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Wohnblock Steinhauserbrücke
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Wohnblock Steinhauserbrücke
Adresse
6300 Zug
ZG
Architektur
Der gemeinschaftlich genutzte, offene Eingangsbereich ist an Bauwerken wie etwa Le Corbusiers Unité d’Habitation orientiert. Der überdeckte Bereich schafft eine wichtige Durchlässigkeit. Mit der Verwendung vorgefertigter Bauteile beziehungsweise der industriell gedachten Vorgehensweise leistete der Bau in den 1970er-Jahren, zusammen mit weiteren ähnlichen Bauten der Firma Peikert Contract AG, einen wichtigen Beitrag zur Architektur der Nachkriegsmoderne in Zug.
Chronologie
Der von der Peikert Contract AG geplante Wohnblock beinhaltet 54 Wohnungen und einen kleinen Laden. Dank der Vorfabrikation konnte die Überbauung in den Jahren 1970/71 in nur zehn Monaten erstellt werden. 2010 erfolgte eine Grundsanierung, bei der unter anderem die Erdbebensicherheit verbessert wurde. Die Längsfassaden wurden aussen zusätzlich isoliert, die Fenster ersetzt und die Balkone vergrössert. Ausserdem sind alle Küchen und Bäder erneuert worden.
Lage
Der Wohnblock Steinhauserbrücke liegt in einem verdichteten Wohnquartier ausserhalb des Kernbereichs von Zug. Die Steinhauserstrasse und die über die Lorze führende Brücke verlaufen östlich der Parzelle. Über die Zufahrtsstrasse Riedmatt erreicht man die im Süden angeordneten Aussenparkplätze, die offene Einstellhalle sowie den Haupteingang des Wohnblocks: Die Erschliessung erfolgt über einen Kolonnadengang, der sich über die gesamte Hauslänge zieht. Im Norden verläuft der begrünte Riedmattweg, der an der Alten Lorze entlangführt. Der Wohnblock steht rechtwinklig zum Flusslauf und erstreckt sich ungefähr in Nord-Süd-Richtung. Die Steinhauserstrasse ist mit einer Baumreihe abgeschirmt, die Wohnungen sind nach Westen ausgerichtet.
Beschreibung
Der flach gedeckte Wohnblock umfasst ein zurückgesetztes Eingangsgeschoss und neun Wohngeschosse, die über zwei Erschliessungskerne verbunden sind. Diese vertikalen Erschliessungskerne teilen den Bau im Osten in drei Teile, rechts und links davon liegen drei und vier Fensterachsen, im Mittelteil sechs. Dem Gebäude liegt ein rigides orthogonales Raster zugrunde. Die beiden Längsfassaden sind vom konstruktiven Raster und den identisch gestalteten Fenster- und Brüstungselementen mit braunen Faserzementplatten geprägt. Der Westfassade ist ein Gerüst vorgesetzt, in das verschieden grosse Balkone eingehängt sind. Seit der Renovierung ragen diese über die Tragstruktur hinaus. Während die Ostseite kubisch und geschlossen wirkt, erhält die Westseite durch die Balkonzone, die zusätzliche Fassadenebene und die erschliessende Kolonnade eine spannungsvolle Staffelung. Die Stirnseiten des Gebäudes sind in Sichtbeton ausgeführt und mit schmalen Bandfenstern durchsetzt; diese wurden jedoch erst im Rahmen der Sanierung eingebracht und ersetzten jeweils vier aneinandergereihte kleine Fensteröffnungen.
Bei der Grundrisseinteilung lässt das strenge Achsenraster nur wenig Spielraum. Die als Dreispänner konzipierten Mietwohnungen sind in Einheiten von 2½ bis 5½ Zimmer aufgeteilt und klassisch materialisiert: Keramische Bodenplatten bekleiden die Nasszellen und die Küchen, die hellen Wohnräume sind mit einem Parkettboden bestückt, und die Wand- und Deckenoberflächen erstrahlen mit einem hellen Abrieb.
Literatur