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Walter IV. von Vaz (1222-1284), einer der mächtigsten Dynasten des 13. Jahrhunderts im heutigen Graubünden, erhielt 1275 vom Bischof Konrad in Chur eine Anzahl Besitzungen, darunter auch den Hof von Tomils, als Leibgedinge (Lehen). Schon 1237 sind die Vazer allerdings im Domleschg (Paspels) nachgewiesen, und die Annahme von Tomils als erbliches Lehen, das nicht wie ein Pfandobjekt ausgelöst werden konnte, bedeutet zweifellos eine Festigung ihrer Herrschaft in dieser Gegend, wohin sie ihren Sitz schon im Verlauf des 13. Jahrhunderts verlegt haben müssen.
Nachdem der Schwager von Graf Jörg von Werdenberg, Wilhelm Graf Truchsess von Waldburg, die Herrschaft Ortenstein 1523 für 12'500 rheinische Gulden an Ludwig Tschudi von Glarus, den Bruder des berühmten Chronikers Aegidius Tschudi, verkauft hatte, veräusserte Tschudi, wohl beeindruckt von den Schwierigkeiten, die sich bei Ausübung der Herrschaftsrechte im Bereich der drei Bünde ergaben, schon 1527 die Herrschaft mit allen Leuten, Objekten und Herrlichkeiten, die einzeln aufgezählt wurden, für 15'000 rheinische Gulden an die Gemeinde Tomils weiter.
Am 4. April 1528 trat die Gemeinde ihrerseits Schloss und Burgstall Ortenstein käuflich an Victor Büchler und seine Frau Appolonia ab. Mit Büchler beginnt in Ortenstein die 'Neuzeit', das heisst die Ära des Privatbesitzes, obwohl das Schloss, wie es den Anschein hat, noch lange der Gerichtsverwaltung mitgedient haben mag.
Es ist dies aber auch der Beginn für die Periode der Dynastie Travers, welche Zeiten grossen Aufstiegs und schliesslich einen traurigen Niedergang erlebt hat. Ortenstein gehörte ihr, nach kurzem Condominium mit dritten Interessenten, von 1530 bis 1848.