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Es begann mit Da Vinci: Die Geschichte der Kontaktlinse
An der Geschichte der Kontaktlinse sind verschiedene grosse Geister unserer Welt beteiligt gewesen.
Sie begann mit jemanden, der schon viele Ideen zur Papier gebracht hat: Leonardo Da Vinci (*1452 †1519)! Schon 1508 schlug er nach mehrmaligen Experimentieren und zahlreichen Überlegungen vor, das Auge in ein wassergefülltes Glasgefäss einzutauchen. Doch wie mit so einigen anderen Ideen Da Vincis dauerte die Realisierung noch einige Zeit.
1636 hatte der Philosoph, Mathematiker und Philosoph René Descartes (*1596 †1650) eine ähnliche Idee zur Korrektur der Fehlsichtigkeit. Seine Idee sah vor, dass ein mit einer Flüssigkeit gefüllte Glasröhre auf das Auge gesetzt wird. Die Lichtbrechung durch das Wasser hindurch sollte die Sehschwäche beseitigen.
Den nächsten Schritt in der Geschichte tat der Brite John Herschel (*1792 †1871). Über 300 Jahre später kam der Astronom 1823 mit seiner Beschreibung folgender Apparatur der heutigen Kontaktlinse sehr nahe: Eine sphärische Kapsel sollte mit tierischer Gallerte gefüllt und auf das Auge aufgesetzt werden!
Glasschalen – Unbequem, gefährlich und nicht geeignet für längeres Tragen
Die ersten nutzbaren Linsen entwickelten Ende des 19. Jahrhunderts zwei Erfinder, ohne dabei von den Forschungen des anderen zu wissen.
Das Resultat waren die ersten Glasschalen. Adolf Eugen Fick nannte sie Skleralschalen. Die Glasschalen von Fick und August Müller bedeckten einen grossen Teil der Augenoberfläche und konnten durch die extreme Reizung des Auges nicht sehr lange getragen werden: Müller, selbst stark kurzsichtig, konnte sie für höchstens eine halbe Stunde tragen. Durch das Material bedingt bestand natürlich auch die Gefahr von schwerwiegenden Augenverletzungen.
Hatte die Entwicklung von Da Vinci bis Fick und Müller noch gut 380 Jahre gebraucht, schritt sie nun beinahe schnell voran:
Carl Zeiss fertigte 1911 Schalen in unterschiedlichen Stärken an und in Ungarn wurden erstmals Abdrucke von Augen gemacht, damit die Schalen möglichst passgenau an das Auge gefertigt werden konnten.
Otto Wichterle ist in unserer kleinen Geschichte der Kontaktlinse schliesslich der letzte Forscher, den es zu erwähnen gilt. Im Zug kam ihm 1952 die Idee, hydrophile Gele bei der Herstellung von Kontaktlinsen zu nutzen. 1959 erfand er schliesslich das biokompatible Hydrogel HEMA (Hydroxyethylmethacrylat). Zwei Jahre später baute er den Prototyp einer Maschine, mit dem weiche Linsen in Serie hergestellt werden konnten. Zehn Jahre später konnten weiche Kontaktlinsen von Bausch + Lomb erstmals gekauft werden. Das Unternehmen ist auch heute noch tätig.
Weicher, dünner, Massenfertigung – Wie die Kontaktlinse alltäglich wurde
Waren die Linsen durch das Glas noch sehr schwer, machte der Optiker William Feinbloom 1936 den nächsten Entwicklungsschritt: Er benutzte erstmals Polymethylmethacrylat als Material, auch bekannt als Plexiglas.
1948 patentierte Kevin Tuohy die erste Linse, die vollständig aus dem leichten Kunststoff hergestellt wurde. Sie bedeckte – im Gegenteil zu Ficks und Müllers Linsen – nur noch die Hornhaut.
Seit dieser Zeit gibt es immer weitere Fortschritte. Kontaktlinsen wurden dünner und das Tragen bequemer.
Sie können heute eine Vielzahl von Sehschwächen ausgleichen und wir wissen, dass Wissenschaftler an der Kontaktlinse von morgen arbeiten. Die Geschichte ist also noch lange nicht zu Ende!