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Air Berlin hat in den vergangenen vier Jahren gut ein Siebtel ihrer Passagiere eingebüsst. Nach dem Rekord von 35,3 Millionen Fluggästen im Jahr 2011 waren es im vergangenen Jahr noch 30,2 Millionen. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, betrug der Rückgang verglichen mit dem Vorjahr 4,6 Prozent. Im aktuellen Rechtsstreit um Gemeinschaftsflüge mit dem Partner Etihad Airways setzt der arabische Staatskonzern jetzt auf einen Teilerfolg vor Gericht.
Air Berlin streicht seit Jahren weniger rentable Strecken, um mit einer besseren Auslastung wieder in die schwarzen Zahlen zu gelangen. Weil die Fluglinie ihre Kapazität im vergangenen Jahr mit 6,8 Prozent stärker senkte als die Fluggastzahl zurückging, erhöhte sich die Auslastung der rot-weissen Maschinen um 0,7 Punkte auf 84,2 Prozent. Das sind 6,0 Prozentpunkte mehr als 2011.
Beim Oberverwaltungsgericht in Lüneburg beantragte Etihad, die streitigen 29 Gemeinschaftsflüge “bis zum Ende des Winterflugplans (26. März 2016) durchführen zu können”, teilte der Konzern am Donnerstag mit. So wären Fluggäste, solange das Verfahren noch andauere, keinen Unannehmlichkeiten wie etwa einer nochmaligen Gepäckaufgabe beim Umsteigen ausgesetzt.
Bei dem Lüneburger Gericht hatte Etihad am Montag Beschwerde gegen eine Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts Braunschweig eingelegt. Demnach sind die umstrittenen Strecken nicht von den Vereinbarungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) abgedeckt.
Etihad ist anderer Ansicht. Das Braunschweiger Gericht habe das Luftverkehrsabkommen und den zugehörigen Streckenplan “fehlerhaft ausgelegt”, stellte der Staatskonzern fest. Die fraglichen Codeshares, also das Angebot eines Fluges unter zwei Flugnummern (Codes), seien sechsmal für die folgenden Flugpläne genehmigt worden.
“Seit das Angebot von Air Berlin jedoch als Folge dieses Codeshare-Netzwerks wettbewerbsfähiger geworden ist, hat Lufthansa auf das Verkehrsministerium Einfluss genommen, um dieses konkurrenzfähige Angebot abzublocken”, kritisierte der Leiter der Rechtsabteilung von Etihad, Jim Callaghan.
(SDA)