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Äquatorial.
[* 3] Um die mancherlei Unbequemlichkeiten zu vermeiden, welche mit der
Bewegung des
Okulars eines
Äquatorials
gewöhnlicher
Konstruktion verbunden sind, hat
Loewy 1871 den
Vorschlag gemacht, auch beim
Äquatorial ein rechtwinkelig gebrochenes
Fernrohr
[* 4] in Anwendung zu bringen, wie man dies bei kleinern
Theodoliten etc. schon seit langer Zeit gethan
hat. Ein derartiges »équatorial coudé«, dessen optischen Teil die Gebrüder
Henry und dessen mechanischen
Eichens und Gauthier in
Paris
[* 5] ausgeführt haben, ist seit 1862 auf der
Pariser
Sternwarte
[* 6] in
Gebrauch.
Die mit der Erdachse parallele Polarachse des Instruments ist an ihren Enden auf zwei Pfeilern gelagert. Dieselbe ist hohl und trägt an ihrem obern Ende das Okular; an ihrer untern würfelförmigen Erweiterung ist rechtwinkelig der das Objektiv von 27 cm Öffnung tragende Teil des Fernrohrs angesetzt, und in dem Würfel selbst ist, unter 45° gegen die Achsen der beiden Fernrohrhälften geneigt, ein versilberter Glasspiegel angebracht, welcher die vom Objektiv kommenden Lichtstrahlen nach dem Okular reflektiert. Da dieses beständig an derselben Stelle bleibt, so braucht auch der Beobachter seine Stellung nicht zu ändern, ja nicht einmal den Kopf zu wenden, wie auch die Polarachse gedreht werden mag.
Mit einem solchen Instrument könnte man aber nur Sterne im Äquator beobachten. Um nun Sterne von beliebiger Deklination beobachten zu können, ist vor dem Objektiv ein zweiter Spiegel [* 7] aufgestellt, welcher mit der optischen Achse der Objettivhälfte des Fernrohrs einen Winkel [* 8] von 45° einschließt und sich um diese Achse drehen läßt. Dieser Spiegel reflektiert, wenn man ihn dreht, in das Fernrohr das Licht [* 9] aller Sterne desjenigen Deklinationskreises, welcher auf der optischen Achse der Objektivhälfte des Fernrohrs rechtwinkelig steht, und zwar ist der Drehungswinkel gleich der Änderung der Deklination, weshalb dieser Spiegel mit dem Deklinationskreis verbunden ist. Deklinations- und Stundenkreis
[* 1] ^[Abb. Selbstthätige Ausrückung der Kalander.] [* 10] ¶
mehr
können vom Beobachter, ohne daß derselbe seinen Platz am Okular verläßt, abgelesen werden, auch sind demselben dort die Handgriffe zur Bewegung und Feineinstellung des Fernrohrs und des Spiegels zur Hand. [* 12] Dabei kommt die Drehkuppel mit Beobachtungsspalt in Wegfall, es bedarf nur eines geschlossenen Beobachtungsraums am Okularende und einer beweglichen Schutzhütte für das Objektivende mit dem Spiegel, welche während der Beobachtung beiseite geschoben wird. Durch die Lagerung der beiden Enden der Polarachse und die feste Verbindung des Fernrohrs mit dieser Achse soll zugleich eine größere Stabilität erreicht und die genaue Messung größerer Winkel ermöglicht werden. Eine Theorie des Instruments haben Loewy und Puisseux gegeben (in den »Comptes rendus«, Bd. 106).