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Ein Gemälde (Egyptian Queen) des lange Zeit unterschätzten Comic und Fantasy Artist Frank Frazetta aus dem Jahre 1969 verkaufte sich zuletzt für sage und schreibe 5.4 Millionen Dollar, wie in der unten zitierten Village Voice vom Juli 2021 erwähnt wird. Unbestritten ist auch Frazettas Einfluss auf Serien wie Game of Thrones u. ä., denn die Welten, die Frazetta schon vor Jahrzehnten am Papier erschuf, haben längst andere Künstlerinnen und Künstler in anderen Medienbereichen inspiriert und sind somit noch mehr (virtuelle) Realität geworden. Frazettas Chiaroscuro erinnert in seinen besten Momenten an barocke Dramen Caravaggios und Rubens', wie Baker es treffend ausdrückt.
Aber auch in der Welt der Musik haben Frazettas Gemälde Spuren hinterlassen. So werden die meisten Popkultur-Interessierten etwa das Plattencover von Molly Hatchets Debut-Album von 1978 kennen, aber auch viele andere LP-Cover stammen von ihm. Der auf Molly Hatchets Debut befindliche Unhold nennt sich Death Dealer und stammt ebenso von Frank Frazetta wie die Vorlage zu Salma Hayeks Schlangentanz in Robert Rodriguez Klassiker "From Dusk Till Dawn". Aber auch Conan oder sogar Jon Snow dürften von Frazetta inspiriert worden sein.
Mit "The Fantastic Worlds of Frank Frazetta" bekommt Frank Frazetta endlich das Buch, das er verdient. Als unangefochtener Meister der Fantasy-Kunst - seit mehr als 50 Jahren - schuf er ein Werk, das auch über seinen Tod hinaus noch an Beliebtheit gewinnt. Ölgemälde von Tarzan, Conan, Vampirella und dem legendäreren Death Dealer werden immer wieder herangezogen, wenn es um die Entwicklung weiterer virtueller Welten geht. Die vorliegende ultimative Monografie zeigt den 1928 als Sohn einer sizilianischen Familie in Brooklyn geborenen Einwanderer aber nicht nur als hoch angesehenen Künstler, sondern auch als Menschen.
Frank Frazetta war einst Profi-Baseballer in der amerikanischen Liga, Kleinkrimineller und notorischer Verführer mit dem Aussehen eines Filmstars. Seine außergewöhnlichen Begabungen beschränkten sich also wohl nicht nur auf das Malen. Auch männliche Körper gehörten zu seinen Studienobjekten, wie er in den 1970er-Jahren einmal erklärte: "Ich bin sehr körperfixiert. In Brooklyn kannte ich Conan, ich kannte Typen, die exakt so drauf waren wie er". Und er kannte wohl auch eine Menge Frauen, die er so zeichnete wie Gott sie schuf, eben gerade knapp an der Zensur vorbei. "The hulking knights, lascivious witches, battered kings, strategizing queens, and dragon-riding usurpers were all cut from Frazetta’s otherworldly tapestries, but the show’s sometimes clunky CGI never surpassed the grace of his paintings. As John Milius intimated, when it comes to fantasy, it has long been Frazetta’s world, and the likes of an Arnold Schwarzenegger, a Jon Snow, or a Daenerys Targaryen only live — or die — in it", meint auch Baker abschließend in seiner Huldigung an den 2010 leider verstorbenen Künstler.
Die Werke Frazettas sind heute sogar so begehrt, dass selbst unvollständige Bleistiftzeichnungen Höchstpreise erzielen. Seine Söhne können vom Verkauf seiner Bilder, die meist in Öl, aber auch mit Aquarellfarben, Tusche und Bleistift gemalt wurden, sogar leben. Die vorliegende Monografie ist die bisher ausführlichste und umfassendste, die jemals über Frank Frazetta zusammengestellt wurde. Sie entstand in Zusammenarbeit mit der Frazetta-Familie und den wichtigsten Sammlern, die Frazetta schon beachteten, als die Comic-Kunst von vielen noch belächelt wurde. Herausgeberin Dian Hanson muss nicht extra vorgestellt werden. Sie hat schon mehrere Bücher bei Taschen produziert und arbeitet stets sorgfältig und ergiebig. Zu ihren Büchern für Taschen gehören die Serie der body parts, The Art of Pin-up, Masterpieces of Fantasy Art und Ren Hang und viele andere mehr.