Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03330.jsonl.gz/1857

Im Dezember hat sich eine britische Krankenschwester nach einem Scherzanruf eines australischen Radiosenders umgebracht. Nun hat die beteiligte Moderatorin angekündigt, bei der gerichtlichen Untersuchung des Vorfalls persönlich Rede und Antwort zu stehen.
Die Moderatorin Mel Greig wolle die Familie der Krankenschwester Jacintha Saldanha "wissen lassen, dass sie auf alle Fragen antworten wird, die der Untersuchungsrichter oder die Anwälte der Familie bei der gerichtlichen Untersuchung haben könnten", hiess es in einer Erklärung, die Greigs Anwälte am Montag verbreiteten.
Seit dem Selbstmord der 46-jährigen Krankenschwester habe Greig dauernd an deren Hinterbliebenen gedacht, erklärten die Anwälte. Die Moderatorin verstehe den "Wunsch nach Antworten vollkommen" und sei daher "entschlossen, sich allen Fragen um ihre Rolle bei diesen tragischen Ereignissen als Teil der gerichtlichen Untersuchung" in London zu stellen. Nach der bisherigen Planung soll die gerichtliche Untersuchung von Saldanhas Selbstmord am Donnerstag beginnen. Berichten zufolge könnte sie jedoch verschoben werden.
Greig und ihr Moderatorenkollege Michael Christian hatten sich bei einem Anruf bei einem Londoner Spital, das die Ehefrau von Prinz William wegen starker Schwangerschaftsbeschwerden behandelte, als Königin Elizabeth II. und Prinz Charles ausgegeben. Eine Krankenschwester hatte entgegen der Vorschriften Auskunft über den Zustand der schwangeren Herzogin Kate gegeben. Saldanha, die den Anruf durchgestellt hatte, nahm sich wenige Tage später das Leben.
Abschiedsbrief an Spitalleitung
Vor Greigs Ankündigung hatte die Zeitung "The Sunday Times" berichtet, Saldanha habe einen Brief an die Spitalleitung hinterlassen, in dem sie Greig und Christian für ihren Selbstmord verantwortlich gemacht habe.
Sie habe ihre Chefs um Entschuldigung gebeten und ihnen für ihre Unterstützung gedankt. "Ich halte die australischen Radiomacher Mel Greig und Michael Christian für verantwortlich für diesen Akt. Bitte sorgt dafür, dass sie meine Hypotheken bezahlen", zitierte die Zeitung aus dem Schreiben.