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Robert Falcon Scott und Clements Markham suchten erfahrene Seeleute für eine für das Jahr 1901 geplante Reise in die Antarktis. Shackleton war zwar erfahren, allerdings nur Offizier der in Scotts und Markhams Augen minderwertigen britischen Handelsflotte. Shackleton war in der Lage, in Llewellyn Longstaff, Vater eines Kollegen und einer der grosszügigsten Sponsoren, der mit 25'000 Pfund einen namhaften Betrag in die Expedition einfliessen liess, einen Fürsprecher zu finden, der ihm zu einem Treffen mit Clements Markham verhalf. Und so, wie Shackleton mit seinem extrovertierten Charme jenen Longstaff für sich eingenommen hatte, konnte er auch Clements Markham überzeugen. «Er ist ein stahlharter junger Mann mit hohen Prinzipien, voller Fleiss und ein ausdauernder Arbeiter» fasste Markham seinen Eindruck von Shackleton zusammen.
Ziel der Expedition
Robert Falcon Scotts Expedition begann im August 1901 mit dem Schiff «Discovery». Offizieller Name dieser Expedition war «National Antarctic Expedition». Das offizielle Ziel der von der britischen Royal Geographical Society organisierten Expedition war die wissenschaftliche Erforschung der Antarktisregion, tatsächlich ging es jedoch darum, als erste Nation den bis dahin von niemandem beanspruchten Südpol zu erreichen.
Die erste Ballonfahrt in der Antarktis
Scotts Expedition war die erste, die das Rossmeer durchfuhr und das Ross-Schelfeis erreichte. Sie entdeckten neues Land, und Shackletons Faszination an der Antarktis begann. Er schrieb: «Es ist ein einzigartiges Gefühl, Land zu erblicken, das noch kein menschliches Auge zuvor gesehen hat».
Gemeinsam mit Scott ist Shackleton die erste Person, die zu einer Ballonfahrt in der Antarktis aufbrach. Anfang Februar 1902 schafften sie es, eine Höhe von 200 Meter zu erreichen. Ihr Expeditionskamerad Edward Wilson kommentierte kritisch «wenn einige dieser Experten da oben nicht verunglücken, so nur deswegen, weil Gott Mitleid hat mit den Verrückten». Der Ballon überstand diese erste Fahrt nicht unbeschädigt und blieb für den Rest der Expedition unbrauchbar.
Der Versuch, den Südpol zu erreichen
Vom McMurdo-Sund aus versuchten Scott, Edward Wilson und Ernest Shackleton 1902, mit Schlitten den Südpol zu erreichen. Dieser Versuch stand von Beginn an unter einem schlechten Stern. Alle drei hatten wenig Erfahrung mit dem Überleben unter antarktischen Bedingungen – Shackleton soll zu diesem Zeitpunkt weder Erfahrung mit dem Errichten eines Zeltes gehabt, noch jemals in einem Schlafsack geschlafen haben - keiner war ein erfahrener Skiläufer, Lebensmittel waren völlig unzureichend geplant, und Scott setzte Schlittenhunde ein, ohne dass sie ausreichend Erfahrung im Umgang mit Schlittenhundgespannen hatten. Scott, Wilson und Shackleton erreichten am 31. Dezember 1902 den südlichsten Punkt ihrer Reise, jedoch immer noch 770 km vom Pol entfernt. Während der qualvollen Rückkehr zum Ausgangslager, die mehr und mehr zu einem Wettlauf um das nackte Überleben wurde, litt Wilson zeitweise an Schneeblindheit, und Shackleton erkrankte so schwer an Skorbut, dass er Blut spuckte und zeitweise auf dem Schlitten transportiert werden musste.
Shackletons Rückkehr von der Expedition Discovery
Scott schickte 1903 noch während der Expedition Shackleton zurück nach England, obwohl sich Shackleton von seiner Skorbuterkrankung nahezu vollständig erholt hatte. Diese Entscheidung hat immer wieder Anlass zu Spekulationen gegeben.
Es gibt Hinweise, dass Scott Shackleton seine grosse Popularität innerhalb des Expeditionsteams neidete und die Skorbuterkrankung für Scott nur ein willkommener Anlass war. Andere verweisen darauf, dass Shackleton im Gegensatz zu den meisten Expeditionsteilnehmern, die zur Britischen Kriegsmarine gehörten, ein Mitglied der wenig angesehenen Handelsmarine war und dies dazu beigetragen haben mag, dass Shackleton nicht zu den Expeditionsteilnehmern gehörte, die einen zweiten antarktischen Winter erleben durften.
Ranulph Fiennes schreibt in seiner Scott-Biografie, dass sich für den Konflikt zwischen Scott und Shackleton wenig Belege finden lassen, und weist dagegen darauf hin, dass es vor allem die Autobiografie von Albert Armitage, Scotts Navigator und zweitem Offizier, gewesen sei, die als wesentlicher Beleg für den Zwist zwischen diesen beiden berühmten Polarforschern diene, dass sich Albert Armitage aber selbst durch Scott benachteiligt fühlte. Aus Fiennes Sicht war der Grund für die frühe Rückkehr Shackletons mit dem ersten Entsatzschiff noch während der Expedition tatsächlich nur.
Die frühe Rückkehr aus der Antarktis war Shackleton selbst unangenehm, schadete ihm jedoch nicht. Als erster zurückkehrender Expeditionsteilnehmer wurde ihm von der britischen Öffentlichkeit viel Aufmerksamkeit zuteil, und er wurde als Held gefeiert. Die «Discovery» war gegen die ausdrückliche Anweisung der Organisatoren in der Antarktis geblieben. Shackleton wurde aufgefordert, eine «Rettungsmission» zu führen, was er jedoch ablehnte. Stattdessen entwickelte er Pläne für eine eigene Antarktis-Expedition, die ebenfalls abgelehnt wurden.