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Die Schweiz stellt dem IWF Mittel für die Kreditvergabe zur Verfügung. Mit der Kreditvergabe kann der IWF ein Mitgliedsland bei der Umsetzung eines makroökonomischen Anpassungsprogramms finanziell unterstützen. Die Schweiz stellt dem IWF Mittel für zweierlei Arten der Kreditvergabe zur Verfügung:
1. Reguläre marktmässig verzinste Kreditvergabe
Der Hauptteil der Kreditvergabe des IWF für die Mitgliedsländer ist marktmässig verzinst. Für diese Form der Kreditvergabe kann die Schweiz insgesamt maximal rund 24 Milliarden Franken zur Verfügung stellen, verteilt auf folgende drei Finanzierungsquellen:
- Quoten: Die Quoten sind die primäre Finanzierungsquelle des IWF. Sie sind durch alle Mitglieder verpflichtend zu leisten und sind unbefristet. Die Quoten bestimmen auch die Stimmkraft der Länder im Exekutivrat des IWF sowie den Umfang, in dem einzelne Mitgliedsländer finanzielle Hilfe des IWF in Anspruch nehmen können.
Der Quotenanteil der Schweiz beträgt zurzeit rund 1,2% (umgerechnet rund 8 Milliarden Franken).
- Neue Kreditvereinbarungen (NKV): Dadurch können Mitgliedsländer dem IWF freiwillig zusätzliche Mittel zur Verfügung stellen. Diese Mittel werden über zeitlich befristete Kreditlinien zur Verfügung gestellt, ergänzen die Quoten und können nur im Fall von Störungen des internationalen Währungs- und Finanzsystems verwendet werden.
Die Schweiz nimmt an den NKV teil. Der maximale Betrag beläuft sich auf umgerechnet gut 7,5 Milliarden Franken.
- Bilaterale Kreditlinien: Die Mitgliedsländer können dem IWF freiwillig zusätzliche Mittel auch in Form zeitlich befristeter bilateraler Kreditlinien zur Verfügung stellen. Im Oktober 2016 wurde eine Erneuerung der bilateralen Kreditlinien, die dem IWF 2012 gewährt wurden, beschlossen (total rund 440 Milliarden US-Dollar). Diese Kreditlinien sollen sicherstellen, dass der IWF beim Auftreten schwerwiegender systemischer Krisen über angemessene Mittel verfügen würde zur Stabilisierung des internationalen Währungs- und Finanzsystems. Die Kreditlinien wurden bisher noch nie benötigt und sie laufen spätestens 2020 aus.
Nach Abschluss der Revision des Bundesgesetzes über die internationale Währungshilfe (WHG) beauftragte der Bundesrat die Schweizerische Nationalbank (SNB) im Oktober 2017, dem IWF ein Darlehen in Höhe von 8,5 Milliarden Franken zu gewähren. Der Bund garantiert der SNB die fristgerechte Rückzahlung. Dieses bilaterale Darlehen trat am 30. Januar 2018 in Kraft.
2. Subventionierte Kreditvergabe für die einkommensschwachen Länder
Mit dem Treuhandfonds für Armutsbekämpfung und Wachstum (PRGT) des IWF werden Kredite an einkommensschwache Mitgliedsländer zu Vorzugsbedingungen vergeben. Der Fonds wird durch bilaterale Beiträge der Mitgliedsstaaten und IWF-eigene Mittel finanziert. Die eidgenössischen Räte beschlossen am 14. Juni 2017 die Übernahme einer Garantieverpflichtung von 800 Millionen Franken an die SNB im Rahmen eines Darlehens an den PRGT.
Mit Ausnahme der Beiträge für die PRGT-Zinsverbilligung werden die finanziellen Leistungen an den IWF durch die SNB erbracht. Im Fall der bilateralen Kreditlinien sowie der Darlehen an den PRGT garantiert der Bund der SNB die fristgerechte Rückzahlung und Verzinsung. Die durch den IWF beanspruchten Mittel für die marktmässig verzinste Kreditvergabe können von der SNB im Bedarfsfall jederzeit und unverzüglich zurückgefordert werden.
Informationen zum aktuellen Stand der finanziellen Beziehungen zwischen der Schweiz und dem IWF: siehe Link.
Bilaterale Währungshilfe
Die Schweiz kann gestützt auf das WHG auch einzelnen Staaten und Staatengruppen Währungshilfe leisten, um damit die Stabilität der Internationalen Währungs- und Finanzbeziehungen zu erhalten und zu fördern.
Im März 2017 überwies die Schweiz eine Kredittranche in Höhe von 100 Millionen US-Dollar an die Ukraine, mit einer Laufzeit von 5 Jahren. Diese Währungshilfe zugunsten der Ukraine wurde 2015 verabschiedet, im Rahmen einer vom IWF international koordinierten Aktion, die bilaterale Kredite auch von anderen Ländern sowie ein IWF-Programm umfasste.
Weiterführende Informationen
Letzte Änderung 28.01.2020