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(13.05.2020) Die Schweizer Wirtschaft durchlebt eine Krise. Das Konjunkturbarometer der Konjunkturforschungsstelle (KOF) fällt im April auf einen extrem niedrigen Wert von 63,5 Punkten. Ein solcher Tiefstand war zuletzt in den ersten drei Monaten der Finanzkrise 2009 verzeichnet worden.
Im April rutschte das Barometer um 28,2 Punkte ab, womit der Rückgang doppelt so stark war wie im März (10,1 Punkte). Zum Vergleich: Infolge der Aufhebung der Kursuntergrenze des Schweizer Franken gegenüber dem Euro im Februar 2015 war das Barometer um 10 Punkte gefallen und bei der Pleite der US-Bank Lehman Brothers im November 2008 um 7,1 Punkte. Ein derart heftiger Absturz hatte sich seit den 1990er Jahren nicht mehr ereignet.
Gegenwärtig schreiben fast alle Branchenindikatoren rote Zahlen. Alarmierend ist die Lage im Gastgewerbe, bei der ausländischen Nachfrage, im Baugewerbe, beim Konsum sowie bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern.
Am härtesten scheint es das Verarbeitende Gewerbe zu treffen, was hauptsächlich der Auftragslage geschuldet ist. Die Daten für die Geschäftslage, die Beschäftigungsentwicklung, den Einkauf und die Lagerung von Vorprodukten sowie für die Produktion sind ebenfalls stark rückläufig. Nur die Indikatoren zur Wettbewerbssituation verschlechterten sich nicht.
Im Vergleich zur übrigen Wirtschaft sind die Daten für die Branchen Chemie, Pharma, Kunststoffe sowie Textil und Bekleidung weniger besorgniserregend, doch auch sie befinden sich im Minus. Dagegen wurde die Lage im Bereich Nahrungs- und Genussmittel zwischen März und April etwas besser.
Letzte Änderung 13.05.2020