Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03572.jsonl.gz/3389

Santiogo de Chile – Das schwere Erdbeben, das letzten Samstag Chile erschütterte, könnte sogar die Erdachse verschoben haben. Die Verschiebung sei nach Angaben von Wissenschaftlern der US-Raumfahrtbehörde NASA nur geringfügig, aber dauerhaft.
Nicht nur das: das Erdbeben war so heftig, dass es wahrscheinlich sogar Auswirkungen auf die Länge der einzelnen Tage hat.
Der Wissenschaftler Richard Gross hat ausgerechnet, wie die Erdstöße sich auf die Erdrotation ausgewirkt haben.
Mithilfe einer komplizierten Rechnung kamen er und sein Team schließlich zu dem Ergebnis, dass die Tage um rund 1,26 Mikrosekunden kürzer geworden sind. Das meldet die US-Weltraumorganisation NASA auf ihrer Homepage.
Eindrucksvoller ist vielleicht, wie weit das Beben die Erdachse bewegt hat. Nach den Berechnungen von Gross hat sie sich um rund acht Zentimeter verschoben. Zum vergleich: Gross hat 2004 nach dem selben Modell die Auswirkungen des Großbebens vor Sumatra, das eine Stärke von 9,1 hatte, berechnet. Damal verkürzten sich die Tage um 6,8 Mikrosekunden und die Erdachse verschob sich um 7 Zentimeter.
Richard Gross gibt zwei Gründe an, warum das Beben vor Chile größere Auswirkungen auf die Erdachse hatte, obwohl es schwächer war, als das von 2004. Zum einen ereignete es sich in weiterer Entfernung vom Äquator. Zum anderen ist die Verwerfung, die für das Beben von Chile verantwortlich ist, steiler und kann darum die gesamte Erdmasse weiter verschieben.
Dank sei dem Berliner Kurier