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(Scudder, 1897)
- DE: Fiebers Gebirgsschrecke
- EN: Fieber's Mountain Grasshopper
- FR: La Miramelle de Fieber
- IT: Podisma di Fieber
- Syn.: Pseudopodisma disconzii Galvagni & Fontana, 1991
Morphologie
Pseudopodisma fieberi erscheint wie eine Mischung aus den Gattungen Miramella und Odontopodisma. Die Art hat einen etwas untersetzteren Habitus als die Vertreter der Gattung Odontopodisma. Die Grundfarbe ist ein helles Grün. Besonders bei den Weibchen erscheint die Oberfläche blass milchig. Vom Augenhinterrand verläuft ein schwarzes Längsband über den Halsschild zur Gehöröffnung. Die grosse Gehöröffnung wird vom Vorderflügel verdeckt. Die kurzen und schmalen Flügelschuppen sind rot bis bräunlich und am Unterrand dunkel gesäumt. Die Beine sind orangebraun und besonders die Hinterbeine werden gegen die schwarzen Knie hin rötlich. Die Hinterleibsspitze ist bei beiden Geschlechtern grün bis gelblich und weist keine Rotfärbung auf, wie es von ähnlichen Arten bekannt ist. Die weibliche Legeröhre ist im Gegensatz zu derjenigen von Odontopodisma nicht schmal verlängert, sondern breit und kräftig. Die braunen bis weisslich-grünen männlichen Cerci sind an der Spitze löffelartig erweitert.
Gesang
Wie bei allen anderen Knarrschrecken fehlen Pseudopodisma fieberi die Stridulationsorgane. Inwiefern die Tiere mit den Mundwerkzeugen sogenannte Mandibelgeräusche erzeugen können, ist nicht bekannt. Es ist aber anzunehmen, dass Pseudopodisma fieberi über solche Geräusche kommuniziert.
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Pseudopodisma fieberi reicht von Nordostitalien und Südösterreich über den Westbalkan bis in den Südwesten Rumäniens und den Westen von Bulgarien. Im gesamten Verbreitungsgebiet scheint die Art nur lokal und in isolierten Populationen präsent zu sein. Die sehr wenigen, teils weit voneinander entfernten Fundorte in Österreich beschränken sich auf die Bundesländer Kärnten und die Steiermark. Die Höhenverbreitung reicht von der Ebene bis gegen 2000 m im Gebirge.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Tiere findet man von Anfang Juli bis in den Oktober.
Die Tiere halten sich in ihrem Lebensraum vor allem in der Krautschicht auf. Ansonsten ist über diese Art wenig bekannt.
Lebensraum
Pseudopodisma fieberi besiedelt bevorzugt leicht verbrachende Extensivweiden oder Saumstrukturen. Neben dichten Bereichen in der Grasnarbe ist der Lebensraum mit Stauden und einzelnen Büschen durchsetzt. Auffällig ist, dass im Lebensraum der Anteil an vegetationslosen Stellen sehr gering ist. Mähwiesen scheinen für die Art weniger geeignet.
Gefährdung & Schutz
In fast allen nördlichen Ländern, in denen Pseudopodisma fieberi vorkommt, sind nur wenige, isolierte Vorkommen bekannt. So auch in Österreich, wo die Art im südlichen Kärnten und in der Steiermark zwei lokale Vorkommen hat. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Art noch an anderen Stellen vorkommt und hier einst auch gefunden wird. Aufgrund der schlechten Datenlage zu dieser Art wurde in der Roten Liste Österreichs keine Beurteilung ihres Status vorgenommen; doch ist davon auszugehen, dass die gegenüber Lebensraumveränderungen empfindliche Art am schwach besiedelten Nordrand des Verbreitungsgebiets sehr stark bedroht ist. Auch deuten Feldbeobachtungen auf einen Rückgang der Bestände hin. Auf der Balkanhalbinsel gibt es grössere, zusammenhängende Vorkommen, so zum Beispiel in Rumänien, weshalb die Art im gesamten Verbreitungsgebiet als nicht gefährdet gilt. Die grösste Gefährdung geht von der Verwaldung der Lebensräume aus, aber auch eine intensive Beweidung ist für die Existenz der Art ein Problem.
- CH: Abwesend
- DE: Abwesend
- AT: DD (Ungenügende Datengrundlage)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Pseudopodisma fieberi kann mit den beiden Odontopodisma-Arten verwechselt werden. Die Cerci der Männchen sind bei den Odontopodisma-Arten klein und kegelförmig. Zudem ist die Hinterleibsspitze mehr oder weniger rot gefärbt. Die beiden in Österreich vorkommenden Odontopodisma-Arten haben des Weiteren keine roten, sondern grüne Hinterschenkel. Die Legeröhren der Weibchen sind schmal und auffallend lang. Im Habitus sind die Miramella-Arten ebenfalls ähnlich. Diese haben jedoch eine ausgeprägte Schwarzzeichnung und rote Farbtöne sind auf die Unterseiten der Hinterschenkel beschränkt. Podisma pedestris ist grösser und die Grundfarben sind gelb, orangebraun bis gräulich, Grün kommt nicht vor. In Nordostungarn (Matra- und Bükkgebirge), der Slowakei und Tschechien kommt mit Pseudopodisma nagyi eine weitere sehr ähnliche Art der Gattung vor. Sie unterscheidet sich vor allem anhand der Genitalien.