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Das Schicksal meinte es mit dem fünffachen Familienvater Parvez Masih nicht nur gut. Seine Frau stirbt bei der Geburt der Zwillingssöhne. Parvez und seine Kinder sind gezwungen, in einer Ziegelei zu arbeiten. Ein Entrinnen aus der Armut erscheint ausweglos. Doch dann tritt die unerwartete Wende ein.
Das Leben der meist christlichen Ziegeleiarbeiter ist gezeichnet von Armut, Schulden und Zwang. Die enorm tiefen Gehälter zwingen die Angestellten, bei ihren muslimischen Vorgesetzten einen Kredit aufzunehmen, den sie kaum jemals zurückzahlen können. So geraten sie in eine Abhängigkeit und Knechtschaft, die sich von der Sklaverei kaum unterscheidet.
Der Christ Parvez Masih ist von genau diesem Schicksal betroffen. Seit über 20 Jahren arbeitet der fünffache Vater unter sklavenähnlichen Bedingungen als Ziegelbrenner in einer Fabrik in Kasur, 50 Kilometer südlich der Grossstadt Lahore. Seine Frau Sajida Bibi starb bei der Geburt ihrer Zwillingssöhne Ishaq und Saim. Ihr Tod wäre womöglich zu vermeiden gewesen, wenn sie mit ihrer komplizierten Schwangerschaft im Spital behandelt worden wäre. Doch dafür fehlte der Familie das Geld.
Kommt dazu, dass der achtjährige Ishaq seit seiner Geburt eine geistige Beeinträchtigung hat. Trotzdem muss auch er den ganzen Tag in der Ziegelei arbeiten, genauso wie sein Zwillingsbruder und seine älteren Schwestern Muqaddas (13), Uzma (16) und Azmat (18).
Wegen der Armut und der damit verbundenen Zwangsarbeit in der Ziegelei können Masihs Kinder nicht in die Schule. Vor allem um seine Töchter macht er sich zunehmend Sorgen. Denn die drei heranwachsenden Mädchen sind in der Ziegelei der nicht unerheblichen Gefahr ausgesetzt, sexuell missbraucht oder gar entführt zu werden. Ist Parvez krank oder kann er aus anderen Gründen nicht zur Arbeit, müssen seine Töchter zu ihrer eigenen Sicherheit zu Hause bleiben. Dadurch gerät die Familie noch mehr in die Schuldenfalle.
Immer wieder ist der besorgte Vater der Verzweiflung nahe. Wünscht er doch für seine Kinder nichts sehnlicher, als dass sie in einer sicheren Umgebung aufwachsen dürfen.
Parvez kann sein Glück kaum fassen, als er im November 2022 von CSI-Partner Anjum Paul eine unerwartete Nachricht erhält: Dank einer grosszügigen Spende von CSI-Unterstützern kann er dem Ziegeleifabrikanten all seine Schulden zurückzahlen. Parvez und seine fünf Kinder sind frei. Doch die Spende ermöglicht es ihm auch, ein Kleingewerbe mit einem Transporter zu starten. Anstatt in der sengenden Sonne Ziegel herzustellen, verdient Parvez nun genug Geld, indem er mit dem Transporter Fahrdienste für die nahe gelegene Gärtnerei anbietet.
Parvez und seine Kinder sind überglücklich: «Vielen Dank, CSI. Ihr habt uns ein neues Leben geschenkt.» Azmat und Muqaddas sind seit zwei Monaten im von CSI geführten Schutzhaus, wo sie eine Ausbildung als Coiffeuse und Schneiderin bekommen. Die Mädchen sind überaus dankbar. Besonders schön finden sie die gemeinsamen Gebetsstunden am Abend, bei denen sie viel singen und Gott danken.
Reto Baliarda