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Die Schwarze Madrisa – Gefahr und Verlockung
Die Schwarze Madrisa hauste ebenfalls auf der Madrisa, wie die schöne Jungfrau Madrisa. Jedoch war die Schwarze Madrisa nicht so hilfsbereit und gutmütig wie die Madrisa selbst, denn überall, wo die Schwarze Madrisa auftauchte, geschah etwas Schlechtes. Kam sie auf eine Alp, erkrankten die Kühe und die Sennen fühlten sich bedrückt und traurig. Die armen Sennen, die auf der Alp hausten, wussten nicht mehr weiter und holten sich Rat beim Mönch Jakob, der im alten Kloster hauste. Der riet ihnen: «Hängt überall Kreuze hin und ruft jeden Morgen und jeden Abend einen Alpsegen aus, denn die Schwarze Madrisa gehört zum Bund des Teufels.» Das taten die Sennen dann auch und hatten lange Zeit Ruhe vor der Schwarzen Madrisa. Doch eines Tages ging ein junger, gutaussehender Jäger auf die Jagd. Da erblickte er eine schöne schwarze Gämse und folgte ihr. Als er in Schussdistanz war, drückte er ab. Doch als er sich näherte, war die schwarze Gämse verschwunden und an derselben Stelle stand nun eine schöne, ganz in schwarz gekleidete Frau. Sie lockte ihn in eine dunkle, schwarze Höhle. In der Höhle umwarb die Schwarze Madrisa den Jüngling und versprach, ihm zu zeigen, wie man Kugeln herstelle, welche beim Jagen nie das Ziel verfehlen. Aber zuerst müsse der Jäger mit ihr den schwarzen Bund der Ehe eingehen. Nun wurde dem Jäger klar, mit wem er es zu tun hatte und er gab als Antwort, dass er zwei Tage Bedenkzeit brauche. Er hastete hinunter ins Dorf, um erneut Rat beim Mönch Jakob zu holen. Der riet ihm: «Nimm ein Kreuz, halte es vor die Augen der Schwarzen Madrisa und sprich die drei höchsten Namen laut aus.» Der junge Jäger kehrte zwei Tage später in die dunkle Höhle zurück und tat, was der Mönch Jakob ihm aufgetragen hatte. Die Schwarze Madrisa schrie und flüchtete tiefer in die Höhle hinein. Kurz darauf zogen tiefschwarze Wolken über dem Berg auf, in welchem die Schwarze Madrisa hauste. Es begann zu blitzen und zu donnern. Mit dem Gewitter verfärbte sich der Berg für immer schwarz und wird heute noch die Schwarze Madrisa genannt.