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Eine alte chinesische Geschichte erzählt von einem armen Bauern, der nur ein kleines Stück Land, einen Sohn und ein Pferd hatte.
Eines Tages war das Pferd weggelaufen, zu den Bergen hin. Die Dorfbewohner kamen zu dem alten Mann und bedauerten ihn mit den Worten: „Ach du armer Kerl, so ein Pech, dass du dein einziges Pferd verloren hast."
Der Mann schüttelte seinen Kopf und antwortete: „Sagt das nicht, man weiss nie, was in diesem Leben Pech oder Glück ist."
Nach einer Weile kam das Pferd zurück und brachte eine ganze Horde von wilden Pferden mit eines prächtiger als das andere. Als die Dorfbewohner die tollen Pferde sahen, sagten sie volle Neid: „Ach, hast du aber Glück gehabt, so viele schöne Pferde zu bekommen."
Der alte Mann schüttelte wieder seinen Kopf und sagte: „Sagt das nicht, man weiss nie, was in dieser Welt Glück oder Pech sein wird."
Der Sohn des alten Mannes hatte damit begonnen, die wilden Pferde zu zähmen. Ein Pferd warf ihn allerdings mit solcher Wucht herunter, dass er ein Bein brach und lange Zeit im Bett liegen bleiben musste.
Wieder kamen die Dorfbewohner und sagten: „Ach du ärmster, so ein Pech, dass dein einziger Sohn verletzt wurde und nicht mehr arbeiten kann." Und wieder schüttelte der Alte seinen Kopf antwortete: „Sagt das nicht, man weiss nie, was in diesem Leben Pech und was Glück bedeute.
Bald brach Krieg aus und alle jungen Männer mussten an die Front. Einzig der Sohn des alten Mannes durfte zuhause bleiben, weil er noch nicht gut genug laufen konnte.
Aus Ben Furman: Es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben. Borman-Verlag Dortmund, 1999.