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Wissenschaftler des «Federal Research Center for Comprehensive Study of the Arctic» entdeckten während der ersten genetischen Untersuchung von Insekten auf der Insel Kolguev in der Barentssee fünf Hummelarten. Dies meldete Grigory Potapov, ein führender Forscher im Labor des Zentrums für subarktische Waldökosysteme. Bienen können große Entfernungen zurücklegen, was bedeutet, dass diese Arten wahrscheinlich über 70 Kilometer entfernt vom Festland eingewandert sind.
„Vorher wurden solche Studien nicht durchgeführt, es gab nur einzelne Sammlungen“, sagte Potapov in einem Interview mit der Agentur TASS. Kolguev Island ist nicht der typische Lebensraum für Bienen. Unter Umständen könnte der Klimawandel und die wärmeren Temperaturen in der Arktis die Ansiedlung der Hummeln begünstigt haben.
„Die Insel Kolguey ist geologisch jung und ist erst vor einigen tausend Jahren entstanden, deshalb sind alle Insekten dort Migranten vom Festland“, erklärte Grigory Potapov.
Potapov sagt, dass die Insel Kolguev sehr schwierige Bedingungen für den Lebensraum dieser Insekten habe. Die Insel liegt in der Tundrazone und aufgrund der flachen Landschaft wehen ständig starke Winde.
Eine zusätzliche Schwierigkeit für die auf der Insel lebenden Hummeln ist das Fehlen von Lemmingen und Wühlmäusen. Als Nistplatz wählen Insekten oft Nagetierhöhlen. Wenn es keine Löcher gibt, wird es für sie schwieriger, einen Platz für ein Nest zu finden, sagte der Wissenschaftler.
Eine solche Vielfalt an Hummeln die sich auf einer so kargen Insel weit nördlich des Polarkreises besiedelt haben, ist faszinierend. Die Winter sind extrem lang und hart und überwinternde Bienenköniginnen müssen in der Lage sein, eisige Temperaturen viele Monate zu überstehen.
Potapov zufolge haben sich alle Hummeln vom Festland auf der Insel angesiedelt, da sie in der Lage sind, über weite Strecken zu wandern. Die Breite der Pomorstraße, die Kolguev vom Festland trennt, beträgt nur etwa 70 Kilometer. Insekten könnten durchaus eine solche Entfernung fliegen, sagten die Wissenschaftler. Ihren Vermutungen zufolge könnten einige der Arten erst vor relativ kurzer Zeit nach Kolguev gekommen sein.
Heiner Kubny, PolarJournal