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Ich habe viele Fehler in meinem Leben gemacht. Oft denke ich, ich habe sie schon alle ausprobiert, aber in Wahrheit, fast jeden Tag, kommen neue dazu.
Gelernt habe ich bis heute:
Wenn ich meine(n) Fehler nicht korrigiert habe, dann kamen weitere hinzu. Zwei Taktiken helfen mir:
Erstens, akzeptieren, dass ich einen Fehler gemacht habe. Das tut weh ist jedoch unbedingt notwendig. Und dabei mit sich ehrlich sein (auch schwer) und keine Entschuldigungen kreieren.
Zweitens, sind andere involviert, dann ist Wiedergutmachung angesagt.
„Die Fehler die wir gemacht haben, sind die Erfahrungen, die wir machen mussten, um die Fehler zu vermeiden, die wir noch machen könnten.“
(Stephan Sarek)
„Ich kenne keinen Fehler bei anderen, den ich nicht auch hätte begehen können.“
(Johann Wolfgang von Goethe)
Kommentar:
Lieben Sie Ihre Fehler.
Es erscheint widersprüchlich, seine Fehler zu lieben, und doch, nur aus Fehlern lernen wir und sammeln Erfahrungen. Übrigens, die meisten Fehler können korrigiert werden, wenn wir zu ihnen stehen und die Verantwortung übernehmen.
Oft erhalten wir eine zweite Chance. Die will erkannt sein.
Nützliche Fragen sind:
1. Warum ist es passiert?
2. Was habe ich übersehen?
3. Habe ich gehandelt, ohne über die Konsequenzen nachzudenken?
4. Wie korrigiere ich, ohne erneut einen Fehler zu machen?
Sie haben einen Fehler gemacht?
… Keine Panik – Sie sind nicht alleine!
Ok, niemand möchte Fehler machen, aber wie wir mit ihnen umgehen, hilft uns, von den Fehlern zu lernen.
Zwei wissenschaftliche Studien* untersuchten, was im Hirn passiert wenn wir Fehler machen. Die eine Studie beobachtete Studenten beim Programmieren und die andere analysierte die Entscheidungen der Ärzte bei der Medikamentenvergabe.
Beide Gruppen erhielten sofortiges Feedback, ob sie es richtig gemacht hatten und bekamen damit die Möglichkeit, das Gelernte direkt umzusetzen.
Es zeigte sich, dass es zwei typische Reaktionen bei Fehlern gibt.
Die eine ist, dass unser Gehirn den Fehler als Eingabe zum Nachdenken wahrnimmt und als ein Problem sieht, für welches eine Lösung gefunden werden soll.
Was ist passiert und warum?
Bei dieser Reaktion ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, die eigene Performance zu verbessern und von den Fehlern zu lernen.
Die zweite Reaktion ist mehr zu vergleichen mit einem Abschalten. Das Gehirn reagiert auf das negative Feedback als Bedrohung.
Um dem schlechten Gefühl aus dem Weg zu gehen, oder um nicht an sich zu zweifeln, wird entschieden, nicht über den Fehler nachzudenken, er wird verdrängt.
Interessanterweise sind solche Menschen jene, die dem positiven Feedback mehr Aufmerksamkeit schenken.
Menschen, die glauben, dass Lernen zum täglichen Brot gehört und entschieden haben, dass man tatsächlich durch Training und Wiederholung besser wird – sind aufmerksamer was ihre Fehler anbelangt.
Menschen die glauben, dass Intelligenz fixiert ist – man ist entweder gut oder nicht – beobachten ihre Fehler weniger und lernen auch weniger von ihren Fehlern.
Sie glaubten, dass Sie aufgrund ihrer Erfahrung genau wissen, was richtig ist. Wäre die Simulation real gewesen, hätte es jedoch verheerende Konsequenzen für die Patienten gehabt. Weil die Ärzte nicht aus ihren Fehlern lernten, haben die erfahrensten Doktoren am häufigsten die falschen Medikamente verschrieben.
Quintessenz der Studien:
Wenn Sie einen Fehler machen, oder kritisches Feedback erhalten, bleiben sie cool. Dies ist eine Möglichkeit zu lernen und erinnern Sie sich, die Fähigkeit Fehler zu akzeptieren (bei sich und anderen) – ist häufig die Basis für die besten Erfolge.
„Nur Ärzte können ihre Fehler begraben“
(aus China)
*Studien:
1. Moser JS, Schroder HS, Heeter C, Moran TP, Lee YH (2011). Mind your errors: Evidence for a neural mechanism linking growth mindset to adaptive post-error adjustments. Psychological Science, 2011, [Epub ahead of print]. DOI: 10.1002/mnfr.201100262
2. Downar J, Bhatt M, Montague PR (2011). Neural correlates of effective learning in experienced medical decision-makers. PLoS ONE, 6 (11): e27768. DOI: 10.1371/journal.pone.0027768.