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Vier Herren im Anzug sitzen am Steuer und kurven zwischen Trams, Velos und Fussgängern durch den Zürcher Stadtverkehr. In Wahrheit lenken die Männer aber keine Autos, sondern sie sitzen in einem Kurslokal der Klubschule Migros in Fahrsimulatoren.
Die Metallkisten verfügten über ein Steuer, ein Brems- und ein Gaspedal sowie eine Gangschaltung. Auf einer Leinwand wurde eine Fahrt durch Zürich projiziert; die Kursteilnehmer mussten unfallfrei durch den Verkehr kommen. Ihre Reaktionen wurden von einem elektronischen System aufgezeichnet und am Ende bewertet.
1963 führte die Klubschule die damals topmodernen Fahrsimulatoren ein. Das System nannte sich «Drivotrainer» und war die Entwicklung einer amerikanischen Versicherungsgesellschaft. Die Migros wollte damit einen Beitrag zum «Kampf gegen den Strassentod» leisten
Tatsächlich waren die Schweizer Strassen damals noch viel gefährlicher, obwohl weit weniger Autos unterwegs waren: Allein im Jahr 1963 kamen 1336 Menschen ums Leben. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr starben 216 Personen auf unseren Strassen. Die tieferen Opferzahlen von heute sind vor allem der besseren Autotechnik zu verdanken: In den 60er-Jahren waren die Wagen noch Blechschachteln, die bei einem Crash unkontrolliert kollabierten. Airbags, ABS, ESP und all die anderen Assistenzsysteme waren noch in weiter Ferne.
Dieser Film zeigt den Einsatz des Drivotrainer-Systems 1967 in England. Quelle: Youtube / British Pathé.