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Über 460’000 Flugzeuge sind im Jahr 2017 in der Schweiz gestartet und gelandet, die meisten davon in Zürich Kloten. Jeder dieser Flüge kostet die jeweilige Fluggesellschaft ein kleines Vermögen. Die Hälfte davon verursachen sogenannte operative Betriebskosten. Zu ihnen zählen unter anderem die Personalkosten, sie gelten nebst Treibstoffkosten als teuerster Ausgabeposten. Hinzu kommen Wartungsaufwände sowie Abschreibungen, Versicherungen und Zinsen.
Zusätzliche Kosten verursacht der Bodenbetrieb, etwa die Abfertigung von Passagieren an Flughäfen oder auch die Start-, Lande- und Flugsicherheitsgebühren. Der Flughafen Zürich Kloten berechnet beispielsweise 4500 Franken für die Bodenabfertigung eines Mittelstreckenfliegers A320, London Heathrow für den selben Flugzeugtyp 8300 Franken. Des Weiteren entstehen Aufwände jenseits des direkt Sichtbaren, also etwa in der Marketing-Abteilung einer Airline.
Eine Verallgemeinerung der Kosten pro Flugkilometer oder Fluggast ist kaum möglich, da gerade die operativen Betriebskosten von dynamischen Faktoren wie Flugzeugtyp, -alter, Kerosinpreis und Lohnstrukturen abhängig sind. Ein Beispiel: Je mehr Gepäck und Passagiere an Bord, desto mehr Treibstoff verbraucht das Flugzeug und desto höher fallen die Kosten aus. Wenn nun eine Fluggesellschaft mit einem Flugzeugtyp X nur Handgepäck-Passagiere transportiert, sieht die Kostenrechnung anders aus als wenn Passagiere mit regulärem Gepäck an Bord des Flugzeugtyps X sitzen. National Geographic hat berechnet, dass die operativen Betriebskosten beispielsweise mit jedem zusätzlichen Laptop um 33 Cent steigen.
Trotz Komplexität der Kostenzusammensetzung gibt es Schätzungen: Ihnen zufolge sollen sich die Betriebskosten für eine A380-Maschine – sie fasst knapp 900 Passagiere – auf 26’000 bis 29’000 US-Dollar pro Stunde belaufen. Eine American Airline-Maschine des Typs 737-800 – hier finden bis zu 180 Passagiere Platz – fliegt mit 2180 US-Dollar Betriebskosten pro Stunde vergleichsweise günstig. Bei solchen Ziffern erstaunt es umso mehr, wie wenig Flugtickets heutzutage kosten. Die Fluggesellschaft easyJet erwartet dieses Jahr 90 Millionen Flugpassagiere, die im Schnitt knapp 70 US-Dollar für ihr Ticket bezahlen.
Die Ticketpreise befanden sich nicht immer auf diesem Niveau. Erst 1992 wurde der europäische Flugverkehr liberalisiert, Preisvorgaben abgeschafft und der Wettbewerb angeheizt. Billigfluggesellschaften wie easyJet und Ryanair nahmen ihren Betrieb auf. Diese Airlines halten Betriebskosten respektive Ticketpreise unter anderem tief, indem sie bestimmte Dienstleistungen gar nicht oder nur gegen Aufpreis anbieten. Bei Ryanair verzichtet man zudem seit 2017 auf Transatlantik-Flüge, da mit Billigpreisen auf solchen Strecken kaum schwarze Zahlen erzielt werden können.
Auch für andere Gesellschaften bleibt der Kampf hart. Grossinvestor Warren Buffet bezeichnete Airlines vor einigen Jahren gar als Todesfalle für Investoren. Und das Risiko wäre noch wesentlich höher, müssten Fluggesellschaften überall Mehrwertsteuern, Mineralölsteuern oder CO2-Abgaben für die verursachten Emissionen zahlen. Von allem sind sie aktuell grösstenteils befreit, obwohl gemäss WWF fünf Prozent des menschengemachten Klimaeffekts auf die Kappe der Fliegerei geht. Alleine eine Mineralölsteuer für die Luftfahrt hätte vergangenes Jahr 1.7 Milliarden Franken in die Bundeskasse gespült.