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Projekt 1143.5, von der NATO als ADMIRAL KUZNETSOV-KLASSE, ist eine Klasse von Flugzeugträgern der Sowjetischen- und Russischen Marine. Nach sowjetischer Lesart war Projekt 1143.5 das fünfte Schiff von Projekt 1143 KIEV-KLASSE, da sich die Konstruktion jedoch grundlegend von den vier Vorgängern unterscheidet, wird es normalerweise als eigene Schiffsklasse betrachtet. Es wurden zwei Schiffe des Projekts gebaut, von denen eines Dienst in der Russischen Marine leistet und eines, noch im unfertigen Zustand, im Jahr 2000 an die Volksrepublik China verkauft wurde. Die Sowjetische Marine sammelte die ersten Erfahrungen über Entwicklung und Verwendbarkeit von Flugzeugträgern durch die Flugdeckkreuzer der Projekte 1123 MOSKVA-KLASSE und 1143 KIEV-KLASSE. Beide Schiffsklassen waren jedoch nicht in der Lage, konventionelle Flugzeuge zu starten: Projekt 1123 MOSKVA-KLASSE war nur mit Hubschraubern ausgestattet, Projekt 1143 KIEV-KLASSE konnte neben Hubschraubern auch Senkrechtstarter des Typs Jak-38 tragen. Frühe Pläne für Projekt 1143 KIEV-KLASSE hatten bereits den Einsatz leistungsstarker Kampfflugzeuge vorgesehen, was sich technisch jedoch zu dem Zeitpunkt noch nicht realisieren ließ. Die Pläne für ein neues Schiff wurden von 1979 bis Juni 1980 vom Newski-Planungsbüro entwickelt und 1982 von der Marine genehmigt. Wiederum wurde vom Einsatz eines dampfgetriebenen Katapultes abgesehen und man plante an seiner Stelle eine Rampe mit einer 14° Steigung am Bug ein, um den Flugzeugstart zu unterstützen. Für Luftfahrzeuge wurde ein 153 m langes, und 26 m breites Hangar eingeplant, das über zwei Aufzüge an der Schiffseite mit dem Flugdeck verbunden ist. Der Brückenaufbau und die Antriebskonfiguration des Projekt 1143.4 "ADMIRAL GORSHKOV"KIEV MOD-KLASSE wurden weitgehend beibehalten, zusätzlicher Treibstoffvorrat erhöhte allerdings die Reichweite von Projekt 1143.5 ADMIRAL KUZNETSOV-KLASSE. Die ADMIRAL KUZNETSOV-KLASSE ist offiziell nicht als Flugzeugträger, sondern als Schwerer Flugdeckkreuzer klassifiziert. Der Hauptbeweggrund dafür liegt im Vertrag von Montreux. Dieser erlaubt der Türkei, Flugzeugträgern die Passage der Dardanellen zu verwehren. Obwohl Projekt 1143.5 ADMIRAL KUZNETSOV-KLASSE generell in der Literatur als Flugzeugträger geführt wird, gewährte die Türkei dem Typschiff der ADMIRAL KUZNETSOV-KLASSE im Dezember 1991 die Durchfahrt durch die Meerenge, ohne offiziellen Protest zu erheben. Die Schiffslänge auf der Wasserlinie beträgt 270 m. Das Flugdeck, welches über den Rumpf hinausragt, ist rund 300 m lang und misst an seiner breitesten Stelle knapp 72 m. Voll beladen haben die Schiffe einen Tiefgang von 10 m. Der Rumpf ist bei Projekt 1143.5 ADMIRAL KUZNETSOV-KLASSE doppelwandig ausgeführt und durch drei durchgängige Längsschotten unterteilt. Munitionsvorräte für Flugzeuge und Schiffsbewaffnung sind in zusätzlich gepanzerten Räumen untergebracht. Auf dem Flugdeck von Projekt 1143.5 ADMIRAL KUZNETSOV-KLASSE können drei verschiedene Startpositionen eingenommen werden. Die Fläche des Flugdecks beträgt 14.700 m2. Die ADMIRAL KUZNETSOV-KLASSE arbeitet mit einem STOBAR Start- und Landesystem: Am Bug befindet sich ein um 12° ansteigender Ski-Jump. Dafür sind keine Katapulte zur Beschleunigung der Flugzeuge vorhanden. Dies führt dazu, dass die heute stationierten Flugzeuge nie mit voller Waffenlast abheben können. Zur Landung sind Fangseile installiert. Der Hangar ist mit dem Flugdeck über zwei Aufzüge verbunden. Diese befinden sich steuerbords, je einer vor und hinter der Insel. Entgegen den Erwartungen westlicher Analysten, die ADMIRAL KUZNETSOV-KLASSE werde mit einem CONAS-System ähnlich dem der KIROV-KLASSE ausgerüstet, entschied sich die Sowjetische Marine für einen konventionellen Antrieb. Der Antrieb der ADMIRAL KUZNETSOV-KLASSE besteht aus 8 befeuerten Druck-Kesseln und 4 Dampfturbinen, wovon jede eine Leistung von 50.000 PS erbringt. Diese treiben das Schiff auf 4 Wellen mit fixierten Schrauben an. Die damit erreichbare Höchstgeschwindigkeit liegt bei über 29 Knoten. Bei einer Idealgeschwindigkeit von 18 Knoten beträgt die Reichweite etwa 15.000 km. Im Gegensatz zu den US-Flugzeugträgern stationierte die Sowjetische Marine auf ihren Flugdeckkreuzern des Projekts 1143 KIEV-KLASSE zusätzlich schlagkräftige Anti-Schiffs-Lenkwaffen. Da Projekt 1143.5 ADMIRAL KUZNETSOV-KLASSE ein ähnliches Aufgabenspektrum wie die Flugdeckkreuzer abdecken sollte, behielt es die Ausstattung mit 12 Lenkwaffen vom Typ P-700 (NATO-Code: SS-N-19 Shipwreck), die schon bei Projekt 1143.4 KIEV MOD-KLASSE verwendet worden war. Die Waffen haben eine Reichweite von ca. 550 km und können wahlweise einen Sprengkopf mit 750 kg konventionellem Sprengstoff oder einen Nuklearsprengkopf mit einer Sprengkraft von 350 Kilotonnen tragen. Um, trotz dieser Bewaffnung, ein durchgängiges Flugdeck bauen zu können, platzierte man die Abschussrohre für die Waffen innerhalb des Rumpfes und installierte über jedem Rohr eine solide Luke im Flugdeck auf der Back. Sollen die Raketen gestartet werden, muss folglich der Flugbetrieb in der vorderen Schiffshälfte eingestellt werden. Zur Luftabwehr in kurzen und mittleren Entfernungen sind, wiederum ähnlich der Ausrüstung von Projekt 1143.4 KIEV MOD-KLASSE, 24 Achtfachstarter in vier Sechsergruppen für 3K95 Kinschal (NATO-Code: SA-N-15 Gauntlet) verbaut. Die Raketen verfügen über eine Reichweite von bis zu 12 km und eine maximale Einsatzhöhe von 6 km. Sie können sowohl gegen Flugzeuge wie auch gegen Seezielflugkörper eingesetzt werden. Projekt 1143.5 ADMIRAL KUZNETSOV-KLASSE verfügt weiterhin über mehrere Nahbereichsverteidigungssysteme. So sind 8 Türme des Typs Kortik (NATO-Code: CADS-N-1) installiert, die sich aus 2 sechsläufigen Gatlingkanonen des Typs GSch-6-30 und zwei Vierfachstartern für Luftabwehrraketen vom Typ 9M311 (NATO-Code: SA-N-11 Grison) zusammensetzen. Die Raketen dienen zur Bekämpfung von Flugkörpern in einem Abstand von 1,5–10 km, die Gatlingkanonen zur Bekämpfung bis 1,5 km. Zusätzlich zu den Kortik-Systemen sind 6 sechsrohrige 30-mm-Maschinenkanonen vom Typ AK-630 installiert, die ebenfalls als Nahbereichsverteidigung fungieren. Zur Bekämpfung von Unterwasserzielen sind zwei zehnrohrige Wasserbombenwerfer des Typs RBU-12000 installiert. Sie verfügen über eine Reichweite von bis zu 3 km und können Ziele an der Oberfläche oder bis in eine Tiefe von 600 m bekämpfen. Ein wesentlicher Verwendungszweck ist hier die Abwehr von gegnerischen Torpedos. Während der Planungsphase der ADMIRAL KUZNETSOV-KLASSE war vorgesehen, bis zu 52 Lufteinheiten auf den Trägern zu stationieren. Dazu gehörten konventionelle Flugzeuge, Senkrechtstarter sowie auch zahlreiche Hubschrauber. Geplant war die Stationierung von: 16 Jakowlew Jak-141 Senkrechtstartern, 12 Suchoi Su-33 Jagdflugzeugen, 24 Kamow Ka-27 Hubschraubern in verschiedenen Versionen. Die Entwicklung der Jak-141 wurde jedoch 1991 aufgrund von Geldmangel eingestellt. So konnten auf der "ADMIRAL KUZNETSOV" nur die 12 Su-33 stationiert werden. Auch diese wurden aber erst 1994 in Dienst gestellt, 3 Jahre nach der Indienststellung der "ADMIRAL KUZNETSOV" selbst. In den folgenden Jahren waren auf der "ADMIRAL KUZNETSOV" folgende Flugzeuge stationiert: 12 Suchoi Su-33 Jagdflugzeuge, 5 Suchoi Su-25 UTG Trainer, 24 Kamow Ka-27 Hubschrauber in verschiedenen Versionen. Im Jahr 2007 wurde die "ADMIRAL KUZNETSOV" überholt und teilweise umgebaut. Auch hier wurde die Anzahl stationierter Flugzeuge und Typen nochmals geändert. Aktuell sind auf der "ADMIRAL KUZNETSOV" folgende Flugzeuge stationiert: 20-24 Suchoi Su-33 Jagdflugzeuge, 16-18 Kamow Ka-27 und Kamow Ka-31 Hubschrauber. Die Besatzung von Projekt 1143.5 ADMIRAL KUZNETSOV-KLASSE besteht aus 1.980 Seeleuten. Davon sind 520 Offiziere, 322 Maate und 1.138 Matrosen.