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Färber/in
Färber[1] waren für die Färbung von Garnen und Geweben wie Wolle, Baumwolle, Leinen und Seide zuständig. Dabei sollte nicht nur die Oberfläche der Garne und Gewebe eine Färbung[2] erhalten, sondern die gesamte Substanz war mit natürlichen Farbstoffen zu versehen. Die Farbstoffe wurden zumeist aus Wurzeln, Blüten, Kräutern, Blättern, Früchten, Samen, Hölzern, Rinden, Mineralien und tierischen Produkten gewonnen. Für Blaufärbungen zum Beispiel wurden Kornblumenblüten und Blauholz verwendet. Im 15. Jahrhundert nach der Entdeckung Amerikas kamen weitere Farbhölzer wie der Pernambuk, Brasilholz, Blau- und Gelbholz dazu, die der Färbekunst in Europa einen neuen Auftrieb gaben.
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Obschon sich in der europäischen Färberei bereits im 12. Jahrhundert eine Art Hochkonjunktur abzeichnete, konnte sich diese erst im 14. Jahrhundert von der Weberei herauslösen und sich vermehrt als selbstständiges Gewerbe etablieren. Als erstes konnten die Schwarzfärber (auch Leinwandfärber[3]) ein eigenständiges Gewerk gründen. Einige Zeit später folgten die Kunst- und Schönfärber, die sich zunächst lediglich der Blaufärbung widmeten, da aufgrund des mittelalterlichen Gewandes lediglich die Farben Blau und Schwarz gefragt waren. In Städten mit entsprechend grossen Seidenwebereien erlangten schliesslich auch die Seidenfärber Selbstständigkeit und konnten so ihr Handwerk sogar ohne Zunftzugehörigkeit etablieren. Dennoch war die Arbeit in der handwerklichen Färberei, die unteranderem das Waschen, Beizen, Spülen und Färben der Garne und Gewebe beinhaltete, bis ins 19. Jahrhundert mit viel Mühsal verbunden. Krankheiten wie Rheuma, Katarrhe, Asthma und Brustwassersucht sowie Wechselfieber und Schwindsucht stellten unter den Färbern keine Rarität dar.
Mit der Entdeckung der Teerfarbstoffe (Anilinfarben) im Jahr 1859 verloren die alten Farbstoffe zusehends an Bedeutung und der Färbeprozess konnte wesentlich verkürzt werden. Neue technische Errungenschaften im Zeitalter der Industrialisierung vermochten schliesslich das Schaffen der Färber grundlegend bis in die Gegenwart zu verändern. So lässt sich das Handwerk des Färbers in der heutigen Zeit unter der Bezeichnung „Textiltechnologe/-login EFZ mit Fachrichtung Veredlung“ wie folgt beschreiben: „In der Fachrichtung Veredlung bringen Textiltechnologen Farbe in die Textilien und optimieren die Trag- und Pflegeeigenschaften. Zum Bleichen, Färben, Bedrucken, Appretieren und Beschichten von Fasern, Garnen und Geweben setzen sie Chemikalien ein. Während der Produktion überwachen sie die computergesteuerten Maschinen. Im Labor untersuchen sie u. a. die Eigenschaften der Textilien, Farbstoffe und Chemikalien“ (www. berufsberatung.ch, 2017).
[1] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im weiteren Text nur die männliche Form verwendet.
[2] Dies fiel in den Arbeitsbereich der Zeug- und Kattundrucker.
[3] „Mit der Färberei konnten die langen Bleichzeiten überwunden werden, und die Farbleinwand brach schliesslich die Vorrangstellung der gebleichten Waren auf dem europäischen Markt“ (Reith, 2008, S. 69).
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Literatur
Sauer Christine: Handwerk im Mittelalter, Darmstadt 2012, S. 77-79.
Palla Rudi: Verschwundene Arbeit. Das Buch der untergegangenen Berufe, Frankfurt am Main 2010, S. 59-62.
Reith Reinhold: Das alte Handwerk. Von Bader bis Zinngiesser, München 2008, S. 68-73.
www.berufsberatung.ch → Eintrag Textiltechnologe/-login EFZ, https://berufsberatung.ch/dyn/show/1900?id=7053, abgerufen am 30.06.2017.
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