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Umgangssprachlich werden - abstrakt - alle Geldausgaben, die nicht der unmittelbaren Konsumation dienen, als "Investitionen" bezeichnet. Beispielsweise "investiert" die öffentliche Hand in Strassen, Spitäler, Eisenbahnen usw. In dieser Redeweise wird abstrahliert, dass im Öffentlichen Haushalt kein Gewinn angestrebt und gemacht wird.
Als Investition bezeichne ich komplementär die - private - Bezahlung und die damit bezahlte Anlage, die dazu dient, mehr Geld, also den Investitionsbetrag und einen zusätzlichen Ertrag zu verdienen.
Beispiel:
Ein Unternehmer kauft eine hinreichend grosse Maschine oder ein Gebäude, um Waren zu produzieren, die er mit Gewinn verkaufen kann.
Erläuterung:
Der Unternehmer kann dank seiner Investion effizienter produzieren und so die Investition und einen zusätzlichen Ertrag zurückbekommen, also sein Vermögen vergrössern.
Aus der Sicht des Unternehmers unterscheiden sich Investitionen von Konsumptionen, also von Geld, das er so ausgibt, dass sein Vermögen direkt und nicht via Abschreibungen kleiner wird.
Die Differenz lautet Investionen sind Ausgaben, die noch keine Ausgaben sind, weil sie durch einen Gegenwert finanziert sind, der abgeschrieben wird.
Die öffentliche Hand macht immer nur Ausgaben. Da aber ein Teil der Ausgaben buchhalterisch über mehrer Jahre abgeschrieben wird, sieht es wie Investitionen aus. Die Strassen sind ein gutes Beispiel dafür. Mit den Strassen verdient die Gemeinde nichts und sie kann sie auch nicht verkaufen.
Nun kommen Superschlaue und sagen, dass Strassen ein Eigentum darstellen, weil man sie verkaufen könne und über roadpricing auch Geld verdienen könne, was sich beispielsweise in italienischen Autobahnen beweise.
Wenn eine Strasse verkauft wird, wird sie privatisiert. Der Käufer ist dann privat und macht einen Investition, von welcher er sich Gewinn erhofft. Der Verkäufer macht seine Ausgaben rückgängig. Für ihn ist es dann so, wie wenn er die Ausgaben nicht gemacht hätte, also wie wenn die Strasse privat gebaut worden wäre.
Was ist mit einem allfälligen Gewinn? Nichts, weil der Gewinn kein Gewinn ist und niemandem gehört, sondern dazu führt, dass die nächste Ausgabe, die ansteht nicht durch weitere Gelder (Steuern) bezahlt werden muss.
Im Privaten kann die Strasse vermietet werden. Wenn der Staat Maut verlangt, ist das ein Steuer, also keine Miete und mithin kein Gewinn, auch wenn in der Buchhaltung "Ertrag" verbucht wird.
Im neoliberalen System werden öffentliche Anlagen oft als Aktiengesellschaften "privatisiert", wobei die Aktien im Besitz der öffentlichen Hand bleiben. Solche AGs scheinen dann wie private Unternehmen Gewinn zu erwirtschaften, selbst dann, wie wenn im Gesundheitswesen, der grösste Teil der Erträge durch Steuern bezahlt wird.