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Erinnerungen
Ich
habe meinen Grossvater eigentlich nur als alten Mann in
Erinnerung. Als er Ende 1963 pensioniert wurde, war ich
gerade 2 Jahre alt. In bester Erinnerung sind mir die
Samstage, die ich mit meinen Eltern und meiner Schwester
bei Grosi und Grossvater Frey an der Morillionstrasse
verbrachten. Meine Grossmutter versorgte uns mit kalten
Fleischplatten und Ankezüpfe. Und wir guckten an
diesen Samstagabenden jeweils auf dem Sofa vor dem Fernseher
sitzend gemeinsam die ZDF-Hitparade, denn mein Grossvater
hatte vor meinen Eltern einen Kabelanschluss...
Ich
errinnere mich auch noch sehr genau daran, dass bei meinem
Grossvater immer die linke Tageszeitung "Tagwacht"
rumlag, die ich dann auch mit grossem Interesse durchblätterte
und den einen oder anderen Artikel darin las.
An
die Wohnung meiner Grosseltern an der Morillionstrasse
erinnere ich mich noch ziemlich genau: Das Wohnzimmer
mit dem Esstisch in der Mitte des Raumes und dem schönen
alten Buffet und den unzähligen Anker-Bildli an den
Wänden, an das Schlafzimmer mit dem riesigen Bett
mit unzähligen Decken und Kissen und einem grünen
Überwurf und an die Küche mit dem Gasboiler
für warmes Wasser und dem breiten Ofen...
Wenn
mein Grossvater mir Geschichten erzählte, drehten
sie sich immer um seine Arbeit beim "Tram".
Ich kann mich nicht erinnern, dass er von den beiden erlebten
Weltkriegen erzählte oder vom technischen Fortschritt,
der während seines Lebens stattfand. Als er 1899
auf die Welt kam, gab es noch keine Autos und keine Flugzeuge.