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Bild: Martin Zeller
Ein Beitrag von Martin Widmer und Elisabeth Joris.
Heiraten aus Kalkül und nicht etwa aus Liebe war für die Bühler aus dem Oberhaus bis ins 20. Jahrhundert ein probates Mittel, um sich Macht, Einfluss und Reichtum zu sichern. So wie das in der gesamten Oberschicht Europas üblich war. Während die Söhne neben Häusern und Liegenschaften auch Ämter erbten, erhielten die Töchter Geld und Wertpapiere. So brachte dem Quartiermeister Jakob Bühler (1710-1770) seine Heirat mit der Witwe Regula Halbheer-Heusser aus reicher Familie von Wald ein beträchtliches Vermögen ein – und ein Himmelbett, in das bis heute neben ihren Initialen die seines Vorgängers, des verstorbenen Halbheer, eingeritzt sind. 1743 zieht das Ehepaar in das neu erbaute Oberhaus. Die Wappen ihrer Familien mit ihren Initialen hängen prominent über der Haustüre. Jakob Bühler ist schon bald bei weitem der reichste Untertan der Vogtei Grüningen. Neben den Einkünften aus dem Acker- und Rebbau bezieht er beträchtliche Summen als Zins auf Güter und geliehenes Geld. Wer nicht zahlen kann, muss Land abgeben. Sein Sohn, Quartiermeister wie er, tut es ihm ähnlich und heiratet 1770 Magdalena Hürlimann aus einer reichen Familie, Besitzerin der Mühle in Feldbach sowie umfangreicher Güter und prächtiger Häuser am Lützelsee. Doch im Zeichen der Industrialisierung und politischen Neuordnung gilt es im 19. Jahrhundert für die Bühler vom Oberhaus, sich vermehrt mit den wirtschaftlich aufstrebenden Familien von Stäfa zu verbinden – den Rebsamen und den Reichling –, ohne die Verbindungen Richtung Oberland und Pfannenstiel zu vernachlässigen, von den Heusser im Hombrechtiker Tobel bis zu den Boller in Hinteregg. Die Verlobungen, Heiraten und Hochzeitsreisen zeugen vom Lebensstil einer ländlichen Oberschicht, die sich zunehmend am städtischen Bürgertum orientiert.