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Spannender hätte die Entscheidung in der Vereinsmeisterschaft nicht arrangiert werden können: Alle Partien des Turniers sind gespielt, ausser jener, die zwischen Gold und Silber entscheidet. Ausgerechnet die Begegnung zwischen dem Tabellenführer Martin Wiesinger und dem Zweiten Peter Bucher war verschoben worden und wurde als letzte nachgeholt. Martin, amtierender Vereinsmeister, ging mit einem Punkt Vorsprung ins Rennen. Ihm würde also ein remis zur erfolgreichen Titelverteidung reichen. Peter würde aber mit einem Vollerfolg punktemässig gleichziehen und dürfte sich in diesem Fall dank der besseren Zweitwertung die Meisterkrone aufsetzen. Da weitere Spieler zum freien Spiel anwesend waren, fand diese Ausmarchung ,wie es sich gehört, vor Publikum statt.
Martin wählte mit weiss das Londoner System der Damenbauerneröffnung, Peter hielt mit einem Königsfianchetto dagegen. Er kam mit schwarz wohl solid aber doch etwas beengt aus der Eröffnung. Für ein Must-Win gegen einen fast 200 ELO stärkeren Gegner war das keine einfache Ausgangslage. Das Spiel war höchst spannend - beide spielten auf Augenhöhe. Peter musste aktives Spiel suchen und entsprechend mehr Risiken nehmen. Schliesslich konnte aber Martin sich dann doch einen Vorteil erarbeiten, den er zum Gewinn der Partie und damit auch der Vereinsmeisterschaft umsetzte.
Martin schaffte damit die erfolgreiche Titelverteidigung. Mit 10½ Punkten aus 11 Spielen erreichte er ein höchst beeindruckendes Ergebnis. Wir gratulieren ihm herzlich zu diesem grossen Erfolg.
Gratulation geht aber auch an Peter, der 8.5/11 Punkte schaffte und nur diese eine Niederlage einstecken musste. Mit seinem zweiten Rang liess Peter mindestens drei höher gewertete Spieler hinter sich.
Die Broncemedaille geht an Jürg Hertli 8.0/11.
Hochspannung gab es beim Cup-Endspiel zwischen Martin Wiesinger und Björn Backlund. Beide schenkten sich nichts. Björn wählte mit schwarz eine taktische Variante der Caro-Kann-Verteidigung. Martin eroberte früh einen Bauern und stand besser. Björn konnte aber den Materialrückstand wieder wettmachen und sich danach selber einen Stellungsvorteil erarbeiten. Die Partei endete schliesslich remis durch Stellungswiederholung.
Das Reglement sieht in diesem Fall eine sogenannte Armageddon-Entscheidungspartei vor: "Weiss erhält 15 Minuten, Schwarz 12 Minuten. Ein Remis wird als Sieg für Schwarz gewertet. Der Spieler, der vorher mit den schwarzen, Steinen spielte, kann die Farbe wählen."
Die erste Partei war schon sehr spannend gewesen, was aber nun folgte, war ein echter Krimi:
Björn wählte erneut schwarz und damit den Zeitnachteil. Eine seiner grossen Stärken ist ja, sehr schnell sehr präzise Züge spielen zu können. Martin stürmte vorwärts und lancierte einen Angriff, der ihn aber schliesslich den Zeitvorsprung kostete. Es folgt eine dramatische Endphase bei knapper Zeit auf beiden Seiten. Martin hatte zwei gedeckte Freibauern am Damenflügel und etwas Druck gegen den König aber auch eine Uhr die keine Minuten mehr anzuzeigen hatte. Björn konnte den Druck neutralisieren und selber aber am Königsflügel kontern. Nach einem von Martin übersehenen Schachgebot und einer entsprechenden Zeitgutschrift für Björn marschierte dieser schlussendlich mit 3 verbundenen Bauern plus König gegen einen weissen Springer und König in Richtung Umwandlungsfelder. Mit Zügen fast im Zehntelsekundentakt war dieser Vormarsch für Martin aber nicht aufzuhalten.
So sicherte sich Björn nach zwei Jahren Unterbruch den Cupsieg 2018.
Herzliche Gratulation!
Die beiden Lenzburger Teams kämpfen mit unterschiedlichem Erfolg an der SMM. SCL1 kassiert zu Hause gegen Zürich III eine diskussionslose 2:6 Niederlage. Die beiden Punkte holte Lenzburg an den ersten drei Brettern (Sieg Norbert Oze und Remis Rolf Walti und Björn Backlund). Je höher die Brettzahl, um so mehr waren die Zürcher, welche an allen acht Brettern einen 2000er stellten, zu favorisieren. Diesen Vorteil konnten sie auch in Punkte ummünzen.
SCL spielte auswärts gegen Baden ein Unentschieden. Die Mannschaften waren insgesamt etwa gleich stark. Jacques Villars mit einem wunderschönen Königsangriff und Michaël Dittmar, der eine schlechtere Stellung in einen Sieg umwandelte, holten zusammen mit Livio Mazzoni und Jürg Hertli, die beide remisierten, die notwendigen Punkte zum 3:3.
|Sa, 26. Mai 2018||Lenzburg 1 - Zürich 3||2 - 6|
|Do 24. Mai 2018||Baden 4 - Lenzburg 2||3 - 3|