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künstlerisch geordneter Blumenstrauß von verschiedener Form und Größe je nach dem Zweck, welchem er dient.
Zum Tragen in der Hand
[* 4] sind tellerförmige, leicht gewölbte Bouketts, zum Schmücken der Tafel kegelförmige,
zum Aufstellen an der Wand halbkegelförmige mit platter Rückseite gebräuchlich. Die Bouketts zum Tragen erhalten eine
Manschette aus gepreßtem und durchlochtem Papier, welches Spitzen imitiert, oft aber auch mit echten Spitzen und Atlas
[* 5] zusammengestellt
ist. Am beliebtesten sind die ItalienerManschetten mit herabhängenden, bogig geschnittenen Spitzen.
BeimBinden des Bouketts hielt man früher für notwendig, daß jeder Pflanzenzweig und jede Blüte mit ihrem Stiel bis in den
Stiel des Bouketts reiche, um sie durch Einstellen in Wasser einige Zeit konservieren zu können. Gegenwärtig aber schneidet
man die Blüten kurz ab, heftet sie an Bindedraht und gewinnt dadurch eine viel größere Freiheit in der
Anordnung des Materials. Letztere ist wesentlich abhängig vom Geschmack des Binders, der auf Farbe, Form, Kontrastwirkung und
darauf zu sehen hat, daß jede einzelne Blüte zur Geltung kommt und sich möglichst in natürlicher Haltung präsentiert.
Dazu ist erforderlich, daß geeignetes Zwischenmaterial, zarte Farnblätter, grünes Moos etc., benutzt
werde, welches die Farben voneinander trennt und die Form der Blüten hervorhebt. Häufig gibt man dem Boukett einen Rand aus weißen,
roten, blauen Blüten; doch ist nicht ratsam, in der regelmäßigen Anordnung weiter zu gehen, und eine in strengen Linien sich
bewegende Anordnung ist ebenso geschmacklos wie ein planloses Durcheinander. Sehr häufig werden auch
Bouketts aus getrocknetem Material gebunden; man versteht zahlreiche Blumen unter guter Erhaltung von Farbe und Form zu trocknen,
färbt und bleicht sie aber auch und gewinnt dadurch ein unerschöpfliches Material, welches einen bedeutenden Handelsartikel
bildet. Grasbouketts bestehen aus
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mehr
getrockneten und vielfach auch gebleichten Gräsern, mit welchen gebleichte Palmwedel, Rohrkolben (Typha) und ähnliches Material
kombiniert werden. Hierher gehören die Makartbouketts mit Pampasgras (Gynerium argenteum), zahlreichen andern Gräsern, Palmenwedeln
und Rohrkolben, die Augustabouketts aus Nebelgras (Agrostis
[* 7] nebulosa) mit künstlichen Kornblumen, Feuermohn, Adonisröschen
etc., die Viktoriabouketts, ausschließlich aus gebleichten Gräsern (besonders Agrostis nebulosa und A.
pulchella) bestehend.
Mit der höhern Ausbildung der Gartenkunst entwickelte sich auch, besonders in den Niederlanden, die Zucht
von einheimischen, meist aber fremden Zierblumen, welche so reichlich erzeugt wurden, daß große Sträuße abgeschnittener
Blumen bald den charakteristischen Schmuck niederländischer Wohnräume bildeten. Aus dieser Sitte entwickelte sich seit dem
Ende des 16. Jahrh. die Blumenmalerei (s. d.). Einzelne abgeschnittenen Blumen, wie Lilien,
[* 9] Rosen etc., wurden
in Deutschland
[* 10] von Frauen und Jungfrauen, ursprünglich wohl in symbolischer Absicht, im 16. Jahrh. in der Hand getragen. Es
dauerte sehr lange, ehe man zu größern Blumensträußen überging.