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Flares sind magnetische Eruptionen, die von den Sonnenflecken ausgehen. Flares werden logarithmisch nach ihrer Röntgenstrahlungsenergie in die Klassen A, B, C, M und X-Class-Flares unterteilt. Wie die Reihenfolge der Buchstaben schon vermuten lässt, sind B-Class-Flares recht klein und X-Class-Flares sind die grössten Arten von Flares.
Kleinere Flares kommen meistens mehrmals täglich vor, M-Class-Flares ab und zu mal und X-Flares sind eher seltene Ereignisse.
Obwohl X-Flares unter Sonnenfreunden mit grosser Begeisterung gefeiert werden, sind sie nicht zuständig für verstärkte Polarlichter. Diese werden vom Sonnenwind erzeugt, der seinerseits von coronale Massen-Eruptionen beschleunigt wird.
In Zeiten, in denen es grosse Flares gibt, gibt es aber meistens auch Coronale Masseneruption und starken Sonnenwind, sodass man einige Tage nach starken Flares meistens auch verstärkt Polarlichter und andere Auswirkungen des Sonnenwinds beobachten kann.
Der Sonnenwind ist eine zusammenfassende Bezeichnung für alle elektrisch geladenen Teilchen, die von der Sonne ins Sonnensystem geschleudert werden. Die Teilchen des Sonnenwindes bestehen zum grössten Teil aus ionisiertem Wasserstoff und etwas Helium, aber auch andere Elemente kommen vor. Die durchschnittliche Geschwindigkeit des Sonnenwindes beträgt 400 km/sek. Bei besonders starkem Sonnenwind kann er zwischen 750 und 1000 km/sek schnell sein.
Die Dichte der Sonnenwindpartikel liegt zwischen 3-10 Partikeln pro Kubikzentimeter. Die Temperatur der Sonnenwindpartikel liegt im Durchschnitt bei 150‘000°K.
Die Stärke des Sonnenwindes steht in engem Zusammenhang mit den coronalen Löchern.
Etwa 4 Tage, nachdem die Partikel die Sonne verlassen haben, erreichen sie die Erdumlaufbahn. Trifft diese elektromagnetische Energie auf die Erdatmosphäre, so kann diese bis zur D-Schicht der Ionosphäre in Höhen von ca. 70 km über der Erdoberfläche vordringen und diese stark ionisieren, was als Mögel-Dellinger-Effekt bezeichnet wird.
Der Effekt tritt nur auf der Tagseite der Erde auf und dämpft Frequenzen etwa bis zu 300 MHz. Durch die erhöhte Plasmadichte nimmt die Fähigkeit der D-Schicht zu, Kurzwellen zu absorbieren – bis hin zu deren vollständiger Auslöschung. Dadurch kann es zu einem teilweisen oder vollständigen Ausfall aller Kurzwellen-Radioverbindungen über die Raumwelle kommen. Das Phänomen kann einige Minuten bis zu mehreren Stunden dauern. Es ist im deutschsprachigen Raum auch unter dem Begriff Tote Viertelstunde bekannt. Im englischen Sprachraum spricht man von short wave fadeout.
Eine Serie von Sonnenflaires begann am 4. September M 5.5; am 5. September und am 6. September x 2.2 und x 9.3.
Die Unterbrüche der Kurzwellenverbindungen (Mögel Dellinger) konnten während der Ausbrüche mit bis zu -35bB und und jeweils vier Tage später mit dem 60m HB9AW- Baken Messsystem beobachtet und dokumentiert werden.
Einen Link zum Video finden Sie hier.