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Was hast du als Tochter einer Malawi und eines Engländers selber erlebt?
Was für eine Frage! Um es kurz zu fassen, es ist ein unfassbares Gefühl, die Tochter meiner Mutter und meines verstorbenen Vaters zu sein. Diese beiden Personen kommen von so unterschiedlichen Welten, schenkten mir das Leben und gaben mir unterschiedliche Lebensansichten mit, was mir die Möglichkeit gibt, die Welt differenzierter wahrzunehmen. Die afrikanische Seite gibt mir Entschlossenheit und Belastbarkeit, die europäische Seite gibt mir den Anstoss zu singen, was Billie Holiday schon gesungen hat. Diese Kombination ist für mich kosmisch.
Wie und wann hast du dich entschieden Jazz- und Bluessängerin zu werden?
Ich war schon Sängerin, bevor ich Gesang als Profession ausübte. Ich sang oft vor dem Spiegel mit der Haarbürste in der Hand als Mikrofon und studierte die Frauen Stimmen des Jazz, vor allem jene von Billie Holiday und lernte so von ihnen. Singen fühlte sich richtig an. Ich versuchte meinen Weg mit regulären Berufen zu gehen, aber ich kehrte immer wieder zum Gesang zurück. Als ich einen Job als Kellnerin in einem Jazz Klub in London erhielt, traf ich all diese grossartigen Künstler, die dort spielten, während ich ihnen Essen und Getränke servierte. Ab und zu fragte ich sie, ob ich ein Lied mit ihnen singen durfte. Musiker wie Jim Mullen spielten dort oft, also fragte ich ihn, ob ich «Summertime» mit seiner Band singen dürfe, wenn er grosszügig war, liess er mich ans Mikrofon. Danach begann ich an meinem Jazz Repertoire zu arbeiten, erhielt einen Gig mit einem Pianisten, der heute ein guter Freund von mir ist, und wurde so als Sängerin gebucht. Es war ein unglaubliches Gefühl, bezahlt zu werden für etwas, das einem so viel Freude bereitet. Von da an bezeichnete ich mich als professionelle Sängerin.
Wie bist du dann schlussendlich Musikerin geworden?
Ich fing an in Bars und Klubs in London zu singen. Meistens als Duo, da die Bars sich keine ganze Band leisten konnten. Wir erhielten eine feste Gage und spielten drei bis vier Sets pro Abend. Ich war langsam geübt und konnte mir sechs bis sieben Nächte pro Woche mit Gigs füllen, was mir dann ermöglichte meine Arbeit als Kindergärtnerin zu kündigen, um mich voll und ganz auf meine Musik zu konzentrieren. Einige Jahre später lernte ich den Produzenten Andre Manoukian kennen und so begann meine Karriere als Musikerin, das Debutalbum «Yellow Daffodils» erschien 2002.
Was hat dich aus der Weltstadt London nach Zürich verschlagen?
Ich verliebte mich in meinen Ehemann und Sprüngli Schokolade.
Wie stellst du dir deine Zukunft vor?
Ich hoffe, dass ich gesund und stark sein kann für meine wunderschöne Tochter, das ist alles, was ich möchte.
Dein Album heisst «Convergence», was bedeutet für dich diese Bezeichnung?
Das Aufeinandertreffen von zwei Welten, das zu etwas Neuem, noch nie da gewesenem, führt. Die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft vereint in Musik. Musik, die Boris Blank und ich zusammen zu einer «Konvergenz» gebracht haben.
Wie sieht bei dir ein Tagesablauf aus?
Ich stehe gegen sieben Uhr früh auf und wecke meine Tochter mit einem Kuss auf, danach mache ich ihr Frühstück und bringe sie zur Schule. Danach mache ich Bürokram, arbeite an musikalischen Konzepten und Ideen und mache meine Gesangsübungen. Ich versuche alle musikbezogenen Arbeiten abzuschliessen, bevor meine Tochter nachhause kommt. Sie verabredet sich dann zum Spielen, macht Hausaufgaben und ich erledige Dinge im Haushalt, denn was ich als aller erstes bin, ist ihre Mutter, und das hat für mich Priorität.
Beschreibe dich in drei Adjektiven.
Heute bin ich stark, anmutig, aber angreifbar. Doch es könnte sich schnell wieder ändern, da morgen ein neuer Tag ist.
Was war bisher das schönste in deinem Leben?
So viele grossartige Dinge durfte ich bis jetzt erleben. Ich habe ein fantastisches Leben, einen wundervollen Ehemann, eine wunderbare Tochter und Geschwister, welche alle die besten Menschen sind, die ich kenne. Sie bringen mich jeden Tag zum Lachen oder Weinen und ich schätze es als Privileg, sie in meinem Leben zu haben und so viel Liebe erleben zu dürfen.
Was möchtest du deinen Fans noch mitteilen?
Ich möchte ihnen mitteilen, dass es mich glücklich macht, sie auf dieser musikalischen Reise dabei zu haben, dass sie meine Musik unterstützen und kaufen, zu meinen Konzerten kommen und sich mit mir weiterentwickeln. Ich hoffe ich kann ihnen mit meiner Musik etwas Zeitloses mitgeben, das sie sich immer daran vergnügen können.
Steckbrief
Malia
Wohnort: Zürich
Hobbys: Malen und Schreiben
Lebensmotto: Helfe immer den Bedürftigen, wenn du kannst.
Das kommt von der Bibel: des Bruders Hüter sein.