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Bewegungsbäder
Bewegung im warmen Wasser (34 °C Wassertemperatur) ist eine unterstützende Therapieform. Die Elemente Wasser, Auftrieb und Wärme werden dabei miteinander kombiniert.
Positive Wirkungen:
- Förderung der Freude an Bewegung und Bewegungsbereitschaft
- Verringerung des Tonus von Muskulatur und Bindegewebe durch aktive / passive Dehnung und Wärme
- grössere Beweglichkeit von Gelenken und Rumpf
- weicher Übergang beim Wechseln der Ausgangspositionen bei einer gezielten Bewegungstherapie
- Ausbau von Bewegungsübergängen
Vorteile dieser Therapieform sind einerseits eine Verringerung der Haltekräfte durch den Auftrieb des Wassers, andererseits eine gezielt dosierbare, verstärkte Anwendung von Kraft durch Bewegungen gegen den Wasserwiderstand.
McMillan-Methode
Die Wassertherapie in Anlehnung an McMillan nutzt gerade das Spiel zwischen Schwere des Körpers und Auftrieb des Wassers. Es wird eine natürliche Körperbalance zwischen Ausgleichsbewegungen und Atmung im Wasser angestrebt.
Der Patient lernt, sich zunächst mit, später ohne Schwimmhilfen leicht auf der Oberfläche des Wasserspiegels und darunter zu bewegen und so das Element Wasser auf natürliche Weise zu erfahren. Wasserturbulenzen werden gezielt als Bewegungs- bzw. Fortbewegungsstimulation erzeugt.
Alle Bewegungsmöglichkeiten von Gelenken und Rumpf, insbesondere die Übungen unter Einsatz von Drehmomenten zur achsengerechten Stabilisierung der Längsachse des Rumpfes, werden dabei eingesetzt. Die Therapie fördert speziell die Wahrnehmung der eigenen Bewegung und stabilisiert den Rumpf.
Bobath
Die Behandlung nach Bobath, die ursprünglich für zentrale Lähmungen entwickelt wurde, wird in modifizierter Form für alle Altersgruppen und die durch Nervenschäden verursachten Arten von Bewegungsstörungen erfolgreich angewendet. Die vorhandenen Fehlstellungen und Bewegungsmuster müssen konditionalen Veränderungen unterzogen werden, so dass mehr willkürliche, koordinierte Bewegungen realisiert werden können.
Durch spezielle Behandlungsanwendung kann Steifigkeit reduziert werden, die Steuerung der Muskulatur gegen die Schwerkraft erhöht und schwankende Muskelaktivität stabilisiert werden. Je nach Zustand muss der Patient das Sitzen, die Benutzung der Hände, das Aufstehen und das Gehen in korrigierender Weise neu erlernen (wenn möglich).
Die Ziele der Behandlung sind von Faktoren wie den funktionellen Anforderungen in verschiedenen Kontexten, dem Alter, der Schwere des Zustands und der Motivation beeinflusst. Die Behandlung wird nach Begutachtung individuell geplant. Einige der bewerteten Bereiche lauten:
- Körperhaltung und Bewegungsmuster, die der Patient in verschiedenen Situationen aufzeigt
- Analyse der zugrundeliegenden Ursachen der Körperhaltungen und der Bewegungsmuster, z.B. anormaler Muskeltonus und damit verbundene Probleme usw.
- altersbedingte Bewegungen, die nicht erreicht werden können, oder als zu schwer empfunden werden
- derzeit mögliche Aktivitäten, mit oder ohne Hilfe
- Analyse der möglichen Gründe für Beschränkungen im Hinblick auf die Mitwirkung zu Hause, bei der Arbeit und in einem sozialen Umfeld
Nachdem der Patient begutachtet wurde, können die Hauptprobleme durch Handlungs- und Positionierungsstrategien, basierend auf Bobath-Therapieprinzipien, identifiziert und in der Therapie behandelt werden. Das Bobath-Konzept ist so auf den Patienten konzentriert, dass er effektiver zu funktionieren lernt, weshalb die Therapie immer altersrelevante Patientenaktivitäten und seine Interessen umfasst, wobei die Einschränkungen mit einbezogen werden.
Die Behandlung eines Patienten durch die Benutzung von Körperschlüsselpunkten ermöglicht dem Therapeuten, den Patienten so zu manipulieren, dass er die effektivsten Bewegungen verwendet bei gleichzeitiger Begrenzung von anormalen, nicht hilfreichen Bewegungsmustern. Hilfestellung kann bei Bewegungen wie dem Kauen, der Handhabung von Gegenständen und dem Sitzen oder Liegen gegeben werden.
Positionieren ist beim Bobath-Konzept sehr wichtig. Die richtige Positionierung verbessert Bewegungen. Erfahrungen in verschiedenen Positionen sind notwendig, um die allgemeine Körperbeherrschung zu optimieren und das Risiko der Entwicklung einer permanenten Missbildung durch schlechte Körperhaltung zu verringern.
Im Vordergrund der Behandlung steht das Training der Kopf- und Rumpfkontrolle, der Gleichgewichtsreaktion, der Gleichgewichtsübertragungen von einer auf die andere Körperseite und das Erleichtern von anormalen täglichen Körperbewegungen der Extremitäten. Während der Behandlung wird der Patient durch Lenkung des Therapeuten wieder mit den richtigen Bewegungsabläufen seines Körpers vertraut.
Lage und Position des Patienten werden durch die Lenkung des Therapeuten so manövriert, dass pathologische Bewegungen zugunsten einer normalen Motorfazilitation transformiert werden. Je nach Patientenbefähigung werden die Bewegungen dann noch verdeutlicht, ein Teil der gegen die Schwerkraft gerichtete Arbeit erleichtert und die ausgehende Aktivierung der Muskulatur des Patienten erfasst und gesteuert, wenn nötig in die richtigen Fazilitationen. Wichtig ist die Aufbauwiederholung von Sequenzen des alltäglichen Handelns.
Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (PNF)
Die Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation fördert das Zusammenspiel von Nerven und Muskulatur durch gezielte Reize von Exterozeptoren (äussere Reize aufnehmende Sensoren) und Propriozeptoren (Reize aus dem Inneren des Körpers aufnehmende Sensoren). Verstärkte Anregung dieser Sensoren fördert das Zusammenspiel zwischen Nerven und Muskeln und erleichtert deshalb normale Bewegungsmuster (Fazilitation). Diese aktive Methode besteht aus definierten Bewegungsmustern. Sie orientiert sich an der normalen motorischen Entwicklung. Die Bewegungsmuster zeigen sich in (statischen) Halte- und (dynamischen) Bewegungsfunktionen unseres Körpers.
Auch wenn die Bewegungsabläufe vielleicht gross und deutlich erscheinen und bei normaler Motorik immer vorhanden sind, sind sie für das ungeübte Auge oft wenig auffällig. Sie verlaufen dreidimensional und diagonal, da die Muskulatur spiralig angelegt ist. Therapeutisch wird mit definierten Bewegungsmustern und bestimmten Techniken gearbeitet. Dabei werden mit genau festgelegten Reizen der Berührungs-, Druck-, Muskeldehnungs-, Sehnenspannungs- und Lagesinnrezeptoren physiologische Bewegungsmuster gegen einen angepassten dreidimensionalen Widerstand ausgeführt.
Die erwarteten Reaktionen im Sinne einer erhöhten Muskelkontraktion oder zusätzlichen Entspannung (Einleitung und / oder Erleichterung einer Bewegung) werden in einer festgelegten Art und Reihenfolge durchgeführt. Ziele der Anwendung sind die Normalisierung der Muskelspannung (z.B. die Aktivierung von schwachen bzw. gelähmten Muskeln), die motorische Kontrolle, die Mobilität, dynamische Stabilität und Ausdauer, aber auch die Förderung von Geschicklichkeit und Koordination.
Wahl und Durchführung von Mustern und Techniken hängen immer von der individuellen Situation des Patienten ab. Die Therapie erfasst den Menschen ganzheitlich und setzt immer bei seinen stärksten Körperabschnitten an, um gezielt die Schwächen im Sinne der normalen motorischen Funktionen zu erreichen. Auch psychologisch bedeutet dieser Therapieansatz, dass der Patient seine Stärken erspürt und positiv motiviert gezielte Aktivitäten aufbauen kann.
Wichtig ist es, den bahnenden Charakter dieses Konzeptes zu betonen. Dazu gehören exakt dosierte, eher geringe, Widerstände und teilweise auch die Abwandlung der Griffe zur Unterstützung der von der Schwerkraft überforderten Muskulatur. Die Therapie sollte unter dem Motto «Koordination vor Kraft» stehen. Übungen gegen zu hohe Widerstände («am langen Hebel») sollten beim PPS unbedingt vermieden werden. Sie bekommen den Patienten im Allgemeinen nicht gut und überfordern sie.