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ARA Chemie
Die ARA Chemie reinigt eine Abwassermenge von rund 1'200'00 Kubikmeter pro Jahr. Das entspricht rund 3'300 Kubikmeter pro Tag. Allerdings ist das Industrieabwasser wesentlich konzentrierter als das kommunale Abwasser. Die ARA Chemie reinigt die industriellen Abwässer von Roche, Huntsman, Novartis Pharma, BASF und Syngenta der Werke in Basel sowie der französischen Werke von BASF, Novartis Pharma und TFL in Huningue.
Die ARA Chemie wurde eigens für die Reinigung der Abwässer der grossen Basler Chemiefirmen erstellt und sie befindet sich unmittelbar neben der ARA der Stadt Basel, wo die häuslichen Abwasser entsorgt werden. Die Industrieabwässer gelangen in Freilaufrohren zuerst in ein Pumpwerk, von wo sie in die ARA gepumpt werden. Diese Rohrleitungen verlaufen in begehbaren Tunneln, die mit Leckfühlern ausgerüstet sind und damit einen optimalen Schutz des Grundwassers gewährleisten.
In der ARA durchläuft das industrielle Abwasser (C) dann 7 verschiedene Reinigungsstufen:
Im Mischbecken (1) mischen sich die verschiedenen Abwasserströme. Hier ist ein erster Ausgleich möglich, also eine Art Vorneutralisation ohne zusätzlichen Bedarf an Chemikalien.
Im Vorklärbecken (3) wird der im Neutralisationsbecken gebildete Schlamm (c) vom Abwasser getrennt, wobei dieser nach dem Absetzten über Pumpen kontinuierlich abgezogen und teilweise in die Neutralisation zurückgepumpt wird. Überschüssiger Vorklärschlamm wird in die Eindicker der Schlammbehandlung gepumpt.
In der Regel arbeiten die Produktionsbetriebe nur während 5 Tagen pro Woche; wenn Feiertage anfallen, noch weniger. Die Bakterien des Belebtschlammes verlangen dessen ungeachtet ihre tägliche Mahlzeit, die im Abwasser enthalten ist. In einem der 3 grossen Speicherbecken (4) zu je 15‘000 m3 wird das neutralisierte Abwasser gesammelt, damit es während der arbeitsfreien Tage gleichmässig der Biologie zugeführt werden kann. Ein Speicherbecken steht immer leer bereit, um im Falle einer Fehleinleitung eine getrennte Auffangmöglichkeit zu bieten.
Das vorgereinigte Abwasser gelangt aus den Speicherbecken in die Biologie (5), auch Belebung genannt. Der Belebtschlamm besteht aus Bakterien, die mit Hilfe von Sauerstoff die organischen Inhaltsstoffe des Abwassers in ihre Zellmasse einbauen, sie zu Kohlendioxid und Wasser veratmen und sich dabei vermehren. Die Verweilzeit des Abwassers im Belebungsbecken beträgt ungefähr 12 Stunden, was im Gegensatz zur Behandlung in der kommunalen Anlage mit 2 Stunden sehr lang ist. Es muss den Bakterien genügend Zeit gegeben werden, um auch die komplizierten Verbindungen abzubauen. Zwischen Belebungs- und Nachklärbecken befindet sich die Entgasungszone (6). Dort lösen sich die dem Belebtschlamm anhaftenden Luftbläschen und verbessern dadurch das Absetzverhalten des Schlamms.
Im Nachklärbecken (7) setzt sich der laufend neu gebildete Belebtschlamm aus dem gereinigten Abwasser ab. Der auf dem Boden abgesetzte Schlamm wird abgezogen und grösstenteils als Rücklaufschlamm wieder in die Belebung zurückgeführt. Der Überschussschlamm (d) wird zusammen mit dem Vorklärschlamm (c) in die Eindicker der Schlammbehandlung gepumpt.
Da der Auslauf der Nachklärbecken noch ungelöste Stoffe enthalten kann, wurde 1994 eine Flockungs-/Flotationsanlage als zusätzliche Reinigungsstufe (8) zur Verminderung dieser Stoffe in Betrieb genommen. In dieser Behandlungsstufe wird wenn nötig das Abwasser mit Flockungsmittel behandelt. Dann folgt die eigentliche Flotation, die nach dem Prinzip der Entspannungsflotation arbeitet. Durch Sättigung des Abwassers mit Pressluft bilden sich beim Entspannen kleine Luftblasen, die sich an die Flocken anlagern und diese an die Oberfläche bringen. Der an der Oberfläche schwimmende Schlamm sowie der Bodenschlamm werden gemeinsam abgezogen. Diese Stufen durchläuft das Chemieabwasser, bis es den gesetzlichen Auflagen entspricht und durch den Ableitungskanal der ARA Basel in den Vorfluter Rhein eingeleitet (B) werden kann.
Was im Weiteren die bei der Reinigung anfallende Abluft (e) anbelangt, so wird sie aus allen Reinigungsstufen gesammelt und in 3 hintereinander geschalteten Gaswäschern mit nachfolgenden Aktivkohlefiltern (9) behandelt. Die gereinigte Abluft (D) wird dann in die Atmosphäre abgegeben. Dadurch werden nicht nur die Geruchs-, sondern auch die Lärmemissionen reduziert.