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Wein als Medizin in der Vergangenheit
Die heilende Kraft des Weines ist schon sehr lange bekannt. Das älteste
medizinische Dokument, in dem Wein erwähnt wird, ist eine aus
Sumerien stammende Tontafel aus der Zeit um 2200 v.Chr. In Keilschrift
hat hier ein Arzt eine Rezeptur aufgeschrieben, die unter anderem auch
Wein beinhaltet.
Der Wein wurde oft als Lösungsmittel für die in den Kräutern
enthaltenen Wirkstoffe verwendet.
Im griechischen Kos praktizierte schon Hippokrates
(ca. 460-377 v.Chr) mit Wein. Er setzte ihn als Schlaf- und
Beruhigungsmittel ein, aber auch für Augenkrankheiten, Schmerzmittel,
Wundbehandlung und bakteriell oder toxisch bedingte Darmerkrankungen.
Galenos (129-199 n.Chr.), ein
griechischer Arzt, wendete Wein vorwiegend äusserlich an, bei
Entzündungen, Wunden und Verbrennungen. Wein war in der Antike das
einzige Antiseptikum, ds bei Wundinfektionen zur Verfügung stand.
Schon früh wurde dem Wein Pflanzen zugesetzt, um seine Wirkung zu
verstärken. Die Inhaltstoffe lösten sich im Wein und wurden schneller
resorbiert. Auch Hildegard von Bingen (1098-1179)
war das bekannt und schrieb diverse Rezepte nieder.
Im 18. Jahrhundert war das Heilen mit Wein sehr populär. Friedrich
Hoffman (1660-1742), der Leibarzt des preussischen Königs
Friedrich 1, erfand die "Wein-Cur". 1753 wurde der über
100-seitige "Weinarzt" herausgegeben. In ihm gibt es für
alles ein Rezept, Von Verstopfung über Firber bis zu Mitteln, die das
Gedächtnis stärken sollen.
Auch die Bibel berichtet über diese Heilkraft. Der barmherzige
Samariter verband die Wunden des Verletzten und goss Wein und Öl
darüber. Auch Paulus kannte schon die
wohltuende Wirkung für den Magen.
Heute wird im Trend zu natürlichen Heilmitteln und Hausrezepten auch
der Wein als Heilmittel wieder entdeckt.
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