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Sicher war die alte Dünnern ein idyllisches Gewässer. Der Bach bot Vögeln und Kleintieren Unterschlupf und den Kindern eine eigene Dorfbade - Knaben und Mädchen brav getrennt. Der gewundene Flusslauf, das geringe Gefälle und das enge Bachbett durch das Gäu waren jedoch ein Problem, Überschwemmungen an der Tagesordnung. Im 19. Jahrhundert verlangten viele Gäuergemeinden von der Regierung in Solothurn, dass sie sich mit einem Projekt zur Dünnernkorrektion auseinandersetzen solle. An Projekten und Ideen fehlte es nicht, doch scheiterten diese immer wieder am Streit der Gemeinden untereinander und dem Widerstand der Landbesitzer. Erst die wachsende Wirtschafts-krise und die zunehmende Arbeitslosigkeit in den 1930-iger Jahren bewirkten, dass sich der Kantonsrat im Jahre 1931 näher mit den Fragen einer Dünnernkorrektion auseinandersetzte. Zwei Jahre später, 1933, war es dann so weit: Mit dem Bau der Dünnernkorrektion konnte begonnen werden. Die Bauarbeiten dauerten 10 Jahre bis 1943, das Gäu erhielt mit diesem Bau ein anderes, neues Gesicht. Die Dünnernkorrektion war als Notstandsarbeit gedacht. Der Kanton Solothurn zählte damals zirka 5’000 Arbeitslose, die Korrektion galt als willkommene Arbeitsbeschaffung.
Wer sich schon gewundert hat, weshalb das Regionale Entsorgungszentrum Rolf Huber Transport AG auf der Nordseite der Dünneren liegt, soll eine alte Karte des Dorfes studieren. Die Grenze zwischen den beiden Dörfern Kappel und Hägendorf wird von der noch nicht korrigierten Dünneren gebildet. Der Bach wurde begradigt, die gewundene Grenze aber ist geblieben.