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Die Wetzikerstrasse mit der niveaugleichen Brücke bei der Sennerei im Oberdorf wurde erst anfangs des 19. Jh. gebaut. Auf der Swisstopo-Karte von 1900 ist der alte Weg von Oberkempten (Harlachen, Pt. 583) auf direktem Weg durch den Kemptnerwald gut ersichtlich. Im Pt. 687 kreuzt er die neue Strasse und führt zum Pt. 707 im Schürli. In grader Linie führt er über den Bühl (Pt. 720) hinunter zum Aabach, den er oberhalb der Staldenmühle auf der steinernen Gupfbrücke überquerte (rote Marke).
Dort beginnt auch der Mühleweier, der gebaut wurde, um auch das Wasser des Aabaches für die Staldenmühle nutzbar zu machen. Früher wurde die Mühle nur durch den Staldenbach betrieben. Dieser Mühleweier ist nun aber trocken gelegt und macht dem Friedhof Platz.
Nach der Steinbrücke führt der Weg, dem jetzigen Friedhof entlang auf dem Enggässli hinauf zur Gupf. Vorbei am Alten Bären und später dem (Neuen) Bären erreichte man die Linde auf dem Dorfplatz, wo die Schmitte Gelegenheit bot, die Pferde neu beschlagen zu lassen.
Im 18. Jh. gab es auch die Baumastrasse noch nicht. Das Hüttenriet wurde am Hang entlang über Hütten und Laubenfelsen umgangen und erreichte dann Bussenthal und die Kreuzstrasse, wo sich auf dem Sattelpunkt die Wege Bäretswil – Bauma und Hinterburg – Engelstein (Adetswil) kreuzen (rote Marke). Auf der Karte von 1900 sieht man schön, wie die UeBB zum Zeitpunkt von Neuthal her bis Sennweid gebaut ist.
Die neue Strasse und der Züriputsch
«Die Regierung versäumte wirklich nicht, auf jenes Ereignis hin (Anm: der Usterbrand von 1832), das so grell die dunkelsten Seiten des Volkslebens enthüllt hatte, ihr Möglichstes zu thun zur Bildung des Volkes und zur Wohlfahrt des Landes»
1830 erhielt Bäretswil ein Postbureau mit wöchentlichem Postkutschenkurs nach Wetzikon, Hinwil und Uster und 1838 unter dem Titel «Bäretswilerpost» Dienstags und Freitags einen Eilkurs nach Zürich. Und 1838 wurde denn auch von der Regierung beschlossen, eine geeignete Strasse von Kempten nach Bäretswil zu bauen.
Aber «das Volk war noch nicht reif genug für den oft überstürzenden Fortschritt, welchen die Regierung anstrebte und ausführte.» Der Strassenbau wurde durch den «Züriputsch» von 1839 unterbrochen und erst 1841 fortgeführt. 1843 wurde die gewölbte Brücke über den Aabach im Oberdorf gebaut und die Strasse vollendet.(Chronist Julius Studer, 1870[1])
Die Wildkarte von 1843-1851
Der Zürcher Grosse Rat beschloss 1842, dem ETH-Professor und bekannten Kartografen Johannes Wild den Auftrag zur Vermessung des Kantons im Massstab 1 : 25’000 zu erteilen. Der Kanton wurde von 1843 bis 1851 vermessen und von 1852 bis 1865 auf 32 Blättern im Lithographieverfahren gedruckt. Dies war die erste mehrfarbige Kurvenkarte überhaupt! Auf dieser Karte ist der alte Weg von Oberkempten über Bäretswil nach Neuthal noch klar ersichtlich.
Das Kartenprojekt, das zu den Wild-Karten führte, war ursprünglich von Dufour initiiert, um für die Armee zuverlässige Karten zur Verfügung zu haben. Sie halfen dann aber wesentlich beim Bau der Eisenbahnen.
Auf den fast 200 Jahre älteren Gygerkarten (1 : 32’000) ist der Alte Bäretswiler Weg durch den Kemptner Wald noch nicht eingezeichnet. Wege führen von Kempten via Adetswil und via Ettenhausen, Emmetschloo, Ringwil nach Bäretswil.
Einzelnachweise
[1]Julius Studer: Die Geschichte der Kirchgemeinde Bäretswil. Zürich 1870, Digitalisat