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Ein Präferenznachweis ist eine Ursprungserklärung im Sinne der bestehenden Freihandelsabkommen. Diese Nachweise kommen nur zur Anwendung, wenn die Präferenzeigenschaft des Produktes erfüllt ist und die Lieferung der Güter zwischen zwei Freihandelspartnern stattfindet. Die Lieferantenerklärung im Inland ist auch ein Präferenznachweis, welcher bei Inlandslieferungen innerhalb der Schweiz erstellt werden kann, sofern die Präferenzeigenschaft geprüft wurde.
Die Präferenznachweise werden auch gerne wie folgt genannt: Ursprungsnachweise, Präferenzbelege, Ursprungserklärungen, Rechnungserklärungen und Lieferantenerklärungen
Das Wort «Präferenz» stammt ursprünglich vom lateinischen Wort praeferre ab, welches «vorziehen» bedeutet. Die Güter mit Präferenzeigenschaft werden also bevorzugt behandelt und geniessen in vielen Ländern dank der Freihandelsabkommen Zollfreiheiten oder Zollbegünstigungen.
Unsere Fachbeiträge sollen Verantwortliche in Firmen bei der täglichen Arbeit unterstützen. Viele Themen sind teils sehr komplex und wir möchten darauf hinweisen, dass unsere Beiträge keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Wir sind bestrebt, die Inhalte stets aktuell zu halten, bieten dafür aber keine Garantie.
Der Exporteur / Importeur ist selbst für die Einhaltung der relevanten Gesetzgebungen verantwortlich.
1. Mein Kunde verlangt ein «Certificate of Origin». Was ist damit gemeint?
Sehr oft wird von einem Kunden ein «Certificate of Origin» verlangt, das mit den Gütern mitgeschickt werden soll. Dieser Begriff wird im Englischen verwendet für:
- das Ursprungszeugnis (nichtpräferenzieller Ursprung)
- aber auch für Ursprungsnachweise (präferenziell)
Deshalb entstehen oft Missverständnisse und der Exporteur ist nicht sicher, welcher Nachweis genau vom Kunden verlangt wird.
Stellen Sie bei diesen Anfragen von Kunden sicher, dass beide Parteien vom gleichen «Certificate of Origin» sprechen.
Wird ein Präferenznachweis (preferential Certificate of Origin) verlangt oder ein Ursprungszeugnis im Sinne des nichtpräferenziellen Ursprungs (non-preferential Certificate of Origin)?
Nachdem diese Frage geklärt ist, wissen Sie, um welche Ursprungsart es sich handelt. Der nichtpräferenzielle Ursprung wird durch ein Ursprungszeugnis und der beglaubigten Lieferantenrechnung bestätigt. Zuständig für diese Beglaubigungen sind die schweizerischen Industrie- und Handelskammern. Die Rechtsgrundlagen sind den folgenden Verordnungen zu entnehmen:
- Verordnung über die Beglaubigung des nichtpräferenziellen Ursprungs (VUB)
- Verordnung des WBF über die Beglaubigung des nichtpräferenziellen Ursprungs (VUB-WBF)
Eine gute Ergänzung zu diesem Thema finden Sie in dieser Zusammenfassung der IHZ Luzern.
Sofern Ihr Kunde einen Präferenznachweis wünscht, lesen Sie bitte die Erklärungen im nächsten Abschnitt.
2. Welche Arten von Präferenznachweisen gibt es?
Exporteure sind sich oft unsicher, welcher Präferenznachweis erstellt werden muss, um die Präferenzeigenschaft von Waren innerhalb der Freihandelsabkommen zu bestätigen. Zudem fragen sich die Einkäufer immer wieder, welcher Nachweis von ihren Lieferanten gültig ist, um beim Import der Güter Zollabgaben einzusparen.
Hier finden Sie die Übersicht der Präferenznachweise:
2.1 EUR.1 Warenverkehrsbescheinigung (WVB)
Die EUR.1 kommt in folgenden Freihandelsabkommen zur Anwendung:
- EFTA Übereinkommen
- Schweiz-EU
- Schweiz-UK
- Schweiz-Färöer Inseln
- EFTA-Ägypten
- EFTA-Albanien
- EFTA-Israel
- EFTA-Jordanien
- EFTA-Marokko
- EFTA-Mazedonien
- EFTA-Serbien
- EFTA-Tunesien
- EFTA-Türkei
- EFTA-Montenegro
- EFTA-Bosnien und Herzegowina
- EFTA-Ukraine
- EFTA-PLO (PLO = Palästinensische Behörde)
- Schweiz-Japan
- EFTA-Chile
- EFTA-Kolumbien
- EFTA-Mexiko
- EFTA-Peru
- EFTA-SACU (SACU = South African Custom Union: Botswana, Lesotho, Namibia, Südafrika, Eswatini)
- Schweiz-China (in diesem Abkommen ist das separate Formular EUR.1 CN zu verwenden)
- EFTA-GCC (GCC = Kooperationsrat der arabischen Golfstaaten (Gulf Cooperation Council) Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate)
- EFTA-CAS (CAS = Central American States (Costa Rica, Guatemala, Honduras, Panama) FHA nur mit Costa Rica und Panama anwendbar)
- EFTA-Ecuador (für die Einfuhr in die Schweiz möglich. Das Abkommen sieht zwar zurzeit noch die Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 vor, diese wurde aber nur auf spezifischen Wunsch von Ecuador aufgenommen und könnte bald aus dem Abkommen gelöscht werden).
In den Bestimmungen der jeweiligen Freihandelsabkommen ist definiert, welcher Präferenznachweis in welchem Abkommen gültig ist und wie die formellen Vorschriften für diese Nachweise aussehen. Zum Beispiel wird in einem EUR.1 nach Chile zusätzlich die Angabe der vierstelligen Zolltarifnummer (HS-Code) auf der Vorderseite in Rubrik 8 verlangt.
In fast allen Freihandelsabkommen sind Vereinfachungen für Ermächtigte Ausführer vorgesehen und oft müssen diese keine EUR.1 erstellen, sondern der Präferenznachweis kann in Form einer Ursprungserklärung auf der Rechnung erstellt werden (Ausnahme: Freihandelsabkommen EFTA-GCC).
Mehr und detailliertere Informationen zu dieser Warenverkehrsbescheinigung finden Sie im eigenen Fachbegriff EUR.1.
2.2 Ursprungserklärung (UE)
Eine Ursprungserklärung, die auf einer Rechnung oder einem Handelspapier angedruckt wird, ist ein weiterer Präferenznachweis im Sinne der Freihandelsabkommen. Sie wird umgangssprachlich auch wie folgt genannt:
- Präferenztext
- Rechnungserklärung (RE)
- Ursprungstext
- Präferenzsatz
- Ursprungssatz
Wie der Text einer Ursprungserklärung genau lauten soll, ist wiederum in den einzelnen Freihandelsabkommen festgehalten. Es ist zudem darauf zu achten, dass für Ermächtigte Ausführer keine Wertgrenzen gelten, jedoch ein nicht Ermächtigter Ausführer diese Wertgrenzen (klicken Sie für den Download des PDFs mit den Werten) genau beachten muss.
Falls Sie von Vereinfachungen im Bereich der Präferenznachweise profitieren möchten oder die Zollbehörde bei Ihnen den Status des Ermächtigten Ausführers überprüft, unterstützen wir Sie gerne. Sie finden alle Informationen in unserem Angebot Ermächtigter Ausführer werden / bleiben.
Wortlaut Ursprungserklärung auf Schweizer Rechnungen
Möchten Sie einfach wissen, wie der Wortlaut der Ursprungserklärung in den anderen Freihandelsabkommen lautet?
Wir haben für Sie in einem Dokument den korrekten Wortlaut der Ursprungserklärung je Abkommen wie folgt zusammengefasst:
- Ursprungserklärung Englisch (englischer Text)
- Ursprungserklärung Deutsch (oder falls nicht vorgesehen, in einer anderen Sprache)
Dabei haben wir alle Abkommen berücksichtigt und insbesondere auch die «Klassiker»:
- Ursprungserklärung China
- Ursprungserklärung Kanada
- Ursprungserklärung Südkorea
- Ursprungserklärung Grossbritannien
Unsere Übersicht der Ursprungserklärung
- Stets aktuell
- Mit deutschen und englischen Fassungen
- Diverse EFTA- und Schweizer Abkommen
Sie sind nicht Ermächtigter Ausführer (EA) und möchten Ihre Güter mit Präferenzeigenschaft in die EU exportieren. Diese Rechnungserklärung wird am Ende der Rechnung angefügt und die Klammerbemerkung für die Bewilligung des EA’s wird weggelassen. Das Rechnungstotal darf den Betrag von EUR 6’000 oder CHF 10’300 (Wertgrenze im Abkommen CH-EU) nicht überschreiten. Es ist nicht erlaubt, mehrere Rechnungen zu erstellen, die in einer Sendung verschickt werden, um die Wertgrenze zu umgehen. Wenn Ihre Firma keinen EA-Status hat, benötigen Sie bei einer Überschreitung der Wertgrenze in diesem Fall eine EUR.1 und die Rechnungserklärung ist ungültig.
Die Ursprungserklärung muss durch den nicht EA im Original unterschrieben werden. Ort und Datum sowie der Name der unterschreibenden Person in Druckschrift sind erforderlich.
In diesem Dokument des BAZG finden Sie alle Ursprungserklärungen für die entsprechenden Freihandelsabkommen, die Erläuterungen zu den Fussnoten und die weiteren formellen Bestimmungen. Ebenfalls finden Sie darin die Texte der Ursprungserklärung in verschiedenen Sprachen wie Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch.
Exportseitig können die verschiedenen Textbausteine automatisiert angedruckt werden und es ist wichtig, dass bei der Auswahl des entsprechenden Textes immer auf das Lieferland geachtet wird. Wenn die Rechnung beispielsweise an eine Firma in Singapur erstellt wird und die Lieferadresse ist in China, sollte der Ursprungstext für das Abkommen Schweiz-China angedruckt werden und nicht derjenige des Abkommens EFTA-Singapur.
Importseitig ist es wichtig, dass die Präferenznachweise von Lieferanten überprüft werden. Wir sehen regelmässig falsche Texte (Wortlaut abweichend) auf den Lieferantenrechnungen oder auch Überschreitungen der Wertgrenzen.
In diesen Freihandelsabkommen ist die Präferenzeigenschaft immer mit der Ursprungserklärung in der Rechnung anzugeben, egal ob Sie EA sind oder diesen Status nicht besitzen.
Die EUR.1 ist nicht gültig und es bestehen keine Wertgrenzen:
- EFTA-Hong Kong
- EFTA-Kanada
- EFTA-Rep. Korea
- EFTA-Singapur
- EFTA-Philippinen
- EFTA-Ecuador (für die Ausfuhr aus der Schweiz)
- EFTA-Indonesien
2.3 EUR-MED Warenverkehrsbescheinigung (WVB EUR-MED)
Die EUR-MED als Präferenznachweis wird nur im Zusammenhang mit Lieferungen innerhalb der PAN-EURO-MED Freihandelszone verwendet. Welche Länder gehören zu dieser Zone?
- EURO-MED Länder (Mittelmeerländer und Westbalkanländer):
Ägypten, Albanien, Algerien, Bosnien und Herzegowina, Färöer Inseln, Georgien, Israel, Jordanien, Kosovo, Libanon, Marokko, Moldau, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien, Syrien, Tunesien, Ukraine, Westjordanland und Gazastreifen
- PAN-Zone (Paneuropäische Freihandelszone):
EU, EFTA (Schweiz, Norwegen, Island, Liechtenstein), Türkei
Zusammen bilden die EURO-MED Länder und die PAN-Zone die PAN-EURO-MED Freihandelszone. Die Präferenzeigenschaft der Güter kann jedoch nicht in jedem Land uneingeschränkt weiterverwendet werden (Kumulierung oder Kumulation), und somit ist bei Lieferungen in diese Zone die EURO-MED Matrix zu beachten.
2.4 EUR.1 CN (EUR.1 China für Ausführer ohne EA-Bewilligung)
Als nicht Ermächtigter Ausführer benötigen Sie, um die Präferenzeigenschaft beim Export nach China weiterzugeben, eine EUR.1 CN. Die formellen Anforderungen und wie dieses EUR.1 CN ausgefüllt werden muss, sind im Freihandelsabkommen Schweiz-China festgehalten. In unserem Fachbeitrag EUR.1 finden Sie mehr Informationen zum Ausfüllen der EUR.1 CN.
Sie haben nun die wichtigsten Präferenznachweise für den Export kennengelernt. Falls Sie sich für die Ursprungsnachweise im Import interessieren, lesen Sie bitte gleich den nächsten Abschnitt.
3. Gibt es unterschiedliche Präferenznachweise im Import und im Export?
Die Ursprungsnachweise können je nach Freihandelsabkommen unterschiedlich sein im Import und im Export. Im vorhergehenden Abschnitt haben Sie erfahren, welche Nachweise exportseitig angewendet werden. Hier finden Sie die Ursprungsnachweise, welche Sie beim Import von Vormaterialien oder Produkten von Lieferanten anfragen können:
Import aus Japan
(Certificate used in preferential trade between Japan and the Swiss Confederation)
Import aus den GCC-Staaten
(Preferential Certificate of Origin of Gulf Cooperation Council Countries)
Import aus China
(Certificate of Origin used in FTA between China and Switzerland)
Zuständige Beglaubigungsstelle in China: China Council for the Promotion of International Trade (CCPIT)
→ gültig ab 01.09.2021
Zurzeit gültige Variante der Visumstelle CCPIT
Import aus China
(Certificate of Origin used in FTA between China and Switzerland)
Zuständige Beglaubigungsstelle in China: China Council for the Promotion of International Trade (CCPIT)
→ gültig bis 31.08.2021
Import aus China
(Certificate of Origin used in FTA between China and Switzerland)
Zuständige Beglaubigungsstelle in China: China Council for the Promotion of International Trade (CCPIT)
→ gültig bis 05.01.2020
Falls Ihr Lieferant aus China einen Präferenznachweis (preferential Certificate of Origin) von der Visumstelle CCPIT erstellen lässt, ist dieser auf Gültigkeit zu prüfen. Dies kann auf der Website der CCPIT durch den Importeur vorgenommen werden oder zum Zeitpunkt der Importverzollung durch den Verzollungsdienstleister. Falls der Präferenznachweis zum Zeitpunkt der Einfuhr ungültig ist, sollte der Verzollungsdienstleister eine provisorische Verzollung durchführen, damit der gültige Nachweis innerhalb der Frist nachgereicht werden kann. Somit können Sie trotzdem von Zollfreiheit beim Import in die Schweiz profitieren.
Import aus China
(Certificate of Origin used in FTA between China and Switzerland)
Zuständige Beglaubigungsstelle in China: General Administration of Customs of the People’s Republic of China (GACC)
→ gültig ab 01.09.2021
Zurzeit gültige Variante der Visumstelle GACC (ohne QR-Code)
Import aus China
(Certificate of Origin used in FTA between China and Switzerland)
Zuständige Beglaubigungsstelle in China: General Administration of Customs of the People’s Republic of China (GACC)
→ gültig ab 01.09.2021
Zurzeit gültige Variante der Visumstelle GACC (mit QR-Code)
Import aus China
(Certificate of Origin used in FTA between China and Switzerland)
Zuständige Beglaubigungsstelle in China: General Administration of Customs of the People’s Republic of China (GACC)
→ gültig bis 31.08.2021
Falls Ihr Lieferant aus China einen Präferenznachweis (preferential Certificate of Origin) von der Visumstelle GACC erstellen lässt, ist dieser auf Gültigkeit zu prüfen. Dies kann auf der Website der GACC durch den Importeur vorgenommen werden oder zum Zeitpunkt der Importverzollung durch den Verzollungsdienstleister. Falls der Präferenznachweis zum Zeitpunkt der Einfuhr ungültig ist, sollte der Verzollungsdienstleister eine provisorische Verzollung durchführen, damit der gültige Nachweis innerhalb der Frist nachgereicht werden kann. Somit können Sie trotzdem von Zollfreiheit beim Import in die Schweiz profitieren.
Bei der Einfuhr aus China ist auch die Rechnungserklärung für Ermächtigte chinesische Ausführer gültig. Der Wortlaut der Rechnungserklärung ist identisch mit dem Wortlaut der Erklärung für EA beim Export aus der Schweiz nach China.
Änderung vom 01.01.2022: Bisher war die Serialnummer in der Rechnungserklärung für EA aus China identisch, wie diejenige der Schweizer Exporteure. Neu besteht die Serialnummer aus 21 Stellen und nicht mehr aus 23 Stellen und die ersten 9 Zeichen müssen mit der EA-Bewilligungsnummer des chinesischen Ausführers übereinstimmen (CNxxxxxxx…). In der Übergangsfrist bis 31.03.2022 werden 23-stellige Serialnummern noch akzeptiert, danach muss die Serialnummer 21-stellig sein und den Vorgaben wie oben erwähnt entsprechen.
Dies sind die Präferenznachweise gemäss Freihandelsabkommen, welche bei der Anwendung im Import Zölle einsparen können.
Auf die Präferenznachweise aus APS/GSP Staaten «Präferenzsystem für Entwicklungsländer» werden wir in einem separaten Fachbegriff zu einem späteren Zeitpunkt eingehen.
Falls Sie Präferenznachweise ausstellen und DDP-Lieferungen in die EU organisieren, können folgende Beiträge interessant für Sie sein: Unseren Fachbegriff Incoterms® 2020 sowie den Blogbeitrag über Deutsche Zollprüfungen im Zusammenhang mit Präferenznachweisen: Deutsche Zollprüfung – wann trifft es Schweizer Unternehmen? Sofern Sie schon eine Androhung für eine Prüfung im Haus haben, unterstützen wir Sie gerne mit unseren Beratungsleistungen der Zollprüfung.
Diese beantworten wir gerne auch an der nächsten Veranstaltung
4. Muss die Ursprungserklärung auf der Rechnung unterschrieben sein?
Es wird in den einzelnen Freihandelsabkommen geregelt, wie der Wortlaut der Rechnungserklärung lautet und ob ein Ursprungstext auf der Rechnung unterschrieben werden muss. In allen Freihandelsabkommen, bei denen die Ursprungserklärung auf der Rechnung gültig ist, ist der Ermächtigte Ausführer befreit von der Unterschriftspflicht. Ein nicht Ermächtigter Ausführer hingegen muss die Ursprungserklärung handschriftlich unterzeichnen und den Namen der Person in Druckschrift anbringen. Ort und Datum müssen ergänzt werden und die Wertgrenzen je Freihandelsabkommen sind zu berücksichtigen.
Oftmals fragen sich Exporteure, wieso sie die Aufforderung vom Kunden erhalten, die Rechnungserklärung zu unterschreiben, wenn Sie doch Ermächtigter Ausführer sind. Die Anforderung Ihres Kunden kommt aber vielleicht daher, dass die Importvorschriften des Bestimmungslandes eine unterschriebene Rechnung vorschreiben. Dann wird von Ihrem Kunden die Unterschrift am Ende der Rechnung verlangt, was nicht zu verwechseln ist mit der Unterschrift unter der Rechnungserklärung. Falls die Importvorschriften eine unterschriebene Rechnung vorsehen, kommt auch der Ermächtigte Ausführer nicht daran vorbei, die Rechnung handschriftlich zu unterzeichnen.
5. Mein Spediteur oder Kunde verlangt eine EUR.1 anstatt eine Ursprungserklärung auf der Rechnung. Muss ich deshalb eine EUR.1 erstellen?
Für Sie ist in erster Linie wichtig zu wissen, dass die Präferenzdeklaration freiwillig ist. Sie müssen also weder eine EUR.1 erstellen, noch eine Rechnungserklärung andrucken. Sie dürfen einen Präferenznachweis erstellen, sofern Sie geprüft haben, ob die Güter auch wirklich präferenzbegünstigt sind.
Einige Länder, wie z. B. die Türkei, verlangen immer wieder eine EUR.1 und akzeptieren die Rechnungserklärung nicht als Präferenznachweis. Im Abkommen EFTA-Türkei ist aber klar festgehalten, dass Ermächtigte Ausführer die Ursprungserklärung auf der Rechnung andrucken dürfen und keine EUR.1 erstellen müssen. Auch nicht Ermächtigte Ausführer dürfen die Rechnungserklärung verwenden, sofern der Rechnungsbetrag unter CHF 10’300 liegt oder unter EUR 6’000. (Wertgrenze im Abkommen EFTA-TR).
Falls Sie solche Anfragen haben, kopieren Sie den Rechtstext aus dem Abkommen und senden Sie diesen an Ihren Spediteur oder Kunden mit der Erklärung, dass ein Ursprungstext auf der Rechnung gemäss Abkommen verwendet werden darf. Oftmals wird behauptet, dass der türkische Zoll dies verlangt, was aber meistens inkorrekt ist. Es sind immer wieder die Verzollungsagenten der Kunden, welche die Inhalte der Abkommen nicht genau kennen und deshalb denken, dass eine EUR.1 nötig ist.
6. Welche Wertgrenzen sind für die Ursprungserklärung auf der Rechnung zu beachten?
Für eine Übersicht zu den aktuellen Werten lesen Sie bitte unseren Fachbegriff Wertgrenzen.
Bevor Sie mit dem Ausstellen von Präferenznachweisen beginnen, müssen Sie Ihr Unternehmen darauf vorbereiten. Holen Sie sich das dazu benötigte Wissen mittels des Seminars & Webinars Präferenzieller Warenursprung ins Haus oder besuchen Sie eine unserer öffentlichen Veranstaltungen.
Ähnliche Fachbegriffe
Wir werden sie so bald wie möglich wieder aktivieren.
Ein Präferenznachweis ist eine Ursprungserklärung und wird nur bei Lieferungen zwischen zwei Freihandelspartnern verwendet, wenn die Präferenzeigenschaft des Produktes erfüllt ist.
Über die Autorin Lea Derendinger
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