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Dies nachdem sich am 10. April 2003 im zweiten Kraftwerksblock ein ernsthafter Zwischenfall (Ines-Stufe 3) ereignet hat.
Zum Störfall sei es bei der chemischen Reinigung von Brennelementen nach dem Framatome-Verfahren CORD UV (chemische Oxidations-Reduktions-Dekontamination) unter Verwendung der mobilen Anlage AMDA (automatische mobile Dekontaminationsanlage) gekommen. Dieses hat sich nach Herstellerangaben seit Jahrzehnten bei der Dekontamination von Komponenten und Systemen bewährt. In Paks wird es seit 2000 auch zur Reinigung von Brennelementen eingesetzt, um Ablagerungen von Korrosionsprodukten auf den Hüllrohren zu entfernen. Die diesjährigen Reinigungsarbeiten in Paks fanden während eines regulären Kraftwerksstillstands in einem speziell dafür von Framatome gelieferten Behälter statt, der zehn Meter unter der Wasseroberfläche in einem Nebenbecken installiert worden war.
Das KKW Paks besteht aus vier Blöcken des russischen Typs WWER 440-V213. Hersteller der Brennelemente ist das russische Unternehmen Maschinostroitelny Zavod (MSZ). Das Framatome-Reinigungsverfahren war 2000 unter Beteiligung von MSZ für die Reinigung der Brennelemente qualifiziert und von der HAEA in Ungarn genehmigt worden. In der diesjährigen Reinigungskampagne war die Reinigung von 205 Brennelementen des Kerns von Block 2 in sieben Losen und zusätzlich - vor Beginn des Jahresstillstands - die Reinigung von zwei Losen mit insgesamt 54 Elementen aus früheren Betriebszyklen vorgesehen. Der Störfall betraf das sechste Los der Reinigungskampagne. Nach Abschluss der Reinigung verblieb dieses Los noch mehrere Stunden im Reinigungsbehälter. Während dieser Zeit begann die Aktivitätsüberwachung der AMDA-Anlage erhöhte Aktivitätswerte anzuzeigen. Nach Öffnung des Reinigungsbehälters wurden erhebliche Beschädigungen an den dort befindlichen Brennelementen festgestellt. Die Schäden beschränken sich auf die im Behälter befindlichen Brennelemente und hatten keine Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit der Reaktoranlage und ihrer Sicherheitseinrichtungen.
Im Zuge des Störfalls kam es kurzzeitig zu einer Freisetzung von Aktivität in die Umgebung des Kraftwerks, deren radiologische Auswirkungen nach Informationen der ungarischen Behörden unterhalb der entsprechenden Grenzwerte lagen. Zivilschutzmassnahmen waren nicht notwendig.
Der Untersuchungsbericht enthält dazu noch viel ausführlichere Informationen und ist in folgende Hauptkapitel gegliedert: kurze Zusammenfassung; Bewertung des Zwischenfalls in Bezug auf Strahlenschutz, technische Umstände, Aktivitäten des Personals, Dokumentation, Wirksamkeit von Selbstkontrollen und Ursachen des Kernbrennstoffschadens; während der Untersuchung entdeckte Nichtkonformitäten; Konsequenzen und Sicherheitsauswirkungen des Zwischenfalls sowie notwendige Gegenmassnahmen.
Der Bericht der Betreiberin ist öffentlich und wird nun von der HAEA geprüft. Diese hat in ausserordentlicher Weise noch eine eigene unabhängige Untersuchung angeordnet. Deren Resultate will die HAEA bis Ende Mai veröffentlichen.
Gemäss HAEA zeigen der Bericht der Betreiberin und die provisorischen eigenen Ergebnisse, dass der Zwischenfall eine Folge von mehreren unabhängigen, aber wechselwirkenden Ursachen war. Die HAEA betont, es brauche weitere Untersuchungen, um die technischen Grundursachen des Zwischenfalls zu finden. Unabhängig von den Schlussergebnissen der Untersuchungen steht fest, dass dieser Zwischenfall einen grossen wirtschaftlichen Schaden zur Folge haben wird. Wer für diesen Schaden haften muss, wird ohne Zweifel zum Thema werden.
Quelle
H.K nach Paks NPP vom 13. Mai 2003, HAEA vom 12. Mai 2003
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