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(lat.), »das Beigelegte«,
daher die einem Ding zukommende Eigenschaft, das Kennzeichen, Merkmal. Das logische Wesen eines Begriffs ist der Inbegriff derjenigen
(innern) Merkmale desselben, durch welche er sich von allen andern unterscheidet, und worauf alle andern beruhen. Diese innern
Merkmale, die allen übrigen zu Grunde liegen, heißen grundwesentliche Stücke (essentialia constitutiva),
diejenigen innern Merkmale hingegen, die aus ihnen abgeleitet werden können, Attribute (essentialia consecutiva).
Definiert man den Begriff »Mensch« als »ein Tier mit Vernunft«, so sind Tier und Vernunft grundwesentliche Stücke; die daraus abgeleiteten
Merkmale, die ebenfalls innere sind und auch Notwendigkeit haben, als: organisierter Körper, Empfindung
haben, Begriffe bilden, urteilen etc., sind Attribute. Sie sind, wie die grundwesentlichen Stücke, von doppelter Art: gemeinsame
(communia), welche der Begriff mit mehreren einer Gattung gemein hat, oder eigentümliche (propria), welche ihm allein zukommen.
So ist ein gemeinsames Attribut des Menschen, daß er ein organisiertes Wesen ist, ein eigentümliches, daß
er schließt. - In der Theologie versteht man unter Attributen wesentliche Eigenschaften Gottes, z. B. Allmacht, Ewigkeit etc.,
im Unterschied von den Prädikaten, welche von ihm in seinem Verhältnis zur Welt (in concreto) ausgesagt werden, z. B. Schöpfer,
Regierer, und den Proprietäten, welche sich auf die Dreieinigkeit beziehen. - In den bildenden Künsten,
besonders in der Bildhauerkunst, sind Attribute gewisse dem Hauptgegenstand der Darstellung beigegebene Zeichen bestimmter
Eigenschaften und Zustände, eine Art von Symbolen, welche dazu dienen, der
[* ]
Figur oder dem Bild mehr Bedeutsamkeit und Deutlichkeit
zu geben.
Die Anwendung der Attribute in den bildenden Künsten gründet sich auf das Unvermögen der letztern, sowohl
geistige Eigenschaften und Begriffe auszudrücken, als auch besondere Umstände und historische Thatsachen darzustellen, welche
der sichtbaren Darstellung unfähig sind. Man unterscheidet wesentliche und zufällig (konventionelle) Attribute. Zu den wesentlichen
Attributen gehören solche, welche in sich selbst ihre Bedeutung tragen, z. B. die Flügel der Genien, das
Schlangenhaar der Furien, die Strahlenkrone der Heiligen.
Zufällige Attribute sind solche, welche bloß auf einem gewissen, historisch gewordenen Übereinkommen beruhen, ohne daß
in der Beschaffenheit ihres eignen Wesens ein bestimmter Grund ihrer Bedeutung gegeben ist, z. B. das Kreuz als Sinnbild des Glaubens
und der Liebe, die Taube als Symbol des göttlichen Geistes, der Schlangenstab des Heilarztes, die Palme des
Friedens. Da die Bestimmung des Attributs ist, die Bedeutung des Kunstwerks in seiner bestimmten Besonderheit anschaulich
zu machen, so kann es niemals den charakteristischen Ausdruck der Hauptfigur selbst entbehrlich machen und ebensowenig die
Schwäche des Künstlers in Darstellung desselben verdecken. Die Poesie, welche
unmittelbar ausdrücken
kann, was die bildende Kunst nur anzudeuten vermag, bedarf aus ebendiesem Grunde des sinnlichen Attributs zur Ausstattung ihrer
Charaktere gar nicht und verfällt, wenn sie sich dessen bedient, leicht in tote, frostige Schilderei. Vgl. Allegorie.
(lat., »das
Geriebensein«) bezeichnet im römisch-kath. Lehrsystem, im Gegensatz zur Kontrition (contritio cordis), die mangelhafte Reue,
welche die Sünde nur haßt um der ihr angedrohten Strafe willen, also aus Furcht vor der Strafe, aber zur Absolution hinreichend
ist, weil sie die vollkommene Reue ersetzt, wenn sie den Vorsatz der Besserung nicht ausschließt.
Stadt in der südamerikan. Republik Venezuela, am Orinoko, nordöstlich von San Fernando, mit großartigen Wasserfällen
(Raudales), die besonders durch Atures v. Humboldts Schilderung berühmt geworden sind.
(spr. âttwudd), George, Physiker, geb. 1745, war Professor der Physik zu Cambridge und starb in London.
Er ist Erfinder (1784) der Atwoodschen Fallmaschine, einer Vorrichtung zur Nachweisung der Gesetze des freien Falles der Körper
(s. Fall), und schrieb eine Analyse eines Kursus über die Grundsätze der Physik (1804) u. a.
2) Sohn des Manes, Königs der Mäonen, Vater des Lydos und Tyrrhenos, Stammvater der lydischen Könige (Atyaden).
3) Sohn des Lydierkönigs Krösos, dem ein Traumgesicht verkündete, dieser Sohn werde durch eine Eisenspitze umkommen. Als
von allen Waffen ängstlich fern gehalten, endlich die Erlaubnis zur Jagd auf einen am Olymp im Lande der
Mysier hausenden Eber erhielt, wurde er dabei durch seines Begleiters Adrastos fehlgehenden Wurfspieß getötet. Adrastos, von
Krösos begnadigt, tötete sich auf Atys' Grab.
die Erzeugung nicht sehr bedeutender Vertiefungen auf der Oberfläche verschiedener Körper durch Anwendung
von Lösungsmitteln. Ist der zu ätzende Körper nicht vollkommen homogen, so werden einzelne Teile stärker angegriffen als
andre, und es entstehen Muster, welche die wahre Struktur scheinbar homogener Körper erkennen lassen und bisweilen
zur Verzierung erzeugt werden (Damaszieren, Moiré métallique). Schützt man einzelne Teile der Oberfläche durch eine von
dem Ätzmittel nicht angreifbare Masse (Ätzgrund), so kann man leicht beliebige Zeichnungen hervorbringen.
Man überzieht z. B. die ganze Fläche mit dem Ätzgrund, gräbt in diesen mittels geeigneter Nadeln und Griffel eine Zeichnung
ein, umgibt die zu ätzende Fläche mit einem erhabenen, den Ätzmitteln widerstehenden Rand (in der Regel
aus Wachs) und gießt dann eine Flüssigkeit (Ätzwasser), gewöhnlich von saurer Beschaffenheit, darauf, welche auf die durch
Nadel und Griffel bloßgelegte Substanz der Oberfläche auflösend einwirkt, wodurch die Zeichnung vertieft dargestellt wird.
Sollen in der Ätzung verschiedene Abstufungen oder
mehr
Töne erreicht und deshalb einzelne Linien mehr oder weniger vertieft werden, so wird, nachdem das Ätzwasser einige Zeit gewirkt
hat, auf die zu schützenden Teile eine Lösung des Ätzgrundes in Terpentinöl mit einem Pinsel aufgetragen und dann das Ätzen fortgesetzt.
Dies ist das Tiefätzen. Ätzgrund erhält man z. B. aus 4 Teilen Wachs, 2 Teilen Kolophonium, 4 Teilen
Asphalt und 1 Teil Burgunder Pech. Diese Ingredienzien werden zusammengeschmolzen, der Asphalt aber zuletzt fein gepulvert hinzugefügt.
Zum Auftragen des Ätzgrundes schlägt man denselben in feine Leinwand und dann noch in lockern Taft und führt den Ballen mit
gelindem Druck auf der erwärmten Fläche herum. Auch kann man eine dicke Lösung des Ätzgrundes mit Kamphin
bereiten und diese mit einem Pinsel aufstreichen. Als Ätzwasser benutzt man auf Kupfer verdünnte Salpetersäure, zweckmäßiger
eine Mischung von 3 Volumen einer gesättigten Lösung von Kupfer in Salpetersäure mit 1 Volumen einer ebenfalls gesättigten
Lösung von Salmiak in Essig, welche man nach dem Aufgießen durch vorsichtiges Eintröpfeln von Salpetersäure
zu der gewünschten Stärke bringt.
Noch besser ist eine Mischung von 10 Teilen Salzsäure von 1,19 spez. Gew. mit 70 Teilen Wasser und einer siedend heißen Lösung
von 2 Teilen chlorsaurem Kali in 20 Teilen Wasser, die man nach Belieben mit 100-200 Teilen Wasser verdünnt.
Nach beendigter Einwirkung spült man die Platte wiederholt mit reinem Wasser ab, trocknet sie mit einem leinenen Tuch und entfernt
den Ätzgrund durch Terpentinöl. Zum in Stahl (Siderographie) benutzt man eine Mischung aus 4 Volumen starkem Holzessig, 1 Volumen
starkem Weingeist und 1 Volumen Salpetersäure von 32° Baumé oder eine Lösung von fein geriebenem Ätzsublimat
(Quecksilberchlorid) in 420 g Wasser, der 1 g Weinsteinsäure und 16-20 Tropfen Salpetersäure zugesetzt werden.
Auch eine saure Lösung von salpetersaurem Silberoxyd (Glyphogen) und eine Lösung von Jod in Jodkalium werden empfohlen. Eine
zwar sicher wirkende, aber kostspielige Beize ist eine Lösung von 2 Teilen Jod und 5 Teilen Jodkalium in 40 Teilen
Wasser. Die abgespülte und abgetrocknete Platte wird durch einen Kautschukfirnis oder durch Bereiben mit frischem Hammeltalg
vor dem Rosten bewahrt. Zum Ätzen des lithographischen Steins wird meist Salpeter- oder Salzsäure, mit mehr oder weniger Wasser
oder mit Gummi arabikum-Lösung verdünnt, angewandt.
Das Hochätzen ist eine Umkehr des eben erörterten Verfahrens, insofern man, anstatt die dunkeln Stellen einzuätzen und dann
mit Schwärze zu füllen, die Lichter hinwegätzt und die stehen bleibenden Erhabenheiten mit Schwärze überzieht. So geätzte
Kupferplatten können gleich Holzschnitten in den Typensatz eingesetzt und mit diesem zugleich abgedruckt
werden. Erfinder dieses Verfahrens war Dembour in Metz. Man trägt dabei auf eine sorgfältig gereinigte, mittels geschlämmten
Bimssteins oder Salpetersäure feinkörnig gemachte Kupferplatte die Zeichnung mittels eines Pinsels und flüssigen Ätzgrundes,
der aus den gewöhnlichen Ingredienzien mit Terpentinöl besteht, auf und ätzt nach dem Trocknen mit Salpetersäure
oder einem sonstigen Ätzmittel, wodurch die blank gebliebenen Stellender Kupferplatte angegriffen werden.
Auf lithographischem Stein wird für Maschinendruck hoch geätzt, indem man die Zeichnung mit feinem Harzpulver einpudert und
dann stark verdünnte Salpetersäure anwendet. Um Messer- und Säbelklingen sowie allerlei Galanteriewaren mit glänzenden
Figuren
auf mattem Grund zu verzieren (damaszieren), überzieht man die Stellen, welche ihre Politur behalten sollen,
mit einem flüssigen Ätzgrund und setzt das Ganze Dämpfen von Salzsäure aus, welche aus Kochsalz und Schwefelsäure entwickelt
werden.
Als Ätzmittel auf Glas dient Flußsäure (Fluorwasserstoffsäure). Um auf einer matt geätzten Fläche glänzende Züge hervorzubringen,
deckt man die Zeichnung mit Bernsteinfirnis oder einer Lösung von Asphalt in Terpentinöl, rührt dann Flußspatpulver
mit verdünnter Schwefelsäure (1 Teil Säure und 4 Teile Wasser) zu einem dünnen Brei und läßt denselben bei 30-40° auf
der Glastafel eintrocknen, wodurch die nicht durch Ätzgrund geschützten Partien matt erscheinen.
Verzierungen mit Blumen, Blättern etc. erzeugt man am leichtesten auf die Weise, daß man dieselben mit
Gummi auf das Glas klebt, dann die ganze Fläche mit einer geschmolzenen Mischung aus Wachs, Talg und Öl überzieht, nach Erstarrung
derselben die Pflanzenteile beseitigt und die entblößten Stellen ätzt. Dampfförmige Flußsäure gibt matte Ätzung. In den
Glashütten von Baccarat, St.-Louis und Fort zu Metz benutzt man zum Mattätzen von Glas eine Lösung von 1000 g
Wasser, 250 g kristallisiertem Fluorwasserstoff-Fluorkalium, 250 g Salzsäure und 140 g schwefelsaurem Kali.
Die Ätzwirkung dieses Mittels ist eine sehr gleichmäßige. Auch kann man das Muster, welches matt eingeätzt werden soll,
mit einem Kautschukstempel und einer fettigen Farbe auf das Glas übertragen und mit Fluorwasserstoff-Fluorammonium
bestreuen. Das Salz haftet nur an der Farbe und wirkt nach dem Anhauchen durch diese hindurch auf das Glas. Eine aus Fluorwasserstoff-Fluorammonium,
gefälltem schwefelsauren Baryt und rauchender Fluorwasserstoffsäure dargestellte Tinte kann mit einer Feder auf das Glas aufgetragen
werden und liefert in 15 Sekunden eine scharfe Ätzung. Die von Böttger und Bromeis erfundene Hyalographie
liefert geätzte Glasplatten zum Druck.
Zum Ätzen auf Zink (s. Zinkätzung) werden Holzessig, Salpetersäure und Chlorsäure, sämtlich sehr verdünnt, angewandt. Bergkristall,
Amethyst, Achat und andre kieselsäurereiche Steine ätzt man mit Flußsäure, Gold mit Königswasser, Silber, Messing und
Marmor mit verdünnter Salpetersäure, ebenso die großenteils aus kohlensaurem Kalk bestehende Perlmutter, Bernstein und Elfenbein
am besten mit konzentrierter Schwefelsäure, Alabaster mit destilliertem Wasser.
Zum A. auf Metall benutzt man nach Nienstädt eine Ätzmasse aus salpetersaurem Eisenoxyd mit etwas Platinchlorid für Eisen
und Stahl und aus Antimonchlorid mit Platinchlorid für alle übrigen Metalle mit Ausnahme von Gold und Platin.
Die Ätzmasse wird auf einer Glasplatte ganz dünn und gleichmäßig verrieben und dann mittels eines Kautschukstempels auf
die sehr sorgfältig gereinigte, namentlich fett- und oxydfreie, Metallfläche übertragen. Man erhält sofort entweder eine
matte Ätzung oder eine fest haftende schwarze Färbung.
Man läßt dann kurze Zeit liegen, wäscht mit Wasser, welches zweckmäßig wenig Soda oder Ätzammoniak
enthält, trocknet und reibt die Ätzung mit etwas fettem Öl ein oder überzieht sie ganz dünn mit Spiritus- oder Öllack.
Die verschiedenen Metalle bedingen unbedeutende Abweichungen des Verfahrens, auf allen aber erhält man sehr scharfe, fest
haftende Zeichnungen. Bei der Galvanokaustik, dem galvanischen Ätzen, wird die vorbereitete Metallplatte in stark verdünnter
mehr
Salpetersäure mit dem positiven Pol einer galvanischen Batterie verbunden, wobei sich die nicht geschützten Stellen des Metalls
sehr schnell auflösen. Vgl. Graphische Künste. Eine Anleitung zum in Kupfer, Messing, Stahl und andern Metallen gibt Krüger,
Die Zinkogravüre (2. Aufl., Wien 1884). Über in der Medizin s. Ätzmittel.