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Zwischen den Weltkriegen hatte das Schweizerhuhn seine Blütezeit. Dazumal schätzte man das Zweinutzungshuhn, das sowohl genügend Eier als auch zartes Fleisch lieferte. Mit dem Aufkommen der modernen Hybridrassen, deren Legelinien fast doppelt so viele Eier legen, wurde es fast vollständig verdrängt. Von weitem werden die Schweizerhühner gerne mit solchen weissen Leistungs-Legehennen verwechselt. Von Nahem fallen Sie aber mit ihren schweren Körpern und den Rosenkämmen auf. Ihr stattlicher Körperbau wirkt sich auch auf ihr Gemüt aus, das als ruhig und zutraulich bezeichnet werden kann. So gehören sie auch unter den Hühnern nicht zu den besten Fliegern. Die Hähne wiegen zwischen 2.8 und 3.5 kg, die Hennen zwischen 2.4 und 2.8 kg.
Der Ursprung des Schweizerhuhns geht auf das Jahr 1908 zurück. In Amriswil begann Alfred Weiss aus verschiedenen Rassen, vor allem aber aus weissen Orpington- und Wyandotten-Hühnern, ein typisches Zweinutzungshuhn zu züchten. 1910 wurde der erste Verein gegründet und ein Rassenstandard aufgestellt. Bis zum Zweiten Weltkrieg erfreute sich der Verein eines stetigen Mitgliederzuwachses. Nach dem Krieg, mit der einsetzenden Industrialisierung der Landwirtschaft verlor die Selbstversorgerlandwirtschaft aber rasch an Bedeutung - und mit ihr das Schweizerhuhn. 1971 zählte der Verein nur noch sechs Mitglieder. Seit 1991 führt ProSpecieRara das Schweizerhuhn-Projekt mit den wenigen noch verbliebenen Zuchtlinien weiter. In Zusammenarbeit mit engagierten Züchterinnen und Züchtern konnte diese traditionelle Rasse vor dem Aussterben bewahrt werden. Heute werden die Eigenschaften der Schweizer Hühner wieder interessant.