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Anhand der Luftemissionskonten (AEA für Air Emissions Accounts) werden die Treibhausgas- und Luftschadstoffemissionen nach Wirtschaftszweigen erfasst – und zwar nach denselben Grundsätzen wie bei der Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR). Dies ermöglicht eine kohärente Verknüpfung von Wirtschaftsdaten mit Umweltdaten, hat aber zur Folge, dass es gegenüber den Emissionsstatistiken des Bundesamts für Umwelt (BAFU) zu Abweichungen kommt (vgl. hierzu die methodologischen Hinweise weiter unten).
Anhand der Luftemissionskonten (AEA für Air Emissions Accounts) werden die Treibhausgas- und Luftschadstoffemissionen nach Wirtschaftszweigen erfasst – und zwar nach denselben Grundsätzen wie bei der Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR). Dies ermöglicht eine kohärente Verknüpfung von Wirtschaftsdaten mit Umweltdaten, hat aber zur Folge, dass es gegenüber den Emissionsstatistiken des Bundesamts für Umwelt (BAFU) zu Abweichungen kommt (vgl. hierzu die methodologischen Hinweise weiter unten).
2021 wurden rund ein Drittel der Treibhausgasemissionen der Schweiz von den Privathaushalten verursacht. Die restlichen zwei Drittel stammten von der Wirtschaft (12% vom primären, 32% vom sekundären und 22% vom tertiären Sektor). Zwischen 1990 und 2021 haben die gesamten Treibhausgasemissionen (inkl. das CO2 aus der Verbrennung von Biomasse) um fast 6 300 Tausend Tonnen CO2-Äquivalente abgenommen (–10%).
Seit 1990 haben die Treibhausgasemissionen der Wirtschaft um etwa 4% und diejenigen der Haushalte um 20% abgenommen. Die heizungsbedingten Emissionen der Haushalte sind um 28% zurückgegangen, die transportbedingten Emissionen um 8%.
Zwischen 1995 und 2021 fand eine Entkopplung zwischen Wirtschaftswachstum und Treibhausgasemissionen statt, da die Wirtschaft wuchs während die Emissionen abgenommen haben. Diese Entwicklung ist jedoch je nach Wirtschaftssektor unterschiedlich. Im primären Sektor sind die Emissionen und die Wertschöpfung gesunken, während der Produktionswert angestiegen ist. Im sekundären Sektor haben die Emissionen weniger stark zugenommen als die Wertschöpfung und der Produktionswert, während sie im tertiären Sektor abgenommen haben.
Die Intensität der Treibhausgasemissionen der Wirtschaft ist zwischen 1995 und 2021 um 40% gesunken: von 87 auf 52 Gramm CO2-Äquivalente pro Franken Bruttowertschöpfung. Sie ist im primären Sektor um 1%, im sekundären Sektor um 38% und im tertiären Sektor um 43% zurückgegangen. Die Abweichung im Jahr 2003 im Primärsektor ist auf die Trockenheit im Sommer dieses Jahres zurückzuführen, die die Bruttowertschöpfung geschwächt hat.
Im Jahr 2021 waren die Landwirtschaft, die verarbeitende Industrie und der Verkehrs-, Lagerei-, Informations- und Telekommunikationsbereich für 55% der gesamten Treibhausgasemissionen der Wirtschaft und 28% der Bruttowertschöpfung verantwortlich. Demgegenüber machten Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, Immobilienwesen, technische und wissenschaftliche Tätigkeiten sowie andere Dienstleistungen 27% der Bruttowertschöpfung und 4% der Treibhausgasemissionen aus.
Zwischen 2000 und 2021 haben die fossilen CO2-Emissionen der Wirtschaft insgesamt um 20% abgenommen. Verschiedene Faktoren haben in unterschiedlichem Ausmass dazu beigetragen. Wird das Wirtschaftswachstum – gemessen an der Bruttowertschöpfung (BWS) – gesondert betrachtet, hätte dies gar zu einer Zunahme der Emissionen um 30% geführt. In geringerem Ausmass trifft dies auch auf die veränderte strukturelle Zusammensetzung der Wirtschaft zu, welche zu einer Zunahme von 5% führen würde. Die sinkende Energieintensität (verbrauchte Energie pro BWS-Einheit) und der veränderte CO2-Gehalt der genutzten Energie (z.B. infolge vermehrter Nutzung von Erdgas statt Erdöl) hätten hingegen eine Abnahme der Emissionen zur Folge gehabt (–43% bzw.–12%).
Zwischen 2000 und 2021 haben die heizungsbedingten fossilen CO2-Emissionen der Haushalte um 31% abgenommen, wobei verschiedene Faktoren in unterschiedlichem Ausmass dazu beigetragen haben. Wird die abnehmende Energieintensität, die z.B. durch verbesserte Gebäudeisolierungen oder energiesparende Heizgewohnheiten zustande kommen kann, gesondert betrachtet, hätte dies zu einem Rückgang der CO2-Emissionen um 27% geführt. Allein das Umstellen auf CO2-ärmere Energieträger, wie zum Beispiel von Erdöl auf Erdgas oder von Erdgas auf Wärmepumpen, hätte einen Rückgang der CO2-Emissionen um 25% gebracht. Von den beiden anderen untersuchten Faktoren hätten das Wachstum der ständigen Wohnbevölkerung und die Zunahme der Wohnfläche pro Kopf hingegen eine Zunahme der Emissionen um 15% bzw. 5% zur Folge gehabt.
Zwischen 2000 und 2021 nahmen die fossilen CO2-Emissionen durch den Privatverkehr um 19% ab. Wären alle übrigen Faktoren gleichgeblieben, hätte die Energieintensität der Fahrzeuge zu 50% tieferen Emissionen geführt. Das Umstellen auf CO2-ärmere Treibstoffe hätte um 4% tiefere Emissionen zur Folge gehabt. Mit 2% ebenfalls zu tieferen Emissionen geführt hätte der Rückgang der gefahrenen Kilometer. Das steigende Gewicht der Fahrzeuge wie auch das Bevölkerungswachstum hätte hingegen einen Anstieg der CO2-Emissionen um jeweils 18% bewirkt.
Mit dem Treibhausgas-Fussabdruck werden die Treibhausgasemissionen ermittelt, die durch die Endnachfrage nach Gütern und Dienstleistungen in der Schweiz gesamthaft entstehen. Das bedeutet, dass die in den importierten Gütern und Dienstleistungen «versteckten» Emissionen ebenfalls berücksichtigt sind.
2021 belief sich der Treibhausgas-Fussabdruck der Schweiz auf 112 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, wobei zwei Drittel der Emissionen im Ausland entstanden. Seit 2000 ist er um 9% gesunken – die inländischen Emissionen um 23%, die durch Importe verursachten Emissionen um 1%.
Zusammengenommen machten die Bereiche Verkehr, Wohnen und Lebensmittelkonsum 2021 rund zwei Drittel des Treibhausgas-Fussabdrucks der Haushalte aus. Ausser beim Verkehr und beim Wohnen, wo rund die Hälfte des Fussabdrucks durch direkte Emissionen (Verbrennung von Treibstoffen, Heizöl usw.) verursacht wurden, machen die importbedingten Emissionen bei den anderen Ausgabeposten den grössten Teil des Fussabdrucks aus. Mit 92% besonders hoch waren die ausländischen Emissionen bei Kleidern und Schuhen; bei den Lebensmitteln betrugen sie 63%.
Die Feinstaubemissionen (PM10) der Wirtschaft und der Haushalte sind zwischen 1990 und 2021 um 48% zurückgegangen, von 26 000 auf 13 500 Tonnen. 2021 betrugen die Feinstaub-Emissionen des sekundären Sektors und diejenigen der Heizungen der Haushalte gegenüber 1990 noch weniger als die Hälfte. Die transportbedingten Emissionen der Haushalte sind seit 1990 etwa konstant geblieben.
Weiterführende Informationen
Tabellen
Daten
Publikationen
Methodologie
Die Daten zu den Luftemissionskonten (AEA für Air Emissions Accounts) stammen aus der Umweltgesamtrechnung, die vom Bundesamt für Statistik BFS erstellt wird. Die Methodik wurde vom Statistischen Amt der Europäischen Union (EUROSTAT) auf Grundlage des System of Environmental-Economic Accounting (SEEA) der UNO entwickelt.
Bei den AEA handelt es sich um eine Synthesestatistik, die sich aus verschiedensten Quellen zusammensetzt. Das für das Kyoto-Protokoll massgebende Treibhausgasinventar und das Luftschadstoffinventar des UNECE-Übereinkommens über weiträumige grenzüberschreitende Luftverunreinigung (CLRTAP) des Bundesamts für Umwelt (BAFU) stellen dabei die Hauptquellen dar.
Aufgrund der Anpassungen, die vorgenommen wurden um die Kohärenz mit den Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) zu gewährleisten, kommt es zu Abweichungen gegenüber den Daten des CO2-Gesetzes, des Treibhausgasinventars oder des Luftschadstoffinventars CLRTAP. Diese Unterschiede sind namentlich darauf zurückzuführen, dass die AEA sämtliche Emissionen berücksichtigt, die bei der Wirtschaftstätigkeit entstehen, insbesondere im internationalen Flugverkehr und bei der Nutzung von Biomasse als Brennstoff. Ausserdem werden die Emissionen einbezogen, die im Ausland durch in der Schweiz ansässige Unternehmen und Haushalte entstehen, nicht aber die in der Schweiz verursachten Emissionen von Unternehmen und Haushalten mit Domizil im Ausland. Die Emissionen, die durch die Produktion von importierten Gütern entstehen, sind nur im Treibhausgas-Fussabdruck (s. unten) enthalten, nicht jedoch in den Luftemissionskonten. Auch Emissionen und Absorptionen durch die Natur werden nicht berücksichtigt, da die Natur kein Wirtschaftsakteur im Sinne der VGR ist.
Die Emissionen anderer Treibhausgase als CO2 werden entsprechend ihrem globalen Erwärmungspotenzial (GWP, Global Warming Potential) in CO2-Äquivalente umgerechnet. Zum Beispiel: 1kg CH4 entspricht 28 kg CO2 und 1 kg N2O entspricht 265 kg CO2.
Die Ergebnisse werden nach den Wirtschaftsbranchen des Produktionskontos der VGR unter Berücksichtigung des Unternehmenskonzepts präsentiert. Resultate nach Produkten (homogene Produktionsbereiche) sind auf Anfrage erhältlich.
Beim Treibhausgas-Fussabdruck handelt es sich um eine Grösse, die nicht direkt gemessen werden kann und daher modelliert wird. Hierfür existieren unterschiedliche Methoden, wobei die vorliegenden Resultate auf den Luftemissionskonten, den Input-Output Tabellen (IOT) der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) und einer Gewichtung der importierten Emissionen beruhen. Diese Gewichtung berücksichtigt die CO2-Intensität der Herkunft der Schweizer Importe. Die Treibhausgasintensität der Exporte aus der EU wird mit dem Verhältnis des gesamten CO2-Ausstosses zum Bruttoinlandprodukt (BIP) der jeweiligen Wirtschaftsregion gewichtet.
Die Schätzung des Treibhausgas-Fussabdrucks der Jahre vor 2008 basiert auf weniger vollständigen Grundlagendaten als die der nachfolgenden Periode.
Links
Grundlagen und Erhebungen