Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03543.jsonl.gz/538

Es sei klar, dass es in Italien ein Problem hinsichtlich einer Verringerung von notleidenden Darlehen gebe, sagte Padoan am Montag in Luxemburg zu Journalisten am Rande einer Sitzung der Finanzminister der Euro-Zone. Er habe aber Zweifel an der Vorgehensweise der Aufsicht. "Wir werden das in den kommenden Wochen besprechen."
Die EZB-Bankenaufsicht hatte vergangene Woche neue Richtlinien vorgestellt, nach denen Banken künftig mehr Vorsorge für faule Kredite betreiben müssen. Ab 2018 sollen Institute alle neu als ausfallgefährdete Darlehen schrittweise vollständig über Rückstellungen abdecken.
Bei neuen unbesicherten Problemkrediten soll nach zwei Jahren eine 100-prozentige Abdeckung erreicht werden, bei neuen besicherten Problemdarlehen spätestens nach sieben Jahren. Zu den neuen Vorgaben soll es Ende November eine öffentliche Anhörung bei der EZB geben.
30 Prozent der Problemkredite in Italien
Italiens Banken haben im Zuge der jahrelangen Wirtschaftsflaute nach der Finanzkrise einen Berg an faulen Krediten aufgetürmt. Rund 30 Prozent des mehr als 900 Milliarden Euro grossen Bestands an Problemdarlehen der Geldhäuser in der Euro-Zone entfallen auf Banken in Italien.
Es wird befürchtet, dass die neuen Regelungen der EZB-Bankenwächter dazu führen, dass die Institute in Italien noch mehr Kredite abschreiben müssen. Dies könnte sich negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirken.
(AWP)