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Unsere Pferde haben orientalische Ahnen
Wissenschaftler um Barbara Wallner vom Institut für Tierzucht und Genetik der Vetmeduni Vienna haben die Verwandtschaftsbeziehungen väterlicherseits von Hengsten entschlüsselt. Das Team untersuchte grosse Bereiche des Y-Chromosoms bei mehr als 50 Hengsten aus 21 Rasse. Dieses Chromosom wird vom Vater auf den Sohn vererbt und kommt nur in der männlichen Linie vor. Ihre Resultate präsentierten die Forscher im Fachjournal «Current Biology».
«Die orientalischen Pferde wurden in den letzten Jahrhunderten vermehrt in der Zucht eingesetzt und damit wurde der Grundstein für die heutigen Pferderassen gelegt», sagt Barbara Wallner. «Die importierten orientalischen Tiere haben bestehende männlichen Erbgutlinien offensichtlich komplett verdrängt». Nur in Nordeuropa gebe es einige andere Zuchten.
Bei den Müttern ist die Vielfalt grösser
Die orientalischen Linien könnten grob in eine Araber- und eine Turkmenen-Gruppe eingeteilt werden. Die Gründerhengste des Englischen Vollbluts stammten nach dieser Studie aus der zweiten Gruppe. Die Ergebnisse bestätigten nach Auskunft der Forscher weitgehend die Aufzeichnungen aus Zuchtbüchern, die teils schon im 17. Jahrhundert geführt wurden. Nun könnten die Abstammungslinien aber auch genetisch belegt werden. Gerade bei Sportpferden gehe es um viel Geld. «Eine genetische Bestätigung der Abstammung gibt Züchterinnen und Züchtern eine zusätzliche Absicherung bei diesen Investitionen», sagt Wallner.
In der Tierzucht ist es laut Wallner üblich, die Rasse über männliche Tiere zu veredeln. Das liege schon an der Biologie. Eine Stute könne auf natürliche Weise maximal ein Fohlen pro Jahr zur Welt bringen und das maximal zwanzig Mal. «Bei Hengsten sind natürlich sehr viel mehr Nachkommen pro Tier zu bekommen.» Die Vielfalt der mütterlichen Linien bei Pferden sei deshalb weit höher als diejenigen der väterlichen.