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Die Bevölkerungsentwicklung fiel in den Wahlkreisen für den Zeitraum 2010 bis 2018 sehr unterschiedlich aus. Der Wahlkreis Werdenberg wies mit rund 10% das höchste regionale Bevölkerungswachstum auf. Der Wahlkreis St.Gallen mit dem Kantonshauptort verzeichnete mit einem Plus von 3.9% das zweittiefste Bevölkerungswachstum aller betrachteten Vergleichsregionen auf, nur knapp vor dem Toggenburg (3.1%). In den Wahlkreisen Rheintal (8.3%), Sarganserland (7.8%) und See-Gaster (7.3%) fiel das Bevölkerungswachstum im kantonalen Vergleich zwar überdurchschnittlich aus, im Vergleich zur Gesamtschweiz (8.6%) blieb es jedoch unter dem Durchschnitt. Während der Wirt schaftsraum Wil (8.3%), die Agglo Obersee (8%) und das Churer Rheintal (7.6%) allesamt ähnlich und leicht unter dem Niveau der Gesamtschweiz zulegten, zeigte sich die Dynamik im Kanton Thurgau (11.3%) am stärksten ausgeprägt. Dies ist im wesentlichen auf die verbesserte Erreichbarkeit der Stadt Zürich zurückzuführen. Dieser Umstand übte einen massgeblichen Einfluss auf die positive Bevölkerungsentwicklung der letzten Jahre aus. Je besser die öV- wie auch MIV-Erreichbarkeit der Stadt Zürich aus einer der Ostschweizer Regionen war, desto ausgeprägter war zwischen 2010 und 2018 deren Bevölkerungswachstum.
Pluralisierung der Lebensstile prägt Haushaltswachstum
Das Haushaltswachstum fiel in allen betrachteten Regionen deutlich stärker aus als das Bevölkerungswachstum. Zum einen hängt dies mit der Altersstruktur zusammen, zum anderen mit dem Trend hin zu kleineren Haushalten bzw. der Pluralisierung der Lebensstile. Der Wahlkreis Toggenburg weist mit 33.3% im Jahr 2018 den höchsten Altersquotienten, mit 37.7% aber auch den höchsten Jugendquotienten auf. In den Wahlkreisen Rheintal, Werdenberg sowie in der Region Wil ist der Jugendquotient vergleichsweise hoch und zum anderen der Altersquotient auf vergleichsweise tiefem Niveau. Im Wahlkreis Rorschach sind dafür junge Singles und Paare untervertreten, mittlere und ältere Singles sowie ältere Paare vergleichsweise stark vertreten. Im Wahlkreis Rheintal sind dahingegen mittlere Paare und Familien mit Kindern (altersunabhängig) sowie Wohngemeinschaften (altersunabhängig) vergleichsweise stark und Singles aller Altersklassen untervertreten.
Sinkende Reineinkommen, vergleichsweise hohe Steuerbelastung
Das durchschnittliche Reineinkommen im Kanton St.Gallen liegt in den Wahlkreisen See-Gaster und Rorschach am höchsten. Die bevorzugte Lage mit Nähe zum See zieht einkommensstarke Haushalte an, die sich die entsprechend höheren Immobilienpreise leisten können. Insgesamt liegt das durchschnittliche Reineinkommen im Kanton St.Gallen mit rund 78 000 CHF deutlich unter dem Schweizer Mittel von rund 87 700 CHF. Zudem hat sich dieser Unterschied seit 2009 vergrössert. Währendem in den meisten Gemeinden der Nachbarkantone die Steuerbelastung für einen Referenzhaushalt «Verheirateter Alleinverdiener mit zwei Kindern» zwischen 2010 und 2018 gesunken ist, hat sich die Steuerbelastung in praktisch allen St.Galler Gemeinden erhöht. Insgesamt präsentiert sich die mittlere Steuerbelastung über alle Einkommensklassen hinweg im Kanton St.Gallen als vergleichsweise hoch. Dies gilt für Familien wie auch für Singles.
Studie Wohnstandort Kanton St.Gallen:
https://www.hev-sg.ch/studie-wohnstandort/