Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03603.jsonl.gz/3672

(spr. ßoljo),Solio, deutsch Sils im
Bergell, Dorf im
Bezirk Maloja des schweiz. Kantons Graubünden,
in 1088 m Höhe, auf einer
Bergterrasse an der rechten Thalwand des
Bergell, hat (1888) 338 meist evang. ital.
E. und ist bekannt als Sitz der Hauptlinie des berühmten Geschlechts von Salis, deren Stammburg Castellazzo
unweit S. bei Castasegna lag.
Eins der alten Herrenhäuser der Salis dient jetzt als Gasthof und Pension.
(spr.ßaunefjohr), einer der schönsten und größten norweg.
Fjorde, schneidet bei 61° nördl.
Br. 141 km
tief ins Land hinein, streckt sich gegen O.
bis in die Nähe der Jötunfjelde und wird im N. von dem Gletschergebiet
des Jostedalsbrä (s. d.) begrenzt. Die
Breite
[* 3] beträgt 3-6 km, die
Tiefe bis 1200 m. Die Umgebung ist großartig wild, besonders
in den südl. und nördl. Verzweigungen, wie Nœröfjord, Fjœrland-
und Lysterfjord; die steilen Felsenwände steigen bis zu 1700 m Höhe. Der S. wird von Dampfbooten befahren.
(Hierzu Karte: Sognefjord.)
ein kabbalistisches
Buch, das, in aramäischerSprache
[* 5] abgefaßt, in der
Form eines Kommentars zum
Pentateuch sich über den geheimen
Sinn der biblischen Erzählungen und der göttlichen Gebote verbreitet.
Es wird von den
Kabbalisten (s.
Kabbala) als ein auf göttliche Offenbarung von dem Mischnalehrer
Simon ben Jochai (2. Jahrh.)
verfaßtes Werk betrachtet. Nach neuern Forschungen ist es nicht älter als das 13. Jahrh.
und höchst wahrscheinlich ein Machwerk des
Moses de Leon in
Spanien.
[* 6] Es besteht aus aneinander gereihten neuplatonischen,
gnostischen und allegorischen
Auslegungen, aus denen ein klarer
Gedanke kaum herauszufinden ist. Trotzdem ist es gelungen,
gewisse Grundzüge eines kabbalistischen
Systems im S. zu entdecken. (Vgl. Karpeles, Geschichte der jüd.
Litteratur, Berl. 1886.) Der Verfasser kennt die
Namen der hebr.
Vokale und mittelalterliche
Philosopheme und zeigt an einzelnen
Stellen Feindseligkeit gegen den
Talmud und Hinneigung zu christl. Dogmen. -
im
Bergbau ein horizontaler Schnitt, nach welchem steil einfallende Lagerstätten nutzbarer
Mineralien
[* 22] in einzelne
für den
Abbau geeigneteAbteilungen geteilt werden. Nach diesen Schnitten werden dann vom
Schachte aus
die Ausrichtungsquerschläge und nach Erreichung der Lagerstätte in diesen die
Sohlenstrecken (s. d.) aufgefahren. In früherer
Zeit wurden die S. häufig mit Eigennamen belegt, später wurden sie numeriert. Die oberste S. ist die Wettersohle, dann
folgen die
I., II. u. s. w. Tiefbausohle. Die saigern Abstände der S. richten
sich einerseits nach den Kosten der Herstellung von Füllörtern, Querschlägen u. s. w.,
andererseits nach der Menge von nutzbaren
Mineralien, die zwischen zwei S. ansteht.
Über den Sohlenbau s.
Bergbau.