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Das Projekt «Wasser ist Leben», vor Ort Projet Eau Potable (PEP) genannt, geht auf die Initiative des 2015 verstorbenen Engelberger Benediktinerpaters Urs Egli zurück. Während seiner langjährigen Missionstätigkeit von 1955 bis 2012 in Otélé sah er sich mit einer hohen Kindersterblichkeit und einem schlechten Gesundheitszustand der Bevölkerung konfrontiert. Eine der Hauptursachen für die weit verbreiteten Infektionskrankheiten war das verschmutzte Wasser, das die Menschen aus offenen Gewässern und Pfützen schöpften.
Pater Urs Eglis Idee war es, durch den Bau von einfachen, soliden Brunnen sauberes Wasser aus der Tiefe zu fördern.
Das Projekt «Wasser ist Leben», vor Ort Projet Eau Potable (PEP) genannt, geht auf die Initiative des 2015 verstorbenen Engelberger Benediktinerpaters Urs Egli zurück. Während seiner langjährigen Missionstätigkeit von 1955 bis 2012 in Otélé sah er sich mit einer hohen Kindersterblichkeit und einem schlechten Gesundheitszustand der Bevölkerung konfrontiert. Eine der Hauptursachen für die weit verbreiteten Infektionskrankheiten war das verschmutzte Wasser, das die Menschen aus offenen Gewässern und Pfützen schöpften.
- Versorgung der ländlichen Bevölkerung mit natürlich gereinigtem Trinkwasser aus dem Boden, damit sie nicht mehr das verunreinigte Oberflächenwasser trinken muss.
- Erstellung von stabilen und langlebigen Brunnen mit robusten, einfach zu bedienenden Handpumpen.
- Brunnen werden nur auf öffentlichem Grund oder für gemeinnützige Organisationen erstellt. Sie sind für alle Dorfbewohner zugänglich. Es werden keine Privatbrunnen gebaut.
- Mitwirkung der Bevölkerung: Die Dorfbewohner arbeiten beim Brunnenbau mit und tragen auch für den Brunnenunterhalt eine Verantwortung: Pro Brunnen müssen die Dorfgemeinschaften ein Komitee gründen, welches den Brunnen betreut, Probleme oder Schäden meldet und dafür sorgt, dass für Reparaturen Geld angelegt wird.
- Das Projekt stellt den Erhalt der Brunnen durch regelmässige Kontrollen, Revisionen und Reparaturen sicher.
Bei seiner Gründung 1989 sah das Projekt den Bau von 44 und später von 400 Brunnen vor. Heute sind es 1672, die rund 450’000 Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgen. Das ist ein schöner Erfolg, doch der Bedarf ist weiterhin enorm: Von den über 25 Millionen Einwohnern Kameruns haben immer noch etwa die Hälfte keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Fast täglich treffen in Otélé neue Gesuche von Dorfgemeinschaften für den Bau von Trinkwasserbrunnen ein. Das Trinkwasserprojekt kann pro Jahr zirka 40 – 50 neue Brunnen erstellen.
Neben dem Neubau ist der Unterhalt der bestehenden Wasserspender eine wichtige Aufgabe von «Wasser ist Leben». Für Kontrolle, Revisions- und Reparaturarbeiten sind täglich mehrere Teams unterwegs.
Dass schmutziges Wasser zahlreiche Krankheiten verursacht, ist den Menschen in den Regenwaldgebieten Kameruns nicht immer bewusst. Dorfgemeinschaften, welche einen Trinkwasserbrunnen erhalten, werden deshalb von Projektmitarbeitenden über die Bedeutung sauberen Wassers informiert. Die Mitarbeitenden erläutern dabei auch die Wichtigkeit einer sauberen Brunnenumgebung und die korrekte Handhabung der Wasserpumpe. Die Dorfgemeinschaften müssen Personen bestimmen, welche für die Brunnen verantwortlich sind und dem Projektteam allfällige Probleme melden.
Otélé liegt rund 60 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Yaoundé und besteht aus vielen, weit im Regenwald verstreuten, kleinen Ortsteilen. Das Trinkwasserprojekt befindet sich im Ortsteil «Nkolmelen», was etwa so viel heisst wie «Palmhügel». Im Raum Otélé leben etwa 4‘000 Einwohner. Es gibt zwei Kindergärten, drei Primarschulen, ein Gymnasium, ein Priesterseminar mit 150 Studenten und ein Kleinspital.
Die Infrastruktur des Trinkwasserprojekts umfasst eine Fabrik für die Herstellung der Brunnenelemente, eine Reparaturwerkstatt, Büros, eine Kantine und Wohnhäuser für Mitarbeitende, Fahrzeuge sowie eine eigene Trinkwasser- und Stromversorgung. «Wasser ist Leben» steht unter einer Schweizer Projektleitung und beschäftigt rund 65 kamerunische Mitarbeitende. Von Otélé aus werden alle Arbeiten koordiniert. Die Tätigkeiten des Projekts erstrecken sich über ein rund 30‘000 Quadratkilometer grosses, oft unwegsames Regenwaldgebiet. Zum Vergleich: Die Schweiz hat eine Fläche von 41‘290 Quadratkilometer.
Das Hilfswerk «Wasser ist Leben» verschafft der Bevölkerung in den Regenwaldgebieten Kameruns Zugang zu Trinkwasser. Die Brunnen sind aber weit mehr als Wasserspender – sie bilden oft die Grundlage für eine Entwicklung der Menschen und der Dorfgemeinschaften:
- Krankheiten gehen nachweislich spürbar zurück und die Kindersterblichkeit sinkt deutlich. Beides trägt dazu bei, dass Menschen zuversichtlicher sind und Energie entwickeln, um ihre persönliche Situation zu verbessern.
- Frauen und Kinder müssen das Wasser nicht mehr an den teilweise weit entfernten Wasserstellen holen gehen. Die gewonnene Zeit können Sie anderweitig einsetzen, zum Beispiel für den Schulbesuch oder für die Einkommenssicherung.
- Durch die Bildung der Brunnenkomitees sammeln die Menschen Erfahrungen in der Selbstorganisation und entwickeln sich weiter.
- Durch die Informationsveranstaltungen vermittelt das Trinkwasserprojekt den Menschen wichtiges Wissen in den Bereichen Gesundheit und Nachhaltigkeit.
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