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Wismut
(Bismuthum, frz. bismuth: engl. bismuth) ist ein
rötlich-silberweißes, sehr großblätterig kristallisierendes Metall, dem
Antimon ähnlich und wie dieses spröde und pulverisierbar,
das hauptsächlich in gediegenem Zustande an wenig Punkten der
Erde vorkommt. Bis 1867 war, da England
nichts mehr lieferte, das sächsische Erzgebirge die einzige Bezugsquelle. In diesem Jahre kamen die ersten außereuropäischen
Wismuterze an den Londoner Markt, doch beläuft sich auch heute noch die Einfuhr davon nach London nur auf etwa 2500 kg
jährlich. In Sachsen findet sich W. im Gemenge mit
Kobalt- und Silbererzen, Kupfernickel etc., und es
werden dieselben vor der Verhüttung in schräg liegenden
Röhren erhitzt, um das sehr leichtflüssige W. abzusaigern. Da
ein eigener Bergbau auf das Metall nicht stattfindet, so war zu jener Zeit auch das Ausbringen ein beschränktes (etwa 15000 kg
im Jahr); die Preise wurden von den sächsischen Werken stetig gesteigert, auf 36-42 Mk.
das kg und höher.
Bei diesen Preisen war an eine technische Verwendung des Metalls nicht mehr zu denken; fast das ganze Erzeugnis wurde verwendet
zur Darstellung eines vielbegehrten Medikaments, des basisch salpetersauren
Wismutoxyds (Bismuthum subnitricum), das übrigens
unter dem Namen
Wismutweiß oder
Perlweiß als Schminkmittel schon lange dient, während seine guten Dienste bei Dysenterie
und Cholera erst neuerdings anerkannt worden sind. In dieser Eigenschaft geht das Präparat nach heißen Ländern und hat
Frankreich allein für seine Armee mehr als 1000 kg jährlich bezogen, namentlich zum Bedarf für Algerien.
Die Darstellung des Subnitrats aus dem
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Metall, das von Arsen rein sein muß, geschieht so, daß man eine konzentrierte salpetersaure Lösung desselben in vieles Wasser einrührt. Das Salz zersetzt sich dadurch und es fällt das Oxyd in Verbindung mit wenig Säure als zartes, weißes Pulver heraus. Seit 1869 haben sich nun die merkantilen Verhältnisse dieses Metalls ganz geändert: es sind sowohl in Peru und Bolivia als in Südaustralien ergiebige Lagerstätten desselben aufgefunden und es kommen von beiden Punkten die Erze reichlich nach Europa.
Die peruanischen führen 94% Metall; der Rest ist Kupfer und Antimon ohne Arsenik; das australische Mineral besteht aus
Wismut
und Kupfer. Die sächsischen Hüttenwerke, Oberschlema, Pfannenstiel, beziehen nun diese fremden Rohstoffe
und stellen daraus das reine Metall dar, für welches die Preise mehrmals herabgesetzt worden sind. Nach technischer Seite
dient das Metall besonders zu leichtflüssigen Legierungen in Verbindung mit Zinn und Blei, die schon unter 100° C. schmelzen.
Durch Hinzunahme von etwas Cadmium wird der Schmelzpunkt noch bedeutend tiefer gerückt; eine Komposition
von 15 W., 8 Blei, 4 Zinn und 3 Cadmium schmilzt schon bei 68°. Solche Legierungen dienen zu Abklatschen (Clichés) von Holszchnitten
^[richtig: Holzschnitten], zu Stereotypplatten, Druckformen für Zeugdruck, Münzabgüssen, als Schnelllot für Klempner,
Zinngießer, Orgelbauer. - Das
Wismutweiß gibt auch ein gutes, die Farben nicht beeinträchtigendes
Flußmittel für Porzellan-, Glas- und Emailmalerei ab und dient zur Erzeugung von Irisfarben auf Porzellan. - Zoll: Metall
und Präparate zollfrei.