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Salicylsäure
(Phenylkohlensäure, acidum salicylicum), eine organische Säure, die auch schon in der Natur fertig
gebildet als
Salicylsäuremethyläther im ätherischen
Gaultheriaöl vorkommt und aus diesem abgeschieden werden kann, aber
erst ein Artikel des Chemikalienhandels geworden ist, seitdem man gelernt hat, sie künstlich herzustellen.
Auch aus dem
Salicin läßt sie sich gewinnen und hat von diesem den Namen S. erhalten.
Die fabrikmäßige Bereitung der S. besteht darin, daß man wasserfreies Phenolnatron (aus Phenol oder Karbolsäure und Natron bereitet) mit sorgfältig getrockneter Kohlensäure behandelt; die Kohlensäure tritt hierbei mit dem Phenol zu S. zusammen, welche mit dem Natron verbunden bleibt. Man braucht dieses salicylsaure Natron nur in Wasser zu lösen und mit einer stärkern Säure zu behandeln, so wird die S. abgeschieden. Das Natron kann bei dieser Fabrikation durch Kali nicht ersetzt werden, denn bei Anwendung von Kali entsteht nur sehr wenig S. und anstatt dieser die isomere Paraoxybenzoësäure, die jedoch bis jetzt noch keine Verwendung gefunden hat.
Man findet zwei Sorten S. im Handel, die eine, als acidum salicylicum praecipitatum bezeichnete, ist ein leichtes lockeres weißes Pulver, zuweilen mit einem schwachen Stich ins rötliche, geruchlos, beim Verstäuben stark zum Niesen reizend; die andre Sorte, acidum salicylicum crystallisatum, besteht aus kleinen, feinen, schneeweißen Kristallen und ist für den innern Gebrauch bestimmt, während die weniger reine, nicht kristallinische Sorte für äußerlichen Gebrauch medizinisch verwendet wird. Außer zu medizinischen Zwecken benutzt man sie auch als Konservierungsmittel für eingemachte Früchte, Gemüse etc.; ½ bis 1 g S. pro Kilo genügen hierzu. Die S. ist in Wasser schwer, in Spiritus leicht löslich, man erkennt sie leicht daran, daß ihre Lösung, mit einigen Tropfen Eisenchloridlösung vermischt, intensiv violett gefärbt wird.
In Apotheken werden jetzt eine Menge
salicylsäurehaltige Mittel geführt, so z. B.
Salicylsäuremundwasser,
Salicylsäurezahnpasta, Salicylsäureheftpflaster, Salicylsäurewatte und andre salicylsäurehaltigen
Verbandstoffe. Auch wurden kurz, nach Einführung der S. in die Medizin verschiedne salicylsaure
Salze als Heilmittel in Vorschlag
gebracht und findet man von diesen
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auf den Preislisten noch das Ammoniak-, Eisen-, Kali-, Lithion-, Chinin-, Natron-, Wismut- und Zinksalz der S. verzeichnet; mit Ausnahme des Natronsalzes (Natrum salicylicum) werden dieselben nur sehr selten noch verwendet. Der Engrospreis für S. ist jetzt 16-17 Mk. pro Kilo. - S., sowie die genannten Präparate sind zollfrei.