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Der Titelverteidiger Novak Djokovic zieht mit etwas Mühe in die Halbfinals von Wimbledon ein. Der Serbe liegt gegen Jannik Sinner bereits mit 0:2 im Hintertreffen, ehe er das Blatt sehr überzeugend wendet.
Nach gut dreieinhalb Stunden setzt sich Djokovic mit 5:7, 2:6, 6:3, 6:2, 6:2 doch noch durch. Gegner im Halbfinal am Freitag ist der als Nummer 9 gesetzte Brite Cameron Norrie. Dieser setzte sich ebenfalls in fünf Sätzen gegen den überraschenden Belgier David Goffin (ATP 58) durch.
Zwischenzeitlich wurde Djokovic vom erst 20-jährigen Italiener, der Nummer 13 der Welt, regelrecht an die Wand gespielt. Nach einem nervösen Start und einem 1:4-Rückstand gewann Sinner 12 der folgenden 15 Games. Er konnte das hohe Tempo aber nicht durchziehen, während der zuvor zu passive Djokovic immer mehr die Ballwechsel bestimmte. Der junge Südtiroler lag in den Sätzen 3 bis 5 jeweils schnell mit einem Break hinten.
Eine Niederlage Djokovics wäre eine grosse Überraschung. Er strebt auf dem Rasen von Wimbledon seinen vierten Titel in Folge, seinen siebten insgesamt, an. Seit 2017, als im Viertelfinal gegen Tomas Berdych wegen einer Ellbogen-Verletzung aufgeben musste, ist er im Südwesten Londons ungeschlagen. Mit seinen nun 84 gewonnenen Matches in Wimbledon liegt der Serbe nun gleichauf mit Jimmy Connors. Einzig der diesmal abwesende Rekordsieger Roger Federer (8 Titel, 105 gewonnene Partien) liegt noch vor ihm.
Die zweifache Mutter und Weltnummer 103 Tatjana Maria steht sensationell im Wimbledon-Halbfinal. Im Duell zweier deutscher Überraschungsfrauen setzte sich die 34-Jährige aus Baden-Württemberg in gut zweieinviertel Stunden 4:6, 6:2, 7:5 gegen Jule Niemeier (WTA 97) durch.
Die Wimbledon-Debütantin Niemeier hatte im dritten Satz noch 4:2 geführt. Maria war 2013 und dann ein zweites Mal im April des letzten Jahres Mutter von Mädchen geworden und gab bereits im Juli 2021 ihr Comeback. In diesem Jahr ist sie mit Turniersiegen auf Sand in Bogota und nun dem Halbfinal-Einzug auf Rasen so erfolgreich wie nie zuvor. Als Vorbereitung auf ihren Match trainiert Maria jeweils am Morgen früh mit ihrer achtjährigen Tochter Charlotte.
Die Favoritenrolle im ersten Halbfinal der Frauen wird klar sein. Denn Tatjana Maria trifft auf die Weltnummer 2 Ons Jabeur, die letzte im Feld verbliebene Top-Ten-Spielerin.
Die 27-jährige Tunesierin musste im Viertelfinal gegen die Tschechin Marie Bouzkova (WTA 66) zwar ihren ersten Satz abgeben, setzte sich aber letztlich sicher 3:6, 6:1, 6:1 durch. Die Nordafrikanerin steht erstmals - und als erste Araberin - im Halbfinal eines Grand-Slam-Turniers. Auf Rasen hat sie nun inklusive des Turniersieges in Berlin (im Final gegen Belinda Bencic, die aufgeben musste) zehn Partien in Folge gewonnen.
(yam/pre/sda)