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Street Parades
Die Street Parades in Basel, alternierend unter dem Label "Beat on the Street" (ungerade Jahre) und "Jungle Street Groove" durchgeführt, gehen zurück bis in das Jahr 1995. Über die Jahre hat sich die Route mehrfach geändert. Ursprünglich verlief sie vom Barfüsserplatz, dann lange vom Münsterplatz aus über die Wettsteinbrücke ins Kleinbasel und dort dem Rhein entlang bis auf Höhe Kaserne. Ab 2011 konnte wegen steigenden Auflagen und Baustellen nur noch direkt im Kleinbasel ab dem Theodorsgraben gestartet werden.
Bei den Street Parades wird basslastige Technomusik in grosser Lautstärke von einer Batterie von Lautsprecherboxen abgespielt, das Publikum begleitet die Trucks und tanzt dazu. Die hohe Lautstärke ist Teil des Musikerlebnisses. Die Behörden bewilligten deshalb (per Kontingent) einmal pro Jahr einen Schallpegel von 100 db(A).
Für die Anwohnenden bedeuten die Street Parades eine zusätzliche Belastung, sind sie doch an allen Sommertagen den vielfältigen Begleiterscheinungen einer intensiven Allmendnutzung ausgesetzt. Während den Street Parades sind eigene Aktivitäten kaum möglich, Haustiere werden evakuiert und wer es sich leisten kann, verlässt die Wohnung über dieses Wochenende ganz.
Der VRK suchte deshalb den Dialog mit den Veranstaltern der Street Parades und der Allmendverwaltung als Bewilligungsbehörde. Die Allmendverwaltung machte aber geltend, dass der VRK am Bewilligungsverfahren nicht beteiligt sein könne, weil die Veranstaltungsgesuche und -bewilligungen nicht öffentlich einsehbar und anfechtbar seien.
Erst das Appellationsgericht hat am 31. März 2021 entschieden, dass Bewilligungsgesuche um Durchführung von «Beat on the Street» in Zukunft zu veröffentlichen seien. Es erkannte, dass Street Parades erhebliche Auswirkungen auf Raum und Umwelt haben.
Der Regierungsrat wird nun festlegen, wie die Bewilligungsverfahren für Street Parades
künftig zu handhaben sind. Eine diesbezügliche Interpellation im Grossen Rat wird Klarheit schaffen. (siehe download J. Sieber)
Der VRK anerkennt das Bedürfnis nach Street Parades. Für die Anwohnenden ist entscheidend, dass garantiert werden kann, dass die behördlichen Auflagen und Lärmgrenzwerte jederzeit eingehalten werden. Wie das Appellationsgericht erkannt hat, ergab nämlich eine während der Parade "Beat on the Street" 2019 vom Amt für Umwelt und Energie AUE veranlasste Messung Werte bis zu 113 dB(A).
Eine Erhöhung des Pegels um 10 dB(A) verdoppelt das Lärmempfinden bei den Zuhörenden.