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Was macht die Krim zum Zankapfel?
- Dienstag, 4. März 2014, 17:09 Uhr
Europäisch oder Russisch? Das Augenmerk im Kampf um die Zukunft der Ukraine hat sich auf die Krim verlagert: Dort leben vor allem Russen. 1954 gab der damalige sowjetische Parteichef – und gebürtige Ukrainer – Nikita Chrischtschow die Halbinsel an die Ukraine. Die Folgen sind bis heute spürbar.
Die Halbinsel Krim liegt im Schwarzen Meer und umfasst eine Fläche von 26‘000 Quadratkilometern – das sind etwa zwei Drittel der Fläche der Schweiz. Knapp zwei Millionen Menschen leben hier.
Schmelztiegel
60 Prozent von ihnen sind russische Staatsbürger. 24 Prozent sind Ukrainer und 12 Prozent Krimtataren. Die Amtssprache ist Ukrainisch, Russisch und Krimtatarisch sind anerkannte Sprachen. Fast 80 Prozent der Bevölkerung gaben bei einer Volkszählung 2001 Russisch als Muttersprache an. Eine wirkliche indigene Bevölkerung gibt es nicht – die Krim hat in ihrer Geschichte die verschiedensten Herrscher gekannt.
Russland übernimmt
1783 deklariert Katharina die Grosse die Krim als russisch. Obwohl die Halbinsel im Zweiten Weltkrieg heiss umkämpft wird, bleibt sie zum Schluss in russischer Hand. Doch 1954 gibt Nikita Chruschtschow sie an die Ukraine. Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 wurden die Krim-Bewohner gefragt und sie stimmen für die Autonomie innerhalb der Ukraine. Heute ist die Halbinsel aufgeteilt in die Autonome Republik Krim und den Stadtbezirk Sewastopol, der direkt der ukrainischen Zentralregierung untersteht.
Strategische Bedeutung
Schon ab 1783 stationiert Russland seine Schwarzmeerflotte in der Krim-Stadt Sewastopol – bis heute. Strategisch ist sie deshalb von besonderer Bedeutung: Sie sichert den Zugang zum Mittelmeer. Kein Wunder, kommt es nach dem Zerfall der UdSSR 1991 zum Streit um die Flotte. 1997 handeln Russland und die Ukraine einen Freundschaftsvertrag über die Stationierung der Flotte bis 2017 aus. Der jetzt abgesetzte ukranische Präsident Wiktor Janukowitsch verlängert den Pachtvertrag 2010 bis 2042 – im Gegenzug für russisches Gas. 2010 zählt die Schwarzmeerflotte laut Wikipedia 16‘000 Soldaten und über 40 Schiffe.
Badeparadies
Massentourismus kennt die Krim schon seit dem 19. Jahrhundert. Vor allem die Südküste mit ihrem subtropischen Klima ist ein beliebtes Reiseziel für Russen, Ukrainer und heute zunehmend für Europäer. Daneben sind Landwirtschaft sowie chemische und petrochemische Industrie wichtige Wirtschaftszweige.
Der Name
Der Name kommt vermutlich von dem mongolisch-tatarischen Wort «kerim», Festung, oder vom krimtatarischen «qurim» – Felsen. Genau weiss man es nicht.
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