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Titel
Schmidt,
1) Friedrich, Architekt, geb. zu Frickenhofen in ¶
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Württemberg, machte seine Studien an der polytechnischen Schule in Stuttgart unter Mauch und Breymann, war 1841 und 1842 mit der Aufnahme der Liebfrauenkirche in Eßlingen beschäftigt und weckte dadurch seinen Sinn für mittelalterliche, insbesondere gotische, Formen. Zugleich erlernte er praktisch das Steinmetzhandwerk, was für seine spätere Thätigkeit nicht ohne Einfluß blieb. Mit 18 Jahren trat er in den Verband der Kölner Dombauhütte, wurde dort 1848 Steinmetzmeister und legte 1856 in Berlin das Staatsexamen als Baumeister ab. Nachdem er bereits mehrere gotische Kirchen gebaut hatte, konkurrierte er auch für den Bau der Wiener Votivkirche und erhielt für sein Projekt des Berliner Rathauses (1859) den ersten Preis. 1857 folgte er von Wien aus einem Ruf als Professor der Akademie in Mailand, trat aber, als die Lombardei den Österreichern entrissen wurde, trotz der glänzenden Anerbietungen der italienischen Regierung von dieser Stellung zurück und vertauschte sie mit einer Professur an der Akademie in Wien, wo sich ihm sowohl als Kunstlehrer wie als Monumentalarchitekt ein fruchtbares, weites Feld eröffnete.
Unter seinen zahlreichen Schülern führte er jene Kunstreisen ein, deren Zeichenmappen jetzt einen kostbaren Schatz im Archiv der Wiener Bauhütte bilden, und trachtete in seiner Lehrmethode vor allem dahin, aus dem Schüler einen selbständig schaffenden Künstler zu bilden. Als Monumentalarchitekt errichtete er 1860-62 in eigentümlich schmucklosem gotischen Stil die Lazaristenkirche, die durch ihre Anlage und ihre Detailbehandlung höchst interessante Fünfhauser Kirche, ebenfalls gotisch (1867-75), die frühgotische Weißgerberkirche (1866-73) und die Pfarrkirche desselben Stils in der Brigittenau.
Dazu kommen seine Thätigkeit als Baumeister des Stephansdoms (seit 1862), dessen Turm er 1864 vollendete, die Errichtung des weniger beifällig aufgenommenen akademischen Gymnasiums und als sein bedeutendstes Meisterwerk das 1872 begonnene neue Rathaus italienisch-gotischen Stils, ein Rechteck von 154 m Länge und 124 m Breite mit majestätischem Turmbau. Vor kurzem erhielt er vom Baron Wrangel in Südrußland den Auftrag, bei Kiew ein Schloß im mittelalterlichen Stil zu erbauen. Er ist Oberbaurat, Mitglied vieler Akademien und erhielt 1880 zu seinen zahlreichen Auszeichnungen auch den Orden pour le mérite. - Auch sein Sohn und Schüler Heinrich S. hat sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht durch die trefflich durchgeführte Restauration der Pfarrkirche in Gelnhausen und durch die Leitung der Restauration der Katharinenkirche zu Oppenheim.
2) Hermann, Landschaftsmaler, geb. 1819 zu Magdeburg, kam 1837 nach Berlin auf die Akademie, mußte aber seine dortigen Studien aus Mangel an Mitteln bald wieder aufgeben. Dann lebte er von 1845 an einige Jahre in Hamburg der Porträt- und Landschaftsmalerei, kehrte nach Berlin zurück, widmete sich ganz der Landschaftsmalerei und bereiste zu diesem Zweck die Alpengegenden Österreichs. Seine recht gediegenen, sehr einfachen Stimmungsbilder geben den Charakter der Gegend treu wieder.
3) Karl Christian, Historienmaler, geb. 1808 zu Stuttgart, war dort anfangs Schüler von Joh. Gotth. v. Müller, ging 1827 nach München, wo er bis 1830 Schüler von Cornelius war, und später nach Paris, wo er sich unter Ingres weiterbildete. Anfangs malte er vorzugsweise wohlgelungene Porträte und trat dann 1839 mit seinem ersten Historienbild, der Erscheinung der Engel bei den Hirten, auf. Unter seinen bis zur Mitte der 60er Jahre gemalten religiösen Historienbildern von trefflichem Kolorit, aber bisweilen ohne Wärme des Gefühls, nennen wir: Maria und Johannes am Grab Christi (1844), Abschied des jungen Tobias, Christus am Kreuz, die Verurteilung Christi (1861, Museum in Stuttgart) und, wohl sein bestes Bild, die Auferstehung Christi (1864, Altarbild in Rottenburg). Er ist Professor an der Kunstschule in Stuttgart und schrieb auch ein Werk über die Proportionen des menschlichen Körpers (Stuttg. 1849). ¶
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4) Konstantin, Landschaftsmaler, geb. 1817 zu Mainz, bildete sich 1837-1841 auf der Akademie in Düsseldorf aus. Seine Landschaften zeigen ein feines Gefühl für poetische Momente einfacher Naturscenen, namentlich für die Stille des Waldes, wenn sie auch in der Farbe bisweilen zu sehr zum Schwärzlichen neigen; z. B.: Hallstatt am See (1842), der Traunsee, Partie aus Chiavenna (1844), das Heidelberger Schloß (1845), Landschaft am Comer See (1846), Waldeinsamkeit, Scene nach dem Gewitter, Wald in der Mittagssonne (1850), Landschaft in Gewitterstimmung (1852).
5) Leopold, Kupferstecher, geb. 1824 zu Prag, besuchte die Akademie in Wien und war Schüler des bedeutenden Stechers Franz Stöber (gest. 1858). Seine besten Stiche sind: Bretislaus' I. Einzug in Prag mit den Reliquien des heil. Adalbert 1039, nach Chr. Ruben; das Blatt zur Säkularfeier der Geburt Mozarts, nach P. J. N. (Anmerkung des Editors: Peter Johann Nepomuk) Geiger, und Jupiter und Io, nach Correggio im Belvedere zu Wien.
6) Max, Landschaftsmaler, geb. zu Berlin, Schüler der dortigen Akademie, besuchte nach absolviertem Gymnasium gleichzeitig die Ateliers von Begas, Karl Krüger und Wilhelm Schirmer. Das Ergebnis einer ersten Studienreise nach Thüringen war ein vom Berliner Kunstverein angekauftes Bild aus dem Schwarzathal. 1843 und 1844 machte er als Begleiter des Grafen Pourtalès eine Reise in den Orient, der dann andre Studienreisen nach Süddeutschland, Italien und den Ionischen Inseln folgten, so daß er bis 1855 mit Vorliebe die südliche Landschaft in romantisch-idealem Stil und klarem, harmonischem Kolorit behandelte.
Seit der Mitte der 50er Jahre aber versenkte er sich auch in die Reize der nordischen Landschaft und strebte namentlich nach Erfassung idyllischer Stimmungsmomente und nach Individualität der Vegetation. Er wählte Motive aus der Mark und aus Ostpreußen, die er oft zu Kompositionen von großartigem Charakter und ergreifender Stimmung gestaltete, so z. B. die beiden Bilder der Nationalgallerie: Wald und Berg (1868) und Spreelandschaft bei schwülem Wetter (1877), ebenso: feuchter Sommertag (Museum in Köln). Im Neuen Museum malte er mehrere Wandbilder im griechischen Saal und im ägyptischen Hof. 1868 wurde er Professor der Landschaftsmalerei an der Kunstschule in Weimar, vertauschte aber schon 1872 dieses Amt mit einem gleichen an der Akademie in Königsberg, wo er neuerdings landschaftliche Bilder zur «Odyssee» für die Aula des Gymnasiums in Insterburg ausführte. Er ist Mitglied der Berliner Akademie und Inhaber zahlreicher Medaillen.