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Honig
Die beiden Rohstoffquellen für Honig sind Nektar (Blütenhonig) und Honigtau (Blatt oder Waldhonig).
Die Sammelbienen saugen den Honigrohstoff mit ihrem Rüssel auf, speichern ihn in der Honigblase und bringen ihn ins Volk. Dort wird der Saft von den Stockbienen übernommen von Stockbiene zu Stockbiene weitergegeben, bis er schliesslich in eine Wabe gefüllt wird. Dabei werden von den Bienen jeweils Sekrete aus den Futtersaft- und Speicheldrüsen zugefügt. Durch das häufige weitergeben und durch zusätzliches Ventilieren verringern die Stockbienen den Wassergehalt des Honigs. Der Honig wird danach von Wabe zu Wabe umgetragen, bis er einen Wassergehalt von weniger als 20% aufweist. dieser "reife" Honig wird dann von den Bienen mit Wachs verdeckelt und somit Luftdicht gelagert. Für unseren Honig in Goldsiegel-Qualität gilt ein Grenzwert von 18,5 % Wassergehalt.
Für die Produktion von 1 Kg Honig sind etwa 100 000 Flüge einer Sammelbiene notwendig.
Pollen
Pollen (Blütenstaub) wird in den Staubgefässen der Blüten gebildet und enthält deren männlichen Keimzellen. Pollen ist die Eiweissnahrung des Bienenvolkes (Honig liefert die Kohlenhydrate). Die Entwicklung der Futtersaft- und Wachsdrüsen in Jungbienen und der Aufbau des Fettkörpers für die Überwinterung hängen entscheidend von einer guten Pollenversorgung ab.
Ein Bienenvolk benötigt pro Jahr bis zu 37 Kg Pollen. Um 24 Kg Pollen zu sammeln, sind ungefähr 133 Mio. Blütenbesuche notwendig. Pollen können den täglichen Speisezettel ergänzen und das allgemeine Wohlbefinden fördern - vor allem dann, wenn die Nährstoffversorgung unzureichend ist. Momentan gewinnen wir auf unserem Stand noch keine Blütenpollen.
Bienenwachs
Die Arbeiterinnen produzieren das Wachs in ihren Wachsdrüsen. Das sind spezielle Hautdrüsen, welche sich auf der Bauchseite des Hinterleibes befinden. Sie sind bei 12 bis 18 Tage alten Bienen voll entwickelt. Am meisten Wachs wird während der Wachstumsphase der Bienenvölker in den Monaten April bis Juni erzeugt. Durch die Entnahme von Altwaben im Herbst schaffen wir den Bienen Platz, damit sie im Frühjahr neue Waben bauen können. Diese Wabenbauerneuerung ist eine hygienische Massnahme, welche die Bienen gerne annehmen.
Die entnommenen Waben werden eingeschmolzen und so von den Schmutzteilen (Larvenkot, Puppenhäutchen) getrennt. Das so gewonnene Wachs wird bei uns für die Herstellung von Bienenwachskerzen und Kosmetika verwendet.
Propolis
Propolis ist ein natürliches Antibiotikum. Bäume scheiden an ihren Knospen, aber auch an Blättern, Zweigen und Rinde eine harzige Masse aus, um sich vor Infektionen zu schützen. Diese Harze werden von einigen Bienen eingesammelt und mit Wachs vermengt. Mit Propolis desinfizieren die Bienen die Innenwände ihrer Wohnung und dichten Spalträume sowie kleinere Ritzen ab. Je grösser die abzudichtenden Zwischenräume sind, desto höher ist der Wachsanteil des Propolis. Getötete Eindringlinge wie Schnecken oder Mäuse, welche nicht hinausgeschleppt werden können, werden mit Propolis mumifiziert. Propolis setzt sich aus den gesammelten Pflanzenharzen, dem beigefügten Wachs, dem zufällig vorhandenen Pollen sowie den Sekreten der Bienen zusammen. Bis heute wurden in Propolis mehr als 200 Substanzen identifizert. Wir verwenden das gesammelte Propolis für die Herstellung von Kosmetika.
Gelée Royale
Die Bienen füttern die bestifteten Zellen ihrer Arbeiterinnen, Drohnen und Königinnen mit einem speziellen Futtersaft, der in ihren Futtersaftdrüsen produziert wird. Dieser Futtersaft enthält die Hauptkomponenten Kohlenhydrate (Fructose, Glucose und Saccharose), Proteine, Aminosäuren und Fette. Ab dem dritten Tag werden nur noch die Larven der Königinnenzellen mit dem hochwertigen Gelée Royale gefüttert. Daher wird dieser Futtersaft auch Königinnen- oder Weiselfuttersaft genannt. Durch die ausschliessliche Fütterung einer Larve mit Gelée Royale wird aus einem befruchteten Ei eine neue Königin gezüchtet. Gelée Royale wirkt gesundheitsfördernd.
Bienengift
Bienengift ist ein äussert komplexes Gemisch aus Eiweissen, Zuckern, Fetten und vielen anderen Substanzen. Bienengift ist das am meisten erforschte und medizinisch überprüfte Bienenprodukt. Es wird sogar innerhalb der Schulmedizin weltweit als Heilmittel anerkannt. Bienengift oder seine Komponenten werden in der Apitherapie, in der Allergologie, und in der experimentellen Biologie verwendet.
Die auffallendste Wirkung des Bienengifts für den Menschen ist die schmerzhafte Entzündung, die nach einem Bienenstich auftreten kann. Eine grosse Gefahr besteht für Kinder ab 50 Stichen und für Erwachsene ab 100 bis 500 Stichen. Die meisten Stiche, die je an einem Menschen gezählt wurden sind 2243 Stück - der Gestochene überlebte! Besonders gefährlich sind Bienenstiche für allergisch reagierende Personen.
Quelle: Beobachtungen am Bienenstand, Lehrbuch "Der Schweizerische Bienenvater"