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Auf einer Versammlung hinter verschlossenen Türen hatten die Hühner den Entschluss gefasst, Gargantua und Pantagruel von Rabelais auf den Index zu setzen, weil darin behauptet wurde, der beste Arschwisch der Welt sei ein lebendiges Küken. Ein literarisch gebildetes Huhn meldete sich zu Wort und sagte, Gargantua wische sich den Hintern mit einem kleinen flaumigen Gänserich ab und nicht mit einem Hühnerküken, so dass man das Buch nicht auf den Index zu setzen brauche.
Das schreibt Luigi Malerba (11. November 1927 – 8. Mai 2008) in: Die nachdenklichen Hühner, im Original 1980 unter dem Titel: Le galline pensierose erschienen.
Ich hatte in meinen 15 buchhändlerischen Verkaufsjahren zahlreiche Begegnungen mit Luigi Malerba in Buchform. Ich habe ihn immer gern gelesen und empfohlen und bin froh um das, was er uns hier gelassen hat. Um die Hühner ganz besonders. Die eitlen, frommen und grössenwahnsinnigen ebenso wie die geometriebegeisterten, philosophischen und perversen.
Weiter lesen:
– Aktuelle Ausgabe „Die nachdenklichen Hühner“
– Klaus Wagenbach erinnert sich
– Kurzbiografie
– ADDIO ALLO SCRITTORE LUIGI MALERBA
– Wikipediaeintrag mit gutem Werkverzeichnis