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Das SRK arbeitet in Bolivien eng mit indigenen Organisationen zusammen und verbessert die Gesundheit in abgelegenen Regionen.
Das lateinamerikanische Binnenland wurde in der Vergangenheit oft durch Blockaden und politische Unruhen gelähmt – wie nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen von 2019. Der gewaltsame Regierungswechsel und die kurz darauf eingetretene Coronakrise machten soziale und wirtschaftliche Errungenschaften zunichte. Dies führte zu einem drastischen Anstieg der Armut. Über 40 Prozent der Bolivianerinnen und Bolivianern leben unter der Armutsgrenze, viele Kinder sind mangelernährt.
Im Südosten Boliviens, im Departement Chuquisaca verbessert das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) die Gesundheit in abgelegenen und benachteiligten Regionen. Dabei arbeitet es eng mit indigenen Organisationen und den Gesundheitsbehörden zusammen. Total baut das SRK-Bolivienprogramm in über 100 Dörfern die Gesundheitsdienstleistungen aus, fördert das Bewusstsein für eine gesundheitsbewusste Lebensweise, arbeitet mit den Dorfgemeinschaften für einen verbesserten Schutz vor Naturgefahren und verbessert so die Lebensbedingungen der Menschen. Zugleich unterstützt es indigene Organisationen dabei, ihre Rechte einzufordern.
Katastrophenvorsorge und Nothilfe nach Naturkatastrophen
Die ländliche Bevölkerung leidet immer wieder unter Naturkatastrophen wie Dürren, Überschwemmungen oder grossen Wald- und Buschbränden. Zusammen mit dem Bolivianischen Roten Kreuz (BRK) und indigenen Basisorganisationen versorgt das SRK arme Familien mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Medikamenten. Zudem bereitet das Rote Kreuz die Menschen darauf vor, bei zukünftigen Katastrophen besser gewappnet zu sein. Dorfkomitees werden gebildet, das Bewusstsein zu Bedrohungen geschärft sowie einfache Massnahmen zur Verringerung der Risiken ergriffen. So gewinnt die Katastrophenvorsorge innerhalb der Dorfgemeinschaften an Bedeutung.
Gesundheitsversorgung auf dem Land
In abgelegenen Regionen trägt das SRK gemeinsam mit den lokalen Behörden zu einer besseren Gesundheitsversorgung bei. Im Vordergrund steht dabei der verbesserte Zugang der Dorfbevölkerung zu den Gesundheitsposten und -zentren. Zudem leisten das Gesundheitspersonal mit der Unterstützung des SRK und mit freiwilligen Gesundheitshelferinnen und -helfern in den Dörfern erste Hilfe und behandeln häufige Leiden wie Durchfall und Atemwegerkrankungen. Weiter führen sie Schwangerschafts- und Kleinkinderkontrollen durch und überweisen schwer Erkrankte an die nächste Gesundheitsstation. Eine wichtige Rolle spielt die Gesundheitserziehung zu Fragen der Hygiene, der Ernährung, der Familienplanung und der Verhütung, letzteres vor allem zur Vermeidung der immer noch häufigen Teenagerschwangerschaften. Das Personal der Gesundheitszentren wird vom SRK unterstützt, damit es die Vorgaben der nationalen Gesundheitspolitik wirksam umsetzen kann.
Immer wichtiger wird im SRK-Gesundheitsprogramm in Bolivien die Zusammenarbeit mit Schulzentren. Dabei geht es vor allem um Bewusstseinsbildung und Prävention.
Traditionelle Medizin
Die traditionelle Heilkunde ergänzt die westliche Schulmedizin. Das Rote Kreuz sucht deshalb die Zusammenarbeit mit Heilerinnen und Heiler sowie traditionellen Hebammen, die es weiterbildet. Durch den Anbau und die Verarbeitung von Heilpflanzen kann ein Teil des kulturellen Erbes der indigenen Gemeinschaften bewahrt werden.
Stärkung der Partner
Durch Weiterbildung der Mitarbeitenden seiner Partnerorganisationen in Projektmanagement, Buchhaltung und Administration fördert das SRK die Selbstverwaltung der indigenen Organisationen. Auf diese Weise ermöglicht es eine gute Zusammenarbeit mit den Gesundheitsposten und -zentren, welche sich in einer deutlich besseren Prävention und Behandlung von Krankheiten zeigt. Das SRK unterstützt auch das Bolivianische Rote Kreuz bei der Erarbeitung einer neuen Strategie.