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12.06.2018 Limoges
Ich behebe noch das .NET-Problem bei meinem Computer und laufe Richtung Royal Limoges Porcelaine, wo sich das einzige heute offene Museum, das Musée du four des Casseaux, befindet. Dort darf ich sogar eine Viertelstunde vor der offiziellen Oeffnungszeit herein. Hauptattraktion ist ein Brennofen von 1884, den „Four des Casseaux“. Es gibt auch weitere Porzellanherstellungs-Maschinen, wie Mixer, Siebpressen, Drehscheiben, Formen und Pressen. Nicht nur Geschirr wird gezeigt, sondern auch alle möglichen Isolatoren, die von Legrand, der damit angefangen hat, produziert werden. Heute ist dies einer der weltgrössten Herstellern von Elektrozubehör. Interessant ist auch der Vergleich von luftgetrocknetem, erst- und zweitgefeuertem Porzellan. Bevor es den Siebdruck gab, wurden die Dekors für das Porzellangeschirr mit Chromolithografie hergestellt. Drucksteine sind noch vorhanden. Um den richtigen Zeitpunkt festzustellen, den Ofen auszuräumen, gab es vor dem Zeitalter der Elektronik komplizierte Geräte, Pyrometer und Teststäbchen, die zu unterschiedlichen Zeiten umkippten. Mit einem Muffelofen wurden die Dekors eingebrannt. Danach laufe ich die Rue du pont Saint-Etienne, die von Fachwerkhäusern gesäumt ist, zur Kathedrale hinauf. Rund um das Musée des Beaux Arts sind die botanischen Gärten angelegt. In der Kathedrale Saint-Etienne gibt es Prae-Jugendstil-Malereien und Glasfenster in der Apsis, von Steinheil (1873-77). Eine moderne Marienstatuette von Lea Shams/Alain Duban steht in der Marienkapelle. Ich laufe kurz zur Wohnung, um zu Mittag zu essen und die zum Trocknen aufgehängten Sachen vom Balkon zu nehmen, denn Regenwolken hängen wieder einmal drohend am Himmel. Ich mache weiter beim Pont Saint-Etienne, der den Fluss La Vienne überspannt und laufe auf der anderen Flussseite, wo es ebenfalls ein paar Fachwerkhäuser hat. Ueber den Pont Saint Martial kehre ich wieder ans andere Flussufer zurück. Ich laufe noch etwas durch die Stadt, vorbei an der geschlossenen Chapelle du college des Jesuits, besuche den Cour du Temple (ein stattliches Stadthaus) und Les Halles, die allerdings schon geschlossen sind. Noch einmal besuche ich die Eglise St. Pierre, mit ihrer Kopie der St. Peter Statute aus dem Petersdom in Rom. Dann muss ich wegen unerträglichen Schmerzen im linken Fussgelenk in die Wohnung zurück und den Fuss hochlegen. Am Abend kriege ich eine Zimmerkollegin aus Utah in den USA.