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Tierzucht ist die kontrollierte Fortpflanzung von Tieren mit dem Ziel, erwünschte Merkmale zu fördern und unerwünschte Merkmale zum Verschwinden zu bringen. Alle landwirtschaftlichen Nutztiere sind das Ergebnis langjähriger Züchterarbeit. Bereits der Bauer züchtet, indem er entscheidet, ob ein bestimmtes Tier weiterhin in seiner Herde verbleibt und mit Nachkommen die Herde weiterentwickelt oder ob es geschlachtet wird.
Eine Zuchtorganisation betreut einzelne Rasse z.B. Braunvieh, führt ein Herdebuch und gibt sich Zuchtziele. Um die Ziele zu erreichen, werden mit Zuchtwertschätzungen geeignete Tiere aus der ganzen Population ausgewählt. Die geschätzten Zuchtwerte von verschiedenen Merkmalen dienen dann dem Bauern als Grundlage um die geeigneten Paarungen zu planen.
Künstliche Besamung ist Norm
Die Genetikanbieter bieten dem Bauern Sperma von männlichen Zuchttieren (Stiere beim Rindvieh, Böcke bei Schafen und Ziegen, Hengste bei Pferden und Eber bei Schweinen) an, bei denen die Zuchtwerte für viele Merkmale zuverlässig geschätzt wurden. Der Bauer wählt aus dem Angebot die ihm für seine Ziele am geeignetsten erscheinenden Stiere aus und lässt die Paarung in der Regel durch künstliche Besamung ausführen. Weitere Genetikangebote sind Embryonen von vielversprechenden Elterntieren. Die Prinzipien der Tierzucht sind bei allen Nutztieren mehr oder weniger gleich. Der Bund fördert die Nutztierzucht mit Beiträgen.
In der Schweizer Landwirtschaft haben neben der Rinderzucht, die Schweine-, die Pferde-, die Schaf- und Ziegenzucht wesentliche Bedeutung. Eine Zucht von Wirtschaftsgeflügel gibt es bei uns nicht. In diesem Bereich ist die internationale Konzentration so stark fortgeschritten, das nur noch einige wenige Firmen die Basiszucht bei Legehennen und für Poulets beherrschen.
Zuchtorganisationen
Die Zuchtorganisationen der Nutztiere verfolgen seit einigen Jahren neben der Leistungszucht Zuchtziele wie Robustheit, Langlebigkeit als generelle Gesundheitsziele. Mit den neuen Möglichkeiten der Datensammlung und Datenauswertung lassen sich auch enger abgegrenzte Merkmale wie Eutergesundheit, Stresstoleranz und andere züchterisch bearbeiten. Die Bauern sind über die lokalen oder regionalen Organisationen Mitglied der Zuchtorganisationen und können über ihre statutarischen Mitwirkungsrechte auch die Zuchtziele mitbestimmen. Mit diesen Instrumenten leisten die Zuchtorganisationen wichtige Beiträge zur Verbesserung der Tiergesundheit und damit beispielsweise zur Reduktion der Antibiotikabehandlungen.
Verzicht auf Gentechnik und Klontiere
Die Schweizer Tierzucht verzichtet konsequent auf die Züchtung transgener Tiere. Auch das Klonen von sehr guten Tieren ist eine fragwürdige Technik. Ein Tier geklontes Tier ist quasi ein um Jahre später geborener Zwilling eines Tieres. Damit ist kein Zuchtfortschritt zu erreichen.