieselbe dagegen gerichtet
dass die Beklagte überhaupt zum Schadenersatz verurteilt worden ist. Nur bezüglich der Höhe der Renten wurde das Urteil aufgehoben und insoweit die Sache an das Oberlandesgericht zurückverwiesen. In den Entscheidungsgründen wird mit Rücksicht auf die von der Vorinstanz getroffenen Feststellungen bezüglich des Verschuldens des technischen Leiters der Fabrik folgendes ausgeführt: Mit Unrecht macht die Beklagte gegen diese Feststellung zunächst geltend, dass der Beamte, welcher letztmals nach Vorschrift des Gesetzes vom 3. Mai 1872, den Betrieb von Dampfkesseln betreffend, die Untersuchung vorgenommen,
die Entmantelung des Kessels nicht veranlasst habe; denn wenn dieser Beamte bei der vom Staate im öffentlichen Interesse angeordneten Untersuchung die ihm obliegende Sorgfalt nicht beobachtet haben sollte, so kann dadurch die Beklagte von den privatrechtlichen Folgen der Versäumung der ihr selbst obliegenden Verpflichtung nicht befreit werden. Auch der Vorwurf trifft nicht zu, dass ein subjectives Verschulden des technischen Leiters nicht festgestellt worden sei. Ein solcher wird durch die Bemerkung in den Gründen nicht ausgeschlossen, dass der technische Leiter nach Lage der Sache keine Veranlassung hatte, das Vorhandensein des fraglichen Mangels vorauszusetzen oder auch nur als möglich zu denken. nämlich dessen Pflicht überhaupt, durch gründliche Untersuchung des Kessels dessen etwaige Gefahr drohende Mängel zu ermitteln, so konnte er die Erfüllung dieser Pflicht nicht davon abhängig
machen, ob irgend ein äusserer Anlass auf die Vermutung vom Dasein solcher Mängel führte.
Hieran knüpft der Berichterstatter der Verbandszeitschrift die folgenden Betrachtungen:
»Der vorliegende Bericht ist von hervorragender Wichtigkeit. Es ergiebt sich daraus zunächst, dass die Explosion vermieden werden konnte und worden wäre, wenn die Revision gründlich gemacht wäre.
Es ergiebt sich ferner, dass der Beamte die Revision etwas oberflächlich ausgeführt haben muss, und endlich, dass der Kesselbesitzer der Haftpflicht sich nicht entzieht, wenn er durch Staatsbeamte die Revision seines Dampfkessels vornehmen lässt, dass er vielmehr für eine solche_sorgfältige Revision zu sorgen habe, um die Tüchtigkeit seines Kessels festzustellen.
Die Erbringung dieses Nachweis es ist Pflicht des Besitzers und seiner Stellvertreter, also seiner Betriebsbeamten.
Dieses an sich natürliche Verlangen, welches dem Haftpflichtgesetz entspricht und einfach als eine menschliche Pflicht angesehen werden sollte, wird oft als ungewöhnlich und hart bezeichnet. Ganz ungerechtfertigt ist aber gar der oft ausgesprochene Gedanke, dass der Staat, weil er den Kesselbesitzer zwingt, seine Kessel revidiren zu lassen, und weil er in der Lage ist, sich zuverlässige und sachverständige Revisoren zu beschaffen, nunmehr für die Leistung des Beamten und für den Erfolg derselben verantwortlich und dass der Kesselbesitzer nach allen Richtungen hin durch dessen Revision gedeckt sei.
Dieser Gedankengang ist grundfalsch und ist im vorliegenden Falle dem Besitzer verhängnisvoll geworden.
Der Staat darf sein Hoheitsrecht im Interesse der Gesellschaft nur soweit ausüben, dass er eben die notwendigste Aufsicht darüber führt, dass die gegebenen Gesetze nicht vernachlässigt werden. Es ist und kann nicht seine Aufgabe sein, in jedem einzelnen Falle technisch zu untersuchen, ob alles an einer Dampfkesselanlage in Ordnung ist. Wie wäre das z. B. für einen Staatsbeamten überhaupt nur möglich, der vorschriftsmässig nur in Zwischenräumen von 6 Jahren einen Kessel innerlich untersuchen darf und nur alle 2 Jahre die Betriebsweise zu prüfen hat! Was ändert sich nicht alles an Sachen und Personen in solchen Zwischenräumen? Wie kann sich bei so spärlichem Verkehr ein Interesse des revidirenden Beamten an jeder Anlage entwickeln, wie kann ein gegenseitiges Verhältnis zwischen Revisor, Kesselbesitzer und Mannschaft überhaupt entstehen, und was erfährt unter solchen Umständen der Revisor von den vergangenen Erlebnissen und vom jetzigen Zustande der Anlage, nachdem er jahrelang seit der letzten Revision nicht wieder dagewesen ist?
Der Gesetzgeber hat mit Fug und Recht die Verantwortung für die Anlage dem Besitzer oder seinem Stellvertreter und der Mannschaft auferlegt. Der § 1 unseres Dampfkesselbetriebsgesetzes vom 3. Mai 1872 sagt wörtlich: dass diese verpflichtet sind, dafür zu sorgen, dass die Ein
richtungen bestimmungsmässig benutzt und Kessel, die sich nicht in gefabrlosem Zustande befinden, nicht im
Betriebe erhalten werden. Die Dampfkesselüberwachungsvereine, wenigstens ein Teil derselben, haben, trotzdem sie durchschnittlich jeden Kessel alljährlich etwa 2- bis 3 mal revidiren und in stetem Verkehr mit dem Besitzer und der Mannschaft stehen, doch in in ihre Satzungen die Bedingungen noch besonders aufgenommen:
dass die Revisionen durch die Ingenieure die Mitglieder nicht von der Verpflichtung entbinden, ihre eigenen Kesselanlagen und deren Betrieb fortwährend zu beobachten und
alle Unregelmässigkeiten zu beseitigen und zu melden. Diese Verpflichtungen sind von grossem sachlichem Werte, weil die Ingenieure mit dem Kesselbesitzer dadurch in steter Beziehung sieh befinden, so dass sie jeden Zwischenfall im Betriebe und an der Anlage kennen lernen, und weil diese Gemeinschaft der Interessen den Ingenieur nicht zum ungern gesehenen Rovisor stempelt, sondern zu einem willkommenen Ratgeber macht.
Wenn sonst sämmtliche Vereine in Deutschland, Oesterreich, Schweiz, Belgien, Frankreich und England jährlich eine zweimalige Revision jedes Kessels als genügend für die Erhaltung eines gufahrlosen Betriebes ansehen (wobei vorausgesetzt wird, dass darunter alle 2 Jahre eine innere Revision stattfindet) und der Erfolg ihrer Bemühungen nach der Statistik über die Explosionen sich so glänzend bewährt, wie es die amtliche deutsche Statistik seit 8 Jahren zeigt, so dürfte die Ueberwachung des Dampfkesselbetriebes durch die Vereine als genügender Schutz anzusehen sein.«
war,
War es
Diesem Hefte liegt bei Tafel XVI zum Aufsatze: »Das Wasserwerk der Stadt Barmen«, siehe No. 15 bis 18.
Selbstverlag des Vereines.
Commissionsverlag und Expedition: Julius Springer in Berlin N.
A. W. Schade's Buchdruckerei (L. Schade) iu Berlin 8.
ZEITSCHRIFT DES VEREINES DEUTSCHER INGENIEURE .
Band XXIX.
Sonnabend, den 16. Mai 1885.
No. 20.
Angelegenheiten des Vereines.
P. Hochgürtel, Ingenieur, Aachen.
Paul Kotthaus, Director der Zuckerfabrik, Nueva Baviera, Tuku
man, Argentina. Breslauer Bezirksverein,
C. Schütz, Ingenieur bei Nagel & Kaemp, Hamburg.
Dr. Max Wolff, kgl. Bergmeister und Assessor, Berlin.
Verstorben.
Paul Ranke, Maschinenfabrik., i/F. C. Ranke Söhne, Frankfurt a/M.
Neue Mitglieder
Breslauer Bezirksverein.
S. Wachtel, Ingenieur bei Helferich & Sadet, Maschinenfabrik,
Charkow, Süd-Russland.
Kölner Bezirksverein.
Bernh. Hohmann, Ingenieur beim Stadtbauamte, Köln.
Hans Sachs, Betriebsingenieur bei Gebr. Stollwerck, Köln.
Bezirksverein an der niederen Ruhr.
E. Wirtz, Ingenieur bei Thyssen & Co., Mülheim a/Ruhr.
Sächsischer Bezirksverein.
Robert Döhler, i/F. C. Döhler, Tuchfabrikbesitzer, Crimmitschau.
Benno Franz, i/F. Richard Franz, Maschinenfabrik, Crimmitschau.
Westfälischer Bezirksverein. Herm. Elten, Betriebsingenieur der Société anonyme de Loth, Loth bei Brüssel.
Busmann, Reg.-Maschinenmeister, Dortmund. Jul. Haarer, Ingenieur bei Klein, Schanzlin & Becker, Frankenthal.
Gesammtzahl der ordentlichen Mitglieder: 5306.
Versuche mit einem fast cylindrischen Hochofen.
Fig. 1.
die Pressung betrug anfangs Vorsichtsmassregeln bei diesem Versuch ausser Acht gelassen weniger als ein Pfund und wurde zu sein, und war deshalb der Erfolg ein ungünstiger.
wie gewöhnlich gesteigert. Der Taylor sagt ganz richtig, dass es wichtiger sei, über Winderhitzer (Weimer suspended misslungene Versuche zu berichten, als über gelungene; mit pipes) war durch Holzfeuerung einem anderen Ausspruche Taylor's, dass die Notwendigkeit gut vorgewärmt; es war jedoch der Rast durch die in Chester misslungenen Versuche un- nur wenig und kaltes Gas vor
* 12/18 zweifelhaft bewiesen sei, kann ich mich jedoch nicht ein- handen. verstanden erklären.
Der Ofen ging bis 6 Uhr Durch die innere Form, welche Hochöfen nach langen abends regelmässig nieder; dann Hüttenreisen erlangt haben, sind ausser Taylor schon manche aber traten bedeutende UnregelEisenhüttenleute auf den Gedanken gekommen, dass die Rast mässigkeiten ein. Die Pressung überflüssig sei. Taylor glaubt jedoch, dass sich bei einer wuchs auf einmal sehr bedeutend; gleichmässigen Abnahme des Durchmessers des Ofens bis zum das Gas blieb ganz aus.
Der Boden an den Wänden Ansätze bilden, welche das Aufhängen Ofen hing. Die Windtemperatur der Gichten und damit Unregelmässigkeiten im Betrieb und war um diese Zeit 60001). In den hohen Brennmaterialverbrauch veranlassen; er ist deshalb der nächsten 5 Minuten konnte der Ansicht, dass eine kleine Rast, und zwar dicht über den Ofen nur durch Abstellen des
2438 Formen, notwendig sei. Er glaubt, die Rast könne in dieser Windes zum Niedergeben veranOfenzone, wo ausser dem Brennmaterial, welches dort ver- lasst werden. Gegen 11 Uhr zebrt wird, feste Körper nicht mehr vorhanden seien, nicht nachts platzte eines der Kühlmehr zum Aufhängen beitragen. Er glaubte auch, den ge- rohre in der Rast, und musste ringeren kubischen Inhalt des fast cylindrischen Versuchsofens, dann der Ofen der Ausbesserung welcher nicht höher als bisher gemacht werden konnte, durch wegen 29 Stunden stillstehen. geringere Korngrösse der Erze und Steine ersetzen zu müssen, Erst am 19. früb 3 Uhr wurde annehmend, dass auf diese die Gase besser, d. h. rascher, wieder mit 2 Pfd. Pressung reducirend einwirken würden.
96,30cbm Wind (3400 Cubikfuss) Taylor hatte zuerst die Absicht, dem Schacht für die minutlich in den Ofen geblasen, vorhandenen 198,21ebm (7000 Cubikfuss) Wind einen Dmr. von welcher jedoch nur niederging, 3,66m, dem Gestell von 2,74m und dem inneren Kreise der Wind- wenn der Wind abgestellt wurde. forni mündungen einen solchen von 2,44m zu geben. Nach viel- Gegen 11 Uhr morgens zogen facher Rücksprache mit anderen amerikanischen Hüttenleuten die Gichten gut und liess sich hat er sich jedoch schliesslich für die in nebenstehender Figur 1 alles besser an. Es wurden 70 gezeichnete Form des 18,29m (60') hohen Versuchsofens ent- Koks als leere Gichten gesetzt schieden. Das Mauerwerk über den Formen sollte auf eine und lief zum erstenmale Schlacke Höhe von 4,27m durch eingeschobene Küblröhren vor Ab- aus der Schlackenform. Dieser Windiforn! nutzung bewahrt werden; ein solches Rohr lag auch unter Stand der Dinge dauerte bis zum den Formen. Der Ofen wurde auf gewöhnliche Weise 1) ge- 20. 3 Uhr nachmittags, um welche füllt; das Brennmaterial bestand aus 1/2 Koks und 1/2 An- Zeit 5 Betten schlechtes weisses thrazit. Der Ofen brannte, als er am 17. Juli morgens 8 Uhr Eisen abgestochen wurden.
1
80 30
Moittel
K-4295
- 21.34 -
--
3150 C.
1) Z. 1884, S. 12.
1) Wenn Fahrenheit, dann
deutscher Ingenieure.
war
Von da an gingen die Gichten wieder langsam oder gar nicht, und lieferte der Ofen auch kein Gas mehr. Am 21. 7 Uhr liess man etwa 4m über den Formen 5 Patronen Pulver explodiren und stellte zugleich den Wind ab. Auch gab man nicht gleich wieder auf, wenn Raum für eine Gicht war. Durch Anwendung dieser Mittel (?) kam allmählich ein etwas regelmässigerer Betrieb zustande. Derselbe lieferte jedoch nur schlechtes weisses Eisen, obgleich auf 1kg Brennstoff nur 1kg Beschickung gesetzt wurde. An demselben Tage brachte man 0,91m über den Formen 4 Untersuchungslöcher an und fand, dass die Beschickung überall bis auf 0,609m von der Wandung sehr kalt, nämlich nur rotglühend, war. Dieser nur langsam oder gar nicht niedergehende Teil der Beschickung war staubig; derselbe Zustand, jedoch weniger staubige Beschickung, wurde durch Untersuchungslöcher in 3,96 und 6,10m Höhe über den Formen festgestellt.
Hr. Taylor folgerte aus diesem Befunde, dass nur im Inneren des Ofens ein Cylinder von 1,22m Dmr. niederginge, während der übrige Inhalt mehr oder weniger stillstände, und ferner, dass auch durch fast cylindrische Oefen das Aufhängen der Beschickung nicht verhindert würde.
Man liess den Ofen so weit niedergehen, dass nur noch etwa 1,22m Beschickung über den Formen blieben, wodurch die Ansammlungen an den Wänden mit niedergingen, und eingeführte Stangen zeigten, dass nun auch an den Wandungen die höchste Temperatur herrschte. Als der Ofen jedoch wieder bis zur Gicht gefüllt wurde, stellten sich wieder dieselben Schwierigkeiten wie vorher ein. Es fiel nur weisses Eisen, wenn nicht leere oder sehr leichte Gichten gesetzt wurden, und auch diese lieferten nur graues Puddeleisen.
Nachdem man so einige Tage gearbeitet hatte, liess man den Ofen wieder auf etwas mehr als zur Hälfte niedergehen; und als man dann fand, dass die Beschickung an den Wänden heiss war und nicht mehr stillstand, wurde der Ofen wieder voll gefüllt.
In den ersten 12 Stunden wurden 18t Brennstoff nur mit Schlacke und Kalk aufgegeben, in den nächsten 12 Stunden 20+ Brennstoff mit Schlacken und Brucheisen. Sobald jedoch wieder Erze, und zwar nur 0,75kg auf 1kg Brennstoff, gesetzt wurden, und bevor der Ofen voll war, stellten sich alle oben beschriebenen Schwierigkeiten wieder ein, weshalb beschlossen wurde, den Ofen auszublasen.
Der Ofen war 16 Tage betrieben worden und hatte in dieser Zeit 30t graues Puddeleisen, 20t balbirtes und 76t weisses Eisen, zusammen 126t geliefert; dazu kam noch das erzeugte Brucheisen, welches etwa 20t mehr als bei anderen Betrieben ausmachte. Verbraucht waren hierzu: 295t Kohlen, 134+ Koks, 365+ Erze und 175t Kalkstein. Ein grosser Teil der gefallenen Schlacke war so eisenhaltig, dass sie wieder aufgegeben werden konnte.
Diese Versuchsergebnisse waren so ungünstig, dass sie für trügerisch gehalten werden mussten, und es wurde deshalb beschlossen, nochmals einen Versuch zu machen, den Ofen jedoch auf eine etwas andere Weise anzublasen. Derselbe wurde wieder sehr sorgfältig gefüllt, und zwar wurde dazu etwas mehr Holz verwandt.
Als Beschickung wurde hauptsächlich Hochofenschlacke gesetzt, welche beim ersten Versuch gar nicht angewandt war. Am 13. August wurde wieder angeblasen, nachdem der Ofen 131/2 Stunden bei natürlichem Zuge gebrannt hatte. Es wurden in der Minute 93,44cbm (3300 Kubikfuss) Wind durch 4 Düsen von 76,19mm Dmr. eingeblasen, während die Düsen beim ersten Versuch 127mm hatten. Nachdem 4 Stunden geblasen, war der Ofen genau in demselben Zustande, in welchem er beim ersten Versuch nach vierstündigem Betriebe gewesen war. Weil die folgenden 24 Stunden nur eine genaue Wiederholung der Schwierigkeiten des ersten Betriebes darboten, trotz der Aenderungen beim Anblasen, so wurde beschlossen, den Ofen wieder auszublasen.
Hr. Taylor meinte, es könne kein Zweifel darüber herrschen, dass der Versuch keinerlei Erfolg, dagegen einen bemerkenswerten Misserfolg geliefert habe.
Nachdem er noch den Herren, welche ihn bei diesem Versuch mit Rat und Geld unterstützt, gedankt hatte, begann folgende Verhandlung über diesen Vortrag.
John M. Hartmann (Philadelphia), welcher den Vortrag in Abwesenheit des Hrn. Taylor hielt, findet den Wert desselben in der Mitteilung dessen, was in Zukunft bei solchen Versuchen vermieden werden müsse.
R. W. Raymond (New-York City) vermisst dagegen in dem Vortrage die Mitteilung der Gründe für das Misslingen des Versuches. Er sieht in der Form des Ofens an und für sich keinen Grund dafür, dass und warum derselbe schon in so kurzer Zeit nach dem Anblasen in den im Vortrage beschriebenen Zustand kam.
W. F. Durfee (Bridgeport) setzt die Thatsache als bekannt voraus, dass ein mit trockenem Sande gefülltes senkrecht stehendes cylindrisches Rohr nicht dadurch entleert werden könne, dass man von unten Druck auf die Füllung ausübe. Der trockne Sand bilde Gewölbe, deren Widerlager in den Rohrwandungen liegen, und die Reibung gegen dieselben werde bei Anwendung von Druck so gross, dass eine Entleerung des Rohres unmöglich werde; er glaubt, dass auch der Niedergang der Materialien in dem Versuchsofen auf diese Weise verhindert worden sei.
Edgar S. Cook (Pottstown) war während des Versuches in Chester und fand den Gang des Ofens sehr kalt; derselbe erzeugte nur wenig Eisen, dagegen viel eisenbaltige Schlacke. Die Beschickung ging zwar anfangs regelmässig nieder, aber nicht reducirt. Cook meint, entweder sei der Reductionsraum in diesem Ofen nicht gross genug gewesen, oder die Gase hätten für den kleinen Raum und die kurze Zeit nicht reducirend genug wirken können.
Während der Zeit der Anwesenheit von Cook beschloss Taylor, den_Ofen wie einen Cupolofen zu betreiben, und gab zu dem Ende nur Brennstoff, Schlacke und Brucheisen (scrap-iron) auf. Sobald diese Beschickung voll zur Geltung kam, ging der Ofen sehr heiss und lieferte auch eine flüssige graue Schlacke. In die Rast des Ofens eingeführte Stangen zeigten, dass der Ofeninhalt auch überall heiss war. Diese Beschickung wurde etwa während 12 Stunden und zwar so aufgegeben, dass zuletzt auf 1 Teil Brennstoff 2 Teile Schlacken und Brucheisen kamen. Ausserdem war der zur Verschlackung der Brennstoffasche nötige Kalk aufgegeben. Während dieser Zeit erschien der Gang normal. Die Gebläsemaschine machte 36 bis 40 Umdrehungen; die Pressung war die gewöhnliche, die Formen waren hell, die Beschickung ging regelmässig nieder, die Schlacke war hellgrau und enthielt kein Eisen. Nachdem ein Abstich von grauem Eisen gefallen war, schien alles genügend günstig, um wieder gewöhnliche Erzgichten zu setzen. Man hoffte, dass durch dieses Heissblasen des Ofens die letzten Reste der Ansätze, welche sich gebildet hatten, entfernt worden seien.
Als jedoch die Erzgichten wieder zur Geltung kamen, veränderte sich die Schlacke; die Eisensteine sammelten sich wieder an den Wandungen an und verminderten so den thätigen niedergehenden Teil der Beschickung; die Erze waren nicht vollkommen reducirt; der Ofen wurde kalt und lieferte weisses Eisen und schwarze Schlacke. Nach der Ueberzeugung Cook's kam nun jede Fortsetzung des Versuches nur dem Verlust an Geld und Zeit gleich. Er glaubt jedoch, dass, wenn ein solch fast cylindrischer Ofen mit grösserem Durchmesser ausgeführt würde, die Resultate trotz der Ansätze an den Wandungen nicht so ungünstig gewesen sein würden, weil dann der niedergehende Teil der Beschickung, in welchem allein Reduction möglich, grösser geblieben wäre. Der Versuchsofen jedoch hatte, entsprechend den Verhältnissen der Kessel und der Maschine und unter der Voraussetzung, dass sich keine Ansätze bilden würden, nur 2,44m (8 Fuss) Dmr. bekommen; Cook hält diese Weite auch für eine Windmenge von 198,20cbm (7000 Cubikfuss) passend und meint, dass man bei einer grösseren Weite unter den in Chester vorliegenden Windverhältnissen noch mehr Brennmaterial gebraucht haben würde. Der Versuch von Taylor habe gezeigt, dass die Reduction der Erze eines grösseren Raumes bedürfe, und dass die Anwendung einer steilen oder gar keiner Rast das Aufhängen der Beschickung nicht verhindere. Der Versuchsofen Taylor's würde nach der Ansicht Cook's gegangen haben, wenn man 2 bis 3 Teile Brennstoff auf 1 Teil Eisen gebraucht hätte. Der Misserfolg aber sei, ebenso wie die daraus folgende scheinbare Notwendigkeit einer Rast, nicht der Gestalt des