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Bruno Zschokke (1860–1926)
Professor für Metallographie am Eidgenössischen Polytechnikum
Bruno Zschokke wurde am 23. Oktober 1860 als zweiter Sohn des Architekten Alfred Zschokke und Justine Zimmerli in Solothurn geboren. Zunächst besuchte er die dortigen Volksschulen. Im Jahr 1874 siedelte die Familie nach Basel über, wo Zschokke die Maturitätsprüfung mit den besten Noten bestand.
Er entschloss sich darauf für ein Studium der Chemie, das er von 1879 bis 1882 an der ETH Zürich absolvierte. Nach kurzer Tätigkeit in Basel vervollständigte er seine Fachausbildung an der Chemieschule in Genf.
Betriebsleiter bei Bessemer-, Thomas- und Martin-Stahlwerke
Seine berufliche Tätigkeit begann Zschokke im Eisenwerk Witkowitz in Mähren als Betriebsassistent. Kaum 30-jährig, wurde er Betriebsleiter der Bessemer-, Thomas- und Martin- Stahlwerke, wo er sieben Jahre tätig war und dabei umfassende Kenntnisse des Hüttenwesens erwarb.
1894 kehrte er in die Schweiz zurück, wo er im von Moos'schen Eisenwerk in Emmenried bei Luzern und in der "Poldihütte" in Zürich tätig war.
Adjunkt bei der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt
1896 wurde er Adjunkt der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt in Zürich unter der Leitung von Prof. Dr. Ludwig von Tetmajer und Sekretär des von Tetmajer kurz vorher ins Leben gerufenen internationalen Verbandes für die Materialprüfungen der Technik.
Am 30. Juni 1902 habilitierte sich Bruno Zschokke als Privatdozent an der ETH Zürich mit der Venia legendi für Vorlesungen aus den Gebieten Materialprüfungswesen, technische Metallografie, künstliche Bausteine, Grundzüge der Baukeramik, Explosivstoffe und technische Anwendungen. Ab 1903 kam ein Lehrauftrag für Militärsprengtechnik an der militärwissenschaftlichen Abteilung hinzu. In Anerkennung seiner Erfolge und Verdienste in seiner Lehrtätigkeit und wissenschaftlichen Tätigkeit wurde ihm 1913 vom Bundesrat der Professorentitel verliehen.
Wissenschaftliches Schaffen
Während seiner dreissigjährigen Tätigkeit an der EMPA verfasste Zschokke rund 45 wissenschaftliche Arbeiten in den Gebieten Metallurgie und Metallografie, Keramik, Papierprüfung und Sprengtechnik. Darüber hinaus beschäftigte er sich vor allem während des Weltkriegs mit militärpolitischen und -wirtschaftlichen Fragen. Über 90 Gutachten und Berichte zeugen vom Ansehen und Vertrauen, das man Zschokke in der Fachwelt entgegenbrachte. Bruno Zschokke verstarb am 12. Februar 1926 in Zürich.
Handschrift
Undatierte Mitteilung auf einer Visitenkarte an den Geologen Louis Rollier aus dessen Nachlass (vermutlich 1899).
ETH-Bibliothek, Hochschularchiv der ETH Zürich, Hs 322: 6304.
Zschokke fragt Rollier nach der englischen Übersetzung der geologischen Begriffe "Flysch" und "Schrattenkalk".
Bestand
Im Hochschularchiv der ETH Zürich finden sich nebst einem biografischen Dossier auch mehrere Handschriften, darunter Briefe an Albert Heim, Louis Rollier und Hans Schardt. Zschokkes Hauptwerke können im Wissensportal der ETH-Bibliothek online bestellt werden.