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Georg Friedrich Haas, der sich von Wien aus international an Konzert- und Opernhäusern mit einer fragilen wie klangsinnlichen Musik etabliert hat, schrieb für den Solisten Mike Svoboda ein Posaunenkonzert. Svoboda und Haas begegneten sich erstmals in der Musik-Akademie Basel. Seitdem arbeiten sie immer wieder zusammen. Das Posaunenkonzert entstand allerdings in Eigenregie des Komponisten und hinterfragt den gewohnten Aufbau eines Solokonzerts. So übernimmt die Solo-Posaune zwar eine tragende Rolle, nach virtuosen Passagen sucht man jedoch vergebens. Einerseits fasziniert und inspiriert von Svobodas Spiel, ließ Haas außerdem die Erinnerung an einen der Auftraggeber, den verstorbenen Armin Köhler, in das Werk einfließen. Köhler war langjähriger Intendant der Donaueschinger Musiktage und ebenfalls Posaunist.
Als die Romantische bezeichnete Anton Bruckner seine bis heute beliebteste Sinfonie. Untermalt von programmatischen Ausführungen wie ‹Gesang der Kohlmeise›, ‹Lied› oder ‹Jagd›, wurde die Vierte aber vor allem in ihrer vereinfachten Zweitfassung bekannt und beliebt. Diese brachte Bruckner zudem den lange verwehrten Erfolg als Sinfoniker ein. Die Fassungsvielfalt zieht sich bekanntermaßen wie ein roter Faden durch Bruckners Schaffen. Den Erstversuch stellte der Komponist bereits im Jahr 1874 in finanziellem Notstand fertig. Als zu sperrig und anspruchsvoll von den zeitgenössischen Orchestern abgelehnt, wurde die Ursprungsfassung erst rund hundert Jahre später in Linz uraufgeführt. Und bei einer Überarbeitung sollte es nicht bleiben, denn Bruckner fertigte 1881 noch eine Drittfassung an.