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In der frühen postoperativen Phase machen rund 50% der transplantierten Patienten eine Abstossungsreaktion durch. Die Abstossung ist eine Reaktion des Immunsystems. Das Immunsystem erkennt die Transplantatniere als einen Fremdkörper und mobilisiert deshalb bestimmte Zellen, welche das neue Organ attackieren. Im Spital wird durch die tägliche Untersuchung verschiedeer Werte eine Abstossung sehr rasch erkannt. Häufig geht diese auch mit etwas erhöhter Temperatur einher. Die Abstossung ist sehr gut medikamentös zu behandeln. Die Patienten erhalten über 3 bis 5 Tage hoch dosierte Kortisonstösse. Vor allem in den ersten 12 Monaten nach einer Transplantation kann es gelegentlich zu solchen Abstossungsreaktionen kommen.
Da eine Abstossung unverzüglich behandelt werden muss, werden die Patienten angehalten, sich zuhause bezüglich Allgemeinbefinden und Körpertemperatur streng zu beobachten und einen Anstieg über 38.5 °C unverzüglich dem Transplantationszentrum mitzuteilen. Meist ist eine Hospitalisation notwendig, um die notwendige Diagnostik durchzuführen und um die Abstossung zu behandeln. Oft reicht aber auch eine Erhöhung der Steroiddosis, um die Immunreaktion in den Griff zu bekommen.
Da die natürliche Infektabwehr durch die Immunsuppression herabgesetzt wird, ist die Gefahr einer Infektion besonders in den ersten Monaten nach der Transplantation erhöht. Man unterscheidet virale, bakterielle und fungale (Pilze) Infektionen.
Bei den bakteriellen Entzündungen stehen die Wundinfektionen (Operationsnarbe) im Vordergrund.
Candidasis
Candida albicans, ein Hefepilz kann bei Transplantierten eine Reihe entzündlicher Erkrankungen hervorrufen. Am häufigsten tritt er in der Mundhöhle und im Hals auf, er kann aber auch Entzündungen der Wunde, Augen, Atemwege oder Urogenitaltrakt verursachen.
Pseudocystis carinii
Pseudocystis carinii ist ein pilzähnlicher Keim, der schwere Lungenentzündungen verursachen kann.
Cytomegalovirus- Infektion (CMV)
Das Cytomegalovirus ist ein Herpesvirus. Etwa 50% der Bevölkerung sind Träger des Virus, es wird aber erst aktiv wenn die Immunabwehr geschwächt ist, wie z. B. bei Transplantierten, alten Menschen und kleinen Kindern. Das Infektionsrisiko ist in den ersten Monaten nach der Transplantation am höchsten.
Herpes-Simplex-Infektion Typ I und II
Herpes simplex Typ I befällt sehr häufig die Gesichtshaut (Fieberbläschen), kann aber auch Augen und Lungeninfizieren. Typ II verursacht meist Infektionen an den Genitalien (sexuelle Übertragung!). Die meisten Infektionen mit H. simplex verlaufen sehr mild.
Herpes zoster (Gürtelrose)
Die Gürtelrose erscheint als Hautrötung oder als mit Flüssigkeit gefüllten Pusteln, hauptsächlich an der Brust, am Rücken oder an der Hüfte.
Ein häufigeres Problem stellt der gestörte Abfluss des Urins dar, der durch Verengung oder Undichtigkeit des Harnleiters bedingt ist. In einem Teil der Fälle können solche Probleme eine zweite Operation nach sich ziehen.
Eine fehlende sofortige Funktionsaufnahme tritt bei etwa 10 –15% der transplantierten Nieren auf. Die meisten Nieren beginnen dann Tage oder Wochen später zu arbeiten. Die bis dahin notwendige Dialysebehandlung kann somit beendet werden.
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