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Qumulo: mit langsamen Schritten vom NAS in die Cloud
Ehemalige Isilon-Mitarbeiter gründeten 2012 Qumulo, nachdem Isilon mit seiner Clustered Storage Technology 2010 von EMC gekauft worden war und dort mit seinem File Storage System die Basis von EMC-eigenen NAS-Produkten bildete (Network Attached Storage). EMC hatte in den Jahren zuvor mit dem Konzept von SAN (Storage Area Network) bereits eine marktbeherrschende Position erobert. Heute bietet Dell EMC eine breite Palette von NAS-Systemen an, die alle aus der Isilon-Technologie hervorgegangen sind – darunter Dell EMC Isilon A Series, F Series, H Series oder die Dell-Eigenentwicklung NX Series NAS.
Im Unterschied zu dem SAN-Konzept, das grössere Investitionen erfordert und deshalb eher für Unternehmen ab einer bestimmten Grössenordnung und Finanzkraft in Frage kommt, eignen sich NAS-Appliances auch für kleinere und mittlere Firmen. Dies auch deshalb, weil solche Appliances oft Software-bestimmt sind und auf der Basis von günstigen Standard-Speichersystemen funktionieren.
Bei Qumulo steht ebenfalls eine eigene Software, das Qumulo File System, im Vordergrund. Neben hybriden NAS-Appliances von Qumulo, die auf Basis von Festplatten und Flash-Speicher laufen, gibt es auch Appliance-Varianten, bei denen Dell EMC und Hewlett Packard Enterprise (HPE) das Qumulo File System auf ihren Hardware-Produkten einsetzen. Ein Einstiegsprodukt von Qumulo ist die QC24 NAS mit 24 Terabyte Rohspeicher und 64 Gigabyte Memory.
Qumulo hat sich bis 2014 mit der Entwicklung seines File Systems Zeit gelassen und erst ab diesem Jahr Produkte auf den Markt gebracht. Der Hersteller spricht auch von einem "Advanced Distributed File System", das durch symmetrische Skalierbarkeit und Performance gekennzeichnet sei. Es funktioniere in Echtzeit, ohne umständliche Wartezeiten, und biete eine Suite von Data Services wie Replikation, Snapshots und Erasure Coding an. Die Rohkapazität der Medien könne zu hundert Prozent genutzt werden, wobei kein Unterschied zwischen kleinen und grossen Dateien gemacht wird. Qumulo spricht auch von einer "Flash-first" Architektur.
Der Ansatz von "Software-defined Storage" ermöglicht es den Anwendern nicht nur, Standard-Hardware ihrer Wahl für ihr Rechenzentrum auszuwählen, sondern gibt ihnen die zusätzliche Option, ihre Architektur auf externe Dienstleister auszudehnen – letztlich bis zu einer Cloud- oder Multi-Cloud-Architektur. Die Migration von Daten und Anwendungen kann auf diese Weise ohne (teure) Friktionen durchgeführt werden.
Wer ein Qumulo File System schon in seiner internen Speicherumgebung eingesetzt hat, muss keine komplexe Über- und Rückführung der Daten inklusive Datenkonvertierung – zum Beispiel bei einem Recovery – durchführen. In dem wachsenden Cloud-File-Markt hat Qumulo deshalb gute Chancen mit seiner offenen Architektur. Die Analysten von Gartner ordnen Qumulo in ihrem „Magic Quadrant for Distributed File Systems and Object Storage“ deshalb bereits in die Gruppe der „Leaders“ ein.
Im Juni 2019 führte Qumulo neue NAS-Appliances ein, die Performance (P-23T und P-92T), den hybriden Ansatz von Disk und SSD (C-72T) sowie die Archivierungsfunktionen (K-168T) verbessern sollen. Ferner wurde die Analytics Engine verbessert, um die konsumierte Kapazität sowie Snapshots und Metadaten zu messen. Und es wurde ein Security Audit eingeführt, um die File-Operationen zu überwachen.
Mit dem Terminus "hybrid Cloud" versucht Qumulo, sich von den Konkurrenten abzusetzen. Man will ein einheitliches Konzept von "Qumulo on-site", "Qumulo in the Cloud" und "Qumulo on the Edge" schaffen. Die Ausrichtung auf eine Object-Architektur des File Systems von Qumulo macht es laut Hersteller möglich, einen "intelligenten Workflow" zwischen Rechenzentrum, Edge und Cloud zu schaffen.