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Mit 4700 ha Weinbergen ist das Wallis nach wie vor der wichtigste Weinbaukanton der Schweiz, auf den 33 % der Fläche entfallen. Die Produktion ist derzeit wie folgt aufgeteilt: 61 % Weißweine und 39 % Rotweine. Auch bei den Rebsorten vollzieht sich im Wallis ein Wandel: Pinot Noir, Gamay und Chasselas sind stark rückläufig (vor allem die beiden letztgenannten), während Petite Arvine, Savagnin, Cornalin, Syrah, Humagne Rouge und Merlot in den letzten 30 Jahren einen bedeutenden Durchbruch erzielt haben. Wie auch in vielen anderen Kantonen erodiert die Weinbaufläche im Wallis langsam. Innerhalb von 30 Jahren (von 1991 bis 2000) hat das Walliser Weinbaugebiet über 500 ha Rebfläche verloren. Man darf nicht vergessen, dass es im Wallis zwar etwas mehr als 400 Weinbauern/Einkellerer gibt, dass aber 22'000 Walliser Eigentümer der 80'000 Parzellen sind, die sich auf die 65 Weinbaugemeinden des Kantons verteilen. Eine ganze Generation von "Sonntagswinzern" hat das Rentenalter weitgehend erreicht, und die neuen Generationen haben manchmal Mühe, den Staffelstab zu übernehmen, insbesondere bei den Weinbergen an den Hängen, die anspruchsvoller zu bearbeiten sind. Dies ist ein erster Erklärungsansatz. Der zweite Grund ist die Schwierigkeit, die Trauben zu verwerten, was mit den Schwierigkeiten von Provins zusammenhängt, das vor kurzem in den Besitz der Fenaco übergegangen ist und die verlorenen Marktanteile im Premiumsegment zurückerobern will. Das ist sozusagen die Quadratur des Kreises. Dennoch ist das Potenzial für das obere Preissegment mit einem hohen Anteil an alten Rebstöcken vorhanden: Fast ein Viertel der Walliser Weinberge ist 40 Jahre und älter und 8 % sind älter als 50 Jahre. Nicht zu vergessen sind eine günstige Klimatologie und ein beeindruckendes Mosaik auf geologischer Ebene. Von den steilen Hängen von Visperterminen bis nach Vouvry zeichnet sich das Weinbaugebiet Wallis durch eine außergewöhnliche Vielfalt an Lagen und Terroirs aus. Vor allem in der Region Siders und im Mittelwallis findet man eher kalkhaltige Böden. Ab St-Léonard, entlang der Rhône, sind diese Böden mit Gips, Quarz und Schiefer vermischt. Diese Schiefer findet man in der Region von Sion und Vétroz, mit Schwemmlandzonen an den unteren Hängen. Chamoson, profitiert von diversifizierten Terroirs, die von Schwemmlandböden bis hin zu schieferhaltigeren Zonen reichen. Die Weinberge von Leytron und vor allem Saillon befinden sich auf sehr kiesigen Schuttkegeln. Mit Ausnahme des Gebiets von Ardève, das den harten Kern des Faltenwurfs der Dent de Morcles bildet (schieferhaltiger Kalkstein aus Lias und Aalen). Die Weinberge von Fully weisen ebenfalls eine einzigartige Lage im Wallis auf, da sie sich am Schnittpunkt von zwei geologischen Formationen befinden. Die eine bildet mit Gneis die Fortsetzung des Granitmassivs von Chamonix, während die andere aus dem Berner Alpenrelief hervorgegangen ist. Eine große Vielfalt an Böden und Untergründen für eine Unzahl von Parzellen, die über oft steile Hänge verstreut sind, so präsentiert sich das Walliser Weinbaugebiet, das auch eine Art lebendiges Konservatorium für sehr alte Sorten wie Amigne, Petite Arvine, Humagne Blanche, Traminer (Païen) oder die vertraulichen Lafnetscha, Himbertscha für Weißweine, Humagne Rouge und Cornalin für Rotweine darstellt. Gleichzeitig ist der Walliser Weinberg eine Art lebendes Labor der Zukunft, und zahlreiche Rebsorten haben sich hier hervorragend akklimatisiert. An erster Stelle sind hier die großen Rhône-Rebsorten (Syrah und Marsanne) zu nennen: Das Wallis kann in der Tat als das erste Weinbaugebiet der Rhône betrachtet werden. Insgesamt werden in diesem Land mit seinem warmen und trockenen Klima (je nach Region zwischen 500 und 700 mm Wasser pro Jahr) mehr als 60 verschiedene Rebsorten angebaut, auch wenn die kontrollierte Ursprungsbezeichnung "Wallis" nur 48 Rebsorten zuerkannt wird.