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Die Besonderheiten
der Papierwelt ...
Formate, Nutzen
Das Papier kann zwar in beliebige Formate geschnitten werden. Will man aber – aus ökonomischen oder ökologischen Gründen – den Abfall klein halten, verwendet man im europäischen Raum mit Vorteil sogenannte DIN A-Formate von A0 (Weltformat) bis etwa A6 (Postkartenformat) oder Bruchteile davon mit ganzzahligem Nenner.
Achtung: Es gibt nicht alle Papiersorten in allen üblichen Formaten und Grammgewichten.
DIN-Formate bis A2:
A7 = 74 x 105 mm
A6 = 105 x 148 mm
(Postkarte)
A6/5 = 210 x 105 mm
(Zwischenformat)
A5 = 148 x 210 mm
(Gross-Postkarte)
A4 = 210 x 297 mm
(Briefbogen)
A3 = 297 x 420 mm
(ca. Zeitungsseite)
A2 = 420 x 594 mm
(ca aufgeschlagene Zeitung)
Nutzen: die Din-Formate sind so konstruiert, dass jedes A-Format die doppelte Fläche des nächstkleineren Formates beinhaltet. Z.B. gibt es im Format A3 Platz für zwei A4 oder 4 A5 usw.
Achtung: beim Nutzendruck muss beachtet werden, dass es in der Regel für den Schnitt auf das Endformat Zwischenschnitte braucht. Das heisst zwei A5 brauchen etwas mehr Platz als nur ein A4. In der Regel kommt etwa 5mm auf allen Seiten dazu. Darum sind die Rohbogen im allgemeinen etwas grösser als es dem genauen Din-Format entsprechen würde.
Gewicht
Das Gewicht eines bestimmten Papiers wird gewöhnlich in g/m2 angegeben. Die unterschiedlichen Grammgewichte von einer Sorte zeigen verschiedene Papierdicken an. Geschäftsbriefbogen haben z.B. oft ein Grammgewicht von 90g/m2, Postkarten ein solches von 160g/m2. Es gibt nicht jede Papiersorte in allen gängigen Grammgewichten.
Volumen
Das Volumen verschiedener Papiersorten kann in gewissen Grenzen bei gleichem Gewicht unterschiedlich sein. Für Bücher werden beispielsweise oft voluminösere Papiere verwendet. Gestrichene Papiere haben ausserdem bei gleichem Gewicht ein kleineres Volumen als Naturpapiere.
Papierweiss
Die Weisse des Papiers kann durch Füllstoffe oder optische Aufheller erhöht werden. Optische Aufheller verlieren allerdings bald ihre Wirkung und beschleunigen so die Altersverfärbung des Papiers.
Opazität
Mit der Opazität wird das Durchscheinen der Rückseite gemessen. Eine hohe Zahl bedeutet geringes Durchscheinen eine niedrige Zahl ein hohes Durchscheinen. Je grösser also die Opazität umso weniger «durchsichtig» das Papier.
Haptik
Haptik steht für das Tastgefühl der Papieroberfläche. Je mehr gestrichen und gepresst, umso feiner bzw. glatter fühlt sich die Oberfläche an.
Laufrichtung
Das Papier wird in breiten Bahnen produziert und zunächst auf Rollen aufgewickelt. Die Papierfasern liegen der Länge nach in der Papierbahn. Aus der Rolle werden dann die Bogen geschnitten. Beim geschnittenen Bogen kann man darum zwischen «Laufrichtung» und dem rechten Winkel dazu unterscheiden. Daher ist das Verhalten beim Druck und noch mehr bei der Weiterverarbeitung / Spedition davon abhängig ob in der Laufrichtung (der Papierproduktion) oder im rechten Winkel dazu gedruckt wird. Der Druckvorstufenspezialist gibt Ihnen gerne Auskunft über die «richtige» und «falsche» Laufrichtung für das jeweilige Produkt. Es gibt nicht jede Papiersorte in allen gängigen Grössen und beiden Laufrichtungen.
Druckeigenschaft
Offsetpapiere sind in den mechanischen Eigenschaften und in der Fähigkeit Farbe aufzunehmen speziell auf den Offsetdruck abgestimmt. Umgekehrt können aber auch die Farben so abgestimmt werden, dass heute fast jedes grafische Papier im Offsetdruck verwendet werden kann.
Zeitungspapier wird im wesentlichen nur für den Zeitungsrotationsdruck verwendet, ist also fast ausschliesslich als Rollenpapier erhältlich. Es hat eine relativ poröse Oberfläche und zeigt daher einen höheren «Löschpapiereffekt», der mittels Druckkennlinie ausgeglichen wird.
Kopierpapier hat wegen der Erhitzung in Laserkopierern einen geringeren Feuchtigkeitsgehalt als Druckpapiere. Viele der gängigen Offsetpapiere können aber ebenfalls in Kopierern verwendet werden.
Reissfestigkeit, Nässeverhalten, Lichtechtheit, Alterung
Die Reissfestigkeit des Papiers hängt von der Verleimung und der Faserlänge ab. Tendenziell sind Recyclingpapiere wegen der kürzeren Faserlänge weniger reissfest vor allem bei hohem Altpapieranteil. Durch Feuchtigkeit oder Wasser wird die Reissfestigkeit stark herabgesetzt, ausser bei gewissen Spezialpapieren (Kunststoff-Papiere). Die Lichtechtheit ist tendenziell besser, wenn anstelle von optischen Aufhellern Kalkstrich oder kalkhaltige Füllstoffe verwendet werden. Die Alterung des Papiers wird hingegen vor allem durch den Säuregehalt bestimmt. Recycling-Papiere sind alterungs anfälliger, es wurden aber in den letzten Jahren grosse Verbesserungen erzielt.