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Projektbeschrieb
Wie soll ein Mensch, der nichts mehr hat, dessen Lebensfreude verstummt ist und kein Mut in sich verspürt, angesichts einer ungewissen Zukunft weiterkämpfen, um auf bessere Wege zu gelangen? Seit Beginn meines Langzeitprojektes im 2010 frage ich mich, was dagegen unternommen werden kann. Eine Antwort haben selbst die dutzenden Hilfskräfte vor Ort nicht. Eine simple, eindeutige Erklärung finde ich trotzdem. Die Menschheit schaut weg.
Die neusten Zahlen des jährlichen Obdachlosenbewertungsberichts des US-Ministeriums für Wohnungswesen und Stadtentwicklung zeigen aktuell in der Region von San Diego 9'160 Homeless. Die Zahl ist seit Jahren stetig steigend. Bei jeder Rückkehr in die südkalifornische Stadt während den letzten 7 Jahren spürte ich bezüglich der akuten Situation eine zunehmende Hilflosigkeit unter der Bevölkerung. Der neuste Ausbruch von Hepatitis A unter den Obdachlosen, was eine Erhöhung der Ansteckungsgefahr für die ganze Bevölkerung bedeutet, verschärfte die Situation zusätzlich.
Wie konnte es so weit kommen? Die Bevölkerung ist nicht genügend aufgeklärt. Die Regierung bewirkt durch ihre undurchsichtige und unkoordinierte Zusammenarbeit mit den Hilfswerken ein Desinteresse der Bevölkerung. Diese Gründe bewegten mich die Situation der Homeless in San Diego seit Jahren mit meiner Kamera zu verfolgen. Die neusten Bilder entstanden im August 2017, an einem Wendepunkt, an dem San Diego im Verhältnis zur Einwohnerzahl zur viertgrössten obdachlosen Bevölkerung der USA wurde. Schaut hin und verschliesst die Augen nicht weiterhin.