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Protokoll der XLI. Abgeordnetenversammlung
Samstag den 12. September 1903, nachmittags 3 Uhr, im Hotel Pontresina in Pontresina.
Den Vorsitz führt der Zentralpräsident Herr Prof. Dr. Boßhard. Vom Zentralkomitee sind weiter anwesend die Herren: Dekan Herold, Vizepräsident; Werner Sträuli, Zentralkassier; Olaf Kjelsberg und Notar Denzler, Zentralsekretär.
1. Der Aufruf der Abgeordneten zeigt folgende Vertretungen: Aarau: Herren O. Öhler, Ed. Müller; Am Albis: Herr Dr. Kunzmann; Alteis: Herren Dr. Hans Biehly, Victor de Beauclair; Bachtel: Herren Brennwald, Dr. Stahel, Stauber; Basel: Herren C. Stähelin, Ferd. Wortmann, Emil Settelen, Karl Egger; Bern: Herren Prof. H. Graf, A. Lardelli, R. Probst, H. Kempf, H. Wylenmann, Dr. Kürsteiner; Bernina: Herren Dr. Bernhard, Lanz, Vassali; Biel: Herren Dr. A. Bähler, A. Leuenberger, Prof. F. Studer; Blümlisalp: Herr Heb. Ziegler; Bodan: Herren Rud. Scherb, Karl Sträub; Burgdorf: Herren P. Christen, F. Friedrich; Chaux-de-Fonds: Herren Ch. F. Robert, Albert Theile, Ernst Gcering, Neukomm; Davos: Herren A. Rzewusky, P. Caflisch; Diablerets: Herren Dr. Heer, A. Barbey, Fritz Henzy, Henri Pasqual, Margot, Dr. A. Weith; Genevoise: Herren E. Berlie, A. Bernoud, D. Déletra, E. Perrottet, E. Thury, Servet, Vaucher, W. Kündig; Jaman: Herren A. Dufour-Nicollier, Jules Chavannes, F. Loude; Lägern: Herren Robert Jeuch-Rohn, Rud. Suter; Lindenberg: Herr H. Wetzstein; Moléson: Herren V. Chalamel, Dr. v. Wak; L. Wumann; Monte Rosa: Herr Josef Clausen; Mythen: Herren Meinrad Theiler, Kl. Lienert-Wickart; Neuchâteloise: Herren A.J.obin, Dubied, Schelling; Oberaargau: Herren C. Kofel, A. Haas, H. von Arx; Oberland: Herren Ernst Feller, Hans Ruef, Ernst Steiner; Pilatus: Herren Conr. Frank, Alfr. Grsenicher, Rud. Wekerlin; Piz Sol: Herren Bernold, Dr. Helbling; Piz Terri: Herr Castelberg; Prättigau: Herren U. Obrecht, Äbli-Marugg; Randen: Herren Ch. Hössli, J. C. Bahnmaier; Rhätia: Herren August Henne, Emanuel Meisser, David Hemmi; Rorschach: Herren Karl Hedinger, Theod. Bringolf; Roßberg: Herr Alb. Waller; St. Gallen: Herren Dr. Oskar Seiler, Karl Egloff, Konr. Forster, Oskar Buchenhorner, Theod. Adler; Säntis: Herren Hans Buchli, Jakob Gähler; Thurgau: Herren J. Kihm, J. Gutersohn; Titlis: Herren Jos. Odermatt, Karl Fischer, Kaspar Gabriel; Tödi: Herren Karl Kollmus, Jacques Bäschlin, Rudolf Bühler; Toggenburg: Herr E. Güpfert; Unterengadin: Herr Otto Könz; Uto: Herren Dr. E. Walder, A. Baer, H. Hausheer, F. Öderlin, Trümpler-Hurter, Robert Syz, A. Pfrunder, Hurter-Helbling; Weißenstein: Herren Jules Branschi, Wilhelm Forster, Dr. Rob. Schöpfer; Winterthur: Herren Dr. A. Halblützel, Dr Näf-Blumer, Dr. E. Kollbrunner; Zofingen: Herren Gustav Strähl, Erwin Siegfried.
Zusammen 119 Abgeordnete, welche 43 Sektionen vertreten. Die Sektionen Emmental, Gotthard und Tessin sind nicht vertreten.
2. Die Wahl der Stimmenzähler, die das gegenwärtige Protokoll zu prüfen und zu unterzeichnen haben, erfolgt durch offene Abstimmung. Es werden gewählt die Herren: Bernoud ( Genf ), Barbey ( Diablerets ), Christen, ( Burgdorf ), Kollmus ( Tödi ).
Vorlage der Jahresrechnung für 1902. Bericht der Rechnungs-Revisoren.
Der Zentralkassier, Herr W. Sträuli, legt die im Jahrbuch und in der „ Alpina " abgedruckte Jahresrechnung pro 1902 vor. Die Verlesung derselben wird nicht verlangt, dagegen wird der Revisionsbericht wörtlich vorgelesen. Derselbe ist am Schlüsse dieses Protokolls abgedruckt.
Der anwesende Revisor, Herr Dr. Seiler, erklärt, dem Berichte mündlich nichts beizufügen zu haben.
An der hierauf eröffneten allgemeinen Diskussion beteiligt sich lediglich Herr Bernoud ( Sektion Genf ), der dem Wunsche Ausdruck gibt, daß die Rechnung künftig gedruckt in die Hände der Delegierten gelegt werde.
Der Vorsitzende konstatiert also zu Protokoll, daß die Rechnung und der Revisionsberieht einstimmig gutgeheißen seien.
4. Wahl der Rechnungsrevisoren.
In offener Abstimmung werden als Revisoren für das Jahr 1903 gewählt die Herren: Hößli ( Randen ), Margot ( Diablerets ) und als Ersatzmänner die Herren Wortmann ( Basel ), Bernoud ( Genevoise ).
5. Bericht über den Stand der Einnahmen und Ausgaben im laufenden Jahre.
Der Zentralkassier, Herr Sträuli, gibt eine titelweise Zusammenstellung der diesjährigen Einnahmen und Ausgaben und fügt eine Vergleichung des Vermögensstandes Ende 1899 gegen heute bei. Der Vermögenszuwachs in den 4 Jahren beträgt rund Fr. 19,000. Der Bericht gibt zu keiner Diskussion Veranlassung und wird stillschweigend genehmigt.
Über Traktandum 6, Motion der Sektion Genf betreffend Fuhrertaxen, referiert im Namen des Zentralkomitees der Sekretär Denzler.
Es stehen dem S.A.C. keine Mittel zur Verfügung, um gegen Führer, die sich der Überforderung schuldig machen, disziplinarisch vorzugehen, da die meisten Führer ( z.B. in den Kantonen Bern und Wallis ) durch die Kantonsregierungen patentiert werden. Das Zentralkomitee verspreche aber, bei Neubearbeitung der Führertarife Mittel und Wege zu suchen, um fehlbare Führer in geeigneter Weise bestrafen zu köunen, es könnte das beispielsweise durch Entzug des Beitrages an die Unfall-versicherungsprämie geschehen; für einmal bleibe den Clubmitgliedern nur der Ausweg übrig, die Taxen für jede Tour genau zu vereinbaren oder sich im Falle der Überforderung beschwerend an die betreffende Kantonsregierung oder Sektion zu wenden.
Nach eröffneter Diskussion spricht Herr Bernoud ( Genf ) noch den Wunsch aus, daß die Touristen durch Affichen in den Hotels u. s. w. auf das angedeutete Verfahren aufmerksam gemacht werden und Herr Clausen ( Monte Rosa ) teilt mit, daß im Kanton Wallis mit der Revision der Führerbüchlein begonnen worden und die Sektion Monte Rosa auf Abhülfe bedacht sei.
Damit ist die Motion erledigt.
Traktandum 7. Motion der Sektion Genf betreffend Taxen in den Clubhütten.
Der Referent, Herr Kjelsberg, führt aus, daß das Zentralkomitee in dieser Frage noch auf dem gleichen Boden stehe wie letztes Jahr. An dem Grundsatze, die freie Benutzung der nicht bewirtschafteten Hütten jedermann zu gestatten, sollte nicht gerüttelt werden, dagegen stehe es den Sektionen frei, die Taxen für Verwendung von dem vorhandenen Brennholz im Einverständnisse mit dem Zentralkomitee zu erhöhen.
Im Namen der Sektion Genf erklärt sich der Delegierte, Herr Dé-letra, hiermit einverstanden.
Es folgt Traktandum 8. Gesuch der Sektion Bern um einen jährlichen Beitrag von Fr. 1500 an das Alpine Museum in Bern.
Im Namen des Zentralkomitees referiert Herr Dekan Herold. Die Sektionen, in der „ Alpina " um ihre Meinungsäußerung ersucht, haben geteilte Ansichten kundgegeben; während die Einen einen ablehnenden Standpunkt einnehmen, seien andere für Gewährung der Subvention. Einzelne Sektionen wünschen dabei die Aufstellung gewisser Bedingungen; So sollte bestimmt werden, daß die Mitglieder des S.A.C. freien Zutritt zum Museum haben und daß keine Reklame mit dem Museum betrieben werde. Für die Zukunft habe sich die Delegiertenversammlung jedenfalls freie Hand vorzubehalten.
Nach Prüfung der Sachlage sei das Zentralkomitee zu folgendem Antrage gelangt:
1. Es wird dem Alpinen Museum in Bern für das Jahr 1903 ein Beitrag von Fr. 1500 aus der Kasse des S.A.C. gewährt. Die Bewilligung von Beiträgen auch für spätere Jahre ist Sache der jeweiligen Delegiertenversammlungen und setzt ein Gesuch der Museumsverwaltung nebst Bericht und Rechnung für das abgelaufene Jahr voraus.
2. Das Zentralkomitee hat das Recht, einen Vertreter in die Aufsichtsbehörde abzuordnen, der darin Sitz und Stimme hat.
Herr Prof. Graf ( Sektion Bern ) gibt noch nähere Aufschlüsse über die Einrichtung des Museums, die Lokalfrage und die Unterstützungen aus Berner Kreisen. Er empfiehlt den Antrag des Zentralkomitees zur Genehmigung.
Die Herren Berlie ( Genf ) und Chavannes ( Jaman ) beantragen vollständige Ablehnung des Subventionsbegehrens. Beide gehen von der Ansicht aus, daß ein solches Alpines Museum keinen Nutzen für den 8. A. C. habe, und die erste Subvention weitere im Gefolge haben werde.
Flir die Annahme des Antrages des Zentralkomitees sprechen sich noch aus die Herren Stähelin ( Sektion Basel ) und Kempf ( Sektion Bern ).
Alsdann wird zur Abstimmung geschritten.
Der verlesene Antrag des Zentralkomitees wird mit 62 Stimmen angenommen gegenüber 43 Stimmen, die auf den Verwerfungsantrag der Herren Berlie und Chavannes fallen.
Herr Professor Graf verdankt die Subvention im Namen der Sektion Bern.
Im Anschlüsse hieran erklärt Herr Berlie, daß er nicht der letzte sein werde, mitzuhelfen, wenn die Sektion Bern mit weiser Sparsamke.it zu Werke gehe.
Traktandum 9. Antrag des Zentralkomitees, in Zukunft die Bezeichnung offizieller Exkursionsgebiete zu unterlassen.
Im Namen des Zentralkomitees führt Herr Dekan Herold des nähern aus, daß nachdem allmählich alle Gebiete des schweizerischen Gebirgslandes ein- oder mehrmals als Exkursionsgebiete im Sinne der Statuten bezeichnet gewesen seien und die Durchforschung des Alpenlandes so wie so von Jahr zu Jahr zunehme, die Bestimmung solcher Clubgebiete keinen Sinn mehr habe.
Die Abgeordnetenversammlung genehmigt ohne Diskussion die Stellung des Antrages an die morgige Generalversammlung, die Bezeichnung offizieller Exkursionsgebiete zu unterlassen, dagegen wie bisher von Zeit zu Zeit vollkommene Karten über einzelne Gebiete herauszugeben.
Traktandum 10. Antrag des Zentralkomitees betr. den Clubführer.
Vom Referenten, Zentralsekretär Denzler, wird vorgebracht, daß das Zentralkomitee versuchsweise einen Clubführer für die Glarner Alpen herausgegeben habe, da hierfür in der Person des Herrn Dr. Näf in Schwanden ein ausgezeichneter Autor zu finden gewesen sei, daß die Anerkennungen, welche dieser gediegenen Arbeit zu teil geworden seien, das Zentralkomitee ermutigt habe, auf dem begonnenen Wege weiter zu schreiten und der heutigen Versammlung zu beantragen, es solle der S.A.C. periodisch, alle zwei Jahre einen solchen Clubführer herausgeben, der allgemein verständlich geschrieben sei und sich auf rein touristischem oder botanischem oder geologischem oder einem andern wissenschaftlichen Gebiete bewege.
Die Verleger der von den Herren Coolidge & Conway verfaßten Climbers'guides haben, so berichtet der Referent weiter, jüngsthin unter Betonung ihres Urheberrechtes Einsprache gegen die Herausgabe weiterer Clubführer erhoben. Das Zentralkomitee halte aber solche Einwendungen nicht für begründet, da der Glarner Clubführer keine Entlehnungen aus fraglichen englischen Werken enthalte.
In der Diskussion spricht Herr Bernoud ( Sektion Genf ) den Wunsch aus, daß dem touristischen Gebiete der Vorzug gegeben werde und diese Clubführer auch in französischer Sprache erscheinen.
Herr Henne ( Sektion Rhätia ) hält dafür, daß ein bestimmter Termin für die Herausgabe des Clubführers nicht festgesetzt werde, und es ratsam sei, diese Werke alle im selben Formate erstellen zu lassen.
Der Referent erklärt sich mit der Berücksichtigung der ausgesprochenen Wünsche einverstanden und es ist, da Gegenanträge nicht gestellt werden, der Antrag des Zentralkomitees in diesem Sinne zum Beschluß erhoben.
Traktandum 11. Antrag der Sektion St. Gallen betr. Herausgabe eines Repertoriums zum Jahrbuch Band 21 bis 40.
Der Referent, Herr Dekan Herold, berichtet, daß seinerzeit Herr von Bülow dem S.A.C. ein Repertorium der ersten 20 Bände des Jahrbuches zum Geschenk gemacht habe und das Zentralkomitee die Anregung der Sektion St. Gallen, auch für die Bände 21 bis 40 ein Repertorium erstellen und womöglich mit dem 41. Bande erscheinen zu lassen, gerne acceptiere und das Nötige anordnen werde.
An der Diskussion beteiligen sich die Herren Dr. Seiler ( Sektion St. Gallen ), der die Notwendigkeit eines solchen Repertoriums hervorhebt und die erforderlichen Anordnungen mit aller Ruhe dem Zentralkomitee überlassen will, Hößli ( Sektion Randen ), welcher ein alphabetisch geordnetes Register über alle Beilagen zum Jahrbuch wünscht, Bahnmaier, Henne, Dr. Helbling und Prof. Graf, die sich über Detailpunkte wie Format, Erstellung eines Autorenverzeichnisses etc. aussprechen.
Der Referent nimmt die geäußerten Wünsche als vom Zentralkomitee ohnehin vorgesehen entgegen, und es wird vom Vorsitzenden zu Protokoll konstatiert, daß auch dieser Antrag einstimmig genehmigt sei.
12. Vorlage des Zentralkomitees betreffend das alpine Rettungs wesen.
Referent hierüber ist Herr Zentralpräsident Boßhard; das Präsidium geht für dieses Traktandum über an den Vizepräsidenten Dekan Herold.
Herr Dr. Boßhard verweist auf die Veröffentlichungen in der „ Alpina " 1903, Nr. 6 und 7.
Der vorgelegte Entwurf lehne sich an das erprobte Vorgehen des D. & Ö.A.V. an und sei für unsere einfachen Verhältnisse zugeschnitten. Er enthalte namentlich zwei Grundsätze: einmal die Gewähr, daß unter allen Umständen und ohne Nebenrücksichten die nötige Hülfe geleistet werde, dann aber die Garantie für die aufgebotenen Rettungsmannschaften, daß sie entsprechend entlohnt werden, ohne daß die Kosten unnötig anwachsen.
Fälle wie z.B. derjenige von Tresch 1902 sollten sich nicht wiederholen und es sei Sache des S.A.C. hierfür zu sorgen. Die Erfahrungen in den Ostalpen sprechen dafür, daß das geplante Vorgehen dem S.A.C. nicht zu viel Opfer auferlegen werde.
Der Referent empfiehlt die Annahme des im Drucke vorliegenden Entwurfes mit folgenden zwei Zusätzen, die dem Zentralkomitee brieflich durch Herrn Pfarrer Straßer unterbreitet worden sind: Art. 8 soll lauten: Die Kosten der von den Rettungsstellen angeordneten Hülfsunternehmungen werden, soweit sie nicht von beteiligter Seite ( den Verunglückten oder deren Angehörigen ) getragen werden, von der Zentralkasse je nach Bericht und Kechnung ganz oder teilweise vergütet.
Unter c ( Verrechnung der Kosten ) soll gesagt werden: Der Obmann der Rettungsstelle, wenn nötig die Lokalsektion oder das Zentralkomitee des S.A.C., werden dafür sorgen, daß die Entschädigung von den Beteiligten geleistet wird.
Zum Schlüsse bittet der Referent, sich in der Diskussion nicht in Details einzulassen, da man ja Versuche mache und die Organisation jedes Jahr nach den gemachten Erfahrungen umgestalten könne.
Herr Clausen ( Sektion Monte Rosa ) hält zwei Bemerkungen für nötig. In Art. 6 sollte gesagt werden, daß die Hülfskolonnen mit bengalischen Kerzen oder Raketen auszurüsten seien, die in der Rettungsstation aufzubewahren seien und in Art. 7 könnte die Möglichkeit vorgesehen werden, die beabsichtigte Tour der Rettungsstelle anzuzeigen, eventuell in geschlossenem Couvert.
Herr Dr. Bernhard ( Sektion Bernina ) findet es wünschenswert, die Rettungsmittel in der Zentralstelle und nicht in den Hütten unterzubringen, da letztere, namentlich an Grenzorten, gar oft ausgeplündert werden. In den Hütten sollten nur Tragbahren und Binden aufzubewahren sein.
Herrn Berlie ( Sektion Genf ), der sich nach den Kosten erkundigt, erwidert der Referent, daß sich hierüber noch nichts Bestimmtes sagen lasse. Nach der Berechnung des Herrn Dr. Salili werde die komplette Ausstattung einer Rettungsstation auf zirka Fr. 400 zu stehen kommen. Verschiedenes halte er, Referent, aber für überflüssig.
Die von den Vorrednern gestellten Wünsche und Bemerkungen werden von dem Referenten acceptiert und sollen in geeigneter Weise Berücksichtigung finden.
Die Diskussion ist erschöpft und der vorgelegte Entwurf mit den erwähnten Zusätzen zum Beschlüsse erhoben.
13. Vorlage des Zentralkomitees betreffend die Unfallversicherung der Klubisten.
Über dieses, die ganze Amtsperiode hindurch sich windende Traktandum referiert Notar Denzler, auf den bezüglichen Bericht in Nr. 10 der „ Alpina " verweisend.
Die Regulierung dieser Angelegenheit habe sich noch schwieriger gestaltet, weil die Erneuerung des Führerversicherungsvertrages und der Abschluß eines Vertrages über die Versicherung der Rettungsmannschaften miteinbezogen worden seien. Die Gesellschaft „ Zürich " habe die Prämie der Fuhrerversicherung, welche die Zentralkasse so schwer belaste, bloß um l°/oo, statt der vom Zentralkomitee gewünschten 2°/oo, reduziert, dagegen einen jährlichen Beitrag an die Kosten der Führerkurse und die Organisation des alpinen Rettungswesens versprochen. Der Referent hoffe mit den Revisoren, daß die reiche Gesellschaft nicht auf Kosten unseres gemeinnützigen Unternehmens Gewinn erzielen wolle und der Zentralkasse des S.A.C. in irgend welcher Weise gerecht werde.
Nach vielfachen Bemühungen habe schließlich mit der Gesellschaft „ Zürich " und der Schweizer. Unfallversicherungsgesellschaft in Winterthur der in der „ Alpina " abgedruckte Vertrag zustande gebracht werden können, wonach unter mäßiger Erhöhung des Prämienzuschlages der Tourist sich auch für Bergtouren versichern könne, die in Begleitung eines andern gemacht werden, der schon mehrere gleichwertige Touren ausgeführt habe. Ein Mehreres sei nicht zu erreichen gewesen, der Vertrag sei aber nur auf die Dauer eines Jahres abgeschlossen worden, und das Zentralkomitee ersuche die Sektionen und Clubmitglieder, die Erfahrungen, welche sie bei Eingehung und Abwicklung der durch den Vertrag ermöglichten Versicherungen machen, dem Zentralkomitee mitzuteilen, um dieses in den Stand zu setzen, bis zum 1. März 1904 über Erneuerung oder Kündigung des Vertrages Beschluß zu fassen.
Der Vertrag wird in diesem Sinne ohne Diskussion genehmigt.
14. Voranschlag für Clubhüttenneubauten 1904. Referent: Herr Kjelsberg.
a. Sektion Piz Sol: Errichtung einer Hütte am Spitzmeilen. Diese Hütte, namentlich Skiläufern dienend, ist auf Fr. 7000 veranschlagt, und es beantragt das Zentralkomitee eine Subvention von 50%, im Maximum Fr. 3500 zu beschließen, unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, daß Budget und Pläne dem Zentralkomitee rechtzeitig zur Prüfung und Genehmigung vorgelegt werden.
Herr Kempf ( Sektion Bern ) hält das Subventionsgesuch für statutenwidrig und beantragt Ablehnung.
Für Annahme sprechen sich indessen aus die Herren Dr. Biehly, Bernold und Prof. Graf Der Antrag des Zentralkomitees wird mit großer Mehrheit angenommen.
b. Sektion Biel: Neubau der Hütte am Oberaarjoch. Diese neue Hütte soll Platz für etwa 30 Personen bieten und kommt auf zirka Fr. 13,500 zu stehen. Die Pläne lassen auf einen sehr praktischen Bau schließen.
Das Zentralkomitee beantragt eine Subvention von rund Fr. 8000. Nachdem noch Herr Dr. Bähler ( Sektion Biel ) ausführliche Details über die Notwendigkeit des Baues und die hohen Transportspesen gegeben, wird auch dieser Posten ohne weitere Diskussion genehmigt.
c. Sektion Bern: Neubau der Berglihütte. Die Verhältnisse sind hier ähnlich wie bei der Oberaarjochhütte. Der Bauplatz ist bereits geebnet.
Die Kosten werden auf zirka Fr. 12,000 veranschlagt und es empfiehlt das Zentralkomitee eine Subvention von 50 °;o der nachgewiesenen Kosten, im Maximum Fr. 6000. Der Antrag wird ohne Diskussion acceptiert.
15. Festsetzung des Vorschlages an die Generalversammlung betreffend den Sitz des Zentralkomitees für die Amtsdauer 1904 bis 1907.
Zentralsekretär Denzler berichtet, daß sich das Zentralkomitee gesagt habe, es sei die Zentralleitung, bisherigem Usus gemäß und der Mit- gliederzalil der romanischen und deutschsprechenden Sektionen entsprechend, während zwei Perioden in den Händen einer deutschsprechenden Sektion und eine Periode bei einer romanischen Sektion zu belassen und es solle bei der Neubestellung eine Sektion berücksichtigt werden, welche die Zentralleitung noch nie inne gehabt habe.
Das Augenmerk des gegenwärtigen Zentralkomitees sei dabei auf die rührige und gut geleitete Sektion Weißenstein gefallen und es empfehle das Zentralkomitee im Einverständnisse mit vielen Mitgliedern verschiedener Sektionen der heutigen Abgeordnetenversammlung, der Generalversammlung zu beantragen, es sei die Zentralleitung für die Jahre 1904 bis 1907 der Sektion Weißenstein zu übertragen und als Zentralpräsident Herr Oberrichter Dr. Robert Schöpfer in Solothurn zu wählen.
Traktandum 16. Festsetzung des Vorschlages an die Generalversammlung betreffend den Festort für 1905.
Referent: Herr W. Sträuli. Es liegt einzig eine Anmeldung vor seitens der Sektion Titlis, welche sich zur Übernahme des nächsten Clubfestes bereit erklärt und Engelberg als Festort bezeichnet; das Zentralkomitee spricht sich für die Annahme aus.
Die Abgeordnetenversammlung beschließt, diesen Antrag an die Generalversammlung weiter zu leiten.
Damit sind die Traktanden erschöpft, die Anfrage des Vorsitzenden, ob aus dem Schöße der Versammlung noch irgend welche Anfragen gestellt oder Anregungen gemacht werden wollen, wird von Herrn Neukomm ( Sektion Chaux-de-Fonds ) benützt, um sich nach dem Schicksal der Matterhornhütte zu erkundigen.
Der Vorsitzende erwidert, daß der Bau an dem Widerstand der Gemeinde Zermatt gescheitert sei, welche keine bewirtschaftete Hütte dulden wolle. Herr Clausen fügt bei, daß die Sektion Monte Rosa die Angelegenheit nicht ruhen lasse, sondern daß an der Verwirklichung des Projektes weiter gearbeitet werde.
Die Versammlung wird hierauf ( 58/* Uhr ) als geschlossen erklärt und den Abgeordneten für ihre Ausdauer und rege Teilnahme an den Verhandlungen gedankt.
Die Richtigkeit des Protokolls bezeugen:
Im Namen der AbgcordnetenverSammlung. Der Vorsitzende:Der Aktuar:
Dr. Boßhard.J. U. Denzler.
Die Stimmenzähler: P. Christen.Karl Kollmus.
A. Bernoud.A. Barbey.