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HAISCH, T. & R. SCHNEIDER-SLIWA:
Regionalwirtschaftliche und steuerliche Effekte der Universität Basel.
Basler Stadt- und Regionalforschung, Band 29, Basel, 2007: 45 S.
Zusammenfassung
Jede Universität ist ein zentraler Faktor der Regionalentwicklung. Über die Sach-, Bau- und Investitionsausgaben schaffen Universitäten Beschäftigungs- und Einkommenseffekte bei Unternehmen in der Region. Ihre Personalausgaben und die Ausgaben der Studierenden kurbeln die Nachfrage und dadurch ebenfalls Beschäftigungs- und Einkommenseffekte an. Die Wissens- und Absolventenproduktion einer Universität beeinflusst über unendlich viele Wirkungsrunden die regionale Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit. Es ist in erster Linie eine hochwertige Ausbildung, die einer Person das Wissen vermittelt, mit dem diese später weiteres Wissen in der beruflichen Tätigkeit in einem Unternehmen, einer eigenen Firma oder in der Öffentlichen Verwaltung generiert und zur Wettbewerbsfähigkeit und zum Wohlstand einer ganzen Region beiträgt. In der Frage der Finanzierung einer Universität ist es natürlich von Interesse, diesen Nutzen zu quantifizieren. Dies betrifft einerseits die sofortigen Rückkopppelungseffekte auf Steuern (über Ausgaben und Beschäftigungseffekte), andererseits den langfristigen wirtschaftlichen Nutzen für eine Region über unendlich viele Wirkungsrunden. Dieser ergibt sich daraus, dass eine Region von ihren Generationen von Universitätsabsolventen durch Steuern, Unternehmensgründungen, Arbeitsplatzschaffung und Steigerung der regionalen Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit generell profitiert. Diese Studie widmete sich in erster Linie den kurzfristigen Effekten, die aufgrund ihrer guten Berechenbarkeit hier
auch mehr Platz einnehmen. Es wurden jedoch auch die langfristigen Effekte auf die Region thematisiert und über die Absolventenverbleibsquote annäherungsweise behandelt. Die regionalwissenschaftliche Perspektive betrachtet den regionalwirtschaftlichen Nutzen einer Universität in einer langfristigen Dimension und damit grundsätzlich anders als die in den folgenden Kapiteln vorgenommene Analyse im Einjahres-Budgetzeitraum.
Die in Zusammenarbeit mit der Bildungs-, Sport- und Kulturdirektion des Kantons Basel- Landschaft, des Erziehungsdepartements des Kantons Basel- Stadt und der Universität Basel erstellte Studie ermittelte also für das Untersuchungsjahr 2002 folgendes:
- die Kosten, welche den Staatshaushalten (Kanton Basel- Stadt, Kanton Basel-Landschaft, Kanton Aargau, Kanton Solothurn, übrige Kantone, Bund und im Ausland) durch die Universität Basel entstanden sind
- die Nachfrageeffekte, welche durch die Sach-, Investitions- und Bauausgaben sowie durch die Ausgaben des Personals und der Studierenden der Universität Basel (ohne Klinische Medizin) in den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft (welche zusammen die Hochschulregion bilden), im Kanton Aargau, im Kanton Solothurn, in den übrigen Kantonen und im Ausland wirksam wurden
- die regionalökonomischen Einkommenseffekte über mehrere Wirkungsrunden, welche durch die Ausgaben der Universität Basel in der Hochschulregion in den verschiedenen Wirtschaftszweigen entstanden
- die regionalökonomischen Beschäftigungseffekte, die sich in der Hochschulregion ergaben
- die Einnahmen der Staatshaushalte durch die Universität Basel in Form von direkten und indirekten Steuern
- den Saldo der Effekte (Kosten abzügl. Einnahmen der Staatshaushalte).