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Repetition und Serialität: Verfahren der Formatierung im Werk von Bruce Nauman
Bruce Naumans frühe Arbeiten entstehen in den 1960er-Jahren – zu einer Zeit, in der Konzept-, Video- und Performance-Kunst sich von den traditionellen disziplinären Gattungen und den mit diesen verbundenen materiellen Bildträgern lösen. Das Projekt untersucht Naumans Werk im Kontext jener medialen Neuorientierung. Klassische, am materiellen Bildträger orientierte formatierende Verfahren wie Bildbegrenzung, Perspektive oder Rasterung werden aufgegeben zugunsten von zeitbasierten und nicht mehr primär visuell orientierten Verfahren. Bruce Nauman stand in den 1960er-Jahren in intensivem Austausch mit Komponisten der Minimal Music und interessierte sich insbesondere für Komponisten der Zwölfton- und seriellen Musik. Das Projekt will aufzeigen, inwiefern sich Bruce Nauman im Kontext der veränderten medialen Bedingungen der Kunst der 1960er-Jahre an formatierenden Verfahren der Musik orientierte. Dabei stehen die repetitive, nicht-lineare Strukturierung von Zeit, die Etablierung einer monotonen Kontinuität sowie das Verhältnis zwischen äusserer Kontrolle und einer durch Zufälle produzierten Eigendynamik des Werks im Fokus. Die Elemente des Zwangs, der nicht-produktiven Wiederholung und der Kontrolle in Naumans Werk werden dann – entgegen gängiger Interpretationsweisen – nicht primär als Ausdruck und Symptom eines den gesellschaftlichen Strukturen unterworfenen Subjekts oder einer generelleren „conditio humana“ aufgefasst. Vielmehr begreift das Projekt diese Elemente als produktive Strategien zur Etablierung künstlerischer Form.