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Warum heisst das Feuer »Feuer«? Ist die Benennung völlig willkürlich? Verwenden wir die Bezeichnung, weil sich unsere Vorfahren auf sie geeinigt haben, oder gibt es eine Art natürliche Richtigkeit der Namen? Darüber lässt Platon in seinem Dialog ›Kratylos‹, dem ersten grossen systematischen Werk der Sprachphilosophie, diskutieren. Die Gesprächsteilnehmer um Sokrates versuchen durch etymologische Untersuchungen einzelner Bezeichnungen Erkenntnisse über ihr Wesen zu gewinnen und Kriterien zu definieren. Und sie stellen sich der Frage, ob es überhaupt möglich ist, etwas über die »Richtigkeit von Wörtern« auszusagen.
Portrait
Platon, 427-347 v. Chr., stammte aus adeligem Geschlecht und zählt zu den bedeutendsten griechischen Philosophen. Er war entscheidend von seinem Lehrer Sokrates geprägt. Nach dessen Tod begab er sich auf Reisen, doch scheiterten seine Hoffnungen, in Syrakus sein Staatsideal zu verwirklichen. Nach seiner Rückkehr gründete er in Athen seine Philosophenschule, die Akademie.