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Das Schweizerische Historische Lexikon vermutet, dass Minnesänger Konrad Schenk von Landegg Angehöriger einer Ministerialfamilie der Grafen von Toggenburg war. Von diesem Konrad von Landegg sind 22 Lieder in mittelhochdeutscher Sprache mit 102 Strophen überliefert.
Lieder in Handschrift
Minnegesang ist laut dem Schweizerischen Historischen Lexikon eine mittelalterliche höfische Liedkunst. In sehnsüchtiger Weise wird vor allem von der Liebe und dem Leid zu einer unerreichbaren Angebeteten gesungen.
Minnesänger waren Vertreter des Regionaladels, Ministerialbeamte, Stadtbürger und auch fahrende Berufskünstler. Der Minnegesang wurde von Adelshöfen, von Städten und auch von der Fürstabtei St. Gallen gepflegt. In der Ende des 13. Jahrhunderts entstandenen Manessischen Liederhandschrift oder Codex Manesse sind zahlreiche Lieder festgehalten, auch jene von Konrad von Landegg.
Vertrauensperson
Ab der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts waren Familienangehörige von Landegg zusätzlich Inhaber des Schenkenamtes im Kloster St. Gallen. Schenk ist ein niederer Titel in der Adelshierarchie. Die Träger sind zuständig für die Rebberge und den Weinkeller des Hofes. Sie ist eine Vertrauensperson im Hofstaat eines Herrschers.
Ihr Stammsitz war die Burg Landegg in der Region um Lütisburg. Andere Quellen vermuten sie in der heutigen Gemeinde Degersheim. Gelegentlich wird der Name dieses Geschlechts auch als «Landeck» geschrieben.
Schutzberechtigt in Wil
Laut Angaben des Chronisten Karl J. Ehrat wurden Angehörige dieser Familie Wiler Ausserbürger. Diese wohnten in der Regel nicht in der Stadt, zahlten aber Steuern und genossen daher gewisse Rechte und den Schutz der Stadt.
Teilnehmer an Feldzügen
Die Lebensdaten von Konrad von Landegg sind nicht genau bekannt. 1271 ist er erstmals in einer Urkunde erwähnt. 1276 soll er unter dem Kommando von König Rudolf an der Belagerung Wiens teilgenommen haben. 1289 soll er sich wiederum unter König Rudolf an einem Feldzug nach Frankreich beteiligt haben. Sein Todesjahr wird um 1307 vermutet. Da sein Sohn ebenfalls Konrad hiess, kommt es gelegentlich zu Unklarheiten bei den Lebensdaten.
Nebst den typischen Themen des Minnegesangs, berichtete Konrad auch von Erlebnissen bei seinen Kriegszügen in Versform.
Verehrungsverse
Ein Beispiel der Dichtung von Konrad Schenk von Landegg in der aktuellen Deutschen Sprache, zitiert nach Carl Georg Jakob Sailer:
Lasset uns das Weib verehren,//Würdevoll ihr Lob vermehren,//Der auf ihrem Erdenpfad//Sich kein Staub der Sünde naht.//Weh dem Mann, der anders denket,//Weib und Weibesehre kränket ,// Ihn verfolgt der Sünde Fluch//Ueber`s Grab und Leichentuch.//Weibes Name, Weibes Leib gibt Wonne; // Zieret Freude, wie der Strahl der Sonne//Zieren und verschönern mag// Einen Sommertag.
Stifterin in Wil
Eine mutmassliche Nachfahrin von Konrad, Küngolt von Landegg, stiftete 1466 für die St. Nikolauskirche einen Altar, ein Messbuch, Messgewänder, ein Wohnhaus sowie die Unterhaltszahlung für einen Geistlichen, unter der Auflage, dass der erste Nutzniesser von dieser Schenkung ihr Sohn sei.