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Die Hugenotten waren französische Protestanten und in Frankreich nicht gern gesehen. Genauer: Sie waren an Leib und Leben bedroht. Daher mussten sie fliehen. Im deutschen Reich gab es zwar viele Protestanten. Die waren aber zumeist evangelisch-lutherisch. Die Hugenotten jedoch waren reformiert, d.h. sie standen in der Tradition von Zwingli und Calvin.
Daher konnten sie auch ennet dem Rhein nicht per se auf freundliche Aufnahme hoffen. Der Kurfürst nun sicherte den Hugenotten diese zu und gewährte ihnen zudem weitgehende Privilegien. Nämlich Befreiung von Steuern und Zöllen, Subventionen für Wirtschaftsunternehmen, Bezahlung der Pfarrer durch das Fürstentum und natürlich freie Religionsausübung.
Abgesehen davon, dass der Kurfürst die religiöse Überzeugung der Hugenotten teilte, hatte er auch handfeste wirtschaftliche Interessen. Brandenburg lag nach dem Dreissigjährigen Krieg wirtschaftlich darnieder. Weite Landstriche waren verwüstet und unbewohnt. Unter anderem in diesen Gegenden siedelte der Kurfürst die Flüchtlinge an – rund 20'000 kamen. Sie trugen schliesslich wesentlich zur wirtschaftlichen Stärkung Brandenburgs und Preussens bei.
Allein durch die Flüchtlinge, die sich in Berlin niederliessen, wuchs die Stadt um einen Drittel! Sie waren schliesslich auch mitverantwortlich für den geistigen Aufschwung, den Brandenburg und insbesondere Berlin in der Folge erfuhren.
Ich kann es mir nichts anderes vorstellen, als dass die vielen französischsprechenden Ausländer auch Befremden und Ängste bei den Einheimischen auslösten. Aber durch die sehr freundliche Aufnahme, waren diese interessiert, das Land und die Gesellschaft voranzubringen. Ein gelungenes Beispiel der Integration von Flüchtlingen.