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Die SRG-Spitze hat auf die Affären um mögliches Mobbing und sexuelle Belästigungen beim RTS reagiert. Sie lässt die «Verantwortungsketten» untersuchen und klärt ab, ob die Instrumente greifen, die den Mitarbeitenden bei Übergriffen zur Verfügung stehen.
Ins Rollen gebracht hatte den Stein «Le Temps» in der Ausgabe vom letzten Samstag. Gestützt auf anonyme Informanten hatte die Tageszeitung enthüllt, dass es bei Radio Télévision Suisse (RTS) während mehreren Jahren zu Mobbing und zu sexueller Belästigung gekommen sein soll.
Die Vorwürfe richteten sich an drei Mitarbeiter, darunter der Ex-Fernsehmoderator Darius Rochebin. Die Direktion und die Personalverantwortlichen von RTS haben laut «Le Temps» konsequent weggeschaut.
«Der Verwaltungsrat SRG hat an seiner Sitzung von heute Mittwoch beschlossen, eine unabhängige Untersuchung einzuleiten, um das bestehende System zur Verhinderung und Bekämpfung von Belästigungen am Arbeitsplatz zu verbessern», heisst es am Mittwochabend in einer Mitteilung.
Mit der beschlossenen Untersuchung wolle man die bestehenden Instrumente, die den Mitarbeitern bei Belästigungen zur Verfügung stehen, analysieren und verbessern.
Derzeit verfügt die SRG über drei solcher Instrumente: eine von der internen Revision verwaltete Whistleblowing-Plattform, die direkt beim Verwaltungsrat angesiedelt ist; die externe Firma Movis, die von der SRG mit der Entgegennahme von Beschwerden beauftragt ist; sowie «zusätzliche Mechanismen in jeder Region», also zum Beispiel zusammen mit dem Sozialpartner organisierte Mediationsgruppen.
Zudem hat der SRG-Verwaltungsrat eine Untersuchung der Verantwortungskette für die Behandlung der Vorfälle eingeleitet.
«Der SRG-Verwaltungsrat genehmigte auch die Massnahmen, die die RTS-Geschäftsleitung im Auftrag des Generaldirektors eingeleitet hat und die die Transparenz in Fällen von Belästigungen verbessern werden. Die Ermittlungen gegen die beteiligten Personen werden wieder aufgenommen und von einem externen Unternehmen durchgeführt», heisst es weiter.
Die beiden beschuldigten RTS-Kaderleute wurden für die Dauer der Untersuchung suspendiert.