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Wie damals üblich begann der Amateurfunk auch in der Schweiz um den Ersten Weltkrieg als "Schwarzfunk". Juristisch konnte man ab dem 1. Juli 1925 an der Obertelegraphen-Direktion die Prüfung für eine Sendekonzession ablegen. Die erste Lizenz wurde im April 1926 ausgegeben. Die ersten offiziellen Rufzeichen hatten den Präfix H9, der noch vor 1930 durch HB9 ersetzt wurde.
Dieser Text wurde ohne anpassung der neuen Rechtschreibregel in Originalform so übernommen.
AUS EINEM BRIEF DER USKA VOM 9 NOVEMBER 1929 AN DIE IARU.
Im Sommer 1925 erliess die Obertelegraphen-Direktion ein Reglement für Sendeamateure, nachdem die wenigen, mehr oder weniger offen arbeitenden Stationen 1bis 2 Jahre toleriert worden waren. Seit dem 1 Juli 1925 ist es möglich, nach Ablegung einer Prüfung die Sendekonzession zu erhalten. Es wurde vorausgesetzt, dass der Kandidat ein er speziellen Vereinigung, der von Dr. Merz (Bern) gegründeten „Schweizerische Vereinigung der Sendeamateure“ angehöre. Dieser Vereinigung gehörten so Zusagen alle damals aktiven Sendeamateure, wie H9BB, H9WWZ, H9RNA, H9NAZ etc an. Keiner dieser Amateure war jedoch im Besitz der Sendekonzession. Es wäre nur selbstverständlich gewesen, dass Dr. Merz die Einstellung des unlizenzierten Verkehrs veranlasst und dafür gesorgt hätte, dass die betroffenen Personen in Übereinstimmung mit den neuen gesetzlichen Bestimmungen die Sendekonzession erwerben. Infolge seiner Untätigkeit wurde jedoch der unlizenzierte Sendeverkehr weiterbetrieben, da niemand die Notwendigkeit zum Erwerb der Sendekonzession einsehen wollte. Dieser Zustand konnte nicht weiter dauern. Eines schönen Tages liessen die Behörden eine ganze Reihe von Stationen ausheben die Fehlbaren wurden mit hohen Bussen belegt. Dies war das Ende der ersten Amateurvereinigung in der Schweiz. Nachdem man noch etwas aufbegehrt hatte, trat Ruhe ein, und schliesslich fiel die Bewegung von Dr.Merz in vollständige Vergessenheit.
Unabhängig davon erhielt unser Präsident H.Degler im April 1926 die erste Sendekonzession mit dem Rufzeichen H9XA. Ende des Jahres gab er die Konzession zurück, da er sich nach Italien begab. Es folgten der Radio-Club Basel (H9XB, jetzt HB9B),Herr Wuest in Lausanne (H9XC , jetzt HB9C), der Radio-Club Zürich (H9XD, jetzt HB9D) Lange danach erhielten HB9E, HB9F, HB9G (unser Sekretär W.Schneeberger), und erst kürzlich HB9H die Sendekonzession. Dies sind die zur Zeit konzessionierten Sendeamateure.
Daneben arbeiten unseres Wissen noch drei Schwarzsenders HB9Y , HB9X und HB9MQ. Wir kennen die Operateure nicht und sie können auch nicht mit unserer Unterstützung rechnen, da es für jeden qualifizierten Anwärter keinen Grund gibt, schwarz zu arbeiten. Wenn wir je die Adresse eines Schwarzsenders zur Kenntnis bekommen, werden wir nicht verfehlen, diese Person zur Einstellung der Sende tätig keit oder zum Erwerb der Konzession aufzufordern«, Die zweite Variante wäre uns natürlich lieber. Nachstehend ist eine Zusammenfassung der gesetzlichen Vorschriften für die Sendekonzession angeführt.
A. Voraussetzungen: Schweizer Bürger, Volljährigkeit (zurückgelegtes 20. Altersjahr), Besitz des Radiotelegraphisten-Patentes,
B. Gebühren: Prüfungsgebühr Fr. 20. — einmalige Konzessions- und Behandlungsgebühr Fr. 25.–, jährliche Konzessionsgebühr Fr. 60.–.
Spezielle Vorschriften der Konzession. 1. Zugelassene Wellenarten: a) reine ungedämpfte Wellen. b) durch Tastung von Hand unterbrochene ungedämpfte Wellen, c) durch Tonfrequenzen modulierte ungedämpfte Wellen. d) durch Sprachlaute oder Musik modulierte ungedämpfte Wellen. – 2-, Zugelassener Input: 50 Watt. – 3. Der Konzessionär muss im Besitze eines von den Behörden geprüften Wellenmessers sein (dessen Konstruktion je doch so primitiv sein kann, dass die Eichung illusorisch wird! ). – 4., Die Arbeitszeiten sind freigestellt? Einschränkungen werden bei Störungen von Radiohörern oder offiziellen Diensten verfügte. – 5. "Message handling“ ist verboten, – 6. Die Verwendung von hochgespanntem Wechselstrom als Anodenstrom ist verboten. Wie man sieht, kann keine Rede davon sein, dass das Amateurwesen in der Schweiz unterdrückt wird, wenn es auch wünschbar wäre , dass der Erwerb der Sendekonzession noch etwas erleichtert würde. Die Tatsache, dass nur eine geringe Zahl Amateurstationen tätig sind, ist vielleicht darauf zuruckzufuhren, dass bis jetzt eine Amateurorganisation fehlte. Wir hoffen, dass sich diese Lage nun ändern wird. Man kann sagen, dass alle wirklich aktiven und interessierten Amateure unserer Vereinigung angehören und hoffen, dass deren Zahl nun rasch anwächst.
Die Station, mit welcher HB9G im Jahre 1930 das erste schweizerische WAC erreichte.
Der Sender ist ein Hartley mit einer Empfangerröhre B405. Das Radiotelegraphisten-Patent Klasse C von HB9G datiert vom Oktober 1925, auf die Konzession musste er jedoch bis Anfang 1929 warten.