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Aus dem Roman.
»Heisse Schokolade bewegt sich in einem delikatem Gleichgewicht
zwischen arabischen Legenden, die ein oasenartiges Paradies beschreiben, und
der Begegnung mit einem anderen, zeitgenössischen oder zukünftigen Schicksal,
in dem neben sexuellen auch wirtschaftliche und kulturelle Faktoren eine Rolle
spielen.« (Le Monde, Paris)
Ein paar Tage später stand ich im Morgengrauen auf, noch bevor Lalla mir
mein Frühstück gemacht hatte. Ich hatte nicht den Moment vorausgesehen, wo ich
ihr gegenüberstehen würde.Wie sollte ich sie bitten, ihr erklären, dass ich
an diesem Morgen heisse Schokolade wollte? Ich dachte, dass es für sie nichts
Besonderes wäre, dass sie das auch für den kleinen Noé zubereitet hatte, und
diese Vorstellung rührte mich. Als ich das Gesicht sah, das sie machte, habe
ich schnell meine Meinung geändert und mich mit meinem Minztee begnügt, ohne
dass sie etwas sagen musste.
Die Leidenschaft eines homosexuellen Teenagers für den jungen Franzosen Noé
versetzt seinen marokkanischen Freund Youssri in Eifersucht. Die Sehnsucht für
den weissen Jungen ist zugleich ein Bild für die Sehnsucht nach der vermeintlich
heilen Welt Europas.
Rachid O., geboren 1970 in Rabat (Marokko), siedelte
nach seinem Studium in Marrakesch nach Paris über. Im Jahr 2000 war er Stipendiat
der Académie de France an der Villa Medici in Rom.
Verlag: Bücken & Sulzer Verlag
Seiten: 109 S.
Erscheinungsjahr: 2010
Ausführung: Kartonierter Einband (Kt)