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ADAM ZELTNER – EIN LEBEN ZWISCHEN MÜHLEN – 2015
Informationen zu der Produktion
Das neuste Schauspiel der Gäuer Spielleute spielt im 17.Jahrhundert. Der dreissigjährige Krieg kreierte in unseren Nachbarländern eine Situation des Elends, der Trauer und der Armut. Da die Schweiz von den kriegerischen Auseinandersetzungen verschont blieb, konnten vor allem die Bauern und die Kantonsregierungen profitieren. Da die Bauern ihre Ware teuer ins nahe gelegene Ausland verkaufen konnten, forderte die Regierung von ihnen mehr Steuern. Nach dem Ende des Krieges kehrte sich die Situation rasant. Der Erwerb der Schweizer Bauern verringerte sich gewaltig und die Kantonsregierungen waren nicht bereit die Steuern zu senken. Das Fundament für den folgenden Bauernkrieg war errichtet. Adam Zeltner, ein friedliebender Mann, litt unter den Auseinandersetzungen und versuchte zwischen den Bauern und der Solothurner Regierung zu vermitteln, was ihm gut gelang. Als er sich mit den Bauernvereinigungen anderer Kantone solidarisierte, die mit ihrer Obrigkeit nicht klar kamen, geriet er aber unweigerlich zwischen die Fronten. Die politischen Unruhen im In- und Ausland forderten viele Einzelschicksale. Obdachlose Menschen waren in den Dörfern omnipräsent und hofften auf die Hilfe der anderen. Wenn diese ausblieb holten sie sich ihre Unterstützung auf illegale Weise. So wurden sie als Landplage empfunden und wurden oft wie Tiere gejagt.
Im Schauspiel repräsentiert der Chor die geschundenen Menschen und bringt durch den Gesang das Spannungsfeld zwischen Menschenwürde und Menschenverachtung zum Ausdruck. Oft werde ich gefragt, ob es sinnvoll sei, alte, vergangene Zeiten in einem Theaterstück aufzunehmen. In dieser Frage versteckt sich vermutlich die Ansicht,dass wir genügend aktuelle Themen hätten um sie auf die Bühne zubringen. Ich bin der Überzeugung, dass sich gerade historische Stücke ausgezeichnet eignen, um die Aktualität zu reflektieren. Wer sich «Adam Zeltner» mit der Brille des Zeitgeschehens anschaut, wird unweigerlich auf Fragen stossen, die in der Schweiz und in Europa im Moment präsent sind: Mit welchen Zielen werden politische Strukturen aufgebaut? Wer bestimmt diese Ziele? Wie sieht das Spannungsfeld zwischen Eigen- und Fremdinteressen aus? Wie gehen wir mit den Geschundenen unserer Zeit um? Und zuletzt: Will ich meinen Kragen für das Wohl anderer riskieren? Dies alles tönt nach Tragödie. Das war es auch zu jener Zeit und ist es heute noch. Aber das Leben bietet zum Glück in aller Tragik stets eine Plattform für die Komödie. Denn die einzelnen Personen, mit ihrer Eigenart, Schwächen und Grenzen, bieten genügend Stoff zur amüsanten Unterhaltung. Auch das war früher so und ist es heute noch! In diesem Sinne werden wir Gäuer Spielleute dieses Jahr wiederum alles geben, um die Biographie des Adam Zeltners auf die Bühne zu bringen, dich, liebes Publikum, zu unterhalten und für eine kurze Zeit in eine «andere Welt» zu entführen.
Im Namen des Schauspielteams
Christoph Schwager, Autor und Regisseur