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Nebenschilddrüsen-Überfunktion – Hyperparathyreoidismus
Eine gutartige Vergrösserung einer Nebenschilddrüse verursacht die Nebenschilddrüsen-Überfunktion. Als Folge steigt das Calcium im Blut über die Norm an, indem es vermehrt aus dem Knochen freigesetzt wird. Langfristig unbemerkt kommt es dann zu Knochenschwund (Osteoporose), Nierensteinen und auch Organschäden.
Häufigkeit
Die Rate an Nebenschilddrüsen-Überfunktionen steigt mit zunehmendem Alter an. Es zeigt sich eine Neuerkrankung auf 1’000 Personen, wobei überwiegend Frauen betroffen sind.
Selten liegt eine vererbliche Form (z. B. die multiple endokrine Neoplasie) vor, die dann nicht nur eine oder zwei Drüsen sondern alle Nebenschilddrüsen betrifft. Sehr selten (0,5 %) ist überdies eine bösartige Entartung ursächlich.
Beschwerden
Die Beschwerden sind unspezifisch und werden häufig von den Betroffenen als «altersbedingt» abgetan. Es handelt sich um Müdigkeit und Antriebslosigkeit, Verdauungsprobleme, Muskel- und Knochenschmerzen oder auch gesteigertes Durstgefühl und vermehrte Wasser lösen. Zudem treten auch Nierensteine auf.
Wenn die Krankheit dann behandelt ist, sind viele Betroffene überrascht, wie viel Lebensenergie in ihrem Leben zurück ist.
Diagnostik
Die Krankheit des Hyperparathyreoidismus stellt man im Blut und teils im Urin fest. Zudem ist der Ausschluss anderer Ursachen für einen erhöhten Parathormon-Spiegel, wie zum Beispiel ein Vitamin-D-Mangel, notwendig.
Erst wenn die Nebenschilddrüsen-Erkrankung bestätigt ist, sucht man nach der erkrankten Drüse. Hierfür ist ein Ultraschall des Halses notwendig.
Ergänzend kommt eine nuklearmedizinische Untersuchung zur Anwendung, welche die Überfunktion der Drüse anzeigen kann (Tc99m-Sestamibi-Szintigraphie oder auch F18-Cholin-PET-CT).
Wann und wie wird operiert?
Bei milden Formen ohne Knochenschwund kann unter regelmässiger Kontrolle abgewartet werden.
Eine Heilung der Nebenschilddrüsen-Autonomie kann jedoch nur mit Hilfe einer operativen Entfernung der krankhaften Drüse erreicht werden (Parathyreoidektomie). Das Operationsverfahren richtet sich nach der Lokalisation der krankhaften Drüse und ist sehr wenig invasiv.
Prognose
Ohne Operation schreitet die Krankheit voran. Das führt langfristig zu Knochenschwund und einem erhöhtem Knochenbruchrisiko. Auch die Nierenfunktion wird schlechter. Zudem steigt das Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt mit vorzeitiger Sterblichkeit.
Mittels Operation in einem spezialisierten Zentrum (mehr als 10 Eingriffe/Jahr) ist die Prognose sehr gut. Die vererbliche Form neigt allerdings dazu, häufiger wiederzukehren, weswegen langzeitige Nachkontrollen notwendig sind.