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Anfangs September 2007 zerstörten israelische Kampfflugzeuge ein Gebäude in Syrien (Operation Orchard), östlich des Euphrates in einer Region, die vom US-Nachrichtendienst al-Kibar genannt wird. Israelische, US-amerikanische aber auch syrische Offizielle hüllten sich über das zerstörte Ziel und die Absichten der Operation in Schweigen. Gemäss eines Briefings des US-Nachrichtendienstes Ende April 2008 (siehe auch Video unten) scheint es sich um einen kleinen nuklearen Reaktor gehandelt zu haben. Syrien wird dabei bezichtigt, mit Hilfe Nordkoreas an einem Projekt zur Herstellung von Plutonium gearbeitet zu haben. Ausserdem sei der Reaktor bei seiner Zerstörung nahe an seiner operationellen Fertigstellung gewesen.
In diesem Zusammenhang sind Bashar al-Assads Worte am Beginn seiner zweiten Amtszeit im Juli 2007 interessant: “The current year will be fateful and the remaining months [of 2007] will determine the destiny and future of the region and maybe of the world.” Wir haben bereits hier darüber spekuliert, ob Assad sich auf eine gewaltsame Auseinandersetzung mit Israel vorbereitet. Trotzdem, Assad wies die Anschuldigungen letzte Woche zurück und bestreitete, dass es beim zerstörten Objekt um einen im Aufbau befindlichen nuklearen Reaktor gehandelt habe: “We don’t want a nuclear bomb even if Iran acquires one.” (Quelle: Space War) Beim Objekt selber habe es sich um einen leeren, noch im Bau befindlichen militärischen Komplex gehandelt – diese Angaben variierten jedoch, je nach syrischer Quelle. (Vgl.: Seymour M. Hersh, “A strike in the Dark“, The New Yorker, 11.02.2008)
Die International Atomic Energy Agency (IAEA) ist skeptisch: Die Bilder würden nicht danach aussehen, dass der Reaktor kurz vor seiner operationellen Fertigstellung, geschweige denn zur Herstellung von Plutonium bereit gewesen sei. (Quelle: Space War)
If a country has any information about a nuclear activity in another country, it should inform the I.A.E.A.—not bomb first and ask questions later. — Mohamed ElBaradei, Generaldirektor der IAEA zitiert in Seymour M. Hersh, “A strike in the Dark“, The New Yorker, 11.02.2008