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1949 wird ein palästinensisches Beduinenmädchen von israelischen Soldaten vergewaltigt und ermordet. Jahrzehnte später versucht eine junge Frau aus Ramallah, mehr über diesen Vorfall herauszufinden. Adania Shibli verwebt in «Eine Nebensache» (Berenberg 2022, aus dem Arabischen von Günther Orth) die Geschichten beider Frauen zu einer eindringlichen Meditation über Krieg, Gewalt und die Frage nach Gerechtigkeit im Erzählen. Shibli lebt in Palästina und Deutschland. Die englische Übersetzung des Romans war u. a. für den Booker Prize nominiert.
Das Gespräch führt die Autorin Melinda Nadj Abonji, auch in ihrem literarischen Werk sind die Fragen nach den Grenzen der Erzählbarkeit und Gerechtigkeit zentral.