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Im dritten und letzten Blogbeitrag über die bald 80-jährige St. Josefshalle in Muotathal beschäftigte ich mich mit der Dokumentation der Theatervereinigung sowie den häufigen Um- und Ausbauten. Weiter mit der Tatsache, dass diese Halle eine kulturell wertwolle Begegnungsstätte für das Muotatal darstellt. Dazu traf ich mich diese Woche auch mit Theo Pfyl, dem jetzigen Präsidenten der Theatervereinigung. Er erzählte viele interessante Details und Geschichten rund um die St. Josefshalle, aber auch über die Theatervereinigung. Zudem überreichte er mir sechs Ordner, in welche ich reinschaute und ein paar wissenswerte, aber auch amüsante Dinge für meinen Zirk-Bericht entnehmen konnte.
Dank der Theatervereinigung ab 1949 gut dokumentiert
So kann man nachlesen, dass am 19. März 1949 an der Theatervereinigungs-Gründungsversammlung der Vorstand bestellt und die erforderlichen Reparaturen der Halle in die Wege geleitet wurden. Unter Traktandum elf wurde beschlossen, „Soldatenbraut“ zur Aufführung zu bringen. Weiter die Aufführung von Filmen zu organisieren und ein Reglement für die Benutzung der St. Josefshalle durch andere Vereine auszuarbeiten. Der erste Präsident war Paul Hediger („Gmeindschribers) und der erste Regisseur Paul Betschart („Eggälers“). Erwähnter Lehrer Betschart schlug für das Jahresprogramm von 1950/51 vor, ein urchiges Volksstück aufzuführen. Kein Singspiel und auch kein Lustspiel, zusammengesetzt aus Kalberstückli.
Häufige Um- und Ausbauten
Wie Theo Pfyl mir erklärte, wurde die St. Josefshalle immer wieder mit sehr viel Geld um- und ausgebaut, zum grössten Teil aus eigenen Mitteln. So wurde 1958 erstmals eine Toilette eingebaut. 1961 wurden die Bestuhlung und die Filmprojektoren ersetzt und vier Jahre später das Foyer mit Garderoben und WC angebaut. 1976 wurde das Theaterstübli angebaut, 1981 erfolgte eine komplette Dachsanierung, und wiederum vier Jahre später eine Totalrevision mit einer neuen Bühneneinrichtung. Gleichzeitig wurden aus dem Kino Schwyz die Bestuhlung und Kinoeinrichtung übernommen. Trotz einem Umbau im Jahr 1999 konnte das „alte Gesicht“ des Theatersaals weiterhin erhalten bleiben.
Der Kreis rund um die Entstehung der St. Josefshalle hat sich 2002/2003 geschlossen. Was dank der Initiative der damaligen Kirchenherren begann, endete mit dem Gastrecht der Kirche, die während der umfassenden Revisionsarbeiten ihre Gottesdienste in der St. Josefshalle feiern durfte.
2009 erfolgte ein weiterer Umbau, welcher die Heizung/Lüftung und die Bestuhlung im Saal betraf. Zudem wurde 2011 auch die ganze Kinoeinrichtung erneuert und digitalisiert.
Pfyl verriet folgendes zur Zukunft der St. Josefshalle: „Aktuell ist man daran, gut eine halbe Million Franken in die Wärmedämmung des Gebäudes, ein neues Dach und eine kleine Vergrösserung oberhalb des Theaterstüblis zu investieren. Mit diesem Umbau möchten wir eine gewisse Ruhe in die Architektur des Hauses bringen, da das Gebäude nie wirklich fertig aussah. Darin integriert der alte Teil, die „Hediger-Halle“. Die Baueingabe soll voraussichtlich noch im November erfolgen.“
Kulturell wertvolle Begegnungsstätte
Auf die Frage, warum das Theater Muotathal so erfolgreich ist, meinte der Präsident der Theatervereinigung: „Es sind die drei Punkte Dialekt, Gesang und die Halle.“ Die Räumlichkeiten der St. Josefshalle haben einen speziellen Charakter und sind nicht zuletzt auch ein Bestandteil des Volkstheaters, welches alljährlich Tausende von Besuchern ins Muotatal zieht. Theo Pfyl führte auch an, dass sie gewissermassen gezwungen sind, erfolgreich Theater zu spielen, um Gewinn zu erwirtschaften. Damit diese Begegnungsstätte weiterhin unterhalten und der Kinobetrieb weitergeführt werden kann. Darin fanden auch schon einige Filmpremieren, Podiumsdiskussionen und Versammlungen statt. Zudem wird die St. Josefshalle auch an Vereine und Organisationen für verschiedene Veranstaltungen vermietet.
Der Zirk-Beitrag zum Jubiläum der St. Josefshalle ist nun geschrieben, und wird demnächst eingereicht. Es machte mir viel Spass, dazu Recherchen anzustellen. Einerseits konnte ich die geschichtlichen Eckdaten ab der Homepage der Theatervereinigung übernehmen, welche für mich den roten Faden darstellen. Andererseits durfte ich mit Otto Hediger (Försters) und Klara Mazenauer zwei Zeitzeugen befragen, deren Aussagen die St. Josefshalle richtiggehend in die alte Zeit zurückversetzten. Als Abrundung erklärte mir Theo Pfyl weitere wertvolle Punkte, welche, wie ich hoffe, zu einem ausgewogenen Beitrag führen sollten.
feldwaldwiesenblogger