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1984 – Ein Werbespot schreibt Geschichte
Einer der grössten Werbe-Hits von Apple wäre beinahe in der Schublade gelandet ohne je ausgestrahlt zu werden… Aber beginnen wir am Anfang von der Geschichte.
Um dem ersten Macintosh Computer, die Ablösung für den Apple II, einen bombastischen Start zu bescheren, wollte Apple eine unvergessliche Werbekampagne starten. Für die Idee und Umsetzung wurde die Werbeagentur Chiat/Day verpflichtet, welche Apple schon seit einigen Jahren begleitet. Für den Macintosh wollte das Team einen Werbespot für den kommenden Super Bowl mit einem nie dagewesenen Drehbuch umsetzen. Als Regisseur wurde kein geringerer als Ridley Scott (Alien, Blade Runner) verpflichtet.
Im Drehbuch war vorgesehen, dass eine hübsche, athletische Heldin mit einem Hammer durch kahle Hallen rennt, verfolgt von behelmten Sturmtruppen. Sie platzt in eine Aula mit endlosen Reihen von kahlköpfigen, drohnenartigen Arbeitern welche auf einen gigantischen Fernseher schauen, auf dessen Monitor der „Big Brother“ ideologische Hetzparolen verbreitet. Die Heldin schleudert den Hammer gegen den Bildschirm und die Arbeiter erblicken das Licht der Erkenntnis…
Für den Spot „1984“ benötigte Ridley Scott rund 200 Statisten, natürlich kahlköpfig… Dazu warb er echte britische Skinheads an oder bezahlte Amateurschauspieler rund 125 US-Dollar pro Tag, wenn sie sich den Kopf scheren lassen. Auch die Rolle der Heldin konnte nicht einfach besetzt werden. Alle Schauspielerinnen und Models waren nicht in der Lage den Hammer glaubwürdig in eine vorgegeben Richtung zu werfen. Doch dann kam Anja Major. Sie war früher Diskuswerferin und konnte den Hammer gezielt werfen.
Der fertige Film wurde von Chiat/Day an Steve Jobs und John Scully vorgeführt. Die beiden waren begeistert. Schnell sollte der Film dem Direktorium von Apple gezeigt werden. Doch die Mitglieder waren gar nicht erfreut. Der erste Satz nach dem Ende der Vorführung war: „Wer kümmert sich um eine neue Agentur…?“. Keiner der Vorstandsmitglieder fand den Film gut. Scully, um sich abzusichern, überlies dann zuletzt dem Marketing, namentlich William V. Campbell und E. Floyd Kvamme, die Entscheidung oder der Werbespot „1984“ laufe soll, oder doch nur der staubtrockene Spot „Manuals“ gezeigt wird. Sie entschieden sich für 1984! Ihnen haben wir es zu verdanken, dass der etwas andere Werbespot nicht in einer Schublade verstaubt ist. Wäre doch schade gewesen um den rund 2 Millionen US-Dollar teuren Film!
Der Werbespot löste eine Kontroverse aus. Viele Bürger riefen bei Apple an. Was aber am besten war, viele Medien haben die Meinungen zum Werbespot in den Nachrichten aufgenommen und berichteten darüber im TV und den Zeitungen. Apple erreichte eine Publicity im Wert von rund 5 Millionen. nach Schätzungen erreichte Apple mit dem Spot und den nachfolgenden Berichterstattungen rund 50% der amerikanischen Haushalte…