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Burmas Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi hat ihren Wahlkampf begonnen. Sie sprach am Samstag vor tausenden Zuhörern in der Ortschaft Kawhmu rund 30 Kilometer südlich ihrer Heimatstadt Rangun.
Die 66-Jährige, die in Burma jahrelang unter Hausarrest stand, tritt bei Nachwahlen am 1. April in diesem Wahlkreis an. Bei den Nachwahlen werden 48 Sitze im Parlament neu besetzt, weil die im November 2010 gewählten Abgeordneten Regierungsämter übernahmen und ihre Mandate abgeben mussten.
Suu Kyi ist in Burma populär und ihr Sieg gilt als sicher. Sie würde Oppositionsführerin im Parlament, in dem sich die einst regierende Militärjunta per Verfassung 25 Prozent der Sitze gesichert hat. Das asiatische Land hat erst seit März 2011 eine auf dem Papier zivile Regierung.
Mönch Gambira frei
Nach Protesten der USA liessen die burmesischen Behörden einen der bekanntesten Dissidenten des Landes wieder frei. Der Mönch Gambira sei nach einem Verhör wieder in sein Kloster nach Rangun zurückgekehrt, bestätigte Kloster-Vorsteher Einda Ka am Samstag.
Nach seinen Angaben hatte die Klosterführung Gambira vor seiner Freilassung ins Gewissen geredet. Auch die Behörden bestätigten Gambiras Freilassung. Laut einem Behördenvertreter wurde dem Mönch vorgeworfen, sich zu drei Klöstern gewaltsam Zutritt verschafft zu haben, die während des Mönchsaufstands im Jahr 2007 geschlossen worden waren.
Gambira soll seit seiner Freilassung im Januar eine Kampagne zur Wiedereröffnung dieser Klöstern geführt haben. Nach offiziellen Angaben wurde er zu seinen Aktivitäten vernommen. Seine Festnahme wurde damit begründet, dass Gambira sich geweigert habe, Vorladungen des Ministeriums für Religionsangelegenheiten Folge zu leisten.
Anführer des Aufstandes von 2007
Gambira war einer der Anführer des Mönchsaufstands, dem sich zeitweise bis zu 100'000 Menschen in Rangun angeschlossen hatten, bevor die Militärführung des Landes die Proteste blutig niederschlagen liess. Mindestens 30 Menschen starben damals.
Gambira wurde festgenommen und zu 68 Jahren Haft verurteilt. Er wurde im Januar zusammen mit mehr als 300 anderen teils prominenten Aktivisten freigelassen. Damit erfüllte die Regierung eine der Hauptforderungen westlicher Länder, die über eine Aufhebung der Sanktionen gegen die einstige Militärdiktatur nachdenken.