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Der Aufstieg der Sojabohne zu einem der wichtigsten Handelsgüter verlief rasant. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die aus China stammende Pflanze in grossem Stil auch in den USA und in Südamerika angebaut. Heute werden dort rund 80 Prozent der globalen Sojaernte produziert.
Die BSE-Krise um die Jahrtausendwende verhalf der Bohne zu einem Boom. Denn seitdem ist es verboten, Fleisch- und Knochenmehl an Nutztiere zu verfüttern. Das hochwertige Eiweiss aus Sojamehl und -schrot dient als Ersatz. Auch die Schweiz importiert grosse Mengen Soja als Futtermittel: 2011 waren es gemäss Bundesamt für Landwirtschaft 309'566 Tonnen, die an Hühner, Schweine und Rinder verfüttert wurden. Bis zu 95 Prozent der eingeführten Soja stammen aus Brasilien.
Die Sojapflanze bildet Hülsen mit zwei bis drei Bohnen. Diese sind regelrechte Eiweissbomben: Ihr Eiweissgehalt liegt zwischen 35 und 50 Prozent. Sojaeiweiss ist besonders hochwertig: Es enthält alle für den Menschen notwendigen Eiweissbausteine (Aminosäuren) und ist reich an Lezithin und anderen wertvollen Pflanzenstoffen.
Der grösste Teil der Sojaernte wird in grossen Mühlen verarbeitet. Dort wird das Öl aus den Bohnen gepresst. Der Rest wird grösstenteils zu Sojamehl, das in den Futtertrögen von Nutztieren landet.
Soja entwickelt die weltweit grössten Handelsströme. Die USA, Brasilien und Argentinien sind mit rund 90 Millionen Hektaren die wichtigsten Anbauländer. Diese Fläche entspricht der dreifachen Grösse Deutschlands. Der grösste Importeur von Soja ist China, gefolgt von der EU.
Für die Herstellung der tierischen Produkte (Fleisch, Milchprodukte, Eier), die ein durchschnittlicher Schweizer im Jahr konsumiert, wird so viel Soja benötigt, wie auf einem Feld in der Grösse eines Tennisplatzes wächst. Am meisten Soja verbraucht die Produktion von Schweinefleisch, gefolgt von Milch und Rindfleisch. Deutlich weniger Soja geht in die Eier- und Geflügelindustrie.
Der Anbau von Soja schafft keine neuen Arbeitsplätze: Für 200 Hektaren Monokultur braucht es eine einzige Arbeitskraft. In der herkömmlichen Landwirtschaft könnte dieselbe Fläche 20 Familien ernähren.
25 Prozent aller in Brasilien versprühten Pestizide landen auf Sojafeldern. Im grössten Anbaugebiet Mato Grosso allein sind es 150 Millionen Liter Agrarchemikalien pro Jahr.
Ein Sojafeld verliert im Schnitt jährlich acht Tonnen Erde pro Hektare. Dieser Verlust wird durch Zugabe von Dünger kompensiert.
Der Siegeszug der Sojabohne ist kaum aufzuhalten: Der weltweit steigende Fleischkonsum und der wachsende Bedarf an Biosprit lassen die Nachfrage nach Soja explodieren. Ökologen schätzen, dass durch die Ausweitung der Anbauflächen in den nächsten Jahren bis zu 22 Millionen Hektaren südamerikanische Tropenwälder und Savannen verschwinden. Auch der Anteil an gentechnisch veränderter Soja steigt weiter: Bereits über 80 Prozent der weltweit angebauten Sojapflanzen sind genmanipuliert.
Bis 2020 wird das Fünffache der Fläche der Schweiz (41'285 km2) an Tropenwald und Savanne für Sojafelder verlorengehen.
Quellen: Faostat, WWF, OVID, BLW, Soja-Netzwerk Schweiz