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«Ich wusste anfangs nichts über Surinam» sagt Alessandro Huber. Aufgewachsen ist er in Melide, im Tessin. Seit 10 Jahren lebt er nun im kleinen Land in Südamerika.
Er machte im Militär eine Ausbildung als Pilot für Kleinflugzeuge, und nahm mehrere Stellen im Ausland an, unter anderem in Brasilien. Auf Facebook ploppte eines Tages eine Anzeige auf, dass in Surinam einen Buschpiloten gesucht wird. Er bewarb sich und wurde eingestellt.
Seit nun zehn Jahren lebt er in der ehemaligen Kolonie der Niederlande.
Hochwertvolle «Passagiere»
Surinam besteht zu 93 Prozent aus Urwald. In abgelegenen Orten, die er mit Güter beliefern muss, leben die Ureinwohner. Mit diesen hat er sich angefreundet.
Nebst Lebensmitteln transportiert er auch Hochwertvolles: Gold, das er von den Goldminen in die Hauptstadt Paramaribo fliegt.
Der Export von Gold ist eines der Haupteinnahmequellen in Surinam. Der Abbau ist allerdings auch umstritten: Für die Goldminen werden grosse Flächen an Urwald abgeholzt. Danach wird das Gold mit Hilfe von Quecksilber abgebaut. Das Schwermetall gelangt in Flüsse und Seen. «Mir ist bewusst, dass das ein Problem ist», sagt Alessandro Huber. «Solange die Menschen daran gut verdienen, passiert nichts.»
Denn: Ein grosser Teil des Goldes wird nach Europa verfrachtet. Das grösste Hauptabnehmerland ist die Schweiz.
Alessandro Huber ist aber auch Lebensretter: Verunfallt in einem abgelegenen Dorf im Urwald eine Ureinwohnerin oder Ureinwohner, fliegt er die Patientinnen und Patienten in die Hauptstadt Paramaribo.
Wenig Kriminalität
Die Welt in Surinam hat es ihm angetan. «Es ist einfach ein Paradies».
Alessandro Huber wohnt in Paramaribo. Die Stadt erinnert mit ihrer Holzarchitektur eher an ein holländisches Provinzstädtchen als an Südamerika. Und auch mit der niedrigen Kriminalitätsrate tanzt das Land aus der Reihe: «Hier es so sicher, ich behaupte sogar, meine Eltern in der Schweiz schliessen die Haustüre öfters ab als ich hier!»