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Mit dem zunehmenden Rückzug der Agrarmarktpolitik gewinnen Marktungleichgewichte und Preisschwankungen an Bedeutung. Die Schweizer Landwirtschaft ist durch den internationalen Handel in die Weltmärkte eingebunden (WTO-Verhandlungsrunden, EU-Freihandel, Bilaterale Verträge, etc.) In den letzten Jahrzehnten haben sich die Schweizer-Agrar- und die internationale Handelspolitik durch Reformen erheblich verändert. Dennoch sind die Schweizer Agrarmärkte immer noch durch einen hohen Grenzschutz charakterisiert. Die Analyse von Marktentwicklungen unter verschiedenen Szenarien ist für die Agrarpolitik von zunehmender Bedeutung.
Das Nachfragemodul ist ein dynamisches, partielles Gleichgewichtsmodell, das 36 verschiedene Produktmärkte im Schweizer Agrarsektor abbildet. Es umfasst die Ebene der Produzenten, Konsumenten und des Handels. Das Modell liefert Informationen über die inländischen Produktionsmengen aus Pflanzenbau und Tierhaltung, die inländische Nachfrage in Form von menschlichem Konsum und tierischem Futterverbrauch, über den Aussenhandel, z.B. über Exportmengen, Importmengen und Grenzschutz- bzw. Zollsysteme sowie über die Weltmarktpreise und die inländischen Produzenten- und Konsumentenpreise. Der berechnete Produktpreis des jeweiligen Projektionsjahres ist der Mittelwert zweier Iterationen und fliesst als Erwartungswert im Folgejahr in das Angebotsmodul ein.
Aufgrund der relativ geringen Grösse der Schweiz im Verhältnis zum Welt- und auch zum EU-Markt werden die EU-und Weltmarktpreise als exogen betrachtet. Die Preise in der Schweiz sind nicht eindeutig durch das internationale Preisniveau vorgegeben, sondern können abhängig von der Nettohandelssituation a) importpreisdeterminiert sein, b) exportpreisdeterminiert sein, oder c) im Falle einer Situation ohne Aussenhandel (z.B. bei Rohmilch) durch die inländische Markträumungsbedingung einer rein inländischen Preisbildung unterliegen.