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Die Löhne der Top-Leute der Grossunternehmen richten sich heute nicht nach ihrer Arbeitsleistung und ihrer persönlich getragenen Verantwortung, sondern nach globalen Regeln in einem globalen Kontext. Das ist zwar nachvollziehbar, aber nicht einfach als gegeben hinzunehmen. Der Beweis ist nicht erbracht, ob nicht auch mit sehr guten, aber nicht überrissen hohen Löhnen auch sehr gute Manager und Verwaltungsräte gefunden werden könnten, die diese Jobs gleich gut erledigen könnten. Ist es nicht so, dass sich die Top-Leute zu einer globalen Kaste zusammengeschlossen haben, welche ihre hohen Löhne gegenseitig und gegenüber der Öffentlichkeit unabhängig von ihrem effektiven Marktwert rechtfertigen? Auch ist zu bedenken, dass ihre Verantwortung zwar hoch ist, diese Leute aber bei einem freiwilligen oder unfreiwilligen Abgang meist nicht in ein grosses Loch fallen, sondern ihre Tätigkeit gut abgefedert an einem andern Ort wieder aufnehmen können. Aus dieser Perspektive ist die 1:12-Initiative zu rechtfertigen. Die Einführung einer speziellen Lohnsteuer, zum Beispiel ab einer Lohnsumme von CHF 600'000 wäre zwar auch denkbar, kommt aber in Konflikt zur Einkommenssteuer, die unter anderem auch Kapitalerträge umfasst, und käme als neue Steuer sicher auch politisch kaum durch.