Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03432.jsonl.gz/2208

Allerhand Hintergrund-Information über den Markt
Uran: die heimliche Abhängigkeit der Welt – Teil 2 von 2
von Andrew Mickey
Seit das Programm Megatonnen für Megawatts aufgenommen wurde, hat man 250 Tonnen des hoch angereicherten Urans (Die Menge reicht für 10.000 nukleare Sprengköpfe) in eine Form reduziert, die zu Energieerzeugung verwendet werden kann. Doch diese gewaltigen Vorräte an Uran, die in den fünfzig Jahren des Kalten Krieges angesammelt wurden, werden langsam knapp. In nur sechs Jahren wird der Deal vorbei sein, und Russland und die USA werden nicht länger schwach angereichertes Uran an die Kernkraftwerke liefern. Dann wird man ganz dringend neue Quellen für angereichertes Uran brauchen. Schließlich sind die Kernkraftwerke ohne Uran einfach nur noch milliardenteure Scheußlichkeiten für die Augen. Wenn Angebot und Nachfrage so sehr aus dem Ruder sind, und wenn Knappheiten beim Angebot fast unvermeidlich wirken, dann hören die erfolgreichen Investoren, wie die Möglichkeiten an die Tür klopfen. Doch was die Uranindustrie anbelangt, ist es eher so, dass die Möglichkeiten die Türe geradezu einschlagen. Wissen Sie, Uran, welches im Bergbau abgebaut wird, ist absolute wertlos. Es ist nicht sehr radioaktiv und für die Kernkraftwerke nutzlos. Tatsächlich ist das abgebaute Uranerz ungefähr so radioaktiv wie Blei. Uranerz ist sehr sicher. Zwischen 1966 und 2006 sind mehr Leute gestorben, weil sie vom Blitz getroffen wurden, als aufgrund von Unfällen mit Radioaktivität.
Bei diesem geringen Wert von Radioaktivität, muss Uran mit höheren Konzentrationen von U-235 angereichert werden, um verwendbar zu sein. Und hier gibt es die besten Möglichkeiten für Investoren. Seit dem Manhattan Project hat die Welt drei sehr uneffiziente Prozesse zur Anreicherung von Uran verwendet, die in der öden Umgebung von Los Alamos in New Mexico entwickelt wurden. Diese drei sind: die Gasdiffusionsmethode, das Gaszentrifugenverfahren und elektromagnetische Isotoptrennung (EMIS).
EMIS ist ein fürchterlich uneffizienter Prozess zur Anreicherung von Uran. Es würde 81.000 Dollar kosten ein einziges Pfund Uran mit diesem Prozess anzureichern. Das ist im großen Stil nur im Irak versucht worden und auch nur so lange, bis vierzehn israelische Kampfjets Osirak und das irakische Atomprogramm im Jahr 1981 in die Luft gejagt haben.
Die Gasdiffusionsmethode ist auch nicht wesentlich besser. Dieser energieintensive Anreicherungsprozess wurde in den vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelt und ist momentan für 25% der Urananreicherung verantwortlich. Es ist jedoch ein Prozess, der 1.400 Schritte umfasst, um Uran nutzbar zu machen. Am besten ist die Zentrifugenmethode. Dieser Prozess umfasst nur ungefähr 20 Stufen. Dabei geht es darum, raffiniertes Uran in einer kleinen Röhre zu schleudern und dabei eine Kraft zu erzeugen, die 100 mal so hoch ist wie die Schwerkraft. Diese gewaltige Kraft trennt das wertlose U-238 und das radioaktive U-235 aufgrund des unterschiedlichen Gewichts der Moleküle.
Momentan erobert die Zentrifugentechnologie den Zweig der Anreicherung. DieUnited States Enrichment Company (USEC) baut die American Centrifuge Anlage in Ohio, aber das Projekt steht ständig Verzögerungen und Finanzierungsüberziehungen gegenüber und wird nicht vor 2012 voll in die Produktion einsteigen. Eine weitere Anreicherungsanlage ist in New Mexiko im Bau. Doch auch diese Anlage, die von Urenco gebaut wird, wird nicht vor 2017 mit voller Kapazität produzieren.
So wie die Dinge momentan stehen, wird die Welt nicht genug angereichertes Uran haben, um die 440 Nuklearreaktoren zu betreiben, die verwendet werden, um 17% der weltweiten Energie zu liefern, ganz zu schweigen von ausreichenden Mengen, um die mehr als 200 neuen Reaktoren, die entweder geplant oder im Bau befindlich sind, zu beliefern. Aber es gibt ein kleines Unternehmen, das die vergangenen 19 Jahre der Entwicklung eines neuen Anreicherungsprozesses gewidmet hat, der bis zu 18 mal so effizient ist, wie der Zentrifugenprozess. Und hier kommt der beste Teil der Nachricht. Es braucht keine 10 Jahre, eine Anreicherungsanlage zu bauen, die diese Technologie verwendet. Momentan kommerzialisiert ein 350 Milliarden Dollar schweres Energieunternehmen diesen Prozess. Der Präsident dieses Energieriesen sagt: „Wir sind sehr begeistert über diese Transaktion und das Potential dieser innovativen Technologie. Wir freuen uns auf den Abschluss der Entwicklungsphase und darauf, das Produkt dann an den weltweiten Markt bringen zu können.“
Der Energieriese ist General Electric, der Erfinder ist Silex Systems aus Australien. Weiss jemand mehr zu Silex systems??