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Gentile und Giovanni Bellini:
Die Predigt des Hl. Markus in Alexandria, Ägypten, 1504–1507,
3.47 m x 7.7 m, Pinacoteca Brera
Das Gemälde wurde als Auftrag an Gentile Bellini vergeben, einem der bedeutendsten venezianischen Maler des 15. Jahrhunderts, der auf diese Art von riesigen narrative Szenen spezialisiert war. Das Werk war für den Salon von der „Scuola Grande di San Marco“ in Venedig bestimmt, blieb jedoch aber beim Tod des Künstlers im Jahre 1507 unvollendet. Es war sein Bruder Giovanni, der es vervollständigte. Er war damals über 70 Jahre alt und der offizielle Maler der venezianischen Republik.
Die Szene zeigt eine Predigt von Sankt Markus, dem Schutzpatron von Venedig, in Alexandrien in Ägypten. Gentile Bellini war nie in Alexandrien gewesen, deshalb erfand er ein Fantasie-Alexandrien, in dem die venezianische Architektur sich mit orientalischen Elementen, wie Türmen oder Obelisken vermischte. Es ist nicht schwer zu erkennen, dass trotz der exotischen Details der Platz, auf dem die Szene sich abspielt, dem Markusplatz in Venedig sehr ähnelt.
Der Heilige steht auf einem Podium und hält eine Predigt für die Menschenmenge, in deren Mittelpunkt eine Gruppe von weiss verschleierte arabische Frauen hervorsticht. Die orientalischen Honoratioren sind mit grossem Respekt dargestellt und vielleicht ist dies kein Zufall, wenn man bedenkt, dass Venedig wichtige Handelsbeziehungen mit dem Orient unterhielt.