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Islands Regierung hat nach eigenen Angaben Kontakt mit dem US-Informanten Edward Snowden wegen eines möglichen Asylantrags. Ein Vertreter Snowdens habe "einige informelle Gespräche" mit Mitarbeitern mehrerer Ministerien geführt.
Dies sagte Islands Regierungschef Sigmundur David Gunnlaugsson am Mittwoch während eines Besuchs in Stockholm. Förmliche Gespräche habe es noch nicht gegeben. Um Asyl in Island zu beantragen, müsse Snowden allerdings im Land sein, betonte der Ministerpräsident.
Der Computerexperte hatte Ende Mai den Medien Informationen zu dem geheimen US-Programm Prism zur Überwachung des Internets und des Telefonverkehrs zugespielt. Die Enthüllungen über das weitreichende Spähprogramm des US-Geheimdienstes NSA lösten weltweit Empörung aus.
Derzeit hält sich Snowden an einem unbekannten Ort in Hongkong auf. Bisher hat Washington darauf verzichtet, seine Auslieferung zu beantragen. Der 29-Jährige nannte Island wegen seines Eintretens für die Freiheit des Internets als möglichen Asylort.
Nach Angaben der isländischen Innenministerin Hanna Kristjansdottir wandte sich der Sprecher der Enthüllungsplattform Wikileaks wegen des Asylantrags an die Regierung. Daraufhin sei die Frage bei einem Treffen mit einem Vertreter des Innenministeriums diskutiert worden.
Kristjansdottir betonte jedoch, die Regierung sei nicht gebunden an ein Votum des Parlaments von 2010, wonach das Land zu einem Zufluchtsort für Whistleblower werden sollte.
SDA-ATS