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Es gibt mehrere Faktoren, die zur Entwicklung einer (suchtähnlichen) Störung im Zusammenhang mit dem Gebrauch von Geld- und Glücksspielen beitragen können. In der Regel werden biologische, psychologische und soziale Faktoren unterschieden.
Die suchtartige Glücks- und Geldspielnutzungsstörung ist also nicht nur auf individuelle Anfälligkeiten zurückzuführen, sondern wird sehr stark von gesellschaftlichen und kontextuellen Elementen beeinflusst, die dazu beitragen können, bestimmte Anfälligkeiten zu verstärken.
Kulturelle Normen und soziale Einflüsse können das Spielen akzeptabler oder sogar wünschenswert machen. Werbung, Sonderangebote, Boni, der einfache Zugang zu den Spielen und die Eigenschaften der Spiele selbst (z. B. Geräusche, Farben, nahezu sofortige Ergebnisse) sind Elemente, die entscheidend zur Entwicklung einer Glücks- und Geldspielnutzungsstörung beitragen.
Geld- und Glücksspiele werden oft als reine Unterhaltung angesehen. In bestimmten Situationen können sie jedoch zu einem Kontrollverlust führen, der erhebliche negative Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit, die Beziehungen zu den Mitmenschen und andere wesentliche Dimensionen des Alltags haben. Man spricht dann von einem problematischen Glücks- und Geldspielverhalten.
Der problematische Gebrauch kann in manchen Fällen bis zur Sucht führen. Im Allgemeinen spricht man von Sucht (oder genauer gesagt von einer Suchtstörung), wenn es zu einem lang anhaltenden/nachhaltigen Verlust der Kontrolle über die Geld- und Glücksspielaktivität kommt, der es der Person nicht mehr ermöglicht, in Bezug auf ihr Leben und ihre sozialen Beziehungen funktional zu sein. Die Sucht geht mit dem Leiden der Person und Veränderungen in ihrem Verhältnis zur Welt einher.
Sucht ist das Ergebnis komplexer Wechselwirkungen zwischen den Merkmalen der Spiele (z. B. schnelle Ergebnisse, leuchtende Farben und eindringliche Soundeffekte), psychologischen und biologischen Faktoren des Individuums sowie gesellschaftlichen Faktoren, die sich auf kulturelle, wirtschaftliche und rechtliche Elemente beziehen.
Die Diagnose suchtartige Glücks- und Geldspielnutzungsstörung muss in einem klinischen Kontext auf der Grundlage einer gründlichen Anamnese gestellt werden und bestimmten Kriterien entsprechen.
Die 11. Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD-11) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) enthält seit einigen Jahren die Diagnose ‘(suchtartige) Glücks- und Geldspielnutzungsstörung’ (insbesondere Online-Glücksspiel) (6C50) und die Diagnose ‘(suchtartige) Videospielnutzungsstörung’ (insbesondere Online-Videospiele) (6C51).
Laut ICD-11 zeichnet sich eine Sucht dadurch aus, dass es zu einem Kontrollverlust über das Spielen kommt, dass dem Spielen eine höhere Priorität zukommt, so dass es andere Interessen und Alltagsaktivitäten verdrängt, und dass trotz der negativen Auswirkungen weiter oder immer häufiger gespielt wird.
Damit diese Störung als solche diagnostiziert werden kann, muss das Verhalten so schwerwiegend sein, dass es zu einer nicht vernachlässigbaren Beeinträchtigung der persönlichen, familiären, sozialen, erzieherischen und beruflichen Aktivitäten oder anderer wichtiger Funktionsbereiche führt, und es muss üblicherweise über einen Zeitraum von mindestens zwölf Monaten deutlich zum Ausdruck kommen.
Das 2013 veröffentlichte diagnostische Manual DSM-5 der American Psychological Association (APA) schliesst die ‚Glücksspielstörung‘ als nicht-substanzgebundene Sucht ein.