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Detail
BERNER, André
* Paris, 21.10.1926, † Erlenbach ZH, 30.08.2008; Drums
Sohn des europäischen Jazzpioniers und Theateragenten Ernest R. Berner, der zur Zeit von Andrés Geburt in Paris lebte und spielte. 1931 übersiedelte die Familie nach Bern, 1933 nach Zürich, und André besuchte die Schule bis zur C-Matur. Durch seinen Vater hatte André Kontakt mit vielen Jazzmusikern wie etwa Coleman Hawkins, der sogar ein Jahr bei der Familie Berner wohnte.
Dann Studium der Architektur an der ETH, aber nur 5 Semester, weil 1949 eine "Wunderstelle" lockte, und zwar als "Reklamechef" (Werbeleiter) bei der Paramount Filmgesellschaft. Spielte als Amateur-Schlagzeuger u. a. mit den "Two City Stompers" (mit Claude Aubert), die 1947 mutig ein Jazzkonzert in der Zürcher Tonhalle veranstalteten. Als Veranstalter hatte André schon 1946 mit der Hazy Osterwald Bigband Konzerte im Kino Urban durchgeführt. 1951 gründete er das "Amateur-Jazzfestival" in Zürich. Diesem jährlichen Event war ein unerwarteter Erfolg beschieden; beinahe alle Jazzmusiker der Schweiz, die Rang und Namen hatten, traten an diesem Festival auf – für viele davon war es auch der Start ihrer Karriere. Ab 1958 war der Andrang so gross, dass Vorausscheidungen in anderen Städten notwendig wurden. 1961 wurde das Festival in "Internationales Amateur-Jazzfestival" umgetauft, 1971 musste es vom Kino Urban in das daneben gelegene Kino Corso umziehen. 1973, unterdessen ein Internationales Festival mit (neben den besten Schweizern) internationalen Stars wie Weather Report und Chick Corea, fand das letzte Festival unter der Aegide von André Berner statt. 1975 wurde es von anderen Organisatoren weitergeführt.
In den Jahren des Festivals hatte André Berner die Möglichkeit, ein eigenes Werbebüro zu gründen und ständig weiter auszubauen. Unter anderem leitete er bis 1982 das "Dancing Mascotte", in dem neben vielen Tanz- und Jazzorchestern (u. a. Tremble Kids, Hazy Osterwald) auch immer wieder Jazzsolisten wie Chet Baker auftraten. Heute ist die "Werbe&Verlags AG" spezialisiert auf Kultur-Werbung im weitesten Sinn und wird von seinem Sohn Thomas weitergeführt.
[Bruno Spoerri]