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Nordkorea will seine 53'000 Arbeiter aus der Sonderwirtschaftszone Kaesong abziehen. Diese betreibt es gemeinsam mit dem Nachbarn Südkorea.
"Wir werden alle unsere Arbeiter aus dem Kaesong-Industriekomplex abziehen", erklärte ein ranghoher Beamter der Regierungspartei, Kim Yang Gon. Der Industriekomplex werde anschliessend vorübergehend geschlossen, sagte der Beamte am Montag laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA.
Kim machte "militärische Kriegstreiber" für die Entscheidung verantwortlich. Es hänge allein von der südkoreanischen Regierung ab, wie sich die Lage weiter entwickeln werde.
Im Zuge der aktuell angespannten Lage auf der koreanischen Halbinsel hatte Nordkorea südkoreanischen Arbeitern vergangene Woche die Einreise in die gemeinsam von beiden Staaten betriebene Sonderwirtschaftszone untersagt, die Ausreise hingegen erlaubt. Hunderte Südkoreaner blieben zunächst freiwillig in Kaesong.
Mit dem Einreiseverbot stellte sich Pjöngjang gegen ein Projekt, das bislang Krisen zwischen den beiden verfeindeten Nachbarstaaten überstand. Der Industriekomplex liegt in Nordkorea, zehn Kilometer von der Grenze zum Süden entfernt. Kaesong ist eine wichtige Quelle für ausländische Devisen für Pjöngjang.
Widersprüche über Atomtests
Nach Einschätzung des südkoreanischen Verteidigungsministerium steht Nordkorea nicht vor einem vierten Atomtest. "Wir haben keine ungewöhnlichen Schritte registriert, die auf einen Atomtest hindeuten", erklärte ein Sprecher des Ministeriums am Montag.
Zuvor hatte der südkoreanische Minister für Wiedervereinigung, Ryoo Kihi Jae, erklärt, es gebe Anzeichen für die Vorbereitung eines neuen Tests. Er reagierte damit auf einen Zeitungsbericht, in dem es hiess, nahe des Atomtestgeländes in Punggye Ri seien Bewegungen von Personal und Fahrzeugen festgestellt worden, wie sie auch im Vorfeld des dritten Atomtests im Februar bemerkt worden seien. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte jedoch, dabei scheine es sich um Routine-Aktivitäten zu handeln.
Scharfe Kritik aus China
China hat die nordkoreanische Führung in ungewöhnlich scharfer Form vor einer weiteren Eskalation der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel gewarnt. Keinem Land dürfe erlaubt werden, eine Region oder gar die ganze Welt aus selbstsüchtigen Motiven ins Chaos zu stürzen.
Das sagte Chinas Präsident Xi Jinping am Sonntag bei einer Versammlung auf der südchinesischen Insel Hainan. Dabei nannte er Nordkorea nicht direkt beim Namen.
Diplomaten, wie der frühere US-Botschafter in China, Jon Huntsman, nannten die Aussagen Xis beispiellos. China verliere offenbar die Geduld mit seinem Verbündeten, sagte Huntsman.
SDA-ATS