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Es scheint widersinnig, schreiende Babys mit Akupunktur zu behandeln – aber genau das half Schreibabys in einem Experiment.
Die acht bis zwölf Wochen alten Säuglinge hatten zuvor mindestens dreimal pro Woche im Minimum drei Stunden täglich geschrien, ohne dass ein Grund dafür erkennbar war. Der Studie voraus ging ein Versuch, Kuhmilch wegzulassen, und zwar sowohl im Schoppen des Babys als auch bei der stillenden Mutter. Ausserdem sollten die Eltern ein Schreitagebuch führen und sie bekamen Unterstützung durch Fachpersonal mit telefonischer Beratung. So habe sich das Schreien bereits bei mehr als der Hälfte der Babys beheben lassen, berichten die Studienautoren. Die Akupunktur wurde danach nur noch bei jenen 147 Kindern mit Babykoliken eingesetzt, bei denen diese Massnahmen nichts gebracht hatten.
Vier kurze, spezielle Baby-Akupunktursitzungen bewirkten, dass die kleinen Patienten ruhiger wurden. Vorher schrieen sie durchschnittlich 250 Minuten pro Tag, nach zwei Wochen Therapie waren es noch knapp 140 Minuten. Babys, die keine Akupunktur erhielten, schrien anfangs 260 Minuten pro Tag; bei ihnen reduzierte sich das Schreien von allein auf rund 180 Minuten.
Speziell an der Baby-Akupunktur war, dass die Nadeln nicht tief und nur kurz gesetzt wurden. Bei total 388 Nadelungen reagierten die Kinder in 200 Fällen kaum oder schliefen weiter, 157-mal schrien sie maximal eine Minute und 31-mal weinten sie durchschnittlich 2,7 Minuten. Etwa eines von drei Kolikbabys blieb trotz Akupunktur ein kleiner Schreihals.