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Nach Roger Federer stehen zwei weitere Schweizer in der zweiten Runde der Swiss Indoors. Am Dienstag gewannen auch Stanislas Wawrinka (ATP 19) und – völlig überraschend – Michael Lammer (ATP 327) ihre Auftaktpartien in Basel. Wawrinka besiegte den Kroaten Ivan Dodig (ATP 35). Lammer setzte sich gegen den 290 Ränge vor ihm klassierten Michail Juschni durch. Bange Momente hatte die Weltnummer 1 zu überstehen. Am Ende konnte Novak Djokovic, der mit einer Joker-Maske eingelaufen war, den Belgier Xavier Malisse aber doch niederringen.
Michael Lammer setzte sich gegen Michail Juschni (ATP 37) 6:4, 6:3 durch. Nie zuvor hatte Lammer einen besserklassierten Spieler geschlagen. Für den Zürcher, der sich über die Qualifikation ins Hauptturnier gekämpfte hatte, ist es der erste Sieg auf der ATP-Tour seit über einem Jahr und der sechste überhaupt. Auch in punkto Preisgeld schlug Lammer zu: Für den Einzug unter die letzten 16 erhält er 16’700 Euro, nahezu gleich viel wie in den zehn Monaten zuvor.
Gegen Juschni, der zuletzt in St. Petersburg die Halbfinals erreicht hatte, zeigte Lammer eine solide Leistung. Er geriet zu keinem Zeitpunkt in Rückstand. Im ersten Satz musste er seinen ersten Breakvorsprung wieder hergeben, nahm dem Russen aber kurz darauf erneut den Service ab. Ab dann schlug der 29-jährige Schweizer exzellent auf und profitierte ein wenig von der Nonchalance des launischen Gegenspielers. Nach weniger als einer Stunde stand Lammer als Sieger fest. Im Achtelfinal trifft Lammer nun auf den Zyprioten Marcos Baghdatis (ATP 59).
Stanislas Wawrinka setzte sich gegen den Kroaten Ivan Dodig (ATP 35) 6:4, 6:4 durch. Gegen den 26-Jährigen Gewinner des Turniers von Zagreb in diesem Jahr zeigte der Waadtländer eine gute Leistung. Der Start gelang ihm perfekt. Er nahm Dodig bei erster Gelegenheit den Aufschlag zu null ab. Im zweiten Umgang geriet er bei eigenem Service nie in Gefahr und schaffte die entscheidende Differenz mit dem Break zum 5:4. Nun trifft Wawrinka entweder auf Andy Murray (ATP 3) oder den Holländer Robin Haase (ATP 40).
Einen Tag nach Halloween lief Novak Djokovic als Joker verkleidet in die St. Jakobshalle ein. Die Maske des grinsenden Gegenspielers von Batman legt er vor der Partie ab, das Lächeln wischte Malisse dem Djoker zumindest im zweiten Satz vom Gesicht. Denn der Belgier konnte sich nach einem zögerlichen Start und einem frühen deutlichen Rückstand steigern.
Djokovic, der in diesem Jahr zehn Titel gewonnen hat und eine sensationelle Bilanz von 65:3 Siegen aufweist, zog im dritten Umgang ähnlich rasch davon wie zu Beginn. Der Sieg geriet aber doch noch in Gefahr. Dem 24-jährigen Basel-Sieger von 2009 war anzumerken, dass er seit Mitte September keinen Ernstkampf bestritten hat. Damals musste er im Davis Cup gegen Juan Martin del Potro wegen Rückenbeschwerden aufgeben.
Am Dienstag musste Malisse bei 0:3 im dritten Satz gepflegt werden. Der 31-Jährige schlug sich beim Versuch, einen Stoppball zu erreichen, das Schienbein ziemlich heftig am Schiedsrichterstuhl an. Danach setzte er aber zu einer Aufholjagd an. Beim Stand von 3:5 nutzte er den fünften Breakball mit gütiger Mithilfe von Djokovic, der sich einen Doppelfehler leistete. Am Ende setzte sich dann aber doch der Favorit durch. Dieser trifft im Achtelfinal auf einen Qualifikanten: entweder auf den Deutschen Tobias Kamke (ATP 96) oder den Polen Lukas Kubot (ATP 64).
Resultate der 1. Runde
Stanislas Wawrinka s. Ivan Dodig 6:4, 6:4. Michael Lammer s. Michail Juschni 6:4, 6:3. Novak Djokovic s. Xavier Malisse 6:2, 4:6, 7:5. James Blake s. Mardy Fish 1:0 w.o. Jarkko Nieminen s. Thomaz Bellucci 6:7 (5:7), 6:4, 6:3. Andreas Seppi s. Gilles Muller 7:6 (7:4), 6:7 (5:7), 6:2. – Nieminen im Achtelfinal gegen Federer.