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Ein 19-sekündiges Video mit einem Seeungeheuer geht viral. Jetzt haben sich die Filmemacher aus Neuseeland zu Wort gemeldet.
Tausende Internet-Nutzer haben den Köder geschluckt und den 19 Sekunden langen YouTube-Film eines «Monster-Aals» angeklickt.
Im Video ist ein junger Mann an einem Flussufer zu sehen. Mit Pizzastücken ködert er ein unheimlich grosses Tier im Wasser. In einem zweiten Video blicken wir von einer Brücke auf den Fluss hinunter. Dann schlängelt sich ein Exemplar in Menschengrösse unten durch ...
Hinter den YouTube-Filmen stecken die jungen Neuseeländer Ray und Tim Hamilton. Die 19- und 21-jährigen Brüder wollten zeigen, wie einfach solche Fälschungen klappen.
Dazu haben sie in einem Fluss vor ihrer Haustür einen normalen Aal gefangen und diesen zuhause in der Badewanne gefilmt. Dazu verwendeten sie ein rotes Stück Plastik als sogenannten Green Screen – ein häufig bei Studioaufnahmen eingesetztes Verfahren, das Bluescreen-Technik genannt wird. Sie ermöglicht, Gegenstände oder lebende Objekte nachträglich vor einem anderen Hintergrund agieren zu lassen. In diesem Fall ein grün-grauer Fluss.
Zunächst veröffentlichten die jungen Männer ihre Werke als angeblich echte Aufnahmen. Bis die beiden von einer auf virale Internet-Videos spezialisierten, amerikanischen Show kontaktiert wurden. Und auch die lokalen Behörden der neuseeländischen Stadt meldeten sich.
Ray und Tim räumten freimütig ein, dass sie mit den Fake-Videos möglichst viel Aufsehen erregen wollten, um für ihre kleine Filmfirma zu werben. Trotz skeptischer Rückmeldungen von YouTube-Kommentatoren, die den Monster-Aal als Fälschung («Hoax») bezeichneten, verbreitete er sich in Windeseile im Internet.
Der US-amerikanische Künstler Andy Warhol prägte den Spruch, wonach im Medien-Zeitalter jeder Mensch berühmt werden könne. Wenn auch nur für eine Viertelstunde (Ursprünglich stammt das Zitat «15 Minutes Of Fame» vom Medienphilosophen Marshal McLuhan). Heute geht es nicht mehr um Auftritte im Massenmedium Fernsehen, sondern um möglichst viele Klicks bei YouTube und Co.
Er habe geglaubt, dass man virale Videos nicht einfach so fabrizieren könnte, wird Tim von einem neuseeländischen Newsportal zitiert. Nach dem durchschlagenden Erfolg mit dem «aufgeblasenen» Aal wolle er dies in Zukunft noch mehr in Betracht ziehen.
Via: Mashable