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Gerichtsfall
Auf Antrag eines Kantonsgerichtes wurden im Rahmen einer Schadensersatzklage potentielle vergangene und zukünftige Gehälter eines Universitätsabgängers berechnet. Dessen Berufskarriere wurde durch einen Verkehrsunfall im Alter von 10 Jahren beeinträchtigt. Aufgrund von Vorgaben des Klägers und des Beklagten konnte die vergangene und zukünftige Lohnentwicklung in verschiedenen Berufsfeldern ökonometrisch geschätzt werden. Die Berechnungen erfolgten mit Hilfe der entsprechenden Lohndaten der Lohnstrukturerhebung, der Hochschulabsolventenstudie und der Lohnindexe des Bundesamtes für Statistik (BFS).
Beitrag HAVE Personen-Schaden-Forum 2016
siehe Präsentation oben.
Roman GRAF,
Statistische Grundlagen für die Berechnung des Erwerbsschadens in : Stephan Weber (Hrsg.), Personen-Schaden-Forum 2016, Schulthess, Zürich, 2016, 189-217.
Bei dem hier behandelten Gerichtsfall (BGer 4A_260/2014 vom 08.09.2014) handelt es sich um ein 1989 mit 14 Monaten verunfalltes Mädchen, das aufgrund von schwersten Hirnverletzungen nie erwerbstätig sein wird.
Die Diskussion beschränkt sich vorwiegend auf ökonomische Überlegungen zur Berechnung der mutmasslich zukünftigen Validenlohnentwicklung. Die Problematik, wie man mit Gegenwartsdaten einer Gesellschaft im Wandel in die Zukunft der Lohnentwicklung blicken soll, stellt sich, wie in vielen anderen Bereichen, auch hier. Wobei einige Denkanstösse zur individuellen und allgemeinen Lohnentwicklung, zur zukünftigen Entwicklung der Lohndiskriminierung und zur Wahl zwischen Durchschnitt oder Median nicht fehlen dürfen.
296 Seiten, ISBN 978-3-7255-7425-4