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Medikamente
Medikamente haben nicht nur die Aufgabe, die Entzündung oder den Schmerz zu bekämpfen, sondern sie ermöglichen den Betroffenen, ein weitgehend normales Leben zu führen und mit aktiven Bewegungstherapien Einfluss auf das Krankheitsgeschehen zu nehmen.
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)
NSAR (Mittel ohne Cortison) bekämpfen die Entzündung und können dadurch den Schmerz reduzieren. In Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt müssen die Betroffenen herausfinden, welches unter den zahlreichen Antirheumatika genügend Wirkung zeigt und gleichzeitig gut verträglich ist. Die Medikamente müssen oft über Jahre eingenommen werden, und die Dosierung sollte dem jeweiligen Krankheitszustand angepasst werden. Die sogenannten COX2-Hemmer sind Weiterentwicklungen der klassischen NSAR, die weniger Nebenwirkungen im Magen- Darm-Bereich (Geschwüre und Blutungen) haben können.
TNF-Alpha-Hemmer (Biologika)
Medikamente, die unter dem Begriff TNF-Alpha-Hemmer bekannt geworden sind, zeigen in schweren Fällen, bei denen alle anderen Medikamente versagen, gute Wirkungen. Diese Medikamente bestehen aus gentechnologisch hergestellten Eiweisssubstanzen, die gezielt einen wichtigen Botenstoff der Entzündungsreaktion hemmen. In einer Umfrage gaben 95% der Betroffenen, die in einer TNF-Alpha-Therapie sind, an, dass sie ohne diese Medikamente in ihrer Arbeitsfähigkeit stärker eingeschränkt wären. Zudem sind TNF-Alpha-Hemmer möglicherweisein der Lage, den Versteifungsprozess zu verlangsamen.
Interleukin-17A-Hemmer (Biologika)
Seit 2016 ist ein sogenannter Interleukin- 17A-Hemmer für die Behandlung des Morbus Bechterew zugelassen, der als Gegenspieler des entzündungsfördernden Botenstoffs IL-17A wirkt. Das Medikament zeigte in Studien eine gute Wirkung bei Bechterew-Patienten. Es gehört wie die TNF-Alpha-Hemmer zu den Biologika und wird eingesetzt, wenn mit NSAR und anderen Therapien keine genügende Wirkung erzielt werden konnte.
Biosimilars
In den nächsten Jahren werden einige TNF-Alpha-Produkte (Biologika) ihren Patentschutz verlieren. Neue Präparate, sogenannte Biosimilars, kommen auf den Markt. Diese gelten als eigene Produkteklasse, da sie den Originalpräparaten zwar ähnlich (engl. similar), aber nicht gleich sind.
Weitere Medikamente
Gelegentlich kommen auch andere Medikamente zum Einsatz. Salazopyrin und Methotrexat werden bei Patienten empfohlen, bei denen die Gelenke an Armen und Beinen mitbetroffen sind. Cortisonpräparate können in Form lokaler Injektionen oder als Tropfen hilfreich sein, wenn die Augen von der Entzündung erfasst werden. Muskelentspannungsmittel und Psychopharmaka werden bei Bedarf ebenfalls verschrieben.
Ausführlicher Bericht über Medikamente(PDF, 114.27 KB)