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Augengeschwülste.
Die verschiedenen Gewebe [* 2] des Auges bringen bei Entartungen zu krankhaften Neubildungen sehr verschiedene Geschwülste hervor. An den Lidern entstehen Blutmäler, Warzen, Bindegewebsgeschwülste, zuweilen mit Amyloidentartung, und im höhern Alter Krebsgeschwüre. An der Bindehaut kommen mehr weiche, zellenreiche Bindegewebsgeschwülste oder Sarkome vor. Die Hornhaut ist primär wohl nur mit kleinen Dermoidgeschwülsten behaftet.
Dagegen neigen die Iris und Aderhaut vorzugsweise bei Kindern zur Bildung bösartiger Geschwülste (Sarkome, Krebse), welche entsprechend dem Mutterboden gefärbte pigmentierte Zellen enthalten und daher zu den melanotischen Tumoren gehören; sie sind unbestritten die bösartigsten Neubildungen, welche überhaupt vorkommen, so daß sie in ganz kurzer Frist sekundäre Knoten in der Nachbarschaft sowie in Lunge, [* 3] Leber, Gehirn [* 4] etc. setzen, welche den Tod an Lähmung dieser Organe oder an allgemeiner Schwäche herbeiführen.
Die
Netzhaut produziert weniger schlimme
Sarkome und
Gliome, eine weiche, zellenreiche, relativ gutartige Geschwulstart von
dem
Bau des Nervenzwischengewebes. Die Behandlung aller dieser
Augengeschwülste ist nur durch
Operation möglich, es
ist aber besonders bei den melanotischen
Augengeschwülsten zu beherzigen, daß jeder
Tag
Aufschub die
Gefahr vergrößert,
da es nicht selten beobachtet worden ist, daß zur Zeit, als das kranke und stets für immer verlorne
Auge
[* 5] entfernt
wurde, die Ausbreitung schon stattgefunden hatte, so daß der
Tod nicht mehr verhütet werden konnte.