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Geschichte
Die erste Bernische Dorfkäserei in Kiesen In der Geschichte der bernischen und schweizerischen Milchwirtschaft bildet die Gründung der ersten Dorfkäserei in Kiesen durch den damaligen Oberamtmann von Konolfingen, Rudolf Emanuel Effinger von Wildegg, ein Berner Patrizier mit ökonomischem Weitblick, eines der wichtigsten Ereignisse seiner Zeit. Dieser Käsereibegründung folgte eine Entwicklung nach, die sowohl für die bernische als auch für die gesamte schweizerische Land- und Milchwirtschaft von grosser Bedeutung ist. Mit dem Aufkommen der Labkäserei in der Schweiz im 16. Jahrhundert, welche nunmehr die Fabrikation fetter Käse ermöglichte ergab sich ein wichtiger Meilenstein in der Schweizerischen Landwirtschaft. Träger dieser neuen Bewegung waren initiative Käser vermutlich aus der Region Schwyz und Greyerz. Von hier aus breitete sich die Käseherstellung über den grössten Teil des Voralpen- und Alpengebietes aus, nicht zuletzt auch angeregt durch den blühenden Käsehandel mit dem Ausland, begleitet allerdings auch von einem empfindlichen Buttermangel im Flachland. Aus diesem Grunde waren verschiedene Kantonsregierungen – unter ihnen auch diejenige des Standes Bern – bestrebt, die Fettkäserei im Alpengebiet möglichst einzudämmen.
Mit dem Ersatz der bisherigen Dreifelderwirtschaft durch eine intensivere Bewirtschaftung u.a. mit neuen Futtermitteln, ergab sich eine Umgestaltung der Landwirtschaft im Flachland.Neu wurde nun neben Ackerbau im Flachland auch vermehrt Futterbau betrieben und damit auch eine Basis für die Schaffung von Talkäsereien gelegt. Im Übergang von der Alp- zur Talkäserei wurde oft ins Feld geführt, Alpkäse hätten einen qualitätsmässigen Vorsprung aufgrund der Besonderheiten der Alpmilch. Da im Handel aber die grosslaibigen Käse im Ausland aufgrund des Stückzolls besser bezahlt wurden, wurden in der Folge viele Talkäsereien gegründet. Wann und wo die ersten Talkäsereien ihre Tätigkeit aufgenommen haben, lässt sich heute nicht mehr einwandfrei feststellen, für den Zeitraum von 1796 – 1808 sind aber verschiedene Hinweise auf Käsereibetriebe in der Deutsch- und Westschweiz zu finden.
Oberst von Effinger weilte im Jahre 1810 einige Zeit in der Westschweiz, um dort gegründete Talkäsereien kennenzulernen. Nachdem die Küher, die Käser im Alpen- und Voralpengebiet, einen gewissen Druck auf die Talbauern beim Ankauf von Futter auszuüben begannen, reifte bei R.E. von Effinger der Gedanke, eine Talkäserei auf seinem Gut in Kiesen zu installieren.
Obwohl ihm die bernische Obrigkeit eine finanzielle Unterstützung verweigerte, beschloss er, das Projekt aus der eigene n Tasche zu finanzieren und erbaute so den noch heute erhaltenen Küherstock
in Kiesen, wo er einen dem Emmentaler und dem Greyerzer ähnlich en Hartkäsetyp herstellen liess.
Dabei verarbeitete er nicht nur die eigene Milch sondern auch von anderen Bauern.