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Im Streit mit Eltern Lösungen finden
In jeder Familie kommt es zu Streit und Konflikten. Es ist unangenehm, wenn deine Eltern nicht gleicher Meinung sind wie du. Du kannst trotz deinem Ärger dazu beitragen, eine gute Lösung zu finden.
Richtig zu streiten und Lösungen auszuhandeln, muss man üben. Am besten geht das mit Menschen, bei denen man sich sicher fühlt. Wenn du mit deiner Familie gut streiten und Lösungen finden lernst, dann hilft dir das später im Leben, sei es in Beziehungen oder bei der Arbeit.
Bei sich selbst anfangen
In einem Streit suchen wir die Schuld oft bei den anderen und wünschen uns, dass sie sich ändern. Ändern können wir jedoch nur uns selbst. Wenn du das Gefühl hast, dass du dich dauernd mit deinen Eltern streitest, kann es helfen, mal dein eigenes Verhalten anzuschauen. Wie war es beim letzten Streit? Warst auch du stur oder ungerecht? Gibt es irgendetwas an der Meinung deiner Eltern, das du verstehen und annehmen kannst?
Kompromisse finden
Kompromisse sind ein Weg, aufeinander zuzugehen.
Wenn man eine gute Lösung möchte, lohnt es sich, den ersten Schritt zu machen.
Wenn du deinen Eltern einen konkreten Vorschlag machst, zeigst du ihnen dein Interesse an einer guten Lösung für die ganze Familie. Streitet ihr euch zum Beispiel über das Mithelfen im Haushalt, kannst du dir überlegen, welche Aufgaben du weniger unangenehm findest als andere, und anbieten, diese zu übernehmen.
Sag, wie du dich fühlst
Wenn du dich von deinen Eltern ungerecht behandelt fühlst, darfst du ihnen das sagen. Wenn du beschreibst, wie du dich fühlst, statt sie zu beschuldigen, werden sich deine Eltern weniger angegriffen fühlen, und dadurch bleibt das Gespräch ruhiger. Du kannst zum Beispiel sagen: «Mich stresst es, dass wir in letzter Zeit so oft streiten.» Das ist eine sogenannte Ich-Botschaft, und die klingt ganz anders als: «Ihr nervt mit eurer dauernden Nörgelei!»
Neue Haltung finden
Wenn ein Streit eskaliert, wenn also alle immer genervter und gefrusteter sind und es sehr laut wird, dann könnt ihr versuchen, eine Pause zu machen und die Diskussion später mit einer anderen Haltung fortzusetzen.
Eine neue Haltung findest du am ehesten, wenn du nicht über das Problem oder dessen Lösung nachdenkst, sondern dir überlegst, was du alles schätzt an deinen Eltern. Du kannst es aufschreiben und ihnen zum Lesen geben. Bitte sie darum, dasselbe zu tun. Das braucht etwas Überwindung, weil du vielleicht findest, sie sollten den ersten Schritt machen. Doch du wirst sehen, euer nächstes Streitgespräch wird anders verlaufen.
Familiendiskussion gestalten
Wenn du über etwas reden willst, über das deine Eltern ganz andere Ansichten haben, sage das vorher. So könnt ihr eine Zeit abmachen und das Gespräch ruhig angehen. Du kannst deinen Eltern die folgenden Regeln vorschlagen:
- Jeder darf erzählen, wie es ihm geht, ohne unterbrochen zu werden.
- Man spricht vor allem von sich und in Ich-Form und nicht in Du-Form.
- Nicht rechtfertigen! Sag lieber, wie du dich fühlst, wenn du dies oder das hörst.
- Alle bekommen ungefähr gleich viel Sprechzeit.
- Nachdem eine Person gesprochen hat, ist es hilfreich, wenn die anderen Fragen stellen wie: Ich habe verstanden, dass ... Ist das richtig?
Kritisieren sollte man höchstens das Verhalten, aber nicht die andere Person selbst. Also lieber: «Mich stört, wenn du das und das tust», statt: «Du bist so und so, und das nervt.» Man fühlt sich dadurch weniger angegriffen und kommt besser miteinander ins Gespräch.
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