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Diese Zahl dürfte etliche Olympia-Sportler und -Sportlerinnen erstaunen: 1,43 Millionen US-Dollar pro Jahr verdient der Generaldirektor des Internationalen Olympischen Komitees (IOK). Jetzt könnte man sagen, Christophe De Kepper sei ja der oberste Chef. Aber das IOK beschäftigt neben dem Generaldirektor noch 20 weitere Direktoren. Und alle kassieren Spitzengehälter.
Der deutsche Sportjournalist Jens Weinreich stellte eine Hochrechnung an: Rund 51 Millionen US-Dollar verdienen die Direktoren des IOK in einem Olympia-Zyklus, also in vier Jahren. «Das geht in Grössenordnungen, bei denen man als Olympiasportler Fragen stellen könnte», findet Weinreich.
400’000 US-Dollar pro Jahr erhält zum Beispiel Kaveh Mehrabi, der Direktor des Athleten- Departements. Auf so einen Lohn kommen nur wenige Olympiasieger. Und dabei ist Mehrabi jener der 21 Direktoren, der am wenigsten Lohn erhält.
Üblich im Gremium sind eine halbe Million US-Dollar pro Jahr. So viel erhält beispielsweise auch Pâquerette Girard-Zappelli. Sie erhält diesen Lohn als Sekretärin der Ethikkommission des IOK. Die Arbeit dieser Kommission wird immer wieder kritisiert, weil sie zu wenig gegen Korruption unternimmt und das IOK weiterhin vor allem unter Ausschluss der Öffentlichkeit arbeitet.
Bezeichnenderweise verschweigt das IOK auch, dass es sich ein hochbezahltes Direktorium leistet. Seit Jahrzehnten hält es den Mythos der Uneigennützigkeit hoch. Unter jeder Medienmitteilung steht: «Das Internationale Olympische Komitee ist eine gemeinnützige, zivile, nichtstaatliche, internationale Organisation, die sich aus Freiwilligen zusammensetzt und sich dem Ziel verschrieben hat, durch Sport eine bessere Welt zu schaffen.»
Wie unverschämt hinter den Kulissen verdient wird, haben erst Formulare der US-Steuerbehörden gezeigt, welche die amerikanische Plattform Pro Publica veröffentlicht hat.
Das Internationale Olympische Komitee ist eine gemeinnützige, zivile, nichtstaatliche, internationale Organisation, die sich aus Freiwilligen zusammensetzt und sich dem Ziel verschrieben hat, durch Sport eine bessere Welt zu schaffen. Es leitet mehr als 90 Prozent seiner Einnahmen an die Sportbewegung im Allgemeinen weiter, was bedeutet, dass jeden Tag umgerechnet 4,2 Mio. USD an die Athleten und Sportorganisationen auf allen Ebenen in der ganzen Welt fliessen.Das steht unter jeder Medienmitteilung, die das IOK verschickt.
Der Kaderathleten-Verein Athleten Deutschland hat schon mehrmals gefordert, dass die 14’000 Sportlerinnen und Sportler, die im Sommer und im Winter an Olympischen Spielen teilnehmen, eine Beteiligung an den Olympia-Milliarden erhalten.
Blut, Schweiss und Träume
Der Sportjournalist Jens Weinreich sagt es noch deutlicher: «Es kann nicht sein, dass diejenigen, die das Geschäftsmodell am Leben erhalten mit ihrem Blut und Schweiss, mit ihren Träumen, ihrer Kraft und ihrem Engagement, dass die immer hinten runterfallen.»
Das «ehrenamtliche» Komitee
Im Gegensatz zu den Direktoren sind die derzeit 107 Mitglieder des IOK ehrenamtlich tätig. Angeblich. Doch auch sie werden gut entlöhnt. Der Präsident Thomas Bach erhielt 2021 immerhin 275’000 US-Dollar als so genannte «Aufwandsentschädigung».
Andere Mitglieder nutzen ihre Stellung auch dazu, Einfluss zu nehmen. So hat das Komitee den kuwaitischen Scheich Ahmad Al-Fahad Al-Sabah gesperrt, weil er angeblich eine umstrittene Rolle bei der Wahl seines jüngeren Bruders Scheich Talal Fahad Al-Ahmad Al-Sabah zum Präsidenten des Asiatischen Olympischen Komitees (OCA) gespielt haben soll.
Ebenfalls im IOK vertreten sind unter anderem ein jordanischer Prinz, drei Prinzessinnen, ein belgischer Baron, der Grossherzog von Luxemburg und etwa 40 ehemalige Olympia-Teilnehmer, wie der ukrainische Stabhochspringer Sergej Bubka, der französische Biathlet Martin Fourcade und – eines der beiden Schweizer Mitglieder – der ehemalige Olympia-Ruderer Denis Oswald.
Das zweite Mitglied aus der Schweiz ist Gianni Infantino. Auf die Spesenentschädigungen ist der Präsident des Internationalen Fussballverbands Fifa kaum angewiesen. Sein Cheflohn bei der Fifa betrug letztes Jahr 2,7 Millionen Franken Euro.
Die Schweiz will sich bewerben
In der Schweiz fanden trotz mehrerer Anläufe seit 1948 nie mehr olympische Spiele statt. Entweder verschmähte das IOK das Schweizer Angebot, oder dann lehnte die Stimmbevölkerung im Wallis und im Bündnerland das Ansinnen ab. Weil dem IOK derzeit genügend Bewerber für die Winterspiele 2030 fehlen, sieht die Schweiz nun aber eine erneute Chance.
Nächsten Sommer finden die olympischen Sommerspiele in Paris statt.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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