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Untertitel: Little JCs Draht zu einer Blues-Legende
Es war einer jener Momente, die ein Leben verändern. Louisiana Red war auf der Bühne des Fri-Son angesagt, und Jean-Claude Bovard alias Little JC wollte sich bereits beim Sound-Check keinen Ton des Altmeisters entgehen lassen. In der Nacht zuvor habe er kein Auge zugetan, sagt Bovard: Er hatte sich fest vorgenommen, Louisiana Red zu fragen, ob er nicht beim Sound-Check mitspielen dürfe.
Gesagt, getan. Und Louisiana Red lud Bovard nicht nur beim Sound-Check zum Mitspielen mit der Harmonika ein, sondern auch gleich beim Konzert an jenem Abend im Jahre 1989 und sogar für die laufende Tournee. Louisiana Red gab dem jungen Freiburger gleich noch einen bluesigen Bühnennamen: «Little JC».
Das Harmonikaspielen hatte Little JC von seinem Vater und seinem Onkel gelernt, dazu berieselte ihn sein älterer Bruder mit British Blues. Endgültig durchgerüttelt habe es ihn, als er zwei Alben von Sonny Boy Williamson und Sonny Terry gekauft habe. Fortan haftete Little JC die Etikette des traditionellen Blues der Fünfzigerjahre an, obwohl er sagt, seine Arrangements seien überhaupt nicht «vieux-style».
Über zehn Jahre baute der Musiker seine eigene Band auf, lebte seit dem 20. Lebensjahr nur noch für die Musik. Zwei CDs liessen auf eine kometenhafte Karriere hoffen. Louisiana Red fragte die «Little JC Band» vor vier Jahren gar an, mit ihm ein Album aufzunehmen und auf Tournee zu gehen.
Doch just in diesem Moment kam der grosse Knick. Unter den Musikern seiner Band zeichneten sich verschiedene Interessen ab. Der Schlagzeuger Salvatore Lombardo wechselte zu Bonny B. «Der Schlagzeuger ist das Rückgrat einer Blues-Band», sagt Little JC, und der Abgang jenes Schlagzeugers, den er über zehn Jahre aufgebaut habe, habe ihm «den Boden unter den Füssen weggezogen».
Forstwart und One-Man-Band
Einen neuen Schlagzeuger vermochte er nie mehr aufzubauen, so dass der Blueser plötzlich ohne Band dastand. Mittlerweile verheiratet, wollte Bovard nicht mehr Zeit, Geld und Kredit verlieren und seine Zukunft aufs Spiel setzen.
So begann er eine Lehre als Forstwart und bestritt seine raren Konzerte als One-Man-Band mit Harmonika, Gitarre, Gesang und Schlagzeug. «Alleine bin ich immer noch jemand», sagt er trotzig.
Der Kontakt von Louisiana Red mit seinem Freiburger «Göttibub» blieb all diese Zeit erhalten. Little JC durfte immer wieder mal mit der «lebenden Bibliothek des Blues» durch die europäischen Länder touren. Beim letzten Mal musste ihm Little JC aber eine Absage erteilen: «Es ging nicht wegen meiner Lehrabschlussprüfung.»