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Jugendlichen stehen nach der obligatorischen Schule zwei unterschiedliche Bildungswege auf der Sekundarstufe II offen: die Berufsbildung und die Allgemeinbildung. Die Verteilung der Lernenden im ersten Ausbildungsjahr auf die beiden Bildungswege ist ein Indikator für die Ausbildungspräferenzen der Jugendlichen. Allerdings ist zu beachten, dass nicht alle Jugendlichen ihren bevorzugten Weg einschlagen können, sei es aus Mangel an Ausbildungsplätzen, fehlender Vorqualifikationen oder anderen Gründen.
Hauptergebnisse
- Zwei Drittel der Lernenden im ersten Ausbildungsjahr auf der Sekundarstufe II sind in einer beruflichen Grundbildung.
- 59% der Frauen, die die Sekundarstufe II beginnen, wählen eine Berufsbildung und 31,1% eine gymnasiale Ausbildung. Bei den Männern sind es 74,2% bzw. 22%.
- Genf und Waadt sind die einzigen Kantone, in denen die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler eine Allgemeinbildung auf der Sekundarstufe II beginnt.
Die Berufsbildung bleibt in der Schweiz der bevorzugte Bildungsweg auf der Sekundarstufe II. Im Jahr 2019 waren 66,9% in einer Berufsbildung. Seit 1990 hat der Anteil der Personen in der Allgemeinbildung gegenüber der Berufsbildung zugenommen. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die zu Beginn der Sekundarstufe II eine Allgemeinbildung wählten, stieg bis im Jahr 2019 um 10 Prozentpunkte auf 33,2%.
Auch im Jahr 2019 bleibt die Berufsbildung der beliebteste Ausbildungsweg unabhängig von soziodemographischen Merkmalen einer Person. Allerdings gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede: 59% der Frauen befinden sich im ersten Jahr in einer Berufsbildung, die zu einem Abschluss führt, im Vergleich zu 74,2% der Männer. Allerdings haben 31,1% der jungen Frauen eine gymnasiale Ausbildung begonnen, während der Anteil bei den Männern 22% beträgt. Bei den Schülerinnen und Schülern mit ausländischer Nationalität entschieden sich 70,7% für eine Berufsbildung und 22% für eine gymnasiale Ausbildung.
Genf und Waadt sind die einzigen Kantone, in denen die Mehrheit der Jugendlichen eine allgemeinbildende Ausbildung auf Sekundarstufe II beginnen. Es folgen die anderen französisch- und italienischsprachigen Kantone, die beiden Basler Kantone und der Kanton Zug, in denen sich ebenfalls mehr als 30% der Schülerinnen und Schüler für eine Allgemeinbildung entscheiden. In den Kantonen Uri, St. Gallen, Schaffhausen, Appenzell Innerrhoden und Glarus hingegen befinden sich mehr als 80% in den ersten Jahren in einer beruflichen Grundbildung.
Tabellen
Methodologie
Berechnungsmethode
Verteilung der Lernenden im ersten Ausbildungsjahr der Sekundarstufe II auf berufliche Grundbildungen, gymnasiale Maturitätsschulen und Fachmittelschulen.
Da der Indikator primär Informationen zur Wahl des ersten Bildungsweges nach der obligatorischen Schule liefern soll, wird die Grundgesamtheit wie folgt definiert:
- Um eine Verzerrung der Resultate aufgrund unterschiedlicher Ausbildungsdauern zu vermeiden, wurden nur Personen im ersten Ausbildungsjahr berücksichtigt;
- Um die Anzahl Personen, die eine Ausbildung auf dem zweiten Bildungsweg absolvieren, soweit als möglich von den Berechnungen auszuschliessen, werden Personen von den Berechnungen ausgeschlossen, die älter als 19 Jahre sind;
- Nur Lernende in zertifizierenden Ausbildungen mit einer Dauer von mindestens zwei Jahren wurden für die Berechnungen berücksichtigt.Konkret handelt es sich um die folgenden Ausbildungen:
Allgemeinbildung
- Gymnasiale Maturitätsschulen;
- Fachmittelschulen (ehemals Diplommittelschulen);
- Schulen für Unterrichtsberufe (ehemals Lehrerseminare). Die Lehrkräfteausbildung wurde im Jahr 2000 tertiärisiert. Seit 2004 gibt es keine neuen Lernenden in der Lehrkräfte Ausbildung auf der Sekundarstufe II mehr.
Berufsbildung
- Berufliche Grundbildung (Eidg. Berufsattest BA und Eidg. Fähigkeitszeugnis EFZ);
- Anlehre: seit dem Inkrafttreten des neuen Berufsbildungsgesetzes 2004 werden die Anlehren sukzessive durch zweijährige berufliche Grundbildungen ersetzt, die zu einem Eidg. Berufsattest führen.
Definitionen
Dimensionen
Kanton
Das Kriterium für den kantonalen Vergleich ist der Wohnkanton, d.h. der Kanton, in dem die Schüler/innen und Studierenden ihren gesetzlichen Wohnsitz haben.
Andere Eigenschaften des Indikators
Lernende, die sich an einer Schule befinden, die sie nach der Berufslehre auf eine Berufsmaturitätsschule oder nach dem Fachmittelschuldiplom auf die Fachmaturität vorbereiten, werden aus den Berechnungen ausgeschlossen. Diese Lernenden absolvieren eine zweite Ausbildung auf der Sekundarstufe II, welche die Erstausbildung (Eidg. Fähigkeitszeugnis oder ein Fachmittelschuldiplom) ergänzt und den Hochschulzugang ermöglicht. Ebenfalls nicht berücksichtigt werden Personen, die eine nicht-zertifizierende Übergangsausbildung zwischen der Sekundarstufe I und der Sekundarstufe Il (10. Schuljahr, Vorlehre, andere allgemeinbildende Ausbildung) oder eine einjährige Berufsbildung absolvieren.
Bruch der Zeitreihen
- 2011: Die Daten des Kantons Tessin sind unvollständig und wurden bei der Berechnung nicht berücksichtigt.
Periodizität
Jährlich
Nächste Aktualisierung
April 2022
Links
Publikationen
Quellen