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Ahmadinedschad: Obama ist die letzte Chance der USA zur Verbesserung ihres internationalen Ansehens
Der iranische Staatspräsident sagte, Obama sei die größte und letzte Chance des Weißen Hauses zu einer wahren Veränderung und zur Verbesserung des internationalen Ansehens der USA. In einem Interview mit der Zeitung New York Times am Donnerstag sagte Präsident Mahmud Ahmadinedschad über die von den USA angekündigte Reduzierung ihrer Atombomben: “Sollte dies wirklich wahr sein, wird es ein positiver Schritt sein. Aber der Punkt ist, daß es von keiner unabhängigen Organisation kontrolliert wird und es dazu keinen Bericht gibt. Außerdem ist auch die Existenz einer einzigen Atombombe gefährlich.”
“Wir hoffen, dass die Internationale Atomenergieagentur eines Tages auch die Atomaktivitäten der USA kontrolliert und handfeste Berichte dazu vorlegt”, sagte Präsident Ahmadinedschad.
Auf eine Frage der New York Times über das Verschwinden eines us-amerikanischen Geschäftsmanns auf der iranischen Insel Kisch, antwortete er: “Allerdings handelt es sich bei der erwähnten Person laut eines offiziellen Briefes der US-Regierung um einen FBI-Agenten, was auch seine Familie bestätigt hat. Unseren Informationen zufolge hat diese Person die Insel Kisch verlassen. Zur besseren Aufklärung dieses Falles haben wir die Bildung eines gemeinsamen Informationsauschusses gefordert, um grenzüberschreitende Fahndungsaktionen in die Wege zu leiten.”
Zu dem Schicksal der drei Amerikaner, die im vergangenen Juli illegal die iranische Grenze überschritten hatten, sagte Präsident Ahmadinedschad: “Dieser Fall wurde an den Justizapparat weitergeleitet und die Judikative in Iran handelt unabhängig. Andererseits sind die Iraner heute um das Schicksal ihrer sieben Landsmänner besorgt, die sich zurzeit in US-Haft befinden. Es handelt sich bei diesen Personen um iranische Bürger, die nicht innerhalb der amerikanischen Grenzen, sondern in einem Drittland von Amerikanern festgenommen wurden.”
Der iranische Staatspräsident nannte ferner seine Gründe für eine Strukturreform der Internationalen Atomenergieagentur. “Statt den Bau von Atombomben zu verhindern, bereitet dieses internationale Zentrum den Mitgliedern, die keine Bombe haben, Probleme. Es ist so als ob jedes Land, daß seine legalen Rechte einfordert mit diversen Hindernissen konfrontiert wird, während andere illegal handeln und keine Probleme haben”, betonte Ahmadinedschad. Die IAEA sei nicht berechtigt, sich in die Raketenindustrie und die Luftfahrtaktivitäten eines Landes einzumischen und auch im Atomwaffensperrvertrag (NPT) werde dieser Agentur diesbezüglich kein Recht eingeräumt, so der iranische Präsident. Das seien alles Unzulänglichkeiten und Mängel des NPT-Vertrags, die beseitigt werden müssten.
“Es darf nicht sein, dass einige gegenüber der Reform des NPT-Vertrags Widerstand leisten, sondern alle müssen dazu beitragen, dass dessen Mängel beseitigt werden und das ist zum Vorteil der Menschheit”, unterstrich Präsident Ahmadinedschad. Er verglich die Nutzung von Atomenergie mit der von fossilen Brennstoffen. “Die Herstellung von radioaktiven Medikamenten, das Desinfizieren landwirtschaftlicher Produkte, die Verbesserung von Pflanzensamen und das Erzeugen von Strahlen zur Erkennung von Krankheiten gehören zu den Verwendungsmöglichkeiten der Atomenergie, wofür fossile Brennstoffe nicht eingesetzt werden können. Außerdem ist die Anwendung von Atomenergie viel günstiger als fossile Brennstoffe”, erklärte Ahmadinedschad.
“Der Paragraph 4 des NPT-Vertrages betont, dass alle Länder die Atomenergie nutzen können; alle Länder haben ein Recht darauf und niemand darf das in Frage stellen”, betonte er.
Präsident Ahmadinedschad machte darauf aufmerksam, dass es keine Unklarheiten bei den Atomaktivitäten Irans gibt und dass die Überwachungskameras der IAEA in allen Atomzentren installiert sind.
“Iran hat sich in seinem Atomprogramm an die Gesetze gehalten und hat kein Unrecht begangen”, sagte der iranische Präsident.
Quelle: IRIB.IR (7. Mai 2010)