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Die Kraftwerke Gougra AG hat entschieden, die Maschinengruppen in der Zentrale Mottec zu sanieren. Fast 60 Jahre nach deren Errichtung werden zwei Gruppen ersetzt und die dritte wird erneuert. Durch die Modernisierung kann die Leistung des Wasserkraftwerks um 18 MW erhöht und die Jahresproduktion um 5 Millionen kWh gesteigert werden.
Die Zentrale Mottec im Val d’Anniviers wird demnächst modernisiert. Die Kraftwerke Gougra AG hat beschlossen, die drei Maschinengruppen im Zentrum des Wasserkraftkomplexes zu neuem Leben zu erwecken und dafür 31,2 Millionen Franken zu investieren. Wie Mehrheitsaktionärin Alpiq in einer Mitteilung schreibt, werde die Sanierung für die Anlage einen Mehrwert ergeben, denn durch die Erhöhung der Leistung von 69 auf 87 MW können zusätzlich fünf Millionen kWh Strom pro Jahr produziert werden, was dem durchschnittlichen Stromverbrauch von 1400 Haushalten entspricht. Darüber hinaus werde der Regelbereich des Kraftwerks für Netzdienstleistungen nach der Sanierung vergrössert.
Fördermassnahme vom Bund
Zwei der insgesamt drei Maschinengruppen werden dafür vollständig saniert. Hierfür werden die Hauptkomponenten − Schieber, Turbinen, Generatoren und Transformatoren − ausgetauscht. Durch die neuen Komponenten soll die Leistung der beiden Gruppen um jeweils 9 MW von 23 MW auf 32 MW steigen. Die dritte Maschinengruppe wird einer Revision unterzogen. Die Arbeiten finden in den Jahren 2020 bis 2022 statt. Aufgrund der sorgfältigen Planung, schreibt Alpiq, könne der Kraftwerkskomplex Gougra während der Bauzeit ohne grössere Produktionsausfälle weiterbetrieben werden.
Im Februar 2019 gewährte das Bundesamt für Energie (BFE) der Kraftwerke Gougra AG für die Leistungssteigerung der beiden Maschinengruppen einen Bruttoinvestitionsbeitrag in Höhe von 4,9 Millionen Franken. Dieser Investitionsbeitrag gehört zu den in der Energiestrategie 2050 vorgesehenen Fördermassnahmen für grosse Wasserkraftanlagen. Hierbei handelte es sich um den ersten Beitrag des BFE im Jahr 2019.
Die Zentrale Mottec ist Teil des Wasserkraftkomplexes Kraftwerke Gougra AG im Val d’Anniviers. Die 1958 erbaute Zentrale turbiniert auf der einen Seite das im fast 600 Meter höher gelegenen Lac de Moiry gespeicherte Wasser. Auf der andern Seite pumpt die Anlage das Wasser der beiden Bäche Navizence im Val d’Anniviers und Turtmänna im Turtmanntal in den Stausee Moiry. Der Gougra-Komplex ist in Bezug auf die Produktionskapazität die fünftgrösste Wasserkraftanlage im Wallis. Sie produziert pro Jahr durchschnittlich 640 GWh Strom aus erneuerbaren Energien, was dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 180 000 Haushalten entspricht. Die Aktionäre der Gesellschaft sind Alpiq (54 %), die Rhonewerke (27,5 %), die Gemeinden Anniviers (7,7 %), Chippis (1,8 %), Chalais (0,5 %) und Siders (7,5 %) sowie Sierre Energie (1 %).pd / dab