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Gemeinsame Erklärung von UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell und WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus anlässlich der Weltstillwoche.
In den letzten zehn Jahren konnten viele Länder erhebliche Verbesserungen bei der Erhöhung der ausschliesslichen Stillraten vorweisen: Die Prävalenz ist um bemerkenswerte zehn Prozentpunkte auf 48 Prozent weltweit gestiegen. Länder wie die Elfenbeinküste, die Marshallinseln, die Philippinen, Somalia und Vietnam haben grosse Steigerungen bei den Stillraten erzielen können. Diese positiven Erfolge verdeutlichen, dass Fortschritte möglich sind, wenn das Stillen geschützt, gefördert und unterstützt wird.
Anlässlich der diesjährigen Weltstillwoche betonen UNICEF und WHO unter dem Motto «Lasst uns das Stillen am Arbeitsplatz zum Beruf machen» die Notwendigkeit einer stärkeren Unterstützung des Stillens an allen Arbeitsplätzen, um die Fortschritte bei den Stillraten weltweit zu erhalten und zu verbessern. Um das globale Ziel 2023 zu erreichen, die Stillraten auf 70 Prozent zu erhöhen, müssen entsprechende Hindernisse beseitigt werden, mit denen Frauen und Familien im Alltag konfrontiert werden.
Von den ersten Momenten im Leben eines Kindes an ist das Stillen die ultimative Massnahme zur Sicherung des Überlebens und der Entwicklung des Kindes. Stillen schützt Babys vor häufigen Infektionskrankheiten, stärkt das Immunsystem der Kinder und liefert die wichtigsten Nährstoffe, die Kinder brauchen, um zu wachsen und sich voll zu entwickeln. Babys, die nicht gestillt werden, haben ein 14-mal höheres Risiko, vor ihrem ersten Geburtstag zu sterben, als Babys, die ausschliesslich gestillt werden.
Unterstützende Arbeitsplätze sind der Schlüssel
Studien ergeben, dass die Stillraten von Frauen nach der Rückkehr an den Arbeitsplatz deutlich sinken. Diesen negativen Auswirkungen kann jedoch klar entgegengewirkt werden, indem der Arbeitsplatz den Müttern die Möglichkeit bietet, ihre Babys weiterhin in Ruhe zu stillen.
Familienfreundliche Massnahmen am Arbeitsplatz – wie bezahlter Mutterschaftsurlaub, Stillpausen und ein Raum, in dem Mütter stillen oder Milch abpumpen können – schaffen ein Umfeld, von dem nicht nur berufstätige Frauen und ihre Familien profitieren. Diese Massnahmen bringen nämlich auch wirtschaftliche Vorteile für die Arbeitgebenden mit sich: Die mutterschaftsbedingten Fehlzeiten verringern sich, die Bindung weiblicher Arbeitskräfte an das Unternehmen erhöhen sich und die Kosten für die Einstellung und Schulung neuer Mitarbeitender sinken.
Die Unterstützung des Stillens am Arbeitsplatz ist gut für Mütter, Babys und Unternehmen. Deshalb rufen UNICEF und WHO Regierungen, Geber, die Zivilgesellschaft und den privaten Sektor auf, ihre Bemühungen zu verstärken:
- Allen berufstätigen Müttern – auch denen im informellen Sektor oder mit befristeten Verträgen – ein günstiges Stillumfeld zu bieten, indem sie Zugang zu regelmässigen Stillpausen und Einrichtungen haben, die es den Müttern ermöglichen, ihre Kinder nach der Rückkehr an den Arbeitsplatz weiter zu stillen.
- Allen berufstätigen Eltern und Betreuungspersonen sollte ein ausreichender bezahlter Urlaub gewährt werden, damit sie die Bedürfnisse ihrer kleinen Kinder erfüllen können. Dazu gehört ein bezahlter Mutterschaftsurlaub von mindestens 18 Wochen, vorzugsweise für einen Zeitraum von sechs Monaten oder mehr nach der Geburt.
- Verstärkte Investitionen in Stillunterstützungsmassnahmen und -programme in allen Bereichen, einschliesslich einer nationalen Politik und eines Programms, das die Unterstützung des öffentlichen und privaten Sektors für stillende Frauen am Arbeitsplatz regelt und fördert.