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Die private US-Raumfahrtfirma SpaceX (eigentlich Space Exploration Technologies), hat angekündigt, einen zahlenden Touristen auf eine Reise zum Mond schicken zu wollen. Dabei handelt es sich vermutlich um einen Flug um den Mond herum, also ohne Landung auf der Oberfläche. Zum Einsatz soll dabei das „Big Falcon Spaceship“ (abgekürzt BFS) kommen, ein wiederverwendbares Raumfahrzeug, das SpaceX derzeit plant und entwickelt. Bereits nächstes Jahr soll ein erster Prototyp zu Testflügen in Bodennähe abheben. Der erste Flug der BFS in die Erdumlaufbahn ist für die frühen 2020er Jahre geplant – dabei würde das Raumschiff von einer noch grösseren, ebenfalls wiederverwendbaren Booster-Stufe getragen, der BFR („Big Falcon Rocket“). Das BFS soll dann im Erdorbit durch weitere BFR/BFS-Tanker-Flüge aufgetankt werden, bevor es endgültig zu seinem Ziel aufbricht.
Die von SpaceX auf Twitter veröffentlichte Darstellung des BFS (Titelbild) stellt bereits die dritte Version des Raumschiffs dar, zumindest soweit diese öffentlich bekannt wurden. Die erste Version war von Firmenchef Elon Musk bereits 2016 an einem internationalen Astronautik-Kongress angekündigt worden. Diese Version war noch deutlich grösser, mit 12 statt 9 Metern Durchmesser. Im Jahr darauf wurde dann die auf 9 Meter Durchmesser (und ca. 48 Meter Länge) verkleinerte Version des BFS angekündigt. Im Gegensatz zu früheren Versionen hat dieses Raumschiff eine triaxiale Symmetrie, und die Landebeine sind am Ende von drei Flügeln/Beinen angebracht (ähnlich wie bei der Mondrakete des Tim & Struppi Comics). Zudem besitzt es „Canard“-Flügel nahe der Spitze, und nur noch ein einziges grosses Panorama-Fenster. Auch die Anordnung der Triebwerke wurde verändert. Insgesamt deuten diese häufigen Veränderungen darauf hin, dass das Design des Raumschiffs noch nicht abgeschlossen ist.
Bereits letztes Jahr hatte SpaceX eine Mondreise für zwei zahlende Touristen für Ende 2018 angekündigt – dabei sollte aber die „Crew Dragon“ Raumkapsel, die SpaceX derzeit für NASA-Missionen zur Internationalen Raumstation ISS entwickelt, zum Einsatz kommen. Eine Falcon Heavy, die Schwerlast-Version der Falcon 9 Rakete von SpaceX, sollte die Kapsel auf einen Kurs zum Mond schicken. Dieser Plan wurde aber Anfang 2018 wieder aufgegeben, offenbar weil bei der Entwicklung der BFR/BFS gute Fortschritte gemacht wurden, während bei der „Crew Dragon“ weitere Verzögerungen zu vermelden waren. Die kostspielige und zeitaufwändige Zertifizierung der Falcon Heavy für höchstens ein paar wenige Touristen-Flüge würde deshalb wenig Sinn machen. Zumindest einer der beiden Touristen wurde nun offenbar erfolgreich auf einen BFR/BFS-Flug „umgebucht“. Die Identität der Touristen ist nicht bekannt – allerdings hat Firmenchef Elon Musk auf die Frage eines Twitter-Users, ob er selbst zum Mond fliege, mit einer japanischen Flagge geantwortet, was darauf hindeuten könnte, dass der erste Tourist ein japanischer Staatsbürger sein könnte.
Mehr Details zum Plan, sowie die Identität des Touristen, sollen am Montag Abend, 18. September 2018 (Lokalzeit; 3 Uhr Morgens am Dienstag in Mitteleuropäischer Sommerzeit) in einem Live-Stream auf der SpaceX-Webseite bekannt gegeben werden. Dieser Artikel wird dann gemäss den dort präsentierten Informationen aktualisiert.
Aktualisierung vom 18. Sept. 2018: Beim Passagier handelt es sich um den japanischen Milliardär Yusaku Maezawa, der zusammen mit sechs bis acht Künstlern den Mond auf einer „freien Rückkehrbahn“ (wie einst Apollo 13) umfliegen will, auf einer Bahn, die sie bis in eine Distanz von ca. 500’000 km von der Erde bringt. Die Künstler fliegen auf seine Kosten, und sollen sich von der Reise inspirieren lassen. Dieses Kunstprojekt nennt Maezawa Dear Moon. Als Zeithorizont wurde 2023 genannt, Musk hat aber gewarnt, dass Verzögerungen wahrscheinlich sind. Diese Künstler-Gruppe wird eine ganze Reihe von historischen Marken setzen: die ersten nicht-Amerikaner beim Mond, (
vermutlich hoffentlich!) die erste Frau beim Mond, die grösste Entfernung zur Erde, die Menschen je erreicht haben, und so weiter. Ich drücke die Daumen, dass es klappt! Mehr Details über die BFR und das Dear Moon Projekt werde ich in separaten Artikeln präsentieren.