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In einem grossen hölzernen Trog voll Wasser sitzt ein Mann mit Badekappe und schaut verträumt vor sich hin. Ein elegant gekleideter Herr versucht mit ernster Miene, dessen Blick zu erhaschen. Der Kupferstich von Daniel Nikolaus Chodowiecki illustriert einen Narren im Bad und verspottet den damaligen Trend der Badekur. Das Bild stammt aus dem Buch «Centi Folium Stultorum» – was mit «hundert ausbündige Narren» übersetzt werden kann und sich über die Sittenlehre zu Beginn des 18. Jahrhunderts mokiert. Schon früh wird Chodowiecki über seinen Vater in die Kunst eingeführt. Denn die amateurhafte Beschäftigung mit Kunst entwickelt sich im 18. Jahrhundert für das wohlhabende Bürgertum zu einem erstrebenswerten Zeitvertreib. Nachdem Chodowiecki sich lange Zeit der Miniaturmalerei gewidmet hat, greift er ab Mitte der 1750er-Jahre vermehrt auf das graphische Verfahren zurück, das er autodidaktisch erlernt. Ab Ende der 1760er-Jahre findet er seine Position als Buchillustrator und sein Erfolg darin ist mit dem eines heutigen Medienstars vergleichbar.
Katrin Sperry
Das Bild stammt aus einem alten Buch zu 100 Narren.
Dieses Bild heisst Bade-Narr.
Der Künstler ver-spottet damit die Bade-Kur.
Vor 250 Jahren ist die stunden-lange Bade-Kur
eine Behandlung gegen viele verschiedene Krank-heiten.