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Die 32 Dscheladas im Zürcher Zoo führen ein komplexes Sozialleben. Es erfordert regelmässiges Auswechseln der führenden Affen-Männchen. Dass diese schwierige Aufgabe geglückt ist, zeigen die Geburten von zwei Jungtieren.
Zwei Affenbabys leben seit einigen Wochen in der Dschelada-Gruppe im Zürcher Zoo. Für Kurator Robert Zingg ein Zeichen dafür, dass sich die Gruppe nach dem Wechsel der Leitmännchen organisiert und beruhigt hat, wie er am Mittwoch vor den Medien erklärte.
Es gibt zwei Arten von erwachsenen Dschelada-Männchen: solche, die einen Harem haben, und solche, die einen wollen. In ihrer Heimat im äthiopischen Hochland führen die erfolgreichen Männchen eine Haremsgruppe und die anderen schliessen sich zu Junggesellengruppen zusammen.
Immer wieder müssen die Haremsführer die Angriffe lediger Affen abwehren. Laut Zingg kann sich ein Dschelada-Männchen fünf bis sechs Jahre an der Spitze seines Harems halten, dann wird er von einem anderen vertrieben.
Was in den Weiten des äthiopischen Hochlands das natürliche Verhalten ist, lässt sich in den beengten Verhältnissen des Geheges auf dem Zürichberg nicht umsetzen. Wo sich die Männchen in der Wildnis drohen und wieder aus dem Weg gehen, würden sie sich im Zoo mit ihren vier Zentimeter langen Eckzähnen bald gegenseitig schwer verletzen.
Deshalb übernimmt der Zoo das Management der Gruppe. Seit 1955 werden in Zürich Dscheladas gehalten, 127 Jungtiere sind bisher geboren - man kennt sich also damit aus, wie eine Gruppe dieser Tiere durch den gezielten Ersatz von Männchen im Lot gehalten wird.
Der Zürcher Zoo ist Mitglied des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms für Dscheladas, dem 29 Institutionen angeschlossen sind. Manche von ihnen halten nur Junggesellengruppen. An diese gibt der Zürcher Zoo Affenmännchen ab und erhält auch wieder Männchen, um eine Gruppe neu zu besetzen.
Das letzte Mal fand ein solcher Wechsel 2016 statt, als sechs Männchen die Dscheladagruppe verliessen und vier neue dazukamen. Seither haben sich zwei Harems gebildet, denen zwei der Affen vorstehen.
Die beiden anderen Zuzüger von 2016 werden sich jedoch in absehbarer Zeit stärker für Weibchen interessieren und damit den ruhigen Dschelada-Alltag zusehends durcheinanderbringen. (sda)