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Der SBFB unterzeichnet die Vereinbarung zu den Grundsätzen für die Entwicklung des Flugplatzes Buochs aus verschiedenen Gründen nicht. Dies vor allem, weil die Vereinbarung in einigen Punkten sehr widersprüchlich ist und nicht dem notwendigen Ausgleich der Interessen der Ruhe und Erholung suchenden Bevölkerung der erweiterten Region Vierwaldstättersee entspricht.
Die Gründe für die Nichtunterzeichnung der Vereinbarung durch den SBFB sind im Wesentlichen erhebliche inhaltliche Widersprüche und insbesondere auch der Umstand, dass die Immissionsbelastungen ausgehend von den Flugbewegungen des Flugplatzes Buochs bis in die ganze erweiterte Region Vierwaldstättersee heute schon sehr kritisch beurteilt werden. Von einem inhaltlichen Kompromiss der künftig jährlich „maximal“ 20‘000 Flugbewegungen kann keine Rede sein.
Hauptwidersprüche der erwähnten Vereinbarung
Als «Hauptzweck» wird «Werkflugplatz für die Pilatus Werke» genannt. Dafür braucht es jedoch definitiv keine jährlich «maximal» 20‘000 Flugbewegungen. Zur Erinnerung: der grösste lokale Industriebetrieb beanspruchte in den letzten Jahren im Durchschnitt jährlich gegen 5‘500 Flugbewegungen. Der Zusatz «maximal» ist eine schönfärberische Auslobung. Mit 20‘000 Flugbewegungen würde Buochs in die Liga der Regionalflugplätze wie Lugano Agno oder Samedan «aufsteigen».
In den letzten Jahren wurden auf dem Flugplatz Buochs durchschnittlich rund 12‘000 immissionsrelevante, rein zivile Motorflugbewegungen registriert. Künftig, also nach Ausmusterung der heutigen militärischen Sleeping Base, jährlich 20‘000 zivile Flugbewegungen entspräche somit einer satten Zunahme der Immissionen für Nidwalden und die ganze erweiterte Region Vierwaldstättersee. Das kann es nicht sein.
20‘000 Flugbewegungen kann der SBFB schon deshalb nicht im Blindflug zustimmen, ohne zu wissen, wie sich diese bezüglich des künftigen Flottenmixes (Flugzeugtypen und Flugzeuggrössen [Kleinflugzeuge und Grosskabinenjets]) zusammensetzt und zu welchen Betriebszeiten sowie übrigen betriebsreglementarischen Bedingungen diese Flugbewegungen abgewickelt würden.
Künftig täglich durchschnittlich 55 Flugbewegungen, rund um das Jahr (also rund 28 Starts und 28 Landungen) bei zugrunde gelegten 360 Flugtagen werden vom SBFB mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln abgelehnt. Im Übrigen ist es absolut auch nicht nachvollziehbar, wie bei täglich 55 Flugbewegungen die Flächen auf dem Flugplatz überhaupt noch landwirtschaftlich bewirtschaftet werden können (Mähen, Heu einbringen, etc.). Ebenso ist absehbar, dass damit die Naherholungsbedürfnisse der Bevölkerung massiv beeinträchtigt würden.
– Die 2‘400 Meter lange (inklusive an beiden Pistenenden je 200 Meter RESA [Runway End Safety Area]) und 40 Meter breite Piste soll laut Vereinbarung bestehen bleiben. In aller Regel verfügen nicht einmal konzessionierte Regionalflugplätze (selbst solche, mit Linienflugverkehr) über solche Pistenmasse.
Damit verfügt der Flugplatz Buochs über eine Piste der ICAO-Kategorie 4, was grundsätzlich bedeutet, dass Flugzeuge der Kategorien A, B, C und D abgewickelt werden können. Die Kategorien C und D entsprechen Grosskabinenjets, wie sie auf Regionalflugplätzen und auch den Landesflughäfen wie Zürich-Kloten, Basel-Mühlhausen und Genf verkehren.
Ausserdem ist der Flugplatz Buochs für Flugzeuge mit einem maximalen Abfluggewicht bis 50 Tonnen (Grosskabinenjets) zugelassen. Somit alles beste Voraussetzungen für das aviatische Wunschprofil eines Regionalflugplatzes.
Dermassen überdimensionierte Pistenmasse braucht es für den Hauptzweck eines Werkflugplatzes Buochs nicht, weder in der Breite noch in der Länge, genügt doch für alle Maschinen des lokalen Flugzeugherstellers – neuer PC-24 Jet inbegriffen – eine Pistenlänge von 1‘000 Metern. Für wen also eine solche Luxuspiste aufrecht erhalten? Und das bis zur Sanierung der Piste in angeblich (erst …) ca. 20 Jahren?
Fazit und weiteres Vorgehen: Die künftig jährlich «maximal» 20‘000 Flugbewegungen und die Aufrechterhaltung der massiv überdimensionierten Buochser Luxuspiste sind für den SBFB alles andere als Vertrauen fördernd und im Interesse der Ruhe und Erholung suchenden Bevölkerung der ganzen erweiterten Region Vierwaldstättersee keine Voraussetzungen, die eingangs erwähnte Vereinbarung zu unterzeichnen.
Dies umso mehr, als der vom SBFB gestellte Antrag «Auf dem Flugplatz Buochs werden für Flugzeuge der Kategorien C und D grundsätzlich keine Landebewilligungen erteilt» für den Fall der Aufrechterhaltung der überdimensionierten Piste, nicht in die Vereinbarung aufgenommen wurde. Aus der Nichtberücksichtigung dieses Antrags ist zweifelsfrei der Schluss zu ziehen, dass künftig die Abwicklung von Grosskabinenjets gefördert werden soll.
Der SBFB wird sich mit der notwendigen, ganzheitlichen Sicht in den kommenden Monaten im Projekt-Begleitgremium der Flugplatz-Variantendiskussion einbringen.