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Die Familie Guisan war Bürger von Avenches VD, in wessen Umgebung sie mehrere Ländereien besassen. Zu Beginn des 18.Jahrhunderts verarmt die Familie was zur Auswanderung zweier Familienmitglieder beitrug. 1771 folgt Jean Samuel Guisan seinem Onkel nach Surinam, wo er zunächst auf dessen Plantagen „La liberté“ und „Accaribo“arbeitete. Als die Franzosen die landwirtschaftliche Erschliessung ihrer Kolonie Guayana beschlossen, wurde Guisan als „Chefingenieur für den hydraulischen und landwirtschaftlichen Bereich“ eingestellt. Er engagierte sich für die Nutzbarmachung des Küstenstreifens, insbesondere die Trockenlegung der Sümpfe und den Bau eines Kanals. Er war am Bau der ersten Zuckerfabrik in der Kolonie beteiligt und führte den Anbau von Gewürznelken ein. Für die Erschliessung des Küstenstreifens wurden ihm mindestens 800 Sklaven zur Verfügung gestellt. Guisan beschäftigte sich intensiv mit den Lebensbedingungen der schwarzen Sklaven, was einen wichtigen Teil seiner 1788 verfassten Abhandlung mit dem Titel „Traité sur les terres noyées de la Guiane, appelées communément Terres-Basses“ ausmachte. Darin gab er Empfehlungen zum Verhältnis zwischen den Sklaven und ihren Besitzern ab. Er sprach sich zwar für eine Verbesserung der Haltung der Sklaven aus, aber mehr aus ökonomischen Gründen denn aus christlicher Nächstenliebe. Es lohne sich für die Siedler, sorgsam mit ihren Sklaven umzugehen, da der Erwerb neuer Sklaven immer schwieriger und teurer werde. Daher solle möglichst auch ihre Fortpflanzung gewährleistet werden. Gleichzeitig empfahl er eine gewisse Strenge und bei Bedarf den Einsatz körperlicher Züchtigungen. Weder stellte er das Sklavenhaltersystem generell in Frage, noch sprach er sich für eine Befreiung der Sklaven aus. Für sein Engagement wurde er in Surinam geehrt und ein Dorf nach ihm in Guisanbourg umbenannt. Dieses Dorf ist heute jedoch verlassen. Seine Karriere endete, als Ereignisse im Zusammenhang mit der französischen Revolution die Franzosen an seiner Loyalität zweifeln liessen, und so musste er 1791 nach Europa zurückkehren. Zurück in der Schweiz wurde er Generalinspektor für Strassen- und Brückenbau der Helvetischen Republik. Dabei untersuchte er den Lauf der Reuss, Lindt, Aare und Sense und entwarf mehrere Brücken.
David Thomas / Etemad Bouda / Schaufelbuehl Janick Marina, Schwarze Geschäfte. Die Beteiligung von Schweizern an Sklaverei und Sklavenhandel im 18. und 19. Jahrhundert, Zürich 2005, S. 76-79.