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Beschreibung
Jakob Obrecht und Christoph Rösch: Die Ausgrabungen auf der Unteren Burg in Küssnacht SZ
Die Ausgrabungen auf der Unteren Burg in Küssnacht SZ
Mit der Unteren Burg in Küssnacht SZ ist eine mehr als 150-jährige Forschungsgeschichte verbunden. Erste, im Jahr 1844 durch den Landbesitzer im Umfeld des Hofs Untere Schürmatt durchgeführte Grabungen förderten sowohl Mauerreste als auch Metall- und Keramikfunden und einige römische Münzen zu Tage. Diese Funde und der bei den Grabungen festgestellte scheinbar symmetrisch-achteckige Grundriss einer Befestigung mit zentralem Turm weckten das Interesse der Forscher. In Fachkreisen war man sich während langer Zeit einig, dass die freigelegten Mauerreste in die Römerzeit zu datieren sind.
Umfangreiche Ausgrabungen im Winter 1938/39 bestätigten das Vorhandensein einer von einem Graben umgebenen Wehranlage. Wegen des Fehlens entsprechender Funde wurde damals die römerzeitliche Datierung der Anlage aber erstmals in Frage gestellt. Weil die Burgstelle im Bereich der geplanten Südumfahrung liegt, wurde ein Teil der Anlage 2014 erneut untersucht und abgetragen.
Bei den Ausgrabungen wurden letzte Reste von Mauerfundamenten und ein längerer Abschnitt eines ringförmigen Grabens freigelegt. Auf Grund der Stratigraphie und der Fundgegenstände sind diese Strukturen ins 11./12. Jh. zu datieren. Mit hoher Sicherheit sind es Überreste der Unteren Burg. Laut Augenzeugenberichten stand vor den Grabungen von 1844 im Zentrum der Anlage ein kegelförmiger Burghügel – der so genannte Schlossrain. Der Landbesitzer ebnete diesen Hügel in der Mitte des 19. Jh. zur Gewinnung von Kulturland ein und baute dann um 1870 im Zentrum der Burganlage ein Wohnhaus. Zusammen mit dem Hügel wurden damals auch die sicher noch vorhandenen Kulturschichten samt dem darin enthaltenen Fundgut abgetragen und im näheren Umfeld der Burganlage verteilt. Dies muss der Grund dafür sein, dass 2014 die meisten Fundgegenstände ausserhalb des ringförmigen Grabens gefunden wurden.
Weitere Funde und Befunde belegen, dass die Schürmatt seit längerem besiedelt war: Neben den Resten der mittelalterlichen Mauerzüge wurden ein von der Ringmauer der Burganlage geschnittenes Grubenhaus und mehrere Pfostenlöcher freigelegt. 14C-Analysen ergaben, dass diese Gruben im Frühmittelalter ausgehoben worden sind. Einige Streufunde aus der Römerzeit zeigen, dass in der Unteren Schürmatt oder in derem näheren Umfeld ein römerzeitlicher Siedlungsplatz bestanden haben muss. Schliesslich belegen zwei Steinartefakte, dass der Platz bereits im Neolithikum begangen worden ist.