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Stickstoff (N) wird in der Landwirtschaft als Dünger verwendet. Ein Stickstoffüberschuss liegt vor, wenn mehr Stickstoff in den Boden eingebracht wird, als dem Boden in Form von landwirtschaftlichen Produkten entzogen wird. Dieser Überschuss findet sich zu einem Teil in Form von Ammoniak und zu einem anderen Teil in Form von Nitraten wieder. In den letzten zehn Jahren betrug der Stickstoffüberschuss aus landwirtschaftlichen Flächen im Durchschnitt etwa 100.000 Tonnen pro Jahr.
Ammoniak verflüchtigt sich in der Luft und wird durch den Wind in empfindlichen Ökosystemen wie Wäldern, Magerwiesen und Sümpfen abgelagert, wo er dann zu Überdüngung und Bodenversauerung führt.
Nitrate werden von den Äckern in Flüsse, Seen oder das Grundwasser ausgewaschen, was zu einer Überdüngung von Flüssen und Seeökosystemen und zu hohen Nitratwerten im Trinkwasser führt. Dies ist wiederum meist in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten der Fall.
Laut dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) ist nicht auszuschließen, dass die Aufnahme von Nitrat über das Trinkwasser eine Rolle bei der Entstehung von Darmkrebs spielt.
Auf rund 90% der Schweizer Waldfläche werden die kritischen Schwellenwerte für die Stickstoffdeposition überschritten. Die daraus resultierenden Ungleichgewichte in der Nahrungskette und die Versauerung des Bodens verändern die Mykorrhiza-Gemeinschaften, stören ihre Symbiose mit den Bäumen sowie die Nahrungsversorgung der Bäume.
Diekritischen Schwellenwerte für die Stickstoffbelastung werden in praktisch allen Hochmooren, in drei Vierteln der Flachmoore und in einem Drittel der Trockenwiesen und -weiden der Schweiz überschritten. Dies führt zu einem Rückgang der Biodiversität. In Mooren schadet dies zudem auch der Funktion der Kohlenstoffspeicherung, wodurch die freigesetzte Menge an Treibhausgasen steigt.
Die Stickstoffkonzentration in Ökosystemen führt zu einer Veränderung der Pflanzenarten, ihres Anteils und ihrer Verteilung, mit der Folge, dass sich die natürlichen Lebensräume von Insekten verschlechtern und das Nahrungsangebot und dessen Qualität sinken.
Bis zu 50 Prozent der Messstationen in Ackerbau- und Gemüseanbaugebieten weisen Konzentrationen auf, die über dem Grenzwert von 25 mg/l liegen. Das Mittelland, die am stärksten betroffene Region, weist an 80% der Stationen Konzentrationen von mehr als 10 mg/l auf.
Nitrate sind in erster Linie für die Stickstoffbelastung verantwortlich, die die Schweiz über ihre Flüsse in die Weltmeere leitet. Dieser übermäßige Eintrag von Stickstoff in Form von Nitrat führt zu einer Überdüngung der Flüsse und See-Ökosysteme und trägt zur Eutrophierung der Meeresumwelt bei.
Future 3 unterstützt Projekte, die die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft erhöhen, indem sie ihre Auswirkungen auf das Klima, die Umwelt, die Biodiversität und die Gesundheit verringern. Im Mittelpunkt steht dabei die Verringerung der Stickstoffemissionen.
Die Stiftung Future 3 hat sich zum Ziel gesetzt, politischen Entscheidungsträger:innen die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Verfügung zu stellen, um sie bei ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen.
Die Initiative gegen Massentierhaltung forderte das Ende der Massentierhaltung in der Schweiz. Future 3 führte über die sozialen Netzwerke eine Unterstützungskampagne mit den Schwerpunkten Gesundheit, Biodiversität, Wasser, Klima und Ernährungssicherheit durch.