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Auf den Falklandinseln, die zu den britischen Überseegebieten zählen, steht in diesem Jahr ein Gouverneurswechsel an. Wie die Regierung des Vereinigten Königreichs Anfang der Woche bekannt gab, wird mit Alison Blake CMG ab Juli 2022 erstmals eine Frau das Amt übernehmen, 40 Jahre nach der Befreiung der Falklandinseln. Dennoch bleibt Argentinien bei seinen Gebietsansprüchen, wie unter anderem aus einer gemeinsamen Erklärung von Argentinien und China im Februar hervorgeht.
Als «Gouverneurin der Falklandinseln und Kommissarin Ihrer Majestät für Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln» vertritt Alison Blake das britische Überseegebiet im Namen Ihrer Majestät der Königin. Auf der Webseite der britischen Regierung heißt es, dass die Gouverneurin oder der Gouverneur als faktisches Staatsoberhaupt der Inseln fungiert und in der Regel für die Ernennung des Regierungschefs und die Besetzung hochrangiger politischer Positionen in dem Gebiet zuständig ist.
Alison Blake studierte Alte und Neuere Geschichte an der Oxford University und arbeitete zunächst als Archäologin in London. Ihre Laufbahn im öffentlichen Dienst begann sie 1989 im britischen Verteidigungsministerium, wo sie sechs Jahre u.a. als Stellvertretende Privatsekretärin des Verteidigungsministers tätig war. Später gehörte sie der Delegation des Vereinigten Königreichs bei der NATO an und war danach die erste politische Sekretärin in der Botschaft in Washington. Es folgten hochrangige Positionen unter anderem als Stellvertretende Hochkommissarin in Pakistan und Bangladesh. Bis 2021 war sie britische Botschafterin in Kabul, Afghanistan.
Für die Falklandinseln ist 2022 Jahr ein besonderes Jahr: im Juni feiern die etwa 3.000 Einwohner der Inseln den 40. Jahrestag der Befreiung nachdem argentinisches Militär im April 1982 auf den Falklandinseln einmarschierte. Mit zahlreichen Veranstaltungen und Ausstellungen vor allem zwischen April und Juni sowohl auf den Falklandinseln als auch in Großbritannien soll an den Krieg und die Befreiung erinnert und der gefallenen Soldaten und Zivilisten gedacht werden.
Argentinien betrachtet den Konflikt über die Falklandinseln noch immer nicht als geklärt. Im Februar, während der Olympischen Winterspiele in Peking, veröffentlichten der chinesische Präsident Xi Jinping und Argentiniens Präsident Alberto Fernández eine gemeinsame Erklärung, in der sie sich bereit erklärten, die strittigen Gebietsansprüche der jeweils anderen Seite zu unterstützen und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen ihren Ländern zu vertiefen. So betonte Präsident Xi Jinping, dass China «seine Unterstützung für Argentiniens Forderung nach der vollen Ausübung der Souveränität über die Malvinas-Inseln», der argentinische Name der Inseln, bestätigt. Im Gegenzug unterstützt Argentinien Chinas Behauptung, dass Taiwan kein souveränes Land ist, sondern rechtmäßig zu China gehört.
Erwartungsgemäß wies Großbritannien diese Erklärung entschieden zurück. Die britische Außenministerin Liz Truss stellte auf Twitter klar, dass das Vereinigte Königreich «jegliche Fragen über die Souveränität der Falklandinseln vollständig zurückweise.» Sie schreibt weiter: «Die Falklandinseln sind Teil der britischen Familie und wir werden ihr Recht auf Selbstbestimmung verteidigen. China muss die Souveränität der Falklandinseln respektieren.»
Julia Hager, PolarJournal