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Francis de Quervain (1902–1984) erforschte zwischen 1954 und 1983 historische Bau- und Bildwerke mit dem Blick des Petrographen. Er notierte seine Beobachtungen systematisch auf Karteikarten, woraus allmählich eine Beispielsammlung von rund 10 000 Einträgen zu etwa 5000 über die Schweiz verteilten Objekten entstand. Sie wurde 1983/84 in Form von Fotokopien der Karteikarte in kleiner Auflage publiziert. Jetzt macht die Schweizerische Geotechnische Kommission in Zusammenarbeit mit dem ETH Institut für Denkmalpflege und Bauforschung diese Sammlung als Datenbank neu zugänglich.
Die Notizen von Francis de Quervain sind Schreibmaschine-geschriebene Texte mit eigenen sowie reproduzierten Fotos, Skizzen und Kartenausschnitten. Sie umfassen eigene Beobachtungen am Objekt, Literaturzitate, Beobachtungen Dritter und Resultate seiner petrografischen Untersuchungen an eingesandten Gesteinsproben. Das Besondere seines Werks ist die Verbindung hervorragender Kenntnisse der Gesteinsarten und ihrer geologischen Provenienz mit der konkreten Anwendung am einzelnen Objekt und seinem historischen Kontext. Aus dieser disziplinübergreifenden Kombination machte er auf damals wenig beachtete Zusammenhänge aufmerksam: Beispielsweise die für eine Zeit und Region typische Verwendung bestimmter Gesteinsarten, Steinmoden, aber auch seltene und ausgefallene Steinanwendungen. Neben der Kulturgeschichte standen technische Aspekte im Vordergrund, wie etwa die Steinbearbeitung, das Verwitterungsverhalten der Steine und Fragen des Steinersatzes. Letztere Frage stellte sich häufig angesichts einer undifferenzierten und unsensiblen Restaurierungspraxis.
Die nun erstellte Datenbank soll dieses Wissen möglichst vollständig und einfach nutzbar machen. Die technischen Mittel zur Umsetzung sind eine Microsoft Access Datenbank und deren geografische Darstellung mit ArcGIS. Informationen können somit über den geografischen Kontext oder in der Datenbank über Stichworte gefunden werden. Die Struktur der Datenbank gliedert sich in folgende Elemente: (1) das Objekt, z.B. ein Bauwerk; (2) das Teilobjekt, z.B. ein Portal, inklusiv seiner historisch und bautechnisch relevanten Daten; (3) die Gesteinsart und die Gesteinsherkunft, respektive der Abbauort; (4) die bibliografische Angabe, inklusiv eines Hyperlinks zum gescannten originalen Dokument. Die Originale wurden mit 600 dpi gescannt und für die Datenbankverknüpfung auf 200 dpi reduziert. Die Textinformation wurde im derzeitigen Arbeitsstand auf das Wesentliche beschränkt. Um alle Informationen konsistent zu gestalten, waren gewisse Vereinheitlichungen und Vereinfachungen notwendig.
Bild: Francis de Quervain