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Agrosoppe schreibt in ihrem Newsroom am 28.3.2024: «In der Schweiz ist heute eine Fläche von knapp 700 Quadratkilometer mit reinen Grünerlenbeständen bewachsen (Alnus viridis, Chaix.). Diese Pionierart fixiert atmosphärischen Stickstoff und dominiert Pflanzengemeinschaften, was verschiedene negative agrarökologische Auswirklungen hat: geringe Pflanzen- und Tiervielfalt, Auswaschungen von Nitraten und gelöstem organischem Kohlenstoff, erhöhte Konzentration dieser Elemente im Abwasser und Versauerung der Böden.»
Das Hochlandrind muss es sein
Doch nicht alle Rinder fressen gerne Erlenblätter. Das Hochlandrind ist hierzu prädistiniert. Zirka 10'000 Tiere soll es in der Schweiz davon geben, Erlenfutter wäre genügend vorhanden. Laut Agroscope handelt es sich bei Grünerlen um eine gute, proteinreiche Futterressource, die von den Hochlandrindern insbesondere im Frühsommer geschätzt wird. In-vitro-Tests hätten ausserdem gezeigt, dass die Aufnahme von Erlenblättern auch die Methanemissionen der Rinder reduziere.
Damit die Hochlandrinder sich länger in den Grünerlen aufgehalten haben, haben die Wissenschaftler von «Robustalps« Blöcke auf Melassebasis als Lockpunkte platziert, denn Rinder halten sich eher an der Peripherie von Sträuchern auf als mittendrin.
Noch besser ist das Engadinerschaf
In einer Medienmitteilung vom 05.04.2022 schrieb Agroscope, dass «normale» Rinder zwar Blätter der Grünerle fressen, aber die Pflanze nicht bekämpfen: «Das Experiment zeigt, dass die Rinder die Grünerlensträucher nur wenig schädigen. Zwar fressen sie die Grünerlen-Blätter und zertrampeln junge Sträucher, doch sie können die Rinde nicht abschälen. Das aber wäre die Voraussetzung dafür, dass die Sträucher absterben und die Verbuschung langfristig eingedämmt wird.» Hingegen sind sie überrascht, wie die Engadinerschafe und Ziegen die verbuschung redizieren können: «Bemerkenswert war hingegen das Verhalten der Engadinerschafe – einer robusten, Bündner Schafrasse. Normalerweise wird angenommen, dass Schafe kaum Schaden an Sträuchern anrichten. Doch die Engadinerschafe zeigten eine ausserordentliche Vorliebe für die Rinde der Grünerle und schädigten die Sträucher sogar deutlich stärker als es die Ziegen taten. Ausserdem konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zeigen, dass Ziegen und Engadinerschafe tief ins Grünerlengebüsch eindringen, wohingegen Rinder lediglich den Rand des Gebüschs besuchen und die offene Weide bevorzugen.» Scheinbar verhalten sich die schottischen Hochlandrinder anders als ihre sonstige Artgenossen. Quelle: www.admin.ch
Wer mehr lesen will, findet hier die Mitteilung zum Thema, samt Links zu publizierten Studien in Englisch: www.agroscope.admin.ch