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Am vergangenen Montag wurde der vierte UN-Weltwasserbericht durch Irina Bokowa, die Generaldirektorin der Wissenschafts- und Kulturorganisation der Vereinten Nationen (Unesco), vorgestellt. Der Bericht, der alle drei Jahre veröffentlicht wird, bildete den Auftakt des sechsten Weltwasserforums in Marseille, das vom Weltwasserrat organisiert wird – einem Zusammenschluss aus privaten Unternehmen der Wasserbranche, internationalen GeldgeberInnen und Regierungsorganisationen.
«Der Bedarf an Wasser nimmt zur gleichen Zeit zu, wie Gletscherschmelzen, Überschwemmungen und Dürren als Folgen des Klimawandels diese Ressource bedrohen dürften», heisst es im Bericht. Auch aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung und eines entsprechend erhöhten Bedarfs an Nahrung und Energie würden die weltweiten Wasserreserven knapp, stellten die AutorInnen des Berichts fest. Bis 2070 werde die Wasserknappheit auch in Mittel- und Südeuropa stärker zu spüren sein.
Seit seiner Gründung 1996 setzt sich der Weltwasserrat für die Privatisierung des Wassersektors ein – mit dem Versprechen von weniger Bürokratie, Korruption und Klientelismus sowie der Anbindung entlegener Regionen an die Wasserversorgung. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. So wurden in Bolivien nach der Privatisierung der Wasserversorgung die Preise massiv erhöht, während die Infrastruktur nicht ausgebaut wurde. Proteste der Bevölkerung löste die Regierung gewaltsam auf. Auch Bokowa sieht dieses Problem: «Wenn wir heute scheitern, Wasser zu einem Instrument des Friedens zu machen, könnte es morgen zu einer Hauptquelle von Konflikten werden.»
Alice Rombach