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An der Kundgebung „Kein Klimaschaden aus Graubünden: Repower Kohlekraftwerke ADE!“ protestierten am 27. August in Chur 500 Personen gegen die Absicht der Bündner Repower, in Italien und Deutschland Kohlekraftwerke zu bauen. In verschiedenen Reden wurde die Bündner Regierung und der Grossrat kritisiert, weil diese die Projekte bisher tolerieren, während die Bevölkerung des Kantons die Kohlekraftwerke sehr deutlich ablehnt.
Ole Wilke war aus Brunsbüttel angereist, dem Standort eines der umstrittenen Projekte. Der Vertreter der Bürgerinitiative Gesundheit und Klimaschutz Unterelbe betonte: „Wenn es zum Bau kommt, würde diese extrem klimaschädliche Art der Stromerzeugung für die nächsten 40 Jahre, die typische Lebensdauer eines Kohlekraftwerks, zementiert. Dies ist fatal!“
Über 50 Personen waren aus Saline Joniche, Kalabrien und Italien angereist, um gegen den Bau des anderen Kohlekraftwerks zu protestieren. Am Montag vor der Kundgebung hatte der Präsident der Region Kalabrien, Giuseppe Scopelliti, in einer offiziellen Stellungnahme die Reise der Kohlekraftwerkgegner aus Kalabrien begrüsst. Die Teilnahme von Organisationen und der lokalen Bewegung gegen die Kohlekraftwerke an der Kundgebung in der Schweiz sei von grosser Bedeutung für die Region Kalabrien.
In beiden geplanten Kraftwerken soll aus Übersee importierte Kohle verfeuert werden. Beim Projekt in Brunsbüttel würde die Kohle aus der grössten Steinkohlemine der Welt stammen. Karmen Ramírez Boscán vertrat die dort vom Kohleabbau betroffene Bevölkerung Kolumbiens und beklagte Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen und Vertreibungen — Folgen der Kohleförderung im Tagbau, unter denen Ihr Stamm, die Wayuu, leidet.
Jon Pult, Grossrat und Präsident der SP Graubünden, verurteilte die Haltung vor Regierung und Grossrat und betitelte die beiden von Repower geplanten Kohlekraftwerke als „klimapolitische Sauerei“. Der gleiche Grosse Rat und die gleiche Regierung hätten in ihren politischen Leitlinien festgehalten, man wolle dem Klimawandel und seinen Gefahren für das Berggebiet Graubünden mit einer aktiven Klimapolitik begegnen. Jon Pult: „Trotzdem unterstützt man die Pläne einer Unternehmung, die man faktisch kontrolliert, zwei Kohlkraftwerke zubauen, die im Jahr 14 mal so viel CO2 produzieren, wie der ganze Kanton Graubünden.“
Bild: Philip Reynolds (Zukunft statt Kohle)