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Am Mittwochabend ist ein 25-jähriger Mann aus dem Sudan im Hallwilersee ertrunken. Er ist nicht der erste Asylbewerber, der in der Zentralschweiz beim Schwimmen gestorben ist. Muss der Kanton jetzt prüfen, ob im Asylbereich besser über die Gefahren der hiesigen Gewässer aufmerksam gemacht werden soll?
Mehrere junge Leute badeten am Mittwoch in Aesch gegen 18 Uhr im Hallwilersee. Nachdem ein Schwimmer vermisst wurde, leiteten seine Begleiter eine Suche ein und alarmierten die Polizei.
Als auch die Suche an der Oberfläche erfolglos blieb, wurden Polizeitaucher aufgeboten. Nach Mitternacht fanden die Taucher den Ertrunkenen in rund fünf Metern Tiefe auf dem Grund.
Temperatur überschätzt?
Beim Verunglückten handelt es sich um einen 25-jährigen Mann aus dem Sudan. Die Luzerner Polizei bestätigte auf Nachfrage von zentralplus, dass es sich um einen Asylbewerber handelt, der in der Umgebung von Aesch wohnte.
Dass ein junger Mann bei schönstem Wetter und ruhigem Wasser ertrinkt, lässt vermuten, dass er womöglich mit den hiesigen Wasserverhältnissen nicht vertraut war. Möglicherweise konnte er zwar schwimmen, unterschätzte jedoch die Temperaturen im Hallwilersee. Beim Kanton will man dazu nichts sagen. «Ich kenne weder den Ertrunkenen noch die genauen Umstände und kann darum nichts dazu sagen. Das wäre alles im Reich der Spekulation», sagt Silvia Bolliger, Abteilungsleiterin Asyl- und Flüchtlingswesen ad interim Kanton Luzern.
Ertrunkene Asylbewerber in der Zentralschweiz
Es ist nicht das erste Mal, dass ein Asylbewerber in der Zentralschweiz ertrinkt: Im Sommer 2014 starb ein 22-jähriger Asylbewerber aus Eritrea in der Ufschötti, im April 2013 ein 19-jähriger Algerier, der vor dem KKL in Luzern badete. Ein Jahr vorher ertrank ein Asylbewerber in der Reuss und 2009 wurde ein junger Asylbewerber in Flüelen tot aus dem Vierwaldstättersee geborgen.
Da stellt sich die Frage: Braucht es allenfalls gezielte Informationen für Asylbewerbende, die auf die Gefahren beim Schwimmen in Freibädern, Flüssen oder Seen aufmerksam machen? «Wir werden allenfalls prüfen, ob wir die Informationen diesbezüglich für die Asylbewerbenden verstärken und sie auf die Gefahren aufmerksam machen», sagt Bolliger.
Baderegeln in vielen Sprachen
In der Schweiz sind 2015 gemäss Statistik der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft SLRG insgesamt 82 Menschen ertrunken, im Jahr zuvor waren es 81 Personen. «Ertrinken ist bei Kindern die zweithäufigste Todesursache. Dazu kommen zahlreiche Fälle von Beinahe-Ertrinken, die mitunter schwerwiegende Auswirkungen auf das weitere Leben haben», schreibt die SLRG auf ihrer Webseite.
Die meisten Wasserunfälle könnten gemäss SLRG durch Information und Sensibilisierung möglichst vieler Menschen vermieden werden. Die sechs wichtigen Baderegeln gibt es unter www.slrg.ch in verschiedenen Sprachen – darunter auch auf Somalisch, Arabisch und Tigrinya.