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Ufenau
(Kt. Schwyz, Bez. Höfe, Gem. Freienbach). 408-421 m. idyllische Insel in jenem Teil des Zürichsees, der seit der Zeit der Ottonen «der Winkel unserer lieben Frau» oder kurzweg «Frauenwinkel» genannt wird; 1,7 km n. Pfäffikon, 1 km w. Hurden und 3 km sw. Rapperswil. Die von SW. nach NO. sich hinziehende Insel ist 750 m lang und 200 m breit und hat eine Fläche von rund 10 ha. Sie trägt auf ihrem Molassegerüst zwei Erhebungen aus bunter Nagelfluh, zwischen denen ein mit Obstbäumen bepflanztes Wiesenthälchen liegt.
Auf der südl. Anhöhe steht ein alter Wachtturm, auf dem nördl.
Rücken die älteste Kirche der Umgegend
nebst einer
Kapelle. Am N.-Ende befindet sich die Dampfschiffstation, am S.-Ende der Landungsplatz der Segelschiffe und Kähne.
An der südl.
Halde sind Weinreben,
Mais und Gemüse gepflanzt. Im Thälchen befindet sich ein Gasthaus mit
Meierhof. Um die
ganze
Insel führt, stellenweise durch schattiges Gebüsch, ein Fussweg. Die landschaftlich überaus anmutige
Ufenau wird (namentlich auch von
Zürichs Studenten) häufig besucht und würde ihrem 900jährigen Eigentümer, dem Stift
Einsiedeln mit Gold aufgewogen, wenn es sie verkaufen wollte. Die
Insel war schon
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frühzeitig besiedelt, was der römische Wachtturm und aufgefundene Alemannengräber beweisen. Urkunden von 741 und 744 nennen
sie Hupinauia und Ubinauvia, d. h. die Aue (Insel) des Huppan oder Huphan. Ein Stammvater dieses glarnerischen Geschlechtes
(das unter dem Namen «Hophan» in Näfels und als «Hüppin» in der March heute noch blüht) hat damals als
Gotteshausmann des Stiftes Säckingen die nach ihm benannte Insel angebaut. Ums Jahr 920 zog sich der junge Adalrich, Sohn
des Herzogs Burkhard I. von Alemannien, auf die
Ufenau zurück, wohin ihm seine Mutter Reginlinde nach dem Tod ihres zweiten
Gemahls folgte.
Diese liess hier die St. Martinskapelle, Adalrich dagegen die St. Peterskirche erbauen. 958 wurde er der
erste Leutpriester der Umgegend zu beiden Seiten des Sees. Die
Ufenau war damals durch einen Steg mit Hurden (auf der Landzunge
zwischen dem eigentlichen Zürichsee und dem Obersee) verbunden. Durch Tausch erwarb sodann Kaiser Otto I. die Insel, die er
am 23. Januar 965 samt dem Seewinkel und den Fischereirechten dem Stift Einsiedeln schenkte. Im Näfelserkrieg
von den Zürchern besetzt, kam die Insel dann 1440 politisch an Schwyz.
Auf der
Ufenau hat der streithafte deutsche Ritter Ulrich von
Hutten einen Zufluchtsort gefunden und ist hier am im 36. Lebensjahr, von allen seinen
einstigen Freunden verlassen, gestorben und auch beerdigt worden. Sein seither verschwundenes Grabmal zeigte die Aufschrift:
Hic eques auratus jacet oratorque disertus, Huttenus vates carmine et ense potens. Zur ehemaligen Pfarrkirche wallfahren
heute noch wie vor fast 1000 Jahren die Bewohner des schwyzerischen Bezirkes Höfe je am St. Peter- und
Paulsfest (29. Juli).