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Der Churer Stadtrat und Grossrat Patrik Degiacomi (SP) sagte am Mittwoch im Bündner Parlament, die Situation der Drogensüchtigen in der Kantonshauptstadt sei sehr unbefriedigend bis untragbar. Gemeint ist vor allem die Situation im Churer Stadtpark am Rande der Altstadt. Dort etablierte sich in den letzten Jahren eine offene Drogenszene, die auch schon von ausserkantonalen Medien beschrieben wurde.
Gemäss Degiacomi ist die Zusammenarbeit der Stadt mit dem Kanton zur Bewältigung des Drogenproblems inzwischen besser geworden. Die Kantonsregierung habe Fortschritte gemacht, die Stadt Chur und der Kanton arbeiteten Hand in Hand, sagte er.
Der Kanton Graubünden ist bereit, die Stadt bei der Schaffung eines begleiteten Konsumraums zu unterstützen. Im Zusammenhang mit der Suche nach einer geeigneten Infrastruktur ist der Kanton laut eigenen Angaben mit verschiedenen Stellen, darunter der Überlebenshilfe Graubünden, im Austausch.
Am Zug in einem nächsten Schritt ist der Churer Gemeinderat, das städtische Parlament. Es geht darum, Geld zu sprechen für die Errichtung des Konsumraums.
Die schweizerische Sucht-Fachstelle Infodrog, welche die Suchthilfe in Graubünden analysierte, schätzt, dass ein Konsumraum in Chur täglich von 50 bis 60 Personen aufgesucht würde. Die laufenden Kosten werden pro Jahr auf 430‘000 bis 610‘000 Franken geschätzt. Den Löwenanteil davon machen die Personalkosten aus.