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Unter dem Begriff Kohle werden zahlreiche feste fossile Sedimenttypen zusammengefasst, deren Zusammensetzung recht unterschiedlich ist. Während Braunkohle aus einem eher jungen Erdzeitalter (ca. vor 50 Mio. Jahren) stammt, entstand Steinkohle schon viel früher (ca. vor 300 Mio. Jahren). Somit liegt ihr Kohlenstoffgehalt – und damit auch ihr Heizwert – dank des längeren Inkohlungsprozess viel höher.
Unter den nicht erneuerbaren Energieträgern ist Kohle weltweit derjenige mit den grössten Gesamtressourcen. Kohlevorkommen haben den Vorteil, relativ gleichmässig über die Erdkugel verteilt zu sein. In der BP-Statistik werden die global nachgewiesenen Kohlereserven mit rund 890 Milliarden Tonnen ausgewiesen. Im Jahr 2013 erreichte die Weltproduktion nach BP-Angaben 7‘896 Millionen Tonnen (MT). Die grössten Produzentenländer waren China mit 3‘680 MT, die USA (893 MT), Indien (605 MT), Australien (478 MT) Indonesien (421 MT) und Russland (347 MT). Zum Vergleich haben die EU-Länder 543 MT Kohle gefördert. Verbraucht haben diese Kohleproduktion grossmehrheitlich die oben aufgeführten Produzentenländer sowie Japan (5% des Gesamtverbrauchs) und Südkorea (3%). 7,5% der weltweiten Kohlenachfrage ging 2013 auf das Konto der EU-Staaten (insbesondere Deutschland mit 3%). Nimmt man an, dass der Kohleverbrauch auf dem Niveau von 2013 unverändert bleibt, dann wäre die Versorgung mit den heute nachgewiesenen Reserven für mehr als 100 Jahre gesichert. Seit mehreren Jahren erlebt aber Kohle eine Renaissance, welche vor allem auf den wirtschaftlichen Aufbruch Asiens zurückzuführen ist. Zwischen 2003 und 2013 hat der globale Kohleverbrauch gemäss BP-Statistik um 47% zugenommen. Vier Fünftel dieses Mehrverbrauchs ging auf das Konto Chinas und ein Achtel auf jene Indiens. Längerfristig dürfte der Kohleverbrauch gemäss der Internationalen Energieagentur (IEA) weiter wachsen. Klimapolitisch bleibt Kohle jedoch ein Problem, da deren Nutzung mit hohen CO2-Emissionen verbunden ist. Daher dürften nach IEA-Angaben neue Umweltvorschriften (nicht zuletzt in China und in den USA) sowie die verstärkte Konkurrenz durch Erdgas die Kohleverbrauchszunahme bis 2040 auf nur noch 0,5% im Jahresdurchschnitt reduzieren.
In der Schweiz war Kohle bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts der Hauptenergieträger und sie wurde zum grössten Teil direkt als Primärenergie eingesetzt. Die wichtigste Umwandlung in Sekundärenergie erfolgte durch Kohlevergasung zur Stadtgaserzeugung. Ab 1950 wurde Kohle durch Erdöl – welches viel leichter zu handhaben und lagern ist – vom Markt verdrängt. 1973 lag der Kohleanteil am Schweizer Bruttoenergieverbrauch unter 2% und seit 1996 verharrt er bei 0.5%, wie aus Tabelle 10 der Schweizerischen Gesamtenergiestatistik hervorgeht. Die Rolle dieses Brennstoffs für die Energieversorgung der Schweiz ist so unbedeutend geworden, dass der Bundesrat die obligatorische Kohlelagerhaltung zur Überbrückung von Versorgungskrisen und Mangellagen 1998 aufgehoben hat. Gegenwärtig werden mehr als vier Fünftel der in die Schweiz eingeführten Kohle von der Zementindustrie verbrannt. In dieser Branche werden aber immer mehr alternative Energiequellen wie Altreifen, Klärschlamm, Tiermehl und andere nicht-rezyklierbare Abfälle bevorzugt. Somit können Zementhersteller ihre CO2-Bilanz verbessern und von der CO2-Abgabe befreit werden. Diese Abgabe wurde 2008 eingeführt und zweimal (2010 und 2014) erhöht. Sie beträgt aktuell CHF 60.- pro Tonne CO2-Emissionen, was einer Grössenordnung von CHF 150.- pro Tonne Kohle entspricht. Diese hohe Steuerbelastung sowie die heftige Debatte über klassisch-thermische Kraftwerke (insbesondere Kohlekraftwerkprojekte im Ausland mit Schweizer Beteiligung) führen zum Schluss, dass eine Kohlerückkehr ins Zentrum der schweizerischen Energieszene höchst unwahrscheinlich ist.
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