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Als Ende des letzten Jahrtausends ein neues Gesangbuch für die reformierten Kirchen der Deutschschweiz eingeführt werden sollte, da war sich die Herausgeberkommission einig. Wie im alten Gesangbuch sollte auch im neuen auf den Abdruck des Schweizerpsalms verzichtet werden. Die Nationalhymne sei, aus kirchenmusikalischem Blickwinkel, nicht für den Gemeindegesang geeignet. Die Melodie von Alberich Zwyssig sei zwar solide, aber dem Text fehle es an theologischer Tiefe. Dies, so meine ich beim Lesen über die Nationalhymne verstanden zu haben, liege daran, dass der Text aus einer starken Bearbeitung des Gedichtes «Schweizerpsalm» von Leonhard Widmer entstanden ist. Diese Bearbeitung wurde notwendig, nach dem Alberich Zwyssig mit einer Vertonung beauftragt wurde.
Als Mönch hatte er bereits einige Kirchenlieder komponiert. Doch zur Zeit der Beauftragung mit der Vertonung des Schweizerpsalms hatte er ganz andere Sorgen. Das Kloster Wettingen, in dem er lebte, wurde gerade auf Beschluss des Grossen Rates des Kanton Aargaus aufgelöst. Alberich Zwyssig und seine Mitbrüder waren heimatlos geworden. Wie sollte er in dieser Lage ein neues Werk schaffen? Doch der Auftrag war im wichtig. Kam er doch von einem Reformierten. In einer Zeit der Auseinandersetzung war ein solcher Auftrag auch ein Zeichen der Hoffnung. Ein Katholik und ein Reformierter, die in der Musik eine gemeinsame Sprache fanden und so den konfessionellen Graben überbrückten! So schlug er vor den Notensatz seiner Komposition «Diligam te Domine (Ich will Dich lieben Herr) zu verwenden. Dazu musste der Text aber stark bearbeitet und vereinfacht werden. So entstand in der Zusammenarbeit beider Männer aus dem Gedicht der Liedtext. Jener Text, der 150 Jahre später der Gesangbuchkommission zu einfach schien.
Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, er ist ein starker Held, der Rettung bringt. Er freut sich sehr über dich und geht in seiner Liebe über deine Fehler hinweg. Er jubelt über dich voller Begeisterung. Zef 3,17
Liebe Malia Liebe Tauffamilie Liebe Gemeinde
Wir haben ein Kind getauft! Das erste Mal seit einem Dreivierteljahr. Es war eine besondere Taufe. Nicht nur wegen dem langen Abstand zur Letzten. Denn jede Taufe ist ein besonderes Geschehen. Mit der Taufe bist du, liebe Malia, symbolisch hineingetaucht worden in die Gnade Gottes. Dir ist damit gesagt worden, du gehörst zu Gott! Er sagt ja zu dir. Gott findet dich toll. Er findet dich super!
Weil Gott dich und alle Kinder super toll findet, sollen wir wissen: «Dieses Kind ist ein Geschenk Gottes. Jedes Kind ist ein Geschenk Gottes!»
Ein Geschenk, das in unsere Arme gelegt worden ist. Wir sollen unsere Kinder gernhaben. Wir sollen sie hegen und pflegen. Aber, wir sollen sie auch auf dem Weg in die Selbständigkeit begleiten. Wir sollen uns darauf vorbereiten, unsere Kinder eines Tages loszulassen. Wir sollen dies von Anfang an wissen: Unser Kind ist nicht unser Besitz. Es ist uns anvertraut. Es hat oberste Priorität, wenn wir ihm auch nicht jeden Wunsch erfüllen.
Und wenn Gottes Geist auf Saul war, nahm David die Leier und griff in die Saiten; dann wurde es Saul leichter, und es tat ihm gut, und der böse Geist wich von ihm. 1. Sam 16,23
Liebe Gemeinde Liebe Kirchenmusiker Lieber Teun Braken
Gleich zweimal erzählt die Bibel, wie David als junger Mann in die höchsten Kreise des alten Israels aufstieg. Saul, so berichten es beide Traditionen, war König und David ein aussergewöhnlicher junger Mann. Beide Erzählstränge stimmen auch darin überein, dass der alte König ein besonders Verhältnis zum Jüngling entwickelte. Doch damit enden die Gemeinsamkeiten beider Überlieferungen praktisch.
Beide stehen heute in der Bibel. Eine spätere Redaktion versuchte sie miteinander in Einklang zu bringen. Doch die beiden Melodien wollen nicht recht zueinander passen. Immer wieder stören Misstöne. Immer wieder zerstören Dissonanzen den reinen Klang. Immer wieder bricht der Dreiklang und der Erzähler muss neu ansetzten. Die Geschichte gerät aus dem Takt. Das Sampling gelingt nicht ganz. Wer genau hinhört, hört die Spurwechsel und Taktbrüche auch heute noch.
In der Kirche sitzt man oft im Kreis. Nicht immer gern, doch immer öfter. Der Stuhlkreis gehört dazu. Er steht – gefühlt – auf Platz zwei des kirchlichen Brauchtums, direkt hinter dem Amen. Kein Wunder, wenn der Stuhlkreis ein Teil der praktischen Ausbildung ist. Zumindest war er es in meinem Vikariat. Ein ganzer Tag war dieser Form der Arbeit gewidmet. Der Morgen der Theorie. Eine Expertin schlug den Bogen von den Vorteilen (Interaktion auf Augenhöhe, gesprächsanregend – ich konnte es mit Fantasie nachvollziehen) bis zu einem einzigen Nachteil (es soll Männer geben, die sich im Stuhlkreis nicht wohlfühlen – Das konnte ich nachvollziehen und brauchte keine Fantasie).
Der Nachmittag gehörte der Praxis – natürlich im Stuhlkreis sitzend. «Die Mitte macht den Stuhlkreis!» erfuhren wir. «In Ordnung», dachte ich, «es sind nicht die Stühle und nicht der Kreis, wie ich erwartet hatte. Ich Dummerchen. Die Mitte ist es – natürlich!»
Lasst in eurer Mitte Psalmen ertönen, Hymnen und geistliche Lieder, singt und musiziert dem Herrn aus vollem Herzen, und dankt unserem Gott und Vater allezeit für alle Dinge im Namen unseres Herrn Jesus Christus. Eph 5,19f.
Liebe Gemeinde
Im Jahr 1905 brachte die Firma M. Welte & Söhne das erste Reproduktionsklavier der Welt auf den Markt. Es war eine technische Sensation. Das Klavier konnte man nicht nur spielen. Es spielte selbst. An das eigentliche Klavier war eine Apparatur angebaut, welche die Tasten automatisch drückte und so Musik spielte. Gesteuert wurde die Apparatur durch Lochstreifen. Das Klavier konnte – wie es der Name sagt – Musik reproduzieren, welche zuvor von einem menschlichen Pianisten eingespielt wurde. Es war dabei so perfekt, dass sogar die Anschlagsdynamik und damit die feinsten Nuancen des Spiels festgehalten und wiedergeben wurden. Anders als bei der Spieldose, hört sich diese Musik nicht schon beim Ersten hinhören mechanisch an. Sondern man hört einen Mensch Klavier spielen.
Dank der Apparatur konnte ein einmal eingespieltes Stück immer wieder gespielt werden. Ein Pianist aus Fleisch und Blut war scheinbar überflüssig. Mal um Mal spielte das Klavier nicht nur das gleiche Werk, sondern auf die gleiche Art und Weise, wie es eingespielt worden war. Man konnte die Lochstreifen vervielfältigen und in die ganze Welt verschicken und überall, wo sie in ein solches Klavier eingelegt wurden, tönte es exakt gleich.