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Am 15. Mai 2022 hat das Volk sich für die Einführung der Widerspruchslösung in der Schweiz entschieden. Gemäss dieser Regelung muss explizit festgehalten werden, ob man nach dem Tod keine Organe und Gewebe spenden will. Diese Regelung wird jedoch frühestens 2024 eingeführt. Die derzeitige Zustimmungslösung bleibt bis zum Zeitpunkt der Umstellung in Kraft.
Die beiden Regelungen im Überblick:
Zustimmungslösung (derzeit gültige Regelung)
Liegt eine Einwilligung einer verstorbenen Person vor, so dürfen Organe oder Gewebe entnommen werden. Gibt es keine dokumentierte Zustimmung oder Ablehnung der verstorbenen Person, werden die nächsten Angehörigen gefragt, ob sie deren Willen kennen. Ist dies nicht der Fall, entscheiden die Angehörigen im Sinne der betroffenen Person.
Hat die Person ihren Willen nicht festgehalten und sind keine Angehörigen erreichbar, dürfen keine Organe oder Gewebe entnommen werden.
Widerspruchslösung (neue Regelung, frühestens ab 2024)
Grundsätzlich gilt jede Person als Spenderin oder Spender von Organen und Geweben, ausser sie hat zu Lebzeiten festgehalten, dass sie nicht spenden will. Hat die verstorbene Person ihren Willen zu Lebzeiten nicht festgehalten, können die Angehörigen eine Organentnahme ablehnen, wenn sie wissen oder vermuten, dass die betroffene Person sich dagegen entschieden hätte.
Hat die Person ihren Willen nicht festgehalten und sind keine Angehörigen erreichbar, dürfen keine Organe oder Gewebe entnommen werden.
Weitere Informationen: Bundesamt für Gesundheit