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Im Hinblick auf die neue Mobilfunkgeneration 5G fordert Sunrise eine Änderung der Regeln für die anstehende Auktion der Handyfrequenzen. Die jetzigen würden die Marktmacht der Swisscom zementieren und den Wettbewerb einschränken, argumentiert der zweitgrösste Schweizer Telekomkonzern.
Sollte die Eidg. Kommunikationskommission Comcom an der geplanten Ausgestaltung der Frequenzauktion festhalten, droht Sunrise mit einer Klage, machte Konzernchef Olaf Swantee am Dienstag vor den Medien in Zürich deutlich.
Rechtlich könne man die Regeln nicht vor der Auktion anfechten, so Swantee. Aber «wenn das Ergebnis der Auktion nicht gut ist für Sunrise und schlecht für den Wettbewerb, werden wir vor Bundesverwaltungsgericht gehen.»
«Wir haben versucht, frühzeitig auf die Fallstricke und Gefahren bei dem Auktionsverfahren aufmerksam zu machen», sagte Swantee. Die Comcom habe bisher fast alle Einwände von Sunrise gegen das Verfahren ignoriert.
Die Nummer zwei im Telekommarkt stört sich vor allem an der zu grosszügigen Maximalgrenze von Frequenzblöcken, die ein einzelner Bieter erwerben darf. Damit könnte sich die Swisscom bei den 700-MHz-Frequenzen die Hälfte aller zur Verfügung stehenden Frequenzen kaufen.
Das sei für die ehemalige Monopolistin, die ein Vielfaches an Geld für die Auktion zur Verfügung habe als die Konkurrenten Sunrise und Salt, kein Problem, sagte Swantee. Die Swisscom könnte damit auch Frequenzblöcke ersteigern und diese ungenutzt lassen, nur damit sie der Konkurrenz nicht zur Verfügung stünden.
Die 700-MHz-Frequenzen haben eine grosse Reichweite und decken auch das Innere von Gebäuden sehr gut ab. Deshalb sind sie für Telekomkonzerne attraktiv, weil für diese Frequenzen weniger Antennen nötig sind als für höhere Frequenzen.
Bei den für 5G ebenfalls wichtigen hohen Frequenzen im Bereich 3.6 bis 3.8 Gigahertz (GHz) sei die Lage ähnlich. Hier könnte sich die Swisscom 47 Prozent der Frequenzen ersteigern. Deshalb fordert Sunrise eine Beschränkung der Maximalgrenze, die ein Konzern ersteigern darf.
Denn für den Verlierer der Auktion blieben beim jetzigen Verfahren nur Frequenzbereiche übrig, die lediglich ein Trostpflaster seien, sagte Technikchef Elmar Grasser. Diese Frequenzblöcke seien so klein, dass man sie nicht effizient betreiben könnte, weil es auch noch Verluste bei der Signalisierung gebe.
Grasser verglich das mit einem Bus, für den man den vollen Preis bezahlen müsse, aber nur die Hälfte der Plätze verwenden dürfte. Eigentlich gäbe es bei den 700-MHz-Bereich genügend Frequenzen für alle drei Anbieter. Sunrise fordert deshalb drei gleich grosse Blöcke. Diese könnte man entweder zuteilen oder per Auktion vergeben.
Überdies stört sich Sunrise daran, dass bei den hohen Frequenzbändern nur jener von 3.6 bis 3.8 GHz vergeben werden soll. Ursprünglich waren auch noch die 3.41 bis 3.5 GHz-Frequenzen zur Auktion vorgesehen. Warum diese nun nicht unter den Hammer kommen sollten, hätten die Behörden nicht erklärt, hiess es. Damit werde das Spektrum um ein Viertel reduziert.
Auch mit den Bieterregeln ist Sunrise nicht zufrieden. Die Auktion sei zwar einfach gehalten. Aber sinnvolle Einschränkungen wie im Ausland habe die Comcom nicht berücksichtigt. (sda/awp/vom)
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