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2013 in das Weltdokumentenerbe-Register aufgenommen
Der passionierte Visionär Claude Nobs (1936–2013) hat das Montreux Jazz Festival 1967 gegründet. Dank seiner bemerkenswerten Gastfreundschaft verfügten die Künstler über hervorragende Arbeitsbedingungen und Freiheiten, die ihnen erlaubten, auf der Bühne Aussergewöhnliches zu vollbringen. Nobs war nicht nur Sammler, sondern auch Pionier, und so beschloss er, jedes Konzert mit der neusten audiovisuellen Technik aufzuzeichnen; bereits 1991 experimentierte er mit High Definition. Er überzeugte zahlreiche Interpreten, darunter Marvin Gaye, ihr erstes und einziges Konzert in Montreux aufzunehmen.
Auf diese Weise entstand ein Fundus von mehr als 5000 Stunden Konzertmitschnitten, die einen wesentlichen Teil der Musikgeschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ausmachen.
Diese weltweit einzigartige Sammlung enthält Konzerte von David Bowie, James Brown, Ray Charles, Miles Davis, Ella Fitzgerald, Aretha Franklin, BB King, Prince, Nina Simone und vielen anderen. Quincy Jones hält sie für das wichtigste Zeugnis der Geschichte des Jazz, des Blues und des Rock.
Sie war die erste audiovisuelle Sammlung, die von der UNESCO in das Weltdokumentenerbe-Register aufgenommen wurde (2013).
Heute sieht es die Fondation Claude Nobs in Zusammenarbeit mit dem Metamedia Center der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) als ihre Aufgabe, dieses unschätzbare Erbe für künftige Generationen zu erhalten und zu erschliessen.
Ziel mehrerer Forschungsarbeiten im Rahmen des Montreux Jazz Digital Project ist es, die audiovisuelle Sammlung des Montreux Jazz Festival möglichst vielen Menschen für pädagogische, wissenschaftliche und kulturelle Zwecke zugänglich zu machen.
Zitat: «Dieses Material ist die bedeutendste Videothek zeitgenössischer Live-Musik von den 1960er-Jahren bis heute. Das Archiv ist umfangreicher als das der BBC oder die Archive in den Vereinigten Staaten, Frankreich oder Deutschland.»
Claude Nobs (1936–2013)