Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03131.jsonl.gz/724

Während früher viele Ärzte Menschen mit Epilepsie generell das Trinken von Alkohol verboten haben, weiss man heute, dass gegen das Trinken von Alkohol in kleinen Mengen zum Beispiel bei gesellschaftlichen Anlässen keine vernünftigen Einwände bestehen.
Alkoholmissbrauch ist sowohl bei vorbestehenden Epilepsien ungünstig als auch ein Risikofaktor für das erstmalige Auftreten eines generalisierten tonisch‐klonischen Anfalls überhaupt. Meistens sind dabei nicht die Phasen des Alkoholtrinkens gefährlich, sondern die Stunden und Tage danach, in denen der Alkohol im Körper wieder abgebaut wird und die Konzentration zurückgeht. Oft treffen auch Alkoholentzug, Schlafmangel, eine verminderte Nahrungsaufnahme und Nichteinnahme von Medikamenten zusammen.
Bei schwerem und lang dauerndem Missbrauch von Alkohol können die damit verbundenen Schädigungen des Gehirns zu einer symptomatischen Epilepsie führen, die manchmal auch als „Alkoholepilepsie“ bezeichnet wird. Die Hirnschäden können dabei in direkten Auswirkungen des Alkohols und auch in indirekten Schädigungen wie alkoholbedingten Stürzen mit Hirnverletzungen bestehen.