Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03194.jsonl.gz/2315

Das Auengebiet am Jaunbach präsentiert sich mit neuem Gesicht
In Anwesenheit von Vertreterinnen und Vertretern des Staates Freiburg und der Gemeinden sowie Projektpartnern wurde das Ende März geflutete Umgehungsgewässer am Jaunbach in Broc heute von Groupe E offiziell eingeweiht. Es handelt sich dabei um die erste umfangreiche Massnahme, die im Kanton Freiburg im Rahmen des Bundesgesetzes über den Schutz der Gewässer durchgeführt wurde. Die Anlage wird insbesondere die Fischwanderung fördern und zur natürlichen Mückenbekämpfung beitragen. Sie ergänzt die dort bereits ergriffenen Umweltschutzmassnahmen.
Die im Juli 2021 unter der Leitung von Groupe E begonnenen Arbeiten zwischen dem Kraftwerk Broc und dem Greyerzersee wurden Ende März dieses Jahres abgeschlossen. Einige Wochen nach der Flutung hat die Natur wieder Einzug gehalten und bietet heute optimale Bedingungen für die für diese Gebiete typische vielfältige Flora und Fauna.
Das neue Umgehungsgewässer, das sich zwischen den Gemeinden Broc, Botterens und Morlon befindet, wird aus einem Teil des Wassers des Jaunbachs gespeist, das mithilfe eines künstlichen Kanals gesammelt wird. Die Wasserfassung in Höhe des Wasserkraftwerks ermöglicht die Durchflussregulierung und die Fischzählung. Im weiteren Verlauf durchquert das Gewässer eine Aue mit renaturierten Ufern. Die Uferböschungen weisen unterschiedliche Neigungen auf, um eine abwechslungsreiche Vegetation zu fördern, und beherbergen verschiedene heimische Baum- und Straucharten sowie Rückzugsräume für Kleintiere. Entlang der Route du Lac führt sein Weg in ein neu gestaltetes Becken. Anschliessend durchquert das Gewässer den Silberweiden-Auenwald, bevor es, unweit der Mündung des Greyerzersees, in den Jaunbach fliesst.
Ein Umfeld, das die Biodiversität fördert
Neben seiner Rolle als Ausgleichsbiotop für den Jaunbach-Kanal, der dem Schwallbetrieb unterliegt, soll der neue Bach als Migrationsweg für Fischarten dienen, die im Greyerzersee vorkommen und sich in seinen Zuflüssen vermehren. Bach- und Seeforellen, Äschen und andere Fischarten wie Karpfen werden über einen Migrationsweg, der nicht den durch das Wasserkraftwerk verursachten Wasserstandsschwankungen des Jaunbachs unterliegt, vom See bis zu den Laichgründen hinaufwandern können. Über diese durch den Sanierungsentscheid des Kantons festgelegten Ziele hinaus bietet der Bach bei einer Absenkung des Wasserstands auch einen Fluchtweg in Richtung Greyerzersee. Das Becken fördert das Vorkommen von Fischen und Amphibien, die sich von Mückenlarven ernähren. Durch ihren natürlichen Beitrag zur Mückenbekämpfung wird sich der Einsatz von Bioziden deutlich reduzieren lassen.
Weitere bereits durchgeführte Massnahmen
Der Bau des Umgehungsgewässers am Jaunbach erfolgt im Rahmen der im Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (GSchG) vorgesehenen Sanierungen. Es wurden bereits verschiedene Massnahmen an der Anlage Broc-Montsalvens umgesetzt: Abflusserhöhung auf 500 l/m, Beschränkung der Wasserstandsschwankungen durch gestaffeltes Einschalten der Produktionsgruppen und Kiesschüttungen am Ausgang der Jaunbachschlucht zur Förderung der Fischvermehrung. Das Umgehungsgewässer bildet den letzten Teil der Sanierungsmassnahmen in Broc.
Gleichzeitig führte das Unternehmen weitere Massnahmen im Rahmen des GSchG durch. Im Bett des Jaunbachs wurden Unterstände errichtet, um die Fische vor dem Schwallbetrieb unterhalb des Wasserkraftwerks zu schützen. Am rechten Ufer wurde die Böschung auf einer Länge von rund zwanzig Metern unweit der Mündung abgeflacht. Diese Öffnung wird für eine neue Dynamik im Auengebiet bei natürlichem Hochwasser des Jaunbachs sorgen. Dabei entfernte Uferbefestigungen wurden für die Errichtung der Fischunterstände genutzt. Diese Massnahmen werden teilweise durch Groupe E finanziert.
Eine nachhaltige, lokale Energie
Wasserkraft ist der Hauptpfeiler der Energiestrategie 2050. Nach dem Vorbild der Anlage Broc-Montsalvens erzeugt sie erneuerbaren, lokalen und CO2-freien Strom; dank ihrer Flexibilität lässt sich die Stabilität eines Netzes sicherstellen, das durch die – Schwankungen unterliegenden – neuen erneuerbaren Energien zunehmend beansprucht wird. Sie ist jedoch auch für einige Beeinträchtigungen der aquatischen Fauna verantwortlich. Dies liegt vor allem daran, dass sie im Bett der Bäche Abflussschwankungen durch Ein- und Abschaltung der Produktion verursacht. Das Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer soll diese Auswirkungen beschränken.
Infolge seiner Änderung durch die Eidgenössischen Räte im Jahr 2009 erliess der Kanton Freiburg im Januar 2011 einen Sanierungsentscheid, mit dem Ziel, die Beeinträchtigungen in Zusammenhang mit der Wasserkraftproduktion zu reduzieren. Die Anlagen müssen vor Ende 2030 fertiggestellt werden, um durch den Bund gefördert werden zu können. Zwei Millionen Schweizer Franken waren für die Schaffung des Umgehungsgewässers von Broc erforderlich. Ein Umweltmonitoring soll eingerichtet werden, um die ordnungsgemässe Funktion des Bachs und der angrenzenden Lebensräume sicherzustellen und ihre Entwicklung über mehrere Jahre zu verfolgen. Diese Kosten werden über eine Gebühr von 0,1 Rp/kWh finanziert, die auf die Rechnungen über die Stromnetznutzung erhoben wird; alle Stromverbraucher beteiligen sich so an der Finanzierung der Sanierungsmassnahmen. Groupe E wird bis 2030 weitere Anlagen an ihren Kraftwerken errichten, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen.
Groupe E setzt sich für die Umwelt ein und bemüht sich unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben permanent um ein faires Gleichgewicht zwischen Versorgungssicherheit und Naturschutz. Das Unternehmen sucht stets nach effizienten und pragmatischen Lösungen, die einen Beitrag zu den Umweltzielen leisten, ohne dabei den für unsere Region unverzichtbaren Strom wesentlich zu benachteiligen.