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(aramäisch, v. hebr. Maschiasch, entsprechend
dem griech. Christus, »der Gesalbte«; s. Salbung), im Alten Testament der von den Israeliten der spätern Königszeit erwartete
gottgesandte Retter, der ein theokratisches Weltreich gründen sollte, wobei den Propheten die einst unter David eingenommene
Weltstellung, Israels Zukunftstypus, vorschwebte (messianische Weissagungen). Anfangs waren diese Hoffnungen
rein politischer Natur und vielfach geradezu dem partikularistischen Egoismus des Volksgeistes dienstbar.
Ein religiöser Kern lag insofern darin beschlossen, als die Hoffnung auf dereinstige Weltherrschaft des VolkesIsrael zugleich
auch die Hoffnung auf Vollendung des Dienstes und der Verehrung Gottes umfaßte. Der Gründer dieses irdischen Gottesreichs wird
als ein zweiter David, also zwar als ein wirklicher Mensch, dabei aber freilich auch als Repräsentant und Stellvertreter, d. h.
als »Sohn«, Gottes gedacht
(Psalm 2, 7). In den spätere Zeiten des jüdischen Staats trat das persönliche Messiasbild vielfach
auffallend zurück hinter dem allgemeinen Gedanken des Gottesreichs und der jüdischen Weltherrschaft;
fast nur in der apokalyptischen Geheimlitteratur erfuhr es noch eine Weiterbildung (s. Menschensohn).