Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03419.jsonl.gz/351

Die Teepflanze
Das Gelingen eines guten Tees hängt als Erstes von der Teepflanze und deren Anbau ab.
Die Teepflanze Camellia sinensis gilt als Grundlage fast aller Teekulturen der Welt. Sie gehört zur Gattung der Kameliengewächse und ist fein, widerstandsfähig und sehr aromatisch. Aus ihr werden beispielsweise Grüntee, Schwarztee oder weisser Tee hergestellt.
Aufbau der Teepflanze
Einen sehr grossen Einfluss auf die Qualität des Tees hat das Anbaugebiet. Die Teepflanze fühlt sich in verschiedenen Regionen der Erde wohl und wächst dort gut, wo das Klima feucht und warm ist. Die optimale Jahrestemperatur liegt um 20 Grad. Das Kameliengewächs mag es abwechslungsweise nass und trocken. Ideal für den Anbau ist lockere Vulkanerde. Auch die Lage spielt eine bedeutende Rolle; so gedeihen Spitzentees vor allem in hoch gelegenen Gebieten.
Die Pflanzen werden in Reihen gesetzt, die etwa einen Meter voneinander entfernt sind. Die Sträucher müssen alle vier bis fünf Jahre beschnitten werden, um ihre Kräfte neu zu beleben und die für den Pflücker ideale Höhe zu gewährleisten, wobei ein Teestrauch rund 70 Jahre lang Qualitätstee liefern kann.
Die Teeernte
Sind die Teepflanzen lange genug gewachsen, so beginnt die Teeernte.
Pflückung der Teepflanze
Bei der Teeernte und bei der Aufbereitung kann die Teequalität nochmals entscheidend beeinflusst werden. Beinahe auf allen Teeplantagen werden nur die oberste Blattknospe und die zwei darauf folgenden jüngsten Blätter eines Triebs gepflückt. Diese Pflückregel nennt man in der Teefachsprache "two leaves and a bud". Denn je jünger und zarter die Blätter sind, desto delikater wird der Tee.
Das Teepflücken wir noch immer sehr traditionell gehandhabt. In Afrika kommen vereinzelt Maschinen zum Einsatz, doch in Sri Lanka und in Indien wird der Tee noch von Hand gepflückt – was nach wie vor die beste Qualität verspricht, da hier die Plantagenarbeiterinnen und –arbeiter bei jeder Pflanze die pflückreifen von den noch nicht so weit entwickelten Sprossen unterscheiden. In niederen Lagen wird Tee bis zu 30 Mal im Jahr, in Höhenlagen "nur" 15 Mal geerntet, da er hier langsamer wächst.
Nach dem Pflücken werden die Blätter für die Weiterverarbeitung in die Fabriken geliefert. Im Gegensatz zu Kaffee, welcher in roher Form ausgeführt wird und erst im Verbrauchsland durch Verlesen und Rösten seine endgültige Gestalt erhält, wird Tee bereits auf den Plantagen im Ursprungsland aufbereitet und als fertiger Tee exportiert.
Falls Sie die Teeernte weitere interessiert, dann empfehlen wir Ihnen dieses Video.
Die Teeverarbeitung
Nachdem die Blätter der Teepflanze gepflückt sind folgt die Teeverarbeitung.
Diese beinhaltet das Welken, Rollen, Oxidieren, Trocknen, Sortieren, Verpacken bis zur Produktion des geschmacksintensiven Tees.
Welken
Zunächst werden die Blätter der Teepflanze über Nacht mit grossen Gebläsen zum Welken gebracht, um überschüssige Feuchtigkeit auszutreiben. Dieser Prozess dauert 12 bis 17 Stunden.
Rollen
Der Tee wird in eine Rollmaschine gelegt, die auf dem Rolltisch rotiert. Dabei entstehen die gedrehten, drahtig anmutenden Teeblätter. Während des Rollens werden die Blätter auch aufgebrochen, womit der dritte Verfahrensschritt ausgelöst wird – die Oxidierung.
Oxidieren
Nach dem Rollen werden die Blätter zum Oxidieren in einem „Fermentierraum“ bei einer Temperatur von 26°C ausgebreitet. Während der Oxidation, welche ungefähr 2-3 Stunden dauert, verfärbt sich das Blatt und nimmt allmählich eine kupferrote Farbe an. Der Stand der Fermentation muss am Geruch des feuchten Blattes ständig kontrolliert werden.
Trocknen
Normalerweise wird die Oxidation nach ungefähr einer bis drei Stunden durch „Feuern“ (Trocknen) des Tees abgebrochen. Dabei wird der Tee auf flachen Blechen langsam durch Heizkammern geschickt, in denen er sich beim Trocknen schwarz färbt. Dieses Verfahren muss sorgfältig kontrolliert werden, da zu geringes oder zu starkes Feuern die Qualität des Tees beeinträchtigen kann.
Teeveredelung
Der letzte Schritt im Prozess der Teeherstellung ist die sogenannte Teeveredelung.
Nach der Verarbeitung wird der Tee an Auktionen in verschiedenen Handelszentren und grösseren Städten, zum Beispiel Kalkutta, verkauft. So genannte „Broker“, als Auktionare zugelassene Makler, stellen den Tee nach Blattgraden und Mengen zusammen, begutachten die Qualität und geben eine Bewertung ab.
Das darauffolgende Mischen ("Blending") ist ein wichtiger und aufwändiger Prozess in der Teeherstellung. Das Know-how eines professionellen Tea Blenders (Prüfer und Mischer) ist hierbei unerlässlich.
Die Blender selektieren die Rohstoffe von tausenden unterschiedlichen Teeplantagen und mischen diese zu einem bestimmten Produkt. Dadurch können Unterschiede in Qualität und Ertrag ausgeglichen werden. Andere Aromen, Mängel oder Veränderungen in der Erntemenge entstehen wegen Schwanken des örtlichen Klimas. Zu jedem Produkt wie Darjeeling oder Earl Grey gibt es eine Referenzmischung. Der Blender variiert das Mischverhältnis solange bis der Geschmack dem der Referenz entspricht.
Wir hoffen, Sie konnten durch unseren Blogbeitrag etwas mehr über die Teeproduktion lernen. Falls Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.
Hier kommen Sie zu unserem Shop.