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(Bericht abwechselnd aus der Sicht von Nora und mir geschrieben)
Die Schweizerhymne ertönt, die Athleten liegen für einen letzten Moment still in ihren Handbikes, bereit für den Startschuss, der die folgende Stunde erbissenen Rennens einläutet. Ich bin froh, nur Zuschauerin zu sein an diesem friedlichen, sonnigen Sonntagmorgen in Lugano. Felix scheint die angespannte Wettkampfstimmung nichts auszumachen und hört sich geduldig die endlose Rede von irgendwelchen Luganesi Persönlichkeiten an. Drei, zwei, eins, und endlich knallt der Schuss und Felix fährt mit der Spitzengruppe durch die farbig aufwirbelndem Konfetti.
Wie im Vorhinein überlegt, konnte ich mit dem Belgier Van de Steene und dem Franzosen Fritsch die Spitzengruppe bilden. Die Arme fühlen sich an diesem Sonntag jedoch nicht so spritzig an, wie sie das müssten, um mit einem Topathleten wie Van de Steene mitzuhalten. Nach einer Wende gebe ich die Führung ab und das Tempo wird sogleich erhöht. Anders als sonst, kann ich diesen Angriff nicht mehr abwehren und trotz dem positiven Gedanken, dass meine geliebte Nora als Zuschauerin dabei ist, kann ich nicht mehr zur Gruppe aufschliessen.
Nach zwei Runden bemerkt Hansruedi, dass Felix von der Spitzengruppe zurückfällt und ruft ihm ermunternd zu. Wir beiden Zuschauer laufen der am See gelegenen Rennstrecke entlang, so sehen wir Felix, der nun längere Zeit alleine fährt, immer wieder an einer anderen Stelle vorbeiflitzen. Anfangs scheint er zu versuchen, wieder zur Spitzengruppe aufzuholen, nach weiteren Runden lässt er sich immer mehr zur Verfolgergruppe zurückfallen.
Einige Runden versuche ich in der Nähe der Spitzengruppe zu bleiben, mit dem Gedanken, dass es vielleicht auch bald für Fritsch fertig ist mit dem Mitfahren an der Spitze und sich Van de Steene absetzt. Als dies aber lange Zeit nicht der Fall ist, entscheide ich mich zur Verfolgergruppe zurückfallen zu lassen, um meine Kräfte zu schonen. In der Verfolgergruppe fahre ich einige Runden mit, um mich zu erholen, ehe ich das Rennen beschleunigte, um die langsameren abzuhängen und das Tempo langfristig zu erhöhen. Gegen Ende kommen wir Fritsch immer näher, welcher in der Zwischenzeit doch noch von Van de Steene ablassen musste. Bis zum Schluss reicht es leider jedoch trotzdem nicht mehr, ihn aufzuholen und somit beende ich das Rennen mit dem eher enttäuschenden dritten Rang.
Überraschenderweise darf Felix bei der Rangverkündigung ein zweites Mal auf die Bühne. Neben dem dritten Rang in seiner Kategorie ist er die schnellste Runde des ganzen Rennens gefahren!
Als ich ein zweites Mal aufgerufen werde, habe ich keine Ahnung, aus welchem Anlass. Ich begebe mich aufs Podest und lächle in die Zuschauer, möglichst mir nichts anmerken zu lassen, dass ich nicht weiss, wofür ich eigentlich hier stehe und den Pokal erhalten soll. Meine Ahnungslosigkeit wird von jemand aus dem Staff bemerkt, welcher mich deshalb auf Englisch aufklärt, dass ich die schnellste Runde gefahren sei.
Nach einer Portion Reis und einem herrlichem Glace fahren wir zurück nach Cannero, wo wir ein paar Ferientage verbringen. Felix ist schon ein wenig stolz, so einen riesigen Goldpokal herumschleppen zu müssen, obwohl er grosszügig behauptet, das Sperrgut als Souvenir in der Gelateria stehen lassen zu wollen.
Am darauffolgenden Sonntag 9. September fand in Stäfa das inzwischen fix im Wettkampfplan stehende Militärradrennen statt. Da Heinz nicht am Start war, musste ich nicht um den Sieg fürchten und zog für Bruno Huber das Rennen an. Nach knapp einer Runde wies mich Bruno an, mein ei-genes Rennen durchzuziehen und vorne weg zu fahren. Nach jeder Zieldurchfahrt schaute ich jeweils nach meiner Freundin und dem lachendem Gesicht meines Göttibuben, welche mich am Streckenrand anfeuerten und so hatte ich noch mehr Motivation den Berg hinauf zu fahren.
So konnte ich einen ungefährdeten Sieg einfahren, den dritten an diesem Wochenende!
Am Freitag, 7. September war das Ziel klar der Sieg, sowie der Streckenrekord zu verbessern. Denn es stand zum 10. Mal das Pararace in Interlaken an. Das Rennen ist jedes Jahr ein Highlight, da unzählige Zu-schauer jeweils das Rennen mitverfolgen und als zusätzliche Motivation ein schönes Preisgeld ausbezahlt wird. Zum Jubiläum stand dieses Jahr nebst dem Rennen über 14 km eine Staffel mit je einem Promi an.
Nach einer Runde, welche mir wegen dem Streckenrekord zu langsam war zog ich das Tempo an und fuhr alleine vorne weg, ehe Heinz Frei auf mich aufschloss. Da meine Arme sich nicht so „spritzig“ anfühlten, versuchte ich es nicht von Heinz Frei los zu kommen, sondern genoss es mit ihm zusammen die Führungsarbeit abzuwechseln.
In der letzten Runde war klar, dass es um den Streckenrekord sehr eng werden würde und so entschied ich mich auf Nummer sicher zu gehen und nur den Sieg anzuvisieren. Aus dem Windschatten von Heinz konnte ich das Tempo beschleunigen, um als Sieger über die Ziellinie zu fahren.
Am Abend stand die Staffel an. Als "Promi" rannte bei uns Ramon Zennhäuser mit, welcher als letzter Läufer einen guten Vorsprung heraus rennen konnte, welchen ich noch ausbauen konnte und unsere Schlussläuferin, unsere starke Amerikanerin im Rennstuhl den Sieg ins Trockene brachte. Zwei Siege an einem Tag, was will man noch mehr.
Und schon ist es Geschichte….
Am Mittwoch, 27. Juni 2018 um 13.15 Uhr startete ich in Schneisingen zum Einzelzeitfahren. Die kupierte, anspruchsvolle Strecke gefiel mir sehr. Voll motiviert ging ich an den Start. Eine weitere, fast grössere Motivation war, dass mich Nora zum ersten Mal an ein Rennen begleiten konnte. Für sie wollte ich natürlich den Siegesstraus herausfahren. Bei der Besichtigung der Strecke vor drei Wochen hatte mir der Nati-Trainer eindringlich geraten, keine unnötigen Risiken einzugehen. Trotz dem Druck, den ich mir aufsetzte, befolgte ich seinen Rat und fuhr das kritische „S“ vor Siglisdorf mit dem nötigen Respekt. Mit dem Vorteil, als Letzter der Klasse MH4 starten zu können, hatte ich meine Konkurrenten in meiner Stärkeklasse recht gut unter Kontrolle. Trotz gutem Rennen und bester Streckenzeit konnte ich nur den zweiten Platz hinter Heinz Frei belegen, da ihm seine Zeit in einer andern Stärkeklasse mittels Korrekturfaktor angepasst wurde. Da bei der Siegerehrung die drei ersten einen Blumenstrauss erhielten, konnte ich trotzdem mit Freuden meinen Straus Nora schenken.
Strassenrennen..
4 Etappenrennen in Oberösterreich
1. Etappe
Die Paracycling-Tour Österreich gehört schon zur Geschichte. Bei herrlichem Wetter fand am Auffahrtstag das erste Rennen in Schwanenstadt statt. Bei der Besichtigung der Strecke stellten wir fest, dass etwas nicht stimmen konnte, da es keine Steigungen hatte. Kurz vorher hat uns eine einheimische Frau erklärt, dass die Steigung in der Strecke schon manchen Radfahrer an die Grenzen brachte.
Wo lag der Fehler? Beim nochmaligen Studium des Programmes stellten wir fest, dass zwei verschiedene Runden geplant waren, aber nur von einer ein Streckenplan vorlag und von der andern Runde nur eine Beschreibung. Sofort wurde die komplette Runde nochmals mit dem Auto abgefahren. Oh, jetzt sahen wir, was die Frau meinte, die Steigung auf den Philipsberg mit einer maximalen Steigung von 18 %. Bei unserer Gruppe fuhren die Kategorien MH3-5 und eine Frau WH4 auf ihren Wunsch.
Für mich verlief das Rennen super, musste ich mich doch nur von den Spitzenathleten Rafal Wilk (Polen) und Thomas Frühwirth (Österreich) schlagen lassen. Den Weltcupfahrer Alexander Gritsch konnte ich in der „Bergetappe“ recht deutlich abhängen.
Ranglisten
Film
2. Etappe
Für den Morgen des 11. Mai war ein spezielles Rennen geplant. 80 Runden auf der 400 Meter Rundbahn. Diese Art von Rennen stimmte für ein paar Athleten nicht, denn für sie gehört ein Rad nicht auf eine 400 Meter Rundbahn und so blieben sie dem Rennen fern. Ich liess mich nicht beirren, auch wenn plötzlich nur noch 20 Runden absolviert werden mussten. Mit Fabian Recher, meinem Schweizerkollegen, setzte ich mich an die Spitze und spurtete los. Plötzlich realisierte Rafal Wilk, was da vorne lief, holte auf und blieb bis zur zweitletzten Runde hinter uns im Windschatten. So kam es zum Zieleinlauf Wilk, Frohofer, Recher, da Thomas Frühwirth aus den oben genannten Gründen nicht startete.
N.B.: Mir gefiel dieses Rennen recht gut und auch die Zuschauer kamen auf ihre Rechnung, konnten sie doch nun mal das gesamte Rennen mitverfolgen.
Rangliste
3. Etappe
Am Abend des 11. Mai soll die „Töffstrecke Salzburgerring“ einmal etwas leiseren Vehikeln die Piste frei machen. Schon die hinfahrt war für uns sehr abenteuerlich. So führte uns das Navi über Feldwege in einen Wald an einen Zaun. Ja, hier musste die Strecke sein, aber wie kommen wir dorthin? Ein neuer Versuch. Dieser war schon besser, wir waren schon sehr nahe an der Strecke und fuhren zaghaft unter einem Tunnel ins Geschehen. In der Zwischenzeit hatten Rafal und Thomas festgestellt, dass auch ich vorne mitmischen wollte und machten dieses Rundenrennen zu einem taktischen Rennen. Sie zogen sehr stark an, verlangsamten wieder, um erneut anzuziehen. Ehrlich gesagt, kam ich an diesem Rennen mit 8 Runden à 4.24 km schon an meinen Grenzen, aber ich hielt durch und wurde wieder dritter. Es war eine schönes Rennen mit einem speziellen Ambiente und zum ersten mal konnte ich die „magische“ Grenze von 40km/h knacken!
Rangliste
Film
4. Etappe
Zum Abschluss der Tour war ein Einzelzeitfahren angesagt. Warum nicht so wie die Strecke ausgeschrieben war, gefahren wurde, kann ich nicht beurteilen. Die Streckenführung wurde so gewählt, dass fast ¾ der Strecke leicht abwärts gefahren werden musste. Meine Kletterfähigkeiten konnte ich somit nicht ausspielen und wurde Vierter.
Rangliste
Mit den guten Etappenresultaten und dem Umstand, dass Thomas das Rennen auf der Rundbahn nicht absolvierte,
wurde ich Gesamtzweiter. Mit Stolz darf ich auf die schöne Tour zurückschauen und freue mich auf ein nächstes Mal.
Gesamtrangliste
Mit Rosenau stand das erste Rennen der Saison an. Noch unsicher wie es um meine Kondition steht, übersäuerten die Muskel bereits fast nach einem Kilometer. Zum Glück konnte ich mich aber dann bei der Verfolgergruppe dranhängen.
In dieser 4-er Gruppe konnte ich mich dann etwas erholen. Sie hätten es zwar lieber gehabt wenn auch ich mal die Führungsarbeit übernommen hätte. Zu diesem Zeitpunkt war das allerdings aufgrund meiner Kraftreserve nicht möglich. Ausserdem waren sie auch die routinierteren Fahrer.
So kam es nach 44 Kilometer zu einem Schlusssprint. In diesem konnte ich noch einen Rang gut machen und das Rennen auf dem 5. Rang beenden. Dies ist mein bis anhin bestes Resultat an einem Internationalen Rennen!
Die Zeit war im Vergleich mit dem Vorjahr leider weniger gut. Dies ist aber auf ein sehr taktisches Rennen zurückzuführen.
Der 12. Schlussrang gibts im Zeitfahren. Damit erreichte ich die etwa erwartete Klassierung.
Vor dem Start durfte ich noch mein Erstes Interview auf Englisch geben. Während der ersten Runde flog mir die Kette aus dem Ritzel was mich leider etwas Zeit kostete.
Rangliste:
Nach einem missglückten Start mit Schaltproblemen konnte ich mich während des Rennens auf den soliden 11. Rang nach vorne Arbeiten.
Nun steht noch ein letztes Rennen an dieser WM bevor. Die Konkurrenz ist stark besetzt. Aber wir werden alles daran setzen, im Teamrennen noch eine Medaille für die Schweiz einzufahren.
Rangliste:
Zum Abschluss der WM stand noch der Team Relay an. Die Konkurrenz war stark besetzt und so reichte es uns Schlussendlich nur für den 5. Rang.
Während dem Rennen wurde unser Teamfahrzeug ausgeräumt, was die tollen Erfahrungen in Südafrika zum Schluss leider etwas eindämmt.
Rangliste:
Endlich ist es soweit - das Saisonfinale in Form der Weltmeisterschaft steht vor der Tür.
Zur Zeit gewöhnen wir uns an das Klima in Südafrika, bevor es an total drei Rennen um alles gehen wird.
Zeitfahren: 31. August 2017 / 13.00 - 15.15 Uhr
Strassenrennen: 2. September 2017 / 10.00 - 12.00 Uhr
Team Relay: 3. September 2017 / 16.45 - 17.05 Uhr
Gerne werde ich euch über die Resultate auf dem laufenden halten.
An dieser Stelle möchte ich TAG Heuer noch herzlich Danken für ihre grosszügige Unterstützung!
Am 25. + 26. August 2017 werden Regula Merkt und Guido Müller auf zwei Märkten mit einem Stand vertreten sein. Sie werden diverse Sachen aus Glas und Holz anbieten. Es lohnt sich auf jeden Fall, dort vorbei zuschauen.
Wie in der Vergangenheit wird der Erlös wieder für den Rollstuhlsport gespendet, von welchem auch ich bereits grosszügig profitieren konnte.
Rennen mit starkem Gegenwind. Dies galt jedoch für alle Startenden.
15. Schlussrang - leider ohne World Cup Punkte.
Rangliste:
Im Zeitfahren konnte ich den 13. Schlussrang einfahren. Das Resultat sieht besser aus als es ist. Hatte etwas Mühe während dem Rennen.
Rangliste:
3. Schlussrang im Team Relay und damit zum ersten Mal auf dem Podest an einem World Cup!
Perfekter Abschluss des Rennwochenendes.
Rangliste:
An den ersten zwei Weltcups war ich noch durch einen hartnäckigen Infekt angeschlagen, entsprechend enttäuschend waren für mich die Resultate.
Für das Strassenrennen fühlte ich mich aber wieder fit und bereit. Wir starteten den Berg hinauf und so wurde das Feld schnell auseinander gerissen. Die Attake von Athos konnte ich gut kontern und so waren wir dann gemeinsam mit Heinz zu Dritt unterwegs. Bald waren Heinz und ich dann nur noch zu Zweit und so blieb es auch bis zur letzten Runde.
Im letzten grossen Anstieg konnte mich Heinz aber erfolgreich zermürben und ich musste ihn leider ziehen lassen. Ich habe alles gegeben um in der Abfahrt noch etwas Zeit wieder gut zu machen, aber auch Heinz weiss wie man Strecken optimal fährt und so blieb es bei dieser Reihenfolge. Natürlich war ich im Ziel etwas enttäuscht, dass es nicht gereicht hat, Heinz noch einzuholen. Aber den Schweizermeister Titel in meiner Kategorie konnte ich deutlich erringen und dies liess diese Niederlage etwas verblassen.
Nun freue ich mich über meinen Schweizermeister Titel und werde nächstes Jahr noch schneller am Start stehen. Mittwoch geht es bereits wieder an den nächsten Weltcup und ich freue mich wieder fit zu sein.
Impressionen von einer erfolgreichen Schweizermeisterschaft:
Ich freue mich während dem Rennen viele bekannte Gesichter zu sehen (sofern ich euch erkennen kann ;-)).
Für weitere Infos aufs Bild klicken.
Datum
24. Juni 2017
Zeit
Start um 10.00 Uhr
Bevor schon bald die Handbike Saison wieder startet, nahm ich noch einmal an einem Monoskibob Rennen teil. Mit dem dritten Platz konnte ich ein ganz ordentliches Resultat einfahren.
In der Migros Kundenzeitung erschien neulich ein Bericht über mich. Gerne möchte ich euch diesen auch zur Verfügung stellen.
Am Dienstag Abend durfte ich zusammen mit den anderen Zürcher Teilnehmern der Olympiade und der Paralympics in Rio de Janeiro an der Ehrung durch den Regierungsrat des Kantons Zürich teilnehmen. Bereits als der Brief eintraf, war die Freude sehr gross, dass ich dabei sein durfte (beim Bundesratsbesuch waren nur die Diplom- und Medaillengewinner eingeladen). Da ich eine Begleitperson mitnehmen durfte, besuchte ich den Anlass gemeinsam mit meinem Trainer Meinrad Müller.
Dort angekommen, wurden wir herzlich begrüsst. Die Feier wurde von den Regierungsräten Mario Fehr und Thomas Heiniger geführt, welche mit vielen interessanten Anekdoten und einer Portion Humor die Athleten als wichtige Vorbilder für die Bevölkerung ehrten. Danach blieb beim köstlichen Apéro Zeit, um mit den anderen Athleten, den Regierungsräten und Vertretern von weiteren Ämtern gemeinsam in den Erinnerungen der Paralympics zu schwelgen.
Auf dem Heimweg ging die Unterhaltung über Rio weiter. Die Freude auf den bevorstehenden Anlass von Swiss Paralympics in Bern ist bereits sehr gross. Die zentrale Frage war, was wir anziehen sollen, um gebühren gekleidet zu sein :-).
Müde und etwas verspätet landeten wir am Dienstagnachmittag in Kloten.
Etwas skeptisch, wie der Empfang aufgrund von nur der Hälfte der erwarteten Medaillen ausfallen würde, wurden wir von fröhlichen Fans erwartet.
Kaum daheim ging`s zum Überraschungsempfang im Dorf.
Als ich das viele Volk sah, wurde ich etwas verlegen, da mich rund 100 Personen erwarteten – um einiges mehr als am Flughafen und dies erst noch ohne Medaillen oder Diplom.
Nach Ansprachen von Gemeindepräsident Hans Aeschlimann und Adrian Krauer, dem Initiator des Anlasses (TV Russikon), sowie Regula Merkt, meiner früheren Trainerin und jetzigen Coach, gratulierten mir die vielen Menschen beim Apéro und es wurde ein wunderschönen Abend.
Herzlichen Dank dem TV Russikon, meinem Bruder Matthias und all denen, die kamen!
Weitere Infos sind im Regio-Bericht zu finden: Grosser Empfang für Felix Frohofer
Persönliches Fazit nach dem Strassenrennen:
So mini Isätz bide Ränne sind beändet. Au wänns d Wältspitze isch, ischs glich sehr bitter zwei mal zunderscht uf de Ranglischte zstah, vorallem will de Schlusssprint im Strasseränne so knapp gsie isch zum nöd letschte z werde (Ziitglich mit em zweitletschte).
Persönliches Fazit nach dem Zeitfahren:
So s erschte Ränne isch dure. Han es sehr guets Gfühl gha für ineme Ziitfahre (wiederspiegled sich leider bi soneme extrem starche Fäld gar nöd ide Ranglischte). Im Verglich zude WM vom letschte Jahr chani im jetzige Momänt säge, dasi parat fürs Strasseränne bin und d Freud zum das fahre riesig isch.
Die Handbikerennen werden leider nicht gefilmt. Vermutlich sind die Kosten für die Aufzeichnungen zu gross. Auf den folgenden Seiten werden die Resultate anschliessend ans Rennen zu finden sein (oder natürlich auch hier auf meiner Seite :-)):
Ein paar Impressionen aus Brasilien:
Von vielen wurde mein Ziel kaum für erreichbar gehalten. Ich hielt jedoch an meinem Ziel fest und habe alles dafür gegeben. Nun ist es soweit - Abflug nach Rio! :-)
Startzeiten in Rio:
Wegen einer Disqualifizierung der Russen an den Paralympics konnte die Schweiz zusätzlich fünf Athleten nachnominieren.
Es freut mich ausserodentlich, dass ich einer von diesen bin!
So ergibt sich mir die Gelegenheit, zum ersten mal an den Paralympics teilzunehmen.
Am Mittwoch, 22. Juni fand in Martigny die Schweizermeisterschaft im Zeitfahren statt. Da
das Rennen zum Glück erst am Nachmittag gestartet wurde, war am Morgen genügend
Zeit um noch die Strecke zu besichtigen.
Mit dem Auto fuhren wir die Strecke zweimal ab und der steile Aufstieg mit engen Spitzkehren
prägte ich mir gut ein, um nicht am steilsten Ort in einem der zahlreichen Löcher im Belag hängen zu bleiben.
Die Abfahrt begann mit engen Kurven, danach wurden die Kurven länger. Kurz vor Ende der
Abfahrt ging es zwischen Häusern hindurch mit weiteren engen Kurven. Am Schluss ging die Strecke viel gerade aus.
Durch Unachtsamkeit des Starters musste ich mit zwei- statt einer Minute Abstand auf
Athos starten. Nach dem Start ging es ca. 5km bis zur Steigung. In der Steigung schwächte mich die Hitze (die Renen in dieser Saison waren die meisten verregnet und so trainierte ich auch viel bei Kälte und Regen). Bei der Abfahrt angekommen hielt ich mich in den ersten Kurven etwas zurück, um nicht zu stürzen. Waren die engen Kurven vorbei öffnete ich die Geschwindigkeit, um Zeit zu gewinnen und den späteren, kurzen Aufstieg mit viel Tempo zu meistern.
In einer rechts Kurve verlor ich die Stabilität, konnte das Bike allerdings wieder ins Gleich-gewicht bringen und auch beim zweiten Mal klappte dies wieder. Allerdings konnte ich zwischendurch zu wenig Tempo heraus nehmen und so kam es beim dritten Mal zum Sturz.
Um schnellstmöglich weiter fahren zu können, musste ich meinen Trinkbeutel loswerden, da der Beutel nicht mehr hielt. Als ich weiter fahren wollte, bemerkte ich, dass die Kette nicht mehr drin war (die beiden platten collies in den Hinterreifen bemerkte ich erst beim späteren betrachten). So betrachtete ich meine Verletzungen an den Armen und stieg mit Hilfe der Streckenposten aus dem Bike.
Nach dem der Arzt des Rennen die Wunden provisorisch versorgt hatte, kam das lange warten,
bis ein Auto mich abholte um zurück in den Zielraum zu gelangen.
Im Zielraum angekommen suchten wir den Sanitätsposten, jedoch kann der Sanitätsposten nicht gefunden werden, wenn keiner vorhanden ist.
Darauf wurde uns das nah gelegen Spital gezeigt, in welchen wir nach etwas Verständigungs-problemen die Wunde nähen lassen konnten.
Der Arzt empfahl mir, das Strassenrennen vom Samstag nicht zu fahren. Da ich zu diesem
Zeitpunkt das Rennen fahren wollte, wartete ich auf die Zweitmeinung meines Hausarztes. Nach der gleichen Antwort entschied ich mit Nationaltrainer René Savary, das Strassenrennen am Samstag nicht zu fahren, um die Wunde zu schonen.
Nach dem ich gestern das erste Mal wieder kurz auf der Rolle war, wurde mir der Entscheid
das Rennen sausen zu lassen, bestätigt.
Mit dem guten 9. Rang vom Handbikerennen in Rosenau (Frankreich) ging ich optimistisch an den Start am Weltcup in Belgien.
Der Start mit den vielen Kurven lag mir gut, allerdings verlor ich in der langen gerade mit sehr starkem Wind zu viel um wieder in die Top 10 zu fahren. So schaute beim Zeitfahren lediglich der 24. Rang heraus. Ein Wehmutstropfen war, dass ein sehr starkes Feld vor Ort war und die sonst üblichen starken Cracks auch ihre Mühe hatten.
Auch beim Strassenrennen konnte ich die engen Kurven nach dem Start gut fahren und mich in der Führergruppe halten. Kurz nach dem es auf die gerade ging verlor ich jedoch den Anschluss. Am Schluss hiess es Rang 23.
Beim Team-Relay durfte ich das erste Mal in der ersten Mannschaft starten. Ich setzte mir als Ziel die Bronzenmedaillie, wurde aber darauf hingewiesen, dass von Rang drei bis sechs alles möglich sei. Auch müsse ich anfangs nur mit der Spitze mitfahren und nicht versuchen einen Vorsprung für unser Team heraus zu holen, da die weiteren zwei Einsätze noch streng genug würden.
Sehr lange konnten wir uns an der dritten Position halten, bis unser letzter Fahrer auf der Zielgeraden von Rafal Wilk (er ist der stärkste Fahrer in einem liegenden Handbike) um drei Sekunden geschlagen wurden. Da ich mich als Stammfahrer im ersten Team empfehlen wollte, wurmte mich dieser „undankbare“ 4. Rang schon sehr.
Swiss Serie
Dieses Wochenende fanden für mich die letzten Qualirennen statt. Am Samstag wurde die Swiss Serie mit dem Zeitfahren in Knuttwil gestartet. Kurz nach dem Start kam mit einer rechten Steigung meine Stärke. Danach ging es lange Zeit Bergab und mit einer langen geraden weiter. In der dritten Runde wurde es mir wieder bewusst, dass ich sehr viel Zeit in der Abfahrt verliere, da ich von denjenigen welche ich in der Steigung gut überholt habe wieder überholt wurde.
Mit dem 9. Schlussrang konnte ich sehr zufrieden sein, kam mir Athos mit nur ca. 15 Sekunden Rückstand zwar bedrohlich nahe ( an der WM in Nottwil schlug er mich im Zeitfahren deutlich )
Nach dem Rennen diskutierten wir über mögliche Anpassungen, damit ich auch bei der Abfahrt Konkurrenzfähig werden kann.
Am Sonntag Mittag traf man sich in Schenkon um das Strassenrennen über 60km in Angriff zu nehmen. Das Wetter war deutlich schlechter als erhofft, so wurde ein Teil des einfahren auf der Rolle absolviert.
Der Start konnte bei trockenen Wetter vonstatten gehen. Nach dem Start heftete ich mich an die Spitzengruppe, bei welcher ich kurze Führungsarbeit mitleistete. Schnell merkte ich allerdings, dass ich dort noch nicht akzeptiert bin. Kurz vor ende der ersten Runde setzte sich die Spitzengruppe ab. Das Fahren in der Verfolgergruppe wurde dann etwas angenehmer, da weniger taktiert wurde und man sich gegenseitig bei der Führung half. Die letzte Runde wurde wieder anstrengender, da man diejenigen, die wenig Führungsarbeit leisteten „abschütteln“ wollte, um nicht im Zielsprint von ihnen überholt zu werden. Kurz vor dem Zielsprint hatte ich mit Krämpfen in den Armen zu kämpfen und rechnete mit schlechteren Chancen den Zielsprint für mich zu entscheiden. Dieser wurde früher angezogen als ich vermutet hatte, konnte jedoch gut im Windschatten beschleunigen um doch noch unsere Gruppe zu gewinnen und 4. zu werden.
Mein absolutes Bestergebnis und mit einem A-Wert, doch wieder nach Belgien, Kurs Richtung Rio zu nehmen.
Rennen in Yas Island, Abu Dhabi
Drei Wochen nach Lanzarote stand ein weiterer Flug an (dies, nach dem ich vorher erst drei Mal geflogen war).
Da es ein Nachtflug war, musste man gezwungenermassen im Flugzeug schlafen, um am Sonntag für das Zeitfahren und Strassenrennen fit zu sein (mit dem Flugzeug kamen wir Samstagmorgen in Dubai an).
Einmal auf dem WC eingeschlafen, dachte ich, dass es in einem Flugzeug einfach sein würde zu schlafen. Nach einer Nacht mit 30 min Schlaf, zweimal ca. 15 min, wurde ich eines besseren belehrt.
Da der Car, der uns von Dubai nach Abu Dhabi hätte fahren sollen, einen Defekt hatte, mussten wir fünf Personen mit drei Fahrzeugen reisen. Im Hotel angekommen konnte noch lange nicht ans Schlafen gedacht werden, da Captainsmeeting anstand und danach das Zusammenbauen unserer Bikes mit anschliessender Testfahrt.
In der nächsten Nach hatte ich in einem bemerkenswert top rollstuhlgängigen Hotel wunderbar geschlafen. Diese erholsame Nacht endete leider wegen des Zeitfahrens um 9 Uhr bereits um 5:30 Uhr.
Mein Start war um 9:53 angesagt, so hiess es nach dem gemeinsamen Einfahren mit dem Team lange warten, ohne dass die Muskeln wieder abkühlen (das Wetter war im Schatten gar nicht so heiss wie erwartet, teilweise mit dem Wind sogar kühl).
Das Zeitfahren wurde langsamer als erwartet, da ich nicht damit gerechnet hatte, dass man in den Kurven und im kleinen Aufstieg so viel an Geschwindigkeit verlieren würde. Schlussendlich schaute der 12. Rang heraus bei einem Feld von 21 Athleten. Anfangs Saison ist es etwas schwer diesen Rang einzuordnen, es schien mir jedoch ein solides Rennen.
Am Nachmittag stand mit dem Strassenrennen „meine“ Disziplin an. In einem sehr starken Feld konnte ich gut mithalten, bevor ich nach etwa 45 min eine heftige Streifkollision mit einem MH1 Athleten gehabt hatte. Somit war der Anschluss an die Spitze nicht mehr möglich.
Nach dem ich kurz etwas mit mir gerungen hatte, ob ich das Rennen beenden oder weiter fahren sollte, entschied ich mich, das Rennen zu beenden. Der Anschluss an die Spitze war zu diesem Zeitpunkt wie gesagt vorbei und es schien mir in diesem Moment (ich musste mich sofort entscheiden) besser, den Schaden an meinem Bike zu begutachten, als alles zu riskieren und allenfalls in Rosenau mit meinem alten Bike fahren zu müssen, oder gar weite Teile der Saison. Auch wenn es mich etwas „gewurmt“ hat, das Rennen nicht fertig zu fahren, muss ich sagen, dass dies die optimalste Lösung war, obwohl sich herausstellte, dass das Bike glücklicherweise keinen grossen Schaden aufwies.
Von dem Rennen konnte ich viele Eindrücke mitnehmen: was gut war, oder was es zu verbessern gilt und ich kann mit gutem Gefühl am nächsten Rennen in Rosenau (bereits am Ostersamstag, 26.3.) starten.
Um gut vorbereitet in die Saison zu starten, welche bei mir dieses Jahr in Abu Dhabi (20.
März) beginnt, findet jedes Jahr das Trainingslager der SPV auf Lanzarote statt. Dieses Jahr
konnte ich das erste Mal dabei sein, da das Lager vor den Schulferien stattfand.
Dies bedeutete für mich gleichzeitig auch, das erste Mal mit dem Handbike im Gepäck zu
fliegen. So begannen die Vorbereitungen für das Lager früh, da zuerst eine Transportkiste
fürs Handbikes angeschafft werden musste. Danach kamen Gespräche mit anderen Athleten,
um herauszufinden, wie man die riesige Kiste am besten transportiert.
Meine Vorfreude auf das Lager war riesig, bin ich doch in meinem Leben erst dreimal
geflogen und seit etwa zehn Jahren nicht mehr.
Nach dem vierstündigen Flug kamen wir auf Lanzarote an. Im Hotel konnten wir bei
schönstem Wetter die Bikes auf dem Sitzplatz zusammenbauen. Bei so herrlichem Wetter
machte es uns nichts aus, dass wir etwas Zeit brauchten, bis alles an seinem Ort war.
Danach wurden die Bikes in einen Abstellraum gebracht, welchen wir benutzen durften, um
nicht wie befürchtet die Bikes in unserem Zimmer haben zu müssen. Dies wäre eine
logistische Herausforderung gewesen, bzw. ein Ding der Unmöglichkeit. :-)
Das Training stand ganz unter dem Motto Grundlagentraining, um später darauf den Speed
aufzubauen. Um trotzdem Abwechslung ins Training zu bringen, gab es in den zwei Stunden
am Morgen jeweils Übungen mit Schnellkraft oder Kadenz-Training. Der Nachmittag stand
dann ganz im Rahmen der Grundlagen, dies auch wieder im zeitlichen Rahmen von zwei
Stunden und vermehrt Training im coupierten Gelände.
Wie üblich auf Lanzarote fand ein Zeitfahren und anschliessend am Abend ein Team-Rennen
statt, welches in dieser Form einzigartig ist. Das Zeitfahren war ein guter erster Vergleich mit
den Gegnern, welches man jedoch nicht zu hoch gewichten darf, da wir am Vortag noch
streng trainiert hatten und auch nicht wie einige/viele bereits seit November an diesem Ort
verweilten.
Nach zwei Wochen intensiver Trainings bei tollem Wetter (Ende zweite Woche wurde es
etwas windiger, aber immer trocken) traten wir die Heimreise an. Die Wartezeit am
Flughafen verbrachten wir mit Jassen, welches zur unserer Freizeitbeschäftigung wurde.
Kurz vor dem Abflug, wurden wir darüber informiert, dass zwei Bikes leider kein Platz mehr
hätte, eines davon war meines. Es wurde uns versprochen, dass die Bikes am nächsten Tag
heimgebracht würden. Dies stellte sich schwieriger heraus als erwartet, da man uns
vergessen hatte, die benötigten Papiere auszustellen. Zu guter Glück verhandelte meine
Teamkollegin den ganzen Nachmittag über mit dem Flughafen, so dass man uns die Bike
doch noch Nachts um 10 Uhr vorbeibrachte.
Die Hauptprobe für die nächsten Flüge nach Abu Dhabi und Mallorca ist somit überstanden,
ich freue mich bereits jetzt schon sehr darauf.
WM-Debüt
Am Montag 27. Juli trafen wir uns in Nottwil, um die letzten Vorbereitungen für die Rennen zu treffen. Am Mittwoch begann die WM mit der Staffel, bei welcher ich leider nur als Zuschauer dabei sein durfte. Mit der anschliessenden Zeremonie wurde die WM offiziell eröffnet.
Am darauffolgenden freien Tag versuchte ich meine Enttäuschung, dass ich nicht in der Staffel starten durfte, etwas abzubauen und nach vorne aufs Zeitfahren zu schauen.
Am Freitag ging es für mich mit dem Zeitfahren los. Bis zur Eröffnungsfeier war ich, wie ich es vor Rennen gewohnt bin, sehr locker. Nun stieg der Druck, welchen ich mir grössten Teils selber machte, ins Unermessliche. Für die Medien waren nur Medaillen gut genug. Im Wissen, dass es unmöglich ist, das Podest zu erreichen, wollte ich trotzdem ein Zeichen meiner guter Form setzen und startete mit der schnellsten Zeit. Aufgrund des schnellen Starts vernachlässigte ich das regelmässige Atmen, was mir bereits beim ersten Aufstieg zum Verhängnis wurde. Trotz dem Versuch, mit einem anderen Atmungsrythmus das Seitenstechen zu mindern, blieb es in seiner vollen Stärke und die Chance für ein gutes Rennen war damit gelaufen. Der zweitletzte Rang, hiess es am Ende. Es war die grösste Niederlage und der schwerste Moment meiner bisherigen Karriere und in diesem Moment ging ich davon aus, dass es für mich gelaufen sei an dieser WM.
Steh auf, wenn du am Boden bist…
Mit aufmunternden Worten der Teamkameraden und dem freien 1. August konnte ich mich wieder fangen, um wieder nach vorne zu schauen und in meiner besseren Disziplin, dem Strassenrennen, anzugreifen. Diesmal ganz ohne Druck, auch der Puls war beim Einfahren im gewohnten Bereich, ging ich an den Start. Ich wusste, so etwas werde ich nicht noch ein zweites Mal zulassen und sagte mir wie bereits bei meiner Autoprüfung, dass ich mir keine Sorgen machen muss, da ich nichts anderes mache, als ich es gewohnt bin. Mit diesem Gedanken war ich anfangs Woche auch nach Nottwil gereist.
Bei der Startaufstellung gab es bereits den ersten Sprint, um möglichst aus bester Position starten zu können. Dies stachelte mich noch mehr an und ich fühlte mich in meinem gewohnten Element. Während des Rennens hiess es dann, mit dem anderen Schweizer zusammen zu arbeiten, um eine gute Schweizerleistung abzuliefern. Das Rennen verlief, wie ich es mich gewohnt bin. Ab der Mitte des Rennen machte sich jedoch der angeschlagene Ellbogen bemerkbar, und so kämpfte ich mit starken Schmerzen weiter, in der Hoffnung, dass nichts reissen würde oder zumindest nicht, bevor ich das Ziel erreicht habe.
In der Abfahrt erkannte ich, dass ich mich schneller um die Kurven getraute als der dritte Fahrer, welcher mit uns Schweizern unterwegs war.
In der letzten Runde gab ich kurz vor dem höchsten Punkt meine ganze Leistung und konnte meine Mitstreiter abhängen und den Vorsprung in den engen Kurven in der Abfahrt ausbauen.
Im Ziel angekommen, schaute der gute 14. Rang für mich heraus. Somit erfüllte sich meine persönliche Erwartung für die WM doch noch und ich weiss in Zukunft, dass es nach einem verpatzten Rennen noch nicht zu Ende ist.
Sonntag, 2. August 2015
Strassenrennen, meine Startzeit: 13.00 Uhr
Ranglisten vom Strassenrennen:
Freitag, 31. Juli 2015
Zeitfahren, meine Startzeit: 14.11 Uhr
Ranglisten vom Zeitfahren:
Juhui, Selektion zur WM erreicht!!!
Mit dabei sind:
Jean-Marc Berset, Roger Bolliger, Tobias Fankhauser, Heinz Frei, Benjamin Früh, Athos Libanore, Alain Tuor, Lukas Weber, Sandra Graf und Sandra Stöckli
siehe auch WM Programm RCZ
Nach dem Schweizermeistertitel im Zeitfahren vom vergangenen Mittwoch 24.06.2015 gab es kein anderes Ziel, als im Strassenrennen nachzudoppeln.
Auf der anspruchsvollen Strecke wollte man dem Gegner nichts schenken und möglichst nicht allzu lange dem Wind ausgesetzt sein. Daher wurde das Rennen sehr taktisch und somit etwas langsamer. Mit verschiedenen Ausbruchversuchen wollten wir (Athos Libanore und ich) etwas Abstand zum Gegner zu gewinnen. Dies gelang mir aber erst in der letzten Runde im Aufstieg.
Meine Startzeit war um 13.14 Uhr, daher musste ich das Mittagessen bereits um 09.30 Uhr einnehmen. Zuerst etwas skeptisch, ob mein Magen dies so früh vertragen würde, konnte ich eine gute Portion essen. Voller Tatendrang ob der "hügeligen" Strecke fuhr ich mit hohem Tempo aus dem Start.
In der Hälfte bemerkte ich, dass ich im Rückstand zu liegen schien. So musste ich die bevorstehenden Steigungen schneller bewältigen, um noch als Sieger ins Ziel zu gelangen. Im Ziel hiess es dann abwarten und hoffen, dass meine gefahrene Streckenzeit für den Sieg genügen würde..
Tatsächlich, ich gewann mit 10 Sekungen Vorsprung!