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Diogenes sucht einen wahren Menschen:
Einer Anekdote zufolge ging der Philosoph Diogenes am hellichten Tage
mit einer Laterne über den Marktplatz des antiken Athen.
Er leuchtete diesem ins Gesicht, jenem ins Gesicht,
schüttelte den Kopf und ging suchend weiter.
Als die Leute interessiert näher kamen und ihn fragten,
wonach er suche, antwortete Diogenes:
"Einen Menschen, ich suche einen wahren Menschen!"
Die Umstehenden sagten, da seien doch viele Menschen um ihn herum.
Darauf erwiderte er:
"Nicht einen sehe ich, denn es ist keine Vernunft in euren Herzen!
Dem Namen nach möget ihr Menschen sein,
doch euer rohes Leben entlarvt euch als Tiere."
Bei allen meinen Tätigkeiten geht es um den Menschen, den wahren Menschen:
Mit wachem Verstand, offenen Augen, die Welt mit allen Sinnen ertastend
und - am wichtigsten - mit warmem, weit geöffnetem Herzen.
Ich baue Häuser für Menschen, wie schon Baumeister Solness im
gleichnamigen Theaterstück von Henrik Ibsen proklamiert.
Mache Kunst, welche die Sinne anspricht und das Herz rührt.
Schreibe, um die Welt zu begreifen und fotografiere, um den Blick zu schärfen.