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Wir Alphornfreunde Vitznau spielen das Alphorn in Fis/Ges (Länge 3.47 m), wie dies in der deutschen Schweiz üblich ist. In der Westschweiz und in Deutschland wird das Alphorn häufig in F (Länge 3.68 m) gespielt. Seit kurzem nutzen wir auch gelegentlich das kürzere Alphorn in As (Länge 3.09 m), das sich zum Beispiel für das Musizieren in der Kirche besonders gut eignet. Martin "Iltis" spielt zudem immer wieder gerne den Büchel solo.
Kuhirte bläst laut
Ob das Alphorn in der heutigen Form seinen Ursprung in den Schweizer Alpen hat, ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen. Der Schweizer Geschichtsschreiber Sigismund Furrer (1788–1865) berichtet, dass ein Kuhhirte im Baltschiedertal im Jahr 1212 so laut in das Horn geblasen haben soll, dass man es bis Visp hören konnte, um vor dem Einfall des Herzogs von Zähringen zu warnen. Der Volksüberlieferung zufolge wurde das Alphorn in manchen Schweizer Gebieten im 14. Jahrhundert als Signalinstrument verwendet.
Bläser erhält im Kloster einen Batzen
Die erste schriftliche Erwähnung in der Schweiz geht auf das Jahr 1527 zurück. Damals schrieb ein Mönch im Kloster St. Urban in das Kassabuch des Klosters, dass er einem Alphornbläser aus dem Jura für seinen Auftritt einen Batzen gegeben habe. Die älteste Abbildung eines gestreckten, circa 3 Meter langen Hirtenhorns entstand um 1568 in einem Altarbild der Bergkappelle Rohrmoos bei Tiefenbach im Allgäu (Deutschland). Ursprünglich wurde auch das kürzere Hirtenhorn (z.B. Unspunnenhorn) als Alphorn bezeichnet. Diese kürzeren Instrumente dienten vornehmlich als Ruf- und Signalhorn. Aber auch bereits im 16. Jahrhundert wird anderorts beschrieben, dass der „Kuhreihen“ von den Sennen stundenlang gesungen und geblasen wurde.
Touristen schwärmen fürs Alphorn
Der Tourismus in den Schweizer Alpen brachte im 19. Jahrhundert das Alphorn und die damit verbundene Folklore zum Blühen. Es gibt eine reichhaltige Notenliteratur aus allen Landesteilen, und noch heute gilt Alphornmusik als wichtiger Teil der schweizerischen Musikkultur.
Ein Instrument aus krummer Fichte
Inzwischen gibt es einige spezialisierte Instrumentenbauer vor allem im Wallis, im Bernbiet und in der Zentralschweiz, die aus geeigneten Holzstämmen Alphörner herstellen. Die abgebogene Form stammte ursprünglich von der am Hang und somit krumm gewachsenen Fichte, die geschält und der Länge nach halbiert wird. Heute ist die Form des Bechers weitgehend standardisiert. Das anschließende Aushöhlen der beiden Hälften auf eine Wanddicke von 6 bis 8 Millimeter benötigt eine lange und sehr präzise Handarbeit. Eine anschließende Umwicklung aus Peddigrohr (früher Rindenblätter oder Holzstreifen) dient als Wetterschutz. Ein Mundstück aus Holz dient der Tonerzeugung, wie bei Blechblasinstrumenten üblich.
Naturtöne
Durch seine definierte Länge ist das Alphorn an die Töne der Naturtonreihe gebunden. Der Preis für ein solches Instrument liegt bei etwa 1500 bis 4500 Schweizer Franken.