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Medienmitteilung / Cinémathèque suisse
31. März 2020
Jean-Louis Roy wurde 1938 in Genf geboren und entwickelte schon früh eine Leidenschaft für das Kino. Im Alter von 16 Jahren wurde er Teil des Teams, welches das heutige Télévision Suisse Romande ins Leben riefen. 1964 wurde er Regisseur und als großer Liebhaber von Musicals, Western und Fantasy-Filmen träumte er von der großen Leinwand. 1967 schloss er seinen ersten abendfüllenden Spielfilm «L’inconnue de Shandigor» ab. Der Spionagefilm mit Daniel Emilfork, Jacques Dufilho, Ben Carruthers und Serge Gainsbourg wurde im selben Jahr für die Wettbewerbe in Cannes und Locarno nominiert.
Im Jahr 1968 gründete er zusammen mit Alain Tanner, Michel Soutter, Claude Goretta und Jean-Jacques Lagrange (der 1971 von Yves Yersin abgelöst wurde) das Produktionskollektiv «groupe 5» und verhalf damit dem schweizerischen Independent-Film zum Aufschwung. Als Teil dieser Gruppe realisierte Roy den Film «Black Out» (1970), der im selben Jahr bei der Berlinale nominiert wurde. Der Film beschreibt, mit einer Dosis schwarzen Humors, das Leben eines älteren Ehepaares, das aus paranoider Angst vor einer Atomkatastrophe beschließt, sich zu Hause einzuschließen. Roys Tod während einer Pandemie kann als eine seltsame Wendung des Schicksals betrachtet werden, bei der die Fiktion der Realität etwas zu nahe kommt.
Mit der Unterstützung von Memoriav und RTS konnte das Schweizerische Filmarchiv «L’inconnue de Shandigor» restaurieren und präsentierte ihn 2016 erneut in Locarno. Im April 2019 stellte ihn Jean-Louis Roy im Kino Capitol in Lausanne anlässlich des Kongresses der International Federation of Film Archives vor.
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