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Miami liegt an der Schnittstelle zwischen US-amerikanischer Kultur und Lateinamerika. 70% der EinwohnerInnen Miamis sprechen zuhause Spanisch. «Miami ist kein Schmelztiegel, sondern eine heterogene Ansammlung von verschiedenen Volksgruppen», sagt Matthias Kündig.
In den USA ist das Interesse an den Ländern südlich der Grenze sehr gering. «Dies hat mich zu Beginn sehr erstaunt, weil man viele Themen erst im regionalen Zusammenhang begreifen kann». So lässt sich beispielsweise die starke Migration von Menschen aus den zentralamerikanischen Ländern Guatemala, Honduras und El Salvador nur vor dem Hintergrund der US-Aussenpolitik in diesen Ländern erklären.
Sie hilft mir einzuschätzen, ob ich mich mit einer Recherche oder einem Interview in Gefahr bringe.
«Die USA unterstützen in Honduras ein Regime, das nachweislich in den Drogenhandel verstrickt ist», sagt Kündig. «Dennoch unterstützt die US-Regierung Honduras mit Millionen für den Kampf gegen die Drogen, da die Junta in den Augen des US-Aussenministeriums der einzige Garant für Stabilität darstellt.»
Im Gegensatz zu den USA muss Matthias Kündig bei seiner Arbeit in Mexiko oft zusätzliche Vorsichtsmassnahmen treffen. Denn Mexiko ist eines der gefährlichsten Länder der Welt für JournalistInnen. «Ich arbeite in Mexiko mit einer sehr erfahrenen Journalistin zusammen. Sie hilft mir einzuschätzen, ob ich mich mit einer Recherche oder einem Interview in Gefahr bringe».