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Revolution
Frage: Meine 7-jährige Tochter will den Kühlschrank anders einräumen, soll ich das zulassen?
Beschreibung der Situation: Gestern beim Essen holte meine 7-jährige Tochter etwas aus dem Kühlschrank, schaute hinein und sagte mit grösster Verachtung, der Kühlschrank sei völlig unlogisch und idiotisch eingeräumt, sie werde eine neue Ordnung machen und dafür sorgen, dass sie eingehalten werde. Ich wurde wütend, weil sie so verächtlich war und sagte spontan: „Das ist mein Kühlschrank, den räume ich ein. Du kannst später in deinem Haushalt deinen eigenen Kühlschrank so einräumen, wie Du es willst. Es gibt verschiedene Ordnungen, die sinnvoll sind, ich behalte meine.“ Sie führte dann noch aus, was sie ganz unmöglich an meiner Ordnung finde, das nahm ich zur Kenntnis und fand, so könnte man es auch machen. Nachher verlief das Essen wieder friedlich.
Nachträglich bekam ich ein schlechtes Gewissen, weil ich so heftig „Nein“ sagte, das entspricht nämlich nicht meinem Stil. Bis jetzt gab ich ihr immer die Gelegenheit, im Haushalt mitzureden und mitzuhelfen. Mir wäre es nämlich gleich, wenn der Kühlschrank anders eingeräumt wäre, das ist mir nicht wichtig, deswegen könnte ich sie schon machen lassen. Was mich „Nein“ sagen lies, war die Verachtung, die meine Tochter mir entgegen brachte, das will ich mir nicht gefallen lassen.
Antwort: Genau, es kommt auf den Ton an, mit dem sich jemand (auch ein Partner) am Haushalt beteiligen will. Hätte Ihre Tochter ganz freundlich gesagt, sie fände es besser, wenn die Jogurts woanders stehen würden, wären Sie sicher darauf eingegangen. Aber sie brachte deutlich zum Ausdruck, dass sie von Ihren Regeln nichts hält und ab jetzt ihre eigenen aufstellen will. In diesem Fall empfiehlt es sich als Eltern, darauf zu pochen, dass die elterlichen Regeln gelten und respektiert werden müssen. Es ist ein Zeichen von Gesundheit, dass Ihre Tochter versucht, das Regime zu übernehmen. Es ist sogar möglich, dass sie den Kühlschrank sinnvoller einräumen würde, das kann man ihr auch sagen. Aber solange Sie als Eltern noch erziehen wollen, müssen sie deutlich sagen, dass vorläufig Sie bestimmen, was gilt und was nicht gilt. Die Tochter kann später gerne ihre eigenen Regeln aufstellen, hoffentlich bessere.
Elisabeth Geiger 2010