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| Cyrill von Jerusalem († 387) - Katechesen an die Täuflinge (Procatechesis et Catecheses ad illuminandos)

IV. KATECHESE AN DIE TÄUFLINGE, frei vorgetragen in Jerusalem. Über die zehn Glaubenslehren
Auferstehung
30.
Gib acht, ich bitte dich, auf deinen Körper und merke dir: du wirst von den Toten auferweckt werden, um mit deinem Körper gerichtet zu werden! Sollte dir aber der Unglaube den Gedanken eingeben: „Das ist unmöglich“, dann schaue auf dein eigenes Leben und schließe daraus auf das, was du (noch) nicht siehst! [S. 78] Denke einmal darüber nach und sage mir, wo warst du vor hundert oder mehr Jahren? Wie klein und einfach war die Substanz, aus der du dich entwickelt hast, und wie groß, schön und würdevoll bist du geworden! Soll dann der, welcher das Nichtseiende ins Dasein rief, nicht imstande sein, das, was bereits war, aber zerfiel, wieder zu erwecken? Wird der, welcher das unsertwegen gesäte Getreide jährlich, wenn es erstorben ist, wieder aufweckt, nicht auch uns, derentwegen jenes auflebt, ohne Mühe erwecken? Du siehst, daß die Bäume jetzt so und so viel Monate schon ohne Früchte und Blätter dastehen. Jedoch nach Ablauf des Winters leben sie gleichsam von den Toten neu auf. Werden wir nicht viel eher und leichter aufleben? Der Stab des Moses wurde in die ihm fremdartige Natur einer Schlange durch den Willen Gottes verwandelt. Und der Mensch soll, wenn er dem Tode verfallen ist, nicht mehr als Mensch auferstehen?