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Dieser Sammelindikator liefert Informationen zu den als schwierig geltenden Arbeitsbedingungen verschiedener Bevölkerungsgruppen. Atypische Arbeitszeiten (Nacht- und Sonntagsarbeit sowie Arbeit auf Abruf) sind eine Herausforderung für das gesellschaftliche Leben und das Familienleben: Die Kontakte mit dem Freundes- und Bekanntenkreis in der Freizeit und damit die gesellschaftliche Integration gestalten sich schwieriger. Nachtarbeit ist zudem aus gesundheitlicher Sicht belastend, und gesundheitliche Probleme können ebenfalls negative Auswirkungen auf die Beteiligung am sozialen Leben haben.
Im Jahr 2017 waren in der Schweiz 14,3% der Arbeitnehmenden von atypischen Arbeitszeiten betroffen, d.h. von Nachtarbeit (4,2%), Sonntagsarbeit (8,0%) oder Arbeit auf Abruf (5,3%).
Die Analyse der Ergebnisse nach Migrationsstatus zeigt, dass atypische Arbeitszeiten bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund der ersten Generation am häufigsten sind (16,7%). Bei der Nachtarbeit ist der Anteil bei den Personen mit Migrationshintergrund der ersten Generation mit 5,2% höher als bei den Personen ohne Migrationshintergrund mit 3,7% und den Personen mit Migrationshintergrung der zweiten oder höheren Generation mit 3,9%. Dasselbe gilt für die Sonntagsarbeit (9,2% gegenüber 7,6% und 6,0%). Bei der Arbeit auf Abruf ist der Anteil bei den Arbeitnehmenden mit Migrationshintergrund der ersten Generation ebenfalls am höchsten (5,9% gegenüber 5,1% bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund und 4,8% bei der zweiten oder höheren Generation).
Personen mit Migrationshintergrund der zweiten oder höheren Generation sind mit allen Kategorien atypischer Arbeitszeiten am seltensten konfrontiert, ausser bei Nachtarbeit (je nach Art der atypischen Arbeit zwischen 1,1- und 1,5-mal weniger häufig als die beiden anderen Bevölkerungsgruppen).
Der ausgeübte Beruf (ISCO) ist für atypische Arbeitszeiten ausschlaggebend. So sind Arbeitnehmende, die einen Beruf ausüben, der keine hohen Qualifikationen voraussetzt, aber auch in Dienstleistungsberufen sowie Verkäufer/innen und die Anlagen- und Maschinenbediener/innen deutlich häufiger mit atypischen Arbeitszeiten konfrontiert als die übrigen Arbeitnehmenden.
Welche Bevölkerungsgruppe am stärksten mit atypischen Arbeitszeiten konfrontiert ist, variiert je nach Beruf nicht signifikant, ausser bei den Dienstleistungsberufen und Verkäufer/innen. Bei dieser Berufsgruppe ist die erste Generation mit Migrationshintergrund stärker von atypischen Arbeitszeiten betroffen als die übrigen Bevölkerungsgruppen (33,8% gegenüber 28,7% bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund und 21,7% bei der zweiten oder höheren Generation).
Am häufigsten sind Personen in der Ostschweiz und im Espace Mittelland mit atypischen Arbeitszeiten konfrontiert (14,9% bzw. 14,8%), Arbeitnehmende in Zürich und in der Nordwestschweiz dagegen am seltensten (13,5% bzw. 13,4%). In allen Grossregionen hat die Bevölkerung mit Migrationshintergrund der ersten Generation am häufigsten atypische Arbeitszeiten. Diese Unterschiede sind jedoch nur im Espace Mittelland, in der Ostschweiz und in der Zentralschweiz signifikant.
Tabellen
Definitionen
Zur Kategorie der Arbeitnehmenden mit atypischen Arbeitszeiten gehören alle, die normalerweise Nacht- und/oder Sonntagsarbeit und/oder Arbeit auf Abruf verrichten.
Der Indikator wird berechnet, indem die Zahl der Arbeitnehmenden mit atypischen Arbeitszeiten durch die Gesamtzahl der Arbeitnehmenden geteilt wird.