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<h2>SubmittedText<h2><p>Es ist zu begrüssen, dass die Nachhaltigkeit mittlerweile Teil der Revisionen der Lehrpläne in der Berufsbildung ist. Leider hinkt die Schweiz bedeutend hinterher, denn in der letzten Version von 2015 wurde die Nachhaltigkeit nicht einmal erwähnt. Es müssen erhebliche Anstrengungen unternommen werden, um aufzuholen und dem Konzept der Nachhaltigkeit Glaubwürdigkeit zu verleihen. Darüber hinaus ist die "Orientierungshilfe Nachhaltige Entwicklung in der Berufsbildung" sehr knapp gefasst, mit gerade einmal elf Erwähnungen eines einzigen Ziels, das wie folgt formuliert ist: qualifizierte Arbeitskräfte ausbilden, die in der Lage sind, sich den heutigen Herausforderungen in Wirtschaft, Gesellschaft und im Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu stellen. Was jedoch dringend benötigt wird, ist eine kurz-, mittel- und langfristige Strategie in Bezug auf die Anpassung der Arbeitswelt an die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, und zwar unter dem Aspekt einer starken Nachhaltigkeit. Es ist daher zu befürchten, dass es mit einem solch schwachen Konzept der Nachhaltigkeit nicht möglich ist, sowohl den gesellschaftlichen (Gleichheit, Gesundheit, Gerechtigkeit etc.) als auch den Umweltherausforderungen des kommenden Jahrzehnts zu begegnen, heute, da wir uns mit einer klimatischen und ökologischen Krise (Biodiversitätsverlust) eines nie dagewesenen Ausmasses konfrontiert sehen. Darüber hinaus beschleunigt die gegenwärtige Gesundheits- und Wirtschaftskrise den digitalen Wandel, und dieser übt einen erheblichen Druck auf die Arbeitsplätze aus und erzwingt eine berufliche Neuorientierung. Vor diesem Hintergrund bitten wir den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wo stehen wir bei der Revision der Ausrichtung der Berufsbildung?</p><p>2. Wie plant das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) sicherzustellen, dass die Ausbildung im Bereich nachhaltige Entwicklung in den Rahmenprogrammen der Berufsbildung 2030 wirksam und effizient verbessert wird?</p><p>3. Werden die tiefgreifenden Veränderungen der Arbeitswelt, die die Energiewende und die Digitalisierung der Gesellschaft mit sich bringen, ausreichend berücksichtigt?</p><p>4. Wie werden die Herausforderungen angegangen, vor denen wir mit der Eindämmung der Klimaerwärmung, der Anpassung an ihre Folgen sowie dem Erhalt der Biodiversität stehen und die sich spezifisch in der Berufsbildung im Handels- und Finanz- sowie im Landwirtschafts- und Bausektor zeigen? Inwiefern wird die Verschärfung dieser Herausforderungen durch die Gesundheitskrise im Leitbild 2030 berücksichtigt?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In der Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2021-2024 hat der Bundesrat die nachhaltige Entwicklung als eines von drei zentralen transversalen Themen hervorgehoben, denen er über alle Förderbereiche hinweg besondere Beachtung schenkt. Die Berufsbildung ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt (OdA). Letztere sind verantwortlich für die Inhalte der beruflichen Grundbildungen sowie die Angebote der höheren Berufsbildung und beruflichen Weiterbildung. Damit orientieren sich die jeweiligen Bildungsangebote stets an den Bedürfnissen des Arbeitsmarkts. Die OdA und die Betriebe engagieren sich aus eigener Initiative und aus eigenem Interesse für die Aus- und Weiterbildung. Der Bund und die Kantone ihrerseits sorgen für gute Rahmenbedingungen. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) ist das Kompetenzzentrum des Bundes für Fragen der Bildungs-, Forschungs- und Innovationspolitik. Erstreckt sich die Berufsbildung wie im Fall der nachhaltigen Entwicklung auf Themen, die in den Zuständigkeitsbereich anderer Bundesämter fallen, koordiniert das SBFI die Zusammenarbeit mit den zuständigen Bundesstellen.</p><p>1. Die drei Verbundpartner tragen gemeinsam die Verantwortung für die Berufsentwicklung und die Qualität der Ausbildung. Die beruflichen Grundbildungen werden auf die Bedürfnisse der Arbeitswelt ausgerichtet und mindestens alle fünf Jahre überprüft. Das SBFI übernimmt hier eine koordinierende Rolle und stellt mit dem Bericht zur 5-Jahres-Überprüfung sicher, dass die Rahmenbedingungen und Empfehlungen in die Überarbeitung der Bildungserlasse einfliessen. Auch die Rahmenlehrpläne und die Prüfungsordnungen im Bereich der höheren Berufsbildung werden regelmässig überprüft und bei Bedarf den sich verändernden Bedürfnissen des Arbeitsmarkts angepasst.</p><p>2. Einen hohen Stellenwert hat für den Bund die Ausbildung von qualifizierten Arbeitskräften, welche den Anforderungen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung gewachsen sind. Er unterstützt die Trägerschaften und empfiehlt, dass diese bei der 5-Jahres-Überprüfung, der Erarbeitung neuer Bildungsverordnungen oder der Schaffung neuer Angebote in der beruflichen Grundbildung spezifische Kompetenzen für das jeweilige Berufsfeld formulieren. So wurde zum Beispiel für jede berufliche Grundbildung ein Informationsblatt zum Thema Cleantech erarbeitet. Zudem beraten das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und das Bundesamt für Energie (BFE) die Trägerschaften bei Bedarf in jeder Phase des Berufsentwicklungsprozesses hinsichtlich Ressourcen, Klima, Energie und Biodiversität.</p><p>3./4. Die Wirtschaft und das Bildungswesen in der Schweiz haben sich stets erfolgreich an neue Gegebenheiten angepasst. Die Akteure tragen den sich verändernden Anforderungen des Arbeitsmarkts im Bereich der Klimapolitik Rechnung und antizipieren diese so weit wie möglich. Das trifft auch auf die Digitalisierung und die Veränderungen aufgrund der Covid-19-Pandemie zu. Der Bund unterstützt die Trägerschaften bei der Anpassung bestehender Bildungsgänge und der Entwicklung neuer Angebote. So hat das SBFI Ende 2020 in Zusammenarbeit mit den OdA, verschiedenen Dienststellen des Bundes und kantonalen Stellen die "Orientierungshilfe Nachhaltige Entwicklung in der Berufsbildung" publiziert. Mit dieser Orientierungshilfe können die Trägerschaften selbst entscheiden, in welchem Umfang und in welcher Form sie zur nachhaltigen Entwicklung beitragen können. Im Bausektor beispielsweise startet 2021 die neue berufliche Grundbildung "Gebäudeinformatiker/in EFZ". Diese Ausbildung stellt sicher, dass Fachpersonen in der Lage sind, "intelligente" Gebäude in Bezug auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit zu entwerfen. Im Finanzbereich ist der Ende 2020 veröffentlichte Bericht "Nachhaltigkeit in der Aus- und Weiterbildung im Finanzbereich in der Schweiz" erwähnenswert, welcher Empfehlungen des BAFU und von Swiss Sustainable Finance enthält und Bildungszentren, Finanzinstitute, Verbände, Trägerschaften und Behörden im Finanzbereich zum Handeln auffordert.</p>  Antwort des Bundesrates.