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Die Abwehrzellen in der Umgebung von Krebszellen spielen beim Voranschreiten einer Krebserkrankung, aber auch für den Therapieerfolg, eine wichtige Rolle. Patientinnen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs könnten deshalb nach einer Chemotherapie von einer ergänzenden Immuntherapie profitieren, wie ein von der Krebsliga Schweiz unterstützter Forscher anhand von Patientenproben gezeigt hat.
Die Behandlung von Eierstockkrebs besteht meistens aus der operativen Entfernung des Tumors gefolgt von einer Chemotherapie. Bei einigen Patientinnen im fortgeschrittenen Stadium ist jedoch die operative Entfernung des Tumors nicht möglich. In diesem Fall wird zuerst eine Chemotherapie durchgeführt, um eine Verkleinerung des Tumors zu erreichen. Obwohl die meisten Patientinnen anfänglich gut auf eine Chemotherapie ansprechen, entwickeln die Krebszellen häufig Resistenzen und streuen erneut Metastasen.
Erste experimentelle Studien in Mäusen haben gezeigt, dass die Chemotherapie nicht nur Krebszellen zerstört, sondern auch im Tumor befindliche Immunzellen stimulieren kann. Diese Immunzellen könnten nach Beendigung der Chemotherapie dazu beitragen noch verbleibende Tumorzellen zu töten. In von der Krebsliga Schweiz geförderten Arbeiten haben Steffen Böhm und seine Kolleginnen und Kollegen vom Barts Cancer Institute in London untersucht, ob solche Immunzellen auch bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs zu finden sind.
Die Forschenden entnahmen jeweils vor und nach der Chemotherapie Patientenproben und untersuchten die Umgebung der Tumore genauer auf das Vorhandensein dieser Immunzellen – so genannter T-Zellen. Dabei zeigte sich (*), dass bei Patientinnen nach der Chemotherapie diese T-Zellen verstärkt aktiviert wurden. Dieser Effekt war am ausgeprägtesten bei den Patientinnen, die besonders gut auf die Chemotherapie ansprachen. Gleichzeitig mussten die Forschenden jedoch feststellen, dass der Wert für ein Protein namens PD-L1 bei den Patientinnen erhöht war. Dieses Protein kann an T-Zellen binden und sie daran hindern die Krebszellen zu erkennen. Durch eine Immuntherapie, welche die Bindung des PD-L1 Proteins an die T-Zellen blockiert, könnte die Hemmung dieser Immunzellen verhindert werden.
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schlagen deshalb klinische Studien vor, in denen Patientinnen unmittelbar nach der Chemotherapie zusätzlich mit einer Immuntherapie behandelt werden. Sie hoffen, durch diese neue Kombination aus Chemo- und Immuntherapie die Krankheit länger stabilisieren zu können.
(*) Steffen Böhm, Anne Montfort, Oliver M.T. Pearce, Joanne Topping, Probir Chakravarty, Gemma L.A. Everitt, Andrew Clear, Jackie R. McDermott, Darren Ennis, Thomas Dowe, Amanda Fitzpatrick, Elly C. Brockbank, Alexandra C. Lawrence, Arjun Jeyarajah, Asma Z. Faruqi, Iain A. McNeish, Naveena Singh, Michelle Lockley, and Frances R. Balkwill (2016). Neoadjuvant chemotherapy modulates the immune microenvironment in metastases of tubo-ovarian high-grade serous carcinoma. Clinical Cancer Research online: doi: 10.1158/1078-0432.CCR-15-2657