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Geschichte
Opposition
Konservative kämpften 1847 im Sonderbundskrieg gegen Liberale.
Die Vorgängerinnen der CVP waren katholische Gruppierungen, deren Anfänge in die 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückreichen und die einen Gegenpol zu den liberal-radikalen Parteien bildeten. 1840 schlossen sich einige Konservative schliesslich in Ruswil im Restaurant Rössli zum Ruswiler-Verein zusammen, aus dem später die CVP hervorging.
Nach dem verlorenen Sonderbundskrieg von 1847 bildeten die Katholisch-Konservativen im neuen, liberal dominierten Bundesstaat Schweiz klar eine Opposition. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Konservativen in die Politik eingebunden und erhielten 1891 erstmals einen Bundesrat.
Gustav Muheim
Gustav Muheim (1851-1917) war der mächtigste Urner seiner Zeit.
Muheims Machtzentrale: Das Haus an der Gotthardstrasse in Altdorf.
Im Kanton Uri dauerte es länger, bis sich eine politische Gruppierung bilden konnte. Im Oktober 1890 berief Gustav Muheim, Regierungs- und Ständerat aus Altdorf, eine Versammlung ein, an der er mit Vertrauensmänner aus verschiedenenen Gemeinden ein katholisch-konservatives Zentralkomitee gründete. Statuten gab es jedoch keine.
Ein Statutenentwurf des katholisch-konservativen Komitees von 1896 gelangte - aufgrund des Widerstandes Muheims - erst 1899 zur Annahme. Die Konservative Volkspartei von Uri war gegründet, stand allerdings noch auf reichlich schwachen Füssen. Der Anschluss an die schweizerische Mutterpartei wurde 1912 vollzogenn.
Alle Fäden der Gruppierung, ja der ganzen Urner Politik liefen damals in den Händen Gustav Muheims zusammen. Seine Vorfahren waren durch den Betrieb einer Lotterie reich geworden, so dass sich Muheim ganz der Politik widmen und seine Macht voll entfalten konnte.
Zauberformel
6 Millionen Franken Schaden: Die Bilanz des Urner Bankenkrachs.
Unter Gustav Muheim waren die Katholisch-Konservativen die starke Kraft in Uri - bis zum Bankenkrach von 1914. Damals musste die Ersparniskasse Uri, die Vorgängerin der Urner Kantonalbank Konkurs anmelden und trieb Uri an den Rand des Ruins. Die konvervativen Politiker waren daran nicht ganz unschuldig und die Quittung kam prompt.
Fortan mussten die Konservativen die Macht mit den Liberalen teilen. Die Urner Zauberformel von der Landsgemeinde 1915 hatte bis 2010 bestand. Während fast 100 Jahren stellte stets die FDP den Urner Nationalrat und die CVP die Ständeräte.
Auch innerhalb des Kantons mussteen die Konservativen Macht abgeben, erst an die FDP, später an die SP und SVP. Dennoch ist die CVP bis heute die stärkste Kraft im Urner Land- und Regierungsrat.
Die Landsgemeinde wählte 1915 erstmals einen liberalen Nationalrat.
Persönlichkeiten
Hansheiri Inderkum wurde 2010 Präsident des Ständerats.
Heidi Z'graggen wäre beinahe Uris erste Bundesrätin geworden.
Als linker Parteiflügel wurde 1929 die Christlichsoziale Parteigruppe Uri (CSP) gegründet, die bis 2011 existierte. 1983 wurde zudem die Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft (AWG) aus der Taufe gehoben. Die Junge CVP gab es bereits in den 1980er-Jahren und wurde 2002 reaktiviert.
Vier Urner CVP-Politiker konnten in der Vergangenheit den Ständerat präsidieren: Gustav Muheim aus Altdorf (1890), Ludwig Danioth aus Andermatt (1963/1964), Emil Wipfli aus Erstfeld (1967/1968) und zuletzt Hansheiri Inderkum aus Altdorf (2010/2011). Mit Franz Schmid stellte die CVP Uri 1923 gar einen Bundesgerichtspräsidenten.
National für Furore sorgte die CVP Uri 2018: Die CVP Schweiz stellte Regierungsrätin Heidi Z'graggen offiziell als Kandidatin für den Bundesrat auf. Mit dem ersten Urner Bundesratssitz wurde es nichts. Stattdessen wurde Z'graggen 2019 als Nachfolgerin von Isidor Baumann in den Ständerat gewählt. Gleichzeitig holte sich die CVP mit Simon Stadler erstmals seit der Legislatur 1911-1915 wieder einen Sitz im Nationalrat.