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Hans Leo Hassler (getauft 26.10.1564, Nürnberg, † 8.6.1612, Frankfurt a. M.)
Hans Leo Hassler, der talentierteste der drei musikbegabten Söhne des Nürnberger Organisten der Spitalkirche, Isaak Hassler, erhielt seine musikalische Ausbildung zuerst in Nürnberg und wurde dann vom Vater nach Venedig gesandt, wo er 1584/85 an San Marco bei Andrea Gabrieli studierte und ein enger Freund von dessen Neffen und Schüler Giovanni Gabrieli wurde. Nach seiner Rückkehr 1586 war Hassler Kammerorganist beim Grafen Octavian II. Fugger in Augsburg. Später stand er in den Diensten von Kaiser Rudolf II., der ihn und seine Brüder Kaspar und Jakob, die ebenfalls Organisten waren, in den Adelsstand erhob. Der Rat von Augsburg übertrug ihm 1600 auch die Leitung der Stadtpfeiferei und des städtischen Musikwesens. Nach dem Tod des Grafen Oktavian wirkte er 1601 in Nürnberg als Organist an der Frauenkirche und als städtischer Kapellmeister. Ab 1608 war er «Musikus und Kammerorganist» des in Dresden residierenden Kurfürsten Christian II. von Sachsen und begleitete 1612 dessen Nachfolger, Johann Georg l., zur Wahl des Kaisers Matthias nach Frankfurt am Main, wo er an der Schwindsucht starb.
Hassler war der bedeutendste deutsche Komponist seiner Zeit. Als kirchlicher Komponist ist er sowohl für die Katholiken als auch für die Protestanten massgebend. Er komponierte für die katholische Kirche Messen und Motetten und bereicherte den evangelischen Kirchengesang durch Choralsätze von unvergänglichem Wert. Nicht weniger geschätzt waren seine Madrigale, Kanzonetten und deutschen weltlichen Lieder, darunter das später mit dem Text «0 Haupt voll Blut und Wunden» in den protestantischen Kirchengesang aufgenommene Lied «Mein G'müt ist mir verwirret, das macht ein Jungfrau zart», das sich in seinem «Lustgarten neuer deutscher Gesänge» zu 4-8 Stimmen findet.
Hassler verband in vollendeter Form und einem eigenen Stil den Einfluss der italienischen Musik mit Elementen der deutschen Tradition und wirkte damit auf viele Komponisten seiner Zeit.
Konzertchor Diverticanto
| Felix Reolon, Dirigent | Ida-Sträuli-Strasse 87 | 8404 Winterthur | E-Mail | Letzte Änderung: 30.06.2020