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Eigenschaften und Ausmass des Dunkelfeldes im Bereich Menschenhandel in der Schweiz
Eine Machbarkeitsstudie des Schweizerischen Kompetenzzentrums für Menschenrechte
Im Rahmen des ersten nationalen Aktionsplans zur Bekämpfung des Menschenhandels von 2012-2014 wurde das Schweizerische Kompetenzzentrum für Menschenrechte beauftragt, eine Machbarkeitsstudie zu Forschungsvarianten vorzulegen, die den Menschenhandel in der Schweiz aus qualitativer wie auch quantitativer Perspektive näher beleuchten. Es ging weniger darum, vollkommen neue Facetten des Phänomens aufzuzeigen, als bereits bekannte wie die sexuelle Ausbeutung, die Ausbeutung der Arbeitskraft und den Handel mit Körperorganen näher zu untersuchen.
Die 2013 durchgeführte Studie gründet auf einer Übersicht der Fachliteratur aus der Schweiz, einer Analyse der veröffentlichten Bundesstatistiken und der Strafrechtsprechung sowie auf einer Reihe von Expertengesprächen mit relevanten Akteuren auf Bundes- und kantonaler Ebene. Ausgehend von bestehenden empirischen Grundlagen und Wissenslücken wurden vier Studienprojekte mittels bewährter quantitativer und qualitativer Methoden aus anderen Studiengebieten vorgeschlagen.
Die Machbarkeitsstudie führt jedoch zum Schluss, dass es beim gegenwärtigen Wissensstand unmöglich ist, eine verlässliche Schätzung der allgemeinen Verbreitung des Menschenhandels in seinen drei Formen vorzunehmen. Um das Ausmass seriös abzuschätzen zu können, müssten nach Teilbereichen getrennte Abklärungen in sämtlichen Kantonen unternommen werden. Ferner ist eine quantitative Einschätzung allenfalls hinsichtlich der sexuellen Ausbeutung denkbar, solange es zu den anderen Formen keine – als Anknüpfungspunkt notwendige – Standortbestimmung des Phänomens gibt. Da die Ausbeutung der Arbeitskraft und der Organentnahme zum Zweck des Menschenhandels in der Schweiz bisher empirisch kaum beforscht wurden, drängt sich deshalb vorerst eine qualitative Auseinandersetzung mit diesen Formen auf.
31.03.2015