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Als Folge der Corona-Krise wurde die Anzahl durchgeführter Flüge drastisch reduziert. Damit verbunden ist anzunehmen, dass es für einige Betriebe schwierig sein wird, die Vorgaben gemäss FCL.060 der EU-Verordnung 1178/2011 einzuhalten. Für Piloten von kommerziellen Flugbetrieben besteht bereits heute die Möglichkeit einer ersten Erleichterung gegenüber den aktuell gültigen Bestimmungen gemäss FCL.060 mit der von der Schweiz bei der EASA eingereichten «Exemption»: «FOCA CH - Exemption Covid-19 – GA – Art71(1) new BR – 27.03.2020 (1)», Punkt (e). (Die unter Part-FCL.060 (c) (1) beschriebene Möglichkeit, innerhalb einer CAT-Operation über einen Streckenflug mit Instruktor oder Examiner die Recency zu erlangen, wird von 120 Tagen auf 180 Tage erweitert.)
Unter gewissen Voraussetzungen sollen, für den Betrieb im multi-pilot-Betrieb, weitere Erleichterungen ermöglicht werden.
Diese weitergehenden Erleichterungen sind aufgrund der unterschiedlichen Bedürfnisse, Möglichkeiten und Ausgangslagen für die verschiedenen Betriebe sehr unterschiedlich. Das BAZL wird deshalb keine generelle Exemption beantragen, sondern es ist an den betroffenen Betrieben eine solche vorzubereiten und beim BAZL wie folgt zu beantragen.
a) Für alle Piloten, welche in einem Flugbetrieb mit einem schweizerischem AOC oder einem in der Schweiz deklarierten Betrieb, welcher über ein Management System (MS) gemäss Part-ORO der Verordnung 965/2012 verfügt, arbeiten, kann der entsprechende Flugbetrieb eine Exemption beantragen. Diese gilt für alle Lizenzträger mit einer EASA-Lizenz (gem. Part-FCL) dieses Betriebes, also auch für jene mit einer nicht durch die Schweiz ausgestellten Lizenz.
b) Piloten mit einer durch das BAZL ausgestellten Lizenz, welche in einem Flugbetrieb mit einem anderen als einem schweizerischem AOC arbeiten, können eine Exemption via ihren Arbeitgeber (AOC-Halter) und dessen zuständige nationale Behörde beantragen.
c) Piloten mit einer durch das BAZL ausgestellten Lizenz, welche in einem nicht in einem Mitgliedstaat der EASA deklarierten Flugbetrieb angestellt sind, können eine Exemption bei der Sektion „Flugpersonal“ des BAZL beantragen.
Die EASA hat ein Informationspapier erstellt, welches darlegt, welche Möglichkeiten einer Abweichung unter Einhaltung bestimmter Mitigationsmassnahmen als vertretbar beurteilt werden können, um den Anforderungen an eine Exemption gemäss EU Grundverordnung (EU 1139/2018, Art. 71(1)) zu genügen: «EASA Guidelines for Exemptions in regard of Flight Crew Recency (PDF, 689 kB, 21.04.2020)». Wir empfehlen diese Vorgaben, als Muster für die Vorbereitung einer Exemption, beizuziehen.
Anders als im EASA-Papier dargestellt (Abschnitt 1 und 2), erachtet es das BAZL für alle Betreiber, als möglich, vom Mittel einer Exemption Gebrauch machen zu können, welche über ein MS gemäss Part-ORO der Verordnung 965/2012 verfügen (Bsp.: deklarierte NCC-Betreiber) und die Flugzeuge im «multi-pilot-concept» betreiben,
Für jedes Gesuch ist insbesondere darzulegen, dass:
- Den Umständen oder Erfordernissen nicht auf angemessene Weise unter Einhaltung der anwendbaren Anforderungen Rechnung getragen werden kann.
- Die Sicherheit und die Einhaltung der anwendbaren grundlegenden Anforderungen gewährleistet werden (Risk-Assessment). Die hierfür notwendigen Mitigationsmassnahmen sind anzugeben.
- Jegliche Gefahr einer Verzerrung der Marktbedingungen infolge der Gewährung der Ausnahme so weit wie möglich verringert sind.
- Der Anwendungsbereich und die Dauer der Ausnahme auf das unbedingt erforderliche Mass beschränkt sind.
Die Anträge sind wie folgt einzureichen:
Für den Fall a):
Für den Fall c) an <email-pii>