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Ein Paar kleine rechteckige Wandplatten mit polychromem Dekor, die zwei Szenen nach David Teniers darstellen. Beide sind mit einer Rocaille-Rahmung in Relief versehen, die mit Braun, Blau und Manganviolett gehöht sind.
Die eine Platte zeigt eine Szene in ländlicher Landschaft, mit einem am Tisch sitzenden Paar in der Rückenansicht. Bei dem Paar steht ein Trinker mit einem Krug und direkt neben ihm der Wirt. Auf der zweiten Platte zeigt sich ebenfalls ein Paar. Hier mit einem Pfeifenraucher sowie einem schlafenden Mann im Hintergrund. Diese Genreszenen sowie einige Details sind teilweise von einer Komposition von David Teniers d. J., einer Kirmes, inspiriert, deren Original im Nationalmuseum der Schönen Künste in Kuba aufbewahrt wird (Abb. 1).
Die reliefierte Rahmung im Rocaille-Stil ist in den Ecken jeweils mit Palmen und Muscheln verziert.
Ähnlich geformte Platten, jedoch mit einem Dekor aus belebten Szenen mit türkischen Figuren, befanden sich in der ehemaligen Pflueger-Sammlung (Abb. 2). Die Einfassungen, ebenfalls im Rocaille-Stil, sind mit unseren Platten durchaus vergleichbar, auch wenn sie leichte formale Abweichungen aufweisen.
Die deutsche Fabrik in Schrezheim stellte eine Reihe von dekorativen Wandplatten, vor allem in kleinen Größen her, die, wie kleine Gemälde gedacht waren.
Im 17. und 18. Jahrhundert entwickelte sich vor allem in Nordeuropa der Geschmack für Genreszenen. Künstler interessierten sich vermehrt für Themen, die vom Leben der Bauern und von Familienfesten erzählten. Dieses Genre, das in mehreren Regionen Europas verbreitet war, wurde sowohl auf Fayencen als auch auf Porzellan abgebildet, und die Kompositionen von Téniers waren bei vielen Künstlern sehr beliebt. Ihre Wiederkehr spiegelt die Vorliebe für die flämische Malerei des holländischen Goldenen Zeitalters Mitte des 18. Jahrhunderts wider.