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Historisches
...
/ Bezirks-Schützenverein Affoltern
1921 - 1930 in Kürze ...
Dieses Jahrzehnt war das Jahr der Schiessanlässe. Neben dem Bezirksschiessen und Feldschiessen (Feldsektionswettschiessen) folgten Matchschiessen und erste Ueberlegungen betr. einem Winterschiessen. Aber auch bei den Pistolenschützen wurden die ersten Sektionen gebiltet. Die neue Organisation im ausserdienstlichen Schiesswesen verzeichnete nun einen grossen Aufschwung für alle Sektionen. Im Bezirk folgte nun auch die Gründung von Pistolensektionen. Die Aufgaben des Bezirksvorstandes bestanden nun hauptsächlich in der Verbindung zum kantonalen Schützenverband sowie der Ausführung von den gemeinsamen Schiessanlässen. 1924 erfolgte das eidgenössische Schützenfest in Aarau und 1929 das in Bellinzona. Erstmals folgte nun auch die Bildung einer Matchgruppe.
Delegiertenversammlung vom 13. März 1921 im Rest. Adler in Knonau
Der Präsident berichtet über die Wehrmänner-Gedenktafel .....
Gemäss Umfrage im Bezirk sind im Mobilisationsdienst 1914 - 18 vierzehn Wehrmänner aus dem Bezirk Affoltern gestorben, an welche diese Tafel erinnern soll.
Als Anbringungsort wurde die Kirche Mettmenstetten gewählt. In einem Vertrag zwischen der Kirchenpflege Mettmenstetten als Vertreter der Kirchgemeinde Mettmenstetten und dem Bezirksschützenverein wurde u.a. festgehalten .... 1. Der Bezirksschützenverein Affoltern hat mit Einwilligung der Kirchgemeinde Mettmenstetten an der Südwand der dortigen Kirche zu Ehren der im Mobilisationsdienst verstorbenen Männer des "Amtes" eine Gedenktafel angebracht. 2. Die Kirchenpflege Mettmenstetten nimmt diese Gedenktafel für alle Zeiten in Obhut mit der Verpflichtung, sie stetsfort in würdiger Weise zu unterhalten. 3. Für diesen Zweck erhält sie vom Bezirksschützenverein einen einmaligen Beitrag von 500 Fr., welche Summe in einer Obligation der Z.K.B. als "Wehrmänner-Gedenktafel-Fond" zinstragend anzulegen ist ...
An der ausserordentlichen Delegiertenversammlung vom 3. April 1921 wird festgehalten, dass trotz Gesuche von Rifferswil und Affoltern um Übernahme des Bezirksschiessens der Vorstand an dem zweijährigen Rhytmus gemäss Statuten festhält.
Einweihung der Wehrmänner-Gedenktafel (gemäss
Eintrag des Aktuars)
Nachdem es am 11. Sept. der zweifelhaften Witterung wegen nicht ratsam geschienen, die Einweihung der Wehrmänner-Gedenktafel vorzunehmen, konnte sie dann am Bettag nachmittag vollzogen werden und gestaltete sich zu einer patriotischen Feier besonderer Art. Eine wohl 3'000 (kein Schreibfehler!) zählende Volksmenge aus dem ganzen Bezirk hatte sich gegen 2h beim Gotteshaus in Mettmenstetten eingefunden. Vor der einfachen, schlichten Tafel hatten sich die Bannerträger der Vereine des Bezirksschützenverbandes mit ihren Fahnenwachen im Halbkreise aufgestellt und dahinter stand auf dem alten Friedhofareal das Volk Kopf an Kopf. Sehr stimmungsvoll wurde die Feier eingeleitet durch das von den vereinigten Musikgesellschaften vorgetragene "Friedensgebet" und durch das Männerchorlied "Der junge hübsche Venner", worauf der Präsident des Bezirksschützenvereins, Herr Major Hagenbüchli, die Tafel enthüllen liess, die die Namen der 14 verstorbenen Wehrmänner unseres Bezirks trägt. In gehaltvoller Ansprache leitete er den Weihakt ein.
Nachfolgend noch ein Auszug aus der Ansprache des
Präsidenten:
In eindrücklicher Erinnerung stehen uns wohl noch die ersten Augusttage des Jahres 1914, da der Donnerschlag des einsetzenden Weltkrieges ganz Europa und damit dessen älteste Republik, unser Vaterland, erschütterte ..... mit dabei waren zum Teil damals schon, zum Teil im Laufe der Mobilisationsjahre jene 14 Wehrmänner unseres Bezirks, deren Tod wir beklagen und derer wir am heutigen Tage besonders gedenken wollen.
Es sind dies Binzegger Wilhelm Joseph, Hausen, Feldbatterie 12, 1893-1918, Dünki Konrad, Obfelden, Gefr. Verpfleg.-Komp II/5, 1890-1918, Götschi Karl, Rifferswil, Füs. I/153, 1878-1915, Grob Hans, Rossau-Mettmenstetten, Korp. Kav. Schwadr. 24, 1897-1918, Haldemann Christian, Uerzlikon, Füs. I/67, 1892-1918, Hegetschweiler Albert, Heisch-Hausen, Train-Sold. Inf.-Brig.-Stab 14, 1883-1914, Illi Albert, Bonstetten, Füs.Lst. III/57, 1887-1918, Lier Karl, Schweikhof-Hausen, Füs. I/64, 1893-1918, Meili Emil, Uttenberg-Knonau, Füs. II/67, 1894-1915, Peter Rudolf, Hedingen, Füs. II/67, 1891-1918, Schneebeli Otto, Toussen-Obfelden, Drag.Schwadr. 18, 1890-1918, Steinmann Gottlieb, Mettmenstetten, Füs. IV/67, 1890-1918, Urmi Johannes, Knonau, Sappeur III/5, 1891-1917, Widler Joseph, Rossau-Mettmenstetten, Sold. Verpfleg.-Train-Komp. I/5, 1892-1918
14 pflichttreue Soldaten hat uns der Tod
entrissen. Nicht des Feindes Kugel hat ihr Herz durchbohrt, nicht auf dem
Schlachtfeld sind sie gefallen. Sie sind vielmehr das Opfer von Unfall,
Überanstrengung oder Krankheit geworden. Wochen, Monate, Jahre standen sie im
Dienste des Landes ... aber eine frohe Heimkehr sollte ihnen nicht mehr
vergönnt sein! Es waren traurige Zeiten und Tage, als die Verstorbenen ihren
angehörigen auf der Totenbahre zurückgebracht werden mussten. Erschütternd
waren die Momente, als über den Gräbern unserer lieben Kameraden als des
Vaterlandes letzter Gruss die Salven krachten. Seither sind Jahre ins Land
gezogen; die Zeit hat manchen tiefen Schmerz gemildert, auf schwere Wunden
lindernden Balsam geträufelt. .... Aber überwunden sind die Schicksalsschläge
nicht, da die Eltern den Sohn betrauern, der Vater am Sarg seiner Hoffnung
steht, die junge Frau den Gatten beweint, die Kinder ihren Vater rufen. Sie alle
seien unserer tiefen Teilnahme versichert. Und Ihr, Ihr Kameraden und
Waffengefährten, Ihr werdet ganz besonders der treuen Freunde gedenken, die
einstmals an Eurer Seite standen. Mit Euch haben sie die Last des Tages
getragen; sie waren die Gefährten der Freude und teilten mit Euch Leid. In Treu
waren sie mit Euch verbunden, in Treue sind sie gestorben, die Treue aber geht
über Tod und Grab, sie kennzeichnet die echte Kameradschaft! ....
Die Bejahung des Lebens erfordert heute doppelten Mut und unverwüstliche Zuversicht. Eine schwere wirtschaftliche Krise droht uns wieder zu erdrücken. .... Ganze Gesellschaftsklassen sind in Zersetzung begriffen, ganze Völker sind ohne Kurs. Misstrauen und Missverständnis stören das Einvernehmen. .... Möge Kraft und Zuversicht uns nie verlassen, möge der freudige Mut niemals versagen.
Im Namen der Kirchgemeinde Mettmenstetten
übernimmt Pfr. Kägi die Rede:
.... Man hört ja so häufig sagen: Vaterland, was geht uns das an? Wir haben kein Vaterland und brauchen keins. Die ganze Welt ist unser Vaterland. Ubi bene, ibi patria! Wo wir es uns wohl sein lassen können, wo wir unser reichliches Brot essen, da ist unser Vaterland. Was sagen wir zu solchen Reden? Dass Ihr, wackere Schützen und Wehrmänner, diese Gesinnung nicht teilt, dafür ist mir Eurer Hierherkommen Beweis genug. .... Mit starken Banden der Liebe fühlt sich der Mensch an die Stätten gebunden, wo sein Vaterhaus stand, wo seine Vorfahren gelebt, gelitten u. gestritten haben. Es liebt seine Heimat, selbst wenn die Natur des Landes rauh und streng ist und der Boden nur kärglich seine Früchte spendet. .... Nun haben wir doch ein Vaterland, auf das wir wohl stolz sein dürfen, ein Vaterland, das reich ist an Reizen der Natur und vorallem seinen Bürgern Freiheiten u. Rechte gewährt, wie kaum ein anderes Land der Erde. Und wenn manches nicht so ist, wie es sein sollte, so ist es unser Recht und unsere Pflicht, daran zu arbeiten, dass es anders u. besser werde, auf das es wirklich heisse: Im Vaterlande ist es wohl sein. Weil wir denn ein so schönes u. freies Vaterland haben, darum lieben wir es und darum ehren wir auch den, der ihm uneigennützig dient. Diese Männer, deren Namen auf dieser Denktafel stehen, haben ihrem Vaterland so gedient. ....
Delegiertenversammlung vom 7. Mai 1922 im Rest. Rössli in Mettmenstetten
Für den abretenden Präsidenten Hagenbüchli
wird H. Bosshard, Ottenbach, zum neuen Präsidenten gewählt.
Festhalten kann der Präsident auch, dass der Bezirksschützenverein nun 20 Sektionen umfasst, da der Militärschützenverein Hedingen sowie der Pistolenschiessverein Mettmenstetten und Umgebung dem Bezirks-Schützenverein beitreten.
Zu Ehrenmitgliedern ernannt werden: Hagenbüchli, Ed. Huber, Hrch. Berli, Hess, Zimmermann Baldern
An einer folgenden Vorstandssitzung wird beschlossen .... Für das
Feldsektionswettschiessen soll auf jedem Schiessplatz ein Mitglied des
Bez.Vorstandes anwesend sein .... allen Mitgliedersektionen ein
Zirkular-Schreiben zukommen zu lassen. Am zweiten Feldsektionswettschiessen
nahmen im Bezirk Affoltern 761 Schützen teil.
Anbei einige Auszüge aus dem Zirkular:
Jungschützenkurse: Nach kantonaler Statistik steht der Bezirk Affoltern in der Zahl der Jungschützenkurse an erster Stelle. Wir erachten es als unsere pflicht, die Vereine aufzumuntern, auch dieses Jahr die Organisation solcher Kurse an die Hand zu nehmen.
Finanzielles: An der Delegiertenversammlung ist der Jahresbeitrag an den Bezirksschützenverein auf 70 Rp. festgesetzt worden. Dazu kommt der Beitrag von 50 Rp. (halber Jubiläumsfranken), der an die eidg. Kasse abzuliefern ist. Somit Gesamtbetrag pro Mitglied Fr. 1.20.
Zum Schlusse teilen wir Ihnen noch mit, dass sich der Bezirksvorstand wie folgt konstituiert hat: Präsident; Oberlt. Bosshard Ottenbach, Vize-Präsident Aug. Huber, Mettmenstetten, Aktuar Max Siegrist Zwillikon, Quästor R. Gallmann Maschwanden, Schützenmeister G. Huber Affoltern, Beisitzer Herren Aeberli Bonstetten und Vondach Rifferswil.
Und an der Vorstandssitzung vom 28. Juli war da noch der Protokolleintrag .... An die Sektionen soll ein Zirkular betreff. Sonntagsschiessverbot erlassen werden.
Delegiertenversammlung vom 11. März 1923 im Rest. Löwen in Bonstetten
Auf Antrag des Vorstandes wird das
Bezirksschiessen mit einem Wanderbecher-Reglement erweitert. Die Austragung
erfolgt in Hedingen.
Der Feldschützenverein Aeugsterthal hat seinen Austritt aus dem Bezirksschützenverein erklärt. ....
An einer Vorstanssitzung wurde beschlossen, der Vorstand beschliesst deshalb, im laufenden Jahr ein Postcheck zu eröffnen, um die Einzahlung der Jahresbeiträge der Sektionen zu erleichtern.
Delegiertenversammlung vom 23. März 1924 im Rest. Kreuz in Maschwanden
Auch 1924 wird ein Bezirksschiessen durchgeführt, nämlich in Hausen.
Delegiertenversammlung vom 15. März 1925 im Rest. Löwen in Hausen a/A
Als weitere Mitgliedersektion kann der Pistolenschiessverein Hausen begrüsst werden.
Delegiertenversammlung vom 14. Februar 1926 im Gasthof zur Post, Ottenbach
Orientierung des Schützenmeisters; im
vergangenen Jahr wurden von 9 Sektionen Jungschützenkurse organisiert, dies mit
einer Gesamtteilnehmerzahl von 97 Jungschützen.
Auf Antrag des Vorstandes soll für den Aktuar eine Schreibmaschine angeschafft werden. Die Delegierten stimmen einem Kredit von Fr. 400.-- zu.
Für die Schiesstätigkeit im Bezirksschützenverein Affoltern wurden nun "Grundbestimmungen" vorgestellt. Dazu nachfolgender Auszug aus dem Protokoll: Um den Delegierten die wichtigsten Artikel betreff. Ausscheidung und Mehrbeteiligung gründlich zu erklären, werden einige Beispiele an einer Tafel vordemonstriert. Beifälliges Kopfnicken und Gemurmel zeigten, dass nun die ganze Angelegenheit verstanden worden ist.
Das Bezirksschiessen wird in Obfelden stattfinden.
Im weiteren hat der neugegründete Pistolen- und Revolver-Schiessverein Hausen den Eintritt in den Bezirks-Schützenverein erklärt. Der Vorstand wird das Gesuch mit den Statuten in empfehlender Weise an den Zürcher Kantonalverein senden.
Delegiertenversammlung vom 27. März 1927 im Rest. Central in Affoltern
Kurz vor der Delgiertenversammlung verstarb der
amtierende Präsident, Hans Bosshart an einer heftigen Grippe mit
Lungenentzündung.
Trotz Antrag auf Freiwilligkeit wird auf Antrag noch dieses Jahr ein Gemeindematch durchgeführt. D.h. aufgrund des Reglements ist die Teilnahme mit Matchschützen für alles Bezirkssektionen obligatorisch.
Betr. den Wahlen ist im Protokoll folgendes zu lesen .... Im Vorstand sind 2 Mitglieder zu ersetzen (Tod des Präsidenten und Rücktritt des Schützenmeisters Gottfried Huber). Um das Wahlgeschäft kurz zu gestalten schlägt der Vorstand als Mitglieder vor: H. Baumann und E. Müller. Hr. Zurflüh spricht für eine bessere Verteilung der Mandatsinhalber unter den Sektionen im Bezirk und schlägt G. Baur vor. dieser verlängert die Liste um die Nomination E. Sidler. Im ersten Wahlgang erreicht nur Hugo Baumann, Affoltern die notwendige Stimmenzahl. Im zweiten Wahlgang wird Gottlieb Baur, Wettswil gewählt. Als neuer Präsident wird der bisherige Aktuar, Max Siegrist amten.
Erstmals, nachdem nun zwei Pistolensektionen im Bezirks-Schützenverein teilnehmen, wird eine erstes Pistolen-Bezirksschiessen durchgeführt. Festort war Hausen und es haben 41 Schützen teilgenommen.
Delegiertenversammlung vom 4. März 1928 im Saale zum Bahnhof Bonstetten
Als weitere Mitgliedersektion kann der Pistolenschiessverein Affoltern begrüsst werden.
Delegiertenversammlung vom 7. April 1929 im Rest. Rössli in Mettmenstetten
Durch dem Eintritt des Pistolen- und Revolverschiessvereins Affoltern (18 Mitglieder) hat sich die Zahl unserer Sektionen wieder auf 20 erhöht. Der Verband schliesst heute einen Totalmitgliederbestand von 940 in sich.
Delegiertenversammlung vom 16. März 1930 in der "Post" Rifferswil
Einer Anregung des Vorstandes "Abhaltung eines Winterschiessen auf freiwilliger Grundlage" wird der Auftrag erteilt, ein diesbez. Reglement auszuarbeiten
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©oka