Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03513.jsonl.gz/1020

In der Kirche feierten wir am 5. März den ökumenischen Weltgebetstag 2021. Die Frauen von Vanuatu stellen ihre Liturgie unter das Thema „Auf festen Grund bauen“. Das ökumenische Vorbereitungsteam Entfelden hat uns ein vielseitiges Bild über den Inselstaat und dessen Bevölkerung vorgestellt. Im Südpazifik gelegen besteht Vanuatu aus 83 verschieden grossen Inseln, wovon 67 bewohnt sind, und zählt 300000 Einwohner. Frauen aus sieben unterschiedlichen Kirchen erarbeiteten diese Liturgie und erlebten z.T. erstmals ökumenische Erfahrungen. 85% der Bevölkerung sind Christen. Westliche Missionare verkündeten im 19.-20. Jh. das Wort Gottes. Die Inschrift auf ihrem Nationalwappen bedeutet “mit Gott bestehen wir“. Ihr fester Glaube ist ihr Lebensfundament. Vanuatu wurde erst 1980 eine unabhängige Republik und bekam seinen jetzigen Namen. Vorher stand es unter Verwaltung von Frankreich und England. Bis zur Unabhängigkeit hatten die Menschen weder Rechte noch Pässe.
Der Tourismus als eine der Haupteinnahmequellen des Landes bietet 1/3 der Bevölkerung Arbeit. Wunderschöne Regenwälder und Sandstrände locken Feriengäste an. In Vanuatu werden 100 Sprachen gesprochen. Die nationale Einheitssprache „Bislama“ ist eine auf dem Englischen basierende Kreolsprache. Die britische New Economics Foundation hat in den vergangenen Jahren Vanuatu gleich zweimal zum Land mit den glücklichsten Menschen der Welt erklärt. Gründe: Das Land gehört der Bevölkerung. An Ausländer kann es nur verpachtet werden. Die Einwohner sind mehrheitlich Selbstversorger und haben ein grosses Wissen über die Pflanzenzyklen. Im Regenwald und im Meer finden sie genügend Nahrung. Sie sind mit ihrem Los zufrieden und dankbar für alles was ihnen die Natur schenkt. Obwohl die Frauen auf Vanuatu bereits 1975 das Wahlrecht erhielten, leiden sie immer noch unter den sozialen Verhältnissen der Stammestraditionen. Frauen sind den Männern unterworfen. Nicht nur die Frauenrechte, auch die Kinderrechte sind ungeschützt. Diesbezüglich ist Vanuatu ein Entwicklungsland. Der Schulbesuch ist obligatorisch. Doch für viele Familien ist das Schulgeld ein grosses Problem, sodass die Kinder deswegen fern bleiben . Qualifizierte Lehrkräfte, wie auch Unterrichtsmaterial sind rar. Der Inselstaat Vanuatu ist immer in Bewegung. Aktive Vulkane, Erdbeben, Sturmfluten und Wirbelstürme bedrohen das Leben der Einwohner. Sie verlieren dadurch oft ihre Häuser und die Ernte. Die ganze Lebensgrundlage bricht zusammen und sie müssen wieder von neuem aufbauen. Eine weitere grosse Herausforderung ist die Süsswasserversorgung. Regenfälle werden klimabedingt immer seltener. Es gibt keine Süsswasserquellen. Auch im Gesundheitswesen stehen grosse Probleme an. Es fehlt an allem. Die erste Anlaufstelle für die Bevölkerung ist der Buschdoktor. Sie sind mit geschultem Personal, wie auch mit Medikamenten und Spitälern unterversorgt.
Das Hören auf Gottes Wort gehört zum Alltag in Vanuatu. Ihr tiefer Glaube trägt sie durch alle Bedrohungen und schenkt ihnen Kraft und Hoffnung für ihre alltäglichen Aufgaben und ihre Zukunft. Die Lieder, die wir während der Feier hörten, sind Ausdruck dieser Zuversicht.
Weitere Informationen finden Sie auch auf der Webseite Weltgebetstag Schweiz