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Blatt oder Wurzel?
Botanik
Der Japanische Tempelbaum oder Ginkgo biloba gehört zur Familie der Ginkgo-Gewächse. Diese Familie ist eine sehr urtümliche Pflanzengattung, welche bereits vor 300 Millionen Jahren entstanden ist und pflanzensystematisch zwischen Farnen und Nadelhölzern steht. Da der Ginkgo der einzige Vertreter seiner Gattung ist, wird er auch oft als lebendes Fossil bezeichnet. Der Ginkgobaum ist zweihäusig, dh. es gibt männliche und weibliche Bäume. Erst mit ca. 25 Jahren ist der Ginkgo geschlechtsreif. Der weibliche Baum bildet eiähnliche Früchte aus, welche am Boden vom Pollen des männlichen Baums befruchtet werden. Im Anschluss bildet der Embryo eine Wurzel aus und wächst zu einem Baum aus. Die Samenschalen der weiblichen Bäume können einen unangenehmen Geruch nach ranziger Butter verbreiten wenn diese am Boden verrotten. Für die Herstellung von pflanzlichen Ginkgo Präparaten werden die Blätter des Ginkgo Baums verwendet, unabhängig vom Geschlecht des Baums.
Geschichten um eine Pflanze
Der Ginkgobaum, welcher bekannt ist für seine Langlebigkeit und seiner Widerstandsfähigkeit, wurde im asiatischen Raum schon lange als heilig angesehen und oft in Tempelanlagen gepflanzt. Man kennt Bäume die über 1000 Jahre als sind. Der Ginkgo wird als kraftspendend und lebensverlängernd verehrt. Ein Symbol dafür ist auch die Geschichte eines Ginkgobaums in Hiroshima, welcher nach dem Atombombenangriff 1945 in Flammen aufging, sich aber im nächsten Frühling erholt hatte und wieder Blätter austrieb und überlebte.