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| Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

Sechstes Buch
7. Gift ist in diesem Brief verborgen.
Wer vermöchte darin nicht die schlüpfrigen Windungen des Schlangenweges wahrzunehmen oder die vielfach verschlungenen Knoten der Schlange zu erkennen, womit des vergifteten Mundes machtvolle Gewalt in dem geschlossenen Kreis des gewundenen Körpers umschlossen wird? Aber wenn alles auseinandergelegt und aufgelöst ist, dann wird das ganze Gift des verborgenen Kopfes sichtbar.
[S. 269] Denn zuerst werden uns die wahren Namen dargereicht, damit das Gift der Falschheit Eingang finde. Gut klingt es im Munde, um vom Herzen aus als bös einzuschlüpfen. Dabei höre ich sie bei keiner Gelegenheit den Sohn Gottes als Gott bezeichnen, nirgendwo finde ich die Sohnschaft des Sohnes gelehrt. Der Name des Sohnes wird dargereicht, um sein Wesen zu verschweigen; das Wesen wird weggenommen, um den Namen als fremd erscheinen zu lassen. Andere Irrlehren werden vorgeschützt, damit die Irrlehre über sich selbst Täuschung verbreite(n könne). Der eine alleinige und allein wahre Gott wird herausgehoben, um dem Sohne das Gott-sein nicht als wahr und eigentümlich zu lassen.