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Damian, 27 Jahre«Ja, ich komme aus der Mongolei. Ich gebe grad einen Kurs über die Mongolei.»
Es stört mich, dass noch soviel über ‹Mongoloismus› gesprochen wird. Ich denke, solche Leute wissen gar nicht woher das Wort kommt. Wenn jemand zu mir sagt: «Da ist ein Möngi.» Dann sage ich: «Ja, ich komme aus der Mongolei. Ich gebe grad einen Kurs über die Mongolei.» Dann begreift er es. Mongi ist ein Unwort, das höre ich gar nicht gern. Da werde ich wütend. Mein Lieblingswort hingegen ist, das sage ich immer wieder: «Oh, Entschuldigung.» Das ist mein Lieblingswort.
«Ich bin einfach ein bisschen langsam.»
«Mich nervt eigentlich gar nichts.»
Besonders ist, dass ich hie und da ein bisschen zu langsam bin. Das ist eine grosse Hürde, aber ich lebe damit. Ich muss mich anders strukturieren und anders mit der Zeit umgehen. Das merkt man, wenn jemand den Tagesplan ändert. Wenn jemand sagt: «Wir gehen jetzt!» dann löst das Stress in mir aus. Und da kann ich dann schon mal fluchen. Aber das mache ich absichtlich. Ich meine das dann nicht so. Es nervt mich eigentlich gar nichts. Eine grosse Herausforderung ist meine Zuckersucht. Ich habe angefangen, Schoggi zu essen und Energiedrinks zu trinken ohne Ende. Das kann ich ehrlich zugeben. Das passiert einfach.
Ich kann eigentlich vieles. Was nicht möglich ist, ist einfach ‹finanziell›. Ich bin nicht so stark im Rechnen. Das kann ich nicht. Man kann sagen, ich habe eine Büroschwächen-Behinderung. Aber konkrete Behinderungen habe ich bisher nie gespürt. Niemand hat das gern, seine eigene Schwäche preiszugeben. Ich meine, wenn jemand, der kein Down-Syndrom hat, der würde auch nicht sofort sagen: «Ich habe Migräne. Das ist meine Behinderung.» oder «Ich kann nicht gut sehen.» Das sagt niemand. Das ist mir so gegangen beim Theater, wo ich sagen mussten, was meine Behinderung ist. Ja, was hab ich gesagt? «Ich bin einfach ein bisschen langsam.»
«Eine Büroschwächen-Behinderung.»
Ich habe ein gutes Leben im Hier und Jetzt. Was morgen ist, ist morgen und was gestern gewesen ist, ist gestern gewesen. Ich lebe einfach im Hier und Jetzt. Glücklich bin ich eigentlich immer. Ich habe immer davon geträumt, ich könnte Menschen helfen. Bis jetzt ist das noch nicht möglich geworden. Ich hätte die Kraft, ich könnte, aber es geht nicht. Ich bin noch nicht bereit dafür. Hoffentlich wird es bald anders kommen. Mein Ziel ist, dass es mehr Integration gibt. Dass die Behindertenheime geschlossen werden und Menschen mit Down-Syndrom mehr in der Gesellschaft sind. Ich finde, es gibt keine schwächeren Leute. Es gibt gute Leute auf ihre Art, wie sie sind. Und das gilt.
«Ich bin eigentlich immer glücklich.»