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Pfarrer Albert Bitzius ist in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu der Dichtergestalt des Emmentals aufgestiegen.
Obwohl er Dialekt und Hochsprache immer wieder vermischte, hat sein unter dem Namen Jeremias Gotthelf publiziertes Werk in die Weltliteratur Eingang gefunden.
Als Albert Bitzius als Sohn eines Pfarrers am 4. Oktober 1797 in Murten geboren wurde, herrschten kriegerische Zustände. Die alte Eidgenossenschaft ging im Jahr darauf nach dem Einfall der Franzosen unter.
Auch die Umwälzungen in der Landwirtschaft und das Anbrechen des industriellen Zeitalters beschäftigten den Dichter.
Pfarrer in Lützelflüh
Seine Kindheit verbrachte Gotthelf in Utzenstorf. In Bern liess er sich zum Theologen ausbilden. Nach Jahren als Vikar in Utzenstorf, Herzogenbuchsee und an der Heiliggeistkirche in Bern wurde er 1832 Pfarrer in Lützelflüh im Emmental.
Dort sollten später sämtliche seiner grossen Werke entstehen. Ab 1836 vermittelte er seine sozialen und religiösen Anliegen durch Romane und Kalendergeschichten.
Gotthelf selbst bezeichnete den Beginn seines schriftstellerischen Schaffens als "Ausbruch eines Bergsees".
Die Hauptwerke
Sind die ersten Werke noch durch direkte Kritik an den sozialen Missständen geprägt, so findet er in den späteren Romanen "Ueli der Knecht" und "Ueli der Pächter", "Annebäbi" und "Geld und Geist", seinen eigentlichen Hauptwerken, zu einer distanzierteren Sprache.
Hier schildert er nun das "vollkommene Leben" im Bauerntum und vermittelt seine christliche Lebensphilosophie.
Innerhalb von 18 Jahren schuf er 13 Romane und zahlreiche Kurzgeschichten. Am 22. Oktober 1854 starb Jeremias Gotthelf an den Folgen einer Lungenembolie in Lützelflüh.
swissinfo und Agenturen