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(Baum setzen). GroßeBäume werden zum Zweck des Verpflanzens mit möglichster Schonung der Wurzeln ausgehoben,
indem mit 1-2 m Radius rund um den Baum ein genügend breiter Graben so tief ausgehoben wird, daß alle Wurzeln abgestoßen werden
können. Entweder bleibt der Wurzelballen unberührt, oder man befreit die Wurzeln von Erde mittels Durchstechens mit spitzen
Pfählen oder durch Hin- und Herziehen des Stammes. Bei besonders schwierigen Baumarten empfiehlt sich das Ausfüllen des oben
erwähnten Grabens mit guter Erde, in der neue Faserwurzeln sich üppig entwickeln und das Anwachsen des
½-1 Jahr später versetzten Baums erleichtern.
Die Wurzeln sollten durch Deckenvor der Einwirkung der Luft geschützt werden. Alle beschädigten Wurzeln sind vor dem Pflanzen
glatt zu schneiden. Das Pflanzloch muß ein wenig tiefer und weiter sein, als für den Wurzelballen nötig, damit derselbe
auf allen Seiten mit guter Pflanzerde umgeben werden kann, und damit der Baum ein klein wenig tiefer zu
stehen kommt, als er früher gestanden (beim Höherpflanzen der Bäume ist der Mißerfolg ziemlich sicher). Die Pflanzerde
ist durch Einschlämmen mit Wasser dicht um die Wurzeln zu legen, ein Festtreten oder Stampfen aber zu vermeiden.
Der Baum ist mittels dreier Drähte in seiner Stellung zu befestigen, die durch einen dicht unter der Krone
angebrachten, um einen Leinwandlappen od. dgl. gelegten
Ring zu ziehen und durch Pflöcke in der Erde festzuhalten sind. Der Baumsatz geschieht am besten im Frühherbst; dann sind aber
sämtliche Blätter abzustreifen, weil durch sie derBaum alle seine Säfte verdunstet und dann trotz wiederholten
Gießens vertrocknet; auch im Spätherbst und Frühjahr kann gepflanzt werden, im Winter mit Frostballen (s. Ballenpflanzung),
was besonders für größere Koniferen
[* 5] zu empfehlen ist.
Die im Herbst gepflanzten Bäume beginnen gewöhnlich sofort mit der Bildung neuer Wurzeln, während im Frühjahr gepflanzte
Bäume erst gleichzeitig mit der Entwickelung der Blätter sich von neuem bewurzeln. AlleBaum-, namentlich Obstpflanzungen sollten
nur auf säurefreiem oder drainiertem Boden angelegt werden; aber auf sehr bindigem oder nassem Boden,
der aus irgend einer Ursache nicht oder nur unvollständig entwässert werden konnte, pflanzt man oben auf der Erde nach folgender,
der Manteuffelschen Hügelpflanzung nachgebildeten Methode: Die Standpunkte der Bäume werden mit feststehenden Baumpfählen,
für Zwergbäume mit 1,5 m langen Pflöcken bezeichnet;
um jeden derselben legt man ein Häufchen halb
verwestes Laub, Stroh, Unkraut, auch wohl Dünger, über Ziegelstücke, darauf eine dünne Schicht fruchtbaren Mutterboden oder
Komposterde, und darauf setzt man dicht an den Pfahl oder Pflock den Baum mit ausgebreiteten, an ihren Wunden glatt geschnittenen
Wurzeln, welche mit Komposterde zu decken sind. Es entsteht dadurch ein kegelförmiger oder halbkugeliger
Hügel von etwa 1 m Höhe und ebenso weitem untern Durchmesser;
er wird mit Rasen, die Grasseite nach unten, gedeckt und damit
vollständig abgeschlossen.
Das Laub od. dgl. erzeugt im weitern Verfaulen Feuchtigkeit und Wärme,
[* 8] welche den Hügel durchdringen
und, von der Rasendecke einigermaßen zurückgehalten, bewirken, daß ein so gepflanzter Baum beinahe
nie fehlschlägt, obwohl er selten oder niemals gegossen wird. Er soll auch, damit er vom Wind nicht geschädigt werde, sofort
am Pfahl oder Pflock festgebunden werden. Die Wurzeln sind bei dieser Pflanzweise nicht allein auf den kleinen Hügel angewiesen,
sondern holen ihre Nahrung aus dem unterliegenden Erdboden und den Ziegelstücken, gehen aber nie so tief
wie die der in Gruben gepflanzten Bäume, weshalb sie auch weniger von der Nässe des Bodens leiden.
Gewöhnlich pflanzt man inGruben (Löcher) von 1-1,3 m Durchmesser und 0,6-1 m Tiefe und macht größere Gruben in
schlechtem, kleinere in besserm Boden. Man mischt die verschiedenen Bodenlager durcheinander, behält aber stets einen Teil
bester Erde zur Bedeckung der Wurzeln zurück oder hält zu diesem Zweck nahrhafte Pflanz- (Kompost-) Erde bereit. In denGruben setzt
man die Pfähle fest, füllt eine Lage Ziegelstücke und dann von der ausgeworfenen Erde bis zu entsprechender
Höhe wieder ein, stellt den Baum dicht an den Pfahl, deckt die Wurzeln, die man vorher gleichmäßig verteilt, mit oben erwähnter
Pflanzerde und mit dem Reste des aufgeworfenen Bodens so, daß die obersten derselben, also der Wurzelhals, sich noch 6-8 cm
unter der Erdoberfläche befinden; die geringere Decke
[* 9] macht man bei schwerem, die größere bei leichtem
Boden.
Dieser setzt sich nach und nach fester zusammen, er sinkt, mit ihm der Baum, der deshalb vorerst nur lose am Pfahl anzuhängen
ist. Der Baum soll beim Pflanzen niemals eingerüttelt, der Boden niemals festgetreten, kaum leicht angedrückt werden. Im
Frühjahr oder Frühherbst gepflanzte Bäume gieße man wiederholt kräftig an, zu welchem Zweck man eine Vertiefung, einen
»Kranz«, um den Stamm bildet, den man zur Verhinderung des Aufspringens, das namentlich in bindigem Boden häufig und schädlich
ist, mit halb verfaultem Laub, Mist od. dgl. belegt. Ein Beschneiden derÄste (Krone) eines neugepflanzten
Baums sollte nicht vor dem Beginn der Blattentwickelung vorgenommen werden, weil sonst die Bildung von
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neuen Wurzeln verzögert wird, die immer nur gleichzeitig (im Frühjahr) mit dem Ausschlagen der Blätter vor sich geht; mit
dem Beschneiden derÄste würde man immer die Gipfelknospen, d. h. die kräftigsten, zuerst austreibenden
Augen, entfernen; es sind aber immer nur die neugebildeten Wurzeln, welche aus dem Erdboden Nahrung aufzunehmen im
stande sind. Da aber die Blätter, wenn ihrer viele vorhanden sind, mehr Feuchtigkeit (Saft) aus dem Baum verdunsten, als die
wenigen neugebildeten Wurzeln zu ersetzen im stande sind, beschneidet man die Krone des Baums Ende Mai oder Anfang Juni, d. h.
gleich nach Beginn der Blattentwickelung (s. auch Beschneiden der Bäume).
Sollte der Baum bis Johannis noch nicht getrieben haben, aber noch grün sein, dann nehme man ihn wieder
heraus, beschneide die Wurzeln von neuem, lege ihn 1-2 Tage ins Wasser, pflanze ihn, und gewöhnlich wird er dann austreiben,
d. h. anwachsen. Was die Stellung der Bäume unter sich betrifft, so pflanzt man auf größern Flächen
gewöhnlich im »Verband«
[* 11] (Quincunx), d. h. die Bäume der einen Reihe mitten zwischen die der andern Reihe, an Wegen, Alleen u.
dgl. meist gerade gegenüber.
Die Entfernung der Bäume unter sich richtet sich nach dem Zweck, der mit der Anpflanzung verfolgt wird, und nach der Größe,
welche die Bäume binnen wenigen Jahren erreichen, bei hochstämmigen Obstbäumen z. B. mit 4-6 m, bei
Zwergbäumen mit durchschnittlich 3 m Zwischenraum. Um spätere Bewässerung von Obst- und andern Bäumen zu erleichtern, sollte
man vier Drainierungsröhren am Rande der Pflanzgrube anbringen, durch die das Wasser in die Tiefe zu leiten ist, die
aber bei Nichtgebrauch zu bedecken sind.