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Sozialschutz und Spielsucht
Die Spielbanken müssen über ein Sozialkonzept verfügen und haben darin aufzuzeigen, welche Massnahmen sie zum Schutz der Spielerinnen und Spieler vorsehen. Insbesondere müssen die Spielbanken Massnahmen ergreifen bezüglich der Information, Früherkennung, Selbstkontrolle und Spielbeschränkungen. Zudem müssen die Spielbanken ihr mit dem Sozialschutz betrautes Personal ausbilden und regelmässig weiterbilden.
Information
Die Spielbanken müssen ihre Kunden in verständlicher Form über die Risiken des Spiels informieren. Das Informationsmaterial enthält einen Selbsterhebungsbogen zur Prüfung des eigenen Spielverhaltens sowie Möglichkeiten für Selbstkontrollen, Spielbeschränkungen und Spielsperren. Zudem müssen die Spielbanken über Angebote zur Unterstützung und Behandlung von süchtigen, verschuldeten oder suchtgefährdeten Personen informieren und Adressen von Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen angeben.
Früherkennung
Die Spielbanken legen Kriterien für die Früherkennung von spielsuchtgefährdeten Spielerinnen und Spielern fest.
Bei Vorliegen eines dieser Kriterien klärt das Personal der Spielbank ab, ob sich die Spielerin oder der Spieler das Spielverhalten leisten kann. Im Rahmen dieser Abklärungen erhebt die Spielbank Informationen zur persönlichen, beruflichen und finanziellen Situation der Person und kann Belege über die Einkommens- und Vermögenssituation verlangen. Wenn Anzeichen dafür bestehen, dass die Spielerin oder der Spieler sich das Spielverhalten nicht leisten kann, spricht die Spielbank eine Spielsperre aus. Die Spielbanken sind gehalten, die Bestimmungen des Datenschutzgesetzes zu beachten.
Sofern ein Spieler die verlangten Unterlangen nicht vollständig oder nicht fristgerecht einreicht, ist die Spielbank nicht in der Lage, den vorliegenden Verdacht zu entkräften und muss folglich eine Spielsperre aussprechen.
Selbstkontrollen und Spielbeschränkung
Die Spielbanken müssen den Spielerinnen und Spielern Möglichkeiten zur Kontrolle und Beschränkung der Spieldauer, der Spielhäufigkeit oder der Verluste zur Verfügung stellen. Selbstkontrollen und Spielbeschränkungen eignen sich besonders für online Geldspiele, weil das Spielverhalten mit verhältnismässigem Aufwand beobachtet werden kann.
Angeordnete und freiwillige Spielsperre
Die Spielbank spricht eine Spielsperre aus, sofern sie weiss oder annehmen muss, dass eine Person:
- überschuldet ist oder ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommt;
- Spieleinsätze riskiert, die in keinem Verhältnis zu ihrem Einkommen und Vermögen stehen.
Zudem sperren die Spielbanken Personen vom Spielbetrieb aus, von denen sie aufgrund einer Meldung einer Fachstelle oder Sozialbehörde wissen oder annehmen müssen, dass sie spielsüchtig sind.
Ein Spieler hat aber auch jederzeit die Möglichkeit, sich selber sperren zu lassen. Alle Veranstalterinnen von Geldspielen, die Spielsperren verhängen, müssen je ein Register der gesperrten Personen führen.
Eine ausgesprochene Spielsperre gilt schweizweit und erstreckt sich auf terrestrisch und online Spielbankenspiele sowie auf online Grossspiele.
Ende 2020 lag die Zahl der schweizweit geltenden Spielsperren bei 72 322.
Schweizweite Spielsperren
Der Anstieg der jährlichen Zunahme der ausgesprochenen Spielsperren im Vergleich zu den Vorjahren lässt sich insbesondere auf die Betriebsaufnahmen der Online-Spielbanken zurückführen:
Aufhebung einer Spielsperre
Die Spielsperre muss auf Antrag der betroffenen Person aufgehoben werden, wenn der Grund dafür nicht mehr besteht.
Nur die Veranstalterin, welche eine Spielsperre ausgesprochen hat, kann diese wieder aufheben. In das Aufhebungsverfahren muss eine kantonal anerkannte Fachperson oder Fachstelle einbezogen werden.
Der Rechtsweg gegen den Entscheid, eine Spielsperre auszusprechen bzw. eine Spielsperre nicht aufzuheben, erfolgt über die Zivilgerichte. Es gehört nicht zu den Aufgaben der ESBK, bei Unstimmigkeiten zwischen der Spielbank und ihren Kunden als Schlichtungsbehörde zu vermitteln.
Letzte Änderung 24.06.2021