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Der griechische Baumeister Dädalus bastelte seinem Sohn Ikarus gemäss griechischer Mythologie Flügel aus Federn, die er mit Wachs befestigte. Als Ikarus zu übermütig wurde und der Sonne zu nahe kam, schmolz der Wachs und Ikarus’ Flugträume dahin.
Das Universalgenie Leonardo da Vinci (1452-1519) studierte schon früh den Flug der Vögel. Sein mit Muskelkraft angetriebenes Schwingflügelgerät erwies sich nicht als Flugtauglich. Mit seiner Flugspirale gilt da Vinci aber als Vater des Helikopters.
Am 4. Juni 1783 wurde in Annonay die «Montgolfière», benannt nach den Erfindern Joseph Michel und Jacques Etienne Montgolfier, mit einem unbemannten Flug der Öffentlichkeit vorgestellt. Am 21. November 1783 unternahmen der Physiker Jean-François Pilâtre de Rozier und der Marquis François d'Arlandes damit den ersten bemannten Flug der Geschichte. Die beiden Flugpioniere landeten nach 25 Minuten wohlbehalten. Die Lenkbarkeit des Ballons stellte die Ingenieure aber vor ein grosses Problem.
Sir George Cayley, (1773 - 1857) wurde auch «Erfinder der Wissenschaft des Fluges» genannt. Er baute das erste Segelflugzeug der Welt bereits 1852. Er bewies aufgrund intensiver Studien, gegen den Glauben vieler, dass es dem Mensch unmöglich ist mit einem Paar «angeschnallter Flügel» aus eigener Muskelkraft zu fliegen. Seine ersten Gleiter probierte er erfolgreich mit Tieren als Besatzung aus. 1809 präsentierte er einen Flugapparat, der sogar einen kleinen Jungen tragen konnte.
1889 veröffentlichte Karl Wilhelm Otto Lilienthal (1848 – 1896) sein Buch «Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst». Er erreichte mit seinen Flugapparaten Flugweiten von bis zu 250 Meter. Er war der Erste, der sicher und wiederholbar ein Fluggerät beherrschte und dem Flugprinzip schwerer als Luft zum Durchbruch verhalf. Die Produktion des Normalsegelapparates in seiner Maschinenfabrik war die erste Serienfertigung eines Flugzeugs in der Geschichte. Sein Flugprinzip war das des heutigen Hängegleiters. Am 9. August 1896 stürzte Lilienthal aus rund 15 Meter Höhe ab. Er erlag einen Tag später seinen Verletzungen.
Die Gebrüder Wright erprobten im Oktober 1900 mit einem unbemannten Flug ihren Doppeldecker-Gleitflug.
Der von Ferdinand Graf von Zeppelin entwickelte erste Zeppelin LZ1 ging am 2. Juli 1900 unter den Augen von rund 12'000 Zuschauern in die Luft. Nach 18 Minuten musste LZ1 auf dem Wasser notlanden. Seinem Nachfolger LZ2 erging es nicht besser. Erst LZ3 legte bis 1908 45 Fahrten zurück und flog über eine Gesamtdistanz von 4398 Km. Damit waren die Zeppeline die erfolgreichsten Starrluftschiffe. Sie wurden zwischen 1900 und 1940 sowohl zur Personenbeförderung als auch für militärische Zwecke eingesetzt.
Im Sommer 1901 erlaubte ein verbesserter Apparat bemannte Gleitflüge mit bis zu 35 Stundenkilometer und einer Weite von bis zu 100 Meter. Bis 1903 folgten zahlreiche Flüge, der längste ging über 622 Meter bei einer Flugzeit von 26 Sekunden.
Mit einem 110 kg schweren, wassergekühlten Vierzylinder-Viertakt-Benzinmotor, der 12 PS abgab, hoben die Gebrüder Wright am 17. Dezember 1903 zum ersten Mal ab. Der Flug dauerte 12 Sekunden. Die Brüder sagten danach: «Es war das erste Mal in der Geschichte, dass eine Maschine mit einem Menschen sich selbst durch ihre eigene Kraft im freien Flug in die Luft erhoben hatte, in waagerechter Bahn vorwärts geflogen und schließlich gelandet war, ohne zum Wrack zu werden.»
1909 setzte Lord Northcliffe von der „Daily Mail“ 1000 englische Pfund aus, für denjenigen, der als erster den Ärmelkanal überfliegt. Als klarer Aussenseiter nahm Louis Bleriot den Dreikampf in Angriff. Der Franzose war klein, galt als zerbrechlich und hatte sich einige Tage vor seinem Versuch den Fuss verbrannt. Doch Bleriot flog schliesslich mit einem Stundenmittel von 65 Km/h als erster bis nach Dover. In London wurde er frenetisch gefeiert.
Der österreichische Schneider Franz Reichelt konstruierte einen Fallschirm, mit dem er im Februar 1912 von der ersten Plattform des Eiffelturms aus einer Höhe von 57 Metern herab sprang. Sein «Fledermaus-Anzug», der den physikalischen Anforderungen an einen Fallschirm keineswegs genügte, bremste den Fall nicht; Reichelt stürzte zum Entsetzen der Zuschauer wie ein Stein zu Boden und starb auf der Stelle.
Am 20. Mai 1927 hob der amerikanische Pilot Charles Lindbergh in einem eigens dafür konstruierten Ryan Hockdecker mit einem 220 PS-Triebwerk in New York ab. 33 Stunden und 39 Minuten später landete er auf dem französischen Flugfeld Le Bourgelt. Lindbergh war damit der erste, der den Antlantik in einem Nonstopflug überquerte.
Anfang der 1960er Jahre entwickelte die amerikanische Bell Textron für die US Armee ein Jet Pack (auch Raketenrucksack). Es verfügte über einen Düsenantrieb, der mit überhitztem Wasserdampf funktionierte. Die Temperatur betrug beim Düsenausgang ca. 740 Grad Celsius. Trotz späterer Weiterentwicklung betrug die Flugzeit im Jahr 2000 nur 30 Sekunden. Sein Einsatzgebiet ist das Weltall. Inspirieren liess sich auch James Bond vom Jet Pack im Film Feuerball von 1965.
Der Schweizer Bertrand Piccard umkreiste 1999 zusammen mit Brian Jones als erster Mensch die Erde in einem Ballon. Zuvor war er mit zwei Versuchen gescheitert.
Mit einem Karbon-Fiberglas-Flügel stürzt sich Yves Rossy auf 1600 Meter Höhe aus dem Flugzeug und fliegt davon. Seine Triebwerke tragen ihn durch die Lüfte. Er gilt als erster Mensch, der fliegt wie ein Vogel.
Das Solarflugzeug der beiden Schweizer Betrand Piccard fliegt zum ersten Mal nur mit der Energie der Sonne. Das Flugzeug hat eine Spannweite von 64 Metern bei einem Gewicht von lediglich 1,6 Tonnen und ist mit rund 12 000 Solarzellen bestückt. 2014 will Piccard damit die Welt mit fünf Zwischenetappen umrunden.