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Es gibt Situationen, in welchen die Eltern auch mit Unterstützung von aussen nicht mehr weiterwissen und die Überforderung dem Kindeswohl massiv schadet. In einem solchen Fall ist eine ausserfamiliäre Betreuung notwendig.
Vielfach kommen die Eltern dann selbst zum Schluss, dass sie ihr Kind bei einer Pflegefamilie oder in einem Heim unterbringen wollen. Diese vereinbarten ausserfamiliären Unterbringungen machen die Mehrheit der Fälle aus, in welchen Kinder zu ihrem Schutz von den Eltern getrennt und an einem geeigneten Ort untergebracht werden müssen.
Eine ausserfamiliäre Unterbringung kann jedoch auch von der KESB angeordnet werden, wenn das Kindeswohl durch keine andere, niederschwelligere Massnahme (z.B. sozialpädagogische Familienbegleitung) gewährleistet werden kann. Diese Massnahme heisst «Aufhebung des Aufenthaltsbestimmungsrechts» (Art. 310 ZGB). Dies ist etwa bei gravierenden Kindeswohlgefährdungen der Fall, wenn Kinder körperlich, psychisch oder sexuell misshandelt oder stark vernachlässigt werden. Es gibt aber auch Situationen, bei denen die Eltern ihre grundlegenden Erziehungsaufgabe nicht mehr bewältigen können oder die Konflikte zwischen Eltern und Kindern derart destruktiv verlaufen, dass eine ausserfamiliäre Unterbringung der einzige Ausweg für eine Stabilisierung ist.
So oder so: Die ausserfamiliäre Unterbringung wird als Massnahme möglichst selten angewendet (rund 10 Prozent aller KESB-Kindesschutzmassnahmen), da sie eine grosse Veränderung für die Familie, Eltern und auch für das Kind bedeutet. Vor diesem Hintergrund arbeiten die KESB in diesen Fällen mit grösster Umsicht mit der Herkunftsfamilie und den betroffenen Kindern.
Die Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK) und die Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz (KOKES) haben hierzu auch Empfehlungen ausgearbeitet, welche die sorgfältige professionelle Abklärung der sozialen Situation, der Bedürfnisse und Ressourcen des Kindes und seiner Herkunftsfamilie ins Zentrum stellt. Eine Rückplatzierung in die Herkunftsfamilie wird regelmässig geprüft und ist möglich, wenn sich die Situation zu Hause oder beim Kind selbst verbessert hat.