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Die Frauenfelder FilmfreundInnen (FFF) haben sich 1988 zur Durchführung der 1. Filmnacht zusammengefunden, kurz nachdem einer von ihnen im Eisenwerk die erste Frauenfelder Auswahlschau der Solothurner Filmtage organisiert hatte.
Die Filmnacht war eine Non-Stop-Filmveranstaltung von abends 18.00 bis morgens 6.00 Uhr, zuerst im Kino Pax, später im Eisenwerk, wo auch die Auswahlschauen der Solothurner Filmtage gezeigt wurden. Ende 80er, Anfang 90er Jahre stellten die FFF jedes Jahr mindestens ein neues Projekt auf die Beine: die Openair-Kinowoche im Burstelpark Frauenfeld, das „Rollende Kino im Thurgau“, die Abschiedswoche des Kinos Scala, das Andere Kino im Eisenwerk und mehrere Vertonungen von Stummfilmklassikern durch lokale Musiker. 1992 waren die FFF zudem für die Zeitschrift «Schweizer Familie» Mitorganisatoren und -betreiber eines Rollenden Kinos durch die Schweiz.
Vereinsgründung und die Anfänge des Cinema Luna
Nach einer strukturlosen Anfangszeit als Gruppe gründeten die FFF 1991 einen Verein zum Zwecke der Förderung einer lebendigen Filmkultur in der Region Frauenfeld.
Nach sechs Jahren freier Filmveranstaltungen mieteten die Frauenfelder FilmfreundInnen im Juni 1994 beim Bahnhof einen alten Coiffeursalon und bauten dort ihr eigenes, festes Kino ein, das Cinema Luna.
In den ersten beiden Betriebsjahren (1994-1996) zeigten die FFF jeweils donnerstags bis samstags einen aktuellen Studiofilm, daneben verschiedene unregelmässige Sonderprogramme (Kinderfilme, Nocturnes, Sonntagsmatineen). Nach zwei Jahren Testbetrieb schaltete das Cinema Luna zuerst auf einen 6-, dann 7-Tage-Betrieb um.
Andere Veranstalter im Cinema Luna
Von Anfang an war dem Cinema Luna die Zusammenarbeit mit anderen lokalen Organisationen wichtig: so zeigte einige Jahre lang der Jugendfilmclub Schpunk in loser Folge neue und alte Kultfilme, dann stellte die Società Dante Alighieri Zyklen mit Stars des italienischen Kinos zusammen. Die Helvetas-Regionalgruppe organisiert jeden Herbst ihre Filmreihe aus dem Süden und Osten, und seit 1998 gibt es jeweils im Frühling das schwullesbische Filmfestival Pink Apple, das später auch in Zürich ein Erfolg geworden ist.
Das Cinema Luna hat schon Filme mit folgenden Ko-Veranstaltern gezeigt: Frauenfelder Ferienpass, Frauenzentrale, Jazz Festival Generations, Historisches Museum, Jugendtreff, Jugendkulturpreis, Jugendmusikschule, Kiriat Yearim, Krimitage, Kunstmuseum Thurgau, Kunstverein, Pro Mente Sana, Seniorenrat, Shed im Eisenwerk.
FFF-Veranstaltungen ausserhalb des Cinema Luna
Von 1991 bis 1998 betrieben die FFF jeweils in den Sommerferien das „Rollende Kino im Thurgau“, das während ein paar Wochen in etwa 20 kleineren Gemeinden ohne eigenes Kino zusammen mit lokalen Mitveranstaltern0 Filme zeigte - bei schönem Wetter openair, ansonsten in einer Mehrzweckhalle.
Mittlerweile ist die Frauenfelder Openair-Kinowoche die einzige Veranstaltung, die die FFF ausserhalb des Cinema Luna organisieren. Ursprünglich im Burstelpark beheimatet, danach auf dem Konviktplatz und schliesslich beim Kanti-Neubau, findet die Openair-Kinowoche seit 1997 mitten in der Altstadt statt. Aus dem kleinen kostenlosen 16mm-Freiluftkino im Park, wo die Zuschauer auf Decken im Gras lagen, ist mittlerweile eine Grossveranstaltung mit bis zu 900 Sitzplätzen entstanden. Trotzdem leisten sich die FFF den Luxus, auf Grosskonzerne als einzige Sponsoren zu verzichten. Das Frauenfelder Openair-Kino wird vom lokalen Gewerbe unterstützt, von dutzenden Geschäften und Institutionen, vom Velolädeli über das Eisenwerk bis zum Kantonsspital – denn nicht nur Filmqualität, auch Atmosphäre und Publikumsnähe werden bei den FFF nach wie vor gross geschrieben. 2011 fällt die Openair-Kinowoche nach 21 Jahren für einmal aus.
Das Cinema Luna vor dem Neubau
Seit Januar 1997 zeigte das Cinema Luna ein 7-Tage-Programm mit 1-2 meistens aktuellen Studiofilmen pro Woche (siehe auch Programm/Archiv). Bis 2006 gab es jeweils im Winterhalbjahr am Samstag- und Sonntagnachmittag um 15 Uhr einen Kinderfilm. Wegen schwindendem Publikumsinteresse musste diese Veranstaltungsreihe leider aufgegeben werden. 2007 gab es einmal pro Monat an einem Dienstagnachmittag das Senioren-Kino.
Der Neubau im Lindenpark
2009 entschieden die FFF, für ihr Cinema Luna eine neue Bleibe zu suchen, da die Räumlichkeiten an der Bahnhofstrasse 57 nie optimal waren: die Stuhlreihen waren relativ eng, die Sicht auf die Leinwand beschränkt, die Immissionen der Nachbarn wurden immer stärker. In der Überbauung Lindenpark, unmittelbar beim Nord-Ausgang der Fussgängerunterführung im SBB-Bahnhof, mieteten die FFF einen Rohbau und bauten mit dem Architekturbüro Staufer & Hasler ein 2-Saal-Kino ein. Am Pfingstwochenende vom 10.-12 Juni 2011 wurde das neue Kino eröffnet. Es strömten mehrere hundert Freunde, Sponsoren und Interessierte durch die neuen Räume und waren begeistert von der schönen und zweckmässigen Architektur.
Die Kosten für Einbau und Ausstattung der Kinoräumlichkeiten betrugen 980'000 Franken. Finanziert wurden sie durch die Stadt Frauenfeld, den Kanton Thurgau, verschiedene Stiftungen, mehrere der beteiligten Bau- und Zulieferfirmen, einige wenige lokale Firmen und vor allem durch Hunderte von Privaten, den Freundinnen und Freunden des Cinema Luna. Für Spenden auf das PC-Konto 85-9567-9 sind wir nach wie vor sehr dankbar.
Das Programm im neuen Cinema Luna
Von 1997 bis 2006 ist das Cinema Luna jedes Jahr mit dem ersten Preis des Bundesamtes für Kultur, überreicht durch den Schweizer Studiokino-Verband, für die beste Kino-Programmation der Schweiz ausgezeichnet worden (Kategorie Landkinos). Danach wurde der Preis leider abgeschafft.
Auch am neuen Standort stellt das Cinema Luna sein Programm nicht nach wirtschaftlichen, sondern nach rein qualitativen Kriterien zusammen. Im Cinema Luna laufen vor allem die kleinen, wertvollen Filme aus aller Welt, natürlich in Originalversion mit deutschen Untertiteln. Amerikanische Blockbuster sieht man hier keine. Dies ist nur möglich dank der Unterstützung durch die Stadt Frauenfeld, den Kanton Thurgau, viele Vereinsmitglieder und grosszügige Gönnerinnen und Gönner – und wegen der unkommerziellen Betriebsstruktur mit zahlreichen Helferinnen und Helfer am Projektor, an der Kasse und hinter dem Tresen.
Das Cinema Luna kann ausserhalb der regulären Vorstellungen für Betriebsausflüge, Geburtstagsfeiern etc. gemietet werden. Gerne stellen wir Ihnen ein passendes Filmprogramm zusammen. Infos dazu erhalten Sie unter <email-pii>