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Der Schreiber Will Bingley und der Zeichner Anthony Hope-Smith haben aus der Biografie des US-amerikanischen Autors und Journalisten Hunter S. Thompson (1937–2005) eine lesens- und sehenswerte Graphic Novel gestaltet. Der Begriff «Der rasende Reporter» geht zwar auf Egon Erwin Kischs gleichnamiges Buch aus dem Jahr 1925 zurück, doch passender könnte kaum ein Schlagwort für Hunter S. Thompson sein, den Erfinder des wilden investigativen Gonzo-Stils. Hunters Variante des New Journalism berichtet in spontaner Prosa die Entstehungsbedingungen einer Reportage mit, bietet darüber hinaus Gedankenblitze, rhetorische Ausfälle, rasante Eskapaden aller Art. Kämpferisch torpediert der Reporter gnadenlos die Zustände, wenn es eine politische oder soziale Ungerechtigkeit zu ahnden gilt.
Thompson war zeitweiliger Begleiter der Hell’s Angels, Reporter der Studentenunruhen, Post-Beat, Kandidat für den Sheriffsposten in Aspen, Waffennarr, fanatischer Sportler, Alkoholiker, Kiffer, LSD-Konsument, Selbstmörder … Sein Emblem war die Gonzo-Fist, die gereckte sechsfingrige Faust. Sie ist sicher das beste Symbol für sein Leben voller Rausch, Bewegung, Action und einer Schreibmaschine, deren Tasten wie ein Maschinengewehr rattern.
Natürlich bietet dieses Leben eine herrliche Vorlage für eine Graphic Novel. Will Bingley und Anthony Hope-Smith haben diese Chance gepackt. Sie schildern Thompsons Vita auf rund 180 Seiten packend und untermauern ihr Werk durch geschickt ausgewählte Zitate. Der Band lohnt sich nur schon wegen des Vorworts von Alan Rinzler, Thompsons langjährigem Lektor. Er stellt fest, «dass Hunters unglaubliche Kraft als Schriftsteller und Journalist weitgehend vergessen ist, während die pubertäre Gonzo-Mythologie als das Eigentliche übrigbleibt». Bingleys und Hope-Smiths «grafische Biografie» trägt sicher zur Abschaffung dieses Missstands bei – sie macht Lust, zu Hunter S. Thompsons Büchern und Reportagen zu greifen.