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Burkhard Tschudi - Klavierbauer, Freund von Georg Friedrich Händel
von Mathias Jenny
Im Jahre 1702 erblickt Burkhard Tschudi, der Sohn des Wollenhändlers, Chirurgen und Ratsherrn Josua Tschudi Elmer in der "Farb" in Schwanden das Licht der Welt. Ursprünglich Tischler, reist der junge Tschudi 1718 nach London, wo er durch Vermittlung des Kaufmanns Hans Jakob Wild, ebenfalls aus Schwanden, Arbeit bei einem Klaviermacher. Ab 1729 ist er selbständig und erwirbt sich einen ausgezeichneten Ruf. Zahlreiche Neuerungen im Cembalo- und Klavierbau gehen auf das Konto von Burkhard Tschudi.
Nicht zuletzt durch seine enge Freundschaft mit vielen berühmten Musikern seiner Zeit, vor allem mit Georg Friedrich Händel erlangten Tschudis Instrumente grosse Bekanntheit. Zu Tschudis Kunden gehörten die Grossen der Musik- aber auch der Weltgeschichte. 1740 kaufte der Prinz von Wales ein Instrument von Tschudi. Auch Friedrich der Grosse, der Preussenkönig, war im Besitz von Tschudis Instrumenten. Nachdem der König von Tschudi ein Instrument geschenkt bekommen hatte, bestellte er gleich noch zwei weitere Flügel.
Sowohl Mozart als auch Haydn, der ebenfalls mit der Familie Tschudi in London häufig verkehrte, schätzten die meisterlich gebauten Instrumente von Tschudi.
Im Jahr 1773 starb Burkhard Tschudi als reicher und angesehener Mann. Nach dem Tode ihres Vaters übernahm Tschudis einzige Tochter, Barbara, verheiratete Broadwood, die Firma. Das Geschäft sollte auch unter dem neuen Namen weiterhin blühen. Die Marke Broadwood gehörte lange Zeit zu den wichtigsten der Welt.
Es finden sich viele Tschudi- und Broadwoodflügel in verschiedenen Museen der Welt. Ein Tschudi-Cembalo ist im Freulerpalast in Näfels zu sehen.