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Ende der 20er-Jahre gab es eine Revolution: Filme konnten endlich Ton aufzeichnen und wiedergeben. Endlich konnte man hören, was für grauenhafte Stimmen die Schauspieler bis anhin verbergen konnten. Und viel wichtiger: Man konnte singen!
Und das tat man gleich bei einer der ersten Gelegenheit in «The Jazz Singer» (US 1927). Der Film hatte nur einzelne Tonfilm-Segmente, in denen Broadway-Sänger Al Jolson seinen Gesang zum Besten gab.
Seither sind unzählige Filmmusicals produziert worden. Wenn du musikalische Filme liebst oder sie noch lieben lernst, dann darfst du die folgenden 9 Musicals nicht an dir vorbeiziehen lassen.
Handlung: Geneviève und Guy sind brutal verliebt. Sie verkauft mit ihrer Mutter Regenschirme, er ist Automechaniker. Als Guy für den Algerienkrieg einberufen wird, wird ihre Liebe auf die Probe gestellt.
Wieso du ihn schauen solltest: Die Musik, die spezielle Farbgebung und das Schauspiel der Protagonisten ergänzen sich zu einem künstlerischen Meisterwerk. Der französische Film ist Kult und beeinflusste viele weitere Musicals, wie zum Beispiel den preisgekrönten Film «La La Land».
Aber sei gewarnt: Im Film werden alle Dialoge ohne Ausnahme gesungen, was besonders am Anfang etwas komisch anmuten kann.
Handlung: Das Pärchen Brad und Janet wollen nach ihrer Verlobung den Mann besuchen, dank dem sie sich kennengelernt haben. Doch auf dem Weg haben sie eine Panne und flüchten sich vor einem Gewitter in die Villa des Transvestiten Frank N. Furter. Dort beginnt für die Beiden eine Entdeckungsreise in die Welt der sexuellen Befreiung und des Rock'n'Roll.
Wieso du ihn schauen solltest: Basierend auf dem Kult-Bühnenstück von Richard O'Brien, werden die Rollen grossteils von der Londoner Original-Besetzung übernommen. Das Musical ist berühmt dafür, dass sich die Zuschauer bei Aufführungen gerne als Transvestiten verkleideten und bei einigen Szenen aktiv mitmachten. Bis heute gibt es nichts Vergleichbares.
Handlung: Der unbekannte Schriftsteller Christian wird Teil einer Künstlertruppe, die den Besitzer des Pariser Varietés Moulin Rouge, Harold Zidler, von ihrem Theaterstück überzeugen wollen. Zu diesem Zweck soll Christian die Kurtisane und Moulin-Rouge-Aushängeschild Satine mit seinen Gedichten verzaubern.
Wieso du ihn schauen solltest: Der Film ist ein visuelles Feuerwerk. Gigantische Tanz-Performances, aufwändige Kulissen, schöne Schauspieler und die teuerste Halskette, die je für einen Film produziert wurde (der Wert von Satines Kette wird auf rund eine Million Dollar geschätzt). Da ausserdem bis auf eine Ausnahme nur Lieder aus der Pop-Kultur übernommen wurden, kennt man viele der Stücke bereits.
Handlung: Der Film nimmt die Probleme des frühen Tonfilms auf die Schippe. Nach dem Erfolg von «The Jazz Singer» (siehe Einleitung) soll nun auch der neuste Film von Don Lockwood (Gene Kelly) als Tonfilm gedreht werden. Blöd nur, dass Lockwoods Co-Star Lina eine sehr unangenehme Quietschstimme hat.
Wieso du ihn schauen solltest: Gene Kelly verkörpert wohl das, wofür die goldenen Jahre der Hollywood-Musicals stehen. Aber neben wahnsinnig talentierten Tänzern hat der Film auch noch Witz und eine mehrschichtige Handlung. Was will man mehr?
Handlung: Nach jahrelanger Gefangenschaft kommt der Barbier Sweeney Todd zurück nach London, um seine Tochter zu finden und sich am korrupten Richter zu rächen, der ihn fortschickte. In der Zwischenzeit kommt ihm und seiner Vermieterin eine lukrative und etwas makabere Geschäftsidee.
Wieso du ihn schauen solltest: Wenn du schwarzen Humor und viel Blut magst, dann ist das der Film für dich. Die Lieder sind eingängiger, als man beim ersten Mal schauen denken würde.
Aber sei gewarnt: Es gibt viel Blut. Sehr, sehr viel Blut.
Handlung: Danny Zuko verliebt sich in die Australierin Sandy. Leider sind die beiden in verschiedenen Gangs, die ständig versuchen, die beiden wieder auseinander zu bringen.
Wieso du ihn schauen solltest: Das Album des Soundtracks dominierte 1978 während Wochen die Charts in allen Herren Länder. Viele Songs sind heute zu zeitlosen Klassikern geworden. Ein guter Film für etwas Nostalgie-Romantik.
Handlung: Der auf Victor Hugos Roman basierende Film spielt zur Zeit Napoleons und des Juniaufstands 1832. Jean Valjean wird nach jahrelanger Haft aus dem Arbeitslager entlassen, allerdings ist es ihm als Ex-Häftling unmöglich, Arbeit zu finden. Als ihm ein Bischof den Weg zu Gott zeigt, zerreisst er seine Papiere und beschliesst ein neues Leben zu beginnen. Doch nach einigen Jahren holt ihn seine Vergangenheit ein.
Wieso du ihn schauen solltest: Auch hier wird fast aller Dialog gesungen. Besonders dabei ist, dass der Gesang direkt am Set aufgenommen wurde. So ist zwar nicht jeder Ton ganz sauber, es gibt dem Ganzen aber eine authentische Note.
Aber sei gewarnt: Die Singstimmen von Hugh Jackman und Russel Crowe gefallen nicht allen.
Handlung: Der Film basiert auf dem Leben des Hauptdarstellers Bill «Bojangles» Robinson, der im Film Bill Williamson spielt. Bill ist ein begnadeter Tänzer, der nach dem ersten Weltkrieg eine Karriere auf diesem Gebiet verfolgen will. Dabei lernt er die Sängerin Selina Rodgers kennen und eine Romanze entfaltet sich.
Wieso du ihn schauen solltest: Der Film war seiner Zeit eine der wenigen Produktionen mit afro-amerikanischen Hauptdarstellern. Er ist nicht allzu lang und glänzt mit spektakulären Tanz-Performances.
Handlung: Madame Adelaide Bonfamille vermacht ihrer Katze und deren Kindern ihr gesamtes Vermögen. Das macht ihren Butler eifersüchtig und er setzt die Katzen kurzerhand aus. Nun müssen sie irgendwie wieder nach Hause finden.
Wieso du ihn schauen solltest: Disney hat so viele Musicals, es wäre unmöglich alle hier aufzuzählen. Hier hätte auch «Das Dschungelbuch» oder «Die Schöne und das Biest» stehen können. «Aristocats» ist aber eine schöne Abwechslung von den ganzen Märchenfilmen. Und natürlich haben die Katzen einen wahnsinnigen Groove.