Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03350.jsonl.gz/2905

Manhattan vergrössern und überhitzten Immobilienmarkt beruhigen
Was tun, wenn die Immobilienpreise derart hoch sind, dass sich ein Grossteil der Normalverdiener keine Wohnung mehr leisten kann? Mehr Platz schaffen. Die Lösung die Wirtschaftswissenschaftler Jason Barr für New Yorks überhitzten Immobilienmarkt vorschlägt, scheint simpel.
Quelle: Brandon Jacoby, Unsplash
Würde man die Spitze von Manhattan verlängern, könnte mehr Wohnraum gschaffen werden.
Er rät dazu Manhattan einfach bis in den Hafen zu vergrössern, damit stünde die Freiheitsstatue künftig nicht mehr auf einer Insel sondern mitten im neuen Stadtteil „New Manhatta“ und würde so Raum für 180‘000 neue Wohnungen schaffen. – Barrs Spezialgebiet ist die Skynomik, respektive die Analyse von Skylines und Wolkenkratzern mit ökonomischen Methoden.
Allerdings schüfe eine Vergrösserung der Insel nicht nur Platz für mehr Wohnraum. Laut Barr liessen sich mit einem Ausbau auch Manhattans Ufer besser vor zunehmenden durch den Klimawandel verursachten Sturmfluten schützen. Dies , indem man um Manhattan Sumpf- und Feuchtebiete anlegt, die geflutet werden können. „New Manhatta“ könne helfen, zwei grosse Krisen in New York zu lösen, erklärte Barr gegenüber dem Design-Newsportal Dezeen. Es seien drastische Massnahmen nötig, weil sich der bisherige Ansatz der kleinen Schritte als nicht ausreichend für die anstehenden Aufgaben erwiesen habe.
Gemäss Barr wäre „New Manhatta“ auch finanzierbar, gerade wegen der hohen Immobilienpreise. Wie er gegenüber Dezeen weiter ausführte, könnte das künstliche zusätzliche Land über die Differenz zwischen den Kosten für den Bau von Gebäuden und den Verkaufswerten von Wohnungen genutzt werden: „Der Wert der Immobilien in der Stadt ist heute so viel höher als die durchschnittlichen Kosten für den Bau oder den Ersatz von Gebäuden, dass die Stadt diesen Unterschied eigentlich zu ihrem Vorteil nutzen könnte.“
Bjarke Ingels und „One Architecture & Urbanism“
Neu ist die Idee, Manhattan vor dem steigenden Meeresspiegel
über Land, das geflutet werden kann, zu schützen, nicht. Mit dem Projekt „Big U“
soll Lower Manhattan künftig mit einem Grünstreifen umgeben werden, der als
Naherholungsgebiet dient und gleichzeitig vom Hochwasser geflutet werden
kann.
Laut Website zum Projekt wird aktuell mit Kosten von 900 Millionen Dollar
gerechnet, die Planung läuft und dieses
Jahr sollen auch die Bauarbeiten dafür starten. Das Disign dazu lieferten Bjarke
Ingels und das holländische Büro „One Architecture & Urbanism“. (mai)
Video zum Projekt „Big U“ im Video von „Cities of the Future“.