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Paul Baumann, der Gründer der christlichen Methernitha-Gemeinschaft im Emmental, ist tot. "Vatti", wie Baumann lange Zeit von den Mitgliedern der Gemeinschaft genannt wurde, starb nach Angaben eines Mitglieds der Gemeinschaft am Freitag im Alter von 93 Jahren.
Baumann und Methernitha machten in den 1970-er Jahren Schlagzeilen, als "Vatti" wegen Unzucht mit minderjährigen Mädchen zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Und in den 1990-er Jahren spekulierten französische Medien, nach den Massentötungen bei den Sonnentemplern könnte auch im Emmental so etwas passieren.
Auch in der Methernitha-Gemeinschaft in Linden BE lebten damals nämlich ein paar französische Staatsangehörige. Diesen Spekulationen trat Baumann im April 1996 in einem Radiointerview aber vehement entgegen.
Recht auf Vergessen
Francis Bosshard, nach eigenen Angaben ein Verwaltungsmitglied der Gemeinschaft, sagte am Samstag der Nachrichtenagentur sda, Baumann habe zwar die Gemeinschaft gegründet, sei aber gar nie ihr Leiter gewesen. Auch habe er schon lange keine aktive Rolle mehr gespielt. Die Gemeinschaft beanspruche das Recht auf Vergessen. Baumanns Taten lägen weit zurück.
Mit seinen Angaben zum Tod Baumanns bestätigte Bosshard eine Meldung des Internetportals blick.ch vom Freitag.
Wie viele Personen die Gemeinschaft heute ausmachen, wollte Bosshard nicht sagen. Laut der Internetseite von Methernitha leben Menschen aus verschiedenen Nationen in Linden. Als Ziel der Gemeinschaft gibt Methernitha an, ein bewusstes und gottverbundenes Leben zu führen und dem Mitmenschen zu dienen.