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...erst heute, nachdem ich ihm von Pessoas Zeilen erzählt hatte, zitierte mir mein belesener Freund David T. diesen Vers seines schottischen Nationaldichters, welcher das Gleiche ausdrückt:
die Sehnsucht nach Selbsterkenntnis.
„Erkenne dich selbst“
stand nach dem Spruch des Thales über dem Apollo-Tempel in Delphi,
steht als flammender Spruch über der freimaurerischen „Kammer des stillen Nachdenkens“, in welcher der Kandidat vor der Aufnahme in die Bruderschaft verharrt.
Für Sokrates war Selbsterkenntnis die Vorbedingung der Sittlichkeit,
Lessing nennt sie den Mittelpunkt aller menschlichen Weisheit,
Kant bezeichnet sie als aller menschlichen Weisheit Anfang.
Im Lehrbrief Wilhelm Meisters stehen die Worte:
„Wie kann am sich selbst erkennen? Durch Betrachten niemals, wohl aber durch Handeln. Versuche deine Pflicht zu tun, und du weisst gleich, was an dir ist.“
Ich fürchte, Selbsterkenntnis wird uns immer Stückwerk bleiben...
Ach, und soeben erfahren: Robert Burns war auch Freimaurer! Welche Fundgube, dieses Internet...
Fernando Pessoa, 1888 - 1935
Robert Burns, 1759 - 1796
„O wad some Pow’r the giftie gie us
To see oursels as ithers see us“
Robert Burns,
„To a Louse“
„Oh dass ‘ne Macht uns möge schenken
Zu seh’n wie andere von uns denken“