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Nach Vulkanausbruch droht eine humanitäre Katastrophe rund um Goma
Nach dem Ausbruch des Vulkans Nyiragongo im Osten der Demokratischen Republik Kongo befürchten Hilfsorganisationen eine humanitäre Katastrophe. Auch das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) warnte am Dienstag vor einer akuten Notlage. Die Millionenstadt Goma war teilweise zwangsgeräumt worden.
«Geschätzt rund 350.000 Menschen brauchen dringend humanitäre Hilfe», erklärte Jackie Keegan, der Leiter des UNHCR-Büros in Goma. Die Stadt habe nach der Eruption mehr als 1000 Erdstösse und -beben verzeichnet, viele Häuser seien zerstört. Rund 450.000 Bewohner seien geflohen, davon 120.000 in die 30 Kilometer von Goma entfernte Nachbarstadt Sake.
Viele lebten dort traumatisiert in Notquartieren, in überfüllten Schulen, Kirchen oder bei Gastfamilien. Die Behörden fürchten, dass sich in den beengten Verhältnissen das Coronavirus leicht verbreiten kann. Andere seien bis ins 70 Kilometer nordöstliche Rutshuru geflohen. Erschwert werde die Lage zudem durch Rebellenangriffe, wie sie sich am Montag in der Ituri-Region ereignet hatten.
«Es braucht dringend mehr sauberes Wasser; in dieser Region kommt Cholera immer wieder vor. Das ist ein grosses Risiko für die Flüchtenden und für die Kommunen, die sie aufnehmen», erklärte die Landeskoordinatorin der Ärzte ohne Grenzen, Magali Roudot, am Dienstag. Von den in Goma verbliebenen Einwohnern hätten 500.000 keinen Zugang mehr zu Trinkwasser, weil der Vulkanausbruch das Versorgungssystem beschädigt hat.
Auch Gesundheitseinrichtungen, Schulen und andere öffentliche Gebäude seien beschädigt. Am Hafen warteten Menschenmengen, um per Schiff über den Kivu-See zu fliehen. Auch andere Hilfsorganisationen riefen dringend zu Hilfsaktionen auf.
Der 3470 Meter hohe Nyiragongo, der als einer der aktivsten Vulkane der Welt gilt, war am 22. Mai erneut ausgebrochen. Sein Krater erhebt sich kaum 20 Kilometer nördlich von Goma. Ein Teil der Lava hatte sich Richtung Goma gewälzt, stoppte aber 300 Meter vor dem Flughafen der Grenzstadt. Auch wenn die Erdstösse nun weniger würden, meinte Keegan, sei fraglich, wann eine gefahrlose Rückkehr nach Goma möglich sein wird. Ein Wiederaufbau werde herausfordernd sein.
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