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Der Massstab für alle Verhütungsmethoden ist der «Pearl Index»: Ein statistischer Wert, der angibt, wie viele von 100 Frauen, die ein Jahr lang dasselbe Verhütungsmittel verwendet hatten, in dieser Zeit schwanger geworden sind. Ein niedriger Wert bedeutet daher hohe Sicherheit.
Hormonhaltige Verhütung
Das beliebteste und äusserst sichere Verhütungsmittel ist die so genannte Mikropille – ein niedrig dosiertes Kombinationspräparat aus Östrogen und Gestagen. Frauen, die in ihrer Familie ein erhöhtes Thrombose-Risiko haben, rauchen oder übergewichtig sind, dürfen die östrogenhaltige Pille jedoch nicht verwenden. Für diese Frauen eignet sich die Minipille, die ausschliesslich niedrig dosierte Gestagene enthält. Frauen, die eine zuverlässige Einnahme der Pille nicht garantieren können, haben z.B. mit dem Verhütungsring eine gute Alternative. Der Kunststoffring inklusive Östrogen und Gestagenen wird in die Scheide eingeführt und verbleibt dort 21 Tage. Auch die Hormonspirale – sie enthält wie die Minipille ausschliesslich Gestagene – ist eine sichere Verhütungsmethode. Sie wird von einer Gynäkologin oder einem Gynäkologen in die Gebärmutter eingesetzt und kann dort drei bzw. fünf Jahre lang verbleiben.
Hormonfreie Verhütung
Wer keine hormonellen Kontrazeptiva einnehmen darf bzw. möchte, kann beispielsweise mit einer Kupferspirale oder Kupferkette verhüten, die in die Gebärmutter eingebracht wird. Das Diaphragma, eine weiche Gummimembran, wird für jede Frau individuell angepasst und inklusive einer samenabtötenden Creme vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt. Alle Frauen, die ein gutes Körperbewusstsein haben, diszipliniert sind und ein regelmässiges Leben führen, können sich für einen Verhütungscomputer entscheiden. Dabei werden anhand täglicher Temperaturmessungen bzw. der Bestimmung des Hormonspiegels im Urin die fruchtbaren Tage ausgerechnet.
Kondome schützen nicht nur vor Schwangerschaft, sondern auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten und sollten unbedingt bei neuen bzw. häufig wechselnden Partnern verwendet werden.
Jede Frau hat unterschiedliche körperliche Voraussetzungen und Ansprüche an ihre Empfängnisverhütung. Daher kann die individuell optimale Methode nur in einem ausführlichen Gespräch mit einer Gynäkologin bzw. einem Gynäkologen abgeklärt werden.