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Der Tod eines Königs war, auch wenn er unter natürlichen Umständen zu Stande kam, immer ein kritischer Moment in der Geschichte einer Herrschaft. Er war meist Ausgangspunkt für einen komplizierten Prozess der Machtübergabe, der einen langen Zeitraum der politischen Krise einleiten konnte. Er schloss immer auch die Möglichkeit einer Neuordnung des Königreichs mit ein, in der die Machtverhältnisse zurechtgerückt wurden. Es mangelt nicht an Beispielen, in denen das Verschwinden des Monarchen ein provozierter Akt war, ein zusätzliches Element im Machtpoker der mittelalterlichen Politik.
Das Freiburger Colloquium 2019 hat zum Ziel einen interdisziplinären Blick auf diesen transzendenten Moment des Lebens eines Königreichs zu werfen. Wir möchten über die reiche Literatur, die dieses Ereignis begleitet (chronikale Berichte, Begräbnispoesie, volkstümliche Erzählungen, Exempla) ebenso nachdenken, wie über ihre Repräsentationsformen und Symbole (Gräber, Ikonographie, Skulpturen) und über ihre politische Bedeutung.