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Entlastungsstrasse Stans West
Am 15. Juni 2022 hat der Landrat dem Objektkredit von 18.8 Mio. Franken für den Bau der Entlastungstrasse Stans West mit 39 zu 16 Stimmen zugestimmt. Der Landratsbeschluss untersteht dem obligatorischen Referendum. Die kantonale Abstimmung für das Ausführungsprojekt findet am 27. November 2022 statt. Bei einer Annahme der Vorlage ist mit einem Baubeginn im Frühjahr 2024 zu rechnen.
Die neue, rund einen Kilometer lange Entlastungsstrasse führt von der Rotzlochstrasse auf Höhe Gerbibrücke dem Zentralbahn-Trassee entlang zur Ennetmooserstrasse im Gebiet Fuhr, wobei die beiden Anschlussknoten als Kreisel ausgeführt werden. Parallel zur Strassenfahrbahn wird ein Velo- und Gehweg realisiert, abgetrennt durch einen Grünstreifen. Die Mehrkosten im Vergleich zum generellen Projekt (14.7 Mio.) betragen rund 4.1 Mio. Franken und sind vor allem auf die schlechten Baugrundverhältnisse zurückzuführen, wie sie durch zusätzliche geotechnische Abklärungen entlang der effektiven Linienführung zu Tage gefördert worden sind. Dadurch musste die Fundation für die Strasse neu dimensioniert werden. Zudem verursachen eine neue Beleuchtung für das Trottoir und die Ein- und Ausfahrten bei der Liegenschaft «Müller Martini», eine optimierte Erschliessung der benötigten Elektroleitungen sowie der Bau von Beton- statt Belagskreiseln Mehrkosten. Diese dienen jedoch der Sicherheit und werden sich langfristig positiv auf die Unterhaltskosten auswirken. Gemäss dem kantonalen Strassengesetz hat die Gemeinde einen Anteil an den Kosten für den Rad- und Gehweg zu übernehmen. Deshalb ist von einem Betrag von rund 800'000 Franken auszugehen, den die Gemeinde Stans ans Projekt beisteuert.
Das Projekt geht auf einen politischen Vorstoss im Jahr 2015 zurück. Landrat Markus Walker, Ennetmoos, reichte damals eine Motion für die umgehende Planung und Realisierung der Entlastungsstrasse Stans West als Kantonsstrasse ein. Der Regierungsrat beantragte dem Landrat, die Motion abzulehnen. Dieser hiess sie jedoch gut. Im Februar 2016 unterbreitete der Regierungsrat einen Planungskredit, der vom Landrat im Mai 2016 beschlossen wurde. Der Landrat forderte die Linienführung von der Rotzlochstrasse via Müller Martini zur Ennetmooserstrasse. Im Bereich Müller Martini sind die Platzverhältnisse für die neue Strasse, ohne grössere Anpassungen des Werkareals oder des zb-Trassees für eine normengerechte Linienführung zu eng. In einem Zwischenschritt musste daher in einer Studie die Machbarkeit der Erschliessung des bestehenden Werkareals Müller Martini nachgewiesen werden.
Die Machbarkeitsstudie zeigte auf, dass die geforderte Linienführung mit Einschränkungen technisch machbar ist. Seitens Müller Martini sind jedoch umfangreiche Anpassungen der internen Logistik wie auch der Anlieferung zwingend. Ende 2017 konnte der Entwurf des generellen Projekts abgeschlossen werden. Die öffentliche Planauflage erfolgte vom 5. Juli 2018 bis 3. August 2018. Während der Auflage gingen vier Einwendungen ein. In der Zwischenzeit prüfte die Baudirektion die eingegangenen Einwendungen und arbeitete das abgeänderte generelle Projekt auf.
Nach einer Gesamtabwägung der Vor- und Nachteile betreffend einer Verkehrsentlastung unterstützte der Regierungsrat das Vorhaben nicht. Er beantragte dem Landrat, das generelle Projekt abzulehnen und das Anliegen einer Entlastungsstrasse in diesem Gebiet im Rahmen des anstehenden Gesamtverkehrskonzepts wieder aufzunehmen und im Kontext aller vorgeschlagenen Massnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation in Nidwalden einer erneuten Beurteilung zu unterziehen.
Am 25. November 2020 verabschiedete der Landrat das generelle Projekt mit einem reduzierten Strassenquerschnitt (anstelle 10.6 neu 9.95 Meter). Gleichzeitig wies er die verschiedenen Punkte aus den eingegangenen Einwendungen ab. Das Rechtsmittel von allfälligen Beschwerden wurde nicht ergriffen. Das Bauprojekt lag anschliessend vom 10. November 2021 bis am 10. Dezember 2021 öffentlich auf. Vier Einwendungen wurden am 29. März 2022 durch den Regierungsrat abgehandelt.
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