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Lismerinnen für den Tschad
Vor ca. 50 Jahren schlossen sich zwei Lehrersfrauen zusammen und strickten gemeinsam Schlüttli und Plätze für Wolldecken. Diese übergaben sie Sr. Gret Marty, gebürtige Wattwilerin, damals als Missionsschwester im Tschad tätig. Sie nahm bei ihren Heimat-urlauben die Stricksachen mit und konnte sie bei ihrer Missionsarbeit an bedürftige Menschen weitergeben.
Aus dieser Zweierbeziehung entwickelte sich bald eine feste Gruppe von Frauen, die sich 14-täglich im Pfarreiheim trafen und für den guten Zweck Schlüttli und Wolldecken strickten,
die Gruppe «Lismerinnen für den Tschad».
So konnten jährlich zwei Autos, gefüllt mit diesen Stricksachen nach Freiburg fahren und diese beim Hauptsitz der Ursuliner-Schwestern für die Missionsstation von Sr. Gret abgeben. Nach dem Tod von Sr. Gret Marty flachte das Interesse für diese Stricksachen ab, da die Transportkosten in die Missionsgebiete höher wurden als die Herstellungskosten der Stricksachen.
Die Missionsschwestern können heute mit Geldüberweisungen ihre Bedürfnisse besser abdecken, als mit Naturalgeschenken. Dies hat dazu geführt, dass die verbliebenen «Lismerinnen für den Tschad» schweren Herzens beschlossen, nun die lange Tradition zu beenden.
Erna Fehr-Sieber