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Wie einst das Kloster Muri und die Gemeinde Bütikon um das Bannholz prozessierten, so die Stadt Baden und das Dorf Gebistorf um die Müseren, einen bedeutenden Wald oberhalb Gebistorf und Birmenstorf. Zur Zeit großer Not musste Gebistorf den Forst gegen eine kleine Summe an den Spitalfond von Baden verpfänden. Als aber nach ungefähr sieben Jahren die Gemeinde das Geld zurückstellte, wollte Baden nichts mehr von Rückgabe und Austausch wissen, sondern behauptete, der Wald sei um jenes Geld förmlich der Stadt verkauft worden. Zu allem Unglück für die Gebistorfer war diesen der Pfandbrief verloren gegangen, doch ließen sie es im Vertrauen auf ihr Recht nun auf einen Eid ankommen, mit welchem die Badener vor dem Landvogt dartun sollten, dass sie den Wald wirklich gekauft. Die Stadt Baden schickte ihren Schultheißen, einen finstern Mann. Er leistete vor dem Landvogt den Eid ab, und Gebistorf verlor den Wald. Von Stund an hatte der Schultheiß ein blasses und verstörtes Aussehen, und als er nach sieben Jahren gestorben war, musste er jede Mitternacht in einer Chaise im streitig gewesenen Holz herumfahren. Die Birmenstorfer erzählen, dass er einen Schimmel reite, einen weißen Regenschirm offen durch die Luft umschwinge und seinem Rosse „Hüscht umme!“ zuschreie. Ein ruchloser Bursche, der aus Übermut oft nachts im Bette aufstand und rief: „Tüfel, chumm und nimm mi!“ wurde erst in diesen letzten Jahren noch vom Schimmelreiter arg zugerichtet, als er sich von ihm im Besenreis betreffen ließ. Einem Glashändler von Bünzen, der mit vielen grünen Guttern beladen durch den Wald kam, schlupfte er in eine Flasche und drückte ihn so lästig, dass dieser die ganze Tracht abwerfen musste. Nun war alle Ware zusammen hin.
E. L. Rochholz, Schweizer Sagen aus dem Aargau, Band 2, Aarau 1856
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch.