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Die psychosoziale Therapie des Wiedereingliederungsprogramms von Horyzon half dem 18-järigen Kareem aus der Negativspirale seiner Gefühle heraus und zurück in ein normales, selbstständiges und soziales Leben.
Kareem Radwan ist einer der vielen jungen Menschen in Azzun, Qalqilia (Palästina), die immer wieder inhaftiert wurden. Diese Vorfälle wirkten sich negativ auf seine Psyche aus: Kareem erlebte Gefühle wie Traurigkeit, Einsamkeit, Wut, Ohnmacht und Angst vor erneuter Verhaftung. Als Folge davon zog er sich aus dem sozialen Leben zurück, litt unter Konzentrationsschwäche, Albträumen, Antriebslosigkeit und mangelndem Selbstvertrauen. Seine Familie unterstützte ihn sehr und zeigte Verständnis für die emotionalen Auswirkungen der wiederholten Inhaftierungen. Der neunköpfige Haushalt lebt von der Rente des Vaters und dem Gehalt der Mutter als Lehrerin.
Kareem war in der 11. Klasse, als er vom psychosozialen Berater des Wiedereingliederungsprogramms angesprochen wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte seine Ausbildung bereits erhebliche Rückschläge erlitten. In Abstimmung mit der Beratungsabteilung des Bildungsministeriums konnte Kareem an Gruppenberatungen teilnehmen. Nach mehreren Sitzungen wies Kareem weniger Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung auf, fühlte sich wohler, wenn er über seine Hafterfahrungen sprach und konnte sich wieder besser konzentrieren. Ausserdem engagierte er sich in einer Jugendgruppe, die Gemeinschaftsinitiativen zu den Rechten von inhaftierten und ehemalig inhaftierten Kindern durchführte.
Aus finanziellen Gründen konnte sich Kareem leider nicht an der Universität einschreiben. Alternativ entschied er sich, die vom Wiedereingliederungsprogramm angebotene Berufsausbildung zum Elektriker zu absolvieren. Da Kareem zu den besten Lernenden gehörte, bot ihm der Ausbilder nach erfolgreichem Abschluss des Lehrgangs, eine Stelle an.