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22. März 2018
Der Staat, den keiner wollte
Glücklich hiess einst Österreich, weil es heiratete statt Kriege zu führen, um ein Imperium aufzubauen. Karl V. gebot über ein Reich, in dem die Sonne nie unterging. 1918, nach der epochalen Niederlage im Ersten Weltkrieg, fand die k. u. k. Vielvölkerherrlichkeit ein jähes Ende. Wo die Untertanenvölker euphorisch Nationalstaaten gründeten, blieb Österreich als der ungeliebte Rest mit der viel zu grossen Hauptstadt Wien übrig. Freudlos entwickelte sich die Erste Republik. Aus der Polarisierung der politischen Extreme ging der faschistische Ständestaat hervor, der 1938 mit dem «Anschluss» an Hitlerdeutschland sein Ende fand. Das Desaster des Zweiten Weltkriegs lastete schwer auf dem Land, das seit 1955 eine souveräne Republik und seit 1995 Mitglied der EU ist. Bis heute bildet Österreich eine eigene Entität, mit sich und seiner Geschichte aber ist es immer noch nicht wirklich im Reinen.