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Ihr
wisst ja, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit
Silber oder Gold, losgekauft wurdet aus der Nichtigkeit
eurer, von den Vätern überkommenen Lebensweise, sondern
mit dem kostbaren Blute Christi als eines untadeligen
und makellosen Lammes.
1. Petrus 1,18+19
Heiligenblut
(Kärnten Österreich)
Der Name
„Heiligenblut“ rührt der Legende nach von einem
Fläschchen mit dem
Blut Christi
her, welches der dänische Prinz Briccius (Briktius,
Brictius = Friedrich) mittels einer eigenhändigen
Operation in die Wade habe einwachsen lassen, um es vor
Wegelagerern und Räubern zu schützen, während die
frommen Leute später diese Blutreliquie im
Sakramentshaus der
Hl. Vinzenz-Kircheaufbewahrten.
Das Fläschchen mit
dem „Blute Christi" war ein Geschenk des Kaisers
Konstantin VIII. an den frommen Söldner Brictius.
Um 914 soll
der byzantinische Feldherr Brictius* auf dem
Heimweg von Konstantinopel nach Dänemark bei der
Alpenüberquerung an der Stelle des heutigen Heiligenblut
(am Großglockner, Kärnten) verunglückt sein: Er wurde
von einer Lawine erfasst und verschüttet - damit wurde
er zum ersten bekannten Bergopfer.
Aus den
Schneemassen, unter denen er begraben wurde, seien
drei Ähren herausgewachsen, wodurch sein Leichnam
und die Blutreliquie aufgefunden wurden. Als einige
Bauern ihn begraben wollten, habe sich sein rechtes Bein
störrisch geweigert, unter der Erde zu bleiben.
Als man
durch den herbeigerufenen Bischof der Sache auf den
Grund ging, fand man das Fläschchen mit dem „Blute
Christi", einem Geschenk des Kaisers Konstantin VIII.,
welches seither im Sakramentshaus (der 1460 bis 1491
erbauten) Pfarrkirche des Hl. Vinzenz aufbewahrt wird.
Einem Antrag
der Gemeinde Heiligenblut, den Briccius*
heiligzusprechen, wurde mangels Beweisen nie zugestimmt,
was die Gemeinde jedoch nicht davon abgehalten hat,
Briccius eine eigene Krypta (Grabeskammer) und einen
Altar zu errichten.
*Brictius:
Der Legende
nach war Brictius ein dänischer Prinz, der am
byzantinischen Hof in Konstantinopel (= Istanbul) eine
hohe Stellung innehatte. Eines Tages schenkte ihm dort -
als aus einem geschändeten Kreuz Blut floss - der Kaiser
dieses als Reliquie. Um das kostbare Geschenk vor
Räubern zu schützen, habe Brictius seine Wade selbst
aufgeschnitten und die Reliquie hineinwachsen lassen.
Heiligenblut, Pfarrkirche Hl. Vinzenz vor dem höchsten
Berg Österreichs, dem Großglockner (3798 m), rechts: das
Sakramentshäuschen mit der Blut-Reliquie.
Quelle:
Link
Im hintersten Teil des Mölltales, umgeben von den
Hohen Tauern, befindet sich an der
Großglockner-Hochalpen-Strasse, unterhalb des Passes
„Hochtor", die Ortschaft Heiligenblut, deren Ortsmitte
auf 1288 m Seehöhe liegt.
Seit Jahrhunderten ist sie ein beliebtes
Wallfahrtsziel, umgeben vom beeindruckenden
Hochgebirge: Österreichs höchster Berg, der 3798 m
hohe Großglockner mit seinen beiden Gipfeln, gibt
hinter der schlank aufragenden Kirche Sankt Vinzenz ein
mittlerweile werbeträchtiges, beinahe schon
symbolhaftes, einprägsames Bild ab.
Großglockner
Anmerkung: Es könnte entgegen der offiziellen
Todesursache (Lawine) genauso gut sein, dass Brictius
durch einen Drachen getötet wurde, nachdem mehrere
Augenzeugen in diesem Berg-Gebiet um Heiligenblut herum
von Ungeheuern und Drachen sprachen, woher auch immer
diese gekommen sein mögen. Tatsache jedoch ist, dass
Brictius nur durch die 3 Getreideähren aufgefunden
werden konnte – es gab also keine Zeugen für den
eigentlichen Schneetod – und dass das besagte
Blut-Fläschchen nie in seiner Heimat Dänemark angekommen
ist. Die Drachen-Theorie könnte insofern Gültigkeit
erlangen, als dass der Lindwurm (Ungeheuer) das
Wahrzeichen von Klagenfurt (Hauptstadt von Kärnten) ist
und zumal der Hl. Georg uns als der Drachentöter bekannt
ist.
Abtei Weingarten
Das Kloster
Weingarten
ist eine ehemalige Abtei der Benediktiner auf dem Martinsberg
in der bis 1865 „Altdorf“ heißenden, heute nach dem
Kloster benannten Stadt
Weingarten
im Südosten
Baden-Württembergs
(bei Ravensburg und nördlich vom Bodensee).
Die
Heilig-Blut-Tafel von 1489 aus der Klosterkirche der
Abtei Weingarten enthält die älteste bildliche
Darstellung und die älteste volkssprachliche Übertragung
der Heilig-Blut-Geschichte im deutschen Sprachraum:
„Hie
nach volget die histori des hailgen pluotz cristi / wie
das zelest in dis wirdig gotzhus kommen sy. Am ersten /
wie der ritter longinus unseren herrn sin syten öffnet
mit dem / und berüret sine finstri ougen mit dem
usgeflossnen / pluot cristi und wrd gesechind und
geloubig. Item …“
„Es
folgt hiernach die Geschichte des heiligen Blutes
Christi, wie die Reliquie in dieses würdige Gotteshaus
gekommen ist. Zuerst sieht man, wie der Ritter
Longinus
die Seite unseres Herrn mit dem Speer öffnet und seine
blinden Augen mit dem ausgeflossenen Blut Christi
berührt und sehend und gläubig wird. Und ferner ...“
1094
wurde der
Abtei
von der
Gattin Welfs IV.
die
Heilig-Blut-Reliquie geschenkt.
Diese Reliquie besteht aus der Erde des Berges
Golgota,
die im Zuge der Kreuzigung mit dem Blut Jesu getränkt
wurde.
In der Folgezeit
machten viele Menschen Stiftungen an das Kloster, um
damit die Reliquie zu ehren, darunter Land und ganze
Dörfer samt ihren Einwohnern.
Die
Heilig-Blut-Reliquie ist ein mit 65 Edelsteinen
besetztes goldenes Doppelkreuz, mit einem gläsernen
Röhrchen als Kern.
Die
Reliquie enthält der Überlieferung nach einen
Tropfen vom Blut Jesu Christi mit Erde vermischt, und
ist ein Teil der Hl.-Blut-Reliquie von Mantua.
Sie gehört
nicht dem Benediktinerorden und bleibt nach der
Konvents-Schließung in der Basilika. Die Reliquie ist
im
Hauptaltar in einem Tresor
eingeschlossen.
Bis auf drei
Meter Distanz dürfen Besucher der Basilika an den
Heilig-Blut-Altar herantreten, der hinter einer
Glasscheibe die auf einem roten Samtkissen
liegende Heilig-Blut-Reliquie zeigt.
Sie wird
jährlich am
Blutfreitag (nach
Christi Himmelfahrt) in einer Reiterprozession, dem
Blutritt, durch Stadt und Flure getragen.
Im Museum für
Klosterkultur der Stadt Weingarten wird die reiche
Geschichte der Reliquie aufgezeigt, sowie die vielen
Ausdrucksformen der Verehrung anhand von
Andachtsbildern, Hl.-Blut-Abbildungen und diversen
Devotionalien (heiligen Gegenständen).
Durch die
Reliquie geweihtes Öl ist als Heilig-Blut-Öl bekannt und
wird vor Ort verkauft.
Geschichte des Heiligen Blutes
um 33 > Jesus Christus stirbt in Jerusalem am
Erlöser-Kreuz
Unter den zahlreichen Schaulustigen, die der Kreuzigung
beiwohnen, befindet sich der römische Soldat Longinus.
Der Soldat Gaius Cassius „Longinus“ wurde, wie
historische Quellen vermuten lassen, zur Kreuzigung
befohlen, da er Bestandteil der römischen Exekutive war.
Jesus Christus blutete am Kreuz aus vielen Wunden (5480
Streiche).
Longinus sammelt Blut aus der Seitenwunde, welches
auf die Erde fiel. Er tat dies, nachdem ihm ein Moment
der Erleuchtung widerfahren war.
Später bekannte sich Longinus zum Christentum. Er wurde
deswegen auch verfolgt. Bei seiner Verfolgung begibt er
sich nach Kappadokien.
Heute findet sich die
Reliquie in der Abtei Weingarten,
zu Ehren und zum Gedenken an den Soldaten und römischen
Leginonär
Longinus
- der Longinus-Brunnen ist oberhalb von der Basilika an
der Straße Richtung Wolfegg.
553 > Viele Jahre sind seit der Kreuzigung
vergangen. Es war wohl als Gegengeschenk von
Konstantinopel gedacht, weswegen die Stadt Mantua die
Gebeine des Heiligen Longinus und die Reliquie des
kostbaren Blutes erhält.
580 > Mantua wird ein Jahr lang von den
Langobarden belagert. Die Reliquien werden an einem
geheimen Ort verborgen.
804 > Die erste Auffindung: Papst Leo III.
(795-816) und Karl der Große (768-814) prüfen die
Reliquie.
923 > Mantua wird durch die Ungarn belagert. Die
Blutreliquie wird vergraben. Zuvor schon war sie geteilt
worden. Der größere Teil, zusammen mit den
Longinus-Reliquien im Garten des Andreas-Hospitals, der
kleinere Teil in der alten Kirche des Hl. Paulus, nahe
der Kathedrale (aufgefunden 1479).
12. März 1048 > Zweite Auffindung des größeren
Teils der Blutreliquie und der Gebeine des Hl. Longinus
in Mantua.
1053 > Papst Leo IX. (1049-1054) beruft eine
Kirchensynode nach Mantua ein und will die Reliquie des
kostbaren Blutes nach Rom mitnehmen. Wegen des
Widerstandes der Mantuaner kommt es zur Teilung der Hl.
Blutreliquie, so dass ein Teil in Mantua verbleibt,
während der andere nach Rom gelangt.
1055 > Kaiser Heinrich III. (1039-1056) kommt
nach Mantua und erhält einen weiteren Teil der
Blutreliquie.
1056 > Der Kaiser stirbt. Graf Balduin V. von
Flandern (1035-1067) erhält die Blutreliquie als Zeichen
der Versöhnung.
Graf Balduin V. vererbt die Reliquie seiner Tochter
Judith (1032-1094). Gräfin Judith war verheiratet in 1.
Ehe (1051-1066) mit Tostig, Graf von Northumberland, in
2. Ehe (1071-1094) mit Welf IV.
1090 > Am 31. Mai 1090 bzw. am 12. März 1094
übergibt Judith die Reliquie dem Kloster Weingarten,
der Lieblingsstiftung und Grablege der Welfen (dt.
Adel). Angeblich war der Tag der Übergabe an Abt Walicho
(1088 -1108) der Freitag nach Christi Himmelfahrt.
Deshalb wird dieser Tag besonders feierlich begangen
(Blutritt).
Die Geschichte des Blutritts
Die Geschichte des Blutritts ist die Geschichte des
Heiligen Blutes.
Sie beginnt mit dem Tod Jesu Christi am Kreuz. Am Kreuze
hängend wird Jesus mit einer Lanze von dem römischen
Soldaten Longinus tief in die Seite gestochen. Das vom
Jesu Körper herunterfallende Blut berührt das Gesicht
des Longinus - dieser wird dadurch von seiner Blindheit
(der Blindheit seiner nun erkennenden Seele) geheilt.
Hier liegt der Ursprung der heilenden Wunderwirkung des
Blutes Jesu.
Longinus sammelt nach diesem - für ihn
schicksalhaften - Ereignis etwas von dem vergossenen
Blut Jesu und bewahrt es in einem bleiernen Kästchen
auf.
Longinus wird bekehrt und gläubig, lässt sich darauf von
den Aposteln taufen und schließt sich ihnen an. Aufgrund
der Christenverfolgung verlässt Longinus Jerusalem und
fährt mit dem Schiff nach Italien, genauer gesagt nach
Mantua.
Indem das heilige Blut um seinen Hals hängt, predigt
Longinus dort und bekehrt viele Menschen zum
christlichen Glauben. Daraufhin wird auch in Mantua eine
Welle der Christenverfolgung ausgelöst, was Longinus
dazu bewegt, das Bleikästchen mit dem Heiligen Blut zu
verstecken. Longinus erleidet im Folgenden den
Märtyrertod. Nachdem dem blinden Adilbero der
verborgene Schatz in späterer Zeit offenbart wird,
meldet dieser seine Offenbarung an höchster Stelle.
Schnell verbreitete sich diese Nachricht auch im Volk
und schließlich erfährt auch der Kaiser in Regensburg
von der göttlichen Offenbarung. Dieser teilt die Kunde
dem Papst und dem Herzog von Mantua mit. Gemeinsam
reisen sie nach Mantua und lassen sich von Adilbero den
offenbarten Platz zeigen.
Bei der Entdeckung bekommt Adilbero sein Augenlicht
zurück, so wie es ihm prophezeit wurde, und auch andere
werden von ihren Leiden erlöst.
Im folgenden versucht der Papst die Heilig-Blut-Reliquie
nach Rom zu entführen, was ihm aber nach blutigen
Auseinandersetzungen nicht gelingt.
Die Reliquie wird nun in der neuerbauten
Andreaskirche zu Mantua aufbewahrt.
Zuvor jedoch wurde die Reliquie
geteilt. Der Papst und der deutsche
Kaiser verlassen Mantua mit ihren Reliquien-Teilen.
Der Erläuterungstext spricht in diesem Zusammenhang von
einer Dreiteilung. Sterbend übergibt der Kaiser die
Reliquie dem Grafen Balduin von Flandern, der wiederum
bei seinem Tod die Reliquie seiner Tochter Judith
vererbt.
Judith von Flandern heiratet Welf IV. von Altdorf,
Herzog von Bayern.
Als dieser zum Kreuzzug ins Heilige Land aufbricht,
beschenkt er das Kloster Weingarten und Judith übergibt
damit dem Kloster Weingarten die Heilig-Blut-Reliquie.
Unweit davon befindet sich eine Heilig-Blut-Reliquie im
Salvatorianer-Kloster auf dem Gottesberg,
Bad Wurzach (Landkreis Ravensburg in
Oberschwaben).
Die Heilig-Blut-Reliquie auf dem Gottesberg
Bad Wurzach
(Landkreis Ravensburg in Oberschwaben)
Die Reliquie ist in einer silbernen Kapsel
eingeschlossen. Unter dem Kristallglas sieht man ein
mit etwas Blut getränktes
Leinwandstückchen und darüber die Aufschrift:
„De Sang.-Xti", d.h. „Vom Blut Christi".
Das jetzige Reliquiar wurde 1930 von Pater Querrikus
Bürger SDS entworfen und von der Goldschmied-Firma Hugo
Zieher aus Biberach gefertigt.
In der Mitte das Kreuz mit dem Heiligen Blut, es ruht
auf einem Silbersockel, umgeben von einer Umrahmung,
einer Bischofsmitra ähnlich.
Diese Umrahmung und der Sockel sind durch sieben
Medaillen geziert; sie zeigen die sieben
Blutvergießungen Jesu:
Beschneidung, Ölberg (Jesus schwitzt in äußerster Angst
um die verlorenen Seelen Blut), Geißelung, Dornenkrönung
(zerreißt sein rechtes Auge), Kreuzweg, Kreuzigung,
Lanzenstich.
Geschichte
Nach gesicherten Unterlagen stammt die Blutreliquie
aus dem Privatbesitz von Papst INNOZENZ XII.
(1691-1700).
Dieser schenkte sie im Frühjahr 1693 dem Rompilger
MARTIN DENZER von Albrechts bei Günzburg.
Martin Denzer vermachte sie seinem Schwesternsohn ANTON
ALBRECHT, „der die Reliquie in Kriegszeiten bei sich
trug und wiederholt in verschiedenen Schlachten und
Nöten Schutz und Hilfe erfuhr". Anschließend erbte sie
dessen Schwester MAGDALENA ALBRECHT, Ehefrau des
Bartholomäus Mendler, in Oberweiler, die schließlich den
kostbaren Schatz in „stets unwiderruflicher Weise" dem
Frater (Bruder) THEOPHILUS M. MILLER von MALKOWIZ
übergab. Diese Schenkung wurde später, am 30. Mai 1733,
in der Sakristei der Marianischen Kapelle zu Rettenbach
im Beisein zuverlässiger Zeugen erneuert und mit dem
pfarrlichen Siegel bekräftigt. Nach dem Tod von Frater
Theophilus (1762) ging die Heilig-Blut-Reliquie in den
Besitz seiner Ordensbrüder, der PAULANER-BRÜDER, über,
die sie 1764 auf den Gottesberg mitbrachten. Seit
September 1921 sind die SALVATORIANER auf dem
Gottesberg; seit 1928 findet das jährliche
Heilig-Blut-Fest mit einer großen Reitersegnung und
Prozession mit der Hl. Blutreliquie statt; in den Jahren
1992/93 mit über 1600 Reitern.
Blutritt in
Westhausen-Lippach
(Baden-Württemberg)
Seit dem Jahre 1789
beherbergt die katholischeKirche in Lippach
eine Reliquie, die Heilige Blutpartikel
beinhaltet. Schon in früherer Zeit wurden Prozessionen
zur Heilig-Blut-Reliquie abgehalten.
Der Blutritt in
Lippach wurde im Jahr 1950 von Pfarrer Franz Letzgus
eingeführt und findet seither alljährlich am Sonntag vor
Pfingsten statt.
Bei der
Reiterprozession wird eine Reliquie verehrt,
in der sich ein Tropfen vom Blut Jesu befinden soll.
Kloster
Weißenau
(Eschach / nahe Ravensburg)
Nachdem die Propstei
1257 zur Abtei erhoben wurde, erhielt sie im Jahr 1283
von Rudolf
von Habsburg
eine aus Straßburg stammende Heiligblut-Reliquie,
welche rasch große Verehrung erlangte und wodurch sich
auch die wirtschaftliche Lage verbesserte. Der Reliquie
verdankt das Kloster auch eine Erwähnung im Lohengrin.
Sie steht auch nach wie vor im Mittelpunkt des
traditionellen Magdalenenfestes.
Bis 1783 haben
jährlich zwei Reiterprozessionen mit der Reliquie
stattgefunden, die erste in den umliegenden Pfarreien,
die zweite bis zur Weißenauer Pfarrei Manzell am
Bodensee. Mit dem Erwerb der Reliquien des Hl. Saturnius
(1665) erhielt die Wallfahrt nach Weißenau weitere
Impulse.
Heilig-Blut-Reliquie - ausgestellt im Norbertus-Altar,
ehemals Hl. Blut-Altar
Weitere Jesu Reliquien
(= Überreste)
Helena, die Mutter des
römischen Kaisers Konstantin, hatte 325 Jerusalem
besucht, wo sie mehrere Fragmente des Kreuzes und
insgesamt drei Nägel gefunden habe, mit denen Jesus ans
Kreuz geschlagen worden sein soll. Diese Reliquien
sendete Helena an verschiedene Orte.
Kreuzpartikel
Das Heilige
Kreuz mit
der Inschrift INRI - die Auffindung des Kreuzes und der
Grabeshöhle Christi durch Kaisermutter Helena war
Anlass zum Bau der Grabeskirche in Jerusalem. Etwa zwei
Drittel des Kreuzes wurden in die Palastkapelle der
heiligen Helena Santa
Croce in Gerusalemme nach
Rom und später zu ihrem Sohn Konstantin nach
Konstantinopel gebracht. Ein Drittel dieser
Kreuzreliquie verblieb wahrscheinlich in Jerusalem, wo
sie alljährlich beim Hochfest der Kreuzerhöhung dem
Volk gezeigt wurde.
Heilige Nägel -
mit denen Jesus ans Kreuz geschlagen worden sein soll. Bild vom Nagel
in Trier
Heilige Lanze -
mit ihr öffnete der Legende nach der römische Soldat Longinus Jesu
Seite. Die Lanze war nicht nur Reliquie, sondern auch
führendes Herrschaftszeichen und erster nachweisbarer
Bestandteil der Reichs-Kleinodien. Napoleon brachte die
Lanze von Nürnberg nach Wien in Sicherheit, danach
brachte sie Hitler nach Nürnberg zurück. Nach dem 2.
Weltkrieg ist sie seit 1946 wieder in der Wiener
Hofburg.
Die andere zweite „Armenische Lanze“ sollen - laut einer
alten Handschrift - dagegen die Apostel Thaddäus und
Bartolomäus ursprünglich nach Eriwan gebracht haben.
Diese befindet sich heute im Speer-Kloster
(Kaukasus-Gebirge) in Armenien (gilt als der erste
christliche Staat der Welt).
Film: Die heilige
Lanze
Kunst und Legende um
sie -
Lanze stammt laut Forschungen aus dem 8.
Jh. >
verschiedene Lanzenbilder
Dornenkrone(die
christlich-griechischen Schriften berichten in Matthäus
27:29, Markus 15:17 und Johannes 19:2, dass Jesus von
römischen Soldaten eine Dornenkrone aufgesetzt wurde.
Zusammen mit einem Schilfrohr als Zepter und einem roten
Umhang statteten ihn die Soldaten zum Spott mit
„königlichen" Attributen aus, während sie ihn
misshandelten, weil er als König der Juden bezeichnet
wurde (Matthäus 27:11; Markus 15:2; Lukas 23:3).
Heute ist diese Krone nur noch ein kahler Kranz, denn
die Dornen wurden im Laufe der Jahrhunderte als
Einzelreliquien verteilt, u.a. in Santa
Croce in Gerusalemme Rom.
Eine Reliquie, die von König Ludwig IX. im Jahr 1237 in
Konstantinopel erworben worden war, und zu deren
Aufbewahrung er die Sainte-Chapelle in Paris erbauen
ließ, soll die Dornenkrone Christi darstellen. Sie wird jetzt in der
Kathedrale Notre-Dame
de Paris aufbewahrt.
Kelch,
der beim Letzten Abendmahl verwendet worden sein soll, =
der sogenannte Hl.
Gral:
Mit ihm soll Josef von Arimathäa das Blut Christi unter
dem Kreuz aufgefangen haben, wie in apokryphen
Evangelien erzählt wird.
Schweißtuch der
Veronika -
nach der christlichen Überlieferung reichte Veronika ihr
Tuch Jesus auf dem Weg nach Golgota, um Schweiß und Blut
von seinem Gesicht abzuwischen. Dabei soll sich das
Gesicht Jesu auf wunderbare Weise auf dem Schweißtuch
als sogenanntes Veronikabild (Vera icon) eingeprägt
haben. > Bilder
Das Tuch der Veronika
Heiliger Schwamm -
der den Evangelien zufolge in Essig getaucht und
Christus zur Löschung seines Durstes dargeboten wurde,
wurde in verschiedene Stücke aufgeteilt. Ein großes
Stück befindet sich in Frankreich, kleinere Teile werden
in Reliquiaren in San
Giovanni in Laterano,
Santa Maria Maggiore und
im Aachener
Dom aufbewahrt.
Geißelungssäule -
ein Teil des Pfahls, an den Christus bei seiner
Geißelung gefesselt wurde, wird in der Kirche Santa
Prassede in
Rom gezeigt. > Bild
Stein,
an dem Judas Ischariot der Überlieferung nach den Herrn
verriet.