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Stuttgart, um 1610/20
Johann Georg Kobenhaupt
Achat geschliffen, mit silbervergoldeter,
teilweise emaillierter Fassung
H. 75,5 cm
zugehöriges Etui Leder mit Goldprägung
lnv. 1882.88.
Museum Faesch
Die sechspassige Schale steht mit 18 ähnlichen bekanntgewordenen Trinkgeschirren für das Werk des Stuttgarter Edelsteinschneiders Johann Georg Kobenhaupt (gestorben 1623). Von der Begehrtheit seiner Arbeiten, die aus einheimischem oder orientalischem Jaspis und Achat geschnitten sind und deren Qualität an jenen der kaiserlichen Werkstätten Rudolfs II. in Prag gemessen werden darf, zeugen die Sammler: Die Vergleichsstücke finden sich in den ehemals fürstlichen Kunstkammern in Kopenhagen, Paris, Wien, München, Dresden und Stuttgart. Unser Exemplar zeigt in der Form der weiss, grün und rot emaillierten Manschette am Schalenansatz, mit drei Delphinen und dem Kranz aus hochgestellten Blättern, eine den Bechern im Louvre und im Kunsthistorischen Museum Wien vergleichbare Gestaltung. Vielleicht über den französischen Münzkenner Charles Patin (1633-1693), der am Hofe Herzog Eberhardts III. von Württemberg verkehrte und ein Freund von Sebastian Faesch war, gelangte die Schale nach 1648 wohl als Geschenk oder im Tausch in die Basler Sammlung Faesch.