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Die Achalasie ist eine Störung der Speiseröhrenmuskulatur. Entweder die Speiseröhre hat keine ausreichenden Kontraktionen mehr, um die Nahrung nach unten in Richtung Magen zu transportieren, oder die Muskulatur kontrahier sich unkoordiniert und der untere Speisenröhrenverschlussmuskel öffnet sich nicht, wenn er sollte. Die Folge ist dann, dass die Nahrung in der Speiseröhre bleibt und nicht in den Magen übertritt.
Symptome, die auf eine Achalasie hinweisen, sind Schluckprobleme, das Wiederhochwürgen von unverdauten Speisen und ein Druckgefühl (= Gefühl von «Steckenbleiben») hinter dem Brustbeins. Im Verlauf können Gewichtsverlust oder ein Aufstau von Speisebrei mit Erbrechen entstehen.
Zur Diagnostik wird der Muskeldruck in der Speiseröhre gemessen: Dies nennt man Ösophagus-Manometrie.
Die Achalasie lässt sich gut behandeln. Mit den richtigen Therapien können Ärztinnen und Ärzte die Symptome lindern. Eine Behandlung, die direkt an der Ursache ansetzt – nämlich dem Ausfall der Nervenfunktion und damit der Speiseröhrenmuskulatur – gibt es jedoch nicht. Somit ist die Achalasie nicht «heilbar».
Die Behandlungen zielen darauf ab, den Widerstand im Schliessmuskel der Speiseröhre zu vermindern. Welche Behandlung in Frage kommt, hängt vom Ausmass der Beschwerden, aber auch dem allgemeinen Gesundheitszustand, Alter und Ihren individuellen Wünschen ab. Folgende Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Achalasie:
Sie vermindern den Druck im Speiseröhrenmuskel und sorgen dafür, dass er sich wieder entspannt und besser öffnen kann. Sie beschleunigen die Passage der Nahrung in Richtung Magen. Zum Einsatz kommen Wirkstoffe aus der Gruppe der Kalziumantagonisten (z.B. Nifedipin) und Nitrate (Isosorbiddinitrat). Medikamente spielen jedoch bei der Achalasie nur eine begrenzte Rolle. Ärztinnen und Ärzte setzen sie im Frühstadium oder kurzfristig vor einer anderen Behandlung ein. Auch wenn andere Therapieoptionen versagen oder nicht für Patientinnen und Patienten in Frage kommen, sind sie eine Möglichkeit.
Ärztinnen und Ärzte führen vorsichtig einen kleinen Ballon in die Speiseröhre ein und schieben ihn bis zum Schliessmuskel vor. Dann blasen sie den Ballon auf und weiten den Schliessmuskel mechanisch. Die meisten verspüren eine deutliche Besserung ihrer Schluckprobleme. Der Effekt hält oft über Monate oder sogar Jahre an. Manchmal wiederholen Ärztinnen und Ärzte die Behandlung nach einiger Zeit. Die Methode lässt sich ohne Operation während einer Gastroskopie durchführen. Vor allem für ältere Menschen, die weitere Erkrankungen haben, ist die Ballondilatation oft eine gute Therapiemöglichkeit. Sie birgt einige Risiken: Verletzungen der Speiseröhre, Blutungen oder die Refluxkrankheit. Weil der Druck im Speiseröhrenmuskel abnimmt, kann saurer, aggressiver Magensaft leichter in die Speiseröhre zurückfliessen.
Botox ist eigentlich ein sehr starkes Nervengift, das bestimmte Bakterien produzieren: Clostridium botulinum. In höherer Dosierung ist es lebensgefährlich, in niedriger Menge jedoch als Therapeutikum nutzbar. Ärztinnen und Ärzte injizieren Botox in den Speiseröhrenmuskel und bringen den Muskel so zum Erschlaffen. Die Botox-Injektion verabreichen Ärzte im Rahmen einer Spiegelung von Speiseröhre und Magen. Oft wiederholen Ärztinnen und Ärzte die Behandlung einige Zeit später. Allerdings sprechen viele Patientinnen und Patienten im Lauf der Zeit immer weniger auf das Botox an. Die Behandlung eignet sich für Patientinnen und Patienten, für die andere Therapien nicht in Frage kommen, etwa eine Operation oder Ballondilatation.
Bei dieser relativ neuen Behandlung erfolgt die Spaltung der Speiseröhrenmuskulatur und des unteren Schliessmuskels über eine Spiegelung (Endoskopie). Die POEM wird nur in wenigen spezialisierten Zentren durchgeführt und kann manchmal die sonst notwendige Operation ersetzen. Nachteil der POEM ist die häufig zu beobachtende Verstärkung von Refluxsymptomen, weil saurer Magensaft nach Spaltung des Schliessmuskels leichter in die Speiseröhre zurückfliessen kann.
Sie kommt in Frage, wenn eine mehrmalige Dehnung keinen ausreichenden Erfolg gebracht hat oder Komplikationen aufgetreten sind. Dabei schneidet eine Chirurgin oder ein Chirurg den unteren Schliessmuskel längs ein. Myotomie ist der Fachbegriff dafür. Die OP geschieht meist minimal-invasiv („Schlüssellochchirurgie“) im Rahmen einer Bauchspiegelung (Laparoskopie).
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Universitätsspital Zürich
Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie
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