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Ein Land der Flüsse. Foto: WikimediaCommons; Alphamundo.
Als eines der kleineren Länder Südamerikas ist Paraguay doch immerhin so gross wie Deutschland und die Schweiz zusammen. Dabei ist das Land sehr dünn besiedelt und hat kaum mehr als sechs Millionen Einwohner. Paraguay ist ein Land für Naturliebhaber, die ein Stück echtes Südamerika erleben wollen ohne Massentourismus. Ob es die unberührte Natur des Gran Chaco ist, die vielen Wasserfälle oder die unglaubliche Vielfalt an Pflanzen und Tieren – Paraguay hat viel Unverfälschtes zu bieten.
Geografische Lage
Im Norden grenzt Paraguay an Bolivien, im Osten an Brasilien, im Süden und Westen an Argentinien. Von Nord nach Süd wird das Land vom Río Paraguay, dem Papageienfluss, durchströmt. Er teilt das Land in zwei Hälften. Der Westen nimmt fast zwei Drittel der Landesfläche ein, wird Gran Chaco genannt und steigt von den Flussauen und Sumpfgebieten des Río Paraguay bis zum Fuss der Anden fast unmerkbar auf rund 400 Meter Höhe an.
Der Gran Chaco teilt sich wiederum in den Ostteil Bajo Chaco und den Alto Chaco im Norden und Westen. Der Bajo Chaco ist eine parkähnlich Landschaft aus Marschen und Ebenen mit Quebracho- und Palmenwäldern. Der Alto Chaco besteht aus Trockenwäldern, Dornbuschsavannen und Sukkulenten, unter ihnen herrliche Säulenkakteen und Bromelien.
Größere Kartenansicht
Die östliche Region wird Oriente genannt. Unvermittelt bricht hier das Bergland an der Parana-Paraguay-Senke ab, die vor allem im Süden von weiten Grasfluren und Sumpflandschaften und Schwemmland geprägt ist. Im Nordosten geht die Landschaft in Palmensavannen und Feuchtsavannen über.
Der Río Paraguay, der dem Land den Namen gab, ist aber bei weitem nicht der grösste Fluss der Paraguay durchströmt: Er ist „nur“ ein Nebenfluss des 3900 Kilometer langen Río Parana, der im Süden und Osten auch der Grenzfluss zu Argentinien und Brasilien ist. Im Südwesten fliesst der 2.000 Kilometer lange Rio Pilcomayo, ein Nebenfluss des Río Paraguay. Er markiert dort die Grenze zu Argentinien.
Dem Land in der Mitte Südamerikas fehlt also – wie sonst in Südamerika nur noch Bolivien – ein Zugang zum Meer. Auch die ganz grossen Sehenswürdigkeiten gibt es dort nicht zu entdecken, weshalb viele Touristen Paraguay links liegen lassen. Leider! Denn allein schon Paraguays unglaubliche Artenvielfalt lohnt eine Reise. Im waldigen Osten Paraguays findet man eine herrliche tropisch-bunte Vogelwelt mit zahlreichen Papagaienarten, Tukanen und Kolibris. In den Flüssen beobachtet man gut vier Meter lange Kaimane.
Die Hauptstadt Asunción
Das Helden-Pantheon in Asunción. Foto: WikimediaCommons; Ilosuna.
Asunción ist die Hauptstadt von Paraguay und hat gut eine halbe Million Einwohner. Sie liegt recht idyllisch am linken Ufer des Río Paraguay, eingebettet in ein sanfte Hügellandschaft mit den im Frühjahr rosa blühenden Lapacho-Bäumen (Foto: Wikimedia Commons; Carla Antonini). Das Stadtpanorama geniesst man am besten bei einer Schiffstour vom Fluss aus. Vom Hafen aus gibt es auch Schiffstouren, die bis in den Río Pilcomayo in den Gran Chaco hineinführen.
Asunción hat reizvolle Stadtparks mit typisch paraguayischer Vegetation zu bieten, eine ganze Reihe interessanter Museen und eine Handvoll kolonialer Gebäude. Reizvoll ist immer ein Bummel auf der Calle Palma mit ihren historischen Gebäuden, schicken Länden, Restaurants und Bars. Beliebtes Wochenendausflugsziel ist der rund fünfzig Kilometer entfernte Ypacarai-See mit den Städtchen Aregua und San Bernadino.
Die zweitgrösste Stadt Ciudad del Este
Zweitgrösste Stadt Paraguays ist im Dreiländereck Paraguay-Basilien-Argentinien Ciudad del Este am Río Paraná direkt an der Grenze zu Brasilien. Durch die 552 Meter lange Puente de la Amistad, die Brücke der Freundschaft, ist Ciudad del Este mit dem brasilianischen Foz do Iguaçu verbunden. Weil die Stadt zollfreie Zone ist, boomen hier Tourismus und das Shoppingvergnügen.
In und um Ciudad del Este gibt es viel zusehen, wie auch mein Bloggerkollege Udo schon erfahren durfte. Innenstadtnah liegt der See Lago de la República inmitten schöner Vegetation und vielen Freizeiteinrichtungen. Wer Wasserfälle betreffend erst einmal kleiner anfangen möchte, schaut sich stadtnah den „Salto del Monday“ an, der auf Mitteleuropäer schon beachtlich wirkt. Spektakulärer geht es rund 20 Kilometer nördlich zu. Dort liegt in Itaipu am Río Parana das grösste Wasserkraftwerk der Welt und der von Paraguay und Brasilien gebaute über acht Kilometer lange Staudamm.
Die grösste Attraktion jedoch sind die Wasserfälle von Iguazu – die grössten der Welt. Sie befinden sich mehrheitlich in Argentinien, ein teil auch in Brasilien im Nationalpark Iguazu und können bequem von Ciudad Del Este aus besichtigt werden.