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Zum dritten Mal haben sich die US-Republikaner einen Schlagabtausch geliefert: Donald Trump konterte Kritik von Mitstreitern und Moderatoren. Jeb Bush versuchte, Marco Rubio zu attackieren – doch der zählt zu den Gewinnern der TV-Debatte.
Die zehn bestplatzierten Bewerber um die republikanische Präsidentschaftskandidatur in den USA haben sich am Mittwoch eine dritte Fernsehdebatte geliefert. Dabei wurde vor allem mit Spannung erwartet, wie sich der frühere Neurochirurg Ben Carson schlagen würde. Er lag in einer Umfrage von Dienstag erstmals vor dem bislang führenden Milliardär Donald Trump.
Der Immobilien-Mogul aus New York wurde gleich zu Beginn der Debatte in der Universität von Colorado in Boulder von seinen Mitbewerbern angegriffen. «Wir sind dabei, jemanden auszuwählen, der nicht fähig ist, diese Arbeit zu machen», sagte etwa John Kasich, Gouverneur von Ohio. Kritisiert wurden auch seine als unrealistisch verurteilten drastischen Steuersenkungspläne sowie sein Vorschlag, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen.
CNBC-Moderator John Harwood fragte Trump, ob der eigentlich die Comic-Version einer Wahlkampagne veranstalte. «Das ist keine sehr nett gestellte Frage, wie Sie sie stellen», entgegnete Trump – und verteidigte seinen Plan als vernünftig.
An der Grenze zu Mexiko wolle er eine Mauer bauen, damit nicht so viele Einwanderer ins Land kommen. «In der Mitte bauen wir eine grosse Tür ein, damit reinkommen kann, wer legal bei uns im Land sein darf», sagte Trump. Für die Baukosten solle Mexiko aufkommen.
Trump behauptete ausserdem, niemand anders habe solche Fähigkeiten, Schulden abzubauen, wie er. «Ich habe Zehntausende Jobs geschaffen und ich bin hier der einzige, der das behaupten kann.»
Doch auch Carson hatte Mühe, seinen Vorschlag zu verteidigen, einen einheitlichen Steuersatz von zehn Prozent zu verteidigen. Zu den weiteren Teilnehmern der zweistündigen Debatte über Wirtschaftsthemen gehörten unter anderem Ted Cruz, Carly Fiorina als einzige Frau – und Jeb Bush.
Der Bruder des letzten republikanischen Präsidenten George W. Bush galt vor Beginn des Kandidatenrennens als grosser Favorit, doch seine Umfragewerte sind zuletzt stark gesunken. In der TV-Debatte griff er Marco Rubio an, den 44 Jahre alten Senator aus Florida, den er für seinen Hauptgegner hält. Rubio mache nur einen Teilzeitjob als Senator, sagte Bush. Sonst kam er kaum zu Wort.
Rubio konterte seinen einstigen Mentor: «Jemand hat Ihnen offenbar gesagt, dass es Ihnen hilft, wenn Sie mich angreifen.» Geholfen haben dürfte es Rubio. Kommentatoren sahen in ihm einen der Sieger der Polit-Show. Die Debatte wurde vom Sender CNBC ausgetragen.
Die Präsidentschaftswahl findet im November 2016 statt. US-Präsident Barack Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten. Beide Parteien bestimmen ab Anfang kommenden Jahres in Vorwahlen ihre Kandidaten. Bei den Demokraten gilt die frühere Aussenministerin Hillary Clinton als Favoritin für die Kandidatur.