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Materialien: Bleistift, Fotokarton (weiss, schwarz) Lineal, Schnittmuster, Schere, 2 Lampen (100 W), Temperaturmessgerät
Mit Hilfe der Schnittmuster werden jeweils zwei gleiche Bären aus dem Fotokarton heraus-geschnitten. Eine Zündholzschachtel zwischen die zwei Kartons geklebt, ermöglicht den Bärenmodellen, dass sie selber stehen.
Nun können beide Bären nebeneinander gestellt und mit jeweils einer Lampe bestrahlt werden. Anschliessend werden im Abstand von 3 min. die Temperaturen beim Braunbär und Eisbär gemessen und in die Tabelle übertragen. Was fällt dir auf? Erkläre
Weisser Riese
Der Eisbär ist das grösste Fleisch fressende Landsäugetier der Erde. Bis zu 800 Kilogramm schwer kann ein ausgewachsenes Männchen werden. So schwer wie ein kleines Auto! Bei seiner Geburt wiegt der Eisbär weniger als ein Kilo und ist so klein wie ein Meerschwein-chen. Aufgerichtet erreicht das erwachsene Männchen eine Körperhöhe von 3,5 Metern. Die Weibchen sind mit 300 bis 400 Kilogramm etwa halb so schwer wie die Männchen und auch einiges kleiner. Eisbären können 20 bis 30 Jahre alt werden.
Überleben in der Tiefkühltruhe
Eisbären können in der Arktis nur überleben, weil sie sich hervorragend an die Kälte angepasst haben. Unter ihrer Haut haben sie eine bis zu zehn Zentimeter dicke Fettschicht, die den Körper im Wasser und an Land vor den extrem tiefen Temperaturen schützt. Darüber tragen sie ein dichtes, langes, weisses Fell. Die Haare des Fells sind aber nicht wirklich weiss, sondern durchsichtig. Die optische Täuschung entsteht durch das Sonnenlicht, ähnlich wie bei Eis und Schnee. Ausserdem sind die Haare hohl, damit sie die Sonnenstrahlen nach innen bis auf die schwarze Haut des Eisbären leiten können, wo die Wärme gespeichert wird. Bei Eisbären im Zoo sammeln sich in den hohlen Haaren manchmal Algen und die Bären werden grün wie ein Frosch.
Robben als Lieblingsessen
In der gesamten Arktis leben schätzungsweise noch 25`000 Eisbären, mehr als die Hälfte davon in Kanada. Am besten gefällt es Ihnen dort, wo es Packeis, offenes Wasser und Küstenstreifen gibt. Auf dem Packeis jagen sie im Winter ihre liebste Beute: Ringelrobben und Sattelrobben. Ausserdem machen Eisbären Jagd auf junge Walrosse, Beluga- und Narwale, Fische, Seevögel und deren Eier. Mit Ihrer feinen Nase riechen Eisbären 20-mal besser als wir Menschen. Eine Robbe finden sie auf 30 Kilometer Entfernung und sogar in Eishöhlen, die bis zu einem Meter unter der Oberfläche liegen.
Was sind Meerbären?
Meerbären - so heissen die Eisbären mit lateinischem Namen (Ursus maritimus) - sind ausgezeichnete Schwimmer. Ihre riesigen Vorderpranken benützen sie zum Paddeln, während sie die Hinterbeine einfach hängen lassen und mit ihnen steuern. Zwischen den Zehen besitzen sie sogar Schwimmhäute. Bis zu zwei Minuten können Eisbären mit offenen Augen und geschlossenen Nasenlöchern tauchen. Weil Eisbären in der Nähe des Nordpols leben, werden sie auch Polarbären genannt.
Hungern im Sommer
Im Sommer, wenn das Packeis schmilzt, kehren die Eisbären ans Festland zurück und es heisst für mehrere Monate fasten und ruhen. Weil es an Land keine Robben gibt, müssen sie sich mit kleinen Säugetieren und Vögeln, zwischendurch aber auch mit Gras, Moos und Beeren zufrieden geben. Je früher das Eis schmilzt und je später es im Herbst wieder zufriert, desto weniger Fettreserven haben die Tiere. Dauert die Fastenzeit sehr lange, kann das die Gesundheit und den Nachwuchs der Eisbären stark gefährden.
Kinderzimmer aus Schnee
Absolut erstaunlich ist, wie die Eisbärenmütter ihre Jungen zur Welt bringen. Eine Eisbärin muss vier bis fünf Jahre alt sein und Mitte September mindestens 300 Kilo auf die Waage bringen, damit sie schwanger oder, wie man bei den Tieren sagt, trächtig werden kann. Sie kann also nur Junge bekommen, wenn sie im Herbst genug Fettreserven hat. Sie verlässt nun das Packeis und sucht sich landeinwärts einen Schneehang, in den sie eine Höhle baut. Der Eingangstunnel ist etwa einen Meter lang, die Geburtshöhle selbst hat einen Durchmesser von eineinhalb Metern.
Die Bärin zieht sich in die Höhle zurück, verschliesst den Eingang mit Schnee und trägt ihre Jungen aus. Etwa im Dezember bringt sie ihre Jungen zur Welt, meistens sind es zwei. Die neugeborenen Eisbären sind noch winzig klein (etwa 25 cm lang), blind und wenig behaart. Mit ihrem Atem und der Körperwärme wärmt die Mutter ihre Kinder. In der Höhle ist es knapp unter null Grad Celsius „warm“, während draussen Winterstürme bei minus 40 Grad toben! Damit die Jungen schnell wachsen, enthält die Milch der Eisbärin besonders viel Fett und Eiweiss. Erst wenn die jungen Eisbären 9 bis 14 Kilogramm schwer sind, dürfen sie die Höhle Anfang März zum ersten Mal verlassen.
Etwa zwei Wochen lang erkunden sie die Umgebung der Höhle im Spiel, um sich an die tiefen Temperaturen zu gewöhnen und für den Rückmarsch an die Küste fit zu werden. Diese Wanderung ist sehr anstrengend für die Kleinen und die Mutter. Die Eisbärin hat zu diesem Zeitpunkt nämlich seit acht Monaten nichts mehr gefressen! Sie lebt nur von ihren Fettreserven und säugt dabei auch noch die Jungen. Klar, dass sie jetzt dringend Nahrung braucht. An der Küste angekommen, bricht sie in Robbenhöhlen ein, die tief unter dem Eis liegen. Die Mutter füttert und beschützt ihre Jungen noch zwei Jahre und bringt ihnen alle Dinge bei, die für das Leben in der Arktis wichtig sind. Erst nach insgesamt drei Jahren sind die jungen Eisbären selbständig und die Eisbärin kann wieder neuen Nachwuchs bekommen.
Eisbären im Treibhaus
Klimaforscher haben etwas Beunruhigendes festgestellt. In der Arktis werden die Winter wärmer, der Frühling setzt früher ein und das Eis wird immer dünner. In den letzten 100 Jahren ist nämlich die durchschnittliche Lufttemperatur in der Arktis um fast 5 Grad Celsius gestiegen! Für die Eisbären hat das schlimme Folgen. Das Eis schmilzt im Frühling früher und friert im Herbst später als gewöhlich. Dadurch wird die Zeit kürzer, in der sich die Eisbären auf dem Packeis aufhalten können, um dort einen Grossteil ihrer jährlichen Futterration zu erjagen. Jede Woche, die die Bären früher aufs Festland gehen müssen, kostet sie 10 Kilo Gewicht.
Tragende Weibchen und Eisbärenjunge leiden ganz besonders unter dem Nahrungs-mangel. Schon heute überstehen weniger als die Hälfte der Jungen die eisfreie Zeit, die immer länger wird. Und ein weiteres Problem entsteht durch den Klimawandel. Die Ringelrobben, die ja die Hauptnahrung der Eisbären sind, bringen ihren Nachwuchs in Eishöhlen zur Welt. Durch die Erwärmung stürzen diese Eishöhlen häufig ein und die jungen Robben werden dabei getötet. Deshalb gibt es immer weniger Ringelrobben und dadurch auch weniger Eisbären.