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Gian Andrea Scartazzini ist es zu verdanken, dass eine der letzten beiden Getreidemühlen im Graubünden noch immer in Betrieb ist. Selbstverständlich ist das nicht. Die Existenzgrundlage der historischen Mühle fusst auf zwei cleveren Einnahmequellen.
Für die Familie sah die Zukunft düster aus
Bereits Mitte des 17. Jahrhunderts stand die Mühle am Flusslauf der Maira. Seit 1864 wird sie von der Familie Scartazzini als Handelsmühle betrieben. Zusammen mit seinen Söhnen führt sie Scartazzini in der neunten Generation. Es war nicht immer eine Selbstverständlichkeit, dass die Familie mit der Mühle, einer Bäckerei und einem Dorfladen überleben kann. Im Gegenteil, vor einigen Jahren sah die Zukunft eher düster aus.
Dank Bio-Trend und erneuerbarer Energie
Gian Andrea sicherte die Existenz seiner Familie und somit auch der Mühle mit zwei neuen Standbeinen: Bio-Mehl und Elektrifizierung.
Die Genossenschaft „Gran Alpin“, die Bündner Bio-Mehl an Grossverteiler liefert, wurde zu einem zentralen Partner. Heute mahlt die Mühle jährlich an die 150 Tonnen, die Nachfrage nach Bio-Mehl ist gross..
Weil der Bund vermehrt erneuerbare Energie fördert, reaktivierte Scartazzini seine alte Wasserturbine aus den 1930er-Jahren, um nach Jahrzehnten wieder Strom für das Tal zu produzieren.
Als 1960 das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich im Bergell seine Anlage in Betrieb nahm, stellte die Familie Scartazzini ihre Turbine still. Der Strom des EWZ war billiger. Trotz diverser bürokratischer Hürden liess sich der Müller nicht entmutigen und setzte sein Projekt durch.