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Ob der Name Albinen von Albignion (Alpe) oder Arbignon (Wald) abzuleiten ist, weiss man nicht genau. Mit Sicherheit kann man aber sagen, dass hier schon Kelten ansässig waren, was man anhand prähistorischer Gräberfunde belegen kann. Etwa im 11. Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung wanderten dann deutschsprachige Völkerschaften von Leukerbad her nach Albinen und machten es ständig bewohnbar.
1224 taucht „Albignun“ das erste Mal in einer Urkunde auf und zwei Jahre später berichtet eine andere, dass die dortigen Landwirte dem Bischof von Sitten seine Rechte auf Albinen abkaufen und damit den Grundstein einer Gemeinde bilden. Tschingeren und Dorben gehören auch zu Albinen und tauchten schon zu jener Zeit in den Urkunden auf. Dabei war Dorben wohl der Hauptort, bis dieser sich 1350 endgültig nach Albinen verlegte, das 1339 auch als „Arbignon“ in einer Urkunde auftaucht. Jedenfalls sprach man auch hier vorwiegend franko-provenzalisch bis ans Ende des Mittelalters, wie in Leukerbad. 1737 wird Albinen endlich zur Pfarrei erhoben und löst sich so von Leuk-Stadt ab.
Albinen war bis lange ins 20. Jahrhundert nur schwer zugänglich – lediglich über steile Fusswege. Die Albinenleitern von Leukerbad zählten mitunter zu den kühnsten Übergängen, zumal sogar schwere Waren über die acht Holzleitern transportiert wurden. Der schwere Zugang hat sicherlich dazu beigetragen, das Ortsbild so gut zu erhalten. Albinen kann man als Prototyp des Walliser Dorfes bezeichnen, auch wenn seine Hanglage untypisch fürs Wallis ist. Deshalb hat es sich aber zu einem sogenannten Haufendorf entwickelt und wird als „Ortsbild nationaler Bedeutung“ geführt.
Seit wann die Albinenleitern genutzt wurden, darüber ist man sich noch weniger im Klaren als beim Gemmipass. 1781 tauchen sie jedenfalls in der „Carte generale de la suisse par un voyageur français“ vom Autoren Jean Benjamin de la Borde auf, in dem er den Übergang schematisch mit zwei Leitern einzeichnet. Vermutlich nutzten aber schon die Alemannen den Übergang – vom Gemmipass herkommend, um die Sonnenberge zu besiedeln. Was auch der These entgegen kommen würde, dass die Albinenleitern neben dem Römerweg eine zweite Fortsetzung des Gemmipasses vom Kandertal ins Rhonetal waren.