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Fall Vanessa Mae – FIS macht einen Rückzieher
Es scheint, dass unter die Streitereien zwischen Vanessa Vanakorn – besser bekannt als Stargeigerin Vanessa Mae – und dem Ski-Weltverband FIS ein Schlussstrich gezogen werden kann. Die FIS teilt auf ihrer Homepage mit, dass sie gegen den am 19. Juni 2015 vom internationalen Sportgerichtshof CAS erwirkten Freispruch der Thailänderin auf das Einlegen einer Berufung verzichtet. Der Ski-Weltverband akzeptiere und respektiere das CAS-Urteil einschliesslich der Feststellung, dass Vanessa Vanakorn und ihre Betreuer in keiner Weise die Resultate der Rennen vom 17. bis19. Januar 2014 in Krvavec beeinflusst haben.
Der Streit zwischen der skifahrenden Künstlerin und der FIS hatte im Anschluss an die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi begonnen. Die FIS warf Vanessa Mae, die unter dem Nachnamen ihres Vaters Vanakorn angetreten ist, vor, sich die Qualifikation für die Spiele erschummelt zu haben. Der Vorwurf besagte, dass bei den eigens für Vanakorns Qualifikation organisierten Rennen in Krvavec die Berechnung der für die Olympia-Qualifikation den Ausschlag gebenden FIS-Punkte manipuliert worden sei. Daraufhin sperrte die FIS Vanakorn für die nächsten vier Jahre.
Die heute 37 Jahre alte Stargeigerin Vanessa Mae legte erfolgreich gegen die von der FIS verhängte vierjährige Sperre Berufung ein. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hob die Sperre am 19. Juni 2015 auf und Vanessa Mae wurde vom Vorwurf der Manipulation frei gesprochen (skionline.ch berichtete). Der Internationale Sportgerichtshof konnte damals keine stichhaltigen Anhaltspunkte finden, dass Vanessa Mae oder ihre Gefolgschaft direkt oder indirekt versucht hätten, die Rennen oder die Ergebnisse der Rennen von Krvavec zu manipulieren. Dennoch seien die Rennen (vergebene FIS-Punkte) wegen der erfolgten Eingriffe (von Dritten) als ungültig zu betrachten, Mae hätte demnach nicht in Sotschi starten dürfen und ihr Olympiaergebnis – sie wurde im von Tina Maze gewonnenen Riesenslalom mit 50,10 Sekunden Rückstand Letzte – soll damit laut CAS ungültig bleiben.
Anfang 2016 ging dann Vanessa Mae ihrerseits in die Offensive und kritisierte die FIS heftig (skionline.ch berichtete). "Die FIS hat mich als Betrügerin gebrandmarkt. Sie hat mich verspottet." Zudem habe der Prozess sie rund 200'000 Schweizer Franken (185'000 Euro) gekostet, so Mae damals. Dem Ski-Weltverband warf sie vor, nicht vernünftig ermittelt zu haben. "Die FIS hat nicht erwartet, dass ich mich wehre. Und als klar war, dass ich vor den CAS ziehe, wurde es richtig hässlich", sagte Mae gegenüber dem Magazin "Spiegel) und warf dem Verband vor, sich "Zeugenaussagen zurechtgebogen" zu haben.
Heute (24. Februar) hält die FIS auf der eigenen Homepage fest, dass der Ski-Weltverband gegen das CAS-Urteil keine Berufung einlege und das Urteil einschliesslich der Feststellung, dass Vanessa Vanakorn und ihre Betreuer die Ergebnisse der Rennen von Krvavec in keiner Weise beeinflusst hätten, respektiere. Zudem richtet die FIS an die Adresse von Vanessa Mae eine Entschuldigung für eventuell entstandene Schäden wegen des Tatbestandes der Verleumdung. Auch Geld fliesst, denn die FIS überweist an die Thailänderin einen nicht näher definierten Geldbetrag, welchen die Star-Geigerin einem guten Zweck zuführen will.