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Meinungsbeitrag zur Abstimmung vom 5. Juni über die Gesetzesänderung zur medizinisch unterstützten Fortpflanzung (Präimplantationsdiagnostik)
Die PID (Präimplantationsdiagnostik) ist eine Technik zur Auswahl von Embryonen. Diese entstehen durch die Vereinigung von Ei- und Samenzelle im Reagenzglas, wo sie sich entwickeln können. Beim sogenannten Acht-Zell-Stadium (um den dritten bis fünften Tag) werden eine bis zwei Zellen entnommen und mittels PID untersucht. Gesunde Embryonen werden der Mutter eingepflanzt, die andern vernichtet oder für wissenschaftliche Forschung eingefroren.
Ein Embryo ist ein wachsender Mensch, nicht nur ein Zellhaufen, wie in unverständlicher Weise unser Bundesrat Alain Berset behauptet hat. Ein Embryo verfügt über eine individuelle genetische Ausstattung. Seine Zellen bilden eine organische Einheit; sie kommunizieren miteinander und teilen sich schon sehr früh ihre Aufgaben zu. Dieses komplexe System ist umgeben von einer schützenden Hülle. Mit den erwähnten Untersuchungen kann, wie dies in diversen Ländern schon passiert ist, alles Mögliche untersucht werden: Geschlecht, Down-Syndrom, Haarfarbe. Es droht in der Fortpflanzungsdiagnostik das Abgleiten auf eine sehr fragwürdige Ebene. Auch wenn dieses unethische Vorgehen im Ausland gang und gäbe ist, müssen wir Herrn Bundesrat Berset damit nicht folgen. Ich werde am 5. Juni zu dieser Vorlage Nein sagen.