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Zigaretten, Pfeife, Zigarillos, Stumpen
Die ersten richtigen Zigaretten habe ich wie die meisten jungen Männer in der Rekrutenschule Anfang 1962 geraucht. Daran kann ich mich zwar nicht mehr erinnern, aber ich erinnern mich genau daran, in den Campingferien mit meinen Eltern in Sorrento im 1962 bereits geraucht zu haben. Dies wurde zu keinem Drama, denn mein Vater war ebenfalls ein eifriger Raucher von Parisienne-Zigaretten.
In meiner 30-jährigen Raucher-Karriere rauchte ich Marlboro-, Kent- und Select-Zigaretten, später dann vermischt mit Ormond Junior- und Meccarillos-Cigarillos, und ganz am Schluss auch noch Dannemann-Cigaren. Im Ciba-Labor begann ich mit Pfeifen-Rauchen, weil es so toll aussah. Die guten Pfeifen waren sehr teuer, der Tabak dafür günstiger. Viel Rauch für wenig Geld. Wenn wir Besuch hatten und ich eine Pfeife anzündete, waren die Gäste ob des feinen Duftes des „Clan“-Tabakes immer begeistert. Ich wurde jedoch nie ein guter Pfeifenraucher wie Sherlock Holmes. Es beruhigte mich auch nicht, im Gegenteil. Ich zog zu nervös an der Pfeiffe, sodass sich viel Kondenswasser bildete. Bei mir gurgelte es beim Rauchen.
In den Ferien in Ex-Jugoslavien sprich Istrien rauchte ich die dortigen Billig-Zigaretten „Ronhill Blue“ zu Fr. 12.60 eine Stange mit 10 Päckchen. (Stand Sommer 1990)
Rückblickend muss ich mich schämen und entschuldigen. Ich war ein schrecklicher Vater in Bezug auf das Rauchen. Ich habe keine Rücksicht genommen auf meine Familie. Ich habe nicht nur in der Wohnung geraucht, sondern auch im vollbesetzten Auto. Es muss für meine Familie schrecklich gewesen sein, aber es scheint, dass damals der Vater immer noch etwas spezielles war. Er war eine Autoritäts-Person. Man hat es akzeptieren müssen, was heute undenkbar wäre.
3. Nov. 1990: Ein Ende mit Schrecken, aber erfolgreich!
Oefters baten mich Doris und meine Kinder, mit dem Rauchen aufzuhören. Aber ich dachte nicht daran. Mein Ego sagte mir, dass ich nicht aufhören wollte. Nach der Scheidung Ende Feb. 1990 rauchte ich frisch-fröhlich weiter. Aber damals begann die Zeit meiner Veränderung. Ich begann auf meine inneren Gefühle zu hören und die Welt anders anzuschauen. Ich akzeptierte auch die Gedanken, irgendwann mit dem Rauchen aufzuhören. Verstärkt wurde dieser Gedanke, als die Zigaretten immer teurer wurden. Anfänglich kostete ein Päckchen mit 20 Zigaretten SFr. -.80. Die Preise stiegen an bis Fr. 2.50, als ich einen Schlussstrich unter meine Rauchsucht setzte. Ich rauchte zu der Zeit 2 Päckchen oder 40 Zigaretten pro Tag.
Es war der Samstag, 3. November 1990, ein historisches Datum, kurz vor meinem 48. Geburtstag, als ich Abends meine letzte Zigarette rauchte. Dies wusste ich damals aber noch nicht, denn zu diesem wahrscheinlich lebenswichtigen Schritt entschloss ich mich erst am Morgen darauf beim Aufwachen, nach meinem normalen ersten Hustenanfall. Zu der Zeit war es ganz normal, dass ich beim Aufstehen unangenehm husten musste. Auch an jenem Morgen. Aber im Kopf passierte etwas unerwartetes: „Ich entschloss mich noch im Bett, mit dem Rauchen unverzüglich, und ohne wenn und aber, aufzuhören!„
Ich wusste um meine Schwäche und holte mir psychologische Hilfe, indem ich 1 Stunde später um 9 Uhr meiner Monica anrief und ihr stolz mitteilte, dass ich soeben vor 1 Stunde mit dem Rauchen aufgehört hätte. Sie lachte lauf auf, meinte aber, dass ich gut entschieden hätte, dies durchzuziehen. Sie glaubte meinem Vorhaben nicht. Nun gab es für mich kein zurück mehr. Ich hatte die rote Linie überschritten und hätte mich unsterblich blamiert, wenn ich je wieder begonnen hätte zu rauchen. Auch hier kam mir mein Sternzeichen Steinbock zu Hilfe. Ich habe mich selber dazu entschieden. Diesen Schritt musste ich durchziehen. Es gab kein zurück!
Um meinen Willen zu verstärken und meine Abhängigkeit vor mir selber lächerlich zu machen, stellte ich die am Vortag gekaufte Stange Kent-Zigaretten auf die Lamperie meines Wohnzimmers als eine Art Trophäen-Sammlung. Ich habe sie nie mehr angerührt und im Laufe der Zeit die übrig gebliebenen Zigaretten rauchenden Freunden geschenkt, die bei mir zu Besuch waren.
Noch am selben Tag habe ich alle meine Vorhänge in der Waschmaschine gewaschen, damit ja kein Zigaretten-Rauch mich wieder zum Rauchen bringen könnte. Die weiteren Konsequenzen aus dem Aufhören zu Rauchen sollte ich erst später entdecken.
Die ersten 1-2 oder drei Tage ohne Zigaretten waren nicht schlimm. Sie waren auszuhalten. Dann aber begann mein Körper zu rebellieren. Mir begann die Zigarette nach dem Essen zu fehlen. Mein Magen resp. mein Verdauungstrakt rebellierte. Noch Stunden nach dem Essen hatte ich ein Völlegefühl und schlief naturgemäss mit vollem Magen schlecht. Meine Suchtgedanken verstärkten sich. In meinem Inneren tobte ein gewaltiger Kampf zwischen: „Schnell eine Zigi rauchen“ gegen „Max, den Kampf gewinnst Du!„.
Nach ziemlich genau 2 Wochen hatte ich diesen Kampf gewonnen. Die Gelüste gingen zurück und kamen nur noch alle paar Stunden auf. Jedoch noch Monate später musste ich mich unter Kontrolle bringen, wenn auf einmal die Lust nach einer Zigarette mich überkam. Ich erinnere mich noch gut daran, als ich geschäftlich auf dem Flughafen Basel-Mülhausen auf meinen Flieger wartete, als mein Mund sich zusammenzog und ich nicht mehr vom Gedanken nach einer Zigarette wegkam. Ich musste aufstehen, mich bewegen und meine Gedanken auf ein anderes Thema bringen.
Seit dem 3. November 1990 habe ich nie mehr eine Zigarette angelangt oder jemandem Feuer gegeben. Ich wusste, diese Chance, von der Sucht des Rauchen erfolgreich wegzukommen, habe ich nur einmal. Eine zweite Chance gibt es nicht und ich brauchte sie auch nicht! Ich werde auch in meinen alten Jahren nie mehr eine Zigarette in die Hand nehmen, denn ich werde Zeit meines Lebens gefährdet sein!