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NGC 2264: Konusnebel im Weihnachtsbaum
Geschichte
Der Sternhaufen wurde am 18. Januar 1784 vom deutsch-britischen Astronomen Friedrich Wilhelm Herschel mit seinem Spiegelteleskop von 18.7" Durchmesser und 20 Fuss Brennweite bei 157-facher Vergrösserung entdeckt. Er verzeichnete seine Entdeckung unter VIII 5 (VIII für grob verstreute Sternhaufen) und zählte mehr als 30 Sterne. [463] Am 26. Dezember 1785 richtete er abermals sein Teleskop auf diesen Sternhaufen und bemerkte einen Nebel, welchen er als V 27 (V für sehr grosse Nebel) verzeichnete. Er notierte dazu: «einige ziemlich helle Sterne 7 oder 8' südlich vorangehend von 15 Monocerotis sind eingehüllt in sehr schwachen milchigen Nebel, der sich unmerklich verliert.» [464]
Physikalische Eigenschaften
Es handelt sich hierbei um einen offenen Sternhaufen des Typs IV3pn mit Sternen der vierten Grössenklasse, eingehüllt in einen sehr grossen Nebel, dessen dichtester Teil südwestlich des Sterns 15 Monocerotis liegt. NGC 2224 ist Teil einer komplexen Region im Sternbild Einhorn (Monoceros), bestehend aus Dunkelnebeln, Emissionsnebeln und Reflexionsnebeln und Sterne, welche diese zum Leuchten anregen oder sie anstrahlen und Strukturen hervorheben.
Am südlichen Ende befindet sich der Konusnebel, eine dichte Wolke aus Gas und Staub, geformt durch den stellaren Wind eines extrem heissen und hellen Sterns, welcher sich hinter einer Wolke versteckt. Verstreut im Nebel befindet sich eine Anzahl heller Sterne, welche wie die Lichterkette eines Weihnachtsbaumes wirken. In Abb. 1 steht der Baum aufrecht. Der Konusnebel befindet sich an der Spitze und der helle Stern S Monocerotis und der Fuchsfellnebel (engl. Fox Fur Nebula) unten am Stamm. Der Fuchsfellnebel wird allgemein nicht als Teil von NGC 2264 betrachtet, ist aber offensichtlich ein Fortsatz der diesen Raum füllenden Gas- und Staubwolke, welche auch die Bezeichnung Sh 2-273 [310] oder LBN 202.92+02.18 bzw. LBN 911 [270] trägt. Der offene Sternhaufen mit Nebel befindet sich in etwa 2600 Lichtjahren Entfernung. [196]
|Bezeichnung||NGC 2264|
|Typ||OCL (IV3pn)|
|Rektaszension||06h 40m 58.2s|
|Deklination||+09° 53' 44"|
|Durchmesser||40.00 arcmin|
|Visuelle Helligkeit||4.1 mag|
|Dreyer Beschreibung||15 Monoc, Cl, **, ? Neb|
|Identifikation||OCL 495, LBN 911, Christmas Tree cluster|
Auffindkarte
Im Sternbild Einhorn fast in der Nähe des linken Fusses der Zwillinge findet man den wunderschön geformten Sternhaufen NGC 2264. Seine Form gab ihm auch den Namen Weihnachtsbaum-Sternhaufen. Der Fuss des Weihnachtsbaumes wird gleichzeitig durch den 4.7 mag hellen Stern 15 Monocerotis markiert. Der Konusnebel befindet sich rund ein halbes Grad südlich dieses Sterns an der Spitze des auf dem Kopf stehenden Weihnachtsbaumes. Die beiden 7.2 mag und 9.1 mag hellen Baumspitzen-Sterne weisen den Weg. Der Konusnebel liegt in der Verlängerung des Baumstammes bzw. bei den beiden Baumspitzensternen. [192]
Beobachtung
355 mm Öffnung: Mit einem H-beta-Filter und indirektem Sehen lässt sich der Konusnebel bei einer Teleskopöffnung um die 14" bereits sicher erahnen. Der dunkle Konus bzw. die Pyramide ist äusserst schwierig erkennbar. Es ist dann auch die eine helle seitliche Pyramiden-Begrenzung, welche die Beobachtung des dunklen Konusnebels überhaupt ermöglicht.
Wahrlich ein schwieriges Objekt, aber als Herausforderung ist der Konusnebel für Teleskope ab etwa 12" durchaus sehr lohnenswert.