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Weiterhin mit der Hand schreiben und Gehirn stimulieren
Die neuen Technologien bieten Vorteile. Doch wenn das Alphabet nur über die Tastatur erlernt wird und das Tippen die Handschrift ersetzt, könnte dies problematische Auswirkungen haben. Mehrere Studien deuten darauf hin, dass Informationen per Handschrift besser verwertet werden.
Denn wir neigen beim Schreiben mit der Hand eher dazu, das Gehörte in eigene Worte zu fassen als es einfach nur zu transkribieren. Es gibt immer mehr Hinweise dafür, dass der Verzicht auf das Erlernen der Handschrift das Lern- und Erinnerungsvermögen beeinträchtigen kann.
Dem ging eine Studie der Norwegian University of Science and Technology (NTNU) nach. Dabei wurden zwölfjährige Kinder und junge Erwachsene gebeten, mit der Hand zu schreiben, auf einer Tastatur zu tippen, Wörter mit einem Stift auf einem Touchscreen zu schreiben oder sie mit einem Schreibstift auf Papier festzuhalten.
Währenddessen wurde ihre elektrische Hirnaktivität aufgezeichnet. Die Studie zeigte, dass das Schreiben mit der Hand zu einer erhöhten Gehirnaktivität im sogenannten Theta-Frequenzband im okzipitoparietalen Bereich führt. Gemäss früheren Studien korreliert dies mit einer Verbesserung der Fähigkeit, neue Informationen zu kodieren.
Der Druck, der mit dem Schreibstift auf das Papier ausgeübt wird, die Optik der geschriebenen Buchstaben, das Geräusch des Stifts. Das handschriftliche Schreiben aktiviere viele Sinne: «Diese sensorischen Erfahrungen stellen einen Kontakt zwischen den verschiedenen Bereichen des Gehirns her und bereiten es auf das Lernen vor.»
Die Forschenden plädieren zwar nicht dafür, Tastaturen gänzlich zu verbannen. Sie empfehlen jedoch, Kindern im Schulalter zumindest die Grundzüge der manuellen Schrift beizubringen. Und sie raten Erwachsenen, weiterhin mit der Hand zu schreiben.
Askvik, E. O., van der Weel, F. R, & van der Meer, A. L. H. (2020). The Importance of cursive handwriting over typewriting for learning in the classroom: A high-density EEG study of 12-year-old children and young adults. Frontiers in Psychology. doi : 10.3389/fpsyg.2020.01810
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