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Kaiserschnitt: Alles Wissenwertes auf einen Blick
Der Kaiserschnitt - die Geburt im OP Der Kaiserschnitt (Sectio caesarea) gehört zu den ältesten chirurgischen Eingriffen und ist eine der häufigsten Operationen weltweit. Er wird immer dann in Betracht gezogen, wenn eine natürliche Geburt nicht möglich oder mit einem grossen Risiko verbunden ist.
Ein Kaiserschnitt, kurz Sectio oder auch Schnittgeburt genannt, ist die sicherste Entbindungsmethode, wenn eine natürliche Geburt für Sie und Ihr Kind zu riskant oder gar nicht möglich ist. Sie gilt als relativ risikoarme Routineoperation und wird auch dann durchgeführt, wenn Sie es ausdrücklich wünschen (Wunschkaiserschnitt). In der Schweiz kommt mittlerweile ca. jedes fünfte Kind per Kaiserschnitt auf die Welt, wobei zwischen der sekundären und der primär elektiven Sectio unterschieden wird.
Der primär elektive und sekundäre Kaiserschnitt
Ärzte sprechen von einer primären elektiven Sectio, wenn bereits vor Ihrem Geburtstermin feststeht, dass eine vaginale Geburt nicht möglich oder zu gefährlich ist. Die häufigsten Gründe für den geplanten Kaiserschnitt sind:
- Eine Querlage oder Steisslage des Kindes
- Frühere (medizinisch notwendige) Schnittentbindungen
- Sie erwarten Zwillinge oder Drillinge
- Die Plazenta blockiert den Weg nach draussen, da sie zu tief liegt
- Der Kopf Ihres Kindes ist zu gross
- Entwicklungsstörungen Ihres Kindes sind bekannt
Im Gegensatz dazu wird von einer sekundären Sectio gesprochen, wenn der Eingriff nach dem Einsetzen der Wehen erfolgt. Denn treten Geburtskomplikationen auf, ist schnelles Handeln erforderlich und ein Not-Kaiserschnitt notwendig. Gründe hierfür können sein:
- Eine vorzeitige Ablösung der Plazenta oder ein Nabelschnurvorfall
- Sie haben einen zu hohen Blutdruck oder sind zu sehr erschöpft
- Wehenschwäche
- Ihr Baby liegt in einer ungünstigen Position, was vorab nicht erkannt wurde
- Ihr Becken ist zu eng (Schädel-Becken-Missverhältnis), was jedoch vorher nicht absehbar war
- Ihr Kind gerät aufgrund von Sauerstoffmangel in eine Notlage, doch es kann weder die Sauglocke noch die Geburtszange zum Einsatz kommen, da die Geburt noch nicht entsprechend fortgeschritten ist
- Eine Präeklampsie in der Schwangerschaft tritt auf
- Sie leiden an Eklampsie und während der Geburt tritt ein Krampfanfall auf oder es kommt zu einer tiefen Bewusstlosigkeit
Der Wunschkaiserschnitt
Einen Sonderfall der primären Schnittenbindung stellt der Wunschkaiserschnitt dar, denn medizinische Gründe liegen in diesem Fall nicht vor. Sollten auch Sie eine geplante Sectio bevorzugen, dann wird Sie Ihr behandelnder Arzt vorab über die jeweiligen Vor- und Nachteile ausführlich beraten.
Der Ablauf eines Kaiserschnitts
In der Regel wird der Termin für den geplanten Kaiserschnitt einige Tage vor Ihrem natürlich errechneten Geburtstermin festgelegt. Auch wenn in seltenen Fällen eine Narkose nötig ist, so wird für gewöhnlich nur regional betäubt, damit Sie und Ihr Baby weniger Belastungen ausgesetzt werden.
Wird die untere Körperhälfte regional betäubt, stehen mit der Spinal- und der Epiduralanästhesie zwei Verfahren zur Verfügung, die mithilfe des sogenannten Kreuzstichs durchgeführt werden.
Bei beiden Verfahren nimmt der Narkosearzt zunächst eine örtliche Betäubung vor. Anschliessend wird er zwischen zwei Lendenwirbeln den Rückenmarkskanal mit einer feinen Nadel punktieren, die ein Lokalanästhetikum enthält, das direkt in den Rückenmarkskanal einspritzt wird. Der Chirurg öffnet, nachdem die Betäubung erfolgt ist, zunächst Ihren Bauch oberhalb des Schambereichs und dann die Gebärmutter. Anschliessend holt er, entweder mit den Händen oder mit einer Geburtszange, Ihr Kind auf die Welt. Ist die Nabelschnur durchtrennt und abgeklemmt, dürfen Sie Ihr Baby bereits im OP zum ersten Mal im Arm halten. Während die Hebamme danach das Neugeborene versorgt, entnimmt der Gynäkologe die Plazenta (Nachgeburt) und verschliesst sorgfältig Ihre Gebärmutter und die Bauchdecke. Dieses schonende Operationsverfahren dauert etwa 45 Minuten, wobei etwa 10 Minuten für das Holen des Kindes und weitere 30 Minuten zum Nähen benötigt werden.