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Die Geburtenhäufigkeit entspricht dem Verhältnis zwischen der Zahl der Lebendgeburten und der Zahl der weiblichen Bevölkerung im gebärfähigen Alter (15–49 Jahren).
In der Querschnittsanalyse wird die Geburtenhäufigkeit einer Bevölkerung (die verschiedene Alter umfasst) zu einem gegebenen Zeitpunkt oder in einem kurzen Zeitabschnitt (i.d.R. einem Kalenderjahr) untersucht. Folgende Querschnittsindikatoren stehen zur Verfügung: zusammengefasste Geburtenziffer, Durchschnittsalter der verheirateten Mütter bei der Erstgeburt, Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt und rohe Geburtenziffer.
Häufig nur auf Frauen bezogen, entspricht die zusammengefasste Geburtenziffer (ZGZ) der durchschnittlichen Anzahl Kinder, die eine Frau im Verlauf ihres Lebens zur Welt bringen würde, wenn die altersspezifische Geburtenhäufigkeit eines bestimmten Kalenderjahres zukünftig konstant bleibt. Dieser Indikator kann aber auch für Männer berechnet werden. Die durchschnittliche Anzahl Kinder pro Mann ist niedriger als diejenige pro Frau. Da es in der Bevölkerung etwas mehr Männer als Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter gibt, ist ihre Fruchtbarkeit bezogen auf die Anzahl Geburten eines bestimmten Jahres geringer als diejenige der Frauen.
Man spricht von Ersatz der Elterngeneration, wenn die Anzahl der Mädchen in der Generation der Kinder gleich gross ist wie die Anzahl der Frauen in der Generation der Eltern. Angesichts des aktuellen Geschlechterverhältnisses bei der Geburt und der geringen Kindersterblichkeit wird der Ersatz der Elterngeneration in den Industrieländern garantiert, wenn jede Frau durchschnittlich 2,1 Kinder zur Welt bringt.
Das Ende des Babybooms leitete einen mehrjährigen markanten Rückgang der Anzahl Kinder pro Frau ein. 1964 lag die ZGZ noch bei 2,7 Kindern pro Frau und war damit fast doppelt so hoch wie heute. In der Wirtschaftskrise in den 1970er-Jahren ging die Geburtenhäufigkeit während zehn Jahren drastisch zurück und sank unter die Grenze des Generationenerhalts. Seit 2009 beläuft sich die ZGZ auf rund 1,5 Kinder pro Frau.
Seit 1971 zeigt die zusammengefasste Geburtenziffer teilweise grosse Unterschiede zwischen Schweizerinnen und Ausländerinnen. Im Durchschnitt bringen Ausländerinnen mehr Kinder zur Welt als Schweizerinnen.
Bei der Berechnung des Durchschnittsalters bei der Geburt wird die Rangfolge der Geburt (erstes, zweites Kind usw.) nicht berücksichtigt, was das hohe Durchschnittsalter erklärt. Das Durchschnittsalter der Mutter bei der Geburt ihres ersten Kindes ist daher von besonderem Interesse. Dieses bestimmt zu einem grossen Teil, wie viele weitere Kinder eine Frau zur Welt bringen wird. Mit den Informationen über das Alter der Mutter zum Zeitpunkt der Erstgeburt sowie über die Geburtenfolge lässt sich das Durchschnittsalter der Frauen zum Zeitpunkt der Erstgeburt in einem bestimmten Kalenderjahr ermitteln.
Wie das Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt steigt auch das Durchschnittsalter der Mütter bei der Erstgeburt. Längere Ausbildungszeiten, der spätere Eintritt ins Berufsleben, Veränderungen der Lebens- und Verhaltensweisen usw. können diesen Anstieg des Durchschnittsalters erklären.
Mit den Informationen über das Alter der Mutter zum Zeitpunkt der Geburt ihres Kindes lässt sich das Durchschnittsalter der Frauen, die in einem bestimmten Kalenderjahr ein Kind zur Welt gebracht haben, ermitteln. Bei der Berechnung dieses Indikators werden alle Geburten – unabhängig von ihrer Rangfolge – berücksichtigt.
Zwei unterschiedliche Entwicklungen tragen zur Erhöhung des Durchschnittsalters der Mütter bei der Geburt bei: Der Anteil der Frauen, die Kinder bekommen, geht bei den unter 30-Jährigen zurück, während er bei Frauen ab 35 Jahren zunimmt. Längere Ausbildungszeiten, der spätere Eintritt ins Berufsleben, Veränderungen der Lebens- und Verhaltensweisen usw. können diesen Anstieg des Durchschnittsalters erklären.
Mit den Informationen über das Alter des Vaters zum Zeitpunkt der Geburt seines Kindes lässt sich das Durchschnittsalter der Männer, die in einem bestimmten Kalenderjahr Vater geworden sind, ermitteln. Bei der Berechnung dieses Indikators werden alle Geburten – unabhängig von ihrer Rangfolge – berücksichtigt.
Die rohe Geburtenziffer bezieht die Lebendgeburten in einem bestimmten Kalenderjahr auf die mittlere ständige Wohnbevölkerung. Dieser Indikator wird als Anzahl Lebendgeburten pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner ausgedrückt.
In den letzten Jahren ist die rohe Geburtenziffer weitgehend stabil geblieben, bei rund 10 Lebendgeburten pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner.
In der Längsschnitt- bzw. Kohortenanalyse wird die Geburtenhäufigkeit eines Geburtsjahrgangs (Kohorte) über einen längeren Zeitraum (i.d.R. bis zum Ende des gebärfähigen Alters, d.h. bis zum 50. Lebensjahr) hinweg untersucht. Folgende Längsschnittindikatoren stehen zur Verfügung: endgültige Nachkommenschaft und Durchschnittsalter der verheirateten Mütter bei der Erstgeburt nach Geburtsjahrgang.
Die endgültige Nachkommenschaft (endgültige Kinderzahl) bezeichnet die durchschnittliche Anzahl Kinder, die von Frauen eines bestimmten Geburtsjahrgangs bis zum Ende deren gebärfähigen Alters (d.h. bis zum 50. Lebensjahr) geboren wurden. Sie entspricht der Summe der Geburtenziffern nach Geburtsjahrgang.
Anhand des Alters und des Zivilstands der Mutter zum Zeitpunkt der Geburt einerseits und der Geburtenfolge andererseits lässt sich das Durchschnittsalter der Frauen eines bestimmten Geburtsjahrgangs bei der Erstgeburt ermitteln. Damit kann gezeigt werden, ob Frauen bestimmter Geburtsjahrgänge, wie beispielsweise jene, die für die Babybooms verantwortlich waren, früher Kinder hatten als Frauen anderer Geburtsjahrgänge.
Die Strukturindikatoren zur Geburtenhäufigkeit zeigen bestimmte Verhältnisse nach Geschlecht und Zivilstand der Mutter, beispielsweise das Geschlechterverhältnis bei der Geburt oder den Anteil der nicht ehelichen Lebendgeburten.
Das Geschlechterverhältnis bei Geburt bezieht die in einem bestimmten Kalenderjahr geborenen Knaben auf die im gleichen Kalenderjahr geborenen Mädchen. Dieses Verhältnis wird als Anzahl der Knabengeburten pro 100 Mädchengeburten ausgedrückt. Liegt dieser Wert unter 100, werden mehr Mädchen als Knaben geboren, beläuft sich der Wert auf über 100, kommen mehr Knaben als Mädchen zur Welt.
Seit mehr als einem Jahrhundert werden in der Schweiz mehr Knaben als Mädchen geboren. 1898 wurde mit 103 Knaben pro 100 Mädchen der niedrigste Wert und 1972 mit 107 der höchste Wert verzeichnet. Das Geschlechterverhältnis schlägt bei den jungen Erwachsenen (25–30 Jahre) und bei den Personen im Rentenalter ins Gegenteil um, dann sind Frauen in der Überzahl.
Dieser Indikator bezieht die nicht ehelichen Lebendgeburten auf das Total aller Lebendgeburten in einem bestimmten Kalenderjahr.
Die Mehrheit der Kinder wird innerhalb einer Ehe geboren, auch wenn sich die Zahl der nicht ehelichen Geburten seit 1970 mehr als verfünffacht hat. Dabei zeigt sich, dass es sich bei den nicht ehelichen Geburten in der Regel um Kinder von ledigen Frauen handelt, die grösstenteils in einer Konsensualpartnerschaft leben.