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Als in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre Cowboysong in Mode waren, schrieb Artur Beul rund zwanzig Lieder für das «Texas-Duo» aus Zürich, das zwischen 1946 und 1951 rund fünfzig Songs auf Schellackplatten aufnahm. Das «Texas-Duo» bestand aus dem Musiker-Ehepaar Yvonne (Irma) Furrer (geb. 1921 in Horgen) und Paul Furrer (1920 – 1984). Einen ausführlichen Artikel über das Texas-Duo finden Sie hier: Texas-Duo (Quelle: Schweizerische Musiker Revue, Januar 1995) oder im Wikipedia-Artikel.
Artur schrieb Lieder wie Am Rio Grande liegt El Paso, Marie, die Rose der Prärie oder Ein Cowboy aus Texas. Da finden sich mitunter gewagte Reime wie ‚Chunnsch mit mir nach Texas, säg mis Schätzli wetsch das’ oder ‚Das ist die Kleine aus der Texasbar, sie küsste herrlich und wunderbar’. Artur hat den Cowboy-Sound mit eingängigen Melodien, Akkordeon und Fiedel geschickt eingefangen, und oft hört man im Rhythmus der Melodie die Pferdchen durch die Prärie traben.
Die blauen Berge von Gina Valley ist das bekannteste aus dieser Serie, für die sich Beul später allerdings etwas schämte und verlegen abwinkte; der Jodlerkönig Peter Hinnen sang den Titel jedoch mit grossem Erfolg. Im Lied Unter der Brücke von San Luis ist Beul überdies auch Sänger zu hören: Weil der Hauptsänger erkrankt war, sprang Beul ein und sang, etwas zurückhaltend, die zweite Stimme. In der Folge erschienen unter dem Namen «Arizona-Duo» mehrere Aufnahmen mit Yvonne Furrer und Artur Beul, sie waren jedoch keine grossen Erfolge. Die Zusammenarbeit mit dem Texas-Duo schlief um 1948 ein, als die Furrers begannen, ihre Lieder selber zu schreiben.
Vermutlich nahm Artur beim Komponieren jeweils einen Atlas hervor und suchte im Süden des amerikanischen Kontinentes nach fremdartig klingenden Namen, die er verwenden konnte: Texas, El Paso, Rio Grande, San Louis, Miami – auch wenn letzteres mit dem wilden Westen nicht mehr viel zu tun hat…
Wie auch immer, die Lieder haben einen eigenen Charme und gehören zu Arturs Werken wie andere, bekanntere Lieder auch. Hören Sie doch mal hinein.
Als letztes Beispiel hören Sie eine Komposition von Paul Furrer. Man hört, wer sein Lehrmeister war….
Chumm mit mir nach Texas
Am Rio Grande liegt El Paso
Unter der Brücke von San Louis (Artur Beul singt hier die 2. Stimme!)
In Arturs Wohnung stand unter anderem auch eine hölzerne, mit Intarsien verzierte Musikdose, auf die er besonders stolz war. Artur hatte sie 1977 in Einsiedeln erstanden. Wenn man sie öffnet, ertönt «Nach em Räge schint Sunne». Hören Sie doch mal hinein. Klingt nicht etwas Wehmut mit?
Einige von Artur Liedern sind in andere Sprachen übersetzt worden; vor allem von «Nach dem Räge schint Sunne» gibt es Versionen in mehreren Sprachen.
Unter den übersetzten Liedern sticht eine besonders hervor: Eine italienische gesungene Version des «Glarner Zigerlieds». Ich fand sie vor einigen Jahren auf einem der unzähligen Kassettchen, die ziemlich ungeordnet in mehreren Schachteln auf Arturs Kaminsims herumlagen.
Wann und zu welcher Gelegenheit das Lied aufgenommen wurde, ist nicht bekannt; auch Angaben über den Übersetzer und den Pianisten fehlten. Dem Kassettchen nach zu urteilen mag es durchaus vor dreissig Jahren oder noch mehr gewesen sein. Nur «Kinderchor Viganello» stand auf dem Kassettchen; ein Kinderchor also aus einem Quartier Luganos.
Eine halbe Stunde vor Beginn der Abdankung am Donnerstagvormittag riss der graue Himmel über Lachen auf und ein blauer Fleck zeigte sich, wie wenn Artur zuschauen wollte, ob alles nach seinen Wünschen geriet…
Eine kleine Schar von langjährigen Begleitern Arturs versammelte sich auf dem Friedhof von Lachen, um den verstorbenen Freund auf seinem letzten Weg zu begleiten. Pfarrer Edgar Hasler fand die passenden Worte des Abschieds, die den Begleitern wohl in diesen Minuten gefehlt hätten. Still standen Freunde und Pfarrer nach Beendigung der Zeremonie, ihre Blicke auf den mit Blumen geschmückten Sarg gerichtet, als etwas Überraschendes geschah: Von fern ertönten Trompetenklänge; und es läuft mir jetzt noch fast kalt über den Rücken, wenn ich mich daran zurückerinnere. «Am Himmel staht es Sternli» spielte der unsichtbare Trompeter. Er selber war nicht zu sehen, nur die Töne schwebten zwischen den Bäumen heran und senkten sich weich über Turis letzte Ruhestätte. Dann war das Lied zu Ende, und der kleine Trauerzug verliess den Friedhof. Bis jetzt ist nicht bekannt, wer der unbekannte Musiker war, der Artur auf so eindrückliche Weise Adieu gesagt hat.