Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03382.jsonl.gz/278

Health conditions investigated
(Data source: BASEC)
Die spinale Muskelatrophie (SMA) ist eine autosomal-rezessive neuromuskuläre Erkrankung, die durch den fortschreitenden Verlust spinaler Motoneuronen gekennzeichnet ist, was zu Muskelschwäche und Beeinträchtigung der Motorik führt. Diese seltene Krankheit ist die Hauptursache für die genetisch bedingte Sterberate bei Säuglingen und Kleinkindern. Ihre Inzidenz (Häufigkeit) liegt bei 1 zu ca. 11.000 Lebendgeburten, die Trägerfrequenz wird auf 1 zu 50–70 Personen geschätzt. Die Ursache von SMA ist eine homozygote Deletion (95 % aller Fälle) oder Mutation des SMN1 (Survival of Motor Neuron, Motoneuron-Überleben)-Gens auf Chromosom 5q (Genort 5q13), das für SMN codiert, ein essenzielles Protein, das sowohl in Nervenzellen als auch in Gliazellen exprimiert wird.
Menschen verfügen über zwei SMN-Gene, das SMN1-Gen und das paraloge SMN2-Gen. Andere Spezies verfügen nur über ein SMN-Gen, das dem humanen SMN1-Gen entspricht. Aufgrund der translational synonymen C->T-Mutation an Nukleotid 6 in Exon 7 verläuft das Spleissen der SMN2-prä-mRNA anders, genauer gesagt unter Ausschluss von Exon 7 in 85−90 % der reifen SMN2-Transkripte, was ein instabiles SMNΔ 7-Protein ergibt, das schnell zerfällt. SMN2-mRNA in voller Länge wird also nur bei 10−15 % aller Spleissereignisse hergestellt. Da SMA-Patienten nur über das SMN2-Gen verfügen, ist die Konzentration des SMN-Proteins bei ihnen deutlich herabgesetzt. Die Wiederherstellung der SMN-Protein-Konzentration bei SMA-Patienten durch Modulation des SMN2-Spleissens zugunsten des Einschlusses von Exon 7 in das mRNA-Transkript zur Erhöhung der Expression des vollständigen Proteins durch das SMN2-Gen ist ein vielversprechender Therapieansatz für SMA.
Health conditions (Data source: WHO)
Muscular Atrophy, Spinal
Rare disease
(Data source: BASEC)
Yes
Intervention investigated (e.g. drug, therapy or campaign)
(Data source: BASEC)
Zweiteilige Studie zur Untersuchung der Sicherheit und Wirksamkeit des Prüfmedikaments RO7034067 und der Verstoffwechselung des Prüfmedikaments RO7034067 bei Patienten mit spinaler Muskelatrophie Typ 2 und 3 (SMA).
RO7034067 ist ein Prüfmedikament. Prüfmedikament bedeutet, dass es von der Schweizer Zulassungsbehörde noch nicht zugelassen worden ist. Studien mit Menschen und Tieren haben gezeigt, dass RO7034067 bei der Behandlung von SMA nützlich sein könnte.
RO7034067 soll die Fehlfunktion bei der Bildung des für den Erhalt der motorischen Neuronen notwendigen SMN Proteins beeinflussen, so dass sich durch die Behandlung mit RO7034067 die Menge an SMN2 Protein erhöht und dadurch die schleichende Zerstörung der Motorischen Nervenzellen verlangsamt wird.
Als Teil dieser Studie werden Patienten entweder ein Placebo oder RO7034067 mit dem Wirkstoff erhalten. Das Placebo sieht genau wie das Prüfmedikament aus, enthält aber keinen Wirkstoff. Patienten werden nach dem Zufallsprinzip (wie bei einem Münzenwurf) entweder zum Erhalt des aktiven Wirkstoffs oder Placebo zugewiesen. Die Studie ist doppelt verblindet, d.h. weder Patient noch Prüfarzt wissen ob der Patient/ die Patientin Placebo oder den Wirkstoff erhält.
Die Studie wird weltweit durch geführt und besteht aus einem Teil 1 und Teil 2. In Teil 1 wird die Dosis des Prüfmedikaments für Teil 2 bestimmt.
In der Schweiz wird nur Teil 2 durchgeführt.
Nachdem die Patienten die Behandlung von Teil 2 abgeschlossen haben und vorausgesetzt die Studienergebnisse sprechen für RO7034067 (also gesamthaft gesehen legen die Ergebnisse nahe, dass der Nutzen bzw. mögliche Nutzen die Nebenwirkungen und möglichen Risiken überwiegen) ist vorgesehen, den Patienten die Weiterbehandlung mit RO7034067 als Teil einer offenen Verlängerungsphase der Studie anzubieten. Dies bedeutet, dass die Patienten dann das Prüfmedikament und kein Placebo mehr erhalten werden.
Folgendes wird in Teil 2 untersucht:
- Prüfung ob eine 12-monatige Behandlung mit RO4034067 im Vergleich zu Placebo bei Patienten mit SMA Typ 2 oder Typ 3 Auswirkungen auf die motorischen Funktionen (Fähigkeit sich zu bewegen) hat. Die Patienten werden gebeten, eine Reihe von Übungen zu absolvieren, darunter das Bewegen der Beine, Arme, Hände, des Kopfes und anderer Körperteile. Die Bewertung erfolgt anhand von Skalen.
- Untersuchung ob eine 12-monatige Behandlung mit RO7034067 sich auf die Atemfunktion auswirkt anhand standardisierter Atemtests.
- Untersuchung des Anteils der Patienten, bei denen bis einschließlich Monat 12 eine Verschlechterung des Krankheitsbilds eintritt. Dies wird anhand vordefinierter Kriterien bestimmt.
- Untersuchung der Wirkung von RO7034067 auf die vom Patienten berichtete Lebensqualität nach Monat 12 anhand von Fragebögen: Patient und Bezugsperson werden gebeten, Fragebögen auszufüllen, wie Sie sich seelisch und
körperlich fühlen, wie sich die SMA auf das Leben und die Gesundheit, auch bezüglich sozialer und familiärer Aspekte, auswirkt.
- Untersuchung ob die Einnahme on RO7034067 Auswirkungen auf das Sehvermögen hat. Dies wird anhand verschiedener Augenuntersuchungen ermittelt
- Untersuchung, ob RO7034067 Auswirkungen auf das Herz hat. Dazu wird ein Elektrokardiogramm (EKG) durchgeführt. Damit misst man die elektrische Aktivität des Herzens.
- Für Laboranalysen sind Blutentnahmen und Urinproben erforderlich.
Anhand von Blutproben:
o Durchführung genereller Tests zum allgemeinen Gesundheitszustand, darunter Blut, Leber, Nieren, Immunsystem und Hormone. Ausserdem wird bezüglich Auswirkungen des Prüfmedikaments auf den Körper geprüft.
o Durchführung von Tests an Genen (DNA), von denen bekannt ist, dass sie mit SMA und den Genen, die mit dem Abbau des Prüfmedikaments im Körper zu tun haben, zusammenhängen. Diese Probe dient zudem unter Umständen für weitere Forschungen bezüglich SMA und die Entwicklung neuer Tests für SMA-Patienten in Zukunft.
o Durchführung von Biomarker-Tests spezifisch für Patienten mit SMA. Biomarker sind biologische Moleküle im Blut, die man messen kann, um festzustellen, wie gut der Körper auf die Behandlung anspricht. Diese Proben dienen zudem unter Umständen ebenfalls für weitere Forschungen bezüglich SMA und die Entwicklung neuer Tests für SMA-Patienten in Zukunft.
o Tests, um zu messen, wie viel des Prüfmedikaments sich im Körper befindet und wie der Körper mit dem Prüfmedikament umgeht.
Interventions (Data source: WHO)
Drug: Placebo;Drug: Risdiplam
Criteria for participation in trial
(Data source: BASEC)
a) Männliche und weibliche Patienten im Alter von 2–25 Jahren (zum Zeitpunkt der Voruntersuchung).
b) Für Teil 1: SMA Typ 2 oder SMA Typ 3 (mobil oder nicht mobil).
Für Teil 2: SMA Typ 2 bzw. SMA Typ 3 (nicht mobil). „Nicht mobile“ Patienten sind definiert als Patienten, die nicht ohne Hilfe (also ohne Stützapparat, ohne Hilfsmittel wie Gehstöcke, Krücken oder Orthesen bzw. ohne Aufstützen/Halten an einer zweiten Person) mindestens 10 Meter weit gehen können.
c) Negativer Schwangerschaftstest bei der Voruntersuchung (alle Patientinnen im gebärfähigen Alter, auch Patientinnen mit Tubenligatur) sowie Vorliegen des Einverständnisses, eine Schwangerschaft mit entsprechenden Massnahmen zu verhüten und Einschränkungen hinsichtlich Samenspenden zu beachten.
Exclusion criteria
(Data source: BASEC)
a) Gleichzeitige oder frühere Teilnahme an einer investigativen Arzneimittelprüfung oder Gerätestudie in den letzten 90 Tagen vor der Voruntersuchung bzw. innerhalb eines Zeitraums von 5 Halbwertszeiten der Studienmedikation (längerer Zeitraum massgeblich).
b) Gleichzeitige oder frühere Verabreichung eines gegen SMN-2 gerichteten Antisense-Oligonukleotides, eines SMN2-Splicing-Modulators oder einer Gentherapie in einer klinischen Studie oder als Teil der medizinischen Versorgung.
c) Stillende Patientinnen
Inclusion/Exclusion Criteria
(Data source: WHO)
Inclusion Criteria:
- Confirmed diagnosis of 5q-autosomal recessive SMA
- Negative blood pregnancy test at screening and agreement to comply with measures to
prevent pregnancy and restrictions on sperm donation
- For Part 1: Type 2 or 3 SMA ambulant or non-ambulant
- For Part 2: 1) Type 2 or 3 SMA non-ambulant; 2) RULM entry item A greater than or
equal to 2; 3) ability to sit independently as assessed by item 9 of the MFM
Exclusion Criteria:
- Concomitant or previous participation in any investigational drug or device study
within 90 days prior to screening, or 5 half-lives of the drug, whichever is longer
- Concomitant or previous administration of a SMN2-targeting antisense oligonucleotide,
SMN2 splicing modifier or gene therapy either in a clinical study or as part of
medical care
- Any history of cell therapy
- Hospitalization for a pulmonary event within the last 2 months or planned at time of
screening
- Surgery for scoliosis or hip fixation in the one year preceding screening or planned
within the next 18 months
- Unstable gastrointestinal, renal, hepatic, endocrine, or cardiovascular system
diseases as considered to be clinically significant by the Investigator
- Presence of clinically significant electrocardiogram abnormalities before study drug
administration from average of triplicate measurement or cardiovascular disease
indicating a safety risk for participants as determined by the Investigator
- Any major illness within one month before the screening examination or any febrile
illness within one week prior to screening and up to first dose administration
- Recently initiated treatment (within less than [<] 6 months prior to randomization)
with oral salbutamol or another beta 2-adrenergic agonist taken orally
- Any prior use of chloroquine, hydroxychloroquine, retigabin, vigabatrin or
thioridazine, is not allowed
- Ascertained or presumptive hypersensitivity (e.g., anaphylactic reaction) to Risdiplam
or to the constituents of its formulation
- Recent history (less than one year) of ophthalmological diseases
- Participants requiring invasive ventilation or tracheostomy