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Fakten
- Aneinandergereiht messen die menschlichen Blutgefässe eine Länge von 100‘000 – 150‘000 km. Damit könnten sie mehr als zweimal die Erde umrunden.
- Das kleinste Säugetierherz ist gerade einmal so gross wie ein halbes Pfefferkorn und gehört einigen Spitz- und Fledermausarten. Das grösste Herz pumpt im Blauwal. Das Walherz hat die Grösse eines Kleinwagens.
- 2/3 des Herzens liegen im linken und 1/3 im rechten Teil des Brustkorbs. Nur bei etwa einem von 10‘000 – 100‘000 Menschen ist es umgekehrt
- Ein Herz beginnt bereits in der 5. Schwangerschaftswoche zu schlagen. Dabei ist der Embryo erst rund 2 mm gross.
- Ein Herz schlägt durchschnittlich 2.5 Milliarden Mal in einem 75-jährigen Leben.
- 60-80 Mal pro Minute pumpt das Herz 4-5 Liter Blut durch den Körper. In einer Stunde liessen sich damit 30 Eimer füllen.
- Frauenherzen schlagen im Schnitt 10 Mal schneller als Männerherzen.
- Mit 38 % ist die Blutgruppe A+ die häufigste in der Schweiz, am seltensten kommen dagegen die Blutgruppen B- und AB- vor.
- Das Herz ist in etwa so gross wie eine geschlossene Männerfaust.
- Männerherzen wiegen durchschnittlich 300g, Frauenherzen 250g.
- Laut einer Studie der University of California schlagen die Herzen von Verliebten im gleichen Takt.
- Verliebtsein lässt das Herz schneller schlagen. Das liegt daran, dass die Hormone Adrenalin und Noradrenalin freigesetzt werden, die uns in Alarmbereitschaft versetzen. Das Glücksgefühl beim Verliebtsein verursachen hingegen Endorphine.
Meilensteine der Medizingeschichte
Herztransplantation
Die weltweit erste Herztransplantation fand 1957 statt und wurde von dem südafrikanischen Herzchirurgen Christiaan Neethling Barnard geleitet. Der Patient Louis Washkansky überlebte die Operation 18 Tage.
Frühe Herzschrittmacher
Herzschrittmacher gab es bereits in den 1930er Jahren. Sie stimulierten mit einer Nadelelektrode den rechten Vorhof des Herzens. Die Geräte waren allerdings über sieben Kilogramm schwer und wurden über eine externe Stromquelle betrieben, die alle sechs Minuten aufgeladen werden musste.
Erste Schrittmacher-Implantation
1958 wurde erstmals einem Patienten ein künstlicher Herzschrittmacher implantiert.
Herz aus dem 3D-Drucker
Wissenschaftlern der ETH Zürich ist es gelungen, ein funktionsfähiges Herz aus Silikon mithilfe eines 3D-Druckers herzustellen. Bisher hat das Material aber die Belastungstests nicht bestanden.
Spinat
Die feinen Strukturen von Herzkranzgefässe lassen sich nicht künstlich nachbilden. US-Forscher nutzten deshalb nun die Gefässstruktur von Spinatblättern um darin menschliche Herzzellen zu kultivieren. Durch die ersten Spinatherzen pumpte bereits erfolgreich Flüssigkeit.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen/ Herzgesundheit
Statistik
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in der Schweiz.
2014 starben 20’972 Menschen an ihren Folgen.
55% davon waren Frauen.
Risikofaktoren
- Das Risiko für einen Herzinfarkt ist am Geburtstag deutlich erhöht, denn auch positiver Stress kann dem Herzen schaden.
- Erektionsstörungen können auf Herzprobleme hindeuten: Verengte Blutgefässe, die den Blutfluss im Penis verringern und so zu Impotenz führen, können nämlich ein Warnsignal sein, dass sich auch die Blutgefässe lebenswichtiger Organe verengen.
- Auf die schlanke Linie achten lohnt sich, denn Übergewicht, insbesondere an Bauch und Taille, fördert Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes.
- Zähneputzen nicht vergessen! Menschen mit chronischen Entzündungen im Mundraum erkranken doppelt so häufig an Herzproblemen wie Mundgesunde.
- Keine Angst vor Sex mit Herzschrittmacher oder nach einem Infarkt. Wenn Sie fit genug für einen Spaziergang, Rasenmähen oder Treppensteigen sind, birgt auch Sex keine Gefahr.
- Bei Erkältung nicht überanstrengen, denn wer mit einer Erkältung oder Grippe weiter trainiert, riskiert eine Herzmuskelentzündung.
- Es gibt viele Gründe, warum Sie mit dem Rauchen aufhören sollten. Einer davon ist Ihre Herzgesundheit. Bereits ein Jahr nach Rauchstopp halbiert sich das Herzinfarktrisiko.
- Depressionen belasten das Herz-Kreislaufsystem ähnlich stark wie Rauchen.
Prävention
- Bereits kleine Gewohnheiten des Alltags zu ändern kann helfen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken:
- Entspannen Sie sich! Meditation und autogenes Training senken nachweislich den Blutdruck.
- Heute schon gelacht? Lachen kann Herzkrankheiten vorbeugen, indem es die Blutgefässe erweitert und somit den Blutfluss verbessert.
- Früh ins Bett gehen lohnt sich. Ausgeschlafen sind Sie fitter und stressresistenter und senken somit Ihr Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen um 22%.
- Etwas Bewegung ist besser als keine Bewegung. Bereits die Treppe anstatt des Aufzugs zu nehmen und das Auto öfter stehen zu lassen, kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen.
- Kochen Sie doch mal wieder mediterran. Die Mittelmeerküche gilt als Paradebeispiel der herzgesunden Ernährung, denn sie verwendet viel Gemüse, Fisch und gesundes Pflanzenöl.
- Regelmässiger Sex schützt Ihr Herz. Das liegt nicht nur an der körperlichen Betätigung, sondern Sex ist auch Ausdruck einer harmonierenden Partnerschaft, was gut für die Seele ist.
Die 3 goldenen Regeln der Herzgesundheit
- Ausreichend Bewegung! Am besten sind 30 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Tag
- Eine ausgewogene, gemüsereiche und fleischarme Ernährung
- Bewusste Auszeiten und Ruhephasen
Herzgesunde Ernährung
Einige Lebensmittel sind echte Gesundheits-Booster für das Herz-Kreislaufsystem:
- Die in Leinsamen enthaltene Alpha-Linolensäure trägt zur Elastizität der Gefässe bei, und Omega-3 Fettsäuren wurde eine starke blutdrucksenkende Wirkung nachgewiesen.
- Ballaststoffe, wie sie z.B. in Vollkornbrot und Nüssen vorkommen, senken Blutdruck sowie Cholesterinwerte.
- Wegen ihrer ungesättigten Fettsäuren wirken Pflanzenöle wie Raps- und Hanföl blutdrucksenkend und reduzieren somit das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Das Carotinoid Lycopin der Tomate beugt einer Ablagerung des schädlichen LDL-Cholesterin in Arterien vor.
- Der Pflanzenfarbstoff Anthocyane, der in Beeren wie der Brombeere oder Johannisbeere enthalten ist, wirkt entzündungshemmend und durchblutungsfördernd.
- Das Allicin im Knoblauch senkt Blutdruck und Cholesterinwerte; ausserdem wirkt Knoblauch gefässerweiternd und sorgt somit für eine gute Durchblutung.
- In geringen Mengen genossen beugen die Antioxidantien des Rotweins dem LDL-Cholesterin vor.
Kulturgeschichtliches zum Herzen
In der Antike und im alten Ägypten galt das Herz als das wichtigste Organ. Neben dem Herz als Sitz der Seele, hielt man es auch für die Stätte der Vernunft und des Willens. Aus diesem Glauben heraus sind im Mittelalter viele Sprichwörter rund ums Herz entstanden, die noch heute gebräuchlich sind.
Die weltweite Verbreitung und Bedeutung des Herz-Symbols lässt sich auf die Herz-Jesu-Bewegung des Christentums zurückführen. Die Form wurde zur Darstellung des «Herzens» und der Liebe Jesu verwendet.