Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03103.jsonl.gz/115

Mittwoch, 06.11.2019 / 15:20
Software-Fehler verursachte tödlichen Uber-Unfall
Software-Fehler in einem selbstfahrenden Uber-Testfahrzeug haben zum tödlichen Unfall mit einer Frau in Arizona im März 2018 geführt. Zu diesem Schluss kam die US-Behörde für Transportsicherheit (NTSB). Der Unfall in Phönix
war der erste bekannt gewordene tödliche Zusammenstoss zwischen einem autonomen Fahrzeug und Fussgängern.
Das Fahrzeug habe Elaine Herzberg nicht als Fussgängerin identifiziert, als sie ein Fahrrad schiebend eine Strasse überquerte. Die Polizei ihrerseits gab bekannt, dass der Unfall "völlig vermeidbar" gewesen wäre und dass der Backup-Fahrer, der noch hätte eingreifen können, zum Zeitpunkt des Zusammenstosses TV geschaut habe.
Laut des Berichts erkannte der Radar des Autos Herzberg etwa 5,6 Sekunden, bevor sie getroffen wurde. Als das Uber-Fahrzeug näher kam, kategorisierte es Herzberg aber unterschiedlich als Fahrzeug, Fahrrad oder etwas anderes, das ihm nicht oder nur teilweise im Weg war. Erst 1,2 Sekunden vor dem
Aufprall identifizierte es die Frau als Hindernis mitten im Fahrweg – viel zu spät, um den Kurs zu ändern oder zu bremsen. Entscheidend sei, dass die Software den Weg von Herzberg nicht richtig vorhersagen konnte, heisst es im Bericht.
Weiterhin erklärte die NTSB, zwischen September 2016 und März 2018 habe es 37 Unfälle von Uber-Fahrzeugen im autonomen Modus gegeben – darunter 33 Fälle, bei denen ein weiteres Auto involviert gewesen sei. Nach dem tödlichen Zusammenstoss in Phönix setzte Uber vorerst alle Testfahrten mit autonomen Fahrzeugen aus und kündigte eine Überarbeitung der Software sowie neue Schutzmassnahmen an.
Die NTSB teilte mit, dass Uber mit den Sensordaten vom Arizona-Unfall einen Test mit der überarbeiteten Software durchgeführt habe. Laut Uber wäre die neue Software in der Lage gewesen, die Fussgängerin 88 Meter oder 4.5 Sekunden vor einem möglichen Zusammenstoss zu erkennen. Das System des Autos hätte 4 Sekunden vor dem Aufprall zu bremsen begonnen.
Uber bedauere den tödlichen Unfall, gab eine Unternehmenssprecherin umgehend bekannt und stellte fest, dass Uber "wesentliche Programmverbesserungen vorgenommen hat, um die Sicherheit weiter zu priorisieren". Man schätze zudem die Gründlichkeit der Untersuchung durch die NTSB sehr, hiess es von Uber.
Die NTSB kann die Ergebnisse der Untersuchung nutzen, um Empfehlungen abzugeben, wie die gesamte Branche Softwareprobleme und -tests bei selbstfahrenden Autos angehen muss, oder Empfehlungen an die Regulierungsbehörden, wie sie die Branche überwachen sollten. (paz/mit Material von Keystone-sda)