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Für chinesische Medien illustriert das Übernahmeangebot des staatlichen Unternehmens ChemChina für den Schweizer Agrochemie-Konzern Syngenta den Willen der Machthaber in Peking, sich nicht allein mit Märkten in aufstrebenden Ländern zufrieden zu geben.
"ChemChinas Entschlossenheit zu gewinnen, illustriert eine neue Tendenz. Der Westen muss sich daran gewöhnen: Chinesische Unternehmen versuchen, ihren Wohlstand durch Investitionen im Ausland zu finden. Diese Strategie entspricht dem Geist des 'Zugehens auf die Welt', den Chinas Machthaber fördern", hiess es jüngst auf der Website der Tageszeitung "Die Referenz-Nachricht", die den Machthabern nahe steht. Die Absicht ChemChinas, den Schweizer Konzern zu übernehmen, war zu dem Zeitpunkt bereits bekannt.
"Chinas Investitionen in Übersee konzentrierten sich bisher auf Entwicklungsländer, auf Länder, die reich an Bodenschätzen sind, aber heute richten chinesische Unternehmen ihr Augenmerk auf Industriestaaten, die über Spitzentechnologien verfügen", schrieb die Zeitung weiter.
Der Aufgabe gewachsen?
Die Finanzinformations-Website Yicai.com unterstrich diesen Mittwoch, Aufkäufe im Biotechnologie-Sektor seien für China von vorrangiger Bedeutung, um die Nahrungsmittel-Bedürfnisse seiner grossen Bevölkerung befriedigen zu können. Hervorgehoben wurde zudem, dass sich für Syngenta die Tore zum chinesischen Markt öffnen werden, dem Hauptmarkt für Pestizide weltweit.
Jiemian, eine andere Finanzpublikation, verwies darauf, dass ChemChina mit der Übernahme zu einem direkten Konkurrenten des amerikanischen Monsanto-Konzerns im Bereich von gentechnisch verändertem Saatgut würde. Jiemian fragte sich auch, ob der chinesische Konzern der Aufgabe gewachsen sein werde, und sieht mögliche Schwierigkeiten während der Konsolidierungsphase.
"Es gibt für die Übernahme von Syngenta durch ChemChina nur eine Erklärung: Die Kraft der Staatsmacht", bekräftigt Pang Guanglian, Generalsekretär des Ausschusses für internationalen Handel und ausländische Unternehmen beim Verband der Öl- und Chemie-Industrie Chinas (China Petroleum and Chemical Industry Federation, CPCIF).
Zudem ruft die Website die Erklärungen von Chinas Präsident Xi Jinping im Rahmen des 13. "Fünfjahresplans" in Erinnerung. Der chinesische Machthaber hatte zu einer rascheren Modernisierung der Landwirtschaft aufgerufen, wobei eine stabile Produktion von Getreide und anderen wichtigen Agrarprodukten beibehalten werden müsse, um die nationale Nahrungsmittelsicherheit sowie eine effiziente Versorgung mit den wichtigsten Landwirtschaftsprodukten zu garantieren.
(Übertragung aus dem Französischen: Rita Emch)