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In den Vereinigten Staaten könnten die republikanischen Mehrheiten im Jahr 2017 einer umfangreichen Steuerreform den Weg ebnen.
Von besonderer Bedeutung ist dabei die vorgeschlagene Reform der Unternehmensbesteuerung. Folgende wesentliche Änderungen werden diskutiert:
- Niedrigerer Steuersatz. Der Steuersatz von 35 Prozent (38,9 Prozent mit den subnationalen Sätzen) soll halbiert werden.
- Territoriales Steuersystem für die ausländischen Tochtergesellschaften amerikanischer Unternehmen. In den USA unterliegen die rückgeführten Gewinne ausländischer Tochtergesellschaften dem vollen einheimischen Steuersatz. Eine US-Gesellschaft, die in der Schweiz einen Gewinn mit 18 Prozent versteuert, müsste in den USA zusätzlich 17 Prozent auf sämtliche rückgeführten Gewinne bezahlen. Dadurch horten die US-Gesellschaften ihre Gewinne im Ausland. Diese würden mit einer einmaligen Steuer von ca. 10 Prozent, zahlbar über mehrere Jahre, abgegolten.
- Cashflow-Unternehmenssteuer. Diese würde Unternehmen erlauben, sämtliche Investitionen in Anlagen und Ausrüstungen sofort geltend zu machen, anstelle über Jahre verteilt abzuschreiben, und es bedeutet weiter die Beseitigung der Abzugsfähigkeit der Zinskosten für neu aufgenommene Schulden.
- Steuerlicher Grenzausgleich. In den USA gibt es keine Mehrwertsteuer. Der steuerliche Grenzausgleich würde den USA den internationalen Vorteil einer Mehrwertsteuer bieten, ohne diese Steuer auf nationale Transaktionen erheben zu müssen: Unternehmen, die Waren importieren, dürften die Importkosten bei der Berechnung ihrer zu versteuernden Gewinne nicht mehr absetzen und Unternehmen, die Waren exportieren, könnten die Einnahmen aus den Exporten von den steuerpflichtigen Einkünften abziehen.
Mit dieser Umsetzung würden wohl attraktive steuerliche Rahmenbedingungen für US-Gesellschaften geschaffen, welche sich vorteilhaft auf Unternehmensinvestitionen auswirken. Ausserdem werden die neuen steuerlichen Regelungen erhebliche Auswirkungen auf ausländische Volkswirtschaften haben. Allerdings wird sich zeigen, welche Komponenten die Akzeptanz in den USA finden werden, opponieren doch beispielsweise die Importeure gegen den steuerlichen Grenzausgleich.
Dr. Wolfgang Maute, Chefredaktor der Zeitschrift "Steuer Revue"
Beitrag aus der Steuer Revue 4/2017, S. 257-258.
Internationales | 11. April 2017