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Erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs feierte “Mutter Courage und ihre Kinder” im Jahr 1949 Premiere in Deutschland – mit der als Ur-Mutter geltenden Helene Weigel am Berliner Ensemble, das sie mit ihrem Ehemann Brecht zu Weltruhm führte.
Seit der Wende steht das Werk nach Angaben des Deutschen Bühnenvereins in jeder Spielzeit bei mindestens vier deutschen Theatern auf dem Spielplan. Auch ausserhalb des deutschsprachigen Raums ist die “Courage” gefragt. In dieser Spielzeit steht das Stück zum Beispiel bei Theatern in Nowosibirsk und Mexiko-Stadt auf dem Programm. Im Herbst zeigen Theater in Thessaloniki und Warschau die “Mutter Courage”, wie der Suhrkamp Theater Verlag mitteilte.
Als Antikriegs-Stück sei die “Courage” heute aktueller denn je, sagt Erdmut Wizisla vom Brecht-Archiv. “Eine Chronik aus dem Dreissigjährigen Krieg” – so lautet der Untertitel von Brechts Werk, zu dem Paul Dessau die Musik komponierte. Titelheldin ist Anna Fierling, genannt “Mutter Courage”.
Als Marketenderin – fahrende Händlerin – zieht sie mit ihrem Planwagen und ihren drei Kindern von Kriegsschauplatz zu Kriegsschauplatz. Immer in der Hoffnung, mit den Soldaten gute Geschäfte zu machen und ihren eigenen Profit aus dem Krieg, dem Geschäft mit dem Tod, zu schlagen. Dabei verliert sie ihre drei Kinder.
“‘Mutter Courage’ ist kein Stück über Rockefeller, der am Krieg verdienen will und auch verdient, sondern über den kleinen Händler, der verdienen will und nicht verdient”, merkte Brecht zu seinem im Exil geschriebenen Stück an. Brecht formulierte als eines der wichtigsten Postulate für die Arbeit seines Theaters, “die Gesellschaft als veränderbar darzustellen.”
Mehr als 400 Mal zog Helene Weigel (1900-1971) in ihrer Paraderolle als “Courage” ihren Planwagen über Bühnen im In- und Ausland. Das legendäre Theaterrequisit ist heute im Bootsschuppen auf dem Grundstück des Brecht-Weigel-Hauses im brandenburgischen Buckow ausgestellt.
(SDA)