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Die Rheumatoide Arthritis (RA; früherer Name: chronische Polyarthritis) ist die häufigste chronische entzündliche Erkrankung, welche überwiegend die Gelenke befällt. Neuere Studien belegen allerdings, dass Patienten mit einer RA auch ein grösseres Risiko für andere Erkrankungen, zum Beispiel Herzinfarkte und Schlaganfälle, haben.
Die RA ist die weltweit häufigste entzündliche rheumatische Erkrankung. In der Schweiz sind etwa 70'000 Menschen davon betroffen, was 1% der Bevölkerung entspricht.
Die Erkrankungshäufigkeit von Frauen überwiegt diejenige von Männern im Verhältnis 3:1. Die Krankheit kann in jedem Lebensalter, ja sogar bereits im Kindesalter auftreten (juvenile RA). Am häufigsten beginnt die Erkrankung in der 4. bis 6. Lebensdekade.
Die Ursache für die Entstehung einer RA ist noch immer nicht endgültig geklärt. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass zu Beginn des Krankheitsprozesses Zellen des Immunsystems aktiviert werden, welche sich in einer Autoimmunreaktion gegen den eigenen Körper richten und zu Beginn vor allem die Gelenkoberflächen zerstören.
Das klinische Bild der RA variiert stark zwischen den einzelnen Patienten und zeigt auch innerhalb eines Patienten im Verlauf starke Schwankungen.
Typische Symptome sind:
Die dazwischenliegenden Intervalle sind unterschiedlich lang. Selten heilt die Krankheit nach einem ersten Schub wieder ganz aus, meist ist die RA eine chronische Erkrankung. Nur bei zirka 10% ist im Verlauf mit einer Heilung zu rechnen.
Ist anfänglich nur das Bindegewebe der Gelenksinnenhaut (Synovium) betroffen, schreitet die Entzündung und Zerstörung ohne wirksame Behandlung weiter und ruiniert Knorpel, Sehnen und Knochen. Die betroffenen Gelenke werden funktionsunfähig und weisen aufgrund der Zerstörung der Sehnen oft groteske Fehlstellungen auf.
Jedes Gelenk kann befallen werden. Normalerweise sind beide Körperhälften symmetrisch betroffen. Häufig betroffen sind die Fingergrundgelenke, Handgelenke, Fingermittelgelenke, Zehengrundgelenke, Schultergelenke, Kniegelenke, Sprunggelenke und Ellbogen.
Zusätzlich können vor allem bei schwereren Verlaufsformen auch andere Organe wie Haut, Augen, Lunge, Herz, Gefässe, Magen-Darm-Trakt, Nieren und Nervensystem angegriffen sein.
Die entzündungsbedingten Gelenkschäden der RA sind irreversibel. Sie treten rascher auf als früher aufgrund von Untersuchungen mit herkömmlichen Röntgen-Aufnahmen vermutet worden ist. Die Diagnose ist deswegen so rasch wie möglich zu stellen.
Wichtig: Je früher die Diagnose gestellt und mit der Basistherapie begonnen wird, desto besser ist die Prognose.
Das Stellen einer Frühdiagnose erfordert viel Erfahrung, da sie sich vor allem auf das klinische Bild stützt.
Weil die Erkrankung nur in den seltensten Fällen zum Stillstand kommt und die Erkrankung eine zunehmende Gelenkzerstörung und damit zunehmende Invalidisierung zur Folge haben kann, wird diese Erkrankung heute früher und aggressiver behandelt. Es gibt verschiedene therapeutische Massnahmen:
Die Medikamente, welche für die Behandlung der RA benutzt werden, können in drei Gruppen aufgeteilt werden.
Hauptziel der Therapie ist die bestmögliche Erhaltung beziehungsweise Verbesserung der Selbständigkeit und der Lebensqualität. Weitere Ziele:
Die Ziele werden auf die Krankheitsaktivität (akute/chronische Phasen) abgestimmt. Ziele sind die Erhaltung der Funktionsfähigkeit für Aktivitäten im täglichen Leben, Schmerz-Reduktion, Deformationsprophylaxe, Erhalten/Wiederherstellen der Greiffunktion der Hände.
Bei schweren Verlaufsformen oder ungenügend behandelten Patienten droht mit der Zeit die Invalidisierung und vollständige Abhängigkeit Dritter. Gemäss neueren Untersuchungen betrifft die Entzündungsreaktion den ganzen Körper, und nicht nur die Gelenke. So haben Patienen mit einer RA auch ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse (z.B. Herzinfarkte).
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