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Sven Buchmann, Sam Cruickshank, Thomas Rempfler (Schweizerischer Nationalpark)
Seit der Gründung des Schweizerischen Nationalparks (SNP) ist eine der zentralen Fragen, wie sich die Populationen der Huftiere im SNP entwickeln. Während Hirsche und Steinböcke bei der Parkgründung ausgerottet waren, waren Gämsen immer im Parkgebiet zu finden. Um ihre Bestandsentwicklungen zu dokumentieren, wurden die Huftiere seit jeher jährlich gezählt. Was recht simpel klingt, zieht herausfordernde Analysen nach sich. Zum Beispiel ist nicht immer klar, ob Veränderungen in der Anzahl gesichteten Tiere auf Populationsschwankungen oder nur auf wechselnde Beobachtungsbedingungen zurückzuführen sind.
Im SNP sind wir in der vorteilhaften Situation, dass wir die Huftiere nicht nur zählen, sondern auch diverse andere Aspekte ihrer Biologie dokumentieren. Zum Beispiel markieren wir seit knapp 30 Jahren Tiere im SNP. Sichtungen dieser Tiere können dazu verwendet werden, etwas über die Überlebenswahrscheinlichkeiten dieser Individuen zu lernen. Mit einer neuen Methode haben wir nun diese reichhaltigen Datenquellen miteinander kombiniert, um die Entwicklung der Gämspopulation viel genauer einzuschätzen und dabei einige der Probleme zu berücksichtigen, die dies schwierig machen. Was haben wir aus den Analysen Neues über die Gämsen gelernt? Wir zeigen, wie sich die Populationen seit 1994 entwickelt haben und welche biologischen Prozesse für die Populationsschwankungen verantwortlich waren. Ausserdem beleuchten wir die Methode der IPM kritisch und diskutieren Potentiale und Limitierungen zur Beantwortung von offenen Fragen und mögliche Anwendungen auf andere Tierarten.