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achtung teddybären
Wir erschienen etwas später als gestern zum Frühstück. Das Gepäck hatten wir bereits im Kofferraum verstaut. Wieder sass der Mann Zeitung lesend auf seinem Platz, aber im Gegensatz zu gestern waren heute bereits ein paar Leute mehr anwesend. Einer davon war der Fotograf, den wir bei den Kakteen und im Hidden Valley gesehen hatten. Der Mitarbeitende zeigte uns, wo alles stand, und pries wieder das gute Essen an. Er hatte uns offensichtlich nicht mehr erkannt. Gut so, dann hatten wir wenigstens keinen schlechten Eindruck hinterlassen.
Ein letztes Mal fuhren wir in den Nationalpark beziehungsweise durch ihn hindurch. Nach etwa zwanzig Kilometern hielten wir beim Cholla Cactus Garden und ich lief den rund vierhundert Meter langen Nature Trail vorbei an unzähligen Teddy Bear Chollas. Diese Kaktusart wächst im Nordwesten Mexikos und in Kalifornien, Arizona sowie in Nevada. Aufgrund seiner grossen Masse an sehr beeindruckenden Stacheln, die die Stängel vollständig bedecken, hat der Cholla Cactus ein weiches Aussehen, weshalb er den Spitznamen "Teddybär" trägt. Spätestens, wenn man mit diesem Teddy in Berührung kommt, merkt man, dass es sich nicht um ein Kuscheltier handelt, denn die Stacheln haben es wirklich in sich.
ein see, eine katastrophe
Nach Verlassen des Parks veränderte sich die Vegetation. Orangenplantagen begleiteten uns und wurden etwas später durch Ölpalmen abgelöst. Wir kamen an den Salton Sea, der mit einer Fläche von fast 1000 Quadratkilometern der grösste See Kaliforniens ist. Er war als künstliches Gewässer durch einen Unfall entstanden, bei dem 1905 ein Damm des Colorado Rivers gebrochen war und dieser zwei Jahre lang fast sein gesamtes Wasser in die Salton-Senke geleitet hatte. In den 1950er und 1960er Jahren war das Gebiet zu einem Urlaubsziel geworden. Hotels und Ferienhäuser waren aus dem Boden gestampft worden.
Der See war geschrumpft und die Kontamination durch landwirtschaftliche Abwässer hatte den Ausbruch und die Ausbreitung von Krankheiten gefördert. Es war zu einem massiven Aussterben der Vogelpopulationen gekommen. Der Salzgehalt war so stark angestiegen, dass es zu grossem Fischsterben gekommen war, der Tourismus war drastisch reduziert worden. Als das Seebett freigelegt geworden war, hatten Winde Wolken aus giftigem Staub in die umliegenden Gemeinden geschickt. Kleinere Staubmengen waren bis in die Gegend von Los Angeles gelangt. Manchmal hatten die Menschen dort den Gestank aus dem See riechen können.
Verrottete Häuser zeigten ein tristes Bild. Der See roch nicht gut, aber stank nicht so stark, wie befürchtet. Ich konnte auch keine toten Fische ausmachen, bloss eine zurückgelassene Jeans und eine Unterhose lagen herrenlos mit anderem Unrat herum.