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Titel:
Faksimile - Das Godescalc-Evangelistar
Untertitel / Graf. Technik:
Bibliothèque nationale de France, Paris, Ms. Nouv. acq. lat. 1203. (Faksimile- und Kommentarband, 2 Bde.)
Schlagwort:
Handschriften - Faksimile
Bindung / Bildgrösse:
Faksimile: braunes Leder blindgeprägt in OLwd.-Schuber; Kommentarbd.; OLwd.
Buchdaten / Blattgrösse:
(32,5 x 23 cm), 127 Bl.; Kommentarbd.: 4°,146 S., 71 Abb.
Bemerkung:
Nr. 95 von arab. num. 980 Exemplaren. Kommentarband m Texten von Fabrizio Crivello, Eberhard König, Charlotte Denoel u. Peter Orth.- Von Karl dem Großen persönlich zwischen 781 und 783 in Auftrag gegeben, kommt dem Godescalc-Evangelistar als liturgischer Prachthandschrift eine sowohl kunsthistorisch als auch historisch herausragende Bedeutung zu. Dem Reichtum und Rang der hohen Auftraggeber entsprechend, ist es mit allen Mitteln der Schreib- und Malkunst ausgestattet, die am Hofe verfügbar waren: Die goldene und silberne Tinte steht auf kostbarem Purpurpergament, die Seiten sind mit reichem Ornamentschmuck verziert und eine Reihe von sechs ganzseitigen Miniaturen eröffnet den Text.m Widmungsgedicht auf den Folios 126v-127r verrät die Handschrift ihre namhaften Auftraggeber: Das Evangelistar wurde von Karl dem Großen (reg. 768-814) und seiner Gemahlin Hildegard (gest. 783) in Auftrag gegeben. Es sollte ein Buch angefertigt werden, das eine Abfolge der Evangelienlesungen gemäß dem Verlauf des liturgischen Jahres enthält. Begonnen im Jahr 781 und beendet im Jahr 783, wurde das Evangelistar anlässlich Karls Italienzuges im Jahr 780/781, mit dem Aufenthalt Karls in Rom am Grabe des Heiligen Petrus und der Taufe seines Sohnes Pippin durch Papst Hadrian I., angefertigt. Der Schreiber der Handschrift, Godescalc, dessen Namen das Evangeliar trägt, begleitete Karl den Großen auf dieser Reise und verewigte den Italienzug in seinem Widmungsgedicht.Das Godescalc-Evangeliar gilt als das früheste bekannte Manuskript, das im Skriptorium der Hofschule Karls des Großen in Aachen entstanden ist. Aus dieser Schule sind heute noch acht komplette Handschriften sowie ein Fragment erhalten. Die bekanntesten Manuskripte aus dieser Gruppe sind die Evangeliare aus Soissons und Lorsch. Alle Manuskripte dieser Gruppe sind durch einen unverwechselbaren Stil gekennzeichnet: Die Miniatoren der Hofschule strebten danach, sich von der Flächenbindung insularer Buchmalerei zu lösen, und stattdessen Räumen und Figuren durch eine modellierende Verwendung von Farbe Tiefe zu geben, was eher spätantiken Bildtraditionen entspricht.