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Quergelesen 09.05.23
Debord und der Zionismus – Warum die Situationistische Internationale zwar Marx, nicht aber Israel verstanden hat.
Ein Vortrag von Stephan Grigat, gehalten am 6. Juli 2018 in Stuttgart.
Guy Debord und die Situationistische Internationale haben in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts neben der Kritischen Theorie eine der avanciertesten, an Marx orientierten Gesellschaftskritiken formuliert. Sowohl in ihrem expliziten Bezug auf die Marxsche Kritik des Fetischismus und Mystizismus kapitalistischer Gesellschaften als auch in ihren politischen Interventionen, die sich zu einem sehr frühen Zeitpunkt ganz explizit gegen die islamische Konterrevolution richteten, unterschieden sie sich sehr sympathisch vom Mainstream sowohl der reformistischen als auch der sich revolutionär dünkenden Linken. Ihre weitgehende Ignoranz gegenüber dem Antisemitismus verunmöglichte ihnen jedoch ein adäquates Verständnis des Zionismus und Israels, was unter anderem damit zu tun hat, dass sie sich zwar dem Marxschen kategorischen Imperativ verpflichtet fühlten, sich für den Adornoschen hingegen kaum interessierten.
Musik: Atom and His Package