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Zervix-Zytologie: herkömmliche oder Dünnschicht—Technik?
- r -- Ronco G, Cuzick J, Pierotti P et al. Accuracy of liquid based versus conventional cytology: overall results of new technologies for cervical cancer screening: randomised controlled trial. BMJ 2007 (7. Juli); 335: 28-31 [Link]
- Zusammengefasst von: Daniel Pewsner
- Kommentiert von: Peter Jüni
- infomed screen Jahrgang 11 (2007)
, Nummer 5
Datum der Ausgabe: September 2007
Studienziele
In dieser randomisierten Studie wurde die diagnostische Genauigkeit der Dünnschicht-Zytologie (auch Monolayer– oder flüssigkeitsbasierte Zytologie genannt) mit derjenigen der konventionellen Zytologie (Pap-Abstrich) bei der Vorsorgeuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs verglichen.
Methoden
Etwa 45'000 italienische Frauen im Alter von 25 bis 60 Jahren wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei gleich grosse Gruppen eingeteilt: Bei der einen Gruppe wurde eine konventionelle, bei der anderen eine Dünnschicht- Zytologie zur Frühdiagnostik des Zervix-Karzinoms eingesetzt. Bei positivem Testresultat wurde als Referenztest eine Kolposkopie mit Biopsie und histologischer Untersuchung durchgeführt. Die relative Sensitivität und der relative prädiktive Wert der Dünnschicht-Zytologie wurden aufgrund der in beiden Gruppen entdeckten intraepithelialen Neoplasien geschätzt. Während die Sensitivität dem Anteil entdeckter Neoplasien entspricht, gibt der prädiktive Wert an, welcher Anteil der Frauen mit positiver Zytologie auch eine positive Biopsie aufwies. Bei Gleichwertigkeit der beiden Methoden betragen die relativen Werte eins.
Ergebnisse
Für den primären Endpunkt (intraepitheliale Neoplasien Grad 2 oder mehr) fand sich kein statistisch signifikanter Unterschied bezüglich Sensitivität (relative Sensitivität 1,17; 95%-CI 0,87 bis 1,56). Dagegen war der positiv prädiktive Wert der neuen Methode deutlich kleiner (relativer positiv prädiktiver Wert 0,58; 95%-CI 0,44 bis 0,77). Dieser deutlich tiefere Wert war auf einen höheren Anteil klinisch nicht bedeutsamer zervikaler Dysplasien zurückzuführen, die mit der Dünnschicht-Zytologie erfasst wurden. Der Anteil der Frauen mit mindestens einem nicht beurteilbaren Präparat war bei der Dünnschicht-Zytologie allerdings deutlich kleiner (relativer Anteil 0,62; 95% CI 0,56 bis 0,69).
Schlussfolgerungen
Während die Sensitivität der Dünnschicht-Zytologie vergleichbar ist mit derjenigen der konventionellen Methode, resultieren mit der neuen Methode mehr falsch-positive Testresultate. Andererseits zeichnet sich die neue Methode durch weniger nicht beurteilbare Präparate, eine schnellere Verarbeitungszeit und die Möglichkeit des gleichzeitigen Nachweises von humanen Papillomaviren aus.
Zusammengefasst von Daniel Pewsner
Erfahrene Zytopathologinnen und -pathologen weisen darauf hin, dass vor allem die Routine der Gynäkologin entscheidend ist: wer mit dem üblichen Pap- Abstrich repräsentative Präparate anfertigen kann, braucht die neuere und teurere flüssigkeitsbasierte Methode nicht; wer Mühe hat damit, dem kann der neue Test helfen. Die Dünnschicht-Zytologie wird zu einem grösseren Anteil verwertbarer Resultate führen, aber auch zu einem grösseren Anteil beunruhigter Patientinnen. Auffallend ist, dass in der Schweiz und in Deutschland die wirtschaftlichen Interessen und Verflechtungen auf diesem Gebiet derart gross sind, dass es praktisch nicht möglich ist, zu dieser Studie einen objektiven Kommentar einer Zytopathologin oder eines Zytopathologen zu erhalten.
Peter Jüni
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