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«Ophelia» von Claire McCarthy basiert auf dem gleichnamigen Roman von Lisa Klein und ist die neu imaginierte Geschichte von Shakespeares «Hamlet», erzählt aus der Sicht von Hamlets Geliebter Ophelia. Der Film unternimmt jedoch nicht nur einen Perspektivenwechsel des bekannten Schauspiels, sondern verleiht der Figur Ophelia eine eigene, unabhängige Stimme.
In William Shakespeares Tragödie über den dänischen Prinzen Hamlet, geht es um Betrug, Verrat, Mord, Totschlag und eine Liebe, die in den Wahnsinn treibt. Wie es der Titel bereits verrät, fokussiert sich der Film «Ophelia» auf die Figur der Halbwaisen (Daisy Ridley, bekannt aus «Star Wars»), die sich inmitten von Intrigen wiederfindet und in die sich Hamlet («1917»-Darsteller George MacKay) verliebt.
«You may think you know my story…»
Der Film beginnt mit dem vermeintlich tragischen Ende von Ophelias Leben: in einem idyllischen Teich wird ihr lebloser Körper, umgeben von Seerosen, vom Wasser verschluckt und geht unter. Im Voiceover erklärt die Totgeglaubte jedoch «You may think you know my story…» und deutet damit auf überraschende Wandlungen dieser Neuerzählung hin, womit sie sogleich die Aufmerksamkeit des Publikums ergreift.
«Daisy Ridley verkörpert eine Ophelia, die von Kindesbeinen an ihre Stimme gebraucht und damit Raum einnimmt.»
Und so wird die altbekannte Geschichte neu aufgerollt. Daisy Ridley verkörpert eine Ophelia, die von Kindesbeinen an ihre Stimme gebraucht und damit Raum einnimmt. Obwohl sie ein Mädchen ist, lernt sie zu lesen und schafft es durch Neugierde, Integrität und Intelligenz, ihre soziale Stellung zu verbessern, indem sie die Gunst einflussreicher Personen wie der Königin Gertrude (Naomi Watts) erlangt. Sie ist zwar in einem Machtsystem gefangen, in dem sie aufgrund ihrer einfachen Herkunft und ihres Geschlechts eingeschränkt ist. Doch sie erarbeitet und bewahrt sich darin eine Handlungsfähigkeit, die sie freier und mächtiger erscheinen lässt als den Königssohn Hamlet, der gefangen ist von familiären Pflichten und dem Verlangen nach Rache.
«So ist der Film eine interessante Neuinterpretation, der die tragische Figur Ophelia würdigt und sie in die moderne Zeit bringt.»
Sowohl erzähltechnisch als auch schauspielerisch liegen die Stärken des Films in der Hauptfigur Ophelia, die von Daisy Ridley glaubhaft und vielschichtig dargestellt wird. Die Handlung rund um die Rivalität zwischen Hamlet und Claudius (Clive Owen) sowie die bizarre Mutter-Sohn-Beziehung von Hamlet und Gertrude verblassen zu Nebenschauplätzen, denen es an Tiefe und Glaubwürdigkeit fehlt. So ist der Film eine interessante Neuinterpretation, der die tragische Figur Ophelia würdigt und sie in die moderne Zeit bringt, jedoch nicht durchs Band überzeugen kann.
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VOD-Release: 16.4.2020 / Verfügbar auf iTunes, Hollystar und Google Play.
Filmfakten: «Ophelia» / Regie: Claire McCarthy / Mit: Daisy Ridley, George MacKay, Naomi Watts, Clive Owen, Tom Felton / Grossbritannien, USA / 141 Minuten
Bild- und Trailerquelle: Ascot Elite
Daisy Ridley zeigt eine solide Leistung als selbstbestimmte Ophelia in einer erfrischenden Neuinterpretation. Leider schwächelt der Film in den Nebenhandlungen.