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Die erste Darbietung, die ein wenig an das heutige Musical erinnert und sich daher auch von den bereits bekannten Formen der künstlerischen Darstellung distanziert, ist das Musical „The Black Crook“ (Der Ganove in Schwarz). Es wird oftmals als das erste Musical angesehen.
Die Handlung des Musicals
Die Handlung erinnert an Goethe’s Faust und dreht sich um den Hauptdarsteller Count Wolfenstein. Dieser ist nicht nur reich, sondern auch bösartig, denn er möchte die gutmütige aber bereits verlobte Amina aus dem Dorf heiraten. Ihr Verlobter, Rudolphe, ein mittelloser Künstler, wird mit der Hilfe von Aminas Stiefmutter in eine Falle gelockt. Count Wolfenstein und die Stiefmutter lassen ihn in die Hände des Hertzogs laufen. Dieser ist ein Meister der dunklen Künste und hat einen Pakt mit dem Teufel, Zamiel, geschlossen. Dieser Pakt beinhaltet, dass er ihm jedes Jahr eine neue Seele bringt. Glücklicherweise und vor allem aufgrund seiner Gutmütigkeit rettet Rudolphe die verzauberte Königin der Feen. Im Gegenzug möchte sie ihm ebenfalls einen Dienst erweisen und bringt ihn daher zurück zu Amina, seiner Verlobten. Der Count Wolfenstein und seine niederträchtige Gefolgschaft werden von dem Heer der Feen besiegt. Daraufhin zerren die Dämonen den Hertzog in die Hölle. Schlussendlich leben Amina und Rudolphe glücklich bis an ihr Lebensende.
Inspiration und Uraufführung
Der Autor des Stücks, Charles M. Barras, hatte seine ersten Inspirationen vor allem auf den Reisen nach Europa. Das in Paris aufgeführte sogenannte Féerie „La Biche au bois“ hat ihn sehr beeinflusst. Féerie bedeutet so viel wie ein Feenmärchen und war im 19. Jahrhundert äußerst beliebt. Zudem hat Barras Inspirationen von den Pantomimen in England gesammelt, bevor er zurück in New York sein Stück schrieb. Die erste Aufführung in New York fand 1866 im Niblo‘s Garden statt. Zuständig für die Musik war Thomas Baker, der diese teilweise aus älteren Stücken übernommen hatte und neue Lieder hinzukomponierte. Die Texte schrieb Theodore Kennick und zusätzliche Kompositionen stammten von George Bicknell. Auf der Bühne stand ein Ballett-Ensemble von 70 Frauen und das Besondere der Produktion waren die in Amerika noch nicht bekannten Spezialeffekte. Zudem spalteten die sehr anzüglichen Kostüme die Gemüter. Während es einige der Zuschauer für unbedenklich hielten, eine solche Aufführung zu sehen, waren andere sehr erbost über die Freizügigkeit der Darstellerinnen und Darsteller. Insgesamt erreichte das Stück eine Rekordzahl von 474 Aufführungen und ging danach auf lange Tour. Die Länge des Musicals betrug fünfeinhalb Stunden.