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Entstehung und Geschichte
Schaut man sich heute so ein herziges Hündchen an, der in eine Handtasche passt, so mag man nur schwer glauben, dass sein Vorfahre vor 25‘000 der Wolf war. Die ersten Hunde waren Jagdhunde. Höhlenzeichnungen beweisen, dass bereits vor 16000 Jahren mit Hunden gejagt wurde. Erst viele Jahrtausende später begannen die Urmenschen ansässig zu werden, Herden und Tiere zu halten und so änderte sich auch der Verwendungszweck der Hunde; sie mussten Hab und Gut bewachen oder die Herde beschützen. Damals stellte man keine Anforderungen an die Hunde. Sie begleiteten die Männer, welche zu Fuss mit Lanzen und Pfeil und Bogen auf die Jagd gingen, und trieben ihnen das Wild zu.
Erst im Mittelalter wurde das Jagen ein Privileg der Adeligen und man begann, Meutehunde wie z.B. den Beagle in England reinzuzüchten. Fuchsjagden zu Pferd dienten dem Vergnügen.
Der für eine Meute erwünschte Spurlaut wurde den Hunden angezüchtet, er zeigt dem Jäger an, wenn der Hund eine frische Spur aufgenommen hat. Ein Wolf hingegen jagt lautlos.
Im 19. Jahrhundert wurden zahlreiche Rasseclubs gegründet und mit der Führung von Zuchtbüchern und der Erstellung von Standards (Beschreibung, wie ein Hund aussehen soll) begonnen. Hier wurden auch die Leistungen, welche man von einem Hund erwartet, definiert. Die Selektion war ganz einfach. Nur jene Hunde bekamen auch etwas zu fressen, die für die Arbeiten taugten. Eine brutale, jedoch sehr wirkungsvolle Methode, denn so wurden nur leistungsfähige Hunde zur Zucht weiterverwendet. Heute wäre eine solche Einstellung und Handlungsweise undenkbar.
Heute haben wir ausgezeichnete Spezialisten unter den Jagdgebrauchshunden. Sie apportieren, sie stehen vor, buschieren ,sie folgen spurlaut dem Wild oder suchen krankes Wild nach. Die hoch spezialisierten Rassen mit spezifischer Gebrauchsprägung sind weitaus später entstanden. Währenddem der englische Jäger für jeden Typ Arbeit einen Hund besass, war das Streben in Deutschland dahingehend, einen vielseitigen Begleiter zu haben, der alle diese Tätigkeiten ausführen konnte. So sind die Deutschen Vorstehhunde zu Vollgebrauchshunden geworden. Auch heute ist der Jagdhund ein unentbehrlicher Jagdkamerad. Wir beschränken uns hier auf die Aufzählung der Einsätze, welche bei der Revierjagd Anwendung finden.
Nachsuche/Schweissarbeit
Die wichtigste Arbeit eines Jagdhundes im Revier ist die Nachsuche. Es kann vorkommen, dass auch ein gut beschossenes Tier noch bis ins nächste Dickicht flüchtet. Für das Aufsuchen des kranken oder toten Wildes ist dazu ein gut ausgebildeter Jagdhund erforderlich. Mit seiner extrem gut entwickelten und feinfühligen Nase folgt er der Fährte eines verletzten Tieres und führt den Jäger zum Stück. Am meisten kommt der Schweisshund bei der Nachsuche nach einem Verkehrsunfall/Wildunfall zum Zuge. Das verletzte Tier kann oftmals viele hundert Meter weit gehen. Bei inneren Verletzungen gibt es keine Pirschzeichen, welche einen Hinweis auf die Fluchtrichtung geben. Ein Mensch hätte keine Chance, das kranke Stück zu finden. Der ausgebildete und erfahrene Schweisshund wird aufgrund der Duftmarke und den Bodenverletzungen (Trittabdrücke) den Weg zum Wundbett (Lagerplatz des kranken Tieres) finden und der Jäger kann dann das Tier von seinen Leiden erlösen. Ohne Nachsuche kann es Tage dauern, bis das Wild unter grossen Leiden verendet.
Für die Schweisshundearbeit eignet sich jeder Jagdhund, wobei es dafür ausgesprochene Spezialisten gibt. Das sind: Bayrischer Gebirgsschweisshund, Hannoverscher Schweisshund und Alpenländische Dachsbracke) Meist werden diese bei ganz schwierigen Nachsuchen hinzugezogen.
Für diese verantwortungsvolle Arbeit braucht es eine gründliche Ausbildung des Hundes. Zum Erlernen der Fähigkeit wird der Schweisshundeführer im Wald Fährten mit Rindsblut spritzen, die dann der Hund auszuarbeiten lernt. Er wird diese unter verschiedensten Wetterbedingungen und mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden und unterschiedlich langen Stehzeiten durchführen, um möglichst praxisnahe Situationen zu erreichen. Am Schluss der Fährte liegt dann eine Rehdecke (Rehfell) dass das Ende der Uebung signalisiert und auch eine Belohnung für die geleistete Arbeit verspricht. Ein anerkannter Schweisshund muss eine Schweissprüfung bestehen. Sie ist mind. 500 Meter lang, hat zwei Richtungsänderungen und ist mindestens 12 Stunden alt. Auch nach der Prüfung ist ein regelmässiges Üben mit dem Schweisshund nötig, damit im Ernstfall die bestmöglichen Chancen auf Erfolg gewahrt bleiben.
Brackieren/Stöbern
Brackieren bedeutet, die Spur des Wildes spurlaut (mit lauter Stimme) zu verfolgen und es dann in einem grossen Bogen dem Jäger zuzutreiben. Diese Arbeit wird vorwiegend in Bergrevieren durchgeführt und erstreckt sich über eine längere Zeitdauer. Für diese Arbeit ist eine starke Passion und Ausdauer des Hundes gefragt. Eingesetzt werden hier vorallem Laufhunde, auch der Beagle eignet sich dafür bestens. Stöbern nennt man grundsätzlich die Arbeit vor dem Schuss.
Für das Aufstöbern und verfolgen des Wildes auf den Schrot- oder Bewegungsjagden im Kanton Zürich dürfen folgende Jagdhunde eingesetzt werden: Jagdhunde mit einem Ristmass bis 36 cm, Spaniels und Terrier. Langjager sind nicht geeignet, da ein Trieb etwa 20 Minuten dauert und der Hund nach dem Abblasen wieder zurückkommen sollte. Ausserdem ist ein Langjager durch das Zurücklegen von weiten Distanzen und dem damit verbundenen Überqueren von verkehrsreichen Strassen besonders gefährdet. Typische Hunde, welche bei uns für die Bewegungsjagden eingesetzt werden sind: Schweiz. Niederlaufhunde, Spaniels, Wachtelhunde, Dachsbracken, Jagdterrier , Jack-Russel-Terrier und Dackel, Wachtelhunde sind grösser als 36 cm und sind seit 2009 mit einer Sonderverfügung der FJV Zürich zur Bewegungsjagd zugelassen. Für die Laute Jagd dürfen Hunde vom 1. Oktober bis 31. Januar eingesetzt werden
Apportieren
Klassische Apportierhunde sind die Retriever (Labrador Retriver, Golden-Retriever usw.)
Der Name verrät es bereits. Retriever kommt vom englischen Wort to retrive, was Auffinden heisst. Apportieren heisst zurückbringen. Diese Fähigkeit besitzen aber auch alle Vorstehhunde.
Retrivers, vorallem Labradors, sind sehr wasserfreudige Hunde, weshalb sie gerne für die Wasserarbeit eingesetzt werden.
Traditionell wird der Apportierhund bei der Jagd auf Federwild (z.B. Enten, Fasane etc) eingesetzt. Enten werden im Flug beschossen, der Hund holt diese und bringt sie, ohne anzustechen (anzufressen) oder zu verdrücken dem Jäger. Bei der Entenjagd braucht es Jagdhunde, die das Wasser nicht scheuen, denn oftmals muss das Stück im Wasser geholt werden. Vollgebrauchshunde wie Dörte sind in der Lage, bei der Feldarbeit einen ausgewachsenen Fuchs zu apportieren.
Vorstehen/Buschieren
Diese Arbeiten werden von Vorstehhunden ausgeführt. Am häufigsten verbreitet sind die Deutschen Vorstehhunde (Deutsch-Kurzhaar, Deutsch-Drahthaar etc). Die englischen Vorstehhunde (Setter, Pointer), der ungarische Vorstehhund (Magyar Vizsla) sowie auch der Epagneul Breton leisten ebenfalls hervorragende Arbeit.
Beim Vorstehen signalisiert der Hund dem Jäger, dass er Wild aufgespürt hat. Dabei verharrt er in angespannter Körperhaltung und mit angehobener Vorderpfote. Der Jäger ist vorgewarnt, muss das Wild aber selber aufscheuchen.
Das Buschieren ist die schwierigste Disziplin und bedingt einen absolut guten Gehorsam des Hundes. Er stöbert im Zick-Zack unter der Flinte vor
dem Jäger her. Wird Wild aufgescheucht, muss er sofort stehenbleiben.
Erdarbeit
Als Erdarbeit bezeichnet man die Bauarbeit. Dazu sind kleinere Hunde geeignet ( Dackel, Jagdterrier, Jack-Russel-Terrier), welche in den Fuchsbau einschliefen (hereinkriechen) und den Fuchs sprengen (aus dem Bau jagen). Wird der Bau vom Dachs bewohnt, kann es für den Hund gefährlich werden, wenn dieser mit seinen scharfen Krallen den Hund angreift. Bei der Ausbildung wird dem Erdhund beigebracht, Dachsbauten zu meiden.