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Die Geschichte des giftigen Kugelfisches
Der Kugelfisch, «Fugu» genannt, ist Japans Delikatesse mit dem besonderen Ruf. Da Teile seiner Innereien und der Haut das hochgiftige Tetrodotoxin – von dem es kein spezifisches Gegengift gibt – beinhalten, bedarf es für die Zubereitung des geniessbaren Fleisches einer Lizenz des Gesundheitsministeriums (Asienspiegel berichtete). Die strikten Regelungen durch das Lebensmittelgesetz sorgen dafür, dass es im Vergleich zum hohen Konsum des Kugelfisches heute kaum noch zu Vergiftungen, geschweige denn zu Todesfällen kommt. Dabei fällt auf, dass allermeist bei der häuslichen Zubereitung eines frisch gefangenen Fugu ein Fehler unterläuft. So zeigt beispielsweise die Statistik des Gesundheitsministeriums, dass es in diesem Jahr bislang zu 9 Krankheitsfällen kam. Alle hatten den Fisch zuhause selber zubereitet.
Das grössere Wissen um diesen Fisch und die strikten Gesetze zeigen heute Wirkung. Es gab in der japanischen Geschichte aber auch andere Zeiten, in denen der Kugelfischs tatsächlich eine Gefahr darstellte. 1592 untersagte Kriegsherr Toyotomi Hideyoshi den Verzehr von Fugu, nachdem viele seiner Soldaten daran gestorben waren. Das Verbot blieb sogar während der gesamten Edo-Zeit (1603 bis 1898) und zu Beginn der Meiji-Zeit (1868 bis 1912) in Kraft. Nicht alle hielten sich daran. Besonders in der Stadt Shimonoseki in der Präfektur Yamaguchi genoss der Fisch den Ruf einer besonderen Delikatesse. Als der erste Premierminister Japans, Itō Hirobumi, 1888 den Kugelfisch im Restaurant Shupanrō in Shimonoseki kostete, war er von dessen Geschmack begeistert, dass er das Verbot für diese Präfektur Yamaguchi aufhob. Landesweit wurde das Fugu-Verbot erst nach dem Zweiten Weltkrieg aufgehoben. Die strikten Regeln für die Zubereitung traten in den 1950ern in Kraft.
Der Fugu-Song
Shimonoseki entwickelte sich so zu einem Zentrum des Kugelfisches. Bis heute befindet sich hier der wichtigste Markt für den Kugelfisch (Asienspiegel berichtete). Seit 130 Jahren darf man in dieser Stadt nun schon den Fisch ganz legal zubereiten und essen. «Das Zentrum des Kugelfisches» feiert dieses Jubiläum mit einer eigenen Website, einem Logo und sogar einem eigenen ziemlich ungewöhnlichen Video. Darin singt der 14-jährige Schauspieler Fuku Suzuki als Kugelfisch von der abwechslungsreichen Geschichte dieser Speise (siehe Video unten). Am Ende des Videos erfährt man zudem, dass in Shimonoseki dieser Fisch nicht Fugu sondern Fuku genannt wird. Das Wort ist gleichbedeutend mit Glück (und ja genau, es auch der Name des Schauspielers). Es sei quasi ein Dankeschön an die Menschen, die sich dem Verbot widersetzten, ihr Leben aufs Spiel setzten und dafür gesorgt haben, dass man den Fisch heute bedenkenlos essen kann.
Der Karato-Markt in Shimonoseki
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