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An der Veranstaltung der «paramilitärischen und öffentlichen Sicherheitskräfte» in der Nacht zum Donnerstag waren unter anderem Vertreter des Eisenbahnministeriums, der Fluggesellschaft Air Koryo und der Hungnam-Düngemittelfabrik beteiligt, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA meldete.
Machthaber Kim Jong Un zeigte sich im hellgrauen westlichen Anzug und einer dazu passenden Krawatte vor der jubelnden Menge, als um Mitternacht das Feuerwerk gezündet wurde. Er richtete «herzliche Grüsse an das gesamte Volk des Landes» aus, wie KCNA berichtete.
Auf der Parade waren zuvor Studenten mit Gewehren, staatliche Mitarbeiter mit Gasmasken und orangefarbenen Schutzanzügen sowie paramilitärische Einheiten zu sehen gewesen. Die grössten gezeigten Waffen waren kleine, von Traktoren gezogene Artilleriegeschütze, die von genossenschaftlichen Bauern gefahren wurden. Sie könnten «im Notfall die Aggressoren und ihre Vasallentruppen mit vernichtender Feuerkraft treffen», erklärte KCNA.
«Wir beobachten die Situation genau», sagte ein Vertreter des südkoreanischen Verteidigungsministeriums der Nachrichtenagentur AFP. Weitere Details würden derzeit noch analysiert.
Signale senden
Pjöngjang nutzte in der Vergangenheit immer wieder offizielle Paraden, um Signale ans In- und Ausland zu senden. Sie fallen in der Regel mit Jahrestagen zusammen. So feierte die Nation am Donnerstag den 73 Jahrestag seit der Gründung der Demokratischen Volksrepublik Korea. Doch drei Paraden innerhalb von zwölf Monaten - eine Militärparade im Januar mit U-Boot-gestützten ballistischen Raketen und eine weitere im vergangenen Oktober - sind auch für Nordkorea ungewöhnlich häufig. Im Juli hatten Nord- und Südkorea nach mehr als einjähriger Unterbrechung auch ihre offizielle Kommunikation wieder aufgenommen.
Auffällig ist, dass Pjöngjang seit 2017 weder einen Atomtest noch einen Start einer ballistischen Interkontinentalrakete vorgenommen hat. Stattdessen versuche die Staatsführung offenbar bei Paraden, die Moral der Bevölkerung zu stärken und gleichzeitig seine Waffen zu zeigen, ohne eine internationale Eskalation zu riskieren, sagte der Experte Hong Min vom Korea-Institut für Nationale Wiedervereinigung in Seoul. «Nordkorea muss das Bedürfnis verspürt haben, Druck auf die USA auszuüben, damit diese zu seinen Bedingungen an den Verhandlungstisch zurückkommen.»