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Eine der traditionellen Möglichkeiten, die Zeitlichkeit des menschlichen Lebens zu verstehen, besteht darin, sie von seinem vorausgesetzten Ende im Tod her und damit als „Sein zum Tode“ (Martin Heidegger, Sein und Zeit) vorzustellen. Diese Vorstellung hat eine offenkundige Affinität zum Erzählen, weil jede traditionelle Erzählung als zeitliche Bewegung auf ein Ende hin gelesen werden kann. Im Seminar soll es aber weniger um diesen Zusammenhang als um die Frage gehen, was mit ihm geschieht und wie sich die ihn tragenden Begriffe von Zeit, Tod/Sterblichkeit und Erzählen verändern, wenn erzählende Texte weniger die Zeit zum Tode, oder Ende, als die Zeit des Sterbens, oder Endens, zu erzählen versuchen. Dieser Frage soll, nach einer kurzen theoretischen Einleitung, in der intensiven Lektüre einer Reihe einschlägiger erzählender Texte – vorwiegend, aber nicht notwendigerweise ausschliesslich, aus dem 20. Jahrhundert – nachgegangen werden (mögliche Autoren: Jean Paul, Poe, James, Kafka, Proust, Beckett, Blanchot).