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Seit gut 25 Jahren erleben die Kelten einen anhaltenden Boom: Davon zeugen nicht nur Bücher und Ausstellungen, sondern auch das Interesse einer breiten Öffentlichkeit. Das ist umso erstaunlicher, weil sich die Fachwelt gar nie einig war – und es bis heute nicht ist –, was und wer die «Kelten» eigentlich genau waren.
Auch 150 Jahre nach seiner Entdeckung ist das Rätsel um den «Tatort» La Tène noch nicht restlos gelöst. Was spielte sich hier ab, damals in der jüngeren Eisenzeit vor 2200 Jahren? Was war La Tène? Eine Militärstation mit Waffenlager? Ein Oppidum? Ein Grenzposten? Oder ein Kultort? Was bedeuten die vielen Waffen? Was die Gewaltspuren an den Menschenschädeln?
Bis anhin war die Gegend ein weisser Fleck auf der archäologischen Fundkarte. 2006 aber wurde bei Sondiergrabungen, die wegen der Erweiterung eines Steinbruchs auf dem Hügel Mormont (Gemeinde La Sarraz VD) veranlasst wurden, ein keltisches Heiligtum aus der Spätlatènezeit entdeckt.
Mit der rund 150 000 m² umfassenden keltischen Grosssiedlung im Norden der Stadt Basel kam es erstmals in der Region zu einer Aufteilung in eine zentrale Siedlung und in ein landwirtschaftlich geprägtes Umfeld, und damit zu komplexen ökonomischen Austauschvorgängen und politischen Abhängigkeitsverhältnissen.
Die Alpen waren für die Menschen nie ein unüberwindliches Hindernis. Schon früh begann man, die gangbarsten und kürzesten Wege über die Berge ausfindig zu machen, wie mesolithische und neolithische Funde im Bereich verschiedener Alpenübergänge eindrücklich belegen. Spätestens in der Eisenzeit, vermutlich schon in der Bronzezeit kristallisierten sich bevorzugte Routen heraus, die sich durch eine Häufung von bedeutenden Siedlungen und Nekropolen mit vielen Importfunden auszeichnen.