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Eine gemeinsame Zukunft
| Datum: 09/08/2020
Internationaler UN-Tag der Indigenen Völker 2020
Oft ist es im Bergbau so, dass viele Betriebe in abgelegenen Regionen der Welt liegen, weit weg von grossen Städten. Doch diese Gebiete sind keineswegs unbewohnt. Einige von ihnen beheimaten seit Jahrtausenden indigene Gemeinschaften.
Eine solche Region ist der hohe Norden Kanadas, wo viele Inuit-Gemeinschaften wohnen. Dort betrieben wir auch die Raglan Mine. Gelegen zwischen den Inuit-Siedlungen Salluit und Kangiqsujuaq in der Provinz Québec, gehörte die Mine 1995 zu den Unterzeichnerinnen des Raglan Agreements, einem umfassenden sozioökonomischen Abkommen. Es wurde zwischen der damaligen Société Minière Raglan du Québec ltée (heute: Raglan-Mine) und fünf Inuit-Partnerorganisationen geschlossen: der Makivik Corporation und den beiden benachbarten Inuit-Gemeinschaften Salluit und Kangiqsujuaq, unterstützt durch ihre jeweiligen Landbesitzgesellschaften (Qarqalik LHC und Nunatulik LHC).
Das Abkommen befasst sich mit Fragen im Zusammenhang mit:
- Schutz der Umwelt und Minderung der Auswirkungen von Bergbauaktivitäten darauf
- Finanzielle Bestimmungen
- Verträgen, die zu Gunsten von Inuit-Unternehmen vergeben werden
- Ausbildung und Beschäftigung lokaler Gemeinschaften
- Konfliktlösungsprozess (Raglan-Ausschuss)
Das Raglan Agreement wird als erster echter IBA-Vertrag (Impact Benefit Agreement) im Bergbau zwischen einer Bergbaugesellschaft und indigenen Bevölkerungsgruppen angesehen. Es wird in der Bergbauindustrie seither als Referenz für andere Vereinbarungen mit indigenen Gemeinschaften verwendet und auch heute noch weiterentwickelt.
Zurück zur Raglan Mine, wo Aida Puxley im Tamatumani-Programm arbeitet, das Teil des Raglan Agreements ist. Ziel des Programms ist, das Versprechen der IBA zu erfüllen, Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Mitglieder indigener Gemeinschaften zu schaffen. Für Aida bedeutet dies, den lokalen Inuit Zukunftsperspektiven zu ermöglichen.
Als sogenannte Inuit Recruitment Counsellor hilft sie bei der Anstellung von Inuit-Mitarbeitenden und unterstützt sie bei der Integration in einen industriellen Arbeitsplatz. Ausserdem hilft sie bei interkulturellen Schulungen von Inuit-Mitarbeitenden und ihre Vorgesetzten, um so das gegenseitige kulturelle Verständnis zu fördern.
Wir arbeiten eng mit der Personalabteilung zusammen.
Aida Puxley
Inuit Recruitment Counsellor, Raglan Mine, Kanada
Aida selbst wurde in Salluit geboren und ist in der Gemeinde von etwa 1600 Menschen aufgewachsen. Sie weiss aus eigener Erfahrung, was die Raglan Mine für einen positiven Einfluss auf die Region hat. Aufgrund fehlender Ausbildung kann es für Inuit oftmals schwierig sein, eine Arbeit zu finden. Ein zentraler Bestandteil des Tamatumani-Programms ist daher, dieses Hindernis für Inuit bei der Arbeitssuche anzugehen und den Zugang zum Lernen zu ermöglichen.
Eine der grössten Herausforderungen für unsere Gemeinschaft ist ein Mangel an Bildungsangeboten. Die Mine schafft viele Beschäftigungsmöglichkeiten, aber leider hatten die Inuit bisher nicht den nötigen Aus- oder Schulbildungsstand. Hier setzt Tamatumani an.
Das Programm bietet Schulungen in verschiedenen Bereichen an. Ausserdem enthält es ein Kurselement für den Übergang in die Arbeitswelt, der darauf abzielt, klare Erwartungen zu vermitteln und zur Integration und Bindung von Inuit-Mitarbeitern beizutragen. Es umfasst auch Französisch- oder Englischunterricht zur Verbesserung der Kommunikation zwischen den Arbeitnehmern und ihren Vorgesetzten, insbesondere im Bereich Sicherheit. Aida erklärt, dass etwa ein Vorstellungsgespräch für einen Inuk kein vertrautes Konzept ist. «Zu Hause in Salluit kennt sich jeder. Da braucht es keine Bewerbungsgespräche.» An solchen Überlegungen hat Tamatumani im Laufe der Jahre hart gearbeitet, um die kulturellen Hürden für indigene Mitarbeitende zu verringern.
Aida sagt: «Eine fehlende Erfahrung im Bergbau soll kein Hindernis sein. So bieten wir Lehrstellen an, um die Inuit fachgerecht in den Beruf einzuführen. Sie können sich als Bergleute, Führer/innen von schweren Maschinen, Mechaniker/innen und vieles mehr ausbilden lassen. Ausserdem gewähren wir den Inuit unbezahlten Urlaub für traditionelle Aktivitäten wie die Jagd oder das Fischen, die sehr wichtig für die Gemeinschaft sind.»
Aidas Vater beim Eisfischen auf dem Pangaligiaq.
Seit meiner Kindheit gehen wir auf dem Pangaligiaq-See zwischen Raglan und Deception Bay Eisfischen.»
Auch gibt es eine traditionelle Küche vor Ort, wo Inuit ihre eigenen traditionellen Mahlzeiten wie etwa Karibu- oder Robbenfleisch zubereiten und sich dadurch mehr zu Hause fühlen können.
2013 hat Raglan das Programm «Rapid Inuit Development and Employment» (RIDE) ins Leben gerufen, um qualifizierte und engagierte Inuit-Mitarbeitende zu motivieren, höhere Positionen anzustreben. Das Programm bietet hierzu Begleitung und Schulungen. RIDE ist sowohl für Inuit gedacht, die bereits bei der Raglan-Mine arbeiten, als auch für zukünftige Bewerber.
Auch gibt es eine traditionelle Küche vor Ort, wo Inuit ihre eigenen traditionellen Mahlzeiten wie etwa Karibu- oder Robbenfleisch zubereiten und sich dadurch aufgehobener fühlen können.
2013 hat Raglan das Programm «Rapid Inuit Development and Employment» (RIDE) ins Leben gerufen, um qualifizierte und engagierte Inuit-Mitarbeitende zu motivieren, höhere Positionen anzustreben. Das Programm bietet hierzu Begleitung und Schulungen. RIDE ist sowohl für Inuit gedacht, die bereits bei der Raglan-Mine arbeiten, als auch für zukünftige Bewerber.
Derzeit machen Inuit etwa 22 % der Raglan-Belegschaft aus. Das Raglan Agreement ist eine Erfolgsgeschichte, aber es sind immer noch Fortschritte zu machen. Wir fragen Aida, wie Glencore und andere Unternehmen indigene Gemeinschaften in Kanada und anderswo am besten unterstützen können.
«Der Schlüssel zum Erfolg ist, Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten anzubieten, die der lokalen Kultur angepasst sind. Es ist wichtig, ein Programm zu schaffen, das indigenen Menschen bessere Unterstützung und Integration bietet, damit sie im Unternehmen wachsen können.»
Wir sind stolz, dass Tamatumani – was auf Inuktitut «zweiter Start» bedeutet – hier eine Vorreiterrolle spielt.

Wissenswertes über die Inuit