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Ross Edgley ist der erste Mensch, der um Grossbritannien geschwommen ist. Dem 33-Jährigen dürfte ein Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde sicher sein. Die interessantesten Fakten zur Grossbritannien-Umrundung.
Ross Edgley hatte einen Plan: Der 33-Jährige wollte von Martinique nach St.Lucia schwimmen. Gefesselt an einen Baumstamm. Doch die Strömung war zu stark. Knapp 100 Kilometer schwamm er. Danach gab er auf.
Ross Edgley brauchte einen neuen Plan. Zurück in Grossbritannien fragte er bei den Royal Marines nach möglichen Herausforderungen. Ein Soldat meinte, dass noch nie jemand um Grossbritannien geschwommen sei. Edgley war angefixt.
Edgley startet am 1. Juni am Strand von Margate. Er schwamm die knapp 2900 Kilometer natürlich nicht in einem Stück. Er schwamm pro Tag bis zu zwölf Stunden und übernachtete dann in einem Begleitboot. Ein Drei-Mann-Team kümmerte sich um ihn. Das Land betrat er für 157 Tage nicht. Geplant wäre eigentlich gewesen, dass er die gesamte Strecke in 100 Tagen schafft. Unwetter wie der Sturm Ali machten ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung.
Stell dir vor, du machst Ferien in Ägypten. Aber um deinen ökologischen Fussabdruck nicht zu sehr zu belasten, entscheidest du dich gegen das Flugzeug und schwimmst einfach die Strecke (wie auch immer du das machen willst). Das sind etwa 2900 Kilometer.
Edgley erreichte eine Maximalgeschwindigkeit von 8,7 Knoten. Das sind rund 16 Stundenkilometer. Allerdings nicht aus eigener Kraft: Die Flut half ihm dabei. Zum Vergleich: Der schnellste Schwimmer erreicht ohne Schwimmhilfen in einem 50-Meter-Pool etwa die Hälfte der Geschwindigkeit.
Um genügend Energie zu haben, nahm Edgley gemäss eigener Aussage täglich zwischen 10'000 und 15'000 Kalorien zu sich. Nebst Pizza, Pasta und Erdnussbutter verspeiste er über 600 Bananen.
Ähnlich wie bei Astronauten, die im schwerelosen Raum mit der Zeit das Gehen verlernen, muss Edgley nun auch in die Reha, um seine Muskeln wieder aufzubauen. Das ist aber nicht alles: Wegen des Salzwassers zersetzte sich seine Zunge teilweise. Weiter wurde er insgesamt 37 Mal von einer Qualle gestochen.
Das Schwimmen mit den Quallen werde er nicht vermissen, er hoffe jedoch, dass sie bei seiner Ankunftsparty dabei seien, schrieb Edgley in einem Instagram-Post anfangs Oktober.
Bestens gelaunt stellte sich Ross Edgley nach Vollendung den Medien. Er sei sehr erleichtert, dass er es geschafft habe. Sein erster Gedanke: «Fall beim Durchlaufen der Ziellinie bloss nicht hin.»
Edgley hat bereits zwei Weltrekorde aufgestellt: 2016 lief er einen Marathon – und zog dabei einen Kleinwagen hinter sich her. Weiter kletterte er innerhalb von 19 Stunden so lange ein Seil hoch, bis er eine Höhe von 8848 Meter erreicht hätte – so hoch wie der Mount Everest. Seine Grossbritannien-Umrundung dürfte es wohl auch ins Guinness-Buch der Rekorde schaffen. (jaw)