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Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde auf dem Altberg gewirtet, damals stand da ein vierstöckiger Aussichtsturm. Auf jedem Stockwerk gab es unter der Treppe ein Sofa, über dessen Zweck sich die spätere Wirtin, Rosa Schibli-Hirs, schon als kleines Kind gewundert hatte.
1917 verlobte sich die junge Rosa Hirs auf dem Altberg mit Ihrem Verehrer, Adolf Schibli. 1919 heirateten die beiden und schon bald stellten sich Kinder ein. Zu dieser Zeit verlor Adolf seine Arbeit als Präzisionsschleifer und tat 1921 einen Entscheid, der seine junge Ehefrau einigermassen aus der Fassung brachte. Er ersteigerte sich auf einer Gant eine Waldparzelle auf dem Altberg, auf welcher statt des Turms inzwischen eine Holzbaracke stand. Als Rosa Schibli 1922 wegen des Wirtepatents auf der kantonalen Findanzdirektion vorsprach, klärte sich auch das Rätsel der geheimnisvollen Sofas. Den damaligen Pächtern auf dem Aussichtsturm musste auf Grund von unsittlichen Vorkommnissen das Patent entzogen werden. Angeblich galt der Altberg damals als Treffpunkt für Liebespärchen, "wobei der Gemeinderat nicht zuletzt vertreten war", wie es in den Unterlagen hiess!
Wirten auf dem Altberg, dies war harte Arbeit. Es fehlte ja an allem was es dazu brauchte: Weder Elektrizität noch Telefon gab es, das Wasser musste am Felsenbrünneli (etwa 10 Gehminuten entfernt) geholt werden, und Zubringerstrassen existierten natürlich auch nicht!
Immerhin, arbeitslos war Dolf Schibli nicht mehr: Als erstes wurde das Haus instand gestellt und ein Naturkeller ausgehoben. 1926 stiess Adolf etwas unterhalb der Waldschenke auf eine Quelle. Einen Sommer lang spatete, pickelte und schaufelte er unermüdlich und schliesslich war das Werk vollbracht: Mittels eines genialen Systems, dem hydraulischen Widder, wurde ein Teil des Wassers zum Haus gepumpt und die mühsame Wasserschlepperei hatte damit endlich ein Ende.
Wie funktioniert ein hydraulischer Widder? Der hydraulische Widder (PDF)
Auch die erste Waldstrasse baute Adolf eigenhändig, wobei er seine 4 Töchter (mittlerweile zwischen 6 und 10 Jahre alt) vor den Leiterwagen spannte, mit dem er die Steine für das Strassenbett den Berg hinauf führte.
1932 wurde die Waldschenke ans Telefonnetz angeschlossen. Bei Schneefall fiel die
Verbindung allerdings regelmässig aus, bis sich Rosa auf den Weg machte,
um mit einer langen Stange die Drähte von ihrer weissen Last zu befreien.
Nach und nach wurde das Haus weiter ausgebaut, zunächst entstand ein Anbau für
die Küche und später folgte ein kleines Säli. 1955 starb Adolf Schibli und Rosa führte den Betrieb alleine weiter. Allerdings kamen am Wochenende die inzwischen
erwachsenen Töchter vorbei, um dem Ansturm der durstigen Wanderer gerecht zu werden.
1979, nach fast 60 Jahren Tätigkeit auf dem Altberg, war es für Rosa Schibli Zeit, ihre Verantwortung abzugeben. Gertrud Hintermann-Schibli, eine ihrer vier Töchter, erklärte sich bereit, mit
Hilfe ihres Ehemannes Albert und der Tochter Gaby die
Waldschenke weiterzuführen. Allerdings waren anlässlich des Wirtewechsels vielerlei Vorschriften zu beachten und Umbauten zu tätigen. Das Plumpsklo hinter dem Haus, welches bis anhin den Bedürfnissen genügt hatte, wurde nicht mehr bewilligt, die
Feuerpolizei verlangte ein Minimum an Löschwasservorräten, das "Raumvolumen" wurde beanstandet usw. - usf. Es war klar, das grössere Umbauten nicht zu umgehen, und eine Erschliessung mit Wasser und Elektrizität erforderlich wären. Ohne die grosszügigen finanziellen Zuschüsse der umliegenden Gemeinden wäre all dies nicht zu bewältigen gewesen.
Rosa Schibli starb 1990, kurz vor ihrem 95. Geburtstag.
Sie wurde da beigesetzt, wo sie so viele Jahre glücklich gelebt
und gearbeitet hat – in einem romantischen kleinen Blumengärtli, direkt beim Haus.
Unter Gertrud Hintermann wurde die Waldschenke zu einem Treffpunkt für verschiedene Vereine und Firmen, für welche das feine Käsefondue inzwischen zu einer lieben Tradition geworden ist.
1995 übernahm Gaby Hintermann die Führung der Waldschenke. Das Konzept wurde weitgehend beibehalten und nur das Angebot etwas ausgebaut. Im Jahr 2001 verstarb Gertrud Hintermann kurz nach ihrem 80. Geburtstag und zwei Jahre später folgte ihr Ehemann Albert nach. Auch sie beide fanden ihre letzte Ruhe auf dem Altberg.
Ansonsten scheint in der Waldschenke die Zeit still zu stehen: Nach wie vor wird die Gaststube abends vom heimeligen Licht der Petrollampen erhellt und die von Albert Hintermann geschnitzten Wurzelmännli blicken verschmitzt auf die durstigen Wanderer herab.
Dieser Text ist mehrheitlich eine Zusammenfassung aus dem kleinen Büchlein von Heinz Lüthi (ehern. Cabaret Rotstift) „Rosa Schibli – Wirtin zur Waldschenke Altberg"
Das Büchlein ist im Altbergverlag erschienen und in der Waldschenke zu kaufen.
|Wochentag||Sommer||Winter|
|Mo, Mi, Do, Fr, Sa||9.00 - 21.00*||9.00 - 19.00*|
|So, Feiertage||8.30 - 18.00||8.30 - 18.00|
|Di||Ruhetag||Ruhetag|
*Auf Reservation bleibt die Waldschenke am Abend auch länger geöffnet (bis 23:00Uhr).