Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03360.jsonl.gz/1050

An erster Stelle steht Ascaris lumbricoides (Spulwurm des Menschen). Für tropische Länder wird die Durchseuchung mit 90% angegeben. Die Spulwürmer leben im Dünndarm. Infektiös sind lediglich die Larven, die jahrelang im Erdboden lebensfähig bleiben.
2. Taenien
Auch Bandwürmer sind überall verbreitet. Sie leben im Dünndarm, und zwar über Jahrzehnte. Der Endwirt Mensch scheidet täglich etwa 6 bis 7 reife Proglottiden (Glieder) aus, die bis zu 100‘000 Eier enthalten. Diese sind mindestens sechs Monate lebensfähig. In den Zwischenwirten (Rind, Schwein, Fisch) entwickeln sich die Eier zu Larven und dringen dann in die Muskulatur oder andere Organe ein, wo sie zu Finnen heranreifen.
Protozoen
Geisseltierchen wie Lamblien und Amöben sind weltweit verbreitet. Beide vermehren sich durch Zweiteilung und haben die Fähigkeit, jederzeit von der apathogenen (=nicht krankheitserregend) in die pathogene, aggressive Form überzuwechseln.
1. Lamblia intestinalis
Lamblien haben die Fähigkeit, in ihrer virulenten Form jahrelang zu überleben. Durch die Chlorierung des Trinkwassers werden sie nicht abgetötet. Die orale Aufnahme von nur wenigen Zysten genügt bereits, um eine Infektion auszulösen. Innerhalb von 6 bis 15 Tagen entwickeln sie sich zu vegetativen Formen. Die Folge sind Durchfälle mit Krämpfen.
2. Amöben
Die Minutaform der Amöben ist ein üblicher Darmparasit, der sich im Darmlumen aufhält und apathogen ist. Bei Störungen der Darmflora, Infektionskrankheiten, immunsuppressiv wirkenden Medikamente und Temperaturen über 25 Grad kann sich die Minutaform in die pathogene Magnaform verwandeln.
Neben Durchfall kann diese Gewebsläsionen in der Darmwand erzeugen. Dank der Möglichkeit, ins Lymph- und Gefässsystem einzudringen, wird eine Reihe von Sekundärerkrankungen verursacht.
Warum machen Darmparasiten krank?
Bereits auf mechanischem Wege können Würmer zu Darmverschluss führen. Dass Darmparasiten eine allergotoxische Belastung nicht nur durch artfremdes Eiweiss, sondern vor allem durch ihre Ferment-, Stoffwechsel- und Fäulnisprodukte darstellen, ist nahezu unbekannt.
An anorganischen Bestandteilen finden wir bei Ascariden einen hohen Gehalt an Phosphorsäure (Phosphat-Kind). Organische Bestandteile sind neben Eiweiss flüchtige Fett- und Ölsäuren sowie Alkohole, die zentralnervöse Störungen zur Folge haben. Würmer können aber auch andere Krankheitserreger wie Brucellen und Salmonellen übertragen oder speichern.
Die Minutaform der Amöben hat ebenfalls die Fähigkeit, Bakterien und Viren aufzunehmen, ohne sie zu verdauen. Diese bakterielle Endobiose entscheidet, ob die Amöben symptomlos toleriert oder zum Aggressor werden.
Es gibt auch Hinweise, dass zwischen Würmern und Amöben eine Wechselbeziehung besteht. So liess sich beobachten, dass eine amöbenbezogene Behandlung zu einem Ascaridenabgang führte, Ascariden-Behandlung liess andererseits Amöben verschwinden.
Laborbefunde
Selbst unter günstigen Bedingungen ist der Parasitennachweis im Stuhl äusserst schwierig und scheidet als zuverlässige Möglichkeit der Diagnosefindung aus. Der serologische Blutbefund ist ohnehin nur in Ausnahmefällen (Leberamöbiasis) verwertbar. Seit kurzem ist der Nachweis mittels einem PCR-Test des Stuhls möglich und zielführend.
Klassisch-schulmedizinische Laboruntersuchungen führen in diesem Bereich nicht weiter. Hier bietet sich als aussagekräftige und zuverlässige Untersuchung der Blutkristallisationstest (DLT) an. Entscheidend ist, mit an eine mögliche Parasitose zu denken.
Parasitogene Krise
Parasitose kann für vielfältige Krankheitsbilder verantwortlich sein, deren Ursachen oft – fälschlicherweise – woanders gesucht werden. Anfallsleiden unterschiedlichster Prägung sind ein nahezu sicherer Hinweis auf Parasitose. Anfälle treten auffallend häufig nachts und in den frühen Morgenstunden auf:
- Schmerzattacken im Magen-Darm-Trakt, teilweise mit Übelkeit und Erbrechen
- Atemnot
- panische Angst, grosse Unruhe
- hyper- und hypotone Krisen sowie Kollapszustände
- Schweissausbrüche, Hitzewallungen, Frösteln, Schüttelfrost
- Schwindel, Augenflimmern
- epileptiforme sowie Migräneanfälle
Therapiekonzept
Praktisch hat sich für Ascaridenbefall Vermox® bewährt. Weil es in der Regel gegen Darmparasiten keine Immunität gibt, ist eine regelmässige Wiederholung der ascaridenbezogenen Therapie erforderlich. Bandwurmkuren müssen nicht selten mehrmals wiederholt werden, bis endlich der therapeutische Erfolg eintritt.
Nur bei extrem hartnäckigen Fällen von Lamblien- und Amöbenbefall ist der Einsatz von Flagyl®, das als systemisch wirkendes Medikament Nebenwirkungen haben kann, nötig.
Immer bewährt hat sich eine Kombination mit der Colon-Hydrotherapie und der homöopathischen Eigenblutbehandlung.
Wenn Sie mehr über dieses Thema lesen möchten, empfehle ich das Buch:
Ingrid Fonk, Darmparasitose – die zentrale Immunstörung, erschienen bei der Medizinisch Literarischen Verlagsgesellschaft MBH, Uelzen.