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(Celti, Celtae), Name eines Volkes des indogermanischen oder arischen Sprachstammes. Wie der NameGermanen,
ist auch der der Kelten nicht in der eignen Sprache
[* 4] des Volkes überliefert und würde in keltischer Sprache Celtos, Plural Celti,
heißen, welches sich mit dem lateinischen celsus, celsi, lautlich und begrifflich deckt, also die Hohen, Erhabenen bedeuten,
während Galli (s. Gallien) von einer keltischen Wurzel
[* 5] gal abgeleitet wird, von welcher Bezeichnungen des
Kampfes und der Waffen
[* 6] gebildet sind, und die also wohl Kampf, Krieg bedeutet.
Sie besaßen große geistige Bildsamkeit, natürlichen Verstand und besondere Begabung für Rede und Dichtung. Überhaupt atmete
in ihnen ein ritterlicher Geist. IhreSprache klang den Römern und Griechen rauh und unfreundlich. Manche Kelten schoren den Bart,
andre ließen ihn kurz stehen; die Vornehmsten trugen zwar ein glattes Kinn, aber einen starken Schnurrbart.
Die Kleidung bestand in bunten wollenen Leibröcken, über welche manche einen Gürtel
[* 22] von Gold
[* 23] oder Silber festgeschnallt trugen,
in Hosen
[* 24] (braccae) und in einem kurzen Flausmantel.
Diese Ritter liebten den Einzelkampf und riefen im Angesicht der Feinde die Beherztesten dazu auf. Im ersten
Angriff waren die Kelten jederzeit fürchterlich und fast unwiderstehlich. Nur durch die geschickte Benutzung
ihrer innern Streitigkeiten und dadurch, daß sie die erste Hitze des Angriffs verbrausen ließen, vermochten die Römer endlich
die Oberhand über sie zu gewinnen. Für Gold leistete der Kelte gern Kriegsdienste; der keltische Söldner
war wegen seiner Tapferkeit gesucht, aber auch vom Feind leicht zu erkaufen, und oft brachen Empörungen unter den keltischen
Mietlingsscharen aus.
Den Kelten fehlte vor allem die Fähigkeit, unter Gesetzen zu leben, den Einzelwillen der Gesamtheit unterzuordnen und mit
beharrlichem Sinn einem höhern Ziel zuzustreben. Es galt als schimpflich für den freien Kelten, das Feld mit eignen Händen
zu bestellen; der freie Bauernstand schwand, es gab nur eine herrschsüchtige Priesterkaste, die Druiden, einen übermütigen
Adel, der auch die Königsherrschaft nicht mehr duldete, und eine unterdrückte gutshörige Klientel, welche den
jährlich neuverteilten Ackerboden bearbeitete. So erklärt es sich, daß die alle Staaten
erschüttert und keinen gegründet
haben, daß weder ein dauerndes Reich, noch eine eigne Kultur von ihnen geschaffen wurde.
Wegen der Unsicherheit der Nachrichten des Altertums über die Wanderungen und Wohnsitze der Kelten, wegen der Leichtigkeit, mit
der die in andern Völkern aufgingen, beruht die Forschung der ältesten Geschichte der auf sehr schwankender
Grundlage, und das Streben der sogen. Keltomanen, welche überall keltische Spuren wittern, alle Namen durch das Keltische erklären
wollen, wird hierdurch befördert, obwohl nicht gerechtfertigt.