Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03218.jsonl.gz/3768

Unterwegs im alten Süden – Georgia und South Carolina
Spätestens seit der Verfilmung von Margaret Mitchells Roman „Vom Winde verweht“ sind der Amerikanische Bürgerkrieg und der historische Konflikt zwischen Nord- und Südstaaten auch hierzulande ein Begriff. Kein anderes geschichtliches Ereignis – beide Weltkriege eingeschlossen – bewegt die Gemüter der Amerikaner bis heute so sehr wie die blutige Auseinandersetzung um Unabhängigkeit und Sklaverei zwischen 1861 und 1865. Nach wie vor besitzt der Süden der USA ein ausgeprägtes Eigenbewusstsein – insbesondere in Georgia und South Carolina, zwei Kernländern der ehemaligen Konföderation, lässt sich dem alten Süden noch nachspüren.
In kaum einer Stadt wird dies so deutlich wie in Charleston. Die Hafenstadt am Atlantik in South Carolina hat sich ihren typischen Südstaaten-Charme bewahrt. Obwohl im Bürgerkrieg und später durch ein Erdbeben zerstört, erfolgte danach ein originalgetreuer Wiederaufbau. So erstrahlen heute viele Häuser und Kirchen der Stadt wieder im charakteristischen Antebellum-Stil, der sich durch seine Säulenveranden und schneeweisses Outfit auszeichnet. Nicht nur viele alte Villen der Stadt präsentieren sich so, sondern auch manches Plantagen- und Herrenhaus im Umfeld von Charleston. Bei einigen ist sogar noch die originale Inneneinrichtung erhalten und vermittelt einen guten Eindruck vom einstigen Leben der südlichen Pflanzeraristokratie.
Nationaldenkmal Fort Sumter
An der Einfahrt in die Bucht von Charleston liegt Fort Sumter, ein „National Monument“ der USA. Die Festung steht für den Beginn des Amerikanischen Bürgerkriegs, denn im April 1861 begann mit dem Beschuss und der Einnahme der Anlage durch konföderierte Soldaten die militärische Auseinandersetzung. Heute ist das Fort ein amerikanischer Erinnerungsort. In den Gewässern vor Charleston spielten sich während des Bürgerkriegs erbitterte Kämpfe ab, bei denen u. a. auch das erste U-Boot der Welt zum Einsatz kam.
Savannah – die Perle Georgias
Das Pendant zu Charleston in South Carolina bildet Savannah in Georgia. Die Stadt am Savannah River, dem Grenzfluss beider Staaten, liegt nur rund 170 Kilometer südlich von Charleston – für US-amerikanische Verhältnisse eine kurze Distanz. Der besondere Reiz von Savannah ist sein im Schachbrettmuster angelegtes historisches Zentrum mit seinen quadratischen Plätzen. Jeder davon besitzt seinen eigenen Charakter. Ebenso wie in Charleston finden sich hier viele Bauten im Antebellum-Stil. Riverfront Plaza and Factors‘ Walk bieten Besuchern typische alte Lagerhäuser und Passagen aus dem vorletzten Jahrhundert.
Badefreuden auf den Sea Islands
Wer sich nicht auf Besichtigungen beschränken möchte, findet zwischen Charleston und Savannah ideale Möglichkeiten für Erholung und Entspannung. Die Sea Islands zwischen beiden Städten gehören zu den begehrtesten Touristenzielen der USA. Die der hier tief zergliederten US-Ostküste unmittelbar vorgelagerten Inseln lassen keine Wünsche offen: Traumstrände, elegante Golfresorts, Wassersport, Vergnügungen und Entertainment jeder Art – alles ist hier möglich. Auch bei den Preislagen gibt es etwas für jeden Anspruch – vom einfachen Camping-Platz bis zum Luxushotel. Isle of Palms, Kiawah Island, Huntington Island, Hilton Head Island sind einige bekannte Beispiele. Sie liessen sich beliebig fortsetzen, entlang der gesamten Altlantikküste von Georgia und South Carolina sind Badeferien möglich.
Alligatoren auf der Spur – im Okefenokee-Sumpf
Naturliebhaber, die an der Flora und Fauna der südlichen USA interessiert sind, sollten einen Besuch im Okefenokee-Sumpf nicht versäumen. Die über 1700 Quadratkilometer grosse Sumpfregion erstreckt sich im Süden Georgias und reicht bis ins nördliche Florida hinein. Der eigenartige Name Okefenokee ist indianischen Ursprungs und bedeutet „Land der bebenden Erde“. Bekannt ist der Sumpf vor allem für seine Alligatoren, er bietet aber auch sonst hervorragende Gelegenheiten, die typische Pflanzen- und Tierwelt der südlichen USA kennenzulernen. Seerosen, Wasserlilien und Hyazinthen bedecken weite Wasserflächen. Der Sumpf lässt sich gut mit dem Motorboot, dem Kanu oder bei Wanderungen auf Holzstegen entdecken. Es gibt auch geführte Touren.
Atlanta – boomende Metropole
Zum Bild des Amerikanischen Bürgerkriegs gehört zweifelsohne auch Atlanta, die Hauptstadt Georgias. Hier entstand der Roman „Vom Winde verweht“. Im Bürgerkrieg war die Stadt im Landesinneren ein strategischer Eisenbahnknotenpunkt und wurde stark zerstört. Heute erinnert nur noch wenig an diese Zeit. Atlanta ist eine boomende Metropole des Südens, die mehr durch glitzernde Hochhausfassaden als historische Erinnerungen geprägt wird. Immerhin ist hier noch das Haus zu besichtigen, in dem Margaret Mitchell als Autorin wirkte.
1996 wurden in Atlanta die Olympischen Spiele ausgetragen. Zu den Hauptattraktionen der Stadt gehören heute der Zoo und das Georgia Aquarium, das grösste Aquarium der Welt. Atlanta gilt auch als Shopping-Paradies. In dem überwältigenden Einkaufsangebot finden sich viele bekannte Designer-Namen. Auch für Kulturinteressierte hat Atlanta einiges zu bieten. Theater und Oper, Klassik und Moderne haben hier ihren Platz. Ein Besuch bildet einen schönen Abschluss eines Aufenthalts im alten Süden.
Oberstes Bild: Piedmont Park in Atlanta (© Mike, WIkimedia, CC)