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Zwei Beispiele aus der Vergangenheit: 1999 gewann die SVP bei den Zürcher Wahlen im Frühling 7,6 Prozenpunkte hinzu; ein halbes Jahr später bei den Nationalratswahlen konnte sie um sagenhafte 7,7 Prozentpunkte zulegen.
Oder 2007: Die SP verliert im Kanton Zürich mehr als 6 Prozentpunkte, ein halbes Jahr muss sich auch bei den Nationalratswahlen aussergewöhnlich grosse Verluste von fast 4 Prozentpunkten hinnehmen.
«Verblüffend starke Parallelen»
Dies seien keine Einzelfälle, sagt der Politologe Thomas Milic. Er ist Abstimmungs und Wahlforscher an der Universität Zürich: «Wenn man den Trend zwischen den Zürcher Wahlen im Frühling und den nationalen Wahlen im Herbst vergleicht, gibt es verblüffend starke Parallelen.»
Das zeigt sich besonders bei den drei gesamtschweizerisch und im Kanton Zürich stärksten Parteien SVP, SP und FDP. In den letzten 60 Jahren galt bei diesen Parteien in etwa vier von fünf Fällen, dass sich der Zürcher Trend im Frühling bei den Nationalratswahlen im Herbst bestätigt.
Zürich stellt ein Sechstel aller Nationalräte
Für die Korrelation zwischen Zürcher und nationalen Wahlen gibt es verschiedene Gründe: Einer ist die zeitliche Nähe von rund sechs Monaten zum nationalen Wahlgang. Ein anderer Grund ist, dass die Parteienstärken im Kanton Zürich recht ähnlich sind wie im nationalen Durchschnitt.
Ausserdem spielt die Grösse des Kantons Zürich eine Rolle: Jeder sechste Wahlberechtigte in der Schweiz lebt dort. Politologe Milic: «Wenn Sie im Kanton Zürich Erfolg haben und Sie diese Form bis zu den Nationalratswahlen halten können, haben Sie einen Sechstel der Arbeit schon getan.» Umgekehrt heisst das aber auch: Ein grosser Verlust in Zürich im Frühling lässt sich bis zu den eidgenössischen Wahlen im Herbst kaum mehr wettmachen.