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Als Seine Heiligkeit, Aram I., Katholikos des Großen Hauses von Kilikien, kürzlich auf Einladung der Christkatholischen Kirche der Schweiz in Bern weilte, kam er auch zur dortigen Theologischen Fakultät. Mit deren Dekanin, Prof. Dr. Angela Berlis, sprach der hohe armenisch-apostolische kirchliche Würdenträger v. a. über das Theologiestudium in der Schweiz und im Libanon sowie über aktuelle theologische Fragen. Anschliessend hielt er im Hauptgebäude der Universität einen Vortrag über die Situation der Christinnen und Christen im Mittleren Osten. Wer erwartet hatte, dass der promovierte Theologe, der früher einige Jahre lang Moderator des Weltkirchenrats in Genf war, über Christenverfolgungen klagen würde, hatte sich getäuscht. Stattdessen wies Aram I. auf die seit langem verbrieften Bürgerrechte der Christinnen und Christen und forderte deren Gleichstellung im öffentlichen Leben. Ausserdem wies er auf die Bedeutung der bleibenden Anwesenheit christlicher Gemeinschaften für den Religionsfrieden in der Region hin, für die auch Staaten und Kirchen im Westen einzutreten hätten. Das Christentum im Mittleren Osten stehe, so Aram I., vor der Aufgabe, in seinen missionarischen, bildungsorientierten, humanitären und sozialen Aktivitäten noch vitaler und sichtbarer zu werden, seine ökumenischen Beziehungen über die Region hinaus zu stärken und das Zusammenleben mit dem Islam durch Dialog und Zusammenarbeit in Fragen des gemeinsamen Interesses zu vertiefen. Auf den öffentlichen Vortrag, bei dem auch Vertreter der schweizerischen Politik anwesend waren, folgte eine angeregte Diskussion.
Prof. Dr. Angela Berlis