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Village-Neuf, der ursprüngliche Gemüsegarten von Basel, ist heute mit Huningue und St-Louis zusammengewachsen und bildet im Norden Basels eine Verdichtungszone mit zunehmender Verstädterung.
Etwas zur Geschichte
Bevor der Rhein durch Tulla begradigt und teils kanalisiert wurde, lag Village-Neuf oder Neudorf auf einer Rhein-Insel. Der Gemeindebann war Teil der Rheinauen, eines ursprünglich amphibischen Gebietes mit Rheinarmen, Altwassern und Sümpfen. Der Fischteich Quackery ist Teil eines solchen Rheinaltarms.
1679 wurde die Festung Hüningen als «Porte de France» im Auftrag von Louis XIV. durch Vauban erbaut. Deshalb mussten 1684 die Bewohner von Huningue, veranlasst durch ein königliches Dekret, ins neue Dorf, eben Village-Neuf, umsiedeln. Damals wurde die Siedlung noch «Bourg Neuf d’Aoust» genannt. Den heutigen Namen erhielt die Siedlung erst 1704.
Der einstige Gemüsegarten von Basel verschwindet
Village-Neuf war für seinen Gemüseanbau, ganz speziell für seine Spargeln weitherum bekannt.Die im Lauf der Jahrtausende durch den Rhein abgelagerten feinen Sande und der 50–100 Zentimeter mächtige Schlamm bildeten ideale Voraussetzungen für den Gemüseanbau. Ein Grossteil dieses Gemüses wurde in Basel an Marktständen und durch fahrende Händler verkauft. Ein französisch-schweizerisches Grenzabkommen von 1938 erlaubte den Gemüsehändlern aus dem Elsass sogar eine zollfreifreie Einfuhr der Gemüseprodukte.
1980 nahmen Gemüsekulturen rund 96% der Nutzfläche ein, was 430 Hektar entspricht. Heute finden sich kaum mehr Gemüsebauern und dieser einst so wichtige Landwirtschaftszweig verschwindet mehr und mehr. Ursache ist hauptsächlich der ab 1970 erfolgte Wandel der lokalen Wirtschaft mit dem Errichten der Industriezone am Rhein nördlich der Palmrainbrücke. Diese Industrie, aber auch die (chemische) Industrie in Huningue und in Basel, schufen viele Arbeitsplätze. Ausserdem bot der nahe EuroAirport in zunehmendem Mass Arbeitsmöglichkeiten an.Heute ist der Druck auf die Gemüsefelder durch das Siedlungswachstum gross. Immer mehr ehemalige Gemüsefelder werden durch Einfamilienhäuser überbaut. Village-Neuf ist ein Beispiel für einen schnellen und intensiven Kulturlandschaftwandel.
Heute ist der Druck auf die Gemüsefelder durch das Siedlungswachstum gross. Immer mehr ehemalige Gemüsefelder werden durch Einfamilienhäuser überbaut. Village-Neuf ist ein Beispiel für einen schnellen und intensiven Kulturlandschaftswandel.
INFOBEST - INFOrmations- und BEratungsSTelle
In der ehemaligen Zollanlage bei der Palmrainbrücke ist die Informations- und Beratungsstelle INFOBEST PALMRAIN beheimatet. Sie wurde von 12 staatlichen und kommunalen Stellen einschliesslich der drei privatrechtlich organisierten Regiogesellschaften der Länder Deutschland, Frankreich und der Schweiz geschaffen und am 1. Juli 1993 offiziell eröffnet. Im Zentrum der Informationsvermittlung stehen Fragen in Zusammenhang mit der Mobililtät wie Arbeitssuche, Rechtsfragen und Sozialversicherungen.