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Eine Befragung der Switzerland Global Enterprise bei 150 exportorientierten KMU im Dezember 2015 zeigt interessante Einblicke, wie sich diese Unternehmungen im Verlaufe des Jahres der Aufhebung des stabilen Franken – Eurokurses angepasst haben und welche ihrer Stakeholder davon betroffen wurden. Generell zeigt sich, dass das Exportvolumen gehalten werden konnte, dass indessen im Durchschnitt klare Margenverluste hingenommen werden mussten. Rund dreiviertel der befragten Firmen meldeten einen Margenverlust; bei 41 % lag der Rückgang allerdings nur bei 1 bis 10 %. Die Umfrage zeigt aber auch, dass die Unternehmungen mit verschiedenen Massnahmen versuchten, die negativen Entwicklungen aufzufangen oder doch in Grenzen zu halten. Rund ein Viertel der Befragten meldeten sogar eine Margenverbesserung oder lediglich eine Stagnation.
Aus diesen Zahlen lässt sich schliessen, dass die Firmen im Durchschnitt drei der nachfolgenden Massnahmen ergriffen haben (es waren Mehrfachnennungen möglich), um den Frankenschock aufzufangen:
Mit 71 % wurde am häufigsten erwähnt, dass die Beschaffung optimiert wurde. Dabei sind die Firmen auch auf billigere ausländische Lieferanten ausgewichen. Am zweithäufigsten haben die Unternehmungen die Produktionskosten gesenkt (61%). Diese können durch einen vermehrten Leistungsdruck auf die Mitarbeitenden oder durch echte Rationalisierung (z.B Automatisierung) erreicht worden sein. Als dritthäufigste Massnahme (42 %) suchten die Firmen neue, lukrative Absatzmärkte. Weiter wurden bei 30 % der Betriebe die Lohnkosten gesenkt. Mitunter wurden aber auch rein rechentechnische bzw. monetäre Massnahmen getroffen: Verstärkte Abrechnung in Euro oder Dollar (24 %), Absicherung gegen Währungsschwankungen (19 %). In 24% der Fälle konnten bei den Kunden Preiserhöhungen durchgesetzt werden. Leider sagt die Studie nichts darüber aus, ob durch Innovationen, z.B. durch Qualitätssteigerungen bei den Produkten, neue Absatzmöglichkeiten erschlossen wurden.
Aus einer Stakeholderperspektive erscheint folgendes interessant:
- Bei einer schockartigen Verschlechterung der Absatzlage setzt sich der Druck im Stakeholdernetzwerk der Unternehmungen fort; im vorliegenden Falle insbesondere über die Lieferanten. Wenn diese ihrerseits den Druck weitergeben, entsteht so etwas wie eine Wellenbewegung im Stakeholdernetzwerk.
- Die Margenverluste wurden nicht vollumfänglich an die Eigentümer weitergegeben; andere Stakeholder trugen dazu bei, den Rückgang abzufedern.
- Leider wurde in der Umfrage nicht nach dem Stellenabbau bzw. nach den Entlassungen von Mitarbeitenden gefragt. Sicher wurde diese Stakeholderkategorie (neben dem erwähnten Lohnabbau) aber auch durch Entlassungen negativ betroffen. Die Unternehmungen haben wohl aber den Personalabbau in Grenzen gehalten, um den Abfluss von wichtigem Know how und auch die sogenannte „surviver sickness“ (Motivation- und Vertrauensverlust) bei den Verbleibenden zu vermeiden.