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| Hippolytus von Rom († um 235) - Widerlegung aller Häresien (Refutatio omnium haeresium)

Buch VII.
20.
Basilides also und Isidor, sein leiblicher Sohn und sein Schüler, behaupten, Matthias habe ihnen Geheimlehren mitgeteilt, die er vom Heiland bei Spezialunterweisungen gehört habe. So sehen wir, wie offen Basilides im Verein mit Isidor und der ganzen [S. 199] Sippschaft nicht etwa nur den Matthias verleumdet, sondern auch den Erlöser selbst. „Es war“, sagt er, „als nichts war, aber auch das Nichts war nichts Existierendes, sondern es war einfach und ohne Hintergedanken und Sophisma absolut nichts. Wenn ich aber 'Es war' sage, sage ich nicht, daß es war, vielmehr um kund zu tun, was ich aufzeigen will, sage ich, daß absolut nichts war. Dieses sogenannte Nichts ist nicht ganz unaussprechlich, denn wir nennen es doch unaussprechlich, jenes (das wirklich Unaussprechliche) aber können wir nicht einmal so nennen. Denn das, was nicht einmal 'unaussprechlich' ist, wird nicht unaussprechlich genannt, sondern es entzieht sich jeder Namengebung. Nicht einmal für die Welt genügen die Namen, so vielfältig ist sie; ihrer sind zu wenig; auch kann ich nicht für alles die richtigen Namen finden, sondern man muß aus den Namen1 der benannten Dinge ihr Wesen, ohne daß es zum Ausdruck kommt, erkennen. Der Gleichklang der Worte hat Verwirrung und sachliche Verwechslungen verschuldet.“ Dies nehmen sie als erstes Plagiat und erste Unterschlagung vom Peripatos und täuschen die Unverständigen, die sich um sie scharen. Denn Aristoteles, der um viele Generationen älter ist als Basilides, hat in seinen Kategorien2 die Abhandlung über die Homonyme verfaßt, und nun posaunen sie die Sache als ihr Eigengut aus und als etwas Neues und als eine von den Geheimlehren des Matthias.
1: Gö.
2: Kategorien 1 S. 1a, 1 ff.