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Geduld, Geduld
Wir erleben momentan so viel, dass wir noch keine Zeit hatten, unseren Blog zu aktualisieren. Wir holen dies so schnell wie möglich nach!
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In Victoria Falls entscheiden wir uns, durch Simbabwe per Zug und Bus zu reisen. Wir erhalten Anfangs April Besuch von Alenas Eltern in Kapstadt. Mit dem Fahrrad ist diese Distanz in der verbleibenden Zeit kaum zu schaffen, weshalb wir irgendwo auf den ÖV umsteigen müssen. Von anderen Reisenden haben wir gehört, dass die Landschaft in Simbabwe eher öde sei und auch die Infrastruktur und die Versorgungsmöglichkeiten auf den Strecken sollen eher bescheiden sein.
Als ich am Nachmittag unser Pino am Bahnhof abgebe, erhalte ich einen kleinen Einblick in den Zustand des von Robert Mugabe diktatorisch geführten Landes. Der Bahnangestellte, welcher mir beim Verladen hilft, erzählt, dass die Bahnangestellten seit mehr als einem Jahr ihren Lohn von 120 USD pro Monat nicht mehr erhalten. Stattdessen wird ihnen eine Unterkunft und Lebensmittel im Wert von 60 USD pro Monat zur Verfügung gestellt. Dies reicht kaum zum Leben, so dass das Schulgeld für die Kinder auf anderen Wegen beschafft werden muss. Öffentlich zu beklagen traut sich aber niemand. Die Angst vor einer Festnahme oder sogar einer Ermordung durch regierungsfreundliche Polizisten ist enorm.
Als wir am Abend um 18:30 Uhr beim Bahnhof eintreffen, erhalten wir auch einen Eindruck der Infrastruktur. Eine Zugkomposition, welche bei uns in der Schweiz wohl im Verkehrshaus als Ausstellungsmodell dienen würde, steht vor uns. Umso erstaunter sind wir, als der Zug um 18:58 sogar zwei Minuten früher als geplant losrollt.
Im Zug ist es enorm heiss, aber die Liegebetten sind ganz bequem. Irgendwann in der Nacht wache ich auf und wundere mich, dass wir stillstehen, schlafe dann aber ruhig weiter. Am Morgen um 9:00 Uhr sollten wir in Bulawayo eintreffen. Als wir um 07:00 Uhr unser Frühstück vorbereiten, kommt der Kondukteur in unser Abteil. Er fragt ob wir eine Buchung hätten oder einen Termin, welchen wir einhalten müssten. Wir schauen ihn fragend an. Er erklärt uns, dass wir in der Nacht während 7 Stunden stillgestanden seien, da die Lok entgleist sei. Von all dem haben wir nichts mitgekriegt. Wir haben in den 12 Stunden seit der Abfahrt gerade mal hundert Kilometer zurückgelegt. Da wären wir mit dem Rad sogar noch schneller gewesen.
Aber das Ganze hat auch eine positive Seite. Die Zugstrecke führt nämlich dem Hwange Nationalpark entlang. Eigentlich hätten wir diesen Streckenabschnitt in der Nacht zurücklegen sollen, doch durch die Verspätung kommen wir in den Genuss einer gratis Safari. Vom Zug aus beobachten wir Giraffen, Warzenschweine, Gnus, Straussen, Zebras, einen Elefanten und sogar einen Löwen.
Wir sind froh, dass wir unsere Fahrradtaschen noch mit genügend Essen gefüllt haben. Im Zug gibt es zwar einen Speisewagen, aber der serviert nur Flüssiges. Mit insgesamt 10 Stunden Verspätung treffen wir in Bulawayo ein. Wie schön, dass wir bald wieder mit dem Fahrrad unterwegs sind und unseren eigenen Zeitplan bestimmen können.0 Kommentare