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Apple, behauptet 'The Register', lasse seine iCloud von zwei seiner Hauptkonkurrenten betreiben.
Wie 'The Register' von Microsoft-Insidern erfahren hat, soll Apples kommender Cloud-Service "iCloud"
in Realität nicht in einem Apple-Rechenzentrum laufen. Apple, so 'The Register', habe dafür Kapazitäten sowohl auf Microsofts "Azure"-Plattform als auch Amazons Cloud-Service AWS gemietet. Gleichzeitig habe Apple aber seinen Partnern vertraglich verboten, über den Deal zu sprechen.
Apple und Amazon reagierten nicht auf entsprechende Anfragen des 'Register', Microsoft erklärte, man habe "gegenwärtig keinen Kommentar dazu, ob Apple ein Azure-Kunde sei."
Apple, so argumentiert die englischsprachige Fachpublikation, habe sich wohl von den vielen Betriebsausfällen und anderen Problemen beim iCloud-Vorgängerservice "MobileMe" sowie den riesigen notwendigen Neuinvestitionen von zwischen 100 Millionen und einer Milliarde Dollar davon abschrecken lassen, auch iCloud in einem eigenen Rechenzentrum betreiben zu wollen. Ein Grund für die Aufteilung könnte sein, dass Apple eine wesentlich höhere Ausfallsicherheit erreichen will, als sie ein Infrastrukturbetreiber allein bieten könnte. Eine weitere Möglichkeit ist, dass Apple seine beiden Lieferanten in der ersten Wachstumsphase von iCloud noch austesten will, sich aber später für einen entscheidet und dann vielleicht sogar die von Microsoft oder Amazon gebaute iCloud-Infrastruktur selbst übernimmt.
Ein solcher Cloud-Deal wäre in vieler Hinsicht aufsehenerregend. Erstens würde sich Apple ausgerechnet auf die Cloud-Services von zwei seiner ärgsten Konkurrenten verlassen. Zweitens könnte Microsoft einen ungeheuer prestigeträchtigen Kunden für seine Azure-Plattform vorweisen – falls der Softwareriese je darüber reden dürfte. Und nicht zuletzt wäre die Verteilung eines vielgenutzten Cloud-Services wie iCloud auf zwei so unterschiedliche Plattformen wie Amazons Web Services und Microsofts Azure auch technisch bahnbrechend.
"Striping" für eine Cloud
'The Register' glaubt, dass die iCloud-Daten inklusive Recovery-Informationen entweder auf beide Plattformen verteilt werden (Striping), wobei eine zentrale Management-Plattform immer wissen müsste, wo sich welche Daten eines Users befinden, oder dass die Daten sogar komplett dupliziert werden und User je nach Netzwerkgeschwindigkeit und Serververfügbarkeit auf die eine oder andere Plattform geleitet werden. Mehr zur postulierten Aufteilungstechnologie findet man im Originalartikel des 'Register'.
(Hans Jörg Maron)