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Clarithromycin und Voriconazol beeinflussen sich gegenseitig
Monitorisierung
Risiko
Erhöhtes Risiko für ventrikuläre Rhythmusstörungen
Mechanismus
Additive Verlängerung der QT-Zeit. Clarithromycin und Voriconazol sind beide starke Hemmer von CYP3A4, in Kombination ist eine bidirektionale Interaktion möglich.
Effekt
Durch die additive Verlängerung der QT-Zeit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von kardialen unerwünschten Wirkungen wie Arrhythmien, Torsades de pointes oder Herzstillstand. Die pharmakokinetische Interaktion dieser Kombination wurde bisher nicht untersucht. Die beiden Makrolide Erythromycin (moderater CYP3A4-Inhibitor) und Azithromycin (kein CYP3A4-Inhibitor) hatten keinen signifikanten Einfluss auf Cmax und AUC von Voriconazol [Purkins L, 2003], jedoch ist ihr inhibitorisches Potential auf CYP3A4 geringer als das von Clarithromycin. Bei Clarithromycin wiederum wurde durch gleichzeitige Einnahme mit Fluconazol, einem Azol-Amtimykotikum mit moderatem CYP3A4-hemmenden Effekt, bei 21 gesunden Probanden der Talspiegel von Clarithromycin um 33% und die AUC um 18% erhöht.
Empfehlung
Gemäss Schweizer Fachinformation ist die Gabe von Voriconazol mit CYP3A4 Substraten, für welche eine QTc-verlängernde Wirkung bekannt sind, formal kontraindiziert. Die regelmässige EKG-Kontrolle der QT-Zeit, insbesondere bei Änderungen der medikamentösen Therapie, wird empfohlen. Die Wirkstoffkonzentrationen sollten überwacht und die Dosis gegebenenfalls angepasst werden.
Literatur
Klassifikation
Die Grundlage für die Klassifikation ist die referenzierte Literatur und ein validiertes und nachvollziehbares Entscheidungsmodell. Die getroffenen Entscheidungen für die Einteilung des Schweregrads werden durch den Flowchart visualisiert.
Letzte Aktualisierung des Textes am 29.05.2018