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Wie angenehm, sich im Januar an einem nebelverhangenen Tag die sonnigen Oktobertage in Erinnerung zu rufen, die wir im ehemaligen Minenstädtchen Greenwood geniessen konnten! Mitten im Städtchen zeigt eine Skulptur den sagenhaften Vogel Phönix, der sich alle 500 Jahre selbst verbrennt und dann neu aus der Asche aufsteigt.
Das Geisterstädtchen Phoenix befindet sich elf Kilometer östlich von Greenwood auf etwa 1540 Meter Höhe. Der amerikanische Erzsucher Bob Denzler hatte hier 1891 ein reiches Kupfervorkommen entdeckt. Die „Granby Consolidated Mining, Smelting, and Power Company“ begann wenige Jahre später, das Kupfer abzubauen. Bis zur Schliessung der Mine am 14. Juni 1919 wurden hier 13’678’901 Tonnen Kupfererz gewonnen.
Es braucht viel Fantasie, sich hier ein Minenstädtchen mit 1000 Bewohnern vorzustellen. Ein altes Foto kann helfen.
Phoenix besass bald einmal ein Opernhaus, eine „City Hall“, zwanzig Hotels und eine Brauerei. Die Eishockey-Mannschaft von Phoenix gewann die Provinzmeisterschaften, meldete sich aber zu spät für den Stanley Cup an. Richter Willie Williams, der von 1897 bis 1913 im Amt war, sagte von sich lachend, er sei der höchste Richter am höchsten Gerichtshof in der höchsten Stadt Kanadas. Fotos aus dieser Zeit zeigen, wie anstrengend, ungesund und gefährlich die Arbeit in den Stollen war.
An Klaustrophobie durften die Minenarbeiter nicht leiden.
In mehrstöckigen Stollen war die Einsturzgefahr besonders gross.
In einer Zusammenstellung der in Phoenix Gestorbenen stehen folgende Zahlen: Erwachsene: 51 bei Minenunfällen umgekommen, 36 eines natürlichen Todes gestorben, 8 an Grippe, 5 an Typhus, 3 bei Bahntransporten oder beim Holzfällen, unbekannte Todesursache 2, 1 Mordfall, 1 Selbstmord. 27 Kleinkinder starben, bevor sie zweijährig waren, Todesfälle von Kindern zwischen zwei und sechzehn Jahren sind 10 verzeichnet.
Im nächsten Beitrag besuchen wir den Friedhof von Phoenix.