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Franz Gertsch. Drei Gemälde aus dem Vier Jahreszeiten-Zyklus
In diesem Moment malt Franz Gertsch (*1930) an der Vollendung seines Vier Jahreszeiten-Zyklus, am Gemälde „Frühling“. Im Museum sind bisher „Herbst“ (2007/08), „Sommer“ (2008/2009) und „Winter“ (2009) zu sehen.
Mit dem „Herbst“ setzte bei Franz Gertsch eine neue Schaffensphase ein: Er skizzierte erstmals mit Aquarellfarbstiften direkt auf die Leinwand und arbeitete längere Zeit ohne den Dia-Projektor. Der Farbauftrag erscheint freier, trotzdem ist die Fernwirkung des Gemäldes weiterhin frappierend fotorealistisch. Um den Herbst scharf zu sehen, muss der Betrachter weit zurücktreten; aus der Nähe wirkt das Gemälde abstrakt und beginnt beinahe vor den Augen zu flimmern. Während bei seinen früheren Gemälden das Spiel zwischen der Betrachtung der Malerei aus der Nähe und des fotorealistischen Eindrucks aus der Ferne einen ausgeglichenen Wechsel bietet, scheint sich nun das Gleichgewicht zugunsten der Malerei zu verschieben.
Die Präsentation der bisher vollendeten drei Jahreszeitengemälde in einem Raum zeigt, wie die Werke farblich harmonieren. Franz Gertsch beschränkt sich auf eine reduzierte Farbpalette, auf wenige, aus Mineral-, Erd- und anderen Pigmenten selbst hergestellte Farbtöne. Bei der Betrachtung der drei Jahreszeiten verbinden sich die Farbklänge der einzelnen Gemälde miteinander, bestimmte Farbtöne werden von einem Werk zum anderen wieder aufgenommen. Das Wechselspiel, das in jedem einzelnen Gemälde zwischen Sujet, Malweise und Farbgebung, zwischen Wahrnehmung und Wirkung stattfindet, wird im Zusammenspiel der Gemälde noch einmal verstärkt.