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Berset warnt vor Ungleichheiten
Die Klimakrise, Kriege, soziale Konflikte und Naturkatastrophen verschärfen die sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten. Um sie zu bekämpfen, braucht die Welt nach Ansicht von Bundespräsident Alain Berset eine starke Uno.
In den letzten 20 Jahren habe sich der Einkommensunterschied zwischen den reichsten 10 Prozent und den ärmsten 50 Prozent der Weltbevölkerung verdoppelt, sagte Berset in seiner Rede vor der UNO-Generalversammlung am Dienstag in New York. Heute seien die Ungleichheiten so gross wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts, vor dem Ersten Weltkrieg.
"Globale Unordnung"
In seiner letzten Rede als Schweizer Bundespräsident vor der Uno prangerte Berset, der Ende Jahr aus dem Bundesrat zurücktritt, jene an, die versuchten zu ihren Gunsten ein "globale Unordnung" voranzutreiben. Vielmehr brauche es eine erneuerte Weltordnung, die Stabilität, Vertrauen und gemeinsame Perspektiven garantiere.
Ungleichheiten träfen die Schwächsten am meisten, schwächten die Grundlagen unserer Gesellschaften und förderten Instabilität und Populismus, sagte der Bundespräsident. "Überall sind Protektionismus und Egoismus auf dem Vormarsch. Doch Rückzug, Drohungen und Gewalt haben noch nie eine Lösung für die Probleme und Ungleichheiten in der Welt geboten", so Berset.
Für die Bewältigung der immensen Krisen sei die Geisteshaltung und die Einstellung aller Einzelnen entscheidend. "Sind wir bereit, alles zu unternehmen, um zu versuchen, die Situation zu verbessern", fragte Berset die Vollversammlung.
Berset nahm weiter Russland in die Kritik. "Die Russische Föderation hat mit ihrem Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht nur ein friedliches Land angegriffen, sondern auch das Völkerrecht und den Multilateralismus", sagte der Bundespräsident.