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Das Wichtigste in Kürze:
- Beim Nachbardorf Pfyn stand die berühmte Steinzeitsiedlung „Breitenloo“. Archäologische Funde, die aus der Zeit von 4500 bis 3300 v. Chr. stammen, werden der „Pfyner Kultur“ zugeordnet.
- Diese „Pfyner Kultur“ kann ein Steinbeil zugewiesen werden, das man beim Maltbach entdeckte. Es ist das älteste Relikt menschlicher Tätigkeit auf unserem Gemeindegebiet.
- Ebenfalls beim Maltbach stiessen im Jahre 1846 Landwirte auf eine Sandsteinplatte, die ein Grab bedeckte. Das Grab enthielt ausser dem Skelett ein Bronzeschwert und einen Bronzedolch.
- Das Schwert und der Dolch aus der Bronzezeit sind im naturhistorischen Museum in Frauenfeld ausgestellt.
„Pfyner Kultur“
Archäologische Funde, die aus der Zeit von 4’500 bis 3’300 v. Chr. stammen, werden in unserer Gegend der „Pfyner Kultur“ zugeordnet. Die Ausgrabungen einer Moorsiedlung bei Pfyn ergab so wertvolles und reichhaltiges Material, dass es zur Abgrenzung von jungneolithischen Kulturerscheinungen, besonders in der Töpferei, benutzt werden konnte. Die zahlreich gefundenen Keramikreste zeigen nämlich einen einheitlichen Charakter.
Diese „Pfahlbauten“ im Breitenloo (etwa 1km östlich des Dorfes Pfyn, zwischen „Rietgässli“ und „Reckenbüel“) wurden bereits im Jahre 1885 entdeckt. Mit den gründlichen Ausgrabungen wurde aber erst 1943 begonnen. Die Ausgrabungsfläche betrug ca. 35 x 40 m, worauf die Überreste von einem Dutzend Hütten entdeckt wurden. Besonders gut erhalten waren die Hüttenböden.
Das Müllheimer Steinbeil
In einem Acker südlich des Maltbachs wurde ein Steinbeil gefunden.
Es ist das älteste Relikt menschlicher Tätigkeit auf unserem Gemeindegebiet. Das Steinbeil wurde allerdings nie vollendet: es ist ein sogenanntes Halbfabrikat. Darüber, wie es entstand, warum es nicht fertig wurde und warum es gerade hier liegen gelassen wurde, darf frei spekuliert werden.
Das Müllheimer Bronzegrab
Während der Bronzezeit (im Anschluss an die Steinzeit, 2’200 bis 1’200 v. Chr.) war der Thurgau relativ dicht besiedelt, es scheinen günstige Lebensbedingungen geherrscht zu haben. Das ganze Südufer des Bodensees war erschlossen, ebenso das Thurtal bis gegen Bischofszell.
Aus der Spätbronzezeit stammt das „Müllheimer Grab“. In „Keller/Reinerth, Urgeschichte des Thurgaus“ ist zu lesen:
„1846 stiessen zwei Landwirte in einem Acker zwischen Müllheim und Pfyn südlich des Maltbachs beim Anlegen eines Abzugkanals auf eine etwa 2 m lange und 0,5 m breite Sandsteinplatte, die ein mit Tuffsteinen eingefasstes Grab deckte. Das Grab enthielt ausser einem Skelett ein Bronzeschwert und einen Dolch. Diese Grabbeigaben weisen den Fund der älteren Bronzezeit zu.“
Was hier kurz und knapp beschrieben wurde, ist ein sehr bemerkenswerter Fund. In jenen Zeiten wurden nur wenige Menschen in besonderen Gräbern beigesetzt. Die beigegebenen Waffen weisen den Toten als hohen Adeligen aus. Ein für damalige Verhältnisse äusserst wertvolles Schwert, welches erst mit der Bronze möglich wurde, konnte sich nur die Oberschicht leisten. Hat die Sippe, die ihrem verstorbenen Anführer so sehr verehrte, dass sie ihm solche Beigaben ins Grab legte, hier gesiedelt? Oder waren sie gerade unterwegs, als ihn der Tod ereilte?
Der Leichnam wurde nicht, wie in anderen Phasen der Urgeschichte üblich, verbrannt, sondern sorgfältig in ein speziell erstelltes Steingrab gelegt. „Gräber dieser Art, die im Ganzen in der Schweiz nur sparsam auftreten, sind nicht tief in den Boden versenkt und verraten sich weder durch Erdaufwurf noch durch andere Merkmale.“
Das Schwert und der Dolch wurden für genügend wertvoll befunden, in einer Vitrine ausgestellt zu werden. Man findet sie zur Zeit im naturhistorischen Museum des Kantons Thurgau in Frauenfeld.
Der Dolch und das Schwert aus der Bronzezeit. Gefunden in einem Grab südlich des Maltbachs. Dolchlänge: 15,2 cm Dolchgewicht: 40 gr Schwertlänge: 67 cm Schwertgewicht: 695 gr.