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aus dem Kunstmuseum Hamburg
Hausrotschwanz, Erithacus*) áter (Brehm)
Man betrachte ein Rotschwänzchen neben einem Sperling. Dazu hat man oft Gelegenheit. Man wird dann recht den feingliedrigen Bau dieses Vögelchens bewundern. Es ist, als ob der Vogel das selbst fühlte, denn er bewegt sich immer zierlich. Das ist ein fortwährendes Knicksen, wobei der gerade gehaltene Schwanz nach unten zitternde Bewegungen macht. Die Bewegungen des Vogels selbst haben etwas ruckweise Hastiges und dann wieder auf Augenblicke Wartendes**). Am Abend fliegt er oft von einem Schornstein aus wie ein Fliegenschnäpper in die Luft, um Insekten zu fangen, und beim letzten wie beim ersten Tagesschimmer huscht sein Schattenbild koboldartig um die Dächer.
Name: „Erithacus“ = antiker (griechischer) unaufgeklärterVogelname, „ater“ = schwarz. Der Name „titys“ hat sich endgültig als irrig erwiesen.
Vorkommen: Im äußersten Nordosten selten, sonst gemein. Bei menschlichen Wohnungen (Backsteinbauten), aber auch einsamer Felsenbewohner im Gebirge.
Artmerkmal: Unterseite beim alten Männchen schwarz und grau.
Größe: Wie Sperling, aber viel zierlicher. Flügel 8,1—9,1 cm. Gewicht 16—17 g.
Weibchen: und die meisten einjährigen Männchen einfarbig bräunlichgrau, seltener das junge Männchen schon schwarz, aber noch ohne weiße Flügelspiegel.
Junge: Wie Weibchen, etwas dunkel geschuppt.
Lockton: „Fid teck teck“ und „kkkkk“ (rückwärts nasal nachahmbar).
Gesang: „Didididi tztztz dididi“, in seltenen Fällen (bei bestimmten Individuen) schöner und andere Vögel nachahmend.
Eier: 5—6, normal reinweiß (Tafel 85), April, Mai — Juni, zwei Bruten.
Nest: Aufhäufung von Halmen, Wurzeln, innen meist Federn.
Nistplatz: In und an Gebäuden, auf Balken, in Mauernischen usw. Nahrung: Insekten, selten Beeren (Arbeitsbienen nicht nachgewiesen!).
Zug: März — Oktober, selten überwinternd.
Einzige für Deutschland nachgewiesene Form der Verwandtschaftsgruppe Erithacus Domesticus.
*) Die Gattung Erithacus umfaßt das Rotkehlchen und einige in der Gestalt ihm ähnliche Vögel.
**) Wie bei seinen Gattungsgenossen und den Drosseln. Bei ihm wird dies Wesen besonders deutlich.
Text und Bild aus dem Buch: Die Singvögel der Heimat (1921), Author: Kleinschmidt, Otto.
Siehe auch:
Die Singvögel der Heimat – Einleitung
Haussperling
Feldsperling
Steinsperling
Heckenbraunelle
Edelfink
Bergfink
Kernbeißer
Grünling
Stieglitz
Erlenzeisig
Bluthänfling
Girlitz
Gimpel
Kreuzschnabel
Goldammer
Grauammer
Rohrammer
Feldlerche
Haubenlerche
Heidelerche
Baumpieper
Wiesenpieper
Brachpieper
Weiße Bachstelze
Gebirgsbachstelze
Schafstelze
Rauchschwalbe
Mehlschwalbe
Uferschwalbe
Mauer- oder Turmsegler
Seidenschwanz
Grauer Fliegenschnäpper
Trauerfliegenschnäpper
Zwerg-Fliegenschnäpper
Raubwürger
Schwarzstirn-Würger
Rotköpfiger Würger
Rotrückiger Würger
Steinschmätzer
Schwarzkehliger Wiesenschmätzer
Braunkehliger Wiesenschmätzer
Hausrotschwanz
Gartenrotschwanz
Blaukehlchen
Rotkehlchen
Nachtigall
Amsel
Wacholderdrossel
Misteldrossel
Rotdrossel
Singdrossel
Pirol
Star
Wasserschwätzer
Zaunkönig
Mönch-Grasmücke
Gartengrasmücke
Dorn-Grasmücke
Zaun-Grasmücke
Sperber-Grasmücke
Drossel-Rohrsänger
Teichrohrsänger
Getreide-Rohrsänger
Ufer-Rohrsänger
Seggen-Rohrsänger
Garten-Laubvogel
Heuschrecken-Rohrsänger
Weiden-Laubvogel
Fitis-Laubvogel
Wald-Laubvogel
Gemeines Goldhähnchen
Augenstreif Goldhähnchen
Kohlmeise
Blaumeise
Nonnenmeise
Weidenmeise
Tannenmeise
Haubenmeise
Schwanzmeise
Spechtmeise
Waldbaumläufer
Hausbaumläufer
Seltenere Arten und Ausnahme-Erscheinungen der deutschen Singvogelwelt.
Vogeleier Abbildungen
Schwebende Nestbauten
Rückblick auf das Singvogelleben in der Gesamtheit
Alle Singvögelabbildungen
Ein Ausspruch Kants über den ästhetischen Wert der Singvögel.
Die „Natur, die keinem Zwange künstlicher Regeln unterworfen ist,“ kann dem „Geschmacke für beständig Nahrung geben“. — „Selbst der Gesang der Vögel, den wir unter keine musikalische Regel bringen können, scheint mehr Freiheit und darum mehr für den Geschmack zu enthalten als selbst ein menschlicher Gesang, der nach allen Regeln der Tonkunst geführt wird; weil man des letztem, wenn er oft und lange Zeit wiederholt wird, weit eher überdrüssig wird. Allein hier vertauschen wir vermutlich unsere Teilnehmung an der Lustigkeit eines kleinen beliebten Tierchens mit der Schönheit seines Gesanges, der, wenn er vom Menschen (wie es mit dem Schlagen der Nachtigall bisweilen geschieht) ganz genau nachgeahmt wird, unserem Ohre ganz geschmacklos zu sein dünkt“