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Sie wollen Monster sein – in einem als Spukhaus von der Kirche hergerichteten Gebäude. Monster wie in dem Horrorfilm «Der Schrecken vom Amazonas», nur die Kostüme fehlen noch: Anzüge mit einem langen Reissverschluss hinten und einer Kopfbedeckung, die wie ein Taucherhelm aussieht. Mark und sein bester Freund Derek freuen sich schon darauf, damit Mädchen und kleine Kinder zu erschrecken. Keiner wird sie erkennen können, das steht fest. Da passiert ein Unfall nachmittags beim Spielen. Ein Schuss aus einer Waffe, mit der sie an anderen Tagen auf Dosen schiessen, löst sich, und Mark hat Dereks Auge schwer verletzt. Das bevorstehende Halloween wird also noch weitaus unvergesslicher sein, als die beiden Jungen es gedacht haben. Und ihre Freundschaft ist nicht mehr dieselbe. Stewart O’Nan ist ein Meister darin, Alltagsbegebenheiten so zu beschreiben, dass etwas Unerhörtes daraus wird. Diese Geschichte zweier Jungen, die unbeaufsichtigt mit Waffen spielen, ist leise und doch eindringlich erzählt.
Portrait
Stewart O’Nan wurde 1961 in Pittsburgh/Pennsylvania geboren und wuchs in Boston auf. Er arbeitete als Flugzeugingenieur und studierte an der Cornell University Literaturwissenschaft. Heute lebt er wieder in Pittsburgh. Für seinen Erstlingsroman Engel im Schnee erhielt er 1993 den William-Faulkner-Preis.