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| Athanasius (295-373) - Abhandlung über die Synoden zu Rimini in Italien, und zu Seleucia in Isaurien. (De synodis Arimini et Seleuciae in Isauria)

42.
Wie wir ferner, wenn wir ihn gezeugt nennen, dieses nicht auf menschliche Weise verstehen, und wie wir, obwohl wir wissen, daß Gott Vater ist, uns ihn nicht als körperlich vorstellen, sondern wenn wir diese Beispiele und solche Ausdrücke hören, dieselben auf die angemessene Weise in Beziehung auf Gptt verstehen, weil Gott nicht wie ein Mensch ist; eben so müssen wir auch, wenn wir den Ausdruck „von gleicher Wesenheit“ hören, uns über allen menschlichen Begriff erheben, und dem Sprüchworte1 gemäß auf geistige Weise verstehen, was uns vorgelegt wird, so daß wir es erkennen, daß er nicht durch den Willen, sondern wahrhaft der wirkliche Sohn aus dem Vater sey, als das Leben aus der Quelle, und der Glanz aus dem Lichte. Oder warum verstehen wir die Worte: „Gezeugter“ und „Sohn“ nicht auf körperliche Weise, den Ausdruck „von gleicher Wesenheit“ aber so, als wenn er von Körpern gebraucht wäre, besonders da die Ausdrücke nicht von verschiedenen Dingen gebraucht werden, sondern in Beziehung auf das, wovon gesagt wird, daß es gezeugt sey, auch gesagt wird, daß es gleiche Wesenheit habe? Und es geziemt sich, den nämlichen Sinn beider Ausdrücke in Bezug auf den Heiland beizubehalten, und nicht das Wort „gezeugt“ richtig, den Ausdruck „von gleicher Wesenheit“ aber anders zu erklären; denn es ist folgerecht, daß ihr, wenn ihr so gesinnt seyd und den Sohn das Wort und die Weisheit des Vaters nennet, auch hievon eine verschiedene Ansicht habet, und anders von dem Worte, anders aber von der Weisheit denket. Allein wie dieses ungereimt ist; denn der Sohn ist das Wort und die Weisheit des Vaters, und Eines ist das aus dem Vater Geborne, und eigen seiner Wesenheit; eben so hat der Ausdruck „gezeugt,“ und „von gleicher Wesenheit“ eine und dieselbe Bedeutung; und wer den Sohn als gezeugt denkt, der denkt auch richtig, daß er gleiche Wesenheit habe.
1: Sprüch. XXIII, 1.