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Bei minimal sieben Millionen Euro definierten die Parteien den Verkaufspreis, der zu erreichen vereinbart wurde, um eine Prämie zu rechtfertigen. Ausser den Aktien erhielt der Verkäufer ja nur einen Euro. Die Erwartungen der Beklagten waren also bei Weitem nicht erfüllte. Der Deal war für die Cantinieri Investment AG ein klares Minusgeschäft. Wenn jetzt die Klägerin behauptet, der Transaktionswert betrage neunzehn Millionen Euro, indem sie willkürlich einzelne Posten der Bilanz zum Kaufpreis addiert, steht das doch in keinem Verhältnis zum tatsächlich erreichten Verkaufspreis. Für dieses Minusresultat verlangen sie eine Erfolgsprämie von über einer Million. Sie können doch nicht die Gesellschaft zu einem Preis X verkaufen und im Nachhinein noch einzelne Positionen der Bilanz dazurechnen. Das sind doch offensichtliche Doppelzählungen, die die Klägerin ja nicht einmal bestreitet.»
Eliane breitete ihre Arme aus wie ein Prediger auf der Kanzel. Ihre Geste unterstrich sie mit einem Blick, als erscheine gleich der Allmächtige, um ihren Argumenten Nachdruck zu verleihen. So verharrte sie in der Hoffnung, Wildhaber stimme ihr endlich zu. Entgegen ihrer Erwartung streckte er relaxed die Beine unter dem Tisch, lehnte in den Stuhl zurück, verschränkte entspannt die Finger hinter dem Kopf. Er rührte sich nicht, bis ihre Hände wieder auf dem Sitzungstisch ruhten und ihre aufgerissenen, nach einer Bestätigung haschenden Augen sich in enttäuschte Glubscher wandelten.
Überdenkt Wildhaber mein Statement, fragte sich Eliane, als er sich endlich reckte und in eine aufrechte Sitzhaltung wechselte.
«Frau Rausch, befassen Sie sich bitte nochmals mit Oberrichter Bräms Argumentation. Die nächste Sitzung ist auf den Januar angesetzt. Ich wäre nicht erstaunt, wenn die nächste Diskussion anders verläuft, falls Sie zumindest versuchen würden, seine Argumentation nicht mehr in Frage zu stellen.» Wildhaber erhob sich und streckte Eliane die rechte Hand entgegen. Kein Ton zu ihrer Position, keine eigene Beurteilung. Er liess sie quasi im Regen stehen. Oder doch nicht?
«Übrigens, Gratulation zu ihrem Exposé. Eines der besten, die ich bisher zu lesen bekam. Und ... ich bin mir fast sicher, Bräm denkt ebenso. Ich wünsche Ihnen frohe Weihnachten, falls wir uns bis dahin nicht mehr sehen. Auf Wiedersehen, Frau Rausch.»
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