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Als im Januar 1848 bei einem Bau eines Sägewerkes für General Sutter, in den Sierra Foothills Gold entdeckt wurde und sich diese Nachricht in Windeseile verbreitete, war sprichwörtlich der Teufel los. Waren vor dem Goldfund ca. 14'000 nicht-indianische Einwohner in Kalifornien, so Betrug die Population 1849 bereits 100'000 und im Jahre darauf sogar 250'000 Menschen.
Aus dieser Zeit stammt auch der Ausdruck „Going West“ der eine Aufbruchstimmung signalisierte. Auch heute noch ist „Going West“ ein Synonym für Abenteuer, Karriere, Erfolg und Wohlstand.
Die grossen Siedlerströme entstanden nach einer Ansprache von James K. Polk, dem damaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten, vor dem Kongress im Dezember 1848. Polk nutzte die Goldfunde, um den 1846/47 geführten amerikanisch-mexikanischen Krieg um Kalifornien zu rechtfertigen. Damit waren die Goldfunde in Kalifornien offiziell bestätigt.
In der Folge zogen in den nächsten Jahren mehrere hunderttausend Menschen nach Kalifornien, um ihr Glück zu suchen. Zwischen Januar 1848 und Dezember 1849 wuchs San Francisco von 1‘000 auf 25‘000 Einwohner. Die Abwanderung nach Kalifornien aus anderen Landesteilen hatte zum Teil tiefgreifende Auswirkungen auf die dortigen Unternehmen: Eine kalifornische Zeitung musste ihr Erscheinen einstellen, weil sie keine Arbeiter mehr hatte, Dutzende Schiffe blieben vor San Francisco liegen, weil die Matrosen sofort nach der Ankunft im Hafen von San Francisco zu den Goldfeldern in den Sierra Foothills eilten.
Nur einige wenige Goldgräber wurden wirklich reich, die meisten jedoch nicht und diejenigen, die wirklich Gold fanden, verspielten es oft oder mussten für einfache Güter sehr hohe Preise zahlen. So kostete 1849 ein Ei einen Dollar, alte Zeitungen konnten für 10 Dollar pro Stück verkauft werden und Geld wurde mit einem Zinssatz von fünf Prozent pro Woche verliehen. Händler und Kaufleute gehörten daher zu den Gewinnern des Goldrauschs, zum Beispiel Levi Strauss, der aus Segeltuch strapazierfähige Hosen für die Goldgräber fertigte. Daraus entstanden in modifizierter Fassung die Levi's Jeans.
Die unkontrollierte Zuwanderung von Menschen verursachte auch grosse Probleme: Von 1849 bis 1851 brannte San Francisco sechsmal. Die hygienischen Zustände waren katastrophal, Flöhe und Ratten breiteten sich aus. Im Winter 1851 brach zudem noch eine Cholera Epidemie aus. Das Recht wurde mit Füssen getreten und die Ordnungskräfte waren
hilflos und total überfordert mit der Aufgabe, für Ruhe und Ordnung zu sorgen.
Es wurde wie wahnsinnig gegraben, gesprengt, gepickelt und gewaschen, um an das begehrte Gold zu kommen. Die Flüsse von den Sierra Foothills hinunter ins Sacramento Delta verkamen zu langsam die Berge herunterschleichenden Wasser-Schlamm-Lawinen, dessen Sedimente sich zuerst im Sacramento und American River ablagerten und als die voll und verstopft waren, breitete sich die Schlick Masse, dem Weg des geringsten Wiederstandes folgend, im ganze Delta aus. Die Tiefwasser-Häfen von Stockton und Sacramento, von wo aus man direkten Zugang zur San Francisco Bay und somit zum Pazifik hatte, konnten in der Folge nicht mehr befahren werden. Die folgenden Überschwemmungen und Verwüstungen der Agrarlandschaft im Delta waren gewaltig. Lebensmittel und Alkoholika mussten alsdann aus dem 150 km entfernten San Francisco herbeigeschafft werden. Es ist auch überliefert, dass die Goldgräber zuweilen sehr durstige Gesellen gewesen sein sollen.
Gefunden wurden täglich durchschnittlich 30 Gramm Gold pro Mann, welches dem damaligen 20-fachen Tageslohn eines Arbeiters an der zivilisierten Ostküste der Vereinigten Staaten von Amerika entsprach.
Ab 1854 übernahmen meist professionelle grosse Bergbaufirmen die verschiedenen kleineren Minen und Minengesellschaften, die das Gold mit einem soeben erfundenen Hochdruck-Wasserstrahlgerät abzubauen versuchten.
Die Goldfunde brachten Reichtum nach Kalifornien und vor allem auch Menschen, die wohl ein paar mehr als der üblichen „Abenteuer Gene“ in sich trugen. San Francisco, Sacramento und auch weitere Städte platzten fast aus ihren Nähten.
Kalifornien verlor in dieser Zeit auch ihren „mexikanischen Akzent“, der durch die einstige Vorherrschaft der Mexikaner noch präsent war.
Da durch die Industrialisierung des Goldabbaus deutlich weniger Arbeitskräfte für den Bergbau benötigt wurden, wanderten auch viele der Goldgräber wieder aus den Sierras ab, um sich in und um San Francisco herum niederzulassen und einer anderen Arbeit nachzugehen.
Noch heute sind die Spuren, die diese vom Goldfieber gepackten Menschen hinterliessen beim genauen Hinsehen bemerkbar. Plötzlich macht sich ein hundert Meter langer und zehn Meter breiter und ebenso tiefer Graben auf, dahinter noch so einer, Kreuz und Quer. Die Schürfgräben wurden im Laufe der Jahre wieder mit Gras und Moos überwachsen.