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Spielthema
Die Spieler übernehmen die Rolle von Kaufmännern, welche versuchen, auf der Insel und der goldenen Stadt Handelshäuser zu eröffnen.
Spielausstattung
Nebst dem Spielplan, der die Insel und die goldene Stadt zeigt, befinden sich in der quadratischen Spielschachtel vier Biethände in den Spielerfarben blau, rot, weiss und schwarz, 72 Handelshäuser aus Holz (je 18 in den vier Spielerfarben), 50 Landschaftskarten, 16 Wertungskarten, 8 Bonuskarten, 8 Warenkarten, 35 Münzen (aus Karton), 6 Schlüsselkarten, 1 Startspielerschlüssel (aus Karton) und 100 Handelsbriefe (in den Werten 1, 2 und 5).
Spielziel
Der Spieler, welcher am Ende des Spiels durch geschicktes Setzen seiner Handelshäuser, Erwerb von Warenkarten und Bonuspunkte über die meisten Handelsbriefe verfügt, gewinnt das Spiel.
Spielablauf
Jeder Spieler erhält die Handelshäuser seiner Spielfigur und seine Biethand, ausserdem drei Münzen. Von den Landschaftskarten werden für jeden Spieler eine Küstenkarte aussortiert und ausgeteilt. Die restlichen Landschaftskarten (Küsten-, Wüsten-, Gebirge-, Wiese- und Waldkarten) werden gemischt und je eine weitere Karten an alle Spieler verteilt. Die Warenkarten werden gemischt und die drei obersten Karten als Auslage offen hingelegt. Ebenfalls gemischt, aber verdeckt bereit gelegt werden die 8 Bonuskarten. Die Wertungskarten werden nach Rückseite (markiert mit 1, 2 und 3) getrennt gemischt und dann aufeinander gelegt. Die Schlüsselkarten werden als eigener Stapel bereit gelegt. Der jüngste Spieler beginnt und erhält den Startspielerschlüssel, der nach jeder Runde an den linken Nachbarn weitergegeben wird.
Der Spielplan zeigt die Insel und die goldene Stadt, welche im Zentrum der Insel liegt. Die Insel ist in vier Sektoren eingeteilt, wobei ein Sektor einer der Landschaftsarten Wüste, Gebirge, Wiese und Wald zugeordnet ist. Die Sektoren sind durch Flüsse voneinander abgetrennt. Die goldene Stadt in der Mitte ist ebenfalls geviertelt und besteht pro Viertel aus je zwei äusseren Stadtteilen und einem inneren Stadtkern. Ausserhalb der Stadt sind eine Vororte und Küstengebiete zu finden. Alle Ortschaften und die Stadtteile sind durch Strassen und Brücken miteinander verbunden.
Das Spiel besteht aus mehreren Runden, die jeweils aus sechs Phasen bestehen.
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Die oberste Karte des Wertungsstapels wird aufgedeckt. Auf der Karte sind zwei Symbole abgebildet, welche die Belohnungen anzeigen, welche in der fünften Phase an die Spieler vergeben werden.
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Vom verdeckten Landschaftskartenstapel werden nun doppelt so viele Karten aufgedeckt, wie Spieler am Spiel teilnehmen. Dabei werden jeweils zwei Karten aneinander gelegt, sodass für jeden Spieler zwei Karten ausliegen.
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Der Startspieler setzt nun seine Biethand auf ein Kartenpärchen. Die anderen Spieler folgen im Uhrzeigersinn. Setzt ein Spieler seine Biethand auf ein unbesetztes Kartenpaar, so ist dies kostenlos. Falls das Kartenpärchen bereits besetzt ist, muss er dafür eine seiner Münzen in den Vorrat zurücklegen. Der „vertriebene” Spieler erhält seine Biethand nun zurück. Wenn er wieder an die Reihe kommt, darf er seine Biethand erneut einsetzen. Allerdings steigt der Preis für das Bieten auf ein bereits besetztes Kartenpaar mit jedem Mal um eine weitere Münze an: Der zweite Spieler, der auf ein besetztes Kartenpaar bieten möchte, muss zwei Münzen bezahlen, der dritte Spieler drei Münzen. Dabei ist es egal, wie oft ein bestimmtes Kartenpaar den Bieter gewechselt hat. Relevant ist nur, wie oft ein Bieter über alle Kartenpaare gesehen „vertrieben” wurde. Das Bieten auf unbesetzte Felder ist immer kostenlos.
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Liegt auf jedem Kartenpaar eine Hand, werden die Karten den jeweiligen Spielern abgegeben und die Bauphase beginnt. Beginnend mit dem Besitzer des Startspielerschlüssels darf jeder Spieler ein oder zwei Häuser bauen. Dazu spielt der Spieler aus seiner Hand zwei Landschaftskarten aus, die mit dem Untergrund des zu bebauenden Vorortes oder Stadtteils übereinstimmt. Möchte der Spieler einen Küstenort am Rand der Insel bebauen, so muss er nur eine Küstenkarte ablegen. Falls der Spieler ein Haus in einem der vier inneren Stadtkerne bauen, so muss er zusätzlich eine Schlüsselkarte ablegen. Schlüsselkarten erhalten die Spieler beim Bauen von Häusern auf bestimmten Vorortsfeldern.
Jedes Handelshaus bringt seinem Besitzer einen einmaligen Bonus, der dem Bild auf der Bauplatz entspricht (Waren-, Bonus-, Schlüssel- oder Landschaftskarten, Münzen und/oder Handelsbriefe). Die neu gebauten Häuser müssen über Strassen und/oder Brücken mit einem anderen Handelshaus des Spielers verbunden sein, ansonsten darf das Haus an dem Ort nicht gebaut werden.
Wer am Ende dieser Phase mehr als fünf Landschaftskarten auf der Hand hält, muss überzählige Karten abwerfen.
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Nun beginnt die Wertung. Die in Phase 1 aufgedeckte Wertungskarte enthält zwei Wertungen: Eine Wertung für Warenkarten und eine für Häuser an einem Fluss oder in einem Stadtviertel.
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Warenwertung: Jeder Spieler, der eine Warenkarte mit dem angezeigten Symbol besitzt, erhält 2 Handelsbriefe. Falls nur ein Spieler über diese Waren verfügt, erhält er einen zusätzlichen Monopolbonus über 2 Handelsbriefe.
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Flusswertung: Jeder Spieler erhält 2 Handelsbriefe, wenn er mindestens ein Handelshaus auf einem der dem Fluss angrenzenden Vororte gebaut hat. Hat nur ein Spieler mindestens ein Haus am Fluss gebaut, erhält er einen Monopolbonus über 2 Handelsbriefe.
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Stadtviertelwertung: Jeder Spieler, der im abgebildeten Stadtviertel mindestens ein Haus gebaut hat, erhält er 2 Handelsbriefe. Besitzt ein Spieler in dem Viertel die meisten Häuser, erhält er einen Mehrheitsbonus von zwei Handelsbriefen.
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Der Startspieler gibt den Startspielerschlüssel an seinen linken Nachbarn weiter.
Das Spiel endet mit der Schlusswertung am Ende des Zuges, wenn ein Spieler alle seine Handelshäuser verbaut hat oder die letzte Wertungskarte ausgewertet wurde. In seltenen Fällen endet das Spiel auch, wenn ein Spieler mangels freien Küstenorten oder freien Bauplätzen, die sich mit bestehenden Handelshäusern verbinden lassen, keine Gebäude mehr bauen kann. Dieser Spieler scheidet aus dem Spiel aus.
In der Schlusswertung zählen alle Spieler ihre bisher verdienten Handelsbriefe zusammen. Wer über Bonuskarten verfügt (die er beim Bebauen von bestimmten Vororten erhalten hat), deckt diese auf und erhält abhängig von der Karten z.B. für jede Warenkarte oder jedes Handelshaus in einem Inselsektor zusätzliche Handelsbriefe. Wurden alle Bonuskarten abgerechnet, gewinnt der Spieler mit den meisten Handelsbriefen.
Spielbewertung
Die Regeln wirken zu Beginn des Spieles komplexer, als sie es effektiv sind. Durch die verschiedenen Kartenstapeln kann es bei der ersten Runde schon mal vorkommen, dass man nicht genau weiss, wozu jetzt welcher Stapel gut sein und was er am Ende des Spieles bewirken soll. Nach den ersten sechs gespielten Phasen blickt allerdings jeder Spieler durch. Plötzlich entfaltet Die goldene Stadt ein wirklich spannendes und flüssiges Spielerlebnis, welches irgendwo zwischen den Siedlern von Catan und Chinatown anzusiedeln ist und doch ganz anders funktioniert als die beiden genannten Spiele.
Wie auch viele Wege nach Rom führen, so führen auch viele Wege in die goldene Stadt und damit zum Spielsieg. Eine effektive Methode ist es, sich so schnell wie möglich mit Handelshäusern im Inneren der Stadt niederzulassen, da sich der erste und zweite Händler über zusätzliche Handelsbriefe freuen können. Wer sich etwas mehr auf sein Glück verlassen will, der kann versuchen, möglichst früh Bonuskarten abzustauben und dann durch geschicktes, den Bonuskarten angepasstes Spielen möglichst viele Handelsbriefe in der Schlussabrechnung abzusahnen.
So viele Spielmöglichkeiten dieses Spiel bietet, so einfach geht es von der Hand. Strategische Fehlentscheidungen werfen einen Spieler nie weit nach hinten und die Möglichkeiten überfordern auch diejenigen Spieler nicht, welche mit strategischen Spielern sonst nicht viel am Hut haben. Die Spieldauer von etwa einer Stunde ist im Handumdrehen herum und eine Revanche ist aufgrund des leichten Spielvergnügens nicht ausgeschlossen. Mit sehr guten 5 Punkten ist dieses Spiel wirklich empfehlenswert und schrammt knapp an der Bestnote vorbei.
Alain