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Madagaskar ist eines der ärmsten Länder der Welt (Rang 15 von 187 Ländern im 2014) und deren Bevölkerung zählt etwa 23,6 Millionen Menschen. Fast 80% davon leben auf dem Lande, hauptsächlich auf der Hochebene im Zentrum des Landes (800 – 1.200 m).
92% der Bevölkerung lebt unter der nationalen Armutsgrenze, davon 28% in ländlichen Gebieten. Die Ernährungsunsicherheit betrifft vor allem Kinder:47% (ungefähr 2 Millionen) von ihnen sind weniger als 5 Jahre alt und leiden aufgrund chronischer Unterernährung an Wachstumsstörungen.
Im Kampf gegen diese Plage und um das Familieneinkommen aufzubessern hat Agro-sans-frontiere (asf.ch), zusammen mit einer einheimischen bäuerlichen Gruppe (VFTM) in der Region Haute Matsiatra die Machbarkeit eines Entwicklungsprojekts mit dem Anbau von Kartoffel eruiert. Im 2016 wurde ein Pilotprojekt lanciert. Die signifikanten Ergebnisse machten es möglich, im Jahr 2017 ein Projekt über drei Jahre zu starten.
LANDWIRTSCHAFT IN MADAGASCAR
Reis ist das Grundnahrungsmittel in Madagaskar. Er wird in der Regenzeit angebaut, in einer besonders sensiblen Zeitperiode, in der Klimagefahren wegen des Phänomens „El Niño drohen (Wirbelstürme und Dürren), der 2015 den Süden der Insel 2015 berührte.
Gemüsepflanzen, Körnerleguminosen sowie Wurzeln und Knollen (Maniok und Kartoffeln) werden primär während der Trockenzeit produziert. Der Anbau wird hauptsächlich von Frauen geleistet und erlaubt Durststrecken in der Nahrungsmittelversorgung zu bewältigen, dann wenn der Reis fehlt
Die Kartoffel ist eine besonders interessante Pflanze, weil sie in kurzer Zeit eine große Menge an Nahrung erzeugt und so die Widerstandsfähigkeit der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen stärkt.
Gemeinsames projekt von ASF.CH und VFTM
Eine erste sozio-ökonomische Studie vor Ort identifizierte 2015 die Schwachstellen der Kartoffelproduktion: Zugang zu qualitativ hochwertigem Saatgut, Zugang zu Düngemitteln und fehlende Lagermöglichkeiten. Mit der Unterstützung von Kartoffelexpert/innen prüften asf.ch und VFTM die Machbarkeit des Kartoffelanbaus in der Region Haute Matsiatra (Foto-cons).
Die vier Schwerpunkte des Projekts:
- Aufbau einer lokalen Saatgutproduktion mittels positiver Auslese;
- Verminderung der Abhängigkeit der Kleinproduzentinnen von Handelsdüngern unter Anwendung der Prinzipien des ökologischen Landbaus und der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit;
- Verbesserte Lagerung der Kartoffeln mit dem Bau von kleinen dezentralen Kartoffellagerhäusern in den beteiligten Dörfern;
- Verbesserung der finanziellen Autonomie der Frauen und der Ernährung innerhalb der Familie durch den Konsum und die Vermarktung von Kartoffeln.