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José Limóns Werk ist Tanzgeschichte. In Bezug auf Technik und Dramaturgie sind seine Choreografien aus der Mitte des 20. Jahrhunderts wegweisend. In der Schweiz ist die sinnliche und aufregende Arbeit noch praktisch unbekannt. In der Dampfzentrale kann das Werk des Meisters nun endlich entdeckt werden.Wir zeigen drei Juwelen des gebürtigen Mexikaners:There is a Time (1956)Das Thema, dass es für alles Tun den richtigen Zeitpunkt gibt, hat Limón mit zwölf Tänzerinnen und Tänzern choreografisch sehr dicht und berührend exponiert. Rooms (1955)Eine wichtige Zeitgenossin von José Limón war die Amerikanerin Anna Sokolow. Ihr Stück «Rooms» reflektiert die städtische Isolation des Menschen. The Moor’s Pavane (1949)Limóns Choreografie zu Shakespeares Othello, ist ein Juwel der Tanzgeschichte und kaum zu überbieten an Dramatik und Sinnlichkeit, dennoch ist sie kristallklar gebaut. Ausgehend von den vier Hauptcharaktere Othello, Jago, Desdemona und Emilia entwickelte José Limón ein Drama über Eifersucht und Tod. Die Renaissancemusik von Henry Purcell gibt dem Stück enorme Dynamik und wird zum Herzschlag des Geschehens.José Limón (1908-1972) bescherte dem amerikanischen «Modern» eine der stilbildenden Tanztechniken und ein choreografisches Werk, das von tiefer Menschlichkeit geprägt ist. Der gebürtige Mexikaner gilt zusammen mit seiner Mentorin Doris Humphrey als Protagonist des zeitgenössischen Tanzes und wird im gleichen Atemzug genannt wie Martha Graham oder Merce Cunningham. José Limón ist einer der wichtigsten Pioniere des zeitgenössischen Tanzes.