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Sie gehört zu den bekanntesten Sängerinnen. Lady Gaga gesteht, wie hart die Anforderungen waren, um berühmt zu werden.
Als Lady Gaga (32) im Januar für ihre Rolle in «American Horror Story» einen Golden Globe gewann, wurde sie von Kinostars wie Leonardo DiCaprio (43) noch belächelt. Heute hingegen lacht niemand mehr über die Schauspielkünste der schrillen Sängerin. Im neuen Film «A Star Is Born» verkörpert Gaga eine junge Amateur-Musikerin, die durch Travestie-Klubs tingelt. Der Film gilt als Oscar-Favorit.
Haben Sie zu Beginn Ihrer Karriere auch in solchen Travestie-Läden gesungen?
Lady Gaga: In Hunderten davon. Ich erinnere mich vor allem an einen: die New Yorker Rockwood Music Hall. Da passen knapp 30 Leute rein. Ich war ein Nobody und trat mit Lady Starlight auf. Wir trugen beide dasselbe Bikini.
Mit ihr sind Sie bis heute befreundet. Wie reden Ihre Freunde Sie eigentlich an: mit Lady oder einfach nur Gaga?
Manche sagen Gaga, manche Stefani. In meiner Familie werde ich nur Steffi gerufen.
Mit wem von Ihrer Familie haben Sie das engste Verhältnis?
Ich bin ein Daddy's Girl. Ich habe meinen Vater schon immer abgöttisch geliebt. Heute kümmere ich mich um ihn und schaue, dass es ihm gut geht. Er hat mich in der Erfüllung meiner Träume immer unterstützt.
Haben die Plattenbosse Sie am Anfang so akzeptiert, wie Sie sind?
Im Gegenteil! Für mein erstes Video hatte man mir vorgeschlagen, meine Nase von einem Schönheitschirurgen korrigieren zu lassen.
Sie haben es nicht getan.
Ich bin stolz auf meine italienische Abstammung und auf meine italienische Nase. Aber gewiss, das war nicht immer so. Inzwischen habe ich gelernt, mich so zu mögen wie ich bin und so meine Authentizität zu bewahren. Darum habe ich auch oft das Gegenteil getan von dem, was man mir nahegelegt hat. Sollte ich wie eine Sexbombe aussehen, gab ich mich gerne als hässliches Entlein. (lacht)
Das sich dann wieder in einen schönen Schwan verwandelt. Ist Ihnen eigentlich immer bewusst, dass Sie ein Star sind?
Die meiste Zeit schon, ja. Man kann den Blicken der Menschen ja nicht ausweichen. Aber es gibt natürlich auch Abende, an denen ich mir ganz gewöhnlich vorkomme. Zu Beginn meiner Karriere wünschte ich mir, dass jemand da ist, der mich psychologisch auf den Wandel vorbereitete. Wird man berühmt, ist man plötzlich nicht mehr frei. Man gehört dann der ganzen Welt.
Das ist nun aber auch nicht so schlimm, oder?
Nein, nicht schlimm, aber eben gewöhnungsbedürftig. Ich wollte als Kind nie ein Star werden, ich wollte einfach nur singen und schauspielern. Dieser Drang war so tief in mir drin, fast wie von Gott gesandt.
Dieser Kindheitstraum hat sich erfüllt. Haben Sie noch andere?
Ja, ich möchte gerne Mutter werden und eine eigene Familie haben. Von diesem Traum bin ich allerdings nicht so besessen. Ich bin sehr dankbar dafür, wie bis jetzt alles herausgekommen ist.
Wie gut sind Auszeichnungen wie ein Golden Globe oder Grammy für die Psyche?
Klar sind sie eine Wohltat. Aber kein Award kann die Zweifel, die man sich und seiner Arbeit gegenüber hat, verdrängen. Das gilt wohl für alle Künstler. Wir versuchen immer tiefer in unsere Seelen einzutauchen und immer besser zu werden.
Worin wollen Sie noch besser werden?
Ich probiere gerne aus, was ich mit meiner Stimme noch alles anstellen kann. Ich bin sicher, dass Sie mich eines Tages als Opernsängerin auf der Bühne sehen werden.
Lady Gaga heisst eigentlich Stefani Joanne Angelina Germanotta, ihre Eltern sind Italo-Amerikaner. Sie besuchte eine katholische Mädchenschule und spielte früh in Musicals mit. Mit 18 schlug sie sich als Go-Go-Tänzerin in New York durch. Mit ihrem Debüt-Album «The Fame» schaffte sie 2008 den Durchbruch. Seither gehört sie zu den bekanntesten Sängerinnen überhaupt. Lady Gaga ist bisexuell. Von 2011 bis 2016 war sie mit Schauspieler Taylor Kinney (37) liiert, im Sommer 2017 verlobte sie sich mit Künstleragent Christian Carino (49).