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Ein einprägsamer, wenn auch leicht holpriger Reim und das Bild eines Katers, der scheinbar ein Sektglas auf dem Rücken balanciert: Mit dem Satz «Ja, und das, das hat er – als Folge einen Kater» warb Karl Schlegel einmal zum Jahreswechsel für Rollmops und Hering.
Das Inserat ist typisch für den Texter, Grafiker und Künstler Schlegel (1892 bis 1960), der von den frühen 20er- bis in die 50er-Jahre die Migros-Werbung prägte. Ursprünglich wollte Firmengründer Gottlieb Duttweiler eigentlich ganz auf Inserate und Plakate verzichten. Er verliess sich völlig auf die kostenlose Mundpropaganda der Kundinnen und Kunden. Als er seine Meinung änderte und Schlegel engagierte, erwartete er von ihm einen eigenständigen Stil, der sich deutlich von der Werbung der Konkurrenz abhob.
Die Hersteller von Markenartikeln zeigten in ihren Inseraten damals oft das elegante Leben der gehobenen Stände. Schlegel zeichnete stattdessen mit kräftigem Strich einfache Bilder, bei denen das Produkt klar im Mittelpunkt stand. Ausserdem rückte er die günstigen Preise der Migros-Artikel ins Zentrum. Er setzte auf gereimte Werbesprüche, die helvetisch und handgestrickt wirkten, bei den Kunden aber gut ankamen: «Den ganzen Morgen putzen, blochen – fünf vor zwölf, was soll ich kochen?» Oder: «Mi Mueter isch e Schwyzeri, sie merkt’s und spart es bitzeli.»
Schlegels Plakate sind inzwischen Museumsstücke; die Migros-Werbung ist aber humorvoll geblieben.