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Einigen Journalisten von "The Guardian" sollen gut 124'000 vertrauliche Dokumente, darunter E-Mails, Kurznachrichten sowie Memos und Rechnungen zugespielt worden sein, die Internas des Fahrerdienstes Uber
Preis geben. Die Dokumente stammen aus den Jahren 2013 und 2017 und sollen belegen, dass sich Uber während dieser Jahre schmutziger Tricks bedient hat, um seine Expansion mit allen Mitteln voranzutreiben.
Zu diesen Mittel soll mitunter die Beeinflussung hochrangiger Politiker gezählt haben. So habe Uber beispielsweise einen häufigen und direkten Kontakt mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der damals noch das Amt des Wirtschaftsministers bekleidete, und seinen Mitarbeitenden gepflegt. Macron soll sich gar persönlich um Angelegenheiten gekümmert haben, die den Tech-Giganten in seinem Land betrafen.
Auch Olaf Scholz und Joe Biden seien von Uber angegangen worden – jedoch mit weniger Erfolg. Weitere persönliche Unterredungen hatten Managementmitglieder von Uber mit den Premierministern von Irland, Enda Kenny, und Israel, Bejamin Netanyahu, sowie mit dem damaligen britischen Kanzler George Osborne. Den Würdenträgern seien teilweise preiswerte Anteile am Unternehmen in Aussicht gestellt worden, mit dem Versprechen, sie zu strategischen Investoren zu machen. Auch seien Akademiker dafür bezahlt worden, Studien zu erheben, welche die Argumente für die Vorteile des Wirtschaftsmodell von Uber stützten.
Andere Texte sollen belegen, dass insbesondere Mitgründer Travis Kalanick wissentlich die Gefährdung der Sicherheit seiner Fahrer und Fahrerinnen in Kauf genommen habe. Dies zum einen, indem sie aktiv dazu animiert wurden, an Gegenstreiks zu den Streiks wütender Taxifahrer teilzunehmen und sich derer potenziellen Gewaltbereitschaft auszusetzen. Zum anderen habe Uber
die ohnehin grassierende Gewalt gegen die Fahrerinnen und Fahrer dazu genutzt, die Öffentlichkeit auf seine Seite zu ziehen und die Behörden zu Zugeständnissen zu drängen.
Ein weiterer Punkt der für Aufsehen sorgt, ist der sogenannte Kill Switch, den Uber eingeführt haben soll, um seine sensiblen Daten vor Razzien zu schützen. So wurde die IT in solchen Fällen instruiert, den Zugang zu den Haupt-Datensystem zu kappen und so allfällig kompromittierendes Material zu verstecken.
Uber hat zum Leak Stellung genommen und erklärt, man wolle nichts schön reden. Das Unternehmen habe in Vergangenheit Fehler und Misstritte begangen und die Konsequenzen aus dem Handeln gezogen. So seien 2017 mehrere Manager entlassen und CEO Kalanick ausgewechselt worden. Unter der neuen Leitung von Dara Khosrowshahi habe sich das Unternehmen inzwischen komplett verändert.
Die Enthüllungen
von "The Guardian" scheinen erst die Spitze des Eisbergs zu sein. Im Bericht erklären die Journalisten, dass die Uber Files über das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) mit mehr als 180 Journalisten aus 40 Medienhäusern geteilt wurden, darunter "Le Monde", "Washington Post" und "BBC". Sie sollen in den kommenden Tagen eine Serie investigativer Reportgen über den Tech-Giganten bringen.
(af)