Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03301.jsonl.gz/1440

Wer meint, das Abschiessen von Wölfen helfe, das Nutzvieh zu schützen, der irrt. Wie eine Studie zeigt, steigt die Zahl gerissener Tiere, weil die Rudelstruktur durch das Töten zerstört wurde.
Abschiessen? Schützen? Nutztierhalter, Interessenverbände und Politik sind sich uneins, wenn es um den Umgang mit dem Wildtier Wolf geht. Reisst ein Rudel (zu häufig) Schafe oder anderes Vieh, werden die Stimmen, die Tiere abzuschiessen, schnell lauter. Doch was zum Schutz gedacht ist, erweist sich als kontraproduktiv, wie das Onlineportal wissenschaft-aktuell.de schreibt. US-amerikanische Forscher haben festgestellt, dass nach dem Abschuss von Wölfen im Folgejahr mehr Nutzvieh gerissen wurde. Die Wissenschaftler werteten Statistiken von 25 Jahren aus und verglichen die Zahlen von getöteten Wölfen sowie die auf Wölfe zurückgeführten toten Nutztiere. Weniger gerissenes Vieh gab es erst, wenn mindestens ein Viertel einer Wolfspopulation getötet wurde, was längerfristig aber nicht praktikabel sei. Waren es weniger Tiere, stieg die Zahl der getöteten Rinder im Folgejahr, teilweise um das Doppelte. Mögliche Gründe für das Phänomen sehen die Forscher in der Zerstörung einer etablierten Struktur eines Rudels, was Auswirkungen auf die Jagdreviere haben könnte. Andererseits gibt es in einem Rudel nur ein festes Paar, das regelmässig Nachwuchs zeugt. Wird der Rüde oder das Weibchen des hochrangigen Paars getötet, zerbricht das Sozialgefüge und die übrigen geschlechtsreifen Tiere paaren sich, was zu mehr Jungtieren führt.
Foto: fotolia.com