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M.Sc. in Business and Economics der Universität Basel, Praktikant bei iconomix.
Stellen Sie sich vor, jemand würde in dem Moment, in dem Sie die Lektüre dieses Blogs beginnen, zu Ihnen treten und Ihnen die Wahl zwischen einem Diamanten und einer Flasche Trinkwasser bieten. «Ist ja klar», denken Sie sich und würden den Diamanten wählen.
Nun stellen Sie sich vor, Sie wären ohne Proviant mitten in der Wüste, müde und durstig vom tagelangen Umherirren und könnten dieselbe Wahl nochmals treffen. Die Entscheidung würde plötzlich zugunsten der Wasserflasche fallen. Aber warum? Sind Diamanten nicht immer noch wertvoller als Wasser?
Doch, sind sie. Aber in der ersten Situation entscheiden Sie sich gemäss dem Tauschwert der zwei Güter, während Sie in der Extremsituation in der Wüste vor allem den Gebrauchswert vergleichen. Wasser hat einen hohen Gebrauchswert, aber einen tiefen Tauschwert. Beim Diamanten ist es genau umgekehrt.
Die Idee, diese zwei Wertkategorien zu unterscheiden, stammt vom schottischen Ökonomen Adam Smith und war seine Antwort auf das Problem des klassischen «Wertparadoxons». Dieses beschreibt den Widerspruch, dass lebenswichtige Güter oder nützliche Alltagsgegenstände nur einen geringen Preis aufweisen, während Dinge wie Diamanten oder Gold, die an sich nutzlos sind, hohe Preise am Markt erzielen.
«Wert» ist also ein mehrdeutiger Begriff, und wie wir Güter bewerten, hängt unter anderem von der Situation und auch der Person ab. Der Tauschwert oder Preis alleine umschreibt nicht, wie nützlich ein Gut in einer bestimmten Situation ist. Aus diesem Grund haben Ökonomen das Prinzip des Nutzens entwickelt. Ob Sie sich nun Zuhause für den Diamanten entscheiden oder in der Wüste für die Wasserflasche: Sie wählen stets dasjenige Gut, das für Sie den höchsten Nutzen schafft.
Das folgende englischsprachige Video des Bildungskanals TED-Ed illustriert das Wertparadoxon auf schöne Weise und erklärt aufbauend, warum Ökonomen Nutzenfunktionen verwenden, was der Grenznutzen ist und warum dieser mit jeder konsumierten Einheit abnimmt.