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Junge Ausländer wurden unterdurchschnittlich oft verurteilt, dafür Erwachsene mit Migrationshintergrund umso öfter, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag in Neuenburg bekannt gab. Bei einem Ausländeranteil von 38 Prozent waren jugendliche Ausländer für 34,4 Prozent der von Jugendlichen begangenen Straftaten verantwortlich.
Überdurchschnittlich viele, nämlich 40 Prozent, verstiessen gegen das Strafgesetzbuch, beim Strassenverkehrsrecht waren Ausländer von 29,3 Prozent aller gegen Jugendliche verhängten Urteile betroffen, beim Betäubungsmittelgesetz von 25,2 Prozent.
Erwachsene Ausländer ab 18 Jahren machten dagegen eine schlechtere Falle in der Strafurteilsstatistik: Von allen verurteilten erwachsenen Straftätern machten Ausländer 57,8 Prozent aus. Beim Betäubungsmittelgesetz waren es 57,9 und beim Strassenverkehrsgesetz 52 Prozent.
Löst Karibik Afrika bei Straftätern ab?
Südwestafrikaner hatten wie schon im Vorjahr mit 30 Promille die höchste Belastungsrate - das heisst von 1000 Südwestafrikanern in der Schweiz wurden im Schnitt 30 straffällig. Auf Platz zwei landeten, ebenfalls wie 2018, die Westafrikaner mit einer Belastungsrate von 21,7.
Dahinter folgten Jamaikaner (20,5), Haitianer (19) und Einwanderer aus der Dominikanischen Republik und dem Jemen (17,7) sowie Südafrikaner (17,6). Erst an achter Stelle rangierten die Nordafrikaner, die bei der letzten Erhebung noch auf Platz drei lagen.
Verbessert haben sich auch die Einwanderer aus dem ehemaligen Jugoslawien: Ihre Belastungsrate lag bei 7,6 Promille, 0,3 Promille tiefer als im Jahr davor.
BFS warnt vor voreiligen Schlüssen
Die Musterknaben waren die Inder mit einer Belastungsrate von 0,9 - nicht einmal einer von 1000 wurde demnach straffällig. Ebenfalls relativ unbescholten blieben die Briten und Kanadier (1,2), die US-Amerikaner (1,4) sowie die Schweden und Niederländer (1,6). Mit einer Belastungsrate von 2,6 gehören die Schweizer nicht zu den Top-Tugendbolden.
Das BFS warnt davor, allzu strenge Schlüsse zu ziehen: «Ein kausaler Zusammenhang zwischen Nationalität und straffälligem Verhalten wird aber damit nicht belegt». Faktoren wie Wohlstands- oder Bildungsniveau könnten in der Auswertung nicht berücksichtigt werden.