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Architekturmodellbauer/in
Nach einer vierjährigen Ausbildung fertigen Architekturmodellbauer[1] anhand von Plänen sowie Zeichnungen und unter der Anwendung von Handwerkzeugen und Maschinen (z.B. Kreissägen, Feinbandsägen, computergesteuerte Maschinen, etc.) Modelle von Gebäuden, Innenräumen, Siedlungsgebieten und Parkanlagen sowie Industrie- und Designprodukte.
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Die einzelnen Modellbauteile, die vor allem aus Holz, Metall, Gips, Kunststoff, Karton und Kork bestehen, werden zumeist mittels Leim, Schrauben oder auch durch Löten verbunden und bei Bedarf mit Spachtelmasse sowie Streu- und Naturmaterialien überzogen. Zur besseren Veranschaulichung werden die Modelle zusätzlich gefärbt und zum Teil mit Figuren, Möbeln, Bäumen sowie Büschen ausgestattet. Daher sollten angehende Architekturmodellbauer unter anderem über ausreichend räumliches Vorstellungsvermögen, zeichnerische Begabung und handwerkliches sowie feinmotorisches Geschick verfügen.
Ähnliche Voraussetzungen waren bereits im Frühmittelalter von Nöten, als im Auftrag von Adel und Geistlichkeit und unter Anleitung von wanderten Werkmeistern europaweit Burgen und Schlösser sowie Kirchen und Klöster gebaut wurden. Inwiefern sich die wandernden Bauhandwerker dieser Zeit dem Modellbau bedient haben lässt sich bedingt feststellen. Als gesichert gilt allerdings, dass sich im schweizerischen Baugewerbe fortwährend ein qualifiziertes und wanderndes Handwerk bildete. Dieses organisierte sich im Zuge der Städtegründung im Hoch-und Spätmittelalter in Zünften und Bruderschaften. Neben dem zünftig organisierten Bauhandwerk entwickelte sich allmählich auch ein gewinnorientiertes Unternehmertum. So wurden bereits 1478 beim Bau der Zuger St. Oswaldskirche Bauaufträge durch Lohnarbeiter im Akkord ausgeführt.
Im 19. Jahrhundert mit der Auflösung der Zünfte konnte zwar die Wanderschaft im Baugewerbe nicht mehr aufrechterhalten werden, zugleich jedoch wurden Bestrebungen unternommen die Baumeister zusehends zu intellektualisieren. In diesem Zusammenhang wurde 1855 das Eidgenössische Polytechnikum (ETH) in Zürich mit einer Architektur- und einer Ingenieurabteilung eröffnet, die bereits im 20. Jahrhundert zur wichtigsten Ausbildungsstätte für Architektur in der Schweiz zählte. Obschon angehende Architekten im 20. Jahrhundert immer noch bevorzugt die Hochschulen in Deutschland (München, Stuttgart, Berlin) und Frankreich (Paris, Ecole des Beaux-Arts) besuchten, folgten in der Schweiz weitere Eröffnungen von Architekturausbildungsstätten (z.B. ETH Lausanne), die heute weltweit zu den renommiertesten Hochschulen gehören. So gilt Architektur heute, nicht zuletzt dank diesen Ausbildungsstätten, sowohl als zweckorientiertes Handwerk wie auch als Disziplin der bildenden Künste.
[1] Für bessere Lesbarkeit wird nur die männliche Form verwendet.Alternative Schreibweise: Architekturmodellbauerin.
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Literatur
Lüthi Christian: Baugewerbe, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), abgerufen am 30.07.2018.
Reinle Adolf: Architektur, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), abgerufen am 22.08.2018.
www.berufsberatung.ch → Eintrag Architekturmodellbauer/in, abgerufen am 22.08.2018.
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