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Unwetter im Rückblick
Extrem lange Kältewelle
Verbreitet neue Schneerekorde
Von Ende November 2010 bis Anfang Januar 2011 hat es in Deutschland eine andauernde Kältewelle gegeben. Diese wurde nur im Süden durch kurze Tauwetterphasen unterbrochen. Der heftige Wintereinbruch sorgte für den kältesten Dezember seit Jahrzehnten mit einer negativen Abweichung von mehr als 4 Grad im Flächenmittel, im Norden lag diese sogar bei 5 bis 6 Grad. Das besondere an dieser Frostperiode war neben der langen Dauer der viele Schnee. Im Norden und Osten lag vielerorts mehr als 30 Tage am Stück eine geschlossene Schneedecke.
Rekordschneemengen
Die ungewöhnlich lange Kälteperiode wurde von einer ausgeprägten Luftdruckanomalie verursacht. Hochdruckgebiete über den Britischen Inseln und Island/Grönland mit Ablegern nach Skandinavien blockierten Tiefdruckgebiete mit milder Luft auf dem Atlantik, die daraufhin weit nach Süden ins Mittelmeer ausweichen mussten. Nur in Süddeutschland sickerte kurzzeitig mildere Luft ein, die sich aber nicht im ganzen Land durchsetzen konnte. Von Skandinavien drang dagegen wiederholt sehr kalte Polarluft ungehindert nach Südwesten vor.
Ungewöhnliche Großwetterlage
In der Kaltluft kam es immer wieder zu teils ergiebigen Schneefällen im ganzen Land. An der Küste tobten sogar Schneestürme mit meterhohen Schneeverwehungen. Über der noch warmen Ostsee entstanden zudem kräftige Schneeschauer, die in Teilen Schleswig-Holsteins enorme Schneemengen brachten. Im Süden ließ mildere Luft den Schnee dagegen immer wieder schrumpfen und teils sogar gänzlich verschwinden. Im Übergangsbereich zur kälteren Luft bildeten sich scharfe Luftmassengrenzen mit massiven Schnee- und Eisregenfällen.
Schneeweiße Weihnachten 2010
Pünktlich zu Heiligabend setzte sich die Frostluft aber auch im Süden wieder durch. So gab es erstmals seit 1981 wieder im ganzen Land eine "Weiße Weihnacht" mit einer an allen Weihnachtstagen geschlossenen Schneedecke. Dabei wurden verbreitet neue Schneehöhenrekorde für Dezember gemessen, die allerdings auch zu massiven Behinderungen auf Straßen und Schienen führten. Nach Neujahr schwächte sich die Kältewelle allmählich ab, bevor am 5. Januar eine deutliche Milderung mit Regenfällen einsetzte.