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Sorgende Gemeinschaft, auf Englisch «Caring Community» und «Compassionate Community, ist als Reaktion auf verschiedene gesellschaftliche Entwicklungen zu verstehen. Sie bezieht sich einerseits auf den Sorgebedarf in allen Bereichen der Pflege und Betreuung von auf Unterstützung angewiesenen Personen (gesamte Lebensspanne) sowie auf die gesellschaftlichen Bedingungen in welcher die Sorgeaufgaben erbracht werden müssen. Andererseits spricht Sorgende Gemeinschaft den durch verschiedene gesellschaftliche Entwicklungen hervorgerufenen schwindenden sozialen Zusammenhalt an. Im Sinne der Politikwissenschaftlerin Joan Tronto birgt Sorge die Möglichkeit, gesellschaftliche Veränderungen herbeizuführen. Die Aktionskonferenz «Care-Revolution» beispielsweise macht unfair verteilte Sorgeaufgaben sichtbar und prangert die Ökonomisierung im Sorgebereich an.
Gefordert wird eine «Demokratisierung der Sorge» (Tronto 2013). Als Angelpunkt einer neuen Gesellschaftsordnung schliesst der Sorge-Diskurs damit an die Debatte rund um alternative Wirtschafts- und Arbeitszeitmodelle an. Auf individueller Ebene wollen auf Unterstützung angewiesene ältere Menschen ihrem Bedürfnis nach sozialen Beziehungen und ihrem Wunsch nach einer Aufgabe und einem Platz in der Gesellschaft nachkommen. Sorgende Gemeinschaft verbindet die persönliche und gesellschaftspolitische Ebene im Sinne des «guten Lebens».
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