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Klima ist mehr als Temperatur und Niederschlag. MeteoSchweiz stellt ein breites Spektrum von Klimaindikatoren, wie Hitze- oder Frosttage, bereit, die das Klima beschreiben und den Klimawandel anschaulich machen. Sie helfen Anwendern und Planerinnen, die Klimaentwicklung einzuordnen und in der Praxis zu berücksichtigen.
Hitzetage, Frosttage und andere Indikatoren
Klimaindikatoren sind Kenngrössen, die aus den meteorologischen Messgrössen, wie z.B. Temperatur oder Niederschlag berechnet werden. Sie fokussieren sich dabei auf einen bestimmten Aspekt es Klimas (z.B. Hitze, Frost, Trockenheit). Dadurch beschreiben die Klimaindikatoren das aktuelle Klima sehr anschaulich. Zusätzlich kann die vergangene und die zukünftige Entwicklung des Klimas nutzergerecht analysiert werden. So werden Antworten zu praxisrelevanten Fragen gefunden, wie z.B. "Erleben wir heute mehr heisse Tagen als vor 50 Jahren?", "Sind die Winter wirklich nicht mehr so kalt?" oder „Wieviel Tage mit Neuschnee wird es im Jahr 2060 geben?".
Hitzetage
An Hitzetagen steigt die Temperatur auf über 30°C. Die Anzahl dieser Hitzetage nahm in der Schweiz während der vergangenen Jahrzehnte kontinuierlich zu. Wie beispielhaft an der Station Luzern gezeigt, steigt die Anzahl der Hitzetage pro Jahr. Während in Luzern bis Anfang der 1980er Jahre maximal 10 Hitzetage pro Jahr auftraten, nahmen sie in den letzten 15 Jahren deutlich zu - vereinzelt bis zu mehr als 25 Hitzetagen. Seit 1980 gab es in Luzern kein Jahr ohne Hitzetag.
Viele von uns freuen sich an einem Hitzetag über das Badiwetter. Andere wiederum leiden eher unter solch hohen Temperaturen - besonders Ältere und Pflegebedürftige belastet starke Hitze besonders. Wohnungsbau und Gebäudetechnik beachten die Entwicklung der Hitzetage, um geeignete Massnahmen für ein angenehmes Wohn- und Büroklima zu entwickeln und umzusetzen (z.B. bessere Isolationen und eine geeignete Klimatisierung).
Frosttage
Fällt an einem Tag die Temperatur einmal unter 0°C sprechen wir von einem Frosttag. Schweizweit gibt es immer weniger Frosttage. Wie das Beispiel Davos zeigt, hat die Anzahl der Frosttage deutlich abgenommen, in den letzten 40 Jahren um ca. 20%.
Anwendung finden die Frosttage z.B. in Wintersportgebieten, welche die bekannte Entwicklung der Frosttage für ihre Saisonplanung und für Entscheidungen über zukünftige Investitionen nutzen können.
Trockenheit
Bei Trockenheit bleiben über eine längere Zeit die Niederschläge aus. Kombiniert mit heissen Tagen führt die Trockenheit im Sommer zu Dürre, die beispielsweise die Landwirtschaft beinträchtigen kann. In trockenen Wintern fehlt der nötige Schnee und Regen, um das Wasserreservoir für Frühling und Sommer zu füllen. Ausserdem bedeutet Wintertrockenheit eine Herausforderung für den Schneesport.
Für die Trockenheit gibt es verschiedene Indikatoren. Einer der einfachsten ist die Anzahl der aufeinanderfolgenden Tage ohne Niederschlag. Die Graphik zeigt am Beispiel der Stationen Genf, Basel, Locarno und St. Gallen, dass es sich die Trockenperioden schweizweit unterschiedlich entwickelt haben. In einigen Gebieten (wie z.B. Genf und Locarno) sind die Trockenperioden länger geworden. Aber Basel zeigt genau das Gegenteil. In St. Gallen lässt sich dagegen keine langfristige Veränderung feststellen.
Klima- und Hitzeindikatoren im Detail
Eine grosse Auswahl an Klima- und Hitzeindikatoren stehen im „Klimaindikatoren-Browser“ und im „Hitzeindikatoren-Browser“ auf der MeteoSchweiz Webseite zu Verfügung. Dort lässt sich die Entwicklung der letzten Jahrzehnte für verschiedene Jahreszeiten und Zeiträume an der Station der Wahl anschauen und bei Bedarf als PDF Datei herunterladen.