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John Irvings Auseinandersetzung mit einem halben Jahrhundert amerikanischer Geschichte, mit der Frage nach dem Glauben in einer chaotischen Welt: die bewegende Geschichte der einzigartigen Freundschaft zwischen Owen Meany und John Wheelwright. Man schreibt den Sommer 1953, die beiden elfjährigen Freunde Owen und John spielen Baseball, als ein fürchterliches Unglück passiert...
Autorentext
John Irving, geboren 1942 in Exeter, New Hampshire, lebt in Toronto. Seine bisher 14 Romane wurden alle Weltbestseller, vier davon verfilmt. 2000 erhielt er einen Oscar für die beste Drehbuchadaption für die Verfilmung seines Romans Gottes Werk und Teufels Beitrag.
Leseprobe
I
Der Fehlschlag
Ich bin dazu verdammt, mit der Erinnerung an einen Jungen mit einer entsetzlichen Stimme zu leben - nicht wegen seiner Stimme, auch nicht, weil er der kleinste Mensch war, der mir je begegnet ist, und nicht einmal, weil er das Werkzeug zum Tod meiner Mutter war, sondern weil er der Grund ist, warum ich an Gott glaube: wegen Owen Meany bin ich Christ geworden. Ich behaupte nicht, ein Leben in Christus zu führen, oder mit Christus - und ganz bestimmt nicht für Christus, wie es einige Glaubenseiferer von sich behaupten. Meine Kenntnisse vom Alten Testament sind recht oberflächlich, und die vom Neuen Testament habe ich seit meinen Tagen in der Sonntagsschule nicht mehr aufgefrischt, abgesehen von einigen Passagen, die ich höre, wenn ich in die Kirche gehe. Etwas vertrauter bin ich mit den Bibelstellen, die im Gebetbuch stehen; in meinem Gebetbuch lese ich oft, in der Bibel nur an den hohen Kirchenfeiertagen - das Gebetbuch ist viel übersichtlicher.
Ich bin schon immer ziemlich regelmäßig zur Kirche gegangen. Früher war ich bei den Kongregationalisten - ich wurde in der kongregationalistischen Kirche getauft, und nach einigen Jahren der Verbrüderung mit der Episkopalkirche (ich wurde dort konfirmiert) wurde meine religiöse Gesinnung ziemlich vage; als Jugendlicher ging ich in eine »konfessionsfreie« Kirche. Dann wurde ich Anglikaner; die anglikanische Kirche von Kanada ist meine Kirche, seit ich die Vereinigten Staaten verließ, vor etwa zwanzig Jahren. Die Unterschiede zwischen der anglikanischen Kirche und der Episkopalkirche sind nicht sehr groß - so gering, daß mich manchmal der Verdacht beschleicht, einfach wieder zur Episkopalkirche zurückgekehrt zu sein. Jedenfalls verließ ich die...