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6. Ethische Aspekte: Verantwortungsvoller Umgang mit transgenen Tieren
Ist die gentechnische Veränderung von Tieren erlaubt oder ist dies ein unerlaubter Eingriff in die Natur? Dürfen Tiere gezüchtet werden, um den Menschen als Organlieferanten zu dienen? Wo liegt der Unterschied zwischen gentechnischer Veränderung und dem Züchten?
Die genetische Veränderung von Tieren sehen einige Bürgerinnen und Bürger als ungerechtfertigte Wesensmanipulation des Tieres. In der Tat geht es gemäss dem Ethiker Alberto Bondolfi bei der Genmutation aber kaum um eine «Wesensveränderung» des Tieres. Denn das Wesen eines Tieres stecke nicht in einem einzelnen Gen. Dies sei ein Fehlschluss unter dem die heutige Auseinandersetzung um die Genmutation leide.
Die Mutation habe auf das Wesen des Tieres einen geringen Einfluss. Anders sehe es jedoch beim Wohlbefinden aus. Einige Mutationen seien zwar für das Wohlbefinden des Tieres praktisch irrelevant. Andere hingegen könnten das Wohlbefinden des Tieres stark beeinträchtigen und in einigen Fällen sei eine artgerechte Existenz unmöglich.
Die Ethikkommissionen entscheiden deshalb darüber, wie der Eingriff das Wohlbefinden beeinträchtigt und wie der Versuch einzustufen ist.
Was oft vergessen wird: Auch das Züchten von Tierrassen stellt ein Eingriff in das Genom der Tiere dar, denn dabei werden die Gene neu kombiniert und es wird versucht, gewisse Merkmale herauszuzüchten. Ein verantwortungsvoller Umgang ist daher nicht nur für transgene Tiere erforderlich, sondern gilt ebenso für Tiere aus herkömmlichen Zuchtmethoden.
In der Schweiz wurde 1998 rund um die Gen-Schutz-Initiative über die Vor- und Nachteile von transgenen Tieren debattiert, denn die Initiative wollte die Herstellung solcher Tiere verbieten. Zwei Drittel der Stimmberechtigten sprachen sich jedoch dafür aus, dass in der biologischen und medizinischen Forschung transgene Tiere eingesetzt werden können.