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Das Geruchsorgan / Nasenorgan der Fische befindet sich in den Riechfalten. Auf eine Fläche projiziert, decken die Riechfalten beim Hecht 0,2%, beim Gründling 3,5 % der Körperoberfläche.
Die Augen sind bei den meisten Fischen gut entwickelt. Im Aufbau ähneln sie denen der anderen Wirbeltiere. Die meisten Fische verfügen über die Fähigkeit des Bildsehens.
Von vielen Arten ist das Farbsehen ebenfalls nachgewiesen. Der Fisch kann niemals die Linse zusammenziehen, wie es die Säuger können, auch fehlen Augenlider und Tränendrüsen.
Es ist anzunehmen, dass alle primitiven Knochenfische eine Lunge besassen, die aus einer Darmausstülpung hervorging und sich zu einer Schwimmblase entwickelte. Nur bei den Knochenfischen ist eine Schwimmblase anzutreffen. Sie fehlt allen Knorpelfischen, sowie z.B. den am Boden lebenden Koppen, die zu den Knochenfischen gehören.
Die Schwimmblase ist ein hautartiger Hohlraum in unterschiedlicher Formgebung. Die Innenhaut variiert von schwammig bis zu glatt. Sie kann bei manchen Fischgruppen durch eine Einschnürung in zwei gesonderte Abschnitte geteilt sein (z.B. Karpfen). Ebenso besitzen einige Fische eine Verbindung von der Schwimmblase zum Darm (Ductus Pneumaticus).
Am Ende der Schwimmblase ist eine abschliessbare Höhlung vorhanden, die ebenfalls ein gefässreiches Organ birgt, das OVAL. Oval und Roter Körper sind Gegenspieler. Der Rote Körper gibt Gas aus dem Blut ab, das Oval nimmt Gas aus der Schwimmblase auf und führt es in die Venen.
Anmerkung: Ein Fisch ohne Ductus ist nicht in der Lage grössere Tiefenveränderungen ohne Schaden zu überstehen.
Der Gashaushalt kennzeichnet die Schwimmblase als ein statisches Organ, welches das Gleichgewicht des Fisches steuert. Es steht bei vielen Fischen in engem Zusammenhang mit dem Labyrinth. Dieses besteht aus drei aufeinander senkrecht stehenden Bogengängen.
Eine direkte Verbindung zwischen Schwimmblase und dem Gehörorgan im Kopf können auch durch die Weberschen Knöchelchen erfolgen. Der Webersche Apparat besteht aus 4 Knochen, die diese Verbindung lückenlos herstellen.
Die Kiemen befinden sich im hinteren Mundabschnitt, zu beiden Seiten des Schlundes.
Das Kiemenskelett besteht meistens aus 4 Bögen, welche die Kiemen tragen. Aus dem Herzen kommen zuführende Arterien, von denen Arteriolen in die Kiemenblätter führen und dort in Kapillaren aufzweigen.
Die Ableitung von sauerstoffgeladenem Blut erfolgt über andere Arteriolen, die sich in den abführenden Kiemenbogenarterien sammeln.
Die Atmung selbst erfolgt durch das Vorbeipressen von Wasser an den Kiemen. Der Fisch nimmt Wasser mit dem Maul bei geschlossenem Kiemenraum durch Unterdruck auf und presst es seitlich bei geöffnetem Kiemendeckel wieder aus.
Das Blut der Fische unterscheidet sich nicht grundsätzlich von dem Blut der übrigen Wirbeltiere. Ausser wenigen Ausnahmen besitzen alle Fische Blut. Das Herz enthält rein venöses Blut, das zur Sauerstoffanreicherung in die Kiemen gepumpt wird.
Das Herz besteht aus einer Hauptkammer und einer Vorkammer.
Aus der Hauptkammer wird das venöse Blut in die Aorta Ventralis gepumpt, von wo es in die Kiemen befördert wird, (bei Knochenfischen)
Die Zahl der Herzschläge beträgt im Durchschnitt 20-30 pro Minute. Sie kann bei Karpfen im Winter auf 1-2 Mal pro Minute sinken. Die höchste beobachtete Frequenz betrug beim Aal 109-II4 Mal pro Minute.
Die vor allem durch das Blut gehaltene Körpertemperatur der Fische liegt fast immer in der Nähe des umgebenden Wassers (wechselwarme Tiere)
Das Nervensystem der Fische konzentriert sich auf das Gehirn und das Rückenmark mit den davon ausgehenden Nerven. Das Gehirn der Fische ist im Verhältnis zu dem der übrigen Wirbeltiere klein.
Die Sinnesorgane der Fische sind sehr vielfältig. Geschmacksorgane finden sich zahlreich im Maul, Flossen oder Lippen und Barteln (knospenartige Auskragung). Der Karpfen zum Beispiel schmeckt die Qualitäten salzig, süss, bitter und sauer.
Das Wärmeempfinden der Fische ist sehr fein, sie können Temperaturschwankungen von 0,05 Grad Celsius wahrnehmen.
Die den Fischen eigenen Seitenlinien reagieren auf Strömung und Wasserdruck. Sie stehen in engem Kontakt zu dem Gleichgewichtsorgan.
Die Seitenlinie besteht aus einer Reihe von Sinneszellengruppen, die in der Tiefe der Haut in einer Rille liegen. Das Wasser kann die Sinneszellen dadurch erreichen, dass die Schuppen sozusagen durchlöchert sind. Am Kopf verzweigt sich die Seitenlinie in mehrere Äste
Unter den Schuppen sitzt die Haut, die aus zwei Schichten besteht. Die Oberhaut besitzt zahlreiche Zellen, die ständig Schleim absondern. Dieser bildet eine Schleimschicht rund um den Körper und schützt diesen vor Parasiten, Verpilzungen und Schadstoffen
Unter der Ober- liegt die Unterhaut, auch Lederhaut genannt.
Bedeckt werden die beiden Hautschichten durch die Schuppen, die von der Lederhaut gebildet werden
Sie sind dachziegelartig aneinandergereiht und in taschenförmigen Vertiefungen der Lederhaut verankert. Verlorene einzelne Schuppen können wieder nachwachsen.
Als Rundschuppen bezeichnet man welche in die Oberhaut hineinragende Schuppenrand glatt und rund ist. Ist dagegen der Rand wie ein feines Sägeblatt gezahnt, wird von Kammschuppen gesprochen.
Die Flossen sind in erster Linie zur Fortbewegung gedacht. Sie dienen ebenfalls der genauen Steuerung oder helfen das Gleichgewicht zu halten.
Sehr viele Arten verwenden ihre Flossen zur Signalaussendung, wie beispielsweise beim Balzen und zum Drohen bei Auseinandersetzungen.
Die meisten Fische haben ähnlich angeordnete Flossen. Ausnahmen sind zum Beispiel bei den Aalen zu finden. Sie haben keine Bauchflossen. Bei den Neunaugen fehlen Brust- und Bauchflossen.
Flossenfunktion
Das Antriebsorgan der Fische ist zusammen mit dem muskulösen Schwanzstiel die Schwanzflosse. Die ebenfalls meist einzeln vorhanden Schwanz-, Rücken- und Afterflosse dienen zur Steuerung respektive Stabilisierung im Wasser. Die Bauch- und Brustflossen sind jeweils auf beiden Seiten des Körpers zu finden. Die Brustflossen befinden sich seitlich hinter dem Kiemendeckel. Unterhalb des Körpers liegen die Bauchflossen. Sie gibt es je nach Fischart in drei Varianten: bauch-, brust- und kehlständige Bauchflossen. Sind mehrere Flossen miteinander verwachsen spricht man von Flossensäumen. Sie finden sich beispielsweise bei manchen Welsen und Aalen. Bei Salmlern und den Lachsartigen findet sich zusätzlich eine kleine, strahlenlose Fettflosse.
Die Rückenflosse stabilisiert den Fisch beim Schwimmen. Buntbarsche haben eine, barschartige Fische haben zwei, Dorschartige haben sogar drei Rückenflossen.
Flossenaufbau
Die Flossen bestehen aus flexiblen Hautsäumen. Die knöchernen Flossenstrahlen sorgen für die Stabilität. Je nach Beschaffenheit gibt es Stachel- oder Hartstrahlen, wie auch Weich- oder Gliederstrahlen.
Hartstrahlen bestehen aus einem Knochenstück. Weichstrahlen bestehen aus mehreren Stücken und können nach aussen hin verzweigt sein.
Das wichtigste Stoffwechselorgan der Fische ist die Leber. Sie ist bei den meisten Arten sehr groß und legt sich in mehreren Lappen um die vorderen Darmschlingen oder ist länglich gestreckt. Ihre Farbe reicht von gelbbraun bis braunrot. Verfärbungen und Flecken weisen oft auf Krankheiten hin. Die Leber erfüllt mehrere wichtige Aufgaben: Sie reinigt das Blut, speichert Reservestoffe und produziert den Gallensaft, der bei der Verdauung hilft und in der Gallenblase gespeichert wird.
Die grüne Gallenblase liegt zwischen den Leberlappen. Über einen Ausfuhrkanal gibt sie den Gallensaft in den vorderen Teil des Mitteldarms ab und unterstützt so die Fettverdauung. Die Gallenblase erlaubt dem Angler auch Rückschlüsse auf den Ernährungszustand eines Fisches. Ein hungernder Fisch hat eine große, gut gefüllte Gallenblase, denn durch die fehlende Verdauung wurde die Galle nicht zur Abgabe von Flüssigkeit gereizt. Beim Ausnehmen eines Fisches sollte der Angler unbedingt darauf achten, die Gallenblase nicht zu verletzen. Sollte dies doch passieren, so ist es wichtig, die Leibeshöhle gründlich mit Wasser auszuspülen, um den bitteren Gallensaft zu entfernen.
Zwischen Magen und Darm befindet sich die Milz. Deutlich kleiner als die Leber ist sie an ihrer schwarzroten Farbe gut erkennbar. Die Milz ist an der Blutbildung beteiligt, von vielen Blutgefäßen durchzogen und produziert rote und weiße Blutkörperchen.
Fische besitzen schmale, lang gestreckte Nieren, die dicht unter der Wirbelsäule über den gesamten Leib vertaufen. Zu erkennen sind sie an ihrer tief dunkelroten Farbe. Die Nieren reichen von der Höhe des Schlundes hinter dem Kopf bis zu den beiden Harnleitern, die in die Harnblase münden. Die Harnblase hat keine separate Mündung. Aufgabe der Nieren ist das Ausscheiden von Flüssigkeit, von Wasser und Harn. Dabei leisten die Nieren ein enormes Pensum: Süßwasserfische zum Beispiel scheiden täglich bis zu 20 Prozent ihres eigenen Körpergewichts aus.