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Im Zusammenhang mit Berührung, Sinnlichkeit und Sexualität wird oft geredet von geben und nehmen. In meiner Arbeit sowie in meinem eigenen Leben habe ich diese Begriffe aufgelöst. Im Folgenden beschreibe ich warum:
Wenn du jemanden berührst, so wirst du gleichzeitig selber berührt. Eine Berührung ist nie einseitig, sondern geht immer in zwei Richtungen: Die eine Seite wird aktiv berührt, die andere wird passiv berührt. Wenn du also gibst, dann berührst du dich aktiv selbst. Du allein entscheidest, wie schön die Berührung für dich ist - indem du sie genau so gestaltest, dass du sie möglichst tief geniessen kannst. Mit anderen Worten: berührst du jemanden mit Präsenz und Genuss, dann erhältst du selbst eine präsente, genussvolle Berührung.
Bist du jedoch darauf konzentriert, deinem Gegenüber eine möglichst schöne Berührung zu geben, dann nimmst du deine eigene Berührung oft nicht wahr, weil du so sehr damit beschäftigt bist, die andere Person zu befriedigen. Das heisst, du bist nicht präsent, bist nicht in Kontakt und dadurch auch nicht verbunden. Deine Berührung ist oberflächlich - sowohl für dein Gegenüber, als auch für dich.
Gestaltest du jedoch deine eigene Berührung für deinen eigenen Genuss, dann erhalten sowohl dein Gegenüber, als auch DU eine Berührung, die ihr beide geniessen könnt.
Unter diesem Gesichtspunkt löst sich das Geben und Nehmen von selber auf zugunsten des Empfangens. Ich rede daher von aktiv berühren und passiv berühren oder aktiv empfangen und passiv empfangen.
LuciAnna Braendle