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Quelle: Jahrbuch der Stadt Wädenswil 2002 Hans Ruedi Leinsmer
GRÜNDUNG UND ERSTE VEREINSJAHRE
Am 11. November 1927 trafen sich auf Initiative von Alois Reichmuth 14 Schützen zur Gründung der Schützengesellschaft Au. In vier Sitzungen wurden die Statuten geschaffen, die zu dieser Gründung nötig waren. In der Gründungsschrift heisst es unter anderem: «Die Schützengesellschaft Au-Wädenswil bezweckt die Förderung des Schiesswesens im Interesse der Landesverteidigung sowie die Pflege guter Kameradschaft.» Das Erstere wird hoffentlich nie mehr eintreten, für das Zweite setzen wir uns nach wie vor tatkräftig ein. Vor der ersten Generalversammlung 1927 erklärten 27 Schützen den Beitritt zur Schützengesellschaft Au. Drei Franken betrug die Eintrittsgebühr und der Jahresbeitrag wurde auf sieben Franken festgelegt. Dies war für damalige Zeiten ein grosser Betrag. Man schuf sich schnell Freunde und konnte bereits im ersten Vereinsjahr ein Schiessen in Freienbach organisieren. Im zweiten Vereinsjahr besuchte man das Freundschaftsschiessen in Schönenberg.
Bis 1930 erhöhte sich der Mitgliederbestand auf 54 Schützen. Damals reichten noch zwei Bedingungsschiessen pro Jahr, aber schon 1931 musste auf drei «Obligatorische» erhöht werden. Auch wurden die ersten Stimmen für eine Vereinsfahne laut. Im Jahr 1932 buchte man den ersten grossen Erfolg, belegte die Schützengesellschaft Au doch am Eidgenössischen Feldschiessen im Bezirk den ersten Rang.
Die darauf folgenden Jahre verliefen ziemlich ruhig und der Beitrag wurde auf sechs Franken gesenkt. 1938 knüpften die Schützen aus der Au anlässlich des Winterschiessens den ersten Kontakt mit der späteren Göttisektion Hirzel. Aber als erstes folgten die unschönen Jahre des Zweiten Weltkrieges. Für 1940 konnten die Funktionäre beim Bund lediglich 24 Schuss Kaufmunition pro Schütze anfordern. Der Verdienst sank und man musste sich mit drei Franken Mitgliederbeitrag zufrieden geben. Wer Aktivdienst leistete, bezahlte sogar nur einen Franken. Zum Vergleich: Ein Kilogramm Schweinefleisch kostete damals Fr. 2.35. Da die 24 Schuss nur für ein bis zwei Übungen reichten, trainierten die Aktiven im Restaurant Bahnhöfli in der Au mit Zimmerschiessapparaten. Das Volk sehnte sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.
Wappenscheibe zum 50-Jahr-Jubiläum.
DIE VEREINSFAHNE
An der Generalversammlung 1946 wurde wieder von einer Vereinsfahne gesprochen. Glücklicherweise lag schon etwas Geld im Fahnenfonds, den man 1930 geäufnet hatte. Hauptinitiant Max Huber brauchte etliche Zeit an der GV, damit sein Vorhaben von Erfolg gekrönt war. Ebenfalls wurden an dieser Versammlung, die bis in den frühen Morgen gedauert haben soll, die Statuten zum ersten Mal revidiert.
Dann 1947, ein Jahr der Rekorde: 57 Schützen besuchten die GV, 16 Vorstandssitzungen brauchte es für die Vereinsgeschäfte und 102 Personen nahmen am Absenden des Endschiessens teil. Zur Einweihung der neuen Fahne wurde ein Fahnenweihschiessen organisiert, an dem man den zweiten Rang belegte. 30 Schützen besuchten das Kantonale Schützenfest in Rüti; es brachte den ersten Lorbeer für die neue Fahne. Zum ersten Mal wurde am Rossberg-Schiessen mitgeschossen.
KNABENSCHIESSEN UND SCHÜTZENHOCK
1950 rief Ernst Hiestand, Lehrer in der Au, das Knabenschiessen ins Leben. Vorbild war das Zürcher Knabenschiessen, an dem Schüler aus den Seegemeinden nicht teilnehmen durften. Zusammen mit seinem Sekretär Walter Leuthold und vielen Helfern führte Hiestand dieses Schiessen bis zur Schliessung des Schiessstandes Steinacher im Jahre 1969 ununterbrochen durch. Sicher können sich noch einige an diese Jahre erinnern.
Die Einführung des Schützenhocks erfolgte 1951. Treff war jeden Samstag im Schützenhaus. 1952 wurde der Vorstand auf elf Mitglieder erhöht. 1953 traf man sich erstmals zum Freundschaftsschiessen in Wildensbuch. 1954 besuchten die Schützen aus der Au trotz ein paar «Geizhälsen» das Eidgenössische Schützenfest in Lausanne. 16 Schützen schossen den silbernen Lorbeerkranz heraus. Die nächsten Jahre, bis zur Schliessung des Standes Steinacher, verliefen ruhig. Erwähnenswert ist aber sicher, dass es 1969 am «Eidgenössischen» in Thun den Goldlorbeer gab. Ebenfalls wurde in diesem Jahr der erste und bis heute einzige Ehrenpräsident ernannt: der inzwischen verstorbene Christian Brunner.
Fahnenweihe der Schützengesellschaft Au gegenüber dem Schiesstand Steinacher, 1947. Blick Richtung Zürichsee.
JUBILÄUM
Am 4. September 1977 beging die Schützengesellschaft Au mit einem Freundschaftsschiessen in Wildensbuch ihr 50-Jahr-Jubiläum. Das eigentliche Fest startete am 24. September im Restaurant Neubüel. Für jene, die dabei waren, ist es sicher unvergesslich.
Bereits 1966 diskutierten die Wädenswiler Beichlen als Standort für einen neuen Schiessstand. Aber es hiess bis 1979 warten, bis «Öisi Beichle» im dritten Anlauf Wirklichkeit wurde. In der Zwischenzeit erzielten die Schützen immer wieder hervorragende Resultate. So auch 1970 den ersten Rang am Bezirksschiessen in Oberrieden und am Feldschiessen platzierte man sich vor dem Militärschiessverein Horgen. Die Vereinsübungen absolvierten man in Horgen, Hirzel und Richterswil.
Fahrt zum Freundschaftschiessen mit Wildensbuch, 1977.
SCHIESSPLATZ BEICHLEN
Und dann war es endlich so weit. Die Wädenswiler Bürger hatten der Schiessanlage Beichlen zugestimmt und am 29. Januar 1979, morgens punkt zehn Uhr, erfolgte der erste Spatenstich. Im damaligen Generalversammlungsprotokoll hiess es: «Nach einem 10-jährigen Seilziehen wird dem Leidensweg der Schützen ein Ende gemacht.» Alle Vereine hatten sich bereit erklärt, im zukünftigen «Schiessstand» Frondienst zu leisten.
ERFOLG IN LUZERN UND AUF DEM ROSSBERG
1979 wurde das Eidgenössische Schützenfest in Luzern durchgeführt. Ohne grosse Vorbereitungen – die Vereinmitglieder konnten dank der Hirzler Kameraden immerhin vier Mal im Hirzel trainieren – zog man nach Luzern. Mit einem Durchschnitt von 37,141 Punkten schlugen sich die 47 Schützen hervorragend. Sie konnten trotz der wenigen Trainingseinheiten mit Goldlorbeer und der grossen Wappenscheibe heimkehren. Bald folgte ein weiteres Glanzresultat. Mit einem Durchschnitt von 29,591 Punkten gewannen die Schützen der Au das Rossbergschiessen 1979.
Gut Schuss! Eidgenössisches Schützenfest in Luzern, 1979.
WIEDER AUF EIGENEM BODEN
Im Juli 1980 konnte endlich mit einem Standeröffnungsschiessen die Anlage in der Beichlen in Betrieb genommen werden. Die vielen von den Schützen investierten Stunden hatten sich gelohnt. Nun verfügte man wieder über einen schönen, eigenen Stand und über eine noch schönere Schützenstube. Im selben Jahr führte man wieder ein Endschiessen auf heimischen Boden durch. Und seit 1982 konnten alle Schiessen, auch die wiederkehrenden, erneut mit Heimvorteil geschossen werden. Aber es kam etwas Wehmut auf, ging doch die Beteiligung an den Schiessen immer weiter zurück. Hatten die Jahre ohne Stand doch ihren Tribut gefordert ? Aber man schaute zuversichtlich vorwärts.
Jugendschiessen im Stand Beichlen.
JUGENDSCHIESSEN
Am 11. September 1981 aktivierte die Schützengesellschaft Au das Knabenschiessen, das 1982 in Jugendschiessen umbenannt wurde. Als Novum durften gleich beim ersten Mal auch Mädchen mitmachen. So absolvierten, zur Freude der Organisatoren, 104 Knaben und 20 Mädchen das Programm. Für die Aktivschützen hiess es trainieren, stand doch das Zürcher Kantonalschützenfest vom 16. Juli 1982 vor der Türe. Die Schützen schossen ein gutes Mannschaftsresultat und einige gute Einzelresultate. Mehr ist dem Protokoll nicht zu entnehmen. Mehr zu diskutieren gab die Beteiligung beim wieder erwachten Jugendschiessen. Das Schulkapitel wurde vom Samstag auf einen andern Wochentag verschoben. Viele Familien genossen diesen freien Samstag und waren abwesend. Demzufolge konnten viele Jugendliche nicht teilnehmen. Man suchte nach neuen Möglichkeiten und liess unter anderem einen Jahrgang mehr schiessen. Dennoch hielt sich das Wädenswiler Jugendschiessen nur bis ins Jahr 2001.
Erfolg am Zürcher Kantonalschützenfest in Bülach, 1982.
DIE 1980ER JAHRE
1983 nahm die Schützengesellschaft Au wieder an der Gruppenmeisterschaft teil. Die Zusage von zehn Sturmgewehr- und sieben Karabinerschützen machte dies möglich. Es wurde die Teilnahme von zwei Gruppen beschlossen. Am 10. Juli waren die Wildensbucher zu Besuch und traten zum Wettkampf an. Damit nahm eine lange Freundschaft ihren Fortgang. Aber auch sonst fühlen sich die Schützen im heimischen Stand immer wohler und die guten Trainingsmöglichkeiten zahlten sich in manch gutem Resultat aus.
1984 blieben die Höhen, gemäss Protokoll, aus. Die Schützen besuchten das Urner Kantonalschützenfest in Flüelen und erzielten den 94. Rang von 197 Sektionen. In diesem Jahr war der erste Preis beim Jugendschiessen erstmals ein Velo. Dies wurde zur Tradition und so manch ein Junge oder Mädchen freute sich fortan riesig über dessen Gewinn.
Die Schützen aus der Au am Urner Kantonalschützenfest 1984.
1985 nahm die Schützengesellschaft Au am Eidgenössischen Schützenfest in Chur teil. Sie bewiesen am 28. Juni wieder einmal ihre Treffsicherheit und wurden belohnt mit dem Goldkranz und Rang 139 von 959 teilnehmenden Sektionen. Die Sturmgewehrgruppe erreichte im selben Jahr zum ersten Mal den Bezirksfinal in der Gruppenmeisterschaft.
Rückkehr vom Eidgenössischen Schützenfest in Chur, 1985.
1986 fiel das traditionelle Freundschaftsschiessen mit Hirzel den Langläufern zum Opfer. Beharrlich zogen diese im Chruzelenmoos ihre Spur und liessen sich nicht von ihrem Sport abbringen. Wohl oder übel musste das Schiessen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. In Wildensbuch fand das Standweihschiessen statt, in Rifferswil ein Freundschaftsschiessen. Der heutige Präsident, Heinz Imbach, wurde zum Freimitglied ernannt.
1987 gewann die Schützengesellschaft Au das Freundschaftsschiessen gegen Hirzel. Aber ein Hirzler beanspruchte den Tagessieg. Beim Standweihschiessen in Rifferswil zeigte sich, dass das letztjährige Freundschaftsschiessen Früchte trug, befand man sich doch beim Absenden im vorderen Mittelfeld. Beim Zürcher Kantonalschützenfest in Männedorf erreichten die 28 Mannen aus der Au Rang 24 von 99 Sektionen. Zum Abschluss des Wädi-Fäschts, der Feier 700 Jahre Johanniterkomturei, fand ein historischer Umzug durch Wädenswil statt. Die Schützen aus der Au nahmen als Sonderbundskrieger teil. Beim Betrachten der Fotos drängt sich noch heute ein Schmunzeln auf. Ein PC erleichterte dem Verein ab diesem Jahr die Arbeit.
Als Sonderbundskrieger vor dem Umzug am Wädi-Fäscht 1987.
Auf das Jahr 1988 wurden im Stand Beichlen zwei Scheiben zusätzlich mit der Sius-Trefferanzeige ausgerüstet. Dies erlaubte vermehrtes Üben zusammen mit anderen Vereinen. Hirzel begrüsste zum Freundschaftsschiessen ebenfalls mit einer neuen, automatischen Schiessanlage. Der Besuch des Aargauer Kantonalschützenfestes in Brugg bedeutete dieses Jahr den Höhepunkt. Wie dem Protokoll zu entnehmen ist, schauten 200 Franken als Preisgeld heraus. An einem Gruppen C-Schiessen in Netstal wurde der zweite Rang erreicht.
1989 war ein sehr aktives Jahr, war doch der Jahresbericht des Präsidenten über zweieinhalb Schreibmaschinenseiten lang. Das Jahr begann traditionsgemäss mit dem Winterschiessen, gefolgt vom Freundschaftsschiessen mit Hirzel. Beim Frühlingsschiessen in Oberrieden belegte man den sehr guten dritten Sektionsrang. Am Feldschiessen ging die Beteiligung trotz des von den Vereinen offerierten Gratis-Spatz weiter zurück. Im Juni fuhr man nach Alpnach ans Obwaldner Kantonalschützenfest. Wahrscheinlich war es in der Schützenstube zu gemütlich; in den Protokollbüchern ist nämlich kein Rang vermerkt. Beim Sportfest «10 Jahre IWS» betreute die Schützengesellschaft Au einen kleinen Schiessstand. Der Reinerlös kam der Jugendschiessen-Kasse zu gute. Nach dem Ustertag-Schiessen stellte wohl auch der Letzte sein Gewehr zum wohlverdienten Winterschlaf in die Ecke.
Die 1990er-Jahre
Am Feldschiessen 1990 war auf Beichlen erstmals die neue Trefferanzeige Sius 8800 im Einsatz. Bis alles rund lief, war es eine hektische Zeit. Das «Eidgenössische» in Winterthur brachte den Höhepunkt des Jahres. Die 24 Schützen aus der Au erzielten einen Durchschnitt von 46.387 Punkten, gewannen den Goldlorbeer-Kranz und wurden in Wädenswil von der Verkehrsvereinspräsidentin Hanne Herzog und Stadtpräsident Walter Höhn, gebürtig aus der Au, am Vereinsempfang beglückwünscht. Erstmals war man zu einem Freundschaftsschiessen nach Kilchberg eingeladen. Mit diesem Anlass begann eine zehnjährige Tradition.
1991 organisierte die Schützengesellschaft Au turnusgemäss das Bezirks-Winterschiessen. Resumée im Protokoll: Beteiligung tief, Kranzquote hoch, Reingewinn klein. Aber die Organisation wurde in der heimischen Presse lobend erwähnt. Anlässlich des Walliser Kantonalschützenfestes verbrachten die Schützen zusammen mit einigen Familienmitgliedern zwei schöne Tage im Wallis. Nebst einem gelungenen Ausflug und dem Besuch eines Weinkellers wurde auch ein wenig geschossen. Gemäss Jahresbericht stand aber das Feiern im Vordergrund.
1992 qualifizierte sich in der Gruppenmeisterschaft die erste Gruppe in der Besetzung Aeschbach, Leinsmer, Neuweiler, Stemmer und Rufibach für den Kantonalfinal im Ohrbühl Winterthur. Leider kam dann dort im ersten Durchgang das Aus. Nach Ostern starb Roman Estermann, der seinerzeit die Vereinsfahne kreiert hatte. Am Zürcher Kantonalschützenfest erreichten die Schützen aus der Au leider nur die dritte Gabenstufe. Ein flimmerndes Ährenfeld zwischen Schiess- und Scheibenstand soll an diesem Debakel schuld gewesen sein. Die Relegation von der dritten in die vierte Kategorie war die Folge.
1993 verhalf ausgeglichenes Morgenlicht während des Tessiner Kantonalschützenfestes am 25. Juni in Biasca zu den ersten Kranzresultaten. Und in der Folge erreichte man den sechsten Schlussrang von 223 Sektionen. Am 24. Juli verstarb Ehrenpräsident Christian Brunner. Auch ein Supergabentisch konnte die Zahl der Teilnehmer am Jugendschiessen nicht erhöhen. Nur noch 41 Jugendliche absolvierten das Acht-Schuss-Programm.
1994 wurde eine Sektionsmeisterschaft eingeführt. Zehn Schüsse auf die Scheibe A5 bilden das Programm. Am Winterschiessen nach neuer Organisation belegte die Schützengesellschaft Au lediglich Rang neun von zwölf teilnehmenden Sektionen. Der Schützenverein Schönenberg feierte sein 125-Jahr-Jubiläum. Am Jubiläumsschiessen erreichten die Schützen aus der Au den guten zwölften Rang. Höhepunkt wurde der Besuch des Waadtländer Kantonalschützenfestes. Ungewohnt war das Schiessen im offenen Stand, ohne Lärmschutz und Schiessblenden. Dennoch war der Sektionsschnitt mit 47,2 Punkten gut.
Im Jahr 1995 wurde die Mehrwertsteuer eingeführt. In Schützenkreisen war dies recht umstritten, wusste man doch zu Beginn des Jahres immer noch nicht, ob und wie abgerechnet werden musste. Horgen weihte den umgebauten Stand mit einem Standerneuerungsschiessen ein und Oberrieden organisierte zum 125-jährigen Bestehen ein Jubiläumsschiessen. Hier erreichten die Schützen der Au den 13. Rang von 32 Sektionen. Eigentlicher Höhepunkt war das Eidgenössische Schützenfest in Thun am 14. Juli. Es trug den Rang 466 ein, bei 2545 teilnehmenden Sektionen. Wehmütig nahm man in der Schützengesellschaft Au die Auflösung des Arbeiterschiessvereines Wädenswil zur Kenntnis.
1996 trug die Gesellschaft erstmals den zu Ehren des verstorbenen Noldi Temperli ins Leben gerufenen, gleichnamigen Cup aus. Immer zwei ausgeloste Schützen treffen aufeinander. Nur der bessere kommt in die nächste Runde. Der Sieger darf für ein Jahr eine Glocke als Wanderpreis nach Hause nehmen. Am 29 Juni liess der amtierende Stadtschützenmeister das Gemeindeschiessen wieder aufleben. Am Solothurner Kantonalschützenfest wurde ein Sektionsschnitt von 72,72 Punkten erreicht.
Die Saison 1997 brachte Neuerungen. Aufgrund des Erfolges der neuen Standartgewehre musste von drei auf vier Kategorien aufgestockt und die Kranzlimite für diese Waffen auf 89 Punkte festgelegt werden. In der Hoffnung auf noch bessere Resultate führten zwei Instruktoren der Schützengesellschaft Au erstmals einen Theoriekurs für Mitglieder durch.
Der Verein Wildensbuch feierte sein 50-jähriges Bestehen. Begleitet von den Frauen besuchten die Schützen aus der Au am 29. Juni das Jubiläumsschiessen.
Am Zürcher Kantonalschützenfest vom 11. Juni war die Gesellschaft noch der vierten Kategorie zugeteilt. Diesem Umstand war es wohl zuzuschreiben, dass die Schützen auf dem Stand Mettmenstetten mit einem Sektionsdurchschnitt von 73,853 Punkten den ersten Rang belegten. Der Goldkranz und ein geschnitztes Holzsäuli waren die Gaben. Der Schützenverein Wädenswil lud ein, beim 1927 gegründeten Winterschiessverband Wädenswil – Stäfa – Richterswil mitzumachen. Durch die Auflösung des SV Richterswil wurde dessen Platz frei. Selbstredend waren und sind die Schützen aus der Au dabei und geben ihr Bestes.
1998 feierten die Feldschützen Rüschlikon ihr 125-jähriges Bestehen. Eine kleine Delegation wurde zu einem besonderen Anlass eingeladen. Unter der Leitung von Heinz Bolliger zeigte die Schweizerischen Nationalmannschaft im Stand Rüschlikon ihr Können. Der Besuch des Thurgauer Kantonalschützenfestes war für die Schützengesellschaft Au der diesjährige Höhepunkt. Der traditionelle Vorstandsausflug führte ins Zeppelinmuseum Friedrichshafen.
Das traditionelle Jahresprogramm war auch für 1999 gültig: Eröffnungsschiessen, Noldi-Temperli-Cup, Freundschaftsschiessen mit Hirzel, Sektionsmeisterschaft, Einzelwettschiessen, Gruppenmeisterschaft, Besuch eines grossen Schützenfestes, Herbstschiessen Stäfa, Bockenkrieg-Schiessen in Horgen, Gruppenschiessen an der Sihl, General-Werdmüller-Schiessen in Wädenswil, Rossbergschiessen, Jugendschiessen, Endschiessen, Ustertagschiessen, vier obligatorische Übungen, Eidgenössisches. Feldschiessen. Als Höhepunkt figurierte dieses Jahr das Sankt Galler Kantonalschützenfest. Für die Veteranen fand ein Eidgenössisches in Lausanne statt. Alle Veteranen der Schützengesellschaft Au brachten den dreifachen Kranz mit nach Hause.
IM 21. JAHRHUNDERT
Millenium – wie hat doch dieses Wort Wellen geworfen! Was musste man alles befürchten oder vorkehren! Der Jahrtausendwechsel sollte auch bei der Gruppenmeisterschaft etwas Besonderes sein. Über die erste und die zweite Vorrunde steigerte man sich im Bezirksfinal noch einmal und schaffte erstmals den Finaleinzug im Feld D. Der dritte Rang war die Ausbeute, so gut hatten die Schützen aus der Au im Bezirk noch nie abgeschlossen. Millenium: Auch das Eidgenössische Schützenfest in Bière stand unter diesem Motto. Die Gesellschaft errang den Silberkranz; nur zwei Punkte fehlten für den Goldlorbeer.
Es folgte das wirtschaftlich wohl turbulenteste Jahr: Jedermann erinnert sich an den 11. September 2001. Für die Mitglieder waren die traditionellen Schiessen angesagt. Am 6. Juli besuchten sie das Glarner Kantonalschützenfest. Auf dem Stand Schwanden bestritten sie einen guten Sektionswettkampf und manch einer trug zusätzlich einen nicht erwarteten Kranz nach Hause. Gemäss Beschluss der Generalversammlung fand mit der 40. Austragung das letzte Jugendschiessen statt. Leider schrumpfte die Teilnehmerzahl auf 25 Jugendliche. Schade! Aber vielleicht findet sich eine andere Gelegenheit, um diesen Anlass wieder aufleben zu lassen. Für die Schützengesellschaft Au war es ein sehr arbeitsintensives Jahr. Sie zeichnete für verschiedene Anlässe verantwortlich, wie zum Beispiel das Freundschaftsschiessen Au – Hirzel, das Feldschiessen, das Bezirksschiessen und das Winterschiessen Oberer Zürichsee.
Im Jahr 2002 feierte die Schützengesellschaft Au ihr 75-jähriges Bestehen im eigenen Kreis. Mit einer kleinen Vereinsreise wurde allen Mitgliedern gedankt. Der Dank galt auch allen Helferinnen und Helfern, welche die Schützen immer wieder unterstützen. Und weiterhin gilt das Wort des Präsidenten: «Tragt dem Verein Sorge und pflegt die gute Kameradschaft!»