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Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts
Am Beispiel des SVV wird die Bedeutung des Antikommunismus für die schweizerische Gesellschaft in den 1930er/40er Jahren untersucht. Antikommunismus war die Grundlage des breiten Netzwerkes des SVV in Wirtschaftskreise, Politik und Militär, welches in einem ersten Schritt untersucht wird, und das Grundlage für den grossen Einfluss des SVV beurteilt wird. Zweitens wird dargestellt, wie der SVV den Bundesbehörden regelmässig Berichte aus seinem privaten Nachrichtendienst zur Verfügung stellte. Von den Bundesbehörden wurden die Bericht nicht nur entgegengenommen, sondern auch für polizeiliche Ermittlungen verwendet, wodurch der SVV einen massiven Einfluss auf Praktiken des Staatsschutzes nehmen konnte. Drittens wird gezeigt, wie die Erfahrungen des SVV im Nachrichtendienst und seine lobbyistischen Aktivitäten dazu führten, dass er als Experte in Gesetzgebungsverfahren und beim Aufbau der Bundespolizei angehört wurde. Antikommunistische Gesetze und ein stark auf die Abwehr des Kommunismus ausgerichteter Staatsschutz waren die Folge.
Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext
Antikommunismus war in der Schweiz sehr ausgeprägt und in der ablehnenden Einstellung gegenüber dem Kommunismus herrschte bis 1989 grosse Übereinstimmung. Zur Geschichte des Antikommunismus in der Schweiz gibt es ein grosses Forschungsdesiderat. Das kulturhistorisch orientierte Projekt leistet somit einen aktuellen Beitrag zur neueren Geschichte der Schweiz, in der die Bedeutung des Antikommunismus als Grundlage politischer Praktiken noch nicht erforscht wurde. Auch zur historischen Denunziationsforschung leistet die Dissertation einen wichtigen Beitrag.