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Mary had a baby, yes, Lord
The people keep coming
And the train done gone
Maria gebar ein Kind, ja, Herr.
Die Leute kommen und gehen,
und der Zug ist (schon) abgefahren.
Aus einem Weihnachtsspiritual
In den vergangenen Tagen wimmelte es in der Stadt und im Bahnhof nur so von Menschen: Arbeitende, Reisende und solche, die noch die letzten Weihnachtseinkäufe erledigten. In der Bahnhofshalle ist manchmal fast kein Durchkommen mehr. Deshalb musste ich an diesen Weihnachtsspiritual denken. Doch in diesem Lied ist nicht ein realer Eisenbahnzug gemeint, der abfährt, sondern die sogenannte «Underground Railroad», ein geheimes Netzwerk von Gegnern der Sklaverei im Nordamerika des 19. Jahrhunderts. «Kondukteure» dieser Untergrundeisenbahn verhalfen schwarzen Sklaven zur Flucht in die Freiheit und führten sie auf diesem Weg sicher von Station zu Station.
Charles T. Webber; The Underground Railroad, 1893. wikimedia.commons
Mir gefällt, wie hier die biblische Weihnachtsgeschichte mit den Lebensumständen derer verbunden wird, die dieses Lied ursprünglich gesungen haben. An Weihnachten ist höchste Eisenbahn: Gott selber kommt von «seinem höchsten Thron» – wie es in einem anderen Weihnachtslied heisst – auf diese Welt. Er begleitet auch mich auf meiner Reise.