Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03115.jsonl.gz/2339

In der Schweiz sind Laserpointer seit dem 1. Juni 2019 weitgehend verboten. Erlaubt sind nur noch Laserpointer der tiefsten Geräteklasse 1 in Innenräumen. Im Freien dürfen Laserpointer nicht mehr verwendet werden.
Laserpointer der bislang gängigen Geräteklasse 2 dürfen noch während zwei Jahren bis spätestens am 1. Juni 2021 in Innenräumen verwendet werden. Alle anderen Laserpointer ab der Geräteklasse 1M sind seit dem 1. Juni 2019 verboten.
Das Verbot soll insbesondere Lokführer, Piloten und Polizisten vor Blendattacken schützen. Solcher Missbrauch von Laserpointern kann zu gravierenden gesundheitlichen Schäden führen und die Verkehrssicherheit gefährden. Blendattacken konnten und können insbesondere als Störung des öffentlichen Verkehrs und als Körperverletzung bestraft werden.
Ob sich jene, die Laserpointer missbrauchten, vom Verbot beeindrucken lassen, wird sich zeigen. Leidtragend sind all jene, die solche Laserpointer für Präsentationen verwenden und nun eine Alternative suchen müssen.
Das Verbot geht unter anderem auf die Motion 13.3847 von FDP-Nationalrat Daniel Stolz zurück. Der liberale Politiker hatte gefordert, dass «handgeführte Laser ab der Laserklasse 2 (stärker als 1 Milliwatt) im Waffengesetz als Waffe definiert werden und deren Besitz unter Strafe gestellt wird.»
Das Verbot gilt umfassend. Verboten sind der Besitz, die Einfuhr und Durchfuhr sowie die Abgabe von gefährlichen Laserpointern in der Schweiz. Wer versucht, einen verbotenen Laserpointer in die Schweiz einzuführen, kann bestraft werden. Der Zoll darf sowohl Personen bei der Einreise in die Schweiz als auch Warensendungen kontrollieren.
Laserpointer-Verbot: Gesetzliche Grundlagen und Alternativen
Die gesetzliche Grundlage für das Verbot findet sich nicht im Waffenrecht, sondern im Bundesgesetz über den Schutz vor Gefährdungen durch nichtionisierende Strahlung und Schall (NISSG) und in der Verordnung zum Bundesgesetz über den Schutz vor Gefährdungen durch nichtionisierende Strahlung und Schall (V-NISSG). Die Systematische Rechtssammlung (SR) behauptet übrigens fälschlicherweise, das NISSG sei noch gar nicht in Kraft (Screenshot).
Als Alternative empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit (BAG), man solle Präsentationsprogramme mit «eingebauter elektronischer Laserpointfunktion» oder «einen (sic!) softwaregestütztes Laserpointersystem, bei dem Sie einen Presenter in der Hand halten, der keine Laserstrahlung erzeugt» verwenden. Das BAG hat einen Flyer und ein Faktenblatt zum Laserpointer-Verbot veröffentlicht.
Bei Logitech beschränkt sich das «Laserpointer»-Angebot durch das Verbot momentan auf die 149 Franken teure Spotlight Presentation Remote «mit fortschrittlichem digitalem Zeiger und Timer mit Vibrationsalarmen» (Screenshot). Es handelt sich um einen virtuellen Laserpointer, der die Installation der Logitech Presentation App voraussetzt. Solche Zusatz-Software von Peripherie-Herstellern ist notorisch grottig und unsicher, so dass man im eigenen Interesse die Finger davon lassen sollte …
Ob Teleskopzeigestäbe nun eine Renaissance erleben werden?