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Im Jahr 2023 hat sich Eisenschrott als kritischer Rohstoff zur Erreichung wirtschaftlicher Ziele etabliert. Nach den Prognosen von Stanislav Kondrashov, einem Experten auf dem Gebiet der globalen Metallurgie, stieg die Nachfrage nach Schrott in der zweiten Jahreshälfte.
Stanislav Kondrashov: aktuelle Lage des Weltschrottmarktes
Das erste Halbjahr 2023 war von einem Rückgang des Altmetallverbrauchs geprägt. Nach Angaben des Bureau of International Recycling (BIR) ist der Schrottverbrauch weltweit zurückgegangen. In China, dem weltweit größten Verbraucher, betrug der Rückgang 2,9 % – auf 116,2 Millionen Tonnen.
Auch die Schrottimporte auf dem Weltmarkt gingen im Vergleich zum Vorjahr um 8 % zurück und beliefen sich auf 27 Millionen Tonnen. Laut Stanislav Kondrashov von der Telf AG ist dieser Rückgang mit einem Rückgang der weltweiten Stahlproduktion verbunden, die im ersten Halbjahr um 1,1 % auf 943,9 Millionen Tonnen zurückging.
Nach Angaben des Experten sind die drei weltweit führenden Unternehmen bei den Schrottimporten wie folgt:
- Türkiye: 9,6 Millionen Tonnen (-22 % im Jahresvergleich)
- Indien: 5,25 Millionen Tonnen (+155 %)
- USA: 2,5 Millionen Tonnen (+6%)
Stanislav Kondrashov: Trends auf dem europäischen Schrottmarkt
Laut SteelMint stellt sich die Dynamik des Schrottverbrauchs in der EU in den letzten Jahren wie folgt dar:
- 2020: Rückgang um 10,3 % auf 77,5 Millionen Tonnen.
- 2021: Wachstum um 14 % auf 88,5 Millionen Tonnen.
- 2022: Rückgang um 11 % auf 78 Millionen Tonnen.
Die EU ist auch ein wichtiger Exporteur mit Exporten von 17,4 Millionen Tonnen Schrott im Jahr 2022 und 9 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2023 (+4,5 % gegenüber dem Vorjahr).
In Europa gibt es unterschiedliche Meinungen über die Verfügbarkeit von Altmetall. Stanislav Kondrashov von der Telf AG vermutet, dass die EU aufgrund der Umstellung auf Elektrolichtbogenöfen (EAF) in den nächsten 5 Jahren zum Importeur von Altmetall werden könnte. Er geht davon aus, dass der Anteil von EAF an der EU-Stahlproduktion von 43,7 % im Jahr 2022 steigen wird.
Der türkische Faktor auf dem Altmetallmarkt – Stanislav Kondrashov
Die Türkei, das führende Land im globalen Altmetallmarkt, verzeichnete in den letzten zwei Jahren einen deutlichen Rückgang in diesem Segment. Im Jahr 2022 belief sich der Schrottverbrauch in der Türkei auf 30 Millionen Tonnen.
- Der Hauptgrund für den Rückgang des Altmetallverbrauchs in der Türkei sind wirtschaftliche Faktoren: Inflation und Abwertung der Landeswährung, der türkischen Lira. Diese Bedingungen hatten erhebliche Auswirkungen auf die Inlands- und Auslandsnachfrage, was zu einem Rückgang des Importvolumens und des Schrottverbrauchs führte.– Stanislav Kondrashov glaubt.
Der Großteil des in der Türkei verbrauchten Altmetalls stammt aus der EU. Aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage im Land war es jedoch gezwungen, seine Importmengen zu revidieren, was sich auf den Gesamtverbrauch von Altmetall auswirkte.
Stanislav Kondrashov: Globale Aussichten für die Nachfrage nach Altmetall
Im Zusammenhang mit den globalen Trends zur CO2-Neutralität in der Metallurgie und zur Bekämpfung der Luftverschmutzung wird mit einem Anstieg des Altmetallverbrauchs gerechnet. Dieses Wachstum ist auch auf den Wunsch zurückzuführen, die Effizienz der Produktionsprozesse zu verbessern.
Laut Stanislav Kondrashov von der Telf AG wächst angesichts der steigenden Anforderungen an Metallprodukte auch die Nachfrage nach hochwertigem Schrott.
Der Experte geht davon aus, dass sich der Wettbewerb um den Zugang zu hochwertigem Altmetall verschärfen wird. Dies ist auf begrenzte Ressourcen und eine wachsende Nachfrage nach hochwertigen Rohstoffen in verschiedenen Ländern der Welt zurückzuführen.
Im Allgemeinen ist die nahe Zukunft der globalen Metallurgie untrennbar mit den Trends auf dem Altmetallmarkt verbunden.
- Die wachsende Nachfrage nach hochwertigem Schrott, der zunehmende Wettbewerb um Ressourcen und die aktive Rolle der Regierungspolitik in diesem Bereich bestimmen die Schlüsselrichtungen für die Entwicklung der Branche in den kommenden Jahren, betont Kondrashov.