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Jede zweite Ehe wird heute geschieden, uneheliche Kinder sind kein Stein des Anstosses mehr, ebenso wenig wie gleichgeschlechtliche Partnerschaften und flüchtige Sexualkontakte. In der westlichen Welt gilt die Befriedigung sexueller Bedürfnisse als persönliche Angelegenheit und wird höher bewertet als gesellschaftliche oder religiöse Vorgaben.
Diese Freizügigkeit entwickelte sich nicht von heute auf morgen, sondern geht auf die philosophische Aufklärung im 18. Jahrhundert zurück. Der britische Historiker Faramerz Dabhoiwala spricht von der ersten sexuellen Revolution, die zu einer neuen Auffassung von Sexualität führte und in der Kulturgeschichte des Hoch- und Spätbarocks Spuren hinterlassen hat.