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Während für langfristige Auswirkungen der Nutzung von Bildschirmmedien auf die Augen keine empirischen Befunde vorliegen, gehören zu den kurzfristigen Auswirkungen verschiedene Symptome wie übermüdete, trockene, tränende, gerötete oder brennende Augen, gestörte Sehschärfe und Fokussierungsprobleme. Diese Symptome werden oft unter dem Begriff «Computer Vision Syndrom» oder «digitale Augenbelastung» zusammengefasst. Zurückgeführt werden sie auf die Beleuchtungsintensität und das Flimmern des Bildschirms und reduziertes Blinzeln der Augen (Jaiswal et al., 2019). Das direkte starke Licht von Bildschirmen kann zu einer Überanstrengung der Augen während des Lesens führen (Mork, Bruenech & Thorud, 2016). Ausserdem sieht das Auge bei einer längeren Bildschirmnutzung zu wenig in die Ferne und kann sich dadurch weniger entspannen. Jugendliche berichten bereits nach einer 30-minütigen Nutzung von solchen Symptomen (Smahel, Wright & Cernikova, 2015). Als Folge der ungünstigen Kopfposition können zudem Verspannungen in der Nacken- und Schulterpartie sowie Kopfschmerzen auftreten.
Mobile Geräte und Computer unterscheiden sich zwar durch unterschiedliche Nutzungsmuster, durch die Körperposition bei ihrer Verwendung, die Distanz zum Bildschirm und seine Grösse und Leuchtkraft; die Art der auftretenden Symptome ist aber bei allen ähnlich (Jaiswal et al., 2019). In der Regel verringern sich die Symptome oder verschwinden ganz bei einer Reduktion der Nutzungsdauer.
Die Bildschirmnutzung kann zu übermüdeten, trockenen und tränenden Augen sowie Schwierigkeiten bei der Fokussierung führen. Für langfristige Effekte fehlen empirische Studien.
Die Häufigkeit (Prävalenz) von Augenproblemen in Zusammenhang mit der Bildschirmnutzung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist als hoch einzustufen. Eine Untersuchung mit Studierenden in Asien hat gezeigt, dass sie bei 90% lag für ein oder mehrere Symptome bei der Nutzung von Computern (Reddy et al., 2013). Eine Querschnittstudie belegt dies für die Nutzung von Smartphones bei Jugendlichen. Dabei hatten jene, welche ihr Smartphone häufig nutzten, eine höhere Wahrscheinlichkeit für multiple Symptome wie visuelle Störungen, verschwommenes Sehen, Rötungen und tränende oder trockene Augen als Jugendliche mit einer geringeren Nutzungsdauer (Kim et al., 2016).
Bereits Primarschulkinder zeigen solche Reaktionen. In einer Untersuchung litten 6% der untersuchten Kinder an trockenen Augen. Diese wiesen eine höhere tägliche Smartphone-Nutzung auf als Kinder ohne Beschwerden (Moon, Kim & Moon, 2016). Sehschwächen werden ebenfalls mit der Bildschirmnutzungszeit in Verbindung gebracht. In einer anderen Studie zeigte sich, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die häufig das Internet nutzen oder fernsehen, ein schlechteres Sehvermögen haben als jene, die weniger Zeit damit verbrachten (Bener & Al-Mahdi, 2012).
Kopfschmerzen können ebenfalls durch die Nutzung von Mobiltelefonen und Computern auftreten. Nicht geklärt ist jedoch, welche Aspekte der Gerätenutzung diese verursachen. Kontrollierte Versuchsstudien, bei denen junge Erwachsene der Strahlung von elektromagnetischen Feldern ausgesetzt wurden, konnten keinen Zusammenhang finden (European Commission, 2009; European Commission & Directorate General for Health & Consumers, 2015). Vermutet wird, dass Kinder empfindlicher auf elektromagnetische Strahlung reagieren als Erwachsene (Bsp. Mortazavi et al., 2011). Weiter gibt es Hinweise darauf, dass nicht-ergonomische Computereinrichtungen und hohe CO2-Belastung in den Räumen mit Computern für die Kopfschmerzen verantwortlich sind (Jacobs et al., 2013). Schlafmangel kann zudem als verstärkender Faktor für das Auftreten von Kopf- wie auch anderen Schmerzen wirken (Nuutinen et al., 2014). Es lassen sich aber Auftretensmuster bezüglich der Dauer des digitalen Medienkonsums und der Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen feststellen, wie die Analyse der SGB 2017 zeigt.