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Statt eines Triumphzugs von Rot-Grün wurde es ein Sieg von FDP und Grünen beim zweiten Ständeratswahlgang im Kanton Waadt. Der Bisherige Français wurde überraschend mit dem besten Resultat wieder gewählt.
Der Freisinnige erhielt nach Angaben der Waadtländer Staatskanzlei vom Sonntag 86’345 Stimmen. Die Grüne Thorens schnitt mit 83’031 Stimmen auf dem zweiten Platz ab.
Der Sozialdemokratin Marra fehlte im zweiten Wahlgang einerseits wohl die Unterstützung eines Teils der Grünen, die sie vermutlich von der Liste gestrichen hatten, um Thorens sicher ins Ziel zu führen. Auf der anderen Seite hatten die Grünliberalen empfohlen, Français und Thorens zu wählen. Auch die SVP hatte beschlossen, den Freisinnigen zu unterstützen.
Die Rechte, von der wir gedacht haben, dass sie geschwächt sei, ist da.
Nun kann Français seine Wiederwahl feiern. Er hatte die Waadt in den vergangenen vier Jahren neben der zurücktretenden SP-Frau Géraldine Savary im Ständerat vertreten. 2015 hatte er den Grünen Luc Recordon aus der kleinen Kammer verdrängt.
SP nicht mehr im Ständerat vertreten
Nicht gewählt wurde die Sozialdemokratin Ada Marra. Sie schied mit 76’193 Stimmen aus. Nach dem ersten Wahlgang waren Thorens und Marra aus der Pole-Position gestartet, Français hatte auf dem dritten Platz gelegen.
Sie wolle ihre Arbeit nun im Nationalrat weiterführen, erklärte Marra am Sonntag den Medien. «Ich habe ein lachendes und ein weinendes Auge». Marra, die seit 2007 im Nationalrat sitzt, erklärte ihre Niederlage mit einer starken Mobilisierung des bürgerlichen Lagers.
Auch die Mobilisierung der Linken sei gut gewesen, habe leider aber nicht gereicht. «Es tut mir leid, dass ich euch enttäuscht habe», so Marra zu ihren Parteikolleginnen und -kollegen. Die Lektion, die man zu lernen habe, sei, dass die SVP fähig sei, stark zu mobilisieren. «Die Rechte, von der wir gedacht haben, dass sie geschwächt sei, ist da», stellte Marra fest.