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Objekt endloser Diskussionen: Die Blutflecken auf dem Grabtuch
Ende der Siebziger Jahre wurde das Tuch mit einem Gerät untersucht, das von der NASA entwickelt wurde, um Fotos von den Planeten zu machen, zu denen Raumsonden geschickt worden waren. Es handelt sich um den VP-8-Bildanalysator. Dieses Gerät konvertiert helle und dunkle Partien und verwandelt die Helligkeitswerte in ein für unser Auge wahrnehmbares 3D-Relief.
Untersucht man ein normales Bild, kann das Gerät keine realen Höhen und Tiefen erkennen. Anders beim Grabtuch: hier entstand ein richtiges 3D-Bild mit Kontrasten, die Höhen und Tiefen darstellten, ein dreidimensionales Relief von einem Menschen mit Vorder- und Rückseite. Wir sehen, das Rätsel wird immer komplexer, denn ein möglicher Fälscher hätte zu viele Dinge wissen und können müssen, die erst in unserer Zeit erfunden wurden!
Nun noch einige Bemerkungen zu den Blutflecken auf dem Grabtuch. Um diese gab es lange Diskussionen unter den Forschern, denn die Farbe dieser Flecken erscheint auf dem Grabtuch in einem viel zu hellroten Farbton, als es dem Alter des Tuches entsprechen würde. Das Blut aber wurde mittels Mikrospektralphotometer eingehend untersucht und wurde aufgrund der vorgefundenen Bestandteile eindeutig als Blut identifiziert, sogar die Blutgruppe konnte zugeordnet werden: Es handelt sich um die Blutgruppe AB, bei der es sich um eine bei uns seltene Blutgruppe handelt, die aber bei der jüdischen Bevölkerung weit häufiger auftritt. (Die gleiche Blutgruppe wurde am Hostienwunder von Lanciano nachgewiesen!) Darüber hinaus konnten sogar Chromosomenfragmente in den Blutflecken nachgewiesen werden, aufgrund dieser weiß man, dass es sich um männliches Blut handelt.
Die relativ helle Farbe des Blutes lässt sich wohl auf zwei Ursachen zurückführen: Einerseits kam es aufgrund der schweren Folter vor der Kreuzigung zu einer sog. Hämolyse, bei der die Membran, die die roten Blutkörperchen umgibt, platzt und das hell rot gefärbte Hämoglobin (= Blutfarbstoff) austritt. Darüber hinaus wurde bei jüdischen Begräbnissen Aloe zur Salbung des Toten und zur Konservierung verwendet, das könnte auch für die Rotfärbung mitverantwortlich sein. Im Gegensatz zum Abdruck hatten die Blutflecken in der Nähe der Brandstellen sehr wohl auf die Hitze reagiert, sie sind dunkel und sehen wie verbranntes Blut aus.