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Das Massaker von Nanking entzweit China und Japan
Eine gemeinsame Expertenkommission, welche die historischen Differenzen zwischen China und Japan untersucht, ist sich im Bezug auf das Massaker von Nanking von 1937 nicht einig geworden. Sowohl die japanische als auch die chinesische Seite sieht die Verantwortung für die Kriegsverbrechen bei Japan. Bei der Zahl der Opfer ist man sich jedoch uneins. China besteht darauf, dass mehr als 300’000 in dem Massaker ihr Leben liessen während Japan nicht über «bis zu 200’000» Opfer hinausgehen wollte, berichtet die Mainichi Shimbun.
Grund für die Uneinigkeit bezüglich der konkreten Zahl der Opfer sind unterschiedliche Auffassungen über die Verifizierung der Daten wie beispielsweise die Definition von Massaker, der Ort und die Dauer des Ereignisses sowie die Bestattungsdokumente, sagte Professor Sumio Hatano von der University of Tsukuba gegenüber der Nikkei Shimbun. Einig war man sich jedoch, dass Massenhinrichtungen von Kriegsgefangenen und Zivilisten sowie Vergewaltigungen, Plünderungen und Brandstiftungen stattfanden.
Der veröffentlichte Bericht, welcher die antike, mittelalterliche und moderne Geschichte der beiden Länder behandelt, ist das Resultat einer 2006 begonnenen Untersuchung. Chinesische Mitglieder der Kommission forderten jedoch, der Teil des Berichts solle zurückgehalten werden, welcher die Ereignisse der Nachkriegszeit wie das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens von 1989 behandelt. Man wolle die öffentliche Meinung in China nicht beeinflussen.
Der japanische Ausseminister Katsuya Okada begrüsste die Fertigstellung des Berichts. «Auch wenn es viele unterschiedliche Auffassungen gab, besonders im Bereich der modernen und zeitgenössischen Geschichte, denke ich, dass nach und nach ein gemeinsames Verständnis gefördert werden kann, indem man daran arbeitet.» Die Kommission wird nun mit neuen Mitgliedern eine zweite Untersuchungsphase beginnen.
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