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Der Himmelsatlas des deutschen Astronomen und Juristen Johann Bayer (1572-1625) setzte neue Massstäbe in der Geschichte der Himmelskartographie. Die Karten zeigen die präzisen Positionen der Fixsterne und sind zugleich von einer aussergewöhnlichen Schönheit. Der Atlas enthält 51 doppelseitige Himmelskarten (49 Konstellationen und zwei Hemisphären). Die Uranometria ist der erste Himmelsatlas, in dem die Sternbilder über dem Südpol verzeichnet sind: Paradiesvogel, Pfau, Tukan, Kranich, Phönix, Kleine Wasserschlange, Chamäleon, Fliege, Fliegender Fisch, Schwertfisch, Südliches Dreieck und Indianer.
Tabula Secunda: Ursa Major [Sternbild Grosser Bär]
Die grosse Leistung Bayers lag in der Vereinheitlichung der bislang uneinheitlichen und verwirrenden Bezeichnungsweise der einzelnen Fixsterne. Er löste das Problem, indem er die 1’300 Sterne aus Tycho Brahes Sternenkatalog mit den 24 Buchstaben des griechischen Alphabets versah. Die Reihenfolge orientierte sich dabei im Wesentlichen an der Helligkeit der Sterne. Eine Sternbezeichnung nach Bayer enthält einen griechischen Vor- und einen lateinischen Familiennamen (z.B. „Alpha Centauri“). Jüngere Sternkataloge haben die Bayer-Klassifikation wieder fallen gelassen und sind zur blossen Nummerierung der Sterne übergegangen. Dennoch greifen Astronomen noch heute gerne auf Bayers Bezeichnungen zurück.
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