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Text: World Vision USA
«Meine Schwester war erst 14, als mein Vater sie zwang vor dem Schulabschluss zu heiraten», sagt Nasima. Auch Nasima, ehemaliges Patenkind von World Vision aus Bangladesch, wäre um ein Haar in der Sekundarschule verheiratet worden, damit ihre Familie die «Last», ein zusätzliches Familienmitglied zu ernähren, nicht tragen musste. «Meine Eltern konnten nicht verstehen, dass ein Mädchen auch dazu beitragen kann, die Familie zu unterstützen. Sie hielten mich für eine Last. Also versuchten sie, mich so früh wie möglich loszuwerden, indem sie mich zur Heirat zwangen. Aber ich war entschlossen, meine Ausbildung abzuschliessen», erzählt sie.
«Ich hatte den Traum, einmal für mich selber sorgen zu können», sagt Nasima. Und für diesen Traum hat sie sich mit aller Kraft eingesetzt. Heute, mit 24 Jahren, hat sie ihr Studium an der Rajshahi University, einer renommierten Universität in Bangladesch, erfolgreich abgeschlossen. Und Sie hat sogar ihre Brüder dazu motiviert, ihre Ausbildung fortzusetzen.
Der Schmerz der Schwester
Es schmerzt Nasima sehr, ihre Schwester zu sehen. «Wenn sie ihre Ausbildung hätte fortsetzen können, wäre ihr Leben vielleicht anders. Ihr Mann hat keine Ausbildung und kann die Familie daher nicht aus der Armut befreien», sagt Nasima.
Inzwischen ist sie selbst verheiratet. Ihr Mann hat einen Abschluss und arbeitet bei der Regierung. «Meine Eltern fühlen sich schuldig, wenn sie sehen wie ich lebe. Sie geben zu, einen Fehler begangen zu haben, als sie meine Schwester als Kind verheirateten.»
Eine Stimme für die Mädchen
Während ihrer Zeit im Patenschafts-Programm von World Vision erfuhr sie viel darüber, was es bedeutet, Kinder zu verheiraten. In diesen Kursen fand Nasima auch Unterstützung: «Ohne diese Hilfe wäre ich heute nicht da, wo ich bin.» Neben vielen Programmangeboten bezahlte World Vision auch Nasimas Schulgebühren und das Stipendium für die Universität. Ihr heutiger Traum: einen Job bei der Regierung zu bekommen.
Nasima möchte für ihre Gemeinschaft eintreten, insbesondere für Mädchen, die verheiratet werden sollen, aber lieber eine Ausbildung machen wollen. Sie sagt: «World Vision hat mich unterstützt. Ich möchte das gleiche für die Mädchen meiner Region tun.»