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Adun ist einer der jungen Fussballer, die in einer Höhle im Norden Thailands gefangen waren, weil der Wasserstand plötzlich angestiegen war. Adun ist aber auch ein Compassion-Patenkind. Während der 18 Schreckenstage spielte er eine Schlüsselrolle in der Kommunikation mit den Sanitätern. Ein Porträt.
Adun, seine elf Mannschaftskameraden und ihr Trainer füllten diesen Sommer die Schlagzeilen. Dass man den Ort des Verschwindens der Kinder gefunden hat, grenzt an ein Wunder. Nachdem man bei einer Suchaktion nach den Vermissten vor dem Eingang der Luang Nang-Höhle Velos und Schuhe gefunden hatte, wurde eine Rettungsaktion eingeleitet.
Als die Sanitäter in der Höhle auf die Gruppe der Jugendlichen stiessen übernahm Adun die Rolle des Dolmetschers. Er spricht Englisch, Birmanisch, Mandarin und Thai.„Hello“, rief er auf Englisch, als die Gruppe bemerkte, dass sich ihnen jemand näherte. „Ist hier jemand?“ Daraufhin übersetzte Adun, was ausgetauscht wurde und gab Auskunft über den „Truppenzustand“. Seine Aussagen machten weltweit die Runde.
Das Gefühl des Verlassenseins war für Adun nicht neu
Lange vor dem Ereignis in der Höhle, das tragisch hätte enden können, hatte Adun bereits harte Zeiten erlebt, das Gefühl des Verlassenseins und daraufhin ein Wunder. Adun wurde in die „Lua“-Ethnie hineingeboren. Seine Eltern wollten ihrem ältesten Sohn die bestmöglichen Ausbildungschancen bieten. Deshalb überquerten sie die thailändische Grenze und gaben ihren Sohn in die Obhut des Pastors Go Shin und dessen Frau. Diese fragten bei Compassion an, ob der Junge ins Patenschaftsprogramm aufgenommen werden könnte.
Adun ist kein aussergewöhnlicher Fall. Doch die Kinder – und manchmal auch ihre Eltern, die aus guten oder deutlich weniger guten (Prostitution usw.) Gründen nach Thailand kommen – sehen sich alle mit demselben Problem konfrontiert: Ohne thailändische Staatsbürgerschaft haben sie nicht denselben Zugang zum Gesundheits- und Bildungssystem wie die thailändischen Kinder. Da sie oft ohne offizielle Ausweispapiere ankommen, werden ihnen auch keine Ausbildungszeugnisse ausgestellt. Erst einmal erwachsen, sind die Aussichten auf eine Anstellung gering.
Aduns Eltern
Compassion setzt sich für die staatenlosen Kinder ein
Compassion Thailand setzt sich seit langem für diese benachteiligten Kinder, die oft einer grösseren Armut als der Rest der Bevölkerung ausgeliefert sind, ein. In Zusammenarbeit mit den lokalen Kirchen hat Compassion unter anderem zahlreichen Kindern geholfen, einen Aufenthaltstitel oder einen Identitätsausweis zu bekommen. Auch bei Adun war das der Fall.
Dankesgottesdienst anstelle einer buddhistischen Zeremonie
Nach seinem Spitalaufenhalt ist Adun am 18. Juli nach Hause zurückgekehrt. Er hat nicht wie die anderen Mitglieder der jungen Fussballmannschaft an den buddhistischen Zeremonien teilgenommen. Weil er Christ ist, haben ihm die lokalen Behörden eine Sondererlaubnis gewährt.
Er hat dafür an einem Dankesgottesdienst der Kirche teilgenommen, die das Kinderzentrum, das er seit sieben Jahren besucht, leitet. Bei diesem Gottesdienst haben er und die ganze Kirchgemeinde dem Rettungssanitäter gedacht, der bei der Rettungsaktion sein Leben verloren hatte
„Keine Entscheidung ohne Abwägung der Konsequenzen“
Adun ist in der erwähnten lokalen Kirchgemeinde sehr aktiv. Zusätzlich zu seinen sprachlichen Talenten ist er auch musikalisch begabt und leitet die Musikgruppe der Kirche. Er träumt davon, Arzt oder Berufsfussballer seines Lieblingsclubs, des Chiang Rai United Clubs, zu werden.
Anlässlich einer kürzlichen Pressekonferenz meinte er, die 18 Tage in unterirdischer Gefangenschaft hätten seine Lebensanschauung verändert: „Das Geschehene hat mir gezeigt, dass wir keine Entscheidung treffen sollten, ohne vorher die Konsequenzen abzuwägen. Tun wir dies nicht, kann das verheerende Folgen für unsere Zukunft haben.“ Die Tatsache, dass er diese Prüfung überlebt hat, treibt ihn dazu an „seinen Alltag viel bewusster und verantwortungsvoller zu leben“.
In der Dunkelheit der Höhle war Adun ein Licht für seine Nächsten. Und das hat sich seither nicht geändert. Danke an alle, die für die Rettung der Jugendlichen gebetet haben. Beten wir weiter für Adun und für die Tausenden von staatenlosen Kindern in Thailand.