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Miniaturportrait Gräfin von Adlerberg, verwitwete Baronin von Krüdener, geborene Amalie von Lerchenfeld
München, um 1829. Gouachemalerei auf Elfenbein, oval. Darstellung der Gräfin Amalie Adlerberg (vormals verwitwete Baronin Krüdener). Rückseite bez.: "Frau von Krüdener gemalt von Carlo Restalino in München 1829". Gerahmt. 6,2x7,7 cm.
Amalie Adlerberg Geboren 1808 in Regensburg als Amalie Stargard gest. 21. Juni 1888 in Tegernsee) wurde als uneheliches Kind des Grafen Maximilian-Emanuel Lerchenfeld (1772–1809) und der Herzogin Therese zu Mecklenburg (1773–1839), Prinzessin von Thurn und Taxis, geboren. Therese hatte eine Affäre mit dem bayerischen Diplomaten gehabt, während ihr Ehemann Karl Alexander auf Einladung Napoleon Bonapartes mehrere Jahre in Paris weilte.
Nach dem Tod ihres Vaters am 19. Oktober 1809 kam Amalie zur Darmstädter Familie von Sternfeld, die mit Therese verwandt war. Später brachte man sie nach Regensburg in die Nähe ihrer Mutter. Schließlich wurde sie von ihrer Stiefmutter von Lerchenfeld mit ihren Halbgeschwistern erzogen und lebte in deren Münchner Palast oder im Familienschloss zu Köfering. Am 1. August 1823 erteilte ihr Ludwig I. von Hessen-Darmstadt die Erlaubnis, den Namen Amalie von Lerchenfeld zu tragen. Allerdings durfte sie weder das Familienwappen führen, noch im Stammbaum erscheinen.
1822 traf Amalie den jungen Fjodor Iwanowitsch Tjuttschew, der im selben Jahr aus Sankt Petersburg nach München gezogen war, um in der russischen Auslandsvertretung zu arbeiten. Von der Liebesbeziehung, die sie miteinander begannen, zeugen Gedichte Tjuttschews wie Tränen, das am Tage einer Verabredung der beiden entstand und höchstwahrscheinlich Amalie gewidmet ist. Weitere seiner Werke, zu denen er durch Amalie inspiriert wurde.
Neben Tjuttschew begann sich noch ein weiterer Diplomat für Amalie zu interessieren: Baron Paul Alexander von Krüdener, der russische Gesandtschaftsattaché in München.
Den Adelstitel und die deutsch-baltische Abstammung des älteren Grafen zog Amalie dem jüngeren Tjuttschew ohne Titel vor. Die Briefe und Tagebücher Maximilian Josephs von Lerchenfeld beleuchten die ersten Jahre von Tjuttschews Diplomatentätigkeit in München (1822–26) und geben ein Bild seiner erfolglosen Liebesbeziehung zu Amalie, die am 19. Januar 1825 beinahe zu einem Duell mit von Krüdener geführt hätte. Am 31. August 1825 heiratete die 17-jährige Amalie von Krüdener in Köfering. Ihr erstes Kind Nikolai-Arthur brachte sie am 20. Juni/2. Juli 1826 zur Welt.
Zwei Jahre später wurde die junge Schönheit 1828 von Joseph Karl Stieler, dem Porträtisten der Nymphenburger Schönheitengalerie König Ludwigs I. von Bayern, gemalt.
Amalie zog mit ihm nach St. Petersburg, wo sie die Zarin zur Ehrendame bei Hofe ernannte und in den Katharinenorden aufnahm. 1852 starb ihr Mann Baron von Krüdener in Stockholm. Amalie heiratete hierauf den Grafen Nikolaus Adlerberg, Adjutanten des russischen Zaren. Das Paar lebte seit 1868 in München und am Tegernsee. Sie starb 1888 in München. Ihr letzte Ruhestätte befindet sich in Rottach-Egern.
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