Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03662.jsonl.gz/3373

(Kt. Uri).
2900-2400 m. Hängegletscher am Rotthälihorn, rechts über dem Thälchen der
Muttenalp und
s. über
Realp. Er ist stark zurückgeschmolzen und erscheint heute durch eine Felsrippe in zwei einzelne
Eisfelder getrennt, deren jedes 1 km lang und 600-800 m breit ist.
Seine Schmelzwasser gehen durch den Muttenbach zum Wyttenwasser
und mit diesem in die
Reuss.
Das am weitesten
nordwärts befindliche Eisfeld liegt zwischen 3100 und 2900 m
Höhe, ist 1,2 km lang und 800 m breit und zeigt keinen oberflächlichen
Abfluss;
das mittlere Eisfeld (2900-2700 m) ist 1 km lang und 700 m breit und steht durch eine schmale
Eiszunge mit dem südl.
Gletscher in Verbindung, der zwischen 3360 und 2940 m
Höhe liegt, 900 m lang und 600 m breit ist.
Es liegen: der N.-Gletscher am Weg von
St. Niklaus über dasStellijoch, der mittlere
Gletscher am Weg über
das
Pipijoch und der S.-Gletscher am Weg über das
Barrjoch.
(Kt. Wallis,
Bez.
Visp und Leuk).
3404 und 3415 m. Zwei Gipfel
(Aeusser Stellihorn und
Inner Stellihorn) in der Kette zwischen
dem
Turtmanthal und dem Nikolai- oder Zermatterthal, unmittelbar sw. über
St. Niklaus. Gehören zur Gruppe
der
Barrhörner, deren Nomenklatur auf der Siegfriedkarte sehr zu wünschen übrig lässt. Unter Zugrundelegung der zuverlässigsten
Angaben erhalten wir folgende Reihenfolge: Vom
Jungpass (2994 m) an hebt sich der
Kamm zum
Jungthal-Rothorn (3262 m), hinter
welchem drei Kammscharten folgen, nämlich der Jungthalpass zwischen dem Rothorn und dem Punkt 3255 m,
die ebenfalls Jungthalpass geheissene
Scharte am SO.-Fuss des Punktes 3255 m und das Brändji- oder
Gässijoch zwischen den
Punkten 3288 m und 3404 m. Alle drei Pässe führen von dem auf der Siegfriedkarte unbenannten Brändjigletscher zum
Jungengletscher
hinüber.
in der das
Turtmanthal vom Nikolai- oder
Zermatterthal trennenden Kette.
Verbindet
Gruben oder
Meiden in 8 Stunden mit
St. Niklaus, wird aber selten begangen, da man
ihm seinen Nachbar, den kürzeren, angenehmeren und mit gutem Weg versehenen
Augstbordpass (2893 m) vorzieht.
(Kt. Wallis,
Bez. Visp).
2543 m. Kleiner Alpensee von 800 m Umfang, auf einer Terrasse am S.-Fuss des Unter Rothorns und hinten
über dem Findelenthal, rechts vom
Findelengletscher und 4 km ö.
Zermatt. Sendet seine Schmelzwasser ins
Thälenenthal, wo sie sich mit einem aus einem Moränensee kommenden andern Bach vereinigen. Prachtvolle Aussicht auf die
Pyramide des
Matterhorns.
Der Verlandungsprozess des torfigen Beckens, von dem
die Sage geht, dass eines seiner «Atemlöcher» in unergründliche Tiefe führe, geht rasch vorwärts.
Hier findet man Potamogetonnatans, Comarum palustre, Menyanthes trifoliata und die weisse Seerose (Nymphaea alba), die damit den höchsten Standort
in der Schweiz erreicht und in Graubünden
sonst nirgends vorkommt.
3115 m. Gipfel in der Ringelspitzgruppe der Glarneralpen, an der Grenze
von St. Gallen
und Graubünden
und 2 km wnw. der Ringelspitz. An der NO.-Seite, gegen das Calfeisenthal hin, hängt der für diese Berggruppe noch
ziemlich ansehnliche Glasergletscher hinab.
Die Hauptgräte gehen an den Kantonsgrenzen nach W. und O., dann nach N. (Alpen
Sterls über der jungen Tamina) und S. (Culm da Sterls, Alp Surcruns nw. vom Flimserstein).
Der Berg
gehört wie die Ringelspitz der Glarner Doppelfalte oder Glarner Ueberschiebung an und zeigt an seiner Spitze
Verrucano und etwas Oberjurakalk, die gänzlich verkehrt auf Eozänschiefern, sowie auf Kreide und Malm der tiefern Gehänge
ruhen.
(Kt. Bern).
Ehemaliges Landgericht am linken Ufer der Aare mit zwei längst nicht mehr vorhandenen
Schlössern dieses Namens. Deren eines stand in der Scherliau bei Oberscherli, am linken Ufer
des Scherlibaches (Amtsbez.
Bern,
Gem. Köniz). Die Ruine ist vollständig überwachsen, sodass nur noch der Platz, an dem das Schloss einst gestanden, erkannt
werden kann. Das andere Schloss stand im grossen Forstwald, in der Nähe der HäuserLandstuhl (Amtsbez.
Laupen, Gem. Neuenegg). Im Anfang des 19. Jahrhunderts sind seine letzten Mauern abgetragen worden.
(Kt. Zürich,
Bez. Pfäffikon).
680-1075 m, Kirche in 927 m. Gem. mit zerstreut gelegenen Siedelungen. Liegt
im Zürcher Oberland und zieht sich von den Thälchen des Lochbaches und Steinenbaches bis zum Gipfel des Hörnli hinauf. Der
Pfarrweiler liegt 4 km nö. der Station Bauma der Tössthalbahn (Winterthur-Wald).
Die von den Bauern früher als Spende mitgebrachten und nach Schluss des Festes öffentlich versteigerten Leinenpakete werden
jetzt durch Opfergaben an Geld ersetzt, deren Ertrag jährlich zwischen 250 und 300 Fr. schwankt.
849: Stetifurtin. Die Nachbarschaft
des Schlosses hat die Freiheit der Dorfbewohner nicht beeinträchtigt. 1380 erscheint ein Johann von Stettfurt
als Chorherr in
Zürich.
Im Appenzellerkrieg kämpften die Leute von Stettfurt auf Seiten der Ritter bei Gebhardswil, wo 62 Schwyzer
den Tod fanden.
Kirchlich zuerst zu Wängi gehörig, konnte sich Stettfurt nach zahlreichen Schwierigkeiten 1746 eine eigene
Kirche erbauen, die 1901 vollständig restauriert worden ist.
(Kt. und Amtsbez. Bern).
564 m. Gem. und Pfarrdorf im schönen Worblenthal; 3,5 km onö. der Station Ostermundigen
der Linie Bern-Thun. Postbureau, Telephon; Postwagen Ostermundigen-Utzigen. Gemeinde, mit Utzlenberg und einem Teil von Deisswil: 88 Häuser, 683 reform.
Ew.; Dorf: 44 Häuser, 330 Ew. Milchwirtschaft. Färberei, Bleicherei, Mühle. Grosse Kartonfabrik. Knochenmühle.
Stettlen bildete einst eine der vier alten bernischen Pfarreien rechts der Aare, die schon zur Zeit des Herzogs Berthold V.
von Zähringen mit der Stadt Bern in enger Verbindung standen und bis 1798 zum städtischen Gerichtsbezirk gehörten. Römersiedelungen
in Deisswil und Dennikofen.
Der Stickelgrat bietet ein prachtvolles Beispiel für die Verwitterung und Zerstörung eines Hochgipfel und
erscheint trotz der grossen Widerstandsfähigkeit des sein Felsgerüst bildenden Monte Leonegneises bloss
noch als eine furchtbar zerklüftete Ruine, deren Einsturz jeden Augenblick bevorzustehen scheint.
Prachtvoller Blick
auf Albristhorn (2764 m) und Gsür (2711 m), welche beiden Gipfel mit schroffen Wänden südwärts zum Thälchen des Allenbaches
abfallen, dessen S.-Rand ein Ausläufer des Laveigrates (2254 m) bildet.
Hinter Stiegelschwand steht eine mächtige Wettertanne,
deren Stamm an der Basis 4,5 m Umfang hat.
Beliebtes Ausflugsziel der Kurgäste von Adelboden.
Entwässert
die urnerische Surenenalp und erhält mehrere Nebenadern, wie den vom Fuss der hohen Wände des Stotzigberggrates herabkommenden
Grabenplankenbach, die vier den verschiedenen Zungenenden des Spannörtergletschers entspringenden Wildbäche, den aus dem
Grassengletscher kommenden Grassenbach und den Firnälpelibach vom Firnälpeligletscher her.
Der etwa 9 km
lange Stierenbach bildet zwischen der Blacken- und der Stäffelialp den prachtvollen Stäubifall, der sich mit donnerndem
Getöse in eine enge Schlucht hinunterstürzt.
Zwischen Obersattel und Musersbergli 2,5 km lang und zwischen Sattelschwand und dem
Kamm der Gastlosen 1 km breit.
Während der tiefere Abschnitt leicht bewirtschaftet werden kann, ist der obere Teil, besonders
unter den Felsabstürzen der Gastlosen, schwer zugänglich. Im untern Abschnitt entspringt einer der Quellarme
des Sattelbaches.
Bildet einen Mischwald und ist noch reich an jagdbarem Wild.
Bezeichnen
den nach der Urbarmachung eines Waldes noch stehen gebliebenen «Stock» eines Baumes oder auch einen massig
geformten Berg. Entsprechen den französischen Ausdrücken Suche und Suchet oder Tronc und Tronchets.
(Kt. Wallis,
Bez. Monthey,
Gem. Collombey-Muraz, Vionnaz, Vouvry und Port Valais). Entwässerungskanal, der zum Werk der Rhoneverbauung
gehört und schiffbar sein sollte, jedoch nie zu diesem Zweck benutzt worden ist. Besteht aus einem im Maximum 4 km breiten
Kanal, der von der Meunière von Monthey gespiesen wird. Diese entwässert zunächst das Sumpfland unterhalb
Monthey und wendet sich dann gegen das Dorf Collombey, an dessen SO.-Ende sie zum eigentlichen Kanal wird, der von da bis zum
Genfersee 15,5 km lang ist.
Dieser 1651-1659 erstellte Stockalperkanal trägt seinen Namen nach dem Obersten Kaspar Stockalper aus Brig,
einem der reichsten, tatkräftigsten und unternehmungslustigsten Männer des Wallis,
auf dessen Anregung hin der Bau einer den Genfersee
mit dem Herzen des Rhonethales verbindenden schiffbaren Wasserstrasse beschlossen und an Jean de Vantéry aus Monthey vergeben
wurde. Die Arbeiten wurden aber 1659 zahlreicher Schwierigkeiten wegen wieder eingestellt. So entstand das Kanalstück
von Collombey bis Vouvry, dessen Bau die Summe von 17000 Fr. (nach heutigem Geldwert) gekostet hat.
Nachdem man dann die Rhone eingedämmt hatte, erwies sich die Fortsetzung des Stockalperkanals, der beim Bahnhof Vouvry in den
Fluss mündete, als notwendige Ergänzung der Korrektionsarbeiten. Diese 1874 erstellte Fortsetzung folgt zwischen Les Évouettes
und Le Culat auf eine Länge von 2,6 km der Bahnlinie, erhält nahe Le Culat den seitlichen Parallelkanal
der Rhone und ergiesst sich 300 m ö. vom Hafen von Le Bouveret und 900 m s. der Rhonemündung in den Genfersee. Er nimmt mehrere
Bergwasser auf, wie in Muraz den Wildbach Le Pessot, sowie bei Vionnaz die Greffaz und den Torrent de Mayen.
Dagegen überschreitet der gefährliche Wildbach von Fossaux den Stockalperkanal bei Vouvry mit einem gewölbten Aquädukt,
um sich dann mit der Rhone zu vereinigen.