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Es gibt viele (zu viele) Funde, Artefakten und Zeugnisse aus Entstehung unseren Zivilisation, welche sich außerhalb der Länder befinden, wo sie eigentlich hingehören. Wie kann es sein, dass Funde aus Syrien in London oder Berlin in der Vitrinen dortigen Museen zu sehen sind?
Ausgegraben und erworben von deutschen Archäologen im heutigen Irak ist das Ishtar-Tor eine der vielen Artefakte, die vor dem Ersten Weltkrieg in die westlichen Länder verschifft wurden, als Teil eines größeren Trends europäischer Kolonisten im Nahen Osten. Im Jahr 2002 forderten die irakischen Beamten Deutschland auf, das Tor zurückzugeben.
Es gibt noch keine Pläne für seine Rückkehr. Das virale Bild bringt jedoch die lange Debatte zwischen den Museen in den USA und Europa über das Eigentum an uralten Artefakten und den Herkunftsländern der Gegenstände zum Vorschein.
Hunderte, wenn nicht sogar Tausende von unschätzbaren historischen Artefakten sind längst gestohlen, gehandelt, verkauft und wurden durch zahlreiche Hände geleitet, um sich über mehrere Grenzen hinweg an private Sammler in einem Schwarzmarkt zu begeben, der Umsatz wird auf bis zu 6,3 Milliarden Dollar pro Jahr geschätzt
Entdeckt in Rosetta, Ägypten – von einem französischen Offizier im Jahre 1799, ist dieses 2,200 Jahre alte schwarzer Basalt-Stein heute ein der berühmtesten Artefakte. In Hieroglyphen, Demotik und Griechisch eingeschrieben wird angenommen, dass der Stein ein Schlüssel für die Entzifferung von Hieroglyphen und damit Ägyptens Vergangenheit ist. Der Stein wurde von den Briten erworben, als sie die Franzosen im Jahre 1801 besiegten und sie 1802 in das Britische Museum in London verlegten. Obwohl Ägypten seit Jahren für die Rückgabe des Steines drängt, weigert sich das Britische Museum der Forderung nachzugeben.
Trotz Ägyptens angetriebene Kampagne, um mehr als 5.000 Artefakte aus der ganzen Welt zurückzuerobern, lehnte eine deutsche Stiftung am Montag den Antrag der Ägypter auf die Rückkehr der 3.400-jährigen Büste der Königin Nofretete, der Sternattraktion der ägyptischen Sammlung im Neuen Museum in Berlin Berlin, jedes Jahr mehr als 1 Million Zuschauer.
„Die Position der Stiftung zur Rückkehr der Nefertiti bleibt unverändert“, sagte Präsident Preußischer Kulturhistoriker Professor Hermann Parzinger. „Sie ist und bleibt der Gesandte Ägyptens in Berlin.“
Die Büste wurde 1912 vom deutschen Archäologen Ludwig Borchardt entdeckt und im darauf folgenden Jahr nach Deutschland gebracht. Obwohl Ägypten seit 1930 beharrlich die Rückkehr von Nefertiti nach Ägypten beantragt hat, hat Deutschland die Rückkehr der alten Büste behauptet, dass die Statue zu zart sei, um die lange Heimreise zu machen.
Der Gelehrte Harold Rhode fand im überfluteten Keller des Saddam-Husseins-Service-Hauptquartiers in Bagdad mit der US-Invasionstruppe im Jahr 2003 tausende von schimmeligen Artefakten der irakischen und meist zerstreuten jüdischen Bevölkerung. Er kämpft nun, um zu verhindern, dass seine Entdeckungen in den Irak zurückgegeben sollte.
Während Ägypten immer tiefer im politischen Chaos versinkt, machen sich Plünderer diese Situation zunutze. Der jüngste Museumsraub im Malawi-Museum in der etwa 300 Kilometer südlich von Kairo gelegenen Provinzhauptstadt al-Minya ist der bisher größte Diebstahl dieser Art in der jüngeren ägyptischen Geschichte.
Gestohlene Kunst: Türkei will Artefakte aus den USA zurück
Die Türkei verlangt Kunstobjekte, die aus illegalen Ausgrabungen stammen sollen, zurück. In den USA wurden gleich mehrere Museen kontaktiert. Seit Jahren werden allerdings nur unvollständige Angaben gemacht. Nun droht die Türkei mit der Verweigerung von Leihobjekten, wenn das so weitergehen sollte.
Die Türkei stellte bei mehreren amerikanischen Museen einen Antrag auf die Rückführung von zahlreichen Artefakten, die in der Vergangenheit illegal aus dem Land geschmuggelt worden sein sollen. Wie die Los Angeles Times berichtet, habe die türkische Regierung das J. Paul Getty Museum, das Metropoliten Museum of Art in New York City, das Cleveland Museum of Art sowie das Dumbarton Oaks Research Library and Collection der Harvard Universität kontaktiert, um mehrere Kunstobjekte zurückzuerhalten.
Für die amerikanischen Museen sind solche Rückforderungen nichts Neues. In den vergangenen Jahren bestätigten mehrere Länder, dass Kunstobjekte in die USA geschmuggelt worden seien. Das Getty, das Met, das Cleveland sowie das Boston Museum of Fine Arts und das Princeton University Art Museum gaben Griechenland und Italien insgesamt mehr als 100 Objekte zurück. Um weitere solcher Vorfälle zu verhindern, einigten sich die Museen mit den betreffenden Ländern fragwürdige Objekte durch geliehene zu ersetzen.
„Die Türkei ist verärgert, weil sie unehrliche Antworten auf ihre Anfragen erhält“, so Süslü. Seit Jahrzehnten kämpfe die Türkei gegen illegalen Kunsthandel – bisher nur wenig erfolgreich. Das soll sich mit der Verweigerung von Leihobjekten nun ändern.