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Raphaël ist die Kontaktperson für Teilnehmer_innen der Transtagung aus der Romandie und führt die Übersetzungen ins Französische durch.
Ich heisse Raphaël, aber manchmal verwende ich in gewissen Situationen auch andere Vornamen. Ich bin ein Cis-Mann. Das ist mir nicht wichtig, aber ich fühle es einfach so. Als Kind in meine Fantasien war ich oft «die Prinzessin» oder die «Frau des Helds», aber diese weiblichen Träume haben einfach aufgehört, als ich verstanden habe, dass ein Mann sich auch in einem Mann verlieben kann. Folglich bin ich ein Mann, der auf Männer steht.
Ich komme aus Lausanne und habe seit Ende 2007 eine kleine und gemütliche Wohnung im Zentrum von Basel. Ich wohne allein und mein Partner wohnt in einer WG in einem anderen Quartier von Basel. Ich bin nicht besonders stolz cis zu sein. Es ist nur einfach und es ist unproblematisch bei mir. Aber ich bin stolz ich zu sein! Ich bin glücklich schwul zu sein, weil die Auseinandersetzung mir ermöglicht hat mir selbst wichtige Fragen zu stellen. Konkret: Schwul sein hat mir gezwungen Abstand zur evangelikalen Freikirche zunehmen und erst seitdem habe ich inneren Frieden gefunden.
Ich fand es sehr schön Trans-Menschen durch den TGNS und die Transtagung kennenzulernen. Wir sind alle anders aber haben gemeinsame Interesse und Ziele. Ich finde es schön, wenn Trans-Menschen sich nicht von Cis-Menschen absondern müssen. Genauso finde ich es toll, wenn Heteros und LGBT-Menschen eine Aktion für die Vielfalt gemeinsam durchführen. Ich möchte gerne die Trans-Bewegung unterstützen, weil sie mir wichtiger, dringender und motivierter als LGB-Aktivismus erscheint. Ich habe viel Erfahrung mit Schwulenorganisationen und ich habe das Gefühl, dass Schwulen im Moment zu wenig tun um in der Gesellschaft akzeptierter zu werden. Im Gegenteil habe ich erlebt, dass der Individualismus die Schwulen selbst homophob machen kann. Ich hoffe mehr Solidarität in der Trans-Community zu erleben.
Das Bild zeigt meine kleine Bibliothek zu Hause. Sie enthält fast nur Sachbücher, weil ich immer alle anderen Bücher weitergebe, nachdem ich sie gelesen habe. Ich schätze Bücher und Wissen sehr – Sprachen und Philosophie vor allem, weil sie den Umgang mit anderen Menschen erlauben. Meine Bibliothek gefällt mir besser seitdem mein Partner sie eingeordnet hat: Ein Regenbogen ist meine Lieblingsordnung, da gibt es kein Anfang und kein Ende. Alles im Regenbogen ist nur schön und unentbehrlich.
Bei der Transtagung helfe ich als Organisator, weil ich an den ersten beiden Schweizer Transtagungen teilgenommen habe und es hat mir wahnsinnig viel gebracht hat. Es freut mich, wenn ich mit meinen sprachlichen Fähigkeiten auch etwas zurückgeben kann, so dass diese 3. Transtagung noch besser wird!
Vielen Dank Raphaël.