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Per 1. Juli 2020 war die Übernahme der europäischen Drohnenregulierung vorgesehen. Aufgrund der Coronakrise hat die EU-Kommission entschieden die Einführung um ein halbes Jahr auf den 1. Januar 2021 zu verschieben. Welche Auswirkungen hat die neue Drohnenregulierung?
Bis zum 1. Januar 2021 dürfen Drohnen mit weniger als 30 Kilogramm Abfluggewicht grundsätzlich ohne Bewilligung geflogen werden, sofern der Pilot stetigen Sichtkontakt zur Drohne hat. Die neue Verordnung der EU soll den Drohnenflug besser und vor allem einheitlicher regulieren. Sie sieht vor, dass Drohnen mit einem Gewicht von über 250 Gramm registriert werden und die Piloten eine Prüfung ablegen müssen. Der Test wird online durchgeführt und muss alle fünf Jahre erneuert werden.
Neue Einteilung der Drohnen
Die neue EU-Verordnung unterscheidet zwischen den drei Kategorien «offen», «speziell», «zulassungspflichtig». Für jede der Kategorie gelten unterschiedliche Bestimmungen. Diese Betriebsklassen unterscheiden sich hauptsächlich dadurch, wie nahe du an unbeteiligten Personen fliegen darfst. In der offenen Kategorie, die für die meisten Personen relevant ist, erhält jede Drohne eine Klasse von C0 bis C4. Die Klassen bestimmen die Betriebsmöglichkeiten (A1 bis A3) der Drohne.
A1: Drohnen der Kategorie C0 (unter 250 Gramm) und C1 (unter 900 Gramm). Das Überfliegen von Unbeteiligten ist grundsätzlich nicht erlaubt. Lässt es sich nicht vermeiden, ist der Überflug so kurz wie möglich zu halten.
A2: Drohnen der Kategorie C2 (900 Gramm bis 4 Kilogramm). Horizontaler Abstand von mindestens 30 Metern zu Personen ist einzuhalten. Falls die Drohne über einen Flugmodus für langsame Geschwindigkeit verfügt (10,8 km/h) kann der Abstand bis auf 5 Meter reduziert werden
A3: Drohnen der Kategorien C3 und C4 (4 bis 25 Kilogramm). Die Gefährdung Unbeteiligter muss nach vernünftigem Ermessen ausgeschlossen werden. Ein horizontaler Abstand von 150 Metern zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten muss eingehalten werden
Was geschieht mit meiner bisherigen Drohne?
Drohnen ohne Klassenmarkierung können weiterhin unter Auflagen weiterhin verwendet werden. In der Übergangsfrist, bis Ende 2022, dürfen bis Ende 2022 je nach Gewicht unter Einhaltung der folgenden Einsatzgebiete weiterbetrieben werden:
- Drohne ohne CE Siegel und/oder ohne Klassenmarkierung unter 500g
Ein Überflug über Menschenansammlungen ist verboten. Ausserdem sollte das Überfliegen von unbeteiligten Personen vermieden werden.
- Drohne ohne CE Siegel und/oder ohne Klassenmarkierung zwischen 500 g und 2 kg
Es darf bis 50 Meter an Personen herangeflogen werden
- Drohnen zwischen 2kg und 25kg ohne CE Siegel und/oder ohne Klassenmarkierung dürfen höchstens bis auf eine Distanz von 150m an Wohn-, Gewerbe-, Industrie- oder Erholungsgebiete herangeflogen werden.
Verfügt die Drohne über ein CE Siegel sowie eine Klassenmarkierung, kommen die normalen Regeln der Kategorie offen (Unterkategorie A1, A2 und A3) zur Anwendung.
Nach der Übergangsfrist gelten die Bestimmungen der EU-Verordnung für nichtkonforme Drohnen:
- Drohnen unter 250g dürfen in der Kategorie A1 betrieben werden
- Alle anderen Drohnen müssen in der Kategorie A3 betrieben werden.
Wie alt muss ich sein, um eine Drohne fliegen zu dürfen?
Die Schweiz setzt das Mindestalter in der offenen Kategorie auf 12 Jahre und in der speziellen auf 14 Jahre fest. Auch für diese Piloten gilt die Registrierungspflicht, sofern eine Drohne über 250g geflogen wird oder wenn die Drohne über eine Kamera, Mikrofon oder sonstigen Sensoren ausgestattet ist, die sich zur Erfassung von personenbezogenen Daten eignet.
Fazit
Die Übernahme der Drohnenregulierung schafft Transparenz und erleichtert den sicheren Betrieb von Drohnen durch einheitliche Regeln. Die zentrale Neuerung ist die Registrierungspflicht von Drohnen mit einem Fluggewicht unter und über 250g, welche mit einer Kamera ausgestattet sind, sowie die neuen Betriebskategorien und Klassifizierungen.
Das breite und steteig ausweitenden Einsatzgebiet von Drohnen, wie auch wir Drohnen für Video- und Fotoproduktionen zu Marketingzwecken einsetzen, bringt durchaus Änderungen und rechtliche Risiken mit sich. In diesem Sinne «fly safe».