Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03166.jsonl.gz/2271

RMF HINTER RAIFFEISEN UND SCHOCH
Frey hielt per (gestrigem) 15. März eine Beteiligung von 7,46% oder 1,19 Mio Titel, wie Leonteq am Donnerstag mitteilte. Den von der SIX veröffentlichten Beteiligungsmeldungen ist zudem zu entnehmen, dass Frey per 10. März einen Anteil von 4,92% und am 13. März einen Anteil von 6,37% an Leonteq besessen hat. Neben Raiffeisen mit einem Anteil von 29% und der Gruppe rund um CEO Schoch mit 16% wird Frey damit zum dritten starken Aktionär beim zuletzt kriselnden Technologieunternehmen.
Frey ist seit Jahren als umtriebiger Investor aktiv. Zuletzt für Aufsehen gesorgt hatte Frey im Frühjahr 2014, als er seinen Rücktritt aus dem UBS-Verwaltungsrat bekannt gab. Der Investor war im Oktober 2008 in das UBS-Aufsichtsgremium gewählt worden. Für negative Reaktionen sorgte er, als er im Herbst 2008 mitten in der Finanzkrise und kurz nach seiner Wahl eine Million UBS-Aktien verkaufte. Nach harscher Kritik an seinem Vorgehen gestand er einen "Fehler" ein.
Seit 2008 ist Frey Aktionär und Verwaltungsrat des Zürcher Dienstleistungskonzerns DKSH Holding, gemeldet wurde zuletzt ein Anteil von 3,9%. Der Investor hält zudem seit 2010 eine Beteiligung am Zofinger Pharmaunternehmen Siegfried, hier lag der gemeldete Anteil zuletzt bei 9,46%.
WENIG ANLASS ZU OPTIMISMUS
Um die Aktien von Leonteq kursierten zuletzt diverse Gerüchte, was auch den Kurs in die eine oder andere Richtung stark bewegte. So etwa war die Rede davon, dass Raiffeisen einen Teil ihrer 30%-Beteiligung an Leonteq verkaufen möchte. Spekuliert wurde etwa, dass der Financier Martin Ebner einsteige. Zudem hatte sich Mitte Februar Veraison als Aktionär zurückgezogen.
POSITION AUSGEBAUT
Die Leonteq-Mitteilung legt nun nahe, dass Frey zwischen dem 10. und dem 15. März als Grosseinkäufer auftrat. Er könnte etwa eine Beteiligung vom Staatsfonds von Singapur übernommen haben, der per 10. März seinen Anteil auf unter 3% gesenkt hatte.
Der Einstieg von MRF bei Leonteq wird im Handel zwar begrüsst, da er Signalwirkung haben könnte. Weil die Absichten des neuen Grossaktionärs aber noch unklar seien, gehen Analysten nicht von einer substanziellen Erholung der Leonteq-Titel aus. Die ZKB hält in einem Kommentar fest, dass sich an der Tatsache eines schwachen operativen Geschäfts durch den Einstieg von RMF "erst einmal nichts" ändere. Allenfalls habe die Meldung auf andere Marktakteure in Bezug auf ihre Short-Positionen Einfluss.
Der zuständige Analyst rechnet unverändert damit, dass die Bilanz im ersten Halbjahr 2017 "in den roten Zahlen landen wird". Solange nicht sichergestellt sei, dass der auch durch technische Probleme lahmende Absatz strukturierter Produkte, im Besonderen via Raiffeisen, wieder anziehe, habe die ZKB keinen Anlass für Optimismus.
Die Neue Helvetische Bank sieht die Vorgänge etwas positiver und beurteilt den Einstieg von RMF als "konstruktiven Druck" für Leonteq. Man schaue gespannt auf die weitere Entwicklung, heisst es. Mit RMF habe sich ein "Kenner der Branche namhaft beteiligt".
KEINE STELLUNGNAHMEN DER GROSSAKTIONÄRE
Wie ein Leonteq-Unternehmenssprecher gegenüber AWP erklärte, stammen die von Frey erworbenen Titel weder von Raiffeisen noch von den Gründeraktionären um CEO Jan Schoch. Leonteq habe zum jetzigen Zeitpunkt auch keine Informationen über die weiteren Absichten von Frey. Grundsätzlich heisse Leonteq jeden Aktionär "willkommen", der die langfristige Entwicklungsstrategie des Unternehmens unterstütze, so der Sprecher weiter.
Aus dem Umfeld von Horizon21 hiess es auf Anfrage von AWP, dass man als private Gesellschaft grundsätzlich keine Beteiligungsmeldungen kommentiere. Die Raiffeisen-Gruppe liess eine Anfrage von AWP bis zum Mittag unbeantwortet.
AKTIEN LEGEN ZU
Die Leonteq-Titel reagieren derweil positiv auf den Einstieg von RMF. Die negative Kursentwicklung seit der Gewinnwarnung Mitte Dezember scheint zudem gebrochen. Seit dem letzte Woche erreichten langjährigen Tiefststand von 23,61 CHF klettern die Aktien des Technologieunternehmens kontinuierlich nach oben. Aktuell notieren die Titel gegen 12.15 Uhr auf 35,55 CHF mit rund 4% im Plus (SPI +0,3%).
sta/uh
(AWP)