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Bann
(mittellat.
bannus, bannum; frz. ban; ital.,
span. und portug.
Bando; sämtliche Formen sind wohl ans dem got. Bandvjan,
d. i. bezeichnen oder verbindlich
machen, entstanden), in der frank.
Verfassung und im Mittelalter die der öffentlichen Gewalt, dem Könige,
Grafen, Fürsten
u. s. w. zustehende Befugnis, bei
Strafe zu gebieten oder zu verbieten. Am höchsten stand der Königs
bann, durch den die
Übertretung eines königl.
Befehls mit 60 Solidi gebüßt wurde.
Deu
Grafen ermächtigte der
Bann nur zur Verhängung einer geringern
Buße.
Bannen bedeutete daher zunächst soviel als befehlen,
auferlegen, z. B. das Erscheinen vor Gericht (
bannitio,
Vorladung) oder bei kriegerischem
Aufgebote (Heer
bann, s. d.). Seit
der Ausbildung eines öffentlichen
Strafrechts sprach man von einem
Blutbanne oder der Gerichtsbarkeit
über Leben und
Tod (judicum capitale), die in der ältern Zeit dem Inhaber vom Könige verliehen sein mußte.
Bann bedeutet
ferner den
Bezirk, durch welchen die Gewalt des
Bannherrn sich erstreckt, sowie den
Befehl oder das Verbot selbst, auch die
durch denselben festgesetzte
Strafe.
Außerdem ist
Bann gleichbedeutend mit
Acht (s. d.) im
Sinne von
Ausschluß aus der Rechtsgemeinschaft. In
einer engern Bedeutung gehört dann Bann (s.
Kirchenbann) dem geistlichen
Rechte an, die
Acht dem weltlichen. Danach erklären
sich die Bezeichnungen Gerichtsbann,
Burgbann (die einem Burgherrn zustehende Gerichtsbarkeit oder deren
Bezirk),
Bannmeile
(der räumliche
Umfang der Gewalt). Im
Ausdrucke
Bannrecht (s. d.) ist Bann zur Bezeichnung einer gewerblichen
Ausschließungsbefugnis abgeschwächt.
Vgl. W. Sickel, Zur Geschichte des Bann (Marburger Universitätsprogramm, 1886). ¶