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Geschichte
100+ Jahre Gewerbe im Embrachertal
Schon 1907 zeigte sich: Der Wettbewerb verbessert die Qualität des Angebotes. Die gemeinsamen Aktivitäten stärken das Image des regionalen Gewerbes.
Wettbewerb und Netzwerk
Die ersten Hinweise auf gemeinsame Aktivitäten des Gewerbes im Embrachertal stammen aus dem Jahr 1907. Drei Handwerker-Betriebe fallen an der damaligen Gewerbeausstellung in Bülach auf: Sie gewinnen den ersten Preis für einen besonders attraktiven Messestand.
Mittwochsgesellschaft
Der erste Versuch das Gewerbe im Embrachertal zu vereinen, findet 1920 statt. Bezeichnet wird der Verein als «Mittwochsgesellschaft». Laut Protokoll befasst er sich mit «gemeindepolitischen Sorgen».
Negründung
Ein zweiter Verein löst den ersten ab. Warum diese Ablösung stattfand, ist nicht bekannt.
Bürgerlicher Handwerkerverein
In den Kriegsjahren wird ein «bürgerlicher Handwerkerverein» aus dem Embrachertal politisch aktiv.
Erste Gewerbe-Ausstellungen
Der Präsident J. Herzig führt in Eigenregie Ausstellungen im alten Gemeindehaus durch, denen sich nach und nach mehr Gewerbler anschliessen. Aus ihrem Kreis stammt die Idee einer grösseren Gewerbeausstellung, die im November 1954 erfolgreich stattfindet.
Gründung des heutigen Vereins
Der Erfolg vom November 1954 macht Lust auf mehr. Am 18. März 1955 wird unter dem Namen «Gewerbeverein Embrach und Umgebung» der jetzige, politisch neutrale, Gewebeverein Embrachertal gegründet.
Gewerbeausstellung wird zur Tradition
Zwei Jahre nach dem Debüt liest man in einem Protokoll bereits von der «traditionellen» Gewerbeausstellung. Schon damals bringt sich der Verein mit einer eigenen Attraktion ein: 1956 mit einem Bratwurststand.
30% sind Mitglied
Bereits zwei Jahre nach der Gründung sind 30% der ansässigen Unternehmen Mitglied des Gewerbevereins. Spannend dazu ein Auszug aus einem Brief vom damaligen Präsidenten V. Frigerio an alle Mitglieder: «Der Gewerbeverein Embrach umfasst heute 24 Mitglieder, wahrlich ein kleiner Haufen, wenn man bedenkt, dass in unserem Embrachertal über 80 Gross-, Mittel- und Kleinbetriebe sind.»
Gründung Detaillistengruppe
Am 13. Juli 1989 formiert sich die Detaillistengruppe Embrachertal als Untergruppe des Gewerbevereins. Ihr Anliegen ist eine engere Zusammenarbeit im Marketing, um dem «Lädeli-Sterben» entgegenzuwirken. Eine der Massnahmen ist ein gemeinsamer Gutschein, der bei allen Detaillisten eingelöst werden kann.
Erster Berufswahlparcours
Am 16. Februar 1995 findet der erste Berufswahlparcours statt. Mit ihrer Teilnahme erleichtern die Betriebe den Schülern den Einstieg in die Berufswelt.
Gewerbeschau mit dem Zirkus Royal
Mit der Anzahl Mitglieder nehmen die gemeinsamen Events grössere Ausmasse an. Der Zirkus Royal und 100 weitere Attraktionen begeistern 1999 die Besucher der grossen Gewerbeschau auf dem Areal der Sporthalle Breiti.
Erster Offener Sonntag
Wiederum scheint es der Erfolg vom Vorjahr zu sein, der Mut für Neues macht. Die Detaillistengruppe Embrachertal ruft am 26. November 2020 den Offenen Sonntag im Embrachertal ins Leben. 90% der ansässigen Geschäfte öffnen ihre Türen und präsentieren Produkte, Dienstleistungen und Attraktivitäten. Der Anlass wird künftig jährlich wiederholt.
Erste Messehalle
Die grosse Produktionshalle der AM Holzbau wird am Offenen Sonntag erstmals zur Messehalle. Der Anlass erhält somit wieder mehr den Charakter einer Gewerbeausstellung.
Bärenstarke Frühlingsausstellung
85 Aussteller präsentieren sich am 13./14. April 2013 an einer Frühlingsausstellung. Das Motto: «Ein bärenstarkes Gewerbe im Embrachertal». Die Gemeinden Embrach, Rorbas, Lufingen, Freienstein-Teufen und Oberembrach sponsern einen Extra-Busbetrieb.
Shuttle-Bus gegen Verkehrschaos
Der Gewerbeverein beschliesst, den Busbetrieb für die Besucher des Offenen Sonntags weiterzuführen. Jeweils halbstündlich verkehrt zwischen dem Blumenland Meier in Lufingen und Freienstein-Teufen ein Extra-Bus. Schnell machen die Besucher die Busfahrt zum zusätzlichen, geselligen Treffpunkt. Die Verbindung von einer Attraktion zur anderen verhindert zudem ein Verkehrschaos im Tal.
Dezentralisierung als Erfolgsrezept
Eine Festwirtschaft mit verschiedenen Messeständen in der Werkstatt der GUS AG in Rorbas steigert die Attraktivität des unteren Zipfels des Embrachertals am Offenen Sonntag. Die dezentral durchgeführten Festivitäten erweisen sich mehr und mehr als Erfolgsrezept.
Corona Virus
Das Corona-Virus bringt das Vereinsleben und weite Teile der Wirtschaft komplett zum Erliegen. Nach dem ersten Lockdown, während dem sämtliche sozialen Aktivitäten verboten sind, kann die Generalversammlung stattfinden, kurz bevor die Krankheit sich wieder neu ausbreitet. Der Offene Sonntag wird abgesagt und der Berufswahlparcours verschoben.
GVET Gschänk Guetschy
Die GV beschliesst: Der Gutschein der Detaillistengruppe soll bei allen 140 Mitgliedern des GVET eingelöst werden können. Möglich ist dies, dank der administrativen Unterstützung der Mitarbeiter der Raiffeisenbank Embrach. Der GVET Gschänk-Guetschy weckt die Solidarität der Bevölkerung mit dem vom Corona-Lockdown gebeutelten Gewerbe: Im ersten halben Jahr gelangen Gutscheine im Wert von 65'000 Franken in Umlauf.
Aktuell
Der Verein zählt aktuell 130 Mitglieder.
Die Struktur des Gewerbes im Embrachertal (Stand 2020)
Das Embrachertal liegt in einer wirtschaftlich dynamischen Region nahe am Flughafen Zürich sowie an den Städten Zürich und Winterthur. Hier leben rund 18’500 Menschen verteilt auf 5 Gemeinden. Mikrobetriebe mit 1 bis 10 Mitarbeitern dominieren das Gewerbe. Für sie ist ein geeinter Auftritt besonders bedeutsam.
Betriebe nach Gemeinde im Embrachertal
Mikrobetriebe (1-10 Mitarbeiter)
93%
kleine Betriebe (11-49 Mitarbeiter)
6%
Mittlere Betriebe (50-249 Mitarbeiter)
1%