Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03336.jsonl.gz/214

- 26.07.2007
- Sudan / Darfur
Mehr als ein Fünftel der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu genügend Trinkwasser. In der regenarmen Krisenregion Darfur ist die Situation besonders zugespitzt. Die Menschen, häufig Kinder, laufen oft stundenlang, um Wasser zu holen – das dann meist verschmutzt ist. Ein erfolgreiches Projekt der Glückskette hat nun zahlreiche Brunnen wieder instand gestellt oder neu gebohrt. Das saubere Trinkwasser versorgt nicht nur ein Grundbedürfnis der kriegsversehrten Bevölkerung, sondern hilft auch, Epidemien zu vermeiden.
Der blutige Konflikt in Darfur hat seit dem Jahr 2003 über 200'000 Menschen das Leben gekostet und 2 Millionen zu Flüchtlingen gemacht. Durch die bewaffnete Gewalt, die systematische Zerstörung der Infrastruktur und die massiven Vertreibungen fehlt es den Menschen an der grundlegendsten Versorgung – insbesondere auch an sauberem Wasser. Die Glückskette hat deshalb in den letzten zwei Jahren ein Projekt der Caritas finanziert, das eine grosse Zahl von Brunnen wieder instand gestellt oder neu gebohrt hat.
Die Mitarbeitenden vor Ort haben über zwanzig Brunnen von Hand gegraben und mit Handpumpen versehen. Ebenso sind 72 Tiefbrunnen neu gebohrt worden. Diese konnten Wasservorräte erreichen, die ansonsten nicht zugänglich gewesen wären. Weil die Zusammenarbeit mit der lokalen Dorfbevölkerung so erfolgreich war, waren die Projektmitarbeiter in der Lage, 33 bestehende, aber defekte Bohrlöcher zu reparieren – 29 mehr als ursprünglich geplant. Kontrollen stellten bei jedem Brunnen sicher, dass das gewonnene Wasser sauber ist.
Des Weiteren finanzierte die Glückskette den Bau von Handwaschanlagen und Latrinen in Schulen und Gesundheitszentren, aber auch an weiteren öffentlichen Orten wie etwa dem Dorfmarkt. An Versammlungen informierten sich die Menschen, wie eine Latrine zu benützen ist und wie sie durch Händewaschen Krankheiten vermeiden können. Wichtig war vor allem auch, der Bevölkerung zu zeigen, wie sie das saubere Trinkwasser vor Verunreinigungen schützen können.
Revidiert werden musste die Absicht, ein Wasserverteilsystem mit einer unterirdisch installierten Pumpe zu erstellen. Das ungenügende Instrumentarium und die kriegerischen Unruhen verunmöglichten den Bau. Als Alternative kamen die Mittel weiteren dringend benötigten Wasserstellen und Tiefbrunnen zu.
Das Projekt der Glückskette war erfolgreich und hat Tausende von Menschen mit dem notwendigen Trinkwasser versorgt. Der Konflikt in Darfur besteht jedoch trotz internationaler Bemühungen weiter; vielen Menschen fehlt es immer noch an der grundsätzlichen Versorgung mit Unterkunft, Wasser, Nahrung und medizinischer Hilfeleistung. Die Glückskette setzt deshalb ihre Unterstützung fort.