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Die Freiherren von Ostein stammen ursprünglich aus einem heute verschwundenen Ort zwischen Rufach und Isenheim im Elsass. Der 1579 geborene Johann Heinrich von Ostein (damals noch Oo-schtein gesprochen) ist von 1628–1646 Fürstbischof von Basel mit Sitz in Pruntrut. Seinen Neffen verschafft er Vogteisitze auf Birseck oder sie werden, wie Johann Jakob von Ostein «Hochfürstlich baslerischer geheimer Rat und Landhofmeister zu Pruntrut». Dieser Landhofmeister des Basler Fürstbischofs ist Vater unserer Fürstäbtissin. Er ist in erster Ehe mit Anna Margaretha von Kippenheim verheiratet und hat aus dieser Ehe drei Kinder. Die Jüngste ist Maria Regina, die 1643 in Pruntrut geboren wird. Ihr Bruder aus zweiter Ehe, Johann Franz Sebastian (1652–1718), heiratet 1687 Anna Karolina (Charlotte) von Schönborn (1671–1716). Ihr Onkel Lothar Franz von Schönborn[1] wird 1693 Kurfürst und Fürstbischof von Mainz. Mit seiner Hilfe werden fünf Brüder von Anna Karolina später Fürstbischöfe von Würzburg, Bamberg, Konstanz, Speyer und Trier. Auch den sieben Söhnen der Familie Ostein-Schönborn besorgt er angemessene Posten in hohen geistlichen und weltlichen Ämtern des Kurfürstentums und Erzbistums Mainz. Die Familie Ostein kommt damit zu enormem Reichtum. Daran erinnern im ehemaligen Kurfürstentum Mainz viele Herrenhäuser, Jagdschlösser, Landschaftsgärten und sogar Rebsorten. Bereits mit der nächsten Generation[2] stirbt das Geschlecht 1809 aus.
Weniger als über ihren Stiefbruder und seine Heirat in die Schönborn-Familie ist über die Fürstäbtissin Maria Regina bekannt. Am 25. August 1693, im gleichen Jahr wie der mächtige und nun entfernt verwandte Lothar Franz von Schönborn auf den Mainzer Kurfürstenthron kommt, wird sie als Äbtissin des fürstlichen Chorfrauenstifts zu Säckingen gewählt. Sie widmet sich nach dem Ende des Pfälzischen Erbfolgekrieges (1688–1697), der 1678 mit der Brandschatzung der Stadt und der Stiftskirche auch den Hochrhein erreicht, dem Wiederaufbau der bis dahin nur provisorisch genutzten Kirche. Sie lässt das Langhaus 1698 durch einheimische Baumeister einwölben und engagiert auch den Unterelchinger Baumeister und Stuckateur Michael Wiedemann, der vermutlich die beiden oktogonalen Seitenkapellen im Langhaus anfügt. Mit der Berufung von Wessobrunner Stuckateuren und des Tessiner Freskanten Giorgioli zeigt das Fridolinsmünster 1702 ein hochbarockes Kleid, wie wir es noch heute in den beiden Seitenkapellen sehen können. Dann bricht der Spanische Erbfolgekrieg aus. Säckingen wird zwar verschont, das Stift muss aber an die kriegführenden Parteien 80 000 Gulden als Kontributionen leisten. Damit ist die Finanzkraft erschöpft, und selbst der notwendige weitere Wiederaufbau der Türme muss nach dem Ende des Krieges 1714 unterbleiben.
Maria Regina von Ostein stirbt am 5. Juli 1718 im Alter von 75 Jahren. Ihr Wappen, das einen goldenen Hund in Blau zeigt, wird 1752 am Chorbogen angebracht.
Pius Bieri 2008
Benutzte Literatur:
Jehle, Fridolin und Jehle-Enderle, Adelheid: Die Geschichte des Stiftes Säckingen, Aarau 1993.
Ersch, Johann Samuel und Gruber, Johann Gottfried: Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste, Section 3, Theil 6 ((Orphaniten – Osteologie), Leipzig 1835.
Anmerkungen:
[2] Johann Friedrich Karl Maximilian Amor Maria, geb. 1735, ist der letzte Nachkomme. Er stirbt 1809.
|Fürstäbtissin Maria Regina von Ostein (1643–1718)|
|Biografische Daten||Zurück zum Bauwerk|
|Geburtsdatum||Geburtsort||Land 18. Jahrhundert|
|1643||Pruntrut (Porrentruy) Jura CH||Fürstbistum Basel|
|Titel und Stellung||Regierungszeit|
|Fürstäbtissein des Chorfrauenstifts Säckingen||1693–1718|
|Sterbedatum||Sterbeort||Land 18. Jahrhundert|
|5. Juli 1718||Bad Säckingen Baden-Württemberg D||Vorderösterreich|
|Kurzbiografie|

Maria Regina von Ostein ist die erste barocke Bauäbtissin des gefürsteten Damenstifts in Säckingen. In die Reichskriege gegen Frankreich werden die vorderösterreichische Stadt und das Fürststift regelmässig hineingezogen. Erst nach dem Friedensschluss von 1697 kann die Fürstäbtissin mit den Wiederaufbau der in Kriegshandlungen abgebrannten Stiftskirche beginnen. Sie verdingt im folgenden Jahr erfahrene und noch in der Abtei Salem tätige Baumeister und Stuckateure, später auch den in Muri tätigen Tessiner Maler Giorgioli. 1701 ist die Kirche für die weitere Ausstattung bereit, der erneut ausgebrochene Krieg, vor allem die hohen Kontributionen an beide Kriegsparteien, verhindern aber dieses Vorhaben zu Lebzeiten der Äbtissin.
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