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Neue Leitung für das Béjart Ballet Lausanne
Im Rahmen eines Audits wurden beim Béjart Ballet Lausanne (BBL) «schwerwiegende Probleme» aufgedeckt. Wie der Stiftungsrat am Freitag mitteilte, werden die Führung der Kompanie revidiert und eine neue Stelle eines Generaldirektors geschaffen.
Im Rahmen eines Audits wurden beim Béjart Ballet Lausanne (BBL) «schwerwiegende Probleme» aufgedeckt. Wie der Stiftungsrat am Freitag mitteilte, werden die Führung der Kompanie revidiert und eine neue Stelle eines Generaldirektors geschaffen.
Mitte des Jahres wurde bekannt, dass der Stiftungsrat eine Lausanner Firma mit der Überprüfung des gesamten BBL (Unternehmen und Schule) beauftragt hat. Dem Entscheid war unter anderem ein wirkungsloses Audit vorausgegangen, das in Auftrag gegeben wurde, nachdem das Béjart-Ensemble schon vor Jahren schwere Vorwürfe gegen Direktor Gil Roman erhoben hatte. Die Rede war von Mobbing, Vetternwirtschaft, Demütigung und sexueller Belästigung, wie damals Radio Télévision Suisse (RTS) berichtete.
Im Rahmen des jetzigen Audits wurden 70 Mitglieder des BBL, also fast alle Mitarbeitenden, und 47 ehemalige Mitarbeitende anonym befragt, wie Solange Peters, Präsidentin des Stiftungsrats, am Freitag vor der Presse in Lausanne erklärte. In dem Schlussbericht wird von einer «Verwirrung der Rollen in der BBL» gesprochen. Und davon, dass die Verteilung der künstlerischen und administrativen Zuständigkeiten schlecht definiert sei. Ziel ist nun eine bessere Rollenverteilung und eine klarere Abgrenzung der beiden Zuständigkeitsbereiche.
Gil Roman bleibt, neuer Direktor kommt
Gil Roman, dessen kreative Qualitäten nicht in Frage gestellt werden, kann seine Aufgabe als Choreograph und Ballettdirektor fortsetzen, allerdings mit spezieller Unterstützung und unter Aufsicht. Das Audit beschreibt ihn als «sensibel, scharfsinnig und anspruchsvoll», aber auch als «vulgär, impulsiv, wütend und beleidigend». Künftig wird der künstlerische Leiter in enger Zusammenarbeit mit dem neuen Ballettmeister, Eric Camillo, wirken
Der Stiftungsrat, der auf einen Mangel an Kontrolle und Ausgewogenheit innerhalb der Leitung hinwies, hat ausserdem die Stelle eines Generaldirektors geschaffen. Diese Person wird die gesamte Institution, einschliesslich der Ecole-Atelier Rudra Béjart, leiten und extern gesucht. Ausserdem wird es neu eine Personalleiter-Stelle geben.
Der Stiftungsrat hat im Weiteren beschlossen, rasch «kleine», aber «sehr wichtige» Massnahmen für einen besseren Alltag der Mitglieder des Unternehmens zu ergreifen. Diese umfassen einen besser strukturierten Arbeits- und Ferienplan, die Konsolidierung des Gesundheitsplans, eine Null-Toleranz-Politik für Alkohol- und Drogenkonsum und unangemessenes Verhalten sowie eine Überprüfung der Lohnpolitik.