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Die neue SP-Fraktionspräsidentin Hildegard Fässler will sich nicht für parteiinterne Grabenkämpfe einspannen lassen. Die St. Gallerin, die im FC Nationalrat am rechten Flügel stürmt, will vielmehr die Erfolge der Partei verstärkt kommunizieren.
Fässler kam am 22. Juni 1951 in Frauenfeld zur Welt. Nach dem Besuch der Volksschule in Steckborn (TG) und dem Lehrerseminar in Kreuzlingen studierte sie an der Uni Zürich Mathematik und machte anschliessend das höhere Lehramt. Von 1979 bis 2000 unterrichtete sie an der Kantonsschule Heerbrugg (SG) Mathematik.
Am Anfang war der Parteibeitritt
Ihr politischer Werdegang begann 1980 mit dem Eintritt in die Sozialdemokratische Partei. Von 1992 bis 1996 sass sie im Grossen Rat des Kantons St. Gallen. Nationalrätin wurde sie 1997 - als Ersatz von Kathrin Hilber. Bei den Nationalratswahlen von 1999 wurde Fässler vom Volk für weitere vier Jahre bestätigt.
Sie setzt sich insbesondere in bildungs- und wirtschaftspolitischen Fragen sowie für Landwirtschafts-Themen ein. Seit ihrem Einzug in die Grosse Kammer reichte sie 49 Vorstösse ein.
Sie verstärkte den Nationalrat aber auch auf dem Rasen, wo sie in der Position der rechten Flügelstürmerin mit dem Ball umzugehen weiss.
Selbstportierte Koch-Nachfolgerin
Für Diskussionen sorgte die in Grabs (SG) wohnhafte Fässler vor zwei Jahren, als sie ankündigte, im Falle des Rücktritts der damaligen SP-Präsidentin Ursula Koch für die Nachfolge zur Verfügung zu stehen. Damit löste sie inner- und ausserhalb ihrer Partei Kritik aus, bekam aus dem Koch-kritischen Lager aber auch Unterstützung zugesprochen.
Als Koch zwei Monate später dann von ihrem Amt zurücktrat, verzichtete Fässler jedoch zu Gunsten der Genferin Christiane Brunner auf eine Kandidatur. Sie erklärte, die Partei müsse endlich inhaltliche statt personelle Diskussionen führen.
In der Partei keine Flügelstürmerin
Auch in ihrem neuen Amt als Fraktions-Präsidentin will sich die verheiratete St. Gallerin für eine geschlossene Partei einsetzen. Sie erklärte im Vorfeld der Wahl wiederholt, sie sei viel zu pragmatisch, um einem Parteiflügel anzugehören. Sie wolle als Vorsitzende ihrer Fraktion nicht ihre Position aufdrängen, sondern sachliche Diskussionen mit breit abgestützten Resultaten führen. Zudem hofft sie, die Erfolge der Partei besser kommunizieren zu können.
swissinfo und Agenturen