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Die Ergebnisse auf einen Blick
- Tages-und Onlinezeitungen
- Sonntagszeitungen und Magazine
- Boulevard- und Pendlerzeitungen
- Radio- und Fernsehsendungen
Verschiedene Methoden kommen zu ähnlichen Ergebnissen Die X-Achse zeigt die inhaltsanalytisch gemessene Berichterstattungsqualität auf einer Skala von 0 (sehr niedrig) bis 100 (sehr hoch). An der Y-Achse lässt sich die Qualitätswahrnehmung des Publikums, wie sie mittels Onlinebefragung gemessen wurde, ablesen. Die Skala reicht ebenfalls von 0 (sehr niedrig) bis 100 (sehr hoch).
Lesebeispiel: Die Boulevard- und Pendlerzeitungen sind rot eingefärbt. Diese Gruppe weist mit Blick auf die Berichterstattungsqualität (Inhaltsanalyse) und Qualitätswahrnehmung (Bevölkerungsbefragung) die geringste Qualität auf (Position unten links).
Was wurde untersucht? Das Medienqualitätsrating (MQR) analysiert und bewertet die Qualität von reichweitenstarken Medientiteln aus der Deutsch-schweiz und der Suisse romande aus den Gattungen Presse, Radio, Fernsehen und Online. Insgesamt wurden 50 Medientitel, die eine journalistische Berichterstattung aufweisen, untersucht: Boulevard-, Online-, Pendler- und Sonntagszeitungen, Magazine, Onlinesites sowie Radio- und Fernsehsendungen.
Einteilung in vier Gruppen Doch wie lassen sich einzelne Medientitel überhaupt sinnvoll miteinander vergleichen? Die untersuchten Medientitel gehören unterschiedlichen Gattungen (Radio, Fernsehen, Presse, Online) an, verfügen über unterschiedliche Publikationszyklen und zeichnen sich durch unterschiedliche inhaltliche Ausrichtungen aus (z.B. Qualitäts- und Boulevardpresse). Die vorgenommene Einteilung in die vier Gruppen «Tages- und Onlinezeitungen», «Sonntagszeitungen und Magazine», «Boulevard- und Pendlerzeitungen» sowie «Radio- und Fernsehsendungen» trägt den Merkmalen der Gattung, Erscheinungszyklus und Ausrichtung, Rechnung und soll den Leserinnen und Lesern Orientierung bieten.
Das Publikum bestätigt demokratietheoretisches Qualitätsverständnis Die Ergebnisse der Berichterstattungsqualität (Inhaltsanalyse) und der Qualitätswahrnehmung des Publikums (Onlinebefragung) korrelieren – wie bereits im MQR-16 – stark. Das bedeutet: In der Regel wird ein Medientitel, dessen Berichterstattung eine hohe inhaltliche Qualität aufweist, auch von den Befragten als qualitativ hochwertig eingeschätzt – und umgekehrt. Am besten schneiden erneut die öffentlich-rechtlichen Rundfunksendungen ab (z.B. Echo der Zeit, 10vor10), am schlechtesten die privaten Boulevard- und Pendlerzeitungen (z.B. blick.ch oder 20 minutes) – ganz gleich ob Online oder Print. Dazwischen ordnen sich die Titel aus den Gruppen der Tages- und Onlinezeitungen (z.B. Berner Zeitung, Tages-Anzeiger) sowie der Sonntagszeitungen und Magazine (z.B. SonntagsZeitung, Weltwoche) ein. Die hohe Korrelation kann als Bestätigung für das demokratietheoretische Qualitätsverständnis, das dem MQR zugrunde liegt, gedeutet werden.
Lesebeispiel: Die Sendung Echo der Zeit erzielt sowohl in der Dimension der Berichterstattungsqualität (Inhaltsanalyse) als auch bei der Qualitätswahrnehmung (Befragung) die besten Ergebnisse.
Qualitätsmatrix Die Qualitätsmatrix ist wie ein Brennglas: An ihr lässt sich einfach ablesen, wie ein Medientitel im Hinblick auf die Berichterstattungsqualität (X-Achse) und die Qualitätswahrnehmung des Publikums (Y-Achse) innerhalb ihrer Vergleichsgruppe abschneidet. Die Einteilung unterscheidet nach unterdurchschnittlichen (-1), durchschnittlichen (0) und überdurchschnittlichen (+1) Qualitätseinstufungen. Die Mehrzahl der Medientitel liegt auf der diagonalen Achse. Dies bedeutet, dass beide Messverfahren (Inhaltsanalyse und Befragung) bei den meisten Medientiteln zu übereinstimmenden Qualitätsbefunden kommen. Landet ein Medientitel ausserhalb der Diagonale, bedeutet dies, dass die Methoden zu unterschiedlichen Befunden kommen. Ein Medientitel oberhalb der Diagonale schneidet beim befragten Publikum besser ab, ein Medientitel unterhalb der Diagonale schneidet in der Inhaltsanalyse besser ab.
Ausnahmen bestätigen die Regel Sämtliche privaten TV-Nachrichtensendungen ausser das Journal von Léman Bleu werden vom Publikum besser eingeschätzt, als die Inhaltsanalyse zeigt. Sie liegen tendenziell oberhalb der Diagonale, was bedeutet, dass die Berichterstattungsqualität negativ von der Qualitätswahrnehmung der Befragten abweicht.
Ein möglicher Erklärungsgrund: Die lokal geprägten Newssendungen können in der Regel qualitativ nicht mit den ressourcenstärkeren Angeboten des öffentlichen Rundfunks mithalten und setzen stark auf Berichterstattung zum alltäglichen Leben, was wiederum Nähe signalisiert und damit die Wertschätzung der Nutzerinnen und Nutzer erhöht. In dieses Muster lässt sich auch die Newssite von Le Nouvelliste einordnen, die ebenfalls eine starke lokale, regionale Ausrichtung hat.
Umgekehrt bescheinigt die Inhaltsanalyse einigen Titeln solide bis sehr gute Qualitätswerte, während diese Bewertung von den Befragten so nicht geteilt wird. Die nachfolgenden Titel liegen tendenziell unterhalb der Diagonale, d.h., dass sie in der Bevölkerung negativer eingestuft werden. Dazu zählen die Basler Zeitung inklusive ihres Onlinependants, Le Matin Dimanche, die Weltwoche und WOZ Die Wochenzeitung. Eine Deutungsmöglichkeit liegt darin, dass es sich um Angebote handelt, die aufgrund ihrer ideologischen Ausrichtung stark polarisieren. Es ist folglich anzunehmen, dass die Befragten ihre Bewertungen hier vorwiegend auf die politische Ausrichtung der Medientitel abstellen und diese negativer beurteilen, wenn das publizistische Profil von der eigenen Gesinnung abweicht.
Tages- und Onlinezeitungen
Die gedruckte Abonnementspresse ist einem fundamentalen Wandel ausgesetzt. Grosse Herausforderungen ergeben sich aus veränderten Nutzungsgewohnheiten, rückläufigen Leserzahlen und Werbeeinnahmen, die zu starken Medienkonzentrationsprozessen geführt haben. Die Begleiterscheinungen sind vielfältig: die Zusammenlegungen von ehemals getrennten Redaktionen in integrierte Newsrooms, Zentral-, Mantelredaktionen oder Kompetenzzentren, Joint Ventures zwischen Verlagshäusern, fortgesetzte Sparrunden, Einstellungen von Zeitungstiteln, wie bei Le Matin geschehen, das vermehrte Setzen auf Automatisierung, Roboterjournalismus und Effizienzmassnahmen sowie (und nicht zuletzt) der Abbau von journalistischem Personal. Die Reduktion finanzieller, personeller und zeitlicher Ressourcen lässt die publizistische Qualität im Informationsjournalismus nicht unbeeinflusst. Zusätzlich geraten die Zeitungen on- und offline nun im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung in Bedrängnis: Onlinestrategien werden akzentuiert, ohne dass sich ursprünglich gehegte Renditeerwartungen im gewünschten Masse realisieren.
Die Nutzerinnen und Nutzer haben ausgeprägte Aversionen gegen Werbung im Onlinebereich. Zudem geraten die hiesigen Informationsanbieter durch die Tech-Giganten Facebook und Google unter Druck. Diesen fliessen die Werbegelder zu, die dann dem Informationsjournalismus fehlen. Auch positionieren sich die Tech-Giganten als News-Aggregatoren. Damit droht ein Bedeutungsverlust klassischer Medienmarken. Schliesslich führt die verstärkte Nutzung von Inhalten professioneller Newsanbieter über die Plattformen der Tech-Giganten dazu, dass die Markenbindung der Nutzerinnen und Nutzer schwindet. Auch dies schwächt die Erlöskraft des professionellen Informationsjournalismus. Die Medienunternehmen reagieren mit unterschiedlichen digitalen Strategien auf diese Herausforderungen. Es werden «harte» oder «metered» Paywalls eingezogen, Kooperationen mit den Tech-Giganten eingegangen, Kooperationen zwischen Medienhäusern intensiviert, Forderungen nach verbessertem Leistungsschutzrecht erhoben oder Werbeallianzen gegründet.
Berichterstattungsqualität und Qualitätswahrnehmung des Publikums Die Grafik zeigt für die Analyse der Berichterstattungsqualität (X-Achse) und die Analyse der Qualitätswahrnehmung (Y-Achse), ob ein Medientitel im Vergleich mit der Gruppe unterdurchschnittliche (-1), durchschnittliche (0) oder überdurchschnittliche (+1) Qualitätswerte erzielt. Bei Titeln, die sich in der Diagonale positionieren, kommen beide Messverfahren zu analogen Befunden. Bei Titeln ausserhalb der Diagonale weichen die Ergebnisse der Inhaltsanalyse und der Befragung voneinander ab. Punkte oberhalb der Diagonale bedeuten, dass der Medientitel vom befragten Publikum besser bewertet wird. Kommt der Medientitel unterhalb der Diagonale zu liegen, schneidet er in der Inhaltsanalyse besser ab.
Lesebeispiel: Vergleicht man die Südostschweiz mit den übrigen Tages- und Onlinezeitungen, erweist sich die inhaltsanalytisch gemessene Qualität als durchschnittlich. Bei der Befragung schneidet der Titel jedoch unterdurchschnittlich ab.
Le Temps schliesst zur Qualitätsspitze auf Im oberen Qualitätsfeld bewegt sich etwas. Die NZZ hält ihre Spitzenleistung zwar bei, ihr Onlineauftritt büsst aber einige Qualitätspunkte ein. Grosser Gewinner ist Le Temps. Das Qualitätsblatt aus der Suisse romande wird von dessen Publikum deutlich mehr wertgeschätzt als zwei Jahre zuvor. Entsprechend zieht Le Temps mit der NZZ gleich, und die beiden Titel führen die Gruppe der Tages- und Onlinezeitungen an. Der Bund, ein Neueinsteiger im Rating, positioniert sich ebenfalls im vordersten Drittel, gleichauf mit letemps.ch. Die Traditionszeitung aus Bern hebt sich in beiden Messverfahren qualitativ leicht vom Tages-Anzeiger ab, obwohl beide dieselbe Mantelredaktion teilen. Das Schlusslicht der Gruppe bildet lenouvelliste.ch. Erneut bestätigt sich das Bild, dass die Online-ausgaben nicht ganz mit ihren Pressependants mithalten können.
Einzig die Newssites der Berner Zeitung und der Basler Zeitung erzielen Punktegleichstand mit ihren Druckfassungen. Der Grossteil der untersuchten Tages- und Onlinezeitungen siedelt sich entlang beider Analyseverfahren im Mittelfeld an. Dies sowohl hinsichtlich der Berichterstattungsqualität als auch der Bevölkerungsbefragung. Von diesem Muster weichen vier Informationsangebote ab. Die Onlineausgabe der St. Galler Zeitung liegt in der Befragung auf Augenhöhe mit anderen Newssites von Regionalangeboten, die Inhaltsanalyse stellt dem Titel jedoch ein unterdurchschnittliches Zeugnis aus. Bei der Südostschweiz und bei der Basler Zeitung wird – off- wie online – hingegen umgekehrt eine solide Berichterstattungsqualität gemessen, während das Publikum diese im Gruppenvergleich unterdurchschnittlich einstuft.
Sonntagszeitungen und Magazine
Boulevard- und Pendlerzeitungen
Die Schweiz erhielt ihre erste Boulevardzeitung 1959. Der Blick avancierte innert kurzer Zeit zur meistgelesenen Zeitung. Durch den Marktzutritt der Pendlerzeitungen ab der Jahrtausendwende ist den klassischen, bezahlpflichtigen Boulevardmedien starke Konkurrenz erwachsen. Auch die Pendlerzeitung 20 Minuten mit ihren sprachregionalen Pendants und der Blick am Abend (nicht Bestandteil der Analyse) setzen auf rasch konsumierbare Softnews. Im Zuge der Digitalisierung hat sich der Trend zur Boulevardisierung nochmals weiter verstärkt. Sowohl der klassische Boulevard als auch die Pendlerzeitungen haben in den 2000er Jahren erfolgreiche Webangebote lanciert, die einen grossen Verbreitungsgrad haben. Mit watson.ch wurde 2014 ein neues, rein digitales Format geschaffen, das Hardnews mit unterhaltenden Storys anreichert und damit die bisherigen Angebote wie 20 Minuten und Blick zusätzlich unter Druck setzt.
Im Zuge der Digitalisierung hat sich eine neue «Währung» etabliert: über Klick- und Viralitätsraten generierte Reichweite. Softnews, emotionsgeladene, empörungstiftende Storys und auf prominente Personen abzielende Darstellungen werden besonders häufig angeklickt. Dies beeinflusst die publizistischen Strategien und prägt das vergleichsweise geringe Qualitätsprofil der Boulevard- und Pendlerzeitungen. Das hohe Publikumsinteresse weckt im Gegenzug das Interesse der werbetreibenden Wirtschaft. Trotz möglicher Vorbehalte kann der Boulevard für demokratische Gesellschaften einen wichtigen Beitrag liefern: Diese Art des Journalismus kann eine wichtige Kontroll- bzw. Watchdog-Funktion übernehmen und ist prädestiniert, komplexe Themen durch einen lebensweltlich nahen Zugriff zu vermitteln. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass er sich auch tatsächlich in ausreichendem Mass mit gesellschaftspolitisch relevanten Themen beschäftigt.
Berichterstattungsqualität und Qualitätswahrnehmung des Publikums Die Grafik zeigt für die Inhaltsanalyse (X-Achse) und die Befragung (Y-Achse), ob ein Titel unterdurchschnittliche (-1), durchschnittliche (0) oder überdurchschnittliche (+1) Qualitätswerte erzielt. Bei Titeln, die sich in der Diagonale positionieren, kommen beide Messverfahren zu analogen Befunden. Bei Titeln ausserhalb der Diagonale weichen die Ergebnisse der Inhaltsanalyse und der Befragung voneinander ab. Punkte oberhalb der Diagonale bedeuten, dass die jeweiligen Medientitel in der Umfrage besser bewertet wurden. Kommen die Medientitel unterhalb der Diagonale zu liegen, haben sie in der Inhaltsanalyse besser abgeschnitten.
Lesebeispiel: Vergleicht man 20 minutes mit den übrigen Boulevard- und Pendlerzeitungen, erweist sich die inhaltsanalytisch gemessene Qualität als durchschnittlich. Bei der Befragung erzielt der Titel in dieser Vergleichsgruppe jedoch nur unterdurchschnittliche Werte. Obwohl häufig genutzt, fällt der Titel bei den Befragten durch.
lematin.ch neu auf dem Siegerpodest Während die deutschsprachige Newssite von 20 Minuten 2016 noch mit lematin.ch konkurrenzieren konnte, rutscht der Titel nun ins Mittelfeld und überlässt dem Onlineangebot von Le Matin das Siegerpodest. Das gemeinsame Schlusslicht bilden nach wie vor die beiden Titel aus dem Hause Ringier, der Blick und blick.ch. Während bei den Abonnementszeitungen weiterhin die Printausgaben das Onlineangebot qualitativ überflügeln, zeigt sich bei den Boulevard- und Pendlervertretern ein ambivalenteres Bild. Hier schaffen lematin.ch und 20minutes.ch einen Mehrwert; und auch 20minuten.ch und blick.ch erzielen jeweils Punktegleichstand mit ihren gedruckten Pendants.
Bei sechs von neun untersuchten Titeln weichen die beiden Analyseverfahren – Inhaltsanalyse und Befragung – in ihren Befunden voneinander ab. Inhaltlich weisen die Berichterstattungen von 20 minutes – off- wie online – sowie die gedruckte Ausgabe von 20 Minuten in der Gruppe zwar passable Qualitätswerte auf, jedoch werden diese Titel vom Publikum als tendenziell unterdurchschnittlich eingestuft. Der französischsprachige Boulevard sowie das rein digital agierende watson.ch (das neu in diese Vergleichsgruppe aufgenommen wurde) werden von den Befragten überproportional hochwertig eingeschätzt, während die Inhaltsanalyse hier lediglich Durchschnittswerte ausweist.
Radio- und Fernsehsendungen
Am 4. März 2018 wurde über die No-Billag-Initiative abgestimmt, deren Annahme nicht nur das Ende der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) bedeutet hätte, sondern auch private Sender, die auf Gebührengelder angewiesen sind, in die Bredouille gebracht hätte. Am Ende war das Ergebnis eindeutig: 71.6% der stimmberechtigten Bürgerinnen und Bürger haben die Initiative abgelehnt, trotz – oder gerade wegen – hitziger Debatte.
Ganz offenbar hat die breite öffentliche Auseinandersetzung mit den Besonderheiten des Mediensystems Schweiz und medienökonomischen Zusammenhängen dazu geführt, dass die Befragten die Qualität der meisten SRG-Sendungen höher einschätzen. In der aktuellen Befragung hat jede Radio- und Fernsehsendung besser abgeschnitten als in der Messperiode zwei Jahre zuvor. Die SRG-Sendungen Rendez-vous und Echo der Zeit erzielen Spitzenwerte.
Berichterstattungsqualität und Qualitätswahrnehmung des Publikums Die Grafik zeigt für die Inhaltsanalyse (X-Achse) und die Befragung (Y-Achse), ob eine Sendung unterdurchschnittliche (-1), durchschnittliche (0) oder überdurchschnittliche (+1) Qualitätswerte erzielt. Bei Sendungen, die sich in der Diagonale positionieren, kommen beide Messverfahren zu analogen Befunden. Bei Sendungen ausserhalb der Diagonale weichen die Ergebnisse der Inhaltsanalyse und der Befragung voneinander ab. Punkte oberhalb der Diagonale bedeuten, dass die jeweiligen Rundfunksendungen in der Umfrage besser bewertet wurden. Kommen die Rundfunksendungen unterhalb der Diagonale zu liegen, haben sie in der Inhaltsanalyse besser abgeschnitten.
Lesebeispiel: Echo der Zeit erreicht sowohl in der Publikumsbefragung wie auch in der inhalts- analytisch erfassten Berichterstattungsqualität überdurchschnittlich hohe Werte.
Die SRG-Titel senden in einer eigenen Liga 13 Radio- und Fernsehsendungen umfasst die gleichnamige Gruppe. Hierzu zählen 8 Sendungen der SRG, darunter die beiden Newssites srf.ch und rts.ch, sowie 5 Sendungen von privaten Regionalsendern. Die Qualität der SRG-Sendungen kann durchwegs als hochwertig bezeichnet werden. An der Spitze fährt – wie in der Messperiode zuvor – die Radiosendung Echo der Zeit, die ihren Ruf als Flaggschiff des Schweizer Radios bestätigt. Die Befragten nehmen die Sendung sogar als noch besser wahr, als dies die Inhaltsanalyse konstatiert. Das gleiche Bild zeigt sich beim zweitplatzierten SRF – Rendez-vous, ebenfalls eine Radiosendung. Die übrigen SRG-Sendungen liegen nah beieinander. Das befragte Publikum macht nur Qualitätsunterschiede zwischen diesen Sendungen aus.
Bei der Inhaltsanalyse erweisen sich die beiden Newsportale rts.ch, gefolgt von srf.ch jedoch als qualitativ etwas schlechter. Die Nachrichtensendung 10vor10 erreicht gemäss Inhaltsanalyse ein ähnlich hohes Niveau wie Echo der Zeit und Rendez-vous, fällt in der Befragung aber leicht zurück gegenüber den Radiosendungen. Die fünf untersuchten Nachrichtensendungen privater TV-Anbieter können – auch aufgrund der deutlich geringeren Ressourcen – nicht mit den SRG-Programmen mithalten. Laut Befragten hat Le Journal auf Léman Bleu einen echten Qualitätssprung gemacht: Gegenüber der vorherigen Messperiode legte die französischsprachige Nachrichtensendung ganze 11 Qualitätspunkte zu, obgleich die Inhaltsanalyse deutliche Verschlechterungen festzustellen vermag.