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Die Schweizer Behörden online
Arbeitsverhältnisse können verschiedene Konflikte auslösen, beispielsweise bezüglich des Lohns und der Arbeitszeit, wegen Diskriminierungen oder weil eine Kündigung angefochten wird. Die Gründe sind vielfältig. Die Art der Konfliktlösung hängt einerseits von der Art des Arbeitsverhältnisses (öffentlich-rechtlich oder privatrechtlich), andererseits von der Anzahl betroffener Personen (kollektive oder individuelle Arbeitsstreitigkeiten) ab.
Die Kantone organisieren zur Regelung von Arbeitsstreitigkeiten häufig Spezialgerichte und sehen im Vorfeld einen obligatorischen Schlichtungsversuch vor. Für Streitigkeiten, bei denen der Streitwert 30'000 CHF nicht übersteigt, haben die Kantone vereinfachte und verkürzte Verfahren eingerichtet. In diesen Fällen werden den Parteien keine Gerichtskosten, sondern bloss die Anwaltskosten auferlegt. Bei einem Streitwert von über 30'000 CHF sind die Gerichtskosten hingegen zu begleichen.
Staatsangestellte müssen sich im Falle eines Konflikts an die zuständigen, festgelegten administrativen Stellen wenden.
Wenn mehrere Arbeitnehmende vom gleichen Arbeitskonflikt betroffen sind, spricht man von kollektiven Arbeitskonflikten. Für diese Streitigkeiten sind permanente kantonale Schlichtungsstellen zuständig. Falls der Konflikt über die Grenzen eines Kantons hinausgeht wird die Eidgenössische Einigungsstelle zur Beilegung von kollektiven Arbeitsstreitigkeiten beigezogen.
Wer Opfer einer Diskriminierung am Arbeitsplatz ist, kann verlangen, dass
Die Forderung nach Aufhebung der Diskriminierung ist an den Arbeitgebenden zu richten und kann gerichtlich eingefordert werden.
Bei Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts können die Arbeitnehmenden die vom Gleichstellungsgesetz vorgesehene Schlichtungsstelle kontaktieren. In einigen Kantonen ist der Kontakt mit der Schlichtungsstelle vor der Einreichung einer gerichtlichen Klage sogar obligatorisch und es gelten bestimmte Verfahrenserleichterungen. Zusätzlich kann das Opfer unter Umständen auch strafrechtlich gegen den Täter bzw. gegen die Täterin vorgehen (z.B. wegen Nötigung, Tätlichkeit, sexueller Belästigung etc.).
Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie von Arbeitskollegen (einzelne Person, Gruppe) oder von der vorgesetzten Person gemobbt werden, sollten Sie beginnen, Beweise über die Ausgrenzungen und Schikanen zu sammeln. Diese Handlungen können sehr vielfältig sein: Anschreien, Beschimpfungen, ständiges Kritisieren, Telefonterror, Drohungen, das Opfer wie Luft behandeln, sinnlose Aufgabenzuteilungen usw. Erst wenn Beweise vorliegen, kann rechtlich gegen die Täter oder Täterinnen vorgegangen werden.
Sprechen Sie wenn möglich mit Ihrem Arbeitgebenden über Ihren Verdacht. Wird diese Aussprache verweigert oder ist das Resultat unbefriedigend, so müssen Sie den Arbeitgebenden schriftlich über die Situation informieren und ihn bitten, Ihnen zu helfen. Dazu ist der Arbeitgebende gesetzlich verpflichtet.
Wenn der Arbeitgebende keine konkreten Schritte zur Beendigung der Mobbing-Situation unternimmt, so können Sie die kantonale Arbeitsinspektion beiziehen.