Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03207.jsonl.gz/1667

Luftbefeuchtung
Warum müssen Wohnräume befeuchtet werden?
Heutige Wohnbauten werden immer kompakter und dichter gebaut. Dies ist aus energetischen und ökologischen Gründen auch sehr sinnvoll, da enorm viel an hochwertiger Energie eingespart wird. Allerdings ist der natürliche Luftaustausch, wie er in Gebäuden älterer Bauart stattgefunden hat, gerade wegen der kompakten und dichten Bauart nicht mehr möglich. Um ein Leben in diesen modernen Wohnräumen zu ermöglichen, werden Be- und Entlüftungsanlagen (KWL) eingebaut. Über diese Anlagen wird gewährleistet, dass die Wohnräume immer mit genügend frischer Aussenluft versorgt werden. Im Winter wird die Aussenluft über Erdregister, Wärmerückgewinnungsgeräte und elektrische Heizelemente auf ein behagliches Raumklima erwärmt. Die Luftfeuchtigkeit wird jedoch je kälter die Aussenluft ist, stark absinken. Die Aussenluft bringt auch nur diejenige Luftfeuchtigkeit in Wohnräume, die von der Natur zur Verfügung steht. In unseren Breiten kann es im Hochsommer zu sehr hohen Aussentemperaturen mit hohem Feuchtigkeitsinhalt und im Winter zu sehr tiefen Aussentemperaturen mit geringem Feuchtigkeitsinhalt kommen. Im Sommer ist diese hohe Luftfeuchtigkeit für das Wohlbefinden des Menschen kein ernsthaftes Problem. Im Winter hingegen kann die tiefe Luftfeuchtigkeit für Menschen und Materialien zu ernsthaften Problem führen.
Welche Luftfeuchtigkeit sollen angestrebt werden?
Die Behaglichkeit des gesunden Menschen liegt im Temperaturbereich zwischen 22°C und 23°C , dies bei einer Luftfeuchtigkeit zwischen 35% r.F. (relative Luftfeuchtigkeit) und 45% r.F. Für Personen, die an asthmatischen Erkrankungen leiden, soll die Luftfeuchtigkeit bis auf 50% r.F. angehoben werden. Massivholzmöbel, Musikinstrumente wie Klaviere, Flügel und Saiteninstrumente sollen auf einer konstanten Feuchtigkeit zwischen 48% r.F. und 50% r.F. gehalten werden. Höhere Raumfeuchtewerte als 50% r.F. sollten aus Gründen der Ökologie vermieden werden. Der Energiebedarf wird bei höheren Befeuchtungsleistungen stark erhöht.
Wie kann die Luft befeuchtet werden?
Grundsätzlich wird die Luft befeuchtet, in dem diese mit Wasserdampf angereichert wird. In der Praxis werden dazu verschiedene Luttbefeuchtungssysteme und Geräte verwendet. In früheren Zeiten hat man sich damit begnügt, dass nasse Tücher über die Heizkörper gehängt wurden. Durch das Verdunsten des Wassers dieser nassen Tücher sind dann die Wohnräume befeuchtet worden. Das Prinzip der Verdunstung von Wasser findet heute noch in verschiedenen Luft-befeuchtungsgeräten und Luftbefeuchtungs-Systemen Verwendung. Im Handel werden verschiedene Luftbeleuchter angeboten. Einige dieser Geräte verwenden das Verdunstungsprinzip, andere arbeiten mit dem Prinzip der Ultraschall- Vernebelung und weitere Produkte werden mit Widerstands-Heizungen angeboten. Alle diese Geräte sind, da deren Leistung begrenzt ist, nur für den Einsatz in einzelnen Räumen geeignet. Reine Verdunstungs- oder Verneblungs-Geräte haben den Nachteil, dass sie die Umgebung abkühlen. Diese Abkühlung muss durch die Raumheizung kompensiert werden.
Die passive Luftbefeuchtung
Die passive Luftbefeuchtung basiert auf dem physikalischen Grundsatz, dass trockene Luft verdunstetes oder zerstäubtes Wasser bis zur Sättigung von IOO% r.F. aufnehmen kann. Damit Wasser verdunsten kann, ist eine bestimmte Menge von Energie notwendig. Diese Energie wird bei der passiven Luftbefeuchtung der Umgebungsluft entnommen. Dadurch wird die Umgebungsluft abgekühlt. Es entsteht ein Kühleffekt. Um den Kühleffekt aufzuheben, muss die Raumheizung diese Verdunstungsenergie ersetzen.
Die aktive Luftbefeuchtung
Bei der aktiven Luftbefeuchtung wird Wasser mit elektrischem Strom auf den Siedepunkt erhitzt. Dadurch wird flüssiges Wasser in den gasförmigen Zustand (Wasserdampf) gewandelt.Der so erzeugte Wasserdampf kann aktiv und gezielt in Zuluftanlagen eingebracht, oder auch für die direkte Raumluftbefeuchtung verwendet werden. Einer der Vorteile der aktiven Luftbefeuchtung liegt darin. dass die Verdampfungsenergie nicht dem Wohnraum entnommen werden muss. Eine Abkühlung findet nicht statt.
Wartung und Unterhalt
Luftbeleuchter verarbeiten im laufe des Tages sehr grosse Wasser- und Luftmengen. Diese Wasser- und Luftmengen beinhalten, auch wenn dies von Auge nicht sichtbar ist. sehr grosse Mengen von Staubpartikel, Polle11 und andere unerwünschte Elemente. Luftbefeuchter, die mit dem passiven Befeuchtungsprinzip arbeiten, sollen alle 2 bis 3 Tage gründlich gereinigt werden. Diese Arbeiten erfordern keine besonderen Kenntnisse und könne gemäss den Anleitungen der Hersteller von Jedermann ausgeführt werden. Vollautomatische Dampfluftbeleuchter sollen je nach Netzwasserzusammensetzung jährlich einmal durch einen autorisierten Fachmann gereinigt und überprüft werden. Der Dampfzylinder, in dem der Dampf erzeugt wird , soll jährlich, vorzugsweise vor Beginn des Winters und nach den Vorgaben des Herstellers ersetzt werden. In Gegenden mit sehr hohem Mineralgehalt kann es vorkommen, dass der Dampfzylinder jährlich 2-mal ersetzt werden muss.
Mit welchen Betriebskosten muss gerechnet werden?
Mit welchen Kosten bei der Luftbefeuchtung mit Kleingeräten gerechnet werden muss, kann hier, da eine genaue Untersuchung darüber fehlt, nicht angegeben werden. Sie werden jedoch bei genauer Betrachtung im vergleichbaren Rahmen eines elektrisch betriebenen Dampfluftbefeuchters liegen. Beim Einsatz eines Dampfluftbefeuchters, können die Kosten, die jährlich anfallen, rechnerisch ermittelt werden. Für die Ermittlung der Betriebskostenosten müssen folgende Angaben zur Verfügung stehen.
- Die vom Lüftungsgerät geförderte Aussenluftmenge.
- Die geforderte durchschnittliche Raumluftfeuchtigkeit.
- Die Wasserqualität des Netzwassers.
- Die Stromkosten des EW.
- Die effektive Dauer des Winters.
Berechnungen, die gemacht wurden. haben je nach Wohnort, jährliche Betriebskosten zwischen Fr. 350.-- und Fr. 700.-- ergeben. Dazu kommen die Kosten einer jährlichen Wartung.