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Am 7. August 2001 lieferte André Bucher in Edmonton das perfekte Rennen ab. In der zweiten Runde des WM-Finals über 800 m übernahm der Luzerner auf der Gegengeraden die Führung und liess seinen Konkurrenten keine Chance.
«Der Final ist so verlaufen, wie ich es mir in meinen schönsten Träumen ausgemalt hatte», sagte er danach. Er ist bis heute der einzige Schweizer Weltmeister in einer Laufdisziplin.
Eine Enttäuschung als Initialzündung
Bucher war vor 19 Jahren im Final über 800 m der klare Favorit. Der Kenianer Wilfred Bungei sorgte in 50,41 für eine schnelle erste Runde, was dem heute 43-Jährigen in die Karten spielte. Schliesslich galt es zu verhindern, dass starke Sprinter wie der Deutsche Nils Schumann, der Pole Pawel Czapiewski und der Südafrikaner Hezekiel Sepeng ihre Endschnelligkeit ausspielen können.
Bucher wollte nicht wie ein Jahr zuvor an den Olympischen Spielen in Sydney eine Enttäuschung erleben. Im damaligen Final war er wie in Edmonton als Jahresbester angetreten. Nach der langsamen ersten Runde (53,43) wurde er vom später disqualifizierten Italiener Andrea Longo rund 200 m vor dem Ziel aus der Bahn auf den Rasen gedrückt.
Zwar ging Bucher als Zweiter auf die Zielgerade, die verlorene Kraft fehlte ihm jedoch im Endspurt und er fiel noch auf den 5. Rang zurück. Trotzdem verbindet er heute gute Erinnerungen mit den Olympischen Spielen 2000. Bucher haderte nicht, vielmehr gab ihm der 5. Platz den entscheidenden Schub für den letzten Schritt an die Weltspitze.
2001: Buchers Traum-Jahr
Das Ergebnis ist bekannt, 2001 gewann er in 1:43,70 Minuten nicht nur WM-Gold, sondern er dominierte in diesem Jahr quasi nach Belieben. Er sicherte sich als erster Schweizer den Gesamtsieg im Grand Prix, holte einen Anteil am Jackpot der damaligen Golden League und schaffte bei Weltklasse Zürich mit 1:42,55 Minuten den noch heute gültigen Schweizer Rekord über 800 m – in der ewigen Bestenliste ist er mit dieser Zeit die Nummer 17.
Als Belohnung für die starken Leistungen wurde er zum Schweizer Sportler des Jahres und zu Europas Leichtathlet des Jahres gekürt.