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Forscher haben im Roten Meer die Geburt von gleich zwei neuen Vulkaninseln beobachtet. Ihre Entstehung erinnert an jene von Island.
Zwischen 2011 und 2013 stiegen im Roten Meer, zwischen Jemen und Eritrea, zwei neue Inseln aus dem Wasser auf. Sie wurden auf den Namen Sholan und Jadid getauft und sind das Ergebnis zweier aufeinanderfolgender Unterwasser-Eruptionen im Zubair-Archipel (siehe Box). Das berichten Forscher um Wenbin Xu von der King Abdullah University of Science and Technology in Saudi-Arabien im Fachjournal «Nature Communications».
Diese äusserst seltenen Naturereignisse kommen an mittelozeanischen Rücken vor – Nahtstellen der Erdkruste, an denen Platten auseinanderdriften. Eine solche liegt auch im Roten Meer: Dort grenzen die Arabische und die Afrikanische Erdplatte aneinander. Und genau dort bildeten sich die neuen Inseln.
Zwei Inseln in zwei Jahren
Der erste Ausbruch begann am 18. Dezember 2011 in Norden des Zubair-Archipels mit einer grossen Rauchwolke über dem Wasser, wenige Tage später sichtete ein Satellit erste Anzeichen eines neuen Eilands. Bis zum Ende der Eruption am 12. Januar 2012 wuchs das elliptisch geformte Sholan stetig und war schliesslich 520 Meter breit und 770 Meter lang, wie die Forscher mitteilen.
Gut ein Jahr später, am 28. September 2013, spielte sich acht Kilometer südöstlich Ähnliches ab. Aus dem aufsteigenden Magma erhob sich eine weitere, nahezu kreisrunde Insel: Jadid. Im Laufe der 54-tägigen Eruption wuchs sie auf rund 900 Meter Durchmesser heran.
Erklärung für zahlreiche Beben
Weil beide Inseln aus aus vulkanischem Gestein bestehen – sogenanntem Lockermaterial – behielten sie ihre Form nicht bei: Nach zwei Jahren war Sholan auf nur noch zwei Drittel ihrer ursprünglichen Grösse geschrumpft. Jadid war zwar etwas beständiger, aber auch sie büsste an Quadratmetern ein, wie die Satelliten-Messungen zeigen.
Diesen Vorgang machten Xu und seine Kollegen durch Überlagerung mehrerer Satellitenaufnahmen sichtbar. Genauso wie die Verformung des Untergrunds in der gesamten Region des Archipels. Sie belegen, dass sich beide Ausbrüche entlang derselben nordsüdorientierten Bruchzone ereigneten.
Das deutet laut den Forschern darauf hin, dass das südliche Rote Meer tektonisch deutlich aktiver ist als angenommen. In Bezug auf Grösse, Morphologie und seismische Aktivität sei das Zubair-Archipel durchaus mit den aktiven Spreizungszonen im Afar-Dreieck Äthiopiens oder auf Island vergleichbar.
Sholan und Jadid sind nicht die einzigen neuen Inseln. Zuletzt hat der Ausbruch des Unterwasservulkans Hunga Tonga-Hunga Ha'apai eine neue Insel hervorgebracht. Weitere Beispiele finden Sie in der Bildstrecke (siehe oben).
Zubair-Archipel
Der Zubair-Archipel ist eine etwa fünfzig Kilometer von der Westküste des Jemen entfernte Inselgruppe im Roten Meer. Sie gehört zum dortigen mittelozeanischen Rücken. Er besteht aus zehn Inseln.
Quelle: 20 Minuten, 28.5.2015