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An der Rugby-WM in Japan kommt es im Halbfinal zu einer Art vorweggenommenem Final zwischen Neuseeland und England.
Sowohl die «All Blacks» (46:14 gegen Irland) als auch England (40:16 gegen Australien) demonstrierten in ihren Viertelfinals gegen vermeintlich gefährliche Gegner eindrücklich ihre Stärke. Rekord-Weltmeister Neuseeland strebt in Japan den dritten WM-Titel in Folge an. Nach den Rücktritten der Starspieler Richie McCaw und Dan Carter aus der Nationalmannschaft erwartete man ein etwas schwächeres Team als vor vier Jahren, bislang scheinen die Neuseeländer allerdings praktisch unantastbar. Irlands 14 Punkte kamen erst in der Schlussphase, als die Partie längst entschieden war.
Auch England hinterliess in der Vorrunde und im Viertelfinal einen starken Eindruck. Das Team des australischen Trainers Eddie Jones steht erstmals seit zwölf Jahren wieder in einem WM-Halbfinal. 2011 hatte England im Viertelfinal verloren und vor vier Jahren schied es bei der Heim-WM nach Niederlagen gegen Wales und Australien bereits in der Vorrunde aus.
Die Revanche war am Samstag in Oita nie in Gefahr. Während die Australier auf der ganzen Linie enttäuschten, geriet England nach zwei frühen Tries von Flügel Jonny May nie in Bedrängnis. Die «Wallabies» verpassten bei der neunten WM erst zum dritten Mal nach 1995 und 2007 die Halbfinals.
Fast schon tragisch ist die WM-Bilanz Irlands. Dreimal gewannen die «Kleeblätter» in den letzten sechs Jahren das Six-Nations-Turnier der europäischen Topnationen, 2018 sogar mit einem Grand Slam. Auch Neuseeland hatte Irland in zwei der letzten drei Testspiele bezwungen, an der WM kamen sie aber noch nie über die Viertelfinals hinaus. Dennoch stehen in Japan zwei europäische Teams im Halbfinal, nachdem dies vor vier Jahren in England nur solche aus der Süd-Halbkugel geschafft hatten.