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Die Wolfgang-Pauli-Vorlesungen sind jährlich stattfindende Vorlesungen zu den Schwerpunkten Physik, Mathematik und Biologie. Sie werden in Ehren des theoretischen Physikers und Nobelpreisträgers Wolfgang Pauli gehalten, der von 1928 bis zu seinem Tod 1958 als Professor an der ETH Zürich tätig war. 2018 wurden die Vorlesungen der Mathematik gewidmet und von Sir William Timothy Gowers gehalten. Sir William Timothy Gowers ist Professor für Mathematik an der Universität Cambridge und hat schon etliche Preise für seine Recherche zur Kombinatorik und funktionalen Analysis erhalten. Der von uns am 12. Dezember 2018 besuchte Vortrag mit dem Titel «Why isn’t mathematical research impossible?» beschäftigte sich mit dem Problem der Automatisierung der mathematischen Recherche.
Weil es keinen generellen Algorithmus gibt, der für jede Aussage separat funktionieren würde, ist es rechnerisch schwierig, festzustellen, ob eine mathematische Aussage beweisbar ist. Theoretisch gesehen, könnte man jede denkbare Option durchgehen, logische und unlogische Schritte, jedoch wird allgemein angenommen, dass es keinen Algorithmus gibt, der Resultate in einer angemessenen Zeit liefern kann. Momentan sind deshalb lange und komplexe Beweise nur mithilfe des menschlichen Gehirns zu lösen, also dank unseren kognitiven Fähigkeiten, unlogisch zu denken und die absurdesten rechnerischen Schritte zu gehen. Prof. Gowers ist überzeugt und hat argumentiert, dass dieses scheinbare Paradoxon auch ohne menschliche Hilfe gelöst werden könnte. Seiner Theorie nach würde dieser Lösungsprozess automatisiert, wenn man die Mathematik in genügend kleine Stücke zerschneiden und diese dem Computer verständlich machen würde. Der Grund dafür ist, dass die Mathematik im Grossen und Ganzen nur aus einem Gewebe von logischen Schlussfolgerungen, basierend auf den einfachsten mathematischen Prinzipien, besteht und die bis anhin theoretischen Fragen durch die «Denkweise» des Computers lösbar sein sollten.
Prof. Gowers Vortrag war höchst interessant und löste unter uns Schülerinnen und Schülern lebendige Diskussionen zur Frage, was die Mathematik eigentlich ist und welche Rolle sie in unserer Welt spielt, aus. Das Konzept, dass die Welt aus bestimmten, unveränderbaren und irgendwie zusammenhängenden Zahlenkonstanten besteht und diese einen Ursprung haben sollen, lehrte uns, dass wir bis anhin nur einen kleinen Teil der Mathematik erforscht haben und unser ganzes Wissen bis heute auf ‚unbewiesenen Theorien’ basiert.
Wir befürchteten zu Beginn, dass wir dem Inhalt der Vorlesung nicht folgen könnten, jedoch widmete sich Prof. Gowers in seinem Vortrag mehr dem philosophischen Teil der Mathematik, was uns die Auseinandersetzung mit dem Thema erleichterte. Als Gymnasiasten und potentielle Studierende war es zudem sehr interessant zu erfahren, was die Mathematik auf tieferen Ebenen zu bieten hat und dass sie nicht nur aus endlosem Rechnen besteht. Das Abstrakte der Mathematik zu betrachten und einen Aspekt dieser Wissenschaft zu vertiefen, hat uns allen sehr gefallen und wir würden gerne wieder eine solche Veranstaltung besuchen.