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Details zur Bernischen Lese- und Museumsgesellschaft
Die Gründung der Bernischen Lesegesellschaft 1791 entstand aus einem Bedürfnis nach Literatur für das Bildungsbürgertum. Ihr Ziel war die schnelle Erwerbung von wissenschaftlichen, aber verständlich geschriebenen Büchern ohne Einflussnahme der Behörden. Die einzelnen Mitglieder konnten individuelle Anschaffungswünsche anbringen und die Bücher zur Lektüre mit nach Hause nehmen. Thematisch konzentrierte man sich zu Beginn auf Reiseliteratur, Belletristik und historische Studien. Der Lesezirkel bot ausserdem die Möglichkeit zum Austausch über das Gelesene. Anfangs war die Mitgliederzahl auf 32 Personen begrenzt, aufgrund der grossen Nachfrage wurde die Beschränkung jedoch bald aufgehoben, es galten aber weiterhin strenge Aufnahmebestimmungen. Prominente Mitglieder der Lesegesellschaften waren Carl Ludwig v. Haller, Friedrich Kuhn und Philipp Albrecht Stapfer.
Bis 1897 wurden die alten oder nicht mehr gebrauchten Bücher der Lesegesellschaft verkauft, danach periodisch an die Bibliothek abgegeben. Auf diese Weise kamen bis 1980 rund 30‘000 Titel in die heutige Universitätsbibliothek Bern, die Hälfte davon aus dem 19. Jahrhundert. Über die Hälfte der Bücher ist auf Deutsch verfasst, 30% auf Französisch.
Als 1847 die Museumsgesellschaft gegründet wurde, sollte damit das kulturelle Leben der Stadt mit öffentlichen Vorträgen, Ausflügen und Festen gefördert werden. Weil die Mitgliederzahlen rasant anstiegen und sich die Feste grosser Beliebtheit erfreuten, baute man 1869 ein eigenes Gesellschaftshaus. Das Gebäude am Bärenplatz wurde jedoch 20 Jahre später zu gross, da die Mitgliederzahlen sanken. Der Niedergang beider Gesellschaften in der Zwischenkriegszeit führte 1941 letztlich zum Zusammenschluss von Lese- und Museumsgesellschaft. 1979/80 erfolgte ihre Auflösung, da ihre Organisationsform dem zeitgenössischen Bedürfnis nicht mehr entsprach. Die Buchbestände gingen an die damalige Stadt- und Universitätsbibliothek Bern. In der Sammlung befindet sich neben Trivialliteratur eine grosse Zahl an Erstausgaben (wie z.B. Fritjof Nansens In Nacht und Eis, Leipzig 1897/98) und seltene belletristische Literatur (wie z.B. Abenteuer des berühmten Freiherr von Münchhausen mit Illustrationen von Martin Disteli, Solothurn 1841). Im Bestand verzeichnet sind ausserdem Jahresabrechnungen, Mitgliederverzeichnisse, Bücherlisten, Protokollbücher und Statuten.