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Der hellrotglühende Tonhafen musste vom Temperofen, in welchem er auf die im Glasofen herrschende Temperatur vorgeheizt wurde, also zwischen 850-1000 Grad Celsius, in den Glasofen verschoben werden. Die Grösse eines mittleren Hafens war 120 cm Durchmesser am oberen Rand bei einer Höhe von 100 cm. Das Leergewicht betrug rund 700 kg. Somit eine mit den zur Verfügung stehenden Hilfsmittel umfangreiche Herausforderung.
Der Teufel besteht aus einem zweirädrigen Wagen (R), auf dessen Achse ein langer, eiserner, starker Hebel montiert ist. Am Ende (a) ist eine zweizinkige Gabel (g) angeschmiedet. Auf dem Gabelrumpf ist eine starke Feder (f) angenietet. Am anderen Ende (b) des Teufels sind Haltegriffe (h+r) montiert.
Der Transport vom Temper- zum Glasofen geschah mit dem von einem Pferd gezogenen Hafenwagen. War kein Pferd vorhanden, schoben alle Arbeiter gemeinsam den Wagen zum Hafenofen.
Je nach Grösse und Raumeinteilung der Glashütte konnte die Distanz auch mehr als 100 m betragen.
Dieser Transport vom glühend heissen Keramikhafen ist eindrücklich auf dem um 1909 von Erich Kuithan gezeichneten Bild "Die Himmelfahrt" festgehalten.
Für das Hafensetzen brauchte es alle Hände. So waren die Glasmacher, Schürer, Motzer und auch die Anfänger für dieses Vorhaben zusammen eingeteilt. Die Motzer und Anfänger brachen das zugemauerte Hafentor beim Temperofen auf und warfen vor den zum Transport vorgesehenen Hafen einen Teil der heissen Asche. Die Glasmacher packten den Hafen nun mit den Stangen (A+B) und kippten den Hafen mit der Öffnung nach vorne auf die heisse Asche. Nun wurde mit Hilfe des Teufels der glühende Hafen horizontal auf den Hafenwagen verladen und wie oben beschrieben zum Hafenofen verschoben.
Beim Glasofen angekommen wurde der Hafen mit Hilfe des Teufels horizontal in den Ofen geschoben. Dort wurde er mit der Eisenstange (Sch), welche auf der verschiebbaren Achse (e) auflag, und mit weiteren seitlich vom Ofen durch die Arbeitsöffnungen (A) gesteckten Stangen aufgerichtet und an seinen Platz geschoben. Damit der Hafen auf der Ofenplatte nicht festkleben konnte, wurden vorher ein paar Schaufeln feine Kohle darauf geworfen.
Bevor die neuen leeren Häfen im Glasofen Platz hatten, mussten die alten Gebrauchten herausgenommen werden. Dieses Unterfangen war mühsam, mussten doch die an der Ofenplatte festgeschmolzenen Häfen zuerst gelöst werden. Die heissen Häfen mit den noch darin verbliebenen Glasresten wurden mit dem Teufel auf den Hof geschoben und dort mit der Öffnung nach unten abgestellt. So konnten die letzten Glasresten auslaufen. Dann wurde das Gesäss im Glasofen auf seinen Zustand untersucht. War dies in Ordnung, konnten die neuen leeren Häfen, wie oben beschrieben, eingesetzt werden.
Das Aus- und Einbringen von 6 Häfen benötigte mit einer guten Mannschaft 2.5 bis 3.5 Stunden.
Einsetzen eines Hafens in den Schmelzofen.
Bild gezeichnet von Erich Kuithan (1875 - 1917)