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In den USA ist trotz der bestehenden Probleme bei der Beschaffung tödlicher Medikamente wieder die Todesstrafe vollstreckt worden. Der 45-jährige Eddie Davis wurde per Giftspritze hingerichtet. Er hatte 1994 ein junges Mädchen vergewaltigt und ermordet.
Wochen nach der schweren Panne bei einer Exekution in Oklahoma, die zum qualvollen Tod des Verurteilten führte, hat in den USA wieder eine Hinrichtung stattgefunden. Im US-Bundesstaat Florida wurde am Donnerstag (Ortszeit) ein 45-jähriger verurteilter Vergewaltiger und Mörder getötet.
Eddie Wayne Davis hatte 20 Jahre in der Todeszelle gesessen. Er war verurteilt worden, 1994 die elf Jahre alte Tochter seiner Ex-Freundin entführt, vergewaltigt und erstickt zu haben. Davis hatte vor seiner Hinrichtung versucht, durch eine Anrufung des Supreme Court einen Aufschub zu erhalten. Doch er scheiterte, ihm wurde tödliches Gift gespritzt, um 18.43 Uhr erklärten ihn die Behörden für tot. Davis war der 24. Todeskandidat in den USA, der in diesem Jahr hingerichtet wurde. Im US-Staat Florida war es die siebte Exekution.
Unterdessen wurde einem Todeskandidaten aus Arizona der Aufschub seiner Hinrichtung verwehrt. Joseph Rudolph Wood – verurteilt wegen Mordes an seiner Ex-Freundin und dessen Vater – wollte erwirken, dass der Bundesstaat ihm Informationen über die Zusammensetzung und die Hersteller seines tödlichen Giftcocktails gibt. Die Behörden lehnten dies jedoch ab, woraufhin Wood forderte, seine Hinrichtung so lange zu verschieben, bis ihm die Details bekannt waren.
Die USA haben seit einiger Zeit enorme Probleme bei der Beschaffung der für die Giftinjektionen verwendeten Mittel. Der Grund: Europäische Hersteller weigern sich, die Substanzen für diesen Zweck zu liefern. Mehrere der 32 Bundesstaaten, die noch die Todesstrafe vollstrecken, benutzen seitdem für Hinrichtungen neue Substanzen, die teils aber nicht offiziell zugelassen und erprobt sind. Der Bundesstaat Tennessee führte aus Mangel an geeigneten Medikamenten den elektrischen Stuhl wieder ein.
Ende April hatte ein Todeskandidat nach einer Panne bei der Giftinjektion 43 Minuten qualvoll mit dem Tod gerungen, bevor er einen tödlichen Herzinfarkt erlitt. Danach hatte es sieben Wochen lang keine Exekutionen in den USA gegeben. Mitte Juni endete das Moratorium jedoch, innerhalb von 24 Stunden richtete die US-Justiz drei Menschen hin.
Wood ist nicht der erste, der versucht, Informationen über die Giftcocktails zu erzwingen. Zwei Häftlinge, darunter der qualvoll Verstorbene, hatten Oklahoma verklagt, um den Lieferanten für die verwendeten Substanzen zu erfahren. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte jedoch Erfolg damit, die Informationen geheim zu halten.
Ende Juni hatten zudem 21 zum Tode Verurteilte Klage wegen der unerprobten Hinrichtungsmethoden gegen Oklahoma eingereicht. Der Vorwurf: Der Strafvollzug in dem Bundesstaat missbrauche Todeskandidaten als Versuchsobjekte und verletze das in der Verfassung verankerte Verbot grausamer oder ungewöhnlicher Strafen. (gam/afp/ap)