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Das 100-Jahre-Jubiläum der IGNM (Internationale Gesellschaft für Musik) wird mit Performances und Konzerten von Chloé Bieri, Ensemble WeSpoke, Ensemble Nikel und Pierre Sublet in der Dampfzentrale gefeiert.
Chloé Bieri ist eine Schweizer Sängerin, Performerin und Komponistin, die sowohl im Bereich des Chansons als auch der zeitgenössischen und experimentellen Musik arbeitet. Als Performerin hat sie sich auf Musiktheater, Vokalperformances mit Elektronik und interdisziplinäre Zusammenarbeit spezialisiert.
In ihren zeitgenössischen Performances verwendet sie Materialien aus verschiedenen Bereichen wie Jazz, Lyrik, Pop, Burlesque und französischem Chanson, die sie als Kontrapunkt zu ihren Gesangs-, Körper- und Experimentalperformances, Videos und elektronischer Musik einbaut. Für das Jubiläumskonzert der IGNM «100 Jahre Musik von Heute» erarbeitet sie drei kurze Performances, die als Intermezzi im Foyer/Barbereich und im Konzertsaal zwischen den drei Hauptkonzerten aufgeführt werden und die einzelnen Veranstaltungen zu einem Event verbinden.
Interlude1: John Cage – Solo für Stimme 31 aus Song Book 1 (1970)
Song Books (Solos for Voice 3-92) ist eine Sammlung kurzer Werke von John Cage und enthält Stücke für Gesang und theatralische Darbietungen, die auch Elektronik beinhalten können; «jedes dieser Stücke kann von einem oder mehreren Sängern aufgeführt werden».
In diesem Solo muss die Sängerin eine Reihe von Handlungen und Parametern auswählen. Die Struktur des Stücks und die Kombination der Handlungen wird dann durch ein Zufallsberechnungssystem bestimmt, so dass jede Aufführung je nach Interpret und Kontext völlig unterschiedlich ausfällt.
Winnie Huang: Tick Tock iiiii (2021)
Jeppe Ernst: Offertorium (2018)
Christian Kesten: Zunge lösen (1999)
Hanna Hartman: Termite Territory (2019)
Interlude 2: Gala (UA)
«Petit drame de chambre» für Solo-Performer, Live-Elektronik, Objekte, Vinyl und ein Glas. «Sie ist zu einem Gala-Abend eingeladen worden. Das ist eine große Chance für ihre Karriere, es werden viele wichtige Leute dort sein. Wer weiß, vielleicht bekommt sie durch diesen Abend die Rolle ihres Lebens!»
Sarah Nemtsov: Sh’virah, für Sax, E-Gitarre, Perkussion und Piano (2020)
Didem Coskunseven: Ext. The Woods. Night, für Sax, E-Gitarre, Perkussion und Piano (2021)
Matthew Shlomowitz: Graveyard Slot, für Sax, E-Gitarre, Perkussion und Piano (2019)
Ensemble Nikel ist ein aus Saxophon, E-Gitarre, Schlagzeug und Klavier bestehendes internationales Quartett, welches sich zu seiner Arbeit gemacht hat, spektrale und künstlerische Hörziele zu erforschen.
Durch die Mischung aus traditionellen und zeitgenössischen Instrumenten entwickelt die 2006 gegründete vielbeachtete Formation einen neuartigen, kammermusikalischen Sound, bei dem elektrische und akustische Klänge zu einem außergewöhnlichen Klangorganismus verschmelzen, der auf einem breitgefächerten, anspruchsvollen musikalischen Vokabular aufbaut. Die kontinuierliche Suche nach neuen musikalischen Ideen folgt dabei nicht nur der Leidenschaft für das Musizieren und Interpretieren großartiger musikalischer Werke, sondern auch dem Wunsch, ästhetische Vorurteile und Gegensätze zwischen den bekannten musikalischen Genres zu überwinden.
Das Ensemble Nikel initiiert neue konzeptuelle Projekte mit verschiedenen Partnern, Solisten und Ensembles sowie neue Werke, die von führenden Komponist*innen geschrieben wurden.
Interlude 3: Carlo Barbagallo – Dal Sottosuolo
Für Solostimme und Elektronik auf einen Text frei nach Fjodor Dostojewskis «Notizen aus dem Untergrund» (2014)
Die Komposition ist eine persönliche Interpretation und Verinnerlichung der Worte des Monologs aus Dostojewskis Meisterwerk, gefiltert durch einen inspirierten, aber ungebildeten Gesangsstil. Das Stück stellt einen spontanen Versuch dar, die Klänge und Haltungen experimenteller und avantgardistischer Musik, sowohl kultiviert als auch populär, durch die Integration von akusmatischer Komposition, Computerprogrammierung und vokal-theatralischer Improvisation zu verschmelzen. Das Tonband wurde aus Gesangsmaterial hergestellt, das hauptsächlich, aber nicht ausschließlich, mit Granularsynthesetechniken bearbeitet wurde. Andere Materialien: Improvisationen mit einem algorithmisch gesteuerten gesampelten Klavier, einer umgedrehten E-Gitarre, selbst konstruierten Oszillatoren und rückgekoppelten Audiogeräten.
Morton Feldman: Triadic Memories (1981)
Pierre Sublet ist Dozent für Klavier und zeitgenössische Kammermusik an der Hochschule der Künste Bern. In Feldmans Komposition «Triadic Memories» verschwimmen die Relationen der Zeit, so dass die Zuhörer in eine neue Welt der Wahrnehmung von Zeit und Klang geführt werden. Feldman hinterliess den Pianisten ein Werk, das sie die feinsten Klangabstufungen und zartesten Töne bis hinein in ein vielfaches Pianissimo dem Klavier entlocken lässt. Es geht um das Entstehen, Vergehen und Ineinander-Klingen der Töne – in einer Weite der Stille. «Triadic Memories» versetzt das Publikum in einen Zustand wo die Zeit nicht mehr als Zeit wahrnehmbar ist und uns erahnen lässt, was Ewigkeit sein könnte.
Ensemble Nikel
Brian Archinal, Perkussion (Bern, CH), Yaron Deutsch, E-Gitarre, Antoine Françoise, Piano & Patrick Stadler, Saxofon
WE SPOKE: HANDS&FACE
Julien Annoni, Gwen Rouger, Hannah Walter, Fanny Anderegg, João Carlos Pacheco