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Das Potential der Methode «Devil’s Board & Angel’s List» liegt in der anonymen Benennung von Problemen im Team, die sonst aus Angst vor Konsequenzen nicht ausgesprochen werden. Jedes Problem muss, egal wie gross oder klein, vom gesamten Team angeschaut und darauf eine Lösung gefunden oder zumindest ein Konsens diskutiert werden.
Devil’s Board und Angel’s List sollte als überspitzte Metapher verstanden werden, die auf spielerische Art und Weise die zwei grundlegenden Phasen der Methode beschreibt:
- Anonyme Benennung der Probleme
- Finden von Lösungen im Team
Einsetzbar ist die Methode in allen möglichen Projektphasen, in denen sich unausgesprochene Probleme aufstauen (können); sei es beim Projekt-Kickoff, mitten im Projektverlauf oder am Ende eines Projekts in der Retrospektive.
- Bei Projekt-Kickoffs empfiehlt es sich, die Probleme aus der Perspektive «Was wird schief laufen?» zu beleuchten.
- Mitten im Projektverlauf könnte die Fragestellung «Etwas läuft falsch, lasst uns die Probleme ansprechen» lauten.
- Bei Projekt-Retrospektiven könnte das Team der Frage «Was ist schief gelaufen und wie können wir das für das nächste Projekte lösen» auf den Grund gehen.
Der folgende Methoden-Ablauf richtet sich an die Projektphase eines laufenden Projekts. Ausgangslage ist die mögliche Feststellung folgender Beobachtungen durch einen oder mehrere Teammitglieder:
- kritische Dinge/Sachverhalte bleiben unausgesprochen
- einzelne Teammitglieder werden ausgegrenzt
- ungünstige Gruppenbildungen
Die Person, die zum Workshop «Devil’s Board & Angel’s List» aufruft, sollte ebenfalls die Rolle des Facilitators übernehmen.
1. Aufruf zum «Devil’s Board & Angel’s List» Workshop (15')
«Liebes Team. Etwas läuft falsch. Lasst uns die Probleme ansprechen.»
Aufruf zum «Devil’s Board & Angel’s List» Workshop und Aufforderung aller Teammitglieder zu individuellen Vorbereitung
2. Individuelle Vorbereitung (15'-60')
Jedes Teammitglied muss sich individuell im Vorfeld des Workshops vorbereiten und eigene Probleme schriftlich artikulieren. Regel dabei:
- bleibe sachlich im Ton und stets beim Thema
- bleibe kurz und objektiv beim Verschriftlichen der Probleme
3. Anonymisierung (15')
Damit die Anonymität gewahrt bleibt, werden alle Probleme im Vorfeld im A6 Format ausgedruckt und anonym in einem Schuhkarton oder ähnlichem eingeworfen. Vorteil bei physischen Ausdrucken ist die Sichtbarkeit und haptische Komponente bei der Auseinandersetzung mit den Problemen.
4. Workshop Setup (5'-15')
Der Facilitator ist zuständig für das Setup des Workshops:
- Buchen eines Zimmers
- Einladung aller Teammitglieder
- Bestuhlung ohne Tische und Sitzanordnung in einem Kreis
- Drei White-Boards (oder drei A1 Papier-Poster an der Wand) mit folgenden Titeln:
- Devil’s Board
- Angel’s List
- Konsens
5. Workshop-Prelude (15')
Alle Teammitglieder kommen zusammen. Es gibt es eine kurze Einführung in den Ablauf der Methode. Expliziter Hinweis auf die Anonymität der eingereichten Probleme und gemeinsame Auseinandersetzung mit jedem genannten Problem und das teamübergreifende Finden von Lösungen.
6. Devil’s Board oder die Problembenennungs-Phase (3')
Nacheinander werden die einzelnen Karten laut vorgelesen und auf das erste Poster «Devil’s Board» angebracht.
Für jedes Problem sollten max. 3 Minuten aufgewendet werden.
7. Angel’s List oder die Lösungsfindung-Phase (3')
Sobald alle Probleme auf dem «Devil’s Board» angebracht sind, beginnt die Aufarbeitung der einzelnen Probleme, indem man für jedes Problem eine Lösung ausspricht. Jeder im Team kann sich wörtlich melden und seine Sicht der Lösung erläutern.
Ziel ist es, nicht die Ursachen des Problems zu ergründen, sondern vielmehr an Ort und Stelle eine Lösung zu finden, um das jeweilige Problem zu fixen.
Die Lösungen werden schriftlich fixiert und zusammen mit der jeweiligen Problem-Karte auf die «Angel’s List» platziert.
Für jede Lösung sollten max. 3 Minuten aufgewendet werden.
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Einige Probleme werden nicht sofort im Team lösbar sein. Diese Probleme müssen explizit adressiert werden und das Team hat die Aufgabe dafür ein Konsens auszudiskutieren.
Die einzelnen Konsense werden schriftlich fixiert und zusammen mit der jeweiligen Problem-Karte auf das «Konsens» Poster platziert.
8. Workshop-Coda (5'-15')
Ausklingen lässt man den Workshop durch eine Dokumentation der Ergebnisse entweder durch Abfotografieren oder Digitalisierung der Endresultate – mit anschliessender Diskussion im Team
Alle Teammitglieder und ein Facilitator
- Stoppuhr
- Drucker
- Schuhkarton
- Flipcharts oder A1-Poster
- Klebestreifen
- Marker und Schreibutensilien
- Post-Its