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Mehr Nachtruhe für die Anwohner:innen der Ausgehviertel von Antwerpen – das haben sich die örtlichen Behörden zum Ziel gesetzt. Dazu soll ein intelligentes Überwachungssystem zum Einsatz kommen. Einem Bericht der Gazet van Antwerpen zufolge wird das System künftig den Lärmpegel in den betroffenen Strassen und Gassen messen. Wenn die Lärmbelästigung überhand nimmt, wird auf den Bildschirmen in den betroffenen Bereichen eine Nachricht angezeigt, die die Anwesenden auffordert, den Lärmpegel zu senken.
Die Software, mit der die Geräte betrieben werden, wurde unter Mitwirkung der Anwohner:innen in den für ihr Nachtleben bekannten Quartieren Ossenmarkt und Stadswaag entwickelt. Während der Entwicklungsphase haben Anwohner:innen Geräusche aufgezeichnet und sie den jeweiligen Quellen zugeordnet. Nach Angaben der Stadt wurde dies getan, um die Software zu trainieren. So kann sie nun erfolgreich zwischen Hunden, Motoren, Lastwagen und Menschen unterscheiden.
Ohne Repressionen zu mehr Lebensqualität in der Altstadt
Das System wurde bereits in Betrieb genommen und wird bis Oktober getestet. Laut der Antwerpener Stadträtin für Innovation, Erica Caluwaerts, eignet sich der eher ruhigere Sommer gut für die Einführung. Gleichzeitig erklärte sie, dass im September und Oktober der Lärmpegel in der Regel ansteige, weil dann wieder Tausende von Student:innen zurückkehren.
Zu Beginn standen verschiedene Optionen im Raum, um den Lärmpegel zu senken. Geprüft wurden Lösungen, die auf Licht, Geräusche oder sogar Gerüche als Signal für zu hohe Lärmbelastung setzen.
Schliesslich entschieden sie sich für die Anzeige von Meldungen auf Bildschirmen. Davon gibt es nun zwei: eine, wenn der Lärmpegel zu hoch ist, und eine andere, wenn er sich wieder normalisiert hat. Die zweite Meldung beinhaltet – ganz im Sinne der nicht repressiven Idee – ein Dankeschön an die kooperativen Partygänger:innen. Laut Stadträtin Caluwaerts wurden die beiden Botschaften in Zusammenarbeit mit dem «De Behavior Club» entwickelt, einem Team von Sozialpsycholog:innen, Kommunikations- und Verhaltenswissenschaftler:innen.
Darüber hinaus betonen die Behörden, dass das System keine Geräusche oder Gespräche aufzeichnet, sondern dass der Algorithmus lediglich die Geräuschpegel mit den entsprechenden Quellen abgleicht. Schliesslich will die Stadt präventiv arbeiten und Verstösse unterbinden, bevor Beschwerden bei den örtlichen Strafverfolgungsbehörden eingehen.