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Schwarzer Sand als Hintergrund, darauf aufgeklebt mehrere Bildfragmente, welche Teile von Pferden, Menschen oder Gebäuden zeigen sowie weisse Linien, die das Bild komplettieren: Acht solcher Tafeln hängen im Kreuzgang des Franziskanerklosters in Freiburg. Wie das Kloster und das kantonale Amt für Archäologie mitteilen, bilden diese Tafeln den Hauptteil der neuen Dauerausstellung im Kloster, die heute um 18 Uhr eröffnet wird (siehe Kasten). Zugeschrieben werden die bemalten Wandverputzteile dem Freiburger Maler Hans Fries.
Lettner zerstört
Im Jahr 1256 sei der Grundstein für die Franziskanerkirche an der Murtengasse in Freiburg gelegt worden, sagt Pater Pascal Marquard, Guardian des Franziskanerklosters, den FN. Jedoch sei nicht die gesamte Kirche gleichzeitig entstanden. «Zunächst wurde der Chor gebaut, und als man wieder Geld hatte, das Schiff.» Zwischen den beiden Teilen habe es deshalb eine Trennmauer, den sogenannten Lettner gegeben. Da das Schiff Risse in der Mauer aufwies, wurde es 1745 abgerissen und neu gebaut, dabei zerstörten die Arbeiter auch den Lettner.
Während archäologischen Ausgrabungen zwischen 1985 und 1990 kamen Tausende von bemalten Wandverputzresten zutage. 2006 wurden die Bruchstücke in das Zentraldepot überführt, um den Schmutz zu entfernen, die Fragmente zu ordnen und zu inventarisieren. Dank der Unterstützung durch den Schweizerischen Nationalfonds begann im Jahr 2010 ein interdisziplinäres Team mit Experten aus Archäologie, Kunstgeschichte, Geowissenschaften und Konservierung sowie Restaurierung, die Einzelteile zu untersuchen und zusammenzusetzen. «Dabei gelang es, einzelne Gesichter, Gebäudeteile oder Säulen zu rekonstruieren», erklärt Pater Pascal.
Die Analyse der Rückseite der bemalten Wandverputzteile habe ergeben, dass diese vom rund 20 Meter langen Lettner stammten. Die Analyse der Maltechnik, der Kleidung und Gesichtszüge der Figuren, der darunterliegenden Vorzeichnung sowie physikalisch-chemische Untersuchungen liessen zudem einen Rückschluss auf den Urheber der Bilder zu: «Sie stammen vom berühmten Freiburger Maler Hans Fries, der diese um 1500 gemalt hat», so Pater Pascal. Dargestellt sind etwa eine Kreuzigung, Gottvater in den Wolken, Betende und gezäumte Pferde. Die ganzen Bilder seien in der Ausstellung nicht zu sehen, sagt Pater Pascal. «Es ist eher wie ein Puzzle, bei dem viele Teile fehlen.» Ein Tablet helfe den Besuchern jedoch dabei zu verstehen, wie die Forscher zu den Ergebnissen gekommen seien. Auch sind darauf grafische Wiederherstellungen der Szenen zu finden, die anhand anderer Werke von Hans Fries rekonstruiert wurden.
Wie es in der Mitteilung heisst, kommen die Fragmente zurück in eine Umgebung, wo «in der angrenzenden Franziskanerkirche und dem benachbarten Museum für Kunst und Geschichte bereits mehrere Werke des Freiburger Meisters versammelt sind».
Zur Ausstellung
Wandverputzteile im Kreuzgang
Die Dauerausstellung von bemalten Wandverputzteilen, die dem Freiburger Malers Hans Fries zugeschrieben werden, ist im Kreuzgang des Franziskanerklosters an der Murtengasse 6 in Freiburg zu sehen. Der Kreuzgang ist zu den Öffnungszeiten der Kirche zugänglich. Heute Abend laden das Franziskanerkloster und das kantonale Amt für Archäologie zur Vernissage der Ausstellung. Diese beginnt um 18 Uhr.