Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03493.jsonl.gz/639

Ich bin für das explodierte Asthma-Inhaliergerät. Huch! 😆
Die russische Eiskunstläuferin Kamila Valieva holte mit Russland Gold im Teamwettbewerb und die erst 15-Jährige führt auch im Einzel nach dem Kurzprogramm. Der Haken: In einer Dopingprobe von Ende Dezember war bei der Europameisterin das verbotene Herzmittel Trimetazidin nachgewiesen worden. Der positive Test wurde aber erst während der Winterspiele in Peking bekannt.
Die Russin erklärte den positiven Doping-Befund mit der Medizin ihres Grossvaters. Es sei zu einer Verunreinigung mit einem Produkt gekommen, das ihr Grossvater eingenommen habe, sagte IOC-Mitglied Denis Oswald unter Berufung auf die Anwälte der jungen Russin.
Es ist nicht die erste und wird auch nicht die letzte kuriose Erklärung für einen positiven Dopingtest sein. Wir haben die «besten» Doping-Ausreden gesammelt.
Der Schweizer Sprinter Alex Wilson wurde im Sommer 2021 wegen einer positiven Dopingprobe provisorisch gesperrt und durfte deshalb nicht an den Olympischen Spielen von Tokio starten. Wilson wurde Trenbolon nachgewiesen.
«Ich habe sowohl 72 Stunden als auch 48 Stunden vor der Urinprobe eine grosse Menge Rindfleisch in einem Restaurant in Las Vegas konsumiert.» Da in den USA Fleisch mit Trenbolon gespritzt werde, könne es zu solch einer Verunreinigung kommen.
Shelby Houlihan hält den US-Rekord über 1500 und 5000 Meter. Die 28-Jährige wurde 2021 positiv auf das anabole Steroid Nandrolon getestet und darauf für vier Jahre aus dem Verkehr gezogen.
Sie selbst erklärte die Probe mit kontaminiertem Fleisch. An einem Foodtruck sei ihr nicht wie bestellt Rind, sondern Fleisch von einem unkastrierten Eber serviert worden.
Bei zwei Trainingskontrollen am 19. Oktober und 12. November 1999 wurde im Urin von Dieter Baumann, dem Olympiasieger von 1992 (5000 Meter), das anabole Steroid Nandrolon nachgewiesen. Dieter Baumann beteuerte seine Unschuld. Die Sportwelt reagierte ungläubig: Baumann gedopt? Ausgerechnet der so engagierte Anti-Doping-Kämpfer? Der Fall geriet zum Krimi. Polizei und Staatsanwaltschaft kamen ins Spiel. Die 2000-seitigen Akten der Kriminalpolizei wurden schliesslich geschlossen – kein hinreichender Tatverdacht gegen Baumann. Aber auch kein konkreter Tatverdächtiger. Man gehe davon aus, «dass Baumann Opfer eines ausserordentlich raffinierten Anschlags ist», sagt der zuständige Hauptkommissar.
Später wurde die verbotene Substanz in einer Zahnpasta Dieter Baumanns gefunden. Sie war injiziert worden – von wem auch immer. Dann tauchte eine zweite, fachgerecht manipulierte Tube auf. Der vermeintliche «Dopingsünder» sprach von einem «kriminellen Akt» und setzte 100'000 Mark Belohnung für die Ergreifung des Täters aus. Vergebens kämpfte er unmittelbar vor den Sommerspielen 2000 in Sydney beim Internationalen Sportgerichtshof um sein Startrecht. Nach Ablauf der später verkürzten Sperre holte er 2002 noch EM-Silber. 2003 beendete er seine Karriere.
Radprofi Tyler Hamilton wurde 2004 positiv auf Fremdblutdoping getestet. Der Amerikaner erklärte, die fremden Blutzellen seien von seinem noch vor der Geburt gestorbenen Zwillingsbruder produziert worden. In Hamiltons Körper hätten diese Zellen Blut produziert.
In seinem eigenen Buch «The Secret Race» gestand Hamilton später, dass dies nichts weiter als «eine besonders dreiste Lüge» gewesen sei.
Beim italienischen Radprofi Gilberto Simoni wurden 2002 mehrfach Spuren von Kokain gefunden. Seine erste Erklärung war eine Spritze beim Zahnarzt. Zu einem späteren Zeitpunkt erklärte er, es liege an Bonbons, die ihm seine Mutter aus Südamerika geschickt habe. Diese seien in Koka-Blätter verpackt gewesen.
Dem Sprinter Dennis Mitchell wurden 1998 zu hohe Testosteron-Werte nachgewiesen. Er habe in der Nacht vor dem Test fünf Flaschen Bier getrunken und viermal Geschlechtsverkehr gehabt, so Mitchells Erklärung. «Die Lady hatte Geburtstag, sie verdiente etwas Besonderes», erklärte er seine beeindruckende Performance.
Die norwegische Skilangläuferin Therese Johaug wurde 2016 positiv auf das Steroid Clostebol getestet. Dies, weil sie einen Sonnenbrand auf ihrer Lippe mit einer Creme behandelt haben soll. Der Mannschaftsarzt, der ihr die Creme in einer Apotheke gekauft hatte, übernahm die Verantwortung. Johaug wurde dennoch gesperrt und verpasste unter anderem die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang.
Die deutsche Mountainbikerin Ivonne Kraft wurde 2007 positiv auf das Asthma-Mittel Fenoterol getestet. Kraft beteuerte, dass der Asthma-Inhalator ihrer Mutter explodiert sei, während sie daneben gestanden sei. Vor Schreck habe sie «Huch» gesagt und versehentlich etwas inhaliert.
2002 war das grosse Jahr des litauischen Radprofis Raimondas Rumsas. An der Tour de France fuhr er in der Gesamtwertung sensationell auf Rang 3. Doch einen Tag nach der letzten Etappe wurde Raimondas' Frau Edita festgenommen – in ihrem Auto wurden von Zollkontrolleuren zahlreiche leistungssteigernde Mittel aufgespürt. Diese behauptete, die Doping-Mittel seien für ihre schwer kranke Mutter bestimmt.
Die Dopingtests von Rumsas während der Tour 2002 waren jedoch negativ, so konnte der Litauer seinen dritten Gesamtrang behalten. Ein Jahr später wurde er jedoch vom Giro d'Italia ausgeschlossen, weil ihm Erythropoetin (EPO) nachgewiesen wurde.
Der Sprinter Linford Christie muss Avocados wirklich lieben. Denn mit 39 Jahren wurde er 1999 positiv auf Nandrolon getestet und begründete das Resultat damit, dass er «nur Avocados gegessen» habe. Um den Grenzwert alleine mit Avocados zu erreichen, hätte er allerdings eine Tonne davon essen müssen.
Die italienische Tennisspielerin Sara Errani wurde 2017 für zwei Monate gesperrt, weil sie positiv auf Letrozol getestet wurde. Das Arzneimittel wird zur Behandlung von Brustkrebs verwendet, dient allerdings auch zur Verschleierung der Einnahme von illegalen Substanzen.
Errani erklärte jedoch, dass sie irrtümlich das Krebs-Medikament ihrer Mutter eingenommen habe. Errani vermutete, eine der Tabletten, die nahe der Küchenarbeitsplatte aufbewahrt worden seien, sei in eine von ihr zubereitete Mahlzeit gefallen.
Fussballprofi Paulo Guerrero wurde 2017 positiv auf Kokain getestet, beteuerte aber: «Ich habe in keiner Form Kokain konsumiert.» Seine beste Erklärung für den positiven Test: «Ich habe in Peru einen Anistee getrunken, weil ich eine Magenverstimmung hatte. In Argentinien habe ich einen Schwarztee mit Zitrone und Honig getrunken, weil ich Grippe hatte. Ich beschuldige niemanden, aber die Substanz könnte in einer Tasse oder einer Kanne gewesen sein.»
2007 wurde bei einer Dopingkontrolle in Wimbledon bei Martina Hingis eine sehr geringe Menge Kokain im Urin nachgewiesen. Die Schweizerin behauptete, das Kokain sei in ihren Orangensaft gemischt worden.
1999 wurde dem deutschen Radprofi Christian Henn ein erhöhter Testosteronspiegel nachgewiesen. Dieser erklärte, dass ein Kräutermix, den ihm sein Schwiegervater empfohlen habe, schuld daran sei. Das Hausmittel sollte bei der Zeugung seines Kindes helfen und hätte zwei Jahre zuvor schon gewirkt.
Am Ende gab es nichts als Tränen. Kamila Valieva, die Führende nach dem Kurzprogramm, stürzte während ihrer Kür mehrmals aufs Eis. Rang 4 statt eine Medaille, Enttäuschung statt dem gut möglichen Olympiasieg.