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Wie verändern Kinder unser Konsumverhalten?
13.09.2017 - Medienmitteilung
Kinder haben vielfältige Bedürfnisse – nicht zuletzt auch materielle, und diese kosten Geld. Eine Studie des Statistischen Amts geht der Frage nach, wie sich Kinder auf das Konsumverhalten und -niveau von Familien auswirken.
Bekommt ein Paar Kinder, wachsen in der Regel die Ausgaben für Essen und Trinken, Wohnen oder Ferien. Im Vergleich zu kinderlosen erwerbstätigen Paaren geben Paare mit Kindern unter 18 Jahren pro Monat rund 600 Franken mehr für ihren Konsum aus.
Je älter und zahlreicher die Kinder, desto höher die Konsumausgaben
Die Bedürfnisse der Kinder verändern sich, wenn diese älter werden: Sie gehen in die Schule, lernen Velofahren oder treten einem Sportverein bei, aber auch ihr Appetit wird mit den Jahren grösser. Folglich nehmen die Ausgaben mit dem Alter zu, auch wenn gewisse grosse Budgetposten für Kleinkinder, wie etwa Windeln, mit der Zeit wieder entfallen. Paarhaushalte mit Kindern unter sechs Jahren geben im Schnitt pro Monat 7300 Franken aus. Mit dem Eintritt in die Schule steigt der Finanzbedarf auf 8000 Franken. Im Vergleich dazu liegen die monatlichen Ausgaben eines kinderlosen Paarhaushaltes bei 7200 Franken. Die finanzielle Belastung der Haushalte wächst aber auch mit der Zahl der Kinder. Lebt ein Kind im Haushalt, belaufen sich die durchschnittlichen Konsumausgaben auf 7500 Franken pro Monat, wenn es zwei sind, sind es 500 Franken mehr.
Kompensieren durch Konsumveränderung
Diese Zusatzausgaben entsprechen allerdings nicht eins zu eins den Ausgaben, die Kinder tatsächlich verursachen. Denn die Eltern können die stärkere Belastung des Haushaltsbudgets teils dadurch kompensieren, dass sie ihren eigenen Konsum verringern: Die durchschnittliche Familie gibt im Vergleich zu kinderlosen Paaren pro Monat 150 Franken weniger für Auswärtsessen und Übernachtungen oder rund 50 Franken weniger für Alkohol und Tabakwaren aus. Familien sparen aber auch weniger als kinderlose Paare: Durchschnittlich 17 Prozent ihres Bruttoeinkommens können sie auf die Seite legen, vier Prozent weniger als Paarhaushalte ohne Kinder.
Wenig Spielraum bei einkommensschwachen Haushalten
Familien geben mehr für Güter des täglichen Bedarfs aus, also für die Deckung zwingender Bedürfnisse wie Essen und Trinken oder für die Miete. Der Anteil der Ausgaben für Bedarfsgüter am gesamten Konsum beträgt bei Eltern mit Kindern im Schnitt 46 Prozent, bei kinderlosen Paaren hingegen 40 Prozent. Mit sinkendem Einkommen nimmt dieser Anteil noch zu: Familienhaushalte, die zum einkommensschwächsten Fünftel gehören, geben über die Hälfte ihrer Konsumausgaben für unentbehrliche Güter aus. In Haushalten mit tiefem Einkommen haben die Eltern deshalb wenig Spielraum, wenn das Geld Ende Monat knapp wird.
Konsumausgaben
Zu den Konsumausgaben gehören die Aufwendungen für Essen und Trinken, Wohnen, Bekleidung, Gesundheit, Freizeit, Bildung, Kommunikation, Verkehr sowie Beherbergungs- und Gaststätten. Die Konsumausgaben entsprechen nicht dem gesamten kinderbezogenen finanziellen Aufwand. Dieser umfasst weitere Faktoren wie externe Betreuungskosten oder betreuungsbedingte Erwerbseinbussen der Eltern aber auch Krankenkassenprämien, die in der Studie nicht thematisiert werden.
Datenbasis
Die Studie des Statistischen Amts basiert auf der Haushaltsbudgeterhebung (HABE) des Bundesamts für Statistik. Für die HABE erfassen jährlich rund 3000 zufällig ausgewählte Schweizer Haushalte einen Monat lang alle ihre Ausgaben und Einkommen. Im Kanton Zürich sind es rund 500 Haushalte, was in vielen Fällen eine zu kleine Stichprobe ist. Fasst man aber im Rahmen eines sogenannten Poolings mehrere Erhebungsjahre zusammen, sind verlässliche Auswertungen auch auf Ebene des Kantons Zürich möglich. Die erwähnten Zahlen beziehen sich deshalb auf den Zeitraum zwischen 2009 und 2014 sowie auf Paarhaushalte mit oder ohne Kinder, wobei mindestens ein Haushaltsmitglied erwerbstätig ist.
(Medienmitteilung des Statistischen Amts)