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Dorf Oberegg mit
Wies: 78
Häuser, 430 Ew.
Obstbau, Viehzucht.
Stickerei und Seidenbeuteltuchweberei. Eine Bierbrauerei mit Dampfbetrieb. Oberegg erfreut sich in mancherlei
Hinsicht (so z. B. mit Bezug auf Armen-, Schul- und Bauwesen) einer ziemlich selbständigen Verwaltung.
Bezirksgericht. Umfasst die drei Schulkreise Oberegg,
St. Anton und
Sulzbach, während ein weiterer Teil der Gemeinde der geringen
eigenen Schülerzahl wegen der St.
Galler Schulgemeinde
Marbach angegliedert worden ist. Sekundarschule.
Alte Kirche 1817 durch
Blitzschlag eingeäschert, heutige Kirche 1870 erbaut.
Die am Rand des
Appenzeller Spornes hoch über dem
Rheinthal gelegene Gemeinde Oberegg weist eine Reihe
von schönen Aussichtspunkten auf und hat verschiedene Kurorte und Sommerfrischen. Nachdem sich die
Appenzeller Landsgemeinde 1799 für
die Annahme der helvetischen Verfassung erklärt hatte, beschlossen die in eigener Landsgemeinde versammelten Bürger von
Oberegg auf Betreiben von
Locher aus
Sturzenhard, sich der Majorität nicht zu fügen. Sie mussten sich
aber bald den gegen sie ausgesandten Truppen unterwerfen, die 30 der angesehensten Bürger gebunden nach St. Gallen
abführten. Im Prozess
gegen den Landammann Sutter standen die Leute von Oberegg auf
Seite der Regierung und beteiligten sich
lebhaft an der Gefangennahme und Hinrichtung des unglücklichen Mannes. Zur Gemeinde Oberegg gehört heute auch die ehemalige
Rode Hirschbrunn. Fund von römischen Münzen bei Heilbrunn.
(Kt. Graubünden,
Bez. Maloja).
Verwaltungs- und Gerichtskreis; umfasst den obern Abschnitt des SW.-NO. ziehenden
und vom
Inn durchflossenen
Engadin. Im SW. grenzt er an den Kreis
Bergell (Bez.
Maloja), der über den
Maloja noch etwa 3,5 km
weit ins Innthal hinübergreift;
Kreishauptort ist
Samaden. Mit Ausnahme
von
Pontresina, das in einem vom Flatzbach durchflossenen rechtsseitigen Nebenthal liegt, befinden sich alle Ortschaften
im Hauptthal und zwar ausser
Sils und
Campovasto sämtlich auf der linken Thalseite oder der
Sonnenseite. Die Zahl der Einwohner
ist in stetiger Zunahme begriffen. 1850: 2917, 1860: 3081, 1870: 3658, 1880: 3614, 1888: 4117, 1900: 5429 Ew. 3671 Reformierte, 1728 Katholiken, 12
Juden
und 18 Andere;
2599 sprechen romanisch, 1350 deutsch, 1265 italienisch, 37 französisch und 178 eine andere Sprache.
Der
bedeutende Fremdenverkehr bedingt eine starke Zunahme der deutsch sprechenden Bewohner und damit ein immer grösseres
Zurückweichen der romanischen (ladinischen) Sprache. Wiesenbau, Alpwirtschaft und Viehzucht. Auf den zahlreichen
Alpen des
Oberengadin wird alljährlich eine grosse Menge von meist italienischem Vieh (Rindvieh und Schafe) gesömmert. Die ergibigste
Einnahmequelle bildet die Fremden- und Hotelindustrie mit dem durch sie bedingten regen Geschäftsverkehr.