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Therapie der Hämochromatose
Ziel der Therapie bei einer Hämochromatose ist das Leeren der überfüllten Eisenspeicher der menschlichen Gewebe. Damit wird gewährleistet, dass keine weiteren potentiellen Schäden entstehen. Dies wird am effektivsten, sichersten und billigsten durch wiederholtes Blutlassen (=Aderlass) erreicht. Die Frequenz der Aderlässe und die Blutmenge, die pro Aderlass entzogen wird, werden je nach Wohlbefinden, Verträglichkeit der Therapie und dem Krankheitsbild des Patienten persönlich angepasst. Normalerweise werden dem Patienten zum Anfang der Therapie ein- bis zweimal pro Woche 450-500 ml Blut abgenommen, was ca. 250 mg Eisen entspricht. Bei Patienten mit sehr hohen Ferritinwerten kann die Aderlasstherapie alle fünf Tage durchgeführt werden. Die Patienten sollen vor und nach dem Aderlass auf gute Hydrierung achten, d.h. viel Flüssigkeit zu sich nehmen, und nach der Therapie keinen Ausdauer- oder Kraftsport betreiben. Im Allgemeinen werden die Aderlässe problemlos vertragen. Ist der Ferritinwert von 50-100µg/l erreicht, können die Aderlassintervalle vergrössert werden. Danach wird die Therapie individuell angepasst und nur noch ein- bis sechsmal pro Jahr ein Aderlass durchgeführt. Der anzustrebende Ferritinwert ist um 100µg/l. Die Aderlasstherapie muss meist lebenslang durchgeführt werden. Sollte das Ferritin auch ohne Aderlass nicht mehr ansteigen, so ist immer an einen unbemerkten Blutverlust (Darm) zu denken, und weitere Abklärungen sind erforderlich. In sehr seltenen Fällen, wie bei ausgeprägter Blutarmut oder fortgeschrittener Herzkrankheit, ist ein Aderlass wenig sinnvoll. Da kann eine medikamentöse Therapie der Hämochromatose angewendet werden. Die medikamentöse Behandlung erfolgt mit einem Präparat, welches Eisen bindet. Diese Therapieform ist aber weniger effektiv, nebenwirkungsreicher und aufwändiger als die Aderlasstherapie.
Ernährung
Eine spezielle, eisenarme Diät für Patienten mit Hämochromatose ist nicht notwendig. Es sollten aber nicht exzessiv rotes Fleisch, Innereien, Vitamin C enthaltende Nahrungsergänzungen und Rotwein konsumiert werden. Multivitaminpräparate mit Vitamin C und Eisen sollten nicht eingenommen werden.