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| Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Zweites Buch
28. Kapitel: Vieles entzieht sich unserm Verständnis
8.
Alsdann können sie doch ihre neu erfundene Erdichtung nicht dadurch beweisen, daß sie bald durch irgend welche Zahlen, bald durch Silben oder durch Namen oder durch Buchstaben, die in den Buchstaben enthalten sein sollen, oder durch Parabeln, die sie falsch erklären, oder durch irgend welche Vermutungen jene fabelhaften Erzählungen, die sie sich selbst erdichtet haben, zu bekräftigen versuchen. Sollte nämlich jemand fragen, warum denn der Vater, der dem Sohn doch alles mitteilt, wie der Herr ausdrücklich erklärt, den Tag und die Stunde allein weiß, dann kann er keine passendere, geziemendere und gefahrlosere Erklärung für die Gegenwart finden, weil doch der Herr der allein wahre Lehrer ist, als daß wir von ihm lernen, daß der Vater der Allerhöchste ist. „Der Vater ist nämlich größer als ich“1 . Deswegen also hat unser Herr gelehrt, daß auch hinsichtlich seiner Erkenntnis der Vater allen überlegen ist, damit auch wir, solange wir noch in der Gestalt dieser Welt wandeln, die vollkommene Erkenntnis und derartige Fragen Gott überlassen und nicht etwa auf der Suche nach der Höhe des Vaters in die Gefahr stürzen, zu suchen, ob über Gott noch ein anderer Gott sei.
1: Joh. 14,28