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Die älteste Monarchie Europas reicht bis zu den Wikingern zurück. Im Jahr 935 bestieg Harald Blauzahn den dänischen Thron – und 35 Jahre später schnappte er sich auch den norwegischen. Die dänische Monarchie war gut darin, sich anderswo einzuschleichen. 1863 wurde etwa Christian IX. König, dessen Heiratspolitik ihm den Spitznamen «Schwiegervater Europas» einbrachte. Eine seiner Töchter war mit dem britischen König verheiratet, eine weitere ehelichte den russischen Zaren, eine heiratete den Kronprinzen von Hannover, ein Sohn war König von Griechenland und der Jüngste war mit der französischen Prinzessin verheiratet. Der Enkel des Königs, Christian X., hätte jedoch die dänische Monarchie fast bachab geschickt. Denn er mischte sich in die Politik ein – ein No-Go für die parlamentarische Monarchie. Er kam mit einem blauen Auge davon. So war das Parlament bei seinem Sohn Frederik IX. so nett, die Thronfolge-Regelung zu ändern, damit dessen Tochter übernehmen konnte. Seit 50 Jahren sitzt Margerethe II. nun schon drauf. An Nachfolgenden mangelt es nicht: Ihre Söhne Frederik und Joachim.
Als Christoph Kolumbus 1492 Amerika entdeckte, war Spanien eines der einflussreichsten Reiche. Der Habsburger Karl V. (auch Carlos I. genannt) regierte das Land zur absoluten Blütezeit. 1665 bestieg mit Carlos II. der letzte Habsburger den Thron – mit gerade mal vier Jahren. Als Erwachsener war der Regent richtig unbeliebt und starb 1701 kinderlos. Schon standen Europas Adelige in den Starlöchern. Durchsetzen konnten sich die französischen Bourbonen, die auch heute noch auf dem spanischen Thron sitzen. Doch in der Zwischenzeit ist viel passiert: Mehrere Könige mussten abdanken oder ins Exil flüchten. Etwa während des Spanischen Bürgerkriegs, der mit dem Sieg des Generals Franco endete. Nach 16 Jahren ohne Monarchie wurde Spanien 1947 wieder zum Königreich – ohne König. Bis der General 1948 Juan Carlos I. als Regenten bestimmte. Der junge König schaffte die Diktatur ab und Spanien wurde zur parlamentarischen, also repräsentativen Monarchie. Doch sein guter Ruf hielt nicht bis ins Alter: Nach Skandalen und einem Shitstorm rund um eine Grosswildjagd dankte er 2014 zugunsten seines Sohnes Felipe VI. ab.
Die berühmteste aller Königsfamilien ist nicht so britisch, wie du gedacht hast. Aber der Reihe nach: Auch wenn die Monarchie viel weiter zurückreicht. Die Promis unter den britischen Royals sind die Tudors um Henry VIII. oder Elizabeth I., die 1558 den Thron bestieg. Das war die, die ihre Widersacherin und Cousine Mary Stuart verhaften und hinrichten liess. Als die «jungfräuliche Königin» 1603 starb, ging die Krone aber (Überraschung!) an Mary’s Sohn James I. 1714 stellte das deutsche Haus Hannover den König – weil laut dem «Act of Settlement» nur Protestanten ein Anrecht darauf hatten. Glück für George I. Und auch George V., der 1851 König wurde, stammte aus einem deutschen Haus – dem Haus Sachsen-Coburg-Gotha. Während des Ersten Weltkrieges war der deutsche Bezug nicht mehr gern gesehen. Also änderte der König den Namen zu «Windsor». Sein Sohn Edward VIII., der nach ihm übernahm, gab das Amt kurz darauf an seinen Bruder Georg VI. weiter. Weil er sich in eine bürgerliche und geschiedene Frau verliebt hatte. 1952 kam dann sie ins Spiel: Queen Elizabeth II. Diesen September starb die Monarchin aller Monarchinnen nach 70 Jahren auf dem Thron. Und der «ewige Prinz» tritt als Charles III. in riesige Fussstapfen.
Weisst du, wieso die holländischen Nationalmannschaften Orange tragen? Die Königsfamilie ist schuld. Diese gehört nämlich dem Haus Oranien-Nassau an. Das entstand im 15. Jahrhundert durch die Verbindung des französischen Fürstentums «Orange» und des deutschen Herzogtums «Nassau». Doch die Könige und Königinnen der Niederlande stellt das Haus erst seit 1815. Der Weg dahin war steinig: Machtkämpfe, blutige Auseinandersetzungen und Aufstände waren an der Tagesordnung. 1890 bestieg mit Königin Wilhelmina erstmals eine Frau den niederländischen Thron und das änderte sich auch so schnell nicht mehr. Auf sie folgten nämlich ihre Tochter Juliana und deren Tochter Beatrix I. Seit 2013 regiert hingegen wieder ein Mann: Willem-Alexander. Doch auch jetzt stehen wieder einige Frauen in der Pipeline. Mit seiner Frau Maxima hat der König nämlich drei Töchter. Übrigens: Das niederländische Königshaus gilt als das reichste Europas – man spricht von Milliarden!
Gegründet wurde das schwedische Königreich im Jahr 1000. Doch 1389 verlor das Land seine Unabhängigkeit – an die dänische Krone. Erst 1521 kann sich Schweden unter dem Adligen Gustaf Wasa aus der dänischen Herrschaft befreien. Genau, Wasa, wie das Knäckebrot. Zwei Jahre später wurde er König. Bis ins 17. Jahrhundert regierte diese Dynastie – mit dem ein oder anderen «Gustav» an der Macht, bis Gustav III. einem Attentat zum Opfer fiel. Nachfolger wurde sein Onkel Karl XIII. Weil dessen Sohn wiederum bei einem Unfall umkam, musste er einen neuen Stammhalter finden. So adoptierte er Jean Baptiste Bernadotte, einen französischen Marschall Napoleons, der 1818 als Karl XIV. Johan zum König gekrönt wurde. Bis heute sind die schwedischen Könige Nachkommen des Hauses Bernadotte. Erst 1980 wurde im Zuge der Gleichberechtigung von Frau und Mann das Thronfolgegesetz geändert. Damit wird Prinzessin Victoria, die Erstgeborene des amtierenden Königs Carl XVI. Gustaf, nach ihrem Vater übernehmen.