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Neue Aspekte der Nebenwirkungen von TNFa-Inhibitoren
Anhand der durch die FDA erhobenen Daten springt ein Unterschied bezüglich des Infektrisikos zwischen Etanercept (Enbrel®) und Infliximab (Remicade®) ins Auge. Dr. E. Rudermann (Northwestern University, Chicago, IL) analysierte die FDA-Daten und konnte am ACR zeigen, dass es unter Therapie mit Etanercept deutlich weniger Fallberichte von Patienten mit granulomatösen Infektionen (Tuberkulose, Pneumonie) oder mit Pneumocystis carinii-Infektionen gibt im Vergleich mit Infliximab.
Bis im Juni 2002 wurden insgesamt 755 Fälle von granulomatösen Infektionen unter Behandlung mit Etanercept und 547 unter Therapie mit Infliximab registriert. In der gleichen Zeit wurden 4 Etanercept assoziierte Fälle mit Pneumocystis carinii dokumentiert gegenüber 44 Fällen in Verbindung mit Infliximab.
Zu bemerken ist, dass Infliximab während dieser Zeit häufiger verabreicht wurde als Etanercept, unter anderem wegen Herstellungsengpässen von Etanercept. Bis im Dezember 2002 wurden ungefähr 400’000 Patienten mit Infliximab behandelt und 150’000 mit Etanercept.
Rudermann weist darauf hin, dass die durch die FDA erhobenen Daten mit Vorsicht betrachtet werden müssen, da die Registrierung der Nebenwirkungen nicht immer oder in gewissen Fällen doppelt/unvollständig erfolgt.
Die Ursache für dieses unterschiedliche Nebenwirkungsprofil von Etanercept und Infliximab bezüglich des Infektrisikos ist noch unklar. Möglicherweise spielen Unterschiede der Pharmakokinetik, Bindungseigenschaften, Komplementaktivation, Zell-Lyse und Effekte von zirkulierenden Leukozyten eine Rolle. Spekulativ bleibt, ob der Verabreichungsmodus (intravenös versus subkutan) und spezifische Eigenschaften der Produkte selber diesbezüglich von Bedeutung sind. Sobald umfänglichere Daten der FDA über das gegen TNFa gerichtete Produkt Adalimumab (Humira®) zur Verfügung stehen, können die Aspekte der Nebenwirkungen der TNFa-Inhibitoren neu belichtet werden.