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Pampas
(in der Quichuasprache s. v. w.
Ebenen),
Name der ausgedehnten baumlosen
Ebenen, welche das Hauptgebiet der
Argentinischen Republik
in
Südamerika
[* 2] ausmachen. Im allgemeinen erscheinen die
Pampas nur selten als eine einförmige, homogene
Fläche, meist vielmehr
als ein mannigfach koupiertes Gelände, welches durch eine
Reihe schmaler
Berg- und Gebirgszüge in mehrere
Mulden und
Becken
zerfällt. Die Oberfläche dieser
Becken zeigt nicht überall dieselbe
Beschaffenheit, sondern teilt sich nach ihrer natürlichen
Verschiedenheit in mehrere, zum Teil sehr voneinander abweichende
Abschnitte.
1) Die nordöstliche, größte Mulde, das Paranábecken, bildet einen der besten und fruchtbarsten Teile ganz Argentiniens. Die Provinzen von Salta, Tucuman, Santiago del Estero, der Gran Chaco, [* 3] Teile von Cordova und Santa Fé gehören dieser Mulde an. 2) Westlich schließt sich daran der weit nach S. reichende, wasserarme und unfruchtbare, von einem einzigen ansehnlichen Fluß bewässerte Salzsteppenstrich.
3) Von der Provinz La Rioja zieht sich durch San Juan und Mendoza nach W. die sterile Pampa, so genannt wegen völligen Mangels an Baumwuchs und ihrer geringen, steifen, mit langen Dornen versehenen Vegetation.
4) Die eigentliche oder fertile Pampa erstreckt sich vom Paranábecken durch die Provinz Buenos Ayres [* 4] und die südlichen Teile von Cordova und Santa Fé. Sie repräsentiert eine fast völlig ebene, nur an den Flußläufen und zahlreichen Lagunen von Weidengebüschen bestandene Grasebene, ein besonders für Viehzucht [* 5] trefflich geeignetes Gebiet. Fast ohne alle Bäume und Gesträuche und ohne Anbau, bieten diese mit Gras und hohen Kräutern bewachsenen Ebenen den einförmigsten Anblick dar.
Die aus N. und NW. kommenden spärlichen Gewässer versiegen meist während der trocknen Jahreszeit, während sie in der nassen eine Menge von Seen und Sümpfen bilden. Der Boden ist mehr oder weniger von Salz [* 6] durchdrungen, vornehmlich im W., wo sich die sandigen, nur mit kümmerlicher Vegetation bedeckten Travesias ausbreiten, welche gleich den Wüsten fruchtbare, wohlbewässerte Oasen einschließen. Die Flüsse [* 7] (Salado, Dolce, Rio [* 8] Primero, Rio Secundo, Rio Tercero, Rio Quarto, Desaguadero etc.) führen nur in der obern Gebirgsgegend reines, süßes Wasser; nach einem Laufe von 70-150 km hat dieses schon die Salzteile des Bodens angenommen und ist nicht mehr trinkbar.
Eine
Menge dieser
Flüsse verliert sich in
Salzseen. Die trockne Zeit, die jährlich im
Oktober beginnt, dauert oft 3-4
Monate,
ohne daß ein Regentropfen den glühenden und geborstenen
Boden erfrischt. Im O. kaum über das
Niveau des angrenzenden
Ozeans
sich erhebend, steigen die
Pampas gegen
NW. zu an, so daß ihre Meereshöhe bei
Cordova, also etwa im
Zentrum,
schon gegen 400 m erreicht, an ihrem westlichen
Rand aber, in den
Provinzen
Mendoza, La
Rioja und
Catamarca, 700-1000 m beträgt.
Die Oberflächenschichten dieser
Ebenen werden auf weiten Flächenräumen in ununterbrochener
Entwickelung von einer 15-20
m mächtigen
Decke
[* 9]
¶
mehr
eines gelben oder rötlichen kalkhaltigen Lehms, der
Pampasformation d'Orbignys, gebildet, welcher in der Nähe der Gebirge
und Bergzüge Sandschichten mit Geröllen und an zahlreichen Stellen Kalkknollenlager (Tosca oder Cal de agua) eingebettet sind.
In diesen Schwemmlandablagerungen sind außerordentlich zahlreiche Reste abgestorbener Säugetiere gefunden worden, unter
denen neben Bibern, Pferden, Lamas, Tapiren, Mastodonten, Wölfen, Panthern und breitnasigen Affen
[* 11] namentlich
die riesigen Faultiere und Gürteltiere (Megatherium und Glyptodon) die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, deren prachtvolle Skelette,
ihrem alten Grab entrissen, heute eine Zierde des Museo Provincial in Buenos Ayres bilden und beweisen, daß die
Pampasformation
als ein Äquivalent des nordamerikanischen und europäischen Diluviums zu betrachten ist.
Späterer Zeit verdanken die Geröllablagerungen, welche in der Nähe der Gebirge die
Pampaslehmdecke überlagern, sowie die
Flugsandmassen, welche mit ihren wandernden Sandhügeln (Medanos) große Flächen der sterilen zentralen Fläche bedecken,
endlich auch die Salzablagerungen der argentinischen Salinas ihre Entstehung. Die
Pampas mit ihren unermeßlichen Grasflächen
ernähren zahlreiche Herden von Rindvieh, Pferden und Schafen; außerdem werden sie von Katzenarten, verwilderten
Hunden, amerikanischen Straußen, Viscachas (Hasen) etc. bewohnt.
Die Bevölkerung
[* 12] der
Pampas besteht aus vielen Stämmen, die zusammen die
Pampasindianer heißen, aber sehr verschiedenen Familien
angehören: Quichua im NW., Verwandte der Araukaner längs der Andes, Abiponer, Puelchen, Tehuelchen etc.
in der östlichen Zone der
Pampas. Die Viehhirten heißen Gauchos (s. d.). Das Wort
Pampas kommt auch in zahlreichen Namenzusammensetzungen
vor, in denen zum Teil P in B verwandelt wurde, wie in den Fluß- und Ortsnamen Moyobamba, Urubamba, Micuipampa, Pampamay etc.
Vgl. Le
[* 13] Long, Les
Pampas de la République Argentine (Par. 1878).