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Zyklon Freddy: Eine weitere Katastrophe für Malawi
Zyklon Freddy verschlimmert das Leid in Malawi. Es gibt hunderte von Todesopfern, hunderttausende Menschen haben ihr Zuhause verloren. Noch mehr Menschenleben sind in Gefahr, wenn sich die Cholera weiter ausbreitet. Das SRK verstärkt seine Unterstützung vor Ort.
Seit Messbeginn ist Zyklon Freddy der stärkste und am längsten andauernde Sturm. Er führte zu sintflutartigen Regenfällen, starken Winden, schweren Überschwemmungen und Schlammlawinen.
In unserem Schwerpunktland Malawi verwüstete der Tropensturm wichtige Infrastruktur wie Strassen, Stromversorgung und Gesundheitszentren. Die malawische Regierung rief in 10 südlichen Distrikten, die am stärksten vom Sturm betroffen sind, den Katastrophenzustand aus.
Allein in Malawi gab es über 500 Todesopfer, über 400 Personen gelten als vermisst. Rund 500'000 Menschen haben ihr Obdach verloren. Das ganze Ausmass des Schadens ist noch nicht erhoben, da viele Gebiete bislang nicht erreicht werden konnten.
GUT ZU WISSEN
Rekordsturm: Zyklon Freddy
Freddy ist einer der stärksten Stürme, die jemals auf der südlichen Hemisphäre gemessen wurden. In seiner fast 40-tägigen Reise hat er mehr als 8.000 Kilometer von Indonesien nach Mosambik zurückgelegt und dabei den gesamten Südindischen Ozean überquert. Nachdem er zum zweiten Mal in diesem Monat über das südliche Afrika hinweggezogen war, fegte der Tropensturm Freddy am 12. März 2023 über das südliche Malawi. Starke Winde und heftige Regenfälle hinterliessen in den betroffenen Bezirken einen katastrophalen Zustand.
Mehrere Katastrophen gleichzeitig
Hinzu kommt, dass Malawi bereits vor Eintreffen des Zyklons Freddy mit einem grossen Cholera-Ausbruch zu kämpfen hatte. Überschwemmungen führen zu prekären Hygiene-Verhältnissen und verschlimmern die Cholera jeweils. Die Sorge ist gross, dass sich die Cholera weiter ausbreiten wird, trotz der Massnahmen der Regierung, des Roten Kreuzes und weiterer Akteure.
Auch die Ernährungskrise, verursacht durch den Klimawandel und die Inflation, setzt den Menschen in Malawi schwer zu. Bereits zuvor waren viele von ihnen von Nahrungs-Knappheit betroffen. Die schweren Überschwemmungen als Folge des Zyklons zerstörten Ernten und Anbauflächen, Nutztiere verendeten. Einige Gemeinden sind seit Tagen von der Lebensmittel-Versorgung und den Märkten abgeschnitten.
Die Menschen sind verzweifelt: Sie hungern, trauern um ihre Verstorbenen, suchen Vermisste und haben ihr Zuhause verloren.
Carole Hinden, SRK-Delegierte in Malawi
Nothilfe des Roten Kreuzes
Das Rote Kreuz ist für die Betroffenen da: Das SRK unterstützt die Nothilfe des Malawischen Roten Kreuzes – mit finanzieller Unterstützung des Bundes. Lokale Mitarbeitende und Rotkreuz-Freiwillige leisten folgendes:
Such- und Rettungsaktionen mit Booten und zu Lande
Erste Hilfe und psychosoziale Unterstützung
Überweisung von Verletzten an Krankenhäuser
Verteilung von Lebensmitteln, Trinkwasser und Decken
Bereitstellung von Notunterkünften
Bargeld-Unterstützung
Cholera-Nothilfe-Team des SRK weiter im Einsatz
Seit Ende Januar 2023 ist ein Nothilfe-Team des SRK mit Cholera Expertinnen und Experten vor Ort. Sie unterstützen das lokale Rote Kreuz bei der Eindämmung der Cholera Ansteckungen. Es ist der erste Einsatz dieses spezialisierten Teams, welches vom SRK neu aufgebaut wurde.
GUT ZU WISSEN
Was ist Cholera?
Cholera ist eine hochansteckende Durchfallerkrankung. Bei etwa vier Prozent der Angesteckten treten schwere Symptome mit grossem Flüssigkeitsverlust auf. Sie kann tödlich enden, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird.
Eine Übertragung erfolgt meist über bakteriell verunreinigtes Trinkwasser.
Cholera kommt vor allem in Ländern mit Mangel an sauberem Trinkwasser und mangelnden Sanitäranlagen vor.
Die Krankheit kann einfach behandelt werden durch genügend Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr.