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Am 1. April 1989 wurde in Wien eine Dame mit dem klangvollen Namen Zita Maria delle Grazie (es folgen noch diverse weitere Vornamen) von Habsburg-Lothringen geb. von Bourbon-Parma zu Grabe getragen – einstmals die letzte Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn. 70 Jahre nach der Abschaffung der Monarchie gedachte die Republik Österreich der Grand Old Lady mit einem Staatsbegräbnis in alter k. u. k. Pracht. Sogar der historische Leichenwagen, mit dem schon Kaiser Franz Joseph, Kaiserin Elisabeth und Kronprinz Rudolf beerdigt worden waren, wurde wieder eingesetzt.
Geboren wurde Zita am 9. Mai 1892 im italienischen Lucca, und zwar als 17. von insgesamt 24 Kindern des ehemaligen (1860 entthronten) Herzogs von Parma. Trotz des Thronverlustes in Wohlstand aufgewachsen (ihrer Familie gehörte u. a. das Château de Chambord an der Loire), heiratete Prinzessin Zita am 21. Oktober 1911 in Schwarzau Erzherzog Karl, den Grossneffen Kaiser Franz Josephs, der, ebenso wie der unglückliche Thronfolger Franz Ferdinand, bei der Hochzeit persönlich anwesend war. Karl wurde 1914 durch Franz Ferdinands Tod Thronfolger und schliesslich 1916 durch Franz Josephs Tod Kaiser von Österreich und König von Ungarn. Kaiserin und Königin Zita war eine wichtige Beraterin ihres Gatten, doch dieser regierte nicht lange. 1919 begann die Odyssee der Kaiserfamilie im Exil – zunächst die Schweiz (Rorschach und Prangins), dann Madeira, wo Karl 1922 starb. Zita, damals dreissig Jahre alt, erwartete gerade ihr achtes Kind und musste nun allein für die Familie sorgen. Weitere Stationen waren Spanien, Belgien, die USA und Luxemburg. 1962 liess sich Zita im bündnerischen Zizers nieder und starb dort, erblindet, am 14. März 1989 (sie hinterliess übrigens sieben überlebende Kinder und über 30 Enkelkinder). Immerhin hatte sie 1982 nach jahrzehntelanger Verbannung erstmals wieder österreichischen Boden betreten dürfen.
Man braucht nicht unbedingt Monarchist zu sein, um sich für diese Dame zu interessieren. Kaiserin Zita war auf jeden Fall eine bedeutende Zeitzeugin. Interessierten ist der Bildband Kaiserin Zita. Kronzeugin eines Jahrhunderts von Erich Feigl zu empfehlen.