Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03459.jsonl.gz/1239

Ein Menschenbiss bedeutet immer auch die Übertragung zahlreicher fakultativ und obligat pathogener Erreger, die in der Mundhöhle eines jeden Individuums zu finden sind. Deshalb besteht nach einem Menschenbiss grundsätzlich Infektionsgefahr. Bisswunden werden besonders häufig an Fingern und Händen gesehen, wo es zu einer lokalen Entzündungsreaktion mit Erythem und Schwellung kommt. Bei bestehender Infektion bildet sich Eiter. Die Diagnose kann meist nach visueller Inspektion der Wunde gestellt werden, falls der Patient sich weigert, Angaben zu ihrer Entstehung zu machen.
Symptome
Das klinische Bild hängt von Faktoren wie der Lokalisation der Bisswunde, ihrer Tiefe und einer möglichen Infektion ab. In der Literatur wird zudem bezüglich der Ätiologie des Menschenbisses folgende Einteilung vorgenommen [1] [2]:
- Menschenbiss durch Okklusion. Die Mehrzahl der Fälle lässt sich in diese Kategorie einordnen, bei der die Haut und das subkutane Gewebe durch die Zähne einer anderen Person geschädigt werden, indem diese mehr oder weniger kräftig den Kiefer schließt [1] [2] [3].
- Menschenbiss durch beabsichtigtes oder unbeabsichtigtes Aufeinandertreffen von Körperteilen des Patienten und Zähnen der anderen Person. Diese Art des Bisses wird auch als Verletzung der geschlossenen Faust bezeichnet, da sie meist das Resultat eines Kampfes ist, bei dem die Faust eines Menschen auf die Schneidezähne eines anderen trifft und durch diese geschädigt wird [1] [2]. Zusätzlich zu den Hautwunden im Bereich der Finger sind hier oft Läsionen der Fingergrundgelenke und ihrer Sehnen festzustellen [1] [2].
Generell können Menschenbisse jeden Bereich des Körpers betreffen, aber in der Praxis sind sie hauptsächlich im Bereich von Fingern und Händen, anderen Anteilen der Gliedmaßen sowie im Kopf- und Halsbereich zu sehen [1] [2] [3]. Männer sind häufiger betroffen als Frauen und das Durchschnittsalter der Patienten beträgt 28 Jahre [1]. Selten sind die primären Läsionen so schwerwiegend, dass bleibende Schäden zu erwarten wären, aber es besteht immer ein Infektionsrisiko, da durch den Biss zahlreiche Erreger aus der Mundhöhle in das Gewebe des Patienten, unter Umständen direkt in seine Blutbahn, übertragen werden. Die physikalische Barriere Haut ist damit überwunden und eine Dissemination in tiefere Gewebe oder gar ins System ist wesentlich erleichtert [1] [2] [3] [4] [5].
Psychiatrisch
Neurologisch
Systemisch
-
Lymphadenopathie
Immunstatus des Patienten ermöglichen und damit die Entscheidung zu einer adäquaten Therapie begründen: Anzeichen für eine lokale Infektion sind neben den Kardinalsymptomen einer Entzündung vor allem eitriges, übel riechendes Wundsekret, eine regionale Lymphadenopathie [symptoma.de]
Diagnostik
Die Identifikation einer Bisswunde als solche bedarf einiger Erfahrung, da nicht immer Bissspuren zu erkennen sind. Betroffene mögen ehrliche Angaben zur Genese der Wunde machen, aber auch einen Menschenbiss verschleiern oder eine andere Person fälschlich beschuldigen wollen. Abgesehen von den rechtlichen Konsequenzen, die ein Menschenbiss haben kann, sind Untersuchungen anzustellen, die eine Wundinfektion erkennen lassen, eine Beurteilung des Immunstatus des Patienten ermöglichen und damit die Entscheidung zu einer adäquaten Therapie begründen:
- Anzeichen für eine lokale Infektion sind neben den Kardinalsymptomen einer Entzündung vor allem eitriges, übel riechendes Wundsekret, eine regionale Lymphadenopathie und Fieber [4]. Die Infektion entwickelt sich in der Regel binnen weniger Tage nach der Bissverletzung. Eventuell sind Proben zu entnehmen, um die kausalen Pathogene zu identifizieren, wobei meist mehrere Erreger am Infektionsgeschehen beteiligt sind.
- Hinweise auf eine Immundefizienz liefert die medizinische Vorgeschichte des Patienten sowie Blutuntersuchungen [6].
Das Ausmaß der Läsion subkutaner Gewebe kann mit Hilfe der bildgebenden Diagnostik, beispielsweise per Ultraschall, evaluiert werden.
Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sowohl bakterielle als auch virale Pathogene, die schwere Infektionskrankheiten verursachen können, durch einen Menschenbiss übertragen werden können. Dazu zählen die Erreger der viralen Hepatitiden und das humane Immunschwäche-Virus. Ist bekannt, dass der Verursacher der Bissverletzung an einer dieser Erkrankungen leidet oder besteht aufgrund des Krankheitsverlaufs ein Verdacht auf eine solche Infektion, sind entsprechende Untersuchungen einzuleiten [1] [2] [4].
Therapie
Er entscheidet dann über eine vorbeugende Therapie mit Antibiotika. (tab) [20min.ch]
Abgesehen von den rechtlichen Konsequenzen, die ein Menschenbiss haben kann, sind Untersuchungen anzustellen, die eine Wundinfektion erkennen lassen, eine Beurteilung des Immunstatus des Patienten ermöglichen und damit die Entscheidung zu einer adäquaten Therapie [symptoma.de]
Die erste Therapie bestand in der Gabe von Penicillin (zu Hause). Daraufhin stellt sich jedoch keine Besserung des Befundes ein. [mydrg.de]
Prognose
Lesen Sie, wie Sie mit der richtigen Ernährung den Blutfettwert beeinflussen können. mehr Chronische myeloische Leukämie (CML) Die Prognose des Blutkrebs hat sich dank neuer Diagnose-Möglichkeiten und moderner Behandlung stark verbessert. mehr Blutgerinnung [sprechzimmer.ch]
Ätiologie
In der Literatur wird zudem bezüglich der Ätiologie des Menschenbisses folgende Einteilung vorgenommen: Menschenbiss durch Okklusion. [symptoma.de]
Prävention
Informationen rund um die Gesundheit: Tipps und Trends zu gesunder Ernährung, Reisemedizin, Beauty, Fitness und Prävention, auch aus der Alternativmedizin. Sie finden Krankheitsbilder, Lexika, hilfreiche Links und Adressen von Selbsthilfegruppen. [sprechzimmer.ch]
Quellen
- Patil PD, Panchabhai TS, Galwankar SC. Managing human bites. J Emerg Trauma Shock. 2009;2(3):186-190.
- Henry FP, Purcell EM, Eadie PA. The human bite injury: a clinical audit and discussion regarding the management of this alcohol fuelled phenomenon. Emergency Medicine Journal : EMJ. 2007;24(7):455-458.
- Merchant RC, Zabbo CP, Mayer KH, Becker BM. Factors associated with delay to emergency department presentation, antibiotic usage and admission for human bite injuries. CJEM. 2007;9(6):441-448.
- Stierman KL, Lloyd KM, De Luca-Pytell DM, Phillips LG, Calhoun KH. Treatment and outcome of human bites in the head and neck. Otolaryngol Head Neck Surg. 2003;128(6):795-801.
- Talan DA, Abrahamian FM, Moran GJ, Citron DM, Tan JO, Goldstein EJ. Emergency Medicine Human Bite Infection Study Group. Clinical presentation and bacteriologic analysis of infected human bites in patients presenting to emergency departments. Clin Infect Dis. 2003;37(11):1481-1489.
- Rothe K, Tsokos M, Handrick W. Animal and Human Bite Wounds. Deutsches Ärzteblatt International. 2015;112(25):433-443.