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Die Lenzburg zählt zu den ältesten und bedeutendsten Höhenburgen der Schweiz. Erste Spuren einer Besiedelung datieren aus der Jungsteinzeit. Im Mittelalter bewohnten die Burg die Grafen von Lenzburg, die Staufer, Kyburger und Repräsentanten der Habsburger.
Im Spätmittelalter von den Bernern erobert und zur Landvogtei umgebaut, gelangte das Schloss im 19. Jahrhundert in Privatbesitz. Es diente als Erziehungsinstitut, als Heim der Familie Wedekind sowie als repräsentativer Wohnort amerikanischer Industrieller. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Lenzburg von einer Stiftung der Stadt Lenzburg und des Kantons Aargau übernommen.
Das Schloss Lenzburg war Adels- und Landvogtsresidenz, Erziehungsinstitut und Privatsitz, und ist seit 1987 ein Museum im Besitz der Stiftung Schloss Lenzburg der Stadt Lenzburg und des Kantons Aargau.
GESCHICHTE
Grafen von Lenzburg
Die Gründer der Burg erbauten im frühen 12. Jahrhundert den Palas und Teile eines Wohnturms. Nach dem Aussterben der Grafen von Lenzburg 1173 wurde die Lenzburg Besitz des deutschen Kaisers Friedrich I. Barbarossa.
Habsburger
Als kaiserliches Lehen gelangte das Schloss in den Besitz der Habsburger, deren Stammburg nur wenige Kilometer entfernt liegt. Sie erweiterten die Anlage durch ein Torhaus und das Ritterhaus und ergänzten den Befestigungsgürtel rund um die Hügelkuppe.
Bernerzeit
Nach der Eroberung des Aargaus durch die Eidgenossen im Jahr 1415 residierte seit 1442 ein bernischer Landvogt auf der Burg. Es entstanden das Landvogteischloss und das heutige Stapferhaus im Bernischen Stil. Weitere Bauten wie Pfisterei (Bäckerei), Wasch-, Zeug und Wächterhaus sind nicht mehr erhalten. Im 17. Jahrhundert folgte die Fortifikation mit Ost- und Südbastion sowie die Zwingeranlage an den Zugängen. Im 18. Jahrhundert erfuhren die nördlichen Gebäudeteile Aus- und Umbauten.
Der neue Kanton Aargau ist Besitzer der Lenzburg
Nach der Gründung des Kantons Aargau 1803 ging das Schloss in Staatsbesitz über und wurde 1823 an den Pädagogen Christian Lippe vermietet, der ein Knabeninstitut betrieb. Nach seinem Tod wechselte das Schloss mehrmals die Hand.
Private Besitzer
Der Dichter Frank Wedekind verbrachte seine Jugendjahre auf der Lenzburg. Grosse bauliche Veränderungen fanden keine statt. 1893 erwarb der Amerikaner Augustus E. Jessup das Schloss und liess es standesgemäss für seine Gattin, Lady Mildred Marion Bowes-Lyon, einer Verwandten des Englischen Königshauses, herrichten. Der Zustand des 17. Jahrhunderts wurde weitgehend wieder hergestellt, indem jüngere Bauten entfernt und ältere Bauteile herausgeschält wurden. Höherer Wohnkomfort durch technische Installationen und die Umgestaltung der Aussenräume in Gärten waren weitere Ziele. 1911 ging das Schloss in den Besitz der Familie des Polarforschers Lincoln Ellsworth über.
Seit 1956 öffentlich zugänglich
Aus dem Besitz der Witwe von Lincoln Ellsworth erwarben der Kanton Aargau und die Stadt Lenzburg das Schloss und gründeten eine Stiftung. Von 1978–1986 wurde Schloss Lenzburg aufwändig restauriert und für seine Nutzung durch eine breite Öffentlichkeit eingerichtet.