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76. Spenglercup in Davos (26.12. - 31.12)
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Der HC Davos und der Spengler Cup: Eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte
Der Spengler Cup Davos ist eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte: Der Hockey Club Davos (HCD) machte den Traditionsanlass zum weltweit bedeutendsten Klubturnier und das Turnier verhalf dem HCD dafür zu wirtschaftlicher Blüte.
Der HC Davos ist der Spengler Cup und der Spengler Cup der HC Davos. Ohne den Spengler Cup würde es den HCD als Spitzenklub nicht mehr geben; ohne den HCD wäre aber wohl auch der Spengler Cup aus dem internationalen Turnierkalender verschwunden. Der Traditionsklub befreite das Turnier mit seinem Wiederaufstieg 1979 von der Schweizer Nationalmannschaft, welche die Davoser in den 70er-Jahren mehr schlecht als recht vertreten hatte. Zehn Jahre später bildete der Spengler Cup das Fundament, auf dem sich der HCD nach seinem Fall in die 1. Liga sanieren und nur drei Jahre später in die Nationalliga A zurückkehren konnte.
Heute ist der Spengler Cup für den HC Davos eine wichtige Einnahmequelle, welche es ihm ermöglicht, trotz relativ tiefer Zuschauerzahlen während der Meisterschaft an der nationalen Spitze mitzuspielen. Vom Spengler Cup und den Einnahmen während des Turniers profitieren aber auch die übrigen elf Nationalliga-A-Klubs: Sie lassen sich die Weihnachtspause, während der sie keine Spiele bestreiten können, mit rund 90 000 Franken aus dem Vertrag mit dem Schweizer Fernsehen entschädigen.
Werbung für das gesamte Schweizer Eishockey
Wie viel der HCD selber an seiner Altjahrsgala genau verdient, ist ein gut gehütetes Geheimnis. Der Klub führt keine getrennten (Aufwands-)Rechnungen, in der die Leistungen, welche die HCD-Geschäftstelle für das Turnier leistet, aufgeführt werden. Trotzdem gibt es ein paar verlässliche Zahlen: Das Budget der diesjährigen Austragung beträgt 4,5 Millionen Franken. Der Sponsorenanteil liegt bei rund 30 Prozent, und der Publikumsschnitt pendelt seit einigen Jahren zwischen 75 000 und 80 000 Zuschauern.
Im Prinzip lässt sich der Wert des Spengler Cups aber nicht in Zahlen fassen. Das Turnier ist ein Mythos, seine Ausstrahlung für den HCD und für das ganze Schweizer Eishockey viel Geld wert. Der Beginn des Nachmittagsspiels um 15.30 Uhr ist zwischen Weihnachten und Neujahr ein Fixpunkt, an dem quer durch die Schweiz die Fernsehgeräte eingeschaltet werden. Zeigt das Schweizer Fernsehen Spengler Cup live, versammeln sich auch jene vor dem TV-Apparat, die dem Eishockey sonst nur wenig Sympathie entgegenbringen. Das Turnier hat mitgeholfen, das Schweizer Eishockey und die Landschaft Davos populär zu machen.
Langer Anlauf zum finanziellen Erfolg
Genaue volkswissenschaftliche Berechnungen fehlen, der Wert ist aber unbestritten. Die Schätzungen pendeln je nach Position und Interesse zwischen 20 bis 100 Millionen Franken pro Turnier. Eine Medienstudie hat ergeben, dass der Name «Davos» im Winter 2000/2001 im Zusammenhang mit HCD und Spengler Cup insgesamt 134 Millionen Leser erreichte; das Weltwirtschaftsforum brachte es samt allen anderen Konferenzen auf 47 Millionen Kontakte.
Der Spengler Cup war aber längst nicht immer ein Geschäft. Erst in den 80er- und 90er-Jahren blühte das Turnier wirtschaftlich auf. 1971, als der HC La Chaux-de-Fonds den abgestiegenen HCD vertrat, betrug das Budget 278 000 Franken und das Defizit 40 900 Franken. Ein Jahr später stiegen Budget und Defizit auf 318 000 und 88 000 Franken. Zum 50. Jubiläum 1976 mit B-Auswahlen aus der Sowjetunion, der Tschechoslowakei und Finnland sowie den Nationalteams von Japan und der Schweiz kamen noch ganze 19 611 Zuschauer nach Davos. Dafür erreichte der Fehlbetrag sechsstellige Höhe und damit einen Rekord. Das Turnier war ernsthaft gefährdet.
Mit dem Dach kam der wirtschaftliche Erfolg
Die beiden letzten Turnierpräsidenten, der eigenwillige Alfred «Putz» Gfeller und der ruhige Fredi Pargätzi, trieben den Spengler Cup danach zu jener Blüte, die ihn heute auszeichnet. Sie profitierten von der unentgeltlichen Hilfe zahlreicher Helfer und von zwei wegweisenden Ereignissen: Von der Einführung der Sporttaxe, die Jahre lang die Defizite deckte, und von der Überdachung der offenen Eisbahn, die das Turnier vom Wetter unabhängig und auch architektonisch zum Erlebnis machte. Die Sporttaxe deckte während Jahren das Defizit, das der Spengler Cup alljährlich erwirtschaftete, der Bau der Halle läutete die Boomjahre ein, die bis heute anhalten.
Bereits das erste Turnier unter einem Dach endete mit einem Gewinn von 93 000 Franken, danach stieg der Ertrag von Jahr zu Jahr. Die Schlüsselfigur in der rasanten Entwicklung war ausgerechnet einer, mit dem das Turnier auch weniger erfolgreiche Erinnerungen verknüpft: Ruedi Killias, der in den 70er-Jahren als Schweizer Nationalcoach bereits einen ersten Auftritt in offizieller Mission am Spengler Cup gehabt und dabei schuldlos am sportlichen Niedergang des Turniers teilgenommen hatte, garantierte dem HC Davos ab 1992 als Vermarkter einen Betrag von 800 000 Franken. Zuvor hatte die Vermarktung durch die Allgemeine Plakatgesellschaft pro Turnier 160 000 Franken eingetragen. Die Summe stieg danach jährlich. Auf Killias folgte die UBS, vor zwei Jahren erwarb die APG die Vermarktungsrechte zum zweiten Mal.
Wie die Westtribüne beinahe zum Stolperstein wurde
Ohne Spengler Cup hätte der HC Davos möglicherweise das gleiche Schicksal wie den EHC Arosa ereilt, den die steigenden Kosten 1986 zum freiwilligen Rückzug aus der Nationalliga A zwangen. Und doch wäre der Spengler Cup für den HCD einmal beinahe Auslöser zum Konkurs geworden: 1998 war der Klub mit 3,7 Millionen Franken verschuldet und praktisch zahlungsunfähig. Auslöser der zweiten Krise innerhalb eines Jahrzehnts waren ausgerechnet die hohen Baukosten der neuen Westtribüne, die während des Spengler Cups zur Goldgrube werden sollte.
Drei Unterländer und Davos Tourismus halfen dem HCD gemeinsam aus der schwierigen Position: Ernst Wyrsch, Jürg Spross und Georg Gasser, die heute den Verwaltungsrat des HCD bilden, orchestrierten zusammen mit Spengler-Cup-Chef Fredi Pargätzi, dem ehemaligen Torhüter Richard Bucher und dem Davoser Anwalt Georg Mattli die Umwandlung des Vereins in drei Aktiengesellschaften; Davos Tourismus kaufte dem schwer verschuldeten Verein derweil die Westtribüne für 750 000 Franken ab und zeichnete darüber hinaus Aktien in derselben Höhe. Das ermöglichte dem Klub den Neustart und öffnete dem Spengler Cup den Weg zum 75.-Jahr-Jubiläum, das er in der Altjahrswoche feiert.