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Der Name Dinkelberg
war bis in das 20. Jh. hinein das bevorzugt angebaute Getreide. Er wurde ab dem Ersten Weltkrieg von dem ertragreicheren Weizen abgelöst und 1960 gab es auf dem Dinkelberg keinen Dinkelanbau mehr. Seit wenigen Jahren wird der Dinkel aber wieder angebaut und erlebt eine Art Renaissance.
Der Dinkelberg als Naturraum
Der Dinkelberg ist gleich aufgebaut wie der Tafeljura und entstand auch gleichzeitig. Er besteht aus einer 20 Kilometer langen und 10 Kilometer breiten Muschelkalkscholle. Der Naturraum wird im Süden vom Rhein und im Norden vom Wiesental begrenzt. Im Osten trennt die Bruchlinie Kandern–Hausen–Wehr–Zeiningen und das dieser Bruchlinie entlang verlaufende Wehratal den Dinkelberg vom rund 400 Meter höher gelegenen Hotzenwald.
Mit markanter, zumeist bewaldeter Stufe steigt der Dinkelberg aus dem Hochrheintal auf, wobei die Höhenunterschiede im Westen zwischen Herten und Degerfelden rund 240 Meter erreichen, im Osten bei Karsau jedoch auf rund 50 Meter zurückgehen. Wenige Täler gestatten den Zugang zum Inneren des Hügellandes. Dieses wird von zwei tektonischen Elementen geprägt (siehe tektonische Karte): einmal von schmalen, Nord-Süd gerichteten bis zu 100 Meter abgesenkten Keilgräben, zum anderen vom breiten Dinkelberggraben. Dieser wird durch zwei grosse Nordost-Südwest verlaufende Bruchlinien begrenzt: durch die Bruchlinie Degerfelden–Lörrach und die Bruchlinie Schwörstadt–Maulburg.
Diese beiden Bruchlinien teilen den Dinkelberg in drei Teile: den Teil mit der Chrischona im Südwesten, den Teil mit Hohe Flum im Nordosten sowie den Grabenbereich dazwischen. Im Graben mit seinen Tonmergeln hat sich ein relativ dichtes Gewässernetz gebildet, welches sowohl nach Norden in die Wiese wie nach Süden in den Rhein entwässert. Die Strassen folgen diesen Gewässern. In dieser fruchtbaren Keupermulde liegen die bedeutendsten Siedlungen und Landwirtschaftsflächen. Es besteht ein auffallender Gegensatz zum übrigen Dinkelberggebiet und dessen Trockentälern als dominanter Reliefform (Karst
). Die kargeren Böden auf dem Muschelkalk sind waldbestanden.
Klimatisch ausgeprägt sind die warmen Hoch- und Hanglagen. Die Täler dienen als Kaltluftsammler.
Der badische Karst
Auf dem Dinkelberg sind Karsterscheinungen weit verbreitet. Das durch das CO2
der Bodenluft angesäuerte Wasser löst den Kalk auf und es entstehen Karstformen wie Höhlen, Dolinen und Trockentäler. Bekannt sind die Erdmannshöhle bei Hasel
mit mehr als zwei Kilometer Länge und die Tschamberhöhle bei Riedmatt
mit rund 1,5 Kilometer Länge.
Ein besonderes Karstphänomen ist der Eichenersee
. Geologisch handelt es sich um eine zeitweise mit Wasser gefüllte . Nach der Schneeschmelze oder nach längeren Regenphasen tritt das Grundwasser an die Oberfläche. Das Wasser verschwindet unterirdisch durch Versickerung, teilweise aber auch durch Verdunstung.
Selten sind die im See lebenden bis zwei Zentimeter grossen Kiemenfusskrebse (Tanymastix stagnalis). Es sind Urzeittiere, welche vor etwa 250 Millionen Jahren in den Binnengewässern aufgetaucht sind und sich seither praktisch nicht mehr verändert haben. Diese lebenden Fossilien können hier nur überleben, weil ihre Eier problemlos lange Trockenzeiten von mehreren Jahren überstehen können.
Traditionelle Kulturlandschaftselemente
Gips aus der Formation Keuper wurde schon seit Langem an verschiedenen Stellen des Dinkelberges gewonnen. Bei Wehr am Ostrand des Dinkelberges wurde der Gips um 1790 bergmännisch abgebaut und in die in der Nähe liegenden Mühlen transportiert. Dort wurde der Gips zuerst gebrannt und anschliessend zu feinem Gipsstaub zermahlen.
Regionalpark Dinkelberg
Der Regionalpark Dinkelberg ist ein Projekt im Rahmen des Trinationalen Eurodistricts Basel
(TEB) und ist eine Fortführung der Interessengemeinschaft Dinkelberg, die im November 2005 gegründet wurde und sich für die einheitliche Vermarktung des Naturraums Dinkelberg einsetzte. Die Entwicklungsschwerpunkte liegen im Erhalt und der Stärkung der bäuerlichen Landwirtschaft im Verbund mit Naturschutz und Landschaftspflege. Das Gastgewerbe und Ausflugs- und Freizeitangebote sollen ausgebaut und gestärkt werden.
HPM