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Umfrage über die Gesundheitskosten der Versicherungsnehmer in der Schweiz teil!Die Resultate einer in 11 OECD-Ländern durchgeführten Befragung sind für die Schweiz erfreulich, geben gleichzeitig aber auch Hinweise auf Verbesserungspotential. Rund 70 % der befragten, in der Schweiz wohnhaften Personen finden das Gesundheitssystem gut und würden nur kleine Änderungen vornehmen. Die Schweiz steht somit auf Platz 1 im internationalen Vergleich. Verschiedene Vorlagen, die die aufgezeigten Lücken und Verbesserungspotentiale angehen, sind in der Schweiz gemäss der gesundheitspolitischen Strategie des Bundesrates in Vorbereitung oder bereits in Umsetzung.
Im Mittelpunkt der international vergleichenden Befragung stand die Einschätzung der jeweiligen Gesundheitssysteme durch Erwachsene mit mittelmässigem bis schlechtem selbstdeklariertem Gesundheitszustand, mit schwerwiegenden oder chronischen Krankheiten, Verletzungen oder Invalidität oder mit kürzlicher Erfahrung einer Hospitalisierung oder einer Operation. Befragt wurden Personen ab 18 Jahre in den drei Sprachregionen Deutschschweiz, Romandie und Tessin.
Die telefonische Befragung wurde unter der Leitung der amerikanischen, gemeinnützigen Stiftung "The Commonwealth Fund" durchgeführt; in der Schweiz in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG). Das BAG beauftragte zudem das Schweizerische Gesundheitsobservatorium Obsan mit der Analyse der Ergebnisse im internationalen Vergleich.
Der Commonwealth Fund ist eine gemeinnützige Stiftung in den USA, die das Gesundheitssystem in den USA und in anderen Ländern stärken will. Durch Ihre repräsentativen und ländervergleichenden Umfragen werden die Erfahrungen und Meinungen der direktest Betroffenen erfasst und international verglichen. Dabei stehen Zugänglichkeit, Qualität und Effizienz im Mittelpunkt. Die Resultate der jüngsten Umfrage wurden an einem Ministertreffenin Washington diskutiert, das vom 8. bis 10. November 2011 stattfindet. Geleitet wird die schweizerische Delegation von Pascal Strupler, Direktor des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), dem für diesen Anlass vom Bundesrat der Titel eines Staatssekretärs zuerkannt wurde.
In vielen Bereichen der Befragung liegt die Schweiz auf den ersten drei Rängen: 69,1% der Befragten finden das Gesundheitssystem gut und würden nur kleine Änderungen vornehmen. Dieser Anteil ist in allen anderen befragten Ländern deutlich tiefer (zwischen 50.8% in Grossbritannien und 25,1% in den USA). Der Zugang zur medizinischen Betreuung am Abend, an den Wochenenden und Feiertagen wird von 51,4% der Schweizer und Schweizerinnen als relativ einfach eingeschätzt. Mit diesem Anteil liegt die Schweiz hinter Grossbritannien auf dem zweitbesten Platz. Auch hinsichtlich der Wartefrist geben Grossbritannien und die Schweiz positive Rückmeldungen. So konnten über drei Viertel der Befragten aus diesen zwei Ländern am gleichen oder nächsten Tag einen Arzttermin wahrnehmen.
Die Zusammenarbeit mit den Hausärztinnen und Hausärzten wird von den befragten Personen (mit Erkrankungen) durchwegs positiv beurteilt (jeweils erster oder zweiter Rang). So sind die Schweizer Ärztinnen und Ärzte über wichtige Daten informiert (95,9%), nehmen sich genügend Zeit für ihre Patientinnen und Patienten (88%), ermutigen diese zu Fragen und geben dabei verständliche Erklärungen ab (77%). Auch in Grossbritannien wird die Beziehung zu den Hausärztinnen und Hausärzten sehr positiv eingeschätzt, während die Antworten der Befragten aus Ländern wie Norwegen und Schweden deutlich kritischer ausfallen. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Einbezug in die Entscheidungen bei den Spezialisten. 80% der befragten Schweizerinnen und Schweizer berichten über positive Erfahrungen.
Fast jede fünfte befragte Person (18%) aus der Schweiz hat im letzten Jahr aus Kostengründen entweder auf verschriebene Medikamente, auf Arztbesuche und/oder auf Tests, Behandlungen und Nachuntersuchungen verzichtet. Mit diesem doch substantiellen Anteil steht die Schweiz im Mittelfeld der befragten Länder. In den USA ist der Anteil mit 42% am höchsten, Schweden und Grossbritannien weisen die niedrigsten Anteile auf.
Ein anderer Problembereich, auf den die Patientinnen und Patienten hinweisen, sind medizinische Fehler. Bei Fehlern in der Medikation, der medizinischen Behandlung oder der Diagnostik schneidet die Schweiz im internationalen Vergleich zwar gut ab, und die Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz sprechen tendenziell mehr über solche Fehler als anderswo. Mit 2% bis 5% ist der Anteil für sich gesehen aber doch recht hoch. Bei Infektionen im Zusammenhang mit Spitalaufenthalten hat die Schweiz mit 9,8% einen international durchschnittlichen Wert.
Bezüglich Lücken in der Betreuung und Information nach dem letzten Spitalaufenthalten und operativen Eingriff - wie z.B. keinen Erhalt von klaren Anweisungen und Informationen zu Medikamenten, zur Nachsorge oder zu Kontaktstellen bei Problemen - steht die Schweiz im internationalen Vergleich an dritter Stelle. Dass 48% der Befragten über solche Lücken berichten, und der deutliche Abstand zu den USA und Grossbritannien (29 resp. 26%) zeigen ein Verbesserungspotential auf. Neben der Schweiz haben folgende zehn Staaten an der Befragung teilgenommen: USA, Deutschland, Niederlande, Kanada, Grossbritannien, Frankreich, Australien, Norwegen, Schweden, Neuseeland. Die Erhebung für die Schweiz wurde zwischen Mai und Juni 2011 durchgeführt.
Verschiedene Vorlagen, die die aufgezeigten Lücken und Verbesserungspotentiale angehen, sind in der Schweiz gemäss der gesundheitspolitischen Strategie des Bundesrates in Vorbereitung oder bereits in Umsetzung. Zu nennen sind namentlich die Förderung der integrierten Versorgung, die Schaffung eines Nationalen Qualitätsinstituts und die Umsetzung der Qualitätsstrategie. Damit werden auch die Patientensicherheit und die Qualität der Gesundheitsversorgung gestärkt werden. Daneben sollen die weiteren mittel- und langfristige Reformprojekte des Bundesrate - etwa der neue Risikoausgleich, die neue Spitalfinanzierung oder die eHealth-Strategie - die Wirkungen dieser Massnahmen unterstützen und ergänzen.
Quelle: Bundesamt für Gesundheit, November 2011
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