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Birgisch (Burginse, Burgise, Burgyse, Burgisse, Buergis, Birgisch (1579)
Birgisch liegt auf einer langgestreckten Terrasse über dem rechten Ufer des Rottens. Gemäss der Perrig-Chronik haben auch gewisse Freiherren in Birgisch und zwar hinter der jetzt bestehenden Kapelle gewohnt. Man sieht noch das Gemäuer ihres verfallenen Schlosses. Die Ruinen eines schlossähnlichen Gebäudes erblickt man in der Tat am vorgenannten Orte. 1232 trat Chron de Burginsi in Verbindung mit Angehörigen der Familie Saxo als Zeuge auf. Ob "de Burginse" hier den Familiennamen oder bloss den Wohnort des Chono bezeichnete, ist schwer zu entscheiden. Auch sonst fehlen jegliche Nachrichten über die Herren von "BIRGISCH". Birgisch bildete ursprünglich 2 Gemeinden: Unter- und Oberbirgisch. Erstere wird bereits 1320 genannt und gehört zur Gumperschaft Naters, während Oberbirigsch 1/8 der Gumperschaft Mund ausmachte. Beide Gemeinden hatten gemeinsame Wälder, Allgemeines und Alpen, so dass die Verwaltung vielfach ineinander griff. Im selben Jahre wird auch Unterbirigsch als solche bezeichnet. Diese bildet den achten Teil der Gumperschaft Naters.
Im Verlaufe des 15. Jahrhunderts schlossen sich nämlich sämtliche Gemeinden der Gumperschaft Rischinen zu einer einzigen Gemeinde zusammen, die ihren Mittelpunkt in Rischinen hatte, wo sich das Gemeindehaus befand. Auf gleiche Weise vereinigten sich die Gemeinden der Gumperschaft Naters zur Gemeinde Naters mit Ausnahme von Unterbirgisch, das als selbstständige Gemeinde fortbestand.
Am 11. Dezember 1685 wurde vereinbart, dass 4 gemeinsame Vorsteher von Ober- und Unterbirgisch und je ein Gemeinderat von jeder Gemeinde die Verwaltung leiten sollte. Der völlige Zusammenschluss zu einem einzigen Gemeinwesen dürfte am Anfang des vorigen Jahrhunderts erfolgt sein. Birgisch ist kein eigentliches Dorf mit einem eng geschlossenem Dorfkern. Charakteristisch ist die sogenannte Streubauweise mit einer Vielzahl von kleinen Weilern, die über das ganze Gemeindegebiet unterhalb der Waldgrenze verteilt sind. Die wichtigsten Weiler heissen wie folgt: Oberbirgisch, Gärwi, Bodmachra, Unners Hüs, Zär Kapälla, Bord, Fennumannuhüs, Schluecht, Eiholz, Aegerten und Egga.
Das öffentliche Leben konzentriert sich im Hauptweiler "Zär Kapälla". Hier steht im Umkreis von wenigen Metern, die Kapelle, das alte Schuhaus, das Rektoratshaus, das Mehrzweckgebäude mit integriertem Schulhaus und Turnhalle sowie Gemeindekanzlei, Restaurant und Lebensmittelgeschäft, Feuerwehrlokal und Registerbüro sowie Gemeinschaftsfrigoranlage. In den Weilern "Hälfutschuggo" und "Eiholz" sind in den letzten Jahren eine Chaletüberbauung enstanden, die heute teils ganzjährig von Einheimischen bewohnt werden.
Bis in die 50-Jahre war Birgisch nur über einen Saumweg via Naters erreichbar. Von 1955 bis 1973 bestand eine Seilbahnverbindung. Das Dorf ist durch eine ganzjährig geöffnete Strassenverbindung von Brig-Naters her erschlossen. Von morgens 04.00 Uhr bis abends um 21.25 Uhr verkehren praktisch im Stundentakt Busse von PostAuto Oberwallis. In der Nacht ist das Dorf wie auch das Nachbardorf Mund durch den Publicar erreichbar. Sämtliche Weiler sowie die Voralpengebiete sind über Flur- oder Forststrassen erreichbar.
Birgisch fusionierte 2013 mit der Gemeinde Naters.