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Sein Bühnenname klang unglaublich erfunden, besonders in Frankreich und zu einer Zeit, als das Englische noch nicht jeden Winkel in Europa erobert hatte. Dabei war es Lee Hallyday, der Mann seiner Cousine, der den als Jean-Philippe Smet geborenen Künstler Johnny nannte. Später übernahm dieser auch den Nachnamen seines Schwippcousins. Erst Bürgerschreck entwickelte er sich zum nationalen Kulturgut, das man nur noch «Johnny» nannte. Am 6. Dezember 2017 ist Johnny Hallyday im Alter von 74 Jahren gestorben.
Antoine Dominique «Fats» Domino Jr. ist gestorben, im reifen Alter von 89 Jahren. Der New Orleans-Pianist und Bandleader, Komponist und Sänger hat alles erreicht, was ein Musiker erreichen kann: sämtliche Ehren, Jahrzehnte anhaltenden Erfolgs, Einfluss auf die kommenden Generationen, und vor allem das wichtigste: die ungebrochene Verehrung seiner Fans, für die er hart gearbeitet hat. Fats Domino musste man einfach lieben, und wer diesen Grossmeister des Grooves einmal für sich entdeckt hat, der kann diese Songs nie wieder vergessen. Für alle jene, für die Fats Domino nicht mehr ist als Blueberry Hill und I’m Walking aus einem Werbespot soll dieser Nachruf auch als Werbung dienen, dieses Musikgenie zu entdecken.
Anfangs Oktober musste die Leitung des Bluesfestivals Luzern den Auftritt von Denise LaSalle absagen. Sie war schon am Festival 2016 für einen Auftritt gebucht, den sie ebenfalls kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen nicht einhalten konnte. Leider sind die Nachrichten nicht erfreulich. Der 78-jährige Künstlerin musste das rechte Bein amputiert werden, nachdem sie sich bei einem Sturz schwer verletzt hatte. Zurzeit erholt sie sich von der Operation im Vanderbilt University Medical Center in Nashville. Sie war dabei, ihren grossen Traum zu verwirklichen und eine Denise LaSalle Blues Academy of Performing Arts in Jackson zu gründen, die jungen Musikern Grundlage und Geschichte des Blues und Gospel zu vermittelt. Als Ersatz konnte die Leitung des Festivals Don Bryant verpflichten.
Geboren als Overton Amos Lemons, sorgte der New Orleans-Gitarrist und Songwriter unter seinem Künstlernamen Smiley Lewis (1913–1966) für Furore im tiefen Süden. Einige seiner Stücke wurden zu Klassikern, aber der Mann starb zu früh, um sich eine Chance zu geben, in den rassendurchlässigen USA der späten 1960er und 1970er Jahren erfolgreich zu sein. Und sein ganzes Leben litt er darunter, dass er grossartige Musik schrieb, die Früchte des Erfolgs aber von Fats Domino geerntet wurden. Eine Retrospektive seines Schaffens ermöglicht nun die 4-CD-Box mit remasterten Aufnahmen von 76 Titeln.
Er hatte es nicht leicht: Als Kind lernte er Gitarre und Bluesharp spielen. Als Zehnjähriger erkrankte er jedoch an Kinderlähmung und konnte in der Folge seine Hände nur noch eingeschränkt gebrauchen, die rechte Hand war schlimmer betroffen, als die linke. Aber er wollte das Gitarrenspiel nicht aufgeben. Als Rechtshänder lernte, die Gitarre wie ein Linkshänder zu spielen. Das genügte aber nicht, denn auch seine Greifhand war eingeschränkt. So entwickelte er seine eigene Methode, mit einem Buttermesser, dessen Griff er für seine Bottleneck-Spiel einsetzte.
Zwar hatte er bereits 2002 seine erste Single veröffentlicht, aber seinen Durchbruch hatte er erst 2011 mit seinem Debut-Album «No Time For Dreaming». Eine ungewöhnlich späte Karriere für den 1948 geborenen Soul und R&B Sänger. Diverse, teilweise für schwarze Musiker typische Schicksalsschläge hatten verhindert, dass er früher Erfolge feiern konnte. Dafür ging es dann aber richtig los mit ausgedehnten Tourneen durch die USA und Europa, sowie lobenden Kritiken. Doch der Erfolg dauerte war leider nur von kurzer Dauer. Am 23. September 2017 ist er gestorben.