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Die Schwammstadt - ein Schlüssel zur Verbesserung des Regenwassermanagements?
Das Konzept der “Schwammstadt”, das in der Schweiz insbesondere vom Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA) getragen wird, ist eine hervorragende Möglichkeit, Regenwasser zu bewirtschaften, anstatt es einfach abzuleiten. Wasser ist nämlich kein Abfall und eine gute Bewirtschaftung kann dazu beitragen, das System und die Biodiversität zu verbessern. Dies sind die Feststellungen von Silvia Oppliger, Projektleiterin beim VSA. Sie sprach anlässlich der letzten Smart Water Conference Anfang Dezember in Le Châble.
Das Konzept der “Schwammstadt” stammt ursprünglich aus einigen asiatischen Städten, erinnert Silva Oppliger. Dieses zielt darauf ab, Regenwasser nachhaltiger zu verwalten und Überschwemmungen zu verhindern. Dazu müssen zwei Regeln des Wassermanagements in den Städten geändert werden: Regenwasser oberflächlich und dezentral bewirtschaften und immer an den Fall einer Überlastung denken.
“Indem man das Regenwasser an der Oberfläche hält, zum Beispiel durch mit Kies gefüllte Flächen wie in Zürich, können 80% der Regenereignisse dezentral bewältigt werden, ohne dass die Kläranlagen (ARA) genutzt werden müssen”, stellt Silvia Oppliger fest.
ACHTE AUF OBERFLÄCHENABFLUSS
Eine weitere Strategie ist der Schutz von Objekten und Gebäuden vor Oberflächenwasser durch den Einsatz von Überlaufrinnen. ” Dadurch können auch die Eingänge von Gebäuden geschützt werden. Dieser Schutz reicht jedoch nicht aus, daher ist es wichtig, dass die Gemeinden den Oberflächenabfluss managen”.
In Kopenhagen werden die Strassen nicht nur zur Wasserableitung genutzt, sondern auch als Fluchtkanäle. ” Wasserableitungsachsen sind auch in der gesamten Stadt vorhanden. Lausanne ist dabei, ähnliche Strategien umzusetzen”.
ZWISCHEN GRÜNER UND BLAUER BEWIRTSCHAFTUNG WECHSELN
Durch “grünes” (Naturräume zur Wasseraufnahme) und “blaues” (Wassermanagement) Management kann der Abfluss reduziert und gleichzeitig die Lebensqualität und die Biodiversität verbessert werden, wobei die Flächen multifunktional genutzt werden können. Dies trägt auch zur Verringerung des Kohlenstoffausstosses bei. “Auf ARAs können Solarpaneele installiert werden, um der Wasserwirtschaft eine energetische Dimension hinzuzufügen”.
Das vom VSA (Schweizerischer Verband für Wasserwirtschaft und Abwassertechnologie) getragene Projekt “Schwammstadt” ist eine strategische Initiative, die bewährte Praktiken zur Verfügung stellen und den Erfahrungsaustausch zwischen den Städten ermöglichen soll. Derzeit befinden sich 21 Projekte in der Entwicklung.
Weitere Informationen : https://vsa.ch/schwammstadt/