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Das Pilzreservat La Chanéaz ist national wie international einzigartig. Nirgendwo auf der Welt wurde bisher über einen so langen Zeitraum die Entwicklung der Pilzflora so detailliert untersucht. Auch die räumliche und zeitliche Auflösung der Datenerhebung ist einmalig.
Im Jahr 1975 hat der Kanton Fribourg ein 75 Hektare grosses Gebiet in der Nähe von Payerne FR als Pilzreservat ausgeschieden, um pilzökologische Forschung zu ermöglichen. Alle oberirdisch fruktifizierenden Pilzfruchtkörper wurden in wöchentlichem Rhythmus auf einem Quadratmeter-Raster identifiziert und gezählt, von anfangs Mai bis zum Wintereinbruch. Jeder gezählte Fruchtkörper wurde mit einem blauen Farbstoff markiert, um Doppelzählungen zu vermeiden.
Die Untersuchungen liefern wichtige Erkenntnisse über das Fruchtverhalten von Pilzen und über ihre räumliche und zeitliche Dynamik. Im Hauptprojekt wurde der Einfluss des Pilzesammelns auf die Pilzflora untersucht (PDF der Studie, 185 kB). Dieses Wissen soll das Fundament einer wirkungsvollen Naturschutzpolitik werden und mithelfen, die Biodiversität der Waldpilze langfristig zu erhalten und zu fördern.
Bisher wurden auf Basis der erhobenen Daten 38 Publikationen veröffentlicht (14 ISI Papers und 24 Umsetzungspublikationen). Weitere Datenanalysen und Veröffentlichungen sind geplant, in Zusammenarbeit mit internationalen Forschungsgruppen.
Ein Pilzlehrpfad stellt die wichtigsten Forschungsthemen und Versuchsflächen vor und informiert den Besucher über abgeschlossene Studien und ihre Resultate oder laufende Forschunsprojekte. Der Schutzvertrag wurde 2010 verlängert bis ins Jahr 2060, die Fläche des Reservats wurde dabei auf 4 Hektaren reduziert.