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Geschichtliches zu Silber
Bereits seit dem 5. Jahrtausend vor Christus wird Silber zu Schmuck und zu Münzen verarbeitet und als Zahlungsmittel eingesetzt. Bei der Entstehung des Geldes spielte Silber sogar eine Hauptrolle.
Schon die alten Ägypter versuchten, den Wert des Silbers in ein Verhältnis zu Gold zu setzen. Damals soll das Austauschverhältnis zwischen Gold und Silber bei 1 : 3 gelegen haben. Silber hatte damals gemessen in Gold den höchsten Wert aller Zeiten aufgrund seiner Seltenheit in dieser Region.
Im alten Rom fungiert Silber als Warengeld beipielsweise mit der Prägung des Silberdenarius. In der Antike war der Denarius die Hauptsilbermünze Roms von ca. 211 v. Chr. bis in das 3. Jahrhundert. Im Jahre 45 v. Chr. führte Cäsar im ganzen Imperium den Goldstandard ein. Die Goldmünzen ersetzten zwar Silber und Bronze nicht als umlaufendes Geld, aber alle hohen Beträge wurden in Gold ausgedrückt und das relative Wertverhältnis von Gold gegenüber Silber um ein Drittel angehoben. Das Wertverhältnis lag damit zwischen Gold und Silber bei 1 : 9.
Karl der Große setzte das Münzsystem mit einem Gold-Silber-Wertverhältnis von etwa 1 : 10 fort. Um 803 hob er das Wertverhältnis auf 1 : 12 an. Eine Einheit Gold entsprach folglich 12 Einheiten Silber. Bis zum Desaster des Byzantinischen Reichs im Jahre 1204 durch den fragwürdigen von Venedig angeführtem Kreuzzug verharrte es auf diesem Niveau. Fast 1.300 Jahre lang lag
das Wertverhältnis also bei 1 : 9 bis 1 : 12. Wichtig ist, dass dieses Austauschverhältnis nicht durch die Marktkräfte, sondern durch einen Regierungsbeschluss galt.
Zur Geschichte des Silbers gehört auch die Kolonialisierung Lateinamerikas. Zwischen 1493 und 1690 erbeutete Spanien in Amerika 1230 Tonnen Gold und 60.440 Tonnen Silber.
Die massenhafte Silbererzeugung begann mit der Entdeckung der Silbergruben von Potosi in Bolivien 1545, welches bis 1560 ganz kolossale Silberausbeuten lieferte. Das Mengenverhältnis des spanischen Goldes und Silbers aus Lateinamerika lag damals bei 49 : 1. Trotzdem wurde das Wertverhältnis auf 13 : 1 im Jahre 1546 und auf 14 bis 15 : 1 im 17. Jahrhundert festgelegt.
Die Spanier hielten den Wert des reichlich vorhandenen Silbers bewusst auf hohem Niveau gegenüber dem Gold. Es entsprach einer gesetzlichen Vorgabe.
In Europa schwankte das Gold-Silber-Verhältnis im Laufe der Jahrtausende zwischen 1 : 9 und 1 : 16.
In Indien und anderen Teilen Asiens dagegen verharrte es auf niedrigem Niveau zwischen 1 : 6 und 1 : 7. Diejenigen, die in der damaligen Zeit von diesem Umstand wussten, konnten daraus mächtig Kapital schlagen. Denn beim Eintausch von Silber im Osten erhielten westliche Kaufleute 100% mehr Gold als im Westen. Östliche Händler hingegen bekamen im Westen für ihr Gold 100 Prozent mehr Silber.
So kam es, dass beispielsweise portugiesische Händler Japan zwischen 1565 und 1625 satte 250 Tonnen Gold, rund ein Drittel seines damaligen Gesamtvorrats, entreißen konnten.
Die Machthaber der damaligen Zeit hatten kein Interesse an der Aufhebung der unterschiedlichen Gold-Silber-Verhältnisse. Denn es handelte sich um eine ertragreiche Geldquelle, aus der sich wiederum die Macht der Herrscher speiste.
England versuchte im 19. Jahrhundert der gesamten Welt, letztlich aber ohne Erfolg. den Goldstandard überzustülpen. Den Engländern war die Lateinische Münzunion ein Dorn im Auge. Frankreich hatte 1865 diese Union auf der Basis einer standardisierten Silbermünze mit Italien, Belgien, der Schweiz und später auch Griechenland gegründet. Ein solcher Währungsblock stand den Interessen des britischen Empires im Wege.
So wie Deutschland 1914 dem britischen Weltreich zu gefährlich wurde, war das so 1871 mit Frankreich. Vor diesem Hintergrund wird es verständlich, dass England 1871 zusah wie Preussen Frankreich besiegte, und es zur Gründung des Deutschen Reiches kam.
Heute ist die Geldfunktion des Silbers nahezu völlig in Vergessenheit geraten. Wenn die Investoren nach einem Ersatz für das Papiergeld Ausschau halten, fällt die erste Wahl auf Gold.
Wir stellen aber fest:
Silber verlor nicht über Nacht die Geldfunktion, sondern in Etappen.