Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03565.jsonl.gz/3010

Hallo,
das Problem ist, dass die Piloten Turbulenzen (Luftlöcher gibt es nicht wirklich ...) selten vorhersagen können. Das Wetterradar zeigt "Feuchtgebiete" an, je feuchter die Aussenluft, desto intensiver ist die Farbe auf dem Instrument (Magenta zeigt einen extrem feuchten Wolkenbereich). Der Pilot kann dann vermuten, dass es zu Turbulenzen kommen wird und wird eine entsprechende Ansage machen.
Je trockener die Aussenluft ist, umso weniger zeigt das Wetterradar etwas an. Im Extremfall kann z.B. sehr dichter Schneefall nicht angezeigt werden, wenn es sich um sehr trockenen Schnee handelt. Trotzdem kann es dort zu Turbulenzen kommen.
Turbulenzen zeigen sich an bei bestimmten Wolkenbildungen, je "flockiger" die Wolke, umso wahrscheinlicher ist es, dass Turbulenzen entstehen werden. Bei dünnen milchigen Schleierwolken hat man praktisch keine Turbulenzen.
Turbulenzen entstehen auch durch Crosswinde. Wenn man z.B. eine Zeitlang fliegt mit Wind aus einer bestimmten Richtung, und plötzlich gerät man in Crosswinde, die zusätzlich vielleicht oberhalb des bereits bekannten Windes herrschen, dann kann es eine Maschine auch schon mal in der Geschwindigkeit um 70 Knoten reduzieren, was ebenfalls mit Turbulenzen einhergeht.
Weiterhin können Turbulenzen entstehen, wenn man in den "Strahl" einer entfernt vorausfliegenden großen Maschine gerät. Das kann eine A320 schon kräftig durchschütteln.
Weil man Turbulenzen somit nur selten vorhersagen kann, gehen etablierte Airlines dazu über, die Passagiere aufzufordern, die Gurte anzulegen, sobald man sitzt.
Bei mir hat sich das inzwischen so normalisiert, dass ich "vergesse", mich loszuschnallen.
Gruß, Hardy