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In Hinblick auf das im Christentum geltende Zinsverbot waren im frühen Mittelalter Juden die einzigen, denen die Kreditvergabe in Form von Geld möglich war. Auch für sie galt ein Zinsverbot, es war jedoch beschränkt auf Mitglieder der Religionsgemeinschaft. Die mittelalterlichen Fürsten machten von dieser Ausnahme regen Gebrauch und finanzierten ihre Hofhaltung und Kriege durch die Kredite jüdischer Kreditgeber. Die Rückzahlung erfolgte (sofern überhaupt) durch Steuereinnahmen und Eroberungen.
Daneben war die Bereitstellung von Saatgut für die Bauern durch die Lehnsherren und Rückzahlung dieser Warenkredite durch Teile der späteren Ernten durchaus üblich. Bei Missernten führte dies jedoch zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten, da häufig der Bauernhof gepfändet wurde (Zinsknechtschaft).
Reisende Kaufleute erhielten bereits im Mittelalter gegen Hinterlegung von Geld bei einem Bankier Kreditbriefe, gegen deren Vorlage auf der Reisestrecke Teile des hinterlegten Geldes ausgezahlt wurde und das Beraubungsrisiko auf Reisen damit vermindert werden konnte. Möglich wurde dies durch enge familiäre Beziehungen der frühen Bankiers.
Ende des 17. Jahrhunderts fiel das Zinsverbot für Christen offiziell. Das Bankwesen, das sich bis zum heutigen Tag fortentwickelt hat, entstand aber durch die Bedürfnisse des Seehandels bereits früher, vor allem in den Handelsstädten Venedig, Genua, Hamburg, Amsterdam und London.
Ein enges Vertrauensverhältnis der Banken untereinander hatte schon immer eine besondere Bedeutung, da nicht notwendigerweise an jedem Ort Niederlassungen unterhalten werden konnten. Derartige Beziehungen bestehen noch heute im System der Korrespondenzbanken fort.
Anfang des 19. Jahrhunderts wurden mehrere Banken in der Form von Kapitalgesellschaften gegründet, da der ansteigende Kreditbedarf der Wirtschaft nicht mehr ausreichend von Privatbankiers gedeckt werden konnte. In Frankreich führten die frühsozialistischen Ideen des Kreises um Saint-Simon zu Bankgründungen. Diese Ideen wurden auch in Deutschland aufgenommen und führten auch hier zu Bankgründungen.
Im Zeitalter der zunehmenden Industrialisierung ermöglichte man auch kleinen Handwerkern das Überleben gegenüber den Industriebetrieben durch Finanzierungshilfen zu sichern. Es entstanden Spar- und Konsumgenossenschaften, die auch Kredit gewährten. Ihr Nachfolger sind die heutigen Volksbanken. Friedrich Wilhelm Raiffeisen gründete im Bereich der Landwirtschaft ebenfalls eine Kreditgenossenschaft, um hier Kredite einräumen zu können, hieraus entstanden die Raiffeisenbanken.
Seit 1952 vergeben Sparkassen Konsumentenkredite mit fest vereinbarten Rückzahlungsraten.
In den Jahren des Wiederaufbaus nahm die Bedeutung des Kreditgeschäftes mit privaten Kunden zu. Die Kredite waren im Wesentlichen auf die Gehaltseingänge der Kunden abgestellt. Um die Bonität der Kreditnehmer überwachen zu können, melden die Kreditgeber die gewährten Ratenkredite und erhalten ihrerseits Rückmeldungen, falls Kreditnehmer weitere Kredite bei anderen Banken aufnehmen.
Als Folge des Ausbaus des Außenhandels wurden zunehmend Geschäfte in ausländischen Währungen abgeschlossen, die häufig durch Kreditgewährungen zu finanzieren waren. Dies erfolgte zunächst unter Einschaltung von Banken im Inland, teilweise wurden bereits ausländische Zweigniederlassungen insbesondere der Importeure eingeschaltet, um die Kreditkosten zu senken. Seit den 1980ern nehmen die direkten Kreditaufnahmen im Ausland zu, da zunehmend Konzerngesellschaften international tätig sind und ihnen teilweise die Kapitalmärkte in Ausland direkt für Kreditaufnahmen zugänglich sind.
Seit es Internet-Kredite gibt, ist der Kreditkunde wieder König! Musste der Kreditnehmer früher noch als Bittstellers bei seiner Hausbank sein Kredit-Anliegen vortragen und sich unangenehme Fragen gefallen lassen, wird er heute von vielen neuen Kreditanbietern umworben.
Übrigens: Kredit wird vom lateinischen credere „glauben“ und creditum „das auf Treu und Glauben Anvertraute“ abgeleitet.