Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03205.jsonl.gz/1059

Die Dialektexpertin und emeritierte Professorin der Universität Freiburg, Helen Christen, wurde vom Tagesanzeiger interviewt. In der Serie "Unsere Dialekte" erklärte Christen, dass Schweizerdeutsch zu den alemannischen Dialekt gehört, wie sie auch in Baden, im Bodenseeraum und in Vorarlberg gesprochen werden, d. h. die politische Grenze ist nicht gleichzeitig eine Dialektgrenze. Allerdings wird im Gegensatz zu anderen deutschsprachigen Regionen in den meisten Schweizerdeutschen Dialekten der Anlaut "K-" als "Ch-" ausgesprochen, wie in "Chind" oder "Chue". Im Bereich der Syntax kann sich hauptsächlich das Relativpronomen "wo" behaupten; die hochdeutsche Variante "der, die, das" dagegen wird – wie die von Christen betreute Doktorandin Melanie Bösiger nachweist – kaum in den Dialekt übernommen. Christen geht davon aus, dass Schweizerdeutsch auch in 100 Jahren noch gesprochen wird, auch wenn sich zum Beispiel im Bereich des Wortschatzes gemeindeutsche Ausdrücke durchsetzen dürften, die allerdings in die Dialektlautung eingepasst werden. Für die Zukunft des Schweizerdeutschen spricht ausserdem, dass es immer häufiger geschrieben wird, zum Beispiel in den sozialen Medien.