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Gemeindeversammlung bewilligt Massnahmen gegen Umweltgefahren
«Die warme Sense im Bereich Burstera/Chretza und Rohrmoos ist seit Jahren ein Dauerthema», erklärte Gemeiderätin Anita Remund bei der Vorstellung des Projekts, mit welchem die
Probleme der Überschwemmungen, der Kiesablagerungen und der Pflege des Rohrmooses gelöst werden sollen. Das Projekt umfasst einerseits Revitalisierungsmassnahmen für das Naturschutzgebiet Rohrmoos. Vorgesehen sind aber auch Verbauungen an der Sense zwischen der Burstera- und der Chretzabrücke sowie der Bau eines Geschiebesammlers oberhalb der Bursterabrücke (Massnahmen A). Da sowohl die Durchflusskapazität bei der Bursterabrücke wie auch die Statik des Bauwerks ungenügend sind, wird die Brücke neu erstellt (Massnahmen B).
Der Neubau der Brücke war denn auch der Hauptdiskussionspunkt bei diesem Traktandum: Einerseits, weil man fand, die Brücke sei zu gross dimensioniert, und andererseits, weil sich die Bewohner des Quartiers Burstera an den Kosten beteiligen müss-en. Bislang ist die Brücke Eigentum einer Interessengenossenschaft, die für bestimmte Transporte einen «Brückenzoll» erhebt. Nach der Neuerstellung wird die Gemeinde Eigentümerin und wird auch für den Unterhalt verantwortlich sein.
Die Kosten für das ganze Projekt belaufen sich auf 583 200 Franken (Massnahmen A: 380 800 Franken und Massnahmen B: 202 400 Franken). Die Massnahmen A werden von Bund und Kanton mit 79 Prozent subventioniert. Weitere Subventionen sind im Rahmen des Naturschutzes zu erwarten. An den Massnahmen B übernehmen Bund und Kanton einen Anteil von 63000 Franken. Für die Gemeinde Plaffeien bleiben Restkosten von 58 700 Franken. Da die Gemeinde aber als Bauherrin auftritt, musste der Gesamtbetrag genehmigt werden. Die Versammlung stimmte dem Projekt mit 59 gegen 26 Stimmen zu.
Folgen der Unwetter
Nach dem verheerenden Unwetter vom 11. August 1997 verlangten Bund und Kanton von der Gemeinde Plaffeien, dass sie eine Studie über die Wassergefahren in Schwarzsee erstellt. Im Rahmen dieser Studie wurden die sieben Wildbäche im Schwarzseetal und ihr Einzugsgebiet analysiert. Die Studie ergab, dass der Campingplatz am meisten bedroht ist. Dies für den Fall, dass der Seeweidbach einmal die gleichen Wasser- und Geröllmassen zu Tal befördern sollte, wie dies am 11. August 1997 der Riggisalpbach tat.
Zum Schutz des Campingplatzes wurde denn auch schon damit begonnen, einen Schutzdamm aufzuschütten. Zur ersten Etappe der Verbauungen am Seeweidbach gehört aber auch die Sanierung der Bachschale zwischen der Seeweidbrücke und der Einmündung in den See. Gemeinderätin Anita Remund erläuterte die Massnahmen zum Schutz von Campingplatz und Militärlager im Detail. Die Kosten für dieses Massnahmenpaket belaufen sich auf 775 000 Franken. Auch hier tritt die Gemeinde als Bauherrin auf und hat Kosten von 16280 Franken zu übernehmen. Auch diese Arbeiten werden von Bund und Kanton mit 79 Prozent subventioniert. Die Alpgenossenschaft Düdingen als Besitzerin des Campingplatzes 115000 Franken und das Militärlager (Staat Freiburg) 31000 Franken. Die 122 Bürgerinnen und Bürger gnehmigten das Projekt einstimmig. Die Gemeinde wolle sich einmal nicht den Vorwurf gefallen lassen müssen, sie hätte keine Vorkehrungen getroffen, betonte Ammann Otto Lötscher zuhanden von Zweiflern am Sinn dieser Massnahmen.
Mit 89 zu null Stimmen genehmigte die Versammlung einen Kredit von 232850 Franken für die Erschliessung von Gemeindeland im Quartier Burstera. Wie der Ammann betonte, will die Gemeinde durch diese Erschliessung auch ein Zeichen setzen, dass sie an die Zukunft Schwarzsee als Wohngebiet glaubt. Dies vor allem auch, weil es Interessenten an Bauparzellen gibt.
Ja zum Bau eines
Mehrzweckgebäudes im Sellen
Zum zweiten Mal war am Freitagabend der Bau eines Mehrzweckgebäudes im Sellen traktandiert. Vor einem Jahr hatte die Gemeindeversammlung das Projekt zur Neubeurteilung an den Gemeinderat zurückgewiesen, weil sie es als nicht ausgereift beurteilte. Im Sellen plant eine private Genossenschaft den Bau einer Pferdesportanlage. Da die Genossenschaft für die Unterbringung ihrer Infrastruktur ohnehin eine Einrichtung braucht, will die Gemeinde gleichzeitig mit dem Bau eines Mehrzweckgebäudes weitere Bedürfnisse an gemeindeeigenen Räumlichkeiten abdecken. Vorgesehen ist, dass die Gemeinde das Untergeschoss erstellt. Im Obergeschoss will der Judoklub Schwarzsee auf eigene Kosten sein Trainingslokal einrichten. Die Kosten für die Erstellung des Untergeschosses belaufen sich auf 270000 Franken. Die Versammlung stimmte dem Projekt mit 82 gegen 17 Stimmen zu. Dies allerdings nur unter der Bedingung – wie sie die Finanzkommission gestellt hatte -, dass sich auch die Gemeinden Oberschrot (mit 30 Prozent) und Zumholz (mit 10 Prozent) an den Kosten beteiligen. Vorausgehend war ein Rückweisungsantrag aus der Versammlung mit 79 gegen 12 Stimmen verworfen worden.
Unter dem Traktandum Verschiedenes wurde einmal mehr der Wunsch nach einem grosszügigeren Baureglement geäussert. Zurzeit lässt dieses die Erstellung von Häusern mit Pultdächern nicht zu. Angesichts ihrer finanziellen Situation müsse die Gemeinde alles daran setzen, ihre Bauparzellen auf den Markt zu bringen, betonte unter anderem Josef Progin, Präsident der Finanzkommission. Es wäre äusserst bedenklich, wenn potenzielle Bauherren wegen des Baureglements auf einen Verkauf verzichten würden, meinte er. Zurzeit ist das Baureglement in Revison. Der Ammann versprach, dass der Gemeinderat nochmals über die Bücher gehen werde.