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Osamu Tezuka
Gott des Manga
Osamu Tezuka war ein japanischer Arzt, Regisseur und Manga-Zeichner. Er war so maßgeblich in die Entwicklung des Mangas und des Animes der Nachkriegszeit involviert, dass er teilweise als „Manga no Kami-sama“ (dt. „Gott des Manga“) bezeichnet wurde.
Berühmte Figuren seines produktiven Schaffens sind beispielsweise Astro Boy, Black Jack, Prinzessin Saphir und Kimba.
Stil
Osamu Tezuka kombinierte einfach gezeichnete Körper mit überproportional dargestellten Augen. Die Figuren aus seiner frühen Zeit als Comiczeichner unterscheiden sich dabei deutlich von denen seiner späteren Werke. Während die Figuren seiner Anfangszeit noch rundlich gezeichnet und an den Figuren von Walt Disney orientiert waren, widmete er sich ab Mitte der 1970er-Jahre realitätsnäher gezeichneten Figuren. Weitere Unterschiede zwischen Anfangs- und Spätphase Tezukas lassen sich etwa im Aufbau der Erzählungen, Kulisse und Inspirationen feststellen. In den 1940er- und 1950er-Jahren verwendete Tezuka in seinen Erzählungen klassische Methoden des Spannungsaufbaus, in seiner späten Schaffensphase waren seine Geschichten von ineinander verwobenen Erzählsträngen geprägt. Seine ersten Manga spielten hauptsächlich in Science-Fiction- und Märchenwelten, später an realistisch dargestellten oder historisch wichtigen Orten.
Auch seine Inspirationen blieben sein Schaffen über nicht dieselben. Ab 1947 wurde Tezuka bei seinen an Kinder gerichteten Mangas vor allem von den Filmen Walt Disneys, frühen Hollywood-Filmen, Märchen und Abenteuerromanen beeinflusst. Zu dieser Zeit verwendete er in seinen Comics eine äußerst filmische Erzählweise. Ab Mitte der 1960er-Jahre ließ er sich mehr von Schriftstellern wie Edgar Allan Poe und Franz Kafka, sowie von einigen Gekiga beeinflussen und baute philosophische Einwürfe in seine Arbeiten ein. In den 1980er-Jahren las er Biographien international berühmter Persönlichkeiten und Dokumentationen geschichtlicher Begebenheiten.
Ein besonderes Merkmal in Tezukas Werken ist, dass einige Figuren in mehreren seiner Comics eine wichtige Rolle spielen. Zum Beispiel ist die Figur Kenichi sowohl in Kitarubeki sekai als auch in anderen Werken wie Kimba, der weiße Löwe der Hauptcharakter der Handlung. Kenichis Aussehen ist dabei in allen Geschichten identisch und auch seine Charaktereigenschaften verändern sich nicht. Im Laufe seiner frühen Karriere kreierte Tezuka immer wieder neue Figuren dieser Art.
Kritisiert wurde Tezukas Art, Menschen mit schwarzer Hautfarbe in seinen Frühwerken darzustellen; als dümmliche Wilde, die nicht wissen, ob sie zu den Guten oder den Bösen gehören sollen. Tezuka Production, die Firma, die seinen Nachlass verwaltet, weist bei ausländischen Manga-Veröffentlichungen seiner Werke deshalb stets darauf hin, dass Tezuka kein rassistischer Mensch war, allerdings generell seine Manga-Figuren humorvoll und unrealistisch behandelte.