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Das Weihnachtsfest gehört neben ⇒ Ostern und ⇒ Pfingsten zu den drei grossen Festen der Christenheit. Dieses Fest wird als Erinnerung an die Geburt Jesu Christi am 25. und 26. Dezember begangen und mit gottesdienstlichen Feierlichkeiten am Heiligen Abend, dem 24. Dezember, eröffnet.
Der Heilige Abend, auch Heiligabend oder Weihnachtsabend genannt, ist der Vorabend des Weihnachtsfestes; vielerorts wird auch der ganze Vortag so bezeichnet. Am Abend findet unter anderem in Deutschland, der Schweiz, in Liechtenstein und in Österreich traditionell die Bescherung statt. Als Heilige Nacht oder als Christnacht wird die Nacht vom 24. auf den 25. Dezember bezeichnet.
Als kirchlicher Feiertag ist der 25. Dezember seit 336 in Rom belegt. Wie es zu diesem Datum kam, ist ungeklärt. Diskutiert wird eine Beeinflussung durch den römischen Sonnenkult: Kaiser Aurelian hatte den 25. Dezember 274 als reichsweiten Festtag für „Sol Invictus“ (unbesiegter Sonnengott) festgelegt; zwischen diesem Sonnengott und „Christus, der wahren Sonne“ (Christus verus Sol) zogen frühe Christen Parallelen.
Die Christen feiern Weihnachten heute meist als Familienfest mit gegenseitigem Beschenken; dieser Brauch wurde seit 1535 von Martin Luther als Alternative zur bisherigen Geschenksitte am Nikolaustag propagiert, um so das Interesse der Kinder auf Christus anstelle der Heiligenverehrung zu lenken.
Die überwiegende Mehrheit in der historischen Jesusforschung kommt zu dem Schluss, dass Jesus von Nazaret geboren wurde und als Mensch in seiner Zeit gelebt hat. Seine Geburt in Bethlehem wird in zwei der vier Evangelien erzählt: Matthäus (Mt1, 18-25) und Lukas (Lk2, 1-7) stellen ihrem Evangelium jeweils unabhängig voneinander eine Kindheitsgeschichte voran. Die Erzählungen wollen aus nachösterlicher Sicht deutlich machen, dass Jesus Christus von Anfang an, bereits als neugeborenes Kind, der Sohn Gottes und der verheissene Messias war.
Ursprung des Ausdrucks „Weihnachten“
Der früheste Beleg für den Ausdruck „Weihnachten“, zusammengesetzt aus der adjektivischen Wendung „ze wihen nahten“, stammt aus der Predigtsammlung Speculum ecclesiae um 1170:
„diu gnâde diu anegengete sih an dirre naht: von diu heizet si diu wîhe naht.“
„Die Gnade (Gottes) kam zu uns in dieser Nacht: deshalb heisst diese nunmehr Weihnacht.“
Aus der gleichen Zeit (um 1190) stammt das Gedicht des bayerischen Dichters Spervogel:
„Er ist gewaltic unde starc, der ze wîhen naht gebórn wárt: daz ist der heilige krist.“
„Er ist gewaltig und stark, der zur Weihnacht geboren ward: Das ist der Heilige Christ.“
Das erste Wortglied „weih-“ wird von germanisch wīʒja, wīha „heilig“ aus der Grundform des Verbs wīʒjan „weihen“, und des weiteren aus der indogermanischen Wortwurzel ueik‚ „aus-, absondern, weihen“ abgeleitet.
Für die deutsche Sprache wichtige ableitende Formen sind: gotisch weih-s, althochdeutsch, altsächsisch wîh und mittelhochdeutsch wî(c)h und das schwache Verb wîchen. Das Wort kann also mit „heilige Nacht“, beziehungsweise eher als „heilige Nächte“ übersetzt werden, da zum einen das zweite Wortglied -naht hier an die alte Zeiteinteilung vom Tag mit Beginn der Nacht ansetzt und zum anderen der Plural auf mehrere Feiertage in Bezug auf die altkirchliche Tradition der „zwölf Weihnachtstage“ vom 25. Dezember bis Epiphanias am 6. Januar hinweist. Darüber hinaus ist weih, beziehungsweise die germanische Grundform mit lateinisch victima „Opfertier“ verwandt, wie auch die Bezeichnung der Kultstätten, zum Beispiel altnordisch Ve.
Da die ersten Belege für das Wort aus dem 12. Jahrhundert stammen, nehmen viele Forscher an, dass der Begriff christlichen Ursprungs ist, vermutlich als Lehnübersetzung des lateinischen nox sancta aus den Gebeten der lateinischen Christmette unter Verwendung des volkssprachlichen Wortschatzes und ohne Bezug auf vorchristliche pagane Begriffsbildungen, wie ein Vergleich mit dem erhaltenen skandinavischen Begriff des Juls zeigt.
Martin Luther dachte an wiegen und bildete Wygenachten‚ „da wir das kindlein wiegen“.
Theodor Storm bildete aus dem Substantiv „Weihnachten“ dann das Verb „weihnachten“. In seinem Gedicht vom Knecht Ruprecht heisst es in den Anfangs- und Schlusszeilen:
Von drauss’ vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr.