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Pascal Voggenhuber
Pascal Voggenhuber wurde im Jahr 1980 in Basel geboren. Voggenhubers Vater stammt aus Österreich, er selbst ist österreichisch-schweizerischer Doppelbürger. Seinen ersten bewussten Kontakt mit Verstorbenen habe Voggenhuber, so berichtet er, im Alter von drei Jahren gehabt. Während seiner Kindheit hatte Voggenhuber einen Phantasiebegleiter namens Hanspi, für welchen er jeweils einen Platz reservierte und für den er bei seinen Kollegen aus der Kindheit noch heute bekannt ist. In der Teeniezeit wurde Hanspi durch Zoey abgelöst. Beide interpretiert Voggenhuber heute als Geistführer.
Als Voggenhuber zehn Jahre alt war, erlitt er einen Unfall mit Nahtoderfahrung. Im Anschluss daran wurde seine Mutter, die sich schon länger für Esoterik interessiert hatte, katholische Religionslehrerin. So kam Voggenhuber in Kontakt mit einer Pfarrhaushälterin, die Voggenhubers Schmerzen im Gefolge des Unfalls mit Handauflegen heilte. Die Pfarrhaushälterin führte Voggenhuber in der Folge ins Pendeln und ins Handauflegen ein. Zudem stellte sie Voggenhuber esoterische Literatur leihweise zur Verfügung. Als Zwölfjähriger nahm Voggenhubers Mutter ihren Sohn gelegentlich zu Zen-Meditations-Wochenenden mit.
Noch als Jugendlicher wurde Voggenhuber Moderator bei Tele Basel. In dieser Zeit las er zahlreiche esoterische Literatur und übte zusammen mit einer Kollegin das Kartenlegen und erste Jenseitskontakte.
Mit 18 Jahren endete Voggenhubers Job bei Tele Basel. Voggenhuber startete seine Ausbildung an der Schauspielschule. In dieser Zeit lernte Voggenhuber das Jenseitsmedium Andy Schwab kennen, den er heute aus seinen Lehrer bezeichnet. Bei Schwab und anderen Medien besuchte Voggenhuber diverse Kurse, die er mit ersten Schauspielaufträgen während seiner Schauspielschulzeit finanzierte. Daneben eröffnete er einen Esoterikladen, der aber bald einging, worauf Voggenhuber Esoterik-Produkte online verkaufte.
Nach Abschluss der Schauspielschule hätte Pascal Voggenhuber bei GZSZ vorsprechen können, wollte aber kein Soap-Darsteller werden und entschloss sich für eine Laufbahn als Medium. In der Folge liess sich Voggenhuber am Arthur Findlay College in Stansted in Grossbritannien ausbilden, welches als die renommierteste Ausbildungsstätte für Mediumismus im Sinne des englischen Spiritualismus gilt.
Sein erstes Buch, „Leben in zwei Welten“, gab Voggenhuber zuerst als autobiographischen Roman im Eigenverlag heraus. Sabine Giger vom Giger-Verlag bestellte es und erkannte das Potenzial. Im März 2007 erschien „Leben in zwei Welten“ als Autobiographie im Giger-Verlag, wo auch alle weitern Bücher von Pascal Voggenhuber erschienen sind. Allerdings verlief der Verkauf während der ersten Monate harzig, bis Voggenhuber an einem Event des Giger-Verlags die Gelegenheit für eine Jenseits-Demonstration erhielt. Mit seiner jugendlichen Art und seinem Showtalent gewann er das Publikum für sich, Vorggenhubers Buch wurde zum Bestseller, worauf Berichte in Fernsehsendern, Radiostationen und Printmedien folgten. Innert kürzester Zeit wurde Pascal Voggenhuber zum bekanntesten Jenseitsmedium in der Schweiz und darüber hinaus.
Im Jahr 2009 gründete Voggenhuber das Spirit Messenger Center in Sissach als Ausbildungsstätte für Medien.
Nachdem Voggenhuber für Privatsitzungen über Jahre ausgebucht war, überlässt er diese nun den von ihm ausgebildeten Schulerinnen und Schülern und widmet sich der Referententätigkeit.
Voggenhuber ist der Tradition des englischen Spiritualismus verpflichtet, der davon ausgeht, dass die Verstorbenen nach ihrem Tod weiterexistieren und mit den Lebenden über Medien in Kontakt treten können.
Die Lehre der Reinkarnation greift Voggenhuber auf, allerdings geht er davon aus, dass sich jeweils nur ein Teil einer Seelenfamilie inkarniert, so dass es möglich ist, dass ein Verstorbener über Jenseitskontakte erreicht werden kann, obwohl er bereits wieder inkarniert ist. Mehrere Teile derselben Seelenfamilie können gleichzeitig inkarniert sein und im Diesseits miteinander in Kontakt stehen. Ziel der Reinkarnation ist ein pädagogisches: Die Seelenfamilie macht von Inkarnation zu Inkarnation ihre Erfahrungen, um dereinst nicht mehr inkarnieren zu müssen.
Voggenhuber vertritt ein esoterik-nahes, pantheistisches Gottesbild: Gott ist in allem und auch in einem selbst. „Zu Gott führen keine Wege, Gott IST. Es führen nur unzählige Wege von Gott weg. Wenn man Gott in allem und auch in sich selbst das Göttliche erkennt, ebenso natürlich in jedem Menschen, dann ist man spirituell“ (Pascal Voggenhuber, Nachricht aus dem Jenseits 2.0, 2018, s. 35). „Hör auf, Gott zu suchen, sondern gehe in dein Herz und begrüsse ihn.“ (ebd.) „Du kannst Gott nur erfahren. Hör auf, Spiritualität und Gott verstehen zu wollen, dabei verirrst du dich nur in intellektueller Selbstbefriedigung. Gott lässt sich nur in Liebe erfahren und bei allem, was dir begegnet.“ (Voggenhuber, Nachricht, s. 36).
In älteren Werken unterscheidet Voggenhuber noch unterschiedliche Kategorien von Geistwesen, welche nebst den Verstorbenen aus dem Jenseits hereinwirken. In seinem neusten Werk „Nachricht aus dem Jenseits 2.0“ hat Voggenhuber das Geistwesen-Inventar radikal entrümpelt. Es gibt nur noch eine Kategorie, die sich je nach dem als Geistführer, als Engel, als Naturwesen, als Krafttier und als aufgestiegener Meister zeigt. Diese Wesen, Pascal Voggenhuber verwendet den Begriff Geistführer, sind Verstorbene, welche den Lauf der Inkarnationen abgeschlossen haben. Ihre unterschiedlichen Erscheinungsformen liegen in den Erwartungen der Menschen begründet: Engelsgläubigen zeigen sich die Geistführer als Engel, Neoschamanen als Krafttiere und Einhornfans als Einhörner. „Ebenso ist es, Wenn ein Medium denkt, Jesus, Erzengel Michael, Mohammed oder sonst wer spricht durch ihn. Wer ist das in Wirklichkeit? Natürlich sein Hauptgeistführer, er zeigt sich ihm einfach so, wie derjenige es annehmen kann“ (Voggenhuber, Nachricht s. 123).
Daneben vertritt Voggenhuber Vorstellungen des Positiven Denkens, etwa das Gesetz der Resonanz.
Zum Thema der Organspenden lehrt Pascal Voggenhuber: „Kurz gesagt, für die Verstorbenen ist es kein Problem. Sie freuen sich sogar, wenn jemand dank ihrer Organe weiterleben darf.“ (Voggenhuber, Nachricht s. 81) Pascal Voggenhuber widerspricht damit Christina von Dreien, die vor Organspenden mit recht drastischen Behauptungen warnt.
Als Medium in der Tradition des englischen Spiritualismus hat Voggenhuber Jenseitsdemonstrationen und mediale Beratungen durchgeführt.
Bei Jenseitsdemonstrationen versucht Voggenhuber vor einem grösseren Publikum, mit Verstorbenen in Kontakt zu treten, diese zu beschreiben, und anhand dieser Beschreibung im Publikum nachzufragen, zu wem die versorbene Person gehört. Ist die lebende angehörige Person identifiziert, werden Botschaften des verstorbenen Menschen an die lebende Person vermittelt. Ziel dieser Jenseitsdemonstrationen ist es, das Weiterleben nach dem Tod und die Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit Verstorbenen zu beweisen. Die ermittelten Angehörigen sollen mit „ja“ oder „nein“ rückmelden, ob die Aussagen zum Verstorbenen zutreffen oder nicht. Auf ein „nein“ hin wird die Aussage typischerweise angepasst, bis sie zutrifft.
In medialen Beratungen vermittelt das spiritualistische Medium eine verstorbene Person, welche zu den Ratsuchenden gehört. Im klassischen englischen Spiritualismus, wie ihn etwa auch Dolly Röschli vertritt, ist es nicht möglich, eine bestimmte verstorbene Person kontaktieren zu wollen. Es meldet sich der oder die Verstorbene, die gerade will. Pascal Voggenhuber widerspricht dieser Ansicht. Er hat eine Technik entwickelt „direkt zu gehen“, d.h. diejenige verstorbene Person zu kontaktieren, mit welcher die Ratsuchenden kommunizieren wollen. Diese Technik vermittelt Voggenhuber auch an seine Lernenden. Selber führt Voggenhuber zurzeit keine persönlichen Beratungen mehr durch.
Pascal Voggenhuber bietet Kurse an zum Thema der Geistführer, zum Aura-Sehen und zu seinem Lebens-Optimierungs-Projekt „Enjoy this Life“.
Zu den Jenseitskontakten in der Tradition des englischen Spiritualismus gibt es eine intensive kritische Diskussion, in welcher vor allem die folgenden Punkte angesprochen werden:
– Die Jenseitsdemonstrationen haben in kritischer Sicht nicht die Beweiskraft, die ihnen von der Theorie her zukommen sollten, weil die typischerweise zahlreich auftretenden unzutreffenden Aussagen über die jeweiligen Verstorbenen nicht gesammelt und statistisch ausgewertet, sondern gleich korrigiert werden, so dass beim Publikum am Ende der Eindruck entstehen kann, dass „(fast) alles gestimmt hat“. Mitverantwortlich für diesen Eindruck ist in kritischer Sicht das Faktum, dass das Publikum sich in seiner grossen Mehrheit ja die Richtigkeit der Aussagen und damit den vermeintlichen Beweis des Jenseits wünscht und deshalb die Korrekturen gerne mitmacht. Werden die Korrekturen falscher Aussagen akzeptiert, dann werden die Jenseitsdemonstrationen unfalsifizierbar und verlieren damit jede Beweiskraft in einem wissenschaftlichen Sinn.
– Erfolgreiche spiritualistische Medien bedienen sich – meist unbewusst – der Methoden des sog. Cold Readings, d.h. aus dem Auftreten und den Reaktionen der Lebenden wird auf die Verstorbenen und deren Botschaften gefolgert.
– Viele Aussagen von spiritualistischen Medien, auch von Pascal Voggenhuber, haben Joker-Charakter, d.h. sie treffen bei (fast) jeder Person zu, z.B. „die verstorbene Person sagt mir, dass du eine Entscheidung vorhast. Sei dabei vorsichtig…“ oder: „der Verstorbene sieht, dass jemand aus deinem Umfeld gesundheitliche Probleme hat…“.
– Andere Aussagen sind scheinbar spezifisch, weisen aber eine hohe Zahl von Erfüllungsmöglichkeiten auf, so dass sie leicht den Eindruck von paranormalem Wissen erwecken können. So nennt Pascal Voggenhuber gerne Vornamen oder Monate und sagt dazu bloss, dass diese mit der verstorbenen Person in irgendeinem Zusammenhang stehen müssen. Wenn z.B. der genannte Vorname der angehörigen Person nichts sagt, heisst es dann: „Kläre das ab, da gibt es sicher eine Beziehung, z.B. auf einem Grabstein in der Nähe des Grabs des Verstorbenen…“
Pascal Voggenhuber selbst meint, dass er sich nicht mehr beweisen wolle: „Manche Kritiker kann man nicht überzeugen, denen wird nie ein Beweis genügen.“ (Voggenhuber, Nachricht s. 13)