Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/88619

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, Ursachen und Wirkungen der hohen Kaiserschnittrate in der Schweiz zu untersuchen sowie Möglichkeiten zu identifizieren, um den negativen Auswirkungen sowohl für Mutter und Kind als auch für das Gesundheitswesen entgegenzuwirken.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat in seiner Antwort auf die Frage Fehr Jacqueline 08.5392 bereits zur Entwicklung der Kaiserschnittraten Stellung genommen. Demnach ist deren Ansteigen ein in allen industrialisierten Ländern zu beobachtendes Phänomen, das gesellschaftliche und juristische Ursachen hat. Möglicherweise spielen auch wirtschaftliche Faktoren eine Rolle. Die Indikation zum Kaiserschnitt wird im Einzelfall durch den Arzt bzw. die Ärztin gemeinsam mit der Gebärenden gestellt. Dabei findet eine Risikoabwägung statt, die sich nach der möglichen Beeinträchtigung des Kindeswohles und des Wohles der Mutter zu richten hat. Der Qualität der Indikationsstellung kommt deshalb eine entscheidende Bedeutung zu.</p><p>Angesichts der Auswirkungen sowohl in gesundheitlicher als auch in wirtschaftlicher Hinsicht, die mit einer inadäquaten Qualität der Indikationsstellung einhergehen können, wäre eine wissenschaftliche Untersuchung über die Gründe und Auswirkungen der unterschiedlichen Kaiserschnittraten sicherlich sinnvoll. Es ist aber primär die Aufgabe der ärztlichen Fachgesellschaften, Untersuchungen über die Unterschiede in der Indikationsstellung und deren Gründe und Auswirkungen durchzuführen. Der Bundesrat ist der Ansicht, dass ärztliche Leitlinien, die auf den Ergebnissen solcher Untersuchungen basieren, eine gängige Möglichkeit darstellen, die Qualität der Indikationsstellung zu verbessern und auf diesem Weg die Angemessenheit der Leistungen im Einzelfall sicherzustellen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat bereits vor zwei Jahren der zuständigen Fachgesellschaft vorgeschlagen, Leitlinien für verschiedene geburtshilfliche Leistungen zu erarbeiten. Es wird diesem Anliegen gegenüber der Fachgesellschaft nochmals Nachdruck verleihen. Das Eidgenössische Departement des Innern bzw. das BAG wird zudem die Frage der Angemessenheit von medizinischen Leistungen im Allgemeinen und von Kaiserschnitten im Besonderen mit den Partnern angehen und gegebenenfalls in der zuständigen Fachkommission aufnehmen. Der Bundesrat sieht keinen weiter gehenden Handlungsbedarf und lehnt daher das Postulat ab.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.