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Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), Departement Kunst & Medien
HS 2018/2019
• Theorie
Pop, Op, Aktion, Concept u.a.m. Kunst der sechziger Jahre
"New Realists" (1962), "Primary Structures" (1966), "Arte Povera + Azioni Povere" (1968), "557,087" (1969), "When Attitudes Become Form" (1969) oder "Information" (1970) sind einige jener Ausstellungen, welche die vielfältigen Bewegungen der amerik.-westl. Kunstgeschichte auffächern. Das Seminar wird sich allerdings nicht nur diesen Strömungen zuwenden, sondern bezieht ebenso feministische und aktivistische Positionen mit ein sowie die konzeptuelle und aktivistische Kunst Lateinamerikas. Das Seminar ist auf zwei Semester angelegt, es ist aber nicht verpflichtend beide Seminare zu besuchen.
• Theorie
Wissenspraktiken in Kunst und Aktivismus
Die Grenzen zwischen Kunst, Theorie und Aktivismus werden seit geraumer Zeit infrage gestellt. Im Seminar wird es darum gehen, den Verbindungssträngen und Überlappungen dieser Bereiche nachzugehen, aber auch deren strukturelle Differenzen herauszuarbeiten. Nach einem Rückblick auf die Aktionskunst seit den sechziger Jahren und die Integration des Begriffs von Theorie in die künstlerische Praxis durch die Conceptual Art, soll das Verhältnis von Kunst und Aktivismus in Relation von Wissenspraktiken in diesen Feldern differenzierend geklärt werden. Konkret werden feministisch-aktivistische Projekte seit den sechziger Jahren, die Aktionen von ACT UP Ende der achtziger Jahre und Projekte der »Militanten Forschung« seit der Jahrtausendwende im Zentrum stehen.
• Praxis
Gemeinsam mit Rico Scagliola
Das Selbstverständnis der Fotografie als künstlerisches Ausdrucksmittel ist brüchig geworden. Die technischen und gestalterischen Veränderungen der letzten 20 Jahre zeigen, wie sehr Fotografie immer schon ihren medialen Bedingungen unterworfen war. Noch immer sind bestimmte Versprechen mit dem Medium verknüpft, sowie Eigenschaften und Aufgaben, welche dieses einzulösen hat: Fotografie als Mittel zur Dokumentation mit Wahrheitsanspruch, zur Inszenierung von Bildwelten des Konsums, als Instrument der (virtuellen) Selbstinszenierung, usw. Diese, dem Medium (scheinbar) eingeschriebenen Versprechen, gilt es zu hinterfragen, neu zu denken und den Blick auf mediale Grenzbereiche zu schärfen. Gemeinsam wollen wir uns dieser Aufgabe stellen und lernen, mit den Eigenheiten, Widerständen, Möglichkeiten und Beschränkungen des Mediums umzugehen. Wir bewegen uns durch das Spannungsfeld zwischen Fotografieren, Interpretieren, Diskutieren, Reproduzieren, Produzieren; zwischen Theorie, Technik, Ästhetik. Anhand der Lektüre von Texten u.a. von Roland Barthes und Rosalind Krauss werden wir uns insbesondere mit den Begriffen „Index“ und „Affekt“ befassen. In welchem Verhältnis stehen reales Objekt und dessen Abbild? Wie reagieren Betrachter_innen auf ein Abbild und wie bestimmt dieser Affekt die Rezeption des Bildes? Studierende des Praxisfelds Fotografie entwickeln ihre jeweiligen Projekte im Dialog. Dabei ist die Fotografie ein Medium, das stark an Apparate und technische Verfahren gebunden ist. Das Modul findet für die Studierenden in Zusammenarbeit mit und als Schnittstelle zum Technologiemodul "Einführung Fotografie" statt.
FS 2018
• Theorie
Zum Verhältnis von Ästhetischem und Epistemischen.
Kunst, Literatur, Wissenschaft, Philosophie u.a.m. sind diskursive und nicht diskursive Maschinen, um sehen zu machen oder sehen zu lassen, hören zu machen oder hören zu lassen, sprechen zu machen oder sprechen zu lassen. Sie errichten Sichtbarkeits- Hörbarkeits- Sagbarkeits-Regime. Aber was heisst sehen, sagen, hören? Welche besonderen Spiele des Sichtbaren und Unsichtbaren werden durch diese Wissensformen ermöglicht? Durch die Lektüre und Diskussion von zeitgenössischen Werken (philosophisch-kunsttheoretische Texte, Kunstwerke...) situiert das Seminar diese Fragen in der zeitgenössischen Debatte, welche die Ablösung des ästhetischen durch das epistemische Regime konstatiert, und fragt insbesondere nach dem Verhältnis von Ästhetischem und Epistemischen.
• Kontext
Diskurse durchqueren
Diskurs ist ein vieldeutiger Schlüsselbegriff in der zeitgenössischen Kunst- und Kulturtheorie, der heute meist im Sinne der Diskurstheorie Michel Foucaults verwendet wird. Folgt man Foucault, meint Diskurs eine Verkettung von Aussagen oder eine Formation. Der Diskurs ordnet Aussagen zu einem bestimmten Zeitpunkt und formiert mit ihnen einen Raum. Das Seminar macht – diesem Gedanken folgend – den aktuell produzierten Diskurs-Raum zu seinem Gegenstand: Zu Beginn des Semesters werden vier Veranstaltungen akademischer und ausserakademischer Institutionen Zürichs (und Umgebung) festgelegt. Diese werden im Laufe des Semesters besucht, um sie institutions- und diskurskritisch zu reflektieren, die von ihnen gesetzten Themen zu vertiefen und das je eigene künstlerische Schaffen in Relation zu diesen aktuellen Diskursräumen zu befragen.
• Praxis
Herausforderungen ästhetischer Bildtheorien. Gemeinsam mit Vittorio Brodmann
Im Zentrum des Seminars steht die künstlerische Praxis der TeilnehmerInnen. Ihre Arbeiten werden in der Gruppe präsentiert und diskutiert. In diesem Zusammenhang sollen auch Bildtheorien zur Sprache kommen, die in den 1990er Jahren die kunsttheoretischen und kunstphilosophischen Debatten um das Bild bestimmten; etwa der pictorial turn von W.J.T. Mitchell und der iconic turn von Gottfried Boehm. Während Mitchell sich für die Materialität des Bildes, den Gebrauch von Bildern im Alltag wie in den Wissenschaften interessierte und die Hinwendung zum Bild mit sozialen und politischen Fragen verband, eröffnete Boehm kunstphilosophische Fragen wie die, was ein Bild ist und wie es Sinn und Erkenntnis erzeugt. Die feministische Kunstwissenschaft verschob die Fokussierung des Bildes auf den Blick, auf Blickregime, das Verhältnis von Bild und BetrachterIn sowie Fragen der Sichtbarkeit. Neben den Gruppentreffen gibt es Einzelmentorate.
HS 2017/2018
• Kontext
Exkursion Biennale Venedig. Gemeinsam mit Gabrielle Schaad
Im Zentrum der Lehrveranstaltung steht die Biennale di Venezia 2017. Konkret das kuratorische Konzept der künstlerischen Leiterin der 57. Biennale Venedigs, Christine Macel, weiterhin ausgewählte Künstler_innen-Positionen des Hauptpavillon und der Arsenale sowie exemplarische Länderpavillons. Im Vergleich der Biennale Venedig mit der documenta 14 und den Skulpturen Projekte Münster wird die aktuelle Bedeutung heutiger Großausstellungen zur Diskussion gestellt.
• Praxis
Performative Malerei. Gemeinsam mit Marc Baur und Simon Fahrni
Mit dem Titel „Bilder produzieren“ möchten wir die Verfertigung von Gemälden nicht allein auf die technisch-manuelle Herstellung reduzieren. Das dt. Wort Bild kann für Gemälde und Vorstellungsbilder gleichermassen verwendet werden und erlaubt hierdurch, gerade jene Faktoren der Bildproduktion einzubeziehen, die nicht in der Hand und der Entscheidung der Künstler_in liegen. So etwa den Raum, den Kontext, die Kunstkritik oder den Kunstmarkt. Im Modul geht es insofern darum, die Bildproduktion in einem erweiterten Sinn zu reflektieren und die damit entstehenden Effekte für die Praxis zu befragen. Damit wird versucht, eine performative Malerei zu denken, die nicht allein auf den Akt der Künstler_in fokussiert, sondern auch das Environment wie die Betrachter_innen. Die Studierenden erarbeiten ein künstlerisches Repertoire durch Recherche, Experimentieren, Betrachtung, Präsentation, Einzelgespräche, gemeinsame Reflexion und Diskussion und erproben dabei unterschiedliche Methoden und Erfahrungen. Für die regelmässigen Treffen werden gemeinsame Inputs zum eigenen künstlerischen Raum im und ums Toni entwickelt.
• Study Group
Performance
In den letzten Jahren erfährt die Performance in den Künsten eine Renaissance und wird häufig mit den Begrifflichkeiten von Performanz und Performativität diskutiert. In der Study Group werden wir uns mit verschiedenen Beispielen der Performance(-Kunst) befassen, eigene Performances incl. ihrer Konzeption und Dokumentation in der Gruppe diskutieren, einen eintägigen Workshop mit einer Performerin durchführen und die Praxis der Performance in ihren Beziehungen zu Performanz und Performativität befragen. Ausgangspunkt des Seminars sind die Performances des vom Kanton Zürich vergebenen Performance Preises, die am 22. Oktober 2017 in der Gessnerallee gezeigt werden. Die Frage der Performativität wird insbesondere mit der Frage des „Tier-Werdens“ diskutiert, die Antonia Baehr in ihrem Technik-Modul ins Zentrum stellen wird. In der Study Group werden die skizzierten Themen noch gemeinsam spezifiziert und sollen im Verlauf des Semesters in Bezug zur je eigenen Arbeit gesetzt werden.
• Theorie
Feminismus
Das Seminar stellt Texte, die für die vielfältigen feministischen Debatten seit dem 19 Jhdt. diskursbestimmend waren ins Zentrum. Um die Fülle und Vielfalt dieser Debatten kenntlich werden zu lassen, werden Texte (teilweise auch künstlerische Beispiele) sowohl durch Referate vermittelt und zur Diskussion gestellt als auch in Form eines close reading in der Gruppe erschlossen. Das Seminar setzt sich dabei das Ziel, Historisierungen vorzunehmen ohne einem linear-progressiven Begriff von Geschichte zu folgen. Gleichberechtigung, Differenzfeminismus, queere Politiken sind Felder, die mit den Lektüren eröffnet werden.
FS 2017 – Forschungssemester
2016
• Praxis
Perform Interdependency. Gemeinsam mit Stefanie Knobel
Zweisemestriges Praxismodul im Kontext der documenta 14 und der Athen Biennale (2016) in Kooperation mit der Kunsthochschule Kassel: Mathilde ter Heijne, Tanja Schomaker, Athens School of Fine Arts: Zafos Xagoraris und Jenny Marketou (Projekt: "Assemblies. Acts of Social Urgency and Imagination", Athen Biennale: 17.-22. Oktober 2016). Inhaltlicher Rahmen:
A. Partizipation und Performativität als Inter/Aktion: In den vorbereitenden Workshops wollen wir uns in Relation zum Thema Perform Interdependency mit dem Potential und den Herausforderungen von partizipativer und performativer Kunst auseinandersetzen. Dies meint, dass auf der einen Seite die Begriffe interdependency, participation and performance/performativity in Lektüren und Diskussionen theoretisch durchdrungen werden und dass auf der anderen Seite künstlerische Aktionen als ästhetische und kritische Formen der Inter/Aktion entwickelt, erprobt und im Kontext zeitgenössischer Geschehen im Feld der Kunst und des Sozialen reflektiert werden.
B. Perform Interdependency: Es geht uns darum, das Selbst als Pluralität zu begreifen. Damit ist gemeint, dass das Selbst nur in Beziehung zu anderen entsteht und überhaupt nur so entstehen kann. Aus dieser Perspektive sind wir alle voneinander abhängige Leben/Lebewesen. Abhängigkeit kann als gleichermaßen verletzbar wie befähigend bestimmt werden. Judith Butler beschreibt diese Form der Abhängigkeit als eine Alternative zu liberalen Formen des Individualismus sowie zu wachsender Ungerechtigkeit und Ungleichheit. Auf der Grundlage dieser Annahme, wollen wir einerseits unsere künstlerischen Projekte in Athen und Kassel, konzipieren und andererseits das Konzept der d14 in den Blick nehmen und befragen.
• Study Group
In der einwöchigen Study-Group werden wir uns der Performance aus verschiedenen Richtungen und durch verschiedene Verfahren annähern. In Weisen des Reenactments, eines gemeinsamen von und mit der Künstlerin, Anneli Käsmayr, realisierten Essens, durch die Betrachtung und Lektüre von Video- und Textmaterial, durch die Kritik eigener Performances und schließlich durch Theorien zur Performance/Performativität, sollen die Praktiken, die Geschichte und die theoretischen Potentiale der Performance wie ihrer Notation und Dokumentation herausgearbeitet und in der gemeinsamen Diskussion verhandelt werden.
2016
• Kunsttheorie, Kunstgeschichte, Vortragsreihe
Künstlerische Praktiken proben. Kooperation mit Prof. Dr. Sabeth Buchmann, Akademie der bildenden Künste Wien
Das internationale Kunstgeschehen der 1990er-Jahre zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass es herkömmliche Formen des Ausstellens infrage stellte und sich drängenden gesellschaftlichen Herausforderungen zugewandt hat. Die Auseinandersetzung und Befragung der sozialen Funktion von Kunst sowie deren Politisierung vollzog sich in ausgesprochen theoriebezogenen künstlerischen Praktiken. Insofern verwundert es nicht, dass das Museum für Moderne Kunst Wien seinen Rückblick auf dieses Kunstgeschehen mit »to expose, to show, to demonstrate, to inform, to offer. Künstlerische Praktiken um 1990« (Herbst 2015) betitelt. Mit anderen Worten, die Kunst der 1990er Jahre verschränkt sich mit gesellschaftlichen Anliegen qua Praxis. Sie grenzt sich nicht von anderen so genannten alltäglichen Praktiken ab, im Gegenteil sie zeichnet sich durch eine komplexe Verbindung von Typen von Praktiken aus. Diese Typen von Praktiken werden reproduziert, persifliert, gewendet, deformiert, analysiert und reflektiert. Das Seminar setzt sich das Ziel, das seit den 1990er Jahren festzustellende Interesse an Praktiken durch Analysen künstlerischer Arbeiten und Projekte herauszuarbeiten, es theoretisch und historisch zu kontextualisieren und das kritisch-widerständige Potential dieser Praktiken zu diskutieren. Neben der Untersuchung der künstlerischen Praktiken werden insbesondere die Verfahren der Probe einerseits und der Mikropraxis andererseits als Methoden der Reflexion im Zentrum stehen.
• Kulturtechnik
"Verwickelt sein" / Performance. Gemeinsam mit Stefanie Knobel
»wir bewegen uns nicht einfach selbst, sondern werden durch andere außerhalb unserer selbst bewegt, doch zugleich auch durch das, was an »Außerhalb« in uns liegt.« (Butler) In dem Seminar geht es darum, Verwicklungen und Abhängigkeiten wahrzunehmen, sie auszuhalten, oder sie gar als Raum für neue Entwicklungen zu nutzen. Im Zentrum stehen die Begriffe der Performativität und des Widerstands. Konkret das »Performative«, das für den Gedanken eines produktiven Wandels und für einen Widerstand steht, der nicht auf die Figur eines autonomen Subjekts rekurriert, sondern reflektiert, dass es als zitathafte oder ritualhafte Form in einem System gesellschaftlich anerkannter Konventionen und Normen agiert und - obgleich mit ihnen verwickelt - Widerständigkeit auslotet. Wir werden Grundlagentexte zum Begriff der Performativität und der Politik des Performativen lesen, das Widerständige des Performativen diskutieren und schließlich gemeinsam Handlungen vollziehen/performieren. Wir werden physische Gegenwart selbst zum Thema machen, indem wir auf vorhandene und selbst erfundene Protokolle, wie choreografierte Bewegungsabläufe, (Körper-)wahrnehmungsübungen, Berührungstechniken usw., zurückgreifen. Angestossen von unseren Diskussionen im Seminar schaffen wir damit semi-intellektuelle, semi-sensuelle und rudimentär konzeptuelle Situationen und erproben diese an unterschiedlichen Orten im Stadtraum von Zürich.
2015/16
• Kunsttheorie (Einführungsseminar 1. Semester)
Konzepte, Praktiken und Theorien der Kunst seit 1945.
• Exkursion
La Biennale di Venezia - 56th International Art Exhibition, 09.05.–22.11.2015 Exkursion am 19.10. bis 23.10. 2015. Gemeinsam mit Olivia Jaques
Im Zentrum der Lehrveranstaltung steht die Biennale di Venezia 2015. Konkret das kuratorische Konzept von Okwui Enwezor, ausgewählte Künstler_innen-Positionen des Hauptpavillon und der Arsenale sowie exemplarische Länderpavillons. Des Weiteren wird die Biennale als Ausstellungstypus historisch und in Relation zu Konzepten anderer Grossausstellungen in Beziehung gesetzt und diskutiert.
2015
• Kunsttheorie. Seminar, Vortragsreihe und Workshops
Kunst im Spannungsfeld von Wissensproduktion - Ästhetik - Subjektivierung. Gemeinsam mit Dr. Roberto Nigro
Die gesellschaftliche Ressource "Wissen" ist wichtiger als jemals zuvor. Auch die Kunst oder zumindest die künstlerischen Praktiken, die mit dem Label Künstlerische Forschung versehen sind, werden zunehmend den Forderungen der Wissensökonomie unterstellt. Das Seminar "Politiken des Wissens" wird den Herausforderungen der "Resource Wissen" nachgehen, indem Diskurse zwischen Vertreter_innen/Kritiker_innen der ästhetischen Theorie und ästhetischen Praxis initiiert und in den Blick genommen werden.
Gäste sind u.a.: Arne Bunk, Anke Haarmann, Silvia Henke, Thomas Hippler, Katrin Mayer, Maria Muhle, Romy Ruegger, Judith Siegmund.
2014/15
• Kunsttheorie (Einführungsseminar 1. Semester)
Konzepte, Praktiken und Theorien der Kunst seit 1945.
• Kontext
Kunstdiskurs. Gemeinsam mit Franziska Koch
Diskurs kommt vom lat. discurrere: auseinanderlaufen, hin und her laufen. Wir wollen diese Bedeutung von Diskurs (im Unterschied zur logisch fortschreitenden Argumentationskette) aufgreifen und ein Kommunizieren praktizieren, das auch mittels Materialien und Referenzen argumentiert. Kunstdiskurs meint dementsprechend kein Sprechen über Kunstwerke/künstlerische Arbeiten, sondern wir wünschen, Felder und einen discurs zu eröffnen, der sich selbstreflexiv mit normativen Vorgaben des Wissens und Sprechens auseinandersetzt. Folgende Anlage setzen wir als Anfangspunkt: In der ersten Sitzung sollen alle ein Beispiel ihrer (künstlerischen-theoretischen) Praxis oder ein Material / eine Referenz, die für diese zentral ist, vorstellen. Wir werden dann gemeinsam entscheiden, mit welchen Inputs wir uns im Laufe des Semesters vertiefend befassen wollen. Parallel wollen wir Texte lesen, die es uns ebenfalls ermöglichen, uns mit den Weisen des Diskurses, seinen Implikationen, Hierarchien und Politiken zu befassen.
2014
• Theorie
Mikropraktiken. Formen des Engagements und Widerstands. Gemeinsam mit Sebastian Dieterich und Wiktoria Furrer
In einem Prozess gemeinsamen Lesens, Schreibens und Experimentierens werden im Seminar Möglichkeiten mikropolitischen Engagements und einer widerständigen Alltagspraxis ausgelotet und reflektiert. Das Seminar verfolgt einerseits das Ziel, theoretische Grundlagen zu erarbeiten, anderseits verschiedene Kulturtechniken (wie z.B. das Sehen und Gehen) auf ihr transformatorisches Potential hin zu befragen und eigene Mikropraktiken zu entwickeln. Die Fragen, die uns dabei beschäftigen werden, lauten: Wie lassen sich inkorporierte Praktiken und Routinen sichtbar machen? Und wie lassen sich neue Handlungsmöglichkeiten und Subjektivierungsweisen erfahren und im Alltag aktualisieren?
• Exkursion
Berlin Biennale 2014. Gemeinsam mit Riikka Tauriainen
Die 8. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst wird vom 29. Mai bis 3. August 2014 in den KW Institute for Contemporary Art, im Haus am Waldsee sowie in den Museen Dahlem - Staatliche Museen zu Berlin stattfinden. Eröffnet wird sie allerdings bereits am 25.1.2014 mit der Arbeit ?Crash Pad? von Andreas Angelidakis und einem Gespräch mit dem Kurator der Berlin Biennale, Juan A. Gaitán. Das Seminar setzt sich das Ziel, das kuratorische Konzept zu erfassen, die Geschichte der Berlin Biennale zu erarbeiten und die vorgesehenen künstlerischen Positionen (soweit sie bekannt gegeben werden) zu diskutieren. Im Juni (Zwischensemester) wird eine 4-tägige Exkursion nach Berlin stattfinden, die als Veranstaltung des HS 2014/15 zählen wird.
2013/14
• Kunsttheorie (Einführungsseminar 1. Semester)
Konzepte, Praktiken und Theorien der Kunst seit 1945.
• Praxis
Schreiben und Diskutieren von Textformen als Element künstlerischer Praxis und Reflexion erkunden.
Gemeinsam mit Nils Röller und Thomas Müllenbach mit Beiträgen von Elke Bippus, Gerald Raunig, Jörg Scheller, Klaus Schönberger. Schreiben ist Mittel und Zweck. Schreiben kann Mittel sein, Schreiben kann Selbstzweck sein. Schreiben erkundet, bekundet, verkündet. Schreiben geschieht. Schreiben kostet Zeit, vermittelt Zeiterfahrung. Das Praxisprojekt Schreiben besteht aus zwei Teilen.
Elke Bippus: Biografie und Schreiben als Reflexion künstlerischer Prozesse (Verbindung Theorie-Praxis)
2013
• Kunsttheorie, Kunstgeschichte
Spiele des Sichtbaren und Unsichtbaren. Kooperation mit Prof. Dr. Hanne Loreck, HfbK Hamburg
Kunst, Literatur, Wissenschaft, Philosophie u.a.m. sind diskursive und nicht diskursive Maschinen, um sehen zu machen oder sehen zu lassen, hören zu machen oder hören zu lassen, sprechen zu machen oder sprechen zu lassen. Sie errichten Sichtbarkeits- Hörbarkeits- Sagbarkeits-Regime. Aber was heisst sehen, sagen, hören? Welche besonderen Spiele des Sichtbaren und Unsichtbaren werden durch diese Wissensformen ermöglicht? Geht es in allen diesen Wissenspraxen um den Versuch, das Unsichtbare ans Licht zu bringen? Oder handelt es sich um die Produktion eines Blickes, der zeigen möchte, wie sich etwas der Sichtbarkeit entzieht? Besteht das künstlerische Tun oder die diskursive Arbeit der Philosophie darin, das Unsichtbare sichtbar zu machen, oder zu zeigen, wie unsichtbar die Unsichtbarkeit des Sichtbaren ist? Es sind Fragen, die im Mittelpunkt der künstlerischen Praxis und theoretischer Debatten stehen. Sie durchqueren die bedeutendsten Strömungen des zeitgenössischen Denkens, von der Phänomenologie zur Hermeneutik, vom Strukturalismus zum Poststrukturalismus, zu feministischen Theorien und Sprachphilosophien. Durch die Lektüre und Diskussion von klassischen und zeitgenössischen Werken (philosophische Texte, Theorien der Künste, ästhetische Theorien, Kunstwerke...) versucht das Seminar, diese Fragen in den zeitgenössischen Debatten zu situieren und auch in ihre Relevanz für theoretische und künstlerische Praktiken einer Kunsthochschule zu erörtern.
• Kulturtechnik
Lektüreseminar
Die Englisch_Gender_Lesegruppe besteht aus einem Kernteam, das sich im letzten Semester begründet hat. Zu Beginn des Semesters bestimmen wir gemeinsam, welche Texte wir lesen und diskutieren wollen. In den Sitzungen Essen wir zunächst eine Kleinigkeit und wechseln dann über zur Lektüre. Der Austausch über die Texte findet in Englisch statt. Es ist möglich, auch nur zu einzelnen Sitzungen zu kommen, wenn dies vorher mit der Kerngruppe besprochen wird.
2012/13
• Kunsttheorie (Einführungsseminar 1. Semester)
Theorien von Künstler_innen und Kunstbewegungen des 20. Jahrhunderts
Das Seminar wird sich – von Texten von Kuenstlern und Kuenstlerinnen ausgehend – mit der Kunst des 20.Jahrhunderts, d.h. ihrer Geschichte, ihren Begriffen, Verfahren und Theorien befassen. Im Zentrum stehen dabeiTaetigkeiten, Institutionen und Denkweisen, die mithilfe weiterer kunsttheoretischer Ueberlegungen zum Atelier, zurAusstellung, Theorie-Praxis, Feminismus, Kritik, Aesthetik-Politik kontextualisiert werden. DieSeminarteilnehmer_innen sind dazu angehalten, einen eigenen Text zu einem der Themen zu verfassen.
• Exkursion
dOCUMENTA (13). Gemeinsam mit Gerald Raunig, Simone Schaadt und Martina Fritschy
Der gemeinsame Besuch der d13 setzt sich das Ziel, die Ausstellungs- konzeption, das Führungsprogramm, einzelne künstlerische Positionen und ausgewählte Veranstaltungen kritisch zu reflektieren.
2012
• Theorie-Pool Master of Fine Arts (gemeinsam mit Anne Sauvagnargues, Paris)
Kunstmaschine : Sichtbarkeit, Bewegung und Technik
Die Geschichte der Kunstgeschichte und die Philosophie der Kunst konfrontieren uns damit, dass die Kunst in unserer Kultur erfunden und von der Technik getrennt wurde (z. B. bei Kant oder in der Romantik). Das Seminar möchte demgegenüber zeigen, dass Kunst, Technik und Politik unzertrennbar und zusammen zu denken sind.
Dabei werden wir drei Schwerpunkte setzen und in Relation zu zentralen Theorien diskutieren:
1. Kunst, Technologie und Sichtbarkeit
2. Bewegung und Bild
3. Vom Bewegungsbild zur Zeitbild
• Theorie
Diplomkolloquium
Das Kolloquium dient der gemeinsamen Diskussion der in Planung befindlichen künstlerischen Arbeiten für die Diplomausstellung 2012. In Auseinandersetzung mit aktueller Literatur ästhetischer Theorien, Ausstellungen und (Künstler-)Filmen werden künstlerische Anliegen und Haltungen debattiert und reflektiert. Im Rahmen von Einzelmentoraten können die schriftlich fixierten Überlegungen zur Diplomarbeit sowie deren mündliche und schriftliche Präsentation im Rahmen der Diplomgespräche und des Portfolios besprochen werden.
•Theorie. Philosophie der Kunst (gemeinsam mit Simone Schardt)
Notizbücher und künstlerisch-ästhetische Praxen. Die dOCUMENTA (13)
Die Kuratorinnen und Kuratoren der documenta-Ausstellungen perspektivieren und produzieren in ihren Konzepten die aktuelle und historische internationale Kunstgeschichte. Das Seminar wird anhand von ausgewählten Ausstellungen die Geschichte der documenta erarbeiten und sie in Relation zu anderen Großausstellungen wie die Manifesta oder die Biennale Venedig diskutieren. Durch Lektüren der Publikationsreihe "100 Notizen 100 Gedanken" sowie durch die Beschäftigung mit einzelnen künstlerischen Positionen soll die Konzeption der dOCUMENTA (13) erschlossen und debattiert werden.
•Kulturtechnik (gemeinsam mit Franziska Koch, ZHdK, Bastienne Kramer / Ulrike Möntmann GRA)
ZHDKGRAEXCHANGE. Kooperationsprojekt mit der Gerrit Rietveld Academie, NL Amsterdam (GRA)
Anliegen des Moduls ist es, eine Struktur zu entwickeln, die es den Teilnehmenden ermöglicht, sich Kriterien für ihre künstlerische Haltung und Urteilskraft zu erarbeiten und sich von unbewussten Vorannahmen zu emanzipieren. Dies soll im kritischen Diskurs geschehen, der einerseits das Verhältnis von Theorie und Praxis und andererseits seine Präsentationsweise mitreflektiert. In dem Kooperationsprojekt mit der Gerrit Rietveld Academie (Amsterdam) geht [es] darum, etwas hervorzubringen, das zwischen den Ideen geschieht und das man nicht benennen kann. Man muss vielmehr ständig versuchen, ihm eine Farbe, eine Form, eine Intensität zu geben, die niemals sagt, was sie ist." Michel Foucault beschreibt diese Tätigkeit als "Lebenskunst" oder als Suche "nach einer Ästhetik der Existenz". Diese Suche geschieht in Auseinandersetzung mit einer Anzahl von Regeln, Stilen, Konventionen. In dem Kooperationsprojekt zwischen dem Kontextmodul "Kunstdiskurs" und dem "Theorie/Praxis Auftrag" der GRA wird versucht, die eigene künstlerische Praxis in ihrer Verbindung zu "Technologien der Beherrschung" und zu "Technologien des Selbst" zu reflektieren. Das Kooperationsprojekt nimmt deshalb seinen Ausgang in der Lektüre und Durchdringung eines Texts von Michel Foucault.
Programm (Kurzfassung) Gemeinsame Lektüre und Diskussion von Foucaults Text Einführung zur Kooperation und textuellen Referenz (in Zürich gemeinsam mit den Teilnehmenden der GRA) 1 Woche gemeinsame Arbeit in Zürich mit Präsentation der Ergebnisse 1 Woche gemeinsame Arbeit in Amsterdam mit Präsentation der Ergebnisse.
2011/12
• Kontext
Kunstdiskurs. Gemeinsam mit Franziska Koch und Nine Budde
Anliegen des interdisziplinären Moduls ist es, eine Struktur zu entwickeln, die es den Teilnehmenden ermöglicht, sich Kriterien für ihre künstlerische Haltung und Urteilskraft zu erarbeiten und sich von unbewussten Vorannahmen zu emanzipieren. Dies soll im kritischen Diskurs geschehen, der einerseits das Verhältnis von Theorie und Praxis und andererseits seine Präsentationsweise mitreflektiert und z.B. danach fragt, wie Bilder gezeigt, wie welche Texte gelesen werden, oder welche Orte der Auseinandersetzung möglich und notwendig sind. Folgende Anlage ist Ausgangspunkt: Eine Gruppe von Studierenden stellt eine künstlerische Arbeit, eine Idee oder ein Thema ins Zentrum und kontextualisiert diese/s kunstgeschichtlich, gesellschaftspolitisch und ästhetisch-philosophisch. Im Plenum werden diese Kontextualisierungen durchdrungen und debattiert.
• Kunsttheorie. Philosophie der Kunst
Kunstbewegungen, Kunstbegriffe, Ausbildungskonzepte nach 1945
Das Seminar wird sich v.a. der Kunst des 20. Jahrhunderts ihrer Geschichte, Begriffe, Verfahren und Theorien annähern, indem einerseits die Kunst und das Denken der historischen Avantgarde, der Neoavantgarde und Transavantgarde behandelt werden und andererseits anhand von Künstler_innen-Texten Themen diskutiert werden wie Kunst und Politik, Kunst und Biographie, Kunst und Pop-Musik, Theorie und Praxis, Feminismus.
• Theorie
Biennale di Venezia: Exkursion nach Venedig zur 54. Biennale
Im Zentrum der Lehrveranstaltung steht die 54. Biennale di Venezia 2011 mit ihrer Themenausstellung "ILLUMInazioni", den verschiedenen Länderpavillons und den dort vertretenen KünsterlerInnen-Positionen sowie das Projekt des Schweizer Pavillons_Teatro Fondamenta Nuove Chewing the Scenery" und ein Vortrag von Judith Butler.
2011
• Mentorate
Betreuung der schriftlichen Arbeit von Diplomand_innen des Master of Arts in Fine Arts
• Pool II : Master of Arts in Fine Arts
Praxen der Verkörperung. Gemeinsam mit Christoph Brunner.
Aktuell erhalten solche ästhetischen Produktionen Aufmerksamkeit, die Vorstellungen eines kritischen, subversiven, revolutionären Handelns und Denkens verkörpern. Wir befassen uns mit dem Begriff der "Verkörperung" anhand visueller, sprachlicher und performativer Verfahren, um das (in-)formierende und ephemere solcher kritisch ästhetischer Produktionen hervorzuheben. Dabei geht das Seminar in Konzeption und Verfahren grundlegend von dem komplexen und verschlungenen Verhältnis zwischen Theorie und Praxis aus.
Anliegen ist es, in Lektüren und Betrachtungen die Beziehung zwischen Praxis - Theorie - Verkörperung in Hinblick auf die eigene Produktion und Reflexion kreativ einsetzen zu können.
• Kontext interdisziplinär : Kunstdiskurs (Hauptstudium)
Theoretisierungen und Kontextualisierungen von Praxen der Kunst. Gemeinsam mit Franziska Koch, Nine Budde.
Anliegen des Moduls ist es, eine Struktur zu entwickeln, die es den Teilnehmenden ermöglicht, sich Kriterien für ihre künstlerische Haltung und Urteilskraft zu erarbeiten und sich von unbewussten Vorannahmen zu emanzipieren. Dies soll im kritischen Diskurs geschehen, der einerseits das Verhältnis von Theorie und Praxis und andererseits seine Präsentationsweise mitreflektiert und z.B. danach fragt, wie Bilder gezeigt, wie welche Texte gelesen werden, oder welche Orte der Auseinandersetzung möglich und notwendig sind.
Folgende Anlage ist Ausgangspunkt: Eine Gruppe von Studierenden stellt eine künstlerische Arbeit, eine Idee oder ein Thema ins Zentrum und kontextualisiert diese/s kunstgeschichtlich, gesellschaftspolitisch und ästhetisch-philosophisch. Im Plenum werden diese Kontextualisierungen durchdrungen und debattiert.
• Theorie (Diplomand_innen, Bildende Kunst)
Lektüren und Debatten: Theoretische Reflexionen zwischen Planung und Durchführung der Diplomarbeit
Arbeitsgespräche und Lektüren über kunsttheoretische, inhaltliche und formale Aspekte der künstlerisch-praktischen Diplomarbeit, ihrer theoretischen Darstellung im Portfolio und der Diplomprüfung. Im Kolloquium werden die Teilnehmer_innen die für ihre künstlerische Arbeit relevanten theoretischen Positionen und Referenzen zur Diskussion stellen. Vorbereitung der Diplomprüfungsgespräche.
• Theorie (Grundstudium, Bildende Kunst)
Kunst und Wahrheit | Kunst und Politik: Lektüren von Martin Heidegger und Walter Benjamin
Mitte der 1930er Jahre erschienen zwei Artikel, in denen die bildende Kunst mit zentralen gesellschaftlichen Funktionen verknüpft wurde: Martin Heidegger publiziert seine Vorstellung vom Kunstwerk als einem welteröffnenden Geschehen, das die Wahrheit des Seienden ins Werk setzt. Walter Benjamin befasst sich mit der Funktionsveränderung der Kunst durch ihre technische Reproduzierbarkeit, die er im Kontext der "Ästhetisierung der Politik" durch den Faschismus und der "Politisierung der Kunst" im Kommunismus diskutiert. Im Seminar werden diese beiden Texte in Auszügen gemeinsam gelesen und in Auseinandersetzung mit künstlerischen Praxen der Entstehungszeit der Texte reflektiert.
2010/11
• Theorie interdisziplinär (Hauptstudium)
Queer und Feminismus. Gemeinsam mit Gerald Raunig.
Das interdisziplinäre Modul soll einen Überblick über die relevantesten Stränge feministischer und queer-feministischer Theorie- und Kunstpraxen geben. Einerseits wird damit in die feministische Politik vor allem der letzten 150 Jahre
eingeführt, von den Frauen der Pariser Commune und den Soufragetten über die zweite Frauenbewegung bis zu heutigen feministischen Positionen der Intersektionalität, der Interdependenz und der Queer Studies. Andererseits wollen wir diese Tour de Force überlagern und durchbrechen mit der Diskussion visueller und performativer Kunstpraxen, die sich selbst als feministisch und/oder queer verstehen.
• Kontext interdisziplinär : Kunstdiskurs (Hauptstudium gemeinsam mit Franziska Koch)
Aufteilungen und Verschränkungen von Praxen der Kunst
Anliegen des Moduls ist es, eine Struktur zu entwickeln, die es den Teilnehmenden ermöglicht, sich Kriterien für ihre künstlerische Haltung und Urteilskraft zu erarbeiten und sich von unbewussten Vorannahmen zu emanzipieren. Dies soll im kritischen Diskurs geschehen, der einerseits das Verhältnis von Theorie und Praxis und andererseits seine Präsentationsweise mitreflektiert und z.B. danach fragt, wie Bilder gezeigt, wie welche Texte gelesen werden, oder welche Orte der Auseinandersetzung möglich und notwendig sind. Folgende Anlage ist Ausgangspunkt: Eine Gruppe von Studierenden stellt eine künstlerische Arbeit, eine Idee oder ein
Thema ins Zentrum und kontextualisiert diese/s kunstgeschichtlich, gesellschaftspolitisch und ästhetisch-philosophisch. Im Plenum werden diese Kontextualisierungen durchdrungen und debattiert.
• Theorie (Grundstudium, Bildende Kunst)
Kunstbewegungen, Kunstbegriffe, Ausbildungskonzepte nach 1945
Anhand von visuellen und diskursiven Manifestationen zentraler Kunstbewegungen nach 1945 werden Kunstbegriffe vorgestellt, in ihren jeweiligen historischen Kontextualisierungen diskutiert und in Beziehung gesetzt zu künstlerischen Ausbildungskonzepten.
Behandelt werden Arbeiten und/oder Texte von:
Marcel Duchamp, CoBrA: Constant , Asger Jorn, Henry Lefebvre, Abstrakter Expressionismus: Clement Greenberg, Barnett Newman, Serge Guibault, Fluxus, Happening: Robert Filliou, Allan Kapro, Situationistische Internationale
Conceptual Art: Daniel Buren, Joseph Kosuth, Sol LeWitt, Baldessari, Dan Graham, Institutionskritik, feministische Kunst: Adrian Piper, Martha Rosler, Andrea Fraser, Andrea Geyer, John Miller.
2010
• Kulturtechnik (Hauptstudium, gemeinsam mit Irene Weingartner)
Performance
Im Mittelpunkt der Lehrveranstaltung stehen kunsthistorische Beispiele der Performancekunst, ihrer Vorläufer sowie? aktuelle Tendenzen performativer Kunst. Das Seminar wird sich an die Veranstaltung Act 2010 (siehe Angebot Franziska Koch) andocken und dort entstehende Performances diskutieren und reflektieren.
• Theorie: Kunstphilosophie / Kunstgeschichte (Grundstudium; Bildende Kunst)
Repräsentationskritik: Bildliche Visualisierungen als Darstellung und Vertretung
Was zeigen Bilder? Was konstruieren sie? Im Seminar wird der Begriff der Repräsentation in seiner doppelten Bedeutung? von Vertretung und Darstellung vorgestellt. Er wird einerseits mit zentralen Bildtheorien und Beispielen der Geschichte der? Kunst in Beziehung gesetzt und andererseits mit aktuellen aktivistischen und künstlerischen Strategien, die eine Kritik der? ästhetischen wie der politischen Repräsentation betreiben.
•Theorie: Kunstphilosophie / Kunstgeschichte (Hauptstudium)
Performance – Performanz – Performativität
Zentraler Teil dieser Lehrveranstaltung ist die Lektüre von Schlüsseltexten zur Performance und Performativität. Der Kurs steht in Korrespondenz zum Modul Kulturtechnik.
Texte u.a.: Mieke Bal, Performanz und Performativit?t / Oskar Bätschmann, Der Künstler als Erfahrungsgestalter / Judith Butler, Das Unbehagen der Geschlechter (Auszüge) / Erika Fischer-Lichte, Ästhetik des Performativen / Dieter Mersch, Life-Acts. Die Kunst des Performativen und die Performativität der Künste.
2009
• Theorie: Kunstphilosophie / Kunstgeschichte (Hauptstudium)
Performance und Performanz. Gemeinsam mit Irene Weingartner.
Während „Performance“ – zumindest im Feld der Kunst – mehr oder weniger klar als eine situationsbezogene, handlungsbetonte und vergängliche künstlerische Darbietung eines Performers oder einer Performancegruppe bestimmt werden kann, fällt die Bestimmung der Bedeutung von „Performanz“ sehr unterschiedlich aus, je nach dem ob die Antwort aus der Sprachphilosophie, Linguistik, der Theaterwissenschaft oder Medienwissenschaft kommt. Allerdings ist festzustellen, dass die Handlung, die Inszenierung, die Verkörperung oder die Aufführung zentrale Aspekte sind. Im Seminar werden Theorien der Performanz sowie kunst- und theatergeschichtliche Beispiele der Performance im Mittelpunkt stehen. Das Interesse richtet sich auf die mit den Begriffen verknüpfte Auffassung von ›Kultur‹ als ein Wechselverhältnis von Ent- und Verkörperungspraktiken.
• Theorie: Kunstphilosophie (Grundstudium, Bildende Kunst)
Repräsentationskritik: Bildliche Visualisierungen als Darstellung und Vertretung
Was zeigen Bilder? Was konstruieren sie? Im Seminar wird der Begriff der Repräsentation in seiner doppelten Bedeutung von Vertretung und Darstellung vorgestellt. Er wird einerseits mit zentralen Bildtheorien und Beispielen
der Geschichte der Kunst in Beziehung gesetzt und andererseits mit aktuellen aktivistischen und künstlerischen Strategien, die eine Kritik der ästhetischen wie der politischen Repräsentation betreiben.
• Kulturtechnik (Hauptstudium)
Paradoxien des Widerstands (Gast: Beate Schlingelhoff)
Mit seinen Thesen zu Kunst und Politik avancierte Jacques Rancière in den letzten Jahren zum Lieblingstheoretiker der aktuellen Kunst. Rancière attestiert der Kunst eine politische Wirksamkeit und denkt sie zugleich im kulturgeschichtlich begründeten autonomen künstlerischen Raum. Im Zentrum des Seminars stehen kunstphilosophische Theorien und kunstgeschichtliche Beispiele ästhetischer Widerstandsformen sowie die Reflexion einer Politik der Ästhetik heute
•Praxis (gemeinsam mit Eran Schaerf, Mediale Künste)
Offenes Format. Synchronität von Denkpraktiken
Im Seminar steht die eigene künstlerische Praxis in ihrer Entwicklung und im Tun im Zentrum. Jede_r der Teilnehmer_innen veranstaltet jeweils eine Sitzung des Seminars (Spielregel 1). Die Sitzung enthält ein Beispiel aus der eigenen Praxis (eine Arbeit, die es gibt oder geben könnte) und ein Beispiel (ein Text, ein Film, ein Kunstwerk, ein Song, usw.), das im Entstehungskontext der eigene Arbeit eine Rolle gespielt hat oder spielen wird; beide Beispiele werden im Rahmen der Sitzung vor- bzw. ausgestellt bzw. aufgeführt bzw. angeschaut bzw. gelesen bzw. gehört (Spielregel 2). Die dritte und letzte Spielregel betrifft eine inszenierte Korrespondenz: eine_r weitere_r Teilnehmer_in bereitet sich mit Fragen auf die Sitzung vor (das Format der Fragen und ob ein weiteres Werk, Text, Film, Sprache usw. einbezogen wird bestimmt die_er Korrespondent_in mit).
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