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Ehem. polit. Gem. TI, Bez. Bellinzona, seit 1907 Teil der polit. Gem. Bellinzona. Die Siedlungen R. (1213 Rovegia) und Prada (1381 Prata) gehörten von alters her zum Stadtbann von Bellinzona. Im MA waren ihre Einwohner denen der Stadt rechtlich gleichgestellt, d.h. sie waren im Rat vertreten, an den Ausgaben der Stadt beteiligt und genossen deren Privilegien. Die Gem. R. und Prada sind seit dem 17. und 18. Jh. belegt. Die ältesten Ansiedlungen mit der grössten Bevölkerungsdichte befanden sich in Hanglage oder direkt am Fuss des Bergs, während die tiefer gelegenen Siedlungskerne südlich des Wildbachs Dragonato sich erst später entlang der Hauptverkehrsader entwickelten. Das Bergdorf Prada, von dem heute nur noch Ruinen zeugen, zählte bis zum Ende des 16. Jh. eine stattl. Anzahl Fam., deren Häuser sich um die 1498 erw. Kirche SS. Gerolamo e Rocco gruppierten. Die Gebäude in der Ebene entlang der Hauptstrasse, namentlich die Kirche S. Biagio sowie Spital, Kirche und Augustinerkloster S. Giovanni, dienten der Religionsausübung und Fürsorge. Das Patronatsrecht von S. Biagio, in der manche auch die ursprüngl. Pfarrkirche vermuten, gehört der Gemeinde. Die 1237 erw. Kirche geht wahrscheinlich in die Zeit vor der Jahrtausendwende zurück, wurde im SpätMA umgebaut und enthält einen wertvollen Freskenzyklus aus dem 14. und 15. Jh. Sie erfuhr eine barocke Umgestaltung und wurde 1913-14 restauriert. In Quellen des 13. Jh. ist ferner von einer eventuell von Disentis ausgehenden Klostergründung in ihrer Nähe die Rede. Das 1387 erw., von der Gem. unterhaltene Spital S. Giovanni wurde im 17. Jh. ebenfalls in die Nähe von S. Biagio verlegt. Die weiter nördlich gelegenen Bauten des Klosters und der Kirche SS. Giovanni Battista e Evangelista aus der 1. Hälfte des 15. Jh. fielen 1768 einer Überschwemmung zum Opfer.
Literatur
– Gilardoni, Inventario, 59 f., 147-164
– G. Chiesi, Bellinzona ducale, 1988
– A. Campagna, La chiesa di S. Biagio a R.-Bellinzona, 1998
Autorin/Autor: Giuseppe Chiesi / BT