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Geschichte
Opération Nez Rouge Canada
Die Idee von Nez Rouge stammt ursprünglich aus Kanada. Jean-Marie De Koninck, Mathematikprofessor und Trainer der Schwimmmannschaft an der Universität Laval, gründete 1984 in der Stadt Quebec die Non-Profit-Organisation «Opération Nez Rouge». Zusammen mit seinen 25 Schwimmerinnen und Schwimmern bot er einen kostenlosen Heimfahrtdienst an, bei dem der Kunde in seinem eigenen Auto sicher nach Hause gefahren wird. De Koninck verfolgte dabei folgende zwei Ziele:
- Finanzierung der Schwimmmannschaft mittels der gesammelten Spenden; und
- Kampf gegen das Fahren in angetrunkenem Zustand.
Nez Rouge will seit Beginn weder den Konsum von Alkohol fördern, noch diejenigen verurteilen, die gerne eine Glas davon trinken.
Was 1984 im kleinen Rahmen begann, hat sich stetig weiterentwickelt. Im Jahr 2012 wurde bereits die 28. «Opération Nez Rouge» in insgesamt 111 Regionen, verteilt auf 8 kanadische Provinzen durchgeführt. Dabei hatten 58'683 Freiwillige insgesamt 85'926 Fahraufträge erfolgreich ausgeführt.
Nez Rouge in der Schweiz
Im Jahr 1990 wurde die erste «Opération Nez Rouge» in Zusammenarbeit mit der jurassischen Liga für Suchtprävention im Kanton Jura durchgeführt. Initiant und Gründer war der Kantonsarzt, Dr. Jean-Luc Baierlé, der die Idee und das Konzept aus Kanada «importiert» hatte.
Unter der Leitung der im Jahr 1991 gegründeten «Association Nez Rouge» verbreitete sich die Idee des Heimfahrtdienstes anfänglich vor allem in der französisch sprechenden Schweiz. Im Sommer 1993 wurde schliesslich die «Stiftung Nez Rouge» gegründet. Diese ersetzte die «Association Nez Rouge».
Mit der Gründung der drei Sektionen Zürich, Zug und Aargau im Jahre 1994 fasste die Idee erstmals Fuss im deutschsprachigen Raum. Eine, durch Betriebswirtschaftsstudenten der ETH-Zürich durchgeführte Marktforschung hat ergeben, dass die Bezeichnung «Nez Rouge» nicht übersetzt werden muss. Dementsprechend wurde entschieden, in der Deutschschweiz die Bezeichnung «Aktion Nez Rouge» zu verwenden.
1995 zählte die Stiftung Nez Rouge bereits 21 Sektionen, davon 7 in der Deutschschweiz. Der dadurch massiv angestiegene Koordinations- und Verwaltungsaufwand führte dazu, dass in Delémont ein ständig besetztes Sekretariat eingerichtet werden konnte.
Im Rahmen des 20-jährigen Jubiläums, der in der Schweiz durchgeführten Aktivitäten, wurde 2009 ein komplett neues Corporate Design eingeführt. Nebst dem neuen Logo wurde zudem entschieden, dass der erste Buchstabe im Schriftzug nun einheitlich (d/f) gross geschrieben wird: «Nez Rouge».
Im Rahmen eines Demokratisierungsprozesses wurde im Sommer 2012 der Verband «Nez Rouge Schweiz» gegründet. Dieser vereint die regionalen Sektionen unter einem Dach und ist für die operationelle Umsetzung der «Aktion Nez Rouge» verantwortlich.
Nez Rouge Solothurn
Bis im Jahr 2006 klaffte auf der Karte von Nez Rouge eine Lücke zwischen den Sektionen Aargau, Biel und Bern. Ein Komite von vier Personen, ergriff die Initiative diese Lücke zu schliessen.
An der Gründungsversammlung vom 11. April 2006 wurde die Sektion Solothurn, in der Rechtsform eines Vereins, ins Leben gerufen. Die Absicht des Gründungskomitees war es, die Bevölkerung der Region auf die Zielsetzung von Nez Rouge aufmerksam zu machen und zu diesem Zweck im Dezember 2006 erstmals und anschliessend jährlich die Aktion Nez Rouge im Raum Solothurn/Oberaargau durchzuführen. Nach Absprache mit der Stiftung Nez Rouge wurde vereinbart, dass das Gebiet zwischen Olten und Bellach und Passwang und Huttwil übernommen wird. Aufgrund der geografischen Situation und der optimalen Autobahnanbindung entschied sich die Leitung für den Raum Oensingen als Basis für die Durchführung der Aktion. Die leerstehenden Gebäude des ehemaligen Zeughauses in Oensingen erwiesen sich als optimaler Standort für die Einrichtung der Einsatzbasis.
Aufgrund der geänderten Nutzungsbestimmungen seitens der Logistikbasis der Armee konnten die Räumlichkeiten in Oensingen für die Aktion Nez Rouge 2011 nicht mehr genutzt werden. Erfreulicherweise konnte im interkantonalen Feuerwehr-Ausbildungszentrum ifa in Balsthal ein neuer Standort für die Einrichtung der Einsatzzentrale gefunden werden. Das Zentrum steht der Aktion während der gesamten Einsatzzeit zur Verfügung und bietet moderne Infrastrukturen und ein bewachtes Parkareal.