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Bluetooth 1.2 kommt

Die Bluetooth Special Interest Group kündigte am heutigen Dienstag in Amsterdam auf dem Bluetooth World Congress die nächste Version der Spezifikation für den Kurzstreckenfunkstandard an. Bluetooth 1.2 kommt voraussichtlich im Herbst, soll abwärtskompatibel zur aktuellen Version 1.1 werden und eine Reihe von Verbesserungen im Detail bringen. Dem Vorwurf, Bluetooth sei zwar eine feine, aber umständliche Funktechnik, begegnet die SIG mit ersten Design-Richtlinien, die bessere Nutzungsschnittstellen "für einen Bluetooth-Blitzstart" bescheren sollen. Sie sind Teil des Ende letzten Jahres begonnenen Programms "Five-Minute-Ready", das die Bedienung von Bluetooth-Geräten vereinfachen, also die Gerätekopplung beschleunigen, zugleich aber den Sicherheitsaspekt weiterhin hochhalten soll.
Neue Funktionen verbessern die Sicherheit bei der Funktechnik, die Verträglichkeit mit WLAN-Funknetzen, die Qualität der Sprachübertragung und etliches andere mehr. Das Adaptive Frequency Hopping sticht dabei besonders hervor: Es soll die Interferenz-Störungen mit anderen Funkgeräten mindern, die ebenfalls im 2,4-GHz-Bereich senden, etwa Mikrowellenöfe oder WLAN-Netze. AFH soll das Bluetooth-Funkband besser ausschöpfen als das bisherige einfache Frequency Hopping und so den Datendurchsatz von gleichzeitig funkenden, eng benachbarten WLAN- und Bluetooth-Geräten auf hohem Niveau halten.
Mit Enhanced Voice Processing dagegen will das Gremium die Qualität bei Sprachverbindungen mittels Fehlererkennungsverfahren verbessern, insbesondere in stark gestörten Funkumgebungen. Enhanced Quality of Service bringt für Multi-Point-Anwendungen bessere Übertragungseigenschaften. Szenarien, bei denen ein Master gleichzeitig mehrere Clients versorgt, sollen besonders davon profitieren, etwa ein PC, der auf Bluetooth-Tastatur- und -Mauseingaben hört und parallel eine Internet-Verbindung über ein Bluetooth-Modem hält.
Erste Chips, die gemäß Bluetooth 1.2 funken, gibt es bereits; mit dem Beginn der Massenproduktion rechnet man allerdings erst ab Mitte 2004. Wer von der neuen Spezifikation höhere Übertragungsgeschwindigkeit erwartet hat, wurde allerdings enttäuscht -- dafür hat die SIG allerdings längst eine eigene Arbeitsgruppe gegründet, die zurzeit unter dem Namen High Rate eine Erweiterung der Spezifikation entwickelt, die "bald schon" Bluetooth-Verbindungen mit mehreren MBit/s ermöglichen soll. Derzeit erreicht Bluetooth mit 723,2 kBit/s das Niveau von DSL-Anschlüssen. Eingeweihte erwarten von High Rate Spitzendatenraten von 5 MBit/s und mehr. Damit würde die High-Rate-Erweiterung zur aktuell verbreitetsten WLAN-Version 802.11b aufschließen, die netto rund 5 MBit/s liefert. (dz/c't) / (jk/c't)
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