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Penny Boyes Braem, PhD.
Die Philosophische Fakultät der Universität Zürich verleiht die Würde einer Doktorin ehrenhalber an Frau Penny Boyes Braem, PhD., in Anerkennung ihrer herausragenden Verdienste um die Förderung der Gebärdensprachforschung in der Schweiz. Das gilt insbesondere für ihre bahnbrechenden empirischen Studien zur Deutschschweizer Gebärdensprache und ihr Engagement bei der Verbreitung gebärdensprachlinguistischer Erkenntnisse.
Penny Boyes Braem schloss 1967 an der Harvard University ihr Masterstudium in den Fächern Englisch und Linguistik ab. Ihre Masterarbeit stellte eine der ersten Studien zum Erwerb der Handform in der amerikanischen Gebärdensprache «American Sign Language» dar. Ihre Dissertation, die der Frage der Ikonizität anhand der Gebärden der American Sign Language gewidmet war, verfasste sie an der Universität Berkeley unter der Betreuung des bekannten Psycholinguisten Dan I. Slobin und der Kognitionswissenschaftlerin Ursula Bellugi. Als sie in den siebziger Jahren in die Schweiz kam, war die Erforschung der Gebärdensprachen allerdings noch kaum als Gegenstand der Linguistik anerkannt. Nach dem Erwerb des PhD im Jahr 1980 konzentrierte sie sich daher zunächst auf die Erforschung der Schweizer Gebärdensprachen und konnte mit ihren Arbeiten diese sowohl innovative als auch gesellschaftlich relevante Richtung der Linguistik hierzulande etablieren.
1982 gründete Penny Boyes Braem das Forschungszentrum für Gebärdensprache FZG in Basel, dessen Forschungsaktivitäten zunächst auf verschiedene Aspekte der bis dahin gänzlich unerforschten Deutschschweizer Gebärdensprache DSGS mit ihren fünf Dialekten gerichtet waren. Ihr Interesse galt dabei zu Beginn dem Vergleich der Gebärdenformen von Früh- und Spätlernern, später der Erstellung eines «Wörterbuchs» mit der Beschreibung konventioneller Gebärden sowie der Problematik der Verschriftung dieser visuell-körperlichen Sprache. Mit ihren Arbeiten betrat sie immer wieder Neuland, wie mit der Anwendung von Modellen, die für Gebärdensprachen entwickelt worden waren, auf Gesten von Hörenden. In einer kürzlich abgeschlossenen Studie führte sie mit einer Kollegin der Universität Bristol einen Vergleich von Gebärdensprachpoesie und pantomimischen Parodien hörender Mimen durch. Ihre Projekte wurden von verschiedenen Forschungsorganisationen gefördert, unter anderem vom Schweizerischen Nationalfonds. Viele Untersuchungen hat sie mit Kollegen und Kolleginnen aus der Schweiz, Italien, Deutschland und England durchgeführt.
Neben ihrer Forschung hat sie sich in der Ausbildung und Nachwuchsförderung engagiert. Sie war von 1982 bis 1986 Direktorin des ersten Schweizer Gebärdensprachdolmetscher-Ausbildungsprogramms und setzte sich stets für die Nutzung wissenschaftlicher Ergebnisse durch die Gehörlosengemeinschaft ein, wofür sie mit einem Preis geehrt wurde. Die von ihr gegründete GS-Media in Zürich entwickelte Informationsmaterial zur Deutschschweizer Gebärdensprache.
Penny Boyes Braem hat Dissertationen an den Universitäten Amsterdam, Kopenhagen, Hamburg und Genf betreut und ist aktuell in Projekte zur Konversationsanalyse und zur Erstellung eines e-Lexikons involviert. Zusammen mit Nachwuchswissenschaftlerinnen der Universität Zürich hat sie vor Kurzem die internationale Tagung «From Hand to Mouth: A dialogue between spoken and signed language research» organisiert.
Penny Boyes Braem gilt als die Begründerin wissenschaftlicher Gebärdensprachforschung in der Schweiz. Sie ist eine international bekannte Spezialistin auf diesem Gebiet und hat zahlreiche Publikationen aufzuweisen, darunter auch solche, die für die Gebärdensprachgemeinschaft der Deutschschweiz von besonderer Bedeutung sind. Ihre «Einführung in die Erforschung der Gebärdensprache» (1990/1995) ist im deutschen Sprachraum seit mehr als zwanzig Jahren eine der meistverwendeten Einführungen in das Gebiet