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Titus Toblers «Appenzellischer Sprachschatz». Eine Fundgrube aus dem Jahr 1837
‹Enzio› ist nicht nur der Vorname eines holländischen Fussballers, sondern auch ein geistiges Getränk. ‹Mockber› heisst frisch, lebhaft, quick und wohlig, und kennt als Steigerungsformen ‹möckberer› und ‹möckberis[ch]t›. Und ‹Galtlig› wird erstens gebraucht für ein grösseres Kalb, das entweder noch nicht oder erst seit kurzem zum ersten Mal trächtig ist, zweitens für ein Mädchen in den Pubertätsjahren und drittens als Neckname für einen Rechtobler …
All dies ist nachzulesen im Wörterbuch von Titus Tobler (1806–1877), das bei Google Books gleich mehrfach digitalisiert verfügbar ist. Der Vorderländer Arzt, Politiker, Forscher und Volkskundler gab 1837 eine Sammlung appenzellischer Sprichwörter, Redensarten, Rätsel, Lieder und Reime heraus, die auch von berühmten Zeitgenossen wie den Gebrüdern Grimm gelobt wurde.
Titus Toblers Appenzellischer Sprachschatz gilt bis heute als wichtiger Beitrag zur alemannischen und deutschen Mundartforschung.
Abbildung: Eintrag zum Lemma ‹Lötzel› in der Bedeutung von wenig, nicht viel, nicht zahlreich. >