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In Obersiggenthal wurden schon an verschiedenen Orten Geburtshelferkröten, auch Glögglifrosch genannt, gehört und jetzt haben wir vom Tromsberg auch noch tolle Bilder erhalten.
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Die Geburtshelferkröte lebt versteckt und heimlich. Oft hört man nur ihr feines "Glockengeläut" an einem warmen Frühlings- oder Sommerabend. Ihr Ruf ist ein alle ein bis zwei Sekunden ausgestossener, flötenreiner Pfeifton. Der Ton erinnert an weit entfernte Kuh- oder Schafglöcklein, daher wird die Geburtshelferkröte im Volksmund auch Glögglifrosch genannt.
Sie pflanzt sich in sehr unterschiedlichen, meist konstanstant Wasser führenden Gewässern fort. In der Kulturlandschaft sind dies vor allem Weiher, Kleinweiher und Teiche. Sehr gerne benutz sie Feuerwehrweiher als Larvengewässer.
Die Ansprüche der Geburtshelferkröte an ihren Lebensraum sind sehr spezifisch. Die Tiere besiedeln bevorzugt nahe am Gewässer liegende, strukturreiche, sonnenexponierte, vegetationsarme, steile, allenfals leicht rutschende Böschungen mit gut grabbaren, sandigem Boden. Sie leben in selbst gegrabenen Gängen, unter und zwischen Steinen oder Felsen, in fugenreichen Steinmauern, in Sandhaufen oder gar in Gartenbeeten. In der Kulturlandschaft können sich grosse Populationen vor allem in Kiesgruben und Steinbrüchen entwicklen.
Die Fortplfanzungsweise der Geburtshelferkröte ist bemerkenswert: Als einziger einheimischer Froschlurch verpaart sie sich an Land, legt die Eier nicht ins Wasser ab und betreibt Brutpflege. Von Ende März bis August werden die Weibchen abends durch den glockenartigen Gesang der Männchen angelockt. Gelegentlich antwortet ein Weibchen mit leisen Rufen. Nähert es sich dem Männchen, umklammert dieses seine Geschlechtspartnerin in der Lendengegend und das lange andauernde Paarungsritual beginnt. Die Weibchen übergeben dabei dem Männchen ihr Eipaket zur Brutpflege, daher der deutsche Artname.
Nach der ersten Eiübernahme ruft das Männchen noch einige Nächte lang weiter, um allfällige weitere Weibchen anzulocken. Tatsächlich übernimmt das männliche Tier manchmal ein oder zwei weitere Gelege von anderen Weibchen, bevor es sich für 20 bis 50 Tage in ein feuchtwarmes, für die Larvenentwicklung geeignetes Versteck zurückzieht. Erst mit den reifen Eiern begibt es sich ins Gewässer, wo nach einigen Minutendie kleinen Larven zu schlüpfen beginnen. Die Larven schwimmen sofort weg und verstecken sich - eine Vorsichtsmassnahme vor lauernden Fressfeinden wie Molche oder Insektenlarven.
Sind die Larven geschlüpft, streift das Männchen das leere Eipaket ab und geht an Land, um zu jagen und erneut nach Weibchen zu rufen.
Quellennachsweis
Text: Auf Schlangenspuren und Krötenpfaden, Haupt Verlag, ISBN 978-3-258-07350-7
Bilder: Sandra Urech