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- Keystone/Jean-Christophe Bott
Rinderknechts unerfüllter Traum
Im BMX der Männer bot sich das gleiche Bild wie vor vier Jahren in Peking bei der Olympia-Premiere. Roger Rinderknecht schied als einziger Schweizer Vertreter in den Halbfinals aus und den Sieg sicherte sich der Lette Maris Strombergs.
Um seine Ziele Final-Einzug und Diplom-Gewinn zu erreichen, hätte Rinderknecht in den Halbfinals eine ähnlich perfekte Vorstellung wie am Vortag abliefern müssen. Und er hätte eine gewisse Portion Schlachtenglück benötigt. Da beides nicht eingetroffen ist, war der Winterthurer im Endeffekt chancenlos.
Weltmeister von 2011 versperrte den Weg
Nach Rang 7 nach der ersten von drei Halbfinal-Serien waren von Rinderknecht nun zwei absolute Top-Resultate gefordert - notabene aus einer schlechten Startposition und in einer Gruppe, die schwerer fast nicht hätte sein können.
Rinderknecht musste in seinem Heat beispielsweise gegen Titelverteidiger Maris Strombergs, den aktuellen Weltmeister Sam Willoughby (Au) und den letztjährigen Weltmeister Joris Daudet (Fr) antreten. Hinzu gesellten sich weitere Mitfavoriten, von denen David Herman (USA) und Marc Willers (Neus) ebenfalls schon in den Halbfinals die Segel streichen mussten. Aus Rinderknechts Viertelfinal-Heat schaffte es kein einziger in den Final, da auch Daudet strauchelte.
Der Franzose war es, der Rinderknecht in der ersten Serie in die Quere gekommen war. Wegen dessen unsauberer Fahrweise legte der Schweizer Nationaltrainer Philip Wildhaber noch einen (wenig aussichtsreichen) Protest ein. Dieser wurde aber von der Jury abgeschmettert. Rinderknecht konnte sich in der Folge nicht mehr verbessern. Spätestens ein Fahrfehler in der zweiten Serie liess den Final-Traum platzen.
«Das Ziel ist verfehlt»
Obwohl er nach den Viertelfinals total erschöpft gewesen war, fühlte sich Rinderknecht bereit für einen Coup. Er berichtete, er hätte sich in der Nacht auf Freitag gut erholt. In mangelhafter Regeneration sei das Scheitern nicht begründet. Er haderte ein wenig mit ungünstigen Konstellationen, wollte aber nicht Ausreden ins Zentrum rücken. Die happigen Gruppen und die wenig vorteilhaften Startpositionen habe er sich, mit mässigen Zeiten in den Runden davor, selbst eingebrockt. Das Fazit zog Rinderknecht frei von Sentimentalitäten: «Das Ziel ist verfehlt. Der 14. Schlussrang zählt bei Olympia nichts. Dafür kann ich mir nichts kaufen. Auch wenn ich für mich persönlich in ein paar Wochen vielleicht Positives aus dem Olympia-Projekt ziehen kann.»
Neue Ära bricht an
Seit geraumer Zeit steht fest, dass Rinderknecht die Karriere als Aktiver Ende Jahr beenden wird. Möglicherweise wird er die Weltmeisterschaften im Four-Cross noch mitnehmen. In dieser nicht-olympischen Mountainbike-Disziplin werden in drei Wochen in Österreich WM-Medaillen vergeben. Nach dreimal Silber könnte er die höchste Podeststufe anpeilen. Die Teilnahme macht er abhängig von seiner Verfassung und familiären Umständen. Der BMX-Szene dürfte er auch nach dem Rücktritt in anderer Funktion erhalten bleiben. (si)