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15 Aug Determination
Die Schicksalsanalyse vertritt die Auffassung, „dass in der Geschichte – wie auch im Schicksal des Einzelnen- ein ausschlaggebendes Ereignis, eine, wähle Handlung, eine führende Auffassung, Schauart und Denkweise niemals das Werk des reinen Zufalls sein können. Alles ist in der Geschichte der Menschheit wie auch im Schicksal des Einzelnen doppelt determiniert. Diese doppelte Determination bedeutet: Das Schicksal untersteht nicht allein dem Kausalitätsprinzip sondern es unterliegt synchron mit dem Gesetz der zusammenhängenden Kette der Folgerungen auch dem „Ganzheitsgesetz“, also der Finalität, dem Gesetz des Lebensplanes des Einzelmenschen und der ganzen Menschheit im allgemeinen.
Ohne Lebensplan ist ja der Begriff des Schicksals eine Eierschale ohne Inhalt.
Nach der Schicksalsanalyse ist die Geschichte der Menschheit und des Einzelnen – als Schicksal – stets das Resultat zweier polar entgegengesetzter Gesetzmässigkeiten. Das heisst: das Endergebnis des Kausalitäts- und des Finalitätsgesetzes, also des Ganzheitsgesetzes.
Das Leben des Einzelnen wie das der Menschheit beruht auf einer Gegensatzstruktur.
Die gegensätzlichen Pole können miteinander in zweierlei Beziehungsweisen stehen. Die erste ist die sog. komplementäre oder ergänzende Gegensatzbeziehung, die zweite die kontradiktotrische, in der sich die Gegenfüssler gegenseitig ausschliessen. Die seelischen Gegensätzlichkeiten sind fast alle komplementärer Natur. Sie ergänzen sich wechselseitig. die kontradiktorischen Gegensatzpaare schliessen sich aus, und darum kann die Person sie niemals integrieren, sondern sie muss eben unter den Gegensätzen nur den einen Partner „wählen“, z.B. das Sein, das Leben, wählen und auf das Nicht-Sein, also auf den Selbstmord verzichten“. (Szondi, Freiheit und Zwang, S. 78)