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Nasenscheidewandverkrümmung: Ursachen, Auswirkungen und Behandlungsmöglichkeiten
Das Innere der Nase wird durch die sogenannte Nasenscheidewand in zwei Hälften unterteilt. Theoretisch befindet sich die Nasenscheidewand in der Mitte der Nase. Faktisch ist die Nasenscheidewand bei den allermeisten Menschen leicht verkrümmt. Nur bei wenigen Betroffenen verursacht die Nasenscheidewandverkrümmung Beschwerden. Oft lassen sich diese Beschwerden konservativ behandeln. Doch in Ausnahmefällen reicht das nicht aus: Dann kommt eine Nasenscheidewand OP in Betracht. Vor der OP zur Korrektur der Nasenscheidewand sollten Vor- und Nachteile sorgfältig abgewogen werden.
Hintergrund: Was ist die Nasenscheidewand?
Die Nase ist im Inneren durch die sogenannte Nasenscheidewand unterteilt. Jede Hälfte besteht aus einem Nasenvorhof sowie einer Nasenhaupthöhle. Die Nasenscheidewand besteht aus einem knorpeligen Abschnitt im vorderen Teil sowie einem knöchernen Anteil hinten, also zum Schädel hin.
Die beiden Hälften des Naseninneren sind theoretisch gleich groß. Bei den meisten Menschen ist dies jedoch in der Praxis nicht so: Bei rund 80 Prozent aller erwachsenen Menschen sind die beiden Seiten der inneren Nase unterschiedlich groß. Dies liegt daran, dass die Nasenscheidewand fast nie genau mittig und genau gerade verläuft. Eine Verkrümmung oder Verschiebung der Nasenscheidewand wird von Fachleuten als Naseseptumdeviation bezeichnet.
Ursachen: Wie entsteht eine Nasenscheidewandverkrümmung?
Wie eingangs bereits erwähnt, ist die Nasenscheidewand bei fast allen Menschen nicht exakt mittig platziert oder weist anderweitige Verkrümmungen oder Verschiebungen auf. Für den asymmetrischen Verlauf der Nasenscheidewand oder die Verdickung der Nasenscheidewand gibt es vor allem zwei Gründe:
Wachstums bedingte Verkrümmung der Nasenscheidewand
Während des normalen Wachstumsprozesses im Kindes- und Jugendalter kann es vorkommen, dass Gesichtsknochen sowie die knöchernen und knorpeligen Anteile der Nase unterschiedlich schnell wachsen. Hierdurch kann es zu einer Verschiebung der Nasenscheidewand in eine S-Form oder eine C-Form kommen. Mit dem Ende der Wachstumsphase, also ungefähr im späten Teenageralter, ist das Risiko der Entstehung einer Nasenscheidewandverkrümmung aufgrund von Wachstum daher vorüber.
Verletzungsbedingte Nasenscheidewandverkrümmung
Andererseits kann es auch aufgrund von Erkrankungen sowie Verletzungen zu einer Nasenscheidewandverkrümmung kommen. Verletzungen der Nase, die eine Verkrümmung der Nasenscheidewand nach sich ziehen, können beispielsweise im Rahmen von Unfällen oder Stützen auftreten. Wird die schiefe Nasenscheidewand dann nicht medizinisch versorgt, kann die Nasenscheidewandverkrümmung auf Dauer erhalten bleiben.
Symptome der Nasenscheidewandverkrümmung: Wie bemerkt man eine schiefe Nasenscheidewand?
In der Regel verursacht eine schiefe Nasenscheidewand gar keine Probleme. Andernfalls würden rund 80 Prozent der Bevölkerung unter Symptomen der schiefen Nasenscheidewand leiden. Ob und in welchem Ausmaß eine Nasenscheidewandverkrümmung Symptome verursacht, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, beispielsweise dem Ausmaß der Verkrümmung sowie der Form der Nase. Insbesondere eine Verengung von einer oder beiden Nasenhaupthöhlen aufgrund der Nasenscheidewandfehlstellung kann Beschwerden verursachen.
Folgende typische Nasenscheidewandverkrümmung Symptome gibt es:
- Eingeschränkte Nasenatmung
- Kopfschmerzen
- Schnarchen
- Müdigkeit am Tag
- Störungen des Geruchssinns
- Trockene Schleimhäute
- Nasenbluten
Folgen der Nasenscheidewandverkrümmung: Ist eine schiefe Nasenscheidewand eine ernsthafte Erkrankung?
Über die oben aufgeführten Symptome kann eine Nasenscheidewandverkrümmung weitere Folgen nach sich ziehen. Denn die schiefe Nasenscheidewand kann dazu führen, dass es zu Verengungen im Bereich zu den Nasennebenhöhlen sowie im Übergang zum Mittelohr kommt. In der Folge kann Sekret nicht richtig abfließen, wodurch Infekte im Bereich der Nasennebenhöhlen sowie des Mittelohrs begünstigt werden.
Außerdem führt eine Einschränkung der Nasenatmung, wie sie durch die Nasennebenhöhlenverkrümmung verursacht wird, dazu, dass vermehrt durch den Mund geatmet wird. Hierdurch gelangt Atemluft in die unteren Atemwege, ohne dass diese zuvor in der Nase erwärmt und gereinigt wurde. Dadurch gelangen Erreger, wie Viren, sowie kleinste Schmutzpartikel auch in den Mundraum, den Hals sowie die Bronchien. Das führt dazu, dass Infekte im Rachen- und Bronchienbereich leichter entstehen oder einen schwereren Verlauf nehmen.
Die Nasenatmung hat eine wichtige Schutzfunktion für den Körper: Wird durch die Nase geatmet, so wird die Luft in der Nase zunächst gereinigt, befeuchtet und auf Körpertemperatur erwärmt, bevor diese durch den Rachen in die Bronchien gelangt. Kleinste Schmutzpartikel werden durch die Flimmerhärchen, die sich im Naseninneren befinden, aufgefangen. Diese Schmutzpartikel werden dann entweder beim Naseputzen wieder entfernt oder werden durch Verschlucken über den Magen-Darm-Trakt entsorgt.
Diagnose: Wie wird eine Nasenscheidewandverkrümmung festgestellt?
Ob eine Nasenscheidewandverkrümmung vorliegt und ob beziehungsweise in welcher Form diese behandlungsbedürftig ist, lässt in einer Facharztpraxis für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO) abklären. Die Abklärung erfolgt in mehreren Schritten: Zunächst fragt der oder die Ärztin nach den Beschwerden sowie, ob es in der Vergangenheit zu Verletzungen der Nase gekommen ist und ob Allergien bekannt sind oder vermutet werden. Im Anschluss erfolgt eine erste körperliche Untersuchung, bei der die Form und Symmetrie der Nase von Außen begutachtet wird. Im Anschluss wird in der Regel eine sogenannte Nasenspiegelung, auch Rhinoskopie, durchgeführt. Hierbei wird das Naseninnere mit einem Instrument, das mit einer Lichtquelle ausgestattet ist, begutachtet. So kann meist schon festgestellt werden, ob eine schiefe Nasenscheidewand besteht und wie stark diese Verkrümmung ausgeprägt ist.
Bei Bedarf können weitere Untersuchungen zum Einsatz kommen, um über die geeignete Nasenscheidewandverkrümmung Behandlung zu entscheiden. Hierzu zählen:
- Allergietest: Hiermit wird abgeklärt, ob die Beschwerden tatsächlich durch die Nasenscheidewandverkrümmung bedingt sind oder ob eine Allergie die Ursache ist.
- Rhinomanometrie: Unter Einsatz einer Atemmaske wird geprüft, wie stark die Nasenscheidewandverkrümmung zu einer Einschränkung der Nasenatmung führt.
- Olfaktometrie: Mittels Duftstoffen wird die Riechfunktion überprüft.
- Bildgebende Verfahren: Zur Vermessung des Nasen- und Schädelbereichs können Computertomografie oder Kernspintomografie eingesetzt werden.
Therapie der Nasenscheidewandverkrümmung: Nasenscheidewand OP und andere Therapieoptionen
Wenn eine Nasenscheidewandverkrümmung Symptome verursacht, gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten. Welche hiervon zum Einsatz kommen, hängt vom Einzelfall und unter Abwägung des sonstigen Gesundheitszustandes ab. Daher handelt es sich hierbei nur um einen generellen Überblick über Therapiemöglichkeiten einer schiefen Nasenscheidewand.
Nasenscheidewandverkrümmung Medikamente
Eine schiefe Nasenscheidewand kann nicht durch de Einsatz von Medikamenten therapiert werden. Allerdings stehen zur Linderung der Symptome der Nasenscheidewandverkrümmung Medikamente zur Verfügung:
- Abschwellende Nasensprays: Diese können eingesetzt werden, um die Nasenatmung zu erleichtern. Allerdings dürfen diese nur wenige Tage im Akutfall eingesetzt werden. Sie eignen sich nicht zur Dauermedikation.
- Kortisonhaltige Nasensprays: Diese können eingesetzt werden, um eine Nasennebenhöhlenentzündung zu behandeln, die als Folge der schiefen Nasenscheidewand besonders hartnäckig ist.
Nasenscheidewand OP
Bei der Nasenscheidewand OP, auch Septumplastik genannt, wird die schiefe Nasenscheidewand mittig beziehungsweise gerade ausgerichtet. Dieser Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt. In der Regel werden hierfür spezielle Instrumente in die Nase eingeführt, mit denen die Operation im Inneren der Nase ausgeführt werden kann. Von Außen ist daher kein Schnitt sichtbar.
Vor- und Nachteile: Ist eine Nasenscheidewand OP sinnvoll?
Durch die Neuausrichtung beziehungsweise Begradigung der Nasenscheidewand wird die Funktionsweise der Nase deutlich verbessert. Die Beschwerden, die eine schiefe Nasenscheidewand auslösen können, werden daher reduziert oder verschwinden sogar ganz. Allerdings gibt es bisher noch keine Langzeitstudien, die darüber Aufschluss geben, ob die Verbesserung der Lebensqualität von Dauer ist. Zudem ist eine Nasenscheidewand OP, wie jeder operative Eingriff, mit potenziellen Risiken verbunden.
Auf der anderen Seite ist eine Nasenscheidewand OP die einzige Möglichkeit, eine schiefe Nasenscheidewand zu therapieren, statt nur Symptome zu lindern. Ob eine Nasenscheidewand OP im konkreten Fall angezeigt ist, hängt vom Ausmaß der Symptome und weiteren individuellen Faktoren. Vor der Entscheidung für eine Nasenscheidewand OP sollte stets eine sorgfältige Abwägung der Vor- und Nachteile erfolgen. Zudem sollte der Eingriff durch einen erfahrenen Fachmediziner durchgeführt werden.
FAQ zum Thema schiefe Nasenscheidewand / Nasenscheidewandverkrümmung
Mit Nasenscheidewandverkrümmung zum Arzt: Ist das erforderlich?
Da rund 80 Prozent aller Erwachsene eine schiefe Nasenscheidewand haben, ist der Gang zum Arzt nur dann erforderlich, wenn die Nasenscheidewandverkrümmung Beschwerden auslöst. Wer dauerhaft unter Problemen mit der Nasenatmung hat und nicht an Allergien leidet, kann beim HNO-Spezialisten abklären lassen, ob eine Nasenscheidewandverkrümmung vorliegt. Hier kann auch geklärt werden, ob und wenn ja welche Behandlung angezeigt ist.
Ist eine schiefe Nasenscheidewand schlimm?
Eine schiefe Nasenscheidewand an sich ist nicht schlimm. Da eine gewisse Verkrümmung der Nasenscheidewand bei rund 80 Prozent aller Erwachsenen besteht, ist es sogar die Norm und nicht die Ausnahme. Behandlungsbedürftig ist die Nasenscheidewandverkrümmung nur dann, wenn sie Beschwerden verursacht, die die Lebensqualität nachhaltig beeinträchtigen.
Welche Symptome bei schiefer Nasenscheidewand sind normal?
In vielen Fällen verursacht eine leichte Nasenscheidewandverkrümmung gar keine oder nur sehr leichte Symptome. Bei einer starken Verkrümmung sowie sonstigen ungünstigen anatomischen Begebenheiten treten folgende typische Nasenscheidewandverkrümmung Symptome auf:
- Eingeschränkte Nasenatmung
- Kopfschmerzen
- Schnarchen und Schlafstörungen
- Erschöpfung und Tagesmüdigkeit
- Trockene Schleimhäute
- Nasenbluten
- Eingeschränkte Riechfähigkeit