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Der Brunnen versiegt
Das Kriegsgeschehen in der Ukraine manifestiert sich nun auch im Rückzug russischer Künstlerinnen und Künstler aus dem internationalen Kulturbetrieb: Der russische Pavillon an der Kunstbiennale Venedig bleibt in diesem Jahr geschlossen.
Damit protestieren die jungen Kunstschaffenden Kirill Savchenkov und Alexandra Sukhareva gegen die Gewalttaten Putins. Auf ihrem Instagram-Account haben sie ein knappes Statement veröffentlicht: Ein künstlerisches Arbeiten für einen Staat, der zugleich Krieg führt und die Proteste im eigenen Land brutal unterdrückt, sei ihnen nicht möglich.
Zusammen mit dem litauischen Kurator Raimundas Malasauskas, dessen Heimat zur Zeit seiner Geburt noch zur Sowjetunion zählte, riskieren sie damit nicht nur das Ende ihrer Karrieren. Die Organisationsteam der Biennale schätzt diese Geste als «noble act of courage», wie es auf Instagram verlauten liess.
Ob der Pavillon der Ukraine öffnen kann, ist noch nicht klar. Der Künstler Pavlo Makov, geboren in St. Petersburg, aber seit 60 Jahre zuhause in Charkiv, verharrt in seiner Heimatstadt. Im Moment sieht er sich ausserstande, an seiner für die Biennale geplanten Skulptur «Der Brunnen der Erschöpfung», Sinnbild für den Zustand der Ukraine, zu arbeiten. Einmal mehr zeigt sich die Schwierigkeit, in unseren bewegten Zeiten einen künstlerischen Beitrag zu entwickeln, der eine einzelne Nation repräsentiert.