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Die Psychologie setzte in Basel mehrfach an - als philosophische Subdisziplin, als eigenständiges Fach, als Institut und schliesslich als Fakultät. Zwischen dem ersten und dem letzten dieser Anfänge liegen mehr als 130 Jahre. In dieser Zeit hat sich die Psychologie nicht nur institutionell, sondern auch inhaltlich gewandelt: Von einem primär phänomenologisch-hermeneutischen Ansatz hin zu einer empirisch verfahrenden Disziplin. Die Gründung einer eigenen Fakultät bildet dabei nur den letzten Schritt eines langen Lösungsprozesses aus dem Feld der Geisteswissenschaften.
Die Psychologie ist die Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen. Diese recht weite Definition gilt von der ersten Konzeption der Psychologie bei Aristoteles (384-324 v.Chr.) bis heute. Fast so lange galt, dass die Psychologie als ein der Philosophie angehöriges Fach betrieben wurde. Es galt auch dann noch, als die Psychologie als Fachrichtung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ihren Einzug in den akademischen Lehrbetrieb hielt. In Basel geschah dies 1866, als der zweite gesetzliche Lehrstuhl für Philosophie auch mit psychologischen Fragestellungen betraut wurde.
Die Berücksichtigung der psychologischen Subdisziplin hing dabei stark von den jeweiligen Lehrstuhlinhabern ab. Besonders die Philosophen Paul Häberlin (1878-1960) und Karl Jaspers (1883-1969) verhalfen der Psychologie in Basel zu einiger Bedeutung. Eigene Fachvertreter erhielt die Psychologie allerdings erst um die Mitte des 20. Jahrhunderts. Die erste geisteswissenschaftliche Professur für Psychologie wurde 1951 mit Hans Kunz besetzt. Fünfzehn Jahre später wurde dieser vom Extraordinarius zum ordentlichen Professor befördert. Beide dieser Stellen standen nach wie vor unter dem Dach des Philosophischen Seminars. Psychologie konnte nun zwar als eigenes Fach studiert werden, doch war die Bindung an die Philosophie weiterhin eng - so eng, dass erstere nur im Hauptfach studieren konnte, wer letztere im Nebenfach belegte.
Ihre Unabhängigkeit innerhalb der Philosophisch-Historischen Fakultät erlangte die Psychologie erst mit der Gründung eines eigenen Instituts im Jahr 1978. Die im August erlassene «Studienordnung für das Fach Psychologie» brach denn auch gleich mit dem philosophischen Obligatorium. Allerdings wurden von Prof. Gerhard Steiner, dem ersten Institutsvorsteher, neue Nebenfachpflichten auferlegt, denen man je nach angestrebter Vertiefung nachzukommen hatte. Bei den Studierenden stiess die Reform zwar auf starken Widerstand, wurde aber dennoch für die nächsten 25 Jahre zum Fundament des Psychologiestudiums an der Philosophischen Fakultät. Auch fachlich fand eine Neuausrichtung statt; vermehrt bediente man sich experimenteller Methoden, um Daten zu gewinnen, und statistischer Verfahren, um diese auszuwerten.
Das empirische Profil wurde vor allem seit der Fakultätsgründung von 2003 durch den Einbezug naturwissenschaftlicher Ansätze ergänzt. In besonderer Weise geschieht dies im Bereich der Molekularen Psychologie, die ihre Forschung in engem Verbund mit dem Basler Biozentrum betreibt. Neben dieser im Frühjahr 2007 gegründeten Abteilung stehen heute acht weitere, von denen fünf ebenfalls aus der Zeit nach der Jahrtausendwende stammen. Die junge Fakultät für Psychologie ist damit in einem raschen Wachstum begriffen - nicht zuletzt, was den studentischen Zulauf betrifft. Und genau in diesem Punkt liegt heute eine der grössten Herausforderungen: Studierendenzahlen und Abteilungen sind deutlich schneller gewachsen als die Menge der Professuren. Die Folge ist eine anhaltende Überlast in der Lehre, die von der Psychologischen Fakultät seit ihrer Gründung in Jahresberichten und Evaluationsdossiers regelmässig beklagt wird.