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Eine Moschee für Basel
Nur drei Moscheen, die als solche geplant wurden, existieren in der gesamten Schweiz, zwei davon vor mehr als dreissig Jahren erbaut. Muslimische Gebetsräume liegen meistens in Hinterhöfen, nutzen Ladenlokale oder Büroräume, oder sind in Industriegebiete verbannt wo sie Lagerhallen oder Gewerbeimmobilien nutzen. Trotz einer Muslimischen Bevölkerung von annähernd einer halben Million Menschen, ist die Moschee als Gebäudetypologie, mit wenigsten Ausnahmen, in der Schweiz inexistent. In Anbetracht des sich ändernden Bewusstseins der Muslime in Europäischen Ländern, eine aktivere Rolle in den hiesigen Gesellschaften einnehmend, sowie mit einem wachsenden Bevölkerungsanteil, können wir erwarten, dass eine grössere Anzahl von Moscheen in den nächsten Jahren gebaut werden, die sich von den Hinterhof-Gebetsräumen stark unterscheiden.
Unsere Gastdozentur untersucht wie sich Institutionen im städtischen Umfeld räumlich und architektonisch manifestieren. Jetzt wo sich die Aufregung um die Minarett Initiative etwas gelegt hat, ist es an der Zeit darüber nachzudenken welche Rolle und Form Muslimische religiöse Räume im Kontext Schweizer Städte einnehmen können. Mit dem Entwurfsprojekt einer Moschee und eines muslimischen Gemeindezentrums in Basel möchten wir zwei Fragestellungen untersuchen: Welche Gestalt kann ein religiöser Raum heute einnehmen? Wie entwickeln wir eine zeitgemässe Ausprägung von Spiritualität? Welche Rolle kann Ornament, Ritual und Symbolismus in der heutigen Architektur einnehmen? Zweitens möchten wir die sozio-politische Dimension Muslimischer Räume in der Schweiz untersuchen. Können Moscheen und deren Gemeindezentren als „Botschafter“ eines kulturellen Austausches zwischen der Muslimischen Minderheit und der übrigen Bevölkerung agieren? Können wir die Moschee als multifunktionales Zentrum denken, die eine Reihe von Funktionen vereint, von der religiösen über Bildung bis zur kommerziellen? Ist es nicht höchste Zeit, dass Muslimische Gebetsräume ihre Hinterhöfe verlassen und eine aktivere Rolle im städtischen Raum und der Gesellschaft einnehmen. Ist die Zeit reif für eine „Grosse Moschee zu Basel“?
Wir suchen Studierende, die interessiert und wissbegierig sind, eine Meinung zu vertreten, und aufschlussreiche, überraschende, manchmal provokante, manchmal schöne, aufregende und originelle Reaktionen auf diese Fragen haben.
Für das Entwurfsprojekt werden spezifische Grundstücke zur Wahl gestellt. Bei der Erarbeitung des Entwurfs steht neben zeichnerischen Methoden das (Arbeits-) Modell im Vordergrund. Von Studenten geleitete Seminare sollen ein Grundwissen zum Thema allen Teilnehmern vermitteln. Wir planen die Resultate des Semesters nachfolgend auszustellen, um eine öffentlichen Debatte auszulösen. Während des Semesters werden wir von Experten in Moscheen-Architektur begleitet und stehen im engen Kontakt zu Vertretern der Muslimischen Gemeinde von Basel.
A Mosque for Basel
Only three purpose-built mosques exist in the whole of Switzerland, two of them built more than thirty years ago. Muslim praying rooms are usually located in the back yards of housing estates, in shop spaces, or are pushed into the industrial areas of cities. With a Muslim population of approximately half a million people, the mosque is a building typology that, with few exceptions, does not exist in Switzerland. Considering the changing self-consciousness of Muslims in European countries, assuming a more vocal role in local societies, as well as an increasing overall number, we can expect more mosques being built in the coming years that will differ sharply from those hidden prayer spaces.
Our Gastdozentur continues its investigation into how institutions manifest themselves within the urban fabric. Now that the dust has settled over the minaret debate, it is time to think what role and what shape Muslim religious spaces can take in the context of Swiss cities. Using the design project of a mosque and a Muslim community center in Basel, we want to pursue two sets of questions: What form can a contemporary religious space take on? How do we develop a modern manifestation of spirituality? What is the role of ornament and symbolism in architecture today? Secondly, we want to investigate the socio-political dimension of Muslim spaces in Switzerland. Can mosques and community centers act as “ambassadors” of a cultural exchange between the Muslim minority and the rest of the population? Can we conceive of the mosque as a multipurpose center, combining a range of activities, from religious, via educational to commercial? Is it not high time for Muslim praying spaces to leave their back yards and take on a more active role within the city? Has time come for a “Grand Mosque of Basel”?
We are looking for students who are eager to investigate, to learn about, to take a stance, and to offer insightful, sometimes provocative, sometimes beautiful, exciting and original responses to these questions.
A choice of specific sites for the design project will be provided. Apart from drawings, the design studio will emphasize the use of the (working) model as a design method. Student-led seminars will disseminate knowledge and basic research amongst the participants of the studio. We plan to bring the results of the design studio into a public presentation, in order to retrigger and participate in a wider debate that we think is of fundamental importance. Throughout the semester we will be guided by experts in the field of mosque architecture and stay in close contact with representatives of the Muslim community of Basel.
Projektinformationen:
Thema: Eine Moschee für Basel,
Schwerpunkte: Architektur;
Methodik und Medien: Zeichnungen, Modellbau;
Integrierte Disziplinen sind durch die Studenten selbst zu organisieren;
Lehrveranstaltung: 051-1137-13;
Einzelarbeit oder Gruppenarbeit in 2er Teams, Tischkritiken und Seminare;
Betreuung und Anwesenheit jeweils Di. und Mi. ganztägig;
Unterrichtssprache: Englisch und Deutsch;
Zwischenkritiken am 1.10, 16.10, 05.11 und 26.11 (jeweils unter Vorbehalt);
Schlusskritik am 17-18.12.;
Einführungsveranstaltung: 17 September 11.00 Uhr;
Leitung: Manuel Herz, <email-pii>;
Assistenz: Julia Jamrozik, <email-pii>; Hans Focketyn, <email-pii>, Ingrid Schröder, <email-pii>.
Aufgabentyp: Entwurf (ohne integrierte Disziplin)
Einführung: 17. September 11.00 Uhr, ONA
Bei Fragen: <email-pii>
Infos zu Manuel Herz Architekten: www.manuelherz.com
Download: PDF
19.08.2013 webmaster@arch