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Die Prinzipien der anarchistischen Organisation
Die Beteiligung der LAW an verschiedenen sozialen und wirtschaftlichen Kämpfen erfordert einen ideologischen und strategischen Kern, der in sich widerspruchsfrei ist. Sowohl eine Einheit der Ideologie und Taktik, als auch die kollektive Verantwortung erachten wir als wesentlich, so dass das Grundsatzpapier für die Mitglieder der LAW in ihrer Funktion als solche verpflichtend ist. Zur Verhinderung von Machtkonzentrationen bekennen wir uns zudem zum Prinzip des Dezentralismus.
Einheit der Ideologie
Öffentliche Stellungnahmen der LAW bzw. von einzelnen Mitgliedern im Namen der Organisation - Communiqués, Flyer, Interviews usw. - dürfen dem Inhalt des momentanen Grundsatzpapiers nicht widersprechen. Dies schliesst jedoch bei vorheriger Absprache mit der Vollversammlung weder eine Konkretisierung einzelner, im Grundsatzpapier festgehaltenen Positionen, noch eine Weiterentwicklung von früher vertretenen Standpunkten aus. Für die einzelnen Mitglieder bedeutet die Einheit der Ideologie zudem die Unvereinbarkeit von parallelen Mitgliedschaften oder Aktivitäten in einer Organisation, einem Verein, einer Partei o.ä., deren Grundsätze, Statuten oder öffentlich vertretenen Positionen, den im Grundsatzpapier der LAW vertretenen Standpunkten widersprechen. Dies betrifft insbesondere Organisationen, die sich an politischen Wahlen beteiligen oder allgemein die Übernahme der staatlichen Herrschaft anstreben.
Kollektives Handeln und einheitliche Taktiken
Um unsere gesteckten Ziele zu erreichen, müssen wir kollektiv agieren. Das bedeutet primär, dass wir weder ein Handeln "auf eigene Faust" innerhalb der LAW tolerieren, noch, dass Mitglieder der LAW zugleich politischen Aktivitäten nachgehen können, die im Widerspruch zu den Prinzipien der Organisation stehen. Die Grundlagen des kollektiven Handelns bilden verschiedene Taktiken, die durch beschlussfähige Instanzen der LAW im Konsens abgesegnet werden müssen. Dies ist die Vollversammlung, wenn es sich um eine Angelegenheit handelt, die die gesamte Organisation betrifft, oder eine einzelne Aktionsgruppe, wenn das Thema entsprechend eingeschränkt ist. Beschlüsse der Vollversammlung sind für die Aktionsgruppen jedoch jederzeit verbindlich. Taktiken können nur dann effizient verfolgt werden, wenn sie dem Prinzip der Einheitlichkeit entsprechen. Dies bedeutet:
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Übereinstimmung mit den im Grundsatzpapier festgelegten Strategien, Methoden und ideologischen Standpunkten. Prinzipiell ausgeschlossen sind dabei Taktiken, die die Anwendung von Gewalt gegen Menschen und/oder Tieren beinhalten.
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Widerspruchslosigkeit zu anderen momentan verfolgten Taktiken der LAW oder einzelner Aktionsgruppen.
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Im Sinne einer längerfristigen Strategie ist zudem darauf zu achten, dass einzelne Taktiken möglichst optimal aneinander anknüpfen.
Kollektive Verantwortung
Die LAW und damit alle ihre Mitglieder übernehmen die Folgen des kollektiven Handelns, insbesondere die finanzielle Haftung und die (ideologische) Rechtfertigung.
Föderalismus
Ein erster notwendiger Schritt hin zu einer herrschaftslosen Gesellschaft ist die Bekämpfung des Zentralismus. Dieser führt, wie zahlreiche historische Beispiele belegen - die Französische Revolution und das Direktorium, die Russische Revolution und die sowjetische Nomenklatur usw. - zur verstärkten geistigen und materiellen Unterdrückung des Proletariats im Allgemeinen und oftmals bestimmter Gruppen im Speziellen. Obwohl auch ein dezentralisiertes System noch lange keine Garantie einer freieren Gesellschaft ist, ist es unser Ziel, den Dezentralismus in der LAW so weit wie möglich umzusetzen und den Föderalismus auch gegen aussen hin zu propagieren. Dies mit dem Ziel, die Unabhängigkeit und damit die individuelle Beteiligung jedes einzelnen Mitglieds der LAW und jeder Aktivistin der anarchistischen Bewegung zu maximieren. Denn nur so ist eine tatsächliche Vielfalt der Meinungen möglich und nur so lässt sich ein echter Konsens finden.
Egal wie breit und föderalistisch eine Organisation, aber auch die Gesellschaft insgesamt aufgebaut ist, kann es keine Entscheidungen ohne individuelle Verpflichtungen und kollektive Umsetzung geben. Umso weniger ist dies in einer anarchistischen Organisation möglich, die sich den Belangen des Proletariats und der sozialen Revolution verschrieben hat. Die LAW ist nicht nur auf die persönliche, unabhängige Meinung jedes ihrer Mitglieder angewiesen, sondern auch auf deren Eigeninitiative und Mithilfe bei der politischen Arbeit. Das bedeutet natürlich auch, dass einmal übernommene Aufgaben tatsächlich ausgeführt werden sollen. Nur so kann das föderalistische Prinzip mit Leben gefüllt werden und ermöglichen, dass die LAW richtig funktioniert und sich dem abgesteckten Ziel nähern kann.