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Ginseng – Panax ginseng
Der Ginseng ist ein allgemeines Stärkungsmittel mit einer entspannenden, krampflösenden sowie entzündungshemmenden Wirkung. Es stärkt das Immunsystem und verbessert sowohl die körperliche als auch die intellektuelle Leistung. Man bezeichnet die Heilpflanze daher auch als Adaptogen, da sie bei der Anpassung an aussergewöhnlich belastende Bedingungen physischer sowie psychischer Art hilft. Ginseng ist kein Medikament, das auf ein spezielles Leiden fokussiert ist, sondern dient der generellen Kräftigung des Körpers.
Die ursprüngliche Heimat des Ginsengs ist Ostasien
Das Ursprungsgebiet des Ginsengs sind die Bergwälder Ostasiens. Inzwischen wird die Pflanze aber auch in China, Russland, Korea und Japan kultiviert. Darüber hinaus gibt es weitere Anbauflächen für den amerikanischen Ginseng in den USA und Kanada.
Die medizinisch nutzbaren Bestandteile der Pflanze sind die frischen oder getrockneten Wurzeln (Ginseng radix). Als Hauptwirkstoffe enthält sie diverse Triterpensaponine, die sogenannten Ginsenoide. Ausserdem befinden sich noch ätherisches Öl sowie Polyacetylene, die man auch als Ginsenoyne bezeichnet, in den wertvollen Wurzeln des Ginsengs.
Geschichte der therapeutischen Nutzung von Ginseng
Seit mehr als 2000 Jahren wird der Ginseng bereits als traditionelles Arzneimittel in der chinesischen Medizin genutzt. Die erste uns überlieferte schriftliche Erwähnung dieses Heilkrauts finden wir in einem altes chinesisches Schriftstück aus dem ersten Jahrhundert nach Christus. Hier wird die Pflanze als ein lebensverlängerndes Mittel gerühmt, das zudem die intellektuelle Leistung steigert.
Der Name Ginseng wird hergeleitet von der chinesischen Bezeichnung Jen Shen, was übersetzt quasi „Kraft der Erde in Menschenform“ bedeutet. Der Name bezieht sich auf die Tatsache, dass die Knolle optisch an ein kleines Männchen erinnert. Lange Zeit überstieg der Wert von Ginseng in Asien den des Goldes und seine Verwendung war nur den Königen vorbehalten. Nach Europa kam die kraftspendende Wurzel erst im 17. Jahrhundert und erst ab dem 20. Jahrhundert wurde sie als Heildroge gewürdigt und vermehrt als Arzneimittel eingesetzt.
Anwendung von Ginseng
Ginseng kann man innerlich wie äusserlich als Heilpflanze nutzen. Damit ähnelt er vielen anderen Heilpflanzen, die ebenfalls beide Anwendungen zu lassen.
Innerliche Anwendung von Ginseng
Für die innerliche Anwendung des Ginsengs wird meistens ein Teeaufguss aus den Wurzelteilen angefertigt. Man kann die Wurzel aber auch einfach kauen oder auf handelsübliche Fertigpräparate zurückgreifen. Eine Behandlung mit Ginseng sollte mindestens über einen Zeitraum von vier Wochen erfolgen, da eine effektive Wirkung nur bei einer langfristigen Einnahme beobachtbar ist.
Klinische Studien konnten nachweisen, was die Chinesen schon lange wussten: Eine Therapie mit Ginseng-Extrakten bewirkt eine verbesserte Immunreaktion sowie eine körperliche und geistige Leistungssteigerung. Darüber hinaus kann die Heilpflanze für eine Stimmungsaufhellung sorgen.
Deshalb kommt die Wurzel überwiegend bei vermehrtem Stress, Erschöpfungszuständen und nachlassender Leistungsfähigkeit zum Einsatz. Ginseng wird beispielsweise eingesetzt, um die allgemeine Widerstandskraft eines Menschen zu stärken oder um die Erholung von einer Krankheit zu unterstützen. Aus Sicht der chinesischen Philosophie sorgt der Ginseng für neue Lebensenergie (Chi) und bringt das Chi wieder zum Fliessen.
Äusserliche Anwendung von Ginseng
Äusserlich können die entzündungshemmenden Ginsenoide bei Hautproblemen helfen, indem sie den Heilungsprozess entzündeter Partien beschleunigen. Für die Anwendung auf der Haut kann man Cremes oder Salben verwenden, die mit Ginseng-Extrakt angereichert worden sind.
Ein Warnhinweis
Bei Diabetes oder zu hohem Blutdruck darf Ginseng nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden. Patienten, die blutverdünnende Mittel anwenden, müssen ebenfalls zunächst ärztlichen Rat einholen und abklären, ob eine Behandlung mit der Heilpflanze für sie geeignet ist. Die Wirkstoffe der Knolle können sich nämlich auf die Blutgerinnung auswirken.
Medizinische Therapie
In der medizinischen Praxis wird die Therapie mittels Heilpflanzen auch Phytotherapie genannt. Die Kosten für solch eine Therapie übernimmt derzeit unter bestimmten Voraussetzungen ganz oder teilweise die Grundversicherung der Krankenkassen. Viele weitere komplementärmedizinische Massnahmen werden allerdings in der Regel nur dann von der Krankenkasse bezuschusst, wenn der Versicherungsnehmer eine entsprechende Zusatzversicherung abgeschlossen hat.
Ackerschachtelhalm - Equisetum Arvense
Der Ackerschachtelhalm wird häufig auch als Zinnkraut bezeichnet. Er wirkt harntreibend, blutstillend sowie entzündungshemmend und wird daher vor allem zur Behandlung von Harnwegsbeschwerden sowie schlecht heilenden Wunden oder Hautproblemen eingesetzt.
Zu therapeutischen Zwecken verwendet man die getrockneten Sprosse der Heilpflanze. Die darin enthaltenen Hauptwirkstoffe sind Kieselsäure, Kalium- und Aluminiumsalze, diverse Flavonoide, Glykoside, Quercetin und Kämpferol. Darüber hinaus kommen als medizinisch bedeutende Bestandteile Equesitolsäure und Spuren von Alkaloiden in der Pflanze vor.
Die natürliche Heimat des Ackerschachtelhalms ist Nordamerika, Europa sowie Asien. Vereinzelt kommt er heutzutage allerdings auch in Südafrika, Australien und Neuseeland vor. Das Heilkraut gedeiht am besten auf einem feuchten Untergrund und ist häufig am Wegesrand, auf Böschungen und Äckern anzutreffen.
Geschichte der therapeutischen Nutzung
Schon im Altertum war das Zinnkraut eine hoch geschätzte Heilpflanze und bereits zu dieser Zeit nutzte man sie insbesondere aufgrund ihrer blutstillenden Wirkung. Der Arzt Dioskurides, der im 1. Jahrhundert nach Christus lebte und zeitweise als Leibarzt im römischen Kaiserhaus wirkte, setzte die Heilpflanze darüber hinaus auch als harntreibendes Mittel und zur Behandlung gegen Husten ein. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere (23-79 n. Chr.) war von der heilenden Kraft der Pflanze sogar so sehr überzeugt, dass er meinte, die Pflanze in der Hand zu halten, sei völlig ausreichend, um Blutungen zu stillen.
Im Mittelalter war der Ackerschachtelhalm ebenfalls ein beliebtes Mittel zur Blutstillung und Wundheilung, wie man etwa in der Leipziger Drogenkunde des Gelehrten und Bischofs Albertus Magnus (1206-1280) erfährt. Nachdem das Kraut eine Weile in Vergessenheit geraten war, wurde es dank Sebastian Kneipp im 19. Jahrhundert wieder populär. Kneipp setzte es zur Wundheilung gegen Rheuma und gegen Gicht ein.
Der botanische Name Equisetum wird von den beiden lateinischen Wörtern equus (Pferd) und saeta (Tierhaar) abgeleitet und bedeutet quasi „Pferdeschwanz“. Der Zusatz arvense bezieht sich auf den Acker und bezeichnet somit den bevorzugten Standort der Pflanze. Der deutsche Name Schachtelhalm beschreibt die geschachtelt angeordneten Sprosse des Heilkrauts und die Bezeichnung Zinnkraut verdankt die Pflanze der Tatsache, dass man sie früher gerne zur Reinigung von Metall, insbesondere von Zinn, verwendet hat.
Anwendung des Ackerschachtelhalms
Was für viele Heilpflanzen gilt, gilt auch für den Ackerschachtelhalm: Medizinisch kann man ihn äusserlich wie innerlich anwenden.
Innerliche Anwendung des Ackerschachtelhalms
Zur innerlichen Anwendung verarbeitet man die Pflanzenteile überwiegend als Tee. Wahlweise kann man aber auch eine Tinktur verwenden oder zu handlichen Fertigpräparaten greifen. In erster Linie werden Entzündungen der Harnwege sowie der Blase, Nierengriess oder Ödeme mit Schachtelhalm behandelt. Die Flavonoide, die Kieselsäure und die Kalziumsalze haben einen harntreibenden Effekt. Aus diesem Grund kommt das Heilkraut gerne als Arzneimittel bei Durchspülungstherapien zum Einsatz.
Äusserliche Anwendung des Ackerschachtelhalms
Äusserlich wird das Zinnkraut zur Behandlung von schlecht heilenden Wunden und von Hautkrankheiten wie Ekzemen oder Geschwüren eingesetzt. Man kann hierfür zum Beispiel einen Tee oder eine Tinktur zubereiten und auf die betroffenen Hautareale auftragen. Hierfür eigenen sich insbesondere Wickel oder Kompressen. Zur unterstützenden Wundheilung wird zudem der Presssaft aus der Heilpflanze verwendet.
Warnhinweis
Bei einer Durchspülungstherapie mit Ackerschachtelhalm sollte man unbedingt auf eine hinreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Liegt eine Herzinsuffizienz oder Nierenfunktionsstörung vor, sollte man auf eine innerliche Behandlung mit Ackerschachtelhalm-Extrakten lieber verzichten. Auch in der Schwangerschaft sollte man vorsichtshalber die Einnahme von Zinnkraut meiden.
Medizinische Therapie
In der medizinischen Praxis wird die Therapie mit Heilpflanzen auch Phytotherapie genannt. Die Kosten für solch eine Therapie werden derzeit unter bestimmten Voraussetzungen von der Grundversicherung übernommen. Viele weitere komplementärmedizinische Massnahmen werden allerdings in der Regel nur dann von der Krankenkasse bezuschusst, wenn der Versicherungsnehmer eine entsprechende Zusatzversicherung abgeschlossen hat. Wer häufig auf Alternativmedizin setzt, sollte über den Abschluss solch einer Versicherung nachdenken.
Lange Zeit hat man der Avocado in europäischen Ländern eher wenig Beachtung geschenkt. Eine Ursache dafür könnte ihr überaus grosser Fettanteil sein, den sie beispielsweise mit der Olive gemeinsam hat. Der hohe Energiewert von rund 200 Kilokalorien pro 100 Gramm schreckte vor allem diejenigen davon ab, Avocados zu essen, die auf eine schlanke Linie achten wollten oder mussten.
Mittlerweile zeigen die Ergebnisse diverser Studien aber, dass auch Gesundheits- und Figurbewusste problemlos zu Avocados greifen dürfen und sogar gut daran tun. Ernährungsexperten fordern mittlerweile dazu auf, täglich möglichst eine halbe bis ganze Avocado zu verzehren. Aber was hat man herausgefunden, dass sich die Meinung über die Frucht derart geändert hat?
Was macht die Avocado so gesund?
Die Avocado besitzt einen Fettanteil von ca. 30 Prozent. Das klingt zunächst einmal nicht wirklich gesund. Allerdings handelt es sich bei den Fetten der Baumfrucht überwiegend um äusserst wichtige ungesättigte Fettsäuren. Und das… hört sich dann schon weitaus besser an.
Avocados sollte man möglichst mit anderen Obst- oder Gemüsesorten kombinieren. Viele der Vitamine aus anderen Obst- und Gemüsesorten sind nämlich fettlöslich. Beispiele dafür sind die Vitamine A, D und K, Folsäure sowie die Carotinoide Alpha- und Beta-Carotin, Lutein, Lycopin und Zeaxanthin.
Nimmt man gleichzeitig eine Avocado zu sich, kann der Körper diese sogenannten lipophilen Vitamine und Carotinoide besser verwerten, wodurch die Aufnahme der Stoffe optimiert wird. Aus diesem Grund eignet sich die Frucht besonders gut, um einen Salat oder Smoothie anzureichern.
Aber natürlich ist auch die Avocado selbst ein Vitaminlieferant. Wegen eines hohen Anteils der Vitamine A und E sowie von Alpha Carotin, Beta-Carotin und Biotin unterstützt der regelmässige Verzehr von Avocados sowohl die Nerven- als auch die Gehirnfunktion. Damit sind Avocados eine perfekte Anti-Stress-Nahrung. Darüber hinaus haben wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, dass die regelmässige Einbindung der Frucht in den Ernährungsplan den Cholesterinspiegel senken und dadurch wiederum Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen kann.
Und es gibt noch weitere Gründe, die für die grünen Powerfrüchte sprechen. Sie liefern nämlich noch jede Menge Mineralstoffe wie etwa Kalium, Magnesium, Eisen und Kupfer sowie Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Durch diese wertvollen Inhalte fördern sie die Verdauung und unterstützen den Stoffwechsel sowie das Immunsystem. Alles in allem sind Avocados damit eine ziemlich gute Wahl für die Ernährung, weshalb die die Bezeichnung “Superfood” für dieses Lebensmittel sicherlich gerechtfertigt ist.
Noch mehr Wissenswertes über die Avocado
- Reifetest: Den Reifegrad einer Avocado ermittelt man, wenn man einen leichten Druck auf die Frucht ausübt. Gibt sie dabei etwas nach, ist sie verzehrbereit. Auch am Stielansatz erkennt man gut, ob man die Avocado bereits essen kann oder noch nicht. Ist er grün, ist die Frucht noch unreif. Ist er dagegen bereits sehr dunkel, zeugt das von einer Überreife. Ein heller Beigeton zeigt den idealen Reifegrad an.
- Lagerung: Avocados sollten nicht unreif im Kühlschrank gelagert werden, denn dadurch kann ein unangenehmer Geschmack entstehen.
- Reifungshilfe: Die Superfrüchte erhält man im Laden im Regelfall unreif. Möchte man den Reifungsprozess beschleunigen, kann man die Avocado in Papier einwickeln oder neben Äpfeln lagern. Äpfel sondern das Gas Ethylen ab, das die Reifung von Obst und Früchten unterstützt.
- Haltbarkeit: Möchten Sie eine Avocado nicht sofort komplett verbrauchen, dann lösen sie den Rest des Fruchtfleisches nicht vom Kern. So bleibt die übrige Frucht länger haltbar. Der Kern beinhaltet nämlich Antioxidantien, die das Fruchtfleisch konservieren. Noch weiter verbessern lässt sich die Haltbarkeit, wenn Sie Zitronensaft auf angeschnittene Stellen geben. Die in der Zitrone enthaltene Ascorbinsäure (Vitamin C) ist ein wunderbares und natürliches Konservierungsmittel.
- Verwendung: Warm kann man die Avocado leider nicht geniessen, denn beim Erhitzen wird sie bitter. Die Früchte eignen sich aber sehr gut für Salate, Smoothies, Sushi oder als Guacamole. Wer gerne experimentiert, kann auch eine Süssspeise wie Eis oder Mousse mit der Frucht herstellen.
Ein kleiner Tipp zum Abschluss: Wer sehr an gesunder Ernährung interessiert ist und mehr darüber erfahren möchte, sollte darüber nachdenken, eine Ernährungsberatung zu besuchen. Das lohnt sich insbesondere, wenn man eine passende Zusatzversicherung zur Grundversicherung abgeschlossen hat, denn dann erhält man von der Krankenkasse eine Beteiligung an den Kosten. Klingen neben dieser Kostenbeteiligung weitere Leistungen der Zusatzversicherung interessant, kann ein Abschluss der Versicherung sehr vorteilhaft sein.
22,5 % der Erwerbstätigen haben Stress bei der Arbeit, 22,6% sind ziemlich oder sehr erschöpft, was (umgerechnet auf alle Erwerbstätigen der Schweiz) insgesamt 1,1 Millionen Menschen entspricht.
Dieser Stress kann den gestressten ArbeitnehmerInnen gesundheitlich schaden. Und er hat auch negative Auswirkungen für die Arbeitgeberseite. Durch stressbedingt reduzierte Arbeitsleistungen und Arbeitsausfälle entstehen für sie Kosten in Höhe von fünf Milliarden Franken pro Jahr. Stressprävention ist eine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken. Das sind Ergebnisse des Job-Stress-Index 2015, der von der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz mit Unterstützung durch die Universität Bern und die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften herausgegeben wurde.
Mehr Belastung als Ressourcen = Stress am Arbeitsplatz
Bei den 22,5% Erwerbstätigen mit Stress auf der Arbeit sind die Belastungen am Arbeitsplatz höher als die Ressourcen. Als Ressourcen werden von den Studienautoren Handlungsspielraum auf der Arbeit, ganzheitliche Tätigkeiten, ein unterstützendes Vorgesetzten-Verhalten und allgemeine Wertschätzung genannt, während Zeitdruck, arbeitsbezogene Unsicherheit, arbeitsorganisatorische Probleme, qualitative Überforderung sowie Vorgesetzte und/oder Arbeitskollegen als soziale Stressoren Belastungen sind.
Laut einer Hochrechnung auf Basis der Studienergebnisse stehen den 22,5% Erwerbstätigen mit Stress 28,6% der Erwerbstätigen gegenüber, bei denen in Sachen Stress alles im grünen Bereich liegt. Hochgerechnet sind das 1,5 Millionen SchweizerInnen. Die größte Gruppe bilden die 48,9% im sensiblen Bereich zwischen „stressfrei“ und „gestresst“. Sie besteht hochgerechnet aus 2,4 Millionen Menschen.
Es besteht also kein Anlass für einen Katastrophenalarm. Der berechnete Stress-Index für alle ArbeitnehmerInnen der Schweiz liegt bei 49,8, wobei ein Wert von 50 für gleich viele Ressourcen wie Belastungen steht. Ernst nehmen sollte man das Thema „Stress am Arbeitsplatz“ dennoch, denn immerhin jeder fünfte Erwerbstätige fühlt sich erschöpft, wobei viele der Erschöpften zugleich zu den Gestressten gehören. Ermittelt wurde der Grad der Erschöpfung für die Studie unter anderem durch Fragen zu Müdigkeit, Erholungszeiten, emotionalem Ausgelaugtsein und zur Fitness.
Stress reduzieren, kann fünf Milliarden Franken bringen!
Stress auf der Arbeit zu reduzieren, hat das Potenzial, das ökonomische Potenzial von ArbeitnehmerInnen deutlich zu steigern. Eine verbesserte Arbeitsleistung durch weniger gesundheitliche Probleme während der Arbeit macht dabei 64% des ökonomischen Potenzials aus, was einer Steigerung um 3,2 Milliarden Franken für die Wirtschaft entspricht. Die Reduktion von stressbedingten Fehlzeiten steht für ein Plus um 36% oder 1,8 Milliarden Franken. Das Arbeitszeiten-Plus durch reduzierten Stress läge in der Schweiz laut Studie bei 136 Millionen Arbeitsstunden pro Jahr.
Und noch ein Plus für Arbeitgeber: Viel Stress erhöht die Kündigungsabsicht bei ArbeitnehmerInnen. Stressabbau erhöht daher die Chance, gute MitarbeiterInnen im Betrieb zu halten. ArbeitnehmerInnen hilft Stressabbau und/oder Stressprävention vor allem aus anderen Gründen:l Stress kann negative Folgen auf die Arbeitszufriedenheit und die Gesundheit haben.
Insgesamt wurden für den Job-Stress-Index 2015 im Frühjahr des Jahres 2844 Erwerbstätige zwischen 16 und 65 Jahren befragt. „Um den langfristigen Verlauf aufzuzeigen, wurden zusätzlich 1562 Erwerbstätige befragt, die bereits 2014 an dieser Befragung teilgenommen hatten“, berichten die Studienautoren. Die Befragung ist repräsentativ für die Schweizer Erwerbsbevölkerung.
Prävention kann helfen
Betriebe sollten bei der Stressprävention vor allem darauf achten, die Ressourcen am Arbeitsplatz wie den Entscheidungsspielraum und soziale Unterstützung zu erhöhen. Helfen können Maßnahmen wie Führungs- und Teamschulungen oder individuelle Stressmanagement-Kurse für Mitarbeitende. Gesundheitsförderung Schweiz hat hier Angebote etabliert und bietet Unternehmen „Dienstleistungen für gezielte Stressprävention sowie für ein systematisches betriebliches Gesundheitsmanagement“.
Einzelne ArbeitnehmerInnen können aber auch abseits solcher Maßnahmen privat einiges zum Stressabbau und zur Stressprävention beitragen. Wer eine passende Zusatzversicherung abschließt, kann beispielsweise eine Kostenbeteiligung der Krankenkasse bei Yoga- und anderen Kursen in Anspruch nehmen. Kommen noch weitere Kostenbeteiligungen hinzu, etwa an Vereinskosten fürs Ausüben einer Sportart, bei Ernährungsberatungen und/oder Rauchentwöhnungen, kann das Gesamtpaket sich für manche Versicherte sehr schnell lohnen.
Schlemmen ohne Reue. Davon träumen insbesondere alle Naschkatzen unter uns. Mit Industriezucker funktioniert das allerdings eher schlecht. Er schlägt mit ungeheuer vielen Kalorien zu Buche und gilt darüber hinaus als extrem ungesund. Gewiefte Schleckermäulchen suchen daher nach Alternativen und werden durchaus auch fündig. Inzwischen gibt es eine gute Auswahl an Zuckerersatzstoffen auf dem Markt. Einer dieser Stoffe heisst Erythrit.
Was ist Erythrit?
Der Süssstoff Erythrit gehört zur Gruppe der Zuckeralkohole und ist auch unter den Bezeichnungen Erythrithol oder E968 bekannt. Der süsse Stoff kommt in der Natur in einigen Obstsorten wie in Birnen oder Weintrauben vor, aber auch in einigen fermentierten Lebensmitteln wie Sojasosse.
Die industrielle Herstellung des Süssungsmittels erfolgt in der Regel durch Fermentation von Traubenzucker oder Saccharose. Zu diesem mikrobiellen Prozess werden Pilze herangezogen, die den Zucker in diverse Stoffe aufspalten. Einer davon ist Erythrit. Um die Kapazitäten für die Produktion zu erhöhen und die Produktionskosten zu minimieren, arbeiten Wissenschaftler heute vermehrt an Verfahren mit gentechnisch veränderten Pilzkulturen.
Vorteile von Erythrit
Erythrit hat einen erfreulich niedrigen Energiewert, da es vom Körper nicht verstoffwechselt werden kann. 100 Gramm des Süssungsmittels enthalten daher lediglich 20 Kilokalorien. Zum Vergleich: Gewöhnlicher Haushaltszucker kommt auf einen Brennwert von 409 Kilokalorien. Dabei ist allerdings zu beachten, dass Erythrit nur eine Süssungskraft von 70% bis 80% Prozent des normalen Industriezucker besitzt. Trotzdem ist das eine Bilanz, die sich sehen lassen kann!
Und es gibt noch einen weiteren Vorteil: Während nach einer zuckerhaltigen „süssen Sünde“ normalerweise der Blutzuckerspiegel stark ansteigt, bleibt er nach dem Genuss von Erythrit unbeeinflusst. Der Süssstoff hat nämlich einen glykämischen Index von 0. Daher ist Erythrit auch für Diabetiker sehr gut geeignet.
Darüber hinaus ruft der Zuckerersatzstoff keine Karies hervor. Warum? Beim Verzehr zuckerhaltiger Lebensmittel entstehen normalerweise Säuren. Sie sind der grösste Feind des Zahnschmelzes, weil sie langfristig zu Karies führen können. Diese Reaktion bleibt beim Verzehr von Erythrit aus, weshalb sich der Süssstoff als zahnfreundlich erweist.
Nachteile von Erythrit
Wie die Bezeichnung E968 schon vermuten lässt: Wer nach einer rein natürlichen Alternative zu Zucker sucht, wird bei Erythrit nur bedingt fündig. Obwohl der Zuckeralkohol auch in der Natur vorkommt, wird der auf dem Markt erhältliche Zuckerersatzstoff in der Regel mithilfe eines künstlichen Prozesses hergestellt. Von Natürlichkeit kann also strenggenommen nicht die Rede sein.
Zudem kann Erythrit gerade in der Gewöhnungsphase möglicherweise abführend wirken und zu Blähungen führen. Allerdings kommt es zu diesen Nebenwirkungen in der Regel nur bei einem extrem übermässigen Verzehr. Das Risiko von Verdauungsproblemen ist zudem in der Regel weniger hoch als bei Verwendung eines anderen Süssungsmittels aus der Gruppe der Zuckeralkohole wie etwa Sorbit, Xylit oder Isomalt.
Fazit
Wer nach einem Süssstoff mit wenigen Kalorien sucht, für den ist Erythrit eine sinnvolle Alternative zum gewöhnlichen Haushaltszucker. Ebenso ist er ein geeignetes Süssungsmittel für Diabetiker. In Sachen Natürlichkeit lässt der Zuckerersatzstoff aufgrund seines Herstellungsverfahrens allerdings zu wünschen übrig. So muss jeder individuell gemäss seiner eigenen Präferenzen darüber entscheiden, ob er bei Erythrit zugreifen möchte.
Möchte man sich ausgiebiger über das Thema Zuckerersatzstoffe informieren und/oder ist generell an einer gesunden Ernährung interessiert, sollte man über eine Ernährungsberatung nachdenken. Wer eine passende Zusatzversicherung zur Grundversorgung abgeschlossen hat, erhält eine Kostenbeteiligung durch die Krankenkasse. Sie alleine macht eine Zusatzkrankenkasse noch nicht lohnenswert. Es kommen aber natürlich noch andere Kostenübernahmen hinzu. Sind einige davon für den Versicherten interessant, sollte er über den Abschluss solch einer Versicherung nachdenken.
Zu welcher Gruppe gehören Sie? 41% der Schweizer zählen beim Umgang mit Versicherungsfragen zu den Pragmatikern, 36% zu den Selbstentscheidern und 23% zu den Delegierern. Hier zeigen sich regionale Unterschiede: Anwohner der italienischen und französischen Schweiz sind grösstenteils Delegierer, während die Schweizer im deutschsprachigen Raum eher zu den Selbstentscheidern und Pragmatikern zählen.
Das geht aus der aktuellen Studie „Konsumentenschutz aus Kundensicht: Eine empirische Studie im Schweizer Versicherungsmarkt“ des Instituts für Versicherungswirtschaft an der Universität St. Gallen hervor. Das Institut hat die Studie im Auftrag des schweizerischen Versicherungsverbandes SVV durchgeführt.
Die Studie verrät auch Einstellungen der Befragten zum Konsumentenschutz bei Versicherungen sowie den Stand des Versicherungswissens in der Schweiz, um den es nicht immer gut bestellt ist. Nicht zuletzt erklärt die Studie natürlich auch, was eigentlich Pragmatiker, Selbstentscheider und Delegierer sind.
Was sind… Pragmatiker, Selbstentscheider und Delegierer?
Für die Gruppe der Pragmatiker sind Versicherungen kein zentrales Thema. Sie halten den Abschluss von Versicherungen zwar durchaus für wichtig, allerdings beschäftigen sie sich mit einmal abgeschlossenen Versicherungen nicht weiter. Prägendes Merkmal der Selbstentscheider ist dagegen der Verzicht auf eingehende Beratungen. Sie informieren sich lieber auf eigene Faust. Das Thema Verbraucherschutz ist für diese Personen eher zweitrangig.
Die Delegierer erwarten bei Versicherungen dagegen eine eingehende Beratung sowie beste Qualität der Leistung. Sie treffen keine Entscheidungen aus dem Bauch heraus und verlassen sich auf die Informationen von geschulten Spezialisten. Laut Studie sind junge Menschen vor allem Delegierte. Und Frauen tendieren bei Versicherungsfragen eher zu einer pragmatischen Entscheidung, während ihr Grundwissen hier in der Regel weniger fundiert ist als das der Herren. Eine Entscheidung wird bei Frauen häufig aufgrund von Notwendigkeiten getroffen.
Eine frei bestimmbare Laufzeit ist vielen Leuten wichtig
Insgesamt 78 % der Befragten legen Wert auf die Möglichkeit, die Vertragslaufzeit frei zu bestimmen, und sind zugleich bereit, gegen Vorteile wie niedrigere Prämien auf Kündigungs-Möglichkeiten zu verzichten. Ein mögliches Widerrufsrecht ist dagegen nur für 61% wirklich wichtig.
Beim Versicherungs- und Finanzwissen, so ein weiteres Ergebnis der Studie, hat eine ganze Reihe der Befragten Lernbedarf. „32% der Bevölkerung zeigen erhebliche Defizite im Basisfinanzwissen; zu Versicherungsfragen gibt es noch grössere Defizite“, heisst es in der Pressemitteilung zur Studie.
Viele seien bei Versicherungsfragen überfordert und würden ihre Rechte nicht kennen, berichtet das Institut in der Mitteilung weiter. Dabei sind es vor allem jüngere Leute, die ein geringes Versicherungswissen aufweisen. Lösungsansätze, die in der Studie vorgeschlagen werden, sind staatliche wie private Initiativen zur Wissensförderung („Fit for Insurance“) sowie neue Initiativen zur besseren Kundeninformation unter Nutzung neuer Medien („Digital Coach“).
1.027 Menschen wurden befragt
Für die Studie wurden insgesamt 1.027 Personen aller Altersklassen sowie von beiden Geschlechtern und aus sämtlichen Landesregionen der Schweiz befragt. Veröffentlicht wurde die Studie im Rahmen der I.VW Schriftenreihe, die über das Institut für Versicherungswirtschaft erhältlich ist.
Das Institut bezeichnet sich selbst als innovatives, international tätiges Forschungs-, Weiterbildungs- und Beratungsunternehmen, das in seiner Funktion als Bestandteil der Universität St. Gallen den Dialog zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik fördert. Der Schweizerische Versicherungsverband (SVV) als Auftraggeber vereint „rund 77 kleine und grosse, national und international tätige Erst- und Rückversicherer mit über 50’000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Schweiz“, heisst es auf der SVV-Website. „Auf die Mitglieder des SVV entfallen über 90 Prozent der im Schweizer Markt erwirtschafteten Prämien der Privatversicherer“, berichtet der SVV weiter.
SlowUp ist ein seit 2000 angebotenes Bewegungsprogramm in der Schweiz, bei dem Autostrassen zeitweise für Fussgänger, Velofahrer und Inlineskater freigegeben werden. Im Jahr 2015 konnte das Programm nicht zuletzt dank des guten Wetters im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Menschen aktivieren. Während 2014 insgesamt 405.000 „wetterfeste Freizeitsportler“ einen der 19 slowUp-Tage besucht haben, was durchschnittlich rund 21.300 TeilnehmerInnen pro slowUp ergab, waren es 2015 bei 18 slowUp-Erlebnistagen 455.000 Menschen und damit rund 25.000 Personen pro Event.
SlowUp gibt es seit dem Jahr 2000
Für einen slowUp-Erlebnistag werden jeweils rund 30 Kilometer Strasse einen Tag lang für den Autoverkehr gesperrt. Auf diesen slowUp-Strecken sind dann Velofahrer, Fussgänger und Inlineskater unterwegs, wobei deren Teilnahme am Event gratis ist. Entlang der Strecke findet ein attraktives Rahmenprogramm statt. So gab es beispielsweise beim slowUp in Zuchwil im Kanton Solothurn Band-Auftritte und ein Live-Kampfsport-Intervall-Ausdauertraining.
SlowUps gibt es seit dem Jahr 2000. Der erste slowUp fand damals als Vorevent der 2002 realisierten Schweizer Landesausstellung Expo.02 statt. Das Kunstwort „slowUp“ setzt sich übrigens aus Teilen der englischen Wörter „slow down“ und „pleasure up“ zusammen. Das mit slowUp verbundene Konzept scheint vielen zu gefallen. „Jahr für Jahr stiegen die Zahl der Events und die Zahl der Teilnehmenden. Aus der Idee ist in kurzer Zeit ein nationaler Event geworden, einer der grössten, was die Zahl der aktiv Teilnehmenden betrifft“, heisst es auf der SlowUp.ch Website.
Mit den Events der mittlerweile abgeschlossenen Saison 2015 sind es nun insgesamt 185 slowUp-Tage seit 2000. In diesem Jahr spielte auch das Wetter ausgesprochen gut mit. Mit einer einzigen Ausnahme fanden die 18 slowUp-Erlebnistage in der 16. Saison bei schönem Wetter statt. Erfreulich war auch: 2015 war ein Viertel der TeilnehmerInnen an den slowUps unter 16 Jahre alt.
SlowAppetit ergänzt slowUp
Erstmals wurden die slowUps durch das Angebot von ausgewogenen ‚slowAppetit‘-Gerichten aus regional-saisonalen Produkten ergänzt. „Sieben slowUp-Veranstalter kreierten insgesamt 24 spezielle slowUp-Gerichte und warben entlang der Strecke mit dem neuen Gabel-Logo ‚slowAppetit‘“, heisst es in der Pressemitteilung zum Abschluss der slowUp Saison, die gleich auch einige Beispiele für die angebotenen kulinarischen Genüsse liefert: Minestrone (Ticino), Saucisse d’Ajoie mit Kartoffel- und grünem Salat (Jura), Papet Vaudois oder Ziegenkäse-Toast mit Auberginen-Kaviar (Vallée de Joux) sind einige davon.
Träger der slowUp Events sind SchweizMobil, Gesundheitsförderung Schweiz und Schweiz Tourismus. Die nationalen Hauptsponsoren Migros, SportXX und Rivella sind schon eine ganze Weile dabei. Nationale Sponsoren, die sich bei der Hälfte der slowUp-Veranstaltungen engagieren, sind seit Jahren der TCS und die Suva sowie seit 2015 neu auch Swissmilk. Viele regionale Institutionen, Unternehmen und Vereine ergänzen die Arbeit dieser Sponsoren vor Ort.
Bewegung braucht Regelmässigkeit
Alleine während Events wie den slowUp-Veranstaltungen sportlich tätig zu werden, reicht natürlich nicht, um sich fit zu halten. Dazu gehört ein regelmässiges Training, das dann durch Event-Teilnahmen ergänzt werden kann. Je nach Zusatzversicherung, die ein Versicherter bei einer Krankenkasse abgeschlossen hat, beteiligt sich der Versicherer an den Kosten für Fitnesstrainings und der Mitgliedschaft in Sportvereinen.
In der Schweiz sind etwa 20% der Bevölkerung von einer Laktoseintoleranz betroffen. Das bedeutet: Sie vertragen keinen Milchzucker. Verantwortlich dafür ist die unzureichende Produktion oder das komplette Fehlen des Enzyms „Laktase“, das den Milchzucker während des Verdauungsprozesses normalerweise in die Zuckerarten „Glukose“ und „Galaktose“ aufspaltet.
Ohne Laktase kann Milchzucker also nicht verwertet werden und trifft daher in unverdautem Zustand auf die Bakterien im Darm. Das führt oft zu Gärungsprozessen und damit zu Blähungen. In schlimmen Fällen gesellen sich noch Krämpfe, Durchfall oder gar Übelkeit dazu.
Wie kommt es zu einer Laktoseintoleranz?
Nur sehr wenige Menschen leiden unter einer angeborenen Laktoseintoleranz. Hierbei handelt es sich um einen Gendefekt, der einen Mangel an Laktase bewirkt. Die häufigste Form ist dagegen die sogenannte „primäre Laktoseintoleranz“, die für gewöhnlich ab dem fünften Lebensjahr auftritt. Die Produktion von Laktase wird mit steigendem Alter geringer. Meistens stellt der Körper sie allerdings nicht komplett ein.
Daneben gibt es noch die sekundäre „Laktoseintoleranz“, die in der Regel auf Krankheiten zurückzuführen ist, welche eine Schädigung der Darmschleimhaut zufolge haben. Aber auch eine ungünstige Lebensweise wie übermässiger Alkoholkonsum oder Mangelernährung können eine mögliche Ursache sein.
Wie diagnostiziert man eine Milchzuckerunverträglichkeit?
Wer den Verdacht hat, dass er an einer Laktoseintoleranz leidet, kann zunächst ausprobieren, ob er sich bei einem kompletten Verzicht auf milchzuckerhaltige Produkte besser fühlt und ob sich seine gesundheitlichen Probleme verringern. Eine fundierte Diagnose ist das allerdings noch nicht. Die ist nur mithilfe eines Arztes möglich.
Es gibt zwei Arten von Tests, mit denen Ärzte eine Laktoseintoleranz feststellen können. Beim Laktose-Toleranz-Test trinkt der Patient eine Milchzuckerlösung auf nüchternen Magen. Anschliessend wird sein Blutzuckerspiegel gemessen. Steigt er über einen bestimmten Wert, ist das ein Zeichen dafür, dass genügend Laktase produziert wird und die verabreichte Nährstofflösung vom Körper aufgenommen wurde. Eine Milchzuckerintoleranz liegt dann also nicht vor. Wird der Wert nicht erreicht, erhärtet sich der Verdacht auf eine Laktoseintoleranz.
Als noch präziser gilt der H2-Atemtest, oder auch Wasserstoffatemtest. Auch hierbei bekommt der Patient eine Milchzuckerlösung verabreicht, die er auf nüchternen Magen trinken muss. Eine Laktoseintoleranz zeigt sich unter anderem dadurch, dass aufgrund der übermässigen Gärungsprozesse im Darm vermehrt Wasserstoff freigesetzt wird. Dieses Gas tritt infolgedessen auch deutlich messbar mit der Atemluft aus.
Für den Test wird die Konzentration des Wasserstoffs im Atem zunächst einmal gemessen, BEVOR der Patient die Lösung zu sich genommen hat. Nach Einnahme der Milchzuckerlösung folgen weitere Messungen. Aufgrund der Differenz der Messwerte, kann der Arzt eine Milchzuckerintoleranz identifizieren. Die Kosten für beide Arten von Tests werden von der Krankenkasse übernommen.
Gibt es eine Therapie?
Bei einer angeborenen oder sekundären Laktoseintoleranz sind weitere medizinische Behandlungsmassnahmen zwingend notwendig. In diesen Fällen sollte man sich unbedingt durch einen Arzt beraten lassen.
Die primäre Laktoseintoleranz ist strenggenommen kein Krankheitsbild, sondern ein im Grunde natürlicher körperlicher Prozess, der beim einen mehr und beim anderen weniger stark ins Gewicht fällt. Die Natur hat Milch nämlich eigentlich nur als Nahrungsmittel von Babys und Kleinkindern vorgesehen.
Bedingt durch die mitteleuropäischen Ernährungsgewohnheiten ist die Quote der laktoseintoleranten Menschen in unserer Region aber relativ niedrig, denn wir sind es gewohnt, verhältnismässig viele Milchprodukte zu verzehren. Es gibt allerdings auch Regionen, in denen kaum ein Einwohner Milchprodukte verdauen kann. Leider gibt es keine Therapie, die gegen diese Unverträglichkeit hilft. Man kann jedoch verschiedene Gegen-Massnahmen ergreifen, ums ich vor Auswirkungen von Laktoseintoleranz zu schützen.
Wie kann man Laktoseintoleranz behandeln?
Zunächst sollten milchzuckerintolerante Menschen selbstverständlich laktosehaltige Milchprodukte meiden. Gemeint sind in erster Linie Produkte wie Milch, Buttermilch oder Rahm. Bearbeitete Milchprodukte wie Joghurt, Quark und Käse enthalten nur noch wenig bis gar keine Laktose und werden von laktoseintoleranten Menschen oft besser vertragen. Die persönliche Toleranzgrenze muss man allerdings selbst austesten. Im Zweifelsfall sollten Patienten lieber zu Produkten greifen, die als laktosefrei deklariert sind, oder andere Alternativen wie Soja- oder Mandelmilch kaufen.
Achtgeben sollte man bei einer Laktoseintoleranz auch auf die Inhaltsstoffe von Fleischprodukten, Süssigkeiten, Gewürzmischungen, Tütensuppen, Getränken sowie Medikamenten. Auch hierin findet sich häufig Milchzucker. Daher ist es ratsam, stets die Angaben der Verpackungen intensiv zu lesen. Möchte man sich ausgiebiger informieren, sollten man eine individuelle Ernährungsberatung in Erwägung ziehen. Krankenkassen beteiligen sich bisweilen an den Kosten dafür.
Eine weitere wirksame Behandlungsmethode gegen Laktoseintoleranz ist die Einnahme von Laktase. Das Enzym ist in Form von Tabletten oder Pulver erhältlich und lässt sich auf diese Weise bequem vor milchzuckerhaltigen Mahlzeiten einnehmen.
Die Krankenkassenprämien für Jungerwachsene (bis einschliesslich 25 Jahre) und Kinder steigen schweizweit im Durchschnitt weniger stark an als die Prämien für Erwachsene. Während der Durchschnittsanstieg der Prämien in der Schweiz bei Erwachsenen 4% erreichte, kam er bei den Jungerwachsenen nur auf 3,6% und bei den Kindern auf 3,9%. In den verschiedenen Kantonen sind die Entwicklungen aber sehr unterschiedlich.
Niedrigster Prämienanstieg bei Jungerwachsenen in AI
Den geringsten Anstieg bei den Krankenkassenprämien für Jungerwachsene gibt es mit nur 0,1% oder (in absoluten Zahlen) 43 Rappen in Appenzell Innerrhoden. Danach existiert eine grosse Lücke. Ebenfalls einen Anstieg von weniger als 3% haben die Kantone Basel-Stadt (1,7%, 8,66 Franken), Sankt Gallen (1,9% 6,66 Franken), Thurgau (2,4%, 8,38 Franken), Zürich (2,5%, 9,47 Franken), Uri (2,6%, 8,12 Franken) und Aargau (2,9%, 9,61 Franken).
Einen Prämienanstieg von 4% oder mehr gab es dagegen in den Kantonen Aargau (4,0% 14,34 Franken), Schwyz (4,1%, 13,58 Franken), Schaffhausen (4,1%, 14,96 Franken), Obwalden (4,2%, 13,35 Franken), Graubünden (4,2%, 13,49 Franken), Wallis (4,2%, 13,86 Franken), Glarus (4,7%, 15,15 Franken), Genf (4,8% 22,11 Franken), Nidwalden (5,0%, 15,09 Franken), Solothurn (5,0%, 18,09 Franken), Jura (7,4%, 29,32 Franken) und Neuenburg (7,7%, 31,18 Franken).
Die durchschnittliche Prämie für Jungerwachsene liegt 2016 bei 393,21 Franken. Über der Marke von 400 Franken liegen die Durchschnittsprämien in den Kantonen Tessin (409,34 Franken), Bern (417,28 Franken), Basel Land (421,74 Franken), Jura (427,86 Franken), Neuenburg (435,58 Franken), Waadt (442,97 Franken), Genf (485,35 Franken) und Basel Stadt (506,29 Franken).
Eine Prämie von unter durchschnittlich weniger als 350 Franken gibt es in den Kantonen Appenzell Innerrhoden (293,64 Franken), Nidwalden (317,44 Franken), Uri (323,14 Franken), Zug (331,86 Franken), Obwalden (332,19 Franken), Graubünden (333,02 Franken), Aargau (335,90 Franken), Glarus (338,12 Franken), Wallis (342,34 Franken) und Schwyz (345,04 Franken).
Die Prämien bei Kindern
Der durchschnittliche Prämienanstieg von 3,9% bei den Kindern entspricht einem absoluten Wert von 3,71 Franken. Einen Anstieg von unter 3% gibt es in den Kantonen Sankt Gallen (0,2%, 0,20 Franken), Thurgau (1,0%; 0,88 Franken), Appenzell Ausserrhoden (1,2%; 0,99 Franken), Basel Stadt (1,2%; 1,48 Franken), Uri (1,9%; 1,5 Franken), Zürich (2,2%; 2,18 Franken), Tessin (2,3%; 2,33 Franken), Graubünden (2,5%; 2,13 Franken) und Basel Land (2,9%; 3,09 Franken). In Appenzell Innerrhoden sanken die Krankenkassen-Prämien für Kinder sogar um 2,1%. Sie liegen 2016 bei 73,96 Franken.
Auf der anderen Seite der Skala stehen folgende Kantone mit mehr als fünf Prozent Prämienanstieg bei den Prämien für Kinder: Schwyz (5,3%; 4,34 Franken), Waadt (6,4%; 6.64 Franken), Genf (6,8%; 7,49 Franken), Jura (12,3%; 10,98 Franken) und Neuenburg (14,1%; 12,78 Franken).
Die Prämien für die Kinder-Krankenversicherung liegt 2016 schweizweit durchschnittlich bei 98.70 Franken. Weniger als 85 Franken haben im Durchschnitt die Kantone Appenzell Innerrhoden (73,96 Franken), Nidwalden (79,75 Franken), Uri (81,73 Franken), Obwalden (82,80 Franken), Appenzell Ausserrhoden (83,70 Franken), Glarus (83,82 Franken), Zug (83,97 Franken) und Wallis (84,54 Franken). Eine Prämie von durchschnittlich über 115 Franken haben dagegen Genf (118.28 Franken) und Basel Stadt (129.18 Franken).
Die Diskussion ist kontrovers, aber die Fragestellung ist überaus interessant und wichtig für die Zukunft: Ist es eine gute Sache, wenn Versicherer mithilfe von Apps und anderen Technologien Daten von Versicherten messen, sie bei Bedarf auswerten und Versicherte für die Erlaubnis, Daten sammeln zu können, oder aber für ihr Wohlverhalten belohnen? Oder ist das der Einstieg in eine aus Datenschutzgründen sehr fragwürdige Versicherungswelt, die sich viel zu sehr ins Verhalten von Menschen einmischt?
Es scheint auf jeden Fall so zu sein, dass die Messung von Lebensstildaten in Zukunft eine noch wichtigere Rolle in der Versicherungsindustrie spielt als bisher. Für den Gesundheitssektor durchaus richtig findet das beispielsweise Peter Ohnemus, Inhaber des Unternehmens Dacadoo, das Gesundheitsdaten sammelt und einen Gesundheitsindex aus Bewegungs-, Schlaf- und Ernährungsdaten entwickelt hat. „Es ist nicht solidarisch, wenn jemand, der viel Sport treibt und auf seine Gesundheit achtet, gleich hohe Prämien zahlen muss wie einer, der raucht, trinkt und keinen Sport treibt.“ wird er in der Zeitung Blick zitiert.
Schrittzähler und andere Datensammler
„Fitnessarmbänder wie Fitbit oder Jawbone seien erst der Anfang“ zitiert Blick Peter Ohnemus weiter. Die Zukunft könnte etwa in implantierten Nanochips liegen, die Versicherte stetig überwachen und Daten regelmässig an Versicherer schicken. Was die einen begeistert feiern, klingt für die anderen wie ein Horrorszenario. Aber so intensiv muss die Datensammelei ja nicht verlaufen. Ohnemus kann sich durchaus ein System vorstellen, bei dem dem Versicherten die Wahl bleibt.
Der Versicherte kann sich in solch einem System für eine Versicherungsvariante entscheiden, bei dem er auf Herausgabe aller persönlicher Gesundheitsdaten verzichtet, dafür aber eine höhere Prämie zahlt. Alternativ entscheidet er sich für eine indexbasierende Versicherung, bei der er viermal jährlich Daten zu seinem Lebensstil übermittelt. Die Prämien werden auf Basis dieser Informationen angepasst. Oder der Versicherte reicht in Modell 3 „laufend alle Daten ein und bezahlt im Gegenzug deutlich weniger Prämien“, heisst es auf Blick.ch.
Ein Beispielprojekt: My-Step von CSS
Ein Beispielprojekt, bei dem die Kontrolle von Patientendaten bereits Realität ist, ist My-Step des Versicherers CSS. Im Rahmen des Projekts zählen insgesamt 2.000 Versicherte mit technischer Hilfe ihre täglichen Schritte und peilen die als gesund angesehenen 10.000 Schritte pro Tag an. Das Projekt dient erst einmal vor allem dazu, herauszufinden, „ob ein solches Angebot motivierend und attraktiv ist, welche technischen Barrieren es mit sich bringt und ob es hilft, die Bewegung im Alltag zu steigern“.
Auch andere Versicherer sind an datengestützten Lösungen interessiert, beispielsweise die Zürich Versicherung. Sie „ist begeistert von der Aussicht, Big Data zu nutzen, um Risiken besser abschätzen zu können, effizienter mit Kunden zu kommunizieren sowie Versicherungsansprüche rascher abzuklären“ schreibt etwa Swissinfo.ch, der internationale Service der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft, und zitiert Benno Keller, den Leiter der Abteilung Forschung des Versicherers mit den Worten: „Es gibt viele Bereiche, in denen diese neuen Technologien die Erfahrung der Kunden verbessern können.“
In der Grundversicherung sind allerdings bisher keine Rabatte für Menschen möglich, die sogenannte Wearables zur Echtzeit-Datenerhebung und -übertragung tragen (z.B. Smart Watches). Das bestätigte Santésuisse, der Branchenverband der Krankenkassen, nochmals gegenüber Swissinfo.ch. Solche Belohnungssysteme beschränken sich im Gesundheitswesen daher auf Zusatzversicherungen. Aber was nicht ist, kann vielleicht noch werden? Gesetze kann man schliesslich ändern. Ob eine Änderung wünschenswert ist, dürfte dann wiederum Gegenstand von Diskussionen sein.
Datenaufzeichnungen gibt es nicht nur bei Krankenkassen
Auch Sachversicherer belohnen heute teils Versicherer, die mit automatisierten Datenaufzeichnungen einverstanden sind. So können Junglenker/in bis zum Alter von 30 Jahren bei Allianz Suisse einen Crash Recorder in ihren Wagen einbauen lassen. Er zeichnet bei einem Unfall Unfalldaten auf, sodass sich der Unfallhergang genau rekonstruieren lässt. Der Einbau solch eines Recorders wird mit spürbarer Vergünstigung der Prämien belohnt. Und so ist vieles bei Datensammeln und Datenanalyse in Echtzeit bereits Realität, was vor einigen Jahren noch wie Science Fiction klang. Und es dürfte spannend sein, zu beobachten, wie die weitere Entwicklung aussieht, wer sich eher für und gegen ein stärker datengestütztes Versicherungswesen positioniert.