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Photos Armin Schweizer
Am Nordabhange des Blauen oberhalb Ettingen und Hofstetten gelegene Ruine einer Burg, deren Name schon eine Gründung durch den Bischof von Basel als Landesfürsten erkennen lässt. Entstanden wohl schon im 13. Jahrhundert, wird Fürstenstein doch erst zu Beginn des 14. Jahrhunderts genannt. Die Burg tritt in die Geschichte ein als Lehen der Herren von Rotberg von den Bischöfen von Basel. Die Rotberger, deren Stammfeste etwas weiter westlich ebenfalls am Blauen lag, gehörten gleich den Herren von Eptingen zu jenen Ministerialen des Bistums, die aus altem Landadel hervorgegangen waren und sich erst nachträglich in der Stadt ihres Dienstherren niedergelassen hatten (Rotbergerhöfe an der Rittergasse).
In der im ersten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts zwischen dem Bischof von Basel und Österreich entstandenen Spannung ergriffen die Rotberger als Dienstmannen des Bischofs Partei für ihren Herrn. Die Folge war die Belagerung der rotbergischen Feste Fürstenstein durch die Leute König Albrechts. Schon glaubten die Belagerten sich ergeben zu müssen, als der König jenem Meuchelmord bei Windisch zum Opfer fiel und infolgedessen die Belagerung der Feste abgebrochen wurde. Hundert Jahre blieb es dann ruhig um Fürstenstein. Im Erdbeben von 1356 zerfiel die Burg, wurde dann aber bald wieder hergestellt.
Im ersten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts trat dann Fürstenstein erneut in den Vordergrund. Herr zu Fürstenstein war damals der Basler Bürgermeister Hans Ludmann von Rotberg. Dieser musste seines Willkürregimentes wegen 1410 die Stadt Basel verlassen und in die Verbannung gehen. Er zog sich auf seine Feste Fürstenstein zurück und suchte von hier aus in die Dienste der Herzogin Katharina von Burgund, der Gemahlin des Herzogs Leopold IV. von Österreich und Beherrscherin des Sundgaues, zu treten. Er wurde auch von Katharina zum Vogt von Altkirch bestellt. Gleichzeitig fand eine Annäherung Basels an die Herzogin statt, die in einem Bündnis von 1411 ihren Ausdruck fand. Eine bald darauf zwischen Katharina und den Edelknechten Heinrich zu Rhein und Rudolf von Neuenstein ausgebrochene Fehde hatte die Wegnahme Fürstensteins durch diese Edelknechte zur Folge. Basel ergriff sofort die Waffen für seine Verbündete und zog vor Fürstenstein. Verteidigt wurde die Feste durch Heinrich zu Rhein, während Rudolf von Neuenstein auf Blauenstein oberhalb Kleinlützel sass. Erst nahmen die Basler Fürstenstein, enthaupteten die Besatzung mitsamt ihrem Führer zu Rhein und zerstörten die Burg. Dann zogen sie vor Blauenstein, brachen auch dieses, vermochten jedoch des Neuensteiners nicht habhaft zu werden. Zum Schluss zerstörten sie auch das jenseits der Birs über dem Laufener Blachfeld gelegene Neuenstein. Das geschah zu Beginn des Jahres 1412.
Seither ist Fürstenstein Ruine geblieben. Aber auch als solche blieb es Lehen der Herren von Rotberg von den Bischöfen von Basel bis zum Jahre 1515, da die Rotberger Fürstenstein mitsamt ihrer Stammesherrschaft an Solothurn verkauften. Bei einer spätern Grenzbereinigung kam dann Fürstenstein an den Kanton Basel. Was die dürftigen Überreste heute nicht mehr erkennen lassen, sagt uns ein Verding von 1412, nämlich, dass die Burganlage ein oberes und ein unteres Haus umfasste.
Bibliographie