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Die Böden um die Zürcher Kehrichtverwertungsanlagen (KVA) weisen keine besorgniserregenden Belastungen durch Dioxine und Furane auf, wie der Kanton Zürich mitteilt.
Massive, grossflächige Kontaminationen wie in Lausanne wurden keine gefunden. Dies ergaben neue Bodenuntersuchungen in der Umgebung von vier heutigen und einer ehemaligen KVA im Kanton Zürich.
Erhöhte Dioxingehalte wurden nur punktuell und in der nahen Umgebung einzelner KVA festgestellt. Bei der momentanen Nutzung dieser Böden besteht keine Gefahr.
Auf der Josefwiese, unmittelbar neben der ehemaligen KVA Josefstrasse in Zürich, seien jedoch weitere Abklärungen nötig. Im Frühsommer 2021 wurden im Umfeld der ehemaligen KVA in Lausanne sehr hohe Dioxinbelastungen im Boden festgestellt.
Als Ursache dafür werden Rauchgasemissionen der KVA aus früheren Betriebsjahren vermutet. Der Kanton Zürich habe danach entschieden, vorsorglich auch die Böden bei den Zürcher KVA erneut zu untersuchen.
Damit wollte er die Ergebnisse einer Untersuchung aus den 1990er-Jahren verifizieren und seine Datengrundlage bezüglich Dioxinen weiter verbessern. Bereits in den 1990er-Jahren untersuchte der Kanton Zürich exemplarisch Böden in der Umgebung der KVA Hagenholz Zürich und Hinwil.
Die festgestellten Belastungen lagen damals durchwegs unterhalb der in der Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo) festgelegten Prüfwerte. Seit Mitte der 1980er-Jahre müssen die KVA mit effizienten Filteranlagen ausgestattet sein.
Entsprechend konnte man davon ausgehen, dass die in den 1990er-Jahren festgestellten Belastungen aus der Zeit vor der Installation der Filteranlagen stammten und seither keine weiteren Belastungen hinzugekommen sind. Die Ergebnisse der neuen, im Jahr 2022 durchgeführten Untersuchungen bestätigen nun sowohl die Resultate der früheren Dioxin-Messungen als auch die Annahme, dass es seit den 1990er-Jahren zu keinen nennenswerten Dioxineinträgen durch Rauchgasemissionen von KVA mehr gekommen ist.
Bei den neuen Messungen wurden nur punktuell Dioxinbelastungen festgestellt, die über den Richt- und Prüfwerten der VBBo liegen. Massive Dioxinbelastungen wie in Lausanne wurden keine gefunden.
Auf der Josefwiese, die unmittelbar neben der ehemaligen KVA Josefstrasse liegt, seien jedoch vertiefte Untersuchungen angezeigt. Diese werden in den nächsten Monaten durch die Stadt Zürich durchgeführt und vom Kanton begleitet.
Eine Einschränkung der Nutzung sei vorderhand nicht erforderlich.Für die im Jahr 2022 durchgeführte Untersuchung wurden stichprobenartig Böden bei vier in Betrieb stehenden sowie einer stillgelegten KVA (Josefstrasse Zürich) untersucht. Pro Anlage wurden drei bis vier Flächen in Hauptwindrichtung und in unterschiedlicher Distanz beprobt.
Flächen mit baulichen Veränderungen in der jüngeren Vergangenheit (z.B. Bodenaustausch) wurden soweit möglich ausgeschlossen, in Siedlungsgebieten wurden prioritär Flächen sensibler Nutzung ausgewählt (Spielplätze, Parkanlagen, Schulwiesen).
Die Auswahl der Probenahmeflächen wurde unter anderem mit Hilfe von Luftbildern getroffen. Die Bodenbeprobung und die Auswertung wurden durch ein privates Ingenieurbüro durchgeführt, für die Messung der Dioxine wurde das darauf spezialisierte Labor der Empa Dübendorf beauftragt.KVA Zürich Hagenholz: Die in den 1990er-Jahren untersuchten Böden standen aufgrund der regen Bautätigkeit für eine erneute Untersuchung nicht mehr zur Verfügung.
Die neuen Messungen bestätigen aber das Bild von damals: Böden im Umfeld der KVA können geringfügig mit Dioxinen belastet sein (Gehalte zwischen Richt- und Prüfwerten). Bei einer landwirtschaftlichen Fläche sowie einer Schulanlage (Auzelg II) werde der Richtwert leicht überschritten.
Dies stellt keine Gefährdung für Menschen und Tiere dar. Bei der zweiten untersuchten Schulanlage (Herzogenmühle) liegt die Dioxinkonzentration unterhalb des Richtwerts.
Die Ergebnisse zeigen, dass es seit den 1990er-Jahren zu keiner weiteren Zunahme der Dioxinbelastung gekommen ist.KVA Hinwil: Das Umfeld der KEZO Hinwil wurde nicht erneut untersucht. Bei den Messungen in den 1990er-Jahren wurden in der näheren Umgebung Dioxin-Belastungen zwischen Richt- und Prüfwerten gefunden, bei der Nutzung der Böden besteht keine Gefährdung.
KVA Zürich Josefstrasse: In allen untersuchten Parkanlagen wurden Dioxinbelastungen festgestellt, eine weitere Fläche in einem Hausumschwung sei unbelastet. Bei zwei Anlagen (Flussbad unterer Letten und Bäckeranlage) wurden Dioxingehalte über dem Richtwert, jedoch deutlich unterhalb des Prüfwertes gemessen.
Solche Belastungen stellen bei der aktuellen Nutzung dieser Flächen keine Gefährdung dar. Einzig in der direkten Umgebung der ehemaligen KVA, auf der Josefwiese, wurden erhöhte Dioxingehalte im Bereich der Prüfwerte festgestellt.
Grün Stadt Zürich werde daher in den nächsten Monaten zusammen mit der kantonalen Fachstelle Bodenschutz weitere Abklärungen tätigen. Weitere Massnahmen seien vorderhand nicht erforderlich.KVA Winterthur: Auf allen untersuchten Flächen (zwei Schulareale sowie eine weitere Grünfläche) wurden lediglich Hintergrundbelastungen gefunden.
Die Dioxinkonzentrationen lagen für alle Böden deutlich unterhalb des Richtwerts.KVA Horgen: Auf den vier untersuchten landwirtschaftlichen Flächen in der Nähe der KVA wurden keine übermässige Belastung mit Dioxinen gefunden. Auf drei Flächen liegen die Gehalte unterhalb des Richtwerts der VBBo, auf der am weitesten entfernten Fläche werde der Richtwert knapp überschritten.
Nach dem aktuellen Stand des Wissens besteht auch hier keine Gefährdung bei Nutzung der Böden.KVA Dietikon: Direkt angrenzend an die KVA wurde eine geringe Überschreitung der VBBo-Prüfwerte festgestellt. Die betroffene Fläche steht unter Naturschutz, sei für die Öffentlichkeit nicht zugänglich und werde nicht landwirtschaftlich genutzt.
Daher seien hier keine weiteren Massnahmen nötig. Die Belastungen nehmen mit zunehmendem Abstand von der KVA rasch ab.
Für eine der untersuchten landwirtschaftlichen Flächen werde der Richtwert knapp überschritten, auf einer weiteren Fläche liegen die Gehalte deutlich darunter.Bei Böden, deren Schadstoffgehalt grösser als der Richtwert ist, gilt die Bodenfruchtbarkeit als langfristig nicht mehr gewährleistet. Das bedeutet, dass mit Beeinträchtigungen der Bodenfruchtbarkeit hinsichtlich Artenvielfalt und biologischer Aktivität der Lebensgemeinschaft sowie Abbaufähigkeit und Filtereigenschaften des Bodens gerechnet werden muss.
Überschreiten Schadstoffgehalte die Prüfwerte, seien konkrete Gefährdungen von Menschen, Tieren und Pflanzen möglich. Ob eine solche Gefährdung tatsächlich vorliegt, werde unter Berücksichtigung von Rahmenbedingungen wie beispielsweise dem Vorhandensein einer geschlossenen Vegetationsbedeckung geprüft.Sanierungswerte bestehen für bestimmte Nutzungen.
Werden sie im Boden überschritten, seien die jeweiligen Nutzungen nicht mehr ohne Gefährdung von Menschen, Tieren oder Pflanzen möglich und werden daher untersagt..
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