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Internationaler Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft
11. Februar 2019
Seit jeher hat die Frau in verschiedenen Bereichen eine wichtige Rolle gespielt. In der Wissenschaft hat sie Entdeckungen gemacht, die für den Fortschritt der Menschheit grundlegend waren.
Aber weshalb ist der grösste Teil der Bevölkerung nicht fähig zumindest vier Wissenschaftlerinnen aufzuzählen? Wobei jeder und jede ohne Zweifel sehr viele Wissenschaftler kennt.
In unserer Gesellschaft gibt es eine grosse Kluft zwischen den Geschlechtern, die seit Jahrhunderten besteht.
Beispielsweise in der Wissenschaft: Was wäre die Genetik, wenn die geniale Rosalind Franklin nicht das Röntgenbeugungsdiagramm der DNA entwickelt hätte und deren Doppelhelix nie entdeckt worden wäre? Dann hätte die DNA nicht entschlüsselt werden können.
Wir könnten auch den Komfort eines Computers nicht geniessen, wenn die brillante britische Mathematikerin Ada Lovelace, Mitte des 19. Jahrhunderts, nicht das Potenzial im ersten verfassten Programm für eine Rechenmaschine gesehen hätte, sogar fähig zu sein Buchstaben zu kombinieren und Musik zu komponieren. Sie war die erste Person, die den klaren Zusammenhang zwischen der Mathematik und einer Maschine sah, die viele Aufgaben für uns übernehmen würde. Somit leistete sie einen gewaltigen Beitrag beim Schritt vorwärts zu einer modernen Gesellschaft.
Es wurde gezeigt, dass es keinerlei biologische Gründe gibt, die Frauen daran hindern könnten sich naturwissenschaftliche Kenntnisse anzueignen und diese erfolgreich anzuwenden.
Dennoch haben erst 17 Frauen den Nobelpreis in Physik, Chemie und Medizin erhalten. In der Physik entspricht das einer Frau auf 80 männliche Nobelpreisträger.
Und obwohl der Kampf für die Rechte der Frau heute eine immer grössere Wirkung zeigt, bleiben Frauen in öffentlichen Ämtern und Führungspositionen weiterhin spärlich repräsentiert.
In New York dauerte es beispielsweise 226 Jahre bis schliesslich 2018 die erste Präsidentin an der New Yorker Börse ernannt wurde.
Frauen und Mädchen sind intelligent und kreativ. Dennoch wuchsen und wachsen sie noch immer mit so vielen Stigmen auf, die ihre Träume Astronautin, Physikerin oder Biologin zu werden zunichtemachen.
Ein Mittel, um dem ein Ende zu machen, ist Mädchen zu motivieren, zu fördern und zu inspirieren.
2015 rief die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 11. Februar zum Internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft aus. Er wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen Frauen einen uneingeschränkten und gleichberechtigten Zugang zur Wissenschaft zu ermöglichen. Viele Frauen auf der ganzen Welt sind engagiert für diese Initiative und füllen die Agenden mit Aktivitäten, die die Präsenz von Frauen in der Wissenschaft sichtbar machen, um zu erreichen, dass die Mädchen von heute ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen können.
Es werden Vorträge, Konferenzen, Workshops, wissenschaftliche Treffen und vieles mehr veranstaltet, mit dem Ziel, dass die Rolle der Frau in der Wissenschaft nicht in Vergessenheit gerät.
Auf diese Weise werden Hindernisse auf diesem beschwerlichen Weg beseitigt, den später neugierige Mädchen mit grossen Träumen wählen werden. Diese Mädchen werden forschen, den Weltraum bereisen oder eine Behandlung für eine Krankheit entwickeln.
Doch wie sieht es in der Schweiz aus? Wenn wir über die Situation von Frauen und Mädchen in der Wissenschaft in einem der neutralsten und liberalsten Länder der Welt nachdenken, ist es normal, dass wir glauben, dass die weibliche Bevölkerung keinerlei Nachteile in Kauf nehmen muss.
Wenn wir uns die Daten genauer ansehen, stellen wir jedoch fest, dass die durchschnittliche Anzahl an weiblichen Studierenden an den wissenschaftlichen Fakultäten sehr gering ist. Obwohl sich in der Schweiz mehr Frauen als Männer in den Universitäten einschreiben, ist der Prozentsatz an Frauen, die eine wissenschaftliche Karriere anstreben kleiner als in anderen Ländern. Dennoch ist die Anzahl an Frauen, die ein Diplom an einer naturwissenschaftlichen Universität erhalten haben seit 1990 stark gestiegen.
Ein Paradebeispiel ist die ETH in Zürich, die wichtigste technische Hochschule in Kontinentaleuropa, die über 30 Prozent Frauenanteil unter den Studierenden aufweist. Der Studiengang “Technologie” scheint zu den, von Studentinnen am meist besuchten, zu zählen.
Trotzdem ist der Anteil an Professorinnen sehr gering.
Das hängt damit zusammen, dass es für viele Frauen immer noch schwierig ist, aufgrund des Mangels an Teilzeitstellen im naturwissenschaftlichen Arbeitsfeld, die Arbeit mit den Aufgaben als Mutter zu vereinbaren.
Es gibt viele Gruppen, die den Jugendlichen die Begeisterung für die Wissenschaft weitergeben möchten. Zudem hat die ETHZ einen Plan erarbeitet, der Frauen während ihrer Karriere an der Universität unterstützen soll. Die Bemühungen tragen Früchte, denn die Anzahl der Mädchen, die sich für einen wissenschaftlichen Schwerpunkt während ihrer gymnasialen Laufbahn entscheiden nimmt immer mehr zu.