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EMS-Training (E = Elektro, M = Myo, abgeleitet vom griechischen myos = Muskel und S = Stimulation) nimmt gerade mal 20 Minuten Trainingszeit in Anspruch und soll den Effekt von etwa 8 x 45 Minuten konventionellem Training im Fitnessstudio haben. Ein Training 1-2 x in der Woche ist somit ausreichend.
Doch was ist EMS genau und wie funktioniert dies? Auf diese Fragen möchten wir nachfolgend kurz eingehen. In unseren Infoveranstaltungen gehen wir zudem vertieft auf die Thematik ein und beantworten offene Fragen.
Wie alles begann
Entdeckung & Entwicklung von EMS
EMS als Ganzkörpertraining stellt zwar eine innovative und neuartige Trainings- und Therapieform dar – die elektrische Muskelstimulation blickt aber bereits auf eine lange Geschichte zurück.
200 v. Chr.
Erster Einsatz von Elektritzität als Therapieform
Bereits etwa 200 v. Chr. wurde in Kleinasien erstmals die natürliche Elektrizität bestimmter Tierarten genutzt, um beispielsweise Kopfschmerzen zu behandeln.
1780
Nachweis elektrischer Erregbarkeit von Muskelgewebe
Nachdem schon Mitte des 18. Jahrhunderts Physiker die Grundsteine für die heutige physikalische Therapie gelegt hatten, erfolgte 1780 mit dem Nachweis elektrischer Erregbarkeit von Muskelgewebe durch den italienischen Arzt Galvani ein weiterer Meilenstein in Richtung Elektromyostimulation als Trainingsmethode.
19. Jahrundert
Entwicklung mechanischer Stromgeneratoren
Im 19. Jahrhundert wurden die ersten mechanischen Stromgeneratoren zur Ansteuerung lokaler Muskelbereiche entworfen und entwickelt.
1960-er Jahre
Entwicklung des EMS-Trainings
Anfang der 1960er-Jahre entwickelte sich der Zweig der funktionellen Elektrostimulation in der Therapie, welche bis heute auf großes Interesse in der medizinischen Forschung stößt. Sowohl in der Schmerztherapie als auch zur gelenkschonenden Therapie nach Verletzungen, Unfällen oder Operationen ist 'der Strom' nicht mehr wegzudenken.
1970er-Jahre
Erste wissenschaftliche Studien
Nach der Jahrhundertwende stellten namhafte Forscher mit ihren Untersuchungen zur Wirkung auf das Nerven- und Muskelsystem sowie der Festlegung einer Terminologie die Grundgesetze der Elektrostimulation auf. Zahlreiche Einsätze und Forschungen im Leistungssport sollten folgen, bis letztlich Ende der 1970er-Jahre erste belastbare wissenschaftliche Studien verfasst wurden.
2003
Einführung des ersten Ganzkörper EMS-Gerätes
Im Jahre 2003 folgte die Markteinführung des ersten Ganzkörper-EMS-Gerätes durch den Marktführer miha bodytec.
2012
EMS in der Therapie - erste EMS-Medizinprodukte
Neben der bekannten und in Praxen etablierten lokalen Anwendung, zum Beispiel bei der TENS-Therapie, gewinnt in den letzten Jahren auch das Ganzkörper-EMS-Training immer mehr an Bedeutung. Bereits im Jahr 2012 brachte miha bodytec und 2018 XBody das erste EMS-Medizinprodukt auf den Markt. Einige innovativ denkende Therapeuten und Rehakliniken waren schon damals von den Einsatzmöglichkeiten begeistert und setzten die Geräte zur Behandlungsunterstützung bei ihren Patienten ein. Das Interesse der Wissenschaft war ungebrochen und so folgten zahlreiche Studien zu den unterschiedlichsten Beschwerde- und Krankheitsbildern. Federführend waren hier die Universität Erlangen-Nürnberg, die LMU München und das Deutsche Herzzentrum in Bad Oeynhausen.
2019
Zulassung zum Medizinprodukt & DIN
Trotz der überaus positiven Studienergebnisse sollte es noch einige Jahre dauern, bis das medizinische EMS-Training seinen Weg in die Therapieeinrichtungen fand. Durch die Zulassung der neuesten Gerätegeneration zum Medizinprodukt, in Verbindung mit der Einführung der gewerblichen DIN-Norm zur Regelung eines sicheren EMS-Trainings, setzen mehr und mehr Therapeuten, Ärzte und Kliniken auf die Wirksamkeit dieser hocheffektiven und sicheren Trainingsmethode.
März, 2021
Gründung EMS Business Verband
Im März 2021 haben wir den EMS Business Verband ins Leben gerufen. Ziel und Zweck des Verbandes ist es für die Rechte von EMS Anbietern einzutreten und den Informations- & Wissensaustausch zwischen den Businesspartnern aus dem EMS -Training und Therapiebereich national wie international zu fördern und einen Qualitätsstandard zu erfüllen. Damit will der EMS Business Verband einen Beitrag zur Etablierung der EMS Branche leisten. Der EMS Business Verband dient als Anlaufstelle, Drehscheibe und Netzwerkmöglichkeit für bestehende und zukünftige Unternehmer im Bereich EMS Training und Therapie.
Zukunftsperspektive
Ein Blick in die Zukunft – wo geht die Reise hin?
Das medizinische oder therapeutische EMS-Training steckt noch in seinen Anfängen. Viele Therapeuten berichten allerdings bereits heute von guten bis sehr gute Erfahrungen bei unterschiedlichsten Krankheitsbildern. Diese Erkenntnisse werden sich in den nächsten Jahren fortsetzen. Folglich muss es das Ziel sein, die überaus positiven Erfahrungen aus der Orthopädie auch in andere Bereiche zu übertragen und mit Untersuchungen und Studien wissenschaftlich zu evaluieren. Denn nur die wissenschaftliche Evidenz schafft Sicherheit und steigert langfristig die Akzeptanz und den Einsatz des medizinischen EMS-Trainings bei Ärzten und Therapeuten.
FUNKTION & VORTEILE
EMS Technologie kurz erklärt
Wie funktioniert EMS
Funktion & Vorteile eines EMS Trainings / einer EMS Therapie.
Über großflächige Elektroden in der Weste und den dazugehörigen Arm-, Gesäß- und Beingurten werden alle wichtigen Muskelgruppen mit niederfrequentem Reizstrom stimuliert und dadurch gezielt trainiert.
Parallel werden dynamische oder statische Übungen durchgeführt. Dadurch werden Muskelaufbau, Lymphtransport und Fettstoffwechsel gefördert.
Gezieltes Muskeltraining durch EMS
Beine, Gesäß, unterer oder oberer Rücken, Brust, Bauch oder Arme können durch die Elektroden individuell und getrennt angesteuert werden. Selbst die schwierig zu erreichenden und zu trainierenden Muskelgruppen, etwa die autochthone Rückenmuskulatur oder tief liegende Beckenbodenmuskulatur, werden angeregt und gekräftigt. Deshalb wird das EMS-Training auch im Bereich der Physiotherapie und Rehabilitation eingesetzt.
Körpergefühl und Körperstabilität werden verbessert.
Vorteile von EMS
Selbst untrainierte Muskeln erfahren durch die Stimulation eine Kontraktion und werden so gezielt aufgebaut. Der Grundumsatz erhöht sich, der Stoffwechsel kommt in Schwung und die Durchblutung wird gefördert.
Infolgedessen werden Körperfett abgebaut, Cellulite reduziert, das Bindegewebe gestrafft und Kraft, sowie Ausdauer verbessert.
Der Vorteil des Muskeltrainings aus der Steckdose ist auch, dass trotz maximaler Trainingsreize der passive Bewegungsapparat nicht überbelastet wird und die Gelenke so keine Schäden nehmen. Auch die kardiale und laktazide Belastung ist im Vergleich zu konventionellem Krafttraining geringer. Die schnellen sicht- und spürbaren Erfolge für Körper und Gesundheit und vor allem die langanhaltende Wirkung dieser Trainingserfolge mit EMS sind vorrangige Überzeugungsargumente.
Doch wie funktioniert EMS bzw. die elektrische Muskelstimulation genau?
Während beim konventionellen Training die Muskulatur über elektrische Signale vom Gehirn und über das periphere Nervensystem gesteuert werden, damit eine Kontraktion und infolgedessen eine Bewegung ausgelöst wird, erfolgt beim EMS Training die Aktivierung durch externe elektrische Impulse. In beiden Fällen reagiert der Muskel mit Kontraktion.
Somit eignet sich ein EMS Training nicht nur für Personen, welche in möglichst kurzer Zeit ein hocheffizientes Training absolvieren möchten, sondern auch für Personen, welche die Gelenke und den passiven Bewegungsapparat schonen möchten, ist EMS eine sichere und effektive Methode, den Körper zu stärken und fit zu halten. So z.B. nach einer Verletzung, bei chronischen Schmerzen oder auch als Vorbeugung und Therapie von Muskelschwund und Osteoporose. Auch Profisportler können von einem EMS Training unglaublich profitieren, da noch gezielter trainiert und die Regeneration angeregt und verbessert werden kann.
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