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Auftrag „Desinteresse der Männer am Lehrberuf“
Der Regierungsrat wird beauftragt, mittels einer wissenschaftlichen Untersuchung zu klären, aus welchen Gründen (berufsspezifischen, ökonomischen, sozialen, etc.) immer mehr Männer den Lehrerberuf meiden. Ferner soll aufgezeigt werden, welche Massnahmen ergriffen werden müssten, um den Lehrerberuf für Männer wieder attraktiver zu machen.
Der zunehmende Lehrpersonenmangel ist ein weltweites Thema: Laut UNESCO hätten im Jahr 2009 112 von 208 Ländern zusätzliche Lehrpersonen für die Primarstufe rekrutieren müssen, um Kindern eine qualitativ hochstehende Primarschulausbildung zu ermöglichen. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass in vielen Teilen der Erde weibliche Lehrkräfte in der Überzahl sind (UNESCO 2011). Dies gilt auch für die Schweiz, wobei die Beteiligung von Frauen umso grösser ist, je jünger die Schülerinnen und Schüler sind. Der Bildungsbericht Nordwestschweiz 2012 (S.102-105) zeigt für die Kantone des Bildungsraumes NWCH auf, dass im Schuljahr 2009/2010 im Kindergarten ca. 99% Frauen, in der Primarstufe ca. 80% und auf der Sekundarstufe I ca. 55% beschäftigt waren. Es ist bekannt, dass die Anzahl der Studierenden an der PH FHNW nicht genügt, um den zukünftigen Bedarf an Lehrerinnen und Lehrern in den Kantonen des Bildungsraumes NWCH zu decken (Pensionierungswelle). Während die Zahl der weiblichen PH-Studierenden erfreulich hoch ist, fehlen die Männer fast gänzlich, und zwar an allen Bildungsstufen, wenn auch etwas weniger ausgeprägt für die Sekundarstufe I. Wenn der Kanton Solothurn zu einem zahlenmässig genügenden Nachwuchs an Lehrpersonen gelangen will, muss er insbesondere wieder mehr Männer für den Lehrberuf gewinnen. Mit dem Studienprogramm für erfahrene Berufspersonen wurde eine erste zielführende Massnahme umgesetzt. Allein, diese Massnahme kann die Problematik höchstens entschärfen aber nicht lösen. Auch aus pädagogischen, sozialen und gesellschaftlichen Gründen ist es sinnvoll, wenn die Schü- lerinnen und Schüler von Männern und Frauen unterrichtet werden. So erleben sie, im täglichen Geschehen, dass Bildung und Erziehung eine Angelegenheit von beiden Geschlechtern ist. Wenn auch bei den Knaben durch männliche Vorbilder das Interesse an Bildung und Erziehung geweckt wird, sind sie eher motiviert, später den Beruf Lehrer zu wählen.
Der Auftrag wird erheblich erklärt (im Wortlaut der BIKUKO).