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Der Sprinter verpasst in Hamburg als Zweiter hauchdünn den zweiten deutschen Sieg. Der Franzose Demarre setzt sich durch. Danilo Wyss wurde am Ende 16.
Andre Greipel (r.) gewann in diesem Jahr drei Etappen bei der Tour de France
Hamburg - Mit letzter Kraft spurtete Radprofi Andre Greipel auf glühendem Asphalt dem ersten deutschen Sieg seit elf Jahren entegegen, am Ende fehlten dem Top-Sprinter drei Meter:
In einer Hitzeschlacht musste sich der Rostocker bei der 17. Auflage der Hamburger Cyclassics im Massensprint dem Franzose Arnaud Demarre (FDJeux) geschlagen geben, der sich auch über die 16.000 Euro Preisgeld freute.
Dritter wurde Giacomo Nizzolo aus Italien (RadioShack-Nissan). Gerald Ciolek aus Köln (OmegaPharma-QuickStep), der im vergangenen Jahr in Hamburg noch Zweiter geworden war, landete bei Temperaturen von bis zu 36 Grad auf dem 23. Platz.
"Ich bin mit dem zweiten Platz zufrieden, aber mein Motor hatte heute ein paar Kühlungsprobleme. Deswegen war meine Sprintleistung nicht so gut wie sonst", sagte Greipel angesichts der Temperaturen von bis zu 36 Grad: "Ich werde es im nächsten Jahr wieder probieren."
Cavendish sagt ab
Einem Einsatz bei der Strassen-Weltmeisterschaft (16. bis 23. September) im niederländischen Limburg erteilte er dagegen eine Absage. "Die Strecke ist zu schwer für mich. Vom Kopf her bin ich nicht bereit dafür", sagte Greipel.
Letzter deutscher Sieger beim einzigen verbliebenen deutschen WorldTour-Rennen ist der heutige Renndirektor Erik Zabel im Jahr 2001. Bei den Radsportfans hatte es in der Hamburger Innenstadt am Sonntagmorgen zunächst lange Gesichter gegeben.
Aus dem angekündigten Dreikampf der weltbesten Sprinter zwischen dem britischen Weltmeister Mark Cavendish, dem slowakischen Senkrechtstarter Peter Sagan, der sich bei der diesjährigen Tour das Grüne Trikot gesichert hatte, und dem WM-Dritten Greipel wurde nichts.
Top-Favorit Cavendish, der bereits 27 Tour-Etappen gewann, sagte seine Teilnahme am einzigen deutsche Radrennen im Kalender der World-Tour überraschend ab.
Zabel bestätigt
Trotz des Fehlens des selbsternannten Sprint-Königs war die Erwartungshaltung in der Hansestadt gross. "Das ist das stärkste Feld, das jemals in Hamburg am Start war", hatte Sortdirektor Erik Zabel vor dem Rennen gesagt.
Der ehemalige Profi, der bei der Tour de France sechsmal das Grüne Trikot gewonnen hatte, sollte Recht behalten.
Flucht scheitert
Das Feld liess auf der 246 Kilometer langen Strecke zunächst eine Ausreissergruppe gewähren. Mit mehr als sieben Minuten führte ein Spitzentrio um den Schweizer Andreas Dietziker (Team NetApp) zwischenzeitlich, ehe das Peloton das Tempo verschärfte blies.
60 Kilometer vor dem Ziel wurden die Ausreisser gestellt. Auch der Fluchtversuch einer siebenköpfigen Gruppe im letzten Renndrittel scheiterte.
O'Grady bricht sich das Schlüsselbein
Für den Australier Stuart O'Grady, der 2004 in Hamburg gewonnen hatte, endete der vielleicht letzte Auftritt an der Elbe tragisch. Der 39 Jahre alte Routinier stürzte und musste das Rennen mit einem Schlüsselbeinbruch vorzeitig beenden.
Bereits am Morgen waren 22.000 Freizeitfahrer auf die Strecke gegangen. Bei den Jedermann-Rennen über 55, 100 und 155 Kilometer war unter anderem Hockey-Olympiasieger Moritz Fürste am Start.
SPORT1