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Die Liste der 14 Schweizer Banken, gegen die die US-Justizbehörden wegen Steuerlasten ermitteln, könnte in Zukunft noch länger werden. «Wir ermitteln weiter», sagte die stellvertretende US-Justizministerin Kathryn Keneally in einem Interview mit der «Sonntagszeitung» und «Le Matin Dimanche».
Bis Ende Jahr hätten sich die USA verpflichtet, keine weiteren Banken auf diese Liste zu nehmen. Aber die Ermittlungen liefen weiter, sagte Keneally, die auch Chefanklägerin in Steuerfragen ist. «Wir haben zu Schweizer Banken viele Informationsquellen», gibt sie im Interview zu. Dazu zählten auch Informationen von Banken, welche mit den Behörden kooperierten.
Verschiedene Optionen für Banken
Mit Bezug auf das unilaterale US-Programm zur Lösung der Steuerstreitigkeiten legt die Vize-Justizministerin den Schweizer Banken nahe, sich selbst richtig einzustufen. «Bestimmt gibt es Banken, die sagen: Wir haben uns nur ein bisschen falsch verhalten und möchten deshalb in die Kategorie drei, wo wir nicht gebüsst werden», so Keneally. Aber auch solche Banken gehörten zur Kategorie zwei - zu jener Kategorie also, in welcher die Banken gebüsst werden.
Das US-Justizdepartement hatte sein Programm zur Bereinigung von Steuer-Altlasten am 29. August vorgestellt. Es steht allen Schweizer Banken offen, die mit der Teilnahme daran einer mögliche Strafverfolgung entgehen wollen.
Das Programm gibt den Banken unterschiedliche Optionen: Es definiert eine Kategorie 2 für Banken, die sich der Beihilfe zur Steuerhinterziehung in den USA schuldig fühlen und ihre Angelegenheiten regeln wollen. Kategorie 3 ist vorgesehen für Banken, die ihre Unschuld beweisen wollen. Kategorie 4 ist für Banken, die kein Geschäft mit in den USA steuerpflichtigen Personen haben.
Höchste Achtung vor Schweizer Finanzplatz
Ausgeschlossen vom Programm sind 14 Banken, die seit längerem konkret im Visier der Amerikaner sind: Sie müssen Vergleiche aushandeln, um Anklagen zu entgehen. Zu dieser Kategorie 1 gehören zum Beispiel die Credit Suisse, die Zürcher und die Basler Kantonalbanken oder Julius Bär.
Auf den Vorwurf, gewisse Schweizer Banken könnten an einer hohen Bussen zugrunde gehen und der Schweizer Finanzplatz in der Folge stark darunter leiden, sagte Keneally, alle im Justizdepartment hätten «höchste Achtung» vor der Schweiz und für ihren Finanzplatz. Die USA beabsichtige nicht, dort Schaden anzurichten. Aber es sei «ein wenig schwieriger, ein Geschäft zu respektieren, das von steuerflüchtigen US-Bürgern profitiert».
Die Bussen seien zudem nach dem Grad des Fehlverhaltens kalibriert. Über die Anzahl der Banken, denen eine Busse drohe, sowie über die Höhe der Bussen könne sie keine Schätzung abgeben, so Keneally.
(sda/moh)