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Charles
Lewinsky
Charles Lewinsky (*1946) arbeitete als Dramaturg, Regisseur und Redaktor, und ist seit 1980 als freier Autor tätig. Neben Hörspielen, Theaterstücken und Drehbüchern veröffentlichte Lewinsky zahlreiche Romane und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet. Im Zentrum seines 2011 erschienenen Romans “Gerron” steht der deutsch-jüdische Schauspieler und Regisseur Kurt Gerron, über dessen Biographie Lewinsky akribisch recherchiert hat. Im Roman erzählt Lewinsky die Lebensgeschichte Gerrons und verbindet dabei Fakten und Fiktion. Ausgangspunkt der Geschichte ist der Auftrag der Nazis an Gerron, einen Propagandafilm über Theresienstadt und das “Lageridyll” zu drehen. Eindrücklich macht der Roman den inneren Konflikt und das moralische Dilemma des Protagonisten deutlich: Entweder kommt Gerron der Forderung nach, verrät aber damit sein Schicksal und das seiner Mitgefangenen, oder aber er weigert sich und riskiert eine Deportation nach Auschwitz. Lewinsky zeichnet das Porträt dieses faszinierenden Menschen in unmenschlichen Verhältnissen. Der Text besticht neben der sprachlichen Qualität vor allem durch seine gekonnt eingesetzte Dramaturgie. “Gerron” wurde für den Schweizer Buchpreis 2011 nominiert.