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Kolumne - Kathy Riklin, Nationalrätin
Literaturhaus Zürich. Einen Löwenanteil meiner Zeit verbringe ich an Schreibtischen und am Laptop. Lesend, schreibend und am Telefon. Ich bearbeite Berge von Dossiers, Protokolle, Briefe und Einladungen. Ich beantworte Dutzende von Mails, schreibe Artikel und Leserbriefe, suche Antworten im Internet, füttere Facebook und Twitter. Irgendwo an irgendeinem Schreibtisch an irgendeinem Ort auf der Welt. Das World Wild Web kennt keine Grenzen.
Wenn ich genug habe, gehe ich spazieren. Zum Lindenhof mit seiner bewegten Geschichte und der Ruhe mitten in Zürich, zur St. Peterhofstatt, dem Platz neben der St. Peter Kirche oder durch die verwinkelten Gassen rechts der Limmat am Rathaus vorbei zum Literaturhaus am Limmatquai. Im Lesesaal mit der schönsten Aussicht auf Fluss und Altstadt herrscht Ruhe, eine Oase in der Zürcher Finanz- und Wirtschaftsmetropole. Ich schaue in Bücher und Zeitschriften. Die Zeit scheint still zu stehen.
Eine private Lesegesellschaft gründete im Jahre 1834 diese «Museumsgesellschaft», die zum Zwecke der Bildung und Erbauung Bücher und Zeitschriften bereitstellte. Daraus entstand das Zürcher Literaturhaus. In der denkmalgeschützten Bibliothek studierten auch Lenin und Joyce. Heute wird der Austausch innerhalb der mehrsprachigen Schweizer Literatur gefördert und es finden Lesungen, auch französisch- und italienischsprachiger Autoren statt.
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