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Die Bahá'í kennen weder Klerus noch Mönchtum oder Zölibat. Jede/r ist für die Vertiefung und Verbreitung des Glaubens selber zuständig.
Die Gemeindeordnung besteht aus gewählten Institutionen. Wo immer neun oder mehr Bahá'í in einer Gemeinde leben, wählen sie jährlich einen „Lokalen Geistigen Rat“, bestehend aus neun Personen. Die Wahl erfolgt ohne Aufstellung von Kandidaten und in geheimer Abstimmung. Der Geistige Rat steht im Dienste der Gemeinde und ist für alle administrativen Belange zuständig.
Auf nationaler Ebene wird jährlich ein Nationaler Geistiger Rat in einem zweistufigen Verfahren gewählt.
Die höchste Institution ist das „Universale Haus der Gerechtigkeit“ mit Sitz in Haifa, Israel. Wie von Bahá’u’lláh selbst vorgesehen, wird es seit 1963 in einem globalen dreistufigen Wahlverfahren alle fünf Jahre gewählt.
Neben den gewählten Institutionen, gibt es auch ernannte Institutionen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Diese dienen der Verbreitung und dem Schutz des Glaubens.
Die Bahá'í finanzieren ihre Aktivitäten durch anonyme Spenden in diverse Fonds und durch eine Abgabepflicht, das sogenannte „Recht Gottes“, wie es durch Bahá’u’lláh im „Buch der Gesetze“ (Kitab-i-Aqdas) festgelegt wurde. Besteuert wird nicht das Einkommen sondern lediglich der Vermögenszuwachs, den alle Gläubigen nach einem vorgegebenen Schlüssel für sich selbst berechnen.