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Moshé Feldenkrais
Geboren in Slawuta (seinerzeit Russland, jetzige Ukraine) in einer jüdischen Familie, zog er nach Ende des 1. Weltkrieges nach Palästina, um sich dort mit Gleichgesinnten eine Existenz aufzubauen. Dadurch wurde der 14-jährige Moshé schon in jungen Jahren mit stetigen Änderungen der Lebensumstände und den damit verbundenen Konsequenzen konfrontiert.
Ende der 40er Jahre begann Feldenkrais, solche Prozesse der Lern- und Änderungsfähigkeit des Gehirns zu beschreiben – heute «neuronale Plastizität des Gehirns» genannt. Dies besagt, dass das menschliche Gehirn seine Nervenbahnen ständig verändert und sich somit neuen Gegebenheiten anpasst. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen dies eindrücklich.
Zu diesen für die damalige Zeit revolutionären Ideen gelangte Feldenkrais durch eigene Erfahrungen mit Verletzungen, die seine Ärzte nicht behandeln konnten. Er erforschte sein eigenes Bewegungsverhalten und verband dies mit seinem wissenschaftlichen Hintergrund als Physiker. Zudem schöpfte er aus Quellen wie Evolutions-, Kognitions- und Verhaltensforschung sowie Medizin, Psychologie, Pädagogik, Anthropologie und Systemtheorie.
So entwickelte er die nach ihm benannte Feldenkrais Methode. Sein Verständnis von Bewegung als Grundlage jeglichen menschlichen Handelns und Tuns führt zur Erkenntnis, dass Leben ein kontinuierliches Lernfeld ist. Jeder Mensch kann auf seine eigene Weise damit experimentieren.
Leben ist Bewegung und ohne Bewegung
findet Leben nicht statt.
Moshé Feldenkrais
Literatur
- Christian Buckard «Moshé Feldenkrais» erschienen Ende 2015 – vermittelt einen spannenden Einblick in «den Mensch hinter der Methode» (hier).
- Mark Reese «A life in Movement» – eine vom langjährigen Freund und Schüler Mark Reese innerhalb von zwei Jahrzehnten entstandene, umfassende Biografie über das Lebenswerk von Moshé Feldenkrais (hier).