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Die Wasserstoff-Strategie des Bundes sollte den künftigen Bedarf, sowie die Relevanz und die Ziele in mehreren Etappen für eine mögliche Produktion und Speicherung in der Schweiz abschätzen, heisst es in einem auf den 6. Juli datierten Brief der Konferenz Kantonaler Energiedirektoren (EnDK) an den Bundesrat. Der Brief liegt der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor, darüber berichtet hatte zunächst die "NZZ am Sonntag".
Der Bund sollte auch den Umfang der benötigten Importe schätzen lassen. Die notwendigen Weichenstellungen zum Aufbau einer mit den Zielen konformen Wasserstoff- und Transportinfrastruktur in der Schweiz, die sich an das Projekt "Hydrogen Backbone" der europäischen Gastransportnetzbetreiber anlehne, müssten schnell in die Wege geleitet werden, fordern die Kantone.
Schweiz soll nicht abgehängt werden
Ein Abschnitt des Transportnetzes soll durch Italien, Österreich und Deutschland führen - und in Zukunft Wasserstoff aus Nordafrika bis nach Deutschland transportieren. "Zwar könnte es unter Umständen kostengünstiger und einfacher sein, eine Transitleitung durch die Schweiz statt durch Österreich zu führen", schreibt die EnDK. Doch da die Schweiz ihre Ziele bezüglich ihrer Wasserstoff-Versorgung - und insbesondere die Rolle der Transitleitung dabei - noch nicht formuliert habe, werde diese Option politisch derzeit nicht weiterverfolgt.
"Es scheint, dass die Schweiz lediglich dabei zusieht, wie die EU-Nachbarländer Fakten schaffen und ihr damit Opportunitäten entgehen", kritisiert die EnDK. Die EU sei beim Aufbau einer Wasserstoffversorgung aufgrund der Grössenverhältnisse und dem grossen Bedarf der Mitgliedsstaaten der Taktgeber in Europa. Verschiedenen Analysen zufolge werde die inländische Wasserstoffproduktion den Bedarf in der Schweiz nicht abdecken können.
Für die EnDK sei es zentral, dass die Schweiz einen Zugang zum europäischen Leitungsnetz und zum europäischen Wasserstoffmarkt erhalte, um den Import und Handel mit der EU sicherstellen zu können. Die bestehende Gas-Transitleitung in der Schweiz könnte bei Bedarf auf die Durchleitung von Wasserstoff umgerüstet und/oder ausgebaut werden.
Der Anschluss der Schweiz an das europäische Wasserstoff-Transportnetz und den europäischen Wasserstoffmarkt ist nach Ansicht der EnDK zwingend auch in die EU-Sondierungsgespräche zu einem Stromabkommen aufzunehmen, so die Kantone. Im Minimum sollte zumindest eine gemeinsame Absichtserklärung mit der EU unterzeichnet werden, die die zeitnahe Aufnahme von Verhandlungen zur Integration der Schweiz in den europäischen Wasserstoffmarkt festhalte.