Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03404.jsonl.gz/3014

Das Wichtigste in Kürze
- Heftige Regenfälle nach Dürre verursachen rund um Erbil «bedeutende» Schäden.
Unter den Todesopfern in der Gegend der Stadt Erbil seien auch Frauen und Kinder, teilte der Gouverneur der autonomen Kurdenregion, Omid Choschnaw, mit. Auch ein Türke und zwei philippinische Staatsangehörige zählten demnach zu den Toten.
Die Sturzfluten hatten laut Choschnaw gegen 04.00 Uhr begonnen und viele Menschen im Schlaf überrascht. Nach einer schweren Dürre in letzter Zeit war die Bevölkerung nicht auf Hochwasser eingestellt gewesen.
Zunächst war von acht Todesopfern die Rede, später von elf. Eines der Opfer kam durch einen Blitzschlag ums Leben, sagte der Sprecher der Zivilschutzbehörde, Sarkawt Karatsch. Die anderen sieben Opfer seien in ihren Häusern ertrunken. Später wurden die Leichen von drei Vermissten entdeckt.
Das Hochwasser richtete nach Angaben von Gouverneur Choschnaw «bedeutende» Schäden an, insbesondere in einem Arbeiterviertel im Osten von Erbil. Vier Mitarbeiter des Zivilschutzes, die den Flutopfern zu Hilfe kommen wollten, erlitten Verletzungen, als ihr Fahrzeug von den Wassermassen fortgespült wurde.
Schlammiges Wasser floss durch die Strassen von Erbil, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Wassermassen rissen einige Busse, Lastwagen und Tankwagen mit sich, einige Fahrzeuge lagen umgestürzt auf der Seite. Viele Menschen im Hochwassergebiet mussten ihre Häuser verlassen, wie der Zivilschutz mitteilte.
Gouverneur Choschnaw rief die Menschen in Häusern, die nicht überschwemmt wurden, auf, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben. Da noch mehr Regenfälle erwartet würden, bestehe die Gefahr weiterer Überschwemmungen.
Der Irak hatte in den vergangenen Jahren unter einigen Extremwetter-Ereignissen zu leiden. Neben Hitzewellen und Dürren gab es auch heftige Überschwemmungen. Sie wurden durch die vorangegangenen Dürren verstärkt, weil die ausgetrockneten Böden kaum Wasser aufnehmen konnten.
Wegen der Dürren gaben viele Bauern ihre Höfe auf und zogen in die Städte. Dies verschlechtert die Versorgungslage in dem Krisenland weiter. Die Weltbank warnte im November, wegen des Klimawandels sei ein weiterer Rückgang der Wasserressourcen des Irak um 20 Prozent bis zum Jahr 2050 zu befürchten.