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Wie im Newsletter angesprochen bin ich kein Physiker und möchte das Thema hier auch nicht abstrakt sondern fotografiebezogen besprechen.
Meiner Meinung nach ist es für die Fotografie hilfreich zu verstehen, folgende Punkte zu kennen und wenn möglich verstehen. Ich beschreibe sie hier so, wie ich sie verstehe und nutze:
Eine klassische Glühbirne liegt bei ca. 3000K, Tageslicht um den Mittag bei ca. 5600K.Unten finden Sie eine Grafike, die ich aus Wikipedia habe. Ein Klick auf die Grafik bringt Sie zum Artikel.
Quelle: Von Bhutajata - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=44144928
Die Farbtemperatur beeinflusst direkt die Stimmung im Bild. Wollen Sie beispielsweise bei einem Winterbild die kalten Temperaturen betonen, können Sie dies mit etwas mehr blau (höherer Kelvinwert) erreichen. Ein gemütlicher Abend am Lagerfeuer wird noch etwas gemütlicher, wenn Sie etwas mehr gelb-orange hinzufügen. Sie können die Farbtemperatur an der Kamera selber einstellen, verschiedene Voreinstellungen auswählen oder im Automatikmodus fotografieren, der in den allermeisten Fällen sehr gut funktioniert.
Wenn Sie im RAW-Modus fotografieren, haben Sie die Möglichkeit, die Farbtemperatur inkl. Tönung am Computer anzupassen, im JPEG-Format ist das nicht so gut möglich (es gibt Programme, die das ermöglichen, aber die "Bildinformation" ist oft nicht genügend gross, um starke Veränderungen ohne Qualitätseinbussen vorzunehmen.)
Verschiedene Lichtquellen haben verschiedene Temperaturen, wie wir oben gesehen haben. Wenn zwei oder mehrere unterschiedliche Lichtquellen aufeinandertreffen, sprechen wir von Mischlicht. Stellen Sie sich vor, Sie machen ein Portrait in einem Raum. Das warme Raumlicht ist an und durchs Fenster dringt "kälteres" Licht. Wenn Sie den sogenannten Weissabgleich (s. unten) auf die warme Temperatur machen, wird das kältere Licht noch blauer. Gleichen Sie auf die kalte Lichtquelle ab, wird die andere Lichtquelle noch oranger. Hier gilt es nun einen guten Mittelweg zu finden, damit die portraitierte Person nicht zu orange oder blau daher kommt.
Damit weiss weiss erscheint, nimmt die Kamera einen sogenannten Weissabgleich vor. Sie können neben den Voreinstellungen in der Kamera auch eine Einstellung wählen, die Ihnen erlaubt, das Licht auf die vorherrschende Situation anzupassen. Es gibt sogenannte Graukarten, die Sie vorgängig abfotografieren. Diese Karte sagt der Kamera, wie neutrales Grau aussieht. Dieses Grau hat den numerischen Wert von 118,118,118 (roter, grüner und blauer Farbkanal). Der Computer in Ihrer Kamera korrigiert also automatisch den Farbstich und solange sich nichts an der Lichtsituation ändert, können Sie nun farbneutrale Bilder erstellen.
Ebenfalls ist es möglich, die Karte (im RAW-Modus) abzufotografieren und die Korrektur dann am Rechner zu machen. Denken Sie dran: Wenn Sie JPEGs fotografieren, sollten Sie die Korrektur direkt vor Ort machen, da es am Computer nicht mehr so gut möglich ist.
Wenn Sie einen Colorchecker verwenden, haben Sie sogar noch die Möglichkeit, die Farbstimmung zu nuancieren. Mit einem ColorChecker können Sie zudem mit einer zusätzlichen Software am Computer sogenannte Farbprofile für Ihre Kamera herstellen. Damit schöpfen Sie dann das ganze Potential Ihrer Kamera aus, wenn es um die Darstellung von Farben geht. Diese Profile ersetzen aber NICHT den Weissabgleich.
Definitiv kein eleganter Titel und doch bleibt er haften. Und er, respektive dessen Aussage ist wichtig. Die (relative) Grösse einer Lichtquelle bewirkt sehr viel und ist darum in der Fotografie sehr wichtig. Vielleicht hast du schon gehört, dass man von hartem und weichem Licht spricht. Dabei meint man grundsätzlich den Übergang von Licht zu Schatten. Und hier spielt direkt die Grösse der Lichtquelle eine Rolle:
Je grösser eine Lichtquelle ist, desto weicher oder fliessender sind die Übergänge zwischen Licht und Schatten.
Je kleiner eine Lichtquelle ist, desto härter oder klarer sind die Übergänge zwischen Licht und Schatten.
Bevor ich näher darauf eingehe, ist noch folgendes wichtig: Auch wenn die Sonne riesig ist (die grösste Lichtquelle, die wir haben) bewirkt sie tagsüber, wenn sie hoch am Himmel steht, sehr harte Schatten. Bei Sonnenauf- und -untergang sind die Schatten durch den teifen Sonnenstand sehr lang und die Übergänge vom Licht zum Schatten etwas fliessender. Das heisst also:
Eine in Bezug auf das Objekt/Subjekt RELATIV grosse Lichtquelle bewirkt fliessende Übergänge von Licht zu Schatten.
Eine in Bezug auf das Objekt/Subjekt RELATIV kleine Lichtquelle bewirkt harte Trennlinien zwischen Licht und Schatten.
Bei weichen Übergängen ist es oft so, dass es auch nicht so tiefe Schatten gibt, wie bei klaren Grenzen. Das bedeutet, dass auch der Kontrast nicht gleich gross ist. Dies ist wiederum sehr gut in der Natur beobachtbar. An einem sonnigen Tag ist der Kontrast (der Unterschied zwischen hell und dunkel) je nachdem so gross, dass unser Auge nicht gleichzeitig im Schatten und im hellen Bereich etwas erkennen kann. Kameras werden zwar immer besser, doch auch sie können nicht in einem Bild vom dunkelsten Schwarz bis ins hellste weiss alles detailliert abbilden. Dies ist auch der Grund, warum man je nachdem einen überbelichteten Himmel hat, dafür die Bäume im Wald erkennt oder einen schön blauen Himmel auf dem Bild sieht, dafür der Wald schwarz ist und Bäume nicht erkennbar sind. Das Stichwort hier ist "Dynamikumfang". (Sogenannte HDR-Bilder helfen dabei. HDR steht für High Dynamic Range.)
Wenn Schleierwolken den Himmel bedecken oder Hochnebel, fehlen diese Kontraste. Denn anstelle der relativ kleinen Lichtquelle Sonne dient plötzlich der gesamte Himmel als Lichtquelle.
Im Studio kann ich diesen Effekt erzeugen, indem ich grosse Softboxen oder Schirme an den Blitz montiere. Softboxen bestehen oft aus zwei Lagen Stoff (sogenannte Diffusoren), damit sich das Licht schön verteilt. Ich verwende je nach Einsatzzweck sogar drei Lagen.
Falls du mit Aufsteckblitzen arbeitest (nicht mit dem integrierten Blitz), verwendest du auch eine sehr kleine Lichtquelle. Entsprechend hart ist das Licht. Du hast jedoch die Möglichkeit, diesen Blitz in fast alle Himmelsrichtungen zu drehen. Steht dir eine weisse Wand oder Decke zur Verfügung, kannst du diese anblitzen. Von der Wand fällt dann das Licht auf dein Model. So verwandelst du ganz einfach eine kleine in eine grosse Lichtquelle. Wichtig ist dabei, dass die Wand weiss ist, denn das zurückgeworfene Licht nimmt die Farbe der Wand oder Decke an.
Mit der Grösse der Lichtquelle kann ich also die Stimmung in einem Bild steuern. Insofern ist die Grösse also tatsächlich wichtig. Möchte ich mehr «Charakter», Kontrast, dann nehme ich eine kleine Lichtquelle.
Die untenstehende Galerien verdeutlichen, was ich oben beschrieben habe. Die folgenden drei Fotos von Sayaka habe ich mit einem Licht erstellt. Die grosse Softbox (120x180cm) steht vom Betrachter aus gesehen links. Die Verläufe von hell nach dunkel sind weich, die Schatten nicht 100%-ig schwarz.
Bei den Portraits des Tänzers Lionel diente eine sogenanten Fresnel-Linse vor dem Blitz als Lichtquelle. Diese Lichtquelle erstellt sehr hartes Licht, was man auch gut an den tiefen (=schwarzen) Schatten erkennt. Die Übergänge von hell zu dunkel sind nicht mehr fliessend. Wie du nächstes Mal erfahren wirst, kann ich das Licht noch härter machen, indem ich die Lichtquelle weiter vom Model entferne.
Die letzten Fotos sehe ich als Spielerei. Carina sollte so in die Luft springen, damit es aussieht, als ob sie zu Boden stürzt, wenn ich die Bilder um 90° drehe. In Photoshop habe ich dann noch die Schatten abgedunkelt und die Vignette (den schwarzen Kreis) hinzugefügt. An der Wand siehst du aber bereits bei den Bildern aus der Kamera, dass die Schatten sehr scharf abgebildet sind. Kleine oder grosse Lichtquelle? Das solltest du jetzt selber rausfinden können... (Übrigens, und das ist mir noch wichtig: Diese Art von Spierleien sind für mich wichtig, um mein Handwerk zu lernen und zu festigen. "Brauchen" kann ich diese Art von Bildern nicht, ausser für solche Momente wie jetzt.)
Es klingt logisch, doch viele nehmen das nur unbewusst wahr: Je näher wir an einer Lichtquelle stehen, desto heller werden wir beleuchtet. Das kann eine Lampe sein, ein Blitzgerät oder auch ein Fenster. Und dasselbe gilt natürlich auch für Räumlichkeiten. Direkt am Fenster ist es heller als an der gegenüberliegenden Wand. Wie gesagt, das klingt logisch. Doch wie können wir das für die Fotografie nutzen? Und ist das auch hilfreich beim Blitzen?
Wie wir in Kapitel 3 gelernt haben, ist eine nahe am Model stehende Lichtquelle relativ grösser als eine weiter entfernte. Dadurch wird das Licht „weicher“, d.h. die Übergänge von hell zu dunkel fliessender (Qualität des Lichts).
Gleichzeitig wird unser Model heller beleuchtet, weil wir ja eben gelernt haben, dass bei naher Distanz zur Lichtquelle alles heller ist, als wenn es weit entfernt ist. Nahe an der Lichtquelle können wir demzufolge mit tieferen ISO-Werten (bessere Bildqualität) und kürzeren Verschlusszeiten (geringere Verwacklungsgefahr) rechnen. Wenn wir blitzen, können wir unser Blitzgerät weniger stark einstellen, wenn unser Model näher beim Blitz steht. Somit ist unser Blitzgerät schneller wieder geladen und einsatzbereit und wir können mit unseren Battieren wesentlich länger blitzen, als wenn das Gerät ein weiter entferntes Sujet erhellen muss.
Der Abstand Lichtquelle – Model ist noch auf eine andere Art wichtig: Licht verliert über die Distanz an Intensität (s. oben). Und dies macht es im Quadrat zum Abstand. Damit es nicht zu technisch wird: Wichtig ist zu wissen, dass Lichtquellen mit zunehmender Distanz immer schneller (im Quadrat) an Stärke verlieren.
Quelle: Wikipedia
Dies klingt und ist zwar sehr theoretisch, hat aber einen sehr praktischen Nutzen: Nehmen wir an, Du möchtest ein Portrait einer Person vor einer weissen Wand machen. Die Wand sollte aber nicht schneeweiss werden, sondern dunkel sein, wenn möglich sogar gegen schwarz gehen.
Wenn Du nun die Lichtquelle weit weg vom Model stellst und das Model selber nahe an der Wand ist, wirst Du das nie hinbekommen (s. Abbildung 4.1). Ebenso wenig, wenn Du Lichtquelle, Model und Wand ganz nahe beieinander aufstellst (Abb. 4.2). Die Lichtintensität ist so auf Model und Wand zu ähnlich.
Wenn Du aber das Model von der Wand wegbringst, verliert das Licht auf seinem Weg bis hinten an die Wand sehr viel Intensität. Entsprechend wird die Wand Dunkler. Auch hier gibt es wieder zwei Szenarios: Wenn der Blitz weit entfernt ist vom Model, brauchst Du eine hohe Blitzleistung, um dein Model hell genug auszuleuchten. Das bedeutet auch, dass immer noch ähnlich viel Licht auf den Hintergrund fällt (Abb 4.3). Abbildung 4.4 zeigt dir, wie Du die dunkelste Wand erhältst: Stellst Du den Blitz noch nahe beim Model auf, erreichst Du die richtige Belichtung mit weniger Blitzleistung. D.h., hinten an der Wand kommt noch einmal weniger Licht an, als wenn Du mit voller Leistung blitzen würdest.
Übrigens: Wenn Du dein Model von der Wand wegbringst, vermeidest Du auch Schatten hinter der Person. Und falls du eine Gruppe von Menschen fotografieren musst: Wenn die Lichtquelle relativ weit weg ist (wie in Abb. 4.3), dann ist es gut möglich, zwei bis drei Reihen von Menschen in etwa gleichmässig auszuleuchten (s. letztes Bild).
Dem natürlichen Licht sind wir immer ausgesetzt, ausser wir befinden uns in Räumlichkeiten, die jegliches Licht von draussen ausschliessen. Dieses Licht kennen wir, auch wenn wir es vielleicht nur unbewusst wahrnehmen. So ist es für uns beispielsweise «normal», dass Licht tendenziell von oben auf uns und unsere Welt fällt. Bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang fällt das Licht flach auf, den grössten Teil des Tages aber von oben (sowohl Sonnen- wie auch Mondlicht).
Übrigens: Da wir uns gewöhnt sind, dass das Sonnenlicht von oben kommt, zeigen bei Studioportraits die Blitze auch von schräg oben auf die zu portraitierende Person herab. Nimm mal eine Taschenlampe, leuchte von unten dein Gesicht an und mache ein Portrait. Halloween lässt grüssen...
Das Sonnenlicht wandert in der nördlichen Hemisphäre von Osten (Aufgang) via Süden nach Westen (Untergang). Von Norden haben wir also nie direktes Sonnenlicht. Zudem steigt die Sonne im Tagesverlauf höher (natürlich ändert die Welt ihre Position, nicht die Sonne) und verursacht so am Mittag viel kürzere Schatten als morgens oder abends. Zudem ist das Licht härter (s. Kapitel I)
Viele argumentieren, dass das natürliche Licht das schönste ist, das es gibt. Ich schliesse mich insofern an, als dass ich zustimme, dass wir auch mit allen technischen Hilfsmitteln wohl nie die gleichen Lichtstimmungen so grossflächig kreieren können, wie die Natur. Denke nur mal an Licht, das durch eine Wolkendecke bricht, an Regenbogen, an das Licht nach oder vor einem Gewitter. Auch im Kleinen ereignen sich Lichtstimmungen, die man nur sehr schwer künstlich erstellen kann.
Gleichzeitig ist das natürliche Licht auch unberechenbar und selten zweimal identisch. Das macht es durchaus spannend und Fotografien dementsprechend zu Unikaten. Allerdings ist das nicht zwingend von Vorteil, wenn es darum geht, Bilder zu erstellen, die man einfach wiederholen können soll (beispielsweise Portraits für eine Firma).
Zudem ist es so, dass natürliches Licht (und Schatten) nicht immer einfach zu fotografieren ist. Die Helligkeitsunterschiede zwischen Licht und Schatten können so gross sein, dass ich mit einem Bild nicht sämtliche Details abbilden kann (Stichwort Dynamikbereich eines Bildes).
Dennoch können folgende Tips helfen, wenn es darum geht, Menschen in natürlichem Licht zu fotografieren:
Heute geht es praktisch zu und her in Bezug auf «Fensterlicht» und wie ich mit der Position des Models den Kontrast steuern kann. Ich habe in meinem Studio eine grosse Softbox aufgestellt, die ein Fenster simuliert. Da die Softbox (der Name sagt es schon), weiches Licht aussendet, ist die Wirkung in etwa so, wie an einem bewölkten Tag oder bei einem gegen Norden ausgerichteten Fenster.
Wie du sicherlich weisst, gibt es die unterschiedlichsten Blitzgeräte auf dem Markt. Praktisch jeder Kamerahersteller führt noch aufsteckbare Blitze für seine Kameras im Angebot und vor allem Einsteigerkameras kommen schon mit einem kleinen internen Blitz versehen in den Handel. Diese klappt sich in den Automatikprogrammen auch automatisch auf und blitzt. Sobald man in den verschiedenen Modi P, Av, Tv oder M (Av (oder A): Blendenautomatik, Tv (oder S): Verschlussautomatik) fotografiert, muss man den Blitz manuell aktivieren. Neben den eingebauten und den Aufsteckblitzen gibt es noch die (mobilen) Studioblitze. In diesem Abschnitt gehe ich auf die verschiedenen Blitzarten ein und schildere deren Vor- und Nachteile, wie ich sie sehe.
Ein grosser Vorteil des internen Blitzes ist es, dass man ihn immer dabei hat und dass er grössere Blitze auslösen kann. Der erste Vorteil kann zwar eine Situation retten, aber von so einem kleinen Blitz kann man weder ein schönes (Qualität) noch viel (Quantität) Licht erwarten.
Den zweiten Vorteil finde ich hingegen spannend: hat man einen externen Blitz mit einem Lichtsensor (das gibts sowohl bei externen wie auch bei Studioblitzen) zur Verfügung, kann man den kleinen Blitz verwenden, um den grösseren Blitz entfesselt (also ohne Kabel) auszulösen. Im Kameramenu kann man einstellen, dass der interne Blitz keinen Einfluss auf die Belichtung hat, sondern nur den grösseren Blitz auslösen soll.
In meinen Augen der grösste Nachteil des internen Blitzes ist die mangelnde Lichtqualität. Dadurch, dass der Blitz genau über dem Objektiv angebracht ist, erhält man ein flaches Licht. Zusätzlich ist der Höhenabstand Blitz-Objektiv sehr gering. Dies führt schnell zu roten Augen. Verwendet man zudem ein etwas grösseres Objektiv mit Sonnenschutzblende, kann ein halbrunder Schatten auf dem Sujet entstehen, geworfen vom Objektiv.
Und irgend einen Grund werden die Kamerahersteller ja haben, dass sie bei den hochwertigeren Kameras keine Blitze einbauen.
Zusammengefasst:
Wie erwähnt führt praktisch jeder Kamerahersteller eigene externe Blitzgeräte in seinem Programm. Diese sind optimal auf die eigenen Kameras abgestimmt und können oft auch via Funk ausgelöst werden. Dies hat den Vorteil, dass der externe Blitz beim entfesselten Blitzen (also von der Kamera entfernt) auch dann ausgelöst werden kann, wenn die Kamera das externe Blitzgerät nicht "sieht". Je nach Hersteller kann man unterschiedlich viele Blitzgeräte so ansteuern und sehr spannende Lichtführungen erzeugen. Ein grosser Fotograf, der das unglaublich gut beherrscht, ist der amerikanische Fotograf Joe McNally.
Diese Blitzgeräte können sowohl manuell wie auch in einem Automatikmodus (sogenanntes TTL (Through The Lens))ausgelöst werden. Die Automatikmodi sind mittlerweile sehr zuverlässig. Allerdings ist es nicht immer einfach, konsistente Bilder hinzubekommen, wenn man mit der Automatik fotografiert.
Es gibt auch Dritthersteller, die externe Blitzgeräte herstellen, die man mit verschiedenen Kameramarken einsetzen kann. Mittlerweile verfügen sogar diese über Automatikmodi und sind z.T. wesentlich günstiger als die Blitze der Kamerahersteller.
Zusammengefasst:
Studioblitze sind gemacht fürs Studio und bringen dort für die Arbeit enorm viele Vorteile mit sich. Auch hier gibt es unterschiedliche Varianten, auf die ich hier nicht eingehe (Stichwort Generator vs. Monoblitz). Je nach Model hängen diese Blitze permanent am Stromkabel. Dadurch sind sie sehr schnell wieder einsatzbereit und verfügen über viel mehr Blitzkraft als die bisher erwähnten Blitzarten.
Zudem gibt es für diese Blitze sehr viele unterschiedliche Biltzformer, mit welchen man das Licht qualitativ verändern kann. Zudem lässt sie die Blitzleistung über sehr grosse Bereich regulieren.
Das Kabel schränkt den Einsatz dieser Blitze natürlich auf Örtlichkeiten mit Stromanschluss ein. Allerdings gibt es auch Blitze mit Akkus, die sowohl im Studio wie auch vor Ort problemlos eingesetzt werden können. Die Schweizer Marke Elinchrom verfügt über sehr leichte Akkupacks und Blitze. Auf dem Bild ganz oben auf dieser Seite siehst Du einen dieser Blitze im Einsatz. Ich verwende heute Blitze von Broncolor, einem weiteren Schweizer Hersteller. Die sind relativ teuer, begleiten mich nun aber ausgesprochen zuverlässig seit 6 Jahren. Die waren in Eiswänden, im Studio, draussen, am Wasser usw. Ich arbeite sehr viel mit dem Move. Dieses Gerät verfügt über einen starken Akku und sehr viel Power. Wenn ich im Studio arbeite, kann ich ihn ans Stromnetz anschliessen und so den ganzen Tag damit arbeiten. Zudem kann man mit diesen Blitzen ebenfalls Verschlusszeiten von 1/8000s blitzen. Sie werden über Funk ausgelöst oder dann per Kabel. Dieses habe ich immer als BackUp dabei. Kabel sind zwar unpraktisch, aber sehr zuverlässig.
Zusammenfassung
Von entfesseltem Blitzen spricht man, wenn der Blitz nicht auf der Kamera sitzt, sondern entfernt davon positioniert ist. Ein Systemblitz (Aufsteckblitz z.B. vom Kamerahersteller) kann auf der Kamera oder eben entfesselt benutzt werden. Wenn er auf der Kamera angebracht ist, wird er automatisch beim Drücken des Auslösers mit ausgelöst. Dies ist besser als der kleine, eingebaute Blitz, aber das Licht ist meistens spannender, wenn es nicht von gerade vorne kommt. Daher lohnt es sich, sich mit den Möglichkeiten des entfesselten Blitzens auseinanderzusetzen.
Als erstes musst du sicherstellen, dass der entfesselte Blitz auch ausgelöst werden kann. Dies ist auf mehrere Arten möglich:
Vor allem die grösseren (professionelleren) Kameras haben eine Buchse für Blitzauslösekabel. Sobald ich das Bild mache, wird der Blitz, der an diesem Kabel hängt, ebenfalls ausgelöst.
sehr zuverlässig
Auch bei hellem Sonnenschein nutzbar (s. Pt. 2)
Wie in Kapitel 7 beschrieben kann man den in die Kamera integrierten Blitz dazu nutzen, externe Blitze auszulösen. Dies stellt man im Kameramenu ein. Dort kann man dann auch festlegen, ob der kleine interne Blitz einen Einfluss auf die Belichtung des Bildes haben soll oder effektiv nur der entfesselte Blitz (System- oder Studioblitz).
Meines Wissens werden heute keine solche Geräte mehr angeboten. Diese ermöglichten das Gruppieren und Auslösen mehrere Blitzgeräte. Allerdings war auch hier immer ein Sichtkontakt zwischen Kamera und Blitz nötig. Wenn ich richtig informiert bin, werden heute nur noch Funklösungen (s. Pt 4) verkauft. Daher gehe ich hier nicht näher darauf ein.
Kamera- und Dritthersteller bieten unterschiedliche Funksysteme an, um externe Blitze auszulösen. Wenn Sie sich fürs Funksystems ihres Blitzherstellers entscheiden, können Sie damit (meistens) auch nur Blitzgeräte dieses Herstellers auslösen.
Dritthersteller ermöglichen es, unterschiedliche Blitze (Marken und Typen) zu kombinieren. Diese Funksysteme werden per Kabel an den Blitz gekoppelt oder der Systemblitz wird eingesteckt. Studioblitze werden per Kabel oder Funksystem ausgelöst, wobei jeder Hersteller ein Funksystem für seine Produkte hat. Die Blitzgeräte haben den Empfänger meist schon eingebaut, was die Verwendung einfacher macht. Mit Funksystemen von Drittherstellern ist es möglich, verschiedene Marken zu kombinieren.
Dieses Kapitel scheint selbsterklärend zu sein: Ein Blitz gibt während (sehr) kurzer Zeit viel Licht ab, während Dauerlicht permanent leuchtet. Wie immer, kann man aber auch hier in die Tiefe gehen und einige Vor- und Nachteile herausfiltern. Diese helfen dann bei der Entscheidung, welches Licht für Deine Art der Fotografie passt.
Sonne, Mond, eingeschaltete Lampe, Kerze usw: Diese Lichtquellen leuchten dauernd oder zumindest, bis man sie ausmacht oder eine Wolke die Lichtintensität plötzlich ändert. Das heisst, dass wir und unsere Kamera gut abschätzen können, wie wir das Bild richtig belichten. Zudem sehen wir bereits vor der Aufnahme, wie Schatten fallen, welche Bereiche hell und dunkel sind und können das Bild entsprechend gestalten oder das Model stellen. Da das Licht zudem permanent zur Verfügung steht, können wir mit der Verschlusszeit spielen, wie wir wollen (beim Blitzlicht bedingt, s. unten). Grundsätzlich ist dieses Licht also «einfacher».
Allerdings limitiert je nachdem auch dieses Licht: Deckenlampen aber auch Dauerlicht, das speziell für Film und Fotografie hergestellt wurde, ist in der Regel wesentlich schwächer als Blitzlicht. Das heisst, dass wir dies bei der Belichtung berücksichten (höhere ISO, offenere Blenden). Wenn wir zudem nur mit natürlichem Licht arbeiten, müssen wir uns bei Gegenlichtaufnahmen entscheiden, ob wir einen schönen Sonnuntergang mit unserem Model als Silhouette davor möchten oder lieber ein gut belichtetes Model mit weissem Hintergrund.
Seit Ewigkeiten wird in der Fotografie geblitzt. Und dank moderner Technik kann man heute auch mit akkubetriebenen Blitzen sehr viel Licht an einen Ort bringen. Die Blitzabbrennzeiten sind je nachdem recht kurz, was es ermöglicht, Bewegung mit dem Blitzlicht einzufrieren. Diese Zeit wird von Herstellern oft mit t 0.5 oder t 0.1 angegeben. Einen interessanten Artikel dazu findest du hier. Allerdings hat Blitzlicht auch einige Herausforderungen:
Hier gibt es verschiedene Lösungsansätze, die aber ein gewisses Verständnis und Wissen voraussetzen.
Jede Kamera hat eine sogenannte Blitz-Synchronzeit. Dies ist die kürzeste Verschlusszeit, bei welcher noch "normal" geblitzt werden kann. Alle Zeiten, die länger sind, funktionieren auch (Achtung, bei längeren Verschlusszeiten und nicht ganz dunklem Raum können auch mit Blitz Verwacklungsunschärfen entstehen). Wenn die gewählte Verschlusszeit allerdings kürzer ist als die Blitz-Synchronzeit (meistens liegt diese bei 1/200s oder 1/250s, treten schwarze Balken auf. Dies siehst du auf den folgenden Fotos.
Das erste Bild habe ich mit 1/250s aufgenommen. Beim zweiten siehst du unten einen kleinen schwarzen Balken. Hier habe ich die Verschlusszeit auf 1/320s eingestellt. Beim letzten Bild habe ich 1/8000s gewählt.
Grund an diesen Balken ist die Art und Weise, wie der Schlitzverschluss arbeitet. Hier findest du eine sehr gute Animation, die aufzeigt, was passiert. Wenn du Englisch verstehst, kannst du dich auf dieser Seite direkt schlau machen über HSS und Hypersync. Ich erklär das hier vereinfacht, aber so, dass du damit arbeiten kannst.
Es gibt zwei Lösungen, um kürzere Verschlusszeiten auch beim Blitzen zu verwenden. Dies ist zum Beispiel spannend, wenn du Gegenlichtaufnahmen (oder grundsätzlich Fotos bei viel Licht) mit offener Blende und damit geringer Tiefenschärfe aufnehmen möchtest. Diese Lösungen heissen High Speed Sync (HSS) und HyperSync.
Bei dieser Technologie beginnt der Blitz für uns und die Kamera unsehbar zu pulsieren. Somit wird er quasi zur "Dauerlichtquelle", die vor der Belichtung zu leuchten beginnt und anschliessend wieder aufhört. Dies ist praktisch, führt aber zu enormem Quantitätsverlust. Systemblitze verwenden oft dieses Verfahren.
Hier wird die Blitzzeit "verlängert" und die Kamera, resp. der Blitzauslöser kommuniziert dies dem Blitzgerät. So ist es möglich, mit HyperSync viel mehr Blitzkraft (Quantitä) zu erhalten als mit HSS. Die meisten Studioblitze funktionieren so. Es gibt Hersteller von Funkauslösern wie eben PocketWizard, die dies ermöglichen. Mittlerweile ist es aber so, dass praktisch alle Anbieter von Blitzsystemen Auslöser haben, die HyperSync mit ihren Blitzen ermöglicht. Untenstehendes Bild habe ich mit 1/8000s aufgenommen. Um das zu ermöglichen, musste ich zwei Sachen vorgängig einstellen:
Im Anschluss habe ich die Blitzleistung noch erhöht, da ich auch mit HyperSync weniger Licht erhalte als beim regulären Blitzen.
Wieso und falls ja, wie? Blitz- und Umgebungslicht zu mischen führt zu interessanten und kreativen Bildern, hat aber seine Tücken. In diesem kurzen Video erkläre ich Dir, wie ich diese Mischung vornehme.
Zu meinen Notizen geht es hier.
Der Name Lichtformer beschreibt die Aufgabe dieser Blitzaufsätze perfekt: Sie geben dem Licht, das von einem Blitz oder einer Dauerleuchte emittiert wird, eine gewisse Form und damit Charakteristik.
Lichtformer sind also dazu da, Licht zu kontrollieren. Die einen Lichtformer können das besser als andere. Die folgende Liste ist nicht komplett, sondern stellt die geläufigsten Lichtformer dar. Spezialitäten wie UV-Röhren, Ballone, Flooter/Fresnel etc. behandle ich hier nicht. Viele davon findet man bei Spezialisten wie Broncolor, Elinchrom, aber auch vielen anderen Herstellern wie Westcott oder Godox, die etwas günstiger sind.
Schirme eignen sich sehr gut, wenn man ein Bild grundsätzlich aufhellen möchte und einfach "viel" Licht überall braucht. Sie sind nicht ideal, wenn man das Licht sehr kontrolliert abgeben möchte (zum Beispiel nur auf eine gewisse Zone im Bild). Es gibt Durchleuchtschirme und reflektierende Schirme. Die Durchleuchtschirme richtet man direkt auf die Person/den Gegenstand. Der Blitz feuert dann durch den Schirm ab. Nutzt man den Schirm reflektierend, blitzt man in den Schirm rein, und das Licht wird dann zurück reflektiert. Das heisst, der Schirm ist mit dem offenen Teil zum Model gerichtet (wie ein Regenschirm).
Softboxen werden direkt am Blitz angesetzt. Vorne an dieser "Box" ist ein Diffusor (weisser Stoff), der das Licht durchlässt und es verteilt. Meistens gibt es im inneren der Softbox noch einen zweiten Diffusor, damit das Licht noch "weicher" wird. Für manche Anwendungen kommt noch eine dritte Schicht dazu. Wichtig dabei: jeder Diffusor ("Stoffschicht") absorbiert Licht. Daher kann es für Aufsteckblitze sinnvoll sein, nur einen Diffusor zu verwenden, um genug Licht beim Sujet zu haben.
Softboxen gibt es in unterschiedlichen Formen: quadratisch, länglich (Striplight) oder rundlich (Octabox, 8-eckig).
Reflektoren sind oft aus Metall oder haben mindestens eine Oberfläche aus Metall, die das Licht weiterleiten. Sie werden ebenfalls wie Softboxen am Blitz angebracht und sind verhältnismässig kleine Lichtquellen mit viel Licht. Je nach Position können sie sehr hartes Licht ergeben.
Ein spezieller Reflektor ist der Beautydish: Er wird auch aufgesteckt, allerdings wird das Licht durch einen "Deflektor", der direkt vor der Blitzröhre ist, gestoppt, im Reflektor verteilt und gelangt erst dann zum Model.
Ebenfalls spezielle Lichtformer sind sogenannte Para's. Diese haben eine parabolische Form und der Blitzkopf hängt an einer Stange, die durch den Lichtformer verläuft. Dank dieser Stange kann ich den Blitzkopf weiter im Lichtformer oder weiter aussen platzieren und damit den Kontrast steuern.
Speziell an einem Para ist die parabolische Form, die den Lichtformern ihren Namen gibt. Diese Form bewirkt, dass das Licht parallel den Lichtformer verlässt. Diese tatsächlich parabolische Form ist wichtig, um von diesem Effekt profitieren zu können. Entsprechend teuer sind solche Lichtformer auch. Günstigere Varianten, die es auf dem Markt gibt, sind meistens nur parabol-ähnlich und ermöglichen deshalb nicht das typische Para-Licht. Zudem werden sie oft noch mit einem Diffusor verkauft. Hängt man einen Diffusor vorne an den Para, "zerstört" man allerdings den Para-Effekt. Denn ein Diffusor sorgt dafür, dass das Licht in alle Richtungen wandert. Fairerweise soll hier aber gesagt sein, dass ein Diffusor vor einem Para durchaus sinnvoll sein kann. Nämlich dann, wenn man den Para auch mal als eine "normale" Softbox nutzen möchte. So spart man sich einen zusätzliche Softbox.
Zu Lichtformern gibt es weiteres Zubehör. Ein beliebtes sind sogenannte Waben. Diese richten das Licht wieder aus und erlauben so die exaktere Kontrolle des Blitzlichtes. Waben gibt es für die meisten Softboxen und Reflektoren, ebenso für die Paras.
Gobo-Filter werden bei Projektionsvorsätzen eingesetzt. Gobo heisst "Go between Optics" und beschreibt einen Filter aus Metall, der zwischen Licht und Linse eingesetzt wird. Die Linse ermöglicht es, ein Muster oder eine Form, die auf diesem Filter abgebildet (ausgeschnitten) sind, scharf oder unscharf zu präsentieren.
Ganz zum Schluss dieser Serie verweise ich gerne auf Urs Recher. Er ist Fotograf und absoluter Lichtspezialist. Er arbeitet bei Broncolor in Allschwil und ist weltweit unterwegs und gibt Workshops. Mehr zu ihm findest du unter Instagram oder dann hier bei Broncolor. Sein e-books sind empfehlenswert und das erste (s. Link) ist gratis.