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Neurovaskuläre Krankheitsbilder
Arteriovenöse Malformationen (AVM)
Eine arterio-venöse Malformation (AVM oder Angiom) ist eine angeborene Gefäßmissbildung und funktioniert wie ein Kurzschluss zwischen einer Hirnarterie (Schlagader) und einer Hirnvene (Blutader). Der Blutdurchfluss im AVM ist erhöht und die Gefäßwände des AVM sind dünner, womit die Gefahr einer Hirnblutung besteht. Das Blutungsrisiko für Patienten mit einem AVM ist ungefähr 4% pro Jahr. Auch ohne Blutungen können Symptome auftreten, wie z.B. Epilepsie. Um (weitere) Blutungen zu verhindern wird das AVM chirurgisch entfernt oder mit Hilfe eines Katheters verklebt oder verstopft (Embolisation). Wenn dies nicht komplett gelingt oder wenn das Behandlungsrisiko für solch einen Eingriff zu hoch ist, besteht die Möglichkeit das AVM radiochirurgisch zu behandeln. Auch Kombinationen der drei Verfahren sind möglich.
Wenn nach einer Operation das AVM komplett entfernt oder nach einer Embolisation total verstopft ist besteht kein Blutungsrisiko mehr. Nach einer radiochirurgischen Behandlung kann es bis zu 3 Jahren dauern bis das AVM komplett verschlossen ist. Während dieser Zeit besteht das Restrisiko einer Hirnblutung. Die Wahrscheinlichkeit einer kompletten Obliteration (Verschluss des AVM) nach Radiochirurgie ist nach 2 Jahren ungefähr 70 %, nach 3 Jahren 80 %.
Das Risiko der Nebenwirkungen ist ungefähr 2-3 % und ist abhängig von der Bestrahlungsdosis, dem Gesamtbestrahlungsvolumen und der Lokalisation des AVM.
IRSA (International RadioSurgery Association), 2003: Stereotactic radiosurgery for patients with intracranial arteriovenous malformations (AVM)
Glomus Jugulare Tumore
Der Glomus (wörtlich Knäuel, Geschwulst) Jugulare Tumor ist eine Nervenzellansammlung lokalisiert in der Fossa jugularis, das heisst in der Knochengrube des Schläfenbeins an der Schädelbasis. In den meisten Fällen sind die Tumore gutartig, es gibt jedoch auch bösartig werdende Verläufe. Ohrgeräusche, Hörverminderung oder auch eine Schwellung am Hals sind mögliche Symptome, viele der Glomus Jugulare Tumore werden aber auch zufällig entdeckt, da sie komplett symptomfrei bleiben. Zur Verhinderung des Wachstums oder einer möglichen bösartigen Entwicklung werden die Tumore meist entfernt.
Da sie oft an einer für Operationen schlecht zugänglichen Stelle befindet, eignet sich eine radiochirurgische minimalinvasive Behandlung besonders gut.
Cavernome
Ein Cavernom ist eine gutartige Gefässmissbildung, welche durch Hirnblutungen, Kopfschmerzen, epileptische Anfälle oder andere neurologische Ausfälle symptomatisch werden können. Cavernome können grundsätzlich in jedem Gewebe auftreten, hauptsächlich kommen diese jedoch im zentralen Nervensystem vor. Die Diagnostik erfolgt durch eine Magnetresonanztomographie (MRT). Eine Therapie ist nicht immer notwendig, dies hängt stark von der Lokalisation der Gefässmissbildung ab.