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1.
Ich habe deinen Brief erhalten, aus welchem ich ersehe, daß du dich nach mir sehnest; und ich bin davon überzeugt. Denn ich fühle, wie erwünscht die Gegenwart derer ist, die man liebt. Und weil ich wußte, daß dir meine Abwesenheit schwer fällt, wollte ich, damit du mich nicht etwa für lieblos gegen dich halten möchtest, weil ich so lange von dir entfernt bin, bei dir sowohl meine Abreise, als auch mein Zögern entschuldigen, damit du einsehen möchtest, daß ich nicht aus Abneigung gegen dich, sondern zu deinem Nutzen abwesend bin. Denn da ich wünsche, daß du, o Tochter, so wie du meine einzige Tochter bist, so auch, so viel bei mir steht, Eines Sinnes mit mir seyn möchtest, so wünsche ich auch, daß du am schönsten und heiligsten unter Allen leben möchtest. S. 216
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Die Aechtheit dieses Briefes des Hilarius an seine Tochter Abra, wird von Mehrern bezweifelt. Doch wird er von den besten Kritikern, als: Baronius, Tillemont, Fleury, Dom Constant u. s. w. sehr hoch geschätzt. Fortunatus, welcher im sechsten Jahrhunderte lebte, berichtet uns, daß zu seiner Zeit das Original dieses Briefes als eine Kostbarkeit in der Kirche von Portiers aufbewahrt wurde. Derselbe Schriftsteller erzählt auch, daß Apra, oder Abra (Abram) dem Rathe ihres Vaters folgte, und heilig zu seinen Füßen starb, als er aus der Verbannung zurückgekehrt war. Uebrigens ist die Schreibart einfach und dem Alter eines Mädchens von dreizehn Jahren angemessen. Es war einem Vater erlaubt, mit seiner Tochter, so zu sagen, zu lallen. ↩
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In den meisten Handschriften liest man Apra. ↩