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tram genf
1995 kehrte das Tram aber im grossen Stil nach Genf zurück, und 2006 wurde mit dem Anschluss Grand-Lancy die erste Ringstrecke des neuen Genfer Tramnetzes eingeweiht. Seit 2003 wurden mehrere Tram-Projekte lanciert: das Tram Séchereon, Acacias, Lancy, die Tramlinie TCMC (Linie Bahnhof Cornavin – Meyrin – CERN). Ende 2011 wird die Tramlinie TCOB (Linie Bahnhof Cornavin – Onex – Bernex) in Betrieb genommen. Zusätzliche Erweiterungen sind derzeit in Bearbeitung.
Um den öffentlichen Verkehr in der Stadt zu verbessern und die Agglomeration mit einem nachhaltigen Mobilitätsnetz zu versehen, arbeitet Genf seit über 15 Jahren am Ausbau des Tramnetzes. Die Grundlage für den Wiederaufbau des Genfer Tramnetzes bildete das Gesetz über das öffentliche Verkehrsnetz, ein Rahmengesetz, das die Entwicklung des gesamten öffentlichen Verkehrs in der Stadt und der Region regelt.
Seit der Jahrtausendwende wird das Netz ausgebaut. Mit der Tramlinie Cornavin-Meyrin-CERN ist eine zweigleisige Strecke von 9 km zum Netz hinzugekommen. Für Raphaël Wittwer, den Ingenieur und Projektleiter beim Genfer Tiefbauamt, ist ein Projekt wie das Genfer Tram «etwas Grossartiges, denn es gestaltet das Stadtbild». Dennoch räumt er einige Stolpersteine ein, die zu den Herausforderungen eines solchen Projekts gehören: «Bei der TCMC gab es vor allem Probleme im Zusammenhang mit grossen Wiederaufbauarbeiten, mit der Absenkung der Route de Meyrin, mit der Umsetzung von Kunstwerken oder mit der Überdeckung von Meyrin. Bei der TCOB hingegen war es vor allem der Zeitdruck: Da das Tram die Stadt durchquert, musste − um Verkehrsprobleme zu vermeiden − alles so schnell wie möglich erledigt werden.» Von Cyril Baudin, dem Ingenieur und Forschungsbeauftragten beim Genfer Ingenieurbüro RGR, erhält er Unterstützung: «Die grösste Herausforderung besteht darin, die maximale Kapazität aufrechtzuerhalten − also sicherzustellen, dass weder der Individualverkehr noch der öffentliche Verkehr ins Stocken geraten.»
Für ein solches Grossprojekt muss ein Ingenieur gemäss Wittwer «über viel Flexibilität und einen Blick fürs Ganze verfügen und sich bewusst sein, dass der Beruf mehr denn je auf junge, motivierte Leute angewiesen ist». Für Baudin ist der Beruf des Ingenieurs «anregend, denn er muss das Projekt ununterbrochen mit allen Beteiligten koordinieren und nach Lösungen suchen, um die Bauarbeiten so gut wie möglich voranzubringen».
Projektdaten
Trams, die in zwei Richtungen fahren können
Ebenerdiger Einstieg
Länge der Trams: 44 m und 42 m
Geschwindigkeit: im Durchschnitt 18 km/h
Kosten für die Arbeit an den verschiedenen Teilstrecken: 950 Mio.
Gesamtlänge der neuen
Linien: 21 km
Die Trams befördern jährlich 65 Mio. Passagiere (35% der Nutzer der Genfer Verkehrsbetriebe Transports Publics Genevois, TPG)