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Brennpunkte benennen – Stellung beziehen: Methodisten stellen revidierte Fassung der «Sozialen Grundsätze» vor
29. Oktober 2019
Während acht Jahren wurden die «Sozialen Grundsätze» der weltweiten United Methodist Church (UMC) in einem partitativen Prozess überarbeitet. Am 22. Oktober wurde die Fassung vorgestellt, die der Generalkonferenz, dem höchsten legislativen Gremium der UMC, 2020 zur Genehmigung vorgelegt werden soll.
In den Sozialen Grundsätzen nimmt die UMC, zu der auch die Methodist/innen in der Schweiz gehören, gesellschaftliche, soziale und wirtschaftliche Brennpunkte in den Blick und sagt, wofür Methodist/innen weltweit sich in diesen Fragen engagieren. Im neuen Dokument sind diese Fragenbereiche vier Abschnitten zugeordnet: Die Gemeinschaft der gesamten Schöpfung, die wirtschaftliche Gemeinschaft, die soziale Gemeinschaft und die politische Gemeinschaft. Jeder Abschnitt wird durch relevante Schriftstellen und Auszüge aus Schriften des Gründers der methodistischen Bewegung, John Wesley, eingeleitet.
Relevant, fundiert, prägnant
2012 hatte die Generalkonferenz die Kommission «Kirche und Gesellschaft» der weltweiten UMC damit beauftragt, die Sozialen Grundsätze zu überarbeiten, damit sie weltweit relevant, theologisch fundiert und prägnanter formuliert werden. Die Überarbeitung fand in verschiedenen Schritten statt, bei denen auch die Bischofsgebiete der Methodist/innen weltweit aktiv involviert waren. Das Autorenteam bestand aus über 50 Mitgliedern von Bischofsgebieten in den USA, auf den Philippinen, im Kongo, in Westafrika, in Mittel- und Südeuropa sowie in Nordeuropa und Eurasien. Tausende von Methodist/innen hatten zudem zu einem Vorentwurf Stellung genommen und Feedbacks gegeben.
Methodistische Vielfalt
Entstanden ist ein Dokument, das die Vielfalt methodistischer Kirchen weltweit integriert: « Wir haben uns nicht immer auf jeden sozialen Grundsatz geeinigt», sagte Randall Miller, Vizepräsidentin des Vorstands und Vorsitzende der für die Überabreitung verantwortlichen Task Force. Entstanden sei aber ein Bewusstsein dafür, dass und wie die Sozialen Grundsätze widerspiegelten, «wie wir als Methodist/innen miteinander und mit der Welt in Beziehung sein wollen».
Ermutigender Prozess
Die Sozialen Grundsätze wurden 1972 erstmals verabschiedet. Seither wurden sie immer wieder den aktuellen Entwicklungen angepasst. Erstmals wurde mit dieser Revision eine vollständige Überarbeitung und Neustrukturierung des Dokuments vorgenommen. Dass es dabei gelungen sei, wirklich einen weltweiten Beteiligungsprozess zu gestalten, sei ermutigend, sagte Bischof Daniel Lunge Onashuyaka, Bischof des Bischofsgebiets Mittelkongo. «In diesem Zusammenhang wurden alle Sensibilitäten einbezogen, um die Einheit der Kirche zu ermöglichen. Das weckt Hoffnung für die kommende Generalkonferenz», sagte der Bischof mit Blick auf die aktuellen Diskussionen in der UMC um die Beurteilung praktizierter Homosexualität, die die Kirche zu spalten drohen.
Das Dokument steht in sieben Sprachen zur Verfügung (auch in einer deutschen Fassung), bedarf aber noch der Verabschiedung durch die Generalkonferenz, die vom 5.-15. Mai 2020 in Minneapolis (USA) tagen wird.
Medienmitteilung GBCS / S.F.
Beitragsbild: Dru Blood, flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0)
Die «Sozialen Grundsätze»
Aufmerksamkeit für soziale Themen gehörte von Anfang an zum methodistischen Glauben. Als erste Glaubensgemeinschaft formulierten die Methodist/innen 1908 ein «Soziales Bekenntnis». Diese Selbstverpflichtung zu Verantwortungsvollem sozialem Handeln wurde später zu «Sozialen Grundsätzen» ausgearbeitet. Diese werden seit 1972 immer wieder neuen gesellschaftlichen, sozialen und ökologischen Herausforderungen angepasst. Erstmals wurden sie in einem partizipativen, weltweiten Prozess seit 2012 einer grundlegenden Neuformulierung und Neustrukturierung unterzogen.