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IV-Renten
Voraussetzung für eine IV-Rente
Anspruch auf IV-Renten haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können.
Für den Anspruch auf eine ordentliche Invalidenrente muss die versicherte Person während mindestens drei Jahren Versicherungsbeiträge geleistet haben. Falls die dreijährige Mindestbeitragsdauer nicht mittels schweizerischer Versicherungszeiten erfüllt ist, müssen für Schweizer Bürger und Staatsangehörige von EU- und EFTA-Staaten auch Versicherungszeiten mitberücksichtigt werden, die in einem EU-/EFTA-Staat zurückgelegt worden sind.
- Der Rentenanspruch entsteht frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die Arbeitsunfähigkeit während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent betragen hat und weiterhin eine Erwerbsunfähigkeit in mindestens gleichem Masse bestehen bleibt.
- Die IV-Rente wird frühestens mit Erreichen des 18. Altersjahres ausgerichtet. In diesem Alter werden jedoch nur ausserordentliche, d.h. beitragslose Renten ausgerichtet.
- Geburts- und Frühinvalide erhalten ausserordentliche Renten.
- In der Schweiz wohnende Personen, die von Geburt an invalid sind oder vor der Vollendung ihres 23. Altersjahrs invalid geworden sind, aber keinen Anspruch auf eine ordentliche Invalidenrente haben, erhalten eine ausserordentliche Invalidenrente.
- Personen, die vor Vollendung des 25. Altersjahres invalid werden gelten ebenfalls als Frühinvalide. Bei lückenloser Beitragsdauer erhalten Sie eine ordentliche Rente, welche mindestens um einen Drittel höher ist, als das Minimum einer ordentlichen Rente.
Der Anspruch erlischt, wenn die Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind, spätestens aber, wenn ein Anspruch auf eine Altersrente der AHV entsteht.
Weitere Informationen zum Thema:
» Merkblatt Invalidenrenten der IV
Wie wird der Invaliditätsgrad bemessen?
Um den Grad der Invalidität zu bestimmen, unterscheidet die IV zwischen
- Erwerbstätigen
- Nichterwerbstätigen und
- teilweise Erwerbstätigen.
Bei Erwerbstätigen bemisst die IV den Invaliditätsgrad mit einem Einkommensvergleich zwischen dem Erwerbseinkommen, das ohne den Gesundheitsschaden erzielt werden könnte (Valideneinkommen) und dem möglichen Erwerbseinkommen, das nach Eintritt der Behinderung und nach Durchführung von Eingliederungsmassnahmen auf zumutbare Weise erreicht werden könnte (Invalideneinkommen). Aus der Erwerbseinbusse ergibt sich der Invaliditätsgrad in Prozenten.
Bei Nichterwerbstätigen (z.B. Hausfrauen oder -männer) bemisst die IV den Invaliditätsgrad mit einem Betätigungsvergleich. Fachleute der IV klären an Ort und Stelle ab, wie stark sich die Behinderung im bisherigen Aufgabenbereich - z.B. im Haushalt - auswirkt.
Bei teilweise Erwerbstätigen bemisst die IV den Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen, im Erwerbsleben (Einkommensvergleich) und im bisherigen Aufgabenbereich (Betätigungsvergleich).
Der Invaliditätsgrad bestimmt den Rentenanspruch einer behinderten Person:
Invaliditätsgrad Rentenanspruch
- Mindestens 40% Viertelsrente
- Mindestens 50% halbe Rente
- Mindestens 60% drei Viertel Rente
- Mindestens 70% ganze Rente
Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50% entsprechen, werden nur an Personen ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und den gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz haben (gilt nicht für Schweizer sowie EU- und EFTA-Bürger).
Rentenhöhe
Zur Berechnung des IV-Rentenbetrages wird das gleiche System wie bei den AHV-Renten angewendet. Die ausbezahlten Beträge der IV-Renten sind gleich hoch wie diejenigen der AHV. Die maximale Rente ist doppelt so hoch wie die minimale Rente.
Detaillierte Berechnungsbeispiele siehe:
» Merkblatt Invalidenrenten der IV
Rentenauszahlung
Die Renten und Hilflosenentschädigungen der AHV und IV werden durch die zuständige Ausgleichskasse ausbezahlt.
Die Renten und Hilflosenentschädigungen werden grundsätzlich an die rentenberechtigten Personen ausbezahlt und zwar auf deren Post- oder Bankkonto. Auf Verlangen der rentenberechtigten Person können die Leistungen auch per Postmandat ausbezahlt werden.
Die Ausgleichskasse und IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden richtet die Renten und Hilflosenentschädigungen am 6. Arbeitstag des Monats aus.
Weitere Informationen zum Thema:
» Merblatt Leistungen der Invalidenversicherung (IV)
» Merkblatt Drittauszahlung von Leistungen der AHV/IV/EO/EL/FZ
Die Auszahlung ins Ausland ist in folgenden Fällen möglich:
Seit in Kraft treten der ersten Bilateralen Verträge (Bilaterale I und Bilaterale II) wurden die Auszahlungsansprüche aller Renten für die EU-Staaten neu geregelt. Individuelle Auskünfte erhalten Sie bei Ihrer zuständigen Ausgleichskasse.
Renten
Ordentliche wie auch ausserordentliche Renten können an Schweizerinnen und Schweizer sowie Ausländerinnen und Ausländer der EU und EFTA ausbezahlt werden. (Ausnahme: Viertelsrenten werden nur in EU/-EFTA-Staaten ausbezahlt).
An Ausländerinnen und Ausländer aus Vertragsstaaten werden ordentliche Renten ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% ausbezahlt.
Die Auszahlung ins Ausland ist in folgenden Fällen nicht möglich:
Renten
- Ausserordentliche, d.h. beitragslose Renten für Kindheitsinvalide an Angehörige von Vertrags- und Nichtsvertragsstaaten
- Ordentliche, d.h. auf Beitragszahlungen beruhende Renten für Ausländerinnen und Ausländer von Nichtvertragsstaaten
Hilflosenentschädigungen können nicht ins Ausland ausbezahlt werden.
Weitere Informationen zum Thema:
» Merkblatt Informationen für Angehörige von Staaten, mit welchen die Schweiz kein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat