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Zwischen 1939 und 1945 verhungerten 45’000 Internierte in französischen psychiatrischen Krankenhäusern. Nur in der Irrenanstalt von St. Alban, einem abgelegenen Dorf in der Lozère, fand dieses Massensterben nicht statt. Wie kam es zu dieser Ausnahme? Martine Deyres verfolgt die Geschichte dieser Hochburg der Psychiatrie über mehrere Jahrzehnte zurück. Basierend auf wertvollen Filmarchiven und den Berichten derjenigen, die dort arbeiteten, beantwortet sie diese Frage und zeigt damit auf, wie in die Praxis umgesetzter politischer Mut und poetische Kühnheit dazu beigetragen haben, den Blick der Medizin und der Gesellschaft auf den Wahnsinn zu verändern. Widerstandskämpfer, Künstler, Ärzte und Philosophen wie Paul Eluard, Tristan Tzara oder Georges Canguilhem begegneten sich in diesem Schmelztiegel der sogenannten «institutionellen Psychotherapie». Ärzte, das Pflegepersonal, Bewohner und Patienten waren alle Teil eines menschlichen Abenteuers, dessen Enthüllung nicht aus Nostalgie geschieht, sondern eine notwendige und dringende Aufforderung ist, in den heutigen Kämpfen den gleichen Mut, den gleichen Einfallsreichtum zu zeigen.