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Bierzo
Bierzo: Mit der Sorte Mencia zur Spitze
Noch anfangs der 90er Jahre war die Region Bierzo, die vom Pilgerweg nach Santiago durchquert wird, in der internationalen Weinszene kaum bekannt. Erst als Neuzuzüger und Investoren hier damit begannen, Topcrus aus ausgewählten Steillagen in die Flaschen zu bringen, die Finesse und Kraft perfekt in sich vereinten, stieg das Interesse an dieser Region und ihrer Hauptsorte, der Mencia-Traube. Inzwischen wird diese zu den potentiell hochwertigsten Rotweinsorte auf der iberischen Halbinsel gezählt.
Der Ausnahmewinzer Alvaro Palacios hatte schon massgeblich an der Renaissance des Priorat in Katalonien mitgewirkt. 1999 lancierte er ein zweites bahnbrechendes Projekt in einem fast vergessenen Teil von Kastilien und Léon. In Bierzo kultivierten die Rebbauern schon seit Generationen die hochwertige Sorte Mencia. Durch die dort vorherrschende Genossenschaftsstruktur gelang es aber nicht, das Potential der besten Lagen für qualitativ hochstehende Weine zu nutzen. Palacios begann mit seiner Familie, von ausgewählten Steillagen exklusive Cru-Weine zu keltern. Damit motivierte er eine ganze Reihe von anderen Investoren und Önologen dazu, nach Bierzo zu kommen und hier Spitzenweine anzubauen.
Steillagen ergeben Topcrus
Bierzo ist eine von Bergen umgebene Talsenke in den Ausläufern des kantabrischen Gebirges, im Übergangsgebiet zwischen Kastilien und Léon und den Regionen Galicien und Asturien. Die Reben wurzeln hier zwischen 450 und 1000 Metern über Meer. Während in den Schwemmlandböden der Talebene mehrheitlich Weine von mittlerer Fülle reifen, entstehen in den hochgelegenen Steillagen, die meist terrassiert sind und ausschliesslich von Hand bearbeitet werden können, überaus ausdrucksstarke Crus von grosser Dichte und eigenständigem Charakter. Dank den Böden, die von Sedimentgestein, Quarzit und besonders auch Schiefer dominiert werden, zeigen diese Crus zudem einen ausgeprägt mineralischen Charakter. Manche Topweine zeigen hier die Finesse eines Pinot Noirs und die kernige Struktur eines Cabernets.
Perfektes «Mischklima»
Auch das Klima ist perfekt für den Weinbau. Es ist nicht so feucht und regnerisch wie im angrenzenden Galicien, aber auch nicht so heiss und trocken wie in den anderen Gebieten der Region Kastilien und Léon, der Bierzo weinbaupolitisch angehört. So liegen die Rebberge hier in einem Übergangsbereich, der sowohl von kühler Atlantikluft, als auch von den heissen Sommern der kontinental geprägten Klimazone beeinflusst wird. Die Niederschlagsmengen sind mit rund 700 Millimetern pro Jahr und Quadratmeter ideal. Nebst der Hauptsorte Mencia werden in Bierzo auch die rote Sorte Garnacha Tintorera, sowie die weissen Gewächse Godello, Palomino und Dona Blanca angebaut.