Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03607.jsonl.gz/2054

1993 recherchierte ich über die «letzten Juden von Mogador» und verfasste eine gleichnamige Reportage im Magazin der Basler Zeitung. Von den über 30 Synagogen war nur noch eine einzige in Betrieb; die Möbel schäbig und mit Staub bedeckt. Schon damals bemühte sich André Azoulay, der – jüdische – Berater des marokkanischen Königs darum, das jüdische Erbe von Essaouira, dem alten Mogador, und die Erinnerung an die jahrhundertelange friedliche Koexistenz von Muslimen, Juden und Christen zu bewahren. Dazu gründete er 2003 mit einer kleinen Gruppe von Gleichgesinnten das «Festival des Andalousies Atlantiques», das Anfang November zum 16. Mal stattfindet. Seit kurzem erstrahlt auch die Synagoge von Rabbi Haim Pinto im neuen Glanz, und im Haus nebenan ist ein Museum der jüdischen Kultur entstanden. – Ein kleines Wunder in einer Zeit der «mörderischen Identitäten», mit den Worten des libanesischen Schriftstellers Amin Maalouf.