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5-FLUOROURACIL ZUR BEHANDLUNG VON KELOIDEN
Keloide sind überschiessende Narbenbildungen, die definitionsgemäss das ursprüngliche Narbenfeld überschreiten und länger als sechs Monate verbleiben. Die Keloidbehandlung ist oft schwierig und langwierig, mit unbefriedigenden Ergebnissen, einer hohen Rezidivrate nach Therapieende, und sogar Fortschreiten der Krankheit während der Therapie. Die Injektion von Glukokortikoid in das Narbengewebe und die Vereisung mit flüssigem Stickstoff sind die klassischen Therapiemethoden. Die Wirksamkeit der Laserbehandlung wird kontrovers diskutiert, während die Kompressions- und Okklusionstherapien mit Silikon normalerweise nur eine Linderung von Jucken und Schmerzen zeigen. Die chirurgische Teilresektion und die niedrig dosierte Röntgenbestrahlung können in Kombination bei den schwersten Fällen mit grosser Vorsicht eingesetzt werden, wobei der Erfolg leider unvorhersehbar ist. Eine umfassende Übersichtsarbeit von Shah V.V. et al. von 2016 aus den U.S.A. hat gezeigt, dass Injektionen von 5-Fluorouracil, insbesondere zusammen mit Glukokortikoid, eine wirksame und sichere Therapie hartnäckiger Keloide darstellt. Aus insgesamt 147 publizierten Berichten wurden 21 den Qualitätsanforderungen entsprechende Studien analysiert und bewertet. 5-Fluorouracil wurde mit einer maximalen Dosis von 100 mg in ein- oder zweiwöchentlichem Abstand über einen Zeitraum von vier bis 16 Wochen in die Keloide gespritzt. Eine Verminderung des Narbenvolumens um 50-90% über die Dauer von sechs Monaten oder länger konnte damit erzielt werden. Die häufigsten Nebenwirkungen waren lokale Schmerzen und Pigmentstörungen, und selten oberflächliche Nekrosen an den Injektionsstellen. Weitere unerwünschte, insbesondere systemische Arzneimittelwirkungen von 5-Fluorouracil wurden in den berücksichtigen Studien nicht beobachtet. Die Erkenntnisse der hier beschriebenen Übersichtsarbeit sind wesentlich, auch wenn sie durch die folgenden Gegebenheiten der einbezogenen Studien eingeschränkt werden. Der Vergleich ihrer Resultate wird durch die unterschiedlichen Studienanordnungen erschwert. Zu Kritik Anlass geben das allgemein schlecht definierte Mass der Besserung von Keloiden, die zu kleine Anzahl der jeweiligen Studienteilnehmer, sowie das Fehlen von Vergleichsgruppen.