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Dominique Aegerter - Domi#77
Bevor ich in den Strassenrennsport wechselte, war ich von klein auf, schon bald mit nationalem Erfolg, in der Schweizer Motocross-Szene aktiv. Zuerst in den Kinderklassen, dann in der Junioren-Kategorie. 2003 wechselte ich auf die Strasse, wurde Siebter im deutschen ADAC Junior Cup, worauf ich in die IDM (Internationale Deutsche Meisterschaft) der 125er-Klasse aufstieg, wo ich bis 2006 Strassenrennen fuhr.
Dank Olivier Métraux, der mich entdeckt und wesentlich gefördert hatte, be-kam ich schon 2007 die Möglichkeit, eine erste komplette Saison in der 125er-Weltmeisterschaft, im damaligen «Multimedia Racing-Team», zu bestreiten. 2008 wechselte ich ins «Ajo Motorsport Team» und wurde 16. In der 125er-WM. Im selben Team, umbenannt auf «Ajo Interwetten Team», bestritt ich die Sai-son 2009 und steigerte mich auf den 13. WM-Schlussrang.
2010 stieg ich schliesslich in die damals neu geschaffene Moto2-Klasse auf, mit Motorräder, ausgestattet mit Honda Einheitsmotoren. Eine Klasse, welche die seinerzeitige 250er WM ersetzte. Faktisch unter der Aegide von Olivier Métraux fuhr ich in der Folge unter verschiedenen Teamnamen stets im gleichen Team, in der letzten Saison 2016 unter dem Namen „CareXpert-Interwetten“. Mit jenem Team waren vor allem die Saisons 2013 und 2014 von Konstanz und guten Leistungen geprägt. Regelmässige Top-Ten-Plätze erfreuten das Team und mich. Ich beendete die WM zwei Mal im 5. Rang. Speziell erfolgreich war meine Saison 2014 mit 4 Podestplätzen. Ein Highlight, welches es möglichst bald zu wiederholen gilt, war mein erster und bisher einziger Sieg am GP von Deutschland am Sachsenring.
Unzufrieden war ich mit meinen beiden letzten Saisons 2015 und 2016. Wenn es nicht läuft, kommt bekanntlich meistens Pech dazu. In der Saison 2015 erlitt ich im Rennen in Aragon (E), nach einer unverschuldeten Kollision, schwere Rücken- und Handverletzungen, was mich bis kurz vor Saisonschluss in Valen-cia zu einer längeren Rennpause zwang. Gott sei Dank wurde ich von Ärzten, Therapeuten, Familie, Manager und Freunden rund um sehr gut betreut. In der letzten Saison 2016 verletzte ich mich im Sommer beim Motocrosstraining unglücklich an der Schulter, worauf ich zwei Rennen nicht und danach nur handicaptet an den Start gehen konnte. Mit der Bekanntgabe meines Ent-scheides das Team auf die Saison 2017 zu wechseln, hat mich die Teamlei-tung last but not least aus sportlich und juristisch unhaltbaren Gründen, für den Rest der Saison, das heisst vier Rennen, frei gestellt bzw. faktisch gesperrt. Angesichts der nur zu zwei Drittel bestrittenen Rennen darf sich der 12. WM-Schlussrang 2016 jedoch trotz allem noch sehen lassen.
Die erwähnte Rennpause ermöglichte mir unter anderem die früher mehrfach verschobene Spitzensport Rekrutenschule in Magglingen nachzuholen. Ich erfuhr dadurch eine körperlich perfekte Vorbereitung. Ich lernte menschlich viel dazu. Vor allem das Trainieren und Wirken mit coolen Leistungsportlern aus anderen Sportarten war eine sehr wertvolle Erfahrung.
Nach der beschriebenen, fast sechs monatigen Zwangspause war es ein su-per Erlebnis, am ersten diesjährigen Rennen in Katar (Doha) wieder den ersten GP der Saison bestreiten zu können und gleich erste Punkte einzufahren.
Die Erfahrungen der letzten zwei Jahre haben mich gelehrt, positiv in die Zu-kunft zu schauen. Ein Teamwechsel drängte sich sportlich, menschlich und technisch auf. Mein Manager und ich beschlossen das Team zu wechseln. Wir unterschrieben auf die Saison 2017 beim Deutschen KIEFER RACING TEAM, un-ter der Leitung der Gebrüder Stefan und Jochen Kiefer. Damit wurde auch mein angestrebter Wechsel, zurück auf ein SUTER-Chassis, ermöglicht.
Von Beginn weg wurde ich vom neuen Team und von SUTER RACING „warm“ empfangen. Die Zusammenarbeit mit den Chefs und Technikern ist offen, fair, sehr professionell, jedoch trotzdem kameradschaftlich-ungezwungen. Ich füh-le, dass die Teamchefs und das ganze Team wieder an mich glauben. Dank der engen Zusammenarbeit des Teams mit SUTER RACING, einem Schweizer Hersteller aus Turbenthal, mit weitgehend Schweizer Technikern, sprechen wir im Team vor allem Deutsch, was die gegenseitige Kommunikation nicht nur erleichtert, sondern im technischen Bereich klarer bzw. präziser macht. Was die auch im Spitzensport nötige Auflockerung betrifft, wird mein Schweize-risch-Berner Humor (richtig) verstanden☺. Es liegt nun an mir, natürlich ver-bunden mit dem nötigen Rennglück und unter hoffentlich körperlich stets ge-sunden Vorzeichen, wieder regelmässig in die Top 5 zu fahren und möglichst Podestplätze zu erreichen. „I go for it and give Fullgas“!“
Euer Domi#77