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Als Air Berlin im vergangenen Herbst die Segel streichen musste, stiegen die Preise der Lufthansa Group auf den betroffenen Strecken sprunghaft an. Das deutsche Bundeskartellamt hat diesen Preisanstieg nun im Detail überprüft: Es analysierte 56’000 Tickets auf 13 innerdeutschen Strecken. Auf neun davon war Air Berlin bis zur Insolvenz tätig gewesen. Das Ergebnis der Überprüfung: Die Preise der Lufthansa wurden damals um durchschnittlich 25 bis 30% höher, in Einzelfällen sogar um 50%.
Ein Kartellverfahren wird das Amt deswegen aber nicht einleiten. Die Preise seien aufgrund des starken Rückgangs des Platzangebots gestiegen; dies wäre auch bei einer intakten Konkurrenzsituation geschehen, so die Begründung. Ausserdem habe Easyjet rasch in den Markt einsteigen können, sodass die Preise umgehend wieder gefallen seien. Zwei Drittel der Passagiere, die nach der Air-Berlin-Insolvenz mit einem Lufthansa-Monopol leben mussten, hätten inzwischen wieder eine Alternative, führt das Kartellamt weiter aus.
Das damalige Argument der Lufthansa, dass das automatische Yield Management für die Preiserhöhungen verantwortlich gewesen sei, lässt das Bundeskartellamt aber nicht gelten. «Die Verwendung eines Algorithmus zur Preisfestsetzung entbindet ein Unternehmen selbstredend nicht von seiner Verantwortung», so Kartellamt-Präsident Andreas Mundt. (TI)