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Freitag, 12. Juni 2015, 19.30 Uhr, Konzertsaal KKL Luzern
LUDWIG VAN BEETHOVEN
Fantasie für Klavier, Chor und Orchester
Konzert für Klavier, Violine und Cello
Grosse Messe C-Dur
Der Ausschnitt aus einem Beethoven-Zitat erlaubt uns einen der wenigen kleinen Einblicke in dessen persönliche, schöpferisch-spirituelle Welt. Wir stehen staunend vor einem wohlausgewogenen Verhältnis geistiger Inspiration und der künstlerisch-kreativen Kompositionsarbeit des genialen Meisters.
Das Konzertprogramm dokumentiert umfassende Verbindungen von Vokal- und Instrumentalmusik und Beethovens Neigung, Werke mit einem «unikaten Charakter» zu schaffen.
So schuf der Komponist 1808 für ein über dreistündiges Akademiekonzert, in dem auch drei Teile der C-Dur-Messe erklangen, noch ein ihm fehlendes, «glänzendes Schlussstück» – die Chorfantasie op 80. Er wählte dafür die im Konzert bereits vorhandene Besetzung. Es wurde sein unkonventionellstes Werk: eine Mischung aus Klaviersolo, Klavierkonzert und Chorkantate. Die Fantasie wirkt, z.B. im Klavierpart, wie eine aufgeschriebene virtuose Improvisation Beethovens.
Das Tripelkonzert op. 56 nimmt eine Sonderstellung in der Konzertliteratur ein. Durch die Beteiligung mehrerer Solisten steht dieses Unikat in der Tradition der «Sinfonia concertante» der Klassik, die ihrerseits wiederum eine Verwandtschaft zum «Concerto grosso» der Barockzeit hat.
Die Missa C-Dur op. 86 war ein Auftragswerk des Fürsten Nikolaus von Esterhazy. Beethoven hatte sich schon oft mit der Vertonung des lateinischen Messtextes befasst, was aus seinen Skizzenbüchern hervorgeht. Dass er selber das vollendete Werk sehr geschätzt hat, erfahren wir aus einer Textstelle in einem Brief an den Verlag, in der er formuliert: «...von meiner Messe sage ich nicht gerne etwas, jedoch glaube ich, dass ich den Text behandelt habe, wie er noch wenig behandelt worden.»
Als Mensch, der sich sowohl intellektuell als auch emotional mit religiösen Themen auseinandersetzte, suchte er im Glauben nicht zuletzt auch immer wieder nach Antworten im Zusammenhang mit seinem schweren Schicksal, dem Verlust seines Gehörs. Besonders eindrücklich, ja beinahe intim wirken in diesem Zusammenhang die folgenden beiden Zitate Beethovens:
«Höheres gibt es nicht, als der Gottheit sich mehr als andere Menschen zu nähern, und von hier aus die Strahlen der Gottheit unter das Menschengeschlecht zu verbreiten...»
«Von Herzen – möge es wieder zu Herzen gehen.»
Ausführende
Brigitte Lang, Violine
Yvonne Lang, Klavier
Gerhard Pawlica, Cello
Madelaine Wibom, Sopran
Barbara Erni, Alt
Jakob Pilgram, Tenor
Peter Brechbühler, Bass
Orchester Santa Maria
Hansjakob Egli, Leitung
Hier gibts den Konzertflyer als PDF zum Download.