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Fragen und Antworten
Ereignisfall > Verhalten im Ereignisfall
- Was ist eigentlich der Ereignisfall?
Unter Ereignisfall versteht man einen Kernkraft-Störfall, bei dem es zum Austritt radioaktiver Stoffe, darunter auch von radioaktivem Jod kommt. Beim so genannten Notfallschutz im Ereignisfall geht es in erster Linie darum, Strahlenerkrankungen bei der betroffenen Bevölkerung zu vermeiden. Zwischen Behörden und Kernkraftwerkbetreibern besteht eine enge Zusammenarbeit, um im Ereignisfall schnell handeln zu können.
- Wie erfahre ich vom Ereignisfall? Was muss ich tun?
Im Ereignisfall alarmieren die Behörden die betroffene Bevölkerung über die Sirenen mit dem Zeichen allgemeiner Alarm. Dieser Alarm fordert Sie auf, Radio zu hören, die Anweisungen der Behörden zu befolgen und die Nachbarn zu informieren. Die Behörden informieren die Bevölkerung über Radio (und weitere Medien) und erteilen Anweisungen, wie sie sich verhalten soll.
Eine Einnahme der Jodtabletten (Kaliumiodid 65 AApot) ist nicht sofort notwendig. Die Radioaktivität wird flächendeckend gemessen und nur in denjenigen Gemeinden, in denen eine radioaktive Belastung festgestellt wird oder sicher zu erwarten ist, ordnen die Behörden die Einnahme der Tabletten an.
Weitere Hinweise zu Alarmfällen finden Sie hier
Zu beachten ist, dass einmal jährlich – am 1. Mittwoch im Februar – ein Sirenentest durchgeführt wird.
- Was passiert im Ereignisfall?
Die Behörden ordnen über Radio und weitere Medien Massnahmen an, um die Bevölkerung vor eventuell austretender Radioaktivität so gut wie möglich zu schützen.
Die wichtigste Massnahme ist, sich nicht im Freien aufzuhalten, sondern sich in Gebäude zu begeben, Fenster und Türen zu schliessen sowie alle Lüftungen abzuschalten. Damit wird verhindert, dass radioaktiv verseuchte Luft ins Gebäude eindringen kann. In einer solchen Situation ist den Anweisungen der Behörden unbedingt Folge zu leisten.
Eine weitere angeordnete Massnahme kann sein, die Jodtabletten (Kaliumiodid 65 AApot) entweder bereitzustellen oder – in den Gemeinden mit erhöhter radioaktiver Belastung – einzunehmen.
- Muss ich die Jodtabletten bei einem Ereignisfall sofort einnehmen?
Die Einnahme darf grundsätzlich nur auf Anordnung der Behörden erfolgen. Bei einer konkreten Gefährdung durch radioaktives Jod ordnen die Behörden über Radio und anderen Medien sowohl die Bereitstellung als auch falls erforderlich die Einnahme und die Dauer der Anwendung der Jodtabletten (Kaliumiodid 65 AApot) an. Zu beachten ist, in welchen Gemeinden genau die Tabletten eingenommen werden müssen.
- In welchen Gemeinden müssen die Jodtabletten eingenommen werden?
Die Behörden ermitteln bei einem Austritt von Radioaktivität mit Hilfe verschiedener Messungen (Stärke der Strahlung, Windgeschwindigkeit, Windrichtung usw.), welche Gemeinden genau durch Radioaktivität gefährdet werden. Für diese Gemeinden ordnen sie entsprechende Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung an. Eine davon kann die Einnahme von Jodtabletten sein.
- Ich kann die Tablette nicht aus dem Blister herausdrücken. Was muss ich tun?
Die Blister sind mit einer weissen kindersicheren Schutzfolie geschützt. Diese muss zuerst entfernt werden. Dann lassen sich die Tabletten leicht herausdrücken.
- Wie nehme ich die Jodtabletten ein?
«Kaliumiodid 65 AApot Tabletten» sollen mit reichlich Flüssigkeit und möglichst nicht auf nüchternen Magen eingenommen werden. Die Einnahme kann durch Auflösen der Tabletten in einem beliebigen Getränk erleichtert werden. Die Lösung ist nicht haltbar und ist deswegen erst kurz vor Gebrauch herzustellen.
- Wie viele Kaliumiodidtabletten soll ich einnehmen und wie lange?
- Erwachsene: 2 Tabletten pro Tag auf einmal einnehmen
- Neugeborene (auch gestillte Säuglinge behandelter Mütter) bis 1 Monat: ¼ Tablette einmalig
- Kinder ab dem 2. Monat bis 3 Jahre: ½ Tablette pro Tag
- Kinder ab dem 4. Jahr bis 12 Jahre: 1 Tablette pro Tag
- Kinder über 12 Jahre (wie Erwachsene): 2 Tabletten pro Tag auf einmal einnehmen
- Schwangere und Stillende: 2 Tabletten auf einmal pro Tag, an max. 2 Tagen
Die notwendige Dauer der Einnahme wird durch die Behörden bekannt gegeben.
Auch wenn für Kinder und Erwachsene die Einnahme dieser Tabletten mehrere Tage hintereinander angeordnet wird, gelten für Schwangere und Stillende sowie Neugeborene im 1. Lebensmonat die obigen Einschränkungen. Neugeborene erhalten nur einmalig ¼ Tablette, Schwangere und Stillende nehmen an maximal 2 Tagen 2 Tabletten ein.
- Hilft es, wenn ich mehr als die empfohlene Menge einnehme?
Nein.
- Weshalb sind viel mehr Jodtabletten in der Packung enthalten als ich einnehmen soll?
In jeder Packung Kaliumiodid 65 AApot sind rund doppelt so viele Tabletten enthalten als pro Person im Ereignisfall benötigt werden. Damit haben alle die Möglichkeit, im Ereignisfall anderen Personen, z.B. Verwandten, Bekannten oder Nachbarn mit Tabletten auszuhelfen, falls diese ihre Packung nicht zur Hand haben sollten. Zusätzlich kann eine Versorgung auch für solche Personen sichergestellt werden, die sich neu oder kurzfristig in den betroffenen Gemeinden aufhalten oder aus anderen Gründen über keine Jodtabletten verfügen.
- Soll ich im Ereignisfall die Wohnung / das Gebäude verlassen oder besser dort bleiben?
Im Ereignisfall wird durch die Behörden bekannt gegeben, welche Schutzmassnahmen zu treffen sind. Es gilt in jedem Fall das Radio anzuschalten oder andere Medien zu konsultieren und die behördlichen Anweisungen zu befolgen. In der Regel wird man die betroffene Bevölkerung auffordern, sich in Gebäude zurückzuziehen und Fenster und Türen zu schliessen. Es wird ihr auch mitgeteilt, wie lange sie das Gebäude nicht verlassen darf bzw. wann sie dieses unter keinen Umständen verlassen sollte.
- Was passiert, wenn ich im Ereignisfall nicht zu Hause, sondern unterwegs bin? Sollte ich vorsichtshalber meine Tabletten immer bei mir haben?
Nein, das ist nicht nötig. Jodtabletten (Kaliumiodid 65 AApot) werden im Umkreis von 50 Kilometern der Schweizer Kernkraftwerke auch an alle Betriebe und öffentlichen Einrichtungen abgegeben.