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"Sie sehen selbst, Herr Fusi", sagte er [...der Agent der Zeitsparkasse... ] dann und lächelte zum ersten Mal dünn, "es wäre mehr als das Zehnfache Ihrer ursprünglichen gesamten Lebenszeit. Und das bei nur zwei ersparten Stunden täglich. "Bedenken Sie, ob das nicht ein lohnendes Angebot ist."
"Das ist es!", sagte Herr Fusi erschöpft. ... "Was muss ich tun?"
„Aber mein Bester“, antwortete der Agent der Zeitsparkasse und zog die Augenbrauen hoch,“ Sie werden doch am besten wissen, wie man Zeit spart! Sie müssen zum Beispiel einfach schneller arbeiten und alles Überflüssige weglassen. Statt einer halben Stunde widmen Sie sich einem Kunden nur noch eine Viertelstunde. Sie vermeiden zeitraubende Unterhaltungen. Sie verkürzen die Stunde bei ihrer alten Mutter auf eine halbe. Am besten geben Sie sie überhaupt in ein gutes, billiges Altersheim, wo für sie gesorgt wird, dann haben Sie bereits eine ganze Stunde täglich gewonnen. Schaffen Sie den unnützen Wellensittich ab! Besuchen Sie Fräulein Daria nur noch alle vierzehn Tage einmal, wenn es überhaupt sein muss. Lassen sie die Viertelstunde Tagesrückschau ausfallen und vor allem, vertun sie ihre kostbare Zeit nicht mehr so oft mit Singen, Lesen oder gar mit Ihren sogenannten Freunden. Ich empfehle Ihnen übrigens ganz nebenbei, eine grosse, gut gehende Uhr in Ihren Laden zu hängen, damit Sie die Arbeit Ihres Lehrjungen genau kontrollieren können.“
„Nun gut“, meinte Herr Fusi, „das alles kann ich tun, aber die Zeit, die mir auf diese Weise übrig bleibt – was soll ich mit ihr machen? Muss ich sie abliefern? Und wo? Oder soll ich sie aufbewahren? Wie geht das Ganze vor sich?
„Darüber“, sagte der graue Herr und lächelte zum zweiten mal dünn, „machen Sie sich nur keine Sorgen. Das überlassen Sie ruhig uns. Sie können sicher sein, dass uns von Ihrer eingesparten Zeit nicht das kleinste bisschen verloren geht. Sie werden es schon merken, dass Ihnen nichts übrig bleibt“.
Dialog zwischen Herrn Fusi und einem grauen Herrn
MOMO, Piper-Verlag, München, S. 72