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Zum Verständnis der Makuladegeneration
Die Makuladegeneration ist eine Krankheit der Makula. Sie ist ein sehr sensibler Bereich auf der hinteren Augenwand. Wenn Licht in das Auge eintritt, wird es zur Netzhaut geleitet. Diese lichtempfindliche Membran fängt die Abbildungen von Objekten, wie der Film eines Fotoapparates ein und schickt sie als elektrische Signale zum Gehirn, das sie in Bilder umsetzt. Die gesamte Netzhaut ist für ein gutes Sehen wichtig, aber die kleine zentrale Stelle (Makula) ist 100mal empfindlicher als die peripheren Bereiche. Die Makula verfügt über zahlreiche Zapfen, die detailliertes Sehen und Erkennen von Farben ermöglichen. Ohne eine funktionierende Makula wäre es unmöglich Einzelheiten wahrzunehmen, wie z.B. gedruckte Buchstaben oder die Welt farbig zu sehen. Unterschiedliche Ursachen können eine Erkrankung der Makula bedingen. Die Degeneration kann in einem aber auch in beiden Augen auftreten. In fortgeschrittenem Stadium kann sie zu einem totalen Verlust des zentralen Sehens führen. In Europa ist die Makuladegeneration (AMD) Hauptursache für den Verlust des zentralen Sehvermögens. Sie betrifft vor allem ältere Menschen. Es kann sich aber auch in jedem anderen Alter entwickeln. Fast ein Drittel der über 65jährigen ist zumindest partiell betroffen. Auch scheint die Erkrankung erblich zu sein.
Typen und Ursachen
Die trockene Form
Sie ist der häufigste Typ der Makuladegeneration und betrifft 90% der Fälle. Bei dieser Form ist das empfindliche Gewebe der Makula dünner und dadurch in seiner Funktion beeinträchtigt, was Teil eines allgemeinen Alterungsprozesses des Auges zu sein scheint.
Die exsudative (feuchte) Form
Diese Form ist seltener und wesentlich gefährlicher als die trockene Form. Sie wird durch Blutgefäße, welche in den Bereich der Makula wachsen verursacht. Normalerweise zirkuliert das Blut in feinen Blutgefäßen im Bereich direkt hinter der Netzhaut, um den Augenhintergrund zu versorgen. Manchmal nehmen die Gefäße mit zunehmendem Alter Schaden und beginnen brüchig zu werden, zu bluten und heilen dann wieder. Während dieses Prozesses bildet sich vor allem im Bereich der Makula vernarbtes Gewebe. Als Folge wachsen wieder Gefäße im Narbengewebe und stoßen die Netzhaut von der Augenwand ab. Diese wuchernden Gefäße sind sehr leicht brüchig. Sie verursachen nicht nur Deformierungen der Netzhaut, sondern sie schädigen sie auch, wenn sie undicht werden und dadurch Blutungen verursachen. Ausmaß und Schwere der Schäden richten sich nach der Dauer des Prozesses. Zuweilen kann die trockene Form in die feuchte umschlagen. Wenn sich die exsudative Form in einem von beiden Augen entwickelt, ist die Möglichkeit, dass das andere Auge auch befallen wird 1:10.
Weitere Typen
Mehrere andere Formen der Makuladegeneration können sich entwickeln. Sie treten aber seltener auf. Zuweilen bildet sich eine Blase im Bereich der Makula und ruft Schäden hervor. Angeborene Veränderungen, Verletzungen, Infektionen und Entzündungen können ebenfalls zu Schäden an der Makula führen.
Symptome
Da eine Makuladegeneration sich unterschiedlich entwickeln kann, können auch die Symptome variieren. Einige der üblichen Symptome: sind:
• Fortschreitender Verlust der Fähigkeit, Gegenstände zu erkennen.
• Verzerrtes Sehen; die Gegenstände erscheinen in anormaler Größe oder Form, die geraden Linien erscheinen verbogen.
• Erscheinen eines dunklen oder leeren Bereiches im Sehzentrum.
Einige dieser Symptome können auch bei Grauem Star oder anderen Sehproblemen auftreten. Patienten mit einer oder mehreren derartigen Störungen sollten nicht automatisch folgern, dass sie an einer Makuladegeneration leiden. Ist nur ein Auge betroffen, kann das andere Auge die Sehstörung kompensieren, was allerdings den Patienten hindert die ersten Anzeichen zu bemerken. Sollte ein Auge Gegenstände und Farben anders sehen als das andere Auge, ist das eventuell der Beginn eines Problems mit der Makula.
Diagnose einer Makuladegeneration
Personen, die eine Makuladegeneration vermuten, sollten einen Augenarzt aufsuchen. Die Fachärzte bedienen sich mehrerer Tests, um eine eventuelle derartige Erkrankung festzustellen. Im folgenden werden einige Standardverfahren aufgeführt.
Farbsehtest
Es gibt mehrere Arten von Farbsehtests. Sie weisen alle auf eine ungenaue Wahrnehmung von Farben hin. Da der Makulabereich hierfür zuständig ist, beeinträchtigt eine Schädigung der Makula das Farbsehen.
Fluoreszenzangiographie
Dem Patienten wird eine gutverträgliche fluoreszierende Flüssigkeit in den Arm injiziert. Während sie in den Blutgefäßen des Auges zirkuliert, werden mit einer Spezialkamera Aufnahmen gemacht, und so können abnormale Gefäße, Risse und undichte Stellen erkannt werden.
Untersuchung mit dem indirekten Augenspiegel
Mit Geräten, die Licht aussenden und der Vergrößerung dienen, kann der Augenarzt die Netzhaut untersuchen.
Test mit dem Amsler-Netz
Jedes Auge wird einzeln untersucht, wobei jeweils das andere verdeckt ist. Der Patient muss einen zentralen Punkt auf einem Gitter fixieren. Nimmt er einige Linien als verformt und verbogen wahr, kann ein Makulaproblem vorliegen. Alle, mit Makuladegeneration in der Familie, sollten diesen Test häufig zu Hause durchführen.
Behandlung
Leider gibt es für die meisten Fälle von einer Makuladegeneration keine wirksame Behandlung. Hat die Zerstörung der Netzhaut einmal begonnen, kann man kaum ein Fortschreiten aufhalten und es gibt kein Mittel, das geschädigte Gewebe zu erneuern. Bisher ist keine Behandlung bekannt, um die trockene Form aufzuhalten. Aber da die Schäden weniger gravierend sind als bei der feuchten Form, kann ein Teil des zentralen Sehens während langer Zeit aufrechterhalten werden. Wird die feuchte Form nicht kontrolliert, zerstört sie vollends das zentrale Sehen, wenn keine Laserbehandlung eingesetzt wird. Der Laserstrahl ist ein Strahl von Lichtenergie, der auf die entarteten Blutgefäße gerichtet wird, um sie daran zu hindern weiter zu wachsen, brüchig zu werden oder Flüssigkeit entweichen zu lassen. Die Anwendung von Laserstrahlen hindert zwar den betroffenen Bereich der Makula zu funktionieren aber manchmal kann der Rest gerettet werden. Diese Behandlung bewirkt, dass das Sehen weniger deformiert ist. Es ist aber unmöglich bereits verlorenes Sehvermögen wiederzuerlangen. Es kann also nur in Teil gerettet werden. Regelmäßige Kontrollen sind weiterhin erforderlich, selbst nachdem entartete Gefäße verschlossen wurden, da sich immer wieder neue derartige Gefäße bilden können. Die Laserbehandlung ist schwierig. Sie muss im frühen Stadium durchgeführt werden. Deshalb sollte man, sobald eine Makuladegeneration vermutet wird, einen Spezialisten aufsuchen.
Leben mit einer Makuladegeneration
Eine Makuladegeneration führt nicht zur Erblindung. Auch wenn das zentrale Sehen vollkommen verlorengegangen ist, bleibt das periphere Sehen bestehen. Betroffenen Personen gelingt es oft sich anzupassen und ohne große Änderungen im Alltag zu leben. Es gibt auch spezielle Hilfen wie Vergrößerungsbrillen und –lupen, Zeitungen und Bücher in Großdruck, sowie spezielle Bildschirmsysteme. Familie und Freunde können eine große Hilfe sein, wenn sie das Problem erkennen und es verstehen das Leben der betroffenen Person zu erleichtern. Patienten mit feuchter Makuladegeneration müssen täglich Kontrollen mit dem Amsler-Netz machen.