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Das Ortsmuseum Obermutten ist ein typisches Walser Langhaus – in seiner Urform zweigeschossig und dreiteilig in der Tiefe. Gegen das Tal hin ist die Stube, in der Mitte (immer von einer durchgehenden Blockwand getrennt) Vorhaus und Küche und gegen den Berg hin die Vorratskammer. Darüber sind in der gleicher Reihenfolge die Stubenkammer, der breite Gang mit Sicht ans Schindeldach und die Kammer über dem Vorratsraum. Über beiden Kammern befindet sich ein Estrich. Das Haus ist in seiner ganzen Länge unterkellert. Die Stubeneinrichtung ist teils aus dem 17. Jahrhundert und der Kochherd Modell 1863. Das Haus wurde aus Sicherheits- und praktischen Gründen ums Jahr 2000 elektrifiziert und mit fliessendem Wasser versehen.
In Mutten unterscheiden wir drei herkömmliche Haustypen: das Langhaus, welches vor dem Brand von Obermutten am häufigsten vertreten war, das erweiterte Langhaus und das Doppelhaus. Sämtliche Häuser sind bis an eine schwache Untermauerung in Holz gebaut, versteht sich.
Das Langhaus
Von den dreiraumtiefen „klassischen“ Langhäusern, wie sie in Obermutten vor dem Brand hauptsächlich vorkamen, sind heute nur noch deren zwei vorhanden. Dazu noch drei Langhäuser mit verkürztem oder nicht vorhandenem Mittelteil. Das Haus Nr. 5 in Untermutten ist in der Grundeinteilung ebenfalls ein Original Walserhaus dieses Typs. Das schmale Langhaus besteht aus drei Gemachen, der Stube, der Küche und einer Vorratskammer oder Speicher, genannt das g’mächli, in derselben Reihenfolge wie die Stüva, die cha da fö und die cheminada im rätoromanischen Haus. Hotzenköcherle: „Zu hinterst, bergseits und ebenerdig, eine Vorratskammer (xemmarli)“. Die Wettung umfasst auch den Keller (nicht überall), der zu ebener Erde liegt. Da das Terrain aber ziemlich steil abfällt, so kommen Küche und Speicher, ebenfalls zu ebener Erde, nicht mit dem Keller, sondern mit der Stube über dem Keller auf dasselbe Niveau zu liegen. Besonders zu beachten ist folgender Umstand: Stube und Speicher bilden, jedes für sich, einen besondern Strick, d. h. Blockwürfel. Zwischen diese zwei Würfel ist auf beiden Traufseiten je eine kleine Balkenlage eingeschoben, welche die Küche und den Hauseingang umfasst. Wichtig ist zu sagen, dass diese durch zwei senkrechte beidseitig eingeschnittene (nicht immer) Balken mit diesen Würfeln verbunden sind. Diese Balkenlage weist in keiner Art und Weise darauf hinweist, dass diese Häuser zuerst als Würfel gebaut und später erweitert wurden. Das Holz in dieser Höhe erreicht ganz einfach nicht die Länge, dass man die ganze Hauslänge damit hätte eindecken können. Eindrücklich wird das an den Pfetten z. B. im Hause Koprio sichtbar.
Die Tür war in der Regel eine doppelte; die innere ist ganz, die äussere hat nur die untere Hälfte oder an deren Stelle ein Gatter. Dieses Gatter verhinderte das Eindringen von Vieh, Ziegen und anderen Haustieren, ins Haus; denn die Tiere liefen während der Gemeinatzung frei herum. Wir hatten übrigens hie und da Vieh im Hause, wenn wir vergassen, ds Tirli zu schliessen. Nach der Aufhebung der . Gemeinatzung verschwanden in Ober- und Untermutten sämtliche Gatter oder Halbtüren an den Häusern. Am Stafel sind sie zum Teil noch vorhandne. Beim Ortsmuseum Obermutten wurde der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt.
Bild: Kochherd aus dem einstigen Haus Thomann in Obermutten
Küche
Diese war innen oft ausgemauert; aussen aber war eine Holzwand. Nicht so bei M. Wyss (Haus Nr. 5) in Untermutten. An der Nordwand aussen war entweder die von Zinsli genannte Mauerung mit Kamin oder wahrscheinlicher – ein Backofen. Die offene Feuerstelle dürfte der Normalfall gewesen sein. Eigenliche Kamine gab es nicht. Der Rauch suchte sich selber den Weg nach oben (s. Madiswilerhaus Ballenberg). Das erklärt auch, dass die Häuser im Küchen-, Vorhaus- und Gangteil sowie am Unterdach brandschwarz waren. Wann die ersten Kochherde aufkamen, ist nicht bekannt. Oder vielleicht doch? Interessant ist, dass in Mutten 1863 „uf ei Chlapf“ 23 Herde angeschafft wurden (Bild). Man bezeichnet diese Art – es handelt sich um sogenannte Sparherde – heute als deutsche Herde, im Gegensatz zu den Französischen, welche auf Beinen sind. Diese Herde waren in den 50er Jahren noch in vielen Häusern anzutreffen.
Obergeschoss
Da sich die Strickwände des Hauses zwischen Stube und Vorhaus sowie Vorhaus/Küche und Vorratskammer bis unters Dach durchziehen, sind die Räume im Obergeschoss gleich gross wie die im Untergeschoss. Über der Stube befindet sich die Stubenkammer, dann folgt der grosse Gang mit Sicht bis ans Dach und zu beiden Seiten auf den Estrich oder die „Tili“, wie die Muttner sagen. Daran anschliessend folgt ein weiteres Schlafzimmer. Zwei Häuser sind mit einem sogenannten „Seelapalgga“ (Bild) versehen, das Ortsmuseum und das Haus Dünser am Stafel.