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Die Universität Basel verfügt seit ihrer Gründung über Matrikelbücher. Aus ihnen lassen sich fast lückenlos die Immatrikulationszahlen pro Jahr ermitteln.
Während wir also die (Neu-)Immatrikulatione aus den Matrikelbüchern kennen, ist es für die Zeit vor dem 20. Jahrhundert praktisch unmöglich die Gesamtstudierendenzahlen pro Jahr zu ermitteln. So haben sich Studien- und Verweildauer an der Universität im Verlauf der Jahrhunderte ebenso markant verändert wie die Studienverläufe; in früheren Zeiten war es z.B. durchaus üblich, das Studium für mehrere Jahre zu unterbrechen oder nach einem Studium an der Artistenfakultät erst Jahre später an einer der oberen Fakultäten weiter zu studieren. Stark verändert hat sich im Laufe der Jahrhunderte auch das Mobilitätsverhalten von Studierenden.
Für markante Einbrüche der Immatrikulationszahlen in einzelnen Jahren konnten sehr unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen. Bis ins 17. Jahrhundert hinein waren Pestausbrüche (wie etwa in den Jahren 1463, 1474/75, 1494, 1502, 1517/18, 1526, 1538/41, 1550/53, 1563/64 oder 1610/11) immer wieder für drastische Einbrüche bei den Immatrikulationszahlen verantwortlich. Auch Kriege oder politische und gesellschaftliche Krisen, wie z.B. der Schwabenkrieg von 1499 oder die Reformation (1529) konnten Ursache ausserordentlicher quantitativer Schwankungen sein. Eine Rolle spielten auch wissenschaftspolitische Entscheidungen wie die Aufgabe des Bologna-Organisationsmodells etwa 1464/65 oder die Vereinigung von via moderna und via antiqua im Jahr 1492. Hinzu kommt, dass die verschiedenen möglichen Faktoren nicht immer eindeutig zu unterscheiden sind.