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Mit der Ausstellung rund um die Sammlung Eduard Gerber ermöglicht das Kunstmuseum Bern nicht nur neue Einblicke in das Schaffen Amiets. Es erzählt auch die Geschichte einer einzigartigen Privatsammlung, die aus Leidenschaft und Freundschaft und ohne enorme finanzielle Mittel entstand.
Eduard Gerber war gerade 16 Jahre alt, als er im Sommer 1933 von dem Brand im Münchner Glaspalast las, bei dem mehr als 50 Werke Amiets zerstört worden waren. Betroffen von dem Verlust des Künstlers fuhr der junge Mann mit dem Velo auf die Oschwand, um die Familie Amiet zu besuchen. Er brachte seine gesamten Ersparnisse mit, um den Künstler mit einem Bilderkauf zu unterstützen. Das Geld reichte jedoch nicht, um das kleine Aquarell «Landschaft mit Bergkette», das es dem Gärtnerlehrling besonders angetan hatte, zu bezahlen. Trotzdem durfte er das Bild mitnehmen; den Rest sollte er bei einem späteren Besuch bezahlen.
Viel Zeit investiert
Das war der Anfang einer lebenslangen Freundschaft. Gerber wurde im Hause Amiet offen aufgenommen. Er durfte im Atelier und im Archiv des Malers Arbeiten verrichten und erhielt so die Möglichkeit, weitere Werke zu speziellen Konditionen zu erwerben oder als Geschenke entgegenzunehmen.
Sein Leben lang investierte Gerber viel Zeit, um auf Auktionen und im Kunsthandel vorteilhafte Käufe zu tätigen und seine Sammlung mit seinen bescheidenen Mitteln sukzessive zu vergrössern. Vor allem in den Wirren vor und während des Zweiten Weltkriegs konnte er erstklassige Amiet-Werke zu erschwinglichen Preisen erwerben.
Nach dem Tod Gerbers im Jahr 1995 erhielt das Kunstmuseum Bern vier kapitale Werke seiner Sammlung als Legat. Der Rest der Sammlung befindet sich nach wie vor in Privatbesitz, in den Händen eines Freundes Gerbers.cs
Maler und Sammler: Selbstbildnis von Amiet (1922, links) und Bildnis von Eduard Gerber (1943).