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Der Dorfplatz Zumikon steht einmal mehr vor grossen Veränderungen. Manche Pläne wurden realisiert, manche wieder verworfen.
Die Neugestaltung des Dorfplatzes, das Neubaugebiet Chirchbüel, die anstehenden Umbauten oder Renovationen im Gemeindezentrum, das Anheben des Niveaus für den Bereich der ehemaligen Metzgerei Schweizer: Der Dorfplatz Zumikon steht vor grossen Veränderungen.
Dabei lohnt sich ein Blick zurück, denn das Zentrum des Dorfes schrieb schon immer eigene Geschichten. So regte Peter Eberli einst im Zumiker Boten den Bau eines Gemeindesaals an. «Ein Haus, in welchem sich die Zumiker von morgen treffen werden, für ihre Gemeindeversammlungen, Parteikongresse und Vereinszusammenkünfte, aber auch um den Worten eines Vortragsredners oder den Stimmen eines Chores zu lauschen, um sich über ein Schülertheater zu freuen oder gespannt einen Kriminalfilm zu verfolgen, um eine Bilderausstellung zu geniessen oder sich an einem Englischkurs für Erwachsene oder an einem Tanzabend besser kennen zu lernen.» Ein besonderes Augenmerk legte er auf die «Zumikerstube». Das Haus war um 1800 als Bauernhaus auf dem späteren Grundstück der Metzgerei Schweizer mit Wohnteil und Scheune unter einem Dach erbaut worden, es diente als Bäckerei mit Caféstube und zuletzt als Kinderhort. «Wie eine grosse Schulter», so hiess es in einem Leserbrief im Zumiker Boten, habe das Bauernhaus bisher die noch verbliebenen Gewerblerhäuser bei der Kirche vor dem Ansturm des Betons geschützt. Im Jahr 1975 wurde die Zumikerstube zugunsten der Neutrassierung der Forchbahn und des Ausbaus der Gössikerstrasse abgebrochen. Auch andere Altbauten fielen der damaligen Verkehrsplanung zum Opfer, so das vor 1700 erstellte Doppelwohnhaus Roseneck sowie das Restaurant mit Bäckerei «Zur Alten Post» samt Kegelbahn. Ausserhalb des Dorfkerns ging das Haus Portmann in Gössikon verloren. Dieses Bauernhaus war laut einer am Gebäude erhaltenen Inschrift 1538 erbaut worden.
«Ein wahres Bürgerhaus»
Peter Eberli forderte schon 1964 einen unterteilbaren Saal für vielleicht 600 Personen, mit Theaterbühne, Empore sowie einen Restaurantbereich. Ebenfalls sollte ein kleinerer Vortragssaal entstehen. Er wusste natürlich auch, dass das nicht billig werden würde. Doch er betonte: «Auch das müssen wir schaffen. Sei es über den normalen Weg der Gemeindeversammlung, sei es über den Weg einer privaten Zweckgenossenschaft. Nur eines muss heute schon sichergestellt sein: Es muss ein wahres Bürgerhaus werden, zu dem wir alle freien Zutritt haben.»
Das Ziel wurde hartnäckig verfolgt. Und so zeigt der Zumiker Bote aus dem Jahr 1972, wie konkret die damaligen Pläne waren. Grundlegend war die Idee, die Forchbahn unter die Erde zu verlegen, um überhaupt einen gestaltbaren Dorfplatz zu erhalten. Es sollte einen Kiosk geben, ein Altersheim, Läden, Büros und Wohnungen. Die Gemeindeverwaltung sollte in zwei Objekte untergebracht werden – die eine Hälfte im heutigen Zumiker Treff. Ausserdem war an der reformierten Kirche ein «Haus der Begegnung» geplant. Einerseits sollten alle Dienstleistungen für den Alltag zur Verfügung stehen, andererseits sollte der Dorfcharakter nicht verloren gehen. Der Platz im nordöstlichen Teil sollte um eine Stufe angehoben werden. Parallel sollte durch die bestehenden Reihenbauten am Chirchbüel – der Kirche, dem neuen «Haus der Begegnung» und dem Altersheim – ein kleiner intimer Kirchenvorplatz entstehen. «Der neue Zumiker Dorfplatz könnte sogar mittels einer demontierbaren Zeltkonstruktion zeitweise in einen grossen Ausstellungsraum oder Festsaal, dessen Aussenwände durch die den Platz umschliessenden Gebäude gebildet werden, umgewandelt werden.»
Integration der Alten
Wenn heute über altersgerechte Wohnungen hinter dem Gemeindehaus diskutiert wird, ist das keine neue Idee. Schon im Herbst 1972 befand man, dass es nötig sei, alte Menschen in das öffentliche Geschehen zu integrieren, um gegen die Einsamkeit zu kämpfen. Das geplante Alterswohnheim sollte das bauliche Bindeglied sein zwischen der Kirche und einem Saal-Hotelgebäude. Die Pläne sahen ebenfalls vor, den Kindergarten dort zu platzieren, damit dieser während kirchlicher Anlässe als Kinderhüteraum verwendet werden könne. Weitere Aktivitäten sollten integriert werden, etwa ein Coiffure und eine kleine Boutique.
Zentrales Element der Neugestaltung war die mutige Idee, die Forchbahn und die Strasse unter die Erde zu legen. Die für die Realisierung dieses zukunftsweisenden Projekts erforderlichen Kredite sind denn auch durch die Zustimmung der Bürger im Dezember 1971 gesprochen worden.
1. Preis: ein Transistorradio
Der Zumiker Bote stellte die konkreten Pläne vor: «Die Forchbahnstation wird direkt unter der Zentrumsebene zu liegen kommen. Sie weist einen Mittelperron von sieben Metern Breite und eine Länge von 110 Metern auf, was für den gleichzeitigen Aufenthalt von zwei Zügen in jeder Richtung ausreicht. Bei einer späteren Eingliederung der Forchbahn in das Zürcher U-Bahnnetz kann der Perron entweder Richtung Forch oder Richtung Waltikon um rund 30 Meter verlängert werden. Eine Treppe führt vom Perronende Seite Waltikon zur ebenerdigen Zentrumsebene. Der Aufgang mündet in dem eingeschossigen Pavillon auf dem Dorfplatz und ist somit vor der Witterung geschützt. Eine zweite Treppe und zwei Lifte befinden sich etwa in der Mitte des Perrons. Ein anderer Lift führt direkt in den Güterraum und kann für die Beförderung des Reisegepäcks und Schnellguts benützt werden», liest man da zum Beispiel.
In derselben Ausgabe des Zumiker Boten wurde bekannt gegeben, dass die Eröffnung des Jugendzentrums Zumikon kurz bevorstehe. «Um einen möglichst originellen Namen für das Jugendzentrum zu finden, startet die Arbeitsgruppe deswegen einen Wettbewerb. Die beste Idee wird mit einem Sony-Transistorradio belohnt.»