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Baustil
Der klassische Zentralbau erhielt seine heutige Form im Jahr 1904 (zur Geschichte siehe unter "Geschichte"). Vier Pfeiler, die nach alter Kunst mit einem Rundbogen verbunden sind, tragen eine Kuppel. Obwohl diese Baukunst in den südlicheren Ländern schon seit dem 6. Jahrhundert angewendet wurde, war dies die erste Kirche im Thurgau nach diesem Prinzip. Um an den Zentralbau eine Basilika (Langbau) anzubauen, war schlicht kein Platz auf dem kleinen Felsen. So ist der Bau bei jedem Rundbogen durch einen Chor erweitert und mit einer Empore überdeckt worden. Der markante Turm, im oberen Teil in der Form eines Oktogons, steht zentral auf den vier Pfeilern. In dieser Anordnung wirkt die Kirche von allen Seiten beeindruckend und es ist die beste Ausnutzung des für den Kirchenbau zur Verfügung stehenden Baugrundes. Im Innern sticht die Kanzelwand mit den filigranen und wegen ihrer Grösse doch markanten Engeln ins Auge. Die Farbgebung der Bänke und Emporenbrüstungen, die Bemalung der Wände und Decken wie auch die Ausgestaltung der Fenster waren zu ihrer Zeit sehr modern. Der ganze Innenraum wurde im damals akutellen Jugendstil gestaltet und strahlt mit den im Halbkreis angeordneten Bänken sehr viel Wärme aus. Er galt damals als sehr modern und fand seine Anhänger wie Kritiker.
Erst 1906 erhielt die Kirche einen zentralen Gasleuchter, der jedoch kurz darauf durch ein elektrisches Model ersetzt wurde. 1920, als die Bauschuld der Kirche abbezahlt war, bekam die Gemeinde auch eine neue Orgel. Ein orkanartiger Sturm richtete im November 1930 grossen Schaden an und verbog unter anderem die Stange mit dem Hahn auf dem Turm. Das gleiche geschah 1999 durch den Sturm Lothar erneut.
Renovation 1975
1970 wurde eine umfassende Renovation geplant. Verschiedene Umbauvarianten sorgten für heftige Diskussionen - vor allem der Abbruch der Kanzelwand mit den beiden filigranen Engeln. Dieser Abbruch wurde an einer Kirchgemeindeversammlung dann auch beschlossen. Kurz vor Baubeginn ergriffen die Kirchbürger das Mittel der Initiative. An einer weiteren Kirchgemeindeversammlung wurde zu dieser Frage eine Urnenabstimmung beschlossen. Das Resultat war eindeutig: Kein Abbruch der Kanzelwand. Erst einem neuen Vorschlag im Oktober 1975, der eine umfassende aber stilreine Restauration der Kirche vorsah, stimmten die Kirchbürger zu. Neben den technischen Erneuerungen wie Heizung, Elektrisch und Isolation wurde im Innern die Bänke ausgelichtet (von knapp 1000 Sitzplätzen auf etwa 600), der Taufstein ersetzt durch einen stilgerechten Abendmahlstisch sowie die praktische Vergrösserung der Erhöhung im zentralen Bereich. Seither steht die Kirche unter Denkmalschutz.