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Beiträge von Patienten für Patienten
Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um einen Beitrag einer Patienten handelt. Unsere Patientin lebt in Irland und erzählt von ihren persönlichen Erlebnissen.
Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um einen Beitrag einer Patienten handelt. Unsere Patientin lebt in Irland und erzählt von ihren persönlichen Erlebnissen.
Während wir uns durch die Schwankungen der COVID-19-Beschränkungen bewegen, ist es wichtig, dass wir eine Bilanz darüber ziehen, wie sich die Pandemie auf unser tägliches Leben ausgewirkt hat.
Ich glaube, es ist wichtig, dass wir nicht nur die negativen Aspekte, sondern auch die positiven Ergebnisse zur Kenntnis nehmen. Als Asthmatikerin wurde ich vom Health Service Executive (HSE) in Irland als „gefährdete“ Person identifiziert. Es war merkwürdig, dieser bestimmten Gruppe zugeordnet zu werden und daher Anweisungen zu erhalten, wie ich mich verhalten sollte, um sicherzustellen, dass ich sicher und gesund bleibe.
Ein unerwarteter Nebeneffekt dieser Zuordnung war jedoch, dass die Gesundheitsbehörde durch die Einstufung bestimmter Personen als „gefährdet“ unbeabsichtigt die Aufmerksamkeit auf chronische Erkrankungen wie Asthma lenkte, mit denen manche Menschen tagtäglich leben. Sie hat denjenigen unter uns, die mit langfristigen Gesundheitsproblemen leben, die Möglichkeit gegeben, über ihre Erfahrungen zu sprechen und gesehen zu werden, um dadurch das Bewusstsein und die Unterstützung zu steigern.
Ich sehe Asthma als eine versteckte Krankheit. Mein Asthma flammt oft nachts auf. Ich könnte in der Nacht einen schlimmen Anfall haben, aber am nächsten Tag würde es mir wieder gut gehen, und niemand hätte es bemerkt. Einmal musste ich um 1 Uhr nachts wegen eines Asthmaanfalls zum Arzt, bin aber danach wie jeden Morgen aufgestanden und zur Arbeit gegangen. Solange ich also nicht über diese Dinge spreche oder die Symptome tagsüber mit Medikamenten lindern muss, weiss niemand, dass ich Asthma habe.
Vielleicht kommt Ihnen das Bild eines streberhaften, unbeholfenen Menschen in den Sinn, denn so wurden Menschen mit Asthma in den vergangenen Jahren in Film und Fernsehen dargestellt. Jemand, der wegen seines Asthmas nicht alles machen kann, der deswegen schwächer ist und der oft zum Gespött der Leute gemacht wird.
Es ist ein Asthma-Stereotyp, das von vielen geglaubt wird.
In Wahrheit gibt es jedoch keine einheitlichen körperlichen Merkmale, die auf eine Asthma-Erkrankung hindeuten würden. Wenn ich einen Asthmatiker darstellen müsste, dann müsste er sein Medikament in der Hand halten, damit jedermann weiss, dass er an Asthma leidet. Wenn ich in den Supermarkt gehe, kann ich niemandem ansehen, ob er Asthma, psychische Probleme oder Diabetes hat.
Die „Asthma Society of Ireland“ hat hart daran gearbeitet, das Bewusstsein und Verständnis für Asthma zu steigern. Auf der HSE-Website steht, dass Asthma in Irland sehr häufig vorkommt, und dass mehr als 470.000 Menschen im Lande daran leiden. Diese hohe Fallzahl hat mich dazu gebracht, mich selbst für diese Problematik zu engagieren.
2018 hatte ich das grosse Glück, an einer Informationskampagne teilnehmen zu können. Die Kampagne trug den Titel „Kommen Sie gesund durch diesen Winter“ und beinhaltete, dass ich in einem kurzen Video meine Asthma-Geschichte erzählte. Ich habe darüber gesprochen, wie ich gelernt habe, mit meinem Asthma umzugehen, und wie es sich auf mein tägliches Leben auswirkt. Das Video führte dazu, dass ich ein Verfechter von Asthma für die Society wurde, und seitdem habe ich meine Geschichte in Interviews erzählt und an der Asthma Awareness Week (Asthma-Sensibilisierungswoche) teilgenommen.
Als die Pandemie Irland traf, wurde die „Asthma Society of Ireland“ mit Anrufen und Nachrichten von besorgten Asthmatikern überschwemmt. Gespräche über Asthma und seine Behandlung standen plötzlich im Rampenlicht. Ich sah wie Leute auf der Facebook-Seite der Society über ihre Verwirrung sprachen, wenn es um Asthma-Medikamente ging. Es war ziemlich besorgniserregend zu lesen, wie viele Leute den Unterschied zwischen dem Reliever (Bedarfstherapie) und dem Controller
(Langzeittherapie) nicht kannten, obwohl sie vermutlich mit Asthma leben. Ich denke, dass für viele Asthmatiker die Einstufung als „gefährdet“ ein Wendepunkt war. Auch mich hat es daran erinnert, dass ich helfen möchte, das Bewusstsein und das Verständnis für Asthma zu schärfen, insbesondere in dieser stressvollen und beängstigenden Zeit.
Eine positive Auswirkung der Pandemie ist allerdings die Erkenntnis, dass die Menschen um mich herum, sich meiner Asthma-Erkankung bewusster sind. Als sich die Nachricht von der Pandemie in Irland verbreitete, war ich überrascht, wie viele Menschen sich an mich wandten und sich Sorgen um meinen Zustand machten, und mich fragten, wie ich die kommenden Monate überstehen würde. Menschen meldeten sich bei mir, um mir anzubieten, meine Einkaufs- und Arbeitsaufgaben zu erledigen, damit ich sicher bin.
Ich bin immer davon ausgegangen, dass meine Angehörigen nichts von meiner Krankheit wussten, aber zum Glück wurde ich eines Besseren belehrt, und ich bin denen, die mir ihre Unterstützung angeboten haben, unglaublich dankbar. Ich fühlte mich von meinen Angehörigen geschützt.
Die Medien wollten auch wissen, wie sich die Menschen in den „Gefährdeten“-Gruppen fühlten. Ich sprach mit Arlene Harris von der „Irish Independent“-Zeitung darüber, wie ich damit fertig würde. Der Artikel hatte die Überschrift „Living in fear – the people at high risk for COVID-19“ (Leben in Angst – die Menschen mit hoher Gefährdung durch COVID-19) und gab mir die Möglichkeit, meine Besorgnis über das Virus zu äußern und zu erzählen, wie ich in den kommenden Monaten mit meinem Asthma umgehen wolle.
Ich sprach auch in einem Webinar mit dem Titel „Respiratory Medicine During the Time of COVID-19“ (Atemwegsmedizin in Zeiten von COVID-19).
Dort tauschten sich Ärzte über ihre Forschungsergebnisse aus, während die Patientenvertreter die Gelegenheit hatten, über ihre Erfahrungen zu berichten, eine Pandemie mit einer chronischen Atemwegserkrankung zu durchleben. Ich habe viel gelernt, als ich den Ärzten zuhörte, die über COVID-19 und Atemwegsmedizin berichteten, aber auch von den anderen Patientenvertretern, die über ihre Krankheiten sprachen.
Es war eine großartige Gelegenheit, offen über das Leben mit Asthma zu sprechen und Bewältigungsstrategien von Menschen zu lernen, die mit anderen zugrunde liegenden Erkrankungen leben.
Auch wenn die vergangenen Monate beängstigend, schmerzhaft und oft schwer zu begreifen waren, haben wir alle viel gelernt. Die Pandemie hat viele zugrunde liegende Krankheiten, wie Asthma, die für die Menschen um uns herum nicht immer sichtbar sind, in das Rampenlicht gerückt.
Meiner Erfahrung nach hat sie zu Gesprächen über die gesundheitlichen Herausforderungen geführt, mit denen viele Menschen in ihrem täglichen Leben konfrontiert sind und über die wir normalerweise nicht sprechen würden.
Wir wissen jetzt mehr über unsere Nachbarn, unsere Kollegen und unsere Freunde.
Wir sind uns bewusster, dass Menschen mit ihren eigenen Herausforderungen und gesundheitlichen Sorgen fertig werden müssen.
Hoffentlich werden wir in Zukunft mehr Unterstützung, Bewusstsein und Verständnis füreinander haben.