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(Linnaeus, 1758)
- DE: Gewöhnliche Gebirgsschrecke
- EN: Brown Mountain Grasshopper
- FR: La Miramelle des moraines
- IT: Podisma montana
- Syn.: Acrydium apterum (De Geer, 1773) | Podisma pedestris mesoptera Ramme | Podisma pedestris semifasciata Werner, 1933
Morphologie
Die Grundfarbe von Podisma pedestris variiert von gelb über grau bis orangebraun. Grüne Farbtöne kommen nicht vor. Die Männchen sind deutlich kontrastreicher gefärbt als die Weibchen. Vom Auge läuft ein breites, schwarzes Band über die Halsschildseiten bis zum Hinterleibsende. Es löst sich auf dem Hinterleib mehr oder weniger in Flecken auf. Die Halsschildoberseite ist ebenfalls dunkel und wird in der vorderen Hälfte von drei deutlichen Nähten durchquert. Die Seiten der Hinterleibssegmente sind an der Basis dunkel und wirken mit dem hellen Rand vor allem bei den Männchen geringelt. Die Vorderflügel sind klein, schuppenartig und deutlich kürzer als das Halsschild. Langflügelige Exemplare kommen nur sehr selten vor. Die Hinterschenkel sind auf der Innen- und Unterseite hellrot, die Hinterschienen dagegen leicht bläulich mit weissen Dornen.
Gesang
Wie bei anderen Knarrschrecken sind auch die Flügel von Podisma pedestris zurückgebildet. Es werden keine Gesänge im eigentlichen Sinne erzeugt. Das Gehörorgan ist allerdings normal entwickelt. Beide Geschlechter erzeugen mit ihren Mundwerkzeugen knirschende Laute. Diese Mandibelgeräusche sind allerdings so leise, dass man sie nur aus geringer Entfernung wahrnehmen kann.
Verbreitung
Podisma pedestris besiedelt in Europa ein grosses Verbreitungsgebiet und kommt mit einigen Lücken praktisch in allen Gebirgen vor. In Skandinavien und im Baltikum kommt die Art auch ausserhalb der Gebirge vor. In der Schweiz ist Podisma pedestris in den Alpen und Voralpen weit verbreitet und mit einigen Vorkommen aus dem Neuenburger Jura bekannt. In Deutschland ist Podisma pedestris im Alpenraum verbreitet. Weiter nördlich sind einzig einige Vorkommen auf der Schwäbischen Alb und im nordöstlichen Bayern bekannt. In den französischen Alpen und in Italien wurden viele andere Podisma-Arten beschrieben, die Podisma pedestris morphologisch sehr nahe stehen und auf der Verbreitungskarte wohl nicht unterschieden werden.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Tiere von Podisma pedestris treten von Mitte Juni bis Mitte November auf.
Die Eiablage erfolgt an vegetationslosen Stellen in den Boden. Die Eier von Podisma pedestris haben die Fähigkeit, je nach Umweltbedingungen, eine ein- oder mehrjährige Embryonalentwicklung zu durchlaufen. Die mittlere Dauer der insgesamt 5 Larvenstadien beträgt rund 10 Tage. Die Nahrung von Podisma pedestris besteht aus krautigen Pflanzen und Gräsern.
Lebensraum
Podisma pedestris bevorzugt gut besonnte und trockene Lebensräume, die sich rasch erwärmen. Dies sind steinige und spärlich bewachsene Hanglagen wie z.B. Schutthalden oder Bachschotter, mit Steinen und Zwergsträuchern durchsetzte Alpweiden, Wacholderheiden, Waldlichtungen, Halbtrocken- und Trockenrasen. An manchen Stellen findet man sie auch an Strassenböschungen.
Gefährdung & Schutz
In der Schweiz ist Podisma pedestris häufig und nicht gefährdet. In Deutschland wird sie als vom Aussterben bedroht eingestuft. Verbuschende Lebensräume und die Isolation der Standorte stellt die grösste Bedrohung dar. Durch das Auflichten bewaldeter Hänge und Waldränder können die Lebensräume vergrössert werden. Eine extensive Beweidung fördert die Strukturvielfalt mit vegetationslosen Stellen und langgrasigen Bereichen.
- CH: LC (Nicht gefährdet)
- DE: 1 (Vom Aussterben bedroht)
- AT: NT (Potenziell gefährdet)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Podisma pedestris kann mit Melanoplus frigidus verwechselt werden. Die Flügel von Melanoplus frigidus sind länger als das Halsschild und es kommen grüne Farbtöne vor. Die Hinterschienen sind bei Melanoplus frigidus rötlich, bei Podisma pedestris bläulich. Die beiden Arten Miramella alpina und Nadigella formosanta weisen stets eine grüne Grundfarbe mit schwarzen Flecken auf. In den Südalpen von Frankreich und in Italien kommen viele weitere Arten der Gattung Podisma vor und eine Abgrenzung zu Podisma pedestris ist schwierig, da die Übergänge fliessend sind und sich die Arten nur in wenigen, nicht konstanten Merkmalen unterscheiden.