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Swiss Knife Valley VISITOR CENTER: Warum das «Swiss Army Officer’s Knife» in der Armee nie zum Zug kam
Erinnern Sie sich noch, als Sie den mitgebrachten Cervelat auf der Schulreise das erste Mal selbst eingeschnitten haben? Oder als Sie den im Wald gefundenen Holzstecken in die gewünschte Form zum Marshmallow-Bräteln gebracht haben? Das Schweizer Taschenmesser hat wohl schon zu so mancher schönen Kindheitserinnerung verholfen. Doch wo kommt es eigentlich her?
Das in der ganzen Welt als «Swiss Army Knife» bekannte Taschenmesser hat seine Wurzeln eingebettet zwischen Mythen, Stoos und Rigi im Kanton Schwyz. Das Gebiet hat sich daher den daran anlehnenden Beinamen «Swiss Knife Valley» gegeben. Hier, genauer: in der beschaulichen Gemeinde Ibach, gründete der gelernte Messerschmied Karl Elsener 1894 eine Messerschmiedewerkstadt und initiierte den damit verbundenen Schweizerischen Messerschmiedverband. Sein Ziel: Ein Messer zu kreieren, das sämtliche im Alltag notwendigen Werkzeuge beinhaltet – war das Messer doch bereits im frühen Mittelalter jener Gegenstand, den man stets bei sich trug. Seit Jahrtausenden ist es das wohl wichtigste Werkzeug des Menschen, wie die historische Sammlung des «Swiss Knife Valley»-VISITOR CENTER zeigt:
So kam es, dass Karl Elsener mit dem neugegründeten Verband bald schon die Schweizer Armee mit Soldatenmessern ausrüstete. Mit dem heutigen Taschenmesser hatte diese Version jedoch noch wenig zu tun: Es sollte den Soldaten sowohl beim Essen als auch bei der Wartung der Gewehre dienen.
Viele seiner Verbandskollegen gaben aber bereits nach kurzer Zeit aus wirtschaftlichen Gründen auf, und auch Elsener entging nur mit Mühe einem Konkurs. Er aber hielt an seiner Arbeit fest und entwickelte das Soldatenmessers weiter zum Offiziers- und Sportmesser, welches er 1897 schützen liess. Zum Glück: Ebendieses Modell sollte ihm schliesslich als «Swiss Army Officer’s Knife» zum internationalen Durchbruch verhelfen – zum offiziellen Ausrüstungsgegenstand der Schweizer Armee wurde es jedoch nie. Doch dazu später.
Als Karl Elseners Mutter und grosse Unterstützerin Victoria 1909 starb, benannte er seine Firma kurzerhand nach deren Vornamen. 1921, als der rostfreie Stahl sich zunehmend verbreitete und Elsener als einer der wenigen Messerschmiede auf diese Legierung setzte, erweiterte er den Firmennamen «Victoria» um die Bezeichnung «Inox», das internationale Kennzeichen für rostfreien Stahl – in Victorinox.
Seine bis heute meistbeachtete Heldentat vollbrachte das Victorinox-Taschenmesser 1978: Damals orderte die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA 50 Swiss Army Knifes als Standard-Ausrüstung für die Mission «Russia meets USA». Diese drohte aufgrund eines Notfalls an Bord zu scheitern, hätte ein Astronaut das technische Problem nicht mit seinem Schweizer Taschenmesser gelöst. Bis heute gehört das Taschenmesser von Victorinox zur Standard-Ausrüstung bei NASA-Expeditionen.
Zum weltweiten Kultstatus des Schweizer Taschenmessers trug in den 80er-Jahren denn auch die US-Fernsehserie Macgyver bei. Der gleichnamige Protagonist kam ohne Waffen aus – meisterte aber zahlreiche Herausforderungen mit dem Swiss Army Knife, das er stets auf sich trug.
Heute ist Victorinox in über 130 Ländern vertreten. Das Schwyzer Unternehmen produziert bis zu 60'000 Taschenmesser täglich – und damit 26 Millionen Stück pro Jahr. Zehn Prozent davon werden manuell hergestellt, der grösste Teil jedoch vollautomatisch. Und obwohl das rote Klappmesser, namentlich das Modell Offiziermesser, als «Swiss Army Knife» international Karriere gemacht hat und es von Karl Elsener auch für die Armee konzipiert wurde, kam dieses Modell im Schweizer Militär nie zum Zug. Grund dafür ist offenbar ein einziges eingebautes Instrument, das der Armee nicht angemessen schien: Der Korkenzieher.
Das Swiss Knife Valley Messers mit allen Sinnen erleben
Die Erlebnisregion Mythen ist mehr als Victorinox. Es umfasst eine ganze Tourismus- und Wirtschaftsregion im Kanton Schwyz mit zahlreichen Tourismusanbietern und weiteren Unternehmen. Im Swiss Knife Valley VISITOR CENTER in Brunnen SZ erfährt der Besucher deshalb nicht nur die lange und spannende Geschichte des Schweizer Taschenmessers, sondern erlebt auf einem multimedialen Rundgang auch, woher die Schweizer Messer kommen und was ihre Entstehung in der Region verändert haben: Zum Anfassen als Touchscreen-Relief oder zum Staunen im Mini-Kino. Wem dies noch nicht genügt, hat die Möglichkeit, bei einer Messermontage selbst Hand anzulegen: Unter fachkundiger Anleitung können Besucher ihr eigenes Taschenmesser anfertigen und personalisieren (nicht in Führung inbegriffen).
Das Swiss Knife Valley VISITOR CENTER zeigt ausserdem, was der Tourismus in der Region zu bieten hat: Von kulinarischen Spezialitäten über Wandergebiete bis hin zu Infos über Wellnessmöglichkeiten lädt das Besucherzentrum ein, mehr über die Schwyzer Region zu erfahren, in der das Schweizer Taschenmesser seine Geschichte schrieb.
Über 50 bekannte Schweizer Traditionsfirmen öffnen exklusiv ihre Türen für Raiffeisen-Mitglieder und gewähren einen spannenden Blick hinter die Kulissen. Mitglieder profitieren dabei nicht nur von vergünstigten oder gar gratis Eintritten, sondern reisen auch 40 Prozent günstiger mit dem ÖV zum Ziel und übernachten in ausgewählten Hotels zum halben Preis.
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