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Einleitung
Karzinome der Gallenblase sind insgesamt sehr selten und machen weniger als
0.5% aller Krebserkrankungen aus. Karzinome der Gallenwege können in den
Gängen innerhalb der Leber (intrahepatisches Cholangiokarzinom) oder ausserhalb
der Leber (extrahepatisches Cholangiokarzinom) entstehen. Cholangiokarzinome
sind seltene Erkrankungen, in jedem Jahr werden 1-2 Fälle pro 100'000 Einwohner
diagnostiziert.
Oft wird die Diagnose erst in fortgeschrittenen Tumorstadien gestellt, da die
betroffenen Patienten lange Zeit symptomfrei sind. Gelbsucht und Juckreiz sind
häufig die ersten Symptome bei Patienten mit einem Karzinom der
Gallengänge/-blase.
Weitere mögliche Symptome sind ein schlechter
Allgemeinzustand, Müdigkeit, Schwächegefühl, Inappentenz, Gewichtsverlust und
Fieber.
Diagnose
Die komplexen anatomischen Strukturen der einzelnen Organe und die räumliche
nahe Beziehung zu grossen Blutgefässen erfordern sehr exakte diagnostische
Untersuchungsmethoden.
Nicht invasive bildgebende Verfahren
- Ultraschall
Ultraschall kann zur Lokalisation des
Tumors und zur Beurteilung umliegender Strukturen genutzt werden. In einigen
Fällen kann man zwischen gut- und bösartigen Veränderungen
unterscheiden.
- Computertomographie (CT)
Computertomographie wird zur
Bewertung der Tumorausdehnung eingesetzt. Ausserdem wird mittels CT nach
Metastasen in Lymphknoten oder benachbarten Organen gesucht.
- Magnetresonanztomographie (MRT)
Die
Magnetresonanztomographie zeigt neben der Ausdehnung des Tumors, die Invasion
von Blutgefässen. In manchen Fällen wird es zur Beurteilung der
Operationsfähigkeit herangezogen.
- Magnetresonanz-Cholangiopancreatographie (MRCP)
Die MRCP
zeigt ein detailliertes Bild der Gallenwege und kann für das Staging notwendig
sein.
- PET-CT
Diese sehr sensitive und spezifische Methode wird
zur Bewertung der Tumorausdehnung innerhalb und ausserhalb der Gallenwege
verwendet. Dieses relativ neue diagnostische Verfahren wird vor allem zum
Auffinden extrahepatischer Läsion im Vorfeld einer Operation benötigt.
Invasive diagnostische Verfahren
- Biopsie
In den meisten Faellen wird das
Cholangiokarzinom durch eine Bürstenzytologie diagnostiziert, die durch ERCP
oder perkutane transhepatische Cholangiographie gewonnen wird.
- Endoskopische retrograde Cholangiographie
Mittels eines
Endoskops können durch Magen und Zwölffingerdarm die Gallengänge dargestellt
werden um eine Tumorinfiltration um den auszuschliessen. um den Tumor in den
Gallengaengen zu finden und eine Bürstenzytologie druchzuführen.
- Laparoskopie
Bei der Bauchspiegelung können über eine
Kamera die Bauchhöhle und
-organe beurteilt werden, insbesondere im Hinblick
auf den Befall des Bauchfells mit Tumor.
- Perkutane transhepatishe Cholangiographie
Die
Cholangiographie kann endoskopisch oder chirurgisch durchgeführt werden. Dabei
wird ein dünner Schlauch durch Haut und Lebergewebe in die Gallenwege eingeführt
und mit Kontrastmittel die Anatomie dargestellt.
Behandlung/Therapie
Die Wahl der Behandlung und die Erfolgsaussichten hängen von der
Tumorausdehnung und dem Allgemeinzustand des Patienten ab.
Die einzige
kurative Therapie stellt derzeit die komplette chirurgische Resektion des Tumors
dar. Auch bei Tumoren der Gallenblase müssen aufgrund der engen Nachbarschaft
der beiden Organe meist Teile der Leber mitentfernt werden.
Komplexe biliodigestive Anastomose nach erweiterter
Hemihepatektomie rechts wegen eines hilären Cholangiokarzinoms (Klatskin Tumor)
Gallengangskarzinome können durch Kompression des Gangsystems zu
Gelbsucht, Juckreiz, Übelkeit, Erbrechen und Fieber führen. Biliäre Drainagen
sind nicht kurativ, verbessern aber die Symptomatik und damit auch die
Lebensqualität. Diese Drainagen werden entweder präoperativ eingesetzt, um so
das Ergebnis der Operation zu verbessern oder palliativ, wenn keine andere
Therapie mehr zur Verfügung steht.
Es gibt 3 verschiedene Möglichkeiten für
biliäre Drainagen:
- Externe Drainage
Ein Schlauch wird durch die Haut in die
Gallengänge innerhalb der Leber eingelegt. Das Gallensekret kann über den
Schlauch nach aussen in einen Beutel drainiert werden.
- Innere/äussere Drainage
Der Katheter wird durch die Haut
in die Gallengänge und von dort in das Duodenum (Zwöffingerdarm) vorgeschoben.
Auf diese Weise kann die Engstelle überbrückt werden und die Galle von der Leber
in das Duodenum, seinem natürlichen Weg, abfliessen.
- Metall-Stent
Ein kleine Prothese aus Metall wird
endoskopisch in den Gallengang eingelegt. Nach der Implantation dehnt sie sich
selbstständig aus und ermöglicht so den Abfluss der Galle.
Die Wahl der Methode ist abhängig von der individuellen Situation des
Patienten.
- Lebertransplantation für perihilaeres
Cholangiokarzinom
Wir haben in Zürich die Praxis der Mayo Klinik in
den USA übernommen, bestimmte Patienten mit perihilaerem Cholangiokarzinom
mittels einer Lebertransplantation zu behandeln. Die Kriterien sind stringent um
die Wahrscheinlichkeit eines Tumorrezidivs zu verhindern. Dabei besteht die
Möglichkeit auf der Transplanationswarteliste ein Organ zu erhalten oder eine
Lebend-Lebertransplantation zu erhalten. Die Ergebnisse mit dem Protokoll sind
aufgrund der strikten Auswahl von Patienten mit begrenztem Tumorbefall sehr
gut.
Das Swiss HPB-Center Zurich ist spezialisiert auf die umfassende Diagnose und Behandlung von Krankheiten, welche die Leber, die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und die Gallenwege (hepato-pancreatico-biliäre Erkrankungen) betreffen. Die Behandlungen werden durch ein hochspezialisiertes Team von national und international bekannten Experten durchgeführt.
Wir legen grossen Wert auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit um eine optimale Behandlung zum Wohle unserer Patienten zu ermöglichen. Auch erhalten unsere Patienten Zugang zu den neuesten und innovativsten Therapien auch im Rahmen von klinischen Studien.
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Verantwortliche Kaderärzte
Prof. Dr. P.-A. Clavien, PhD
Prof. Dr. H. Petrowsky
PD Dr. K. Horisberger
Dr. C. Oberkofler
Sprechzimmer
UniversitätsSpital Zürich
HPB-Sprechstunde
Ambulante Disposition (AUFN A 370)
Rämistrasse 100
8091 Zürich
Kontaktadresse
UniversitätsSpital Zürich
Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie
Frau Simone Abächerli (Clinical Nurse)
Rämistrasse 100
8091 Zürich