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MPEG-2
Kategorie
Videoformate
Abkürzung
MPEG-2
.mpg, .mpeg, .m2v
video/mpeg
x-fmt/386
Titel
Moving Picture Experts Group 2
Versionen
aktuelle Version: 1 (erschienen 2000, erste Veröffentlichungen 1994)
Es existieren sechs verschiedene Profile und vier Levels. Die wichtigsten für die Archivierung sind Main Profile
und IMX 4:2:2 Profile
.
Beschreibung
MPEG-2 ist ein Codec und Containerformat, das primär für die Komprimierung von Video- und Audioinhalten auf DVD-Videos und für das digitale Fernsehen entwickelt wurde. MPEG-2 verwendet Chromadownsampling, diskrete Kosinustransformation und temporale Komprimierung. Es existieren 6 unterschiedliche Profile
, in welchen die Komprimierung festgelegt ist. Die Komprimierung ist je nach Profil nicht unbedingt verlustbehaftet. In 4 Levels
wird die Samplingrate, also die Aufnahmequalität festgelegt. Die Notation dafür ist Profil@Level (MP@ML: Main Profile @ Main Level, für DVD-Videos).
Eine bekannte Untergruppe von MPEG-2 ist IMX
(Interoperability Material Exchange Format) mit dem Profil 4:2:2 P@ML. Durch das Fehlen der temporalen Komprimierung ist hier ein Videoschnitt an beliebiger Stelle problemlos möglich. IMX wird vor allem im Broadcastingbereich verwendet und ist der Nachfolger des Digital-Betacam-Formats von Sony.
Das Format kann als Archivformat empfohlen werden, sofern nicht nur unkomprimierte Formate in Betracht gezogen werden; insbesondere wenn die Videoinhalte bereits auf DVD vorliegen. Durch die grosse Verbreitung der DVD eignet es sich gut als Format für die Benutzung.
Bewertung
MPEG-2 ist als ISO-Standard offen dokumentiert.
Das Format ist mit unzähligen Patenten versehen. Es sind in der Regel Lizenzgebühren für Applikationen zu entrichten, die MPEG-2 verwenden.
Als DVD-Format ist MPEG-2 weit verbreitet. IMX ist ein verbreitetes Broadcasting Format
In den meisten Profilen ist MPEG-2 eine verlustbehaftete Komprimierung Die temporal Komprimierung erschwert den Videoschnitt. Die diskrete Kosinustransformation ist der Wavelet-Komprimierung bezüglich Artefakte unterlegen, vgl. dazu MJPEG2000
und MPEG-4
.
Es existieren verschiedene Implementierungen für MPEG-2.
Durch die Datenkompression
wird eine recht hohe Speicherdichte erreicht.
Durch Anwenden eines entsprechenden Codec (Decoder Software) auf den Video Stream lässt sich die korrekte Codierung verifizieren. Für die Übertragung eingebaute error correction
Mechanismen würden die Überprüfung erleichtern, Fehlertoleranz und automatisches Recovery in der Decodersoftware schwächt aber die Aussagekraft der Verifizierung.
Chromadownsampling, diskrete Kosinustransformation, Lauflängenkodieurng und temporale Komprimierung ergeben eine hohe Komplexität mit entspechenden Problemen beim Videoschnitt oder beim Konvertieren in andere Formate.
Metadaten werden unterstützt.
Das Format wird in archivischen Empfehlungen gewöhnlich erwähnt, sofern Datenkompression
akzeptabel ist.
MPEG-2 hat kein besonders hohes Potential mehr und wird vom qualitativ überlegenen MPEG-4
abgelöst. DVD-Video wird Zug um Zug von Streaming Video abgelöst.
MPEG-2 ist zur Zeit ein in weitem Gebrauch stehendes Format (DVD-Video).
Fazit
Im Licht der allgemeinen Ausführungen zu Video
sollen MPEG-2-Dateien, die dem Archiv angeboten werden, vorläufig nicht in ein anderes Format konvertiert werden. Das Format kann als archivtauglich gelten. Die Lizenzsituation ist allerdings unbefriedigend, jedoch nicht beunruhigend.
Referenz
ISO/IEC 13818-1:2000: Information technology — Generic coding of moving pictures and associated audio information: Systems
http://www.iso.org/iso/en/CatalogueDetailPage.CatalogueDetail?CSNUMBER=31537
[kostenpflichtig]
Literatur
Chiariglione, Leonardo: Short MPEG-2 description, 2000
http://www.chiariglione.org/mpeg/standards/mpeg-2/mpeg-2.htm
Verbindungen
MPEG-4