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Delémont - En La Pran, eine auf Talsohle gelegener Grossfundstelle, wurde im Vorfeld des Baus der A16-Autobahn auf deren Trasse entdeckt. Die Ergebnisse dieser Ausgrabung werden in vier chronologisch geordneten Bänden veröffentlicht :
- der erste Band dieser Serie (CAJ 22) enthält wichtige Hintergrundinformationen zur Lage, Grabungsmethodik, Geologie und Umwelt. Im zweiten Teil dieses Bandes werden die älteren Siedlungsphasen beschrieben : Mesolithikum, Neolithikum, Mittelbronzezeit und ältere Spätbronzezeit ;
- im zweiten Band (CAJ 23, in Vorbereitung) wird der spätbronzezeitliche Urnenfriedhof mit 40 Gräbern vorgestellt ;
- der dritte Band (CAJ 24, in Vorbereitung) beschäftigt sich mit den Spuren der spätbronzezeitlichen Siedlung ;
- der vorliegende Band, das Cahier d'archéologie jurassienne (CAJ 25), ist den eisenzeitlichen Funden und Befunden vorbehalten. Nebst den Ergebnissen der Ausgrabung von Delémont - En La Pran werden auch zeitgleiche Spuren aus den Nachbargrabungen Courtételle - Tivila und Delémont -La Pran behandelt.
Der Band ist nach Grabung und Siedlungsphase gegliedert. Ein kurzes Einführungskapitel ruft einige generelle Informa-tionen zur Lage, Geologie und Grabungsmethodik in Erinnerung (Kap. 2).
Im Kapitel 3 wird die hallstattzeitliche Besiedlung von Delémont - En La Pran beschrieben. Sie besteht aus zwei getrennten Siedlungen, die ca. 300 m auseinander liegen : - die erste Siedlung wurde im nordwestlichen Zipfel der Grabung entdeckt und besteht aus zwei Gebäuden und mehreren Feuerstellen, welche um und in einem verlandeten Mäander des Baches angelegt wurden. Die Funde (Keramik, Armreife aus bituminösem Schiefer, Steinwerkzeuge, Spinnwirtel und organische Reste) scheinen auf Siedlungsaktivitäten hinzu-weisen. Mehrere grosse Feuerstellen mit sorgfältig angelegter Sohle wurden am Boden des teilweise verlandeten Mäanders angelegt ; ihre Funktion ist unbekannt. Dieser Altarm wurde zudem als Müllhalde genutzt ; - die zweite Siedlung befindet sich am nordöstlichen Rand der Grabung. Mindestens zwei Gebäudestandorte konnten geortet werden, wovon der eine durch Pfostenlöcher, der andere aber durch die Verteilung innerhalb einer Fundkonzentration sichtbar gemacht wird. Ein guter Teil der Keramikscherben und der Lehmfragmente, welche diese Konzentration bilden, weisen Hitzespuren auf ; das Gebäude fiel wahrscheinlich einem Brand zum Opfer. Die Funde scheinen auch hier Siedlungs-aktivitäten zu bezeugen : nebst Keramik und Steinwerkzeugen wurden mehrere Webgewichte und ein Spinnwirtel gefunden, die auf die Textilverarbeitung hinweisen.
Typologisch lassen sich die Keramik und die Schieferarmreife beider Siedlungen ins Hallstatt C oder D1 datieren. Sie scheinen zu einer Kulturregion zu gehören, welche sich von der östlichen Schweiz bis nach Baden-Württemberg und ins Elsass erstreckte. Die archäobotanische Untersuchung konnte den Anbau von Dinkel, Rispenhirse, Einkorn und Linse belegen, auch andere kultivierte Pflanzen wurden in geringen Stückzahlen gefunden. Ähnliche Beobachtungen wurden schon in zeitgleichen Siedlungen des schweizerischen Mittellandes, Ostfrankreichs und Südwestdeutschlands gemacht. Die genaue Funktion dieser nur teilweise freigelegten Siedlungen konnte nicht bestimmt werden. Beide Befundgruppen scheinen aus mindestens zwei unterschiedlich grossen Gebäuden zu bestehen. Folgende Aktivitäten konnten nachgewiesen werden : kochen, weben, spinnen, dreschen. Es ist nicht klar, ob diese Siedlungen zeitgleich waren und wie sie zueinander standen ; möglicherweise handelt es sich um ein einziges Gehöft, dessen Standort verschoben wurde, aber es könnte sich auch um Spuren zwei benachbarter Kleinsiedlungen handeln.
Im Kapitel 4 werden die latènezeitlichen Befunde und Funde der gleichen Fundstelle behandelt. Ein Pfosten- und Ständerbau wurde in einem Grabungsfeld entdeckt, der kaum in anderen Siedlungsphasen genutzt wurde. Das Gebäude fiel einem Brand zum Opfer. Es ist mit zwei Feuerstellen vergesellschaftet, wovon eine im Bau liegt und mit Lehm ausgekleidet war. Die Keramik, ein gläsernes Armreiffragment und ein Mühlstein datieren das Gebäude ins La Tène C2. Einige Meter südlich wurden einige Pfostenlöcher, eine Grube und Funde dokumentiert, die zeitgleich erscheinen und möglicherweise zu einem kleineren Nebengebäude gehörten. Zwei Nord-Süd ausgerichtete Gräben, die wahrscheinlich der räumlichen Gliederung dienten, scheinen ebenfalls dieser Siedlungsphase anzugehören. Drei von Osten nach Westen verlaufende Gräben sind aber einer älteren Phase, dem Früh- oder Mittellatène zuzuweisen.
Kapitel 5 ist dem reichen Fundmaterial der flussaufwärts gelegenen Grabung Courtételle - Tivila gewidmet, dass in einem verlandeten Mäander und auf der Bachböschung gefunden wurde. Die organischen Reste konnten hier von der Feuchtbodenerhaltung profitieren, was sich besonders in der archäobotanischen Untersuchung niedergeschlagen hat. So konnten nicht nur verkohlte, sondern auch unverbrannte Pflanzenreste untersucht werden. Die Tierknochen, welche ebenfalls sehr gut erhalten sind, bestehen vor allem aus Rind, aber auch Schwein und Schaf/Ziege konnten identifiziert werden. Ein Hundeknochen weist Schnittspuren auf, die auf den Konsum von Hundefleisch oder die Nutzung des Hundefells hinweisen. Die Funde scheinen auf ein nahe gelegenes Gehöft hinzuweisen, das aber nicht gefunden werden konnte. Der einzige möglicherweise zeitgleiche Befund ist ein Graben. Die Typologie der Keramik weist auf eine Datierung ins Frühlatène hin. Scheibengedrehte Feinkeramik wurde vom Kaiserstuhl importiert und weisen auf Kontakte zu dieser Region hin.
Im Kapitel 6 wird die latènezeitliche Siedlung von Delémont- La Pran vorgestellt. Es handelt sich um ein Fundensemble (Keramik, gebrannter Lehm, Mahlsteine, Fragment einer Eisenplatte und Eisennadel) das im Umfeld eines einzelnen, isolierten Pfostenloches gefunden wurde. Die Funde datieren ins Frühlatène.
Das abschliessende Kapitel (Kap. 7) ist eine Synthese der hallstatt- und latènezeitlichen Siedlungen von Delémont -En La Pran, Courtételle - Tivila und Delémont - La Pran.
Übersetzung: Robert Fellner
Delémont - En La Pran, eine auf Talsohle gelegener Grossfundstelle, wurde im Vorfeld des Baus der A16-Autobahn auf deren Trasse entdeckt. Die Ergebnisse dieser Ausgrabung werden in vier chronologisch geordneten Bänden veröffentlicht :