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Klimakrise – Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet das 1.5 Grad-Ziel?
Dass die Erwärmung des Klimas durch den menschlichen Einfluss auf 1.5 Grad beschränkt werden soll, die Temperatur also «nur» um 1.5 Grad im weltweiten Durchschnitt ansteigt. Für die Schweiz bedeutet dies eine Erwärmung von ca. 3 Grad, für gewisse Gebiete (z.B. Ozeane) eine Erwärmung unter 1.5 Grad.
Weshalb ist das 1.5 Grad-Ziel wichtig?
Nach jetzigem Wissensstand befinden wir uns bei einer Erwärmung von unter 1.5 Grad in einem relativ sicheren Bereich – es wird davon ausgegangen, dass dann noch keine sich selbst verstärkende Klimaerwärmung einsetzen wird. Irgendwann danach wird sich durch das Verschwinden von riesigen Eisflächen (Grönland und Arktis), das Auftauen von Permafrostböden, die grossflächige Entwaldung des tropischen Regenwaldes und weiterer Rückkoppelungen die Erwärmung verselbständigen. Ein Aufhalten der Klimaerwärmung wird nach dem Überschreiten solcher “Kipp-Punkte” (Tipping-Points) extrem schwierig oder unmöglich, es würden also relativ schnell enorm hohe Temperaturen erreicht.
Weiter hat eine Erwärmung von 1.5 Grad gegenüber 2 Grad wesentlich weniger gravierende Auswirkungen auf die Menschen und die Natur. Viele Arten sterben bei 1.5 Grad nicht aus, bei 2 Grad aber schon.
Ist es bereits zu spät?
Nein – wenn bis spätestens 2030 die CO2-Konzentration der Atmosphäre nicht weiter erhöht wird (Netto Null Emissionen), dann kann die Erwärmung bei ca. 1.5 Grad gestoppt werden. Sollte dies nicht gelingen, so kann man noch hoffen, dass ab 2050 wieder Treibhausgase im grossen Stil aus der Atmosphäre entnommen werden können – ob dies im gewünschten Umfang finanziert werden kann, ist leider nicht sicher.
Werden wir in der Schweiz sicher vor der Klimakrise sein?
Nein – der Selbstversorgungsgrad der Schweiz liegt unter 60 %. Selbst im zweiten Weltkrieg, während der Anbauschlacht, wurden höchstens 80 % erreicht. Die Klimakrise wird den Nahrungsmittelanbau praktisch überall auf der Welt massiv erschweren – neben Dürren werden Extremniederschläge (wenn es regnet, dann sehr stark) und hohe Temperaturen den über Jahrhunderte auf normale Bedingungen optimierten Nahrungspflanzen grosse Schwierigkeiten bereiten. Die Schweiz wird mit ihrer hohen Kaufkraft relativ lange Nahrungsmittel im Ausland einkaufen können – allerdings hätte die Schweiz bei militärischen Auseinandersetzungen um die knappen Nahrungsmittel gegen konkurrierende Nationen wohl kaum eine Chance.
Auch die sich abzeichnende Flüchtlingskrise würde nicht lösbar sein – Menschen, die zu Hause verhungern, werden sich nicht davon abhalten lassen, sich eine neue Heimat zu suchen.
Muss der Konsum verboten werden?
Nein – es muss nur der Ausstoss von CO2 verboten oder stark verteuert werden. Damit kommen nur noch CO2-neutrale Produkte auf den Markt und werden konsumiert. Konsum und Klimaschutz sind dann kein Gegensatz mehr.
Kann die Klimakrise durch freiwilligen Verzicht von Einzelnen gelöst werden?
Nein – so lange der Klimaschutz freiwillig bleibt, wird die Frage «Weshalb soll ich die Umwelt schützen, wenn die Anderen doch nichts tun?» die Mehrheit der Menschen davon abhalten, die richtigen Massnahmen zu ergreifen. Die Forderung, den Schutz der Umwelt auf die Privatebene zu verschieben, ist ein äusserst geschickter Schachzug der Öllobby und ihrer VertreterInnen in Wirtschaft und Politik. Über Jahre konnten so sinnvolle Regulierungen verhindert werden, während gleichzeitig das Thema Klimaschutz immer mehr einen unangenehmen Beigeschmack erhielt. So sind Diskussionen übers Klima oftmals sehr belastet, weil sofort gegenseitige Anschuldigungen und Schuldgefühle daraus resultieren – dies obwohl Einzelpersonen die Rettung des Klimas ohne sinnvolle politische Rahmenbedingungen niemals allein stemmen können.
Wie viel trägt der Flugverkehr zum Klimawandel bei?
Die Klimawirkung des Flugverkehrs ist weltweit gesehen für etwa 5 % des menschengemachten Treibhauseffekts verantwortlich. Da SchweizerInnen deutlich mehr fliegen als der Durchschnitt der Menschen, trägt der Flugverkehr bei uns ca. 18 % bei.
Wie viel trägt die Ernährung zum Klimawandel bei?
Werden alle Effekte der Nahrungsmittelproduktion miteingerechnet (also auch Abholzung in den Tropen, Tierhaltung, Düngemittelproduktion, starker Treibhauseffekt von Methan und Lachgas etc.) steuert diese zu 26 % des menschengemachten Klimawandels bei.
Die Tierhaltung trägt zu 14-18 % des menschengemachten Klimawandels bei.
Die Lösung der Klimakrise ist möglich. Dazu braucht es wirksame Gesetze, Regulierungen und Verbote, die alle betreffen!
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Autor: Jonas Hostettler
Quellen:
1.5 Grad-Ziel / Kippeffekte / Zu spät? / Artenvielfalt
Landwirtschaft bei höheren Temperaturen / Eigenversorgungsgrad
Wirtschaftsentwicklung / CO2-Ausstoss global
Flugverkehr
Ernährung