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Im Grossen Rat geht und ging es wieder einmal um Steuern. Die gleichen bürgerlichen Grossräte, welche die Unterstützung von armen Familien weiter senken möchten, verlangen gleichzeitig die Abschaffung der Handänderungs- und Pfandrechtsteuer, welche dem Kanton einen Steuerausfall von jährlich 120 Millionen Franken bescheren würde. Da die Steuereinnahmen wegen der Wirtschaftskrise ohnehin sinken werden, bedeutet dieser Steuerausfall, dass der Kanton bei Bildung und Gesundheit die Leistungen abbauen und auf die Investitionsbremse treten muss. Ein weiterer Arbeitsplatzabbau und weitere Armut wären programmiert, damit die Reichen noch reicher werden.
2006 besassen die reichsten 0.6% der Berner Hauhalte 26.1% der privaten Vermögen im Kanton Bern. Jene 49.9% der Haushalte, deren Reinvermögen 60’000 Fr. nicht übersteigt besitzen insgesamt 2.4% der Privatvermögen im Kanton. (Quelle Sozialbericht 2008, Armut im Kanton Bern, Abbildung 4).
Gemäss einem lesenswerten Artikel von Constantin Seibt im Tagesanzeiger vom 18. Dezember 2008, hat die Steuerpolitik des amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt in den 30er-Jahren (New Deal) das Ende der herrschenden Superreichen in Amerika verursacht und erst die Bildung und den Aufstieg der breiten, amerikanischen Mittelschicht der 50er- und 60er- Jahre ermöglicht. Heute entspricht die Einkommensverteilung wieder den Verhältnissen vor Roosevelts Amtsantritt.