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L'italiana in Algeri
Oper
Musik von Giocchino Rossini
Stückinfo
"Din din tac tac kra kra bum bum..." ist mitnichten ein Zitat aus einem dadaistischen Lautgedicht, sondern Librettobestandteil des 1813 in Venedig uraufgeführten dramma giocoso "L'italiana in Algeri", dem ersten abendfüllenden Meisterwerk Rossinis der komischen Gattung.
Wir befinden uns im ersten Finale der Oper bzw. im Harem des Beys Mustafà, und die Verwirrung ist grenzenlos. Rossini kommentiert plastisch musikalisch das, was eine einzige Frau, Isabella, besagte Italienerin, in kürzester Zeit in Algier angerichtet hat: Chaos, Anarchie, Wahnsinn, die Umkehrung aller geltenden Werte.
Gekommen ins fremde Land, um ihren Geliebten Lindoro zu befreien, der als Sklave Mustafàs verdingt wurde, nutzt sie aber vor allem ihre Anwesenheit, um den sich omnipotent gerierenden Bey in den Hafen der Ehe und Ehre zurückzuschiffen.
Hierzu bedient sie sich zweier Mittel, für die das männliche Geschlecht von jeher anfällig ist, das der Erotik und die Aus-sicht auf die Verleihung eines Ehrentitels. Dass die Mitgliedschaft im Geheimorden der Pappataci nicht von grossem Nutzen ist und die Aufnahmebedingungen, nur zu schlafen, zu essen und zu trinken, vor allem die Fluchtvorbereitungen Isabellas erleichtern sollen, bemerkt der von Eitelkeit Geblendete zu spät. Und so bleiben er, ein inzwischen erfolgreich therapierter und domestizierter Ehemann, und seine von neu entfachter Liebe animierte Ehefrau in einer Welt zurück, in der der männliche Herrschaftsanspruch zerfallen ist.
Rossini kommentierte seinen Wurf und den Riesenerfolg der "Italienerin" in typisch selbstironischer Manier: "Ich glaubte, dass die Venezianer mich für verrückt halten würden, nachdem sie meine Oper gehört haben. Nun stellt sich heraus, dass sie noch verrückter sind als ich."
Der junge Regisseur Patrick Schlösser wurde bisher vor allem als Schauspielregisseur überregional wahrgenommen, die Italienerin wird seine dritte Arbeit im Genre Oper sein. Am Pult steht Baldo Podic.
- Musikalische Leitung - Baldo Podic
- Inszenierung - Patrick Schlösser
- Bühnenbild - Etienne Pluss
- Licht - Hermann Münzer
- Chor - Henryk Polus
- Dramaturgie - Brigitte Heusinger
- Korrepetition - Leonid Maximov, Lutz Rademacher
- Regieassistenz - Ulrike Jühe
- Bühnenbildassistenz - Philipp Berweger
- Kostümassistenz - Sara Kittelmann
- Inspizienz - Sascha Kappler
- Beleuchtungsinspizienz - Claudia Christ
- Regiehospitanz - Carolin Siedl