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Die schottische Keswick Familie ist der Teil der britischen Kolonialelite. Sie ist seit über 150 Jahren mit der ostasiatischen Wirtschaft verbunden und gehört zur Hongkonger Wirtschaftselite. Hongkong war von 1841 bis 1997 eine britische Kolonie. Mit einer Grösse von 1106km² ist Hongkong vierzigmal kleiner als die Schweiz. Trotzdem gehört Hongkong zu den zehn grössten Exportnation der Welt und belegt meistens Platz 8 oder 9 (Quelle: 1 und 2). Hongkong war in den letzten 150 Jahren der führende Finanzplatz Asiens. Das Hongkonger Finanzwesen wurde allerdings nicht von Asiaten aufgebaut, sondern von britischen Bankiers, darunter auch die Keswick Familie. Hongkong gehört heute zu den fünf grössten Steueroasen der Welt (Quelle: 1 und 2). 2020 belegte Hongkong Platz 4 auf dem Schattenfinanzindex.
Die Keswick Familie ist kein schottischer Clan (schottische Aristokratenfamilien). Sie sind aber familiär mit vielen schottischen Clans verbunden, darunter auch mit mehreren adligen Clan-Chefs, welche die Oberhäupter der schottischen Aristokraten sind. Die schottischen Clans nahmen eine führende Rolle in der Kolonie Hongkong ein.
Die Keswick Familie kontrolliert den Grosskonzern „Jardine Matheson“, der schon seit über 150 Jahren zu den grössten Unternehmen Hongkongs gehört. Im 19. Jahrhundert wurde es als britisches Handelshaus gegründet, das sich auf den ostasiatischen Handel konzentrierte. Es war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts das grösste ausländische Handelsunternehmen in Ostasien und war einer der grössten Opiumhändler der Welt. Heute ist es immer noch das grösste Familienunternehmen Hongkongs. Inzwischen konzentriert sich das Unternehmen auf Immobilien, Bauwesen, Einzelhandel, Hotelindustrie, Versicherungen, Luftfahrt und Automobilindustrie. Die Keswick Familie ist zudem traditionell mit der britischen Grossbank HSBC und deren Führungskräfte verbunden.
Die Keswicks sind seit vielen Jahren mit der Rothschild Familie befreundet (Quelle). Adam Keswick trat 2018 dem Aufsichtsrat der Rothschild Bank bei (Quelle). Jardine Matheson ist an der Rothschild Bank beteiligt. Die Rothschilds sind bereits seit 1838 geschäftlich mit dem Grosskonzern verbunden (Quelle).
2013 trat Baron James Sassoon dem Vorstand von „Jardine Matheson“ bei und kannte somit die Keswick Familie (Quelle). Die Sassoon Familie ist wie die Keswicks seit dem 19. Jahrhundert im ostasiatischen Handel aktiv und war ebenfalls ein bedeutender Opiumhändler. Sie hatten schon damals Kontakt zur Keswick Familie, was unten genauer erläutert wird.
2019 wurde das Familienvermögen der Keswicks auf 6,356 Milliarden Pfund geschätzt, also etwa 8,6 Milliarden US-Dollar (Quelle).
1. Generation
William Keswick (1834-1912) gilt als der Gründer der Familiendynastie. Seine Grossmutter, Jean Jardine Johnstone (1774-1856), war eine Schwester von William Jardine. Dieser gründete 1832 zusammen mit James Matheson das Handelshaus „Jardine Matheson & Co.“. Es nahm eine führende Rolle im Opiumhandel ein und war ein bedeutender Händler von Baumwolle, Seide und Tee. Auch Schifffahrt, Baumwollspinnereien und Eisenbahnbau gehörte zu seinem Geschäftsfeld. Matheson und Jardine stammten aus schottischen Clans.
William Keswick war in Schottland aufgewachsen. 1855 reiste er nach Hongkong und arbeitete für das Handelshaus „Jardine Matheson & Co.“. Er wurde schliesslich Partner des Unternehmens und gehörte zu dessen Führung. 1886 reiste er von Hongkong zurück nach Grossbritannien. Dort gehörte er zur Führung des Londoner Handelshauses „Matheson & Company“ und war somit weiterhin mit den Familien Matheson und Jardine verbunden. Zudem ging er in die britische Politik.
William Keswick war Vorsitzender der britischen Handelsvereinigung „China Association“. Die Handelsvereinigung vertrat Interessen britischer Unternehmen, die im ostasiatischen Handel aktiv waren. Darunter die Handelshäuser „Jardine Matheson & Co.“, „Dent & Co.“ und „Swire & Sons“ (Swire Familie) sowie das Erdölunternehmen Shell (Samuel Familie).
Die Mitgliederbeiträge und Spenden wurden von der britischen Bank HSBC verwaltet. Diese wurde 1865 in Hongkong von schottischen Bankiers gegründet. Die Bank finanzierte den britisch-ostasiatischen Handel und wurde zum wichtigsten Finanzier des Opiumhandels. Die HSBC ist bis heute die grösste Bank Hongkongs. Aktuell ist sie die grösste Bank Europas und gehört schon seit Jahrzehnten zu den zehn grössten Banken der Welt. William Keswick war von 1880 bis 1881 Vorsitzender der HSBC. Die HSBC besitzt derzeit 40% der Bank of Communications, eine der grössten Banken Chinas.
Der Nachfolger der „China Association“ war die „Hong Kong Association“, die bis heute besteht. Zu den aktuellen Mitgliedern des Verbandsausschusses der „Hong Kong Association“ gehören:
- Sir Henry und Adam Keswick.
- Baron James Sassoon aus der bereits erwähnten Sassoon Familie.
- Barnaby und Sam Swire aus der Swire Familie, die schon seit über 150 Jahren in der ostasiatischen Wirtschaft aktiv ist.
- Mehrere Führungskräfte der HSBC sowie Führungskräfte der britischen Bank Standard Chartered, die sich wie die HSBC ursprünglich auf den asiatischen Raum konzentrierte und inzwischen weltweit aktiv ist.
Quelle: Screenshot vom 6. Juni 2020 Die Seite hkas.uk/hk-association besitzt ein Copyright, aber da es keine einzige andere Quelle gibt, welche die Angaben bestätigen könnte, wird dies vom Zitatrecht abgedeckt sein.
Die Handelsvereinigung wird somit noch immer vom selben Kreis geleitet wie vor 150 Jahren.
William Keswicks jüngerer Bruder war James Johnstone Keswick (1845-1914). Er gehörte ebenfalls zur Führungsclique von „Jardine Matheson & Co.“ und lebte in Hongkong, China und Japan. Er war von 1901 bis 1902 Vorsitzender der HSBC.
James Johnstone Keswick war inoffizielles Mitglied des Exekutivrates von Hongkong, der seit über 170 Jahren besteht und die Interessen der britischen Königsfamilie in Hongkong vertritt. Ursprünglich wurde der Rat von der britischen Kolonialelite geführt. Auch noch heute ist der Exekutivrat eine der wichtigsten politischen Instanzen Hongkongs. Heute wird der Rat von Asiaten geführt, die aber engen diplomatischen Kontakt zur britischen Kolonialelite haben. Der Exekutivrat ist im Grunde das selbe wie eine Commonwealth-Behörde, auch wenn Hongkong kein Commonwealth-Staat ist. James Johnstone Keswick war wie gesagt inoffizielles Mitglied. Als inoffizielle Mitglieder bezeichnet man Ratsmitglieder, die aber nicht Teil der Regierung Hongkongs sind. Diese inoffiziellen Mitglieder vertreten meistens wirtschaftliche Interessen. Von den inoffiziellen Mitgliedern von 1896 bis 1941 waren mehrere Mitarbeiter von „Jardine Matheson“ und der HSBC. Zudem stammten mehrere aus schottischen Clans. Die inoffiziellen Mitglieder des Exekutivrates von 1946 bis 1997 waren meist Asiaten, von denen einige für die HSBC und „Jardine Matheson“ arbeiteten. Es waren aber auch weiterhin schottische Clans darin vertreten.
Die Brüder William Keswick und James Johnstone Keswick waren inoffizielle Mitglieder des Hongkonger Legislativrats. Dieser wurde 1843 von den Briten als Rat von Kolonial-Gesetzgebern gegründet. Er wurde ebenfalls bis 1941 fast nur von Briten geführt, darunter auch von schottischen Clans wie Murray, Jardine, Johnstone, Bell und Mackie, die Teilweise auch Häuptlinge der „St. Andrew’s Society of Hong Kong“ waren. St. Andrew’s Societies gibt es in vielen ehemaligen britischen Kolonien (USA, Kanada, Australien und weitere) und werden von schottischen Clans geführt. Sie dienen unter anderem dazu, Kontakte zwischen den schottischen Kolonialfamilien zu fördern. James Johnstone Keswick war ebenfalls Häuptling der „St. Andrew’s Society of Hong Kong“. Auch Frederick David Sassoon war mit weiteren Interessenvertreter der Sassoon Familie im Legislativrat vertreten. Ab 1946 wurde der Rat dann von Asiaten geführt, von denen manche für die HSBC und „Jardine Matheson“ arbeiteten. Auch schottische Clans waren weiterhin darin vertreten.
William Keswick war der erste Vorsitzende der „Imperial Bank of Persia“. Sie war die erste wichtige Bank, die im Iran tätig wurde, wo bis dahin aufgrund der Religion Kredithandel mit Zinsen verboten war und es somit noch keine Finanzindustrie gab. Die „Imperial Bank of Persia“ kontrollierte seit ihrer Gründung 1889 bis 1930 die iranische Finanzindustrie, die von der Bank aufgebaut wurde. 1952 gab die Bank den iranischen Markt auf und wurde 1959 Teil der HSBC. Die Bank wurde (zumindest anfangs) von den Familien Keswick, Sassoon und Reuter kontrolliert. (Quelle: 1, 2, 3)
Ein weiterer Bruder war John Johnstone Jardine Keswick (1842-1904). Dieser arbeitete für Rio Tinto und kannte dessen Gründer Hugh Matheson persönlich (Quelle). Seit seiner Gründung 1873 gehört Rio Tinto zu den grössten Bergbauunternehmen der Welt.
Die Schwester der Brüder, Christina Keswick (circa 1813-1863), hatte einen Sohn, der die Tochter von Harry Smith Parkes heiratete. Harry war ein britischer Diplomat in Ostasien und war mitverantwortlich für den Ausbruch des zweiten Opiumkriegs (Quelle).
2. Generation
Henry Keswick (1870-1928) war ebenfalls inoffizielles Mitglied des Exekutiv- und Legislativrats. Er war von 1908 bis 1909 Vorsitzender der HSBC. Er leitete mehrere Hongkonger Unternehmen. Als er nach Grossbritannien zurückkehrte, war er dort für die Londoner HSBC tätig. Seine Frau trug den Familiennamen Johnstone und sie stammte demnach vielleicht aus dem schottischen Johnstone Clan.
3. Generation
Tony Keswick (1903-1990) leitete „Jardine Matheson“. Er war unter anderem Direktor der Bank of England (britische Zentralbank) und Direktor von BP (schon seit über 100 Jahren einer der grössten Ölkonzerne der Welt). 1972 wurde Tony Keswick zum Ritter geschlagen. Er war Mitglied der Pilgrims Society, ein angloamerikanisches Elitennetzwerk das von der britischen Königsfamilie geführt wird. Während des 2. Weltkrieges war er für die britischen Geheimdienste tätig.
Tony Keswick heiratete Mary Etheldreda Lindley (1911-2009). Ihr Grossvater mütterlicherseits, Baron Simon Fraser, war der damalige Clan-Chef des schottischen Fraser of Lovat Clans. Tonys Schwägerin heiratete einen Baron aus dem schottischen McEwen Clan. Tony gehörte auch zur „Royal Company of Archers“, welche die traditionelle Leibwache der schottischen Monarchen ist. Tony hatte demnach Kontakt zu Adligen Vertretern der schottischen Clans, welche die Leibwache führen (Quelle).
John Keswick (1906-1982) arbeitete während des 2. Weltkrieges ebenfalls für britische Geheimdienste. 1950 erhielt er einen Orden vom britischen Hochadel. Er war Präsident der bereits erwähnten „China Association“. Er war mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Zhou Enlai befreundet (Quelle). Enlai war ein enger Vertrauter des kommunistischen Diktators Mao Zedong und kannte Ching-ling Soong, die damals die mächtigste Frau Chinas war. John Keswick heiratete die Tochter eines Grafen aus der englischen Adelsfamilie Feilding.
4. Generation
Sir Henry Keswick (*1938) ist der aktuelle Vorsitzende von „Jardine Matheson“ und Milliardär. Er war oder ist noch immer Mitglied der Pilgrims Society und des 1001 Trusts. Henry Keswick unterhält diplomatischen Kontakt zur chinesischen Regierung (Quelle). Er heiratete wie sein Vater in den schottische Fraser Clan. Sein Schwiegervater war Baron Simon Christopher Joseph Fraser, der damalige Clan-Chef des Fraser of Lovat Clans. Henrys Frau war zuvor mit Baron Hugh Mackay verheiratet, dem damaligen Clan-Chef des MacKay Clans.
Chips Keswick (*1940) war Vorsitzender der Hambros Bank und kannte dadurch die Bankiersfamilie Hambro, die damals immer noch die Bank führte. Er war ebenfalls Mitglied der Pilgrims Society. Chips heiratete die Tochter des Grafen Simon Ramsay, welcher der damalige Clan-Chef des schottischen Ramsay Clans war.
Simon Keswick (*1942) war Direktor von „Jardine Matheson“. Seine Schwiegermutter war die Tochter eines Grafen aus der Familie Elliot-Murray-Kynynmound, die aus schottischen Clans hervorging.
5. Generation
Percy Weatherall (*1957) ist der Sohn von Sophy Keswick (1929-2017). Er gehörte zum Vorstand von „Jardine Matheson“. Seine Schwester Isobel Charlotte Weatherall (*1962) heiratete den Grafen Michael Fergus Bowes-Lyon, der damalige Clan-Chef des Lyon Clans. Der Graf war mit dem britischen Königshaus verwandt. Queen Elisabeth II. kommt mütterlicherseits aus dem schottischen Lyon Clan.
Adam Keswick (*1973) trat 2018 dem Vorstand der Rothschild Bank bei (Quelle). Er besetzt leitende Positionen bei „Jardine Matheson“.
Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.