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Nachtrag: Kältesumme Winter 2016/17
Kaum gibt es die ersten Minusgrade im Winter, ist bereits wieder die Frage zu hören: gibt es eine Seegfrörni, gefriert auch der Zürichsee ein? Eine Masszahl dafür ist die Kältesumme.
Dank einigen Temperatur-Messstationen an den grösseren Zürcher Seen lässt sich die Entwicklung der Kältesumme im Kanton Zürich verfolgen, nämlich für Seegräben (leicht über dem Pfäffikersee), Uster (am Greifensee) und Mythenquai (Stadt Zürich, am Zürichsee).
1.4.2013: „buchhalterischer“ Winterabschluss nach Kältesummen: an Zürichsee und Greifensee sehr milder Winter, am Pfäffikersee normaler Winter!
Stand 9.3.2013: Auf dem Pfäffikersee (siehe Retti-Webcam spiegelt sich wieder der Himmel, nachdem noch gestern eine fast geschlossene Eisdecke zu sehen war. Der Winter 2012/13 ist – sicher aus Seegfrörni-Sicht – vorbei!
Nach Wikipedia-Definition war der Winter am Greifen- und Zürichsee sehr mild (Kältesumme tiefer als 100 K), am Pfäffikersee mit etwas über 100 K Kältesumme führt diese Festlegung zur Aussage „normaler Winter“. Auffällig am Winter 2012/13 waren beispielsweise in Zürich viele graue Tage mit Temperaturen um Null Grad Celsius – dies hat die Winterwahrnehmung sicher beeinflusst.
Stand 24.2.2013: Am Pfäffikersee ist die für eine Seegfrörni erforderliche Kältesumme erreicht. Die Retti-Webcam am Pfäffikersee zeigt neben viel Eis immer noch grosse Wasserflächen – die Eisfläche ist nicht begehbar. Da der Winter 2012/13 immer wieder sehr warme Phasen aufweist, enthält die Grafik – wie bereits im Winter 10/11 – im Sinne einer These eine modifizierte Kältesumme: bei Tagesmitteltemperaturen über 4 °C wird die Kältesumme um den 4 °C übersteigenden Temperaturwert vermindert (als dünner Kurvenverlauf eingetragen). Diese modifizierte Kältesumme erreicht die Seegfrörni-Schwelle derzeit nicht.
Stand 15.2.2013: Am Pfäffikersee sind rund 90 % der für eine Seegfrörni erforderlichen Kältesumme erreicht. Die Retti-Webcam am Pfäffikersee zeigt seit einigen Tagen wieder Eis auf dem See – die relativ hohen Temperaturen haben am heutigen Tag den Schnee auf dem Eis in Pflotsch verwandelt. Zudem dürften sich in den nächsten Tagen die Tagesmitteltemperaturen um den Nullpunkt bewegen, das heisst, die Kältesumme nimmt nicht mehr wesentlich zu. Auch bei der Kantonspolizei wird die Eisbildung kaum mehr beobachtet – heute ist immer noch das Eisbulletin vom 22. Januar 2013 zu finden – obwohl es auf der Internet-Seite der Kapo heisst: Das Eisbulletin des Kantons Zürich wird jeden Dienstag und Freitag aktualisiert. Mit andern Worten: die Kapo ist mit etwa 7 Aktualisierungen im Verzug …
Der Greifensee mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit und der Zürichsee ohne jeden Zweifel werden in den restlichen Wintertagen des Winter 2012/13 den Seegfrörnistatus nicht erreichen!
Stand 7.2.2013: Die Kältesummen sind nicht angestiegen in den letzten 10 Tagen – der Wochenklimaausblick auf die übernächste Woche zeigt – für die Jahreszeit – eher tiefe Temperaturen. Bei Greifen- und Zürichsee würde es extreme, derzeit nicht erkennbare Kälteperioden für eine Seegfrörni brauchen – beim Pfäffikersee werden die nächsten Tage über den weiteren Verlauf entscheiden, da reicht Abwarten und Teetrinken (zur Gesundheitsvorsorge im Hinblick auf allfälliges Seegfrörni-Wetter).
Stand 27.1.2013: Nochmals eine Woche mit kühlen bis kalten Temperaturen – die Kältesumme beim Pfäffikersee ist etwas langsamer als in der vorangehenden Woche angestiegen und erreicht 2/3 des erforderlichen Wertes für eine Seegfrörni. Die Retti-Webcam am Pfäffikersee hat vom 23. bis 26.1.2013 im Uferbereich Eisflächen gezeigt.
10 bis 14 Tage mit ähnlichem Wetter wären erforderlich, um diesen Status zu erreichen. Die Wetterprognose für die nächsten Tage zeigt allerdings auch am Pfäffikersee Temperaturen bis zu 10 ° Celsius – eine Erhöhung der Kältesumme ist also nicht zu erwarten in den nächsten Tagen. Bei Greifen- und Zürichsee hat sich in dieser Woche die Zunahme der Kältesumme wieder abgeflacht. Auch der Wochenklimaausblick auf die übernächste Woche zeigt eine starke Tendenz zu milden, eher warmen Temperaturen.
Als Rückblick auf den Winter 2011/12: vor bald einem Jahr hat eine kräftige zweiwöchige Kälteperiode im Februar 2012 gereicht, um auf dem Pfäffiker- und Greifensee begehbare Eisflächen entstehen zu lassen.
Stand 20.1.2013: Sechs Tage mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt lassen die Kältesumme beim Pfäffikersee auf die Hälfte des Seegfrörni-Wertes steigen – es brauchte noch 15 Tage mit gleichen Verhältnissen, bis der Pfäffikersee gefriert. Bei den beiden anderen Seen stieg die Kältesumme in den letzten 5 Tagen an. Beim Greifensee wären 39 Tage, beim Zürichsee 129 Tage mit gleichen meteorologischen Verhältnissen erforderlich, um den Seegfrörni-Status zu erreichen.
Stand 13.1.2013: Keine oder eine kaum sichtbare Veränderung der Kältesumme, auch wenn der Wetterbericht für die nächste Woche einige Tage mit tiefen Temperaturen erwarten lässt. In den Gärten im Zürcher Friesenberg sind die ersten Triebe der Schneeglöckchen zu sehen:
Stand Anfang 2013: Nach zwei kalten Wochen Anfang Dezember 2012 lagen in den darauffolgenden drei Wochen die durchschnittlichen Tagestemperaturen immer über Null. Trotzdem liegen die aktuell registrierten Kältesummen über jenen zu gleichen Zeitpunkt im Vorjahr: eine kurze, aber heftige Kälteperiode hat im Februar 2012 zur Seegfrörni am Pfäffikersee und am Greifensee geführt. Allerdings hat Meteoschweiz für den Winter (saisonale Vorhersage) eine Tendenz hin zu normalen bis kalten Temperaturen mitgeteilt. Für diesen Winter sieht es eher nach einer Tendenz zu normalen bis milden Temperaturen aus, mit der Einschätzung „Ein kalter Winter erscheint weniger wahrscheinlich.“
Zur Kältesumme: es braucht für den Zürichsee eine Kältesumme von 320, für den Greifensee eine solche von 160 und den Pfäffikersee von 120 Kelvin. Sowohl im MeteoSchweiz-Text wie auch in Wikipedia findet sich die Definition der Kältesumme: Die Kältesumme eines Winters oder Monats erhält man, indem man alle Beträge negativer Tagesmitteltemperaturen (Temperaturen unter 0°C) aufsummiert.
Aktualisierungen 3.1.2013, 13.1.2013, 20.1.2013, 27.1.2013, 7.2.2013, 15.2.2013, 24.2.2013, 9.3.2013, 1.4.2013, 29.11.2013
Erste Version: 9.12.2012, regelmässige Aktualisierung der Daten