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Bereits im Gründungsjahr 1896 expandierte die F. Hoffmann-La Roche AG nach Russland. Mit dem Hustensirup Sirolin und dem Wundmittel Airol verzeichnete die junge Schweizer Firma im Zarenreich erste grosse Erfolge. Bis in den Ersten Weltkrieg hinein war Russland für Roche der zweitwichtigste ausländische Markt nach Deutschland. Im Zuge der russischen Revolution verlor das Basler Unternehmen seine Filiale in St. Petersburg entschädigungslos. Trotz diesem traumatischen Ereignis liess Roche nicht vom osteuropäischen Markt ab und gründete in kurzer Folge Filialen in Prag, Warschau und Riga. In diesen vom Krieg schwer gezeichneten Ländern sahen sich die Roche-Verantwortlichen mit schwierigen politischen und wirtschaft-lichen Verhältnissen konfrontiert. Dank beharrlicher Aufbauarbeit und unternehmerischem Geschick gelang es ihnen dennoch, Roche fest in den Märkten zu verankern. Nach den schwierigen, aber teilweise äusserst erfolgreichen Jahren des Zweiten Weltkrieges leitete die Machtübernahme der kommunistischen Parteien das Ende der Präsenz von Roche in Osteuropa ein. Allen Rettungsversuchen zum Trotz wurden bis Mitte der 1950er Jahre alle osteuropäischen Roche-Filialen verstaatlicht.
Die Autoren sind die ersten unabhängigen Forscher, die mit einer wirtschaftsgeschichtlichen Fragestellung Zugang zum Historischen Archiv Roche erhielten. Die Historiker der Unabhängigen Expertenkommission Schweiz - Zweiter Weltkrieg, die bereits vorgängig den Archivbestand der Firma Roche gesichtet hatten, konzentrierten sich auf den Zeitraum des Zweiten Weltkrieges. Zudem behandelten sie nur die Warschauer, nicht aber die Prager Roche-Filiale.
Die Studie zeigt eindrücklich, wie der damals schnell wachsende heutige Weltkonzern Roche funktionierte, wie seine Vertreter auf verschiedene politische Systeme und Kulturen reagierten und wie die Roche-Führung ihre schweizerische Identität gezielt und geschickt instrumentalisierte.