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Der SBV befürwortet den Bau einer zweiten Gotthardröhre. Für den Bau sprechen wirtschaftliche und ökologische Gründe. Zudem wird durch einen zweiten, einspurig geführten Strassentunnel die Verkehrssicherheit erhöht. Die vom Uvek vorgelegten vier Sanierungsvarianten, die alle eine mehrjährige Totalsperrung des Gotthardtunnels vorsehen, lehnt der SBV ab.
Eine durchgehende Vollsperrung der wichtigsten Schweizer Nord-Süd-Achse während mehr als zwei Jahren oder eine Sanierung in mehreren Etappen mit insgesamt 42 Monaten Bauzeit (davon dreieinhalb Jahre Vollsperrung) wäre verheerend. Sie würde die Wirtschaft in den Gotthardkantonen Tessin und Uri massiv belasten. Zudem würden die Kantone Graubünden (San-Bernardino-Route) und Wallis mit erheblichem Ausweichverkehr belastet. Deshalb steht der SBV dem Bau einer zweiten Gotthardröhre positiv gegenüber und hat dies in einer Medienmitteilung Mitte Mai bekanntgegeben.
Hoher Zusatznutzen
Gemäss dem Bundesamt für Strassen (Astra) belaufen sich die Investitionskosten für den Bau einer zweiten Tunnelröhre ohne Kapazitätserweiterung auf rund zwei Milliarden Franken. Zum Vergleich: Die Kosten für die Sanierung des alten Tunnels und die nur kurzzeitig nutzbaren Entlastungsanlagen überschreiten bei jeder der vier Vollsperrungsvarianten die Ein-Milliarden-Franken-Grenze. Angesichts des Zusatznutzens, welchen eine zweite Röhre hinsichtlich Verfügbarkeit und Sicherheit bietet, ist dieser Mehrbetrag eine nachhaltige Investition in eine bessere Verkehrsinfrastruktur. «Das Fehlen einer stabilen und schnellen Transitroute zwischen dem Tessin und der Deutschschweiz wäre für unsere Wirtschaft und unseren Tourismus fatal», warnt Vittorino Anastasia, der Direktor des Tessiner Baumeisterverbandes. Während der Vollsperrung den Verkehr auf die Bahn zu verlegen, erachtet er als zu riskant. «Ein kleiner Felssturz, wie er sich am 7. März in der Nähe des Bahnhofs Gurtnellen ereignet hat, würde reichen, um die Nord-Süd-Achse während Tagen unpassierbar zu machen», so Anastasia.
Mit einer zweiten Röhre wird auch die Verkehrssicherheit gesteigert. Der Verkehr soll auch künftig pro Richtung nur einspurig, neu aber richtungsgetrennt fliessen. Die Sicherheit des Tunnels könnte damit entscheidend verbessert werden. In den letzten zehn Jahren – Ende 2001 wurde nach dem verheerenden Tunnelbrand mit 11 Todesopfern ein neues Verkehrsregime eingeführt – waren sämtliche Unfälle mit Todesfolge ausschliesslich auf Frontalkollisionen zurückzuführen. Durch eine richtungsgetrennte Verkehrsführung lassen sich diese Unfälle vermeiden. «Nur ein zweiter, einspurig geführter Tunnel kann die Sicherheit nochmals wesentlich steigern und eine sichere Fahrt durch den Gotthard garantieren», erklärt Cleto Muttoni, der Präsident des Tessiner Baumeisterverbandes.
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