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| Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Schutzschrift an Kaiser Constantius (Apologia ad Constantium)

9.
Ich bin nun hierüber so bestürzt, daß ich verlegen bin, was ich alles zu meiner Rechtfertigung sagen soll, und ich will mich bloß schuldig sprechen, tausendfachen Tod zu erleiden, wenn in dieser Beziehung mich überhaupt nur irgend ein Verdacht treffen kann. Vor Dir aber, wahrheitsliebender Kaiser, vertheidige ich mich vertrauensvoll und wiederhole meine Bitte: Untersuche, und ziehe zumal die Gesandten als Zeugen bei, die Jener einst an Dich abordnete. Es sind Dieß die Bischöfe Sarbatius und Maximus mit ihren Begleitern, ausserdem Clementius und Valens. Frage sie, ich bitte, ob sie mir einen Brief überbracht haben; denn ein solcher hätte auch mir eine Veranlassung gegeben, an ihn zu schreiben. Wenn er aber nicht an mich schrieb und mich nicht einmal kannte, wie konnte ich an ihn schreiben, da ich Nichts von ihm wußte? Frage sie, ob ich, als ich den Clementius erblickte, nicht des Mannes seligen Andenkens Erwähnung that und, wie geschrieben steht, meine Kleider mit Thränen benetzte1 in Erinnerung an seine Menschenfreundlichkeit und sein von Liebe zu Christus erfülltes Herz! Laß Dir von ihnen sagen, wie sehr ich besorgt war, als ich von der Grausamkeit des Ungeheuers hörte und wahrnahm, daß Valens durch Libyen reise, es mochte auch er ein Wagestück unternehmen und wie ein Räuber die morden, welche des Seligen in Liebe gedachten, von denen ich Keinem vor mir den Vorrang einräume.
1: Ps. 6,7