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Der deutsche Kunstsammler Cornelius Gurlitt ist tot. Er war seit längerem schwer krank. Der 81-Jährige starb in seiner Wohnung in München, wie sein Sprecher Stephan Holzinger bestätigte. Er habe sich nicht mehr von einer schweren Herzoperation erholt.
Gurlitt starb, nachdem er in der letzten Phase seines sehr zurückgezogenen Lebens noch einen Kampf um seine Sammlung ausgetragen hatte.
Bei der Zollfahndung aufgeflogen
Diese Auseinandersetzung begann damit, dass er einem deutschen Zollfahnder im Zug von Zürich nach München aufgefallen war. Bei der Befragung fiel dem Beamten auf, dass Gurlitt eine grosse Zahl druckfrischer Banknoten auf sich trug. Die Zollfahndung schöpfte Verdacht auf Steuerhinterziehung, man durchsuchte seine Wohnung in München Schwabing, fand aber statt der gesuchten Unterlagen über Bankkonten in der Schweiz 1500 Kunstwerke der erlesensten Art.
Gemälde von Monet, Renoir, Picasso und vielen anderen hoch gehandelten Malern standen ungesichert und ungeordnet in der Wohnung des alten Mannes. Geschätzter Wert: gegen eine Milliarde Euro.
Verdacht auf Nazi-Raubkunst
Gurlitt hatte diese Sammlung von seinem Vater, dem Kunsthändler Hildebrand Gurlitt, geerbt. Dieser wiederum hatte einen grossen Teil der Gemälde in den Jahren zwischen 1933 und 1945 erworben. Weswegen jetzt, nach der Entdeckung beim Sohn, abgeklärt werden sollte, ob und in welchen Fällen es sich um Nazi Raubkunst handelt.
Einer solchen Abklärung widersetzte sich Gurlitt vorerst, stimmte aber schliesslich vor einem Monat nach einer Vereinbarung mit dem Bundesland Bayern und der Bundesregierung über eine gründliche Untersuchung doch noch zu.
Er erklärte sich auch einverstanden, allfällige Raubkunst den rechtmässigen Eigentümern zurückzuerstatten. Im Gegenzug wurden ihm in einem ersten Schritt diejenigen Bilder aus der Beschlagnahme zurückgegeben, deren Herkunft unproblematisch erschien.
Bilder einem Verein vermacht?
Gurlitt soll seine Sammlung einer Kunstinstitution im Ausland vermacht haben. Gemäss der «Süddeutschen Zeitung» und des Norddeutschen Rundfunks (NDR) soll dies aus einem Testament Gurlitts hervorgehen. Darin sei verfügt worden, dass die Sammlung zusammenbleiben müsse.