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Riesige Wasserwaage in den Highlands
Gefäss:
Die wohl grösste Wasserwaage der Welt befindet sich in Schottland: Das Loch Ness funktioniert wie ein äusserst genaues Messgerät. Dies haben Untersuchungen eines Teams von schottischen und portugiesischen Forschern ergeben.
Läuft im nahegelegenen Meer die Flut auf und gibt die Erdkruste unter dem Druck dieser Wassermassen nach, beträgt die Differenz der bei den Pegelmessungen an den Enden des 37 Kilometer langen Loch Ness nur 1,5 Millimeter. Dies stellten David Pugh vom National Oceanography Centre in Liverpool und sein Team in einer Studie fest. Daraus folgern sie, dass der See „einer der längsten und genauesten Neigungsmesser der Welt“ ist. Die Exaktheit des Gewässers übertrifft laut den Forschern sogar diejenige von GPS-Messungen.
Wie Pugh und seine Kollegen im Fachmagazin „Geophysical Research Letters“ berichten, analysierten sie Daten, die sie während 201 Tagen mit Hilfe von sechs Pegelmessern gesammelt hatten, und zwar zwischen dem südwestlichen und dem nordöstlichen Ende des Loch. Alle zehn Minuten wurde so der Wasserstand gemessen. Bei ihren Analysen „filterten“ die Wissenschaftler Einflüsse wie der eines Pumpspeicherkraftwerks und der Niederschläge heraus und verglichen dann die Unterschiede zwischen den einzelnen Werten der betreffenden Messgeräte.
Obwohl der Loch Ness 16 Meter über dem Meeresspiegel liegt und nur indirekt mit einem Fluss mit dem Meer verbunden ist, konnte das Forscherteam regelmässig Schwankungen nachweisen, die im selben Takt wie Ebbe und Flut stattfanden. Und zwar waren dies an beiden Enden des Sees gegenläufig: Stieg der Spiegel am einen Ende des Sees, sank er am anderen. Er funktioniert sozusagen wie eine Schüssel mit Wasser, deren Spiegel sich verändert, wenn man sie neigt. (mai)