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DER CUVÉE HAROUNA
Dieser Wein ist eine Sonderausgabe zum Andenken an Harouna, ein Junger Mann, der aus dem Sahel im bitterarmen staubtrockenen Niger stammte.
Harouna litt an der infektiösen Krankheit Noma, die als Zahnfleischentzündung beginnt. Innerhalb kurzer Zeit zerstört die Infektion Knochen und Gewebe im Gesicht. Harouna wurde aus Angst vor der Krankheit von den übrigen Dorfeinwohnern verbannt und musste ausserhalb des Dorfes Bouara allein leben.
Er und viele andere wurden von der Hilfsorganisation Sentinelles im Land aufgespürt und medizinisch behandelt. Harouna wurde in die Schweiz geholt und im Kantonsspital Aarau mehrere Male operiert. Über seine Backe, wo die Krankheit ein grosses Loch gefressen hatte, wurde Gewebe seines Beines verpflanzt.
Harouna der vorher noch nie aus seinem kleinen Dorf gekommen war, war nun in der Schweiz. In Villnachern bei meinen Eltern wurde er herzlich aufgenommen und so gut es ging gepflegt. Nach dem ersten Kulturschock am Anfang, hatte er sich mehr oder weniger an das Leben hier gewöhnt.
Meine Eltern Mirta und Ruedi hatten schon vorher Patienten aus dem Niger aufgenommen und gepflegt. Speziell aber Harouna hat es meinen Eltern so angetan, dass Sie Harouna später jeweils jedes Jahr wieder für 3 Monate in die Schweiz holten. Nachdem er immer wieder nach Villnachern kommen durfte, kannte Ihn bald fast das ganze Dorf und er sprach schon bald fast Akzentfrei Schwizerdütsch.
In Bouara im Heimatdorf von Harouna hatte sich einiges getan und es konnte mit Spenden aus einem dreckigen Wasserloch ein Brunnen gebaut werden. Wo früher ein dreckiges Wasserloch war, konnte mit grösseren und kleineren Spenden in 25 Jahren zwei Schulhäuser gebaut, Solarkocher, eine Solarpumpe, Hühner, Ziegen und noch viele andere lebenswichtige Sachen gebaut und angeschafft werden. Speziell die Schulhäuser geben Hoffnung, dass sich die Investition in die Bildung der Kinder in der Region um Bouara auszahlt und dem religiösen Fanatismus keine Chance gibt.
Harouna wurde später im Schulhaus «Ecole Primaire Harouna Doua», welches nach seinem Namen getauft wurde, als Hauswart angestellt. Sogar der Gouverneur des Distrikts Zinder hat das Schulhaus besucht und Harouna die Hand geschüttelt. Vom verstossenen Ziegenhirten zum Abwart der einzigen funktionierenden Schule der Region, welcher vom Gouverneur besucht wird, was für ein Aufstieg – fast wie im Märchen.
Harouna war zwar von der Krankheit Noma geheilt, die harten Lebensumstände in seinem Dorf im Sahel mit äusserst prekärer medizinischen Versorgung setzten ihm jedoch mehr und mehr zu. Sein Zustand hat sich plötzlich stark verschlechtert wir probierten ihn wieder in die Schweiz zu holen, aber es war zu spät. Leider ist Harouna im Mai 2016 mit ca. 30 Jahren verstorben.
Die Schule, die seinem Namen trägt, besteht weiterhin. Mit dem Verkauf dieses Weines geht ein Betrag an diese Schule in Bouara damit diese Kinder später einmal in ihrer Heimat bleiben können und nicht irgendwann in einem Boot über das Mittelmeer ins Ungewisse fahren.