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Im Jahr 2011 habe ich vom Gärtner eine Pinus sylvestris Watereri pflanzen lassen (bereits etwa 2 Meter gross). Sie verlor nach wenigen Wochen die Nadeln. Der Gärtner sagte, es wäre die Föhrenschütte und versuchte sie mit zweimaligem Spritzen zu retten. Leider ohne Erfolg. Sie wurde im Oktober 2013 ausgegraben und entsorgt. Meine Frage: Ist der Boden für eine Neupflanzung einer immergrünen Pflanze (Sichtschutz) ein Jahr später gesund genug, oder ist der Pilz evt. noch vorhanden? Wäre eine andere Föhre weniger empfindlich?
Unsere Antwort
Bei der Kiefern- oder Föhrenschütte handelt es sich um ein durch den Pilz Lophodermium seditiosum hervorgerufenes Herabfallen der Nadeln an Kiefern auch Föhren genannt. Der Entwicklungszyklus ist einjährig. Gefährdet sind insbesondere Sorten der Waldkiefer, Pinus sylvestris aber auch die Zirbelkiefer (P. cembra), Bergkiefer (P. mugo) und Schwarzkiefer (P. nigra). Dabei werden vor allem noch junge Bäume unter zehn Jahren befallen. Folgend kann es zu einem starken Nadelverlust mit anschliessender Wachstumseinbussee kommen.
Als erstes sind ab September auf den Nadeln kleine, gelbe Flecken sichtbar, die sich in den folgenden Monaten zunehmend vergrössern, wobei sie sich zusätzlich verfärben. Bis zum folgenden Frühjahr sind die Nadeln dann fleckig gelb- bis rotbraun. Stark Befallene lösen sich meist schon im Mai von den Zweigen. Dadurch wirken die Kieferntriebe bis auf den grünen, jedoch oft kürzeren Neuaustrieb, im Sommer kahl. Auf den abgeworfenen Nadeln bildet der Pilz zwischen Juni und August zirka 1-1,5 mm lange, schwarze, schiffchenförmige Fruchtkörper (Hysterothecien) aus. Bei feuchtwarmer Witterung öffnen sich dann ihre grün oder blau gefärbten Längsspalten, woraufhin unzählige fadenförmige Ascosporen, in Schläuchen gebildete Sporen, herausgeschleudert werden, welche im darauffolgenden Sommer die neuen Nadeln anstecken. Verwechslungsgefahr besteht mit Lophodermium pinastri, der ähnliche Fruchtkörper, jedoch auf natürlich abgestorbenen Kiefernadeln entwickelt. Es handelt sich hierbei um einen, sich von toter, organischer Substanz ernährender lebender Pilz, welcher die Kiefernschütte begleiten kann, aber im Gegensatz zu Lophodermium seditiosum optisch zusätzlich schwarze Querlinien auf den Nadeln ausbildet und die Fruchtkörper meistens einen rötlichen Längsspalt zeigen.
Da es der Pilz der Kiefern- oder Föhrenschütte feucht mag, sollte auf eine Pflanzung von Kiefern oder Föhren an einem feuchten Standort verzichtet werden, ebenfalls auf eine zu dichte Bepflanzung. Zudem ist für eine ausgewogene Nährstoff- und Wasserversorgung zu sorgen. Die Gärtner und Gärtnerinnen unserer Baumschulabteilungen geben Ihnen zur jeweiligen Sorte gerne Auskunft. Ist der Standort nicht optimal, sieht man besser von einer Pflanzung mit Kiefern ab oder versucht durch Lockerung des Bodens, Einbringen von Drainagen oder Entfernen von zu dichtem Bewuchs diesen zu optimieren. Dies gilt auch für die Wahl von anderen Pflanzen, denn die wenigsten mögen nasse Böden. Allenfalls noch vorhandene Nadeln stellen kein Problem dar, da der Pilz an diesen bereits abgestorben ist, jedoch sollten sie dennoch sorgsam entfernt werden.
Bei einer bereits befallenen Pflanze sind abgefallene Nadeln bis spätestens bis Juni zu entfernen, was den Infektionsdruck deutlich senkt. Zusätzlich führt eine Behandlung mit einem kupferhaltigen Fungizid wie beispielsweise Cupromaag von Maag vorbeugend verabreicht zu guten Resultaten.
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