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Der Wudu' الوضوء
Der Ghusl الغسل
Islamswiss.ch
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Ghusl bezeichnet die Ganzkörperwaschung, die vorgenommen wird, wenn man sich im Zustand der grossen rituellen Unreinheit befindet.
Für alle gottesdienstlichen Handlungen (Gebet, Koranrezitation usw.) und beim Betreten einer Moschee muss man im Zustand der rituellen Reinheit sein und dafür ist es Pflicht, den Ghusl zu vollziehen.
Der Ghusl gehört zu den direkten gottesdienstlichen Handlungen und man erhält von Allah Lohn dafür, dass man ihn vornimmt.
Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) hat gesagt: „Die Sauberkeit ist die Hälfte des Glaubens.“
Gründe, die den Ghusl erforderlich machen
- Zustand der grossen rituellen Unreinheit (Janaba): Dieser Zustand wird verursacht durch (absichtlichen oder unabsichtlichen) Austritt von Samenflüssigkeit bzw. die entsprechende Flüssigkeit bei der Frau oder durch Geschlechtsverkehr (mit oder ohne Austritt von Samenflüssigkeit).
- Menstruation (Haid)
- Blutungen bei der Geburt
- Tod
Durchführung des Ghusl
Die folgenden Hadithe zeigen, wie der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) den Ghusl vollzogen hatte:
'A'ischa, Gattin des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, berichtete: "Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, pflegte - wenn er eine Gesamtwaschung (Ghusl) nach dem Geschlechtsverkehr vornahm - mit der Waschung seiner beiden Hände zu beginnen dann wusch er sich genauso wie für das Gebet. Danach führte er seine Finger ins Wasser, ging damit durch sein Haar und berührte dabei die Kopfhaut dann holte er Wasser mit beiden Händen dreimal und goss es jedes Mal über seinen Kopf. Anschliessend goss er reichlich Wasser über sich in der Weise, dass es seine ganze Körperhaut hinunterlief."
[Sahih Al-Bucharyy Nr. 24]
Maimuna, Gattin des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, berichtete: "Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, wusch sich genauso wie für das Gebet, mit Ausnahme seiner beiden Füsse, danach wusch er seinen Genitalbereich und säuberte ihn gründlich, dann goss er reichlich Wasser über sich, rückte etwas von der Stelle und wusch seine beiden Füsse. Das war seine Gesamtwaschung (Ghusl) nach dem Geschlechtsverkehr."
[Sahih Al-Bucharyy Nr. 024]
Pflichten und Sunna des Ghusl
- Bevor man den Ghusl vornimmt, soll man die Absicht haben, ihn zu machen.
- Es ist Pflicht, den ganzen Körper vollständig mit Wasser zu waschen.
- Es ist Sunna, vor dem Ghusl den Geschlechtsbereich zu waschen.
- Ebenso ist es Sunna, vor dem Ghusl einen Wudu’ zu machen. Geht man beim später durchzuführenden Ghusl davon aus, dass das beim Ghusl benutzte Wasser auf die Füsse fliesst (z.B. unter der Dusche), soll man den Wudu’ - nicht aber die dazugehörige Fusswaschung - durchführen und die Füsse zum Schluss des Ghusl reinigen. Wenn nicht angenommen werden muss, dass das beim Ghusl benutze Wasser auf die Füsse gelangt, soll man den Wudu’ inklusive Fusswaschung vor dem Ghusl durchführen. Wird der Wudu’ während des Ghusl aufgehoben (z.B. wegen Blähungen), muss man ihn nicht wiederholen.
- Dass man den rechten Arm vor dem linken, die rechte Körperseite vor der linken usw. wäscht gilt als Sunna. Ebenso ist es Sunna, sich von oben nach unten zu waschen und die Füsse ganz zuletzt zu reinigen.
Mit dem Ghusl kann man auch sofort beten, ohne den Wudu’ machen zu müssen, solange beim Ghusl nichts vorgekommen ist, was normalerweise den Wudu’ aufhebt.
Der Begriff Wudu’ bedeutet das Vornehmen der kleinen rituellen Waschung um die kleine rituelle Unreinheit aufzuheben und in den Zustand der rituellen Reinheit (Tahara) zu gelangen.
Es ist verpflichtend, im Zustand des Wudu’ zu sein, wenn man beten will (Pflichtgebete und Sunna-Gebete), wenn man Koran rezitiert als Gottesdienst und nach einigen Rechtsschulen auch, wenn man einen Mushaf berührt. Wenn man den Koran auswendig rezitiert ohne von einem Mushaf abzulesen, braucht man kein Wudu zu haben.
Erwähnung des Wudu’ im Qur’an (Sure 5, Vers 6):
„O die ihr glaubt, wenn ihr euch zum Gebet aufstellt, dann wascht euch das Gesicht und die Hände bis zu den Ellbogen und streicht euch über den Kopf und (wascht euch) die Füße bis zu den Knöcheln.“
Ein Hadith zum Wudu’:
Umran, Diener von 'Uthman berichtete, dass 'Uthman Ibn 'Affan für sich Wasser holen liess, etwas davon in seine beiden Handkellen goss, womit er seine Hände wusch und diesen Vorgang dreimal wiederholte. Er führte dann seine Rechte in das Gefäss, nahm Wasser und spülte damit Mund und Nase. Danach wusch er sein Gesicht dreimal, gefolgt von seinen beiden Unterarmen und wusch sie bis zum Ellenbogen dreimal. Er strich dann über seinen Kopf und wusch danach seine beiden Füsse bis zu den Knöcheln dreimal. Anschliessend sagte er: "Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: »Wer seinen Wudu' in dieser Weise vornimmt, wie ich diesen meinen Wudu' vorgenommen habe, und anschliessend zwei Rak'a verrichtet, ohne dass er sich absichtlich mit anderen Gedanken beschäftigt, dem wird jede seiner vergangenen Missetaten vergeben.«
(Sahih Al-Bucharyy, Nr. 159)
Ausführung des Wudu’
1. Man fasst die Absicht, den Wudu’ vorzunehmen. Dann spricht man die Basmala (Bismi llahi ar-Rahmani ar-Rahim).
2. Man wäscht sich dreimal die Hände.
3. Man spült dreimal den Mund mit Wasser aus. Dabei schöpft man das Wasser mit der rechten Hand.
4. Dann spült man dreimal die Nase mit Wasser. Das Wasser soll in die Nase gelangen, aber nicht zu weit hochgezogen werden. Anschliessend bläst man das Wasser wieder raus.
5. Danach schöpft man mit beiden Händen Wasser und wäscht sich das Gesicht. Das ganze Gesicht vom Haaransatz bis zu Kinn und bis zu den beiden Ohren soll gewaschen werden. Auch die Gesichtswaschung macht man dreimal.
6. Dann wäscht man dreimal den rechten, dann dreimal den linken Unterarm. Die Ellbogen müssen mitgewaschen werden.
7. Danach macht man die Hände ganz nass und streicht damit über die Haare von der Stirn bis ganz nach hinten und zurück. Diesen Vorgang macht man nur einmal.
8. Dann macht man die Hände wieder nass und wäscht die Ohren dreimal innen und aussen.
9. Am Schluss wäscht man zuerst den rechten, dann den linken Fuss je dreimal, auch zwischen den Zehen und bis zu den Knöcheln. Dann wäscht man sich nochmals kurz die Hände.
Es ist schön, wenn man während dem Wudu’ Zikr macht, z.B. Allahumma aghfirli sagt.
Nach Ansicht der Schafiiten reicht es auch, wenn nur wenige Haare feucht werden. Dies ist vor allem für Frauen eine Erleichterung, wenn sie unterwegs sind und beim Wudu’ das Kopftuch nicht abnehmen wollen oder können. So kann man mit den feuchten Fingern vorne unter das Kopftuch fahren.
Drei Rechtsschulen sind zudem der Ansicht, dass das Bestreichen der Ohren nicht unbedingt Pflicht ist. Daher kann man das als Erleichterung auch weglassen.
Es ist mandub (wünschenswert), dass man beim Vornehmen des Wudu’ kein Wasser verschwendet, also den Wasserhahn nicht unnötig weit aufdreht.
Es ist fard (Pflicht), die einzelnen Körperteile einmal zu waschen. Sie dreimal zu waschen ist sunna. Mehr als dreimal ist makruh (abzulehnen), ausser man befürchtet, dass man eine Handlung nicht korrekt durchgeführt hat (z.B. nicht das ganze Gesicht richtig nass gemacht hat).
Während man den Wudu’ vornimmt, soll man auch nicht sprechen.
Speziell während dem Fasten soll darauf geachtet werden, dass bei der Mundspülung nicht zuviel Wasser verwendet wird, damit man nicht aus Versehen etwas davon runterschluckt.
Was den Wudu’ aufhebt
Der Wudu’ ist aufgehoben, wenn etwas auf dem Weg der Harnröhre oder des Afters austritt, sei es
- Kot
- Urin
- Blähungen
- Samenflüssigkeit
- Erregungsflüssigkeit
- Blut oder
- Eiter.
In diesem Fall befindet man sich im Zustand der kleinen rituellen Unreinheit und man muss den Wudu’ erneuern, falls man beten will.
Ebenfalls erneuern muss man den Wudu’ nach tiefem, festem Schlaf, nach sexueller körperlicher Erregung und bei Männern nach der direkten Berührung des Geschlechtsteils mit der Handinnenseite, wenn kein dicker Stoff dazwischen ist.
Vorzüge des Wudu’
Nu'aim Al-Mudschmir berichtete: "Ich stieg mit Abu Huraira auf das Dach der Moschee, er beendete dort seinen Wudu' und sagte anschliessend: »Ich hörte den Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagen: "Die Angehörigen meiner Umma werden am Tage der Auferstehung aufgerufen, und sie werden mit einem Mal auf der Stirn und einem Reifen am Fussgelenk - als Spuren des Wudu' - erscheinen. Wer von euch dann die Dauer seiner Niederwerfung (Sudschud) verlängern kann, der soll es tun."« "
(Dieser Hadith berührt zwei spezielle Eigenschaften der Muslime, nämlich den Wudu' und den Sudschud. Die Auswirkung der beiden Eigenschaften am Tage der Auferstehung wird optisch durch die im Hadith erwähnten Merkmale wahrnehmbar sein. Das Mal an der Stirn und der Reifen am Fussgelenk werden - anderen Qur'an-Versen und Hadithen zufolge - aus Licht sein)
[Sahih Al-Bucharyy Nr. 136]
Urwa sagte, dass Umran folgendes berichtete: "Als 'Uthman seinen Wudu' beendet hatte, sagte er: »Soll ich euch etwas mitteilen, von dem ich euch niemals mitgeteilt hätte, wenn eine Aya (Vers) nicht offenbart worden wäre? Ich hörte den Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagen: "Niemals wird einer den Wudu' vornehmen, diesen in bester Weise tun und anschliessend das Gebet verrichten, ohne dass ihm die zwischen dem ersten und dem zweiten Gebet begangenen Missetaten vergeben werden. Dies gilt entsprechend weiter, sobald er das darauf folgende Gebet beendet hat."« "'Urwa sagte: "Die erwähnte Aya lautet: "Diejenigen, die verbergen, was Wir von den klaren Beweisen und der Rechtleitung herabsandten ...""(Sura al Baqara, Vers 159)
[Sahih Al-Bucharyy Nr. 160]