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Tinnitus – Entstehung und Therapiemöglichkeiten
BodyLab | Zürich
Osteopathie und Physiotherapie | Rehabilitation und Training
Zürich Altstetten
Anita Jost, Osteopathin MSc OST
Im Rahmen einer Fallstudie, während meines Masterstudiums der Osteopathie an der Hochschule für Gesundheit in Fribourg, befasste ich mich mit dem Thema Tinnitus. Während meines ersten Praktikums hat mich ein Fall speziell beeindruckt. Es handelte sich um eine Patientin, die sich über einen somatischen Tinnitus beschwerte. Die Patientin beschrieb einen einseitigen Ton im Ohr welcher teilweise durch gewisse Positionen des Kopfes oder durch Stress hervorgerufen wurde. Bereits nach einer einmaligen osteopathischen Behandlung war die Patientin komplett beschwerdefrei.
Kennen auch sie das Gefühl eines störenden Tones im Ohr? Dann lesen sie hier weiter!
Zuerst zur Begriffserklärung: Was ist ein somatischer Tinnitus
Tinnitus beschreibt eine subjektive Wahrnehmung eines nicht extern generierten Tons oder Geräuschs im Ohr, der meistens als Ringen oder Summen beschrieben wird. Weltweit sind 15 – 20 % der Bevölkerung von diesem Phänomen betroffen. Es ist bekannt, dass der konstante Ton im Ohr bei 1 – 3% der betroffenen Personen zu einer beträchtlichen Verminderung der Lebensqualität führt.
Ursachen des somatischen Tinnitus und dessen Beschwerdebild
Es gibt unterschiedliche Ursachen für einen Tinnitus. Der hier beschriebene somatische Tinnitus hat seinen Ursprung in Funktionsstörungen des muskuloskelettalen Systems. Es kann somit bei einer HNO-Abklärung beim Arzt keine Erkrankung oder Verletzung der Gehörbahn festgestellt werden.
Durch neurologische, myogene, vaskuläre und anatomische Verbindungen des Temporomandibulären Gelenkes (genauer dem M. temporalis, M. masseter, M. pterygoideus lateralis und dem Sphenomandibulären Ligament), des Kraniozervikalen Übergangs und der Muskulatur des Schultergürtels mit dem Ohr oder der Gehörbahn, können Funktionsstörungen dieser Regionen zu einem somatischen Tinnitus führen. Oft wird der somatische Tinnitus mit Schmerzen in den oben genannten Regionen begleitet oder durch gewisse Bewegungen moduliert.
Ein typisches Beschwerdebild eines somatischen Tinnitus sieht wie folgt aus:
Wahrnehmung eines unilateralen Tinnitus ohne HNO-Befund und ohne spezifischen Auslöser. Meist treten zusätzlich Schmerzen im Temporomandibulären Gelenk oder im Bereich des Nacken-Schultergürtels auf. Es kann sein, dass der somatische Tinnitus durch gewisse Positionen des Kopfes und/oder durch Stress moduliert werden kann.
Die Rolle der Osteopathie und der Physiotherapie in der Behandlung des somatischen Tinnitus
Durch eine genaue Untersuchung und anschliessender Behandlung der betroffenen Regionen können wir Patienten und Patientinnen mit einem somatischen Tinnitus hier bei Bodylab Osteopathie und Physiotherapie weiterhelfen.
Durch myofasziale Techniken, Mobilisationen und Thrusts (Mobilisation mit Impuls) wird den betroffenen Strukturen ihre physiologische Funktionsweise wieder zurückgegeben. Was als Konsequenz das Verschwinden des Tinnitus herbeiführt.
Ein wichtiger Teil der Behandlung besteht auch in der Aufklärung und Instruktion über den Beschwerde- und Auslösemechanismus des vorliegenden Tinnitus. Durch das breite Wissen über Abläufe und Wechselwirkungen des menschlichen Körpers können die Therapeuten und Therapeutinnen von BodyLab Zürich wichtige Aufklärungsarbeit leisten und helfen, sich dem auslösenden Problem bewusst zu werden und diesem entgegen zu wirken.
Forschung
Laut aktuellen Studien sollten sich die klinischen Untersuchungen und die Behandlungen vor allem auf die Region des Kopf-, Hals,- Kiefer- und Schultergürtelbereichs sowie auf die angrenzenden Muskeln, Strukturen und Faszien fokussieren, mit besonderer Beachtung des Zervikokranialen Überganges, der Kaumuskulatur und des Sphenomandibulären Ligamentes (SML).
Die Prävalenz von Funktionsstörungen des Temporomandibulären Gelenk bei somatischen Tinnituspatienten beträgt rund 30%.
Wird der somatische Tinnitus und die mit ihm in Zusammenhangstehende Funktionsstörung korrekt diagnostiziert, kann eine osteopathische oder eine physiotherapeutische Behandlung zu einem Therapieerfolg führen.
Die Klassifizierung, Untersuchung und Behandlung des Tinnitus ist jedoch noch ein umstrittenes Thema. Momentan wird deshalb durch NICE (National Institute for Health and Care Excellence) an der Ausarbeitung einer Guideline für „Tinnitus assessment and management“ gearbeitet, welche voraussichtlich 2020 publiziert werden wird.
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