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Präsident Reuven Rivlin besuchte am Donnerstag (27. August) christliche Stätten im Jordantal und traf Kirchen- und Gemeindeführer. Der Präsident besuchte unter anderem Tabgha und die Brotvermehrungskirche am See Genezareth. Im Juni hatten Fundamentalisten einen Brandanschlag auf die Kirche verübt, der grossen Schaden anrichtete.
In Tabgha traf Rivlin den Apostolischen Nuntius in Israel, Giuseppe Lazzarotto, Vater Abt Gregory Collins, den Vorsteher des Benediktinerordens in Israel und Zuständigen für das Priorat Tabgha, und die stellvertretende Botschafterin an der Deutschen Botschaft in Tel Aviv, Monika Iwersen.
Präsident Rivlin begutachtete den Schaden, den das Feuer und die Graffiti verursacht haben. Bernd Mussinghof, Leiter des Jerusalemer Büros des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande, erzählte dem Präsidenten von den Plänen zum Wiederaufbau der Stätte.
Beim Zusammenkommen mit den Kirchenführern dankte Vater Collins dem Präsidenten herzlich für dessen Unterstützung nach dem Angriff. Ausserdem lobte er die Polizei und die Sicherheitskräfte für ihre schnelle und engagierte Arbeit, die zur Festnahme der Verdächtigen geführt hat.
Präsident Rivlin sagte: „Es ist eine Ehre, als Ihr Gast hier zu sein. Den herzlichen Empfang, den Sie mir an diesem schönen Ort bereitet haben, ist ein Zeichen für die enge Freundschaft zwischen den jüdischen und christlichen Gemeinden im Heiligen Land und auf der ganzen Welt. Ich bin hier, um klarzustellen, dass der Staat Israel – als ein jüdischer und demokratischer Staat, als demokratischer und jüdischer Staat – seiner Verantwortung, die Freiheit und Sicherheit aller Glaubensgemeinschaften in Israel zu schützen, einen hohen Stellenwert einräumt. Wir sind hier, um klarzustellen, dass es keinen religiösen Krieg gibt im Heiligen Land, sondern dass diese Angriffe von Fundamentalisten gegen eine ganze Gesellschaft verübt wurden. Es handelt sich um Angriffe von Menschen, die nach Krieg und Zerstörung streben und gegen andere vorgehen, die in Frieden leben wollen.“
Der Präsident fügte hinzu: „Israel wird alles tun, um zu garantieren, dass sich alle Gläubigen im Staat Israel entfalten können. Dies wird uns ermöglichen, alle Klüfte zu überbrücken.“
Zuvor hatte der Präsident christliche Stätten im Jordantal besucht, darunter Eretz ha’minzarim, das „Land der Klöster“. So wird die Gegend am Jordan genannt, wo Jesus nach christlicher Tradition getauft wurde. Die Stätte ist von sowohl historischer als auch religiöser Bedeutung. Im Laufe der Zeit wurden am Westufer des Jordans Klöster und Gästehäuser für Pilger, die sich dort taufen liessen, gebaut. Nach einem Erdbeben und dem Sechstagekrieg von 1967 wurden die Kirchen nach und nach verlassen. Vor kurzem jedoch startete in Kooperation mit den israelischen Verteidigungsstreitkräften (IDF) und der Naturschutzbehörde ein neues Projekt, welches die Entwicklung der Gegend beschleunigen soll. Damit sollen die Stätten wieder für Reisende und Touristen erschlossen werden.
Quelle: Botschaft des Staates Israel in Berlin, Sprecher des Präsidenten