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Bei lediglich sieben der 20 grössten an der Börse gehandelten Firmen müssen die Chefs Nachhaltigkeitsziele erreichen, um entsprechende Boni zu erhalten. Doch die Richtlinien sind wenig transparent.
Zu diesem Schluss kommt eine am Montag publizierte Umfrage der Aktionärsvereinigung Actares. Die Umfrage wurde bei 22 Unternehmen geführt, welche 2017 Teil des Leitindex SMI waren. Im Laufe des Jahres sind Syngenta und Actelion ausgeschieden.
Actares wollte von den Unternehmen wissen, ob ihre Vergütungspolitik für die Geschäftsleitung explizit Anreize setzt für die Erfüllung von Nachhaltigkeitszielen, die über die finanzielle oder operative Nachhaltigkeit hinausgehen.
Unternehmen geben sich zugeknöpft
Für Geschäftsleitungsmitglieder von ABB, LafargeHolcim und Roche sind Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz ein Vergütungskriterium. Bei einem Mitglied der Geschäftsleitung von LafargeHolcim wird auch der CO2-Fussabdruck des Unternehmens und der Bau von bezahlbarem Wohnraum miteinbezogen, schreibt Actares. Keines der drei Unternehmen sei jedoch bereit, zu erläutern, welchen prozentualen Anteil diese Kriterien bei der Berechnung des Bonus haben.
Bei Syngenta werden Nachhaltigkeitskriterien nicht beim jährlichen Bonus wirksam, sondern bei der Zuteilung von Aktien im Rahmen der Langzeitvergütungen. Mit Nestlé, Novartis und Julius Bär nennen drei weitere Unternehmen Nachhaltigkeitskriterien, deren qualitative Beurteilung zur Berechnung des jährlichen Bonus dient.
Bei Nestlé etwa gibt es eine Selbstverpflichtung zur Reduktion von Zucker, Salz und gesättigten Fettsäuren in der Produktion. Bei Novartis spielt der weitere Zugang zu Medikamenten in ärmeren Ländern eine Rolle. Bei der Bank Julius Bär gibt es Kriterien zur Förderung von nachhaltigem Investieren. Wie stark die genannten Kriterien gewichtet werden, ist nicht bekannt.
Bekenntnis gefordert
Actares fordert, dass Boni und andere variable Vergütungen zum Guten genutzt werden müssten. Vergütungssysteme, die davon ausgehen, dass Führungspersonen auch ohne finanzielle Anreize das Richtige tun, seien sicher denkbar. Doch für Actares geht dies zu wenig weit.
«Wenn es die SMI-Unternehmen mit ihrer ökologischen und sozialen Verantwortung ernst meinen, dann sollten sie dazu auch das Instrument benutzen, das ihrer Meinung nach das Schiff auf dem richtigen Kurs hält: Die variable Vergütung der Geschäftsleitung», heisst es in dem Bericht. (sda)