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Die Comet Photo AG dokumentiert in zwei ausgewählten Reportagen den Pipieline-Bau in der Schweiz in den Jahren 1962 und 1973. Die ältere Reportage in Schwarzweiss trägt den Titel „Pipeline-Bau in der Schweiz“ (Com_L11-0307), bei der jüngeren Reportage in Farbe haben wir folgende Stichworte: Erdgas, Pipelines, Leitungsbau sowie Rohr AG, Entlebuch, Ottingen?, Nufenen, VC? (Com_LC0404). Insgesamt dreht es sich heute um 25 Bilder, bei denen eine genaue geografische Verortung vonnöten ist. Die Bilder finden Sie mit den in Klammern angegebenen Bildcode-Strings auf unserer Bilddatenbank E-Pics Bildarchiv Online.
Literaturrecherche zum Einstieg
Eine erste Literaturrecherche bringt drei Artikel aus den gesuchten Jahren hervor, die jeweils im Bulletin der Vereinigung Schweiz. Petroleum-Geologen und -Ingenieure publiziert sind. Diese Zeitschrift ist auf E-Periodica, einer Open-Access-Plattform der ETH-Bibliothek für digitalisierte Zeitschriften, bis 2008 zugänglich. Womöglich finden sich dort Hinweise für die Arbeit mit unseren Reportagebildern. Hier folgt nun eine kurze Zusammenfassung dieser Artikel sowie eine Auswahl an Bildern, die zu bestimmen sind.
Euphorisches Plädoyer für den Pipelinebau (1962)
Ein Hermann Maurer aus Zürich schreibt 1962 über Die europäischen Pipelines und die Schweiz. Er streicht darin insbesondere ihre Wirtschaftlichkeit und ihre Leistungsfähigkeit, unterlegt durch eine Kostenrechnung, hervor. Darüber hinaus gibt er einen Überblick über den zeitgenössischen Stand des Pipelinebaues in Europa (inkl. Europakarte). Ausserdem berichtet er über Bauprojekte sowie Projekte in Planung.
Bau der Ostschweizerischen Pipeline (Rohölpipeline)
Maurer dazu: „Im Bau ist die die Schweiz von Italien nach Bayern transitierende Zentraleuropäische Pipeline, deren mittleres schweizerisches Stück die Ostschweizerische Pipeline genannt wird. Es handelt sich um eine Rohölpipeline für 6 bis 8 Millionen Jahrestonnen (jato). Es ist bekannt, dass die berührten Kantone Tessin, Graubünden und St. Gallen sich Abzapfrechte von etwa 1,5 Millionen jato Rohöl ausbedungen haben. Der Kanton Tessin möchte seine Menge auf eigenem Gebiet verarbeiten, ein Vorhaben, das mangels eines entsprechenden Absatzes, bei der Nähe der leistungsfähigen oberitalienischen Raffinerien und bei der Kleinheit des Bezugsrechtes recht problematisch ist. Die Kantone St. Gallen und Graubünden, evtl. zusammen mit dem ebenfalls berührten Vorarlberg, strengen sich an, Interessenten für eine im Rheintal bei Sennwald erstellte Raffinerie mit einer Kapazität von 1,1 bis 1,5 Millionen jato zu finden.“
Zum Bau der Rheintal-Pipelines siehe auch die Comet-Reportage Com_L10-0139. Diese ist in diesem Blogpost nicht explizit thematisiert.
Bau der zentraleuropäischen Pipeline nach Aigle-Collombey (Rohölpipeline)
Hierzu Maurer: „Im Bau ist ebenfalls die in Ferrera beginnende Abzweigung von der zentraleuropäischen Pipeline nach Aigle-Collombey. Sie befördert Rohöl zur dort im Bau begriffenen Raffinerie du Rhône der Italo-Suisse S.A. und wird eine Leistungskapazität von 2 bis 3 Millionen jato haben.“
Die schweizerische Erdölfrage (1973)
Ulrich P. Büchi gibt in seinem im Oktober 1974, also im Jahr nach der Ölkrise von Herbst/Winter 1973/74, erschienen Artikel Die Schweizerische Erdölfrage 1973 einen informativen Überblick über 1. die schweizerische Erdölforschung, 2. die Raffinerien inkl. Produktionsstatistik, 3. die Pipelines kurzgefasst und ausführlich in 4. die Gasindustrie inkl. deren Bauvorhaben sowie abschliessend 5. Konsortium für Untertagespeicher.
Fragen des Landschaftsschutzes (1984)
W. A. Mohler schlägt in seinem Artikel Pipeline-Bau und Landschaftsschutz im Kanton Basel-Landschaft etwas kritischere Töne an. Es geht dabei um die etwaigen Schäden an der Kulturlandschaft, die beim Bau der „Niederlande-Italien Pipeline“ 1973 entstanden sind. Mit Ausnahme der Waldschneisen seien, wie Mohler ausführt, die Schäden in der Landschaft schon nach wenigen Jahren völlig verschwunden. Den Verlauf der Rohrleitung könne man nur noch mit Hilfe der Orientierungstafeln erkennen.
Bau der Niederlande-Italien Pipeline (Gaspipeline)
Dieses schweizerische Teilstück wurde übrigens von der „Transitgas AG“ gebaut und ist 164 km lang. Zwischen Möhlin und Wallbach (Aargau) unterfährt die Leitung aus Deutschland kommend den Rhein, durchquert den aargauischen Tafeljura, tritt bei Hemmiken in den Kanton Baselland ein und erreicht über die Hochebene von Wenslingen den Südrand des Tafeljura. Die Leitung führt weiter über die Muschelkalk-Überschiebung bei Oltingen zur Höhe der Schafmatt im Faltenjura und verlässt dort den Kanton Baselland in Richtung Rohr im Kanton Solothurn.
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Vollständige Bildinformationen
Comet Photo AG: Erdgas, Pipelines, Leitungsbau, [1973?]. Reportage mit 29 Bildern (Auswahl digitalisiert) (Com_LC0404-012, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000899660)