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26 Jul Chapada Diamantina, Lençois
Die Chapada Diamantina ist ein Mittelgebirge im brasilianischen Bundesstaat Bahia. Mit einer Fläche von etwa 38’000 km² ist sie beinahe so gross wie die Schweiz (ca. 41’000 km²). Auf dieser grossen Fläche hat die Natur einiges zu bieten. Die Vegetation umfasst sehr verschiedene Typen: vom Regenwald über Savannen bis zum Trockenwald gibt es hier alles. Die Chapada (dt. Hochebene) ist mit grossartigen Tafelbergen, wundervollen Wasserfällen, Tropfsteinhöhlen und natürlichen Pools ein Paradies für Naturliebhaber oder solche die es werden wollen. Erneut also bietet Brasilien ein regelrechtes Naturparadies! ?
Da die natürliche Vegetation durch Nutzung des sogenannten Homo sapiens (besser bekannt unter dem Namen Mensch) bedroht ist, steht heute etwa ein Zehntel der Fläche der Chapada Diamantina unter Schutz. Zur Erinnerung: Homo sapiens bedeutet auf lateinisch so viel wie verstehender, verständiger bzw. weiser, gescheiter, kluger, vernünftiger Mensch. Mehr brauch ich glaube ich nicht zu sagen ?
Wie der Name erahnen lässt, wurde in der Chapada Diamantina früher erfolgreich Diamanten geschürft. Leider ist die Geschichte, welche sich zur Diamantenzeit im 19. Jahrhundert abspielte nicht ganz so romantisch. Kurz zusammengefasst: Kolonialmächte aus Europa kamen in diese Gegend und haben die Einheimischen zu Sklaven gemacht, welche zum Schürfen von Diamanten benutzt wurden. Die lokalen Dörfchen und ihre Bevölkerung bekamen jedoch nur wenig ab vom Reichtum, der mit dem Diamanten-Fund erreicht wurde. Denn alles wurde direkt nach Europa gebracht.
Hauptausgangspunkt in der Chapada ist das freundliche Dörfchen Lençois. Hier sieht man den Einfluss der Kolonien aus der Diamantenzeit. Viele bunte Kolonienhäuser zieren das Dörfchen. Es scheint, als ob es in der Zeit stehen geblieben ist, was ihm den besonderen Scharm verleiht. Übrigens der Name Lençois bedeutet auf Deutsch so viel wie Bettlaken. Da die ersten Garimperos (dt. Diamantensucher) in Zelten hausten, die von Weitem wie Bettlaken aussahen, nannte man das Dorf Lençois.
So, genug vom Geschichtsunterricht, nun zu unserer Geschichte ☺️
Am Dienstagmorgen, 21. Juli 2015, sind wir von Salvador nach Lençois gefahren. Die siebenstündige Carfahrt war ganz schön anstrengend. Aber es hat sich gelohnt! Von der ersten Sekunde wurden wir von der Gelassenheit und Ruhe des kleinen Dörfchens mitgenommen. Wie schon oben erwähnt, sieht man den Einfluss der Kolonien im 19. Jahrhundert noch heute. Wir wurden freundlich vom Schweizer und Tour-Agentur-Inhaber von Brasilien Adventure Dani empfangen und gleich über Tourtipps für die nächsten Tagen beraten. Wir hatten leider nur 2.5 Tage zur Verfügung, welche wir aber voll ausschöpfen wollten. Danke Dani für Deine gute Beratung und Unterstützung!
Am ersten Tag machten wir mit einem lokalen Guide eine super schöne Tageswanderung durch die Chapada, welche viele natürliche Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. In den 8 Stunden wo wir über Stock und Stein liefen und die Erfrischung in Naturpools mit wunderschönen Wasserfällen holten, konnten wir unsere Fitness wieder einmal regelrecht aktivieren. ?
Am zweiten Tag unternahmen wir zusammen mit Dani als Guide eine kombinierte Tour mit Auto und zu Fuss durch die Chapada. In einem Tag erlebten wir die wichtigsten Highlights, welche das Hochgebirge zu bieten hat. Darunter gehörte der Besuch einer eindrucksvollen, unterirdischen Höhle sowie einer Grotte mit glasklarem Wasser, welches durch die Sonneneinstrahlung azurblau erscheint. Weiter besuchten wir eine weitere, wunderschöne Höhle mit glasklarem Wasser. Diese Höhle durften wir sogar mit Schnorchelausrüstung erkunden! Weiter auf dem Tagesprogramm stand die Besichtigung eines Wasserfalls und unser Tageshighlight: Die Besteigung des Pai Inácio, einem Tafelberg mit atemberaubender Aussicht auf die wunderschöne Landschaft der Chapada Diamantina.
Den letzten Tag, Freitag 24. Juli 2015, schlossen wir mit einer kleinen Halbtageswanderung durch die Gegend ab. Wieder mit einem lokalen Guide, der uns unterwegs etwas über die Geschichte der Chapada Diamantina erzählte, besuchten wir zu Fuss Naturattraktionen und genossen die wunderschöne, natürliche Umgebung.
Um 13:00 Uhr hiess es dann: 7 Stunden Carfahrt zurück nach Salvador. Wir hätten gerne noch einen weiteren hier in der Chapada Diamantina verbracht. Doch unser Reiseprogramm sah etwas anderes vor. Die Carfahrt war ruhig, obwohl sich zwischendurch jeweils ein fast neugeborenes Baby zu Wort meldete, die Mutter es aber schnell wieder zu beruhigen wusste – mit irgendwelchen Tröpfchen, welchem sie dem Baby verabreichte ? -. Auch die Kotzparty, welche eine Französin zwei Reihen vor uns zu starten versuchte scheiterte daran, dass – zum Glück – niemand daran teilnehmen wollte. ? Und so kamen wir gegen 21 Uhr in Salvador an und liessen uns von einem Taxi zu unserer Pousada in Mitten der bekannten Altstadt chauffieren.
In den nächsten Tagen werden wir also die Stadt Salvador erkunden. ☺️