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Rabble-GrandSlam-Reise nach Paris 2007

zurück zur Übersicht Last updated: 28.04.2008
|alle Berichte aus der Rabble-Tennisdatenbank zu: Ernests Gulbis, Laurent Recouderc, Tim Henman, Sam Querrey, Novak Djokovic, Santiago Giraldo|
|Novak Djokovic - French Open 2006|
|Grand Slam-Debütanten - Ernests Gulbis, Laurent Recouderc|
|1. Runde:
Ernests Gulbis - Tim Henman 6:4 6:3 6:2

14 Jahre war der Altersunterschied bei dieser Partie, in der sich der Grand Slam-Debütant letztendlich klar durchsetzte. Der von Niki Pilic gecoachte Gulbis servierte durchwegs mit 200 km/h und spielte einen guten zweiten Ball, um nach dem Aufschlag nachzusetzen. Entweder kam dieser mit viel Druck oder als Stoppball.
Das reichte dem 18-jährigen Letten trotz Eigenfehlern bereits. Denn der Wille war da bei Tim Henman, aber das Fleisch war schwach. Der Brite verzog von der Grundlinie unzählige Rückhand Top Spin-Bälle und auch einige Vorhandbälle. Mit dieser Leistung hätte der überraschende Halbfinalist von 2004 wohl so gegen ziemlich jeden Spieler der Top 100 verloren.
Gentlemen Tim machte seinem Namen gar keine Ehre. Zweimal verwickelte der 52. der Weltrangliste Schiedsrichterin De Jenken in leidige Diskussionen, um den Aufschlagenden Gulbis aus dem Tritt zu bringen.
Wollte Henman dem Newcomer einen "faulen" Ball (halbkurzer Slice) auf die Rückhand legen, konterte ihn die Nummer 84 im Ranking geschickt mit einem Stoppball. So konnte er dieser taktischen Variante des erfahreneren Gegners entgegenhalten.
Vor drei
Jahren bekam ein Balljunge bei einem Verkerk-Aufschlag die volle
Geschwindigkeit zu spüren, als er den Ball fangen wollte. Dies gehört in
Roland Garros aber dazu. Die Ballkinder sollen die Bälle nach dem
Aufschlag direkt fangen und nicht erst abprallen lassen.
2. Runde: Ernests Gulbis - Albert Montanes 1:6 2:6 6:1 6:7
|1. Runde:
Laurent Recouderc (Q) - Sam Querrey 7:6 2:6 6:0 6:7 6:3

Die grösste Geschichte an Laurent Recouderc ist, dass der 312. der Weltrangliste nur dank einer Wild Card hatte in der Qualifikation antreten können. Dank Siegen über Mertl, Sluiter und Guzman (9:7 im dritten Satz) schaffte er es überraschend bis ins Hauptfeld.
Als ich bei 3:2 im vierten Satz zum Match hinzustiess, liess sich Sam Querrey gerade an den Füssen behandeln. Das sah gar nicht mehr frisch aus. Da konnte sich der an Position 66 klassierte US-Amerikaner nur noch auf seinen gewaltigen Aufschlag konzentrieren und versuchen, sich so im Match zu halten.
Ende des vierten Satzes ging es trotz Breakbällen Querreys (5:5 0:40) und Matchbällen Recoudercs (6:5 15:40) in den Tie-Break. Dort konnte der 19-jährige Kalifornier den Kopf aus der Schlinge ziehen.
Dieser etwas unverhoffte Satzgewinn liess das Spiel nun zu Gunsten Querreys Kippen. Im fünften Satz kam er im zweiten und vor allem im dritten Aufschlagspiel des Franzosen zu einigen Breakchancen. Aber das Break wollte nicht gelingen. Anstelle sich ausschliesslich auf die Servicegames zu konzentrieren, legte Querrey in dieser Phase mehr und mehr Energie in die Returnspiele. Das nutzte der 20-jährige aus Toulouse im darauffolgenden Aufschlagspiel Querreys aus und realisierte seinerseits das vorentscheidende Break.
Neben Sam Querrey schieden auch bereits alle seine Landsleute in der ersten Runde aus. Das den US-Amerikanern die rote Asche nicht liegt, ist kein Geheimnis. Dass aber alle 9 Herren - inklusive den Top 10-Spielern Roddick und Blake - in der ersten Runde ausscheiden, so etwas gab es noch nie in Paris! Bei den Damen sieht die Bilanz nur unwesentlich besser aus. Von 10 Teilnehmerinnen kamen nur die Williams-Schwestern Serena (Viertelfinale) und Venus (dritte Runde) über die zweite Runde hinaus.
Mit dem gleichen Problem kämpfte aber auch die Gastgebernation. Bei den Herren schafften es von 21 Franzosen nur deren fünf in die dritte Runde, in der aber für alle Endstation war. Bei den Damen spielten sich von 15 Teilnehmerinnen nur drei bis in die dritte Runde. Nach dem Aus von Amelie Mauresmo verblieb Marion Bartoli als einsame Hoffnungsträgerin der Nation in der vierten Runde. Weiter kam aber auch sie nicht.
2. Runde: Laurent Recouderc (Q) - Novak Djokovic (6) 3:6 6:3 3:6 1:6
|1. Runde:
Novak Djokovic (6) - Santiago Giraldo (Q) 6:3 7:6 6:4

Das war nochmals ein grosser Erfolg für Laurent Recouderc, als er auf dem Court Suzanne Lenglen in der zweiten Runde gegen Novak Djokovic einen Satz stehlen konnte.
Ich hatte den 20-jährige Serbe in seinem Spiel der ersten Runde kurz beobachtet. Bei ihm fällt vor allem auf, dass er den Ball vor jedem ersten Aufschlag mindestens 10 mal prellt. Neben mir haben sie mitgezählt und waren auf bis zu 18 mal gekommen.
Der Miami-Sieger und Indian Wells-Finalist hatte in diesem Jahr das Sandplatzturnier in Estoril gewonnen. Wie stark sein Halbfinaleinzug in Paris zu werten ist, bin ich mir nicht sicher. Die Dreisatzsiege über Verdasco und Andreev sind eine starke Leistung. Auf seinem Weg bis in die Runde der letzten Vier musste er aber keinen einzigen gesetzten Spieler eliminieren. Wobei er selbst ja natürlich Nichts dafür kann.
3. Runde:
Novak Djokovic (6) - Olivier Patience (W) 7:6 2:6 3:6 7:6 6:3
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