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Cashew-Nüsse sind beliebt, der weltweite Konsum steigt jährlich. Asien hat mit einem Anteil von 90% an der Gesamtproduktion die Nase vorn, wenn es darum geht, die Nuss in einem aufwändigen Verfahren von der Schale zu befreien. Das Rohmaterial hingegen stammt zu rund 40% aus Afrika.
Unter anderem aus dem westafrikanischen Togo, das in erster Linie von der Landwirtschaft lebt. Wenn auch viel produziert wird: Weiterverarbeitung gibt es kaum. In der sehr arbeitsintensiven Cashew-Verarbeitung sah der Auslands-Togolese François Locoh-Donou denn auch einen möglichen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung – und gründete 2004 Cajou Espoir.
Arbeitsstellen sind rar in Togo. "Wir entschieden uns für einen Produktionsstandort mitten im landwirtschaftlichen Norden", erzählt Geschäftsführer Maurice Edorh. "Die lokalen Behörden waren begeistert: 700 formelle Arbeitsplätze in einer Region, in der es sonst nichts gibt!" Die Mitarbeiterinnen – zu 80 % sind es Frauen – rekrutieren sich grösstenteils aus der ländlichen Bevölkerung. Andere kommen von weit her, bis aus dem fernen Lomé.
EUR 50 monatlich verdient ein Arbeiter bei Cajou Espoir im Durchschnitt. Neben den Angestellten profitiert auch die Gemeinschaft. "Die Menschen verdienen nun EUR 50 statt bisher EUR 5", erklärt François Locoh-Donou. "Damit kaufen sie nicht nur Schuluniformen für ihre Kinder, sie unterstützen auch ihre Verwandtschaft."
First come, first serve
2‘600 Tonnen Roh-Cashewnüsse wurden 2015 bei Cajou Espoir verarbeitet. Rohnüsse sind begehrt, neben Cajou Espoir kommen Händler aus Indien, dem Libanon und zunehmend auch China, um die Ernte aufzukaufen. Die Bauern tendieren dazu, an den ersten zu verkaufen, der auftaucht und sie bar bezahlt. Um sicherzustellen, dass Cajou Espoir genug Rohnüsse für die Produktion bekommt, muss das Unternehmen früh mit dem Einkauf beginnen und sofort zahlen können.
Hier kommt die Finanzierung ins Spiel. "Wenn wir im Jahr für USD 10 Mio. produzieren wollen, brauchen wir ab Januar rund USD 6,5 Mio. an Bargeld, um die Produzenten zu bezahlen. Lokale Banken haben wenig Interesse, unsere Exporte vorzufinanzieren. Im Gegensatz zu responsAbility akzeptieren sie keine Exportverträge als Sicherheiten", so François Locoh-Donou.
Aber nicht nur dafür ist Finanzierung vonnöten. Die 2015 eröffnete zweite Fabrik wurde dank eines langfristigen Kredits von responsAbility gebaut. Sie wird dazu dienen, die Produktion bis 2019 zu verdoppeln und nochmals 700 Arbeitsplätze zu schaffen. Schon jetzt hat Cajou Espoir jedoch ein wichtiges Ziel erreicht, wie Maurice Edorh betont: "Wir wollten zeigen, dass es möglich ist, in Afrika erfolgreich ein von und mit Afrikanern betriebenes Geschäft zu betreiben und damit ein Beispiel für den Kontinent setzen."