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Bider & Tanner
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Georg Friedrich Händel (1685–1759)
Oper als Kammermusik
Oper war im England des 18. Jahrhunderts eine sehr populäre Angelegenheit. Sobald ein neues Werk uraufgeführt worden war, wurden die beliebtesten Arien für kleinere Instrumentalensembles arrangiert, um die Melodien auch im häuslichen Kontext erklingen lassen zu können.
Im Nederlands Muziek Instituut in Den Haag wird eine Handschrift aufbewahrt, in welcher sieben Arien aus Opern von Georg Friedrich Händel niedergeschrieben sind – arrangiert für Flöte, Gambe und Continuo. Es handelt sich um die Abschrift eines Originals, das zum Bestand des Hofarchives in Den Haag zählt (NL-DHa, Signatur K XIX 1).
Der Klang der Gambe ist von vielen Komponisten als besonders ähnlich zu jenem der menschlichen Stimme bezeichnet worden. Das erwähnte Arrangement von Händel-Arien bekräftigt diese Aussagen. In der Handschrift ist die ursprüngliche Gesangslinie der Gambe anvertraut, die Flöte übernimmt hingegen die Rolle der ersten Violine. Wenn in den Arien andere Melodieinstrumente verwendet werden, sind sie in den Arrangements im erwähnten Manuskript stets ausgespart.
«Mea opinio.
Ich halts das kein Instrument sey
Der Menschen stim mit melodey
So ehnlich».
Martin Agricola, Musica Instrumentalis deudsch, 1545.
«Es ist unbestreitbar, dass kein Instrument der menschlichen Stimme so nahe kommt wie die Gambe, denn der einzige Unterschied besteht darin, dass die Gambe keine Worte zu artikulieren vermag.»
Jean Rousseau, Traité de la viole, 1687.
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