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Die Arbeit befasst sich mit dem Leben und Werk von Rudolf Maria Breithaupt, einem aus Braunschweig stammenden Pianisten, der in den ersten drei Jahrzehnten des 20.Jahrhunderts in Berlin als Musikschriftsteller und Klavierpädagoge wirkte. Seine Publikationen besassen eine grosse Ausstrahlungskraft und setzten eine bis heute anhaltende Diskussion in Gang.
Zu den Hauptquellen zählen seine Porträts von Pianistinnen und Pianisten und hauptsächlich sein erstmals 1905 erschienenes und später überarbeitetes Hauptwerk Die Natürliche Klaviertechnik mit den Zusatzbänden Die Grundlagen des Gewichtspiels und Praktische Studien.
Die vorläufige Gliederung sieht zwei Teile vor: der erste Teil ist eine biographische Skizze, eine Annäherung an Rudolf Maria Breithaupt. Darin werden die wenigen erhaltenen Briefe, die Akten des Conservatoriums und der Universität Leipzig und einige autobiographisch gefärbte Texte, welche er zum Beispiel für die Musik oder den Kunstwart verfasste, aufgearbeitet. Eine Biographie existiert bis heute nicht. Im zweiten Teil werde ich aufzuzeigen versuchen, was das Neue an den Ideen Breithaupts war, was er unter natürlich verstand und wie er von Zeitgenossen rezipiert wurde. Ich analysiere die von Breithaupt verwendeten klaviertechnischen Begriffe, wie nachhaltig seine Ideen waren und sind, und welche instrumentalpädagogischen Besonderheiten und Vorgehensweisen bis heute Bestand haben.
Christoph Wagner (Gründer und erster Leiter des Hannover Instituts für Musikphysiologie der Hochschule für Musik und Theater Hannover) schreibt zur Bedeutsamkeit von Breithaupt in seinem Buch Hand und Instrument, im dritten Kapitel ‚Über die Verständigung zwischen Kunst und Wissenschaft‘:
Eigentlich müsste man an dieser Stelle eine lange Reihe weiterer Autoren würdigen, die das wissenschaftliche Nachdenken über instrumentale Probleme vor allem durch ihre praktischen Beobachtungen gefördert haben. Manche von ihnen sind nur noch in der Gestalt eines einzigen Stichwortes in Erinnerung, wie der Klavierpädagoge Rudolf Maria Breithaupt durch den (missverständlichen) Begriff ‚Gewichtstechnik‘. Vermutlich war er einer der besten Kenner der Biomechanik der ‚Klavierhand‘ seiner Zeit. (Wagner, 2005, S.17)
Mit meiner Dissertation möchte ich Breithaupt aus dieser Stichwort-Reduktion befreien und seine historische Wirkung aber auch seinen Nutzen für die heutige Praxis darstellen.
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