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Obwohl weltweit genug Lebensmittel produziert werden, ist Hunger weiterhin traurige Realität. Immer noch sind 800 Millionen Menschen weltweit unterernährt. Mehr als 160 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind für ihr Alter zu klein, weil sie nicht genug zu essen haben. Die Hälfte von ihnen lebt in Asien, ein Drittel in Afrika.
Über ein Drittel der Weltbevölkerung - ca. 2,7 Milliarden Menschen - verdient ihren Lebensunterhalt mit Landwirtschaft, grösstenteils auf Kleinbetrieben von weniger als zwei Hektaren. Der Hauptteil der in Entwicklungsländern produzierten Lebensmittel stammt von Kleinbauern. Sollen Hunger und Armut wirksam bekämpft werden, müssen sie deshalb im Zentrum stehen.
Humanitäre Krisen wie Konflikte und Naturgefahren, ungenügender Zugang zu Ackerland, unfaire Handelsbeziehungen und fehlende Marktdienstleistungen wie mangelnder Zugang zu Wasser, Verkehrsnetzen, landwirtschaftlicher Beratung oder Veterinärdiensten erschweren den Bauern die Ernährungssicherung. Eine weitere Bedrohung stellt der Klimawandel dar: Die steigenden Temperaturen, die zunehmende Intensität von Katastrophen und Schwankungen bei den Regenfällen haben bereits jetzt tiefgreifende Auswirkungen auf die Produktion.
Caritas Schweiz engagiert sich seit über drei Jahrzehnten für die ländliche Entwicklung. Sie unterstützt einen nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen wie Boden, Wasser oder Flora, fördert die Sicherung der biologischen Vielfalt sowie einen diversifizierten, ökologischen Anbau. Konkret trägt Caritas mit ihren Programmen zu besserer Bodenfruchtbarkeit und zur Sicherstellung einer passenden Saatgut-Versorgung bei, unterstützt die Aus- und Weiterbildung durch ländliche Beratungsdienste oder vertritt auf politischer Ebene die Interessen der Ärmsten, indem sie sich zum Beispiel für den Erhalt von Dorfweiden als Gemeindeland einsetzt. Dank solcher Massnahmen können Bauern mehr und nahrhaftere Lebensmittel produzieren, die auch den lokalen Märkten und damit der nicht-bäuerlichen Bevölkerung zugutekommen.
Caritas fördert zudem die Entwicklung gerechter landwirtschaftlicher Marktsysteme. Interessenvertretungen von Konsumenten und Landwirte sollen gestärkt werden, damit Märkte entstehen, die auch ihren Bedürfnissen gerecht werden. Denn eine faire Anbindung der verwundbarsten und marginalisiertesten Menschen an die Märkte ist wichtig, damit sie langfristig genug verdienen und unter menschenwürdigen Bedingungen leben können.