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Ausgaben für Atomwaffen steigen drittes Jahr in Folge
Die weltweiten Ausgaben für Atomwaffen sind 2022 nach einer Untersuchung der Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) das dritte Jahr in Folge gestiegen.
Die weltweiten Ausgaben für Atomwaffen sind 2022 nach einer Untersuchung der Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) das dritte Jahr in Folge gestiegen.
Die neun Atomwaffenstaaten seien dabei, ihre Arsenale zu modernisieren und auszubauen, berichtete die Kampagne, die 2017 den Friedensnobelpreis erhalten hatte, am Montag in Genf. Insgesamt beliefen sich die Ausgaben auf 82,9 Milliarden Dollar (rund 75 Milliarden Franken), drei Prozent mehr als im Jahr davor. Auch insgesamt waren die Militärausgaben so hoch wie nie zuvor, wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri im April berichtete.
Damit seien pro Minute fast 160 000 Dollar für Atomwaffen ausgegeben worden, rechnete die Kampagne vor. Mit dem Geld hätten knapp 1,3 Milliarden Menschen ein Jahr lang mit sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen versorgt werden können.
Die USA investierten in den Atomwaffenbereich dem Bericht nach mehr, als die anderen acht Staaten zusammen: insgesamt 43,7 Milliarden Dollar. Hinter den USA hätten China (11,7 Milliarden Dollar) und Russland (9,6 Milliarden Dollar) gelegen, gefolgt von Grossbritannien, Frankreich, Indien, Israel, Pakistan und Nordkorea. Am stärksten zugelegt habe Indien: plus 21,8 Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar. Rund 90 Prozent der Atomwaffensprengköpfe gehören den USA und Russland.
ICAN vereint Nichtregierungsorganisationen aus aller Welt, die für die Abschaffung von Atomwaffen eintreten. Seit 2021 ist ein entsprechender Vertrag in Kraft, den die Mehrheit der UN-Staaten verabschiedet haben. Es sind aber weder die neun Atomwaffenstaaten noch deren Verbündete beigetreten, also auch andere Nato-Staaten.