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Nachdem sich der Literaturwissenschaftler Philipp Theisohn und der Schauspieler Helmut Vogel in einer ersten Veranstaltung zu Erich Mühsam dessen Gedichten und politischen Analysen der Vorkriegsjahre gewidmet haben, stehen nun die Beobachtungen zum Ersten Weltkrieg und Mühsams Rolle in der Münchner Räterepublik im Vordergrund. Die anfängliche Begeisterung weicht schnell einer klugen und zutiefst humanen Betrachtung des Geschehens und der Einsicht, dass der Krieg nur Verlierer kennt.
Anders als viele seiner Bekannten kann sich Mühsam über deutsche Siege nicht freuen: „Der Seekrieg gegen England soll einen Truppentransport von 2000 Soldaten zum Opfer gefordert haben. Grosser Jubel über den Tod so vieler armer Teufel. Die Leute rechnen alle 1×2000. Meine Rechnung: 2000×1 verstehn sie nicht» schreibt er am 22. Februar 1915 in sein Tagebuch, welches eine wahre Schule des Lesens ist: Es enthüllt, was die deutsche Kriegsberichterstattung verschleiert.
Eine Art Epilog der Veranstaltung bildet Mühsams politisches Engagement für die Münchner Räterepublik. Mühsam erlebt sie als seine glücklichste Zeit und stellt sich ganz in den Dienst einer Revolution, deren Scheitern den Keim für sein frühes Martyrium während der Nazi-Zeit bildet.
Dr. Philipp Theisohn, Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Zürich, wird den umtriebigen Literaten als engagierten Zeitgenossen würdigen und der Schauspieler Helmut Vogel wird darauf abgestimmte Texte und Lieder vortragen.