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Regierungen weltweit gaben 2010 tendenziell weniger Geld für Rüstung aus. In Europa sanken die Ausgaben im vergangenen Jahr unter anderem wegen des öffentlichen Spardrucks im Schnitt um 2,8 Prozent.
Die USA stockten ihre Ausgaben angesichts ihrer zahlreichen militärischen Engagements dagegen um 2,8 Prozent auf. Damit nahmen die Ausgaben weltweit um 1,3 Prozent auf ein Rekordhoch von 1,6 Billionen Dollar, wie das internationale Stockholmer Friedensforschungsinstitut (sipri) am Montag mitteilte.
Verglichen zum Vorjahr fiel der Zuwachs aber deutlich geringer aus: 2009 kletterten die Ausgaben noch um fast sechs Prozent. Nach Angaben vom sipri war der Zuwachs 2010 damit so gering wie nach 2001 nicht mehr.
Das Institut begründete die vielerorts schwächeren Zuwächse oder gar Rückgänge mit den Nachwehen der Finanzkrise, die 2008 ihre deutlichsten Auswirkungen zeigte.
Die USA lagen 2010 gemessen an der absoluten Summe der Ausgaben auf Rang eins mit 698 Milliarden Dollar. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) waren dies fast fünf Prozent.
In China und Saudi-Arabien waren die Zuwächse vergangenes Jahr mit 3,8 und vier Prozent am höchsten unter den zehn Ländern mit den grössten Rüstungsausgaben. Den höchsten Anstieg mit 5,8 Prozent verzeichneten die Länder Lateinamerikas.
Lateinamerika und Afrika
Carina Solmirano, Sipri-Expertin für diese Region, meinte dazu, der anhaltende Anstieg sei schon überraschend. Die meisten dortigen Staaten hätten keine militärischen Bedrohungen und viel dringendere soziale Probleme. Das hier im globalen Massstab überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum sei "ein Teil der Erklärung".
In Afrika stiegen die Militärausgaben im letzten Jahr um 5,2 Prozent. Die Ölförder-Länder Algerien, Angola und Nigeria machten dabei den Löwenanteil aus.
SDA-ATS