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Cairoli,
Benedetto, ital. Staatsmann, geb. zu Pavia, nahm 1848 am Mailänder Aufstand und am Kriege gegen Österreich [* 2] Anteil (vier seiner Brüder sind in den italienischen Freiheitskämpfen gefallen), kehrte nach der Schlacht bei Novara in seine Vaterstadt zurück und ward, nachdem er 1859 in der Garibaldischen Freischar gekämpft, 1860 ins italienische Parlament gewählt. Er begleitete Garibaldi als Kapitän auf seiner Expedition nach Sizilien, [* 3] ward beim Sturm auf Palermo [* 4] schwer am Bein verwundet und erst 1863 geheilt, 1868 wieder Mitglied der Deputiertenkammer und Führer der äußersten Linken, im März 1878 zum Präsidenten gewählt und, als das Ministerium Depretis deshalb abtrat, mit der Bildung eines neuen Kabinetts beauftragt.
Nach dem Rücktritt Cortis im Oktober übernahm er das auswärtige Ministerium. Als er in Neapel [* 5] bei dem Attentat Passanantes auf König Humbert diesen zu schützen suchte, wurde er nicht unerheblich im Oberschenkel verwundet. Trotz der hierdurch erlangten Popularität ward er nach Wiedereröffnung der Kammern im Dezember von den rivalisierenden Parteihäuptern Depretis, Crispi und Nicotera gestürzt. Im Juli 1879 trat er wiederum an die Spitze des Ministeriums und des auswärtigen Departements und führte die Abschaffung der Mahlsteuer und des Zwangskurses durch. Doch entfremdete er sich durch seine Nachsicht gegen die Umtriebe der Italia irredenta Deutschland [* 6] und Österreich und ließ sich durch die französische Expedition nach Tunis [* 7] überraschen. Er erhielt seinen Abschied und war seitdem im Parlament als Führer einer radikalen Gruppe Mitglied der Pentarchie.