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Zürich (awp) - Gemessen an der Zahl der Transaktionen präsentiert sich der Schweizer M&A-Markt im zweiten Quartal 2010 gegenüber der Vorjahresperiode nahezu unverändert. Das Volumen der getätigten Transaktionen sank dagegen im Periodenvergleich um mehr als 50%. Nach wie vor bildeten strategische Transaktionen den Hauptanteil schweizerischer M&A-Transaktionen, schreibt das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen Ernst & Young in der am Freitag publizierten Studie "Mergers and Acquisitions Quarterly Switzerland".
Auf Einzeltransaktionsebene war im zweiten Quartal lediglich ein Geschäft mit einem Volumen von 1 Mrd USD oder mehr zu verzeichnen: Anfang Mai übernahm ABB die Ventyx Inc. für 1 Mrd USD. Die Anzahl der M&A-Transaktionen im Wert von über 250 Mio USD ging im Berichtsquartal gegenüber dem Vorquartal von sieben auf vier zurück. Von diesen vier Transaktionen entfielen zwei auf ABB. Das Ausbleiben grosser Transaktionen zeuge davon, dass die Unternehmen angesichts der gestiegenen Aktienmarktvolatilität in Bezug auf umfangreichere Fusionen und Übernahmen relativ zurückhaltend gewesen seien, heisst es.
Im Hinblick auf die Zahl der Transaktionen erwiesen sich der Finanzdienstleistungssektor mit 19% und die Medienbranche sowie der Technologie- und Telekommunikationssektor mit insgesamt 18% aller schweizerischen M&A-Transaktionen im Berichtsquartal als die aktivsten Bereiche.
Mit Blick auf die weitere Marktentwicklung heisst es, es sei davon auszugehen, dass die M&A-Aktivitäten in der Schweiz mittelfristig nur leicht zunehmen dürften, zumal die Konjunkturprognosen für die kommenden Quartale keine markante Verbesserung verhiessen. Der Schweizer M&A-Markt werde kurzfristig weiter hauptsächlich von strategischen Transaktionen bestimmt werde - auch im KMU-Sektor. Weil die Aktienmärkte infolge der wirtschaftlichen Turbulenzen volatiler geworden seien, dürften die Verwaltungsräte und Aktionäre grössere Transaktionen nur mit Zurückhaltung genehmigen - zumindest bis mehr Aufschluss über die globalen Konjunkturaussichten besteht und die Volatilität wieder abnimmt.
Die jüngste Stärke des Schweizer Franken, insbesondere gegenüber dem Euro, könnte den M&A-Aktivitäten in der Schweiz auf kurze Sicht jedoch neue Impulse verleihen, heisst es weiter. Darüber hinaus hätten die Bewertungen am Schweizer Markt und an den globalen Aktienmärkten im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal nachgegeben. "Diese Entwicklungen könnten die schweizerischen Unternehmen dazu veranlassen, vermehrt grenzüberschreitende Transaktionen zu tätigen, um vom historisch tiefen Wechselkurs gegenüber dem Euro und den attraktiven Unternehmensbewertungen zu profitieren", wird Jürg Stucker, Leiter Mergers and Acquisitions bei Ernst & Young Schweiz, in der Studie zitiert.
ch/cc
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