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Wimpelkarpfen oder Fledermausschmerle
Die ökologische Antwort auf Algen im Gartenteich.
Myxocyprinus asiaticus wurden erstmals 1989 nach Europa importiert.
Die "Chinese Sailfin Sucker" kommen wie die bekannten Goldfische aus China.
Myxocyprinus asiaticus stammt aus China.
Das Verbreitungsgebiet der Gattung Myxocyprinus ist das Flusssystem des Chang Jiang (frühere Schreibweise: Jang-tse-kiang, englische Schreibweise Yangtze). Dieser Strom gehört mit etwa 5800 km Länge zu den grössten in Asien. Er entspringt in Tibet, durchfliesst das südliche China und mündet nördlich von Schanghai ins Gelbe Meer.
Myxocyprinus sind beliebte Speisefische.
Myxocyprinus ist in China ein beliebter Speisefisch.
Bevor der Gezhouba-Damm im Chang Jiang gebaut wurde, war der Fisch ein bekannter Vertreter auf den Speisekarten in der Provinz Sichuan. Etwa 13 % des Fischfanges im oberen Chang Jiang bestanden aus Myxocyprinus. Nach dem Bau des Dammes ging die Fangquote stark zurück.
Myxocyprinus asiaticus wird gross.
Einjährige Fische können 20 Zentimeter bei einem Gewicht von 500 Gramm erreichen. Zweijährige Fische sind etwa 35 Zentimeter lang und wiegen etwa 1,5 Kilogramm. Dreijährige Fische sind durchschnittlich 50 Zentimeter lang bei einem Gewicht von gut 2,5 Kilogramm. Die grössten bekannten Exemplare wogen rund 30 Kilogramm und erreichten Längen von einem Meter. Diese Grössen werden jedoch nur in ihrem Heimatgewässer erreicht. Bei uns werden selten 60 cm überschritten.
Im Laufe des Wachstums entwickelt sich die hohe und typische Körperform. Die Jungfische haben bis zu einer Länge von etwa 3 cm einen silbrig-grauen Körper mit leichtem Purpureinschlag. Fische bis zu einer Grösse von etwa 30 cm haben drei dunkelbraune schräge Streifen auf jeder Körperseite und einen Streifen durch das Auge. Ab 60 cm Länge und mehr verlieren sie als adulte Fische die senkrechten Streifen und bekommen auf dem fleisch- bis pfirsichfarbenen Körper ganz schwache, horizontale dunkle Streifen, von dem meist nur einer richtig zu erkennen ist.
Sie sind an strömende Gewässer angepasst.
Die bemerkenswerte Körperform der Myxocyprinus ist eine Anpassung an strömende Gewässer. Anders als andere Fische haben Myxocyprinus nicht durch horizontale Abflachung der Körpers eine strömungsgünstige Form entwickelt. Bei Myxocyprinus ist der Körper seitlich stark zusammengepresst, so dass eine Kielform entsteht. Anders als bei Schiffen oder Booten liegt der Kiel aber oben. Wenn man die Fische direkt von Vorne betrachtet, kann man es am besten sehen. Zusammen mit der schräg nach vorne geneigten kopflastigen Körperhaltung und der steuernden Brust- und Bauchflossen können sich die Fische so in der Strömung des grossen Flusses halten.
Sie kommen mit Temperaturen von 6 bis 27 °C zurecht.
Der grosse Temperaturspielraum, in dem sich die Myxocyprinus wohlfühlen (6-28°C), entspricht genau dem der Kois und auch im Winter sind keine Probleme zu erwarten. In Gartenteichen können sie sich zu prächtigen Exemplaren entwickeln. Wichtig ist jedoch, genau wie bei den Koi, sauerstoffreiches, möglichst nitratarmes, sauberes Wasser.
Myxocyprinus im Gartenteich
Die Myxocyprinus leisten im Koiteich einen guten Dienst. Mit ihrem speziellen Mundwerkzeug, welches aus vielen nebeneinander liegenden, zapfenförmigen Zotteln besteht, grasen sie den Algenteppich ab und nehmen dabei auch Kleinstlebewesen auf, die sich in den Algen aufhalten. Der Bodengrund wird ebenfalls heftig bearbeitet und damit auch positiv beeinflusst. Sauerstoffreiches Wasser kann durch das Wühlen in den Bodengrund eindringen und verhindert so anäorobe Bereiche.
Ernährung
Die Myxocyprinus fressen von Kleinstlebewesen über Algen bis zum Koi-Sinkfutter alles. Selbst Salat wird, wie von den Koi auch, gerne genommen. Jungfische, die wenige Zentimeter gross sind, ernähren sich ausschliesslich von Mückenlarven, sonstigen Larven und Würmern, die im Teich vorkommen (benthische Nahrung). Der Eiweissbedarf ist wie bei den Koi bei ca. 35 %. der Futterbedarf ist wie bei den Koi zwischen 1 und 3 % des Körpergewichts. Der friedliche Fisch ergänzt sich prächtig mit Kois und anderen Teichbewohnern, die es lieber gemütlich haben.
Eine Gruppenhaltung ist für eine artgerechte Haltung der Myxocyprinus Bedingung.
Drei, besser fünf Tiere sind als Gruppe eine super Putzkolonne, die im Teich ganze Arbeit leistet, verhindert, dass Algenmittel gekauft werden müssen und erst noch durch ihre besondere Form einen exotischen "Touch" in den Teich bringen. Bitte erinnern Sie sich, dass die Wimpelkarpfen 35 % tierischen Eiweiss für eine gesunde Ernährung benötigen! Wintersinkfutter eignet sich hervorragend, wird aber erst ab einer Länge von ca. 15 cm angenommen. Wir importieren ausschliesslich Tiere, die 15 cm bereits erreicht haben. Myxocyprinus müssen auch im Winter gefüttert werden!
Fortpflanzung
Die Myxocyprinus pflanzen sich erst mit ca. 7 Jahren fort. Die Fische werden bei guter Haltung ca. 25-jährig.
Die Eiablage beginnt im Frühling, sobald das Wasser wieder 13 bis 15° C erreicht hat. Steigt die Wassertemperatur auf 18 bis 20° C, geht es ca. 6 Tage und die Jungfische schlüpfen. Als Flussbewohner verstecken sich die Jungen auf dem Bodengrund zwischen den Steinen und sind somit erst relativ spät sichtbar. In den ersten Wochen wird ausschliesslich Plankton wie Mückenlarven etc. gefressen (benthische Nahrung). Algen gehören nach dem Erreichen einer Länge von ca. 15 cm zur Hauptspeise.
Geschlechtsmerkmale
Wie schon erwähnt, durchläuft der Myxocyprinus im Laufe seiner Entwicklung eine Farb- bzw. auch eine Körperform-Veränderung.
Der anfänglich hochrückige Fisch, mit den typisch senkrechten braunen Streifen auf beigem Hintergrund, wird als adulter Fisch blasser in der Grundfarbe, erhält aber als Männchen eine intensiv rote Seitenlinie. Im Gegensatz dazu bleiben die Weibchen dezenter grau-gelb.
Im Bereich After und Schwanzflossen erheben sich kleine, linsenförmige Erhebungen. Bei den Männchen sind diese grösser und mehr in der Anzahl als bei den weiblichen Tieren.
Achtung bei Medikation im Koiteich
Die Wimpelkarpfen reagieren sehr empfindlich auf gängige Entwurmungsmittel, die übers Internet bestellt werden können!
Bei Wurmkuren im Gartenteich mit Entwurmungsmitteln, die als Hauptbestandteile Fenbendazol und Triclabendazol enthalten, müssen die Wimpelkarpfen für 2 Wochen aus dem Becken entfernt werden.
Es ist nicht ganz klar, welche der beiden Komponenten nicht vertragen wird, aber eine der beiden wirkt bei ihnen als übliche Koi-Dosis tödlich!
Vom Tierarzt verschriebene Medikamente enthalten diese Komponenten in der Regel nicht.