Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03662.jsonl.gz/1809

Wasserkraftwerke, Wehre und Wasserfälle sind für Fische oft unüberwindbare Hindernisse und beeinträchtigen den genetischen Austausch zwischen verschiedenen Fischpopulationen. Nun wurde nachgewiesen, dass Fischtreppen den Austausch der genetischen Struktur fördern.
Unüberwindbare Hindernisse in Gewässer beeinträchtigen die genetische Populationsstruktur. Um die Isolation einer Population zu verhindern werden vermehrt Fischaufstiege gebaut. Ob Fischtreppen die gewünschte Wirkung auf die genetische Diversität der Fischpopulationen bringt wurde bisher nicht untersucht.
Nun konnten Wissenschaftler an der Forschungsanstalt EAWAG in einer Studie nachweisen, dass die Fischtreppen den genetischen Austausch tatsächlich verbessern. So wirke sich eine künstliche Barriere ohne Fischtreppe ähnlich stark auf die genetische Differenzierung der Fische aus wie eine Distanz von rund 100 Kilometern in einem unverbauten Fluss. Mit einer Fischtreppe sinke die Distanz auf rund 12 Kilometer.
Die Fischart Alet wurde in der Schweiz bisher wenig ausgesetzt, was seine genetische Populationsstruktur nicht verfälscht. Das macht ihn zu einem geeigneten Modell für die Forschung. Weitere gute Gründe sind auch sein ausgeprägtes Wanderverhalten während der Laichzeit und die Benutzung verschiedener Fischaufstiegshilfen. Die Bauarten der Fischtreppen sind sehr unterschiedlich und werden je nach Fischart mehr oder weniger häufig genutzt. So ist die Fragmentierung dieser Arten stärker als beim Alet. Laut der Studie der EAWAG haben viele dieser Treppen daher noch Verbesserungspotential. Ansonsten sind die Aufstiegshilfen sehr sinnvoll und Revitalisierungsmassnahmen sollen weiter vorangetrieben werden.