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Chinas neue Superwaffe versetzt die USA in Aufregung
China hat einem Medienbericht zufolge eine atomwaffenfähige Hyperschallrakete rund um den Globus kreisen lassen. Die USA wurden von dem Test offenbar komplett überrascht.
«Wir haben keine Ahnung, wie sie das gemacht haben»: Mit diesen Worten zitiert die «Financial Times» einen von fünf Insidern, die dem Blatt von einem chinesischen Raketentest berichtet haben, der derzeit weltweit für Aufsehen sorgt. Demnach soll Peking im August eine atomwaffenfähige Hyperschallrakete getestet haben.
Die Rakete sei bei niedriger Umlaufbahn einmal um den Globus gekreist, ehe sie das anvisierte Ziel um etwa 15 Kilometer verfehlt habe. Der Test soll dem Bericht zufolge belegen, dass Chinas Militär mit seinem Hyperschallwaffenprogramm bereits weit fortgeschrittener ist, als US-Geheimdienste bisher angenommen hatten. Hyperschallwaffen sind besonders schwer abzufangen, da sie mehr als die fünffache Schallgeschwindigkeit erreichen können.
Die vollständige Entwicklung einer derartigen Waffe, so Taylor Fravel vom Massachusetts Institute of Technology, könne «destabilisierend» auf die internationale Ordnung wirken. Der Experte für chinesische Atomwaffenpolitik sagte der «Financial Times» aber auch, es sei nicht ausgemacht, dass Peking nach dem Test tatsächlich weiter an der Technologie arbeiten werde.
«Aufruf zum Handeln»
Ein Abgeordneter im US-Kongress hat den Bericht hingegen als Weckruf gewertet. «Dieser Test sollte als Aufruf zum Handeln dienen», teilte der Republikaner Mike Gallagher am Sonntag mit. «Wenn wir an unserem derzeitigen untätigen Kurs festhalten», so der Politiker in einer Stellungnahme, «werden wir den Neuen Kalten Krieg mit dem kommunistischen China innerhalb dieses Jahrzehnts verlieren.»
Nach Einschätzung Gallaghers verfügt China zunehmend über Fähigkeiten, die Raketenabwehr der USA zu untergraben und gar mit Atomschlägen zu bedrohen. Der Republikaner vertritt den US-Bundesstaat Wisconsin im Repräsentantenhaus und sitzt dort im wichtigen Ausschuss zu den US-Streitkräften.
Das Pentagon in Washington wollte sich nicht direkt zu dem Bericht der «Financial Times» äussern. In einer Stellungnahme sagte Pentagon-Sprecher John Kirby allerdings: «Wir haben unsere Besorgnis über die militärischen Fähigkeiten Chinas deutlich gemacht, die die Spannungen in der Region und darüber hinaus nur verschärfen. Das ist ein Grund, warum wir China als unsere grösste Herausforderung betrachten.»
«Wir haben keine Pläne für militärische Operationen»
Derzeit arbeiten sowohl die Vereinigten Staaten als auch Russland an Hyperschallraketen. Auch Nordkorea hat im September nach eigenem Bekunden eine Hyperschallrakete getestet.
Das chinesische Verteidigungsministerium in Peking äusserte sich zu dem Medienbericht zunächst nicht. Allerdings erklärte Liu Pengyu von der chinesischen Botschaft in Washington, China verfolge stets eine Militärpolitik, die «defensiver Natur» sei, und seine militärische Entwicklung richte sich nicht gegen ein anderes Land. «Wir haben keine globale Strategie und keine Pläne für militärische Operationen wie die USA. Und wir sind überhaupt nicht daran interessiert, ein Wettrüsten mit anderen Ländern zu veranstalten.»
Pekings Militäraktivitäten stehen derzeit unter besonderer Beobachtung, da sich die chinesische Führung immer aggressiver gegenüber Taiwan verhält. China betrachtet den demokratischen Inselstaat als abtrünnige Provinz und droht immer wieder mit einer Invasion Taiwans. Zuletzt drangen in den vergangenen Wochen mehrmals chinesische Kampfjets in die sogenannte Air Defence Identification Zone (ADIZ) Taiwans ein, was die Regierung in Taipeh als Akt der Provokation wertete.