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Die grösste Chance zum Sieg vergab Federer bei 5:4 und Aufschlag Anderson im dritten Durchgang, als er einen Matchball nicht nutzen konnte. Der als Nummer 8 gesetzte Südafrikaner, der vorher gegen Federer noch nie einen Satz gewonnen hatte, wehrte ihn mit einem Netzangriff ab.
Bis zum Verlust des dritten Durchgangs hatte der Basler in Wimbledon 34 Sätze in Folge gewonnen. Er war auf dem für ihn ungewohnten Court 1, auf dem erstmals seit 2015 wieder einmal spielte, glänzend gestartet, hatte Anderson gleich im ersten Satz gebreakt und den ersten Satz in nur 26 Minuten gewonnen. Danach steigerte sich der Südafrikaner aber kontinuierlich, während Federer vor allem mit der Vorhand mehr Fehler als gewöhnlich unterliefen.
Zum 0:2 im zweiten Satz musste er erstmals nach 85 gewonnenen Aufschlagspielen wieder einmal seinen Service abgeben. Der achtfache Wimbledonsieger konterte aber mit einem Break zum 2:3 und ging nach einem soliden Tiebreak mit 2:0 Sätzen in Führung.
Epischer fünfter Satz
Weitere Breaks gelangen ihm gegen den starken Aufschläger Anderson (28 Asse) aber nicht mehr. In den Sätzen drei bis fünf reichte dem Südafrikaner jeweils ein Break. Im epischen fünften Satz war Federer zwar etwas näher an der Entscheidung. Er kam bei 4:3 zum lange Zeit einzigen Breakball, den Anderson aber mit einem Aufschlagwinner abwehrte. Mehrere Male fehlten ihm in der Folge zwei Punkte zum Sieg.
Nachdem er sieben Mal erfolgreich gegen den Matchverlust aufgeschlagen hatte, war es aber Anderson, dem zum 12:11 das entscheidende Break gelang. Nach 4:14 Stunden verwertete er dann standesgemäss mit einem Servicepunkt seinen ersten Matchball.
Federer verlor erst zum zweiten Mal in Wimbledon eine Partie nach einer 2:0-Satzführung – nach 2011 gegen Jo-Wilfried Tsonga, ebenfalls im Viertelfinal. Bei einem Grand-Slam-Turnier passierte ihm das wenig später auch noch im Halbfinal des US Open gegen Novak Djokovic.