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Ein Mensch wird zur Mumie
In einer abgelegenen Bergregion Papua-Neuguineas hat eine alte Stammestradition überlebt.
Vor 60 Jahren mumifizierte Gemtasu seinen eigenen Vater. Seitdem träumte er davon, nach seinem Tod selbst zur Mumie zu werden. Seine letzte Ruhestätte wünschte er sich über dem Dorf, um so seiner geliebten Familie als Schutzgeist beistehen zu können. Noch zu Lebzeiten brachte er deshalb seinen Kindern mithilfe eines Schweines das Handwerk des Mumifizierens bei. Nach dem Tod seiner Frau im Sommer 2015 fühlte Gemtasu sich sehr einsam und beschloss, dass der Zeitpunkt zu sterben auch für ihn gekommen war. Ende Juli schlief er für immer ein.
Kurz darauf begann der Mumifizierungsvorgang.
Man setzte Gemtasu auf einen Stuhl, den er noch selbst gebaut hatte und zündete das Feuer an. Nach sechs Tagen rieb man seine erste Hautschicht mit Kukeya, einer stacheligen Pflanze, abgetrocknet wurde er mit Tapa-Stoff. Während der ganzen Prozedur durfte sich das siebenköpfige Mumifizierungsteam, das sich mit Gemtasus austretenden Körperflüssigkeiten benetzte, damit sein Geist in ihnen weiterlebt, nicht waschen. Das Essen musste über Gemtasus Feuer zubereitet werden, auch geschlafen wurde bei ihm.
Allabendlich versammelten sich die Familienmitglieder in der Hütte und erzählten sich Geschichten. Gemtasu liebte Witze und wenn jemand etwas Lustiges erzählte, dann wurde es manchmal ganz still, weil jemand glaubte, Gemtasu lachen gehört zu haben. Ende Oktober brachte man ihn in einer feierlichen Zeremonie zu seinem Vater auf den Felsvorsprung über dem Dorf.