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Veröffentlicht am 22. August 2016 von Erica Sauta
Weit oben auf der Hitliste der schlimmsten Ärgernisse im elektronischen Schriftverkehr halten sich hanebüchene Fehltritte wie «E-Mail ohne Anrede» oder «E-Mail ohne Schlusssatz und Gruss». Diese permanent gute Platzierung führt es uns vor Augen: Unhöfliche E-Mails sind an der Tagesordnung. Überträgt man diese Unsitten in der schriftlichen Korrespondenz auf ein Gespräch, so würde unser Ansprechpartner uns sein Anliegen ohne Begrüssung «fadegrad» an den Kopf werfen und sich danach ohne Verabschiedung aus dem Staub machen. Das geht natürlich gar nicht.
Deshalb empfiehlt es sich, in der schriftlichen Korrespondenz immer das dreiteilige Gerüst anzuwenden: Einleitung, Hauptteil, Schluss. Zur Einleitung gehören die Anrede und der erste Satz, der ans Thema heranführt und zum Hauptteil überleitet. Mit einem positiv klingenden Schlusssatz und einer netten Grussformel endet ein Schreiben, das sich an die Gebote der Höflichkeit hält und angenehm zu lesen ist. Dieses Sprachgerüst ist übrigens keineswegs neu – schon Aristoteles empfahl vor rund 2400 Jahren: «Alle gute Literatur hat einen Anfang, einen Mittelteil und einen Schluss.»