Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/47539

<h2>SubmittedText<h2><p>Das Lesen der Homepage des Bundes kann manchmal aufschlussreich sein.</p><p>So habe ich bei der Suche nach einigen Informationen auf der Homepage des Seco festgestellt, dass in der zehnköpfigen Geschäftsleitung dieses Staatssekretariates weder eine Frau noch eine Person aus der Romandie vertreten ist.</p><p>Betrachtet man die Liste der erweiterten Geschäftsleitung des Seco, so stellt man fest, dass von den zwölf Mitgliedern ein einziges aus der Romandie stammt.</p><p>Deshalb stelle ich dem Bundesrat die folgenden Fragen:</p><p>1. Stimmen meine Informationen und ist die Homepage diesbezüglich auf dem neuesten Stand?</p><p>2. Weshalb sind in der Geschäftsleitung des Seco weder eine Frau noch eine Person aus der Romandie vertreten? Hält der Bundesrat die Wirtschaft für eine zu ernsthafte Angelegenheit, als dass sich Frauen oder Personen aus der Romandie damit befassen könnten?</p><p>3. Was gedenkt er zu tun, damit die Geschlechter und die Sprachregionen in dieser Geschäftsleitung besser vertreten sind?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die dem parlamentarischen Vorstoss zugrunde liegenden Angaben sind korrekt. Das Organigramm auf der Homepage des Seco ist aktuell.</p><p>2. Das Seco ist 1999 aus dem Zusammenschluss des ehemaligen Bawi und des BWA entstanden. Die Geschäftsleitung wurde damals nicht neu rekrutiert, sondern aus den Kadern der beiden Ämter evaluiert. Seit dem Zusammenschluss waren in der Geschäftsleitung wenige Stellen neu zu besetzen. Es handelte sich dabei durchweg um Stellen mit sehr spezifischen Anforderungsprofilen. Der Arbeitsmarkt in diesen Segmenten muss eher als klein bezeichnet werden. Es ist deshalb nicht einfach, ein ausgewogenes Verhältnis (Frauen/Männer bzw. Deutschschweizer/Romands/Tessiner) zu realisieren. Wie das Seco bewertet der Bundesrat diese Situation als unbefriedigend.</p><p>Bei der Beurteilung der Zusammensetzung der Geschäftsleitung des Seco ist zu berücksichtigen, dass ein Vertreter der romanisch sprechenden Minderheit vertreten ist. Im Weiteren darf festgehalten werden, dass die erweiterte Geschäftsleitung (total 15 Mitglieder) sowohl zwei Frauen sowie einen Vertreter der Romandie umfasst.</p><p>3. Der Bundesrat hat am 18. Oktober 2000 den Bericht über die zweite Frauenförderungsperiode in der allgemeinen Bundesverwaltung 1995-1999 zur Kenntnis genommen. Dieser Bericht wurde gestützt auf die bundesrätlichen Weisungen von 1991 über die Verbesserung der Vertretung und der beruflichen Stellung des weiblichen Personals erstellt. Die Departemente wurden beauftragt, sich bis Ende der nächsten Frauenförderungsperiode 2000-2003 eine Erhöhung des Frauenanteils in Führungs- und anderen Kaderfunktionen um 5 Prozentpunkte zum Ziel zu setzen.</p><p>Zusätzlich hat der Bundesrat Anfang dieses Jahres die "Weisungen des Bundesrates zur Verwirklichung der Chancengleichheit von Frau und Mann in der Bundesverwaltung (Chancengleichheitsweisungen)", SR 172.220.111.3, sowie die "Weisungen des Bundesrates zur Förderung der Mehrsprachigkeit in der Bundesverwaltung (Mehrsprachigkeitsweisungen)", SR 172.220.111.3, in Kraft gesetzt.</p><p>Die bundesrätliche Zielsetzung für die Jahre 2000-2003 und die Weisungen gelten ebenfalls für das Seco. Die Anliegen der Chancengleichheit von Frau und Mann und die Förderung der Mehrsprachigkeit werden vom Seco ernst genommen und wo möglich umgesetzt.</p><p>So ist am 10. Juli 2000 ein Gleichstellungsprogramm vom Seco eingesetzt worden, welches u. a. die Erhöhung des Anteils Mitarbeiterinnen in leitender Funktion sowie die Erleichterung der Vereinbarkeit von beruflicher Karriere und Familie zum Ziel hat. Mit dem in diesem Jahr lancierten "Gleichstellungs-Controlling" werden zudem die Implementierung der Gleichstellungsziele in den Zielvereinbarungsprozess des Seco integriert. Mit diesem Controlling bekommt die Gleichstellung bzw. deren Umsetzung den gleichen Stellenwert wie andere Management-Ziele des Seco.</p>  Antwort des Bundesrates.