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Auf dem Brühl, an der bedeutsamen Schnittstelle zwischen Altstadt und Museumsquartier, entstand von 1906 – 1909 die Tonhalle St.Gallen...
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Am 5. April präsentiert sich der Chor des Theaters St.Gallen mit einem A-cappella-Programm in einem Stream-Konzert. Unter der Leitung von Michael Vogel singt der Theaterchor Werke von Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts aus ganz Europa.
Der Chor des Theaters St. Gallen nutzt das aktuelle Verbot öffentlicher Auftritte für ein ungewöhnliches Konzert: Der Theaterchor präsentiert sich nicht nur ohne Handlung und Kostüm, sondern auch ohne Orchester oder sonstiges Begleitinstrument mit einem zuvor aufgenommenen und an Ostermontag zu sehenden Konzert. Das von Chorleiter Michael Vogel zusammengestellte Programm besteht aus A-cappella-Werken von Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts und lädt zu einer Reise durch die Chormusik Europas aus über hundert Jahren an. Dabei thematisieren die Werke eine Zeit der Ruhe, der Nacht und des Schlafs.
Pjotr I. Tschaikowsky (1840–1893), der sonst eher durch seine emotionale Sinfonik, Ballette und Opern bekannt ist, ist im Programm mit zwei Liedern vertreten. Vor dem Schlafengehen (1863/64) und Die Nachtigall (1889) stehen beispielhaft für Tschaikowskys strahlendberührende Chormusik. Edward Elgars (1857–1934) Cellokonzert in e-Moll op. 85 war im Oktober 2020 in einem Livestream aus der Tonhalle zu hören. Nun ist im Programm des Chorkonzerts mit zwei Liedern aus Four Part-Songs op. 53 (1907) eine ganz andere Facette von Elgars Werk zu erleben, der sich sonst auf Orchestermusik konzentrierte. Während Elgar den Text zu Owls selbst verfasste, stammt der Text zu There is Sweet Music von Alfred Tennyson. Der isländische Komponist Jón Leifs (1899–1968) studierte in Leipzig Klavier und Dirigieren. Seine Lebensaufgabe verstand er darin, Island eine eigene musikalische Identität zu geben. Dabei liess er sich von der Volksmusik und mittelalterlichen Quellen seines Heimatlandes inspirieren. Das Requiem op. 33b schrieb er 1947, nachdem seine jüngste Tochter vor der schwedischen Küste ertrunken war. Mit O sacrum convivium (Heiliges Fest, 1937) schuf Olivier Messiaen (1908–1992) eines seiner bekanntesten Werke. Die Mottete war eine Auftragskomposition und wurde in der Pfarrkirche La Trinité in Paris uraufgeführt, wo Messiaen ab 1931 für 61 Jahre als Organist tätig war. Messiaen schrieb das Werk in seiner favorisierten Tonart Fis-Dur, die für ihn die mystische Erfahrung einer übermenschlichen Liebe hörbar macht. In Éjszaka – Reggel (Nacht – Morgen, 1955) vertonte György Ligeti (1923–2006) ein Gedicht seines Landsmannes Sándor Weöres. Die Komposition zeichnet sich durch seine Kanonstruktur aus, durch die Toncluster entstehen. Das Werk beschreibt die Ruhe der Nacht sowie das Erwachen am Morgen, sogar ein Hahn ist in der Musik zu hören. Der estnische Komponist Arvo Pärt (* 1935) ist einer der bekanntesten Komponisten unserer Zeit. Seine Kompositionen zeichnen sich durch einen vom Gregorianischen Choral inspirierten minimalistischen Stil aus. Solfeggio (1963) entstand in Anlehnung an die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs. Das Solfège oder Solfeggio war ursprünglich eine in Vokalen gesungene Übung für Stimme und Gehör der Sänger. Zudem hält das Programm eine Uraufführung bereit: Matthias Heeps Intermezzo aus dem 2020 entstandenen Werk für Chor Wij nach der Erzählung von Nikolai Gogol, die von einem dämonischen Wesen aus einer anderen Welt erzählt, wird erstmals zu hören sein.
Der Stream bleibt 48 Stunden verfügbar
Besetzung
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Musikalische Leitung
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Chor
Chor des Theaters St. Gallen