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Am vergangenen QBB-Forum wurden den Delegierten und anwesenden Gästen die Auswirkungen einer Sperrung der Durchfahrt des Individualverkehrs bei der Stöckackerstrasse, erweiterte Massnahmen am Ansermetplatz sowie das Umbauprojekt Isenschmidgut präsentiert.
Die Simulation der künftigen Sperrung Stöckackerstrasse war das erste Traktandum des vergangenen QBB-Forums. Der städtische Verkehrsrichtplan und der Richtplan Entwicklungsschwerpunkt Ausserholligen geben vor, dass die Stöckackerstrasse südlich der Strassenunterführung (unter der Bahnlinie Bern-Neuenburg) für den motorisierten Individualverkehr (MIV) mit Ausnahmen für den Wirtschaftsverkehr gesperrt wird. Die Realisierung des Projekts soll nach der Genehmigung des Richtplans und in Abstimmung mit den verschiedenen benachbarten Bauprojekten erfolgen. Die Verkehrsplanung Stadt Bern hat am Forum über die Auswirkungen einer Sperre auf die Verkehrsströme im Quartier informiert.
Die QBB hat bereits bei der Präsentation des Projekts Entwicklungsschwerpunkt (ESP) Ausserholligen von der geplanten Sperrung der Stöckackerstrasse für den MIV Kenntnis genommen. Um fundierte Informationen zu den Auswirkungen der Sperrung auf die Verkehrsströme im Quartier zu erhalten, hat die QBB die Verkehrsplanung Stadt Bern um eine Simulation der Verkehrsströme und die Präsentation der Ergebnisse gebeten. Ziel sind die Reduktion der Belastung durch den MIV im Quartier und die Kanalisierung des Verkehrs auf das übergeordnete Netz.
Es gibt eine Nutzungsverdichtung und deshalb eine Verkehrszunahme. Das grobe Modell, welches präsentiert wurde, zeigt auf, dass die Sperre das Stöckackerquartier von der Mehrbelastung schützt, und dass auch die Stöckackerstrasse beim Weyerli weniger Mehrverkehr schlucken muss als ohne Sperre. Mehrbelastung erfahren: Bümplizstrasse, Bethlehemstrasse, Eymattstrasse und die Autobahn. Weiter soll der Verkehr gezielt über den Autobahnzubringer Bethlehem gelenkt werden, da der Anschluss Forsthaus bereits heute am Anschlag ist.
Die Delegierten der QBB und die anwesenden Gäste haben von der Präsentation Kenntnis genommen. Sie äussern Fragen zu den grossen Berechnungsdifferenzen im Modell und die Einberechnung zusätzlicher Faktoren wie die Nutzungsverdichtung, möglicher Schleichverkehr oder Stauungen auf die Verkehrsführung. Sie wird bis zum QBB-Forum vom 12. September ihre Stellungnahme erarbeiten und verabschieden.
Verschärfte Verkehrssituation am Ansermetplatz
Mit dem Bau des Schulhauses Brünnen 2016 wurden an der Murtenstrasse im Bereich des Ansermetplatzes geschwindigkeitsmindernde Massnahmen ergriffen und eine Tempo-30-Zone eingerichtet. Das Quartier (QV Brünnen, QV Holenacker, QV Gäbelbach, Elternrat Brünnen, Schulleitung VS Brünnen, BG Brünnen-Eichholz, Gäbelbach Immobilien AG, QBB, VBG Quartierarbeit) hat deshalb beim Gemeinderat interveniert und darum gebeten, sich beim Strasseneigentümer (Kanton Bern) für eine Verbesserung der Verkehrs- und Schulwegsicherheit sowie der Aufenthaltsqualität einzusetzen.
Der Gemeinderat hat das Anliegen aufgenommen und an einer Begehung mit den Initiant:innen, Verkehrsplanung und Stadtgrün Bern und dem Kompetenzzentrum öffentlicher Raum dafür ausgesprochen, sich für eine Verbesserung der Situation einzusetzen. Zielführende Massnahme wäre die Einführung einer Begegnungszone. Da es sich um eine Kantonsstrasse handelt, braucht es dazu die Zustimmung des Kantons. Auf die Anfrage der Stadt Bern beim Kantonsingenieur (Oberingenieurkreis II) hat dieser eine negative Antwort gegeben. Der Kanton kann aufgrund der geltenden Praxis und rechtlichen Grundlagen keine Begegnungszone verfügen, weil die Murtenstrasse beim Ansermetplatz als «verkehrsorientierte Hauptstrasse» eingestuft ist. Das heisst, auf der Murtenstrasse kann aufgrund ihrer funktionalen und formalen Einstufung keine Begegnungszone eingeführt werden.
Die Stadt Bern hat daraufhin mit einem juristischen Gutachten abklären lassen, ob die Einführung einer Begegnungszone trotz dieser Einstufungen möglich wäre. Das Gutachten kommt zum Schluss, dass es unter diesen Voraussetzungen nicht möglich ist, eine Begegnungszone zu bewilligen. Der Kanton müsste eine Änderung der formellen und funktionellen Einstufung beim Bund beantragen. Die Verkehrsplanung wird nun dem Gemeinderat vorschlagen, eine Änderung der Einstufung beim Kanton zu beantragen. Die QBB wird die Verkehrsplanung mit einem erneuten Schreiben aus dem Quartier im weiteren Vorgehen unterstützen.
Gesamtsanierung Isenschmidgut
Die schützenswerten Gebäude des Isenschmidguts (Glockenstrasse 3-5b) sollen saniert und einer Nutzung mit öffentlichem Charakter zugeführt werden. Deshalb hat die Eigentümerin, Immobilien Stadt Bern, einen Generalmietvertrag mit der Stiftung B abgeschlossen. Im QBB-Forum haben Vertreter:innen von ISB und der Stiftung B das Sanierungsprojekt und das Nutzungskonzept vorgestellt, sowie über den Projektstand der Verlegung des öffentlichen Fusswegs als Teil des Generationenwegs informiert.
Die Gebäude an der Glockenstrasse sind schützenswert, bzw. erhaltenswert und befinden sich in einer Zone mit öffentlicher Nutzung. Die Machbarkeitsstudie kommt zum Schluss, dass eine gemischte Wohn- und Arbeitsnutzung im Hauptgebäude sinnvoll ist. Bauprojekt und Nutzungskonzept sehen folgenden Nutzungsmix vor: Sanierung der bestehenden Wohnungen in Haupthaus und Stöckli, Einrichtung eines Ladenlokals im Erdgeschoss, Einbau von Ateliers, einer Quartierwerkstatt und Lagerräumen. Das Baugesuch wurde im März eingereicht, die Genehmigung des Baukredits ist durch den Gemeinderat erfolgt. Die Behandlung des Geschäfts im Stadtrat ist noch pendent. Der Baubeginn ist für das 2. Quartal 2023 vorgesehen, die Übergabe an die Stiftung B voraussichtlich im Sommer 2024. Der öffentliche Fussweg im Süden soll vom Parkplatz des Domicils Baumgarten auf eine neue Wegführung verlegt werden. Die Ausführung ist zusammen mit dem Bauprojekt Glockenstrasse vorgesehen.
Die Referent:innen beantworten den Anwesenden Fragen zu der Einrichtung der Räume, den Aussenräumen und der möglichen Partizipation des Quartiers. Die QBB wird zum Forum vom 12. September ihre Stellungnahme erarbeiten und verabschieden.
Vorschau auf das nächste QBB-Forum
Das nächste QBB-Forum findet am 12. September im Kirchgemeindehaus Bümpliz statt. Das detaillierte Programm ist auf der Homepage der QBB zu finden.
Ralf Treuthardt