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Frischdampfsystem
Von den drei Dampferzeugern im Reaktorgebäude gelangt der Frischdampf mit etwa 62 Bar Druck und 280 °C über drei parallele Rohrleitungen zur Frischdampfarmaturenstation. Räumlich getrennt befinden sich dort die Sicherheitsventile, Abblaseventile und Isolationsventile. Über eine Rohrstrasse werden die drei Frischdampfleitungen ins Maschinenhaus geführt, wo der gesamte Dampfstrom auf vier Leitungen aufgeteilt wird.
Der Dampf gelangt dann über je vier hintereinandergeschaltete Schnellschluss- und Regelventile in den doppelflutigen Hochdruckteil des Turbosatzes. Die Schnellschlussventile unterbrechen im Anforderungsfall als Schutzarmaturen die Dampfzufuhr zur Turbine.
Am Austritt der Hochdruckturbine beträgt der Dampfdruck noch 11 Bar bei einem Wasseranteil von rund 13 Prozent und einer Temperatur von 187 °C. Zur Verhinderung von Erosionsschäden an den Niederdruckturbinen wird der Dampf über einen kombinierten Wasserabscheider-Zwischenüberhitzer geleitet. Dieser trocknet den Dampf und erhitzt ihn auf etwa 250 °C, bevor er von beiden Seiten durch die Einströmstutzen in die drei doppelflutigen Niederdruckturbinen gelangt und die verbleibende ausnutzbare Energie abgibt. Die Zwischenüberhitzung des Dampfes zwischen der Hoch- und der Niederdruckturbine erfolgt mittels Frischdampf.
Bei abgeschaltetem Turbosatz führen Frischdampfumleitstationen den von den Dampferzeugern produzierten und von den Turbinen nicht übernommenen Dampf direkt den Kondensatoren zu. Die Dampfabführung erfolgt über drei schnell öffnende elektrohydraulische Umleitventile. Das Frischdampfumleitsystem ist für eine Dampfmenge von 45 Prozent ausgelegt; im Falle einer Turbinenschnellabschaltung wird die Reaktorleistung daher automatisch auf < 40 Prozent abgesenkt.
Bei einem Ausfall der Frischdampfumleitstation wird der Dampf zur Druckbegrenzung und zur Abfuhr der Reaktorleistung über die Frischdampfsicherheitsventile abgeblasen. Eine gezielte und geregelte Druckabsenkung kann in diesem Fall über die Abblaseventile eingeleitet werden.