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Auf meiner letzten Japan-Reise benützte ich eine «Visitor SIM» von B-Mobile. Diese Besucher-SIM-Karten sind in jedem grösseren Flughafen direkt in Elektronikgeschäften käuflich. Ich hatte meine im Flughafen Tokyo Haneda in einem Yodobashi Camera-Laden zum Preis von ¥3480 gekauft. Mit diesem Prepaid-Datenplan erhält man 5GB Datenvolumen für 21 Tage in ganz Japan.
Eine Telefonnummer erhält man aus rechtlichen Gründen nicht. Das empfand ich in Zeiten von VOIP, WhatsApp und Line aber nicht als grosse Einschränkung.
Die Registrierung, wie auch die Benützung verlief für mich problemlos. Ich persönlich kann das Paket «Visitor SIM» von B-Mobile basierend auf meinen Erfahrungen jeder und jedem Japanreinsenden empfehlen, die sich unterwegs auf Messaging, Übersetzungs- und Kartendienste verlassen möchte.
In einem Interview las ich spannende Zeilen zur passiven Beeinflussung von Regierungsprogrammen über Parteifinanzierung. Transparenz bei der Finanzierung von Parteien und politischen Kampagnen würden das aus meiner Sicht nicht verhindern, aber immerhin transparent machen.
Untersuchungen etwa aus den USA, Deutschland und Frankreich zeigen, dass Reiche einen stärkeren Einfluss auf den politischen Prozess haben. Zum einen wählen sie öfter als arme Menschen. Zum anderen – und dies ist weit wichtiger – sind Reiche in der Lage, politische Parteien und Kandidaten zu finanzieren. Über die Finanzierung gewinnen sie überproportionalen Einfluss auf die Politik. Ich will nicht behaupten, dass auf diese Weise die Politiker «gekauft» werden. Durchaus wahrscheinlich ist aber, dass Kandidaten ihre Meinung den Präferenzen der reichen Elite anpassen, um ihre Finanzierung sicherzustellen.
In den USA hat man unlängst die verschiedenen Einkommensgruppen nach ihren grössten Sorgen befragt. Dabei zeigte sich, dass die Sorgen der Reichen in zirka 90% der Fälle ins amerikanische Parlament getragen wurden. Die wichtigsten Sorgen der Mittelklasse schafften es demgegenüber nur in den politischen Prozess, wenn sie deckungsgleich waren mit den Sorgen der Reichen. Wenn sie sich von den Problemen der Reichen unterschieden, lag die Wahrscheinlichkeit nur bei zirka 30%. Mit anderen Worten: Die Sorgen der Reichen werden von der Politik mit einer deutlich grösseren Wahrscheinlichkeit angegangen.
Diesen Fakt der Kohlegewinnung kannte ich nicht und fand ich beeindruckend. Könnte es sein, dass nur Wenige damit gerechnet haben? Hoffentlich sind nicht einberechnete Folgeschäden bei der Atomkraft ähnlich einfach aus der Welt geschafft.
Seit Neujahr wird im Ruhrgebiet nicht mehr aktiv nach Kohle geschürft.
Die übermässige asynchrone Kommunikation habe zu Missverständnissen, langsamen Projekten und schlussendlich Frustration geführt. Wenn ich das lese, fällt mir ein Stein vom Herzen. Nicht, weil ich Help Scout keine erfolgreiche Remote-Kultur gönne, vielmehr weil ich im Job einer der Face to Face-Fraktion bin, je länger je weniger Konversationen per Chat führen möchte und dafür nicht immer Lob und Verständnis ernte.
Wenn nun aber eine so stark auf Remote eingestellte Firma wie Help Scout gewichtige Schwächen der asynchronen Kommunikation bemerkt, bestärkt mich das in meiner Meinung.
In Japan stösst man oft auf kleine Balletstudios. Ihre Aufmachung und Namen wirken auf mich oft wie Frankreich-Kitsch. Gemäss einer Arbeit von Sayako Ono der Tokyo University zum Thema, steht Ballet für eine art westliche Traumwelt, in der weniger gesellschaftlicher Druck auf dem Rollenbild der Frau lastet, wie das in Japan der Fall ist.
Der Ursprung des Ballet-Booms startete ungefähr 1955 bis 1975 . In diese Zeit entwickelte sich in Japan eine Mittelklasse, die sich zunehmend Luxusartikel leisten konnte. Während dieser Zeit waren Balletstunden sehr teuer und deshalb nur für die Oberschicht erschwinglich. Für viele zu dieser Zeit in Japan heranwachsende Frauen war Bellerina ein fast unerreichbares Ziel und eine Art Traumberuf. Ein Grund für dieses Image war auch, dass Ballet in Massenmedien als beliebtes Motiv für Cover-Fotos und 1972 in einem Japanischen «Dorama» – eine Art japanischer Soap Opera – angepriesen wurde.
Viele in dieser Zeit aufgewachsene Frauen wurden von diesen Idealen beeinflusst. Sayako Ono sieht Indizien dafür, dass diese Frauen ihren Kinder das ermöglichen wollten, was für sie ausserhalb des Möglichen lag. Viele Frauen dieser Generation gehen gleich selber in Balletstunden, um das vermeintlich verpasste nachzuholen. Für sie bedeutet Ballet einen sozialen Status, der in jungen Jahren ein schier unerreichbares Ideal war.
Für Frauen im Alter von 40 aufwärts ist es einerseits eine Form der Selbstverwirklichung in einer Umgebung, in der sich viele Freuen voll und ganz ihrer Familie hingeben. Es ist ein Ausbruch aus der klassischen Rolle für eine kurze Zeit. Zudem ist für viele Frauen in Japan der Westen eine art Traumwelt, in welcher der gesellschaftliche Druck auf das klassische Rollenbild der Frau weniger stark ist als in Japan.
Ballet ist eine kleine Insel, im Meer der alleinigen Verantwortung für Haushalt und Kinder, auf der die ansonsten für Frauen gesellschaftlich verpönte Sehnsucht nach eigenwilligem und ich-zentriertem Handeln ausgelebt werden kann.
Spannend. Und wenn Du noch nie in Japan warst – es gibt dort noch ganz viel andere spannende, schöne, überraschende, verblüffende, lustige, erstaunliche, schelle und unglaublich gut organisierte Dinge. Eine Reise lohnt sich.
Gamen via Fernsteuerung auf einem Server in einem Rechenzentrum irgendwo auf der Welt. Das geht mit einem einigermassen aktuellen Computer zuhause und einer Top-Internetverbindung erstaunlich gut.
Weg mit dem Spiele-PC
Ich möchte ab und zu ein PC-Game zocken. Ich möchte aber nicht für «ab und zu» eine sperrige PC-Kiste zuhause rumstehen haben.
Auf der Suche nach Alternativen stiess ich auf einen Artikel auf golem.de. Darin wird erklärt, wie über ein Amazon-Fire-Stick gezockt werden kann. Wär doch gelacht, wenn mein guter, alter iMac mid2010 nicht fertig bringt, was ein kleiner Amazon-Fire-Stick schafft.
Nach vielen Stunden Problemsuche stellte ich fest, dass eine kleine paperspace-VM (Virtual Machine) nicht fürs Cloud Gamen reicht. Die Streaming-Software Parsec benötigt für das Encoding eine gute Grafikleistung auf der virtuellen Maschine.
Für $7 pro Monat Grundgebühr $0.51 pro Stunde gibt es bei Paperspace das Abo «GPU+». Damit funktionierte bei mir Parsec wunderbar.
Latenz
Ich schätze die Latenz bei mir auf ca. 100ms. Zugute kommt mir ein synchroner 1GB-Internetanschluss (Shoutout für den besten Internetanbieter der Schweiz: Fiber7 🙌). Bremsen tut mein in die Jahre gekommene iMac 2010. Bei jedem Start von Parsec erhalte ich wegen fehlender Unterstützung einer Hardwarebeschleunigung eine nervige Warnung.
Vor allem bei schnellen Szenewechseln sind deutliche Artefakte zu erkennen. Das könnte auch an meinem Compi liegen. Stören tut es am Anfang fest, mit der Zeit gewöhnt man sich daran.
Latenz
Ist mit 100ms eher an der oberen Grenze und wird bei Auflösungen über FullHD auf meinem Setup deutlich höher.
Hardwarevoraussetzungen
Fürs schnelle decoden der Bilder ist doch eine gewisse Hardware nötig. Viel braucht es nicht, aber ein 10-jähriger Compi ist dann doch etwas knapp bemessen. Details zu den Anforderungen: https://support.parsecgaming.com/hc/en-us/articles/115002702391-Hardware-Requirements-For-Connecting-To-Another-Computer-With-Parsec
Meine ATI Radeon HD 5750 schmeisst eine Fehlermeldung wegen fehlender Unterstützung.
Kosten
Ein eigener Computer wäre günstiger, wenn ich mehr als 815 Stunden pro Jahr oder knapp 16 Stunden pro Woche am Computer spielen würde.
Als Berechnungsgrundlage ging ich von jährlichen Kosten von CHF 500 für Computerhardware aus. Ich hab ausgerechnet, wie viel ich pro Jahr für CHF 500 mit dem Parsec «GPU+»-Plan und 100GB Platz spielen könnte. Rechnung:
((500-(12*7))/0.51) = 815.7
oder pro Woche
((500-(12*7))/0.51)/52 = 15.7
Fazit
Hast Du einen einigermassen neuen Computer oder ein Android-Tablet, brauchst keine Ultrakurz-Latenz und spielst eher Rollen-, Strategie oder Adventures, dann kann ich Dir das Setup empfehlen. Du sparst eine grosse Kiste zuhause und bei unter 15 Spielstunden pro Woche auch Geld.
Ein vollwertiger Ersatz für ein lokales Game Setup ist das Cloud Gaming aus meiner Sicht noch nicht. Ich bin aber gespannt, was die Zukunft in dieser Hinsicht zu bieten hat.
Die einen hassen, die anderen lieben es: Nattō – die japanische Spezialität hergestellt aus fermentierten Sojabohnen.
Natto riecht stark und zieht Fäden beim Essen. Tönt nach Fondue und ich finde den Geruch vergleichbar. Die Natto-Fäden sind aber schleimig und nicht cremig/käsig wie beim Fondue. Und beim «schleimig» sehe ich auch das Kompatibilitätsproblem mit Europa. Ich hab das Gefühl, bei uns Europäern löst schleimiges Essen schnell Ekel aus.
Die Erfahrung zeigt ebenfalls: das glibberige und schleimige Natto schmeckte den meisten mir bekannten EuropäerInnen nicht. Beim ersten Bissen bin ich ehrlich gesagt auch erschrocken und musste mich. In Japan trifft man jedoch laufend auf «schleimiges» Essen, wie zum Beispiel Quallen, Tororo, Algen oder Okra.
Wenn Du mal in Japan bist und auf der Suche nach komplett Neuem bist: Versuche Natto, Tororo oder Okra! Entweder, Du wirst es lieben. Oder Du hasst es – kannst dafür etwas auf der «Must have done in life»-Liste abhaken.
Den ersten VPN-Vertrag legte ich mir zu, um japanisches Netflix sehen zu können. Das klappte fast ein Jahr lang mit dem Anbieter Torguard. Urplötzlich war aber Schluss und Netflix schob dem Anbieter einen Riegel. Versuche mit ProtonVPNschlugen ebenfalls fehl.
Netflix funktionierte nicht mehr. Das Abo hab ich trotzdem behalten. Ich aktiviere meine VPN-Verbindung seitdem in öffentlichen oder Teilöffentlichen Netzwerken. Die Kosten dafür sind zwei Tassen Kaffee im Monat (CHF 10) und ein paar Sekunden Zeit zur Aktivierung der Verbindung. Das ist es mir angesichts von verbesserter Sicherheit und weniger Gläsernheit allemal wert.
In Japan gibt es Self-Scanning, bei denen kein Barcode-Scannen mehr anfällt. Ich habe das bei meinem letzten Japan-Aufenthalt ausprobiert, war schwer beeindruckt und freue mich darauf, wenn diese Technologie den Weg in unsere Gefilde schafft.
Hier in der Schweiz, benütze ich oft die Self Scanning-Kassen. Ich fühle mich weniger gestresst, weil ich da in meinem Tempo einpacken kann.
Bei der von mir bei Uniqlo getesteten Kasse, entfällt das mir gewohnte Barcodescannen. Stattdessen reicht es, die Ware im Warenkorb in einen kleinen Schrank stellt. Darauf erkennt das System alle Kleidungsstücke darin und zeigt diese auf dem Display an. Danach wird gezahlt und auf Wunsch kann man sich die Kleider noch schön einpacken lassen. Von einem Menschen.
Ich war schwer beeindruckt vom Geschwindigkeitszuwachs dieser Methode. Der ganze Bezahlprozess verläuft massiv schneller, wie wenn Artikel per Barcode-Scanning einzeln eingelesen werden. Ich kann mir gut vorstellen und hoffe, dass ähnliche Systeme mittelfristig auch in der Schweiz mittelfristig Einzug halten werden.
Auf YouTube fand ich folgenden Film, der den Prozess dokumentiert.