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Doktoratsstudium
Das Ziel und die Funktion des Doktorats ist der Erwerb wissenschaftlicher Kompetenzen und der Aufbau von methodischen Kenntnissen. Die Promotionsordnung der Fakultät für Psychologie regelt verbindlich die Zulassungsbedingungen, die Bestandteile und den formalen Ablauf des Doktoratsstudium, welche auf dieser Website ergänzend erläutert werden. Für die Anmeldung zum Doktoratsstudium gilt eine Immatrikulationspflicht. Die Universität Basel stellt verschiedene Unterstützungsangebote (Beratung, Fortbildung, Finanzierung) zur Verfügung.
Bestandteile des Doktoratsstudium
Das Doktoratsstudium besteht aus Dissertation, Promotionsverfahren mit Doktoratsexamen, Bildungsangeboten und – sofern dies mit der Zulassung als Auflage verfügt wurde – dem Kolloquium und wird von verschiedenen Steuerungsinstrumenten begleitet und bei der Diplomfeier festlich abgeschlossen. Das Wichtigste im Überblick findet sich hier.
Dissertation
Die Dissertation ist eine eigenständige Forschungsarbeit und muss die Fähigkeit der Doktorierenden zu selbständiger wissenschaftlicher Arbeit nachweisen und den wissenschaftlichen Anforderungen des Faches genügen. Als Dissertation kann entweder eine kumulative Dissertation oder eine Monographie vorgelegt werden. Eine kumulative Dissertation umfasst mindestens einen peer reviewed-publizierten oder zur Veröffentlichung akzeptierten Beitrag, bei dem die Doktorandin bzw. der Doktorand Erstautorin beziehungsweise Erstautor ist, mindestens zwei weitere zur Veröffentlichung eingereichte oder akzeptierte beziehungsweise publizierte Beiträge in einer peer reviewed Fachzeitschrift, bei denen die Doktorandin beziehungsweise der Doktorand Erstautorin beziehungsweise Erstautor oder Koautorin beziehungsweise Koautor ist sowie eine 10- bis 20-seitige Synopse, welche die Forschungsresultate in eine kohärente Forschungsstrategie und -frage integriert und aus der die Eigenleistung der beziehungsweise des Doktorierenden klar ersichtlich ist. Das Format der Dissertation ist bis auf das Deckblatt und die Erklärung zur wissenschaftlichen Lauterkeit nicht vorgegeben und wird mit den Erstbetreuenden festgelegt.
Promotionsverfahren und Doktoratsexamen
Nach Fertigstellung der Dissertation und der Erfüllung der Anforderungen aus dem Bildungsangebot (s.u.) sowie allfälliger weiterer Auflagen reichen Doktorierende den Antrag auf Einleitung des Promotionsverfahrens mit der Dissertation in dreifacher Ausführung im Studiendekanat ein. Das Studiendekanat leitet die Dissertation dann an das PhD Committee weiter, deren Mitglieder dann je ein unabhängiges Gutachten verfassen, die Dissertation mit einer Note zu versehen und die Gutachten zusammen mit einer Empfehlung der Annahme oder Ablehnung innert drei Monaten an das Studiendekanat senden. Es müssen mindestens zwei Gutachten vorliegen, wobei je ein Gutachten von der Erstbetreuerin/dem Erstbetreuer und von der Zweitbetreuerin/dem Zweitbetreuer sein müssen. Sobald zwei Gutachten dem Studiendekanat vorliegen, leitet das Studiendekanat die Gutachten an den Promotionsausschuss zur definitiven Annahme oder Ablehnung der Dissertation weiter. Die Dissertation und die Gutachten werden spätestens zwei Wochen vor dem Doktoratsexamen für die Mitglieder der Fakultätsversammlung zur vertraulichen Einsicht im Dekanat aufgelegt. Der Kandidatin/dem Kandidaten werden die Gutachten spätestens zwei Wochen vor dem Doktoratsexamen zugänglich gemacht. Nach Erhalt des Entscheides des Promotionsausschusses betreffend die definitive Annahme der Dissertation, fordert das Studiendekanat die Kandidatin/den Kandidaten auf, den Nachweis der Erfüllung allfälliger Auflagen bei der Zulassung und die während des Doktorats erworbene Kreditpunkte mit der Leistungsübersicht gemäss Doktoratsvereinbarung einzureichen. Nach deren Erhalt legt das Studiendekanat in Zusammenarbeit mit der Kandidatin/dem Kandidaten den Termin für das öffentliche Doktoratsexamen fest. Prüfende des Doktoratsexamens sind die Mitglieder des PhD Committees. Den Vorsitz führt ein vom Promotionsausschuss bestimmtes Fakultätsmitglied, welches nicht dem PhD Committee angehört. Das Doktoratsexamen ist eine mündliche Prüfung von mindestens 60 Minuten und maximal 90 Minuten. Es beginnt mit einem 30-minütigen Vortrag der Kandidatin/des Kandidaten. Anschliessend findet eine wissenschaftliche Aussprache von mindestens 30 Minuten statt. Die Mitglieder des PhD Committees vergeben zum Ende der Aussprache eine gemeinsame Note, welche auf der Bestätigung über das abgelegte Doktoratsexamen eingetragen wird. Die Abschlussnote zur Ermittlung des Prädikats errechnet sich zu einem Drittel aus der Note des Doktoratsexamens und zu zwei Dritteln aus der Note der Dissertation. Nach dem erfolgreich bestandenen Doktoratsexamen wird das Gelöbnis vollzogen und eine Bestätigung über das abgelegte Doktoratsexamen ausgehändigt. Danach kann die/der Promovierte den Titel "Dr. phil. des." tragen. Nach der Doktoratsexamen müssen drei Exemplare der Dissertation bei der Universitätsbibliothek gemäss Bestimmungen der Universitätsbibliothek und mit dem für die Dissertationsschrift vorgesehene Deckblatt eingereicht werden. Die Promotionsurkunde soll innerhalb von sechs Wochen nach Erhalt der Bestätigung der UB betreffend Erfüllung der Veröffentlichkeitspflicht ausgehändigt werden. Sie berechtigt zum Führen des akademischen Grades "Dr. phil".
Bildungsangebote
Die Doktorierenden sind selber verantwortlich das im Rahmen des Doktorats vorgegebene Bildungsangebot von mindestens 12 ECTS zu absolvieren. Die notwendigen ECTS können aus folgenden drei Bereichen (I bis III) erbracht werden, wobei obligatorisch mindestens zwei Drittel in den Bereichen 1 und 2 erbracht werden:
- Externe wissenschaftliche Lehrveranstaltungen zum Dissertationsthema
- Interne wissenschaftliche Lehrveranstaltungen zum Dissertationsthema
- Didaktik und sonstige Fortbildung
Zu den Bereichen 1 und 2 werden Veranstaltungen auf Doktoratsebene mit Bezug zum Dissertationsthema an der Fakultät für Psychologie oder anderen Universitäten gezählt. Besuche von Summer Schools werden entsprechend den von den Summer Schools vergebenen Kreditpunkten angerechnet. Weitere Veranstaltungen auf Doktoratsebene werden mit den entsprechenden Kreditpunkten angerechnet, sofern sie im Vorlesungsverzeichnis der Universität Basel erwähnt sind. Die Leistungsüberprüfung erfolgt aufgrund der dort bekannt gegebenen Kriterien. Betreffend den Besuch von internen wissenschafltichen Lehrveranstaltungen sollte darauf geachtet werden, dass Doktoratsveranstaltungen besucht werden. Unter gewissen Umständen kann es Sinn machen, dass auch Veranstaltungen aus dem Bachelor oder dem Masterstudium besucht werden. Die Anrechnung dieser Veranstaltungen sollte jedoch eine Ausnahme darstellen und muss vorgängig mit der Erstbetreuerin/dem Erstbetreuer abgesprochen werden. ECTS, welche bereits während dem Bachelor- beziehungsweise Masterstudium erworben worden sind, können nicht für das Doktorat angerechnet werden. Erworbene ECTS ausserhalb der Universität Basel können angerechnet werden, sofern sie die erforderlichen Kriterien für das Bildungsangebot auf Doktoratsstufe erfüllen. Bevor solche Veranstaltungen belegt werden, sollte die Anrechnung durch die Erstbetreuerin/den Erstbetreuer sicherstellt werden. Die Veranstaltungen müssen per Learning Contract vereinbart werden. Externe wissenschaftliche Lehrveranstaltungen umfassen typischerweise Beiträge an internationalen Fachkonferenzen. Kongressbesuche mit eigenem Beitrag können mit 2 ECTS angerechnet werden. Die Doktorierenden sind angehalten, Forschungsvorträge der Fakultät für Psychologie regelmässig zu besuchen, auch wenn diese keinen unmittelbaren Bezug zum Dissertationsthema aufweisen. Weitere ausgewählte Veranstaltungen und Kurse können im Bildungsangebot angerechnet werden, sofern sie die Kriterien erfüllen. Hierzu gehören beispielsweise die Veranstaltungen, welche in anderen Doktoratsprogrammen an Schweizer Universitäten angeboten werden. Die bestandenen Veranstaltungen werden mit der ihnen jeweils zugeordneten Anzahl an Kreditpunkten angerechnet. Über die Anrechenbarkeit von Leistungen an das Doktoratsstudium entscheidet die Erstbetreuerin/der Erstbetreuer. Die Anrechenbarkeit wird per Learning Contract festgehalten. Für alle Doktorierenden an der Fakultät für Psychologie besteht während des gesamten Doktorats an der Universität Basel eine Immatrikulationspflicht. Die Doktorandin bzw. der Doktorand hat sich zum nächstmöglichen Termin für das Doktorat einzuschreiben.
Kolloquium
Die Zulassung zum Doktoratsstudium erfordert einen Master of Science in Psychology der Universität Basel. Andere Studienabschlüsse der Universität Basel oder einer von der Universität Basel anerkannten Hochschule können vom Promotionsausschuss als ganz oder teilweise äquivalent anerkannt werden. Bei einer teilweisen Äquivalenz erfolgt die Zulassung mit Auflagen von maximal 24 ECTS. Auflagen können entweder einzelne Lehrveranstaltungen aus dem Masterstudium oder das Kolloquium umfassen. Das Kolloquium ist eine mündliche Prüfung von einer Stunde Dauer, durch welche Kenntnisse der Psychologie bezogen auf das spezifische Dissertationsprojekt nachzuweisen sind. Es wird von zwei Angehörigen der Gruppierung I an der Fakultät für Psychologie unter dem Vorsitz einer beziehungsweise eines von der Fakultätsversammlung gewählten Vorsitzenden abgenommen und wird entweder als bestanden oder nicht bestanden bewertet. Wird das Kolloquium als nicht bestanden bewertet, kann es frühestens nach drei Monaten einmal wiederholt werden. Daher gilt es den ersten Termin für das Kolloquium auf spätestens Anfang neunter Monat nach der Zulassung zu planen, damit es innerhalb der Frist von einem Jahr gegebenenfalls wiederholt werden kann. Ein zweites Nichtbestehen des Kolloquiums oder eine Überschreitung der Frist führt zur Auflösung des Betreuungsverhältnisses und zur Beendigung der Doktoratsausbildung.
Steuerungsinstrumente
- Der Promotionsausschuss ist das leitende Gremium des Doktoratsstudiums und überwacht den Inhalt und den Ablauf der Doktoratsausbildung an der Fakultät für Psychologie. Der Promotionsausschuss besteht aus drei Mitgliedern der Gruppierung I der Fakultät für Psychologie (Studiendekanin beziehungsweise Studiendekan, Forschungsdekanin beziehungsweise Forschungsdekan, sowie ein weiteres Fakultätsmitglied aus Gruppierung I) .
- Das PhD Committee konstituiert sich aus den Betreuern bzw. Betreuerinnen der jeweiligen Doktorierenden. Auf Antrag der Erstbetreuerin beziehungsweise des Erstbetreuers und der Doktorandin beziehungsweise des Doktorands bestimmt der Promotionsausschuss die Zusammensetzung des PhD Committee. Weitere Angaben zur Zusammensetzung des PhD Committees finden sich in der Promotionsordnung der Fakultät für Psychologie. Das PhD Committee betreut und begleitet die Durchführung der Dissertation.
- Zwischen den Doktorierenden und der Erstbetreuerin/dem Erstbetreuer oder dem PhD Committee wird eine Doktoratsvereinbarung innerhalb des ersten Semesters nach Aufnahme des Doktorats abgeschlossen. Die Doktoratsvereinbarung umfasst ein Konzept und Zeitplan zur Dissertation, allfällige Auflagen, die Rahmenbedingungen sowie die geplante Wahrnehmung des Bildungsangebotes (Anzahl Kreditpunkte) als individuellen Studienplan. Ferner werden regelmässige Treffen empfohlen, in welchen explizit der Fortschritt des Doktorats gemäss der Doktoratsvereinbarung besprochen wird. Falls sich in diesem Prozess wesentliche Änderungen ergeben, ist die Doktoratsvereinbarung zu aktualisieren.
Diplom und Diplomfeier
Bei erfolgreicher Promotion erhalten die Studierenden an der Diplomfeier von der Dekanin und dem Studiendekan eine Promotionsurkunde, aus welcher der absolvierte Studiengang sowie die Abschlussnote hervorgehen. Die Diplomfeier findet jeweils im Herbst in der Pauluskirche statt und bedarf einer Anmeldung (Link funktioniert nur mit VPN). Diplome des jeweiligen Frühjahrssemester werden während der Feier direkt übergeben, Studierende, die im Herbstsemester abgeschlossen haben, erhalten ihre Diplome vorgängig per Post.