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- Der Basler Marcel Ospel führte die Schweizer Grossbank zwischen 1998 und 2008 – jetzt ist er im Alter von 70 Jahren verstorben.
- Hanspeter Hammel, ein enger Freund Ospels, bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA den Tod des ehemaligen Spitzenbankers. Er berief sich auf Information von Ospels Witwe. Zuvor hatten mehrere Schweizer Medien über Ospels Tod berichtet.
- Der 70-Jährige erlag laut Hammel in der Nacht auf Sonntag einem Krebsleiden.
Der Mann aus bescheidenen Verhältnissen hatte sich an die Spitze der Grossbank hinaufgearbeitet. Ospel, am 8. Februar 1950 in Basel geboren, stieg 1977 beim Schweizerischen Bankverein (SBV) ein und war dem Haus nur während drei Jahren zwischen 1984 und 1987 untreu, als er bei der Investmentbank Merrill Lynch arbeitete. Er prägte die Fusion des SBV mit der Schweizerischen Bankgesellschaft zur UBS im Jahr 1998.
Sein Amtsantritt war geprägt von der Beteiligung der UBS am Zusammenbruch der Swissair im Herbst 2001. Als die UBS der Swissair einen zusätzlichen Kredit verweigerte, wurde Ospel beschuldigt, aktiv zur Stilllegung der Swissair-Flotte beigetragen zu haben.
Als ehrgeizig und zielstrebig beschrieben, wurde Ospel häufig dafür kritisiert, dass seine Vergütung zu hoch sei, er war einer der bestbezahlten Führungskräfte der Schweiz machte (18 Millionen Franken im Jahr 2004, 21 Millionen Franken im Jahr 2005).
Sein Umzug aus steuerlichen Gründen in den Kanton Schwyz trug dazu bei, dieses Image in der Öffentlichkeit zu stärken. Im Jahr 2006 stieg seine jährliche Vergütung auf 24 Millionen Franken, das 300-fache des Gehalts eines UBS-Kernmitarbeiters.
2008 Verzicht auf Wiederwahl
Mitte der Nuller-Jahre führte Ospel die Bank zu Rekordgewinnen. Wenig später war er laut Bankenkommission aber auch für hohe Verluste auf dem US-Markt verantwortlich. 2008 verzichtete er auf seine Wiederwahl bei der Generalversammlung.
Ospel war seit 2006 mit der 25 Jahre jüngeren Unternehmerin Adriana Ospel-Bodmer in dritter Ehe verheiratet. Er war ein umtriebiger Basler Fasnächtler und gern gesehener Gast bei Anlässen wie dem Zürcher Opernball oder dem Sechseläuten. Im Nachruf in der «Basler Zeitung» bezeichnet Hammel Ospel als «klassischen Basler».