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Korallenriffe sind Kalkablagerungen, die bis knapp unter oder über die Meeresoberfläche ragen. Entstanden sind sie hauptsächlich durch Steinkorallen (Madreporaria), winzigen Nesseltieren, die in Kolonien leben und fähig sind, Kalk abzulagern. So bilden sie Kalkskelette, die durch ein gemeinsames Gewebe miteinander verbunden sind. Die Korallen wachsen sehr langsam - ein 50 Meter hohes Riff ist ca. 1800 Jahre alt.
Vorkommen
Alle Korallenriffe der Erde nehmen eine Fläche von ungefähr 600‘000 Quadratkilometer ein – die Schweiz ist über 14 Mal kleiner. Korallenriffe sind vor allem in tropischen Gewässern verbreitet, denn die meisten Steinkorallen überleben nur bei Meerestemperaturen von mindestens 20 °C. So findet man sie vorwiegend zwischen 30° nördlicher und südlicher Breite. Es gibt aber auch Steinkorallen, die in der Tiefsee wachsen. Diese ernähren sich von Zooplankton, wohingegen die tropischen auf Sonnenlicht angewiesen sind.
Das grösste und wohl bekannteste tropische Korallenriff ist das Great Barrier Reef, das sich nordöstlich der Küste Australiens über eine Länge von mehr als 2‘300 Kilometern erstreckt. Viele Korallen finden sich auch im Roten Meer sowie in der Karibik.
Wie der Name verrät, handelt es sich beim Great Barrier Reef um ein Barriereriff. Dieses Riff entsteht nicht direkt an der Küste, sondern etwas davon entfernt – es bildet eine natürliche Barriere. Im Gegensatz dazu befinden sich Saumriffe näher an der Küste und wachsen von dort aus weiter in den Ozean hinaus. Wenn die Meerestiefe, die Temperaturen sowie die Lichtverhältnisse stimmen, können sich auch an anderen Stellen sogenannte Plattformriffe bilden. Kreisförmige Korallenriffe, die eine Lagune umgeben, werden Atolle genannt. Sie waren ursprünglich Saumriffe rund um einen Vulkan, der mit der Zeit unter den Meeresspiegel versank. Diese Form findet sich zum Beispiel auf den Malediven.
Ein einzigartiges Ökosystem
Tropische Korallenriffe zählen zu den produktivsten Ökosystemen der Erde – nicht ohne Grund tragen sie den Beinamen „Regenwälder der Meere“.
Korallen gehen eine Symbiose mit Zooxanthellen ein. Dies sind kleine, gelbbraune Einzeller, welche Fotosynthese betreiben und die Steinkorallen mit Traubenzucker, Glycerin und Aminosäuren versorgen. Damit decken die Algen 80% des Energiebedarfs der Steinkorallen. Wenn das Wasser allerdings zu warm wird, stossen die Korallen die Zooxanthellen aus, wodurch sie mangels Nährstoffen absterben können. Da die Algen für ihre Farbe verantwortlich waren, verblassen abgestorbene Algen – man sieht noch das Kalkgerüst.
Korallenriffe bieten Schätzungen zufolge zwischen 500‘000 bis 2 Millionen Arten einen Lebensraum. Sie sind von Schwämmen, Manteltieren, Krabben und Einsiedlerkrebsen, Schnecken, Muscheln, Würmern, Seeigeln und weiteren Korallenarten wie Lederkorallen bewohnt - um nur einige zu nennen. Das ist ein Nahrungsparadies für zahlreiche Fischarten wie Barsche, Gaukler und Muränen. Raubfischen dienen die Korallen zudem als Brut- und Schlafplatz und als Tagesversteck. Der Papageienfisch zum Beispiel ernährt sich gar von den Korallen. Auch Haie nehmen eine wichtige Rolle im Ökosystem Korallenriff ein: Sie fressen schwache und kranke Fische und regulieren damit den Bestand der Fleischfresser. So können algenfressende Organismen überleben.
Gefährdung
Korallenriffe sind äusserst sensible Ökosysteme - wenn die Korallen absterben, verlieren unzählige Organismen ihre Lebensgrundlage. Doch schon ein Fünftel aller Riffe sind verschwunden. Die häufigsten Gründe dafür sind Verschmutzung, Überfischung und Schiffsunfälle. Zudem überleben viele Korallen die Erderwärmung und die Versauerung der Ozeane nicht.
Des Weiteren sind auch wir Menschen gefährdet – Korallenriffe stellen einen natürlichen Küstenschutz dar, weil sie Erosion und Sturmschäden vermindern. Es gilt deshalb, die Riffe zu schützen!