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mit seinen beiden Seen (1008 m) teilt sich der Länge nach in zwei Mulden, von denen die enge westliche mit der Combe du Moussillon beginnt, über Le Solliat und Le Lieu bis Les Charbonnières zieht und den kleinen Lac Ter (1022 m), sowie den Lac Brenet enthält. Die grössere östliche Mulde umschliesst den Jouxsee, der am Fuss der Anhöhe von Les Agouillons, wo die Mulde plötzlich aussetzt mit dem Lac Brenet zusammenhängt. Südwestl. vom Lac de Joux setzt sich die grosse Mulde bis zur Landesgrenze und darüber hinaus auf französischem Boden mit dem Thal von Les Rousses fort.
Infolge der schwer durchlässigen Auskleidung der Mulde mit tonigem Material erscheint der Boden stellenweise nass und sumpfig. Dagegen ist das Thalgehänge auf der Seite der Kette des Mont Tendre ziemlich trocken, obwohl hier die beiden Stromquellen der Lionne und des Brassus entspringen, die nach sehr kurzem Lauf in den Jouxsee münden. Am Mont Risoux nordwestl. über dem Jouxthal versinkt alles Regenwasser in den Klüften und Rissen des Kalkgesteins und tritt keine einzige Quelle zutage.
Auch der Le Revers genannte kleine Rücken in der Thalmitte erscheint als eigentliche Entwässerungsanlage. Längs seinem Fuss finden sich mehrere der Trichter oder Dolinen («emposieux» genannt), in denen das Wasser des Jouxsees verschwindet, das dann in der Orbequelle hinter Vallorbe wieder zutage tritt. Doch liegt das bedeutendste dieser Abzugslöcher, dasjenige von Bon Port, am Ufer des Lac Brenet. Die Kette des Mont Tendre besteht zu oberst aus zwei Kämmen, demjenigen von Les Crosets (1442 m) und dem Mont Tendre im engern Sinn (1683 m). Zwischen beiden ist das Thälchen von Les Amburnex eingesenkt, das im N. am Pré de l'Haut nahe dem Col du Molendruz beginnt und sich ohne Unterbrechung, wenn auch mit einer Verrückung seiner Richtung beim Uebergang über den Col de Saint Cergue bis zur Vallée des Dappes fortsetzt.
Der zum Grat des Châlet à Roch langsam ansteigende Kamm von Les Crosets verzweigt sich einerseits zum Noirmont (1572 m) und andrerseits zum Mont Sallaz (1514 m), zwischen welche sich das bald mit dem Becken von Les Rousses verschmelzende Thälchen der Arzière einschiebt. Das umgekehrte Verhältnis zeigt sich am Ostkamm der Kette. Vom Gipfel des Mont Tendre an wird der Kamm immer schmäler; am SO.-Hang bilden sich, zwei Vertiefungen heraus, die Combe de la Foireuse und die Combe du Pré de Rolle, zwischen denen der Mont de Bière (1528 m) steht.
Das vom Petit Pré de Rolle an sich bemerkbar machende Längsthälchen von Le Planey und Les Frasses weist auf eine Verdoppelung des Kammes hin. Doch endigt dessen O.-Arm schon ob Arzier, während der W.-Arm als Crêt de la Neuve (1500 m) bis zum Col de Saint Cergue sich fortsetzt. Eine letzte Vorkette des Jura lässt sich zwischen Bérolle und Bassins erkennen; sie liegt fast vollständig unter einer mächtigen Decke von Glazialschutt begraben und, bildet u. a. die Neokomhöhe des Mont Chaubert und, weiter südwestwärts, die Gewölbe von La Barillette und Le Guinfard.
Der Col de Saint Cergue (1232 m) fällt mit einer Ablenkung der Jurafalten nach Westen zusammen. Hier beginnt der südl. Waadtländer Jura, der zwei deutlich geschiedene Kämme und eine mit dem SO.-Hang der grossen Kette der Dôle verschmelzende dritte Falte aufweist. Diese letztere ist offenbar die Fortsetzung der Vorfalte des Mont Chaubert, die unter dem Moränenschutt des Gehänges von Arzier le Muids durchstreicht, das weite Waldrevier zwischen der Dôle und dem Gehänge von Bonmont bildet und weiterhin sich zur grossen Kette Reculet-Crêt de la Neige entwickelt.
Vom Kamm der Dôle (1680 m) wird sie durch das Thälchen von Le Vuarne und von La Dôle getrennt, das die westwärts abgelenkte Fortsetzung der Längsfurche Le Planey-Saint Cergue darstellt und am Fuss des Dôlegipfels endigt. Der Kamm der Dôle ist die Fortsetzung desjenigen des Signal de la Neuve, der sich südl. vom Col de Saint Cergue beträchtlich verbreitert und hier das stark zerschnittene Gebiet von Cuvaloup bildet. Westl. vom Gipfel der Dôle zeigt sich im Rücken von Cuvaloup eine breite und ziemlich tiefe Einsenkung, die den Wald von Le Léseney und tiefer unten die Sennberge von Le Sonaillay trägt. An dieser Stelle sendet der Hauptkamm die die Dôle an Höhe nicht erreichende kurze Kette der Pétroulaz (1432 m) aus, die den Einschnitt von Le Léseney vom Dappenthal trennt.
Der zentrale und südl. Waadtländer Jura offenbart in seiner obern Region und in einigen seiner Längsthälchen die nämlichen hydrographischen Eigenschaften und Erscheinungen, wie sie den Kalkgebieten im allgemeinen eigen sind. Die Regenwasser verschwinden durch die unzähligen Spalten und Risse des durch Erosion und Korrosion zerklüfteten und aufgelösten Kalkgesteins rasch in der Tiefe. Auf den nackten Felsrücken und in den auf Jurakalken stehenden Waldungen bilden sich Karren («lapiés» und «lézines» genannt) heraus.
Schöne Beispiele hiefür bieten der Wald von Le Léseney westl. der Dôle und der Rücken der Kette von Les Crosets, wo das Bois de la Rollaz auf einem ausgedehnten Karrenfeld steht. Die die einzelnen Kämme des Gebietes des Mont Tendre voneinander trennenden Thälchen entbehren vollständig des oberflächlich fliessenden Wassers; alle Regen- und Schneeschmelzwasser verschwinden im karrig ausgefressenen Boden und dringen in die Tiefe, um die Quellen im Jouxthal einerseits und an der SO.-Flanke des Jura andrerseits zu speisen.
Besonders lehrreich ist in dieser Beziehung der Vallon des Amburnex. Hier stösst man da und dort auf beckenförmige Bodensenken, in denen man einen kleinen See zu finden erwarten dürfte, analog dem Jouxsee, der den tiefsten Abschnitt des obersten Thales der Orbe ausfüllt. Nun entbehrt aber das Längsthal von Les Amburnex nicht nur jedes Baches, sondern auch jedes Wassers in den genannten trichterförmigen Einsenkungen, die tatsächlich vollkommen trocken liegen und in ihrem Mittelpunkt Schlundlöcher erkennen lassen, die mit dem unterirdischen Kanal- und Spaltensystem des ganzen Gebietes in Zusammenhau stehen.
Bei einem heftigen Gewitterregen oder anlässlich rascher Schneeschmelze kann man sich davon leicht durch eigenen Augenschein überzeugen: es bilden sich dann trotz der Durchlässigkeit des Bodens zahlreiche rasch fliessende Bäche, die sich aber schon nach kurzem Lauf in einem mehr oder weniger versteckten unterirdischen Kanal verlieren oder aber mit unheimlichem Gurgeln in eines der grossen Schlundlöcher am Grund der erwähnten Dolinen stürzen. Die bemerkenswertesten dieser Abflusstrichter sind diejenigen der Sèches des Amburnex; andre finden sich im Sennberg Le Couchant am W.-Hang des Mont Sallaz, im Wald La Bassine, im Creux du Cruaz, im Bois de la Givrinne etc. In einigen dieser Schächte sammelt sich Eis an (Eishöhlen von Saint Georges, La Givrinne). Die Sennhütten und sogar einzelne Dörfchen sehen sich auf das Wasser angewiesen, das sie von den Hausdächern her oder durch Auffangen von zeitweise fliessenden Bächen in Zisternen ansammeln.
b) Mittelland.
Das Waadtländer Mittelland zerfällt in zwei deutlich verschiedene Abschnitte, die durch den Lauf der Venoge vom Mormont bis zum Genfersee und durch das Thal der Orbe mit dem Neuenburgersee voneinander getrennt werden. Der westl. dieser Linie gelegene Abschnitt kann als «subjurassisches Plateau» bezeichnet werden, während der Ostabschnitt unter dem Namen des «Jorat (Jurten)» bekannt ist.
Der subjurassische Abschnitt des Waadtländer Mittellandes steigt vom Genfersee und aus den Thälern der Venoge und Orbe stufenförmig bis zum Jurafuss an. Er erscheint durch Erosionsfurchen zerschnitten, die sowohl die Oberflächengestaltung als den geologischen Bau prachtvoll aufschliessen. Mehrere dieser Thäler reichen mit ihren obersten Verzweigungen bis in den Jura hinauf und lassen so den Anteil der Juragesteine am Aufbau dieses Abschnittes des Mittellandes erkennen.
Solche Thälchen sind: diejenigen des Boiron und der Asse, die zwischen Crassier und La Rippe an der Juraflanke beginnen und sich nur schwach eingeschnitten haben, dann diejenigen der Sérine, der Combaz, des Oujon und der Colline, die dem Juragehänge unterhalb Saint Cergue und Arzier entspringen und sämtlich zum Thal der Promenthouse sich vereinigen. Eine sozusagen noch kompakte Scholle des Mittellandes liegt zwischen Bassins und Gimel und endigt mit der zum Genfersee abbrechenden bemerkenswerten Landstufe von La Côte ¶
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zwischen Begnins und Aubonne, die in ihrer äussern Gestalt stark an die bezüglich des geologischen Aufbaues und der Art ihrer Herausbildung sehr verschiedenen Steilhänge von Lavaux erinnert. Den obern Abschnitt der Mittellandsscholle von La Côte bildet eine mächtige Decke von Glazialschutt, so dass bloss der Sockel des Stufenabfalles im anstehenden Molassefels herausmodelliert erscheint, von dem an bis zum Genfersee dann noch ein mit Schutt überführtes Terrassenland sich ausbreitet. In dieser von der Erosion verschonten viereckigen Scholle, die bis in eine Höhe von 800 und 900 in hinaufreicht, lässt sich heute ein Trockenthal erkennen, das einst von einem nicht unbeträchtlichen Wasserlauf durchzogen worden sein muss: wir meinen die von Marchissy über Prévondavaux nach Gimel sich hinziehende Thalfurche, die ehemals offenbar dem Ruisseau du Vaud und allen vom Gebiet um Saint Georges herabkommenden Wasseradern als Abflussrinne gegen die Aubonne hin gedient hat. Nachdem sich dann in der Folge die Combaz ein genügend tiefes Bett eingeschnitten, zapfte sie dieses ganze System an und leitete es zur Sérine ab, durch welche nun alles Wasser sich zur Promenthouse sammelt.
Es folgt das Thal der Aubonne, das eigentlich nicht mit der Stromquelle der Aubonne beginnt, sondern durch das Tobel des Toleure sich bis nahe zum Col du Marchairuz hinaufzieht. Im Gebiet zwischen der Aubonne und dem Mormont wenden sich der Veyron und die Venoge gegen Nordosten, um dann am Fuss des Mormont einen fast geschlossenen Kreisbogen zu beschreiben und damit zum Genfersee abzubiegen. Ziemlich tiefe Töbel haben in diesen Abschnitt des subjurassischen Plateaus die kleinen Bachläufe des Boiron de Morges, der Morge, der Arenaz und der Senoge eingeschnitten.
Einen dritten Abschnitt des subjurassischen Plateaus bildet das Gebiet zwischen dem Mormont einerseits und dem Lauf des Nozon und der Orbe andrerseits, das weniger mit Moränenschutt überführt erscheint und den Felsgrund, Molasse und Neokom, oft zutage anstehen lässt. Der Mormont und der das Städtchen Orbe tragende Hügel bilden ins Mittelland vorgeschobene Ausläufer des Jura. Dank ihrem aus dem Jura kommenden beträchtlichen Wasservolumen haben sich der Nozon und die Orbe tiefe Thalrinnen ins Mittelland einzuschneiden vermocht. Da dessen tiefer gelegene Partien aus Neokom bestehen, bewegen sich diese Flüsse am Grund von eigentlichen Canyons mit steilabbrechenden Kalkfelswänden.
Vom Lauf der Orbe an nordwärts engt sich das anfänglich fast 5 km breite subjurassische Plateau mehr und mehr ein. Obwohl zugleich auch die Dicke der tertiären Ablagerungen beständig zunimmt, sticht doch der Neokomfels in Gestalt einer Falte noch an drei Stellen aus dieser Decke heraus: in Valeyres sous Rances, in Feurtilles bei Baulmes und am Mont de Chamblon. Alle Wasserläufe, von denen die Baulmine und der Arnon dem Jura entströmen, sind merklich nordostwärts, d. h. gegen die Orbe und den Neuenburgersee gerichtet. Die Thalrinnen sind nicht tief eingeschnitten und unterbrechen kaum das Gesamtoberflächenbild dieses Mittellandsstückes, das nördlich Concise, wo der Jura ans Ufer des Neuenburgersees stösst, sein Ende findet.
Den Hauptabschnitt des Waadtländer Mittellandes bildet aber das Bergland des Jorat, welcher Name «Waldgebirge» bedeutet und damit schon auf die umfangreichen Forsten hinweist, die dieses Gebiet weithin überdecken. Das Land steigt von der Tiefenlinie Venoge-Orbe-Neuenburgersee gegen den Fuss der Alpen hin beständig an, und zwar trotz des Vorhandenseins des Genferseethales, gegen das der Fuss des Jorat in sehr steiler Stufe abbricht. Die Höhenlage schwankt von 500 und 600 m zwischen Crissier und Cuarny bis zu 1084 m (Gipfel des Mont Pèlerin).
Die tiefe Furche des Genfersees hat am diesseitigen Gehänge die Ausbildung von zahlreichen Töbeln veranlasst, die im allgemeinen wenig tief eingeschnitten sind und starkes Gefälle aufzeigen; wir nennen diejenigen des Flon, der Paudèze, der Lutrive, des Flon de Chexbres und der Veveyse. Die grössten Flussläufe des Gebietes haben aber ihre Thalrinnen aus der nordwärts gerichteten Abdachung des Jorat herausgearbeitet, so u. a. der Talent, die Mentue und die Broye.
Das oberste Laufstück dieser letztern erscheint allerdings von N. nach S. orientiert und musste sich ursprünglich, wahrscheinlich durch die infolge nachträglicher Gletschererosion bedeutend erweiterte Senke von Attalens hindurch gegen den Genfersee fortsetzen. Der ganze Rest des Jorat trägt den Charakter eines südostwärts beständig ansteigenden alten Tafellandes, das von den Quellläufen der bereits genannten grössern Sammelstränge in kompliziertester Weise zerschnitten und zerstückelt worden ist.
Wie die Glazialerosion ihrerseits die ursprüngliche Gestalt der Flusserosionsrinnen ganz beträchtlich modifiziert hat, sind von den glazialen Schuttablagerungen andrerseits auch die äussern Formen der zerstückelten Tafel wesentlich beeinflusst worden. Infolge des nachträglichen Rücksinkens des Alpenkörpers haben grosse Teile der Flussthäler rückläufiges Gefälle erhalten und sind seither zum Teil aufgefüllt worden. Auf diese Art entstanden die grossen Alluvialflächen der untern Orbe und untern Broye, die verlandete Abschnitte des einstigen mächtigen jurassischen Randsees darstellen.
Das Thal der Broye schneidet den Jorat in zwei Teile: a) den westlichen Jorat mit den Quellen der Mentue und des Talent, sowie mit dem Mont Vully als nördl. Fortsetzung, einem schmalen und langgezogenen Hügelrücken, der einst eine Halbinsel im grossen jurassischen Randsee bildete, und b) den östlichen Jorat zwischen dem Broyethal und dem Alpenfuss. Als ganzes stellt der Jorat ein Hügelland dar, das abwechselnd mit Kulturland und Wald bestanden ist, welch letzterer sich namentlich an den für landwirtschaftliche Benutzung zu steilen Gehängen ausbreitet.
Hervorzuheben ist die regelmässige Zunahme der Meereshöhe der einzelnen Hügelzüge, woraus mit Sicherheit sich ergibt, dass die ursprüngliche Oberfläche sich von SSO. gegen NNW. abdachte. Die wasserscheidende Linie verläuft in der Nähe der alpinen Kette der Pléiades und unweit des Genferseethales, wo sie in kurzer Distanz dem Rand des Steilabsturzes folgt. Man findet hier in der Richtung von W. nach O. die Höhe des «Mont» (774 m) ob Lausanne, die Höhe von Épalinges (809 m), den Grand Jorat (882 m), die Tour de Gourze (930 m), den Mont Pèlerin (1084 m) und den ¶