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Die Sicherheit der Kantonsstrassenbrücke in Ronco Bedretto ist durch die bedeutenden Erosionsprozesse im Flussbett des Ticino unterhalb der Einmündung des Ri di Ronco stark gefährdet. Die Sohleneintiefung in der Nähe der Brücke hat lokal eine Tiefe von mehr als 3 Metern erreicht, was die Sicherheit der beiden Pfeiler sowie die zum Schutz der Widerlager errichteten Dämme bedeutend einschränkt. Die langfristige hydraulische Sicherheit des Bauwerkes soll durch den Bau einer eigendynamischen Rampe sichergestellt werden, ähnlich dem, was in den Projekte für die Sanierung der Rampe in Lodrino am Fiume Ticino und die Stabilisierung des Flussbetts der Tresa vorgesehen ist. Eine Lösung, welche die Ziele der Kantonsstrassensicherung mit den ökologischen und landschaftlichen Anforderungen am besten in Einklang bringt. Die durch das Studio beffa tognacca sagl projektierte eigendynamische Rampe hat eine Gesamtlänge von ca. 190 m (inklusive Pufferzone) und weist ein Anfangsgefälle von ca. 10% auf. Die Abflüsse betragen 85 m3/s für HQ100 und 126 m3/s für das Extremereignis.
Die heutigen analytischen und empirischen Ansätzen ermöglich es nicht, das komplexe Zusammenspiel zwischen Abfluss, mobiles Flussbett und Bauwerk (Brückenpfeiler und Dämme) zuverlässig zu beschreiben. Die Breite des Fiume Ticino entlang des geplanten Abschnitts (30-35 m) und das ausgeprägte Gefälle verursachen im Hochwasserfall die Bildung von starken Erosionsrinnen (Talweg). Gerade diese Effekte sind potentiell entscheidend für die Bewertung der erosiven Prozesse im Bereich der Pfeiler und der Dämme. Die physikalische Modellierung erlaubt die Untersuchung dieser Phänomene, das Verständnis und die Quantifizierung von Erosions- und Ablagerungsprozesse und die Definition adäquater Schutzmassnahmen.
Die Projektgeometrie der eigendynamischen Rampe von Ronco ist im Massstab 1:35 nachgebildet; die Modellierung basiert auf dem Gesetz der Froude’schen Ähnlichkeit. Die im Projekt vorgesehene Flussaufweitung stromabwärts der Rampe wurde in das Modell integriert, um einen möglichen Einfluss auf die Stabilität des Rampenfusses zu berücksichtigen. Die Pfeiler wurden massstäblich in Stahlbeton ausgeführt und die Dämme wurden als fest angenommen. Die Kornverteilung des Rampenmaterials wurde zunächst in Anlehnung an Weichert dimensioniert. Bei der Anordnung der Blöcke wurden die im Rahmen der physikalischen Experimente der eigendynamischen Rampen in Lodrino und der Tresa gewonnenen Erkenntnisse aufgewertet.
Die physikalischen Modellversuche ermöglichen, die Bauweise der dynamischen Rampe zu optimieren (d.h. Gefälle, Kornverteilung des Untergrundsmaterials, Grösse und Dichte der gröberen Blöcke), um ein robustes Verhalten der Struktur und somit die hydraulische Sicherheit der Brücke zu gewährleisten. Es ist vorgesehen, den Einfluss vom Schwemmholz auf die Strukturierungsprozesse zu analysieren sowie die Sensitivität des System auf verschiedene Kornzusammensetzungen des Untergrundmaterials zu prüfen.