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Paul Oettli * 1872 in Märstetten (TG), † 1952 in St.Peterzell (SG)Rektor von 1926-1932, Professor für Germanistik Paul Oettli wurde am 6. Dezember 1872 als Sohn eines Lehrers und Bauern in Märstetten im Kanton Thurgau geboren. Nach dem frühzeitigen Tod des Vaters 1881 zog die Familie Oettli nach St.Gallen, wo Paul Oettlis Mutter eine Pension eröffnete. In St.Gallen besuchte Paul die Kantons- und die Sekundarlehramtsschule. Lehrtätigkeit in fremdsprachigen Gebieten Nach dem Abschluss unterrichtete Paul Oettli zunächst Deutsch im Knabeninstitut «Gibraltar» in Neuchâtel. Nach einem Jahr verliess er die Schule und arbeitete als selbstständiger Lehrer in Italien und unterrichtete Deutsch und Französisch an verschiedenen Privatschulen in England. Im Sommer 1898 kam Oettli wieder zurück in die Schweiz und arbeitete für kurze Zeit als Ferienlehrer und als Reallehrer in St.Peterzell. Im darauffolgenden Jahr wurde er an der neugegründeten Handelsakademie St.Gallen als Hilfslehrer für Deutsch als Fremdsprache angestellt. Wirken an der HSG 1903 wurde Paul Oettli zum Hauptlehrer und acht Jahre später zum Professor für Germanistik ernannt, wobei er nicht nur Deutsch sondern auch Englisch unterrichtete. Im Jahr 1926 erfolgte seine Wahl zum Rektor. Die Regelstudienzeit wurde von vier auf sechs Semester ausgedehnt und drei neue Lehrstühle – Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und Rechtswissenschaft – wurden geschaffen. Die Handelshochschule änderte zu dieser Zeit ein weiteres Mal ihren Namen durch den modernen Zusatz «Hochschule für Wirtschaftswissenschaften». Um die Hochschule stärker im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern und ihre Ziele besser durchsetzen zu können, führte Oettli 1928 den Hochschultag ein und gründete 1931 den Hochschulverein (heute HSG Alumni). Sprachwissenschaftliches Engagement Rektor Oettli genoss bei Dozierenden und Studierenden ein hohes Ansehen. Der Germanist galt an der Hochschule als leidenschaftlicher Hüter der deutschen Sprache. Intensiv beschäftigte er sich insbesondere mit deutschschweizerischen Geschlechts- und Ortsnamen, worüber er je eine Monografie veröffentlichte. In breiteren Kreisen war Paul Oettli bekannt durch seine publizistischen Beiträge, unter anderem in der NZZ, dem Sprachspiegel, der Schweizerischen Lehrerzeitung und dem St.Galler Tagblatt. Ausserdem war Oettli Mitglied im «Deutschschweizerischen Sprachverein» (heute SVDS) und gründete 1911 die «Gesellschaft für deutsche Sprache in St.Gallen». Nach seiner Pensionierung 1940 wurde Oettli zum Honorarprofessor ernannt. Paul Oettli verstarb am 29. Februar 1952 in St.Peterzell.