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Röm. kath. Wallfahrtskirche «Maria im Hag» Meltingen
Etwa 40 m über dem Dorf steht die Wallfahrtskirche „Maria im Hag“. Bereits im Jahr 1375 wurde die Kirche in Urkunden erwähnt. Eine Kapelle dürfte sogar schon früher auf dem Hügel gestanden haben. Nach der Überlieferung soll die heutige Kirche 1519 zusammen mit den Glasgemälden von Hans Imer von Gilgenberg gestiftet worden sein. Die Bezeichnung „Im Hag“ weist auf die Legende hin, die erzählt, dass die Frau des Ritters Hans Immer von Gilgenberg auf einem Spaziergang wegen eines Windstosses ihren kostbaren Schleier, den sie um den Kopf gehüllt hatte, verlor. Vergeblich wurde während Wochen danach gesucht. Erst nach einem Jahr ist man fündig geworden; der Schleier bedeckte in einem Holunderstrauch ein Marienbild. Agatha, so hiess die Frau, begriff diesen Fingerzeig als Vorsehung und liess an jener Stelle ein Gotteshaus bauen.
Dort steht seit dieser Zeit auf dem rechten Seitenaltar diese Madonna, welche ehemals geraubt, wie durch ein Wunder auf diese Weise aufgefunden wurde. Wer die unter Denkmalschutz stehende Pfarrkirche betritt, wird zum Kunstfreund. Das Gnadenbild aus dem 14. Jh. die Glasgemälde des Ritters von Gilgenberg mit seiner Gattin sowie dasjenige der beiden heiligen Frauen Katharina und Agatha, die kostbare Pietà aus dem Jahre 1540 und die Johannesstatue von 1440, sind sehenswert. Als selten gilt auch das Steinkreuz auf „Stapfeln“ aus dem Jahre 1638.
Wie Grabungen bewiesen haben, ist sie jedoch älter als es die Überlieferung will. Das Mauerwerk von Chor und Turm stammt eindeutig aus dem 15. Jahrhundert. Das Schiff wurde 1730 erbaut und 1903 erweitert. Gesamtrenovation 1968, wobei eine Fensternische mit Bildfragmenten (um 1460) und ein Sakramentshäuschen gefunden wurden.
Weiteres zur Geschichte und Renovation ist zu finden in der zehnseitige Dokumentation zur Meltinger Kirche, geschrieben von Laura Heyer (Denkmalpflege SO) - «Bekanntes neu interpretiert in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria im Hag in Meltingen»