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Das Haus des Lichts in den Bergen von Niigata
Es war an einem Tag Anfang Dezember, als ich mit dem Joetsu-Shinkansen von Tokio bis nach Echigo-Yuzawa in den Bergen der Präfektur Niigata fuhr. Von dort führte mich Joetsu-Hokuhoku-Linie durch eine verschneite Landschaft in die Stadt Tokamachi. Es ist eine Strecke, die nur noch teilweise von der JR East betrieben wird. Ein anderer Teil, die Hokuhoku-Linie, ist teilprivatisiert. Das bedeutet, dass man als Japan Rail Pass-Inhaber einen Zuschlag bezahlen muss. In Tokamachi angekommen, wechselte ich von den öffentlichen Verkehrsmitteln zu einem Mietwagen. Denn mein Ziel, das House of Light, lag auf einem Berg.
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Dieses abgelegene Haus im Wald wurde im Jahr 2000 von James Turrell entworfen. Der renommierte Künstler liess sich dabei vom Essay «Lob des Schattens» (jp. «Inei Raisan») von Tanizaki Junichiro inspirieren. Der japanische Schriftsteller beschreibt darin die Bedeutung von Licht und Schatten in der Ästhetik der japanischen Architektur.
Ein Tatami-Zimmer mit einem offenen Dach
Aus dieser Inspiration schuf Turrell ein Holzgebäude mit klassischen japanischen Stilelementen wie Tatami-Böden und Shōji-Schiebetüren. Eine überdachte Terrasse umgibt das gesamte Gebäude. Sie ermöglicht den Blick ins Tal und auf die Berge. Das Zentrum dieses besonderen Hauses ist der Tatami-Raum Outside-in, dessen Dach sich öffnen lässt, so dass das Tageslicht durch ein offenes Quadrat in der Decke ungehindert einfallen kann. Turrell beschreibt diese Installation als einen Sonnenschirm, den man öffnen und schliessen kann. Bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang beginnt in diesem Raum ein Lichtspiel, das ganz die Handschrift des amerikanischen Künstlers trägt.
Man kann dieses Kunstwerk nicht nur besichtigen, sondern auch darin übernachten und so buchstäblich in die Welt des House of Light (jp. Hikari no Yakata) eintauchen. Denn als Gast darf man das Bad benutzen, das nur mit farbigen Lichtkabeln im Becken ausgestattet ist und in der Dunkelheit der Nacht zu einem besonderen Erlebnis wird. So wird in jedem Raum das Zusammenspiel von Licht und Dunkelheit auf ganz unterschiedliche Weise erfahrbar.
Ein Wahrzeichen des grössten Open-Air-Kunstfestivals
Das House of Light wurde im Jahr 2000 im Rahmen der ersten Echigo-Tsumari Art Field Triennale errichtet (Asienspiegel berichtete). Seitdem findet dieses Kunstfestival alle drei Jahre in der ländlichen Bergregion Echigo-Tsumari statt. Hunderte von Kunstinstallationen und Kunstwerken sind dann in dieser malerischen Region zu entdecken. Etwa 160 davon können das ganze Jahr über besichtigt werden. Das House of Light ist eines der Wahrzeichen des Echigo-Tsumari Art Field. Mehr über dieses einzigartige Kunstprojekt, das auch mehr als 20 Jahre nach seiner Gründung vor allem im Westen noch ein Geheimtipp ist, erfahren Sie in diesem Artikel.
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