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Micheline Calmy-Rey wurde am 8. Juli 1945 in Sitten (Kanton Wallis) geboren. Am Genfer Hochschulinstitut für Internationale Studien erwarb sie das Lizentiat der Politikwissenschaften. Während 20 Jahren führte sie ein im Buchvertrieb tätiges Kleinunternehmen.
Als Vertreterin der Sozialdemokratischen Partei war Micheline Calmy-Rey von 1981 bis 1997 Grossrätin des Kantons Genf. Dann wurde sie in den Genfer Staatsrat gewählt und stand diesem von 2001 bis 2002 als Präsidentin vor. Sie war Verwaltungsrätin bei der Genfer Kantonalbank (BCGE) und Mitglied des Bankrates der Schweizerischen Nationalbank (SNB).
Am 4. Dezember 2002 wurde Micheline Calmy-Rey in den Bundesrat gewählt. Als Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) verfolgte sie von 2003 bis Ende 2011 eine aktive Aussenpolitik. Diese war geprägt von ihrem Engagement für die Erweiterung und Entwicklung der Beziehungen der Schweiz zur Europäischen Union (EU), durch die Stärkung und den Ausbau des sogenannten bilateralen Weges. Sie setzte sich auch für eine stärkere Präsenz der Schweiz ausserhalb Europas ein, namentlich in Asien und Afrika, und verfolgte eine aktive Neutralitätspolitik in den Bereichen Friedensförderung, Einhaltung der Menschenrechte und Armutsbekämpfung. Zu den erwähnenswerten Höhepunkten dieser Politik gehören die Lancierung der Genfer Initiative, der entscheidende Beitrag zur Bildung des UN-Menschenrechtsrats, die Unabhängigkeit Kosovos, die Vermittlung zwischen Armenien und der Türkei beziehungsweise Georgien und Russland sowie die Verabschiedung des Dritten Zusatzprotokolls der Genfer Konventionen, das die Aufnahme der israelischen Hilfsorganisation Magen David Adom in die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften ermöglichte.
2007 und 2011 war Micheline Calmy-Rey jeweils Bundespräsidentin der Schweizerischen Eidgenossenschaft. 2010 übernahm sie den Vorsitz des Ministerkomitees des Europarats und präsidierte 2010 und 2011 die Ministerkonferenz der Frankophonie.
Im Mai 2012 wurde Calmy-Rey zur Gastprofessorin der Universität Genf ernannt. Sie ist Ehrendoktor der Internationalen Universität in Genf (IUG). Calmy-Rey gehört den Führungsgremien folgender Organisationen an: International Crisis Group, Center for International Relations and Sustainable Development, Sustainable Development Solutions Network (SDSN) der Vereinten Nationen und Geneva Call. Sie ist Stiftungsratspräsidentin der Martin Ennals Foundation.
Calmy-Rey ist Autorin von:
• «Die Schweiz, die ich uns wünsche», Zürich, Verlag Nagel & Kimche, 2014
«La Suisse que je souhaite», Lausanne, Editions Favre, 2014
• «Justice sociale et liberté politique selon Calvin: clarification et perspectives», La Vie Protestante, Genf 2010