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Der Kanton Graubünden wird von der A 13 von der Kantonsgrenze zu St. Gallen bis zur Kantonsgrenze mit dem Tessin durchschnitten. Diese Nationalstrasse ist für das Wild unüberwindlich.
Ein Forscherteam der eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft in Birmensdorf (WSL) ist aufgrund von Untersuchungen zum Ergebnis gelangt, dass z.B. Rehe, welche durch die Autobahn oder Eisenbahnstrecken voneinander getrennt sind, sich in ihrem Erbgut unterscheiden.
Verhindert die Zerschneidung des Lebensraums, dass Tiere nicht mehr ab- und zuwandern könnten, so droht auf lange Sicht Inzucht. Dies hätte zur Folge, dass einseitig ausgestattete Lebewesen nur schlecht auf Änderungen der Umwelt, Parasiten oder neue Krankheiten reagieren, wodurch der Bestand vom Aussterben bedroht ist. Ermöglicht man dem isoliert lebenden (Schalen-)Wild, künftig wieder vermehrt zu wandern und sich mit anderen Beständen zu mischen, kann der Effekt der Verkehrswege rückgängig gemacht werden. Hierzu braucht es jedoch Verbindungen wie Grün- bzw. Wildbrücken und Unterführungen zu den abgeschnittenen Lebensräumen. Derzeit existieren 25 derartige Wildtierwege in der Schweiz.
Im gesamtschweizerischen Mittel weist der Kanton Graubünden ein hoher Zerstückelungsgrad auf. Ober- oder unterirdische Verbindungen für das Wild existieren nicht.
In diesem Zusammenhang bitte ich die Regierung, folgende Fragen zu beantworten:
1. Wie stellt sich die Regierung zur beschriebenen Problematik?
2. Ist die Regierung bereit, entsprechende bauliche Massnahmen in Form von Wildbrücken und Unterführungen an der A 13 in die Wege zu leiten?
3. Wie viele Wildverbindungswege entlang der A 13 erachtet die Regierung für sinnvoll?
4. Mit welchen Kosten ist dabei zu rechnen?
5. Können hierfür Gelder des Bundes ausgelöst werden?
6. Sollte der Bau von Wildverbindungswegen in die Kompetenz des Bundes fallen,ist die Regierung bereit, bei diesem zu intervenieren und sich für die Erstellung von Grünbrücken und Unterführungen einzusetzen?
Chur, 21. Oktober 2008
Menge, Casutt, Bucher-Brini, Frigg, Gartmann-Albin, Jenny, Keller, Koch, Kunz, Perl, Piffner-Bearth, Pfister, Thöny, Toschini, Trepp, Candinas (Disentis), Michel (Chur), Züst
Session: 21.10.2008
Vorstoss: dt Anfrage