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Bernhard Büsser
Inhaltsverzeichnis
Lebensdaten
Profess: 6. Oktober 1900
Priesterweihe: 28. Mai 1904
Primiz: 3. Juli 1904
Lehrer: 1904–1929
Kustos: 1913–19?
Subprior: 1919–1951
Brüderinstruktor: 1932–1951
Beziehungsnetz
Verwandtschaft
Sohn des Eugen Eduard Büsser und der Rosa Osterwalder.
Lebensbeschreibung[1]
Otto Büsser wurde am 14. März 1880 als Sohn des Bankbeamten Eugen Eduard Büsser und der Rosa Osterwalder in St. Gallen geboren. Im Schatten des ehemaligen Benediktinerklosters wuchs er auf und in der Kathedrale des hl. Gallus amtete er als Ministrant. 1892 kam er nach Engelberg in die erste Klasse des Gymnasiums. Nach dem Studium der Philosophie in Einsiedeln trat er mit seinem Mitstudenten, dem späteren P. Paul Wymann, 1899 ins Noviziat und erhielt den Namen Bernhard. In Rom, an der Benediktinerhochschule Sant' Anselmo, durfte er Theologie studieren. In Rom empfing er durch Kardinal Respighi die Priesterweihe und feierte am 3. Juli 1904 in der Klosterkirche Engelberg die Primiz.
Im Herbst 1904 begann P. Bernhard seinen 25-jährigen Schuldienst. Ein ehemaliger Schüler erinnerte sich: "P. Bernhard lehrte uns Religion, Deutsch, Geschichte, Geographie, Schönschreiben und Naturgeschichte. Latein und Mathematik hatten wir bei P. Johannes Chrysostomus Dahinden, der in diesem Jahre auch Kapellmeister war. In der dritten Klasse war P. Bernhard Klassenlehrer mit Religion, Deutsch, Latein und Griechisch. Die lateinische und griechische Formenlehre wurde uns gründlich beigebracht. […] P. Bernhard galt als strenger Professor. Gewissenhaftigkeit und Genauigkeit waren seine eigenen Tugenden, und die verlangte er auch vom Schüler. Aber in der Freizeit, besonders auf der Eisbahn, konnte er recht fröhlich sein. […] Erzählen war überhaupt nicht seine starke Seite. Da ergänzte ihn sein Mitbruder P. Paul Wymann in glücklicher Weise. Wie viel Interessantes bot dieser in seinen Geschichtsstunden; aber plötzlich konnte auch er lächelnd sagen: 'Wir sind abgeschwoffen, hora ruit, hora ruit.'"
Mit den Jahren stieg P. Bernhard in die höheren Klassen hinauf. Von der Syntax in die Rhetorik und von da ins Lyzeum, wo er mehrere Jahre in der siebten Klasse Latein und Griechisch dozierte. Im grossen und ganzen blieb sich P. Bernhard in der Art des Unterrichtens treu: Sicherheit in der grammatikalischen Form und Übung im sinngetreuen Übersetzen waren seine besonderen Anliegen. Dort verlangte er fleissige Arbeit, ohne sich um die Beliebtheit bei den Studenten zu kümmern. So war er je nach Veranlagung der Schüler von den einen mehr gefürchtet, von den anderen mehr geliebt, von allen aber wegen seiner steten Gerechtigkeit und Festigkeit in der Schulordnung geachtet.
Die Novizen führte er in die Psalmen und in die Geheimnisse des Hebräischen ein. Immer musste man die Ausgeglichenheit seines Charakters, seine Ruhe, seine Beherrschtheit in Gemütsbewegungen bewundern. Dazu gesellten sich ausgesprochener Sinn für die klösterliche Überlieferung, nüchterner Blick für das Praktische, für Anordnen, Verwalten, Berechnen. Diese Eigenschaften kamen P. Bernhard zugute, als ihm nebst der Schule verschiedene Ämter zur Verwaltung übertragen wurden. 1913 wurde er Kustos. Damit war ihm die Sorge für die Sakristei und die Ausstattung der Kirche anvertraut. Getreu dem Wahlspruch des hl. Benedikt, dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden, sorgte der Kustos für Neuanschaffung von Paramenten und für fachgemässe Restaurationen. Die Schönheit des Hauses Gottes lag ihm am Herzen. Massgebend war auch hier die Überlieferung. Die modernen Richtungen konnten nicht immer sein Gefallen finden.
Seit 1911 wurde vom spätem Abt Bonaventura Egger und P. Bernhard regelmässig eine Hauschronik verfasst und den Mitbrüdern in der "Diaspora" zugesandt. Ihre Vervielfältigung brachte grosse Arbeit mit sich. Als zu Anfang der Zwanzigerjahre ein gelernter Buchdrucker sich als Laienbruder meldete, nahm P. Bernhard die Gründung und Leitung einer Hausdruckerei in Angriff. So wurden dann neben dieser Chronik die "Titlis-Grüsse", der Jahresbericht, das Directorium und andere Aufträge mit eigenen Kräften gedruckt. Mit grosser Sorgfalt besorgte P. Bernhard die vielen zeitraubenden Korrekturen.
In den schweren Grippetagen (Spanische Grippe) vom Oktober 1918 starben drei Mönche. Das bedingte verschiedene Wechsel im Kloster. So zog 1919 der damalige Subprior P. Odilo Gwerder als Beichtiger nach Maria Rickenbach, und P. Bernhard wurde sein Nachfolger. Bereitwilligst nahm er dem oft kränklichen Prior Eugen Wehrle viele Arbeiten ab. 1932 übernahm er die Leitung der Laienbrüder. Die Erstellung des Neubaues, bei dessen Planung P. Subprior mitwirkte, hatte die Möglichkeit geschaffen, bedeutend mehr Brüder aufzunehmen. Zugleich forderte die Missionsgründung in Kamerun vermehrt deren Arbeitskräfte.
P. Bernhard führte nun die jungen Ordensleute in die Übungen des Klosterlebens ein und gab ihnen eine gediegene religiöse Schulung. Der frühere Kapitelsaal wurde in ein Brüder-Oratorium umgeschaffen und die gemeinsame Betrachtung eingeführt. Die Obliegenheiten der Brüder wurden gut geordnet und festgelegt. Es war oft nicht leicht, das Tagewerk der Brüder auf den verschiedenen Arbeitsposten mit den religiösen Pflichten des Ordensmannes in Einklang zu bringen. Wo sich entgegengesetzte Gesichtspunkte zeigten, hatte bei P. Bernhard die Sorge für die Seele den Vorrang vor der Sorge für das Zeitliche.
P. Bernhard war ausserdem als Chordirektor tätig. Als Chordirektor oblag ihm die Pflege des Chorals. Die Liebe zu diesem ausgesprochen kirchlichen Gesang hatte P. Bernhard aus Sant' Anselmo in Rom mitgebracht. Mit der gleichen Liebe, mit der P. Bernhard früher die mehrstimmigen Partien sang, trug er die erhabenen Melodien des Chorals vor. Ein Traum des lieben Verstorbenen blieb unerfüllt: die Anschaffung neuer Glocken.
Am 6. Oktober 1950 konnte er im Kreis seines Konventes das goldene Professjubiläum feiern. Die Gesundheit von P. Bernhard war bis ins Alter eine ausgezeichnete. Kleinere Störungen hatte er mit grosser Energie zu überwinden gewusst. Ein Jahr vor seinem Tod aber trat eine schwere Erkrankung auf (feuchte Brustfellentzündung, Pleuritis). Sie wurde im Sommer zeitweise behoben, und ein Kuraufenthalt in Sonvico sollte die erhoffte Genesung bringen. Aber es kam nun eine stetig steigende Herzwassersucht dazu. Die Gelassenheit und die Geduld, mit der der Kranke seine Schmerzen und das Ungewohnte des Leidens ertrug sei bewundernswert gewesen. Am 19. Dezember, morgens 4 Uhr, verschied er, während ein Mitbruder in der Krankenkapelle das hl. Opfer für ihn feierte.
Werke
- Die Restauration des Engelberger Reliquienkreuzes, in: Festschrift Angelomontana, S. 471-483.
- Ein Stündchen bei den ehrw. Laienbrüdern, in: Titlisgrüsse 18, 1931/1932, S. 55-60; 19, 1932/1933, S. 39-44, 66-70; 20, 1933/1934, S. 10-14, 30-36.
Professnummer
- Nr. 686
Einzelnachweise
- Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Nachruf in den Titlisgrüsse 38, 1951/52, S. 29-32, übernommen.
Bibliographie
- Nachruf P. Bernhard Büsser, in: Titlisgrüsse 38, 1951/52, S. 29-32.