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Von den rund 26,3 Quadratkilometern Winterthurer Waldfläche gehören nahezu 16,8 Quadratkilometer – also mehr als drei Fünftel – der Stadt Winterthur. Sie besitzt neben den zahlreichen Wäldern auf dem Stadtgebiet auch mehrere Waldgebiete im Tösstal: am Kümberg in Turbenthal (1,8 Quadratkilometer) und im Gebiet Hornsäge südlich der Rämismühle in der Gemeinde Zell (0,28 Quadratkilometer).
Eingemeindung
Die wohl bedeutendste Erweiterung der Winterthurer Waldfläche in jüngerer Zeit erfolgte vor genau 90 Jahren: Mit der Eingemeindung der Vororte im Jahre 1922 vergrösserte die Stadt Winterthur ihren Waldbesitz mit einem Schlag um rund 50 Prozent, von 1209 auf 1787 Hektaren.
Wie die ehemaligen Vorortsgemeinden vor der Eingemeindung zu ihren Wäldern kamen, ist nur teilweise dokumentiert. Immerhin wissen wir genau, welche Wälder die Vorortsgemeinden in die Stadtvereinigung mitbrachten: So gehörten zum damaligen Gemeindewald Wülflingen die Waldgebiete Hard, Beerenberg, Brüelberg und Chomberg.
Die Gemeinde Veltheim besass das beachtliche Waldgebiet auf dem Wolfensberg. Der Gemeinde Seen gehörten die Waldgebiete Nübrechten und Etzberg, und die Gemeinde Töss besass verschiedene kleinere Waldparzellen aus dem früheren Klosterbesitz. Schliesslich bleiben noch die Waldgebiete Bestlet und Hulmen: Sie gehörten den ehemaligen Zivilgemeinden Oberseen und Eidberg.
Einrichtungsreviere
Die Winterthurer Stadtwälder sind heute in neun Reviere eingeteilt. Für jedes Revier wird alle zehn Jahre ein neuer Betriebsplan erarbeitet, der von der kantonalen Volkswirtschaftsdirektion genehmigt werden muss. In diesen Betriebsplänen sind alle Angaben über den Holzvorrat, Zuwachs, Nutzungen und die künftige Behandlung der Wälder enthalten. Bei der Festsetzung der jährlichen Nutzung wird berücksichtigt, dass nur der Zuwachs geschlagen oder mit anderen Worten der Zins vom Kapital genutzt werden darf. Der Begriff für dieses an sich altbekannte Prinzip aus der Forstwirtschaft ist heute in aller Munde: nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen.
Die regelmässigen Revisionen der Wirtschaftspläne bedingen einerseits, dass der Waldzustand permanent überwacht wird, und sie ermöglichen andererseits, dass allfällige Fehler in der Bewirtschaftung rechtzeitig korrigiert werden können.
Holznutzung und Technik
In die Winterthurer Waldwirtschaft hat im Laufe der Zeit natürlich auch die Technik Einzug gehalten: Ende der fünfziger Jahre wichen die bis dahin gebräuchliche Axt, die Waldsäge und das Schäleisen der Einmann-Motorsäge und der Hand-Entrindungsmaschine – und diese wiederum der fahrbaren Entrindungsmaschine. Die Mechanisierung und Rationalisierung der Forstwirtschaft ermöglichte zunehmend, Holzernten und Räumungen nach Stürmen schnell, effizient und günstig zu erledigen. Der Transport dünner Stämme vom Schlag zum Wegrand geschah noch bis in die fünfziger Jahre auf den Schultern der Waldarbeiter. Das schwere Holz hingegen wurde mit Pferden aus Landwirtschaft und Fuhrhaltereien an die Strassen geschleift. Die Pferdehaltung wurde aber unrentabel, und schon bald setzte man Traktoren ein. Weil diese aber für den Einsatz im Wald nur bedingt geeignet sind, hat man sie durch geländegängige Forstschlepper ersetzt.