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Das derzeitige GAM-Management sei unzureichend und ineffektiv, heisst es in einer RBR-Präsentation zu einem für Donnerstagnachmittag angekündigten Webcast für institutionelle Investoren und Analysten. Der Asset Manager benötige einen neuen CEO und der Verwaltungsrat müsse gestärkt werden, heisst es hier.
Ein von RBR vorgesehener Kandidat habe "substantielle und messbare" Erfolge im Verkauf und in der Geschäftsentwicklung sowie Restrukturierung vorzuweisen. Man habe bereits eine Person identifiziert, die fähig wäre und "bereit, den Job zu machen", so Tim Schläpfer, Investment Analyst bei RBR, zu AWP. Ein Zeitpunkt für die Bekanntgabe des Namens sei allerdings noch nicht festgelegt.
111 MIO CHF ZWINGEND
Mit Blick auf das operative Geschäft verlangt RBR, die "aufgeblähten" Support-Funktionen zu straffen. 51,8 Mio CHF sollen in diesem Bereich mit einem Personalabbau von 353 ("headcount") eingespart werden. Weitere 59,5 Mio CHF sollen bei allgemeinen und Verwaltungskosten eingespart werden (Miete, IT, Kommunikation und weiteres). Optional sollen die dann nach dem Willen von RBR die verbleibenden Support-Funktionen an einen Tiefkosten-Standort verlagert werden, aus dem weitere 14,6 Mio Netto-Einsparungen erzielt werden könnten.
Allerdings wird kein Zeitplan für die Ideen ausgewiesen. GAM selbst will die Fixkosten bis 2019 um bis zu 30 Mio (im Vergleich zu 2016) senken - davon 10 Mio CHF 2017. Im vergangenen Jahr konnten 16 Mio CHF eingespart werden.
Weiter bekräftigt die Aktionärsgruppe die bereits Ende Februar kommunizierte Vorschlägen mit Blick auf den Verwaltungsrat: die Wahl von Kasia Robinski, William Raynar und Rudolf Bohli als Mitglieder des Verwaltungsrates, wobei Robinski VR-Präsidentin werden soll.
Die von GAM vorgeschlagene Wiederwahl der bestehenden Mitglieder Hugh Scott-Barrett, Nancy Mistretta und Benjamin Meuli sowie die neue Ernennung von David Jacob würde RBR gutheissen. Der Wiederwahl von Diego du Monceau und Ezra Field widerspreche man indes. Scott-Barrett wurde vom Verwaltungsrat als Nachfolger von Präsident Johannes de Gier nominiert, der anlässlich der kommenden GV in den Ruhestand geht.
GESPRÄCHE MIT MANAGEMENT OHNE ERGEBNIS
Mehrere Monate privaten Engagements und Diskussionen mit dem Management und dem Verwaltungsrat von GAM hätten leider keinen bedeutenden Fortschritt erzielt, hiess es bereits am Vorabend von RBR. Man sei aber der Ansicht, dass einschneidende Massnahmen dringend nötig seien, um den Abwärtstrend aufzuhalten und GAM wieder zu Wachstum zu verhelfen.
Die Pläne seien unabhängig geprüft worden und würden eine Verdopplung des Umsatzes versprechen, geht aus der Präsentation weiter hervor. RBR habe ein fähiges Team aufgestellt, um die operative Effizienz zu verbessern, die Marke zu stärken, Wachstum zu fördern und auf das sich schnell verändernde Marktumfeld zu reagieren, dem sich GAM gegenübersehe.
Bei RBR Capital Advisors handelt es sich um einen Hedgefond, der von Rudolf Bohli gegründet wurde und geleitet wird. Für Schlagzeilen hatte RBR im vergangenen Jahr durch einen Machtkampf mit dem damaligen Verwaltungsrat des Airline-Caterers Gategroup gesorgt. Im Jahresverlauf war Gategroup dann von der chinesischen HNA-Gruppe übernommen worden. Zuletzt meldete Bohli eine Beteiligung von 3,3% an GAM.
Der Asset Manager selbst will die bis dato gemachten Aussagen von RBR zunächst nicht kommentieren.
Von Analystenseite heisst es dazu, die von der Aktionärsgruppe angedachten Kosteneinsparungen würden auf dem ersten Blick unrealistisch erscheinen, ohne das Unternehmen signifikant zu beeinträchtigen. Am Markt verspricht man sich nun weitere Details am RBR-Webcast am Nachmittag. GAM legen gegen 11.10 Uhr 3,3% auf 12,40 CHF zu.
ys/cf/ra
(AWP)