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Inocentes de Belford Roxo, zum ersten Mal in der Spitzengruppe in Rio de Janeiro, ehrt Korea
Für ihr Debut in der “Grupo Especial“ brachte die Samba-Schule “Inocentes de Belfort Roxo“ einen Ausschnitt aus der Geschichte Südkoreas auf die Avenida Sapucaí des Sambadroms von Rio de Janeiro. Die Schule begann mit der Parade um 21:00 Uhr und beendete ihr Spektakel um 22:22 Uhr – mit dem Thema “As sete confluências do Rio Han“ (Die sieben Zuflüsse des Flusses Han). Jede Schule hat zwischen 65 und 82 Minuten für ihre Präsentation zur Verfügung.
Der Karnevalist Wagner Gonçalves hat auf lebhafte Farben gesetzt, um die 50 Jahre der koreanischen Einwanderungsgeschichte in Brasilien zu erzählen. Die Jahrtausende alte Kultur dieses Volkes – mehr als 5.000 Jahre – wurde dargestellt durch 4.200 Mitwirkende, unterteilt in sieben Sektoren mit 27 Alas.
Sie zeigten die typische Architektur des Landes, die Arbeit auf den Feldern, die grossen koreanischen Geschäftsleute in São Paulo, die Schlachten und die Kreationen von Symbolen der Identität Südkoreas. Alas, die den Handel mit Früchten und koreanischen Keramiken illustrierten, waren auch darunter.
Die Front-Kommission präsentierte sich mit einer Choreographie von Patrick Carvalho. Der Choreograph befand sich in der Endrunde der Veranstaltung “Dança dos Famosos“ (Tanz der Berühmtheiten) beim TV-Event “Domingão do Faustão“. Sie präsentierte als Thema einen Mond-Kalender: Das Horoskop der Koreaner, mit zwölf Tieren des orientalischen Zodiaks.
Der Themen-Samba wurde interpretiert von Thiago Brito, begleitet von dem erfahrenen Wantuir, Ex-Interpret der Schule “Grande Rio“. Zu ihrer Begleitung wurde die Perkussion dirigiert von den Mestres Washington und Celino.
Eines der koreanischen Symbole, die “Rose von Saron“, wurde von dem Paar “Mestre-sala und Porta-bandeira“ Rogério Dornelles und Lucinha Nobre dargestellt. Zusammen demonstrierten sie die Schönheit dieser Blume, die auch Hibiskus genannt wird, und für die Koreaner ein Symbol für Unsterblichkeit darstellt. Lucinha hat damit ihre 30. Parade als “Porta-Bandeira“ (Standartenträgerin) hinter sich und gab in dieser Nacht ihr Debut bei der “Inocentes“. “Trotz meiner langen Erfahrung“, so sagte sie, “hab’ ich immer wieder ein flaues Gefühl im Magen, bevor es losgeht“.
Die Position der Königin der Perkussion wurde von Lucilene Caetano verteidigt. “Null Aufregung, hab’ schon mal ein Glas Champagner geschlürft“ sagte die TV-Entertainerin. “Und ich hab’ Samba-Stunden genommen, Carlinhos von der “Salgueiro“ hat michunterrichtet“.
Zirka 300 koreanische Emigranten und Nachkommen waren eingeladen worden, um an der Parade der “Inocentes“ teilzunehmen. Im dritten allegorischen Wagen wurden viele von ihnen geehrt, mittels Familienfotos an den Seiten des Wagens.
Die Schule, die man liebevoll “Caçulinha da Baixada“ nennt, präsentierte eine Front-Kommission mit Drachen – die für die Koreaner Wesen aus dem Wasser sind. Sie symbolisieren die reiche Kultur dieses Volkes.
Seit neun Jahren ist Danielle Moura nun schon die erste Attraktion im Abre-Alas des Vereins. “Das ist eine unerklärliche Emotion. Ich hab’ seit zwei Tagen nicht mehr geschlafen, vor lauter Vorfreude. Wir möchten und in dieser Elite-Gruppe unbedingt halten“ sagte die Muse, kostümiert als Göttin des Windes. Die Schauspielerin Cláudia Ohana war ebenfalls eine der hervorstechendsten Persönlichkeiten der “Inocentes de Belford Roxo“.
Die Bahianerinnen symbolisierten jene bekannten koreanischen Perlentaucherinnen. Ohne besondere Ausrüstung tauchen sie in grosse Tiefen des Meeres nach Muscheln, exotischen Fischen, Kraken und Krustentieren vor der Insel Jeju, der kleinsten südkoreanischen Provinz.
Die Schule präsentierte auch das moderne Korea, ohne die Jahrtausende alte Tradition seiner Kultur zu vernachlässigen. Wie der Karnevalist erklärt, hat man auf voluminösere Wagen und Kostüme gesetzt. Die zweite und fünfte Allegorie präsentierte typische Fächer und Sonnenschirmchen.
Die Taube, Symbol der “Inocentes“, erschien nicht auf der Avenida. Anstelle dieses friedlichen Vogels, standen diesmal Tiger und Drache, zwei Symbole der asiatischen Kultur. Auch die orientalische Religion und bestimmte Daten des Mondkalenders hatten ihren Platz in den Alas und Wagen der Parade.
“Wir halten die Daumen, dass die positive Energie des Han-Flusses in einen Sieg unserer Schule fliessen möge – zum Champion 2013“, wünscht sich der Karnevalist Gonçalves für das ausgesuchte Thema Korea.
Das war nicht die erste karnevalistische Ehrung des 50jährigen Jubiläums der koreanischen Einwanderung in Brasilien. Am Samstag, dem 9.2., hat die Schule “Unidos de Vila Maria“ mit ihrer Parade unter dem Thema “Made in Korea: 50 anos da imigração coreana no Brasil“, im Sambadromo von Anhembi, São Paulo, den Koreanern ebenfalls ein karnevalistisches Denkmal gesetzt.
Gegründet im Jahr 1993, paradiert die Samba-Schule “Inocentes de Belfort Roxo“ zum ersten Mal in der Spitzengruppe von Rio de Janeiro. Die Schule war Champion der “Grupo de Acesso“ (Aufsteigergruppe) von 2012.