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| , Einleitung zu den Reden des heiligen Johannes Mandakuni. In: Ausgewählte Schriften der armenischen Kirchenväter / aus dem Armenischen übers.; hrsg. von Simon Weber. (Ausgewählte Schriften der armenischen Kirchenväter Bd. 2; Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 58) Kempten; München : J. Kösel : F. Pustet, 1927.

Einleitung zu den Reden des heiligen Johannes Mandakuni
II.
5.
Diesem Manne legt die armenische Überlieferung eine Sammlung von geistlichen Reden bei außer seiner Mitarbeit an der Übersetzung geistlicher Literatur in die armenische Sprache und seinen Arbeiten für die gottesdienstlichen Riten. Für die letzteren Arbeiten finden wir in der älteren Literatur ganz bestimmt lautende Zeugnisse. Stephanus von Asoghik schreibt ihm bestimmte Teile (Mahnsprüche) des armenischen Breviers zu, ferner den Ritus der Taufe, der Diakonats-, Priester- und Bischofsweihe, die Kirchweihe und endlich überhaupt die Liturgie, welche bei den Armeniern als die athanasianische bezeichnet wird. Ähnlich beschreibt Johannes Katholikos das literarische Wirken des Mandakuniers. Er fügt aber noch die Bemerkung bei, er verfaßte auch Reden zur Ermahnung zu einem [S. 39] geregelten Lebenswandel, der den Seelen Heil bringt. Kirakos rühmt dem Katholikos nach, daß er viele Riten in die armenische Kirche eingeführt habe, einige Festgebete im Brevier, die Terz, Quart (?) und Non, die Grundsteinlegung der Kirche, das Stundenzeichen, den Kelch und die Patene, Charakter (?) und Taufe, Kreuzsegnung und Brautkrone.
Auch der Geschichtschreiber Wardan kennt seine Arbeit für den Ritus, indem er ihm den der Priesterweihe zuschreibt. Er führt außerdem an, daß Mandakuni den dritten1 Brief an die Korinther und den des Johannes übersetzt habe. Ausdrücklich erwähnt er „Mahnreden“ desselben.
An diese Nachrichten der Geschichtschreiber reiht sich das Zeugnis der handschriftlichen Überlieferung der armenischen alten Literatur, denn diese führt unter seinem Namen eine Sammlung von geistlichen Reden. Die Zahl der Reden in den verschiedenen Handschriften ist verschieden. Die Handschriften, welche diese Reden bergen, reichen bis ins 11. christliche Jahrhundert hinauf. Neue, zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert entstandene Handschriften
sind als Abschriften älterer Handschriften sicher zu charakterisieren. Der Bestand einer Sammlung der Mandakuni zugeschriebenen Reden ist somit für das Mittelalter erwiesen. Der praktische Zweck der in der Sprache der älteren klassischen Zeit geschriebenen Erzeugnisse der Volksbelehrung reicht aber sofort über das Mittelalter hinauf.
1: Bez. zweiten Brief. Über die Lesart und den Wert der Notiz ist Sarghissean, Krit. Untersuchung über Johannes Mandakuni, S. 391, zu vergleichen. Koriun, der Studiengenosse Johannes des Mandakuniers zählt (Nr. 3) nur zwei Briefe Pauli an die Korinther, d. h. 14 Briefe insgesamt.