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Lachgasemissionen, vor allem aus der Landwirtschaft, tragen wesentlich zum anthropogenen Treibhauseffekt bei. Ein Kilogramm Lachgas (N2O) ist dabei 300 mal treibhauswirksamer als die gleiche Menge CO2. Nun haben deutsche Forscher gezeigt, dass die Viehhaltung in Steppen- und Präriegebieten nicht zu erhöhten Lachgasemissionen führt. Bisherige Kurzzeituntersuchungen haben übersehen, dass die Abgabe bedeutender Lachgas-Mengen aus Steppenböden an die Atmosphäre auch ohne die Weidehaltung ein natürlicher Prozess ist.
Durch die Beweidung verringert sich die Grashöhe in Steppen- und Präriegebieten. Das führt im Winter dazu, dass Schnee leichter vom Wind weitertransportiert wird und somit die Schneehöhe niedriger bleibt, als bei unbeweideten Grasflächen. Einerseits sind beweidete Böden dadurch schlechter isoliert und um bis zu 10 Grad kälter. Andererseits bleiben die Flächen durch die geringe Schneeauflage in der Tauperiode trockener. Kälte und Trockenheit hemmen dann mikrobielle Aktivitäten in der Tauperiode. Als Folge gibt das Erdreich bedeutend weniger Lachgas ab.
Als positive Signale in punkto Klimawandel sind die Ergebnisse jedoch kaum zu werten. Dass die Viehwirtschaft in grossen Mengen klimawirksames Methan freisetzt, darf nicht vergessen werden. Ausserdem untersuchte die Studie Steppen- und Präriegebiete. Die Ergebnisse lassen sich nicht direkt auf andere Gebiete übertragen. Vielmehr zeigt die Studie, dass noch einiges an Forschungsarbeit notwendig ist, um die Quellen für atmosphärisches Lachgas wirklich zu verstehen. Eine konkrete Handlungsmöglichkeit bietet sich jedoch: Herbstliches Heumachen hätte für die Lachgasemissionen wohl eine ähnliche Wirkung wie die Beweidung.