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In den letzten Tagen waren erneut Vorwürfe laut geworden, der 2004 gestorbene Arafat sei vergiftet worden. Eine Untersuchung des Instituts für Strahlenphysik in Lausanne hatte ergeben, dass seine Kleidungsstücke hohe Mengen des radioaktiven Stoffes Polonium-210 aufwiesen.
François Bochud vom Lausanner Institut hatte am Dienstag erklärt, dass unter anderem in der Unterwäsche und den Spitalhemden Arafats erhöhte Poloniumwerte festgestellt wurden, bedeute nicht automatisch, dass er vergiftet worden sei.
Vergiftung ist möglich
«Was man sagen kann, ist, dass wir ein unerklärtes Polonium-Niveau haben», sagte Bochud. Das deute auf die Hypothese einer Vergiftung hin, aber die Ergebnisse seien kein Beweis für eine Vergiftung.
Bochud erklärte, sein Team habe die Gegenstände untersucht, die Arafat kurz vor seinem Tod benutzt haben soll - aber auch Kleidungsstücke, die er nicht trug. Nach Angaben von Arafats Witwe Suha waren die Gegenstände in einem sicheren Raum im Büro ihres Anwalts in Paris untergebracht, bevor sie die Schweizer Wissenschaftler Anfang des Jahres mit der Untersuchung beauftragte.
In den letzten Tagen waren erneut Vorwürfe laut geworden, der 2004 gestorbene Arafat sei vergiftet worden. /
Suhas Andeutung
Im Gespräch mit dem TV-Sender Al-Dschasira erhob Suha keine direkten Anschuldigungen. Sie deutete aber an, Israel und die USA hätten ihren Mann als Hindernis für einen Frieden im Nahen Osten betrachtet. Israel wies eine Verwicklung in die Todesumstände stets zurück.
Nach langer Krankheit war Arafat in ein französisches Militärspital geflogen worden und dort im November 2004 im Alter von 75 Jahren gestorben. Die behandelnden französischen Ärzte hatten angegeben, sie hätten die Todesursache nicht feststellen können. Arafat liegt in Ramallah im Westjordanland begraben.
Mit Polonium-210, offenbar mit Essen verabreicht, wurde der russische Regierungskritiker und Ex-Spion Alexander Litwinenko vergiftet. Er starb 2006 in London.