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Frauenlöhne nur als Sackgeld?
20 Minuten fragte Herrn Bigler (Direktor Schweizerischer Gewerbeverband) im Zusammenhang mit der Coiffeur-Branche, ob es in der reichen Schweiz Löhne geben darf, die kaum zum Leben reichen. Antwort von Herrn Bigler: „Oft sind es Zweitverdiener, die so wenig verdienen.“ Was meint Herr Bigler damit, wenn er dies im Zusammenhang mit Coiffeur-Branche erwähnt, in der zu 90 Prozent Frauen arbeiten?
Die Rede vom „Zweitverdienst“ meint: Junge Frauen sollen zu Hause bei ihren Eltern wohnen, wo sie für ihren Lebensunterhalt nicht alleine aufkommen müssen. Wenn sie einen besser verdienenden Mann gefunden haben, können sie in seinen Haushalt ziehen und einen „Zweitverdienst“ beisteuern. Ökonomisch unabhängige Frauen, welche ein eigenständiges Leben führen, sind diesem Herrn wohl ein Greuel.
Ganzer Text:
Diese Aussage von Herrn Bigler ist ein Affront! Er meint damit, dass Frauenlöhne ein Zusatzeinkommen zu einem bestehenden Einkommen, also ein zusätzliches Taschengeld bedeuten.
Dies ist erstens eine Abwertung derjenigen Frauen, die in einer Partnerschaft leben und einer Berufstätigkeit nachgehen und zweitens eine grosse Benachteiligung alleinstehender Frauen und alleinerziehender Mütter. Alle haben das Anrecht, für ihre Arbeit einen anständigen Lohn zu erhalten und nicht mit dem Hinweis “Zweitverdiener” disqualifiziert zu werden.