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DOC? DOCG??
Immer wieder werden wir gefragt, was denn eigentlich der Unterschied zwischen DOC und DOCG sei. Also lasst uns kurz auf diese Auszeichnungen eingehen:
Eine kontrollierte Bezeichnung ist die Art und Weise, wie in der Weinwelt die Weinqualität angezeigt wird, unter Berücksichtigung der geografischen Herkunft und Weinproduzenten-Zonen mit entsprechenden Namen, Traditionen und Zukunftspotenzial. In Italien wurde diese von der französischen Originalbezeichnung „appellation d’origine contrôlée“, die in den 1930-er Jahren kreiert wurde, abgeleitet. In Frankreich existieren über 400 AOCs, Italien hat derer 300.
In den 1960-er Jahren begann Italien damit, die Struktur und das Design der französischen AOCs zu replizieren. Dabei wurde nicht nur die AOC in das italienische DOC „Denominazione di Origine Controllata“ kopiert, sondern mit dem „G“ am Schluss auch noch einen Schritt weitergegangen, indem man bestimmten Herkünften die Bezeichnung „garantiert“, oder „garantita“ anfügte und somit eine noch höhere Qualitätsbezeichnung schuf. Diese war natürlich den absolut besten Weinen vorbehalten, die so auch ganz bestimmte Rahmenbedingungen und Restriktionen erhielten, was ihre Qualität betrifft. DOCG-Weine müssen seit mindestens fünf Jahren als DOC-Weine anerkannt sein, und in Behältnissen mit einem Fassungsvermögen von nicht mehr als 5 Litern vermarktet werden. Ausserdem tragen sie eine amtliche Erkennungsbanderole, um dem Verbraucher eine bessere Garantie zu bieten und müssen im Anbaugebiet auf Flaschen gezogen werden, sie dürfen also nicht in Tanks anderswohin transportiert und dort abgefüllt werden.
Erst im Jahr 1980 wurde aber die Bezeichnung DOCG dann auch verwendet und den ersten Regionen, nämlich denjenigen von Barolo, Barbaresco, Chianti, Brunello di Montalcino und Vino Nobile di Montalcino verliehen.
Leider herrschte jedoch bei der Einführung der Herkunftsbezeichnungen in Italien gerade absolute Tiefkonjunktur, was die Weinproduktion betraff (Italien galt nach dem 2. Weltkrieg auch als ärmstes Land Europas). Deshalb wurde gewissen Zonen aus politischen Gründen, anstatt aus Gründen der qualitativ hochstehenden Herstellung, die DOC-Auszeichnung zuteil, mit Bezeichnungen wie zum Beispiel „in Übereinstimmung mit bestehenden Praktiken“. Mit anderen Worten hatte das System, in Italien bekannt unter seinem Gesetzesartikel Paragraf 930, nur gerade an der Oberfläche eine legitime Ähnlichkeit mit der französischen AOC, sondern war während jener Zeit eine mangelhafte Idee, die sehr vieler Überarbeitungen bedürfen würde, bis sie zu ihrer heutigen, korrekten Form geriet. (Wir werden uns der Bezeichnung „IGT“ in einem anderen Blog annehmen).
Die gute Nachricht ist, dass Italien heute trotz der 300 DOCs seine Praktiken im Bereich der Weinherstellung und Qualitätssicherung massiv verbessert hat, und heute mit rund 55 Millionen Hektolitern das führende Weinproduktionsland der Welt ist. Dies gilt natürlich heute nicht mehr nur quantitativ, sondern einige der grössten und renommiertesten Weinnamen der Welt führen eine „DOC“- oder „DOCG“-Bezeichnung. Seit vielen Jahren schon sind denn auch beide Herkunftsbezeichnungen Garanten für eine stetige, sorgsam überwachte Qualität mit gerinken Schwankungen innerhalb der Jahrgänge.