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Die Leichtathletik-WM im Fokus der Verschwörungstheoretiker. Weil Wayde van Niekerk der Nachfolger von Usain Bolt als Aushängeschild der Sportart werden muss, darf sein Erfolg nicht gefährdet werden. Wurde deshalb sein grosser Rivale nicht zum Final über 400 m zugelassen?
Botswanas Weltklasse-Sprinter Isaac Makwala hat frustriert und empört auf sein Startverbot im 400-m-Final reagiert. «Sie haben mir nicht mal zugehört. Sie haben nur gesagt: Nein, du kannst nicht laufen, weil du krank bist», sagte der 30-Jährige dem Fernsehsender ITV. Und: «Manchmal denke ich, das könnte Sabotage sein. Ich frage mich, wie es sein würde, wenn ich ein Brite wäre. Hätten sie mir dann nicht erlaubt zu laufen?», meinte Makwala. «Ich glaube nicht, dass sie es mir dann nicht erlaubt hätten.»
Makwala war nach Angaben des Weltverbandes IAAF an einem Magen-Darm-Virus erkrankt. Daher hatte ihm die IAAF gestern den Start im 400-m-Final untersagt, den schliesslich sein grosser Rivale Wayde van Niekerk gewann. Ausgerechnet van Niekerk. Der Südafrikaner wird seit einiger Zeit als Nachfolger des abtretenden Usain Bolts aufgebaut, er soll nun das leuchtende Aushängeschild der Leichtathletik sein.
Wurde Makwala vielleicht bloss deshalb nicht zugelassen, weil er eine zu grosse Gefahr darstellte? Der vierfache Olympiasieger Michael Johnson – der Amerikaner war einst der grosse Star über 200 m und 400 m – sagte der BBC: «Die IAAF dürfte schon bald merken, dass sie fürchterlich falsch entschieden hat.» Der Ausschluss Makwalas sei Wasser auf die Mühlen all jener, die an der Lauterkeit des Verbands zweifelten.
Makwala war bereits beim Olympiastadion, wurde aber gestoppt und zurückgewiesen. Wegen der ansteckenden Erkrankung hatte er vorgestern bereits den Vorlauf über 200 m verpasst. Das britische Gesundheitsrecht schreibt in solchen Fällen zwingend eine 48-stündige Quarantäne vor; Makwala müsse auf seinem Hotelzimmer bleiben – bis heute Mittwoch 14.00 Uhr. Der Teamarzt Botswanas, Simon O'Brien, entgegnete, dass der Athlet keine Krankheitssymptome gehabt habe: «Er ist fit, es geht ihm sehr gut, er hat sich für den Lauf vorbereitet.»
Wayde Van Niekerk zeigte sich gönnerhaft mit seinem Rivalen. «Ich würde ihm wünschen, er hätte diese faire Chance gehabt», sagte der 400-m-Olympiasieger und zweifache Weltmeister. Er wird heute Abend im Halbfinal über 200 m erneut am Start stehen – wo ihn Makwala ebenfalls nicht herausfordern kann. (ram/sda/dpa)