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Die britische Merlin Entertainments Group ist aktuell der zweitgrösste Themenparkbetreiber der Welt hinter Disney. Das Unternehmen besitzt unter anderem weltweit die Madame Tusseaud's, die Sea Life Centre, das Gardaland, die Riesenräder London Eye, Orlando Eye oder Sydney Tower Eye, sowie seit 2005 auch die aktuell acht Legoland Parks sowie 11 Legoland Discovery Center. Letztere hatte das Unternehmen 2005 von Lego übernommen, über einen Deal mit der amerikanischen Investmentgesellschaft Blackstone Group.
Jetzt will Lego jedoch seine Anlagen zurück haben. Und hat dafür in einem Käuferkonsortium 5,8 Milliarden Pfund (rund 5,95 Milliarden Franken) geboten. Im Käuferkonsortium sind neben der Lego-Muttergesellschaft Kirkbi auch der kanadische Pensionskassen-Fund CPPIB sowie, wer wohl, die Blackstone Group vereint. Nach Vollzug des Kaufs wird Kirkbi 50 Prozent an Merlin Entertainments halten, und Blackstone sowie CPPIB die restlichen 50 Prozent. Wobei besagt werden muss, dass Kirkbi schon jetzt 30 Prozent an Merlin hielt; diese erhielt das Unternehmen 2005 nach dem Verkauf seiner damals vier Legoland-Freizeitparks an Merlin.
Damals erfolgte der Verkauf notgedrungen, da Lego Kapital benötigte. Jetzt sind die Vorzeichen umgekehrt: Merlin hat aufgrund einer beispiellosen Expansion dringend Geld nötig. Lego, inzwischen wieder hochprofitabel, erhält nun die nach dem Unternehmen benannten Parks zurück, die im Merlin-Portfolio den Hauptteil des Gewinns stellten - sie erwirtschafteten vergangenes Jahr 39% des Firmenumsatzes, fast die Hälfte des operativen Gewinns (Ebitda) und zogen 15,6 Millionen Besucher an.
Kein Wunder, hält Lego auch an der weiteren Expansion fest, welche Merlin schon in die Wege geleitet hat. Die 8 Legoland-Themenparks (aktuell in Billund/DK, Günzburg/DE, Windsor/GB, Carlsbad/USA, Winter Haven/USA, Nagoya/JP, Jojor Bahru/MY und Dubai/VAE) sollen mittelfristig auf 20 ausgebaut werden. Bereits dieses Jahr wird ein weiteres Legoland in den USA, in Goshen nahe New York, eröffnet. 2022 soll ein Legoland in Südkorea folgen. Grosse Pläne gibt es auch in China, wo dem Vernehmen nach bis 2030 gleich drei Legoland-Freizeitparks entstehen sollen.