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Die Welterbe-Liste ist ein Instrument des Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt (Welterbekonvention). Die Liste führt die Güter auf, denen das Welterbe-Komitee aussergewöhnlichen universellen Wert bescheinigt.
Die Welterbekonvention von 1972 ist aus dem visionären Gedanken entstanden, Natur- und Kulturgüter von aussergewöhnlichem universellem Wert unter die Obhut der gesamten Menschheit zu stellen. Die Aufnahme in die Welterbe-Liste erfolgt auf Antrag des Staates, in dem das kandidierende Gebiet liegt.
In der Schweiz befassen sich in enger Zusammenarbeit das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA, das Bundesamt für Kultur BAK und das BAFU mit den Belangen der Welterbekonvention. Offizielles Organ des Bundes für den Schutz des Weltkulturerbes ist die schweizerische UNESCO-Kommission. Das BAFU betreut als federführendes Amt die Weltnaturerbe-Gebiete. Über die Anträge der Staaten zur Aufnahme einzelner Objekte in die Welterbeliste entscheidet das Welterbekomitee für die Naturgüter auf Antrag der Internationale Union zur Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen (IUCN) beziehungsweise des Internationalen Rats für Denkmäler und historische Stätten (ICOMOS) für Kulturgüter. An den jährlichen Sitzungen des Welterbekomitees wird auch über den Zustand und die Entwicklung von bereits aufgenommenen Denkmälern beraten.
Schweizer Objekte der Welterbeliste
In der Schweiz sind zwölf Objekte in der Welterbeliste verzeichnet, drei davon als Weltnaturerbe: Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch, Monte San Giorgio und Tektonikareana Sardona. Das Lavaux ist als Kulturlandschaft in der Liste verzeichnet. In Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen des Bundes, der Kantone und Gemeinden kümmert sich das BAFU um den Schutz des aussergewöhnlichen, universellen Werts des Weltnaturerbes und dessen Erhaltung für künftige Generationen.
Wer sich persönlich für den Schutz des Welterbes engagieren möchte, kann die Schweizer Charta zum Welterbe unterzeichnen.
Aktionsplan Welterbe Schweiz
Aus der Sicht der verantwortlichen Bundesstellen BAK, BAFU und EDA sind für Welterbestätten gewisse grundlegende Anforderungen zu erfüllen, was heute jedoch noch nicht von allen Welterbestätten erreicht wird. Lücken bestehen namentlich in der Koordination eines Managementsystems im Sinne des Welterbes, bezüglich der Umsetzung des Umgebungsschutzes (Schutz vor negativen Einflüssen von ausserhalb der Stätte) sowie im Wissen aller Beteiligten zum internationalen und nationalen System Welterbe.
BAK, BAFU und EDA haben deshalb den Aktionsplan Welterbe Schweiz 2016-2023 entwickelt, der gemeinsam mit den betroffenen Kantonen und Stätten umgesetzt werden soll.
Liste indicative
Gemäss der Welterbekonvention der UNESCO erstellt jedes Land eine nationale Liste indicative für zukünftige Kandidaturen für die Liste des Welterbes. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 9. Dezember 2016 die Revision der Liste indicative für das UNESCO-Welterbe gutgeheissen. Aus der Schweiz sollen in den nächsten Jahren ein Kultur- und ein Naturobjekt für die Liste des Welterbes kandidieren: die Salginatobelbrücke von Robert Maillart in Schiers (GR) sowie die Alten Buchenwälder im Val di Lodano (TI) und auf dem Bettlachstock (SO).
Weiterführende Informationen
Letzte Änderung 19.08.2019