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Von Grundwasser beeinflusste Böden findet man häufig in der Nähe von Oberflächengewässern, an Hängen bei Quellaustritten und in Senken.
Über undurchlässigen Gesteinen oder Substratschichten fliessen Quellwasser und versickerndes Regenwasser mit der Schwerkraft entlang des Hangs im Boden abwärts. Es wird deshalb Hangwasser genannt. Im Winter und Frühjahr sind die Böden an diesen Standorten stark wassergesättigt.
Wenn in der Landschaft Senken auftreten, kann sich der Grundwasserspiegel, d.h. die Oberfläche des Grundwasservorkommens, sehr nahe an der Bodenoberfläche befinden. Die Böden in Senken werden daher oft von schwankenden Grundwasserständen beeinflusst.
In der Nähe von Bächen, Flüssen und Seen kommen Grundwasserböden besonders häufig vor, denn dort liegt der Grundwasserspiegel sehr nahe an der Bodenoberfläche. Diese Böden sind also fast ständig von unten her nass, sie stehen sozusagen direkt im Wasser.
Grundwasserböden können farblich sehr vielfältig sein. Im wassergesättigten Bereich mit Sauerstoffmangel werden Eisen- und Mangan-Verbindungen chemisch verändert. Dadurch werden sie mobil und mit dem Bodenwasser verlagert (kapillar nach oben, oder seitlich mit dem Hangwasser). Durch den vorhandenen Sauerstoff im wasserungesättigten Bereich wird die chemische Veränderung wieder rückgängig gemacht und die Verbindungen werden ausgefällt. So entstehen hellorange bis rote Rostflecken, manchmal auch violettschwarze Mangankonkretionen. Im selten vernässten Abschnitt sind diese Konkretionen und Rostflecken im braunen Boden nur unter genauer Betrachtung zu sehen. Im oft vernässten Bereich heben sie sich deutlich von der grauen Bodenfarbe ab. Ständig wassergesättigter Boden weist eine graue bis graublaue Farbe ohne Rostflecken und Konkretionen auf.
Boden besteht etwa zur Hälfte aus Feststoffen (Feinerde und Steinen) und zur anderen Hälfte aus Poren, die mit Luft und/ oder Wasser gefüllt sind. Wenn mehr Regen- oder seitlich zufliessendes Hangwasser in den Boden gelangt als abfliessen kann, füllen sich die Porenräume und es bildet sich ein Grundwasserspiegel. An der Oberfläche der Bodenpartikel können Wasser und andere Stoffe haften bleiben. So speichert der Boden Wasser und Nährstoffe und hält diese für die Pflanzen bereit. Der Boden filtert auch Schadstoffe aus dem Wasser und reinigt dieses wie ein Biofilter. Je nach Art der Schadstoffe werden diese im Boden durch Mikroorganismen abgebaut und unschädlich gemacht. Andere Schadstoffe (z.B. Schwermetalle) werden chemisch an die Bodenpartikel gebunden und immobilisiert. Sie werden so in Böden angereichert und können Pflanzen und Tiere gefährden.
Durch ihre grossen Wasserreserven sind Gleye natürlicherweise Standorte für nässeliebende Pflanzen und liegen häufig in Naturschutzgebieten oder Grundwasserschutzzonen. Die forstliche Nutzungseignung für Baumarten mit grossem Wasserverbrauch (z.B. Eschen, Erlen oder Pappeln) ist sehr gut, viele Standorte sind jedoch drainiert. Bei nicht allzu hohem Grundwasserspiegel lassen sich Gleye auch gut als landwirtschaftliche Wiesen oder Weiden nutzen. Ackerbau ist nur bei dauerhaft tieferem Grundwasserstand, häufig nach Entwässerungsmassnahmen möglich. Wie bei allen grundwassergeprägten Böden geht die Gefährdung von Gleyen hauptsächlich von Drainagemassnahmen aus. Gleyböden sind sehr verdichtungsempfindlich – der unangepasste Einsatz schwererer Maschinen in Land- und Forstwirtschaft kann zu dauerhaften Verdichtungen führen.
Bodentyp: Grundnasser, karbonathaltiger, skelettarmer Braunerde-Gley mit Mull als Humusform
Bodenart: lehmiger Ton über Lehm bis lehmiger Ton
Ort: Ermatingen-Tobel, Kt. Thurgau, 550 m ü. M.
Der grundnasse Braunerde-Gley liegt in einem Ahorn-Eschenwald in einer Mulde nahe bei einem Bach.Das Ausgangsmaterial des Bodens bildet feinkörniges Ton- und Mergelmaterial der Oberen Süsswassermolasse. Dementsprechend ist der Boden relativ schwer und wenig durchlässig. Unterhalb von 20 cm ist der Boden durch Vernässungsmerkmale geprägt.Z um Zeitpunkt der Bodenaufnahme dominieren bis 70 cm oxidative Vernässungsmerkmale in Form von Rostflecken, darunter kommen auch blaugraue Reduktionsfarben hinzu.
Prozessgraphik und Profilfoto adaptiert aus: Zech, Schad, Hintermeier-Erhard (2014) Böden der Welt.