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Clémence Gobet, Mitglied des Schweizer Nachwuchskaders B, hat bei den Schweizer Junioren-Meisterschaften in Lenzburg keine Zweifel aufkommen lassen: Mit mehr als einem Punkt Vorsprung auf die Züricherin Aisha Demuth hat sich die Freiburgerin im Programm 3 den Titel erturnt. Nach Gold im P1 im Jahr 2014 und dem Vizemeistertitel im P2 im vergangenen Jahr schaffte es die Freiburgerin erneut zuoberst aufs Podest. «Clémence ist der Konkurrenz momentan deutlich überlegen», freute sich Bernard Perroud, Trainer des Kantonalen Trainingszentrums.
Gobet mit Bestnoten
Gobet holte sich die Goldmedaille mit einer bravourösen Leistung. Am Stufenbarren zeigte sie eine beinahe perfekte Darbietung und erhielt mit 14.650 Punkten die beste Note. Am Schwebebalken wuchs sie über sich hinaus und zeigte eine fehlerfreie Übung. Die Belohnung war eine 14.050, womit Gobet als einzige Turnerin eine Wertung über 14.000 Punkten erhielt. Die Bestnote gelang der Freiburgerin auch am Boden (14.150). Im Vorjahr hatte sie just an ihrem Lieblingsgerät den Titelgewinn verspielt. «Der Schwachpunkt war letztes Jahr die Choreografie», sagt Perroud. «Clémence hat viel daran gearbeitet und ragte diesmal mit ihrer Darbietung hervor.»
Einzig zu Beginn ihres Wettkampfs am Sprung musste sich Gobet mit einer 12.275 zufriedengeben. Sie brachte zwar ihren Überschlag und ihr Rondat sauber in den Stand, die Sprünge haben aber keinen allzu hohen Ausgangswert. «Am Spung hat Clémence noch Reserven, ist sie doch imstande, einen Tsukahara (Rondat mit eineinhalbfachem Salto) zu springen», sagt Perroud. «Allerdings besteht die Gefahr einer unsauberen Landung, was nicht mehr Punkte bringen würde. Deshalb haben wir uns für die einfachere Variante entschieden.»
Die Düdingerin Rea Kolly (Freiburgia), die auf dem Schwebebalken erstmals einen doppelten Flickflack zeigte, landete auf dem guten 23. Schlussrang.
Bronzemedaille im Programm 4
Im Programm 4 erreichte Mara Pfister (Freiburgia) die beste Freiburger Klassierung auf dem 10. Platz. Nach ihrem 2. Rang bei den Aargauer Meisterschaften waren die Ambitionen bei Pfister gross, zumal sie in diesem Jahr punkto Stabilität, Konstanz und Ausführung der Übungen enorme Fortschritte gemacht hat. Auf dem Balken musste Pfister allerdings einen Sturz beim Rückwärtssalto hinnehmen, wodurch die Chancen auf eine Klassierung unter den besten Turnerinnen schwanden.
Trösten konnte sich Mara Pfister mit der gewonnenen Bronzemedaille im Teamwettkampf. Im Programm 4 schaffte es das Freiburger Team mit Pfister, Justine Dousse (GASF Romont) und Eléa Dufour (FSG Cugy-Vesin) hinter Bern und Aarau aufs Podest. «Von den dreien habe ich eine gute Performance erwartet, schliesslich haben sie während der ganzen Saison regelmässig gute Leistungen gezeigt», sagt Bernard Perroud. «Schweizer Meisterschaften sind allerdings sehr speziell und die Tagesform spielt eine grosse Rolle. Umso grösser ist die Freude über die Medaille.»
Knapp am Podest vorbeigerauscht ist das Freiburger Team im Programm 3. Dem Trio Clémence Gobet, Taïs Canzillon (Cugy-Vesin) und Shania Linder (GASF Romont) fehlte als Vierte ein winziger Zehntelpunkt auf die drittklassierten Tessinerinnen. Wäre das Podest möglich gewesen? «Taïs hat einen hervorragenden 16. Rang erreicht. Shania hatte nicht ihren besten Tag erwischt und klassierte sich trotz eines fehlerfreien Wettkampfs nur auf dem 27. Rang bei 32 Turnerinnen», bilanzierte Perroud. «Der vierte Schlussrang ist bemerkenswert, auch wenn es nicht ganz fürs Podest gereicht hat. Wir haben die Kantonalen Trainingscenter von St. Gallen, Genf und Bern hinter uns gelassen. Und das mit einem Team, bei dem nur eine Turnerin (Clémence Gobet, Red.) einem Nationalkader angehört.»