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Die Praxisgemeinschaft Medizin Feminin ist eine Arbeitsgemeinschaft im Bereich Frauengesundheit mit Schwerpunkt Selbsthilfe.
Unser Motto heisst: „Trau der Frau“
Der Name Medizin Feminin bezieht sich auf die Herkunft aus der feministischen Bewegung, auf die Gegenwart einer Medizin, die vermehrt den weiblichen Körper erforscht ohne Analogien zur männlichen Variante sowie auf die Zukunft einer mehr und mehr in funktionellen Zusammenhängen denkenden, „weiblichen“ Medizin im Unterschied zu der mehr analytisch, deduktiv orientierten, männlich dominierten Wissenschaft.
Die Herkunft der Praxisgemeinschaft Medizin Feminin reicht zurück in die Gründungszeit der Frauenambulatorien, die Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts im In- und Ausland entstanden.
Damals wurden aus dem Bedürfnis nach einer der Frauenselbstverantwortung und Frauenselbsthilfe nahe stehenden Medizin heraus „Räume für Frauen“ gegründet, so in Genf, in Colombier, in Binnigen und in Zürich. Diese „Räume“ waren Frucht und Samen einer auf der ganzen Welt stattfindenden politischen Änderung in der Medizin: die Betroffenen, die Kranken, die Unwissenden und die Armen, ökonomisch ausgedrückt: die Kunden, begannen sich selber zu helfen, sich zu organisieren.
Auf die Medizin hatte das eine Langzeitwirkung. Eine Generation später wird die Evidence Based Medicine immer bedeutender. Dieser Ausdruck besagt, dass Empfehlungen, Eingriffe und Behandlungen der konventionellen Medizin an ihrer effektiven Wirkung beurteilt werden, nicht an ihrem theoretischen Nutzen. Vorübergehend fand ein Wandel innerhalb der Medizin statt von einem auf Tradition, Glaube und Gehorsam beruhenden Lehrgebäude zu einer überprüfbaren, allen offen stehenden und mit Zweifel arbeitenden Lehre.
Zwei Generationen später wird klar, dass auch die medizinischen Erkenntnisse durch die Evidence Based Medicine eingeschränkt sind:
- durch die Vorgabe von Studienbedingungen, die nur für einen kleinen, meistens technischen Teil von Behandlungsangeboten zutrifft
- durch die Auswahl an Studienpersonen mit ausschliesslich einer Diagnose, meist auf junge, gesunde, männliche und hellhäutige Personen sowie durch die Auswahl an Studien mit ausschliesslich einem Medikament oder einen Eingriff
- durch die enorme Vormachtstellung der kommerziellen Medizin-Industrie im Bereich Studien-Erstellung, -Durchführung und -Auswertung im Vergleich zu von öffentlichen Geldern finanzierten, Industrie-unabhängigen Studien
- durch die schiere Zahlenmenge der meisten Studien, die ein Überprüfen der Rohdaten quasi unmöglich macht.
Seit einigen Jahren gewinnt die Versorgungsforschung an Bedeutung: Hier werden die effektive Diagnostik, Behandlung und Betreuung von Individuen und Bevölkerungsgruppen sowie ihre Folgen im Alltag untersucht.
Einige Gedanken zum Gesundheitswesen der Schweiz
In der Schweiz, wie in den meisten Ländern weltweit, wird das Gesundheitswesen zunehmend kommerzialisiert. Als Grundlage dazu dient das Definieren, Erstellen und Verwalten von medizinischen Teil-Leistungen. Dies erst ermöglicht den Handel mit „der Medizin“. Die Gesundheit der Bevölkerung ist also ein Handelsprodukt geworden: eine unglaubliche Situation!
Das allgemeine Leistungsangebot wird normiert, reguliert und reduziert, damit alle, die es sich leisten können, in private Zusatzversicherungen wechseln, wo sie global bewirtschaftet werden.
Was für eine Verarmung der Medizin, was für ein Schaden für die ganze Bevölkerung!
Gesundheit ist ein Menschenrecht
Gesundheit ist ein Menschenrecht, wie auch die Hilfe durch die Gemeinschaft, gesund zu bleiben oder gesund zu werden, Pflege zu erhalten sowie eine menschliche Begleitung beim Gebären, geboren Werden, bei chronischen Krankheiten und beim Sterben.
Seit Jahrzehnten sagt und belegt die WHO, dass es keine bessere, günstigere und vielfältigere Medizin gibt, als die dezentrale Hausarzt-Medizin.
Die WHO hat 2009 (Beijing Deklaration) alle Länder verpflichtet, das traditionelle Wissen sowie die Forschung und Ausübung der jeweiligen Volksmedizin zu fördern und in das Grundangebot zu integrieren.