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Papierlexikon
A
Abfallholz
Bei der Pflege und Durchforstung der Wälder fällt viel Abfallholz an. Dieses ist von minderwertiger Qualität. Es wird deshalb hauptsächlich von der Zellstoff- und Papierindustrie verarbeitet. Schwach- und Abfallholz deckt jedoch nur einen Teil des Bedarfs. Die Papierindustrie ist auf eigens für sie geschlagenes Holz angewiesen. Weltweit entfällt 40 Prozent des Holzverbrauchs auf die Papierindustrie
Ablauge
Beim Aufschluss der Zellulose werden die Holzschnitzel in eine chemische Kochlösung gegeben. Die verbrauchte Kochlösung nennt man Ablauge. Sie enthält neben anorganischen Chemikalien auch einen grossen Anteil gelöster Holzbestandteile. Bei der Ablauge kann es sich – im Widerspruch zum Namen – auch um eine Säure handeln, wenn anstelle von Sulfat Sulfit verwendet wird.
Altpapier
Altpapier ist für die Papierindustrie in der Schweiz, Deutschland und Österreich mengenmässig ein wichtiger Rohstoff, der sich aber nicht zur Herstellung jeder Papierart eignet. Altpapier wird hauptsächlich als Rohstoff für Wellpappe, Karton und Zeitungspapier verwendet. Es wird zwischen Preconsumerwaste, also Papier, das noch nie in Gebrauch war (Fabrikationsabfälle), und Postconsumerwaste (also gebrauchtem Papier) unterschieden. In kleineren Mengen werden auch Recyclingpapiere für Drucksachen und Büropapiere hergestellt.
Altpapiersorten
Im Altpapierhandel sind folgende Bezeichnungen gebräuchlich:
- Ordinärpapier für gemischte Papier- und Kartonabfälle
- Druckstampf für Haushaltware
- Spezialdruckstampf für Illustrierte, Zeitungen und Tageszeitungen
- Natron I und II für gebrauchte Wellpappe
- Kaufhaus-Abfälle für Verpackungen
AOX-Wert
AOX steht für adsorbierbare organisch gebundene Halogene und ist ein Summenparameter in der Abwasseranalytik. Je nach AOX-Wert spricht man von TCF (total chlorfrei gebleichten), ECF (elementarchlorfrei gebleichten) oder chlorgebleichten Papieren. Die AOX-Werte, bezogen auf die Herstellung von 1000 kg Zellstoff, betragen bei TCF-Papieren < 0,1 kg, bei ECF-Papieren zwischen 0,1 und 0,4 kg und bei den chlorgebleichten Papieren > 0,4 kg.
AP-Papiere
Abkürzung für Papiersorten, die ganz oder überwiegend aus Altpapier bestehen. Dazu zählen traditionell viele der für Verpackungszwecke bestimmten Papier-, Karton- und Pappesorten (vor allem Wellpappenrohpapiere) sowie einige Sorten von Hygienepapieren. Auch Druck- und Schreibpapiere werden aus Altpapier hergestellt. In der Schweiz hergestelltes Zeitungsdruckpapier besteht zum überwiegenden Teil aus Altpapier.
ap-Zeichen
Original-Umweltschutzpapier, das heute nicht mehr produziert wird, gelangte unter dem ap-Markenzeichen in den Verkauf. Dieses Papier bestand aus 100 Prozent Altpapier und wurde weder deinkt noch gebleicht oder gefärbt.
Aschegehalt
Der Aschegehalt eines Papiers gibt Auskunft über den Anteil an Verunreinigungen, Füllstoffen und Pigmenten, die neben den Faserstoffen organische Bestandteile im Papier enthalten. Es sind anorganische Substanzen, die nicht verbrennen.
B – zurück
Beschichten
Unter Beschichten versteht man das Auftragen von Lacken und Dispersionen auf die Papieroberfläche. Als Materialien kommen dafür natürliche Harze, Cellullosederivate und Kunststoffe in Frage.
Bleichen von Zellstoff
Dieser Verfahrensschritt ist neben dem Kochprozess der wichtigste in der Zellstoffherstellung. Dabei werden unerwünschte Begleitstoffe, die durch Kochen nicht herausgelöst werden können, aus der Cellulose entfernt.
Bonda Ernst
Der St.Galler Kunstschaffende Ernst Bonda erfand in den Siebzigerjahren das Original ap-Umweltschutzpapier. Auf diese damals neue, umweltverträgliche Weise mit geschlossenem Wasserkreislauf, ohne Bleichung oder Färbung und aus 100 Prozent Altpapier wurde ap-Papier in der Papierfabrik Stoecklin & Co, Arlesheim, hergestellt. Nach der Schliessung dieser Fabrik führte die Papieri Bischofszell und noch später die Papierfabrik Widmer-Walty in Oftringen/AG (heute SCA) die Produktion weiter. Heute wird kein Original ap-Umweltschutzpapier mehr hergestellt.
Braunschliff
Holzschliffart, für die hauptsächlich Kiefernholz eingesetzt wird. Das Holz wird vor dem Schleifen gedämpft oder gekocht, um beim Schleifvorgang das Lockern und Herauslösen der Fasern zu erleichtern.
Büroökologie
Mehr als die Hälfte der berufstätigen SchweizerInnen arbeiten im Büro, Tendenz steigend. Materialien und Produkte, die wir im Büro vorfinden, können nicht nur die Qualität unserer Arbeit stark beeinflussen, sondern auch unsere Umwelt belasten. Das gilt für den Faserschreiber ebenso wie für das Reinigungsmittel, für die Innenausstattung oder für die Ausführung des Gebäudes selbst. Ziel einer ökologischen Optimierung von Büroarbeitsplätzen ist es, die gesundheitsschädigenden Risiken bei der täglichen Arbeit so gering wie möglich zu halten und Umweltbelastungen auf ein Mindestmass zu reduzieren.
C – zurück
Cellulose
Cellulose ist der wichtigste Bestandteil des Papiers. Sie wird in den Zellwänden von Pflanzen gebildet und ist die Gerüstsubstanz der Fasern. Die einzelnen Cellulosefasern werden vom Lignin zusammengehalten. Die Hauptquellen für Cellulose sind Holz und Einjahrespflanzen.
Chemieschliff
entsteht durch das physikalische Verschleifen (Holzschliff) von Faserholzknüppeln, die zuvor mit warmen Natrium-Lösungen behandelt wurden, um die Fasern schon teilweise aufzuschliessen.
Chlor
Das wichtigste Bleichmittel der klassischen Zellstoffbleiche ist Elementarchlor, also ungebundenes Chlor. Es löst das restliche Lignin auf und schont die Zellstofffasern. Dabei entstehen jedoch hochtoxische Verbindungen, die das Abwasser gefährden. Darum werden heute meistens Ersatzbleichmittel wie Sauerstoff und Wasserstoffperoxid eingesetzt.
Chlorfreie Papiere
In der allgemeinen Umgangssprache ist dies die Bezeichnung für Papier, das aus Zellstoff hergestellt wurde, der ohne Elementarchlor oder Chlorverbindungen gebleicht wurde. Am gebräuchlichsten sind heute als alternative Bleichmittel Sauerstoff und Wasserstoffperoxid. So gebleichte Papiere werden mit der Abkürzung TCF = Totally Chlorine Free gekennzeichnet. Aus ökologischer Sicht ist TCF heute meist Standard und keine besondere Umweltleistung mehr. Recyclingpapier besteht aus bereits gebleichten Neufasern und muss daher nicht nochmals gebleicht werden.
Couverts
Die umweltverträglichste Lösung ist ein Couvert aus Recyclingpapier, ohne Kunststofffenster oder mit Pergaminfenster und wasserlöslicher Leimung und ebensolchem Verschluss. Haftkleber stören den Recyclingprozess. Je nach Verwendungszweck – grafisches, Hygienepapier oder Karton – empfehlen die Gemeinden deshalb, Couverts in die Kartonsammlung oder in den Kehricht zu geben – oder man entfernt die selbstklebenden Teile, bevor man die Couverts ins Altpapier gibt.
D– zurück
De-Inking
Reinigungsverfahren zur Entfernung von Druckfarbe aus Altpapier, um Sekundärfasern zu gewinnen. Der aus bedrucktem Altpapier gewonnene Faserbrei wird dabei in einer Art Wäsche mit Seife und Natronlauge behandelt. Dabei lösen sich die Druckfarben. Eingepumpte Luft treibt die Farbteilchen nach oben, wo sie als Schaum abgeschöpft werden können. Der Schaum wird eingedickt, oft an Ort und Stelle zur Energiegewinnung verbrannt und die Asche deponiert. In der Schweiz wird ein grosser Teil des Deinking-Schlamms in Zementwerken verwendet, die Asche verbleibt dabei im Zement.
DIN-Papierformate
Der deutsche Normenausschuss für das grafische Gewerbe hat mehrere Norm-Formate festgelegt, die mit Reihe A, B, C, D bezeichnet werden. Ausgangsformat der am meisten verwendeten so genannten DIN-Reihe ist der Bogen DIN A0 mit 841 x 1189 mm = 1 qm. Jedes Format ist doppelt beziehungsweise halb so gross wie das nächste; die einzelnen Grössen gehen durch Halbieren des Bogens an seiner längsten Seite hervor.
Die wichtigsten Büro-Formate:
DIN A3 = 297 x 420 mm
DIN A4 = 210 x 297 mm
DIN A5 = 148 x 210 mm
DIN A6 = 105 x 148 mm («Postkarte»)
DIN B4 = 250 x 353 mm
DIN B5 = 176 x 250 mm
DIN C5 = 162 x 229 mm
DIN C6 = 114 x 162 mm
DIN lang = 99 x 210 mm («Kurzmitteilung»)
DIN lang = 220 x 110 mm («Umschlag»)
Druckerei
Die Wahl eines ökologischen Papiers ist nur ein Aspekt der ökologischen Drucksachenherstellung. Ebenfalls wichtig ist die Wahl einer ökologisch fortschrittlichen Druckerei. Welche Kriterien zu berücksichtigen sind, zeigt das Kapitel «Druckereien» auf www.papier.info.
Druckereiabfälle
Alle Andrucke und Ausschüsse, die nicht dem Kunden ausgeliefert werden, erhalten diese Bezeichnung (Preconsumer Waste).
Durchforstung
Bei der Durchforstung werden Bäume, die krank oder abgestorben sind oder andere Bäume am Wachstum hindern, vorzeitig aus dem Wald entfernt. Da dieses Holz von minderer Qualität ist, wird es vor allem in der Papierindustrie eingesetzt.
E– zurück
Elementarchlorfrei (ECF)
Man unterscheidet zwischen elementarchlorfreier Bleiche (ECF) und total chlorfreier Bleiche (TCF). Beim ECF-Bleichverfahren kommen kombinierte Bleichsequenzen mit Chlorverbindungen (Chlordioxid) und chlorfreier Bleiche zur Anwendung.
Energie
Die Papierindustrie gehört zu den fünf Branchen, die weltweit am meisten Energie verbrauchen. Es lohnt sich deshalb, bei der Papierwahl auf ökologische Aspekte zu achten. Recyclingpapiere benötigen rund dreimal weniger Energie und Wasser als Frischfaserpapiere. Zwar konnte die Energieeffizienz der Papierfabriken gesteigert werden. Da aber der Papierverbrauch ständig steigt, wächst unter dem Strich auch der Energieverbrauch der Branche.
EU-Blume
Das Umweltzeichen der Europäischen Union wird unter anderem für Kopierpapier vergeben. Die Kriterien sind so festgelegt, dass sowohl Recycling- als auch Frischfaserpapier ausgezeichnet werden kann, das mit neusten Technologien hergestellt wird. Unter anderem dürfen Grenzwerte bei der Abwasserbelastung, den Luftemissionen und beim Energieverbrauch nicht überschritten werden. Die EU-Blume findet weder bei Umweltorganisationen noch in der Papierindustrie Unterstützung, weshalb man sie selten auf Produkten antrifft.
F– zurück
Faserstoffe
Faserstoffe sind die wichtigsten Rohstoffe in der Papierherstellung. Neben Frischfasern (Holzschliff, Zellstoff) und Sekundärfasern (Altpapier) können auch andere Faserstoffe wie Hadern, Algen, Stroh oder Hanf verwendet werden.
Flächengewicht
Flächengewicht ist das Gewicht (in Gramm) eines Quadratmeters eines bestimmten Papiers oder Kartons. Es wird manchmal auch von «Quadratmetergewicht» gesprochen.
7 g/qm – 150 g/qm = Papier
150 g/qm – 600 g/qm = Karton
über 600 g/qm = Pappe.
Füllstoffe
Soll ein Papier sehr glatt oder undurchsichtig sein, werden die Poren zwischen den Fasern mit feinen Mineralien, den Füllstoffen, aufgefüllt.
G– zurück
Gestrichene Papiere
Papiere, die zur Verbesserung der Oberflächenglätte, des Glanzes, der Weisse und der Bedruckbarkeit einen Aufstrich aufweisen. Dieser besteht aus natürlichen Pigmenten, Bindemitteln sowie verschiedenen Hilfsstoffen. Der Auftrag solcher Streichfarben erfolgt mittels Streichmaschinen.
H– zurück
Hadern
Hadern oder Lumpen waren bis zur Nutzug von Holz als Rohstoff für die Papierherstellung sehr begehrt. Heute beträgt der Anteil Hadern weniger als ein Prozent des benötigten Fasermaterials. Hadern bestehen vorwiegen aus Cellulose und enthalten kaum Lignin. Sie werden für die Herstellung spezieller Papiere wie Banknoten und Dokumentenpapieren verwendet.
Halogene
Sammelbezeichnung für die vier chemischen Elemente Fluor, Chlor, Brom und Jod und das radioaktive Astat.
Holz
ist im Sinn der Papierindustrie jede Holzart, die Faserstoffe für die Papierherstellung liefert. Bevorzugt werden Nadelhölzer, die längere Fasern (zirka X mm Länger und 0,XX mm Breite) als Laubhölzer haben. Von letzteren werden vor allem Rotbuche, Birke, Pappel und Eukalyptus eingesetzt. Aus Laubholz ergeben sich Fasern von zirka 1 mm Länge und 0,03 mm Breite.
Holzfreie Papiere
werden aus Zellstoff hergestellt und basieren deshalb durchaus auf Holz; sie enthalten aber keinen Holzstoff (Lignin) und vergilben deshalb kaum.
Holzhaltige Papiere
Holzhaltige Papiere bestehen aus mindestens fünf Prozent Holzstoff, bei Zeitungsdruckpapieren sogar aus bis zu 100 Prozent. Da sie verholzte Fasern enthalten, vergilben sie relativ schnell.
Holzschliff
Holzschliff wird als Rohstoff zur Herstellung von holzhaltigen Papieren verwendet. Bei der Produktion werden entrindete Holzprügel mit Hilfe von Steinschleifern zerfranst.
I– zurück
Imprägnieren
Einige Papiersorten werden imprägniert. Die Imprägnierflüssigkeit durchtränkt die Papierbahn vollständig und macht sie dadurch wasserdicht. Diese wasserdichten Papiersorten werden vor allem für Packmaterial hergestellt.
K– zurück
Karton
Der Unterschied von Papier und Karton liegt im Flächengewicht. Im Allgemeinen wird eine Qualität von 150 g/m2 als Halbkarton bezeichnet, höhere Flächengewichte als Karton.
Kohlepapier
Dieses mit Wachsfarbe beschichtete dünne Papier wird für Durchschläge angefertigt. Es ist ein Seidenpapier aus Zellstoff.
Konservierung von Papier
Verschiedene Methoden zur Sicherung alter Schriftstücke und Bücher vor dem Zerfall durch den so genannten Säurefrass. Dabei handelt es sich um chemische Methoden, das Papier zu entsäuern und zu puffern.
Kopierpapier
Kopierpapier ist weisses oder farbiges ungestrichenes Papier, holzhaltig oder holzfrei. Recyclingpapier eignet sich besonders gut für den Einsatz in Kopiergeräten.
Kraftpapier
Kraftpapier besteht zu mindestens 90 Prozent aus ungebleichtem Sulfatzellstoff. Durch die langen Fasern des Sulfatzellstoffs erhält das Papier eine hohe Festigkeit. Es wird vor allem in der Verpackungsindustrie angewendet.
L– zurück
Laufrichtung
Handgeschöpftes Papier kennt keine Vorzugsrichtung der Fasern. Bei industriellem Papier von der Langsiebmaschine hingegen sind die Fasern vorwiegend in Laufrichtung der Papierbahn orientiert. Da Papier in seiner Laufrichtung eine höhere Steifigkeit aufweist als in der Querrichtung, spielt die Wahl der Faserlaufrichtung eine wichtige Rolle für die spätere Verarbeitung.
Leimungsgrad
Prüfmethode zur Bestimmung der Saugfähigkeit, des Leims und der Beschreibbarkeit von Papier.
Lichtechtheit
steht für die Beständigkeit der optischen und physikalischen Eigenschaften gegen Lichteinwirkung. Je weniger lichtecht das Papier ist, desto schneller vergilbt das Papier. Hundertprozentigen Schutz vor Ausbleichen unter Tageslicht und Wärme gibt es nicht. Holzfreie Rohstoffe und entsprechende Farbpigmente können das Vergilben aber verzögern.
Lignin
Lignin ist der Kitt, der die Cellulosefasern in den Pflanzen zusammenhält. Bei der Herstellung von Zellstoff ist Lignin unerwünscht und wird deshalb von der Cellulose getrennt.
Luftfeuchtigkeit
Die ideale Luftfeuchtigkeit für die Papierlagerung und Verarbeitung liegt idealerweise bei 50 bis 55 Prozent bei Temperaturen zwischen 18 und 23 Grad.
LWC-Papier
Dies ist eine Bezeichnung aus dem Englischen (Light Weight Coated) und steht für ein leichtgewichtiges, gestrichenes, holzhaltiges Rollendruckpapier mit einem Flächengewicht von bis zu 72 g/m2.
M– zurück
Maschinenglatt
Als maschinenglatt werden Papiere bezeichnet, die direkt aus der Papiermaschine kommen und nicht weiter behandelt werden. Diese Papiere werden nicht satiniert und sind daher weniger glatt und glänzend. Zudem können sie Dickeschwankungen aufweisen.
Mehrfachrecycling
Bei jeder Verwertung verkürzt sich die Papierfaser. Darum lässt sich Papier nicht unbeschränkt, sondern nur etwa sechs Mal rezyklieren.
N– zurück
Nordischer Schwan
Dieses Umweltzeichen wird für zahlreiche Produktegruppen sowie für grafische Papiere vergeben. Es berücksichtigt sowohl forstwirtschaftliche Aspekte als auch die Zellstoff- und Papierherstellung.
O– zurück
Oberflächenfestigkeit
Eigenschaft eines Papiers, einer senkrecht auf die Oberfläche einwirkende Kraft (zum Beispiel dem Zug der Druckfarbe bei der Übertragung auf das Papier beim Druckvorgang) Widerstand zu leisten.
Oberflächenleimung
Leimung, die in der Leimpresse der Papiermaschine auf die Oberfläche des Papiers aufgetragen wird.
Opazität
Die Opazität ist ein Mass für die Undurchsichtigkeit eines Papiers. Eine hohe Opazität ist bei Papieren gefragt, die beidseitig bedruckt werden. Die Opazität kann durch die Verwendung von Altpapier und Holzstoff sowie durch Zugabe von Füllstoffen erhöht werden.
Optische Aufheller
Optische Aufheller haben die Aufgabe, das Papier weisser erscheinen zu lassen, als es tatsächlich ist. Es sind organische Verbindungen, die in der Stoffaufbereitung oder in der Leimpresse beigegeben werden. Ihr Einsatz ist aus ökologischen Gründen umstritten. Recyclingpapiere mit dem Blauen Engel dürfen deshalb keine optischen Aufheller enthalten.
P– zurück
Papieroberfläche
Eine der wichtigsten Eigenschaften des Papiers ist die Oberflächenbeschaffenheit. Sie wird vor allem optisch wahrgenommen und hat einen wesentlichen Einfluss auf das Druckresultat.
Papierpreise
Ähnlich wie die Ölpreise verändern sich die Papierpreise ständig. Die Preise hängen einerseits von der aktuellen Wirtschaftslage, andererseits von den Rohstoffpreisen ab. Tiefe Zellstoffpreise lassen auch die Altpapiernotierungen sinken und umgekehrt. Fasern werden weltweit gehandelt: Eine stärkere Nachfrage in China, etwa weil mehr Karton für die Verpackung der boomenden Exporte benötigt wird, lässt den Faserbedarf und somit die Preise anziehen. Werden verschiedene qualitativ gleichwertige Papiere wie beispielsweise Fotokopierpapier miteinander verglichen, ist Recyclingpapier grundsätzlich billiger als Frischfaserpapier.
Papyrus
Papyrus ist der Name eines Schilfgrases, das früher für die Herstellung des Beschreibstoffs Papyrus verwendet wurde. Papyrus ist damit der Vorläufer des Papiers.
Pergamentpapier
Dieses Spezialpapier wird auch «Echt Pergament» genannt. Es zeichnet sich durch hohe Nassfestigkeit, Fettdichtigkeit und Reinheit aus. Durch Eintauchen des ungeleimten Rohpapiers in Pergamentflüssigkeit erhält das Pergamentpapier seine spezifischen Eigenschaften.
Pigmente
Pigmente sind feste, unlösliche Partikel, meistens auf anorganischer Basis, die den Hauptbestandteil der Streichfarben bilden. Die wichtigsten Pigmente sind Kaolin, Calciumcarbonat und Titandioxid.
Preconsumer-Waste
Unbedruckte und damit hochwertige Papierabfälle, die im Herstellungsprozess anfallen und sehr häufig rezykliert werden.
Postconsumer-Waste
Bedrucktes oder gefärbtes Altpapier
Pulper
Der Pulper ist eine Art grosser Mixer, der den Faserstoffbrei aufbereitet. Trockener Faserstoff (Zellstoff oder Altpapier) wird dabei in Wasser aufgelöst.
Q– zurück
Quetschfalten
Bei verschiedenen Schritten der Papierproduktion und bei der Weiterverarbeitung, insbesondere in der Druckmaschine, können Quetschfalten entstehen. Das Papier verliert dadurch an Qualität.
R– zurück
Recyclingpapier
Dieses Papier bestehen aus 100 Prozent Altpapier. Unterschieden wird zwischen Preconsumer Waste (Fabrikationsabfälle) und Postconsumer Waste (bereits gebrauchtes Papier). Papiere mit einem möglichst hohen Anteil an Postconsumer Waste sind umweltverträglicher. Damit das Papier möglichst hell wird, werden die Altpapierrohstoffe vor Gebrauch meistens deinkt.
Reissfestigkeit
Stärkste Belastung, die Papier aushält, bevor es zerreisst. Es wird die Norm DIN 53112 angewendet. Die Reissfestigkeit ist ein Qualitätskriterium des Papiers.
Rohpapier
Bezeichnung für die in der Papierfabrik hergestellten so genannten Naturpapiere, die ausserhalb der Papiermaschine einer weiteren Veredelung wie Streichen unterzogen werden.
Rollen
Papier wird bei der Produktion zu grossen Rollen aufgewickelt, die zum Teil mehrere Tonnen wiegen. Erst später wird das Papier auf die verschiedenen Handelsformate zugeschnitten.
S– zurück
Satinieren
Durch die Satinierung wird die Oberfläche des Papiers verändert. Glanz und Glätte werden verbessert und Dickeschwankungen reduziert.
Sekundärfasern
Altpapierfasern
Streichen
Ungestrichenes Papier eignet sich nicht für alle Druckerzeugnisse. Durch den Strich wird die Oberfläche des Papiers geschlossen. Es werden verschiedene Streichverfahren wie Bürstenstrich oder Walzenstrich angewendet. Wie beim Satinieren handelt es sich dabei um eine Veredelung des Papiers.
T– zurück
Technik
Bei der Zellstoffherstellung und bei der Papierfabrikation spielt der Stand der Technik eine entscheidende Rolle. Durch technische Verbesserungen kann etwa die Energieeffizienz einer Fabrik gesteigert und die Abwassermenge reduziert werden.
Tiefdruckpapier
ist ein meist holzhaltiges satiniertes Druckpapier, das gleichmässig saugfähig ist und absolut gleiche Farbannahmefähigkeit hat. Einsatzgebiete sind Illustrierte, Zeitschriften, Versandhaus- und Reisekataloge, Prospekte und Beilagen mit hoher Auflage.
Total chlorfrei (TCF)
Man unterscheidet zwischen elementarchlorfreier Bleiche (ECF) und total chlorfreier Bleiche (TCF). Bei der total chlorfreien Bleiche wird auf Chlor und Chlorverbindungen ganz verzichtet. Stattdessen wird mit Sauerstoff, Wasserstoffperoxid oder Ozon gebleicht.
Tropenwälder
Tropenwälder sind, wie jeder Urwald, extrem wertvolle Lebensräume für Millionen von Tier- und Pflanzenarten. Einmal abgeholzt, ist es nicht mehr möglich, einen ähnlichen Wald wieder anzupflanzen.
U– zurück
Umweltschutzpapier
Leider werden unter dem Begriff Umweltschutzpapier immer wieder Papiere deklariert, die bloss chlorfrei gebleicht sind und sonst keine ökologischen Kriterien einhalten. ECF oder TCF gebleichte Papiere sind heute Standard und keine ökologische Leistung mehr. Der Begriff Umweltschutzpapier ist ohnehin trügerisch, denn Produktion, Verarbeitung und Entsorgung jedes Papiers belasten die Umwelt. Als umweltverträglich sollten nur Papiere deklariert werden, die den Kriterien des Blauen Engels entsprechen. Bei Frischfaserpapieren gelten FSC-Papiere als umweltschonend. FSC-Zellstoff kommt aus ökologisch und sozialverträglich bewirtschafteten Wäldern. Eigentlich umweltverträgliche Papiere sind die FSC-Produkte aber nicht, da sie in den meisten Fällen keine Recyclingfasern enthalten.
V– zurück
Veredelung
Darunter versteht man verschiedene Vorgänge in der Papierbehandlung wie beispielsweise Satinieren, Streichen, Imprägnieren und Beschichten. Das aus der Papiermaschine kommende maschinenglatte Rohpapier wird so für spezielle Verwendungszwecke veredelt. Die Bedruckbarkeit wird dadurch verbessert, die Porosität verringert und die Reissfestigkeit durch Leimung verstärkt.
Vergilben
Ursache des raschen Vergilbens holzhaltiger Papiere unter dem Einfluss von Licht und Sauerstoff sind die nicht herausgelösten Lignin-Bestandteile im Holzschliff.
VRB
Der vorgezogene Recyclingbeitrag ist das privatwirtschaftliche Pendant zur staatlichen und damit verbindlichen vorgezogenen Recyclinggebühr (VRG). Die Idee: Um ungedeckte Kosten für Sammlung, Sammelstellen und Recycling eines Wertstoffs zu decken, wird schon beim Kauf des neuen Produkts ein Obulus erhoben und in einen Fonds transferiert. Seit Jahren war auch für Altpapier ein VRB oder eine VRG im Gespräch. Die Altpapiersammlung, die den Schweizer Gemeinden Kosten von jährlich 30 Millionen Franken verursacht, wird jetzt aber zumindest teilweise mit Rahmenverträgen zwischen dem Altpapierhandel und der öffentlichen Hand finanziert (www.altpapier.ch).
W– zurück
Wald
Mit erschreckendem Tempo verschwinden weltweit immer grössere Waldflächen. Die Nachfrage nach Baumaterialien, Energieholz und vor allem nach Papier setzt den Wäldern immer stärker zu. Daher ist es wichtig, vor allem Recyclingpapier oder, wenn unbedingt weisses Papier gebraucht wird, FSC-Papiere zu verwenden. Damit kann jede und jeder einen Beitrag zum Erhalt der Wälder leisten.
Weissegrad
Der Weissegrad eines Papiers liegt zwischen 70 und 110 Prozent. Die gräulichen Recyclingpapiere liegen bei 70 bis 80 Prozent Weisse. Hochweisse Papiere sind aus Frischfasern hergestellt. Ihr Weissegrad von bis zu 110 Prozent – quasi weisser als weiss – wird durch optische Aufheller erreicht. Seit kurzem sind auch Recyclingpapiere mit einem Weissegrad von bis zu XX Prozent erhältlich. Erreicht wird dies je nach Produkt mit einer optimierten Aufbereitung der Altfasern respektive mit der ausschliesslichen Verwendung von wenig bedrucktem Büropapier.
Weissschliff
wird fast ausschliesslich aus Fichtenholz hergestellt und oft auch gebleicht verwendet. Weissschliff ist Rohstoff hauptsächlich für holzhaltige Schreib- und Druckpapiere. Kiefernholz ist wegen des hohen Harzgehaltes für diese Art des Holzschliffs weniger geeignet.
XYZ– zurück
Zeitungsdruckpapier
ist ein stark holz- oder altpapierhaltiges, maschinenglattes Papier mit einem Flächengewicht von 40 bis 57 g/qm. Da dieses überwiegend für den (schnellen) Rotationsdruck bestimmt ist, muss es die Farbe schnell aufnehmen, also gut saugfähig sein.
Zellstoff
Ausgangsstoff für Zellstoff ist Holz. Die so genannten Hackschnitzel werden unter Beigabe von Wasser und Chemikalien gekocht, sodass das Lignin von den Fasern getrennt wird. Aus Zellstoff hergestellte Papiere werden holzfreie Papiere genannt, weil sie die typischen Holzbestandteile nicht mehr enthalten.
Zellulose (auch unter Cellulose)
ist die häufigste natürlich vorkommende organische Verbindung: Die Zellwände der Pflanzen bestehen aus diesem Faserstoff. Im Holz ist die Zellulose mit Lignin und anderen Bestandteilen der Zellwand verbunden.