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Sohn des Imam soll Zwangsheiraten aufklären
Die Leitung der Moschee im Haus der Religionen in Bern bleibt in der Familie. Nach dem Rücktritt von Mustafa Memeti, dem ehemals verantwortlichen Imam im Haus der Religionen, wählte die Mitgliederversammlung Memetis Sohn Muveid zum neuen Präsidenten des Muslimischen Vereins. Sein Bruder, Vaxhid Memeti, vertritt die Moschee noch bis Mitte Jahr im Vorstand des Hauses der Religionen.
Kritik an Besetzung
Aufgrund dieser Konstellation bezweifelt Saïda Keller-Messahli, Präsidentin des Forums für einen fortschrittlichen Islam, laut der «SonntagsZeitung» an einer sauberen Aufklärung der Zwangsheiraten. «Falls noch mehr Missstände auftauchen, müsste der Sohn ja den eigenen Vater belasten», sagt sie.
Gab es noch mehr illegale Hochzeiten?
Die aufgedeckten Fälle seien nur bekannt geworden, weil sich einige Opfer hilfesuchend an die Fachstelle Zwangsheirat wandten. «Es könnte aber noch mehr Fälle geben», sagt Anu Sivaganesan, Präsidentin der Fachstelle gegenüber der Tamedia-Zeitung.
Doch die offizielle Klärung, ob es noch mehr Zwangsheiraten gab, gestalte sich schwierig. Mustafa Memeti behaupte bis heute, es gebe keine Dokumente. Laut dem abgetretenem Präsidenten seien die Heiratsurkunden nicht aufbewahrt worden und die Vorlagen im Computer habe man jeweils sofort gelöscht.
(fho)