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Frau Dr. Katharina Buser, Klinik Engeried, Bern, beantwortete Ihre Fragen:
Diese Antworten sind eine allgemeine Stellungnahme. Sie können nicht die persönliche Beratung durch eine qualifizierte medizinische Fachperson ersetzen. Soweit in einem Beitrag bestimmte Ärzte, Ärztinnen, Behandlungseinrichtungen oder Produkte genannt werden, dient dies nicht der Werbung oder stellt eine Empfehlung dar, sondern ist lediglich als Hinweis auf weitere Informationsquellen zu verstehen.
Einige Fragen und Antworten wurden in eine andere Landessprache übersetzt. Sollten Fragen oder Unklarheiten auftreten, wenden Sie sich bitte an die Fachberaterinnen vom Krebstelefon. Kostenlose Telefonnummer 0800 11 88 11 oder per E-Mail an <email-pii>
Frage von wastun:
Sehr geehrte Frau Dr. Buser,
vor einigen Monaten bekam ich die Einladung zu einer Mammographieuntersuchung. Ich habe bei Bekannten oft erlebt, dass die Untersuchung einen Befund ergab, der sich später aber als unbegründet herausstellte. Wie sinnvoll ist diese Untersuchung, wenn der Frauenarzt bei der jährlichen Krebsvorsorge nichts feststellt? In meiner Familie gibt es Brustkrebsvorerkrankungen (Oma, Tante). Ab wann würden sie eine Untersuchung empfehlen?
Antwort von Frau Dr. Buser: :
Guten Tag wastun,
Eine Mammographie ermöglicht es, einen allfälligen Brusttumor zu erkennen, bevor er ertastbar ist. Dank einer Früherkennung ist es in der Regel möglich, eine weniger entstellende Operation zur Entfernung der bösartigen Geschwulst durchzuführen. Ausserdem kann der Patientin eine Therapie vorgeschlagen werden, wenn sich der Tumor noch in der Anfangsphase seiner Entwicklung befindet.
Die Mammographiekontrolle sollte alle 2 Jahre im Alter von 50 bis 69 Jahren durchgeführt werden. Diese Empfehlung beruht auf der Tatsache, dass in dieser Altersgruppe der Brustkrebs am häufigsten auftritt und die Mammographie am wirkungsvollsten ist.
Aufgrund der obengenannten Empfehlung haben einige Schweizer Kantone das Mammographie-Screening-Programm eingeführt. Der Zweck dieses Mammographie-Screening-Programms ist die systematische, frühzeitige Erkennung eines allfälligen Brusttumors bei Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren, die keine Beschwerden oder Anomalien der Brust haben. Alle zwei Jahre werden alle in diesen Kantonen wohnhaften Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren zur einer mammographischen Untersuchung eingeladen. Die Teilnahme ist selbstverständlich freiwillig.
In Anbetracht Ihrer familiären Belastung könnten häufigere Früherkennungsuntersuchungen sinnvoll sein. Ihr Gynäkologe bzw. Ihre Gynäkologin ist eher in der Lage, dies zu beurteilen. Bitte besprechen Sie das weitere Vorgehen mit ihm bzw. ihr.
Wie alle diagnostischen Verfahren, birgt auch die Röntgenuntersuchung der Brust ein gewisses Risiko für falsch positive Ergebnisse. Solche „falsche Befunde“ sind sehr belastend für die betroffene Frau. „Fehlalarme“ kommen bei jungen Frauen häufiger vor und werden mit zunehmendem Alter seltener. Würden alle Mammographien in ausgewiesenen Brustzentren durchgeführt, würde die Anzahl falsch positiver Ergebnisse sinken.
Als Verständnis- und Entscheidungshilfe könnte Ihnen die beigelegte Broschüre
DIE MAMMOGRAPHIE eine Verständnis- und Entscheidungshilfe dienen.
Frage von "LIna":
Guten Tag Frau Dr. Buser,
ich leide unter einer zystischen Mastopathie. Ich habe Angst, dass sich aus den Zysten oder hinter den Zysten ein bösartiger Tumor bilden könnte, der trotz Mammograpie und Ultraschall nicht entdeckt wird. Besteht diese Gefahr? Danke für die Antwort und freundliche Grüsse LIna
Antwort von Frau Dr. Buser: :
Guten Tag LIna,
Die Mastopathie ist in der Regel eine gutartige Brustveränderung. Die Veränderungen können sich als Schwellungen, Knoten, Zysten und schmerzhaften Beschwerden äussern. Beim Abtasten der Brust lassen sich meist gut abgrenzbare, verschiebbare Knoten feststellen. Die Brust kann berührungs-empfindlich sein.
Wenn bei der Mastopathie die Drüsenzellen besonders wachsen, können sie vermehrt Flüssigkeit produzieren. Als Folge daraus entstehen dann häufig viele kleine Zysten. Diese Form der Erkrankung nennt man „zystische Mastopathie".
Je nach dem Ausmaß der Veränderungen in der Brust, unterteilt man die Mastopathie in drei Grade:
Grad 1: Vorliegen von vermehrten Bindegewebszellen und erweiterten Milchgängen, manchmal auch Zysten. Keine Neigung zur bösartigen Weiterentwicklung. Rund 70% aller Mastopathien fallen in diese Kategorie
Grad II: Vorliegen von gutartigen Zellwucherungen im Milchgangssystem. Gering erhöhtes Krebsrisiko. Rund 20% aller Mastopathien weisen diesen Grad auf.
Grad III: Vorliegen einer proliferierenden Mastopathie. Die Wucherung der Gewebszellen zeigt krankhafte (atypische) Zellveränderungen. Häufig liegen mehrere Herde in der Brust vor, in 30% der Fälle sind beide Brüste betroffen. Das Krebsrisiko ist erhöht. Rund 10% aller Mastopathien fallen in diese Kategorie.
Wenden Sie sich an Ihren Frauenarzt/ärztin und besprechen Sie mit ihm/ihr in welchem Stadium sich Ihre Mastopathie befindet und ob besondere Abklärungen nötig sind und in welchen Abständen die Kontrolluntersuchungen zu erfolgen haben.
Die Wahrscheinlichkeit, dass sich hinter einer Zyste ein bösartiger Tumor bildet, kann nicht ausgeschlossen werden. Ein erfahrener Radiologe kann bei einer Mammografie oder einem Ultraschall den Unterschied zwischen Zysten und einer Tumorerkrankung erkennen. Im Zweifelsfall müsste eine Biopsie gemacht werden. Besprechen Sie auch hier mit dem Facharzt das weitere Vorgehen.
Frage von Ingeborg:
In meinem histologischen Befund befindet sich u.a. die Diagnose "Fokale Lymphangiosis carcinomata" und "L1". Ein Onkologe und eine Chirurgin sagten mir, das sei angesichts der Tatsache, dass sowieso 2 von 15 operativ entfernten Lymphknoten von Tumorzellen befallen gewesen seien, ganz normal und nicht weiter von Bedeutung. In einem Internet-Lexikon habe ich aber die Bemerkung gefunden, eine “Lymphangiosis carcinomata" gehe in der Regel mit einer eher ungünstigen Prognose einher. Und in verschiedenen Einteilungen von Riskogrupppen wird Lymphangiosis stellenweise als Faktor aufgeführt, der die Heilungschancen mindere, und stellenweise nicht.
Können Sie mir sagen, ob es auch Lymphknotenbefall mit Tumorzellen OHNE L1/Lymphangiosis carcinomata geben kann, ob L1/Lymphangiosis carcinomata dasselbe wie eine Gefässinvasion ist und schliesslich, ob ich davon ausgehen muss, dass mein Befund "Fokale Lymphangiosis carcinomata" sich tatsächlich eher ungünstig auf die Prognose auswirkt? (49 J.) Danke.
Antwort von Frau Dr. Buser: :
Guten Tag Ingeborg,
Die Texte im Internet sind oft schwierig zu verstehen und nicht immer einfach zu interpretieren. Der korrekte Begriff lautet meiner Ansicht nach im Zusammenhang mit Ihrer Brustkrebsoperation „fokale Lymphangiokarzinomatose“ (L1) und bezeichnet die nur im Mikroskop sichtbare Invasion von Krebs-zellen in Lymphgefässe in der unmittelbaren Umgebung des Haupttumors in der Brust. Der Nachweis von Metastasen in 2/15 operierten Achselhöhlenlymphknoten ist tatsächlich ebenfalls eine sehr wichtige Information zur Beurteilung Ihrer Prognose, hinzu kommen aber noch andere Faktoren wie Tumorgrösse, Grading, Hormonrezeptoren und das Resultat des Hercep-Test, und natürlich auch Ihr Alter. Die endgültige Prognose und Empfehlung Ihrer Nachbehandlung kann deshalb nur in Kenntnis aller relevanten Faktoren festgelegt werden. Die Gesamtschau aller relevanten Faktoren ist entscheidend und nicht ein einzelner Faktor. Diese Faktoren, ihre Bedeutung in Bezug auf Ihre persönliche Prognose, und die daraus resultierenden Empfehlungen für die Nachbehandlung, kann Ihr Onkologe mit Ihnen besprechen.
Frage von AKI:
Gruezi Frau Buser,
Ich nehme seit ca 15 Monaten Arimidex. Leider steigen meine Cholesterinwerte dadurch. In der Zwischenzeit habe ich einen Wert von 8.0mmol/l. Ich nehme nun täglich noch 20mg Statin. Auch steigt mein Blutdruck von Normalwerten auf 140/100. Wobei vor allem der "untere Wert" sehr viel höher ist. Mein Arzt meint, wir sollten von Arimidex auf Tamoxifen wechseln. Wäre das sinnvoll? Ausser den oben beschriebenen und ein wenig Müdigkeit, habe ich sonst keine Nebenwirkungen.
Antwort von Frau Dr. Buser: :
Grüezi AKI,
Ob es für Sie sinnvoll ist, auf Grund der erhöhten Cholesterinwerte und dem erhöhten Blutdruck von Arimidex auf Tamoxifen zu wechseln, kann ich so nicht beurteilen, da mir zu wenig Informationen vorliegen. Insbesondere wäre es wichtig zu wissen, wie lange und was für genaue zusätzliche Massnahmen zur Senkung des Cholesterinspiegels durchgeführt werden, und zur Senkung des Bluthochdrucks unternommen wurden. Ihr Onkologe oder Ihre Onkologin kann dies sicher besser beurteilen.
Wenn bereits sämtliche Massnahmen zur Senkung des Cholesterinspiegels und zur Blutdrucksenkung durchgeführt werden und nicht zum Erfolg geführt haben, würde ich Ihnen eine Arimidexpause von 4 bis 8 Wochen vorschlagen. Sollten der Cholesterinspiegel und der Blutdruck danach weiterhin erhöht sein, müsste nach einer anderen Ursache für diese Probleme gesucht werden. Sollte sich der Cholesterinspiegel und der Blutdruck nach einer Arimidexpause normalisieren, dann würde ich Ihnen ebenfalls zu einem Wechsel zu Tamoxifen oder eventuell einem anderen Aromatasehemmer (Femara, Aromasin) raten. Es gilt aber zu bedenken, dass auch Tamoxifen und andere Aromatasehemmer nicht nebenwirkungsfrei sind.
Frage von akinom:
Bestrahlung trotz Ablatio
Guten Tag Frau Buser,
Meine rechte Brust wurde am 5.7. entfernt, seit 5.8. bin ich im 24-wöchigen Chemotherapieprogramm (Teil 1: Doxorubicin und Cyclophosphamid; Teil 2: Taxotere). Ab Mitte Januar wird mir eine Strahlentherapie (vermutlich 30x) empfohlen, wegen dem schmalen Schnittrand und den 2 befallenen von 16 entfernten Lymphknoten. Meine ÄrztInnen empfehlen lieber jetzt alle Massnahmen ausnutzen, damit ich nachher möglichst lange beschwerdefrei leben kann. Befürworten Sie auch eine Bestrahlung? Kann diese sehr differenziert durchgeführt werden? Braucht es immer 30 Tage, um einen Erfolg zu erzielen? Besten Dank für eine Antwort und mit herbstlichen Grüssen
Antwort von Frau Dr. Buser: :
Guten Tag akinom,
Sie fragen mich, ob ich eine Bestrahlung befürworte. Um diese Frage umfassend beantworten zu können, müssten die Befunde des Pathologen, welcher Ihren Tumor untersucht hat, vorliegen.
Die Empfehlung Ihrer Aerzte muss besondere Gründe haben (zum Beispiel: grosser Brusttumor, ausgedehnter Achselhöhlenbefall, Schnittränder nicht sicher tumorfrei und andere Gründe). Die Entscheidung, ob nach einer totalen Brustentfernung bestrahlt wird oder nicht, hängt also von vielen Faktoren ab. Eine genaue Beurteilung kann nur Ihre behandelnde Ärztin abgeben.
Allgemein kann gesagt werden:
Die Strahlentherapie gehört heute zu den Standartbehandlungen. Dabei wird darauf geachtet, dass der Patient die geeignete individuelle Behandlung bekommt. Um die Nebenwirkungen gering zu halten, wird die Gesamtdosis der Bestrahlung meist auf tägliche Einzeldosen ( 2 Gy pro Dosis) aufgeteilt und über einen Zeitraum von fünf bis sechs Wochen verabreicht. Meine Befürchtung ist, dass nach der Totaloperation wie bei Ihnen, das Strahlentherapieprotokoll wohl nicht verkürzt werden kann. In der Broschüre der Krebsliga Schweiz Die Strahlentherapie finden Sie weiterführende Informationen. Sprechen Sie Ihre Ärztin nochmals darauf an.
Frage von Luigi:
Guten Tag,
Ich heisse Luigi.
Vor 12 Jahren unterzog sich meine Ehefrau einer Brustoperation (Östrogen- und Progesteronrezeptorpositives Mammakarzinom, niedrige Replikationsrate, Quadrantektomie links mit Ausräumung von 22 Lymphknoten aus der linken Axilla, davon waren 8 Lymphknoten befallen). Radiotherapie und Chemotherapie, Tamoxifen für 5 Jahre. Regelmässige Nachkontrolluntersuchungen für 10 Jahre. Dann bestätigt der Onkologe, dass meine Frau wieder ganz gesund ist und dass von weiteren Nachkontrolluntersuchungen abgesehen werden kann. Leider beginnen nach einem Jahr die Ca 15-3 Werte anzusteigen (26 2007, 48 2009, 107 2010, 254 aktuelle Werte). Die anderen Marker alpha 1 fetoprotein, CA 19-9, CA 125, CEA, CTX, C reaktives Protein, TSH, FT4, Vit D3 (25 OH)) sind normal. Sonographie, Mammographie, TAC-PET, MRT, Szintigraphie ohne Befund. Was kann einen derart starken Anstieg des Ca 15-3-Wertes verursachen? Welche eingehendere Abklärungen sind notwendig? Gibt es eine Therapie, die eine Normalisierung dieser Werte bewirken könnte? Ich präzisiere: 2003 wurde bei meiner Frau ein Pigmentmal (Basaliom unter der linken Brust, keine adjuvante Therapie) und 2008 die Schilddrüse (aufgrund einer nodulären Hyperplasie (keine weiteren Behandlungen ausser Eutirox) entfernt. Danke.
Antwort von Frau Dr. Buser: :
Lieber Luigi,
Der langsame aber stete Anstieg dieses Tumormarkerwertes über 4 Jahre hinweg ist verdächtig auf einen späten Rückfall des vor 12 Jahren behandelten Brustkrebses. Da der Markeranstieg aber sehr langsam ist, können die Metastasen im Röntgen möglicherweise noch nicht entdeckt werden. Die von den Aerzten veranlassten Untersuchungen wurden alle sehr, sehr sorgfältig durchgeführt. Mehr kann man in dieser Situation leider nicht machen. Es empfiehlt sich diese Untersuchungen in regelmässigen Abständen, ca. alle 6-12 Monate zu wiederholen. Auch sollte sich Ihre Frau beim Arzt melden, falls zwischen den Kontrollterminen ungewöhnliche Beschwerden auftreten. Solange der Krebsrückfall nicht bewiesen werden kann mit diesen Zusatzuntersuchungen, und auch nicht tastbar ist, und sich Ihre Ehefrau gesund fühlt, sollte man von einer Behandlung abraten.
Frage von Wüsten:
Ich (39J) wurde operiert (Brust) und nächste Woche beginnt die Chemotherapie. Ich lebe in einer festen Partnerschaft, möchte aber keine Kinder. Wie soll ich verhüten? Soll ich die Pille weiter nehmen? Ich habe sie nur am Operationstag ausgesetzt. Danke für eine Antwort.
Antwort von Frau Dr. Buser: :
Guten Tag Wüsten,
Die Schwangerschaftsverhütung während der Chemotherapie müssen Sie unbedingt mit Ihrem behandelnden Onkologen besprechen und vor Start der Chemotherapie beginnen. Während der Chemotherapie sollten Sie auf keinen Fall schwanger werden, da die Chemotherapie den Embryo schwer schädigen könnte. Die Verhütung mit der Pille sollte man bei hormonabhängigem Brustkrebs unterlassen. Zudem könnte ein Teil des Wirkstoffs der Pille verloren gehen, wenn Sie wegen der Chemotherapie erbrechen müssten. Ein 100% Schutz ist demnach nicht mehr gewährleistet. Als Schwangerschaftsverhütung werden während der Chemotherapie in erster Linie kupferhaltige Intrauterinpessare (Spirale) empfohlen. Werden keine Kinder mehr gewünscht, kann die eigene oder die Sterilisation des Partners erwogen werden.
Am Besten besprechen Sie Ihr Anliegen mit Ihrem Gynäkologen oder Ihrer Gynäkologin, er oder sie kennt Ihre genaue Diagnose und kann Ihnen die für Sie geeignete Verhütungsmethode vorschlagen.
Frage von Brustaufbau:
Wer hat Erfahrung mit Brustaufbau? Wie ist es nach der OP? Ich habe zwei Möglichkeiten, mit Silikon oder Eigengewebe vom Bauch, kann mich aber nicht entscheiden, da ich niemanden kenne, der das eine oder andere schon gemacht hat. Mir wurde im März 2011 die ganze linke Brust entfernt, musste aber keine Chemo machen, sondern nehme nun 5 Jahre lang Medikamente.
Antwort von Frau Dr. Buser: :
Guten Tag Brustaufbau,
Sie stehen vor einer sehr schwierigen Entscheidung und suchen Frauen, die bereit sind, über Ihre persönlichen Erfahrungen mit der Brustrekonstruktion zu berichten.
Sie haben die Möglichkeit, sich bei Ihrer kantonalen Krebsliga nach Selbsthilfeorganisationen für brustoperierte Frauen zu erkundigen und/oder einen Aufruf im Krebsforum zu verfassen.
Ausserdem könnten Sie ein zusätzliches Beratungsgespräch mit dem onkoplastischen Chirurgen verlangen und sich die Pro und Contras beider Optionen im Detail erklären lassen.
Schliesslich haben Sie die Möglichkeit, eine Zweitmeinung einzuholen.
Die Broschüre der Krebsliga Schweiz Eine neue Brust? gibt Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Techniken zum Wiederaufbau der Brust.
Frage von madi:
Im März 2011 wurde bei einer Bekannten von mir, bei einer Mammografie in der linken Brust eine Gewebeveränderung festgestellt. Der Frauenarzt machte dann noch eine Ultraschalluntersuchung und stellte eine Gewebeverdickung fest. Seiner Meinung nach nichts bösartig, seiner Meinung nach reicht es wenn sie jährlich eine Kontrolle macht.
Da aber die Brust meiner Bekannten von Zeit zu Zeit empfindlich reagierte und sogar schmerzte hat sie sich entschlossen im Okt. wieder eine Untersuchung zu machen. Dabei bekam sie dieselbe Antwort wie beim ersten Mal. Meine Frage ist nun: Kann diese Gewebeverdickung später zu Krebs werden? Sie lässt sich jetzt halbjährlich untersuchen. Was meinen Sie dazu?
Vielen Dank für eine Antwort madi
Antwort von Frau Dr. Buser: :
Guten Tag madi,
Die meisten Gewebeveränderungen in der Brust sind gutartig. Der häufigste gutartige Tumor der Brust, das Fibroadenom, kommt vor allem bei jüngeren Frauen vor. Bei älteren Frauen findet man hingegen öfter eine so genannte Mastopathie, das heisst eine diffuse, knotige Veränderung, die manchmal beidseits zu zahlreichen Verhärtungen in der Brust führt.
Auch bei der Mastopathie kommt es zu ähnlichen Veränderungen der Drüsen und des Bindegewebes, die im Unterschied zum Fibroadenom jedoch meist diffus in der Brust verteilt sind.
Ob es sich bei Ihrer Bekannten auch um eine der beiden genannten Veränderungen handelt, kann ich aufgrund der erhaltenen Angaben nicht sagen. Empfehlen Sie Ihrer Bekannten, dass sie mit ihrem Frauenarzt/ihrer Frauenärztin bespricht, ob es sich um eine der genannten Veränderungen handelt und ob eine Gewebebiopsie notwendig ist.
Der Frauenarzt/die Frauenärztin kann Ihrer Bekannten dann auch sagen, ob es von Vorteil ist, dass sie sich halbjährlich untersuchen lässt. Sollte die Gewebeveränderung sich verändern, kann der Frauenarzt immer noch reagieren und eine Gewebeprobe entnehmen. Nur eine Gewebeprobe (Biopsie) gibt endgültige Klarheit, ob eine Veränderung gutartig oder bösartig ist. Die Standardmethode zur Gewebeentnahme ist die Stanzbiopsie.
Frage von AnKa:
Ich bin 49 Jahre alt. Vor 7 Monaten wurde bei mir Brustkrebs festgestellt. Neben anderen Therapien muss ich auch ein Antiöstrogen einnehmen. Wegen dieser Tablette habe ich in 7 Monaten 7 Kilo an Gewicht zugenommen ohne dass ich meine Ernährung geändert habe. Sicher ist in meiner momentanen Lebenssituation diese Gewichtszunahme nicht das brennenste Problem. Dennoch beschäftigt mich die Frage, ob ich dies als Nebenwirkung der Therapie einfach so hinnehmen muss oder ob ich mit einer Ernährungsumstellung die Kilos stabil halten kann? Wenn ja, gibt es konkrete Tips fernab von den gängigen viel Bewegung, viel Früchte und Gemüse, wenig Süsses-Linie? Oder muss ich damit rechnen in den nächsten 4 1/2 Jahren noch mehr Gewicht zuzulegen?
Freundliche Grüsse und danke für die Antwort, Anna-Katharina
Antwort von Frau Dr. Buser: :
Liebe Anna-Katharina,
Es ist in jeder Lebenssituation sehr wichtig, dass man sich wohl fühlt in der eigenen Haut. Die meisten stören sich an einer Gewichtszunahme.
Auch einer durch ärztliche Massnahmen - wie die Verschreibung eines Antiöstrogens – bedingte Gewichtszunahme lässt sich durch regelmässige körperliche Aktivität und durch die Anpassung der Essgewohnheiten an den tieferen Grundumsatz entgegenwirken. Zu diesem Thema empfehle ich Ihnen, folgende Broschüren der Krebsliga zu lesen:
Körperliche Aktivität bei Krebs
Eine ausgewogene Ernährung stärkt die Gesundheit
Sie kennen die Grundsätze einer gesunden Ernährung. Eine Ernährungsberaterin kann Ihnen aber aufzeigen, wie Sie sich noch ausgewogener ernähren könnten.
Die Führung eines Ernährungsprotokolls ist ein hilfreiches Instrument, um allfällige Optimierungsmöglichkeiten Ihrer Ernährungsgewohnheiten zu erkennen. Schreiben Sie eine Woche lang auf, was, wie viel und wann Sie etwas zu sich nehmen. Kalorienhaltige Getränke gehören auch zur Nahrungsaufnahme. Auf diese Weise können Sie sich optimal auf das erste Gespräch mit der Ernährungsberaterin vorbereiten.
Fragen Sie den behandelnden Arzt, ob er Ihnen nicht eine Ernährungsberatung verschreiben könnte. Der Schweizerische Verband dipl. Ernährungsberater/innen HF/FH vermittelt Adressen von ausgewiesenen Fachpersonen in Ihrer Nähe.
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