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Wasser ist für alles Leben auf der Erde unentbehrlich. Wir würden ohne Wasser nicht überleben - es macht 70 % des menschlichen Körpers aus. Doch Wasser dient nicht nur als Trinkwasser. Über zwei Drittel des Wassers werden in der Landwirtschaft benötigt und 20 % in der Industrie.
Was ist fossiles Wasser?
Ca. 97 % allen Wassers auf der Erde ist Salzwasser, die restlichen 3 % Süsswasser. Davon ist wiederum knapp ein Drittel Grundwasser. Ein Grossteil davon ist Teil des natürlichen Wasserkreislaufs: Wasser versickert und gelangt in den Grundwasserleiter im Gestein (Aquifer). Anschliessend wird es durch Quellen oder Meeresausflüsse wieder an die Oberfläche befördert, wo es aufgrund der Sonnenenergie verdunstet. Ist die Luft in der Atmosphäre gesättigt, fällt es in Form von Niederschlag auf die Erdoberfläche zurück. Doch es gibt riesige Aquifere, die vom Wasserkreislauf abgeschnitten sind – das sogenannte fossile Wasser.
Fossiles Wasser ist oft vor Jahrtausenden unter anderen klimatischen Bedingungen versickert und seither in tiefen Gesteinsschichten gespeichert.
Es handelt sich dabei um Schmelzwasser eiszeitlicher Gletscher oder Wasser aus Zeiten eines milderen, feuchteren Klimas.
Wenn fossiles Wasser abgebaut wird
Entsprechend ist fossiles Wasser nicht erneuerbar. Die grössten Aquifere mit einem solch uralten Wasservorkommen sind der Nubische Sandstein-Aquifer und der Ogallala-Aquifer.
Der Nubische Sandstein-Aquifer befindet sich in der Nubischen Wüste, dem östlichen Teil der Sahara, und wird von den Staaten Libyen, Ägypten, Sudan und Tschad geteilt. Das Reservoir ist zwischen 15‘000 und 35‘000 Jahre alt. Das Wasservolumen wird auf mindestens 373‘000 Milliarden Kubikmeter geschätzt. Das blieb nicht unentdeckt und wurde für die Menschen nutzbar gemacht: Heute speist der Nubische Sandstein-Aquifer Oasen, Wüstenseen und Brunnen. Libyen bezieht ganze 70 % des genutzten Trinkwassers vom Aquifer. Dies geschieht über den unter dem libyschen Diktator Muammar al-Gaddafi erbauten „Great Man-Made River" (den "grossen menschengeschaffenen Fluss"). Durch das Pipeline-Netz von über 4‘000 Kilometern ist nun Landwirtschaft in der Wüste möglich und die Küstenstädte werden mit Wasser versorgt. Es handelt sich um das grösste Bewässerungsprojekt in der Geschichte. Berechnungen zufolge reicht das Vorkommen noch über 4‘800 Jahre, wenn die Nutzung im derzeitigen Masse weitergeht. Doch ein Problem ist die Abhängigkeit von Millionen von Menschen vom Aquifer: Während des libyschen Bürgerkriegs wurde der Great Man-Made River teilweise beschädigt. Man fürchtete um die Wasserversorgung einiger Küstenstädte.
Auch der Ogallala-Aquifer (High-Plains-Aquifer) in den USA ist wirtschaftlich äusserst wichtig. In den Great Plains östlich der Rocky Mountains befindet sich ein riesiges Reservoir fossilen Grundwassers, das sich von Kanada bis nach Mexiko erstreckt. In der sehr trockenen Gegend machte man sich das fossile Wasser zunutze: Durch seine Anzapfung werden zahlreiche Landwirtschaftsfelder bewässert und so ein Fünftel des Weizens, des Mais, der Baumwolle und des Viehs der USA produziert. Knapp ein Drittel allen Bewässerungswassers der Landwirtschaft in den USA wird für diese Gegend genutzt.
Wenn fossiles Wasser abgezapft wird, ist es meist nicht erneuerbar, denn das geschieht vor allem in ariden Gegenden, wo die Niederschlagsmenge sehr gering ist. Deshalb spricht man auch von „Grundwasserabbau“. Es ist anzuzweifeln, ob die Nutzung fossilen Wassers ökologisch sinnvoll ist. Wirtschaftlich ist es für einige Länder sehr wertvoll – dies aber nur kurzfristig. Eine zu grosse Abhängigkeit von den fossilen Grundwasserquellen kann problematisch sein.
Quellen und weitere Informationen:
Lexikon der Geowissenschaften (Spektrum.de): Fossiles Wasser
Worldometers: Wasser-Statistiken (englisch)
U.S. Geological Survey: The World’s Water
Zeit online: Sahara-Wasser für Libyens Küste