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Ein heisser Arsch und Stanley Kubrick: 11 Fun Facts zu "James Bond - The Spy who loved me"
Für viele gehört das dritte Bond-Abenteuer von Roger Moore zu den besten der Reihe. Diese Meinung teilte übrigens auch Moore selbst, für den die Dreharbeiten aber ganz schön heiss wurden.
So lang warten ...
Für diesen Bond-Film mussten die Fans drei Jahre lang warten. Der wohl gewichtigste Grund dafür war das Drehbuch. Autor Richard Maibaum baute in seiner Version die Organisation SPECTRE und die Figur Blofeld ein. Daraus ergaben sich gerichtliche Konsequenzen, da die Rechte für diese zwei Elemente bei Kevin McClory lagen. Produzent Broccoli scheiterte vor Gericht. Als er den Regisseur Lewis Gilbert engagierte, brachte dieser seinen Schreiberling Christopher Wood mit, der ein Drehbuch ohne diese Elemente verfasste.
Nur Broccoli ist ja auch nicht lässig
Produzent Harry Saltzman ist aus dem Bond-Geschäft ausgestiegen. Daher musste Albert R. Broccoli einen neuen Partner suchen - und fand diesen in seiner Familie: seine Stiefsohn Michael G. Wilson. Zwar war Wilson schon vorher in Sachen Bond tätig, bekam aber jetzt mehr Verantwortung über die Bond-Projekte.
Supertanker!
Für die Szenen auf dem Supertanker hielt man nach einem solchen Schiff Ausschau. Produktionsdesigner Ken Adam wurde in Japan fündig, doch der Tanker war in einem unbrauchbaren Zustand. Ähnliche Objekte konnten für einen Dreh nicht gefunden werden. Also baute Adam eine neue Halle auf dem Gelände der Pinewood Studios: Die Geburt der "007-Stage". Mit einer Länge von 103 Metern, 43 Meter Breite und zwölf Meter Höhe wurden dort die Szenen im Innern des Supertankers gedreht. Kostenpunkt: ca. 1.15 Millionen Dollar.
Bei unseren Pisten springt man nicht
Auch die Schweiz ist als Schauplatz in diesem Bond-Abenteuer wieder mit von der Partie. Sämtliche Ski-Szenen für die Eröffnungssequenz wurden in der Umgebung von St. Moritz gedreht. Die Ausnahme bildet die Skisprung-/Fallschirmszene (Union Jack). Diese wurde in Baffin Island in Kanada gedreht. Obwohl aus verschiedenen Perspektiven Kameras im Einsatz waren, hatte nur eine den ganzen Stunt komplett eingefangen, welcher im fertigen Film zu sehen ist.
Der andere Stromberg!
Die Rolle des Stromberg war eigentlich James Mason vorgesehen - zur Erinnerung: Bei Dr. No wurde er für die Rolle des James Bond in Betracht gezogen. Regisseur Lewis Gilbert hatte aber eine andere Idee: Er empfahl Curd Jürgens, mit dem er zusammen schon 1959 den Film Ferry to Hong Kong gemacht hatte. Broccoli ging auf die Empfehlung Gilberts ein und engagierte Jürgens als Bösewicht. Jürgens verbrachte für seine Rolle dann aber gerade einmal nur zwei Wochen am Set.
Zu gut für Actionszenen
Vor Drehbeginn wurde bereits das neue Bond-Fahrzeug, der Lotus Esprit, der Presse vorgestellt. Doch bei den Dreharbeiten auf Sardinien hatten die Macher Probleme, die Verfolgungsjagd-Szenen mit dem Lotus spannend und aufregend einzufangen. Der Wagen hielt sich trotz hoher Geschwindigkeit sehr gut auf der Strasse. Daher mussten andere Stunts mit dem Lotus eingeplant werden, wie dramatische Kurvenfahrten oder 180-Grad-Drehungen. Nach der Veröffentlichung des Filmes wurde der Lotus Esprit zu einem Verkaufsrenner. Einige Käufer mussten monatelang auf ihren neuen, heissen Schlitten warten.
Hello, Stanley Kubrick
Beim Dreh der Supertanker-Szenen versagte bei Kameramann Claude Renoir das Augenlicht und er war so nicht mehr fähig, die Beleuchtung zu überwachen. Ken Adam holte indes Stanley Kubrick an Bord, der unter strenger Geheimhaltung den Job übernahm. Kubrick stattete das Set mit Scheinwerfern und Flutlichtern aus und überwachte die Beleuchtung beim Dreh.
Die Bond-Girls
Vor ihrem Bond-Auftritt als russische Agentin drehte Barbara Bach ein paar nicht von Erfolg gekrönte Filme. Auf sie aufmerksam wurde Produzent Broccoli, als ein Freund ihm ein paar Videobänder einer italienischen Produktion zeigte, in welcher Bach mitwirkte. Caroline Munro bekam derweil die Rolle der Handlangerin Naomi. Sie war bereits in der Horror-Szene fest etabliert. Hier hatte sie jedoch die Möglichkeit, eine böse Rolle zu verkörpern, anstatt wie sonst das Opfer zu mimen.
Was Sie schon immer über den Beisser wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten
Broccoli entdeckte Bösewicht Richard Kiel in der TV-Serie Barbary Coast und wollte ihn für die Rolle des Jaws (zu Deutsch: Beisser). Der Name Jaws war ein Seitenhieb auf Steven Spielbergs gleichnamigen Hai-Blockbuster. Übrigens war Spielberg in der Auswahl als Regisseur, lehnte aber wegen anderer Projekte ab. Das Metallgebiss von Jaws wurde von Kubricks Stieftochter Katharina Kubrick entworfen. Kiel konnte seine Metallzähne aber nur für eine gute halbe Minute im Mund tragen, da diese ihm höllische Schmerzen bereiteten. Mit Kiels Jaws wurden dann auch zwei unterschiedliche Enden gedreht: das eine endet mit seinem Tod, im anderen überlebt er und kommt davon. In einer Sneak-Preview bekam Letzteres grossen Beifall und so avancierte Jaws zu einer Kult-Figur.
Heisser Arsch
Roger Moore zog sich während den Aufnahmen mit Curd Jürgens Verletzungen an seinem Hinterteil zu. In einer Szene, in der Stromberg auf Bond schoss, explodierte eine Sprengladung zu früh. Moore verbrannte sich seinen Popo, da die Flammen durch seine Marine-Uniform gingen. Er beschrieb diese Situation als sehr unangenehm.
Geld, Favoriten und eine Lüge!
Bei einem Budget von 14 Millionen Dollar spielte The Spy who loved me weltweit über 185 Millionen Dollar ein und war zu diesem Zeitpunkt der umsatzstärkste Bond - aber auch der bisher teuerste. Interessanterweise hat der Film mit dem Roman von Ian Fleming nichts gemeinsam - mit Ausnahme des Titels sowie den Handlanger-Figuren Jaws und Sandor. Für Roger Moore war The Spy who loved me sein Lieblings-Bond. Auch Broccoli zählte den Film zu seinen drei Lieblingen nebst From Russia with Love und Goldfinger. In den End-Credits des Films heisst es, dass James Bond in For Your Eyes Only zurückkehren wird - was jedoch nicht der Wahrheit entspricht.