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Übungen. Aber das alles bringt mir doch nichts?
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Seit etwa zwei, drei Wochen versuche ich, neben Anfängen (ihr wißt sicher von meinem Dilemma) auch anderes zu schreiben: Enden. Also die letzten Zeilen, die letzten Sätze eines langen Textes, eines Buches. Und das finde ich viel schwieriger.
Ernsthaft: Ein Anfang ist einfach für mich. Ich nehme einfach ein paar Fäden aus dem Gespinst meines Denkichts und formuliere daraus ein paar Sätze. Beispiel:
„Es ist dunkel im Zimmer. Am offenen Fenster klatschen Regentropfen auf das Fensterbrett, sie treffen auch, was vor dem Fenster am Boden liegt. Aber es kommt keine Abkühlung mit dem Regen, mit der Nacht. Nur ist das Flirren der Hitze nicht mehr sichtbar.”
(Das habe ich direkt hier aufgeschrieben, ich mußte nicht darüber nachdenken, ich habe auch keinerlei weiterführende Sätze im Kopf.) Ich muß da noch lange nicht wissen, was aus diesem Anfang einmal werden kann. Vielleicht eine Liebesgeschichte? Ein Drama? Ein Thriller? Eine Fantasy-Geschichte aus einem Paralleluniversum? Egal – all das kann mit diesen Sätzen beginnen.
Und ein Ende? Das … Das erfordert meiner Meinung und Erfahrung nach mehr Anstrengung. Das kann ich doch in aller Regel nicht so offen lassen, da muß doch ein Resümee, eine Conclusio enthalten sein? Obwohl ich durchaus schon den einen oder anderen Cliffhanger produzierte mit meinen Anfängen. Dennoch, für ein Ende muß ich doch viel mehr über das wissen, worüber ich schreibe. Oder nicht? Wenn ich die Enden von Büchern anschaue: Nach dem Austausch von einigen speziellen Begriffen können (!) die auch sehr allgemein sein, ohne jeden Bezug zum voranstehenden Text. So dachte ich jedenfalls. Bis ich es eben versuchte, ein Ende zu verfassen, ein Ende von IRGENDWAS. Zufrieden war ich bisher mit keinem einzigen Versuch. Bin ich nur zu faul, etwas zuendezubringen? Oder doch unfähig dazu? Beispiel:
„Sie legt den Stift weg und lehnt sich zurück. Steht dann auf, geht in die Küche und trinkt in großen Schlucken ein Glas Wasser. Da kommt die Wut wieder, mit einem lauten Schrei wirft sie das Glas gegen die Wand. Dann geht sie, barfuß noch immer, ohne auf die Splitter auf den Fliesen zu achten, aus dem Haus. Nicht lange, und die Dunkelheit der Nacht hat sie unsichtbar gemacht.”
(Auch das entstand wie der Anfang oben ohne nachzudenken, einfach so.) Ist das ein Ende? Das kann doch auch ein Anfang sein, oder?
Vielleicht sollte ich das Schreiben überhaupt lassen (und nicht mehr so viel darüber schreiben). Denn es bringt doch nichts ein. Das rechnet sich doch nicht für mich. Das macht mich doch nur zu jemand, der ständig zweifelt?
Aber was würde ich ohne dieses Schreiben tun?
(Krude Gedanken mal wieder. Und falls jemand Lust hat, sich auf irgendeine Art und Weise an den Beispielen zu versuchen: Nur zu!)
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Am 21. Juni 2023 war ich zufrieden mit Sätzen und Ideen, mit schnellem Rosenkohleintopf, mit der Planung fürs Wochenende.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).