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Church Autonomy and the Catholic Church Sex Abuse Cases
Der SNF fördert das 2022 beginnende Projekt zum Thema "Church Autonomy and the Catholic Church Sex Abuse Cases". Das Projekt wird von Prof. Dr. Adrian Loretan zusammen mit Herrn Dr. Zalman Rothschild (Nonresident fellow) geleitet und hat eine Dauer von 48 Monaten.
1. Inhaltszusammenfassung
Dieses Projekt fragt danach, wie Rechtsordnungen die kollektiven Rechte der Religionsgemeinschaften mit den Menschenrechten des Einzelnen und der Anwendung säkularen Rechts ausbalancieren können und sollen. Das Projekt fokussiert sich dabei auf den Grundsatz der «kirchlichen Selbstbestimmung» in den Vereinigten Staaten und speziell darauf, wie diese Doktrin auf den sexuellen Missbrauch durch Kleriker angewendet werden kann, was vermutlich eine der wichtigsten Fragen zur Religionsfreiheit unserer Zeit ist. Das Projekt wird den Grundsatz des kirchlichen Selbstbestimmungsrechts im Amerikanischen Verfassungsrecht und im Kirchenrecht untersuchen und eine umsetzbare Abwägung vorschlagen, die die Autonomie der religiösen Institutionen respektiert und gleichzeitig individuelle Rechte schützt.
2. Kurzbeschreibung
a) Leitung
Der Missbrauchsskandal in der Kirche ist eine der wichtigsten Fragen der Religionsfreiheit unserer Zeit. Diese Krise wird durch das Fehlen von institutioneller Haftbarkeit für religiöse Organisationen unter dem Mantel der «kirchlichen Selbstbestimmung» noch verschlimmert. Dieses Projekt konzentriert sich auf diesen Grundsatz in den Vereinigten Staaten, wo bis jetzt die meisten Klagen wegen sexuellen Missbrauchs durch Kleriker erhoben wurden. Die amerikanische Verfassungsrechtsprechung hat auch eine solide Doktrin bezüglich der Kirchenautonomie entwickelt, die wiederum als Modell für andere Länder dient.
b) Ziele des Forschungsprojekts
Das Projekt wird die Doktrin des «kirchlichen Selbstbestimmungsrechts» im amerikanischen Verfassungsrecht und im Kirchenrecht untersuchen und in einer Reihe von Artikeln eine umsetzbare Abwägung vorschlagen, die die Autonomie der religiösen Institutionen respektiert und gleichzeitig individuelle Rechte schützt. Eine solche Abwägung wird nötig sein, wenn religiöse Institutionen vom Staat, das heisst einer unabhängigen, externen Autorität, zur Rechenschaft gezogen werden sollen. Dieses Projekt geht nicht nur deskriptiv und erklärend vor, sondern auch präskriptiv. Es bedarf verfassungs- und religionsrechtlicher Initiativen, um die aufkommende Spannung zwischen Religionsfreiheit und säkularem Recht zu bewältigen. Dieses Projekt wird künftige Entwicklungen vorschlagen, die einen sinnvollen Beitrag zur Gestaltung des Verfassungs- und Religionsrechts im Allgemeinen und zur Anwendung in Fällen von sexuellem Missbrauch durch Kleriker im Besonderen leisten können. Das Projekt wird Auswirkungen darauf haben, wie Rechtsordnungen ein Gleichgewicht zwischen den strukturellen Rechten religiöser Institutionen, den Menschenrechten des Einzelnen und der Anwendung des säkularen Rechts im Allgemeinen herstellen können und sollten.
c) Inhalt des Forschungsprojekts
Der akademische Diskurs hat es versäumt, die Bedeutung der Kirchenautonomie und die Rolle, die diese bei den Rechtsstreitigkeiten über den sexuellen Missbrauch durch Kleriker spielt, zu erkennen. Dieses Projekt will als Korrektiv dienen und diese Forschungslücke füllen, was zu umfassenderen Erkenntnissen darüber führen wird, wie institutionelle Religionsfreiheit mit individuellen Menschenrechten zusammenwirken sollte
3. Schlüsselbegriffe
Kirchliche Autonomie, Religionsfreiheit, Sexueller Missbrauch durch Kleriker, US-Amerikanisches Verfassungsrecht, Recht und Religion, Kirchenrecht