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Nebst Antoinette de Weck kandidieren noch vier weitere FDP-Leute für den Freiburger Gemeinderat. Ihre Wahlchancen sind gleich null, doch helfen sie ihrer Partei, Stimmen für die Liste zu sammeln.
Der Fraktionspräsident
Jean-Pierre Wolhauser ist ein altbekannter FDP-Politiker: Er sass bereits von 1991 bis 2006 im Generalrat und kam 2011 wieder ins Stadtparlament. 2012/13 präsidierte er den Generalrat, heute ist er Fraktionspräsident. Dem Notar wurde das Politisieren und die Zugehörigkeit zur FDP in die Wiege gelegt: Bereits sein Vater war Generalrat in der Stadt Freiburg, und auch sein Grossvater war ein Liberaler.
Würde Jean-Pierre Wolhauser in den Gemeinderat gewählt, würde er das Gespräch mit der Wirtschaft suchen: «Ich würde die Probleme der Geschäftsleute und der Wirte näher anschauen», sagt der 62-Jährige. Er ortet Blockaden zwischen Gemeinderat und Wirtschaft, gerade bei der Verkehrs- und Parkplatzpolitik. Um diese aus dem Weg zu räumen, würde der Deutschfreiburger einen runden Tisch mit der Wirtschaft organisieren. «Und ich würde auch mehr Gespräche mit den Quartiervereinen führen.» Diese seien wichtig für das Zusammenleben in der Stadt.
Der Altgediente
Auch Jean-Noël Gex ist ein altgedienter Generalrat. In den 1980er-Jahren war Gex Präsident des Freiburger Schwimmklubs; die FDP fragte ihn an, ob er nicht für den Generalrat kandidieren wolle. So sass er bereits von 1981 bis 1985 im Stadtparlament, ging dann jedoch in die USA. Nach seiner Rückkehr 1987 zog er wieder in den Rat ein und politisierte dort bis ins Jahr 2000. Elf Jahre später kandidierte er erneut und wurde wieder gewählt.
Auch heute noch setzt sich Gex für die Schwimmerinnen und Schwimmer ein, nun als Präsident des Vereins «Ein olympisches Becken für Grossfreiburg», der sich für ein Schwimmbad beim Platy in Villars-sur-Glâne engagiert. Gex ist neu auch Mitglied des Vereins «Carnaval des Bolzes».
Gex hat 27 Jahre lang bei der Fotopapier-Herstellerin Ilford in Marly gearbeitet, bis diese in Konkurs ging. Heute ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bundesamt für Gesundheit. Als Gemeinderat würde er die Fusion mit den Nachbargemeinden vorantreiben. «Viele Probleme–wie Verkehr oder Raumplanung–sind nicht nur Probleme der Stadt, sondern der ganzen Region.»
Die Pragmatische
Deutlich weniger politische Erfahrung als Wolhauser und Gex bringt Eleonora Schneuwly Aschwanden mit. Die 52-Jährige ist seit 2012 Agglorätin für die FDP und sitzt seit Mai 2013 im Generalrat. Die Juristin und Mediatorin ist in der Konfliktberatung tätig. Sie stammt aus Schwyz, kam für das Studium nach Freiburg–und blieb dann in Zähringerstadt. Sie habe sich schon in ihrer Jugend für Politik interessiert: «Ich interessiere mich für Gesellschaftsfragen, für Menschen und das Funktionieren des Staates.» In Freiburg trat sie der FDP bei. Sie ist unter anderem Vizepräsidentin der kantonalen Kommission für die Gleichstellung von Frau und Mann und für Familienfragen. Würde sie Gemeinderätin, würde Eleonora Schneuwly den Pragmatismus in den Vordergrund stellen. Sie strebt ausgewogene Lösungen an, die den Einwohnern der Stadt Freiburg ein optimales Umfeld bieten «und finanzierbar sind».
Der Unerfahrene
Anthony Faessler ist mit seinen 41 Jahren der Jüngste auf der FDP-Liste. Er ist im Vorstand der städtischen FDP, hat aber kein politisches Amt inne. Der Romand hat in St. Gallen studiert und in Bern und Zürich gearbeitet und gelebt. Politisiert wurde er 1992, als das Schweizer Stimmvolk Nein zum EWR-Beitritt (Europäischer Wirtschaftsraum) sagte. «Seither war ich immer an grossen politischen Fragen interessiert.» Seit vier Jahren lebt er wieder in Freiburg; und so lange ist er FDP-Mitglied.
Faessler ist Risk Manager bei der Swatch Groupe in Biel. «Ich pendle, ich bin ein typischer Freiburger», sagt er lachend. Würde er in den Gemeinderat gewählt, wäre es ihm wichtig, Freiburg als Grossraum zu sehen. «Wir müssen über die Stadtgrenzen hinaus denken, um die wirtschaftliche Entwicklung fördern zu können.» Darum sei eine Fusion mit den umliegenden Gemeinden wichtig. «Und ich würde mich auf jeden Fall gegen eine weitere Steuererhöhung einsetzen.» njb