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Johann Oesch war einer der besten Handsticker in Balgach. Er zählte zu den wenigen Feinstickern. Das befähigte ihn, die Stelle des Fachlehrers in der Genossenschafts-ferggerei auszuüben. Wegen Unstimmigkeiten trat er nach einem guten Jahr zurück. Johann Oesch gehörte zum Initiativkomitee der Genossenschaft (1905) und versah das Amt des Kassiers für eine Amtsdauer.
Ursprünglich war das Gebäude ein reines Kleinbauernhaus. Für die Handstickmaschine wurde ein Lokal angebaut.
Heute: Neudorfstrasse 9
Die Geschwister Lisette, Adolf und Ulrich Nüesch führten einen gemeinsamen Haushalt, zu dem auch Dora, die Tochter eines vestorbenen Bruders gehörte. Ulrich arbeitete als Wegmacher an der Staatsstrasse. Adolf und Lisette besorgten die kleine Landwirtschaft (1 Kuh, 1 Rind) und stickten für die Genossenschaftsferggerei, in der Adolf das Amt des Aktuars inne hatte. Die Pflegetochter leistete Unterstützung im Haushalt, auf dem Feld, im Baumert und als Hirtin.
Das Gebäude weist alle Merkmale eines Stickerbauern-Heimes auf: Sticklokal im Erdgeschoss des Wohnteiles, angebaute Kleinlandwirtschaftsräume. Zum Haus gehört ein Baumgarten in der Gesamtfläche von 15 Aren.
Die Stickereikrise zwang die Geschwister zur Aufgabe der Heimarbeit. Sie vergrösserten Stall und Scheune und erweiterten den Landwirtschafsbetrieb. Adolf wurde zum Substituten der Gemeindeverwaltung gewählt. Die Maschine verpachteteten sie für kurze Zeit an eine Lustnauer Familie.
Heute: Kugelstrasse 6
1884 erhielt Johannes Nüesch, Schmieds, die Bewilligung, an Stelle des bisherigen Waschhauses bei seinem Heimwesen im Gänsbach ein Sticklokal zu erstellen. Dabei musste er von der Strassengrenze den gleichen Abstand einhalten "wie die Fabrik des Herrn Gemeindeammanns Mätzler".
Das Häuschen wurde später in ein Wohnhaus umgebaut und dient heute noch diesem Zweck. Rundherum ragen mehrstöckige Neubauten auf.
Heute: Rietstrasse 5
Landwirt Wilhelm Nüesch-Halter (1825-1909) errichtete im Mühlacker neben seinem Wohnhaus mit angebauter Scheune ein "Stickfabrikle" . Er gehörte zu den Handstickpionieren Balgachs und seine Nachkommen werden bis in die heutige Zeit Stickereifabrikanten bleiben. In der Zürcher Illustrierten Nr. 46, 1932 heisst es: "Die Schweizer Stickerei war erst in den Anfängen. Er konnte sich mit Musse daneben seinem Bauernbetrieb widmen und in der Kirche auch noch das Amt des orgelersetzenden Vorsängers erfüllen."
Nach der Stickereikrise kaufte ein Viscose-Arbeiter das Giebelhäuschen und baute es zum Wohnhaus um.
Heute: Mühlsteinstrasse 17
Robert Nüesch - er war der Sohn vom obigen Wilhelm Nüesch - baute anfangs der Achtzigerjahre in den Ländern ein Stickerbauern-Haus für zwei Wiesendanger Handstickmaschinen. Die Maschinenfabrik in Bruggen drängte darauf, dass Nüesch endlich die ausstehenden Forderungen bezahlte.
Die Zürcher Illustrierte von 1932 schreibt im Rückblick: "Robert Nüesch bediente selber zwei Handstickmaschinen, auf denen er es zu wahrer Künstlerschaft brachte. Oft stickte er 14 Tage lang an einem einzigen reichen Dessin (Handätz-Stickereien)."
Im Jahre 2000 wurde das Haus mit Stall und Scheune abgebrochen. 2008 überbaute man den Baumert mit einem Mehrfamilienhaus.
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