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Die ersten Symptome kamen quasi aus heiterem Himmel. Doch bis bei Chris die Diagnose Multiple Sklerose (MS) feststand, dauerte es seine Zeit.
Einen Arzt habe er in seinem (früheren) Leben praktisch nie gesehen, erzählt Chris. Doch dann wachte er eines Tages auf und sah doppelt. Hinzu kamen heftige Kopfschmerzen, die ihn schon seit einiger Zeit plagten.
Das war vor acht Jahren, im Alter von 47 Jahren. Irgendetwas stimmte plötzlich nicht mehr mit ihm, fühlte der ehemalige Kommunikationstrainer aus Berlin, zumal auch seine Beine manchmal ihren Dienst versagten und sich Taubheitsgefühle an Händen und Armen bemerkbar machten.
Lange Odyssee
In der Zwischenzeit ist er um einige Erfahrungen reicher. Nach einer langen Odyssee wurde bei ihm Multiple Sklerose diagnostiziert. Der konsultierte Hausarzt hatte ihm zuerst starke Schmerzmittel verschrieben und ihm empfohlen, mal ein paar Tage zu Hause zu bleiben und sich vom mutmasslichen Stress zu erholen.
Nachdem dieser Tipp nicht fruchtete, erhöhte der Hausarzt die Dosis des Schmerzmittels und tröstete ihn, dass sich alles schon wieder einrenken werde. Das tat es aber nicht.
Nachdem die Schmerzen nur noch schlimmer wurden, erfolgte die Überweisung an diverse Spezialisten. Eine Magnetresonanztomografie (MRT) lieferte gewisse Anhaltspunkte, aber auch eine neue Diagnose („Hypophysenadenom“).
Bei diesem Adenom handelt es sich um einen seltenen gutartigen Tumor im Kopf. Auf Multiple Sklerose kam noch niemand, hingegen war die Rede von einem Meningitis-Verdacht.
„Kaffee mit Zitrone“
Ein anschliessender Liquor-Test sollte Klarheit schaffen. Die Untersuchung der Nervenflüssigkeit von Patienten ist ein wichtiges diagnostisches Kriterium von Multiple Sklerose.
Als Ergebnis resultierte zwar eine Entzündung, aber der gesamte Befund gab laut den Medizinern nicht zu besonderen Sorgen Anlass. „Der Arzt sagte, ich könne das aussitzen und riet mir, abends Kaffee zu trinken, eventuell mit Zitrone. Das würde den Schmerz lindern.“ Der Hausarzt fand den Bericht für plausibel und verlängerte die Krankschreibung um weitere vier Wochen.
Nachdem diese Zeit vorbei, aber die Schmerzen immer noch vorhanden waren, habe sich beim Hausarzt eine gewisse Ratlosigkeit bemerkbar gemacht. Er überwies ihn schliesslich in die Endokrinologie, weil er den Tumor als Ursache für die Schmerzen vermutete. Fündig wurden aber auch diese Fachleute nicht.
In der Folge habe seine Frau, eine Krankenschwester, die Untersuchungsergebnisse einmal ausführlich gelesen und am Arbeitsplatz im Krankenhaus Nachforschungen betrieben. Das Ergebnis sei schnell klar gewesen. „MRT und Liquor-Befund liessen nur die Diagnose MS zu.“
Schnelle Bestätigung in spezialisiertem MS-Zentrum
Nach „etwas Googeln“ und ein paar Telefonaten hat sich Chris dann selbst einen Termin in einem speziellen MS-Zentrum besorgt, wo die Diagnose MS anhand nochmaliger Tests schnell bestätigt wurde. „Dank Kortison waren die Schmerzen erst einmal schnell weg. So begann meine MS-Geschichte“.
Ihm gehe es heute gut, sagt Chris mit fester Stimme. Er sei trotz seiner Krankheit, die er gut im Griff habe, ständig guter Laune. Eingeschränkt fühle er sich nicht. Dank medizinischen Fortschritten könne er praktisch wieder sein altes Leben mit allen Möglichkeiten leben. Und er habe das Glück, von einem qualifizierten Neurologen begleitet zu werden, der ihn stets umfassend aufkläre.