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Ganz gleich ob über die Sprint- oder die Langstreckendistanz: Die drei Talente, die der Verband Schweizer Porsche Clubs und die Porsche Schweiz AG im GT3 Cup fördern, haben das zweite Rennwochenende des Porsche Sports Cup Suisse unter sich ausgemacht. Während Antonio Teixeira als amtierender Vizemeister den 12-Runden-Lauf auf dem 5,822 Kilometer langen Circuit Paul Ricard dominierte, ging Dominik Fischli aus dem 100-Meilen-Rennen als Sieger hervor – nachdem Teixeira bis kurz vor Schluss wie der sichere Erstplatzierte aussah. In der GT4 Challenge konnte Francesco Fenici seine souveräne Vorstellung beim Saisonauftakt in Hockenheim wiederholen: Er gewann beide Läufe in eindrucksvoller Manier. Die Porsche Drivers Competition Suisse entschied Peter Gafner mit den konstantesten Rundenzeiten für sich.
Porsche Sprint Challenge Suisse: GT3 Cup
Antonio Teixeira hat sich auf dem Circuit Paul Ricard für seinen durchschnittlichen Saisonauftakt revanchiert. Der Biltener, im zweiten Jahr vom VSPC und der Porsche Schweiz AG gefördert, startete von der Poleposition und kontrollierte das Rennen von der Spitze aus bis ins Ziel. Hinter dem 19-Jährigen, der auch die schnellste Runde vorlegte, fuhr Alexander Fach mit dem Porsche 911 GT3 Cup des familieneigenen Teams den zweiten Platz ein. Dabei musste der 18 Jahre junge Sattelner, der das Hockenheim-Wochenende dominiert hatte, allerdings Dominik Fischli vorübergehend passieren lassen: Dieser hatte sich in der ersten Runde an Fach vorbeigeschoben, büsste den zweiten Rang im vierten Umlauf aber wieder ein. Fach und Fischli sind die beiden neuen, 2020 vom Verband Schweizer Porsche Clubs und der Porsche Schweiz AG ins Förderprogramm aufgenommenen Nachwuchsfahrer im Teilnehmerfeld.
Die Geschichte des Rennens über zwölf Runden jedoch schrieb José Teixeira: Der ältere Bruder des Siegers hatte sich im Qualifying den fünften Platz gesichert, startete aber von der achten Position ins Rennen, da er seinen rund 485 PS starken Cup-Rennwagen mit zwei neuen Reifen hatte ausrüsten lassen. Seine Aufholjagd führte ihn bis auf Rang vier. Dahinter folgte ein weiteres Bruderpaar: Ricardo Burkhard schlug Gregor Burkard um lediglich 0,75 Sekunden. Hinter ihnen kamen Sébastien Pidoux und Peter Hegglin ins Ziel.
Vor dem 100-Meilen-Langstreckenrennen liess auch Antonio Teixeira zwei neue Pneus aufziehen, weshalb er im klassenübergreifenden Teilnehmerfeld auf Startposition 13 versetzt wurde. Von dort aus arbeitete sich der Youngster zügig wieder nach vorne. Im 18. von 28 Umläufen übernahm er sogar die Führung und verteidigte sie bis kurz vor dem Fallen der schwarz-weiss karierten Flagge, kehrte aber nach einem Reifenschaden nicht aus der letzten Runde zurück und rutschte in der GT3 Cup-Wertung auf Platz 19 ab.
Als grosser Profiteur dieses Malheurs ging Dominik Fischli hervor, der Teixeira lange verfolgt hatte. Mit gut 19 Sekunden Rückstand fuhr Alexander Fach auf Rang zwei vor Ricardo Burkard und José Teixeira, der an Sebastien Pidoux vorbei schon bis ans Heck seines Vordermanns herangefahren war. Paul Kasper und Klaus Bachler, von der GT3 Cup-Poleposition gestartet, hatten die Klassenwertung in der ersten Rennhälfte angeführt. Für das Duo war der 160-Kilometer-Lauf in Runde 20 beendet.
„Der Sprint lief sehr gut für mich – auch wenn ich beim Start auf die falsche Ampel geschaut und dadurch zwei Positionen verloren habe“, so Antonio Teixeira. „Die konnte ich aber in der ersten Runde wieder aufholen und baute danach meine Führung aus. Auch beim Endurance-Rennen habe ich schnell Plätze gutgemacht, obwohl ich nur als 13. losgefahren bin. Nach dem Boxenstopp lag ich auf Platz zwei und setzte mich dann an die Spitze. Hinter mir machte Dominik Fischli auf frischen Pneus ordentlich Druck. Leider ist mir in der letzten Runde hinten links der Reifen geplatzt, damit konnte ich unmöglich weiterfahren.“
Porsche Sprint Challenge Suisse: GT4 Clubsport
Wie bereits in Hockenheim darf sich Francesco Fenici über ein weiteres blitzsauberes Wochenende freuen: Der Römer sicherte sich am Steuer seines Porsche 718 Cayman GT4 Clubsport im Qualifying mit 1,5 Sekunden Vorsprung die Poleposition, übernahm nach dem Start die Führung, drehte die schnellste Rennrunde und fuhr einen souveränen Sieg ein. In seinem Windschatten belegte Laurent Misbach ebenfalls unbedrängt Rang zwei. Auf die dritte Position hatte sich vorübergehend Paul Surand vorgeschoben. Der Vierte des Qualifyings musste im neunten Umlauf aber Emmanuel Bello wieder den Vortritt lassen. Bester im Cayman GT4-Vorgängermodell war Renzo Kressig, der das 12-Runden-Rennen als Fünfter beendete. Spannung kam im Kampf um Rang sieben auf, den am Ende Christian de Kant gegen Pierre Hirschi und Gregory Bronz gewann.
Deutlich mehr Arbeit hatte Francesco Finici im 100-Meilen-Rennen, dem Höhepunkt des Le-Castellet-Wochenendes. Der 30 Jahre alte Italiener erlebte von der Klassen-Poleposition aus einen mässigen Start und musste sich zunächst auf der vierten Position einreihen. Emmanuel Bello schnappte er sich bereits in Runde zwei, der Mittelmotor-Sportwagen von Paul und Corentin Surand folgte im siebten Umlauf, zwei Runden später war auch Laurent Misbach an der Reihe. Weil Bello vor dem letzten Rennviertel aufgeben musste und das Surand-Auto wegen Missachtens der Streckenbegrenzungen mit einer Strafminute belegt wurde, schob sich Thomas Herbst mit dem Vorgängermodell noch auf Rang drei vor.
„Das war ein langer Renntag, aber ich bin wirklich glücklich“, freute sich Francesco Finici. „Im Sprint hatte ich von Beginn an alles im Griff und konnte im vorletzten Umlauf auch noch die schnellste Rennrunde setzen. Der Endurance-Wettbewerb gestaltete sich schwieriger, ich bin beim Start im Überholverkehr steckengeblieben. Aber ich habe die verlorenen Positionen schnell wieder aufgeholt, nach dem Boxenstopp lag ich wieder vorn. Ein fantastisches Wochenende, der nächste Lauf in Imola kann kommen.“
Porsche Drivers Competition Suisse (PDC)
Eine Abweichung von gerade einmal 0,12 Sekunden gegenüber der eigenen Durchschnittszeit in neun von zehn Le-Castellet-Runden machten in der Porsche Drivers Competition den Unterschied zugunsten von Peter Gafner aus. Mit seinem Porsche 911 GT3 verwies der Titelträger von 2018 den 911 GT3 RS-Fahrer Fabio Resico auf Platz zwei, der sich bei dem Gleichmässigkeits-Wettbewerb insgesamt um nur 1,94 Sekunden von seiner eigenen Referenzzeit entfernte. Robert Schwaller, der PDC-Gewinner vom Saisonauftakt in Hockenheim, musste sich in Südfrankreich mit Rang fünf hinter dem Qualifyingschnellsten Simon Willner und Peter Meister begnügen.
„Trotz des in die Sommerferien verschobenen Termins können wir mit dem Starterfeld in Le Castellet zufrieden sein“, so Xavier Penalba vom Verband Schweizer Porsche Clubs. „Auch die Massnahmen zum Schutz gegen die Corona-Pandemie haben sich gut eingespielt. Grosse Freude bereiten uns die Junior-Fahrer, die auf der Strecke alles geben und fairen, tollen Motorsport bieten. Sie sind ein Ansporn für alle Teilnehmer.“