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Die albanische Regierung plant den Bau eines Bären-Refugiums
Rund 50 bis 80 Bären leben schätzungsweise in Albanien in Gefangenschaft. Sie werden als Besucherattraktion in kleinen Käfigen bei Restaurants gehalten oder müssen Kunststücke vorführen und für Fotos posieren. Allen ist gemein, dass sie in erbärmlichen Verhältnissen gehalten werden: kein artgerechtes Leben, Kleinstkäfige ohne Naturboden, keine Beschäftigung, meist kein ordentliches Futter, kaum Pflege, Schmerzen durch Nasenringe. Die Tiere stammen alle aus der Wildnis – meist wird die Mutter erschossen, um an ihre Jungtiere zu gelangen. Dabei ist der Braunbär auch in Albanien geschützt.
Erste befreite Bären
Die Tierschutzorganisation »Vier Pfoten« suchte seit anfangs Jahr den Kontakt zu den albanischen Behörden, um die illegal gehaltenen Bären aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Leider können die Bären nicht wieder in die Freiheit entlassen werden, da sie dort nicht überleben würden und auch die Scheu gegenüber Menschen abgelegt haben. Sie müssen deswegen in Anlagen überführt werden, wo sie möglichst artgerecht leben können.
Einige der am schlimmsten leidenden Bären konnten in den letzten Zeit beschlagnahmt werden. Mehrere Tierschutzorganisationen haben hierfür mit dem Umweltministerium zusammengearbeitet. Die meisten befreiten Bären waren unterernährt, bei anderen war die Halskette tief ins Fleisch eingewachsen. Sie wurden zum Teil – vorübergehend – in den Zoo von Tirana überführt oder fanden ein neues Zuhause in Bärenparks im Ausland. Die Zahl der illegal gehandelten Bären in Albanien ist aber so gross, dass es eine eigene Bärenauffangstation braucht.
Kampf um die »traurigsten Bären Europas«
»Vier Pfoten« will die albanischen Behörden dabei unterstützen, den Restaurantbären ein neues Zuhause zu geben. Die Organisation sammelt Geld für die Bären und Unterschriften für eine Petition an das albanische Umweltministerium: www.savethesaddestbears.com
Das Umweltministerium hat diese Woche angekündigt, den dringend benötigten Bärenpark im Dajti-Nationalpark östlich von Tirana bauen zu wollen. Auf dem Papier ist das Projekt bereits fertig und befindet sich derzeit in der Fundraising-Phase, um den Bau im nächsten Jahr auch finanzieren zu können. »Vier Pfoten« wird das Umweltministerium in der Umsetzung beratend unterstützen. Die internationale Tierschutzorganisation betreibt selbst fünf Bärenschutzzentren für befreite Tiere in fünf verschiedenen Ländern, darunter den »Bärenpark Prishtina«, wo die letzten Restaurantbären Kosovas ein neues Zuhause fanden. »Vier Pfoten« erklärte gegenüber albanien.ch, dass der geplante Bärenpark am Dajti wie derjeninge in Prishtina zu einer touristischen Attraktion werden soll, der den Besuchern einen artgerechten Umgang mit Tieren aufzeigt und den Menschen aus der Umgebung Arbeit bietet.
Ergänzend braucht es aber auch eine konsequente Umsetzung der Gesetze: Das Verbot der Privathaltung von Bären in Albanien muss von den Behörden auch durchgesetzt werden.
(PD)