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Das Bundesamt für Kultur BAK unterstützt die Radgenossenschaft der Landstrasse, die Selbsthilfe- und Dachorganisation der Schweizer Jenischen und Sinti. Ausserdem unterstützt das BAK die Stiftung «Zukunft für Schweizer Fahrende», in der Jenische und Sinti sowie Vertretungen von Bund, Kantonen und Gemeinden gemeinsam nach Lösungen für aktuelle Probleme suchen. Das BAK kann darüber hinaus Projekte zur Bewahrung der jenischen Sprache und Kultur mit finanziellen Beiträgen fördern.
Stiftung Zukunft für Schweizer Fahrende
Die Stiftung «Zukunft für Schweizer Fahrende» wurde 1997 vom Bund gegründet.
Wichtigstes Ziel der Stiftung ist die Ermöglichung einer fahrenden Lebensweise durch die Sicherung einer genügenden Zahl von Stand- und Durchgangsplätze. Dazu lässt die Stiftung die Platzsituation evaluieren, sie fördert die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen staatlichen Ebenen und leistet, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, finanzielle Beiträge an die Einrichtung von Plätzen. Ausserdem setzt sich die Stiftung dafür ein, die Diskriminierung von Menschen mit fahrender Lebensweise bzw. der Jenischen, Sinti und Roma zu verhindern und zu beseitigen, und sie unterstützt die Wahrung des kulturellen Selbstverständnisses durch die Förderung von Projekten mit Werkbeiträgen.
Der Stiftungsrat umfasst zwölf Mitglieder: sechs Vertreterinnen und Vertreter der Jenischen und Sinti und je zwei Mitglieder von Bund, Kantonen und Gemeinden.
Tätigkeiten der Stiftung:
Die Stiftung leistet fachliche, juristische und politische Unterstützung für die Anliegen der Jenischen und Sinti.
Die Stiftung befasst sich intensiv mit der Frage der Stand- und Durchgangsplätze und publiziert seit 2001 regelmässig Gutachten zu diesem Thema. Die Gutachten zeigen auf, dass den Bedürfnissen der fahrend lebenden Jenischen, Sinti und Roma im Rahmen der geltenden Raumordnung Rechnung getragen werden kann - sofern der politische Wille dazu vorhanden ist. Die Gutachten enthalten ein Inventar aller bestehenden Stand- und Durchgangsplätze in der Schweiz sowie Schätzungen zum Bedarf.
- Die Stiftung unterstützt die Schaffung von Stand- und Durchgangsplätzen, indem sie die Kantone und Gemeinden berät, vermittelt und sensibilisiert. Mit finanziellen Beiträgen beteiligt sie sich an den Kosten für Erstellung von Plätzen. Sie setzt sich für die Fortführung der gelebten Praxis des „spontanen Halts" ein, der eine wichtige Ergänzung zu den offiziellen Halteplätzen darstellt.
- Die Stiftung finanziert Kultur- und Sensibilisierungsprojekte, Anlässe und Publikationen mit.
- Die Stiftung nimmt eine Rolle als Plattform des Gedanken- und Erfahrungsaustausches ein, indem sie Tagungen durchführt, an denen Vertreterinnen und Vertreter von Organisationen der Jenischen und Sinti und von interessierten Gemeinden, Kantonen und Bundesstellen teilnehmen.
Radgenossenschaft
Die 1975 gegründete und seit 1986 durch den Bund unterstützte «Radgenossenschaft der Landstrasse» vertritt als Dachorganisation die Interessen der in‑ und ausländischen Jenischen und Sinti. Die Radgenossenschaft ist eine Selbsthilfeorganisation, die sich für die Förderung der Kultur der Jenischen und Sinti einsetzt und diesen verschiedene Dienstleistungen anbietet, insbesondere Beratungen in den Bereichen Bildung, Berufsausübung und Soziales. Die Radgenossenschaft ist Ansprechpartnerin für die Behörden bei der Schaffung von Plätzen, und sie führt selber einen Stand- und Durchgangsplatz im Kanton Graubünden. Sie betreibt ausserdem ein Dokumentationszentrum und leistet damit Informationsarbeit für die interessierte Öffentlichkeit. Sie wird vom Bund mit jährlichen Betriebsbeiträgen unterstützt.
Tätigkeiten der Radgenossenschaft der Landstrasse:
- Die Radgenossenschaft setzt sich für die Schaffung von Stand- und Durchgangsplätzen ein und vermittelt zwischen Gemeinden oder Kantonen, die die Plätze betreiben und den Benutzern.
- Sie leistet Informationsarbeit gegenüber der Öffentlichkeit und Behörden. Ein wichtiges Anliegen ist ihr die Pflege und Weitergabe der jenischen Sprache.
- Die Radgenossenschaft veröffentlicht die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift «Scharotl - Die Zeitung des jenischen Volkes».
- Seit 2003 betreibt die Radgenossenschaft ihr Dokumentationszentrum am Sitz der Radgenossenschaft in Zürich. Das Dokumentationszentrum informiert mit einer Ausstellung und einem umfangreichen schriftlichen Archiv über Leben und Kultur der Jenischen und ihre Geschichte.
Weitere Organisationen
Die nachfolgend aufgeführten Organisationen setzen sich für die Anliegen der Jenischen, Sinti und Roma ein: