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Seit 1991 werden in Deutschland jedes Jahr Begriffe zum «Unwort des Jahres» gekürt, die gegen das Prinzip der Menschenwürde oder gegen Prinzipien der Demokratie verstossen, weil sie einzelne gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder euphemistisch, verschleiernd oder gar irreführend sind. «alternative Fakten» war es 2017, «Volksverräter» 2016, «Gutmensch» 2015.
Ziel der sprachkritischen Aktion ist es, auf öffentliche Formen des Sprachgebrauchs aufmerksam zu machen und dadurch das Bewusstsein und die Sensibilität für Sprache in der Bevölkerung zu fördern. Die Jury wählt Formulierungen aus der öffentlichen Kommunikation, die gegen sachliche Angemessenheit oder Humanität verstossen. Die Wörter sollen zudem eine gewisse Aktualität haben. Und der Kontext, in denen sie gefallen sind, muss belegt sein.
Ganz anders das «Wort des Jahres»: Dazu macht die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden am Ende jedes Jahres einen Begriff, der nach Ansicht der Experten die öffentliche Diskussion in den vergangenen zwölf Monaten am meisten geprägt hat. «Jamaika-Aus» war es 2017 in Deutschland, «#metoo» in der Schweiz.
Was werden Wort und Unwort für 2018 sein? Noch läuft das Casting. Als Sprachfrau hätte ich dieser Liste sicherlich ein paar interessante Kandidaten zuzufügen: DSGVO, Unternehmensverantwortungsinitiative oder Superdogan könnten passen. Aber auch Video-Referee, Cobot, Influencer oder vertschüssen würden sich eignen. Wer immer aufs Podest steigt, Wörter sollten Wort halten, mit oder ohne un.