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Die zwei Freundinnen Mia (Tiffany Haddish) und Mel (Rose Byrne) haben ein kleines Kosmetikunternehmen aufgebaut. Obwohl sie respektablen Erfolg haben, laufen Schulden von über 400‘000 Dollar auf.
Daher kommt das Angebot der Branchenleaderin Claire Luna (Salma Hayek), 51 Prozent der Firmenaktien zu kaufen, gerade recht. Mel atmet auf. Doch Mia will die Kontrolle nicht abgeben.
Das entlarvendste Zitat
«Sie riechen gut», sagt die Angestellte der beiden Heldinnen zu einem Mann. «Wie ein Fieberthermometer, bevor es in den Anus geschoben wird.»
Das ist die Art Dialoge, welche die vier männlichen Drehbuchschreiber bis zum Exzess durchexerzieren.
Die Schauspielerin
Die Vita von Hauptdarstellerin Tiffany Haddish würde selbst genug Stoff für einen Film hergeben: mit neun Autounfall. Dabei erlitt ihre Mutter einen Hirnschaden, der zu Schizophrenie führte.
Deshalb kam Haddish mit zwölf ins Waisenhaus. Erst zwei Jahre später erhielt ihre Grossmutter das Sorgerecht.
2005 lebte Haddish in Beverly Hills aus dem Auto, als sie mit 25 versuchte, ihre Karriere als Comedian zu lancieren.
Nach vielen kleinen Fernseh- und Filmrollen erlebte die Kalifornierin 2017 den Durchbruch mit der Kinokomödie «Girls Trip».
Ebenfalls 2017 durfte sie als erste schwarze Komikerin die Kultshow «Saturday Night Live» moderieren.
Fakten, die man wissen sollte
Komödien, die wie «Like a Boss» gegen jede Regel des guten Geschmacks verstossen, sind schon fast so etwas wie ein eigenes Genre.
Der Regisseur und Autor John Waters baute seine ganze Karriere darauf auf. Seine Filme wie «Polyester» (1981) oder «Hairspray» (1988) waren kontroverse Arthouse-Ereignisse.
Mittlerweile macht Hollywood auch in Mainstream-Filmen mit Fäkalhumor und Peinlichkeiten Kasse: von «There’s Something About Mary» (1998) bis zu «The Hangover» (2009).
Dabei entstehen aber auch immer mehr Schenkelklopf-Komödien, in denen es nur noch um die Steigerung peinlicher Situationen und vulgärer Sprache geht.
Dazu gehören auch Filme mit einer überwiegend weiblichen Besetzung wie «Bridesmaids» (2011), «Girls Trip» (2017) oder nun eben auch «Like a Boss». Übrigens lauter Kassenschlager.
Das Urteil
An und für sich ist «Like a Boss» eine Emanzipationsgeschichte, die davon handelt, wie zwei Freundinnen sich auch durch viel Geld nicht korrumpieren lassen.
Doch das Ganze wird auf derart tiefem Niveau präsentiert, dass einem der Spass schon nach zehn Minuten vergeht.
Statt durch Situationskomik oder Sprachwitz versucht der Film durch Dialoge aus der untersten Schublade Lacher zu erzielen.
Zum Beispiel sagt Mia: «Zerbrechen Sie sich nicht Ihren kleinen Kopf.» Claire Luna antwortet: «Mein Kopf ist nicht klein. Das scheint nur so, weil meine Brüste so gigantisch sind.»
Falls überhaupt, kann man den Film nur Leuten empfehlen, die sich gerne fremdschämen.
Kinostart: 12.3.2020