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Wohl Sachsen, um 1656-1680
Eisen, Stahl, Holz, geschmiedet, geschliffen, geätzt, vergoldet
L. 217 cm, B. 27 cm
Inv. 2002.4.
Im Jahre 1656 gründete Kurfürst Johann Georg II. von Sachsen die Schweizergarde als „Hellebardier-Compagnie“. Sie war keine Feldtruppe, sondern Palastgarde zum Schutze des Kurfürsten und zur Bewachung des Schlosses. Palastgarden dienten immer auch der Schaustellung fürstlicher Macht. Die europäischen Höfe wetteiferten untereinander mit prachtvoller Hofhaltung. Da der sächsische Hof protestantisch war, konnten aus der Eidgenossenschaft nur Männer der vier reformierten Orte Basel, Bern, Schaffhausen und Zürich angeworben werden. In Sachsen nannte man die Schweizergarde wegen ihrer gelben Hosen und Wämser mit schwarzem Besatz und roten Puffärmeln die „gelbe Compagney“. In Dresden war nicht nur die Abgabe der Uniform, sondern auch die der Waffen Sache des Fürsten. Die Halbarten nummerierte man von eins bis hundert. Die niedrigen Laufnummern von eins bis zehn waren den Unteroffizieren vorbehalten. Unsere Halbarte trägt die Nummer neun, hatte also einem Unteroffizier gehört. Heute existieren von diesem Typ nur noch zwei Exemplare; das zweite Exemplar wird im Museum of Art in Philadelphia