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Die Löhne von kanadischen Ärzten sollen bis 2023 erheblich erhöht werden. Dagegen wehren sich nun mehr als 250 Ärzte aus der Provinz Québec. Der Grund: Die Gelder werden an anderen Orten dringlicher benötigt. So würden beispielsweise Krankenschwestern und andere Posten in der Pflege weiterhin unter harten Arbeitsbedingungen leiden.
In einem offenen Brief an die Regierung der Provinz haben die Ärzte deshalb gefordert, dass zuerst die Löhne der Krankenschwestern und des Pflegepersonals angehoben werden sollten.
Die Ärztin Isabelle Leblanc, Mitunterzeichnerin des Briefes, sagt zu «thestar.com», dass die Gelder im Gesundheitssystem begrenzt sind. «Wenn man den Ärzten mehr ausbezahlt, bleibt weniger für die anderen Angestellten übrig», so Leblanc. Das Argument, Ärzte sollen besser bezahlt werden, weil sie härter arbeiten, will Leblanc nicht gelten lassen: «Viele Leute arbeiten hart.»
Nun liegt der Ball bei der Regierung. Der Gesundheitsminister von Québec, Gaetan Barrette, sagt, er sei bereit, den Ärzten weniger und anderen Arbeitsposten mehr zu bezahlen.
Besonders Spezialisten verdienen in Kanada mit 400'000 bis 700'000 Dollar im Jahr bereits sehr gut. Währenddessen werden die harten Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals seit längerem angeprangert.
Im Januar erst ging ein Foto der Krankenschwester Emilie Ricard auf Facebook viral. Das Bild zeigt sie völlig aufgelöst nach einer Schicht, in der sie sich eigenen Angaben zufolge alleine um über 70 Patienten kümmern musste.