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Das Hochzeitsbild des österreichischen Widerstandskämpfers Rudolf Friemel und seiner spanischen Braut Margarita Ferrer Rey vom 18. März 1944 und weitere Dokumente sind nach Angaben der Stadt bis zum 30. September in der Wienbibliothek zu sehen.
Friemel sei damit beauftragt gewesen, für die Fahrzeuge der SS zu sorgen, erklärt der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig im Vorwort des Katalogs zur Ausstellung. So habe er unter besseren Bedingungen gelebt als andere KZ-Insassen. Unerklärt bleibe aber, warum er das Privileg erhielt, zu heiraten.
Die Braut, die mit dem gemeinsamen dreijährigen Sohn in Österreich lebte, der Vater und der Bruder Friemels durften für die Zeremonie anreisen. Rudolf Friemel durfte sich die Haare wachsen lassen und einen Anzug tragen. Für die Hochzeitsnacht wurde dem Paar ein Zimmer im Lagerbordell zur Verfügung gestellt.
Doch nur wenige Monate nach der Eheschliessung endete die Geschichte tragisch: Weil er bei einem Fluchtversuch geholfen hatte, wurde Friemel im Dezember gehängt. Seiner Frau und dem Sohn hinterliess er herzzerreissende Briefe und Gedichte.
Die Dokumente rund um die Hochzeit, die einen grossen historischen Wert haben, wurden der Stadt Wien von Friemels Enkel Rodolphe überlassen. Er sagte der Nachrichtenagentur AFP, für ihn sei «das Interessanteste», dass es «mitten im Grauen Liebe» gegeben habe.