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Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (MeteoSchweiz) spricht von einer Hitzewelle, wenn mindestens drei Tage in Folge eine Tagesmitteltemperatur (Temperaturmittel über 24 Stunden) von 25 °C oder höher vorliegt. Wenn die Kriterien nur für eine maximale Zeitdauer von 2 Tagen erfüllt sind, spricht man von einer kurzen Hitzeperiode.
Für das Bundesamt für Gesundheit besteht eine Hitzewelle, wenn die Temperatur mehrere Tage lang über 30 °C hoch ist und sie nachts nicht unter 20 °C sinkt.
Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) spricht von einer Hitzewelle, «wenn die Tageshöchsttemperatur für mehr als fünf Tage die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur (gemessen zwischen 1961 und 1990) um mindestens fünf Grad überschreitet.»
Eine einfachere Definition geht auf den tschechischen Meteorologen Jan Kysely zurück: «Eine Hitzewelle wird festgestellt, sobald an mindestens drei Tagen in Folge die Maximaltemperatur 30 °C überschreitet und hält so lange an, wie die mittlere Maximaltemperatur über die gesamte Periode über 30 °C bleibt und an keinem Tag eine Maximaltemperatur von 25 °C unterschritten wird.»
Diese Tage werden die Kysely-Tage genannt. Sie sind allerdings in der Schweiz nicht relevant. «Die Definition der Kysely-Tage verwenden wir nicht», schreibt MeteoSchweiz auf Anfrage.
International existiert keine einheitliche Definition des Begriffs «Hitzewelle». Da eine Hitzewelle vom üblichen Wetter des jeweiligen Gebietes abhängig ist, gibt es für ihre Definition keine fixe Festlegung der Zeitspanne oder Temperatur. Was in einem heissen Klima als normales Wetter erscheint, wird in einem kühleren Klima als Hitzewelle erlebt.
In Indien beispielsweise wird erst ab einer Temperatur von 40 Grad von einer Hitzewelle gesprochen.
Definitionen einer Hitzewelle basieren aber häufig auf einer Kombination von Schwellenwerten. Diese beinhalten meistens die Dauer (Tage), den geografischen Umfang und gewisse Werte der Intensität (Temperaturen und Luftfeuchtigkeit).
Steigen die Temperaturen über 30 Grad, sprechen wir von einem Hitzetag.
Wie bei Punkt 1 gesehen, gilt in der Schweiz eine Phase als Hitzewelle, wenn mindestens drei Tage in Folge eine Tagesmitteltemperatur (Temperaturmittel über 24 Stunden) von 25 °C oder höher. Es braucht also theoretisch keine Hitzetage für eine Hitzewelle.
Untenstehende Grafik zeigt, dass die Anzahl Tage in Hitzewellen in den letzten Jahren zugenommen haben. Als Lesebeispiel dient Basel (1. Tab): Im Jahr 2015 zählte Basel 13 Tage während Hitzewellen. Diese Tage summierten sich in drei (verschiedenen) Hitzewellen mit einer jeweiligen Dauer von sieben Tagen und zweimal drei Tagen.
Seit Sommer 2021 warnt MeteoSchweiz die Bevölkerung vor einer bevorstehenden Hitzephase auf Basis der mittleren Tagestemperatur (Tmean). Tmean beinhaltet neben den Temperaturen am Tag auch die Nachttemperaturen und ist definiert als Mittelwert aller Messwerte von Mitternacht bis Mitternacht.
Die Warnungen sind wie folgt definiert:
Die früheste Hitzewelle startete am 8. Juni (2014) und dauerte drei Tage. Seit Messbeginn 1864 hat bis heute in den fünf ausgewählten Städten keine Hitzewelle (gemäss Definition von MeteoNews) früher begonnen.
Die längste Periode ohne Hitzewelle dauerte sage und schreibe 26 Jahre! Für lange Zeit die letzte Hitzewelle gab es in den Städten Bern, Sion und Zürich anfangs Juli 1957. Danach mussten die Menschen in den drei Orten bis Ende Juli 1983 warten, ehe sie von der nächsten Hitzewelle erfasst wurden.
In Basel gab es vom 16. bis 18. Juli 1964 noch eine Hitzewelle, die Pause danach dauerte also «nur» 19 Jahre, in Lugano kam es nach 1957 bis 1983 noch zu fünf weiteren heissen Tagen. Die längste Phase ohne Hitzewelle in Lugano dauerte lediglich 9 Jahre (1958 bis 1967).
Vom 12. bis 24. Juli 2015 litten (oder freuten sich) die Einwohner von Lugano 13 Tage lang unter der längsten gemessenen Hitzewelle. In Lugano gab es seit 1864 noch drei weitere Phasen von Hitzewellen, die mindestens zehn Tage dauerten. In Basel war dies zweimal der Fall, in Zürich einmal, in Bern und Sion noch nie.
Die hitzebedingte Übersterblichkeit wurde bisher für die vier wärmsten Sommer in der Schweiz untersucht. Es hat sich gezeigt: Hitzewellen haben 2003, 2015, 2018 und 2019 zu einem Anstieg der Anzahl täglicher Todesfälle im Sommer geführt, wie folgende Grafik zeigt:
Am höchsten war die Übersterblichkeit im Rekordsommer 2003. Damals starben zwischen Juni und August rund 1000 Menschen mehr als üblicherweise im gleichen Zeitraum. Dies entspricht einer Übersterblichkeit von 6,9 Prozent.
In Gesamteuropa wurden im Hitzesommer 2003 rund 70‘000 zusätzliche Todesfälle – im Vergleich zur Mortalität in vorherigen Sommern – registriert.
Nein, Temperaturen über 30 Grad gibt es im Juni immer wieder. Für Basel werden beispielsweise in einem durchschnittlichen Juni 3,3 Hitzetage mit über 30 Grad erwartet, für Bern 1,6 und für Zürich 2,5 Hitzetage, schreibt der «Tages-Anzeiger». Aber: Dieses Soll könnte nun schon Mitte Juni erfüllt werden – und weitere Hitzetage könnten noch folgen.
Grundsätzlich erreichen die Temperaturen in der Schweiz im Juli am häufigsten Höchstwerte, wodurch die Hitzewellen in jenem Monat deutlich am meisten auftreten.
Ja. Das zeigt sich in der historischen Auswertung. Zwischen 1921 und 1964 wurden beispielsweise in Lugano 89 Tage während Hitzewellen registriert. Während der gleichen Zeitspanne von 1978 bis 2021 kamen in der Tessiner Stadt deren 240 zusammen.
Auch in den anderen vier ausgewerteten Städten ist der Anstieg der Tage während Hitzewellen in den letzten Jahren offensichtlich, auch wenn diese auf deutlich tieferem Niveau liegen.
Nach dem letzten Bericht des Weltklimarats IPCC von 2021 stehen dem Mittelmeerraum in Zukunft noch regelmässiger Hitzewellen, Dürren und Brände bevor. Die Region mit ihren rund 500 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern gelte als «Hotspot des Klimawandels», heisst es in einem Kapitel über die Erderwärmung in der Region
Lange, dunkle Gewänder, wie sie etwa Wüsten-Bewohner tragen, haben einige Vorteile.
Durch den Stoff ist die Haut an den Armen und Beinen vor den Sonnenstrahlen geschützt. Denn die Strahlen heizen uns viel mehr auf, als die nackte Haut uns abkühlt. Wichtig ist aber, dass die Kleidung nicht zu eng am Körper anliegt. Sonst staut sich die Wärme.
Dunkle Stoffe sind zudem besser, weil diese die Sonnenstrahlen besser abhalten als weisse Stoffe. Durch helle Kleidung dringen die Sonnenstrahlen besser durch, die Haut ist also nicht so gut vor der Sonne geschützt.
Wenn es bei einem bleibt, ist wohl nicht viel dagegen einzuwenden. Doch dann wirds bald schwierig. Tatsächlich wird man bei Hitze schneller betrunken. Bei höheren Temperaturen enthalten die Körperzellen weniger Flüssigkeit. Die Folge: Der Alkohol im Körper ist konzentrierter, er wirkt stärker und der Rausch setzt früher ein.
Trotzdem benötigt die Leber bei Hitze ebenso lange für den Abbau des Alkohols wie bei kühlerem Wetter. Zu viel Alkohol kann gemäss Deutschem Gesundheitsamt zu Kreislaufproblemen oder sogar zur Bewusstlosigkeit führen. Die Folge durch die Kombination von Alkohol und Hitze: Der Blutdruck sinkt, man fühlt sich müde und schlapp.
Richtig ist, dass eiskalte Getränke nicht empfohlen werden. Denn eiskalte Getränke verschaffen zwar eine spontane Erfrischung, belasten den Körper aber deutlich mehr als warme, wie deutsche Notfallmediziner 2021 in einer Pressemitteilung meldeten. Denn der Organismus muss viel Energie aufbringen, um die Temperatur zu regulieren. Dadurch schwitzen wir noch mehr. Der Körper verbrenne dabei zusätzliche Kalorien – mit dem Effekt, dass auch zusätzliche Körperwärme entsteht. Ein weiterer unliebsamer Effekt bei extrem kalten Getränken: Sie können zu Magenproblemen und Unwohlsein führen.
Und wie ist das jetzt mit dem warmen Getränk? Schliesslich nippen doch etwa Wüstenbewohnende gerne an warmem Tee. Tatsächlich kann das die kühlende Schweissproduktion kontinuierlich anregen. Zudem können mit warmem Früchtetee auch wichtige Mineralstoffe aufgenommen werden. Zu heisse Getränke allerdings können uns zu stark ins Schwitzen bringen, was sich negativ auf den Flüssigkeitsverlust auswirkt.
Die Tradition des warmen Tees hat bei den Beduinenvölkern übrigens auch noch einen anderen Hintergrund: der Mangel an sauberem Trinkwasser. Wer Wasser vor dem Trinken abkocht, tötet Mikroorganismen.
Chili ist besonders in warmen Ländern ein beliebtes Nahrungsmittel. Ein Grund: Die scharfe Schote kühlt den Körper ab. Ernährungswissenschaftler Uwe Knop erklärte gegenüber Focus online: «Chili wirkt auf die Hitzerezeptoren im Mund.» Das Capsaicin, das für den Schärfereiz verantwortlich ist, dockt im Mund an Rezeptoren an, die dem Gehirn melden, dass eine Hitzequelle im Mund ist. Doch auf die vermeintliche Hitze setzt eine Kühlreaktion ein. Auf das Signal reagiert der Körper mit Schweiss, und dieser kühlt den Körper – wie beim warmen Getränk – ab.
Aber gemäss Knop ist nicht jedes scharfe Nahrungsmittel geeignet. Diesen abkühlenden Effekt haben demnach nur Nahrungsmittel, die Capsaicin enthalten, insbesondere Chili. Für andere scharfe Gewürze wie etwa Senf gelte das nicht in der Form.
Die Mittagshitze ist nur ein Mythos. «An heissen Sommertagen wird die Temperaturspitze in der Regel zwischen etwa 16 Uhr und 17 Uhr erreicht», schreibt MeteoNews auf Anfrage. Das hat vor allem drei Gründe:
Die höchste je gemessene Temperatur wurde 1913 und 2021 im Death Valley gemessen. Sie beträgt 56,7 Grad Celsius. Die zweithöchste je gemessene Temperatur beträgt 55,0 Grad Celsius und wurde 1931 in Kebili in Tunesien erreicht.
In der iranischen Dascht-e Lut-Wüste wurden am Boden Rekordtemperaturen von 70,7 Grad Celsius gemessen – jedoch von einem Satelliten. Und am 8. Juli 2003 stieg die gefühlte Temperatur im saudi-arabischen Dhahran auf 78 Grad Celsius.
Dieser befindet sich in Dallol in der Danakil-Salzwüste im Nordosten von Äthiopien. Die Durchschnittstemperatur beträgt dort 34,7 Grad Celsius – das ist höher als an jedem anderen Ort auf der Welt.
Die Höchsttemperatur in Dallol liegt bei rund 50 Grad Celsius. Über einen längeren Zeitraum hat es auch schon 43 Grad Celsius gehabt – und das Tag und Nacht. Kälter als 24 Grad Celsius wird es fast nie.
Die höchste je in der Schweiz gemessene Temperatur wurde am 11. August 2003 mit 41,5 °C im bündnerischen Grono registriert.
Allerdings hält MeteoSchweiz dazu fest, dass die Messstation Grono damals am sonnigen Hang lag, etwas oberhalb des heutigen Standortes. Unter heutigen Bedingungen hätte man wohl «nur» 40,5 Grad Celsius gemessen.
(meg/fox)
Manchmal ist es nur ein kleiner Schritt zwischen Erfolg und Absturz. Joe Biden hat dies am Donnerstag im wahrsten Sinn erlebt, wenn auch in umgekehrter Reihenfolge. Nach seiner Rede an der Abschlussfeier der Air Force Academy in Colorado Springs stolperte der 80-jährige US-Präsident auf der Bühne über einen Sandsack und fiel auf den Boden.