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Macht und Dogma
Macht, als die Fähigkeit, Menschen zu Handlungen zu bewegen, die sie von selbst nicht vollziehen würden, wird oftmals als unmoralisch, gefährlich bzw. auch verführerisch interpretiert. Hier sollten wir zunächst die “Instrumente der Macht” näher untersuchen, wie z.B. Gewalt versus Verführung. Wie ist die “Macht” überhaupt zu bewerten, wenn sie durch die Änderung der Überzeugung der zu manipulierenden Wesen wirkt, wie bei Verführung oder Propaganda? Solange wir zu dieser Beschreibung und Analyse nur die Instrumente von “Moral und Ethik” zur Verfügung haben (Pseudowissenschaften, die selbst wieder auf axiomatischen Wertesystemen beruhen), wird uns eine abschließende Erklärung nicht gelingen.
Wenn wir aber erkennen, dass Macht nur dann existieren kann, wenn zugleich ein Dogma existiert, d.h. ein oder mehrere Axiome, die nicht hinterfragt werden können oder dürfen, dann erkennen wir auch, wie wir diese Macht ganz einfach verhindern können: durch die konsequente Hinterfragung aller alten Dogmen und das Verhindern des Entstehens neuerer. Die “Gier nach Macht” entsteht wohl nur durch entsprechende Rollenbilder (Literatur, Filme, Legenden) in Gesellschaften, in denen Hierarchien und Dogmen lange Tradition besitzen und niemals ernsthaft hinterfragt wurden. In offenen, dynamischen und achtsame Kommunikation praktizierenden Gesellschaften ersetzt die “Gier nach Macht über sich selbst (Körper, Geist, Seele)” hingegen ganz natürlich die “Gier nach Macht über andere”, weil eigene Fähigkeiten und erweiterte Formen der Wahrnehmung viel intensiver erlebt werden können als die gehorsame Ausführung eigener Befehle durch andere. Die ewige Geborgenheit im kosmischen Netz des Lebens stellt wohl das intensivste Glücksgefühl dar, zu dem denkende, fühlende Wesen fähig sind.