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Pouille, der in der 2. Runde gegen den Schweizer Marco Chiudinelli zwei Punkte vor dem Ausscheiden gestanden hatte, startete fantastisch und überfuhr Nadal im ersten Satz regelrecht. Erst ab dem zweiten Durchgang fand der zweifache US-Open-Champion ein Mittel gegen die starken Aufschläge und druckvollen Grundlinien-Bälle des 22-Jährigen aus dem äussersten Norden Frankreichs. Der Sohn eines Franzosen und einer Finnin brach jedoch nie ein.
Nicht, nachdem Nadal mit dem Gewinn des zweiten Satzes ausgeglichen hatte. Und auch nicht, nachdem der Spanier dank zwei Breaks am Ende des vierten und eines weiteren gleich zu Beginn des fünften Satzes 2:0 in Führung ging. Pouille, der sich in den letzten eineinhalb Jahren von Platz 136 auf aktuell 25 der Weltrangliste verbesserte, holte sich das Break im Entscheidungssatz zum 4:4 zurück.
Vor allem mit seiner ansatzlos geschlagenen Rückhand entlang der Linie erwischte er die Weltnummer 5 immer wieder. Am Ende einer faszinierenden und hochklassigen Partie hatten beide Spieler wesentlich mehr Winner als Fehler auf dem «Notenblatt». Passend deshalb, dass nach fast vier Stunden Spielzeit ein abschliessendes Tiebreak über den Sieger entscheiden musste.
Da zeigte erstaunlicherweise der wesentlich erfahrenere Nadal zuerst Nerven. Pouille, der erst den vierten Fünfsatz-Match seiner Karriere spielte, ging 4:1 und 6:3 in Führung. Nadal wehrte aber alle drei Matchbälle ab, erst zwei bei eigenem Service, dann dank eines Vorhand-Fehlers des Franzosen den dritten als Returnspieler. Auch davon liess sich Pouille, der bereits in Wimbledon den Viertelfinal erreicht hatte (Niederlage gegen Tomas Berdych), aber nicht beeindrucken.
Erstmals überhaupt in der Geschichte des Profitennis stehen mit Pouille, Gaël Monfils und Jo-Wilfried Tsonga drei Franzosen in den Viertelfinals eines Grand-Slam-Turniers. In einem rein französischen Duell trifft Pouille nun auf Monfils, der im gesamten Turnier noch keinen Satz abgegeben hat. Das galt bis am Sonntagabend aber auch für Rafael Nadal.
Der von Verletzungen geplagte Spanier erreicht erstmals seit 2004, als er 18 Jahre alt war, bei keinem Grand-Slam-Turnier mindestens die Viertelfinals. Sein letzter Halbfinal liegt auch bereits über zwei Jahre zurück (French-Open-Sieg 2014).
Keine solchen Probleme hatte Titelverteidiger Novak Djokovic. Die Nummer 1 brauchte gegen den 21-jährigen Briten Kyle Edmund (ATP 84) weniger als zwei Stunden, um 6:2, 6:1, 6:4 zu gewinnen. Den einzigen Schreckmoment erlebte der Serbe im dritten Satz, als er sich vom Physiotherapeuten am rechten Arm, der ihm seit einigen Wochen Probleme bereitet, behandeln liess. Im Viertelfinal trifft er auf Jo-Wilfried Tsonga, der immerhin 6 der bisher 21 Duelle für sich entschied.
(SDA)