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Das Innere
Der Kirchenraum weist etwa 320 Plätze auf und besteht aus jener volumetrischen Hülle, die sich am Aussenbau abzeichnet: Der Erdgeschossbereich wird kastenartig von einer weiss verputzten Backsteinmauer umschlossen. Darüber spannen sich, dem Verlauf des Kirchendaches entsprechend, fünf geknickte Betonträger auf, die von Holzriemendecken ausgefacht werden und an den Seiten durch die Farbfenster Licht einfliessen lassen. Der Boden ist mit rötlichen Tonplatten belegt.
Der verhältnismässig längsgerichtete Kirchenraum unterscheidet sich von manchen zeitgenössischen Sakralbauten, deren Innenräume meist stärker zentralisiert wurden. Kürzere, in die Breite ausgedehnte Räume mit konzentrischen Bänken waren damals häufig, doch in Strengelbach begegnen wir einheitlich gerichteten Sitzreihen. Obwohl kein Chor im traditionellen Sinn vorhanden ist, wird für den liturgischen Bereich viel Raum frei gelassen. Durch die Erhöhung um eine Stufe können die ebenerdige, nur durch eine Holzbrüstung gekennzeichnete Kanzel, der hölzerne Abendmahlstisch und der Taufstein gut gesehen werden.
Der Taufstein besteht aus Cristallina-Marmor und zeigt ein Taubenrelief des Lenzburger Bildhauers Peter Hächler (1922–1999), der im selben Material auch die fünf christlichen Symbole hinter dem Abendmahlstisch schuf: Durch die schwungvollen Konturen und die Stilisierung auf den ersten Blick kaum zu erkennen, sehen wir in der Mitte das griechische Christusmonogramm des Chi-Rho (X und P übereinandergelegt), darum herum die vier Evangelistensymbole, die sich durch die wenig unterschiedlichen Kopfumrisse erkennen lassen, von links nach rechts Löwe (Markus), Adler (Johannes), Mensch (Matthäus) und Stier (Lukas). Hächlers Entwürfe hatten wegen ihrer abstrakten Formen viel zu reden gegeben. Erst einige Jahre später wurde auch noch ein Kreuz des Zofinger Metallbauers Alfred Gugelmann angebracht.
Die hochliegenden Farbfenster mit ihren geometrisierenden Farbfeldern wurden nach Entwürfen des Aarauer Kunstmalers Roland Guignard (1917–2004) gestaltet und beherrschen den Raum massgeblich. Der Künstler ging davon aus, dass die Kirchgänger ruhige, eher dunkle Farben sehen wollen, dass aber auch genügend Licht auf das liturgische Zentrum fallen sollte. Nebst hellen Feldern bilden vor allem Vertikalstreifen in grün, gelb, blau und orange die Akzente. Die dazwischenliegenden, senkrechten Betonlamellen verhindern zudem jegliche Blendwirkung.
Auf der Eingangsempore stehen die Orgel, daneben bleibt Platz für einen 50-köpfigen Sängerchor frei. Unter der Empore wird der Kirchenraum lediglich durch eine Schiebewand vom dahinterliegenden Gemeindesaal getrennt. Bei Grossereignissen kann die Kirche somit um den Saal und weitere 320 Plätze erweitert werden – eine Flexibilisierung des Raumsystems, das bereits um 1900 mehrfach umgesetzt wurde, wenn es auch generell immer wieder aufgrund ästhetischer oder funktionaler Unzulänglichkeiten kritisiert wurde. Auch im Kirchgemeindehaustrakt lassen sich die beiden kleineren der drei Seminarräume durch eine bewegliche Faltwand verbinden.
Kirche und Gemeindesaal werden von einem grossräumigen gemeinsamen Foyer aus erschlossen, das im verglasten Bereich des erwähnten, kreuzgangartigen Umgangs liegt. Auch für diesen Bereich haben Künstler zur Aufwertung beigetragen: Die beiden Farbglasscheiben mit Darstellungen von Taufe und Abendmahl schuf Fritz Strebel (1920–1997). Die Wand zwischen den Türen zu Kirchenraum und Saal enthält ein Sgraffito von Felix Hofmann (1911–1975) mit einem Motiv aus der biblischen Tobiasgeschichte, der durch Reise, Mut und Gottvertrauen zum Eheglück kam: In der Mitte bindet sich Tobias die Sandalen, daneben sitzt der Erzengel Raphael, der ihn auf seiner Reise begleitete, ganz rechts erblickt man Vater Tobit und die Mutter. Zwischen Landschaften aus Bäumen, Äckern, Blumen und Steinen erkennt man in kleinen Figuren Tobias (mit Hut) und den Engel auf der Reise, und nach alter ikonografischer Tradition ist auch der Hund dargestellt, der Tobias ebenfalls begleitete, sowie der Fisch, den Tobias mit Raphaels Hilfe fing. Das Gemälde und sein Inhalt sind vornehmlich für die Konfirmandinnen und Konfirmanden gedacht, die es beim Gang zum Unterricht passieren und im übertragenden Sinn ebenfalls vor einer weiten Reise stehen.
Die 1968 gebaute Orgel mit elektropneumatischer Registratur, Rückpositiv und mechanischer Traktur stammt von Orgelbau Genf AG. Es weist zwei Manuale und 22 Register auf und wurde vom Berner Orgelexperten Ernst Schiess konzipiert. Der mehrteilige Freipfeifen-Prospekt nimmt mit seinen teilweise gegenläufig ansteigenden Pfeifenreihen die Konturen des Aussenbaus der Kirche auf. Dominant in Erscheinung treten dabei auch die mächtigen, eckigen Holzpfeifen des tiefsten Pedal-Registers.