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Parlamentswahl in Frankreich Haushoher Sieg für Macron
- Aktualisiert am Montag, 12. Juni 2017, 6:07 Uhr
«La République en Marche» geht als klarer Sieger aus der ersten Runde der Parlamentswahl hervor. Die traditionellen Parteien und der Front National müssen eine herbe Schlappe hinnehmen.
Der Sieger
Emmanuel Macron und seine Partei «La République en Marche»: Die Partei des französischen Präsidenten steuert bei der Parlamentswahl auf eine historische Mehrheit zu. «En Marche» gewann den ersten Wahlgang mit mehr als 32 Prozent der Stimmen deutlich.
Laut Prognosen hat die Partei die Aussicht, am kommenden Wochenende auf mindestens 390 der 577 Sitze in der Nationalversammlung zu kommen. Macron könnte sich damit bei seinen Reformen auf eine breitere Mehrheit stützen als alle seine Vorgänger seit Gründung der Fünften Republik 1958.
Die Verlierer
Tiefe Wahlbeteiligung
Die Wahlbeteiligung in der ersten Runde der Parlamentswahl war historisch tief. Nur etwa jeder zweite Wahlberechtigte (48,7 Prozent) ging an die Urne. Vor fünf Jahren hatte die Beteiligung noch bei 57,2 Prozent gelegen.
Die etablierten Parteien: Für die beiden traditionellen französischen Regierungsparteien ist das Ergebnis eine weitere herbe Schlappe. Die konservativen Republikaner kommen nach Auszählung aller Stimmen mit 21,6 Prozent auf Platz zwei. Sie hatten sich deutlich mehr erhofft und darauf spekuliert, mehr Stimmen als «En Marche» zu holen. Die Sozialisten von Macrons Amtsvorgänger François Hollande, die bislang in der ersten Parlamentskammer den Ton angaben, stürzen von knapp 30 auf 9,5 Prozent ab.
Marine Le Pen und der «Front National»: Einen herben Rückschlag erlitt auch die Rechtspopulistin Marine Le Pen. Ihre Partei kommt auf 13,2 Prozent und dürfte wieder nicht in der Lage sein, eine Fraktion zu bilden, für die mindestens 15 Abgeordnete nötig sind. Le Pen hatte bei der Präsidentenwahl im ersten Wahlgang 21,3 Prozent erhalten und war damit in die Stichwahl gegen Macron gekommen.
Jean-Luc Mélenchon: Auch die Linkspartei La France Insoumise von Jean-Luc Mélenchon schnitt mit 11 Prozent schlechter ab als erhofft. Sie konnte sich damit aber immerhin vor die Sozialisten schieben.
So geht es weiter
Die Entscheidung fällt am kommenden Sonntag im zweiten Wahlgang. Um bereits im ersten Wahlgang gewählt zu werden, brauchte ein Kandidat eine absolute Mehrheit in seinem Wahlkreis. Das schafften nur die wenigsten. In den Stichwahlen treten grundsätzlich jene Kandidaten an, für die mindestens 12,5 Prozent der Stimmberechtigten stimmten. Da die Wahlbeteiligung sehr tief war, erreichten viele Kandidaten dieses Soll nicht. So kommt es in vielen Wahlkreisen zu Duellen zwischen den beiden Kandidaten, die im ersten Wahlgang am meisten Stimmen holten.
Wie sehen die Prognosen für den zweiten Wahlgang aus? Gut für «En Marche». Das französische Wahlrecht dürfte den Kandidaten der jungen Partei entgegenkommen. «Steht ein Kandidat von En Marche im zweiten Wahlgang einem Rechten gegenüber, erhält er einen Grossteil der Stimmen der linken Wähler», erklärt der französische Meinungsforscher Jerome Fourquet. Gleich sieht es im anderen Fall aus. «Steht ein Kandidat von En Marche einem Mitbewerber des Front National oder einem einem Linken gegenüber, erhält er die Stimmen der Bürgerlichen.»
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