Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/167974

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird ersucht, zu prüfen und aufzuzeigen, mit welchen Anreizen und Massnahmen:</p><p>1. eine Attraktivitätssteigerung der Diplomausbildung in der Pflege erreicht werden kann, um die dem Bedarf entsprechende Zahl an Ausbildungsabschlüssen zu erreichen</p><p>2. die Bereitschaft im Beruf zu verbleiben unterstützt werden könnte und sollte.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Dem Bundesrat ist bewusst, dass aufgrund der zunehmenden Alterung der Bevölkerung die Zahl der mehrfach und chronisch erkrankten Patienten und Patientinnen und dadurch auch die Nachfrage nach diplomierten Pflegefachkräften steigt. Damit dieser Bedarf gedeckt werden kann, müssen das Ausbildungs- und Rekrutierungspotenzial (inkl. Quer- und Wiedereinstieg) besser ausgeschöpft und die Berufsverweildauer erhöht werden.</p><p>Der Bund hat bereits verschiedenste Massnahmen zur Verbesserung der Personalsituation im Gesundheitsbereich ergriffen. Mit dem Masterplan Bildung Pflegeberufe wurden zwischen 2010-2015 die Ausbildungsabschlüsse in der Pflege erhöht. Heute bestehen in fast allen Kantonen Ausbildungsverpflichtungen. Die Strategie "Gesundheit2020" hat unter anderem zum Ziel, mehr und gut qualifiziertes Gesundheitspersonal auszubilden. Mit dem künftigen Gesundheitsberufegesetz wird zudem die Qualität in den Gesundheitsberufen mit Fachhochschulabschluss gestärkt. Die zweite Auflage des Versorgungsberichtes - erarbeitet durch die Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren GDK und die Organisation der Arbeitswelt OdASanté - wird Zahlen zum Personalbestand, zum Ausbildungsbedarf und zu den Ausbildungsabschlüssen in den nicht-universitären Gesundheitsberufen enthalten und mögliche Massnahmen aufzeigen. Die GDK wird den Bericht im September 2016 veröffentlichen.</p><p>Ganz im Sinne des Postulates erarbeiten das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) unter Einbezug der Kantone und der Organisationen der Arbeitswelt einen Massnahmenplan zur Verbesserung der Fachkräftesituation in der Pflege. Mit diesem sollen die Attraktivität der Pflegeberufe, die Berufsverweildauer sowie der Quer- und Wiedereinstieg in einen Pflegeberuf gefördert werden. Der Massnahmenplan wird dem Bundesrat noch dieses Jahr unterbreitet.</p><p>Eine weitere Verbesserung erwartet der Bundesrat vom Förderprogramm "Interprofessionalität im Gesundheitswesen 2017-2021", das er Anfang 2016 vor dem Hintergrund der Umsetzung von Artikel 121a Bundesverfassung im Rahmen der Fachkräfteinitiative lanciert hat. Gelungene interprofessionelle Zusammenarbeit erhöht die Effizienz der Gesundheitsversorgung, verbessert die Arbeitszufriedenheit und verlängert die Berufsverweildauer.</p><p>Mit den bereits ergriffenen sowie den geplanten Massnahmen wird aus Sicht des Bundesrates den Anliegen des Postulates Rechnung getragen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.