Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/130763

<h2>SubmittedText<h2><p>- Hat der Bundesrat Kenntnis von Überlegungen oder weitergehenden Vorbereitungsschritten der Leitung der Schweizerischen Nationalbank für einen Eurokurs von mindestens Fr. 1.30, der aus volkswirtschaftlichen Gründen als richtig befunden worden wäre, als Folge der Affäre Hildebrand aber nie umgesetzt worden ist?</p><p>Falls dies nicht der Fall ist:</p><p>- Hält der Bundesrat den heutigen Kurs von Fr. 1.20 für ausreichend, um den finanz- und wirtschaftspolitischen Zielsetzungen unserer Geldpolitik gerecht zu werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Von Überlegungen innerhalb der Nationalbank zu geldpolitischen Fragestellungen hat der Bundesrat keine Kenntnis. Es ist festzuhalten, dass der Rücktritt von Philipp Hildebrand zu keiner sichtbaren Kursänderung in der Geldpolitik geführt hat und auch die Kursuntergrenze von Fr. 1.20 zum Euro bislang erfolgreich weitergeführt werden konnte.</p><p>Als die Nationalbank am 6. September 2011 eine Kursuntergrenze gegenüber dem Euro als geldpolitische Massnahme im Gesamtinteresse des Landes beschloss, wurde dies vom Bundesrat begrüsst. Nachdem der Franken im Jahr 2010 nahezu 15 Prozent seines Wertes gegenüber dem Euro eingebüsst hatte, verlor er bis im August 2011 nochmals mehr als 20 Prozent, als er kurzfristig fast die Parität zum Euro erreichte. Die Kursuntergrenze ermöglichte es, die Aufwertung des Frankens im vergangenen Jahr auf gut 3 Prozent zu begrenzen.</p><p>Die Nationalbank kann den Mindestkurs konsequent durchsetzen, da sie unbegrenzt Devisen gegen Franken kaufen kann. Die Massnahme ist jedoch auch mit Risiken verbunden. So gibt es aus ökonomischer Sicht keine Methode, um den "richtigen" Wechselkurs präzise zu bestimmen. Die Festlegung des Mindestkurses und die Bewertung des Risikos obliegen der Nationalbank.</p>