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Um was geht es?
Künstlerinnen und ihre Werke sind weniger sichtbar und erhalten weniger Preise als ihre männlichen Kollegen.
- 74% aller Einzelausstellungen in Schweizer Kunstmuseen wurden Männern gewidmet und in 93% der Klassik-Konzerte stehen Männer am Dirigentenpult (Quelle: Zentrum Gender Studies, Basel 2021).
- Frauen in der Kultur verdienen weniger als Männer. Frauen sind in Leitungspositionen untervertreten. Nur knapp ein Drittel der leitenden Funktionen an den Theatern ist mit Frauen besetzt (Quelle: Zentrum Gender Studies, Basel 2021).
- Bei den Top 250-Filmen in den USA liegt im Jahr 2020 der Anteil der Regisseurinnen bei 18%, bei den Produzentinnen bei 30%, bei den Autorinnen bei 17% und bei den Kamerafrauen bei 6% (Quelle: Celluloid Ceiling 2020).
Die Liste liesse sich noch eine Weile weiterführen. Bis Frauen den Männern im Schweizer Kulturbetrieb gleichgestellt sind, gibt es noch viel zu tun, wie eine aktuelle Studie der Universität Basel zeigt.
Dieses Thema betrifft jedoch nicht nur die Gegenwart, sondern auch unsere Wahrnehmung der Vergangenheit: Es gibt zahlreiche Frauen, die historisch Bedeutendes geschaffen haben, die aber trotzdem kaum jemand kennt.
Kultur ist die Gesamtheit der geistigen, künstlerischen sowie gestaltenden Leistungen unserer Gemeinschaft. Es ist wichtig, dass Frauen hier gleichgestellt mitwirken können und ihr Beitrag die gleiche Aufmerksamkeit erfährt.
Zusammenfassend fordern wir: Es braucht mehr Sichtbarkeit für Frauen. Kunstschaffende Frauen benötigen spezielle Rahmenbedingungen, um Beruf und Familie vereinen zu können. Künstlerinnen sollten spezifisch gefördert werden – sei es bei Ausstellungen oder auf den Bühnen.
Und was können Sie tun?
- Ermutigen Sie weibliche Talente in Kunst und Kultur zu partizipieren und setzten Sie sich für Gesetzesvorhaben für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein.
- Vernetzen sie sich mit Organisationen und unterstützen Sie Initiativen, die bestrebt sind, kulturschaffende Frauen zu fördern.
- Informieren Sie sich beispielsweise darüber, welche Frauen in der klassischen Musik wirkten.
- Bleiben Sie am Ball.
Organisationen
Folgende Akteure engagieren sich in der Schweiz im Bereich Kultur für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wie auch für die Gleichstellung von Frau und Mann.
Das Archiv Frau und Musik, das weltweit grösste und bedeutendste Archiv dieser Art, bietet mit seinen rund 26'000 Medieneinheiten von mehr als 1'900 Komponistinnen sowie auch zu Dirigentinnen aus 52 Nationen einen Überblick über das Wirken von Frauen in der Musik seit Jahrhunderten, von der Klassik zur Neuen Musik sowie zu Rock, Pop und Jazz.
Helvetiarockt kämpft für die Gleichstellung und Sichtbarkeit von Frauen, inter, non-binären, trans, und agender Menschen in der populären Musik in der Schweiz. Der Verein setzt damit seit 2009 essenzielle Themen der Gegenwart auf die Agenda einer oftmals langsam handelnden Szene und Industrie. Mit ihren Kampagnen und praxisnahen Programmen betont Helvetiarockt die Bedeutung von vielfältigen Konzertprogrammen und fairen Arbeitsbedingungen vor und hinter der Bühne. Der Verein hinterfragt auf diese Art veraltete Strukturen und stellt zentrale Fragen zur öffentlichen Diskussion, die alle Musikschaffenden in der Schweiz betreffen.