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Der gebürtige Kapstädter – mit bürgerlichem Namen Adolph Johannes Brand – konvertierte Ende der 1960er-Jahre zum Islam und nannte sich fortan Abdullah Ibrahim. Er gehört zu den grössten Künstlern Südafrikas. Seine Komposition «Mannenberg» galt unter dem Apartheid-Regime als Hymne der Schwarzen. Bereits 1962 kehrte er aus politischen Gründen seinem Heimatland den Rücken und liess sich zuerst in Zürich nieder, wo er mit seinem Dollar Brand Trio fast zwei Jahre lang im Club Africana spielte und von Duke Ellington entdeckt wurde. Ibrahims Musik ist durchdrungen von Tanzmusik und religiösen Rhythmen aus den Townships, jedoch auch stark beeinflusst von Duke Ellington, Thelonious Monk und Randy Weston. Die künstlerische Bandbreite des Südafrikaners ist enorm und reicht von Auftritten als Solopianist bis hin zur Arbeit mit Sinfonieorchestern und Big Bands. Ibrahim gehört zu den grossen Tonmalern auf dem Klavier und sein hymnisches, beseeltes Spiel, vermag das Publikum zu fesseln. Vor allem beim Spiel seines 7-köpfigen Ensembles «Ekaya» mit vier Bläsern kommen diese Qualitäten am eindrücklichsten zur Geltung.
RSJ/GL, 9.12.2019