Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03598.jsonl.gz/1072

Domat/Ems liegt am Anfang des breiten Churer Rheintals, umrahmt von bewaldeten Hügeln und hohen Bergketten – eine Landschaft grossen Stils. Bezeichnend für Domat/Ems ist zudem seine Lage zwischen kleinen Rundhügeln, den sogenannten «Tumas». Geboten werden hier ein lebendiges Dorfleben, Kulturanlässe, attraktive Sport- und Erholungsangebote, darunter ein sehr ansprechender Golfplatz, der längste Pumptrack der Schweiz, eine tolle Landschaft, gute Einkaufsgelegenheiten, aber auch sehr gute Verkehrsanbindungen nach Chur sowie in die Surselva und nach Mittelbünden.
Geschichte
Siedlungsreste belegen, dass schon in der Spätbronzezeit (ca. 11. Jahrhundert v. Chr.). Menschen hier lebten. Im Mittelalter besassen die Klöster Pfäfers und Disentis sowie verschiedene Adelsfamilien Grundbesitz in Domat/Ems. Die vermutlich im 13. Jahrhundert errichtete Burg auf der danach benannten Tuma Casté verfiel in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Der mächtige Turm stürzte um 1700 ein. Zusammen mit den Nachbarorten Rhäzüns, Bonaduz und Felsberg gehörte Domat/Ems zur Herrschaft Rhäzüns. 1497 ging der Ort an König Maximilian I. und damit an die Habsburger über.
Die karolingische Kirche S. Pieder/St. Peter entstand um 800 an der Ostseite der Tuma Casté. Aus dem 12. Jahrhundert stammt die Pfarrkirche S. Gion Baptista/St. Johann der Täufer auf der Tuma Turera. Der mächtige Wehrturm war wohl immer Teil der Anlage. Vom Beginn des 16. Jahrhunderts stammt der spätgotische Flügelaltar, der wertvolle Schnitzarbeiten aufweist. Die neue Pfarrkirche Nossa Dunna d'Avuost/Mariä Himmelfahrt im Dorfzentrum wurde 1739 geweiht. Ihr Hauptaltar ist eine Stiftung von Kaiser Karl VI. Im Gegensatz zu den Nachbargemeinden Chur und Felsberg blieb Domat/Ems katholisch und kennt bis heute ein reiches religiöses Brauchtum.
Am 3.Mai 1799 erlitt der Oberländer Landsturm bei Domat/Ems eine vernichtende Niederlage gegen die Franzosen. 1815/19 kamen die Herrschaft Rhäzüns und damit auch Domat/Ems zum Kanton Graubunden. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein war der Ort stark landwirtschaftlich geprägt. Neben der Alp Urtgicla am nahen Dreibündenstein gehört den Emsern seit 1469 die Alp Ranasca bei Pigniu in der Surselva. Viele Dorfbewohner sahen sich jedoch zur Auswanderung gezwungen, so z.B. als Söldner und später als Angestellte in der Hotellerie. Kinder und Jugendliche arbeiteten oft als sogenannte «Schwabengänger» in Süddeutschland.
Mit der 1936 durch Werner Oswald gegründeten Holzverzuckerungs-AG (Hovag), der heutigen Ems-Chemie AG, begann 1941 der Wandel vom Bauerndorf zu einer industriell geprägten Gemeinde. Der starke Zuzug, den diese Entwicklung auslöste, veränderte auch den sprachlichen Charakter von Domat/Ems: Sprachen 1920 noch 83% romanisch, waren es 2000 nur noch 12%. Im selben Zeitraum ist der Anteil der Katholiken von 96% auf knapp zwei Drittel zurückgegangen.
Zweisprachige Gemeinde
Trotz des starken Rückgangs des Romanischen ist Domat/Ems bis heute eine offiziell zweisprachige Gemeinde (Sowohl "Domat" als auch "Ems" stammen vom Romanischen "Amedes"). Allerdings fristet das Romanische eine Art Inseldasein, denn aus den Nachbargemeinden ist es weitgehend verschwunden. Umso mehr bemüht man sich in Domat/Ems, die Zweisprachigkeit am Leben zu erhalten. Das Emser Romanisch ist übrigens ein eigener Dialekt, weil es weder zum surselvischen noch zum sutselvischen Romanisch zählt. Die deutschsprachigen Bündner nannten den Ort wegen seiner Zugehörigkeit zum romanischen Sprachraum auch «Welschenems», also das Ems der Welschen (=Romanen).
Tumas
Domat/Ems liegt am Anfang des breiten Churer Rheintals, umrahmt von bewaldeten Hügeln und hohen Bergketten - eine Landschaft grossen Stils. Bezeichnend für Domat/Ems ist zudem seine Lage zwischen kleinen Rundhügeln, den sogenannten «Tumas». Die «Tumas» sind Relikte vergangener Bergstürze, die die Ebene bei Domat/Ems prägten. Es handelt sich dabei um kernbildende, härtere Trümmer, die von der Erosion nicht weggewaschen wurden. Die markanten Schuttkegel lehnen sich am südlichen Gebirgsfuss an; sie laden fächerförmig aus und streifen mit sanftem Gefälle weit in die Ebene hinein. Die «Tumas» stehen unter Naturschutz.