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Spuren von Radiocäsium in Wildfleisch und viel radioaktives Kalium in Algen
Das Kantonale Laboratorium hat Wildfleisch, Zitrusfrüchte und essbare Algenprodukte auf Radioaktivität untersucht. Im Wildfleisch wurden Spuren von Radiocäsium nachgewiesen. Die hohen Mengen radioaktiven Kaliums in den Algenprodukten führen zu keiner erhöhten Strahlungsbelastung im Körper.
In Lebensmitteln können einerseits künstliche Radionuklide wie Cäsium 137 (137Cs) aus dem Tschernobyl- Fallout vorkommen. Wildfleisch kann beispielsweise mit Radiocäsium belastet sein, da sich dieses in Pilzen anreichern kann, welche Wildtiere verzehren. Andererseits können auch natürliche Radionuklide wie Kalium-40 (40K) vorhanden sein. Bei Lebensmitteln, die natürlicherweise viel Kalium enthalten wie Algen, ist auch mehr 40K vorhanden. Bei Zitrusfrüchten waren bisher keine Daten zur Belastung mit Radionukliden bekannt.
Insgesamt wurden 26 Wildfleischproben, wie Hirsch oder Wildschwein, 20 Algenprodukte zum Essen und 15 Proben Zitrusfrüchte im Kanton Basel-Stadt erhoben. Alle Proben wurden auf Radioaktive Isotope von Cäsium untersucht. Das Wildfleisch wurde zusätzlich auf Radiostrontium und die Algen auf Radiostrontium und 40K untersucht.
Radiostrontium konnte in keiner der 46 Proben nachgewiesen werden, in denen es untersucht wurde. 137Cs konnte nur in Wildfleisch in Spuren nachgewiesen werden und zwar in 21 der 26 Proben. Der höchste Wert lag bei 22 ± 1.5 Bq/kg. Bei den anderen Produkten konnte Radiocäsium nicht nachgewiesen werden. Da Algen viel Kalium enthalten, wurden in diesen Proben zum Teil sehr hohe Werte bis 3205 ± 147 Bq/kg 40K festgestellt.
Die Selbstregulierung des Körpers führt zu einer konstanten Kaliumkonzentration, unabhängig davon, wie viel Kalium mit der Nahrung aufgenommen wird. Da der Anteil 40K in Kalium immer gleich ist, geht vom Konsum solcher Algenprodukte keine Gesundheitsgefährdung in Bezug auf Radioaktivität aus.
In den drei Produktekategorien Zitrusfrüchte, Wildfleisch und essbare Algenprodukte konnten interessante Erkenntnisse gewonnen werden. In den Zitrusfrüchten konnte kein Radiocäsium nachgewiesen werden, und bezüglich Radioaktivität stellte kein Produkt ein Risiko für die Gesundheit dar.
Um die Fachkompetenz in Radioaktivitätsmessungen aufrecht zu erhalten, wird das Monitoring fortgesetzt. Diese Expertise ist für einen möglichen radiologischen Notfall erforderlich, um die Lebensmittelsicherheit in der Schweiz zu gewährleisten.