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/ Forschung
Kurz- und langfristige Auswirkungen auf die körperliche Aktivität und kardiometabolische Risikofaktoren bei Kindern mit ungünstigen Krankheitsprofilen in Südafrika
Risikofaktoren für nicht übertragbare Krankheiten, zu denen auch unzureichende körperliche Aktivität, Übergewicht und Bluthochdruck gehören, sind bei Kindern weltweit immer häufiger anzutreffen. Schulbasierte Interventionen sind zwar vielversprechende Präventionsstrategien, doch gibt es nur wenig Evidenz bei gefährdeten Bevölkerungsgruppen. Forschende des Bereichs Sportwissenschaft am DSBG untersuchten deshalb die Auswirkungen der KaziKidz Intervention auf Risikofaktoren und deren langfristige Veränderungen vor und nach der COVID-19-Pandemie bei Hochrisikokindern aus marginalisierten Populationen in Gqeberha, Südafrika.
Die Autorinnen und Autoren verglichen zunächst Risikokinder mit ihren gesunden Altersgenossen nach der Teilnahme an der KaziKidz Intervention. Unterschiedliche Auswirkungen der Intervention wurden beobachtet: Während KaziKidz die körperliche Aktivität während der Schulzeit bei inaktiven Kindern verbesserte, sank der Blutdruck bei allen Kindern unabhängig von den ursprünglichen gemessenen Blutdruckwerten, und Blutzucker und Blutfette sanken nur bei gesunden Kindern. Bei der Untersuchung der zweijährigen Entwicklung dieser Risikofaktoren bei Kindern, bei denen ein Risiko für nicht übertragbare Krankheiten besteht, gingen die beobachteten positiven Ergebnisse verloren. Im Allgemeinen verbrachten die Risikokinder weniger Zeit mit körperlicher Betätigung und wiesen einen Anstieg bei Gewicht, Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten auf. Ein möglicher Grund für den Verlust der Interventionseffekte könnte die Beendigung des Programms während der COVID-19-Pandemie gewesen sein.
Die Autorengruppe kommt zu dem Schluss, dass Schulen ein wichtiger Ort für die Förderung der körperlichen Aktivität und die Verbesserung der Gesundheit von Kindern darstellen. Dazu sind jedoch strukturelle Veränderungen notwendig, um sicherzustellen, dass wirksame Interventionen marginalisierte Schulpopulationen erreichen und eine nachhaltige Wirkung erzielen können.
Die Studie wurde von den drei Partnerinstitutionen, dem DSBG (Uni Basel), dem Human Movement Science Department der Nelson Mandela University und dem Swiss TPH durchgeführt und von der Novartis Stiftung und dem Schweizerischen Nationalfonds finanziell unterstützt. Die Publikation kann in der Fachzeitschrift Frontiers in Public Health nachgelesen werden:
Arnaiz P, Seelig H, Gerber M, Adams L, Degen J, Dolley D, Joubert N, Nienaber M, Nqweniso S, Steinmann P, Utzinger J, du Randt R, Walter C, Pühse U and Müller I (2023) Intervention effects and long-term changes in physical activity and cardiometabolic outcomes among children at risk of noncommunicable diseases in South Africa: a cluster-randomized controlled trial and follow-up analysis. Front. Public Health 11:1199381.