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Zusammengefasster geschichtlicher Rückblick
Anfänge
Nach verschiedenen Aufrufen in der „Tierwelt“ und im „Schweiz. Kaninchenzüchter“ trafen sich am 5. November 1916 im Hotel „Frohburg“ in Olten ca. 7 Züchter zur Gründung des Schweiz. Club für Englische Scheckenzucht. Als Zweck der Gründung erwähnt das darüber abgefasste Protokoll „… dass das englische Scheckenkaninchen punkto Zeichnung und Farbe das schönste Farbenkaninchen, und deshalb wohl angebracht sei, dass ein solcher Klub in’s Leben gerufen werde, um der Zurücksetzung dieses Tieres an den verschiedenen Schauen und Ausstellungen ein Ende zu setzen“. Die Versammlung beschloss, alle bis Ende 1916 eintretenden Mitglieder als Gründer anzuerkennen. Von dieser Möglichkeit machten 22 Züchter Gebrauch. Stellvertretend für das gute Verhältnis untereinander und für den gemeinsamen Willen, den Zuchtsand zu verbessern, sei das Gründungsprotokoll zitiert: „Herr Thommen [Präsident] erklärte noch, dass er seinen 89er Rammler sämtlichen Mitgliedern gratis zum Decken zur Verfügung stelle und Herr Albert Marti [Vice-Präsident] seinen 86,5er“
Standard
Schon von Beginn an hatte sich der Vorstand mit unterschiedlichen Bewertungen auseinanderzusetzen. Differenzen von bis zu 10 Punkten für das gleiche Tier waren keine Seltenheit. Um Fehlentscheide nach Möglichkeit auszuschalten und „den Züchtern und Ausstellern Gewähr bieten zu können, dass ihre Anstrengungen auf dem Gebiete der Zuchtförderung nicht umsonst getan seien, wurde frühzeitigen daran gegangen, einheitliche Normalien, d.h. einen Standard aufzustellen, an den sich die Preisrichter bei der Tierbewertung zu halten hatten.“ So wurde schon 1919 der erste Standard erarbeitet und in der Folge immer wieder angepasst, zum Wohle der Entwicklung der Rasse. 1935 wurde dann ein Standard genehmigt, der in seiner Grundauslegung und in den Positionen praktisch bis 2015 Gültigkeit hatte.
Gruppen
Bereits 1918 musste man sich gegen eine Zersplitterung des Klubs wehren, mit Erfolg. Um den regionalen Interessen besser entgegen zu kommen, wurden Gruppen gegründet.
1920 Basel und Zürich;
1921 Aargau und Herisau (ab 1935 Gruppe Ostschweiz);
1933 Jura, die sich 1943 selbständig machte, sich fortan Verband Westschweizerischer Englisch-Schecken-Züchter und 1994 als Gruppe West zum Hauptklub zurückkehrte.
1932 wurden auch Verhandlungen mit dem Kantonalen bernischen Scheckenklub aufgenommen; eine Verschmelzung scheiterte dann aber aus finanziellen Gründen; 1992 wurde dies aber nachgeholt.
1980 Gruppe Innerschweiz, wo seither die Engelberger Kollegen (Othmar Bütler und Toni Odermatt) jährlich das beliebte „Gerschnitreffen“ der Scheckenfreunde organisierte.
Leider wurden 1942 die Gruppe Jura, 1995 die Gruppe Romand, 2000 die Gruppe Zürich und 2008 die Gruppe Aargau aufgelöst.
Schwere Jahre
Die „Zwischenkriegsjahre“ und in hohem Masse die Zeit des zweiten Weltkrieges waren geprägt von Entbehrungen, Unsicherheit und Existenzangst. Besonders die Futterbeschaffung stellte in den Städten eine grosse Herausforderung dar. Und so mancher Kaninchenzüchter freute sich umso mehr an einem Hasenbraten, der manche Mühsal vergessen liess. Dies führte dazu, dass die Kaninchenzucht insgesamt während des zweiten Weltkriegs einen grossen Aufschwung erlebte.
Ausstellungen
Ausstellungen waren immer schon ein Elexir, das die Leidenschaft der Züchter zu Höchstleistungen antrieb. 2016 fand die 46. nationale Klubausstellung in Boll/BE statt, die erste datiert von 1922 in Langendorf/SO. In der Regel werden seither die nationalen Klubausstellungen mit Stämmen und Kollektionen alle zwei Jahre durchgeführt. In den Zwischenjahren organisieren die Gruppen ihre eigenen Klubschauen. Auch nationale Rammler-, bzw. Sie- oder Er-Schauen werden in den Zwischenjahren immer wieder angeboten.
Betrachtet man Bilder von Englischschecken der Anfangsjahre und vergleicht diese mit dem heutigen Stand, wird die Entwicklung augenscheinlich und man kann nur dankbar die grossartige züchterische Leistung unserer Vorfahren anerkennen.
Dank
Der Schweizer Englischschecken Klub, wie er sich seit 2014 nennt, hatte das Privileg, immer wieder von hervorragenden Präsidenten und Vorstandsmitgliedern engagiert geführt zu werden, welche das Klubsschiff auf Kurs hielten und manche Brandung mit Augenmass und Herz umsegelten. Dafür gebührt ihnen unser bester Dank und unsere grösste Hochachtung!
Unsere Geschichte und ihre Hauptfiguren werden mit der Chronik zum 100-Jahr-Jubiläum des Klubs, 2016, ausführlich gewürdigt.