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Die Brasilianer zweifeln an ihrer Demokratie. Nur 13 Prozent sind mit dem Funktionieren dieser Staatsform zufrieden. Damit liegt Brasilien sogar noch hinter Venezuela. Dort haben liegt der Prozentsatz immerhin bei 22, wie aus einer Befragung der chilenischen Organisation ”Lationbarômetro” hervorgeht.
Durchgeführt wird die Befragung zur Demokratie jährlich in 18 Ländern Lateinamerikas. Der jüngste Bericht zeigt wie unzufrieden die Brasilianer mit ihrer Regierung und den Politikern sind. In vielen Punkten liegt das Land zudem auf dem letzten Platz unter den lateinamerikanischen Staaten.
Die Demokratie an sich halten indes 62 Prozent der Befragten als beste Staatsform. Der lateinamerikanische Durchschnitt liegt bei 70 Prozent. Das Problem sind offenbar die Volksvertreter. Nur drei Prozent bestätigen, dass die Regierung zum Wohle aller arbeitet.
Stolze 96 Prozent glauben hingegen, dass lediglich für die ”mächtigen Gruppen“ regiert wird. Dass in Brasilien eine uneingeschränkte Demokratie vorherrscht, hat nur ein Prozent der Befragten angekreuzt.
Bei einer Spanne zwischen Null (undemokratisch) und Zehn (völlig demokratisch) erhält das Land nur die Note 4,4. Der Durchschnitt Lateinamerikas liegt bei 5,5. Schlechte Noten hat auch Präsident Michel Temer erhalten. Der wird gerade einmal von sechs Prozent unterstützt. Selbst Venezuelas Nicolás Maduro steht mit 32 Prozent wesentlich besser da.
Auch die politischen Parteien schneiden mit einem Vertrauensvotum von nur sieben Prozent nicht besser ab. Ähnlich sieht es beim Parlament aus, das nur elf Prozent Zustimmung erhalten hat, während die Kirchen satte 69 Prozent eingestrichen haben.
Dass die Demokratie in Brasilien derzeit kein gutes Ansehen hat hängt unter anderem mit der Korruption zusammen. Sie wurde von 31 Prozent als größtes Problem angegeben. Gleichzeitig stufen 80 Prozent das Agieren der Regierung gegen die Korruption als ”schlecht“ oder ”sehr schlecht“ ein.