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Bild
Titel:
Bergsteigerfilm von den Kreuzbergen
Thema: Leute
Datum: --.08.1943
Masse: 12,5 cm Durchmesser
Standort: Bundesarchiv Bern
Urheber/-in: Otto Ritter, Zürich (Gloria Film AG)
Beschreibung:
Dreharbeiten für einen Bergsteigerfilm in den Kreuzbergen, produziert von der Zürcher Gesellschaft Gloria Film AG im August 1943. Für die Aufnahmen der Totalen wählte das Team einen Kamerastandort in den Hängen des Saxerfirstes gegen den Kreuzbergzacken. (Vlnr) Kameramann Otto Ritter (1917-1977), Alpinist Beni Motzer, Appenzell (1917-2007), Alpinist Ernst Anderegg, Herisau (1914-1995) und Drehbuchautor Werner Weckerdt. Im Mittelpunkt des Films stehen die beiden Kletterer Beni Motzer und Ernst Anderegg, welche die Besteigung des 5. Kreuzberges vorführen. Didaktische Sequenzen zeigen die aktuelle Kletterausrüstung jener Zeit und den richtigen Umgang mit ihr. Der Film wurde an der Olma 1943 uraufgeführt und ab Mai 1944 im Rahmen der Filmwochenschau in den Schweizer Kinos gezeigt. Otto Ritter war ein talentierter Kameramann, dessen Arbeiten noch heute in Spielfilmen wie ´Romeo und Julia auf dem Dorf´ zu bewundern ist. Ihm gelangen spektakuläre Aufnahmen, welche die Kritiker begeisterten und beim Publikum grossen Anklang fanden.
Geschichte:
Im Verlaufe des 19. Jahrhunderts gelang es, die meisten grossen Alpengipfel zu besteigen. Die heute noch begangenen klassischen Routen - im Sinne des einfachsten Weges zum Gipfel - wurden erschlossen. Was verblieb, waren speziellere, technisch anspruchsvolle Routen und kleinere, dafür umso anforderungsreiche Berge. Zu diesen gehörten namentlich die scharfen Zacken der Kreuzberge. Obwohl nur gut 2000 Meter hoch, galten sie lange als unbezwingbar. Erst 1893 gelang dem Appenzeller Schlossermeister Johann Nänny und dem St. Galler Stickereizeichner Carl Egloff die Erstbesteigung und zwar auf den 3. und 4. Kreuzberg. Bis 1904 erreichten andere Seilschaften dann auch die weiteren Kreuzberg-Zacken.
In den dreissiger und vierzieger Jahren entwickelten sich die Kreuzberge zum Tummelplatz von Spitzenalpinisten. Der Klettersport trug allerdings noch einen ganz anderen Charakter. Felswände mit genagelten Bergschuhen, mit schweren Hanfseilen und ohne Klettergurt zu besteigen, bedeutete eine Leistung, die noch heute Bewunderung erheischt. Erst allmählich begann sich der Gebrauch von eisernen Hacken und Karabinern zu verbreiten, was einer Revolution gleich kam. Konservative Kreise kritisierten diese Technik allerdings als ´alpine Schlosserei´. Gleichzeitig kamen die ersten ´Kletterfinken´in Gebrauch, damals noch aus textilem Obermaterial gefertigt und mit Bastsohlen versehen: die Grundlagen des heutigen Freiklettern waren gelegt. Der Film von Otto Ritter ist insofern ein interessantes Zeitzeugnis, als er genau diese Weiterentwicklung des Klettersports plastisch vor Augen führt.
Autor: Stephan Heuscher, Appenzell
Literatur:
Appenzeller Kalender 274 (1995), S. 62-65
Meier, Markus: Faszination Fels. In: Der Alpstein. Natur und Kultur im Säntisgebiet. Herisau 2000, S. 144-161
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