Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03576.jsonl.gz/2475

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) kommt in seiner Beurteilung zum Aufsichtsjahr 2008 zum Schluss, dass die schweizerischen Kernanlagen gemäss den gesetzlichen Vorgaben betrieben wurden und die nukleare Sicherheit überall gewährleistet war. Es bescheinigt den Kernkraftwerken Beznau, Gösgen und Leibstadt eine gute und Mühleberg eine hohe Betriebssicherheit. Die Schutzziele wurden bei allen Kernkraftwerken jederzeit eingehalten. Diese Ergebnisse legt das ENSI in seinen heute (11. Mai 2009) veröffentlichten jährlichen Berichten detailliert dar.
In den Berichten über die nukleare Sicherheit in den Kernanlagen wird darüber hinaus festgehalten, dass die Mengen der an die Umgebung abgegebenen radioaktiven Stoffe an den Standorten der Kernkraftwerke, des Zentralen Zwischenlagers der ZWILAG in Würenlingen und des Paul Scherrer Instituts (PSI) im Berichtsjahr 2008 weit unterhalb der behördlich festgelegten Grenzwerte lagen. Sie ergaben eine maximale berechnete Dosis von weniger als 1 Prozent der natürlichen jährlichen Strahlenexposition. Auch die Strahlendosen (sowohl Einzel- als auch Kollektivdosen) aller beschäftigten Personen sind wiederum tief.
Die nukleare Sicherheit war gewährleistet
Das ENSI stellt zusammenfassend fest, dass im Berichtsjahr die nukleare Sicherheit der Kernkraftwerke Beznau, Leibstadt und Gösgen in Bezug auf die Auslegung und das Betriebsgeschehen gut war und die bewilligten Betriebsbedingungen eingehalten wurden. Aufgrund der Ergebnisse der systematischen Sicherheitsbewertung attestiert das ENSI dem Kernkraftwerk Mühleberg eine hohe Betriebssicherheit. Bei den Gesamtbeurteilungen verwendet das ENSI in absteigender Reihenfolge die Kategorien “hoch”, “gut”, “ausreichend” und “ungenügend”. Alle Bewilligungsinhaber haben gegenüber der Aufsichtsbehörde ihre gesetzlich festgelegten Meldepflichten und Freigabepflichten im Aufsichtsjahr wahrgenommen.
Im Jahr 2008 klassierte das ENSI gemäss seinen Richtlinien 8 Vorkommnisse (im Vorjahr 13) in den Kernkraftwerken (KKW). Auf die einzelnen KKW bezogen sind dies: vier Vorkommnisse im KKW Beznau (je zwei pro Block), eines in Mühleberg, drei in Gösgen und keines in Leibstadt. Alle Vorkommnisse wurden auf der internationalen Ereignisskala INES der Stufe 0 (“nicht sicherheitssignifikante Vorkommnisse”) zugeordnet und hatten eine geringe Bedeutung für die nukleare Sicherheit.
Behandlung radioaktiver Abfälle
Während zweier Verbrennungskampagnen im Jahr 2008 wurden in der Plasma-Anlage des Zentralen Zwischenlagers Würenlingen (ZWILAG) 1030 Fässer mit radioaktiven Abfällen verarbeitet. Zwischenlager bestehen bei der ZWILAG, in den Kernkraftwerken und beim Paul Scherrer Institut (PSI). Der Betrieb der Zwischenlager und der Konditionierungsanlagen war im Berichtsjahr einwandfrei.
Bei allen Transporten von Brennelementen und radioaktiven Abfällen von und zu den Kernanlagen wurden die gefahrgutrechtlichen Grenzwerte und die Strahlenschutzvorgaben eingehalten.
Wechsel von der HSK zum ENSI
Die ehemalige Aufsichtsbehörde HSK (Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen) ist auf den 1. Januar 2009 in die neue Aufsichtsorganisation ENSI übergegangen. Das ENSI hat das Personal und die Aufgaben der HSK vollumfänglich übernommen. Es hat den Status einer öffentlich-rechtlichen Anstalt des Bundes im dritten Kreis der Bundesverwaltung und berichtet direkt dem Bundesrat. Es ist funktionell, institutionell, politisch und finanziell unabhängig und steht unter der Aufsicht des ENSI-Rats, der in seinen strategischen Funktionen einem Verwaltungsrat entspricht. Der Rat nahm seine Aufgabe bereits Anfang 2008 unter dem Präsidium von Dr. Peter Hufschmied auf, um den institutionellen Wandel zu begleiten.
Berichte auch im Internet
Die veröffentlichten Berichte (Aufsichtsbericht, Erfahrungs- und Forschungsbericht, Strahlenschutzbericht, Geschäftsbericht) sind beim ENSI erhältlich. Das ENSI publiziert seine Berichte auch auf seiner Website www.ensi.ch.