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Im Oktober 1846 wurde in Boston der erste chirurgische Eingriff durchgeführt, bei welchem der Patient zuvor mit Hilfe von Äther narkotisiert worden war. Die «schmerzfreie» Operationstechnik drang darauf sehr rasch bis nach Freiburg vor.
Anfang April 1847 jedenfalls amputierte Dr. Marcel Longchamp, der in der Stadt Freiburg als «Vater der Armen» bekannt war, einem gewissen Piller aus Überstorf ein Bein. Gemäss Alain Bosson war der Patient vorgängig mit Äther betäubt worden. Der Patient war sehr rasch eingeschlafen und erwachte, als man ihm den Oberschenkelknochen durchtrennte. Er wünschte keine zweite Anästhesie, da die Schmerzen erträglich seien.
Aus: Docteur!, Seite 13 f.
Dass die Anästhesie aber noch nicht allgemein üblich war, zeigt die Erinnerung von Dr. Xavier Glasson, Oberamtmann in Bulle. Er war 1876 wegen einer Beinamputation zu einem alten Mann nach Sorens gerufen worden. Dieser hatte eine einzige Bitte an den Arzt: während des Eingriffs weiter die Pfeife rauchen zu dürfen. Als der Arzt ihn nach der Operation fragte, ob er nicht ungeheure Schmerzen verspürt habe, meinte der Alte: «Nein, Herr Doktor. Aber es gab schon Momente, wo ich fest ins Mundstück beissen musste.»
Aus: Docteur!, Seite 17 f.