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Name der Genossenschaftssiedlung am Schönauring. Die Genossenschaft hat diesen Namen an ihrer Gründungssitzung vom 10.10.1947 im Restaurant Waag beschlossen. Paul Guyer schreibt in seinen Strassennamenbuch von Zürich als Erklärung für den Strassennamen Schönauring schlicht: Bauherrin Schönau! Das ist zwar durchaus richtig, vermittelt aber nicht den wahren Hintergrund der Namenwahl. Die Guyer'sche Erklärung besagt lediglich, dass der Strassenname sekundär vom Namen der Baugenossenschaft auf die Strasse übertragen wurde. Zur Namenswahl gibt es heute vier Vermutungen.
1. Es ist ganz offenkundig, dass einer der früheren Besitzer des Landes, Jakob Werner und seine Söhne Hans und Marc die Gegend bestens gekannt haben. Bis 1933 gab es nämlich hinter dem heutigen Schönauring, im Bereich des Schulhauses Buchwiesen 3, noch das Buchholzwäldchen und den Buchwiesenweiher. So wählte man, vermutlich aufgrund der Landschaftsschilderungen von Jakob Werners Söhnen oder den anderen Landbesitzern nicht ohne Grund den Namen «Schönau» für die Genossenschaft. Es waren also die schönen Auen am Buchholzweiher und am Buchwiesenweiher sowie die Lilienwiesen 1 gemeint. Der Name ist somit nicht einfach aus der Luft gegriffen, sondern bezog sich tatsächlich auf das Aussehen der früheren Landschaft.
2. Später kam auch noch die Vermutung auf, mit den schönen Auen seien die Wiesen am Katzenbach gemeint. Dies deshalb, weil die meisten Schönauringler Zugezogene waren, welche die frühere Landschaft gar nicht kannten. Daher ging das unter 1. Geschilderte in Vergessenheit, zumal der Buchholzsee und der schon fast verlandete Buchwiesensee schon 1933 trocken gelegt wurden und für die Neuzuzüger gar nie zu sehen waren. Diese Version ist auch deshalb sehr unwahrscheinlich, weil es am Katzenbach seit der Melioration von 1933 keine Auen mehr gab, sondern nur noch landwirtschaftliches Kulturland.
3. Die dritte Vermutung, wie die Siedlung zu ihrem Namen gekommen sein soll, ist die dass durch reine Fantasie der Genossenschaftsgründer und ohne das Dazutun der früheren Grundstückbesitzer, der Name Schönau geprägt wurde.
4. Die Gegend zwischen den heutigen Siedlungen Buchwiesen und Schönau wurde vor vielen Jahrhunderten von zwei Flachseen beherrscht, welche trotz viel Schilf, noch bis etwa 1920 oder 1930 für jedermann erkennbar waren. Nicht nur die dortigen Landbesitzer, sondern jedermann hatte damals die schönen Auen noch in bester Erinnerung. Diese Erinnerung habe die Gründer der Genossenschaft bei der Namenwahl mit beeinflusst. Die beiden Flachseen sind urkundlich erstmals nachgewiesen 1425 im Fraumünster Urbar (FMU) unter der Bezeichnung «ze Lachen in den Bünten».
Die OGS vertritt die Auffassung, dass die Versionen 1 und 4 die Wahrscheinlichsten sind, während Version 2 kaum zutrifft und Version 3 im Prinzip vermuten lässt, dass die Genossenschaftsgründer sich rein intuitiv und nicht bewusst auf die Version 1 und 4 stützten.
Mit dieser vertieften Sicht weiss der geneigte Leser nun, dass der Name «Schönau» ziemlich sicher nicht eine reine Fantasiebezeichnung ist, sondern einen realen Bezug zur früheren Landschaft hat.
Die hufeisenförmig angeordnete Siedlung wurde von 1948 bis 1949 von den Architekten Fritz Jenny und Werner Stücheli geplant und erstellt. Die Architekten wurden für die gelungene Siedlung mit einer Auszeichnung für gute Bauten in der Stadt Zürich geehrt. Diese fusste nämlich auf den Ideen der früheren Zürcher Stadtbaumeistern Konrad Hippenmeier und Albert Heinrich Steiner, die im Norden Zürich eine Gartenstadt planten.
Die Baugenossenschaft Schönau (BSZ) hat in den Jahren 1963/64 eine weitere Siedlung erbaut und zwar die nördlich der Schwellistrasse und westlich der Wohnblöcke der Siedlung Graphis liegenden Wohnblöcke, das Hochhaus und das Gebäude des ehemaligen KVZ.
Um 2002 kam dann noch die Siedlung Stähelimatt dazu, welche mit der Baugenossenschaft Linth-Escher gemeinsam erstellt wurde.
2012 stellte die Baugenossenschaft Schönau das Projekt «Feierabend» des Architekurbüros Knapkiewicz & Fickert AG vor, welches als Sieger aus einem Projektwettbewerb für die Neuüberbauung der Schönau hervorging. Dabei hat man die bestehende Siedlung in drei Bereiche unterteilt, die nacheinander realisiert werden sollen. Begonnen werden soll mit dem Neubau 2015, unter Vorbehalt der Zustimmung der Generalversammlung der Genossenschaft.
Quellen:
- «Unser Seebach» 1983, Robert Borer, 164 - Gespräche mit Bauern der Gegend - Werner Schnellmann jun. - Alfred Wettstein, Glaser - OGS-eigene - «Zürich Nord», 24.5.2012, Pia Meier - Ernst Benninger, 2001,Seite 73