Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03159.jsonl.gz/619

MI, 17. April 2019, 19.30 Uhr, Kongresshaus Biel
DO, 18. April 2019, 19.30 Uhr, Heiliggeistkirche Bern
Elodie Kimmel, Sopran
Maria Riccarda Wesseling, Alt
Sébastien Droy, Tenor
Hans-Jürg Rickenbacher, Tenor
Bertrand Duby, Bass
Wolf Latzel, Bariton
Vital Julian Frey und Jürg Brunner, Continuo
Ensemble Vocal Erguël
Vokalensemble ardent und Suppléments musicaux
Philippe Krüttli, Einstudierung Chöre
Sinfonie Orchester Biel Solothurn
Kaspar Zehnder, Dirigent
PROGRAMM
Johann Sebastian Bach: Matthäus-Passion, BWV 244
Bachs Matthäus-Passion ist so monumental wie intim. In andächtiger Konzentration versammeln sich Interpreten und Publikum am Kreuz und knien nieder vor der vielleicht allergrössten Musik der Geschichte.
Photos: Sabine Burger / TOBS
Elodie Kimmel studierte Gesang am Konservatorium in Genf, in London sowie am CNIPAL Marseille. In den vergangenen Saisons war sie u.a. als Erste Dame («Die Zauberflöte»), als Annabelle in der Uraufführung «L'homme qui s'efface», als Barena in «Jenůfa», als Flora in «The Turn of the screw», als Luigia in «Viva la Mamma» sowie als Annina «La Traviata» zu sehen. Im Herbst 2012 debütierte sie in der Rolle der Cléone in «Medea» von Charpentier am Théâtre des Champs-Elysées, begleitet vom Concert d'Astrée, Regie führte Pierre Audi. In Krzysztof Warlikowskis «Medea»-Inszenierung sang sie die Rolle der Dircé unter der Leitugn des Dirigenten Christophe Rousset mit dem Orchester Les Talents Lyriques. 2013 verkörperte Elodie Kimmel die Syrinx in «Isis» von Lully sowie Aréthuse in Actéon von Charpentier an den Opern Dijon und Lille sowie die Titelrolle in «Hippolyte und Aricie» an der Oper Versailles unter der Leitung von Dirigent Raphaël Pichon. 2014 war sie als Ellen in «Lakmé» an der Oper Toulon zu sehen und trat im «Lobgesang» von Mendelssohn mit dem Orchestre de l’Opéra de Rouen Haute-Normandie auf.
Ihren internationalen Durchbruch feierte sie 2006 an der Opéra national de Paris, wo sie kurzfristig am Premierenabend für Susan Graham in der Titelpartie von Glucks Iphigénie en Tauride in der Minkowski/Warlikowski-Produktion einsprang. In den vergangenen Jahren feierte sie große Erfolge mit der Titelpartie in Henzes Uraufführung Phaedra, die sie in Berlin, Brüssel und London sang. Zu ihrem weiteren Repertoire gehören u.a. Hedwig in Offenbachs Rheinnixen, Malaspina in Sciarrinos Luci mie traditrici, Bianca in Zemlinskys Florentinischer Tragödie, Metella in Offenbachs La Vie parisienne, Pèlerin in Kaija Saariahos Oper L’Amour de loin (Regie: Peter Sellars), Giulietta in Les Contes d’Hoffmann, Orlofsky in Die Fledermaus, Irma in Peter Eötvös’ Le Balcon und Hermione in Grétrys Andromaque in Paris, bei den Schwetzinger Festspielen und am Festival de Radio France. 2013/14 ist Maria Riccarda Wesseling u.a. am Teatro Real Madrid und an der Opéra national de Paris als Orphée in der Pina Bausch Inszenierung von Orphée et Eurydice zu erleben. An der Oper Stuttgart singt sie erneut Marguerite in Fausts Verdammnis.
Der französische Tenor Sébastien Droy studierte am Conservatoire National de Musique in Paris bei Mireille Alcantara. 2003 erhielt er den ersten Preis für Gesang am Conservatoire National de Musique de Paris. Er hat einen Master-Abschluss in Musikwissenschaft der Sorbonne, ein CAPES (Certificate of Eignity for Teaching Study) und einen ersten Preis für chromatischen Bass Akkordeon des Konservatoriums von La Courneuve. Er spielte als Schauspieler-Sänger in Noémie Lowskys Les Sentiments und sang in Lille in einer lyrischen Kreation von Graciane Finzi.
Hans-Jürg Rickenbacher, in Biel/Bienne geboren, studierte Gesang, Gitarre und Schulmusik an der Hochschule für Musik der Stadt Basel. Nach dem Schweizer Opernstudio folgten diverse Studienpreise, Meisterkurse und Privatunterricht bei Nicolaï Gedda, Stockholm und Margreet Honig, Amsterdam. Sein breites Repertoire für «schlanke Stimme» deckt die Sparten Oper, Oratorium und Lied seit jeher gleichmässig ab und reicht von Monteverdi bis zu zeitgenössischer Musik. Gastspiele brachten ihn in viele Theater, Opernhäuser und Konzertsäle in ganz Europa, im Nahen Osten, in Nord- und Südamerika, zu renommierten Orchestern mit namhaften Dirigenten und Regisseuren. Seit 1999 unterrichtet er an der Musik-Akademie Basel und seit 2010 leitet er eine Berufsklasse für Sologesang an der Hochschule Luzern. Hans-Jürg Rickenbacher ist Präsident der EVTA.CH, des Schweizer Verbands der Gesangslehrenden.
Bertrand Duby erlernte zunächst das Klavierspiel. Neben seinem Studium der Ingenieurswissenschaften entdeckte er die Welt des Operngesangs sowie seine Bass-Stimme, die ihm 2009 einen Studienplatz am Conservatoire de Bordeaux ermöglichte. Interessiert an Chorleitung nahm er Kurse bei Eduardo Lopes. Seit dessem Gründung ist Duby Teil des barocken Vokalensembles «Les Ornements» unter Alexis Duffaure. Sein Debüt auf der Opernbühne gab er 2014 mit der Compagnie der Opéra Bastide in den Rollen des Zuniga sowie als Sarastro. In der Saison 16/17 debutierte er an der Monnaie in Brüssel in Strauss’ «Capriccio» als Diener sowie in Wagners «Lohengrin» als ein Edler. Seit 2014 studierte er an der Chapelle musicale Reine Elisabeth bei José van Dam.
Der Bariton Wolf Latzel studierte in Düsseldorf an der Robert-Schumann-Hochschule. Erste Engagements führten ihn u.a. an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf, die Dortmunder Oper und ans Festspielhaus Baden-Baden. Zu seinem breiten Rollenspektrum gehören Partien wie Papageno («Die Zauberflöte»), Graf Almaviva («Le nozze di Figaro»), Graf Danilo («Die lustige Witwe»), Eugen Onegin, Kurwenal («Tristan und Isolde») oder Henry Higgins («My Fair Lady»). Neben seiner Tätigkeit auf der Opernbühne widmet er sich auch intensiv dem Konzertfach. Neben einer Vielzahl von Kantaten und Messen sang er «Die Schöpfung» und «Die Jahreszeiten» von Haydn, den «Elias» von Mendelssohn sowie den «Messiah» von Händel.
Vital Julian Frey gilt heutzutage als einer der gefragtesten Cembalisten, Kammermusiker und Ensemble-Leiter. Seine Ausbildung erhielt er bei Christine Schornsheim und Robert Hill, prägende Einflüsse hatten auch Christophe Rousset und Gustav Leonhardt. Technische Souveränität und ein hohes musikalisches Niveau sind ebenso seine Markenzeichen wie eine überzeugende Bühnenpräsenz und ein persönlicher Kontakt zum Publikum. Als Solist ist er u.a. bei Lucerne Festival, Bachfest Leipzig, Menuhin Festival Gstaad, Bachwochen Thüringen, Les Muséiques Basel und Mozartfest Würzburg aufgetreten. Mit seiner erfolgreichen Konzerttätigkeit leistet er einen entscheidenden Beitrag, das Cembalo in der klassischen Musikszene neu zu positionieren.
Kaspar Zehnder hat in Bern, Basel, Paris und Siena Flöte und Dirigieren studiert und ist seit 2014 Chefdirigent des Sinfonie Orchester Biel Solothurn. Ab 2018 wird er dieselbe Position zusätzlich an der Philharmonie Hradec Králové/Tschechien antreten. Er ist seit 1999 Künstlerischer Leiter der Sommerfestspiele Murten Classics und seit seiner Gründung 2015 Künstlerischer Leiter des Festivals KlanGantrisch. 2005 bis 2008 war er Chefdirigent der Prager Philharmonie, 2004 bis 2012 Musikalischer Leiter am Zentrum Paul Klee in Bern. Neben seinen Verpflichtungen als Dirigent tritt Kaspar Zehnder nach wie vor als Flötist auf, Anfang 2016 hat er mit Magdalena Kožená, Sir Simon Rattle und Mitgliedern der Berliner Philharmoniker eine Kammermusik-Tournee quer durch Europa unternommen.
Das vor fünfzig Jahren gegründete Sinfonie Orchester Biel Solothurn nimmt einen wichtigen Platz in der Schweizer Musiklandschaft ein. In seinen Anfängen stark durch die Arbeit mit den Schweizer Dirigenten Armin Jordan und Jost Meier geprägt, wird das Sinfonie Orchester Biel Solothurn seit der Spielzeit 2012/13 von Kaspar Zehnder geleitet.
1974 von Maurice Baumann gegründet und seit 1992 von Philippe Krüttli geleitet, hat das Ensemble Vocal d'Erguël EVE so unterschiedliche Meisterwerke aufgeführt. Im Jahr 2000 wurde dem Chor die Auszeichnung «Fibule d’Alaric» für seinen Beitrag zum kulturellen Leben der Region verliehen.
Das Vokalensemble ardent und Patrick Secchiari begeistern seit 2009 mit innovativen und spartenübergreifenden Konzertprogrammen im ganzen Kanton Bern. Das Ziel sind musikalische Sternstunden auf hohem Niveau für ein neugieriges Publikum.
Das junge Berner Vokalensemble Suppléments musicaux formierte sich im Sommer 2012. Im reichen Berner Chorwesen möchten sich Suppléments musicaux als flexibles und agiles Ensemble positionieren und mit besonderen Programmen und Konzerten einen Beitrag zum hiesigen kulturellen Leben leisten.