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Das erste Kernkraftwerk der Welt ist ein Museum
Was heute vom ersten Kernkraftwerk der Welt bleibt, lässt sich auf dem Campus des Idaho National Laboratory in der Wüste von Idaho besichtigen. Denn das Gebäude des ersten Versuchreaktors EBR-1 ist heute Teil eines Atommuseums. Letzteres zeigt einige Einblicke in die Geschichte der Atomenergie.
Das Idaho National Laboratory ist seit fast 70 Jahren in der Atomforschung tätig. Ein Grossteil des Wissens über das Verhalten von Atomreaktoren wurde hier entdeckt. Mehr als 50 Kernreaktoren wurden auf diesem Gelände gebaut, darunter sind auch das erste Stromerzeugungs-Kernkraftwerk und das Kraftwerk für das weltweit erste Atom-U-Boot.
Geschichte machte das Labor insbesondere am 20. Dezember 1951, als vier 200-Watt-Glühbirnen in einem unscheinbaren Backsteingebäude zu leuchten begannen. Denn die dazu notwendige Elektrizität, kam von einem Generator, der mit dem experimentellen Versuchsreaktor-1 (EBR-I) verbunden war. Dies war das erste Mal, dass eine nutzbare Menge an elektrischer Energie aus der Kernspaltung erzeugt wurde. Nur wenige Tage später produzierte der Reaktor genügend Strom, um den gesamten Komplex zu versorgen.
Der Versuchsreaktor wurde ursprünglich nicht zur Produktion von Elektrizität gebaut, sondern um zu demonstrieren, dass Versuchsreaktoren eine physische Möglichkeit darstellten. Solche Reaktoren sind Kernreaktoren, die mehr spaltbares Material erzeugen können, als sie verbrauchen. Das geschieht, indem überschüssige Neutronen von einem fruchtbaren Isotop absorbiert und diese dann in spaltbare Isotrope verwandelt werden. Das Ziel von EBR-1 war es, dieses Brennstoffprinzip zu validieren. Und das tat er im Endeffekt auch. Nur erlitt der erste Atomreaktor am 29. November 1955 auch die erste Kernschmelze der Welt.
1964 wurde der EBR-1 dann stillgelegt und durch den Nachfolger EBR-2 ersetzt. Nur ein Jahr danach erklärte man den ersten Versuchsreaktor zum National Historic Landmark. Heute steht auf dem US Highway 20/26 zwischen Idaho Falls und Arco ein Atommuseum. Darin kann man nicht nur einen, sondern gleich vier Kernreaktoren sehen. Darunter befinden sich auch zwei Flugzeug-Kernantriebsprototypen, ein Reaktor-Kontrollraum, Fernbedienungsgeräte für radioaktive Materialien, Strahlungsdetektionsgeräte und vieles mehr. (pd/pb)