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Eure Musik klingt sehr minimalistisch, aber in einem positiven Sinn. Ist das Absicht?
Wir wollten die CD nicht überproduzieren und einen gewissen Minimalismus drauf haben. Es ist viel zu einfach, Dinge hinzuzufügen. Platz, auch jener zwischen den Noten, ist etwas schönes. Wir wollten das Album nicht verschmutzen. Es sollte minimal und rau klingen.
Du hast mal gesagt, dass eure Musik die Frauen zum Weinen und Tanzen bringen soll. Gibts an euren Konzerten viele Tränen?
Es gibt Leute, die an unseren Konzerten weinen. Aber diese Aussage sollte nur vereinfachen, dass die Besucher an unseren Konzerten viele Emotionen erleben können. Wir wollten auch keine CD aufnehmen, zu der die Leute auf und ab hüpfen. Die sollen ein breites Spektrum an Emotionen erleben mit unserer Musik.
Es gab ein Gerücht, dass dein Partner bei ‚She Wants Revenge‘, ‚Adam 12‘, früher bei der Crossover-Band Powerman 5000 spielte.
(kriegt einen Lachanfall) Ich kann dir versichern, dass er mit dieser Band nichts zu tun hat.
Aber wie ist es zu diesem Gerücht gekommen?
In den Sechzigern gab es in L.A. eine TV-Show namens ‚Adam 12‘. Und mein Adam hat seinen DJ-Namen vor vielen Jahren aus diesem Polizei-Drama genommen. Offenbar gab es aber auch jemanden bei Powerman 5000, einer Band, deren Musik wir uns nie angehört hätten, der diesen Namen ausgewählt hat. So einfach ist das Gerücht entstanden. Das ist ziemlich dämlich…
Eure Band ist von Limp-Bizkit-Frontmann Fred Durst entdeckt worden. Wie kams dazu?
Ein sehr guter Freund von mir, mit dem ich aufgewachsen bin, hatte eine Band, die von Fred unter Vertrag genommen wurde. Er fragte uns also eines Tages, ob wir bei Fred vorspielen könnten. Und als der uns zum ersten Mal musizieren hörte, war er sehr mitgenommen und wollte uns unbedingt unter Vertrag nehmen.
Très chic: Phoenix rocken mit französischem Accent!
Wie kommt eine französische Band auf die Idee, ein englisches Album in Deutschland aufzunehmen?
Deck: Ich bin der Einzige, der wirklich Franzose ist. Die anderen in der Band stammen aus unterschiedlichen Orten.
Thomas: Das Album nahmen wir in Berlin auf, weil wir möglichst weit weg von zuhause sein wollten und möglichst frei sein wollten. Wir haben die Songs auch dort geschrieben.
Deck: In Berlin ist alles freier, nicht so wie in Paris. Das hat uns stark begeistert.
Euer aktuelles Album heisst ‚It’s Never Been Like That‘. Wie war es früher und wie ist es heute?
Thomas: Es war eine sehr schnelle Erfahrung. Hinzu kamen viel Druck und Erwartungen. Unsere Idee war deshalb, ohne einen einzigen Song die Arbeiten fürs neue Album anzufangen und dieses in drei Monaten aufzunehmen. Das haben wir umgesetzt und mit dem Resultat sind wir sehr glücklich.
Ihr sollt dafür bekannt sein, zu Posen während euren Auftritten.
Thomas: Wirklich?
Deck: Das ist das erste Mal, dass ich das höre…
Ihr hört offenbar manchmal auf zu Spielen und steht regungslos auf der Bühne…
Thomas: Es gibt Momente, in denen du vor Leuten spielst und du merkst, wie stark die Leute ein Konzert verändern können. Dank Tricks wie diesen realisieren die Konzertbesucher, wie wichtig sie bei einem Konzert sind. Wir können vor jeder Art Publikum ein gutes Konzert spielen. Für ein sehr gutes Konzert muss das Publikum aber mit uns sein.
Hätte Frankreich das Finalspiel an der Fussball-WM gewonnen, wenn sich die Spieler vor dem Match einen Song von euch angehört hätten?
Thomas: Ich denke schon. Zidane sollte unsere Musik hören. Das Problem beim französischen Team ist, dass sie I Will Survive als Teamsong haben. Etwas von Phoenix wäre besser für sie.
Welchen Song würdest du ihnen ans Herz legen?
Thomas: Run Run Run oder allenfalls I’m An Actor. Aber I Will Survive war schrecklich!
Rockmusiker mit Bart. Das Archie Bronson Outfit zeigt sich auf dem Album Derdang Derdang in Hochform – dank schlechter Laune!
78s: Archie Bronson Outfit und Derdang Derdang sind spezielle Namen. Wofür stehen sie?
Sam The Cardinal: Das ist schwierig zu sagen. Hoffentlich sind es Titel, die für diese Sachen stehen, an die wir glauben. Sie können auch für all die anderen grossartigen Bands stehen, denen wir in den letzten Jahren begegnet sind.
Eure Bärte. Sind die ein Statement oder nur ein modisches Accessoire?
Die sind einfach das Gegenteil von nichts. That’s it.
Was war die letzte Sache, die du „dead funny“ fandest?
Als Gordon Brown neue nukleare Raketen für uns kaufen wollte.
Bei eurem Label Domino sind auch die Arctic Monkeys untergebracht. Seid ihr froh, dass ihr nicht so gehypet werdet?
Yes! Definitely! Ein Hype kann wirklich eine zwiespältige Angelegenheit sein. Wir fühlen uns wohler, nicht gehypet zu werden.
Während eures Auftrittes am Greenfield Festival hatte ich den Eindruck, dass vier mies gelaunte Herren auf der Bühne stehen. Stimmt das?
Es gibt tatsächlich einen Teil in uns, der so ist. Aber natürlich gehen da auch andere Dinge ab. Wir wollten, dass auf Derdang laute und wütende, mit leichteren und lockereren Momenten gemixt werden. Das sind jene Parts, in denen die Beats und Girls ins Spiel kommen. Du kannst nicht die ganze Zeit damit verbringen, schlecht gelaunt zu sein.
Ihr seid auf eigene Faust von Zürich nach Interlaken gefahren. Kommen solche Aktionen öfters vor bei euch?
Wir machen das gerne so. Manchmal bringen uns Freunde an die Konzerte, aber meistens fahren wir selber. Viele Bands verschwenden ihr Geld für solche Dinge. Und die meisten Bands machen nicht viel Geld.
Laut Pressemitteilung, die hier gestern eingetrudelt ist, ist Myrto, Ex-Frontfrau von Subzonic selig, die ein neues Soloalbum veröffentlicht („Die mit O“, Sony BMG, 11. August), „für Interviews und alles andere zu haben“. Das ist nett, aber nein, danke.
Das Facts enerviert sich in der Ausgabe vom 13.7. in „Verführer im Jugendzentrum“ ganz gräuslich über den interaktiven (Musik)Treffpunkt MySpace. Facts-Autor Philip Wegmüller argumentiert, dass MySpace quasi der marketingstretegische Wolf im Jugendkaffe-Schafspelz ist. Dass also Marketingstrategen MySpace ausnützen, um für ihre Künstler heimlich zu werben. „Where’s the point“, ist man geneigt zu fragen. Strategisches Marketing wurde nicht von MySpace erfunden. Kapitalismus und auch die Jugendindustrie nicht. Diese fragwürdige Schlussfolgerung evoziert aber der Artikel. Viel eher sollte man sich darüber freuen, dass die Plattenindustrie endlich gemerkt hat, dass der private Musikkonsum in Zukunft mehrheitlich auf dem und durch das Web stattfinden wird. Klassische Medien verlieren in diesem Bereich nicht nur ihre Thematisierungsrolle, sondern auch die wirtschaftliche Funktion. Daher rührt wohl auch die etwas bornierte Facts-Kritik.
Ich will ja niemandem zu nahe treten…
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Hier gibt’s noch das Video zur Single.