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Neun Monate nach Einführung des Zivildienstes sind über 1800 Gesuche eingereicht. Derweilen kommen die Prüfungsausschüsse kaum nach mit ihrer Arbeit: Rund neun Monate muss derzeit ein Gesuchsteller warten, bis er angehört wird. Anfangs Mai präsentierte die Biga-Abteilung Zivildienst eine erste Statistik der Gesuche. Danach finden gegenwärtig pro Monat rund 80 Anhörungen statt, jedes siebte Gesuch wird abgelehnt. Die Ablehnungsgründe sind unterschiedlich, doch die meisten scheitern an schlechter Vorbereitung. Es empfiehlt sich deshalb weiterhin, vor der Einreichung eines Gesuchs eine Beratungsstelle für Militärverweigerung und Zivildienst aufzusuchen. Das Biga lehnt Gesuche besonders häufig mit der Begründung der Oberflächlichkeit ab. In den Ablehnungsentscheiden heisst es dann: «Ihre Visionen einer besseren Gesellschaft wurden von Ihnen nur sehr oberflächlich angesprochen. Eine Vertiefung des Inhaltes und eine nachvollziehbare Umschreibung des Weges, der zur Verwirklichung der Ziele führen soll, vermochten Sie nicht zu vermitteln.» Oder: «Angesichts der zentralen Bedeutung, die Sie der Gewaltlosigkeit zuschreiben, blieb Ihre Argumentation auch in diesem Punkte sehr allgemein.» Ein drittes Beispiel: «Die Aussagen, die Sie im schriftlichen Gesuch zu Ihrer auf biblischen Werten gründenden Lebenshaltung machten, haben Sie vor der Kommission nur verschwommen vertreten. Sie haben fast alle Ihre Aussagen, kaum waren sie gemacht, in einer Weise relativiert, die ihnen jedes Gewicht nahm. Während der ganzen Anhörung blieben Ihre Ausführungen zur Gewaltfreiheit, zum Respekt vor dem Leben, zur christlichen Nächstenliebe und zur Problematik des Bösen zu allgemein und zu unverbindlich, als dass Sie uns glaubhaft einen Gewissenskonflikt hätten begründen können.» Praktisch alle, deren Gesuche abgelehnt wurden, haben eine Beschwerde eingereicht. Die zuständige Rekurskommission hat noch keinen Fall entschieden. Unklar ist also noch immer, ob eine zweite Anhörung möglich ist.