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Etwa beigemengter Schwefelkohlenstoff zeigt sich bei fraktionirter Destillation im Wasserbade;
der weit flüchtigere Schwefelkohlenstoff destillirt mit Leichtigkeit über, das Senföl nicht.
Anwendung. In der Medizin vielfach als äusseres Reizungsmittel der Haut, jedoch fast immer nur in starker Verdünnung, namentlich als Senfspiritus (1 Th. Senföl, 50 Th. Weingeist).
Unverdünnt wird es höchstens bei Wiederbelebungsversuchen Scheintodter angewandt.
Innerlich genommen können schon verhältnissmäßig kleine Dosen tödtlich wirken.
Hier und da wird das Senföl in den Senf- oder Mostrichfabriken zur Verschärfung des Fabrikates benutzt, namentlich wenn von dem Fabrikanten in nicht sehr lobenswerther Art ein Theil des Senfsamens durch Mehl ersetzt wird.
Óleum súccini.
Bernsteinöl.
Bei der trockenen Destillation des Bernsteins gewinnt man neben der Bernsteinsäure eine braune, ungemein stinkende Flüssigkeit, welche neben brenzlichen Produkten Kohlenwasserstoffe und Bernsteinsäure in sehr variirenden Verhältnissen enthält.
Dies ist das Oleum súccini crudum.
Wird dasselbe, mit 6 Th. Wasser gemischt, einer Rektifikation unterworfen, so gewinnt man das Oleum súccini rectificatum. Es stellt ein dünnflüssiges, farblos, bald dunkler werdendes Oel dar, von starkem, unangenehmem Geruch und brennendem Geschmack.
Spez. Gewicht 0,880 bis 0,930;
es besitzt eine neutrale Reaktion und bedarf zu seiner völligen Lösung ca. 15 Th. Weingeist.
Anwendung. Selten innerlich in kleinen Dosen als krampfstillendes Mittel, häufiger äusserlich gegen Zahnschmerz.
Óleum tanacéti.
Rainfarnöl.
Durch Destillation des frischen, blühenden Krautes von Tannacetum vulgare gewonnen.
Es ist gelblich oder grünlich, dünnflüssig, von kräftigem, etwas kampherartigem Geruch des Krautes und von scharfem, bitterem Geschmack.
Spez. Gewicht 0,900-0,950. Mit Jod verpufft es nicht und ist in gleichen Theilen Weingeist löslich.
Anwendung. Namentlich früher, jetzt nur selten, als wurmtreibendes Mittel.
Óleum terebínthinae.
Terpentinöl.
Wird durch Destillation der verschiedenen Terpentine (s. d.) mit Wasser gewonnen. Es ist wegen seiner Billigkeit das wichtigste ätherische Oel und bildet einen ganz bedeutenden Handelsartikel. ¶
Man unterscheidet im Handel namentlich drei Sorten: deutsches, französisches und amerikanisches Terpentinöl.
Deutschland produzirt übrigens selbst sehr wenig, doch kommen unter dieser Bezeichnung auch österreichische und russische Oele in den Handel.
Das französische gilt als das beste, doch haben die meisten französischen Fabrikanten, seitdem durch die kolossalen Zuführen aus Nordamerika die Preise stark heruntergedrückt wurden, die Fabrikation als unrentabel aufgegeben;
Amerika beherrscht den Markt seitdem allein.
Wir erhalten das amerikanische Oel theils direkt, theils über England.
Das erste Produkt der Destillation ist vielfach noch gefärbt und von saurer Reaktion, wird daher durch nochmalige Rektifikation unter Zusatz von etwas Kalk, gereinigt.
Die saure Reaktion ist durch Spuren von Ameisensäure bedingt, die sich übrigens auch in altem, lange gelagertem Terpentinöl findet.
Es ist dünnflüssig, muss völlig klar, farblos oder höchstens ganz schwach gelblich gefärbt sein;
besitzt einen starken, je nach seinem Ursprung etwas verschiedenen Terpentingeruch und einen brennenden bitterlichen Geschmack.
Sein spez. Gewicht ist 0,860-0,890. Sein Siedepunkt liegt bei 180 ° C. Von Weingeist bedarf es 10-12 Th. zu seiner Lösung;
mit Jod verpufft es heftig, mit einem Gemisch von rauchender Salpetersäure und Schwefelsäure entzündet es sich, Es nimmt aus der Luft grosse Mengen von Sauerstoff auf und verwandelt diesen in Ozon;
daher seine Anwendung als Bleichmittel für manche Stoffe wie z. B. Elfenbein.
Diese bleichende Wirkung kann man häufig beobachten, wenn Terpentinöl in halbgefüllten Flaschen, mit Korkstopfen verschlossen, am Lichte steht;
die Korke erscheinen bald in ihrem unteren Theile gebleicht.
Ebenso nimmt Terpentinöl eine grosse Menge Chlorwasserstoff auf und bildet damit eine feste, krystallinische, kampherartige Verbindung (Terpentinkampher oder künstlicher Kampher).
Gutes Terpentinöl muss klar sein und darf, zwischen den Fingern gerieben, nicht klebrig erscheinen;
es muss, in einem Schälchen erwärmt, ohne jeden Rückstand verdunsten und von völlig neutraler Reaktion sein.
Von Verfälschungen mit anderen Oelen kann bei ihm des Preises wegen keine Rede sein. In neuster Zeit soll das Terpentinöl vielfach mit Petroleumbenzin verfälscht in den Handel kommen;
hier giebt das spez. Gew. am leichtesten einen Anhalt.
Dasselbe sinkt bei 5 % Zusatz auf 0,861, bei 10 % auf 0,855 und bei 1 5% auf 0,847. (Drog. Zeit.)
Auch Beimischungen von gewöhnlichem Petroleum und von Harzölen sind beobachtet worden.
Auf erstere prüft man, indem man in 2 Uhrschälchen 2 gleich grosse Proben, die eine von anerkannt guter Qualität, die andere von dem zu untersuchenden Terpentinöl im Wasserbade erwärmt.
Bei reinem Terpentinöl ist die Probe nach 5-7 Minuten, bis auf einen minimalen Harzrückstand verdunstet;
war das Oel dagegen mit ¶