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Bis zu 65 Prozent der Frauen in den Wechseljahren leiden unter dünner werdenden Haaren bis hin zum Haarausfall. Meistens ist es die Hormonumstellung, die dazu führt.
Was verursacht den Haarausfall in den Wechseljahren?
Das Hormon Östrogen sorgt für glänzendes und volles Haar. Wenn in den Wechseljahren der Östrogenspiegel sinkt, beeinflusst dies die Haarfollikel negativ. Das Haar wird dünner und es werden weniger neue Haare gebildet. Dies kann alle Bereiche der Körperbehaarung betreffen, also auch den Achsel- oder Intimbereich.
Da auch Frauen über das männliche Sexualhormon Testosteron verfügen – einfach in sehr viel geringeren Mengen – kommt dieses nun aber durch die Abnahme der weiblichen Hormone mehr zum Tragen, es führt nämlich zu einem Überschuss an Dihydrotestosteron (DHT). DHT ist ein Abbauprodukt von Testosteron. Bei genetischer Veranlagung kann es den Haarausfall verursachen.
Das Ungleichgewicht der Hormone in den Wechseljahren führt auch dazu, dass der Haarzyklus schneller abläuft. Die Wachstumsphase der Haare verkürzt sich deutlich, wodurch die Haare dünner werden und verstärkt ausfallen.
Des Weiteren nimmt mit zunehmendem Alter die Kollagenproduktion ab. Kollagen ist ein Eiweiss, das wie ein Gerüst den Zellen und dem Gewebe Struktur und Halt verleiht. Es sorgt also auch für mehr Festigkeit im Haar. Sinkt der Kollagenspiegel, leidet die Haarstruktur und die Haare fallen aus.
Neben den Hormonveränderungen können grundsätzlich auch folgende Ursachen für die Haarveränderungen verantwortlich sein:
Körperlicher und emotionaler Stress
Bestimmte Medikamente
Einseitige Ernährung mit Nährstoffmangel oder Diäten
Bestimmte Krankheiten wie zum Beispiel Schilddrüsenerkrankungen oder Darmprobleme
So verändern sich die Haare in den Wechseljahren
Meistens beginnt es damit, dass sich die Haare an der Scheitellinie ausdünnen. Sie werden insgesamt dünner und weisen weniger Volumen auf. Viele Frauen erleben einen eher diffusen Haarausfall, wobei sich der Haaransatz aber nicht zurückbildet. Kommt es zum Ausfall der Haare, kann dieser den ganzen Kopf betreffen.
Zusätzlich kann auch die Kopfhaut jucken und gerötet sein. Das liegt daran, dass das fehlende Kollagen die Haare nicht mehr mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt. Auch Fette werden immer weniger produziert, sodass die Haut insgesamt, auch auf dem Kopf, trockener werden kann.
Was Sie in den Wechseljahren für Ihre Haare tun können
Wenn Sie bemerken, dass Ihnen ungewöhnlich viele Haare ausfallen, sollten Sie zur Abklärung möglicher anderer Ursachen den Hautarzt aufsuchen. Sind die Wechseljahre für die Haarveränderungen verantwortlich, können Sie folgendes tun, um Ihr Haar zu stärken:
Ernähren Sie sich gesund, ausgewogen und reich an Proteinen (Eier, Fleisch, Fisch, Milchprodukte). Diese sind wichtig für den Haaraufbau und den Erhalt des Haares. Auch ungesättigte Fettsäuren, die in Oliven- oder Rapsöl, Nüssen oder Samen vorkommen, halten das Haar gesund. Ausserdem beeinflussen Vitamine und Mineralien sowie sekundäre Pflanzenstoffe den Zustand des Haares.
Trinken Sie viel, mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüssten Tee (Rosmarin, Brennessel, Schachtelhalm, Pfefferminze) pro Tag.
Versuchen Sie, sowohl körperlichen als auch emotionalen Stress zu vermeiden.
Strapazieren Sie das Haar nicht unnötig mit heissem Föhnen, Glätteisen, Dauerwellen, Haarfärbemittel oder engen Haargummis, die permanent an den Haaren ziehen.
Pflegen Sie Ihre Haare mit natürlichen Produkten, waschen Sie sie nicht zu häufig und verzichten Sie auf Stylingprodukte, denn diese trocknen das Haar aus.
Eine Massage der Kopfhaut mit beispielsweise Klettenwurzelöl kann Haarausfall nicht vermeiden, aber die trockenen Kopfhaut verwöhnen.
Medikamentös können Sie mit Minixidil 2% nachhelfen. Diese Lösung wird auf die Kopfhaut an der entsprechenden Stelle aufgetragen. Beachten Sie aber, dass der Haarverlust wieder einsetzt, wenn die Behandlung gestoppt wird.
Grundsätzlich können Sie die am Haarwachstum beteiligten Vitamine und Mineralstoffe wie Eisen, Zink, Kupfer, Vitamin B7 (Biotin) und Folsäure mit einer gesunden Ernährung abdecken. Nahrungsergänzungsmittel wie zum Beispiel Biotin, Weizenkeim oder Hirse können helfen, wenn Sie befürchten, trotzdem zu wenig von bestimmten Nährstoffen zu sich zu nehmen. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Arzt oder in der Apotheke beraten.