Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03245.jsonl.gz/1166

Der Präsident des Verbandes der Gemüseerzeuger (Légumes de France), Jacques Rouchaussé, beklagte beim nationalen Kongress Mitte November in Perpignan, dass der Handel frische Produkte zu Lockprodukten degradiere, den Verkaufspreis „willkürlich“ und zu niedrig festsetze, ohne die Produktionskosten zu berücksichtigen.
Harsche Kritik an Agrarminister
Zum anderen kritisierte Rouchaussé die Gemeinschaftsrestaurants, die einmal biologisch erzeugte, einmal regional erzeugte Produkte wollten, sich dabei aber immer vom Preis leiten liessen. Zudem bemängelte der Légumes-de-France-Präsident zu strenge europäische Rechtsvorschriften, die nationale Initiativen bremsten, mit denen die Herkunft französischer Produkte aufgewertet werden sollte. So sei beispielsweise eine Initiative zwischen Légumes de France und Carrefour für eine 100-prozentige Versorgung mit heimischem Gemüse 2014 fehlgeschlagen.
Rouchaussé betonte, dass dies „nicht der Fehler Europas“ sei, sondern der „Fehler vielmehr bei den nationalen Mandatsträgern liegt“, die in Brüssel nicht die französischen Bemühungen verteidigten. Darüber hinaus warf der Verbandspräsident Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll „Schwäche“ innerhalb der Pariser Regierung vor. Der Minister sei auch nicht wirklich an landwirtschaftlichen Fragen interessiert.
Warnung vor Aufgabe des Anbaus
Aufwind versprechen sich die Gemüsebauern im kommenden Jahr von dem Logo „Obst und Gemüse aus Frankreich“, mit dem im Land angebaute Produkte beworben werden sollen. Das Label ist laut Verbandsangaben als ein vertragliches System unter verschiedenen Akteuren konzipiert. Ziel der Initiative sei es, einen Teil des Umsatzes abzusichern und einen „soliden und kohärenten Referenzpreis“ zu schaffen.
Zudem bekräftigten die Gemüseerzeuger ihre Kritik an den Pariser Plänen zur Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes (Ecophyto 2). Dabei werde der technische Fortschritt, der hier in den vergangenen Jahren erzielt worden sei, nicht berücksichtigt. Der Verband warnte in dem Zusammenhang, sollten bestimmte Pflanzenschutzmittelanwendungen künftig nicht mehr möglich sein, werde der Anbau gewisser Gemüsearten aufgegeben.