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Die Situation habe sich in den letzten Wochen zugespitzt, bestätigte der Direktor der kantonalen Gefängnisse Stefano Laffranchini einen Bericht der Zeitung «Corriere del Ticino» gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Bereits seit einem Jahr sei die Situation in den Tessiner Gefängnissen schwierig.
Für Laffranchini hängen die Schwierigkeiten in den Gefängnissen mit der peripheren Lage des Kantons zusammen: Drogenhandel, grenzüberschreitender Diebstahl und Probleme im Zusammenhang mit den Migrationsströmen seien «typische Merkmale» eines Transit- und Grenzkantons. Und diese führten zu vollen Gefängnissen.
Bald Überführungen nötig?
Ob der Notfallplan demnächst zum Einsatz kommt, sei schwer abzuschätzen, erklärte Laffranchini weiter. Falls auch die zusätzlichen Zellen bald belegt wären, müsste das Tessin am ehesten auf die Hilfe der Kantone des Strafvollzugskonkordats der lateinischen Schweiz setzen.
Zu diesem Konkordat gehören die Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Für Überführungen von Häftlingen kämen grundsätzlich aber alle Kantone in Frage, hielt Laffranchini fest.
Auch für Frauen sind die Haftbedingungen im Tessin schwierig. Im letzten Jahr hat die Tessiner Regierung einen Kredit für eine Frauenabteilung im Gefängnis La Stampa bei Lugano gesprochen. 11 Plätze extra für weibliche Häftlinge sollen geschaffen werden, darunter auch eine Zelle für eine Mutter mit Kind. Die Abteilung wird jedoch frühestens auf Ende 2025 fertig.