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COVID-19: Empfehlungen zum Stillen
Medela hat die aktuellsten Empfehlungen zusammengestellt, um die häufigsten Fragen zum Thema Stillen und COVID-19 an zentraler Stelle zu beantworten.
- Kann eine Mutter, die positiv auf COVID-19 getestet wurde, ihr Baby stillen?
- Kann eine Mutter, die positiv auf COVID-19 getestet wurde, mit ihrem Baby im selben Zimmer bleiben?
- Können Säuglinge auf der neonatologischen Intensivstation Spendermilch erhalten? Ist dies in Hinblick auf COVID-19 sicher?
- Können Säuglinge auf der neonatologischen Intensivstation abgepumpte Milch ihrer Mutter erhalten, wenn diese COVID-19 hat?
- So schützen Sie Ihr Baby vor COVID-19
- Sollte eine Mutter mit COVID-19 auf künstliche Säuglingsnahrung umsteigen?
- Kann eine Mutter, die aufgrund einer COVID-19-Erkrankung mit dem Stillen aufhören musste, wieder mit dem Stillen beginnen?
- Beeinträchtigt COVID-19 die Milchproduktion?
- Ändert COVID-19 die Farbe der Muttermilch?
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1: Kann eine Mutter, die positiv auf COVID-19 getestet wurde, ihr Baby stillen?
Müttern mit bestätigter oder vermuteter COVID-19-Infektion wird empfohlen, weiterzustillen bzw. ihr Baby weiterhin mit Muttermilch zu ernähren. Jüngste Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass Mütter nach einer COVID-19-Infektion über die Muttermilch Antikörper an ihren Säugling weitergeben.
Um eine Übertragung des Virus auf das Baby zu vermeiden, sollten sie sich vor dem Hochnehmen des Babys die Hände waschen und beim Stillen einen Mundschutz tragen.
2: Kann eine Mutter, die positiv auf COVID-19 getestet wurde, mit ihrem Baby im selben Zimmer bleiben?
Es wird empfohlen, auf der Entbindungsstation auch bei Müttern mit vermuteter oder bestätigter COVID-19-Infektion Rooming-In zu praktizieren. Auch direkter Hautkontakt wird empfohlen, da dieser das Stillen erleichtert und die Milchproduktion fördert.
Die American Academy of Pediatrics (AAP) hat auf Grundlage neuester Erkenntnisse am 22. Juli 2020 Leitlinien zur Trennung von Müttern und Babys veröffentlicht.
Den Müttern sollten Infektionsschutzmaßnahmen vermittelt werden, um eine Übertragung infektiöser Atemwegströpfchen zu vermeiden.
Laut UNICEF, der Academy of Breastfeeding Medicine, der WHO und dem CDC ist es dem Stillen zuträglich, wenn Mutter und Baby zusammenbleiben können. Die aktuell wichtigste Frage lautet jedoch nicht, ob das Virus über die Muttermilch übertragen werden kann, sondern vielmehr, ob infizierte Mütter das Virus per Tröpfcheninfektion an ihr Kind weitergeben können. Daher empfiehlt das CDC, dass Mütter einen Mund-Nasen-Schutz tragen und vor und nach dem Stillen auf eine gründliche Handhygiene achten sollen.
3: Können Säuglinge auf der neonatologischen Intensivstation Spendermilch erhalten? Ist dies in Hinblick auf COVID-19 sicher?
Kann eine Mutter nicht stillen oder ihr Kind nicht mit einer ausreichenden Milchmenge versorgen, wird als primäre Alternative die Verwendung von pasteurisierter Spendermilch (PDHM) empfohlen. Spendermilchbanken kontrollieren und testen alle Mütter, die Milch spenden. Die Muttermilch wird dann zur Entfernung von Bakterien und Viren pasteurisiert. Das COVID-19-Virus wird durch die üblichen Pasteurisierungsverfahren nachweislich zerstört. PDHM gilt stets als die bessere Wahl im Vergleich zu künstlicher Säuglingsnahrung.
4: Können Säuglinge auf der neonatologischen Intensivstation abgepumpte Milch ihrer Mutter erhalten, wenn diese COVID-19 hat?
Mütter können ihrem Baby auf der neonatologischen Intensivstation abgepumpte Milch geben. Es gelten die gleichen Sicherheitsrichtlinien wie beim Stillen. Die Mutter sollte angewiesen werden, eine Maske zu tragen, auf eine gründliche Handhygiene zu achten und nicht in Richtung der Brust zu husten. Mütter und unterstützende Angehörige sollten außerdem eine gründliche Einweisung in den hygienischen Umgang mit der Pumpe und das Auffangen der Milch erhalten.
5: So schützen Sie Ihr Baby vor COVID-19
Es wird empfohlen, auf der Entbindungsstation auch bei Müttern mit COVID-19-Infektion Rooming-In zu praktizieren. Das Stillen wird empfohlen, da Forschungergebnisse gezeigt haben, dass Mütter nach einer COVID-19-Infektion über ihre Muttermilch Antikörper an ihren Säugling weitergeben. Auch direkter Hautkontakt wird, sofern möglich, dringend empfohlen, da dieser die effektive Etablierung des Stillens und eine ausreichende Milchproduktion fördert.
Den Müttern werden Infektionsschutzmaßnahmen vermittelt, um eine Übertragung infektiöser Atemwegströpfchen zu vermeiden. Zu diesen Maßnahmen gehören das Händewaschen vor dem Halten des Babys und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beim Stillen.
6: Sollte eine Mutter mit COVID-19 auf künstliche Säuglingsnahrung umsteigen?
Laut UNICEF und der WHO ist Stillen die sicherste und zuverlässigste Form der Säuglingsernährung im Notfall. Aufgrund eines positiven COVID-19-Tests der Mutter auf künstliche Säuglingsnahrung umzustellen, wird daher nicht empfohlen.
7: Kann eine Mutter, die aufgrund einer COVID-19-Erkrankung mit dem Stillen aufhören musste, wieder mit dem Stillen beginnen?
Hat eine Mutter aufgrund längerer Trennung von ihrem Kind das Stillen unterbrochen, kann die Laktation in der Regel wieder hergestellt werden, wenn sie wieder mit ihrem Baby zusammen ist. Es lohnt sich, dies zu versuchen, auch wenn eine Rückkehr zum Vollstillen nicht immer gelingt. Die Richtlinien von UNICEF UK können Müttern dabei helfen, ihre Milchproduktion wiederherzustellen und weiter zu stillen.
UNICEF UK empfiehlt für den erneuten Stillbeginn die folgenden zentralen Maßnahmen zum Stillmanagement:
- Beginnen Sie mit Maßnahmen zur Unterstützung der hormonellen Wirkung: u. a. ausgiebiger direkter Hautkontakt, Saugen an der Brust und Brustmassagen.
- Bei einer Trennung vom Baby bzw. zwischen den Stillmahlzeiten können Brustmassagen und Abpumpen von Hand/per Pumpe (8–10 Mal pro 24 Stunden) hilfreich sein
- Das Baby sollte innerhalb von 24 Stunden mindestens 8–12 Mal an beiden Brüsten saugen, mindestens 15 Minuten an jeder Brust. Ziehen Sie nächtliches Füttern in Betracht.
- Versuchen Sie, das Baby auch während des Abpumpens auf die Brust zu legen.
- Das Baby sollte sicher auf der Brust liegen, um effektiv saugen zu können und Brustwarzentraumata zu vermeiden.
- Überwachung der Stuhl- und Urinausscheidungen des Babys
Um die Milchproduktion der Mutter wiederherzustellen und das Wachstum des Babys zu kontrollieren, sollte zusätzlich eine Stillexpertin Rat und Unterstützung leisten.
8: Beeinträchtigt COVID-19 die Milchproduktion?
Es ist unwahrscheinlich, dass COVID-19 an sich die Milchproduktion von Müttern reduziert oder zum Erliegen bringt. Eine reduzierte Stillhäufigkeit aufgrund von gesundheitlichen Beschwerden der Mutter durch COVID-19 kann jedoch dazu führen, dass die Milchproduktion abnimmt. Die Milchproduktion basiert auf Angebot und Nachfrage. Die Brüste müssen genügend Reize erhalten (Stillen oder Abpumpen), um weiterhin genügend Milch zu bilden. Bei Bedenken hinsichtlich der Milchproduktion der Mutter wird empfohlen, mit einer Stillberaterin zu sprechen.
9: Ändert COVID-19 die Farbe der Muttermilch?
Es liegen keine Untersuchungen vor, die zeigen, dass COVID-19 die Farbe der Muttermilch verändert. Die Muttermilch kann aus einer Vielzahl völlig normaler Gründe eine von Frau zu Frau unterschiedliche Farbe haben. Lesen Sie hier unseren Artikel dazu.
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