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Ätna 1999 und 2000.
Der vorangehende Bericht wurde im Frühjahr 1999 fertig gestellt. Bei einem derart aktiven Vulkan wie dem Ätna ist in der Zwischenzeit so viel passiert, dass ein kurzer Anhang notwendig wurde.
Seit März 1999 hat sich das eruptive Geschehen an den Gipfelkratern stark verändert. Nach einem heftigen Ausbruch des Südostkraters begannen dort Lavaströme zu fliessen, die mehrmals weit ins Valle del Bove vorstiessen - und bald zu einer Touristenattraktion wurden. Die Bergführer konnten ihre Gäste an immer wieder neuen Stellen an die ziemlich ruhig ausfliessende Lava heranführen. Im Herbst 1999 verlagerte sich dann das Hauptgeschehen erneut zur Bocca Nuova, die im September und Oktober zu unerhört spektakulären Ausbrüchen ansetzte. Zeitweise wurden stundenlang Lavafontänen ausgestossen, und Lavaströme flössen kilometerweit die östlichen Abhänge bis zur Waldgrenze hinunter.
Um den Jahreswechsel 1999/2000 verstummte die Bocca Nuova. Dafür begann am Südostkrater eine völlig neue Art von Aktivität: Tagelang passierte zunächst fast gar nichts, dann plötzlich setzte ein Ausbruch von ungeheurer Gewalt ein. Während etwa 15 bis 30 Minuten wurde eine bis tausend Meter hohe Lavafontäne ausgestossen, die Aschesäule stieg mehrere Kilometer hoch, und Ascheregen fiel auf die Dörfer am Fuss des Berges.
Während der Eruption entstanden immer auch Lavaströme, von denen mehrere die Hütte des Torre del Filosofo erreichten und sie teilweise zerstörten. Die zeitlichen Abstände dieser grossen Eruptionen waren schwer voraussagbar. In der ersten Jahreshälfte 2000 betrugen sie zwischen einem Vz und 10 V2 Tagen. Gleichzeitig machte sich die Bocca Nuova mit wunderschönen Rauch- genauer gesagt Dampfringen bemerkbar.
Im Sommer 2000 ist wegen dieser grossen Eruptionen ein Aufenthalt beim Torre del Filosofo nicht mehr zu empfehlen. Die im vorangehenden Bericht erwähnten Touristenbusse fahren nicht mehr bis dorthin, und man lässt die Gäste nicht mehr höher als 2700 m ü. M. aufsteigen. Im Internet kann man sich unter www.strom-boli.net laufend über das Geschehen am Ätna orientieren.1