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Im Gipfelgebäude des Säntis befindet sich die Mineralienausstellung
"Gwönderfitzig - Faszination Mineralien". In zahlreichen Vitrinen sind
Mineralien aus dem Alpstein und aus der übrigen Schweiz wie auch aus
allen Erdteilen zu bestaunen. Je eine Vitrine sind den Mineralien Quarz
und Fluorit sowie einer Sammlung von geschliffenen Achatscheiben
gewidmet. Die Ausstellung wird ergänzt durch eine spannende
Tonbildschau, einen Biwakplatz und eine nachgebildete Kluft, die einen
Strahler bei seiner Arbeit zeigt. Die Ausstellung ist - bei freiem
Eintritt - täglich während der Betriebszeiten der
Säntis-Schwebebahn
geöffnet. Die Mineralien stammen aus der Mineraliensammlung
der Bertold-Suhner-Stiftung sowie aus der Privatsammlung von Peter Kürsteiner.
Auf Erstere soll im Folgenden eingegangen werden.
Der Herisauer Ingenieur ETH und Unternehmer Bertold Suhner (1910-1988,
Gründer und Besitzer der Elektronik-Firma Metrohm) war vielseitig begabt
und zeitlebens breit interessiert. Er begann im höheren Alter, sich
aktiv mit Mineralien zu beschäftigen und zu forschen. An der Universität
Basel erhielt er im Jahre 1984, im Alter von 74 Jahren, für seine unter
der Leitung von Dr. Stefan Graeser erarbeitete Dissertation "Zur
Anwendung der Infrarot-Spektroskopie in der Mineralogie" den
Doktortitel. Mittels Infrarot-Spektroskopie hat er das
Durchlassungsvermögen von Materie für elektromagnetische Strahlen bei
verschiedenen Wellenlängen untersucht, was bei der Mineralbestimmung
nützlich sein kann. Um für seine Arbeiten auf Untersuchungsmaterial
zurückgreifen zu können, erwarb Bertold Suhner im Jahre 1983 die sehr
umfangreiche Mineraliensammlung des St. Galler Kaufmanns Edmund Alther.
Dieser hat während Jahrzehnten leidenschaftlich Mineralien gesammelt und
dabei eine riesige Sammlung - wohl eine der reichhaltigsten der Schweiz
- zusammengetragen.
Der in Griechenland geborene Edmund Alther (1927-1998) kam zur Zeit des
2. Weltkrieges nach St.Gallen, wo er zusammen mit seinem Bruder im
Waisenhaus Aufnahme fand. Nach der Grundschule absolvierte er eine
Handelslehre und betätigte sich später im kaufmännischen Bereich.
Schon früh interessierte sich Edmund Alther für Mineralien, Edelsteine,
Versteinerungen sowie für Kunstwerke. Durch Studium der Fachliteratur
und dank Kontakten zu namhaften Wissenschaftlern eignete er sich im
Gebiete der Mineralogie grosses Fachwissen an. Seine Passion führte zu
ausgedehnten Reisen in mineralogisch attraktive Länder wie Brasilien,
Burma, Russland, Sri Lanka, Südafrika, in die USA sowie ins damalige
Jugoslawien. Spürsinn und hervorragende Kenntnisse ermöglichten ihm den
Zugang zu exquisiten Stufen. Besuche in Minen und teilweise
abenteuerliche Reisen zu abgelegenen Fundorten erlaubten ihm,
Sammlungslücken zu füllen. Von seinem Heimatland Griechenland stammt
eine grosse Anzahl Mineralien: Funde von Kassandra und von Laurion sind
in seiner Sammlung besonders zahlreich vertreten. Die Sammlung Alther
erinnert an eine Persönlichkeit, die getragen war von Zielbewusstsein,
Ehrfurcht vor dem Leben und von Passion für die Wunder der Natur.
Bertold Suhner brachte die Mineraliensammlung gleich nach dem Kauf in
die von ihm gegründete Bertold-Suhner-Stiftung ein. Später erwarb er,
ebenfalls von Edmund Alther, eine Sammlung von Achaten. Im Jahre 1987
fügte er der Sammlung noch eine Kollektion von Mineralien der bekannten
Fundstelle Lengenbach im Binntal bei. Auch in späteren Jahren wurden
verschiedene Mineralstufen zugekauft. Ebenso konnte die Stiftung mehrere
Nachlässe von Mineralien übernehmen. Die Sammlung wird von einer eigens
gebildeten Fachkommission betreut, welche heute von Dr. Peter
Kürsteiner, Uzwil, präsidiert wird. Für den Ankauf neuer Mineralien
steht der Fachkommission jedes Jahr ein festgelegter Betrag zu. Die
Fachkommission betreut zudem die Mineraliensammlung der Appenzellischen
Gemeinnützigen Gesellschaft. Letztere konnte im Jahre 1999, durch einen
Sponsor finanziert, die qualitativ sehr hochstehenden Mineralien aus dem
Nachlass von Edmund Alther übernehmen.
Die Mineraliensammlung der Bertold-Suhner-Stiftung umfasst gegenwärtig
rund 5000 Mineralstufen, welche von Fundstellen aus der ganzen Welt
stammen. Besonders reich vertreten sind Mineralien der Fundorte
Kassandra und Laurion (beide Griechenland) sowie Trepca (Kosovo).
Zahlreich sind auch die Mineralien aus der Schweiz. Verschiedene Stufen
stammen aus dem Alpstein sowie aus der näheren Umgebung. Hervorzuheben
ist zudem die Sammlung der Quarz-Familie mit all ihren Varietäten. In
Zukunft soll besonders die Sammlung der Schweizer Mineralien durch
gezielte Zukäufe ergänzt werden.
Sämtliche Mineralien sind in einer Datenbank erfasst. Die Hauptsammlung
wird in einem grossen Raum in Trogen gelagert; von dort aus werden die
einzelnen Ausstellungen bestückt. Die Sammlung ist grösstenteils in
Schubladen systematisch, entsprechend der jeweiligen Mineralklasse,
geordnet. Die Mineralien der Schweiz sowie diejenigen von Laurion sind
speziell ausgeschieden. Ebenso werden das Mineral Quarz mit seinen
vielen Varietäten, die Sammlung versteinerter Hölzer, die
Lengenbach-Mineralien, die Edelsteine sowie die einzelnen Nachlässe
separat gelagert. In insgesamt 13 Vitrinen finden die grösseren
Mineralstufen Platz. Die radioaktiven Mineralien werden im Lagerraum des
Naturmuseums St.Gallen aufbewahrt.
Teile der Mineraliensammlung konnten bisher in verschiedenen
Ausstellungen gezeigt werden. Viele der schönsten Exponate sind bis auf
Weiteres in der oben erwähnten Ausstellung auf dem Säntisgipfel
ausgestellt und werden von einer grossen Zahl Besucher bestaunt. Hier
erhält der Besucher einen guten Einblick in die Sammlung. Mit dieser
Präsentation kann dem Wunsch des Stifters Bertold Suhner, der
Öffentlichkeit die Faszination der Mineralien näher zu bringen,
entsprochen werden.
Weitere Mineralstufen sind im Gymnasium Appenzell sowie in der
Kantonsschule Trogen, wo zusätzlich Fossilien ausgestellt sind, zu
bestaunen. Ziel dieser beiden permanenten Ausstellungen ist es, die
Mineralien wie auch das Fachgebiet Mineralogie (und in Trogen zusätzlich
die Fossilien respektive die Paläontologie) den Heranwachsenden näher zu
bringen. Zudem können damit - ganz im Sinne von Bertold Suhner - Teile
der Sammlung im Schulunterricht verwendet werden.
Die Ausstellung kam zustande auf Initiative von Dr. Peter Kürsteiner.
Vielen ist Peter Kürsteiner ein Begriff von seinen Büchern
("Mineralien im Alpstein"
und "Die Kristallhöhle Kobelwald"),
seinen Vorträgen und seiner Präsenz als Aussteller an mehreren Mineralienbörsen. Ebenfalls engagiert er sich massgeblich in der
Kristallhöhle Kobelwald.
Es gibt wohl keinen besseren Kenner der Mineralien des Alpsteins; seine guten Stufen aus der näheren Umgebung des
Ausstellungsortes bilden in der Ausstellung eine wertvolle Ergänzung.
Weitere Informationen können Peter Kürsteiner's Website geo-alpstein
entnommen werden.
Die folgenden Bilder wurden in der Ausstellung aufgenommen.
Legende:
B=Breite, BB=Bildbreite, BH=Bildhöhe, H=Höhe, L=Länge, LK=Kristallänge.
Man beachte, dass die Grössenangaben Schätzwerte sind.
Die Darstellung kann gewechselt werden: Liste oder Leuchtbilder
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