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AKWS | Nummern 21 / 25 / 30 / 31
Herzblättrige Kugelblume
(Globularia cordifolia)
Die Herzblättrige Kugelblume ist ein kleiner Spalierstrauch. Erkennen lässt sich dies an den verholzten Ästen, die sich dicht und polsterartig an die Bodenoberfläche anschmiegen. Die meisten Spaliersträucher besitzen Pioniercharakter. Sie sind anspruchslos und können sich auf Schutt, Fels und steinigen Böden etablieren. In den niederliegenden Spalieren sammelt sich viel Feinerde und allmählich Humus an, der wiederum für weitere Pflanzen eine Wachstumsgrundlage bildet.
Die hellblauen Blüten der Herzblättrigen Kugelblume bilden kugelige, etwa zentimetergrosse Köpfchen, die auf kurzen, wenige Zentimeter langen Stengeln sitzen. Aber Achtung, sie lässt sich leicht mit der Schaft-Kugelblume (Nr. 32) verwechseln.
Schwalbenwurz
(Vincetoxicum hirundinaria)
Die Schwalbenwurz ist eine auffällige Pflanze, die auf steinigen und schuttigen Kalkböden in warmer Lage vorkommt. Sie wird bis zu einem Meter hoch und besitzt einen stark verzweigten Stengel mit vielen dunkelgrünen, sich paarig gegenüber stehenden Blättern. Die Schwalbenwurz ist eine Klemmfallenblume. Die durch starken Geruch angelockten Insekten, hauptsächlich Fliegen, bleiben leicht mit den Füßen in den Blüten hängen und nehmen so Blütenstaub auf. Die sonderbare Pflanze ist in Mitteleuropa die einzige Vertreterin der artenreichen Seidenpflanzengewächse, die vor allem in den Tropen verbreitet sind. Sie ist in allen Teilen giftig und wird als Heilpflanze verwendet.
Vielstengeliges Fingerkraut
(Potentilla caulescens)
Das Vielstengelige Fingerkraut ist eine typische Art der Kalkfelsen. Die Pflanze ist am Fels leicht an den lockeren Blattrosetten mit fingerartigen Blättern und den überhängenden weissen Blütenständen zu erkennen. Die Feinwurzeln des Fingerkrauts können selbst in feinste Haarrisse des Felsens hineinwachsen und die Pflanze so verankern. Zusammen mit dem Fingerkraut wachsen noch weitere Arten wie die gelb blühende Aurikel, die Herzblättrige Kugelblume oder der Trauben-Steinbrech. In der Wissenschaft wird diese Kalkfelsvegetation als Stengelfingerkraut-Gesellschaft bezeichnet.
Aurikel, Fluhblümchen
(Primula auricula)
Die gelbblühende Aurikel ist ein Primelgewächs und kommt ausschliesslich an Kalkfelsen vor. An den Felswänden des Walensees auf 450 m ü. M. besitzt die Art eines ihrer tiefsten Vorkommen in den Alpen. Man kann diese Felsprimel aber bis in die Gipfelregion der Churfirsten antreffen, und in den Zentralalpen steigt sie bis auf 3000 m ü. M. Die Aurikel wurde früher als Zierschmuck gesammelt und ist an vielen tiefgelegenen Stellen selten geworden. Wer sie blühend sehen will, muss im zeitigen Bergsommer unterwegs sein, die schöne Felspflanze blüht kurz nach der Schneeschmelze.