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aus BuLLLetin 4/97
Unser Sohn Alwin ist nun 18,5 Monate alt und wird noch oft gestillt. Er ist häufig krank: erkältet, Mittelohrentzündung, Grippe -- oder dann zahnt er. Dies sind Ursachen anstrengender Nächte.
Gerade wenn er wieder wochenlang sechs bis acht Mal pro Nacht trinkt, frage ich mich manchmal schon, weshalb ich das mitmache -- denn: Ich bin chronisch müde, anfällig für Erkältungen, bringe kaum die Energie für die nötigsten Hausarbeiten auf. Ich habe meine Aktivitäten auf ein absolutes Minimum reduziert, gehe kaum mehr weg die Woche durch, Staub sammelt sich an, der Wäscheberg wächst, ich komme nicht zum Musizieren, ich mag keine Briefe beantworten, Lesen ist oft ein Fremdwort für mich... Manchmal könnte ich einfach in meinen Fauteuil sinken und heulen.
Dann muss ich mich fragen, was denn anders wäre, wenn ich Alwin abstillen würde? Er würde noch mehr bei mir sein wollen, ich müsste ihn nachts herumtragen zum Beruhigen, alles oben Beschriebene würde gleich bleiben. Und: Ich würde Alwin etwas Wichtiges wegnehmen. Wo sollte er da sein Saugbedürfnis abdecken? Er müsste kompensieren mit vermehrtem Körperkontakt. Er würde an Selbstsicherheit verlieren, würde stundenlang im Tragtuch auf meinem Rücken sein wollen anstatt zu spielen... Will ich das riskieren? Nein!
Ich halte durch. Was sind schon die paar anstrengenden Monate aufs ganze Leben gesehen? Ausserdem wird mir Alwin später nie mehr so nahe sein. Mein Mann unterstützt mich, die LLL-Kolleginnen bestärken mich, diesen Weg weiterzugehen, und das Singen in einem kleinen Ensemble gibt mir Kraft. Ich baue vorübergehend einige Aktivitäten ab, damit mir mehr Zeit für mich bleibt. Diese Zeit benötige ich, um durchzuhalten.
Bei all den schwankenden Gefühlen muss ich noch folgendes sagen: Seit Alwin auf der Welt ist, hatte ich noch nie das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben. Ich spüre, dass es so richtig ist. Oft bereue ich, Anna (bald 5) nicht mehr Körperkontakt gegeben zu haben. Sie war immer zufrieden im Kinderwagen, Bettchen usw. Sie schlief nachts früh durch, hatte einen Schnuller -- es war ganz anders, einfacher, bequemer. Der Schnuller ersetzte oft den Körperkontakt. Das sehe ich erst jetzt so richtig. Ich kam mit ihr nie an meine Grenzen. Es war zwar bequem, ich ziehe jedoch die unbequeme Weise vor. Es ist nun mal so, wie es ist, und ich weiss, dass es falsch ist, sich ein schlechtes Gewissen zu machen.
Ich habe durch die LLL gelernt, dass das Beste ist, was einem das eigene Herz oder die innere Stimme sagt. Nicht das, was wohlmeinende Leute sagen oder was in unserer Gesellschaft üblich ist. Mut haben, eigene Wege zu gehen. Das lerne ich aus diesen Grenzsituationen mit Alwin. Etwas, das für das ganze Leben gilt.
aus BuLLLetin 5/81; wiederaufgenommen im BuLLLetin 2/97 "Junge Mütter"
Ich wurde mit 18 Jahren ungewollt schwanger. Mein Freund und ich wussten einen Moment lang nicht aus und ein, wie den Eltern sagen, meine Lehre, sein Studium usw. Aber doch kam alles ganz anders heraus. Unsere Eltern, mit denen wir uns schon vorher gut verstanden haben, freuten sich nach dem ersten Schreck bereits ebenso wie wir an unserem ungeborenen Kind. Im fünften Schwangerschaftsmonat heirateten wir dann und waren glücklicke werdende Eltern.
Meine Schwangerschaft verlief ganz gut, ich fühlte mich noch nie so wohl wie in dieser Zeit. Eigentlich machte ich mir nicht viele Gedanken über Geburt und Stillen. Ich besuchte das Schwangerschaftsturnen und ging daneben viel mit meinem Mann wandern. Dass ich mein Kind stille, war für mich eigentlich selbstverständlich, ich kannte es so von meiner Mutter.
Der angebliche Geburtstermin war vorbei, und mir war noch "pudelwohl", es beunruhigte mich auch nicht, denn ich fühlte mich in guter Obhut meines Mannes. Wir hatten auch noch nicht damit gerechnet, als wir unseren Sonntagsurlaub planten. Aber es kam anders!
In der Nacht vom Samstag auf den Sonntag hatte ich um drei Uhr morgens den Blasensprung. Ich telefonierte mit der Hebamme, die mir riet zu kommen. Da wir auf eine Geburtsdauer von etwa zehn bis zwölf Stunden gefasst waren, frühstückten wir zuerst noch, vor allem mein Mann. Um vier Uhr trat ich mit sehr schwachen Wehen ins Spital ein. Die Hebamme meinte nach der Untersuchung, dass es sicher Nachmittag werde. Also musste ich zuerst noch baden usw. Um fünf Uhr konnte mein Mann zu mir ins Gebärzimmer kommen; und auch meine Wehen wurden stärker. Nun werde es nur noch Mittag, glaubte die Hebamme. Ich fühlte mich recht gut, da ich die im Schwangerschaftsturnen gelernte Atmung anwendete, und vor allem, weil mein Mann dabei war. Die Wehen kamen immer stärker und stärker, und um 8.52 Uhr kam unser Sohn zur Welt. (Wir konnten also noch ein zweites Mal frühstücken!) Toni wurde mir, nachdem er angezogen, gewogen usw. war, gleich angesetzt, und er trank auch schon ein wenig. Ich wurde dann ins Zimmer gebracht. Um 14 Uhr bekam ich Toni zum zweiten Mal zum Stillen, und von da an alle vier Stunden. Vom dritten Tag an gab es Rooming-in von morgens um 9 bis abends um 22 Uhr. Wir konnten die Kinder auch selber baden, waschen und wickeln, je nach Wunsch. Mit dem Stillen klappte es bestens, die Aerzteschaft und Schwestern waren hilfsbereit.
Aus dem Spital entlassen stillte ich daheim weiter, zuerst nur bei jeder Mahlzeit eine Brust, aber dann hatte ich doch das Gefühl, Toni bekäme zu wenig. So gab ich ihm jedes Mal beide Seiten, und es kam wirklich mehr Milch. Unser Sohn trank auch mit Freuden und gedieh prächtig. Mit sechs Monaten fing ich an, Breinahrung zu geben, und mit zwölf Monaten ass er am Tisch. Aber der Brust blieb er gleichwohl treu.
Heute ist Toni 16 Monate alt und trinkt noch gerne zum Frühstück und Abendessen bei mir. Oder auch in der Nacht, wenn er erwacht. Ich hatte die ersten sechs Monate ganz selten in der Nacht aufstehen müssen. Toni schlief fast immer durch. Nachher gab es eine Zeit, in der er jede Nacht kam, und jetzt geht es wieder besser.
Während meiner Stillzeit hatte ich zwei Wohnungsumzüge zu machen mit dem Kind. Aber gerade diese Zeit war schön für mich. So mitten im "Gestürm" konnten wir uns in eine ruhige Ecke verziehen und uns beim Stillen erholen.
Trotz Anfangsschwierigkeiten sind wir glücklich und könnten uns unser Leben ohne Toni fast nicht mehr vorstellen.
tiré du BuLLLetin 4/97
Le fait que ma compagne allaite notre enfant, et ceci de façon prolongée jusquau sevrage naturel, représente pour moi la forme la plus spontanée de maternage. Lallaitement maternel me semble nécessaire à la stabilité des relations mère-enfant, mère-père et père-enfant. Il mest apparu évident que les rôles et interactions de chacun-e dans le processus de formation du groupe familial sintégraient avec force autour de ce "geste primitif", complémentaire à la naissance. Enfin, lallaitement est un enseignement pour toutes et tous, par exemple moi-même, japprends lart dêtre père en assistant au maternage de lenfant, je dessine les limites de mon action en essayant dimiter et de compléter ce geste primitif.
Lenvironnement social constitue sans doute lépreuve la plus importante que le couple doit subir, ainsi lallaitement maternel devient notre affaire commune, le lien nécessaire à laffirmation publique de notre détermination à établir ce type de relations entre lenfant et nous qui laccompagnons.
aus BuLLLetin 1/97
Vor der Geburt meiner Tochter war ich übers Stillen nicht gut unterrichtet. Ja, eigentlich ging ich davon aus, dass es bei mir nicht klappen wird. Meine Mutter meinte, die Stillfähigkeit sei vererbbar. Sie hätte es nicht gekannt, ihre eigene Mutter auch nicht, also solle ich mich damit abfinden, dass es bei mir nicht anders sein wird! Eine Bekannte von uns stillte damals ihr mehrere Monate altes Baby voll. Das beeindruckte mich, ich wünschte mir das auch.
Im August 1994 kam nach einer langwierigen Geburt Julia zu uns. Sie trank bald recht kräftig. Viel Unterstützung bekam ich von den Säuglingsschwestern: Für ein grosses Stadtkrankenhaus keine Selbstverständlichkeit! Sie halfen mir beim Anlegen, bestellten eine andere Salbe für meine wunden Brustwarzen und untersuchten regelmässig die Brust. Einmal liess ich Julias Trinkmenge kontrollieren -- es waren 110 ml!
In den folgenden Wochen stellte ich fest, dass die Milch schlechter in Fluss kam, wenn ich innerlich angespannt war. Ich machte mir selbst viel Druck, bis es durch einen verschleppten Milchstau zu einer einseitigen Mastitis kam. Der Arzt sprach von Abstillen, falls das Antibiotikum nicht helfen würde. Das wollte ich auf keinen Fall. Eine liebevolle LLL-Stillberaterin nahm sich am Telefon viel Zeit, gab mir Tipps (wie z.B. das Anlegen über die Schulter) und ermutigte mich. Ihr verdanke ich, dass ich durchhielt.
Es wurde bald besser; die Neigung zu Staus blieb zwar. Nach etwa vier Monaten hatte ich alles fest im Griff und stillte gerne. Julia schaute mich häufig so verliebt an, als wollte sie sagen: "Danke, dass du mich trinken lässt!"
Ein Satz kam mir immer wieder in den Sinn: Sie bekommt Wärme (Muttermilch) aus der Wärme (meiner Nähe).
Ich hatte geplant, mit einem halben Jahr zuzufüttern. Bei dem Gedanken daran war ich etwas traurig; von mir aus wollte ich das nämlich noch nicht, doch wird es fast überall empfohlen. Da kam es mir recht, als der Kinderarzt meinte, ich solle weiter voll stillen, schon wegen Julias Neurodermitis -- eine Erbanlage.
Ich wurde viel bedrängt von allen möglichen Leuten, dem Kind etwas "Festes" zu geben. Manche waren recht unsanft in ihren Äusserungen. Irgendwann beschloss ich, eine eigene Entscheidung zu treffen. Sie fiel so aus, dass ich ein Jahr lang voll stillen wollte. Vielen Dank auch an meinen Mann, der mich vor anderen in Schutz nahm.
Jetzt ist Julia ein Jahr alt, und erst jetzt bin ich selbst bereit dazu, sie an feste Nahrung zu gewöhnen. Sie ist ein prächtiges Kind und war auch nur einmal krank; sie hatte den Husten, den im Winter alle gleichzeitig hatten.
Eine Erfahrung habe ich immer wieder gemacht: Viele Frauen, die selbst wenig oder gar nicht gestillt haben, fangen an, sich zu verteidigen, wenn sie sehen, dass ich viel und lang stille. Obwohl ich gar nichts sage, fühlen sie sich anscheinend angegriffen. Sie sagen, sie seien auch keine schlechten Mütter gewesen, und auch ihre Kinder seien gross geworden. Warum nur reagieren sie so?!
Von der LLL habe ich inzwischen viel Material. Ich bin begeistert von der liebevollen Einstellung den Müttern gegenüber.
aus BuLLLetin 6/97 "Tragen verbindet"
Immer, wenn ich einem Baby im Tragtuch begegne, in enger Verbindung mit Mutter oder Vater, wird mir warm ums Herz: So ist die Welt in Ordnung. Zumindest für das Kleine; dass die Mutter davon vielleicht Probleme bekommen könnte, davon handelt mein Bericht.
Für mich war es das natürlichste der Welt, dass ich mein viertes Kind Lukas oft im Tragtuch bei mir hatte. Er war dabei zufrieden, und ich hatte meine Hände frei für meine grösseren Kinder. Meine leichten Rückenschmerzen habe ich ignoriert, ich hatte schon früher ab und zu Probleme gehabt, und es war immer wieder besser geworden.
In unseren Wanderferien trug ich den achtmonatigen Lukas manchmal stundenlang. Die Schmerzen verschlimmerten sich, aber was hätte ich in den Bergen mit dem Buggy anfangen sollen? Und in der Wohnung bleiben wollte ich schon gar nicht. Die Autofahrt nach Hause gab meinem Rücken dann den Rest. Die Schmerzen waren sehr stark, ausstrahlend ins linke Bein, dazu kamen Kraftausfälle und Gefühlsstörungen im linken Fuss. Kurz: Eine Bandscheibe hatte sich verschoben und drückte auf den entsprechenden Nerv.
Da lag ich nun, wie ein Käfer auf dem Rücken, in Schonstellung und war von einem Tag auf den andern für die Familie ausgefallen. Zum Glück konnte ich zuhause liegen, so dass ich für meine Kinder dasein und Lukas weiterstillen konnte. Den Haushalt versorgten viele HelferInnen aus der Familie und der Haushilfe. Ich konnte kaum mehr gehen und stehen. Nach vier Wochen stand fest, dass ich operiert werden musste. Die gelungene Operation war eine Erlösung, ich war schmerzfrei, und der gequetschte Nerv erholte sich rasch. Auch das Stillen konnte ich mit Hilfe einer Pumpe aufrechterhalten. Nach einer zweiwöchigen Kur, viel Physiotherapie, Turnen und Schonung ging die Genesung weiter voran. Heute, ein gutes Jahr nach dem ganzen Spuk, habe ich das Vertrauen in meinen Körper langsam zurückgewonnen, kann wieder ein normales Leben führen, aber der Rücken ist meine Schwachstelle geblieben. Ich nenne es ein Frühwarnsystem: Sobald ich mir körperlich oder seelisch zuviel zumute, signalisiert mir der Schmerz einen Stopp!
Ob ich jetzt vom Tragen abrate? Nein, sicher nicht! Aber ich plädiere dafür, dass eine Mutter sich selber ernst nimmt, auf ihren Körper hört und sich nicht zuviel "auflädt". (Das gilt ja ganz allgemein, oder?)
Bei einem bestehenden Rückenproblem ist sicher besondere Sorgfalt angebracht. Und auch Väter, Grossmütter, Freundinnen haben kräftige Arme und Freude am Tragen eines kleinen Menschleins. Wie gesagt, beim Tragen mit Mass und Gespür für sich selbst ist die Welt für mich in Ordnung.
aus BuLLLetin 4/97
Vor wenigen Tagen wurde unsere Tochter Nathalie ein Jahr alt. Dank eurer Unterstützung ist es mir gelungen, sie bis heute zu stillen. Unsere Tochter musste durch einen Notkaiserschnitt entbunden werden... und dies nach sechzehn Stunden Wehen. Sie wurde von ihrem Vater liebevoll auf dieser Welt empfangen.
Die ersten zwei Wochen konnte ich nicht stillen, aus dem einfachen Grund, dass ich keine Ahnung vom Stillen hatte! Ich pumpte ab, fütterte mit künstlicher Milch zu... es war sehr anstrengend. Doch nach diesen vierzehn Tagen entdeckte Nathalie die Brust und blieb dabei. Bis sie sechs Monate alt war, habe ich sie voll gestillt; heute ist die Brust ihr Frühstück und ihre Trösterin, die Zuflucht vor allem, was sie ängstigt.
Ich hatte nur im Spital einen Milchstau. Aber das war auch alles. Nie entzündete Brustwarzen oder ähnliches, und als angenehme Nebenerscheinung habe ich bis heute noch keine Periode bekommen.
Zu Nathalies erstem Geburtstag sind wir nach Kreta geflogen. Angenehmer als mit Brüsten voll Milch lässt sich nicht reisen! Im Flugzeug habe ich sie beim Start und bei der Landung gestillt; es ging problemlos.
Obwohl viele Frauen zum Teil negativ darauf reagieren, dass ich noch stille (vielleicht aus Eifersucht?), geniesse ich diese so kurze, aber wunderbare Zeit in unserem Leben. Nathalie ist ein fröhliches, unkompliziertes Kind, das Gott sei Dank nie ernsthaft krank war. Auch dies führe ich auf Stillen zurück.
Auf diesem Wege möchte ich euch für eure Hilfe danken, sei es für die Tipps im LLL-HANDBUCH oder im BuLLLetin sowie für einige Telefongespräche. Ich werde fleissig Reklame für die LLL machen und hoffe, ich werde auch unser nächstes Kind so geniessen können -- und unser Kind meine Milch.
aus BuLLLetin 5/98, übersetzt und bearbeitet aus LLL-New Beginnings
Ich arbeite ausser Haus und verbringe sehr viel Zeit ohne mein Baby. Daher will ich unbedingt jede freie Minute mit meiner Tochter verbringen, um sie zu geniessen und zu stillen. Mein Ehemann besteht jedoch darauf, dass wir auch Zeit allein als Paar verbringen. Wie schaffen sich andere ausser Haus berufstätige Eltern von gestillten Babys Zeit füreinander? -- Eine Antwort.
Ich kann Ihnen sehr gut nachfühlen. Ich will auch meine ganze Freizeit mit meiner kleinen Tochter verbringen, und ich bedaure die Zeit, in welcher mich die Arbeit von ihr fernhält.
Eigentlich habe ich zwei Berufe: meine bezahlte Arbeit und meine Arbeit als Mutter, und das ergibt mehr als einen Ganztages-Job. Zusätzliche Ansprüche an meine Zeit sind sehr frustrierend, erst recht, wenn mir jemand zu sagen versucht, ich bräuchte auch noch Zeit ohne mein Baby. Wenn mein Mann darauf bestehen würde, würde ich mich hin- und hergerissen fühlen, und unsere Partnerschaft wäre sehr stark belastet.
Es klingt, als ob Ihr Ehemann sowohl Zärtlichkeit als auch die Gewissheit benötigt, dass er für Sie wichtig ist. Eric und mir ist es gelungen, diesen Bedürfnissen gerecht zu werden und gleichzeitig möglichst wenig Zeit ohne unsere Tochter zu verbringen.
Wir schmusen viel, während wir uns auf dem Sofa ein Video ansehen oder nachts im Bett beim Einschlafen, während sich die Kleine an mich schmiegt und ich sie stille. Wir kuscheln uns aneinander, wo wir nur können. Wir achten auch darauf, miteinander zu sprechen. Wir erzählen uns gegenseitig von unseren Tagen, teilen einander unsere Gefühle und Sorgen mit. Manchmal bringen wir das Baby früh zu Bett, damit wir etwas Zeit allein haben. Damit wir uns zu Hause nicht gefangen fühlen, gehen wir auch aus, meist zum Nachtessen. Das Baby nehmen wir im Tragtuch mit, so kann es bequem gestillt und getragen werden.
Wenn Sie allzu stark unter Druck stehen, empfehle ich Ihnen, eine Weile zu verreisen -- aber nehmen Sie das Baby mit. Eric und ich mieteten eine Hütte an einem See auf dem Lande. Mit dem Baby in der Nähe war es uns möglich, Ruhe zu finden: Fern von der Arbeit und vom Telefon, mit ruhigen Spaziergängen, mit Ausfahrten über Land, mit Spielen im Gras, mit Gesprächen und innigen Momenten, wenn das Baby schlief.
Es wird vielleicht etwas schwierig sein, Ihrem Mann die Idee, das Baby in Ihrer gemeinsamen Zeit dabei zu haben, schmackhaft zu machen. Die Bücher von William Sears würde Eric Ihrem Mann sehr empfehlen. Sie zeigen den Gesichtspunkt eines Arztes, Ehemannes und Vaters auf. Wenn Ihr Mann Ihre Verbundenheit mit dem Baby unterstützt, werden Sie mehr und mehr Liebe und Zuneigung für ihn empfinden und ihm dies auch zeigen können. Sagen Sie ihm auch, dass die Zeit, die er dem Baby jetzt schenkt, sich mehrfach auszahlen wird, wenn es älter geworden ist. Den Lohn dafür, dass er Ihnen die Zeit zugestand, die Sie mit Ihrem Baby verbringen möchten, wird er erhalten, wenn die Kleine zu einer feinfühligen, selbstsicheren, konfliktfähigen, unabhängigen und fröhlichen Person herangewachsen ist.
Lohnen würde es sich aber auch schon für die Gegenwart: Nicht mehr hin- und hergerissen zu sein und das entzückende Quieken und freudige Winken, wenn Papi heimkommt, wären Ihnen sicher.
|UNICEF / Titelbild BuLLLetin 5/98|