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Lina Lauper-Scherwey oder «Z’Mùeti», wie sie von den sechs Kindern, 16 Gross- und 24 Urgrosskindern liebevoll genannt wurde, ist am 20. März1918 als viertes von fünf Kindern der Familie Josef und Marie Scherwey-Neuhaus in Giffers geboren. Später zogen die Eltern nach Tentlingen, wo sie ein Bauerngut erwarben. Ihr Elternhaus war das «Tentlingen-Hùs», das heute auf dem Ballenberg steht. Schon früh hiess es überall Hand anlegen und mithelfen.
Die Schule besuchte sie in Giffers. Nach dem Schulabschluss erlernte sie in Freiburg den Beruf als Damenschneiderin. Dabei lernte sie auch die französische Sprache.
Ihren Beruf übte sie das ganze Leben, so lange es ihr die Gesundheit erlaubte, aus. Mit viel Freude und Talent fertigte sie für ihre Familie und Kundinnen aus nah und fern unzählige Kleider, Röcke, Vorhänge und noch vieles mehr an. Eine grosse Spezialität von ihr waren die Brautkleider. Oft sass sie von morgens früh bis abends spät an der Nähmaschine. Dazwischen besorgte sie Haus und Garten, kochte und umsorgte die Kinder.
1939 heiratete sie Xaver Lauper aus Giffers. Dem Paar wurden sechs Kinder geschenkt. Schon bald zog die Familie ins Eigenheim im Dürrenberg nach Tentlingen. Da war auch Platz für ihren ersten Enkel Arnold, der bei ihr aufwuchs. Sie war für alle Kinder eine liebe und fürsorgliche Mutter, war stets für alle da und half, wo es ihr möglich war.
1953 erwarb sie den Führerschein, auf den sie zurecht stolz war. Während der Woche wurde hart gearbeitet, aber am Wochenende unternahm die Familie öfters einen Ausflug mit dem Auto, was zu dieser Zeit eine Attraktion war. So war sie oftmals bei Verwandten in Luzern zu Besuch, und regelmässig fuhr sie nach Sachseln und Einsiedeln.
1988 musste sie von ihrem Gatten Xaver Abschied nehmen. Auch ein schmerzlicher Verlust war der Tod ihrer Tochter Pauline im Oktober 1995 sowie des Schwiegersohnes Peter im November des gleichen Jahres. Kurz nach ihrem 80. Geburtstag erlitt sie einen Sturz, von dem sie sich nie mehr ganz erholte. Ihre körperlichen und geistigen Kräfte liessen langsam nach, trotzdem behielt sie ihren Schalk bis zuletzt.
1999 fand sie im Altersheim Giffers den Ort, um den Lebensabend zu verbringen. Da wurde sie liebevoll umsorgt und gepflegt. Wenn hin und wieder gesungen wurde und sie ihr Bestes geben konnte, war sie besonders glücklich. Fast täglich konnte sie sich auch an den Besuchen freuen.
Am 20. März feierte sie im Kreise ihrer Familie den 92. Geburtstag. Kurze Zeit später verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand, bis sie am 5. April 2010 die Augen für immer geschlossen hat. Eing.