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10 Millionen Exemplare des Toyota Land Cruiser wurden seit 1951 produziert und in über 190 Ländern verkauft – auch in Länder, die es heute gar nicht mehr gibt.
Seit fast 70 Jahren nun schon wird eines der legendärsten Offroad-Fahrzeuge hergestellt. Der Land Cruiser ist ein wahres Monument der Zeit. Ob Afrika, Asien, Australien – kein Erdteil, in dem man ihn nicht reparieren könnte oder Teile für ihn findet.
Das Offroad-Urgestein führt im Vergleich zum Land Rover Defender oder Jeep Wrangler ein eher unglamouröses Leben, eher ein Schattendasein als Arbeitstier im Alltagseinsatz. Dabei hätte der Land Cruiser jeden Grund zum Champagner verspritzen; aktuell feiert Toyota 10 Millionen produzierte Land Cruiser. Wir gratulieren.
Jährlich verkauft sich der Offroad-Toyota noch immer über 400’000 Mal. Davon können andere Hersteller nur träumen. Hier ein kleiner Abriss über die Geschichte des Klassikers.
Angefangen hat alles 1951. Wie die meisten Offroad-Fahrzeuge wurde auch der Toyota BJ (ursprüngliche Bezeichnung) eigentlich fürs Militär konzipiert, aber nicht militärisch eingesetzt. Vielmehr fand der robuste Toyota-Offroader Einsatz als ziviles Nutzfahrzeug.
1955 kam mit dem BJ2 bereits die erste grundlegende Überarbeitung des „Land Cruiser BJ“ raus, die klar auf den zivilen Einsatz ausgerichtet war. Die Serien BJ, J2 und J3, begründeten den Ruf der Unzerstörbarkeit des Geländewagens. 1958 begann Toyota den Land Cruiser in die USA zu exportieren. Mit riesigem Erfolg – man wollte mehr. Vor allem mehr moderner Komfort, auch im Geländewagen.
Bei der Entwicklung des Land Cruiser J4 griff Toyota auf modernisierte Fertigungstechniken und verbesserte Materialien zurück. Die Absatzzahlen kletterten am Ende der Produktion auf über 1,5 Millionen Fahrzeuge. Noch heute gehört der J4 in vielen Erdteilen zum Strassenbild.
Toyota präsentierte 1967 mit dem J5, parallel zum Land Cruiser J4, eine neue, eigenständige Baureihe: Den „Land Cruiser Station Wagon“.
Der J5 war ebenfalls voll Offroad tauglich. In Amerika bekam der J5 den Spitznamen „Moose“ (Elch), er wurde aber auch „Iron Pig“ genannt. Nach 14 Jahren und 113’000 Exemplaren endete die Produktion des J5 im Juli 1980.
Noch heute weinen Offroad-Fans diesem Auto nach: Der grosse Land Cruiser wurde zur Legende – nicht zuletzt wegen seines starken Dieselmotors, der als unzerstörbar gilt.
1989 lief die Produktion nach 406’700 produzierten Exemplaren aus.
Anfang der Achtziger hatte der J4 schon über 20 Jahre auf dem Buckel. Das zuverlässige, haltbare und gleichzeitig günstige Arbeitstier bekam eine grundlegende Überarbeitung. Tadaa: Der nicht minder legendäre J7 ist entstanden.
Ein komplett neu entwickelter Station Wagon kam 1990 mit der Baureihe J8 auf den Markt. Das Topmodell bot Platz für fünf bis zehn Passagiere. Innen ging es noch luxuriöser zu und her: Lederausstattung, Klimaanlage sowie elektrisch verstell- und beheizbare Vordersitze.
1996 kam der Nachfolger der J7 Baureihe, der J9, zu den Händlern. Hierzulande hiess er Land Cruiser 90. Komfort und Fahrvergnügen spielten eine immer grössere Rolle. Trotzdem blieb der Land Cruiser 90 ein waschechter Offroader.
Wer an Hilfswerke denkt, hat vor dem geistigen Auge den Land Cruiser 100. Tatsächlich waren die Vereinigten Nationen sowie Hilfsorganisationen grosse Abnehmer. Der Station Wagon ging 1998 an den Start, die Produktion endete im Jahr 2007.
In vielen Ländern wird die zwischen 2002 und 2009 produzierte Baureihe als Land Cruiser 120 bezeichnet. Erstmals verfügte der Land Cruiser über eine elektronische Berganfahr- und Bergabfahrkontrolle.
Elektronik hilft im Gelände – je mehr, desto besser. Mit der “Crawl Control” kann der Fahrer im seit 2009 gebauten J15 sogar die Füsse von den Pedalen nehmen; auf Knopfdruck übernimmt die Elektronik das Gas und die Bremse.
Der Land Cruiser V8 oder Land Cruiser 200, wie die fünfte Generation auch bezeichnet wird, löste 2008 den Vorgänger J10 ab. Seit 2015 ist der grosse Land Cruiser in der Schweiz nicht mehr erhältlich.
Und was bringt die Zukunft? Egal welcher Antrieb es werden wird: Den Land Cruiser wird uns noch ein Weilchen begleiten.