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«Zeitzeugnisse» entstand 2013 zum 500. Jahrestag der Aufnahme des Standes Appenzell in die Eidgenossenschaft.
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Appenzeller Geschichten in Wort und Bild
«Zeitzeugnisse» entstand 2013 zum 500. Jahrestag der Aufnahme des Standes Appenzell in die Eidgenossenschaft.
Lassen Sie sich inspirieren! Tauchen Sie ein in die Geschichte der beiden Kantone im Nordosten der Schweiz!
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Titel:
Statuten der appenzellischen Synode der Reformierten Kirche
Beschreibung:
Beim vorliegenden Zeitzeugnis handelt es sich um die 1742 erneuerten Statuten „Constitutiones Synodi Appencellensis“ der Synode der appenzellisch-reformierten Kirche. Die appenzellische Synode geht auf das Jahr 1602 zurück, als sie sich das erste Mal Statuten gab, um die Erhaltung eines theologischen und charakterlichen Niveaus in der Kirche zu gewährleisten.
Im insgesamt 7-seitigen Dokument sind die Statuten auf zwölf Paragraphen verteilt:
§ 1: Referiert über den Zweck der Synode: Vergrösserung des „Reichs-Jesu“
§ 2: Referiert über Zeit und Ort der Synode: Die gewählten Laien und Geistlichen haben sich abwechslungsweise in Trogen und Herisau einmal jährlich, am Mittwoch nach Ostern, morgens um sechs Uhr zur Synode einzufinden und sind am Dienstagabend um vier Uhr zu einer Prosynode im Pfarrhaus eingeladen. Am Mittwochmorgen der Synode findet um 9 Uhr die Predigt statt, danach ein bescheidenes Mittagessen, gefolgt von der Wiederaufnahme der Synode.
§ 3: Referiert über die Wahl des Dekans: Der Dekan wird mit Mehrheitsbeschluss gewählt. Es werden dazu neue Bedingungen aufgestellt, und zwar muss der zu wählende Dekan ein Landsmann sein. Ausserdem muss der Cammerarius (Sekretär), der zeitgleich gewählt wird, auf der anderen Seite der Sitter wohnen als der Dekan.
§ 4: Referiert über die Ordnung der Synode: Die Synode verläuft in verschiedenen Akten. Als erstes nimmt die Synode die Inspektionsberichte des Dekans entgegen, dann können die Mitglieder Gegenstände vorbringen, Wünsche äussern oder Kritik üben. Schliesslich schreitet die Versammlung zur Zensur ihrer Mitglieder, was laut der Statuten „ohne Eifer, Passion oder falsche Absicht“ erfolgen sollte.
§ 5: Referiert über die finanziellen Mittel der Synode: Jedes Mitglied hat einen Dukaten in den Säckel zu bezahlen. Der Pfarrer selbst muss dem Sekretär einen Gulden zahlen, den er jedoch von der Gemeinde wieder zurückerhält. Zudem erhält der Sekretär pro Mitglied der Synode einen Gulden für die Mahlzeiten aus dem Landsäckel (Staatskasse).
§ 6: Referiert über die Schweigepflicht: Von der Synode wird explizite Schweigepflicht verlangt.
§ 7: Referiert über die theologische Prüfung: Das Theologische Examen wird in St. Gallen durchgeführt; anwesend sind der Prüfling, der Examinator und ein Sekretär.
§ 8: Referiert über die Wahl eines neuen Pfarrers: Der „Competent“ muss sich beim Landammann und Dekan melden und ausserdem in einer der folgenden Städte geprüft worden sein: Zürich, Bern, Basel, Schaffhausen oder St. Gallen.
§ 9: Referiert über die Synodal-Predigten: Die Predigten während der Synode werden von den neuen Mitgliedern gehalten.
§ 10: Referiert allgemein über Predigten und Katechismen: Predigten sollten unnötige Kontroversen auslassen, Gebet und fleissige Meditation enthalten. Für die Predigten muss der Züricher Katechismus verwendet werden. Bei den Beerdigungsgottesdiensten, sogenannten „Leich-Predigten", darf nicht über die ärgerlichen Charakterzüge des Verstorbenen gesprochen werden. Es dürfen nur solche beerdigt werden, die das Abendmahl empfangen haben.
§ 11: Referiert über die Kindertaufe: Dieser Paragraph verbietet die Kindertaufe bei Nacht. Eine Taufe kann erst erfolgen, wenn der rechtmässige Vater sich zum Kind bekannt hat. Der Paragraph fügt an, dass auch Kinder von Hinter- und Beisassen getauft werden müssen und einen Eintrag ins Taufbuch der Gemeinde erhalten.
§ 12: Referiert über die Verheiratung: Die zu Verheiratenden müssen sich zuerst beweisen, indem sie ihre Personalien angeben und auf die „Hauptstücke“ der Christlichen Religion erfolgreich geprüft worden sind.