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50 Franken Gold
25 Franken Gold
SKANDALÖSES GOLD
Das Schweizer 25 und 50 Franken Stück von 1955
Bis zum Jahr 2006 ruhten tief in den Tresoren der Nationalbank fünfzehn Millionen 25 Franken Stücke und sechs Millionen 50 Franken Stücke. Geprägt wurden sie als Basis einer neuen Goldwährung in den Jahren zwischen 1955 und 1959. Ausgegeben hat man sie nie. Bis auf marginale Reste schmolz die Nationalbank die Münzen zwischen 2006 und 2009 ein. Das Auktionshaus Rapp kann in seiner Ausstellung «L’EXCELLENCE SUISSE – Die kostbarsten Münzen der Schweiz» je ein Exemplar dieser Emission zeigen. Es handelt sich um die einzigen beiden Stücke in privatem Besitz. Diese Stücke sind derart selten, dass es keinen Marktwert gibt: Sie wurden noch nie in einer Auktion öffentlich angeboten.
Warum die Schweiz nach dem 2. Weltkrieg Goldmünzen prägte
Während die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs sich in Bretton Woods darauf einigten, den Dollar zur internationalen Ankerwährung zu machen, behielt sich die Schweiz ihre wirtschaftspolitische Eigenständigkeit vor und beharrte auf den Goldstandard. Teil dieser Politik war die Ausprägung eigener Goldmünzen, die zwischen 1955 und 1959 im Wert von 25 und 50 Schweizer Franken in bedeutenden Mengen entstanden.
Militante Zeugnisse des Kalten Krieges
Ganz dem Geist der Zeit verhaftet, hatte sich der Bundesrat trotz Bedenken des Schweizerischen Friedensrats für zwei militante Themen entschieden, die nur aus der Gedankenwelt des kalten Krieges erklärt werden können. Das 25 Franken Stück zeigt nach Vorbild eines Gemäldes von Ferdinand Hodler Wilhelm Tell, der die Hand abwehrend erhoben hat und gleichzeitig mit seiner Armbrust deutlich macht, dass er bereit sei, jedem Übergriff militärisch entgegenzutreten. Die Umschrift In Armis Libertas et Pax (= lat. für Freiheit und Frieden durch Waffen) stiess auf besondere Kritik. Die Darstellung des 50 Franken Stücks greift die Statue der drei Eidgenossen von James Vibert auf, die den optischen Mittelpunkt der Kuppelhalle des Bundeshauses bilden.
Warum diese Münzen nicht ausgegeben wurden
Noch ehe die Münzen ausgegeben werden konnten, stieg der Goldwert derart, dass der Materialwert der Stücke ihren Nennwert beträchtlich übertraf. Da eine Ausgabe zu einem über dem Nennwert liegenden Preis aus rechtlicher Sicht nicht zulässig war, blieben die Münzen in den Tresoren der Nationalbank, obwohl es in den folgenden Jahrzehnten immer wieder Vorstösse gab, die bei Sammlern äusserst begehrten Objekte auf den Markt zu bringen.
Eine Schmelzaktion bei Nacht und Nebel
Mit der Revision der Bundesverfassung vom 18. April 1999 wurde die verfassungsgegebene Goldbindung des Schweizer Frankens aufgehoben. Das neue Währungs- und Zahlungsmittelgesetz vom 22. Dezember 1999 ermöglichte die Ausgabe der enigmatischen Münzen. Diese wurde bereits geplant. Vorgesehen war es, eine beschränkte Anzahl von Münzen auf dem Sammlermarkt zu verkaufen und den unverkäuflichen Rest einzuschmelzen. Doch die hohen Schmelzkosten, die wohl zum damaligen Zeitpunkt nicht aus den Erlösen der Verkäufe hätten gedeckt werden können, verhinderten, dass die Münzen in Sammlerhände gelangten.
2005 überschritt der Goldpreis zum ersten Mal die 500 $ Marke pro Unze. Ein Ende des Goldbooms war vorläufig nicht abzusehen. So schmolz die Nationalbank, ohne Rücksprache mit der Swissmint, einer Sammler- oder Händlervereinigung zu nehmen, in den Jahren