Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03288.jsonl.gz/289

Sie sagte der «Stuttgarter Zeitung» und den «Stuttgarter Nachrichten» (Donnerstag), sie habe entschieden, ihre Bewerbung für das höchste Parteiamt zu erneuern.
Gewählt werden soll die neue SPD-Führung auf einem Parteitag vom 10. bis 12. Dezember. In die Führungsfrage war Bewegung gekommen, nachdem der Co-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans am Freitag seinen Rückzug angekündigt hatte.
Esken und Walter-Borjans waren Ende 2019 als Ergebnis einer Mitgliederbefragung als SPD-Chefs gewählt worden. Vorausgegangen war das katastrophale Abschneiden von Deutschlands ältester Partei bei der Europawahl 2019 (15,8 Prozent), das den Rücktritt von Parteichefin Andrea Nahles zur Folge hatte. Bis zu ihrer Wahl an die Parteispitze war Esken im Bundestag, dem sie seit 2013 angehört, eine der Öffentlichkeit weitgehend unbekannte «Hinterbänklerin».
Die SPD ist nun die wahrscheinliche nächste Kanzlerpartei. Einen erfolgreichen Abschluss der Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Grünen und FDP vorausgesetzt, würde SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz in der Woche vom 6. bis 10. Dezember vom Bundestag zum Kanzler gewählt. Scholz, der 2019 gegen das Duo Esken/Walter-Borjans verloren hatte, hat nun am Parteivorsitz kein Interesse mehr gezeigt. Als Parteichefin hätte Esken wiederum kaum Chancen auf ein Ministeramt in einer künftigen rot-gelb-grünen Regierung.