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Das Wallis ist sich der Begrenztheit der Ressourcen unseres Planeten und der Notwendigkeit des Schutzes von natürlichen Lebensräumen bewusst. Es existieren klare Rahmenbedingungen, die eine vernünftige, qualitätsorientierte Versorgung fördern. Der Erhalt und die Aufwertung der Artenvielfalt und der Ökosysteme tragen anerkanntermassen zum langfristigen Wohlergehen der Bevölkerung bei. Das Wallis nimmt sich insbesondere seine Rolle als alpines Biodiversitätsreservoir zu Herzen. Der Zustand der natürlichen Lebensräume und der bedrohten Arten hat sich verbessert.
Herausforderungen
Das Wallis verfügt im schweizerischen Vergleich über eine überdurchschnittliche Tier- und Pflanzenvielfalt. Ein bedeutender Teil der Lebensräume, die diese Vielfalt beherbergen, sind jedoch einem konstanten Druck ausgesetzt, der unweigerlich zu einer Verminderung der Fähigkeiten führt, diese Vielfalt erhalten zu können. Das Eindringen nicht-einheimischer Arten und der Klimawandel gefährden das aktuelle Gleichgewicht der natürlichen Lebensräume zusätzlich, insbesondere der Wälder. Die Arten verfügen über einen intrinsischen Lebenswert. Die Biodiversität leistet einen unverzichtbaren Beitrag von grossem ökonomischen und sozialen Wert, den die Technik nur schwer ersetzen kann (z. B. Bestäubung, Erosionsschutz). Mit dem Rückgang von Fauna und Flora sind diese Beiträge stark gefährdet, was neue Risiken für das Wohlergehen der Bevölkerung und für eine funktionierende Wirtschaft mit sich bringt, mit hohen mittel- und langfristigen Kostenfolgen für die Walliser Bevölkerung.
Trotz einer konstanten Verbesserung der Wasser- und Luftqualität im Wallis müssen die Bemühungen fortgesetzt werden, um die erzeugte Emissionsmenge zu reduzieren und ihre Beseitigung zu optimieren. Die Anbindungsrate an das ARA-Netz kann noch verbessert werden. Die Kläranlagen sind mit zu grossen Mengen an Fremdwasser konfrontiert. Sie weisen manchmal unzureichende Fähigkeiten auf, die Abwässer wirksam zu reinigen, insbesondere im Bereich der Mikroverunreinigungen. Die Qualität des Oberflächenwassers würde zudem von einer Verbesserung der Ökomorphologie der Fliessgewässer profitieren. Ein grosser Teil des Gewässernetzes benötigt Massnahmen der Revitalisierung, der Wiederherstellung des Geschiebehaushaltes, der Ermöglichung der Fischmigration und der Vermeidung von Schwall- und Sunkwirkungen der Fliessgewässer. Zudem gibt es im Bereich der geo-hydrologischen Kenntnisse der Wassersysteme im Kanton noch Lücken. Ein systematisches Sammeln, Auswerten und Analysieren der Daten ist notwendig, um eine integrierte und nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen des Kantons zu garantieren und zukünftige Konflikte zu vermeiden.
Die Ozonbelastungen in der Luft sind sowohl für den Menschen als auch für die Vegetation problematisch. Ozon bildet sich in der Luft aus organischen flüchtigen Verbindungen (OFV) und aus Stickoxiden insbesondere aus motorisiertem Verkehr (45%), aber auch Industrie und Gewerbe (23%) und Haushaltheizungen (12%). Hohe Ozonkonzentrationen in der Luft gefährden die Gesundheit, da sie die Atemwege beeinträchtigen sowie Entzündungen und Herz-Kreislaufprobleme hervorrufen können. Im Wallis ist der kritische Wert, der die ökotoxikologische Wirkung des Ozons auf die Vegetation misst (AOT 40), permanent überschritten, was negative Effekte auf die landwirtschaftliche Produktionskapazität sowie eine höhere Anfälligkeit der Wälder zur Folge hat.
In der Talebene üben die industriellen Aktivitäten und die Verstädterung einen grossen Druck auf den Boden aus und gefährden die wichtigen Funktionen des Bodens. Diese Aktivitäten – im selben Sinne wie die Landwirtschaft – beeinträchtigen die Bodenqualität. Trotz der unternommenen Bemühungen ist der Anteil an durch Verunreinigungen geschädigten oder bedrohten Böden noch bedeutend.
Strategische Ziele
Die Biodiversität als Ganzes bewahren und wiederherstellen, insbesondere der seltenen oder gefährdeten Arten, für welche das Wallis eine besondere Verantwortung auf nationaler und internationaler Ebene trägt.
Die Vielfalt der Lebensräume erhalten, die Qualität von Schutzgebieten verbessern und Austauschmöglichkeiten untereinander gewährleisten. Die Grünflächen entlang von Verkehrswegen bieten eine Möglichkeit, diesen Anschlussbedürfnissen eines Teils der Tier- und Pflanzenwelt durch entsprechenden Grünflächenunterhalt gerecht zu werden.
Wälder innovativ, effizient und naturnahe bewirtschaften, unter Berücksichtigung der verschiedenen Funktionen des Waldes (Holzproduktion, Schutz, Biodiversität, Freizeit).
Das landwirtschaftliche Produktionspotenzial durch genügend verfügbare und qualitativ hochwertige Flächen erhalten (Bodenstruktur und -sanierung).
Eine harmonische und gemässigte Entwicklung von wichtigen traditionellen und natürlichen Landschaften sicherstellen.
Eine dienststellenübergreifende Plattform „Landschaft“ zur Förderung transversaler Ansätze schaffen.
Die Kenntnisse und die Qualität von Gewässern verbessern (Qualität von Grund- und Oberflächenwasser, aber auch der biologischen Qualität von Flüssen).
Eine tadellose Trinkwasserversorgung (Qualität und Quantität) sicherstellen.
Die Freisetzung von Mikroverunreiniger im Wasser reduzieren, vor allem durch die Verminderung der Risiken in der Landwirtschaft (Pflanzenschutzmittel).
Exzessive Luftschadstoffemissionen verringern, insbesondere von Ozon und Feinstaub und vor allem durch eine bessere Energieeffizienz der Heizanlagen, durch die Förderung von abgasarmen Fahrzeugen und verstärkten Massnahmen in der Industrie.
Die Multifunktionalität des Bodens bewahren und belastete Böden sanieren.
Die Schadstoffbelastung von Böden vermindern.
Mineralischen Rohstoffen und Grundwasserreserven aufwerten.
Die Kenntnisse und die Sensibilität der Bevölkerung gegenüber natürlichen Ressourcen erhöhen, insbesondere der Jugendlichen und der Walliser Berufsleute.
Kennzahlen
35 %
Mehr als ein Drittel der Arten sind in der Schweiz bedroht (Rote Liste der IUCN)20
4
Anzahl der ausgesetzten Bartgeier-Paare im Wallis 201621 (CH: 12 Paare 2015)22 infolge des Wiederansiedlungsprogramms in den Alpen.
-20%
Flächenverlust an Trockenwiesen und -weiden in der Schweiz zwischen 1996 und 2006 (-95% in einem Jahrhundert).23
23%
Waldanteil an der Kantonsfläche (CH: 8.9%), davon 4% klassiert als Waldschutzgebiete.24
367
Anzahl der im Bundesinventar aufgeführten Walliser Biotope (rund 9% der Gesamtfläche der Biotope von nationaler Bedeutung).25
1’200
Anzahl Standorte, welche im kantonalen Kataster der belasteten Standorte aufgeführt sind, darunter rund ein Drittel, bei welchen das Gefährdungspotenzial für die Umwelt analysiert werden muss(te).26
27%
Verschlechterung der Hauptfliessgewässer im Wallis (ca. 400 km von 1800 km analysierten).27
96.5%
Anbindungsgrad an eine der 79 ARA’s des Kantons (Anteil der ständigen und saisonalen Bevölkerung).28
60%
Anteil der Bevölkerung, welche einer erhöhten Konzentration von Feinstaub ausgesetzt ist im 2010 (PM10) – schweizerisches Mittel 40 %.29
4 Milliarden
Jährlich in der Schweiz durch die Luftverschmutzung verursachte Gesundheitskosten (medizinische Kosten, Produktionsverluste, Arbeitsausfallkosten, immaterielle Kosten).30