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Lepra, Frambösie, Elephantiasis...
...sind nur drei von 20 vernachlässigten Tropenkrankheiten. Hier ein Überblick über die vernachlässigten Tropenkrankheiten, von denen in den FAIRMED-Projekten am meisten Menschen betroffen sind.
Lepra
Jedes Jahr erhalten mehr als 200 000 Menschen die Diagnose Lepra. Die uralte Krankheit ist also keineswegs ausgestorben. Lepra verbreitet sich besonders in einem Umfeld, in dem die Menschen auf engem Raum wohnen, schlecht ernährt sind und in Armut leben. Lepra überträgt sich durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch, jedoch muss der Kontakt zu einem erkrankten Menschen eng und längerfristig sein
Lepra ist eine Infektionskrankheit, deren Erreger die Haut und das Nervensystem befällt. Unbehandelt kann Lepra so zu chronischen Geschwüren und bleibenden Behinderungen führen. Dabei ist die Krankheit relativ einfach zu diagnostizieren und mit einer Medikamenten-Kombination aus drei Antibiotika heilbar. Oft verheimlichen Betroffene aber ihre Infektion, da Lepra in einigen Regionen der Welt mit einer starken Stigmatisierung und sozialer Ausgrenzung einhergeht.
Lymphatische Filariose oder Elephantiasis
Lymphatische Filariose oder Elephantiasis ist eine Wurmerkrankung, bei der Würmer über Mückenstiche in den Körper gelangen und in den Lymphgefässen weiter wachsen. Bleiben sie über längere Zeit im Körper, kann dies zum Lymphstau mit Bildung von Lymphödemen (chronische lymphatische Filariose) führen, die sich in einer starken Schwellung der betroffenen Körperteile zeigen. Bei der Behandlung der lymphatischen Filariose werden unterschiedliche Wurmmittel eingesetzt. Bei Patienten mit chronischer lymphatischer Filariose ist eine längere medikamentöse Therapie nötig. Dabei können die Ödeme abschwellen, oft aber bleibt die Schwellung erhalten. Deshalb ist es unbedingt nötig, die Würmer möglichst früh durch eine medikamentöse Behandlung abzutöten.
Boden-übertragene Wurmerkrankungen
Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Haken-, Spul- und Peitschenwürmer. Bei den beiden letzteren werden die Eier der Würmer vom Menschen per Stuhl ausgeschieden und danach oral aufgenommen (z.B. über Trinkwasser). Hakenwürmer können sich dagegen auch durch die Haut ihres Wirts bohren. Etwa 880 Millionen Menschen, insbesondere Kinder, sind von Boden-übertragenen Würmern betroffen. Unbehandelt können diese Krankheiten zu Durchfall, Schwächegefühl, Gewichtsverlust und Blutarmut führen. Darüber hinaus können Wurmerkrankungen bei Kindern eine verlangsamte körperliche und geistige Entwicklung verursachen und erhöhen das Risiko für Infektionen. Die Würmer können mit Wurmmitteln einfach abgetötet werden, um sie nachhaltig zu bekämpfen ist jedoch eine gute Nahrungsmittelhygiene notwendig.
Frambösie
Frambösie ist eine bakterielle Infektionskrankheit und betrifft am häufigsten Kinder in tropischen Regionen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Die Krankheit wird durch Hautkontakt mit infizierten Personen übertragen. Erste Anzeichen von Frambösie sind einzelne, zwischen zwei bis fünf Zentimeter grosse himbeerartige Papeln auf der Haut, die sich ohne Behandlung verbreiten und unbehandelt zu schweren Verstümmelungen und Behinderungen führen. In den ersten Stadien lässt sich die Krankheit ziemlich einfach mit Antibiotika behandeln.
Buruli Ulcer
Buruli Ulcer ist eine bakterielle Infektionskrankheit, welche die Haut und das Gewebe bis hin zum Knochen zerstört. Unbehandelt führt die Krankheit deshalb zu Geschwüren, die sich über die Gelenke ausdehnen und zur Schrumpfung des darunterliegenden Gewebes führen. Dies kann wiederum in einer Versteifung von Gelenken und schweren Bewegungseinschränkungen resultieren. Behandelt wird Buruli Ulcer mit einer Kombinationsgabe von zwei Antibiotika. Alternativ kann man versuchen, die infizierten Körperstellen chirurgisch zu entfernen. Die dabei entstandenen Wunden heilen jedoch nur sehr langsam und können sich mit anderen Bakterien infizieren.