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Ein ehemaliges «Playboy»-Model darf über seine Affäre mit Donald Trump auspacken. Pikant an der Geschichte ist weniger der Sex, als verdeckte Wahlhilfe eines Skandalblatts für Trump.
Donald Trumps Karriere ist mit Affären gepflastert, auch sexueller Natur. Eine solche wird nun zu einer weiteren Belastung für seine Präsidentschaft. Das ehemalige «Playboy»-Model Karen McDougal behauptet, in den Jahren 2006 und 2007 eine zehnmonatige Affäre mit Trump gehabt zu haben. Nun darf sie mit dieser Geschichte ungestraft an die Öffentlichkeit gehen.
Die 47-Jährige erzielte eine Einigung mit dem Medienunternehmen American Media Inc. (AMI). Dieses hatte einige Monate vor der Präsidentschaftswahl 2016 die Exklusivrechte an McDougals Geschichte für 150'000 Dollar erworben, diese aber nie veröffentlicht. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, Karen McDougal sei von ihrer Schweigepflicht entbunden worden.
McDougal zeigte sich erleichtert, dass sie nun «die Wahrheit über ihre Geschichte» erzählen könne, wenn sie gefragt werde. Anwälte des Ex-Playmates hatten im März Klage gegen das Mutterhaus des Skandalblatts «National Enquirer» eingereicht. Sie erklärten, ihre Mandantin sei in die Irre geführt worden. Das Unternehmen habe nie vorgehabt, die Geschichte zu veröffentlichen.
Laut der «New York Times» konsultierte Trumps Anwalt Michael Cohen, der mittlerweile ins Fadenkreuz der New Yorker Staatsanwaltschaft geraten ist, den Chef von AMI, David Pecker. Dieser habe darauf beschlossen, die Geschichte zum Schutz Trumps nicht zu veröffentlichen, schreibt die Zeitung. Trump, ein Freund Peckers, hat eine Affäre mit McDougal bestritten.
Hier wird es definitiv pikant. Der «National Enquirer», der an jeder Supermarktkasse in den USA aufliegt, ist berüchtigt dafür, jede noch so halbgare Skandalgeschichte breitzuschlagen. Einmal gelang dem Klatschblatt ein veritabler Scoop mit der Enthüllung, dass der ehemalige demokratische Präsidentschaftskandidat John Edwards ein uneheliches Kind gezeugt hatte.
In der Regel aber bewegen sich die Storys im «Enquirer» in der Grauzone, wenn sie nicht völlig erfunden sind. Umso erstaunlicher wirkt der Verzicht auf die Veröffentlichung der Trump-Affäre. Grund dafür sei die Freundschaft zwischen Verleger David Pecker und Donald Trump, schreibt die Zeitschrift «New Yorker». AMI habe den Republikaner im Wahlkampf regelrecht «beschützt».
«Ohne seine Einwilligung haben wir nie ein Wort über Trump veröffentlicht», sagte ein ehemaliger AMI-Redaktor dem «New Yorker» über Pecker. Die Anwälte des Verlags wehrten sich gegen Karen McDougals Klage mit dem Argument, das Recht auf freie Meinungsäusserung beziehe sich auch darauf, eine Geschichte nicht zu veröffentlichen. AMI könne deswegen nicht bestraft werden.
Offenbar war sich der Verlag seiner Sache alles andere als sicher, weshalb es nun zum Vergleich kam. McDougal hatte betont, sie habe erst später festgestellt, dass der Deal dem Unternehmen lediglich das «Recht» zu solchen Publikationen gebe. Nun willigte sie ein, 10 Prozent oder maximal 75'000 Dollar aus dem Verkauf ihrer Geschichte an AMI abzutreten.
Bereits zwei Tage nach der Einreichung ihrer Klage hatte Karen McDougal auf CNN über ihre Affäre mit Donald Trump gesprochen. In denselben Zeitraum fällt eine angebliche andere Affäre mit der Pornodarstellerin Stormy Daniels alias Stephanie Clifford. Sie soll nur wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl 2016 von Michael Cohen ein Schweigegeld von 130'000 Dollar erhalten haben.
Zum Zeitpunkt seiner Affären mit den beiden Frauen war Donald Trump bereits mit seiner dritten Ehefrau, der heutigen First Lady Melania verheiratet. Ihr gemeinsamer Sohn Barron war wenige Monate alt. (Mit Material von sda)