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Was ist eigentlich Agility? Stellt euch vor, ihr durchlauft mit eurem Hund einen Zick-Zack-Parcours. Der Hund ist ohne Halsband und Leine, läuft durch einen Tunnel, balanciert über einen Laufsteg, springt über die unterschiedlichsten Hindernisse, klettert eine Wand hoch und wieder runter - und wird dabei nur durch eure Körperbewegung und eure Stimme geleitet.
Der Name der Sportart leitet sich aus dem Wort »agil« ab, bedeutet also einfach nur »lebendig« und »munter«. Und in diesem Sinne sollte dieser Hundesport auch betrieben werden.
Die Entstehungsgeschichte des Agility-Sports liegt ein wenig im Dunkeln. Wie (fast) alles Seltsame kommt auch Agility aus England. Einigermassen gesichert ist, dass 1978 an der Crufts Dog Show als Showeinlage ein dem Pferdesport ähnlicher Parcours aufgebaut wurde und eine Gruppe von Hunden mit ihren Führern durch diesen Parcours lief. Die Show kam gut an und Agility war geboren.
Anfangs war das alles noch sehr anarchisch und urwüchsig, aber schon bald gründeten sich Vereine und es gab organisierte Wettkämpfe sowie Meisterschaften. In der Schweiz wird Agility seit 1990 von der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft ausgetragen. Seitdem ist auch hierzulande alles geregelt und Agility ist als offizieller Hundesport anerkannt. Allein in der Schweiz gibt es rund 3000 aktive Agilityaner/innen.
Agility macht fast allen Hunden Spass. Wer einmal zugesehen hat, mit welcher Freude ein Hund durch den Parcours läuft und je nach Temperament laut bellend oder auch still konzentriert die verschiedenen Hindernisse überwindet und am Ende des Laufes — wie nach einer erfolgreichen Jagd — seinen Anteil an der Beute in Form einer Belohnung oder seines Spielzeuges erhält, der wird meiner Einschätzung zustimmen, dass Agility eine der artgerechtesten Sportarten für den Hund ist.
Hund und Hundeführer bilden jeweils ein Team, das gemeinsam den Parcours innerhalb einer festgesetzten Mindestzeit durchlaufen muss.
Agility eignet sich nahezu für jeden Hund und jeden Hundeführer. Nur sehr grosse und schwere Hunde, denen das Springen und Klettern keine Freude macht, eignen sich nicht dazu.
Um ein wenig die Chancengleichheit zu wahren, werden Hunde in drei Klassen eingeteilt: Small, Medium und Large. In der Hauptsache unterscheiden sich diese Klassen durch die unterschiedliche Höhe der Hindernisse. Dann gibt es noch vier Leistungsklassen, die von A = offene Anfängerklasse (nur Large) bis 3 = "Könner" gehen. Die Small und Medium-Hunde beginnen jeweils ihre Agilitykarriere direkt in der Stufe 1. Um in die jeweils höhere Klasse zu gelangen, muss ein Team in seiner Klasse bestimmte Erfolge vorweisen können.
Die drei Agility-Grade unterscheiden sich in der Schwierigkeit und Länge des Parcours sowie in der Mindestzeit, in der dieser Parcours durchlaufen werden muss.
Wie sieht nun so ein Agility-Parcours aus? Erst einmal gibt es die Sprünge und Weitsprung, dann die Kontaktzonengeräte und schliesslich noch Tunnel, Sack, Slalom und Tisch.
Sprünge
Die Würze eines Parcours sind die Sprünge, von denen es auch immer mindestens sieben in einem Parcours gibt plus den Reifen, der durchsprungen werden muss und den Weitsprung.
Kontaktzonengeräte
Kontaktzonengeräte sind die A-Wand, die der Hund hoch- und wieder herunterklettert, der Laufsteg, der balancierend vom Hund bewältigt wird und die Wippe. Alle diese Geräte besitzen am Anfang und am Ende eine andersfarbig markierte Zone, die der Hund mindestens mit einer Pfote berühren muss.
Tunnel, Slalom und Tisch
Tunnels werden von fast allen Hunden geliebt. Sie sind daher eine große Versuchung für den Hund, wenn hinter einem Hindernis ein Tunneleingang neben einer weiteren Hürde auftaucht. Neben dem (festen) Röhrentunnel gibt es noch den Stofftunnel, dessen Ausgang aus einer losen Stoffbahn besteht.
Der Slalom besteht aus zwölf Stangen, die der Hund in einer bestimmten Richtung durchlaufen sollte. Das fehlerfreie Durchlaufen des Slaloms ist eine große Herausforderung an die Lernfähigkeit des Hundes — haben sie dies aber einmal begriffen, »tänzeln« viele Hunde begeistert hindurch. Der Slalom gilt daher als eines der schwierigsten Geräte beim Agility. Der Tisch wird heute nur noch selten eingesetzt, er eignet sich aber gut, um Ruhe in ein Team zu bringen oder einen Richtungswechsel vorzubereiten. Der Hund muss fünf Sekunden auf dem Tisch verharren und darf dann erst seinen Parcourslauf fortsetzen.
Neben diesem klassischen Agility-Parcours ist in den letzten Jahren das »Jumping« fester Bestandteil eines Agility-Turnieres geworden. Jumping ist ein Agility-Lauf ohne Kontaktzonengeräte und daher sehr schnell und eine Herausforderung an die Geschwindigkeit des Hundes und die Reaktionsfähigkeit des Hundeführers.
Doch egal ob klassisches Agility oder Jumping, für beides gilt: All die verschiedenen Hindernisse müssen möglichst schnell und möglichst fehlerfrei übersprungen, überklettert oder durchlaufen werden. Das ist — gerade für Anfänger nicht immer einfach, aber es macht Hund und Hundeführer einen mordsmässigen Spass. Und wer weiss? Vielleicht sehen wir euch ja auch einmal als Zuschauer bei einem Wettkampf.