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Je tiefer, desto kühler
Möchte die Bademeisterin eine möglichst hohe Wassertemperatur angeben, misst sie an der Wasseroberfläche. Wer im See gern in die Tiefe taucht, kennt das Phänomen, dass es weiter unten immer kühler wird. Für alle Nicht-Taucher: Hätten sie gewusst, dass die Seetemperatur nur in den obersten Metern badetauglich ist? Der grösste Teil des Wassers hat auch im Sommer eine Temperatur nahe 4 Grad. Wasser ist bei 4 Grad am schwersten: So ist die Temperatur des Tiefenwassers zu jeder Jahreszeit konstant. Das Tiefenwasser, genannt Hypolimnion, ist im Sommer und auch im Winter durch die thermische Schichtung vom Oberflächenwasser, Epilimnion, abgetrennt. Im Winter kann das Oberflächenwasser gegen 0 Grad abkühlen und ist damit leichter als das 4-grädige Tiefenwasser. Entsprechend gefriert ein See auch von oben her und die Fische können sich auf flüssiges Wasser von 4 Grad in der Tiefe verlassen. Eine Durchmischung von Epilimnion und Hypolimnin ist im Frühling und Herbst möglich.
Wind lässt kühleres Tiefenwasser aufsteigen
Die Bise bläst von Nordosten nach Südwesten, also beim Bielersee von Biel in Richtung Petersinsel. Damit schiebt die Bise das warme Oberflächenwasser Richtung Südwesten. Bei Biel strömt dafür kühleres Wasser aus der Tiefe nach, genannt »Upwelling«. So wird es in den kommenden Tagen an den südwestlichen Ufern der Mittellandseen wärmer sein als an den Nordostküsten. Bei einem Wechsel der Windrichtung kann die Seetemperatur entsprechend schnell ändern: In Genf konnte schon ein Temperaturrückgang von 15 Grad innerhalb von 3 Tagen beobachtet werden.
Tagsüber wärmer als nachts
Die Sonne heizt tagsüber die Wasseroberfläche auf, während sie sich in der Nacht wieder abkühlt. Die tageszeitliche Schwankung beträgt 1 bis 2 Grad.
Kühle Flussmündungen
Zuflüsse senken die Seetemperatur, insbesondere, wenn Schmelzwasser dabei ist. So werden die Alpenrandseen wie Walensee oder Brienzersee im Sommer für ihr kühles Wasser geschätzt. Aber auch beim Zürichsee ist das Phänomen gut zu erkennen.
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Modellberechungen Wassertemperatur: Meteolakes.ch wurde in der Arbeitsgruppe «Physics of Aquatic Systems Laboratory APHYS» entwickelt mit der Unterstützung der «European Space Agency», der «EPFL Lausanne» und dem «Eawag».
Badewetter von SRF Meteo