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«Wir sind nach wie vor enttäuscht, dass die Kernenergie weiterhin als eine Übergangstechnologie behandelt wird. Wir sind der festen Überzeugung, dass die Kernenergie zu den Klimaschutzzielen beiträgt und nicht mehr Schaden anrichtet als jede andere Energieerzeugungstechnologie, die bereits als taxonomie-konform gilt. Dies wurde von den Experten der Gemeinsamen Forschungsstelle der Kommission bestätigt», so Yves Desbazeille, Generaldirektor von Foratom. Man hoffe jedoch, dass dies bei den Plänen zur Integration der Technologien der vierten Generation korrigiert werde, insbesondere vor dem Hintergrund der Aussage von Kommissarin Mairead McGuinness, dass die Kernenergie nach den Prognosen der Kommission auch über das Jahr 2050 hinaus Teil des Energiemix der EU bleiben werde.
Nach dem angenommenen Vorschlag kann die Kernenergie als taxonomie-konform angesehen werden, wenn sie mehrere strenge Bedingungen erfüllt, darunter die folgenden:
- Der Mitgliedstaat, in dem das Projekt angesiedelt ist, muss über betriebsbereite Endlager für sehr schwach, schwach und mittelradioaktive Abfälle verfügen.
- Der Mitgliedstaat, in dem das Projekt angesiedelt ist, muss über Pläne für ein betriebsbereites Endlager für hochaktive Abfälle verfügen.
- Ab 2025 müssen bestehende und neue Projekte unfalltolerante Brennstoffe verwenden, die von der nationalen Aufsichtsbehörde zertifiziert und genehmigt wurden.
«Diese Kriterien werden sich als sehr schwierig erweisen, auch wenn wir respektieren, dass das Ziel darin besteht, kontinuierliche Verbesserungen anzustreben», so Yves Desbazeille. So seien beispielsweise unfalltolerante Brennstoffe noch in der Testphase und werden daher bis 2025 nicht kommerziell verfügbar (und auch nicht zertifiziert und zugelassen) sein, so dass es für Projekte unmöglich sei, diese Kriterien zu erfüllen.
Wie Kommissarin McGuiness bei der Veröffentlichung bestätigte, werden ausserdem der normale Betrieb und die Wartung bestehender Anlagen nicht in die Taxonomie aufgenommen, sondern nur die Investitionsausgaben für die Verlängerung der Lebensdauer der bestehenden Kraftwerke.
Foratom werde auch in Zukunft mit der Europäischen Kommission zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass künftige Überprüfungen der technischen Screening-Kriterien mit dem wissenschaftlich fundierten technischen Fortschritt der Industrie in Einklang stehen.
Quelle
S.D. nach Foratom, Medienmitteilung, 2. Februar 2022