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Die Burgstelle Schmidslehn (Schmidsleen) oder Jägerlehn im Talgraben südlich von Lützelflüh BE
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Schmidslehn: Der vorgelagerte Hügel im NW der Motte. Ansicht von NE.
Foto: Markus Schilt, 15.8.2010
Der steile Burghügel von Schmidsleen. Ansicht von Süden
Foto: Markus Schilt, 2.2010
Der Suter-Plan von Schmidslehn mit Eingezeichneter Rekonstruktion der Anlage: Vorwerk, Burghügel mit Sod, Flankenwall im Westen, Abschnittswall und Graben gegen die Bergseite.
Neueste Erkenntnisse über Schmidslehn
Planskizze des Erdwerks Schmiedslehn mit der weiteren Umgebung
Von der Höhe der Aspiegg (918 m) (Dreieck) sah man auf das Erdwerk mit dem zentralen Burghügel mit dem Sod (832 m). Das früher unbewaldete Terrain liess von oben den Kopf des Adlers (Erdburg), aber auch die Flügel des Vogels in Gestalt der beiden, im Westen und im Osten anliegenden Geländeschultern erkennen. Der Eindruck wurde womöglich durch eine Hecke oder einen Hag verstärkt.
Äquidistanz der Höhenkurven: 10 m
Plan: Autor
Die heute namenlose Burg hiess vielleicht ASPI-Burg: Die Orts- und Flurnamen auf ASP und ASPI (vergleiche auch VISP) gehen zurück auf den Vesuv-Kaiser VESPASIANUS. Das Symbol eines Cäsars war der Adler (vergleiche den Reichs-Adler).
Die Lage der Burg
Die Erdburg Schmidsleen liegt auf einem Sporn der rechten Talflanke des Talgrabens, ca. 4 km südsüdwestlich von Lützelflüh - zu welcher Gemeinde das Objekt gehört - und etwa 500 m unterhalb der 917 m hohen aussichtsreichen Aspiegg.
Die verschiedenen Namen der Burg belegen, wie Flurnamen auch heute noch fluktuieren.
Der frühere Name Jägerlehn (Jegerleen) und der heutige Name Schmidslehn (Schmidsleen) beziehen sich auf benachbarte Gehöfte.
Auch daß in dieser doch recht abgelegenen Gegend eine Burgstelle vorhanden ist, mutet merkwürdig an. – Doch wo die Alten eine Wehranlage hinstellten und wo nicht, entzieht sich heutigen Überlegungen. – Die Wehrabsicht war sicher gegeben, aber vermutlich nur teilweise Motiv für den Bau.
Blick von der Höhe des Vorwerks von Schmidsleen nach Süden. - Man erkennt links den Burghügel und rechts den Flankenwall gegen Westen.
Foto: Markus Schilt, 29.12.2002
Beschreibung der Burgstelle
Die Burgstelle nutzte, wie gesagt, einen nach NW gerichteten Sporn im rechtsseitigen Talgraben, zwischen den Gehöften Charrerhüsi und Schmidsleen aus.
Zentraler Teil der Erdburg ist ein über 10 m hoher, länglicher und sehr steiler Burghügel, dessen Spitze den Punkt 832 bildet. Am nördlichen Rand der Motte deutet ein auffälliges Loch den ehemaligen Sod an.
Der zentralen Motte ist an der Stirn, aber etwas nach links verschoben, ein 11 m niedrigerer Hügel als Vorwerk vorgelagert. Und an der Westseite wird der Burghügel durch einen breiten Flankenwall gesichert. Auf der anderen Längsseite der Motte scheint es einen ähnlichen Flankenwall gegeben zu haben.
Das Vorwerk hat an seinem nordwestlichen Fuß ein Zwischenplateau, das sich gegen Osten in den Abhang hereinzieht.
Auf mehr als drei Seiten wird der Burghügel heute durch Waldwege umgeben, welche den ehemaligen Graben andeuten und akzentuieren.
Doch interessant und merkwürdig wird die Burgstelle Schmidsleen durch die Bodenmerkmale an der Bergseite. Hier nämlich ist das Terrain durch mehrere gebogene Runsen gestaltet.
Eine besondere fortifikatorische Bedeutung kann man in diesen Geländemodellierungen nicht erkennen.
Trotzdem ist eines sicher: Die Bergseite war durch einen Wall und einen tiefen Graben gesichert. Dieser ist an der Ostseite der Anlage noch fast vollständig erhalten (siehe das Foto). Die übrigen Abschnitte sind jedoch durch den Bau des Zufahrtsweges zum nahegelegenen Charrerhüsi-Bauernhof zerstört worden.
Möglicherweise war dem Hauptgraben noch ein zweiter Graben vorgelagert. Dies ist jedoch rein hypothetisch.
Schmidslehn: Der Abschlusswall (links) und der Abschlussgraben gegen die Bergseite. Ansicht von Westen.
Foto: Markus Schilt, 20.3.2010
Die beiden Pläne von Schmidslehn
Von der Burgstelle gibt es zwei Planaufnahmen.
Zuerst eine alte Schraffenskizze von Bendicht Moser, die nachträglich mit einer Relieftönung versehen heute auf einer Metalltafel am südlichen Fuß des Burghügels zu sehen ist.
Alter Schraffenplan von Schmidslehn, heute mit Relieftönung versehen
Die Planskizze wirkt sehr suggestiv, ist aber im Vergleich zur neueren Kartenaufnahme in vielerlei Hinsicht ungenau.
Dann hat in den 1970er Jahren ein Kartograph der Landestopographie namens Suter einen Plan mit 5 m-Höhenkurven und Relieftönung erstellt. Dieser findet sich auf dem Umschlag der alten Burgenkarte, Teil 1 von 1985.
Höhenkurven-Plan von Schmidslehn mit Relieftönung
Erstellt in den 1970er Jahren
Der neuere Plan ist natürlich viel genauer als der alte, befriedigt aber auch nicht ganz. Trotzdem stellt er die Grundlage dar für eine neue Untersuchung der Struktur der Anlage.
2/3-2010/2012