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<h2>SubmittedText<h2><p>Die Wirtschaft hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren stark gewandelt. Insbesondere stieg die Arbeitslast stetig an. Der Anteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die unter Stressbedingungen arbeiten, erhöhte sich deutlich. Selbst wenn man nur die jüngste Zeit und bloss eine kürzere Zeitspanne, nämlich die von 2001 bis 2007, betrachtet, so sieht man, dass dieser Anteil in diesem Zeitraum von 40 auf 60 Prozent gestiegen ist. Die gesundheitlichen Folgen sind spürbar und erregen Besorgnis. Laut einer jüngst durchgeführten Umfrage leiden 40 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter Rückenschmerzen; gleich viele klagen über Kopfweh, und rund ein Drittel hat Schlafprobleme. Die dadurch verursachten Gesundheitskosten belaufen sich nach Schätzungen des Seco auf rund 10 Milliarden Franken.</p><p>Eine Beschränkung der Arbeitszeit und insbesondere die Verlängerung des Ferienanspruchs würden dazu beitragen, die Mehrbelastung durch die Arbeit zu mildern und zu kompensieren. Allerdings will der Bundesrat davon nichts wissen. So lehnt er die Initiative von Travail Suisse für sechs Wochen Ferien für alle ohne Gegenvorschlag ab.</p><p>Deshalb frage ich den Bundesrat:</p><p>1. Mit welchen anderen Mitteln will er die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor den Folgen der steigenden Arbeitslast schützen?</p><p>2. Welche Massnahmen will er treffen, um die damit verbundenen Gesundheitskosten zu verringern?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Mehrere nationale Erhebungen (z. B. die Schweizerische Gesundheitsbefragung oder die Ergebnisse zur Dublin-Studie aus Schweizer Perspektive) haben gezeigt, dass sich die Arbeitsaufgaben über die letzten Jahrzehnte intensiviert haben. Die Intensivierung und Verdichtung der Arbeit führt u. a. dazu, dass die Häufigkeit stressbedingter Beschwerden zugenommen hat. Diese Beschwerden reichen von Störungen der Psyche wie z. B. Depressionen oder Angstzuständen bis zu Herz-Kreislauf-Störungen und Rückenproblemen. Die in diesem Zusammenhang verlorene Arbeitskapazität und die wirtschaftlichen Kosten durch Absenzen, aber auch durch Invalidität und frühzeitige Pensionierung sind beträchtlich.</p><p>Wie der Bundesrat in seiner Antwort vom 11. November 2009 auf die Interpellation Robbiani 09.3824, "Wie soll mit den höheren Arbeitsrhythmen umgegangen werden?", ausgeführt hat, wurden in den letzten Jahren verschiedene Massnahmen zur Verminderung der stressbedingten Gesundheitsrisiken eingeleitet. So wurde seitens des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) ein Leitfaden für die Erkennung psychosozialer Risiken zuhanden der Vollzugsorgane des Arbeitsgesetzes erstellt und ein Schulungsprogramm angeboten. In Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen wurde das Informationsangebot verbessert und die interaktive Website "Stress-nostress" aufgeschaltet. Ausserdem finden in Zusammenarbeit mit den Fachgesellschaften regelmässige Tagungen für Betriebsverantwortliche statt, und ein Netzwerk ausgebildeter Fachpersonen (u. a. Arbeitsmediziner und Arbeitspsychologen) befindet sich im Aufbau. </p><p>Aufgrund der Resultate aus den erwähnten Erhebungen wurden weitere Anstrengungen unternommen. So führt das Seco in Zusammenarbeit mit den kantonalen Arbeitsinspektoraten und der Suva in den Jahren 2010 und 2011 eine Schwerpunktaktion zu den Beschwerden des Bewegungsapparates durch. Im Zentrum stehen dabei die Sensibilisierung der Betriebe und Mitarbeitenden für die spezifischen Risikofaktoren sowie eine Erhöhung der Vollzugseffizienz.</p><p>Mit den genannten Massnahmen sowie einer konsequenten Umsetzung der arbeitsgesetzlichen Vorschriften kann ein Grossteil der durch arbeits(mit)bedingte Erkrankungen verursachten Kosten vermieden werden. Aufgrund der laufenden Aktivitäten sieht der Bundesrat im jetzigen Zeitpunkt keinen Bedarf für zusätzliche Massnahmen.</p>  Antwort des Bundesrates.