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Pentel - Ein Stift um Geschichten zu erzählen
Pentel ist eine Wortkombination aus Stift (engl. pen) und erzählen (engl. tell). Das japanische Unternehmen hat den ersten Faserschreiber entwickelt und ist mit ihm zum offiziellen Schreibgerät der NASA geworden. Dem Gründer Yokio Horie haben wir heute ein breites Sortiment an verschiedensten Stiften zu verdanken. Der japanische Esprit ist auch heute noch zu spüren. Etwa in der Rakugaki Woche, bei der auch die Schweiz einen malerischen Beitrag geleistet hatte.
Verewigte Astronauten dank dem Sign Pen
Die Geschichte von Pentel beginnt im Land der aufgehenden Sonne, genauer gesagt der Hauptstadt Tokyo. Der Zweite Weltkrieg hatte soeben die gesamte Nation verwüstet, und die Bevölkerung machte sich an den Wiederaufbau. Der Unternehmer Yukio Horie begann seine lebenslange Laufbahn im Verkauf von Schreibwaren, gründete bald darauf eine eigene Firma zur Herstellung von Crayons und Pastellfarben. Nichts ahnend, dass er rund zwanzig Jahre später an der Erfindung des ersten Faserschreibers beteiligt sein wird. 1963 veröffentlichte das Unternehmen, zu dieser Zeit noch die “Japan Stationary Limited”, den Sign Pen. Geschrieben wurde oft mit Kugelschreiber oder Füllfederhalter. Der Erzählung nach soll der amerikanische Präsident Lyndon B. Johnson unbewusst zum weltweiten Erfolg beigetragen hatte, als er den Faserstift für Autogramme auf Fotos verwendete. Daraufhin wurde der Stift zum offiziellen Schreibinstrument der NASA und begleitete die Astronauten Richard Gordon und Charles Conrad 1966 auf der Gemini Mission. Zwei Milliarden Sign Pens hat das Unternehmen bis heute verkauft und stetig nach den Sternen gegriffen. Dabei sind Faserschreiber nicht die einzigen erfolgreichen Produkte der Firma geblieben.
Stifte durch die Geschichte
Auch wenn die Filzstifte zum Aushängeschild und den kommerziell wichtigsten Stiften von Pentel geworden sind, beschränkt sich dessen Erfolgsgeschichte längst nicht nur auf diese Auswahl. Wie erwähnt, begann das Unternehmen mit Paraffin- und Pigmentstiften, den Maylo Crayon.
Darauf folgten Aquarellfarben (Dragon Enogu) und Ölfarben. Besonders erwähnenswert ist dann allerdings der 1960 eingeführte Pentel Pencil, ein einziehbaren Druckbleistift mit eingebauter feiner Mine. Im Tandem dazu veröffentlichte das Unternehmen mit der “Hi-Polymer Core” Druckbleistiftmine die weltweit erste Variante aus Kunstharz anstelle von Ton.
Auch in der für Japan typischen Kalligraphie ist Pentel vertreten. Etwa mit dem 1976 eingeführten “Pentel Fude” Pinstelstift mit Nylonborsten. Besonders bei Comicbuchkünstlern erfreut sich dieser Stift an grosser Beliebtheit.
Zu den neusten Stiften aus dem Hause Pentel zählen die 2018 veröffentlichten EnerGel Infree Gelroller sowie Vistage Watercolour Stick Aquarellfarbstifte, welche in Wasser schmelzen.
Für lange ein Familienunternehmen geblieben
Gründer Yokio Horie ist dem Unternehmen Pentel sein Leben lang treu geblieben und war bis zu seinem Tod 2010 als Präsident tätig. Darauf folgte für knapp ein Jahrzehnt sein Enkel Keima Horie. Diese Tradition nahm vor kurzem allerdings ein Ende. Heute schreibt Präsident Masaru Wada die Geschichte von Pentel weiter.
Das Unternehmen Pentel
Das Unternehmen wurde 1946 als “The Japan Stationary Corporation” in Tokio gegründet und änderte seinen Namen 35 Jahre später dann in die Pentel Co. Ltd. um. Heute beschäftigt Pentel über 3000 Mitarbeitende in 120 Ländern. Dabei betreibt es 19 Niederlassungen in Japan und 18 internationale Dependancen. Seine Produkte stellt es in seinen sieben eigenen Fabriken her, wovon drei in Japan selbst und vier weitere in anderen Ländern stehen.
Aushängeschilder von Pentel
Die Auswahl aus Pentel-Produkten ist überwältigend. Allein zum Zeitpunkt der Recherche für diesen Artikel hat der Ofrex Onlineshop 506 verschiedene Positionen gelistet. Darunter Kugelschreiber, Filzstifte, Blei- und Buntstifte, Radiergummi, Textmarker, Permanentmarker, Spezialmarker, Whiteboardstifte und vieles mehr. Das Unternehmen hatte seinen Erfolg dabei einigen wenigen besonderen Modellen zu verdanken.
Deshalb hier eine kurze Auswahl der Pentel-Stifte, welche als Meilensteine beträchtlich zur Unternehmensentwicklung beigetragen haben. Oder aus meiner Perspektive schlicht zum Grundsortiment zählen. Nicht abgelichtet, aber dennoch unbedingt erwähnenswert ist der Pentel Druckbleistift Sharp P207 zu finden im Druckbleistifttest hier. Zusätzlich ist auch der hervorragende Gelroller EnerGel Xm Fine, nebst weiteren Modellen von Pentel zu finden, hier im Gelrollertest.
Das erste Steckenpferd von Pentel und der grosse Durchbruch wurde 1963 auf den Markt gebracht. Mit zwei Milliarden verkauften Stück zählt der Sign Pen zu den erfolgreichsten Stiften der Marke. Die schlichte Kunststoffhülle hat sich über die Jahre wohl kaum verändert. Dabei überrascht er dann mit einem angenehmen Schreibfluss und satter Tinte. Kein Wunder, konnte er die schwungvollen Ansprüche für Autogramme erfüllen und ist auch nach dem heutigen Standard ein sehr guter Filzmarker geblieben. Erhältlich ist der klassische Sign Pen heute in zwölf verschiedenen Farbvariationen.
Das zweite grosse Aushängeschild für Pentel folgte 1971 mit dem Ball Pentel Fine Point. Einer praktischen Alternative zum Kugelschreiber und Weiterentwicklung der bewährten Filzschreibertechnologie des Sign Pens. Die schmale Faserspitze ermöglicht eine Strichbreite von 0.8 Millimetern, in der Variante Extra Fine sogar von 0.6 Millimetern. Auch dieser Stift bietet einen angenehmen Schreibfluss und ist durchweg eine solide Wahl. Besonders praktisch ist die kontinuierlich grüne Stifthülle, wobei die Schreibfarbe an ausgewählten Elementen am Gehäuse signalisiert wird.
Von der Redaktion auserlesen ist der Roller Hybrid Gel Milky positiv im Gedächtnis geblieben. Erst als Kugelschreiber konzipiert, wurde er 1996 dann mit farbiger Geltinte auf den Markt gebracht. Sobald auf farbigem Papier geschrieben werden soll, eignen sich diese zuverlässigen Stifte dank ihrer starken Deckkraft sehr gut für die Anwendung. Die Strichbreite von 0.4 Millimetern ermöglicht präzise Linien. Erhältlich ist die Milky-Paletten in sieben verschiedenen Farbvariationen in Pastelltönen. Der Name Hybrid stammt übrigens daher, dass die enthaltene Geltinte die Eigenschaften von wasserbasiertem und ölbasiertem kombiniert.
Pentel Rakugaki Week - Die Schweiz
Rakugaki ist ein japanisches Wort und bedeutet übersetzt soviel wie Graffiti, oder auch eine Skizze. Rakugaki ist weiterhin auch ein internationales Teamevent von Pentel, bei der die Kreativität aller Mitarbeitenden manifestiert wird. Während der letzten solchen Rakugaki Woche durften sich die über dreitausend Angestellte auf der ganzen Welt je auf einer eigenen Leinwand austoben. Diese wurden daraufhin zusammengeschnürt und mithilfe einer Drohnenkamera in der Vogelperspektive aufgenommen. Daraus entstand ein kunterbunter Flickenteppich unterschiedlicher Impressionen.
Auch die Schweiz hatte sich am Motto “Lasst uns das Jahr 2030 zeichnen” beteiligt. Ich persönlich bin gespannt auf die geflügelten Fahrstunden, hoffe allerdings, im Fichtenwald dann keiner überdimensionierten Kuh begegnen zu dürfen. Da will ich mir dann doch lieber die jodelnde Alphütte ausmalen. 🙂