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Das Bundesstrafgericht hat den Financier Dieter Behring zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt – und zwar wegen gewerbsmässigen Betrugs. Behring hatte zwischen September 1998 und Oktober 2004 tausende Anleger um insgesamt 800 Millionen Franken betrogen und damit einen der grössten Finanzskandale der Schweiz verursacht.
Investoren waren damals zweistellige Renditen versprochen worden. Diese sollten durch ein von Behring entwickeltes computerbasiertes System erwirtschaftet werden.
Die Bundesanwaltschaft hatte eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und neun Monaten wegen gewerbsmässigen Betrugs und Geldwäscherei vorgeschlagen.
Die Verteidigung hatte die Einstellung des Verfahrens oder einen Freispruch beantragt.
Die Bundesanwaltschaft (BA) ging davon aus, dass es nie ein solches funktionierendes System gab. Vielmehr sei die ganze Sache von Anfang an als Schneeballsystem aufgezogen worden.
Als das Konstrukt 2004 nach kritischen Medienberichten kollabierte, standen 2000 Geschädigte da, die insgesamt 800 Millionen Franken verloren hatten.
Ein immer wiederkehrendes Thema während des Prozesses war die lange Verfahrensdauer von unterdessen zwölf Jahren. Diese musste bei der Bestimmung des Strafmasses berücksichtigt werden.
Während und nach dem einen Monat dauernden Prozess zogen Behring und seine Verteidiger alle Register, indem sie mehrere Ausstandsbegehren stellten und eine Strafanzeige einreichten.
Letztere richtet sich gegen Bundesanwalt Michael Lauber und zwei weitere Angestellte der Bundesanwaltschaft. Die Aufsichtsbehörde der Bundesanwaltschaft (AB-BA) setzte Thomas Hansjakob als ausserordentlichen Staatsanwalt ein.
Zuletzt hatte Behrings Anwalt jedoch auch gegen Hansjakob ein Ausstandsbegehren gestellt. Trotz dieser hängigen Verfahren konnte das Bundesstrafgericht ein Urteil fällen. Die Verteidiger von Behring hatten eine Verschiebung beantragt. (tat/sda)