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«Welche Station kommt als nächste nach Inishbofin?» fragte mich, vielsagend lächelnd, ein Inselbewohner während der Fahrt auf die Insel. «Manhattan», gab er gleich selber die Antwort. Weil die Insel im äussersten irischen Westen liege, sei der nächste Ort in westlicher Richtung New York.
05. Nov 23
Ich hatte in Nordirland so viel gesehen und erlebt, dass ich Stoff genug hatte, um zurück in der Schweiz gleich mehrere Reportagen verfassen zu können.
15. Okt 23
Am Abend des Ostersamstags betrat ich in Derry das Bogside Inn, das einzige Pub im katholischen Arbeiterviertel, das ich von unserem Aufenthalt im Jahr davor bereits kannte.
01. Okt 23
Am folgenden Nachmittag verliess ich Dublin, stellte mich an die Ausfallstrasse in Richtung Norden und hatte nach kurzer Wartezeit bereits Glück. Ein junger Lehrer, der in der Hauptstadt einen Kurs besucht hatte, nahm mich mit bis Dunleer, wo er wohnte.
17. Sep 23
Nach meiner kritischen Beschäftigung mit dem Pestalozzi-Kalender – und der offenbleibenden Frage, ob Pestalozzi wohl seinen Namen dafür entlehnt hätte – musste ich diese Überdosis an Schweiz schnell wieder loswerden. Ich reiste nach Irland.
03. Sep 23
Nach meiner Hymne auf Joni Mitchell und ihr Leben jenseits der Konvention holte mich der Tages-Anzeiger unsanft zurück in die brave Schweiz zurück mit einem Thema, das mich zunächst nicht begeisterte: Ob ich nicht ein Porträt des Pestalozzi-Kalenders verfassen könne?
20. Aug 23
Das Jahr 1973 begann, und es sollte auch das Jahr werden, das mich dem sozialistischen Weg näher und näher brachte. Aus dem Kokettieren mit der Ideologie wurde mehr und mehr ein Bekenntnis, das mich in allem, was ich verfasste und dachte, begleitete. Am 4.
06. Aug 23
Zwei Wochen vor Heiligabend 1972 wartete auf die Rockmusikfans ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk der besonderen Art. Im Rahmen ihrer Europatournee kam eine britische Band nach Zürich, die – ähnlich wie Led Zeppelin – zu den ganz Grossen aufgerückt war: Pink Floyd.
23. Jul 23
Kaum dem Korsett der Schule entronnen, näherte sich meiner frischgewonnenen Freiheit neues Kettengerassel: der Militärdienst. Noch war ich erst 18, doch in einem Jahr würde auch ich mich entscheiden müssen. Einrücken – oder verweigern und dafür ins Gefängnis wandern?
22. Jul 23
Jesùs hängt sich an unsere Hüften. Oder sagt uns, den Singenden beim Becken zu halten und tief tief in die Erde zu ziehen. Ich stehe vor dem Klavier und nehme Töne ab. Ein Teil von mir will wegfliegen. Andreas hält mich fest.
09. Jul 23
Wenn ich die Vision meiner persönlichen Zukunft heute, 50 Jahre danach, wieder lese, bin ich ehrlich gesagt bewegt und auch dankbar.
25. Jun 23
Nach elf Jahren Schule, von denen die Zeit am Wirtschaftsgymnasium eine einzige Durchhalteübung gewesen war, drängte es mich unaufhaltsam ins echte Leben. Ich wollte mich spüren und das Leben erfahren – das richtige Leben.
22. Jun 23
Matala ist nicht nur wunderschön gelegen und nicht nur eines der sonnigsten Dörfer von Kreta – die Felsen am Strand von Matala sind von Höhlen durchsetzt, und junge Leute aus aller Welt machten die Höhlen zu ihren Wohnstätten. Einer von ihnen war der Deutsche Arn Strohmeyer.
11. Jun 23
September 1972. Die mündlichen Prüfungen verliefen erwartungsgemäss. Während ich im Fach Deutsch frei drauflos redete, blieb ich in der Mathematik geradezu sprachlos vor Unwissenheit, sodass ich nun wusste: Für die Matur reichte es nicht. Die 2 1/2 in Mathematik war mir sicher.
28. Mai 23
Noch nicht einmal zurück in der Heimat, machte ich mir im Flugzeug Gedanken darüber, was Elias und mich auf die irische Insel gezogen hatte:
14. Mai 23
Im unabhängigen Süden erwartete uns eine andere Welt. Der Gegensatz hätte nicht grösser sein können. Nach den tristen, gewaltdurchtränkten Bildern von Belfast und Derry erlebten wir eine friedliche und intakte Ordnung, in der die Kirche – es gab nur eine – noch mitten im Dorf stand.
30. Apr 23
«Wir fahren in Richtung Westen, nach Londonderry – oder Derry, wie uns die Katholiken belehrten –, ein prachtvoller Sonnenuntergang strahlt uns entgegen, und für Momente vergessen wir, dass wir in Nordirland sind.» So erzählte ich weiter in meinem Reisebericht für den Tages-Anzeiger.
16. Apr 23
Juli 1972. Angekommen in Ballymurphy, dem katholischen Arbeiterviertel, wagten wir uns am Nachmittag in die Belfaster City.
02. Apr 23
Juli 1972. Am Montag der ersten Ferienwoche, irgendwann gegen Abend, wanderten zwei junge Schweizer vom Dubliner Flughafen hinüber zur Überlandstrasse, um von dort aus per Autostopp in die Stadt hinein zu gelangen. An der Strasse angekommen, wies ein Schild nach rechts Richtung Dublin City.