Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/138229

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Der Kanton Wallis hat im Jahr 2012 in Absprache mit dem Bafu eine Überprüfung der Alpstrukturen in Auftrag gegeben. Liegen bereits erste (Teil-)Ergebnisse vor, und wann wird die Studie abgeschlossen? </p><p>2. Ist es richtig, dass diese Studie auch für das Goms technisch mögliche, praktikable und finanzierbare Massnahmen zur Anpassung von Strukturen im Hinblick auf Herdenschutzmassnahmen empfiehlt?</p><p>3. Wurden im Goms bereits Massnahmen umgesetzt? Wenn nein, warum nicht? Wenn ja, warum kam es dennoch zu Rissen?</p><p>4. Können Alpen, die heute als nicht schützbar gelten, durch betriebliche oder strukturelle Umstellungen geschützt werden? Wenn ja, warum wurde im Falle des Abschusses des Gommer Wolfs der (fehlende) Herdenschutz nicht als technisch möglich, praktikabel und finanzierbar bezeichnet?</p><p>5. Werden Alpen, für die eine Empfehlung besteht, wie sie mit einer Änderung der Bewirtschaftungsstruktur Herdenschutzmassnahmen umsetzen können, als nicht schützbar bezeichnet?</p><p>6. Seit wann werden im Kanton Wallis vom Alpstrukturen-Überprüfungsbericht empfohlene Massnahmen umgesetzt, und wann wird der Prozess abgeschlossen sein?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Nach jahrelangen Diskussionen zwischen dem Bafu und dem Kanton Wallis über die Entwicklung des Herdenschutzes konnte Ende 2011 vereinbart werden, dass als Erstes eine Überprüfung aller heute genutzten Schafalpen im Kanton betreffend die beweidbaren Flächen (gemäss Sömmerungsbeitragsverordnung, SöBV; SR 910.133), die Bewirtschaftungsstrukturen sowie der Möglichkeiten zur Etablierung des Herdenschutzes durchgeführt wird. Dieses Schafalpplanungsprojekt wird vom Kanton Wallis und vom Bund je hälftig finanziert. Während den beiden Sommersaisons 2012 und 2013 konnten alle Alpen besucht werden. Der Schlussbericht steht aber noch aus, sodass erst eine vorsichtige Zwischenbilanz über die Resultate gezogen werden kann. Es zeigt sich, dass auf einigen Alpen Schafe auf Flächen stehen, die nach Artikel 3 SöBV aus ökologischen Gründen nicht beweidet werden sollten. Ein Teil der Alpen ist bereits heute mit Umtriebsweidesystemen, ständiger Behirtung sowie dem Einsatz von Herdenschutzhunden vor Wolfsübergriffen schützbar. Die Mehrheit der Alpen, insbesondere Alpen mit Standweiden, ist aber ohne Strukturanpassungen wie Alpzusammenlegungen oder die Umstellung der Bewirtschaftungsform auf das Umtriebsweidesystem heute nicht schützbar. Dem Herdenschutz auf der Umtriebsweide wird deshalb in der Agrarpolitik 2014-2017 und der kürzlich revidierten Jagdverordnung (SR 922.01) besonders Rechnung getragen.</p><p>2. Der Schafalpplanungsbericht wird zuhanden des Kantons Wallis und der Alpbewirtschafter Empfehlungen für sinnvolle Strukturanpassungen machen.</p><p>3. Einige Alpbewirtschafter im Goms haben sich in den letzten Jahren in kooperativer Art und Weise in das Herdenschutzprogramm des Bundes integriert. Andere verweigern die Umsetzung von Herdenschutzmassnahmen. Auf den zwei im Sommer 2013 geschützten Alpen wurden denn auch keine Risse beobachtet. Alle Risse geschahen auf nichtgeschützten oder ohne Strukturanpassungen nicht schützbaren Alpen.</p><p>4. Auf vielen der heute als nicht schützbar geltenden Alpen könnten tatsächlich in Zukunft durch Bewirtschaftungsstrukturanpassungen Herdenschutzmassnahmen etabliert werden. Natürlich muss der Aufwand dafür berücksichtigt werden. Gemäss Konzept Wolf Schweiz können die Kantone in Absprache mit der Interkantonalen Kommission für das Grossraubtiermanagement (IKK) in begründeten Ausnahmefällen die Kriterien für einen Wolfsabschuss den lokalen und regionalen Gegebenheiten anpassen. Das Bafu ist für die beiden Projektjahre 2012 und 2013 dem Kanton Wallis entgegengekommen, indem auf den heute ohne Strukturanpassungen nichtschützbaren Alpen während des Schafalpplanungsprojekts Wolfsrisse für einen allfälligen Abschuss eines einzelnen, schadenstiftenden Wolfs angerechnet werden können. Allerdings darf in einem solchen Fall nur die Fläche der nicht schützbaren Alpen als Abschussperimeter definiert werden. Entsprechend hat die IKK die Situation in den beiden Jahren beurteilt. Ab 2014, nach Abschluss des Projekts, sind bei der Beurteilung der technisch möglichen, praktikablen und finanzierbaren Massnahmen die Erkenntnisse und Empfehlungen des Alpplanungsprojekts zu berücksichtigen.</p><p>5./6. Der Bundesrat erwartet, dass sich der Kanton Wallis für die Umsetzung der Empfehlungen des Alpplanungsprojekts engagiert und ab dem Jahr 2014 alle technisch möglichen, praktikablen und finanzierbaren Massnahmen von den Alpbewirtschaftern einfordert.</p>  Antwort des Bundesrates.