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Männer nutzen Kondome vorwiegend dazu, um sich vor Krankheiten wie z. B. HIV zu schützen. In festen Partnerschaften wird das Thema Empfängnisverhütung hingegen meist der Frau überlassen. Bringen sich hier die Männer doch einmal ein, dann meist, indem sie sich sterilisieren lassen, sich also die Samenleiter durchtrennen lassen (Vasektomie).
Doch gibt es in vielen Ländern auch für den Mann pflanzliche Verhütungsmittel – und zwar noch heute. Dabei kommen vor allem Pflanzen zum Einsatz, die eine vorübergehende Unfruchtbarkeit bewirken, wie zum Beispiel der Niembaum (Azadirachta indica).
In Indien gilt der Niembaum schon seit Jahrtausenden als Wunderbaum und wird gegen alle möglichen Beschwerden eingesetzt. Die Samen, die Blätter und das Niemöl werden noch heute sowohl von Frauen als auch von Männern zur Verhütung angewandt. Demzufolge wurde eine Studie mit 20 Angestellten der indischen Armee und ihren Frauen durchgeführt, um das Niemöl auf seine empfängnisverhütende Wirkung hin zu untersuchen. Die Männer nahmen täglich Niemöl in Gelatinekapseln ein.
Die Untersuchungen ergaben, dass die verhütende Wirkung nach sechs Wochen einsetzte und die gesamte Versuchszeit über anhielt. Der Effekt liess erst sechs Wochen nach der letzten Einnahme nach.
Das Niemöl kann die Beweglichkeit der Spermien einschränken und ihre Ausreifung hemmen. Wird das Verhütungsmittel wieder abgesetzt, setzt die Samenproduktion wieder in vollem Umfang ein. Weder hatten die Männer mit Nebenwirkungen wie z. B. Libidoverlust oder Impotenz zu kämpfen, noch kam es zu einer Schwangerschaft bei der Frau. Daraufhin wurde ein Verhütungsmittel auf Basis von Niemöl mit dem Namen "Sensal" auf den indischen Markt gebracht.
Weitere pflanzliche Verhütungsmittel für den Mann sind z. B. die Samen der Baumwollpflanze, die Ackerminze, Kurkuma oder Papayakerne, deren Sicherheit jedoch nicht wissenschaftlich überprüft wurde.
Die Wirkmechanismen der pflanzlichen Verhütungsmittel ist ganz unterschiedlich und hängt von der jeweiligen Pflanze ab. Manche Pflanzen können die Samen abtöten, andere sie daran hindern, die Eizelle zu erreichen. Dann gibt es Pflanzen, welche die Einnistung des Eis nicht zulassen. Und wieder andere können – wenn vom Mann eingenommen – die Spermienproduktion reduzieren, ja sie sogar verhindern.