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Bei einer Endometriose siedelt sich Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, an anderen Organen wie dem Darm, den Eierstöcken oder dem Bauchfell an. Während der Periode blutet auch dieses Gewebe, kann aber den Körper, im Gegensatz zur Schleimhaut in der Gebärmutter, nicht verlassen. Aus diesen sogenannten Endometrioseherden bilden sich mit der Zeit Entzündungen, Vernarbungen und Gewebeverwachsungen, die starke Schmerzen verursachen können.
Endometriose-Studie findet potenziellen Auslöser
Die Krankheit fand in der Forschung lange Zeit kaum Beachtung, viele Frauen sind nicht diagnostiziert und nehmen die Periodenschmerzen als «normal» hin. Die genauen Ursachen der Erkrankung sind unklar, weshalb auch die Behandlungsmöglichkeiten begrenzt sind und lediglich auf Linderung der Beschwerden abzielen. Eine im Juni veröffentlichte Studie aus Japan gibt nun aber neue, wichtige Hinweise: Laut dem Forschungsteam der Universität Nagoya sollen sogenannte Fusobakterien potenzielle Endometriose-Auslöser sein.
Die Wissenschaftler untersuchten das Vorkommen der Bakterien bei 155 Frauen, von denen die Hälfte von Endometriose betroffen ist. Die Fusobakterien, die normalerweise in der Mundhöhle und im Darm anzutreffen sind, liessen sich bei 64 Prozent der Endometriose-Patientinnen auch im Uterus nachweisen. Bei gesunden Frauen fanden die Forscher nur bei jeder zehnten Bakterien in der Gebärmutter.
Studie mit Mäusen gibt weitere Hinweise auf Endometriose-Auslöser
Der Verdacht, dass Bakterien etwas mit der Entstehung der Endometrioseherde zu tun haben könnten, wurde in einer Tierversuchsstudie weiter erhärtet. Das Forschungsteam pflanzte Mäusen aus der Gebärmutterschleimhaut stammende Gewebestücke ein, um eine Endometriose simulieren zu können. Diese Endometrioseherde wurden anschliessend unter An- und Abwesenheit von Bakterien beobachtet. Und tatsächlich verschlimmerten sich die Gewebeveränderungen, sobald Bakterien nachweisbar waren. Eine Therapie mit Antibiotika führte zu einer Verbesserung, die Anzahl und das Gewicht der Endometrioseherde wurden dadurch reduziert. In einigen Fällen konnte durch Antibiotika die Entstehung der Endometriose sogar ganz verhindert werden.
Dieser Fund ist allerdings nur teilweise auf den Menschen übertragbar, da Mäuse keinen vergleichbaren Menstruationszyklus aufweisen. Die Studie liefert aber wichtige Hinweise auf neue Therapiemöglichkeiten. Ob eine Antibiotika-Therapie auch bei Frauen mit Endometriose helfen könnte, soll nun in klinischen Studien untersucht werden.