Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03586.jsonl.gz/1951

Die erste europäische Marsmission hat ein grosses Ziel vor Augen: die Suche nach Spuren von Leben.
Noch ist das Abenteuer auf dem Roten Planeten keine vollständige Weihnachtsgeschichte, denn die Lande-Einheit "Beagle 2" hat noch kein Lebenszeichen gesendet.
Die Europäische Weltraumagentur (ESA) bangt um einen wichtigen Teil ihrer Mars-Mission. Die Lande-Einheit "Beagle 2" hätte am Morgen des ersten Weihnachtstages auf dem Boden des Roten Planeten ankommen sollen. Bisher hat der Spürhund aber noch kein Lebenszeichen gesendet.
Unterdessen kreist die Sonde "Mars-Express", von der das Landeelement gestartet war, um den Mars. Nachdem der Orbiter in der Nacht auf den Weihnachtstag die Umlaufbahn erreicht hatte, sprachen Experten von einem ersten Erfolg.
Nach Angaben des ESA-Experten Walter Flury gibt es mehrere mögliche Gründe, warum die diversen Versuche zu Kontaktaufnahme mit "Beagle 2" noch nicht gelungen sind. "Vielleicht war das Signal nicht stark genug. Die Landeeinheit ist seit sechs Tagen auf Batterie geflogen und muss die Zellen über die Solaranlage wieder laden."
An der Mission sind auch Schweizer Firmen und Forscher beteiligt. An Bord von "Beagle 2" befindet sich auch ein Mikroskop, das der jetzt an der Universität Bern tätige Astrophysiker Nicolas Thomas mitentwickelt hat. Damit wollen die Berner Physiker untersuchen, wie der Staub auf der Marsoberfläche beschaffen ist.
Sie seien beunruhigt über den Verlauf der Mars-Mission, sagte Beda Hofmann vom Naturhistorischen Museum Bern am Freitag. Die Chance, noch ein Lebenszeichen von "Beagle 2" zu erhalten, werde immer kleiner.
Sollten die erhofften Daten nie zur Erde gelangen, müssten die Berner Forscher auf künftige Mars-Projekte hoffen. So werde vermutlich im Jahr 2009 die nächste europäische Mars-Mission gestartet, sagte Hofmann.
swissinfo und Agenturen
In Kürze
Von mehr als 30 Mars-Missionen seit 1960 scheiterten rund zwei Drittel. Sollte "Beagle 2" tatsächlich auf dem Mars gelandet sein, wäre dies die vierte Landung auf dem Planeten, der wegen seiner Ähnlichkeit zur Erde als deren kleiner Bruder bezeichnet wird.
Die Wissenschaftler erhoffen sich von der Mission Erkenntnisse über mögliche Wasservorkommen und Lebensformen auf dem Planeten.