Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/136730

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament einen Bericht vorzulegen, wie sich die Zahl der Jugendlichen, die von der IV eine IV-Anlehre oder eine praktische Ausbildung (PrA) zugesprochen erhielten, in den letzten zehn Jahren entwickelt hat. Der Bericht soll die Datenlage transparent machen und aufzeigen, wie die IV-Anlehren und die PrA statistisch von anderen beruflichen Eingliederungsmassnahmen abgegrenzt werden können.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Praktische Ausbildungen (PrA) wie auch IV-Anlehren sind für die Invalidenversicherung (IV) im Rahmen der erstmaligen beruflichen Ausbildung ein wichtiges Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene, die den Anforderungen einer beruflichen Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) gemäss dem Bundesgesetz über die Berufsbildung nicht gewachsen sind. Im Jahr 2007 hat der schweizerische Verband von Institutionen für Menschen mit Behinderung (Insos) die praktischen Ausbildungen im Rahmen eines Pilotprojekts eingeführt. Seit 2010 werden die PrA Insos in der Statistik der IV spezifisch erfasst. Vorher wurden die PrA Insos entweder unter "Vorbereitung auf Tätigkeit in geschützter Werkstätte" oder unter "übrige Ausbildungen" erfasst. Da die Codierung unterschiedlich gehandhabt wurde, sind noch keine verlässlichen Zahlen vorhanden, zumal die Ausrichtung der IV als Eingliederungsversicherung den Erfolg der PrA nicht an der Anzahl Ausbildungen bemisst, sondern an der Anzahl der Personen, die aufgrund einer solchen Massnahme eingegliedert werden können.</p><p>Die festgestellte Erhöhung der Ausgaben in den Jahren 2011 und 2012 bezieht sich auf das Gesamttotal der Ausbildungen, also nicht nach Kategorien unterschieden. Inwiefern sich innerhalb dieser Kategorien die Zahl der Ausbildungsverhältnisse nach PrA Insos verändert hat, ist aufgrund der Statistik der IV nicht feststellbar. Die Statistik erfasst, wie vielen Personen in einer Zeitperiode bestimmte Leistungen ausgerichtet worden sind. Wie lange die Ausbildungsverhältnisse gedauert haben, wird somit erst in den nächsten Jahren feststellbar sein, wenn das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) über die erwähnte stabile Datenlage verfügt. Dies umso mehr, als eine verbesserte Durchlässigkeit von PrA hin zu EBA ein erklärtes Ziel ist.</p><p>Das BSV hat die PrA durch die Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik evaluieren lassen: Sempert, W. et al. (2010): Evaluation Pilotprojekt Praktische Ausbildung (PrA) INSOS, BSV Forschungsbericht Nr. 7/10, Bern. Die Resultate der Evaluation deuten klar darauf hin, dass es ein niederschwelliges Bildungsangebot braucht, das sich in jedem einzelnen Fall an der beruflichen Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt orientiert. Gegenüber der zweijährigen beruflichen Grundbildung steht dabei die Vereinheitlichung im Hintergrund. Auch wenn die Bildungsangebote niederschwellig ausgestaltet sind, sind wirkungsorientierte Massstäbe jedoch von zentraler Bedeutung. Die 2010 publizierte Auswertung ist auf der Internetseite des BSV einsehbar, womit auch die geforderte Transparenz gegeben ist. Ein neuer Bericht könnte keine zusätzlichen Erkenntnisse liefern.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.