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Grundlagen
Nachdem der September 2023 der wärmste September seit Messbeginn 1864 war, folgte der Oktober 2023 als zweitwärmster seit Messbeginn. Er lag im Schweizer Mittel um 3,1 Grad über der Norm 1991-2020. Nur der Oktober des Vorjahres war noch wärmer. Die erste Oktoberhälfte brachte hohe Temperaturen und sonniges Wetter. In der zweiten Monatshälfte war das Wetter wechselhaft und regnerisch. Grössere Niederschläge gab es v.a. in der Süd- und Westschweiz. In der Nordwestschweiz, dem zentralen und östlichen Mittelland sowie im östlichen Teil des Wallis fielen unterdurchschnittliche Regenmengen. Das Hageljahr 2023 führte bis Ende September trotz vielen Hageltagen im Vergleich zu früheren Jahren zu wenig Schadenmeldungen. Das letzte Jahr mit noch weniger Schadenmeldungen war 2020.
Pflanzenbau
2023 war eine ähnliche Menge an inländischem Kartoffel-Pflanzgut verfügbar wie im Vorjahr. Bemerkenswert ist der Anstieg des Bio-Anteils um 25 % (Tabelle 2.1). Die ersten Lieferungen von Zuckerrüben weisen zwar leicht höhere Zuckergehalte als im Vorjahr auf. Dennoch sind die Zuckergehalte im Mehrjahresvergleich v.a. in der Westschweiz tief (Tabelle 2.2). Die Gemüseproduktion erreichte auch im September das Vorjahresniveau nicht (Tabelle 2.3). Die Produktion liegt 10 % unter dem Niveau des Vorjahres. Gemäss den verfügbaren Angaben fällt die Mostobsternte 2023 klein aus (Tabelle 2.5). Bis am 29. Oktober wurden nur 32 936 Tonnen geliefert.
Milchwirtschaft
Die Milchproduktion nahm im August zum vierten Mal in Folge gegenüber dem Vorjahr leicht ab, dieses Mal um 2,4 % (Tabelle 3.1). Die 12-Monats-Menge lag um 0,4 % tiefer als im Vorjahr. Die zu Käse verwertete Milchmenge ging auch im August weiter zurück (Tabelle 3.2). Dafür nahmen die zur Produktion von Butter und Dauermilchwaren verwendeten Mengen weiter zu. Bei der Konsummilch wies die pasteurisierte Milch in den letzten Monaten eine leicht negative Entwicklung auf, während sich die Menge der UHT-Produkte auf leicht höherem Niveau als im Vorjahr stabilisiert hat (Tabelle 3.3). Der Rückgang der Käseproduktion betrifft v.a. den Hart- und den Halbhartkäse. Leichte Zunahmen verzeichnet die Produktion von Frischkäse, sowohl im August (+1,3 %) wie auch kumuliert (+4,6 %). Der Gehalt an Fett und Eiweiss der Milch lag 2023 bisher insgesamt höher als im Vorjahr, was einen gewissen Ausgleich zur rückläufigen Produktionsmenge schafft (Tabelle 3.7).
Viehwirtschaft
Der Milchkuhbestand geht weiterhin deutlich zurück. Innert Jahresfrist hat der Bestand um 9585 Milchkühe abgenommen. Dafür hat sich die Zunahme des Bestandes der anderen Kühe in den letzten Monaten leicht beschleunigt (Tabelle 4.1). Im September 2023 wurde generell weniger inländisches Gross- und Kleinvieh geschlachtet als im Vorjahr (Tabelle 4.5). Nur die Zahl der Ochsen (+1,9%) nahm leicht zu. Besonders stark war die Abnahme bei den Schweinen (-12,3 %) und den Schafen (-13,0 %). Die Schlachtgewichte lagen beim Rindvieh - mit Ausnahme der Stiere - leicht höher, bei den Schweinen (-2,5 %) und den Schafen (-2,2 %) tiefer (Tabelle 4.4). Bei den Schweinen lag das Schlachtgewicht im September 2023 tiefer als in den drei Vorjahren. Die Inlandproduktion von Rindfleisch ging entsprechend um 3,2 % zurück und jene von Kalbfleisch um 6,0 % (Tabelle 4.7). Beim Schweinefleisch betrug der Produktionsrückgang gegenüber dem Vorjahr sogar 14,3 % und beim Schaffleisch 14,8 %. Die Inlandproduktion von Geflügelfleisch ging im September um 9,6 % zurück. Kumuliert betrug die Abnahme 2,0 %. Mit einer Abnahme von 2,3 % im September war auch die Eierproduktion weiter rückläufig. Kumuliert ergibt sich eine Abnahme um 5,4 %. Demgegenüber haben die Importe von Schaleneiern kumuliert um 23,3 % zugenommen.
Aussenhandel
Die Importe von Frischgemüse haben im September leicht zugenommen (Tabelle 5.2). Auch kumuliert lagen sie höher als im Vorjahr, was aufgrund der etwas tieferen Inlandproduktion nicht erstaunen kann.
Deutlich angestiegen sind die Importe von Früchten und Nüssen, im September um 7,3 % gegenüber dem Vorjahr. Die insgesamt schwache Inlandernte dürfte zumindest einer der Gründe sein. Der negative Trend bei den Käseexporten setzte sich mit einem Rückgang um 3,8 % im September fort (Tabelle 5.6). Die Abnahme betraf vor allem auch AOP-Käsesorten (Tabelle 5.8). Die Importe von Produktionsmitteln haben mit Ausnahme des Düngers und kumuliert betrachtet des Saatgutes mengenmässig eine eher rückläufige Tendenz (Tabelle 5.15). Beim Dünger ist die Zunahme der Importe auf die gesunkenen Preise zurückzuführen. Wertmässig sind auch die Importe von Maschinen nominal leicht angestiegen. Real, d.h. teuerungsbereinigt, dürfte sich aber wenig bewegt haben.
Preise
Die Preise für Stiere, Ochsen und Rinder sind im Oktober weiter angestiegen, haben das Niveau der beiden Vorjahre aber noch nicht erreicht (Tabelle 6.3). Die Preise für Verarbeitungstiere VK und RV sind weiter zurückgegangen und lagen deutlich unter dem Vorjahresniveau. Die Preise für Schlachtkälber sind markant angestiegen, lagen aber weiterhin unter dem Niveau der beiden Vorjahre (Tabelle 6.4). Die Preise für Tränkekälber fielen saisongemäss weiter ab (Tabelle 6.5). Auch hier lag das Preisniveau unter jenem der beiden Vorjahre. Bei den Preisen für Schlachtschweine gab es trotz Produktionsrückgang weiterhin keine Bewegung (Tabelle 6.6). Bei den Lämmern und Schafen entwickelten sich die Preise stabil, wie beim Rindvieh lagen die Preise ebenfalls unter dem Niveau des Vorjahres (Tabelle 6.7). Die Milchpreise entwickelten sich generell leicht unter dem Niveau des Vorjahres (Tabelle 6.8). Die Milchmenge ist zwar leicht rückläufig, aber es gibt Preisdruck aus dem Ausland (Tabelle 6.19). Auf dem Weltmarkt hat sich die Preissituation erst im Oktober wieder etwas verbessert. Der Produzentenpreisindex lag im September um 0,8 % höher als im Vorjahr. Einen deutlich positiven Effekt haben nun die Preise für Schlachtschweine, während alle anderen tierischen Produkte den Index in die Tiefe ziehen. Im Pflanzenbau hat der starke Rückgang der Weltmarktpreise (Tabellen 6.21 und 6.22) die Preise für inländische Ölsaaten unter Druck gesetzt.