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Rezension Salvatore Reitano – Widor: Orgelsinfonien Nr. 9 & 10
Widersprüchlich
Salvatore Reitano beginnt seinen Widor-Zyklus mit den letzten beiden Sinfonien, erzeugt mit breiten Tempi aber eine fast statische Schwere.
Zehn Orgelsinfonien hat Charles-Marie Widor im Laufe seines Lebens geschrieben, und der Italiener Salvatore Reitano beginnt nun eine Gesamt-Einspielung, markanterweise mit den beiden letzten Werken, der „Gotischen“ und der „Romanischen“. Gewählt hat er ein Instrument, an dem er sich bestens auskennt, denn sein Arbeitsplatz ist die Jaquot-Jeanpierre-Orgel in Sant’Agata im sizilianischen Catania. Reitano setzt durchweg auf breite Tempi, die einen großen Spannungsbogen verlangen. In diesem Punkt haben sich etwa Joseph Nolan und Ben van Oosten für andere, insgesamt schlüssigere Wege entschieden, weil sie den fließenden Charakter der Musik stärker betonen. Bei Reitano entsteht oft der Charakter einer feierlichen, fast statischen Schwere. Die Farben der Register dagegen sind umsichtig und organisch gewählt. Insgesamt aber bleibt ein Eindruck von Widersprüchen.
Widor: Orgelsinfonien Nr. 9 & 10
Salvatore Reitano (Orgel)
Da Vinci Classics