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Der März 2022 auf globaler Ebene
Laut den Daten des europäischen Copernicus-Dienstes lag die globale Durchschnittstemperatur im März 2022 etwa 0,4 °C über dem Durchschnitt von 1991−2020. Damit war der März der fünftwärmste März im Copernicus-Datensatz ab 1979. Gemittelt über Europa war der März 2022 etwa 0,3 °C kälter als der Durchschnitt und damit der kälteste März seit 2018. Die meisten europäischen Länder waren überdurchschnittlich trocken. Eine Ausnahme bildete die Iberische Halbinsel, wo überdurchschnittlich feuchte Bedingungen in auffälligem Kontrast zu der seit Beginn des meteorologischen Winters beobachteten Trockenheit standen.
Grosse Temperatur-Gegensätze über Europa
Im März 2022 zeigten sich in Europa markante Temperaturunterschiede. Überdurchschnittlich milde Bedingungen wurden in Nord- und Nordwesteuropa beobachtet. Die grössten positiven Abweichungen verzeichnete Nordnorwegen. Im Gegensatz dazu blieb die Temperatur in Südeuropa deutlich unter dem Durchschnitt. Die grössten negativen Abweichungen zeigten Griechenland und vor allem die Türkei.
Die Schwankungen der europäischen Durchschnittstemperatur sind im Allgemeinen grösser und variabler als auf globaler Ebene. Im März 2022 lag die europäische Durchschnittstemperatur 0,3 °C unter dem Durchschnitt 1991−2020. Es war der drittkälteste März der letzten zehn Jahre und der kälteste März seit 2018.
Die globale Übersicht
Unterdurchschnittliche Märztemperaturen herrschten auch in Nordafrika, im Nahen Osten, im Kaukasus, in Russland, in einem grossen Gebiet Südamerikas, in den Rocky Mountains der USA und in Zentralkanada.
Überdurchschnittlich hohe Märztemperaturen verzeichnete eine Region, die sich vom Iran über Indien bis nach China erstreckte. Insbesondere Indien erlebte den wärmsten März seit 122 Jahren. Überdurchschnittlich warme Bedingungen wurden auch im Norden Australiens, in Zentralafrika, entlang der Pazifikküste Nordamerikas und im Osten der USA beobachtet.
Auch in der Arktis herrschten überdurchschnittlich warme Temperaturen, wobei die grössten positiven Abweichungen in der östlichen Arktis von Spitzbergen bis zur russischen Insel Nowaja Semlja zu verzeichnen waren. Ebenso erlebte die Antarktis eine aussergewöhnliche Milde mit weit überdurchschnittlichen Temperaturwerten. An der Forschungsstation Vostok zum Beispiel erreichte ein Tageshöchstwert -17,7 °C. Das war der höchste Märzwert seit Messbeginn vor 65 Jahren.
Der März 2022 war weltweit gemittelt 0,39 °C wärmer als der Durchschnitt 1991−2020. Er war der fünftwärmste März im Copernicus Datensatz ab 1979, nach 2016, 2019, 2017 und 2020. Der März 2022 lag etwa 0,2 °C unter dem Rekordmärz März 2016.
Trockenheit in Europa
Im März 2022 blieben die Niederschlagsmengen in den meisten Ländern Europas unter dem Durchschnitt 1991−2020. Deutliche Defizite registrierten Südwestnorwegen und der Alpenraum. Dies verschärfte die anhaltende Trockenheit in Norditalien, insbesondere in der Poebene. In Südschweden verzeichneten einige Stationen extrem geringe Niederschläge.
Im Nordwesten Norwegens, in Island, im grössten Teil der Türkei, in den Regionen nordwestlich des Kaspischen Meeres und insbesondere auf der Iberischen Halbinsel fiel überdurchschnittlich viel Niederschlag. Auf der Iberischen Halbinsel führten anhaltende Regenfälle und starke Winde zu Überschwemmungen und Schäden in der Region Valencia. Die nassen Bedingungen, die im Osten Spaniens besonders ausgeprägt waren, bildeten einen starken Kontrast zur Trockenheit, die seit Beginn des meteorologischen Winters diese Region heimgesucht hatte.
Hochdruck über Skandinavien
Der Grund für die niederschlagsarmen Bedingungen in weiten Teilen Europas waren die häufig von Skandinavien bis nach Mitteleuropa reichenden Hochdruckwetterlagen, was sich mit der mittleren 500 hPa Druckfläche auf rund 5500 Meter Höhe schön zeigen lässt (Abbildung 4).
Südosteuropa, das an der östlichen Flanke dieser Hochdruckzone lag, wurde von kalter Festlandluft aus Russland heimgesucht. Auf der Iberischen Halbinsel waren dagegen Tiefdrucklagen vorherrschend, was die nassen Märzverhältnisse erklärt. Die feuchten Luftmassen der atlantischen Tiefdruckgebiete wurden hier vom skandinavischen Hochdruckgebiet blockiert, so dass letztendlich immer die gleichen Regionen von Niederschlägen betroffen waren.
Arktische Meereisfläche
Im März 2022 erreichte der Monatsdurchschnitt der arktischen Meereisfläche 14,7 Millionen km². Das liegt 0,4 Millionen km² oder 3% unter dem Durchschnitt 1991−2020. Es war die achtgeringste Märzausdehnung seit Beginn der Satellitenmessungen Ende der 1970-er Jahre. Die geringste Märzausdehnung datiert aus dem Jahr 2018 mit rund 5 % unter dem Durchschnitt 1991−2020. Nachdem die arktische Meereisfläche Anfang März ihren jährlichen Höchststand erreicht hatte, begann sie zu schrumpfen.
Antarktische Meereisfläche
Im März 2022 lag der Monatsdurchschnitt der antarktischen Meereisfläche bei 3,2 Millionen km². Das sind 1,2 Millionen km² oder 26% weniger als der Durchschnitt 1991−2020. Es war die zweitgeringste Märzausdehnung seit Beginn der Satellitenbeobachtungen vor 44 Jahren. Die antarktische Meereisfläche begann im März wieder zu wachsen, nach dem Erreichen des jährlichen Minimums im Februar.
Die Copernicus Mitteilung zum März 2022 ist in englischer Sprache verfügbar.
Der März 2022 in der Schweiz
Der März 2022 brachte in der Schweiz sehr viel Sonnenschein und extrem wenig Niederschlag. Die Alpennordseite zählte 24, die Alpensüdseite 19 sonnige Tage. Nur an drei Tagen fiel verbreitet Niederschlag. Regional war es einer der sonnigsten und einer der niederschlagsärmsten Märzmonate seit Messbeginn. Im landesweiten Mittel erreichte die Märztemperatur 1,0 °C über der Norm.
Den umfassenden Überblick zum März 2022 in der Schweiz findet der Leser im Märzbulletin von MeteoSchweiz.