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Bis zum 24. Juni darf Rhabarber noch geerntet werden, weil die Stangen danach zu viel Oxalsäure enthalten. Oxalsäure ist in großen Mengen gesundheitsschädlich. Aber auch für die Rhabarber-Pflanze ist das Ende der Ernte gut, denn sie braucht viel „Sommerschlaf“.
Ab Ende Juni brauche Rhabarbar dringend Ruhe – quasi einen Winterschlaf, serklärt Peter Muß, stellvertretender Geschäftsführer des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauern in Bonn. So könne Die Rhabarber-Pflanze wieder Nährstoffe in den Wurzeln einlagern und für das nächste Jahr vorsorgen.
Die nötigen Nährstoffe bekommt der Rhabarber durch eine Portion mineralischen oder organischen Dünger. Muß rät, eine Kompostbeigabe um die Stangen und Blätter zu verteilen. Keinesfalls sollte diese in die Erde eingearbeitet werden, weil der Rhabarber sehr flache Wurzeln hat.
Die Blätter werden nach dem Abschluss der Ernte nicht entfernt. Sie rollen sich im November von selbst ein, und das Rhizom überdauert im Boden den Winter. Soll der Rhabarber verpflanzt oder geteilt werden, sollte dies im Frühjahr geschehen, bevor die Blätter wieder austreiben, empfielt Muß.
Quelle:
http://www.ruhrnachrichten.de/leben/haus_und_garten/die_welt_des_gartens/Sommerschlaf-und-Duenger-fuer-Rhabarber;art395,1314135
Kommentar & Ergänzung:
Interessant ist die Geschichte der Kulturpflanze Rhabarber. Wenig bekannt ist beispielsweise, dass Rhabarber aus der Himalayaregion stammt.
„Ursprünglich stammt Rhabarber aus der Himalayaregion. Im 16. Jahrhundert wurde er in Russland angebaut und gelangte im 18. Jahrhundert auch in andere Teile Europas. Über Frankreich und die Niederlande kam er nach England, wo der Anbau seit 1753 belegt ist. Die Treiberei wurde als erstes von Gärtnern in Chelsea betrieben. Der erste gewerbsmäßige Anbau in Deutschland erfolgte 1848 in Hamburg-Kirchwerder und breitete sich von Norden nach Süden aus. 1937 betrug die Anbaufläche in Deutschland 1700 Hektar, 1993 zwischen 350 bis 400 Hektar. Seit 1947 wird Rhabarber in den USA gesetzlich als Obst betrachtet.“
(Quelle: Wikipedia)
Spannend ist auch die Herkunft des Wortes Rhabarber (die Etymologie):
„Der Name Rheum rhabarbarum stammt vom mittellateinischen Wort rheu barbarum in der Bedeutung einer fremdländischen Wurzel: rheum für Wurzel und barbarus für ausländisch, fremd. Das deutsche Wort Barbar hat mithin denselben lateinischen Ursprung wie die Pflanzenbezeichnung Rhabarber. Bei seiner Ankunft in Europa im 18. Jahrhundert wurde die deutsche Bezeichnung aus dem italienischen Wort rabarbaro entlehnt, entsprechend dem französischen rhubarbe und dem spanischen ruibarbo.
Eine vom Duden abweichende Version vertritt Friedrich Kluge: Er bezieht die Wanderung der Pflanze von Ost nach West ein. Dabei wurden das persische Wort rewend sowie eine Anlehnung an den Eigennamen Rhã für den Fluss Wolga (russisch Волга) transportiert.“
(Quelle: Wikipedia)
Qxalsäure ist fördert bei längerer Aufnahme zu hoher Dosen die Entstehung von Oxalat-Nierensteinen.
Natürlich ist der Oxalatgehalt im Rhabarber nicht einfach Knall auf Fall ab 24. Juni zu hoch. Er steigt vielmehr kontinuierlich an und erreicht dann irgendwann um dieses Datum herum ungesunde Werte. Der 24. Juni ist einfach ein leicht zu merkendes Datum (Johannistag).
Die biologische Bedeutung der Qxalsäure beschreibt Wikipedia so:
„Oxalsäure ist in höherer Konzentration gesundheitsschädlich, kommt in geringer Konzentration aber in Lebensmitteln wie Tee (insbesondere schwarzer Tee und Pfefferminztee), in Rhabarber, in Sauerampfer, in Kakao und Schokolade vor. Calciumoxalat entsteht in der Natur häufig beim Absterben von Pflanzenzellen. Es kann unter polarisiertem Licht in Form von hellen rechteckigen Kristallen erkannt werden (besonders einfach in braunen Zwiebelschalen). Nierensteine bestehen meist aus Calciumoxalat und Harnsäure, die Steinbildung wird aber durch Zitronensäure, welche in Früchten vorkommt, verhindert.
Da Oxalsäure die Resorption (Aufnahme) von Eisen im Darm erschwert, sollte man bei einer Eisentherapie, z. B. im Rahmen einer Eisenmangelanämie mit dem Verzehr der o. g. Lebensmittel zurückhaltend sein und diese auch nicht gleichzeitig mit der Einnahme von Eisentabletten zu sich nehmen. Nach Aufnahme von Oxalsäure kommt es im betroffenen Gewebe zu einer Verarmung an Calcium, in schweren Fällen kann dies eine Schädigung des Herzens zur Folge haben. Nach Aufnahme von größeren Dosen kann es zu Lähmungserscheinungen kommen, in jedem Fall (auch bei leichten Vergiftungen) kommt es zu Nierenschäden durch verstopfte Nierentubuli. Die letale Dosis (LDLo beim Menschen, oral) wird mit 600 mg/kg angegeben.“
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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