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«Die Blonde mit den schwarzen Augen», John Banville alias Benjamin Black, Kiepenheuer & Witsch
Den Hut tief in der Stirn, ein Whiskey-Glas in der Hand, eine Fluppe und flotte Sprüche auf der Lippe - so kennen wir Philip Marlowe. Die Verfilmungen der Chandler-Krimis mit Humphrey Bogart prägten unser Bild des coolen Privatdetektiven nachhaltig. Sieben Mal liess Raymond Chandler seinen Marlowe ermitteln, das letzte Mal 1958. Jetzt lässt der irische Schriftsteller und Booker-Preisträger John Banville alias Benjamin Black den Privatschnüffler auferstehen, kettenrauchen, coole Sprüche klopfen, einer schönen Klientin verfallen und in den Sumpf des Verbrechens im Los Angeles der Fifties eintauchen. Banville trifft den Ton des Originals so perfekt, dass Chandler selbst wohl staunen würde. Stephen King lobte: «Als würde ein alter, tot geglaubter Freund plötzlich den Raum betreten». Welch eine Auferstehung! John Banville hat übrigens die Erlaubnis der Chandler-Erben, die Figur des Marlowe wiederzubeleben, da ist nix geklaut.
«Der Fall Moriarty», Anthony Horowitz, Insel
Eine Wiederbelebung erfährt auch Professor Moriarty, der Widersacher von Sherlock Holmes. Der geistige Vater der beiden Superhirne, Sir Arthur Conan Doyle, liess den Ermittler und den Bösewicht anno 1891 bei den Reichenbachfällen bei Meiningen aufeinandertreffen, beim Zweikampf stürzte Moriarty zu Tode. Ende einer langen Feindschaft. 123 Jahre später lässt nun Anthony Horowitz den Showdown anders ausgehen, diesmal überlebt Moriarty. Und er plant, mit dem US-Supergangster Clarence Devereux zusammenzuspannen und ein transatlantisches Verbrechernetz aufzuziehen. Dies um jeden Preis verhindern will Inspector Jones von Schottland Yard, ein glühender Verehrer von Sherlock Holmes und dessen Methode der Deduktion. So wie Holmes seinen Watson als Gehilfe hatte, so hat Jones den Pinkerton-Detektiven Chase an seiner Seite. Aber vielleicht ist auch alles ganz anders. Anthony Horowitz schafft es, den legendären Figuren und der viktorianischen Epoche neues Leben einzuhauchen und Krimi-Liebhaber komplett in den Bann zu ziehen. «Der Fall Moriarty» ist übrigens nicht Horowitz' erster «Sherlock-Holmes»-Krimi, aber sein bester (alle beim Verlag Insel erschienen).