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Konflikte um Kap Rodon
Verfasst: Sa, 14. Sep 2013, 23:29
Wer in diesem Sommer Kap Rodon besuchte, wurde genau 1 km vor dem Ende der neu ausgebauten Straße an einer Kontrollstelle angehalten.
(41° 34' 26.4864" N, 19° 27' 32.886" E)
Dort wurden auch von mir 100 Leke kassiert, laut Beleg eine Parkplatzgebühr (es gibt nur die Wiese).
Das Kap ist im Besitz der Katholischen Kirche. Laut Medienberichten wurde diese Kontrollstelle jetzt für illegal erklärt und zerstört.
http://youtu.be/s45hMQhey5I
http://durreslajm.com/speciale/turizmi- ... ish%C3%ABm
Die Straße zum Kap ist inzwischen komplett asphaltiert (aber nur stellenweise ausgeschildert) und dies führt zu verstärktem Besucherzustrom.
Re: Konflikte um Kap Rodon
Verfasst: Do, 19. Sep 2013, 16:22
Die Albaner haben zeitweilig für die Besichtigung von Amantia von dem dort wohnenden Bauern 700 Leke kassieren lassen. Tatsächlich ist an dem historisch sicher wichtigem Platz wenig sehenswert, weil nichts ausgegraben oder gar museal-touristisch aufbereitet ist. Jüngst hat man wohl die Preise generell zurückgenommen, ich fand im Herbst kaum Stätten, für die man mehr als 200 Leke kassierte.
Für ein Ensemble wie Kap Rodon, mit den beiden historischen Stätten und dem einzigartigen Naturmonument, dem Kap selbst, wären 500 Leke allemal gerechtfertigt, wenn sie denn für den Erhalt und die Säuberung verwendet werden würden.
Re: Konflikte um Kap Rodon
Verfasst: Do, 19. Sep 2013, 18:07
volkergrundmann hat geschrieben:Die Albaner haben zeitweilig für die Besichtigung von Amantia von dem dort wohnenden Bauern 700 Leke kassieren lassen. Tatsächlich ist an dem historisch sicher wichtigem Platz wenig sehenswert, weil nichts ausgegraben oder gar museal-touristisch aufbereitet ist. Jüngst hat man wohl die Preise generell zurückgenommen, ich fand im Herbst kaum Stätten, für die man mehr als 200 Leke kassierte.
Für ein Ensemble wie Kap Rodon, mit den beiden historischen Stätten und dem einzigartigen Naturmonument, dem Kap selbst, wären 500 Leke allemal gerechtfertigt, wenn sie denn für den Erhalt und die Säuberung verwendet werden würden.
Dem würde ich zustimmen.
An einem Sonntag war dort viel Betrieb und es hatte den Anschein, als würde das Areal um die Kirche gepflegt, an der Festung jedoch waren aber erhebliche Müllablagerungen zu verzeichnen.
Noch ein Fall von Wegezoll ist übrigens aktuell am Ortsausgang von Kruja auf der Straße auf den Berg zu entrichten, 100 Leke ohne Quittung (wenn ich mich recht erinnere). Dabei war mir auch unklar geblieben, wer hier als Empfänger fungiert
Re: Konflikte um Kap Rodon
Verfasst: Fr, 20. Sep 2013, 9:17
Hallo zusammen,
wir waren am 06.09. am Kap Rodon da war eine Aktion von ca. 50 Uniformierten im Gange, wahrscheinlich wegen der Imbisstände im Bereich der Kirche, es sah nach räumung dieser aus.
lg
Werner
Re: Konflikte um Kap Rodon
Verfasst: Fr, 20. Sep 2013, 9:29
juwe hat geschrieben:Hallo zusammen,
wir waren am 06.09. am Kap Rodon da war eine Aktion von ca. 50 Uniformierten im Gange, wahrscheinlich wegen der Imbisstände im Bereich der Kirche, es sah nach räumung dieser aus.
lg
Werner
eine Woche später war dort keine Verpflegung mehr möglich, es waren auch keine Stände mehr zu erkennen, außer vielleicht in den Bunkern am Strand.
Re: Konflikte um Kap Rodon
Verfasst: Mi, 08. Jan 2014, 1:59
Das Kap weckt weitere Begehrlichkeiten. Auf halber Strecke zwischen dem letzten Dorf Shetaj und dem Kap haben Ortsfremde nahe der Steilküste Land erworben und mit einer Natursteinmauer eingefriedet. Nun wurde von den Bauarbeitern damit begonnen, am nahen Strand von Fushqet den Sand oder Kies für die Bauten abzugraben, eine grundsätzlich illegale Aktion. Eine Baugenehmigung durch die Gemeinde Ishem bzw. Kontakt des Besitzers zur Kommune liegt nicht vor.
Die INUK
wurde eingeschaltet und wird dem illegalen Treiben in diesem schützenswerten Naturraum hoffentlich bald ein Ende setzen.
http://www.gazetaidea.com/media/gallery/rera/rera5.jpg
http://www.gazetaidea.com/media/gallery/rera/rera4.jpg
http://www.gazetaidea.com/media/gallery/rera/rera3.jpg
Video
Fluss Ishmi
Verfasst: Mo, 20. Jan 2014, 22:54
Die großflächigen Verschmutzungen an der Mündung des Flusses Ishmi (Ishëm)
, in den auch Lana
und Tirana
münden, und damit das Abwasser und den Müll der Hauptstadt, von Fushe Kruja und dem weiteren Umland ableiten, wird in der jüngsten Folge des Magazins shqiperia tjeter
thematisiert.
Die Verschmutzung wird auch rund um's Kap Rodon deutlich.
Erschreckend, was man an der Flussmündung
so alles findet...
Nach Grenzwerten für Wasserverschmutzung muss man gar nicht erst fragen, man muss nur die Nase offen halten
http://youtu.be/QAs72-PeSc0
Re: Konflikte um Kap Rodon
Verfasst: Mo, 20. Jan 2014, 23:23
Ha, da muss ich mal ein bisschen Zynismus ausspielen (habe heute meinen destruktiven Tag): Ich habe Bilder von unterhalb der Festung seit 2007, und da wird sichtbar, dass die Müllbelastung dort schon um mehr als die Hälfte abgenommen hat. Und der heutige Müll ist nicht mehr so richtig neu, es dürfte sich um die Ab-Flutungsprodukte aus den riesigen alten Uferdeponien vor Kamza handeln. 2007 konnte man an der Festung unter dem Müll nicht mal den Sand sehen. Am meisten bedauerlich: Das Kap scheint früher auch Brutplatz der Karetta-Schildkröten gewesen zu sein, ich habe auch Bilder mit deren Kadavern mitten im Müll.
Also: auch in Albanien wird alles besser, irgendwann werden auch die alten Kamza-Deponien weggeschwemmt sein. Heile, heile, Mausespeck, in hundert Jahren ist alles weg...
Re: Konflikte um Kap Rodon
Verfasst: Do, 23. Jan 2014, 18:16
Der Abfall ist nicht das einzige Problem. Die Fischer aus der Umgebung fischen da mit Dynamit und beschädigen damit sowohl die Flora als auch die Fauna. Nun hat endlich das Umweltministerium reagiert und das Fischen mit Dynamit gleichgestellt wie den illegalen Waffenbesitz. Jeder Fischer, der mit Dynamit fischt, wird verhaftet und des illegalen Waffenbesitzes angezeigt:
http://www.youtube.com/watch?v=21efOd8d1p8
Re: Konflikte um Kap Rodon
Verfasst: Do, 23. Jan 2014, 22:06
Na, mal schauen, ob sie schneller sind als die Griechen. Die haben wohl an die 20 Jahre gebraucht, bevor sie das Problem Dynamitfischen einigermaßen unter Kontrolle hatten. Und auch in Montenegro hatte ich mit solchen Explosionen unter Wasser zumindest um 2009 noch praktische Erfahrungen beim Tauchen zu machen...
Übrigens gibt es in Albanien noch eine Menge mehr Fischerei-Sünden, bei denen es Zeit wird, dass man sich am EU-Standard orientiert. Z.B. das Abrasieren des Grundes mit Schleppnetzen. Bis 2010 tauchte ich in der Nähe von Shengjin. Da musste ich immer genau gucken, ob die täglich fischenden Trawler schon vorbei waren, damit sie mich nicht in ihre Netze kriegten - und dann noch mindestens zwei Stunden warten, bis sich der aufgewühlte Dreck wieder gesetzt hatte, sonst lohnte das Tauchen nicht. Sie ziehen Spuren in den Grund, gleichmäßig wie ein geeggtes Feld, ich habe sie fotografiert.
Einziges Problem vor dem ich Angst habe: Wenn sie das mal einstellen, gibt es in den Lokalen nicht mehr diese wunderbar vielen exotischen Arten von Muscheln, die bei diesem Raubbau am Meer mit anfallen. Oder die werden wahnsinnig teuer...
Re: Konflikte um Kap Rodon
Verfasst: Sa, 02. Aug 2014, 11:49
Es lief gerade eine länge Reportage zum Kap. Thematisiert wird vor allem die Gefahr der Erosion an der Steilküste. Dass sich die Küstenlinie hier immer weiter verschiebt, wird an den Bunkerresten im Wasser deutlich: Vor 50 Jahren wurden diese Bunker etwa 300 Meter vor der Küste gebaut. Jetzt liegen sie im Wasser...
http://youtu.be/UFK8n5vcd5w
http://www.shqiptarja.com/home/1/kepi-i ... 30532.html
Die Küstenlinie Albaniens geht zurück
Verfasst: Mo, 23. Feb 2015, 22:37
Was im vorigen Beitrag ganz auf Kap Rodon bezogen war, die Beobachtung eines deutlichen Rückzugs der Küstenlinie, lässt sich überall an der albanischen Küste beobachten. Viele Küstenstreifen verändern ihr Bild, Strände verschwinden. Schuld ist neben den Winterstürmen der Mensch, der nach der politischen Wende an den Zuflüssen Raubbau betrieben hat, sogar Sand abgebaut hat. Die Situation an den Mündungen der größeren Flüsse soll sich durch die Wasserkraftwerks-Projekte noch verschärfen, so die Einschätzung. Aufgrund der Sperrbauwerke erreichen viele Sedimente nicht mehr die Küste, die Erosion an den Küsten nimmt weiter zu.
http://youtu.be/0ojL0FQJ7-w
Re: Konflikte um Kap Rodon
Verfasst: Mo, 23. Feb 2015, 23:49
Die albanische Küste nördlich der Vlora-Bucht dürfte mit zu den kompliziertesten geologischen Küstengebilden in Europa zählen, vielleicht ist nicht mal die Situation an der deutschen Nordseeküste komplizierter. Sie hat seit dem Mittelalter extreme natürliche Veränderungen und schon seit fast hundert Jahren extreme Eingriffe des Menschen erfahren. Selbst wenn der Mensch jetzt gar nichts mehr täte, würde sie im Zustand laufender großer Veränderung bleiben. Ich denke, man kann hier und da, an wichtigen Stellen, gegenwirken, aber generell ist der Mensch da machtlos.
Re: Konflikte um Kap Rodon
Verfasst: So, 08. Mär 2015, 23:58
Wenn man sich alte Karten, so aus dem 16. Jahrhundert ansieht, so erblickt man eine große Bucht in der Gegend zwischen Durres, Tirana und Thumane, die bis kurz vor Kruja reichte. Das ist ne ordentliche Verlandung innerhalb von 500 Jahren, da wundert es nicht, dass es da schnell zu Veränderungen kommt.
Re: Konflikte um Kap Rodon
Verfasst: Mo, 09. Mär 2015, 0:59
Das Gebiet ist später zwischenzeitlich, im Zuge der geotektonischen Aufwerfung, zu dem Sumpf geworden, aus dem die Malaria-Mücken kamen, denen auch Skanderbeg zum Opfer fiel, und der z.B. Durres ab dem späten Mittelalter praktisch unbewohnbar machte (die Türken richteten daher ihre Regionalhauptstadt in Kavaja ein). Die Entwässerungsleistung wurde dann, unterstützt durch weitere geotektonische Hebungen, von italienischen Siedlern in den 1920er und 30er Jahren vollbracht.
So ähnlich sah auch die Lage auch weiter südlich, Richtung Ardenica-Berat, aus. Die Urbarmachung des Sumpfes hier erfolgte aber in der Hauptsache zu Hoxhas Zeiten, um die Ernährungsbasis der Albaner zu sichern. Eigentlich eine großartige Leistung - nur, mit der zunehmenden Klimakatastrofe sehen wir, dass sich die Natur so leicht nicht überlisten lässt. Fast alle diese flachen Areale Albaniens sind heute zunehmend durch Überschwemmungen bedroht.
Re: Konflikte um Kap Rodon
Verfasst: Mi, 21. Okt 2015, 19:00
Hallo,
lese hier schon seit längerem still mit und nun war es mal an der Zeit mich anzumelden. Bin echt begeistert wieviele Informationen hier zu Albanien zu finden sind! Vielen Dank hierfür.
Wir waren vor ein paar Tagen beim Kap
und mussten dort 5 Euro für die Weiterfahrt abdrücken. Habe mich zuerst geweigert, aber er meinte dann wegen Camper sinds so viel. Aber wir können so lange bleiben wir wir wollen. Waren dann zwei Tage da, dann wars schon ok.
Was mich nur interessieren würde, ist das nun offiziell oder hat sich das irgendwer privat in die Tasche gesteckt (Was natürlich sehr schade wäre).
Viele Grüße aus der Nähe von Permet
David
Re: Konflikte um Kap Rodon
Verfasst: Mi, 21. Okt 2015, 20:59
Hallo David,
schön dass du dich auch mit einbringst. Mit hoher Wahrscheinlichkeit war das eine offizielle Gebühr, aber vielleicht ein Sondertarif für Ausländer
Die Halbinsel ist ja im Besitz der katholischen Kirche und diese möchte - wie weiter oben schon beschrieben - für die Nutzung der "Parkplätze" halt einen Betrag. Gab es denn wenigstens eine Eintrittskarte? Die Lokalverwaltung ist dagegen und hatte den ersten Kontrollpunkt kurzerhand abgerissen.
Wünsche euch noch eine schöne Reise und besseres Wetter !
Re: Konflikte um Kap Rodon
Verfasst: Mi, 21. Okt 2015, 23:17
Während es noch vor wenigen Jahren Abzocke von Ausländern kaum überhaupt gab, hat sie in den allerjüngsten Jahren einen deutlichen Aufschwung erfahren. Auf Chalkidiki (gehört zu Griechenlands schönsten Stränden) zahlte ich dieses Jahr für drei Euro für eine Liege mit Schirm, in Llaman bei Himara fünf - und das, obwohl ich versicherte, in der Taverne des Eigentümers essen zu wollen.
Die etwas andere Maut in Albanien
Verfasst: Sa, 14. Apr 2018, 17:53
Jahre später zahlt man immer noch die unter Anwohnern umstrittene Gebühr für den Besuch von Kap Rodon. Diese Maut bzw. Parkgebühr fließt an die Kirche (Franziskaner), die der Grundbesitzer des Kaps ist. Es gibt immer noch Proteste der Anwohner. Für Gläubige, die die Kirche dort besuchen wollen, kein guter Zustand, für die Touristen zu verschmerzen: 200 Leke Parkgebühr und 100 Leke Eintritt sind es laut einem Anwohner. Oder gibt es andere Erfahrungswerte für Ausländer bzw. Camper?
https://youtu.be/jyBFAXwgloU
Zahlstelle: 41.574135,19.459114 (auf Google Maps)
Re: Konflikte um Kap Rodon
Verfasst: Di, 10. Sep 2019, 20:30
Wenn es nach den gefragten Touristen geht, braucht es nahe am Kap keinen Yachthafen. Dieser ist jedoch seitens der Regierung geplant.
https://youtu.be/OfIsWtUAafY