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Djokovic nützte beim Stand von 5:4, 40:0 gegen Pablo Carreno Busta zuerst drei Satzbälle nicht, verlor anschliessend zum 5:6 erstmals den Aufschlag und spedierte im Frust über das verlorene Servicegame den Tennisball blind gegen hinten. Djokovic traf dabei – ohne Absicht zwar – die Linienrichterin, die zu Boden ging, sich aber auch schnell wieder erholte.
Dennoch blieb den Referees gar keine andere Wahl, als Djokovic zu disqualifizieren. Der Serbe wurde angehört, er durfte sich entschuldigen, er bemühte sich darum, im Turnier verbleiben zu dürfen, alles half nichts.
Der Entscheid des Schiedsrichter-Gremiums mit dem Schweizer Referee Andy Egli, gefällt nach zehnminütiger Diskussion, war absolut richtig, auch wenn Djokovic gewiss nichts Böses im Sinn hatte, obwohl er den Ball flach gegen hinten spielte und der unglücklich via Werbebande die Linienrichterin traf.
An allen Tennisturnieren der Welt werden Spieler für derartige Vergehen sofort ausgeschlossen. Es traf auf oberster Stufe auch schon andere Topspieler wie nebst anderen den Schweden Stefan Edberg, den Argentinier David Nalbandian oder zuletzt vor drei Jahren im Davis Cup den Kanadier Denis Shapovalov.
Djokovic forderte am Sonntag gegen Carreno Busta den Skandal regelrecht heraus. Schon wenige Minuten vorher knallte er einen Tennisball wild in Richtung eine Bande, in deren Nähe Offizielle sassen. Dieses Geschoss traf niemanden, da hatte Djokovic noch Glück. Beim zweiten Vergehen spedierte er den Ball bedeutend weniger rasant nach hinten, diesmal ging es nicht mehr gut.
Die Strafen wurden umgehend kommuniziert. Djokovic erhält eine Busse in der Höhe seines diese Woche gewonnenen Preisgelds. Er erhält auch keine Weltranglistenpunkte. Djokovic verlässt die New Yorker Bubble mit leeren Händen.
Der Serbe mag zum Zeitpunkt des Skandals äusserst frustriert gewesen sein, weil es ihm gegen den spanischen Aussenseiter Carreño Busta überhaupt nicht lief. Zudem stürzte er beim Stand von 5:5 auf die linke Schulter; Djokovic musste sich vom Physiotherapeuten untersuchen und kurz behandeln lassen. Vier Ballwechsel später nahm das Turnier für ihn das tragische Ende. Nach 26 Siegen in Folge seit Jahresanfang musste Djokovic erstmals ein Turnier mit einer Niederlage verlassen.
Damit steht fest, dass am US Open ein neuer Grand-Slam-Turniersieger erkoren wird. Alle bisherigen Major-Sieger schieden schon aus oder fehlen in der New Yorker Bubble. (lba/sda)