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N ebst der Formgestaltung und der Materialwahl hat die Farbe einen erheblichen Einfluss auf die Wahrnehmung und die Wirkung eines Raumes in der Architektur. Schon in der Antike wurden Anstriche und Farben bei den prächtigen Tempelbauten und Palastanlagen verwendet um die Gebäude zu veredeln. In der Renaissance wurden ganze Räume und Materialien mit Farben vorgetäuscht bis hin zur Postmoderne wo grelle Farbakzente insbesondere bei Stahlkonstruktionen verwendet wurden um die Tragstruktur spielerisch hervorzuheben. Heutzutage ist nun nahezu fast alles möglich, selbst farbwechselnde Oberflächen bei Medienfassaden bis zu Bilddarstellungen.
Farbsysteme in der Architektur haben sich bereits relativ früh entwickelt um einen standardisierten Katalog bei der Herstellung von Oberflächen zu definieren. Es existieren verschiedene Systeme welches meist auf einem Koordinatensystem innerhalb eines definierten Farbraumes aufgebaut ist. Verschiedene Werte definieren dann das exakte Farbmuster welches damit repliziert werden kann. In der Architektur haben sich hauptsächlich zwei Farbsysteme durchgesetzt, das RAL-Design-System und das Natural Colour System NCS.
Gegründet wurde die Institution des Reichs-Ausschuss für Lieferbedingungen RAL auf Initiative der Privatwirtschaft und der Regierung der Weimarer Republik 1925 für eine Rationalisierung der Wirtschaft. Das RAL-Gütezeichen kam nicht nur beim Farbsystem zum Einsatz, sondern wurde auch bei diversen anderen Arbeitsgattungen in der Baubranche verwendet. Die RAL-Farben und deren Farbkataloge werden heute weltweit eingesetzt. Nebst der Farbsammlung RAL Classic mit rund 215 Farbtöne wird heute RAL Design mit 1625 Farben oft angewendet. Jeder Farbe ist eine eindeutige vierstellige Nummer zugewiesen. Im Classic System ist zusätzlich ein Name beziehungsweise ein Verwendungszweck wie zb. Verkehrsweiss oder Signalgelb vermerkt.
RAL Farben kommen in der Baubranche in diversen Bereichen zum Einsatz. Geläufig ist der Einsatz in Haustechnischen Bereichen wie beispielsweise bei Radiatoren- und Heizkörperfarben, aber auch beim Sonnenschutz bei Storen- und Fensterlädenfarben, bei Dekorbelägen von Küchenmöbel, oder bei Bodenbelägen aus Kunststoffen.
Das NCS System kommt wohl am häufigsten in der Architektur vor und wird fast in allen Baubereichen verwendet wo eine Farbe definiert werden soll. In den 1930er Jahren entwickelte der schwedische Physiker Tryggve Johansson das Farbsystem NCS welches haute 1950 Farbtöne umfasst. In einem dreidimensionalen Koordinatensystem sind vier Grundfarben Gelb (Y), Grün (G), Rot (R) und Blau (B) aufgereiht. An den Polen befinden sich Schwarz und Weiss und bilden damit einen Doppelkegel zum exakten bestimmen des Farbwertes.
Die Definition erfolgt nach der Bezeichnung NCS S Schwarzanteil Farbsättigung – Grundfarbe Mischfarbenanteil, zum Beispiel: NCS S 1040-R20B
Daneben gibt es selbstverständlich auch noch eine ganze Menge anderer Farbsysteme wie Pantone, CIE, CMYK und mehr. Oft haben Herstellen von Produkten auch Ihre eigenen Bezeichnungen die sich wiederum oft auf das RAL oder das NCS System beziehen. Unter Architekten kommt teilweise aber auch noch das Polychromie Architecturale zum Einsatz.
Das Farbsystem des Architekten Le Corbusier beinhaltet 63 Farbtöne in zwei Farbkollektionen von 1939 beziehungsweise 1959. Sie haben einen künstlerisch-historischen Hintergrund und sind so aufeinander abgestimmt, dass sie sich auf jegliche Art kombinieren lassen. Die einzigartigen Farbtöne werden dabei nicht im RAL oder NCS System abgedeckt.
Der grösste Schweizer Pulverlackhersteller IGP wurde 1968 gegründet und gehört heute international zu den zehn grössten Pulverlackherstellern für die Oberflächenveredelung. Die Lacke werden bei Metalloberflächen eingesetzt. Je nach Einsatzstandort ob Innen, bei Metalltüren und Metall-Glasfronten oder Aussen, an Fassaden, bei Geländer oder Metalltreppen kommen unterschiedliche Beschichtungen zum Einsatz und werden sowohl auf Aluminium wie auch auf Stahloberflächen aufgebracht. Diverse Farbtöne haben als Grundlage den RAL Farbton. Daneben gibt es auch noch Farben mit Eisenglimmeranteile. Die schuppenartigen Kristalle aus Eisenoxid verleihen den Oberflächen einen zusätzlichen metallisch glitzernden Glanz. Die Farben damit sind von dunkelgrau bis schwarz und von rötlich bis rotbräunlich erhältlich.