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<h2>SubmittedText<h2><p>Um eine saubere Datengrundlage zu haben und darauf eine solide Strategie aufzubauen, wird der Bundesrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Ist es korrekt, dass der PCR-Test zur Detektion von COVID-19-Erregern auch Virenfragmente erkennt und daher die positiv getesteten Personen nicht zwangsläufig krank oder infektiös sind?</p><p>2. Ist es korrekt, dass die öffentlich publizierten Corona-Statistiken des BAG zur Anzahl Infizierten, Hospitalisierten und Verstorbenen nicht mehr zwischen Grippe und COVID-19 unterscheiden? Weshalb gibt es diese Unterscheidung nicht mehr und was hat das für Konsequenzen für die Aussagekraft der aktuellen Corona-Statistiken?</p><p>3. Stimmt es, dass der PCR-Test nicht für Kliniken, sondern nur für Laborbetriebe zugelassen ist?</p><p>4. Wird in der Statistik die Todesfolge Corona kausal verstanden? Kann es also sein, dass jemand mit Corona positiv an einem Autounfall stirbt und daher zusammenhangslos als Corona-Toter gezählt wird? Wie viele solche Fälle gibt es?</p><p>5. Die Auslastung der Intensivbetten und Beatmungsgeräte im März und April 2020 mit Corona-Patienten (unter 50 Prozent und immer mit 300-600 freien Betten) zeigt im Nachhinein kein bedenkliches Ausmass. Wie beurteilt der Bundesrat diesen Umstand? </p><p>6. Auch die Auslastung der Intensivbetten und Beatmungsgeräte mit Corona-Patienten Ende Oktober 2020 zeigte ausgehend von der Aussage von Bundesrat Berset, dass bis zu 2000 Intensivbetten bereitstehen können, mit rund 10 Prozent keine bedrohliche Situation. Wie erklärt sich der Bundesrat die öffentliche Kommunikation, die eine bedrohliche Situation suggeriert?</p><p>7. Ist es korrekt, dass die Statistik der Bettenauslastung Doppelzählungen enthält?</p><p>8. Ist es korrekt, dass in diversen Projektionen der Entwicklung der Corona-Pandemie in der Schweiz mit einer viel zu hohen Sterbewahrscheinlichkeit von 1,4 Prozent ausgegangen wird und wurde, was nicht der aktuellen und wissenschaftlich erhärteten Sterbewahrscheinlichkeit entspricht? </p><p>9. Welche Auswirkungen haben alle die oben genannten systematischen Fehlannahmen und Messfehler auf die Projektion der Epidemie-Entwicklung?</p><p>10. Wie steht der Bundesrat zum übereilten Umstand, dass oft schon wieder Massnahmen gefordert und eingeleitet wurden, bevor die vorherigen Massnahmen überhaupt greifen?</p><p>11. Sind in der Schweiz genügend moderne Medikamente wie Dexamethason oder Remdesivir gegen Corona vorhanden? Werden diese eingesetzt?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. und 3. Ein PCR-Test erkennt ein vor der Messung spezifisch amplifiziertes Fragment des viralen Genoms (d.h. den genetischen Code des Virus).</p><p>Klinisch kann die Krankheit Covid-19 in verschiedenen Formen auftreten, die vom fast vollständigen Fehlen von Symptomen bis hin zu schwersten Verläufen reichen. Es ist daher möglich, dass Personen positiv getestet werden, ohne jegliche Symptome zu zeigen. Die Ansteckungsfähigkeit beginnt 1 bis 2 Tage vor Symptombeginn und kann mehrere Tage anhalten.</p><p>Zu diagnostischen Zwecken eingesetzte PCR-Tests werden nur in von Swissmedic zugelassenen Laboratorien durchgeführt. Sie erfordern besondere Einschliessungsmassnahmen, spezifische Instrumente und geschultes Personal. Bestimmte, sogenannte PCR-Schnelltests können jedoch am Patientenbett angewendet werden, wenn das Risiko einer Kontamination von Personal und Umgebung minimiert wird. Sie müssen aber unter der Verantwortung eines zugelassenen Labors durchgeführt werden.</p><p>2. Covid-19 und Influenza sind unabhängig voneinander meldepflichtig und können entsprechend differenziert werden. In den täglich publizierten Covid-19-Lageberichten werden nur Fälle eingeschlossen, welche positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Die Aussagekraft der Covid-19-Statistiken wird folglich nicht durch die Grippe limitiert.</p><p>4. Die Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19, welche vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) publiziert werden, müssen nicht in jedem Fall kausaler Natur sein. Sie schliessen alle Personen ein, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden und während der Erkrankung verstarben. Die Meldedaten erlauben keine Differenzierung nach Todesursache.</p><p>Der Indikator der Übersterblichkeit legt nahe, dass die derzeitige Übersterblichkeit durch das Coronavirus bedingt ist. So stimmt der Verlauf der vom Bundesamt für Statistik (BFS) publizierten Zahlen zur Übersterblichkeit überein mit dem Verlauf der Zahlen, die das BAG zu den Todesfällen mit laborbestätigter Covid-19-Diagnose publiziert.</p><p>Die Statistik zur Ursache des Todes (Todesursachenstatistik) führt das BFS. Da deren Aufbereitung sehr aufwändig ist, wird sie in der Regel zwei Jahre nach der Datenerhebung veröffentlicht, für das Jahr 2020 voraussichtlich Ende 2022.</p><p>5. Im Frühjahr wurden neben den bestehenden Intensivpflegebetten viele zusätzliche Betten geschaffen. Ohne diese Aufstockung hätten die Kapazitäten zeitweise nicht ausgereicht. Die Auslastung der gesamten Intensivpflegebetten lag während dieser Zeit bei 50-60 Prozent. Nicht berücksichtigt in diesen Zahlen ist die Personalsituation. Ohne ausreichend Personal können die Betten nicht betrieben werden.</p><p>6. Anfang Oktober verzeichneten die Spitäler eine Auslastung der Intensivpflegebetten von rund zwei Dritteln. Aufgrund der dazumal stark steigenden Fallzahlen musste man mit einer raschen Erhöhung der Spitaleintritte rechnen. Vor dem Hintergrund der begrenzten Anzahl Betten, der Personalsituation und den stark steigenden Fallzahlen war die Situation der Intensivpflege-Versorgung bereits Ende Oktober als bedrohlich einzustufen.</p><p>7. Die Statistik der Bettenauslastung wird täglich erhoben und gibt so ein tagesaktuelles Bild wieder. Jeder Patient und jede Patientin wird zu jedem Zeitpunkt nur einmal erfasst. Systematische Doppelzählungen können ausgeschlossen werden.</p><p>8. Der Bund lässt die Letalität, also die Anzahl Todesfälle unter den Infizierten, nicht in die Prognosen einfliessen. Dies auch, weil sie durch die Zahl der Tests beeinflusst wird. Zudem kann die Zahl nur verzögert berechnet werden, weil zwischen Infektion und Tod einige Zeit vergehen kann. Die Kennzahl kann hingegen nützlich sein, um das Risiko zwischen verschiedenen Altersgruppen oder von bestimmten Risikogruppen zu vergleichen.</p><p>9. Die Antworten auf die vorherigen Fragen zeigen auf, dass keine systematischen Fehlannahmen vorliegen. Das BAG ist sich jedoch der Limitationen der Daten, die in die Lagebeurteilung einfliessen, bewusst. Aus diesem Grund stützt sich das BAG nicht nur auf eine einzige Datenquelle ab, sondern berücksichtigt für die Beurteilung der Lage immer verschiedene Datengrundlagen und Parameter. Nicht zuletzt stützt sich das BAG auch auf Modelle und Prognosen der Swiss National Covid-19 Science Task Force, welche die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse berücksichtigen.</p><p>10. Behördliche Massnahmen auf kantonaler oder nationaler Stufe sind grundsätzlich so auszugestalten, dass sie angemessen vollzogen und auf ihre Wirksamkeit überprüft werden können. So hat der Bundesrat beispielsweise im Rahmen der Lockerungsmassnahmen nach der ersten Welle der Covid-19-Epidemie in der Schweiz jeweils zwischen den Lockerungspaketen genügend lange Beobachtungsphasen vorgesehen, die es erlaubten, die Auswirkung der Massnahmenlockerung auf das Infektionsgeschehen zu beurteilen. In einem epidemisch sehr dynamischen Umfeld, in dem beispielsweise die Zahl der Neuinfektionen sehr rasch ansteigt oder eine Überlastung des Gesundheitswesens droht, kann es aber durchaus angebracht sein, Massnahmenpakete in rascher Abfolge in Kraft zu setzen.</p><p>11. Die vorhandenen Mengen des Medikaments Dexamethason decken sowohl den Normalbedarf als auch die zusätzlich benötigten Mengen für Covid-19-Patientinnen und -Patienten ab. Es wird breit eingesetzt. Da die globale Verfügbarkeit von Remdesivir begrenzt ist, arbeitet das BAG eng mit der Herstellerfirma und den medizinischen Fachgesellschaften zusammen, um eine angemessene und gerechte Versorgung der Patientinnen und Patienten zu gewährleisten. Die Versorgung konnte seit Mitte Juli 2020 ohne Unterbruch gewährleistet werden.</p>  Antwort des Bundesrates.