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Fragen und Antworten zu den Devisenswaps
Was ist ein Devisenswap?
Bei einem Devisenswap werden gleichzeitig der Kauf (Verkauf) von Devisen zum jeweiligen Kassakurs und der Verkauf (Kauf) dieser Devisen zu einem späteren Termin vereinbart, wobei die Nationalbank Franken mit einer Fremdwährung tauscht. Die Wechselkurse für das Kassa- und das Termingeschäft werden beim Geschäftsabschluss bestimmt.
Weshalb schliesst die Nationalbank Devisenswaps ab?
Die Devisenswaps gegen Franken der Schweizerischen Nationalbank lassen sich in drei Gruppen einteilen: als geldpolitisches Instrument zur Steuerung der Liquidität am Geldmarkt in Franken, im Rahmen von Liquiditäts-Swapabkommen zur Versorgung von Gegenparteien der Nationalbank mit Fremdwährungen sowie zur Versorgung von ausländischen Geldmärkten mit Franken über andere Zentralbanken.
Wie kann die Nationalbank mit Devisenswaps die Liquidität am Frankengeldmarkt erhöhen?
Dies geschieht über liquiditätszuführende Devisenswaps. Dabei verkauft die Nationalbank ihrer Gegenpartei für die Laufzeit des Geschäfts Franken und erhält dafür Fremdwährungen als Sicherheit. Der Frankenbetrag wird dem Giroguthaben der Gegenpartei bei der Nationalbank für die Dauer des Devisenswaps gutgeschrieben, am Frankengeldmarkt erhöht sich entsprechend die Liquidität. Werden solche Devisenswaps nach Ende ihrer Laufzeit nicht erneuert, wird dem Frankengeldmarkt die Liquidität wieder entzogen. Vertragspartner der Nationalbank sind Geschäftsbanken, welche die Bedingungen der Nationalbank erfüllen. Abgeschlossen werden Devisenswaps über Auktionen (Mengentender) oder auf bilateraler Basis mit einem breiten Kreis von Gegenparteien. Bis 2000 stellten Devisenswaps das wichtigste geldpolitische Instrument der Nationalbank zur Versorgung des Frankengeldmarkts mit Liquidität dar, danach wurden sie durch das Repogeschäft abgelöst.
Wie werden die Gegenparteien der Nationalbank über Devisenswaps mit Fremdwährungen versorgt?
In diesem Fall geht es um einen Devisenswap zwischen Zentralbanken, der dazu dient, Banken und anderen Finanzmarktteilnehmern in der Schweiz die von ihnen benötigte Fremdwährung - vor allem US-Dollar - zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zweck erhält die Nationalbank im Rahmen von Liquiditätsswaps Fremdwährung von der entsprechenden Zentralbank. Als Sicherheit hinterlegt die Nationalbank bei der jeweiligen Zentralbank Franken. Die Fremdwährungen stellt die Nationalbank den Finanzmarktteilnehmern in der Schweiz bei Bedarf mittels Repoauktionen zur Verfügung. Die Nationalbank übernimmt bei diesem Geschäft die Funktion eines Intermediärs von Fremdwährungen. Diese Devisenswaps haben keine Wirkung auf die Geldversorgung in Franken und sind somit geldpolitisch neutral. Sie wirken jedoch den Anspannungen an den Finanzmärkten entgegen.
Wie kann die Nationalbank über Devisenswaps mit anderen Zentralbanken ausländische Geldmärkte mit Franken versorgen?
Auch in diesem Fall handelt es sich um einen Devisenswap zwischen Zentralbanken. Er hat den Zweck, eine Frankenknappheit bei ausländischen Banken zu beheben, die keinen direkten Zugang zu den Geldmarktgeschäften der Nationalbank haben. Dazu stellt die Nationalbank ausländischen Zentralbanken im Rahmen von Liquiditätsswaps Franken zur Verfügung, die diese bei Bedarf den Geschäftsbanken in ihrem Wirkungskreis weitergeben können. Als Sicherheiten für die Bereitstellung der Franken akzeptiert die Nationalbank von der entsprechenden Zentralbank in der Regel Fremdwährungen und bei Bedarf weitere Sicherheiten. Diese Devisenswaps erhöhen die Frankenliquidität und sind somit geldpolitisch wirksam, gleichzeitig wirken sie den Anspannungen an den Finanzmärkten entgegen.
Wann hat die Nationalbank Devisenswaps letztmals als geldpolitisches Instrument eingesetzt?
Ab dem 10. August 2011 schloss die Nationalbank geldpolitische liquiditätszuführende Devisenswaps gegen Dollar, Euro, Pfund und kanadische Dollar ab, um den von ihr angekündigten Anstieg der Frankenliquidität zu beschleunigen. Per Ende September 2011 waren rund 80 Mrd. Franken an liquiditätszuführenden Devisenswaps ausstehend. Dieser hohe Stand wurde in den folgenden Monaten reduziert. Teilweise wurden sie durch liquiditätszuführende Repogeschäfte ersetzt, teilweise nahm man eine gewisse Reduktion der Liquidität hin, die aber immer noch ausserordentlich hoch blieb. Im Frühsommer 2012 schliesslich führten die Devisenkäufe zur Sicherstellung des Mindestkurses von 1.20 Franken pro Euro zu einer nochmaligen Ausweitung der Liquidität am Frankengeldmarkt, was die Devisenswaps überflüssig werden liess. Seit Ende Juni 2012 hat die Nationalbank keine liquiditätszuführenden Devisenswaps mehr ausstehend.
Welche Swapabkommen werden zurzeit von der Nationalbank genutzt?
Als einziges Swapabkommen mit einer anderen Zentralbank wird derzeit das Abkommen mit der US-Zentralbank benutzt. Das Angebot für US-Dollar-Liquidität wurde bisher nur in Einzelfällen in Anspruch genommen. Letztmals wurde es im Januar 2012 nachgefragt, die Rückzahlung erfolgte Ende März 2012. Die wöchentlichen Ergebnisse finden sich unter US-Dollar-Auktionen der SNB.
An den Swapabkommen zur Versorgung der Märkte mit US-Dollar-Liquidität beteiligen sich die Bank of Canada, die Bank of England, die Bank of Japan, die Europäische Zentralbank (EZB), die US-Zentralbank und die Nationalbank. Diese Zentralbanken gaben im Oktober 2013 bekannt, ihre bis dahin befristeten Swapabkommen in Abkommen überzuführen, die unbefristet und damit bis auf Weiteres in Kraft sind. Die Swapabkommen zwischen den Zentralbanken ermöglichen es, die Operationen zur Bereitstellung von Fremdwährungen wieder einzuführen, falls es die Marktbedingungen erfordern sollten.
Hat die Nationalbank weitere Swapabkommen abgeschlossen?
Im Rahmen der Verlängerung des Swapabkommens mit der US-Zentralbank Fed im November 2011 beschloss die Nationalbank, am Aufbau eines Netzwerks von befristeten gegenseitigen Swapabkommen mit den oben aufgeführten Zentralbanken mitzuwirken. Diese Massnahme erlaubt es der Nationalbank, den betreffenden Zentralbanken bei Bedarf Franken für deren Geschäftspartner zur Verfügung zu stellen. Umgekehrt wäre sie in der Lage, Liquidität nicht nur in US-Dollar, sondern auch in kanadischen Dollar, Pfund, Yen und Euro zu gewähren. Zurzeit besteht keine Notwendigkeit, Banken in der Schweiz Liquidität in Fremdwährung ausser dem US-Dollar anzubieten. Die Abkommen sind vorsorglich abgeschlossen worden, damit liquiditätszuführende Operationen bei Bedarf schnell in die Wege geleitet werden können. Auch diese Swapabkommen wurden im Oktober 2013 in unbefristete Abkommen übergeführt. Ausserdem besitzt die Nationalbank schon seit vielen Jahren ein Swapabkommen mit der belgischen Nationalbank, das ursprünglich primär im Hinblick auf allfällige Bedürfnisse beim Zahlungsverkehr abgeschlossen wurde. Im Juni 2012 haben zudem die Nationalbank und die polnische Nationalbank vorsorglich ein Swapabkommen Franken-Zloty abgeschlossen, um wenn nötig den Bedarf an Frankenliquidität in Polen zu decken. Im Juli 2014 hat die Nationalbank ein Swapabkommen mit der chinesischen Zentralbank unterzeichnet. Neben der Möglichkeit, bei Bedarf Liquidität in Renminbi und Franken in den entsprechenden Märkten bereitzustellen, bildet dieses Abkommen eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung eines Renminbi-Marktes in der Schweiz.
Wann wurden letztmals Devisenswaps zur Versorgung ausländischer Geldmärkte mit Franken über andere Zentralbanken eingesetzt?
Vom Oktober 2008 bis Januar 2010 versorgte die Nationalbank v.a. Banken im Ausland über Euro-Franken-Devisenswaps mit Frankenliquidität. Diese Euro-Franken-Devisenswaps erfolgten im Rahmen von Swapabkommen mit der EZB, der polnischen und der ungarischen Nationalbank.
Warum ist die Nationalbank im Kreis der weltweit wichtigsten Zentralbanken dabei, die ein Netzwerk von Liquiditäts-Swapabkommen aufgebaut haben?
Der Schweizer Finanzplatz und der Schweizer Franken nehmen im globalen Finanzsystem einen wichtigen Platz ein. Daher sind die weltweit wichtigsten Zentralbanken interessiert, auch die Nationalbank in dieses Netzwerk einzubinden. Umgekehrt ist für die Nationalbank eine Teilnahme sinnvoll, damit sie bei Bedarf auf Liquidität in Fremdwährungen zurückgreifen könnte.
Für welche Laufzeiten werden Devisenswaps abgeschlossen?
Die Laufzeiten von geldpolitischen Devisenswaps können zwischen den Vertragspartnern flexibel festgelegt werden, wobei die Dauer in der Regel drei Monate nicht übersteigt.
Bei den Devisenswaps zwischen Zentralbanken im Rahmen von Liquiditäts-Swapabkommen hängt die Laufzeit vom entsprechenden Geschäft ab, mittels dem die temporäre Liquidität den Finanzmarktteilnehmern zur Verfügung gestellt wird. Bei der Einführung von US-Dollar-Operationen im Jahr 2007 waren anfänglich Laufzeiten von 28 Tagen üblich gewesen, danach gab es Swaps verschiedener Laufzeiten, selbst 1-Tages-Swaps.
Wie viel kostet ein Devisenswap?
Der Preis eines Devisenswaps hängt von den Marktverhältnissen ab, namentlich von der Zinsdifferenz der involvierten Währungen. Das heisst, man bezahlt aus ökonomischer Sicht für die Laufzeit des Devisenswaps den Zins für die aufgenommene Währung und erhält den Zins der ausgeliehenen Währung.
Bei geldpolitischen Devisenswaps müssen die Banken, die Liquidität brauchen, zusätzlich zu den Marktzinsen eine Prämie bezahlen. Will dagegen die Nationalbank Liquidität in den Markt geben, muss sie unter Umständen - beispielsweise wenn die Liquidität am Markt bereits sehr hoch ist - den Banken eine Prämie bezahlen. In der Erfolgsrechnung der Nationalbank werden diese Prämien nicht separat, sondern als Bestandteil des Erfolgs aus Fremdwährungsreserven ausgewiesen.
Wo weist die Nationalbank die als geldpolitisches Instrument eingesetzten Devisenswaps in ihrer Bilanz aus?
Die im Rahmen von geldpolitischen Devisenswaps temporär gekauften Devisen werden als Teil der Devisenanlagen bilanziert, die temporär verkauften Franken werden auf den Girokonten der Banken bei der Nationalbank gutgeschrieben. Auf den Devisen entstehende Kursgewinne oder -verluste werden für die Laufzeit des Devisenswapgeschäfts in den "Sonstigen Aktiven" (Gewinne) resp. in den "Sonstigen Passiven" (Verluste) bilanziert. Nach Ende der Laufzeit heben sich die Positionen gegenseitig auf.
Die Nationalbank publiziert auf ihrem Datenportal im Internet unter Devisenanlagen der SNB quartalsweise Tabellen, welche die Devisenanlagen nach Währungen exklusive oder inklusive Devisenderivate und mit oder ohne Anlagen und Verpflichtungen aus Devisenswaps darstellen.
Wo werden die Devisenswaps ausgewiesen, mit denen die Nationalbank ihre Gegenparteien mit Fremdwährungen versorgt?
Die im Rahmen des Liquiditäts-Swapabkommen mit der Fed an Banken weitergegebenen US-Dollars werden auf der Aktivseite unter "Forderungen aus Repogeschäften in US-Dollar" ausgewiesen, auf der Passivseite unter "Übrige Terminverbindlichkeiten".
Wo weist die Nationalbank die Devisenswaps aus, die dazu dienen, ausländische Geldmärkte mit Franken zu versorgen?
Die im Rahmen der 2008 und 2009 aktiven Liquiditäts-Swapabkommen zur Versorgung ausländischer Geldmärkte mit Franken erhaltenen Sicherheiten wurden auf der Aktivseite unter "Guthaben aus Swapgeschäften gegen Schweizer Franken" ausgewiesen, auf der Passivseite unter "Giroguthaben der Banken".
Was geschieht mit den Devisenswaps, wenn sie auslaufen?
Je nach geldpolitischem Bedarf - Liquiditätszuführung oder Liquiditätsabschöpfung - lässt die Nationalbank die Devisenswaps entweder auslaufen oder erneuert sie ganz respektive teilweise.
Das gleiche gilt bei den Devisenswaps zwischen Zentralbanken. Bei diesen kommt es darauf an, ob die Geschäftsbanken die angebotene Liquidität, die sie über Repoauktionen beziehen können, weiterhin benötigen.
Geht die Nationalbank bei Devisenswaps Währungs- und andere Risiken ein?
Das Termingeschäft wird zum selben Wechselkurs wie das Kassageschäft inklusive eines Abschlags oder Aufschlags für den Ausgleich der währungsspezifischen Zinsdifferenzen abgeschlossen. Die Devisenanlagen aus den Devisenswapgeschäften enthalten daher keine direkten Wechselkursrisiken. Allerdings sind die Geschäftspartner beim Devisenswap einem Erfüllungsrisiko ausgesetzt. Das Erfüllungsrisiko entsteht dem Geldgeber durch einen möglichen Ausfall der Gegenpartei und kann zu einem Wiederbeschaffungsrisiko führen: Die Währung aus dem Swap ist bereits für weitere Anlagen eingeplant und muss am Markt wiederbeschafft werden, während der Wechselkurs sich zuungunsten der Nationalbank verändern kann.