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Zu Beginn der 1950er-Jahre standen die Zukunft des Militärflugplatzes und der Ausbau der Panzerschulen zur Debatte. Thun hatte soeben die Artillerieschule und die Regieanstalt verloren. Am 27. April 1951 wollte der Gemeinderat vom Vorsteher des Militärdepartements wissen, wie es mit dem Waffenplatz weitergehen sollte. «Den Gemeindebehörden von Thun ist bekannt geworden, dass der Militärflugplatz Thun verlegt werden soll. An dessen Stelle soll dem Vernehmen nach die Allmend in Thun oder ein Teil von ihr als Uebungsplatz für die Panzerwagen vorgesehen sein. Wir sind uns natürlich voll bewusst, dass diese ganze Transaktion eine militärische Angelegenheit darstellt, zu der wir nichts zu sagen haben. Es stehen jedoch für unsere Stadt wirtschaftliche Interessen auf dem Spiel, deren wir uns anzunehmen haben. (...) Es ist uns vor allem daran gelegen, zu wissen, welche wirtschaftlichen Auswirkungen die Wegnahme des Flugplatzes für unsere Stadt hat, d.h. wie viele ständigen Funktionäre dieses Flugplatzes wegziehen müssen und wie umfangreich auch der Wegfall von Schulen und Kursen ist. Anderseits möchten wir in die Waagschale werfen, was an neuen Truppen und Personal hieherkommt, wenn der Flugplatz entfernt ist, und die Allmend auch für Panzerwagen u. drgl. benützt werden kann.»83 Der Bund orientierte die betroffenen Gemeinden in mehreren Sitzungen über die Pläne, ohne sich ihnen gegenüber schon festzulegen. 1952 standen sowohl der Ausbau des Militärflugplatzes für den Einsatz von Düsenflugzeugen als auch die Panzerschulen zur Diskussion.
Projektskizze aus dem Jahr 1951 für einen Flugplatz, der auch den Bedürfnissen von Düsenflugzeugen hätte genügen sollen.
Das südliche Ende der Piste wäre auf das Gebiet des heutigen Schönau-Schulhauses zu liegen gekommen. Ganz rechts am Bildrand ist der Friedhof zu erkennen.
Thun sprach sich aus verschiedenen Gründen gegen den Flugplatz aus: Man befürchtete, sich in südlicher Richtung nicht mehr entwickeln zu können. Dazu kam der Lärm, von dem man wegen der Schiessübungen schon genug hatte, und schliesslich glaubte der Gemeinderat, der Flugplatz würde das Übungsgelände für andere Truppen verkleinern, was die Belegung des Waffenplatzes reduzieren könnte.84 In den internen Überlegungen des Militärs spielten diese Argumente jedoch überhaupt keine Rolle; ihm ging es einzig um die Frage, wie der Waffenplatz am besten genutzt werden konnte. Hätte Thun den Flugplatz für Düsenflugzeuge erhalten, hätten die Panzer anderswo üben müssen. Da jedoch keine Aussicht bestand, irgendwo sonst einen Panzerschiessplatz in vergleichbarer Grösse zu bekommen, blieben die Panzer schliesslich in Thun. Diese Argumentation stand schon vor der Stellungnahme der Stadt fest.85 Die Stellungnahme Thuns dürfte deshalb nur bestätigt haben, was das Militär sowieso beabsichtigte.