Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03557.jsonl.gz/275

Babyernährung: Alles rund um die Beikost
Mitmachen und gewinnen: REKA-Ferien und monatlich Überraschungspreise
Alles beginnt mit Muttermilch.
Die Muttermilch ist das erste Nahrungsmittel, das dein Baby innerhalb der ersten Stunden nach der Geburt bekommt. Es ist empfohlen, das Baby in den ersten 4 bis 6 Monaten ausschliesslich zu stillen, da das Stillen für das Kind und auch die Mutter viele Vorteile mit sich bringt. Muttermilch stärkt die Bindung zwischen dir und deinem Kind. Sie liefert dem Baby in den ersten Monaten alle Nährstoffe, die es braucht, und passt sich den Bedürfnissen des Säuglings an. Zudem enthält sie schützende Abwehrstoffe und hat einen positiven Einfluss auf die zukünftige Gesundheit des Babys. Weiter ist die Muttermilch kostengünstig und besitzt automatisch immer die richtige Temperatur. Für die Mutter fördert das Stillen die Rückbildung der Gebärmutter, vermindert das Risiko von Brustkrebs und erleichtert die Gewichtsabnahme. Falls das Stillen nicht möglich ist, kann Säuglingsanfangsnahrung für eine bedarfsgerechte Ernährung als Ersatz verwendet werden. Sowohl Muttermilch als auch Säuglingsanfangsnahrung enthalten alle Nährstoffe, die das Baby im ersten halben Jahr benötigt. Ausser Vitamin K, dieses erhält das Baby von der Kinderärztin oder dem Kinderarzt, und Vitamin D, dieses sollte im ersten Lebensjahr täglich in Form von Tropfen gegeben werden.
Bereit für die Beikost?
In den ersten Lebensmonaten müssen das Verdauungssystem und die Nieren erst noch ausreifen und auch die Kau-Schluck-Funktion muss sich entwickeln, damit das Baby für die Einführung der Beikost bereit ist. Beikost beschreibt alle Lebensmittel, welche das Baby neben der Muttermilch oder der Säuglingsnahrung erhält. Frühestens Anfang des fünften Monats und spätestens Anfang des siebten Monats sollte mit der Einführung der ersten Lebensmittel begonnen werden. Das Baby hat seinen eigenen Rhythmus und zeigt dir, wann es bereit für sein erstes Essen ist.
Um zu überprüfen, ob dein Baby bereit für die Beikosteinführung ist, kannst du folgende Fragen beantworten:
- Kann dein Baby mit Unterstützung aufrecht sitzen und den Kopf halten?
- Zeigt es Interesse für dein Essen und nimmt Dinge selbständig in den Mund?
- Öffnet es den Mund, wenn der Löffel sich nähert?
- Beginnt es zu kauen und drückt den Brei nicht mehr mit der Zunge aus dem Mund?
- Schluckt es, ohne zu husten?
Wenn du all diese Fragen mit "Ja" beantworten kannst, ist dein Baby bereit für die Beikosteinführung.
Welche Lebensmittel ab welchem Alter?
Sobald das Baby mit der Beikost beginnt, wird seine Nahrung vielfältiger. Es kann nun neben der Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung auch abwechslungsreichere Nahrung zu sich nehmen. Zunächst ist die Beikost nur eine Ergänzung zu den Milchmahlzeiten und kann diese erst nach und nach ersetzen. Ausserdem hilft die Beikost dabei, den steigenden Nährstoffbedarf des Babys zu decken. Anfangs wird das Baby nur wenig essen, da es erst lernen muss, mit den neuen Lebensmitteln umzugehen, diese zu kauen und zu schlucken. Geduld ist gefragt: Jedes Kind hat seinen eigenen Rhythmus, sich an die neuen Lebensmittel zu gewöhnen. Die Grafik zeigt, welche Lebensmittel in welchem Alter eingeführt werden können:
Gesamtüberblick: Der Beikostplan
Unser Beikostplan gibt dir einen Überblick über die Einführung von Beikost:
- Erster bis vierter/sechster Monat: Dein Baby bekommt ausschliesslich Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung.
- Fünfter bis siebter Monat: Zusätzlich zu den Milchmahlzeiten lernt dein Baby die ersten Lebensmittel kennen.
- Ab dem siebten Monat: Langsam kannst du Milch und Joghurt nature einführen.
- Ab dem zehnten Monat: Dein Baby probiert jetzt auch festere Nahrung in kleinen Stücken. Es beginnt nun langsam so zu essen wie die Grossen. Die Menüs solltest du aber weiterhin nicht salzen oder zuckern.
- Ab dem zwölften Monat: Dein Kind kann jetzt alles essen, was auch du isst. Allerdings ist immer noch etwas Vorsicht vor dem Verschlucken geboten. Lebensmittel wie ganze Nüsse, kleine Beeren, Weintrauben, Cherrytomaten, Fisch mit Gräten, harte Gemüse-/Fruchtstücke etc. solltest du deinem Baby noch nicht geben.
Während des gesamten ersten Jahres und sogar darüber hinaus kannst du weiterhin stillen. Sobald dein Baby drei Beikostmahlzeiten pro Tag isst, ist zusätzliche Flüssigkeit erforderlich. Frisches, kaltes Leitungswasser eignet sich hierfür ideal.
Die Beikost – Schritt für Schritt
Häufig wird um die Mittagszeit mit einem ersten Ess-Versuch begonnen. Dabei sollte das Baby weder zu müde noch zu hungrig sein. Die Einführung von Beikost ist stark kulturell geprägt und kann von Region zu Region unterschiedlich sein.
1. Einführung: Gewöhne dein Baby langsam an Lebensmittel
In der Schweiz beginnt man normalerweise mit einem Gemüse-Brei, bei dem oft Rüebli verwendet werden. Es ist wichtig, immer nur ein Lebensmittel einzuführen, damit allfällige Unverträglichkeiten oder Allergien entdeckt werden können. Ebenso ist es wichtig, dass du auch am nächsten und am übernächsten Tag wieder das gleiche Lebensmittel gibst. Danach kann ein neues Lebensmittel, wie zum Beispiel Kartoffeln, dazukommen. Drei Tage später kannst du die Rüebli und Kartoffeln mit Fleisch ergänzen.
Im weiteren Verlauf kommen neue Lebensmittel dazu, zum Beispiel kannst du die Rüebli durch ein anderes Gemüse ergänzen, die Kartoffeln zur Abwechslung mal mit Polenta ersetzen oder statt Fleisch Fisch verwenden.
Einmal pro Tag solltest du das Essen zudem mit einem Esslöffel Rapsöl ergänzen, welches dem Kind wertvolle Fettsäuren liefert.
Grundrezepte: Gemüse-Brei, Gemüse-Kartoffel-Brei, Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei
- 30min
Babybrei: Frisch oder aus dem Gläschen?
Durch die frische Zubereitung von Babybrei kann zwischen all den verschiedenen Gemüse- und Früchtesorten abgewechselt werden, um dem Baby eine grosse Vielfalt an Geschmacksrichtungen zu bieten. Zudem kannst du die Herkunft der Lebensmittel (regional, saisonal, bio) selbst bestimmen und auf alle unerwünschten Zutaten wie Zucker, Salz, Aromen verzichten.
Wenn es einmal schnell gehen muss oder wenn man unterwegs ist, kann Babynahrung aus dem Gläschen eine praktische Lösung sein. Diese Produkte werden nährstoffschonend hergestellt und es gibt sie inzwischen in guter Qualität. Achte bei der Auswahl auf hochwertige Produkte, die frei von Zucker, Salz, Aromen und Kakao sind.
Beikost zubereiten: Das ist zu beachten.
- Bereite die Beikost aus denselben Lebensmitteln zu, die du auch für dich und den Rest der Familie kochst. Auf diese Weise wird dein Kind die Aromen und Geschmacksstoffe erhalten, die es bereits von der Muttermilch kennt. Achte ausserdem auf einheimische Lebensmittel aus ökologischem Anbau.
- Würze Breie nicht. Verwende keinen Pfeffer, keine Gewürze, Bouillon oder Streuwürze für den Babybrei. Lasse auch Zucker und Honig weg.
- Lebensmittel, an denen sich das Kind verschlucken könnte, sind nicht geeignet. Wie zum Beispiel: ganze Nüsse, Bonbons, feste Gemüsestückchen, ganze Cherrytomaten, ganze Weintrauben, Fisch mit Gräten.
- Rohe und unzureichend erhitzte tierische Lebensmittel sowie verarbeitete Fleischwaren wie Wurst oder Schinken aufgrund ihres hohen Gehalts an Salz, Fett und Pökelsalz weglassen. Auch Wildfleisch und Leber sowie bestimmte Fischarten sind bis zum dritten Geburtstag nicht geeignet.
2. Aufbau: Das Essen wird vielfältiger
Mit dem zunehmenden Alter des Babys steigen auch die Beikostmahlzeiten pro Tag. Nachdem das Baby an den Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei gewöhnt ist, können weitere Lebensmittel ergänzt werden, wie zum Beispiel der Früchte-Getreide-Brei oder der Milch-Getreide-Brei. Bis zum Alter von 8 Monaten sollten 2 bis 3 Beikostmahlzeiten pro Tag angeboten werden.
Ein Tagesbeispiel könnte wie folgt aussehen:
- Zmorge/Znüni: Stillen oder Säuglingsnahrung
- Zmittag: Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei
- Zvieri: Früchte-Getreide-Brei
- Znacht: Milch-Getreide-Brei
Zusätzlich zur Beikost und zum Stillen solltest du dem Baby nun auch Flüssigkeit anbieten. Dafür eignet sich sich frisches, kaltes Leitungswasser ideal.
Früchte-Getreide-Brei (Baby)
- 25min
- Vegetarisch
Milch-Getreide-Brei (Baby)
- 25min
- Vegetarisch
Brei oder Fingerfood?
Ob dem Baby die Beikost in Form von Brei oder Fingerfood angeboten wird, ist individuell. Du solltest dabei auf das Baby und seine motorischen Fähigkeiten eingehen. Wenn dein Baby Brei nicht mag, eher später mit der Beikost beginnt und vor allem Freude am Fingerfood hat, könnte das ein Zeichen dafür sein, dass es eher Fingerfood bevorzugt.
Die BLW-Methode (Baby-Led Weaning) ist heute eine beliebte Möglichkeit, Fingerfood anzubieten. Dabei sucht sich das Baby selbst aus, was es isst, und bestimmt so auch das Tempo und die Menge. Die Fachgesellschaften (SGE/BLV) empfehlen, Fingerfood frühestens ab sieben Monaten als Ergänzung oder Abwechslung zum Brei anzubieten. Dies ermöglicht dem Kind, neue sensorische und motorische Erfahrungen zu sammeln.
Als Fingerfood eignen sich Lebensmittel, die mit den kleinen Händen gut greifbar sind und sich mit dem zahnlosen Mund des Babys zerkleinern lassen. Dazu gehören gedünstete Gemüsesorten, weiche Früchte ohne Schale, gekochte Kartoffelstückchen, Nudeln und vieles mehr. Zudem liefern auch verschiedene Fingerfood-Rezepte Ideen. Unsere Fingerfood-Rezepte sind für Babys ab dem siebten Monat geeignet und gleichzeitig gesund und ausgewogen für die ganze Familie.
Siebter Monat: Milch langsam einführen
- Aufgrund ihres hohen Proteingehalts sollten Milch und Milchprodukte langsam eingeführt werden. Ab dem siebten Monat können kleine Mengen an Vollmilch und Joghurt nature langsam in die Beikost integriert werden. Zum Beispiel ein bis zwei Teelöffel Joghurt im Früchtebrei, Vollmilch im Getreidebrei oder verarbeitet in feinen Fingerfood-Rezepten.
- Quark, Käse und Frischkäse sind für das Baby ab Vollendung des ersten Lebensjahrs geeignet, da das Verdauungssystem des Babys die Proteine dann besser verdauen kann.
- Ab dem 13. Monat sind drei Milchportionen pro Tag ideal. Eine Portion entspricht 100 ml Milch, 100 g Joghurt, 30 g Weichkäse oder 15 g Halbhart- und Hartkäse.
Allergien vorbeugen durch Verzicht?
Milcheiweissallergie – was tun?
3. Übergang zum Familienessen
Die Beikost wird nun gestaffelt fortgeführt. Zwischen dem 9. und 11. Monat gibt es normalerweise 3- bis 4-mal täglich eine Mahlzeit. Die Nahrungsmittel kannst du nun immer weniger pürieren oder nur noch grob zerdrücken. Natürlich je nachdem, wie gut dein Baby schon kauen kann. Auch Fingerfood kann dein Baby nun immer besser greifen und essen. An dieser Stelle nochmals: Vorsicht vorm Verschlucken! Harte Lebensmittel wie Nüsse oder Mandeln solltest du deinem Baby noch nicht geben. Während des gesamten ersten Jahres und sogar darüber hinaus kannst du weiterhin stillen.
Ein Tagesbeispiel könnte wie folgt aussehen:
- Eine Brotmahlzeit oder Müesli statt Schoppen bzw. Stillen am Morgen
- Eine warme Mahlzeit statt Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei
- Eine Müeslimahlzeit mit Milch statt Milch-Getreide-Brei
- Zwei Zwischenmahlzeiten mit Früchten oder Brot statt Früchte-Getreide-Brei
- Wasser als Getränk anbieten.
Am Ende seines ersten Lebensjahres kann dein Kind alles essen, was auch du isst. Die Menüs solltest du aber weiterhin nicht salzen oder zuckern. Und bald kann das Baby dank deiner Unterstützung auch ganz allein essen.
Wieso Milch und Milchprodukte in der Kinderernährung wichtig sind.
Milch und Milchprodukte leisten durch ihre Nährstoffzusammensetzung einen wichtigen Beitrag zur ausgewogenen und gesunden Ernährung. Täglich drei Portionen Milch und Milchprodukte versorgen den Körper mit unterschiedlichsten Nährstoffen, welche vor allem auch bei Kindern für die Entwicklung und das Wachstum wertvoll sind.
Milch und Milchprodukte enthalten hochwertiges Protein, das vom Körper besonders gut aufgenommen werden kann. Proteine brauchen die Kinder insbesondere für das Wachstum und den Aufbau und die Entwicklung der Muskeln und Organe.
Milch und Milchprodukte sind wichtige Lieferanten für diverse Vitamine und Mineralstoffe, wie zum Beispiel Kalzium. Die Knochen benötigen Kalzium - für den Aufbau und ihre Entwicklung. Je mehr Kalzium sich schon in jungen Jahren in die Knochen einlagert, desto länger halten sich die Reserven im Laufe des Lebens.
Vor allem Vollmilchprodukte sind für dein Kind besonders wertvoll. Sie enthalten über 400 verschiedene Milchfettsäuren sowie die an das Fett gebundenen Vitamine A, D und E. Je stärker Milch entrahmt wird, desto weniger dieser Inhaltsstoffe hat sie.
Gesunde Kinderernährung: Fakten, Rezepte & Tipps
Vegetarische Kinderernährung
Eine vegetarische Ernährung, also eine Ernährung, bei der Eier und Milchprodukte gegessen werden, Fleisch und Fisch jedoch nicht, ist bei Babys sowie auch bei Kleinkindern gut möglich. Wichtig ist, dass du darauf achtest, dass dein Kind genügend mit den Nährstoffen versorgt wird, welche üblicherweise in Fleisch und Fisch vorkommen – wie Vitamin B 12, Omega-3-Fettsäuren, Eisen und Protein.
- Um den Vitamin B-12-Bedarf zu decken, reicht es normalerweise, wenn die empfohlenen drei Portionen Milch und Milchprodukte täglich sowie hin und wieder Eier gegessen werden.
- In Rapsöl, Leinöl oder Baumnussöl sind Omega-3-Fettsäuren enthalten. Diese Öle bei kalten Mahlzeiten ergänzen oder nach dem Kochen hinzugeben, da hohe Temperaturen den Fettsäuren schaden.
- Eier versorgen den Körper gut mit Eisen. Zudem wird die Aufnahme von Eisen durch Vitamin C verbessert. Den Getreidebrei mit etwas Fruchtsaft oder die Mahlzeit mit Vitamin-C-reichen Gemüsen oder Früchten ergänzen begünstigt die Eisenaufnahme.
- Um den Bedarf an Proteinen in einer vegetarischen Ernährung zu decken, eignen sich Eier, Hülsenfrüchte, sowie ab 1-jährig auch alle proteinreichen Milchprodukte wie Quark und Käse.
Halte auch Rücksprache mit deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt, wenn du dein Kind vegetarisch ernährst.
Eine vegane Ernährung für Babys und Kleinkinder ist nicht empfohlen. Der Bedarf an Nährstoffen, welche sie für das Wachstum und die Entwicklung brauchen, wird am besten über die Kombination von pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln gedeckt. Werden dem Kind im Rahmen einer veganen Ernährung nur pflanzliche Lebensmittel angeboten, steigt das Risiko für eine mangelnde Zufuhr verschiedener Nährstoffe. Es können schwerwiegende Entwicklungsstörungen auftreten.
Milch und pflanzliche Imitate
Imitate von Milch und Milchprodukten auf pflanzlicher Basis unterscheiden sich im Nährstoffgehalt deutlich von der Kuhmilch und können von Natur aus nicht mit dieser verglichen werden. Sie liefern den Kindern nicht den notwendigen Gehalt an Proteinen, Kalzium und bedeutsamen Vitaminen in der Wachstumsphase.
Babybrei: Frisch vom Feld auf den Teller
Quellen: