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Tsetsefliegen-Kontrolle
Projekt
Die Tsetsefliege überträgt die Schlafkrankheit (Trypanosomiasis) auf Menschen und Tiere. Durch die Krankheit werden Rinder so stark geschwächt, dass sie kaum mehr auf dem Feld einsetzbar sind, weniger Milch und Fleisch liefern oder sogar sterben. Biovision fördert die Bekämpfung der Tsetsefliege durch einen ökologischen „Push-Pull“ Ansatz: Kuh-Halsbänder mit einem Geruchsserum des Wasserbocks stossen die Fliegen ab während Farb-und Duftfallen die Fliegen anlocken und dezimieren. Der starke Einbezug von Schulen und Dorfgemeinschaften sorgt für eine nachhaltige Verankerung der Massnahmen in der Bevölkerung.
Die Projektaktivitäten finden am Rande des Shimba Hills Nationalparks im Bezirk Kubo South Ward (Kwale County) in Südostkenia statt. Der Shimba Hills Nationalpark ist ein Reservat für Wildtiere aber auch ein Refugium für Insekten wie die Tsetsefliege, die sich ungehindert vermehren und Krankheiten übertragen können.
Relevanz
Die Einwohnerinnen und Einwohner von Kubo South Ward (rund 25‘000 Personen) betreiben grösstenteils Ackerbau und Viehwirtschaft. Da in der Region genügend Niederschlag fällt und die Böden fruchtbar sind, verfügt die Region über grosses landwirtschaftliches Potential. Die Tier-Schlafkrankheit „Nagana“ verhindert jedoch, dass dieses vollumfänglich ausgeschöpft werden kann. Jährlich verursacht die Krankheit in Ostafrika einen wirtschaftlichen Verlust von circa USD 4.5 Mrd.
Begünstigte
Insgesamt werden rund 1‘500 Personen direkt begünstigt. Davon erhalten 65 besonders engagierte Dorfbewohner ein Training in der Benutzung der Fallen und Halsbänder.
Indirekt profitiert die gesamte ländliche Bevölkerung des Bezirks Kubo South Ward (25‘000 Personen) von den Massnahmen zur Tsetsefliegen-Kontrolle und dem damit einhergehenden Rückgang der Tier-Schlafkrankheit.
Ziele laufende Projektphase
Angestrebt wird die Halbierung der Schlafkrankheitsfälle bei Rindern in der Projektregion. Durch die damit erreichte Produktivitätssteigerung soll insgesamt 50 % mehr Landfläche bewirtschaftet werden können und die Milchleistung um 50 % steigen. Daten aus einer kürzlich veröffentlichten Studie belegen, dass solch ein starker Anstieg realistisch ist.
Bisher Erreichtes
Das Projekt startete am 1. Januar 2018 in seine erste Projektphase. Biovision führte zusammen mit dem Insektenforschungsinstitut icipe (International Centre of Insect Physiology and Ecology) aus Nairobi vor zehn Jahren bereits Tsetsefliegen-Projekte in Kenia und Äthiopien durch. Die Technologie wurde in der Zwischenzeit durch die Halsbänder ergänzt und weiterentwickelt.
Nachhaltigkeit
Die Vorbereitung der langfristigen Weiterführung der Massnahmen durch die beteiligten Bauernfamilien ist ein expliziter Bestandteil des Projekts. Entscheidend für den nachhaltigen Erfolg ist, dass die Wartung der Fallen und die Überwachung der Tsetsefliegenpopulation von den Dorfgemeinschaften selbst durchgeführt werden können. Die neu entwickelten Halsbänder haben grosses Potential, weil sie günstig, einfach zu handhaben und lokal herstellbar sind.