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(1909 - 1997)
Powerfrau und Artistin
Die Zirkusartistin und Kraftfrau Luisita Leers wurde in eine Zirkusfamilie hineingeboren - ihre Mutter war Gertrude Reichenbach, die mit akrobatischen Nummern auftrat. Luisita Leers eroberte in den 20er Jahren die Welt des Zirkus mit ihren akrobatischen Künsten und einem muskulösen Körperbau, der zu dieser Zeit bei Frauen nur selten anzutreffen war.
Ihr richtiger Vater verliess die Familie bereits 1911 und ihre Mutter heiratete den als Schlangenmensch auftretenden Guido Krökel, der u.a. auch mit der Leers-Arvello-Truppe auftrat, deren Spezialität akrobatische Menschenpyramiden und Fertigkeiten an den Ringen waren.
Ihr Stiefvater führte sie in die harte Welt der Zirkusartisten ein und bereits im Alter von 11 Jahren konnte sie bei den Leers-Arvellos mit auftreten.
Luisita Leers erweiterte laufend ihre artistischen Fähigkeiten
und konnte schon bald einarmige Planges ausführen, d.h. wie ein Propeller
in vertikaler Position an den römischen Ringen drehen und den "Iron
Cross" ausführen, welcher bis dahin nur durch männliche Artisten
ausgeführt wurden.
Ihre enorme Kraft schon in jungen Jahren ermöglichten es ihr, ihren Stiefvater während den Nummern mit nur einem Arm unter ihr festzuhalten.
Doch
Luisita Leers hatte grössere Ambitionen als nur als Mitglied einer
Truppe zu agieren und arbeitete nebenbei auch auf ein Soloprogramm hin.
1926 trat sie erstmals alleine in der Zirkusarena am Trapez auf und erstaunte die Zuschauer in Deutschland als "Wundermädchen".
Der Erfolg brachte ihr bald Engagements in den berühmtesten Zirkussen
der Welt, darunter der Wintergarten und die Scala in Berlin und das Roxy
in New York sowie beim legendären Ringling Bros und Barnum & Bailey,
wo sie von 1928 bis 1933 auftrat.
Zu ihren eindruckvollsten Übungen am Trapez gehörten die Rotationen, die sie teilweise weit über 100 Mal in Serie rückwärts zeigte und natürlich den Genick-Hang, bei der sie sich nur mit dem Nacken am Trapez hielt und ein Bein vertikal in die Höhe streckte.
Nach ihrer Rückkehr nach Europa wurde sie beim Zirkus Medrano in Paris engagiert, wo sie erneut Zuschauer und Kritiker mit ihren waghalsigen Kunststücken in luftiger Höhe ohne Netz fesselte.
Nach weiteren Engagements kehrte sie nach Deutschland zurück, wo sie zunächst weiterhin auftreten konnte. Doch mit dem Ausbruch des 2. Weltkriegs konnte sie Ihre Arbeit nicht mehr ausführen und verlor zudem bei der Bombardierung durch die Alliierten ihr Haus mit sämtlichen Kostümen und Geräten für ihre Shows.
Nach dem Krieg konnte sie nicht mehr an ihre früheren Erfolge anknüpfen. 1952 heiratete sie Gerhard Klages, arbeitete als Übersetzerin und änderte ihren Namen in Luise Klages. Schliesslich gründete sie ihr eigenes Übersetzungsbüro und war in Hannover bekannt als energische Gegnerin von Tierversuchen.
Mit dem Tod ihres Mannes begann ein seelischer "Abstieg", sie zog sich aus dem Übersetzungsgeschäft zurück und befasste sich vermehrt mit übernatürlichen Kräften.
Künstlerisch betätigte sie sich auch als Bildhauerin.