Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/230816

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Berufsbildung und die Weiterbildung der Landwirtinnen und Landwirte in Bezug auf die Ziele der nachhaltigen Entwicklung 2030 anzupassen und zu stärken.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften liegt im ureigenen Interesse der Wirtschaft, die so für ihren Berufsnachwuchs sorgt. Die Vermittlung beruflicher Qualifikationen erfolgt in einem fein abgestimmten System aus eidgenössischen Bildungsabschlüssen, rasch anpassungsfähiger, berufsorientierter Weiterbildung und informellem Lernen.</p><p>In der Berufsbildung sind gemäss Berufsbildungsgesetz die Organisationen der Arbeitswelt für die Definition der Bildungsinhalte zuständig. Die Bildungsangebote sind dadurch auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes abgestützt. Alle beruflichen Grundbildungen werden auf Initiative der Wirtschaft mindestens alle fünf Jahre auf wirtschaftliche, technologische, ökologische und didaktische Entwicklungen hin überprüft und angepasst. Dies geschieht auch mit den Bildungsangeboten und Abschlüssen der höheren Berufsbildung.</p><p>Die verbundpartnerschaftlich zusammengesetzte Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität für das Berufsfeld Landwirtschaft sorgt dafür, dass die Bildungsgrundlagen laufend angepasst werden, damit sie den aktuellen und künftigen Anforderungen entsprechen. Eine Teilrevision von Bildungsverordnung und Bildungsplan für den Beruf Landwirt/Landwirtin EFZ ist angelaufen und bietet Gelegenheit, auch die von der Motionärin angesprochenen Aspekte zu berücksichtigen.</p><p>Um zu gewährleisten, dass den strategischen Zielsetzungen des Bundes umfassend Rechnung getragen wird, werden bei den Revisionsarbeiten namentlich auch das Bundesamt für Landwirtschaft und das Bundesamt für Umwelt einbezogen. Sie stehen in regelmässigem Austausch mit den Trägerschaften. Dabei spielen besonders jene Themen eine wichtige Rolle, bei denen zunehmend eine gesellschaftliche Diskussion stattfindet und die auch in der Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030 des Bundesrates enthalten sind, wie Ausrichtung auf und Anpassung an den Klimawandel, Tierhaltung, menschliche Ernährung, nachhaltige Ressourcen- und Energienutzung sowie Erhalt der Biodiversität.</p><p>Seit Anfang 2021 stellt das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation den Trägerschaften der beruflichen Grundbildung und der höheren Berufsbildung zudem die "Orientierungshilfe Nachhaltige Entwicklung in der Berufsbildung" zur Verfügung. Diese schlägt unter anderem eine berufsspezifische Nachhaltigkeitsanalyse vor. Trägerschaften können damit eruieren, wie ihr Beruf zur nachhaltigen Entwicklung beitragen kann. Diese Analyse deckt das ganze Spektrum der nachhaltigen Entwicklung ab.</p><p>In der Berufsentwicklung bleibt es jedoch stets in der Verantwortung der Berufsverbände und Branchenorganisationen, die entsprechenden Bildungsinhalte zu definieren. Diese Zuständigkeiten gilt es zu wahren.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.