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|Zukunft gesichert||
17.07.2019 22:10:00

Sind Disney+ & Co. für Netflix keine ernst zunehmende Konkurrenz?
Analysten uneinig über Auswirkungen für Netflix
Rosenblatt Securities-Analyst Mark Zgutowicz zeigt sich angesichts dieses Verlusts durchaus besorgt. Schliesslich habe die Serie "The Office" im Jahr 2018 fast 3 Prozent der Sendezeit von Netflix ausgemacht, wie er in einem Bericht an Kunden schrieb. Und auch die Show "Friends" habe fast 2 Prozent der Sendezeit ausgemacht. Aufgrund dieses Verlusts sei der VOD-Gigant gezwungen, mehr in eigene Produktionen zu investieren und diese zum Erfolg zu bringen: "Je mehr Streaming-Dienste an den Start gehen, desto mehr lizensierte Inhalte von höchster Qualität werden Netflix abhandenkommen, was den Erfolg der Eigenproduktionen immer wichtiger macht", so Zgutowicz. Hierbei setze Netflix derzeit vor allem auf ein wachsendes Angebot von Dokumentationen und Comedy Specials.
Medien-Mogul Barry Diller lassen die jüngsten Serienabgänge von Netflix jedoch kalt: "Niemand wird Netflix in Sachen Abonnenten-Zahlen Konkurrenz machen", so Diller in einem Interview mit CNBC und weiter "Ich glaube, sie [Netflix] haben das Spiel gewonnen … Ich kann nichts voraussehen, dass sie verdrängen könnte".
Disney+ als härteste Konkurrenz für Netflix?
Der einzige, der es möglicherweise mit Netflix aufnehmen könnte, wäre laut Diller Disney mit dem im November an den Start gehenden Streaming-Dienst Disney+. Allerdings halte Diller dies für eher unwahrscheinlich: "Disney hat die beste Chance aufgrund seiner sehr, sehr beliebten Inhalte … Doch werden sie je an Netflix rankommen? Ich denke nicht".
Und auch Erik Kain von Forbes sieht die Netflix-Schwarzseher kritisch. Seiner Meinung nach sei es ein Trugschluss, dass das wachsende Angebot neuer Streaming-Dienste zwangsläufig das Ende von Netflix bedeuten würde. Schliesslich heisse es nicht automatisch, dass Netflix durch Streaming-Dienste wie Disney+ vollständig ersetzt werde. Es sei viel eher denkbar, dass sich Kunden dafür entscheiden würden, statt nur einen VOD-Service zu abonnieren, sich gleich mehrere Dienste zu leisten. Schliesslich würde insbesondere durch die Eigenproduktionen der unterschiedlichen Anbieter für den Kunden ein Mehrwert entstehen. Statt sich gegenseitig zu kannibalisieren, würden sich die Streaming-Dienste viel mehr gegenseitig ergänzen. Es seien viel eher die traditionellen Anbieter von Bezahlfernsehsendern, die sich um ihre Zukunft sorgen müssten, da diese immer mehr durch VOD-Dienste verdrängt würden.
Gefahren für Netflix lauern woanders
Auch Netflix selbst sieht sich durch das vermehrte Aufkommen neuer VOD-Dienste kaum bedroht. Die Gefahr komme eher aus einer ganz anderen Richtung, nämlich von YouTube und Computer-Spielen wie Fortnite & Co. Das seien die eigentlichen Konkurrenten, gegen die das Unternehmen angehen müsste: "Unser Fokus liegt nicht auf Disney+, Amazon oder anderen, sondern darauf, wie wir unser Erlebnis für andere verbessern können", schrieb der Streaming-Riese in einem Brief an Aktionäre. "Wir stehen (und verlieren) eher im Wettbewerb mit Fortnite als mit HBO. Als YouTube im Oktober einmal weltweit für ein paar Minuten ausfiel, sind unsere Nutzerzahlen und Neuabonnements hochgeschossen". Dies ist auch der Grund, warum Netflix nun auch auf dem Gaming-Markt Fuss fassen möchte. Wie sich die Zukunft des Streaming-Dienstes weiterhin entwickelt, wird spätestens dann leichter abzusehen, wenn die angekündigten VOD-Services erst einmal an den Start gehen.
Redaktion finanzen.ch
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