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Weitere Luftaufnahmen von Murten
Der Grundriss des hoch-mittelalterlichen Dorfes, das von drei Längsstrassen durchzogen wird - auf der breitesten, mittleren wurde der Markt gehalten und von einer durchgehenden Strasse und wie auch durch ein sehr gut geplantes Strassensystem geprägt wurde, kann in seiner Substanz den Zaehringen zugeschrieben werden. Unter der Herrschaft von Berchtold IV gründete das Herzogtum die neue Stadt von Murten nach jeder Wahrscheinlichkeit um das Jahr 1180 herum. Es wird allerdings nicht ausgeschlossen, dass die Verstärkung im Westen der Stadt, der spitze Vorsprung, auf dem das Schloss steht, die Achsenabweichung des Grundrisses hinsichtlich des Vierecks, das durch die Gassen gebildet wurde, ebenso wie die westliche Tür der Stadt, die in Richtung des Schlosses geschoben wurde, Indizien einer früheren verstärkten Stelle sind.
Morat par Pingret en 1826 (graphica-antiqua.ch)
Tatsächlich geht es in den Dokumenten um ein Schloss zur Zeit des Königreichs von Hoch-Burgund, das aber in 1032 zerstört wurde, als dieses Territorium unter die Herrschaft des Kaisers Konrad II fiel. Es wäre möglich, dass ein Schloss wieder aufbaut wurde, nachdem es im 11. Jahrhundert unter Angriff genommen wurde, und die Erhöhung besetzte, die das Ufer beherrschte, das von jeder Seite durch natürliche Gräben abgegrenzt wurde. In 1218 nach dem Aussterben der Zaehringen erhielt Murten die Kaiserunmittelbarkeit. Aber angesichts der Begierde und den Forderungen der Fürsten wie die Grafen von Habsburg und die von Savoyen, blieb seine Position zerbrechlich, auch wenn sie gelegentlich die Unterstützung von Freiburg aufsuchten. Die Stadt wurde in 1255 unter Pierre II savoyisch und kurze Zeit habsburgerisch, getrennt voneinander, blieb es von 1291 bis zu Beginn der Burgund Kriege in 1475. In 1238 versprach der König Conrad IV von Hohenstaufen den Bürgern von Murten eine fiskalische Immunität von vier Jahren, unter der Bedingung, dass sie um ihre Stadt eine Mauer von zwölf Füssen am oberen Teil (ungefähr 3.5 Meter) bauten. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Reste der Mauern, die in den niedrigen Teilen der Wälle bewahrt wurden, an denen man ihr Aussehen von dicken Kieselsteinen erkennt, aus diesem Zeitalter stammen. Die Wälle mussten unter Pierre II verstärkt und nach mehr als einem Jahrhundert erhöht werden, das heisst in 1377/78. Auch zu dieser Zeit wurde das Schloss, von dem uns ein wichtiger Teil geblieben ist, errichtet. Mehrere zusätzliche Türme wurden vermutlich im 14. Jahrhundert dazugefügt. Das Feuer, das die Stadt in 1414 verwüstete, beschädigte offensichtlich die Wälle nicht, die in 1469 eine Instandsetzung 1469 unter der Herrschaft der Savoyarden und dann in 1475 erfuhren. Diese letzten Arbeiten wurden in aller Hast durch Bern und Freiburg unternommen, um sich von den Angriffen von Karl des Kühnen zu schützen.
Es lag nicht zuletzt an Pierre II aus Savoyen, dass das Schloss von Murten im hohen Mittelalter vergrössert wurde. Man kann sich sehr gut vorstellen, dass es unter diesem Fürsten war, dass nach 1255 der Oberbau des Wachtturmes über dem kleinen Fenster im oberen Teil der Südfassade und der runde Turm im Westen gebaut worden sind. Entgegen der Technik, die normalerweise angewendet und propagiert wurden vom Architekten des zentralen Turmes, beruht dieser nicht auf einem Kreis-Grundriss wie beispielsweise die fast zeitgenössischen Türme von Bulle und Romont. Man kann dies nur erklären, dass an dieser Stelle Grundmauern eines früheren Turmes mit fast viereckigen Grundriss standen, auf denen man ganz einfach neue Mauern aufgerichtet hatte. Das erhöhte Tor wurde in die Nordseite des Wachtturmes eingerichtet. Schon seit langer Zeit wurde sie eingemauert. Vom Hof bemerkt man noch die Hälfte des Bogens vom oberen Teil.
Die Geschichte der Konstruktion des Schlosses von Murten, das die Form eines unregelmässigen Pentagons hat, ist nicht sehr einfach zu erfassen. Man weiss, dass in der Mitte des 15. Jahrhunderts der Graben an der Stadtseite verlängert wurde. Von diesem Zeitpunkt an war das ganze Schloss also von Gräben umgeben.
Es wurde mit solchen Verteidigungen bewaffnet, dass es zu Anfang des Sommer 1476 dem Angriff und die Belagerung der burgundischen Truppen trotzen konnte. Unter dem unbeugsamen Befehl von Adrien von Bubenberg, stand ihnen ein Kontingent von 2000 Soldaten, also relative bescheiden, während zwölf Tagen entgegen - ein heldenhafter Widerstand. Am 22. Juni, musste sich Karl der Kühne und seine Armee von mehr als 20000 Männern vor den Eidgenossen und die Verbündeten beugen, die sich nach sehr langen und beschwerlichen Märschen und nachdem sie erfolgreich waren, ihren Vorsprung sehr meisterhaft zu tarnen, zur Hilfe der Verteidiger von Murten gelangten.
Das Panorama der schlacht von Murten
Es dauerte mehrere Jahre, um die Wälle und die sechs Türme wieder aufzubauen, die stark beschädigt, oder gar zerstört wurden während des burgundischen Angriffs. Die bei diesen Arbeiten benutzten Sandsteinbruchsteine gaben manchen Stellen den Umfriedungsmauern ein neues Aussehen. Nach seiner Instandsetzung schützte das Schloss nicht mehr die savoyische Verwaltung, sondern die der gemeinsamen Vogtei von Bern und Freiburg. Die Vertreter dieser Städte wohnten in seinen Mauern bis in 1798. Mehrere Gebäude wurden zu dieser Zeit errichtet, wie der Anbau am Eingang aus dem 16. Jahrhundert und der im Hof aufgerichtete Treppenturm. Mit verschiedenen Veränderungen machten sie das Schloss nach und nach zu einem administrativen Sitz. In mehreren von seinen Zimmern verraten verschiedene Elemente die Stile der späten Renaissance, der Barocke und der Biedermeier. Das Schloss wurde zu einer Präfektur in 1803.
Dank einem glücklichen Zufall, aber auch durch den Mangel an den Geldern, die im 19. Jahrhundert nötig wären die mittelalterlichen Wälle von Murten zu zerstören, sind diese grösstenteils für die Nachkommen bewahrt worden.
Herrliberger 18e
Herrliberger 18e
Bibliographie