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1945 erschienen, ist George Orwells dystopische Fabel «Farm der Tiere» («Animal Farm») bis heute eine beliebte Schullektüre. Die Geschichte um das Entstehen einer Gewaltherrschaft aus einer Revolution hat auch der heutigen Leserschaft viel zu sagen. Das Theater Orchester Biel Solothurn hat sich des Stoffs angenommen und bringt ihn unter der Regie von Max Merker auf die Bühne. Morgen ist die Inszenierung beim «Theater in Freiburg» im Equilibre zu sehen, zum Abschluss der Saison 2018/2019.
Die Geschichte spielt auf einer englischen Farm, auf der die Schafe, Pferde, Schweine, Katzen und Hühner unter der Ausbeutung durch den Bauern leiden. Die Tiere zetteln eine Revolution an und jagen den Bauern vom Hof. Jetzt sind sie frei und unabhängig und errichten eine neue Ordnung mit der obersten Maxime: «Alle Tiere sind gleich». Doch die friedlichen Zustände halten nicht lange: Die Schweine unter ihrem diktatorischen Anführer Napoleon reissen die Macht an sich und versklaven die anderen Tiere.
Zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung galt Orwells Roman als Parabel auf die Ereignisse nach der Russischen Revolution und die Machtergreifung Stalins. «Jene, die sich als Befreier geben, entpuppen sich später selbst als Ausbeuter und machen sich die Strukturen von Ungleichheit wieder zunutze», schreibt das Theater Orchester Biel Solothurn zum Stück. Heute lasse sich dies lesen als Geschichte über «das fortschreitende Auseinanderdriften von Arm und Reich und den massiven Anstieg sozialer Ungleichheit».
Equilibre, Freiburg. Fr., 29. März, 19.30 Uhr.