Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03380.jsonl.gz/3988

(26.06.2013) Die Nachfolgeregelung ist für viele Schweizer KMU ein aktuelles Thema. Laut einer von Credit Suisse und der Universität St. Gallen durchgeführten Studie steht es rund 22% der kleinen und mittleren Unternehmen in der Schweiz bevor, im Laufe der nächsten fünf Jahre den Besitzer zu wechseln.
Insgesamt werden etwa eine halbe Million Mitarbeitende bis 2018 an ihrem Arbeitsplatz eine Nachfolge erleben, wie die Autoren der Studie, die mehr als 2'000 Firmen befragt haben, feststellten. Im Durchschnitt werden KMU in der Schweiz alle 25 Jahre an eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger übergeben.
Während 90% der Unternehmerinnen und Unternehmer ihren Angehörigen raten, sie als Inhaber abzulösen, werden in der Realität nur 40% der Firmen an ein Familienmitglied übertragen (Family Buy-Out). Ebenso viele werden an eine firmen- und familienexterne Person verkauft (Management Buy-In), während die übrigen 20% von Mitarbeitenden, die nicht zum Familienkreis gehören, übernommen werden (Management-Buy-Out).
Die Autoren der Umfrage weisen auf ein überraschendes Phänomen hin: Knapp die Hälfte der Firmenübertragungen (46%) erfolgen, ohne dass ein Anforderungsprofil hinsichtlich des Nachfolgers erstellt wurde. Ferner legen 40% der KMU keine Regeln für das Verhältnis zum ehemaligen Inhaber fest.
Die systematische Prüfung der Stärken und Schwächen sowie des Wertes des Unternehmens (Due Diligence) ist hingegen weit verbreitet. 80% der KMU beziehen diese Schritte in ihren Übertragungsprozess ein.
Übertragungen an ein Familienmitglied und Übertragungen an eine externe Person unterscheiden sich in einigen Aspekten, wie die Studie herausfand. In Familienbetrieben ist der Nachfolgeprozess weniger strukturiert und der Verwaltungsrat spielt eine geringere Rolle. Diese Art der Übernahme dauert ausserdem länger und der ehemalige Inhaber bleibt auch Jahre später noch im KMU präsent.
Letzte Änderung 21.07.2015