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Stadtentwicklungskonzept (STEK)
2005 beschloss die Stadt Schlieren ein Stadtentwicklungskonzept (STEK), um die räumliche, soziale und ökonomische Transformation Schlierens steuern und planen zu können. Darin heisst es: „Die Stadt Schlieren verfolgt das Ziel einer konsequenten Aufwertung des Lebensraumes und der Lebensqualität in der Gesamtstadt. Das Stadtentwicklungskonzept soll aufzeigen, wie dieses Ziel erreicht werden kann“.
Wie viele Agglomerationsräume war Schlieren seit dem späten 19. Jahrhundert von einem starken räumlichen, sozialen und ökonomischen Wandel geprägt. Die Industrialisierung entlang des Limmattals bewirkte bis nach dem Zweiten Weltkrieg die Transformation Schlierens von einem bäuerlichen Dorf zu einem stolzen industriellen Vorort Zürichs. Namhafte Industrieunternehmen wie etwa die Schweizerische Wagons- und Aufzügefabrik AG (‚Wagi’) oder das Stadtzürcher Gaswerk (‚Gasi’) prägten die Selbstwahrnehmung und die Bevölkerungsstruktur Schlierens. 1974 wurde eine fünfspurige Hauptstrasse mitten durch den Dorfkern eröffnet, um den motorisierten Individual- und Güterverkehr ohne Stau passieren zu lassen. Diese Intervention war Ausdruck des herrschenden Fortschrittsoptimismus und wurde von der Bevölkerung als Aufwertung begrüsst.
Die Restrukturierung des Metropolitanraums Zürichs zu einem globalen Dienstleistungs- und Finanzknoten stellte Schlieren jedoch vor zunehmende Herausforderungen. In den 1980er Jahren erfasste ein massiver Deindustrialisierungsschub die Region, dem auch die ‚Wagi’ und andere lokale Industrieunternehmen zum Opfer fielen. Die 1990er Jahre waren geprägt von starkem Durchgangsverkehr, der Verschlechterung der Bausubstanz, der Zwischennutzung der Brachen durch einen "dubiosen" Auto-Occasionen-Handel, einer zunehmenden Unterschichtung, sinkenden Steuereinnahmen, sowie einem zunehmend schlechten Image. Im Kontext der sozioräumlichen und -ökonomischen Polarisierung des Metropolitanraumes Zürich sah sich die Stadt Schlieren zusehends in einer politischen Sackgasse. Gleichzeitig nahmen Bauboom und Investitionen in der Region grundsätzlich zu. „Wirtschaftlicher Aufschwung oder soziale Abwertung: diese paradoxe Situation mit scheinbar konträren Entwicklungspfaden ist Ausdruck der wirtschafts- und sozialdemographischen Umgestaltung des Metropolitanraums Zürich“, schrieb 2005 der Wirtschafts- und Stadtgeograph Heiri Leuthold.
Angesichts dieses Wachstumsdrucks und der zunehmenden Problematisierung Schlierens in den medialen und raumplanerischen Agglomerationsdiskursen sah sich die Stadt zum Handeln gezwungen. Mit dem Stadtentwicklungskonzept, das 2005 als verwaltungsweisendes Planungsinstrument in Kraft trat, griffen die Behörden schliesslich aktiv in die räumliche, soziale und ökonomische Entwicklung der Stadt ein. Das von Metron Raumentwicklung AG erarbeitete STEK sollte den Behörden und Partnern erlauben, die Entwicklung Schlierens von einem deindustrialisierten Vorort Zürichs in eine attraktive und eigenständige Wohn- und Dienstleistungsstadt mit hoher Lebensqualität, Urbanität und starker Identität zu steuern. Als entscheidende Aufgabenfelder wurden die Stärkung des Zentrums, die bessere Verbindung der Ortsteile, die Entwicklung der Baulandreserven und Brachen, die Neuorientierung in der verkehrsdominierten Entwicklung des öffentlichen Raumes sowie die verbesserte Wahrnehmung und Nutzung der landschaftsräumlichen Qualitäten benannt.
Das Stadtentwicklungskonzept diente als konzeptionelle Basis für die Überarbeitung der kommunalen Richt- und Nutzungspläne sowie für Entwicklungsprojekte der öffentlichen und privater Investoren. 2013 fand eine Evaluation des Stadtentwicklungskonzepts durch die Stadt Schlieren und die Metron Raumentwicklung AG statt. Das hier vorgestellte Forschungsprojekt sollte erlauben, die ästhetische Dimension der räumlichen Veränderungen in die Evaluation einzubeziehen.
R.J.