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<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird eingeladen, eine Informationskampagne betreffend die weitverbreitete Depressionserkrankung in unserer Bevölkerung zu starten. Gleichzeitig soll er nach der Ursache der alarmierend hohen Anzahl von neuen Depressionserkrankungen forschen.</p><p>Studien belegen, dass bei weniger als 10 Prozent der Betroffenen die Krankheit überhaupt erkannt wird. Offensichtlich übersehen die Hausärzte jede zweite Depression, da sich eine Depression gerne hinter körperlichen Symptomen versteckt und weder der Arzt bzw. die Ärztin noch der Patient oder die Patientin realisieren, dass eine psychische Ursache dafür verantwortlich ist.</p><p>Rund 15 Prozent der schwer an Depression erkrankten Menschen nehmen sich zudem das Leben. Die Schweiz gehört zu den Ländern mit der höchsten Rate von Selbsttötungen.</p><p>Ziel der Kampagne muss sein, die an Depression erkrankten Menschen rascher fachärztlich behandeln zu können, das Leid von Erkrankten und ihren Angehörigen zu mindern und sowohl in der Kranken- als auch in der Invalidenversicherung Kosten zu senken.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Wahrnehmung der Problematik</p><p>Bund und Kantone haben das vielschichtige Problem der psychischen Gesundheit, insbesondere die Depressionsproblematik, erkannt und kamen zu einer ähnlichen Einschätzung wie die Interpellantin:</p><p>- Die Problematik von psychischen Krankheiten muss im Kontext zunehmender Belastungen im Beruf und Alltag gesehen werden. Die Weltgesundheitsorganisation nennt drei Ursachen für die Zunahme psychischer Erkrankungen: der dauernde und rascher werdende Veränderungsdruck unserer Gesellschaften, die Zunahme von relativer und absoluter Armut, die Alterung der Bevölkerung.</p><p>- Es gibt immer noch zu viele Menschen ohne adäquate Behandlung trotz einem zunehmenden Behandlungsangebot.</p><p>- Die Angebotsstrukturen sind nur teilweise transparent qualitätssichernde Massnahmen, welche das Angebot der psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung kontinuierlich verbessern, sind nicht überall institutionalisiert.</p><p>- Regionale und soziale Ungleichheiten führen zu unnötigen Benachteiligungen, die Stigmatisierung von psychisch kranken Menschen ist ein ungelöstes Problem mit volkswirtschaftlichen Auswirkungen.</p><p>- Noch wenig entwickelt sind Gesundheitsförderungs- und Präventionsprogramme im Bereich psychischer Gesundheit (inklusive Depression und Suizid) auf nationaler Ebene.</p><p>Aus diesem Grund haben Bund und Kantone das Projekt Nationale Gesundheitspolitik Schweiz beauftragt, Problemlösungen im Bereich psychischer Gesundheit zuhanden der Entscheidungsträger vorzuschlagen.</p><p>Eingeleitete Massnahmen</p><p>Das Projekt Nationale Gesundheitspolitik Schweiz wurde im Novemer 1998 als Initiative der Schweizerischen Sanitätsdirektorenkonferenz und des Eidgenössischen Departementes des Innern ins Leben gerufen. Ziel dieses Projektes ist es, unter Zusammenarbeit von Kantonen und Bund die Elemente einer gemeinsamen gesundheitspolitischen Strategie zu erarbeiten, und zwar in den Bereichen, in denen die Zuständigkeiten unter den verschiedenen Akteuren aufgeteilt sind. Die übrigen betroffenen Akteure beteiligen sich ebenfalls an diesem Prozess. Bereits 1998 wurde die Schaffung eines Nationalen Gesundheitsobservatoriums beschlossen, mit dem Bund und Kantonen rechtzeitig nützliche statistische Daten für die Entscheidfindung zur Verfügung gestellt werden können. Zu Beginn des Projektes wurde ebenfalls entschieden, unter den Gesundheitsakteuren mit der Schaffung einer Diskussionsplattform einen Informations- und Kommunikationsaustausch zu entwicklen.</p><p>Im Mai 2000 legten die Regierungsvertreter an einer nationalen Konferenz in Freiburg drei erste gemeinsame Reflexionsthemen fest: die mentale Gesundheit, das Empowerment der Bevölkerung und die Angebotsplanung der Spitzenmedizin.</p><p>In Bezug auf die mentale Gesundheit sind folgende Abklärungen im neu gegründeten Gesundheitsobservatorium im Gange:</p><p>- Darstellung der Entwicklungstendenzen zu den Häufigkeiten von psychischen Störungen, Chronizität und die Inanspruchnahme stationärer Leistungen;</p><p>- Erklärung von Risiko- und Protektivfaktoren zu einzelnen psychischen Krankheiten sowie begleitende Beschwerden.</p><p>Zum besseren Verständnis von möglichen strategischen Massnahmen wurden folgende Studien veranlasst:</p><p>- eine Erfassung der verschiedenen Expertenmeinungen zur mentalen Gesundheit;</p><p>- eine Bestandesaufnahme von Strategien und Massnahmen zur Förderung, Erhaltung und Wiederherstellung von psychischer Gesundheit bei den Kantonen und beim Bund, den Fachorganisationen sowie bei den Patienten- und Betroffenenorganisationen;</p><p>- ein Vergleich der Strategien auf internationaler Ebene;</p><p>- eine Übersicht der Forschungsergebnisse in der Schweiz.</p><p>Von den berücksichtigten Analysevariablen seien hier der Einfluss von Alter, Geschlecht und des sozialen Umfeldes auf die Krankheitsursachen und die Bedürfnisse der betroffenen Bevölkerungen erwähnt.</p><p>Das in Deutschland bundesweit geförderte Kompetenznetzwerk "Depression" und das regionale Nürnberger "Bündnis gegen Depression" wird an einer Tagung des Projektes Nationale Gesundheitspolitik vom 12. und 13. September 2002 in Muttenz vorgestellt und die Bedeutung für die Schweiz diskutiert. </p><p>Diese Grundlagen sollen helfen, den staatlichen Handlungsbedarf zur Verbesserung der psychischen Gesundheit zu definieren und übersektorielle Strategien in Bezug auf Gesundheit, Familie, Bildung, Arbeit, Integration und Freizeit vorzubereiten.</p><p>Perspektiven</p><p>Eine nationale Informationskampagne über Depressionen und ihre möglichen Folgen (inklusive Suizid) kann ihr Ziel nur erreichen, wenn sie Teil eines Gesamtpaketes von Massnahmen zur Verbesserung der psychischen Gesundheit ist. Dieses müsste die Überwachung, Präventionsprogramme, Zugang zu adäquaten Angebotsstrukturen, Stärkung der Kompetenzen und Vernetzung der Dienstleistungserbringer, Förderung der Betroffenenbeteiligung sowie Strategien, die über den Gesundheitssektor hinaus gehen, umfassen. Im Rahmen des Projektes Nationale Gesundheitspolitik Schweiz werden ab Herbst 2002 mit Gesundheitsplanern von Bund und Kantonen, NGO sowie mit Fach- und Betroffenenorganisationen gemeinsam Vorschläge dazu ausgearbeitet.</p><p>Die Finanzierung solcher Massnahmen ist zur Hauptsache eine kantonale Aufgabe. Die Beiträge der Sozialversicherungen (KVG, Suva und IV) sind bereits gesetzlich verankert. Die Altershilfe, die von der AHV unterstützt wird, kennt bereits indirekte Präventionsangebote (Alterssport, -turnen, verschiedene Gruppenaktivitäten).</p><p>Das unter der Federführung des Bundesamtes für Gesundheit erarbeitete Forschungskonzept Gesundheit 2004-2007 führt "psychische Gesundheit" als eines von sieben prioritären Forschungsthemen auf und definiert dafür den Forschungsbedarf.</p><p>Der Bundesrat ist bereit, über die Stragieentwicklung im Bereich psychischer Gesundheit zu berichten (vgl. auch Postulat Widmer 02.3251, Suizidprävention, vom 13. Juni 2002).</p>  Antwort des Bundesrates.