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Im Abschnitt Koblenz stehen noch heute zwei der wichtigsten Werke im schweizerischen Festungsbau. Dies sind die MG Bunker (A4240 und A4241) im Widerlager der Aarebrücke und das Infanteriewerk A4232
Koblenz Tunnel.

Kurzsichtige Entscheidung
Warum wurden zwischen 1918 bis 1935 keine neuen Festungswerke gebaut? Da die belgischen Festungswerke im Ersten Weltkrieg dem deutschen Ansturm nicht standhalten konnten, kam die schweizerische
Armeeleitung zum Schluss, dass Festungswerke ihre Bedeutung verloren hätten. Es sollten keine neuen gebaut werden, und der Unterhalt der bestehenden Werke - welche man für 50 Millionen Franken am
Gotthard errichtet hatte - sei reine Zeitverschwendung. Aus Spargründen wurde dann 1923 auch noch das Büro für Befestigungsbauten (B.B.B.) geschlossen, welches während 40 Jahren bestanden hatte.
Dieser kurzsichtige Entscheid sollte sich mehrfach rächen. Es mussten später für sehr viel Geld die Schäden an den bestehenden Werken behoben werden und - was viel schlimmer wog - das ganze Wissen
um den Bau von Befestigungen war verloren. Die ehemaligen Angestellten des B.B.B. und ihr Fachwissen waren in alle Himmelsrichtungen zerstreut.
Als die Zeichen der Zeit düsterer wurden und die Mahnungen von (nun) Divisonär Eugen Bircher 1935 erkannt wurden, begann man sich Gedanken um die Grenzbefestigungen zu machen. Als 1934 eine
Strassenbrücke über die Aare bei Koblenz projektiert wurde, kam beim Militär die Idee auf, in den Widerlagern der Brücke doch zwei MG Stände einzubauen.
Die ersten Bunker und die Wiedergründung des B.B.B.
Die Idee wurde aufgegriffen. Jedoch musste man schnell feststellen, dass dafür weder für den Bau noch die Ausrüstung erprobte Pläne greifbar waren. Somit musste also komplett bei Null angefangen werden.
Diese Erfahrung dürfte sicher den Entscheid des Bundesrats von 1935 beschleunigt haben, mit welchem das B.B.B. wieder ins Leben gerufen wurde. Es konnten wieder Ingenieure und Planer eingestellt werden,
welche nun einen "geordneten und normierten" Festungsbau an die Hand nehmen sollten. Die ersten Bunker, welche nun unter der Führung des B.B.B. erstellt werden sollten, waren die beiden MG Stände A4240
und A4241 im Widerlager der Aarebrücke. Sie bildeten den Auftakt für eine in der Schweizer Geschichte
beispiellose Bautätigkeit zwischen 1935 und 1946.
Prototyp Infanteriewerk A4232 Koblenz Tunnel
Neben den ersten Bunkern im Widerlager der Brücke, wurde in Koblenz 1937 auch der erste Prototyp der Infanteriewerke zum Schutz der Rheinübergänge errichtet. Das
Werk Koblenz-Tunnel wurde als Frontalwerk mit einer Ik,
zwei MG, ein Beo und einer Gewehrgalerie aus 26 Lmg Ständen gebaut. Das Werk sollte Unterkunft für 39 Mann bieten und war über einen vertikalen Stollen und Wendeltreppe
(knapp 100 Tritte) mit einem Lmg-Stand im Tunnelportal verbunden. Dort unten war auch die Technik (Luftfilterung, Maschinen) für das Werk untergebracht. Entsprechend gross und teuer ist dieses Werk
ausgefallen.
Bereits die drei folgenden vom B.B.B konzipierten Infanteriewerke bei Eglisau (A5420 Segligen),
Feuerthalen (A5477 Güetli) und Stein am Rhein (A5527 Burg)
sind kleiner ausgefallen. Da auch diese noch zu gross und zu teuer waren, wurde weiter abgespeckt, die Gewehrgalerien gestrichen, die Technik auf das notwendige reduziert und es entstanden dann die "Normbunker", wie sie zu Hunderten gebaut wurden.
So wurde dann auch der Rheinabschnitt bei Koblenz und beim Kraftwerk Klingnau 1938/1939 durch solche Bunker verstärkt. Während des Aktivdiensts wurden rund um das IW Koblenz Tunnel noch weitere MG Bunker
und Unterstände zum rückwärtigen Schutz der Anlage erstellt. Auch moderne KUBU wurden in den 1960er Jahren noch in der Umgebung errichtet.
Kartenausschnitt Sperrstellen am Rhein rund um Koblenz (1:25'000)
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Das IW Koblenz-Tunnel und die MG Stände in der Aarebrücke bei Koblenz stellen zwei einmalige Zeitzeugen aus dem Anfangsstadium des wiedereröffneten B.B.B. dar. Das Werk Koblenz Tunnel wurde nach der
Entklassifizierung durch den Verein Festungsmuseum Reuenthal übernommen und kann geführt besichtigt werden. Wir danken an dieser Stelle herzlichst dem Verein und den Werksverantwortlichen für die
Einladung, dieses einmalige und schön hergerichtete Werk zu besuchen sowie die herzliche Gastfreundschaft. Festungsinteressierten Kreisen können wir einen Besuch in diesem Werk nur wärmstens empfehlen,
gibt es hier doch auf kleinem Raum viele Besonderheiten zu sehen. Informationen zum Besuch sind zu finden unter www.festungsmuseum.ch.

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Infanteriewerk A4232
Aussen (2011-Edition)
Infanteriewerk A4232
Aussen (2009-Edition)
Infanteriewerk A4232
Kampfstände
Infanteriewerk A4232
Unterkunft und Tunnel
Infanteriewerk A4232
Detailansichten
Anlagen Koblenz Tunnel
Anlagen Rhein Ost
und Bahnbrücke
Anlagen Rhein West
und Kraftwerk Klingnau