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Die italienische Vigezzina und die schweizerische Centovallina bilden zusammen eine internationale Bahnverbindung mit sogar überregionaler Bedeutung. So ist die Strecke über Domodossola und Locarno die kürzeste Verbindung vom Wallis ins Tessin. Bis zur Eröffnung des Furka-Basistunnels der FO war sie im Winter sogar die einzig sinnvolle Verbindung.
Wegen der engen Verbindung der beiden Bahngesellschaften werden sie hier gemeinsam beschrieben.
Schon früh setzten sich Lokalpolitiker für Bahnverbindungen in die Täler des Tessin ein. Eine dieser ersten Bahnen war die leider in der 60er Jahren eingestellte Strecke ins Maggia-Tal. Obwohl auch schon Planungen in den beiden Nachbarländern für eine Verbindung von Domodossola in der italienischen Provinz Novarra nach Locarno im schweizerischen Tessin bestanden, sollte es noch fast ein viertel Jahrhundert bis zur Vollendung der Bahnstrecke dauern.
Beide Bahnen waren in ihrer Vorgeschichte und auch später im Betrieb immer wieder von Finanznöten geplagt. Besonders der italienische Teil drohte deshalb zeitweise zu verwahrlosen. Immer wieder mußte hier auch die Schweizer Seite mit Finanzspritzen eingreifen. Erst in den letzten etwa 10 Jahren hat sich die Lage durch eine Gesetzesänderung in Italien, die eine bessere staatliche Unterstützung der kleineren Bahnen gestattet, wesentlich geändert.
Die größte Katastrophe, die die Bahn in ihrer Geschichte durchmachen mußte war das verherende Unwetter vom 7. August 1978. Hier wurde in einer Nacht der italienische Streckenteil an einigen Stellen völlig weggespült, vier Brücken wurden so schwer beschädigt, daß sie neu gebaut werden mußten. Insgesamt dauerte es trotz großzügiger finanzieller Hilfen innsgesamt über zwei Jahre bis die gesamte Strecke wieder durchgehend befahrbar war.
Von Anbeginn an beschafften die beiden Bahnen ihr Rollmaterial gemeinsam und führten auch bis heute ein gemeinsames Nummernschema. Auch heute sind noch einige der acht ABFe 4/4 11-18 (heute ABDe 4/4) aus der Anfangszeit als Dienstwagen oder für nostalgische Sonderfahrten in Einsatz. Auch wurden immer wieder Fahrzeuge getauscht (meist in Richtung Italien).
Kurzzeitig kamen auch Dampflokomotiven zum Einsatz, so während des Bahnbaues zwei B-Kuppler für 750 mm bzw. 1 m-Spur. Ebenso dienten die zwei von der Rhätischen Bahn stammenden G 3/4 7 "Chur" und 8 "Thusis" als Aushilfe während der Umelektrifikation der Strecke Locarno - Ponte Brolla.
Im Jahre 1959 kamen die ersten modernen Fahrzeuge mit den vier ABe 8/8 21-24, die heute alle in Besitz der SSIF sind.
Eine kürzere Variante davon kam 1963 als ABDe 6/6 31-32 zur FART. Aus der gleichen Serie übernahm die SSIF 1979 die drei Be 4/6 10-12 der FLP und baute sie zu den ABe 6/6 33-35 um.
Im Jahre 1961 wurde in Domodossola der unterirdische Bahnhof mit zwei Gleisen und direktem Zugang zun Bahnhof der FS in Betrieb genomen und die alte Endstation for dem Bahnhofsgebäude aufgelassen.
1978 beschafften die FART zusammen mit der FLP und SZB/VBW (heute RBS) zwei (gegenüber der Orginalversion verkürzte) Be 4/8 41-42, die inzwischen aber an die FLP abgegeben wurden.
Die aktuellsten Fahrzeuge sind die Be 4/6 51-56, Ae 4/6 57 (FART) bzw. Be 4/6 61-64 (SSIF).
Neben den durchgehenden Zügen mit hauptsächlich touristischer Bedeutung gibt es auch Regionalzüge auf den Teilstrecken Locarno - Camedo bzw. Domodossola - Re oder Olgia.