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Material-Fussabdruck
Der Material-Fussabdruck (Raw Material Consumption, RMC) zeigt die Gesamtmenge der Rohstoffe, die in der Schweiz oder im Ausland benötigt werden, um die schweizerische Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen zu decken. Alle Materialien, die während des Produktlebenszyklus verbraucht werden, fliessen in diesen Indikator mit ein. Der Abbau, der Transport, die Verwendung und die Entsorgung von Material belasten die Umwelt durch Landverbrauch und Emissionen. Eine Abnahme des Material-Fussabdrucks ist deswegen wichtig.
Zwischen 2000 und 2019 stellten die nichtmetallischen Mineralien mit durchschnittlich 43% die am meisten verbrauchte Materialkategorie dar. Sie werden hauptsächlich in der Baubranche eingesetzt (Sand, Kies usw.).
Der Material-Fussabdruck der Schweiz nahm pro Person zwischen 2000 und 2019 um ca. 1.5 Tonnen ab und betrug 2019 rund 17 Tonnen. Damit liegt die Schweiz über dem europäischen Durchschnitt sowie über einem langfristig planetenverträglichen Mass von 5 bis 8 Tonnen pro Person (UBA 2015), wobei die unterschiedliche Relevanz verschiedener Rohstoffe für die Umwelt mit einbezogen werden muss. Aus diesem Grund wird der Zustand negativ bewertet. Die Entwicklung geht zwar grundsätzlich in die richtige Richtung, doch wird eine Abnahme in der bisherigen Grössenordnung bis 2050 nicht zu einem planetenverträglichen Niveau führen. Die Entwicklung wird somit als unbefriedigend bewertet.
Der absolute Wert des Material-Fussabdrucks nahm zwischen 2000 und 2019 um 10% zu und belief sich 2019 auf 147 Mio. Tonnen.
Die Material-Effizienz, gemessen als Quotient zwischen dem Schweizer Bruttoinlandprodukt und dem Rohstoffverbrauch des Konsums in Tonnen, verbesserte sich zwischen 2000 und 2019 um 30%: Während das reale Bruttoinlandprodukt im betrachteten Zeitraum um ca. 43% angestiegen ist, nahm der absolute Material-Fussabdruck mit etwa 10% deutlich weniger zu.
Mit rund 17 Tonnen pro Person liegt der Material-Fussabdruck in der Schweiz im Jahr 2018 über dem europäischen Durchschnitt (EU-27) von rund 14.6 Tonnen pro Person (Eurostat 2021).
Der Indikator beschreibt den durch die inländische Endnachfrage verursachten Rohstoffverbrauch. Für die Herstellung, den Transport, die Nutzung und die Entsorgung der in der Schweiz konsumierten Güter und Dienstleistungen werden auch im Ausland Rohstoffe verwendet. Der Indikator umfasst sowohl diesen im Ausland anfallenden Ressourcenverbrauch als auch den Anteil der inländischen Gewinnung, der für die Deckung der Schweizer Endnachfrage genutzt wird. Dabei sind alle aus der Natur entnommenen Materialien ausser Wasser und Luft berücksichtigt.
Die Daten zum inländischen Rohstoffverbrauch werden im Rahmen der Umweltgesamtrechnung des Bundesamts für Statistik (BFS) erhoben.
Die Berechnung des Indikators basiert auf einer vom statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) entwickelten Methode. Durch diese Methode lassen sich Importe und Exporte eines Landes in Rohstoffäquivalente (RÄ) umrechnen. Dazu wird ein hybrider Ansatz verwendet, der die auf den Umweltbereich ausgeweiteten Input-Output-Tabellen (IOT) mit den Lebenszyklusanalysen (LCA) kombiniert.
Die Berechnung der Rohstoff-Äquivalente stützt sich auf eine Modellierung. Sie ist deshalb mit einer grösseren Unsicherheit behaftet als eine Berechnung basierend auf direkten Flüssen.
Die konsumbezogene Material-Effizienz wird gemessen, indem das Schweizer Bruttoinlandprodukt (zu Preisen von 2015) durch den Rohstoffverbrauch des Konsums (Raw Material Consumption, RMC) in Tonnen geteilt wird.
|Angestrebte Entwicklung||Anfangswert||Endwert||Abweichung vom theoret. Zielpfad in %||Beobachtete Entwicklung||Beurteilung|
|6.5 in 2050||2000||2019||32.56%||In Richtung des theoretischen Zielpfads||unbefriedigend|
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