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Rishi Sunak gilt als einer der Top-3-Favoriten für die Nachfolge Johnsons.
Bis zu seinem Protest-Rücktritt am 5. Juli war Sunak seit Februar 2020 als sogenannter Schatzkanzler tätig, was einem Finanzminister entspricht. Ein Posten, der nach dem des Premierministers als zweitwichtigstes Amt angesehen wird. Kurz nach Amtsantritt wurde er mit der Corona-Pandemie konfrontiert, in Zuge derer er viel Geld investierte, um die Wirtschaft während des Lockdowns am Leben zu erhalten. Dies brachte ihm grosses Ansehen ein.
Allerdings büsste er in den letzten sechs Monaten wieder einiges davon ein: Während er für einen Verstoss gegen Lockdown-Massnahmen eine Busse bezahlen musste, war seine Frau Akshata Murty in eine Steuer-Affäre verwickelt.
Sie stand bis zuletzt an Boris Johnsons Seite: Die Aussenministerin Liz Truss konnte damit ihr Ansehen bei Loyalisten stärken. Truss wurde 2010 als Abgeordnete für South West Norfolk gewählt. Als Aussenministern hat sie sich zuletzt für das Verhängen von Sanktionen gegen Russland und seine Oligarchen eingesetzt. Bei der konservativen Partei ist sie aufgrund ihrer liberalen Ansichten bezüglich Wirtschaft und Handel sehr beliebt.
Sajid Javid, Abgeordneter für Bromsgrove, gab am Dienstag seinen Rücktritt als Gesundheitsminister bekannt. Grund dafür war sein verlorenes Vertrauen in Boris Johnson. Dieser sei nicht mehr kompetent und handle nicht mehr in nationalem Interesse, lautete seine Begründung.
Javid hatte sich bereits 2019 um den Parteivorsitz beworben, wobei er bis in die Runde der letzten Vier vorrückte. Dort gab er auf, um Johnson zu unterstützen. Bevor er 2021 ins Amt des Gesundheitsministers vorrückte, war er als Schatzkanzler tätig.
Es wäre bereits sein dritter Anlauf: Der Minister für Gleichstellungsfragen hat bereits zweimal für das Amt des Tory-Vorsitzenden und des Premierministers kandidiert. 2019 musste er sich hinter Boris Johnson und Jeremy Hunt geschlagen geben.
Gove ist ehemaliger BBC-Journalist und schrieb eine Kolumne für die Times. Er ist einer der dienstältesten Minister im Kabinett und bringt entsprechende Erfahrung mit: Von 2010 bis 2014 war er als Bildungsminister tätig, bevor er die Ämter des «chief whip» (parlamentarischer Geschäftsführer), des Justizministers, des Umweltministers und des Ministers für Gleichstellungsfragen bekleidete.
Der im Irak geborene Nadhim Zahawi trat 2010 als Abgeordneter für Startford-Upon-Avon auf die politische Bildfläche. Zu grösserer Bekanntheit gelangte er in seiner Rolle als erster parlamentarischer Staatssekretär für den Einsatz des Covid-Impfstoffs im November 2020. Für die Einführung der Impfung erntete er grosse Anerkennung. Ab September 2021 war er als Bildungsminister tätig. Nach dem Rücktritt Sunaks als Schatzkanzler am 5. Juli übernahm er dessen Posten – aber nicht lange. Bereits 24 Stunden nach Amtsantritt trat er aus Protest zurück und forderte Johnson zum Rücktritt auf.
Seit 2020 ist Jeremy Hunt Vorsitzender des Health and Social Care Select Committee. Zuvor war er als Minister für Kultur, Olympia, Medien und Sport tätig und bekleidete von 2018 bis 2019 das Amt des Aussenministers.
Bei den Wahlen zum Premierminister musste er sich 2019 von Boris Johnson geschlagen geben.
Er gilt gemäss Umfragen als der grosse Favorit: Ben Wallace. Als Verteidigungsminister hat der ehemalige Soldat seit dem Ukraine-Krieg mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Er entschied sich früh dazu, die Ukraine mit Waffen und Ausbildung zu unterstützen.
Während Wallace laut Umfrage-Institut «YouGov» mit 13 Prozent nur sehr knapp vor Penny Mordaunt (12 Prozent) und Rishi Sunak (Prozent) liegt, punktet er bei direkten Gegenüberstellungen klar. Mussten sich die Befragten beispielsweise zwischen Wallace und Mordaunt entscheiden, so erhielt Wallace 48 Prozent und Mordaunt lediglich 26 Prozent der Stimmen. Im Duell mit Sunak erhielt Wallace 51 Prozent und Sunak 30 Prozent der Stimmen.
Sie gab bereits vor Johnsons Rücktritt bekannt, als Kandidatin für seine Nachfolge antreten zu wollen. Suella Bravermann ist als Generalstaatsanwältin im Kabinett tätig. Sie ist eine Brexit-Unterstützerin und galt immer als eine überzeugte Anhängerin Johnsons.
Sie war die erste Ministerin im Kabinett überhaupt, die einen Mutterschaftsurlaub bekam, wofür zuerst eine Gesetzesänderung vorgenommen werden musste.
Penny Mordaunt hat eine interessante Karriere hinter sich. Die einstige Assistentin eines Zauberers schrieb 2019 Geschichte, als sie zur ersten weiblichen Verteidigungsministerin gewählt wurde – einen Posten, den sie allerdings nur für 85 Tage innehatte.
Seit 2010 ist sie Abgeordnete für Portsmouth South sowie seit 2021 Staatsministerin für Aussenhandel. Schlagzeilen schrieb sie unter anderem, als sie 2014 an der Promi-Tauchshow Splash! teilgenommen hatte.
Laut der YouGov-Umfrage hat sie hinter Ben Wallace die zweitgrössten Chancen. Während sie im Direkt-Duell mit Wallace das Nachsehen hätte, würden sich im Kopf-an-Kopf-Rennen mit Sunak mit 40 Prozent knapp 2 Prozent mehr Menschen für sie entscheiden.
Der gemässigte Tom Tugendhat ist seit Januar 2020 Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten. Er fährt eine andere Linie als Johnson und setzte sich unter anderem für den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der EU ein.
2003 trat er als Leutnant in die britische Armee ein und diente unter anderem im Irak und in Afghanistan, wo er seine davor im Jemen erworbenen Arabisch-Kenntnisse einsetzen konnte.
Entsprechend emotional fiel seine Rede zum amerikanischen Rückzug aus Afghanistan aus, in der er US-Präsident Biden für seine Entscheidung kritisierte:
Weniger bekannt ist Steve Baker, der eigenen Angaben nach von seinen Kolleginnen und Kollegen dazu «angefleht» worden sei, für die Führung zu kandidieren.
Er gilt als Brexit-Unterstützer, der unter anderem Johnsons Vorgängerin Theresa May zum Rücktritt drängte. Seit 2010 ist er Abgeordneter für High Wycombe. (saw)
«Ich hatte kein Corona» – «Also, das Bier oder die Infektion?». Während der Pandemie hat Corona – die Abkürzung der Infektionskrankheit sowie der Name der mexikanischen Biermarke für so manche Verwechslung gesorgt. Das Bier rückte in Pandemiezeiten aber immer mehr in den Hintergrund.