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Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der grössten Volkswirtschaft Lateinamerikas sank im zweiten Quartal dieses Jahres um 9,8 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal, wie die Statistik-Behörde IGBE mit Sitz in Rio de Janeiro am Dienstag bekanntgab.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum betrug der Rückgang 11,4 Prozent. Das ist jeweils der grösste Rückgang, seit Beginn der Aufzeichnungen vergleichbarer Daten im Jahr 1996. Die brasilianische Wirtschaft fiel auf das Niveau von 2009 zurück. Die Corona-Pandemie traf den Industrie- sowie den Dienstleistungssektor besonders hart, die Landwirtschaft dagegen wuchs.
Zwar lehnte der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro Einschränkungen aus wirtschaftlichen Gründen ab. Das oberste Gericht übertrug die Kompetenzen für den Kampf gegen das Coronavirus an die Gouverneure. Aber um die sozialen Folgen der Pandemie abzufedern, zahlte die Regierung eine Corona-Nothilfe von 600 Reais (rund 100 Euro) aus. Bolsonaro kündigte am Dienstag an, dass die vor allem für Freiberufler und Tagelöhner gedachte Unterstützung mit 300 Reais (rund 50 Euro) noch vier Monate weiterlaufen solle.