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Die Orel genannte Versuchsanlage im Riar wurde speziell für die Wiederaufarbeitung und Rezyklierung von Kernbrennstoff aus dem Schnellen Brüter Bor-60 entwickelt, verarbeitete eine Zeitlang aber auch bestrahlte Brennelemente aus dem BN-600. Das pyrotechnische Verfahren erlaubt es, aus bestrahltem Brennstoff die Spaltprodukte ohne die Trennung von Uran und Plutonium zu entfernen. Das Produkt ist ein Granulat, das in einem zweiten Schritt mit einer Vibrationsmethode dicht gepackt direkt in Brennstäbe eingefüllt wird. Bisher wurden in der Orel mit Erfolg 34 Brennelemente für Bor-60 hergestellt.
Die Vorteile des Orel-Systems - Proliferationssicherheit, vollständige Fernsteuerung aller Prozessschritte und Wirtschaftlichkeit des Betriebs selbst kleiner Einheiten - ermöglichen es laut Majorschin, an den Kraftwerksstandorten selbst kombinierte Wiederaufarbeitungs- und Mox-Fabrikationsanlagen einzurichten und damit die Anzahl aufwändiger Transporte zu vermindern. Ein Ziel der weiteren Entwicklung ist die Integration der Aktiniden in die Rezyklierung, um diese in Schnellen Reaktoren spalten zu können, statt sie mit dem Abfall beseitigen zu müssen. Nach Ansicht russischer Forscher ist die Zukunft der Kernenergie in ihrem Land längerfristig nur mit einem geschlossenen Brennstoffzyklus, der systematischen Rückführung von Uran und Plutonium sowie einem Kraftwerkspark zu sichern, der aus thermischen und schnellen Reaktoren besteht. Die Entwicklung von Verfahren und Techniken für die nötigen Brennstoffkreislaufanlagen verfolgt das Ziel, die Sicherheit, den Schutz der Spaltstoffe vor Missbrauch sowie die Ressourcennutzung zu maximieren und die Kosten möglichst tief zu halten.
Quelle
P.B. nach NucNet, 18. Dezember 2003