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Zen und japanische Philosophie: Die Bedeutung Dōgens für die Kyōto-Schule
Im Fokus des dreijährigen Forschungsprojekts steht die Bedeutung des Zenbuddhisten Dōgen für die Kyōto-Schule. Diese Gruppe von Philosophen mit ihren Hauptvertretern Nishida Kitarō (1870-1945), Tanabe Hajime (1885-1962) und Nishitani Keiji (1900-1990), ist die bis heute einflussreichste Schule der japanischen Philosophie. Die drei genannten Autoren beanspruchen – implizit oder explizit – in Kontinuität zur ostasiatischen Tradition, vor allem aber im Anschluss an einen bestimmten Teil des japanischen Buddhismus die Grenzen 'westlichen Denkens' zu übersteigen. Die drei Philosophen beziehen sich in je eigener Weise auf den Zenbuddhismus und insbesondere auf Dōgen – ein Sachverhalt, der selten zur Kenntnis genommen und weder in der japanischen noch europäischen Literatur auch nur in Ansätzen aufgearbeitet worden ist.
In der Bearbeitung dieser Forschungslücke wird der europäische Blick der Philosophie auf die autochthone Perspektive der japanischen Philosophie verschoben. Der Beginn dieser Perspektivverschiebung besteht darin, eine philologisch-historische Arbeit zu leisten: Nishitani Keiji bietet in seinen Shōbōgenzō-Vorlesungen die umfangreichste und detaillierteste Behandlung Dōgens innerhalb der Kyōto-Schule. Deshalb werden diese Vorlesungen analysiert und in Auswahl übersetzt. Nishitani bietet mit seiner Interpretation des theoretischen Hauptwerks des Zenbuddhisten die Basis für das philosophische Ziel des Forschungsprojekts: eine umfassende und systematische Darstellung der Wirkung Dōgens im Denken der Kyōto-Schule. So steht zunächst die Binnenwirkung Dōgens innerhalb der japanischen Philosophie im Zentrum, bevor dann der geografische Raum geöffnet und die trans/inter/quer-kulturelle Bedeutung der autochtonen Rezeption Dōgens thematisiert wird.