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Armenien – Titularnation des ältesten christlichen Volkes der Welt
ArmenienDer älteste christliche Staat der Erde liegt in einem Gebiet zwischen dem Hochland Ostanatoliens und dem Südkaukasus (Vorderasien), wo die Völker seit Jahrtausenden aufeinanderschlagen: Griechen, Römer, Perser, Skythen, Mongolen, Türken, Russen. Mit dem Zerfall des Osmanischen Reiches gerieten die Armenier unter den Einfluss Russlands und wurden zunehmend in die regionalen Konflikte verwickelt.Die Lage spitzte sich 1915/16 zu und führte zu mehreren Massakern und systematischer Deportation. Armenien spricht von einem Genozid mit 1,5 Millionen Opfern, die Türkei von einer deutlich geringeren Opferzahl im Kriegszusammenhang. Über die Bewertung der Ereignisse herrscht nach wie vor Uneinigkeit.
Armenien entspricht heute dem nordöstlichen Teil des ehemals viel grösseren armenischen Siedlungsgebiets und grenzt an Georgien, Aserbaidschan, Iran und die Türkei. Als Folge der Geschichte liegt heute ausgerechnet der heilige Berg der Armenier, der Arart, hinter der Grenze, auf türkischem Gebiet. Die Legende von Noah, der nach der Sintflut mit der Arche auf dem Ararat landete, sagt dass von dort aus die Neubesiedlung der Erde stattfand.
1922 wurde Armenien in die UdSSR integriert als Teil der Transkaukasischen SSR. 1936 wurde Sowjetarmenien eine formal eigenständige SSR und erlangte mit Auflösung der Sowjetunion 1991 seine Unabhängigkeit. Seit dem Zerfall der Sowjetunion ist Armenien in einen Territorialkonflikt mit Aserbaidschan um die Region Bergkarabach verwickelt. Infolgedessen erklärte sich die Republik Bergkarabach, die völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehört aber vorwiegend von ethnischen Armeniern bewohnt wird, für unabhängig. Sie wird seitdem international aber von keinem Staat anerkannt. Seit 1994 besteht ein Waffenstillstandsabkommen.