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Seit dem 30. Juli 2020 ist die Raumsonde unterwegs zum Roten Planeten, fast 470 Millionen Kilometer hat sie auf ihrer Reise zurückgelegt. Nun naht die alles entscheidende Phase: Am 18. Februar soll Perseverance (zu deutsch: «Beharrlichkeit») knapp vor 22 Uhr (MEZ) auf der Oberfläche des Mars landen.
Die Landung auf einem derart weit entfernten Himmelskörper ist alles andere als ein Kinderspiel. Zwischen dem Moment, in dem die Sonde in die Mars-Atmosphäre eindringt, und dem Aufsetzen auf der Oberfläche muss sie massiv abbremsen, damit sie bei der Landung nicht zerschellt. Zudem soll sie auch tatsächlich an der geplanten Stelle landen. Die NASA-Verantwortlichen sehen diesen «sieben Minuten Terror» mit gespannter Nervosität entgegen.
Damit Perseverance seine lange Reise mit einer sanften Landung abschliessen kann, müssen mehrere Systeme perfekt zusammenspielen. Und die Sonde muss den gesamten Vorgang autonom durchführen, denn die Radiosignale sind vom Mars, der zurzeit mehr als 200 Millionen Kilometer entfernt ist, bis zur Erde 11 Minuten und 22 Sekunden unterwegs. Das bedeutet, dass ein Signal, das abgeschickt wird, wenn die Sonde in die Mars-Atmosphäre eintritt, erst beim NASA-Kontrollzentrum eintrifft, wenn der Rover bereits die Oberfläche erreicht hat.
Das Geschehen ist denn auch nicht wirklich live mitzuverfolgen, nicht nur wegen der Verzögerung aufgrund der enormen Distanz, sondern auch weil die Instrumente des Rovers erst in der Endphase des Landemanövers aktiviert werden. Die Daten, die während der Landung an das Kontrollzentrum übermittelt werden, stammen von der Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO). Der Orbiter überwacht die Landung von der Umlaufbahn um den Mars aus.
Wenn alles klappt, läuft das gesamte Landemanöver in diesen Etappen ab:
Die vorgesehene Landestelle befindet sich im Jezero-Krater, der in der Syrtis-Major-Hochebene auf der nördlichen Halbkugel des Mars liegt. Im Krater mit einem Durchmesser von 49 Kilometern, der durch einen Meteoriteneinschlag entstand, befand sich vor etwa vier Milliarden Jahren ein Kratersee, dessen Zuflüsse breite Deltas bildeten. Die Landestelle gilt als schwierig. So sagte Al Chen, der Chef des Landeprogramms beim Jet Propulsion Laboratory in Kalifornien: «Erfolg ist nie garantiert. Und das gilt besonders, wenn man probiert, den grössten, schwersten und kompliziertesten Rover, den wir je gebaut haben, auf der gefährlichsten Stelle abzusetzen, auf der wir je zu landen versuchten.»
Wenn dem drei Meter langen und rund eine Tonne schweren sechsrädrigen Rover eine sanfte Landung an der richtigen Stelle gelingt, kann die wissenschaftliche Arbeit beginnen. Dafür hat Perseverance neben 23 Kameras und einem Laser auch sieben wissenschaftliche Instrumente an Bord. Zudem führt der Rover eine kleine Helikopterdrohne mit: Ingenuity, dessen Steuerung durch sechs Motoren der Schweizer Firma Maxon aus Sachseln (OW) erfolgt, soll zeigen, ob Flüge in der dünnen Mars-Atmosphäre möglich sind. Es wäre der erste Flug auf einem anderen Himmelskörper.
Eines der Experimente, die Perseverance durchführen soll, besteht darin, Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre in Sauerstoff umzuwandeln. Vor allem aber soll er den Roten Planeten geologisch untersuchen und Gesteinsproben für eine mögliche spätere Mission vorbereiten, die diese dann dereinst einsammeln zur Erde zurückbringen soll. Letztlich besteht das Ziel der Mission darin, herauszufinden, ob auf unserem Nachbarplaneten Leben möglich ist – und ob es dort einst tatsächlich Leben gegeben hat.
(dhr)