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Mit Jamie N Commons erfährt die traditionelle Bluesmusik ein aufregendes Revival. Stilistisch orientiert sich der 22-jährige Wahl-Londoner an Helden des Genres wie Muddy Waters oder den Allman Brothers, verjüngt diesen Stil aber durch ein subversives, dunkles Feeling, das an Nick Cave oder Tom Waits erinnert. Mit seiner im Oktober erschienenen Debüt-EP „The Baron“ und der ersten Single „The Preacher“ konnte der junge Blues-Star bereits alle wichtigen Medien für sich einnehmen. So wünscht ihm der ‚Rolling Stone’ „nichts weniger als die Weltherrschaft“, der britische ‚Guardian’ offenbarte Elvis Costello oder Swamp-Legende C.C. Adcock als große Jamie N Commons-Fans. Mit Produzent Alex da Kid (Eminem, Dr. Dre, Rihanna, Nicki Minaj) befand er sich im Studio, um seine neue EP aufzunehmen, die Ende April erwartet wird.
Geboren in Bristol, zog Jamie N Commons als Fünfjähriger mit seiner Familie nach Chicago. In der ‚Windy City’ entdeckte er den Blues alter Größen wie Muddy Waters, Blind Willie Johnson oder Duane Allman. Es dürfte also kein Zufall gewesen sein, dass sein erstes, gemeinsam mit seinem Vater besuchtes Live-Konzert im Alter von zehn Jahren eine Show der Allman Brothers war.
Mit 16 zog Commons zurück nach England, lebte vorübergehend in Wales, bevor er ein Musikstudium an der renommierten Londoner Goldsmiths-Universität aufnahm. Dort lernte er andere junge Talente kennen – ein Klassenkamerad war der Elektronik-Musiker James Blake. Doch Commons zog es in Richtung Blues, den er durch reiche Soundscapes und dunkle Texturen in einen frischen Klangkorpus übertrug. „Ich war ein Außenseiter, der die anderen mit seinen Blues-Liedern irritiert hat“, erzählte er. „Wie früher, wenn ich meine Lieblingsplatten auf Partys gespielt habe und alle rausgingen.“
Doch Jamie N Commons fand einen neuen Zugang zu dieser alten Musik. Er orientierte sich klanglich an den reduzierten Johnny Cash-Aufnahmen der „American Series“, reicherte seine Songs mit Ambient-Sounds an und fand seine Gesangsstimme zwischen der getragenen Schwere eines Nick Cave und der brummelnden Dunkelheit eines Tom Waits. Er vermengte Blues, Swamp-Music, Big Band-Swing und Gospel zu einem eigenen, nie gehörten Sound. Als im Oktober seine Debüt-EP „The Baron“ erschien, hatte sich sein Talent bereits international herumgesprochen. Er erhielt Einladungen zum Montreux Jazz Festival, auf das niederländische Lowlands sowie zu zahlreichen britischen Open Airs und befindet sich aktuell auf seiner ersten Headliner-Tournee durch die USA.
Jamie N Commons ist davon überzeugt, dass man auch die Jugend für diese tradierten Stile begeistern kann. „Jeder mag diese alte Musik, das haben doch Soundtracks wie ‚O Brother, Where Art Thou?’ bewiesen“, erklärte er in einem Interview mit dem ‚Rolling Stone’. „Du musst sie nur in den richtigen Kontext bringen, dann verstehen die Leute sie.“ Und die Fans haben verstanden: Jamie N Commons gilt schon jetzt als einer der wichtigsten neuen Künstler, denen man in diesem Jahr den großen Durchbruch bescheinigt. Sein Konzert in Berlin dürfte also eines der letzten in derart intimem Rahmen sein.