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Die klimabedingte Ausbreitung der asiatischen Tigermücke gibt immer mehr Anlass zur Sorge, weil sie Viruserkrankungen wie das Denguefieber übertragen kann. In der Schweiz hat sich die invasive Mücke im Kanton Tessin angesiedelt und wird in den kommenden Jahren voraussichtlich in die städtischen Gebiete nördlich der Alpen vorstossen. Eine kürzlich durchgeführte Untersuchung zeigte, wie wichtig es ist, die Effekte von städtischen Wärmeinseln und mikroklimatischen Daten bei der Vorhersage der Verbreitung der Moskitos zu berücksichtigen. Dieses Projekt integriert diese Informationen in bestehende Modelle, um genauere und realistischere Risikoszenarien für die Ausbreitung der Tigermücke zu erhalten.
Ausgangslage
Seit ihrem Auftreten in Italien Anfang der 90er-Jahre hat sich die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) in Süd- und Mitteleuropa kontinuierlich verbreitet. 2003 wurde die Mücke erstmals im Tessin beobachtet und gilt heute in den meisten urbanen Gebieten des Kantons und auch in Teilen des Kantons Graubünden als gut etabliert. Die Verbreitung nach Norden wird derzeit durch Umweltparameter wie Winter- und Sommertemperaturen sowie Niederschlagsmuster begrenzt. Aufgrund der globalen Erwärmung wird jedoch erwartet, dass die Tigermücke ihren Lebensraum weiter nach Norden ausdehnen wird, wie von einer Reihe von Verbreitungsmodellen vorhergesagt. Im Jahr 2013 wurde ein grossmasstäbliches Modell entwickelt, um die am besten geeigneten Flächen für die Verbreitung in der Schweiz zu identifizieren. Gemäss diesem Modell eignen sich der Genfersee und das Mittelland für die Ansiedlung der Tigermücken nördlich der Alpen. Andere Regionen scheinen im Winter derzeit zu kalt zu sein, als dass ihre Eier überleben und damit Populationen begründen können. Die räumliche Auflösung des Modells berücksichtigte jedoch nicht die klimatischen Bedingungen in städtischen Gebieten, in denen die Art besonders gut gedeiht.
Ziele
- Ziel dieses Projekts ist es, die Auswirkungen des Mikroklimas auf Ökologie und Verbreitung der Moskitos in ein neu entwickeltes Modell zu integrieren, um präzisere und realistischere Risikoszenarien für die Ausbreitung der asiatischen Tigermücke in neue Gebiete der Schweiz zu erhalten.
Vorgehen
- Identifizierung der Untersuchungsorte und mikroklimatischen Parameter, Auswahl der Sensoren, Entwicklung eines Citizen Science Projekts zur Datenerhebung, Bildung einer Expertengruppe.
- Zusammenbau und Prüfung von Sensoren für das Pilotnetzwerk, Rekrutierung von freiwilligen Helfern, Aufbau einer Datenbank.
- Installation der Sensoren des Pilotnetzwerks an bisherigen und potenziellen Brutplätzen, Tests der mikroklimatischen Datenerfassung, Datenmanagement und Qualitätsbewertung.
- Expertengespräch und Zwischenbericht.
- Integration von Mikroklimadaten in das Modell und Erstellung von Karten von Risikoszenarien für die Verbreitung der Tigermücke.
- Ausweitung des Mikroklimasensoren-Netzwerks auf endgültige Grösse und Datenerfassung im grossen Massstab.
- Validierung des Modells und ggf. Modellanpassungen, Karten der Risikoszenarien für alle ausgewählten Bereiche und wenn möglich für die ganze Schweiz.
Angestrebte Produkte
- Netzwerk von Sensoren, die mikroklimatische Daten in ausgewählten Gebieten der Schweiz sammeln.
- Benutzerfreundliche Schnittstelle für die Datenerfassung und -verwaltung.
- Empirisches Maschinen-Lernen-Modell zur Analyse der räumlichen und zeitlichen Verbreitung der Tigermücke basierend auf Umweltbedingungen und Häufigkeitsindizes.
- Aktuelle Risikokarten für die Verbreitung der Tigermücke in der Schweiz. Die Verbreitungskarten werden regelmässig aktualisiert aufgrund der kontinuierlichen Erfassung von mikroklimatischen Daten sowie Informationen aus der
- Routineüberwachung von invasiven Moskitos in der Schweiz.
Abschlussbericht und Veröffentlichung.
|Vollständiger Projekttitel:||

Microclimate impact on risk scenarios for exotic invasive mosquitoes in Switzerland (E.02)
|Projektgebiet:

Schweiz
|Laufzeit:

Januar 2019 - Dezember 2021
|Träger:

Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana SUPSI
|Begleitung:||Bundesamt für Umwelt BAFU|
Letzte Änderung 25.07.2019