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Massstabsver- schiebungenvon Katja Zellweger Seine Kunst am Bau ist bekannt in der Region. Das Kunsthaus Grenchen widmet dem Seeländer Pop-Art-Künstler Peter Travaglini eine Retrospektive.
Ob Kamera, WC-Spülkette, Motor, Glühbirne, Bagger, Tortellini oder Salami: Der vor zwei Jahren verstorbene Berner Bildhauer, Plastiker und Maler Peter Travaglini, der in Büren an der Aare wohnte, behandelte sie künstlerisch. Mittels Massstabsverschiebungen vergrösserte er Linolschnitte einer
Salami oder goss einen Reissverschluss von über vier Metern Länge aus Aluminium. Diese Pop-Art-Werke aus den frühen 70er-Jahren sind im Neubau des Kunsthauses Grenchen ausgestellt. Travaglini war in dessen Stiftungsrat tätig und vermachte die meisten Werke dem Kunsthaus. Dieses wird neu von Claudine Metzger geleitet.
Mehrere gezeigte Werke sind für die New Yorker Ausstellung «The Swiss Avant Garde» entstanden. Travaglini, der sich zunehmend ab Mitte der 60er-Jahre mit regionalen Aufträgen für «Kunst am Bau» finanzieren konnte, fantasierte für New York eine Art «Kunst an der Stadt». Kolorierte Werkzeichnungen zeigen Ketten und Reissverschlüsse in Übergrösse, die die Metropole überziehen.
In der ans Kunsthaus angeschlossenen Villa Girard ist eine chronologische Retrospektive des vielseitigen Künstlers zu sehen. Sie reicht von den surrealen Anfängen Ende der 40er-Jahre über Keramikkunst bis zu abstrakten und gegenständlichen Arbeiten. Zu sehen sind auch Auftragswerke für Kirchenfenster und die bekannten Etui-Menschen von Witzwil, die in Zusammenarbeit mit Häftlingen entstanden sind.