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Zügelpinguine bevorzugen die rauen und abgelegenen subantarktischen Inseln, vor allem um den Scotia-Bogen und die antarktische Halbinsel herum. Aber auch auf Heard und Balleny im Osten der Antarktis haben sich Kolonien gebildet. Insgesamt schätzt man die Gesamtpopulation auf rund 12 – 13 Millionen Zügelpinguine und in gewissen Gebieten ist die Tendenz steigend. Für ihre Kolonien bevorzugen sie eisfreie, steinige Gebiete, die aber nicht zu weit von den grossen Krillgebieten, ihrer Nahrungsgrundlage, entfernt sind. Dies bedeutet, dass sie diejenigen Bereiche, die im Frühling vom Packeis freigegeben werden und wo sich dann der Krill auch aufhält, dessen Entwicklung eng an das Eis gebunden ist. Die Kolonien bestehen häufig aus einige tausend Tieren, kann aber auf gewissen Inseln bis in die Millionen gehen, zum Beispiel auf Zavodovski (Süd-Sandwich Archipel), wo etwa 5 Millionen Tiere den Sommer verbringen. Auf anderen Inseln nisten nur einige hundert Brutpaare, was wahrscheinlich mit der Nahrungsverfügbarkeit in der Gegend zu tun hat.
Wie alle Pygoscelis-Arten bauen auch Zügelpinguine Nester aus Steinen und anderem Nistmaterial, welches sie mühsam zusammensuchen. Diese Nester sollen die Gelege vor dem schmelzenden Schnee und dem Regen während des Sommers schützen. Aufgrund des Baumaterialmangels und der Dichte der Kolonien, sind Zügelpinguine sehr territorial und verteidigen aggressiv ihr Nest. Dabei schrecken sie auch nicht vor grösseren „Gegnern“ zurück, wie beispielsweise Touristen, die sie mit ihrem kräftigen Schnabel attackieren. Gleichzeitig gelten sie als sehr neugierig, wenn sie ausserhalb ihrer Territorien sind.
Da sie in sehr grossen Kolonien leben, sind auch ihre Stimme und ihre Rufe sehr ausgeprägt und laut und sie verfügen über ein grosses Repertoire an verschiedenen Verhalten und Lautäusserungen zur Kommunikation. Diese beinhalten das Wedeln und Schütteln mit den Flügeln und dem Kopf, Verbeugungen, das Aufplustern und verschiedene Rufe. Wenn es um Territorien geht, können Zügelpinguine ihre Gegner lange anstarren, Drohlaute von sich geben und auch schnell mit dem Schnabel hacken und zubeissen. Dabei verfolgen sie häufig ihre Gegner über grössere Distanzen. Dies benötigt aber grosse Mengen an Energie, die sie dann wieder mit längeren Jagdausflügen einholen müssen. Während der Brutsaison sind diese Jagdausflüge nicht allzu weit von der Kolonie entfernt, da die Jungen sehr viel Nahrung brauchen.
Zügelpinguine ernähren sich zu 95 Prozent von Krill und wahrscheinlich nur während des Winters, wenn Krill im Eis eingeschlossen ist, von anderen Krebsen und kleinen Fischen. Daher müssen Zügelpinguine nicht sehr tief und lange tauchen. Die meisten Tauchgänge gehen nicht über 40 Meter, häufig nicht einmal über 10 Meter. Trotzdem können Zügelpinguine, wenn es unbedingt notwendig ist, auch bis 100 Meter tief tauchen. Dabei benutzen sie aber ein V-förmiges Tauchmuster, d.h. sie tauchen schräg hinunter und kommen dann gleich wieder hoch.
Die Abhängigkeit von Krill und dessen ans Eis gebundener Lebenszyklus ist vermutlich einer der Hauptgründe, dass im Bereich der Südshetlands die Populationen der Zügelpinguine rückläufig sind, einige Kolonien sogar ganz verschwunden. Man spekuliert, dass durch den Eisschwund, den die antarktische Halbinsel erlebt, der Krill in diesem Gebiet nicht mehr genügt für die Aufzucht der Jungen und daher die Zügelpinguine entweder abgewandert oder die Mortalität der Küken pro Jahr zu gross gewesen ist und die Kolonien immer kleiner wurden.
Die Mortalität ist bei den Jungen im ersten Jahr sehr hoch und nimmt dann mit zunehmendem Alter etwas ab. Über ihre Lebensdauer ist nichts bekannt, dürfte aber etwa im gleichen Rahmen wie bei Adéliepinguinen liegen, vielleicht etwas darunter. Ihr grösster Feind ist der Seeleopard, der den Tieren häufig in der Nähe ihrer Kolonien auflauert. An Land sind es vor allem Weissgesicht-Seidenschnäbel und Raubmöwen, die sich die Eier und die Küken holen.