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"Es ist für mich sehr plausibel, dass es eine Reaktion bei den Preisen geben wird", sagte Mumenthaler im Interview mit dem deutschen "Handelsblatt" (Ausgabe, 18.09.). "Es kann nicht so weitergehen. Es muss einfach ein Punkt kommen, wo es offensichtlich wehtut. Vielleicht sind wir jetzt an einem solchen Punkt."
Allerdings sei es bei diesem Thema noch sehr früh, um etwas zu sagen. "Ich möchte auch ungern jetzt, wo die Menschen in den USA noch unter den Folgen der Stürme leiden, die Diskussion allein auf die Preise konzentrieren." Doch historisch gesehen sei ein Anziehen der Preise durchaus plausibel. Einige Gelder, etwa von Hedge- und Pensionsfonds, stünden nach den Katastrophen nun für die Erneuerungsrunde Anfang des Jahres nicht zur Verfügung. "Man wird sehen müssen, ob die Investoren sich nun verabschieden oder neues Geld nachschiessen werden", so Mumenthaler.
Besondere Sorgen für Swiss Re bereiten Mumenthaler die Wirbelstürme "Irma", "Harvey" und Co. nicht. "Naturkatastrophen gehören nun einmal zu unserem Kerngeschäft, und es gibt in den USA nichts, was wir jetzt sehen, was völlig aussergewöhnlich wäre", sagte er. Sorgen bereiten ihm die von den Wirbelstürmen betroffenen Menschen und die Lücke bei der Absicherung von Naturkatastrophen. "Denn der ökonomische Verlust ist viel grösser als der gedeckte, weil die Leute keine Versicherung gekauft haben."
Schwer abschätzbare Wirbelstum-Kosten
Was auf Swiss Re aus den Hurrikan-Katastrophen konkret zukommt, sei schwierig abzuschätzen, so der Swiss-Re-CEO weiter. "Wir versuchen erst einmal, den Markt abzuschätzen - und dann kann man ungefähr beurteilen, was unser Teil davon ist. Aber um das zu bewerkstelligen, müssen die Kunden uns erst einmal ungefähre Zahlen geben, damit wir eine Ahnung haben, und das wird noch Zeit brauchen."
Die Swiss Re sei auf solche Events jedoch gut vorbereitet. Seit der Katrina-Katastrophe im Jahr 2005, die mehr als 60 Mrd USD an versicherten Schäden für die Branche verursacht hat, habe die Swiss Re das Kapital nochmals aufgestockt und die Prämien erhöht. "Es ist für mich deshalb schwer vorzustellen, dass ein Grossschadensereignis uns heute massiv beschädigen könnte."
Künftiges Wachstum für Rückversicherer hängt laut Mumenthaler stark am weltweiten Bruttoinlandsprodukt ab, das wächst. "Dazu gehört, dass in einigen Schwellenländern wie China, wo wir gut positioniert sind, das Wachstum deutlich stärker ist. Auch im Gesundheitssektor wachsen wir deutlich."
(AWP)