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Abtreibung weitere Fragen
Wie sieht ein Embryo aus beim medikamentösen Abort?
Ein Embryo entwickelt sich aus einer befruchteten einzelnen Zelle durch Teilungen aus 2 > 4 > 8 > 16 ... Zellen zu einem mikroskopisch kleinen Kugelhaufen (Morula) und dann zu einem Hohlkügelchen (Gastrula). Durch Faltungen und Wanderung von Zellen entstehen aus ursprünglich drei Schichten die Organanlagen und Organe. Herzaktionen beobachten wir kurz vor der 7. Schwangerschaftswoche. → Bild: 7 Wochen Embryo im Fruchtbläschen. Mit 7 Wochen (gerechnet ab 1. Tag nach Beginn der letzten Regelblutung, also 5 Wochen nach Empfängnis / Konzeption) ist der Embryo 1 cm lang. Wir sehen das weisse Schwämmchen des Fruchtbläschens (Chorion) und mit der Lupe erkennen wir den Embryo mit den Anlagen des Hirns, der Augen, Wirbelsäule, Herz, Bauch und einem Schwanz sowie als Ausstülpung des Darms den Dottersack.
Stimmt es, dass der Embryo Schmerzen verspürt hat?
Nein, ein Embryo kann keine Schmerzen spüren, wie ein Mensch oder Säugetier. Die entsprechenden Nervenstrukturen sind noch nicht vorhanden und bilden sich erst zu Beginn des letzten Schwangerschaftsdrittels. Der Embryo ist in seinem Zustand wie unter Narkose.
Nein, ein Krebsrisiko durch Mifegyne® (Mifepriston) und auch durch die anderen verwendeten Medikamente ist nicht bekannt.
Ja, wir machen medikamentöse Schwangerschaftsabbrüche. Allerdings müssen Sie für einen Schwangerschaftsabbruch nicht nur eine einzelne Pille nehmen. Das unter dem Versuchsnamen RU486 bekannte Medikament Mifepristone (Mifegyne) genügt alleine für einen sicheren Schwangerschaftsabbruch meist nicht(→ Top)
Für den Schwangerschaftsabbruch braucht der Arzt eine generelle Bewilligung der kantonalen Gesundheitsdirektion. Die Bewilligung wird erteilt, wenn der Arzt und seine Praxis die Qualifikation zur Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen nachweisen kann. Früher war es für Frauenärzte verpönt, Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen. Der legendäre Allgemeinarzt Fritz Bruppacher führte zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts Schwangerschaftsabbrüche in seiner Praxis in Zürich Aussersihl durch. Als Politiker setzte er sich für die Frauenrechte ein. In den 50-er Jahren war der Kommunist Dr. Hans Von Fischer sein praktischer und geistiger Nachfolger. Er hatte seine Praxis bei der Utobrücke und machte mit seiner Arztgehilfin täglich (inklusive Samstag) drei Schwangerschaftsabbrüche mit Curettagen in Lokalanästhesie. In den 70-er Jahren wurden in der Gruppenpraxis Plaffenwatz an der Waffenplatzstrasse jede Woche 18 Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt. Die alten jetzt noch aktiven Ärzte haben ihr Handwerk teilweise dort gelernt. (→ Top)
... Es war darum für mich sehr wichtig dass mein Partner mitgekommen ist. Er hat sich auch extra deswegen frei genommen. Und dann durfte er nicht beim Gespräch und der Untersuchung dabei sein...?
Ich verstehe den Wunsch sehr gut. Ein Schwangerschaftsabbruch kann oft eine grosse Belastung nicht nur für die schwangere Frau sondern auch für den Partner und die Beziehung sein.
Da ich vor dem Erstgespräch die Frau, ihre Lebenssituation und ihre Beziehung nicht kenne, muss ich mit allem rechnen. Die Frau muss mit dem Arzt ihre Situation klären und ihren Entscheid frei besprechen können. Erst in einem zweiten Schritt ist es möglich, allenfalls den Partner auch noch miteinzubeziehen.
Ich weiss das ich in der 5 ssw bin. Nun ist es so ich habe aus persönlichen gründen keinen arzt aufgesucht und habe heute um 4 uhr morgens ohne jegliche vorbehandlung 4 tbl cytotec vaginal verwendet. Weder hatte ich das mifegyne zuerst noch sonst was. Die tabletten habe ich durch eine freundin bekommen die diese tabletten zur reserve sprich von ihrer abtreibung noch übrig hatte. Ich war gezwungen mich auf diese 4 tabletten zu beschränken. Ich habe blutungen bekommen jedoch nicht wirklich starke und auch nicht mit fetzen. Ich habe leichte blutungen und das in einer hellen farbe. Ich weiss das sie als arzt mir raten werden sofort einen arzt aufzusuchen aber mir ist dies auf gar keinen fall möglich! Was kann ich tun ist die abtreibung so vorbei sobald ich duech cytotec die blutungen erhalten habe oder kann ich immer noch schwanger sein ? Ich bin nur über diese email erreichbar und sie sind meine einzige hilfe...
Es ist nicht sicher, dass die Schwangerschaft beendet ist. Sie sind vermutlich nicht in einem Land, wo Sie keine angemessene medizinische Hilfe erhalten können; sonst melden Sie sich noch einmal. Falls der Schwangerschaftstest in 3 Wochen immer noch positiv reagiert, müssen Sie spätestens eine ärztliche Untersuchung inklusive Ultraschall machen lassen. Auch wenn ich mir eine grosse Notlage vorstellen kann, ist das was Sie tun unvorsichtig und nicht ohne Risiko rechtlicher und medizinischer Art.
Ich bin Falithrompatientin und würde wahrscheinlich nach der Op mit Heparin überbrücken. Habe keine Gerinnungsstörung. Ich mache mir wirklich schlimme Sorgen das etwas passiert oder schlimmer. Ist Heparin wirklich so sicher wie Falithrom?
Falithrom (Phenprocoumon, Marcoumar®) muss vor der Operation abgesetzt werden, da es sehr starke Blutungen machen kann. Das Risiko ist klein wenn die üblichen Vorsichtsmassnahmen beachtet werden. Das Risiko kann ich nicht quantifizieren, da es von anderen Faktoren, wie zum Beispiel der Dauer der Schwangerschaft und anderem mehr abhängt. Das Risiko einer Fortsetzung der Schwangerschaft ist auf alle Fälle deutlich viel grösser.
Die meisten Frauen, welche einen Schwangerschaftsabbruch durchführen lassen, wissen sofort und klar, was sie wollen, sobald sie wissen, dass sie schwanger sind. Einige spüren widersprechende Gefühle sehr deutlich und können sich nach einem klaren Entscheid aber rasch auch von diesen traurigen Gefühlen verabschieden. Nur wenige Frauen leiden lange Zeit an Gedanken welche um einen Schwangerschaftsabbruch kreisen. Es betrifft dies praktisch immer Frauen, welche schon vorher psychische Probleme hatten. Diese psychischen Schwierigkeiten finden durch einen Schwangerschaftsabbruch manchmal einen neuen Inhalt. Psychische Schäden durch den Schwangerschaftsabbruch sind somit nicht zu erwarten. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen keinen Zusammenhang von psychischer Krankheit und vorangegangenen Schwangerschaftsabbrüchen.
Körperliche Folgen nach einer Abtreibung sind nach einem korrekt durchgeführten Schwangerschaftsabbruch nicht zu erwarten. Schwere Komplikationen oder gar bleibende Schäden sind sehr seltene Ereignisse in der Grössenordnung von einem auf Zehntausende von Fällen. Das Austragen einer unerwünschten Schwangerschaft und die Geburt sind 100 mal gefährlicher. Insbesondere wird die Fruchtbarkeit einer Frau durch einen Schwangerschaftsabbruch nicht beeinträchtigt. Viele Frauen erfahren / merken erst durch eine unerwünschte Schwangerschaft, dass sie wirklich fruchtbar sind. Vor und nach dem Schwangerschaftsabbruch stellt sich darum die Frage nach einer sicheren Verhütungsmethode.
Nein, die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in der Schweiz sinkt langsam aber stetig obwohl die Bevölkerung und die Zahl der Frauen im fruchtbaren Alter zunimmt. Die Schweiz hatte mit 6,7 auf 1’000 Frauen im Alter von 15-44 Jahren 2013 die niedrigste Rate von Schwangerschaftsabbrüchen in ganz Europa. Desgleichen bei den 15-19-Jährigen, deren Rate mit 4,4 auf 1’000 ein Rekordtief erreicht hat. Dort wo die Zugänglichkeit zu Information, Verhütungsmethoden und zum Schwangerschaftsabbruch gut ist, dort ist der Schwangerschaftsabbruch als Notmassnahme auch weniger notwendig und weniger häufig. Die Bevormundung von Frauen und Einschränkung ihrer Selbstbestimmung erhöht das Risiko, dass ein Schwangerschaftsabbruch notwendig wird.
Hatte vor 5 Wochen eine Abtreibung in der 11. Woche und es lief laut alles Arzt gut. Hatte danach ca 2 Wochen lang leichte Blutungen aber bis heute keine Periode. Kann es sein das der Zyklus sich so verschiebt oder das ich wieder schwanger bin ? Habe keine Symptome ( brustschmerzen , überklebt usw. ) Bei meiner letzten Ausschabung wegen einer Fehlgeburt in der 8 ssw kam meine Periode 33 Tage nach der Ausschabung.
Sie hatten heute vor knapp 5 Wochen einen Schwangerschaftsabbruch (in der 11. Schwangerschaftswoche). Es kann durchaus mehrere Wochen dauern bis der Zyklus wieder einsetzt; Verzögerungen sind normal. Eine Schwangerschaft kann ich allerdings nicht ausschliessen. Der Schwangerschaftstest kann sogar noch positiv sein von der vor 5 Wochen abgetriebenen Schwangerschaft und im Ultraschall ist eine erneute Schwangerschaft vielleicht auch noch nicht sichtbar. Falls der Schwangerschaftstest in einer Woche immer noch positiv anzeigt und Sie bis dann noch keine Menstruationsblutung hatten, sollten Sie sich mit einem Ultraschall untersuchen lassen. Sie müssen sich dringend Gedanken über eine sichere Schwangerschaftsverhütung machen.
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