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| Origenes († 253/54) - Gegen Celsus (Contra Celsum)

Fünftes Buch
2.
Wir haben also jetzt die Aufgabe, die Worte des Celsus zurückzuweisen, die so lauten: " Ein Gott und ein Sohn Gottes, ihr Juden und Christen, ist niemals auf die Erde herabgekommen, noch dürfte er herabkommen. Wenn ihr aber von einige Engeln sprecht, wofür haltet ihr sie, für Götter oder für irgendein anderes Geschlecht? Für ein anderes Geschlecht, wie es scheint, für Dämonen1 ." Celsus wiederholt sich hier selbst, er hat diesen Einwurf oben bereits mehrmals vorgebracht; es ist daher nicht nötig, ausführlicher mit ihm darüber zu reden; denn was wir früher darauf entgegnet haben, wird genügen. Nur einige wenige Bemerkungen, die mit den früher gemachten nach unserer Meinung übereinstimmen, ohne jedoch ganz dasselbe zu besagen, wollen wir aus vielen2 herausgreifen und vortragen. Wir werden hier darlegen, dass er mit seiner allgemeinen Behauptung, "kein Gott oder Sohn Gottes sei zu den Menschen herabgekommen", auch die von der Mehrzahl der Menschen geteilte Ansicht von den Erscheinungen Gottes verwirft. Seine Behauptung ist auch mit der Meinung nicht vereinbar, die er selbst an früheren Stellen seines Buches vorgetragen hat. Denn wenn die allgemein gehaltene Behauptung des Celsus: "Ein Gott und ein Sohn Gottes ist niemals auf die Erde herabgekommen, noch dürfte er herabkommen" wahr ist, so wird dadurch natürlich die Annahme unmöglich gemacht, dass es Götter auf Erden gibt, die vom Himmel herabgekommen sind, und entweder den Menschen die Zukunft zu enthüllen oder durch Orakelsprüche Kranke zu heilen.
Dann wäre wohl weder der pythische Apollo noch Asklepios noch ein anderer von denen, welchen der Glaube solche Dinge zuschreibt, "ein Gott", der vom Himmel herabgestiegen ist; oder er wäre zwar ein Gott, hätte aber das Los gezogen, für immer die Erde zu bewohnen, und wäre gewissermaßen aus der Wohnung der Götter verbannt; oder er wäre einer von denen, die keine Erlaubnis hätten, mit den dort weilenden Gottheiten zusammen zu sein; oder Apollo und Asklepios und alle die, von denen man glaubt, dass sie auf Erden irgendeine Wirksamkeit ausüben, wären keine Götter, sondern gewisse Dämonen, viel geringer als jene Weisen unter den Menschen, die wegen ihrer Tugend bis zum Himmelsgewölbe emporsteigen.
1: haltet ihr sie
2: die wir hier machen können,