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Wie beeinflussen Hormonersatztherapien während der Menopause das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken? Dieser Frage ging Livia Nakhostin im Rahmen ihrer Doktorarbeit nach.
Darmkrebs, ein sogenanntes kolorektales Karzinom, ist die zweithäufigste Krebserkrankung von Frauen weltweit. Da eine Hormonersatztherapie (HRT) zu den effektivsten Behandlungen von Wechseljahressymptomen zählt, stellt sich die Frage, inwiefern sich eine HRT günstig oder nachteilig auf das Risiko, an einem kolorektalen Karzinom zu erkanken, auswirkt.
In ihrer Arbeit, einer systematischen Literaturrecherche, untersuchte Livia Nakhostin 63 wissenschaftliche Arbeiten, davon 55 Originalstudien und acht Metaanalysen. Die Auswertung zeigt, dass eine HRT während der Wechseljahre einen günstigen bzw. neutralen Einfluss auf das Risiko hat, an einem kolorektalen Karzinom zu erkranken. Das heisst, dass eine HRT das Risiko für Darmkrebserkrankung bei Frauen zu senken scheint. Auf die Wahrscheinlichkeit, an einem kolorektalen Karzinom zu versterben, hat eine HRT keinen Einfluss.
Livia Nakhostin studiert Medizin an der Universität Bern. Die Dissertation, mit der sie den Wissenschaftspreis der Deutschen Menopausen Gesellschaft (DMG) gewann, absolvierte sie unter der Leitung von Prof. Dr. med. Stute, stellvertretende Chefärztin Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin der Frauenklinik in Bern. Ebenfalls unter der Leitung von Prof. Stute verfasste sie ihre Masterarbeit zum Thema «Ärztliches Versorgungsangebot von Lifestyleinterventionen im Bereich Sport, Ernährung und Stress in der Deutschschweiz».