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Die Realisierung der Tour de Suisse Women ist innert kurzer Zeit erfolgt, die Idee aber keineswegs neu. Als Swiss Cycling im September 2018 den Zuspruch für die Strassen-Weltmeisterschaften 2020 in Aigle-Martigny und jene des Jahres 2024 in Zürich erhielt, stand die Frauenförderung bei der Ausarbeitung möglicher Begleitmassnahmen an erster Stelle. 2019 lancierte der Radsportverband das Förderprojekt #fastandfemaleSUI, die Funktion der Schirmherrin hat Bundesrätin Viola Amherd übernommen. Das Projekt soll alle Frauen ansprechen, ist demnach auf den Breitensport ausgerichtet; es verfügt jedoch auch über eine Leistungsschiene. An diesem Punkt kommt die Event-Strategie von Swiss Cycling ins Spiel, deren Ziel es ist, den eigenen Spitzenathletinnen und -athleten Auftritte auf höchstem Niveau vor Heimpublikum zu ermöglichen.
Weil das Bestreiten der Landesrundfahrt bis dato den Männern vorbehalten war und die Gleichstellung der Geschlechter für Swiss Cycling von höchster Relevanz ist, landete die Tour de Suisse Women umgehend auf der Liste jener Projekte, welche im Zusammenhang mit #fastandfemaleSUI umgesetzt werden sollten. Dass es bereits anderthalb Jahre nach der Gründung des Frauenprojekts zur Premiere der Frauen-Tour kommt, beruht auch auf der Corona-Pandemie, welche die Durchführung der WM 2020 in Aigle-Martigny verunmöglichte. Die zuständige Kommission des Nationalrats hat sich mit einem einstimmigen Entscheid an den Bundesrat gewendet, die infolge der Absage nicht benötigten öffentlichen Gelder Swiss Cycling für die Frauen- und Nachwuchsförderung zur Verfügung zu stellen.
Entstanden ist ein zwei Etappen umfassendes Rennen, welches am Auftaktwochenende der Tour de Suisse der Männer rund um Frauenfeld stattfindet und im Laufe der nächsten Jahre zu einer längeren World Tour-Rundfahrt ausgebaut werden soll. Treten die Frauen am Samstag auf einem welligen Rundkurs an, bestreiten sie am Sonntag das gleiche Zeitfahren wie die Männer. Am Start stehen werden sowohl World Teams mit Weltklassefahrerinnen als auch eine Auswahl des Schweizer Nationalteams.
Für Swiss Cycling kommt die Premiere der Tour de Suisse Women einem grossen Schritt in die richtige Richtung hin zur Gender-Äquivalenz gleich. «Wohlwissend, dass es in Anbetracht der gesellschaftlichen Realitäten eine Selbstverständlichkeit sein sollte, über eine Landesrundfahrt für Frauen zu verfügen, schätzen wir uns glücklich, die Erstauflage durchführen zu können», hält Co-Präsident Patrick Hunger fest. «Wir freuen uns auf das Frauenfeld in Frauenfeld.»