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Aus der Basler Bibliographie. Im März 2019 wird Cailler sein 200-jähriges Firmenjubiläum feiern. Für die Basler Bibliographie bietet sich dieses schöne Jubiläum an, um zu fragen, was Basel eigentlich mit Schokolade zu tun hat?
Ein Luxus aus der Neuen Welt. Bereits die Azteken schrieben der Schokolade, Xocolatl genannt, eine göttliche Herkunft zu. Dass ein solch herrlicher Geschmack wie jener von Kakaopulver von einer höheren Macht stammt, stand ausser Frage. Die Azteken rösteten zuerst die Bohne, mahlten diese dann zu einem Pulver und gaben Honig dazu. Auf die Erde kam dieses göttliche Gewächs nur dank dem Diebstahl einer Bohne durch eine Ameise aus dem Göttertempel. Nach der Eroberung von Mexiko durch Cortez kamen auch schnell zuerst die Spanier, dann der ganze europäische Adel auf den Genuss. Dass man Kakao mit Zucker kombinieren kann, war schliesslich die geniale Idee eines spanischen Höflings. Für die Azteken war Kakao nicht nur ein Genuss-, sondern auch ein Zahlungsmittel. Und dass sich mit dem braunen Gold gutes Geld verdienen liess, bemerkten auch die Spanier schnell, als die Nachfrage im 16. Jahrhundert kontinuierlich stieg. Als im Zuge der Gegenreformation Juden vor den Inquisitoren aus Spanien fliehen mussten, brachten diese das Geheimnis der Herstellung und Verbreitung mit nach Frankreich und von dort in die ganze Welt. Somit war das spanischen Monopol gebrochen und Schokoladenhäuser, wo man Schokolade trank, waren ab dem 18. Jahrhundert beliebte Treffpunkte für betuchte Bürger und den Adel.
Teuer blieb Schokolade trotz einer immer stärkeren Verbreitung und einem grösseren Angebot allemal. Zu den grossen Schokoladenliebhabern gehören wichtige historische Persönlichkeiten, wie Montezuma, Elisabeth I. von England oder Napoleons erste Frau Joséphine de Beauharnais. Joséphine soll dabei Unsummen für das Luxusprodukt Schokolade ausgegeben haben – polemische Schriften aus England spotteten daher auch über ihre schlechten Zähne. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts machten immer mehr Schokoladenfabriken ihre Tore auf, darunter auch Cailler. Dank der Rezeptur des aus Moudon stammenden Daniel Peter wurde schliesslich Schokolade in der Schweiz ein raffiniertes Produkt, das man heute noch als typisch „schweizerisch“ assoziiert. Peter hatte die Idee, Kakao mit Milch zu vermischen, wobei ihm bei der Umsetzung niemand Geringeres als Henri Néstle half. Die Milchschokolade war geboren.
Dass Basel als Handelsstadt früh mit Kakao in Berührung kam, darf als erwiesen angesehen werden. Wie in ganz Europa wird sich auch hier das reiche Bürgertum ab dem 17. Jahrhundert ab und an eine Tasse Kakao mit Zucker oder Honig erfreut haben. Anno 1930 stand in der Güterstrasse eine Filiale des deutschen Kaffeeproduzenten „Kaiser’s“. Der Basler Ableger wirtschaftete vom deutschen Mutterkonzern partiell unabhängig und beherbergte spätestes 1938 auch eine eigene Schokoladenfabrik. Man stellte Pralinen, Tafelschokolade und Bonbons her. Anno 1968 wurde dann Kaiser’s von der deutschen Hussel-Gruppe übernommen und somit verschwand auch der Basler Ableger. Dass die Basler Schokolade sich aber, neben einem bereits etablierten Markt von Schokoladenherstellern, etablieren konnte und sich immerhin 30 Jahre erfolgreich behauptete, spricht für die Qualität des Basler Produktes. Wer mehr über Basel und die Schokolade erfahren will, kann hier auf die Literaturliste der Basler Bibliographie klicken!
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