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Leonz Laubacher
Inhaltsverzeichnis
Lebensdaten
Profess: 26. Januar 1812
Mechaniker
Beziehungsnetz
Verwandtschaft
Sohn des Wolfgang Leonz Laubacher und der Barbara Stierli.
Paten: Johann Jodok und Elisabeth Stierli.
Firmpate: Johann Leonz Stierli.
Lebensbeschreibung[1]
Die Familie Laubacher stammte aus dem Freiamt aus Hasli bei Muri. Er wurde als Sohn des Wolfgang Leonz Laubacher und seiner Frau Barbara Stierli am 3. April 1786 geboren und am folgenden Tag auf den Namen Johann Jodok getauft. Taufpaten waren Johann Jodok und Elisabeth Stierli. Die Bescheinigung lautet: "Muri, 9. Sept. 1810, P. Ignatius Infanger, par. Loci." - P. Ignaz Infanger war ein gebürtiger Engelberger und 1792 ins Kloster Muri eingetreten.[2] Nach seiner Schulausbildung erlernte er den Beruf eines Webers.
Johann Laubacher begann am 26. Januar 1811 mit dem späteren P. Adelhelm Frei das Noviziat und konnte am 26. Januar 1812 als Br. Leontius Profess ablegen. Br. Leontius wirkte in Engelberg als Theaterspieler auch in einem Passionsspiel mit, das P. Wolfgang Iten als Pfarrer von Auw erstmals in der dortigen Kirche 1757 aufgeführen liess. Wann dieses in Engelberg aufgeführt wurde, ist nicht bekannt, es sind nur kleine Einzelheiten überliefert.[3]
Im Kloster war er als Konventbruder und Mechaniker tätig. Über ihn schrieb der damalige Kapitelssekretär und spätere Abt Plazidus Tanner: "Br. Leonz L. besass ein grosses Talent für künstlerische und mechanische Arbeiten. In der Kunst des Webens war er ein so ausgebildeter Meister dass er keinem anderen nachstand und sogar ein Lehrbuch darüber verfasste. Nicht minder geschickt zeichnete er sich in der Uhrmacherei aus. Ohne je einen Lehrmeister gehabt zu haben, reparierte er alte Uhren und verfertigte auch neue die sehr geschätzt wurden und jetzt noch als die besten im Kloster gelten." Dabei dürfte es sich vor allem um Taschenuhren, "portabilia", gehandelt haben. Br. Leonz begann auch eine Feuerspritze zu fertigen. Dieses Projekt konnte er aber nicht mehr zu Ende bringen. Von ihm sind noch Schriftstücke vorhanden über Lieferung von Uhren und Anleitung zum Polieren von Stahl und Messing. Er soll auch die messingenen Kerzenstöcke der Klosterkirche gegossen haben, wie überliefert wurde. Br. Leonzstarb am Nachmittag den 9. März 1826 im Alter von erst 40 Jahren.
Professnummer
- Nr. 598
Einzelnachweise
- Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge), Transkript von Br. Meinrad Haberl, übernommen.
- Hess, Das geistliche Engelberg, S. 40, Nr. 27.
- So heisst es in einer Abhandlung "Vom Ende der alten Engelberger Theaterkunst" von cand. phil. Josef Hess: "Man weiss, dass ein Bruder 'Lieni' den Christus darstellte, und in Erinnerung des Volkes lebt er fort als ein ungewöhnlich lustiger Klosterbruder. Und darum war das Erstaunen nicht gering, als man beim toten Lieni einen Bussgürtel vorfand, den er den Wunden an seinem Leibe nach immer getragen haben musste. Dieser Bruder 'Lieni' kann chronologisch nur mit dem Laienbruder Leonz Laubacher indentifiziert werden." Vgl. Titlisgrüsse, 9/1, März 1923, S. 6.
Bibliographie
- Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 141, Nr. 598.
- Odermatt: Der Konvent von 1809, in: Titlisgrüsse 56, 1969/70, S. 20.
- StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer (Transkript Br. Meinrad Haberl).