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Anton Otto Stich-Stampfli
Otto Stich ist nach Rudolf Steiner vermutlich der bekannteste Dornacher. Er war Mitglied der SP und von 1984 bis 1995 Vorsteher des eidgenössischen Finanzdepartements im Bundesrat.
In Dornach besuchte er die Primar- und Bezirksschule als Sohn des Mechanikers Otto Stich und der Mutter Rosa, geborene Gunzinger. In Basel studierte er Wirtschaft und wurde 1953 diplomierter Handelslehrer und promovierte 1955 zum Doktor der Staatswissenschaften.
Schon mit 20 Jahren trat Otto Stich der Sozialdemokratischen Partei (SP) bei. 1953 erhielt er einen Sitz in der Dornacher Rechnungsprüfungskommission.
1963 wurde er sehr knapp in den Nationalrat gewählt. Die Stimmen wurden dreimal nachgezählt und sein Vorsprung schrumpfte bei der Dritten Zählung von 48 auf nur noch 12 stimmen. Aber das reichte für den Einzug in den Nationalrat.
1983 musst sich Otto Stich gefallen lassen, dass seine Partei ihn indirekt aufforderte, nicht mehr für den Nationalrat zu kandidieren, weil insbesondere zwei seiner Kollegen seinen Sitz für sich wollten (Moritz Leuenberger und Rolf Ritschard). Kurz bevor Otto Stichs Nationalratsmandat ablief kam es zu Bundesratswahlen. Obwohl die SP Lilian Uchtenhagen als Nachfolgerin des abtretenden Willi Ritschard vorschlug, wurde Otto Stich völlig unerwartet in den Bundesrat gewählt.
Die Parteileitung wollte sich aus Protest sogar aus dem Bundesrat zurückziehen, weil schon die zwei Vorgänger von Otto Stich in den Bundesrat gewählt wurden, obwohl sie von der SP nicht vorgeschlagen worden waren. In einer ausserordentlichen Parteisitzung stimmte jedoch die grosse Mehrheit für einen Verbleib im Bundesrat.
Mut bewies Otto Stich als er vom bekannten Ringier Publizist Frank A. Meyer zu einem Arbeitslunch eingeladen wurde. Kaum ein Politiker wagt es gegen einen etablierten Journalisten aufzubegehren. Aber Otto Stich liess ihm ausrichten: „Erstens pflege ich beim Arbeiten nicht zu essen und zweitens beim Essen nicht zu arbeiten. Und drittens möchte ich beides eigentlich ohne Frank A. Meyer tun.“
Die enttäuschten Parteikollegen überzeugte Otto Stich schon nach kurzer Zeit von sich. Denn er vertrat die sozialdemokratischen Positionen im Bundesrat so hartnäckig, dass die Basis auf einem titelte: „Ob Astag oder Banken, unser Otto wird nicht wanken!“. Als Bundesrat stand er dem Finanzdepartement vor und war zweimal Bundespräsident (1988 und 1994).
Auch nach seinem Rücktritt am 31. Oktober 1995 beteiligte er sich an den politischen Diskussionen, was man ihm von manchen Seiten vorwarf. Otto Stich entgegnete, er habe das Recht seine Meinung zu äussern, wie jeder andere Bürger auch.
Ende 2011 veröffentliche Otto Stich seine Autobiografie mit dem Titel „Ich blieb einfach einfach“. Im Jahr darauf, den 13. September verschied Otto Stich in Dornach (SO).