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January 2019; DOI: 10.32098/mltj.01.2017.17; V. Balachandar
Die systematische Übersichtsarbeit mit dem Titel "Effects of the menstrual cycle on lower-limb biomechanics, neuromuscular control, and anterior cruciate ligament (ACL) injury risk: a systematic review," veröffentlicht im Januar 2019, widmet sich einem äußerst relevanten Thema im Sportbereich: den Auswirkungen des Menstruationszyklus auf die Biomechanik der unteren Extremitäten, die neuromuskuläre Kontrolle und das Risiko von Verletzungen des vorderen Kreuzbandes.
Der vordere Kreuzbandriss ist eine der häufigsten und gravierendsten Verletzungen im Sport, insbesondere im Bereich von Mannschaftssportarten wie Fußball, Basketball und Handball. Untersuchungen haben gezeigt, dass Frauen im Vergleich zu Männern ein höheres Risiko für eine Verletzung des vorderen Kreuzbandes haben, und dies hat zu einer steigenden Aufmerksamkeit für Geschlechterunterschiede in Bezug auf die Verletzungsmechanismen und -risiken geführt.
In dieser systematischen Überprüfung haben die Autoren eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien zu diesem Thema ausgewertet und zusammengefasst. Der Fokus lag dabei darauf, wie der Menstruationszyklus die Bewegungsdynamik und Muskelkontrolle bei weiblichen Sportlerinnen beeinflusst. Der Menstruationszyklus, der sich durch hormonelle Schwankungen auszeichnet, kann in verschiedene Phasen unterteilt werden, darunter die Menstruationsphase, die Follikelphase, der Eisprung und die Lutealphase. Jede dieser Phasen ist durch unterschiedliche Hormonspiegel gekennzeichnet, die wiederum verschiedene Auswirkungen auf den Körper haben können.
Die Ergebnisse der systematischen Überprüfung zeigten, dass der Menstruationszyklus tatsächlich Auswirkungen auf die Biomechanik der unteren Extremitäten und die neuromuskuläre Kontrolle haben kann. Insbesondere während der späten Follikelphase und der frühen Lutealphase wurden Veränderungen in der Bewegungssteuerung und der Muskelaktivität beobachtet, die das Risiko einer Verletzung des vorderen Kreuzbandes erhöhen könnten. Diese Veränderungen können zu einer verminderten Stabilität des Kniegelenks führen und die Wahrscheinlichkeit einer fehlerhaften Bewegungsausführung erhöhen, die das Kreuzband gefährden könnte.
Die Bedeutung dieser Forschung liegt darin, dass sie das Bewusstsein für die Rolle des Menstruationszyklus als potenziell modifizierbaren Faktor bei der Prävention von Verletzungen des vorderen Kreuzbandes schärft. Sportmediziner, Physiotherapeuten, Trainer und Betreuer können diese Erkenntnisse nutzen, um spezifische Trainings- und Betreuungsstrategien zu entwickeln, die den hormonellen Schwankungen im Menstruationszyklus Rechnung tragen. Hierbei könnten spezielle Übungen zur Verbesserung der Kniestabilität, propriozeptives Training und gezieltes Kräftigungstraining eingesetzt werden, um das Verletzungsrisiko zu reduzieren.
Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die individuellen Unterschiede bei Frauen groß sind und der Menstruationszyklus nicht der einzige Faktor ist, der das Verletzungsrisiko beeinflusst. Neben dem Zyklus spielen auch genetische Faktoren, Trainingszustand, Technik und äußere Umstände eine Rolle. Daher sind weitere Forschungen erforderlich, um ein umfassendes Verständnis der komplexen Zusammenhänge zu erlangen.
Insgesamt verdeutlicht die systematische Übersichtsarbeit, dass das Wissen über den Menstruationszyklus und seine potenziellen Auswirkungen auf die Sportpraxis von großer Bedeutung ist. Durch eine gezielte Betreuung und individuelle Anpassung des Trainings können Verletzungen reduziert und die sportliche Leistungsfähigkeit weiblicher Athletinnen optimiert werden. Dies trägt nicht nur zu einer verbesserten Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Sportlerinnen bei, sondern fördert auch die Gleichberechtigung und Anerkennung des weiblichen Sports in der Sportmedizin und Sportwissenschaft.
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"Auswirkungen des Menstruationszyklus auf Prävention und Rehabilitation"
mit Helena Brueckner, B.Sc. in Physiotherapie, Sporternährungsberaterin (Performance Nutritionist) und Tennis Performance Specialist (iTPA).
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Euer SART Vorstand
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