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Son Francestg - Mon
Die Franciscus-Kirche in Mon wurde als deutliches Zeichen der Gegenreformation durch die Kapuzinermission Tiefencastel zwischen 1643 bis 1648 erbaut. Sie gilt als Hauptwerk des Baumeisters Giulio Rigaglia aus Roveredo (Misox). Die Kirche wurde am 27. Juni 1663 durch Bischof Ulrich VI. de Mont konsekriert. Mit den Jahren wurde die Kirche immer wieder reich mit bedeutenden Stücken ausgestattet. So wurde 1662 der Tabernakel vergoldet und das von Antonius Tini aus Tiefencastel geschnitzte Chorgestühl angebracht. 1712 wurde die von Abbrederis 1690 geschaffene Orgel in die Kirche von Mon gebracht und 1739 - 1740 wurde der Altar neu aufgebaut. Im Jahre 1911 zerstörte ein Blitzschlag den Turmhelm und Teile des Dachs, dieses wurde im selben Jahr in leicht veränderter Form wiederhergestellt.
Die Pfarrkirche von Mon bildet mit dem 1659 errichteten Pfarrhaus eine reizvolle Einheit.
Die Aussenansicht der Kirche besitzt keine architektonische Gliederung. Die Kirche wird durch ein Satteldach überdeckt. Über dem Portal im Westen ist die Bauinschrift von 1648 angebracht. Darüber befinden sich zwei Bildnischen mit dem Heiligen Franciscus (re) und dem Heiligen Antonius von Padua (li). Die Glockenstube mit den rundbogigen Schallfenstern betonen eine kräftige Quadermalerei, darüber steht das achteckige Obergeschoss mit Kuppel und Laterne.
Im Innern der Kirche besticht das einschiffige Langhaus durch seine ausgewogene architektonische Gliederung. Es wurde 1647 durch den Feldkircher Malermeister Johann Rudolf Sturn mit einer ganzen Reihe von bedeutenden Fresken aus dem Leben des Heiligen Franz von Assisi und einer dramatischen Schilderung des Jüngsten Gerichts dekoriert. Durch die Innenrenovation von 1915 wurden Wandgemälde von Sturn überdeckt. Diese wurden bei der erneuten Renovation von 1974-1976 wieder ans Tageslicht befördert, was der Kirche einen vom Barock inspirierten Gesamteindruck zurückgegeben hat.
Der Hochaltar von 1739 hat einen zweigeschossigen Aufbau mit seitlichen Säulenpaaren. Die reiche Ornamentierung zeigt in der Mittelnische ein Altarblatt von 1637 mit den Hl. Franciscus und Sebastian, darüber die thronende Madonna. Die Figuren zwischen den Säulen zeigen die beiden Heiligen Petrus und Paulus, auf dem Gesims sind die beiden Heiligen Antonius von Padua und Fidelis von Sigmaringen und in der Auszugsnische der Hl. Michael als Seelen-Wäger und stammen aus den Jahren 1660-1740. Die Seitenaltäre entsprechen im Aufbau, Bauzeit und Figurenverwendung ganz dem Hochaltar.
Auf der Nordseite steht in der Mittelnische eine moderne Marienfigur, umgeben von 15 Medaillons mit den Rosenkranzgeheimnissen, flankiert von den zwei Heiligen Dominikus und Katharina von Siena. Darüber steht eine Figur der Hl. Anna Selbdritt. Auf dem Altarblatt der Südseite ist der Hl. Karl Boromäus dargestellt, zu seinen Seiten stehen die beiden Heiligen Cosmas und Damian, im Auszug eine Figur des Hl. Nepumuk.
Die wertvolle Abbrederis Orgel im Chor umfasst 7 Register. Ihre im Original erhaltene Mechanik bietet das vollendete Klangbild einer historischen Orgel. Auf den ausklappbaren Flügeln finden sich die Gemälde mit Orpheus, der wilde Tiere bändigt und Apollo mit den Musen.
Die ehemalige Pfarrkirche von Mon, die den Zwillingsbrüdern St. Cosmas und Damian (beides Ärzte) geweiht ist, steht auf einer kleinen Terrasse unterhalb vom Dorf an der alten Höhenroute der linken Seite des Albulatals, die in Richtung Süden von Mutten-Stierva-Mon ins Oberhalbstein führte.
Das Patrozinium der Kirche weist auf die Frühzeit der Christianisierung in Rätien hin, als sich, nach Errichtung des Churer Bischofssitzes (vor 451), die kirchliche Organisation auf die ländlichen Gebiete ausdehnte. Die Grundrissdisposition aus Saalraum und halbrunder Apsis weist auf einen frühromanischen Bau hin. Es ist jedoch fraglich, ob es bei der im Jahr 841 erwähnten Dominikus-Kirche tatsächlich um diejenige von Mon handelt.
Im Visitationsprotokoll von 1623 ist erwähnt, dass im Jahre 1351 eine Neu-Weihe der Kirche stattgefunden habe. Am Ende des 14. Jh. wurde der Turm errichtet und im 15. Jh. erhöht. In dieser Zeit, nämlich 1440, fällt die erste Erwähnung einer Pfarrei in Mon im Urbar des Klosters Pfäfers, das bereits im 9. Jh. Reliquien der Heiligen Cosmas und Damian besass. Im Jahr 1937 wurde die Kirche umfassend renoviert. Damals wurden die Wandmalereien aus jener Epoche wieder zutage gebracht. Der ungegliederte, verputzte Kirchenbau war ursprünglich auch im Aussenbereich mit Wandmalereien geschmückt, von denen noch 1937 eine Monumentalfigur des Hl. Christophorus an der Frontseite des Turmes gut erkennbar war. Neben dem rundbogigen Tuffsteinportal erhebt sich vor der westlichen Giebelfassade ein Turm mit gemauertem Zeltdach. 1966 wurde das Schiff in traditioneller Weise mit Steinplatten neu gedeckt. Der unregelmässige rechteckige Innenraum besitzt eine Holzdecke auf Unterzügen. Die eingezogene halbkreisförmige Apsis im Osten wird durch eine Halbkugel geschlossen.
Die Wandmalereien im Kircheninnern lassen sich in zwei unterschiedliche Dekorationssysteme einordnen. Die Fragmente im Schiff zeigen Teile eines neutestamentlichen Zyklus, der in zwei von Ornaments-Bändern eingefassten Bildstreifen angeordnet war. Auf der Südseite ist die Geburt Christi mit Verkündigung an den Hirten erkennbar und auf der Nordseite der Einzug in Jerusalem, der Garten Gethsemane und die Gefangennahme Jesu abgebildet. Die Wandgemälde stammen aus der 2.Hälfte des 14. Jh. und lassen sich im Stilvergleich dem sogenannten «Rhäzünser Meister» zuordnen. Die Fresken im Chor und im südlichen Teil des Schiffes zeigen in der Apsis Darstellungen der 12 Apostel. Auf der Chorbogenwand schliessen drei Halbfiguren der Heiligen Dorothea, Katharina und Barbara an, während an der Südwand die Heiligen Florinus, Luzius und Sebastian dargestellt sind. Diese Fresken aus der 2. Hälfte des 15. Jh. werden dem lombardischen Kunstkreis zugeschrieben und beeindrucken durch ihre Farbigkeit und Plastizität.
Am 18. November 1975 wurden aus der alten Kirche in Mon die beiden wertvollen, barocken Statuen der Kirchenpatrone Hl. Cosmas und Damian gestohlen. Zudem auch sechs Kerzenständer und ein Kruzifix. Leider konnten diese wertvollen Gegenstände bis heute nicht aufgefunden werden.
Quellen: Kirchen und Kapellen an der Julierroute, Chur 1984, Levy Anton, Kirche St. Franciscus Mon, o.J., Poeschel, Kunstdenkmäler des Kt. GR, Basel 1937, Jutta Betz, Kirchen in Stierva und Mon, 1995, Dieter Matti, Alte Bilder-neu gedeutet, Bd.1, 2009