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Wilde Verfolgungsjagden auf Skiern mitten in der Nacht, halsbrecherische Bobfahrten, eine mörderische Lawine und eine tödliche Schneefräse: «Im Geheimdienst ihrer Majestät» hatte wirklich die ganze Palette an Action zu bieten, die man 1969 bieten konnte.
Als Hollywood in Mürren zwecks Dreherlaubnis für einen James Bond-Film anklopfte, war man sich noch gar nicht richtig darüber bewusst, was dies für Auswirkungen für die Zukunft haben würde.
Mürren war zuvor schon eine beliebte Feriendestination – vor allem bei britischen Touristen. Die Popularität wurde durch den James Bond-Streifen jedoch noch massiv gesteigert. Dabei hatte der Film von vornherein schon einen schweren Stand.
Hauptdarsteller ohne Charisma
Schon allein die Tatsache, dass Ur-Bond Sean Connery durch den wenig charismatischen George Lazenby ersetzt wurde, stiess vielen 007-Fans sauer auf. Der gelernte Automechaniker hatte ausser ein paar Werbespots und gewissen Modeljobs keine Schauspielerfahrung aufzuweisen. Es heisst, er habe die Rolle erhalten, weil er beim Casting einem Stuntman aus Versehen die Nase brach.
Fakt ist jedenfalls, dass Lazenby auf dem Filmset als äusserst zickig galt. Für seine Darstellung als Geheimagent erhielt er eine Golden Globe-Nominierung, er zerstritt sich aber so sehr mit den Produzenten, dass er letztlich einen Vertrag für weitere James Bond-Filme ablehnte. Es folgten noch ein paar B-Movies, aber Lazenby’s Schauspielkarriere war damit besiegelt.
Halsbrecherischer Russi
Für Ski-Legende Bernhard Russi markierte «Im Geheimdienst ihrer Majestät» ebenfalls einen Wendepunkt in seiner Karriere. Einige Szenen wurden in Andermatt gedreht und Russi mimte als Stuntman einen der Verfolger in orangen Jacken. Am Ende der rasanten Abfahrt stürzte er auf die Strasse und brach sich einen Halswirbel und eine Hand.
Dies zwang den zukünftigen Skirennfahrer dazu, über längere Zeit ohne Stöcke zu trainieren. «Glück im Unglück», meint Russi heute dazu. Durch sein Spezialtraining sei er zwar technisch gesehen nicht besser, aber dafür schneller geworden. Sein Sturz landete übrigens im Film, allerdings raffiniert geschnitten: Anstatt auf der Strasse landet Russi in einer Schneefräse.
Mürren profitiert gleich mehrfach
Als weitere Drehorte wählte man Lauterbrunen für die Stock-Car-Rallye oder Grindelwald für die Szenen auf der Eislaufbahn aus. Im Zentrum standen aber das Schilthorn, das Drehrestaurant «Piz Gloria» und die atemberaubende Bergwelt.
Angeblich erteilte Mürren die Dreherlaubnis nur, wenn die Filmgesellschaft sowohl für die Inneneinrichtung des Drehrestaurants als auch für einen Hubschrauberplatz aufkommen würde. Letzterer wird heute als Aussichtsplattform genutzt.
Im Juni 2013 eröffnete auf dem Schilthorn die modern gestaltete 400 qm grosse Ausstellung «Bond World 007», Link öffnet in einem neuen Fenster, die Bond-Fans aus nah und fern anzieht.