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Wenn Sie den expliziten Ansatz verfolgen, sorgen Sie nicht nur dafür, dass sich alle in gleichem Masse an Ihrem Unterricht beteiligen (vgl. Interaktionen in der Lehre – impliziter Ansatz);
vielmehr thematisieren Sie mit Ihren Studierenden allfällige Ungleichgewichte, die Sie in den Interaktionen in Ihren Lehrveranstaltungen beobachten. Ebenso zögern Sie nicht, bei Bedarf diskriminierendes Verhalten anzusprechen. Diese Fragen können
sich in Plenumsdiskussionen oder in Gruppenarbeiten stellen. Es ist wichtig, dass Sie als Lehrperson eingreifen, wenn sich einzelne Studierende abwertend über eine soziale Gruppe äussern, insbesondere wenn es sich um sexistische, homophobe oder rassistische
Äusserungen handelt. Indem Sie Ihren Studierenden signalisieren, dass in Ihren Lehrveranstaltungen ein gewisser normativer Rahmen eingehalten wird, achten Sie auf eine Lernumgebung, die für jede und jeden förderlich ist.
Diskussionen
Im Gedankenaustausch und in Diskussionen können sich gewisse Ungleichgewichte in Bezug auf die Beteiligung von Studentinnen und Studenten oder in Bezug auf die Gesprächsdynamik zeigen. Dies kann die Häufigkeit und Länge von Wortmeldungen betreffen oder
das Zuhören und die Wertschätzung der Beiträge anderer. Hier finden Sie eine Liste von Fragen, die Ihnen helfen können, Ungleichgewichte in Diskussionen aufzudecken.
Eine gute Möglichkeit, Ihre Studierenden zu einer Auseinandersetzung mit ihrem Diskussionsverhalten anzuregen, ist folgende: Sie geben Ihnen den Auftrag, einen Verhaltenskodex für Diskussionen zu erarbeiten. Das kann im Plenum oder aber in Arbeitsgruppen
erfolgen. Wenn Sie mit Ihren Studierenden einen Kodex erarbeitet haben, können Sie sich bei Bedarf auch darauf beziehen.
Arbeit in Gruppen
In Arbeitsgruppen ist es häufig, dass Geschlechterstereotype die Arbeits- und Rollenteilung in der Gruppe beeinflussen. Wenn das in Ihren Lehrveranstaltungen der Fall ist, können
Sie dieses Thema explizit aufgreifen, indem Sie die Gruppenkomposition nach Geschlecht entsprechend Ihren Lehrzielen variieren: So können Sie die Bildung von homogenen Gruppen von Frauen und Männer oder von gemischten Gruppen veranlassen (vgl.
Gruppenlernen – Interventionsmöglichkeiten – expliziter Ansatz).
Diese Intervention schliesst an die immer noch kontroverse Debatte um Koedukation versus Monoedukation an. Gezielt eingesetzt, erlaubt Ihnen diese Massnahme, eine Thematik von verschiedenen
Gruppen behandeln zu lassen und die Studierenden gleichzeitig über Gruppendynamik und ihre Lernerfahrungen in unterschiedlichen Arbeitskontexten reflektieren zu lassen. Diese Erfahrungen können anschliessend im Plenum dargelegt und diskutiert werden.
Darüber hinaus eignet sich diese Intervention auch zur Erarbeitung und Gegenüberstellung unterschiedlicher Perspektiven auf einen Gegenstand insbesondere wenn dabei Genderaspekte im Spiel sind.
In jedem Fall ist es wichtig, den Sinn Ihres Vorgehens zu erläutern, um Missverständnisse zu vermeiden, und anschliessend die gemachten Erfahrungen mit den Studierenden angemessen zu reflektieren.