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In den ersten fünf Tagen dieser Berichtswoche waren die Tourenverhältnisse sehr günstig, da das Bergwetter und die Lawinensituation weitgehend stabil waren. Am Ende führten Starkschneefälle aus Süden und starker Wind zu einem markanten Anstieg der Lawinengefahr und gebietsweise grosser Lawinengefahr und Lawinenaktivität.
Bei steigenden Temperaturen war es von Freitag bis Montag nach klaren Nächten in den Bergen jeweils sehr sonnig und mit meist schwachem bis mässigem Südwind frühlingshaft mild (Nullgradgrenze bei 2500 bis 2800 m). Am Dienstag war es nach klarer Nacht im Jura und in den Voralpen noch recht sonnig während es in den übrigen Schweizer Alpen zeitweise dichter bewölkt und nur noch teils sonnig war. Am Nachmittag setzte im Süden oberhalb von rund 1800 m schwacher Schneefall ein.
An steilen, windgeschützten Nordhängen lag teils noch Pulverschnee (Abbildung 1). In Kammlagen und im Hochgebirge bildeten sich mit dem Südwind lokal kleine Triebschneeansammlungen. Sonst war die Schneedecke verbreitet günstig und stabil. Die Gefahr für trockene Lawinen war überall gering (Stufe 1).
Die Gefahr für Nass- und Gleitschneelawinen stieg jeweils im Tagesverlauf an, verbreitet auf Stufe 2. An sehr steilen Hängen sulzte die Schneeoberfläche auf, jeweils zunächst am Vormittag an den Ost- und Südhängen, dann im weiteren Tagesverlauf auch an Westhängen. Es gingen einige, meist kleine bis mittlere Nass- und Gleitschneelawinen nieder. Sehr vereinzelt wurden grosse Gleitschneelawinen beobachtet (Abbildung 2).
Am Mittwoch war es im Süden, im Jura, im Oberwallis und im Engadin meist bewölkt. Weiter nördlich war es mit mässigem Südföhn zeitweise sonnig. Vor allem am Oberwalliser Alpenhauptkamm und im nördlichen und mittleren Tessin fiel Niederschlag. Die Schneefallgrenze lag zunächst bei 1600 bis 2000 m. Am Mittwochabend intensivierten sich die Stauniederschläge im Süden und in der Nacht auf Donnerstag griffen sie auch auf die nördlichen Gebiete über. Die Schneefallgrenze sank im Norden bis in tiefe Lagen, im Süden und im Osten lag sie bei 1200 bis 1500 m. Insgesamt fielen vom Dienstag- bis Donnerstagnachmittag im Süden, im Gotthardgebiet und in der Zentralschweiz 70 bis 100 cm, gebietsweise bis 150 cm Schnee oberhalb von rund 2000 m (Abbildung 3).
Besonders in der Nacht auf Donnerstag waren die Schneefälle sehr intensiv und ergiebig. Es wurden aber keine 24h-Neuschneerekorde erreicht. Auf dem Messfeld auf der Göscheneralp (UR, 1550 m) wurden am Donnerstagmorgen 90 cm Neuschnee gemessen. Das entspricht dem 4. Rang der 24h-Neuschneemenge seit Messbeginn dieser Station im Jahr 1988 (jeweils 110 cm wurden am 01.04.1992 und am 16.04.1999 und 100 cm am 30.10.2008 gemessen).
Starker bis stürmischer Südwind verfrachtete den Neuschnee in den Hauptniederschlagsgebieten intensiv. Ausser an Nordhängen fielen der Neu- und Triebschnee auf eine meist günstige Schneeoberfläche und Altschneedecke. An Nordhängen war die Schneeoberfläche stellenweise kantig aufgebaut und locker und zudem waren tiefer in der Schneedecke stellenweise kantig aufgebaute, weiche Schichten eingelagert.
Die Lawinengefahr stieg ab Mittwoch an, in der Nacht auf Donnerstag auf die Stufe gross (Stufe 4), dies am Alpenhauptkamm vom Oberwallis bis ins Berninagebiet sowie südlich davon und in den nördlich angrenzenden Gebieten. Aus dem Aletsch- und Gotthardgebiet wurden spontane Lawinen gemeldet, die bereits in der Nacht auf Donnerstag niedergingen. Am Donnerstagmorgen wurden weitere, teils sehr grosse Lawinenabgänge aus dem Reusstal und aus den östlichen Berner Alpen gemeldet. Die Lawinenmeldungen waren bis zum Redaktionsschluss dieses Berichtes aber noch unvollständig.
Vor den Niederschlägen vom Mittwoch, 03.04. und Donnerstag, 04.04. lagen die Schneegrenzen an Nordhängen in den nördlichen Schweizer Alpen sowie im Jura bei 1000 bis 1400 m, in den südlichen Schweizer Alpen bei 1600 bis 1800 m. An Südhängen lagen die Schneegrenzen rund 500 m höher (Abbildung 4). Die Durchfeuchtung der Altschneedecke war an steilen Südhängen bis auf rund 3000 m, an Ost- und Westhängen bis auf rund 2300 m fortgeschritten. An Nordhängen war die Altschneedecke noch meist trocken. In Abbildung 5 sind die Schneehöhen auf 2000 m am Donnerstagmorgen, 04.04. dargestellt. Sie lagen besonders in den zentralen und östlichen Gebieten der Schweizer Alpen deutlich über dem Durchschnitt.
In dieser Berichtswoche ereignete sich im Raum Surenenpass/Eggenmandli (Erstfeld, UR) ein Lawinenunfall mit Personenbeteiligung. Dabei wurde eine Person leicht verletzt. Der genaue Ort der Lawinenauslösung ist dem SLF nicht bekannt.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.