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Weltweit kleinstes Säugetier im Tessin wiederentdeckt
Lausanne/Vacallo TI (sda) Ein Forscher der Universität Lausanne hat im Tessin eine Etruskerspitzmaus gefangen. Es ist seit 116 Jahren der erste Fund dieser Mini-Maus in der Schweiz, die mit dem Gewicht eines Fünfrappenstücks als kleinstes Säugetier der Welt gilt.
Der emeritierte Biologieprofessor Peter Vogel habe die Spitzmaus in Vacallo, nördlich von Chiasso, gefangen, teilte die Universität Lausanne am Mittwoch mit. Die zuvor einzige Beobachtung einer Etruskerspitzmaus in der Schweiz datierte aus dem Jahr 1895 in Lugano.
Laut der Mitteilung könnte es sich um das seltenste Säugetier der Schweiz handeln. Im Standardwerk "Säugetiere der Schweiz" (Birkhäuser-Verlag) aus dem Jahr 1995 werde die Etruskerspitzmaus jedenfalls als Art bezeichnet, deren Vorkommen in der Schweiz nicht bestätigt ist.
Wie "Nessie"
Die Etruskerspitzmaus lebt laut der Mitteilung in Trockenmauern im Mittelmeergebiet. Sie ist mitsamt Schwanz fünf bis zu acht Zentimeter lang und wiegt im Durchschnitt nur 1,8 Gramm - gerade einmal so viel wie ein Fünfräppler. Damit gilt sie gemeinsam mit der Schweinsnasenfledermaus aus Thailand als kleinstes Säugetier der Welt.
Ob in einem Gebiet Etruskerspitzmäuse vorkommen oder nicht, weisen Forscher meist nach, indem sie Gewölle von Schleiereulen untersuchen - herausgewürgte Nahrungsreste, in denen sich zum Beispiel Knöchelchen von verspiesenen Mäusen befinden. Laut der Mitteilung sucht Vogel die Etruskerspitzmaus im Tessin schon seit 45 Jahren.
Er habe dieses Unterfangen auch schon mit der Suche nach dem Ungeheuer im Loch Ness verglichen, heisst es in der Mitteilung. Weil das winzige Mäuschen zu leicht ist, um den Mechanismus einer herkömmlichen Mäusefalle auszulösen, musste Vogel selber eine spezielle Falle entwickeln, mit der er schliesslich eine Spitzmaus lebend fangen konnte.
(SDA/ATS - sk sa/bsd193/SCT/4/111102 1622)