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Hervorzuheben sind Untersuchungen über den Einfluß geologischer Veränderungen auf die Erdachse (1876),
über die frühere Geschichte der
Erde (1878), über den Einfluß des
Mondes auf Gestalt und Veränderung der
Erde in den geologischen
Zeiten, über den
Druck des losen
Sandes, über kleine Veränderungen im
Niveau der Erdoberfläche und über schwache
Erdbeben
[* 17] (mit seinem
Bruder Horace Darwin). Seit 1882 beschäftigte er sich hauptsächlich mit der
Theorie und Berechnung
der
Gezeiten im Anschluß an die Untersuchungen des Gezeitenamts der Survey of
India. 1882 war
er an der Herstellung der neuen
Auflage von
Thomson und
Taits
»Natural Philosophy« beteiligt.
gab die zweite
Auflage der »Insectivorous plants« heraus und schrieb: »The
life and letters ofCharles Darwin, including an autobiographical chapter« (1887,3 Bde.),
welches von
Carus (Stuttg. 1888) ins Deutsche
[* 19] übersetzt wurde.
Beschränkt man sich auf die
Meridiane von
Ferro,
Greenwich und
Paris, so ergibt sich ein schmales sphärisches Zweieck als Ausgangsregion
der christlichen Zeitzählung, und diesem Zweieck steht, um 180° in der
Länge entfernt, ein andres von
gleicher geographischer Längenausdehnung gegenüber, in welchem die Zeitbestimmung auch durch die Bevorzugung eines der
drei genannten
Meridiane unsicher wird. Bei der überwiegenden Bedeutung des
Meridians von
Greenwich muß indes dieser auch
als Datumgrenze den Vorzug erhalten, und die
Schiffer respektieren ihn allgemein.
Wer von W. nach O. segelt, zählt
den
Tag¶
mehr
doppelt, an welchem er diese Linie überschreitet, und wer von O. nach W. reist, läßt diesen Tag aus und springt beispielsweise
sofort vom 30. März zum 1. April über.
Welches Datum man an den Orten in der Gegend des 180. Längengrades zählt, hängt davon ab, von welcher Seite diese Orte
entdeckt wurden. Die Holländer kamen von W., die Spanier von O., und jeder folgte selbstverständlich seinen Schiffsjournalen.
Es ist sehr begreiflich, daß dann auf jeder Insel und Inselgruppe des GroßenOzeans jenes Datum weiter gezählt wurde, welches
die ersten Besiedler mitbrachten. Wie sonderbar sich die Sache gestaltete, zeigt unser Kärtchen Bd.
4, S. 573, auf welchem die Datumgrenze, anstatt dem Meridian zu folgen, eine weite Ausbiegung nach W. macht, weil die Philippinen
von dem von O. herkommenden Magelhaens entdeckt und später auch von O. her durch Legaspi erobert und besiedelt wurden.
Solange nun diese Inseln in ihrem auswärtigen Verkehr fast ausschließlich auf das spanische Amerika
[* 23] angewiesen
waren, hatten sie keine Veranlassung, von ihrem ursprünglichen östlichen Datum abzuweichen. Als aber im Anfang dieses Jahrhunderts
die spanische Herrschaft in Amerika zusammenbrach und sich die Beziehungen der Philippinen zur nahen asiatischen Küste immer
lebhafter gestalteten, ergaben sich aus der Datumdifferenz zwischen den Inseln und dem Festland die unliebsamsten
Störungen.
Dies führte 1844 zu einer Änderung der Datumszählung, die in der Weise vorgenommen wurde, daß man den gänzlich
fallen ließ und nach dem 30. Dez. sofort den zählte. Diese Änderung des Datums fand gleichzeitig auf den Marianen,
die eine unmittelbare politische Dependenz der Philippinen bilden, Anwendung, und so ergibt sich also neben
der nautischen Datumgrenze (180° von Greenwich) und der historischen noch eine thatsächliche oder wirtschaftliche, welche
indes heute noch nicht mit Sicherheit gezogen werden kann, da die Datumzählung aller Inseln des StillenOzeans nicht hinlänglich
bekannt ist.
Dies gilt z. B. von den Karolinen, die indes wahrscheinlich dem Beispiel der Philippinen gefolgt sein werden. Die Samoa-Inseln
und sehr wahrscheinlich auch die Tonga-Inseln führen, obwohl sie östlich von 180° v. Gr. liegen, doch dasselbe Datum wie
Australien,
[* 24] weil ihre wirtschaftlichen Beziehungen zu letzterm sehr viel regere sind als die zu Amerika.
Genauere Untersuchungen würden wohl noch weitere Abweichungen in gleichem Sinne nachweisen lassen, und so ergibt sich, daß
die heutige thatsächliche oder wirtschaftliche Datumgrenze unter dem Zwange der modernen Verkehrsgestaltung eine Ausbuchtung
nach O. macht. Merkwürdigerweise ist die vor 46 Jahren auf den Philippinen vorgenommene Änderung der Datumzählung in der
Litteratur fast unbeachtet geblieben, und es ist dem k. k. FregattenkapitänFreiherrn v. Benko zu danken, daß er vor kurzem
die allgemeine Aufmerksamkeit auf diese Verhältnisse lenkte, welche in unsrer Zeit des Weltverkehrs
[* 25] erhöhtes Interesse beanspruchen.