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Pfarrer Gedeon Furrer, von Hospenthal (1873 -1931 )
Sein Name wird in den Annalen der Pfarreigeschichte von Erstfeld hoch in Ehren bleiben. Keiner seiner Vorgänger hat in der Pfarreiseelsorge solange ausgeharrt wie er. Während seiner Amtsperiode als Pfarrer sind grosse Entwicklungen in der Gemeinde und Pfarrei vor sich gegangen. Die Einwohnerzahl hatte sich mehr als verdreifacht,aus dem stillen Bauerndorf am Eingang des Reusstales wurde ein stattliches Eisenbahnerdorf.
Bei seinem Amtsantritt fuhr die Gotthardbahn noch nicht durch das Tal. Gedeon Furrer wurde am 20. August 1842 in Hospenthal als Sohn des Zollers und Bezirksrichters Melchior Furrer und der Karolina Simmen geboren. Sein Onkel war Pfarrer Peter Furrer von Seelisberg, bei dem der junge Gedeon die ersten Lateinstunden bekam. Mit elf Jahren begann er die Gymnasialstudien 1853 in Einsiedeln. Die obern Gymnasialklassen, 1856 - 1859, voliendete er an der Klosterschule zu Engelberg. Hernach folgten die philosophischen Studien bei den Jesuiten an der Stelia Matutina in Feldkirch, die theologischen an der theologischen Fakultät zu Mainz, 1862 -1863.
Den Abschluss seiner theologischen Studien machte er im Diözesanseminar St. Luzi in Chur, wo er am 12. August 1865 zum Priester geweiht wurde. Im gleichen Herbst kam er als Vikar zum alternden Pfarrer Ambros Furger von Erstfeld Von 1867 -1870 war er Pfarrhelfer der Kirche und zugleich Kaplan an der Jagdmattkapelie, behielt aber die Wohnung im Pfarrhause bei.
Nach der Resignation von Pfarrer Ambros Furger wurde er am 11. November 1873 zum Pfarrer gewählt, in welchem Amte er ununterbrochen bis zu seinem Tode am 31. März 1931 blieb. Er hat seelsorglich der Pfarrei Erstfeld 66 Jahre gewidmet. Sechs Jahrzehnte lang kommt sein Name in den Pfarrei büchern vor.
Seine Tätigkeit ist besonders gekennzeichnet durch viele Bauten, Renovationen an der Kirche, Jagdmattkapelle und von drei Schulhäusern. Nicht zuletzt auf die Initiative des jungen Pfarrhelfers Gedeon Furrer wurde 1867 der Neubau der Pfarrkirche beschlossen. Im Jahre 1884 wurde das Kirchmattschulhaus, 1906 das Stegmattschulhaus und 1913/1914 das Wydheitschulhaus gebaut. In den Jahren 1894 -1896 wurde die Jagdmattkapelie innen und aussen renoviert.
Ueber dieses Gotteshaus, das er besonders liebte, hat er 1906 im Historischen Neujahrsblatt Uri eine eingehende Geschichte publiziert. Dazu kamen noch Renovationen der 8t. Leonhardskapelie und der St. Antoniuskapelie auf Surenen. Auf seine Bemühungen hin wurde 1883 der katholische Mütterverein, 1906 der katholische Volksverein, 1914 die Mar. Jungfrauenkongregation und die Jünglingskongregation gegründet. Nach langer Sammeltätigkeit wurde 1915 das Vereinshaus gebaut und die III. Pfründe gegründet.
Viele Jahre war er Schulratspräsident und während seiner ganzen Amtstätigkeit als Pfarrer Kirchenratspräsident. Es war eine hohe Ehrung, als Pfarrer Gedeon Furrer zu seinem goldenen Priesterjubiläum, am 21. April 1915, von Papst Benedikt XV. zum päpstlichen Protonotar ernannt wurde.
Hochbetagt, aber geistig noch rüstig, starb Gedeon Furrer am 31. März 1931, am Dienstag in der Karwoche, und wurde am Karsamstag, am 31. März 1931, im Priestergrab vor dem Chor der Kirche beigesetzt. Ein Portrait im Pfarrhofe erinnnert an diesen edlen, verdienten Priester. Sein Pfarrhelfer, Josef Maria Aschwanden hat über ihn eine pietätvolle Broschüre geschrieben.