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Die Haushaltstruktur in der Schweiz ist heterogen. Über zwei Drittel der Haushalte in der Schweiz bestehen aus einer oder zwei Personen, das restliche Drittel aus drei und mehr Personen (Haushalte BFS). So unterschiedlich die Haushalte, so unterschiedlich ist der Fleischeinkauf. Insbesondere das Haushaltseinkommen wirkt sich stark auf den Einkauf von Fleischprodukten (Frischfleisch und Charcuterie) aus. Je tiefer das Einkommensniveau eines Haushalts, umso tiefer ist der Fleischeinkauf. Zwischen den Haushaltstypen mit den tiefsten Einkommen (unter CHF 35 000.- pro Jahr) und jenen mit den höchsten Einkommen (über CHF 110 000.-) resultiert ein Unterschied im Fleischeinkauf von 79 % (66.9 kg bei einkommensstarken Haushalten vs. 37.4 kg bei einkommensschwachen Haushalten). Die Ausgaben für Fleischprodukte unterscheiden sich sogar um 119 % (CHF 1441.- vs. CHF 656.-).
Haushalte mit Kindern weisen mit 72.6 kg ebenfalls höhere Fleischeinkäufe aus als kinderlose Haushalte mit 48.3 kg (+50 %). Hierbei ist wichtig zu beachten, dass es sich hier nicht um die Pro-Kopf-Nachfrage handelt, und deshalb ein Teil der Mehrkäufe daraus resultiert, dass kinderlose Haushalte auch meist weniger Haushaltsmitglieder haben. Demgegenüber fallen die Ausgaben für Fleischprodukte bei Haushalten mit Kindern nur 29 % höher aus.
Westschweizer legen Wert auf hochwertige Fleischwaren
Bei Betrachtung der Haushalte nach Region werden ebenfalls Unterschiede beobachtet. In ländlichen Gebieten verzeichnen Haushalte um rund 25 % höhere Fleischeinkäufe als Haushalte in urbanen Gebieten, wobei parallel die Ausgaben rund 18 % höher ausfallen.
Zwischen den Sprachregionen sind die mengenmässigen Einkäufe ähnlich hoch. Die Ausgaben sind in der Westschweiz mit durchschnittlich CHF 1080.- allerdings höher als in der Deutschschweiz mit CHF 1055.- (+2,4 %). In der Deutschschweiz wird mehr Charcuterie eingekauft und in der Westschweiz mehr Frischfleisch. Umgekehrt fallen die Ausgaben je Kilogramm Charcuterie (Einheitspreis) in der Westschweiz höher aus als in der Deutschschweiz, wohingegen die Ausgaben je Kilogramm Frischfleisch in der Deutschschweiz höher sind.
Mit Ausnahme der Sprachregion ist das Verhältnis Frischfleisch/Charcuterie innerhalb eines Haushalts ausgeglichen (mengenmässig rund 50% mehr eingekauftes Frischfleisch als Charcuterie).
Haushalte mit Kindern kaufen günstiger
Ebenso wie unterschiedliche Einkäufe resultieren je nach Haushaltstyp verschiedene Einheitspreise (Ausgaben je Kilogramm Fleisch). Dieser Unterschied kann z.B. daraus resultieren, dass verschiedene Haushaltsgruppen unterschiedliche Produktqualitäten nachfragen oder ihren Einkauf bei unterschiedlichen Einkaufsstätten tätigen. Während Haushalte mit hohem Einkommen tendenziell höhere Kilogramm-Ausgaben für Fleischprodukte haben, sind diese bei Familienhaushalten mit Kindern tiefer. Haushalte mit junger Referenzperson und Haushalte in ländlichen Regionen kaufen ebenfalls günstiger ein.
In dieser Analyse wurde die Zusammensetzung der Einkäufe von Frischfleisch bzw. Charcuterie nicht vertieft untersucht.
Die Haushaltsstruktur beeinflusst den Fleischkonsum
Die vorliegende Haushaltsauswertung zeigt deutlich, wie verschieden das Einkaufsverhalten von Fleisch je nach Haushaltsmerkmal ausfällt. Für die gemachten Beobachtungen gibt es allerdings unterschiedliche Erklärungsansätze: So haben Haushalte mit Kindern einen generell höheren Fleischbedarf, da die Bewohnerzahl im Vergleich zu kinderlosen Haushalten durchschnittlich grösser ist. Städtische Haushalte und Haushalte mit junger Referenzperson sind tendenziell kleiner, während ländliche Regionen mehr Familienhaushalte aufweisen. Haushalte mit tieferem Einkommen sind vermehrt auch kleinere Haushalte mit weniger Personen oder Rentnerhaushalte, was sich in tieferen Fleischeinkäufen äussert.
Es bleibt an dieser Stelle zu betonen, dass diese Analyse eine Momentaufnahme zum Fleischeinkauf aus den vergangenen zwölf Monaten ist. Wie sich der Fleischkonsum und die Ausgaben in den kommenden Jahren in Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Diskussion über Klimaschutzmassnahmen und Tierwohl entwickeln wird, kann zu diesem Zeitpunkt nicht eingeschätzt werden.