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Keratokonus
Was ist ein Keratokonus?
Das Wort Keratokonus stammt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus Kerato = Hornhaut und Konus = Kegel. Der Keratokonus betrifft die Hornhaut des Auges, welche aus einem transparenten Gewebe besteht und Licht ins Innere des Auges lässt. Beim Keratokonus handelt es sich um eine schmerzfreie, zunehmend fortschreitende, schubförmig auftretende Erkrankung. Bei einem gesunden Auge ist die Hornhaut über die gesamte Fläche etwa gleich dick. Bei einem Keratokonus kommt es mit fortschreitendem Verlauf der Erkrankung zu einer kegelförmigen Vorwölbung der Hornhaut. Im Bereich der Vorwölbung verdünnt sich die Hornhaut. Das Auge ist absolut funktionsfähig, nur die Hornhaut weist eine veränderte Form auf. An einem Keratokonus erblindet man nicht! Allerdings kann die Sehschärfe bei einem stärkeren Verlauf signifikant beeinträchtigt sein.
Ursachen
Die genauen Ursachen des Keratokonus sind bei heute unklar. Ein verstärktes Augenreiben wie auch der Einfluss der UV-Strahlung werden als Auslöser diskutiert. Ein erhöhtes Auftreten wird bei Menschen mit Down-, Marfan-, Turner-, Ehlers-Danlos-Syndrom beobachtet. Ebenso wird der Keratokonus auch mit systemischen Erkrankungen (Rheuma, Neurodermitis, etc.) wie auch mit dem Auftreten von Allergien in Verbindung gebracht. Ein genetischer Zusammenhang für eine Keratokonus-Erkrankung ist sehr wahrscheinlich, jedoch ist der genaue Erbgang nicht geklärt. In 6-15% der Fälle ist die Erkrankung bei mehreren Familienmitgliedern erkennbar.
Erste Anzeichen
Erste Anzeichen sind meist eine Verschlechterung der Sehschärfe. Weitere Anzeichen sind verzerrte Seheindrücke im Dämmerungssehen, verstärkte Lichtempfindlichkeit, erhöhter Tränenfluss, einäugige Doppelbilder, verschlechtertes Kontrastsehen. Die Bestimmung der richtigen Brillenkorrektur wird immer schwieriger, da Seheindrücke schwanken.
Verlauf der Erkankung
Die Erkrankung des Keratokonus tritt meist in der zweiten und dritten Lebensdekade auf. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel: Der Keratokonus kann sich sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen ab der 4 Lebensdekade manifestieren. Beim Keratokonus handelt es sich um eine schubförmige Erkrankung. D.h. nach Phasen der Stagnation kann eine Progression verzeichnet werden. Wie stark und in welchen Abständen diese Schübe auftreten, ist individuell unterschiedlich.
Wie lässt sich die Fehlsichtigkeit beim Keratokonus korrigieren?
Man kann im Anfangsstadium, wenn die Sehleistung noch nicht stark abgenommen hat, die Fehlsichtigkeit mit Brillen oder weichen Kontaktlinsen korrigieren. Im fortgeschrittenen Stadium sind formstabile Kontaktlinsen geeigneter, da sie die Irregularitäten, die durch die Verformung der Hornhaut hervorgerufen werden, besser ausgleichen. Wie sich der Ablauf einer Kontaktlinsenanpassung gestaltet, können Sie unter Kontaktlinsen-Anpassung nachlesen.
Therapieformen
Eine Heilung des Keratokonus ist aktuell nicht möglich. Jedoch findet seit einigen Jahren das Verfahren des Corneal-Crosslinking Anwendung. Bei diesem Verfahren werden die instabilen Fasern der Hornhaut neu vernetzt und verstärkt. Durch diese Behandlung soll die Festigkeit der Hornhaut erhöht und dadurch eine weitere Progression verhindert werden. Ziel dieser Behandlung ist ein Erhalt der aktuellen Sehschärfe sowie der aktuellen Hornhautform. Sie werden auch nach diesem Eingriff Sehhilfen in Form von Brillen oder Kontaktlinsen benötigen, da dieses Verfahren nicht die Sehschärfe korrigiert. Es handelt sich hierbei um einen operativen Eingriff - ihr Augenarzt berät Sie hier gerne und kompetent.