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Aus der Geschichte des Landpfrundhauses

Das LPH ist eine alteingesessene Institution deren Gründung auf die Teilung in die beiden Halbkantone BS/BL im Jahre 1833 zurückgeht. An einer Sitzung vom 16. Weinmonat 1833 hatten die von den Regierungen BS/BL eingesetzten Teilungskommissare folgenden Entscheid gefällt: «Es soll das Vermögen der Landarmenkammer nach dem Verhältnis der bürgerlichen Bevölkerung der Gemeinden Riehen, Bettingen und Kleinhüningen auf der einen, und aller übrigen Gemeinden der vier alten Landbezirke auf der anderen Seite, zwischen den beiden Kantonen geteilt werden».
Das Wort "Pfrund" kommt vom mittellateinischen «praebenda» (Darzureichendes, Unterhalt ), und bedeutet im kirchlichen Kontext «was einem Geistlichen als Gegenleistung für seine geistlichen Dienste gereicht wird».
Gemäss o.e. Statut stellt das LPH günstigen Wohnraum für die Riehener und Bettinger Bevölkerung zur Verfügung. Das LPH kann auch weitere Aufgaben übernehmen, die ihr von der Trägerschaft zugewiesen wird.
Das erste Landarmenhaus wurde am 14. September 1835 eröffnet. Der Zweck der Gründung des Landarmenhauses war, wie aus der Entstehungsgeschichte hervorgeht - die Schaffung eines Heimes für Arme. Dieser Geruch des Armenhauses hat dem Hause noch lange angehaftet, auch nachdem das Haus in «Landpfrundhaus» umbenannt worden war. Im Jahre 1835 erstellten die Pfarrherren von Riehen und Kleinhüningen Listen der im neuen Haus aufzunehmenden Pfründer. Es wurden angemeldet: für Riehen 5 Männer und 5 Frauen, für Bettingen 2 Männer und 2 Frauen, für Kleinhüningen 3 Männer und 2 Frauen, insgesamt somit 19 Personen.
Es herrschte eine strenge Hausordnung und ebensolche Aufnahmebedingungen. Unter anderem hiess es 1880 in der Ordnung: «Jeder aufgenommene Pfründer soll drei gute Hemden und zwei Paar Strümpfe mitbringen, wofür die Heimatgemeinde zu sorgen hat.» Auch der Arbeitslohn wurde festgelegt: «Der Pfründer wird für die der Anstalt geleistete Arbeit nicht vergütet, dagegen ist demselben bei strenger Arbeit eine angemessene Erfrischung zu versorgen» Den Pfründern war es verboten jegliche Arbeit ausserhalb der Anstalt anzunehmen.
1902 trat eine durch den Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt genehmigte neue Ordnung in Kraft. Diese ermöglichte es den Hauseltern Pfründer auszuwählen, die ausserhalb des Hauses Arbeit annehmen konnten. Der Lohn musste aber komplett an die Anstalt abgegeben werden. Ebenso wurden die Aufnahmebedingungen geändert. Dabei wurde auch der bisherige Name Landarmenhaus in Landpfrundhaus umgeändert. «Das Landarmenhaus soll in Zukunft nur jene Bürger aufnehmen, welche wegen geistiger oder körperlicher Gebrechen versorgungsbedürftig werden».

Baulich vergrösserte und veränderte sich das Areal immer wieder. So wurde 1885 eine neue Scheune erstellt, die aber 1890 durch einen Brand zerstört wurde. Die dann neu erstellten Scheune und Stallung wurde 1942 nochmals von einem Insassen niedergebrannt. Im selben Jahr wurde die Stallung neu errichtet.
Die Alterssiedlungen Oberdorfstrasse und Bäumliweg
Nach dem Bezug des Neubaues des Landpfrundhauses im Jahre 1932 waren die bisherigen Räumlichkeiten des alten Hauses an der Oberdorfstrasse zu Wohnungen umgestaltet und vermietet worden. Im Jahre 1954 beschloss die Landpfrundhauskommission, die alten Gebäude
abzubrechen und an deren Stelle die erste Alterssiedlung in Riehen errichten zu lassen. Die Tatsache, dass die Nachfrage nach Alterswohnungen immer noch sehr rege war, veranlasste die Landpfrundhauskommission im Jahre 1966, den Auftrag für die Planung einer weiteren Siedlung am Bäumliweg zu erteilen.
Neue Seniorenwohnungen an der Inzlingerstrasse 46
2007 wurde auf dem ehemaligen Areal des geschlossenen Landwirtschaftsbetriebs ein neues Gebäude mit 12 altersgerechten Wohnungen im gehobenen Standard eröffnet. Im Erdgeschoss wurde das Tagesheim des Pflegeheim Wendelin eingerichtet.
Der Name Landpfrundhaus bleibt
Obwohl gerade auch der gehobene Wohnkomfort an bevorzugter Lage der Liegenschaft Inzlingerstrasse 46 nichts mehr mit dem ehemaligen Armenhaus oder dem Pfrundgedanken zu tun hat, bleibt der Name «Landpfrundhaus» erhalten, ist der Begriff in Riehen und Bettingen bestens verankert. Ähnliche Beispiele in der Stadt Basel sind der Gebäudekomplex Lohnhof oder die ehemalige Strafanstalt Schällemätteli, die neu den Life Sciences Campus Schällemätteli beherbergen wird.
Weiter gehören zum Landpfrundhaus die Liegenschaften am Hinter Gärten 11 (Wohnhaus) sowie am Hinter Gärten 13 (Kindergarten) sowie diverse Baurechts- wie auch (verpachtete) Landwirtschaftsparzellen.
Ein ausführlicher Bericht zur Entstehung des Landpfrund-hauses ist auf der Website des Riehener Jahrbuchs aus dem Jahr 1982 zu finden:
http://zrieche.ch/de/archiv/1980er/1982/zrieche/das-landpfrundhaus-des-kantons-basel-stadt-in-riehen.html
Oder auch als PDF:
das-landpfrundhaus_des-kantons-basel-stadt-in-riehen-aus-jahrbuch-_zrieche.pdf