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FAQ zum Pflichtpfand
Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zum Pflichtpfand.
Was ist ein Pfandsystem?
Das Pfand ist ein Sammelsystem, welches mit einem finanziellen Anreiz dafür sorgt, dass gebrauchte Flaschen oder Dosen unbeschädigt an eine Sammelstelle zurückgebracht werden. Ein Pfand kann auf Einweg- und auf Mehrweg-Verpackungen
Das Pfand wurde im Ausland erfolgreich eingeführt.
Das Pfand ist per se kein schlechtes Sammelsystem. In Ländern ohne funktionierende Sammelinfrastruktur können mit einem Pfand innert kurzer Zeit grosse Fortschritte bei der Separatsammlung erreicht werden.
Die Schweiz ist aber in einer anderen Ausgangslage: Wir verfügen über erprobte und hochwertige Separatsammlungen. Ein Systemwechsel bei uns bringt keine Vorteile.
Das Pfand führt zu höheren Quoten.
Falsch. Das Pfand würde zu einem Abbau der Sammelinfrastruktur führen. Es ist unwahrscheinlich, dass die Quoten als Folge des massiven Komfortverlusts steigen würden. Der Vergleich mit Pfandländer wie Deutschland, Finnland, Schweden oder Norwegen zeigt zudem, dass die Schweiz bereits heute zu den Ländern mit den höchsten Recyclingquoten gehört.
Mit dem Pfand kann das Littering-Problem gelöst werden.
Falsch. Gemäss BAFU machen rückgabefähige Getränkeverpackungen nur 7 Prozent des gesamten Litterings aus. Das Littering-Problem wäre nicht ansatzweise gelöst. Um das Littering nachhaltig zu bekämpfen, muss die Einstellung der Menschen durch Sensibilisierung und Bussen geändert werden.
Täglich sehen wir Bilder von verschmutzten Meeren. Mit dem Pfand kann das verhindert werden.
Diese Bilder sind tragisch. Es gilt aber zu beachten, dass das Binnenland Schweiz kaum einen Einfluss auf die Verschmutzung der Weltmeere hat. Ob die Schweiz mit dem bewährten Recyclingsystem von heute weitermacht oder ob sie ein Pfandsystem einführt, hat keinen Einfluss auf die Verschmutzung der Weltmeere.
Für Länder ohne funktionierende Sammelinfrastruktur ist das Pfand hingegen eine geeignete Massnahme, um die Sammelquoten innerhalb von kurzer Zeit zu steigern.
Unter dem Strich ist das Pfandsystem günstiger.
Falsch. Gemäss Bundesamt für Umwelt verursacht ein Pfand in der Schweiz Systemkosten von 290 Mio. Franken pro Jahr. Die heutigen Sammelsysteme für Alu, Glas und PET können mit 90 Mio. Franken pro Jahr betrieben werden.
Was hätte die Auflösung der heutigen Recycling-Organisationen für Alu, Glas und PET zur Folge?
Heute sind alle Akteure der Getränke-Wertschöpfungskette in den drei Recycling-Organisationen für Alu, Glas und PET vertreten. Dank dieser engen Zusammenarbeit und dem damit verbundenen Wissensaustausch ist es der Schweiz beispielsweise als erstem Land gelungen, unter Realbedingungen aus grünen und braunen PET-Flaschen R-PET in Lebensmittelqualität herzustellen. Auch zahlreiche Fortschritte beim «Design for Recycling» waren nur dank dieser Zusammenarbeit möglich.