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Bösartige (maligne) Weichteiltumore
Bei den primären bösartigen Weichteiltumoren handelt es sich fast immer um Sarkome. Da die pathologische Typisierung alleine in den meisten Fällen keine genauere Prognose erlaubt, wird oft ein Grading (Gradeinteilung in Schweregrade) hinzugezogen und der Einsatz adjuvanter Chemotherapie oder Strahlentherapie davon abhängig gemacht. Entscheidend für die Heilungschancen ist auch bei den Weichteilsarkomen die komplette operative Tumorentfernung. Weichteilsarkome sind unter anderen:
- Rhabdomyosarkom
- Liposarkom
- Leiomyosarkom
- Synovialsarkom
- Undifferenziertes (spindelzelliges und undifferenziertes) Sarkom
Die Ursachen sind wie bei den anderen Sarkomen nicht bekannt. Genetische Faktoren können vereinzelt eine Rolle spielen wie auch Strahlenexposition. Beim Kaposi-Sarkom spielt eine virale Ursache eine Rolle.
Die Weichteilsarkome verursachen meist keine Schmerzen, sondern machen sich nur durch ihre Grösse bemerkbar.
In der Diagnostik spielen wie überall in der Medizin die Anamnese (Vorgeschichte der Krankheit) und eine sorgfältige Untersuchung die Hauptrolle. Im Zentrum der Bildgebung steht wie bei den gutartigen Weichteiltumoren die Magnetresonanztomographie. Die ergänzende PET-CT gibt wichtige Aufschlüsse zur Aggressivität und wichtige Informationen dazu, ob bereits eine Streuung stattgefunden hat.
Die definitive Untersuchung ist die Biopsie, die meist durch eine Nadelprobe möglich ist. Vor der Biopsie müssen jedoch zwingend eine Hypothese zur Diagnose und ein möglicher Therapieplan entwickelt sein.
Bei kleinen Läsionen ist ausnahmsweise die Entfernung als primärer Eingriff möglich, sofern auch für einen bösartigen Prozess ausreichend Sicherheitsabstände eingehalten werden können (dies wird dann als ‚Exzisionsbiopsie’ bezeichnet).
Die Therapie muss multidisziplinär geplant und durchgeführt werden. Multidisziplinär heisst, dass vor der definitiven Behandlung Aspekte der adjuvanten Möglichkeiten (Strahlentherapie, Chemotherapie) mit den zuständigen Spezialisten abgesprochen werden. Sollten neben der operativen Behandlung zusätzliche Massnahmen infrage kommen, muss geklärt sein, ob die medikamentösen oder strahlentherapeutischen Massnahmen schon vor einer operativen Entfernung (sog. ‚neo-adjuvant’) oder nach derselben (sog. ‚adjuvant’) vorzunehmen sind oder sowohl vor, wie auch nach der Operation.
Wie bei allen Sarkomen muss die Operation im Gesunden erfolgen. Oft muss dabei funktionell wichtiges Gewebe, manchmal auch Knochen, aus der Nachbarschaft entfernt und wieder rekonstruiert werden. Die operative Behandlung erfolgt deshalb praktisch immer in der Zusammenarbeit von Tumororthopäden, Plastisch-rekonstruktiven Chirurgen, Gefässchirurgen etc.