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Der R&B-Sänger Bruno Mars hat den Grammy für das beste Album des Jahres gewonnen. Bei der Gala am Sonntagabend (Ortszeit) in New York setzte er sich mit seinem Album «24K Magic» unter anderen gegen die Rapper Jay-Z und Kendrick Lamar durch.
Der 32-Jähriges gewann bei der diesjährigen Preisvergabe insgesamt sechs der begehrtesten Musikauszeichnungen der Welt. Auch der Preis für die Aufnahme des Jahres holte er mit dem Lied «24K Magic». Mit der Kategorie wird nicht nur der Künstler geehrt, sondern auch das gesamte Produktionsteam hinter dem Werk.
«Mein Vater, wenn du das hier (im Fernsehen) siehst, Papa, ich liebe dich. Schau mich an, ich bin bei den Grammys!», rief er bei der Annahme des Preises. Er setzte sich in der Kategorie gegen mehrere andere Grössen wie Jay-Z und Kendrick Lamar durch.
Als beste neue Künstlerin wurde Alessia Cara geehrt. Die kanadische Singer-Songwriterin wurde unter anderem durch ihren Synthie Pop-Song «Scars to Your Beautiful» bekannt.
Clinton teilt gegen Trump aus
Die Musik-Show schlug zuvor markige politische Töne an. Einen überraschenden Auftritt gab es von Hillary Clinton: Mit einer Lesung aus dem Enthüllungsbuch «Fire and Fury» teilten die frühere Präsidentschaftskandidatin und Star-Musiker gegen US-Präsident Donald Trump aus.
Die Demokratin Clinton, die gegen Trump bei den Wahlen im November 2016 verloren hatte, erschien überraschend in einem vorab aufgezeichneten Sketch von Moderator James Corden. Darin liest sie eine Passage aus Michael Wolffs Buch, das mit Details aus dem Wahlkampf und Trumps Zeit im Weissen Haus Schlagzeilen machte.
Auch Rapperin Cardi B, John Legend, Cher und Snoop Dogg lasen einige Sätze aus dem Buch. «Warum lese ich diesen Scheiss überhaupt?», fragt Cardi B, nachdem sie eine Passage zu Trumps angeblich regelmässigen Cheeseburger-Abendessen im Bett rezitiert hat. «Ich kann das nicht glauben. Lebt er so wirklich sein Leben?» Snoop Dogg fügte hinzu, ganz sicher nicht bei Trumps Vereidigung vor gut einem Jahr dabei gewesen zu sein.
Die Uno-Botschafterin der USA, Nikki Haley, reagierte prompt auf die verbale Ohrfeige vor einem Millionenpublikum gegen ihren Vorgesetzten und Parteikollegen Trump. «Ich habe die Grammys immer geliebt, aber dass Künstler das »Fire and Fury«-Buch lesen, war das Ende», twitterte Haley wenige Minuten nach dem Sketch.
Mehrere Stars trugen weisse Rosen
Aus Solidarität mit der #TimesUp-Bewegung zum Kampf gegen sexuelle Übergriffe trugen mehrere Musiker bei der Verleihung weisse Rosen am Revers oder in der Hand. Darunter waren Rapper Kendrick Lamar, Lady Gaga, Miley Cirus, Khalid, Sam Smith, Janelle Monae sowie Alessia Cara.
Die weisse Rose galt bei der Verleihung in New York als Pendant zur schwarzen Kleidung, in der Prominente bei der Golden Globe-Gala Anfang Januar erschienen waren. Die Grammy-Aktion hatte mit einem Aufruf der Gruppe «Voices in Entertainment» von 14 Frauen begonnen, die in führenden Positionen in der Musik- und Unterhaltungsindustrie in den USA arbeiten. Die weisse Rose stehe historisch für «Hoffnung, Frieden, Sympathie und Widerstand», schreiben die Gründerinnen.
Grammy für Schweizer Geigerin
Auch die Schweiz darf sich derweil über einen Grammy freuen. Die moldawisch-schweizerische Geigerin Patricia Kopatchinskaja gewann zusammen mit dem Saint Paul Chamber Orchestra einen der begehrten Musikpreise für die beste Kammermusik-Performance.
Die Weltklasse-Geigerin Kopatchinskaja wurde für das Schubert-Album «Death & The Maiden» geehrt. Im vergangenen Jahr gewann die 41-Jährige in der Schweiz den Grand Prix Music.
Patricia Kopatchinskaja wurde 1977 in Moldawien geboren und lebte mit ihrer Familie zunächst in Wien. Im Alter von 21 Jahren zog sie nach Bern, um ihre musikalische Ausbildung am Konservatorium abzuschliessen. Ab September 2018 wird sie in der Schweizer Hauptstadt für mindestens drei Jahre künstlerische Leiterin des international bekannten Kammerorchesters Camerata. Kopatchinskaja ist verheiratet, hat eine Tochter und lebt in Bern.
Bisher gab es drei Grammy-Preise für die Schweiz: 1987 gewann der Harfinist Andreas Vollenweider die Auszeichnung, 1990 der Musik-Ethnologe Marcel Cellier und 2016 der umstrittene Produzent Al Walser. (sda/afp/dpa/ap)