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Die Phänologie beschäftigt sich mit den jahreszeitlichen Veränderungen in der Natur. Es wird das Datum notiert, zu welchem Zeitpunkt im Jahr bestimmte phänologische Phasen, wie zum Beispiel der Blattaustrieb der Bäume, die Blüte, die Fruchtreife sowie die Blattverfärbung und der Blattfall auftreten.
Die phänologischen Daten, die von unseren Beobachterinnen und Beobachtern erhoben werden, sind wichtige Indikatoren, welche die Auswirkungen des Klimawandels zeigen. Je länger die Datenreihen sind, desto aussagekräftiger und wertvoller sind sie für die Wissenschaft. So kann festgestellt werden ob die beobachteten Pflanzen früher, später oder zur gleichen Zeit wie in vorherigen Jahren blühen, Blätter austreiben, Früchte bilden etc.. Beispielsweise trat in diesem Jahr die Blattentfaltung der Buche 4 Tage später auf als im Mittel der Jahre 1981-2010, da die Monate April und Mai kühl waren. Gemittelt über alle Stationen war es seit 1991 das späteste Datum der Blattentfaltung der Buchen (Klimabulletin Mai 2021).
Phänologisches Beobachtungsnetz von MeteoSchweiz: Kurzer Rückblick
Gegründet wurde das Phänologische Beobachtungsnetz 1951 von Bernard Primault an der Schweizerischen Meteorologischen Anstalt (SMA), wie MeteoSchweiz zu der Zeit hiess. Im Vergleich zu heute waren damals viele landwirtschaftlich relevante Pflanzen im Beobachtungsprogramm enthalten und sogar Daten zum Vogelzug wurden erhoben. Ab 1985 hat Claudio Defila die Verantwortung für das Beobachtungsnetz übernommen und es ebenfalls über einen langen Zeitraum hinweg, bis 2008, geprägt. Er hat 1996 das Beobachtungsprogramm etwas abgewandelt und an neue Erfordernisse angepasst: Neue Züchtungen von Pflanzensorten sowie neue Bewirtschaftungsmethoden in der Landwirtschaft erschwerten die Vergleichbarkeit, weshalb der Fokus nun vor allem auf wildwachsenden Pflanzen liegt. Es wurden weit verbreitete Pflanzen gewählt, die leicht zu erkennen sind und in möglichst vielen Höhenstufen vorkommen.
Neuerungen in den letzten Jahren
Ein grosser Teil der Daten steht MeteoSchweiz schnell zur Verfügung, da bereits 75% der Daten online übermittelt werden. Auch in Bezug auf die Datenqualität wurde in den letzten Jahren viel unternommen. Bereits bei der Dateneingabe muss man den Wert extra bestätigen, falls er sich ausserhalb des gewöhnlichen Zeitraums befindet. So können Eingabefehler vermieden werden. Bei MeteoSchweiz durchlaufen alle Daten zunächst eine automatische Qualitätskontrolle, welche ungewöhnliche Daten anzeigt. Diese werden anschliessend manuell gesichtet und überprüft.
Im Internetportal opendata.swiss stehen die Phänologie-Daten von MeteoSchweiz frei zur Verfügung.
Jubiläumsfeier im Botanischen Garten Zürich
Das 70-jährige Jubiläum wurde am 3. September im Botanischen Garten Zürich gefeiert. Die Teilnehmenden konnten bei einer Führung die Schönheit des Botanischen Garten Zürich geniessen. Vorträge zur Phänologie und zum Klimawandel standen prominent auf dem Programm. Zudem hatten die Beobachterinnen und Beobachter die Gelegenheit sich kennenzulernen (beziehungsweise sich wieder zu treffen) und sich mit weiteren Akteurinnen und Akteuren aus dem Bereich der Phänologie auszutauschen.
Wir danken unseren Beobachterinnen und Beobachtern ganz herzlich für ihren unermüdlichen und gewissenhaften Einsatz. Viele von ihnen notieren schon seit Jahrzehnten die phänologischen Phasen der immer gleichen Bäume an ihrer Station. Diese Kontinuität trägt entscheidend zur Qualität der Daten bei. Vier unserer derzeitigen Beobachter sind sogar schon mehr als 50 Jahre dabei!
Beobachterinnen und Beobachter gesucht
MeteoSchweiz sucht derzeit (ehrenamtliche) Beobachterinnen und Beobachter für folgende phänologische Stationen: Cartigny, Einsiedeln, Fanas, Grossdietwil, Gundetswil, Lanterswil, Möhlin, Oeschberg, Orvin, Osterfingen, Raperswilen, Romanshorn, San Bernardino, Seewil, Sent, Sihlbrugg, St. Gallen-Winkeln, Therwil, Zofingen.
Beobachten Sie gerne die Natur und kennen Sie sich näher aus in der Pflanzenwelt? Leben oder arbeiten Sie an einem der genannten Standorte und hätten Sie Freude und Interesse an regelmässigen Beobachtungen? Dann sind Sie die Person, die wir suchen!
Interessiert? Dann nehmen Sie mit Monique Moersen Kontakt auf: Telefon: 058 460 99 90, E-Mail: <email-pii>