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Verdauung ist ein Wort, welches uns ziemlich oft begegnet. “Ich habe eine gute/schlechte Verdauung”, oder aber auch “das muss ich erst verdauen”. Was aber steckt genau dahinter?
Meist fallen uns Verdauungsprobleme eher auf, als eine reibungslose Verdauung. Bei Verstopfungen werden oft Abführmittel genommen, damit wieder alles wie gewünscht läuft. Bei einer guten Verdauung sind wir vielleicht dankbar.
Doch hast du dich schon mal wirklich mit der Verdauung auseinandergesetzt? So richtig? Ich möchte dir an einem Beispiel ganz einfach erklären, was es mit der Verdauung auf sich hat.
Verdauung einer Banane
Stell dir vor, du isst eine Banane. Langsam zerkaust du sie, Stück für Stück. Es bildet sich automatisch mehr Speichel im Mund. Dieser vermischt sich mit der Banane und schon beginnt der Verdauungsprozess. Denn im Speichel enthält es Enzyme, die zur Verdauung benötigt werden.
Der Speichel dient aber auch dazu, dass die zerkaute Nahrung besser durch die Speiseröhre rutscht. Er ist also auch eine Art Schutz. In ca. 10 Sekunden rutscht die zerkaute Nahrung vom Mund in den Magen hinunter.
Vom Magen bis zum Dickdarm
Im Magen kommt die Banane mit Salzsäure (antibakterielle Wirkung) in Kontakt und wird mit dem Magensaft vermischt. Verdauungsenzyme werden aktiviert und gleichzeitig beginnt die Verdauung der Proteine und Fette. Die Kohlenhydrate werden noch nicht im Magen aufgespaltet.
Die Banane wird also weiter zerkleinert und nach dem der Magen seine Arbeit erledigt hat, gelangt der Bananenbrei weiter durch den Dünndarm und in den Dickdarm.
Im Dünndarm geht der ganze Aufschlussprozess weiter. Die Gallenblase gibt Gallensäure dazu für die Fettverdauung. Ein Teil der Bauchspeicheldrüse produziert Verdauungssekrete und fügt dem ganzen Prozess weitere Enzyme hinzu für die Protein-, Fett- und Kohlenhydrat-Aufspaltung.
Spannend ist, dass hier auch ein Bikarbonat dazukommt, welches den bis dahin ziemlich angesäuerten Nahrungsbrei wieder auf einen neutralen/basischen pH-Wert bringt. Dieser wurde ja durch die Salzsäure und den Magensaft sehr sauer.
Nach all diesen Schritten werden die einzelnen Bestandteile, nach der Aufspaltung, entsprechend über die Darmwand in den Organismus gegeben. Die Bestandteile werden über den Blutkreislauf bis zu den einzelnen Zellen transportiert und da von den Zellen aufgenommen.
Im Blut findet dann der ganze Stoffwechsel statt, ein anderer spannender Prozess, über den ich dir in einem anderen Beitrag mehr erzählen werde.
Haben alle Abteilungen ihre Arbeit mit dem Bananenbrei gemacht, ist das, was von der Banane noch übrig bleibt, fast bereit zum ausscheiden. Im Dickdarm wird dem verarbeiteten Nahrungsbrei das übrig gebliebene Wasser und Elektrolyten entzogen.
Dauer der Verdauung
Im Schnitt dauert die Verdauung einer ausgewogenen Mahlzeit 24 Stunden. Die zeitliche Aufteilung in den verschiedenen Bereichen kann für feste Nahrung wie folgt aussehen:
- 1 bis 4 Stunden im Magen; sehr fettreiche Speisen bis zu 6 Stunden
- 6 Stunden im Dünndarm
- 6 bis 7 Stunden im Dickdarm
- 6 bis 7 Stunden im Mastdarm
Obst läuft am schnellsten durch den ganzen Verdauungstrakt. Eine Wassermelone benötigt zum Beispiel auf Grund des hohen Wasseranteils nur ca. 30 Minuten. Je schneller die Verdauung geschieht, desto weniger Energie wird für die Arbeit benötigt.
Spannend oder, was so passiert, wenn du eine Banane isst. Vielleicht magst du bei der nächsten Mahlzeit dich mal ganz bewusst auf die einzelnen Schritte konzentrieren.
Achtsam essen
Durch achtsames essen, ausreichendes und bewusstes Kauen, erhältst du ein ganz anderes Erlebnis und kannst das Essen noch mehr geniessen. Hast du das schon mal probiert?
Die Verdauung und die Psyche
Spannend ist auch das Sprichwort, “das muss ich zu erst verdauen”. Denn bei Erlebnissen oder Erfahrungen geht es uns vielfach genau so.
Oft schlägt es uns sogar auf den Magen. Wir mögen nicht essen oder müssen erst recht essen um uns besser zu fühlen. Die Verdauung und der Darm sind sehr sensibel und geben uns oft Zeichen, die wir manchmal besser, manchmal weniger gut verstehen.
Zeichen zu ignorieren kann sogar zu Schmerzen und Problemen führen. Wie immer, auch hier sind Körper und Geist miteinander verbunden 🙂
Fragen?
Schreib deine Fragen in die Kommentare, ich antworte dir sehr gerne!