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Johann Josef Blattmann: In Ketten gelegt
Als er von seinem Tun nicht abliess, wurde er 1842 mit der Tafel "höchst gefährlicher Dieb" an den Pranger gestellt, mit Kreuzstreichen gezüchtigt und vorerst für zwanzig Jahre, nach einer Flucht und neuen Diebstählen gar lebenslänglich an die Kette gelegt.
Da der Kanton über kein Gefängnis verfügte, übernahm der Oberägerer Gemeinderat den Strafvollzug. Er vereinbarte mit Blattmanns Brüdern, dass einer von ihnen, Christian, den Sträfling übernehmen und ihn in seinem Haus in eine Kammer sperren solle. Die Gemeinde bezahlte die Fenstergitter, eine neue Türe und ein Kostgeld. Christian hatte seinen Bruder mit Kost, Bett und Kleidung zu versorgen, ihn reinlich zu halten und ihn mit Seidenkämmen zu beschäftigen. Die übrigen Brüder lieferten Holz und Kartoffeln.
1846 versteigerte der Gemeinderat den Sträfling an den Musikanten Karl Josef Nussbaumer, der das günstigste Angebot gemacht hatte. Das weitere Schicksal Blattmanns ist wechselvoll: Flucht, Verhaftung und Ankettung, Begnadigungsgesuch, erneute Verurteilung zu lebenslänglicher Ankettung wegen fortgesetzter Delinquenz, schliesslich 1854 Abschiebung oder Flucht nach Amerika.