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Anna Fasel wurde am 26. Januar 1916 als viertes von acht Kindern der Familie Ildefons und Maria Perroulaz-Zbinden in St. Silvester geboren. Ihr Vater war Knecht bei Grossbauern und wechselte gelegentlich die Stelle, was für die Familie Zügeln bedeutete. Die Mutter ging morgens früh aus dem Haus und machte bei fremden Leuten die grosse Wäsche. So mussten die Geschwister sehr früh einander helfen und Verantwortung übernehmen. Meistens wohnten sie in alten Häusern sehr weit vom Dorf entfernt, und der Schulweg war lang und beschwerlich. Bei Familientreffen wurde später trotzdem von allerlei Erfreulichem und Lustigem erzählt.
Die Schulzeit verbrachte Anna Fasel-Perroulaz in Bösingen, Brünisried, Plaffeien, Düdingen; die Kochschule besuchte sie in Tafers und Düdingen. Während der letzten Schuljahre war sie schon bei Bauern beschäftigt. Nach der Schulzeit «diente» sie in verschiedenen Stellen als Magd, auch im Welschland, um Französisch zu lernen.
1942 heiratete sie Josef Fasel von Niedermonten, und nach einem Jahr Aufenthalt in dessen Elternhaus konnte die junge Familie mit dem ersten Kind ein kleines Bauerngut in Seeli bei Alterswil pachten. Neun gesunde Kinder wurden geboren: sieben Töchter und zwei Söhne. Der Aufenthalt im Bürgerspital in Freiburg für die Geburt der Kinder bedeutete gleichzeitig die einzigen Ferien, die sie jemals hatte.
Einen «Luxus», den sie sich leistete, war, mit jedem Kind einmal die Deutschfreiburger Wallfahrt nach Einsiedeln mitzumachen.
Nach 22 Jahren im Seeli wurde das Land weiterverpachtet, und die Familie musste wegziehen. So zügelte sie nach Bundtels und dann in die Brugera bei Düdingen. 1978 zog die Familie nach Wünnewil. Im Kreuzacker erlebte sie nun eine ruhigere Zeit. 1988 starb im Alter von 80 Jahren ihr Gatte, was für sie nach mehr als 46 gemeinsamen Jahren eine grosse Veränderung bedeutete. Bald danach sollte das alte Haus abgerissen werden, und Mama fand 1992 in der Alten Kur in Wünnewil ein neues Zuhause. Während 14 Jahren lebte sie dort glücklich und sehr zufrieden. Sie besuchte wenn möglich die Messe und begleitete mit ihrem Gebet die grosse Familie. Besonders betete sie auch immer für die Priester.
In der Franziskanischen Gemeinschaft fühlte sie sich gut aufgehoben und machte an ihren Veranstaltungen mit.
Die 23 Grosskinder und 15 Urgrosskinder waren ihre Freude. Für alle hatte sie immer etwas Gutes bereit.
Ihren 90. Geburtstag durfte sie noch zu Hause feiern. Drei Monate später wurde sie so krank, dass sie ins Spital Tafers eintreten musste, von wo sie nicht mehr nach Hause zurückkehren konnte, da sie nun dauernd Betreuung brauchte. So verbrachte sie die letzten zwei Jahre im Pflegeheim Maggenberg in Tafers.
Sie war eine bescheidene, zufriedene und gütige Frau. Grosszügigkeit und Freigebigkeit haben sie ausgezeichnet. Deshalb fällt es den Angehörigen schwer, sie auch mit fast 93 Jahren gehen zu lassen. Sie sind dankbar und froh, dass sie am 13. Dezember friedlich sterben durfte. Eing.