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Der gelernte Anglist, Historiker und Staatsrechtler, der über George Bernard Shaw promovierte, arbeitete für die Neue Zürcher Zeitung zunächst als Korrespondent in Stockholm, Jerusalem, Moskau und Washington. Auf der Redaktion in Zürich war Kamer für internationale Sicherheitspolitik, die Europäische Union und die Vereinigten Staaten zuständig. Von 1992 bis 2009 leitete er das NZZ-Auslandressort, seit 1994 wirkte er zudem als Stellvertreter des Chefredaktors. Bis 2004 war er Council-Mitglied des International Institute for Strategic Studies in London. Kamer gilt als klarsichtiger und unbestechlicher Beobachter des internationalen Geschehens und als hervorragender Kenner der USA. Für die Weltwoche schreibt er die wöchentliche Kolumne «Geopolitik» zu zentralen Auslandthemen.
«China gelingt es nicht einmal, den armen Nachbarn Nordkorea zu bändigen. Russland hat seine heillose Mühe mit den Völkern im Kaukasus, und seine Performance im Krieg gegen Georgien war nicht beeindruckend. Indien bringt es nicht zustande, den Terrorismus auszurotten. Alle diese Mächte stehen auf brüchigem Boden. Ein Bestandteil ihrer Aussenpolitik zielt darauf ab, den Westen zu ärgern, seine Dominanz zu untergraben.»