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Sansibar oder der letzte Grund (Andersch)
Alfred Andersch, ein zeitkritischer Autor der Nachkriegsliteratur, thematisiert in seinem Roman „Sansibar oder der letzte Grund” die zentralen Themen Flucht und Freiheit und beschreibt den Widerstand verschiedener Figuren gegen das totalitäre System des Nationalsozialismus.
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Alfred Andersch – ein zeitkritischer Autor
Alfred Hellmuth Andersch (1914–1980) war ein deutscher Schriftsteller der Nachkriegsliteratur. In seiner Jugend engagierte er sich für den Kommunismus, weswegen er sechs Monate im Konzentrationslager Dachau interniert wurde. Nach dem Krieg publizierte er viele Essays und war Herausgeber literarischer Zeitschriften, wie der Wochenzeitschrift „der Ruf“. 1947 gründete er mit anderen Schriftstellern und Publizisten die Gruppe 47, die sich für ein neues demokratisches Deutschland einsetzte.
„Sansibar oder der letzte Grund” – zentrale Themen
Der Roman „Sansibar oder der letzte Grund” von Alfred Andersch aus dem Jahr 1957 handelt vielleicht entgegen der Erwartungen beim erstmaligen Lesen des Titels nicht vom tansanischen Teilstaat Sansibar, sondern vielmehr von den zentralen Themen Flucht und Freiheit. Sansibar dient in Anderschs Roman als Ort einer besseren Zukunft, so gesehen als Symbol der Freiheit, die der Junge, eine der Hauptfiguren des Romans, sich zum Ziel gesetzt hat. Der Roman spielt in der Zeit des Nationalsozialismus und schildert das Zusammentreffen von sechs Figuren, die auf unterschiedliche Art und Weise Widerstand gegen das totalitäre System des Nationalsozialismus leisten.
„Sansibar oder der letzte Grund” – Inhaltsangabe und Personenkonstellation
Die Handlung des Romans „Sansibar oder der letzte Grund" spielt im Jahre 1937 im Dritten Reich in der Hafenstadt Rerik und beschreibt das Zusammentreffen der Figuren der Junge, Gregor, Pfarrer Helander, Knudsen und der Jüdin Judith. Der Junge ist kein typischer Protagonist, spielt aber eine besondere Rolle in der Personenkonstellation des Romans, die an dem Aufbau des Romans erkennbar ist. In den Kapiteln in Anderschs Roman wechselt nämlich die Perspektive des personalen Erzählers, wobei die anderen Perspektiven immer abwechselnd zur Perspektive des Jungen vorgestellt werden.
Alle fünf Figuren des Romans streben nach der Rückgewinnung ihrer persönlichen Freiheit und des selbstbestimmten Handelns und treffen aufeinander, als der Pfarrer Helander seinen Widerstand plant. Er möchte die Holzplastik Lesender Klosterschüler, die als sechste Figur des Romans gilt, retten, als er erfährt, dass sie von den den anderen als Beispiel entarteter Kunst aus der Kirche entfernt werden soll. Hierfür möchte er den Kommunisten Knudsen um Hilfe bitten. Gregor ist ebenfalls Kommunist und Parteifunktionär, der jedoch seine Flucht plant, weil er von seiner Partei enttäuscht ist. Gregor findet in der Kirche Gefallen an der Holzplastik und weist Knudsen an, dem Pfarrer zu helfen. Auch die Jüdin Judith befindet sich in einer aussichtslosen Situation und plant ihre Flucht vor dem nationalsozialistischen Regime. Sie und die Holzplastik werden in Begleitung Gregors und des Jungen zu Knudsens Fischerboot gebracht mit dem Ziel, beide außer Landes zu bringen.