Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/186938

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen ständigen Informatik-Wiederholungskurs für die Weiterentwicklung und Wartung von Digitalisierungsprojekten der Armee einzuführen und bei Bedarf auszubauen. Folgende Aspekte sind besonders zu beachten:</p><p>1. Die Armee soll die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen, um Prozesse zu vereinfachen.</p><p>2. Die Umsetzung, Weiterentwicklung und Wartung sämtlicher Digitalisierungsprojekte der Armee soll direkt von Angehörigen der Armee vorgenommen werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Schweizer Armee stützt sich mit dem Milizprinzip auf das von jedem Angehörigen in den Dienst mitgebrachte zivile Wissen und seine Fähigkeiten ab. Eine sorgfältige Rekrutierung stellt sicher, dass die Stellungspflichtigen entsprechend ihrer zivilen Ausbildung einer militärischen Funktion zugewiesen werden. Stellungspflichtigen mit guten Kenntnissen der Informatik steht seit der Armee 95 die Funktion des Informatikpioniers offen.</p><p>Informatikpioniere werden in der Informatikschule 61 in Frauenfeld grundausgebildet und leisten ihren Dienst anschliessend in Stabs- und Führungsunterstützungsformationen. Pro Schulstart werden der Armee rund 100 neue Informatikpioniere zugeführt.</p><p>Informatikpioniere werden im Rahmen der Wiederholungskurse zum Aufbau und Betrieb von Informatiksystemen bei der Truppe sowie für die Benutzerunterstützung vor Ort eingesetzt. Sie entlasten dort die Berufsorganisation.</p><p>Informatikpioniere mit Spezialistenkenntnissen werden in eigens dafür vorgesehene Einheiten eingeteilt. Sie leisten während ihres Wiederholungskurses zeitlich begrenzt Beiträge zu Digitalisierungsprojekten in der Militärverwaltung und ergänzen die Teams der Berufsorganisation. Zum Aufgabenbereich gehören unter anderem Anwendungsentwicklung, Testing, Wartungs- und Integrationsarbeiten. Einige durch Informatikpioniere unterstützte Digitalisierungsprojekte schaffen einen hauptsächlichen Nutzen bei der Truppe. Dazu gehören Applikationen für die Funkplanung oder die Kartendarstellung.</p><p>Weitere Informatikpioniere unterstützen die Durchhaltefähigkeit des Betriebes der Informatiksysteme der Armee.</p><p>Der Einsatz der Informatikpioniere bei der Militärverwaltung zugunsten von Digitalisierungsprojekten richtet sich nach den Artikeln 66 bis 68 der Verordnung über die Militärdienstpflicht (VMDP) und ist bewilligungspflichtig. Zu den Bedingungen gehören insbesondere aussergewöhnliche Überlastungen, spezialisierte Kenntnisse, welche nur während einer kurzen Zeit erforderlich sind, oder Erfahrungen in klassifizierten Projekten. Mit dieser Bewilligungspflicht soll verhindert werden, dass die Stellenbesetzung in der Verwaltung durch Angehörige der Armee erfolgt.</p><p>Die Anwendung der Informatikkenntnisse der Stellungspflichtigen zur Unterstützung von Digitalisierungsprojekten der Armee, wie von der Motion gefordert, ist daher im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben/Möglichkeiten bereits erfolgt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.