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1941
Menschenrecht
"Die Freundin" nannte Anna Vock / Mammina Anfang 1941 ihre Frauen-Seiten im Menschenrecht und wollte sie zur eigenen Zeitschrift ausbauen. Es wurde ein Fiasko, statt mehr weibliche Abonnentinnen zu gewinnen blieben schliesslich nur noch drei übrig. Das Dezemberheft brachte die letzten paar Seiten. Es gab keine Frauen mehr. Erst dreissig Jahre später entstanden wieder Lesben-Gruppen. Karl Meier hingegen zeichnete das Bild einer zukünftigen aktiven Organisation homosexueller Männer mit eigenen Räumen samt Bibliothek und einer bedeutenden Zeitschrift.
Die Rechnung war erstmals ausgeglichen, die Abonnentenzahlen wuchsen, auch der Bilderdienst wies auf Erfolg. Der schriftliche Kontakt mit Abonnenten hatte sich eingespielt: Aus Sicherheitsgründen verlief er nur über die Abonnentennummer als Anrede und Unterschrift; zur Adressierung gab es neutrale Briefumschläge ohne Absender. Der Korrespondenzweg wurde rege benützt.
Die Rubrik "Das künstlerische Werk" hatte nun ihren festen Platz. Wissenschaftliche Beiträge erschienen zwei Mal in Fortsetzungen. Das März-Heft brachte die vor allem für Wehrmänner wichtige Aufklärung über das weiterhin bestehende Verbot homosexueller Handlungen im Militärstrafgesetz.
"Chers amis romands" hiess es in mehreren Ausgaben. Ab Nummer 4 erschienen die ersten Seiten in französischer Sprache. Den Inhalt bildeten Auszüge aus Büchern, Aufforderungen zur Mitarbeit und Bitten um selbst verfasste Essays, Gedichte oder Kurzgeschichten: "Donnez vos idées. Nous en avons besoin."
Ernst Ostertag, September 2010