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- Familie: Aeshnidae – Edellibellen
- Gattung: Aeshna – Mosaikjungfern
- Art: Aeshna caerulea (Ström, 1783)
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- DE: Alpen-Mosaikjungfer
- FR: Aeschne azurée
- IT: Aeshna celeste, Dragone azzurro
- EN: Azure Hawker, Bog Hawker
Wissenswertes
In der Schweiz kommt Aeshna caerulea ausschliesslich im Alpenraum vor. Hier ist sie die kleinste Edellibelle und durch die S-förmig geschwungenen Linien auf den Thoraxseiten eindeutig von allen anderen Arten zu unterscheiden. Im Gegensatz zu den meisten anderen Vertretern der Familie Aeshnidae ist sie häufig sitzend anzutreffen.
MerkmaleGesamtlänge: 54-64 mm
Thorax braun, mit zwei schmalen, S-förmig gewellten, hellen Seitenlinien. Augen berühren sich nur auf einer kurzen Linie. Vorderflügelrand bräunlich. In der Färbung sind Männchen und Weibchen sehr unterschiedlich.
Männchen
Augen blau. Abdomen schwarz mit grossen, mosaikartigen blauen Flecken. Die Blaufärbung von Augen und Abdomen ist temperaturabhängig. Bei kühler Temperatur ist sie dunkel grauviolett, bei Sonnenschein und Wärme leuchtend hellblau. Antehumeralstreifen kurz, hell.
Weibchen
Thorax ohne Antehumeralstreifen, aber auch mit hellen Seitenlinien. Abdomen dunkelbraun mit mosaikartigen gelb-beigen Flecken. Auch androchrome Weibchen mit Blaufärbung kommen vor.
Jungtiere
Junge Männchen sind weibchenfarbig.
Belegfoto
Seitenansicht parallel zur Kamera mit gut sichtbaren Thoraxseiten. / Ganze Libelle von oben.
Verbreitung
Als kältetolerante Art ist Aeshna caerulea vorwiegend im Norden, oder aber in höheren Lagen Europas verbreitet. So besiedelt sie Skandinavien und Schottland wie auch die Alpen, fehlt dazwischen aber weitgehend.
In der Schweiz ist sie ausschliesslich aus dem Alpenraum, vorzugsweise aus Höhenlagen zwischen 1400 und 2400 m, bekannt. Entwicklung wurde bis 2240 m nachgewiesen.
Biologie
Phänologie
Schlupfperiode: Ende Juni bis Anfang August. Lokal synchron.
Flugzeit: Mitte Juli bis Mitte September. Maximum: Ende Juli bis Ende August.
Lebensraum
Seichte, dauernd Wasser führende und bewachsene Gewässer von 5-100 m2 Grösse. Diese befinden sich im Bereich von Wald-Hochmooren mit baumfreien Zentren, oberhalb der Waldgrenze auch auf trockenen Alpweiden. Sitzplätze zum Aufwärmen wie etwa Baumstämme und Totholz, oder Felsblöcke und Steine sind ein wichtiges Strukturelement.
Lebensweise Imagines
Die Reifungszeit wird gerne nahe dem Entwicklungsgewässer verbracht. Die Art jagt meist an windgeschützten Stellen. Dazu sitzt sie auf vegetationslose Stellen und erbeutet von dort aus im Stossflug vorbeifliegende Insekten. Auch zum Aufwärmen sitzt sie gerne auf helle Unterlagen, presst die Flügel an den Boden und erzeugt so einen Glashauseffekt, der die Flugmuskulatur warm behält. Dieses Verhalten ist für eine Aeshna eher atypisch und ist sonst bei Orthetrum und Sympetrum bekannt. Auch der Farbwechsel von dunkel zu hell bei steigender Temperatur dient der Thermoregulation. Damit ist Aeshna caerulea bestens an die schnellen Temperaturwechsel in ihrem Lebensraum angepasst und ist bei kühlem Wetter aktiver als andere Arten. Die Ausbreitungsfähigkeit dieser Art ist vermutlich gering.
Das Männchen patrouilliert zur Paarungszeit im Tiefflug und ohne Rüttelphasen über dem Fortpflanzungsgewässer, sucht dabei zwischendurch aber auch immer wieder Sitzwarten auf offenen Bodenstellen auf.
Das Weibchen legt die Eier allein ab und sticht sie dabei in ufernahe Pflanzenteile oder Moospolster.
Der Schlupf findet an senkrechten Pflanzenteilen nahe am Ufer statt.
Lebensweise Larven
Der erste Winter verbringen die Tiere im Eistadium. Erst nach einer Zeit von 14-20 Wochen und ausreichend Wärmeeinstrahlung schlüpfen die Larven. Diese halten sich in Moosen, im Pflanzengewirr oder auf dem schlammigen Grund auf. Die Entwicklungszeit dauert mindestens drei Jahre.
Gefährdung und Schutz
In der Schweiz ist die Art in Hochmooren relativ gut geschützt, auf Alpweiden dagegen ist sie verschiedensten Gefahren ausgesetzt. Darum ist Aeshna caerulea in der Schweiz als verletzlich (VU) eingestuft und hat mittlere nationale Priorität (3). Ebenso ist sie in den meisten mitteleuropäischen Ländern gefährdet; europaweit ist sie hingegen nicht gefährdet.
Im Alpenraum kommt der Schweiz eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieser Art bei. Da ihre Ausbreitungskapazität als eher gering eingestuft wird, ist ein konsequenter Schutz der bestehenden Populationen sehr wichtig. Ausserhalb von Schutzgebieten sind die Entwicklungsgewässer durch Übernutzung von Landwirtschaft und Tourismus bedroht.
Zur Förderung der Art können Gewässer auf Alpweiden, als Schutz vor Überdüngung und Trampelschäden durch Rinder, eingezäunt werden. Jegliche Nutzung der Gewässer ist zu unterbinden.
- Rote Liste: VU - Gefährdet
- Nationale Priorität: 3 - Mittlere Priorität
- NHV: Geschützt
Ähnliche Arten
Aeshna caerulea kann mit den meisten Vertretern aus der Familie Aeshnidae verwechselt werden, insbesondere mit Aeshna juncea, Aeshna subarctica, Aeshna cyanea und Anax imperator, welche ebenfalls im Alpenraum vorkommen. Einige Arten haben ebenfalls dunkle Thoraxseiten mit hellen Linien (Aeshna juncea, Aeshna subarctica, Aeshna mixta), die S-förmig gewellten, hellen Seitenlinien sind jedoch einzigartig bei Aeshna caerulea.
Aeshna juncea – Torf-Mosaikjungfer
Deutlich grösser und träger, mit zwei breiten gelben nicht geschwungenen Bändern auf den braunen Thoraxseiten. Vorderflügelrand gelb. Augen berühren sich auf langer Linie. Gelbe Flecken hinter den Augen. Ist im selben Lebensraum meist häufiger als Aeshna caerulea.
M: Augen weniger leuchtend blau. Lange helle Antehumeralstreifen.
W: Mit kurzen hellen Antehumeralstreifen.
Aeshna subarctica – Hochmoor-Mosaikjungfer
Abdomen mit kleinen hellen Flecken, wirkt dadurch dunkler. Thorax braun mit zwei hellen nicht geschwungenen Seitenstreifen.
M: Nagelförmige, gut sichtbare Antehumeralstreifen. Mosaikartige Flecken in blassen Farbtönen von bläulich, grünlich bis gelblich. Augen eher grau statt leuchtend blau.
W: Abdomen dunkelbraun, mit gelben bis grünlichen Flecken, die unter Umständen auch bläulich erscheinen können.
Aeshna mixta – Herbst-Mosaikjungfer und Aeshna affinis – Südliche Mosaikjungfer
Grösse, Statur und Abdomen-Färbung ähnlich wie bei Aeshna caerulea. Beide Arten kommen aber nur im Tiefland und nie zusammen im Alpenraum vor. Beide haben keine S-förmigen Seitenstreifen auf dem Thorax.
Aeshna cyanea – Blaugrüne Mosaikjungfer und Anax imperator – Grosse Königslibelle
Thoraxseiten vorwiegend grün (nicht dunkel). Deutlich grösser (> 66 mm).