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Jiang Zemin liess Empfang vor dem Bundeshaus platzen
In den bilateralen Beziehungen der Schweiz zu China hat der nun verstorbene frühere chinesische Staats- und Parteichef Jiang Zemin eine wichtige Rolle gespielt.
In den bilateralen Beziehungen der Schweiz zu China hat der nun verstorbene frühere chinesische Staats- und Parteichef Jiang Zemin eine wichtige Rolle gespielt.
Die Regierungszeit von Jiang Zemin (1993 bis 2003) fiel in die Epoche der Öffnung Chinas gegenüber dem Westen, die vom Parteiführer Deng Xiaoping im Jahr 1979 lanciert worden war. China und die Schweiz intensivierten ihre bilateralen Beziehungen. Namentlich die Schweizer Wirtschaft profitierte damals von den zahlreichen Kontakten auf höchster Ebene.
In guter Erinnerung bleibt der Besuch Jiang Zemins in Bern am 25. März 1999, der in einem Eklat mündete. Beim offiziellen Empfang vor dem Bundeshaus kletterten Exil-Tibeter auf die Dächer rund um das Bundeshaus. Sie schwenkten Fahnen und Plakate, auf denen «Free Tibet» zu lesen war, und forderten die Einhaltung der Menschenrechte.
Vor Wut rot erzürnt liess Jiang Zemin den Empfang platzen, marschierte schnurstracks ins Bundeshaus und hielt den Bundesräten in corpore eine Standpauke. Gegenüber dem damaligen Justizminister Arnold Koller sagte er: «So etwas habe ich noch nie gesehen - in keinem Land». Und in der Wandelhalle liess er die damalige Bundespräsidentin Ruth Dreifuss wissen: «Sie haben einen guten Freund verloren».
Der Bundesrat war schockiert. In den Gesichtern stand Konsternation und Ratlosigkeit. Gerettet wurde die Aktion schliesslich vom damaligen Bundesrat Adolf Ogi, der einen Bergkristall aus seiner Hosentasche zog und ihn Jiang Zemin schenkte. Gut ein Jahr später besuchte Ogi China und drückte Jiang bei einem Empfang die Hand.
In den folgenden Jahren entwickelten sich die Geschäftsbeziehungen zwischen der Schweiz und China prächtig. Seit 2010 ist China der wichtigste Handelspartner der Schweiz in Asien und der drittwichtigste Handelspartner überhaupt hinter der EU und den USA.