Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03605.jsonl.gz/1141

Am Dolderweg baut IWB einen Speicher für Fernwärme. Der Speicher wird kurzfristige Verbrauchsspitzen decken, die aktuell von den gasbetriebenen Heizwerken abgedeckt werden. Da nach Inbetriebnahme des Speichers weniger Erdgas für die Fernwärmeproduktion eingesetzt werden muss, wird die IWB Fernwärme ökologischer.
IWB baut den Speicher in ein bestehendes Gebäude am Dolderweg, in welchem bereits seit 120 Jahren Energie produziert wird. 1895 befanden sich hier Anlagen zur Stromproduktion für die ersten elektrischen Trams in Basel. In den 1980-er Jahren baute IWB an derselben Stelle ein Heizwerk. Die Gebäudehülle blieb über all die Jahre erhalten. Einzig der Kamin wurde vor einigen Jahren rückgebaut.
Wie funktioniert Fernwärme?
Produktionsanlagen wie die Kehrichtverwertungsanlage, das Holzkraftwerk oder das Heizkraftwerk Volta erzeugen Wärme, die Wasser erhitzt. Das Wasser befindet sich in einem isolierten Kreislauf. Es fliesst von den Produktionsanlagen zu den Verbrauchsstätten und von dort abgekühlt wieder zurück. Die Wärme wird an den Verbrauchsstellen über Wärmetauscher abgegeben. Das Wasser, das zu den IWB-Kunden fliesst, ist 170°C heiss. Man nenn diese Leitungen auch Vorlauf. Das abgekühlte Wasser, das zurück zu IWB fliesst, ist der Rücklauf.
Welche Rolle übernimmt der Wärmespeicher in diesem System?
Die Kehrichtverwertungsanlage und das Holzkraftwerk produzieren Wärme effizient und klimaneutral, aber sie können nicht für alle Nachfragesituationen flexibel genug betrieben werden. Deshalb decken sie vor allem den steten Grundbedarf im Wärmenetz. Während Nachfragespitzen am Vormittag und nach Feierabend kommt auch Erdgas als Energieträger in den Produktionsanlagen Volta, Bahnhof und Rosental zum Einsatz. Der Speicher kann überschüssige, nachhaltig prouzierte Wärme aufnehmen und diese ins Fernwärmenetz abgeben, wenn sie benötigt wird.
Wie wird der Speicher gebaut?
Normalerweise werden Fernwärmespeicher aus Stahl gefertigt. Der Wärmespeicher Dolder ist ein weltweites Pionierprojekt, denn er ist der erste Fernwärmespeicher, der aus Beton gebaut wird. Die dicht besiedelte Lage im Kleinbasel lässt es nicht zu, dass ein vorgefertigter Stahltank eingebaut wird. Die Wände des Speichers werden 40 Centimeter dick. Auf der Innenseite werden sie mit Edelstahl ausgekleidet und aussen isoliert. Der Speicher wird über Rohrleitungen und Pumpen mit dem Fernwärmenetz verbunden.
Im Speicher wird immer gleich viel Wasser vorhanden sein - wenn er "gefüllt" ist, hat es mehr heisses Wasser (170°C) im Speicher, wenn er "leer" ist, mehr warmes Wasser (rund 70°C). Dazwischen liegt eine Trennschicht, die sich durch den Temperaturunterschied hält, da Wasser bei unterschiedlichen Temperaturen unterschiedliche Dichten aufweist.
Der Fernwärmespeicher kann vollständig von der zentralen Warte in der KVA betrieben werden. Lediglich zu regelmässigen Kontrollgängen und Revisionsarbeiten muss die Anlage aufgesucht werden.