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Frankreich wählt: Banges Warten in Europa
Noch bis tief ins 20. Jahrhundert hinein galt Paris als ein mit London vergleichbares Zentrum der westlichen Welt. Das Centre Pompidou (1977) oder der TGV, der train à grande vitesse (1981), standen für Frankreichs Anspruch auf Weltgeltung. Tempi passati! Das Land, das als Impuls- und Taktgeber die europäische Integration über Jahrzehnte prägte, gilt heute als unregierbar und verursacht Europa Kopfzerbrechen. Die rechtsextreme Marine Le Pen, die in den Umfragen vor dem ersten Wahlgang vorne liegt, hetzt gegen Muslime, wird von Moskau finanziert und fordert den «Frexit». Steht Frankreich, seit Jahren vom Niedergang und der hohen Arbeitslosigkeit gebeutelt, vor dem Kollaps?
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Der Staat braucht Einnahmen, damit er Krankenhäuser, Universitäten, die Polizei, die Gerichte, die Strassen oder Kitas und Schulen finanzieren kann. Die Gretchenfrage ist allerdings, wie viel Geld der Fiskus von den Bürgern und Unternehmern haben will.
Der Staat ist über Nacht wieder zum Heilsbringer geworden. Er soll Unternehmen, ja ganze Bevölkerungsschichten, retten, schützen und versorgen. In Deutschland, das sich lange als Sparweltmeister gebärdet hatte, kommt dies, so die gängige Meinung, einem Paradigmenwechsel gleich.