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Die Schweiz braucht keinen weiteren Tunnel am Gotthard Erhöhung der Sicherheit, Verhinderung einer Totalsperrung der Nord-Südachse, Anbindung der italienischsprachigen Schweiz- viele Argumente werden für den Bau einer weiteren Gotthardröhre vorgebracht. Der genauen Betrachtung halten diese Argumente jedoch nicht stand.
Mit der Eröffnung des Gotthardstrassentunnels können bis 260 Güterzüge pro Tag verkehren, somit steht genügend Kapazität für den Verlad von Lastwagen auf die Schiene bereit. Auch der Platz für eine Verladestation ist mit dem bestehenden Bauplatz vor dem Tunnelportal vorhanden. Somit wäre sogar bei einer Totalsperrung des Strassentunnels während der Sanierung der Gütertransport gewährleistet. Was bei den Befürwortern meist unterschlagen wird- auch beim Bau einer zweiten Röhre müsste der Tunnel zumindest für eine Weile gesperrt werden. In diesem Fall wäre die Nord-Südachse wirklich totalgesperrt.
Als weiteres Argument wird die Sicherheit hervorgebracht. Die Anzahl der Unfälle im Gotthardtunnel liegt mit 2.6 Promille aller Verkehrsunfälle (das sind 26 von 10‘000 Unfällen) viel tiefer als bei vielen anderen Strassentunnels. Die Kosten einer weiteren Röhre stehen mit dem Unfallrisiko im Tunnel in keinem vertretbaren Verhältnis.
Auch von einer Abschottung der italienischsprachigen Schweiz kann nicht die Rede sein. Mit den beiden Eisenbahntunneln besteht immer noch eine Anbindung an den Rest der Schweiz, ausserdem pendeln gemäss Zahlen von 2007 nur gegen 500 Tessiner täglich für die Arbeit durch den Gotthard, 80 Prozent des Verkehrs durch den Gotthard ist Freizeitverkehr.
Des Weiteren stellt eine weitere Strassenröhre die Verlagerungspolitik von der Strasse auf die Schiene im Nord-Süd Verkehr in Frage. Auch der in der Verfassung verankerte Alpenschutz wird mit einer weiteren Röhre untergraben. Den Tunnel nur mit einer von zwei ausgebauten Spuren zu betreiben, wie von den Befürwortern angepriesen, wird unter internationalen Druck nicht umsetzbar sein.
Eine zweite Gotthardröhre ist eine Mogelpackung, welche viel Geld verschlingt, zu mehr Verkehr führt, die Verlagerungspolitik und den Alpenschutz untergräbt und nicht zu einem sichereren Strassenverkehr führt.
Autorin des Textes: Claudia Schürch, Präsidentin *jevp Schweiz