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Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
Als Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) oder Chinesische Medizin wird jene Heilkunde bezeichnet, die sich in China seit mehr als 2000 Jahren entwickelt hat. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet umfasst den ostasiatischen Raum, insbesondere Vietnam, Korea und Japan. In Europa reicht die älteste Beschäftigung mit chinesischer Medizin - mit Akupunktur und Moxibustion - in die Zeit des ausgehenden 17. Jahrhunderts zurück. Die Entwicklung in den letzten Jahren zeigt, dass immer mehr westliche Ärzte Interesse an diversen Teilbereichen der TCM haben, häufig als unterstützende Massnahmen zur westlichen Schulmedizin.
Zu den therapeutischen Verfahren der chinesischen Medizin zählen die Akupunktur sowie die Moxibustion (Erwärmung von Akupunkturpunkten) und die Arzneimittel- Kräutertherapie. Die Kräutertherapie der TCM kennt über 500 Einzeldrogen. Jede besitzt ihr spezifisches Profil, das sich aus dem Temperaturverhalten und der Geschmacksrichtung ergibt. Für jedes Mittel wird eine genaue Indikation und Kontraindikation angegeben. Massagetechniken wie Tuina und Shiatsu sowie Bewegungsübungen wie Qigong und Taijiquan gehören genauso zu den Hauptpfeilern der TCM-Therapie. Als letztes wichtiges Verfahren ist die Diätetik zu erwähnen, welche mit einer am Wirkprofil der Arzneien ausgerichteten Ernährung auf den Patienten eingeht.
Die TCM ist die traditionelle Medizin mit dem grössten Verbreitungsgebiet, besonders die Akupunktur wird heute weltweit praktiziert. Die TCM gilt als alternativ- oder komplementärmedizinisches Verfahren.
Die drei Säulen der TCM - Therapie:
Das Konzept des Qi ("tschi") ist ein Kernstück im Denken der TCM. Qi bedeutet Energie, Atem, Fluidum. Wörtlich übersetzt heisst es Luft, Dampf, Hauch, Äther, aber auch Energie, Temperament, Kraft. Durch das Qi bilden Körper und Seele eine Einheit. Zum Beispiel trägt das Qi der Sonne zum Wachstum der Pflanzen bei, das Qi der Erde trägt das Haus und das Qi der Leber verteilt das Blut im Körper.
Yin und Yang, werden als die kältere Nordseite (Yin) und die wärmere Südseite (Yang) eines Berges dargestellt. Dementsprechend steht Yang für Wärme, für aufsteigende und sich ausbreitende Energie, während Yin für Kälte, für absteigende und sich zusammenziehende Energie steht. So ist Yang das männliche, aktive, zeugende, schöpferische Prinzip; Yin ist das weibliche, passive, empfangende, ebenfalls schöpferische Prinzip. Yin und Yang tauchen immer als Paar auf - Sie gelten als Polaritäten, nicht als Gegensätze, da keines ohne das andere sein kann.
In der chinesischen Philosophie werden Fünf Elemente beschrieben: Feuer, Erde, Metall, Wasser und Holz. Die fünf Elemente bieten einen Ansatz zum Verstehen des Lebens in all seinen Wandlungen. In Ihnen zeigen sich Werden, Veränderung und Vergehen.
Zum Beispiel im Verständnis der Jahreszeiten: Der Winter, die Ruhephase des Lebens, ist dem Element Wasser zugeordnet; er bereitet das Frühjahr vor. Für dieses steht das Holz, das hervorbringt und austreibt. Feuer und Sommer folgen; sie bedeuten Hitze und verzehrende Schöpfung. Der Herbst gehört dem Element Metall zu; er konzentriert, reift und zieht die Säfte nach Innen. Ihm schliesst sich wieder die Ruhephase - Winter und Wasser - an. Nicht zuletzt: Die Erde. Sie bildet alles Verbindende zwischen den Jahreszeiten.