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Kulturerbe Tanz - Projekte 2014
Projekte 2014
Monte DADA
Die Wiege des Ausdruckstanzes, wie er sich ab den 1920er Jahren in der Welt verbreitete, liegt gleichermassen auf dem 1900 gegründeten Monte Verità bei Ascona und in der Dada-Bewegung des Cabaret Voltaire in Zürich. Rudolf Laban eröffnete 1913 auf dem Monte Verità seine «Schule für Bewegungskunst», in der die später berühmt gewordenen Tänzerinnen Mary Wigman, Katja Wulff und Suzanne Perrotet seine Schülerinnen waren. Zum Cabaret Voltaire in Zürich bestanden mit Jean Arp, Sophie Taeuber-Arp, Hugo Ball und Emmy Hennings sehr enge Verbindungen. Wulff, Taeuber-Arp, Perrotet und Wigman traten nicht nur im Sommer in Ascona, sondern im Winter auch in Zürich auf. Ziel des von der Tanzwissenschaftlerin Mona De Weerdt und dem Historiker Andreas Schwab geleiteten dokumentarischen Projekts ist die Aufarbeitung dieser Verbindungen. Das Projekt «Monte DADA» ist in drei Phasen mit Symposien und Veranstaltungen in Ascona (2014), Köln (2015) und Zürich (2016) angelegt und soll mit einer Publikation abgeschlossen werden.
Kreutzberg – Ein Tanzdokument mit Zeitzeuginnen
Harald Kreutzberg (*1902 in Reichenberg, heute CZ, † 1968 in Muri bei Bern) war einer der herausragenden Gestalter des mimischen Solotanzes im 20. Jahrhundert. Kreutzberg studierte Anfang der 1920er Jahre an Mary Wigmans Tanzschule in Dresden. Seine «tänzerischen Monologe» erlangten in den 1920er und 1930er Jahren Weltruhm. 1955 kam er nach Bern und unterrichtete an der Tanzschule Kreutzberg. Der Choreograph Chris Leuenberger und der Autor und Regisseur Marcel Schwald verweben tänzerische und dokumentarische Ansätze, um den Einfluss von Harald Kreutzberg auf die Berner Tanzszene der 1950er und 1960er Jahre zu erkunden. Die beiden Autoren führten Interviews mit vier ehemaligen Kreutzberg-Schülerinnen (Hilde Niederer, Liselotte Haas, Helga Gomolka und Anita Bürki). Auf der Bühne werden Videointerviews mit Annäherungen an Kreutzbergs Werke verwoben. Hilde Niederer ist neben dem Berner Chris Leuenberger und der Hamburger Choreographin Jenny Beyer auch auf der Bühne tanzend zu erleben.
Vorstellungen: 17. und 18. September 2015 in der Dampfzentrale Bern.
Rekonstruktion von Rudolf Labans Tanzwerken «Der Trommelstock tanzt» und «Istars Höllenfahrt»
Rudolf Laban schuf 1913 auf dem Monte Verità die beiden Tanzwerke «Der Trommelstock tanzt» und «Istars Höllenfahrt». Diese beiden Choreographien sollen in Zusammenarbeit mit der Summit Dance Theatre Company unter der Leitung von Alison Curtis rekonstruiert und im Teatro del Gatto in Ascona im Rahmen des «Laban Event 2015» aufgeführt, der Seminare und Workshops mit internationalen Forschern vorsieht. Nach dem «Laban Event 2013», der im Oktober auf dem Monte Verità stattfand, wird damit Labans für den modernen Tanz wichtiges Wirken im Tessin weiter aufgearbeitet. Am Projekt beteiligt sind: Valerie Preston-Dunlop, selbst noch Laban-Schülerin und ausgewiesene Laban-Spezialistin, Pionierin der «Choreological Studies» und Autorin zahlreicher Fachbücher; Alison Curtis-Jones, Dozentin am Trinity Laban Conservatoire of Music and Dance, die zuletzt Labans ikonografisches Werk «Die Nacht» mit Studierenden neu interpretierte und am «Laban Event 2013» präsentierte, und die Tessiner Tanzschaffende Nunzia Tirelli, die auf dem Gebiet der „Kunst der Bewegung“ forscht, und die nach einer Weiterbildung in London in Choreologie den ersten «Laban Event 2013» initiierte und mit internationalen Teilnehmenden erfolgreich auf dem Monte Verità durchführte.
«A la recherche des pas trouvés» ─ Film zum pädagogischen Material von Noemi Lapzeson
Noemi Lapzeson zählt zu den Pionierinnen des zeitgenössischen Tanzes in der Schweiz. Ihre Arbeit in der Ausbildung und im Schaffen neuer Choreographien hat beträchtlich zum Aufschwung des Schweizer Tanzes beigetragen. Geboren 1940 in Argentinien und ausgebildet an der Juillard School in New York, wirkte sie dort 12 Jahre lang in der Company von Martha Graham. Anschliessend war sie in London am Londoner Contemporary Dance Theatre und an der angeschlossenen Schule engagiert, bis sie 1980 nach Genf kam. 1986 gründete sie dort den ADC (Association de Danse Contemporaine), 1989 ihre eigene Compagnie Vertical Danse. Der Filmemacher Nicolas Wagnières, der seit einigen Jahren alle Choreographien von Noemi Lapzeson aufzeichnet, möchte sich in seinem Film der choreographischen Sprache von Lapzeson aus einer pädagogischen Perspektive nähern. Ziel ist es zusammen mit Noemi Lapzeson, ihrer langjährigen Tänzerin Marcela San Pedro und ehemaligen Schülerinnen und Schülern eine Art «Alphabet» ihrer choreographischen Bewegungen als Archiv und Studienmaterial des zeitgenössischen Tanzes zu versammeln.