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Weg-Wort vom 4. März 2021
In seinem Roman „Die Brüder Karamasow“ lässt Fjodor Dostojewski die folgende kleine Geschichte erzählen:
„Es lebte einmal eine alte Frau, die sehr böse war. In ihrem ganzen Leben hatte sie keine gute Tat vollbracht. Als sie starb, wurde sie ergriffen und in den Feuersee geworfen. Ihr Schutzengel sah es und dachte: ‚Wenn ich mich nur an eine gute Tat von ihr erinnern könnte, dann würde ich vor Gott für sie bitten.‘ Da fiel ihm etwas ein und er sprach zu Gott: ‚Einmal hat sie in ihrem Gemüsegarten ein Zwiebelchen herausgerissen und es einer Bettlerin gegeben.‘ Gott antwortete: ‚Dann nimm dieses Zwiebelchen und halte es ihr hin. Wenn sie es ergreift, und du sie daran aus dem Feuersee herausziehen kannst, dann wird sie ins Paradies eingehen. Wenn das Pflänzchen abreisst, dann wird sie bleiben, wo sie ist.‘
Der Engel eilte zur Frau, streckte ihr das Zwiebelchen hin und sagte: ‚Halte dich fest! Lass uns sehen, ob ich dich herausziehen kann!‘ Er begann vorsichtig zu ziehen und tatsächlich: Das Zweibelchen hielt. Da bemerkten es die anderen im See und fingen an, sich an sie zu klammern, um mit ihr herausgezogen zu werden. Es wurden immer mehr, die alte Frau bekam Angst, sie stiess die anderen mit den Füssen zurück und schrie: ‚Lasst mich los, das ist mein Zwiebelchen und nicht eures.‘ Als sie das ausgesprochen hatte, riss das Pflänzchen entzwei, und die mürrische Frau fiel zurück in den Feuersee. Da musste der Engel aus tiefstem Herzen weinen und ging traurig davon.“
Zum glückseligen Leben gelangen wir dann, wenn wir Gottes Zusage vertrauen und bereit sind, auch die anderen Menschen teilhaben zu lassen.