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Die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) verzichtet auf Richtlinien zur Sterilisation von geistig behinderten Menschen. Sie bleibt in ihrer Empfehlung beim Sterilisations-Verbot und spricht sich für die gängigen Mittel zur Empfängnisverhütung aus.
Die im vergangenen Frühling zur Vernehmlassung veröffentlichten Richtlinien der SAMW wollten die Sterilisation von geistig Behinderten auch dann erlauben, wenn die betroffene Person die Tragweite des Eingriffs nicht ganz versteht.
Die vorgesehene Aufhebung des Sterilisationsverbotes geriet bei Vertretern von Behindertenorganisationen und Heilpädagogik in die Kritik.
Diese Richtlinien werden nun vorläufig nicht erlassen, wie die SAMW am Dienstag (27.02.) mitteilte. Stattdessen arbeitete die Zentrale Ethikkommission Empfehlungen aus, welche die seit 1981 bestehenden Richtlinien ergänzen.
Diese gehen vom Grundsatz aus, dass primär reversible empfängnis-verhütende Massnahmen anzuwenden sind.
Auf die Sterilisation von urteilsunfähigen geistig behinderten Menschen soll in Anbetracht der zur Zeit bestehenden Rechtsunsicherheit verzichtet werden. Bei urteilsfähigen geistig behinderten Menschen dürfe eine Sterilisation nur als ultima ratio in Betracht gezogen werden.
swissinfo und Agenturen