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Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass ein Frachtschiff im Januar und Februar in beiden Richtungen die vereiste Nordost-Passage durchfährt. Die Fahrt des LNG-Frachters «Christophe de Margerie» von Sabetta in die chinesische Stadt Jiangsu und nach dem Entladen leer zurück nach Sabetta fand durch dickes Meereis statt. Die grösste Eisdicke wird Ende Februar und im Monat März erreicht. Deshalb wurde die «Christophe de Margerie» auf der Rückfahrt nach Sabetta von einem Eisbrecher eskortiert.
Die Fahrt durch die winterliche Nordost-Passage diente auch als Test, wie diese Route in den Wintermonaten zu bewältigen ist. Der LNG-Tanker «Christophe de Margerie» war am 5. Januar in Sabetta gestartet. Die Fahrt zum Kap Dezhnev betrug 10 Tage und 21 Stunden. Das Schiff legte dabei eine Strecke von 2’474 Seemeilen zurück. Auf der gesamten Strecke der Nordmeer-Route navigierte die «Christophe de Margerie» ohne Eisbrecher-Konvoi und hielt eine sichere Geschwindigkeit unter Berücksichtigung der Eisverhältnisse und der eingeschränkten Sichtverhältnisse ein.
Nach dem Entladen verliess die «Christophe de Margerie» am 27. Januar den chinesischen Hafen Jiangsu und fuhr wenige Tage später durch die Beringstraße. Am 7. Februar erreichte die «Christophe de Margerie» am Kap Dezhnev den wartenden nuklearen Eisbrecher «50-Let-Pobedy». Der Eisbrecher hatte die Aufgabe den LNG-Frachter bei seiner ‘Leerfahrt’ durch die noch stärker vereiste Nordost-Passage zu eskortieren. Auf ihrem Rückweg von Kap Dezhnev nach Sabetta benötigte der Konvoi 11 Tage und 10 Stunden, um die 2’500 Seemeilen entlang der Nordseeroute zurückzulegen, wo die Schiffe am 19. Februar 2021 um 16:30 Uhr in den Hafen von Sabetta einliefen.
Die Sovcomflot, Eigentümerin der «Christophe de Margerie», betreibt 15 LNG-Frachter, alle mit Eisklasse Arc7. Die 15 LNG-Frachter basieren auf dem ‘Double Acting Ship-Konzept’ das unabhängig ohne Eisbrecher-Begleitung entlang der Nordmeerroute betrieben werden kann. Durch die Wahl eines verkleinerten Kieles anstelle eines bauchigen Eisbrecher-Kiels kann das Schiff schneller im offenen Wasser und in leichtem Eis (bis zu 1,5 m dick) fahren. Bei dickerem Eis arbeitet der LNG-Träger achtern, das heisst der Eisbrecher fährt rückwärts und kann so mit dem Eisbrecher-Rumpf bis zu 2,1 Meter dickes Eis brechen.
Heiner Kubny, PolarJournal