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Als vor 25 Jahren die Mauer fiel, war es eine Befreiung für die eingeschlossenen und sich gegenseitig bespitzelnden DDR-Bürger. Endlich konnten sie eine andere Welt kennenlernen. Es war der Anfang der Wiedervereinigung Deutschlands, die mit Investitionen von tausenden Milliarden wirtschaftlich unterstützt wurde. Es war aber auch die bittere Erkenntnis der Ostdeutschen darüber, was sie in den Jahren seit Kriegsende verpasst hatten und welch hohen Preis das kommunistische Regime ihnen abverlangt hatte. Die gut ausgebildeten Jungen fanden rasch Arbeit im Westen, und viele erkannten und nutzten schnell die Vorzüge des Kapitalismus. Die grosse Mehrheit jedoch, die zurückbleiben musste und auf bessere Zeiten hoffte, wurde von Unsicherheit befallen. Eine ganze Generation, die im Kommunismus aufgewachsen war, fand es sehr schwer, mit der Eigenverantwortung des Kapitalismus umzugehen. Das erklärt auch das bis heute anhaltende Wahlverhalten in den neuen Bundesländern, wo die Nachfolgepartei der ehemals verhassten kommunistischen SED noch immer zweistellige Prozentsätze bei Wahlen erreicht. In Thüringen wird sie sogar den Ministerpräsidenten stellen können. Vielerorts hat sich eine regelrechte DDR-Nostalgie entwickelt. Die Wiedervereinigung , die mit dem Mauerfall begann, war ein grosser wirtschaftlicher Erfolg, und sie hat das Leben für viele wieder lebenswert gemacht. Es wird lange dauern, bis die Mauer, die in den Köpfen des kommunistischen Regimes erdacht wurde, in allen Köpfen gefallen ist; vielleicht braucht es dafür eine ganze Generation.