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Good Vibrations
Daniel
Eberli
Bei den ersten
motorgetriebenen Fahrzeugen war der Motor starr mit dem Chassis verbunden.
Dementsprechend wurden die Vibrationen unverfälscht an das Fahrzeug
weitergegeben und lediglich durch kärglich angebrachtes Isolations-
und Polstermaterial von den Passagieren ferngehalten. Im Juli 1931 wandte
die amerikanische Firma "Chrysler" erstmals die Technik des
schwebend montierten Motors, genannt "Floating Power", an -
und vervierfachte damit die Verkaufszahlen ihres Modells "Plymouth"
innerhalb kürzester Zeit. Auf Grund dieses Erfolges wandte sie diese
Technologie rasch an allen Typen des Hauses an.
|Interessanterweise - und hier schliesst sich gewissermassen der Kreis - geht der "Moteur flottant" zurück auf die Erfindung des Franzosen Pierre Lemaire und seiner Studie, dass der Motor in der Hauptachse beweglich um das Gravitationszentrum aufgehängt werden müsse. Zusammen mit Paul d'Aubarède gelang es ihm, die Idee, Motor und Chassis gewissermassen von einander unabhängig zu machen, zur Serienreife weiter zu entwickeln. Als Werbegag wurden die Citroën-Personenwagen mit Hinterrad-Antrieb fortan mit dem Symbol des gleitenden Schwans und der Bezeichnung "Motteur flottant" gekennzeichnet.|

Als 1934 die Traction auf den Markt kam, verschwand der gleitende Schwan wieder, obwohl die Technik des "Moteur flottant" auch bei der Traction zur Anwendung gelangte.
Nach dieser
etwas langen Einführung möchte ich nun zum technischen Teil
meines Beitrages kommen.

Verstreckte
Steuerkette.
Die Traction hat original keinen Kettenspanner, so dass eine verstreckte Steuerkette verfälschte Steuerzeiten und ein verstellter Zündzeitpunkt zur Folge haben kann. Von Albert Schorta, möglicherweise auch von anderen Clubgaragisten, wird ein Kettenspanner für Tractions angeboten. Das Problem liegt allerdings daran, dass die Stirnradkette beim Traction-Motor auf der Seite der Fahrgastzelle angebracht ist und somit nur bei ausgebautem Motor zugänglich ist.

Ausgeschlagene Drosselklappenwelle beim Vergaser.
Der Zustand der Drosselklappenwelle kann geprüft werden, indem man daran rüttelt. Hat sie übermässig Spiel, kann dort falsche Luft angesogen werden, so dass das Gemisch abgemagert wird. Dies kann sogar zu Aussetzern führen. Letztendlich schafft nur eine seriöse Revision oder ein neuer Vergaser Abhilfe. Mit handelsüblichem Schmierfett kann 1. der Verschleiss verringert werden und 2. wirkt Fett auch bis zu einem gewissen Mass als Dichtmittel.
|Ausgeschlagener
Zündverteiler

Hier hilft in der Regel nur der Ersatz. Gelegentlich liegt das Problem jedoch auch an der Befestigung respektive der Grundplatte des Verteilers mit dem Handverstell-Mechanismus. Dann kann bereits ein Nachziehen der Schrauben Abhilfe schaffen.

Schlechte Zündkabel
Da die Zündkabel
bei der Traction zwischen oder hinter dem Schaltgestänge durchgeführt
werden müssen, kann es bei überalterten Zündkabeln zum
Überspringen des Zündfunkens kommen, insbesondere bei feuchter
Witterung oder nach einer Wagenwäsche. Naturgemäss sind Aussetzer
die Folge. Die Diagnose wird erleichtert, wenn der Motor in der dunklen
Garage (für gute Belüftung sorgen!) oder bei Nacht durchgeführt
wird, da man dann fehlgeleitete Zündfunken sehen kann.

Falsche Einstellung der Motorenbefestigung
Der Motor
der Traction ist bekanntlich schwimmend aufgehängt. Da leider häufig
die Einstellung der Befestigung zu wenig sorgfältig vorgenommen wird,
werden die "normalen" Schwingungen des Motors ungenügend
gedämpft an die

Ist der Motor zu tief oder auch zu hoch, werden die Vibrationen des Motors
ungefiltert auf den Fahrgastraum übertragen und man hat den Eindruck,
der Motor laufe rau, obwohl alles in Ordnung ist.

Da in der Regel das Gehäuse im Fahrgastraum mit Teppich überzogen ist, ist die Kontrolle der Position des Gummiklotzes nicht ganz einfach. Bis zu einem gewissen Mass kann sie auch vom Motorenraum her eingeschätzt werden. Schliesslich bleibt dann immer noch die Methode "Essai et erreur" (Trial and error, oder Schweizerdeutsch: "Probiëre gaht über Studiëre!).
Walti Rey verkauft einen Umbausatz, bei welchem die Spiralfedern auf der Seite des Motors ersetzt werden durch Silentblocks. Dadurch kann der Gummiklotz auf der Rückseite des Motors ganz weggelassen werden und die Übertragung der Vibrationen an dieser Stelle ist nicht mehr möglich. Die Aufhängung gleicht dann in der Konstruktion derjenigen des Sechs-Zylinders, der ebenfalls auf der Rückseite keine Stütze aufweist, weil dort der Zahnkranz für den Anlasser befestigt ist. Persönlich habe ich keine Erfahrungen mit Walti's Konstruktion.
- Letztendlich funktioniert die schwebende Motoraufhängung auch nur dann befriedigend, wenn nicht irgend welche andere Teile - in der Regel das Auspuffsrohr im Bereich der ersten Briede - an den Fahrzeugkörper klopfen.

Wenn die
Kompression nicht auf allen Zylindern gleich ist, führt dies zu einem
unrunden Motorlauf. Die Ursachen können vielfältig sein. Schlecht
eingestellte oder verbrannte Ventile, undichte Kolbenringe, Löcher
im Kolbenboden etc. Bereits ein billiger Kompressionstester leistet gute
Dienste zur Diagnose. Wenn die Kompression schlecht ist, gibt man einige
Spritzer aus der Ölkanne durch das Kerzenloch in den Brennraum. Verbessert
sich danach die Kompression markant, ist der Schaden an den Kolbenringen
und Zylinder-Laufbüchsen zu suchen, verbessert er sich nicht, liegt
es eher an den Ventilen. Definitive Klarheit bekommt man letztendlich
nur, wenn man den Motor öffnet oder mit einem Endoskop hineinschauen
kann.
Vibrationen
können unterschiedliche Ursachen haben, von denen einige auch vom
Bastler mit wenig Aufwand behoben werden können. Es lohnt sich, hier
mal den Kopf unter die Haube zu strecken.
Good vibrations!
Daniel Eberli