Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03100.jsonl.gz/1748

Das Dorf zu Pfyn erstreckt sich heute hauptsächlich entlang der beiden Hauptstrassen nach Steckborn und nach Kreuzlingen Konstanz, war aber wohl ursprünglich eher ein Bachdorf, dessen Siedlungsverlauf dem Dorfbach folgte. Als ehemalige Grenzstation und Militärposten beherbergte es immer schon viele Auswärtige und konnte zeitweise auf sieben Gasthäuser verweisen. Die „Krone“ ist eines der ältesten Gasthäuser mit Beherbergungsrecht. Über das Leben auf dem daneben liegenden Lindenhof im frühen 20 Jh. berichtet H.U.Hüeblin: „Mein Kindergarten war die Küche, die Stube und der durchgehende, lange breite Hausflur, die Umgebung die tägliche Arbeit der Grossen. Der Anschauungsunterricht war vielfältig. Man schickte mich posten, mit dem Leiterwägeli Brot holen im Sonnenhof, Vaters Briefe auf die Post bringen, im Sommer Most und Znüni mit dem Leiterwägeli in den Pfarrgarten und die Langfuri, Frauenwies und Lendweg bringen. Im Heuet hiess es, den echten Kümmel aus den Frisch gemähten Mädli zu ziehen, welchen Mutter zum Trocknen in der Laube aufhängte. In der grossen, alten Wirtsstube mit der langen Fensterbank, dem nussbäumenen Buffet mit den vielen Römern, Schoppen, den diversen Flaschen vom Zweierli bis zum Doppelliter, den kleinen und grossen, blauen und braunen Steingutkrügen tickte die grosse Standuhr mit dem langen Messingpendel, hinter deren Türe der Ellenstab versorgt war. In der Buffetecke hing die Trillerpfeife, mit der ich drei Mal kräftig zum Mittagessen rufen durfte, damit es die zwei Chueni in der hinteren Scheune auch hörten. Nur der Vater trug eine dicke Sackuhr an einer schweren, silbernen Kette. Rund um den Tisch sassen so etwa zehn Leute und wenn der Hausmetzger mit der roten Nase, der Zimmermann mit dem Schnauz, der Küfer oder der Maurer da waren, so rückte man einfach noch einen Stuhl mehr dazwischen.“
Die alte römische Heerstrasse führt von Vitodurum (Winterthur) nach Ad Fines und verzweigte sich dort mit einer Querverbindung nach Tasgetium (Eschenz) während die Hauptstrasse das Thurtal aufwärts nach Arbor Felix führte. Die heutigen Strassen folgen den historischen Wegen im Grossen und Ganzen. Bereits 1699 wird ein Wirtshaus zur Krone erwähnt und das Gebäude in seiner heutigen Gestalt wurde im 18 Jh. errichtet und später weiter ausgebaut. Im Lindenhof befand sich im Jahre 1599 die zur Schlossherrschaft gehörende Taverne zur Linde. Das Gebäude wurde in der 2. Hälfte des 19. Jh. wesentlich umgestaltet. Die Familie Hüeblin bewirtschaftete den Lindenhof über mehrere Generationen. H.U.Hüeblin ordnete und bewirtschaftete von 1968 bis 1984 das Gemeindearchiv und stellte eine Dokumentation zur Orts- und Familiengeschichte zusammen.