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Die Vogelserie mit den Modellen Spatz, Star, Sperber und Habicht war ein ganz grosser Wurf der Suhler und gehörte zur damaligen Zeit mit zu den Besten auf dem Weltmarkt. Der mittlerweile legendärste „Vogel“ dieser Serie ist die Schwalbe. Diesem Fahrzeug sieht man vielleicht am deutlichsten die Philosophie der DDR, die verschiedenen Modellreihen mit möglichst vielen Gleichzeilen zu bauen, an. So konnte die Ersatzteilpalette klein gehalten und die Produktionszahlen der einzelnen Teile erhöht werden. Die Schwalbe ist aber dadurch kein Roller, sondern mit dem hohem Durchstieg eher ein Zwitter zwischen Mokick und echtem Roller. Die Schwalbe wurde nahezu unverändert von 1964 bis 1985 gebaut und hat heute Kultstatus.
Einstiegsmodell der Baureihe war ab 1969 der einsitzige Spatz mit nur 2 Gängen, anfangs mit Pedalen und 2,3 PS. Die Spitzengeschwindigkeit lag bei 50 km/h.
Der seit 1964 produzierte Star SR 4-2 hatte schon 3,4 PS, 2 Sitze und erreichte 60 km/h. Viele Teile stammten aus einem Baukastensystem. Räder, Motor Lenker mit Anbauteilen, Elektrik, Schwingen und Sitzbank wurden auch bei den anderen Modellen der Vogelserie verwendet. Der Ladenpreis betrug damals 1200.- Ostmark, was in etwa 2 durchschnittlichen Monatslöhnen entsprach. Bis zur Ablösung durch das S 50 im Jahr 1975 wurden 505.800 Stück verkauft.
Der „Sperber“ war das leistungsstärkste Modell der Vogelserie. Der hochdrehende, fahrtwindgekühlte 50 ccm Motor mit 4,6 PS ermöglichte über ein 4- Gang Getriebe eine Höchstgeschwindigkeit von 75 km/h. Deshalb durfte der Sperber auch in der DDR nur mit Motorradführerschein gefahren werden. Der Preis lag bei 1550.- Ostmark, Steuern und Versicherungen waren auf Motorradniveau, weshalb viele lieber mit der MZ ES 150 für 1940.- Ostmark ein „richtiges“ Motorrad mit 8,5 PS kauften. Während die MZ ES 125/150 zu einem der weltweit meistgebauten Motorräder wurde (450.000 Stück in 16 Jahren), hatte der Sperber sowohl in der DDR als auch im Export keinen grossen Erfolg und wurde 1972 nach 80.000 Exemplaren eingestellt.
Auf den Bändern des Sperbers begann 1972 die Produktion des „Habicht“. Dieser übernahm das 4-Gang Getriebe, Fahrwerk, Tank und viele weitere Teile des Sperbers. Er wurde aber als Mokick eingestuft. Laut Werksangabe erreichte er mit 3,4 PS bei 5750 Umdrehungen eine offizielle Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h. In Wirklichkeit waren die meisten Habichte deutlich schneller. Der Habicht entwickelte sich so zum heimlichen „Renner“ im Simson- Programm, bevor er mit den anderen Mokick Modellen 1975 durch das S 50 abgelöst wurde.