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hinausgehenden
Unternehmergewinn entspricht, die Hälfte oder auch z. B. von den ersten 10,000 Mk.
über den Normalertrag 50 Proz. und für weitere Mehrerträge nur 25 Proz.
ausbezahlt, während der Rest zur Schaffung eines
Reservefonds Verwendung findet, welcher zur Begleichung von Mindererträgen
in Anspruch genommen wird, indem der Anteilverwalter dem Normalertrag gegenüber keine
Garantie übernimmt
und aus dieser
Ursache auch für einen etwanigen Unternehmerverlust nicht aufzukommen hat.
Wenn derReservefonds den Wert des
halben oder ganzen Jahresnormalertrags erreicht hat, so tritt derselbe an
Stelle der
Kaution zur Sicherstellung des Normalreinertrags
bei der
Gewährverwaltung, womit der Übergang zu dieser gegeben ist.
Der Anteil- und Gewährverwalter erhält dagegen vollständige
Freiheit, solche Betriebsorganisationen einzuführen, welche
ihm zur Erreichung der höchsten
Rente am passendsten dünken, die
Konjunkturen im
Kauf und Verkauf ohne Einholung einer
gutsherrlichen
Genehmigung ausnutzen zu können, und das
Recht, das erforderliche Hilfspersonal nach eignem Ermessen aufnehmen
und entlassen zu können. Am
Schluß des Rechnungsjahrs wird nach der Eingangs- und Ausgangsinventur, der
Abschreibung der
vereinbarten
Amortisationen und der Rechnungsgebarung der bilanzmäßige Erfolg oder Verlust des abgelaufenen Wirtschaftsjahrs
ermittelt und auf
Grund deren der Anteil des Verwalters am
Unternehmergewinn oder der von diesem zu leistende
Ersatz berechnet.
Dem kapitalschwachen Landwirt wird mit der G. die Möglichkeit geboten, eine
Unternehmung auf eigne Rechnung und
Gefahr
zu übernehmen, während für den Gutsherrn gegenüber der
Verpachtung die Möglichkeit gegeben ist, an der
Steigerung des
Reinertrags teilzunehmen und dabei über sein
Eigentum mehr
Herr zu bleiben. Nachteile sind die Schwierigkeit der
Aufstellung
eines zutreffenden Normalertragsanschlags und der Umstand, daß die
Wirkung von
Unterbilanzen, besonders am Beginn einer
G.,
in allen
Konsequenzen an der
Hand
[* 2] thatsächlicher Verhältnisse noch nicht genügend geklärt und erprobt worden
ist.
nach Balda hin, die zweite, übrigens weniger zu Höhlen geeignete, ist das Plateau von Brilon, die dritte die Mulde von Attendorn,
die vierte die Insel von Warstein. Zwischen 30 und 40 Höhlen sind erschlossen, alle mehr oder weniger voneinander verschieden,
manche ganz trocken, andre mit Tropfstein oder Schlamm und Tropfstein in wechselnden Verhältnissen erfüllt.
Manche enthalten organische Reste, andre wieder nicht. Der Lehm in den Höhlen enthält keine nordischen Geschiebe, das vorkommende
Geröll entstammt sämtlich den in der Nähe anstehenden Gesteinen, und die gefundenen Feuersteine sind bearbeitet ebenso wie
die vereinzelt auftretenden Bernsteinstücke.
Hippotherium und Hippopotamus sind mehr als zweifelhaft. In denHöhlen der Lenne, dem erstbezeichneten Höhlengebiet, sind die
genannten Tiere sämtlich vorhanden, in den übrigen nur teilweise und in wechselnden Verhältnissen. Reste menschlicher Thätigkeit,
rohe Topfscherben, Holzkohle, bearbeitete Kieselschiefer, finden sich in verschiedenen Schichten, zuweilen
gerade in den tiefsten, jedenfalls nie derart neben Mammutresten, daß man berechtigt wäre, eine gleichzeitige Existenz von
Mensch und Mammut anzunehmen. Im Diluvium finden sich überhaupt keine Gegenstände aus der Hinterlassenschaft des Menschen,
bez. scheint es, als wenn die hier und da gefundenen Geräte
und Waffen
[* 25] erst nachträglich in die betreffenden Erdschichten hineingeraten sind; erst die jetzige geologische Epoche zeigt
sichere Spuren des Menschen.
Das Diluvium erfüllt einen großen Teil des Münsterschen Beckens und findet sich ferner am Teutoburger Wald, wo es bis 190 m
aufsteigt. Von N. bis zur Lippe
[* 26] enthält es nordische Geschiebe, südlich dieses Flusses Rheingeröll. Die
Tierreste des Diluviums umfassen in der Hauptsache die großen Pflanzenfresser des Diluviums. Sie sind sicher in jener Zeit
dort gewesen und nicht nachträglich hineingeraten; die Knochen
[* 27] sind besser erhalten als die Knochen der Höhlentiere; merkwürdigerweise
kommen sie gerade in den untersten Schichten zahlreich, in den mittlern spärlich, in den obersten gar
nicht mehr vor.
Dies deutet auf ein Aussterben, eine Vertreibung der Tiere, jedenfalls veranlaßt durch die Eisverhältnisse der Diluvialzeit.
Aus den eben angedeuteten Verhältnissen der Geschiebe ergibt sich, daß das nordische Eis
[* 28] in der Vergletscherungsperiode mit
den Gletschern der rheinischen Mittelgebirge etwa an der Lippe zusammengestoßen ist; diejenigen Tiere, welche
nicht einen Ausweg nach der rheinischen Ebene fanden, gingen aus Mangel an Nahrung und Wärme
[* 29] zu Grunde.
Nach dem wissenschaftlichen Jahresbericht des Generalsekretärs Prof. Ranke - München
[* 30] erläuterte Landesbauinspektor Honthumb
das Modell eines westfälischen Bauernhauses aus der Nähe von Osnabrück.
[* 31] Nach langem Suchen hatte er das
betreffende Haus als ein den reinen Typus des schon mehr entwickelten niedersächsischen Hauses noch möglichst getreu wiedergebendes
ermittelt, genau vermessen und in 0,05 der natürlichen Größe nebst
allem Mobiliar und Inventar in den entsprechenden Materialien
nachbilden lassen.
In der zweiten Sitzung sprach Prof. Nordhoff über eine Reihe wichtiger vorgeschichtlicher Funde aus Westfalen,
die er vorlegte, und gedachte dabei einer neuerdings mehrfach aufgetauchten Ansicht, der zufolge die Hünengräber (Riesenbetten)
erst nach der Römerzeit errichtet sein sollen. Zur Begründung dieser Ansicht, die schon um deswillen nicht sehr wahrscheinlich
ist, weil bei so jugendlichem Alter jener Denkmäler wohl noch Überlieferungen über ihre Entstehung und
Bedeutung im Volk aufzuspüren sein würden, wird angeführt, daß auffallenderweise die römischen Schriftsteller, welche
über Deutschland berichten, der Hünengräber nirgends Erwähnung thun, obschon vielfach die Römerstraßen gerade mitten
durch die Steinsetzungen hindurchführen, daß ferner aber neben ältern Gegenständen solche neuern Ursprungs, namentlich
auch Eisengerät, in den Hünengräbern gefunden werden.
Nach Tischler - Königsberg
[* 32] sind aber diese Begründungsversuche hinfällig. Zunächst charakterisieren sich die megalithischen
Denkmäler in ihren Einschlüssen an keramischen Gegenständen und Steingeräten so augenscheinlich als der jüngern
Steinzeit
[* 33] angehörig, daß die vereinzelten jüngern Gegenstände, die hin und wieder gefunden sein mögen, dagegen gar
nicht in Betracht kommen. Die Denkmäler sind so oft (von den alten Schatzgräbern) durchwühlt, daß
bei diesen Besuchen sehr wohl Geräte, Werkzeuge
[* 34] u. dgl. von den Schatzgräbern verloren,
bez. zurückgelassen sein können.
Daß die römischen Schriftsteller über die Hünengräber schweigen, erklärt sich leicht, da in damaliger Zeit überhaupt
noch nicht eine so eingehende, umfassende und objektive Art der Reisebeschreibung üblich, zudem aber
schon damals im Volksbewußtsein nichts mehr über Entstehung und Bedeutung der Steinmassen übriggeblieben war, also auch
dieser Anreiz zur Aufmerksamkeit fehlte. Daß Römerstraßen durch die Riesenbetten gehen, mag durch die Lage mancher der letztern
bedingt, oft aber auch Werk des Zufalls gewesen oder durch Kuriositätensucht veranlaßt worden sein,
insofern die Erbauer die Steine möglicherweise aus der Nachbarschaft an die Straße versetzten.