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Eine Hand nimmt den Schweizer Pass aus dem Kühlschrank; ohne Adresse zu hinterlassen, verschwindet die Privatdetektivin I. Merx in den Wirrnissen dieses Experimentalfilms. Ihr Briefkasten quillt über und weckt die Neugier der Briefträgerin Anita und ihrer Kollegin. Da die Polizei in Person der gewaltigen Sophie Moll vorerst nichts vom Fall wissen will, und vorgeladene Zeuginnen auch später nur Vages berichten können, macht sich Anita selber auf die Suche nach der Privatdetektivin. Wie eine Märchenheldin durchläuft sie dabei verschiedene Stationen, die Begegnung mit Sophie Moll etwa oder ein Treffen von Geheimagentinnen. Die Suche nach der unbekannten Frau wird - etwas metaphorisch - zur Suche nach sich selber.
In einem Märchen wird auch, in einem anderen Strang dieses verschachtelten Films, das Motiv der kreativen Eigenständigkeit der Frau wieder aufgenommen. Eine Frau sitzt da, gänzlich einbandagiert. Ruhig wickelt Anita die Verpuppung weg, die sie am Spinnrad weiterverarbeitet. Währenddessen liest ein Schulmädchen im Off ein Märchen vor: Ein Ritter sperrt eine weise Frau in den Keller ein, weil diese sich weigert, sein Besitz zu werden. Vor der Gewalt des gekränkten Mannes rettet sie sich, indem sie ein Schiff zeichnet und auf diesem wegfährt (eine Alternative zur Zerstückelung der selbständigen Frau durch den Mann in Schüpbachs Happy End). Anita, die inzwischen die Frau aus ihrem Cocon befreit hat, steht am Bug des Schiffes und verschwindet wie I. Merx ins Unbekannte.
Die 35jährige Künstlerin Dagmar Heinrich montiert ihren Experimentalfilm zu einem Spiel zwischen verschiedenen Erzählebenen, zu einer Variation über Motive, die im weitesten Sinn von weiblichen Handlungsformen zeugen. Dabei bilden die Szenen von der Suche nach I. Merx, die bis zum Ende vermisst bleibt, und von der Entpuppung die Hauptstränge, die von weiteren musikalischen und bildlichen Ebenen durchbrochen werden. Vor lauter Ansätzen und Ideen bleiben aber einzelne Szenen mitunter diffus.
Eine formale Entsprechung findet die mehrdimensionale Struktur in der Montage von Super-8-, Video- und 16 mm-Material, sowie in der stilisierten Inszenierung, die von karg entworfenen bis zu chaotischen Szenen reicht.
Der Film bewegt sich an der heiklen Grenze zwischen Vielschichtigkeit und Unverständlichkeit.