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Brasília – eine der jüngsten Hauptstädte der Welt
Brasília ist eine relativ junge Hauptstadt. Sie befindet sich im Zentrum Brasiliens, dem Bundesdistrikt „Distrito Federal do Brasil“. Östlich des Stadtgebiets liegt der Lago Paranoá, ein in der Stadt angelegter Stausee.
Brasilien – das Land der vielen Hauptstädte
In der Geschichte Brasiliens wechselte die Hauptstadt mehrfach. Salvador da Bahia wurde mit der Gründung im Jahr 1549 auch Brasiliens Hauptstadt. 1763 erhielt Rio de Janeiro diesen administrativen Status. 1891 erging dann der Beschluss, eine komplett neue Hauptstadt für Brasilien zu errichten. Zwei Jahre später wurde das heutige Territorium Brasílias abgesteckt und mit dem Abbau der Ressourcen begonnen.
Erst im Jahr 1922 wurde schliesslich der Grundstein für den Stadtbau gelegt. Noch 1956 war an der Stelle des heutigen Brasília eine grosse Baustelle, die auch fern von den Hauptverkehrswegen des Landes lag. Vier Jahre später aber, am 21. April 1960, war die Stadt so weit ausgebaut, dass sie eingeweiht werden konnte.
Zuerst wurden die verschiedenen Ministerien von Rio de Janeiro nach Brasília umgesiedelt, kurz danach die Regierungsfamilien. Diese weigerten sich zunächst, weil sie schon seit fast 200 Jahren in der alten Hauptstadt residierten. Letztendlich konnten sie aber doch überzeugt werden – und so kam es schliesslich zu einem Wettkampf um die knapp bemessenen Wohnungen Brasílias. 1972 war der Umzug abgeschlossen.
Noch bis Anfang der 1980er-Jahre dauerte der Aufbau. Während 1962 die Kathedrale und 1967 der Fernsehturm fertiggestellt wurden und eingeweiht werden konnten, folgte das Postamt erst 1977, der Stadtpark 1978 und die Zentralbank 1981. Brasília ist daher stark von der Architektur des späteren 20. Jahrhunderts geprägt und enthält überdies Bauten, die an das Millennium erinnern.
Brasilias faszinierende Architektur entdecken
Aufgrund des Experiments mit der neuen futuristischen Architektur gibt es in Brasília viele sehenswerte Bauwerke. Dazu zählt zum Beispiel die „Catedral Metropolitana Nossa Senhora Aparecida“, kurz Catedral Metropolitana. Diese erinnert durch ihr äusseres Erscheinungsbild an ein Zirkuszelt oder eine Krone. Ihre weisse Farbe erhielt sie im Jahr 1990. Im selben Jahr wurden die zuerst farblosen Fenster durch Buntgläser ersetzt.
Entworfen hat die Kathedrale Oskar Niemeyer, die Gestaltung der grösstenteils in Blautönen gehaltenen Buntgläser übernahm Antonie Marianne Peretti. Die Besichtigung des Bauwerks ist ausserhalb der Messen jederzeit möglich. Jedoch sollte auf die Garderobe geachtet werden – Shorts oder Miniröcke sind hier nicht sehr gern gesehen.
Eine weitere sehr sehenswerte Kirche ist die Santuário Dom Bosco. Der Innenraum dieser Kirche wird hauptsächlich von einer enormen Glasfront bestimmt, die ähnlich der Buntgläser in der Catedral Metropolitana verschiedene Blautöne aufweist. Mit den unterschiedlichen dunklen und einigen hellen Glaseinsätzen entsteht eine abstrakte Abbildung des Sternenhimmels.
Der Innenraum wird dabei lediglich von einem Lüster ausgeleuchtet, der ebenfalls aus mehreren Tausend gläsernen Einzelteilen besteht. Der Lüster misst dreieinhalb mal fünf Meter und repräsentiert das Licht Jesu. Er soll sozusagen das Licht in der Dunkelheit der Nacht symbolisieren. Ein spannender Ort für alle Kunst- und Architekturliebhaber und Menschen mit Interesse an Religionen.
An eine mittel- oder südamerikanische Pyramide erinnert das Teatro Nacional Cláudio Santoro, das Nationaltheater von Brasília. Von aussen sieht es eher unscheinbar und weisslich-grau aus. Innen erwarten Sie verschiedene Ausstellungen, bepflanzte Flächen und Lichtinstallationen – und natürlich der imposante Theatersaal.
Circa 80 Kilometer lang und teilweise mehr als fünf Kilometer breit ist der Lago Paranoá, der künstlich angelegte See östlich der Stadt, in dessen Nähe sich auch das Regierungsviertel Brasílias befindet. Hier stehen verschiedene Konsulate, Botschaften und Ministerien sowie die Residenz des Präsidenten. Aber auch Hotels gibt es an dem See. Haben Sie genug vom Sightseeing, dann können Sie hier auch entspannen, sich an einen der Seestrände legen oder dem Wassersport frönen. Beim Rudern, Wasserski oder Segeln erblicken Sie dann auch noch die Juscelino-Kubitschek-Brücke mit ihren drei Bögen, die ein Zick-Zack-Muster bilden.
Sportlich aktiv nach der Sightseeing-Tour
Auch an Land gibt es für Sie verschiedene Möglichkeiten der sportlichen Betätigung. So lässt sich die Stadt auch bequem mit dem eigenen oder geliehenen Fahrrad erkunden. Jedes Jahr gibt es einen „Nationalen Tag des Radfahrens“, an dem es in Brasília verschiedene Veranstaltungen und Touren gibt. Zudem gibt es in Brasília auch mehrere Golf- und Tennisclubs.
Das Umland, das noch weitestgehend ländlich geprägt ist, lädt überdies zu weiteren Radtouren oder auch zum Wandern ein. Neben steppenartigen Landschaften erwarten Sie wunderbare Wälder mit Flussläufen und Wasserfällen. Die umliegenden Dörfer bieten historische Architektur, aber auch touristische Angebote vom Restaurant bis zum Rafting.
Das Klima in und um Brasília ist ganzjährig warm; die Maximaltemperaturen liegen zwischen 25 und 30 Grad Celsius. Die durchschnittlich niedrigsten Temperaturen werden im Juli erreicht. Sie liegen aber noch über der Zehn-Grad-Marke. In den Sommermonaten (November bis März) fällt deutlich mehr Regen als in Herbst und Winter (April bis Oktober). Das feuchtwarme Klima der Hauptsaison sollte von älteren Reisenden und von Familien mit Kleinkindern eher gemieden werden.
Brasília und das Umland dieser einzigartigen Stadt eignen sich hervorragend für Gruppen- und Familienferien. Aber auch Paare und Einzelpersonen finden hier ein reichhaltiges Angebot, um einen abwechslungsreichen und entspannten Urlaub zu verbringen.
Text: Kirsten Schlier
Artikelbild: © Maciej Bledowski – shutterstock.com