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|Abt Notker (971-975)

Abt Notker
Notker, 971-975. Notker war ein Neffe der Äbte Thieto und Craloh und des Notker Pfefferkorn. Seine Wahl erfolgte am 18.5.971 auf Vorschlag seines Vorgängers Purchart. Als Abt tritt er nur einmal am 14.8.972 in einer Urkunde auf. Er war bestrebt, Disziplin und Ökonomie zu bessern. Er griff auf die Statuten Hartmuts zurück und war bedacht, daß die Anordnungen des Visitationsabtes Kerbodo von Lorsch eingehalten wurden. Doch seine Strenge kannte Grenzen, denn er wird als "abba benignus" bezeichnet. Kaiser Otto, der 972 St. Gallen besuchte, hatte vielleicht auf Veranlassung Abt Ruodmanns von Reichenau, Sandrat von St. Maxim, den späteren Abt von Gladbach, sowie eine Visitationskommission nach St. Gallen geschickt. Wirtschaftlich muß sich das Kloster unter Notker gut erholt haben, denn er konnte die von Anno begonnenen Stadtmauern vollenden. Aus seiner Regierungszeit stammt das erste Zeugnis für die Entstehung der sanktgallischen Ministerialität. Er starb am 15.12.975.
(Duft, Johannes; Die Abtei St.Gallen, St. Gallen 1986)