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Ach du dickes Ei! Englands neuer Nationaltrainer Sam Allardyce hat sich knietief in etwas reingeritten. Geschäftsleuten hat er Tricks zu Transfer-Betrügereien gegeben, weil sie ihn mit 400'000 Pfund köderten. Dumm nur: Die Geschäftsleute sind in Wahrheit Enthüllungs-Journalisten.
Reporter des britischen Telegraph haben Sam Allardyce eine Falle gestellt – und der neue englische Nationaltrainer tappte hinein. Mit vermeintlichen Geschäftsleuten handelte «Big Sam» einen Deal in der Höhe von 400'000 Pfund aus. Im Gegenzug verriet er ihnen, wie sie die geltenden Regeln bei Spielertransfers umgehen könnten.
Was Allardyce nicht wusste: Seine Gegenüber bei den zwei Treffen waren keine Geschäftsleute. Sie vertraten auch keine Asiaten, die sich ein Stück vom Premier-League-Kuchen abschneiden wollten. Sondern sie waren Journalisten. Allardyce filmten sie im Rahmen einer zehn Monate dauernden Undercover-Recherche zu den Themen Bestechung und Korruption im britischen Fussball.
Allardyce sagte bei den Treffen, es sei überhaupt kein Problem, die seit 2008 geltenden Transfer-Regeln zu umgehen. Er kenne gewisse Agenten, welche dies ständig tun würden. Die Verhandlungen mit den Geschäftsleuten waren schon so weit fortgeschritten, dass Allardyce vergangene Woche mit ihnen einen Termin für einen Besuch in Singapur suchte. Nationaltrainer Allardyce verzichtete, von der Zeitung aufgeklärt, auf eine Stellungnahme.
Der «Telegraph» kündigte für die nächsten Tage weitere Enthüllungen an. Unter anderem hat die Zeitung die Namen von zehn Managern, die sich bei Spielertransfers schmieren lassen.
Die Masche ist in England bekannt. Mit Sven-Göran Eriksson liess sich schon einmal ein englischer Nationaltrainer von Reportern reinlegen. Ein angeblicher Scheich hatte Eriksson in Dubai getroffen und ihm abgerungen, dass er seinen Vertrag in England kaum erfüllen werde. Stattdessen könne er sich vorstellen, dass er Aston Villa übernehme, wenn der Scheich dort mit seinem Geld ein Spitzenteam zusammenkaufe. (ram)