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Rebsorte
Chasselas, weisse Rebsorte aus der Schweiz
Chasselas ist die Königin unter den Schweizer Rebsorten. Was sind ihre Synonyme? Wo gedeiht sie überall auf der Welt? Welcher Wein wird aus Chasselas erzeugt?
Wo kommt Chasselas eigentlich her?
Chasselas, sagen Historiker und Rebsortengenetiker, hat ihren Ursprung am Genfersee. Für den Chasselas stehen viele Namen: Fendant, Lausannois, Vivisbacher oder Gutedel. Eine Rebe, deren Name viele Synonyme kennt, ist meist eine alte Sorte. Und die Namen verraten ihren Ursprung und den Weg ihrer Verbreitung. 19 Klonen oder Varietäten werden aktuell im Conservatoire du Chasselas in Rivaz/VD kultiviert.
Die Geschichte der Rebsorte Chasselas und ihrer Synonyme
Zisterzienser Mönche, die ab dem 12. Jahrhundert das Lavaux terrassierten, brachten die Sorte nach Chasselas im Burgund. Dort auf dem gleichnamigen Schloss wurde sie Lausannois genannt. Beliebt als Tafeltraube gelangte sie später in den Sortengarten des Königs von Frankreich, wo sie als Chasselas bekannt wurde. Auf einem anderen Weg brachten Winzer aus Vevey die Fendant ins Markgräflerland (im Südosten Deutschlands), wo sie Vivisbacher hiess und später in Gutedel umbenannt wurde.1848 bestellte der Walliser Staatsrat 50‘000 Stöcke Fendant zur Anpflanzung. Von da an verbreitet sich die Chasselastraube, im Wallis unter dem Namen Fendant bekannt, unaufhaltsam. (Quelle: Historisch-genetische Studie des Ursprungs des Chasselas, J.F. Vouillamoz). Während in der Waadt die Crus die Namen den Dörfer, Domänen und Schlösser ihrer Herkunft tragen, benennen die Walliser ihre Weine nach den Rebsorten. So kam es, dass Fendant zum Synonym für Chasselas oder Gutedel wurde.
Wo wächst Chasselas?
Heute ist Chasselas als Tafeltraube weltweit verbreitet. Wein keltern daraus vor allem Schweizer Winzer (3’672 ha). Ihnen folgen die Markgräfler (1’000 ha). Wenige Chasselas-Weine gibt es im Elsass, in Ungarn und in Kanada.
Welcher Wein wird aus Chasselas erzeugt?
Unproblematisch in den Kulturen und ein sicherer Wert im Ertrag ist Chasselas im Keller eine Diva. Sie verzeiht keinen Fehler. Vielfach gibt sich der spritzige Jungwein zickig. Im ersten Jahr in der Flasche gibt sich der Chasselas wie ein Jungstar. Lange Zeit wurde er unterschätzt und als ein eher neutraler Aperitifwein angesehen. Doch bei einer präzisen Vinifikation und dem Ausbau im grossen Eichenfass, entstehen grandiose Botschafter des Terroirs – des Bodens und des Mikroklimas seiner Herkunft. Glauben Sie: Wenn Sie einige Flaschen zwei bis drei Jahre lang aufbewahren, verzaubert Sie Chasselas mit seiner wahren Grösse unter Entfaltung sagenhafter Aromen nach Nüssen, Trockenobst und Honig.
Chasselas, Fendant, Lausannois, Vivisbacher oder Gutedel, entdecken Sie (aufs Neue) diese emblematische Schweizer Rebsorte mit vielen Facetten und einem grossartigen Qualitätspotenzial.