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Rund 14'500 Games sind dieses Jahr erschienen - und das allein auf Steam! Die allermeisten davon sind Werke von kleinen und mittelgrossen Studios. Wir haben für euch die zehn besten Indie-Releases ausgewählt - vom Perspektiv-Puzzler bis hin zum tamilischen Kochspiel.
Die Produktion von Games ist in den letzten Jahren geradezu explodiert. 2021 erschienen auf Steam exakt 11'389 Titel, ein Jahr später waren es schon 12'567 - und dieses Jahr sind (Stand: 25.12.) bereits 14'386 zusammengekommen (Quelle: SteamDB). Die meisten davon sind natürlich keine Blockbuster, sondern kleine bis mittelgrosse Produktionen, die sich in bestimmten Genrenischen tummeln, zum Beispiel "Puzzle-Platformer" oder "Aufbaustrategie". Auch in diesen Genrenischen konkurrieren sie mit einer immer grösseren Zahl an ähnlichen Titeln - was es für die Studios schwierig macht, genügend Sichtbarkeit (und damit Umsatz) zu generieren. Längst nicht alle Spiele erhalten die Chance, in Showcases wie dem Day of the Devs präsentiert zu werden. Wer für renommierte Preise wie The Game Awards (TGA) nominiert ist, kann wiederum mit erheblicher Aufmerksamkeit rechnen.
Bei den diesjährigen TGA - GAMES.CH war übrigens Teil der Jury - gab es gleich drei Kategorien, in denen etliche Independent-Games vorkamen: "Best Indie Game", "Best Debut Indie Game" und "Games for Impact", also Spiele mit einer sozialen Botschaft. In der Kategorie "Best Indie Game" war unter anderem "Dave the Diver" nominiert - ein sehr abwechslungsreiches RPG über die Abenteuer eines Tiefseetauchers. Im Vorfeld der Awards entbrannte daraufhin eine leidenschaftliche Diskussion darüber, ob "Dave the Diver" wirklich ein Indie-Game im engeren Sinne ist - schliesslich gehört das Entwicklerstudio Mintrocket dem südkoreanischen Publishing-Riesen Nexon. TGA-Chef Geoff Keighley erläuterte daraufhin, warum eine Verbindung zu einem Publisher nicht automatisch den Indie-Status ausschliesst. Und auch der Branchenkenner André Bernhardt (Indie Advisor & Company) hat schon vor einiger Zeit definiert, worauf es seiner Meinung nach bei dieser Frage ankommt. "Indie-Teams müssen kreative und rechtliche Freiheiten haben, zu tun, was sie tun wollen - und zudem über eine kreative Vision sowie unternehmerische Denke verfügen", so Bernhardt. Will heissen: Entwicklerstudios können also selbst dann "indie" sein, wenn sie einen Publisher für ihr Werk haben - vorausgesetzt, der Vertrieb lässt ihnen genügend Freiheiten.
Genau diese kreative Freiheit ist bei "Dave the Diver" zu spüren - weshalb wir es auch uneingeschränkt als eines der besten Indie-Games des Jahres 2023 empfehlen können. Für unser Best-of haben wir aber noch zehn weitere Spiele ausgesucht, die uns dieses Jahr überzeugt haben. Weil Geschmäcker bekanntlich unterschiedlich sind, verzichten wir bei unserem Listicle auf eine Staffelung von 1 bis 10. Viel Spass mit den Indie-Tipps!
Cocoon
Studio: Geometric Interactive
Erscheinungsdatum: 29. September 2023
Genres: Adventure, Puzzle-Platformer
Plattformen: PC, PS5, PS4, Xbox One, Xbox Series X/S, Switch
Multiplayer: Nein
Website: cocoongame.com
"Cocoon" ist nicht nur wegen seines originellen Rätsel-Designs eines der besten Indie-Games des Jahres, sondern auch, weil es uns in eine vollkommen fremdartige Welt entführt. Das Mastermind hinter "Cocoon" ist der Däne Jeppe Carlsen, der schon als Gameplay-Designer an den Klassikern "Limbo" und "Inside" beteiligt war. Die Spielidee von "Cocoon" ist originell: Teilwelten existieren in Kugeln, die der insektoide Protagonist auf dem Rücken tragen kann. So lassen sich die einzelnen Sphären kombinieren und manipulieren, um vertrackte Rätsel zu lösen. Zudem nutzt ihr biomechanische Geräte, um die bizarren Alien-Welten zu durchqueren - und kämpft auch gegen mächtige Wächter! Bei The Game Awards gewann "Cocoon" übrigens den Preis für das beste Indie-Game-Debüt.