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Die humoristische Militärpostkarte zeigt den Offiziersdolch Ord. 1943 und der Grafiker „Naef“ lässt seinen Wehrmann dazu sagen: „Das wäre mein Traum!“. Die Einführung dieser Blankwaffe ist im Bundesarchiv Bern durch ein reichhaltiges Dossier (E 5795, Bd. 507) dokumentiert. Daraus lässt sich folgendes resümieren: Bereits 1925 hatte das Landesmuseum in Zürich „auf der Basis Schweizerdolch/Schweizerdegen“ ein Modell angefertigt. Aktuell wurde die Frage der Einführung einer kurzen Griffwaffe für Offiziere und Höhere Unteroffiziere aber erst zu Beginn des Aktivdienstes 1939 bis 1945, als die Säbel bzw. die Degen ihren Kampfwert endgültig eingebüsst hatten.
Ab Frühjahr 1941 kamen verschiedene Versuchstypen zur Evaluation. Als Testpersonen dienten Offiziere aller Waffengattungen, einschliesslich General Guisan. Zu beurteilen waren die Tragweise, die verwendeten Materialien, die Schlagbänder, die Eignung im Dienst, im Ausgang, beim Reiten oder Reisen usw. Sogar die Nahkampftauglichkeit (!) galt es zu prüfen. Zwar resultierte aus der Vernehmlassung ein klares Votum für die Einführung eines Dolches, doch meldeten sich auch kritische Stimmen. Hptm Fritz Wille, Kavallerist und Instruktionsoffizier der Leichten Truppen (später Korpskommandant), beklagte: „Man nimmt den Offizieren den Säbel mit seiner wertvollen Tradition weg…“ Und der Chef der 6. Division, der spätere Oberstkorpskommandat Herbert Constam, schrieb dem Oberbefehlshaber am 21. Januar 1943: "Ein Ersatz der symbolischen Waffe durch einen Dolch kann nach meinem Denken nicht in Frage kommen. Der Dolch ist Theaterrequisit und erinnert zu sehr an Schillers ‚Die Räuber‘. Ausserdem gehört eine kriegerische Gestalt dazu, eine Rüstung oder zum mindesten ein schwarzes oder braunes Hemd.“ Gemeint waren die nationalsozialistischen Organisationen SS, SA und NSKK, die dem Schweizerdolch des 16. Jahrhunderts sehr ähnliche Griffwaffen trugen. Diesen Bezug galt es denn auch tunlichst zu vermeiden und einen „modernisierten Schweizerdolch“ zu schaffen.
Am 1. Januar 1944 war es soweit. Die Langwaffen verschwanden im Zeughaus und allfälligem Fehlverhalten vorbeugend hiess es im Befehl Nr. 264 des Armeekommandos vom 25. Februar: „Zur Ehrenbezeugung wird der Dolch nicht gezogen.“
Vincenz Oertle, Maur
Schweizer Soldat 12/1999