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Wenn man an die französischen Designer des 20. Jahrhunderts denkt, fallen einem zuerst folgende Namen ein: Coco Chanel, Christian Dior und Yves Saint Laurent. Was viele nicht wissen: Noch bevor Chanel Hosen für Frauen gesellschaftstauglich machte, befreite Paul Poiret Frauen aus dem Korsett. Der unterschätzte Designer war auch der erste Modeschöpfer, der Parfums kommerziell verkaufte (ein ganzes Jahrzehnt vor Chanel N° 5). Jetzt wird Paul Poiret - seit 1929 war das Modehaus geschlossen - mit Hilfe von Anne Chapelle wieder lebendig. Die belgische Unternehmerin ist die Frau hinter Haider Ackermann und Ann Demeulemeester und nun Geschäftsführerin von Paul Poiret.
Die Marke, welche während der Pariser Fashion Week neu lanciert wird, hat Célines Zeitplan für den 4. März angenommen (ein guter Anfang?). Laut Business of Fashion wird die französische Marke von der Enkelin des Samsung-Gründers Chung Yoo-Kyung finanziert. Der südkoreanische Investor hat Luxusmarken wie Moncler, Dries Van Noten und Givenchy ins Land gebracht. Eine weitere Überraschung: Chapelle hat die in Paris wohnende Chinesische Yiqing Ying als Designerin gewählt.
Es gibt noch viel über Chapelles Strategie, Poiret wieder aufzubauen, herauszufinden. Klar ist jedenfalls, dass sie definitv auf den schnellen Wachstum des Konsums in asiatischen Ländern schaut. In Bezug auf Ihre Vision sagt Chapelle gegenüber BoF: "Es ist, als würde man der neuen Generation ein Buch vorlesen ... Wir sind keine Zauberer, wir versuchen nur, eine schöne Geschichte zu erzählen und sie heute relevant zu machen".
Während die grossen Modehäuser wie Gucci, Coach und Balenciaga sich darauf konzentrierten, sich durch den Wechsel an Creative Directors ihr Image zu verändern, beschloss Chapelle, das einst klassische Modehaus des vergangenen Jahrhunderts wieder auferstehen zu lassen. Wenn alles gut läuft, könnte dies der kommende Trend in der Modebranche sein - verstorbenen Modehäusern neues Leben einzuhauchen.
Sehen Sie sich einige von Poirets alten Werke an: