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Hartnäckige Luftmassengrenze
In diesem Blog beleuchten wir die kräftigen Niederschläge der zurückliegenden Nacht im Süden. Während tagsüber im Norden rasch kühlere Atlantikluft das Ruder übernahm, blieb in den Alpen und im Süden das Feuchteangebot grösser.
Kräftige gewittrige Niederschläge im Süden
Massgeblichen Anteil am heutigen Wettergeschehen hatte eine Luftmassengrenze, welche kühle Atlantikluft von feuchtwarmer und labiler Subtropikluft über dem östlichen Mitteleuropa trennte.
Bereits gestern Abend bzw. in der vergangenen Nacht bildeten sich südlich der Alpen in der labilen Subtropikluft wiederholt Schauer- und Gewitterzellen, die anschliessend mit der vorherrschenden südlichen Höhenströmung zur Alpenüberquerung ansetzten.
Als synoptischer Hauptakteur fungierte wie schon am Vortag ein Höhentief über Frankreich. Die Niederschlagsaktivierung erfolgte während der zurückliegenden Nacht durch einen an der Ostflanke des Höhentiefs nach Norden schwenkenden Teiltrog.
Die Hauptniederschlagsphase erstreckte sich über einen 12-stündigen Zeitraum bis um 9 UTC = 11 MESZ. Um den Splügenpass sowie im Bergell und stellenweise im Misox fielen 80 bis knapp 100 Liter Regen, welche gemäss Kantonspolizei Graubünden zu zahlreichen Behinderungen führten.
An der unteren Moesa in Lumino donnerten am frühen Morgen vorübergehend knapp über 600 Kubikmeter Wasser pro Sekunde talwärts. Ein Blick in die Auswertung des BAFU zeigt, dass es sich hierbei um ein 100-jährliches Ereignis handelt.
Von West nach Ost zunehmend sonnig
Die eingangs erwähnte Luftmassengrenze zeigte sich heute Vormittag über dem äussersten Osten hartnäckiger als noch gestern vorhergesagt. Es wurde früher Nachmittag, bis die schauerartigen Niederschläge sich ins Engadin zurückzogen.
Mit der frischen Atlantikluft lockerte im Norden von West nach Ost die Bewölkung rasch auf. Bei guter Fernsicht zeigten sich in der Folge nur wenige harmlose Quellwolken am Himmel.
In den Alpen und im Süden war die Atmosphäre weiterhin feuchter und labiler, was sich vor allem über den Bergen mit teils dichten Quellwolken manifestierte. Im Verlauf des Nachmittages bildeten sich lokale Schauer, die kurzzeitig auch von Blitz und Donner begleitet waren.