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<h2>SubmittedText<h2><p>Zu den Jubiläen "200 Jahre Helvetik" und "150 Jahre Bundesstaat" hat die Eidgenössische Münzstätte am 20. Mai 1998 vier Gedenkmünzen mit gesetzlichem Kurswert als Zahlungsmittel herausgegeben. Zu jedem der beiden Anlässe gibt es eine 20-Franken- und eine goldene 100-Franken-Münze. Allerdings hat die in der Geschichte der Schweizer Numismatik einmalig kleine Auflage der Jubiläumsgoldmünzen vielen Menschen die Jubiläumsfreuden 1998 gründlich verdorben.</p><p>1. Aus welchen Gründen sind für die Jubiläumsgoldmünzen 1998 die Auflagenzahlen (je 2500 Stück) derart tief angesetzt worden?</p><p>2. Steckt hinter der Miniauflage eine Marketingstrategie für die Zukunft?</p><p>3. Wäre mit einer höheren Auflage höherer Prägegewinn für die Bundeskasse zu erreichen gewesen?</p><p>4. Wie erklärt sich der Bundesrat die Werbeausgaben für nicht mehr erhältliche Jubiläumsmünzen?</p><p>5. Welche Möglichkeiten sieht der Bundesrat, dass im Jubiläumsjahr auch der "einfache" Schweizer zu einer Gedenkmünze kommt?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Aus Anlass der beiden Jubiläen "200 Jahre Helvetische Republik" und "150 Jahre Schweizerischer Bundesstaat" gelangten je eine Silbermünze mit einem Nennwert von 20 Franken und eine Goldmünze mit einem Nennwert von 100 Franken zur Ausgabe. Die beiden Silbermünzen wurden in den Qualitäten "unzirkuliert" - zu einem Preis von 20 Franken, in einer Auflage von über 100 000 Stück pro Münze - und "Polierte Platte" - zu einem Preis von 50 Franken (inkl. MWSt), in einer Auflage von 15 500 Stück - angeboten. Die Goldmünzen wurden zu einem Verkaufspreis von 550 Franken je Münze abgegeben, und die Auflage im voraus auf je 2500 Stück beschränkt.</p><p>1. Obwohl mit einem gesetzlichen Kurswert von 100 Franken versehen, wurden die Jubiläumsmünzen nicht als Zahlungsmittel, sondern als Sammlermünzen geprägt und ausgegeben. Auf der Basis eines Goldpreises von 14 000 Franken je kg berechnet, enthalten die Münzen einen Feingoldwert von zirka 285 Franken. Der Verkaufspreis von 550 Franken enthält damit eine Agio von 265 Franken zugunsten des Bundes; diesen Preis ist nur ein passionierter Sammler bereit zu zahlen. Auflage und Verkaufspreis der Goldmünzen wurden nach Rücksprache mit verschiedenen Kennern des schweizerischen Münzenmarktes festgelegt. Nach Abschluss der Bestellrunde der Schweizerischen Nationalbank bei den Banken, Münzenhändlern und Dauerabonnenten, sowie nach Berücksichtigung der Bestellungen am Stand der "swissmint" an den Münzenmessen in Basel und Bern, lagen die Bestellungen nur geringfügig über der vorgesehenen Auflage.</p><p>Wie das Beispiel der Goldmünze aus dem Jahre 1991 beweist, belasten zu hohe Auflagezahlen den Münzenmarkt über Jahre hinweg. Somit bestand keine Veranlassung, die vorgesehene Auflage der Goldmünzen nachträglich zu erhöhen; vielmehr war ein leicht steigender Marktpreis durchaus erwünscht. Die Aussicht auf steigende Preise kreierte jedoch im Nachhinein eine zusätzliche Nachfrage und schürte die Unzufriedenheit bei denjenigen Interessenten, die nicht mehr berücksichtigt werden konnten, weil sie oder ihre Bank die Goldmünzen nicht rechtzeitig bestellten.</p><p>2. Es besteht die Absicht, in Zukunft jährlich eine 100-Franken-Goldmünze zu prägen. Um den regelmässigen Erwerb dieser Münzen für den Sammler attraktiv zu gestalten, ist die Aussicht auf eine Vermehrung des Wertes der Sammlung im Verlaufe der Jahre von grosser Bedeutung. Diesbezüglich waren die Marktaussichten für eine moderne Goldmünzenserie der Schweiz durch das schlecht Image der Goldmünze aus dem Jahre 1991 erheblich beeinträchtigt. Ein guter Start der Jubiläumsgoldmünzen mit intakter Nachfrage und steigenden Preisen war daher für dieses Projekt von grosser Bedeutung. Es besteht jedoch keinesfalls die Absicht, mit Miniauflagen für Gold- und Silber-Gedenkmünzen den Markt auszupressen oder gewissen Kreisen einen Startvorteil zu verschaffen.</p><p>3. Am 3. September 1998 gelangt, zum 100. Todestag von C. F. Meyer, eine weitere Silber-Gedenkmünze zu 20 Franken zur Ausgabe. Die Auflage der Münze "unzirkuliert" beträgt 108 000 Stück, jene der Qualität "Polierte Platte" 14 500 Stück. Das gesamte Verkaufsvolumen der drei Gedenkmünzen 1998 beläuft sich damit auf über 11,5 Millionen Franken und liegt um mehr als 2 Millionen Franken über jenem der Gedenkmünzen 1997. Dabei ist zu beachten, dass infolge der Rezession auch der Absatz von Gedenkmünzen schwieriger geworden ist. Trotzdem konnte, dank den Anstrengungen des Bundes, das Verkaufsvolumen wertmässig erheblich gesteigert werden. Es muss jedoch stets darauf geachtet werden, die Aufnahmefähigkeit des Marktes nicht zu überfordern.</p><p>4. Die Werbung für die Jubiläumsmünzen erfolgte für die Gold- und Silbermünzen gemeinsam. Trotz des guten Verkaufserfolges der Goldmünzen mussten daher die geplanten Werbeaktionen im vorgesehenen Rahmen umgesetzt werden. Eine speziell nur auf die Goldmünzen ausgerichtete Werbung gab es nicht. Allerdings fanden die Goldmünzen in den Medien verständlicherweise mehr Beachtung. Im weiteren ist es wichtig, den Bekanntheitsgrad der Helvetica-Gedenkmünzen zu fördern, um das Verkaufsvolumen weiter steigern zu können. Trotz mehrjähriger intensiver Werbung für die Gedenkmünzen ist vielen Bürgern die Existenz und die regelmässige Ausgabe von Gedenkmünzen in der Schweiz unbekannt. Diese Wissenslücke gilt es zu schliessen, um ein nachhaltiges Wachstum des Verkaufsvolumens erreichen zu können. In diesem Sinne ist jede Werbung für eine neu auszugebende Gedenkmünze auch Werbung für die Gesamtheit der Helvetica-Gedenkmünzen.</p><p>5. Die Jubiläumsgedenkmünzen wurden in drei Qualitäten ausgegeben: Silber "unzirkuliert", Silber "Polierte Platte" und Gold. Der "einfache" Schweizer hat daher die Möglichkeit Silber-Gedenkmünzen zu 20 oder zu 50 Franken zu erwerben. Auch die Gold-Gedenkmünzen aus dem Jahre 1991, mit einem Nennwert von 250 Franken, können im Handel noch zum Ausgabepreis von 280 Franken (inkl. Etui) bezogen werden.</p>  Antwort des Bundesrates.