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Eine Kamera hat in den Fluten von Baton Rouge im Süden der USA dramatische Szenen festgehalten. Nach heftigen Regenfällen droht eine Frau in ihrem Auto in den Fluten zu versinken. Retter drängen sie, auszusteigen, doch dafür ist es bereits zu spät. «Ich versuch's doch», hört man sie verzweifelt sagen. «Ich ertrinke.»
Zunächst versuchen die Helfer, mit einer Stange die Scheiben einzuschlagen. Als nur noch das Verdeck ihres Cabriolets aus dem Wasser ragt, fasst sich einer der Retter ein Herz und zieht die Frau eigenhändig aus dem Auto. Besonders erkenntlich zeigt sie sich gegenüber ihrem Lebensretter zunächst nicht: «Get my dog, get my fucking dog», sagt sie. Auch das schafft der Held schliesslich.
Eine andere Frau hatte weniger Glück, sie wurde gestern Abend tot aus ihrem überfluteten Auto geborgen. Bereits zuvor waren drei Menschen tot aufgefunden worden. Der südliche US-Bundesstaat Lousiana leidet nach heftigen Regenfällen unter Überschwemmungen. Über 7000 Personen aus ihren überschwemmten Häusern gerettet. Über 5000 Einwohner befanden sich in Notunterkünften, wie der Sender NBC am Sonntag unter Berufung auf Behördenangaben berichtete.
Die Bewohner seien aus Häusern und Autos gerettet worden, die von den Wassermassen eingeschlossen waren, sagte Gouverneur John Bel Edwards am Sonntag. Die Rettungskräfte seien die ganze Nacht hindurch und bis in den Tag hinein im Einsatz gewesen.
Von den Überschwemmungen war auch der Gouverneur selbst betroffen: Wie Edwards berichtete, mussten er und seine Familie ihr Anwesen verlassen, nachdem das Erdgeschoss mit Wasser vollgelaufen war.
Der Regen hatte am Freitag eingesetzt, in Baton Rouge beispielsweise wurden binnen 24 Stunden bis zu 27 Zentimeter Niederschlag gemessen. Zu den am stärksten betroffenen Gebieten zählt Livingston Parrish: Dort waren mehrere Orte völlig abgeschnitten.
Der Sonntag brachte trockeneres Wetter, aber Louisianas Gouverneur Edwards warnte, dass das Wasser an einigen Orten noch steigen werde: Die Gefahr sei noch nicht vorbei. Der Wetterdienst sagte bis Dienstag weitere schwere Unwetter voraus, die aber weiter in nördliche Richtung ziehen dürften. Es sei mit weiteren Sturzfluten zu rechnen.
Die Ostküste erlebte derweil den Höhepunkt ihrer Hundstage. Vielerorts wurden am Wochenende mehr als 40 Grad gemessen. New Yorks Stadtpräsident Bill de Blasio sprach vom wärmsten Sommer seit drei Jahren für die Millionenmetropole. Auch die Hauptstadt Washington stöhnte unter Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit. (kri/sda/dpa/afp)