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Licht am Auto ist nötig, war aber niemals so unkompliziert oder selbstverständlich wie heute.
Carl Benz hatte 1886 das dritte Modell eines Motorwagens entwickelt, der sich damals nicht gut verkaufte. Seine Frau Bertha brach heimlich zur ersten Überlandfahrt auf und bewies ihrem Mann und der Welt, wie fahrtüchtig das Automobil über eine längere Strecke war.
Die 106 Kilometer lange Strecke absolvierten Insassen und Fahrzeuge bis nach Pforzheim mit Improvisationstalent und vielen Abenteuern unbeschadet und erfolgreich.
In der Nacht wurde der Weg wie damals üblich mit Kerzen ausgeleuchtet. Fragen zum Komfort blieben noch lange Zeit danach ohne große Bedeutung.
Benz entwickelte das Automobil weiter und heimste eine Auszeichnung nach der anderen ein. Bekanntlich wurde das Unternehmen zu einem der bedeutendsten Autohersteller der Welt und die Benz-Automobile zum Verkaufsschlager.
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Wie Licht unser Leben verändert hat
Menschen kannten nur die Sonne als Licht- und Wärmespender bis vor über 300.000 Jahren das Feuer vom prähistorischen Menschen entdeckt wurde. Zunächst spendete das Lagerfeuer und später Öl- und Talglampen Wärme und Helligkeit in geschlossenen Räumen.
Öllampen, Fackeln und Kerzen wurden bis ins 19. Jahrhundert verwendet – die offene Flamme war jedoch gefährlich.
Mit der Erfindung von Werner Siemens Dynamo konnte Elektrizität wirtschaftlich erzeugt werden.
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Mit der Weiterentwicklung der Glühlampe durch Thomas Edison begann 1879 das Zeitalter der elektrischen Beleuchtung.
1913 brachte die Firma Bosch Strom mit Hilfe eines Generators ins Auto. Dieser betrieb den ersten elektrischen Scheinwerfer der Welt – das Bosch-Licht.
Das war eine echte Innovation, weil sich das Licht praktischerweise per Knopfdruck an- und wieder ausschalten ließ.
Die Scheinwerfer wurden parabolförmig gebaut. Dadurch erhöhte sich die Reichweite der Lichtstrahlen um ein Vielfaches gegenüber dem bisherigen Kerzenschein.
Aufgrund der schneller werdenden Fahrzeuge war die verbesserte Sicht ein wichtiger Sicherheitsfaktor.
Fun Fact:
Die Parabolbauweise blieb bis in die 1990er Jahre Standard.
Wichtige Weiterentwicklungen des Autolichts
Im Jahr 1968 entwickelte Citroen die Bilux-Leuchte weiter, die aus einer Glühbirne mit 2 Glühfäden bestand. Die Scheinwerfer des Citroen DS nahmen die Bewegungen des Lenkrads auf und leuchteten die Kurven der Strassen aus – ein weiterer Meilenstein.
Das Halogenlicht verdoppelte die Sichtweite ab 1971 und ermöglichte erstmals im Mercedes SL die Kombination aus Abblend- und Fernlicht.
BMW führte 1991 im 7er BMW das Xenon-Licht ein. Die Gasentladungslampen wurden parallel von Mercedes entwickelt und im Jahr 1995 in der E-Klasse als Variante mit dynamischer Leuchtweite präsentiert.
Das Intelligent Light System (ILS) wurde von Mercedes 2006 der Öffentlichkeit präsentiert. Das adaptive Scheinwerfersystem passt das Licht variabel an die jeweiligen Wetter-, Licht- und Fahrbedingungen an.
Cadillac nutzte die Leuchtdiode, die bisher den Kontrolleuchten im Fahrer-Display vorbehalten war, ab 1992 als dritte Bremsleuchte.
Die LED-Leuchte sind langlebiger und energiesparender im Vergleich zu Halogenlampen. Daher verwendeten die meisten anderen Hersteller ab dem Jahr 2000 die LED-Leuchte in Schluss- und Bremsleuchten sowie später für Blinker.
Mit der Erfindung der blauen Leuchtdiode durch den Physiker Shuji Nakamura war das LED-Licht in allen Lichtfarben möglich.
- Im Audi A8 wurde weißes LED-Licht im Tagfahrlicht eingesetzt.
- Der Lexus LS600h wurde ab 2007 mit LED-Frontscheinwerfern in Serie gebaut.
- Ein Jahr später leuchteten im Audi R8 LED-Scheinwerfer, die Abblend- und Fernlicht erzeugten.
Ebenfalls durch Audi wurde das Matrix-LED-Licht vorgestellt. Im Gegenverkehr blendet das Licht automatisch ab und ohne Gegenverkehr nutzt das Licht den gesamten Raum aus – alles ohne manuellen Eingriff.
Die Kraft des Lichts
Wer kennt sie nicht – die Geschichten der US-Serie Startrek mit Raumschiffen, die über Traktorstrahlen verfügen, mit denen andere Raumschiffe festgehalten werden.
Drei Physiker aus den USA, Frankreich und Kanada haben im vergangenen Jahr den Nobelpreis in Physik erhalten und wurden für ihre Forschung und Entwicklung hochpräziser Werkzeuge aus Licht geehrt.
Die futuristisch anmutenden Ideen aus Startrek rücken damit näher an den Rand des Machbaren.
Ein schöner Gedanke, wenn sich zukünftig alle Teilnehmer im Strassenverkehr noch sicherer fortbewegen und Unfälle damit vollständig vermieden werden.
Vielleicht wird es bald auch möglich sein, dass sich Fahrzeuge mit Hilfe von Lichttechnologie dreidimensional bewegen.
Die Bedeutung des Lichts für den Menschen
Die Augen sind für uns Menschen die wichtigsten Sinnesorgane, weil 80 Prozent der Informationen mit ihnen aufgenommen werden. Das Autofahren fordert unsere volle Aufmerksamkeit ab.
Durchschnittlich 100.000 Mal pro Tag bewegen sich die Augen wie beim Tennisspiel hin und her, damit die zahlreichen Verkehrsschilder, andere Verkehrsteilnehmer, Ampeln wahrgenommen und eingeordnet werden.
Unser Gehirn ist damit beschäftigt, den Mix aus Farben, Formen und Mustern zu erkennen und sortieren. Unterschiedliche Helligkeiten schränken unser Sehvermögen und unsere Urteilskraft ein.
Die bisherigen Erfindungen und Weiterentwicklungen waren Meilensteine in der Geschichte des Autolichts.
Nicht jeder Fortschritt ist allerdings geeignet, den Autoverkehr sicherer zu machen – wie das Beispiel der Entwicklung des Laserlichts vor Augen führt:
BMW und Audi bieten optional das Laserfernlicht an. Es kann dreimal so kräftig und mit einer Reichweite bis 600 Metern doppelt so weit leuchten wie bisherige LED-Lichter.
Das herkömmliche Abblendlicht ermöglicht bei Nacht eine Sichtweite bis zu 80 Metern. Trotz der verbesserten Autolichter ereignen sich nachts deutlich mehr Verkehrsunfälle mit Personenschäden als tagsüber.
Daher ist es Zeit, dass Entwicklern und Autofahrern ein helles Licht aufgeht – damit die Zahl der Unfälle mit Personen und Wild gegen Null geht.
Autohersteller wie Mercedes zeigen mit Zukunftsstudien und Prototypen, wohin die Enwicklung der Autolicht-Technologie führen kann.
Das bereits entwickelte dynamische Laserlicht soll einen Lichtspot bei Nacht auf Personen und Tiere am Rand der Fahrbahn setzen, damit der Fahrer diese rechtzeitig erkennen kann.
Mit Lichtprojektionen zum Beispiel auf die Strasse vorne und für den nachfahrenden Verkehr werden die anderen Verkehrsteilnehmer rechtzeitig informiert und vor Gefahren gewarnt.