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Robert B. Christ

1904 - 1982
Eigentlich sollte der am 10. Februar 1904 geborene Robert Balthasar Christ den kaufmännischen Pfad beschreiten. Er besuchte das Gymnasium und absolvierte eine Banklehre. Im März 1924 wurde er in E.E. Zunft zu Hausgenossen aufgenommen (wo er zwanzig Jahre später in den Vorstand gewählt wurde). 1929 trat Christ in die von seinem Vater geführte Florettspinnerei Ringwald ein.
Vom Kaufmann zum Journalisten
Ein Lebenswandel in stabilen traditionellen Bahnen schien vorgezeichnet. Doch in ihm regte sich unruhig eine kreative Ader, die ihn Mitte der 30er Jahre dazu trieb Motorsportreportagen zu schreiben. Kaum hatte er sich im Basler Blätterwald warmgeschrieben, bot sich ihm eine zusätzliche Plattform für das gesprochene Wort beim Radio. Die Welt der Medien bot Christ neue Perspektiven.
Diese hatten eine solche Anziehungskraft auf ihn, dass er 1940 die kaufmännische Laufbahn aufgab und sich als Journalist selbständig machte. Ein kühner Schritt für einen eben erst vermählten Ehegatten. Immerhin begab er sich mit seiner Frau, die er zwei Jahre zuvor als Ruth Kälin geehelicht hatte, aus der soliden Kaufmannswelt auf das schwankende Brett der Selbständigkeit.
Doch der Schritt in sein eigenes Glück war es wert. Seine Feuilletons, Kritiken und Artikel sollen in den kommenden Jahrzehnten lokale wie nationale Verbreitung finden. Neben seinen heimatlichen Blättern wie der National-Zeitung, den Basler Nachrichten, der Basler Woche und zuletzt der Basler Zeitung, schrieb Christ unter anderem auch für den Bund und das Satiremagazin Nebelspalter.
Christ wurde populär für seine Mundartbeiträge, die gleichermassen den Basler Dialekt pflegten wie auch die Finessen von Leben und Alltag liebevoll herausarbeiteten. Er schreib als "Johannes Brandmüller" die 1946 publizierte Novelle "Die törichte Jungfrau" und war unter diesem Pseudonym auch in der Zeitung anzutreffen, so etwa im Sonntagsblatt der Basler Nachrichten.
Glopfgaischt als Hüter des Dialekt
Als "Glopfgaischt" kannten ihn die Leser seiner Dialektkolumne in Baseldytsch die Christ ab Ende der 40er Jahre praktisch jede Woche rund dreieinhalb Jahrzehnte schrieb, erst für die National-Zeitung und dann für die Basler Zeitung. Als "Fridolin" begann er 1935 in Schriftdeutsch zu publizieren, und schenkte uns 1957 die ebenso humorvolle wie exakte Nabelschau "Der Basler".
Dieses Werk wandelte unverkennbar auf ähnlichem Weg wie August Rüeggs Vortrag "Von Basels Geist und vom Charakter der Basler" von 1942. Christs "Der Basler" war quasi die verfeinerte Form seines "Basler Credo". Dieses, und andere satirische Beiträge, hatte er geschrieben für das Cabaret Resslirytti, in dem nebenbei gesagt Alfred Rasser erstmals als Theophil Läppli auftrat.
Aber auch als "Robert B. Christ" hat der vielseitige Publizist Spuren hinterlassen. 1967 erschein beim Verlag Birkhäuser sein Buch "Zauber der Basler Brunnen", welches 49 Brunnen der Stadt vorstellte, illustriert mit Fotographien von Peter Heman. Mit dem 2003 verstorbenen Stadtchronist Eugen A. Meier verfasste er 1968 das im Pharos Verlag erschienene Werk "Fasnacht in Basel".
Das Faible für den Dialekt stand auch Pate bei der 1947 erschienen Baseldytsch Sammlig, in der er zusammen mit seinem Freund Kurt Hägler, vulgo Peter Pee, in zwölf Fächlein eingeordnet die Basler Mundart ausbreitete. Das Bändchen schlug derart ein bei der Leserschaft, dass nicht weniger als vier erweiterte Auflagen folgten. Christ war nicht nur Kämpfer für den Basler Dialekt.
Konsul und Ehrenspalenberglemer
Er setzte sich ebenso für das korrekte Schriftdeutsch ein, dessen schon damals grassierende Verunstaltung ihm ein Graus war. Ehrenamtlich war er unter anderem im Verwaltungsrat des Basler Zoos aktiv, und setzte sich für das Basler Marionetten-Theater ein. Auch war er 1974 Gründungsmitglied des Sperberkollegiums, welches bis heute jährlich die Ehrenspalenberglemer kürt.
Weniger bekannt in Basel ist, dass Robert B. Christ neben allem was er tat noch 42 Jahre lang das Amt eines Konsuls des Fürstentums Monaco bekleidete. Eine Leistung für die ihn nach seinem Rücktritt Fürst Rainier III. zum Ritter des Ordre de St.Charles schlug. Der beherzte Fackelträger des heute schleichend verdrängten Baseldeutsch starb am 14. Mai 1982.
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Beitrag erstellt 15.05.11
Quellen:
Rudolf Suter, Beitrag "Zum Geleit", publiziert in Basler Journalisten: Robert B. Christ, Über den Tag hinaus, Band 1, GS-Verlag, Basel, 1983, ISBN 3-7185-0039-6, Seiten 5 bis 9
Sammelmäppchen mit biographischen Beiträgen zur Person, enthaltend:
Uff Baaseldytsch (100 Baseldeutsche Texte aus 200 Jahren), herausgegeben von Rudolf Sutter, Friedrich Reinhardt Verlang, Basel, 1988, ISBN 3-7245-0637-6, Seiten 382 bis 383