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»Das Unwahrscheinliche hatte sich ereignet, der Weltmeister, der Champion zahlloser Turniere hatte die Fahne gestrichen vor einem Unbekannten, einem Manne, der zwanzig oder fünfundzwanzig Jahre kein Schachbrett angerührt. Unser Freund, der Anonymus, der Ignotus, hatte den stärksten Schachspieler der Erde in offenem Kampfe besiegt!«
Das Erstaunen ist groß, als der unscheinbare Dr. B., österreichischer Emigrant auf einem Passagierdampfer von New York nach Buenos Aires, eher zufällig gegen den amtierenden Schachweltmeister Mirko Czentovic antritt und seinen mechanisch routinierten Gegner mit verspielter Leichtigkeit besiegt. Doch das Schachspiel fördert Erinnerungen an den Terror seiner Inhaftierung im Nationalsozialismus zutage und reißt eine seelische Wunde wieder auf, die erneut Dr. B.s geistige Gesundheit bedroht.
Auf einer Schiffsreise von New York nach Buenos Aires kommt der Ich-Erzähler
dem arroganten Schachweltmeister Mirko Czentovic erst nahe, als sich dieser
bereit erklärt, gegen alle Hobbyspieler gemeinsam eine Partie zu spielen.
Als diese schon verloren scheint, greift ein Dr. B. in das Spiel ein und
holt gegen Czentovic noch ein Remis heraus. Durch Dr. B.s seltsames Spielfieber
neugierig gemacht, will der Ich-Erzähler mehr von ihm erfahren. Daraufhin
berichtet ihm Dr. B. von seiner monatelangen Einzelhaft im Wiener Gestapo-Gefängnis,
wo er dem Irrewerden nur dadurch entkam, dass er aus einem entwendeten
Schachbuch Meisterpartien nachspielte. Als er danach begann, gegen sich
selbst zu spielen, erlitt er eine Art >>Schachvergiftung<<, die in an den
Rand des Wahnsinns brachte, aber auch seine Entlassung aus dem Gefängnis
zur Folge hatte. Das Spiel gegen Czentovic war Dr. B.s erste Partie seither.
Das zweite Spiel, das er allein gegen den Weltmeister spielt, gewinnt er
souverän. Bei der Revanche zeigen sich allerdings wieder alle Symptome
der >>Schachvergiftung<<, woraufhin Dr. B. das Spiel abbricht und keine
Schachfiguren mehr anrühren will.