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Wissenschaftlicher Name: Punica granatum
Deutscher Name: Granatapfel
Aus der botanischen Familie der: Lythraceae
Herkunft: westliches bis mittleres Asien
Herkunft und Verbreitung
Die Frucht stammt ursprünglich aus Persien, wurde im Iran etwa 2000 Jahre vor Christus bereits domestiziert. In der Mittelmeerregion war sie ebenfalls bereits seit langer Zeit bekannt. Von dort breitete sie sich in anderen asiatischen Ländern und dem amerikanischen Kontinent aus. Es existiert eine weitere Spezies, die jedoch keine essbaren Früchte hervorbringt.
Klima und Boden
Eine Pflanze, die sich sowohl an tropisches wie subtropisches Klima anpasst und selbst in halbtrockenen Gebieten gedeiht.
Fortpflanzung
Sie geschieht durch Samen, aber die einfachste und effektivste Art der Verbreitung ist durch Stecklinge.
Varietäten
Es gibt sehr viele verbesserte Züchtungen.
Nutzen
Die Frucht des Granatapfels kann in rohem Zustand verzehrt werden, oder in Form von Säften und Gelees – auch einen Wein stellt man aus fermentiertem Zustand der Früchte her, welcher als “Grenadine“ bekannt ist. Ausserdem gewinnt man aus dem Saft einen Sirup, der therapeutische Eigenschaften besitzt und in der Volksmedizin Anwendung findet. Die Frucht ist ein wertvolles Antioxidans und beugt Prostatakrebs vor. Die Schale enthält 30% Tannin, was man auch zur Gerbung von Häuten verwendet.
Eine Frucht, die zwar auch in Brasilien kultiviert wird, aber bei den Brasilianern selbst wenig Beachtung findet. Nach ausgiebigen Studien des Granatapfels – oder des “Romã“, wie die Brasilianer sagen – möchte ich die wesentlichen Ergebnisse seines Nutzens für den menschlichen Körper an dieser Stelle zusammenfassen:
Laboruntersuchungen, sowohl in Brasilien als auch in anderen Ländern, haben ergeben, dass der Granatapfel einen bis zu dreimal höheren Gehalt an Antioxidantien aufweist als jene, die im Grünen Tee oder im Rotwein enthalten sind. Diese Frucht von leicht säuerlichem Geschmack gab Anlass für verschiedene Untersuchungen, weil sie eine Quelle für Stoffe darstellt, die ihre Wirkung bei Heilungsprozessen entfalten und natürliche Antioxidantien darstellen, die ein vorzeitiges Altern verhindern. Ausserdem beweisen Studien jüngeren Datums, dass diese Frucht in der Lage ist, entzündungs- und bakterienhemmende Prozesse des Organismus zu verstärken, das Risiko von Herzkrankheiten zu mindern und sogar bei der Vorbeugung von Krebskrankheiten, besonders der Prostata, hilfreich zu sein.
Es gibt zwei bekanntere Arten des Granatapfels: die gelbe, sie stammt aus Brasilien und enthält eine grosse Menge Samen und nur eine geringe Menge Fruchtfleisch, und die rote, die in Kanada veredelt wurde – mit nur einer geringen Menge an Samen und besonders viel Fruchtfleisch. Die gelben Granatäpfel findet man eher auf den Märkten und auf privaten Pflanzungen – ihr kommerzieller Wert liegt zirka 60% unter dem der roten Sorte. Jedoch sind beide gleichwertig in Bezug auf ihre nutritiven Inhaltsstoffe.
Es wurde schon erwähnt, dass der Granatapfel, beziehungsweise “der Romã“, in Brasilien kaum auf seine besonderen Inhaltsstoffe je untersucht worden ist, trotzdem ist er dem einfachen Volk durch eine aus der Folklore überlieferte Tradition wohlbekannt:
Die Frucht verkörpert wirtschaftlichen Aufschwung und Reichtum – deshalb ist es in vielen brasilianischen Familien Sitte, zur Jahreswende Kerne des Granatapfels zu kauen und am Dreikönigstag (6. Januar) drei Samenkerne in die Geldbörse zu stecken, um mit ihnen während des kommenden Jahres niemals versiegende Gewinne und genug Geld zu garantieren. Dieser Aberglaube wird von den durch die “Companhia de Entrepostos e Armazéns Gerais do Estado de São Paulo (CEAGESP)“ bestätigt, deren Statistik einen Verkauf von zirka 200 Tonnen der Frucht zwischen den Jahren 2001 und 2004 aufweist, wobei sich die grösste Nachfrage auf die Monate Dezember und Januar konzentrierte.
Wer jedoch annimmt, dass die Sympathie des brasilianischen Volkes gegenüber der “Romã“ auf die Grosseltern oder Urgrosseltern zurückzuführen ist, der irrt sich: die Bedeutung dieser Frucht ist nämlich schon Jahrtausende alt – sie erscheint im kulturellen Kontext vieler Völker. Sie wird sogar in biblischen Texten erwähnt und wird mehrfach in Artikeln der Freimaurer zitiert – alles aus Gründen ihres Symbolismus, den sie seit der Antike darstellt.
In Griechenland war es zum Beispiel Sitte, dass Frauen bei religiösen Zusammenkünften Granatäpfel assen, um ihre Fruchtbarkeit anzuregen. Die Griechen boten die Früchte verschiedenen Göttern auch als Opfergabe dar, denn sie glaubten, dass sie einst von der Göttin der Schönheit und der Liebe, Aphrodite, gepflanzt worden sei. Für die Chinesen war der Granatapfel Symbol und Quelle der Langlebigkeit. Bei den Juden symbolisierte die Frucht die Hoffnung auf ein besseres Neues Jahr als das vergangene, und im alten Rom war sie Symbol für Ordnung und Reichtum. Das einfache Volk der Römer, die so genannten “Plebejer“, verehrten die Frucht als Symbol der Liebe, der Vereinigung, der Leidenschaft und der Ehe – wegen ihrer grossen Menge an Samen und der harmonischen Form, mit der diese sich innerhalb des Fruchtfleisches miteinander verbinden.
Alles in allem könnte man viele andere Kulturen erwähnen, in denen der Granatapfel eine prägende Rolle gespielt hat und noch spielt, was jedoch unsere besondere Aufmerksamkeit verdient, ist nicht nur die historische Bedeutung dieser fast unbeachteten Frucht, sondern ihr wissenschaftlich bewiesener Nutzen für unsere Gesundheit, von dem Einiges allerdings schon seit der Antike bekannt ist. Sowohl das Fruchtfleisch als auch die Samenkerne sind reich an Antioxidantien, und die Schale konzentriert in sich deren grösste Anteile. Antioxidantien «bekämpfen» die so genannten “Freien Radikalen“, die ein vorzeitiges Altern des Körpers verursachen – Erschlaffung der Haut, Zellulitis, Verlust der Elastizität, Falten, etc. Sie erhöhen ausserdem den Schutz der Haut gegen die Sonneneinstrahlung, denn die Ellagsäure (eines der stärksten Antioxidantien dieser Frucht) verstärkt den Schutz der Zellen gegen die Aktion ultravioletter Strahlen, einer gefährlichen Quelle von freien Radikalen. Darüber hinaus verhindert sie die Verbreitung von Melanozyten, jener Hautflecken, die von der Sonneneinstrahlung verursacht werden.
Auch ein Tee aus der Schale des Granatapfels wird in der Volksmedizin gegen Halsinfektionen verabreicht, denn die Phenole (Antioxidantien, die zur Bewahrung biologischer Strukturen der Pflanze verantwortlich sind), welche besonders in der Schale und den Kernen der Frucht enthalten sind, haben entzündungshemmende Eigenschaften und mindern die Schmerzen. Ein weiterer in der Frucht enthaltener Stoff, der zur Vorbeugung gegen solche Infektionen wirkt, ist das Tannin, mit einer stark adstringierenden Wirkung, welche die Sekretion der Schleimhaut mindert. Aus denselben Gründen kommt die Frucht auch bei Durchfall zur Anwendung.
Brasilianische Studien, und die ausländischer Wissenschaftler, belegen, dass der Granatapfel einen bis zu dreimal stärkeren Gehalt an Antioxidantien besitzt, wie zum Beispiel Grüner Tee oder Rotwein. Diese Inhaltsstoffe wurden in diversen Studien als verantwortlich für die Oxydierung des LDL (dem “schlechten“ Cholesterin) bezeichnet, sie verhindern die Verhärtung der Arterien und eine Entwicklung der Arteriosklerose, sowie die Bildung von Blutgerinnseln, die einen Herzinfarkt und Gehirnschlag verursachen können.
Das Fruchtfleisch des Granatapfels bewies auch eine verblüffende Wirksamkeit bei Zahnbehandlungen, weil es das Wachstum von Zahnbakterien verhindert. Andere Untersuchungen ergaben, dass die Kerne der Frucht sehr effektive Ergebnisse bei der Behandlung von Augenkrankheiten, wie zum Beispiel der Bindehautentzündung, erzielen können, durch ihren Gehalt an Vitamin A. Und noch mehr: Es gibt Anzeichen dafür, dass das Fruchtfleisch ein Wachstum von Tumorzellen verhindert, durch das Vorhandensein von Anthozyanen (antikarzinogene Substanzen, die für die rote Farbe des Fruchtfleisches verantwortlich sind) in seiner Komposition.
Und wie isst man nun einen Granatapfel am besten?
Es ist bewiesen, dass Brasilien mehr Früchte produziert als die Brasilianer selbst verkonsumieren können. Und der Granatapfel passt besonders gut in dieses Szenario, denn er wird sowieso äusserst selten im Haushalt verwendet – einerseits, weil man in Brasilien nicht daran gewöhnt ist, ihn, zum Beispiel als Dessert auf den Tisch zu bringen, andererseits weiss man hierzulande wenig oder gar nichts über seine Zubereitung. Nun, die Trennung der Kerne, die fest im Fruchtfleisch verankert sind, verlangt eine gewisse Geschicklichkeit. Aber der Saft, den man nach Quetschung der Kerne in einem Sieb erhalten kann, ist leicht herzustellen und kann entweder sofort oder in fermentierter Form getrunken werden – letztere ergibt einen Wein von mildem Geschmack, den man besonders in der Türkei schätzt.
Es ist wichtig zu beachten, dass man beim Kauf auf intakte, vollreife Früchte, ohne erkennbare Schäden achtet – wie zum Beispiel Schnitte, die das Fruchtfleisch freilegen. Druckstellen oder Einschnitte können die Aktivität der Antioxidantien mindern, denn diese Substanzen sind äusserst instabil und verlieren sich leicht, wenn sie hohen Temperaturen ausgesetzt sind, der Präsenz von Sauerstoff oder mechanischen Verletzungen. Deshalb ist zu empfehlen, die Frucht bald nach dem Kauf zu verzehren, anstatt sie längere Zeit liegen zu lassen. Auch die Schale sollte dabei nicht vergessen werden, jedoch wegen ihres bitteren Geschmacks und ihrer adstringierenden Eigenschaften kann man sie im Mixer zerkleinern und mit Säften, Salaten und Joghurts vermischen, um unserer Ernährung ein gesundes Ingrediens beizufügen.
Um nun diese wohltuende Frucht auf ganz subtile Weise im Kreis Ihrer Familie einzuführen, haben wir das folgende Rezept vorbereitet:
Fruchtsalat mit Granatapfel-Sosse
- 1 Mango
- 1 Papaya
- 10 Scheiben Ananas (5 für den Salat und weitere 5 für den Saft)
- 2 Äpfel
- 2 Bananen
- 4 Orangen
- 4 Granatäpfel
- 1 fettarmer Jogurt
- 1 Teelöffel Zucker
Zubereitung
Die Früchte (ausser den Granatäpfeln und den Orangen) in kleine Würfel schneiden.
Im Mixer die 5 Ananasscheiben und die Orangen zerkleinern. Es ist nicht notwendig, diesen Brei durch ein Sieb zu seien.
Das Fruchtfleisch der Granatäpfel auslösen und mit dem Joghurt und dem Zucker mischen.
Jetzt stellen Sie die Schüssel mit den gewürfelten Früchten zusammen, giessen die Ananas/Orangensaft darüber und zuletzt setzen Sie den Joghurt/ Granatapfel-Mix obendrauf. Als Dekoration machen sich Pfefferminzblättchen recht gut. Guten Appetit!