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Titel
Innocenz
(lat. innocentius, »der Unschuldige«),
Name von 13 Päpsten:
1) I. I., der Heilige, aus Albano, seit 402 Bischof zu Rom, [* 2] war bemüht, die Herrschaft des römischen Bischofs über Illyrien auszudehnen, und hatte mit dem Patriarchen von Konstantinopel [* 3] mehrmals Streit. Sein Bemühen, den Metropoliten von Antiochia zum Anschluß an Rom zu bewegen, indem er demselben die zweite Autorität nach seiner eignen einräumen wollte, war erfolglos. Als Friedensunterhändler 409 an Alarich abgesandt, suchte I. denselben von Rom abzuhalten; allein seine Unterhandlungen wurden durch den kaiserlichen Statthalter Jovius vereitelt, und Rom ward geplündert, während I. noch zu Ravenna verweilte. In einem Sendschreiben an die afrikanischen Bischöfe verdammte er die Lehre [* 4] des Pelagius, verletzte aber jene durch seine anmaßende Sprache. [* 5] Er starb 12. März 417 und wurde nachher heilig gesprochen.
2) I. II., vorher Gregor de Papis, aus einer röm. Adelsfamilie, war zuerst Abt des Benediktinerklosters St. Nikolai zu Rom, dann, seit 1118 Kardinaldiakon, einer der Unterhändler des Wormser Konkordats in Deutschland, [* 6] ward nach dem Tode des Papstes Honorius II. von einem Teil der Kardinäle auf den päpstlichen Stuhl erhoben, während die andern Petrus Leonis unter dem Namen Anaklet II. wählten. I. mußte vor diesem und den gegen ihn anstürmenden Normannen fliehen, ward aber sodann auf Verwendung Bernhards von Clairvaux vom König Ludwig VI. von Frankreich, bald darauf auch von dem englischen König Heinrich I. und dem deutschen König Lothar sowie endlich auch von Spanien [* 7] als Papst anerkannt.
Nach einer in Lüttich [* 8] getroffenen Vereinbarung führte ihn Lothar 1133 nach Rom und setzte ihn mit bewaffneter Hand [* 9] auf den päpstlichen Stuhl; I. krönte dafür Lothar zum Kaiser. Doch mußte I. bald nach Lothars Abzug nach Pisa [* 10] fliehen. Zwar kehrte der Kaiser 1137 zurück und demütigte Anaklet wie seinen Protektor Roger, allein Anaklet II. gab seine Ansprüche nicht auf. Nach dessen Tod (1138) wählten die I. feindselig gesinnten Kardinäle den Kardinal Gregorius als Viktor III. zum Gegenpapst; indessen ließ sich dieser durch Bernhard von Clairvaux zur Nachgiebigkeit bewegen, und I.' Würde war fortan unbestritten. Dann hielt er eine große Lateransynode (1139) ab, auf welcher Peter von Bruys und Arnold von Brescia verdammt und die päpstlichen Erlasse Anaklets II. für ungültig erklärt wurden; auch wurde Roger von Sizilien [* 11] in den Bann gethan. Letzterer rückte aber ¶
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alsbald mit einem Heer heran und unterwarf sich Capua, Apulien und Kalabrien, während sein Sohn den Papst nebst den Kardinälen gefangen nahm und so I. zwang, den Bann aufzuheben, Roger als König anzuerkennen und ihm und seinen Erben gegen einen jährlichen Tribut Apulien, Capua und Kalabrien zu Lehen zu geben. Eben im Begriff, einen in Rom und Tivoli ausgebrochenen Aufstand zu dämpfen, starb I.
3) I. (III.), vorher Lando Sitino genannt und angeblich aus dem Geschlecht der Frangipani stammend, wurde nach erfolgtem Rücktritt Calixtus' (III.) von einer kleinen Partei 1178 als vierter Gegenpapst gegen Alexander III. gewählt, gelangte aber nie zu allgemeiner Anerkennung und wird deshalb in der Reihe der Päpste übergangen. 1180 nahm Alexander III. ihn und seinen Anhang gefangen und verbannte ihn nach Cava.
4) I. III., vorher Lothar, Sohn des Grafen Trasmund aus dem in Segni und Anagni begüterten Haus Conti, geb. 1161 zu Anagni, bildete sich in Rom, Paris [* 13] und Bologna aus, wurde unter Gregor VIII. Subdiakon, unter Clemens III. 1190 Kardinal und nach dem Tod Cölestins III. zum Papst erhoben. Das leitende Prinzip aller Handlungen des reichbegabten Priesterfürsten war fortan die Idee, daß der Papst der Stellvertreter Gottes auf der Erde sei, und daß ihm die unmittelbare Regierung der Welt gebühre; er wollte zwischen Fürsten und Völkern der höchste Schiedsrichter sein.
Sein Regierungsantritt fiel in eine Zeit, welche seine großen Entwürfe besonders begünstigte. Zunächst erhielt I. durch den Tod des Kaisers Heinrich VI. Gelegenheit, bei der Verwirrung, welche in Italien [* 14] eintrat, die von dem Kaiser den Deutschen daselbst verliehenen Lehen diesen zu entreißen. Den kaiserlichen Präfekten vermochte er, ihm den Eid der Treue zu leisten; den kaiserlichen Statthalter in der Romagna, Marcard, vertrieb er und nahm die Mark Ancona, [* 15] Tuscien, Spoleto selbst in Beschlag. So wurde er Gründer des Kirchenstaats.
Zur Verteidigung dieser Erwerbungen gründete er einen Bund der italienischen Städte. Die Zuneigung der Römer [* 16] wußte I. durch Nachsicht und Freigebigkeit zu gewinnen. Die verwitwete Kaiserin Konstanze, Gemahlin Kaiser Heinrichs VI., mußte, bevor sie für sich und ihren Sohn, den nachherigen Kaiser Friedrich II., die Belehnung mit Neapel [* 17] erhielt, auf alle der päpstlichen Macht nachteiligen, vom Papst Hadrian IV. 1156 zugestandenen Vorteile verzichten; auch ließ sie sich bewegen, vor ihrem Tode dem Papste die Vormundschaft über ihren Sohn, den eben genannten Friedrich II., zu übertragen. In Deutschland unterstützte I. bei der streitigen Königswahl zwischen Philipp von Schwaben und Otto dem Welfen den letztern; doch knüpfte er später mit dem siegreichen Philipp Verhandlungen an. Nachdem derselbe 1208 ermordet worden war, ließ er Otto, bevor er ihn krönte, erst auf alle von der Kirche beanspruchten Güter Verzicht leisten und die Freiheit der Appellation an den päpstlichen Stuhl und der kirchlichen Wahlen versprechen.
Da aber Otto bald von der Leitung durch den Papst sich zu emanzipieren strebte, schleuderte I. den Bannstrahl 1210 gegen ihn und stellte ihm seinen Mündel Friedrich II. als Gegenkönig entgegen. 1212 kam Friedrich nach Deutschland, gewann dort Anhang, verdrängte Otto IV. und wurde 1215 zu Aachen [* 18] gekrönt. Den französischen König Philipp August, welcher seine Gemahlin Ingeborg, Tochter des Königs Waldemar von Dänemark, [* 19] verstoßen und Agnes von Meran [* 20] geheiratet hatte, nötigte er 1201, Ingeborg wieder als seine rechtmäßige Gemahlin anzuerkennen.
Auch zwang er Alfons X. von Leon und Galicien, sich 1203 von seiner Nichte wegen zu naher Blutsverwandtschaft zu trennen. Peter von Aragonien ließ sich in Rom von I. 1204 krönen und machte sein Reich dem Papst zinsbar. Auch der Bulgarenfürst Kalojohannes nahm seine Krone aus den Händen des Papstes; der portugiesische König Sancho I. verstand sich zu einem Tribut. Da König Johann von England den vom Papst zum Erzbischof von Canterbury 1207 ernannten Kardinal Stephan Langton nicht anerkannte, so verhängte I. 1208 das Interdikt über England, sprach über Johann selbst 1209 den Bann aus und brachte es dahin, daß jener 1213 sein Land vom Papst zu Lehen nahm sowie einen jährlichen Tribut zu zahlen verhieß.
Sogar bis nach Konstantinopel suchte I. seinen Einfluß auszudehnen; er veranlaßte den Kreuzzug 1202-1204, welcher die Gründung des lateinischen Kaisertums zur Folge hatte. Nicht minder als nach außen kräftigte I. das päpstliche Ansehen im Innern der Kirche; er hielt eine strenge Disziplin aufrecht. 1215 wurde die vierte ökumenische Lateransynode zu Rom (das zwölfte in der Reihe der ökumenischen Konzile) abgehalten, auf welcher Gesandte von fast allen christlichen Höfen und Geistliche aus allen christlichen Ländern erschienen. Es wurde hier die Wiedereroberung Palästinas, die Reformation der Kirche und die Vernichtung der Ketzer beschlossen, die Lehre von der Transsubstantiation im Abendmahl und die Ohrenbeichte zu Glaubenssätzen erhoben und überhaupt 70 Kanones über Glaubenssatzungen aufgestellt, die wichtigsten Rechts- und Disziplinarverhältnisse geordnet, die Mönchsorden der Franziskaner und Dominikaner bestätigt.
Hierdurch glaubte er die ketzerische Forderung apostolischer Armut seitens der Kirche zu erfüllen. Gegen die Sekten der Waldenser und Albigenser rief er eine grausame Verfolgung hervor, indem er das Kreuz [* 21] gegen sie predigen ließ und Ketzergerichte einsetzte, aus denen später die Inquisition hervorging. Auf einer Reise begriffen, um zwischen den zwiespältigen Städten Pisa und Genua [* 22] zu vermitteln, ward I. vom Tod ereilt. Man schreibt ihm außer andern Kirchengesängen das »Veni Sancte Spiritus« und »Stabat mater« zu. Sein Privatleben war völlig tadellos und rein, sein Geist gewaltig und kühn, sein Auftreten äußerst gewandt und erfolgreich. Seine Werke erschienen zu Köln [* 23] 1575 und zu Venedig [* 24] 1578; seine Briefe, 11 Bücher bildend, wurden unter anderm zu Paris 1682 von Baluze veröffentlicht.
Vgl. Hurter, Geschichte Papst I.' III. und seiner Zeitgenossen (Hamb. 1841-43, 4 Bde.);
Deutsch, I. III. und sein Einfluß auf die Kirche (Bresl. 1876);
Schwemer, I. III. und die deutsche Kirche (Straßb. 1882);
Brischar, Papst I. III. (Freiburg [* 25] 1883).
5) I. IV., vorher Sinibald genannt, aus der genuesischen Familie der Fieschi stammend, hatte in Bologna die Rechte studiert, war sodann Kardinal geworden und wurde, während nach dem Tod Cölestins IV. der päpstliche Stuhl 1¾ Jahr lang unbesetzt geblieben war, zum Papst erwählt. Obschon er bis dahin in freundschaftlichem Verhältnis zu Kaiser Friedrich II. gestanden hatte, so veränderte er doch auf einmal sein Betragen gegen diesen. Vergeblich verhandelte der Kaiser mit dem Papst zu Sutri, um gegen gewichtige Zugeständnisse wieder vom Bann, der ihn seit 1239 belastete, befreit zu werden; plötzlich floh I. 1244 nach Lyon, [* 26] wo er seinen Regierungssitz aufschlug. Auf einer 1245 ¶
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dahin berufenen Kirchenversammlung klagte er Friedrich II. des Kirchenraubes, des Meineides und der Ketzerei an und beschuldigte ihn namentlich der Autorschaft eines seit jener Zeit durch das ganze Mittelalter hindurch bis in die Gegenwart vielbesprochenen Buches: »De tribus impostoribus«. Mochte der Kaiser durch seinen Kanzler Thaddäus von Suessa auch noch so klar verteidigt werden, mochten sich England und Frankreich zu Vermittlern aufwerfen: Friedrich wurde vom Papst aller seiner Kronen [* 28] für verlustig erklärt, mit einem fürchterlichen Bannfluch belegt und an die deutschen Fürsten die Aufforderung gerichtet, eine neue Kaiserwahl vorzunehmen.
Der Kampf zwischen Kaiser und Papst wurde mit furchtbarer Leidenschaft geführt. Auch auf Friedrichs II. Sohn und Nachfolger Konrad IV. vererbte I. seinen Haß. Er schloß denselben von der Kirchengemeinschaft aus und forderte zu einem Kreuzzug gegen ihn auf. Nach dem Tod Konrads IV. (1254) bemühte sich der Papst, den Hohenstaufen Neapel und Sizilien wegzunehmen; doch verteidigte Manfred glücklich das Land gegen die päpstlichen Truppen. I. starb bald darauf Seine umfassende Gelehrsamkeit und seine genaue Kenntnis des kanonischen Rechts erwarben ihm den Beinamen Pater et organum veritatis. I. schrieb einen Kommentar über die fünf Bücher der Dekretalen Gregors IX. (Straßb. 1478).
Vgl. »Les registres d'Innocent IV« (hrsg. von Berger, Par. 1880 ff., 3 Bde.).
6) I. V., aus Moutier in Savoyen, hieß früher Peter von Tarentaise, trat in den Dominikanerorden, wurde in Paris als eins der gelehrtesten Mitglieder desselben Nachfolger des Thomas von Aquino auf dem Lehrstuhl der Theologie an der Sorbonne, 1272 Erzbischof von Lyon, darauf Kardinal und Bischof von Ostia und endlich zum Nachfolger Gregors X. erwählt, starb aber schon 22. Juni d. J. Er schrieb: »Commentarius in libros sententiarum« (Toulouse [* 29] 1652, 3 Bde.) und einen Kommentar über die Briefe des Paulus (Köln 1478).
7) I. VI., geboren zu Brissac in Limousin, früher Stephan d'Albert, ward erst zu Noyon, dann seit 1340 zu Clermont Bischof, später Kardinal, Bischof von Ostia und Großpönitentiarius. Er schlug nach seiner Erwählung zum Papst seine Residenz zu Avignon auf, ließ aber den verlornen Kirchenstaat durch den Kardinal Albornoz zurückerobern und Frieden und Ordnung herstellen. Er bemühte sich, die von den Avignonschen Päpsten eingeschlagene Bahn kirchlicher Erpressungen wieder zu verlassen, beschränkte den Aufwand seines Hofs, vermochte jedoch nicht dauernd die übermütige Weise der Papstregierung zu ändern. Er starb in Avignon.
8) I. VII., geboren zu Sulmone in den Abruzzen, vorher Cosmus Megliorati genannt, ward Bischof von Bologna, Schatzmeister Urbans VI., 1389 Kardinal und von der italienischen Kardinalspartei zum Papst erwählt, während die Gegenpartei an Benedikt XIII. festhielt. Durch einen Aufstand, welcher 1405 zu Rom ausbrach und vom neapolitanischen König Wladislaw befördert wurde, sah sich I. zwar zur Flucht nach Viterbo genötigt, konnte aber bald dem Ruf zur Rückkehr folgen und nun Wladislaw in den Bann thun. Seine Unterhandlungen zur Beilegung des Schismas hatten keinen Erfolg. Er starb
9) I. VIII., früher Johann Battista Cibo, geb. 1432 zu Genua aus einem Adelsgeschlecht, war unter Paul II. Bischof von Porto, erlangte 1473 die Kardinalswürde und bestieg als Sixtus' IV. Nachfolger den päpstlichen Stuhl. Er war der erste Papst, der seine hohe Würde vornehmlich zur Ausstattung seiner eignen Familie verwertete, ein lasterhafter, unsittlicher Mensch. Er führte die Hexenprozesse offiziell ein. In Verbindung mit Lorenzo de' Medici sorgte er für die Erhaltung des bestehenden politischen Zustandes in Italien.
Nachdem er die Vereinigung aller christlichen Fürsten zu einem gemeinsamen Kreuzzug gegen die Türken vergeblich angestrebt, hielt er für eine jährliche Summe von 40,000 Dukaten den ihm vom Großmeister in Rhodos überlieferten Bruder und Nebenbuhler des Sultans Bajesid, Dschem, in Haft und ließ ihn endlich durch Gift aus dem Weg räumen. König Ferdinand von Neapel that er in den Bann und bot das Königreich Karl VIII. von Frankreich an. I. starb und hinterließ 16 Kinder, weshalb man ihn spottweise Pater patriae (»Vater des Vaterlandes«) nannte.
10) I. IX., früher Antonio Facchinetti genannt, geb. 1519 aus einer Adelsfamilie zu Bologna, wurde unter Pius IV. Bischof von Nicastro, unter Gregor XIII. Patriarch von Konstantinopel, 1583 Kardinal und auf den päpstlichen Stuhl erhoben, starb aber schon 30. Dez. d. J.
11) I. X., vor seiner Erhebung zum Papst Giovanni Battista Pamfili genannt, geb. zu Rom, ward unter Gregor XV. Nunzius in Neapel, von Urban VIII. dem Kardinal Franz Barberini nach Frankreich als Datarius beigegeben und blieb hier bis zur Erlangung des Kardinalshuts als Nunzius und Patriarch von Antiochia. Trotz des Widerstrebens des französischen Hofs wurde er zum Nachfolger Urbans VIII. erwählt. Da er aber die Familie Barberini, welcher er vorzüglich seine Wahl zum Papst verdankte, aus Rom vertrieb, so erregte er die Unzufriedenheit Mazarins und gab Frankreich Gelegenheit zu einer bewaffneten Intervention.
Umsonst protestierte er gegen den Westfälischen Frieden. Durch Einführung des Kornmonopols in den Kirchenstaat versetzte er dem Ackerbau daselbst einen empfindlichen Schlag. Er erließ die viel angefochtene Bulle »Cum occasione« gegen die »V Propositiones« des Jansenius 1653 und starb In seinem Pontifikat übte den größten Einfluß seine Schwägerin Olimpia Maidalchini aus; sie beherrschte ihn und die ganze Regierung.
Vgl. Ciampi,
Innocenzo X e la sua
corte (Rom 1878).
12) I. XI., geb. 1611 zu Como aus einer Adelsfamilie, hieß Benedikt Odescalchi, widmete sich zu Genua, Rom und Neapel dem Studium
der Rechte und diente sodann in Polen und Deutschland im Dreißigjährigen Krieg als Soldat. Später studierte
er noch Theologie, wurde Geistlicher, apostolischer Protonotar, Geheimer Sekretär
[* 30]
Innocenz' X., Gouverneur von Macerata, 1647 Kardinal,
Legat von Ferrara,
[* 31] Bischof von Novara und Papst. Als solcher suchte er dem Luxus, der Sittenverderbnis, der Käuflichkeit
der Ämter zu steuern. In einer Bulle von 1679 sprach er sich zwar gegen 65 Lehrsätze der Jesuiten aus,
machte dagegen diesen anderseits ein Zugeständnis durch die Verdammung Molinos' und der Quietisten. Mit dem König Ludwig XIV.
von Frankreich geriet er in Händel, weil derselbe auch von den bis dahin von der Krone unabhängigen Kirchen während der Vakanz
eines Bistums die Revenuen verwalten und die dazu gehörigen Pfründen besetzen wollte. Da einige französische
Bischöfe dagegen an den Papst appellierten und dieser für sie Partei nahm, ließ der König den päpstlichen
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