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Gedankenlyrik
Der Dichter senkt seinen Kopf und betrachtet sein plüschiges Ebenbild im trüben Strom, der von Astern und Disteln gesäumt wird. Manche Dichter, wie das kleine Walterli, sitzen dabei auf einem Stein, mit übergeschlagenen Beinen, das Gesicht in den aufgestützten Händen. (Link zu von der Vogelweides Gedicht)
Der Dichter denkt; wenn Sie wissen, was das heisst: Denken. Gelegentlich geschieht etwas Ungestümes mit ihm; es kam schon vor, dass er im Strom trieb, weil er ausgerutscht war ob des Ungestümen in seinem Rücken.
Das Nachdenken führt hin und wieder zu Pessimismus, Schwarzseherei, aber das liegt auch an den Zeitströmungen: die barocken Seelen kämpften gegen das Gefühl der Vergänglichkeit (oder Eitelkeit) des Lebens und verloren ihr Denken in den Emblemen der Zeit. In späteren Zeiten versuchte man verzweifelt, das Bedenken in einen heiteren Pfad einzulenken und behaupten, ‹das Gemeine geht klanglos zum Orkus hinab› (Schiller). Beim modernen Urahn des denkenden Dichters, der ob der (ungestümen) Sprachspielerei nicht selten, aber doch bedrohter geworden ist, handelt es sich um den ‹Herrn Kopp› des Paul Valéry (‹M. Teste›, 1896). OF