Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03264.jsonl.gz/399

Mit einem Super-Puma-Helikopter der Luftwaffe lässt sich so eine Fläche von rund 70 km2 innerhalb von rund drei Stunden lückenlos vermessen.
Im Rahmen des diesjährigen Messprogrammes wurden turnusgemäss die aargauischen Kernkraftwerke Beznau und Leibstadt sowie das Paul Scherrer Institut in Würenlingen überflogen und ein Umkreis von jeweils rund 20 km überpfüft. Messflüge wurden zusätzlich in der Gegend des ehemaligen Versuchsreaktors Lucens (VD) durchgeführt. Flüge über den Neat-Aushubstollen Sedrun (GR) und Amsteg (UR) sowie im Tessin nördlich von Locarno und westlich des Monte Ceneri rundeten das Messprogramm 2000 ab.
Die Auswertung der Messflüge ergab keine Überraschungen. In der Umgebung der Kernkraftwerke wurden nirgends erhöhte Werte gemessen. Im Gegenteil: Die Ortsdosisleistung (Mass für die Beurteilung des Risikos durch ionisierende Strahlung pro Zeiteinheit) liegt in der Umgebung der aargauischen Kernkraftwerke deutlich unter dem schweizerischen Durchschnitt. Dies wurde aber auf Grund der geologischen Verhältnisse in diesem Gebiet auch erwartet.
Im Rahmen des Messprogrammes 2000 wurden erstmals die Neat-Aushubstellen in Amsteg und Sedrun überflogen. Die Messungen zeigten für den Aushub Radioaktivitätswerte in der gleichen Grössenordnung wie sie natürlicherweise auch in der Umgebung der Baustellen gefunden werden. Die Messungen der Aushubstellen wurden von Geologen angeregt, da die Neat nahe der Wurzelzone des Piz Giuv durchführt. Dieser gilt auf Grund seiner Gesteinszusammensetzung als radioaktivster Berg der Schweiz.
Die Auswertungen des diesjährigen Messprogrammes im Tessin zeigte wiederum Spuren von Cäsium-137-Ablagerungen. Dieses Cäsium wurde nach dem schweren Unfall im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl im Jahre 1986 im Tessin abgelagert. Die Cäsiumwerte liegen aber alle in der Grössenordnung wie sie auch in den jährlichen Berichten "Umweltradioaktivität und Strahlendosen in der Schweiz" vom Bundesamt für Gesundheit publiziert werden.
Quelle
Pressemitteilung NAZ vom 29. Juni 2000