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Faires Handeln und Klimaschutz gehören zusammen. Dies zeigt auch das erfolgreiche Projekt "Sankofa", welches in Zusammenarbeit mit Chocolats Halba und mehreren Organisationen in Ghanas Kakao-Regionen realisiert wird.
Um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Bevölkerung und insbesondere auf die besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu verringern, ist globales Handeln notwendig. Massnahmen wie eine verbesserte Bewirtschaftung der Anbauflächen, Diversifizierung, Agroforstwirtschaft und Waldbewirtschaftung haben grosses Potential, um die Auswirkungen des Klimawandels abzuschwächen, wie ein Bericht des Ausschusses für Klimawandel 2019 der Vereinten Nationen zeigt (Kapitel 6).
Zusammenschluss für Sankofa
Klimamassnahmen und nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken sind heute mehr denn je erforderlich. Eine Allianz von Fairtrade, Chocolats Halba und mehreren weiteren Organisationen hat sich gebildet, um das Projekt "Alliances for Sankofa" (Zusammenschluss für Sankofa) auf den Weg zu bringen. Ziel des Projektes ist eine geringere Entwaldung und somit ein verkleinerter Kohlenstoff-Fussabdruck in einigen Kakaoanbaugebieten. Dazu wird ein Ansatz genutzt, der auch zur Verbesserung der Lebensgrundlagen der Bauern beiträgt – gemäss der Erkenntnis, dass Umweltaktionen mit sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung Hand in Hand gehen müssen, wenn sie wirklich nachhaltig sein sollen. Sankofa ist ein ghanaisch und bedeutet übersetzt so viel wie: "Zu unseren Wurzeln zurückkehren, um das zu holen, was wir auf dem Weg verloren haben".
Rückkehr zu nachhaltigen landwirtschaftlichen Praxen
Alliances for Sankofa stützt sich auf einige traditionelle Formen der Landwirtschaft und Praktiken, die dazu beitragen, die biologische Vielfalt zu erhalten, die Ernährungssicherheit zu verbessern und die natürlichen Ressourcen zu schützen. Dazu gehört zum Beispiel Intercropping, eine traditionelle landwirtschaftliche Praxis, die im Laufe der Jahre allmählich zugunsten modernerer, aber weniger nachhaltiger Techniken aufgegeben wurde. Das Projekt ergänzt diese wiederbelebten Praktiken durch einen neuen klimaschonenden Ansatz, der den Schutz der Biodiversität durch die Anpflanzung einer Vielzahl von Baum- und Nahrungsmittelpflanzen zur Verbesserung der Bodengesundheit und zur Einbringung von CO2-Emissionen fördert.
Die Kohlenstoffbindung durch diese Massnahmen bedeutet, dass Bäuerinnen und Bauern in Zukunft in Form von Kohlenstoffgutschriften an ihren Bäumen verdienen und damit handeln können.
Zusätzliche Einnahmequellen durch Diversifizierung
Was den Lebensunterhalt der Bauern und Bäuerinnen betrifft, so bringt die Diversifizierung der Produkte den Landwirten das ganze Jahr über zusätzliche Feldfrüchte für den Hausgebrauch sowie ein zusätzliches Einkommen ausserhalb der Kakaosaison. Nutzpflanzen wie Yamswurzel, Wegerich, Mango und Avocado werden von den Bäuerinnen und Bauern auf lokalen, regionalen und internationalen Märkten verkauft.
Die Landwirte, die an diesem Projekt teilnehmen, kombinieren verschiedene Kulturpflanzen, darunter Nahrungsmittelpflanzen, Baumkulturen, Holzbäume, Leguminosen und andere Sträucher, um ein günstiges Umfeld für den Boden zu schaffen und so den Ertrag und die Artenvielfalt zu steigern, während gleichzeitig die Abholzung vermieden wird. Die Parzellen der dynamischen Agroforstwirtschaft werden organisch und ohne jegliche Agrochemikalien bewirtschaftet.
Gesteigertes Einkommen durch nachhaltige Landwirtschaft
Durch das Pilotprojekt Alliances for Sankofa konnten die Bauern ihr Einkommen im Vergleich zu konventionellen Methoden um fast 26% steigern, mit dem zusätzlichen Vorteil, dass die Umweltbedingungen die Produktivität ihrer Parzellen kontinuierlich verbessern. Es wird erwartet, dass auf demselben Stück Land mehr Kakao angebaut werden kann, als dies in der Vergangenheit jemals der Fall gewesen ist.
80% Einkommenssteigerung für Bäuerin Emelia Debrah
Emelia Debrah ist eine Bäuerin in Alavanyo in der Region Brong Ahafo in Ghana. Ursprünglich verkaufte sie Kenkey (Maisklösse), konnte aber ihren Mann davon überzeugen, ihr ein Stück Land zu geben, auf dem sie mit dem Anbau von Kakao und Yamswurzeln begann. Heute ist sie "Lead Farmerin" im Rahmen des Projekts Alliances for Sankofa.
"Ab der Saison 2018 konnte ich Mais ernten. Von den fünfzehn Bäuerinnen und Bauern des Projekts habe ich die höchste Maisernte erzielt. Ich habe diesen Mais und etwas Mais, den ich von anderen Bauern gekauft habe, für mein Kenkey-Geschäft verwendet. Ich verkaufte Yamswurzel, Mucuna, Canavalia, frisches Okro- und Okro-Pulver, Pfeffer und Wegerich, die ich alle auf demselben Stück Land angebaut habe. Dadurch erhöhte sich mein Einkommen um etwa 80 Prozent," erklärt Emelia Debrah.
"Dadurch konnte ich meinen Mann beim Unterhalt der Familie unterstützen. Der Kakao allein brachte nicht genug Geld für die Familie ein, aber dieses System alternativer Erwerbsmöglichkeiten hat sehr geholfen. Ich konnte meine Kinder und Enkelkinder bei der Krankenkasse anmelden. Ich konnte auch angemessenes Lernmaterial für meine Kinder kaufen: neue Schuluniformen, ihr tägliches Geld für Snacks in der Schule und sogar anständige Kleidung für sie."
Unterstützung bei Herausforderungen des Klimawandels
Fairtrade unterstützt Bäuerinnen und Bauern, damit sie sich besser an den Klimawandel anpassen und dessen Folgen mindern können. Gemeinsam wollen Fairtrade, Chocolats Halba und alle weiteren Partner des Projekts Alliances for Sankofa im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen das Leben der Kakaobauern durch nachhaltige Kakaoproduktion jetzt und für künftige Generationen verbessern.
Förderung und Durchführung des Projekts
Das Projekt Sankofa erstreckt sich von 2018 bis 2023 und wird mit der Kooperative Kuapa Kokoo durchgeführt, einer Fairtrade-zertifizierten Produzentenorganisation mit 100'000 Mitgliedern. Das Projekt zielt darauf ab, dynamische Parzellen mit agroforstlichen und klimaintelligenten Anbausystemen auf einer Fläche von über 400 Hektaren mit einer hohen Vielfalt an Feldfrüchten und Nutzholzbäumen zu schaffen, was sich direkt auf 2'900 Landwirte und 13'400 Haushaltsmitglieder auswirkt.
Das Projekt Alliances for Sankofa wird von Coop, dem Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), der Schweizer Plattform für nachhaltigen Kakao (SWISSCO) und der Dänischen Entwicklungsagentur (DANIDA) finanziert. Durchgeführt wird das Projekt vom Aktionsprogramm der Alliance for Action des International Trade Centre (ITC), der Kuapa Kooko Cooperative Cocoa Farmers and Marketing Union Limited (KKFU), Fairtrade Africa, Chocolats Halba, der Max Havelaar-Stiftung (Schweiz), dem World Wildlife Fund (WWF) Schweiz, ECOTOP Suisse GmbH, Südpol, der Nature & Development Foundation (NDF) und dem Yam Development Council.