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Pressemitteilungen
Deponie-Entschädigung nicht preisgegeben – Willisauer Bote (23. Februar 2021)
Pläne für Ufhuser Deponie werden konkreter – Luzerner Zeitung (23. Februar 2021)
Gross-Deponie: Das Vorprojekt liegt vor – Willisauer Bote (22.Januar 2021)
Zahlen und Fakten
Im Rahmen des Vorprojektes werden bis zu 1,2 Mio. m3 Material des Typs A und B (gemäss Anhang 5 zur VVEA) über die geplante Fläche von ca. 17 ha (170'000 m2) abgelagert werden können.
Basierend auf der Bedarfsanalyse wird jährlich mit einem Deponievolumen von ca. 50'000 m3 gerechnet. Die Deponie kann somit in ca. zehn Etappen in den nächsten 24 Jahren aufgefüllt werden.
Verkehr
Der Standort Engelprächtigen bietet ideale verkehrstechnische Voraussetzungen. Über eine neue Zufahrtsstrasse im Bereich Zusimöösli wird die Deponie direkt ab der Kantonsstrasse K18 erschlossen.
Geschichte
Das Landschaftsbild ist geprägt von landwirtschaftlich genutzten, teilweise bewaldeten Hangflanken. Rinnsale und kleinere Fliessgewässer bilden natürliche Geländeeinschnitte in Form von Tobel und Tobelwäldern quer zum Haupttal. Sie münden in die vom Rotbach durchflossene Talebene, welche vor der Meliorationen vernässt war (Hüselermoos). Diese Primärlandschaft wurde im Verlauf des 20. Jahrhunderts stark verändert.
Das Tal zwischen Huttwil und Zell war vor der letzten Vergletscherung ein weites Moor- und Überschwemmungsgebiet. Die ca. 30 m mächtigen Ablagerungen von geschichteten Tonen, Sanden und Schottern enthalten Kohle. Bereits im 19. Jahrhundert entdeckte man beim Bau der Bahnlinie Huttwil-Wolhusen bei der Haltestelle Gondiswil die Schieferkohle. Diese Schieferkohle wurde während kurzer Zeit in bescheidenem Umfang abgebaut. Erst später, zur Zeit des 1. Weltkrieges fand infolge der kriegsbedingten Brennstoffknappheit in Engelprächtigen ein umfangreicher Abbau statt. Von 1917 bis 1920 wurde im Gebiet ca. 110’000 t Schieferkohle abgebaut. Durch den Abbau wurden an verschiedenen Orten Überreste von Fauna aus der letzten Kaltzeit entdeckt. Darunter befanden sich Stoss- und Backenzähne von Mammuts.
Zwischen 1940 und 1946 wurden im Gebiet Engelprächtigen 230’000 Tonnen Braunkohle abgebaut. Zu dieser Zeit war das Abbaugebiet das grösste Braunkohlebergwerk der Schweiz. 1942 ereignete sich ein Grubenunglück mit sieben Toten. Eine Auffüllung des ehemaligen Abbaugebietes ist seither nicht erfolgt. Die künstlich geschaffene Topografie ist daher heute noch im Gelände ersichtlich.
1917 bis 1920
Abbau Schieferkohle im Gebiet Engelprächtigen
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1940 bis 1946
Abbau Braunkohle
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Rekultivierung, Landschaftsbild und ökologischer Ausgleich
Die Form und Ausrichtung des Deponiekörpers hat Einfluss auf die Bewirtschaftungsmöglichkeiten und deren Intensität. Das Konzept sieht neben einem angemessenen Anteil an ökologisch wertvollen Flächen mit extensiver Nutzung, ebenso landwirtschaftlich intensiv nutzbare Flächen (Fruchtfolgeflächen) vor.
Die Biodiversitätsförderflächen sind hauptsächlich im Bereich der steilen Böschungen und entlang des Hangfusses angeordnet. In den schwierig bewirtschaftbaren Steilböschungen werden bevorzugt ökologisch wertvolle Wiesen und Weiden angelegt.
Feuchtwiesen werden vorwiegend entlang des Bachs und des Rinnsals in der Ebene geschaffen. Die Streueflächen ziehen sich zusätzlich den Hang hoch. Im Streueflächenbereich ist ein grösseres Stillgewässer und mehrere kleine Tümpel und Flutmulden zentral.
Auf der Fruchtfolgefläche ist entweder ein Saum auf Ackerfläche oder eine Buntbrache anzulegen. Das Element in der offenen Fläche ist ein wichtiger Brutplatz für die Feldlerche. Die genaue Anordnung kann auf die künftigen Ackerschläge angepasst werden.
Östlich des Deponiekörpers wird der eingedolte Bach ausgedolt und revitalisiert. Zusammen mit dem ökologisch gestalteten Uferbereich bildet er ein wichtiges regionales Vernetzungselement für Flora und Fauna.
Als Ersatz für das bestehende Quellbächlein im Ried wird im Norden das Rinnsal wieder geöffnet und vernetzt. So wie das Naturschutzgebiet Chöli mit dem bestehenden Hochstaudenried.
Mit den oben erwähnten Massnahmen kann ein wichtiger Beitrag zur Wiederherstellung der Artenvielfalt mittels dem Anlegen von ortstypischen Vegetationstypologien und zur Vernetzung erreicht werden.