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06.06.2014
Wir säen Zucker-und Popcornmais aus.
Am Freitag, 5.6. steckten wir die Hand in den Boden. Dies ist die geeignete Methode, um den Zeitpunkt festzustellen für Kulturen die direkt ins Freiland gesät werden und welche auf einen aufgewärmten Boden angewiesen sind (Zucker- und Popcornmais, Stangen- und Buschbohnen, Soja, evtl. Gurken). Für eine rasante Entwicklung dieser Kulturen ist ein warmer Boden Bedingung.
Als Bodenvorbereitung für den Zucker- und Popcornmais säten wir im März Alexandrinerklee aus. Dieser ist jetzt ca. 30 cm hoch. In diesem Kleeteppich jäteten wir all 50 cm einen Streifen von 20 cm Breite aus. Danach schnitten wir den restlichen Klee auf 10 cm Höhe ab und sammelten das Schnittgut ein, um andere Kulturen zu mulchen.
Am Samstag lockerten wir die vorbereiteten Streifen mit dem Kräuel und zogen mit dem Stielende nicht zu tiefe Rillen. Danach drückten wir mit der Eckseite eines 50 cm langen Dachlattenstückes die fertigen Saatrillen in die vorgezogenen Rillen. Diese Methode garantiert eine gleichmässige Tiefe der Saatrillen und dadurch ein gleichmässiges Auflaufen der Saat.
Je nach Sorte säten wir nun die Maissamen mit einem Abstand von 10-20 cm in der Reihe aus.
Da wir von einigen Sorten genügend Saatgut besassen, legten wir noch einen zweiten Samen zum ersten dazu, um sicher ein durchgehendes Auflaufen zu erreichen und somit keine Lücken in der Reihe zu bekommen. Jetzt ist wichtig, die Samen maximal mit 1-1,5 cm Erde zu decken. Eine Aussaatregel besagt, dass ein Same maximal 2-3x des Samendurchmessers überdeckt werden darf (Ausnahme sind sogenannte Lichtkeimer wie Salate, sowie die meisten Bohnen und auch zum Beispiel der Roggen. All diese Pflanzensamen wollen die Glocken läuten hören !) und je später man im Jahr zur Aussaat kommt, desto weniger tief sollte man säen.
Indem wir ca. 2 cm parallel zur Samenlinie zuerst die eine Seite, dann die andere Seite mit dem Zeigfingerspitz entlang ziehen, überdecken wir die Saat. Um einen guten Bodenschluss zu erreichen, drückten wir die Saatrillen mit der Flachseite des Dachlattenstückes mit Gefühl aber dennoch fest an.
Je nach Maissorte können wir nach 95 – 105 Tagen mit dem Ernten der ersten Kolben beginnen.
Wir pflanzen die Tomaten.
Im Tomatenhaus haben 18-20 Pflanzen Platz. Wir stecken dazu vorab kleine Pfähle in einem Abstand von 80 x 80 cm in den Boden, um die Pflanzlöcher zu markieren, derweilen jemand schon mal eine Schubkarre voll Mist aufladen ging. Um die Pfähle rodeten wir die Gründüngung Phacelia in einem Durchmesser von 30 cm und verwendeten dieses Material wiederum zum mulchen von schon bestehenden Gemüsepflanzen. In diesem Fall kam der Broccoli hinter dem Haus in den Genuss.
Jetzt gruben wir mit dem Spaten ein ca. 25 cm tiefes und spatenbreites Loch und deponierten die Erde seitlich. Wir legten 2-3 handvoll Mist ins Loch und füllten mit wenig Humus auf, damit die Tomatenwurzeln nicht direkt auf den Mist gepflanzt werden. Nun topfte jemand den ersten Tomatensetzling aus, lockerte mit den Finger den Wurzelballen, um die Wurzel zu ihren vollen Länge zu lösen, damit diese Wurzelenden in die Tiefe gepflanzt werden können. Der Setzling wurde ins Pflanzloch gehalten und mit dem Humus des ersten Spatenstichs aus dem zweiten Pflanzloch sorgfältig die in die tiefe hängenden Wurzeln eingedeckt. Mit der Aushuberde des 2. Pflanzloches wurde die erste Pflanze ganz eingegraben. Die Tomaten dürfen ruhig etwas tiefer gepflanzt werden, als sie im Topf standen. Jetzt wurde die erste Pflanze mit dem Daumen und Zeigfinger beider Hände kräftig und doch wieder mit Gefühl angedrückt. Das 2. Pflanzloch war jetzt schon fertig ausgehoben und wir füllten auch in dieses wieder 2-3 handvoll Mist und verfuhren weiter, wie bei dem ersten Setzling usw. Um die letzte Pflanze einzugraben, trugen wir die Erde des 1. Pflanzloches mit einem Eimer zurück. Alle Setzlinge schwemmten wir mit je 5 l Wasser gut ein. Um die Tomaten im Haus aufzubinden, werden wir unterhalb des Daches über den zwei Reihen je einen Draht spannen, an denen wir Kokosschnüre anbinden daran wir die Tomaten aufbinden können.
Wir säen Stangenbohnen und pflanzen Rondinis, Edelwicken und Kapuzinerkresse zu der Laube.
Bei dem Mitte April erstellten Laube aus Tannenäste (siehe Aarefeldnotizen vom 5. und 11. April) rodeten wir ebenfalls die Gründüngung um die einzelnen Stangen und verwendeten dieses wiederum als Mulch. Mit einem Handhäckeli lockerten wir die Erde und legten je nach Sorte 7-9 Bohnen in einem Kreis um das Stangenende aus. Wir legten zwei Bohnen mehr aus als auf der Samentüte beschrieben und zwar aus dem Grund, dass wir immer noch, wenn alle keimen würden dementsprechend die überzähligen Bohnen ausreissen können. Danach drückten wir die Bohnen nur ca. 1 cm in die Erde (siehe oben). Zu einer Stange am Eingang der Laube pflanzten wir die Edelwicken. Zu drei Stangen, eine am Eingang und Ausgang und in der Mitte der Laube setzten wir Rondinis (Kürbisgewächs mit runden grünen,10-15 cm Durchmesser grossen Früchte, die auch Mist ins Pflanzloch bekamen) und bei drei Stangen pflanzten wir noch Kapuzinerkresse. Alle diese Pflanzen, ausser den Bohnen, müssen wir im Jahr nun laufend aufbinden, da diese nicht selber klettern können.
Wir setzen die Kartoffeln.
Um ein stark verunkrautetes Stück Garten wieder oder Rasen/Wiese neu für Gemüsekulturen bereit zu stellen, eignet sich die Hackfrucht Kartoffel bestens. Genau auf einem solchen Stück Land bauen wir diese Jahr die Kartoffeln an. Im Vorfeld dieser Arbeit jäteten wir schon mal mit der Grabgabel das Gröbste aus. Dies erleichtert natürlich die Pflegearbeiten an den Kartoffeln, wäre aber nicht zwingend nötig gewesen. Diese Vorbereitung zeigt auch sehr gut, wie viele Menschen sich für den Gemeinschaftsgarten einsetzten. Da haben wir wirklich genügend Ressourcen, inklusive zweier kleiner Kartoffelbeete, welche Kinder und Enkelkinder angelegt haben und diese auch selbständig pflegen wollen.
Zu der Vorbereitung einer Kartoffelkultur zählt das frühzeitige Bestellen der gewünschten Sorten (Januar/Februar), das Vorkeimen an einem hellen, temperierten Ort (10-12C°) und die Düngung der Fläche mit Mist und einer feinen Schicht (wie gepudert) mit Biolith und Asche. Wir zogen die Fuhren in einem Abstand von 50-60 cm, indem wir rückwärts mit der Kartoffel- oder Spitzhacke hackten und so gleichzeitig der Humus sich links und rechts zu einem Walm aufhäufte. Nun konnten wir die Kartoffeln in einem Abstand von ca. 30-35 cm einlegen. Gleichzeitig beschrifteten wir die einzelnen Sortenreihen mit grösseren Holzlattenstücke und schrieben mit wasserfestem Filzstift die Sortennamen drauf. Jetzt deckten wir die Kartoffeln mit Erde, indem wir die gleiche Arbeit mit der Kartoffelhacke jeweils zwischen den eingelegten Reihen ausführten und so die Wälme sich über die Kartoffeln zurück legten. Da wir recht spät die Kartoffeln setzten, achteten wir darauf, diese nur ganz leicht zu überdecken. So werden die Keime schon in ca. 10-14 Tage aus der Erde stossen und wir können sie dann schon das erste mal anhäufeln (hacken).
Welche Sorten wir gesetzt haben, kannst Du aus der folgenden kurzen Kartoffelgeschichte rauslesen.
Viel Spass.
Nicola, Charlotte und Désirée, ruft der Patronas, schaut dieses Weltwunder, dass wie ein Goldsegen nach den Ostaras alle acht Wochen Nüdelis in der allerfrühsten gelben Mittagszeit über die Agria der blauen St. Galler schwebt.
Gemeinschaftsgarten Aarefeld