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Mit den wenigen Hilfsmitteln, die ihm damals zur Verfügung standen, ohne Eisen und Stahl, in Tüchern und Fellen gewandet, machte er sich an die Alignements und zog sie weit in die Ebene hinaus. Und einmal mehr bleibt uns Menschen von heute nichts Anderes übrig, als staunend vor dem zu stehen, was Menschen über zwanzigtausend Generation vor uns, unsere Vorfahren, geschaffen haben. Was ihre Absicht bei diesen Arbeiten war, werden wir nie erfahren. Aus dem, was wir heute sehen, lassen sich aber durchaus einige Fakten erschliessen.
Der Mensch von damals trieb die Menhirereihen vorwärts. Wenn man heut gelassen über die Felder an den aufgerichteten Steinen vorbei schreitet, fällt auf, dass sie nicht geradlinig verlaufen. Dringt man von Westen her in die Alignements ein, so entdeckt man, dass diese nach gut einem Kilometer unisono leicht nach links ab biegen. Was bewirkte diesen Sinneswandel der Erbauer von Carnac? Eine Notwendigkeit, um diese auffällige Kehre in den Verlauf der Kette der Kolosse zu setzen, bestand nicht. Die Topographie hätte die Gerade, einmal mehr, durchaus zugelassen.
Angenommen, die Arbeiten starteten im Westen, dann hätten die Linien ohne Schwierigkeit gerade über die Ebene gezogen werden können. Hätte der Bau im Osten begonnen, dann auch hätte die Konstruktion uniform im Westen enden können.
Man darf heute durchaus, ohne sich argumentatorisch ganz in Abseits zu stellen, davon ausgehen, dass die Arbeiten im Westen ihren Anfang nahmen, nahe dem Meer, das, wie die Forscher erklären, den Menschen in der Gegend den grössten Teil ihrer Nahrung verschaffte und ihnen auf einfach Art erlaubte, in diesem Gebiet gesichert Fuss zu fassen
Das Meeresufer bildet eine klare Linie, die eine Trennung, aber auch einen Anfang markiert.
Im Westen befinden sich die grössten Steine und die grössere Anzahl von Linien. Der östliche Teil der Alignements wartet weniger imposant auf. Menhire und Reihen laufen in der Ebene aus, lösen sich quasi auf. Verschiedene Deutungen sind möglich.
Man muss sich in jene Zeit zurück versetzen und all die Bibliotheken und Schulen vergessen, welche uns das Wissen von heute vermitteln.
Der Mensch stand vor einer Fläche, die er für die Menhirereihen bereitstellen, roden musste. Büsche und vermutlich auch Bäume mussten weg. Wann kam der Anstoss? Wann kam der Kick, der dazu führte, dass eine Unmenge von Steinen aufgerichtet wurde? Was führte dazu? Stand der Mensch von damals wie der Literat vor einem leeren Blatt, das es zu füllen gilt: Keine Idee, was er schreiben will; eine Idee, was er schreiben will, aber nicht weiss, wie anzufangen; eine Idee, die nur danach brennt, aufs Blatt gebannt zu werden, der Literat darum sofort zu schreiben beginnt? Wie stand der Mensch von damals vor dem Feld von Carnac?
Man muss sich in die Banalität hinein denken, dass, als der Mensch vor rund 6.000 Jahren den ersten Menhir aufstellte, dieser Mensch nicht wusste, dass dem ersten viele andere folgen werden.