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Ein Viertel will keine Kinder
Bislang wusste man wenig über diese Gruppe, die als «childfree» («kinderfrei») bezeichnet wird. Nun haben Forschende um die US-Psychologieprofessorin Jennifer Watling Neal in einer Studie untersucht, welche Eigenschaften kinderfreie Erwachsene aufweisen und wie zufrieden sie sind. «Die meisten Studien haben nicht die Fragen gestellt, die notwendig sind, um kinderfreie Personen von anderen Arten von Nicht-Eltern zu unterscheiden», schreibt die Forscherin. Gemäss der Sozialpsychologin können zu den «Nicht-Eltern» auch «Noch-nicht-Eltern» gehören (die planen, Kinder zu bekommen), sowie kinderlose Personen, die aufgrund von Unfruchtbarkeit oder ihren Lebensumständen keine Kinder bekommen konnten. In früheren Studien seien alle Nicht-Eltern in eine Kategorie geworfen worden, um sie mit Eltern zu vergleichen.
Um die Gruppe der kinderfreien Personen zu ermitteln, verwendeten die Forschenden Daten aus einer repräsentativen Stichprobe von 981 Erwachsenen aus dem US-Bundesstaat Michigan. Die Teilnehmenden füllten mehrere Skalen aus, die sich unter anderem auf ihre Lebenszufriedenheit und ihre Persönlichkeitsmerkmale bezogen. Anschliessend bewerteten sie auf einer Skala von 0 bis 100, was sie gegenüber Frauen und Männern empfinden, die keine biologischen oder adoptierten Kinder haben wollen. Schliesslich erfassten die Forschenden auch ihre demografischen Daten, darunter Informationen zu Ethnie, Geschlecht, Bildung, Alter, politischer Einstellung und Beziehungsstatus.
Nachdem die Forschenden ihre Ergebnisse auf diese demografischen Merkmale kontrolliert hatten, fanden sie keine Unterschiede in der Lebenszufriedenheit und nur geringe Unterschiede in den Persönlichkeitsmerkmalen zwischen kinderfreien Personen und Eltern, Noch-nicht-Eltern oder kinderlosen Personen. Allerdings fanden sie Unterschiede bezüglich ihrer politischen Einstellung: kinderfreie Personen stellten sich als liberaler denkend heraus als Eltern. Zudem zeigten diejenigen Personen, die nicht kinderfrei sind, wesentlich weniger Sympathie für kinderfreie Menschen.
Am meisten überrascht hat die Forschenden aber, wie viele kinderfreie Menschen es gibt. Mehr als eine von vier Personen in Michigan bezeichnet sich als kinderfrei. Dieser Anteil sei viel höher als der in früheren Studien eruierte Wert. Jene Studien, die einen Anteil von 2 bis 9 Prozent schätzten, stützten sich auf die Fruchtbarkeit, um kinderfreie Personen zu identifizieren. Die Forschenden konnten dank verbesserter Messmethode diejenigen Personen, die sich als kinderfrei bezeichnen, besser erfassen.