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Zwischen Bäretswil und Kempten, nicht weit von Zürich entfernt, fliesst der Aabach, der bei einem wunderschönen Wasserfall in den Chämptnerbach übergeht. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Wasserkraft dieser beiden kleinen Flüsse zur Metall- und und Textilverarbeitung genutzt, einige Industriebauten am Rande von Kempten und Wetzikon, sowie im Waldgebiet um die Bäche herum, zeugen noch von jener Ära der Industrialisierung, die inzwischen als Kultur- und Veranstaltungsräume genutzt werden. Von einer jener Industriebauten, der ehemaligen Nagelfabrik Wetzikon, führt ein sehr malerischer und leicht begehbarer Weg den Chämptener- und dem Aabach entlang (Möglichkeiten zum Abstellen eines Fahrzeuges befinden sich bei jener Fabrik). Aus erdgeschichtlicher Sicht ist jenes Gebiet, welches vor rund 25 Millionen entstanden ist, typisch für den Alpenvorraum. Zahlreiche Wasserläufe haben im Laufe der Zeit Unmengen an Gesteinen aus den Bergen herab transportiert und sehr weiche, von in etwa faustgrossen Steinen durchsetzte Gesteinsschichten hinterlassen, die unter dem Begriff „Nagelfluh“ bekannt sind. An verschiedenen Stellen haben die Flussläufe sehr eindrückliche Einschnitte in jene Schichten hinterlassen, insbesondere bei dem bereits erwähnten Wasserfall. Der Weg führt anfänglich durch eine noch weite Mischwaldlandschaft durch ein zunehmend dichter werdendes Waldgebiet bis hinein in steil ansteigende, dicht bewachsene Schluchten, von deren Hängen zahlreiche kleinere Bäche in die grösseren Wasserläufe fliessen. Am Wegesrand finden sich ab und an Baumstümpfe, aus denen kunstvolle Schnitzereien gemacht wurden, einige Sitzgelegenheiten und Feuerstellen laden zum Verweilen ein.
Der sehenswerteste Punkt des Weges ist der Wasserfall, „grosser Giessen“ genannt, in dessen direkter Umgebung zahlreiche wunderschöne Moose und Farne wachsen. Hier haben die Wasserkräfte die Landschaft zu einer Natur-Arena geformt, einen halben Kessel in die Gesteinsschichten geschnitten. Aus etwas mehr als zwölf Metern Höhe fällt das kalte, sehr klare Wasser in einen flachen Topf, bevor es in den Chämptnerbach weiter fliesst. Hier kann man wunderbar verweilen und spektakuläre Bilder machen, insbesondere im Herbst und nach Schneefall im Winter herrscht hier eine ganz eigene Stimmung, man könnte fast vergessen, dass man sich im Herzen Europas befindet! Das Gebiet eignet sich hervorragend für Familien mit Kindern (naheliegender Weise ist an Wochenenden hier entsprechend viel los). Wer seine Ruhe haben möchte, ist mit einem Besuch unter der Woche besser bedient. In direkter Umgebung der einzelnen Wasserfälle, von denen es am Flusslauf mehrere gibt, ist Vorsicht geboten: Aus den Nagelfluhschichten können immer mal wieder Brocken heraus brechen. Gutes Schuhwerk ist ebenfalls zu empfehlen, an zahlreichen Stellen ist der Boden nahe liegender Weise nass und auch rutschig.Schweiz