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Samira ist ein aufgewecktes Mädchen. Mit einer Kreide malt die Achtjährige fantasievolle Formen auf den Boden vor der Lehmhütte, in Gambaga, im Norden von Ghana. Vor drei Tagen sass Samira noch apathisch auf einer Bank vor dem Haus. Sie malte nicht, spielte nicht mit ihren Geschwistern und half auch nicht im Haushalt mit – nicht, weil sie nicht gewollt hätte, sondern weil sie nicht konnte.
Denn Samira war eines von weltweit 1,4 Millionen Kindern, die von armutsbedingter Blindheit betroffen sind. Sie war an beiden Augen am grauen Star erblindet, schleichend, wie das so oft der Fall ist in den Ländern des Südens. Niemand in der Familie kümmerte sich um das Kind, denn wo Armut herrscht, hat das Überleben Vorrang. Ein Leben in Dunkelheit und Einsamkeit, ohne Aussicht darauf, jemals auf eigenen Beinen zu stehen – so hätte die Zukunft von Samira ausgesehen.
Hätte. Denn Samira hat Glück.
“Was mich jedes Mal wieder glücklich macht, ist der Tag nach der Operation, wenn wir die Augenbinden entfernen und die Behandelten um sich schauen und dann zu lächeln beginnen. Das ist eine gewaltige Motivation für uns.“
Dr. Seth Wanye, Augenarzt im Norden Ghanas
Samiras Lehrerin machte einen Rotkreuz-Freiwilligen während einer Aufklärungsaktion im Dorf auf die Probleme der Schülerin aufmerksam. Dieser führte ein paar einfache Sehtests durch, erkannte die Sehbehinderung sofort und sorgte dafür, dass Samira Zugang zu einer professionellen Untersuchung bekam. Die Diagnose ergab, dass Samiras Augen durch den grauen Star so stark getrübt waren, dass sie nur noch schemenhaft ihre Umgebung wahrnahm. Bald schon bekam sie daraufhin einen Termin für die Operation in der Augenklinik der nächsten grösseren Stadt Walewale im Norden Ghanas.
Weil sich Samiras Eltern diese Behandlung nicht leisten konnten, übernahm das SRK die Kosten.
Das SRK hat im Jahr 2015 in Ghana 3400 Graue-Star-Operationen durchgeführt und mit weiteren Behandlungen und Sehtests in Schulen über 120´000 Menschen erreicht. Weiterführende Informationen dazu finden Sie im Tätigkeitsbericht.