Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03385.jsonl.gz/407

Vorsicht bei Schwellenländern mit schwachen Währungen
Schwellenländer mit unterbewerteten Währungen beinhalten nicht nur Anlagechancen, sondern auch Risiken. Letztere überwiegen in der Türkei. In Brasilien sollten die Wahlen abgewartet werden. Korea bleibt einer der Lieblingsmärkte von James Syme, Fondsmanager von J O Hambro.
23.08.2018, 14:25 Uhr
Redaktion: sif
Der aktuelle "External Sector Report" des Internationalen Währungsfonds (IWF) bewertet Schwellenländer allgemein positiv und identifiziert auch einige unterbewertete Schwellenländerwährungen. Dabei konzentriert er sich zwar auf das Jahresende 2017, doch können die Einschätzungen anhand der kumulierten Bewegungen des laufenden Jahres angepasst werden, um zu aktuellen Währungsbewertungen zu gelangen. Interessanterweise können diese mit Aktienmarktbewertungen kombiniert werden, um Bereiche des Emerging Market Universums zu identifizieren, die insgesamt günstig sind, kommentiert James Syme. Dies könne auf Chancen hinweisen.
Zurückhaltung bei Brasilien
So stufte der IWF die brasilianische Währung Real per Ende 2017 als 2% unterbewertet ein. Die anschliessende Schwäche legt aber eine aktuelle Unterbewertung von 3,5% nahe. Demgegenüber erscheint Brasiliens Aktienmarkt mit 10,5x der erwarteten Gewinne günstig. Der IWF ist der Ansicht, dass in Brasilien die Kreditvergabe trotz schwacher Investmentaktivität unter dem erwünschten Niveau liege. Das verdecke Wettbewerbsprobleme und treibe die Leistungsbilanzsalden in die falsche Richtung, so Syme. Dies solle gemäss dem Experten im Kontext einer Steuerproblematik gesehen werden, die möglicherweise thematisiert wird an den bevorstehenden Wahlen im Oktober 2018. So bleibt Syme in Bezug auf Brasilien vorsichtig und beobachtet die Entwicklungen rund um die Wahlen.
Stärkeres Wachstum von Korea
Ein weiteres Land sei Korea: "Korea hat mit seinem hohen Aussenhandelsüberschuss ein ganz anderes Profil als die meisten Schwellenländer", so Syme. Gemäss dem Bericht gibt es einige Faktoren, welche zur Unterbewertung der koreanischen Währung (4,5% per Ende 2017; derzeit 4,7%) sowie des anhaltenden Leistungsbilanzüberschusses beitragen. Letzterer ist gemäss IWF höher als erwünscht. Eine stärkere Währung und eine lockere Finanzpolitik könnten Linderung bewirken. Der Experte glaubt, dass die Politik der eher linken Moon-Administration diese beiden Ziele erreichen wird, was zu einem stärkeren Wachstum der Binnennachfrage und einer stärkeren Währung führen kann. Die koreanischen Aktien notieren mittlerweile nur noch bei 7,7x der erwarteten Gewinne. Daher ist Korea einer seiner Lieblingsmärkte.
Keine Erholung türkischer Vermögenswerte in Sicht
Die Türkei präsentiert sich etwas komplizierter. Der "IWF 2018 External Sector Report" stufte die Lira während mehrerer Jahre als unterbewertet ein, per Ende 2017 allerdings als fair. Dies bedeutet, dass sie nach dem Rückgang des Wechselkurses seit Jahresbeginn deutlich unterbewertet ist. Syme erachtet die Lira per Ende Juni 2018 als 9,0% und per 6. August 2018 als 14,2% unterbewertet. Türkische Aktien werden mittlerweile mit dem 5,8-fachen der künftigen Gewinne bewertet. "Der IWF hält es für notwendig, dass die Türkei 'ein glaubwürdiges Politikpaket mit wachstumsfreundlicher Haushaltskonsolidierung' verabschiedet und die Kreditvergabe erleichtert wird", zitiert der Fondsmanager. Es bestehe kein Zweifel, dass die Umsetzung der orthodoxen Politik in der Türkei zu einer sehr starken Erholung der türkischen Vermögenswerte führen könnte. Zurzeit erkennt er aber keine Anzeichen, dass die Politiker solche Schritte in Betracht ziehen und lehnt die Türkei weiterhin ab.
Syme glaubt, dass sowohl Währungen als auch Aktienbewertungen kritische Komponenten bei der Beurteilung der Anlagemöglichkeiten in Schwellenländern sind. "Aber wie man in diesen drei Fällen sehen kann, sollte man weder das politische Umfeld noch die Kredit- und Nachfragezyklen in Schwellenländern ignorieren", schliesst er.
«Ohne die übliche Trennung zwischen liquiden und illiquiden Anlagen sieht man vielleicht mehr Chancen und kann Portfolios besser an Anlageziele und Anlagehorizonte anpassen», schreibt Erik Knutzen, Chief Investment...
«Wir bleiben zuversichtlich, was Chinas längerfristige Aussichten betrifft»
06.12.2023, 10:59 Uhr
Pierre-Henri Cloarec, Portfolio Manager der beiden Nordea-Strategien Emerging Stars Equity und Emerging Stars Ex China, spricht im Interview über die drei Schwellenländer, in denen er für 2024 die grössten Chancen...
Emerging Market Equities: Einblicke, Ausblick und Chancen
01.12.2023, 15:57 Uhr
«Es war ein volatiles Jahr für Schwellenländeraktien, und obwohl das makroökonomische Umfeld gemischt ist, deuten die nachlassende Inflation und der Beginn der Zinssenkungszyklen auf eine allmähliche Verbesserung...
«BBB, BB und B: Cross Credit bietet aktuell die grössten Chancen»
30.11.2023, 19:20 Uhr
Sowohl Hochzinsanleihen wie auch Investment-Grade-Bonds weisen im aktuellen Umfeld gewichtige Nachteile auf. Den Sweet Spot in Sachen Spread- und Durationsrisiko könnten Anleger gemäss Laurent Gorgemans von Nordea...
Die Grenzen zwischen öffentlichen und privaten Investitionen verschwimmen
29.11.2023, 12:51 Uhr
Und die damit verbundene Chance, ein tragfähiges Ökosystem aufzubauen, ist nicht mehr aufzuhalten. Sehen Sie sich das Video von M&G Investments an, um zu erfahren, was der Grund für diese Verschiebung ist.
Weihnachten steht vor der Tür. Die Tage werden kürzer und in den Supermärkten kann man schon Weihnachtsdekoration kaufen. «Steht uns eine Weihnachtsrally bevor? Und was bringt das neue Jahr für Aktienanleger?»....
«Die bevorstehende UN-Klimakonferenz in Dubai ist von entscheidender Bedeutung und markiert einen symbolträchtigen Zeitpunkt. Sie findet sieben Jahre nach der Unterzeichnung des Pariser Abkommens statt und sieben...
«Die Welt sieht sich mit der zunehmenden Dringlichkeit der Klimakrise konfrontiert, und da 2023 das wärmste Jahr aller Zeiten werden dürfte, steht bei der UN-Klimakonferenz in Dubai mehr auf dem Spiel als je...
Die Zinsen dürften für einen längeren Zeitraum hoch bleiben und die Renditekurve noch steiler werden. Auch deshalb geht Robeco in seinem 1-Jahres-Ausblick davon aus, dass sich das globale Wirtschaftsumfeld im Jahr...