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Der Konflikt zwischen rechtsnationalen und gesellschaftsliberalen Kräften prägt die Politik entwickelter Demokratien. Im öffentlichen Diskurs und in der Wissenschaft ist eine Debatte darüber entfacht, ob es bei diesem Konflikt um ökonomische Ungleichheit geht oder um kulturell definierte Gruppenidentitäten. Sind also die Wahl Trumps zum US Präsidenten, Brexit oder (am Gegenpol) das Erstarken grüner Parteien Ausdruck eines Konflikts zwischen ökonomischen Gewinner/innen und Verlierer/innen der postindustriellen, wissensintensiven Dienstleistungsökonomie oder eines durch den Wertewandel getriebenen Konflikts um Identität(en)?
Diese Dissertation versucht, die Gegenüberstellung von ökonomischen und identitätsbasierten Ansätzen zu überwinden und stattdessen die Zusammenhänge zwischen strukturellen Veränderungen der Wirtschaft und Identitätspolitik zu untersuchen. Wie erleben Individuen gesamtgesellschaftliche Umbrüche, und welche Folgen hat dies für ihr Gefühl von Gruppenzugehörigkeit und damit für ihr Wahlverhalten? Konkret werden mittels Online-Umfragen die subjektiven Gruppenidentitäten von objektiven Gewinner/innen und Verlierer/innen der modernen Wissensgesellschaft untersucht. Zu den objektiven Gewinner/innen gehören insbesondere höher Gebildete wie auch die Bewohner/innen von global vernetzten Städten, während Personen mit tieferem Bildungsstand und Menschen in peripheren Gegenden tendenziell weniger von strukturellen Entwicklungen profitieren. Dieses Projekt konzentriert sich deshalb speziell auf die subjektiven Identitäten dieser soziostrukturellen Gruppen, und darauf, wie diese Identitäten mit Wahlverhalten zusammenhängen. Das Projekt vergleicht die Schweiz und Grossbritannien, zwei Länder, in denen sich Form und Ausmass der sozialen Ungleichheit stark unterscheiden.