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Das Wichtigste in Kürze
- Der Klimastreik wurde auch in der Schweiz zu einer populären Bewegung.
- Als Vorbild der Jugendlichen gilt die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg.
- Im Januar 2021 veröffentlichten die Klimastreikenden einen Aktionsplan mit Forderungen.
- Zu den Protagonisten der Schweizer Bewegung gehören Marie-Claire Graf und Dimitri Rougy.
Seit dem allerersten Schweizer Klimastreik im Dezember 2018 hat sich vieles getan. Die anfänglich vorwiegend jugendliche Bewegung erhielt immer mehr Zulauf von Erwachsenen und Familien.
In den vergangenen Jahren fanden zahlreiche Aktionen und Demonstrationen statt. Anfang 2021 wurde in der Schweiz ein Aktionsplan veröffentlicht, welcher verschiedene Forderungen beinhaltet.
Klimastreik: Entstehung und Wachstum in der Schweiz
Der erste Klimastreik in der Schweiz fand am 14. Dezember 2018 statt. Rund 300 Protestierende nahmen damals an der Demo in Zürich teil.
Bereits eine Woche danach, am 21. Dezember 2018, wurden verschiedene Streiks und Demonstrationen in mehreren Schweizer Städten geplant.
Im Februar 2019 verlegte man dann erstmals den Aktionstag von einem Freitag auf einen Samstag. Dies war auch einer der Gründe, weshalb sich die Teilnehmerzahl von Januar auf Februar 2019 verdoppelte.
Am 15. März 2019 wurden zahlreiche Kundgebungen in verschiedenen Schweizer Städten abgehalten. Auch zahlreiche Erwachsene schlossen sich diesen Kundgebungen an.
Im April 2019 nahmen wiederum Tausende Menschen in Zürich, Lausanne, Genf, Bern, Winterthur und Basel am Klimastreik teil. Weitere Demonstrationen und Streiks folgten.
Die Bewegung der Schüler richtete sich gegen die Untätigkeit der Politik hinsichtlich der Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens. Insbesondere stand die Ausrichtung der FDP in der Klimapolitik sowie das Scheitern des CO2-Gesetzes in der Kritik. In der Folge kam es zu innerparteilichen Unstimmigkeiten. Wichtige Parteimitglieder signalisierten ihre Unterstützung.
Dem globalen Klimastreik am 21. September 2019 folgte die Aktionswoche «WEEK4CLIMATE» in Deutschland und der Schweiz. Am 28. September 2019, drei Wochen vor den Schweizer Parlamentswahlen, demonstrierten in Bern 60'000 bis 100'000 Klimaaktivisten.
Am 29. November 2019 wurden die Kundgebungen unter dem Motto «Green Friday statt Black Friday» durchgeführt. Die Teilnehmenden riefen zu einem bewussteren Umgang mit den Ressourcen auf.
Wie sich der Klimastreik weiterentwickelte
Ein gutes Jahr später, am 21. September 2020, besetzten mehrere hundert Menschen den Bundesplatz in Bern. Während den Parlamentssessionen sind Kundgebungen grundsätzlich nicht erlaubt, weshalb die Nationalratspräsidentin und der Ständeratspräsident die Räumung verlangten.
Als die Protestierenden den Platz nach zwei Ultimaten nicht freiwillig verliessen, wurden sie nach zwei Tagen von der Polizei entfernt.
Im Januar 2021 veröffentlichten die Streikenden einen Aktionsplan, welcher unter anderem autofreie Städte und ein Verbot fossiler Brennstoffe verlangt. Dieser Plan wurde von den Jugendlichen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachleuten verfasst.
Forderungen gelangen in die Schweizer Politik
Der Klimastreik hat sich auch in der Schweiz schnell entwickelt und erhielt viel Zulauf. Die Jugendlichen fordern dabei die Ausrufung des Klimanotstandes sowie die Reduzierung der Treibhausemissionen.
Diese Forderungen werden auch von der nationalen Politik gehört. So reichte etwa Nationalrätin Samira Marti (SP) die Forderung, den Klimanotstand auszurufen, als Motion im Parlament ein.
Erst Ende 2018 hatte der Nationalrat das CO2-Gesetz abgelehnt, welches unter anderem den Treibhausgas-Ausstoss der Schweiz reduzieren wollte. Nachdem das CO2-Gesetz im Sommer 2021 auch vom Volk abgelehnt wurde, will der Bundesrat nun einen neuen Anlauf versuchen.
Parallel zu den Klimastreiks startete die Gletscher-Initiative. Mit einer Volksinitiative sollen der Klimaschutz und die Senkung der CO2-Emissionen auf Null bis 2050 in der Verfassung Platz finden. Inzwischen hat die Umweltkommission einen indirekten Gegenvorschlag zur Gletscher-Initiative angenommen.
Klimastreik: Schweizer Protagonisten
Die internationale Klimabewegung hat mit Greta Thunberg eine starke Identifikationsfigur. In der Schweiz gibt es jedoch keine Person, die als führendes Individuum in Erscheinung tritt. Das ist von der Bewegung auch so gewollt. «Wir möchten keine einzelnen Personen pushen», erklärte Jonas Stadler, der den Facebook-Auftritt der Klimabewegung in der Schweiz verwaltet.
Die Bewegung sei basisdemokratisch organisiert, erklärt Marie-Claire Graf, eine 22-jährige ETH-Studentin. Das heisst, alle Beteiligten müssen einer Forderung zustimmen.
Auch wenn die Bewegung in der Schweiz keine Führung hat, gibt es verschiedene Personen, die ins Rampenlicht treten. So etwa der Berner Dimitri Rougy (21): Er soll die Idee einer Gaming-App in die Bewegung gebracht haben. Er startete das Referendum gegen Sozialdetektive und wurde damit bekannt.
Auch die 22-jährige Zürcher Studentin Marie-Claire Graf setzt sich engagiert für Nachhaltigkeit ein. So reiste sie etwa mit dem Zug in die Türkei an eine Nachhaltigkeitstagung. Ebenfalls in Erscheinung treten Jonas Stadler, der Facebook-Verwalter der Bewegung, sowie Nadia Kuhn (21), die in der nationalen Organisationsgruppe mitwirkt.