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Al Jarreau
Biographie, Albums, CDs,
Konzert, Fotos
Artikel vom 15. April / 14. Mai 2000
Biografie von Al Jarreau
Der 1940 in Milwaukee (WI) geborene Al Jarreau, Sohn eines
Pfarrers, gehört zu den unverwüstlichen Veteranen im Musikgeschäft. Nach
dem Studium der Psychologie arbeitete er von 1964 bis 1968 als Sozialarbeiter
in Kalifornien. Dann zog er nach Los Angeles um sich der Musik zu widmen. 1975
erschien sein erstes Album, und im Jahr darauf folgte eine Europatournee. Sein
Debut gab er in Hamburg. 1977 erhielt er den ersten von fünf (in drei
verschiedenen Kategorien gewonnenen) Grammys für sein Album Look to the
Rainbow für Best Jazz Vocal Performance. Im folgenden Jahr gewann
er wiederum einen Grammy für All Fly Home. Seine stimmlichen
Qualitäten rücken ihn in die Nähe von Bobby McFerrin. Allerdings war er
zumindest am 14. April in Lausanne nicht auf der Höhe von Bobby
McFerrin am Tag zuvor in Basel, wobei ihr Programm natürlich nicht
direkt vergleichbar war. McFerrin war solo auf der Bühne, während dem Al
Jarreau ein Popkonzert gab. Mit sechzig Jahren startet der 60jährige Al
nochmals neu. Er wechselte zu Verve und hat noch viel vor: Aufnahmen im Duo,
im Trio und ein brasilianisches Album möchte er noch produzieren. Seine neue
CD Tomorrow Today hinterlässt gemischte Gefühle: neben viel Seichtem
wie Just to Be Loved, Let Me Love You oder seinem Duett mit
Vanessa Williams, God's Gift to the World, finden sich auch tolle Titel
wie In My Music, Tomorrow Today und Puddit (Put It Where You
Want It).
Konzertkritik
Das Konzert von Al Jarreau im Théâtre de Beaulieu in Lausanne
vom 14. April 2000 stand zur Hälfte im Zeichen des neuen Albums. Vor erstaunlicherweise nicht voll besetzten
Rängen kam die Band hinter Al Jarreau auf die Bühne, der mit seiner A-cappella-Nummer Puddit
aus Tomorrow Today gleich für Ferienstimmung sorgte. Danach
spielte die acht Mitglieder zählende Band einige schwächere Nummern wie My
Favourite Things. Nachdem Al Jarreau seine Truppe vorgestellt hatte, folgte
die zuckrige Nummer Just
to Be Loved von der neuen CD, die auch live nicht zu überzeugen
vermochte. In My Music dagegen, ebenfalls auf Tomorrow Today
zu
finden, begeisterte die Soul-Stimme von Al Jarreau ebenso wie das
Zusammenspiel der Band. Für den herausragenden Saxophonisten, der für eine
Serie von Höhepunkten an diesem Abend sorgte, war es übrigens erst der
zweite Gig mit Al Jarreau. Die Backup-Sängerin Debbie erhielt
im Duett Since I Fell For You ebenfalls die Chance, an der Seite des
Leaders zu glänzen. Am frühen Abend hatte die Band fleissig den Bossa
Nova-Hit Agua de Beber in einer speziellen Al Jarreau-Version geübt,
was denn auch seine Früchte trug. Das funkige High Crime folgte auf
dem Fuss und brachte das Publikum endgültig zum Toben. Die herausragende
Titelsong-Ballade aus dem neuen Album, Tomorrow Today, bildete in einer
langen Version den vorläufigen Abschluss des Konzerts, das danach noch um
zwei Zugaben verlängert wurde. Wie bei der Probe vorgesehen, war mit Take
Five das Ende eines professionell gute Stimmung garantierenden Abends
erreicht, bei dem sechs oder sieben überzeugende Songs die Durchhänger
vergessen liessen. Störend war die zu laut eingestellte Verstärkeranlage,
die einen (gewollt?) undeutlichen Sound erzeugte. Al Jarreaus Stimme ist auch
nicht mehr so frisch wie noch vor zehn Jahren, doch er weiss noch immer, wie
man sein Publikum begeistert. Wie hiess es noch? Mit sechzig Jahren fängt das
Leben erst an.
Al Jarreau. Foto Copyright Universal Music.
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