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Pro Jahr setzt die WHO rund 4 Milliarden Dollar um. Sie finanziert sich aus Pflichtbeiträgen (Assessed Contributions) ihrer 196 Mitglieder (UNO-Staaten inklusive assoziierter Mitglieder) und freiwilligen Beiträgen (Voluntary Contributions). Das wichtigste Kriterium für die Bemessung der Höhe der Pflichtbeiträge ist die Wirtschaftskraft eines Landes. Es handelt sich damit für die WHO um eine stabile Einnahmequelle, die in den letzten Jahren gegenüber den freiwilligen Beiträgen allerdings an Gewicht verloren hat.
Bei den freiwilligen Beiträgen, die von Mitgliedstaaten, öffentlichen oder privaten Institutionen und Stiftungen stammen können, wird nach dem Freiheitsgrad unterschieden, den die WHO bei der Verwendung hat. Die Kernbeiträge, gerade mal 4 Prozent aller freiwilligen Beiträge, können flexibel eingesetzt werden. In der Zweijahresperiode 2020/21 war dabei Grossbritannien mit 135 Millionen Dollar mit Abstand der grösste Geldgeber. Auf die zweite Form, die Zuwendungen für Themen- und Strategiefonds mit lockerer Zweckbindung, entfallen rund 8 Prozent der freiwilligen Beiträge. Hier waren es 2020/21 Deutschland, die EU und Norwegen, die mehr als die Hälfte der insgesamt 510 Millionen beisteuerten.
Den Löwenanteil bei den freiwilligen Beiträgen machen mit 88 Prozent spezifische Zuwendungen aus. Bei ihnen besteht eine enge Zweckbindung zum entsprechenden Programm bzw. zum Einsatzort, und auch der Zeitrahmen ist fix. In dieser Kategorie kommen private Institutionen ins Spiel.
So ist es zu erklären, dass die Bill & Melinda Gates Foundation und die Impfallianz Gavi im Finanzbericht 2022 unter den Top-5-Donatoren freiwilliger Beiträge figurieren (die Daten in den Grafiken beziehen sich alle auf dieses Geschäftsjahr). Die Top 10 stemmen fast drei Viertel der freiwilligen Beiträge überhaupt. Zu beachten sind die zahlreichen Verflechtungen: Beispielsweise sind die WHO und die Gates-Stiftung auch Kernmitglieder der Gavi, die als Schweizer Stiftung organisiert ist und sich als öffentlich-private Partnerschaft definiert.