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Bildsprache ist eine Kommunikationsform von Bildern im Sinne der konzeptionellen Fotografie. Unter Bildsprache versteht man den Ausdruck eines Bildes im Kontext einer einheitlichen, konsequenten Sprache von Bilderserien, denen das einzelne Bild zugeordnet werden kann. Gemeint sind durchgängige Symbolik, Bezugsrahmen, Format, Ausdruck oder Ansprachen mit der Zielsetzung bestimmte Verhaltensmuster oder Emotionen auszulösen. Bildsprache zielt auf kontrollierte Wirkung eines Dialogs. Bildsprache interpretiert eine Wirklichkeit durch Akzentuierung und Zuweisung einer Bedeutung.
Eine Fotografie wirkt auf mehreren Ebenen: Durch den abgebildeten Inhalt, durch die formale Gestaltung oder auch die Fotoästhetik. Konzeptionelle Ansätze für durchgängige Bildsprachen finden sich auch in „Schulen“, wie die Neue Sachlichkeit, die eine Distanzierung gegenüber dem Objekt oder Sujet propagierte.
Um von einer fotografischen Bildsprache zu sprechen, bedarf es Serien von mehr als einem Bild. Eine einzelne Fotografie kann zwar zu einer Bildsprache gehören, nie aber eine eigene Bildsprache sein. Bildsprache ist das Instrument, eine bestimmte Bildmenge zu einer erkennbaren Einheit werden zu lassen.
Das Formale in der Bildsprache sind in erster Linie
Gesetzmäßigkeiten unserer Sehgewohnheiten. Mit seiner Bildsprache kann
ein Fotograf:inn diesen Sehgewohnheiten entsprechen oder sie durchbrechen.
Beispiel: Ein klassisches Modefoto entspricht unseren Sehgewohnheiten.
Mit der Benetton-Kampagne durchbrach Oliviero Toscani in den 1980er Jahren die tradierten Sehgewohnheiten bis hin zum Skandal, allerdings auch mit einer konzeptionell durchgängigen Bildsprache von hoher emotionaler Tonalität. Das gleiche gilt für Terry Richardson; er provozierte die Modeszene ab dem Jahre 2000 mit freizügigen Fotos aus der Kampagne für Sisley.