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Phil Schiller: «Apple setzte mit dem iPhone alles auf eine Karte»
Veröffentlicht am Montag, 18. November 2013, um 15:18 Uhr von Patrick Bieri
Apples Marketing-Chef Phil Schiller musste in der letzten Woche vor Gericht als Zeuge auftreten. Der Apple-Manager sprach im Rahmen des grossen Patent-Prozesses zwischen Apple und Samsung. Aufgrund des knappen Zeit-Budgets hatte Schiller lediglich elf Minuten Zeit, sich zur gesamten Thematik zu äussern.
Phil Schiller äusserte sich während seiner Aussage insbesondere zum hohen Risiko, welches die Entwicklung des iPhones mit sich brachte. Mit dem Entscheid, alle verfügbaren Ressourcen für die Entwicklung des iPhones zu investieren, setzte das Unternehmen «alles auf eine Karte», wie sich Phil Schiller im Rückblick erinnert. Dabei investierte Apple nicht nur alle verfügbaren finanziellen Ressourcen, sondern auch die personellen Kapazitäten wurden auf dieses Projekt konzentriert. Schiller ging in seiner Aussage sehr weit, indem er zu Protokoll gab, dass nahezu jeder bei Apple in einer Weise zur Entwicklung des iPhones beitrug.
Wie bereits seit längerem bekannt ist, begann Apple erst nach dem Entwicklungs-Start des iPads mit der Entwicklung des iPhones. Zu Beginn der Entwicklung arbeiteten rund 100 Personen für das Projekt, wie der Marketing-Chef in seinem Statement festhielt.
Apple liess neben Phil Schiller auch noch zwei weitere Zeugen zu Wort kommen. Die Buchprüferin Julie Davis legte in ihrer Aussage dar, dass Samsung auch dann Apple geschädigt hat, wenn das Gericht zum Schluss kommen würde, Apple habe aufgrund der Patentverletzungen keine Verkaufseinbussen erlitten. Sie errechnete einen Schaden von mindestens 287 Millionen US-Dollar für Apple.
Der MIT-Professor John Hauser errechnete in seiner Studie den Wert, den jedes einzelne Patent für die Nutzung der Samsung-Smartphones hatte. Seiner Ansicht nach erhöhen die drei wichtigsten Apple-Patente den Verkaufspreis eines Smartphones um 100 US-Dollar. In ein Tablet implementiert, erhöht sich der Wert des Gerätes um 90 US-Dollar.
Der wichtigste Punkt des Prozesses wird die Frage sein, wie gross der zusätzliche Profit war, den Samsung durch die Patentverletzungen generieren konnte. Apple glaubt an deutlich höhere Erlöse, als sie Samsung offiziell publiziert. Samsung macht andererseits enorme Marketing-Kosten geltend, die den Gewinn geschmälert haben sollen.
In der vergangenen Woche startete eine weitere Runde im grossen Patent-Prozess zwischen Apple und Samsung. Obwohl Samsung im letzten Jahr zur Zahlung von über einer Milliarde US-Dollar Schadenersatz verurteilt worden war, muss nun über einen Teil der Schadenersatzsumme neu verhandelt werden. Die Jury hat bei der Berechnung des ersten Urteils eine falsche Berechnungsgrundlage angewendet, die von Samsung erfolgreich angefochten wurde. Eine achtköpfige Jury entscheidet nun in einem zweiten Prozess, wie viel der rund 450 Millionen US-Dollar, die Apple fälschlicherweise zugesprochen worden sind, tatsächlich von Samsung geschuldet sind.
Die beiden Streitparteien wurden vom Gericht mehrmals aufgefordert, sich aussergerichtlich zu einigen. Insbesondere im Hinblick auf den zweiten grossen Patent-Prozess, der im März 2014 beginnt, wäre eine gütliche Einigung ein wichtiges Signal.
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