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Nur wenig später begann Riggenbach mit dem Bau eines weiteren repräsentativen Privathauses ganz in der Nähe, am Münsterplatz 12. Handelsmann Eduard Leonhard Burckhardt-Schrickel liess sich den baufällig gewordenen rechten, ehemals als Magazin der Domherrenkurie genutzten Flügel des Domhofs erneuern. Auf einer die Schräge des Münsterbergs ausgleichenden Kalksteinbasis erhebt sich der auf drei Seiten frei stehende, mit einem abgewalmten Satteldach abschliessende Baukörper. Das bossierte Erdgeschoss wirkt als Sockel für die durch ein kräftiges Gesims und eine leicht verkröpfte Scheinbalustrade markierten oberen Geschosse. Die Gebäudekanten sind unten durch Diamantquader, darüber durch eingetiefte Pilaster, die denen an der Spitaldurchfahrt ähneln, akzentuiert. Sie rahmen die dazwischenliegenden Wandpartie. Alle Fenster waren ursprünglich die dazwischenliegenden Wandpartien. Alle Fenster waren ursprünglich mit Rundbogen versehen, erst später wurden sie im Sockelgeschoss hochrechteckig umgestaltet. In den Obergeschossen sind sie – ähnlich wie bei der St. Johann Capelle – in rechteckige Rahmungen mit einer leichten Verdachung gefasst und haben Schmuckfelder unter der Brüstung, auch die Bogenspickel sind mit Ornamenten gefüllt.
Zum Münsterberg hin hat das Gebäude drei Achsen; in der zur Hofeinfahrt gerichteten Schauseite sind sie so zusammengerückt, dass sie im 1. Obergeschoss eine Dreierarkade bilden, die ein schmaler, auf Doppelkonsolen ruhender Balkon verbindet. Sein Geländer bildet ein zauberhaftes Schmiedeeisengitter, an dem vier vergoldete Büsten in Strahlenmedaillons angebracht sind.
Das Geschoss darüber erscheint wie ein Renaissancealter, in dessen Mittelnische über dem Wappen der Burckhardt die Statue der Muttergottes im Strahlenkranz eingefügt ist. Die Statue der Muttergottes im Strahlenkranz eingefügt ist. Die Statue samt ihrer architektonisch reich gerahmten Nische stammt von 1577. Sie wurde durch Riggenbach recycelt und in eine von oberitalienischen Eindrücken bestimmte fantasievolle, teilweise mit Gold hinterlegte Blendarchitektur eingebettet. Nach der Neunutzung hat sich im 1. Obergeschoss das Prunkzimmer, das zwei Drittel der Geschossfläche einnimmt, weitgehend erhalten.
Stilistisch bewegte sich Riggenbach mit diesem Bau an vorderster Front der Architekturentwicklung im deutschsprachigen Bereich. Vergleiche mit Bauten der Schinkelschüler August Stüler oder Ludwig Persius sowie anderer Berliner Architekten zeigen, dass das Motiv der arkadenartig zusammengefassten Dreierfenster innerhalb einer sonst fensterlosen Wand zu Beginn der 1840er-Jahre gerade erst einsetzte, die Rahmung mit den eingetieften Pilastern an den Gebäudekanten begann sogar erst gegen 1850 sich auszubereiten. Keine Frage, Riggenbach hat hier eine einmalige Schöpfung hinterlassen.
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Funktion: Domhof
Adresse: Münsterplatz 12
Baujahr: 1841
Architekt: Christoph Riggenbach
Quelle: Architekten des Klassizismus und Historismus, Bauen in Basel 1780-1880, Rose Marie Schulz-Rehberg, 2015, CHF 39.00 > Bestellung unter >> www.merianverlag.ch/de/publikationen
Foto: © Christoph Merian Verlag