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Die Badi Hünenberg
Die Gemeinde Hünenberg selbst besass bis weit ins 20. Jahrhundert hinein auch kein eigenes Land am See.
Als aber 1932 die Generaldirektion der Nestle & Anglo-Swiss, die «Milchsüüdi», ihren Betrieb in Cham aufgab und den Standort Vevey ausbaute, da musste auch Direktor Ochsner umziehen. Er besass am See – auf Hünenberger Boden – ein 5‘100 m2 grosses Grundstück mit immerhin 76 m Seeanstoss.
Der Gemeinderat Hünenberg wollte dieses Grundstück für die Erstellung eines Strandbades erwerben. Die Preisvorstellungen lagen allerdings weit auseinander und mussten zuerst angeglichen werden. Am 19. August 1934 konnte der Gemeinderat einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung den Kaufvertrag vorlegen, den er mit viel Einsatz zur Annahme empfahl. Der Gemeinderat war der Überzeugung, dass die Versammlung den vorgelegten Vertrag annehmen müsse, wenn sich die Gemeinde für alle Zukunft den Zugang zum See sichern wolle.
Der vereinbarte Preis von 25‘000 Franken entspreche dem Verkehrswert. Man könne kein Land am See zu diesem Preis (5 Franken pro Quadratmeter) mehr erhalten, abgesehen von der schönen Lage und der Zufahrtsstrasse. Die Versammlung stimmte schliesslich dem Vertrag zu.
Am 20. Juni 1937 wurde das Strandbad Kemmatten – heute Badi Hünenberg – eröffnet. Die Baukosten hatten rund 3000 Franken betragen. Im Amtsblatt Nr. 25 vom 19. Juni 1937 wurde Folgendes veröffentlicht:
|Eröffnung der Badeanlage |
in Hünenberg «Kemmatten»
Die Badeanlage in Hünenberg «Kemmatten» wird nächsten Sonntag, den 20. Juni, er– öffnet. Sie ist geöffnet: An Werktagen von 13 bis ca. 20 Uhr An Sonntagen von 12 bis ca. 20 Uhr. Die Badeanlage ist ausschliesslich reserviert:
In der Badeanlage haben sich die Badenden an die Vorschiffen und Reglemente zu halten und sich den Anordnungen des Badmeisters zu fügen. Zuwiderhandelnde werden gebüsst.
Weil die bestehende Badeanlage für Kleinkinder, Nichtschwimmer und Lernschwimmer keine oder nur ungenügende Angebote enthielt, wurdes im Jahre 1980 ein Lernschwimmbecken, ein Kinderplanschbecken mit Wasserspeier und ein neuer Sprungturm erstellt. Im Weiteren installierte man ein Floss.
1985 wurden der Kiosk und das Restaurant provisorisch erweitert. Mit einem Kredit von 1,48 Millionen Franken konnte 1994 die «Badi Hünenberg» mit einem neuen Betriebs- und Garderobengebäude in Betrieb genommen werden.
Das Angebot der Badi wurde im Jahr 1998 auf Initiative des Volleyclubs Hünenberg durch zwei Beachvolleyballfelder ergänzt, die vor allem von Jugendlichen rege benützt werden.
Über den Winter 2012/13 wurde das aus den Anfangszeiten stammende Seeufer in der Badi saniert und ökologisch aufgewertet. Im Jahre 2013 wurde der Uferbereich des Strandbades umfassend saniert. So wurden beispielsweise ein Kies- und Sandstrand, ein Holzdeck für Sonnenhungrige und die augenfälligen Betonliegen am Ufer der Zugersees geschaffen.
Sportliches Zentrum
Das Gebiet um die Badi Hünenberg ist ein eigentliches sportliches Zentrum. Hier finden Sie sechs Tennisplätze des 1983 gegründeten Tennisclubs mit dem öffentlichen Clubhaus.
Gleich daneben liegt das Minispielfeld, ein öffentlicher, multifunktionaler Allwetterplatz für Sportarten wie Fussball, Basketball etc.
Und wenn Sie den Themenweg weiter gehen, kommen Sie am Grundstück vorbei, das die Gemeinde dem Seeclub Hünenberg verpachtet hat. Das Clubhaus kann für private Anlässe gemietet werden.
Barfussweg
Gleich hinter dieser Stele liegt ein kleiner Park. Ziehen Sie Ihre Schuhe aus und lassen es sich Ihren Füssen wohl ergehen. Hier haben die Mitarbeitenden der Einwohnergemeinde 2011 einen 200 Meter langen Barfussweg mit zehn verschiedenen Bodenbedeckungen geschaffen.
Oder möchten Sie lieber Pétanque spielen? Die Kugeln erhalten Sie in der Badi Hünenberg.
|Autoren: Patricia Diermeier Reichardt, Guido Wetli|
Fotos: Andreas Busslinger, Alphons Gut, Heinz Odermatt