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In den 70er-Jahren hatte fast jede Familie einen Wandbehang. Egal, ob geknüpft oder geflochten, die plüschigen Teppiche waren überall. Ich erinnere mich noch gut daran, dass meine Mutter unser Exemplar hin und wieder abhing, um es auszuschütteln, Stichwort Staubfänger. Die textile Wanddekoration erlebt gerade ein Revival, und Miss L. ist natürlich mit an Bord.
Du brauchst
- mehrere Knäuel Wolle in den Farben und Qualitäten deiner Wahl. Ich habe beispielsweise mit mercerisierter Baumwolle gearbeitet, da ich einen modernen, cleanen Look erzeugen wollte. Wenn du es kuscheliger magst, kannst du selbstverständlich auch weniger glatte und deutlich dickere Garne verwenden.
- eine scharfe Schere
- einen Holzkleiderbügel mit Querstrebe (Alternativ: eine Holzstange, einen Holzring)
- eine Metallsäge, um den Haken des Kleiderbügels entfernen zu können
- (eventuell kleine Häkchen, die auf der Rückseite des Bügels festgenagelt werden können)
- (Hilfsmittel, um Pom-Poms herstellen zu können, sogenannte Pom- Pom-Maker)
- (einen breit gezinkten Kamm)
Und so wirds gemacht
Wenn du – so wie ich – mit einem Kleiderbügel arbeiten möchtest, musst du zuerst den Haken loswerden. (Theoretisch könnte man den Behang natürlich auch daran aufhängen, aber gerade für asymmetrische Designs benötigst du zwei Aufhängepunkte.)
Es klingt etwas martialisch, aber am schnellsten geht das, indem du den Haken einfach mit einer kleinen Handsäge absägst.
Überlege nun, welche Garne du in welcher Länge anbringen möchtest. Schneide gleich lange Schnüre zurecht. Ich empfehle dir, grosszügig abzumessen; Kürzen geht immer.
Die folgenden Schritte musst du wiederholen, bis dein Behang die für dich ideale Breite hat.
1. Eine Schlaufe bilden und unter dem Holzholm durchschieben.
2. Die losen Enden durch die Schlaufe führen.
3. Die Schlaufe zuziehen. Das sieht dann so aus:
Hier noch ein paar Tipps: Dein Wandbehang wird schöner, wenn du die angeknüpften Fäden nicht akribisch abzählst, sondern nach Gefühl vorgehst. Kombiniere breite Bereiche mit dünnen, verwende auch mal weisses oder schwarzes Garn, um einen grafischen Effekt zu erzielen. Du darfst auch mehrere Fäden in einem Schritt anbringen, Stränge flechten oder im Macramé-Stil miteinander verknoten. Das ist das Schöne an diesem Projekt, dass es genau genommen keine Regeln gibt.
Lege dein Werk auf eine glatte Fläche und kämme die Fransen mit einem Kamm (oder mit den Fingern).
Sind die Knüpfstellen alle gleich fest am Holz festgezurrt? Jetzt darfst du die Fäden nach deinem Gusto zurechtschneiden.
Ich habe mit den handlichen Pom-Pom-Makern von Clover (Bastelladen) noch ein paar Pom-Poms hergestellt, um den Behang an einem Rand ein wenig aufzupeppen. Natürlich kannst du solche Wollkugeln auch mit einem Kartonring herstellen. Sehr hübsch sind übrigens auch Wollquasten.
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Viel Spass beim Knüpfen!
Miss L.
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