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Die Sami sind ein indigenes Volk im Norden Fennoskandinaviens. Ihr geschichtsträchtiges Territorium erstreckt sich vom nördlichen Norwegen über Schweden und Finnland bis in den Nordwesten Russlands. Und genau dieses Territorium steht nun vor einer grossen Bedrohung: Die finnische Regierung will eine Eisenbahn bauen, die Finnland mit dem Arktischen Ozean verbinden soll.
Der Eisenbahn-Abschnitt zwischen Rovaniemi und Kirkenes ist ein grundlegender Schritt für die Schaffung einer neuen Verkehrsroute zwischen Asien und Europa, dem so genannten Arktischen Korridor. Unter dem Mantel der wirtschaftlichen Weiterentwicklung der Region sollen mehr Rohstoffe wie Holz, Öl oder Gas ausgebeutet werden. Die Regierung plant dieses Projekt, ohne die Rechte der Sami zu respektieren. Dies ist unannehmbar.
Der Arktische Korridor: was ist verrückter, das Projektvideo oder das Projekt?
Ein steigender Bedarf an Zellstoff für Einweg-Papierprodukte und die Ausbeutung der Arktis bedrohen Land und Wälder der Sami. Die geplante arktische Eisenbahnlinie zerschneidet das Gebiet noch mehr, zerstört Wälder und verstärkt die weitere Ausbeutung der Arktis. Besonders die Rentierzucht ist für die samische Gemeinschaft unerlässlich. Eine traditionelle Sami-Rentierhaltung ist jedoch nur möglich, wenn genügend grosse, intakte Waldgebiete bestehen. Bei dem Bau der Eisenbahn bestände die Gefahr, dass Rentiere durch das Durchqueren der Züge getötet oder Ihre Migration abgeschnitten würde, was eine Auswirkung auf ihren natürlichen Ernährungszyklus hätte und Schäden verursachen würde, die nicht kompensiert werden könnten.
Die Unterstützung der Sami bedeutet auch Klimaschutz
Die borealen Wälder sind ein einzigartiges und hochsensibles Ökosystem. Aufgrund des rauen Klimas wachsen Bäume und Vegetation nur sehr langsam. Die Nutzung dieser Flächen hätte somit katastrophale, langfristige Auswirkungen auf die Umwelt. Aber die Sami haben sich an diese einzigartigen Wetterbedingungen gewöhnt und das Klima hat ihren Lebensstil geprägt.
Mit dem Ziel, die finnische Regierung an ihre Verantwortung für die Rechte der indigenen Völker zu erinnern, protestiert Greenpeace Seite an Seite mit der samischen Gemeinschaft. Das einzigartige Ökosystem, ein wichtiger Regulator des Weltklimas und der Lebensort der Sami, soll geschützt werden.
Durch den Schutz des borealen Waldes beschützen die Sami uns alle.
David gegen Goliath
Die Sami werden in ihrem Protest auch von Delegationen indigener Völker aus Kanada und Neuseeland unterstützt. Denn die wirtschaftliche Ausbeutung ihres Landes setzt indigene Gemeinschaften heute zunehmend unter Druck, ihr Land zu verlassen. Obwohl diese Gemeinschaften durch Ozeane getrennt sind, geht es ihnen gleich: David gegen Goliath.
Zwei Schweizer Freiwillige bei den Sami
Anne-Sophie und Stéphane, aktive Freiwillige in der Greenpeace-Regionalgruppe Vaud, sind nach Finland gereist, um an der Seite der Sami gegen das Arctic Corridor Projekt zu protestieren. Sie haben den Widerstand mit vielen Fotos und Videos dokumentiert. Du findest ihre Erfahrungsberichte auf unserer Facebook-Seite.
«Abgesehen von den negativen Auswirkungen wie Entwaldung, Klimawandel, Öl, Gas und Bergbau haben wir erfahren, dass dieses Projekt eine ganze indigene Bevölkerung gefährdet, die bereits viel verloren hat.»