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Die 99-Prozent-Initiative soll ja von Anfang an keine Chance gehabt haben, weil sie von der Juso kam. Dabei bringt doch vieles, was Jungsozialist:innen so einfällt, haarscharf auf den Punkt, womit eigentlich alle, die einigermassen sozial denken und fühlen, einverstanden sein müssten.
Zum Beispiel ist es ja wirklich nicht sinnvoll, dass das reichste Prozent der Bevölkerung – Ein! Einziges! Prozent! – 43 Prozent des gesamten Vermögens im Land besitzt, während sich 99 Prozent der Leute die restlichen 57 Prozent Eigentum teilen (auch das nicht besonders gerecht) und der Anteil dieses einen Prozents immer grösser wird, weil seine Vertreter:innen mit dem Kapital an der Börse zocken.
Ebenso chancenlos war schon die 1:12-Initiative der Juso, die zum Ziel hatte, dass der höchste Lohn im Betrieb maximal zwölfmal so gross sein darf wie der niedrigste. Dabei kann doch niemand ernsthaft behaupten, es sei unzumutbar, mit 42 000 Franken monatlich einen Haushalt zu bestreiten, denn so hoch wäre ein Chef:innenlohn, wenn der unqualifizierteste Job im Betrieb mit 3500 Franken im Monat entlöhnt würde.
Doch der Nein-Stimmen-Anteil war da ähnlich hoch wie bei der 99-Prozent-Initiative. Dabei hätte eine erhöhte Kapitalbesteuerung mühelos die durch die 1:12-Initiative befürchteten Steuerausfälle – es gäbe ja keine Mehrfachmillionenlöhne mehr – kompensieren können.
Doch anscheinend findet bei vielen gar kein ernsthafter Denkprozess mehr statt, wenn die Juso etwas lanciert, selbst bei manchen in deren sozialdemokratischer Mutterpartei nicht. Denn würde sich die gesamte SP noch überzeugter an der Kraft und Klarheit ihrer Jungpartei orientieren, wäre vielleicht das ganze Land sozialer.