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Gerne würde ich ja über meine Integrationsversuche in Tansania sprechen. Doch angesichts meines Reisezwecks – ein zweimonatiges Praktikum bei der englischsprachigen Zeitung „The Citizen“ in Daressalam – ist wohl ein anderer Aspekt vordringlich: Ich habe noch nicht mit der Arbeit begonnen.
Dabei war am Montagmorgen doch alles glatt angelaufen: den „Citizen“ erfolgreich lokalisiert, mich in der Redaktion vorgestellt und in der Kantine gemeinsam Mittag gegessen. So konnte es weitergehen. Ging es aber nicht. Am frühen Nachmittag werde ich ins Büro des editorial managers bestellt. Ich vermute nichts Gutes. Der Anfang des Gesprächs ist unverfänglich, doch plötzlich sagt er: „Mister Roger, I am very sorry.“ Ich müsse die Redaktion verlassen, denn die nötigen Papiere, sie fehlten, sagt er. Einigermassen perplex, erwähne ich das Business Visum; den Vertrag, der an den Citizen ging; oder das Einladungsschreiben, das ich vom Citizen erhalten habe. Umsonst. Ich müsse jetzt gehen. Er rufe mich an. Tut er allerdings nicht.
Am Dienstag breche ich erneut zur Redaktion auf. Dieses Mal mit dem Vertrag in der Tasche, der angeblich nie auf der Redaktion angekommen ist. Er scheint vor allem irritiert zu sein, dass ich bereits wieder in den Redaktionsräumen anzutreffen bin, nimmt den Vertrag aber schliesslich entgegen. Er rufe mich an. Das Telefon bleibt stumm.
Am Mittwochmorgen mache ich mich wieder auf. Kurz bevor ich ankomme, ruft er mich tatsächlich an. Er erwarte mich um 10 Uhr, ich solle am Empfang warten. „This is a serious issue“, sagt er. Wieso, verstehe ich nicht. Der Vertrag lautet seit Jahren gleich, es gab mündliche Absprachen, er hat nichts gegen den Inhalt einzuwenden. Aber: „We need to receive this letter directly from the Swiss school of journalism.“ Und: Nicht er soll als als Vertreter vom Citizen im Vertrag erscheinen, sondern jemand vom HR. Alles klar: Ich rufe die Journalistenschule MAZ an und bitte diese, ihm den Vertrag zu mailen. Wer soll denn auf dem Vertrag fungieren? Das müsse er abklären. Er rufe mich an.
Auf der Redaktion wundern sich einige über sein Verhalten. Er wolle sich nur aufspielen, meint eine Kollegin. Dies sei halt so in Afrika. Jemand anderes macht mich darauf aufmerksam, dass das HR nur aus einer Person bestehe. Und ich? Ich warte auf den Anruf. Sonst ist es übrigens recht toll hier :). Wieso genau, erzähle ich euch das nächste Mal. Falls ich bis dann nicht wieder zurück in der Schweiz bin.