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Reportage von Arthur Nägele.
Spricht man von Whisk(e)y, so kommen einem schnell Länder wie Schottland, Irland und die USA in den Sinn. Was dabei gerne vergessen wird: auch die Schweiz produziert Whisk(e)y. Konsultiert man die Schweizer Whisk(e)y-Landkarte des Spezialisten «Alba Collection» aus München, die in der Szene einen ausgezeichneten Ruf für ihre aufwendige Recherche geniessen, so gibt es in der Schweiz rund 35 Produzenten, die Whisk(e)y produzieren – ein paar wenige sind bereits als «ruhend» gekennzeichnet.
Parallel hat sich auch in Österreich und Deutschland eine aktive und rührige Whisky- Brenner-Szene gebildet. Zusammengezählt gibt es in den Ländern Deutschland, Österreich, Schweiz geschätzt über 190 Whisky-Destillerien. Zahlenmässig schon über ein Drittel mehr als in Schottland, wobei man hier fairerweise anfügen muss, dass es sich bei den Destillerien auf dem europäischen Festland in vielen Fällen nicht um «reine» Whisk(e)y-Brennereien handelt.
Ich habe ganz bewusst bis hierher die Bezeichnung Whisk(e)y gewählt. Vor dem Boom der kontinentaleuropäischen Whisk(e)yproduktion war die Welt klar in Whisky und Whiskey geteilt. Die Schottischen schrieben sich ohne «e»; in Irland, Kanada und USA mit einem «e». So einfach stellt sich das seit 20 Jahren nicht mehr dar. In vielen Ländern Europas, aber auch in Indien, Asien, Australien und Neuseeland startete eine nach schottischem Vorbild angelegte Whisk(e)y-Produktion und jedes Land respektive jeder Produzent entschied für sich selbst, ob er Whisky oder Whiskey herstellt. In der Schweiz hat sich eindeutig die Bezeichnung Whisky durchgesetzt, darum fahre ich auch mit dieser Terminologie fort.
Die Anfänge
Die Geschichte des Schweizer Whiskys startet offiziell am 1. Juli 1999. Bis zu diesem Datum war es in der Schweiz verboten, Getreide zu destillieren. Dieses Verbot geht auf den ersten Weltkrieg zurück, während dem das Gesetz bestimmte, dass Grundnahrungsmittel (Kartoffeln und Getreide) «zur Ernährung von Mensch und Tier» verwendet, nicht aber destilliert werden dürfen. Kartoffeln wurden bereits 1997 von diesem Verbot ausgenommen, Getreide per 1. Juli 1999.
Immer, wenn ich an Tastings und Vorträgen die Teilnehmenden frage, was eine Flasche Whisky kosten darf, ist die Antwort CHF 80 bis 100. Die nachgeschobene Frage, was ein guter Obstbrand kosten darf, wird mit CHF 30 bis 45 beantwortet.
In der Branche gehen zwei verschiedene Namen um, die als erster Whiskyproduzent der Schweiz gelten – offizielle Statements gibt es dazu jedoch nicht. Bis zu diesem geschichtsträchtigen Datum gilt die Schweiz als klassische Obstbrand- Nation. So verwundert es auch nicht, dass sich zum einen die Obstbrenner auf die freigegebene Produktion stürzen, zum anderen aber auch grosse Brauereien, die ihre Chancen sehen. Da es für Brauereien um einiges leichter ist, den zur Destillation benötigten Rohstoff herzustellen, möchte ich im Folgenden speziell auf die Obstbrenner eingehen.
Warum Schweizer Whisky? Diese Frage wird oft gestellt und es gibt verschiedene Antworten darauf.
Den ganzen Artikel lesen Sie in der Printausgabe 5-2019 des Fachmagazins BAR-NEWS.
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