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August und Sommer 2022 auf globaler Ebene
Im globalen Mittel wurde der drittwärmste August im Copernicus-Datensatz ab 1979 verzeichnet. Er lag 0,3 °C über dem Durchschnitt 1991–2020. Gleich warm war der August in den Jahren 2017 und 2021. Geringfügig milder zeigte er sich in den Jahren 2016 und 2019. Europa registrierte mit 1,7 °C über dem Durchschnitt 1991–2020 den deutlich wärmsten August und mit 1,3 °C über dem Durchschnitt 1991–2020 den wärmsten Sommer im Copernicus-Datensatz ab 1979. Am weitesten über den Durchschnitt stieg die Augusttemperatur im Osten Europas. Im Südwesten des Kontinents lagen sie auch im Juni und Juli weit über dem Durchschnitt. In diesem Teil Europas sowie in Zentral- und Ostchina kam es in allen drei Sommermonaten zu Hitzewellen. Ausserdem erlebte auch Nordamerika einen der wärmsten Sommer im Copernicus-Datensatz ab 1979.
Der globale Überblick
In einem grossen Teil Chinas lag die Augusttemperatur weit über dem Durchschnitt 1991–2020. Besonders massiv zeigte die Hitzewelle und die Dürre im Sichuan-Becken. Auch in den westlichen Regionen Kanadas und der USA herrschten ungewöhnlich hohe Temperaturen. In der Antarktis gab es, wie so oft, Regionen mit deutlich über- und unterdurchschnittlicher Temperatur, die sich über den ganzen Kontinent verteilten.
In dem von Überschwemmungen heimgesuchten Pakistan herrschten unterdurchschnittliche Temperaturen, ganz im Gegensatz zu den ungewöhnlich heissen Bedingungen in der Vormonsunzeit. Nördlich davon erstreckte sich ein grosses Gebiet mit unterdurchschnittlicher Temperatur von den zentralasiatischen Republiken über Zentralrussland und die Mongolei bis in den Nordwesten Chinas.
In allen grossen Ozeanbecken gab es unterschiedliche Bedingungen. Über dem Durchschnitt 1991–2020 lag die Lufttemperatur vor allem über der Barents- und der Karasee, dem westlichen Mittelmeer, dem nördlichen Pazifik und dem Atlantik, einer Region des Südpazifiks, die sich von Australien bis ins südliche Südamerika erstreckt, sowie über grösseren Meeresgebieten der Antarktis.
Unter dem Durchschnitt 1991–2020 lag die Lufttemperatur in einem grossen Gebiet des tropischen und südlichen subtropischen Ostpazifiks, was auf anhaltende La-Niña-Bedingungen hindeutet, in grösseren Gebieten des indischen Ozeans sowie über Meeresgebieten der Antarktis, insbesondere vor der Küste der Westantarktis.
Europa
Im europäischen Mittel wurde mit 1,7 °C über dem Durchschnitt 1991–2020 der bei weitem wärmste August im Copernicus-Datensatz ab 1979 verzeichnet. Er lag 0,8 °C über dem bisherigen Rekord-August 2018 und 0,9 °C über den Augustmonaten 2010, 2003 und 2015.
In den Jahren 2003 und 2010 waren die lokalen Augustextreme zwar höher als aktuell, doch einige grosse Regionen Europas registrierten damals unterdurchschnittliche Werte. Im August 2022 hingegen lag die Temperatur in den meisten Teilen Europas über dem Durchschnitt 1991–2020.
Am weitesten über dem Durchschnitt lag sie im äussersten Osten des Kontinents, in einem Streifen, der sich von der Barents- und Karasee bis zum Kaukasus erstreckte. Auch im Westen Europas war die Augusttemperatur im Allgemeinen hoch, aber nicht so extrem wie zuvor in den Monaten Juni und Juli.
Der nordhemisphärische Sommer 2022
Während des nordhemisphärischen Sommers (Juni bis August) lag die Temperatur über Land überwiegend über dem Durchschnitt 1991–2020. In Nordamerika, Nordwestafrika, China, Japan, Europa und Ostrussland war die Periode Juni bis August grösstenteils deutlich wärmer als im Durchschnitt 1991–2020. Der grösste Teil der Antarktis verzeichnete einen Winter (Juni bis August), der weniger kalt war als im Durchschnitt 1991–2020.
Zu den Regionen, in denen die Juni–August Temperatur unter dem Durchschnitt lag, gehören Pakistan und die Küstenregionen von Oman und Jemen, der grösste Teil Ostaustraliens, ein Grossteil Grönlands und ein Streifen von Mittelsibirien bis Nordostchina.
Die Juni–August Temperatur über den Ozeanen zeigte etwa das gleiche Muster der Abweichungen zum Durchschnitt 1991–2020 wie bereits oben für den August 2022 beschrieben.
Der Sommer 2022 in Europa
Im europäischen Mittel wurde der wärmste Sommer im Copernicus-Datensatz ab 1979 verzeichnet. Die Juni–August Temperatur lag etwa 1,34 °C über dem Durchschnitt 1991–2020. Der bisher wärmste europäische Sommer 2021 blieb 0,4 °C darunter. Die Sommer 2010 und 2018 waren um 0,5 °C, der Sommer 2003 um 0,6 °C kühler.
Fast ganz Europa registrierte deutlich überdurchschnittliche Werte, insbesondere der Südwesten und der äusserste Nordosten. Frankreich erlebte 2022 den zweitwärmsten Sommer nach 2003. Dies obwohl die Anzahl der Tage, die als Hitzewelle eingestuft wurden, 2022 höher war als 2003. England meldete ebenfalls den zweitwärmsten Sommer, zusammen mit dem Sommer 2018.
Die Copernicus Mitteilung zum August und zum Sommer 2022 ist in englischer Sprache verfügbar.
Der August 2022 in der Schweiz
Die Schweiz registrierte im landesweiten Mittel den drittwärmsten August seit Messbeginn 1864. Rang 2 gab es vor allem in der Westschweiz, im Wallis und auf der Alpensüdseite. Lokal wurde eine der heissesten Dreitagesperioden für den Monat August verzeichnet. Die Niederschlagssummen blieben in vielen Gebieten deutlich unterdurchschnittlich, während mehrere Messstandorte einer der sonnigsten Augustmonate der letzten 60 Jahre aufzeichneten.
Der Sommer 2022 in der Schweiz
Die Schweiz blickt auf den zweitwärmsten Sommer seit Messbeginn 1864 zurück. Er brachte drei ausgeprägte Hitzeperioden. Die Hitze setzte im Juni ungewöhnlich früh ein und erfasste auch die Monate Juli und August. Zur Hitze gesellte sich über längere Zeit ein massiver Regenmangel. Der wenige Regen liess Platz für viel Sonnenschein, was gebietsweise zum sonnigsten Sommer seit Messbeginn führte.