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Gerhard Schwarz, Direktor von Avenir Suisse, setzt sich in der NZZ mit der Frage der Länge des Rentenbezugs angesichts der rasch steigenden Lebenserwartung auseinander. Er schreibt:
Die demografische (und ökonomische) Logik belegt unsere Grafik. Sie zeigt die Lebenserwartung für jene 18 der 34 OECD-Länder (mehr als die Hälfte), die ein Rentenalter von 67 oder mehr eingeführt oder beschlossen haben, und für die Schweiz. Diese wies 2013 mit 82,9 Jahren nach Spanien (83,2) die höchste Lebenserwartung bei Geburt auf; 2011 hatte sie die Rangliste mit 82,8 Jahren sogar angeführt. Heute steht neben Spanien in der OECD nur Japan (83,4) noch besser da. All diese Länder hätten also weniger Grund gehabt, das Rentenalter zu erhöhen, haben es aber trotzdem getan. Daher muss das Vorsorgesystem in Polen im Durchschnitt nur rund 10 Rentenjahre finanzieren, in Dänemark 13,5, in Deutschland oder Grossbritannien 14 und in Frankreich oder Norwegen 15. In der Schweiz aber müssen fast 18 Jahre finanziert werden. (…)
Eine Orientierung des Rentenalters an der Lebenserwartung – die praktisch immer eine entsprechende Anpassung des faktischen Rentenalters nach sich zieht – könnte auch zur Lösung eines Anliegens gewichtiger Teile der Bevölkerung, nämlich der Reduktion der Zuwanderung, beitragen. Eine Erhöhung um ein Jahr würde (wenn auch einmalig) ein Angebot von mindestens 50’000 einheimischen Arbeitskräften freisetzen, die betriebliche Prozesse gut kennen und wertvolles Erfahrungswissen besitzen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Firmen Bedürfnisse älterer Arbeitskräfte besser berücksichtigen, dass die Arbeitnehmer in Sachen Status und Lohn flexibel sind und dass der Staat keine kontraproduktiven Massnahmen wie einen speziellen Kündigungsschutz für ältere Arbeitnehmer setzt.