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Der Begriff “Katarakt“ (Grauer Star) bezeichnet jegliche Form der Linsentrübung. Katarakte sind sehr häufig und nehmen mit steigendem Alter zu. So wird in den Industrieländern jeder 3. – 4. Mensch im Laufe seines Lebens wegen des altersbedingten grauen Stars operiert. In Entwicklungsländern ist die Katarakt, aufgrund der fehlenden Verfügbarkeit der operativen Behandlung, die häufigste Erblindungsursache. Etwa 20 Millionen Menschen sind von einer Erblindung, bedingt durch den grauen Star betroffen.
Inhaltsverzeichnis:
Linsentrübung
Die Linse ist Bestandteil des optischen Systems und ist zusammen mit der Hornhaut (Kornea) für die Lichtbrechung und damit die korrekte Darstellung einer scharfen Abbildung verantwortlich. Damit ein Seheindruck entsteht, müssen die Lichtstrahlen die im hinteren Bereich des Auges gelegenen Netzhautzellen erreichen. Zu diesem Zweck ist die Linse natürlicherweise glasklar und lichtdurchlässig. Sie besitzt weder Nervenfasern noch Blutgefässe, und lässt sich in einen Kern und eine Rinde gliedern, welche von der Linsenkapsel umgeben sind. Verschiedene Ursachen wie beispielsweise natürliche Alterungsprozesse können dazu führen, dass diese Bestandteile eintrüben (Katarakt). Da Lichtstrahlen nun nicht mehr ungehindert auf die Netzhaut treffen können, kommt es aus diesem Grund zu einer Sehminderung. Der Augenarzt kann den grauen Star durch Untersuchung des Auges mit Hilfe eines spaltförmigen Lichtstrahles (Spaltlampe) einfach diagnostizieren.
Risikofaktoren für die Entwicklung eines Grauen Stars
Die Trübung der Linse kann unterschiedliche Ursachen haben. In über 90% der Fälle sind altersbedingte, degenerative Veränderungen der Augenlinse im höheren Lebensalter der Grund (häufigste Ursache in den Industrieländern). Weitere Gründe für die Entwicklung einer Katarakt können sein:
- Genetisch bedingte (vererbte) Katarakt
- Infektionen der Mutter in der Schwangerschaft oder während der Geburt (z.B. Röteln, Mumps, Hepatitis)
- Bei Allgemeinerkrankungen wie z.B. Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Niereninsuffizienz (Dialyse), u.a.
- Mangelernährung (häufigste Ursache in den Entwicklungsländern)
- Andere Augenerkrankungen wie z.B. alte Netzhautablösung, grüner Star (Glaukom), chronische Regenbogenhautentzündung, u.a.
- Augenoperationen
- Augenverletzungen (Prellungen, Perforationen)
- Radioaktive Strahlung, Röntgenstrahlen, Infrarotstrahlung
Wie bemerkt man den grauen Star?
Die Katarakt führt schleichend zu Symptomen. Diese sind abhängig von der Ursache der Linsentrübung und auch davon, welche Bereiche der Linse betroffen sind (Kern, Rind oder Kapsel). Schmerzen bestehen in der Regel keine. Typische Beschwerden eines grauen Stars können sein:
- Sehschärfenminderung
- Schleiersehen
- Nebliges Sehen (grau-in-grau)
- Zunahme des Blendempfindens (z.B. in der Nacht, beim Autofahren)
- Verändertes / vermindertes Farbsehen
- Schwierigkeiten beim Lesen (mehr Licht wird benötigt)
- Doppelbilder beim Sehen mit einem Auge
- Verminderte Sehschärfe in die Ferne (Kurzsichtigkeit, Myopie)
- Bei angeborenen Formen des grauen Stars können sich bei Kindern Symptome wie z.B. Schielen, Schwachsichtigkeit (Amblyopie) oder Verzögerung der motorischen Entwicklung bemerkbar machen.
Behandlung des grauen Stars
Konservative (d.h. nicht-operative) Therapien der Katarakt sind nicht möglich. Es gibt keine Medikamente die den grauen Star heilen oder aufhalten können. Die einzige und effiziente Behandlungsmöglichkeit ist der chirurgische Eingriff. Liegt durch die Linsentrübung eine subjektive Beeinträchtigung des Sehvermögens vor, so empfiehlt sich der Ersatz der eingetrübten Linse durch eine Kunstlinse (Kataraktoperation). Während beim Erwachsenen die Operation in erster Linie bei subjektiver Beeinträchtigung des Sehvermögens in Kombination mit der Diagnose eines grauen Stars durchgeführt werden sollte, ist bei der angeborenen Katarakt eine frühstmögliche Operation zu empfehlen um eine Amblyopie (Schwachsichtigkeit) zu verhindern.
Operation des grauen Stars
Die Kataraktoperation wird durchgeführt um eine Verbesserung der Sehfähigkeit zu erzielen. Selten kann der Eingriff auch ohne Beschwerden notwendig sein, um bei gewissen Augenerkrankungen den Augenhintergrund einsehen zu können. Die Kataraktchirurgie gehört zu den am häufigsten durchgeführten Operationen überhaupt, und ist sehr sicher. Methode der Wahl ist heutzutage die sogenannte Phakoemulsifikation. Dabei wird die vordere Linsenkapsel eröffnet und der Kern entfernt. Bei letzterem Schritt wird der Kern durch hochfrequente Ultraschallwellen verflüssigt und danach abgesaugt (Phakoemulsifikation). Ebenfalls mitentfernt wird die Linsenrinde. Lediglich die Linsekapsel bleibt bestehen. Anschliessend erfolgt die Implantation einer Kunstlinse. Der Routine-Eingriff wird in lokaler Betäubung ambulant durchgeführt und dauert 15-20 min. In seltenen Fällen ist eine Vollnarkose möglich.
Deutlich erhöhte Lebensqualität
Die Operation des grauen Stars verläuft in der Regel ohne Komplikationen. Manchmal kann es durch körpereigene Reaktionen zu einer Wiedereintrübung der Linsenkapsel, einem sog. Nachstar, kommen. Dieser lässt sich mittels Laser behandeln. Netzhautablösungen oder Infektionen bzw. Entzündungen des Auges im Rahmen der Operation sind sehr selten. Durch die Kataraktoperation kann in den allermeisten Fällen eine deutlich verbesserte Sehfähigkeit und ein Rückgang der Beschwerden erzielt werden. Für Betroffene bedeutet dies oft eine enorme Steigerung der Lebensqualität. Vereinbaren Sie einen Termin für eine Sprechstunde in Zürich. Unsere Augenärzte informieren und beraten Sie gerne!