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Als «Meisterin der zeitgenössischen Kurzgeschichte» bekommt die Kanadierin Alice Munro (82) den Literaturnobelpreis. Das gab die Schwedische Akademie in Stockholm bekannt. Der wichtigste Literaturpreis der Welt ist mit umgerechnet 1,125 Millionen Franken dotiert.
Die Trägerin des Literaturnobelpreises war im Internet früher bekannt als vor Ort in Stockholm. Als der Jurychef die Entscheidung für Alice Munro gerade noch einleitete, hatte der offizielle Twitter-Account der Akademie sie schon zur Preisträgerin gekürt.
«Die Kanadierin Alice Munro, 82 Jahre alt, bekommt den #NobelPrize 2013 für #Literature», hiess es dort. Sie sei eine Meisterin der zeitgenössischen Erzählkunst.
Über den Literaturnobelpreis für Alice Munro kann sich auch der Zürcher Dörlemann-Verlag freuen. Munros Debütband «Tanz der seligen Geister» und ihr zweiter Erzählband «Was ich dir schon immer sagen wollte» sind in dem Verlag erstmals auf Deutsch erschienen.
Beide Bücher sind noch lieferbar. «Tanz der seligen Geister» aus dem Jahr 1968 erschien 2010 bei Dörlemann. Im Gegensatz zu späteren Erzählsammlungen, in deren Mittelpunkt Frauen mittleren Alters standen, geht es in diesem Erstling vor allem ums Erwachsenwerden.
Für ihren Zweitling «Was ich dir schon immer sagen wollte» (1974) erhielt die damals 43-Jährige hohes Lob von ihrem Kollegen John Updike: Er verglich sie - als erster von vielen - mit Tschechow.
Überreicht werden alle Nobelpreise traditionell am 10. Dezember, dem Todestag des Dynamit-Erfinders und Preisstifters Alfred Nobel. Im vergangenen Jahr hatte der Chinese Mo Yan die Auszeichnung für Literatur erhalten.
Einzige Schweizer Preisträger seit der ersten Vergabe 1901 waren Carl Spitteler 1919 und Hermann Hesse 1946; letzterer hatte seit 1923 das Berner Bürgerrecht.
(sda/tke/aho)