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Kompositional flexibel –
Partizipanten und Modifikatoren in der Nominaldomäne
Beschreibung
In ‚Paulas Mutter‘ versteht man den Genitiv relational, in ‚der Hund des Kindes‘ possessiv, und in ‚Paulas Zubereitung einer Minestrone‘ liegt eine ans Basisverb geknüpfte Agens- bzw. Thema-Interpretation nahe. Wie erfasst man diesen Interpretationsspielraum des adnominalen Genitivs adäquat restriktiv und flexibel zugleich? In ‚Paulas Zubereitung eines Huhns in einer Pfeffertunke im Wohnmobil‘ verortet ‚in einer Pfeffertunke‘ das Huhn und ‚im Wohnmobil‘ die Zubereitung, in ‚Paulas Popularität in Schweden‘ steckt der Lokativ den Rahmen ab, für den Paulas Popularität gültig ist. Wie finden die Lokative jeweils ihren Anker und was restringiert dabei den offenkundigen Freiraum?
Die vorliegende Arbeit konfrontiert die flexiblen Interpretationsoptionen von Genitivattributen sowie ‚adverbial‘ interpretierten Präpositionalattributen im Deutschen mit den Anforderungen einer kompositional geleiteten Interpretation. Im Ergebnis wird unter Massgabe ebenenspezifischer Ökonomie eine präzise Bedeutungsherleitung vorgeschlagen, die auf einer adäquaten Interaktion zwischen unabhängig motivierten sparsamen Strukturvorgaben, dem Kompositionalitätsprinzip verpflichteter semantischer Komposition und angemessen flexibler pragmatischer Anreicherung basiert.