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Lateinisch hat es schwer. In der heutigen Zeit, in der die Bildung immer mehr den Erfordernissen der Wirtschaft angepasst wird, scheint eine „tote“ Sprache kaum noch Platz zu haben. Warum das nicht so sein muss, steht in dem Buch Mutter Latein und ihre Töchter von Carl Vossen.
Latein ist nämlich allgegenwärtig. Man denke nur an die Automarken Audi und Fiat, an Supermärkte, an die Securitas, die Buchtitel Homo Faber, Quo vadis? und Via mala oder an Expresszüge. Ausserdem gibt es auch Redewendungen wie pro forma, ultima ratio, status quo oder de facto. Das lateinische Alphabet ist weltweit verbreitet. Dass Französisch, Italienisch usw. lateinischer Abstammung sind, ist bekannt. Aber Englisch? Alle wollen heutzutage englisch können. Dabei wird häufig übersehen, dass die englische Sprache viele lateinische Wörter kennt. Zum Beispiel a. m. (ante meridiem) für vormittags und p. m. (post meridiem) für nachmittags; Army, Navy und Airforce; hour, station, class, minor und visit sind weitere Beispiele. Auch das Deutsche kommt nicht ohne Latein aus: Das Wort „Hühnerauge“ kommt beispielsweise von oculus pullinus.
„Tote Sprache“? Von wegen, Latein lebt! Es ist geradezu allgegenwärtig, wenn man darauf achtet. Carl Vossen empfiehlt das Lateinische sogar als neue Weltsprache, da es nicht nur die Grundlage der europäischen Kultur bildet, sondern weltweit eine bedeutende Rolle spielt. Zum Schluss noch zwei kleine Quizfragen: Wie lautet der Wahlspruch der Schweizerischen Eidgenossenschaft? (Omnes pro uno, unus pro omnibus – Alle für einen, einer für alle) Und was steht auf dem Rand jeder Fünf-Franken-Münze? (Dominus providebit – Der Herr wird vorausschauen)