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Im Rahmen von Untersuchungen durch die Lonza-Pensionskasse stiess man bei Bodenkontrollen im Süden des Bahnhofs Visp im Wohngebiet Bäret auf erhöhte Quecksilberkonzen- trationen. Da die Zone ausserhalb des Grossgrundkanal-Perimeters liegt, muss von zu-geführtem belastetem Aufschüttungsmaterial ausgegangen werden. Parallelen weist der Nachweis von stark quecksilberhaltigem Material im Gebiet Steineye (Raron) auf. Im Rahmen des Baus der A9 stiess man hier auf quecksilberbelastetes Material mit stark erhöhten Spitzenwerten. Auch hier handelt es sich um zugeführtes Aushubmaterial und nicht um Schlamm aus dem Grossgrundkanal.
Quecksilberbelastung südlich des Bahnhofs Visp
Die Pensionskasse der Lonza untersuchte verschiedene Parzellen südlich des Bahnhofs Visp. Während die meisten Parzellen unbelastet (<0.5mg/kg) oder schwach belastet waren, wies der untersuchte Boden im Bäret in Visp, stellenweise Werte bis 75mg Hg/kg auf und überschreitet damit klar den Sanierungsgrenzwert von zurzeit 5mg Hg/kg.
Die Dienststelle für Umweltschutz (DUS) definiert als Präventivmassnahmen folgende Nutzungsverbote und Empfehlungen:
- Die Nutzung der stark belasteten Parzellen (>5mg/kg) als private Gärten und als Spielplätze für Kinder ist verboten, bis diese Flächen saniert worden sind.
- Beträgt die Quecksilberbelastung zwischen 0,5 und 5mg/kg, gilt die offizielle Empfehlung, keine Lebensmittel aus diesen belasteten Gärten zu essen. Zudem sollten Kinder in diesen Bereichen nicht auf unbegrünter Erde spielen.
Diese Empfehlungen gelten bis zur genauen Klärung der effektiven Risiken und einer ausdrücklichen Änderung der Empfehlung. Die direkt betroffenen Bewohner wurden von der Wohnungseigentümerin (Lonza-Pensionskasse) ent-sprechend informiert.
Bei den bisherigen Untersuchungen zur Quecksilberbelastung ging man primär von einer Verschmutzung durch Material aus dem Gross- grundkanal aus. Die neuesten Funde bestätigen den Verdacht, dass auch quecksilberhaltiges Aushubmaterial, das nicht aus dem Grossgrundkanal stammt, für Aufschüttungen in der Region genutzt wurde. Aus diesem Grund erwartet die DUS von der Lonza eine umfassende Analyse der Region Visp und von Verdachtsflächen mit Aufschüttungen, bei denen Hinweise auf eine mögliche Belastung bestehen.
Quecksilber-Spitzenwerte im Gebiet Steineye (Raron)
Bodensondierungen, die im Rahmen des Autobahnbaus ausgeführt wurden, zeigten in der Region Steineye ausserhalb des Siedlungsgebiets von Raron auf einem Perimeter von ca. zweimal rund 400 m2 m extrem stark erhöhte Quecksilberwerte an. Diese liegen im Westen der kontaminierten Zone bis zu 1 300 Hg/kg. Im Osten steigen die Werte bis zu 2 600 mg Hg/kg. Auch hier lassen die auffällig hohen Werte und das Vorhandensein von Bauschutt vermuten, dass es sich um in der Vergangenheit zugeführtes Aushubmaterial und nicht um Schlamm aus dem Grossgrundkanal handelt.
Das Amt für Nationalstrassenbau (ANSB) und die ausführenden Unternehmen haben die notwendigen Schutzmassnahmen für Mitarbeitende und die Umwelt getroffen. Die fachgerechte Entsorgung des Materials auf dem Trassee der Autobahn geht weiter. Massnahmen zur Minimierung der Staubemissionen werden umgesetzt.
Da sich die Quecksilberbelastung auch ausserhalb des Perimeters der Autobahn erstrecken könnte, hat die Dienststelle für Umweltschutz (DUS) die Lonza angewiesen, die anliegenden Grundstücke umgehend enger analysieren zu lassen. Präventiv hat die DUS den Bodenbesitzern empfohlen, diese Grundstücke nicht als Weidenflächen zu nutzen, bis die Belastungssituation geklärt ist.
Ursprünglich war geplant, dass die Lonza bis Ende Jahr die Grossgrundkanal-Region zwischen Visp und Niedergesteln im Bereich des Grossgrundkanals untersucht, so dass ein guter Überblick über die Belastungssituation entstehen sollte. Durch die Funde von stark quecksilberhaltigem Material mitten im Wohngebiet von Visp erweitert sich der Perimeter in östlicher Richtung. Aus diesem Grund erwartet die DUS von der Lonza eine umfassende Analyse der Region Visp und von Verdachtsflächen mit Aufschüttungen, bei denen Hinweise auf eine mögliche Belastung bestehen.
Innerhalb des Perimeters der zukünftigen Autobahn wird das Amt für Nationalstrassenbau weiterhin die nötigen Dekontaminationsarbeiten durchführen.