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Die Schweizer Volkswirtschaft hat im zweiten Quartal unter dem Strich 19 Mrd CHF mehr eingenommen als ausgegeben. Damit liegt der Leistungsbilanzüberschuss eine Milliarde tiefer als im Vorjahresquartal, wie die am Montag von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) veröffentlichten Zahlen zeigen.
In die Leistungsbilanz fliessen alle Transfers mit dem Ausland ein - vom Handel mit Waren und Dienstleistungen bis zur Entwicklungshilfe und den im Ausland erzielten Arbeitseinkommen.
Sowohl die Einnahmen wie die Ausgaben sind in der Berichtsperiode gesunken. Für weniger Einnahmen sorgten vor allem tiefere Erträge auf den Direktinvestitionen sowie im Handel mit Gold (zu nicht-monetären Zwecken) und im Transithandel.
Im Gegensatz dazu erhöhten sich die Warenexporte insbesondere für Ausfuhren der Bijouterie und Juwelierwaren sowie der Metalle. Im Dienstleistungshandel mit dem Ausland blieben die Einnahmen stabil. Unter dem Strich sanken die Einnahmen auf 151 Mrd CHF.
Die Ausgaben verringerten sich ebenfalls und zwar auf 132 Mrd. Grund dafür waren tiefere Ausgaben im Handel mit Gold (zu nicht-monetären Zwecken) und bei den Sekundäreinkommen (laufende Übertragungen). Unter die Sekundäreinkommen fallen etwa Überweisungen von ausländischen Arbeitnehmern ins Heimatland, Beiträge an internationale Organisationen und Entwicklungshilfe.
Zugenommen haben indes die Ausgaben für Warenimporte vor allem bei den chemisch-pharmazeutischen Produkten sowie bei den Textilien, Bekleidung und Schuhe. Auch bei den Dienstleistungsimporten fielen wegen den teureren Telekommunikations-, Computer- und Informationsdiensten sowie Geschäftsdiensten höhere Ausgaben an.
Hohe Geldströme beidseits der Grenzen
Die SNB informierte zudem über die Kapitalbilanz - also über jene Geldströme, welche über die Grenze gehen. Dort resultierten sowohl auf der Aktivseite (52 Mrd CHF) wie auf der Passivseite (40 Mrd) hohe Nettozugänge.
Auf der Aktivseite führten die "Übrigen Investitionen" zu einem markanten Nettozufluss: Geschäftsbanken erhöhten ihre Forderungen sowohl gegenüber Banken als auch gegenüber Kunden im Ausland. Die Währungsreserven der Nationalbank trugen wegen den Devisenkäufen 19 Mrd zum Nettozugang bei.
Auf der Passivseite waren besonders die Direktinvestitionen für die positiven Geldströme verantwortlich. Das sei mit Übernahmen von Unternehmen in der Schweiz durch ausländische Investoren zu begründen, heisst es. Unter dem Strich resultierte ein positiver Saldo von 12 Mrd CHF.
Obwohl sich aus den Transaktionen der Kapitalbilanz ein positiver Saldo ergab, sank das Auslandsvermögen gegenüber dem Vorjahresquartal um 20 Mrd auf 820 Mrd CHF. Grund dafür seien einerseits höhere Währungsverluste bei den Aktiven und andererseits höhere Börsengewinne bei den Passiven.
(AWP)