Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03576.jsonl.gz/549

Lina Delaquis-Raemy, geboren am 29. Januar 1923 in Rufenen, Plaffeien, war das dritte Kind von Serafina und Dominik Raemy-Neuhaus. Sie hatte einen Bruder und eine Schwester.
Die Primarschule besuchte sie in Plaffeien. Im Sommer zügelte die Familie jeweils auf die Alp. Nach der Schulzeit arbeitete Lina in verschiedenen Haushalten, Hotels und Restaurants. Im Sternen in Rechthalten lernte sie ihren späteren Mann, Franz Delaquis, kennen. Am 13. April 1947 heirateten sie. Im Grunholz richteten sie ihr erstes Zuhause ein. Hier wurden sie Eltern von drei Mädchen.
Ende der 1950er-Jahre übernahm Lina Delaquis-Raemy die Verantwortung für die Familie und den Betrieb. Franz Delaquis besuchte während zwei Jahren die Ausbildung zum Revierförster im Kanton Aargau. Lina war bereit, alles zu tun, damit ihr Mann zu einer besseren Anstellung kam. Ihre Schwiegereltern halfen mit, so gut sie konnten.
Im Frühjahr 1960 zügelte die Familie in die Kapelle, Rechthalten. Im August 1961 gebar Lina einen Sohn. Gut ein Jahr später kam das letzte Kind zur Welt, welches mit fünf Jahren an Leukämie erkrankte. Leider starb es im Oktober 1970. Davon erholte sich Lina nur langsam. Dabei half ihr der Garten.
Ein grosser Einschnitt war der überraschende Tod ihres Ehemannes am 15. Juni 1987. Er erlitt einen Herzinfarkt. Die Jahre vergingen. Lina Delaquis-Raemy lebte 24 Jahre allein im Haus. Sie wurde sechsmal Grossmutter und dreimal Urgrossmutter.
Die Altersbeschwerden verstärkten sich immer mehr. Schliesslich entschied sie sich, ihr Zuhause zu verlassen und zog im August 2011 nach Giffers ins Pflegeheim. Dort lebte sie sich rasch und gut ein. Ihr Zimmer wurde bald ihr neues Zuhause. Immer wieder erzählte sie von guten Erfahrungen. Für sie war wichtig, dass sie ernst genommen wurde und man ihr mit Respekt begegnete. Sie erwähnte mehrmals: «Ich glaube, sie haben mich sogar lieb!»
Am 7. Juni 2017 in den frühen Morgenstunden ist Lina Delaquis-Raemy für immer eingeschlafen.