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Beschäftigte im Dienstleistungssektor
Die Wirtschaftsstruktur kann Hinweise zur wirtschaftlichen Effizienz sowie zu Standortvorteilen und -nachteilen einer Region geben. Städte sind heute meist vom 3. Sektor dominiert. Industrie- und Gewerbebetriebe siedeln sich immer seltener in ihnen an; sie bevorzugen in der Regel kostengünstigere Standorte in den Agglomerationen und/oder an verkehrstechnisch gut angebundene Lagen.
Statistischer Kommentar
Um 2011 waren in der Stadt Luzern 90 von 100 Beschäftigten im 3. Sektor angestellt. Dies ist im schweizweiten Vergleich eine hohe Quote, im europaweiten Vergleich sogar eine sehr hohe. In Basel, Winterthur und Biel/Bienne zählte fast jeder fünfte Arbeitsplatz zum 1. oder zum 2. Wirtschaftssektor, darunter viele in Hochtechnologie-Bereichen. Aber auch in diesen Städten überwogen die Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich.
Im europäischen Vergleich ist in den Schweizer Städten der Beschäftigtenanteil in den Bereichen Transport, Kommunikation, Finanzen und Immobilien hoch. Führend sind Zürich und Lugano, wo um 2011 ein Viertel respektive ein Fünftel der Erwerbspersonen in diesen Bereichen tätig waren. Vergleichsweise viele Beschäftigte in der öffentlichen Verwaltung, im Gesundheits- oder im Unterrichtswesen verzeichneten in diesem Zeitraum Nijmegen (47%) und Freiburg i.B. (38%), die französischen Urban-Audit-Städte (je 35%) sowie Bern (38%) und Lausanne (33,5%). Mit einem Anteil von 23 Prozent war in Luzern das Stellenangebot im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe grösser als in den anderen Schweizer Städten und befindet sich im europäischen Vergleich auf hohem Niveau. Anteilsmässig ebenso viele Stellen generierten in Luzern die Erbringer von wissenschaftlichen, technischen oder wirtschaftlichen Dienstleistungen.
Definition
Als Beschäftigte gelten Personen, die in einem Betrieb einen Arbeitsplatz innehaben. Arbeitet eine Person in mehreren Betrieben und besetzt so mehrere Stellen, wird sie bei Kennzahlen zur Beschäftigung mehrfach gezählt. Der Dienstleistungssektor umfasst alle Branchen des 3. Sektors. Nicht dazu gehören Land- und Forstwirtschaft (1. Sektor) sowie Industrie, Gewerbe und Bauwirtschaft (2. Sektor). Die Wirtschaftsstruktur kann als Verteilung der Beschäftigten auf die drei Sektoren dargestellt werden.