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Langanhaltende Trockenphasen, die das Waldbrandrisiko erhöhen, sind in den letzten 30 Jahren häufiger geworden. Wir sammeln systematisch die Daten von Waldbränden und entwickeln Methoden und Konzepte zur Abschätzung des Waldbrandrisikos.
Niederschlagsarme Perioden oder extreme Trockenheit und eine moderne, naturnahe Waldbewirtschaftung erhöhen das Waldbrandrisiko. Die Wälder werden nicht mehr genutzt wie früher: brennbares Totholz, abgefallene Blätter und Gestrüpp reichern sich am Waldboden an. Dadurch kann sich ein einmal entzündetes Feuer besonders bei lang andauernder Trockenheit sehr leicht ausbreiten. Die meisten Waldbrände werden von Menschen entfacht: Unvorsichtiges Handeln oder Brandstiftung verursacht rund 90 Prozent aller Waldbrände in der Schweiz.
Waldbrände vermehrt auch nördlich der Alpen
In der Schweiz ereignen sich Waldbrände am häufigsten auf der Alpensüdseite, also im Tessin und in den südlich ausgerichteten Bündnertälern. Typischerweise finden dort die Brände im Frühjahr statt. Zu dieser Zeit herrschen die grössten Trockenperioden und die Laubbäume tragen noch kein Blätterdach, welches den Boden vor den austrocknenden Sonnestrahlen schützt.
Deutlich weniger häufig, aber doch rund 10 bis 15 mal pro Jahr, brennen Wälder in den zentralalpinen Tälern, besonders im Wallis. Am meisten Brände werden dort im Sommerhalbjahr verzeichnet, wenn die warmen Temperaturen besonders die Föhrenwälder austrocknen. Die Waldbrandgefahr hat sich durch langanhaltende Trockenheiten bei wärmeren Temperaturen in den letzten 30 Jahren verschärft. Davon betroffen sind zunehmend auch Wälder nördlich der Alpen.
Vorhersage verbessern
An der WSL erforschen wir die Faktoren, die das Waldbrandrisiko erhöhen und entwickeln Instrumente, um die Waldbrandgefahr vorherzusagen. Wir gehen den Fragen nach, wie zuverlässig Waldbrände vorhergesagt werden können und ob es allgemein gültige Vorhersagemethoden gibt.
Wir haben die Frühwarnsysteme Fireless2 und FireNiche entwickelt, die den Behörden helfen, die Gefahrenlage zu beurteilen. Die landesweite Waldbranddatenbank Swissfire, ein Kooperationsprojekt mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU), dient als Grundlage für mittelfristige Vorhersagemethoden und Waldbrandrisikokarten.
Folgen für die Wälder
In unserer Waldforschung beobachten wir ausserdem, wie sich von Feuer zerstörte Waldgebiete nach dem Brand entwickeln. Wir beobachten, wie schnell Leben zurückkehrt, wie sich die Biodiversität verändert und welche Folge-Gefahren Waldbrände mit sich bringen, zum Beispiel eine verringerte Schutzfunktion vor Steinschlag und Lawinen.