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Das sollte man(n) wissen - Wissenswertes über die Prostata
Viele Männer sind mit zunehmenden Alter von einer Erkrankung der Prostata betroffen. Daher ist es hilfreich, Anzeichen und Symptome von Erkrankungen der Prostata zu kennen. Gerne informieren wir Sie über Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten von Prostataerkrankungen. In unserem Zentrum haben wir uns auf die Diagnose und Therapie von Prostataerkrankungen spezialisiert. Gemeinsam mit unseren Patienten können wir Wege aufzeigen, potentiellen Problemen rund um das Thema Prostataerkrankungen vorzubeugen oder bereits bestehende Symptome zu verbessern.
Die Prostata gehört zu den männlichen Geschlechtsorganen. Sie befindet sich unterhalb der Harnblase. Die Prostata umschliesst die Harnröhre und spielt eine bedeutende Rolle bei der Produktion von Samenflüssigkeit. Mithilfe spezieller Sekrete unterstützt sie die Beweglichkeit und Versorgung der Spermien. Dank ihrer muskulären Struktur trägt die Prostata dazu bei, dass das Sperma während des Orgasmus ausgestossen werden kann. Somit sind die Funktionen der Prostata entscheidend für die Fortpflanzungsfähigkeit eines Mannes. Beschwerden im Zusammenhang mit der Prostata sind relativ häufig. Es wird geschätzt, dass nahezu jeder Mann in den westlichen Industrienationen im Laufe seines Lebens mindestens einmal aufgrund von Prostataproblemen eine ärztliche Behandlung benötigt.
Funktionen der Prostata
Die Prostata ist eine wichtige Drüse im männlichen Fortpflanzungssystem und erfüllt mehrere wichtige Funktionen:
Produktion von Prostatasekret
Die Hauptfunktion der Prostata besteht darin, ein spezielles Sekret zu produzieren, das ein Teil des Samenergusses (Ejakulat) ist. Dieses Sekret macht einen Grossteil des Ejakulats aus und dient als Nährstoffquelle für die Spermien, um ihre Lebensfähigkeit und Beweglichkeit zu erhalten.
Unterstützung des Spermientransports
Das Prostatasekret enthält Enzyme und andere Substanzen, die den Spermien dabei helfen, ihre Beweglichkeit zu verbessern und sich leichter durch den weiblichen Fortpflanzungstrakt zu bewegen, um eine erfolgreiche Befruchtung zu ermöglichen.
pH-Regulation
Das Prostatasekret hilft, den pH-Wert des Ejakulats zu regulieren und eine optimale Umgebung für die Spermien im weiblichen Genitaltrakt zu schaffen.
Muskelkontraktion während des Orgasmus
Die Prostata verfügt über Muskelzellen, die während des Orgasmus rhythmische Kontraktionen ausführen. Diese Kontraktionen unterstützen den Ausstoss des Ejakulats aus der Harnröhre.
Die Funktion der Prostata ist essenziell für die männliche Fortpflanzungsfähigkeit. Allerdings kann diese Funktion durch verschiedene Erkrankungen beeinträchtigt werden, wie beispielsweise einer gutartigen Prostatavergrösserung (BPH), einer Entzündung der Prostata (Prostatitis) oder Prostatakrebs (Prostatakarzinom). Diese Erkrankungen können zudem die Funktion der Prostata beeinflussen und beispielsweise zu schwachem Harnstrahl, häufigem Wasserlassen, Schmerzen oder anderen Beschwerden führen. Es ist wichtig, bei auftretenden Prostataproblemen eine Fachärztin oder einen Facharzt aufzusuchen, um eine genaue Diagnose und eine angemessene Behandlung zu erhalten.
Anatomie der Prostata
Die Prostata befindet sich im Beckenbereich zwischen dem Enddarm (Rektum) und dem Schambein (Symphyse). Sie ist von mehreren Strukturen umgeben, darunter Muskeln, Nerven und Blutgefässe. Ihre Lage kann anhand der anatomischen Bezugspunkte wie folgt beschrieben werden:
Anterior (vorne): Die Vorderseite der Prostata ist in Richtung des Schambeins gerichtet.
Posterior (hinten): Die Rückseite der Prostata ist in Richtung des Rektums ausgerichtet und kann über eine digito rektale Untersuchung (Tastuntersuchung über den Enddarm) getastet werden.
Lateral (seitlich): Die Prostata wird seitlich von den Levator- und Obturator-Muskeln begrenzt.
Apex (Spitze): Die Spitze der Prostata befindet sich in Richtung des Beckenbodens.
Basis (Basis): Die Basis der Prostata liegt in Richtung der Harnblase.
Häufige Erkrankungen der Prostata
Mit zunehmendem Alter kann die Prostata an Grösse zunehmen. Die genauen Ursachen dieser gutartigen Prostatavergrösserung sind unklar. Altersbedingte Hormonverschiebungen oder Entzündungen scheinen eine Rolle zu spielen. Eine gutartige Prostatavergrösserung kann die Harnwege einengen und zu Beschwerden beim Wasserlassen führen. Diese Beschwerden entwickeln sich in der Regel schleichend und verstärken sich im Laufe der Zeit. Neben der gutartigen Vergrösserung können in der Prostata auch Tumore (Prostatakrebs, Prostatakarzinom) entstehen. Zudem sind Entzündungen (Prostatitis) möglich.
Gutartige Prostatavergrösserung
Schwacher Harnstrahl, nächtliches Wasserlassen oder störender Harndrang können Zeichen einer gutartigen Prostatavergrösserung sein ... mehr erfahren
Was ist eine gutartige Prostatavergrösserung?
Eine gutartige Prostatavergrösserung, auch als benigne Prostatahyperplasie (BPH) bekannt, ist eine häufige Erkrankung, von der viele Männer betroffen sind. Es handelt sich dabei um eine gutartige Veränderung der Prostata, deren genaue Ursachen noch nicht vollständig geklärt sind.
Welche Beschwerden verursacht eine gutartige Prostatavergrösserung?
Die Beschwerden bei einer gutartigen Prostatavergrösserung können vielfältig sein und variieren von Patient zu Patient. Zu den ersten Anzeichen gehören oft ein verzögerter Beginn des Wasserlassens und ein schwacher Harnstrahl. Häufiger Harndrang ist ein weiteres typisches Symptom dieser Erkrankung. Betroffene Männer verspüren häufig den Drang, besonders nachts, öfter zur Toilette zu gehen. Aufgrund des schwachen Harnstrahls fällt es ihnen oft schwer, die Blase vollständig zu entleeren. Es ist nicht ungewöhnlich, dass nach dem Wasserlassen noch Resturin im Harntrakt verbleibt und später „nachtröpfelt“.
Welche Behandlungen bietet alta uro zur Therapie von BPH?
Für die Behandlung der gutartigen Prostatavergrösserung stehen verschieden Therapieansätze zu Verfügung. Die Auswahl der optimalen Behandlungsoption hängt von individuellen Faktoren ab und sollte mit einer Fachärztin oder einem Facharzt besprochen werden. Im Vordergrund stehen die individuellen Beschwerden des Patienten. Bei leichten Symptomen ist eine Anpassung des Lebensstils wie des Trinkverhaltens oft ausreichend. Sind die Beschwerden nicht sehr ausgeprägt ist eine Therapie mit Medikamenten möglich. Hier stehen unterschiedliche Präparate zur Verfügung, die je nach Grösse der Prostata und Beschwerden auch individuell kombiniert werden können. Sprechen Medikamente nicht zufriedenstellend an oder kommt es wiederholt zu Komplikationen (z.B. Harnverhalt, Blutungen oder Infektionen), so ist eine operative Therapie in Betracht zu ziehen. Hier bietet alta uro ein grosses Spektrum minimal invasiver und innovativer Therapien an. Die Auswahl des Verfahrens wird den individuellen Gegebenheiten und Wünschen unserer Patienten angepasst.
Bipolare TUR-Prostata – die «klassische» Prostataresektion, durchgeführt mit moderner Technik
Die Prostataentzündung (Prostatitis) ist eine unangenehme, aber meist ungefährliche Erkrankung, die eine Vielzahl von Symptomen und Beschwerden verursachen kann.
Was ist eine Prostataentzündung?
Eine Prostataentzündung ist eine akute oder chronische Entzündung der Prostata. Es werden verschiedene Formen der Prostataentzündung unterschieden:
Akute bakterielle Prostatitis
Chronisch bakterielle Prostatitis
Chronisches Beckenschmerzsyndrom des Mannes (umgangssprachlich häufig chronische Prostatitis genannt)
Prostatitis ohne Beschwerden
Die akute bakterielle Prostatitis ist ein schweres Krankheitsbild, das mit Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen im Dammbereich und Schwierigkeiten beim Wasserlassen einhergeht. Sie wird durch Bakterien verursacht. Die chronische Prostatitis hingegen ist deutlich häufiger. Dabei handelt es sich jedoch nur in etwa 5% der Fälle um eine chronische bakterielle Infektion. Bei den übrigen 95% der Patienten liegt eine nicht-bakterielle Entzündung oder ein Schmerzsyndrom vor. Das Schmerzsyndrom wird als chronisches Beckenbodenschmerzsyndrom des Mannes bezeichnet und hat mit einer bakteriellen Entzündung der Prostata nichts zu tun. Die Beschwerden eines Beckenbodenschmerzsyndroms haben oft einen wellenförmigen Verlauf. Betroffene klagen über Brennen oder Schmerzen im Becken- oder Dammbereich, die bis in den Penis, die Hoden oder die Oberschenkel ausstrahlen können. Auch schmerzhafte Ejakulationen und Schwierigkeiten beim Wasserlassen sowie Brennen in der Harnröhre sind häufig.
Die genauen Ursachen eines Beckenbodenschmerzsyndroms sind noch unklar. Es wird vermutet, dass in einigen Fällen eine Infektion mit nur schwer nachweisbaren Bakterien verantwortlich sein könnte. Oftmals zeigen jedoch alle Untersuchungen unauffällige Befunde, wodurch Veränderungen im Bereich des Blasenausgangs oder Verspannungen in der Muskulatur des Beckenbodens in Betracht gezogen werden.
Wie erfolgt die Diagnose einer Prostataentzündung?
Um eine Prostataentzündung zu diagnostizieren, werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Dazu gehören unter anderem eine Tastuntersuchung der Prostata, eine Urinuntersuchung, Blutuntersuchungen sowie eine Ultraschalluntersuchung der Blase und der Prostata. Gegebenenfalls können weitere Abklärungen wie eine Blasenspiegelung notwendig sein.
Welche Behandlungsmöglichkeiten bietet alta uro?
Bei einer akuten bakteriellen Prostatitis ist eine Antibiotikatherapie, in schweren Fällen auch stationär, notwendig. Zudem werden entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente verabreicht. Falls die Prostata im Rahmen der akuten Prostatitis so stark anschwillt, dass spontanes Wasserlassen nicht mehr möglich ist, muss die Ableitung der Harnblase über einen Katheter erfolgen.
Die Therapie einer chronischen Prostatitis richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache. Liegt eine chronisch bakterielle Entzündung vor, ist eine mehrwöchige Antibiotikatherapie erforderlich. Handelt es sich um eine nicht-bakterielle Entzündung oder ein Beckenschmerzsyndrom, wird eine an den Beschwerden orientierte Therapie angewendet. Diese kann entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente sowie Medikamente zur Verbesserung des Wasserlassens, den Harndrang lindernde Medikamente, warme Sitzbäder, entspannende Physiotherapie, pflanzliche Präparate oder Psychotherapie beinhalten.
Prostatakrebs
Die Diagnose Prostatakrebs ist für viele betroffene Männer ein einschneidendes Ereignis ... mehr erfahren
Was ist Prostatakrebs?
Prostatakrebs ist der häufigste Krebs bei Männern. Statistiken zeigen, dass etwa jeder siebte Mann im Laufe seines Lebens mit dieser Erkrankung konfrontiert wird. Allerdings gibt es verschiedene Arten von Prostatakrebs. Einige Tumore wachsen schnell und aggressiv, während andere langsam fortschreiten. Daher variieren auch die Behandlungsmöglichkeiten.
Wie wird Prostatakrebs diagnostiziert?
Ein erhöhter Blutwert, das sogenannte PSA (prostataspezifisches Antigen), ist oft das erste Anzeichen für Prostatakrebs. Auch eine Verhärtung der Prostata bei der Tastuntersuchung durch die Fachärztin oder den Facharzt kann auf einen Prostatakrebs hinweisen. Erste Hinweise auf eine Krebserkrankung verursachen oft Unsicherheiten und Ängste bei den Betroffenen. Deshalb ist es besonders wichtig, jeden Verdacht sorgfältig abzuklären. Ein auffälliger PSA-Wert sollte innerhalb von 4-6 Wochen kontrolliert werden. Bei anhaltender Erhöhung ist eine weitere Abklärung notwendig. Als nächsten Schritt organisiert alta uro eine multiparametrische Magnetresonanztomographie (kurz = mpMRT) der Prostata in Zusammenarbeit mit einem Radiologiezentrum. Diese moderne MRT-Technik ermöglicht hochauflösende Bilder der Prostata und somit eine frühzeitige und präzisere Erkennung von krebsverdächtigen Arealen. Erhärtet sich die Verdachtsdiagnose "Prostatakrebs" durch die mpMRT, ist eine Gewebeentnahme aus der Prostata, eine sogenannte Prostatabiopsie, notwendig. Das Team von alta uro führt diese Biopsie schonend und präzise als perineale Fusions- und Mappingbiopsie durch.
Behandlungsmöglichkeiten für Prostatakrebs bei alta uro
Unser Zentrum alta uro bietet ein breites Spektrum an Therapien zur Behandlung von Prostatakrebs an. Die Wahl des Verfahres orientiert sich massgeblich am Stadium der Tumorerkrankung (lokal begrenzt, lokal fortgeschritten oder metastasierter Prostatakrebs). Lokal begrenzter Prostatakrebs:
Aktive Überwachung: Bei wenig aggressivem Krebs wird eine regelmässige Überwachung mittels PSA-Bestimmung, Bildgebung (mpMRT der Prostata) und perinaelaer Fusions- und Mappingbiopsie durchgeführt. Fokale Therapie: Bei der fokalen Therapie wird nur der vom Krebs betroffene Teil der Prostata behandelt. Bei alta uro führen wir diese Therapie mittels irreversibler Elektroporation (IRE, NanoKnife) durch. Radikale Prostatektomie: Die vollständige Entfernung der Prostata und der Endstücke von Samenleiter und Samenblasen erfolgt durch die Ärzte von alta uro routiniert mit dem Da Vinci Robotersystem. Uns steht dazu der weltweit modernste OP-Roboter an der Merian Iselin Klinik in Basel zur Verfügung. Strahlentherapie: Die präzise Bestrahlung des lokal begrenzten Bereichs (Prostata und ggfs. Lymphknotenstationen) ist eine Alternative zur Operation. Lokal fortgeschrittener Prostatakrebs: Auch bei lokal fortgeschrittenen Tumoren kann eine Operation erforderlich sein, allerdings mit erweiterter Entnahme von Lymphknoten oder Entfernung von Lymphknotenmetastasen. Diese Operation kann in den meisten Fällen ebenfalls mit dem Da Vinci Robotersystem durchgeführt werden. Metastasierter Prostatakrebs: Bei bereits weiter fortgeschrittenem Prostatakrebs mit Metastasen ist eine medikamentöse Therapie notwendig. In dieser Situation kann auch eine Bestrahlung von grossem Nutzen sein. Die Behandlung bei fortgeschrittenem Prostatakrebs erfolgt in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit den örtlichen Tumorzentren. Bei alta uro stehen wir Ihnen in dieser herausfordernden Situation zur Seite und bieten Ihnen eine umfassende Betreuung und individuell angepasste Behandlungsmöglichkeiten zur Wiedererlangung Ihrer Gesundheit.
Symptome von Prostataerkrankungen
Die Symptome von Prostataerkrankungen können vielfältig sein. Während sich eine gutartige Prostatavergrösserung (BPH) oder Prostataentzündung (Prostatitis) häufig bemerkbar machen, ist Prostatakrebs im frühen Stadium häufig asymptomatisch, d.h. die betroffenen Männer spüren nichts. Zu den ersten Anzeichen einer gutartigen Prostatavergrösserung (BPH) gehören oft ein verzögerter Beginn des Wasserlassens mit einem schwachen Harnstrahl. Ein häufiger Harndrang ist ein weiteres typisches Symptom dieser Erkrankung. Betroffene Männer verspüren häufig den Drang, besonders nachts, öfter zur Toilette zu gehen. Aufgrund des schwachen Harnstrahls fällt es ihnen oft schwer, die Blase vollständig zu entleeren. Es ist nicht ungewöhnlich, dass nach dem Wasserlassen noch Resturin verbleibt und später „nachtröpfelt“.
Häufiges Wasserlassen
Eine vergrösserte Prostata kann zu häufigem Wasserlassen führen. Harnwegsinfektionen können ebenfalls ein Grund dafür sein. Medikamente wie Alpha-Blocker oder 5-alpha-Reduktasehemmer können helfen.
Unsere Tipps:
Begrenzen Sie den Konsum von koffeinhaltigen Getränken und Alkohol.
Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, aber trinken Sie nicht zu viel vor dem Schlafengehen.
Machen Sie am Abend einen kurzen Spaziergang und gehen Sie vor dem Schlafengehen nocheinmal bewusst zum Wasserlassen auf die Toilette.
Starker Harndrang
Häufig ist eine vergrösserte Prostata der Auslöser. Es können aber auch andere Ursachen einem starken Harndrang zugrunde liegen. Daher ist eine professionelle Abklärung sehr wichtig. Sind schwerwiegende Erkrankungen ausgeschlossen, so stehen viele verschieden Möglichkeiten zu Verfügung.
Unsere Tipps:
Bei starkem Harndrang ist es generell zu empfehlen, auslösenden Faktoren zu vermeiden. So hilft es oft schon den Konsum von alkoholischen Getränken, koffeinhaltigen Getränken und anderen Substanzen zu vermeiden.
Achten Sie darauf, ausreichend Flüssigkeit zu trinken. Vermeiden Sie es aber, kurz vor dem Schlafengehen grosse Mengen Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Wichtig! Auch Stress kann den Harndrang verstärken. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Atemübungen können dazu beitragen, Stress abzubauen und den Harndrang zu reduzieren.
Nächtliches Wasserlassen
Das nächtliche Wasserlassen wird auch als Nykturie bezeichnet und ist ein häufiges Problem, das sowohl Männer als auch Frauen betreffen kann. Es bezieht sich auf das Bedürfnis, während der Nacht mehrmals auf die Toilette zu gehen, um die Blase zu entleeren. Eine Nykturie kann verschiedene Ursachen (z.B. Prostata, Blasenprobleme, Diabetes, Herzschwäche und die Einnahme verschiedener Medikamente) haben. Daher ist eine fachärtzliche Abklärung wichtig.
Unsere Tipps:
Wenn das nächtliche Wasserlassen störend wird oder Sie sich Sorgen darüber machen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um die zugrunde liegende Ursache zu ermitteln.
Generell gilt: Trinken Sie nicht zu viel vor dem Schlafengehen. Machen Sie am Abend einen kurzen Spaziergang und gehen Sie vor dem Schlafengehen noch einmal bewusst zum Wasserlassen auf die Toilette.
Schwacher Harnstrahl
Ein schwacher Harnstrahl bei Männern kann verschiedene Ursachen haben. Hier gilt es an folgende Dinge zu denken: Gutartige Prostatavergrösserung: Eine gutartige Vergrösserung der Prostata, umgangssprachlich auch oft BPH (benigne Prostatahyperplasie) genannt, kann den Harnfluss behindern und einen schwachen Harnstrahl verursachen.
Prostatitis: Eine Entzündung der Prostata (Prostatitis) kann zu Schwellungen und damit zur Verengung der Harnröhre führen, was den Harnstrahl schwächen kann.
Harnröhrenstriktur: Eine narbige Verengung der Harnröhre (Striktur) kann den Harnfluss einschränken und zu einem schwachen Harnstrahl führen.
Neurologische Probleme: Schäden oder Störungen im Nervensystem, die die Blasenfunktion steuern, können die Blasenmuskulatur beeinträchtigen und so zu einem schwachen Harnstrahl führen.
Blasensteine: Steine, die sich in der Blase bilden, können den Harnfluss behindern und ebenfalls zu einem schwachen Strahl führen.
Blasenentleerungsstörung: Eine gestörte Blasenentleerung kann zu einem schwachen Harnstrahl führen. Die Ursachen einer Blasenentleerungsstörung sind vielfältig.
Medikamente: Bestimmte Medikamente können als Nebenwirkung die Blasenfunktion und den Harnfluss beeinflussen und so zu einem schwachen Harnstrahl führen.
Alterung: Mit zunehmendem Alter können die Blasenmuskulatur und die Harnröhre geschwächt werden, was zu einem schwächeren Harnstrahl führen kann.
Unsere Tipps:
Wenn Sie unter einem schwachen Harnstrahl leiden, ist es wichtig, eine Fachärztin oder einen Facharzt aufzusuchen, um die genaue Ursache zu ermitteln. Die Ärztin oder der Arzt erfragen die medizinische Vorgeschichte und führen diagnostische Tests und Untersuchungen durch, um die genaue Ursache des schwachen Harnstrahls zu ermitteln. Die Behandlung hängt von der zugrundeliegenden Ursache ab und kann Medikamente, Blasentraining, eine Veränderung der Lebensgewohnheiten oder in einigen Fällen auch eine Operation umfassen.
Schmerzen im Beckenbereich
Schmerzen im Beckenbereich können verschiedene Ursachen haben, wie zum Beispiel Blasenentzündungen, Harnwegsinfektionen oder Probleme mit der Prostata. Daher sollten Schmerzen im Beckenbereich immer fachärztlich abgeklärt werden.
Unsere Tipps:
Um die Beschwerden zu lindern, können warme Bäder, Entspannungsübungen oder Schmerzmedikamente hilfreich sein.
Stress kann den Harndrang verstärken. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Atemübungen können dazu beitragen, Stress abzubauen und so auch den Harndrang zu reduzieren.
Nachtröpfeln des Urins
Das Harnnachtröpfeln bei Männern wird auch als postmiktionales Tröpfeln bezeichnet und bezieht sich auf das unkontrollierte Nachtröpfeln von Urin aus der Harnröhre, nachdem das Wasserlassen bereits abgeschlossen ist. Es ist ein häufiges Problem, das bei Männern auftreten und verschiedene Ursachen haben kann, darunter: Prostataprobleme: Eine vergrösserte Prostata (gutartige Prostatavergrösserung oder benigne Prostatahyperplasie, kurz BPH) oder eine Entzündung der Prostata (Prostatitis) kann den Harnfluss beeinträchtigen und dazu führen, dass sich Restharn in der Harnblase ansammelt und später nach dem Wasserlassen nachtröpfelt.
Schwache Beckenbodenmuskulatur: Die Beckenbodenmuskulatur spielt eine wichtige Rolle bei der Kontrolle des Harnflusses. Wenn diese Muskeln geschwächt sind, kann es zu einem unvollständigen Entleeren der Blase kommen, was zu Harnnachtröpfeln führen kann.
Harnröhrenprobleme: Eine Verengung oder Blockade der Harnröhre kann den normalen Urinfluss beeinträchtigen und dazu führen, dass sich Restharn in der Harnblase ansammelt und später nach dem Wasserlassen nachtröpfelt. Alterung: Mit zunehmendem Alter kann die Blasenmuskulatur schwächer werden, was zu einer verminderten Blasenentleerung und Harnnachtröpfeln führen kann.
Nervenschäden: Verletzungen oder Erkrankungen der Nerven für die Blasenentleerung können zu Harnnachtröpfeln führen.
Medikamente: Bestimmte Medikamente können als Nebenwirkung das Harnnachtröpfeln verursachen.
Unsere Tipps:
Die Behandlung des Harnnachtröpfelns hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. In einigen Fällen können Medikamente, Blasentraining oder Physiotherapie zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur helfen. Bei Harnnachtröpfeln aufgrund einer Erkrankung der Prostata kann eine Behandlung der zugrundeliegenden Erkankung erforderlich sein. Es ist ratsam, bei wiederkehrendem Harnnachtröpfeln eine Fachärztin oder einen Facharzt aufzusuchen, um die Ursache zu ermitteln und die geeignete Behandlung zu erhalten.
Es gibt verschiedene Untersuchungs- und Diagnoseverfahren für die Prostata. Diese werden in Abhängigkeit der Verdachtsdiagnose durchgeführt. Die digito rektale Untersuchung ermöglicht es der Fachärztin oder dem Facharzt, Unregelmässigkeiten der Prostata zu erkennen. Der PSA-Test kann auf mögliche Probleme wie Entzündungen oder Tumore in der Prostata hinweisen. Ein bildgebendes Verfahren (mpMRT der Prostata) wird bei Verdacht auf Prostatakrebs häufig durchgeführt. Eine Biopsie der Prostata ist letzendlich notwendig, um eine Prostatakrebserkrankung definitiv zu diagnostizieren oder auszuschliessen. Dazu werden Gewebeproben entnommen und analysiert. Es ist wichtig zu beachten, dass all diese Verfahren Vor- und Nachteile haben und dass sie in Kombination zum Einsatz kommen können.
Digito rektale Untersuchung (DRU)
Die digito rektale Untersuchung (DRU) ist ein Verfahren zur Prostatauntersuchung, bei dem die Fachärztin oder der Facharzt behutsam den Zeigefinger in den Enddarm einführt, um die Prostata zu beurteilen. Die Tastuntersuchung ermöglicht es, mögliche Unregelmässigkeiten oder Vergrösserungen der Prostata festzustellen und so erste Hinweise auf eine Erkrankung finden zu können.
Vorbereitung auf die DRU: Vor der digito rektalen Untersuchung sollten Sie eine vollständige Darmreinigung durchführen und Ihren Arzt über eventuelle Medikamente informieren, die sich auf das Ergebnis auswirken könnten.
Durchführung der DRU: Bei der digito rektalen Untersuchung trägt Ihre Fachärzti oder Ihr Facharzt einen Handschuh und führt vorsichtig den Zeigefinger in den Enddarm ein, um die Grösse, Form und Konsistenz Ihrer Prostata zu überprüfen.
Interpretation der Ergebnisse: Nach Abschluss der digito rektalen Untersuchung wird Ihr Arzt Ihnen mitteilen, ob Anomalien in Ihrer Prostata festgestellt wurden oder nicht. Weitere Tests wie ein PSA-Test oder eine Biopsie können erforderlich sein, um eine genaue Diagnose zu stellen.
Prostata-spezifisches Antigen (PSA) Test
Der Prostata-spezifische Antigen (PSA) Test misst den PSA-Spiegel im Blut. Ein erhöhter PSA-Wert kann auf eine entzündete oder vergrösserte Prostata hinweisen, kann aber auch ein Anzeichen für Prostatakrebs sein. Alter, familiäre Vorgeschichte und ethnische Zugehörigkeit beeinflussen die Ergebnisse. Höhere Werte können auf eine mögliche Erkrankung hinweisen und erfordern weitere Untersuchungen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass nicht alle Männer mit einem hohen PSA-Wert an Prostatakrebs erkrankt sind.
Vorbereitung auf den PSA Test: Wir empfehlen zwei bis drei Tage vor der Blutentnahme zur PSA-Messung auf Radfahren und Geschlechtsverkehr zu verzichten. Auch eine Tastuntersuchung der Prostata kann den PSA-Wert kurzfristig erhöhen und sollte immer erst nach der Blutabnahme zur PSA-Bestimmung erfolgen.
Durchführung des PSA Tests: Um den PSA-Wert zu bestimmen, wird in der Arztpraxis eine Blutprobe aus einer Armvene entnommen und an ein Labor geschickt.
Interpretation der PSA Testergebnisse: Niedrige oder stabile Werte sind normalerweise unbedenklich. Änderungen im Laufe der Zeit sollten überwacht werden.
Biopsie
Eine Biopsie, d.h. eine Gewebeentnahme aus der Prostata, kann bei Verdacht auf Prostatakarzinom notwendig werden. Bei diesem Verfahren werden Gewebeproben aus der Prostata entnommen und anschliessend im Labor untersucht. Obwohl eine Biopsie helfen kann, Prostatakrebs frühzeitig zu erkennen und eine genaue Diagnose zu stellen, birgt sie auch gewisse Risiken. Zu den möglichen Komplikationen gehören Blutungen, Infektionen oder Schmerzen im Bereich des Enddarms oder der Blase. Die Entscheidung zur Durchführung einer Biopsie sollte sorgfältig abgewogen werden. In unserem Zentrum führen wir eine Prostatabiopsie ausschliesslich in Narkose als schonende und präzise perineale Fusions- und Mappingbiopsie durch.
Beurteilung der Gewebeproben: Die entnommenen Gewebeproben werden aufgearbeitet und von einer Pathologin oder einem Pathologen unter Verwendung eines Mikroskops untersucht, um feingewebliche (histologische) Informationen zu erhalten. Bei einer Krebsdiagnose (positive Biopsie) ist es möglich, die Art der Zellveränderungen weiter zu bestimmen und so den Tumor besser klassifizieren zu können. Darüber hinaus können Rückschlüsse auf die örtliche Ausdehnung der Erkrankung gezogen werden.
Mikrophotographie von Prostata-Hyperplasie
Behandlungsmöglichkeiten für Prostataerkrankungen
Die Behandlungsmöglichkeiten für Prostataerkrankungen hängen von der spezifischen Diagnose und dem Schweregrad der Erkrankung ab. Es gibt verschiedene Prostataerkrankungen, von denen die häufigsten die gutartige Prostatavergrösserung oder gutartige Prostatahyperplasie (BPH), Prostatitis und Prostatakrebs sind. Hier sind einige der gängigen Behandlungsmöglichkeiten für diese Erkrankungen:
Gutartige Prostatavergrösserung (BPH):
Medikamentöse Therapie: Alpha-Blocker und 5-alpha-Reduktase-Inhibitoren können verwendet werden, um die Symptome zu lindern und den Harnfluss zu verbessern.
Minimale invasive Verfahren: Transurethrale Resektion der Prostata (TURP), Rezum, Aquablation oder Laserablation können eingesetzt werden, um das überschüssige Gewebe zu entfernen und so die Verengung der Harnröhre zu beseitigen.
Prostatakrebs:
Aktive Überwachung: Bei niedrigem Risiko kann der Arzt eine engmaschige Beobachtung ohne aktive Behandlung empfehlen.
Chirurgie: Eine Prostatektomie kann durchgeführt werden, um die Prostata und den Krebs zu entfernen.
Strahlentherapie: Externe Strahlentherapie kann zur Zerstörung von Krebszellen eingesetzt werden.
Hormontherapie: Die Blockade oder Reduzierung von männlichen Hormonen kann das Wachstum des Prostatakrebses verlangsamen oder stoppen.
Chemotherapie: Chemotherapeutika werden verwendet, wenn sich der Krebs auf andere Organe ausgebreitet hat.
Die Wahl der geeigneten Behandlung hängt von Faktoren wie dem Alter des Patienten, dem Stadium und der Aggressivität der Erkrankung sowie den individuellen Gesundheitszuständen ab. Es ist wichtig, mit einer Fachärztin oder einem Facharzt die Befunde einer Krebserkrankung zu besprechen, um die individuell beste Behandlung für Sie zu finden.
Prostatitis:
Antibiotika: Bei bakterieller Prostatitis werden Antibiotika verschrieben, um die Infektion zu behandeln.
Entzündungshemmende Medikamente: Bei nicht-bakterieller Prostatitis können entzündungshemmende Medikamente zur Linderung der Symptome eingesetzt werden.
Warme Sitzbäder: Zur Linderung von Schmerzen und Entspannung der Beckenmuskulatur.
Lebensstiländerungen zur Unterstützung der Prostata-Gesundheit
Gesunde Ernährung
Regelmässige körperliche Aktivität
Stressmanagement
Zusammenfassung
Die Prostata erfüllt wichtige Funktionen im männlichen Körper. Sie produziert unter anderem das prostataspezifische Antigen (PSA). Das PSA ist für die Spermienaktivität wichtig und hilft, den pH-Wert des Ejakulats zu regulieren. Die Prostata spielt zudem eine Rolle beim Wasserlassen, da sie die Harnröhre umschliesst und den Urinfluss kontrolliert.
Häufige Erkrankungen der Prostata sind die gutartigen Prostatavergrösserung, eine Prostataentzündung oder Prostatakrebs. Bei einer gutartigen Prostatavergrösserung kann es zu Beschwerden beim Wasserlassen kommen, während sich bei einem bösartigen Tumor Symptome wie Schmerzen im Beckenbereich oder Blut im Urin zeigen können.
Zur Vorbeugung von Prostataproblemen empfiehlt es sich, ab einem bestimmten Alter regelmässig eine Fachärtin oder einen Facharzt aufzusuchen sowie Risikofaktoren wie Übergewicht oder Bewegungsmangel zu reduzieren. Die Behandlungsmöglichkeiten bei Prostataproblemen variieren je nach Art der zugrundeliegenden Erkrankung und reichen von der Einnahme von Medikamenten über konservative Therapien (z.B. Physiotherapie) bis hin zur operativen Behandlung.
Eine Prostataerkrankung kann auf verschiedene Weisen diagnostiziert werden. Der Prozess umfasst normalerweise mehrere Schritte, um eine genaue Diagnose zu stellen. Hier sind die häufigsten Methoden, die bei der Diagnose einer Prostataerkrankung eingesetzt werden:
Anamnese und körperliche Untersuchung: Die Fachärztin oder der Facharzt wird zunächst eine ausführliche Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) durchführen und Fragen zu den Symptomen stellen. Anschliessend wird er eine körperliche Untersuchung durchführen, bei der er ggf. die Prostata mittels einer rektalen Untersuchung abtastet.
Blutuntersuchung: Eine Blutuntersuchung kann helfen, bestimmte Marker im Blut zu identifizieren, die auf eine Prostataerkrankung hinweisen können. Dazu gehören beispielsweise das prostataspezifische Antigen (PSA) und andere Blutwerte.
Urinuntersuchung: Eine Urinuntersuchung kann durchgeführt werden, um Infektionen oder andere Erkrankungen der ableitenden Harnwege (Niere, Harnleiter, Blase und Harnröhre) zu identifizieren.
Bildgebende Verfahren: Zur weiteren Diagnose können bildgebende Verfahren (Sonografie, Röntgen, CT, MRT, etc.) zum Einsatz kommen.
Welche Symptome treten bei einer Prostataerkrankung auf?
Eine Prostataerkrankung kann verschiedene Symptome verursachen, die je nach Art und Schweregrad der Erkrankung variieren können. Hier sind einige häufige Symptome, die bei einer Prostataerkrankung auftreten können:
Probleme beim Wasserlassen: Eine vergrösserte Prostata kann auf die Harnröhre drücken und den Urinfluss blockieren. Dies kann zu Schwierigkeiten beim Wasserlassen führen, wie beispielsweise häufigem Harndrang, Schwierigkeiten beim Starten und Stoppen des Urinflusses, schwachem Urinstrahl oder dem Gefühl, dass die Blase nicht vollständig entleert wird.
Nachlassen der sexuellen Funktion: Eine Prostataerkrankung kann sich auf die sexuelle Funktion auswirken. Einige Männer berichten über Erektionsprobleme, Probleme mit der Ejakulation oder einen verminderten sexuellen Antrieb.
Schmerzen oder Beschwerden im Beckenbereich: Einige Männer mit einer Prostataerkrankung können Schmerzen oder Beschwerden im Beckenbereich verspüren. Dies kann sich als Schmerzen im Bereich der Prostata, des Hodensacks, des Damms oder des unteren Rückens äussern.
Welche Behandlungen sind für eine Prostataerkrankung verfügbar?
Die Behandlungsmöglichkeiten für Prostataerkrankungen hängen von der spezifischen Diagnose und dem Schweregrad der Erkrankung ab. Es gibt verschiedene Prostataerkrankungen, von denen die häufigsten die gutartige Prostatavergrösserung(BPH), eine Entzündung der Prostata (Prostatitis) und Prostatakrebs (Prostatakarzinom) sind.
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