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Tierbücher und Copy/Paste
Gessners Tierbücher beruhen auf genauer Beobachtung, Literaturstudium und Gelehrtenkorrespondenz. Zugrunde liegt die aristotelische Unterscheidung der lebendgebärenden und eierlegenden Vierfüssler, Vögel, Wassertiere, Schlangen und Insekten. Die vier Bände der lateinischen Erstausgabe erschienen zwischen 1551 und 1558 bei Froschauer, das Schlangenbuch postum 1587. Gessner benennt die Tiere in bis zu 13 Sprachen, untersucht deren Verbreitung, Lebensweise, Gefühlsleben, Nutzen für den Menschen und Vorkommen in der Literatur. Die volkssprachlichen Übersetzungen durch Caspar Wolff, Conrad Forer, Rudolph Heusslin und Johannes Herold bewirkten drastische Kürzungen und Umstellungen. Insgesamt handelt es sich dabei nicht mehr um Lexika, sondern um volksnahe Einführungen.
Die Abbildungen des Rhinozeros‘ und der Hunde entstanden in Anlehnung an Werke von Albrecht Dürer. (Signatur: MUE Holzer fol A 65 / MUE Rar alt fol 421)
Die Abbildung des Säbelschnäblers erschien in der ersten Ausgabe der Tierbücher in Latein. (Signatur: MUE Zesa 20)
Das Fischbuch in der volkssprachlichen Ausgabe von Conrad Forer, enthält die Abbildung eines Wals, der ein Schiff zerstört (Signatur: MUE Zesa 21). Offensichtlich ist diese Illustration in Anlehnung an Olaus Magnus‘ Carta Marina entstanden.
Zum Vergleich hier die Abbildung des Seeungeheuers im Kommentarband zur Karte von Magnus. (Signatur: SOB RoEu 295)
Gessner schloss in seinen Tierbüchern auch Fabelwesen ein. Ist die siebenköpfige Wasserschlange (12) bloss ein Wesen der Fiktion, oder hat sie eventuell doch existiert? (Signatur: MUE Gross Z 400 : 3)
Der Holzschnitt von Erhard Reuchwich in Bernhard von Breydenbachs Reisebericht aus dem Heiligen Land (Signatur: MUE Bong V 929 : 1) stand Pate für Gessners Pavian.