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Di, 5. Januar 2021, Ralf Hersel
In einer wissenschaftlichen Arbeit sind Forscher des MIT (Massachusetts Institute of Technology) der Frage nachgegangen, welche Hirnregionen beim Lesen von Programmcode in Anspruch genommen werden. Dabei sollte geklärt werden, ob eher das Sprachverständnis wichtig ist oder die Bereiche im Gehirn für das logisch/mathematische Verständnis verwendet werden.
Um diese Frage zu klären, untersuchten die MIT-Forscher mittels MRT (Magnetresonanztomografie), welche Hirnregionen aktiviert wurden, beziehungsweise, ob sich die Hirnaktivitätsmuster beim Lesen von Computercode mit sprachbezogenen Hirnaktivitäten überschneiden oder ob andere Regionen aktiviert werden. Im Rahmen der Forschungsarbeit mussten Probanden ein Ausschnitt der textbasierten Programmiersprache Python und eine Kombination von Blöcken in der grafischen Programmiersprache ScratchJr, die sich an Kinder richtet, lesen. Unter den Codeschnipseln stand die Information jeweils noch in einem normalen Satz.
Trotz der Ähnlichkeit zum normalen Sprachverständnis habe die Untersuchung gezeigt, dass bei Lesen von Computercode nicht diejenigen Regionen des Gehirns aktiviert werden, die an der Sprachverarbeitung beteiligt sind. Stattdessen werde ein verteiltes Netzwerk, das "Multiple Demand Network" (MD), aktiviert, das auch bei komplexen kognitiven Aufgaben wie dem Lösen von Matheproblemen oder Kreuzworträtseln rekrutiert wird.
"Das Verstehen von Computercode scheint eine eigene Sache zu sein. Es ist nicht das Gleiche wie Sprache, und es ist nicht das Gleiche wie Mathe und Logik", so das Fazit von Anna Ivanova, Hauptautorin der Studie.
Gleichzeitig hätten die Forschenden keine Regionen des Gehirns identifizieren können, die sich ausschliesslich dem Programmieren widmen. Sie weisen jedoch darauf hin, dass sich in den Gehirnen erfahrener Programmierer spezialisierte Gehirnaktivitäten entwickeln könnten.