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Erneuerbare Energien: Wie das erfolgreiche «Modell Basel» begann
Die IWB (Industrielle Werke Basel) versorgen ihre Region seit vielen Jahren ohne Strom aus Atomkraftwerken. Zu verdanken haben die Basler die Abkehr vom Atomstrom und damit die verstärkte Förderung erneuerbarer Energien einem Volksentscheid und seinen Folgen.
Die Geschichte der Energieversorgung in Basel ist einzigartig. Während die Abwendung von der Atomkraft erst jetzt im Rest der Schweiz und in Europa zum Ausbau alternativer Stromquellen führt, beginnt der Erfolg erneuerbarer Energien in Basel viel früher.
Sie startet bereits in den 50er Jahren, als durch den Anstieg des Stromverbrauchs neue Energiequellen ausfindig gemacht werden mussten, um den Bedarf zu decken. Während viele andere Regionen in der Schweiz und Europa den Bau von Atomkraftwerken unterstützten, entschieden sich die Basler in einer historischen Abstimmung gegen den Atomstrom. Getragen durch diesen Entscheid konnten die IWB beginnen, eine Stromversorgung mit alternativen Energiequellen aufzubauen.
Ein Volksentscheid, der alles verändert
Trotz sinkender Energiereserven entschieden sich die Einwohner in Basel 1974 bei einer direkten Abstimmung dagegen, sich an dem Atomkraftwerk Gösgen zu beteiligen und fortan von dort Strom zu beziehen. In einem weiteren Volksentscheid stimmten die Basler 1977 schliesslich generell gegen die Energieversorgung mit Atomkraft. 1978 wurde diese Entscheidung per Gesetz festgehalten, so dass in der Region kein Atomstrom verwendet werden durfte. Das bedeutete für die Basler vorerst, möglichst viel Strom zu sparen, denn die Reserven wurden immer knapper.
Dennoch mussten die IWB bald handeln, um den steigenden Strombedarf mit Energie aus anderen Quellen zu decken und die Versorgung zu sichern. Darum investierte der Energieversorger schon ab den 1980ern in alternative Stromquellen. Zwar wurden auch Kohle- und Gaskraftwerke zur Stromversorgung der Region gebaut, aber die höchsten Investitionen flossen in die Wasserkraft.
Start des Projekts erneuerbare Energien aus Eigenproduktion
Schon 1983 wurde in Basel gesetzlich festgehalten, dass erneuerbare Energiequellen gefördert werden sollten. Wasserkraft wurde zu dieser Zeit schon längst für die Stromproduktion genutzt. Doch nach der Festlegung des Gesetzes begannen die IWB auch in andere erneuerbare Energien zu investieren. So wurde 1985 die erste Anlage für Geothermie geplant. Seit 1994 versorgt die in Riehen gebaute Anlage die Region mit Erdwärme aus 1,5 km Tiefe. Der gesamte Dorfkern von Riehen kann damit beheizt werden, was jährlich 1,5 Mio. Liter Heizöl einspart.
Auch in Solarenergie investieren die IWB schon früh. 1992 wird die erste Photovoltaikanlage am Gymnasium Bäumlihof gebaut und eine weitere erhält das Hausdach des Unterwerks Volta.
Als 1996 die erste grosse Windkraftanlage der Schweiz gebaut wird, sind auch die IWB vorn mit dabei. Sie investieren in die Anlage Juvent, die auf dem Mont Crosin im Berner Jura steht.
Ausbau und Erweiterung erneuerbarer Energien
Obwohl die IWB bereits erneuerbare Energien aus Wasser, Wind, Sonne und Erdwärme nutzen, sehen sie sich immer weiter nach zusätzlichen Energiequellen um. So kommt es zum Beispiel, dass Holzkraftwerke gebaut werden, nachdem ein Sturm in 1999 eine enorme Menge an Abfallholz in der Umgebung hinterlassen hat.
Ab 2003 macht dann die Förderung der Solarenergie einen grossen Sprung. Im Verbund mit den Umweltschutzämtern der Stadt Basel und von Baselland wird das Programm «1000 Solardächer für die Nordwestschweiz» ins Leben gerufen, das den Ausbau von Solaranlagen fördert. Dank der Förderung wurden bis 2010 in der Region 1000 neue Anlagen für Solarthermie errichtet.
Als Vorreiter beim Ausbau erneuerbarer Energien treten die IWB somit bereits seit vielen Jahren auf. Aber sie ruhen sich deshalb nicht auf ihrem Erfolg aus. Mit immer wieder neuen Ideen und Investitionen gehen sie den Weg der alternativen Stromversorgung konsequent weiter. So schaffen sie es unter anderem, dass in Basel bereits seit 1. Juli 2012 Strom von erneuerbaren Energien aus Eigenproduktion Standard ist.
Quelle: IWB (Industrielle Werke Basel), Text: Bianca Sellnow