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Die Tatsache der Unsterblichkeit und die Tatsache, dass der Tod ein Weggehen ist, kann nur von den Menschen und nicht durch Laborexperimente erkannt werden. So war es in der Vergangenheit, so ist es heute und so wird es auch in Zukunft sein.
Wer etwas über den Tod erfahren will, sollte eine spezielle Methode anwenden. Jeder sagt: „Ich bin.“ Dieses Ich-bin-Bewusstsein erwacht, ist eine Zeit lang aktiv, fügt sich in etwas Unbekanntes ein und kommt wieder zum Vorschein. Über dieses Verschwinden, Hervorkommen, Aktiv-Sein, Verschmelzen und Wiederauftauchen sollte man nachdenken. Woher taucht das Bewusstsein „Ich bin“ auf? Was geschah mit ihm während des Schlafs? Wie konnte es sich selbst wecken, wenn es nicht mehr vorhanden war? Das sollten sich denkende Menschen fragen. In jedem von uns ist etwas vorhanden, das immer existiert. Auf diesem Etwas als Hintergrund finden Erwachen, Aktivität, Traum und Schlaf statt.
Wenn dieses Etwas nicht immer existiert, wie kann dann das Ich-bin-Bewusstsein von selbst hervorkommen? Das erfordert, dass wir den Weg in den Schlaf, den Weg aus dem Schlaf und den Zustand der Existenz während des Schlafs verstehen. Wir alle wissen, dass wir im Schlaf existieren und aufgrund dieses Wissens schlafen wir behaglich ein. Wenn wir nicht sicher wären, dass wir im Schlaf weiterhin existieren, würden wir nicht zu schlafen wagen. Wir würden uns gegen das Einschlafen wehren. Aber unwillkürlich holt uns der Schlaf ein und versetzt uns in einen anderen Daseinszustand, dessen wir uns nicht bewusst sind. Dieser so genannte unbewusste Zustand wird als überbewusster Zustand bezeichnet. Das bedeutet, es ist ein Bewusstseinszustand jenseits des normalen, bewussten Daseins. Aus diesem vierten Zustand erwachen, träumen und schlafen wir.
Um diesen vierten Zustand zu verstehen, sollten wir versuchen, mit uns selbst zu experimentieren, um unseren eigenen Schlaf so weit wie möglich zu erforschen. Durch Kontemplation wurde es einigen Menschen im Altertum möglich zu erkennen, dass sie auch noch jenseits des Schlafs existierten und sie konnten bewusst in den normalen Wachzustand eintreten. Daher erklärten sie, dass ein großer Teil unseres Seins schläft, während ein kleiner Teil, der die Wurzel unseres Seins ist, niemals schläft. Dieses nicht schlafende Wurzelbewusstsein oder -gewahrsein entfaltet sich vom Schlaf zum Erwachen. Am Ende der Aktivität ruft es das Bewusstsein in sich selbst zurück und verbleibt als Wurzelbewusstsein bzw. Samenbewusstsein. Es ist wie ein Samen, der sich zu einem Baum entfaltet, ohne sein Samenprinzip zu verlieren. Durch den Samen kommt der Baum erneut hervor. Diese Dimensionen können nur von Personen erfahren werden, die selbst experimentieren. Jede Art der Erklärung bleibt nur eine Information.
Wenn man den Kern des eigenen Seins berührt, weiß man das. Dieser Kern ist das höchste Zentrum, von dem aus sich alles am Tag entfaltet und in das sich nachts alles wieder zurückzieht.
Um zu unserem eigenen Kern zu gelangen, sollten wir nach innen reisen. Wir sollten ein Denkvermögen entwickeln, das tief im Inneren verweilt, im Gegensatz zu einem Denkvermögen, das normalerweise umherwandert und durch weit entfernte Länder streift. Je mehr wir den Gedanken erlauben, in der äußeren Welt herumzuwandern, desto schwieriger wird es, das Denken zurückzuholen. Die grundlegende Technik, um zum Kern des eigenen Seins vorzudringen, ist, das Denken nach innen zu wenden. Dann tauchen wir es mithilfe der Atmung tief in die eigene Pulsierung ein und fangen an, die tiefere Seite unseres eigenen Seins zu erforschen. Wenn wir in unser Inneres eintreten, begegnen wir unserer eigenen Psyche. Wir sollten immer weitergehen bis zum Hintergrund aller Gedankenformen, bis sich die Gedankenwolken aufgelöst haben. Dann begegnen wir dem Licht. Doch auch dieses Licht ist nicht der Kern des Seins. Durch beharrliches Bemühen müssen wir uns dem Ursprung dieses Lichts nähern. Dann stoßen wir auf den Kern unseres Seins und wissen, dass er immer stabil ist und dass aus ihm jeder Impuls des Lichts und des Lebens entspringt.
Gautama, der Buddha forschte beharrlich und mit starkem Willen in seinem Inneren, unbeeindruckt von der Umgebung. Er berührte den Kern seines Seins, den er als den Ursprung von allem erkannte, was es gibt, und er verglich ihn mit einem Juwel in einem Lotus (Manipadma). Buddha erkannte, dass es keinen Tod gibt.
Es sind die verschiedenen Schichten des Menschen, die sterben. Sie entstehen, wachsen und bleiben für eine gewisse Zeit. Später ziehen sie sich zurück und zerfallen. Das Innerste des Menschen stirbt nicht. Es unterliegt keiner dieser Veränderungen. Ein Samen bleibt als Samenprinzip bestehen, während er Tausende von Veränderungen erlebt, die einen Baum mit Ästen, Zweigen, Stängeln, Blättern, Blüten und Früchten hervorbringen. Da das Samenprinzip weiterexistiert, bildet es sich erneut in den Blüten oder Früchten und setzt sich im nächsten Zyklus, im übernächsten Zyklus und in allen weiteren Zyklen fort. Diese Kontinuität finden wir in der Natur und wir können sie auch beim Menschen sehen. Seine Wurzel befindet sich in seinem siebten Gewebe, im Spermium bzw. in der Eizelle. Es ist das Grundgewebe und es kann in drei Schritten weiterentwickelt werden, bis es seinen ursprünglichen Zustand erreicht hat.
Kurz gesagt, der Schlüssel ist die Meditation. Der Schlüssel zum Tod ist in der Meditation verborgen.