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Es war ein Experiment: Was passiert, wenn man im Marathonlauf so viele Rahmenbedingungen wie möglich optimiert? Das grosse Ziel hat der Kenyaner Eliud Kipchoge nicht erreicht, die Zwei-Stunden-Mauer hielt stand. Doch seine Zeit von 2:00:25 ist viel, viel besser als der Weltrekord von 2:02:57.
Das zeigt, dass das lange Undenkbare schon bald Realität sein könnte. Allerdings nur im speziellen Setting, das Kipchoge beanspruchte. Da investierte ein Sportartikelhersteller Millionen, um auf dem Formel-1-Circuit in Monza quasi Laborbedingungen zu schaffen.
Als Experiment ist das interessant, weil wir etwas über die Grenzen des Menschen erfahren. Doch mit Sport hat es wenig zu tun. Dieser lebt von der Wettkampfsituation, und es sind auch die vielen Unwägbarkeiten, die ihn faszinierend machen.
Wenn Kipchoge im Windschatten von Tempomachern läuft, die alle paar Kilometer ausgewechselt werden, ist das fast so künstlich, wie wenn ein Athlet den Stundenweltrekord im Radfahren auf einem Hometrainer angreift.
Die Frage, die sich deshalb ab sofort stellt, lautet: Was ist in der realen Welt möglich? Sie dürfte im Herbst beantwortet werden, in einem der grossen Stadtmarathons – vor Publikum, nicht in einer Retorte.