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Flugzeugpassagiere in Kanada wurden Opfer einer unüblichen Abhörpraxis. Der Geheimdienst CSEC handelte offenbar im Auftrag der US-Regierung.
Der kanadische Geheimdienst CSEC hat einem Medienbericht zufolge im Auftrag der US-Regierung Passagiere an Flughäfen ausspioniert. Der CSEC habe die Daten von Fluggästen abgegriffen, die sich mit ihren mobilen Geräten in Drahtlosnetzwerke eingeloggt hätten, berichtete der Rundfunksender CBC gestern Abend unter Berufung auf Dokumente des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden.
Über Verbindungen zu anderen öffentlichen Netzwerken in Cafés, Hotels oder Bibliotheken habe der Geheimdienst anschliessend das Bewegungsprofil der Betroffenen in Kanada und an US-Flughäfen über Tage verfolgen können. Dem Bericht zufolge war die Abhöraktion ein Test für eine Software, die gemeinsam mit dem US-Geheimdienst NSA entwickelt worden und inzwischen einsatzfähig sei. Der kanadische Geheimdienst darf laut Gesetz auf kanadischem Boden niemanden ohne eine entsprechende Genehmigung ausforschen.
Die Enthüllungen über Datensammlungen an Flughäfen, von denen auch Kanadier betroffen waren, stehen auch im Widerspruch zu Aussagen des CSEC-Chefs, der im vergangenen Jahr versichert hatte, seine Landsleute nicht auszuspähen. Durch mutmassliche Abhöraktionen im Inland geriet der CSEC in den vergangenen Monaten aber mehrfach in die Schlagzeilen. So soll er es im Jahr 2010 der NSA ermöglicht haben, den G-20-Gipfel in Toronto auszuspionieren.