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Ähnlich wie die Linie 9 war auch die Linie 12 eine Ergänzungslinie, seit 1921 betrieblich verbunden mit ihrer «grossen Schwester», der Linie 14. Der Unterschied zwischen diesen beiden Linien lag lange Zeit einzig bei der Lage des östlichen Endpunkts: Die Linie 12 wendete bereits in Muttenz, während der 14er – wie auch heute noch – bis Pratteln weiterfuhr.
Wagen der Linie 12 um 1923 auf der Johanniterbrücke.
© Ansichtskarte Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen
Erstmals verkehrte der 12er am 1. April 1916, und zwar von der Feldbergstrasse über die Johanniterbrücke, durch die Innenstadt und über die neu errichtete Strecke von der Hardstrasse zum Zeughaus. Damit hatte ein berechtigter Wunsch der Anwohner des St. Alban-Quartier seine Erfüllung gefunden. Die Bauarbeiten für die Weiterführung der Strecke nach Richtung St. Jakob konnten erst nach der Festlegung der Streckenführung im Bereich der dortigen Kirche und des Wirtshauses in Angriff genommen werden. Am 19. August 1916 erreichte der 12er erstmals den neuen Endpunkt.
Mit der Inbetriebnahme des ersten Teilstücks der Basellandschaftlichen Ueberlandbahn AG (BUeB) am 23. Januar 1921 wurde die Linie 12 nach Muttenz verlängert. Den Verkehr nach Pratteln übernahm ab 1922 die Linie 14. Wie die Trambahngesellschaft Basel–Aesch AG (TBA) und anfänglich die Birseckbahn AG (BEB) beauftrage also auch die BUeB die Basler Strassenbahnen (B.St.B.) mit der Betriebsführung und dem Unterhalt ihrer Infrastruktur.
Den stadtseitigen Endpunkt der Linie 12 verlegten die B.St.B. Ende 1918 zunächst zum Wiesenplatz, später zur Mustermesse bzw. zur Schifflände. Mit der Ablösung der Linie 4 auf dem Abschnitt Claraplatz–Kleinhüningen kehrte der 12er zusammen mit dem 14er nach Kleinhüningen zurück.
Als 1978 als Folge ansteigender Fahrgastfrequenzen fast jeder Kurs bis nach Pratteln geführt wurde, verschwand die Linienbezeichnung «12». Dieser Wegfall hatte auch praktische Gründe: Man wollte vom aufwändigen, manuellen Wechseln der zahlreichen Liniennummernschildern an den immer länger werdenden Tramzügen wegkommen.
Die Linie 12 hatte lange Jahre die gleiche Führung wie die Linie 14, wendete jedoch bereits in Muttenz Dorf. Am 7. April 1972 umrundet der fabrikneue Be 4/6 623 den dortigen Gemüsegarten.
© Heinz Vogt (Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen)
2002 kehrte die Linie 12 für einige Zeit zurück. Erstmals liefen während der Basler Fasnacht wieder Züge mit dem Kopfschild «12», und zwar zwischen der Muttenzer Rothausstrasse (Schlaufe Wartenberg) und MParc.
Die zwischen 1999 und 2005 jeweils im Winterhalbjahr betriebene Einsatzlinie von der Rothausstrasse zum Theater war ab 14. Oktober 2002 ebenfalls als Linie 12 beschildert. Zuvor verkehrten die Wagen, welche die Linien 14 und 16 auf ihren jeweils am stärksten belasteten Abschnitten entlasten sollten, mit dem Kopfschild «E». Als Einsatzlinie war die Linie im Fahrplan und auf den Haltestellentafeln allerdings nicht aufgeführt. Zusammen mit der Linie E11 bildete jedoch sie eine willkommene und sinnvolle Verstärkung im Gundeldingerquartier, fiel jedoch 2005 dem Rotstift zum Opfer.
Leider fiel die winterliche Einsatzlinie Muttenz–Theater 2005 abrupt dem Rotstift zum Oper: Be 4/6 642 am 19. Februar 2003 beim Freidorf.
© Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. 5.1652)