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Weshalb übersteigt unsere Gesprächskultur nur selten das Niveau dessen, was Umberto Eco einmal mit Blick auf politische Talkshows charakterisierte als «eine Abfolge (oder Überlagerung) kurzer sinnfreier Statements, in der sich niemand verpflichtet fühlte, auf das einzugehen, was der Vorredner gesagt oder der Moderator gefragt hatte»?
Eine neue Reihe von Martin Haug, Stefan Brotbeck und Nadine Reinert. Stefan Brotbeck im Gespräch mit Antonia Bertschinger
Neunmal jährlich treffen Stefan Brotbeck, Martin Haug und Nadine Reinert Menschen zum Gespräch, die durch Widerstände hindurch ihren eigenen Lebensweg suchen. Menschen, die über Grenzen gehen, anders leben und anderes denken.
Denkpausen sind schöpferische Pausen, in denen der selbstverständliche Gang des alltäglichen Denkens unterbrochen wird, damit ein erneuertes, neu erlerntes Denken an seine Stelle treten kann. Einzige Voraussetzung ist die Freude am Nachdenken und Diskutieren.
«Die Konstruktion des Lebens liegt im Augenblick.» Wie wirken sich Flüchtigkeiten und Beschleunigung auf unsere Erfahrungswelt aus? Das Phänomen der Momentaufnahme beschäftigte auch den Philosophen und Kulturkritiker Walter Benjamin (1892-1940).
Der erste Teil hat gezeigt: Das, was «in Wahrheit ist», sollte nicht statisch und objektivistisch aufgefasst werden, als eine so und so bestimmte, «an sich» existierende Welt. Eine solche Auffassung ist durch eine dynamische, dialektische und Subjektivität als Teil dieser Wirklichkeit begreifende zu ersetzen. Sowohl sprachlich wie begriffsgeschichtlich ist in dieser Perspektive das Wort «Wirklichkeit» demjenigen der «Realität» vorzuziehen.