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Bei der kreativen Jonglage geht es um das eigene Entwickeln und Verändern von Elementen und Sequenzen. Die kreative Jonglage besteht aus einer Entwicklungs-, einer Übungs- und einer Präsentationsphase. Je nach Ziel können in der Entwicklungsphase verschiedene Bedingungen festgelegt werden, nach welchen die Kinder ihre Sequenzen erfinden können. Die Entwicklungsphase kann aber auch ganz offen nach dem Motto "Lust" geschehen, was einen sehr spannenden Prozess auslösen kann.
Grundlagen für den kreativen Prozess ist das System "scales and layers", "Tasks" und die Präsenz mit dem Objekt.
Das Entwickeln von Tricks beruht auf den "scales and layers", was übersetzt soviel heisst wie "Tonleiter und Schichten". Unter der Tonleiter ist zu verstehen, dass ein Grundelement genommen werden kann und es möglich ist, ihn beliebig zu transponieren oder zu deklinieren. Es geht um die Veränderung eines Elementes. Diese Veränderung kann in verschiedenen Bereichen geschehen (vgl. Interview B9):
Das Transponieren entsteht auf der Ebene eines Trickes. Während die Schichten beim Entwickeln und Verändern einer ganzen Sequenz zum Einsatz kommt. Die Schichten können dann beliebig aufeinandergestapelt werden. So kann ein Element der Sequenz ganz langsam jongliert werden, ein anderes Element wird auf der tiefen Ebene und ein drittes Element um ein Körperteil jongliert. Es kann eine Sequenz auch auf der Grundlage eines Themas jongliert werden (vgl. Interview B9).
Diese Möglichkeiten zum Entwickeln und Verändern von Tricks können den Schülerinnen und Schülern in Form von Tasks vorgegeben werden.
Ein "Task" ist eine Aufgabe, nach welcher recherchiert wird. Ein "Task" ist ein Problem, eine offene Frage oder Ausgangslage, aus welcher die Schülerinnen und Schüler etwas entwickeln können.
Eine Kreation ohne "Task" kann erfolgen, in dem nach dem Motto "Lust" gearbeitet wird. Dies ist ein sehr spannender Prozess, welcher als Einstieg in eine Unterrichtseinheit oder in der Mitte der Unterrichtseinheit erfolgen kann. Wenn dies zu Beginn eingesetzt wird, ist es spannend, da die Schülerinnen und Schüler durch eigenes Interesse die Jonglage für sich entdecken können.
Es ist auch möglich auf einfache Weise zu neuen Elementen zu gelangen. Man nimmt einen Trick und wendet das Grundschema an (vgl. Interview B2):
Video folgt...
Bei der Präsenz mit dem Objekt geht es darum, dass das Objekt Partner in der Jonglage ist. Weitergreifend können auch der Raum oder die Musik Partner sein. Es ist wichtig, die eigene Präsenz von der Präsenz des Objektes zu trennen und die Präsenz bewusst einzusetzen. Es soll dabei nicht nur das Objekt präsent sein. Zur Präsenz mit dem Objekt gehört auch die Beziehung zum Objekt selbst (vgl. Interview B9). Es muss ein Wechselspiel zwischen Objekt und Person stattfinden können. Zusätzlich gehört zur Präsenz auch das Spielen mit Erwartungen. Was erwarte ich bei einem Trick oder was erwartet vielleicht das Publikum (vgl. Interview B1)? Daraus können sich spannende Umsetzungen entwickeln.
Es ist auch möglich die kreative Jonglage in der Gruppe umzusetzen. Der Aufbau dieser Übung kann verschieden ausgeführt werden. Es ist möglich in Einzelarbeit zu starten und erst später die Gruppenarbeit (GA) auszuführen oder die Schülerinnen und Schüler von Beginn an in der Gruppe arbeiten zu lassen.
Nachfolgend werden beide Möglichkeiten beschrieben:
direkt in GA:
Die Schülerinnen und Schüler bilden 4er-Gruppen. Sie setzen sich zusammen und wählen min. 5 Elemente aus, welche alle aus der Gruppe jonglieren können. Vorerst bestimmen sie die Reihenfolge und üben die Sequenz. In einem zweiten Schritt können noch weitere Inputs erteilt werden.
Aufbau mit EA, PA und GA:
Die Schülerinnen und Schüler erfinden einzeln eine Sequenz mit mind. 4 Elementen. Sie üben die Sequenz. Danach zeigen sie die Sequenz in PA vor und setzen die beiden Sequenzen zusammen. Daraus ergibt sich eine Sequenz aus mehr als 4 Elementen. Die Anzahl Elemente spielt ab diesem Zeitpunkt nicht mehr eine grosse Rolle. Es kann sein, dass die Schülerinnen und Schüler in ihren Sequenzen gleiche Tricks eingebaut haben und deshalb beim Entwickeln der Partnersequenz einzelne Elemente auslassen oder nur einmal jonglieren. Sie üben die neue Sequenz. Anschliessend setzen sie sich mit einer zweiten Gruppe zusammen. Beide Gruppen zeigen einander die erarbeitete Sequenz vor. Es wird eine von beiden Sequenzen ausgewählt, welche die ganze Gruppe nun übt. Dazu können auch weitere Inputs anregend sein:
Bei diesen Gruppensequenzen muss genügend Zeit eingerechnet werden. Ausser beim Passing geht es immer um das Entwickeln einer Sequenz. Es ist wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Sequenzen präsentieren können. Ideen für Präsentationsmöglichkeiten sind hier zu finden.
Wichtig bei der kreativen Jonglage zu berücksichtigen ist, dass sie aus mehreren Phasen besteht. Der Fokus liegt auf der Entwicklungsphase. Wenn etwas Neues entstanden ist, ist es zentral dieses Element wiederholbar zu machen (vgl. Interview B1). Dafür wird die Übungsphase benötigt. Die Schülerinnen und Schüler sollen dazu animiert werden, dass sie ihr Element oder ihre Sequenz wiederholen. Erst durch die vielen Wiederholungen kann später ein Element oder ein Trick präsentiert werden. Hier ist wichtig, dass eine Entwicklungs- und Übungsphase, mit der Phase der Präsentation abgeschlossen wird, damit die Schülerinnen und Schüler ein Feedback erhalten.
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