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Die These, dass Selbstbestimmung und Menschenrechte zusammengehören und sich sogar gegenseitig schützen, mag keck wirken in Anbetracht dessen, dass heute vor allem die Gegensätze dieser Konzepte betont werden. Jene die die Gegensätze hochstilisieren verkennen, dass Demokratie und Menschenrechte gemeinsame historische Wurzeln und einen inneren Zusammenhang haben. Diese Abhängigkeit zwischen Selbstbestimmung und den Menschenrechten führt zu einer gegenseitigen Optimierung.
Die wichtigste internationale Rechtsquelle stellt die Charta der Vereinten Nationen (UN-Charta) dar, welche nach dem zweiten Weltkrieg 1945 entstand. Das Verhältnis zwischen Völkerrecht und der Selbstbestimmung der Völker wird darin ebenfalls geregelt.
Im Rahmen aktueller Debatten zur EMRK, allgemein zum Thema Völkerrecht und Menschenrechte, aber auch wenn es um direkte Demokratie, Souveränität oder Selbstbestimmung geht, wird fast von allen Lagern das Gegensätzliche zwischen den Konzepten Demokratie und Menschenrechten betont.
Sind dies aber wirklich Gegensätze oder einfach nur Spannungen, die ausgeglichen und moderiert werden müssen und können? Oder gehören Demokratie und Menschenrechte sogar zusammen als zwei Seiten derselben Medaille?
Die Gleichzeitigkeit des Auftretens und der innere Zusammenhang von Demokratie und Menschenrechten verlangt womöglich nach einem gemeinsamen und vielleicht versöhnlichen Verständnis von Menschenrechten und demokratischer Selbstbestimmung.