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Unwirkliche Hülle
Ich trat in den Raum ein, die Hülle des Raums gab mir das Gefühl, als würde es mich umarmen, vielleicht besser gesagt umwickeln. Der Raum war dunkel und trotzdem schien die Wärme durch eine Ritze hinein.
Die grosszügigen Öffnungen in der Decke gaben in der Dunkelheit das Gefühl, den Himmel anfassen zu können. Ich füllte mich so gross. Die Tragstruktur kam mir schon ein bisschen komisch vor, es hatte einen leichten Absatz nach oben und unten, und es wiederholte sich in einem Muster immer wieder. Man konnte fast denken, es sei mathematisch berechnet. Ich habe mich sofort in diesen Raum verliebt, es war mir noch nie zuvor passiert, eine so grosse Faszination für ein Raum zu empfinden. Die Frage ist wieso?
Ich hatte noch nie zuvor so eine grosse Geborgenheit gefühlt; als würde ich mich in der Badewanne fallen lassen und langsam im warmen Wasser versinken. Es war so ruhig, so ein dumpfer Ton.
Der Geschmack des Holzes hatte schon immer ein beruhigendes Gefühl auf mich.
Der Raum war eine Verschmelzung aus Höhle und Tunnel. Obwohl die Gesellschaft diesen Raum nicht zum Wohnen gedacht hatte, fragte ich mich wieso in Zukunft nicht so wohnen. Ist die Gemütlichkeit kein Thema?
Darf jemand vorbestimmen, was Gemütlichkeit ist? Obwohl meine Eltern eher die Tendenz hatten, mich von dort zu entfernen, wollte ich mich immer mehr rein begeben. Ich wollte herausfinden, was am Ende auf mich wartete.
Dies habe ich jedoch nie herausgefunden. Vielleicht wird sich meine Reise mit dieser Aufgabe beenden und ich werde die gleiche Magie noch einmal erleben.
Basel, 2016