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| Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Erstes Buch
30. Kapitel: Die Ophiten und die Sethianer
14.
Daß der Christus auf Jesus herab und von ihm aufgestiegen sei, wollen sie damit beweisen, daß nach dem Zeugnis der Jünger Jesus weder vor der Taufe noch nach seiner Auferstehung etwas Großes getan habe; sie wissen nämlich nicht, daß Jesus mit Christus vereint war und der unvergängliche Äon mit der Siebenfaltigkeit, und nennen seinen weltlichen Körper einen seelischen. Nach seiner Auferstehung habe er noch achtzehn Monate verweilt und, indem die Aisthesis auf ihn herniederstieg, erfahren, was die Wahrheit ist — aber das teilte er nur den wenigen seiner Schüler mit, von denen er wußte, daß sie so große Geheimnisse fassen konnten. Also ist er in den Himmel aufgenommen, intern Christus zur Rechten seines Vaters Ialdabaoth saß, um die Seelen derer, die ihn und Christus erkannt haben, nachdem sie ihr weltliches Fleisch abgelegt haben, in sich aufzunehmen und sich dadurch zu bereichern. Der Vater aber ahnt und sieht nicht, daß, wie Jesus sich selbst mit den heiligen Seelen bereichert, er um ebensoviel Verlust erleidet, da er durch die Seelen von seiner eigenen Kraft verliert. So wird er zuletzt nicht mehr imstande sein, heilige Seelen in die Welt zu entsenden, sondern nur solche, die von seiner Wesenheit sind, d. h. solche, die aus der Einhauchung stammen. — Die Vollendung wird dann eintreten, wenn der gesamte Tau des Lichtgeistes gesammelt und in den unvergänglichen Äon übertragen ist...