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Während der fast sechsmonatigen Haft im Teheraner Evin-Gefängnis wurde ihm der Kontakt zu einem Anwalt verweigert. Familienbesuche waren stark eingeschränkt, erst ab März 2010 durfte ihn seine Familie besuchen. Seine Frau berichtete, dass er in schlechter gesundheitlicher Verfassung war und Atemprobleme hatte.
Emadeddin Baghi wurde am zwar vorläufig freigelassen, muss sich aber wegen neuer Vorwürfe vor Gericht verantworten. Für den 7. Juli 2010 ist der erste Verhandlungstermin vor Gericht anberaumt worden. Ihm werden «Propaganda gegen den Staat» und «Aktivitäten gegen die nationale Sicherheit» zur Last gelegt. Diese Vorwürfe beziehen sich auf ein Interview, das Emadeddin Baghi vor zwei Jahren mit dem im Dezember 2009 verstorbenen Geistlichen Grossayatollah Montazeri geführt hatte. Amnesty International fordert, dass alle Anklagepunkte gegen den Menschenrechtsverteidiger fallengelassen werden.
Jahrzehntelanger Einsatz
Emadeddin Baghi wurde davor bereits mehrere Male inhaftiert und leidet noch immer unter den Folgen von Misshandlungen während der Haft. Er ist seit vielen Jahren als Menschenrechtsverteidiger aktiv. In den späten 1990er-Jahren prangerte er die rätselhafte Serie von Morden an iranischen Intellektuellen an. Wegen dieser Veröffentlichungen war er zwischen 2000 und 2003 drei Jahre in Haft. In seinen beiden Büchern «Right to Life» und «Right to Life II» plädiert er für die Abschaffung der Todesstrafe.
Der bekannte Journalist ist Gründer der Vereinigung zur Verteidigung der Rechte von Gefangenen, einer Menschenrechtsorganisation, die Informationen über Folter und andere Misshandlungen von Gefangenen zusammenträgt. Im August 2009 wurde die Organisation von den Behörden geschlossen. Im Jahr 2009 wurde Emadeddin Baghi mit dem Martin-Ennals-Preis für Menschenrechtsverteidiger ausgezeichnet. Da ihm aber bereits seit Oktober 2004 die Ausreise aus dem Iran verwehrt wird, konnte er den Preis im November 2009 in Genf nicht persönlich entgegen nehmen.