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Dieser mittlerweile sehr seltene zweibändige Druck wurde vom Neffen des italienischen Physiologen Luigi Galvani, dem Physiker Giovanni Aldini (1762-1834) verfasst. Wie bereits Galvani untersuchte Aldini die Funktion elektrischer Ströme im Körper. Während Galvani dies mit Froschschenkeln tat, verwendete Aldini für seine Versuche auch abgeschlagene Stierköpfe und sogar die Körper hingerichteter Menschen.
Planche 2, Volume 1: Abgeschlagene Stierköpfe werden mit 100 Volt aus einer Voltasäule elektrifiziert; dadurch werden Muskelzuckungen ausgelöst.
Galvani und Aldini tappten mit ihrer Erklärung der beobachteten Phänomene noch im Dunkeln, denn sie glaubten, dass die Elektrizität vom toten Körper ausgeht und bei der Berührung mit einem metallenen Gegenstand befreit wird („Tierelektrizität“). Alessandro Volta widerlegte diese These und postulierte, dass das Metall die Muskeln elektrisiert und zum zucken bringt.
Das Publikum begegnete den öffentlichen Experimenten Aldinis mit einer Mischung von Entrüstung und Faszination. Die Entdeckung der Elektrizität war etwas Neues und Geheimnisvolles. Darüber hinaus warfen die Experimente auch grundlegende Fragen nach dem Wesen der Existenz auf. Kann man Tote mit elektrischen Strömen wieder zum Leben erwecken? Lässt sich aus totem Gewebe und elektrischen Impulsen ein neues Wesen erschaffen? Das Thema, das im 18. und 19. Jahrhundert breit diskutiert wurde, hat auch Stoff für Mary Shelleys Roman Frankenstein geliefert, der 1818 erstmals erschien.
Links
Essai théorique et expérimental sur le Galvanisme im Bibliothekskatalog
Aldini in Bibliodyssey, dort auch weitere Links zum Galvanismus