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| Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)

44. Vortrag
10.
"Die Juden glaubten nun nicht von ihm, daß er blind gewesen und sehend geworden sei, bis sie die Eltern dessen riefen, der sehend geworden", d.h. der blind gewesen und nunmehr sah. "Und sie fragten diese und sprachen: Ist dies euer Sohn, von dem ihr sagt, daß er blind geboren sei? Wie also sieht er jetzt? Seine Eltern antworteten ihnen und sagten: Wir wissen, daß dies unser Sohn ist, und daß er blind geboren ist; wie er aber jetzt sieht, wissen wir nicht, oder wer seine Augen geöffnet hat, wissen wir nicht. Und sie sagten: Fraget ihn selbst, er ist alt genug; er mag für sich selbst reden." Er ist zwar unser Sohn, aber mit Recht würde man uns zwingen für ein Kind zu reden, weil es selbst für sich nicht reden könnte; seit langem redet er, jetzt sieht er auch; als blind geboren kennen wir ihn; daß er redet, wissen wir schon lange; daß er sieht, sehen wir jetzt, fraget ihn selbst, damit ihr Belehrung empfanget; was macht ihr uns Schwierigkeiten? "Das sprachen seine Eltern, weil sie die Juden fürchteten. Denn bereits waren die Juden übereingekommen, daß einer, wenn er ihn als Christus bekennen würde, aus der Synagoge gestoßen werden sollte." Es war schon kein Übel mehr, aus der Synagoge gestoßen zu werden. Jene stießen ihn aus, aber Christus nahm ihn auf. "Darum sagten seine Eltern: Er ist alt genug, fraget ihn selbst."