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In Brasilien sind 2016 wesentlich weniger Kinder zur Welt gekommen als 2015. In nur einem Jahr ist die Geburtenrate um 5,1 Prozent gesunken. Forscher vermuten, dass der Ausbruch von Zika ein Grund dafür sein könnte.
Als ein Indiz dafür wird der hohe Geburtenrückgang im Bundesstaat Pernambuco angesehen. Pernambuco war der Bundesstaat Brasiliens, der 2015 von der Zika-Epidemie am stärksten betroffen war, in dem die meisten Kinder mit Mikrozephalie geboren wurden.
Der Empfehlung der Behörden, eine Schwangerschaft zu verschieben, scheinen viele nachgekommen zu sein. In Pernambuco hat das brasilianische Statistikamt IBGE für 2016 einen Geburtenrückgang von zehn Prozent verzeichnet.
Aus Angst vor der durch den Zikavirus ausgelösten Gehirnfehlbildung bei Neugeborenen haben aber auch in anderen Regionen Brasiliens die Frauen Wunschschwangerschaften aufgeschoben. Während die Statistiker 2015 auf 2,95 Millionen Geburten registriert haben, waren es 2016 nur 2,79 Millionen.
Neben Zika führen die Forscher ebenso die Wirtschaftskrise Brasiliens und die zunehmende Tendenz von späten Schwangerschaften für den Geburtenrückgang an. Die trifft allerdings vor allem auf den stärker industrialisierten Süden und Südosten des Landes zu.
Dort waren 2016 die Mütter der meisten Neugeborenen zwischen 25 und 29 Jahre alt. Im Norden überwiegen hingegen nach wie vor junge Mütter zwischen 20 und 24 Jahren.
Stark reduziert werden konnte in den vergangenen Jahrzehnten die Kindersterblichkeit. Die lag 1976 noch bei 27,8 Prozent der Babys von bis zu einem Jahr und 34,7 Prozent der bis zu fünf Jahre alten Kinder. Für 2016 gibt das IBGE die Kindersterblichkeit von Kindern mit weniger als einem Jahr mit 2,4 Prozent und von Kindern unter fünf Jahren mit 2,9 Prozent an.
Abnahmen hat es 2016 auch bei den Hochzeiten gegeben. Sie sind im Vergleich zu 2015 um 3,7 Prozent zurück gegangen. Um 4,7 Prozent zugenommen haben hingegen die Scheidungen.