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11. DDR-Expeditionsgruppe – 21. SAE
1976 : 11. DDR-Antarktis-Expeditionsgruppe bei der 21. SAE (1975-1977)
Expeditionsteilnehmer:
Im Rahmen der 21. SAE wird auch wieder eine DDR-Gruppe in die Antarktis fahren. Eine Sommergruppe wird glaziologische Forschungen auf der Station Molodjoshnaja durchführen, eine Überwinterungsgruppe auf Novolasarewskaja arbeiten.
Die 11. DDR-Expeditionsgruppe bestand aus sechs Mann, die in Molodeschnaja überwinterten. Der Sommersaisongruppe gehörten fünf weitere Wissenschaftler an. Die Expedition reiste in zwei Gruppen mit den sowjetischen Forschungsschiffen M/S „Kapitän Markow“ bzw. M/S „Professor Wiese“ in die Antarktis.
Dr. Hebert sammelte in der Umgebung von Molodeschnaja Eis- und Wasserproben zur Tritiumbestimmung und Fossilien zur C-14-Messung. Alle derartigen Messungen wurden in Freiberg (Sachsen) durchgeführt. In Molodeschnaja waren die deutschen Expeditionsleute der Sommersaisongruppe tätig. Im Januar 1976 starteten sie mit einem sowjetischen Schlittenzug zur erneuten Vermessung des Hays-Gletschers. Wie bei ähnlichen Unternehmen dieser Art wurde das Transportsystem von der SAE zur Verfügung gestellt. Diesmal war jedoch das Personal, das die Fahrt durchführte, vorwiegend deutsch. Im März 1976 waren die Arbeiten abgeschlossen, und die Sommersaisongruppe reiste mit MIS „Michael Kalinin“ nach Leningrad zurück. Die Überwinterer aus dem neuen Basislaboratorium der DDR fuhren. im März 1977 nach Kap Ostry und schifften sich dort auf M/S „Professor Subow“ ein.
In der 21. SAE unterzogen DDR-Wissenschaftler den Guano der Adelie-Pinguin-Kolonie bei Molodjoshnaja einer chemisch – kernphysikalischen Messung, um eine spezifische Kohlenstoff-14-Aktivität zu ermitteln. Der Radiokohlenstoff aus dem Meer ist über die Nahrungskette zu den Pinguinen und von denen in den Guano gelangt. Die speziellen Untersuchungen am Guano ergaben, dass Pinguine an genau dieser Stelle seit etwa 1 500 Jahren ansässig sind, seit etwa dieser Zeit muss dieses Gebiet am Abendberg eisfrei sein. Das Interesse an der Nutzung der biologischen Ressourcen in der Antarktis (insbesondere von Fischen und Krill) ist in den 70er Jahren gewaltig gestiegen.