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105 cm
Yoruba
Nigeria
Holz
- deutsche Privatsammlung, Berlin. - Galerie Walu, Zürich.
Ohne Sockel / without base
40,000.00 CHF
60,000.00 CHF
Diese Skulptur aus der Werkstatt des Olówè von Isè, dem bekanntesten unter den grossen Meistern der Yoruba-Schnitzkunst.
Dargestellt ist eine Priesterin mit Entourage – weitere Forschungsergebnisse stehen aus.
Olówè von Isè (1875-1938)
Anonyme Schnitzer, die für ihre Werke weder Ruhm noch Bewunderung ernten. Künstler, die Formen und Stile ihrer Werke nur innerhalb starrer Vorgaben ausarbeiten und undatierbare Objekte für den Eigenbedarf produzieren – diese und andere teils romantisch verklärte Annahmen prägen auch heute noch ein weit verbreitetes Bild über das Wesen afrikanischen Kunstschaffens.
Tatsächlich fertigten jedoch auch in Afrika für ihre Fähigkeiten hoch geschätzte Künstler Auftragsarbeiten und sie waren namentlich bekannt. Die Ästhetik von Kunstwerken wurde diskutiert und stilistische Innovationen waren nicht verpönt. Ein Musterbeispiel für diese Dynamik innerhalb der afrikanischen Kunst sind das Leben und Werk des bedeutenden Yoruba-Künstlers Olówè von Isè, geboren ca. 1875, gestorben ca. 1938.
Als Meisterschnitzer entwickelte Olówè einen charakteristischen Stil, den insbesondere perspektivisch geschnitzte Figuren, Asymmetrien, Hochreliefs und die Darstellung von Bewegung kennzeichnen. Der Künstler wirkte in einem Umkreis von rund hundert Kilometern rund um die Stadt Ife in den königlichen Palästen von Isè, Ikéré, Owo, Akure sowie in den Städten Ikare, Igede, Ukiti, Ogbagi, Use und Ogotun.
Olówès Talent wurde schon zu seinen Lebenszeiten derart geschätzt, dass er mit der gesamten Ausstattung von Palästen Wohlhabender betraut wurde. An solchen Aufträgen, die den Vergleich mit dem Mäzenatentum der Renaissance nicht zu scheuen brauchen, arbeitete der Künstler oft jahrelang allein oder mit bis zu 15 Angestellten.
In Europa wurde man 1924 auf sein Kunstschaffen bei der British Empire Exhibition in Wembley aufmerksam. Dort genoss eine herrliche Ikéré-Palasttüre Olówès als Leihgabe am nigerianischen Pavillon grosse Beachtung. Heute gelten die seltenen Arbeiten Olówès als begehrte Meisterwerke auf dem Markt für afrikanische Kunst.
Weiterführende Literatur:
Walker, Roslyn Adele (1998). Olowe of Ise. A Yoruba Sculptor to Kings. Washington: National Museum of African Art, Smithsonian Institution.