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Kommentar: Alexander Moser
Achtung: Beginn 10.30 Uhr
Das Abenteuer Cinépassion startete 2006 mit Luchino Viscontis „Die Verdammten“, einem Film, der mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs endet. „Das weisse Band“ des Österreichers Michael Haneke schliesst mit dem Beginn des Ersten Kriegs. Visconti und Haneke beschäftigt dabei dieselbe Grundfrage: Welches sind die Wurzeln des absolut Bösen? Der psychologische Aspekt dieser existentiellen Frage wird im hundertsten Jahr nach Weltkriegsbeginn vernachlässigt. Während prominente Historiker und Journalisten behaupten, der Erste Krieg sei zufällig, ungewollt oder gar schlafwandlerisch entstanden, zeigt Haneke mit seiner historisch minutiösen Rekonstruktion einer Dorf- und Familiengemeinschaft im Norden Deutschlands, wie die Erziehung und das Landleben im 19. Jahrhundert zu einem gesellschaftliche Klima führten, das den schrecklichen, alles zerstörenden Radikalismus erst ermöglicht hat.