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Das Expeditionskreuzfahrtschiff RCGS Resolute, das einst unter dem Namen Hanseatic für eine bekannte deutsche Reederei unterwegs war, hat seit dem Verkauf eine wechselvolle Geschichte erlebt. Von einer kanadischen Firma gechartert und neu ausgestattet, fuhr das Schiff unter anderem in der arktischen und antarktischen Region. Doch nach der Zahlungsunfähigkeit der Charterfirma und mehreren Zwischenstopps und einem Zwischenfall mit der venezolanischen Marine ist die Resolute in Curaçao gelandet. Dort soll sie nun nach dem Willen der Reederei versteigert werden.
Die Resolute, die seit Anfang April im Hafen von Willemstad auf Curaçao festgemacht wurde, soll am 22. Juni 2020 im Rahmen einer Auktion den Besitzer wechseln. Gegenwärtig gehört das Schiff noch der Firma Bunnys Adventure and Cruise Shipping Company, einer deutschen Firma. Nach dem Verkauf wird das Schiff zum dritten Mal einen neuen Betreiber haben. Neben einem komplett ausgerüsteten Expeditionsschiff mit höchster Eisklasse werden aber auch Schulden in der Höhe von rund US$ 4 Millionen auf den neuen Besitzer warten.
Seit das Schiff 2018 die Dienste einer bekannten deutschen Reederei verlassen hatte, war das Schiff in mehrere Zwischenfälle verwickelt. Diese waren immer im Zusammenhang mit finanziellen Schwierigkeiten der neuen kanadischen Betreiberfirma. Zweimal wurde das Schiff zwangsbeschlagnahmt und nur nach Begleichung unbezahlter Treibstoffrechnungen und Lohnzahlungen wieder frei gegeben. Zu Beginn der vergangenen Antarktis-Saison kam es aber zum endgültigen Zusammenbruch der Firma und das Schiff wurde bis im März 2020 im Hafen von Buenos Aires festgesetzt. Nachdem der Besitzer die Rechnungen beglichen hatte, wurde die Resolute von der Firma Columbia Cruise Services in Richtung Curaçao geschickt, um Wartungsarbeiten vorzunehmen. In der Nacht vom 30. auf den 31. März kam es zu einer Begegnung mit einem venezolanischen Patrouillenboot, in dessen Verlauf das Marineschiff unterging und die Resolute nur geringen Schaden nahm. Aufgrund dessen blieb das Schiff danach in Willemstad festgesetzt, wo es nun verkauft werden soll.
Der Besitzer des Schiffes ist bisher der deutsche Unternehmer und Mäzen Günter Powalla gewesen, der die Eignerfirma 1993 gegründet hatte. Der letzte Betreiber, die kanadische Firma One Ocean Expeditions hatte das Schiff nach der Übernahme in Deutschland modernisieren lassen. Dabei wurden vor allem die Innenbereiche und die technischen Anlagen überholt. Abgesehen von den Schäden am Bug, die durch den Zwischenfall mit dem venezolanischen Patrouillenboot hervorgerufen worden waren, befindet sich das Schiff in einem tadellosen Zustand. Es wird erwartet, dass einige Firmen und Reedereien ihr Interesse an der Auktion zeigen werden.