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Rund 30'000 Menschen haben sich am Samstag in Neapel an einer Demonstration durch die Innenstadt beteiligt, um gegen die Bodenverseuchung in der Grossregion Kampanien zu protestieren.
«Wir wollen nicht wegen des Unrats und Giftmülls aus Norditalien sterben», betonte eine Demonstrantin. Vorwürfe über die illegale Entsorgung von Giftmüll durch die Camorra, dem neapolitanischen Arm der Mafia, kursieren seit Langem. Die Camorra habe besonders mit giftigem Müll aus ganz Europa den Boden der Region Kampanien verseucht. Seit Ende der 1980er-Jahre habe die Mafia daran verdient, den Abfall illegal zu entsorgen, behaupten die Ermittler.
Aussagen eines Ex-Mafioso unter Verschluss
Allgemeine Statistiken über erhöhte Krebsraten in Neapel und Umgebung gibt es zwar nicht. In mehreren Gemeinden aber schnellten die Fälle von Krebserkrankungen auffällig in die Höhe.
Der Ex-Mafia-Boss Carmine Schiavone hatte bereits 1997 vor einem Untersuchungsausschuss ausgesagt, dass bis 1992 Regionen im Süden Italiens mit toxischem Müll verseucht wurden – Müll aus ganz Europa, nicht nur aus Italien. Seine Informationen wurden von den Parlamentariern jedoch unter Verschluss gehalten. Erst in der vergangenen Woche wurde das bis dato als Staatsgeheimnis deklarierte Protokoll veröffentlicht.
Müll so lukrativ wie Drogen
Das Geschäft mit dem Abfall ist für die Camorra mindestens so lukrativ wie jenes mit Drogen. Der illegale Müllhandel zählt zu den Hauptgeschäften der Camorra. Davon ist auch der Schriftsteller Roberto Saviano überzeugt, der in seinem Bestseller «Gomorrah» die Hintergründe detailliert beschrieben hat.
«Die Camorra verwaltet ein kriminelles Imperium, in dem der Müllhandel für Riesengewinne sorgt. Die illegale Abfallentsorgung zählt zu den rentabelsten Geschäftszweigen der Camorra», schrieb Saviano.