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Mit der Klage gegen zwei Schweizer Banken wird ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen der Schweiz und Südafrika eröffnet. Diese sind bereits Gegenstand von mehreren Untersuchungen über eine mögliche Unterstützung des Schweizer Geheimdienstes des Apartheid-Regime.
Die Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) hatte bereits im Juni 1999 eine Strafuntersuchung eröffnet. Sie ermittelte im März wegen Verdachts auf Spionage und unerlaubter Lieferungen strategischer Produkte für das ehemalige Apartheid-Regime auch in Südafrika.
Dort hatten die Ermittler Einsicht in die Akten des damaligen Leiters des südafrikanischen B- und C-Waffen-Programms, Wouter Basson, erhalten. Laut Justiz hatte der als "Dr. Tod" bekannte Basson beim Kauf einer halben Tonne Mandrax in Russland von der Schweizer Logistik profitiert.
VBS auch aktiv
Neben der Bundesanwaltschaft untersuchen auch das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) und die Geschäftsprüfungs-Kommission der Eidgenössische Räte in einer Administrativ-Untersuchung die Beziehungen zwischen der Schweiz und Südafrika.
Auch die Rolle des ehemaligen Nachrichtendienstchefs Peter Regli soll unter die Lupe genommen werden. Speziell abgeklärt werden soll die Existenz eines Chemiewaffen-Geheimabkommens Schweiz-Südafrika.
Als Verbindungsmann Reglis zum Apartheid-Regime gilt der 1998 verstorbene Schweizer Waffenhändler Jürg Jacomet. Jacomet soll ein Treffen Reglis mit "Dr. Tod" vermittelt haben.
Nationalfond-Projekt
Schliesslich gibt es noch das Nationalfonds-Projekt Schweiz - Südafrika, das vor zwei Jahren ins Leben gerufen wurde. Dabei untersucht ein Team von 40 Forschern unter der Leitung des Historikers Georg Kreis die Beziehungen zwischen der Schweiz und Südafrika.
Im Gegensatz zur Bergier-Kommission, welche die Haltung der Schweiz im Zweiten Weltkrieg untersuchte, sollen die Südafrika-Forscher gemäss Parlamentsentscheid keinen privilegierten Zugang zu sensiblen Akten erhalten.
swissinfo und Agenturen