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|Jüngerschaft im Neuen Zeitalter - Band 2|

gegenwärtige Verkörperung, die sich auswirkenden, verborgenen hindernden
karmischen Kräfte und die latenten, in vorhergehenden Leben erlangten geistigen
Fähigkeiten, die auf verständnisvolle Weise wieder erweckt werden könnten.

Eines Tages werden wir okkulte Meditationsschulen haben, die auf Einweihung vorbereiten. Heute gibt es keine solchen Schulen. Diejenigen, welche behaupten, solche Ausbildung zu geben, sind falsche Lehrer, die oft aufrichtig sein mögen, sich jedoch Illusionen hingeben. Auch dies ist sowohl vom Tibeter als auch von A. A. B. erklärt worden.
FOSTER BAILEY
März 1955
ERSTER ABSCHNITT
Gespräche mit Jüngern
GESPRÄCHE MIT JÜNGERN
Einführende Bemerkungen
Januar 1940
MEIN BRUDER!
Wenn [3] ich meine Unterweisungen für diese Neue Saatgruppe mit den Worten «Meine Brüder» beginnen kann, werdet ihr wissen, dass ein hinreichendes Mass von Gruppenintegrierung erreicht worden ist und dass die eigentliche Gruppenarbeit beginnen kann. Ich habe die grösseren und wichtigeren Ziele bereits in («Jüngerschaft im Neuen Zeitalter», Band I, S.117-119), bekanntgegeben, die, wie ihr gesehen habt, gänzlich unpersönlich sind. Ich möchte, dass ihr verständnisvoll über dieses besondere Ziel nachdenkt und dass ihr dieses bestimmte Ziel klar in eurem Bewusstsein behaltet, wenn ihr eure neue Arbeit anfangt. Ich habe das Ziel so deutlich festgelegt, um euer Denken mit dem meinen in Übereinstimmung zu bringen, soweit dies praktisch möglich sein mag. Lass deinen Horizont weit sein, mein Bruder, und deine Demut gross. Ich spreche hier zu jedem einzeln, denn ihr (die Mehrzahl von euch) seid noch individuell polarisiert, und die Gruppenpolarisierung liegt noch in der Ferne.
Ich habe dem, was ich euch in euren persönlichen Anweisungen mitgeteilt habe, viel Aufmerksamkeit gewidmet. Ich habe versucht, euch und das, was ihr im Hinblick auf die nächste Lektion, die ihr erlernen müsst, und den nächsten Schritt, den ihr tun könnt, braucht, zu beurteilen, damit jeder von euch die Freiheit für erweiterten und tieferen geistigen Dienst erlangt. Ich habe nicht versucht, euch vom Punkt eurer Errungenschaft auf dem Pfad zu beurteilen. Ich habe mich bemüht, euch mehr als Gruppe und weniger dem einzelnen zu helfen, und bitte euch aus diesem Grunde, die Unterweisungen jedes einzelnen in der Gruppe sorgfältig zu lesen, denn ihr werdet feststellen, dass euer Name und vielleicht auch eure Vorschläge in den Schriftstücken der anderen erscheinen. Ihr arbeitet als Gruppe und geht als Gruppe vorwärts.
Die Neigung, Kritik [4] zu üben und falsch auf das Wissen der anderen zu reagieren, verschwindet schnell aus eurer Mitte. Das ist richtig. Unpersönlichkeit muss beständig und unfehlbar zunehmen. Die Fehler, die sich bei jedem von euch zeigen, sind auf der Oberfläche eures Lebens, aber die tiefe innere Integrierung und das Wirken der göttlichen Natur ist in jedem von euch deutlich lebenskräftiger als zuvor. Ich sage nicht, dass sie bereits ihren absolut richtigen äusseren Ausdruck gefunden hat. Sie kann zuweilen Aufruhr an der Oberfläche hervorrufen und tut es auch, aber dieser braucht keine wirkliche Störung zu verursachen, wenn er richtig gehandhabt wird.
Gebt einander in den vor euch liegenden Zeiten wirkliche Liebe, denn sie ist das vereinigende und erleuchtende Element im Leben des Jüngers. Lasst eure Liebe nicht theoretisch bleiben, sondern gebt das wahre Verständnis, das Fehler unbeachtet lässt, keine Schranken anerkennt, alle trennenden Gedanken zurückweist und das jeden anderen mit jener schützenden Mauer der Liebe umgibt, die, soweit es möglich ist, alle Bedürfnisse deckt, mögen sie physischer, emotioneller oder mentaler Art sein. Gerade dies verbindet die Gruppe zu einem organisierten Ganzen, das die Meister der Weisheit im Dienst am Plan gebrauchen können. Sie stehen heute unter starkem Druck, und ihre Ohren vernehmen das immer dringender werdende Flehen der Menschheit. Ich habe euch viel Zeit und viele Gedanken gewidmet und mich ernstlich bemüht, euch auf dem Pfad zu helfen. Meine Liebe und Kraft stehen euch stets zur Verfügung, meine Zeit und Aufmerksamkeit jedoch nicht immer. Es ist mein inbrünstiges Gebet, dass das Licht euch umgeben und die Liebe Gottes euer Leben umwandeln möge.
Seit vielen Jahren habe ich den Blick in die Zukunft gerichtet und die Arbeit, die ich im Spätsommer 1936 begann, definitiv geplant und überdacht. Ich habe euch alle, was einigen unter euch bekannt war, als eine Gruppe für aktive Beteiligung an dieser zukünftigen Arbeit vorzubereiten versucht. Wenn ich die Aufgabe beginne, euch für künftige umfassendere Brauchbarkeit und für engere Mitarbeit vorzubereiten, muss ich notgedrungen gewisse Schritte wagen, und zwischen uns muss ein Vertrauen hergestellt werden, das nicht auf Verschwiegenheit und Zurückhaltung, sondern auf Wahrheit und Verständnis begründet ist.
Diese Bildung der Neuen Saatgruppe ist mein zweiter Versuch, der Hierarchie dabei behilflich zu sein, die Methoden und die Technik des Neuen Zeitalters einzuführen und Gruppen auszubilden (denn dies ist ein Gruppenzeitalter), welche die Arbeitsweisen des [5] Neuen Zeitalters ausdrücken können. Bei meinem ersten Versuch riefen gewisse Gruppenbegrenzungen Schwierigkeiten hervor und führten zum Schliessen der verschiedenen Einzelgruppen. Ihr werdet bemerkt haben, dass ich den Fehlschlag hauptsächlich der Untätigkeit des Herzzentrums bei der Mehrzahl der Mitglieder zuschrieb; dies führt notgedrungen zu unzulänglicher Integrierung. Ich erwähne dies jetzt, weil ich jene Mitglieder, die ausgewählt worden sind, in dieser neuen Gruppe zu arbeiten, dringend auffordern möchte, sich daran zu erinnern, dass sie ihre frühere Neigung ganz leicht in die neue Gruppe hineintragen können. Nur eine neue Weihung und ein erneutes Streben nach Erleuchtung kann das Wiederauftreten einer gewissen statischen Neigung verhindern; nur eine klare Vorstellung des Wesens der Verblendung und ihrer Wirkungen auf das Einzel- und Gruppenleben kann die Gefahr der Ansteckung durch jene Neigung ausschalten; nur ein demütiger Geist, der sich nicht mit den Fehlern und dem Versagen von anderen beschäftigt, kann die Gefahr einer Übertragung dieser Neigung zu einer kritischen, verurteilenden Haltung verhindern, und nur eine aufmerksame Wachsamkeit seitens einiger gewisser Mitglieder kann dieses neue Werkzeug vor einer Katastrophe bewahren, die auf unerfahrenem Selbstvertrauen beruht.
Ich habe ernstlich über die richtige Weise nachgedacht, wie ich vorgehen soll. Es boten sich verschiedene Möglichkeiten, alle betrafen die Gruppenarbeit an sich, keine von ihnen bezog sich auf euch als einzelne. Ich könnte mit den Gruppen so fortfahren, wie sie bestanden, aber was könnte ich noch sagen oder tun oder sie lehren? Das beständige Geben von Lehrstoff und Auskünften, das beständige Hinweisen auf Versagen und die beständige individuelle Ausbildung gehören nicht zur Technik der Hierarchie und ganz bestimmt nicht, soweit es den einzelnen Aspiranten betrifft. Wo es sich um Werte von Weltbedeutung und um Gruppenbewusstsein handelt, wird auf eine notwendige Wandlung hingewiesen, der Seele wird die Zeitlose Weisheit zyklisch verkündet, und Weltjünger werden ausgebildet; derart ist die bestimmte und vorgeschriebene Technik der Hierarchie. Aber es ist nicht ihre Arbeitsweise mit Persönlichkeiten und mit jenen, deren Orientierung vorwiegend in den drei Welten menschlichen Bemühens ist.
Es ist ihre Methode und ihr Arbeitsverfahren, um die Persönlichkeiten ihrer angehenden und gekennzeichneten Jünger zu erproben, und, falls sie den Anforderungen gerecht werden, zur Arbeit der [6] esoterischen Ausbildung überzugehen. Es ist ebenso mit Gruppen; diese werden in bezug auf die Gruppenpersönlichkeit geprüft und erprobt; von der Reaktion hängt die zukünftige Tätigkeit, sowohl der Gruppe, als auch ihres Meisters und Lehrers ab. Aber, wie ihr seht, es ist die Gruppe, die das Arbeitsverfahren entscheidet.
Ich habe mich bemüht, diejenigen aus dieser Gruppe zu entfernen, die sie womöglich gehindert haben würden, und welche die Gruppenmitglieder, wie sie augenblicklich beschaffen und motiviert sind, nicht zu absorbieren fähig sind. Gruppeneinheit ist nicht von persönlicher Sympathie, persönlicher Zuneigung und dem Verständnis abhängig, wie es unter Gruppenmitgliedern vorhanden sein mag, sondern von der Fähigkeit, jene Bestandteile die zunächst unsympathisch oder, vom begrenzten Gesichtspunkt des Gruppenmitglieds, sogar untauglich erscheinen, zu absorbieren und in sich aufzunehmen. Dies wird häufig übersehen, aber von der Fähigkeit, dies zu tun, hängt viel für den Erfolg der Gruppe ab. Wenn man sich noch nicht darauf verlassen kann, dass die Gruppe die nötige Absorbierung bewerkstelligt, ist die augenscheinliche Zurückweisung gewisser Leute nicht die Schuld jener Leute, sondern die der Gruppe, die noch nicht hinreichend integriert oder vereinheitlicht ist, um gewisse Charaktertypen und gewisse Tendenzen zu assimilieren. Die Erkenntnis dieser Tatsache sollte für die Bewahrung einer sehr notwendigen Demut fruchtbar sein. Euch wird nochmals eine Gelegenheit geboten. Ich möchte euch bitten, euch daran zu erinnern und euch im Zusammenhang mit diesem neuen Versuch zu bemühen, gleich von Anfang an einen demütigen Geist und die unbezahlbare Gabe des Schweigens zu entwickeln.
Eine Jüngergruppe muss, wie ich euch bereits gesagt habe, durch reine Vernunft gekennzeichnet sein, die immer mehr an Stelle von Motiven treten und schliesslich mit dem Willensaspekt der Monade, ihrem Hauptaspekt, verschmelzen wird. Das ist, technisch ausgedrückt, Shamballa in direkter Beziehung zur Menschheit. Was ist daher der Gruppenwille in irgendeinem Ashram oder einer Gruppe eines Meisters? Ist er in einer Form vorhanden, die lebenskräftig genug ist, um die Gruppenbeziehungen zu beeinflussen und alle zu einer Schar von Brüdern zu vereinigen, die vorwärts in das Licht hineinschreiten? Ist der geistige Wille der einzelnen Persönlichkeiten von solcher Stärke, dass er die persönlichen Beziehungen unbeachtet lässt und zu geistiger Erkenntnis, geistiger Wechselwirkung und geistigen Beziehungen führt? Nur in Anbetracht dieser grundlegenden [7] Wirkungen, des Zusammenstehens als Gruppe «im klaren Licht des Kopfes» ist es zulässig, dass ein Jünger einer persönlichen Empfindungsfähigkeit des Denkens Beachtung schenkt, und dies nur auf Grund einer zeitweiligen Begrenzung der Gruppe.
Ich habe nicht aus dem Grund darauf hingewiesen, in welcher Richtung die Gruppe versagt hat, um die Betonung auf das Versagen zu legen oder weil ich mich darüber zu äussern wünsche, sondern, weil Klarheit des Denkens und der Vision nötig sind, wenn die Arbeit in neu organisierter und lebenskräftiger Weise vorwärtsgehen soll. Wenn diese Neue Saatgruppe den Anforderungen gerecht wird, mögen wieder Gruppen erscheinen, die mit den ursprünglich geplanten Gruppen übereinstimmen. Sie werden als geistiges Ergebnis der esoterischen Offenbarung der Lebenskraft, die sich in der Saatgruppe befindet, entstehen.
Die Arbeit, die von uns in gemeinschaftlicher Zusammenarbeit (soweit es eure Ausbildung betrifft) geleistet werden soll, ist von mir in sieben Lehreinheiten gegliedert worden:
I. Bestimmt geplante Meditation.
II. Unterweisung über den Gegenstand der Einweihung.
III. Ausbildung in Telepathie.
IV. Erwägungen der Probleme der Menschheit.
V. Unterweisung über den Ätherkörper.
VI. Zuzüglich zu dem Obigen will ich einem jeden von euch ein gewisses Mass individueller Hilfe und Anweisung geben.
VII. Im Lauf der Zeit werde ich Auskunft über die Arbeit der Ashrame der Meister und ihr geplantes In-Erscheinung-Treten übermitteln.
Ich bitte euch, täglich zweimal relativ kurze Zeit für bestimmte und genau bezeichnete Meditation zu verwenden. Eine Periode (die wichtigste) muss der allgemeinen Gruppenmeditation gewidmet werden und die andere der Meditation, von der ich annehme, dass sie euch befähigen wird, als integrierte Persönlichkeit tätig zu sein, deren Bewusstsein mit der Seele verschmolzen und harmonisch
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|Last updated Saturday, February 14, 1998 © 1998 Netnews Association. All rights reserved.|