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Der Ausdruck Schleudertrauma beschreibt einen bestimmten Unfallhergang. Eine Kollision erzeugt eine rasante Beschleunigung des Kopfs, welche die Halswirbelsäule (HWS) ruckartig überdehnt oder verdreht. In schweren Fällen entstehen Risse an Bändern und in Bandscheiben, selten sogar Knochenbrüche. Andere Bezeichnungen für die Verletzung sind „Peitschenschlagphänomen“, englisch „Whiplash injury“, komplexe HWS-Distorsion oder posttraumatisches Zevikalsyndrom (Torsion: Verdrehung; zervikal: auf die Halswirbelsäule bezogen).
Ursache ist eine ruckartige Beschleunigung des Kopfs, der die Halswirbelsäule besonders bei Heckkollision ungebremst nach hinten überstreckt und dadurch übermässigen Beuge- und Zugkräften aussetzt. Beim Aufprall von vorn (Frontalkollision) entsteht entsprechend ein Überbiegetrauma, beim seitlichen Aufprall eine Verdrehung. Solche Unfallmechanismen kommen ausserdem zustande beim Boxen, Judo, Ringen und anderen Sportarten, aber auch bei Freizeitbeschäftigungen wie Autoscooter, Achterbahn usw.
Wenn der Kopf dabei nicht aufschlägt („Non-contact injury“), wird er allein durch die Wirbelsäule abgebremst, auf die sich die Verzögerungs- und Torsionskräfte unmittelbar übertragen. Folgen, welche die weiter unten beschriebenen Symptome auslösen, sind:
Weitere Verletzungsfolgen können sein:
Die Symptome werden davon beeinflusst, wie der Betroffene den Unfall erlebt hat und verarbeitet. Eine Chronifizierung von Schmerzen, persistierende Müdigkeit (Fatigue) und Konzentrationsschwäche sind beschrieben und belasten die Betroffenen mitunter noch Monate oder Jahre nach dem Unfall. Die gutachterliche Beurteilung, inwieweit verbliebene Beschwerden ursächlich dem Schleudertrauma anzulasten sind, kann schwierig sein und hat mehrfach zu langwierigen Rechtsstreitigkeiten geführt.
Im Automobil reduziert die Nacken-Kopfstütze (oft kurz Nackenstütze genannt) bei Kollision von hinten das Risiko eines Schleudertraumas. Korrekt eingestellt, fängt die Nackenstütze den Hinterkopf auf und schützt dadurch die Wirbelsäule vor übermässiger mechanischer Beanspruchung. Ist sie zu tief angebracht oder ist die Person zu gross, wird beim Heckaufprall der Kopf über die Oberkante der Nackenstütze nach hinten gerissen und kann die Halswirbelsäule verletzen.
Jeder irgendwie geartete Körperschaden bei einem Unfall muss nicht nur in einem Polizeirapport festgehalten, sondern auch vom Arzt beurteilt werden, dies schon wegen der Haftpflicht und der Versicherungsfragen.
Die Diagnose wird nach einer körperlichen und neurologischen Untersuchung gestellt. Röntgenbilder und gegebenenfalls auch Computer-Tomographie (CT) oder Magnetresonanz-Tomographie (MRT) gestatten es, Verschiebungen von Wirbeln gegeneinander (Subluxation), Frakturen oder Schädel-Hirn-Verletzungen zu dokumentieren. Bisweilen lässt sich kein Befund erheben und die Beschwerden sind nicht objektivierbar. Das Schleudertrauma ist bei adäquatem Unfallereignis, einem schlüssigen zeitlichen Zusammenhang und entsprechenden subjektiven Symptomen dennoch anzunehmen
Es gibt keine allgemein geeignete Therapie, die Behandlungsmethode muss individuell ermittelt werden, was in Einzelfällen langwierig sein kann.