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| Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Schutzschrift gegen die Arianer (Apologia contra Arianos [seu Apologia secunda])

65.
Obschon nun selbst Ischyras Dieß schriftlich erklärt hatte, so verbreiteten sie gleichwohl wieder überall diese Anklage und brachten sie sogar vor den Kaiser Constantin. Dieser hatte bereits zuvor von dem Kelche in Psamathia in unserer Gegenwart vernommen und die Verleumdungssucht der Feinde verurtheilt und schrieb an den Censor Dalmatius in Antiochia, in Betreff des Mordes Untersuchung einzuleiten. Der Censor schrieb daher an mich, ich sollte zur Vertheidigung gegen die Anklage meine Vorkehrungen [S. 137] treffen. Obschon ich nun Anfangs, weil ich wußte, daß sie nichts Wahres sagten, mich nicht rührte, so schrieb ich gleichwohl, da der Kaiser aufgeregt war, nach Empfang dieses Schreibens an meine Amtsgenossen in Ägypten und sendete einen Diakon hin, weil ich in Betreff des Arsenius Nachrichten einholen wollte. Denn ich hatte den Mann seit fünf bis sechs Jahren nicht gesehen. Kurz, um nicht Das alles ausführlich zu erzählen, es wurde in Erfahrung gebracht, daß Arsenius versteckt sei, Anfangs in Ägypten, später erfuhren die Unsrigen auch wieder, daß er sich in Tyrus verborgen halte. Und in seltsamer Weise gestand er nicht einmal, als man ihn gefunden hatte, daß er Arsenius sei, bis er vor dem Richterstuhl des Paulus, des damaligen Bischofs von Tyrus, überführt wurde und beschämt weiter nicht mehr läugnete. Das aber that er, weil er dem mit den Eusebianern geschlossenen Vertrage nachkam, damit nicht, wenn er gefunden war, ihre Komödie dann in Nichts zerflöße, wie es auch geschehen ist. Denn als ich an den Kaiser schrieb, daß Arsenius gefunden sei, und ihn an das erinnerte, was er in Psamathia in Betreff des Priesters Makarius gehört hatte, ließ er die richterliche Untersuchung des Censors einstellen, sprach in einem Schreiben gegen die Verleumdungssucht unserer Feinde das Verdammungsurtheil und hieß die Eusebianer, die in feindlicher Absicht gegen uns auf einer Reise nach dem Morgenlande begriffen waren, zurückkehren. Daß sie mich nun beschuldigten, als hätte ich den Arsenius getödtet, genügt es, um nicht alle von Vielen an mich gerichteten Briefen hier anzuführen, nur den des Bischofs Alexander von Thessalonich zu bringen; denn aus diesem kann man sich auch von denen der Übrigen ein Urtheil bilden. Dieser nun schrieb, da er wußte, was Archaph, der auch Johannes1 heißt, gegen uns in Betreff des Mordes verbreitet hatte, und da er Kenntniß erhalten hatte, daß Arsenius lebe, wie folgt:
[S. 138] Dem geliebten Herrn und Sohne, dem gleichgesinnten Amtsgenossen Athanasius, der Bischof Alexander Gruß im Herrn.
1: Bischof von Memphis. Siehe das Verzeichniß der melitianischen Bischöfe und Kleriker, K. 71.