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Stimmen und Worte
Dieses Buchobjekt war ein altes, nicht mehr gültiges Telefonbuch aus einem italienischen Postamt von der ligurischen Küste.
Da es ein ungültiges Telefonbuch ist, haben viele der Telefonnummern gewechselt, doch sie stehen noch immer drin, wie auch die Namen der Abonnenten noch immer drin stehen, der Lebenden wie der inzwischen Verstorbenen, sie sind in diesem Buch zu finden, als könnten wir sie jederzeit anrufen, und wenn wir bedenken, dass wahrscheinlich hunderte der im Buch Verzeichneten irgend wann einmal eine Ausgabe dieses Telefonbuches in ihren Händen gehalten haben - ihre Finger haben in diesen Seiten geblättert und fuhren den Namen entlang, hielten da und dort inne, stellten dann einen Kontakt her, einen Kontakt zu einem anderen Menschen, oder zu einer Gruppe von Menschen, in einem Dorf, in einer Stadt, in einem fernen Land oder auf der anderen Seite der Erde - und während sie sprachen, klang ihre Stimme - laut oder leise- beschwörend oder flüsternd, fordernd oder schmeichelnd, nüchtern oder beschwingt - ihre Worte flogen über die Seiten des Buches, das sie in Händen hielten oder das vor ihnen lag hinweg, fielen in den Telefonhörer und versteckten sich zwischen den Blättern des Buches.
Deshalb liegen sie vielleicht noch immer drin, in diesem Buch - die Wörter und Worte, die Anrufe und Gespräche - unsichtbar und nur hauchdünn ruhen sie wortgeflechtartig verbunden mit den Namen der noch Lebenden und der Toten unter einer sie schützenden Papierschicht - erstarrt in Erwartung auf den jüngsten Tag - um noch einmal gehört zu werden, fröhlich oder traurig, hilfesuchend oder ängstlich, frech oder anonym, fordernd oder sich verweigernd.