Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03564.jsonl.gz/1319

Vor der diesjährigen Tourismusfachmesse in Durban habe ich eine Reise in Südafrika unternommen und dabei folgende Orte besucht: More Quarters, Cape Town, Sanbona Private Game Reserve, Grande Roche Hotel in Paarl, Pafuri im Kruger National Park.
Die erste Nacht habe ich in einem More Quarters Apartment in Cape Town verbracht. Die Apartments befinden sich in einer ruhigen Seitenstrasse der lebendigen Kloof Street in unmittelbarer Nähe zu einigen guten Restaurants und Bars. Die Unterkünfte bestehen aus 1- oder 2 Schlafzimmern mit einem separaten Wohnraum und voll ausgestatteter Küche. Mit dem kostenlosen Shuttle bin ich noch kurz an die Waterfront, um einen Kaffee in einer Bar mit Aussicht auf das Meer zu trinken.
Am nächsten Tag bin ich mit dem Mietwagen zum etwa 3 Stunden entfernten Sanbona Private Game Reserve gefahren. Das 54'000 Hektar grosse, Malaria freie Tierreservat befindet sich zwischen Montagu und Barrydale in der Kleinen Karoo. Viele früher heimische Tiere wurden wieder ausgesetzt, unter anderem Geparde, Elefanten, Nashörner und Büffel. Einer der Höhepunkte ist die Sichtung eines weissen Löwen. Die Tierbeobachtungen werden hauptsächlich im offenen Geländefahrzeug durchgeführt. Es ist ausserdem möglich, in Begleitung eines bewaffneten Rangers eine Buschwanderung zu unternehmen. Diese Gelegenheit habe ich natürlich gepackt! Ich hatte das Glück, mich zusammen mit dem hervorragenden Ranger Danie bis auf wenige Meter zu Fuss einer Gruppe von 3 Breitmaulnashörnern zu nähern. Hinter einem grossen Dornenbusch versteckt konnte ich sie längere Zeit beobachten und Fotografieren. Ein sehr spannendes Erlebnis!
Insgesamt stehen im Reservat 3 Lodges zur Verfügung: Tilney Manor, Gondwana Family Lodge und Dwyka Tented Camp. Sie sind vom Stil her alle verschieden. Tilney Manor besteht aus 6 grossen Suiten und das Haupthaus mit Restaurant, Bar und Lounge ist ein ehemaliges Farmhaus. Die Gondwana Family Lodge ist ganz auf Familien mit Kindern ausgerichtet. Dwyka besteht aus 9 sehr gediegenen, klimatisierten Zelt Zimmern.
Auf dem Rückweg nach Cape Town habe ich im Grande Roche Hotel in Paarl übernachtet. Das Hotel liegt in einem eigenen kleinen Weingut und verfügt über 35 Zimmer und Suiten. Das hauseigene Restaurant Bosmans ist weitherum bekannt und gilt als eines der 10 besten Restaurants des Landes. Und ich kann bestätigen, das Abendessen und die Auswahl exzellenter Weine war sehr gut!
Der Höhepunkt der Reise stand noch bevor: Der Pafuri Trail im Norden des Kruger National Parks. Ich habe die lange Fahrt von Johannesburg aus Zeitgründen an einem Tag unternommen, unseren Kunden würde ich jedoch raten, die Reise für mindestens eine Nacht zu unterbrechen.
Die Makuleke Konzession von Wilderness Safaris befindet sich im äussersten Norden des Kruger National Parks am Zusammenfluss von Luvuvhu und Limpopo im Länderdreieck Südafrika, Zimbabwe und Mozambique. Die Landschaft ist völlig anders als die bekannteren Gebiete des Parks, wie z.B. das Sabi Sands Reservat im Süden. Hohe Berge, tiefe Schluchten und grosse Wälder prägen die Szenerie. Die Tiervielfalt ist gross, z.B. findet man hier die grösste Anzahl Nyala Antilopen in Südafrika. Grosse Elefanten- und Büffelherden werden häufig gesehen. Das Pafuri Camp besteht aus 20 auf Plattformen gebauten, sehr bequemen Zelt Zimmern, die alle eine schöne Aussicht auf den Luvuvhu Fluss haben. Es braucht keinen Vergleich mit den Camps weiter im Süden zu scheuen und verfügt über ein äusserst gutes Preis/Leistungsverhältnis.
Der eigentliche Grund meines Besuchs war aber der Pafuri Trail. Diese sehr interessante und spannende 4-tägige Wanderung wollte ich schon lange unternehmen. Die Trails werden zwischen April und Oktober jeden Montag und Freitag für mindestens 2 und maximal 8 Personen durchgeführt. Unsere Kleingruppe läuft am frühen Morgen vom Pafuri Camp los, ausgestattet mit dem Tagesgepäck, das neben der Fotoausrüstung und ein paar Snacks aus mindestens 2 Liter Wasser pro Person besteht. Morgens um 06.30h ist es ja noch kühl, gegen Mittag wird es aber ganz schön heiss und man ist froh um jeden Tropfen! Das Ziel, das gegen Mittag erreicht wird, ist das Trails Camp, das sehr idyllisch unter hohen, schattigen Bäumen liegt. Es besteht aus einfachen, begehbaren Zelten mit chemischer Toilette. Für alle Gäste stehen 2 separate Buschduschen zur Verfügung.
Von den vielen Erlebnissen in dieser aussergewöhnlichen Gegend möchte ich hier eines speziell erwähnen. Am zweiten Nachmittag wählten unsere Ranger Brian und Megan den Weg zur Huthwini Schlucht, einem schmalen Durchgang zwischen zwei grossen Felsen und der kürzeste Weg von den schattigen Wäldern zum Luvuvhu Fluss, und damit der beste Ort, um aus nächster Nähe Elefanten zu sehen. Brian gibt uns 50 Minuten, dann müssen wir wegen der kommenden Dunkelheit zurück zum Camp. Wir klettern auf die Felsen und machen es uns in etwa 6 Meter Höhe bequem. Und warten… Keiner sagt ein Wort, wir lauschen alle auf die Geräusche um uns herum. Das Konzert der Vögel ist wunderschön, zwischendurch hören wir die Alarmrufe der Impalas oder die Streitereien der Zebras. Nur keine Elefanten. Nach 45 Minuten wollen wir etwas enttäuscht aufbrechen, da hören wir von rechts die grauen Riesen herannahen. Das Warten hat sich gelohnt, eine grosse Herde mit Jungtieren zieht an uns vorbei. Das ist aber noch nicht alles. Kaum sind die letzten Tiere in der Schlucht verschwunden, kommt von der anderen Seite eine noch grössere Herde. Die Elefanten riechen und sehen uns, wir sind aber dank der Höhe völlig sicher. Es ist ein unglaubliches Spektakel! Nach einiger Zeit hat das Kommen und Gehen ein Ende und wir klettern von unserem Platz in der ersten Reihe auf den Boden der Realität zurück. Es ist bald dunkel und Brian und Megan müssen uns noch zum Camp zurück bringen. Brian erklärt uns, wie wir uns bei der unfreiwilligen Nachtwanderung zu verhalten haben, und nach einigen büffel- und elefantenbedingten Umwegen treffen wir gegen 20 Uhr im Camp ein. Ein unglaublich spannender Tag geht mit einem Gin and Tonic in der Hand zu Ende.
Bericht von John Stewardson
Hier finden Sie alle Details zum Pafuri Walking Trail