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Die Tage werden länger, die Sonnenstrahlen wärmer. Wer träumt da nicht von einem Cabriolet? Volvo erfüllte diesen Traum drei Mal – offiziell. Inoffiziell waren es mehr.
Volvo ÖV4 (1927–1929)
Schon der erste je gebaute Volvo war ein Cabriolet. Die Abkürzung ÖV steht für «öppen vagn», also offener Wagen. Die Phaeton-Karosserie (viertürig mit Stoffverdeck) lag 1927 im Trend – viele Fahrzeuge jener Tage hatten keine geschlossene Struktur. Diese Karosserieform hatte allerdings weniger mit «Fahrspass» zu tun, als mehr mit Gewicht, Preis und der Kutschen-Tradition.
Volvo P1900 Cabriolet (1956/57)
Der als offener Roadster konzipierte Volvo P1900 Cabriolet sollte Mitte der 1950er-Jahre die neue Welt erobern. Was für ein Auftritt! Der Volvo P1900 war nicht nur der erste schwedische Sportwagen überhaupt und das erste europäische Serienauto mit einer Kunststoff-Karosserie, sondern auch der Einstieg von Volvo in den nordamerikanischen Markt. Es war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, die bis heute anhält. Der Start verlief allerdings holprig: Lediglich 68 Einheiten des Roadsters wurden in Amerika verkauft. Zum Glück! Denn so finden sich heute auch in Europa gut erhaltene Volvo P1900, obwohl sie nur für den Export bestimmt waren.
Der Volvo Amazon Cabriolet
Mit dem Bedürfnis nach mehr Sicherheit im Auto wuchs bei Volvo Cars die Erkenntnis, dass Cabriolets nicht den Sicherheitsanforderungen entsprechen. Somit war das Thema vorerst vom Tisch. Zumindest in Göteborg – nicht so aber bei Tüftlern, Designern und Karosseriebauern. So entwickelte der Karosseriebauer Jacques Coune im Auftrag des belgischen Volvo Importeurs ein Cabriolet auf Basis des Volvo 122 S. Das Cabriolet sollte in einer kleinen Serie von fünf Exemplaren pro Monat gebaut werden. Daraus wurde leider nichts. So entstanden insgesamt nur vier originale Cabriolets, wovon noch zwei existieren sollen.
Volvoville P1800 Cabriolet
Stanley Lazarus war anfangs der 1960er-Jahre ein im Staate New York bekannter Autohändler für europäische Sportwagen. Doch dann verlor er alle britischen Marken an einen lokalen Konkurrenten. Was ihm blieb, waren die Volvo Modelle. So benannte er seine Garage kurzerhand in «Volvoville» um. Sein Problem: Die Stammkundschaft wollte Cabriolets kaufen. Doch solche hatte Volvo leider nicht im Angebot. Also gab Lazarus bei einem Karosseriebauer kurzentschlossen den Auftrag, aus einem Volvo P1800 ein Cabriolet zu machen. Doch in Göteborg fand das Unterfangen keinen Zuspruch und man bat ihn, dies zu unterlassen, weil die Cabriolet-Varianten nicht den Volvo Sicherheitsanforderungen genügten. Der schlaue Händler änderte daraufhin einfach den Namen der Autos. Voila: Der Volvoville war geboren. Rund 30 Exemplare sind so entstanden.
Volvo 262 Solaire Cabriolet
Eigentlich wollte Volvo Cars of North America eine Kleinserie von 50 Volvo 262C Cabriolets bauen. Und gab den Auftrag der Karosserieschmiede Solaire in Kalifornien. Doch es entstanden nur fünf Fahrzeuge, bevor die Produktion gestoppt wurde. Der Grund war erneut die Bedenken, ob das Cabriolet die hohen Volvo Standards für Crashsicherheit erfüllen konnte.
Volvo C70 (1997–2013)
Es war DIE automobile Überraschung des Jahres 1997: Volvo baut ein Cabrio! Wie bekannt, zögerte Volvo viele Jahrzehnte mit dem Bau eines offenen Modells. Erst dank der Erfindung des Überrollschutzsystems (Roll Over Protection System, ROPS) konnte die Sicherheit selbst beim Überschlagen des offenen Fahrzeugs gewährleistet werden. Dies wurde durch einen Überrollbügel erreicht, der bei einem Unfall automatisch ausfuhr. Der Volvo C70 Cabrio war das bislang exklusivste und teuerste Modell der Geschichte. Gebaut wurde der C70 in zwei Generationen bis 2013.