Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03207.jsonl.gz/1819

Ursachen der Hämochromatose
Es gibt mehrere Gendefekte, die eine genetische Hämochromatose verursachen können. Je nach Mechanismus des Gendefektes, Krankheitsbeginn, Symptomen und Vererbung werden bislang 5 Typen unterschieden. Anzumerken ist, dass Typ 1 weitaus überwiegt, andere Typen sind sehr selten und werden nur der Vollständigkeit halber aufgelistet.
Typ 1 Hämochromatose
Wie erwähnt ist dies die häufigste Form der genetischen Hämochromatose. Sie wird durch ein defektes Gen, das HFE-Gen, ausgelöst und autosomal-rezessiv vererbt, d.h. die Erkrankung tritt nur dann auf, wenn beide Elternteile des betroffenen Menschen Träger des defekten Gens sind und dieses weitergegeben. Wird das defekte Gen nur von einem Elternteil vererbt, tritt die Erkrankung nicht auf, und der Betroffene wird nur zum Träger (vgl. Schema).
Wie es infolge des genetischen HFE-Defektes zu einer Eisenüberladung kommt, ist bis heute nicht genau geklärt. Wahrscheinlich führt das defekte HFE-Gen zu einem Eisen-Hormonmangel im Blut. Das kürzlich entdeckte Eisenhormon heisst Hepcidin und beeinflusst die Eisenaufnahme im Darm. Hat man zu wenig von diesem Hormon, wird viel Eisen im Darm aufgenommen. Die Ausprägung der genetischen Hämochromatose vom Typ 1 ist überaus variabel, d.h. einige Patienten haben viele Beschwerden, wohingegen andere kaum an Symptomen leiden. Dies beruht weniger auf äusseren Faktoren, die zwar ebenfalls zur vermehrten Eisenaufnahme führen können (z.B. Alkohol), sondern auf zusätzlichen noch unbekannten genetischen Faktoren, welche die Eisenaufnahme steigern. Das hauptsächliche Manifestationsalter liegt bei Männern zwischen dem 30. und dem 50. Lebensjahr, bei Frauen infolge der Menstruation (und somit des Eisenverlusts) eher später. Die häufigsten Beschwerden beim Typ 1 Hämochromatose sind Müdigkeit und Gelenkschmerzen, die anderen oben aufgelisteten Beschwerden sind seltener. In der Blutuntersuchung können, neben den erhöhten Eisenparametern (vgl. unten), typischerweise die Leberwerte erhöht sein.
Typ 2 Hämochromatose
Dieser Typ kommt sehr selten vor. Typischerweise treten die Beschwerden schon zwischen dem 20. und dem 30. Lebensjahr auf. Im Vordergrund stehen Herz -und Hormonprobleme. Folgende Gendefekte sind dafür zuständig: Typ 2A Hemojuvelin (HJV), Typ 2B Hepcidin (HAMP).
Typ 3 Hämochromatose
Bei diesem Typ liegt ein Gendefekt des Transferrinrezeptors 2 vor. Der Typ kommt sehr selten vor. Das Auftreten und die Art der Beschwerden ähneln dem von Typ 1.
Typ 4 Hämochromatose
Diesen ebenfalls seltenen Typ nennt man auch Ferroportin disease. Bei diesem Typ, liegt ein Gendefekt des Ferroportins vor. Es ist der einzige Hämochromatosetyp, der dominant vererbt wird, d.h. die Erkrankung tritt schon auf, wenn nur ein Elternteil Träger des defekten Gens ist und dieses weitergegeben hat. Es gibt 2 verschiedene Subtypen: Typ 4A ist charakterisiert durch eine normale Transferrinsättigung (vgl. unten) und eher leichten Symptomen. Das Auftreten und die Art der Beschwerden beim Typ 4B ähnelt denen von Hämochromatose Typ 1 und 3.