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Tonnen von Frischwasser kommen dadurch über den Friedhof der Eisberge jährlich in die Gewässer vor der Insel. Und die Eisgiganten haben einen dramatischen Einfluss auf das Ökosystem vor und auf der Insel, wie britische Wissenschaftler in einer Langzeitstudie festgestellt haben. Die Änderungen gehen sogar so weit, dass sie das Nahrungsnetz für die Tiere von South Georgia ändert. Als beispielsweise der etwa 300 Gigatonnen schwere Koloss A-38 im Jahr 2004 vor Ort schmolz, verdünnten rund 100 Milliarden Tonnen Süsswasser das Meer. Gleichzeitig trug er im Eis gefangene Staubpartikel und damit Nährstoffe ins Ökosystem ein, die das Algenwachstum an der Basis der Nahrungskette ankurbelten.
Grosse Eisberge können aber auch lokale Strömungen blockieren und ablenken, so dass beispielsweise Krillschwärme nicht in Küstennähe gelangen. Die Krustentiere folgen derselben Strömung wie die Eisberge und sind eine enorm wichtige Nahrungsquelle für die Tiere der Insel wie Pinguine, Robben und Vögel. In den Jahren, als es wenig Krill vor der Insel gab, hatten die von Krill abhängig Tiere eine niedrige Geburtenrate. In wirklich schlechten Jahren seien die Strände der Insel mit toten Jungtieren übersät gewesen.
Erneut hat sich ein massiver Eisberg, etwa so gross wie Singapur am 28. Oktober 2013 vom Pine Iceshelf an der Westküste der Antarktischen Halbinsel gelöst. Der rund 87 Quadratkilometer grosse Koloss bewegt sich momentan sehr langsam, und wenn er in Küstennähe der Antarktis bleibt, würde er wohl nie gefährlich werden. Sollten aber die Strömungen ungünstig verlaufen und den gefrorenen Riesen nach Norden treiben, würde er zunächst in kleinere Eisberge zerfallen und eventuell auch South Georgia erreichen.
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