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Hinterglasbild, Knabe mit Fruchtkorb
Der auf dem Hinterglasbild in Halbfigur dargestellte Knabe hält mit der rechten Hand einen Fruchtkorb, einen Zweig mit einer Birne und Blättern, einen weiteren Zweig mit zwei Kirschen sowie einen Apfel. Der geflochtene Henkelkorb ist über den Rand hinaus mit Äpfeln und Trauben gefüllt, die wiederum an einem Ast mit Rebenblättern hängen. Rechts vom Korb sind noch zwei Pfirsiche zu sehen. Tiefe Augenhöhlen kennzeichnen das ruhige, pausbäckige Gesicht des Knaben. Der Knabe trägt ein seidenes Blouson mit einem grauen und weissgehöhten Grundton sowie mit Verzierungen in einem feinen goldenen Muster. Der samtene, gefaltete Kragen ist in einem intensiven Dunkelgrün gehalten. Auf der linken Seite gewährt eine Brüstung den Blick auf einen tiefen Horizont mit Wolken im Abendrot. Den Hintergrund auf der rechten Seite bildet wohl ein Vorhang, dessen Struktur wegen der Farbablösung unklar bleibt. Die ganze Komposition wirkt arrangiert, Elemente, die den Raum klar definieren, fehlen. Die pastellfarbenen Grau- und Blautöne dienen als Grund, vor dem sich der Knabe, die Früchte und die Zweige mit den Blättern abheben. Auf der erneuerten Abdeckung auf der Rückseite ist die Inschrift «Menteler 1775» abgebildet.
Die Wiedergeburt der Hinterglasmalerei in Zug hängt mit der Verbreitung dieser Technik in der Innerschweiz mit Schwerpunkt in Sursee zusammen. Flachglas als Bildträger war damals ein teures Material. Die Hinterglasmaler des 18. Jahrhunderts haben fast ausschliesslich nach Vorlagen (in der Regel nach Druckgrafik) gearbeitet. Die künstlerische Leistung lag somit in der Umsetzung der in diesem konkreten Fall nicht bekannten Vorlage auf den gläsernen Bildträger. Franz Thaddäus Menteler (Vater und Sohn, sprich der Ältere: 19.11.1712–25.04.1789 und der Jüngere: 08.12.1751–16.09.1794) konnten in der wohl nicht rosigen Auftragslage dank der relativ teuren Hinterglasbilder ihre Verdienstmöglichkeiten entscheidend verbessern. Vom vorliegenden Sujet sind drei Exemplare bekannt, eines davon mit Originalsignatur und dem Datum 1774 auf der Abdeckung. Von der Datierung her können sie dem Vater oder dem Sohn zugeschrieben werden. Das opake Kolorit mit den unterschiedlichen Grautönen lässt eher an den Vater denken, wenn auch nicht zu übersehen ist, dass der Schritt vom Barock zum Rokoko in vielen Bereichen vollzogen ist.