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Bernd und Hilla Becher (1931-2007, 1934-2015, Deutschland)
Bernd und Hilla Becher waren ein berühmtes Fotografenpaar, das besonders in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wirkte. Beide lernten sich 1957 in Düsseldorf kennen und heirateten vier Jahre später.
Das Paar erlangte internationales Ansehen durch ihre Schwarz-Weiss-Fotografie von Fachwerkhäusern und Industriebauten. Ihr fotografisches Werk wird der Neuen Sachlichkeit zugeordnet.
Gemeinsam gründeten sie die „Düsseldorfer Photoschule“, aus der viele deutsche Fotografen wie Andreas Gursky, Thomas Struth, Candida Höfer, Thomas Ruff, Jörg Sasse und andere hervorgingen.
Sie nahmen an der Documenta 5 (1972), der Documenta 6 (1977), der Documenta 7 (1982) teil und machten auf die Einzigartigkeit von Industriebauten aufmerksam. Viele der dokumentierten Bauwerke sind schon lange abgerissen, deswegen bezeichnete sich das Künstlerpaar oft auch als Archäologen der Industriearchitektur.
Ihre einzigartigen Aufnahmen gelangen durch den Einsatz von Grossformatkameras mit dem Format 13 x 18 cm. Der Vorteil dieser Kameras liegt in der verzerrungsfreien und sehr detailreichen Wiedergabe des Motivs. Die Handhabung von Grossformatkameras ist sehr anspruchsvoll und zeitaufwendig. Das entwickelte Bild ist denen von Klein- und Mittelformatkameras bei weitem überlegen. Interessierte der Architekturfotografie sollten sich das Werk von Bernd und Hilla Becher einmal ansehen.
Annie Leibovitz (*1949, USA)
Anna-Lou Leibovitz zählt zu den herausragendsten und bestbezahlten Fotografen der USA. Sie inszenierte viele Portraitfotos Prominenter aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Durch ihre Aufnahmen erlangte Sie internationale Anerkennung.
Leibovitz studierte zunächst Malerei und Fotografie mit dem Ziel Kunstlehrerin zu werden. Zu dieser Zeit fertigte sie Bildreportagen mit einer 35-mm-Kleinbildkamera an. Grosse Inspiration fand sie in den Bildbänden von Robert Frank und Henri Cartier-Bresson. Der Herausgeber Jann Wenner vom Rolling Stone Magazine war über eine Fotomappe von Leibovitz so angetan, dass er sie kurzum 1970 einstellte. Nach dem Bachelorabschluss in Fine Arts arbeitete Leibovitz 1973 bis 1981 als Cheffotografin.
Ein besonderes Merkmal Leibovitzs war ihre damalige Herangehensweise, Musiker zu fotografieren. Sie wollte ganz in das Geschehen der Personen eintauchen. Dies gelang ihr durch das Begleiten der Musiker über zwei bis drei Tage hinweg. So konnten vertrauliche Fotos in einer entspannten Atmosphäre entstehen.
Die bekannteste Fotografie von Leibovitzs ist ein Bild von John Lennon und Yoko Ono wenige Stunden vor der Ermordung Lennons. Mit diesem Foto und dem der nackten Demi Moore schaffte sie es 2005 auf Platz eins bzw. Platz zwei der 40 besten Titelblätter. Wer sich für Portraitfotografie interessiert, sollte sich unbedingt von den Fotos von Annie Leibovitz inspirieren lassen.
Ansel Adams (1902-1984, USA)
Ansel Easton Adams war ein bedeutender Landschaftsfotograf, Autor und Lehrer der künstlerischen Fotografie.
Er gilt als Mitbegründer der Gruppe f/64. Als Gegenströmung zum damaligen Pictorialismus setzt die Gruppe f/64 auf eine grosse Blendenzahl von 64, was eine grosse Schärfentiefe des Motivs ermöglichte. Adams zählt auch zu den Pionieren der “Reinen Fotografie“. Diese ist eine sachliche Fotografie, in der besonderen Wert auf natürlichen Tonwertreichtum, Schärfe und Licht gelegt wird. Ein Motiv soll möglichst realistisch abgebildet werden.
Adams gilt auch als König der Landschaftsfotografie. Es lohnt sich, Landschaftsfotografen Bilder von ihm einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Helmut Newton (1920-2004, Deutschland)
Ursprünglich war Helmut Neustädter ein deutsch-australischer Fotograf. Er begann 1936 eine Lehre als Fotograf bei Else Neuländer-Simon und musste 1938 wegen seiner jüdischen Konfession nach Singapur flüchten und seinen Namen ändern. Ab 1940 lebte er in Australien und eröffnete 1945 ein Fotostudio in Melbourne. Später fotografierte er für die australische Ausgabe der Vogue und dann auch für andere Modezeitschriften. Er mauserte sich zum angesehensten und bestbezahlten Mode-, Werbe-, Porträt- und Aktfotografen der Welt.
August Sander (1876-1964, Deutschland)
August Sander gilt als bedeutendster Portraitfotograf des vergangenen Jahrhunderts.
Im Alter von 28 Jahren eröffnete er in Linz an der Donau sein erstes Fotogeschäft und Atelier. 1910 zog er mit seiner Familie nach Köln.
Eines seiner einflussreichsten Projekte, mit dem er sich Zeit seines Lebens beschäftigte, ist die Fotoserie Menschen des 20. Jahrhunderts, mit der er weltberühmt wurde. Sander begann bereits Mitte der 1920er Jahre mit der Erstellung eines ersten Konzepts. Die Ordnung des Bandes erfolgte in sieben Gruppen: „Der Bauer“, „Die Handwerker“, „Die Frau“, „Die Stände“, „Die Künstler“, „Die Großstadt“ sowie „Alter, Krankheit und Tod“. Auf eindrucksvolle Weise dokumentieren die Bilder den gesellschaftlichen Wandel der Zeit. 1929 wurde eine Auswahl von 60 Aufnahmen in seinem Buch „Antlitz der Zeit“ veröffentlicht. Erst 16 Jahre nach Sanders Tod erschien die gesamte Fotoserie Menschen des 20. Jahrhunderts dank der Veröffentlichung durch Sanders Sohn.
Wer sich eingehender mit der Fotografie beschäftigen möchte, kommt um die Bilder Sanders nicht herum. Er befasste sich nicht nur mit der Portraitfotografie, sondern auch mit der Landschafts-, Natur-, Industriearchitektur- und Stadtfotografie.