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Über uns: Geschichte der Kunsthalle
Bereits in den 1840er Jahren war im Kreis der Basler Künstlergesellschaft die Idee der Errichtung eines Basler ‘Künstlerhauses’ bedacht worden. Johann Jakob im Hof hatte den Betrieb einer Fähre über den Rhein angeregt, deren Erträge ein Vereinslokal finanzieren sollten. Mit dem Zusammenschluss der Basler Künstlergesellschaft und dem Basler Kunstverein 1864 übernahm dieser den florierenden Betrieb von zwei Rheinfähren und das bereits gesammelte Geld zur Errichtung einer Kunsthalle. 1869 erfolgte die Grundsteinlegung der Kunsthalle nach den Plänen des Architekten Johann Jakob Stehlins. Ausrichtung und Gestaltung des Gebäudes fügten sich dem ebenfalls von Stehlin errichteten Stadttheater an: Gemeinsam mit dem Stadtcasino setzten die drei Gebäude einen städtebaulichen Akzent, der Musik, Theater und bildende Kunst zu einem urbanen Ensemble vereinte.
Bei der Eröffnung im Frühjahr 1872 fasste der damalige Präsident des Basler Kunstverein die Funktion der Kunsthalle programmatisch zusammen: ‘Der bildenden Kunst eine Stätte zu bereiten, um in unserer Vaterstadt das Interesse dafür anzuregen, zu fördern, zu verbreiten, sowie freundschaftliche Beziehungen unter Künstlern und Kunstfreunden zu pflegen.’ Das Haus am Steinenberg trägt beiden Funktionen Rechnung: Über dem Vereinslokal – heute das populäre Restaurant Kunsthalle – waren im Erdgeschoss Säle für die permanente Präsentation der Sammlungsbestände, Bibliothek und Sitzungszimmer angelegt, im Obergeschoss stand der monumentale Oberlichtsaal für wechselnde Ausstellungen zur Verfügung. Die künstlerische Ausschmückung durch Arnold Böcklin, Carl Brünner, Ernst Stückelberg und Charles Iguel sollten Geschichte und Programmatik des Vereins im Geist ihrer Zeit visualisieren.
Mehrere Anbauten ergänzen seither den ursprünglichen Bau, der zunächst nur durch ein hofseitig angelegtes Bildhaueratelier und durch angrenzende Dienstzimmer erweitert war. 1885 erfolgte die Grundsteinlegung für eine Skulpturenhalle auf dem Grundstück des Kunstvereins, 1898 wurde der Gartenflügel über den Ateliers um ein Stockwerk erhöht, mit der Erhöhung der Skulpturenhalle um ein Bürogeschoss fand die Anlage 1927 äusserlich ihren Abschluss.
Die zunehmende finanzielle Belastung durch den Unterhalt des Gebäudes veranlasste den Verein damals zu einer temporären Vermietung: Hauptgebäude und Seitenflügel der Kunsthalle wurden dem Staat zur Verfügung gestellt, der hier die bis zum Bau des Kunstmuseums heimatlos gewordene öffentliche Kunstsammlung unterbrachte. Die anhaltende kritische Finanzlage sollte das Gebäude 1950 sogar ganz gefährden: beinahe hätte die Kommission das verlockende Angebot einer Grossbank angenommen, das Gebäude zu verkaufen, um sich später in einem Neubau der Investoren einzumieten. Die Abbruchpläne verliefen im Sand, zwischen 1969 und 1973 kam es zu einer gründlichen Renovation.
Seit Juni 2004 zeigt sich die Kunsthalle Basel in ihrer alten Würde wieder neu: Die Architekten Miller & Maranta passten im Auftrag des Basler Kunstvereins das Gebäude den Bedürfnissen des aktuellen Kunstbetriebs an. Die Proportionen blieben unangetastet, die Aufteilung der Räume wurde vor allem im Untergeschoss grosszügig zusammengefasst, ein neuer Parkett sowie die technische Infrastruktur erlauben einen flexibleren Umgang mit den Ausstellungssälen.
Mehr als nur ein Ausstellungshaus für die bildende Kunst, sieht sich die Kunsthalle als Schnittstelle zwischen Künstlern und Kunstvermittlern und als Ort, der zwischen lokalen und internationalen Entwicklungen vermittelt. Der Kunsthallen-Komplex bietet im raschen Rhythmus der wechselnden Ausstellungen die gediegene Konstante.Kolumne von Adam Szymczyk in frieze d/e