Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03630.jsonl.gz/2498

Das Fräulein stand am Meere / Und seufzte lang und bang, / Es rührte sie so sehre / Der Sonnenuntergang. / Mein Fräulein! Sein Sie munter, / Das ist ein altes Stück, / Hier vorne geht sie unter / Und kehrt von hinten zurück.
Heinrich Heines Gedicht ist einfach perfekt, in Form, Klang, Gefühl und Witz. Es zu sezieren, müsste verboten sein. Da schreibt etwa ein Interpret:»Die Bewegung des Gestirns wird anhand der Präposition ›Hier‹ im siebten Vers und dem Adverb ›von hinten‹ im letzten Vers verortet, die Dekonstruktion der vorherigen Wahrnehmung wird eingeleitet.« Herr Heine, bitte entschuldigen Sie, dass jemand Ihr Fräulein mit so unschönen Sätzen verunstaltet hat. Und empfangen Sie als Zeichen meiner Verehrung das Männlein:
Das Männlein steht am Strande / und denket sehr an nichts / da wird ihm bang im Sande / denn aus dem Sande spricht‘s! / Ach Männlein, nimm’s gelassen / wer spricht, ist nur das Meer / denn Sprechen hilft im nassen / Gemütszustande sehr.