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Zu viel Koffein in koffeinfreiem Kaffee
Unaufmerksamkeit oder Gleichgültigkeit
Stichprobenkontrollen in fünfzig Restaurants im Kanton Zürich haben gezeigt, dass nicht in allen Betrieben bei der Bestellung eines "koffeinfreien Kaffees" auch tatsächlich solcher mit entsprechend niedrigem Koffeingehalt serviert wird. Teilweise wird den Gästen gar ganz normaler Kaffee vorgesetzt.
Gemäss Lebensmittelgesetz darf entkoffeiniertes Kaffeepulver, umgangssprachlich als koffeinfreier Kaffee bezeichnet, maximal 0.1 Massenprozent Koffein enthalten. Es handelt sich also nicht um ein gänzlich koffeinfreies Produkt. Der Koffeingehalt ist mit unter 10mg Koffein pro Tasse aber deutlich tiefer als beim normalen Kaffee (um 100 bis zu 200mg pro Tasse).
Von den insgesamt fünfzig untersuchten Proben enthielten sieben zu viel Koffein. Bei fünf davon kommt als Ursache eine unsachgemässe Handhabung bei der Zubereitung in Betracht. Da der koffeinfreie Kaffee üblicherweise mit der gleichen Maschine wie der normale Kaffee hergestellt wird, können sich noch Reste im Mahlwerk oder im Filtersieb befinden, was zu einem höheren Koffeingehalt führt.
Es kommt aber auch vor, dass Restaurateure die Vorratsbehälter für die Kaffeebohnen in den Kaffeemaschinen anstatt ausschliesslich mit entkoffeinierten auch mit normalen Bohnen auffüllen, sei dies unabsichtlich aus Unaufmerksamkeit oder auch aus Gleichgültigkeit, weil ein Rest normaler Bohnen im Vorratsbehälter für den normalen Kaffee keinen Platz mehr fand und daher beim entkoffeinierten Kaffee landete. Diese "koffeinfreien" Kaffees enthielten zwischen 15 bis 40mg Koffein pro Tasse.
In zwei Fällen wurde hingegen schlicht der normale mit dem entkoffeinierten Kaffee verwechselt. Auch hier kommt entweder das falsche Befüllen der Vorratsbehälter ausschliesslich mit normalem Kaffee oder aber das Ausschenken eines ganz normalen anstelle eines koffeinfreien Kaffees in Frage.
Dies erstaunt insbesondere darum, weil sich die Kontrollpersonen vor der Probenahme ausgewiesen haben und einen "koffeinfreien Kaffee" als Probe verlangten, so wie er auch an Gäste abgegeben werde.
Die Resultate dieser Untersuchungen decken sich mit früheren Erfahrungen. Daher seien auch in Zukunft solche Kontrollen und viel Aufklärungsarbeit nötig, schreibt das Kantonale Laboratorium in einer Mitteilung.
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