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In Uster wird am 17. April 1852 Gottlieb Hürlimann, der nachmalige Gründer der Buchdruckerei Hürlimann, geboren. Nach seiner Schulzeit muss er zunächst in die Fabrik. Als Maschinenschlosser arbeitet er in der «Neumühle» bei Escher Wyss & Cie. in Zürich. Erst später erlernt er in Frankfurt den Beruf eines Buchdruckmaschinenmeisters.
Gottlieb Hürlimann hat 1873 als Drucker ausgelernt und wird in der Offizin von C. Adelmann in Frankfurt gegautscht. Später arbeitet er in Erfurt, Leipzig und St. Gallen. Seine frühere Tätigkeit als Maschinenschlosser kommt ihm zugute. Kleinere Reparaturen und Verbesserungen kann er eigenhändig ausführen.
Am 2. August 1877 verheiratet sich Gottlieb Hürlimann mit Emilie Dolder. Drei Jahre darauf, kehrt Gottlieb Hürlimann nach Zürich zurück und wird von Herrn Lohbauer an der Rämistrasse als Drucker angestellt.
1881 BIS 1896
Am 20. Dezember 1881 erblickt Gottliebs Sohn Robert, die zweite Generation der Hürlimann-Dynastie, das Licht der Welt.
Gottlieb gründet im Jahre 1895 zusammen mit fünf Kollegen des Turnvereins Alte Sektion Zürich das Jodler-Sextett, in dem er mit Begeisterung die Rolle des 2. Tenors übernimmt. Das Sextett ist heute noch aktiv.
1896 wird die Buchdruckerei Hürlimann gegründet. Gottlieb tut sich mit dem Schriftsetzer Julius Fischer zusammen und eröffnet das neue Geschäft zunächst an der Mühlebachstrasse. Dank guten Beziehungen zu verschiedenen Vereinen Zürichs bekommt das junge Unternehmen gute Aufträge und beginnt rasch zu florieren. Zur Hauptsache werden Programme, Vereinsblätter und Geschäftspapiere gedruckt.
Die Buchdruckerei Hürlimann zügelt zwei Jahr später mit einer Johannisberg- Schnellpresse und einem Handtiegel an den heutigen Standort, die Oberdorfstrasse 24. Die belebte Strasse in der Altstadt ist eine bedeutend bessere Geschäftslage.
1899 BIS 1927
1899 verteilt die Buchdruckerei Hürlimann ihr erstes Werbegeschenk in Form eines Bleistifts.
Nach seiner 4-jährigen Lehre tritt Sohn Robert Hürlimann 1906 in Graz (Steiermark) eine Stelle als Maschinenmeister an. Später arbeitet er auch in Druckereibetrieben in Frankreich.
1924 erhält die Buchdruckerei Hürlimann einen bedeutenden Auftrag, der ihr jahrzehntelang erhalten bleibt. Sie druckt die Abonnemente der VBZ, die damals noch Städtische Strassenbahn hiess. Weil viele Arbeitsgänge von Hand ausgeführt werden müssen, wächst der Personalbestand des Unternehmens auf 15 Personen an. Der zunehmende Wohlstand veranlasst wohl Gottlieb Hürlimann, sich ein Auto anzuschaffen, was zu jener Zeit noch einer mittleren Sensation gleichkommt. Trotz Motorisierung bleibt er aber auch dem Reitsport treu.
1925 verheiratet sich Sohn Robert mit Anna Witzig. Neben Buchdruckerei und Familie nimmt der Turnverein Alte Sektion Zürich auch in seinem Leben einen wichtigen Platz ein. Nur ein Jahr nach der Heirat wird das erste Kind von Robert Hürlimann geboren. Zur grossen Enttäuschung von Grossvater Gottlieb ist es ein Mädchen, das auf den Namen Gritli getauft wird.
1927 stirbt Gottlieb Hürlimann. Sein Sohn Robert übernimmt die Firma.
1930 BIS 1952
1930 kommt der Stammhalter, die dritte Generation der Hürlimann-Dynastie, zur Welt. Der Sohn wird selbstverständlich Robert getauft, um Verwechslungen zu umgehen aber Sämi gerufen.
1941 bekommt Vater Robert nach bestandener Prüfung vom Schweizerischen Verband für Leibesübungen das Schweizerische Sportabzeichen, das ihm sehr viel bedeutet. Er war auch während Jahrzehnten ein aktives Mitglied des Zürcher Yachtclubs.
1945 wird in der Druckerei Hürlimann eine Neonbeleuchtung installiert. Diese Lampen gelten kurz nach dem Krieg als revolutionäre Neuheit und als Symbol der Fortschrittlichkeit.
1946 wird eine amerikanische Schnelldruckmaschine «Miehle 29» mit zwei Auftragswalzen angeschafft. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist diese die einzige auf dem Markt erhältliche Druckmaschine.
1950 wird die Produktion der Tram-Abonnements durch den Einsatz einer neuen, in Paris gebauten Chambon-Rotationsmaschine rationalisiert. Bei jeder Änderung der Billettanzahl müssen die Zahnkränze ausgewechselt werden. Robert junior (Sämi) wird jeweils nach Paris geschickt, um die neuen Teile persönlich abzuholen. Nach 7-jähriger Tätigkeit als Sekretärin verlässt Roberts Tochter Gritli die Buchdruckerei und heiratet im Jahr 1952.
1953 BIS 1980
1953, nach 4-jähriger Lehrzeit bei der Gebrüder Fretz AG in Zürich wandert Robert junior in die USA aus. Er arbeitet in Chicago als Drucker und betätigt sich nebenbei auch als Barpianist.
1957 kehrt der «Auswanderer» wieder nach Zürich zurück und übernimmt als dritte Hürlimann-Generation die Buchdruckerei von seinem Vater, der in den Ruhestand tritt und sich mit viel Freude dem Motorbootsport widmet. Er besteht mit 80 Jahren die Motorbootprüfung. Die stadtbekannte Buchdruckerei an der Oberdorfstrasse orientiert sich an den neusten Entwicklungen und wird stets modernisiert, ohne aber die Traditionen zu vergessen. Bis auf den heutigen Tag werden die jungen Buchdrucker und heutigen Drucktechnologen nach den alten Regeln «gegautscht».
Nachdem während drei Jahren mit einer alten Occasion geübt wurde, wird im Jahr 1968 eine neue Bleisatzmaschine angeschafft. Gleichzeitig wird auf einer ebenfalls neuen «Solna» bei Hürlimanns zum ersten Mal im Offset gedruckt.
1972 wird die Fürsorgestiftung der Buchdruckerei Hürlimann gegründet.
1973 stirbt Vater Robert Hürlimann, acht Tage nach der Geburt seines Enkels und heutigen Inhabers, der traditionsgemäss ebenfalls den Namen Robert bekommt.
1980 hat der Bleisatz ausgedient und wird durch den Fotosatz ersetzt.
1990 BIS HEUTE
1990 wird im Betrieb die erste 2-Farben-Offset-Maschine installiert. Robert (4. Generation) beginnt 1993 nach 4-jähriger Lehrzeit als Typograf die 3-jährige Ingenieurausbildung an der esig+ in Lausanne.
Im Jahr 1995 wird in der Buchdruckerei Hürlimann eine 4-Farben-Offset-Maschine in Betrieb genommen. 100 Jahre nach der Gründung wird in bester Verfassung Geburtstag gefeiert. Nach seinem Ingenieurabschluss zieht es Robert 1997 wie einst seinen Vater nach Amerika. In San Francisco leitet er während 5 Jahren die Druckereiabteilung eines mittelgrossen Betriebes und lernt dort auch seine Frau kennen. Das Abenteuer Weltumseglung, welches Robert mit seiner Frau Heipua unternimmt, führt ihn, nach 9 Monaten auf den Weltenmeeren, zurück in die Schweiz. Im Herbst 2003 tritt er als 4. Generation in die Firma ein. Ein Jahr darauf, am 1. Oktober 2004, übernimmt Robert P. Hürlimann die Firma von seinem Vater. Im Sommer 2005 wird eine Computer-to-Plate-Anlage installiert. Damit ist das Kapitel «Film» auch bei der Druckerei Hürlimann Geschichte.
Im Frühjahr 2009 wird mit einer Xerox 700 die erste Digitaldruckmaschine der Firma in Betrieb genommen. Im Herbst des selben Jahres wird die Druckerei Hürlimann FSC-Zertifiziert und darf somit das bekannte «Bäumchen» auf entsprechenden Druckprodukten ausweisen. Ein Jahr später ersetzt eine brandneue 4-Farben-Offsetdruckmaschine Speedmaster 52 von Heidelberg die in die Jahre gekommene GTO. Mit einem Fest für alle Kunden wird die Maschine eingeweiht. Eine weitere Kleinfalzmaschine der Firma GUK ergänzt seit 2013 die Pharmapackzettel-Herstellung unserer Druckerei. Im gleichen Jahr wird auch die Xerox 700 von einer J75 Xerox abgelöst und die industrielle Weiterverarbeitung zieht ins Erdgeschoss um und um den Bereich Weiterverarbeitung noch zu stärken nimmt im Frühjahr 2014 eine hochmoderne Duplo Heftmaschine in Betrieb, welche nun auch die Herstellung von kleinformatigen Broschüren erlaubt.
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