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Grosse Kirchgasse 3: Gebäude teilweise aus dem 18. Jahrhundert.
Um 1920 Haus der Familie Halter-Iten. Auf der Reuss-Seite hatte Vater Albert Halter eine Drechslerwerkstatt. Er machte „Hefteli“ (Handgriffe) für Milchkessel. Er belieferte die Firma Birchmeier in Künten. Er machte auch Handgriffe für Standen und Zuber, Seilgumpi, Surrli, Treppensprossen und Treppengeländer und sogar Kinderbettli.
Auf der Gassenseite war das "Tuch- Mercerie und Bonneterie-Geschäft",von Albertine Müller-Halter, welche sie am 17. Mai 1920 von Frau J. Seiler-Iten erworben hatte.
Foto um 1920:
Mercerie- und Tuchwarengeschäft der Familie Albert Müller-Halter. Geführt wurde der Laden von Albertine Müller-Halter, Tochter von Gemeindeschreiber Halter. Frau Halter war Weissnäherin. Verkauft wurden Stoffe, Wolle, Faden, Knöpfe usw. Rechts neben Albertine Müller- Halter deren Tochter Helene Müller. Diese war Arbeitslehrerin und wollte ins Kloster Heilig Kreuz in Cham eintreten, half dann aber ihrer Mutter im Geschäft und führte dieses später nach dem Tod ihrer Mutter alleine weiter. Vorne die weiteren Kinder von Albertine Müller, Ernst und Alice Müller, welche eine Verwaltungslehre auf der Gemeindekanzlei Mellingen absolvierte. Geschäftsaufgabe um 1980.
Bis 2016 wohnte Familie Bruno Greber in diesem Haus.
Im Januar 2017 Baugesuch der MLL Immobilien AG: Umbau bestehendes Wohngebäude mit Nebennutzung
Einbau von sieben 1 1/2 Zi Wohnungen mit je einer Dachlukarne (auf Reussseite und Städtliseite) und Neubedachung
Bild-Nr.: 06004.5
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli / Anna Nüssli.
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Im Dezember 1916 verkaufte Frau M. Hürlimann-Gamma die Metzgerei an Adolf Buchmüller (1873-1963), von Schöftland. 1938 ging der Betrieb an den gleichnamigen Sohn Adolf Buchmüller (1903-1987) über. Um 1969 übernahm Sohn Hugo Buchmüller (1939-2018) die Metzgerei. 1994 schloss letzterer den Betrieb. Die Geschäftsräumlichkeiten wurden zuerst an Osvaldo Longo und anschliessend an Sevket Ertug (jetzt, d.h. Pächter im Restaurant "Pizzeria-Subito, Kleine Kirchgasse 7) vermietet und als Pizzeria geführt. Am 31.10.2016 kaufte die Gemeinde das Gebäude. Da dieses direkt ans neue Rathaus reicht, könnten hier dereinst neue Räume für die Gemeindeverwaltung geschaffen werden.Mehr
Über die früheren Besitzer dieses Hauses hat Albert Nüssli nachgeforscht:
- 1809 ist das Haus im Besitz von Bonifaz Bumbach.
- 1815 kauft Glaser Josef Leonz Halter dieses Gebäude.
- 1840 erwirbt Metzger Ambros Gredinger die Liegenschaft.
- Möglicherweise 1855 erbaute Gredinger das Schlachthaus gegen die Reuss hin.
- 1885 geht das Gewerbe- und Wohnhaus an Gredingers Sohn August über.
- 1911 Metzger Martin Peterhans, von Fislisbach kauft am 25. Februar die Liegenschaft.
- 1911 Im gleichen Jahr ging das Gebäude am 11. Oktober an Metzger Leo Hürlimann, von Walchwil über.
- Über die späteren Besitzverhältnisse s. oben.
Bild-Nr.: 06010.20.1
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Yolanda Zehnder / Rainer Stöckli / Robert Höhener
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Ein Musterbeispiel für ein „Altstadt-Krimskramslädeli“ war der Laden des „Hartmann Lisi“ in der Grossen Kirchgasse. Das Angebot reichte von Nippsächelchen über ein buntes Vielerlei bis zu Bedarfsartikeln für den Alltag. Das Foto stammt aus den 1950er- oder 1960er-Jahren, als Hartme Lisi diesen Laden betrieb.
Von 1994 bis 2019 betrieb Marisa Frick dort das Spielwaren- und Kleinkinderkleidergeschäft Salamander. Im August 2019 eröffnete hier Monique Stalder ein Fusspflegestudio.
Um 1920 führte Frau Schatzmann hier ein Mercerie- und Bonnetteriegeschäft.
Erfreulich ist, dass die sicher etwa 100-jährigen säulenartigen Einrahmungen mit kreisrunden Einschlüssen in der Mitte, welche die Schaufenster begrenzen, bis heute erhalten geblieben sind. Das Gleiche gilt für den altertümlich gestalteten Überbau oberhalb von Ladentüre und Schaufenstern.
Man erzählt sich......
dass Hartme Lisi in der Migros Früchte und Gemüse kaufte und dann in ihrem Lädeli weiter verkaufte.. :)
Bild-Nr.: 06006
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Mitten im Städtchen gibts etwas, was es sonst kaum mehr gibt: ein Bücherantiquariat, ein Laden mit gebrauchten Büchern. Ein Fundus für Liebhaber spezieller Titel.
Können alte Bücher etwas bewegen?
Daniel Fischer antwortet etwas belustigt: "Und ob Bücher bewegen können. Bücher bewegen, seit es sie gibt, zu jeder Zeit."
Es fällt schwer, sich die Dynamik eines solchen Geschäfts mit gebrauchten Büchern vorzustellen, zumal im altehrwürdigen Städtchen Mellingen, direkt gegenüber der katholischen Kirche. Aber vielleicht ist es genau das, was es ausmacht. Fischer sagt: "Ich möchte die schnellen Wege unterbrechen." Damit zielt er auf die Geschwindigkeit, mit der Bücher heute im Internet gehandelt werden, auch alte und gebrauchte Bücher. Fischer entschleunigt. Er pflegt das Sinnliche. Er liebt den Gegenstand Buch. Das Faible für das Buch hat ihn schon früh gepackt. er wollte Buchhändler werden. Doch diese Stellen sind rar. So wurde er Zahlenmensch bei einer Bank.
Als der Laden 2009 frei wurde, habe er die Chance packen müssen. Mittlerweile ist der Laden bis unter die Decke voll mit Büchern. Fischer ordnet die Bücher nach Themen.
Sei es Technik, Schweizer Geschichte, Uhren, Architektur, Spielzeuge, Möbel, Kunst, auch Berge, Industrie oder Militärhistorisches. Die Auswahl ist riesig.
Fischer versteht das Antiquariat als Fachgeschäft. Er ist kein Krämer. Jedes Buch hat seinen wohlbegründeten Preis. Manche nur wenige Franken. Es gibt aber auch Kostbarkeiten. Fischer ist immer interessiert an Büchern in gutem Zustand.
Beat Gomes
Bild-Nr.: 06500
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Beat Gomes, Reussbote 21.11.2014
Copyright: © Viktor Zimmermann