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Das vielleicht beste Beispiel verdanken wir einer Notfallstation in der Dominikanischen Republik. Dort wurden von Mai bis August 2020 leicht symptomatische Patienten mit Schnelltests auf Corona diagnostiziert und sofort mit einer Dosis Ivermectin und 5 Tagesdosen Azithromycin ambulant behandelt. Von all diesen Patienten mussten im weiteren Verlauf nur 16 (0,6%) hospitalisiert werden und bloss einer (0,04%) starb.
In der Schweiz liegt der Anteil der Hospitalisierten bei rund 4 und der Toten bei 1,4% der diagnostizierten Fälle.
Nicht erst nach der Atemnot behandeln
Eindrücklich ist das Beispiel aus Zentralamerika erstens, weil die Patienten sehr früh erfasst und sofort behandelt wurden – auch mit dem Zweck, die Anstecklichkeit schnell zu verringern. Bei uns dauert es ein bis zwei Tage bis zum Testergebnis, dann wird man isoliert und erst nach Einsetzen der Atemnot im Spital behandelt. Zweitens wurde dort schon im Mai ein antivirales Mittel angewandt, dessen spezifische Wirkung gegen Covid-19 noch nicht klinisch und doppelblind gesichert war, dessen (wenige) Nebenwirkungen man aber kennt und beherrscht. Bei uns sagte das BAG damals und heute, dass es kein Mittel gebe, das spezifisch gegen Covid-19 wirkt. Mit der Folge, dass Hausärzte und Ambulatorien punkto Covid-19 aussen vor bleiben.
Genau dies könnte sich in Nachhinein als grober Fehler erweisen. Das ist zumindest die Meinung der „Front Line Critical Covid Care Alliance“ (FLCCC).
Deren Sprecher, Dr. Pierre Kory, hat am 8. Dezember einem Ausschuss des US-Senats ein Positionspapier präsentiert, das die Ergebnisse von bisher 90 Studien zur Wirkung von Ivermectin auf Covid-19 zusammenfasst.
Darunter sind auch 11 sogenannte RCT-Studien (doppelblind, placebokontrolliert), doch die eindrücklichsten Ergebnisse liefern die Feldstudien.
0% Infektionen mit, 58% ohne Ivermectin
Wie etwa diese: 800 Spital-Mitarbeitende in Argentinien erhielten drei Monate lang wöchentlich 12 Milligramm Ivermectin. Kein(e) Einzige(r) wurde infiziert. In der Kontrollgruppe mit 400 Mitarbeitenden wurden 58% infiziert. In einer ähnlichen Studie in Ägypten wurden 2% der mit Ivermectin vorbehandelten Mitarbeitenden angesteckt, gegenüber 10% in der Kontrollgruppe. Auch in Indien wurde Ivermectin vorbeugend eingesetzt. Ergebnis: Reduktion der Infektionsrate um 77%.
Zur Erinnerung: Die WHO verlangt von einem Impfstoff, dass er mindestens 50% der Ansteckungen verhindert. Ivermectin dürfte diese Hürde locker überwinden.
0,9% statt 6,9% Todesfälle
Auch bei bereits hospitalisierten Patienten werden ermutigende Ergebnisse gemeldet. Drei Beispiele unter vielen: In einem Spital in Bangladesch wurden je 115 und 133 Patienten, in einem vergleichbaren Zustand, mit und ohne Ivermectin, behandelt. Ergebnis: Nur 0,9 statt 6,9% Todesfälle. In Brasilien starben von je 704 Patienten 10 mit und 60 ohne Invermectin. In einem Spital in Bagdad konnte die Aufenthaltsdauer von 13 auf 7 Tage fast halbiert werden. In Peru wurde ab Mai in diversen Gliedstaaten grossflächig Ivermectin verteilt, was zu einem markten Rückgang der Todesfallraten – teilweise um das Achtfache – führte.
In unseren Breitengraden ist Ivermectin fast nur als Mittel gegen Läuse und Milben bekannt. Als deshalb in einem Altersheim in Frankreich die Krätze ausbrach, wurden alle 69 Heimbewohner mit Ivermectin behandelt. Das sollte sich als Glückfall erweisen, denn bisher sind dort nur 7 Heimbewohner (10%) an Covid-19 erkrankt. Und obwohl das Durchschnittsalter der Heimbewohner 90 Jahre betrug, musste nur ein Patient beatmet werden, niemand starb. In den umliegenden Altersheimen erkrankten im gleichen Zeitraum im Schnitt 23% an Covid-19 und 5% starben.
Bei dem vom republikanischen Senator Ron Johnson organisierten Hearing ging es um die Frage, ob man Covid-19 nicht auch vorbeugend und in einem frühen Stadium bekämpfen sollte, statt erst im Spital und auf der Intensivstation. Zu diesem Zweck darf man aber keine Risiken eingehen, sondern muss mit bewährten Wirkstoffen, mit wenigen und beherrschbaren Nebenwirkungen, arbeiten. Genau das war der Ansatz der FLCCC. „Wir haben schon ab März systematisch die wissenschaftliche Literatur nach antiviralen Wirkstoffen durchsucht, die sich im Reagenzglas, im Tierversuch oder in der ärztlichen Praxis gegen Covid-19 bewährt haben“, sagte Dr. Pierre Kory vor dem Senats-Ausschuss.
Mit Vitamin D, C und Zink kombinieren
Die Auswertung dieser (laut Dr. Kory bisher umfangreichsten) Literaturstudie zeigt, dass Ivermectin zwar das wirksamste einzelne Medikament ist, aber je nach Stadium der Krankheit mit mehreren von neun anderen Wirkstoffen (darunter Vitamin C und D, Melatonin und Zink) kombiniert werden sollte. Die FLCCC schlägt dazu spezifische in der Praxis bewährte Behandlungsprotokolle vor.
Doch die Ärzte von FLCCC haben nicht nur die Literatur studiert, sie kennen auch die Praxis. Dr. Kory arbeitet als Lungenarzt auf der Intensivstation eines Spitals in Milwaukee (wo auch Senator Johnson herkommt). Er weiss also, wohin es führt, wenn man Covid-Patienten erst im Endstadium behandelt. „Jeden Tag sehe ich, wie Leute qualvoll ersticken, ich halte das nicht mehr lange aus“, ruft er am Ende seines sehr emotionalen Statements aus, und kämpft sichtlich mit den Tränen.
Sein Video ist inzwischen mehr als fünf Millionen mal angeklickt worden und hat über 25’000 Kommentare provoziert. Fast alle unterstützen die Forderung an die nationale Gesundheitsbehörde NIH, Ivermectin zur Behandlung von Covid-19 offiziell zuzulassen. Bisher darf es nur im Rahmen von Studien verwendet werden. Hausärzte dürfen es unter dem Titel des „compassionate use“ auf die Gefahr einer Haftungsklage verschreiben, was einige offenbar erfolgreich tun. Dr. Syed Mobeen, Immunologe und Hausarzt, hat dazu schon ein rundes Dutzend viel beachtete YouTube-Videos ins Internet gestellt. Nach seinen Beobachtungen fühlen sich die Patienten oft schon nach einem, spätestens nach drei Tagen deutlich besser.
Was soll man als interessierter Laie davon halten? Anders gefragt: Würden Sie sich mit Ivermectin bzw. mit dem Behandlungsprotokoll der FLCCC behandeln lassen? Vielleicht nicht. Aber der behandelnde Arzt müsste schon sehr gute Gegenargumente haben. Dasselbe gilt auch auf der politischen Ebene. NIH, BAG und die Weltgesundheitsorganisationen müssen jetzt die Argumente von Dr. Kory und Co. ernsthaft prüfen.
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Red. Gemäss AP-Faktencheck gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass Azithromycin in Kombination mit Ivermectin gegen eine Erkrankung an Covid-19 nützlich ist. Gute Resultate in Laborversuchen könnten nicht auf Menschen übertragen werden. Die Behörden hätten diese Therapie deshalb für Covid-19 nicht zugelassen. Doch das Fehlen von randomisierten kontrollierten Studien schliesst nicht aus, dass eine Therapie zweckmässig sein kann.
Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors
Keine.