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Unter dem Titel “Zeitbombe berufliche Vorsorge” hat Peter Zanella, PK Experte von Willis Towers Watson, in der NZZ einen unkonventionellen Vorschlag zur Entlastung der Pensionskassen von ihren unterfinanzierten Rentnerbeständen gemacht. Er geht davon aus, dass das bestehende Rentnerkapital von aktuell rund 400 Mrd. Franken die Ansprüche der Rentner längst nicht voll abgedeckt, die zu grossen Teilen mit 2 und mehr Prozent technischem Zins errechnet wurden. Das belastet in hohem Masse die Aktiven, besonders jene in Kassen mit hohem Rentneranteil. Eine Senkung der laufenden Renten, lehnt er ab. Zur Sicherung des finanziellen Gleichgewichts wären Verringerungen der Renten von bis zu einem Drittel notwendig. Ein Ausweg würde gemäss seiner Idee die Bildung einer Sammelstiftung bieten, in welche die Kassen ihre Rentnerbestände einbringen könnten, eine Art “Bad Bank” für Rentner. Er schreibt:
Eine Lösung dieser Problematik wäre eine gesetzlich derzeit nicht erlaubte Variabilisierung der laufenden Altersrenten. Entsprechende Initiativen dafür sind im Gang. Flexibilität ist im Prinzip sinnvoll und wird für manche Neurentner bereits praktiziert. Für laufende Altersrenten hingegen ist diese Lösung nicht erstrebenswert. Geht man davon aus, dass manche Rentenzahlungen um einen Drittel gekürzt werden müssten, könnten sich im Einzelfall Altersarmut und insgesamt ein deflationärer Effekt ergeben.
Ein zielführender Vorschlag sollte die Kaufkraft der Rentner bewahren und das System insgesamt stabilisieren. Nur eine gesamtschweizerische Lösung ist angemessen, die Bestandteile liefert das Instrumentarium aus der Finanzkrise. Im Sinne einer Bad Bank könnte eine Rentnersammelstiftung kreiert werden. Organisatorisch zum Beispiel dem Sicherheitsfonds angegliedert, wird allen rentnerlastigen Pensionskassen die Möglichkeit offeriert, ihre Rentner zu attraktiven Bedingungen zu transferieren.
Die Kosten für diese Form einer Bad Bank würden den Preis der Nullzinspolitik sichtbar machen. Somit sollte finanziell die Nationalbank für den beschriebenen Lösungsansatz einstehen. Bei sich normalisierenden Zinsen und damit niedrigerem Reservierungsbedarf der Rentnersammelstiftung würden die eingesetzten Mittel an die Nationalbank zurückfliessen.
Eine solche Lösung wäre unorthodox und deren Umsetzung herausfordernd. Aber die heutige paradoxe Wirtschaftslage mit Negativzinsen verlangt unkonventionelle Ideen und Ansätze.