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Classement thématique série 1848–1945:
VII. ORGANISATION DES AFFAIRES ÉTRANGÈRES
3. Service consulaire
Printed in
dodis.ch/42544 Le Chef de la Division du Commerce, A. Eichmann, au Chef de la Division politique du Département des Affaires étrangères, G. Carlin1
In Beantwortung des uns zur Ansichtsäusserung übermittelten Schreibens des Generalkonsulats in Brüssel, betreffend Errichtung eines Schweiz. Konsulats oder Vice-Konsulats in Verviers2,glauben wir zunächst einige Bemerkungen allgemeiner Natur vorausschicken zu sollen.
Die Handelsabteilung ist grundsätzlich der Ansicht, dass die Schweiz so viele Konsulate als möglich errichten soll, sofern es sich nicht um Berufskonsulate handelt. Honorarkonsulate können uns nur nützen, sei es behufs Unterstützung und Wegleitung unserer Landsleute, sei es für Auskünfte kommerzieller oder anderer Natur. Eine Einschränkung ist, neben Rücksicht auf politische und Vertragsmomente, nach unserer Absicht nur geboten mit Bezug auf die Persönlichkeit des Kandidaten, die Wünsche der Schweizerkolonie, wo man von einer solchen sprechen kann, und auf allfällig nötige Subventionen, also in finanzieller Beziehung.
Was die persönliche Qualifikation des Kandidaten anbelangt, so sind wir entschieden der Ansicht, dass keine Ausländer gewählt, sondern dass in Fällen, wo keine qualifizierten Schweizer zur Verfügung stehen, welchen man volles Vertrauen schenken darf, lieber auf die Errichtung von Konsulaten oder die Wiederbesetzung von solchen verzichtet, resp. eine Verschiebung der Angelegenheit vorgezogen werden sollte. So oft wir uns an einen Konsuln zu wenden haben, welcher Ausländer ist, empfinden wir die unangenehme Notwendigkeit einer gewissen Zurückhaltung, welche den Nutzen der zu erwartenden Dienste von vorneherein in Frage stellt.
Im vorliegenden Falle würden wir also wenn, wie es scheint, der von der Handelskammer in Verviers vorgeschlagene Hr. Deblon kein Schweizer ist, und auch kein schweizerischer Kaufmann zur Verfügung steht, Hrn. Ingenieur Jean de Mollins, welchen Hr. Rivier empfiehlt, von vornherein unbedingt den Vorzug geben. Als Informationsstelle in Lausanne schiene uns u. a. namentlich auch die «Société industrielle et commerciale» daselbst geeignet zu sein.
Kosten kann uns ein Konsulat in Verviers nicht verursachen; dass uns dasselbe aber gelegentlich von Nutzen sein kann, ist ausser Zweifel. Wir würden daher dessen Errichtung selbst dann empfehlen, wenn der Schweiz. Handelsund Industrie-Verein bei der üblichen Einvernahme dieselbe nicht für dringend erachten sollte.
Wir bemerken übrigens noch, dass man in Fällen, wo man über die Zweckmässigkeit oder Unzweckmässigkeit der Errichtung einer Konsularstelle oder über die Personalien des Kandidaten nicht ganz sicher ist, nach unserem Dafürhalten mehr als es bisher geschehen ist, zu dem Auskunftsmittel der vorläufigen Beschränkung auf die Bestellung eines Konsularagenten greifen könnte. Ein allfälliger Missgriff bei der Errichtung oder Besetzung eines solchen Postens bietet weniger Gefährde; man kann den Nutzen desselben und die Fähigkeiten der betreffenden Persönlichkeit während einiger Zeit beobachten, und, wenn sie sich bewähren, später um so sicherer zur Umwandlung in ein Konsulat übergehen. Dieses Vorgehen würde sich vielleicht als Provisorium auch für Verviers empfehlen.3
- 1
- Lettre: E 2 1347.↩
- 2
- Lettre du 23 janvier 1894, non reproduite.↩
- 3
- Voici reproduite la réponse du Chef du DFAE, Lachenal, au Consul général de Suisse à Bruxelles. Nous avons pris connaissance avec intérêt de votre rapport du 23 janvier dernier, No 4 a/4, relatif à la création éventuelle d’une agence consulaire suisse dans la province de Liège. Après avoir consulté à ce sujet le «Vorort» de l’Union suisse du commerce et de l’industrie, et après de mûres réflexions, nous nous sommes décidés à ne pas donner suite au désir exprimé par la Chambre de commerce de Verviers. Les rapports commerciaux et industriels entre la Suisse et la province de Liège ne paraissent pas suffisants pour rendre l’érection de ce consulat absolument nécessaire; la tendance actuelle du Conseil fédéral est, du reste, plutôt de restreindre que d’augmenter le nombre de nos postes consulaires. Note marginale en tête du document: En attente pas à expédier. ( lettre de juin 1894, quantième non indiqué, E 2/1347).↩