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Stiftungsgründer Hermann Alexander Beyeler
cs/ Geboren 1952 in Luzern, wuchs Hermann Beyeler in Littau (LU) als Sohn eines Garagisten und der adeligen Helena Lisiscka aus Polen auf. Er war viertes von fünf Geschwistern. Beyeler ist verheiratet, hat eine verheiratete Tochter und drei Enkelkinder. 1968 begann er die Ausbildung im elterlichen Betrieb als Autolackierer. Die ätzenden Dämpfe zwangen ihn aus gesundheitlichen Gründen in die Buchhaltung zu wechseln. 1974 gründete er seine eigene Firma, um Oldtimer zu restaurieren. 1984 verkaufte er sein Unternehmen, machte eine kaufmännische Ausbildung und absolvierte eine Ausbildung in Wirtschaftsinformatik.
Vom Staatsbeamten zum Immobilien-Tycoon
1989 trat er in die Kantonsverwaltung Luzern ein, als Bereichsleiter im Informatikzentrum. Kompetenzbereich Einkauf der IT-Facilitäten sowie IT-Ausbildung des Personals. Er verfasste einfach verständliche Manuals, welche in der Klubschule Migros noch heute verwendet werden. 1994 machte sich Beyeler wieder selbständig. Schlüsselerlebnis war das Telefonat eines SBG-Bankers, der eine Attika-Eigentumswohnung verkaufen wollte. «Ich hatte ihm rasch einen Käufer und verdiente damit am Wochenende 35’000 Franken Provision. Dealen konnte ich. Schliesslich hatte ich bereits als 11 jähriger Junge Steine aus der Emme gehoben und als „echte Emmensteine“ zu verkaufen gewusst», erinnert er sich. Manchmal erwarb er eine Immobilie zuerst selber, bevor er sie weiterverkaufte. «Damit addierte sich der Gewinn meiner Provison», legt er heute offen. Dann fand Beyeler eine Nische im Immobilienhandel: Umschuldung von Hypotheken. «Die vier Grossbanken schätzten damals Liegenschaften neu ein und zwangen die Eigentümer zu Amortisationen, die sie nicht bezahlen konnten. Da vermittelte ich neue Geldgeber. Viele Hausbesitzer entgingen so der Zwangsenteignung und sind mir noch heute dankbar», resümiert Beyeler. «Das lief gut. Vor allem Kantonalbanken und Raiffeisen-Banken kooperierten. Die Grossbanken provisionierten mich. Ich konnte ausbedingen, dass sie die Eigentümer anständig behandelten.»
Von Luzern nach Pratteln
2001 war ein Schlüsseljahr. An einem Vortrag über Kunst sass er neben Heinz Stolz, damals Immobilienchef bei +GF+. Dieser sagte ihm, das Buss-Areal in Pratteln stehe zum Verkauf. Als er für Beyeler den Prospekt aus dem Auto holen wollte, sagte Beyeler: «Lassen Sie es, ich habe mich bereits zum Kauf entschlossen». Der Preis soll 50 Millionen betragen haben. Zwar habe er nicht gewusst, welche Bank finanzieren werde. Aber er habe gewusst, dass es funktioniert. Das tat es. Aus der Industrieruine mit verlorenen 1200 Arbeitsplätzen ist heute die «Buss Immobilien + Service AG» Domizilgeberin für 40 Unternehmen mit insgesamt 1’000 Arbeitsplätzen geworden. «300-400 Arbeitsplätze kommen hinzu», so Beyeler, wenn das später zugekaufte Wasa-Areal entwickelt sei. Per 1. Januar 2018 übergibt Hermann Alexander Beyeler die operative Geschäftsführung an den Pratteler Albert Streit. Beyeler bleibt Alleinaktionär seiner Firmen-Gruppe.
Der Stiftungsratspräsident
Als rechtliche Körperschaft des Kunstbetriebs gründete Beyeler die «Stiftung Kunst und Kultur Region Basel». Von seinem 84’000 Quadratmetern Industrie-Land nimmt die Stiftung mit 1’100 m2 für Kunstausstellungen in Beschlag. «Das ist die grösste Ausstellungsfläche für Kunst im Kanton Baselland», strahlt Hermann Alexander Beyeler. Dass er es ernst mit der Kunst meint, indizieren seine Bilder, teils öffentlich ausgestellt, teils im überwachten Tresorraum. Letzterer hortet die «Ceres» von Rubens.
(Quelle: Monatszeitschrift Neubad Magazin Basel, Friedrich Reinhardt Verlag)