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Der EZB-Rat berät im Vorfeld der Entscheidung am Donnerstag noch darüber, welche Vermögenswerte in welchem Umfang und unter welchen Umständen und Bedingungen gekauft werden sollen. Viele Details könnten geheim bleiben, wenn Präsidentin Christine Lagarde den Plan vorstellt, um seine Wirksamkeit zu erhöhen.
Hier sind die wichtigsten Merkmale, auf die man achten sollte, um die Schlagkraft des neuen Instruments zu beurteilen:
Grösse
Unbegrenzte Käufe wären die ultimative Zusicherung. Rechtliche Bedenken werden die EZB wahrscheinlich dazu zwingen, gewisse Grenzen festzulegen, sei es in Bezug auf bestimmte Beträge oder in Bezug auf den Schuldenstand eines Landes (sogenannte Emittentenlimits).
Konditionalität
Ein Engagement der EZB wird nicht gratis zu haben sein. Die begünstigten Regierungen werden wahrscheinlich im Gegenzug für die Käufe etwas anbieten müssen - sei es eine vage Verpflichtung zu einer soliden Finanzpolitik oder eine solidere Einhaltung einer Reihe von Zielen und Regeln. Eine wichtige Überlegung wird sein, ob die EZB bereit ist, selbst zu beurteilen, ob die Länder die notwendigen Bedingungen erfüllen, oder ob andere Institutionen wie die Europäische Kommission oder der Rettungsschirm der Region solche Urteile fällen werden.
Auslöser
Dies ist die eine Information, die jeder Händler wissen möchte und wahrscheinlich niemand herausfinden wird. Es ist wahrscheinlich das Äquivalent zu einem Staatsgeheimnis in der Frankfurter EZB-Zentrale. Ausmass und Tempo der Renditeanstiege werden wichtig sein, aber mehr werden die Währungshüter wohl nicht verraten.
Bilanzauswirkungen
Der Konsens ist, dass die Auswirkungen so gut wie null sind, obwohl es verschiedene Möglichkeiten gibt, dieses Ziel zu erreichen. Die EZB kann Mittel abziehen, die sie durch liquiditätsabsorbierende Operationen schafft, was als Sterilisierung bezeichnet wird. Sie könnte Anleihen verkaufen, die sie im Rahmen verschiedener Programme erworben hat. Auch eigene Schuldverschreibungen könnte die Notenbank begeben, wozu sie zwar rechtlich befugt ist, was sie aber noch nie getan hat (und wahrscheinlich auch jetzt nicht tun will).
Vermögenswerte
Es versteht sich von selbst, dass der Schwerpunkt des Programms auf Staatsanleihen liegen wird, aber ein früheres Instrument, das der Marktfragmentierung entgegenwirken und die Transmission der Politik gewährleisten sollte, umfasste auch Anleihen des privaten Sektors. Interessant wird auch sein, ob die EZB die Interventionen auf bestimmte Laufzeiten beschränkt. Der berühmte OMT-Backstop, der unter dem früheren Präsidenten Mario Draghi eingeführt wurde, konzentrierte sich auf das kürzere Ende der Zinskurve.
Dauer
In dieser Kategorie sind zwei Dinge von Interesse: die Zeit, die eine bestimmte Anleihe in der EZB-Bilanz verbleibt, und ob das Programm selbst ein Auslaufdatum hat. Bei ersterem geht es um die Frage, ob fällig werdende Anleihen verlängert werden sollten, bei letzterem um eine breitere Debatte darüber, ob die Zentralbank neben den Zinssätzen ein ständiges Instrument zur Festlegung der Geldpolitik in der bald 20 Länder umfassenden Zone benötigt.
Zeitplan
Die EZB hat mehr als ein halbes Jahr gebraucht, um das Instrument vorzustellen, und es könnte noch viel länger dauern, bis Käufe getätigt werden. Zwischen der jüngsten Ankündigung und der tatsächlichen Aktivierung einer flexibleren Reinvestitionsregelung im Rahmen eines früheren Programms vergingen Wochen. Wenn die EZB einen Rechtsakt zur Genehmigung des Instruments veröffentlicht, könnte dies ein Zeichen dafür sein, dass sie beabsichtigt, es bald einzusetzen. Das Fehlen eines solchen Dokuments würde zumindest auf eine Verzögerung hindeuten oder sogar die Möglichkeit in sich bergen, dass die Zentralbank überhaupt keine Anleihen kaufen wird.
(Bloomberg/cash)