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Friedrich Wilhelm Raiffeisen wurde als Sohn eines Bürgermeisters in Hamm an der Sieg im Westerwald geboren.
Die finanziellen Verhältnisse seiner religiösen Familie liessen dem jungen Mann keine Möglichkeiten, ein Studium aufzunehmen und so trat Raiffeisen in den Militärdienst ein.
Während des Dienstes erkrankte er an einem Augenleiden, das ihn von da an sein ganzes Leben hindurch begleitete. Aufgrund dieser Krankheit musste er den Militärdienst aufgeben und entschied sich für eine Laufbahn als Verwalter.
Während seiner 20-jährigen Amtszeit in verschiedenen Gemeinden, erarbeitete er sein berühmtes Konzept der genossenschaftlichen Darlehenskassen, das auf dem Prinzip der Selbsthilfe und Solidarität beruhte. Seine Ideen liessen sich leicht umsetzen und so wurden bald viele Genossenschaften aus Bauern und Gewerbetreibenden gegründet, welche die gleichen wirtschaftlichen Interessen zum Ziel hatten. Jedes Mitglied einer solchen Genossenschaft verpflichtete sich einen Anteilschein zu kaufen.
Wenn die Genossenschaft Gewinne erzielen konnte, wurde damit das Grundkapital der Mitglieder verzinst und ein Teil des Gewinnes in einem Reservefonds angelegt. So sammelte sich mit der Zeit ein finanzielles Polster an, das die Leistungsfähigkeit und den Spielraum der Genossenschaft erweiterte. Es konnten zusätzliche Mitglieder und somit auch neue Gelder erworben werden.
Trotz gesundheitlichen Problemen und Geldnöten konnte Friedrich Wilhelm Raiffeisen mit Genugtuung zusehen wie seine Grundsätze und Ideen in vielen Ländern erfolgreich umgesetzt wurden, so auch in der Schweiz.
Im Jahre 1888 starb Friedrich Wilhelm Raiffeisen in Neuwied am Rhein.