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Die Regierung der Vereinigten Staaten arbeitet mit Ländern in aller Welt zusammen, die am Visa Waiver Programm (VWP) teilnehmen möchten. Gemeinsam erstellen sie detaillierte Arbeitspläne, in denen jene Maßnahmen definiert werden, deren Umsetzung Voraussetzung für die Teilnahme am Programm ist. Sobald das jeweilige Land die notwendigen Aktionen veranlasst hat, wird es für den Beitritt zum VWP nominiert. In aller Regel kommen nur entwickelte Länder für die Teilnahme am VWP infrage, also solche, deren Human Development Index sehr hoch ist und die eine ertragsstarke Wirtschaft vorweisen können. Darüber hinaus müssen die Verfahren, die in Bezug auf Immigration und Sicherheit zur Anwendung kommen, vom US-amerikanischen Ministerium für Innere Sicherheit begutachtet und für ausreichend befunden werden. Weil die Bedingungen, die in den einzelnen Ländern herrschen, so unterschiedlich sind, gibt es keinen universellen Zeitplan für die Bestätigung oder Ablehnung der Teilnahme eines nominierten Landes am VWP.
Länder, die dem VWP erstmalig beitreten oder erneut an ihm teilnehmen möchten und sich in der Phase der Erstellung der oben beschriebenen Arbeitspläne befinden, werden als "Roadmap Countries" bezeichnet. Seit 2005 verhandelt das US-amerikanische Außenministerium mit solchen Roadmap Countries über die Zulassung zum VWP. Ursprünglich gab es 19 Roadmap Countries, von denen 10 dem VWP inzwischen beigetreten sind. Die folgenden Länder aber haben nach wie vor den Roadmap-Status: Bulgarien, Polen, Rumänien, Zypern, Türkei, Israel, Argentinien, Brasilien und Uruguay.
Darüber hinaus gibt es mehrere Faktoren, die dazu führen können, dass ein VWP-Land auf die Stufe eines Roadmap Country zurückgesetzt wird. Dazu gehören unter anderem ein erhöhtes Risiko, dass Bürger dieses Landes für mehr als 90 Tage in den USA verweilen und damit die maximale Aufenthaltsdauer überschreiten, dass sie ohne entsprechende Erlaubnis eine Erwerbstätigkeit aufnehmen oder auf andere Weise die Auflagen des VWP verletzen. Sowohl Argentinien (2002) als auch Uruguay (2003) haben ihren jeweiligen Status als VWP-Land im Zuge der Finanzkrisen, die sie erlebt haben, verloren. Diese Krisen veranlassten die US-amerikanische Regierung zur Sorge, dass die Bürger dieses Landes in großer Zahl auswandern und sich dann länger als erlaubt in den Vereinigten Staaten aufhalten könnten. Diesen Vorkehrungen liegt die simple Annahme zugrunde, dass Reisende aus Ländern mit einer stabilen Wirtschaft und sicheren politischen Lage kaum Gründe haben, die Bestimmungen ihrer Reisegenehmigungen und Visa zu missachten. Die Auslandsvertretungen der USA legen auf derartige Umstände großen Wert, wenn es darum geht, Visen auszustellen.
Aber die Zulassung zur Teilnahme am VWP hängt nicht allein von politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten ab. Der Grund dafür, dass Israel nach wie vor als Roadmap Country eingestuft wird, wird von unabhängigen Beobachtern vor allem darin gesehen, dass US-Amerikaner mit palästinensischer Abstammung in Israel strikten Einreisekontrollen unterliegen. Damit verletzt das Land das Prinzip der Gegenseitigkeit, das eine der tragenden Säulen des VWP ist.
Weiterhin werden Verhandlungen über einen möglichen Beitritt von Polen, Zypern, Bulgarien und Rumänien geführt, die alle als Roadmap Countries eingestuft werden, damit aber die einzigen EU-Mitglieder sind, die nicht am VWP teilnehmen (mit Ausnahme von Kroatien, dem jüngsten EU-Mitglied). Die bulgarische Regierung hat sich im November 2014 geweigert, das Transatlantische Freihandelsabkommen zu ratifizieren, wenn die USA weiterhin auf der Visumpflicht für Bulgaren bestehen.