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Garzirola (2116 m), Bar (1820 m) und Caval Drossa (1635 m). Das s. vom Monte Cenere liegende Val d'Isone gehört politisch zum Sopracenere. Vom Monte Garzirola geht eine Kette nach S. aus, die bis zum Luganersee streicht und den Bezirk als wahre Mauer im O. von Italien trennt; die Landesgrenze folgt vom San Luciopass (1537 m) an über den Pairolo (1705 m), Sasso Grande (1487 m) und Monte Boglia (1520 m) bis zum Monte Brè (930 m) genau der Kammlinie. Alle diese Berge gewähren eine sehr schöne Aussicht auf den ganzen Bezirk, die oberitalienischen Seen, die Alpen und den Apennin. Im S. vervollständigen der Luganersee, das Bergland von Caprino (1122-1320 m) und die Vorberge des Monte Generoso (1704 m) die natürliche Umrahmung des Bezirkes, der dazu noch in seiner Mitte von einem NO.-SW. ziehenden und die Wasserscheide zwischen dem Thalbecken von Lugano und der grossen Ebene von Agno bildenden Hügelzug in zwei nahezu gleich grosse Teile geschieden wird.
Bezirkshauptort ist Lugano. Der Bezirk umfasst 12 Kreise und 101 Gemeinden: Kreis Lugano mit Lugano;
Kreis Ceresio mit Maroggia, Rovio, Brusino-Arsizio, Arogno, Melano und Bissone;
Kreis Carona mit Carona, Melide, Carabbia, Pazzallo, Pambio, Calprino, Noranco, Barbengo, Agra, Morcote, Vico-Morcote, Carabbietta und Grancia;
Kreis Magliasina mit Pura, Caslano, Ponte Tresa, Curio, Neggio und Magliaso;
Kreis Agno mit Agno, Bioggio, Bosco, Cimo, Gentilino, Iseo, Muzzano, Montagnola, Cademario und Vernate;
Kreis Sessa mit Sessa, Astano, Bedigliora, Beride e Biogno, Croglio und Monteggio;
Kreis Sonvico mit Sonvico, Cimadera, Villa, Piandera, Certara, Bogno, Colla, Signora, Scareglia und Insone;
Kreis Vezia mit Vezia, Cureglia, Cadempino, Lamone, Comano, Breganzona, Biogno, Sorengo, Massagno, Savosa, Porza und Canobbio;
Kreis Breno mit Breno, Novaggio, Miglieglia, Aranno, Fescoggia, Vezio, Mugena und Arosio;
Kreis Pregassona mit Pregassona, Davesco e Soragno, Cadro, Cureggia, Brè, Castagnola, Gandria und Viganello;
Kreis Tesserete mit Tesserete, Campestro, Corticiasca, Bidogno, Lopagno, Roveredo, Ponte-Capriasca, Sala, Lugaggia, Cagiallo, Origlio und Vaglio;
Kreis Taverne mit Torricella e Taverne, Rivera, Bironico, Camignolo, Mezzovico e Vira, Sigirino, Bedano, Gravesano und Manno. 45031 Ew., wovon 896 Schweizer aus anderen Kantonen und 10113 Ausländer (meist Italiener).
845 Reformierte. 8022 Häuser, worunter 7765 Wohnhäuser. Ackerbau und Viehzucht genügen zum Unterhalt der Bevölkerung nicht, so dass schon seit sehr langer Zeit ein grosser Teil entweder jedes Jahr temporär auswandert (besonders nach der Westschweiz und Frankreich) oder die Heimat endgiltig verlässt. Grosse Auswandererzüge nach Nordafrika, Kalifornien und Südamerika haben die Einwohnerzahl von einer Reihe von Dörfern bis auf die Hälfte vermindert. Die männlichen Bewohner des Val Colla ergreifen aus jahrhunderte alter Tradition immer den Beruf eines Kupferschmiedes oder Ofensetzers.
Die Umgegend von Lugano hat zu jeder Zeit eine grosse Zahl von berühmten Künstlern (Architekten, Bildhauer, Maler) hervorgebracht. Im Malcantone werden die jungen Leute mit Vorliebe Dachdecker, Gipser und Maurer. Die Jugend der hoch in den Bergen oder abseits von Verkehrswegen gelegenen Dörfer verschmäht es ebenfalls, sich der Landwirtschaft zu widmen, und sucht sich ihr Brot als Maurer, Flachmaler, Kunstschreiner oder Bauunternehmer. Der Luganese ist ausserordentlich tätig und arbeitsam und verfügt über einen gut ausgeprägten ¶
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künstlerischen Sinn, der sich oft ganz unerwartet äussert. Wichtige Zentren für die Luganeser Auswanderer sind besonders Luzern, Bern, Neuenburg, Genf, Paris, Mailand und Turin. Diejenigen, die ihre Heimat nur periodisch verlassen (die sog. maestrani) kehren jeden Winter regelmässig wieder in ihr Dorf zurück und stellen ihre Wanderungen erst im reifen Mannesalter ein.
Die meist nur von den Frauen und Greisen betriebene landwirtschaftliche Tätigkeit steht natürlich nicht auf einer hohen Stufe. Der einst ausserordentlich lohnende und ergibige Weinbau hat unter allerlei Pflanzenkrankheiten, besonders dem Mehltau und dem Oidium, und neuerdings auch unter dem Auftreten der Reblaus stark gelitten. Die einheimischen Reben haben daher 1901 blos noch 971 hl Wein im Wert von 22019 Franken geliefert, während aus den eingeführten amerikanischen Isabellareben 19938 hl Wein im Wert von 242283 Franken gewonnen wurden.
Seitdem die Bekämpfung der Rebenkrankheiten vermittels des Kupfervitrioles auch im Volk bekannt geworden ist, hat man wieder mit der Neuanpflanzung von einheimischen Reben begonnen. Die Zucht der Seidenraupe ist ebenfalls im Rückgang begriffen: 1871 hat sie 147371 kg Cocons im Wert von 590383 Fr., 1901 dagegen nur noch 50059 kg Cocons im Wert von 182032 Fr. geliefert. Auch die industrielle Tätigkeit hat noch keinen festen Fuss fassen können und konzentriert sich hauptsächlich in und um Lugano, wo wir Eisenkonstruktionswerkstätten, Möbelfabriken, Gerbereien, Lederfabriken, zwei Bierbrauereien, eine Schokoladefabrik, verschiedene Tabakmanufakturen und sieben Teigwarenfabriken finn. Uhrenindustrie blüht in Arogno (zwei Geschäfte), mechanische Weberei in Melano, Reisdrescherei in Maroggia. In mehr als 30 Ortschaften des Bezirkes bestehen Molkereien.
Hauptmarkt für den. Verkauf der landwirtschaftlichen Produkte ist Lugano. Der Boden erzeugt jede Art von Getreide und Obst. Oliven, Granatäpfel, Tabak etc., doch ist keines dieser Erzeugnisse der Gegenstand eines intensiven Anbaues. Die einst mit üppigem Grün bekleideten Berghänge über 1400 m sind in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts beinahe völlig abgeholzt worden, indem man den Wald entweder behufs Umwandlung zu Alpweiden in Brand steckte oder zu Spekulationszwecken in unsinniger Weise massenhaft niederlegte. Heute hat der Bezirk noch 4679 ha Gemeindewald und 5679 ha Privatwald. Diese Waldungen setzen sich meist aus Eichen, Buchen, Linden und Ahorn zusammen, während Nadelhölzer nur ausnahmsweise auftreten. Daneben bedecken die Kastanienhaine noch eine Fläche von 2444 ha und gehen einen ziemlich ansehnlichen Ertrag. Die Viehstatistik ergibt folgende Zahlen:
|1886||1896||1901|
|Rindvieh||11393||9540||9292|
|Pferde||328||513||606|
|Maultiere||-||-||33|
|Esel||-||-||182|
|Schweine||3627||5415||5019|
|Ziegen||5967||3638||4495|
|Schafe||4905||2304||2462|
|Bienenstöcke||1702||1712||2167|
Die vom Monte Tamaro herabkommende Magliasina und der am Camoghè entspringende Vedeggio, die beide in den Luganersee münden, richten durch ihre oft plötzlich eintretenden Hochwasser zeitweise grosse Verheerungen an. Aus den Bergen des Val Colla kommt der Wildbach Cassarate, der das Thal von Lugano durchzieht und ö. der Stadt ebenfalls in den Luganersee sich ergiesst. Bei starkem Regenfall kann der See ausserordentlich stark steigen und dann ebenfalls das anliegende Land überschwemmen; so stand z. B. im November 1896 der grösste Teil der Stadt Lugano während einer vollen Woche unter Wasser. Von besonderem. Interesse ist auch der geologische Bau des Bezirkes. Erratische Blöcke finden sich in grosser Zahl überall zerstreut, und der Lago Muzzano (30 ha) und Lago d'Origlio (700 ha; im ¶