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Zu den am häufigsten ausgestellten Werkgruppen von Franticek Klossner gehören die Melting Selves (seit 1990). Das verwundert kaum, erzählen diese in Eis abgeformten Porträts seines eigenen Kopfes und Körpers doch auf ebenso spektakuläre wie poetische Weise, worum es in seiner Kunst geht: um den menschlichen Körper in Auflösung, das Ich im Übergang, seine Abhängigkeit von äusseren Kräften. Klossner erforscht diese Prozesse vorzugsweise in zeitbasierten Medien – in Videos und performativen Installationen – und bedient sich dabei sowohl der Mittel der darstellenden wie auch der bildenden Kunst. Er bezeichnet sich daher als «Intermediakünstler».
Seine künstlerische Karriere begann Franticek Klossner als Autodidakt in Bern, wo er 1983 erstmals Arbeiten aus Eis zeigte. Von 1985 bis 1989 studierte er an der Zürcher F+F Schule für experimentelle Gestaltung (heute: F+F Schule für Kunst und Design). Auch danach spielte Eis eine wichtige Rolle in seinen oft vom eigenen Körper abgeleiteten Arbeiten, die um Verschiebungen zwischen Innen und Aussen, dem Selbst und dem Anderen, Individuum und Gesellschaft kreisten. Ab Mitte der 1990er-Jahre, nach einem Atelierstipendium der Stadt Bern in New York, erkundete Klossner diese Übergänge zudem in Videoarbeiten, die er auf die Schmelzwasserspiegel seiner Eisskulpturen oder in mit Wasser gefüllte Glasballons projizierte, nutzte kunstferne, aber körpernahe Medien wie Tattoos, Röntgenvideos oder die Analyse seiner DNA und begann das Publikum in interaktiven Installationen in einen Dialog über existenzielle Fragen zu verstricken. Eine dieser Arbeiten, die Videoinstallation Wie du in den Wald rufst (2001), befindet sich in der Sammlung der Mobiliar. Klossner konfrontiert die Betrachter hier in einer bühnenartigen Installation mit der idyllischen Videoaufnahme eines Waldes, vor der er im Realraum ein Bett aus frisch aufgeschlagenem, harzig duftendem Holz aufgeschichtet hat. Nutzen die Betrachter das Mikrofon, das vor der Szenerie steht, taucht ein schlafender Nackter im Moos auf und lässt sie teilhaben an seinen Geheimnissen. Als Hommage an Ferdinand Hodlers Gemälde Holzfäller (1910) stösst Klossner hier eine Auseinandersetzung an mit Fragen der Schönheit sowie den Zwängen, Missverständnissen und Sehnsüchten, die sich mit ihr verbinden.
Mit seinen vielfältigen Arbeiten, die oft wie wissenschaftliche Versuchsanordnungen zur Erforschung der zarten Membranen zwischen Körper und Raum, Sehen und Denken wirken, gehört Franticek Klossner zu den wichtigsten und produktivsten Vertretern der Schweizer Medienkunstszene.
Franticek Klossner, 1960 geboren in Grosshöchstetten (CHE), lebt und arbeitet in Bern (CHE).
Tätigkeitsbereiche:
Installation, Video, Skulptur, Performance, Medienkunst