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Zürcher Rittergeschlecht. Die Herkunft ist ungewiss, ein Zusammenhang mit den von Hinderburg zu Rapperswil von den Gütern her anzunehmen. In Zürich sind die B. ab Mitte des 12. Jh. nachweisbar, spätestens zu Beginn des 14. Jh. Inhaber eines Wohnturms an der Brunngasse. In den 1240er Jahren gehörten sie zu den Habsburger Ministerialen. Beziehungen zu den Rapperswilern und später evtl. zu den Regensbergern können vermutet werden, gesichert ist ein Konnubium mit den Stadtzürcher Ritteradligen Rümer. Kurz nach 1300 kamen die B. durch Heirat in den Besitz eines Teils der aarg. Burg Ruchenstein (Gemeinde Schinznach) und folgten damit der um 1300 innerhalb der Stadtritterschaft allgemein feststellbaren Tendenz einer zunehmenden Verankerung auf dem Land. Zur gleichen Zeit sind Mitglieder im Gefolge und als Lehensträger der Habsburg-Laufenburger anzutreffen. Die Genealogie lässt sich über fünf Generationen nur z.T. sicher abklären: Im 14. Jh. waren zwei Zweige vorhanden, deren Verwandtschaftsgrad nicht eruiert werden kann. Als Erster des Geschlechts wird 1155 ein Wernherus Piber genannt. Nach dem Einsetzen einer regelmässigen urkundl. Überlieferung um 1225 trat in der dritten bekannten Generation v.a. Johannnes hervor, der ab 1285 im Zürcher Rat sass und 1289-91 Schultheiss war. Sein Sohn Heinrich, 1319-51 im Rat, war einer der designierten Nachfolger Rudolf Bruns als Bürgermeister. Heinrichs Sohn Kraft konnte in den 1360er Jahren das soziale und polit. Erbe übernehmen; mit ihm starb 1364 das letzte männl. Mitglied des Geschlechts. Rudolf, der einzige bekannte Repräsentant des anderen Zweigs, war ab 1317 Ritter und Zürcher Ratsmitglied. Obwohl er 1330 von der Stadt mit einer hohen Geldbusse belegt wurde, scheint ihn dies nicht in ökonom. Schwierigkeiten gebracht zu haben. Im Gefolge der Zunftrevolution wurde er verbannt und kam am 23./24.2.1350 in der Zürcher Mordnacht um.
Literatur
– Sablonier, Adel, 123-130
– M. Lassner-Held, Der Zürcher Stadtadel 1330-1400, Liz. Zürich, 1989
Autorin/Autor: Franziska Hälg-Steffen