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Der Ohren-Ratgeber - Tinnitus
Was ist Tinnitus?
Ein gelegentliches Pfeifen oder Sausen hat sicher schon jeder einmal erlebt. Solche Ohrgeräusche sind normal und verschwinden in der Regel nach Sekunden oder Minuten. Manchmal treten die Ohrgeräusche auch für Stunden oder Tage auf oder können ganz im Bewusstsein bleiben. Tinnitus ist eine Hörempfindung, die vom Menschen als Pfeifen, Ohrensausen oder Ohrenklingeln wahrgenommen wird ohne akustische Stimulation von aussen. Diese Geräusche können permanent oder unterbrochen wahrgenommen werden und in unterschiedlicher Intensität oder Frequenz gehört werden. Unabhängig von der Klangqualität wird das Geräusch im Kopf, in einem oder beiden Ohren wahrgenommen. Tinnitus ist ein Krankheitssymptom. Der Auslöser kann im Innenohr oder in der Hörbahn im Gehirn liegen.
Welche Arten von Tinnitus gibt es?
Objektiver Tinnitus kann auch von unbeteiligten Menschen gehört werden, z.B. vom Arzt mit dem Stethoskop. Er tritt sehr selten auf und ist eine Rarität. Subjektiver Tinnitus hingegen wird nur vom Betroffenen selbst wahrgenommen. Er wird zeitlich in einen akuten Tinnitus, ein frisch aufgetretenes Ohrgeräusch mit bis zu 3 Monaten Dauer, sowie in einen chronischen Tinnitus, wenn er länger als 6 Monate besteht, unterteilt. Dies ist nicht gleichbedeutend mit einer Verschlechterung oder Unheilbarkeit. Es bedeutet lediglich, dass andere Behandlungsformen notwendig sind. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen belastenden (dekompensierten) Tinnitus in einen erträglichen (kompensierten) Tinnitus umzuwandeln.
Wie entsteht Tinnitus? Warum empfinde ich ihn als störend?
Tinnitus kann durch eine Vielzahl von Ohrerkrankungen (Altersschwerhörigkeit, Lärmschäden, Durchblutungsstörungen, Entzündungen, Tumore) ausgelöst werden. Es ist Aufgabe des Hals-Nasen-Ohren-Arztes, diese auszuschliessen oder zu behandeln. Eine weitere Erklärung des Tinnitus geht davon aus, dass es zu einer Schädigung der empfindlichen Sinneszellen im Innenohr oder einer Fehlschaltung der Nervenbahnen kommt. Es entsteht ein Signal, welches unser Gehirn keiner äusseren Schallquelle zuordnen kann und unbewusst mit negativen Emotionen wie Angst, Bedrohung oder Gefahr belegt. Das Ohrgeräusch stört!
Die Selbstheilungsrate beim Tinnitus ist mit 70% sehr hoch. Im Laufe der Zeit tritt eine Gewöhnung an das nun nicht mehr neue Signal ein und es wird nicht mehr wahrgenommen oder als nicht mehr störend empfunden.
Welche Behandlung ist für mich möglich?
Im Akutfall führen wir in der Regel eine Infusionsbehandlung mit Kortison unter stationären oder ambulanten Bedingungen durch. Zusätzlich können eine Physiotherapie sowie Entspannungs- und Ruhemassnahmen sinnvoll sein.
Das können Sie tun:
- Meiden Sie die Stille.
- Gönnen Sie sich etwas Gutes, lenken Sie sich mit Ihren Hobbys ab.
- Stressabbau ist ein wesentlicher Punkt.
- Benutzen Sie beim Einschlafen akustische Hilfsmittel (Entspannungsmusik, Zimmerbrunnen etc.).
Auch wenn das Ohrgeräusch nach einer erfolgten Behandlung bleibt, können Sie lernen, es zu tolerieren und zu überhören. Wir können Ihnen helfen, indem wir eine umfassende fachliche Beratung anbieten, Bewältigungsstrategien aufzeigen oder im Bedarfsfall eine weiterführende psychologische Tinnitusbehandlung in die Wege leiten. Mit der Zeit tritt ein Lernprozess ein und die Belastung durch den Tinnitus wird überwunden.
Leben mit Tinnitus ist möglich!
Anmeldung interdisziplinäre Tinnitussprechstunde:
HNO-Klinik
Kantonsspital Baselland Liestal
Rheinstr. 26
4410 Liestal
Tel. 061 925 27 40