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|Die Rasse der Hinterwälder|

Verbindungen

Unsere Hinterwälder-Herde
Zusammen mit den Vorderwälder-Rindern bilden die Hinterwälder-Rinder das Wäldervieh. Das Hinterwälder-Rind ist das kleinste Rind in Zentraleuropa und gilt als vom Aussterben bedroht. Gehalten werden die Hinterwälder südlich des Feldberges und des Belchen (Baden). Leider wurden und werden noch immer die Hinterwälder von "Züchtern" ziemlich unkontrolliert gekreuzt, um Eigenschaften von anderen Rassen wie höhere Milchleistung oder grössere Rahmen einzuführen, statt gleich die Rasse zu wechseln.
Die Vereinigung Pro Specie Rara nahm sich zum Ziel, die Hinterwälder-Rasse in ihrer ursprünglichen Form vor dem Aussterben zu bewahren und importierte Tiere aus Deutschland. Die Schweizer Zucht erfolgt weitgehend unabhängig von den deutschen Zuchtlinien und hat zum Ziel, die Hinterwälder rein zu züchten und nicht durch Einkreuzungen die Leistung zu erhöhen oder das Tier grossrahmiger (schwerer) zu züchten. 1988 übernahm der Schweizerische Hinterwälder Zuchtverein (SHZ) die Zuchtverantwortung sowie das Herdenbuch. Problematisch sind nach wie vor die zum Teil sehr kleinen Herden, die eine schwache Basis für die einzelnen Blutlinien bilden, züchterische Gleichgültigkeit und Unachtsamkeit. So wird auf etlichen Betrieben durch die fehlende Trennung der Jungstiere von den Rindern und Kühen unbewusst Inzucht betrieben, die keinen Niederschlag im Herdenbuch findet. Durch den angestrebten Natursprung sind einzelne Blutlinien unnötigerweise akut vom Aussterben bedroht, was der jetzige Vorstand mit Förderung seltener Stierenlinien und Linien-Absamungen versucht zu verhindern.
Der SHZ hat Samen von den Stieren Apollo, Baron, Derrick, Falber, Koenig, Napolen, Normen, Simon und Wisel durch Swissgenetics für die künstliche Besamung bereitstellen lassen. Dabei ist leider für den SHZ typisch, dass ein Stier von der Punktierung her höchstens Mittelmass sind (Baron) und zwei Stiere (Normen und Wisel) selbst dreijährig noch nicht punktiert waren.
Neu dazugekommen sind dieses Jahr die beiden deutschen Stiere Labari und Humbel. Die beiden Stiere sind hervorragend, doch es bleibt abzuwarten, ob die Nachkommen dem Zuchtziel des SHZ bezüglich Grösse entsprechen, da in Deutschland leider auch der Trend nach grösseren und schwereren Tieren besteht. Als Alternative für Kreuzungen zur Produktion von Natura-Beef-Tieren braucht es die beiden deutschen Stiere nicht.
An der Generalversammlung im Frühling 2004 beschloss der Verein, den Schweizer Braunviehzuchtverband mit der Führung des Herdenbuches und der (regelmässigen und systematischen) Punktierung aller Herdenbuchtiere zu beauftragen, was der Qualität der Zucht nur förderlich sein kann.
In Bezirk Schönau findet alle drei Jahre im Frühling eine Viehschau mit Hinterwälder-Rindern statt. Im 2005 war dies am 7. und 8. Mai und im 2008 am 26./27. April in Utzenfeld im Wiesental. Die nächste Viehschau findet also nächstes Jahr Ende April/anfangs Mai statt.
Die Hinterwälder bestechen durch eine relativ hohe Milchleistung, Robustheit, Leichtkalbigkeit, hohem Ausschlachtgrad und hoher Lebenserwartung. So sind zur Zeit 78 Kühe im Herdebuch zwischen der 8. und 16. Laktation. Davon sind sechs aus unserem Stall. Die Trittsicherheit sowie die Steigfähigkeit gepaart mit einem geringen Gewicht von 350 bis 400 kg (Kühe) macht die Hinterwälder zum idealen Gebirgsrind. So eignen sich die Hinterwälder ausgezeichnet für Bio- und Mutterkuhbetriebe vor allem in Hanglagen und auf feuchten Böden. Bei zu guter Futterbasis steigt die Milchleistung derart an, dass mit Mastrassen belegt werden muss, um eine Euterentzündung, ein sogenanntes Viertel, zu verhindern.
Das Fleisch ist zart und gut marmoriert, nicht zuletzt dank dem Bewegungsdrang der Tiere.
Mischpakete von -Fleisch
Wenn unsere Rinder 10 bis 12 Monate alt sind, werden sie entweder zur Zucht selektioniert oder geschlachtet. Wir verkaufen Mischpakete zu ca. 5 oder ca. 10 kg, in denen jede Fleischart einzeln vakumiert und beschriftet ist - ideal zum Tiefkühlen. So finden sich in einem Mischpaket ein Braten, Entercôte, Geschnetzeltes, Hackfleisch, Ragout, Saftplätzli, Siedfleisch und in den 10 kg-Paketen noch Hohrücken/Huft/Filet. Der Preis beträgt 27 Franken pro Kilogramm. Knochen, Lebern, Kutteln oder sonstige Innereien werden nur auf ausdrücklichen Wunsch separat geliefert (Preis nach Absprache). Die Tiere werden im Schlachthof Langenthal geschlachtet, wo die Tiere auch durch den Fleischschauer kontrolliert werden. Die Auslieferung findet gekühlt im Umkreis von Solothurn, Burgdorf, Langenthal, Raum Olten bis Liestal statt. Dank der Kleinrahmigkeit der Tiere ist der Anteil an hochwertigem Fleisch höher als bei grossen Tieren. Auch verzichten wir auf die Herstellung von Würsten, was zwar unsere Marge erhöhen würde, aber in unseren Augen Schade für das schmackhafte Fleisch wäre.
Wir wollen robuste Tiere, die trotz ihrer Lebhaftigkeit friedlich sind. Leicht kalbernde, alt werdende Tiere mit dem für Hinterwälder typischen Ballonbauch. Dieser ermöglicht den Hinterwäldern eine hohe Raufutteraufnahme bei geringer Grösse. Wir enthornen keine Tiere, weil wir überzeugt sind, dass Kühe mit Hörnern nicht gefährlicher sind als hornlose Tiere. Die moderne Laufstall- und Weidehaltung macht die Tiere zwar scheu und somit angriffiger, doch mit genügend Platz und täglichem Kontakt kann dem entgegengewirkt werden. Dieser Mehraufwand wird vom Schweizer Konsumenten oftmals nicht realisiert.
© Familie Iff-Fäs, Oberbipp, 11.02.11