Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03629.jsonl.gz/755

Die Filme des Christopher Nolan: «Batman Begins»
Nachdem er sich bei «Insomnia» bewiesen hatte, wurde Christopher Nolan 2003 der Reboot der Batman-Franchise anvertraut. Eine sensationelle Erfolgsgeschichte nahm so ihren Lauf.
Dieser Artikel ist Teil unserer grossen Christopher-Nolan-Retrospektive, in welcher wir jeden Film des Regisseurs etwas genauer beleuchten. Da Nolan in seinen Filmen gerne mit der Zeit spielt, unterteilen wir die zusammengetragenen Informationen nach der Produktionsphase («Vor dem Dreh», «Während des Drehs» und «Nach dem Dreh»), sagen euch, was für Verbindungen es mit den anderen Filmen des Regisseurs gibt und wo ihr euch den jeweiligen Film ansehen könnt.
Worum geht es?
Millionär Bruce Wayne (Christian Bale) kehrt nach Jahren zurück nach Gotham City. Dort sucht er einen Sinn in seinem Leben und findet ihn in der Bestimmung als nächtlicher Wachmann der Stadt. Im Fledermauskostüm geht er auf Gangsterjagd und wird bald zum gefürchtetsten Helden der Geschichte.
Vor dem Dreh
Zum Glück hat Scorsese The Aviator gedreht
Bevor er für Batman Begins angeheuert wurde, wollte Nolan eine Biographie über Howard Hughes drehen. Das Skript dazu war auch schon fertig und gehört laut Nolan zu den besten Drehbüchern, die er je geschrieben habe. Als Hughes wollte er Jim Carrey verpflichten. Doch dann ging Martin Scorsese mit seinem Hughes-Biopic The Aviator (mit Leonardo DiCaprio) in Produktion und so begrub Nolan seine Pläne. Warner bot nach dem Erfolg von Insomnia (113 Millionen US-Dollar am Box-Office) Nolan die Regie bei Troy an, doch dieser lehnte dankend ab und konzentrierte sich stattdessen auf Batman Begins.
Inspirationsquellen
Den Zuschlag für Batman Begins erhielt Nolan im Januar 2003. Neben der Regie dürfte Nolan auch das Drehbuch schreiben, wobei ihm der Comicexperte David S. Goyer (drehte selbst Blade: Trinity) zur Seite gestellt wurde. Nolan beklagte sich, dass die früheren Batman-Filme vor allem Style-Übungen waren, die das Drama vernachlässigten. Zudem hatte man bisher nie Bruce Waynes «Batman-Werdung» auf der Leinwand gesehen. Nolan wollte vor allem auf die Karten Realismus und Menschlichkeit setzen und ein Epos schaffen, wobei ihm Filme wie Blade Runner, Superman und Lawrence of Arabia als Inspiration dienten. Bevor der Dreh begann, organisierte Nolan ein Privatscreening von Blade Runner und sagte am Ende den Anwesenden, dass er sich genau so seinen Batman-Film vorstelle.
Bitte nicht zu brutal!
Alle bisherigen Filme von Nolan hatten eine Freigabe «ab 17» bekommen. Um einen möglichst grossen Box-Office-Erfolg zu erzielen, musste sich Nolan mit der Gewalt und der Blutspritzerei bei Batman Begins zurückhalten, damit eine tiefere Freigabe gesichert ist. Für Nolan stellte dies kein Problem dar. «Für die ganz Jungen ist der Film wohl etwas zu intensiv, aber ich wollte die 10- und 12-jährigen definitiv nicht ausschliessen. Dies ist ein Film, den ich selbst gerne in diesem Alter gesehen hätte. Deshalb haben wir nichts zu Brutales gefilmt», erklärte Nolan später in einem Interview.
Castingprozess
Bevor man sich auf Christian Bale als Bruce Wayne/Batman festlegte, sprachen auch Joshua Jackson, Eion Bailey, Hugh Dancy, Billy Crudup, Cillian Murphy, Henry Cavill und Jake Gyllenhaal für die Hauptrolle vor. Nolan war dabei sehr beeindruckt von Murphy und gab ihm dann die Rolle des Bösewichts Scarecrow. Die Batman-Testaufnahmen von Bale, Murphy und Bailey wurden schliesslich veröffentlicht und können im Video unterhalb dieses Textes angesehen werden.
Während des Drehs
Blöder Batsuit
Christian Bale war kein grosser Fan des Batsuits - zu unbequem war ihm das Kostüm und die Maske löste bei ihm Kopfschmerzen aus. Wie er jedoch zugab, half dies seiner Performance, da Batman, wenn er auf Verbrecherjagd geht, meistens nicht sehr gut gelaunt ist.
Himalaya in Island
Bruce Wayne erhält im Film sein Kampftraining von der League of Shadows im Himalaya. Gedreht wurden die Aussenszenen jedoch in Island. Die Sequenz, in welcher Wayne von Henri Ducard (Liam Neeson) auf einem zugefrorenen See im Schwertkampf ausgebildet wird, war äusserst heikel. Denn aufgrund des regnerischen Wetters taute der See schneller auf als geplant. Am Tag nachdem die Szene im Kasten war, war fast alles Eis verschwunden.
Besoffen ins Batmobil
Wie auch bei den anderen Filmen der «The Dark Knight»-Trilogie wurde oft in Chicago gedreht. Als man eines Abends Aufnahmen mit dem Batmobil «Tumbler» in den Strassen von Chicago machte, kam es zu einem Unfall mit einem anderen Auto. Der Fahrer des anderen Gefährts war betrunken und bekam Panik als er den Tumbler sah. Er dachte, dass es sich bei dem Batmobil um ein angreifendes Alienschiff handelte.
Nach dem Dreh
Hans Zimmer
Nolan arbeitete bei Batman Begins zum ersten Mal mit Komponist Hans Zimmer zusammen. Zimmer brachte dann selbst seinen Kollegen James Newton Howard mit an Bord. Dies aus dem Grund, weil Batman und Bruce Wayne so unterschiedlich sind und der Film deshalb laut Zimmer auch zwei unterschiedliche Komponisten benötigte. Während Zimmer vor allem für den Actionteil der Musik verantwortlich war, kümmerte sich James Newton Howard um die gefühlvolleren Stücke. Einen Spass haben sich die beiden Musiker dann bei den Musiktiteln erlaubt. Alle Tracks haben den Namen von unterschiedlichen Fledermausarten. Nimmt man zudem jeweils den ersten Buchstaben der Tracks 4 - 9 («Barbastella», «Artibeus», «Tadarida», «Macrotus», «Antrozous» und «Nycteris»), bekommt man das Wort «BATMAN».
Einflussreich
Batman Begins gehört zu den einflussreichsten Filmen des neuen Jahrtausends und wurde in den Jahren nach der Veröffentlichung immer wieder von Regisseuren und Schauspielern als Inspiration für ihre eigenen Werke genannt. Darunter sind Jon Favreau (Iron Man), McG (Terminator: Salvation), Damon Lindelof (Star Trek), Hugh Jackman (X-Men Origins: Wolverine), Marc Webb (The Amazing Spider-Man), James Mangold (Logan), Patty Jenkins (Wonder Woman) und Todd Phillips (Joker). Sogar Marvel-Chef Kein Feige gab im Jahr 2012 zu, dass Batman Begins das Beste ist, was dem Superheldengenre hätte passieren können.
Batman Begins im Nolan Cinematic Universe
- In Nolans Debüt Following ist an einer Türe einmal ein Batman-Symbol aufgeklebt. Sieben Jahre später rettete Nolan mit Batman Begins den Ruf des dunklen Rächers, der nach Batman & Robin im Jahr 1997 katastrophal war.
- In Batman Begins ist Michael Caine zum ersten Mal in einem Chris-Nolan-Film zu sehen - seither hat Caine in jedem Film des Regisseurs mitgewirkt. Caine war sehr daran interessiert, die Rolle des Butlers Alfred zu übernehmen, weil er laut seinen eigenen Worten unbedingt mit «diesem intelligenten Regisseur» zusammenarbeiten wollte. Nolan selbst nennt Caine seinen Glücksbringer.
Wo kann man den Film schauen?
Batman Begins ist auf DVD, Blu-ray sowie VoD erhältlich und kann momentan auch auf Netflix gestreamt werden.