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Bundesbriefmuseum
Innenraum (Foyer)
Bundesbriefmuseum
Innenraum (Eingang)
Der im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs und im Zuge der Geistigen Landesverteidigung entstandene Bau des Bundesbriefmuseums war ein Zeichen der Schweizer Identität und Souveränität. Die Formensprache ist Teil der Entstehung des sogenannten Landistils, übte damit massgeblichen Einfluss und nahm Elemente der Nachkriegsmoderne voraus.
Chronologie
Das Bundesbriefmuseum, das den Bundesbrief, mittelalterliche Urkunden sowie zahlreiche Banner beherbergt, wurde in den Jahren 1934 bis 1936 von Josef Beeler errichtet. 1933 hatte der Zürcher Architekt den Projektwettbewerb für sich entscheiden können. Zuvor waren mehrere Standorte, die Umnutzung eines historischen Gebäudes sowie verschiedene Vorprojekte diskutiert worden. Eine erste Renovation der Ausstellungshalle erfolgte zwischen 1978 und 1980. Zeitgleich wurden auch die Banner und Fahnen restauriert. In den Jahren 1998/99 und 2013/14 wurde die Dauerausstellung jeweils neu konzipiert, der Bau zuletzt auch renoviert und erweitert.
Lage
Das in eine kleine Parkanlage eingebettete Museum steht am Rand des Dorfkerns von Schwyz an der Bahnhofstrasse. Der locker bebaute Kontext umfasst historische und moderne Repräsentationsbauten sowie Wohnhäuser. Das Museum wird über eine breite Freitreppe im Süden erschlossen, die den Höhenunterschied des Geländes ausgleicht.
Beschreibung
Das Bundesbriefmuseum ist als «Dreiheit» konzipiert, es besteht aus dem Museumsbau, einem Anbau und dem Park. Das Hauptgebäude ist mit seiner Giebelseite zur Bahnhofstrasse ausgerichtet und umfasst zwei hohe Geschosse. Blickfang ist das Gemälde «Fundamentum» von Henrich Danioth. Darunter erschliessen drei elliptisch geformte Arkaden einen überdeckten Eingangsbereich – die mannigfache Betonung der «Dreiheit» nimmt auf die drei Urschweizer Stände Uri, Schwyz und Unterwalden Bezug. Die Arkade zieht sich mit neun Achsen über die Ostfassade, die ansonsten lediglich ein Fensterband im Obergeschoss aufweist: Der mit einem leicht auskragenden Satteldach gedeckte Putzbau ist schlicht und geschlossen gestaltet. Einzig die Leibungen der Arkaden sind mit Natursteinplatten verkleidet, eine Rippendecke akzentuiert die Vorhalle. Der eingeschossige Anbau fasst den Freibereich des Museums. Hier ist die Skulptur «Wehrbereitschaft» von Hans Brandenberger platziert.
Die Neukonzeption in den Jahren 2013/14 veränderte vor allem den Eingangsbereich. Die bis dahin offene Vorhalle wurde verglast und mit einem modernen Foyer, einer Garderobe und einem Museumscafé versehen. In den historischen Bau führt eine Wappentür. Eine massive, gewendelte Treppe erschliesst das Obergeschoss. Der Luftraum nimmt knapp ein Drittel des Bauvolumens ein und vermittelt dem Museum Grosszügigkeit. Über der Treppe erstreckt sich das Wandbild «Bruder Klaus» des Genfer Künstlers Maurice Barraud. Der sogenannte Bündnissaal, der die Dauerausstellung beherbergt, schliesst wiederum mit einer Rippendecke, diesmal stichbogig geformt und durch das hoch ansetzende Fensterband akzentuiert. Für die Konzeption der heutigen Dauerausstellung zeichnet der Szenograph Raphael Barbier verantwortlich.
Literatur