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Kirchengeschichte Thusis
Wie aus der Thusner Ordnung von 1491 hervorgeht, wurde das Baumaterial für den Kirchenbau von den Dorfgenossen auf den Platz geführt und sie leisteten auch Tagewerk am Bau selbst. Die Bauzeit inkl. Projektierung und Materialbeschaffung erstreckte sich über 15 Jahre hin (1491 – 1506). Die Bauleitung lag beim Meister Andreas Bühler aus Gmünd in Kärnten, der in dieser Zeit auch für die Kirchenbauten in Masein, Cazis, Scharans, Portein und Safien verantwortlich war.
Mit der Einweihung 1506 der Thusner Kirche "Unserer lieben Frau" und der Erhebung zur Pfarrkirche wurde für die Grosspfarrei St. Johannes-Baptista auf Hoch Rialt (Hohen Rätien) einer radikalen Umwandlung unterzogen. Es entstanden die Pfarreien Thusis und Portein. Dieser kirchliche Zustand dauerte jedoch nicht lange, denn knapp zwei Jahrzehnte später fegte 1525 einem Föhnsturm vergleichbar die von Norden eindringende Glaubenserneuerung alles hinweg, was ans Herkömmliche erinnerte.
1723 trennte sich Masein von Thusis und wurde eigenständig bis zur Bildung der Pastorationsgemeinschaft mit Thusis-Rongellen im Jahr 1986. Mit den Renovationen 1956 und 2008 erhielt die Evangelisch-reformierte Kirche ihr heutiges Gesicht. Ihre Ausstrahlung zieht auch heute Besucher von überall her an.
In diesen 490 Jahren der Evangelisch-reformierten Kirche Thusis wirkten über 40 Pfarrpersonen, zwischen 1 und 63 Jahren. Der 1784 in Bondo ordinierte Leonhard Truog aus Schiers ist klar die Ausnahme mit 63 Amtsjahren. 1808 in den Kirchenrat berufen, setzte ihn die Synode 1814 zum Vizedekan ein und 1825 wurde er zum Dekan ernannt. In seiner Amtszeit finden 7 Synoden in Thusis statt.