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Im „Info“ Nr. 5 und Nr. 6 informierten wir über die Kampagne zur Gleichstellung, die in Zusammenarbeit mit unseren Partnerorganisationen gleichzeitig in Schweden, Deutschland und der Schweiz durchgeführt wurde.
Angesichts unterschiedlicher Voraussetzungen in den drei Ländern und verschiedener Arbeitsweisen der drei Organisationen ergab sich eine länderspezifische Umsetzung der Kampagne. Besonders die gesetzlichen Grundlagen, welche die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit ermöglichen sollen, hinken in Deutschland und der Schweiz weit hinter jenen von Schweden her. In Schweden sind die Unternehmen gesetzlich verpflichtet, eine Gleichstellungspolitik im Unternehmen zu verankern und mit konkreten Massnahmen umzusetzen. Davon sind wir in der Schweiz und in Deutschland weit entfernt.
Die Interventionen bei den Firmen unterscheiden sich durch die Vorgehensweisen der beteiligten Organisationen, aber auch wegen der unterschiedlichen Bedingungen für MinderheitsaktionärInnen. In Deutschland dauern die Hauptversammlungen einen ganzen Tag. Fragen von AktionärInnen werden durch Gruppen von SpezialistInnen bearbeitet und noch während der Versammlung ausführlich beantwortet. Andernorts laufen Generalversammlungen noch sehr formell ab. Wortmeldungen von MinderheitsaktionärInnen sind dadurch eher selten. ACTARES geht unter anderem deshalb nur sehr gezielt an Generalversammlungen und zieht einen Briefwechsel oder ein Gespräch in der Regel vor.
Sysifos ging in Schweden folgendermassen vor:
- Elf Unternehmen (AstraZENECA, Billerud, Electrolux, H&M, Industrivärden, Nor-dea, SAPA, Sw Match, Sydkraft, Telia, Volvo) wurden nach den konkreten Mass-nahmen gefragt, die ergriffen werden, um den Frauenanteil im Verwaltungsrat, in der Direktion und im Kader zu erhöhen.
- An einzelnen Generalversammlungen wurden Fragen gestellt.
- Es wurde mit Pensionsfonds zusammengearbeitet, die am Thema interessiert waren.
Der deutsche Dachverband der kritischen Aktionärinnen und Aktionäre:
- übernahm einen Teil des Fragenkatalogs von ACTARES,
- stellte seine Fragen an neun Hauptversammlungen (Adidas-Salomon, Allianz, BASF, Bayer, Deutsche Lufthansa, Deutsche Post, Deutsche Telekom, EON, Fraport),
- stellte seine Fragen schriftlich vor den Hauptversammlungen und erhielt von einigen Unternehmen eine ausführliche schriftliche Antwort, die an der Versammlung zu-sammengefasst wurde; andere Unternehmen beschränkten sich auf eine kurze mündliche Auskunft,
- fragte nicht nur nach der Situation in Deutschland, sondern auch nach jener in den Tochterfirmen im Ausland.
Alle diese Aktivitäten sind noch in Auswertung. Die Kampagne soll weitergeführt werden.