Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03318.jsonl.gz/1602

Den Ausdruck "Journalismus" verwende ich in einem umfassenden und in einem spezifischen Sinn.
Im umfassenden Sinn verwende ich den Ausdruck "Journalismus" für "Journal"-Herstellung, wobei Journal für periodisches (jour-nal, täg-liches) Erscheinen von zunächst Flugblätter, Avisis und Zeitungen stand und dann im Massenmedium aufgehoben wurde, um schliesslich im Internet verloren zu gehen. Die evolutionäre Differenzierung der Journal-Herstellung lässt die primitiven Formen nicht aussterben. Es gibt immer noch Flugblätter und Zeitungen.
Als Journale bezeichne ich Artefakte (Herstellungen), die als Träger von Nachrichten und sogesehen durch Aktualität, Faktizität und allgemeine Relevanz einen Teil der öffentliche Kommunikation monopolisieren. Journale unterscheide ich von verwandten Produkten mit fehlender Periodizität (Bücher), fehlendem Faktizitätsanspruch (Romane) und fehlendem Relevanzanspruch (Werbebroschüren). Journale enthalten oft die hier abgegrenzten Produkte (re-entry).
Durch "Journal"-"Herstellung" bezeichne ich zwei Entwicklungen. Die eine betrifft die materielle Grundlage der Journale und die andere die Arbeitsteilung in der Herstellung, die im Ausdruck "Journalismus" verdrängt mitschwingt.
In einem spezifischen Sinn verwende ich den Ausdruck "Journalismus" als Selbstbeschreibung der durch die Arbeitsteilung hervorgebrachten "Journalisten", also von Leuten, die "nur" schreiben, was im Journal steht, während andere das Journal herstellen.
Anmerkungen:
Die Journalistik ist die Wissenschaft, die sich mit den Akteuren, Strukturen und Leistungen des Journalismus befasst.
Aufhebung:
online-Journalismus
Roboter-Journalismus
und ein paar kritische Anmerkungen:
Die meisten Verlagshäuser arbeiten gewinnorientiert. Zeitungen verlieren zunehmend Inserateeinnahmen an das Internet. Im Internet ist das Inseratewesen aber nicht an journalistische Inhalte gebunden. Die inserateplattformen im Internet brauchen deshalb keine "schreibenden" Journalisten und arbeiten mithin günstiger als Zeitungen, was vor allem die Journalisten merken.
Es gibt unter den Journalisten Phantasien, wie etwa dass sie eine öffentliche Aufgabe erfüllen, die honoriert werden müsste. Diese Journalisten staunen nicht darüber, dass sie bisher von Verlagen finanziert wurden, die in vielen Fällen privaten, anonymen Aktiengesellschaften, also von einer Art Gegenteil von Öffentlichkeit finanziert worden waren.
Journalisten erfüllten bis anhin eine Aufgabe, die so öffentlich ist, wie jene eines Schusters oder eines Tomatenhändlers. Sie produzierten eine Ware, die davon abhängig ist, dass sie Gebrauchswert hat und verkauft werden kann. Die Journalisten - im hier spezifischen Sinn - verkauften aber sehr selten Waren, die meisten verkauften Arbeitskraft, die jetzt nicht mehr so gefragt ist.
Die Journalisten im umfassenderen Sinn, also die Aktionäre der Massenmedien, die beispielsweise Zeitungen verkaufen, haben auch Phantasien. Sie glauben, dass sie eine 4. Macht im Staat bilden, weil sie den Lohn-Journalisten sagen können, was diese schreiben müssen. Für sie ist die Lage verzwickter als für die Lohnjournalisten. Sie haben natürlich ihre Dividenen im Kopf, aber einen Teil dieser Dividenen realisierten sie - im Selbstverständnis wenigstens - als 4. Macht. Nun ist schwer vorstellbar, dass die anderen 3 Mächte eine 4. Macht finanzieren sollen. Allerdings profitieren die Verlage jetzt unverhoft von der Tatsache, dass ihnen das Nachrichten-Fernsehen vorenthalten wurde. Wo das Fernsehen dem Staat gehört, fliessen alle Arten von Subventionen, woraus die Verlage, die auch sogenannte Massenmedien unterhalten, Rechte ableiten (wollen), was ihnen durch das Lobbying ein bisschen gelingt.
ein bisschen Commonsense vielleicht? (aus der Wikipedia)
Journalismus bezeichnet die periodische publizistische Arbeit von Journalisten bei der Presse, in Online-Medien oder im Rundfunk. Zur wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Journalismus siehe Journalistik, Medienwissenschaft oder Kommunikationswissenschaft.
... Qualitäts-Jounalismus ...
ein bisschen Geschichte vielleicht?
„Journalismusforschung versucht auf der Basis wissenschaftlicher Vorstellungen und mit Hilfe empirisch-analytischer Methoden die soziale Wirklichkeit des Journalismus zu beobachten und zu erforschen“, schreibt Johannes Raabe 2005 in der Einleitung zu seinem Buch über „Die Beobachtung journalistischer Akteure“. (vgl. Literaturliste Journalismusforschung)
Dies ist eine sehr moderne Sichtweise, aber das Phänomen Journalismus hat schon seit Beginn der Zeitungs- und Publizistikwissenschaften Forscher beschäftigt und sie durch seine Komplexität in viele verschiedene Richtungen gelenkt. So gilt Kaspar Stielers Erörterung „Zeitungs Lust und Nutz“ von 1695 als Beginn der Journalismusforschung. Hier wird erstmals die Bedeutung der Presse für das politische, gesellschaftliche und private Leben herausgestellt. (Raabe, 2005, 15)
Auch Heinrich von Kleist, Dramatiker des 19. Jh., beschäftigte sich mit dem Journalismus und schrieb: „Die Journalistik, überhaupt, ist die treuherzige und unverfängliche Kunst, das Volk von dem zu unterrichten, was in der Welt vorfällt.“Diese doch sehr breite Definition erscheint heute mehr als überholt.
Und so definiert Hans-Jürgen Bucher 1998 im "Historischen Wörterbuch der Rhetorik" präziser: „Unter Journalismus versteht man zum einen die Gesamtheit der Tätigkeiten von Journalisten, also die Sammlung, Prüfung, Auswahl, Verarbeitung und Verbreitung von Nachrichten, Kommentaren sowie Unterhaltungsstoffen durch Massenmedien. […] Zum zweiten wird mit Journalismus im allgemeinen die öffentliche Berichterstattung in Presse, Hörfunk, Fernsehen und im Internet als eine gesellschaftliche Institution bezeichnet.“
Wie der Unterschied zwischen diesen beiden Definitionen deutlich zeigt, entwickelte sich der Journalismus, wie wir ihn heute kennen, vor allem dadurch, dass sich mit der Professionalisierung journalistischer Berufsrollen und dem Übergang zur großbetrieblichen Produktionsweise die Relevanz des bis dahin dominierenden, „schriftstellernden Journalismus“ (Baumert, 1928) - von dem Kleist klar ausgeht - reduzierte und der heutige, redaktionelle Journalismus - den Bucher beschreibt - entstand.
Die Journalismusforschung im Deutschen Sprachraum weist dagegen keine so lineare Entwicklung auf, sondern ist vielmehr multi-perspektivisch abgelaufen. Damit ergibt sich ein uneinheitliches Bild von einer Vielzahl verschiedener Theoriegebilden, die noch bis heute auf die Journalismusforschung wirken. Dabei sei aber angemerkt, dass Journalismustheorien klar von Theorien der Massenmedien abzugrenzen sind, weil Journalismus und journalistische Kommunikation auch ohne massen-mediale Vermittlung vorstellbar sind. (Reers)
ein bisschen Kontext vielleicht?
in Journalist [??rna'l?st] ist jemand, der sich „hauptberuflich an der Verbreitung und Veröffentlichung von Informationen, Meinungen und Unterhaltung durch Massenmedien beteiligt“ (Definition des Deutscher Journalisten-Verbandes). Der Journalist betätigt sich im Journalismus. Die Berufsbezeichnung Journalist ist in Deutschland rechtlich nicht geschützt und darf auch ohne entsprechende Ausbildung geführt werden. Journalisten arbeiten in einer Vielzahl von Tätigkeiten und Funktionen wie Korrespondent, Redakteur, Reporter, Chef vom Dienst, Bildredakteur, Kolumnist, Feuilletonist, Leitartikler, Fotojournalist, Videojournalist oder Moderator.
ein bisschen wissenschaftlicher Kontext vielleicht?
Die Journalistik ist die Wissenschaft, die sich mit den Akteuren, Strukturen und Leistungen des Journalismus befasst. Sie analysiert den Journalismus auf der Basis von Journalismustheorien. Die Journalistik ist damit ein Teilgebiet der Kommunikationswissenschaft. Das besondere Ziel der Journalistik besteht in der Integration von Wissenschaft und Praxis. Die Journalismusforschung ist sowohl grundlagenorientiert als auch anwendungsbezogen. Das Studium, das auch eine praktische Ausbildung umfasst, soll zu einem reflektierten, innovativen Handeln anleiten. Das Journalistik-Studium unterscheidet sich von der reinen Praxisausbildung im Volontariat und an Journalistenschulen, in der im Wesentlichen nur die gängigen "handwerklichen" Regeln vermittelt werden.
Zu den Arbeitsgebieten der Journalistik gehören u. a.:
die geschichtliche Entwicklung des Journalismus
die journalistische Arbeitsweise (siehe: Journalismus und Wissenschaft)
die journalistischen Darstellungsformen, ihre Struktur und Entwicklung Besonderheiten des Journalismus in den verschiedenen Medien (Presse, Hörfunk, Fernsehen, Internet)
die Wirkungen des Journalismus, z. B. auf die öffentliche Meinung (siehe dazu auch: Agenda-Setting)
die normative Beschreibung der Rolle des Journalismus in der Gesellschaft („Vierte Gewalt“)
Viele dieser Fragestellungen werden auch auf anderen Gebieten der Kommunikationswissenschaft behandelt. Da jedoch nicht alle Inhalte der Massenmedien journalistisch sind, kann Journalistik von anderen Bereichen der Kommunikationswissenschaft abgetrennt werden, die Aspekte wie fiktionale oder unterhaltende Inhalte (zum Beispiel Fernsehserien, Unterhaltungsshows) erforschen.
Journalistik-Studiengänge sind an den Universitäten Dortmund, Eichstätt, Hamburg, Leipzig und Mainz angesiedelt. Darüber hinaus kann das Fach an einer Reihe von Fachhochschulen studiert werden. In der DDR existierte mit der Sektion Journalistik ein Studiengang, der direkt dem ZK der SED unterstellt war.
[Literatur ]
[Wo ist denn all die Werbung hin?]
[Schirrmacher-Journalismus]
In Deutschland ist gerade ein sehr prominenter Journalist gestorben. Natürlich ist jeder Todesfall in seiner Art traurig. Die Medien trauern aber, so weit ich es sehe, nicht um einen - ihnen persönlich fremden - Menschen, sondern um einen Journalisten. Und sie tun das, wie sie um andere materiellen Werte wehklagen. Wir haben auch in der Schweiz ein paar ganz wertvolle Journalisten, die jetzt noch leben und auch ganz toll erfolgreich sind und auch grosse Zeitungen oder TV-Anstalten besitzen - und auf diese Weise den journalistischen Diskurs bestimmen. Ich frage mich - gerade auf diesen Diskurs bezogen - warum wir die Loblieder nicht schon auf die lebenden Helden anstimmen.
Ich schlage ohne Reihenfolge zu meinen vor: Hr Schawinski, Hr. Köppel, .. (bitte Liste verlängern)?
[ Was Journalisten über einen der ihren erzählen, wenn er den gestorben ist]
[fb-Diskurs mit VW]
[was ist_Journalismus]
[http://luhmann.uni-trier.de/index.php?title=Kommunikator-Theorien:_Theorien_des_Journalismus]
[Gonzo-Journalismus]
[wp]