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Erste Auswirkungen der Abschaffung der Buchpreisbindung
Das Institute for Competitiveness and Communication (ICC) der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) hat eine empirische Untersuchung im Auftrag des SECO zur Wirkung der Buchpreisbindung durchgeführt und den Schlussbericht abgeliefert.
Im Forschungsauftrag wurde eine Methode für die Messung der Preisentwicklung erarbeitet, welche feinere Analysen zulässt als der bestehende Buchpreisindex des Bundesamts für Statistik. Mit einer Erhebung wurden die nötigen Daten in der Schweiz gesammelt und anschliessend wurden die Daten ausgewertet und interpretiert.
Die FHNW erfragte die Buchpreise und die Absätze einer Stichprobe von Titeln direkt bei den Endverkaufsstellen. Um die Entwicklung im Zeitablauf trotz des raschen
Sortimentswechsels bestimmen zu können, wurde ein zweistufiger Ansatz gewählt: Wie das BFS errechnete die FHNW zunächst die Entwicklung der festgelegten, respektive empfohlenen Listenpreise im Zeitablauf, um dann in einem zweiten Schritt zu bestimmen, wie sich die effektiv in den Ladengeschäften verlangten Preise um diesen Referenzwert verteilen und welches der tatsächliche mittlere Verkaufspreis ist.
Die Studie wurde durch den Schweizerischen Buchhändler- und Verlegerverband (SBVV) und durch die Association Suisse des Diffuseurs, Editeurs et Libraires (ASDEL) unterstützt. Insbesondere haben der SBVV und die ASDEL die Zusammenfassung zur Information erhalten und konnten eine eigene Stellungnahme entwickeln.
Folgerungen
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Aufhebung der Buchpreisbindung bis jetzt keine statistisch signifikanten Veränderungen der Buchpreise ausgelöst hat. Es ist aber gemäss den Erfahrungen in anderen Ländern, welche die Preisbindung aufgehoben haben, noch zu früh, um die Auswirkungen der Aufhebung der Buchpreisbindung auf die Buchpreise angemessen beurteilen zu können.
Im März 2008 lässt sich eine beträchtliche Bandbreite der Preise zwischen verschiedenen Buchhändlern und auf verschiedenen Verkaufskanälen feststellen. Das heisst, für informierte Konsumenten ergibt sich ein Einsparpotential durch Auswahl des billigsten Buchhändlers bzw. Verkaufskanals.
Die Studie „Erste Auswirkungen der Abschaffung der Buchpreisbindung“ konzentriert sich auf die Sicht der Konsumenten in der deutsch- und französischsprachigen Schweiz knapp ein Jahr nach der Aufhebung der Buchpreisbindung in der Schweiz. Der Buchmarkt im Allgemeinen ist sehr komplex und dies gilt in der Schweiz umso mehr wegen der starken Abhängigkeit von den Nachbarländern. Neben der Frage der Buchpreisbindung hängt der Buchmarkt von zahlreichen weiteren Rahmenbedingungen ab, wie z.B. dem Mehrwertsteuersatz, staatlichen Stützungsmassnahmen, der Konzentration bei Detailhändlern und Verlagen und der Konkurrenzierung durch elektronische Medien. Es ist darum aus heutiger Sicht sehr schwierig, gehaltvolle Prognosen über die Entwicklung des Buchmarkts mit oder ohne eine noch zu definierende Buchpreisbindung zu machen.