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Ihm war eigentlich keine Rolle im Medaillen-Kampf zugedacht – das war Jake Wightman aber egal: Im WM-Rennen über 1500 Meter in Eugene übersprintete der Brite die Favoriten auf der Schlussgeraden und holte sich überraschend Gold. Während der 28-Jährige den grössten und dramatischsten Triumph seiner Karriere feierte, schaltete die gigantische Leinwand im Hayward Field plötzlich auf den Stadionsprecher um.
«Ich muss Ihnen sagen, warum die Kamera auf mich gerichtet ist», sagte Geoff Wightman, ein ehemaliger Spitzenmarathonläufer und die Stimme der Leichtathletik in Stadien auf der ganzen Welt. «Das ist mein Sohn. Ich trainiere ihn. Und er ist der Weltmeister.»
Irgendwie konnte Wightman Senior die Tränen zurückhalten in diesem Moment, der in der Geschichte des Fernsehens und des Spitzensports rar, wenn nicht beispiellos war. Doch sein überwältigter Sohn sackte auf der Bahn zusammen. «Jake Wightman hat gerade den Lauf seines Lebens hinter sich», hörte man Geoff über die Stadionbeschallung, ehe er zugab: «Meine Stimme ist weg.»
Rückflug zu früh angesetzt
Nur wenige haben diesen Exploit erwartet. Nicht die Buchmacher, die ihn zu einem krassen Aussenseiter machten. Oder der britische Leichtathletik-Verband, der für Wightman einen Heimflug am Mittwoch gebucht hatte – was bedeutete, dass die Medaillenzeremonie für den 1500-m-Wettkampf um fast 24 Stunden auf unmittelbar nach dem Rennen vorverlegt werden musste.
Er kann am Mikrofon manchmal ein bisschen wie ein Roboter sein. Ich hoffe, er hat das heute überwunden.
Goldgewinner Wightman lächelte, als er nach dem Rennen auf seinen Vater angesprochen wurde: «Er kann am Mikrofon manchmal ein bisschen wie ein Roboter sein – manche sagen Roboter, manche sagen Profi. Ich hoffe, er hat das heute überwunden. Es wird interessant sein, das noch einmal zu sehen.»
Gar nicht roboterhaft zeigte sich Wightman Senior, als sein Sohn die oberste Sprosse des Podiums betrat, und der Stolz in der Stimme des Vaters deutlich zu hören war: «Goldmedaillengewinner und Vertreter Grossbritanniens und Nordirlands, Jake Wightman.»