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Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind trotz medizinischer Fortschritte noch immer die häufigste Todesursache in der Schweiz. Die Erkenntnisse aus den beiden geehrten Forschungsprojekten könnten dazu beitragen, die Überlebenschancen und die Lebensqualität der Patienten nach einem Herzinfarkt oder Hirnschlag zu erhöhen, hiess es in einer Mitteilung der Herzstiftung vom Donnerstag.
Der seit 1981 jährlich vergebene Preis ist mit 20'000 Franken dotiert und wird normalerweise an eine Person vergeben. Dieses Jahr teilen ihn sich David Nanchen vom CHUV und David Seiffge vom Unispital Basel.
Erbkrankheit erhöht Herzinfarkt-Risiko
Nanchen und sein Team hätten gezeigt, dass Personen mit einer bestimmten erblichen Stoffwechselkrankheiten ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte haben: Fünf Prozent der Herzinfarktpatienten erfüllten demnach die klinischen Kriterien einer sogenannten familiären Hypercholesterinämie, bei der das Cholesterin im Blut von Geburt an stark erhöht ist. Das seien zehnmal mehr als in der Allgemeinbevölkerung, schrieb die Stiftung.
"Für die Vorsorge dieser Patienten ist es wichtig, die familiäre Hypercholesterinämie frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu behandeln", liess sich Nanchen zitieren. Denn diese Patienten könnten von neuen, seit kurzem erhältlichen Medikamenten profitieren, die sehr effizient den Cholesterinspiegel senken.
Blutungsrisiko bei Hirnschlag-Patienten
David Seiffge konnte gemeinsam mit einem internationalen Forscherteam nachweisen, dass bestimmte Patienten bei einem akuten Hirnschlag gefahrlos eine Notfallbehandlung erhalten können. Wenn Herz-Kreislauf-Patienten trotz Hirnschlag-vorbeugender Medikamente - sogenannter neuer oraler Antikoagulantien (NOAC) - einen Hirnschlag erleiden, wurden sie bisher von einer Gerinnsel-auflösenden Hirnschlagbehandlung ausgeschlossen. Die Blutungsgefahr galt als zu hoch.
Das konnten Seiffge und Kollegen mit ihrer Studie jedoch widerlegen. Zudem fanden sie heraus, dass man die vorbeugende Therapie mit NOACs nach einem Hirnschlag früher als bisher angenommen fortsetzen kann. Sollten sich diese Ergebnisse bestätigen lassen, müssten die Behandlungsrichtlinien demnächst überarbeitet werden.