Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03648.jsonl.gz/1044

Inhalt
Kleintierdurchlass Masanserstrasse
Dem Umstand, dass das Gebiet Rückenbrecher der einzige Bereich ist, der beidseitig der Masanserstrasse naturnahe Lebensräume aufweist und somit potenziell eine grossräumige West-Ost-Vernetzung für Wildtiere ermöglichen kann, wurde Sorge getragen. Mittels eines wildtierökologischen Gutachtens wurde nachgewiesen, dass die folgenden Leitarten bzw. Leitartgruppen sich in diesem Bereich terrestrisch bewegen und ein Kleintierdurchlass in diesem Gebiet relevant ist:
- Westliche Blindschleiche
- Zauneidechse und Barrenringelnatter
- Heuschrecken im Allgemeinen
- Braunbrust-Igel
Bis auf die Heuschrecken sind diese Kleintiere als geschützt, verletzlich oder potenziell gefährdet eingestuft (NHV, VU, NT).
Reptilien und Heuschrecken sind tagaktiv und die Aktivitätszeit des Braunbrust-Igels beginnt bei Sonnenuntergang und endet mit der Dämmerung. Bei einer täglichen Fahrfrequenz von ca. 20'000 Fahrzeugen pro Tag, ist die Masanserstrasse für die Kleintiere eine tödliche Barriere.
Der Kleintierdurchlass soll möglichst kurz sein. Daher wurde dieser dort angelegt, wo die Strasse am wenigsten breit ist und die Leitstrukturen (z.B. Ast-/Steinhaufen, Bäume, Hecken, Säume, Trockensteinmauern) optimal sind. In der nahen und weiten Umgebung auf der östlichen Strassenseite befindet sich offenes Kulturland mit extensiv genutzten Böschungen sowie verschiedenen naturnahen Gärten. Auf der westlichen Strassenseite befindet sich eine Pferdekoppel. Ohne eine sichere Passage zur Querung der Masanserstrasse beim Rückenbrecher, ist es nicht möglich eine grossräumige West-Ost-Vernetzung für kleine terrestrische Wildtiere über die Masanserstrasse zu realisieren.
Der Kleintierdurchlass ist rechteckig und weist einen lichten Durchmesser von einem Meter auf. Der Boden ist mit natürlichem Material bedeckt (z.B. Erde/Steine). Die Bauteile sind unten nicht dicht geschlossen, damit der Boden im Durchlass seine natürliche Feuchtigkeit behält. Eine leichte Neigung des Kleintierdurchlasses ermöglicht das Abfliessen des Wassers.
Die Eingangsbereiche sind wildtiergerecht gestaltet worden. Damit die Leitarten den Durchgang möglichst nutzen, ist er nicht steiler als 1:3 und wenigstens 20 Meter weit weg vom nächsten Gebäude entfernt angelegt worden. Auf der östlichen Strassenseite wurde ein 50 cm hoher Zaun angelegt, damit die Leitarten nicht versuchen die Strasse zu queren und zum Eingangsbereich gelenkt werden. Zudem ist der Eingangsbereich mit Ast-/Steinhaufen und Sträucher versehen.
Mit diesem Kleintierdurchlass als sicheres Vernetzungselement im Rückenbrecher, konnten die städtischen Tiefbaudienste ein weiteres ökologisches Projekt realisieren.