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Nach der Primarschule in Treyvaux (Saanebezirk) wird er 1950 in das Internat des Kollegiums Saint-Charles in Romont aufgenommen und wechselt 1954 ans Kollegium St. Michael, wo er 1958 eine lateinisch-griechische Matura ablegt. Seine Rechtsstudien an der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg schliesst er 1962 mit dem Lizentiat ab. Anschliessend arbeitet er als Jurist im Bundesamt für Ausländerfragen in Bern und bereitet gleichzeitig sein Doktorat vor.
Als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Centre d’études juridiques européennes der Universität Genf angestellt, schliesst er dort seine Doktorarbeit ab, die bei Georg in Genf unter dem Titel L’immigration en Suisse à l’heure de l’intégration européenne erscheint. Die Universität Genf bietet dem jungen Forscher die Möglichkeit, seine Kenntnisse an mehreren ausländischen Hochschulen zu vertiefen.
Seit 1968 Anwalt, verzichtet er auf die Ausübung dieses Berufs und ergreift die akademische Karriere. 1972 ist er Assistenzprofessor an der Universität Genf und gleichzeitig Lehrbeauftragter an der Universität Freiburg. Im folgenden Jahr wird er in Freiburg zum ordentlichen Professor für Öffentliches und Internationales öffentliches Recht ernannt. Als assoziierter Professor lehrt er zudem in Genf. 1974 wird er von den Bundesbehörden und dem jurassischen Verfassungsrat beauftragt, als Experte an der Gründung des Kantons Jura mitzuwirken.
Von seinen Kollegen geachtet, die seine Kontaktfreudigkeit, seine Konsensbereitschaft und seine wissenschaftliche Tätigkeit (zahlreiche Publikationen tragen seinen Namen) schätzen, wird Augustin Macheret im Alter von 45 Jahren zum Rektor der Universität Freiburg gewählt. Er ist der erste, der dieses wichtige Amt während zwei Amtszeiten, das heisst bis 1991, ausübt. 1989 organisiert er die Hundertjahrfeier der Universität, deren internationale Ausstrahlung er vermehren will. Er ist auch ein vehementer Verteidiger des Projekts einer « Università della Svizzera italiana ».
Auf Einladung der Christlichdemokratischen Partei (CVP) kandidiert Augustin Macheret in den kantonalen Wahlen von 1981 für den Grossen Rat und wird als Saane-Land-Vertreter gewählt. Im Parlament reicht er Vorstösse in den Bereichen Bildung, Kultur, Gesundheit und Institutionen ein.
1991 kandidiert er auf der CVP-Liste für den Staatsrat. Im ersten Wahlgang vom 17. November, in dem kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht, liegt er an dritter Stelle von 21 Bewerbern. Am 8. Dezember wird er im zweiten Wahlgang mit 42% der Stimmen gewählt. 1996 wird er dank einer breiten Unterstützung im ersten Wahlgang in seinem Amt bestätigt.
Gemäss seinen Wünschen erhält Augustin Macheret als Nachfolger von Marius Cottier die Direktion der Erziehung und der kulturellen Angelegenheiten. In der Regierung wie in der CVP nimmt er eine Mitte-Links-Stellung ein, gesteht aber auch, « gelegentlich etwas Mühe zu haben, sich als Vertreter einer Partei zu verstehen ».
Augustin Macheret präsidiert die Regierung 1994 und 1998. Zu den wichtigsten Realisierungen seiner Direktion gehören das Gesetz über die Universität, das der Grosse Rat 1997 einstimmig verabschiedet, die Erweiterung der kantonalen Diplommittelschule (1998) und die Errichtung der Universitätsgebäude auf der Pérollesebene, die beide vom Volk genehmigt werden. Mit Überzeugung engagiert er sich für die Schaffung eines interkantonalen Gymnasiums (eine Schweizer Premiere) in der Broye. Das heikle Pionierprojekt der Erlernung der Partnersprache wird dagegen in der Volksabstimmung vom 24. September 2000 mit 50,4% der Stimmen knapp abgelehnt.
Als Erziehungsdirektor präsidiert Augustin Macheret von 1994 bis 1996 den Conseil supérieur de l’évaluation der Universität Freiburg und von 1995 bis 2000 die Schweizerische Universitätskonferenz (SUK), deren vollständige Reorganisation er vorantreibt. Während zehn Jahren (1992–2001) vertritt er die Schweizer Kantone bei den Frankophonie-Instanzen und nimmt in dieser Eigenschaft an den Gipfelkonferenzen der Staatschefs teil. Er empfängt den kubanischen Staatschef Fidel Castro, welcher der Schweiz 1998 einen privaten Besuch abstattet. Als Kulturdirektor setzt er die Stiftung Espace Jean Tinguely – Niki deSaint Phalle ein und eröffnet den gleichnamigen Ausstellungsraum. Im Jahr 2000 kann er das Archäologische Museum Vallon einweihen.
Nach seinem Rücktritt 2001 bleibt Augustin Macheret in verschiedenen Bereichen tätig. So präsidiert er ab 2002 den Aus- und Umbau des Vitromusée Romont, des Schweizerischen Museums für Glasmalerei und Glaskunst. Von 2003 bis 2009 präsidiert er die Robert-A.-Naef-Stiftung, die mit dem Physikdepartement der Universität Freiburg verbunden ist. Seit 2005 leitet er den Stiftungsrat für die Erhaltung der Kathedrale St. Nikolaus in Freiburg. Von 2006 bis 2009 sitzt er im Verwaltungsrat der Société de la loterie romande.