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Das war ein kurzer Ruhestand: Anfangs Jahr verkündete Willie Walsh, dass er per Ende März als CEO der International Airlines Group (IAG), also der Dachgesellschaft von British Airways, Iberia, Aer Lingus, Level und Vueling, zurücktritt und per Juni 2020 in Rente geht. Doch nun hat er offenbar eine neue Herausforderung gefunden: Wie der Welt-Luftfahrtverband IATA ankündigt, wird Willie Walsh an der kommenden Generalversammlung vom 24. November als Ersatz für den abtretenden bisherigen CEO Alexandre de Juniac vorgeschlagen, welcher seit 2016 die IATA leitete, aber bereits vor einigen Wochen angegeben hatte, diese Rolle nicht länger beibehalten zu wollen.
Walsh hat eine lange Karriere bei Aer Lingus, Virgin Atlantic (kurzzeitig), British Airways und eben der IAG hinter sich. Das bisherige Feedback von anderen Airline-Managern zu seiner Ernennung an die IATA-Spitze fällt durchwegs positiv aus. Auf jeden Fall wartet dort auf Walsh kein «Ruhestandsposten», sondern eine Mammut-Aufgabe. Die Luftfahrt wurde 2020 wegen Corona bekanntlich massiv in Mitleidenschaft gezogen; die IATA hat sich in dieser beispiellosen Krise als Wortführer und Lobbyist der Airline-Industrie hervorgetan, etwa mit öffentlichen Forderungen nach Grenzöffnungen, Testmöglichkeiten statt Quarantäne, der Einrichtung von «Travel Corridors» und dergleichen - bislang allerdings noch mit bescheidenem Erfolg. Zur Erinnerung: Bei der IATA sind 290 Airlines Mitglied, welche rund 82% des globalen Luftverkehrs ausmachen.