Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03643.jsonl.gz/1070

Die vom britischen Mediziner James Parkinson 1817 beschriebene und nach ihm benannte Krankheit ─ die Parkinson Krankheit ─ ist eine langsam fortschreitende neurologische Erkrankung, welche durch ein Absterben von Dopamin produzierenden und speichernden Nervenzellen ausgelöst wird. Durch den Dopamin-Mangel werden geordnete und fliessende Bewegungsabläufe unmöglich, es kommt zum bekannten Zittern und zur Bewegungslosigkeit. Der Mensch wird über kurz handlungsunfähig. Leider gibt es heute noch keine Medikamente, welcheden Ausbruch des Parkinson-Syndroms verhindern oder die Krankheit gar heilen könnten. Bislang kann man lediglich die Symptome bekämpfen, im Wissen, dass man diesen Kampf früher oder später verlieren wird.
Eine der ersten Beschreibungen der Parkinson Krankheit findet sich im Yellow Emperor’s Internal Classic (Chinesisch: Huangdi Neijing) ein in China vor über 2000 Jahren verfasstes Werk, in welchem der Zusammenhang zwischen Gesundheit, Krankheit und Heilung in einer philosophischen Art und Weise diskutiert wird. Auf der Suche nach einem wirksamen Medikament bietet es sich daher an, sich mit der Wirkung chinesischer Heilkräuter zu beschäftigen.
Die Resultate chinesischer Wissenschafter lassen tatsächlich hoffen1, 2. Die Forscher untersuchten den Einfluss einer traditionellen chinesischen Heilpflanze: der Borstigen Taigawurzel, auch Taigawurzel oder Sibirischer Ginseng genannt. Dazu lösten sie bei Mäusen durch ein Neurotoxin die Zerstörung der Dopamin produzierenden Zellen aus und untersuchten dann anhand der Konzentration verschiedener Biomarker und der körperlichen Konstitution die Heilwirkung eines Taigawurzelextraktes. Bereits nach 5 Tagen war die Koordinationsfähigkeit der mit einer Dosis von 45mg/Tag behandelten Mäusen auf dem Level von gesunden Mäusen. Die Wissenschafter schlossen aus ihren Resultaten, dass Wirkstoffe in der Taigawurzel die Ausschüttung von Substanzen im Gehirn anregt, welche ihrerseits wiederum die Dopamin produzierenden Nervenzellen vor einem Abbau schützen. Gleichzeitig scheint die Wurzel die Ausschüttung von Substanzen zu hemmen, welche die Nervenzellen zerstören. Mit der Taigawurzel scheint ein wirksames Medikament gefunden worden zu sein. Es bleibt zu hoffen, dass weitere Studien diese optimistische Einschätzung bestätigen werden. Wer sich bereits jetzt schon damit behandeln lassen möchte, muss dies jedoch mit einem alkoholischen Extrakt der Wurzel tun. Um dieselbe Menge Wirkstoff aufzunehmen, müsste ein Mensch täglich etwa 200g der Wurzel verzehren, was unrealistisch ist.
Literatur
(1) Li, X.-Z.; Zhang, S.-N.; Lu, F.; Liu, C.-F.; Wang, Y., et al., Cerebral metabonomics study on Parkinson’s disease mice treated with extract of Acanthopanax senticosus harms. Phytomedicine 2012, 20, (13), 1219-29.
(2) Liu, S.-m.; Li, X.-z.; Huo, Y.; Lu, F., Protective effect of extract of Acanthopanax senticosus harms on dopaminergic neurons in Parkinson’s disease mice. Phytomedicine 2012, 19, (7), 631-638.