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Ein Forscher vermutet, dass eine Fehlstellung der Augen Leonardo da Vinci beim perspektivischen Malen und Zeichnen geholfen hat. Der italienische Renaissancekünstler habe wahrscheinlich zeitweise nach aussen geschielt, um leichter malen zu können.
Zu diesem Befund kommt der Augenarzt Christopher Tyler von der City University of London in der aktuellen Ausgabe des Journals «Jama Ophthalmology». Seine Studie wurde am Donnerstag veröffentlicht.
Da Vinci konnte laut Tyler quasi auf den Blick eines Einäugigen umschalten. Durch sein sogenanntes intermittierendes Aussenschielen sei es Leonardo da Vinci vermutlich leichter gefallen, etwa Gesichter und Landschaften dreidimensional zu zeichnen.
Für seine Diagnose analysierte Tyler die Augenpaare auf sechs Porträts von Leonardo da Vinci, darunter waren zwei Skulpturen, zwei Ölgemälde und zwei Zeichnungen. Dabei habe er entdeckt, dass ein Auge nach aussen gekehrt gewesen sei. Zwar habe es sich nicht bei allen Kunstwerken um Selbstporträts des Künstlers gehandelt. Doch Leonardo da Vinci sei davon ausgegangen, dass alle Porträts eines Künstlers das eigene Aussehen widerspiegelten.
Unter den analysierten Kunstwerken war demnach auch der berühmte «Vitruvianische Mensch» in einem Kreis und einem Viereck sowie die erst kürzlich identifizierte Darstellung des «Salvator Mundi». Auch andere bekannte Künstler wie Rembrandt, Edgar Degas und Pablo Picasso sollen verschiedene Fehlstellungen der Augen gehabt haben. (sda/dpa)
Schlechte Restaurierung, umstrittene Expertisen und eine phänomenale Wertsteigerung: Die Geschichte um das teuerste Gemälde der Welt ist der grösste Kunstkrimi der Neuzeit. Und das nächste Kapitel kommt schon bald.
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