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2022 brüteten an der zürcherischen Thur zwischen Thalheim und Thurmündung 7-8 Eisvogel-Paare – das ist im 10-jahres-Vergleich ziemlich genau Durchschnitt. Da Hochwasserereignisse in der kritischen Brutzeit ausblieben, war der Fortpflanzungserfolg sensationell gut.
2022 war für den Eisvogel unter dem Strich ein gutes Jahr: Der Ausgangsbestand war zwar tief, da 2021 infolge der vielen Hochwasser kaum Nachwuchs aufkam. Der Winter war hingegen sehr mild (rund 2 Grad wärmer als die Norm) und sonnig, was zu einer geringen Sterblichkeit geführt haben dürfte.
Von März bis Mai siedelten sich im nicht begradigten Flussteil (unterhalb Thalheim) 7, möglicherweise sogar 8 Brutpaare an. Das sind sicher 2 Paare mehr als im Vorjahr, aber immer noch weniger als in den 3 Jahren davor. Die grösste Brutdichte wurde wie schon in den Vorjahren im Auenschutzperimeter festgestellt: Dort brüteten 5 Paare (+1 gegenüber dem Vorjahr) auf knapp 6 Flusskilometer – das ergibt eine Dichte von 0.9 Paaren pro Kilometer. Das Jahr 2022 war geprägt durch einen sehr hohen Fortpflanzungserfolg: bemerkenswerte 12 Bruten waren erfolgreich (darunter 5 Zweitbruten) – das ist der zweithöchste Bruterfolg im über 30-jährigen Monitoring. Hauptgrund für den überdurchschnittlich hohen Nachwuchs war das Ausbleiben von Hochwasserereignissen während der Brutzeit; beim Hochwasser vom 20. August (450 m3/s) waren alle kritischen Bruten schon abgeschlossen. Ein weiterer Grund lag aber auch im deutlich geringeren Erholungsdruck auf die Thur im Vergleich zu den beiden vorhergehenden Pandemie-Jahren. Nur ein Brutverlust war wohl auf menschliche Störungen zurückzuführen.