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Schon lange gibt es eine Gaststätte in Grossaffoltern, wird doch im ältesten Kirchenrodel im Oktober 1583 "Hans Junker, der Wirt" erwähnt. 1667, im Zehntenrodel erscheint "Jakob Dick, des Wirths," dessen Nachfahren bis 1820 den Bären führen. 1755 brennt das Gasthaus ab und die Leute spenden Holz, Nägel und Butzenscheiben für den Wiederaufbau der Taverne, welche im heutigen Haus von Hans Weingart ihren Standort hatte. Neuer Wein wird vor Ort in grossen Eichenfässern vergoren. (Qualität?) Von 1755 hat es noch viele Scheiben (Besitz Johann Hauert sel.) mit vielen lustigen Sprüchen drauf wie:
"All denen die mich kennen, gäb ihnen Gott was sie mir gönnen, ein jeder gönne mir was er will, Gott geb ihm noch einmal soviel!"
Eine weitere Scheibe mit Wappen und der Aufschrift "Jakob Dick und Barbara Bucher, sein Ehegemahl" von 1782 ist auch vorhanden.
In den 1820er Jahren ziehen die Söhne des Bärenwirts in die Stadt und Bendicht Loder kauft die Liegenschaft und das Wirtepatent, führt den Betrieb und übergibt das Gewerbe an seinen gleichnamigen Sohn, der nach dem Tode seines Vaters sehr widerwillig den Gasthof noch ein Jahr weiterführt, ehe er an dieser Stelle seinen Traum verwirklicht und1842 eine private Armenanstalt einrichtet. Diese weit herum bekannte und sehr religiöse Persönlichkeit unseres Dorfes geht als Armenvater und Erfinder verschiedener landwirtschaftlicher Geräte in die Geschichte ein. Er pflegt auch gute Kontakte zu Fellenberg von Hofwil (Züchter der Fellenbergzwetschge). Bendicht beschliesst seinen Lebensabend im schön renovierten Stöckli seines heute hier wohnenden Nachfahren Rolf. Die Inschrift "Ora et Labora", zeugt von seiner Einstellung und seinem Wirken. Zwei Verwandte von ihm werden übrigens bekannte Hafner in Heimberg, wo sie, vom berühmten Thuner Majolika-Geschirr-Hersteller Johann Wanzenried beeinflusst, selber sehr schönes Geschirr anfertigen.
Somit endet die Geschichte der Besuche von Junkern aus Bern, Gerichtssässen, Chorrichter und einfachen Bürgern, die im alten Bären zu Grossaffoltern gerne einkehrten. Doch unser Dorf bleibt nicht ohne Gasthaus:
Niklaus Loder, Metzger und bestimmt einiges weltlicher eingestellt als sein Bruder Bendicht, übernimmt das Patent und erbaut 1842 im Dorf (heutige Post) den neuen Bären. Die Einweihung wird ein einziges, grosses Fest.
In den 1870er Jahren wird der Bären vom Erbauer Niklaus Loder an Niklaus Hänni, den Grossvater von Frau Huldi verkauft. Er erweitert ihn um den grossen Saal und die Metzgerei. Sein Sohn Ernst Hänni, Grossrat und Kavallerie-Hauptmann, führt die Wirtschaft weiter und übergibt sie an seine Tochter Margaretha Huldi Hänni.
Seine Blütezeit erlebt der neue Bären von 1870 bis 1960. Er wird besonders seiner guten Küche wegen geschätzt und die Dorfvereine haben einen grossen Saal für ihre Feste. Gäste werden auch mit dem Landauer in Suberg abgeholt und machen Ferien in unserem Dorf. 1970 verbrennt die Wirtschaft und mit ihr ein Teil einer interessanten Geschichte unseres Dorfes.