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Verfälschen zweite Assists die Skorerliste?
Seit eh und je gibt es im Eishockey bei einem Tor meistens einen ersten und einen zweiten Assist. Dabei müssen diese nicht immer aussagekräftig sein.
Was gibt es im Sport Schöneres, als ein Tor zu erzielen? Würde man diese Frage einem gewissen Joe Thornton stellen, dann würde er mit grösster Wahrscheinlichkeit antworten: ein Tor vorzubereiten. Das hat Thornton in seiner Karriere mehr als einmal gemacht. Der 40-jährige Center der San Jose Sharks ist derjenige Spieler mit den achtmeisten Assists überhaupt in der NHL. In 1’795 Spielen sammelte Thornton 1’184 Vorlagen.
Natürlich waren es nicht immer wunderschöne Pässe, die zu Toren führten. Einige dieser Assists wurden ihm sicherlich «geschenkt», da er teilweise nur indirekt an den Toren beteiligt gewesen war. Denn nach dem Regelbuch der NHL erhält derjenige Spieler oder diejenigen Spieler (maximal zwei) einen Assist, die den Puck vor dem Torschützen zuletzt berührt haben, ohne dass dazwischen die gegnerische Mannschaft in Puckbesitz war.
Die Skorerliste durchschütteln
Wenn es um zweite Assists geht, ist der Raum für Diskussionen gross. Während einige zweite Assists bei einem Tor sehr entscheidend sind, werden bei anderen Toren teilweise verschenkt oder im Nachhinein noch hinzugefügt. In der National League ist es nicht unüblich, dass die Torstatistik am nächsten Morgen total anders aussieht als noch am Abend zuvor, da die Tore allesamt noch einmal angeschaut werden.
Schauen wir uns einmal die Skorerliste in der Schweiz an: Aktuell führt sie Mark Arcobello mit 42 Punkten vor Gregory Hofmann mit 39 Punkten an. Dahinter folgen Pius Suter, Toni Rajala, Harri Pesonen und Jan Kovar mit jeweils 37 Punkten. Tommy Wingels, Roman Cervenka und Garrett Roe sammelten jeweils 36 Punkte und Perttu Lindgren vervollständigt mit 35 Punkten die Top Ten.
Jetzt ziehen wir einmal alle zweiten Assists ab und schauen, wie so die Skorerliste aussehen würde:
1. Gregory Hofmann: 32 Punkte
2. Mark Arcobello: 31 Punkte
3. Pius Suter: 30 Punkte
4. Harri Pesonen: 29 Punkte
4. Kevin Clark: 29 Punkte
6. Toni Rajala: 28 Punkte
6. Perttu Lindgren: 28 Punkte
8. Tommy Wingels: 27 Punkte
8. Roman Cervenka: 27 Punkte
10. Garrett Roe: 26 Punkte
10. Lino Martschini: 26 Punkte
10. Chris DiDomenico: 26 Punkte
13. Jan Kovar: 22 Punkte
Wir sehen, dass Mark Arcobello ohne seine zweiten Assists nicht mehr der Topskorer der Liga wäre. Der Vorsprung zur Konkurrenz wäre etwas kleiner geworden und Gregory Hofmann hätte ihn gar überholt.
Dafür würde Hofmanns Teamkollege Jan Kovar aus den Top Ten fallen. Der Tscheche hatte mit 15 zweiten Assists am meisten auf dem Konto. Hingegen würden sich Lino Martschini und Christopher DiDomenico deutlich nach vorne schleichen und gemeinsam mit Garrett Roe Platz 10 belegen. Kevin Clark würde den grössten Sprung machen und sich zusammen mit Harri Pesonen auf Platz 4 setzen. Der Kanadier würde somit seinem Teamkollegen Cervenka das Topskorer-Trikot der Rapperswil-Jona Lakers streitig machen.
Einen riesigen Einfluss haben die zweiten Assists nicht. Dennoch würde sich die Skorerliste leicht verändern. Was einem ebenfalls ins Auge sticht, ist, dass die Center etwas mehr zweite Assists auf ihrem Konto haben. Cervenka, Roe und Kovar sind alles Mittelstürmer, die nach hinten gefallen sind. Auf der anderen Seite spielen Martschini, DiDomenico und Clark auf dem Flügel und würden in der Skorerliste ohne zweite Assists besser dastehen.
Schliesslich ist es aber doch eine gute Sache, dass zweite Assists gezählt werden. Denn die PostFinance entlohnt zweite Assists der jeweiligen Teamtopskorer genauso wie Tore und erste Assists. Insgesamt spielten sich die Topskorer so schon 29’400 Franken zugunsten der Nachwuchsabteilung des eigenen Klubs und nochmals 29’400 Franken zugunsten des SIHF ein.
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