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Geschichte
Ein Haus mit Geschichte
Von der «Campagne Frisching» …
Zwischen alten Baumbeständen und ausladenden Wiesenflächen erhebt sich mitten im Kocherpark – unmittelbar und eindrucksvoll – die Kocher-Villa mit ihrem Jahrhunderte alten Gemäuer, der grossen, geschweiften Terrasse und den herrschaftlichen Rundbogenfenstern. Ihr Anblick ist von einer unvergänglichen, berauschenden Eleganz, die sich im Innern des Hauses nahtlos fortsetzt. Wer heute vor dem Haus der Universität an der Schlösslistrasse 5 steht, glaubt kaum, dass in diesem repräsentativen Neubarockgebäude ein klassizistisches Landhaus aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts steckt. Errichtet wurde das Gebäude vermutlich im Jahre 1828 unter der Bauherrschaft von Gabriel Friedrich von Frisching (1762-1844), einst Präsident der Berner Stadtverwaltung.
… zur Kocher-Villa
Im Jahre 1909 verkauften dessen Nachkommen die «Campagne Frisching» nach verschiedenen Umbauten und Renovationen dem Berner Chirurgen und Nobelpreisträger Theodor Kocher (1841-1917). Kocher, der von 1872 bis 1917 auch als Professor an der Universität Bern tätig war, nutzte das Gebäude als Gästehaus für das nebenan von ihm errichtete Kocher-Spital.
Vom Botschaftsgebäude …
Ab 1915 wurde die Villa als Botschaftsgebäude genutzt – bis 1922 hatte hier die türkische, von 1932 bis 1985 die rumänische Botschaft ihr Domizil. Johann Albert Kocher, der Sohn Theodor Kochers, vermachte die Villa nach seinem Tod 1941 der Burgergemeinde Bern. In seinem Testament bestimmte Kocher, dass die Villa «wenn immer tunlich» als Repräsentationshaus für Empfänge oder sonstige Anlässe der Burgergemeinde verwendet werden solle. Die Grünanlage sollte zu einem öffentlichen Park mit dem Namen Theodor-Kocher-Park ausgestaltet werden.
… zum Haus der Universität
Im Jahre 1984 feierte die Universität Bern ihr 150-Jahr-Jubiläum. In diesem Zusammenhang entstand die Idee eines «Hauses der Universität» als interdisziplinäre Bildungs- und Begegnungsstätte. Die 1966 gegründete Hochschulstiftung der Burgergemeinde mit dem Zweck, der Universität Gebäude für Lehre und Forschung zur Verfügung zu stellen, nahm die Idee auf und ermöglichte 1986/87 mit einem Kredit von 6,6 Millionen Franken zulasten des Stiftungsvermögens den Umbau und die Renovation der Kocher-Villa.
Die Stiftung «Haus der Universität» sorgt seither dafür, dass die Villa als ein repräsentatives Zentrum universitärer Begegnung und eine Stätte des Gesprächs über die Fach- und Fakultätsgrenzen hinweg genutzt wird. Das Haus der Universität steht in erster Linie der Universität Bern, aber auch anderen Institutionen des tertiären Bereichs sowie universitätsnahen Verwaltungen und Firmen für verschiedenartige Veranstaltungen, insbesondere des wissenschaftlichen Austausches und der Weiterbildung, zur Verfügung. 2003 haben die ZFV-Unternehmungen die Gastgeberrolle vor Ort übernommen. Das schweizweit tätige Gastronomie- und Hotellerieunternehmen führt seither sowohl den Seminar- und Tagungs- als auch den Restaurant- und Bankettbetrieb.
Quelle: Mathias Bäbler, Von der Campagne zur interdisziplinären Begegnungsstätte, Medaillon, Nr. 10, Mai 2009