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Die Frage ist höchstens, wie schnell: Wichtige Chiphersteller bereiten sich darauf vor, das Google'sche Betriebssystem auf Netbooks und anderen Kleingeräten heimisch zu machen.
Google hat es eigentlich schon klar gemacht: Android wird zwar bisher hauptsächlich als Betriebssystem für Smartphones wahrgenommen, ist aber für alle Geräte geeignet, auf denen vor allem das Internet genutzt wird.
Nun hat Freescale als erster Chiphersteller offiziell Chipsets angekündigt, die den Betrieb von Android auf Mininotebooks, die auf CPUs von ARM basieren, unterstützen sollen. Texas Instruments hat einen Chipsatz mit Android-Unterstützung in petto, der aber vor allem für Multimedia-Geräte geeignet ist. Archos setzt diesen Chipsatz plus Android in einem "Internet Media Tablet"
ein, das in Kürze vorgestellt werden dürfte.
AMD engagiert sich nicht im Markt für Mininotebooks, aber was macht der Chipriese Intel, der den Markt mit seinen Atom-Chips gegenwärtig beherrscht? Auch Intel, so glaubt 'Venturebeat' aufgrund einer verlässlichen Insider-Quelle zu wissen, bereite sich darauf vor, in grossem Stil Android-Netbooks
auf den Markt zu bringen. Intel, so 'Venturebeat', dürfte dies für 2010 planen. Freescale will seinen Chipsatz aber schon im nächsten Quartal auf den Markt bringen, was auch bei Intel den Zeitplan beschleunigen könnte – schliesslich will man keine Marktanteile an ARM verlieren.
Mininotebooks, die auch telefonieren können
Grundsätzlich, so haben einige Tüftler herausgefunden, ist es schon jetzt kein grosses Problem, das auf einem Linux-Kern basierende Android auf Mininotebooks zum Laufen zu bringen
. Was aber wird "offizielle" Android-Mininotebooks im Vergleich zu Windows- oder Linux-Netbooks auszeichnen? Ein Knackpunkt könnten Telefoniefunktionen sein. "Aus Preisgründen werden Netbooks hauptsächlich lediglich mit Wi-Fi- ausgeliefert", erklärte der Freescale Marketing-Chef Glen Burchers in einem Gespräch mit 'Reuters'. "Für professionelle Anwender wird aber 3G-Anbindung unerlässlich sein."
Die Geräte der mit dem Asus "Eee PC" geborenen Klasse der Mini-Notebooks bzw. Netbooks usw., sind mit ihrer abgespeckten Hardware vor allem als Internet-Zugangsgeräte gedacht. Bisher gab es dafür hauptsächlich zwei Betriebssystemalternativen, Linux oder Windows XP. Beide kommen aber aus der traditionellen PC-Welt, und vor allem Windows XP – geschweige denn Windows Vista – ist eigentlich zu "gross" für die kleinen, mobilen Geräte. Als Alternative ein Betriebssystem aus der Handywelt zu verwenden, liegt da nahe.
Auch das traditionelle Argument der Vertrautheit, das Windows in früheren Jahren dazu verholfen hat, sich immer weiter auszubreiten, sticht bei Netbooks weniger. Gestandenen PC-Anwendern eine billigere Alternative zu bieten, macht für die meisten PC-Hersteller geschäftlich wenig Sinn. Viel lieber möchten sie mit Mini-Notebooks zusätzliche Käuferschichten gewinnen. Und diese – junge Erstanwender oder wenig kaufkräftige User in aufstrebenden Märkten – sind heute eher mit Handys und Handy-Betriebssystemen vertraut, als mit PCs. (Hans Jörg Maron)