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Viehzucht. Ueber den Schallenberg führt eine neue Strasse, auf der man vonThun nach
Schangnau
gelangen kann und die ihrer strategischen Bedeutung wegen vom
Bund mit 40% der Kosten subventioniert worden ist.
Länge der
Strasse von
Oberei bis zu ihrer Einmündung in die Strasse
Eggiwil-Schangnau 6,5 km, Maximalsteigung 8%, Scheitelpunkt in 1173 m,
geringste Breite 4,2 m. Baukosten (inkl. Bundesbeitrag) Fr. 164125. DerKanton Bern,
der die Strasse am definitiv
übernahm, trug an die Baukosten 80000 Fr. bei, während den nicht vom Bundesbeitrag gedeckten Rest die umliegenden Gemeinden
übernahmen.
(Kt. Wallis,
Bez. Visp).
3900-2500 m. 2 km langer und 2,3 km breiter
Gletscher am S.-Fuss der O.-Grates des
Weisshorns.
Wird im obern Abschnitt durch eine Felsrippe in zwei Arme gespalten und ist steil und stark zerklüftet. Am Weg über
das
Schallijoch.
(Kt. Wallis,
Bez.
Siders und Visp).
3978 m. Gipfel in der das Zermatterthal einerseits vom
Turtman- und
Eifischthal andererseits
trennenden Kette; erhebt sich mitten aus den Eisfeldern zwischen dem
Weisshorn und dem
Zinal Rothorn. Kann von
Zinal oder
Randa
her über den Momingpass (3745 m) in 8-9 Stunden bestiegen werden und ist zum erstenmal 1873 von T. Middlemore
erreicht worden.
1918 m. Von
Wald umrahmtes
Maiensäss, über dem die Terrasse von
Emd
beherrschenden Waldhang und 6 km nnö.
St. Niklaus. Wird von einer sehr hoch gelegenen Wasserleitung befruchtet, die vom
Emdbach
abzweigt und sich weiterhin gegen
Törbel und
Zeneggen zieht.
(Kt. Graubünden,
Bez. Hinterrhein).
1100-880 m. Zweite Thalstufe des Hinterrheinthals, von der untersten Stufe, dem
Domleschg, durch die Viamala getrennt.
HinterBärenburg engt sich das Thal wieder zu dem romantischen Engpass der
Rofna ein,
oberhalb welcher der Thalboden des
Rheinwald liegt. Rechts der Thalseite steht der mächtige
Piz Curvèr mit seinen steilen
Hängen, während die bis hoch hinauf mit Aeckern und
Wiesen besäte linke Thalseite sich an die südöstlichen
Ausläufer des
Piz Beverin anlehnt. Die Thalsohle selbst, 500 m - 1 km breit, zeigt sich, namentlich bei den beiden
Dörfern
Zillis und
Andeer, als wunderschöner Wiesenplan. Die Länge der
von S. nach N. gerichteten Thalschaft Schams beträgt ziemlich
genau 9 Kilometer. Schams bildet heute (mit den geographisch nicht hiehergehörenden Gemeinden
Rongellen und
Ferrera) den politischen
Kreis gleichen Namens mit 1300 Ew., die sich auf 9 politische Gemeinden verteilen.
Einst gehörte Schams den
Herren von Venosta und gelangte dann durch Kauf und Verkauf an die
Herren von
Vaz, die
Grafen von
Werdenberg und schliesslich an den
Bischof von
Chur, von welchem sich die Schamser 1458 mit 3200
Gulden losgekauft
haben. Im Schams wird romanisch gesprochen; die Bewohner sind ausschliesslich reformierter Konfession. Landwirtschaft und
Viehzucht nebst etwas Hotelindustrie
(Andeer) sind die wichtigsten Erwerbszweige der Thalbewohner. Am Schamserberg (linksseitiger,
fast waldloser Thalhang) fanden sich früher sehr viele Kornäcker, von denen heute die Mehrzahl eingegangen
ist. Da im Schams die wirtschaftlichen Lebensbedingungen sehr harte sind (kein Verdienst und kein Verkehr), so sind seiner
Zeit viele junge Leute ausgewandert und hat eine starke Entvölkerung einzelner Ortschaften stattgefunden.
Andeer, der Hauptort des
Thales, zählt 499 Ew., liegt in der Thalsohle und hat bedeutenden Postverkehr
über
Splügen- und Bernhardinroute. Von dem benachbarten
Pignieu wird eine eisenhaltige Gipsquelle von 19° C. hergeleitet,
und für die Unterkunft der Badegäste sind verschiedene gut geführte Gasthöfe vorhanden.
Andeer liegt nur 979 m hoch und
hat eine sehr geschützte Lage. Auf aussichtsreichem Hügel, um welchen sich malerisch das ganze Dorf
gruppiert, steht die prächtige Dorfkirche. 4 km weiter thalauswärts liegt (ebenfalls in der Thalsohle) Zillis (930 m) mit 263 Ew.
und einer uralten, sehr sehenswürdigen Kirche, deren prachtvolle Holzdecke vor wenigen Jahren stil- und kunstgerecht renoviert
wurde. Oberhalb Zillis liegt die durch Steinschläge und Rutschungen etwas gefährdete Filialgemeinde
Reischen. Vom sonnigen Schamserberg grüssen freundlich
Lohn,
Mathon,
Wergenstein, Donat und
Fardün herab; in der Nähe der letztern
Ortschaft soll s. Z. Johann Chaldar den verhassten Landvogt von Guardavall
¶
mehr
im gerechten Zorn getötet haben. Die Landschaft Schams hat einst bessere Tage gesehen. Im benachbarten Ferrera stehen noch
heute die umfangreichen Ueberreste der einstigen Erzschmelzen; hier und an andern Orten wurden noch bis in den Anfang des 18. Jahrhunderts
in den metallreichen Gebirgen Gold, Silber, Kupfer, Blei und Eisen gewonnen und verarbeitet, bis dann die
zunehmende Entholzung der Wälder Einhalt gebot. Ernstliche Versuche zur Wiedereröffnung der zerfallenen Bergwerke sind
mit Rücksicht auf die jetzt ziemlich umständliche und kostspielige Brennmaterialbeschaffung nicht mehr unternommen worden.
(Kt. Graubünden,
Bez. Hinterrhein).
Politischer Kreis in der gleichnamigen Landschaft, welche die zweite, durch die
Rofnaschlucht von der ersten und durch die Viamala von der dritten geschiedene Thalstufe des Hinterrheinthals bildet. Im
O. wird der Kreis Schams durch die im Piz Curvèr (2975 m) gipfelnde Bergkette vom Kreis Oberhalbstein getrennt, im S. grenzt
er an die Kreise Avers und Rheinwald, im W. scheidet ihn die vom Piz Beverin nach S. sich fortsetzende Bergkette
von Safien, und im N. stösst er an den Kreis Thusis.
Die höchstgelegene Gemeinde ist Lohn (1582 m), die tiefstgelegene Zillis (933 m). Der Hinterrhein durchfliesst
die Landschaft in n. Richtung. Von links und rechts nimmt er mehrere Zuflüsse auf, von denen ihm jedoch nur der von rechts
her kommende Averser Rhein eine grössere Wassermenge zuführt; von Bedeutung sind auch noch (ebenfalls von rechts) der Pignieuerbach
und der Reischenerbach und (von links) der Fundognerbach. Die von Chur her über den Splügen nach Chiavenna
und über den Bernhardin nach Bellinzona führende sog. untere Kommerzialstrasse oder italienische Strasse durchzieht den
Kreis in der Richtung von N. nach S. und verbindet Rongellen, Zillis und Andeer direkt; Inner Ferrera und Ausser Ferrera
sind durch die Averserstrasse mit der Hauptstrasse verbunden, dagegen
harren die am linken Thalhang liegenden Dörfer meist
noch auf Fahrstrassen, die sie mit der Hauptstrasse verbinden sollen.
Früher, d. h. bis zur Eröffnung der Gotthardbahn ging ein reger Transitverkehr über diese Strasse und brachte den Anwohnern
vielfachen Verdienst, heute ist die Strasse von keinem andern durchgehenden Verkehr mehr belebt als dem,
den die Post noch bringt. Aus diesem Grund wandern auch Jahr für Jahr zahlreiche junge Leute aus dem Schams nach überseeischen
Ländern aus und ist die Bevölkerung in stetem Rückgang begriffen: 1850: 2134 Ew., 1860: 1935, 1870: 1938, 1880:
1817, 1888: 1668, 1900: 1498 Ew. 1360 Ew. sind reformiert und 138 katholisch;
1154 sprechen romanisch. 287 deutsch und 57 italienisch. 351 Häuser
und 401 Haushaltungen.
Obgleich in der Thalsohle das Obst noch gedeiht, ist Wiesen- und Alpwirtschaft, verbunden mit Viehzucht,
der am meisten ja fast ausschliesslich gepflegte Zweig der Landwirtschaft. In Andeer wird etwas Handel
getrieben, besonders Holzhandel; eine Steinhauerei beschäftigt eine Anzahl Arbeiter, und wieder Andere finden ihren Erwerb
in der Hotelindustrie. Andeer und Zillis sind Kurorte, letzterer auch Luftkurort; in Andeer steht zu Trink- und Badekuren auch
eine subthermale eisenhaltige Gipsquelle zur Verfügung.