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Ausgelegt ist die Fabrik der britischen Oxitec zur wöchentlichen Produktion von 60 Millionen genmanipulierten Moskitomännchen. Die können sich zwar Fortpflanzen. Ihre Nachkommen verenden jedoch im Larvenstadium. Nach Angaben des Unternehmens wurde durch die Freisetzung der GV-Moskitos in den betreffenden Regionen die Tigermückenpopulation um 90 Prozent verringert.
Kritiker bemängeln hingegen, dass es keine umfassenden Studien zu den Folgen der Freisetzung gibt und darüber, ob mit diesem System die Zahl der Dengue-Erkrankungen tatsächlich abnimmt. Die Stadtväter von Piracicaba scheinen von der Methode indes überzeugt. Sie planen die Aussetzung der GV-Moskitos von einem auf weitere fünf Stadtteile.
Ganz billig ist das Vorhaben allerdings nicht. Für die kommenden vier Jahre sollen dafür 3,7 Millionen Reais (umgerechnet derzeit etwa 1,1 Millionen Euro) ausgegeben werden.
Die Kommission für Biotechnologie (CTNBio) hat der genmanipulierten Mücke bereits grünes Licht erteilt. Von der staatlichen Aufsichtsbehörde Anvisa fehlt hingegen noch die Genehmigung zur Kommerzialisierung der Moskitos. Bisher wurden Tests mit GV-Moskitos in Piracicaba und in Jacobina (Bundesstaat Bahia) durchgeführt.
Laut dembrasilianischen Gesundheitsministerium sind bis August 2016 im ganzen Land beinahe 1,5 Millionen Dengue-Erkrankungen registriert worden, 216.000 Chikungunya-Fälle und knapp 200.000 Zika-Erkrankungen. Experten vertreten einen Mix verschiedener Methoden.
Die Stiftung Oswaldo Cruz testet im Amazonas-Munizip Manacapuru den Einsatz eines Larvzids (Pyriproxyfen), das von den Mückenweibchen verbreitet werden und die Larven abtöten soll. Bei einem anderem Projekt der Stiftung gemeinsam mit einer australianischen Universität werden Mücken mit der Wolbachia-Bakterie versetzt.
Verhindert werden soll damit, dass sie Krankheiten übertragen können. Getestet wird das Verfahren derzeit in Rio de Janeiro. Beide Methoden werden von den Forschern als vielversprechend eingestuft.
Aufklärungsmaßnahmen und Kontrollen sind weitere wichtige Standbeine. Ein hoher Prozentsatz der an Dengue Erkankten lebt in ungeordneten Siedlungskonglomeraten und Favelas mit unzureichender Abwasserableitung. Mangelnde Kanalisation und wilde Müllhalden fördern eine Verbreitung der Tigermücke, da sich deren Larven innerhalb weniger Tage in kleinsten Wasseransammlungen zum erwachsenen Tier entwickeln.