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Mi, 27. Oktober 2021, von mmu_man, übersetzt von Niklas
Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst auf Englisch im Blog des freien Betriebssystems Haiku.
Ich wartete eine Weile, um Lenovos Statement über Linux Unterstützung öffentlich zu kommentieren, weil es dazu viel zu sagen gibt und mein fehlgeschlagener Versuch, einen passenden Ersatz für mein ehrwürdiges Lenovo ThinkPad T510 zu finden, gab mir einen Anlass, um meine Hassliebe mit Lenovo auf einmal zu dokumentieren.
Das sind natürlich meine persönlichen Ansichten und Ideen, die nicht die Position des Haiku Projekts oder der Haiku Inc. widerspiegeln, aber ich finde, sie sollten hier gezeigt werden, aufgrund der Geschichte und der direkten und indirekten Effekte, die es auf das Projekt hatte, einschliesslich vergangener fehlgeschlagener Versuche, kommerzielle Programme auf Haiku zu etablieren.
Während Lenovo in vielen Bereichen nach wie vor besser ist, als viele andere Hersteller und es eigentlich auch kaum jemand besser macht, wollen sie das IBM-Vermächtnis fortführen und ich denke trotzdem, dass sie an dem Standard gemessen werden sollten, dem sie vorgeben zu folgen. Die Diskussion über Reparatur und Dokumentation betrifft allerdings so gut wie jeden Hersteller.
Dieser Artikel ist sehr lang, eine Stunde oder so, also mach es dir bequem, hol dir einen Kaffee oder Tee und Biskuits.
Springe zur Mitte für die politischen Ansichten zu den Themen Recht auf Reparatur und Schaltpläne und Spezifikationen von Hardware, aber du würdest viel Geschichte und Fakten für die folgende Diskussion verpassen, einschliesslich Rants über das ThinkPad T510 und NVIDIA. Wenn du nur meine Kritik an aktueller Hardware sehen willst, geh einfach noch weiter runter.
Zeitreise
Ich hatte einige Computer vor den ThinkPads, nicht alle davon waren gut, deshalb werde ich diese für etwas mehr Kontext aufzählen. Es ist auch von historischem Interesse für BeOS und Haiku Fans, glaube ich. Das sind nur solche, die ich tatsächlich zum Programmieren und für alltägliche Aufgaben benutzt habe, ohne die, die ich versuchte nicht zu sammeln, da meine Wohnung bereits voll ist.
ORIC Atmos
Der ORIC Atmos hatte eine MOS 6502 CPU und 64 KB RAM. Wir hatten drei davon hinten im Klassenzimmer im Jahr 1989 und ich brachte meine Mutter dazu, mir einen zu kaufen.
Er funktioniert noch immer, die Bedienungsanleitung beinhaltet alle Registerbeschreibungen, um ihn in Assembler-Sprache zu programmieren, und ich habe die vollständigen Schaltpläne für den Fall, dass ich ihn reparieren muss. Ich schreibe heute noch Software und baue Hardware dafür.
Die Hardware ist aus heutiger Sicht etwas eingeschränkt, aber hatte damals gute Spezifikationen. Und er ist schwarz und rot. Und schön. Und hat eine echte Tastatur.
FIC 386 Laptop
Mir wurde dieser FIC Laptop gegeben. Eine Zeit lang nutzte ich darauf Windows 3.0 im Real Mode, bis ich den Laptop eines Tages öffnete und die RAM Riegel zählte, wobei ich mich fragte, weshalb der 1 MB grosse Arbeitsspeicher nicht komplett erkannt wurde.
Ich erinnere mich, wie ich in MS-DOS mit
debug spielte, weil der Chip nicht dokumentiert war. Zumindest hatte ich das Dokument nicht. Schliesslich fand ich einen Weg, den RAM zu nutzen und schrieb einen DOS-Treiber, der das beim Booten tut. Oh diese Freude, Windows endlich im Protected Mode zu starten!
AMD K6-2 350MHz
Dieses Gerät kaufte ich, als ich mit der Ingenieurschule anfing. Es hatte Windows 95, dann 98. Ich installierte auch Slackware GNU/Linux und BeOS von einer R4 Demo CD, die eigentlich keine Installation erlauben sollte. Sie hätten
dd entfernen sollen. Später fand ich
mkbfs in einem Update-Paket und verschob das System auf eine grössere Partition.
Irgendwann brachten mich zwei Dinge dazu, für etwa 10 Jahre zu BeOS als Hauptbetriebssystem zu wechseln. Erstens, Experimente mit einem Link Treiber für meinen Ti Taschenrechner froren den Linux Kernel ein. Damals war er nicht unterbrechbar, anders als der von BeOS und Linux fühlte sich so langsam an, dass ich etwas Fortgeschritteneres nutzen wollte. Zweitens, eine Linux Distributions CD überschrieb meine bestehende Linux Partition, als ich es zum Testen installieren wollte.
Die Grafikkarte war eine ATI Rage Pro, die gut mit Linux funktionierte. Slackware stellte nur ein Dutzend Fragen bei der Installation (wie exaktes Modell, wie viel RAM, etc.) und es funktionierte. Mit BeOS funktionierte es auch, es hatte nur ein Taktproblem bei der Nutzung des Overlay, das es dazu brachte, komische Sachen anzuzeigen. Ein Treiberupdate löste das Problem. Bei Windows 98 hatte ich irgendwann die schlechte Idee, den Treiber zu aktualisieren. Danach startete Windows nicht mehr. Ich weiss nicht mehr, was ich tun musste, um das Problem zu beheben.
Abit PB6
Laut wie ein Hubschrauber, aber mit einem netten SMP Motherboard, um BeOS zu installieren. Es gibt heute noch ein Forum für BP6 Fans. Ich habe ihn letztes Jahr wieder in Betrieb genommen und er funktioniert wieder. Vielleicht mache ich eines Tages Blinkenlights für ihn (Anmerkung der Redaktion: Das sind die LED Leisten bei der BeBox, die die CPU Auslastung anzeigen), um das Gehäuse optisch aufzuwerten, auch wenn er nie so gut wie eine BeBox aussehen wird.
Und er war viel schneller beim Kompilieren von Sachen.
ASUS L4R Laptop
Ich bekam ihn, als ich bei yellowTAB arbeitete. Man sagte mir:
[EN] You make it work, you keep it!
[DE] Du bringst ihn zum Laufen, du behältst ihn!
Seltsamerweise war das Kernel Log nicht besonders hilfreich. Es stoppte einfach beim ersten Festplattenzugriff. Eine Taste zu drücken brachte ihn etwas weiter. Und immer weiter mit mehr Tastendrücken.
Es stellte sich heraus, dass ich einen Fehler im ATI IXP Chipset gefunden habe. Auf meine Mail antworteten sie sowas wie "Warum nutzt du den Timer in diesem Modus?". Na ja, weil er existiert. Ihr merkt, BeOS benutzte Tickless lange bevor die Linux Entwickler auch nur darüber nachdachten und ihm einen Namen gaben. Linux hat jetzt übrigens auch einen Bugfix für dieses Chipset.
Der Laptop funktioniert noch immer, auch wenn ich den Stromanschluss mindestens zweimal wieder fest löten musste. Das ist etwas, was die ThinkPads richtig machen: Sie haben den Stromanschluss nicht auf das Motherboard gelötet, um die Lötpunktspannung einzuschränken.
Ausserdem musste ich die Tastatur ein paar mal reinigen. Ich musste Tasten entnehmen und ein kleines Stück Papier zwischen den zwei Membranen schieben, um das zu entfernen, was da drin steckte. Das letzte Mal hörte die linke Strg Taste definitiv auf zu funktionieren.
MacBook
Zwei Jahre lang musste ich bei der Arbeit einen Apple Computer benutzen, ein Intel-basiertes MacBook. Die Hardware war damals nicht so schlecht, das war bevor sie anfingen, Sachen hinein zu kleben. Aber eine Zeit lang fand ich täglich einen Bug im Betriebssystem. Wirklich. Von dem unfertigen Spaces Ding für virtuelle Arbeitsflächen, das 20 Sekunden bis zum Ende der Animation blockierte, wenn man Tastenkombination zu oft drückte, bis zu deren VNC Implementierung, die als "industrielles Protokoll" bezeichnet wurde, aber die VNC-Spezifikationen verletzte und QEMU aufhängt, wenn man sich damit verbinden wollte. Ich hasste es.
Ich bin ja normalerweise vorsichtig mit meiner Hardware, aber beim MacBook hatte ich wirklich Angst vor Kratzern, wie ein echter Mac Fanboy.
Iced-T510
Nach dem MacBook wollte ich etwas Stabiles. Ich wusste um das Ansehen der ThinkPads. Ich hatte bereits welche gesehen, viele Haiku Entwickler haben sie bereits zu Coding Sprints mitgebracht (Anmerkung der Redaktion: Der Coding Sprint ist eine Veranstaltung der Haiku Community, bei der sich die Entwickler treffen und am Betriebssystem arbeiten), und viele andere Leute, die ich kenne, hatten auch eins. Etwa einen Monat lang schaute ich nach einem, das mit Haiku kompatibel sein könnte, aber letztendlich gab ich auf und wählte eins, das auf dem Papier gut aussah und einen Rabatt in einem Online-Shop hatte im Juni 2011.
Ich denke ich hätte etwas mehr Zeit für die Entscheidung investieren sollen. Obwohl ich Haiku Partitionen darauf habe, nutzte ich es nie wirklich nativ, da es keinen Treiber für den LAN Anschluss hatte (den hat es jetzt) und die NVIDIA Grafikkarte ein schlechtes VESA BIOS hat, das nur Auflösungen wie 1024x768 kennt. Auf einem Full-HD Bildschirm ist das unangenehm zu nutzen, da es entweder stark verzerrt oder viel zu klein ist. Verdammt, ich habe für Full-HD bezahlt, nicht nur für 1024x768!
Sogar mit Linux hatte ich Probleme. Für 10 Jahre fror die NVIDIA Karte jeden Monat oder so ein und ich musste zehnmal hintereinander neu starten, bis es wieder funktionierte. Das trat sowohl beim proprietären als auch beim quelloffenen Treiber auf, zwischen denen ich hin und her wechselte, wenn einer zu viele Bugs hatte. Und ich spiele nicht mal oder nutze irgendwelche 3D Sachen, sondern möchte nur Fenster auf dem Bildschirm sehen. Das ist meine Anforderung Nummer eins an meinen neuen Laptop: Kein NVIDIA, weil es schlecht ist. Deren eigener Treiber ist schlecht und na ja, Nouveau könnte besser funktionieren, wenn NVIDIA die Hardware einfach dokumentieren würde, wie es sein sollte. Ich sollte NVIDIA die verschwendeten Stunden für das Neustarten einfach in Rechnung stellen.
Aktuell hänge ich auf Kernelversion 5.7 fest. Mit Version 5.10 friert es einfach in den ersten 5 Minuten nach dem Start ein. Und der proprietäre Treiber startet gar nicht mehr, er beschwert sich nur über die Speichergrösse.
resource sanity check: requesting [mem 0x000c0000-0x000fffff], which spans more than pnp 00:00 [mem 0x000c8000-0x000cbfff] caller _nv000788rm+0xe4/0x1c0 [nvidia] mapping multiple BARs NVRM: VM: nv_alloc_contig_pages: failed to DMA-map memory NVRM: RmInitAdapter failed! (0x24:0xb:1171) NVRM: rm_init_adapter failed for device bearing minor number 0 NVRM: nvidia_frontend_open: minor 0, module->open() failed, error -5
Er funktioniert noch immer nach 10 Jahren, ausser den regelmässigen Problemen mit der Grafikkarte natürlich, aber ich musste ihn zweimal selbst reparieren:
Erste Reparatur: Der LAN Anschluss funktionierte nicht mehr. Ich habe die Woche damit verbracht, ihn zu reparieren. Zuerst musste ich die Serviceanleitung finden und den Laptop öffnen, wobei ich feststellte, dass eine Schraube auf der Zeichnung fehlt. Den Ethernet Chip musste ich durch Nachschauen von Bauteilnummern identifizieren, da keine Schaltpläne vorhanden sind. Dann musste ich noch herausfinden, was daran kaputt sein könnte. Es war der PHY-Taktkristall. Tipp: Überbrücke einen anderen Quarz mit der gleichen Frequenz parallel und schaue nach, ob er oszilliert. Ich ersetzte das Teil durch ein Funktionierendes vom einem anderen Board vom Computershop unten. Ich musste es mit einer Lötspitze so gross wie das Teil selbst festlöten, da ich damals kein besseres hatte. Und ich hatte auch noch nicht so viel Erfahrung mit Heissluft. Alles ohne echte Hilfe von Lenovo. Ah ja, sie haben meinen Tweet gelikt, wo ich sagte, dass es funktioniert.
Zweite Reparatur: Eine Woche vor dem CCCamp 2019, der grössten Hackerveranstaltung in Europa und vielleicht der ganzen Welt, hörte das Teil plötzlich auf zu funktionieren. Es kommt nicht mehr zum POST, sondern macht nur noch einen Piep und zeigt "Lüfterfehler" an. Nachdem ich die Festplatte entfernt hatte, um von einem anderen Gerät arbeiten zu können, fand ich einen einzigen Lüfter, der rechtzeitig vor dem CCCamp ankommen konnte. Wahrscheinlich kein Originalteil, aber Hauptsache es kommt rechtzeitig. Es kam auch rechtzeitig, aber passte nicht genau, ich musste das Plastik ein bisschen feilen, und der Anschluss war der Falsche, sodass ich das Plastikteil mit dem vom alten Lüfter ersetzen musste. Danach drehte sich der Lüfter zwar, aber es zeigte trotzdem "Lüfterfehler" an. Letztendlich habe ich die Schaltpläne in einem komischen Forum gefunden, um herauszufinden, was da los war. Ich konnte es zum Laufen bekommen, indem ich ein Potentiometer auf das Motherboard lötete, mit dem ich die Spannung des Lüftersensors anpassen konnte. Ein paar mal hat es sich über den Lüfterfehler beschwert, aber durch Eindrücken der Tastatur, um mit dem Potentiometer zu fummeln, konnte ich das umgehen.
Trotzdem verbrachte ich die Woche damit, meinen Laptop zu reparieren, anstatt mich richtig auf das CCCamp vorzubereiten. Zumindest schaffte ich es. Ohne die Schaltpläne hätte ich wahrscheinlich die Hälfte des Camps damit verbracht, es blind zu reparieren. Das erinnert mich daran, dass ich das noch bei repair.wiki dokumentierten muss. Ausserdem zeigen die Schaltpläne die Wahrheit: Was Lenovo als "ThinkPad T510" verkauft, ist in Wahrheit ein "Kendo-1" von einer Firma namens Wistron. Mehr dazu später.
Die Wärmeleitpaste gleichzeitig mit dem Lüfter zu erneuern hat auch die CPU Temperaturen verbessert. Es hat sich nicht mehr selbst ausgeschaltet, wie im Sommer davor trotz zusätzlichem Lüfter aussen, der das verhindern sollte. Der neue Lüfter ist allerdings lauter als der alte. Eines Tages sollte ich mir vielleicht wieder einen Originallüfter kaufen, aber zumindest funktioniert es jetzt schon seit 2 Jahren.
Ich warte übrigens noch immer auf meine Rückerstattung für die Windows 7 Lizenz, die ich nie wollte. Ich konnte die EULA nie ablehnen, da es nur einen Akzeptieren-Knopf gibt, also startete ich neu und überschrieb es. Ich habe es sogar auf Video. Vielleicht kann ich irgendwann endlich diesen Sticker entfernen?
Lenovo "unterstützt" Linux
Letztes Jahr kündigte Lenovo ein Linux Zertifizierungsprogramm für alle ThinkPad P Series Modelle an... Ich komme endlich dazu, das zu kommentieren.
Erstens, es heisst GNU/Linux, und auch wenn wir hier hauptsächlich über den Linux Kernel reden werden, ist der GNU Teil bis zu einem gewissen Grad noch relevant.
In der Pressemitteilung sprichst du (Lenovo) über eine "vorinstallierte OEM Version" von Ubuntu LTS. Tut mir leid, aber deine Vorgeschichte mit vorinstallierten Sachen auf Windows verlockt mich nicht wirklich dazu. Trotzdem.
Der gleiche Artikel sagt, ich zitiere:
[EN] While many users prefer to customize their own machines – either on hardware without an OS or by wiping an existing client OS, then configuring and installing Linux – this can raise uncertainty with system stability, restricted performance, compatibility, end-user productivity and even IT support for devices.
[DE] Während viele Nutzer es bevorzugen, ihre eigenen Computer anzupassen - entweder auf Hardware ohne Betriebssystem oder durch Löschen eines vorinstallierten Client-Betriebssystems, und danach Linux zu konfigurieren und installieren - kann das zu Unsicherheit mit der Systemstabilität, eingeschränkter Performance, Kompatibilität, Endnutzer-Produktivität und sogar IT-Support für diese Geräte führen.
Siehst du, das ist lustig, weil viele Ursachen dafür auf fehlende Dokumentation der Hardware durch Hersteller wie dich zurückgehen, wie ich unten erklären werde.
Open Source vs. Freie Software (Ethik)
Wie ich sagte, das Betriebssystem ist GNU/Linux, Linux ist nur der Kernel und die GNU Tools und Bibliotheken bilden die erste Schicht darauf, mit vielen anderen Schichten darüber für die Pakete, das grafische Interface und Desktopumgebungen, alle von unterschiedlichen Projekten mit ihrer eigenen Leitung und Entwicklungspraktiken und Ethiken.
Jede Distribution (Ubuntu, Red Hat, Fedora, Debian, etc.) ist im Grunde ein anderes Projekt mit dem Ziel, dieses Ökosystem zu paketieren und dem Nutzer zur Verfügung zu stellen, mit unterschiedlichen Stufen von Einfachheit und Konsistenz.
Die netten Leute von Framasoft, einer französischen Non-Profit-Organisation, die FLOSS Alternativen zu proprietären Mainstream Services anbietet, hat diese simple Gleichung aufgestellt, um zu erklären, warum sie sich mehr für Freie Software interessieren, als für Open-Source:
Freie Software = Open-Source + Ethik
Obwohl es ein bisschen unhöflich ist, hat es nicht viel von einer Schätzung. Google und Microsoft "lieben" Open-Source, weil es sie schneller an den Markt bringt und weil es ihnen mehr Kunden durch den Hype bringt. Und trotzdem verachten sie Freie Software, ansonsten würden sie ihr Kernprodukt unter einer FLOSS Lizenz veröffentlichen.
Anders gesagt, Richard Stallman aka RMS, der Gründer des GNU Projekts und der Free Software Bewegung erklärte, dass "Open-Source" eine technische Beschreibung ist, während "Freie Software" eine politische ist.
Open-Source wurde konzipiert als ein effizienterer Weg, Software zu produzieren, und das ist alles.
Währenddessen ist Freie Software die legale Verkörperung von schockierenden Ideen, wie dem Nutzer die Kontrolle über sein Gerät zu geben, anstatt von ihm kontrolliert zu werden, oder jeden gleichzubehandeln, egal ob man ein Nutzer oder Autor ist und wird in dummen Memes als Kommunismus fehlinterpretiert.
RMS mochte es, Freie Software mit Frankreichs offiziellem Motto zu erklären: Liberté, Égalité, Fraternité (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit).
Das hängt auch mit Hackerethik und Philosophie zusammen, wo das Öffnen von Dingen es erlaubt, zu lernen wie diese funktionieren und sie zu kontrollieren, während die meisten Menschen ihre Freiheit einfach an geschlossene und proprietäre Dinge abgeben, ohne Fragen zu stellen.
Während Linus Torvalds die GNU General Public License zugegebenermassen ohne viele ethische Überlegungen auswählte, stammt das GNU Projekt auf der anderen Seite von dieser Philosophie ab und viele seiner Nutzer legen darauf Wert.
Weiterhin sprichst du in deiner Pressemitteilung von Fedora als "reine Open-Source Plattform". Ich muss hier widersprechen: Wo ist der Quellcode von deinem UEFI, die Firmware des Embedded Controllers, die für den WLAN-Chip und den Bluetooth-Chip? Im Idealfall sollten alle Firmwares Open-Source sein. Wie sonst können wir ihnen wirklich vertrauen? Deine Vergangenheit mit vorinstallierter Windows Bloatware schafft kein Vertrauen.
Daneben geht es beim Quellcode für das alles nicht nur um Sicherheit, sondern auch um Nachhaltigkeit. Vorschläge wie das Upcycling von Software der FSFE würden auch sicherstellen, dass Hardware nach dem Ende der Unterstützung durch den Hersteller noch nutzbar bleibt. Erinnerst du dich, ich nutze noch immer mein zehn Jahre altes T510, dessen Unterstützung eingestellt wurde... Ich kann es nicht mehr auf deiner Webseite finden. Wie soll ich kritische Sicherheitslücken ohne den Quellcode beheben? Ich weiss, dass der Europäische Gerichtshof kürzlich festgestellt hat, dass es schon immer legal war, Code zu dekompilieren, um Fehler zu beheben. Trotzdem habe ich andere Sachen im Leben zu tun. Reverse-Engineering macht Spass, wenn man zur Schule geht, aber viel weniger, wenn man echte Arbeit zu tun hat und wenn man versteht, dass es eigentlich nicht notwendig sein sollte, das in einer vernünftigen Welt zu tun.
Über Reparierbarkeit
Vorletzten Samstag war Weltreparaturtag. Lustiger Zufall.
Dieses Jahr wurde von einem grossen Aufsehen für die Idee "Recht auf Reparatur" geprägt, dank Leuten wie Louis Rossmann, der Reparaturen an Laptops bereits seit einem Jahrzehnt durchführt und auf seinem YouTube Kanal dokumentiert, für andere Menschen zum Lernen, Nachdenken und Geniessen. Er hat sich auch bei Politikern in den USA seit Jahren dafür eingesetzt in zahlreichen Anhörungen ohne grossen politischen Erfolg, wie erwartet. Kürzlich gründete er zwei Non-Profit Organisationen für Reparatur. Eine, um bei der Dokumentation von Reparaturen zu helfen und eine andere, um auf entsprechende Gesetze hinzuarbeiten.
Ein paar wie ich haben seit Jahrzehnten in die Wüste gepredigt über Reparierbarkeit ihrer Geräte, und obwohl es erfrischend und erleichternd ist, all die aktuelle Aufregung um das Thema Recht auf Reparatur zu sehen, dank Leuten wie Louis Rossmann, der Electronic Frontier Foundation und anderen wie Linus Sebastian, der seinen 14 Milliarden Abonnenten das hier auf seinem Linus Tech Tips YouTube Kanal erklärte, ist es trotzdem frustrierend zu sehen, dass es so lange gedauert hat, bis die Menschen realisiert haben, wie viel wir bei der Reparierbarkeit verloren haben.
Der Fernseher meiner Eltern von vor 40 Jahren hatte die vollständigen Schaltpläne auf einem DIN-A1-Blatt mehrmals auf der letzten Seite der Bedienungsanleitung. Der Plattenspieler hatte es... Einige andere Gegenstände hatten Schaltpläne direkt in das Gehäuse hinein geklebt. Es war ganz normale Praxis. Es war nur logisch. Diese Sachen waren teuer und wir mussten die Möglichkeit haben, sie zu reparieren. Und man kann noch immer Schaltpläne von Röhrenradios online finden.
Unternehmen haben über die Jahre so viele Ausreden erfunden, um das Herstellen von nicht reparierbaren Geräten zu rechtfertigen, keine Dokumentation zu veröffentlichen, keine Ersatzteile anzubieten und unabhängige Reparaturen zu verbieten. Ich werde meine und eure Zeit sparen, indem ich diese nicht aufliste. Sie sind ohnehin nicht korrekt. Sogar die FTC bestätigt das (Anmerkung der Redaktion: Die FTC ist die Bundeshandelskommission der USA).
Ich rede nicht darüber, dass Geräte heute empfindlicher sind als vorher, das ist ein anderes Thema, mit Begründungen im Bereich von akzeptabel bis komplett absurd, sei es tiefere Integration, niedrigere Produktionskosten oder geplante Obsoleszenz, damit die Kunden neue Produkte kaufen. Das ist eine ganz andere Debatte, aber sogar ein teures und gut designtes Gerät kann unmöglich zu reparieren sein, wenn richtige Dokumentation und Ersatzteile fehlen.
Ich rede auch nicht darüber, den Akku zu wechseln. Das ist keine Reparatur. Das ist Wartung, genau wie ein Ölwechsel bei einem Auto. Traurigerweise braucht man sogar dafür bei einem Auto heutzutage ein teures Gerät, um es darüber zu informieren. Ich spreche von echter Reparatur, angefangen beim Austausch eines defekten Bildschirms bis zu Reparaturen am Motherboard, wie ich es bei meinem T510 getan habe. Das alles ist Reparatur und es gibt keinen Grund, warum Hersteller entscheiden können sollten, welche Reparatur sie an unseren Geräten erlauben.
Das ist etwas, was die französische Politik leider abgelehnt hat. Stattdessen gab sie uns einen "Reparaturindex", bei dem die Firmen sich selbst bewerten, so wie Lebensmittelhersteller auf der Lebensmittelampel. Apple gibt sich selbst 6,2 von 10 Punkten für das iPhone 13 Pro, weil sie beschreiben, wie man es öffnen kann. Aber sie verkaufen keine Ersatzteile und haben die Teile serialisiert, sodass das Handy beim Austausch des Kamera-Moduls mit einem anderen original Apple Bauteil nicht mehr richtig funktioniert und sich beschwert, wie der YouTuber Hugh Jeffreys demonstriert hat. Das ist einfach unglaublich und beleidigt die unabhängige Reparaturindustrie und Firmen wie Fairphone, Framework und andere, die tun was eigentlich das absolute Minimum an Reparierbarkeit sein sollte. Jeder Hersteller, der keine Ersatzteile anbietet und Taktiken anwendet, um das Finden von Ersatzteilen zu verhindern, wie Chipreferenzen zu schleifen und keine Schaltpläne veröffentlicht sollte niemals mehr als 1 von 10 Punkten bekommen.
Die Zeiten ändern sich und wie in vielen anderen Bereichen verlagern auch hier viele Hersteller die Produktion und sogar das Design zu anderen. Im Fall von Lenovo sieht es so aus, als sei das Motherboard des T510 von einem Unternehmen namens Wistron designt worden. Es wird spekuliert, dass die Wiederverwendung von bestehenden Designs für verschiedene Kunden ein Grund dafür ist, dass sogar Firmen wie Framework ihre Schaltpläne nicht veröffentlichen können. Oh, und Geschäftsgeheimnisse, um die Wettbewerbsvorteile zu erhalten. Als ob fehlende Dokumentation AMD daran hindern würde, die aktuellsten Chips von NVIDIA zu verstehen und nachzubauen, wenn sie eine Armee von Entwicklern dafür einsetzen. Nein, es kostet sie mehr, aber sie können es tun. Es ist nur ein weiteres "Sicherheit durch Unklarheit" Schema und schadet einfach den Entwicklern von FLOSS Betriebssystemen, die keine Millionen dafür einsetzen können, sondern nur ihre Freizeit und Pizza. Und dafür sind Patente sowieso da, zumindest in der Theorie, und das bedeutet korrekt zu zeigen, wie etwas funktioniert (sodass es für jeden reproduzierbar ist, nicht nur zwei Zeichnungen auf einer Tischecke) im Austausch für ein temporäres Monopol auf die Erfindung. Aber Softwarepatente sind eine Abscheulichkeit. Oh, und Datenblätter unter Verschwiegenheitserklärungen, wie bei Purism, die aufgrund von Intels Referenzdesigns keine Schaltpläne veröffentlichen… Genau wie hier, ernsthaft, wen interessieren Verschwiegenheitserklärungen... Ich wette NVIDIA würde die nutzen, um ihre Hardwarefehler zu verstecken. Aber Verschwiegenheitserklärungen, Geschäftsgeheimnisse und auch Subverträge für Platinendesigns mit Firmen wie Wistron sind kein Grund, um die richtige Dokumentation für Hardware, die du verkaufst, nicht zu veröffentlichen. Als Kunde interessiert es mich nicht, welche dummen Verträge du mit deinen Lieferanten abgeschlossen hast. Ich kaufte das Ding, es ist meins, und ich beabsichtige es zu benutzen und zu missbrauchen, wie ich es passend finde, das schliesst Reparaturen mit ein.
Ich habe gesetzlich das Recht, es selbst zu reparieren, egal welchen "Warranty void" Aufkleber du illegal in deinmein Gerät klebst (siehe Magnuson-Moss... Schön zu sehen, dass die FTC nach 40 Jahren endlich reagiert), aber was bringt mir dieses Recht, wenn du sicherstellst, dass ich es nicht richtig ausüben kann, weil du Sachen versteckst, einklebst oder die Dokumentation geheim hältst, die mein Vorhaben erfolgreich machen könnte? Wie soll ich es beheben, wenn der Laptop nicht mehr startet, wenn die Schaltpläne nicht öffentlich sind?
Es zu reparieren bedeutet auch, wen immer ich will mit der Aufgabe zu beauftragen. Sei es ich selbst oder Louis Rossmann oder vielleicht WeKeys, die viel näher bei mir sind als Louis und auch Reparaturen an der Platine vornehmen und Videos darüber machen... Es gibt keinen Grund, warum Herstellern die Entscheidung zustehen sollte, wer mein Gerät repariert.
Über Hackbarkeit
Ich erwähnte Eigentum bereits mehrmals. Eigentum ist etwas Komisches, ähnlich wie ein paar andere Rechte wie etwa Datenschutz oder Meinungsfreiheit. Es hat eine Art Verbindung zum Geld. Je mehr Geld man hat, desto mehr Rechte hat man.
Du glaubst mir nicht?
Ich weiss, die USA und Europa haben unterschiedliche Ansichten von Dingen wie Meinungsfreiheit und Datenschutz, aber trotzdem haben sie diese noblen grundsätzlichen Prinzipien auf dem Papier gemein und die viel weniger tatsächlich anwendbaren Rechte im echten Leben.
Auf dem Papier haben alle das gleiche Recht auf Meinungsfreiheit. Aber manche sind gleicher als andere, wie der französische Humorist Coluche sagen würde. Unternehmen mit Werbebudget in Millionenhöhe sprechen durch das Fernsehen, das Radio, Webseiten und andere Wege zu uns und sagen und alles über ihr Produkt, ausser Fakten (und Schaltpläne), um sicherzustellen, dass wir sie sogar ohne Bedarf dafür kaufen wollen. Auf der anderen Seite stehen die Befürworter des Rechts auf Reparatur. Na ja, sie haben kein Geld, also warum sollten sie das Recht haben, der Welt davon zu erzählen?
Datenschutz, na ja, während echte Menschen von irgendwelchen Geheimdiensten mit 3-Buchstaben-Abkürzung ausspioniert werden, profitieren Unternehmen von Geschäftsgeheimnissen und anderen Steueroasen und sogar Panama-, Pandora-, ... Papiere scheinen daran nichts zu verändern.
Das Gleiche passierte mit Eigentum.
Es verletzt immer wieder meine Gefühle, wenn ich sehe, wie die französische Polizei skrupellos in Zelte von Migranten schneidet, deren alleiniges Eigentum, und gleichzeitig haben andere Angst um ihren zweite oder dritten Wohnsitz, der beschlagnahmt wird, um Obdachlosen ein Zuhause zu bieten, weil, du weisst ja, Eigentum ist ein "heiliges" Recht in unserer Verfassung.
Selon que vous serez puissant ou misérable, les jugements de cour vous rendront blanc ou noir.
- Jean de la Fontaine (1621-1695)
Aber ich schweife ab.
Unternehmen, "Gesellschaften" wie sie komischerweise vom Gesetz benannt wurden, wurden so mächtig, dass sie für sich selbst Rechte einfordern, die früher den Menschen gehörten.
Sie untergraben Eigentumsrechte, um rigoros Rechte auf gedankliche Sachen einzuschliessen und zu schützen. Sie nannten es gedankliches Eigentum und nutzen es, um echten Menschen ihr echtes Eigentum an Geräten, die sie gekauft haben, zu verwehren.
Tatsächlich erinnere ich mich nicht daran, jemals die "Universal Declaration of Enterprise Rights" ("Allgemeine Erklärung der Unternehmensrechte") gelesen zu haben. Oder habe ich etwas verpasst? Ich war in letzter Zeit nicht in den USA. Hat euer Präsident die Verfassung geändert, sodass sie mit "We the Corporations" ("Wir die Unternehmen") beginnt?
Unternehmen würden ohne Menschen nicht existieren, sie hätten keine Existenzgrundlage ohne Kunden. Vielleicht sollten sie beginnen, den Fakt zu akzeptieren, dass sie existieren, um uns einen Service anzubieten, nicht um uns zu benutzen.
Schweife ich immer noch ab? Na ja... Ich bin eigentlich genau auf dem Punkt, was die Hackbarkeit angeht, denn ich benutze diese Abschweifung, um dein Gehirn zu hacken, damit du meine Argumente akzeptierst.
Also ja, Eigentum. Ich kaufte das Ding von dir. Ich besitze es. Nicht nur das Recht, es zur Dekoration auf ein Regal zu stellen. Reines Eigentum: Usus, fructus et abusus. Das bedeutet, es zu reparieren, wenn es kaputtgeht, aber es auch Dinge tun zu lassen, für die es nicht geplant oder gemacht wurde. Es ist meine Entscheidung.
Genauso wie ich eine Wäscheleine nicht nur zum Trocknen von Kleidung nutzen kann, sondern auch für eine Tischdecke mit Haiku-Branding, die ich nicht nur auf einem Tisch benutzen kann, sondern auch als Hintergrund, wenn ich mich selbst bei unserem Coding Sprint filme, gibt es auch keinen Grund weshalb ich einen Laptop nur als Laptop nutzen sollte. Und ich sollte auch die Dokumentation haben, um zu wissen, wie er funktioniert und zu verstehen, was ich möglicherweise sonst noch damit tun kann.
Wenn es wirklich meins ist, sollte es hackbar sein.
Über das Microsoft Monopol
Ich habe das bereits, oh wow, vor 13 Jahren erklärt, aber Microsoft hat noch heute eine Monopolstellung auf dem PC Markt und die Hardware Hersteller sind Komplizen. Ich weiss, das hört sich verrückt an, dass sich niemand darum gekümmert hat, wenn das wahr ist, einschliesslich der FTC. Aber lies weiter, ich werde versuchen, es nochmals zu erklären und hoffentlich ergibt es auch für dich Sinn.
Es beginnt bereits bei der Firmware. Der, der den Bootloader im Jahr 2001 kontrolliert hat, kontrolliert ihn noch heute durch SecureBoot.
Im Jahr 2001 hat es Be, Inc. geschafft, dass BeOS auf einem einzigen Computer Modell von Hitachi vorinstalliert wurde. Einem einzigen auf dem ganzen PC Markt. Microsoft zwang Hitachi dazu, den Bootloader Eintrag zu entfernen und BeOS damit vor den Kunden zu verstecken, die den Computer kauften. Sie erzwangen ihr Monopol über die einzige mögliche Nische, die BeOS im Computermarkt finden konnte, und vernichteten Be, Inc. dadurch. Bitte lies die ganze Geschichte von Scot Hacker. Seine letzte Byte.com Kolumne ist erhellend.
Ich möchte dies aus dem Artikel zitieren:
[EN] What we know for sure is that Microsoft treated the PC hardware platform as if it owned it, and thus hurt consumers, software developers, PC OEMs, OS competitors, and the industry in general. That’s a layman’s definition of abusing a monopoly.
- Jean Louis Gassée, July 2000
[DE] Was wir sicher wissen ist, dass Microsoft die PC-Hardware Plattform behandelte, als würde sie ihnen gehören. Dabei schadeten sie Kunden, Software Entwicklern, PC Herstellern, konkurrierenden Betriebssystemen und der Industrie generell. Das ist eine Laiendefinition vom Missbrauch einer Monopolstellung.
- Jean Louis Gassée, Juli 2000
Sicher verurteilten sie Microsoft und letztendlich beglichen sie es, und Microsoft "gab kein Fehlverhalten zu". Sicher, glaubst du das wirklich?
Obwohl Haiku selbst mehr so etwas wie ein Hobby Projekt ist, das nicht mal einen Bruchteil des Erfolgs von BeOS, das es inspirierte, anstrebt, gab es trotzdem einige Versuche einer kommerziellen Nutzung. Sie sind aus verschiedenen Gründen fehlgeschlagen, aber es fällt schwer zu glauben, Microsoft hätte nicht zumindest einen kleinen Teil dazu beigetragen. Das einzige funktionierende kommerzielle Programm für Haiku, das heute noch gepflegt wird, ist das TuneTracker Radio Automatisierungssystem, das bis auf die BeOS Ära zurückgeht.
Gehen wir zurück in die Gegenwart, 20 Jahre danach. Denkst du bei SecureBoot geht es um Sicherheit? Es geht wahrscheinlich mehr um die Sicherstellung von Microsofts eigenem Monopol, als um die Sicherheit deines Computers.
Ja, du kannst es deaktivieren, zumindest theoretisch, obwohl einige UEFI Versionen das nicht zulassen. Hast du es probiert? Es ist nicht der benutzerfreundlichste Prozess. Besonders der Teil, der erst nach dem vierten Buchstaben des Passworts fragt, dann nach dem ersten und dann nach dem siebten... Ich musste es mehrmals auf Computern mit Ubuntu tun, weil Ubuntu damit begonnen hat, das für Treiber zu erzwingen. WLAN funktionierte nicht, weil der Treiber es erforderte, dass Verbindungscode direkt auf dem Computer kompiliert wird, auf dem er ausgeführt werden soll. Und weil es den kompilierten Code nicht signieren konnte, konnte es nicht gestartet werden.
Scheinbar kann man eigene Schlüssel in die Firmware laden, um seinen eigenen Bootloader zu signieren. Ich kenne niemanden, der das jemals ausprobiert hat und ich erinnere mich auch an keine Firmware, die mir diese Option angeboten hat.
Sogar die Linux Foundation musste Microsoft bezahlen, damit GRUB signiert wurde. Wie sollen wir Haikus Bootloader signiert bekommen, ohne von ihnen geschliffen zu werden?
Ich werde gar nicht damit beginnen, Probleme aufzulisten, wie dass UEFI den frisch installierten Bootloadereintrag vergisst und dir stattdessen Windows aufzwingt, wenn du gerade ein Dual-Boot Setup eingerichtet hast, das zuerst durch GRUB gehen sollte. Unzählige Male.
Einige Leute im IRC Chat, die meinen Entwurf gelesen haben, hatten Details hinzuzufügen:
[EN] <@puck_> mmu_man: the linux process for secure boot mostly involves getting Microsoft to sign a shim (https://github.com/rhboot/shim-review), which has a secure boot key for the chainloaded bootloader -- the shim also knows how to enroll machine owner keys anyways, even if the BIOS doesn't.
< nephele[m]> puck_, mmu_man: the key microsoft signs the shim with is the "extended" key, which incidenatally they don't require firmware to ship, they do require the normal key though if you want your fancy label or whatever :)
[DE] <@puck_> mmu_man: Der Linux Prozess für SecureBoot besteht hauptsächlich daraus, Microsoft dazu zu bringen, das Shim zu signieren (https://github.com/rhboot/shim-review), das einen SecureBoot Schlüssel für den in der Kette geladenen Bootloader hat -- Das Shim weiss auch, wie man eigene Schlüssel des Benutzers einschreibt, auch wenn das BIOS das nicht weiss.
<nephele[m]> puck_, mmu_man: Der Schlüssel, mit dem Microsoft den Shim signiert, ist der "erweiterte" Schlüssel, den sie übrigens nicht erfordern, auf der Firmware mitgeliefert zu werden. Sie erfordern aber den normalen Schlüssel, wenn du deine eigene Bezeichnung oder was auch immer willst :)
Also: Ein weiterer Schritt, um Linux zu starten, aufgrund des Shim. Und es ist nicht einmal sicher, dass die Firmware es akzeptieren wird, da sie den Schlüssel zum Signieren vielleicht einfach nicht kennt. Grossartig. Danke Microsoft!
Also ja, du kannst GNU/Linux installieren, aber es ist weit entfernt von einem einfachen Vorgang. Alles dank Microsoft und diesen Unternehmen, die die fehlerhaften Firmwares schreiben.
Linus Sebastian von Linus Tech Tips entschied sich übrigens für einen Wechsel zu Linux und wird Videos darüber machen. In einem kürzlich veröffentlichten beschwert er sich über einen Hersteller, der überhaupt keine Anerkennung dafür hat, dass Linux überhaupt existiert. Verbringe erstmal 10 Jahre mit BeOS (oder Haiku oder BSD...) wie ich und dann unterhalten wir uns über Unterstützung vom Hersteller. In einer normalen Welt mit gesundem Wettbewerb würden die Hersteller Hardwarespezifikationen statt Windows Treibern veröffentlichen und jeder Betriebssystem-Entwickler würde einfach Treiber für sein Betriebssystem schreiben, wie es jeder ausser Microsoft bereits tut. Stattdessen haben wir einen monopolistischen Konzern, dem von allen Hardware Herstellern geholfen wird, indem sie fertige Treiber für das Betriebssystem veröffentlichen, und von allen Software Entwicklern, die Software nur für Windows veröffentlichen, und Computer Hersteller die Computer mit vorinstalliertem Windows verkaufen und die Käufer nicht darüber informieren. Sie alle sind dabei Komplizen von Microsoft.
Und wenn du versuchst, aus diesem Walled Garden auszubrechen, bekommst du ein Betriebssystem, das funktioniert oder auch nicht, mit Bauteilen, von denen du keine Ahnung hast, ob sie unterstützt werden. Ja, einige Hardware Marken haben endlich begonnen, Treiber für Linux zu schreiben, aber:
- Manchmal funktionieren sie einfach nicht oder es fehlen wichtige Funktionen, weil die Manpower fehlt, um es richtigzumachen, auch wenn die Absicht gut ist. Oder es wird nur aus PR Gründen getan, ohne sich wirklich für Unterstützung zu interessieren, wie bei NVIDIA.
- Sie tun es einmal und lassen den Treiber für Jahre verrotten, ohne ihn weiter zu pflegen, sodass er ohnehin nicht funktioniert und er ist nur für 32Bit x86, und du musst ihn selbst für einen 64Bit Kernel anpassen. Manchmal gibt es zumindest Teile vom Quellcode, wie für das frühere Hitachi Starboard, wo ich den Treiber für neuere und 64Bit Kernel reparieren musste. Aber was ist dann, wenn du ihn auf ARM oder PowerPC nutzen willst, aber der gesamte Userland Code besteht aus x86 Binaries ohne Quellcode? Linux ist nicht nur für x86. Es läuft auf dutzenden Plattformen und Linux Binärtreiber zu veröffentlichen, die nur auf x86 funktionieren, bedeutet nicht Linux zu unterstützen.
- Oder Hersteller übernehmen schlechte Angewohnheiten von Windows wie Feature-Creep und NIH-Syndrom, wie einige Druckerhersteller, die auf die Installation ihres eigenen Printservers statt CUPS bestehen und dabei die Unterstützung für alle anderen installierten Drucker auf dem Gerät zerstören.
Also ja, du kannst GNU/Linux benutzen, aber es ist weit entfernt von einer einfachen Erfahrung. Alles dank Microsoft und den Unternehmen, die ihre Treiber nur für Windows schreiben.
Aber nochmal, das ist nicht Linux Fehler. Es ist der von NVIDIA und anderen. Ich weiss, es interessiert die Leute nicht, wessen Schuld es ist, wenn es nicht funktioniert, es funktioniert einfach nicht. Trotzdem, Windows hat so einen riesigen Wettbewerbsvorteil, weil die Hersteller kostenlos Treiber für Microsoft schreiben.
Ich habe die Hersteller nie darum gebeten, Treiber für Linux anzubieten (oder sogar für Haiku, das wäre wie in den Wind zu rufen), ich will nur, dass sie ihre Hardware dokumentieren, indem sie Spezifikationen und Datenblätter veröffentlichen, sodass jeder Betriebssystementwickler (Ich in diesem Fall) Treiber schreiben und in einem fairen Wettbewerb auftreten kann. Nicht nur Linux. Welchen Nutzen habe ich von einem Linux Treiber bei Haiku? Nahezu keinen, besonders wenn er Closed-Source ist.
Und selbst wenn du zufällig den Quellcode von einem Linux Treiber findest, um ihn zu studieren und einen Haiku Treiber zu schreiben, sei es vom Hersteller oder jemand anderem, ist er manchmal einfach zu kryptisch um ihn zu verstehen oder fehlerhaft oder beides. Einmal habe ich sogar fünf verschiedene Linux Treiber für die gleiche Hardware gefunden. Welcher ist jetzt richtig?
Uns haben Leute gefragt, wie wir [Lenovo] Linux auf ARM unterstützen können... Es ist kompliziert.
Nein, ist es nicht: Veröffentlicht... einfach... die Spezifikationen.
Sobald du dir eingestehst, dass Hardware und Betriebssystem verschiedene Produkte sind, wie in einigen Gerichtsverfahren klar entschieden wurde, musst du auch zugeben, dass Nutzer das Recht haben, jedes Betriebssystem zu nutzen, das sie wollen. Und das beinhaltet die Möglichkeit zu haben, Treiber dafür zu schreiben. Das ist nur mit richtiger Dokumentation möglich.
Natürlich bedeutet das, dass die Dokumentation erstmal existieren muss, aber das ist dein Problem, wenn du nicht weisst, wie die Dinge, die du verkaufst, funktionieren. Nicht meins.
In einem anderen Video mit Linus wird erwähnt, dass von "normalen Nutzern nicht erwartet werden kann, Scripts auszuführen". Ja, es sollte kein Teil des Linux Benutzererlebnisses sein, aber dann sollten Hardware Hersteller, die nur Treiber für Windows statt Hardwarespezifikationen veröffentlichen, auch kein Teil davon sein. Manchmal wenn man bei Linux zum Ausführen von komischen Scripts gezwungen ist, muss man damit schlechtes Verhalten der Hersteller umgehen, etwa um Firmware aus einer Windows Installationsdatei zu entnehmen oder schlecht paketierte Treiber zu reparieren, wenn es welche gibt, oder um Daten herunterzuladen, bei denen es durch die EULA verboten ist, sie woanders zu veröffentlichen, sodass sie nicht korrekt für die jeweilige Distribution paketiert werden können. Ausserdem geben Windows Benutzer selten zu, wie oft sie eine
.bat/
.cmd/
.reg oder
install.exe Datei von einer unbekannten Quelle ausführen müssen.
Oh sicher, Microsoft "liebt" jetzt Open-Source und auch Linux, sie haben sogar WSL2, womit man es innerhalb von Windows ausführen kann. Das ist nur eine weitere Wendung ihrer ewigen Strategie: Umarmen, Ausdehnen, Auslöschen
Gekoppelter Verkauf oder Verbundverkauf sind ein weiterer Aspekt des Microsoft Monopols.
Ich werde müde, also kopiere ich den nächsten Absatz einfach aus meinem letzten Artikel:
Wenn du in ein lokales Geschäft gehst und einen PC kaufen willst, wirst du normalerweise nicht einmal gefragt, was du dazu willst und die meisten Menschen machen sich auch keine Gedanken darüber, was sie dazu wollen. Du willst normalerweise einfach eine funktionierende "Lösung" kaufen. Und diese "Lösung" ist ein PC mit Windows auf der Festplatte installiert. Oder ein Macintosh, mit macOS installiert, obwohl auch viele andere Betriebssysteme auf einem Macintosh funktionieren. Viele weniger technisch versierten Leute wissen gar nicht, was Windows ist oder ein Betriebssystem. Sie wollen einfach etwas, was sie benutzen können. Aber manchmal ist das, was sie bekommen nicht das, was sie brauchen. Manchmal würden sie Linux oder BSD oder etwas anderes brauchen, weil es besser zu ihrem Nutzungsverhalten passt. Aber es gibt keinen Weg, mit dem sie das jemals herausfinden können, weil die Geschäfte Verträge mit den PC Herstellern und Microsoft haben. Es ist verboten, sie mit etwas anderem als Windows zu verkaufen. Die Verträge selbst sind geheim, also wissen wir nicht einmal, was sie beinhalten und welche Drohungen Microsoft den Herstellern macht.
Es gab einen Versuch von Linux auf Mainstream Computern, und nein, ich spreche nicht von Chromebooks. Lange vorher gab es den ersten ASUS Eee PC, ein leichtgewichtiges Netbook. Das erste Modell kam mit vorinstalliertem Linux und es funktionierte gut. Die meisten Benutzer merkten nicht einmal, dass sie nicht Windows benutzten. Windows war sowieso zu gross dafür. Aber nein, Microsoft gefiel das nicht. Also veröffentlichten sie im darauffolgenden Jahr eine angepasste verkrüppelte Version von Windows, die darauf lief und zwangen sie ASUS auf.
Computer Hersteller sind Komplizen von Microsoft mit seiner Monopolstellung. Ich frage mich, was ich tun müsste, um diese Verträge mit den Herstellern veröffentlicht zu bekommen. Müssen wir Wikileaks auf den Fall ansetzen?
Ich glaube, sie haben diese Idee so gut integriert, dass es unterbewusst wurde.
Ich erinnere mich, die Sony Hotline angerufen zu haben, bevor ich mich für das T510 entschied, um zu fragen, wie ich ein Vaio ohne Windows bekommen könnte. Sie antworteten, das ginge nicht, weil die Leute Windows bevorzugen. Das ist wie zu sagen, die Leute bevorzugen einen blauen Himmel. Sehr wenige von ihnen haben bereits einen Grünen ausprobiert.
Oh, ich konnte auch nicht widerstehen, einen Screenshot von Lenovos Konfigurationswebseite für das T520 zu machen, wo man das Betriebssystem auswählen konnte zwischen... Windows. Danke Lenovo! Und 63 % bevorzugten es. Ich frage mich allerdings wirklich, was die anderen 37 % bevorzugten.
Bei den Verhandlungen über Verbundverkäufe haben die Anwälte der Hersteller normalerweise die Auto-Metapher bemüht: "Es ist genau wie bei einem Autoradio. Es kommt mit dem Auto, es ist einfach ein Teil davon". Das Gleiche kam von Windows Nutzern, wenn ich versucht habe, sie zu überzeugen.
Meistens wurde ich ausgelacht, wenn ich erklärt habe, dass es besser damit vergleichbar ist, dass du ein Auto kaufst und der Verkäufer dich zwingt, gleichzeitig auch einen Fahrer dafür einzustellen. Das ist logischer, weil ein Betriebssystem ein Service ist, wie der Fahrer, der den Service erbringt, dass er das Auto navigiert und dich irgendwo hinbringt. Ich habe dann erfahren, dass ein Richter in Aix-en-Provence exakt das Gleiche während eines Verfahrens erklärt hat. Vielleicht bin ich doch nicht so dumm.
Verbundverkauf ist auch vergleichbar damit, zu erzwingen, dass alle Kornfelder auf der Welt von Monsanto sein müssen. Genauso wie Biodiversität unverzichtbar für die Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen ist, hilft auch Technikdiversität, wenn sich Malware verbreitet. Es hilft auch, neue Ideen zu fördern, sodass Mainstream Betriebssystem Hersteller von ihnen stehlen können, oder sie ein drittes Mal neu zu erfinden, wie Tickless auf Linux.
Und trotzdem fordern sogar militante Non-Profit Organisationen wie die AFUL, die französische Organisation hinter der Racketiciels Initiative, gar nicht, dass jeder PC ohne ein Betriebssystem ausgeliefert werden muss. Alles, wonach sie fragen ist die "Optionalität" des Betriebssystems, also die Leute beim Kauf zu fragen, ob sie es brauchen und wollen oder nicht. Ist das bereits zu viel verlangt? Einfach ein "Nichts" Auswahlknopf auf der Konfigurationswebseite, und wenn du dich für Windows entscheidest, bekommst du den Lizenzschlüssel per Mail, um das vorinstallierte Windows zu aktivieren. Das ist genau das, was mit der Office-Suite schon gemacht wird: Es kommt vorinstalliert, aber man muss für einen Lizenzschlüssel bezahlen, wenn man es benutzen will. Es würde sogar die Produktionslinie vereinfachen: Weniger Aufkleber zum Anbringen. Das würde Microsoft weiterhin einen unfairen Vorteil bringen, aber das ist alles wonach die AFUL fragt, obwohl sie auch eine strikte Neutralität ohne jegliches vorinstalliertes Betriebssystem fordern könnte. Und selbst das ist zu viel für Microsoft.
Beim Verbundverkauf geht es nicht nur um Windows. Es passiert auch beim Macintosh, der mit macOS ausgeliefert wird. Natürlich kaufen die meisten Leute den Mac auch wegen des Betriebssystems, weil sie es im Gegensatz zu mir einfach zu benutzen finden. Aber trotzdem kaufen manche auch Macs, um Linux darauf zu benutzen, weil sie die Hardware mögen. Und warum sollten sie daran gehindert werden, weil Apple die Spezifikationen nicht veröffentlicht, sodass keine Treiber geschrieben werden können?
Du könntest sagen, dass dieses Microsoft Monopol Linux nicht daran gehindert hat, nutzbar zu werden.
Fakt ist, viele Linux Treiber wurden durch Reverse-Engineering geschrieben, trotz dieser Situation, und mit unzähligen Stunden, die dabei verschwendet wurden. Während es uns erlaubt, Linux auf mehr Hardware zu verwenden, versteckt es auch das Monopol, weil es so aussieht, als existiere zumindest ein echter Wettbewerb.
Und das Gleiche passiert auch mit Programmen. Wie viele Nischen- oder Mainstreamprogramme existieren, die nur für Windows verfügbar sind? Manche haben auch eine macOS Version, aber es gibt selten welche, die Linux Binärdateien veröffentlichen. Noch seltener sind die, die sie sogar richtig verpacken. (Nein, ich zähle Snap oder Flatpak nicht als richtig verpackt.)
All das erzeugt eine sich selbst wiederholende Schleife, wo Hardware Hersteller sich nicht für Linux Unterstützung interessieren, weil es niemand benutzt, weil es keine Mainstreamprogramme gibt, weil es kein Hardwarehersteller unterstützt, weil es niemand benutzt, weil es keine Mainstreamprogramme gibt, weil es kein Hardwarehersteller unterstützt, weil es niemand benutzt, weil
Stack Overflow Error.
In ihrer Mitteilung an die FTC Mitarbeiter und Kommissionsmitglieder spricht die neue Vorsitzende Lina Khan darüber "wie das Finden und Beheben von Hauptursachen [von schlechten Geschäftspraktiken] ein Schlag-auf-Schlag-Verfahren [für Regulierung] verhindern kann". Ich bin froh, dass endlich jemand darauf kommt, obwohl ich sonst vielleicht XBill stattdessen erwähnt hätte. Das ist eine wirklich gute Simulation von uns FLOSS Befürwortern, wie wir seit 3 Dekaden versuchen, Microsofts Monopolstellung zu ersetzen.
Ich hoffe dieser Text bringt ein bisschen mehr Rückblick und Anreiz, sodass sie XBill installiert... Oder nein, besser, dass sie dafür sorgt, dass wir XBill nie wieder im echten Leben spielen müssen.
Über Mobiltelefone
Nur als Erinnerung, in dieser langen Beschwerde geht es nicht nur um normale Computer, oder überhaupt Computer. Mobiltelefone oder "Smartphones", wie sie fälschlicherweise genannt werden (der Benutzer ist hoffentlich "smart", aber die Hardware ist das nicht), sind eigentlich Allzweckcomputer und sollten als solche behandelt werden.
Das bedeutet, wir sollten auch hier entscheiden können, welches Betriebssystem wir verwenden wollen, auf welcher Hardware wir auch immer kaufen wollen, aber das ist eine viel entmutigendere Aufgabe, als bei PCs.
"Aber du kannst ohne ein Betriebssystem nicht telefonieren..." Ja, und du kannst auch ohne SIM Karte nicht telefonieren und trotzdem kannst du das Handy ohne kaufen.
Es ist wirklich ein Computer. Nur ein schlechter, ohne eine echte Tastatur und mit kleinerem Bildschirm, aber ein echter Computer.
Traurigerweise ist die Qualität der Dokumentation dieser Art von Hardware einfach miserabel. Die Hersteller von SoCs und anderen Chips interessieren sich einfach nicht für Dokumentation, genauso die Handyhersteller. Weiter ist deren Architektur auf fixen willkürlichen Adressen im Speicher aufgebaut, anstatt auf auffindbaren Schnittstellen wie PCI, wo man die Geräte daran auflisten und Treiber entsprechend laden kann. Hier muss man wissen, dass sich der Temperatursensor an Stelle xxxx befindet und von Modell yyyy ist, aber bei der neueren Version des gleichen Handys ist es nochmal unterschiedlich. Es gibt Lösungen dafür wie FDTs [Flattened Device Trees], aber die machen es trotzdem noch schwieriger, ein einziges Betriebssystem Abbild zu erzeugen, das zumindest auf allen Telefonen eines einzigen Herstellers funktioniert, während eine PC Linux Distribution auf den meisten PCs von Dell über HP bis ASUS läuft. Projekte wie Replicant, die versuchen, ein Android ohne proprietäre Apps und Treiber anzubieten, können aufgrund dessen nur Unterstützung für knapp ein Dutzend Modelle anbieten.
Und Googles Monopolstellung mit Android hilft da auch nicht.
Das Gleiche gilt auch für den ganzen Rest: "Smart"watches, vernetzte Kühlschränke und Hörimplantate, alles sollte dokumentiert, reparierbar und hackbar sein.
Über Verantwortung
Röhrenradios aus dem letzten Jahrhundert hatten Netzspannung innen, bei Röhrenfernsehern war es sogar noch mehr, mit viel weniger Isolierung als wir heute haben müssen. Und trotzdem waren sie einfach zu öffnen und kamen mit Schaltplänen, und es verursachte keine Epidemie von Darwin Awards.
Röhrenradios aus dem letzten Jahrhundert hatten auch zerbrechliche Teile aus Glas verbaut, das Gleiche gilt für Röhrenfernseher. Und trotzdem waren sie einfach zu öffnen und Menschen mit ausreichend Erfahrung konnten sie reparieren.
Viele Hersteller behaupten, die Leute dürfen "deren" Ding nicht öffnen, weil sie es dabei beschädigen könnten oder es gefährlich für sie sein könnte. Tatsächlich, etwas zu öffnen, ohne von den Fallen zu wissen, die der Hersteller darin aus unterschiedlichen Gründen platziert hat (manchmal Kosten oder Performance, aber manchmal auch nur um die Leute zu ärgern), ist definitiv gefährlich.
Nicht persönlich gemeint, aber auf der anderen Seite, während es manchmal immanente Gefahren gibt, glaube ich, dass es durch das Verhalten der Hersteller, die Geräte nicht richtig zu dokumentieren, noch gefährlicher wird, als es sein müsste. So werden Leute nicht vor den möglichen Problemen gewarnt, wenn sie es trotzdem versuchen, wozu sie das Recht haben, wie wir bereits diskutiert haben.
Jetzt zur Software...
Treiber für Linux (oder Haiku oder irgendein anderes Betriebssystem) zu schreiben ist schwierig, und noch schwieriger, wenn die Spezifikationen nicht verfügbar sind, wie es zumindest in den letzten beiden Jahrzehnten der Fall war. Auch, wenn einige Hersteller hier Fortschritte gemacht haben. Na ja, ausser NVIDIA, selbstverständlich.
Das hat mehrere Konsequenzen.
Erstens, wir verschwenden Zeit. Weil wir zuerst die Spezifikationen rekonstruieren müssen, indem wir den Windows Treiber umgekehrt entwickeln oder in der Hardware herumstochern, bis sie etwas tut. Danach haben wir tatsächlich einen Treiber, der in den meisten Fällen funktioniert, aber wir haben die Motivation verloren, ihn zu vollenden. Und wir würden das Detail, das wir brauchen, vielleicht ohnehin nicht finden, weil wir nicht die richtige Dokumentation haben. Dann beschweren sich natürlich Leute: "Linux funktioniert nicht mit meinem Drucker" oder ähnliches. Doch wessen Schuld ist es? Oh, und wem sende ich die Rechnung für all diese verschwendeten Stunden, als ich versuchte, etwas herauszufinden, was einfach dokumentiert sein sollte? All diese Zeit hätte genutzt werden können, um noch mehr Treiber zu schreiben oder irgendein Programm, welches dringend gebraucht wird.
Zweitens, wir gehen Risiken ein. Na ja, tatsächlich lassen wir den Nutzer Risiken eingehen, weil die meisten FLOSS Lizenzen normalerweise ohnehin einen Haftungsausschluss in Grossbuchstaben haben. Es ist wie russisches Roulette. Wenn ich einen Treiber mithilfe von rückwärts entwickelten Spezifikationen schreibe und etwas explodiert, weil ich nicht wusste, dass man X oder Y vor Z tun muss, weil es keine öffentliche Dokumentation gibt, ist das dann mein Fehler oder der des Hardware-Herstellers, weil er seine Hardware nicht richtig dokumentiert hat? Leider können wir nicht den technischen Support anrufen und Shibboleet rufen.
Und du gehst auch Risiken ein. Wenn du "zertifizierte" ThinkPads mit Linux verkaufst, verstehst du, dass du eigentlich zertifizierst, dass dieses Gerät mit den Treibern korrekt funktioniert, die von Leuten geschrieben wurden, die raten mussten, wie diese Hardware verwendet werden soll, weil Hersteller wie du sie nicht einfach richtig dokumentiert haben? Ist das nicht irrsinnig?
Man könnte das Gleiche über Reparaturen sagen. Wessen Schuld ist es, wenn man die Schrauben vertauscht und die Vorderseite des Gerätes beschädigt, weil man eine lange Schraube an der falschen Stelle eingesetzt hat? Wenn es eine Service-Anleitung gibt und die öffentlich und einfach zu bekommen ist, sicher, mein Fehler. Aber wenn du mich nicht informiert hast, wie hätte ich es dann wissen sollen?
Das ist ein Punkt, bei dem ich nicht mit Louis Rossmann übereinstimme. Hersteller haben eine Verantwortung dafür, ihre Hardware zu dokumentieren, um sichere Reparaturen sicherzustellen. Louis sagt, dass es ihn nicht interessiert, ob Akkus geklebt sind oder nicht, doch mich interessiert es. Denn auch wenn er einen Weg finden wird, um den Akku zu entfernen, kostet es mehr Zeit, diesen Weg zu finden und es durchzuführen. Zeit ist Geld und sicherzustellen, dass Techniker Zeit beim Versuch verschwenden, Sachen zu reparieren, sorgt dafür, dass Reparaturen nicht ökonomisch sinnvoll sind, was wiederum dafür sorgt, dass Menschen nicht einmal versuchen, etwas zu reparieren, weil es sie zu viel kosten würde, und stattdessen kaufen sie neue Geräte. Bei Kleber auf Akkus oder in Surface Tablets geht es nicht nur um die Produktionskosten, sondern auch darum, die Arbeiten daran so zeitintensiv zu machen, dass Reparaturen nicht interessant sind im Vergleich zu neuer Ware. Das Gleiche gilt für das Untersuchen eines Stromkreises ohne Schaltpläne, wenn man Fehler auf einer Leiterplatte sucht. All diese Zeit muss bezahlt werden, wenn man es als Beruf macht und das macht es weniger attraktiv für Leute, die bereits geneigt sind, eher neue Sachen zu kaufen.
Nochmal, die meisten Hersteller sind noch weit unter Lenovo bezogen auf die Verfügbarkeit von Service Handbüchern, auch wenn man manchmal eine Suchmaschine braucht, um sie zu finden, weil es Lenovos eigene Webseite nicht kann. Aber Schaltpläne, wo finde ich die?
Nachdem das alles gesagt ist, unterstützt du Linux wirklich?
Ich wage es gar nicht, nach offizieller Haiku Unterstützung von Lenovo zu fragen, das wäre extravagant. Lustig, aber extravagant. Und man kann von keinem Unternehmen erwarten, alle mehr als 60 existierenden Betriebssysteme neben den drei bekannten zu unterstützen. Was ich erwarte, ist richtige Unterstützung der eigenen Hardware, indem sie dokumentiert wird.
WTF541
Um mein alterndes T510 zu ersetzen, wollte ich, na ja, etwas mit mehr als 8 GB RAM, um auch andere Sachen neben Firefox gleichzeitig benutzen zu können. Ich wollte ein aktuelles gebrauchtes Modell ohne NVIDIA, was zurzeit ziemlich schwierig zu finden ist. Ich schaute mir zuerst das T15 an, aber mir wurde gesagt, dass es in der ersten Generation viele Reklamationen gab. Mir wurde dann ein W541 vorgeschlagen, das sehr stabil sein sollte und ohne Reklamationen. Es hatte eine NVIDIA Karte, aber mit "Optimus", also kann die einfach ignoriert werden, oder zumindest dachte ich das.
Als es endlich ankam, war ich zu erschöpft und krank, um etwas darauf zu installieren, also stellte ich nur sicher, dass es überhaupt startet und liess ich es zwei Monate verstauben. Auch, weil ich eine saubere Installation machen wollte und nicht einfach meine zehn Jahre alte GNU/Linux Installation kopieren. Und dann gab es so viele Optionen, über die ich nachdenken musste. Letzten Monat fing ich dann endlich damit an, mich mit dem Gerät zu beschäftigen. Ich installierte Debian Bullseye und begann damit, meine Thunderbird und Firefox Profile zu migrieren. Und... seit dem nichts. Seit drei Wochen schlafe ich noch schlechter als normal, weil ich nicht weiss, was ich mit dem Ding machen soll.
In der ersten Woche habe ich mindestens ein Problem pro Tag gefunden. Es fühlte sich an, als hätte ich wieder einen Mac, aber dieses Mal bei der Hardware. In der zweiten Woche habe ich gerade damit angefangen, mich zu zwingen, das hier zu schreiben und habe mich davor gedrückt. Ich meine, ich hatte es alles im Kopf, es wollte nur nicht heraus. Und jetzt fühle ich mich, als würde ich die Nacht damit verbringen, das aufzuschreiben. Es dauerte mehr als eine Woche, um es fertigzustellen.
Also welche Probleme? Na ja, ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll.
Das Gehäuse
Das ist wirklich mein geringstes Problem, doch weil ich mehr als 1000 Euro dafür bezahlt habe und es für 2500 Euro neu verkauft wurde, glaube ich, das Recht zu haben, anspruchsvoll zu sein.
Die Farbe. Was ist das? Soll das grau sein? Je nach Lichtverhältnissen sieht es mehr aus wie... vert caca d’oie wie wir im Französischen sagen, Gänsekacke-Grün.
Dieses V-förmige Zeichen im Plastik aufgrund von Turbulenzen bei der Kunststoffeinspritzung oder so etwas... Wenn du nicht weisst, wie man Plastik formt, dann benutze wenigstens eine Farbe, bei der man es nicht sieht, wie, ich weiss nicht, schwarz.
Und die Handballenauflage könnte ein bisschen Entgraten an den Seiten vertragen. Es fühlt sich an, als wollte es mir in die Finger schneiden, wenn ich es anfasse.
Es ist ein ThinkPad, verdammt, kein ASUS!
Zumindest sind die Ecken noch echte Ecken, keine abgerundeten Dinger mit 2 cm Radius wie bei der Edge Serie.
Der Bildschirm
Das LCD. Ok, 3k war eine schlechte Idee. Ich hasse es, die einzelnen Pixel nicht zu erkennen und meine Augen werden älter, also musste ich Full-HD-Auflösung einstellen. Das war aber nicht das grösste Problem. Die Hintergrundbeleuchtung... Diese Blutung! Von unten und an der linken Seite, die etwa 1 mm vom Panel absteht. Und das alles, um es 4 mm dünner zu machen?
Es ist ein ThinkPad, verdammt, kein MacBook!
Oh, und die Steuerung der Hintergrundbeleuchtung funktioniert einfach nicht. Zumindest nicht bis ich mit der Installation fertig war und in Xorg neu gestartet habe. Es funktioniert nicht in POST, es funktioniert nicht in der Linux Konsole und es funktioniert natürlich auch in Haiku nicht. Ich denke, es muss durch den NVIDIA Mist gehen, anstatt einfach durch das ACPI gesteuert zu werden, wie es sein sollte. Ich dachte Optimus würde mir die Möglichkeit geben, den NVIDIA Teil nicht anzufassen, aber nein, es will mich trotzdem noch nerven.
Und natürlich fehlt auch die Verriegelung am Deckel, weil na ja, das will keiner, richtig?
Oh, und der Schalter, der erkennt, wenn der Deckel geschlossen wird, wurde durch einen Zungenschalter ersetzt und durch einen Magneten im unteren Teil, der bei meinem zu fehlen scheint, also weiss es nicht, wann es geschlossen ist und wechselt nicht in das Standby. Andererseits, wenn ich mein Handy vor der Webcam bewege, denkt es, es sei geschlossen... Mit einem richtigen Schalter würde das nicht passieren. Ernsthaft, ich dachte, Kinder dürften nicht mit Magneten spielen.
Update: Tatsächlich, der Magnet fehlt in der Tastatureinfassung. Ich vermute, der wollte nicht einmal bis zum Ende der Produktionslinie warten, um aus dem miserabel billigen Plastik zu springen. Und die Clips an der Blende sehen alle so aus, als würden sie eine weitere Zerlegung nicht überleben.
Die Tastatur
Oje, diese Tastatur. Ich habe zuerst keine Probleme festgestellt, weil sie mit dem deutschen Tastaturlayout kam. Aber als ich versuchte, sie zu benutzen...
PrintScreen. Ernsthaft? In der Modifikatorzeile?? Ich verstehe nicht, wie irgendein normal denkender Mensch diese Taste zwischen AltGr und Strg platzieren kann. Dass die Menü-Taste entfernt wurde, würde mich nicht besonders stören (obwohl manche Menschen mit Behinderung dafür einen Nutzen haben könnten, wenn sie die Maustasten nicht benutzen können, und einige Linux Nutzer benutzen sie als Hyper-Modifikator-Taste), aber Haiku benutzt sie aktuell, um das Blatt Menü zu öffnen (Ich denke, wir sollten dafür einfach die Windows Taste benutzen, wie es jedes andere Betriebssystem tut). Es ist auch unmöglich, einhändig die Kombination Windows-Shift-PrintScreen zu drücken, um eine Rechteckaufnahme zu machen, was ich oft brauche. Ich meine sehr oft. Wirklich.
Wie kannst du so eine Platzierung rechtfertigen? Das ist sogar bei 7000 Euro Geräten so. Komischerweise haben die 600 Euro nicht-ThinkPad Lenovo Geräte eine PrintScreen Taste an der vorgesehenen Position. Stell dir vor!
Es gibt einen Grund, warum diese Tasten erfunden wurden, und es ist nicht um deine Designer zu ärgern. Und es gibt einen Grund, warum sie noch heute auf Tastaturen sind: Die Leute nutzen sie weiterhin. Vielleicht für andere Zwecke, aber nutzen sie. Ok, ScrollLock benutze ich nicht oft, ausser auf der externen Tastatur für die KVM, und Pause, aber das ist im POST nützlich, wenn man etwas lesen möchte, bevor es verschwindet.
Das allein wäre kein grosses Problem, ich kann die Tastenbelegung an verschiedenen Stellen im Betriebssystem anpassen. Die Wichtigeren sind nicht einmal irgendwo beschrieben und ich muss in der Bedienungsanleitung (na ja, das, was eine Bedienungsanleitung sein soll, wo aber wichtige Informationen wie Hardwarespezifikationen und Schaltpläne fehlen) nachschauen, wo sich diese befinden:
Fn+B: Break Fn+K: ScrollLock Fn+P: Pause Fn+S: SysRq
Moment, soll das bedeuten, SysRq ist nicht AltGr+PrintScreen?? Also, dann erklär mir, wie um alles in der Welt soll ich SysRq+s und dann SysRq+b drücken, wenn Linux eingefroren ist? Ich mache das seit einem Jahrzehnt, wenn die NVIDIA Karte im T510 Probleme macht. Selbst wenn der Chip in diesem Laptop keine Probleme macht, werde ich die Kombination an irgendeinem Punkt sicherlich brauchen. Aber wie?
Du gibst vor, Linux zu unterstützen und zertifizierst es sogar und trotzdem ist deine Hardware physisch nicht in der Lage, dieses Linux Feature zu unterstützen, das meine Daten vor einem katastrophalen Kernelfehler schützen kann (nein, ein Dateisystem mit Journal allein sichert deine Daten nicht immer).
Ohhhh... Funktionstasten... Oh mein. Meine einzige Sorge, bevor ich es kaufte, war, dass eine LED immer leuchtet, weil ich Fn-Lock erzwingen muss, um standardmässig die richtigen Funktionstasten zu haben, aber komischerweise gibt es sogar eine BIOS Einstellung, um die Fn-Lock Einstellung zu vertauschen, bei der die LED standardmässig aus bleibt. Das wahre Problem liegt anderswo.
SIE SIND EINFACH ZU KLEIN UND ZU GEDRÄNGT.
Ernsthaft. Sie sind nicht nur viel kleiner (mehr als 1 mm schmaler pro Taste, 5 mm schmaler bei der ganzen Gruppe mit 4 und 1 mm weniger hoch), auch der Abstand zwischen den Gruppen ist kleiner und die Escape-Taste ist Teil der ersten Gruppe, was es noch schwieriger macht, sie zu ertasten.
Ich verstehe teilweise, warum du bei einer einzigen Zeile für die Funktionstasten bleiben wolltest. Es ist für das Aussehen. Aber sogar beim Design geht es nicht nur um Aussehen, es geht um das Gefühl. Ich möchte die Tasten fühlen und sofort erkennen, ohne sie anschauen zu müssen und dabei zu denken, dass sie wunderschön angeordnet sind, oder 3 Sekunden damit zu verschwenden, die richtige Taste mit dem Finger zu suchen.
Es ist ein ThinkPad, verdammt, kein MacBook!
Vielleicht benutzt du sie nicht oft. Ich tue es. Ich benutze sie. Oft. Nicht nur für Alt+F4. Ich habe 10 Jahre lang BeOS benutzt, ich kann nicht ohne mindestens 8 virtuelle Desktops leben. Und BeOS nutzt Alt+Fx, um schnell zwischen ihnen zu wechseln, nicht mit "Oh, lass uns Zeit verschwenden, indem wir sie alle durch Wechseln, bis wir den passenden finden" Kürzel, nicht mit nutzlosen "lass uns die GPU zu irgendwelchen langsamen Slide-Effekten zwingen" Zeitverschwendungen wie bei macOS. Auf GNU/Linux habe ich schmerzhaft die Strg+Alt+Hoch/Runter Kombination benutzt, um in GNOME zwischen den Arbeitsflächen zu wechseln, bevor ich zu KDE wechselte und eines Tages herausfand, dass ich hier Strg+Fx nutzen konnte. Was für eine Erleichterung!
Aber auf dieser Tastatur kann ich das einfach nicht richtig tun. Ich treffe regelmässig nicht die Taste, die ich möchte, weil sie einfach zu klein sind. Weil sie nicht dafür gemacht sind, benutzt zu werden. Kein Wunder, dass es Präzisionstastatur genannt wird, bei so kleinen Zielen. Wenn ich mir die T15p Version anschaue sind sie noch kleiner, weil die Löschtaste schmaler ist. Schau, wenn du nicht willst, dass wir sie benutzen, dann entferne sie einfach komplett, das ist zumindest offensichtlicher.
Und dann sind da diese vier komplett nutzlosen Tasten über dem Ziffernblock. Taschenrechner... Oh, noch schlimmer, ich habe gerade festgestellt, dass diese vier sogar grösser sind, als die Funktionstasten...
Sicher, ich habe eine externe Tastatur, aber ich möchte nicht mein Model M überall im Rucksack mittragen, wo ich hingehe.
Der Rest...
LEDs. Wo sind die LEDs!?? Sie sind alle verschwunden: Akku, WLAN, Bluetooth, HDD... sogar Capslock.
Vor langer Zeit war ich ein bisschen neidisch auf Modelle mit dem leuchtenden roten Punkt im Logo. Jetzt nicht mehr. Um etwas zu signalisieren ist er sinnlos und ich würde ihn sofort für richtige LEDs eintauschen. Er zeigt nur, ob es an, aus oder im Standby ist. Willst du wissen, ob es aufgeladen wird? Steck es aus und wieder ein und warte, ob es dreimal blinkt. Sogar für Standby muss man mindestens eine Sekunde warten, um sicherzugehen, dass es nicht dauerhaft an bleibt. Lädt es auf? Ist der Akku leer? Keine Ahnung. Das T510 hat dafür zwei unterschiedliche LEDs, aus einem Grund. Ja, die waren viel heller (vielleicht ein bisschen zu hell) und man musste sie mit einem Buch abdecken, wenn man in einem Hotelzimmer schlafen wollte, aber zumindest wusste man genau und sofort, was es tut.
Ein Hardware-Schalter für das WLAN existiert auch nicht, also kann man nicht mit dem Finger ertasten, ob es eingeschaltet ist oder nicht, man muss auf die LED schauen... Warte, oh richtig, es gibt keine LED dafür. Es ist ja nicht so, als hätte es signifikante Auswirkungen auf die Akkulaufzeit, sodass es man sofort merken will, wenn man vergessen hat, es auszuschalten, richtig?
Festplattenaktivitäts-LED... Wen interessiert es, sie dreht sich ohnehin nicht mehr. Mich. Ich möchte wissen, ob der Lag davon kommt, dass es die SSD schrottet oder ob es etwas anderes ist. Ich möchte wissen, ob es trotzdem weiterhin auf die Festplatte zugreift, wenn ich SysRq+s ausgeführt habe und kurz davor bin, SysRq+b zu drücken, um das Risiko einzuschränken. Oh warte, richtig, das kann man sowieso nicht mehr tun.
Capslock? Numlock? Einfach raten. Die normale KDE Installation hier hat eine Anzeige für Capslock im Tray, aber nichts für Numlock. Das sind nicht die wichtigsten, aber trotzdem... Und manche Leute muessen in der Textkonsole arbeiten, wo es kein System Tray gibt, das das anzeigen könnte...
Ich weiss, du möchtest Dinge vereinfachen, aber, so sehr wie sich das T510 wie die Brücke eines Raumschiffs angefühlt hat, fühlt sich dieses wie ein Tretroller ohne Lenker an. Ich mag Raumschiffe und ich mag es, auf der Brücke zu sein, als Captain, bereit zu sagen "Energie!".
Es ist ein ThinkPad, verdammt, kein MacBook!
Das Touchpad, ugh, das Erste, was ich tat, war, in die KDE Einstellungen zu gehen und Click on Tap zu aktivieren und es funktioniert gar nicht so schlecht, sogar mit zwei Fingern als Rechtsklick. Trotzdem, manchmal drücke ich zu stark und es gibt nach und drückt, wobei es meine aktuelle Bewegung unterbricht und das Erlebnis unangenehm macht. Zumindest hat die Version, die ich besitze, richtige Knöpfe für den Trackpoint. Aber ich bin die Knöpfe unter dem Touchpad gewohnt... so sehr, dass der Linke auf von meinem T510 so abgenutzt war, dass er nicht mehr funktionierte.
Nochmal, es soll kein MacBook sein.
Der "immer eingeschaltete" USB-Anschluss wird seinem Namen nicht gerecht. Wenn ich mein Handy einstecke, wird es eingeschaltet, dann aus und dann wieder an. Aber vielleicht ist es nur Linux, das hier Probleme macht (oder vielleicht eine schlechte ACPI Tabelle), keine Ahnung, ich habe Windows sowieso gelöscht. Ich glaube, ich könnte es mit Haiku probieren.
Das Dock
Im Gegensatz zum Laptop ist das Dock scheinbar brandneu. Und trotzdem macht es fünf Sekunden lang fürchterlichen Lärm im Audioverstärker beim Einschalten, bis es erkennt, dass ein Kabel eingesteckt ist. Es ist schmerzhaft, wenn man seinen ersten Kaffee noch nicht hatte. Man scheint das umgehen zu können, wenn man es durch das KVM leitet, das ich gerade gekauft habe (und repariert, ein zu kleiner Anschluss hatte schlechte Lötstellen), jetzt macht es nur noch "Pop", wenn es den Anschluss erkennt, aber auch das ist noch ein Defekt. Ich konnte darüber online keinen Bericht finden, aber ich habe von anderen gehört, die das gleiche Problem hatten. Und der Verkäufer, von dem ich es kaufte, sagte mir, das sei "normal". Fünf Sekunden lang einen fürchterlichen Lärm beim Einschalten zu machen, wird jetzt als normal empfunden. Es fällt mir wirklich schwer, das zu glauben.
Und warum ist da ein kombinierter Anschluss am Dock? Was, wenn man nur ein Mikrofon anschliessen will?
Ausserdem habe ich den Laptop einmal etwas angehoben und er verlor einfach den externen Bildschirm, vielleicht ein schlechter Kontakt. Und... es ist gerade wieder passiert. Und beim LAN Anschluss auch. Das T510, das ich zehn Jahre lang an seinem Dock benutzt habe, hat so ein Problem nicht. Ich kann es vorne anheben oder komplett hochheben, es bleibt einfach verbunden. Ich hatte sogar beide auf einem Laptopständer liegen, wo jahrelang alle Kabel hinten runter hingen, kein Problem.
Der Eckblock ist noch immer in der Mitte der Lüfteröffnung, aber das ist schon so, seit ich denken kann und es scheint jetzt tatsächlich weniger zu blockieren, als beim T510.
Was funktioniert?
Ein paar Sachen funktionieren und das sollten sie besser auch, wenn man bedenkt, wie viel ich dafür bezahlt habe.
Der grosse Akku steht an der Rückseite hervor und ist ein guter Platz, um es zu halten, und ist zumindest noch ohne Schraubenzieher auswechselbar, wie es bei jedem Laptop sein sollte.
Die Mikrofone am oberen Bildschirmrand scheinen weniger Störgeräusche von der Elektronik aufzunehmen, als die unter dem LCD Panel wie beim T510.
Trotz des billigen Plastiks aussen fühlt dich das Gehäuse stabil genug an, aber ich kann nicht glauben, dass ich das über ein ThinkPad schreiben muss.
Die Chiclet-Tastatur, na ja, abgesehen von der hirnlosen Tastenbelegung fühlt sich das Schreiben darauf überhaupt nicht schlecht an und ich könnte mich vielleicht daran gewöhnen, wenn sich die anderen Tasten an einer normalen Position befinden würden. Aber das wird nicht so schnell passieren.
Was jetzt?
Ich habe viele Menschen sagen gehört, dass die Qualität von ThinkPads bergab geht, aber ich dachte, ich kann noch immer ein brauchbares Modell finden. Es stellt sich heraus, dass das keine einfache Aufgabe war. Ich frage mich wirklich, ob die Leute sich an Mittelmass gewöhnt haben? Wenn ich einen minderwertigen Laptop möchte, kaufe ich einen für 300 Euro und nicht für 1000 Euro. Ich kann mir das nicht leisten. Mein Computer ist nicht nur mein Hauptarbeitsmittel, er ist auch eine Erweiterung von meinem eigenen Gehirn und ich bin emotional damit verbunden, also sollte er besser zuverlässig funktionieren.
Ich habe jetzt also drei Möglichkeiten:
- Monate damit verbringen, all diese Probleme zu beheben, wie die EC Firmware zu umgekehrt zu entwickeln, um SysRq an eine andere Position zu verschieben, aber dann wohin? Ich kann den physischen Tastenabstand sowieso nicht optimieren, wenn ich nicht meine eigene Tastatur designen will, aber dazu habe ich weder die Zeit noch die Motivation (wo sind die Schaltpläne, das mechanische Design und die Pin Dokumentation von der Tastatur? Und der Quellcode vom Embedded Controller, sodass er angepasst werden kann??).
- Es aus dem Fenster werfen, aber dafür habe ich nicht das Budget.
- Einen Weg finden, es für eine Rückerstattung zurückzuschicken, oder es verkaufen und Geld verlieren, und stattdessen ein brauchbares Gerät finden, was bedeutet vor der Chiclet-Tastatur, aber mit mindestens 32 GB RAM... Aber die Kandidaten sind knapp, möglicherweise indem ich die Chiclet-Tastatur durch ein Vorgängermodell ersetze, wie man es beim T530 tun kann. Aber das bedeutet auch mit alter Firmware und bekannten Sicherheitslücken zu leben.
So sehr ich Projekte wie den Mntmn Reform Laptop mit vollständig quelloffener Hardware oder den Framework Laptop, der einem Macbook Air ähnlich sieht, wo man jedes Bauteil einfach auswechseln kann und den einzige Schraubenzieher, den man dafür braucht, sogar gleich mitliefert oder das Pinebook Pro, für das volle Schaltpläne verfügbar sind, auch mag, sie erfüllen leider nicht wirklich meine Anforderungen.
Update: Es geht dahin zurück, wo es herkam. Es war komisch, die Festplatte zu löschen und es in einen Karton zu legen. Es fühlte sich an, wie von einem ein Monat langen Ausflug in den Dschungel heim zu kommen.
Tut mir leid Lenovo, aber du hast deinen Glücksbringer verloren.
Quellen: