Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03506.jsonl.gz/630

Er arbeitete hauptsächlich hinter den Kulissen und ist dennoch durch seine Songs jedem vertraut, die allesamt von anderen Interpreten erfolgreich verkauft wurden. Am 24. Dezember 1918 kam er in Edgard zur Welt, einem Städtchen östlich von New Orleans. Als Fünfzehnjähriger erlernte er das Trompetenspiel bei Peter Davis, der dies auch Louis Armstrong beigebracht hatte. 1942 holte ihn Jimmie Lunceford in seine Band, die zu den besten der Swing Ära gehörte. Kurz darauf wurde er einberufen und spielte in einer Militärband. Nach dem Krieg begann seine Karriere als Komponist, Produzent und Arrangeur bei Imperial Records. Als eine seiner ersten Aufgaben produzierte er 1949 mit dem neu unter Vertrag genommenen Fats Domino die Single The Fat Man, einen von ihm geschriebenen Song, der zu einem der ersten Millionenhit des R&B werden sollte.
Die Credentials des Pianisten und Sängers Malcolm «Mac» John Rebenack Jr., der freundlicherweise unter dem Künstlernamen Dr. John auftrat, sind unbestritten: Sechs Grammys, geehrt durch Aufnahme in die Rock’n’Roll Hall of Fame, Dr. John hat sein Leben mit Musik gefüllt, Musik gelebt und sich mit seinem unverkennbaren Gesang zum Original der Blueswelt gemacht mit einzigartiger Stimme und charakteristischem Stil wie die verschiedenen anderen Könige aus dem Reich des Blues. Im Gegensatz zu vielen seiner Vorbilder und Vorgänger, den New Orleans Pianisten Prof. Longhair, Fats Domino umfasste sein Repertoire eine grössere stilistische Breite, die von New Orleans Jazz bis zu Jazz Standards und Rocktitel reichte. Nun ist er im Alter von 77 Jahren einem Herzinfarkt erlegen als die grosse Ikone des New Orleans-Sounds. Viele Nachrufe werden verfasst, in denen Wörter wie «Gumbo» oder «Swamp» vorkommen, Bluesnews.ch versucht ein wenig hinter die Kulisse des Vodoo-Showmans zu sehen.
Erstmals von Bluesfreunden in der Schweiz ausserhalb seiner Heimat wahrgenommen wurde er vor fünf Jahren. An der Promo Blues Night 2014, der Nachwuchsförderung des Bluesfestivals Basel, elektrisierte Marc Amacher zusammen mit Dominik Liechti als Chubby Buddy die Jury, welche das Duo einstimmig zum Sieger erklärte. Genauso elektrisiert waren dann 2016 die Coaches der Castingshow «Voice Of Germany» und er schaffte es bis ins Finale. Von nun an ging’s bergab. Es war nicht die Tatsache, dass er den Final nicht gewann, das wäre womöglich für den Berner Oberländer eher fatal gewesen. Auch die durch die Teilnahme entstandene Popularität über die Grenzen der Blueswelt hinaus waren bestimmt nützlich für seine Karriere. Aber er geriet in die Hände eines Managers, der erfolglos war.
Ins Leben gerufen wurde der Preis 1974 von Walo Linder als «Goldener Tell». 1980 wird er zu Ehren des Gründers «Prix Walo» genannt. Er ist die bedeutendste Auszeichnung der Schweizer Showszene und wird in verschiedenen Kategorien vergeben, die von Jahr zu Jahr unterschiedlich zusammengesetzt sind. Daneben gibt es noch einen Ehren-Prix-Walo, einen Prix-Walo-Publikumsliebling sowie den Kleinen Prix Walo für Nachwuchstalente. In der Kategorie Country/Blues/Roots wurde er bisher erst fünfmal vergeben. Für den 45. Prix Walo 2019 ist Cla Nett als möglicher sechster Preisträger nominiert.
Es ist das Schicksal der Söhne erfolgreicher Musiker, dass deren Namen ein Leben lang an ihnen haftet. Eddie Taylor Jr.s Vater gehörte noch zur Generation der Bluesmusiker, die vom Delta nach Chicago auswanderten. Dort hatte er Erfolg und wurde ein Teil der Chicagoer Bluesszene während deren Blütezeit in den Fünfzigern. Sein ältester Sohn und sein Stiefsohn waren Blues Schlagzeuger, seine Tochter Bluessängerin, aber der 1972 geborene Eddie Taylor Jr. hatte zunächst mit Blues nichts am Hut, sondern rappte und war als DJ unterwegs.
Gleich zu Beginn des Jahres erreicht uns eine traurige Nachricht. Mike Ledbetter ist im Alter von erst 33 Jahren überraschend gestorben. Seine Karriere war gerade so richtig in Fahrt gekommen. Nach sieben erfolgreichen Jahren als Frontmann in der Nick Moss Band, wo er so etwas wie Partner und Lehrling zugleich war, lernte er «Monster» Mike Welch kennen. Es war für beide eine Art Sternstunde, denn sie verstanden sich persönlich und musikalisch sofort. Eine Sternstunde war es auch für den Blues, denn hier hatten sich zwei gefunden, die füreinander bestimmt waren. Am Montag, dem 22. Januar 2019 starb er an einem medizinischen Notfall.