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Ethnographische Gegenstände aus Afrika und Asien, sowie einzelne Raritäten und Kuriositäten aus der Historischen Sammlung.
In dieser Kategegorie werden einzelne Stücke vorgestellt, die keiner der anderen ausgewählten Sammlungen zugeordnet werden. Hinzu kommen zahlreiche Objekte aus dem Nahen und mittleren Osten bis nach Japan, unter anderem auch solche die aus der ethnographischen Sammlung der Mittelschweizerischen Geographisch-Commerziellen Gesellschaft übernommen wurden.
Katzensarg
Katzensarg
- Ägypten, Spätzeit (ca. 664-332 v. Chr.)
- Holz, Stuck, Leinen
- Höhe 37.5 cm, Breite 30 cm
- Inv. Nr. K-10328
Beschreibung
Sitzende Katze auf Sockel aufgesetzt; Schwanz nach rechts abgehend. Die Bemalung ist am Kopf noch gut erhalten; Augen schwarz aufgemalt; gelbliche Stuckschicht direkt auf das Holz aufgetragen (ohne Leinenuntergrund). Beim restlichen Körper scheint jedoch unter der Bemalung eine Leinenunterlage zu liegen (sichtbar am linken Hinterbein). Das Gehäuse (ohne Sockel) ist in der Mitte teilbar. Inhalt und Aushöhlung konnten nicht untersucht werden.
Verwendung/Kontext
Die Katzen werden nach ihrem Tod entweder einbalsamiert und kunstvoll gewickelt oder in einen hölzernen, katzenförmigen Sarg wie diesen gelegt. Der mit Harzen und Duftstoffen behandelte Kadaver wurde dann jeweils zwischen die zwei auseinanderklappbaren Hälften gebettet.
Im Rahmen des ägyptischen Tierkults genoss auch die Katze grosse Verehrung. Vor allem in der Spätzeit erlebten die Bestattungen von Lieblingstieren seine grosse Blüte. Allerdings trifft man schon früher auf Statuen und Särge von Katzen: während der 22. Dynastie (im 9. Jh. v. Chr.) in Bubastis, dem Hauptkultort der in Katzengestalt verehrten Göttin Bastet.
Die Tiere verkörpern allgemein göttliche Wesenszüge und können entweder als lebende Tiere, als Statuen oder als Mumien dem Menschen als Mittler gegenüber der jeweiligen Gottheit dienen. In Katzengestalt können die Göttinnen Bastet, Sachmet (auch gerne in Löwengestalt) oder vereinzelt auch Hathor (sonst häufig kuhgestaltig) erscheinen. Für den Ägypter sind Katze und Löwin nur zwei verschiedene Aspekte derselben Gottheit; einmal sanft in Katzengestalt und zornig wild als Löwin.
Flügelaltar aus Herznach
Flügelaltar aus Herznach
- Basel, um 1515
- wohl Dominicus Guntersumer (Werkstatt)
- Flügelinnenseiten und Relieffiguren aus Lindenholz, Schreinfassung aus Tannenholz, Farbfassung, Lüster, Pressbrokat, geschnitztes Laubwerk
- Höhe 162 cm, Breite 369 cm
- Inv. Nr. K-305
Beschreibung
Der Altar besteht aus einem mittleren rechteckigen Schrein mit zwei Flügeln. Im Schrein stehen vier geschnitzte Figuren: der Heilige Eligius mit dem Pferdefuss in der Hand, die Heilige Verena mit Brot und Kamm, die Heilige Agatha mit der ausgerissenen Brust und der Heilige Ägidius mit der Hirschkuh. Die Oberseite des Schreins ziert ein geschnitztes, vergoldetes Astwerk. Die Vorderseiten der Klappflügel zeigen im Relief geschnitzte Figuren. Links erkennen wir die Heilige Elisabeth von Thüringen mit Brot und Kanne zwischen zwei dünnen Säulen, die einen Spitzbogen tragen; im rechten Flügel steht die Heilige Barbara mit dem Turm unter einem Rundbogen, der ebenfalls von zwei dünnen Säulen getragen wird. Die Flügelrückseiten sind bemalt. Dargestellt sind die Heilige Verena, die Kranke pflegt und nochmals die Heilige mit der Thebäischen Legion. Beide Flügel tragen oben das österreichische Wappen. Auf der Predella ist die Heiligen Sippe in vier Szenen dargestellt, umgeben von Schriftbändern. Die Altarrückseite zeigt auf drei Feldern Blumen mit gerollten Blättern (ev. Akanthus).
Verwendung
Das Schnitzwerk zählt zu den wichtigsten Werken spätmittelalterlicher, gotischer Kunst in der Schweiz. Der geschlossene Kasten zeigt die Alltagsseite mit der Ansicht der aussen bemalten Flügel. An Feiertagen wurde er geöffnet und zum Vorschein kam der Schrein mit den vollplastischen Figuren im Gehäuse und den reliefierten Flügeln. Der Altar stand einst in der Verenakapelle in Herznach, die gemäss mündlichen Überlieferungen als ältestes Gotteshaus des Fricktals gilt.
Kontext
Die Heilige Verena liegt in der Nähe, in Zurzach, begraben. Verena kümmerte sich um Arme und Kranke und wurde in der ganzen Schweiz, insbesondere im Raum Zurzach und Solothurn, ihrem Wirkungsgebiet der Legende nach, verehrt. Als Hauptfigur ist sie auf dem Altar viermal dargestellt. Dennoch werden ihr die anderen Figuren mittels Grösse und Ausgestaltung gleichgestellt. Es handelt sich um ein ausgewogenes, symmetrisch angeordnetes Gruppenbild von Heiligen, die gereiht in strenger Formation stehen und trotzdem dank reich geschwungenen Gewandfalten, leicht geneigten, meisterlich porträthaft ausgeführten, zarten Gesichtern und schwach gedrehten Körpern die kompakte Fügung lockern. Die reliefierten Flügelgestalten sind unter Arkaden in illusionistisch vorgetäuschten Fluchten platziert. Der reiche Faltenwurf wird mittels Vergoldung betont. Damastartiger, vergoldeter Hintergrund beleuchtet die Figuren.
Die Heiligen zeugen von einer Volksfrömmigkeit, die im Spätmittelalter zu einem reichen Kult ausgewachsen war. Drei der Altarheiligen, Eligius, Barbara und Agatha wurden insbesondere von Menschen, die im Bergbau arbeiteten, um ihren Beistand angerufen. Da im oberen Fricktal im Mittelalter der Bergbau vielen Ansässigen eine Erwerbsmöglichkeit bot, liegt die Vermutung nahe, dass womöglich Bergleute den Altar gestiftet haben.
Hergestellt wurde das Werk vermutlich in Basel, wahrscheinlich vom Basler Holzschnitzer Dominicus Guntersumer. Am 20. Juli 1516 weihte der Basler Weihebischof Telamonius Limpurger die Kapelle und den Altar ein. Bevor er ins Gewerbemuseum kam, stand er auf dem Kirchenspeicher. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnte das stark malträtierte Werk unter anderem mit Geldern des Bundes von der Kirchgemeinde Herznach erworben werden. Mehrere aufwendige Restaurationen lassen es in neuer Pracht erscheinen.
Samurai-Rüstung
Samurai-Rüstung
- Japan, um 1900
- Eisen, Leder, Textilien
- Höhe 185 (mit Helm)
- Inv. Nr. K-5570
Beschreibung
Samurai-Rüstung bestehend aus Helm mit Nackenschutz und Maske, auf Stoff montierten und lackierten Lederplatten als Brustpanzer und einer geschobenen Schürze aus Leder und lackiertem Blech.
Verwendung
Das Objekt wurde vermutlich durch den leidenschaftlichen Sammler Augustus Edward Jessup angekauft. Die Historische Sammlung besitzt – wahrscheinlich auch von Jessup angekauft – noch eine weitere Samurai-Rüstung, japanische Speere und ein japanisches Schwert (Katana).
Kontext
Im Westen werden die Mitglieder des Kriegerstandes im vorindustriellen Japan als Samurai bezeichnet. Auf Japanisch bedeutet es "Dienender" oder "Beschützer". Die Samurai waren Krieger im Dienste von Lehnsherren. Später wurden sie auch als Höflinge, Bürokraten und Administratoren eingesetzt. Seinen Lohn erhält der Samurai in Form von Reis, die Menge war abhängig von Status, Familienzugehörigkeit und persönlichem Verdienst. Äusserlich diente das Schwerterpaar als symbolisches Emblem der Macht der Samurai, für den Kampf waren sie nur beschränkt nützlich. Ähnlich wie bei europäischen Rittern, erhielt der Samurai seine Waffen nach abgeschlossener Ausbildung.
Die Ausbildung beginnt mit drei Jahren und neben klösterlicher Ausbildung wird vom Lehrmeister vor allem Drill und Schmerzunterdrückung gelehrt. Lange Zeit genossen Samurai hohes Ansehen und durften jede und jeden töten, der ihnen nicht den angemessenen Respekt zollte. Als der Kaiser um 1900 die Armee modernisierte, hob er den Samurai-Status auf, was zu mehreren Aufständen und Kriegen führte, welche die Armee aber trotz grossen Verlusten niederschlug.