Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03339.jsonl.gz/831

WM Les Gets
Schurter wird zum zehnten Mal Weltmeister, Neff fährt auf das Podest
Nino Schurter wird auch mit 37 Jahren im Trikot des Weltmeisters fahren. Der Bündner spielt an der WM in Les Gets seine ganze Routine aus und erringt seinen zehnten WM-Titel im olympischen Cross-Country. Jolanda Neff gewinnt nach grosser Aufholjagd die Silbermedaille.
Nino Schurter setzte sich am Schlusstag der Mountainbike-Weltmeisterschaften vor dem Spanier David Valero Serrano und dem Italiener Luca Braidot durch und verteidigte seinen Titel aus dem Vorjahr erfolgreich. Der grosse Favorit Thomas Pidcock aus Grossbritannien musste sich mit Platz 4 abfinden. Schurters Landsmann Marcel Guerrini überraschte als starker Fünfter, Filippo Colombo wurde Neunter.
In Abwesenheit des provisorisch gesperrten Mathias Flückiger hatte Schurter alles andere als ein leichtes Spiel. Pidcock, der 2022 das WM-Triple bestehend Radquer-, Mountainbike- und Strassengold im Visier hatte, war auf dem Mountainbike in dieser Saison ungeschlagen; der Olympiasieger und Europameister hatte jedes Rennen gewonnen, zu dem er angetreten war. Ausserdem lagen die Vorteile im Finish mit dem endschnellen Doppelmeter Valero Serrano eigentlich auf Seiten des Spaniers.
Pidcock hatte den Nachteil, dass er aufgrund seiner hohen Startnummer 36 zweieinhalb Runden lang benötigte, um den Anschluss zur Spitzengruppe mit Schurter und Valero Serrano herzustellen. Nachdem der Brite um Rennhälfte selbst eine erfolglose Attacke lanciert hatte, fiel er wieder um einige Sekunden zurück. Und als Schurter seinerseits zu Beginn der vorletzten Runde angriff, musste Pidcock abreissen lassen. Nebst technischen Unzulänglichkeiten erlitt der Etappensieger an der diesjährigen Tour de France in der Schlussphase überdies einen Defekt.
Auch Schurter blieb nicht von einem Zwischenfall verschont. Er liess sich von einem Sturz in einer Abfahrt auf der dritten Runde aber nicht beirren. Im Duell um Gold mit Valero Serrano schlug Schurter zu, als seinem Widersacher in der letzten Abfahrt ein kleiner Fahrfehler unterlief.
„Der zehnte Weltmeistertitel – ich kann es selber fast nicht glauben“, sagte Schurter. „Es war hart, aber ein fast perfektes Rennen. Ich versuchte, von Anfang Druck zu machen, damit es Pidcock schwer hat heranzukommen. Dann warf mich mein Sturz etwas aus dem Rhythmus. Trotzdem nahm ich mir vor, weiter Druck zu machen, um die Gegner zu Fehlern zu zwingen. Als ich mit Valero Serrano vorne weg war, war ich eigentlich schon fast zufrieden mit Silber. Dennoch versuchte ich alles. Prompt machte er einen Fehler, und die entscheidende Lücke war da.“
Mit einem Rücktritt Schurters ist nach den Erfolgen in dieser Saison nicht zu rechnen. Der Bündner hat heuer mit seinem 33. Weltcupsieg die Bestmarke von Julien Absalon egalisiert und geht als Führender im Gesamtweltcup ins Finale in Val di Sole vom nächsten Wochenende und triumphierte nun ein weiteres Mal an der WM. Wiederholt betonte Schurter, dass er gerne weitermachen will, solange er um Siege fahren kann.
Jolanda Neff gewinnt WM-Silber
Jolanda Neff errang derweil ihre dritte WM-Medaille im Cross-Country. Die 29-jährige St. Gallerin wurde Zweite hinter der Französin Pauline Ferrand-Prévot, die mit mehr als eineinhalb Minuten Vorsprung einen überlegenen Heimsieg feierte.
Ferrand-Prévot setzte sich unmittelbar nach dem Start ab und blieb auf ihrem Alleingang von negativen Zwischenfällen verschont. Deutlich weiter hinten ging es Neff zunächst sachte an, bevor sie sich in der zweiten Rennhälfte auf den 2. Platz nach vorne kämpfte.
Alessandra Keller, zwei Tage zuvor Zweite im Short Race, belegte den 5. Platz. Die Französin Loana Lecomte, die im Weltcup sieben ihrer zwölf bisherigen Eliterennen gewonnen hat und nie schlechter als Vierte war, musste sich mit Rang 4 begnügen, mehr als eine Minute hinter der drittklassierten Amerikanerin Haley Batten.
Für Ferrand-Prévot ist es der vierte WM-Titel im Cross-Country nach 2015, 2019 und 2020. Die 30-jährige, die am Freitag schon im Short Race triumphiert hatte, war auch schon Weltmeisterin auf der Strasse (2014) und im Radquer (2015). Neff, im Vorjahr Olympiasiegerin in Tokio, hatte 2017 WM-Gold und 2019 Silber gewonnen.
Text: Keystone-SDA
Schätti gewinnt die Bronzemedaille
Auch in der U23-Kategorie setzten sich die Athletinnen und Athleten von Swiss Cycling am Sonntag hervorragend in Szene. Luca Schätti reihte sich hinter dem Italiener Simone Avondetto und dem Franzosen Mathias Azzaro als Dritter ein. Die letzte Runde sei für Kopf und Beine sehr hart gewesen, hielt der Zürcher fest, sogleich ergänzend, dass er einfach nur extrem glücklich sei, in seinem letzten U23-Jahr auf dem WM-Podest angekommen zu sein. Dario Lillo und Luke Wiedmann, beide aus dem zweitjüngsten der vier U23-Jahrgänge, belegten die Ränge 7 und 9.
Ebenfalls geglückt ist der Auftritt des Frauen-Teams. Ronja Blöchlinger, Noëlle Buri und Tina Züger landeten beim Sieg der Französin Line Burquier auf den Ränge 5, 6 und 8.