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Samboja Lestari
BOS-Station Samboja Lestari
Als erste ihrer Art in Borneo wurde 1991 die Orang-Utan-Station «Wanariset» vom Forstwissenschaftler Dr.
Willie Smits gegründet und aufgebaut. 2006 wurde sie in das nur wenige Kilometer entfernte
Renaturierungsgebiet Samboja Lestari verlegt und die Station entsprechend umbenannt. Neben einer Tierklinik
wurden zehn geräumige Käfigeinheiten nach dem damals neusten Standard errichtet. Aktuell befinden sich
knapp 160 Orang-Utans in Samboja Lestari (Mitte 2018). Leider müssen die meisten dieser Tiere bis zu ihrer
Auswilderung in Käfigen gehalten werden.
Ein neuer Wald entsteht - Das Aufforstungsprojekt Samboja Lestari
2001 begann die BOS Stiftung in Samboja Lestari (Provinz Ost-Kalimantan) damit, verschiedene
Nutzungsrechte für insgesamt ca. 1.850 Hektar Land zu erwerben, um es zugunsten der Bevölkerung und der
Natur zu renaturieren und nachhaltig zu schützen. Das ehemals artenreiche Gebiet war durch Holzraubbau und
Waldbrände völlig ausgezehrt und nur noch von einer nährstoff- und artenarmen Grassteppe bewachsen. 2010
waren die Aufforstungsarbeiten im Wesentlichen abgeschlossen und die Arbeiten der BOS Stiftung
konzentrierten sich nun auf den Erhalt des Gebietes und die Pflege der Tiere. Im Jahr 2015 war Indonesien
jedoch von verheerenden Waldbränden betroffen. Rund um die Rettungsstation Samboja Lestari brannten 300
Hektare mühsam aufgeforsteter Wald nieder. Seitdem wird das Gebiet wieder aufgeforstet. Unter anderem
helfen Volontäre aus der Schweiz dabei, dieses Gebiet im Rahmen der One-Teee-One-Life-Kampagne neu zu
bepflanzen.
Samboja Lestari bedeutet „ewiges Samboja“ und versinnbildlicht das langfristige Ziel des gesamten
Renaturierungsprojektes: Die Schaffung eines Schutzgebietes zum dauerhaften Nutzen für Mensch und Natur
sowie kooperative Ansätze wie zum Beispiel Aufklärung und Partizipation der lokalen Bevölkerung. Zu diesem
Zweck verfügt Samboja Lestari über ein artenreiches Arboretum. Mit einer geplanten Fläche von insgesamt 159
Hektar und ca. 3.000 Baumarten soll es das größte Borneos werden. Ende 2010 war bereits die Hälfte dieser
Fläche realisiert und die Sammlung verfügte über 750 verschiedenen Arten von denen viele bedroht sind.
Zusätzlich ist BOS in Samboja Lestari mit Baumschule und der Orang-Utan-Rettungsstation ein bedeutender
Arbeitgeber in der Region und damit eine Alternative zu den umliegenden Minengesellschaften.
Waldschule und Waldkindergarten
Neben seinen ökologischen Funktionen als aufgeforstetes Gebiet, ist Samboja Lestari auch für die Rehabilitation
junger Orang-Utans unverzichtbar. Mit Hilfe einer Tierklinik, Quarantäne- und Sozialisierungskäfigen und eines
Trainingswaldes (Waldschule) werden dort junge Orang-Utans auf ein Leben in Freiheit vorbereitet.
Während des Rehabilitationsprozesses durchwandern die Orang-Utans eine Lernhierarchie und leben in
Gruppen, getrennt nach Alter, Größe und Entwicklungsstand. Dabei wird - je nach Alter - zwischen
Waldkindergarten (oder Babygruppe), Waldschule und Walduniversität unterschieden. In der Gemeinschaft
lernen sie soziales Verhalten. Denn, für einen Orang-Utan kann es sehr deprimierend sein und gravierende
Folgen haben, wenn er mit zu starken Artgenossen aufwächst.
Die jüngsten Orang-Utans werden in der Babygruppe bzw. dem Waldkindergarten von menschlichen
Pflegemüttern aufgezogen. Sie lernen mit Hilfe der Babysitter ihre motorischen Fähigkeiten und
Bewegungsabläufe kennen und nutzen. Intensive Pflege und liebevolle Betreuung sind aus emotionalen Gründen
für die oft traumatisierten Orang-Utans sehr wichtig. Im Trainingswald, der Waldschule von Samboja Lestari,
lernen und trainieren tagsüber junge Orang-Utans das richtige Klettern, den Bau von Schlafnestern, das
Erkennen essbarer und giftiger Pflanzen und vieles mehr. Für die Kleinsten gibt es ein Babyhaus, in dem sie
rund um die Uhr liebevoll betreut werden. Täglich werden die Orang-Utans in den Stationen mehrere Stunden
beobachtet. Ihr Verhalten wird dokumentiert, bis der Zeitpunkt der Auswilderung gekommen ist.
Orang-Utan-Inseln
Zusätzlich wurden künstliche, von Wassergräben umgebene Inseln geschaffen. Die älteren und kleineren dieser
Inseln enthalten Fütterungsplattformen und Beschäftigungsmöglichkeiten (“Enrichment”) für einige Orang-
Utans, die zu alt oder chronisch krank sind oder aus anderen Gründen nicht mehr ausgewildert werden können.
Sie werden dort in einer naturnahen Umgebung ausserhalb des Käfigs gehalten. Die neuen, grossen Flussinseln
in Samboja Lestari wurden über Stiftungsgelder aus der Schweiz finanziert. Sie dienen den
Auswilderungskandidaten als Pre-Release Inseln. Mehrere Monate lang testen die Tiere dort das Erlernte und
werden nur noch einmal täglich zugefüttert. Sie müssen sich in der quasi-freien Umgebung behaupten, bevor sie
endgültig zurück in die Freiheit dürfen.
Neben Orang-Utans beherbergt Samboja Lestari noch etwa 64
Malaienbären, die nicht mehr in die Wildnis entlassen werden können, weil sie zu sehr an den Menschen
gewöhnt sind (Stand Mitte 2018).
Geben wir gemeinsam Liebe und Geborgenheit
Mehrere Millionen Franken werden jährlich benötigt, um die beiden BOS-Rettungszentren zu betreiben. Dieses
Geld ist notwendig, um allen Tieren in unserer Obhut eine möglichst artgerechte Betreuung und Versorgung zu
bieten.
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