Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03336.jsonl.gz/1254

Jonas steht kurz vor der 12er Zeremonie. Da wird er endlich erfahren, welchen Beruf er erlernen darf. Die Obersten der Gemeinschaft haben einen für ihn ausgewählt, denn sie kennen ihn am besten. Mit der großen Gleichheit, die weit vor Jonas Geburt eingeführt wurde, kam auch das Leben in einer... Jonas steht kurz vor der 12er Zeremonie. Da wird er endlich erfahren, welchen Beruf er erlernen darf. Die Obersten der Gemeinschaft haben einen für ihn ausgewählt, denn sie kennen ihn am besten. Mit der großen Gleichheit, die weit vor Jonas Geburt eingeführt wurde, kam auch das Leben in einer fest strukturierten Gemeinschaft. Jeder ist Teil eines Ganzen, jeder ist an Regeln gebunden und jeder ist auswechselbar. Es gibt nur eine einzige Person, deren Individualität von Bedeutung ist. Der Hüter der Erinnerung sieht über die Dinge hinaus, ist mit Wissen gesegnet und hat eine große Bürde zu tragen. Doch auch er braucht einen Nachfolger und Jonas wurde dafür auserwählt... Gesprochen wird das Hörbuch von Monica Bleibtreu. Ich fand ihre Stimme leider nicht sonderlich facettenreich bzw. dynamisch. Die Geschichte wird von einem personalen Erzähler wiedergegeben. Da Jonas jedoch die Hauptfigur ist, hätte mir ein männlicher Erzähler vermutlich besser gefallen, wobei das von dem individuellem Können der Sprecher abhängig ist. Letztendlich fand ich die Umsetzung insgesamt gut, trotz der vorher genannten Kritikpunkte. Es gibt durchaus Sprecher, die es mir unmöglich machen ein Hörbuch zu beenden. In diesem Fall hat mich die Geschichte gefesselt. Allerdings ist mir ein Punkt tatsächlich negativ aufgefallen. Ich weiß nicht, ob das einem Dialekt entspricht, aber Frau Bleibtreu hat vereinzelt Wörter wie Respekt mit "sch"-Laut ausgesprochen. Diese Eigenart passte nicht in den Text und fiel überdeutlich auf. Charaktere Jonas lebt zusammen mit seinen "Eltern" und seiner "Schwester". Sie sind nicht seine leibliche Familie, denn in seiner Welt werden Kinder von ausgewählten Frauen auf die Welt gebracht. Nach einem Jahr Betreuung und Begutachtung, ob sie sich den Vorgaben entsprechend entwickeln, bekommmen die Babys einen Namen und eine Familie zugeteilt. Jonas ist freundlich, zuvorkommend und unterscheidet sich damit nicht von allen anderen in seiner Gemeinschaft. Seine Bestimmung als Hüter der Erinnerung der Gemeinschaft zu dienen, führt ihn in eine Welt voller Erkenntnisse, die sein Leben verändern werden. Der Geber ist der Mentor von Jonas und gezeichnet von seiner Aufgabe als Hüter. Mit der Zeit erfährt man, was ihn bewegt und beschäftigt. Unabhängig vom Alter, stellt man sich den Geber als alten, weisen Mann vor, der sein volles Vertrauen in Jonas setzt. Die Geschichte fängt langsam an. Man lernt Jonas kennen und sein Leben in der Gemeinschaft. Bis zu ihrem 12. Lebensjahr nehmen die Kinder an jährlichen Zeremonien statt. Ob die Namensgebung oder die Übergabe ihres ersten Fahrrads - alles verläuft nach festgelegten Plänen. Diese dienen der Gleichheit der Gemeinschaft. Denn ohne Gleichheit ist Platz für individuelle Wünsche, die wiederum zu Unterschieden führen, die weiterhin die Gemeinschaft aus dem Gleichgewicht bringen. Das will niemand riskieren, Gefühle werden durch Tabletten unterdrückt und präzise Aussagen schon in jüngster Kindheit geübt. Missverständnisse sollen vermieden werden, denn auch diese könnten Probleme mit sich bringen. "Hüter der Erinnerung" beschäftigt sich mit der Frage des Individuums. Wieviele Eigenarten muss man aufgeben, um geduldeter Teil einer Gemeinschaft zu sein? Wieviel Persönlichkeit will man mit einbringen? Sind Unstimmigkeiten eine Chance etwas zu verändern oder bringen sie die Gewissheit mit sich, dass ein Streit immer zu einem tragischen Ende führt? Kann man auf Individualität verzichten, damit sich jemand anders möglicherweise besser fühlt? Außerdem stellt sich die Frage, ob Wissen auch belastend sein kann. Auch 20 Jahre nach der Veröffentlichung spricht das Buch noch wichtige Themen an. Hervorzuheben ist dabei die starke Persönlichkeit von Jonas, die mich zum Ende hin immer mehr beeindruckt hat. Sie trägt die Thematik erstaunlich gut und so abstrakt manche Teile der Geschichte auch scheinen, bringen sie einen doch zum Nachdenken. Faszinierend an einem Hörbuch ist übrigens, dass das Ende einer Geschichte sehr plötzlich sein kann. Ein Printbuch bereitet einen auf das Ende indirekt vor. In diesem Fall kam der Abschluss des Buches doch eher abrupt. Nun scheiden sich die Geister, wenn es um das Thema "offenes Ende" geht, aber ich denke mir, dass die Autorin sich bewusst dazu entschieden hat. Fazit Erinnerungen sind ein Teil von uns. Sie können uns trösten oder wütend zurücklassen, geben uns Geborgenheit und lassen uns hoffen. Lois Lowry schafft mit "Hüter der Erinnerung" ein Bewusstsein für den Wert der Individualität und gegen Uniformität.
Dies ist ein Buch, dass meist in Schulen durchgenommen wird. Ich bin auch nur drauf gestoßen, da es eine Schulfreundin meiner Tochter gerade durchnimmt. Wie immer ist der erste Gedanke bei solchen schulischen Lektüren: "Das wird sicher tot langweilig sein", wird es aber nicht. Es ist ein Buch welches... Dies ist ein Buch, dass meist in Schulen durchgenommen wird. Ich bin auch nur drauf gestoßen, da es eine Schulfreundin meiner Tochter gerade durchnimmt. Wie immer ist der erste Gedanke bei solchen schulischen Lektüren: "Das wird sicher tot langweilig sein", wird es aber nicht. Es ist ein Buch welches Emotionen weckt und zum Nachdenken anregt. Auch wenn ich persönlich ja lustige Bücher bevorzuge, muss ich doch sagen, dass jedes Buch, das Emotionen weckt, egal welcher Art, ein gutes Buch ist. Also, liest es!!!
Inhalt: Jonas lebt in einem System, welches erschaffen wurde um die menschlichen Unterschiede auszumerzen. Es wird alles kontrolliert, von der Erziehung der Kinder bis zum Klima; nichts wird dem Zufall überlassen. Die Gemeinschaft der Gleichheit kennt nichts anderes und als Jonas nach der 12er-Zeremonie zum Nachfolger des Hüters der Erinnerungen... Inhalt: Jonas lebt in einem System, welches erschaffen wurde um die menschlichen Unterschiede auszumerzen. Es wird alles kontrolliert, von der Erziehung der Kinder bis zum Klima; nichts wird dem Zufall überlassen. Die Gemeinschaft der Gleichheit kennt nichts anderes und als Jonas nach der 12er-Zeremonie zum Nachfolger des Hüters der Erinnerungen benannt wird, gleicht dies einem Schock. Alles Wissen über die Menschheit schlägt auf ihn nieder und er erkennt, wie wichtig Individualität ist … Schreibstil: Zu Beginn hatte ich Schwierigkeiten mich in die Geschichte einzulesen. Die Sätze sind kurz und einfach gehalten und ich dachte an ein Kinder- statt an ein Jugendbuch. Nach einiger Zeit wurde die Geschichte aber recht spannend und die Zerrissenheit in Jonas wurde sehr deutlich dargestellt. Wie schlimm ist es, etwas zu wissen, was andere nicht wissen? Und wie schlimm ist es, seiner Identität beraubt worden zu sein um gleich zu sein? Diese Thematik war unglaublich gut geschildert und berührt mich auch jetzt noch sehr. Allerdings hört dann die Geschichte auf, gerade da als ich dachte nun wird es ja richtig spannend … Was ist passiert?! Meiner Recherche nach gibt es noch drei weitere Bände um „The Giver“, wie die Reihe im Englischen heißt, allerdings nicht alle auf Deutsch und vom Inhalt her nicht wirklich zu Jonas Geschichte passend, was ich sehr schade finde. Charaktere: Jonas hat mir sehr gefallen, auch der Sprung vom Kind zum reifen Mitglied der Gemeinschaft war glaubhaft sowie seine Entwicklung. Der Geber, der alte Hüter der Erinnerungen, machte mir zu Beginn etwas Angst, aber er scheint ein herzensguter Mensch zu sein, dem nur das Wohle seiner Mitmenschen am Herzen liegt. Trotz der Gleichheit, waren die Charaktere auf minimale Art doch unterschiedlich, was ich auf eine Art interessant, aber auch etwas widersprüchlich fand. Cover: Das Cover wirkt leider nur, wenn man die Geschichte kennt. Im nachhinein finde ich es sehr gut gewählt, vor dem Lesen konnte ich damit nur wenig anfangen. Fazit: Eine sehr spannende und erschreckende Dystopie, welche ich schon fast als Pflichtlektüre ansehe – gerade in der heutigen Zeit wo doch aus Protest wieder mal rechts gewählt wird; Kriege ausgetragen werden, weil die Waffenlobby auf dem Rücken der Bevölkerung Geld machen will; Machtgierige Menschen sich über Gesetze stellen und so weiter und so fort. Ggf. sollten diesen Menschen mal Erinnerungen von früher eingetrichtert werden, damit sie aus Fehlern lernen und nicht glauben daraus profitieren zu können. Mir hat das Buch, trotz des eigenartigen Endes, gut gefallen, daher vergebe ich 4 Sterne.