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"Bereitschaft zur Arbeitsaufnahme". Zur Rolle von Dokumenten in der Verwaltung von Arbeitslosigkeit
Type
04 - Beitrag Sammelband oder Konferenzschrift
Primary target group
Science
Created while belonging to FHNW?
Yes
Zusammenfassung
Im Rahmen des Sozialinvestitions- und Aktivierungsparadigmas ist die Praxis der Arbeitslosenversicherung und der Sozialhilfe primär auf die Eingliederung der Klientel in den Arbeitsmarkt ausgerichtet. Die „Vermittlungsfähigkeit“ der Erwerbslosen ist dabei zugleich Voraussetzung für und Ziel der Arbeit dieser Institutionen. Sie wird einerseits interaktiv und situativ zwischen Sozialarbeitenden und Erwerbslosen ausgehandelt, anderseits wird sie „interobjektiv“ mit Rekurs auf situationsunabhängige Strukturierungen abgeprüft und kategorisiert. Diese Strukturierungen sind in einer Reihe von Formularen abgelagert, die den Sozialarbeitenden als objektivierte Kategorisierungsanleitungen dienen. Zusammen mit weiteren Dokumenten bilden sie einen Textkorpus, der in der Summe den zu bearbeitenden „Fall“ konstituiert und verschiedene Funktionen erfüllt. Das Dossier ist Aushandlungsgegenstand zwischen Klient/in und Sozialarbeiter/in im Beratungsprozess, Handlungsanleitung für die Sozialarbeitenden sowie Medium der Handlungskoordination mit externen Institutionen. Überdies verknüpft es die lokale Praxis mit übergreifenden sozialpolitischen Diskursen, indem auf der Basis der mit den Fallakten erzeugten Fakten Statistiken erstellt werden, die ein Wissen um das soziale Problem der Arbeitslosigkeit hervorbringen.