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Wie in der Qualifikation zeigte Giulia Steingruber auch im Final einen soliden Wettkampf, durch den sie erneut ohne Sturz durchkam. Die eine oder andere Unsauberkeit schlich sich aber an allen Geräten ein, weshalb sie mit 53,366 Punkten knapp unter ihrem Total vom Sonntag blieb.
Nach den Plätzen 14 und 10 in London und Rio de Janeiro resultierte nun Rang 15, womit Steingruber leicht unter den Erwartungen blieb. In Anbetracht der schwierigen Vorbereitung war sie aber mit ihrer Leistung mehr als zufrieden. «Ich habe es nicht so schlecht gemacht», sagte Steingruber. Wichtig sei ihr gewesen, einen fehlerfreien Wettkampf zu turnen. «Das habe ich geschafft.»
Die Wochen vor ihrem womöglich letzten Karrierehöhepunkt waren alles andere als ideal verlaufen. «Diese waren sehr anstrengend, denn es kam vieles zusammen.» Der Muskelfaserriss, den sie kurz vor ihrem EM-Titel am Sprung Ende April erlitten hatte, liess bis kurz vor den Spielen vor allem am Sprung und am Boden nur ein reduziertes Training zu. Von der Corona-Impfung hatte sie ziemlich starke Nebenwirkungen, hinzu kam noch eine Knochenprellung am Handgelenk mit einer Zyste.
Ob die Spiele für Steingruber damit beendet sind, wird sich erst am Sonntag weisen. Für den Sprung-Final ist sie die erste Reservistin. «Es ist zwar undankbar, aber trotzdem schön, dass ich da bleiben darf.» Falls Simone Biles aus den USA frühzeitig auf einen Einsatz verzichten sollte, würde zuerst deren Landsfrau Mykayla Skinner nachrücken.
Sunisa Lee springt für Biles ein
Biles war im Feld der besten 24 im Ariake Gymnastics Centre die grosse Abwesende. Die Olympiasiegerin von 2016 hatte wegen mentaler Probleme auf eine Teilnahme verzichtet. Sie wolle das Risiko nicht eingehen, sich zu verletzen oder eine Dummheit zu begehen, sagte die 24-Jährige aus Texas.
Die Überturnerin hatte bereits nach der Qualifikation in den sozialen Medien von einer enormen Last auf ihren Schultern gesprochen. Im Team-Final hatte sie den Wettkampf nach einem Blackout beim Amanar-Sprung abgebrochen.
Nach dem Verzicht der Qualifikationsbesten Biles durfte sich eine Handvoll Athletinnen Hoffnungen auf den Sieg machen. Die Goldmedaille sicherte sich Biles’ Landsfrau Sunisa Lee, die sich knapp vor der Brasilianerin Rebeca Andrade durchsetzte. Biles sass auf der Tribüne und feuerte ihre Kolleginnen an.