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Die politischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Lettland sind traditionell gut. Verschiedene Kongresse, die zur ersten Unabhängigkeit Lettlands führten, fanden in der Schweiz statt. In den ersten Jahren seiner Unabhängigkeit wurde Lettland von der Schweiz im Rahmen der Osthilfe unterstützt. Später war Lettland Empfängerland des Schweizer Erweiterungsbeitrags.
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Die Schweiz und Lettland pflegen gute diplomatische Beziehungen. Die bilateralen Kontakte intensivierten sich in den letzten Jahren. So reiste Bundespräsident Didier Burkhalter im September 2014 nach Riga und traf sich dort mit Präsident Andris Berzins, Premierministerin Laimdota Straujuma und Aussenminister Edgars Rinkevics zu Gesprächen. Anfang 2015 weilte Aussenminister Rinkevics zu Besuch in Bern. In den letzten zehn Jahren lag einer der Schwerpunkte der bilateralen Beziehungen auf der engen Kooperation im Rahmen des Schweizer Erweiterungsbeitrags.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Der bilaterale Handel basiert seit dem Beitritt Lettlands zur Europäischen Union im Jahr 2004 auf dem Freihandelsabkommen der Schweiz mit der EU. Das Handelsvolumen erreichte 2016 rund 221 Millionen Franken.
Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation
Forschende aus der Schweiz und Lettland arbeiten im Rahmen von Horizon 2020 in mehreren Projekten zusammen.
Forschende und Kunstschaffende aus Lettland können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Der Schweizer Erweiterungsbeitrag
Lettland gehörte zu den Empfängerstaaten des Schweizer Beitrags zur Verringerung der wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten in der erweiterten EU. Zwölf Projekte im Gesamtbetrag von 60 Mio. CHF wurden bis 2017 umgesetzt. Die Projekte fokussierten u.a. auf die Verbesserung des Schultransportsystems in ländlichen Gebieten, die Förderung von Jugendinitiativen in peripheren Regionen, Altlastensanierung, die Verbesserung der Brandschutzmassnahmen und die Modernisierung von Gerichten.
Schweizerinnen und Schweizer in Lettland
Ende 2016 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik 56 Schweizerinnen und Schweizer in Lettland.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Die Geschichte der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Lettland reicht bis ins Jahr 1868 zurück, als in Riga ein Schweizer Konsulat errichtet wurde. Ab 1919 verfügte Lettland über eine konsularische Vertretung in der Schweiz. Verschiedene Kongresse, die zur ersten Unabhängigkeit Lettlands im Jahr 1918 führten, fanden in der Schweiz statt. 1921 anerkannte der Bundesrat die Lettische Republik. Die diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Lettland bestanden bis zur Annexion Lettlands durch die Sowjetunion und wurden nach deren Auflösung wieder aufgenommen. Die Schweiz anerkannte die wiederausgerufene Unabhängigkeit Lettlands im August 1991 kurze Zeit nach der Unabhängigkeitserklärung.
Während der Transitionsphase in den 1990er-Jahren war Lettland ein Schwerpunktland der Schweizer Ostzusammenarbeit. Insgesamt flossen 26 Millionen Franken für technische Hilfe und Finanzhilfe in den Bereich Umwelt, ins Gesundheitswesen und in den Bankensektor.
1992 wurde die Schweizer Botschaft in Riga eröffnet, welche gleichzeitig die Schweizer Interessen in Litauen und seit 2011 auch in Estland vertritt. Für die diplomatischen Beziehungen zu der Schweiz ist die lettische Botschaft in Wien zuständig.