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Nach ein paar sonnigen Tagen über Ostern brachten wiederholte Fronten im Norden und in Graubünden viel Neuschnee in der Höhe. Zeitweise wurde am Alpennordhang vor grosser Lawinengefahr, Stufe 4, gewarnt. Die Schneehöhen stiegen Mitte April erstmals diesen Winter im Norden in der Höhe verbreitet auf nahezu durchschnittliche Werte; im Süden waren sie weiterhin stark unterdurchschnittlich.
In der Nacht auf Dienstag, 11. April setzte im Norden und Westen Niederschlag ein. Die Schneefallgrenze lag zunächst noch zwischen 1500 und 2000 m (Abbildung 1). Ab Mittwochnachmittag, 12. April schneite es auch in Graubünden intensiv. Am Donnerstag verlagerte sich der Niederschlag mit Nordwind an die typischen Staugebiete des Alpennordhangs und nach Nordbünden und die Schneefallgrenze sank gegen 1000 m. Am Freitag, 14. April gab es eine Niederschlagspause. Gegen Osten blieb es oft trüb, aber im Westen und Süden strahlte die Aprilsonne.
In der Nacht auf Samstag, 15. April erreichte bereits die nächste Störung die Schweizer Alpen. Wieder traf der Hauptniederschlag den zentralen und östlichen Alpennordhang. Die Schneefallgrenze lag meist zwischen 1200 und 1400 m. Der Niederschlag war vor allem in der Nacht auf Sonntag, 16. April sehr intensiv. Es schneite aber noch bis am Montagmorgen, 17.4. weiter.
In der Bildgalerie (Abbildung 2) ist der Niederschlag in 24-Stunden-Schritten jeweils bis morgens um 06:40 Uhr (UTC) abgebildet.
In Summe fielen die in Abbildung 3 dargestellten Neuschneemengen. Am meisten Schnee gab es am Nördlichen Alpenkamm vom Sustenpass bis in die Glarner Alpen. Dort fielen innerhalb von sieben Tagen 120 bis 180 cm Schnee.
Mit dem vielen Neuschnee stieg die Lawinengefahr an. Verbreitet wurde während der gesamten Periode vor erheblicher Lawinengefahr, Stufe 3, gewarnt. Von Samstagabend, 15.04. bis Montagmorgen, 17.04. wurde vom Grimselpass bis in die Glarner Alpen vor grosser Lawinengefahr, Stufe 4, gewarnt. Mit der Zusatzlast der sehr grossen Neuschneemengen in diesem Gebiet ging der Lawinenwarndienst davon aus, dass Lawinen im bodennahen Altschnee anbrechen und teils sehr gross werden könnten. Am Alpennordhang hatte es in den letzten Wochen zwar kaum noch Anzeichen für ein Altschneeproblem gegeben, aber einzelne Profile (Abbildung 4) und ein grosser Lawinenabgang um Ostern (Abbildung 5) waren Indizien dafür, dass es stellenweise noch Schwachschichten im bodennahen Altschnee gab. Bis zum Redaktionsschluss lagen aber noch keine Meldungen von sehr grossen Lawinen vor. Allerdings hat der Lawinenwarndienst um diese Jahreszeit allgemein sehr wenig Rückmeldungen, da weniger Leute in den Bergen unterwegs als im Hochwinter. Auch haben bereits viele Skigebiete Saisonschluss, von wo aus sonst Lawinenbeobachtungen gemacht werden oder Lawinen zur Sicherung gesprengt werden. Zudem war das Wetter oft trüb, was die Beobachtung von Lawinen zusätzlich erschwerte.
Die Schneehöhen waren einen Grossteil des Winters verbreitet stark unterdurchschnittlich. Ab Mitte März fiel immer wieder Schnee und so legten die Schneehöhen deutlich zu. Am Beispiel der langjährigen Messstation am Versuchsfeld Weissfluhjoch (2536 m, Davos, GR) (Abbildung 6) sieht man gut, dass die Schneehöhe (rote Linie) die mittlere Schneehöhe (dunkelgraue Linie) fast eingeholt hat. Mitte April (187 cm) lag nahezu doppelt so viel Schnee wie noch Ende Februar (104 cm). Mitte April waren die Schneehöhen in hohen Lagen verbreitet annähernd durchschnittlich. Im Süden waren sie nach wie vor stark unterdurchschnittlich.
In dieser Berichtsperiode ereigneten sich keine tödlichen Lawinenunfälle. Einige Lawinenabgänge mit involvierten Personen gingen glimpflich aus. Insgesamt gab es 7 Lawinen mit 11 erfassten Personen, 1 Personen wurde ganz verschüttet.
Erwähnenswert ist ein sehr grosser Lawinenabgang vom 8. April an der Ostflanke des Alphubels (4206 m, Täsch, VS). Es wurden 16 Personen von der Lawine mitgerissen und vier Personen wurden ganz verschüttet. Zum Glück konnten alle Personen lebend geborgen werden.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.