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Das Schloss in 1767 Herrliberger
Auf einem Nagelfluhfelsen, auf 912 Metern Höhe, an einem alten Durchgang ins Toggenburg, steht diese Burg, oft mit der fast gleichnamigen Rosenberg verwechselt. Wer die Burg besucht, findet auf dem Wegweiser die Bezeichnung Ramsenburg; gemeint ist aber die Rosenburg, der bei Ramsen liegende Burgstock. Der Durchgang durch die Ringmauer ist in Tuffsteinen fein säuberlich gewölbt, und seitlich sind noch die Löcher für den Sperrbalken hinter dem Tor erhalten. Das wichtigste Bauelement bildet der Stumpf des fast quadratischen, einst wesentlich höheren Störenfrieds. Die Seitenlängen betragen 9.7 auf 9.9 Meter bei einer Mauerdicke von 2.2 bis 2.9 Metern. Markant sind die Eckverbände, wo Läufer und Binder sauberen Kanten- oder Saumbeschlag aufweisen, wie er in unserer Gegend an Türmen, welche von 1200 an entstanden, recht oft anzutreffen ist. Gegen den Innenhof gestattet auf rund 4.5 Metern Höhe ein Hocheingang mit sandsteinernem Rundbogen mit Rundstabprofil den Eintritt über eine Holztreppe, welche zum vorgelagerten, in den originalen Balkenlöchern verankerten Podest führt. Auf der Westseite gewährt auf gleicher Höhe ein Luftschlitz etwas Licht. Das erste und zweite Stockwerk waren fensterlos. Die Unterteilung wurde durch Kragsteine im Innern, eine eher seltene Konstruktion, erreicht. Ausserordentlich ist ein Sodbrunnen im Innern des Turms von neun Metern Tiefe und 1.8 Metern lichter Weite. Es handelt sich dabei unseres Erachtens um eine der wenigen in einem Wohnturm eingebauten Wasseranlagen. Der Zugang zum wohl nachträglich durch eine Ringmauer gebildeten Hof von unregelmässiger Viereckform schliesst, wie bei der Ruine Schwanau im Lauerzersee, direkt an den Turm an. Die Ringmauer ist aus aussen säuberlich geglätteten, „geköpften“, unregelmässigen Bollensteinen lagerhaft gefügt und weist eine Stärke von rund 1.2 Metern auf. Lediglich beim Tor, also der gefährdetsten Stelle, wurde sie auf 1.6 Meter verstärkt. Die heute noch in den Fundamenten erhaltenen Wirtschafts- und Wohnbauten waren unterkellert und weisen Scharten und Luftschlitze auf. Das eine Gebäude, rund zehn Meter lang und sechs Meter breit, ist fugenlos mit der Hofmauer verbunden und folglich gleichzeitig mit dieser errichtet worden. Auf der westlichen Schmalseite konnte das bereits erwähnte Tor mit der stichbogigen Kammer 1937 rekonstruiert werden. In der Nordostecke sorgte ein 18.6 Meter tiefer und 2.3 Meter lichter Sodbrunnen, ausgemeisselt aus dem Nagelfluhfels, für die Wasserversorgung. Die gesamte Anlage ist von einem rundumlaufenden Graben geschützt.
Die Rosenburg steht auf ursprünglich dem Kloster St. Gallen gehörendem Boden. Obwohl wir erst um 1270 aus den Urkunden von einem „Egilolve von Rosenburg“ hören, dürfen wir annehmen, dass auch diese Burg von den Herren von Rorschach, welche das Meieramt in Herisau innehatten, als Verwaltungszentrum errichtet wurde. Der Bauart entsprechen – es wurde bereits bei der Rosenberg auf den Kantenschlag der Eckverbände hingewiesen – muss die Burg um 1200 aufgeführt worden sein. Die Rorschacher rodeten unkolonisiertes Klostergut innerhalb ihres Verwaltungsbereichs und festigten das neugewonnene Land durch die Erstellung einer Burg. Der Name „Rhoden“ weist in Appenzell auf solche Tätigkeit hin, welche sich bei verschiedenen Burgen und deren Bewohnern nachweisen lässt.
Dass sich ein Zweig der Herren von Rorschach nach der neuen Burg benannte und immer noch Lehensträger des Abts von St. Gallen war, lässt sich aus der Bezeichnung „ministri de Rosenburc“ ableiten. Es handelte sich um Ministerialen, welche aus Einkünften von den Höfen Weggenwil, Baldenwil und Wolferswil ihren Lebensunterhalt bestritten.
Um die Mitte des 14. Jahrhunderts wurde das Burggut mit Landwirtschaft, gemäss Hinweisen in der Chronik des Johannes von Winterthur, von einem bäuerlichen Verwalter geleitet. Gegen Ende des Jahrhunderts finden wir die Burg immer noch im Besitz des Klosters St. Gallen, auf dessen Grund und Boden sie einst errichtet worden war. Dies hatte zur Folge, dass sie während der Appenzellerkriege als verhasster äbtisch-österreichischer Stützpunkt von den Bauern erobert und zerstört und nie mehr aufgebaut wurde.
Bibliographie