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«Selbst viele eingefleischte Friedkin-Fans wissen nicht, dass seine Karriere mit diesem Werk begann, dem 1962 gedrehten, aber nie im Kino gezeigten The People vs. Paul Crump, einer nicht ganz einstündigen Dokumentation, einem der wohl stärksten und nachdenklich stimmendsten Dokumentarfilme, die Sie nie gesehen haben. (…) Am 20. März 1953 raubten fünf Schwarze eine Fleischfabrik in Chicago aus. Die Flucht ging schief und ein Wachmann wurde erschossen. Binnen einer Woche wurden alle fünf Männer verhaftet; vier erhielten Gefängnisstrafen, aber Paul Crump, damals 22, gestand und widerrief dann sein Geständnis, worauf er verurteilt wurde und auf dem elektrischen Stuhl enden sollte. Nachdem er 14 Aufschiebungen seiner Hinrichtung erreicht hatte, lernte Crump einen 20-jährigen Fernsehregisseur namens William Friedkin kennen, der sich für sein Schicksal interessierte und einer seiner glühendsten Verteidiger wurde. Friedkin glaubte so fest an Crumps Unschuld, dass er und sein Kameramann Bill Butler (Jaws) mit leichten Kameras aufbrachen, um für Crumps Rückkehr in die Gesellschaft zu plädieren. Friedkins Bemühungen führten zwar nicht zu Crumps Freilassung, aber sie trugen dazu bei, dass seine Todesstrafe in 199 Jahre Haft ohne Aussicht auf Bewährung verwandelt wurde.» (Richard Propes, theindependentcritic.com)
Crump bekannte sich 1970 dann doch schuldig. Des ungeachtet überzeugt Friedkins packender Film als Anklage eines absurden Systems der Strafverfolgung, das Häftlinge rehabilitiert, nur um die guten Menschen, die sie geworden sind, hinzurichten.
Kamera: Bill Butler
Musik: Marty Rubenstein
Schnitt: Glenn McGowean
52 Min., sw, Digital SD, E