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Von Theo Hess (Bilder Nasa/ESO)
Meteore sind Körper aus dem Asteroidengürtel, die durch Ablenkung infolge Anziehung (Gravitation) anderer Himmelskörper aus ihrer Bahn um die Sonne katapultiert werden und dann irgendwann mit einem anderen Objekt kollidieren, in unserem Fall ist das die Erde.
Künstlerische Darstellung des Asteroidengürtels.
Die Kollision von Brocken kann einzelne Körper aus der Bahn werfen.
Lage des Asteroidengürtels im Sonnensystem.
Was sich aber in diesen Tagen ereignet, hat einen anderen Ursprung mit gleicher Wirkung. Diese Körnchen, Steine, Brocken, die im Moment auffällig häufig in die Atmosphäre unseres Planten eintauchen und eine gleissend helle Spur am dunklen Nachthimmel erzeugen, sind Bestandteile eines Kometen der von den Herren Lewis A. Swift und Horace Parnell Tuttle am 16.Juli 1862 entdeckt wurde. Der Komet wurde schon von chinesischen Astronomen in den Jahren 69 v. Chr. und 188 n.Chr. beobachtet. Sie nannten ihn den «Grossen Kometen». Lange blieb er vergessen. Bei einer Wiederkehr im Jahre 1737 hat man ihn als Komet «Kegler» (C/1737 N1) in den Tabellen der Kometenaufzeichnungen geführt und erst Swift und Tuttle erkannten, dass es sich bei «Kegler» um den grossen Kometen handelte. Kometen beschreiben eine riesige Ellipse auf ihrer Bahn um die Sonne. Ihre Heimat hatten sie ursprünglich im «Kuiper-Gürtel», ein unerschöpflicher, ringförmig um die Sonne gespannter Gürtel von Überbleibseln, aus der Zeit der Entstehung unseres Sonnensystems. Bahnänderungen von einzelnen Objekten erfolgen analog der oben beschriebenen Umstände.
Kuiper-Gürtel.
Bahn des Kometen 109P/Swift-Tuttle im Jahr 2010.
Bei ihrer Annäherung an die Sonne, werden diese schmutzigen Schneebälle von der Strahlung der Sonne erwärmt und gasen aus, verlieren aber auch festes Material. Letzteres bleibt auf der Bahn des Kometen «liegen». Jedes Korn, jedes Steinchen zieht jetzt in seiner eigenen Bahn, innerhalb der Kometenbahn, um das Zentralgestirn.
Die Gase aber werden vom Sonnenwind, radial von der Sonne weg, ins All geblasen. So hat also jeder Komet zwei Schweife, einmal Gas, bläulich und einmal festes Material, gelblich.
Beispiel der zwei Schweife; oben Gas, unten festes Material.
Wenn die Erde alljährlich zu etwa der gleichen Zeit, also gegen Mitte August, die Kometenbahn mehr oder weniger zielgenau durchfliegt, kollidieren die kleinen Körper mit der Erdatmosphäre und werden sichtbar.
Ein Meteorschauer scheint aus einem Zentrum zu kommen.
Der Perseiden-Meteorstrom hat scheinbar sein Zentrum im Sternbild «Perseus».
Die Sternwarte Mirasteilas in Falera lädt die Öffentlichkeit ein, das Schauspiel zu beobachten. Sie öffnet ihre Tore am 12. August 2016. Es wird aber auch möglich sein, die Meteore zu hören, wenn sie in die Atmosphäre eintauchen.
Der Eintritt ist frei. (Das Sparschwein ist so frei und nimmt gerne eine kleine Spende entgegen).
109P/Swift-Tuttle.
Da der Komet 133 Jahre für einen Umlauf benötigt und sein letzter Perihel-Durchgang (sonnennächster Punkt) am 11. Dezember 1992 stattfand, ist der Komet selber nicht sichtbar.
Wenn sie aber noch etwas Geduld haben, kreuzen sie sich das Jahr 2126 im Kalender an. Da wird der Komet die Erde in etwa 25‘000 Kilometern (0,15 AE) passieren. Ein Einschlag ist nach heutiger Berechnung nicht möglich.
Warum aber wird den Meteorstrom auch Laurentiustränen genannt?
Nach der Hinrichtung des Papstes Sixtus II durch Kaiser Valerius im Jahre 258 n. Chr. sollte Laurentius auf Geheiss des Kaisers ihm den Kirchenschatz aushändigen. Laurentius aber versammelte eine Schar von Armen und Kranken, Verkrüppelten, Blinden, Leprösen, Witwen und Waisen und präsentierte sie als «den wahren Schatz der Kirche» dem Kaiser. Nach Folterungen wurde Laurentius letztlich auf einem glühenden Eisenrost umgebracht. Dies geschah am 10. August, also nahe dem Meteor-Maximum.
(Laurentius letzte Worte, die er an den Kaiser richtete, waren: «Du armer Mensch, mir ist dieses Feuer eine Kühle, dir aber bringt es ewige Pein.»)
Da man damals offenbar keine bessere Erklärung für das Schauspiel am Himmel zur Hand hatte, musste Laurentius auch noch dafür herhalten.
Eine weitere Möglichkeit, den Meteorstrom zu beobachten, bietet sich bereits einen Tag später. Dann findet eine Grill- Party für jedermann in der Sternwarte statt. Ab 22 Uhr werden Mitglieder der Astronomischen Gesellschaft Graubünden, AGG, die Sternwarte öffnen und den Besuchern den Mond, den Sternenhimmel und die Planeten Mars und Saturn zeigen.
Die Hobby-Astronomen in der Sternwarte Mirasteilas legen gleich noch einen drauf.
Am Wochenende vom 26. bis 28.August 2016 finden die Astronomietage statt. Sternenfreunde aus nah und fern kommen mit ihren Instrumenten zur Sternwarte und bringen ihre Teleskope direkt daneben in Stellung. Sie sind jederzeit bereit, ihnen, liebe Besucher/innen, einen Blick in ihre Okulare zu gewähren. Sie erklären ihnen den Himmel, die
die Teleskope und bringen sie auf den Geschmack, selber astronomisch tätig zu werden. Eine einmalige Gelegenheit tolle Frauen und Männer kennen zu lernen, die einem nicht alltäglichen Hobby nachgehen.
Ergreifen Sie die Gelegenheit und machen sie von der einmaligen Gelegenheit gebrauch. Gute Schuhe, Taschenlampe für den Heimweg und warme Kleider mitnehmen!
Die Autos der Besucher sind auf dem Parkplatz am Dorfeingang abzustellen. Der kleine Fussmarsch von rund 15 Minuten ist keine olympische Herausforderung, sondern eine Erholung.