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Als die Eidgenossenschaft im Jahr 1848 gegründet wurde, hat man das Dampfschiff Rigi gebaut. Jetzt ist es nach 15 Jahren Umbau für die Besucher wieder zugänglich gemacht worden.
Da steht er nun im Innenhof des meistbesuchten Verkehrsmuseums in Luzern: Der rot-schwarze Rumpf des «Rigeli» wie es vom Volksmund liebevoll genannt wird. Und man kann ihn sogar betreten. Die Kinder klettern über eine Art Strickleiter in den Rumpf und die Erwachsenen erreichen das Schiff über einen Laufsteg. Rund um das Schiff wurde ein Wasserkanal erstellt, in dem man mit Muskelkraft in einem Boot um das Objekt fahren kann.
Das Dampfschiff vor der Schiffshalle im Verkehrshaus
Geschichtlich hat der Raddampfer einiges zu bieten. Die Hauptaufgabe des Schiffs widerspiegelte sich in seiner Konstruktion als Glattdeckdampfer. Die grosse freie Oberfläche wurde für den Transport von Waren und Tieren gebraucht. Die Überfahrt auf dem Vierwaldstättersee war eine wichtige Etappe auf der europäischen Handelsroute von Basel nach Mailand und von Rotterdam nach Genua.
Das DS Rigi als Glattdeckdampfer am Landesteg in Luzern um 1861
Das DS Rigi ist insofern ein Urahne der heutigen Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT). Auch touristisch hat das Dampfschiff Geschichte geschrieben: Im Jahr 1863 beförderte es die Gäste anlässlich der ersten geführten Reise des britischen Pioniers Thomas Cook (1808–1892) durch die Schweizer Alpen.
Die Schale wird am 8. März 2007 mithilfe eines Raupenkrans vor die Schifffahrtshalle gehievt
Nach 105 Dienstjahren und 1 618 565 absolvierten Kilometern wurde das Dampfschiff 1952 aus dem Verkehr gezogen. Es stand kurz vor seiner Verschrottung. Der Gründer des Verkehrshauses, Alfred Waldis (1919–2013), setzte sich persönlich für seine Rettung ein.
Das Innenleben des Dampfschiffes mit den Bullaugen und der Nietenstruktur
Als ältestes noch erhaltenes maschinengetriebenes Verkehrsmittel der Schweiz war es der wichtigste mobilitätshistorische Zeitzeuge. Waldis hatte ausserdem einen persönlichen Bezug zum Schiff, weil sein Vater darauf Dienst geleistet hatte.
Im Rumpf der Heizkessel
In einer spektakulären Aktion wurde das DS Rigi am 23./24. Dezember 1958 ins Verkehrshaus transportiert. Im Herzen der Anlage, dem sogenannten «Rigihof», erhielt es sein drittes Leben als Museumsattraktion. Weil das Museum noch nicht über eine eigene Gastronomie verfügte, diente es den Besuchern als Restaurant.
Als der Vierwaldstättersee 2005 über seine Ufer trat, bekam ironischerweise ein Dampfschiff den grössten Schaden ab. Insbesondere die Fäulnis hat das Verkehrshaus vor Probleme gestellt. Das DS Rigi wurde seither in mehreren Etappen für eine Million Franken restauriert. Dabei konnte das Verkehrshaus auf die grosse Unterstützung aus der Öffentlichkeit, insbesondere der Dampferfreunde, die sich seit Jahren für die Erhaltung der Raddampfer einsetzen zählen.
Das Dampfschiff Rigi gehört seit der Eröffnung des Verkehrshauses 1959 zu den Hauptattraktionen des Museums. Das in London gebaute Schiff lief am 16. März 1848 in Luzern vom Stapel und unternahm im gleichen Jahr die Jungfernfahrt von Luzern nach Flüelen.
Das Bordbuch
ISBN 978-3-907164-32-7
Fotos: Verkehrshaus und Josef Ritler