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Chinesische Spirituosenuntersuchung eskaliert Handelskonflikt mit Brüssel
Die Handelsbeziehungen zwischen der EU und China haben einen weiteren Rückschlag erlitten, als China ankündigte, zu untersuchen, ob europäische Spirituosenhersteller ihre Produkte auf dem chinesischen Markt dumpen. Insbesondere die große französische Spirituosenindustrie scheint das Hauptziel dieser Maßnahme zu sein. China zeigt damit seine Unzufriedenheit mit der Entschlossenheit der EU in ihren Handelsbeziehungen mit China, einschließlich einer Untersuchung der Subventionen für Elektroautos, die von China hergestellt werden und die von der Regierung von Präsident Emmanuel Macron stark unterstützt wird.
Die Untersuchung und ihre Folgen
China hat angekündigt, eine Untersuchung einzuleiten, um festzustellen, ob europäische Spirituosenhersteller ihre Produkte zu Dumpingpreisen auf dem chinesischen Markt verkaufen. Diese Maßnahme dürfte die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen der Europäischen Union und China weiter belasten. Insbesondere die traditionelle französische Spirituosenindustrie, zu der Marken wie Remy Martin und Hennessy gehören, dürfte von der Untersuchung betroffen sein.
Die Untersuchung kann als eine Art Vergeltungsmaßnahme Chinas gegen die EU angesehen werden. Die EU hat in den letzten Monaten mehrere Untersuchungen eingeleitet, darunter eine Antidumpinguntersuchung im Bereich Biodiesel und eine Untersuchung im Bereich Hebebühnen. China übt nun Druck auf die französischen Spirituosenhersteller aus, um über den Élysée-Palast Einfluss auf die EU zu nehmen und sie zur Vorsicht zu mahnen.
Hintergrund der Untersuchung
Die Untersuchung kommt drei Monate nachdem die Europäische Kommission eine Untersuchung eingeleitet hat, um festzustellen, ob die Subventionen der chinesischen Regierung für Hersteller von Elektrofahrzeugen unfair sind. Diese Untersuchung hat bereits die Beziehungen zwischen der EU und China belastet. Die chinesische Untersuchung wirft auch einen Schatten auf den Staatsbesuch des belgischen Premierministers Alexander De Croo in Peking nächste Woche. De Croo hat diesen Monat den Vorsitz des EU-Rates übernommen und wird voraussichtlich am Freitag mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping zusammentreffen.
Die chinesische Untersuchung wird sich voraussichtlich auf Cognac, Armagnac und andere Spirituosen konzentrieren, die für Spirituosenhersteller wie Remy Martin und Hennessy ein Exportgeschäft im Wert von 1,57 Milliarden US-Dollar (1,44 Milliarden Euro) darstellen. Obwohl das Handelsministerium in seiner Ankündigung weder bestimmte Länder noch Destillerien nannte, ist klar, dass sich die Untersuchung gegen französische Branntweine richtet.
Der politische Hintergrund
Die chinesische Untersuchung scheint eine Reaktion auf die Bemühungen Frankreichs im Zusammenhang mit der EU-Untersuchung zu Elektrofahrzeugen zu sein. Frankreich hatte sich im vergangenen Jahr intensiv dafür eingesetzt, dass die Europäische Kommission diese Untersuchung einleitet. Darüber hinaus hat Frankreich ein Subventionssystem für Elektrofahrzeuge eingeführt, das im Inland hergestellte Fahrzeuge begünstigt und Fahrzeuge aus China ausschließt.
Frankreich ist mit Abstand der größte Lieferant von alkoholischen Getränken, die nach China importiert werden, mit einem Anteil von 37,2 Prozent an den Importen im Jahr 2022, während der zweitgrößte Exporteur, das Vereinigte Königreich, nicht einmal 10 Prozent erreicht. Bei den Spirituosen entfallen 99 Prozent der chinesischen Importe auf Frankreich.
Es besteht eindeutig ein Zusammenhang zwischen dem Lobbying Frankreichs für die EU-Untersuchung zu Elektrofahrzeugen und der Entscheidung Chinas, nun auch französische Spirituosenhersteller zu untersuchen. China könnte versuchen, politischen Druck auf Frankreich auszuüben und gleichzeitig der Europäischen Union zu signalisieren, dass es nicht bereit ist, sich von der EU in Handelsfragen einschränken zu lassen.
Auswirkungen auf den Handel
Die Untersuchung und die damit verbundenen Handelsspannungen könnten erhebliche Auswirkungen auf den Spirituosenmarkt haben. Frankreich ist einer der weltweit größten Hersteller von Spirituosen, insbesondere von Cognac und Armagnac. China ist ein wichtiger Absatzmarkt für französische Spirituosen, und der Export von Branntwein nach China macht einen beträchtlichen Teil des Geschäfts aus.
Sollte China Maßnahmen ergreifen, um französische Spirituosen zu bestrafen, könnten die französischen Hersteller mit höheren Zöllen oder anderen Handelshemmnissen konfrontiert werden. Dies würde ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem chinesischen Markt beeinträchtigen und zu Umsatzeinbußen führen.
Die Untersuchung könnte auch Auswirkungen auf andere EU-Mitgliedstaaten haben, die ebenfalls Spirituosen exportieren. Sollte China Erfolg haben, könnten auch andere Länder mit ähnlichen Untersuchungen und Handelsbeschränkungen konfrontiert werden.
Die Reaktion der EU
Die Europäische Union hat auf die chinesische Untersuchung reagiert und ihre Besorgnis über die Eskalation der Handelsspannungen zum Ausdruck gebracht. Die EU-Kommission erklärte, dass sie die Situation genau beobachte und bereit sei, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Interessen der europäischen Unternehmen zu schützen.
Es ist zu erwarten, dass die EU die Angelegenheit in künftigen Handelsgesprächen mit China zur Sprache bringen wird. Die EU könnte auch Gegenmaßnahmen ergreifen, um den chinesischen Spirituosenmarkt einzuschränken oder andere Handelsbeschränkungen gegenüber China zu verhängen.
Schlussfolgerung
Die Untersuchung der chinesischen Regierung gegen europäische Spirituosenhersteller, insbesondere aus Frankreich, ist ein weiterer Rückschlag für die Handelsbeziehungen zwischen der EU und China. Die Untersuchung kann als eine Art Vergeltungsmaßnahme Chinas angesehen werden und zeigt die wachsenden Spannungen im Handel zwischen den beiden Parteien.
Die Auswirkungen auf den Handel könnten erheblich sein, insbesondere für französische Spirituosenhersteller, die einen großen Teil ihres Geschäfts auf dem chinesischen Markt abwickeln. Die EU hat ihre Besorgnis über die Situation zum Ausdruck gebracht und wird voraussichtlich geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Interessen der europäischen Unternehmen zu schützen.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt und ob es zu weiteren Handelsspannungen zwischen der EU und China kommt.