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Fatigue gehört zur wichtigsten und dominantesten Symptomatik bei der MS. Viele Betroffene erleben in ihrem Alltag Einschränkungen durch die Fatigue, die sich auf das soziale Leben, den Beruf oder andere Bereiche der Lebensqualität und des persönlichen Wohlbefindens auswirken.
Nahezu 80% aller Teilnehmenden im MS Register geben Fatigue als MS-Symptom an. Manchen anderen Studien zufolge wird Fatigue von bis zu 90% aller MS-Betroffenen als belastendes Symptom genannt. Für die Schweiz würde dies eine Anzahl von ca. 13'500 Betroffenen bedeuten.
Führt gesündere Ernährung zu weniger Fatigue?
Es gibt Hinweise in der Forschungsliteratur, dass die Ernährungsweise einen Einfluss auf das Auftreten und den Schweregrad einer Fatigue haben kann. Deshalb hat das Schweizer MS Register diese Fragestellung in einer Spezialbefragung thematisiert.
Vorgehen und Analyse
Für die folgende Analyse konnten fast 1'100 Datensätze berücksichtigt werden. Dabei wurden auch weitere wichtige Faktoren wie das Alter, das Geschlecht, die MS-Verlaufsform, der Gebrauch von MS-Medikamenten, die Alltagsaktivitäten, Rauchen und der soziale Status mitberücksichtigt. Mittels einer statistischen Methode wurden 2 verschiedene Ernährungsmuster identifiziert.
Im Anschluss wurde untersucht, ob diese Ernährungsmuster einen möglichen Zusammenhang mit Fatigue haben. Die Muster lassen sich anhand der verzehrten Menge der folgenden Nahrungsmittelklassen charakterisieren.
Ernährungsmuster 1
Fleisch rot, Fleisch weiss, Wurst/Aufschnitt, Brot, Getreide, Süssspeisen/Dessert
Ernährungsmuster 2
Gemüse, Früchte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Fleischersatz
Das Muster 1 reflektiert eine eher «ungesunde Ernährungsweise» oder auch ein traditionelles «westeuropäisches Ernährungsmuster», charakterisiert durch einen hohen Konsum von Fleisch, Wurst/Aufschnitt, Brot, Getreide und zuckerhaltigen Speisen (Süssspeisen/Dessert). Im Gegensatz dazu wurde das Muster 2 als eher «gesunde Ernährungsweise» mit hohem Konsum an Gemüse, Früchten, Hülsenfrüchten, Nüssen und Fleischersatzprodukten beschrieben.
In einem nächsten Schritt wurde untersucht, ob diese gegensätzlichen Ernährungsmuster einen Zusammenhang mit Fatigue ergeben. Interessanterweise deuten die vorläufigen Resultate darauf hin, dass Personen mit einer «gesunden Ernährungsweise» (Muster 2) seltener gleichzeitig Fatigue nannten. Das heisst, dass ein höherer Konsum von Gemüse, Früchten, Hülsenfrüchten, Nüssen und Fleischersatzprodukten mit einem reduzierten Auftreten (oder Ausmass) von Fatigue einhergeht.
Hinweise erhärtet: Gesunde Ernährungsweise kann positiven Einfluss auf MS haben
Die Ergebnisse des MS Registers können einen möglichen Zusammenhang zwischen Ernährung und Fatigue zwar nicht endgültig belegen. Dennoch liefern sie im Einklang mit internationalen Studien Hinweise auf positive Effekte von gesunder Ernährung auf den MS-Verlauf. In diesen Studien wurde gezeigt, dass sich ein hoher Konsum an Gemüse, Früchten, Hülsenfrüchten, Nüssen und Fleischersatzprodukten positiv auf die Fatigue auswirken kann (resp. das Auftreten oder das Ausmass einer Fatigue mindern kann).
Was auch wichtig ist: Die Ernährungsweise stellt einen Faktor dar, den man selbst beeinflussen kann, um für die Gesundheit und das persönliche Wohlbefinden etwas «Gutes» zu tun. Entsprechend sollte Ernährung auch Bestandteil eines umfassenden MS-Managements sein.
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Vergangene Veranstaltungen zum Thema
Webinar mit Frau Lumnije Jusufi, Dipl. Ernährungsberaterin Bsc, zum Thema antientzündliche Ernährung
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Die Schweiz. MS-Gesellschaft bietet zu den entsprechenden Themen Beratungen und Dienstleistungen an: MS-Infoline 0844 674 636 (Mo. - Fr. von 9 - 13 Uhr)