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Nippon gedenkt der Opfer des US-Atombombenabwurfs vor 70 Jahren. Im Friedenspark in Nagasaki erklangen zum Zeitpunkt des Abwurfs während einer Schweigeminute die Sirenen. Danach legte Ministerpräsident Shinzo Abe vor dem Denkmal einen Kranz nieder.
Die Gedenkfeiern überschneiden sich mit Plänen der rechtskonservativen Regierung für eine tiefgreifende Armeereform. Viele Japaner sind beunruhigt und sehen darin eine Abkehr vom Pazifismus der Nachkriegszeit. Diese Bedenken hat auch der Bürgermeister Nagasakis in seinen Friedensappell anlässlich der Gedenkzeremonie aufgenommen.
Hinzu kommt, dass Regierungschef Shinzo Abe dafür kritisiert wird, dass er vor drei Tagen beim Gedenken an die Opfer der Atombombe auf Hiroshima nicht Japans bisherige drei Prinzipien erwähnte, wonach Japan weder Atomwaffen produziert, besitzt, noch auf eigenem Boden erlaubt. In Nagasaki hat Abe nun dieses Versäumnis nachgeholt. Japan bleibe atomwaffenfrei, bekräftigte der Regierungschef.
Beispiellose Verwüstung
Die Amerikaner hatten am 9. August 1945 ihre zweite Atombombe auf die Grossstadt abgeworfen. Nur drei Tage zuvor war Hiroshima durch eine Atombombe mit geringerer Sprengkraft verwüstet worden war. Allein in Nagasaki wurden etwa 70'000 Menschen durch direkte Einwirkung getötet, 75'000 weitere verletzt.
Unter dem Eindruck der Zerstörungen kapitulierte das Kaiserreich Japan am 15. August. Hiroshima und Nagasaki wurden als die ersten von einer Atombombe verwüsteten Städte weltweit als Symbol für den Frieden bekannt.