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Im Rahmen der mit der Europäischen Union geschlossenen Abkommen hat die Schweiz einen Kompromiss im grenzüberschreitenden Warenverkehr ausgehandelt.
Von der Strasse auf die Schienen
Einerseits erhöhte sie die Gewichtslimite von 28 auf schrittweise 40 Tonnen für Lastwagen. Gleichzeitig führte sie die so genannte leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) ein. Seit 2005 gibt es keine Limite mehr für 40-Tonner-Lastwagen, doch die LSVA blieb bestehen. Die Bahn soll auf diese Weise mit der Strasse im Gütertransport konkurrenzfähiger werden.
Die Limiterhöhung bewirkte, dass die Lastwagen nicht länger gezwungen waren, den Umweg über Frankreich oder Österreich in Kauf zu nehmen. Im Januar 2001 führte die Schweiz die leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA), die sich aus Gewicht und zurückzulegender Distanz berechnet, um den Strom der durchfahrenden Lastwagen zu vermindern.
Dies war Teil der Umlagerungspolitik, welche die Schweiz seit Jahren verfolgt, und trägt erste Früchte. 2007 wurden 64% der alpenquerenden Güter (in Tonnen gerechnet) per Bahn befördert. In anderen Alpenländern wie Österreich oder Frankreich wurde dagegen der grösste Teil der Güter auf der Strasse transportiert. Insgesamt nimmt der alpenquerende Güterverkehr ständig zu. Am stärksten wächst der kombinierte Gütertransport, bei dem die Fracht mit verschiedenen Transportmitteln befördert wird (z.B. Umladen von Containern oder Lastwagen von der Strasse auf die Schienen).
Wirkung der LSVA
Dank der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) ging 2007 die Zahl der alpenquerenden Lastwagen im Vergleich zu 2000 um ca. 10 Prozent zurück. Vor Einführung der LSVA hatte die Anzahl Lastwagen ständig zugenommen. Im Jahr 2000 waren dies 1,4 Millionen Lastwagen, d.h. jeden Werktag durchquerten durchschnittlich 5319 Lastwagen die Alpen. 2007 waren es noch 1’263’000, wobei zu erwähnen ist, dass die Tonnage wegen der Aufhebung der Limite um fünf Prozent zunahm.
Rollende Landstrasse
Im Juni 2001 ging die Schweizer Eisenbahnpolitik unter dem Stichwort «rollende Landstrasse» in eine neue Phase: Zwischen Deutschland und Italien reisten Lastwagen per Bahn durch die Schweiz.
Längerfristig soll der Gütertransport auf Schienen durch den Bau der «Neuen Eisenbahn-Alpentransversalen» (NEAT), die das Durchqueren der Schweiz in viel kürzerer Zeit erlaubt, noch attraktiver gestaltet werden. Zu diesem Zweck werden längere Tunnels gebaut (der Gotthard-Basistunnel wird 57 km, der Lötschberg-Tunnel ist 34,6 km lang). Der Lötschberg-Basistunnel wurde im Dezember 2007 eröffnet.
Das Prinzip, den Transitverkehr stärker auf die Schienen zu verlegen, wurde 1994 durch das Schweizer Stimmvolk gestützt, indem es entgegen den Empfehlungen des Bundesrates, einer Volksinitiative zustimmte. Das Resultat ist in der Bundesverfassung (Art. 84.3) verankert: «Die Transitstrassen-Kapazität im Alpengebiet darf nicht erhöht werden.»