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Bei einem geringen Anteil aller Neugeborenen lässt sich ein Mekoniumaspirationssyndrom feststellen, d.h. der Respirationstrakt dieser Neonaten ist mit Mekonium kontaminiert. Es bleibt bislang ungeklärt, warum es hierzu kommt, aber es wird vermutet, dass eine intrauterine Hypoxie und andere Umstände, die Stress für den Fetus bedeuten, zu den Risikofaktoren zählen. Betroffene Babys atmen nur unter großer Anstrengung, stöhnend und mit erhöhter Frequenz. Oft leiden sie an einer respiratorischen Insuffizienz. Neben der klinischen Untersuchung ist die Bildgebung das wichtigste Instrument zur Diagnosestellung. Die Kondition ist lebensbedrohlich und Neonaten, die an einem Mekoniumaspirationssyndrom leiden, müssen in den ersten Lebenstagen eng überwacht werden.
Die mit einem Mekoniumaspirationssyndrom (MAS) einhergehenden Symptome resultieren aus der Präsenz von Mekonium in den Atemwegen [1] [2] [3] [4]. Wichtigster bisher identifizierter Risikofaktor für das MAS ist die intrauterine Hypoxie, die sich wiederum im Zuge von benigner Plazentainsuffizienz, Oligohydramnion und Präeklampsie einstellen kann, oder auch bei Nikotin- oder Substanzabhängigkeit der Mutter [1].
Das Mekonium besteht aus Gallensäuren, Pankreassaft, Blut, Lanugohaar und Debris und akkumuliert im Verlauf der Schwangerschaft im Gastrointestinaltrakt des Kindes. Da sich das Ungeborene in einer sterilen Umgebung entwickelt, bleibt auch das Mekonium bis zur Geburt steril [1] [5]. Bei etwa jeder siebten Geburt findet sich Mekonium im Fruchtwasser, aber weniger als 10% der Kinder, bei denen dies der Fall ist, entwickeln ein MAS. Die Gründe hierfür konnten bisher nicht ermittelt werden [1] [3]. Trotz seiner Sterilität führt Mekonium, das in die Atemwege gelangt, zur Irritation des Respirationstraktes und zu verminderter Compliance der Lunge, woraus sich schließlich Hypoxie und Tachypnoe ergeben [1] [2] [3] [5]. Betroffene Neonaten atmen angestrengt und ächzend. Ein solcher Befund ist grundsätzlich als wichtiger Hinweis auf respiratorische Komplikationen zu werten und sollte zu entsprechenden Untersuchungen veranlassen [6]. Es ist empfehlenswert - und im Fall eines MAS auch beinahe immer notwendig - den Patienten ergänzend Sauerstoff anzubieten [5].
Eine frühzeitige Diagnose des MAS kann entscheidend für das Überleben des Neonaten sein [2], weshalb unmittelbar postnatal eine klinische Untersuchung aller Neugeborenen durchzuführen ist. Das gilt natürlich umso mehr für jene Kinder, bei denen bereits während der Geburt Anomalien festgestellt werden. Im Allgemeinen erfolgt eine Beurteilung des Gesundheitszustandes nach APGAR-Kriterien. Bei MAS-Patienten ist der erreichte Score geringer als beim gesunden Baby und betroffene Kinder erreichen binnen fünf Minuten nach der Geburt oft keine sieben Punkte [6]. Unregelmäßigkeiten in der Atmung sollten zusätzlich zu einer Bestimmung der Sauerstoffsättigung des Blutes veranlassen, die bei vorliegendem MAS vermindert ist.
Sowohl die Erhebung des APGAR-Scores als auch die Messung der Sauerstoffsättigung des Blutes ist bei Kindern, in deren Fruchtwasser Mekonium gefunden wurde, in den ersten 24 Lebensstunden mehrfach zu wiederholen. Auch in den darauffolgenden Tagen empfiehlt sich eine engmaschige Überwachung, um erste Anzeichen einer respiratorischen Insuffizienz erkennen und entsprechend reagieren zu können [1].
Weitere Maßnahmen, die sich zur Beurteilung eines MAS-Patienten anbieten, sind arterielle Blutgasanalyse, Thoraxröntgen und Sonographie. Der Vorteil des Ultraschalls liegt vor allem darin, dass er problemlos wiederholt werden kann und zuverlässige Resultate in Echtzeit liefert. Einige Autoren schreiben der Sonographie gar eine höhere Sensitivität zu als dem Röntgen [4]. Die bildgebende Diagnostik zeigt generell eine fleckige Infiltration der Lunge, Bereiche der Konsolidierung und Atelektasen [1] [4].