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«Hal-le-lu-ja» Händel lebt!
Schon im Kindesalter wusste Händel, dass er sich voll und ganz der Musik widmen würde. Auf dem Dachboden lernte er heimlich sein erstes Instrument spielen und nur wenig später nahm er Orgelunterricht. Als junger Erwachsener reist Händel nach Hamburg und Florenz, wo er viele Kompositionen entwickelt. Darunter auch das berühmte «Halleluja!».
Der ganze Saal ist mit hellem Licht ausgefüllt, welches vom prachtvollen Kronleuchter ausgeht, der von oben herab über der Bühne hängt. Auf der Bühne steht schon vor Beginn des Stücks ein reichlich gedeckter Tisch mit Früchten, Fleisch, Hummer und Wein, und ist aufgrund seiner Grösse nicht zu übersehen. Die MusikerInnen, die direkt dahinter sitzen, sind somit verdeckt und das Publikum bekommt nicht die Gelegenheit, das Orchester als Ganzes zu betrachten. Eigentlich schade, da das Orchester ein gewichtiger Teil des Musiktheaters ist. Der Tisch ist gerade deshalb auch nicht wirklich wichtig, da dieser nur hintergründig bespielt wird. Händel allein isst an diesem Tisch während der Musikstücke. Diese Schauspielpause hätte man anders gestalten können.
Die Zusammengehörigkeit von Orchester und Schauspiel ist daran zu erkennen, dass der Dirigent (Samuel Hogarth) und der Cembalist (Peter Solomon) beide eine weisse Perücke mit geschwungenem Haar tragen. Diese Perücken symbolisieren die jeweiligen Figuren, welche sie im Stück übernehmen.
Die Lebensgeschichte Händels wird von Händel in alten Jahren (Uwe Schönbeck) selbst erzählt. Zuerst berichtet er von seiner Kindheit als kleiner Junge, wobei diese Kindesfigur parallel dazu pantomimisch von Maximilian Dorsch gespielt wird. Dabei erinnert er sich an bestimmte Ereignisse im Leben, die von der Musik untermalt werden. Ein Streit mit dem Komponisten Johann Mattheson (Samuel Hogarth) lässt Händel förmlich aufblühen. Ein dynamisches Stück gespielt vom Orchester unterstützt dieses Gefühl noch zusätzlich.
Weniger ist mehr
Das Barockzeitalter ist vor allem bekannt für die imposanten Bauten, die vielen Goldverzierungen und die auffällige Mode. Bei den Kostümen lässt sich die Barocker-Epoche schnell erkennen. Die Schauspielerinnen (Orsolya Nyakas und Eleonora Vacchi) tragen lange Kleider in samtblau und glitzerndgold, während Händel (Uwe Schönbeck) mit weissen Strumpfhosen und einem buntgeschmückten Samtumhang auf der Bühne erscheint. Auch mit ihren Stimmen beeindrucken die Schauspieler und Sängerinnen. Immer vom Berner Symphonieorchester begleitet, singen neben den Opernsängerinnen (Orsolya Nyakas und Eleonora Vacchi) auch noch Opernsänger (Andres del Castillo und Louis Morvan).
Schade ist, dass viele Witze und Sprüche während des Stücks wiederholt werden oder übertrieben wirken. Nicht immer ist an der jeweiligen Handlung ein lustiger Spruch passend oder notwendig, um die Szene zu vollenden.
Halleluja
Händels Komposition Halleluja, welche auch im Titel gross heraussticht, ist von grosser Bedeutung. Das Publikum darf nämlich Teil des Stücks sein, indem einen Abschnitt von Halleluja mitisngt. Der Dirigent (Samuel Hogarth) leitet das Publikum einladend an, indem er die Zeilen vorsingt und die Zuschauer singen diese nach. So sind neben den Schauspielern nicht nur die MusikerInnen und der Dirigent am Theaterstück beteiligt, sondern auch das Publikum.