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Auf Anfrage der «Handels-zeitung» bestätigt Christian Schulthess, Gründer und Inhaber von Skyship Cruise bzw. Skycruise Switzerland, dass sich seine beiden Firmen seit Kurzem in Liquidation befinden. Mehr könne und wolle er nicht sagen, weil ihn im Moment viel bewege. Von zwischenzeitlich zwei Schweizer Luftschiffen ist ihm eines geblieben, das derzeit in Deutschland «gegroundet» ist - es dürfte versteigert werden.
Fakt ist, dass der Konkursrichter des Bezirksgerichts Pfäffikon ZH mit Verfügung vom 31. März 2009 über Skyship Cruise und Skycruise Switzerland in Lindau ZH mit sofortiger Wirkung den Konkurs eröffnet hat; demnach gelten beide Unternehmen als aufgelöst, wie dem Handelsamtsblatt vom 9. April 2009 zu entnehmen ist.
3 Millionen Franken investiert
Der ehemalige Balair-Pilot und Swissair-Kapitän machte sich 1996 selbsständig und gründete die Muttergesellschaft Skyship Cruise (Kapital: 1,115 Mio Fr). Ursprünglich wollte Schulthess den damals noch in der Entwicklung befindlichen Zeppelin NT betreiben. Doch die Zulassung verzögerte sich, weshalb er 2002 die Tochtergesellschaft Skycruise Switzerland (Kapital: 0,1 Mio Fr.) ins Leben rief und ein Skyship 600 anschaffte, mit dem er an der Landesausstellung Expo02 Rundflüge durchführte. 2003 erwarb Skyship/Skycruise ein zweites Luftschiff. Insgesamt soll Schulthess mindestens 3 Mio Fr. in den Kauf seiner Fluggeräte investiert haben. 2004 waren die beiden Schweizer Luftschiffe über Athen bei den Olympischen Sommerspielen im Einsatz. Sie dienten zur polizeilichen Überwachung, aber auch für die Übertragung von Fernsehbildern.
Bis 2006 waren die Luftschiffe auf dem Militärflugplatz in Buochs NW stationiert. Aufgrund des Widerstands der lärmgeplagten Anwohner wurde die Bewilligung für Rundflüge über dem Vierwaldstättersee nicht mehr verlängert. Danach begann die eigentliche Odyssee. Mittlerweile ist eines der beiden Skyship 600 nach Amerika überführt worden, wo es anschliessend verkauft worden ist.
Das andere Luftschiff hielt Skyship/Skycruise mit Werbeflügen im Ausland am Himmel. Seit bald einem halben Jahr befindet es sich in einem Hangar in Friedrichshafen, der deutschen Zeppelinstadt am Bodensee. Im Grunde suchte Christian Schulthess einen geeigneten Standort in der Schweiz, um wieder Rundflüge mit Passagieren durchführen zu können. Denn so hätte man Geld verdienen können, ist er überzeugt. Nachdem der Militärflugplatz in Dübendorf ZH definitiv abgewunken hatte, standen seine Karten denkbar schlecht.
Ein Skyship ist kein Zeppelin
Bei den modernen Skyships handelt es sich im Gegensatz zu klassischen Zeppelinen um Prallluftschiffe, auch Blimps genannt, die wie Ballone ohne inneres Gerüst fliegen. Ein Skyship des Typs 600 ist 61 m lang, 20,3 m hoch, 15,3 m breit und mit 7000 m3 nicht brennbarem Helium im Wert von rund 100000 Fr. gefüllt. Ihre aerodynamische Form erhalten Skyships durch die Hüllenprägung sowie den Innendruck. Dadurch unterscheiden sie sich von Starrluftschiffen mit Innenskelett, besser bekannt als Zeppeline.