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Lancastergewehr
(spr. längkĕst’r-), Centralfeuergewehr, ein Hinterladungsjagdgewehr mit gasdichter Einheitspatrone und centraler Stiftzündung. Die Läufe werden, ähnlich wie beim Lefaucheuxgewehr, zur Aufnahme oder zur Entfernung der Patrone vom Hinterteil des Gewehrs zurückgeklappt. Beim Abziehen schlagen die Hähne je auf einen beweglichen Stift (Zündstift), und dieser trifft das Zündhütchen. Die Zündstifte kehren vermöge der Reaktionsfedern beim Zurückführen der Hähne nach dem Schuß in ihre ursprüngliche Lage zurück.
Die Patronen haben eine Hülse [* 2] von Pappe, deren Boden aus Metall besteht und mit vorstehendem Rand versehen ist. In der Mitte des Bodens befindet sich, wie bei den Patronen der Militärgewehre, das in einer Zündglocke auf einem Amboß sitzende Zündhütchen. Die Patronenhülse wird nach dem Schuß durch eine besondere Vorrichtung herausgezogen. Als Erfinder des Centralfeuergewehrs ist ein Gewehrfabrikant Bernimolin in Lüttich [* 3] anzusehen, der 1850, also früher als Lancaster, derartige Gewehre herstellte, die sich aber in Ermangelung einer geeigneten Patrone nicht einbürgerten.