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Am 15. August 1925, dem 37. Geburtstag Gottlieb Duttweilers, wird die Migros-Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 100 000 Franken in das Handelsregister der Stadt Zürich eingetragen. Fünf Verkaufswagen bieten an 178 Haltestellen in Zürich sechs Artikel bis zu 30 Prozent billiger als die Konkurrenz an.
1926
Im Dezember 1926 eröffnet die Migros AG an der Ausstellungsstrasse nahe dem Limmatplatz in Zürich ihren ersten Laden. In die Inneneinrichtung werden 200 Franken investiert. Die Waren lagern auf einfachen Regalen aus Kisten und Brettern, und als Kasse dient eine Zigarrenkiste.
Die Zahl der Artikel ist bis Dezember 1926 bei den fahrenden Läden von 6 auf 48 angewachsen.
1927
Um die Kosten zu senken, werden die fahrenden Läden mit nur einem Verkaufschauffeur besetzt. Mit der Ausweitung des Warenangebots beginnt ab 1927 auch die Modernisierung der Verkaufswagen. Die kleinen Eintonner-Ford-Lastwagen werden durch Zweieinhalbtonner ersetzt.
Am 17. Dezember kreiert Gottlieb Duttweiler die «Zeitung in der Zeitung», die in ihrer ersten Ausgabe unter dem Namen «Migros-Nachrichten» in Zürcher Tageszeitungen erscheint.
1928
Ab Juni 1928 verfügt die Migros über ihren ersten eigenen Industriebetrieb: Sie übernimmt die Firma «Alkoholfreie Weine AG Meilen» und produziert von nun an Traubensaft und Süssmost. Gottlieb Duttweiler sieht darin einen Beitrag zum Kampf gegen den Alkoholismus.
1929
Kurz vor Heiligabend eröffnet der erste Migros-Laden in St. Gallen. Die Spezereihändler in St. Gallen künden harten Widerstand an. Die Verkaufswagen, die ohne Bewilligung des Regierungsrates am 8. Januar 1930 ausfahren, werden sofort beschlagnahmt. Im Laden verdreifacht sich daraufhin der Umsatz.
1930
In Basel, Luzern und Bern eröffnen die ersten Migros-Läden. Der Einzug der Migros in Basel verläuft seitens der Behörden fairer als andernorts. Berns Behörden und die Spezereihändler tun alles, um der Migros AG den Start in der Bundeshauptstadt zu erschweren.
1931
Die Migros bringt ein von ihrem Chemiker Paul Lanz entwickeltes Waschpulver auf den Markt. «Ohä» ist nur halb so teuer wie das marktbeherrschende «Persil» der Firma Henkel. «Ohä» steht für «Ohne Hänkel». Als Henkel klagt, lässt Duttweiler das prozesswürdige «Ohne Hänkel» mit einem Feigenblatt überdecken.
1932
Gottlieb Duttweiler wird nicht müde, in Wort und Tat um das Vertrauen der Konsumenten zu werben. Dazu dient ein 120 Meter langer Schaugang am Hauptsitz der Migros AG.
1933
Am 9. August 1933 gründet die Migros im Tessin ihre allererste regionale Genossenschaft. Ein Verkaufswagen fährt nun selbst in abgelegene Täler des Kantons. Die Genossenschaft kauft den Tessiner Tomatenpflanzern zu einem guten Preis ihre Ernte ab und beliefert sie mit frischen Setzlingen.
1934
Im Kampf gegen das Filialverbot wendet sich Gottlieb Duttweiler an die Öffentlichkeit. Im Mai und Juni hält er in fünf Städten Vorträge und sammelt Unterschriften zur Unterstützung der Migros. Das Ergebnis der bis Ende August dauernden Sammlung übertrifft alle Erwartungen: 232 392 Unterschriften kommen zusammen.
1935
Am 29. April 1935 gründet die Migros mit der «Genossenschaft Hotelplan» ihr eigenes Reisebüro. Es bietet günstige Pauschalferien im Inland an. So will Gottlieb Duttweiler den darbenden Schweizer Tourismus unterstützen, den die Weltwirtschaftskrise schwer getroffen hat.
Am 17. September 1935 verkündet Gottlieb Duttweiler, er wolle eine politische Bewegung ins Leben rufen – die Vorgängerorganisation der Partei «Landesring der Unabhängigen». Gottlieb Duttweiler will sich für soziale Gerechtigkeit und einen menschlichen Kapitalismus einsetzen. Seine Bewegung gewinnt auf Anhieb fünf Nationalratssitze.
Am 12. November 1935 wird Gottlieb Duttweiler zum Zeitungsverleger: Er gründet das Wochenblatt «Die Tat» als Sprachrohr seiner politischen Bewegung.
1936
Ende 1936 wandeln Gottlieb Duttweiler und seine politischen Mitstreiter die «Bewegung unabhängiger Männer» in eine politische Partei um: Am 30. Dezember gründen sie den «Landesring der Unabhängigen».
Die Migros verfügt 1936 bereits über 100 stationäre Läden.
1937
Gottlieb Duttweiler konfrontiert die Öffentlichkeit mit der neuen Idee eines Giro-Dienstes. Was er vorschlägt, ist die Belieferung von selbstständigen Spezereihändlern mit Migros- Waren, die zu einer vorgeschriebenen Marge von nicht mehr als 12 Prozent verkauft werden dürfen. Daneben bleiben die Händler völlig frei in ihrer Einkaufs- und Verkaufspolitik.
1938
Am 8. April 1938 erscheint erstmals «Azione», die Migros-Zeitung für das Tessin.
Ein Monat nach Kriegsausbruch, am 2. Oktober, erscheint «Die Tat» als Abendzeitung. Optisch fast boulevardartig, inhaltlich hochkarätig.
1940
In der «Zeitung in der Zeitung» vom 1. Juni erklärt Duttweiler öffentlich: «Die Migros A.G. künftig eine Genossenschaft.» Im Text heisst es unter anderem: «Der Besitzer der Migros-Aktien hat den grundsätzlichen Beschluss gefasst, die Migros-Aktiengesellschaft in eine Genossenschaft umzuwandeln und die Genossenschaftsanteile den Konsumenten und zu einem kleinen Teile den Angestellten durch die Stiftung zu schenken …»
1941
Die Migros wandelt sich 1941 von der Aktiengesellschaft zum Migros-Genossenschafts-Bund (MGB), der sich aus autonomen regionalen Genossenschaften zusammensetzt. Damit verschenkt Gottlieb Duttweiler seine erfolgreiche Firma – und damit sein Lebenswerk – ans Schweizer Volk.
1942
Am 30. Juli 1942 erscheint erstmals die Migros-Wochenzeitung «Wir Brückenbauer» – und zwar gleich in einer stolzen Auflage von 110 000 Exemplaren. Die neue Publikation soll vor allem über die Vorgänge in den regionalen Migros-Genossenschaften informieren.
1943
In der Kantine des Migros-Hauptsitzes in Zürich, im Guggi, treffen sich erstmals die Delegierten des MGB. Der Basler Advokat und juristische Berater Gottlieb Duttweilers, Alfred Würz, wird zum Präsidenten gewählt.
1944
Am 11. August 1944 schreibt der «Brückenbauer» günstige Sprachkurse in Zürich aus. Damit beginnt der Aufbau der Klubschule Migros, der heute grössten Schweizer Einrichtung für Erwachsenenbildung. Dahinter steht Gottlieb Duttweilers Überzeugung, dass Wissen kein Vorrecht wohlhabender Leute sein darf.
Gottlieb Duttweiler engagiert sich für das mutige Schweizer Flüchtlingsdrama «Marie-Louise», das in den Kinos zuerst schlecht läuft. Er organisiert Spezialvorstellungen für Migros-Kunden. Der Film wird so doch noch zum Erfolg und gewinnt zwei Jahre später sogar als erste nicht-amerikanische Produktion den Oscar.
Mit «Le Pionnier» erhalten ab 8. Dezember 1944 auch die Migros-Genossenschafter in der Romandie ihre eigene Wochenzeitung.
1945
Boykotte zwingen die Migros, ihre Eigenfabrikation auszubauen. Ein grosser Schritt auf diesem Weg ist der Erwerb der Konservenfabrik Tobler & Co. AG in Bischofszell, die am 4. Mai vom MGB übernommen wird.
Im Advent 1946 wandeln Gottlieb und Adele Duttweiler ihr riesiges und idyllisch gelegenes Grundstück in Rüschlikon (ZH) in einen öffentlichen Park um. Es ist ein Weihnachtsgeschenk an die Bevölkerung. Heute betreiben die regionalen Genossenschaften vier «Parks im Grünen» und den Tessiner Ausflugspunkt Monte Generoso samt Bergbahn und Gipfelrestaurant.
1947
Erstmals verkauft die Migros Blumen. Die Preise sind sensationell: In Zürich, wo eine Nelke beim Floristen 50 Rappen kostet, erhalten die Kundinnen Sträusse mit 16 Nelken für 1 Franken.
1948
Am 15. März eröffnet die Migros an der Zürcher Seidengasse den ersten Selbstbedienungsladen in Kontinentaleuropa. Spötter sagen voraus, diese Filiale werde nun sicher von diebischen Kunden ausgeplündert. Doch in Wirklichkeit bringt das neue Verkaufskonzept höhere Umsätze.
1949
Als eines der Haupthindernisse bei der Werbung neuer Genossenschafter erweist sich die Höhe der ausgegebenen Anteilscheine. Der Betrag von 30 Franken ist vielen Interessenten zu hoch. Anlässlich der Urabstimmung 1949 schlägt man den Genossenschaftern deshalb neue Anteilscheine im Wert von 10 Franken vor. Der Vorschlag wird gebilligt.
1950
Die Migros steigt beim Buchclub «Ex Libris» ein, der seinen 5000 Mitgliedern Romane und Sachbücher günstig zugänglich macht. Das ist genau im Sinn von Gottlieb Duttweiler, der Bücher nicht nur in grossbürgerlichen Häusern, sondern auch in sozial schwächeren Haushalten sehen will. Darum übernimmt die Migros die «Ex Libris» ein Jahr später ganz und macht daraus Schritt für Schritt den grössten Buchclub der Schweiz.
1951
Erstmals bietet die Migros nicht nur gute und günstige Lebensmittel an, sondern auch sogenannte «Non-Food-Artikel»: Vor allem in den Filialen mit Selbstbedienung gibt’s jetzt zu unschlagbaren Preisen nützliche Dinge wie Strickwolle oder Gemüsemühlen. Der absolute Renner sind die damals topmodernen Nylonstrümpfe.
Mit der Gründung einer Taxigenossenschaft in Zürich macht Gottlieb Duttweiler den etablierten Anbietern Konkurrenz: Dutti lässt blau-gelb lackierte Autos ausschwärmen, die Passagiere günstig befördern. Er will, dass sich auch «der kleine Mann» eine Taxifahrt leisten kann. Durch den Vorstoss sinken die Tarife um 30 Prozent.
1952
1952 nimmt das Einkaufen in der Schweiz eine neue Dimension an: An der Eisengasse in Basel und am Limmatplatz in Zürich eröffnen die ersten MM-Filialen. Vor allem der Zürcher Migros-Markt sorgt für Aufsehen: Unter einem Dach bietet er unter anderem Abteilungen für Frischfleisch, Blumen und Gebrauchsartikel sowie eine Imbissecke.
1953
Arnold Suter übernimmt ab 1. Mai als Nachfolger Duttweilers das Präsidium der Genossenschafts-Verwaltung.
1954
Am 8. März 1954 gründet Gottlieb Duttweiler die Migrol-Genossenschaft. Damit attackiert er erfolgreich die hohen Preise von Heizöl und Benzin: Wärme und Mobilität sollen für alle erschwinglich sein.
1955
Mit 13 Neueröffnungen in diesem Geschäftsjahr steigt die Zahl der Migros-Filialen auf 301. Besonders markant ist der Vormarsch der Selbstbedienungsläden. Nur noch 78 der Verkaufsgeschäfte sind sogenannte Bedienungsläden. Alle anderen Filialen – davon neun Migros-Märkte – sind Selbstbedienungsläden.
1956
Der engagierte Lehrer Erhard J. C. Waespi wird 1956 Direktor der Klubschule Migros. Er beginnt damit, Sprachschulen im Ausland aufzubauen. Diese werden vier Jahre später in eine selbstständige Stiftung überführt, von der Migros aber weiterhin unterstützt. Unter dem Namen «Eurocentres» erwerben sich die Schulen etwa in Frankreich, Italien und England einen ausgezeichneten Ruf.
1957
1957 begründet die Migros eine einmalige Institution: Sie verpflichtet sich statutarisch zum «Migros-Kulturprozent». Von nun an fliessen Jahr für Jahr grosse Beträge in die Förderung von Kultur und sozialen Projekten. Gottlieb Duttweiler geht es hier einmal mehr darum, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und nicht «die kaltschnäuzige Rechnung mit dem Franken».
Am 15. Dezember 1957 wird die «Migros Bank» mit einem Aktienkapital von 10 Millionen Franken ins Handelsregister eingetragen.
1958
Am 8. April wird die Genossenschaft Glarus gegründet. Die Gründung der Genossenschaft Winterthur erfolgt am 12. Juni. Dadurch steigt die Zahl der Genossenschaften auf 15.
1959
Mit autotechnischen Kursen, einer Auto-Selbstwaschanlage und dem ersten schweizerischen Do-it-yourself-Center läutet die Migros Zürich das «Do-it-yourself»-Zeitalter ein.
1960
Erstmals rollt der erste Selbstbedienungswagen der Migros über die Strasse. Die Kunden akzeptieren das neue System. Der Umsatz im Selbstbedienungswagen steigt um über 30 Prozent.
1961
1961 erreicht die Migros erstmals über eine Milliarde Franken Umsatz: Bis zum Umsatz von 100 Millionen Franken 1946 braucht die vom Filialverbot behinderte Migros fast 22 Jahre. Der Umsatz von 500 Millionen Franken wird schon nach 10 Jahren 1956 erreicht. Und die Verdoppelung auf 1066,6 Millionen Franken Umsatz gelingt in nur 5 Jahren.
1962
Gottlieb Duttweiler stirbt im Alter von 74 Jahren. Nicht nur in der M-Gemeinschaft herrscht Trauer. Das zeigen Nachrufe im In- und Ausland. Am Tag der Trauerfeier, die vom Fraumünster auch in das Grossmünster, in den St. Peter und in die Wasserkirche übertragen wird, sind die Läden und Betriebe der M-Gemeinschaft geschlossen. Tausende nehmen Abschied von «Dutti», wie das Volk ihn liebevoll nennt.
Rudolf Suter, der Geschäftsleiter der Migros Basel, wird Nachfolger Gottlieb Duttweilers im Amt des Präsidenten der Verwaltungsdelegation MGB.
Am 1. September 1963 wird das Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) der Stiftung «Im Grüene» feierlich eröffnet. Das Institut soll bei der Durchleuchtung wichtiger Gegenwarts- und Zukunftsfragen den «Menschen in den Mittelpunkt» stellen.
1964
Mit dem Ende der Bauarbeiten auf dem Gelände des Birsfelder Hafens ist ein regelrechtes Migros-Viertel mit Lagerhaus, Betriebszentrale der Migros Basel und einer Bäckerei der Jowa entstanden.
Das seit 1950 sporadisch erscheinende Mitarbeiter-Magazin des MGB wird am 1. Oktober durch die neue Mitarbeiterzeitung «die brücke – le pont – il ponte» abgelöst.
Am 30. April öffnet die Schweizerische Landesausstellung 1964, die Expo in Lausanne, ihre Pforten. Die Migros beteiligt sich nicht nur als Ausstellerin, sie bietet ihren Genossenschaftern auch Gratiseintrittskarten an. 328 000 Genossenschafter machen von diesem Angebot Gebrauch.
1965
Die Migros Zürich startet in ihrer Filiale Wollishofen ein Experiment mit Selbsttipp-Kassen. Dabei tippen die Kunden die Preise der von ihnen gekauften Waren selbst in die Kasse und gehen dann mit ihrem Kassencoupon an die Totalkasse, wo die Kassiererin den Endbetrag eintippt und das Geld einzieht. Das System bewährt sich aber nicht. 1969 wird das Experiment beendet.
Die 1964 gegründete Mifroma S.A. lässt beim freiburgischen Dorf Ursy riesige Stollen in den Sandstein sprengen. Damit kann das Problem der optimalen Lagerung von Käse gelöst werden. 2012 verlassen 27,5 Millionen Kilogramm Käse die bis zu 100 Meter langen Stollen bei Ursy.
1966
Am Hauptsitz des MGB, am Limmatplatz 152, herrscht Abbruchstimmung. Die bisherige Betriebszentrale wird abgebrochen. Möglich geworden ist dies durch die neue Betriebszentrale Herdern, dem grössten Bauprojekt der M-Gemeinschaft.
1967
Am 1. November startet das Migros-Data-System. Das Datierungssystem zeigt mit genauen Daten, bis wann oder wie lange ein Artikel verkauft werden darf. Nach sechs Monaten tragen 325 Artikel den Migros-Data-Aufdruck.
1968
Die Migros steigt mit der Eigenmarke Mirexal und dem M-Electronic-Wecker in den Uhrenhandel ein. Neben einem komplett ausgebauchten Reparaturservice ist jede Uhr mit einer Garantie von zwölf Monaten versehen. Im ersten Jahr verkauft die Migros schon über 120 000 Uhren.
1969
Gleich zwei Bundesräte und einen Bald-Bundesrat kann die Migros begrüssen. Bundesrat Hans-Peter Tschudi und der spätere Bundesrat Georges-André Chevallaz halten anlässlich der 25-Jahr-Feier der Klubschule eine Ansprache. Bundesrat Nello Celio wirbt an der Migros-Delegiertenversammlung in St. Gallen für seine «Kleine Finanzreform».
1970
Die Migros St. Gallen eröffnet den ersten MMM der Migros-Gemeinschaft. Der zwischen Mels und Sargans gelegene MMM Pizolpark überdeckt 23 000 Quadratmeter Gebäudenutzfläche und liegt unmittelbar am Anschlusswerk der N 13 Zürich–Chur. Der nächste MMM in Genf ist schon im Bau.
Nachdem die Genossenschafter sich an der Urabstimmung 1969 für die Warendeklaration ausgesprochen haben, reagiert der MGB schnell und deklariert bis Ende desselben Jahres 210 Artikelpackungen mit näheren Angaben über den Inhalt. Bis Ende 1970 sind es bereits 500 Artikel.
1971
Die M-Gemeinschaft führt die M-Partizipation ein. Damit erhalten die Mitarbeiter ab 1971 einen Partizipationsschein im Wert von 2500 Franken, der nach drei Jahren Betriebszugehörigkeit in ihren Besitz übergeht.
1972
Zehn Jahre nach dem Tod von Gottlieb Duttweiler wird er für seine Verdienste um «seine Heimatstadt und die ganze Heimat» geehrt. Im Zürcher Herdern-Quartier, wo auch die Betriebszentrale der Migros Zürich liegt, wird die Herdenerbrücke feierlich in Duttweiler-Brücke umgetauft.
Die Migros überrascht mit der versuchsweisen Einführung der ersten elektronischen Kassenanlage der Welt. Die Kassen lesen codierte Preise und Artikelnummern ab und werden zehn Wochen lang in der Migros-Filiale Greifensee getestet.
1973
«Das Phänomen Migros» von Dr. Hans Munz erscheint. Es ist neben der Duttweiler-Biografie von Curt Riess der erste Versuch eines Autors, die Entwicklung der Migros bis in die Neuzeit darzustellen. Hans Munz war jahrelanges Mitglied der Geschäftsleitung und die letzten zwei Jahre Präsident der Verwaltung.
1974
Die Migros lanciert das M-Sano-Programm, das den landwirtschaftlichen Lieferanten der Migros durch Beratung und vorgegebene Normen helfen soll, ihre Produkte auf möglichst chemiefreie und natürliche Weise zu erzeugen.
Erstmals wird im Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) in Rüschlikon der Adele-Duttweiler-Preis verliehen. Entstanden ist dieser Preis auf Initiative der zwölf Migros-Genossenschaften, die beschlossen, einen Preis zu stiften, der an Adele Duttweilers uneigennütziges Wirken für ihren Gatten, die Migros und das Schweizervolk erinnert.
1975
Die Migros feiert ihren 50. Geburtstag. Mitarbeitende und Pensionierte erhalten Jubiläumsprämien von 50 Franken pro Dienstjahr, die Genossenschafter Sonderaktionen.
1976
Ab 1. Juli übernimmt Arina Kowner, bisher Beauftragte für Konsumentenfragen, die Direktion Kulturelles und Soziales im MGB. Sie ist die erste Frau in der M-Gemeinschaft mit einem Direktorentitel.
1977
Mit 156 MSnackys und M-Restaurants, die günstige Verpflegung bieten, ist die Migros auch ein attraktiver Restaurateur geworden. Mit dem Migrolino, der am 1. November in Bern aufgeht, kommt ein neuer Restaurant-Typ dazu, der auch über die Gasse verkauft.
Der MGB genehmigt die Umwandlung der Abendzeitung «Die Tat» in eine Morgenzeitung mit Boulevardcharakter. Damit die mehrfarbige Tageszeitung gedruckt werden kann, wird in einem Druckereigebäude in Spreitenbach in Rekordzeit ein moderner Betrieb installiert. Aus der Genossenschaft zur Limmat wird die Limmatdruck AG.
1978
Als erstes schweizerisches Unternehmen erarbeitet die Migros eine Sozialbilanz. Es ist bei Weitem nicht alles positiv, was da zutage tritt. Vielen Befragten ist die Migros zu gross und zu mächtig. Intern wird die Kritik ernst genommen.
1979
Die Migros St. Gallen steht vor ihrem 50-Jahre-Jubiläum. Die Genossenschaft St. Gallen beschäftigt zu diesem Zeitpunkt 4297 Mitarbeiter, zählt 120 855 Mitglieder und das Verkaufsnetz umfasst 13 Verkaufswagen und 47 Filialen.
1980
Im Oktober formiert sich der Verein «M-Frühling», der die Belebung der Genossenschaftsdemokratie als Hauptanliegen bezeichnet. «M-Frühling» stellt Wahllisten seiner Vertreter vor, die für die Migros-Amtsperiode 1980 bis 1984 kandidieren. Der MGB lehnt die Teilnahme an M-Frühlings-Hearings ab, aber in der Wochenzeitung der Migros erscheinen die Wahlvorschläge, denen die offiziellen Migros-Listen gegenüberstehen. Der «M-Frühling» erhält nur 19,9 Prozent der Stimmen.
1981
Das Hochhaus des MGB kann im September bezogen werden. Das neue Haus ermöglicht es endlich, die auf viele Bauten rund um den Limmatplatz verteilten Mitarbeitenden unter ein Dach zu bringen. Auch der MM Limmatplatz, der erste Prototyp eines Migros-Marktes, zügelt am 24. September in das Hochhaus.
1982
840 Millionen Franken sind seit der statutarischen Verankerung des Kulturprozents 1957 vom MGB und den regionalen Genossenschaften für kulturelle und gesellschaftsdienliche Zwecke eingesetzt worden. Die Migros ist damit der grösste Mäzen der Schweiz.
Die Migros unterschreibt erstmals in ihrer Geschichte einen Landes-Gesamtarbeitsvertrag, der für alle Mitarbeitenden in den Produktionsbetrieben und den Genossenschaften – mit Ausnahme von Basel – gilt.
1983
An der Urabstimmung legen die Genossenschaften ihre totalrevidierten Statuten zur Genehmigung vor. Was das Migros-Ideengut betrifft, ist vor allem der Verzicht auf den Verkauf von Alkohol und Tabak in den neuen Statuten wichtig. Acht Genossenschaften erreichen die erforderliche Stimmbeteiligung und die Zustimmung ihrer Mitglieder.
Die älteste aller Migros-Genossenschaften, die 1933 gegründete Migros Tessin, kann in ihrem 50. Jubiläumsjahr den 50 000. Genossenschafter begrüssen.
1984
Ende des Jahres überschreitet der Umsatz der gesamten Migros-Gemeinschaft erstmals die Zehn-Milliarden-Grenze.
Der 1. Juli 1984 ist ein Tag der Wachablösung in den höchsten Gremien des MGB. Aus der Verwaltung MGB scheiden Pioniere wie Rudolf Suter und Alfred Gehrig aus, von dem das Amt des Präsidenten an Pierre Arnold übergeht. Nachfolger Arnolds als Präsident der Verwaltungsdelegation MGB wird Jules Kyburz.
1985
Die M-Gemeinschaft feiert unter dem Motto «Migros – die 60 Jahre junge Idee» das Jubiläumsjahr mit vielen Aktionen. Das beginnt mit Partizipationsprämien für die Mitarbeitenden, einem ganzjährigen nationalen Wettbewerb, der Ausstellung zu 60 Jahre Migros und geht weiter mit Sonderaktionen nur für Mitglieder.
1986
Der «Säntispark» in Abtwil, das grösste Freizeitcenter der Schweiz, eröffnet nach zweieinhalb Jahren Bauzeit.
1987
Rüschlikon macht Adele Duttweiler zur Ehrenbürgerin.
Bernhard Luginbühl ist der Gestalter der ersten Kunsttragtasche, die mit einer Auflage von 500 000 Exemplaren in die Läden kommt. Die Idee findet grossen Anklang und wird mit weiteren Künstlern fortgesetzt.
Seit 1950 gehört die 1887 gegründete Chocolat Frey AG zur Migros. Die 100-jährige Migros-Tochter beschäftigt im Jubiläumsjahr 556 Personen und erzielt einen Umsatz von 213,4 Millionen Franken.
1988
Selten ist ein Schweizer so hart kritisiert worden wie Gottlieb Duttweiler in den Kampfjahren der Migros. Selten aber auch ist ein Schweizer derart umfassend rehabilitiert worden wie Gottlieb Duttweiler zu seinem 100. Geburtstag. Am 15. August befassen sich fast alle Medien mit dem Migros-Gründer und attestieren ihm ein Lebenswerk, das die Schweiz im positiven Sinn verändert hat. Auch die Migros-Presse erinnert in einer Sonderausgabe an das Wirken Gottlieb Duttweilers.
1989
Paukenschlag in der Reisebranche: Die Migros-Tochter Hotelplan AG übernimmt am 1. Oktober die Interhome AG, den weltgrössten Anbieter von Ferienwohnungen.
1990
Mit Trauer nimmt die Migros-Gemeinschaft Abschied von Adele Duttweiler, die am 27. Mai 97-jährig in ihrem Heim in Rüschlikon entschläft.
50 Jahre ist es her, seit Gottlieb Duttweiler verkündete, er werde die Migros AG in Genossenschaften umwandeln. Aus den sieben Genossenschaften, die er 1941 gründete, werden insgesamt zwölf.
Beim 100. Geburtstag der Monte-Generoso-Bahn herrscht nicht nur eitle Freude. Die erforderlichen Investitionen und das hohe Defizit der 1941 gekauften Bahn werfen auch Fragen nach der Zukunft auf.
1991
Der 700. Geburtstag der Schweiz ist auch für die Migros als dem Land verbundenes Grossunternehmen ein Anlass, Festfreude, Geschichtsbewusstsein und Kulturaktivitäten zu unterstützen.
Zwanzig Jahre nach der Einführung der finanziellen Partizipation wird das System nochmals verbessert. Die Mitarbeitenden – auch Teilzeitpersonal und Lehrlinge – erhalten ein Konto. Das Grundkapital wird von 2500 Franken auf 4000 Franken erhöht.
1992
Am 29. Februar erteilt die Delegiertenversammlung den Genossenschaften Genf und Basel endgültig grünes Licht für Projekte im benachbarten Ausland. Gleichzeitig gelingt es dem MGB, den Namen «Migros», der in Frankreich der Cora-Gruppe gehört, zurückzukaufen.
Nach 34 Migros-Jahren tritt Pierre Arnold per 31. Dezember 1991 altershalber als Präsident der MGB-Verwaltung zurück. Nachfolger ab 1. Januar 1992 wird Jules Kyburz, der seit 1984 erfolgreicher Präsident der Verwaltungsdelegation des MGB ist. Neuer Präsident der Verwaltungsdelegation des MGB wird Eugen Hunziker.
Die Clio-Awards, die prestigeträchtigste Auszeichnung der Werbewelt, wird alljährlich in den USA verliehen. Erstmals geht der erste Preis für die beste nationale Fernsehkampagne ins Ausland: Die Migros erhält die begehrte Auszeichnung für ihre sympathische TV-Spot-Serie «Missgeschicke».
1993
Die von der Genossenschaft Genf gegründete Migros-France S.A. eröffnet in Val Thoiry den ersten MMM in Frankreich.
Die Migros beschliesst an der Delegiertenversammlung im Februar, über die Grenzen des stagnierenden Heimmarkts hinaus in Österreich aktiv zu werden.
1994
Acht Monate nach der Eröffnung des MMM in Thoiry weiht die Migros in Etrembières ihr zweites Einkaufszentrum in Frankreich ein.
Mit der von der Genossenschaft St. Gallen betriebenen Gesellschaft Familia in Vorarlberg und Westtirol wird ein neues Wirtschaftsgebiet erschlossen.
1995
Die Genossenschaft Basel eröffnet im süddeutschen Lörrach ein Selbstbedienungswarenhaus. Das Sortiment umfasst etwa 16 000 Artikel, die Hälfte davon stammt aus dem Angebot der Migros Schweiz.
Das Engagement der Migros in Österreich ist zum Scheitern verurteilt, nachdem der Konsum Österreich seinen finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Die Migros-Verwaltung entscheidet, dem Konsum Österreich den Ausstieg aus der Kooperation anzubieten. Die 35 Familia-Läden in Vorarlberg sind von diesem Entscheid nicht betroffen, sie bleiben weiterhin im Besitz der Genossenschaft St. Gallen.
1996
Zusammen mit ihren Partnern Brückenbauer, Hotelplan, MGB und den Klubschulen tritt die Migros im Februar erstmals im Internet unter www.migros.ch in Erscheinung.
Als erste Grossverteilerin der Schweiz und Marktleaderin im Blumenhandel lanciert die Migros im Oktober zusammen mit den PTT den gesamtschweizerischen Blumenstrauss-Heimlieferdienst Florissimail.
Die Migros kann auf zehn Jahre Umweltpolitik zurückblicken. Sie legt deshalb Anfang des Jahres den ersten umfassenden Umweltbericht vor und zieht Bilanz über ihre vielfältigen und meist erfolgreichen Aktivitäten.
Die Migros lanciert Ende August unter dem Namen M-Budget eine Tiefpreislinie in einzelnen Sortimenten und bietet verschiedene Artikel des täglichen Bedarfs sowie Haushaltartikel 15 bis 25 Prozent günstiger an. Innerhalb kurzer Zeit erreichen die M-Budget-Produkte Kultstatus.
Ende des Jahres wird Eugen Hunziker nach 43 Jahren Migros-Engagement in Pension gehen. Deshalb beschliesst die Verwaltung MGB am 1. Februar, die operative Führung auf den 1. Januar 1997 neu zu organisieren. Die Zahl der Departemente wird von fünf auf sechs erhöht. Als Nachfolger von Eugen Hunziker wird Peter Everts eingesetzt.
1997
Der MGB erwirbt die Aktienmehrheit der Globus-Warenhausgruppe. Die beiden Unternehmen sollen auf den Gebieten Informatik und Logistik eng zusammenarbeiten, aber die eigenen Unternehmenspersönlichkeiten absolut wahren.
Die Migros führt das Kunden-Bonusprogramm M-Cumulus ein. Für einen Einkauf von 10 Franken erhalten die Kunden einen Punkt. Für jeweils 50 Punkte, also für eine Einkaufssumme von 500 Franken, wird ein Cumulus-Bon von fünf Franken abgegeben.
Convenience ist im Vormarsch. Seit Mitte Juni ist die Migros-Filiale bei der Autobahnraststätte Fuchsberg an 365 Tagen im Jahr von 8 bis 22 Uhr offen. Dem Trend, bequem einzukaufen, kommen auch die Migrol-Tankstellenshops entgegen.
1998
Das Online-Shopping der Migros wird nach einem erfolgreichen Pilotprojekt definitiv aufgeschaltet. Aus einem Angebot von rund 3000 Food- und Non-Food- Artikeln kann über das Internet zu Ladenpreisen der persönliche virtuelle Warenkorb zusammengestellt werden. Die Migros macht es möglich, dass in der Schweiz erstmals auch Frischprodukte wie Früchte, Gemüse oder Milchprodukte online eingekauft werden können.
Im Januar lanciert die Migros Bank sogenannte M-Finanz-Shops. Die Idee ist, dass der Kunde beim täglichen Einkauf zugleich sein Bankgeschäft tätigen kann. Unter dem Namen «MBancNet» ermöglicht die Migros Bank ihren Kunden erstmals, über das Internet Bankgeschäfte zu tätigen.
1999
Der neue OBI-Bau- und Heimwerkermarkt eröffnet in Basel. Damit verfügt die Migros Basel über das grösste Fachmarktzentrum der Schweiz auf 23 000 Quadratmetern.
Die M-Gastronomie nimmt die Trends in den modernen Ernährungsgewohnheiten auf und eröffnet am 25. August in der Filiale am Limmatplatz in Zürich den ersten Food-Court.
Die Migros bietet eine neue Dienstleistung an: die M-Infoline. Über die zentrale Nummer 0848 84 0848 können Anliegen an die Migros deponiert, Fragen gestellt oder Reklamationen angebracht werden.
Zusammen mit den SBB und der Kiosk AG eröffnet die Migros die ersten drei avec.-Läden.
2000
Die Migros feiert ihr 75. Jubiläum. Es werden zahlreiche Jubiläumsaktivitäten veranstaltet.
Jules Kyburz gibt auf den 1. Juli 2000 sein Amt als Verwaltungspräsident MGB vorzeitig ab. Als Nachfolger nominiert die MGB-Verwaltung Claude Hauser, Geschäftsleiter der Migros Genf.
Die Migros führt für Fleischprodukte ein neues Gütesiegel ein. Sie führt damit ihre seit einem Vierteljahrhundert verfolgte Politik, sich für eine tierartgerechte Nutztierhaltung einzusetzen, nachhaltig und konsequent weiter. Die 7-Punkte-Garantie umfasst die Aspekte Tierwahl, Herkunft, Haltung, Fütterung, Transport, Veredlung und Kontrolle.
Das Reiseunternehmen Hotelplan baut Anfang Jahr sein Engagement in Sachen Umwelt massiv aus. Pro Feriengast fliessen vom Ertrag 5 Franken in den neu gegründeten Hotelplan-Öko-Fonds. Hotelplan gründet eine eigene Fluggesellschaft. Belair Airlines AG geht im November das erste Mal in die Luft.
Ab 2001 führt die Migros flächendeckend einen Mindestlohn von 3000 Franken pro Monat für Mitarbeitende ab dem 20. Lebensjahr ein.
Kompostierbare Verpackungen für biologisch angebautes Gemüse stossen bei den Kunden auf grosse Akzeptanz.
Peter Everts, Präsident der Verwaltungsdelegation MGB tritt auf Ende Jahr zurück. Als Nachfolger wird Anton Scherrer von der Verwaltung MGB als neuer Präsident der Verwaltungsdelegation gewählt.
2002
Mit grosser Mehrheit beschliessen die Delegierten an ihrer Versammlung vom 27. April eine Strukturreform beim MGB. Das Kollegialsystem wird durch eine Generaldirektion mit einem Präsidenten ersetzt.
Am 5. Juni wird in Suhr das neue Migros-Verteilzentrum (MVS) für Trockenwaren und Getränke offiziell eingeweiht. Damit beginnt für die Migros eine neue Ära.
Um der Abholzung der Tropenwälder entgegenzuwirken, haben die Migros und der WWF Schweiz das Projekt «Nachhaltiges Palmöl» aufgebaut.
2003
«Die Migros ist das Schweizer Unternehmen, das sich mit Leidenschaft für die Lebensqualität seiner Kundinnen und Kunden einsetzt.» Unter diesem Motto gibt sich die Migros ein neues Leitbild.
Migros-shop.ch und LeShop gehen eine schlagkräftige Allianz ein. Zum ersten Mal können Konsumentinnen und Konsumenten in ein und demselben Online-Shop günstige Migros-Produkte und bekannte Markenartikel einkaufen.
Der MGB hat mit vier externen Sozialpartnern einen Landes- Gesamtarbeitsvertrag bis 2006 abgeschlossen.
Um die Wünsche ihrer Kundinnen und Kunden noch besser erfüllen zu können, führt die Migros im Verlauf des Jahres verschiedene internationale Markenartikel ein.
2004
Die Migros hat seit 2003 weltweit einen Vertrag mit ihren Lieferanten im Bereich Non Food. Diese verpflichten sich darin, ihre Mitarbeitenden unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen zu beschäftigen. Das Beispiel macht Schule, und die Migros erarbeitet mit anderen grossen europäischen Handelshäusern einen gemeinsamen Verhaltenskodex.
Anfang April nimmt die Migros rund 30 neue Milchprodukte aus reiner Schweizer Bergmilch unter der Marke «Heidi» ins Sortiment auf.
Die beiden Wochenzeitschriften «Brückenbauer» und «Construire» erscheinen am 25. Mai erstmals unter dem Namen «Migros-Magazin» für die Deutschschweiz und «Migros Magazine» für die Westschweiz. Vorangegangen waren eine optische und inhaltliche Überarbeitung.
2005
Ab Oktober verwöhnt die Migros ihre Kundinnen und Kunden mit einer anspruchsvollen Auswahl erlesener Nahrungsmittel. Das Sortiment mit der Bezeichnung Sélection umfasst zum Start 35 hochwertige Produkte.
Am 1. Juli tritt Herbert Bolliger, ehemaliger Geschäftsleiter der Migros Aare, in die Fussstapfen von Anton Scherrer und wird Präsident der Generaldirektion MGB.
Die Migros präsentiert sich mit einem neuen Schriftzug und mit einer neuen Bekleidung für die rund 40 000 Verkaufsangestellten. Zudem haben sämtliche Lieferanten den von der Migros initiierten Code of Conduct unterzeichnet.
2006
Die Unternehmen Migros, Charles Vögele, Valora, Denner, Manor und Coop gründen am 10. Mai die Interessengemeinschaft Detailhandel Schweiz. Die sechs Mitgliedsfirmen werden im Markt weiterhin Konkurrenten sein, wollen aber ihre Interessen zum Nutzen der Konsumenten verstärkt bündeln.
Der Erfolg der Kultlinie M-Budget geht weiter. Das Angebot an M-Budget-Artikeln wird stetig ausgebaut, und die Produkte können erstmals auch über den M-Budget-Kult-Shop im Internet bezogen werden. Im November lanciert die Migros eine eigene M-Budget-Mastercard.
Die Migros steigt in den Grosshandel ein. Die Verwaltung des MGB stimmt einer Minderheitsbeteiligung von 30 Prozent an Cash+Carry Angehrn zu.
2007
Migros übernimmt 70 Prozent der Denner AG. Die Partnerschaft mit dem führenden Lebensmitteldiscounter passt perfekt in die Strategie der Migros, mit ergänzenden Sortimenten am wachsenden Discountmarkt zu partizipieren.
Vor 50 Jahren verankerte die Migros-Gemeinschaft ihre Verpflichtung für das Kulturprozent statutarisch. Im Jubiläumsjahr wird mit verschiedenen Aktivitäten gefeiert.
Seit über zehn Jahren besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen der IP-Suisse und der Migros. Diese Partnerschaft wird nun durch die gemeinsame Schaffung des neuen Labels TerraSuisse unter dem bekannten Dachlabel «Engagement» verstärkt.
2008
Die Migros überreicht Kofi A. Annan den Gottlieb-Duttweiler-Preis. Annan erhält den mit 100 000 Franken dotierten Preis als Anerkennung für seinen lebenslangen Kampf für das Wohl der Menschen.
Ursula Nold wird als erste Frau an die Spitze der Delegiertenversammlung, dem obersten Organ des MGB, gewählt.
2009
Das neue Gesundheits- und Nachhaltigkeitsmagazin Vivai erscheint mit einer Gesamtauflage von 500 000 Exemplaren.
Ein M besser. Migros lanciert die neue Werbekampagne sowie den Fernsehspot mit dem Huhn «Chocolate». Das klare Versprechen: Wo Migros draufsteht, steckt ein Mehrwert drin.
2010
Im Dezember übernimmt die Migros eine Mehrheit an der Medbase AG, der erfolgreichen Anbieterin medizinischer und paramedizinischer Dienstleistungen.
Die Migros setzt mit M-way auf Elektromobilität. M-way steht für die Entwicklung hin zu einer umweltfreundlichen und nachhaltigen Mobilität.
Die Migros lanciert Migipedia.ch, eine einzigartige, auf die vielfältigen Kundenwünsche zugeschnittene Internetplattform. Die virtuelle Migros-Plattform dient nicht nur dem sozialen Austausch, sondern integriert auch Kundinnen und Kunden auf spielerische Weise in die Migros-Gemeinschaft.
In einer umfassenden Markenstudie wird die Migros erstmals zur stärksten Marke der Schweiz gekürt.
2011
Die Migros führt das Self-Scanning-System «Subito» ein, um einen einfacheren und schnelleren Einkauf zu ermöglichen.
Die Migros startet eine Preisoffensive. Die Detailhändlerin senkt dauerhaft die Verkaufspreise bei Produkten des täglichen Bedarfs wie auch bei Markenartikeln.
2012
Die Delegierten haben Ursula Nold als Präsidentin der Delegiertenversammlung MGB bestätigt und Andrea Broggini zum neuen Präsidenten der Verwaltung gewählt. Er ist Nachfolger von Claude Hauser, der aus Altersgründen sein Amt abgibt.
Die Migros gibt ihrem Nachhaltigkeits-Engagement einen Namen: Generation M. Damit setzt sie sich anspruchsvolle Ziele, die über 30 ganz konkrete Versprechen beinhalten.
Die Verwaltung des MGB stimmt der Übernahme einer Minderheitsbeteiligung von 30 Prozent an der Galaxus AG mit ihren Online-Shops Digitec.ch und Galaxus.ch zu. Mit dem neuen Partner baut die Migros ihre Position als Nummer eins im Online-Geschäft weiter aus.
Die Migros lanciert den Familienclub Famigros. Ziel des neuen Familienclubs ist es, frischgebackene sowie erfahrene Eltern zu begleiten und zu unterstützen.
2013
Zum 125. Geburtstag würdigt die Schweizerische Post den Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler mit einer Sondermarke. Zu diesem Anlass macht die Migros Teile ihres Archivs online zugänglich.
Die Zahlterminals sämtlicher Kassen in den Migros-Filialen, M-Restaurants, Take Aways und Fachmärkten werden auf kontaktloses Bezahlen mit Kreditkarten umgerüstet.
Im Mai verleiht das Fachmagazin «Private Label International» erstmals den Preis des European Retailer of the Year, das heisst des europäischen Detailhändlers des Jahres. Und die Migros wird gleich auf den ersten Platz gehievt.
Die Migros ist laut Brand Asset Valuator (BAV) die erfolgreichste Schweizer Marke, vor Toblerone und Google.
Die neueste Sammelaktion «Minimania» schlägt alle bisherigen Rekorde. «Minimania» dreht sich um traditionelle Produkte der Migros im Miniformat.
Die Magazine zum Globus übernehmen das Modehaus Schild und werden die Nummer eins im mittleren und gehobenen Bekleidungsmarkt.
2014
Migros lanciert «Von uns. Von hier.» Damit rückt sie die Einzigartigkeit der M-Industrie in den Fokus. Als weltweit einzige Detailhändlerin stellt die Migros einen Grossteil ihres Sortiments in der Eigenindustrie her.
Die Migros wird durch die renommierte Ratingagentur Oekom Research zur nachhaltigsten Detailhändlerin der Welt gekürt.
Der Online-Umsatz der Migros übersteigt erstmals die Milliardengrenze und beträgt 1,086 Milliarden Franken.
Der Migros-Weihnachtssong landet in der Hitparade auf Platz eins. Durch den Kauf des Songs spenden Migros-Kundinnen und -Kunden über eine Million Franken für bedürftige Menschen in der Schweiz; der Betrag wird von der Migros verdoppelt.
2015
Im E-Commerce baut die Migros ihre Marktführerschaft aus, indem sie ihren Anteil am Schweizer Onlinehändler Galaxus von 40 Prozent auf 70 Prozent aufstockt.
Medbase beteiligt sich mit 70 Prozent an den santémed-Gesundheitszentren von Swica.
Mit der Weihnachtsspendeaktion für bedürftige Kinder in der Schweiz setzen Migros-Kundinnen und -Kunden gemeinsam mit der Migros ein starkes Zeichen der Solidarität. Sie sammeln über 6 Millionen Franken – doppelt so viel wie im Vorjahr –, die vollumfänglich vier Schweizer Hilfsorganisationen zugutekommen.
2016
Nach einem erfolgreichen Pilotbetrieb 2015 wird der Abholservice PickMup eingeführt. Er ermöglicht den Kundinnen und Kunden, Online-Bestellungen an einem beliebigen Migros-Standort abzuholen. Per Ende Jahr wird das Flächennetz auf 305 Abholorte ausgebaut.
Die Schweizerische Umweltstiftung zeichnet die Migros für die Biodiversität auf ihren Firmenarealen mit dem Umweltpreis aus. Bis Ende 2016 hat Migros über 2,7 Millionen Quadratmeter naturnahen Lebensraum für Tiere und Pflanzen geschaffen.
Auf den Dächern der Migros-Verteilbetrieb-Neuendorf AG betreibt die Migros das grösste Solarkraftwerk der Schweiz. Die Panels mit einer Fläche von 185 Tennisplätzen produzieren Strom für 3 600 Haushalte.
Die Community-Plattform Migipedia verzeichnet erstmals über 100 000 Nutzerinnen und Nutzer und bleibt damit die Nummer eins der Unternehmens-Community-Plattformen in der Schweiz.
Das Migros-Versprechen, bis 2020 nur noch Fische aus nachhaltigen Quellen zu beziehen, kann vorzeitig eingelöst werden. Bereits ab 2014 bietet die Migros an den bedienten Theken nur noch Fisch aus nachhaltiger Quelle an, ab 2016 auch in der Selbstbedienung.
2017
Migros lanciert die Gesundheitsinitiative «iMpuls» mit Tipps für einen gesunden Lebensstil. Über die Plattform www.migros-impuls.ch bündelt sie alle Angebote und Dienstleistungen der Migros-Gruppe zum Thema Gesundheit.
Die M-Industrie geht im September eine Kooperation mit der chinesischen Online-Handelsplattform NetEase Kaola ein. Unter dem Namen «Orange Garten» vertreibt die M-Industrie auf Kaola ein ausgewähltes Sortiment an Migros-Produkten.
«Die Migros gehört den Leuten.» Bei der Migros haben weder Aktionäre noch eine Gründerfamilie das Sagen. Das Unternehmen gehört seinen über 2,2 Millionen Genossenschafterinnen und Genossenschaftern. Diese Tatsache steht im Zentrum der neuen Werbekampagne.
Im März weiht die Migros das Panoramarestaurant «Fiore di pietra» auf dem Monte Generoso im Tessin ein. Das Gebäude wurde vom weltberühmten Architekten Mario Botta entworfen.
2018
Die Migros ist weltweit führend im Bereich Tierwohl und kann ihren Spitzenplatz in der besten Gruppe des sogenannten Business Benchmark on Farm Animal Welfare (BBFAW) verteidigen.
Bereits zum vierten Mal in Folge zeigt der diesjährige GfK Business Reflector, dass die Migros unter den führenden Schweizer Unternehmen über die beste Reputation verfügt.
Aus Schild und Herren-Globus wird Globus. Alle drei Formate werden unter der Premium-Dachmarke Globus vereint, und die digitale Transformation wird vorangetrieben.
Fabrice Zumbrunnen wird zum neuen Präsidenten der Generaldirektion des MGB ernannt. Er übernimmt das Amt von Herbert Bolliger, welcher nach 13 erfolgreichen Jahren in Pension geht.
Mit «Fast Forward» initiiert die Generaldirektion im Januar die Unternehmensanalyse, um Schnittstellen innerhalb des MGB zu optimieren und Doppelspurigkeiten abzubauen. Indem die Aufgaben des MGB neu definiert und die Arbeitsabläufe optimiert werden, kann Platz für die Bewältigung der Zukunftsthemen geschaffen werden. Im Rahmen der Reorganisation werden rund 290 Vollzeitstellen wegfallen.