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Studienreise 2018
Thematische Inhalte:
DE BEEMSTER
De Beemster ist ein Polder in der Region Nordholland. Nordholland war bis in die frühe Neuzeit ein riesiges Poldergebiet. Im 17. Jahrhundert wurde de Beemster als erster Polder der Niederlande mit einem Ringdeich versehen und trockengelegt. Mittels eines Mühlenganges von mehreren hintereinander liegenden Mühlen wurde das Wasser 4.5 m in den Ringdeich hochgepumpt und in die Zuiderzee abgeleitet.
In de Beemster wird sehr schön sichtbar, wie die Entwässerung eines Polders funktionierte und im Grundsatz auch heute noch funktioniert.
OEKOSYSTEM WATTENMEER
Entlang der Nordküste der Niederlande erstreckt sich das Wattenmeer mit den vorgelagerten Watteninseln. Das Wattenmeer fällt bei Niedrigwasserstand trocken, so dass man an gewissen Stellen vom Festland zu Fuss auf die Inseln wandern kann.
Das Watt ist ein spannendes Oekosystem, das zu entdecken sich definitiv lohnt.
DAS ZUIDERZEE-PROJEKT
Die Befestigung der Küstenlinien der Niederlande durch Deiche ist aufwendig und teuer. Deshalb entschloss sich die Niederlande zu Beginn des 20. Jh, die Zuiderzee durch einen ca. 30 km langen Abschlussdeich von der Nordsee abzuriegeln und damit die Küstenlinie in diesem Bereich um ca. 700 km zu verkürzen.
Durch die vollständige Abriegelung wurde die Zuidersee zu einem Süsswassersee, dem heutigen Jisselmeer. Dies war ein einschneidender Eingriff in das bestehende Oekosystem - wie sich später herausstellte.
ALMERE
Nach dem Bau des Absclussdeiches an der Zuidersee wurden Schritt für Schritt verschiedene Teile des neuentstandenen Ijsselmeeres eingedeicht und anschliessend trockengelegt. Das bedeutendste Projekt dabei war wohl die Trockenlegung der Insel Flevoland 1953 und 1968. Plötzlich standen riesige Landstriche zur Verfügung, die genutzt und bebaut werden konnten.
Mit Almere wurde innert kurzer Zeit eine Stadt mit 220'000Einwohnern in Pendeldistanz zu Amsterdam aus dem Boden gestanzt.
Die Stadt wurde bewusst auf dem Reisbrett geplant. Da die Stadt keine Geschichte hat, versucht die Stadt durch auffallende Architektur der Stadt eine Identität zu verleihen.
Hier sieht man eines der imposanten Gebäude. Dieses trägt den Namen Wave.
DAS STURMFLUTWEHR AN DER OSTERSCHELDE
Nach der Sturmflut von 1953 mit 1800 Toten war schnell klar, dass so etwas nie mehr vorkommen soll. In der Folge realisierte die Niederlande ihr grösstes und
umfassendstes Wasserbauprojekt, den Deltaplan. Das Strumflutwehr an der Oosterschelde ist wohl das eindrücklichste der im Rahmen des Deltaplanes realisierten Bauwerke.
Mit dem Bau des Oosterscheldekerings wurde ein Hochwasserschutz gebaut, der aber das natürliche Salzwassermilieu in der Oosterschelde aufrecht erhielt und so nur minimalen Einfluss auf das Oekosystem hatte.
DAS MAESLANTKERING
Mit dem Maeslantkering an der Nieuwe Maas, welches bei Sturmfluten das Eindringen des Nordseewasser über die Maas verhindert und damit die Rotterdam vor Überschwemmungen schützt, ist der Deltaplan nach mehr als 60 Jahren fürs erste abgeschlossen.
KOP VAN ZUID - DAS TOR ZUR GROSSEN WEITEN WELT
Der Wilhelminaplein in Kop van Zuid ist ein schicksalshafter Ort für die Niederlanden und Europa. Von hier aus verliessen im 18. und 19. Jahrhundert, ja sogar bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hunderttausende Menschen das europäische Festland, um in der neuen Welt in eine besser Zukunft zu starten.
In Kop van Zuid trifft man heute noch auf die Spuren der Auswanderungsgeschichte. Anhand der "Tagebuch und Reisenotizen der Auswanderungs-Gesellschaft zur Gründung von Neu Helvetia" von A. Dietsch gelingt es, sich in die Zeit der grossen Auswanderungswellen hinein zu versetzen und sich vorzustellen, wie sich Menschen gefühlt haben, wenn sie hier in Kop van Zuid ihre letzten Stunden vor der Reise ins Ungewisse verbrachten.
MAASVLAKTE 2 - DREHSCHEIBE DES WELTHANDELS
Der Hafen von Rotterdam ist einer der grössten Häfen der Welt und wichtigster europäischer Warenumschlagsplatz.
Im Verlaufe der Zeit entwickelte sich der Hafen von der Rotterdamer Innenstadt immer mehr in Richtung Küste.
Ende des 20. Jahrhunderts genügten die Hafenanlagen in der Stadt den Anforderungen der immer grösser werdenden Containerschiffe nicht mehr. Die Maas war einfach zu wenig tief für diese Ozeanriesen. Der Hafen lief Gefahr, von den grössten Schiffen nicht mehr angesteuert werden zu können und dadurch seine Vormachtsstellung im Welthandel zu verlieren.
Deshalb wurde im Mündungsgebiet der Maas, vor der Küste ein grosses Hafenbecken aufgeschüttet, die Maasvlakte 2. Durch die Anbindung der Maasvlakte 2 an das europäische Schienen- und Strassennetz, sowie die für den Warentransport ausgebauten Wasserstrassen, ist Rotterdam heute der zentrale Warenumschlagsplatz in Europa.