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| Märtyrerakten - Ausgewählte Akten persischer Märtyrer

21. Mâr Gîwargîs
34.
Als unser Vater Mâr Gîwargîs, der Priester, sich einige Zeit in Nisibis aufgehalten hatte, kam Simon, der Bischof von Hirtâ, dorthin, der ihn getauft und zum Priester geweiht hatte, und nahm ihn mit nach Konstantinopel wider seinen Willen, (da er fürchtete,) er möchte gehindert werden, sein Verlangen nach dem Mönchtum zu erfüllen. Nachdem er in die Stadt zurückgekehrt war, eilte er rasch auf den Berg, um nicht durch anderes gehindert zu werden, und Rabban (Dâdischô’) nahm ihn auf. Denn auch das Mönchtum und seine Mühen sind eine Art Martyrium durch Mühen, Willensbereitschaft, Todesbetrachtung und Entäußerung aller vergänglichen Dinge. Auch die Väter sagen, die Entäußerung der Welt sei Flucht des Leibes und Denken an den Tod. Schön erklärt das der heilige Basilius von Cäsarea: „Der Mensch soll durch die Länge der Jahre einen guten Namen gewinnen durch Leiden bis an das Ende (und so) ist er ein erprobter Märtyrer, der nicht stirbt, da er leidet, der nicht durch die Qualen des Schwertes seinen Leib opfert, daß er gekrönt entschlafe, sondern dessen Leben mit den schmeichelnden Vergnügungen kämpft, um ohne Unterlaß zu siegen. Denn anderen Qualen vermag der Leib seiner Natur nach nicht lange mit Erhaltung des Lebens zu widerstehen, wohl aber die [S. 243] ganze Zeit seines Lebens, solange es dauert, gegen die Vergnügungen zu kämpfen. Im Martyrium des Leibes wollen die Menschen durch Qualen erzwingen, daß Gott durch seine Anbeter verleugnet werde; in diesem anderen Martyrium des Leibes wollen die Vergnügungen durch ihn selbst erzwingen, daß er das Gebot übertrete, damit Gott durch die, welche ihn lieben, geschmäht werde."