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Geschichte
Okoubaka aubrevillei PHELLEG. et NORMAND, wie die Pflanze auf Lateinisch vollständig heisst, gilt als geheimnisumwitterte Arznei und Fetisch der Medizinmänner Westafrikas. Sie stellen aus der Baumrinde ein Pulver her, das gegen jegliche Art von Vergiftung eingesetzt wird. Manch ein Vorkoster der Häuptlinge verdankt wahrscheinlich dieser Rinde sein Leben. Teile der Pflanze werden auch symbolisch zum Abwehren böser Geister verwendet. Der Baum ist deshalb von unschätzbarem Wert und wird mit strengsten Tabus belegt. Seine Anwendung ist ausschliesslich den örtlichen Zauberern und Medizinmännern gestattet.
Eingang in die Heilkunde Europas fand dieses Mittel über eine interessante Begebenheit. Vor einigen Jahren schenkte ein Westafrikaner seiner Ärztin, Frau Dr. Magdalena Kunst in Frankfurt, zum Dank für die erfolgreiche Behandlung eine kleine Menge gestossener Baumrinde mit dem Hinweis, dass man in seiner Heimat nach einem Gastmahl vorsichtshalber von diesem Pulver nehme, sofern man sich der Freundschaft des Gastgebers nicht ganz sicher sei. Dieses Pulver mache jedes Gift sofort unwirksam. Die Homöopathin Kunst bereitete aus dem kostbaren Pulver eine potenzierte Arznei, die sie bei verschiedenen Lebensmittelvergiftungen erfolgreich einsetzen konnte. Daraufhin bat sie Dr. Willmar Schwabe, auf seiner nächsten Afrika-Expedition nach diesem ausgezeichneten Mittel zu fahnden. Die Beschaffung dieser Rinde war anfangs sehr schwierig, mittlerweile ist sie aber gut zu bekommen. Inzwischen muss man eher befürchten, dass dieser seltene Baum vom Aussterben bedroht wird, weil durch unkontrollierte Gewinnung von Rinde die Bäume absterben können.
Botanische Merkmale
Okoubaka aubrevillei ist ein Urwaldbaum, der eine Höhe von bis zu 40 m und einen Stammumfang von bis zu 3 m erreichen kann. Die Krone ist ausladend und buschig, die Äste sind herabhängend. Seine Blätter sind länglich-eiförmig, ca. 15 cm lang und 10 cm breit. Die kleinen, grünlichen Blüten sitzen auf bis zu 15 cm langen Stacheln an den älteren Zweigen. Daraus bilden sich harte, gelbe Früchte. Der Baum hat eine halbparasitische Lebensweise, wie einige andere Vertreter seiner Familie. Dies erklärt vielleicht, weshalb in seiner näheren Umgebung keine anderen Bäume gedeihen. Die einheimische Bevölkerung schreibt ihm u.a. deshalb magische Kräfte zu.
Die 1944 erfolgte Zuteilung zur Familie der Octoknemataceae erfolgte irrtümtlicherweise. 1957 wurde der Baum richtigerweise den Santalaceae zugeteilt, der frühere Fehler wird aber auch in neuen Publikationen immer wieder weitergegeben.
Vorkommen
Der Okoubaka-Baum gedeiht im tropischen Regenwald Westafrikas, vor allem in Ghana, Nigeria und der Elfenbeinküste. Er wird mittlerweile auch forstwirtschaftlich genutzt.
Verarbeitung
Die getrocknete Astrinde des Okoubaka-Baumes wird pulverisiert, mit Alkohol mazeriert und anschliessend auf die gewünschte Verdünnungsstufe potenziert.