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Wie lange dauert das Kali-Yuga? Wer diese Frage stellt, will insbesondere wissen: Wie lange dauert das Kali-Yuga noch? Wann ist das dunkle Zeitalter endlich vorbei?
Die altindischen Schriften haben die grundlegenden Tendenzen des gegenwärtigen Zeitalters treffend vorausgesagt. Der Begriff „Kali“ kann vielfach interpretiert werden. Grundlegend hat dieser Begriff mit Spaltung, Unwahrheit und Verblendung zu tun. Wie lange dauert dieses dunkle Zeitalter?
Vier Yugas
Uraltes Kosmologie-Wissen
Beispiel für das kosmologische Wissen in den Sanskrit-Schriften
Die Yuga-Zyklen
Der Unterzyklus des dunklen Zeitalters
Vier Yugas
Gemäss der vedischen Kosmologie werden vier Yuga-Zyklen unterschieden, die sich zyklisch wiederholen. Gegenwärtig leben wir im vierten, das insgesamt 432’000 Jahre dauert. Es begann vor rund 5000 Jahren. Bedeutet dies, dass das dunkle Zeitalter noch 427’000 Jahre dauert? Nein. Denn das dunkle Zeitalter ist ein Unterzyklus des vierten Yugas und sollte nicht mit dem gesamten vierten Yuga gleichgesetzt werden.
„Zeit“ verläuft in einem Ablauf von verschachtelten Zyklen und Unterzyklen, so wie wir innerhalb eines Jahres 12 Monate (bzw. 13 Monate im „Maya-Kalender“) haben, die wiederum in Unterzyklen von Wochen, Tagen, Stunden, Minuten und Sekunden aufgeteilt sind. All diese Zyklen laufen „gleichzeitig“.
Das Wissen um die Yuga-Zyklen gehört zum grundlegenden Wissen in der vedischen Kosmologie. Die Yugas sind nicht nur irdische Zyklen, sie stehen in Synchronizität mit den galaktischen Abläufen (sanskr. Manvantaras) und den höherdimensionalen Zeitschemen unseres Universums (die „Brahmā-Tage“). Die Yugas sind die großen Zeitrahmen, innerhalb deren die vielen irdischen Unterzyklen ablaufen. Die Yugas sind also nicht einfach ein isoliertes Modell oder gar eine „Fälschung“, sondern Teil eines komplexen kosmologischen Wissens. Um dies zu illustrieren, füge ich hier einen kleinen Exkurs ein, um dann erneut die Frage in der Überschrift aufzugreifen.
Uraltes Kosmologie-Wissen
Die vedische Hochkultur ist bekannt für ihre hochkomplexe Sprache, die wir „Sanskrit“ nennen, und für ihr vielschichtiges Mysterienwissen (siehe: Gott und die Götter – Das Mysterienwissen der vedischen Hochkultur). Neben dem spirituellen Wissen (Yoga, Dharma, Karma, Atma, Brahman usw.) und dem Heilkundewissen (Ayurveda) ist im Westen auch das kosmologische Wissen der Veden bekannt geworden, auch in den Kreisen der wissenschaftlichen Astronomie.
Zu den Grundlagen des vedischen Mysterienwissens gehörte die Erkenntnis, daß der Kosmos multidimensional ist, eine Erkenntnis, die von den Physikern erst seit dem 20. Jahrhundert in Betracht gezogen wird. In ihrem Buch Endless Universe – Beyond the Big Bang (2007) schreiben die Autoren, Paul J. Steinhardt von der Universität Princeton und Neil Turok von der Universität Cambridge:
„Die alte Hindu-Kosmologie enthält eine bemerkenswert detaillierte und quantifizierte Sicht einer zyklischen Evolution. Sie beschreibt gesamthaft Zyklen innerhalb von Zyklen innerhalb von Zyklen, wobei die Zyklen auf jeder Ebene eine unterschiedliche Dauer haben. Diese Ebenen entsprechen verschiedenen Zeitabschnitten in der Lebensspanne des Brahma, des Schöpfergottes. So entspricht eine Art von Zyklus einem Tag und einer Nacht in Brahmas Leben, eine andere einem Jahr, wieder eine andere einhundert Jahren, usw. Wenn wir diese Zyklen auf Erdenjahre umrechnen, sind einige von ihnen überraschend ähnlich wie jene Zeitangaben, die in der zeitgenössischen Astronomie von Interesse sind. Ein Tag und eine Nacht im Leben Brahmas dauern ein kalpa, eine Zeitperiode von 8,64 Milliarden Jahre, was ungefähr der Dauer entspricht, die von der modernen Kosmologie für die von Materie dominierte Epoche angesetzt wird, in der sich die Galaxien formten.“ (S. 169f.; Übersetzung von A.R.)
Beispiel für das kosmologische Wissen in den Sanskrit-Schriften
Im eingangs erwähnten Buch Gott und die Götter veröffentlichte ich bereits 1995 die Entdeckung eines erstaunlichen kosmologischen Details in den Sanskrit-Schriften, namentlich aus den mythisch-historischen Schriften genannt „Puranas“, in Bezug auf die Beschreibung der Zyklen des Sonnensystems. Diese werden direkt über den Yuga-Schlüssel berechnet.
An vielen Stellen der vedischen Schriften wird die Kosmologie der „Tage Brahmâs“ beschrieben. Ein Tag Brahmâs (12 „Stunden“) setzt sich auf der Erde aus 1000 Umläufen von vier Yugas zusammen. Die vier unterschiedlich langen Yugas dauern zusammen 4,32 Millionen Erdenjahre. Ein Tag Brahmâs dauert demnach 4,32 Milliarden Jahre, und ebenso lange dauert die „Nacht Brahmâs“, in der das bestehende physikalische Universum in einen Ruhezustand der Erneuerung übergeht. Mit dem Beginn des neuen Brahmâ-Tages beginnt eine neue physikalische Schöpfung (mit dem Wiedererscheinen von organischem Leben auf der Erde). Heute befinden wir uns in der Mitte des aktuellen Brahmâ-Tages.
Die einzelnen Schöpfungszyklen, bestehend aus Tagen und Nächten Brahmâs, verlaufen in physikalischer Hinsicht anscheinend ähnlich. Und hierher gehört das genannte erstaunliche Detail aus der vedischen Kosmologie. In der alten Sanskritschrift Brahmânda Purâna wird beschrieben, wie das Sonnensystem am Ende des letzten Brahmâ-Tages in die „Nacht Brahmâs“ einging. Es wird gesagt, die Sonne sei 100mal größer geworden und habe die gesamte Erdoberfläche zum Schmelzen gebracht; die Erde ging also – vor rund 6,5 Milliarden Jahren – in einem lava-flüssigen Zustand in die „Nacht Brahmâs“ ein. Ähnlich werde es auch am Ende des jetzigen Brahmâ-Tages sein! Diese Beschreibung entspricht sogar bis auf das Detail „100mal größer“ der Berechnung der heutigen Kosmologie, die besagt, daß die Sonne am Ende ihrer Existenz zu einem Roten Riesen werden wird, der etwa einhundertmal größer sein werde als die Sonne in ihrem jetzigen Zustand. (Ausführlich dargelegt mit den Originalzitaten in: Gott und die Götter – Das Mysterienwissen der vedischen Hochkultur, Kap. 4: „Multidimensionale Zeit und Ewigkeit“, Unterkapitel: „Ist das Universum gleich alt wie seine Sterne?“).
Diese Ausführungen zeigen, dass die Angaben der Sanskrit-Schriften wissenschaftlich relevant sind und nicht einfach auf die „Mythologie“ beschränkt werden dürfen.
Die Yuga-Zyklen
Betrachten wir nun die vier Yuga-Zyklen und wie sie in den Sanskrit-Schriften genannt werden, denn deren Bezeichnung enthält einen einfachen Schlüssel:
Satya-Yuga 4 x 432’000 = 1’728’000
Tretâ-Yuga 3 x 432’000 = 1’296’000
Dvaparâ-Yuga 2 x 432’000 = 864’000
Kali-Yuga 1 x 432’000 Erdenjahre
Total 10 x 432’000 = 4,32 Millionen Erdenjahre
Die Details dieser Zyklen, insbesondere auch die Zeit der Yuga-Übergänge, werden im Buch Gott und die Götter dargelegt. Nur ein Detail sei hier herausgegriffen: Die Übergangszeit des Satya-Yugas dauert am Anfang 144’000 Jahre, am Schluß ebenfalls 144’000 Jahre, und das eigentliche Satya-Yuga dauert 1’440’000 Jahre (144’000 + 1’440’000 + 144’000 = 1’728’000). 144’000 ist im vedischen Kalender also die Zahl des ersten Yugas, des Goldenen Zeitalters! Dieselbe Zahl erscheint im Tzolkin („Maya-Kalender“) als Grundzahl der Berechnung des jetzigen Unterzyklus, der 2012 zu Ende geht: 13 Baktun-Zeitalter zu je 144’000 Tagen. Wie oben so unten. Wie in den großen Zyklen, so in den Unterzyklen. Bezeichnenderweise enthält ein 24 Stunden-Tag 1440 Minuten (= 86’400 Sekunden).
Was „Kali“ bedeutet, wurde bereits erwähnt. „Dvaparâ-Yuga“ bedeutet einfach „Zweites Yuga“, „Tretâ-Yuga“ bedeutet „Drittes Yuga“. „Satya-Yuga“ bedeutet „Zeitalter der Wahrheit“.
Die Bezeichnungen „zweites“ und „drittes“ Zeitalter wurden offensichtlich aus der Sicht des jetzigen, des vierten Zeitalters gewählt, das in dieser Zählung deshalb als das erste Zeitalter angesehen wird. Diejenigen, die die Bezeichnungen „zweites“ und „drittes“ Zeitalter wählten, taten dies also aus der Sichtweise des jetzigen Zeitalters, das vor fünftausend Jahren begann, und aus dieser Sichtweise wurde auch der Begriff „Kali-Yuga“ gewählt. Hierbei muss erkannt werden, dass „Yuga“ verschiedene Bedeutungen hat, ähnlich wie das deutsche Wort „Zeitraum“. Zu Beginn des vierten Yugas wurde gesagt, jetzt beginne das „Kali-Yuga“, womit sowohl das große vierte bzw. erste Yuga als auch der Unterzyklus des dunklen Zeitalters gemeint war. Der große Zyklus von 432’000 Jahren sollte jedoch nicht mit dem Kali-Unterzyklus, dem dunklen Zeitalter, gleichgesetzt werden.
Mit anderen Worten, die Angabe, daß das vierte Zeitalter 432’000 Jahre dauert, bedeutet nicht, daß das gegenwärtige dunkle Zeitalter so lange dauern wird. Dies betont auch Paramahansa Yogananda in seiner Autobiographie eines Yogi (1946), im Gegensatz zu dem, was Sri Yukteswar 1894 behauptet hatte. In einer Fußnote in Kapitel 16 anerkennt Yogananda explizit die großen Yuga-Zyklen und erklärt dabei, daß ein Yuga ein „Weltall-Zyklus“ ist und daß der Ablauf der vier Yugas direkt mit der „Zeitdauer unseres in seiner gegenwärtigen Form bestehenden Planetensystems“ in Beziehung steht, während das „gegenwärtige Zeitalter“, das seit 5000 Jahren dauert, ein Unterzyklus im „Kali-Yuga“, d. h. im vierten Yuga ist. Das gegenwärtige dunkle Zeitalter ist also Teil „eines viel länger währenden Weltall-Zyklus“:
„Die Hinduschriften stellen das gegenwärtige Zeitalter in das Kali-Yuga eines viel länger währenden Weltall-Zyklus hinein, der nicht dem einfachen 24’000 Jahre währenden Zyklus entspricht, mit dem Sri Yukteswar sich befaßte.“ (orig. 1946; dt. Otto Wilhelm Barth Verlag 1950; mit vielen Auflagen; neu z. B. im Hans Nietsch Verlag, 2007)
Die langen Zyklen mit 432’000 Erdenjahren (usw.) sind Widerspiegelungen von galaktischen Zyklen auf der Erde. Diese großen Zyklen bestehen aus vielen Unterzyklen („Zeitfraktalen“), ähnlich wie ein Jahr aus vielen Unterzyklen
besteht: 4 Jahreszeiten, parallel dazu Monate mit Tagen, Tage mit Stunden, Stunden mit Minuten, Minuten mit Sekunden.
Der Unterzyklus des dunklen Zeitalters
Die indische Zählung des Kali-Yugas und der Start des großen Zyklus’ in der Maya-Zeitrechnung (13 x 144’000 Tage = 5200 Jahre à 360 Tage) begannen praktisch zur gleichen Zeit, um 3100 v. Chr. Was im Jahr 2012 zu Ende geht, ist also nicht der große Zyklus von 432’000 Jahren, sondern der Unterzyklus des dunklen Zeitalters. Würde ein großer Zyklus im Rahmen der 432’000 Jahre zu Ende gehen, wäre die Hollywood-Darstellung im Film „2012“ relevant. Aber wie alle Vertreter der Maya-Kultur betonen, geht es mit dem Zyklus-Ende von 2012 nicht um einen Weltuntergang und auch nicht um ein Katastrophen-Szenario, sondern um die Chance eines Neuanfangs.
Im Gegensatz zum „Maya-Kalender“ enthalten die vedischen Angaben keine konkreten Aussagen über die Dauer des dunklen Unterzyklus, d. h. des Kali-Yugas im engen Sinn dieses Ausdrucks. Beim Durcharbeiten der vielen Tausend Seiten der Purâna-Schriften bin ich nur im Brahmavaivarta Purâna auf Stellen gestoßen, die versteckte Hinweise enthalten (zitiert im Buch Gott und die Götter, Kap. 7, „Vedische und abendländische Prophezeiungen“). Diese versteckten Hinweise enthalten Angaben über eine Dauer von 5000 Jahren, gerechnet vom Beginn des vierten bzw. „ersten“ Zeitalters an. Diese verschlüsselten Angaben weisen also darauf hin, daß dieser dunkle Unterzyklus in der gegenwärtigen Zeit zu Ende gehen wird.
Warum beschreibt der „Maya-Kalender“ den fünftausend Jahre währenden Unterzyklus in allen Details, während die indischen Texte nur wenige versteckte Hinweise enthalten? Hier können wir nur spekulieren. Meine Vermutung besteht darin, daß die indischen Texte öffentliches Wissen darstellten, weshalb nicht gesagt werden konnte, daß das dunkle Zeitalter, in dem Lüge und Gewalt vorherrschen werden, noch die nächsten fünf-, vier- oder dreitausend Jahre (usw.) dauern wird. Eine derartige Mitteilung wäre für die meisten Menschen deprimierend und demoralisierend gewesen. Deshalb waren diese Texte nur allgemein gefaßt, mit einem starken moralischen Bezug zur jeweiligen Gegenwart.
Demgegenüber war das Maya-Wissen Geheimwissen, das damals nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war. Die Eingeweihten wußten um die Zyklen und wußten auch, daß dieses Wissen erst kurz vor dem Ende des Zyklus’ öffentlich bekannt gegeben wird. Heute ist das Wissen, daß das dunkle Zeitalter über fünftausend Jahre dauert, nicht mehr deprimierend oder demotivierend, sondern ermutigend, denn dieses relativ neu enthüllte Wissen sagt uns: Es ist bald vorbei. Ende in Sicht! Durchhalten und nicht auf den Zielgeraden schwach werden!
Der Unterzyklus des dunklen Zeitalters – das „Kali-Yuga“ im wörtlichen Sinn – ist also bald vorbei. Das vierte bzw. erste Yuga hingegen ist noch lange nicht vorbei. Dies sagen auch alle seriösen und authentischen 2012-Prophezeiungen: An der Wintersonnenwende des Jahres 2012 geht nicht die Welt unter und auch die „Zeit“ hört nicht auf, sondern es beginnt ein neuer Zyklus.
Dennoch hat es mit diesem mittlerweile nahe bevorstehenden Zeitpunkt seine ganz besondere Bewandtnis. Es heißt, „die Zeit, wie wir sie bisher kannten“, werde zu Ende gehen. Möglicherweise wird das Jahr 2012 ein Tiefpunkt sein, der auch ein Wendepunkt sein wird – und die Startphase zu einem Quantensprung in eine neue Zeit, die kein „Kali-Yuga“ mehr sein wird. Die indischen Prophezeiungen sprechen hier von einem neuen Zeitalter mit satya-yuga-ähnlichen Zuständen. Das bedeutet: Alle Mächte, die ihre Macht und Existenz auf Lügen und Täuschungen aufgebaut haben, werden dann nicht mehr vorhanden sein. Gott sei Dank …