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Cartographica Helvetica
Zusammenfassung
Hanspeter Fischer:
Die Suevia Universa des Jacques de Michal von ca. 1725
Cartographica Helvetica 34 (2006) 17–26
Zusammenfassung:
Unter der Regierung Ludwigs XIV. besass im 17. Jahrhundert die französische Militärkartographie im Gegensatz zu anderen europäische Staaten einen hohen Standard. Im damaligen deutschen Reich erfolgte infolge der fehlenden militärischen zentralen Führung die Entwicklung viel langsamer. Erst Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden förderte anfangs 18. Jahrhundert die militärkartographischen Arbeiten in Südwestdeutschland intensiv.
Jacques de Michal (um 1680–um 1750) hat in dieser Zeit zahlreiche Karten und Pläne militärischen Inhalts erstellt. Nach dem Ende des Spanischen Erbfolgekrieges (1714) ist Michal dann vor allem durch ein ziviles Kartenwerk, die Suevia Universa, bekannt geworden, die bis zum Ende des Alten Reichs als die beste Karte des Schwäbischen Kreises galt.
Der Schwäbische Kreis stellte damals ein politisches Gebilde mit über 100 weltlichen und geistlichen Reichsständen dar, die grössere und kleinere Herrschaftsgebiete besassen. Innerhalb des Gebietes des Schwäbischen Kreises befanden sich auch Teile des Österreichischen Kreises. Michals Kartenentwürfe entstanden in den Jahren 1715 bis 1725. Der mit der Reproduktion beauftragte Verlag Seutter erstellte die meisten Karten durch Kopieren verschiedenster vorhandener Kartenquellen. Die Suevia Universa ist jedoch eine der wenigen Karten, die nach Originalzeichnungen dort gestochen und unter Nennung des Autors um 1725 herausgegeben wurde.
Die Suevia Universa ist als Wandkarte, bestehend aus 9 Einzelblättern, gestaltet und misst zusammengesetzt ca. 154 x 141 cm. Der errechnete Massstab beträgt ca. 1:170 000. Die geodätische sowie die geometrische Genauigkeit sind zwar ungenügend und es fehlen in der Karte jegliche Strassenangaben. Den Hauptzweck, als Verwaltungskarte verwendet zu werden, hat sie trotzdem erreicht.