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Mailo zeigt insbesondere im Gesicht eine zunehmende Hautproblematik. Auf der Haut um die Lefzen und Augen, am Nasenrücken und Unterkiefer haben sich dicke Krusten gebildet; die Besitzerin erinnert sich, dass solche Veränderungen in den vergangenen Jahren hin und wieder aufgetaucht sind, aber von selbst wieder verschwunden waren.
Die Haut des Unterkiefers, der Lefzen, des Nasenrückens und des Nasenspiegels ist dunkel verfärbt und von borkigen, schmierigen Krusten bedeckt. Unter den Krusten ist die Haut leicht nässend. Der Hund zeigt nur einen geringen Juckreiz und ist ansonsten wohlauf. Aufgrund des wiederkehrenden Charakters des Problems gehen wir im ersten Moment von einem allergischen Problem aus, welches zu einer Vereiterung der Haut geführt hat (Pyodermie/Hotspot mit zusätzlichem Hefepilzinfekt). Als sich das Problem mit der entsprechenden Therapie nach einer Woche aber überhaupt nicht verbessert hat, entnehmen wir unter Narkose mehrere Hautbiopsien zur histopathologischen Untersuchung (Beurteilung des Gewebes unter dem Mikroskop).
Die Gewebeproben zeigen Veränderungen, welche typisch für einen Zinkmangel sind. Mailo erhält entsprechend Tabletten, welche dieses Spurenelement enthalten, um den Mangel zu beseitigen.
Nach knapp 2 Monaten hat sich das Hautbild von Mailo nur unwesentlich verändert. Entsprechend der verfügbaren Literatur wird die Dosierung der Zinktabletten kontinuierlich gesteigert; die zur Therapie nötige Dosis kann von 1 bis zu über 5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag betragen.
3 Monate nach Beginn der Zinksupplementierung sind mit einer einzigen Ausnahme sämtliche Kruste verschwunden, der Hund scheint auch deutlich aktiver und interessierter. In der Zukunft werden wir nun die nötige Erhaltungsdosis der Zinktabletten eruieren - ganz ohne Hilfe wird Mailo nicht mehr auskommen
Die zink-responsive Dermatose ist eine seltene Hauterkrankung, welche insbesondere Welpen und nordische Rassen (Husky, Samojede, Malamute) betreffen kann. Nimmt der Hund mit der Nahrung zuwenig Zink auf (entweder weil im Futter zuwenig Zink vorhanden ist, was bei Mailo auszuschliessen ist; oder aber weil durch einen genetischen Defekt die Aufnahmefähigkeit des Darms gestört ist), reagiert die Haut mit einer Verhornungsstörung. Entsprechend bilden sich vA am Kopf borkige Krusten und Haarverlust; der Hund zeigt allenfalls etwas Juckreiz. Bei stark betroffenen Tieren können auch Wachstumsstörungen, verminderter Appetit und reduziertes Allgemeinbefinden auftreten. Die Diagnose wird mittels dem typischen histopathologischen Bild und dem positiven Ansprechen auf die Supplementierung mit Zink gestellt. In manchen Fällen ist eine lebenslange zusätzliche Versorgung mit Zink notwendig um das Auftreten von Symptomen zu verhindern. Nordische Hunderassen sind gegenüber anderen Rassen deutlich häufiger von einer Zinkaufnahmestörung des Darmes betroffen.
Wir danken Dres P. Grest und S. Kirschner-Kitz vom Veterinärpathologischen Institut der Uni Zürich herzlich für die mikroskopische Untersuchung und Zurverfügungstellung der histologischen Aufnahmen.
© Dr. med. vet. P. Müller / Lyssbachvet