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Die Brüder Simon (1874 -1929) und Salman (1877-1959) Schocken waren Eigentümer einer deutschen Warenhauskette. In den 1920er-Jahren entwickelte sich ihr Schocken-Konzern dank der von Salman Schocken entwickelten Verkaufs- und Geschäftsstrategien zu einem der erfolgreichsten Warenhausunternehmen in Deutschland. Ausgangspunkt ihres Unternehmens war die sächsische Industriestadt Zwickau. Noch heute steht hier an der Hauptstrasse das erste Haus ihrer Kette. Das grosse Gebäude ist seit Jahren leer und soll in den kommenden Jahren mit Mitteln der deutschen Regierung renoviert und einem neuen Zweck zugeführt werden. Schockens Unternehmen wurde im Dritten Reich arisiert. Simon Schocken erlebte die Zerschlagung des Konzerns nicht mehr. Er starb 1929 an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Sein Bruder Salman Schocken führte nach dem Tod Simons den Konzern weiter. Der äusserst belesene Kaufmann gründete 1931 den Schocken Verlag, in dem nach dem Vorbild der Insel Bücherei preiswerte Bücher jüdischer Autoren oder Bücher zu jüdischen Themen veröffentlicht wurden. Salman Schocken war einer der bedeutenden Bibliophilen und Sammler von Handschriften und Autographen des 18. und 19. Jahrhunderts. Er konnte Deutschland 1934 verlassen und emigrierte nach Palästina, wohin auch seine Bibliothek verschifft wurde. Geblieben sind die Gebäude, in denen die Warenhauskette untergebracht war. Imposant ist das ehemalige Kaufhaus Schocken im ostdeutschen Chemnitz. Entworfen hat es Bauhaus-Architekt Erich Mendelsohn. Heute beherbergt das Gebäude ein archäologisches Museum sowie drei Ausstellungen zu Architekt Mendelsohn und zu Buchverleger Salman Schocken und seine Familie. In einer Vitrine steht eine Kamera der Marke ADINA aus den 30er Jahren. Die Marke sei das Warenzeichen des Kaufhauses Schocken für fotografische Artikel heisst es. Sie wurde vermutlich 1928 mit der Eröffnung der dazugehörigen Abteilung eingeführt. Die Kunden konnten dort neben anderen Rollfilmkameras auch die ADINA Box-Kamera, die von der Kamerafabrik Emil Hofer aus Dresden für den Warenhauskonzern hergestellt worden war, kaufen. Ganz genau sind die Angaben zu den Adina Kameras in Chemnitz allerdings nicht zu nehmen. Die Schweizer Historikerin Stefanie Mahrer, die sich mit der Biografie Salman Schockens beschäftigt hat, meint: «Sich näher mit der Marke Adina befassen zu wollen, ist ein recht aussichtsloses und verwirrendes Unterfangen. Möglicherweise hat es im Firmenarchiv, das in der Schocken Bibliothek in Jerusalem liegt, noch Unterlagen dazu. Leider ist das Archiv etwas lückenhaft, da nicht mehr alle Akten verschifft wurden».
Eingeworfen am 23.10.2020