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Er ist ein lauter Trump-Supporter, Corona-Leugner und wurde schon wegen rassistischen Aussagen gesperrt. Nun ist die NHL-Karriere von Rangers-Verteidiger Tony DeAngelo (vorerst) vorbei.
Tony DeAngelo war letztes Jahr einer der besten Offensivverteidiger der NHL. Seine 53 Skorerpunkte in 68 Spielen waren der viertbeste Wert der Liga – auf gleicher Stufe mit Vancouvers Quinn Hughes und noch vor NHL-Grössen wie Alex Pietrangelo, Ryan Suter oder Brent Burns.
Auf dem Eis wäre er also grundsätzlich ein Spieler, den man gerne in seinem Team hat. Dennoch haben die Rangers ihn vor zwei Tagen auf die Waiver-Liste gesetzt und gestern angekündigt, dass DeAngelo nie mehr für das Team auflaufen werde. Was war passiert?
Um die Situation zu verstehen, muss man wissen, dass DeAngelo in seiner bisherigen Karriere immer wieder negativ aufgefallen ist:
Trotz dieser Vorgeschichte und den aktuellen Querelen hat DeAngelo bei den Rangers bis zu den Pre-Playoffs im Sommer eigentlich immer gespielt. Doch nun ist vieles anders. Der mittlerweile 25-Jährige Verteidiger ist schlecht in die Saison gestartet, hat in sechs Partien nur einen Assist vorzuweisen.
Der in New Jersey geborene DeAngelo verlor seinen Platz im ersten Powerplay an den jüngeren Adam Fox. Und ohne die offensive Produktion kann er seine grossen defensiven Unzulänglichkeiten nicht mehr kompensieren. Trainer David Quinn hat ihn schon zwischendurch auf die Tribüne verbannt.
Das Fass zum Überlaufen brachte allerdings eine andere Situation. Nach der 4:5-Heimniederlage gegen Pittsburgh am Sonntag provozierte DeAngelo seinen Torhüter Alexandar Georgiev. Sportsnet-Journalist Elliotte Friedman beschrieb es so: «Die Rangers gehen vom Eis. Georgiev sitzt enttäuscht auf dem Boden, wie es jeder ehrgeizige Spieler nach so einer Niederlage tun würde und DeAngelo läuft an ihm vorbei und wirft ihm eine sarkastische Bemerkung an den Kopf. Georgiev schlägt nach DeAngelo und dann gehen sie aufeinander los, bis Teamkollegen die beiden trennen können.» Berichten zufolge soll DeAngelo seinen russischen Teamkollegen «commie» – Kommunist – genannt haben.
Spätestens jetzt haben auch die Rangers genug vom Problem-Verteidiger und distanzieren sich per sofort von ihm. Und auch der Rest der Liga scheint sich am 25-Jährigen nicht mehr die Finger verbrennen zu wollen. Selbst dass er auf der Waiver-Liste ohne Gegenleistung zu haben wäre, ändert nichts daran, dass DeAngelo kein neues Team findet. Dabei gäbe es durchaus Mannschaften, die neue Verteidiger brauchen könnten. Die Rangers boten ihn schon seit einigen Monaten zum Trade an und fanden keine Abnehmer.
Im Sommer dürfte DeAngelos Vertrag bei den Rangers aufgelöst werden. Aktuell scheint es unwahrscheinlich, dass er in der NHL noch eine Zukunft hat, er hat schon zu viele zweite Chancen vergeben. Am ehesten dürfte er seine Karriere in der KHL fortsetzen – ausgerechnet bei den «Kommunisten».