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Prof. Dr. Tatsuya Nakada
Die Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Zürich verleiht die Würde eines Doktors ehrenhalber an Herrn Prof. Dr. Tatsuya Nakada in Anerkennung seiner fundamentalen und nachhaltigen Beiträge zur experimentellen Teilchenphysik. Professor Nakada hat mit sehr originellen Ideen die experimentelle Untersuchung der Quark-Flavours ermöglicht und war die treibende Kraft des LHCb Experimentes am CERN.
Tatsuya Nakada studierte Physik in Tokyo, wo er 1979 sein Master-Diplom erlangte. Anschliessend arbeitete er an der Universität Heidelberg an Experimenten an den Intersecting Storage Rings (ISR) am Cern und forschte unter anderem über die Produktion von Baryonen. 1984 promovierte er dort zum Dr. rer. nat..
Noch im selben Jahr wurde Nakada wissenschaftlicher Mitarbeiter am damaligen Schweizerischen Institut für Nuklearforschung (SIN, heute Teil des Paul-Scherrer-Institutes, PSI) in Villigen AG. Hier widmete er sich weiterhin den Cern-Experimenten, konzentrierte sich dann aber bald auf neue Ideen zur Erzeugung von B-Mesonen in grosser Zahl. Gemäss der 1973 publizierten Idee von Kobayashi und Masukawa sollten solche B-Mesonen nämlich besonders gut geeignet sein, neben den Eigenschaften der Quark-Flavours auch die Unterschiede zwischen Materie und Antimaterie zu studieren, eine der folgenreichsten Voraussagen in der Teilchenphysik des letzten Jahrhunderts. Tatsuya Nakada erarbeitete zusammen mit seinen Kollegen am SIN die weltweit ersten Vorschläge zur praktischen Realisierung von Experimenten für die Untersuchung von B-Mesonen, die sie zwischen 1986 und 1988 publizierten und die weltweit zu vielen Diskussionen führten. Schliesslich wurden je eine von den inzwischen «B factories» genannten Maschinen in Kalifornien und in Japan gebaut, die damit erreichten Forschungsresultate gipfelten 2008 im Nobelpreis für die Autoren der ursprünglichen Idee, Kobayashi und Masukawa.
Ab Anfang der 90er Jahre wurden auch am Cern Möglichkeiten zur Produktion und Untersuchungen von B-Mesonen diskutiert, an denen sich Nakada von Anfang an beteiligte. Er wurde Mitglied einer Gruppe, die mögliche Experimente am damals geplanten Large Hadron Collider (LHC) diskutierte, und aus der sich schliesslich eine internationale Kollaboration unter dem Namen LHCb entwickelte, deren erster Vorsitzender und Sprecher Tatsuya Nakada war. Seine Koordination und Führung der Planungs- und Konstruktionsarbeiten waren derart erfolgreich, dass er 13 Jahre lang von der Kollaboration immer wieder als Vorsitzender gewählt wurde. Der LHCb-Detektor funktioniert seit der Inbetriebnahme des LHC im Jahre 2008 hervorragend. Die damit gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse übertreffen alle Erwartungen.
Im Jahre 2003 wurde Tatsuya Nakada Professor an der EPFL in Lausanne. Er ist Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Kommissionen und Beiräte an weltweit führenden Forschungsinstitutionen der Elementarteilchenphysik. Er war Mitglied, und von 2009 bis 2011 auch Vorsitzender, des European Committee for Future Accelerators (ECFA) und er koordiniert das europäische Strategiekomitee für die Teilchenphysik. Seit 2014 ist er Vorsitzender des Scientific Policy Committee (SPC), des höchsten wissenschaftlichen Gremiums am Cern.