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Themen
Prostata
Gutartige Prostatavergrösserung
Mit zunehmendem Alter vergössert sich die Prostatadrüse bei jedem Mann, das Wachstum ist hormonell gesteuert. Symptome einer solchen gutartigen Prostatavergrösserung sind plötzlicher Drang zum Wasserlösen oder Warten bis zum Miktionsbeginn, zweizeitiges Wasserlösen, oder schwacher Harnstrahl. Etwa 50% der Männer im Alter von 50 Jahren und 80% der Männer im Alter von 80 Jahren berichten über solche Beschwerden. Als Komplikationen bilden sich Restharn (unvollständiges Wasserlösen) mit Infektionen oder Steinbildungen, Blutbeimischung im Urin oder Harnverhalt. Therapeutisch kommen in einer ersten Phase milde medikamentöse Hilfen (Phytotherapeutika), dann Alpharezeptorenblocker oder bei steigendem Restharn oder Beschwerden die chirurgische Therapie zum Einsatz. Operativ können heute die Grosszahl der gutartigen Prostataleiden durch die Harnröhre operiert werden mit der klassischen Elektroresektion, Laser- oder Wärmeverfahren. Nur selten muss noch eine offene („grosse“) Prostataoperation durchgeführt werden. In jedem Fall verbleibt das Prostatakapselgewebe, weshalb ein späterer Prostatakrebs nicht ausgeschlossen werden kann. Sexuelle Lust und Erektionsfähigkeit bleiben nach einem operativen Eingriff für die gutartige Vergrösserung intakt, der Samenerguss geht jedoch in die Blase während dem Orgasmus („plaisir sec“).
Prostatakrebs
In der Schweiz werden pro Jahr ca.3500 Prostatakarzinome neu diagnostiziert, 1600 Männer sterben im gleichen Zeitfenster am Prostatakrebs. Das Prostatakarzinom ist die zweithäufigste krebsverursachte Todesursache. Die Früherfassung eines Prostatakarzinomes ist Voraussetzung für Heilung. Ab dem Alter von 50 Jahren wird eine PSA-Bestimmung und Abtastung der Prostatadrüse als Vorsorgeuntersuchung empfohlen. Die Prostatagewebsentnahme sichert einen Krebsverdacht. Nicht jedes Prostatakarzinom muss behandelt werden, das behandlungsbedürftige Karzinom muss aber rechtzeitig diagnostiziert sein. Die kurativen Therapieverfahren Radikale Prostatektomie, LDR-Brachytherapie und Externe Hochvolttherapie bieten beim klinisch lokalisierten Prostatakarzinom vergleichbar gute Heilungsschancen. Zur Zeit entwickelt sich unter den operativen Verfahren die laparoskopische roboterassistierte Prostatektomie am schnellsten. Das Resultat jeder Behandlung hängt von der Erfahrung des Behandlungsteams beziehungsweise des Chirurgen ab.