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Die Website von Marcus & Millichap Inc. bietet mehr als 2800 Gewerbeimmobilien an. Die teuerste davon ist mit 50 Mio. Dollar ein Hotel in New Jersey, die billigste ein Apartmenthaus in Memphis für 55.000 Dollar. Mit seinem Sortiment ist das Unternehmen in den USA Marktführer bei privaten Transaktionen geworden, die normalerweise unter zehn Mio. Dollar liegen und den Großteil der Immobilienverkäufe im Land ausmachen. Gründer George Marcus wurde damit zum Milliardär.
Marcus & Millichap hat mehr Objekte im Angebot als jeder seiner Konkurrenten, und seine Makler schlossen 2014 mehr Transaktionen ab als irgendein anderer amerikanischer Gewerbeimmobilienmakler: 7667 waren es, mit einem Volumen von zusammen mehr als 33 Mrd. Dollar.
«Sie sind der Branchenführer», sagt Mitchell Germain, Leitender Analyst bei JMP Securities in New York. «Sie haben eine Datenbank, die niemand nachmachen kann.»
Vermögen von 1,9 Milliarden Dollar
Laut Bloomberg Billionaires Index kontrolliert Marcus ein Vermögen von 1,9 Milliarden Dollar. Er war nie zuvor in einem internationalen Reichen-Ranking aufgeführt. Gina Relva, Sprecherin von Marcus & Millichap, liess wissen, dass Marcus sich nicht zu seinem Nettovermögen äussern wolle.
Der Umsatz von Marcus & Millichap ist im ersten Quartal 2015 um 28 Prozent gestiegen. Das Verkaufsvolumen stieg um 30 Prozent auf 8,1 Milliarden Dollar. Dem Milliardär gehören 55 Prozent des Unternehmens, dessen Wert sich seit Börsengang im Oktober 2013 fast vervierfacht hat und damit schneller wuchs als der Wert grösserer Wettbewerber wie CBRE Group Inc. oder Jones Lang LaSalle Inc.
Marcus gründete auch die Essex Property Trust Inc., den grössten Wohnungsvermieter an der amerikanischen Westküste, dem zwischen Seattle und San Diego mehr als 50'000 Wohneinheiten gehören. Er kontrolliert rund 2,4 Prozent des 15 Mrd. Dollar schweren Immobilienfonds.
Auf Euböa geboren
Der Milliardär wurde 1941 auf Euböa geboren, einer griechischen Insel etwa hundert Kilometer nördlich von Athen. Die Familie wanderte in die USA aus, als Marcus vier Jahre alt war, und liess sich in San Francisco nieder. Nach einer Tätigkeit bei Grubb & Ellis in San Jose gründete er 1971 sein eigenes Geschäft. Sein Ziel war dabei, die vorherrschende Undurchsichtigkeit der Branche zu durchbrechen.
«Der Immobilienbereich war fast wie eine Bruderschaft», sagte Marcus in einem Interview in der Zeitschrift Palo Alto Weekly im Juni 2011. «Irgendjemand in der Gemeinde kannte dich und deine Familie, und du hast in irgendeinem Immobilienbüro gesessen, und sie sagten dir, sie wollten dieses oder jenes Gebäude verkaufen, und du brachtest ihnen ein paar Angebote.»
Marcus bemühte sich um exklusive Angebote von Verkäufern, bestand darauf, dass seine Makler Informationen weitergaben und formalisierte den Marketingprozess. «Marcus & Millichap haben ein sehr gutes Geschäft aufgebaut, indem sie der Idee treu geblieben sind, dass der transparenteste Markt die besten Preise erzielt», sagt Brandon Dobell, Analyst und Partner bei der Investmentbank William Blair & Co.
Übernahme ist möglich
Im Zuge der Konsolidierung der Immobilienbranche könnte Marcus & Millichap zum Übernahmekandidaten werden, meint Germain von JMP Securities. Erst im Mai beschloss TPG Capital den Erwerb von Cushman & Wakefield Inc., dem größten nicht-börsennotierten Immobilienmakler, für rund zwei Milliarden Dollar einschliesslich Schulden. TPG will das Unternehmen mit seiner Tochter DTZ verschmelzen. TPG hatte DTZ Ende letzten Jahres gekauft. Im Januar schloss DTZ den Erwerb des Immobilienmaklers Cassidy Turley ab.
Die Konsolidierung könnte auch die Führung von Marcus & Millichap im Privatkundensegment bedrohen. Sowohl CBRE als auch die Maklerfirma Colliers International «haben Geschäfte, die mit Marcus im Wettbewerb stehen, sie sind nur viel kleiner», sagt Dobell von William Blair. «Es ist möglich, dass sie diese irgendwann aufbauen wollen.» Marcus & Millichap könnte mit dem Erwerb kleinerer lokaler Wettbewerber antworten, um seine nationale Plattform zu stärken, so Germain.
Der öffentlichkeitsscheue Milliardär Marcus spendete laut Politico 2014 zusammen mit seiner Frau mehr als drei Millionen Dollar an die Demokratische Partei und ist damit deren achtgrößter Unterstützer.
(bloomberg/ccr)