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Weihnachts-Historie
Kaum ein Werk stellt so unmittelbar und ergreifend das Geschehen der Weihnachtsgeschichte dar wie die Weihnachthistorie von Heinrich Schütz. Plastisch erstehen der vertraute Text (aus dem Lukas- und Matthäusevangelium) und alle handelnden Figuren vor dem geistigen Auge, musikalisch kunstvoll eingefangen. Die Historie ist ein Alterswerk, das wahrscheinlich auf Wunsch seines Arbeitgebers, Kurfürst Georg II von Dresden, entstand und in der Hofkapelle aufgeführt worden ist. Um die handelnden Personen musikalisch charakterisieren zu können, verwendet Schütz ein für die damalige Zeit umfangreiches Instrumentarium: Zu den Engeln und den drei heiligen Königen treten zwei Viole da Gamba, zu den Hirten zwei Blockflöten und ein Fagott, zu den Hohenpriestern zwei Posaunen und zu König Herodes zwei Cornetti hinzu. In allen Sätzen dienen Bassinstrumente, eine Truhenorgel und eine Theorbe (Laute) als harmonisches Fundament. Eingerahmt wird die Weihnachtsgeschichte durch zwei Chorsätze, die Introduction (Die Geburt unseres Herren) und den Beschluss (Dank sagen wir alle).
Neben der Historia erklingt das grossbesetzte Magnificat (der Lobgesang Marias) SWV 468 mit seinen drei Chören, Solisten und 14 Instrumenten. Eingefügt sind drei alte Weihnachtslieder in Sätzen von Joh. H. Schein, dem damaligen Leipziger Thomaskantor und Freund Schütz'.