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Das Lied „Across the Universe“ stammt ursprünglich von den Beatles und wurde auf deren Album „Let it be“ im Jahr 1970 veröffentlicht. Paul McCartney und John Lennon schrieben den Song zwei Jahre zuvor in Indien.1 Die Zeilen des Songs sind überaus poetisch und formen als Ganzes ein Gedicht: Fliessende Wörter, Wellen der Freude, Bilder gebrochenen Lichts und ruhelose Gedanken bewegen sich kreuz und quer durchs Universum. Unterbrochen wird der Fluss des Gedichts nur durch das Mantra „Jai Guru Deva (Om)“ einerseits, was mit „glory to the shining remover of darkness“2 übersetzt werden kann, was aus der Transzendentalen Meditation stammt und durch die Aussage „nothing’s gonna change my world“ andererseits. Der angefügte Videoclip zum Lied zeigt Aufnahmen von den Beatles im indischen Rishikesh, unter Anderem beim Guru Maharishi Mahesh Yogi,3 den die Band im Jahr 1967 kennen lernte4 [youtube width=“600″ height=“350″]http://www.youtube.com/watch?v=Tjq9LmSO1eI[/youtube]
Während der Songtext völlig unverändert bleibt, entfaltet die slowenische Band Laibach im Video zu ihrem Cover von „Across the Universe“ aus dem Jahr 1988 eine völlig andere Dimension: Im Zentrum des Clips stehen die Leadsängerin, gekleidet in ein rotes, ans Mittelalter erinnerndes Kleid, und ein vierköpfiger Knabenchor in grüner Militäruniform. Höhlenmalereien, Tonplastiken, projizierte Tierschatten und eine künstlerische Skifahrerszene bilden den ersten Teil des Videos. Danach folgt ein zweiter Teil, bei dem ein dahinhüpfender Frosch durch ein Stiefelpaar auf Metallspringfedern zerdrückt wird. Dann kommen an Silchfäden aufgehängte Tiefseefische vor einer Meereswellen- und später Sternenhimmelkulisse ins Bild um dann abgelöst zu werden von der Sängerin in rot, die zwischen Pfützen und Wasservögeln stehend ihre Vocals performt. Der dritte Abschnitt des Clips besteht aus einem Skispringer im Flug und einer sich drehende Weltkugel – alles in schwarz-weiss. Der krönende Schlussteil zeigt einen schwarz-rot gekleideten Ritter in Naziuniform, der knatternd den letzten Ton des Liedes („Om“) von sich gibt. Diese Bilder stehen in grösst möglichen Kontrast zu denjenigen aus dem Video der Beatles.
Laibach zeichnete sich von Anfang an durch ihre interdisziplinarische Gesamtkunstwerk-Praktik aus. Durch ihre Bezüge auf avant-garde, Nazis und sozialen Realismus innerhalb ihres Kunstschaffens, erzeugten sie Kontroversen, die starke Reaktionen seitens politischer und staatlicher Autoritäten provozierten. Zudem griffen sie mit ihren Auftritten in Uniform das Thema der De-Individualisierung im existierenden System auf. Laibach erfand und definierte auch den Begriff „retro-avant-garde“. Mit diesem hinterfragten sie Inbesitznahme, Zitieren und Copyright, was sie in ihrer ad absurdum geführten Coverversion von „Across the Universe“ galaktisch gut demonstrieren.5.
Quellen:
- http://en.wikipedia.org/wiki/Across_the_Universe <18.11.13> ↩
- http://www.introtomeditation.com/jaigurudeva.html <18.11.13> ↩
- http://en.wikipedia.org/wiki/Transcendental_Meditation <18.11.13> ↩
- http://www.beatlesbible.com/songs/across-the-universe/ <18.11.13> ↩
- http://www.laibach.org/bio/<18.11.13> ↩