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Am 22. Februar berichtete 20minuten-Online über eine Studie, welche eine Korrelation zwischen Katarakt bei neugeborenen Kühen und der Nähe dieser Kühe zu Mobilfunkantennen feststellt:
Bei der zitierten Studie handelt es sich um «Vermehrtes Auftreten von nukleärer Katarakt beim Kalb nach Erstellung einer Mobilfunkbasisstation» (Download-Link). Diese Studie dokumentiert das Auftreten der Erkrankung auf einem Landwirtschaftsbetrieb und hält fest, dass sich die Krankheit tatsächlich überdurchschnittlich oft häufte.
Die Autoren bemerken aber korrekt, dass ihre deskriptive Studie keine kausalen Schlüsse zulässt (S. 85):
Die Schlussfolgerung der Studie ist unmissverständlich: Eine reine Korrelation bedeutet noch keine Kausalität. Interessanterweise interpretieren Handystrahlen-Gegner die Studie anders als die Autoren. 20minuten zitiert Andrea Klinger vom «Dachverband Funkstrahlung»:
Die Studie lässt keine Zweifel zu. Alle Faktoren ausser den Antennen wurden darin ausgeschlossen.
Der Klassiker unter den Fehlschlüssen: «argument from ignorance». Die Studie behauptet explizit, dass nicht bekannt ist, wodurch das interessierende Phänomen verursacht wird. Der Schluss, dass darum gerade bekannt sei, wodurch das interessierende Phänomen verursacht wird, ist ungültig.
Die Frage, ob elektromagnetische Strahlung u.a. von Mobiltelefonen und deren Antennen (also Strahlung im nicht-ionisierenden Bereich der Mikrowellen) Auswirkungen auf Menschen und andere Lebewesen hat, ist berechtigt - schliesslich sind viele von uns mittlerweile Cyborgs (ohne Smartphone läuft nichts mehr) und entsprechend praktisch ununterbrochen «bestrahlt».
Der gegenwärtige Stand der relevanten Forschung zeigt, dass Handystrahlung keine nachweisbaren Schäden verursacht und Panik nicht angebracht ist (und der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass vorläufig auch nicht belegt ist, dass Handystrahlung positive Effekte hat). Organisationen wie der «Dachverband Funkstrahlung» interpretieren aber jede Erkenntnis im Sinne ihrer festen Glaubenssätze; was nicht passt, wird passend gemacht.
P.S. Dass Mobiltelefone grosse indirekte Schäden verursachen können, bestreitet niemand: Telefonieren am Steuer beispielsweise ist selten eine gute Idee.