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Es ist bis heute einer der wohl kuriosesten Siege in der Geschichte des alpinen Ski-Rennsports. Karl Molitor profitierte bei seinem überragenden Triumph am Lauberhorn im Jahre 1939 auf ungewöhnliche Weise von seinem Heimvorteil.
Der Schweizer, mit 11 Siegen erfolgreichster Skifahrer überhaupt in der über 90-jährigen Lauberhorn-Geschichte, konnte die legendäre Abfahrt damals mit über 9 Sekunden Vorsprung für sich entscheiden. Hinter dieser Parforce-Leistung steckte allerdings ein Geheimnis, das er erst im hohen Alter lüftete.
150-Meter-Abkürzung im Tiefschnee
So erklärte der Dorflehrer dem damals 19-jährigen Molitor am Vorabend in einem vertraulichen Gespräch, dass er beim Staubbachbänkli zwischen zwei Toren eine 150 Meter lange Abkürzung in den Tiefschnee stampfen würde. Da es damals noch keine Kameras und kaum Zuschauer gab, wurde dies nicht bemerkt.
Ich konnte kaum bremsen und wurde so schnell, dass ich fürchterlich stürzte, als ich wieder auf die Piste kam.
Molitor fand die Stelle, ging anstatt in eine Rechtskurve einfach geradeaus weiter. Das Problem: Die Piste war an jener Stelle nur eine Skilänge breit. «Ich konnte kaum bremsen und wurde so schnell, dass ich fürchterlich stürzte, als ich wieder auf die Piste kam.»
Molitor hievte sich wieder auf die Beine und erreichte das Ziel mit wenigen Stockstössen. Und trotz Sturz mit einem beträchtlichen Vorsprung.