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Die Wasseramseln bilden innerhalb der Singvögel eine eigene Familie. Von den weltweit fünf Wasseramselarten lebt in Europa nur eine einzige.
Im Schweizer Mittelland führt die Wasseramsel normalerweise zwischen März und Juni eine oder zwei Bruten durch. Meistens finden sich dieselben Brutpartner im folgenden Jahr wieder an derselben Brutstelle zum Brüten ein. Dabei kann es sich um Partnertreue und/oder um Ortstreue handeln.
Das kugelförmige Nest erstellt die Wasseramsel an Felswänden, in natürlichen Nischen und Höhlen, in Wurzelwerken der Ufervegetation oder auch Bauten wie Brücken oder Pfeilern.Wer ihren Gesang kennt, der aus einem herrlich abwechslungsreichen Geschwätz hoher und teilweise auch kanarienvogelartiger Geräusche besteht, hat es nicht schwer, schon im Februar ihre Reviere ausfindig zu machen, welche vorzugsweise entlang von schnell fliessenden Gewässern liegen.
Auffälliges Balzverhalten
Schon sehr früh im Jahr beginnt bei diesen Vögeln die Balz. Für Singvögel ungewöhnlich ist, dass bei der Wasseramsel beide Geschlechter singen und balzen. Nicht nur das Wasseramsel-Männchen wirbt intensiv um ein Weibchen, auch das Weibchen zeigt auffälliges Balzverhalten. Bei der Balz reckt der eine Partner seine weisse Brust weit heraus, stellt sich aufrecht hin oder verneigt sich, vibriert mit den Flügeln und spreizt den Schwanz.
Das Weibchen legt zwischen 3 bis 6 Eiern, aus denen bereits nach rund zwei Wochen die Jungvögel schlüpfen. Die Eltern, am Gefieder nicht auseinander zu halten, kümmern sich während der nächsten rund drei Wochen gemeinsam um ihren Nachwuchs. Sobald dieser Flügge ist, ist er auch, wie die ausgewachsenen Wasseramseln, fähig zu tauchen und seine Nahrung unter Wasser zu finden. In den ersten zwei Wochen werden sie aber noch von ihren Eltern unterstützt.
Als typischer Vogel unserer Fliessgewässer ist die Wasseramsel ein guter Bioindikator für relativ saubere Flüsse und Bäche. Fliessgewässerrenaturierungen fördern die Nahrung der Wasseramseln, weil in naturnahen Fliessgewässern der Gewässergrund weniger stark verschlammt. Durch Renaturierungen werden zudem störungsfreie Bereiche geschaffen, welche der Wasseramsel und störungsempfindlicheren Fliessgewässerarten helfen. Wo geeignete Nistgelegenheiten oder sichere Brutplätze fehlen, können ergänzend spezielle Nistkästen für Wasseramseln unter Brücken, an Wasserschwellen, in Wasserkraftwerksstollen und an Stützmauern montiert werden.
Winter und Vorfrühling sind besonders gut geeignet, Wasseramseln an bisher unbekannten Fliessgewässern zu suchen. Denn die Laubbäume haben ihre Blätter noch nicht ausgetrieben und die letzten noch nicht verpaarten Wasseramseln balzen in der Hoffnung auf einen Partner. Oft sind sie zu dieser Zeit sogar die einzigen singenden Vögel überhaupt.
Die beste Zeit zum Beobachten von Wasseramseln ist zwischen Dezember und Februar, wenn die Wasseramseln ihr auffälliges Balzritual vorführen, oder im Mai und Juni, wenn die Jungen flügge sind und von den Eltern gefüttert werden.
Wasseramseln leben zum Teil mitten im Siedlungsraum und können dort oft besser beobachtet werden als in abgelegenen Gebieten, da sie sich an den Menschen gewöhnt haben.
Der Charaktervogel der Fliessgewässer, die Wasseramsel, wird in einem detaillierten Milanartikel portraitiert. Mit speziellen Nistkästen z.B. unter Brücken, an Stützmauern etc. können geeignete Nistmöglichkeiten für die Wasseramsel geschaffen werden. Baupläne für Nistkästen und Nistbrett stehen zur Verfügung. Ein Praxismerkblatt gibt Tipps, wie Wasseramseln konkret gefördert werden können.
Zum Vogel des Jahres hat BirdLife Schweiz ein ausführliches Portrait erstellt.
Finden Sie hier auch ein Schuldossier für die Arbeit mit Kindern