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Guten Tag Herr Rossi. Auf Ihrer Seite lese ich Folgendes: „Das Wichtigste: Als Ursache für die ADHS wird gegenwärtig eine genetisch bedingte neurobiologische Funktionsstörung angenommen (Wissensstand 04/2017). Betroffen sind diejenigen Hirnabschnitte, welche übergeordnete Steuerungs- und Koordinationsaufgaben übernehmen.“
…und wie bitte entstehen diese Funktionsstörungen? Warum wird untenstehendes nicht erwähnt? Mag es die Agrar – und Pharmaindustrie nicht, wenn man auf mögliche Vergiftungen der Schilddrüse hinweist? Ein möglicher Zusammenhang zwischen einer Schilddrüsenfehlfunktion und ADHS könnte eine Störung des Gehirnstoffwechsels sein. Gelegentlich wird ausserdem argumentiert, dass der Stoffwechsel der neuronalen Botenstoffe einer Regulation durch die Schilddrüsenhormone unterliegt. Und das ADHS im Grunde nichts anderes sei als eine Stoffwechselstörung die zu einem Ungleichgewicht der Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin führt, also durchaus durch eine Schilddrüsenfehlfunktion ausgelöst werden kann.
In zahlreichen Artikeln auf ADHS.ch weise ich darauf hin, dass in Untersuchungen bei Verdacht auf eine ADHS immer auch Erkrankungen der Schilddrüse ausgeschlossen werden müssen.
Lange schon ist nämlich bekannt, dass eine Hashimoto-Thyreoiditis mit Symptomen einhergehen kann, welche auf den ersten Blick an eine anfangs hyperaktive Form und im weiteren Verlauf an eine ADHS vom unaufmerksamen Typus denken lassen.
Ein einziges Mal ergab die von mir veranlasste Untersuchung eines Mädchens, welches bei mir wegen Nichtansprechen auf die ADHS-Therapien angemeldet wurde, dass ihrem Antriebs- und Motivationsmangel und ihren Konzentrationsstörungen eine Unterfunktion der Schilddrüse zugrunde lag. Die vom Kinderarzt eingeleitete Hormontherapie führte bald zu einer vollständigen Remission der Symptome dieses Mädchens.
Zu einer Verwechslung einer ADHS mit einer Erkrankung der Schilddrüse kommt es wohl sehr selten. Eine ADHS manifestiert sich ja nicht nur in Unruhe, Reizbarkeit, Nervosität, Zappeligkeit. Und auch nicht alleine in Mattheit, Gedächtnisschwächen und Gewichtszunahme.
Anders als eine Schilddrüsenerkankung weist die ADHS eine seit Kindheit bestehende und sehr charakteristische Krankengeschichte auf. Diese unterscheidet sich auch im Krankheitsverlauf von lange unentdeckten Erkrankungen der Schilddrüse. Letztere zeigen ein unspezifischeres, deutlich vielfältigeres und komplizierteres Störungsbild als die ADHS.
Bekannt ist auch, dass die ADHS und Erkrankungen der Schilddrüse auch gemeinsam auftreten können. Allein deswegen schon wird bei ADHS-Abklärungen immer auch geprüft, ob Störungen der Schilddrüse eine Rolle spielen könnten und behandelt werden sollten.
Dass von hormonverändernden Substanzen (Umweltgifte) eine Gefahr auch für die Schilddrüse ausgeht, ist bekannt. Zahlreiche Wissenschaftler gehen heute indes davon aus, dass es für die Hashimoto Thyreoiditis wahrscheinlich eine genetische Disposition gibt. Wie die ADHS kann auch Hashimoto über Generationen weiter vererbt werden. Kontakt mit Umweltgiften oder unter anderem Stress können die Krankheit dann auslösen.
Funktionsstörungen der Schilddrüse als primäre Ursache der ADHS zu postulieren, wäre gemäss heutigem Wissenstand also ein verkehrter Ansatz.
Welche Rolle Umweltgifte bei der ADHS generell spielen, ist meines Wissen noch wenig erforscht. Die Pharmaindustrie hat an diesbezüglichen Forschungen kaum Interesse.
Falls eine Leserin oder ein Leser Überblick hat über den Stand der Forschung in Sachen ADHS + Umweltgifte ist sie/er eingeladen, einen Gastbeitrag zu diesem Thema schreiben.
Lesen Sie hier weiter, wenn diese Informationen für Sie hilfreich waren.
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Er wurde erstellt am 13.11.2017.
© Piero Rossi