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Das Wichtigste in Kürze
- Der Grütliverein galt als älteste Organisation der schweizerischen Arbeiterbewegung.
- Der Generalstreik 1918 forderte eine gesellschaftliche Neuordnung.
- Ein erster grosser Erfolg war die Einführung der Alters- und Hinterbliebenenversicherung.
- Die SP wurde 1999 von der SVP als wählerstärkste Partei überholt.
Die Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP) wurde offiziell 1888 in Bern gegründet. Sie entstand aus verschiedenen Vorgängerorganisationen. So spielten Arbeitervereine, kantonale sozialdemokratische Parteien, der Arbeiterverbund sowie der Grütliverein eine wichtige Rolle.
Grütliverein und kantonale Sozialdemokratische Parteien
Der Grütliverein gilt als älteste Organisation der schweizerischen Arbeiterbewegung. Er wurde 1838 gegründet und gesamtschweizerisch ausgebreitet. Der Verein befasste sich hauptsächlich mit der Bildung der Arbeiterschaft. Eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit der SP spielte der Anschluss des führenden Grütlianers an die kantonale Sozialdemokratische Partei 1949.
Der Grütliverein wandte sich immer stärker der Politik zu und vertrat die Anliegen der Arbeiterschaft. Versuche, aus dem Verein eine Partei zu gründen, scheiterten. Durch einige Mitglieder war der Verein jedoch im Nationalrat vertreten.
Der erste Versuch zur Gründung einer gesamtschweizerischen sozialdemokratischen Partei wurde 1870 in Zürich unternommen. Neben dem Grütliverein, den deutschen Arbeitervereinen sowie der Ersten Internationalen erreichte sie aber kaum Ansehen.
Aufgrund der Spaltung der Internationalen versuchte man später alle Gruppen der Arbeiterbewegung im Alten Arbeiterverbund zu vereinigen – vergeblich. Deshalb wurde erneut die Sozialdemokratische Partei aufgebaut. Mangels passender Anführer und Finanzen blieb ein Erfolg aber wiederum aus.
1888 wurde die Partei dann unter der Leitung des freisinnigen Rechtsanwalts Albert Steck zum dritten und letzten Mal gegründet. Als Hauptziel der Partei galt anfänglich die Vergesellschaftung der Produktionsmittel.
Die SP in der Zeit der Weltkriege
Die Schweiz nahm während des Ersten Weltkrieges eine neutrale Position ein. Trotzdem bedrohten eine zunehmende Wirtschaftskrise sowie soziale Spannungen das Land. Diese resultierten 1918 in mehreren Landesstreiks, die vom Gewerkschaftsverbund und der SP organisiert wurden.
Das Ziel dieser Streiks war eine gesellschaftliche Neuordnung. Unter dem Druck des Bundesrates konnten sie jedoch beendet werden.
Nach 1920 wurden die Unstimmigkeiten innerhalb der Partei immer grösser. Die Partei beschloss, sich nicht der Dritten Kommunistischen Internationalen anzuhängen. So verliessen Parteilinke die SP und gründeten die Kommunistische Partei.
Die SP wuchs und forderte 1929 eine Regierungsbeteiligung, ihr Kandidat wurde jedoch nicht gewählt.
Entwicklungen nach 1943
1943 gelang der Partei das beste Wahlergebnis ihrer Geschichte und sie wurde grösste Fraktion. Als erster Vertreter in den Bundesrat wurde Ernst Nobs gewählt.
Als ein wichtiger Erfolg der SP galt die Einführung der Alters- und Hinterbliebenenversicherung, welche bereits im Generalstreik 1918 gefordert wurde. Nachdem später die SP-Initiative für eine Wirtschaftsreform abgelehnt wurde, trat der damalige Bundesrat Max Weber zurück. Bis 1959, als die Zauberformel eingeführt wurde, gab es kein SP-Vertreter mehr im Bundesrat.
1971 feierte die SP wiederum einen grossen Erfolg mit der Einführung des Frauenstimmrechts auf Bundesebene.
Die Partei konnte durch die neuen sozialen Bewegungen neue Anhänger gewinnen, verlor jedoch viele Wähler aus der Arbeiterklasse. Dies war mit internen Spannungen verbunden und die SP galt zeitweise nur noch als drittstärkste Partei.
Im sechsten Parteiprogramm 1982 bezeichnete die Partei soziale Gerechtigkeit als ihr oberstes Ziel. Erstmals kandidierte eine Frau für den Bundesrat – jedoch ohne Erfolg. Erst zehn Jahre später wurde Ruth Dreifuss als erste sozialdemokratische Frau in den Bundesrat gewählt.
Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2007 verlor die Partei wiederum viele Stimmen. In den folgenden Wahlen konnte sie diese Verluste nicht aufholen, einzig ihre Vertretung im Ständerat vergrösserte sich.
Wahlen 2019
Bei den Parlamentswahlen 2019 verzeichnete die Partei weitere Verluste. Die SP erzielte ihr schlechtestes Resultat seit 1919 und verlor zwei Prozent des Wähleranteils. Aktuell ist sie mit 39 Sitzen im Nationalrat und neun Sitzen im Ständerat vertreten.