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Die Ethos Stiftung veröffentlicht die 18. Ausgabe ihrer Richtlinien zur Ausübung der Stimmrechte und Grundsätze zur Corporate Governance. Die Ausgabe 2019 unterstreicht insbesondere die Erwartungen von Ethos bezüglich der Veröffentlichung von extra-finanziellen Informationen im Rahmen der Verabschiedung des Geschäftsberichts.
Ethos veröffentlicht ein Dialog-Dokument (Engagement Paper) für börsenkotierte Unternehmen, welches ihre fünf Erwartungen bezüglich Steuerverantwortung zusammenfasst. Nach den jüngsten Fällen aggressiver Steueroptimierungspraktiken bestimmter Unternehmen, erachten institutionelle Investoren diese Praktiken als grosse finanzielle und Reputationsrisiken für Unternehmen und ihre Aktionäre.
Seit Inkrafttreten der Verordnung gegen übermässige Vergütungen (Minder-Initiative) sind die verschiedenen Abstimmungen über die Vergütungen der Führungsinstanzen die am stärksten umstrittenen Anträge bei den Aktionären. Dies schlägt sich in einer Stabilisierung der Vergütungen in sämtlichen SPI-Unternehmen und einem leichten Rückgang bei den grössten börsenkotierten Unternehmen nieder.
Die Versammlung der Mitstifter der Ethos Stiftung und die Generalversammlung des Unternehmens Ethos Services am 14. Juni 2018 in Freiburg setzen einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte von Ethos: Dr. Dominique Biedermann, der letzte Vertreter der Gründungsmitglieder, tritt nach 21 Jahren des ununterbrochenen Engagements für die Entwicklung von Ethos nicht mehr zur Wiederwahl als Präsident an. Die Räte schlagen die Ernennung von Dr. Rudolf Rechsteiner zum Präsidenten der Ethos Stiftung und die Wahl von Beth Krasna als Präsidentin von Ethos Services vor. Die Räte sind überzeugt, dass diese beiden Persönlichkeiten einen grossen Beitrag zur weiteren Positionierung von Ethos als einem herausragenden Akteur auf dem Gebiet der nachhaltigen Anlagen leisten werden.
Ethos nimmt mit grosser Genugtuung zur Kenntnis, dass zwischen dem Sika-Verwaltungsrat, der Familie Burkard und Saint-Gobain eine gütliche Einigung erzielt wurde, welche im Interesse aller Beteiligten liegt und die Unabhängigkeit des Unternehmens gewährleistet. Als nebenintervenierende Partei im Rechtsstreit an der Seite der nicht mit der Familie Burkard verbundenen Verwaltungsratsmitglieder hat die Ethos Stiftung die Bemühungen um den Erhalt der Unabhängigkeit von Sika stets unterstützt. Die Stiftung begrüsst die Entscheidung des Verwaltungsrats, für den 11. Juni 2018 eine ausserordentliche Generalversammlung einzuberufen, um die Gleichbehandlung der Aktionäre wiederherzustellen.
In einer Stellungnahme an der heutigen Generalversammlung von LafargeHolcim fordert Ethos-Direktor Vincent Kaufmann den Verwaltungsrat auf, zusätzliche Massnahmen zur Verbesserung der Corporate Governance sowie der Umwelt- und Sozialverantwortung zu ergreifen. Drei Jahre nach der Fusion zwischen Lafarge und Holcim lässt die versprochene zusätzliche Wertschöpfung noch immer auf sich warten.
Credit Suisse: Ethos erwartet Verbesserungen bei Corporate Governance und Umwelt- und Sozialverantwortung
In einer Stellungnahme von Direktor Vincent Kaufmann an der heutigen Credit Suisse-Generalversammlung empfiehlt Ethos den Aktionärinnen und Aktionären, die verschiedenen Vorschläge des Verwaltungsrats in Bezug auf die Vergütungen der Führungsinstanzen abzulehnen und gegen die Wiederwahl des Verwaltungsratspräsidenten zu stimmen. Zudem verlangt Ethos, dass die Bank ihre Umwelt- und Sozialverantwortung verbessert.
Am 27. Januar 2017 lancierte die Ethos Stiftung mit dem Ethos Swiss Corporate Governance Index (ESCGI) den ersten Börsenindex, der die Corporate Governance der Schweizer Unternehmen berücksichtigt. Bei Abschluss dieses ersten Jahres liegt seine Performance leicht über derjenigen des SPI. Das beweist, dass Nachhaltigkeitskriterien sich durchaus mit den Ertragsanforderungen der Anleger vereinbaren lassen. Heute wird dieser Index bei Investitionen in Schweizer Aktien für Vermögenswerte von 581 Millionen CHF hauptsächlich im Besitz von Pensionskassen angewandt.
Seit mehreren Jahren zeigen sich die Mitbegründer von Ethos entschlossen, ihre Funktionen im Rahmen eines geordneten, progressiven und auf Kontinuität bedachten Nachfolgeprozesses an die nächste Generation weiterzugeben. Die erste Etappe fand 2015 mit dem Ausscheiden des damaligen Präsidenten Kaspar Müller und der Aufgabe der operativen Tätigkeiten durch Dr. Dominique Biedermann statt, der vom Direktor in das Amt des Präsidenten des Ethos-Stiftungsrats und des Verwaltungsrats von Ethos Services wechselte. Der nächste Schritt besteht nun darin, auch die Präsidentschaft von Ethos und Ethos Services an neue Personen weiterzugeben. Dr. Dominique Biedermann betont: «Die Ergebnisse, die seit der Gründung von Ethos erzielt wurden, sind bemerkenswert. Mit mehr als 220 Mitgliedsinstitutionen ist die Ethos Stiftung zu einem wichtigen Akteur im Bereich der nachhaltigen Anlagen geworden. Wir sind jetzt bereit, die Präsidentschaft an die nächste Generation zu übergeben.»
Letzte Woche entschieden sich Françoise Bruderer und Monika Roth aus dem Ethos-Stiftungsrat, bzw. dem Verwaltungsrat von Ethos Services, zurückzutreten. Sie haben sich in den letzten Tagen vehement in den Medien geäussert und Kritik an der Corporate Governance von Ethos geübt.