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Adela – ein immenser Bildungshunger
Adela stammt aus dem Kosovo. Das Mädchen ist fünf Jahre alt, als seine Familie im Rahmen eines Asylgesuchs eine Aufenthaltsbewilligung in Deutschland erhält und sich in Berlin niederlässt.
Das Leben nimmt seinen Lauf. Als Adela 16 Jahre alt ist, beschliessen die Eltern, mit der ganzen Familie nach Kosovo zurückzukehren. Für die Jugendliche folgt eine schwierige Zeit; sie spricht nur gebrochen Albanisch, fühlt sich ihrer Heimat entrissen. Ihre Freunde sind in Deutschland zurückgeblieben, dort ist sie zu Hause.
Zwangsheirat in der Schweiz
Aber Adelas Wille ist nicht gebrochen: Getrieben von der Hoffnung, später studieren zu dürfen, lernt sie unermüdlich, arbeitet ununterbrochen und schliesst mit Erfolg die Mittelschule ab.
Aber die Eltern haben andere Pläne für ihre Tochter. Adela soll heiraten. Der zukünftige Ehemann ist ein in der Schweiz lebender Kosovare. Nach ihrer Zwangsheirat beginnt für die nun zwanzigjährige Adela der Ehealltag in der Schweiz, sehr bald schon geprägt von häuslicher Gewalt.
Als die junge Frau einige Monate später aus der ehelichen Wohnung auszieht, wird ihre Aufenthaltsbewilligung nicht verlängert. Dies hat zur Folge, dass sie in der Schweiz weder arbeiten noch studieren darf. Ende 2010 fällt der Entscheid des Bundesgerichts: Adela muss die Schweiz verlassen, obwohl gegen ihren Ex-Mann noch immer ein Strafverfahren wegen häuslicher Gewalt im Gang ist.
Eine neue Zukunft in Deutschland
Was soll die junge Frau nun tun? Eine Rückkehr in den Kosovo ist aufgrund ihrer Situation und ihrer persönlichen Geschichte nicht möglich – eine Gefährdung durch die Familie ihres Ex-Mannes kann nämlich nicht ausgeschlossen werden. Ausserdem spricht die junge Frau besser Deutsch als Albanisch.
So beschliesst der SSI, Adela finanziell zu unterstützen, damit sie in Deutschland studieren kann. Nach einem Vorbereitungsjahr an der Universität plant die junge Frau nun, demnächst ein Studium der Rechtswissenschaften zu beginnen.