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Ein ausgewachsenes, gesundes Herz schlägt täglich rund 100'000-mal. Aber wie genau funktioniert der Herz-Kreislauf, und was hält den Lebensmotor stark und fit?
Das Herz ist der Motor unseres Blutkreislaufs. Jeden Tag pumpt es 7'000 bis 10'000 Liter Blut durch den Körper eines erwachsenen Menschen und versorgt den gesamten Organismus mit Sauerstoff und lebenswichtigen Nährstoffen. Eine enorme Leistung, wenn man bedenkt, dass die Blutgefässe eines Menschen zusammengefasst rund 100'000 Kilometer messen. Weil die Organe bei Männern grösser sind als bei Frauen und mehr Blut zur Versorgung benötigen, ist auch das Männerherz grösser und wiegt etwa 300 Gramm. Das Herz von Frauen hingegen ist mit 250 Gramm leichter und kleiner, schlägt dafür aber etwas schneller. Pro Minute zieht sich der faustgrosse Hohlmuskel je nach Geschlecht und im Ruhezustand 50- bis 80-mal rhythmisch zusammen. Bei Stress oder körperlicher Anstrengung kann sich die Frequenz auf bis zu 220 Schläge pro Minute erhöhen.
Gut geschützt und clever aufgebaut
Als lebenswichtiger Muskel ist das Herz sicher zwischen beiden Lungenflügeln eingebettet und liegt – aus eigener Sicht – etwas links versetzt hinter dem Brustbein und den Rippen. Damit das Herz als Pumpe fungieren kann, die Blut durch den Körper zirkulieren lässt, ist es in zwei Herzhälften unterteilt. Von der linken Herzhälfte gelangt sauerstoffreiches Blut über die Arterien zum Hirn, zu den Organen, ins Gewebe und in die Muskeln, wo Sauerstoff und Nährstoffe abgegeben werden, aber auch Hormone, Eiweisse oder Immunzellen. Danach wird das sauerstoffarme Blut über die Venen zurück zum Herzen geführt – dieses Mal in die rechte Herzhälfte. Nach dem Körperkreislauf beginnt der Lungenkreislauf. Über die Lungenarterie wird das sauerstoffarme Blut aus der rechten Herzhälfte in die Lunge gepumpt, mit dem lebenswichtigen Sauerstoff angereichert und zurück in die linke Herzhälfte geleitet. Dort beginnt der Körperkreislauf von Neuem. Die beiden voneinander getrennten Herz-Kreisläufe sorgen dafür, dass sich das sauerstoffreiche und das sauerstoffarme Blut nicht vermischen. Pro Minute strömen fünf bis sechs Liter durch den gesamten Körper.
Für eine gesunde Blutzirkulation
Damit das Herz möglichst lange kräftig schlägt, müssen die Herzkranzgefässe, die den Herz-muskel umgeben und durchbluten, zuverlässig mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Doch das ist keine Selbstverständlichkeit. Zentral für eine gesunde Blutzirkulation sind nämlich eine ausgewogene Ernährung mit frischen Zutaten aus viel Obst, Gemüse und ungesättigten Fetten, mindestens 30 Minuten Bewegung am Tag und regelmässige Erholungsphasen – Faktoren, die in den westlichen Industrieländern oft vernachlässigt werden. Der Konsum von Fertigprodukten, die Zunahme von Übergewicht in der Bevölkerung, Tabak- und Alkoholkonsum sowie eine ungesunde Work-Life-Balance erhöhen das Risiko einer Arteriosklerose, der sogenannten Arterienverkalkung. Dabei handelt es sich um Ablagerungen von Blutfetten, Entzündungszellen und Blutgerinnseln an den Gefässwänden der Arterien. Diese Ablagerungen führen zu Verdickungen oder Verhärtungen der Gefässwände und begünstigen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen: von Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Niereninsuffizienz über Beinarterienverschluss bis zu einem Schlaganfall oder Herzinfarkt.
Was das Herz in Schwung hält
Umso wichtiger ist es, Herz und Blutdruck regelmässig zu kontrollieren, denn rund 45 Prozent aller Herz-Kreislauf-Erkrankungen verlaufen bis zum Infarkt symptomlos. Wer ein starkes Pulsieren im Kopf verspürt oder einen Ruhepuls über 100 misst, sollte die Gründe bei einer Fachperson prüfen. Eine wertvolle Orientierung, um das Herz fit zu halten, gibt das Fünf-Säulen-Prinzip von Sebastian Kneipp, der vor über 100 Jahren als Erfinder der Kneipp-Kur bekannt wurde. Neben regelmässiger Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung, mentaler Balance und dem Einsatz heilwirkender Kräuter ist die Wasserkur die bekannteste Säule seiner Philosophie. Tatsächlich belebt kaltes Wasser den Körper: ob unter der Dusche oder beim Wassertreten in einer kniehohen Wanne. In Kontakt mit kaltem Wasser ziehen sich die Blutgefässe zuerst zusammen, der Blutdruck steigt und das Herz schlägt schneller. Nach dem kurzen Kälteschock weiten sich die Gefässe wieder aus, sodass mehr Blut zirkuliert. Der Körper wird grosszügig durchblutet und mit reichlich Sauerstoff versorgt. Ein weiterer Pluspunkt: Kaltes Wasser reduziert Stress und sorgt für Entspannung, die der Seele und dem Herzen guttut.
Adrian Roth
Dipl. Drogist HF und Geschäftsinhaber
Welche Heilpflanzen unterstützen die Herzgesundheit?
Weissdorn reguliert den Blutdruck und den Herzmuskel. Ein Spagyrik-Spray aus Mistel und Rauwolfia unterstützt die Herzgesundheit ebenfalls, zudem wirken Melisse und Lavendel entspannend.
Wie kann man Bluthochdruck auf natürliche Weise auch noch senken?
Die Gefahr bei Bluthochdruck ist, dass sich mögliche Ablagerungen in Blutgefässen lösen können. Die Folgen sind ein Schlaganfall oder Infarkt. Um im Vorfeld Ablagerungen zu vermeiden, ist eine Ernährung auf der Basis von ungesättigten Omega-3-Fettsäuren sehr wichtig. Pflanzliche Fette aus Leinsamen-, Nachtkerzen-, Weizenkeim- oder Rapsöl sind besonders gesund. Bei erhöhten Cholesterinwerten rate ich zur Einnahme von natürlichen Bitterstoffen, die sich etwa in Löwenzahn, Endivie, Enzian oder Artischocken finden lassen.
Welche Rolle spielt Übergewicht bei Bluthochdruck?
Ausschlaggebend sind ein ausgewogener Lebensstil und regelmässige Bewegung, nicht das Gewicht per se. Es gibt Menschen, die fünfmal in der Woche Sport treiben, aber rauchen. Andere sind weniger sportlich, ernähren sich dafür gesünder. Und wer Zucker zurückhaltend geniesst, reduziert auch die gefährliche Ablagerung in den Gefässen.