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Beim Betrachten der beiden Bilder fällt keine Veränderung des Meeresspiegels auf, obwohl zwischen den beiden Aufnahmen angeblich 100 Jahre liegen. Als Mass für den Anstieg des Meeresspiegels eignen sie sich aus folgenden Gründen nicht:
1. Der Meeresspiegel verändert sich ständig – auch innerhalb eines Tages aufgrund von Ebbe und Flut. Unterschiede von 1,5 bis 1,9 Meter sind vor New York durchaus üblich, mitunter werden sogar mehr als 2 Meter gemessen. In einer Gezeitentabelle sind diese täglichen Schwankungen aufgezeichnet.
2. In einer Studie über die Bedrohung von New York City durch einen Anstieg des Meeresspiegels geht hervor, dass der Meeresspiegel seit dem Jahr 575 nach Christus um 1,70 Meter gestiegen ist. Die Autoren der Studie stellten fest, dass seit dem 20. Jahrhundert der Meeresspiegel um etwa 3 Millimeter pro Jahr ansteigt. Die aktuelle Anstiegsrate sei die höchste in den letzten 1500 Jahren.
3. Ein Anstieg im Millimeterbereich ist mit blossem Auge nicht auszumachen. Es gibt effektivere Messmethoden, den Meeresspiegel exakt zu erfassen. Einerseits können die gemessenen Pegelstände ausgewertet und verglichen werden. Andererseits liefern Satellitenbilder präzise Auskunft über die Veränderungen des Meeresspiegels.
Diverse US-amerikanische Forschungsinstitute beschäftigen sich mit dem Anstieg des Meeresspiegels und werten laufend Daten aus. Die Wetter- und Ozeanografiebehörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) verzeichnet seit Ende des 19. Jahrhunderts einen kontinuierlichen Anstieg des Meeresspiegels. Gemäss NOAA hat dieser im Jahr 2020 einen neuen Rekord erreicht, der Anstieg habe sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts mehr als verdoppelt. Von einem Anstieg von 1,4 Millimeter pro Jahr sei er auf 3,6 Millimeter gestiegen.
Auch Satellitendaten der NASA veranschaulichen den Anstieg der Meeresspiegel deutlich. Zudem deuten Trends der Forscher auf einen weiteren Anstieg der Meeresspiegel hin.
Der Klimawandel als globales Phänomen ist auch in der Schweiz spürbar. Zu den Veränderungen zählen unter anderem die trockeneren Sommermonate, die heftigeren Niederschläge und die schneearmen Winter. Zudem werden vermehrt Hitzetage gemessen. Die Lage wird vom Bund zusammen mit diversen Forschungsinstitutionen ständig beobachtet. Auch diese prognostizieren einen kontinuierlichen und drastischen Anstieg des Meeresspiegels für die kommenden Jahre.