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Auch wenn bis zum Carnevalssbeginn noch ein Monat fehlt, in etlichen Städten Brasiliens ist der Karneval 2015 bereits eröffnet worden. Singende, Samba tanzende und feiernde Menschen sind am ersten Wochenende des neuen Jahres bereits in Olinda und Rio de Janeiro durch die Straßen gezogen, um die bevorstehende fünfte Jahreszeit anzukündigen.
In den Straßen der Stadt Olinda herrschte am Wochenende der Rhythmus Maracatu vor, der im nordost-brasilianischen Bundesstaat Pernambuco den Ton während des Karnevals angibt. Am Praça do Carmo zogen dabei die Conxitas Neugierige und feierlustige Menschen an. Die Conxitas ist eine der wenigen Karnevalsgruppen, die ausschließlich von Frauen gebildet werden. Wenig weiter sorgte die Percussiongruppe Batuques de Pernambuco für Unterhaltung. Offiziell fällt der Startschuss für den Fasching in Olinda allerdings erst am Sonntag (11.).
Inoffiziell eröffnet worden ist der Fasching ebenso in Rio de Janeiro. Auch dort waren etliche Blöcke in den Straßen der Cidade maravilhosa unterwegs und zogen Dutzende Karnevalsfreunde an. Allerdings wurde gleichzeitig auch gegen zu strikte Regeln der Stadtverwaltung protestiert. Die sehen vor, dass sich die Karnevalsblöcke bereits mindestens sechs Monate vor Faschingsbeginn registrieren müssen, um eine Erlaubnis zu erhalten. Von den Karnevalesken wird dies als Bedrohung des bunten Straßenfaschings angesehen, der von seiner Spontanität lebt, wie sie anführen. Die Stadtverwaltung hält dem entgegen, dass einige Blöcke tausende Fans und Feiernde anziehen und deshalb eine zusätzliche Infrastruktur notwendig sei, mit chemischen Toiletten, mehr Sicherheitskräften und zusätzlichem Reinigungspersonal. In Rio de Janeiro ist es indes Tradition, dass sich Blöcke spontan bilden, auf die Straße gehen und mit ihren Verkleidungen und ihrer Musik andere anziehen.
In der Nacht vom Samstag (3.) haben 400 Anhänger eines solchen Karnevalsblocks die Eingangshalle des Stadtflughafens Santos Dumont tanzend und singend eingenommen. Der Versuch, sie daran zu hindern, scheiterte zunächst. Die feiernden Karnevalesken zogen sich erst zurück, als nach einer halben Stunde die Militärpolizei eintraf, um wieder für Ruhe und Ordnung im Flughafenbereich zu sorgen.