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Marthe Gosteli schaut auf ein langes Leben zurück. 1917 geboren, wuchs sie auf einem Landgut in Worblaufen bei Bern auf und wohnt noch heute dort. Im Haus ist auch die Gosteli-Stiftung, die die Arbeit von Frauenorganisationen und -verbänden und Frauenrechtlerinnen dokumentiert.
Die heute 95-jährige stellte sich ab Mitte der 60-er Jahre in den Dienst der Frauenbewegung und trug mit ihrem Verhandlungsgeschick massgeblich dazu bei, dass 1971 in der Schweiz das Frauenstimmrecht angenommen wurde. Die Gosteli-Stiftung gründete sie 1982.
Marthe Gosteli arbeitete während des 2. Weltkriegs in der Abteilung Presse und Rundfunk des Armeestabes und leitete nach dem Krieg die Filmabteilung des Informationsdienstes der US-amerikanischen Botschaft in Bern. «Bei der Arbeit in der Botschaft habe ich viel über Diplomatie und Public Relations gelernt», sagt Gosteli, «das hat mir im Abstimmungskampf sehr geholfen.» Die 95-jährige arbeitet noch jeden Tag im Archiv - was auch nötig sei: «Wir stehen noch immer am Anfang, es gibt nach wie vor kein geeignetes Lehrmittel für Schüler, das die Frauenbewegung dokumentiert.»