Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03323.jsonl.gz/645

Im April musste sich Mick Jagger einer Herzoperation unterziehen. Nun steht der Frontmann der Rolling Stones wieder auf der Bühne, als wäre nichts gewesen. Mit seinen fast 76 Jahren wirkt Jagger wie ein medizinisches Wunder. Derzeit touren die Uralt-Rocker durch die USA. Am Sonntag spielten sie im Football-Stadion von Foxborough bei Boston.
Dabei gratulierte Jagger dem Publikum nachträglich zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli, «ein heikler Feiertag für uns Briten». Und platzierte zur allgemeinen Gaudi einen Seitenhieb an die Adresse von Donald Trump: «Der Präsident hat in seiner Rede einen sehr guten Punkt erwähnt: ‹Hätten die Briten die Flugplätze gehalten, wäre für uns vielleicht alles anders gekommen›.»
Trump hatte während seiner bombastischen, militärisch geprägten Independence-Day-Feier beim Lincoln Memorial in Washington tatsächlich behauptet, die Kontinentalarmee habe im Unabhängigkeitskrieg «Flugplätze erobert». Also anno 1776. Er verortete auch die Schlacht von Fort McHenry in jenem Krieg. Sie fand erst während des britisch-amerikanischen Kriegs 1814 statt.
Für den Spott zu seiner ansonsten unüblich staatsmännischen Ansprache musste der Präsident nicht sorgen. Auf seinem Lieblingsmedium Twitter machte der Flugplatz-Flop unter dem Hashtag #RevolutionaryWarAirports die Runde. Trump machte für das Malheur den Teleprompter verantwortlich, der im Dauerregen den Geist aufgegeben habe.
Für Mick Jagger war die Giftelei auch ein kleiner Racheakt, denn im Wahlkampf 2016 hatte die Trump-Kampagne die Stones-Klassiker «Start Me Up» und «You Can't Always Get What You Want» verwendet. Die Rolling Stones beschwerten sich darüber. Allerdings musste Jagger einräumen, dass sie nichts gegen die «Zweckentfremdung» der Songs unternehmen konnten. (pbl)