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Der Empfang von Super-Bowl-Gewinner Philadelphia Eagles im Weissen Haus findet wie erwartet nicht statt. US-Präsident Donald Trump sagt den Besuch des NFL-Champions ab.
Der Mitteilung zufolge ist der Grund für die Absage, dass viele Spieler der Eagles die Teilnahme an der für Dienstag geplanten Veranstaltung verweigerten und nur eine kleine Delegation im Weissen Haus erschienen wäre. Daher sei das Treffen abgesagt worden, twitterte Trump.
Dass ein Grossteil der Eagles-Spieler den Besuch in Washington ablehnen würde, war keine grosse Überraschung. Trump hatte sich mit seinen Aussagen gegenüber NFL-Spielern, die beim Abspielen der Nationalhymne sitzen bleiben oder an der Seitenlinie knien, keine Freunde gemacht. «Während des Abspielens der Nationalhymne im Umkleideraum zu bleiben ist ebenso respektlos unserem Land gegenüber wie das Knien (während der Hymne). Tut mir leid», schrieb Trump auf Twitter.
Philadelphias Bürgermeister Jim Kenney kritisierte Trump in der Folge scharf: «Die Eagles-Spieler stehen ein, woran sie glauben. Sie repräsentieren die Vielfalt unserer Nation – eine Nation, in der wir unsere Meinungen frei äussern können. Sie aus dem Weissen Haus auszuladen, beweist nur, dass unser Präsident kein echter Patriot ist, sondern ein zerbrechlicher Egomane, der Angst hat, eine Party zu schmeissen, zu der keiner kommt.» Er gehört den Demokraten an, Trump den Republikanern.
Wide Receiver Torrey Smith reagierte via Twitter auf die Absage. Im Team seien viele unterschiedliche Ansichten vertreten. Wer zu Trump wollte, dem hätte man das auch ermöglichen sollen, so Smith. Es zeuge von Feigheit, die Feier abzusagen, weil die Mehrheit der Spieler den Präsidenten nicht sehen wollte. So zu tun, als sei der Hymnenstreit der Grund dafür, sei närrisch. Smith war in der vergangenen Saison bei den Eagles und steht mittlerweile bei den Carolina Panthers unter Vertrag.
Eagles-Fans, die beim Besuch ihres Teams im Weissen Haus dabei sein wollten, wurden eingeladen, an einer Ersatzveranstaltung teilzunehmen. «Eine, die unser grossartiges Land ehren wird, den Militär-Helden Tribut zollt und bei der laut und stolz unsere Nationalhymne gespielt wird», hiess es in der Mitteilung des Weissen Hauses.
Trumps Entscheid wirft ein neuerliches Schlaglicht auf eine ungewöhnliche Protestaktion, die eine hitzige gesellschaftliche Debatte in den USA entfacht hat. Den Anfang machte im Sommer 2016 Colin Kaepernick, der damalige Quarterback der San Francisco 49ers. Er begann, aus Protest gegen systematischen Rassismus und Polizeigewalt gegen Schwarze am Spielfeldrand still das Knie zu beugen, während die Nationalhymne erklang. Bald machte es ihm sein Teamkollege Eric Reid nach. Seit ihre Verträge bei den 49ers ausgelaufen sind, haben sie keinen neuen Verein gefunden.
Trump hatte schon zuvor mehrfach ungehalten auf die Protestaktionen reagiert und die betreffenden Spieler unter anderem als «Hurensöhne» bezeichnet, die entlassen werden sollten. (sda/dpa)
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