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Irgendwann im Millennium gründeten in Berkeley, Kalifornien Keith Murray, Chris Cain und Michael Tapper (wurde Ende 2007 durch Andy Burrow ersetzt) die Band We Are Scientists. Wenn man dem deutschen Eintrag auf Wikipedia vertrauen darf, hat die Band ihren Namen einem Fahrer von einem Transportswagen zu verdanken, der während einem Umzug in ein gemeinsames Haus, fragte er, ob sie Brüder wären. Da dies nicht der Fall war, fragte er ein weiteres mal: „Are You Scientists?“ 2001 zog die Band nach New York um.
Ich lernte die Band 2006 durch ihr Album “With Love And Squalor“ kennen und schätzen. Die nachfolgende CD “Brain Thrust Mastery“ (2008) war aber nicht mehr so mein Ding. Deshalb bin ich auch auf das neue Album “Barbara“ gespannt.
Das wavige “Rules Don’t Stop“ klingt britischer wie mancher Songs aus dem Königsreich, ist mit einer treibenden Lead-Gitarre ausgestattet, bekanntlich liegt in der Kürze die Würze und deshalb ist nach 2 Minuten 16 der Opener Geschichte. Geniales Zusammenspiel im Grundthema von Rhythmus-Gitarre und Drum bei “Don’t Bite“, mehrstimmiger Gesang im Refrain und eine breite Gitarrenwand in der Bridge machen den Song zu einem Hörgenuss.
Flanger-Bass-Line, punkige Gitarre und packende Stimme gefallen mir gut bei “Nice Guys“. Die ergänzende Synti-Line bei “Jack & Ginger“ ist intelligent eingesetzt, ein guter Laune Song ohne banal zu klingen. Bei dem Stück schimmert zum ersten Mal die amerikanische Herkunft der Band etwas hervor.
“Pittsburgh“ ist ein melancholisch schöner Song. Vom Aufbau her sehr gelungen, die klare Gitarren-Melodie ist passend und hört sich Live bestimmt brillant an. “Break It Up“ klingt leicht und flauschig, aber im Refrain kommt die derbe Gitarre, trotzdem bleibt er im Grunde genommen ein Gitarren-Pop-Song.
Wieder etwas melancholisch hört sich “Foreign Kicks“ an, die einschneidende, hohe Lead-Gitarre und der satte Bass lassen den Song spriessen. Die schrummende Gitarre und das rollende Drum macht “You Should Learn“ zum Ohrwurm. Das Lied hat etwas von Editors und gefällt mir fast am Besten auf der CD.
Ob We Are Scientists eher eine Indie-Rock-, College-Rock-, Nu Wave- oder einfach eine Gitarren-Pop-Band ist, überlasse ich dem geneigten Leser. Es lohnt sich auf jeden Fall für Open Minds ein Ohr davon zunehmen. Vielleicht hilft der Verweis auf Editors “An End Has A Start“ oder Franz Ferdinand “You Could Have It So Much Better“.
Tracklist:
1. Rules Don’t Stop
2. Don’t Bite
3. Nice Guys
4. Jack & Ginger
5. Pittsburgh
6. Ambition
7. Break It Up
8. Foreign Kicks
9. You Should Learn
10. Central AC
Bandmitglieder:
Keith Murray – Gitarre und Gesang
Chris Cain – Bass
Andy Burrows – Schlagzeug
Gründungsjahr:
2000