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Kapelle Saint-Etienne
Historische Anlage und Denkmal, Religiöses Erbgut, Kapelle Um Verbier Station
Warnung: Ungesicherte Stunden
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Saint-Etienne (hl. Stephanus) gewidmet, dem ersten Märtyrer.
In einer hübschen Grünanlage am Ufer des Wildbachs von Montagnier liegt die Kapelle Saint-Etienne, die Passanten wie auch Historiker anspricht. Wieso wurde dieser Ort gewählt? Wollte man die bösen Geister von Le Diabley bezähmen oder die Wut des Wildbachs bändigen? Gemäss den Walliser Annalen, die die Studie von Hochwürden Constant Rust beinhalten, ist das Baujahr unbestritten 1349. Zudem ist nachgewiesen, dass die Toten der...Saint-Etienne (hl. Stephanus) gewidmet, dem ersten Märtyrer.
In einer hübschen Grünanlage am Ufer des Wildbachs von Montagnier liegt die Kapelle Saint-Etienne, die Passanten wie auch Historiker anspricht. Wieso wurde dieser Ort gewählt? Wollte man die bösen Geister von Le Diabley bezähmen oder die Wut des Wildbachs bändigen? Gemäss den Walliser Annalen, die die Studie von Hochwürden Constant Rust beinhalten, ist das Baujahr unbestritten 1349. Zudem ist nachgewiesen, dass die Toten der Pest (1349) des oberen Tals auf dem Vorplatz der Kapelle begraben wurden, vermutlich aus Angst vor einer Ansteckung und weil der Friedhof rund um die Pfarrkirche von Le Châble zu klein wurde. Diese Kapelle ist also eine der ältesten im Tal.
1706 segnete Monsignore François Joseph Supersaxo, Bischof von Sitten, den Friedhof, um dort während Zeiten der Pest beerdigen zu können.
Es gibt Indizien dafür, dass nordwestlich der heutigen Kapelle ein Heiligtum existiert haben könnte. Ein Dorfbewohner entdeckte vor rund sechzig Jahren bei der Bearbeitung seines gefurchten Landbesitzes ein Gewölbe, das gut dasjenige eines religiösen Gebäudes sein könnte. Leider vergrub er aus Furcht, sein Land zu verlieren oder aus Unwissen alles wieder, ohne es zu melden.
Wie bei allen religiösen Gebäuden des Wallis nagte der Zahn der Zeit an der Kapelle und das Wüten des Wildbaches hinterliess Spuren.
1786 erinnert der Bischoff von Sitten Melchior Zen Ruffinen die Gemeinde an ihre Verpflichtungen, die aber kein Gehör zeigt und sich überhaupt nicht für den Unterhalt des Gebäudes interessiert. 1890: erste vollständige Restaurierung durch Maurice Eugène Gard, Hauptmann bei den päpstlichen Truppen. Die Kapelle erhält zusätzlich eine Sakristei und einen Glockenturm. 1921: erneute Restaurierung, der Altar sowie die Statue von Saint-Etienne werden aufgefrischt. Diese Kapelle beherbergt einen der raren barocken Altäre, die in Bagnes erhalten sind. Der zentrale Teil des Altaraufsatzes ist ein Triptychon aus dem 15. Jahrhundert, das von einem alten Altar stammt. 1995 wurde alles gereinigt und restauriert.
Der Tabernakel, der Abendmahltisch, die Bänke und die Empore sind das Werk eines lokalen Möbelschreiners.
Ein Feuerwerk: Die Glasscheiben von 2002, geweiht an Ostern 2003, sind das Werk von Françoise Delavy-Bruchez, einer Glasmalerin von Bagnes. Das sagt die Künstlerin:
«Ich wurde angefragt, die Kapelle mit abstrakter Glasmalerei zu kleiden. Ich wollte eine Geschichte anhand des Farben- und Formenspiels erzählen und diesem Ort des Gebets eine lichte Atmosphäre verschaffen.
Meine Wahl fiel auf eine Reihe von klaren, luftigen Tönen und die Lage dieser kleinen Kirche inmitten der Natur hat mich dazu gebracht, die Schöpfung zu erzählen. Die vier eckigen und das runde Fenster haben mir anschliessend den weiteren Weg gezeigt: Vom Ursprung der Erde sprechen heisst, von den vier Elementen sprechen, die die Grundlage der Erde sind: Erde, Wasser, Feuer und Luft. Die abstrakt gehaltenen Formen können einzeln über die Farbenwelt und die Symbolik gedeutet werden.
Die erste ist die des Lichts, der göttlichen Ausstrahlung, die man in jedem Gemälde in der Farbe Gelb wiedererkennt. Die zweite ist die der Bewegung, die von den «Bleispritzern» unterstrichen werden. Ein anderer gemeinsamer Punkt: Die Perle, deren Farbe in jeder Glasmalerei satter wird und anders ist, verkörpert das Bindeglied zwischen den vier Elementen. Diese sind eng vermischt und unterscheiden sich doch durch ihre eigenen Formen und Farbtöne. Das fruchtbare Braun der Erde zeichnet Berge und Täler, während das kalte Blau des Wassers kaskadenartig fliesst. Das knisternde Rot des Feuers spielt mit dem Wind, das frühlingshafte Grün der Luft komponiert einen Tanz.
Die Lesart eines abstrakten Werks vermittelt den Eindruck, es handle sich um einen Code. Aber es ist eine Sprache, die leicht zugänglich ist und die den Vorteil hat, dass sie von allen nach ihren persönlichen Empfindungen interpretiert werden kann. Die Farben und Konturen, die man auf sich wirken lassen muss, erzählen auf eine neue Art, wie sich Erde, Wasser, Feuer und Luft zusammentun und die lebende Welt entstehen lassen.»
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