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Ernst Baltensperger, emeritierter Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bern, äussert sich in einem Kommentar in der NZZ unter dem Titel “Vorsorgesystem – nicht «die Jungen» gegen «die Alten» ausspielen” zur Frage der Generationensolidarität:
Wer eine nachhaltige Reform des Vorsorgesystems wünscht, sollte damit aufhören, «die Jungen» gegen «die Alten» auszuspielen und einfach an die Solidarität der Alten zu appellieren. Er sollte vielmehr die Rentner davon überzeugen, dass eine Erhöhung des Rentenalters in ihrem Eigeninteresse liegt. Vor allem auch sollte er die Rentner nicht damit erschrecken, dass er Kürzungen ihrer Renten zur Systemsanierung in Aussicht stellt.
Das wäre nicht nur wahlstrategisch kontraproduktiv. Es wäre auch ökonomisch falsch. Bestehende Verträge nachträglich brechen ist ein Mittel, zu dem man nur im Extremfall greifen darf, wenn der Schuldner insolvent und schlicht nicht mehr in der Lage ist, seiner Verpflichtung nachzukommen. Davon sind wir weit entfernt. Würde man bei laufenden Pensionen so verfahren, signalisierte man damit den Bankrott des Vorsorgesystems und des hinter ihm stehenden Staates. Für das Vertrauen in beide wäre das fatal.
Etwas anderes wäre es, für die Zukunft Lösungen anzubieten, die von Anfang an eine gewisse Rentenflexibilität vorsehen: einen (massvollen) Abschlag in wirtschaftlich schlechten Zeiten, zum Ausgleich aber auch einen Zuschlag, der eine Teilnahme am Wirtschaftswachstum erlaubt, wenn ein solches eintritt. Das ergäbe eine Risikoteilung zwischen Erwerbstätigen und Rentnern, die für ein System der Zukunft, zumindest als Option, attraktiv sein könnte.