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Haben Sie auch schon daran gedacht, sich im Wald zu verstecken? Dem modernen Leben, der Hektik und dem Lärm, den Smartphones und der ständigen Erreichbarkeit zu entfliehen? Medienberichten zufolge sind Ihre Chancen, der Industriegesellschaft zu entkommen, am grössten im Grenzgebiet von Bolivien, Peru und Brasilien an den Ufern des Flusses Madre de Dios. Dort wird ein Grossteil der bis zu 100 isolierten Völker der Erde vermutet, die bis heute keinen oder nur rudimentären Kontakt mit der globalisierten Gesellschaft hatten.
Allerdings kommt es dort vermehrt zu Zwischenfällen, seit die Strassenverbindung «Interoceánica Sur» – gebaut von einem brasilianischen Konsortium mit chinesischem Geld – den Pazifik mit dem Atlantik verbindet. Die ganzjährig befahrbare Asphaltpiste bringt Siedler und Goldgräber in die abgelegene Region. Indigene Volksgruppen geraten auf der Flucht vor der Invasion mit anderen Völkern in Konflikt, wenn sie in deren Gebiet eindringen. Die peruanische Regierung wiegelt ab und verspottet Umweltschützer, die Lebensweise der Indianer zu idealisieren. Forscher hingegen vermuten, die kürzlich erstmals beobachteten Mashco-Piro-Indianer seien Nachkommen der 1894 von Kautschukhändler Carlos Fermín Fitzcarrald unter massivem Blutvergiessen vom Amazonas vertriebenen Menschen. Sie sehen, wer sich dauerhaft der «Zivilisation» entziehen will, braucht Durchhaltevermögen!
John Micelli