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Was bedeutet die Übernahme für die Aktionäre der CS?
Der Kaufpreis beläuft sich auf rund CHF 3 Mrd. und wird vollkommen über Aktien der UBS beglichen werden. Aktionäre der CS erhalten für je 22.48 Aktien je eine neue UBS Aktie. Dies entspricht einem Abschlag von mehr als 50 Prozent zum letzten Börsenkurs. Die Fusion soll bis zum Jahresende abgeschlossen werden und ist – aufgrund des angewandten Notrechts – nicht von der Zustimmung der UBS- und CS-Aktionäre abhängig. CS-Aktien sind zurzeit noch an der Schweizer Börse handelbar.
Handelt es sich um eine CS-Krise oder um eine Bankenkrise?
Die Übernahme durch die UBS war die bestmögliche Lösung nachdem klar wurde, dass die Probleme bei der CS auch durch die Liquiditätsgarantien der SNB nicht behoben werden können. Damit war ein resolutes Einschreiten notwendig – vor allem weil die CS eine global systemrelevante Grossbank ist.
Die vergangene Woche hat uns vor Augen geführt, wie fragil das Bankensystem ist. Insgesamt ist das globale Bankensystem zwar sehr gut kapitalisiert, es befindet sich aber in einer Vertrauenskrise. Die Probleme der Credit Suisse unterscheiden sich deutlich von jenen der US-Regionalbanken. Der Zusam-menbruch der Silicon Valley Bank war das Ergebnis ihres Geschäftsmodells, das sich durch eine sehr konzentrierte Einlagebasis und ein schlechtes Liquiditätsmanagement auszeichnete. Diese Merkmale sind für globale Banken nicht zutreffend.
Die zentrale Frage ist, ob es sich bei den aktuellen Ereignissen um eine relativ kurze Phase erhöhter Volatilität handelt oder um erste Anzeichen einer grösseren Bankenkrise. Zum aktuellen Zeitpunkt kann dies nicht abschliessend beurteilt werden.
Gründe für vorsichtigen Optimismus
Anders als 2007 gibt es aktuell keine grossen Kreditverluste, die in undurchsichtigen Bankbilanzen versteckt sind. Weiter verfügen die globalen Banken über einen stärkeren Kapitalpuffer als 2007. Dennoch sind «Bank Runs» und die Finanzmarktstabilität psychologische Phänomene, die sich jederzeit verselbstständigen können. Zudem ist nicht auszuschliessen, dass noch weitere US-Banken mit ähnlichen Problemen konfrontiert werden.
In diesem Umfeld spielen die globalen Notenbanken eine zentrale Rolle. Sie haben bereits in einer koordinierten Aktion zugesichert, die Liquidität im globalen Bankensystem zu gewährleisten.
Welches sind die Auswirkungen auf die Positionierung in der GKB Anlagetaktik?
Die Probleme im Bankensektor werden zu einer tieferen Kreditvergabe führen und somit die Finanzkonditionen verschärfen. Damit steigen die Risiken für die Konjunktur, eine systemische Bankenkrise sehen wir aber nicht. Wir rechnen auch in den kommenden Wochen mit einer erhöhten Volatilität an den Aktienmärkten und haben die Risiken zuletzt deutlich reduziert.
So hat der GKB Anlageausschuss vergangene Woche entschieden, die Positionierung in den Vermögensverwaltungsmandaten nochmals defensiver auszurichten und die Aktienquote erneut zu reduzieren. Im Rahmen der GKB Anlagefonds und Zertifikate wurden ebenfalls Umschichtungen vorgenommen, um das Exposure zum Finanzsektor und zu zyklischen Titeln zu reduzieren und im Gegenzug das Gewicht an defensiven Werten zu erhöhen.
Generell empfehlen wir Anlegerinnen und Anlegern, Ruhe zu bewahren, denn Panik ist selten ein guter Ratgeber. Das Festhalten an der definierten Strategie, verbunden mit einer breiten Diversifikation, zahlt sich in der längeren Frist aus.