Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03457.jsonl.gz/2141

In der Schweiz wird sie als Mutterkuh gehalten, obwohl sie früher in Frankreich als Zweinutzungs- oder gar Dreinutzungstier verwendet wurde. So gibt es in der Auvergne denn auch immer noch den Salers genannten Käse, der von Tieren ebendieser Rasse stammt.
Um den Ursprung der Salers ranken sich viele Geschichten. So gibt es Hypothesen, dass die Tiere während der Völkerwanderung zusammen mit den Menschen aus dem Norden Afrikas auf die iberische Halbinsel und dann nach Frankreich kamen, von wo sie weiterzogen bis nach Grossbritannien. Unterstützt werden diese Thesen unter anderem durch frühzeitliche Bilder in Ägypten und Nordafrika, ähnlich aussehende Rassen in Portugal und Spanien, sowie in Grossbritannien. Sogar von den Römern werden die Salers bereits erwähnt, damals jedoch im Zusammenhang mit dem gleichnamigen Käse.
Nicht nur in der Auvergne, auch in der Schweiz können die Salers mit ihren grossen geschwungenen Hörnern zur Mystik inspirieren.
Vor mehreren Millionen Jahren sass der liebe Gott auf seiner Wolke neben dem heiligen Petrus und betrachtete den Vulkan von Cantal. Dicke Lavazungen ergossen sich rund um den enormen Krater, der Feuer und Flammen spie und aus dem ab und zu prachtvolle rötliche Kugeln hochgeschleudert wurden, die dann die steilen Hänge hinunterstürzten.
Der liebe Gott fand dies sehr schön. Der heilige Petrus sagte zu ihm: «Wie schade, Herr! Wenn dieser schöne Vulkan erloschen sein wird, was bleibt dann von diesen wunderbaren Farben?»
«Du hast Recht, Petrus», antwortete Gott.
Nach einigem Nachdenken erklärte er: «Aus den roten Kugeln werde ich Kühe machen und diese können so nach Lust und Laune die Berge durchschweifen, die ich mit fettem Gras bedecken werde.»
Später hat Gott die Auvergne erschaffen und hat ihr dieses riesige, noch warme Gebiet anvertraut.
Auch die Höhlenmalereien von Lascaux, ebenfalls in der Auvergne gelegen, zeigen rote und schwarze Kühe, die mit ihren Hörnern sehr gut die Vorfahren der Salers darstellen können. Bezüglich des Entstehungszeitraums der Malereien ist man sich nicht einig, sie werden entweder dem Zeitraum 17‘000 - 15‘000 vor Christus oder gar 36‘000 - 19‘000 vor Christus zugeordnet.
Egal für welche Geschichte man sich entscheidet, die Salers sind äusserst gut geeignet, um Gras in Milch und Fleisch zu verwandeln, womit sie sich nicht nur in der Schweiz als Mutterkühe Anhänger geschaffen haben.
«Die zwei roten Kühe» – Ausschnitt aus den Malereien von Lascaux. Eine Ähnlichkeit mit Kühen der Rasse Salers ist nicht zu leugnen.