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Karpaltunnelsyndrom
01.04.2020
Definition/Formation
Das Karpaltunnelsyndrom ist das am häufigsten vorkommende Nervenengpasssyndrom.
Der N. medianus (Mittelnerv) versorgt Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger und die Hälfte des Ringfingers, er läuft auf Höhe des Handgelenkes zusammen mit allen Beugesehnen durch eine natürliche Engstelle am Körper, den Karpaltunnel. Begrenzt wird dieser anatomische Tunnel am Boden und an den Seiten von Handwurzelknochen, das Dach wird gebildet von einem derben Band.
Ursache
Kommt es zu einer Zunahme des Karpaltunnelinhalts (z.B. Verdickung der Beugesehnen bei Sehnenscheidenentzündung) oder zu einer Abnahme des Volumens (z.B. Bluterguss bei Speichenbruch) so kommt es zu einem vermehrten Druck auf den N. medianus. Auch systemische Erkrankungen (z.B. Diabetes mellitus) oder eine Schwangerschaft können ein Karpaltunnelsyndrom begünstigen.
Symptome
Als Folge der Druckerhöhung klagen die meisten Patienten zunächst nur nachts über ein Einschlafen des Daumens und des Zeige/Mittelfingers mit Kribbeln und oder Taubheit. Nach Ausschütteln der Hände tritt typischerweise eine Linderung ein. Im weiteren Verlauf kann das Taubheitsgefühl der Finger auch tagsüber auftreten oder gar nicht mehr ganz verschwinden. Bei einem weit fortgeschrittenen Stadium kommt es zu einer Abnahme der Daumenballenmuskulatur (Pfeil)
Untersuchung
Sind derartige Symptome vorhanden sollte eine klinische Untersuchung und eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit durch den Neurologen erfolgen. Je nach Befundschwere können zunächst konservative Massnahmen (Nachtlagerungschiene) in Frage kommen oder es empfiehlt sich eine operative Spaltung des Karpaltunnels.
Eingriff
Der Eingriff erfolgt in Lokalanästhesie ambulant (Ausnahme: Operation an beiden Händen gleichzeitig 2 tägiger Spitalaufenthalt erforderlich). Nach Anlage eines Hautschnitts von 2-2,5 cm in der Hohlhand wird der Karpaltunnel nach Erweiterung mit Spezialinstrumenten mit einem Spezialmesser, das auf einer Schiene läuft (um den Nerven sicher vor Verletzungen zu schützen) eröffnet. Danach wird nur die Haut vernäht. Es wird in der Regel keine Drainage eingelegt und es ist keine Ruhigstellung in einer Schiene erforderlich.
OP-Dauer: ca.20 Minuten
Risiken / vorübergehende Einschränkungen
Infektionsrisiko: unter 1 %
Verletzung relevanter Gefässe / Nerven: unter 1 %
Bis zu Wiedererlangung der Kraft dauert es ca. 6 Wochen
Überempfindlichkeit Narbe und Daumen / Kleinfingerballen: 5-10 % (Dauer: bis zu ½ Jahr)
Überschiessende Narbenbildung: je nach eigener Wundheilungstendenz
Nachbehandlung
Bei komplikationsloser Wundheilung kann Ihr Hausarzt die regelmässigen Wundkontrollen und die Fadenentfernung 14 Tage nach der Operation übernehmen. Eine Schiene ist nicht erforderlich und Sie dürfen die Hand sofort nach Abklingen der Betäubung wieder einsetzen.
Zu vermeiden sind Wasserkontakt und starke Beanspruchung der Hand (Heben von schweren Gegenständen). Erfahrungsgemäss berichten aber die meisten Patienten bereits am ersten Tag nach der Operation über einen deutlichen Rückgang der vorher bestehen Beschwerden und können z.B. selber schon wieder Besteck führen und sich anziehen.