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Die weisse Sorte Morio Muskat entstand laut Angaben des Züchters aus einer Kreuzung von Silvaner und Weissburgunder. Diese Angabe wurde jedoch angezweifelt. Die Kreuzung erfolgte im Jahr 1928 durch Peter Morio (1887-1960) am Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof in Siebeldingen. Sortenschutz wurde 1956 erteilt und seit 1982 ist sie als «freie» Sorte in die Sortenlisten eingetragen.
Abstammung: Silvaner x Gelber Muskateller. Die Angaben von Morio wurden zwischenzeitlich korrigiert.
Die Rebsorte liefert einen Wein mit kräftigem Geschmack und ausgeprägtem Muskat-Bouquet, sie war aber laut Morio nicht mit der Rebsorte Muskateller verwandt. Es erschien jedoch unwahrscheinlich, dass aus einer Kreuzung zweier recht neutraler Sorten eine Aromasorte entsteht. Daher wird die Kreuzung mit Silvaner x Gelber Muskateller angegeben.
Sie ist für die Anbaugebiete Baden, Nahe, Franken, Rheinhessen und Pfalz klassifiziert. Im Jahr 1988 waren in Deutschland noch 2242 ha Fläche mit Morio-Muskat bestockt. Bis zu Beginn der 70er Jahre waren diese oft goldgelben Weine sehr beliebt und gingen häufig in den populären Liebfrauenmilch-Verschnitt ein. Aufgrund seines begrenzten Anbauwertes nimmt die Anbaufläche jedoch kontinuierlich ab. Im Jahr 2009 waren nur noch 488 Hektar mit der Rebsorte Morio Muskat bestockt. Kleinere Rebflächen sind in Österreich, der Schweiz, Südafrika und Kanada bekannt.
In der Ampelographie wird der Habitus folgendermassen beschrieben:
Die Triebspitze ist offen. Sie ist spinnwebig bis schwach behaart und von hellgrüner bis brauner oder bronzener Farbe.
Die mittelgrossen bis grossen, rundlichen Blätter sind ein- bis dreilappig und schwach gebuchtet. Die Stielbucht ist lyraartig-geschlossen, so dass nur eine elliptische Öffnung aufscheint. Das Blatt ist stumpf bis scharf gezahnt. Die Zähne sind im Vergleich zu anderen Rebsorten breit gesetzt.
Die walzenförmige Traube ist mittelgross, manchmal geflügelt und dichtbeerig. Die rundlichen bis leicht länglichen Beeren sind mittelgross und von grüngelber Farbe, die sich bei Vollreife der Beeren gelblich präsentieren. Die Beeren verfügen über eine sehr dünne Schale und haben im Geschmack eine leichte Muskatnote.
Die Rebsorte reift ca. 15–20 Tage nach der Chasselas (Gutedel).
Die Sorte ist anfällig gegen den Echten Mehltau, den Falschen Mehltau und die Grauschimmelfäule. Wegen des frühen Austriebs ist die Sorte stark frostgefährdet. Ein Ernteausfall ist jedoch kaum spürbar, da die Nachtriebe fruchtbar sind.
Die Rebsorte liefert einen Wein mit kräftigem Geschmack und ausgeprägtem Muskat-Bouquet. Sortenrein ausgebaut ergeben sich durchaus interessante Weissweine. Um eine gute Qualität zu erreichen sollte die Sorte in einer entsprechenden Lage stehen. Bei geringem Mostgewicht können die Weine unreif und grasig wirken. Aus reifen Trauben liefert die Sorte die typische «Morio-Aromatik» mit einer nicht überparfümierten Muskatnote sowie einer kräftigen Säure. Die Weine erinnern an Zitrone oder Holunderblüte.