Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03143.jsonl.gz/351

NebenniereDie Nebennieren liegen an den oberen Polen der beiden Nieren. Sie bestehen aus der Nebennierenrinde und dem Nebennierenmark, die jeweils unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen.
Die Unterfunktion der Nebennierenrinde (NNR), ist eine Erkrankung, die gut behandelbar ist, unbehandelt jedoch tödlich verlaufen kann.
Bei einem Morbus Addions liegt die Störung in der Nebenniere selbst. Bei 70% der Betroffenen handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der Antikörper gegen die Cortisol produzierenden Zellen in der Nebennierenrinde gebildet werden und diese zerstören. Daneben gibt es andere, seltenere Formen einer Zerstörung der Nebenniere (infektiös, Metastasen, u.a.). Die Nebennierenrinde produziert kein Cortisol mehr.
Bei einer sekundären Nebennniereninsuffizienz wird die Unterfunktion durch die Hirnanhangdrüse (Hypophyseninsuffizienz) verursacht. Durch den Mangel an ACTH wird die Nebennierenrinde nicht ausreichend zur Bildung von Cortisol angeregt. Ursachen der Störung auf Ebene der Hypophyse können Tumore, Verletzungen, Durchblutungsstörungen oder Entzündungen sein.
Die häufigste Ursache einer Nebenniereninsuffizienz ist eine länger andauernde höher dosierte Behandlung mit Cortisonpräparaten. Um dem entgegenzuwirken, sollten höher dosierte Cortisondosen langsam ausgeschlichen werden.
Hormonüberproduktionen der NebenniereDas Cushing-Syndrom ist auf eine vermehrte Cortisol-Produktion in der Nebenniere zurückzuführen. Eine Cortisol-Überproduktion kann direkt von einem Tumor in der Nebenniere stammen. Die Beschwerden eines zu hohen Cortisol-Spiegels sind diffus und ähneln oft Beschwerden anderer Krankheiten. Insbesondere kommt es zu einer Zunahme des Fettgewebes mit einer Veränderung der Verteilung im Unterhautfettgewebe, was zu den typischen Präsentationen mit Büffelnacken, Vollmondgesicht und Stammfettsucht führt. Oft kommt es auch neben einer deutlichen Gewichtszunahme zu einer Muskelschwäche, einer Störung des Blutzucker-Stoffwechsels bis hin zum Diabetes, einem Bluthochdruck und diffusen Skelettschmerzen.
Bei einem Phäochromozytom handelt es sich um einen Tumor des Nebennierenmarks, der Katecholamine produziert (Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin und Metanephrine). Es kommt zu anfallsartigem Bluthochdruck oder dauerhafter Blutdruckerhöhung mit schwieriger medikamentöser Einstellung. Während der Phasen des erhöhten Blutdruckes treten Kopfschmerzen, Schwindel, Herzrasen und Schwitzen auf. Weitere Anzeichen sind Blässe während des Anfalls, eine Blutzuckererhöhung (Hyperglykämie), eine Erhöhung der weissen Blutkörperchen und ev. ein Gewichtsverlust.
Eine Überproduktion des Aldosterons (Hyperaldosteronismus) führt zu einem Bluthochdruck (Hypertonie) und einem Kaliummangel im Blut. Die vermehrte Aldosteron-Produktion kann entweder bedingt sein durch einen gutartigen Tumor (Conn-Syndrom) oder durch eine Vergrösserung beider Nebennierenrinden (Nebennierenrinden-Hyperplasie).