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Entlang der Schweizer Grenze besitzt der Bund rund fünfzehn eigene, kleine Wasserversorgungen, die mehrheitlich abgelegene Zollstationen mit Trinkwasser alimentieren, in einigen Fällen zusätzlich auch Bergrestaurants oder Weiler. Diese Anlagen sind einfach konzipiert, trotzdem müssen sie regelmässig auf ihre Funktionstüchtigkeit kontrolliert werden. Das Wasser wird nach den gesetzlichen Vorschriften periodisch analysiert. So wird sichergestellt, dass es Trinkwasserqualität aufweist und einwandfrei konsumiert werden kann.
Unscheinbar, versteckt und oft nur schwer zugänglich findet man sie in der Nähe von Grenzübergängen vorwiegend entlang der südlichen Landesgrenze: Anlagen, die den Zollstationen zur Versorgung mit Trinkwasser dienen. Viele dieser Wasserversorgungs-anlagen wurden in den 1950er Jahren erstellt. Einige sind echte Perlen früherer Ingenieurkunst.
Erhebung und Kontrollen
Um die Jahrtausendwende begann das BBL damit, die Daten über die Wasserversorgungen zu erheben und die Dokumente systematisch zu archivieren. Damals nahm man erste Sanierungen und Reparaturen vor und installierte neue Anlageteile.
Seit 2013 werden sämtliche Anlagen der Wasserversorgungen turnusgemäss auf ihren Zustand, ihre Funktionstüchtigkeit sowie auf die Normenkonformität geprüft. Dies gilt für Bauwerke und Anlagen zur Fassung des Quellwassers (wie Brunnstuben), zur Speicherung (wie Reservoire) und zur Verteilung (wie Rohrleitungen). Alle zwei Jahre erfolgen unabhängige Kontrollen; die entnommenen Wasserproben werden im Labor analysiert. So stellt man sicher, dass das Wasser Trinkwasserqualität aufweist. Wo Werte und Parameter nicht eingehalten werden, ergreift das BBL Massnahmen. Dann kann es vorkommen, dass betroffene Stationen vorübergehend über kein Trinkwasser mehr verfügen und die Versorgung anderweitig, z.B. über Einkauf oder Zisternenwagen, sichergestellt werden muss.
Viele dieser Anlagen liegen an strategisch wichtigen Alpenstrassen an der Landesgrenze und dienen der unabhängigen Versorgung der Zollstationen mit Trinkwasser. Die meisten Anlagen liegen in den Kantonen Graubünden, Tessin, Wallis oder in der Westschweiz.
An einigen Standorten werden auch Dritteinrichtungen wie Bergrestaurants oder Weiler alimentiert. Jedoch sind heute viele der Zollstationen nicht mehr dauerhaft besetzt. Bei der Sanierung oder Erneuerung einer Anlage spielen deshalb Kosten-Nutzen-Überlegungen vermehrt eine Rolle.
Gute Noten für bundeseigene Wasserversorgungen
Aktuell verfügt der Bund über rund 15 solcher Wasserversorgungen in der Schweiz, bei denen er für den einwandfreien Betrieb, die regelmässigen Kontrollen sowie die Wartung verantwortlich ist. Insgesamt ist der Zustand der Wasserversorgungen gut. Es zeigt sich, dass die Anlagenverantwortlichen vor Ort gute Arbeit leisten und die unabhängigen Kontrollen ihren Zweck erreichen. Auch hat das BBL für alle eigenen Fassungen, sofern noch nicht erfolgt, eine Schutzzonenplanung erarbeitet. Das hat zur Folge, dass die Quellfassungen rechtlich geschützt sind. Eine aktuelle Auswertung der Laborberichte zeigt, dass die Grenzwerte fast ausnahmslos eingehalten sind und das Wasser bedenkenlos konsumiert werden kann.
Verborgene und historische Bauten
Da die meisten Infrastrukturanlagen in der Wasserversorgung unterirdisch oder versteckt und somit kaum sichtbar sind, werden sie in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Unter ihnen finden sich aber einige echte „Perlen schweizerischer Ingenieurskunst“. Fernab der Zivilisation und von Strassen baute man zur Erschliessung und Nutzung des Quellwassers Brunnstuben und Reservoire in den Berg und den felsigen Untergrund. Es mussten Wasserleitungen über mehrere hundert Meter verlegt und zu den Zollstationen geführt werden; manchmal musste man dafür ein Tal überqueren oder ein Gewässer unterqueren. Heute mag das keine Herausforderung mehr darstellen, vor gut 70 Jahren galt dies jedoch als Pionierleistung.
Wenn auch die Anzahl der Wasserversorgungen im Besitz des Bundes in den vergangenen Jahren durch Verkäufe an Private oder Stilllegungen verringert wurde, so bleibt doch Kontrolle, Wartung und Überwachung dieser Anlagen eine permanente Aufgabe des BBL. Nur so ist es möglich, den Zollstationen auch in Zukunft eine unabhängige, funktionstüchtige und einwandfreie Wasserversorgung zu gewährleisten.