Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03593.jsonl.gz/2535

Island hat angekündigt, Schiffe, die mit Schweröl betrieben werden, fast vollständig zu verbieten. Das isländische Umweltministerium teilte am Freitag mit, ab dem 1. Januar 2020 sei in der Schifffahrt nur noch Treibstoff mit einem Schwefelgehalt von 0.1 Prozent statt der bisherigen 3.5 Prozent zulässig.
Mit der drastischen Senkung werde das Land «eine der strengsten Schwerölvorschriften der Welt» haben, erklärte Umweltminister Gudmundur Ingi Gudbrandsson.
Schiffe könnten demnach zwar nach wie vor mit Schweröl betrieben werden, jedoch müssten diese ab dem kommenden Jahr mit Abgasreinigern zur Filterung umweltschädlicher Schwefeldämpfe ausgestattet werden. Diese «Scrubber» genannten Gaswäscher sind jedoch sehr teuer. Zudem leiten einige der Geräte das verunreinigte Reinigungswasser ins Meer ab.
Der isländische Naturschutzbund begrüsste die Entscheidung der Regierung als einen «Schritt nach vorne», forderte aber ein vollständiges Schweröl-Verbot in der Schifffahrt.
Das traditionell als Treibstoff für Fracht- und Kreuzfahrtschiffe verwendete Schweröl belastet die Umwelt mehr als jeder andere Kraftstoff. Bei seiner Verbrennung werden Schwefelpartikel ausgestossen, die extrem gesundheitsschädlich sind. Überdies trägt es zu den weltweiten Treibhausgasemissionen bei, welche die globale Erwärmung mitverursachen.
Auch die Russablagerung auf isländischen Gletschern ist auf die Verbrennung von Schweröl zurückzuführen. Der im Russ enthaltene schwarze Kohlenstoff nimmt unter Sonneneinstrahlung mehr Wärme auf und beschleunigt so die Eisschmelze.
Einem Bericht der isländischen Umweltbehörde zufolge machte das traditionelle Schweröl im Jahr 2018 fast einen Fünftel des in der isländischen Schifffahrt verwendeten Treibstoffs aus. Laut einer offiziellen Statistik entfallen 17 Prozent der isländischen CO2-Emissionen auf den Fischerei- und Schifffahrtssektor. (cbe/sda/afp)