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Die meisten Politologinnen und Politologen gehen implizit davon aus, dass Wahlentscheidungen eine Überprüfung der gesamten Palette von Alternativen erfordern. In Mehrparteiensystemen würde dies bedeuten, dass manchmal weit über zehn Parteialternativen gegen einander abgewogen werden müssten—eine gewaltige Aufgabe, insbesondere angesichts des oft bescheidenen politischen Interesses. Aufbauend auf Konsumforschung, Neurowissenschaften und Psychologie schlagen wir eine andere, realistischere, Entscheidungslogik vor, gemäss welcher die Wählerinnen und Wähler zuerst, schnell und schmutzig (d.h. auf Heuristiken basierend) eine Untergruppe von Alternativen eliminieren. Die verbleibenden Alternativen bilden einen Überlegungssatz («consideration set»), der nur aus einer Alternative bestehen oder mehreren Alternativen besteht. Im letzteren Fall findet ein zweiter Entscheidungsprozess statt, bei dem die Wählerinnen und Wähler Informationen über die verbleibenden Alternativen sammeln und verarbeiten, um zu einem Wahlentscheid zu gelangen. Während in der Literatur Überlungssatzmodellen seit kurzem vermehrt zum Einsatz kommen, leistet das aktuelle Projekt eine Reihe wichtiger Beiträge:
- Es führt eine systematische vergleichende Analyse der Vorteile des Modells gegenüber bestehenden Theorien durch und geht damit über die bisher dominierenden einzel-Wahlstudien hinaus.
- Es entwickelt und implementiert es eine Reihe von Wahlmodellen, vielen davon neu in der Politikwissenschaft.
- Es sammelt experimentelle Evidenz aus Prozessmethoden, um den zweistufigen Ansatz zu validieren.
- Es untersucht die Auswirkungen des individuallen Entscheidungsmodells auf den Wettbewerb der Parteien auf aggregierter Ebeme. Dies beinhaltet die Untersuchung von Issue-Voting-Modellen under Berücksichtigung Überlungssatz-bestimmter Salienz-Komponenten.
- Es entwickelt und testet tin Tool, das Wählerinnen und Wählerhelffen soll, bessere Entshciedungen zu treffen (eine sogenannte «Voting Advice Application»).
Das Projekt trägt zur Wahlforschung und der Entwicklung statistischer Wahlmodellen bei. Es zielt darauf ab, statistische Software für die Modellierung zur Verfügung zu stellen. Letztlich wird es auch ein Software-Tool für die Öffentlichkeit entwickeln.