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Die Olive ist das Geschenk der Göttin Athene. Wie es dazu kam, berichtet der Mythos:
Ahtene und Poseidon erhoben Anspruch auf die Schutzherrschaft über die Region Attika. Nach einem Schiedsspruch durch Göttervater Zeus sollte der- oder diejenige die Schutzherrschaft ausüben
dürfen, der oder die den Bewohnern Attikas das nutzbringendere Geschenk macht. Als Bruder des Zeus war Poseidon einer der mächtigsten olympischen Götter - kein Wunder sah er sich bereits als
Sieger. Er rammte seinen Dreizack mit voller Wucht in einen Felsen auf der Akropolis und liess daraus eine Wasserquelle entspringen. Poseidon hoffte, die Bürger würden ihn für dieses Geschenk in
Ehren halten. Die Quelle aber, da Poseidon der griechische Gott des Meeres war, spendete nicht etwa Trink-, sondern Salzwasser. Was sollten die Menschen der Region Attikas mit dieser
Salzwasserquelle anfangen, sie waren ja onehin umgeben vom Salzwasser des Meeres?
Athene, die Göttertochter Zeus', hingegen liess an der Stelle der Akropolis einen Olivenbaum entspriessen. Poseidon sah rasch ein, dass er mit seiner "Gabe" im Nachteil war. Zwar konnte man die
Erschliessung einer Salzquelle als symbolische Vorwegnahme der athenischen Seeherrschaft deuten, aber für eine unmittelbare Nutzanwendung war sie nicht geeignet. So liess der Bruder des Zeus aus
Draufgabe ein Pferd den Wellen entspringen.
Nun warteten beide Götter auf die endgültige Entscheidung durch den König des späteren Athens: Der sagenhafte König Kekrops, ein Autochthon, ein aus der Erde Geborener, mit dem Leib einer
Schlange oder eines Drachens, war erdverbunden und praktisch verlanlagt - ihm verdankt die Menschheit übrigens die Erfindung des Rades. Er entschied sich für den Olivenbaum und somit für
Göttertochter Athene als Schutzherrin über die Region Attikas.
Nach einer anderen Überlieferung hatte diese wichtige Entscheidung eines Sterblichen wie Kekrops nicht genug Autorität und so sollte ein Schiedsgericht von zwölf Göttern darüber bestimmen, wem
der Sieg zuzusprechen sei. Nachdem dieses erlauchte Gremium zu keiner mehrheitlichen Entscheidung gekommen war, lag sie nun bei der allerhöchsten Autorität, dem Göttervater Zeus: Und der gab
seiner Tochter Athene den Vorzug.
Die jungfräuliche Göttin Athene wurde im Parthenon, dem schönsten Tempel der Akropolis, verehrt. Die Figuren des Westgiebels, deren Rekonstruktion man heute im Athener Akropolis-Museum bewundern
kann, zeigen ihren Wettkampf mit Poseiden. Athene, die der Stadt ihren Namen gab, stellt selbst in dem so vielfältigen griechischen Pantheon eine Ausnahmeerscheinung dar: Sie ist eine
Vatergeborene.
"Nach der Einverleibung seiner mit Athene schwangeren Geliebten, der Titanin Metis, wurde Zeus von einem tobenden Kopfschmerz erfasst. Ihm schien, als ob sein Schädel bersten wollte und er heulte
vor Schmerz, bis das ganze Firmament erbebte. Nun war es an Hephaistos, dem Gott der Schmiede, den Geburtshelfer zu spielen. Er öffnete mit Schmiedehammer und Keil den Kopf des Zeus und diesem
entsprang die voll bewaffnete und in Rüstung gekleidete Athene mit einem mächtigen Schrei."