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Divertikel sind sackförmige Ausstülpungen der Wand von Hohlorganen. Man kann sie in allen Abschnitten des Magen-Darm-Trakts, in der Gallenblase und der Harnblase finden. Herzwanddivertikel entstehen nach einem Infarkt. Ausstülpungen der Wand von Blutgefässen werden Aneurysmen genannt, solche einer Gelenkkapsel Ganglien.
Bei den echten Divertikeln ist die Wand mit allen ihren Schichten ausgestülpt.
Bei den so genannten Pseudodivertikeln („falschen“ Divertikeln) schiebt sich nur die Schleimhaut eines Hohlorgans durch eine Lücke in der Muskelschicht, wie nachstehend skizziert. Sie entstehen durch erhöhten Druck im Innern des Organs und werden im allgemeinen Sprachgebrauch ebenfalls kurz Divertikel genannt. An der Dickdarmwand können sie in grosser Zahl vorkommen, es besteht dann eine Divertikulose (Abbildung).
Divertikulitis bedeutet Entzündung von Divertikeln, sie kann schwerwiegende Komplikationen zur Folge haben und ist eine typische Erkrankung des Dickdarms.
Divertikel stellen eine Veränderung des „anatomischen Normalzustands“ dar. Ob man sie bereits als Krankheit bezeichnen will, ist Ermessensfrage, doch ist ihnen gemeinsam, dass sie – je nach betroffenem Organ – zu unterschiedlichen Gesundheitsstörungen und akuten Erkrankungen führen können.