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Der Schweizer Jura erstreckt sich in einem halbmondförmigen, rund 300 km langen Bogen von Zürich bis Genf. Mit seinen weiten Hochebenen, stillen Tälern, eindrücklichen Klusen und der wundervollen Natur ist dieses junge Faltengebirge zum Velofahren wie gemacht.
Wer ein stetes Auf und Ab sowie wildere, einsamere Landschaften mag, liegt mit Touren wie der Route Verte, der Jura-Route oder dem Arc Jurassien im westlichen Teil des Juras genau richtig. Hier, entlang der Landesgrenze zu Frankreich, ziehen sich die Hochplateaus und Täler des Juras von Delémont im Norden bis fast vor die Stadt Genf im Süden.
Soll sich die Veloreise jedoch etwas gemütlicher präsentieren, flacher verlaufen und nicht zu weit von der Anbindung ans Schweizer Mittelland liegen, so bieten sich Touren am südöstlichen Rand des Juras wie die Mittelland-Route und die Route Jura Südfuss an. Letztere eignen sich gut für Familien mit Kindern.
Die Bergkette Jura zieht sich über 300 km von Zürich bis an den Genfersee durch den gesamten Kanton Jura. Das sogenannte Faltengebirge des Jura erstreckt sich tief in das französische Staatsgebiet, weshalb man auch zwischen dem "Französischen Jura" und dem "Schweizer Jura" unterscheiden kann.
Der im Westen der Schweiz gelegene Jura zeichnet die natürliche Grenze zu Frankreich. Er bildet eine der drei geografischen Zonen der Schweiz. Zwischen dem Jura im Westen und den Alpen im Osten befindet sich das schweizerische Mittelland.
Einige der grössten Seen der Schweiz, der Genfersee, der Bielersee und der Neuenburgersee, liegen am Fuss des Juras. Der 1607m hohe Chasseral bildet das Wahrzeichen der Region, während der Monte-Tendre im Kanton Waadt mit 1679m der höchste Punkt des Jura ist.
Das Jura Gebirge liegt deutlich tiefer als beispielsweise die Alpen, daher sind die Temperaturen bereits im Frühling und bis in den tiefen Herbst hinein für eine Reise geeignet. Eine Velotour in der Gegend bietet sich perfekt an, um in den Frühling zu starten oder, um den Sommer bis tief in den Oktober ausklingen zu lassen.
Während es im Mittelland heiss wird in den Sommermonaten, bleiben die Temperaturen im Jura Gebiet angenehm.
Die Mittelland-Route von Solothurn nach Yverdon-les-Bains ist für Familien wie gemacht. Auf nahezu autofreien Radwegen führt sie entlang von Flüssen und Seen, die immer wieder zu einem Picknick oder einem erfrischenden Bad einladen. Auf der 6-tägige Veloreise kommen Sie an hübschen Altstädten, Naturparks und sogar zu einer Storchensiedlung vorbei.
Tourencharakter
Die Route verläuft weitgehend flach durch das Schweizer Mittelland und eignet sich ausgezeichnet für Familien-Velotouren mit Kindern. Beinahe autofrei fahrt ihr auf naturbelassenen Feld- und Waldwegen.
Ein letztes Glacé im Barockstädtchen Solothurn direkt an der Aare, dann geht’s los mit der Familienvelotour. Zuerst radeln Sie immer dem Fluss entlang und topfeben durch das Naturschutzgebiet Grenchner Witi im Schwemmland der mäandernden Aare.
Schon bald ist lautes Klappern von Störchen zu hören. Es kündigt die Storchensiedlung Altreu an, wo seit 1948 Störche zu Hause sind. Rund dreissig Storcheneltern brüten in den Horsten auf Bauernhausdächern. Sie beäugen neugierig die radelnden Familien, als wollten sie diese herzlich empfangen.
Haben Sie nach dieser Tagesetappe noch nicht genug Vögel gesehen? Dann sei Ihnen ein kleiner Abstecher zu einem Beobachtungsturm für Vogelliebhaber an einem nahen Seitenarm der Aare empfohlen, bevor Sie und Ihre Lieben am Abend müde ins Strohlager auf einem charmanten Bauernhof sinken.
Die Velotour durchquert das Seeland, ein wichtiges Gemüseanbaugebiet und die Kornkammer des Landes. Vor rund hundert Jahren wurde die Aare durch den Bau des Nidau-Büren-Kanals gezähmt, die einstige Sumpflandschaft trockengelegt und zu Agrarland umgestaltet.
Nun radeln Sie dem glitzernden Bielersee entlang, an dessen Ufer Strandbäder zum Verweilen und in hübschen Dörfern Restaurants zur Einkehr einladen. Auf direktem Weg oder, etwas anstrengender über den aussichtsreichen Hügel Mont Vully, führt Sie die Tour nach Murten.
Sicher bleibt am Ende dieser Etappe Gross und Klein noch genügend Energie, um auf der gut erhaltenen Stadtmauer um die Altstadt zu spazieren und aus der Vogelschau das Leben in den Gassen zu beobachten. Wie das Leben im Mittelalter hier wohl ausgesehen hat?
Vom Murtensee strampeln Sie nun hinüber an den Neuenburgersee mit seinen weiten Schilfgürteln und hübschen Fischerdörfern. Geschichtlich geht es nun vom Mittelalter, das gerade Thema war, in die Steinzeit. Dorthin zurück versetzt Sie die Pfahlbausiedlung in Gletterens mit ihren Behausungen aus der Steinzeit, die mit originalen Materialien nachgebaut wurden. Ganz in der Nähe waren Spuren eines rund 6000-jährigen Pfahlbaudorfes gefunden worden.
Auf Ihrer Tour liegt das Städtchen Estavayer-le Lac mit seinem pittoresken Altstadtkern und den roten Dächern. Bis zum Ziel Yverdon-des-Bains ist es nicht mehr weit, doch wer hätte Eile? Unterwegs lässt es sich gut verweilen. Da locken etwa der lange Sandstrand von Yvonand zu einem Badeplausch und der 40 km lange Sumpf- und Schilfgürtel am Südende des Sees zu einem Besuch.
In Grande Cariçaie, diesem grössten Feuchtlandschaft-Schutzgebiet des Landes, leben u.a. Silberreiher, Gartengrasmücke, Haubentaucher und Eisvögel. Der Eingang zum Park liegt auf dem Anwesen Champ-Pettit, wo im prächtigen Schloss das Pro Natura Zentrum untergebracht ist. Attraktive Angebote wie Naturaktivitäten, Schatzsuchen und Workshops lassen die Zeit wie im Flug vergehen, bevor für Gross und Klein wieder auf ihre Velos steigen.
Geschichtsfans unter Ihnen dürfen kurz vor Yverdon die Menhire von Clendy nicht verpassen. Diese prähistorische Steinallee ist über 5000 Jahre alt und lieget direkt an der Veloroute. Kurz nach diesem kleines Stonehenge der Schweiz erreichen Sie Yverdon-les-Bains, das Ziel dieser Reise. Hier lässt es sich zum krönenden Abschluss in den Thermalbädern herrlich entspannen – ganz wie einst die Römer, auf die sie zurückgehen. Bloss, dass jene dabei nicht auf solch tolle Veloabenteuer zurückblicken konnten.
Wem die Familien-Version der Mittellandroute zu kurz scheint, der kann sie ganz einfach verlängern: entweder mit Start in Regensdorf statt in Solothurn oder mit Verlängerung bis nach Lausanne am Genfersee – oder beidem. Dies entspricht dann der Bummeltour-Version der Mittellandroute.
Ganz ähnlich wie die Mittellandroute verläuft die Velotour Jura Südfuss. Sie starten zu dieser 5-tägigen Veloreise im Städtchen Olten, von dem aus Sie im steten Auf und Ab den Ausläufern des Juras nach Solothurn radeln.
Bis und mit Bielersee verläuft die Jura Südfuss-Route praktisch gleich wie die Mittellandroute: Zuerst durchs Seeland, dann der Südseite des Bielersees entlang, wo Sie einen herrlichen Blick über auf die St. Petersinsel geniessen und hübsche kleine Winzerdörfern entdecken. Lüscherz und Erlach sind wahre Perlen. Eine Forelle aus dem Bielersee mit einem Gläschen Wein von den nahen Rebhängen lässt sich hier sehr empfehlen.
Tourencharakter
Eigentlich eine leichte Tour, doch die Ausläufer des Juras sind mit gelegentlichen Anstiegen verbunden. Rund um die Städte Biel, Neuchâtel und Genf muss mit Verkehr gerechnet werden, ansonsten eine landschaftlich überaus reizvolle Route auf wenig befahrenen Wegen.
Die Jura Südfuss-Route folgt nun dem nördlichen Ufer des Neuenburgersees. Neuchâtel und seiner mittelalterlichen Altstadt, dem weithin sichtbaren Schloss und der Kollegiatkirche lohnt einen Besuch. Vorbei an sonnenverwöhnten Rebbergen, hübschen Weinbaudörfern, Burgen und Schlössern führt die Route am See entlang.
Links lädt der See zum Baden, rechts über den Abhängen mit den Weinbergen thront der Felskessel Creux du Van, bestimmt die spektakulärste Formation im gesamten Jura. Seine imposante Felswand fällt steil zu den Gorges de l’Areuse ab.
In Yverdon-les-Bains treffen Sie wieder auf die Mittelland-Route, deren Familien-Version hier endet. Die Jura Südfuss-Route führt Sie weiter durch die Plaine de l’Orbe, eine vom Waadtländer Hügelland eingerahmte Ebene. In Orb lohnt es sich, die römischen Bodenmosaiken zu besichtigen, einstige Fussböden eines gallo-römischen Gutshofes aus dem Jahr 170. Wo es wieder hügelig wird, erreichen Sie Romainmôtier mit seinem ehemaligen Benediktinerkloster. Die Abteikirche nach Plänen der Kirche von Cluny gilt als eines der ältesten romanischen Bauten der Schweiz.
Sehenswert sind die Kanzel aus dem 8. Jahrhundert und die wundervolle Fresken aus dem 14. Jahrhundert im Chor der Stiftskirche. Wahrlich wie auf einem Balkon fühlen Sie sich, wenn Sie nun durch eine einsame Landschaft dem Genfersee entgegen strampeln, der sich zu ihren Füssen, pardon, zu den Rädern Ihrer Velos in seiner ganzen Pracht erstreckt. Jenseits des Sees erhebt sich das eindrückliche Panorama des Mont Blancs, mittendrin thront der mächtige Bergriesen mit seiner weissen Kuppe.
Anspruchsvoller, was die Kondition betrifft, ist die Jura-Route von Basel nach Nyon. Die Tour führt im steten Auf und Ab durch die Hügelzüge des Juras und richtet sich an sportliche Radfahrerinnen und Radfahrer. Nichtsdestotrotz ist sie mit ihren weiten Hochebenen, stillen Tälern, den mystischen Landschaften, den hohen Juratannen, mächtigen steinernen Bauernhöfen und weidenden Pferden schlicht zauberhaft. Von den fantastischen Ausblicken auf Mittelland, Alpen, Vogesen, Schwarzwald und Genfersee ganz zu schweigen.
Tourencharakter
Die Jura-Route stellt in Bezug auf Topographie etwas höhere Anforderungen und richtet sich an sportliche Radfahrer. Grössere Steigungen können in der Regel auch per Bahn oder Sessellift samt Veloverlad bewältigt werden. Wer es lieber gemächlich angeht, dem sei ein Elektrovelo empfohlen.
Nach dem Start in Basel erreichen Sie bald die ersten Ausläufer des Juras und strampeln auf den Challpass, die erste erwähnenswerte Steigung dieser Tour. Wenig später tauchen Sie in das zauberhafte, schattige Tal des idyllisch dahinfliessenden Grenzflüssleins La Lucelle ein.
Sie strampeln durch die liebliche Hügellandschaft der Ajoie, den Obstgarten und die Kornkammer der Region, und erreichen das romantische St-Ursanne am stillen Grenzfluss Doubs. Hier, am Stadttor Porte Saint-Jean, gibt Ihnen der Brückenheilige St. Nepomuk Geleit, der stoisch auf der steinernen Bogenbrücke über dem Doubs steht
Weiter geht’s in einem schweisstreibenden Aufstieg auf die Hochebene der Franches Montagnes mit dem Pferdezuchtzentrum Saignelégier, den hohen Wettertannen und geheimnisvollen Moorlandschaften. Zu den schönsten Kleinoden zählt der Naturweiher Etang de la Gruère. Ein weiterer unvergesslicher Anstieg führt auf den Mont-Soleil hinauf, zum grössten Sonnenkraftwerk der Schweiz.
Die Anlage auf dem Sonnenberg war bei ihrer Eröffnung 1992 die grösste Photovoltaikanlage Europas, 1996 wurde hier das erste Windkraftwerk der Schweiz in Betrieb genommen. Die Sonnen- und Windkraftanlagen können besichtigt werden. Genauso eindrücklich präsentiert sich vom 1289 m hohen Berg aber auch das Panorama. Vor Ihren Augen erhebt sich die Kuppe des Chasserals, dem unbestrittenen König des Berner Juras.
Nach der Stille der Freiberge führt die Tour in das pulsierende La Chaux-de-Fonds, die Metropole der Zeitmessung und Wiege der Schweizer Uhrenindustrie. La Chaux-de-Fonds mit seinem gezielt schachbrettartig angelegten Strassenmuster und den anmutigen Jugendstilbauten zählt zum UNESCO Weltkulturerbe. Es liegt auf rund 1000 m ü. M. und zählt damit zu den höchstgelegenen grösseren Städten in Europa.
Dann erreichen Sie in einsamere Regionen des Waadtlandes: Zuerst führt Sie die Route durch das Hochmoor Les Ponts-des-Martel nach Couvet und weiter ins Val-de-Travers, auf den Spuren der Grünen Fee. Ob sie Ihnen ihr Absinthgeheimnis verrät? Vielleicht nippen Sie an der Bitterspirituose aus bitteren Kräutern, die traditionell mit Wasser vermischt getrunken wird, und stellen erstaunt fest, dass sie kaum bitter schmeckt.
So birgt manche Spezialität in dieser mystischen Gegend ihr Geheimnis. Nicht, dass Sie etwa zu viel an der Grünen Fee genippt hätten, nein: Das Val-de-Travers, das «querliegende» Tal, liegt tatsächlich quer zu den anderen Tälern. Bekannt sind Ste-Croix und L’Auberson für die Herstellung von Spieldosen und Musikautomaten.
Bei Vallorbe lohnt ein Abstecher in die Tropfsteinhöhlen mit ihren faszinierenden Stalagmiten und Stalaktiten. Höhenmeter gilt es einmal mehr beim Aufstieg auf den Dent de Vaulion bei Vallorbe zu bewältigen, über den Sie in das stille Hochtal Lac de Joux rollen. Auf über 1000 m ü. M. gelegen, gilt es als Bergtal, der gleichnamige See als Bergsee. Ein Sprung in den See gefällig, der wie eine seichte, langgezogene Pfütze im flachen Talgrund liegt? Welch willkommene Abkühlung! Jetzt fehlt nur noch ein Picknickt mit einem würzigen lokalen Vacherin. Erfrischt und gestärkt radeln Sie danach dem Ufer entlang weiter.
Sie haben es geahnt: Obwohl der Genfersee naht, gilt es noch weitere Aufstiege zu bewältigen. Etwa jenen auf den Col du Marchairuz. Fast bleibt einem bei Ankunft auf der Passhöhe die Luft weg. Nicht so sehr wegen der Anstrengung des Aufstiegs –Sie haben Ihr Tempo bestimmt gut eingeteilt –, als vielmehr wegen der sensationellen Aussicht über das Mittelland auf die Alpen.
Wenn Sie sich sattgesehen haben, schenken Sie unbedingt der nahen Umgebung im zauberhaften Parc Jura Vaudois etwas Aufmerksamkeit: kunstvolle Steinmäuerchen und unzählige Ameisenhaufen muten wie Kunstwerke an. Weiter charakterisieren Weiden, Dolinen, Moore und Karstfelsen den wunderschönen, 1973 gegründeten Naturpark, in dem sich der Col du Marchairuz befindet.
Schliesslich folgt als Dessert der Tour eine lange Abfahrt durch Reben und hübsche Winzerdörfer, und plötzlich kommt Ihnen nach all den Anstrengungen Velofahren so leicht vor wie fliegen. Fast ohne jede Anstrengung rollen Sie auf Ihrem Velo dem Ziel Nyon entgegen, vor Augen das traumhafte Panorama mit dem Genfersee und den französischen Alpen.
Die Route Verte führt entlang dem Jurabogen von Schaffhausen nach Genf und durchquert dabei mehrere Naturparks. So entspannt es sich zwischen den langgezogenen Hügelzügen fährt, so anstrengen ist es, sie zu überqueren. Und das passiert nicht selten.
Um diese anspruchsvolle, aber wunderschöne Route Verte in vollen Zügen geniessen zu können, empfiehlt es sich, sie mit dem E-Bike zu fahren. Der mittlere Abschnitt der 8-tägigen Reise entspricht in etwa der Jura-Route, weshalb an dieser Stelle nur Anfang und Schluss der Route Verte beschrieben werden.
Tourencharakter
Eine fordernde Tour entlang der Hügelkette des Juras. Die Touren führen weitgehend auf wenig befahrenen Nebenstrassen. Nur in den urbanen Zentren ist mit etwas mehr Verkehr zu rechnen. Wegen der teils konditionell anspruchsvollen Anstiege empfehlen wir, die Tour mit einem Elektrovelo in Angriff zu nehmen. Die Route Verte führt meist auf signalisierten Routen des Velolands Schweiz. In den Kantonen Jura, Neuenburg und Waadt ist die Orientierung einfach, davor werden mehrmals täglich die Routen gewechselt.
Die Reise startet im Regionalen Naturpark Schaffhausen mit dem weltberühmten Rheinfall. Weinberge, Wiesen, Wälder und schmucke Dörfer prägen auf diesem ersten Abschnitt das Bild, der Rhein ist auf diesem Abschnitt ein sporadischer Begleiter. Später, im Jurapark Aargau, übergibt er an seine «Kollegen», die Flüsse Reuss, Aare und Limmat. Am Wasserschloss der Schweiz am Südrand des Juras treffen die drei Gewässer bei Vogelsang eindrücklich aufeinander, bevor sie vereint als Aare in den Rhein fliessen.
‚Vor lauter Wasser den Baum nicht sehen?‘ könnte man hier fragend mahnen. Denn die 800-jährige Linner Linde sollten Sie trotz der Faszination der Flüsse auf keinen Fall verpassen. Ihr stolzer Stammumfang von 11 Metern macht sie zur mächtigsten Aargauerin – unter den Bäumen. Baumstämme spielen auch auf den nächsten Kilometern der Route Verte eine Rolle, radeln Sie doch im Jurapark Aargau durch eine liebliche, von Hochstammplantagen geprägten Landschaft. In Liestal, dem Hauptort des Kantons Basel-Landschaft, lohnt ein Besuch der kleinen, aber schmucken Altstadt, bevor Sie sich an den Aufstieg auf den Oberen Hauenstein machen und alsdann hinab in den waldreichen Naturpark Thal sausen.
Der Holzweg ist die meistbesuchte Attraktion des Naturparks Thal. Vom lokalen Künstler Sammy Deichmann erschaffene Installationen im Wald lassen Sie das Thema Holz mit allen Sinnen erfahren. Eine Klanginstallation etwa lässt sie das Material Holz über das Gehört erfahren: Sie gehen über einen Steg, über dem sich ein Himmel von hängenden roten Holzpfählen erstreckt wie ein dichter Vorhang. Beim Hindurchschreiten geraten die hängenden Hölzer in Bewegung und erzeugen wundersame Klänge, die sich im Wald verlieren.
Faszinierend auch das alte Stück Römerstrasse mitten im Wald. Ein Plattenweg, auf dem die schweren Ochsen- und Pferdekarren einst tiefe, heute noch sichtbare Furchen hinterlassen haben. Schliesslich passieren Sie Klusen mit senkrechten Wänden, steigen stetig aufwärts Richtung Passwang und Sprachgrenze, erreichen den Kanton Jura und etwas später seine Hauptstadt Delémont.
Unweit von Delémont liegt St-Ursanne. Die Strecke via Saignelégier, Couvet, Ste-Croix und Lac de Joux bis Col du Marachairuz entspricht jener der Jura-Route. Nur gerade der Schlussabschnitt bis zum Genfersee verläuft ein kleinwenig anders: Das Ziel der Route Verte liegt nicht in Nyon, sondern in Genf, wo der Jet d’Eau mit seiner weithin sichtbaren Wasserfontäne Sie gebührend empfängt.
Dir viertägige Velotour Arc Jurassien bewegt sich zum grossen Teil auf Abschnitten der beiden beschreibenen Touren Jura-Route und Route Verte und wird darum hier nicht eigens ausgeführt. Erwähnt sein sollen aber zwei Kleinode, die auf der Tour Arc Jurassien einzigartig sind. Etwa der Lac des Taillères im Hochtal Vallée de la Brévine im Neuenburgerjura, wo die Tour Arc Jurassien beginnt. Wie gemalt liegt er in einer Landschaft aus Wiesen und Wäldern. Wolken spiegeln sich in seinem tiefen Blau und legen sich, als Spiegelbild, sanft um grünes Schilf.
Tourencharakter
Die regionale Veloland-Route Arc Jurassien überwindet zwei Juraketten. Ständiges Auf und Ab kommt daher nicht überraschend und fordert gute Grundkondition. Landschaftlich abwechslungs- und aussichtsreich. Ein wahrer Geheimtipp!
Quelle und Abfluss des Sees liegen unterirdisch. Im Sommer kann man hier baden, im Winter friert der See zu. Kein Wunder. Unweit von diesem malerischen Flecken Schweiz liegt La Brévine, der kälteste Ort der Schweiz. Was für ein Szenenwechsel am Ende der Tour, wenn die Jurahügel ausklingen und Sie durch das liebliche Frenkental rollen, das im Frühling von unzähligen blühenden Kirschbäumen in ein weisses Blütenmeer verwandelt wird. Auch diese Tour beinhaltet viele Steigungen und richtet sich an Velofahrerinnen und Velofahrer mit einer guten Grundkondition. Das E-Bike ist auch auf der Tour Arc Jurassien eine angenehme Alternative.