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Energiekrise – Ursachen, Auswirkungen, Tipps
Alles zum Thema Energiekrise
Was ist eine Energiekrise?
Bei einer Energiekrise ist die Sicherheit der Energieversorgung eingeschränkt, weil die fossilen Energieträger Öl, Kohle und Gas knapp sind bzw. die Energiepreise stark steigen. Dadurch könnte nicht genug Energie zur Verfügung stehen, um die Nachfrage nach Strom, Treibstoff oder Wärmeenergie zu decken.
Ursachen der Energiekrise
Da die Vorräte an fossilen Energieträgern weltweit noch reichlich vorhanden sind, geht es immer um eine künstliche Verknappung. Als Beispiel für eine Energiekrise infolge künstlicher Verknappung gilt etwa die Ölpreiskrise der 1970er-Jahre, als die OPEC-Staaten das Erdöl verknappten, um höhere Preise zu erzielen.
Die aktuelle Energiekrise und ihre Ursachen
Haupttreiber der Energiekrise 2022/2023 ist der Ukraine-Krieg. Aufgrund internationaler Sanktionen gegen Russland fehlt ein Grossteil des russischen Erdgases, das in Europa zum Heizen und zur Stromproduktion gebraucht wird.
Daneben gibt es weitere Faktoren, welche die aktuelle Energiekrise verschärfen.
- Bereits 2021 stiegen die Energiepreise stark. Dies aufgrund der stark steigenden Nachfrage nach Strom, Gas und Öl, nachdem zahlreiche Länder die Coronamassnahmen grösstenteils aufgehoben und die Wirtschaft wieder Fahrt aufgenommen hatte.
- Auch der Umstand, dass Frankreich 2022 über die Hälfte seiner Atomkraftwerke abschalten musste – unter anderem wegen Wartungsarbeiten, aber teils auch wegen Korrosionsschäden –, hat die Energiekrise verschärft.
- Wasserkraft trägt in der Schweiz einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit bei. Doch die Wasserkraftreserven in den Stauseen waren 2022 gering. Zum einen, weil es im Winter 2021/22 wenig Schnee und damit wenig Schmelzwasser gab und der Sommer extrem trocken war. Zum anderen sind Stromunternehmen nicht verpflichtet, Wasserreserven aufzubauen, sondern sie können damit Strom produzieren, wenn dieser aufgrund der Nachfrage teuer ist. Noch im Herbst 2022 ergriff der Bundesrat Massnahmen, um die Wasserkraftreserven aufzubauen.
- Nicht zuletzt hat auch der schleppende Ausbau der erneuerbaren Energien in der Schweiz und Europa seinen Teil zur Energiekrise beigetragen. Denn mit mehr erneuerbarer Energie wäre der Kontinent für die Stromversorgung weniger abhängig von Erdgas.
- Kommt erschwerend hinzu, dass die Schweiz die Verhandlungen über das institutionelle Rahmenabkommen mit der EU im Mai 2021 einseitig beendet hat. Damit rückt ein bilaterales Stromabkommen in weite Ferne. Das bedeutet, dass die EU-Mitgliedstaaten beim Strombezug Vorrang vor der Schweiz haben.
Lesen Sie hier, warum ein Blackout nichts mit Strommangel zu tun hat.
Auswirkungen der Energiekrise auf die Schweiz
In der Schweiz wie auch in allen anderen europäischen Ländern sind infolge der Energiekrise die Preise für Heiz- und Treibstoffe sowie Strom stark gestiegen. Das macht nicht nur das Heizen oder das Benzin teurer, sondern führt auch zu höheren Konsumentenpreisen. Denn wenn Energie mehr kostet, dann kostet auch die Produktion beispielsweise von Lebensmitteln mehr.
Die Energiekrise und damit die drohende Strommangellage haben dem Ausbau der erneuerbaren Energien und damit der Energiewende in der Schweiz, aber auch in Ländern wie Deutschland oder Dänemark einen Schub verliehen. Mehr dazu im Abschnitt über die Massnahmen.
Aktuelle Lage – Energiedashboard des Bundes
Ein Ende des Krieges in der Ukraine ist nicht in Sicht und die aktuelle Energiekrise wird uns weiter beschäftigen. Fest steht, dass auch im Winter 2023/24 eine mögliche Strommangellage oder Gasknappheit drohen.
Um bereits im Winter 2022/23 die Lage besser beurteilen zu können, hat das Bundesamt für Energie ein Energiedashboard eingerichtet. Es zeigt unter anderem den aktuellen Strom- und Gasverbrauch sowie die Energiepreise und die Wasserkraftreserven und gibt Auskunft über die Versorgungslage bei Strom und Gas.
Ziel ist es, möglichst zeitnah zu sehen, ob die Sparmassnahmen genügen oder ob es zusätzliche Massnahmen in Form von Verboten, Kontingentierungen oder im schlimmsten Fall von zyklischen Abschaltungen des Stromnetzes braucht.
ewz hat zum Thema Strommangellage häufige Fragen und Antworten zusammengestellt. Konsument*innen finden dort auch Informationen zur Energieversorgung im Versorgungsgebiet von ewz.
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Welche Massnahmen hat die Schweiz gegen die Energiekrise ergriffen?
Um die Versorgungssicherheit des Landes zu gewährleisten, hat der Bundesrat zahlreiche Massnahmen ergriffen.
Kurzfristige Massnahmen
- Bereits im November 2021 hat OSTRAL – die Organisation für Stromversorgung in Ausserordentlichen Lagen – im Auftrag des Bundes die Grossverbraucher sensibilisiert, sodass sich die Unternehmen vorausschauend bereits Überlegungen machen können, wie sie mit einer möglichen Strommangellage umgehen würden.
- Im Herbst 2022 lancierte der Bund die Sparkampagne «Energie ist knapp. Verschwenden wir sie nicht». Sie soll Konsument*innen, aber auch Unternehmen zum Energiesparen animieren.
- Die Wasserkraftreserven wurden mittels finanzieller Anreize erhöht.
- Zudem dürfen die Wasserkraftwerke bis April 2023 unter Auflagen und temporär mehr Wasser zur Stromproduktion nutzen. Sprich: Die wichtigen Restwassermengen dürfen reduziert werden.
- Im aargauischen Birr wurde ein Reservekraftwerk mit acht Turbinen gebaut. Es kann mit Gas und Öl oder in einigen Jahren, wenn die Produktion Fahrt aufgenommen hat, mit Wasserstoff betrieben werden.
- Der Bund hat die Gasbranche verpflichtet, Speicherkapazitäten in den Nachbarländern sowie Optionen für zusätzliche Gaslieferungen zu sichern. Inzwischen ist diese Winter-Gasreserve aufgebaut.
- Ende 2022 hat der Bundesrat Vorbereitungen auf eine mögliche Gas- oder Strommangellage getroffen. Er hat festgelegt, welche Massnahmen in welcher Reihenfolge im Fall einer Strom- oder Gasmangellage ergriffen werden. Bis zum 12. Dezember 2022 fand eine verkürzte Vernehmlassung statt. Die Verordnungen sollen bis Frühling 2023 als Entwürfe verabschiedet werden. Weitere Informationen zu den Massnahmen für den Fall einer Strommangellage finden sich beim Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung. Infos zur Gasmangellage gibt es auf der Seite der Kriseninterventionsorganisation Gas (KIO Gas).
- Der Ukraine-Krieg führte zu enormen Preisausschlägen auf den europäischen Strommärkten, weil günstiges Gas aus Russland fehlte (rund 18% des Stroms in Europa wird mittels Gas produziert). Deshalb brauchen Stromunternehmen mehr finanzielle Mittel, um Sicherheitsleistungen zu decken. Der Bund hat mit dem sogenannten Rettungsschirm für systemkritische Stromunternehmen ein Gesetz verabschiedet, das es ermöglicht, Stromunternehmen mit Krediten die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen.
Als Dienstabteilung der Stadt Zürich fällt ewz nicht unter dieses Gesetz. Im Gegensatz zu anderen Stromkonzernen ist das Handelsgeschäft von ewz kleiner und entsprechend auch das Risiko.
Langfristige Massnahmen
- Der Bundesrat hat mit der Revision der Raumplanungsverordnung den Bau von Solaranlagen vereinfacht und beschleunigt. Sie gilt seit Januar 2023.
- Der Bund will die Bewilligungsverfahren für den Bau grosser Wasser- und Windkraftanlagen, welche für die Schweizer Stromproduktion sehr wichtig sind, beschleunigen und vereinfachen. Zudem soll der Ausbau von Photovoltaikanlagen weiter gefördert werden, indem neu auch für Solaranlagen an Neubauten Steuerabzüge geltend gemacht werden können und die Zulassung von Solaranlagen an Fassanden vereinfacht wird.
- Die Stadt Zürich beschloss im Dezember 2022, dass der Ausbau von Photovoltaikanlagen dank Pauschalsätze vereinfacht werden und neue Fördermöglichkeiten von ewz finanzielle Hürden abfedern sollen, welche Liegenschaftsbesitzer*innen von einem PV-Ausbau abhalten. Diese neuen Fördermassnahmen gelten für die Stadt Zürich wie auch für die von ewz versorgten Teile Graubündens.
- Mit dem Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien will der Bundesrat erreichen, dass mehr einheimische erneuerbare Energie produziert wird. Zudem soll die Versorgungssicherheit der Schweiz insbesondere im Winter gestärkt werden. Dafür soll es unter anderem mehr Mittel für Speicherkraftwerke geben, damit diese für den Winter Wasserkraftreserven aufbauen. Die Vorlage liegt derzeit beim Nationalrat.
Hören Sie hier den Podcast mit Stadtrat Michael Baumer zum Thema Versorgungssicherheit.
Energiespartipps im Überblick
Energie lässt sich in verschiedenen Bereichen sparen, insbesondere beim Heizen und der Aufbereitung von Warmwasser, aber auch beim Stromverbrauch. Energieeffizienz ist im Hinblick auf einen sparsamen Umgang mit Energieträgern und -ressourcen ein ebenso wichtiger Faktor.
Auf der Themenseite Energie sparen finden Sie alle Tipps zum Energiesparen im Haushalt sowie die Information dazu, was am meisten nützt.
In der Rubrik Energieeffizienz erhalten Sie die wichtigsten Informationen zum Thema einfach erklärt und erfahren, worauf Sie bei den neuen Energieeffizienzklassen achten können und was diese über den Energieverbrauch von Geräten aussagen.
Hier finden Sie Energiespartipps für einzelne Bereich des Alltags:
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Häufig gestellte Fragen zur Energiekrise
Der Bundesrat geht davon aus, dass die Energiekrise mehrere Jahre dauern wird, da die Schweiz auch in den kommenden Jahren noch abhängig von Gas und Öl sein wird, der Ausbau der einheimischen Stromproduktion immer noch zu langsam vonstattengeht und ein Ende des Ukraine-Krieges offen ist.
Europa und ebenso die Schweiz werden trotz der Energiewende hin zu erneuerbaren Energien noch Jahre von fossilen Energieträgern abhängig sein. Sobald Alternativen zu Öl und russischem Gas gefunden sind und die Infrastruktur sowie die Lieferketten zuverlässig funktionieren, dürfte sich die Energiekrise entschärfen. Auch ein Ende des Ukraine-Krieges würde die Situation entschärften, allerdings ist offen, wie und ob Europa deswegen die Sanktionen aufheben oder sich langfristig von der Energieabhängigkeit von Russland lösen wird.
Die Energiekrise hat ganz Europa getroffen.
Zum einen profitieren Öl- und Gaskonzerne sowie Förderländer von den hohen Energiepreisen, zum anderen aber auch Hersteller von Windkraft- und Solaranlagen, da erneuerbare Energien durch die Gas- und Ölknappheit in Europa einen Schub erhalten haben. Auch Düngemittelhersteller, die nicht von russischem Gas abhängig sind, profitieren. Denn die Nachfrage ist ungebrochen, das Angebot aber knapp, was die Preise in die Höhe treibt.
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Auch die Heizölpreise haben sich seit 2020 gut verdoppelt. Dazu beigetragen haben unter anderem der starke Anstieg der Nachfrage am Ende der Coronapandemie sowie der Beginn des Ukraine-Krieges, wie der Durchschnittspreis für Heizöl in der Schweiz über die letzten drei Jahre zeigt.