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In kleiner Besetzung mit nur vier anwesenden Regierungsräten beschloss das Gremium u.a. die Bewilligung von Arbeitszeitverlängerungen in der Schokoladenfabrik Maestrani in St.Gallen, in der Färberei der Firma Heberlein in Wattwil und in der Maschinenfabrik der Gebrüder Bühler in Uzwil (Nrn. 2800-2802).
Ausserdem bewilligte sie eine Brandschadensvergütung an die Bauernfamilie des Josef Martin Stadler in Waldkirch (Nr. 2804). Die Schilderung des Brandfalls vom 20. November 1916 gibt u.a. Einblick in den Alltag einer Bauernfamilie. Nicht alle Frauen hatten Zeit, ihre Kinder im Stadtpark spazieren zu führen, wie auf dem Beitragsbild zu sehen: Die Brandursache ist als ermittelt zu betrachten. Am Morgen des kritischen Tages verwendete Frau Stadler zum Heizen des Ofens eine Zaine voll Holzabfälle und schüttete dann um 9 Uhr noch eine zweite Zaine voll nach. Um den Ofen herum hatte Frau Stadler Kindswäsche zum Tröcknen [sic] aufgehängt. Nachdem sie die Hausgeschäfte und die drei Kinder im Alter von 4 und 2 Jahren, bezw. von drei Monaten, besorgt hatte, schloss sie das älteste und jüngste Kind ein und begab sich auf eine unweit gelegene Wiese, um daselbst mit dem Knechte Laub unter den Bäumen zu sammeln. Als Frau Stadler etwa eine Viertelstunde auf der Wiese ihrer Arbeit obgelegen hatte, wurden der Knecht und sie auf das Schreien des Knaben aufmerksam und mussten dann wahrnehmen , dass aus und um das Kamin herum starker Rauch aufstieg. Der Ehemann Stadler war auch nicht zu Hause, sondern mit Kiesführen beschäftigt und kam mit seinem Fuhrwerk kurz vor 10 Uhr noch beim Hause vorbei, ohne jedoch Brandgeruch oder Rauch zu verspüren. Frau Stadler war die Erste, welche im Hause eintraf, und es gelang ihr, in der mit Rauch dicht angefüllten Stube das Kind aus dem Stubenwagen zu retten, welches am Kopfe und an den Händchen schon starke Brandwunden hatte. Das Kopfende des Stubenwagens und dessen Vorhang waren bereits stark angekohlt, bezw. verbrannt. Das Mädchen wurde vom Knechte durch ein Fenster der Nebenstube gerettet. Die Gebäulichkeiten mussten, da die notwendigen Feuerlöschgerätschaften in Obergrimm nicht vorhanden waren und wirksame Hilfe von Fronackern-Andwil und Waldkirch der weiten Entfernung wegen erst spät eintraf, dem Feuer überlassen werden.
Es darf mit Sicherheit angenommen werden, dass der Ofen mit den zwei Zainen voll Stockabfällen überheizt worden ist und dadurch die um denselben aufgehängte Kindswäsche in Brand geriet. Der Brandgeschädigte und seine Ehefrau, welche nach der Darstellung des Untersuchungsamtes durch den Brand erheblichen Schaden erleiden, sind sehr gut beleumdet und stehen bezüglich der Veranlassung des Brandes ausser jedem Schuldverdachte. Eine weitere Aufschiebung der Schadensreglierung [sic] oder gar eine Kürzung der Schadenssumme erscheint nicht begründet.
Ausserdem befasste sich der Regierungsrat mit folgenden Themen:
Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, ARR B2-1916 (Texte) und ZMA 18/01.05-30 (Ansichtskarte vom Stadtpark St.Gallen mit Volière, ca. 1910, Ausschnitt)