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Sommer 1999
Nach zwei erfolglosen Versuchen, 1920 - 22 mit Chandler/USA und 1949 mit den Checker Taxi Cabs, bei Settelen eine Autovertretung aufzubauen, gelang der eigentliche Durchbruch erst der dritten Settelen-Generation am Ende der 50er Jahre. Aber wiederum mit Startschwierigkeiten. Eine passende Autovertretung zu erhalten war nicht einfach. Die «grossen» Marken waren schon damals in Basel bestens etabliert, die kleineren waren reine Nischenprodukte - ein schwieriges Unterfangen also.
Als die neue Settelen-Tochter «Settelen Autohandels AG» (SAHAG) 1959 mit einer Regionalvertretung des innovativen Autoproduzenten C.F.W Borgward betraut wurde, glaubte man eine gute Marke gefunden zu haben. Sein meistverkauftes Modell, die Isabella, ein geräumiger 2-türiger 5-Plätzer, bestach nicht nur durch eine gefällige Linienführung, sondern auch durch hohe Qualität und sportliche Fahrleistung. Aber bereits im Winter 1959 verdichteten sich Gerüchte über Liquiditätsprobleme bei Borgward, was dem Verkauf seiner Autos sehr abträglich war. Im Sommer 1961 ging diese Firma in Konkurs. Logischerweise war dies nicht der Start, den man sich gewünscht hatte. Eine neue Vertretung musste dringend gefunden werden.
1959 wurde die SAHAG Regionalvertreter der holländischen DAF (Van Doorne's Automobilfabrik N.V.). Die Gebrüder van Doorne hatten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges mit dem Bau von LKWs begonnen und einen Kleinwagen um das von ihnen entwickelte, stufenlose Automatik-Getriebe konstruiert, das 1958 auf den Markt kam. Zuverlässige automatische Getriebe gab es damals nur in amerikanischen Autos, die für die wenigsten Europäer erschwinglich waren. Mit seiner hohen Sitzposition, dem geräumigen Kofferraum und der einfachen Bedienung erfüllte der zweizylindrige, luftgekühlte Kleinwagen von DAF genau die Bedürfnisse eines mehrheitlich älteren Publikums, das sich sein erstes Auto leistete. Schon bald kam der Spottname «Dubeli Au Fahre» auf. 1975 verkaufte die Familie van Doorne die Personenwagenabteilung an Volvo. Der DAF erhielt ein «Facelifting» und kam 1976 als Volvo 77 wieder auf den Markt.
1961 übernahm die SAHAG zusätzlich die Regionalvertretung der englischen Triumph-Werke. Auch diese Marke war der Zeit voraus, indem sie das gleiche Chassis (heute Plattform genannt) für verschiedene Modelle verwendete. Vor allem mit dem Triumph Spitfire, einem kleinen, zweiplätzigen, offenen Sportwagen mit 1200cm3 Motor, traf man den Zeitgeschmack der jungen, gutverdieneden, autoverrückten Berufstätigen. Die Sporterfolge des TR4 bei Langstreckenrennen untermauerten die Beliebtheit der Marke.
Ende der 70er Jahre begann die sog. «Englische Krankheit» auch bei Triumph zu grassieren: Die Nichteinhaltung von Lieferfristen und Qualitätsmängel führten zu einer Vielzahl von Kundenreklamationen; die Straffung der Produktepalette bei den verschiedenen englischen Marken und der Zusammenschluss zur British Leyland brachte kaum Besserung. Als Ersatz für die gestrichenen Triumph-Modelle konnten ab 1977 die Marken Austin, Mini, Morris und Metro verkauft werden. Nachdem Triumph die Produktion bereits 1981 eingestellt hatte, wurde 1986 die Zusammenarbeit mit British Leyland beendet.
1961 wurde die SAHAG zum Schweizer Generalimporteur der amerikanischen Checker Motors Corp., dem letzten Hersteller von grossen Taxilimousinen, ernannt. Durch das Mutterhaus fand man leicht Zugang zu den schweizerischen Taxi-Haltern und über diese auch zu kommunalen Betrieben. Der Besitzer von Checker war selbst der grösste Taxihalter der USA und kannte die strengen Anforderungen des Taxigewerbes bestens.
Die Fahrzeuge wurden nur auf Kundenwunsch geordert. Der Käufer konnte ab Werk seine Hausfarbe bestellen und bei allen mechanischen Komponenten zwischen diversen Aggregaten sowie zwischen verschiedenen Radständen wählen. Gefragt waren vor allem 9-plätzige Taxi-Limousinen des Typs Marathon de Luxe; dazu kamen einige 6- und 8-türige Airport-Limousinen und Chassis für Ambulanzen. Ab 1973 waren infolge der durch die Erdölkrise bedingten hohen Benzinpreise die durstigen Checker kaum mehr gefragt. 1979 wurde der letzte Checker importiert.
Den Verantwortlichen bei Settelen war schon früh klar, dass keine der vertretenen Marken längerfristig eine Überlebenschance hatte. Sie suchten deshalb eine Marke mit einer möglichst grossen Modellpalette, einem bedeutenden, globalen Marktanteil und einer soliden Finanzbasis. Toyota entsprach diesen Wunschvorstellungen und 1971 konnte man einen Regionalvertretervertrag mit der Toyota AG unterzeichnen.
Die Anfangszeiten waren turbulent: Toyota arbeitete sich innerhalb von sieben Jahren auf den zweiten Platz der CH-Zulassungsstatistik vor. Die Celica-, Corolla-, Corona-, und Crown-Modelle wurden den Vertretern förmlich aus der Hand gerissen. Weder sie noch der Importeur waren zu Beginn auf diese Nachfrage eingerichtet. Das Geheimnis bestand im damals modernen Design, vollständiger Ausrüstung zu einem günstigen Preis und natürlich der sprichwörtlichen Toyota-Qualität. Die Erdölkrise und ein stetig steigender Yen-Kurs sorgten in der Folge schon rasch für geregelte Verhältnisse. Die Marke konnte sich bis zum heutigen Tag eine Spitzenposition auf dem verwöhnten Schweizermarkt sichern.