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Inhalt - Produktionsmittel, Umwelt
Produktionsmittel und Umwelt
Dieser Bereich enthält Angaben zu Futtermitteln, Düngemitteln, Pflanzenschutzmittel, zu den Emissionen von Schadstoffen, zur Energieproduktion und zum Energieverbrauch. Die Daten stammen von diversen Organisationen, u.a. von den Bundesämtern für Umwelt (BAFU) und dem Bundesamt für Statistik (BFS). Von Seiten Agristat stammen die Angaben zur Futtermittelbilanz der Schweiz.
Optimierte Anbaumethoden und verbesserte Produktionsmittel verhelfen der Landwirtschaft zu beträchtlichen Ertragssteigerungen. Doch eine Intensivierung der Landwirtschaft bringt auch ökologische Probleme mit sich, die früher oder später wieder auf diese zurückfallen können. In diesem Kapitel werden unter anderem Zahlen über die wechselseitigen Beziehungen zwischen Landwirtschaft und Umwelt aufgezeigt.
Phosphor (P) ist ein sehr wichtiger Pflanzennährstoff und daher ein bedeutendes Produktionsmittel in der Landwirtschaft. Die P-Bilanz gibt die Differenz an zwischen der dem Boden zugeführten (z.B. durch im¬portierte Futtermittel, Mineral-, Recycling- und übrige Dünger) und der ihm in Form landwirtschaftlicher Produkte (z.B. tierische und pflanzliche Nahrungsmittel) wieder entzogenen Phosphormenge (Input und Output). Es wird angenommen, dass der grösste Teil dieses Überschusses im Boden angereichert wird. Der Rest gelangt vor allem durch Erosion und Abschwemmung in die Gewässer, was zu einer erhöhten Biomasseproduktion (Eutrophierung) in diesen führt. Die P-Bilanz ist nach wie vor positiv, das heisst, es wird mehr Phosphor in das landwirtschaftliche System eingebracht als ihm entnommen wird. Der P-Überschuss hat aber in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen. Er wird im Jahr 2014 auf etwas über 2000 Tonnen geschätzt.
Eine Reduktion der gemessenen Phosphormengen lässt sich in allen Schweizer Seen beobachten. Diese Abnahme wird auf verschiedene Massnahmen zurückgeführt. Dazu gehören das P-Verbot in Waschmit¬teln und die verbesserte Abwasserreinigung. Im landwirtschaftlichen Bereich werden die Einträge vermindert durch die Optimierung der Tierernährung (N- und P-reduziertes Futter) und reduzierten Mineraldüngeraufwand.
Auch Stickstoff (N) ist ein unentbehrlicher Nährstoff für Pflanzen und Tiere. Stickstoff im Überschuss kann aber zu Problemen führen, da gewisse daraus resultierende Verbindungen (z.B. Nitrat, Ammoniak, Lachgas) die Umwelt und die menschliche Gesundheit gefährden. Der N-Überschuss hat vor allem in den neunziger Jahren abgenommen, was auf den verminderten Hofdüngeranfall aufgrund der Reduktion des Viehbestandes und auf den geringeren Eintrag von Mineraldünger zurückzuführen ist. Die N-Bilanzen der letzten Jahre fallen aber sehr unterschiedlich aus. Die Stickstoffzufuhr (Input) blieb zwar ziemlich konstant aber grosse Erntemengen (Output) führten in einigen Jahren zu tieferen Werten, geringe Erntemengen aufgrund schlechter Witterungsbedingungen liessen die Schätzungen der Überschüsse in anderen Jahren (z.B. 1999, 2001 und 2003) höher ausfallen. Auch Stickstoffverbindungen wie Nitrat (NO3-/l) gelangen ins Grundwasser, wo sie im Rahmen der nationalen Grundwasserbeobachtung (NAQUA) jährlich gemessen werden. Der Anforderungswert von 25 mg NO3-/l für Grundwasser, das als Trinkwasser genutzt wird oder dafür vorgesehen ist, wird in Ackerbauregionen häufig überschritten. 2013 war dies bei 32 % aller Standorte der Fall. 13 % der Standorte überschritten sogar den Toleranzwert des Lebensmittelrechts von > 40 mg/l.
Antibiotika gehören zu den wichtigsten Arzneimitteln, die zur Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten bei Mensch, Tier und sogar Pflanzen (gegen Feuerbrand) eingesetzt werden. Durch ihre spezifische Wirkungsweise sind sie äusserst effektiv und wurden seit ihrer Entde-ckung absolut unentbehrlich in unserem medizinischen Alltag. Da aber Bakterien sehr anpassungsfähig sind, können sie, bei übermässigem Gebrauch und nicht sachgerechter Anwendung, Resistenzen gegen Antibiotika entwickeln. Obwohl in der Schweiz eine Abnahme des Antibiotikavertriebs für Nutztiere zu beobachten ist, wurde im Rahmen des Antibiotikaresistenzmonitorings des Bundesamtes für Veterinärwesens (BVET) eine deutliche Zunahme von bestimmten Resistenzen in gesunden Schlachttieren festgestellt. Besonders bedenklich sind dabei die Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MSRA). Solche Bakterienstämme sind nicht nur resistent gegen alle β-Lactam-Antibiotika (Penicillin usw.), sondern meist auch gegen andere Antibiotikaklassen (Multiresistenz), was im Krankheitsfall eine Behandlung schwierig und teuer macht. Im Jahr 2013 wurden bei Mastschweinen 351 Proben von gesunden Beständen im Schlachthof entnommen. Dabei wurden 73 MRSA-Stämme entdeckt und isoliert. 2009 waren es nur 9 Stämme, bei vergleichbarer Probeentnahme. Im Vergleich mit anderen Europäischen Ländern ist das MRSA-Vorkommen im schweizerischen Tierbestand nach wie vor gering und damit auch das Risiko einer Übertragung von Tieren auf den Menschen. Dennoch sollte die Resistenzentwicklung -vor allem bei Mastschweinen- weiter verfolgt werden.
Der zunehmende Energiebedarf der Schweizer Bevölkerung und die steigenden CO2-Emissionen sind auch in der Landwirtschaft ein Thema. Obwohl die Produktion erneuerbarer Energien in der Landwirtschaft nach wie vor nur einen kleinen Teil der gesamten (erneuer- und nichterneuerbaren) Energieproduktion ausmacht, ist sie im Laufe der Zeit gestiegen: So haben landwirtschaftliche Biogasanlagen 2014 immerhin 107 Gigawattstunden Energie in Form von Wärme und Elektrizität produziert, waren es 1990 gerade einmal 6,1 GWh.
Treibhausgase sind gasförmige Stoffe, die zum Treibhauseffekt beitragen. Das Kyoto-Protokoll sieht eine Reduktion des durch den Menschen verursachten Ausstosses der wichtigsten Gase (Kohlendioxid CO2, Methan CH4, Lachgas N2O sowie Fluorkohlenwasserstoffe FKWs) vor. Damit die Emissionsmengen dieser Gase miteinander vergleichbar sind, werden sie in CO2-Äquivalente umgerechnet. 1990 betrug der gesamte schweizerische Treibhausgasausstoss 53 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Davon wurde 12,7 % von der Landwirtschaft verursacht. 2014 gehen ebenfalls 12,7 % von gesamthaft 49 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zu Lasten der Landwirtschaft. Die wichtigsten Treibhausgase, die von der Landwirtschaft herrühren sind Methan und Lachgas. Met¬han wird hauptsächlich von landwirtschaftlichen Nutztieren (insbes. Rindvieh) ausgestossen und hat eine 20-30 Mal stärkere Wirkung als Kohlendioxid. Lachgas bildet sich aus stickstoffhaltigen Düngermitteln und hat ein Treibhauspotential, das jenes von Kohlendioxid mehr als 300 Mal übersteigt. Die 2014 emittierten Methan- und Lachgasmengen stammen zu 81 % resp. 79 % aus der Landwirtschaft.
Futtermittelbilanz
Die Futtermittelbilanz der Schweiz berechnet die Futtermittel, die zur Fütterung des Nutzviehs pro Kalenderjahr zur Verfügung stehen. Die Futtermittelliste und die Viehkategorien wurden mit Hilfe des von Eurostat im Jahre 2002 publizierten «Handbuch für die Erstellung von Vorsorgungsbilanzen - Futtermittelbilanz: Aufkommen» erstellt.