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Das sinnlose Einreiseverbot
Etwas mehr als 200 Jahre schottete sich Japan in der Edo-Zeit von der Aussenwelt ab. Es handelte sich um ein striktes Ein- und Ausreiseverbot. Eine Ausnahme bildete der kontrollierte Handel mit China und Korea. Die streng bewachte, aufgeschüttete Insel Dejima wurde zur Heimat der Niederländer, die als einzige Westler in Japan Güter verkaufen durften (Asienspiegel berichtete). Das Ende dieser einzigartigen Periode kam, als US-Flottenadmiral Matthew Perry im Jahr 1853 mit seinen «Schwarzen Schiffen» die Öffnung des Landes erzwang.
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Mit dem Begriff Sakoku – die Abschliessung des Landes – wird diese Periode der Geschichte auf Japanisch beschrieben. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie erlebt diese Mentalität ein Revival. Kritische Stimmen in den sozialen Medien sprechen inzwischen von Reiwa-Sakoku, die Abschottung des Inselstaates in der heutigen Reiwa-Ära.
Kritik am Einreiseverbot
Die Kritik aus der Wirtschaft wird zunehmend lauter (Asienspiegel berichtete). Auch Masakazu Tokura, Vorsitzender des Wirtschaftsdachverbandes Keidanren, stellt dieses strikte Einreiseverbot infrage. Jetzt, da sich die Omikron-Variante auch im Inland ungehindert ausbreite, ergebe es keinen Sinn, diese Massnahmen fortzusetzen, sagte er an einer Pressekonferenz am 24. Januar 2022. Es sei zwar wichtig, Eindämmungsmassnahmen zu ergreifen, die Einreise zu verbieten, sei jedoch nicht realistisch, wie er Tokura weiter sagte. Bezüglich eines Lösungsansatzes verwies er auf Israel, das von einer Abschottung zu einer Politik des Impfnachweises für Einreisen von Ausländern übergegangen ist.
Die 1946 gegründete Keidanren wird als eine der einflussreichsten Organisationen im Land angesehen. In den vergangenen Monaten hat sie wiederholt das Vorgehen der Regierung kritisiert und Anpassungen gefordert, wie die Ausstellung eines digitalen Covid-Zertifikats, das auch im Inland angewendet werden soll, oder die Kürzung der Quarantänezeit (Asienspiegel berichtete).
Über 350’000 Menschen im Wartemodus
Das Einreiseverbot, das Ende November 2021 aufgrund der Omikron-Variante, zusätzlich verschärft wurde (Asienspiegel berichtete), hat dazu geführt, dass Austauschstudenten, technische Praktikanten und Expats, die eine neue Stelle in Japan antreten möchten, seit Monaten auf die Einreise warten, manche sogar seit über einem Jahr. Im Herbst 2021 schätzte die Nikkei Shimbun, dass rund 370’000 Menschen in diesem Wartemodus verharren, wovon 150’000 Austauschstudenten sind.
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