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Der Fokus des Projekts liegt auf der Behandlung unterernährter Kinder, Vermittlung von Ernährungswissen sowie der Mutter-/Kind-Gesundheit einschliesslich einer psychosozialen Komponente. Dabei verbindet das Projekt akute Nothilfe in Form der Behandlung schwer unterernährter Kinder mit einem längerfristigen Ansatz, welcher die Selbsthilfekapazitäten der Mütter durch Trainingsmassnahmen in den Bereichen Ernährung und Hygiene nachhaltig erhöht.
Die grosse Mehrheit der Menschen in der Projektregion lebt in zerstreuten Siedlungen ohne Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen. Viele von ihnen sind intern Vertriebene. Den vorhandenen Gesundheitseinrichtungen fehlt es an der notwendigen Infrastruktur und Medikamenten. Auch fehlt es an einem funktionierenden Überweisungssystem bei medizinischen Notfällen. Der Projektpartner von Caritas Schweiz, «Health Poverty Action», ist die einzige internationale Nicht-Regierungs-Organisation, welche in der Region die notwendige Unterstützung im Gesundheitsbereich leistet. Dazu gehören unter anderem Notfall-Krankentransporte sowie die Untersuchung auf Anzeichen von Mangelernährung und entsprechende Behandlung. Im Kontext dieses Projektes wird ein Überweisungssystem aufgebaut, das sicherstellt, dass unterernährte Kinder zur Behandlung ins Stabilisierungszentrum in der Stadt Berbera gebracht werden. Sensibilisierungskampagnen in den Dörfern machen auf die Problematik der Unterernährung wie auch auf die vorhandenen Hilfemassnahmen und den kostenlosen Transport im Stabilisierungszentrum in Berbera aufmerksam. Ferner wird das Personal im Stabilisierungszentrum durch Schulungsmassnahmen gestärkt. Darüber hinaus werden Unterkunft und Nahrungsmittelhilfe für Eltern bereitgestellt, während sie sich mit ihren Kindern im Stabilisierungszentrum aufhalten.
Die im Berbera-Stabilisierungszentrum behandelten Kinder sind in der Regel unter fünf Jahren alt und werden während ihrem Aufenthalt von ihren Eltern (oder anderen Erziehungsberechtigten) begleitet. Die Eltern erhalten während dieser Zeit Schulungen zu Hygiene und Ernährung. Die Hygieneschulungen zeigen praktische Methoden zur Verbesserung der persönlichen Hygiene beispielsweise durch Händewaschen und Latrinengebrauch, aber auch zu Lebensmittelhygiene wie angemessene Lagerung von Lebensmitteln. Die Ernährungsschulungen beinhalten Themen wie angemessene Ernährung von Schwangeren und Müttern von Kleinkindern, die Bedeutung der Ernährung für die Kinder, die Wichtigkeit des Stillens für die Kleinkindentwicklung, sowie Erkennen der Symptome von Mangel- und Unterernährung und entsprechende Interventionen. Studien zeigen, dass die Kombination aus Nahrungsmangel und dem Ausbleiben von sozialer und emotionaler Anregung oftmals langfristige mentale und kognitive Behinderungen, aber Wachstumsstörungen nach sich ziehen. Daher sensibilisieren die Schulungen zu «Loving Care» die Eltern auch bezüglich der Bedeutung der sozialen und emotionalen Stimulation von Kindern.
Das gestärkte Wissen der Eltern trägt wiederum zur Verbesserung der Situation der Bevölkerung im Projektgebiet bei. Sie sind Multiplikatoren, die nach Rückkehr in ihre Heimatregion ihr Wissen weitergeben und Akteure der Veränderung in der eigenen Gemeinschaft werden. In Ergänzung zu den theoretischen Schulungsblöcken finden auch praktische Trainings statt. So hat das Projekt eine Küche eingerichtet, in der Kochdemonstrationen für die Eltern stattfinden. Dabei nutzen die Projektmitarbeitenden lokal verfügbare Lebensmittel und stellen sicher, dass die Eltern in der Lage sind, die erlernten Kochpraktiken nach ihrer Rückkehr nach Hause anwenden zu können.