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Der 18-jährige Jason Joseph vom LC Therwil sorgte am vergangenen Samstag an den U20-Europameisterschaften für eine Premiere in der Basler Sportgeschichte:
Der Oberwiler gewann im italienischen Grosseto über 110 Meter Hürden als erster Leichtathlet aus der Region eine Goldmedaille an einer Junioren-EM.
Jason Joseph hat dem Druck standgehalten. Mit der klar besten Zeit aller Teilnehmer des 110-Meter- Hürden-Wettkampfs (13,25 Sekunden) war er Anfang Woche an die U20-Europameisterschaften in Grosseto (ITA) gereist. Das Ziel war klar: Der Athlet des LC Therwil wollte Gold. Vorlauf und Halbfinal überstand er problemlos – und am Samstagabend setzte er sich auch im Final gegen die internationale Konkurrenz durch und sicherte sich den Europameister-Titel.
«Mein Rennen war katastrophal», analysierte der Oberwiler nach dem Final selbstkritisch. Tatsächlich startete Joseph ungewöhnlich verhalten, blieb lange sogar etwas hinter dem Briten Robert Sakala und dem Spanier Luis Salort zurück. Doch auf den letzten Metern drehte Joseph auf und erreichte nach 13,41 Sekunden das Ziel doch noch als Erster. Damit erreichte der 18-Jährige gleich bei seinen ersten grossen Meisterschaften das Maximum und schaffte Historisches: Vor Joseph gab es noch nie einen Junioren-Europameister aus der Region Basel.
Joseph ist aber nicht der einzige Schweizer, der in Grosseto über Gold jubeln konnte. Im 3000-Meter-Rennen war Delia Sclabas ihren Gegnerinnen deutlich überlegen. Die Bernerin erreichte das Ziel ganze zehn Sekunden vor der Zweitplatzierten. Und über 400 Meter Hürden gewann die Thurgauerin Yasmin Giger den EM-Titel.
Hürdenläufer LC Therwil
BaZ: Jason Joseph, Sie sind jetzt in Ihrer Disziplin der beste Junior Europas, wie haben Sie Ihren Erfolg gefeiert?
Jason Joseph: Bis jetzt habe ich noch überhaupt nicht gefeiert. In meinem Zimmer schlafen andere Athleten, die noch Wettkämpfe haben, die wollte ich nicht stören. Aber ich werde das Feiern sicher nachholen.
Was bedeutet Ihnen dieser Titel?
Mega viel! Er zeigt, dass sich die Arbeit gelohnt hat und dass ich mich in dieser Saison sehr verbessern konnte. Wenn mir zu Beginn des Jahres jemand gesagt hätte, ich würde Europameister, hätte ich ihn ausgelacht.
Trotz des Sieges waren Sie nach dem Final aber nicht zufrieden. Wieso?
Das Rennen war katastrophal, vor allem der Start. Ich hatte das Gefühl, dass ich ohne Energie unterwegs bin. Erst gegen Ende kam ich richtig in Fahrt. Es war allgemein nicht so mein Wochenende, ich war etwas verkrampft. Zum Glück hat es trotzdem zum Titel gereicht.
Waren Sie denn so nervös?
Und wie! Vor allem vor dem Vorlauf. Alle sagten mir, ich sei Favorit und werde sicher den Final erreichen. Ich spürte einen riesigen Druck. Vor dem Final ging es mir aber besser, dort wollte ich einfach einen raushauen.
Die U20-EM war ihre erste grosse Meisterschaft, wie haben Sie sie erlebt?
Anfang Juli startete ich in Mannheim erstmals in einem internationalen Feld und war enttäuscht. Stärkster Gegner dort war wieder einmal ein Schweizer, dabei will ich mich doch endlich mit den besten Sportlern aus anderen Ländern messen. Ich hatte befürchtet, dass das in Grosseto wieder so werden würde. Aber hier war es anders, das Niveau war sehr hoch. Jeder will den Titel, jeder jagt dich.
Haben Sie Ihre Gegner gekannt?
Einen oder zwei schon, aber die meisten habe ich noch nie gesehen. Es war speziell, ich lief gegen Athleten, von denen ich keine Ahnung hatte, wie schnell sie sind.
Wie geht Ihre Saison jetzt weiter?
Bei Weltklasse Zürich werde ich im Vorprogramm starten. Und im September laufe ich dann an den Junioren-Schweizer-Meisterschaften wieder um eine Medaille.