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Uhrmacherkunst
Die Tradition der Uhrmacherei im Vallée de Joux ist mehr als zwei Jahrhunderte alt. Sie ist die logische Fortsetzung der Eisenindustrie, die entlang des Juragürtels seit Urzeiten durch Nagelschmiede, Schlosser, Messerschmiede und auch Waffenschmiede ausgeübt wird. Diese Handwerker schlagen und bearbeiten das Eisen, eine Aktivität, die parallel zur Landwirtschaft wegen des mageren Ertrags der Erde lebensnotwendig war.
Auch die Fertigkeit, welche die Combiers (Bewohner des Vallée de Joux) mit den präzisen Gesten des Facettieren von Edelsteinen und farbigem Glas der Steinschneideindustrie im benachbarten Pays de Gex in Frankreich am Anfang des 18. Jahrhunderts erlernt haben, trug zur Entstehung der Uhrmachertalents bei.
Die ursprünglichen Standuhren der Golays von Le Brassus und Le Chenit sind ebenfalls das Resultat von einträglichen Kontakten mit dem benachbarten Frankreich. Im Jahre 1740 arbeitet sich Samuel-Oliver Meylan bei einem Uhrmacher in Rolle in die Uhrmacherei ein. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten folgen andere seinem Beispiel, sodass die neue Industrie definitiv im Vallée de Joux ansässig wird. So strengt sich jeder fleissig an seiner Werkbank an, in einem Atelier, das sich meistens auf Dachbodenebene des Bauernhauses befindet. Davon zeugen noch heute pittoresk aneinandergereihte Fenster solcher ehrwürdigen Bauwerke.
Die Bauern lebten im Rhythmus der Natur und bearbeiteten ihr Land im Sommer, und wurden im Winter für sechs Monate zu Uhrmachern, während denen sie Wunderwerke von Uhren in ihren Werkstätten herstellten, die noch in der Gegenwart viel Bewunderung hervorrufen.
Gegenwärtig hat das Vallée de Joux diese Leaderposition ausgebaut und ist weltweit die Referenz der Uhrmacherkunst; Prunkstücke von komplexen und komplizierten Uhren werden hier hergestellt. Das Tal zählt etwa 20 Uhrenmanufakturen, deren Kunstwerke die Schaufenster der bekanntesten und begehrtesten Schmuck- und Uhrenläden aller Metropolen zieren.