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In seinem neusten Dokumentarfilm geht Heinz Bütler in London der Kultur der asiatischen Immigrantinnen aus Indien, Pakistan, Bangladesh und Sri Lanka nach. Dabei konzentriert er sich auf fünf Kulturschaffende, die alle aul ihre Art die englische Kultur mit derjenigen des indischen Subkontinents zu verbinden suchen: die Choreografin Shobana Jeyasingh, die Tanz als interkulturelle Sprache versteht; der behinderte Schriftsteller Firdaus Kanga, der nach diskriminierenden Erfahrungen in Indien das tolerantere London als Befreiung empfindet; der Rap-Musiker und Begründer des Plattenlabels Nation, Aki Nawaz, der jungen westlichen Menschen die Musik des indischen Subkontinents auf seine Art näher bringen will ; der traditionelle Bhangra-Musiker Channi Singh, der auf indischen Hochzeiten und Festen spielt, sowie der Theaterregisseur Jatinder Verma, der 1968 wie viele Inder aus Kenya vertrieben wurde und nach London auswanderte, wo er, wie er sagt, mit den anderen Emigranten am Aufbau des neuen Englands mitarbeitet.
Alle fünf erzählen auf spannende Weise von ihren Erfahrungen, von ihrer Arbeit und ihrem Alltag. Dabei setzen sie sich einerseits mit ihrer eigenen Vergangenheit und Kultur, anderseits mit der englischen Zivilisation und Gesellschaft auseinander und nehmen dabei verschiedene Standpunkte ein: Während sich Singh besonders im alten Teil des indisch geprägten Viertels Southall zu Hause fühlt, dort, wo man alles erhält, was cs im Punjab gibt, wollte die Choreografin Jeyasingh bewusst nie so leben, als hätte sie ihr Dorf in Asien nicht verlassen.
Formal geht Bütler assoziativ und impressionistisch vor: Totalen von der Stadt und Aufnahmen von Fahrten durch indisch anmutende Strassen, in der U-Bahn oder übers englische Land werden mit Bildern aus dem Alltag der Gefilmten zusammengeschnitten. So beobachtet man etwa Jeyasingh bei ihrer Arbeit, begleitet man Kanga ins Restaurant, sieht man Nawaz in seiner Plattenfirma oder Singh beim Spielen auf einer Hochzeit. Dieses assoziative Vorgehen birgt allerdings die Gefahr in sich, dass die Bilder oft willkürlich, ohne innere Notwendigkeit aneinander geschnitten scheinen. Alles in allem hätte etwas mehr formale Stringenz über die Bebilderung der Aussagen einer multikulturellen Gesellschaft hinausgeführt.