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Die Herstellung von Kleidern und Schuhen grosser Marken wie H&M oder Calvin Klein verschmutzt nicht nur die Gewässer der Herstellungsländer, sondern auch der Länder, in denen die Textilien verkauft werden. Das zeigt die Untersuchung «Schmutzige Wäsche» der internationalen Umweltorganisation Greenpeace. Der Bericht weist nach, dass die Chemikalie Nonphenolethoxate (NPE) durch das Waschen importierter Textilien auch in hiesige Flüsse und Seen gelangt. NPE wird beim Färben, Bleichen oder Bedrucken als Waschmittel verwendet. Greenpeace stellte nun fest, dass bereits im ersten Waschgang der Textilien etwa achtzig Prozent des NPE freigesetzt werden, das von Kläranlagen nicht gefiltert werden kann. In Gewässern wandelt sich NPE in die giftige Chemikalie Nonylphenol (NP) um. Für Menschen ist sie ungefährlich, doch sie behindert Fische und Wasserorganismen in ihrer Fortpflanzung und bewirkt Verhaltensveränderungen.
Zwei früher veröffentlichte Teilberichte hatten nachgewiesen, dass Trinkwasserdepots von Millionen von Menschen in China durch die Textilherstellung verseucht worden waren. In zwei Dritteln der überprüften Kleidungsstücke und Schuhe von fünfzehn global führenden Marken wie H&M, Calvin Klein, Puma und Adidas befindet sich NPE.
In den Herstellungsländern China, Vietnam, den Philippinen, Thailand, Sri Lanka und der Türkei gibt es keine Regelungen für den Einsatz von NPE. In der Schweiz und der EU ist die Chemikalie weitgehend verboten – dies gilt bisher allerdings nicht für den Import. Greenpeace fordert nun von den Bekleidungsfirmen, die Verwendung von NPE bis 2013 zu stoppen.
Alice Rombach