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Bis 1835 war das Schulwesen reine Privat- und Gemeindesache. Dazu leistete die Geistlichkeit der beiden Konfessionen einen wesentlichen Beitrag. Im Jahre 1801 bestanden im Kanton 22 Schulen, Schwanden und Glarus waren als beste, Linthal und Schwändi als schlechteste Schulen erwähnt. Nur vier der damals angestellten Lehrer zeichneten sich aus, im schlimmsten Fall, das galt für fünf Personen, wurde man als unfähig eingestuft. Viele Kinder wurden zu früh aus den Schulen genommen. Erst 1830 kam Bewegung in Schulisches. 1835 machte die Landsgemeinde das Schulwesen zur kantonalen Angelegenheit. Zwei Jahre später wurde ein kantonales Schulgesetz angenommen.
An anderer Stelle ist unter dem Begriff «Körperbeschaffenheit» nachzulesen: «Schönheit kann dem Glarnervolk im Allgemeinen nicht zugeschrieben werden, obwohl es auch hier erfreuliche Ausnahmen gib. Den schönsten Menschenschlag finden wir in Elm unter Männern und Weibern; meistens hochgewachsene Leute und viele mit auffallend schöner Gesichtsbildung. Die Weiber sind im Allgemeinen verhältnismässig stärker als die Männer, besonders diejenigen der hinteren Gemeinden, wo sie strenge und schwere Arbeiten gewohnt sind».
Und Übernamen fallen an anderer Stelle auf:
Hanspämpeler
Guger
Kilchmatter
Berner
Maschinenherr
Präsident Daniel
Kilchler
Gross – Fridli
Und ein Zusatz betrifft die Volkszählung 1837 mit dem «Namentlichen Verzeichnis lebender Individuen». In Ennenda wohnten um diese Zeit 1900 Seelen, davon 415 Männer über 20 Jahre alt.
Im März 1850 wurde die Glarner Bevölkerung gezählt. In Glarus waren damals 4029 Personen, in Ennenda 2313 Leute wohnhaft. Es wird fein säuberlich unterschieden zwischen Kantonsbürgern, Niedergelassenen, Geduldeten, Ledigen, Verheirateten, Verwitweten, Grundeigentümern, Berufsarten, Konfessionszugehörigkeit, Anteil der Ausserkantonalen und anderem. Der Kanton zählte damals 30 209 Einwohner.
Schmunzeln lässt einen die Ankündigung über das «Firmeneigene Gefährt. Am 20. Juli 1833 geliefert, garantiert einspännige Chaise».
Und so wird man durch Jahrzehnte geführt, nimmt Kenntnis von einem Fabrikdiebstahl oder der Einführung der öffentlichen Gasbeleuchtung am 16. April 1870, vom Fabrikneubau samt Fusion, dem Alltag im industriellen Haushalt, die Wiedervermählung von Rosines Vater mit der «Jungfer Regula Jenny», dem neuen «Societäts-Vertrag», einem gewaltigen Ärger mit dem Steueramt im Jahre 1866, dem Aufstieg in die Geschäftsleitung und dem Rückzug aus dem Geschäftsleben im Alter von 59 Jahren. Es ist beispielsweise nachzulesen, dass es im Hause Jenny einen Bruderzwist gab oder dass das Geschäft ab 1830 in Italien wieder besser lief. Es steht: Die Glarner Fabrikanten waren «mit Arbeit so überhäuft … wie noch nie».
So vieles ist in diesem wertvollen Zeitdokument zusammengetragen worden. Dies unter dem bescheiden aufklingenden Titel «Rosine & Jaques Jenny-Hösli, Edition Comptoir-Blätter 14 / 15», erhältlich im Fabrikladen «Baumwollblüte» an der Fabrikstrasse Ennenda und im Buchhandel.
Die auf kleinem Raum präsentierten Dokumente und Bilder sind eine wertvolle Ergänzung zur bewegenden Geschichte des eigentlichen Comptoirs.
Es schliesst der Teil über den Ruhestand mit Pensionierung und Hobbys an. Im Jahre 1880 nahm Jakob Jenny-Hösli seinen Austritt aus den beiden Geschäften in Haslen und Ennenda. Er war 59 Jahre alt und wurde 1881 als Richter in das «Löbliche Ehegericht» gewählt. Er aber lehnte diese Wahl «aufs Bestimmteste» ab. Malen und Zeichnen, Spaziergänge, Erholung im Garten und Ausflüge gehörten zu seinen Hobbys.
Rosine Jennys Lebensweg ist mit spürbarem Einfühlungsvermögen und grosser Genauigkeit nachgezeichnet. Als eine der wenigen Frauen erhielt sie nach ihrem Ableben einen kurzen Nachruf in der damaligen Presse.
Mit der noch lange zugänglichen Ausstellung und dem Doppelband ist ein vertiefendes Auseinandersetzen möglich.