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Der Teufel selbst hatte einmal einen Spiegel erschaffen, der alles Schöne hässlich aussehen ließ und das Schlechte schön machte. Dieser Spiegel zersprang eines Tages in tausend kleine Stücke. Diese Stücke flogen in der Welt umher und wen sie ins Herz trafen, der hatte fortan ein Herz so kalt wie Eis. Wen sie ins Auge trafen, sah alles nur noch hässlich und böse.
Zwei dieser Splitter trafen einen Jungen namens Kay. Einer traf ihn in sein Auge und einer traf sein Herz. Fortan veränderte er sich immer mehr und er hatte nur noch Spott übrig für seine beste Freundin Gerda. Er wollte nicht mehr Zeit mit ihr verbringen und spielte nur noch mit den frechen Jungs. Als sie allesamt im Winter ihr Unwesen mit den Schlitten trieben, da tauchte die Schneekönigin auf. Kay hängte seinen Schlitten an den der Schneekönigin. Doch plötzlich zog sie ihn in ihren Schlitten. Das kalte Herz von Kay fror nun vollends zu und er vergass seine Familie und Gerda. Die Schneekönigin nahm ihn mit in ihren Palast.
Gerda weinte um Kay. Das Dorf dachte er sei tot. Sie sagten, der Fluss habe ihn mitgenommen. Im Frühling vermisste Gerda Kay immer noch und beschloss ihn am Fluss zu suchen. Sie wagte sich mit einem Boot auf den Fluss und der nahm sie mit sich. Erst fürchtete sich Gerda, doch dann hatte sie die Hoffnung, dass der Fluss sie zu Kay bringen würde. Nach einer Weile kam sie an einem wunderschönen Kirschgarten mit vielen Rosen vorbei. In diesem Garten stand ein Haus. Gerda rief um Hilfe. Eine alte Frau erschien und half ihr an Land. Gerda erzählte ihr, dass sie auf der Suche nach Kay war. Die alte Frau kämmte Gerdas Haare mit einem goldenen Kamm und so vergass Gerda ihren Kay. Sie vergass ihn bis in den Spätherbst hinein.
Nachdem sich Gerda wieder erinnern konnte, wollte sie ihren Kay weitersuchen. Sie traf einen Raben, dem sie ihre Geschichte erzählte. Dieser berichtete ihr von einer Prinzessin, die einen Prinzen fand. Das könne doch ihr Kay sein. Der Rabe brachte sie zum Schloss. Doch der Prinz war nicht Kay. Gerda weinte bitterlich und erzählte dem Prinzen und der Prinzessin ihre Geschichte. Das Paar half ihr, gab ihr kostbare Kleider, eine goldene Kutsche, Pferde, einen Kutscher und Diener. So machte sich Gerda erneut auf die Suche nach ihrem Kay.
Einmal fuhr die Kutsche durch einen dunklen Wald. Das Gold der Kutsche leuchtete und Räuber entdeckten sie. Sie schlugen den Kutscher und die Diener tot und nahmen Gerda mit sich. Die Räuberbande wollte sie gar verspeisen, doch ein Räubermädchen fand gefallen an Gerda und so erzählte Gerda auch dem Räubermädchen seine Geschichte. Das Räubermädchen half Gerda und gab ihr ihr Rentier. Das Rentier sollte sie nach Lappland bringen. Dort sei ihr Kay, so hiess es.
Nach weiteren Widrigkeiten erreichte Gerda schliesslich das Schloss der Schneekönigin und fand ihren Kay. Doch dieser war kaum wiederzuerkennen. Sein Herz war ein Eisklumpen und er ganz blau von der Kälte. Er merkte es nicht. Die Schneekönigin spielte ihr grausames Spiel mit ihm. Sie versprach ihm die Freiheit, wenn er das Wort Ewigkeit mit Eissplittern legen könne. Doch weil Kay einen Glassplitter im Auge hatte, konnte er nicht richtig sehen. Als Gerda ihn so sah, so kalt und gleichgültig, da fiel sie ihm um den Hals und weinte warme Tränen. Die Tränen vermochten sein Herz aus Eis zu erwärmen. Der Eisklumpen schmolz und die Glasscherben zersprangen. Kay konnte nun das Wort Ewigkeit legen und mit Gerda nach Hause gehen. Als sie zuhause ankamen, waren sie bereits erwachsen. Doch blieben sie Kinder in ihrem Herzen.
Das war eine Kurzfassung der Schneekönigin von Hans Christian Andersen. Falls Sie diese und weitere Geschichten lesen möchten werden Sie vielleicht hier fündig. Wir wünschen Ihnen Frohe Festtage!