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Der Name, den man prototypischerweise mit Königsberg in Verbindung bringt, ist kein anderer als derjenige Immanuel Kants. Den Namen, den man mit den Kritiken verknüpft, und dann natürlich noch mit dem Gerücht, dass derjenige, der den Namen trägt, zeit seines Lebens nicht aus Königsberg herausgekommen sein soll.
Thomas Bernhard schickt Kant auf eine Amerikareise. Und das mit einem Schiff, wo sich See- und Sehkranke treffen, alle mit dem gemeinsamen Ziel. Die Figuren dürfen wiederholen und variieren, ganz nach dem Prinzip, dass Variation erfreut.
Und was ersieht man an Bernhards Kant? – Variationskunst ist ver-rückte Kunst, da wird aus einer Millionärin eine Millionärrin; Königsberg verortet sich nicht nur im heutigen Russland, sondern ist gerade da, wo Kant auch ist, im Stück also auf dem Weg nach Amerika. Denn Kant bringt Amerika die Vernunft, Amerika gibt Kant das Augenlicht, so einfach die Formel als gäbe es nichts Selbstverständlicheres.
Es ist ein ver-rücktes Stück, dem das Zitat «… es soll nicht heißen, daß man im Theater Leben darstellen soll…» von Antonin Artaud vorangestellt ist. Da bleibt nur noch die Frage, was sich im Theater dann darstellt, wenn man auf der Bühne nicht das Leben Kants mimt (was man ja derzeit am Pfauen ja macht).
Das Stück findet sich in: Thomas Bernhard: Immanuel Kant. In: Derselbe: Stücke 2. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1988 (= Suhrkamp Taschenbuch 1534).