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| Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Zweites Buch
27. Kapitel: Die geoffenbarte Wahrheit sei Fundament des Forschens!
2.
Unter solchen Umständen wird der Mensch dann immer suchen, aber niemals finden, weil er die rechte Methodik für sein Forschen verworfen hat. Wenn dann der Bräutigam kommen wird und ihre unvorbereiteten Lampen kein deutlich leuchtendes Licht geben werden, dann werden sie zu denen laufen, die ihre Parabelerklärungen im Finstern stückweise verkaufen, weil sie den verlassen haben, der durch seine klare Predigt umsonst den Eingang zum Himmelreich verleiht, und werden ausgeschlossen werden von seinem Brautgemach.
Die ganze Schrift, die Propheten und die Evangelien lehren nun klar und unzweideutig, so daß sie von allen verstanden werden können, wenn auch nicht alle glauben: Es ist ein einziger Gott und kein anderer außer ihm; er hat durch sein Wort alles gemacht, das Sichtbare und Unsichtbare, das Himmlische, das Irdische, was im Wasser oder unter der Erde wohnt, wie wir oben aus den Schriften bewiesen haben; und die Schöpfung selber, in der wir leben, bezeugt es durch das, was uns in die Augen fällt, daß es einer sei, der sie gemacht hat und regiert. Sehr stumpf also sind offenbar die, welche gegen eine so klare Erkenntnis ihre Augen verschließen und das Licht der Predigt nicht sehen wollen. Diese knebeln sich selbst, und jeder von ihnen wähnt, durch seine dunkeln Erklärungen der Parabeln einen besonderen Gott gefunden zu haben, daß aber über den Vater, den sich die Häretiker ausgedacht haben, nirgendwo in der Schrift etwas Klares und Unbestreitbares ausgesagt ist, das bezeugen sie selbst, indem sie sagen, daß dies der Heiland im Verborgenen nicht allen gelehrt habe, sondern nur einigen seiner Schüler, die das begreifen und die von ihm angeführten Gründe, Rätselreden und Gleichnisse verstehen konnten. So kommen sie sogar dazu zu behaupten, daß der Gott, der gepredigt wird, ein anderer sei als der in den Parabeln und Rätselreden bezeichnete Vater.