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Die Versklavung und Vermarktung der Tiere geht nach denselben Regeln vor sich, die damals für den Kauf und Verkauf, für den Transport und die Unterbringung von Menschen galten, aus dem Buch
«Da kräht der Hahn - Kirche für Tiere?"
von Pfarrerin Christa Blanke
Sklaven mußten in den arbeits«intensiven« Plantagen für Zucker, Kaffee, Baumwolle und Tabak schuften. So wie heute die Hühner, Schweine, Rinder gezwungen werden, in der »intensiven« Landwirtschaft Eier und (ihr eigenes) Fleisch zu produzieren. Sklaven wurde keinerlei verwandtschaftliche Bindung zugestanden. Frau und Mann, Mutter und Kind, Bruder und Schwester wurden ohne weiteres voneinander getrennt. So wie heute das Kalb von seiner Mutter, der Gorilla von seiner Familie, der in lebenslanger Partnerschaft lebende Gänserich von seiner Frau getrennt wird. Sklaven wurden mit einem Joch zusammengebunden wie die Ochsen. Man zog ihnen einen Ring durch die Nase wie den Tanzbären. Man drückte ihnen ein Brandmal auf wie den Rindern und Pferden. Sklavenkinder wurden von reichen Londoner Damen an silbernen Kettchen spazierengeführt wie Schoßhunde. Sklaven wurden einer Qualitätskontrolle unterzogen. Es gab Preisnachlässe und Verkäufe im Dutzend billiger. So wie es heute in den Katalogen für bestimmte »Versuchstiermodelle« Mengenrabatt gibt und die Qualität garantiert wird. Sklavenhändler waren ehrenwerte Kaufleute aus London, Marseille, Lissabon und Kopenhagen. Sie verdienten gut am Handel mit Menschen und brachten dem Staat Steuern ein. So wie heute die Deutsche Lufthansa ein hochgeachtetes Unternehmen ist, obwohl sie jedes Jahr Millionengeschäfte durch den Tiertransport macht. Zum Beispiel durch den Transport von Affen im Transit, wo von 10 Gefangenen nur 2 die Labors überhaupt erreichen, für die sie bestimmt sind. Der deutsche Staat ist am Gewinn beteiligt durch die Mehrwertsteuer und die Kirche durch die Kirchensteuer. Sklavenbesitzer waren keine Monster, sondern durchaus sympathische Leute mit moralischen Ansprüchen an sich und andere. Ihr blinder Fleck war die Sklaverei. Genauso wie viele Wissenschaftler heute sympathische Menschen sind mit dem ehrlichen Anspruch, zum Besten der leidenden Mitmenschen zu forschen. Ihr blinder Fleck sind die Tiere in den Labors. Sklaventransporte waren eine einzige grausame Quälerei mit enorm hohen »Verlustquoten«. Genauso wie die Tiertransporte heute zu Wasser, auf den Straßen und in der Luft, lohnte sich auch damals der Sklavenhandel trotzdem. Die Sklaverei wurde mit dem Argument gerechtfertigt, daß ohne sie Wirtschaft und Gesellschaft nicht existieren könnten. So wie heute behauptet wird, daß ohne versklavte Tiere unsere Wirtschaft zusammenbrechen, Massenarbeitslosigkeit ausbrechen und unser Gesundheitssystem zerbrechen würde, Sklaven hatten keine Seele. Davon war eine ganze Gesellschaft fest überzeugt. Diese Tatsache war allerdings kein Hindernis, die Schwarzen zu missionieren und ihre zu Herzen gehenden Spirituals bei Beerdigungen anzuhören. Das ist genauso absurd, wie wenn heute Tierversuche damit gerechtfertigt werden, Tiere seien ja keine Menschen, aber die Ergebnisse dieser Versuche auf Menschen angewendet werden. Tiere sind keine Menschen. Deshalb haben sie keine Rechte. Menschen, die als Sklaven bezeichnet werden, sind wie Tiere. Sie haben deshalb auch keine Rechte. Die Logik ist klar. Und das Unrecht auch. Es gibt heute eine Form der Sklaverei, die es so früher nicht gegeben hat. Schon immer war der Handel mit Sklaven ein einträgliches Geschäft, und es wurden mit dem Kauf und Verkauf von Menschen große Gewinne erzielt. Das ist auch beim Handel mit Tieren so. Den größten Umsatz mit ihren Tiersklaven machen jedoch heute die Firmen, die sich auf den Verkauf von »Versuchstieren« spezialisiert haben. Die Firma Charles River Breeding Laboratories mit 12 Niederlassungen in 7 Ländern gibt in den achtziger Jahren die Jahres«produktion» an «Versuchstieren» mit 22 000 000 speziell gezüchteten Ratten, Mäusen, Meerschweinchen, Hamstern und Affen an. Das ist ein gigantisches Geschäft mit dem Leben. Die Bilanzen werden inzwischen geheimgehalten.
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