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Zuhause zwischen Büchsen und Altpapier
Die mit Favelas vergleichbaren Viertel wachsen vor allem an Rand von Städten wie Ankara, Izmir und Istanbul. Sie entstanden ab den 40er-Jahren im Zusammenhang mit den anhaltenden Migrationsbewegungen von den ländlichen Gebieten in die Städte. Eigentlich illegal errichtet, werden die Häuser und Hütten vom Staat meist geduldet. Meist sind diese aber nicht sehr stabil und in einem schlechten Zustand. Im Zusammenhang mit dem 2012 verabschiedeten Katastrophen-Gesetz und sollen nun in den kommenden 20 Jahren landesweit 7'000'000 Gecekondu-Bauten niedergerissen und ersetzt werden. Dies soll die möglichen Folgen von Erdbeben in besonders gefährdeten Regionen minimieren.
Mit „Gecekondoo“ hat der türkische Architekt Sinan Logie eine Notunterkunft für vom Abbruch ihres Zuhauses betroffene Gecekondu-Bewohner konzipiert, die er als „eine urbane Utopie“ bezeichnet. Auf den Visualisierungen erinnern sie an buntgemusterte Schiffscontainer auf Pfählen. Als Baumaterial dient der verwertbare Abfall, der vom Zentrum in die Peripherie der Städte transportiert wird: Aus Büchsen und Co. werden Panele oder vielmehr Wände, indem sie zusammengepresst werden. Als Isolationsmaterial dient rezykliertes Altpapier. Wieder verwertetes PVC wird genutzt, um Blöcke zu herzustellen, auf denen die kunterbunten Wohnquader zu stehen kommen. Logie stellt sich vor, dass nicht nur am Rand der Städte Platz für seine „Gecekondoos“ ist, sondern auch ungenutzten Flachdächern. Die Häuser würden sich dort relativ einfach per Kran oder per Helikopter platzieren lassen. (mai)