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Pioneer
Elf neue Maissorten für 2020 empfohlen
Die technische Kommission «Mais» von swiss granum hat die Liste der empfohlenen Maissorten für die Ernte 2020 erstellt. Als Grundlage dienten die Ergebnisse der von Agroscope koordinierten Sortenversuche. Von den 27 im 2019 im 2. Prüfjahr untersuchten Sorten konnten nach Abschluss der Prüfung elf Sorten neu empfohlen werden. Neun Sorten wurden von der Liste gestrichen.
Körnermais
Die einzige neu empfohlene Körnermaissorte ist in der frühen Reifegruppe und heisst P7515 (Pioneer). Sie weist einen guten Ertrag auf und wird aufgrund ihres Abreifeverhaltens im Mittelfeld dieser Reifegruppe eingeordnet. Als einzige reine Zahnmaissorte im frühen Körnermaissegement sollte bei guten Ausreifemöglichkeiten im Herbst der Wassergehalt gegen Abschluss der Abreife schneller auf natürliche Weise sinken als bei den anderen Sorten. Infolgedessen ist aber die Jugendentwicklung vergleichsweise schlechter («mittel bis schwach»). Die Standfestigkeit während der Vegetation bis zum Erntezeitpunkt wurde aufgrund der vorliegenden Informationen als «mittel bis gut» beurteilt und die Eigenschaft Stängelbruch zum Zeitpunkt der Ernte als «gut». Im Gegensatz zur Einstufung «mittel» bei der Resistenz gegen Beulenbrand und Stängelfäule ist diejenige gegen Helminthosporium-Blattflecken «gut». Beim Pufa-Index wurde P7515 als «tief» eingestuft.
Silomais
Die Liste der empfohlenen Silomaissorten für die Ernte 2020 enthält zehn neue und insgesamt 41 Sorten für den Anbau nördlich der Alpen.
KWS Papageno und KWS Damario (KWS) sowie LG 31207 und LG 31219 (Limagrain) sind die neuen frühen Silomaissorten. Robertino KWS (KWS) ist die neue mittelfrühe Sorte und SY Glorius und SY Collosseum (Syngenta) sowie P8888 (Pioneer) und Erasmus (DSV) sind die Neuheiten in der mittelspäten Reifegruppe. Mit P9911 (Pioneer) wurde eine Sorte neu ausschliesslich für günstigste Anbaulagen (späte Reifegruppe) empfohlen.
Alle neuen Sorten zeigten im Vergleich zu den Referenzsorten der jeweiligen Reifegruppen über alle in der Sortenbeurteilung mitberücksichtigen Merkmale einen Mehrwert. Gemeinsam ist den im 2020 neu eingeschriebenen Sorten aber auch, dass alle einen guten bis sehr guten Ertrag erzielt haben und so zu den besten ihrer Reifegruppe gehören. In der Gruppe der frühreifen Sorten sind bei KWS Pagageno zusätzlich die sehr gute Verdaulichkeit, der sehr hohe Stärkegehalt sowie der sehr hohe NEL-Gehalt erwähnenswert. Diese neue Sorte wurde als eine der früheren Sorten in dieser Reifegruppe in die Liste eingetragen. Sie überzeugte mit einer guten Jugendentwicklung sowie einer guten Standfestigkeit während der Vegetation. Die vorliegenden Ergebnisse führten aber dazu, dass die Eigenschaft Stängelbruch bei der Ernte als «mittel» und die Standfestigkeit bei der Ernte sowie die Resistenz gegen Helminthosporium-Blattflecken mit «mittel bis schwach» beurteilt wurde. LG 31207 und LG 31219 überzeugten nebst sehr guten TS-Erträgen mit einer guten bis sehr guten Verdaulichkeit, einem hohen bis sehr hohen Stärkegehalt und guten NEL-Werten. Obwohl insgesamt sehr ähnlich ist LG 31219 leicht später in der Abreife, etwas verhaltener in der Jugendentwicklung («mittel»), weist aber eine leicht bessere Resistenz gegen Beulenbrand («gut») als LG 31207 auf. In den Infektionsversuchen zur Prüfung der Resistenz gegen Helminthosporium-Blattflecken zeigte LG 31207 etwas weniger befallene Pflanzenteile als LG 31219 und wurde deshalb als «gut» beurteilt. KWS Damario war die am spätesten abreifende Sorte der frühen Reifegruppe und bildet somit das Schlusslicht dieser Reifegruppe. Nebst dem «sehr guten» Ertrag und der «sehr guten» Verdaulichkeit zeichnet sich diese Sorte auch durch einen «hohen» Stärkegehalt und NEL-Wert aus. Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse wurde sowohl die Standfestigkeit während der Vegetation als auch die Eigenschaft Stängelbruch bei Ernte als «gut» beurteilt. Die Standfestigkeit bei der Ernte ist jedoch durchschnittlich wie auch die Resistenz gegen Helminthosporium-Blattflecken. Die Resistenz gegen Beulenbrand hingegen konnte als «gut» beurteilt werden.
Robertino KWS ist die einzige neue Sorte in der mittelfrühen Reifegruppe und wurde aufgrund der beobachteten Abreife im hinteren Mittelfeld eingeteilt. Die Beschreibung dieser Sorte ist einfach: Sie zeigte keine Schwächen und überzeugte nicht nur beim Ertrag («sehr gut»), sondern auch bei anderen Merkmalen. Mit Ausnahme der Jugendentwicklung, Stängelbruch bei der Ernte und Resistenz gegen Helminthosporium-Blattflecken («mittel bis gut») wurden alle als «gut» befunden. Ihr Stärkegehalt ist «mittel».
Die vier neuen Sorten in der mittelspäten Reifegruppe sind bezüglich Ertrag («gut» bis «sehr gut») sehr ähnlich und wiesen keinerlei Schwächen bezüglich Stängelbruch bei der Ernte auf (Einstufung «gut»). Ansonsten gibt es aber deutliche Unterschiede. Während der Erntezeitpunkt von SY Glorius nur leicht früher ist als derjenige von SY Collosseum ist P8888 und insbesondere Erasmus deutlich später in der Abreife. SY Glorius zeichnete sich im Weiteren durch ihre hervorragende Verdaulichkeit («sehr gut»), einen hohen Stärkegehalt und eine gute Jugendentwicklung aus. Die Standfestigkeit während der Vegetation bis zur Ernte sowie die Resistenz gegen Beulenbrand wurde als korrekt befunden (Einstufung «mittel bis gut»). Aufgrund der Beobachtungen in den Infektionsversuchen mit Helminthosporium turcicum wurde die Resistenz als «mittel» beurteilt. Im Unterschied zu SY Glorius weist SY Collosseum eine tiefere Verdaulichkeit auf («mittel bis gut»), ist etwas verhaltener in der Jugendentwicklung («mittel bis gut»), weist aber eine bessere Standfestigkeit bei der Ernte («gut») sowie eine bessere Resistenz gegen Helminthosporium-Blattflecken («gut») auf. Bei P8888 ist zu erwähnen, dass die Sorte einen grösseren Anteil Zahnmais enthält als die anderen Sorten dieser Reifegruppe. Obwohl die Jugendentwicklung verhalten ist («mittel») erzielte sie sehr hohe Trockensubstanzerträge bei einer sehr guten Verdaulichkeit und hohen Stärkegehalten. Die Standfestigkeit von der Vegetation bis hin zur Ernte war «mittel bis gut» ebenso wie die Resistenz gegen Beulenbrand. Da zum Zeitpunkt der Ernte wenige gebrochene Stängel notiert wurden, konnte diese Eigenschaft sowie die Resistenz gegen Helminthosporium-Blattflecken als «gut» beurteilt werden. Erasmus, die späteste Sorte dieser Reifegruppe erzielte einen «guten» Ertrag bei einer sehr guten Verdaulichkeit und hohen NEL-Werten. Die Jugendentwicklung wurde als «mittel bis gut» eingestuft wie auch die Standfestigkeit während der Vegetation. Sowohl die Standfestigkeit als auch Stängelbruch bei der Ernte sowie die Resistenz gegen Beulenbrand waren «gut» während die Resistenz gegen Helminthosporium-Blattflecken als «mittel bis gut» beurteilt wurde.
Aufgrund ihrer deutlich späteren Abreife wird die Sorte P9911 nach erfolgreich bestandener Prüfung ausschliesslich für die günstigsten Anbaulagen nördlich der Alpen empfohlen. Diese zahnmaisbetonte Sorte zeichnet sich durch einen sehr guten Ertrag und einer sehr guten Verdaulichkeit aus. Die Standfestigkeit bis zur Ernte war «gut» und auch wenige gebrochene Stängel zum Zeitpunkt der Ernte sowie wenige Flecken von Helminthosporium turcicum konnten beobachtet werden, was in beiden Fällen zu einer Beurteilung «gut» führte.
Tabellen mit den Beschreibungen der neu aufgenommen Körner- und Silomaissorten
Neuaufgenommene und gestrichene Sorten für den Anbau nördlich der Alpen
Obwohl die durchschnittliche Verweildauer der Sorten auf der Liste lediglich vier bis sechs Jahre beträgt, wurde mit LG 30218 per 2020 eine Sorte von der Liste gestrichen, die seit 2010 empfohlen wurde.
Neue Liste bestellen oder herunterladen
Die Liste wird auch dem Versand der Datenblätter Ackerbau von Agridea beigelegt und kann per sofort als PDF unter nachfolgendem Link heruntergeladen werden:
Sortenlisten
Versuchsnetz / Partner / Versuchsergebnisse
Die für die Überarbeitung der Sortenliste verwendeten Daten wurden in einem von Agroscope koordinierten, aber gemeinsam mit der Delley Samen und Pflanzen AG geführten Versuchsnetz erarbeitet. Die Körner- und Silomaisversuche werden auf kleinen Parzellen mit drei Wiederholungen, je nach Nutzungsrichtung und Frühreife meist an 6 bis 8 verschiedenen Standorten durchgeführt – u.a. auch auf Flächen bei Landwirten. Je nach Betriebsausrichtung und Anbauzone/Höhe über Meer werden nicht in jedem Fall alle drei Reifegruppen der Körner- und/oder Silomaisversuche an allen Standorten ausgesät. Die Bewirtschaftung entspricht den Vorschriften des ÖLN und erfolgt betriebsüblich. Während die Erfassung der agronomischen Eigenschaften im Feld gemäss Angaben des Anhang der Saat- und Pflanzgut-Verordnung des WBF 916.151.1 durch die verschiedenen Versuchstechniker durchgeführt werden, werden sowohl die Verarbeitung der Proben sowie die Durchführung der Qualitätsanalysen der Silomaisproben (bei Agroscope am Standort Changins) und der Körnermaisproben (bei Agroscope am Standort Posieux) zentral vorgenommen. Dieses Versuchsnetz ermöglicht es, eine statistische Auswertung der im Zusammenhang mit der Anbau- (z.B. Standfestigkeit, Krankheitsanfälligkeit) und der Verwendungseignung (z.B. Verdaulichkeit, Stärkegehalt) erfassten Parameter vorzunehmen um anschliessend die Sorteneigenschaften möglichst vollständig und fundiert beschreiben zu können. Damit eine Sorte auf die Liste der empfohlenen Maissorten eingeschrieben werden kann, muss sie die zweijährige Prüfung erfolgreich bestehen.
Versuchsresultate
Die für die Etablierung dieser Überarbeitung der Sortenliste verwendeten Versuchsergebnisse – sowohl für Körner- als auch für Silomais – sind unter nachfolgendem Link verfügbar:
Sortenversuche - Resultate Mais
Auskünfte
Wissenschaftlicher Mitarbeiter Sortenprüfung Mais
Agroscope, Kompetenzbereich Pflanzen und pflanzliche Produkte
Reckenholzstrasse 191, 8046 Zürich, Schweiz
Links
Letzte Änderung 23.01.2020
Maisversuchsresultate Körnermais, Silomais
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Wasser sparen mit Zwischenfrüchten
Schlecht verteilte Niederschläge sind seit Jahren ein Thema mit steigender Bedeutung. Gerade durch die Erfahrungen, die viele Landwirte im trockenen Sommer und Herbst 2015 gemacht haben, stellt sich bei den Praktikern häufig die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Zwischenfruchtanbaues in Trocken- oder auch semiariden Regionen. Ist Zwischenfruchtanbau wassersparend oder wasserzehrend?
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Zwischenfruchtanbau ohne mineralische Düngung
Um Biomasse aufzubauen, ist eine Startdüngung von Zwischenfrüchten sehr sinnvoll. Dabei wird die Zwischenfrucht zusätzlich gegen eine Konkurrenz von Ausfallgetreide und Wurzelunkräutern gestärkt. Zwischenfrüchte, die aber im Rahmen des Greenings als öVF angebaut werden, dürfen nicht mineralisch gedüngt werden. Wird komplett auf die Düngung verzichtet, ist folgendes zu beachten:
- Alle Rahmenbedingungen wie Aussaattermin und Witterung sollten ideal sein
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Sommerzwischenfrüchte für Biogasanlagen nutzen
Welche Nachfrucht eignet sich auf die GPS-Ernte? Diese Frage stellen sich bald wieder Anlagenbetreiber. Für den Aussaatzeitraum Ende Juni/Anfang Juli können diese Betriebe Substratlücken gut mit der beerntbaren Sommerzwischenfrucht Legu-Hafer-GPS schließen.
Diese Zwischenfruchtmischung fördert die Bodenfruchtbarkeit und ist zudem beerntbar. Die Zusammensetzung aus Hafer, Einjährigem Weidelgras, Sommerwicke, Futtererbse und Sonnenblume ermöglicht eine optimale Durchwurzelung. Außerdem wird die biologische Aktivität erhöht und Nährstoffe werden fixiert. Landwirte können mit Erträgen von 3-6 t TM/ha kalkulieren. Nach dem Anbau ist es möglich, rund 100 kg C/ha anzurechnen.
Der ideale Saattermin ist Anfang Juli mit einer Saatstärke von 150 kg/ha. Danach stehen der Mischung noch ca. 100 Tage für das Wachstum zur Verfügung, so dass sie im Oktober zeitgleich mit dem Mais erntefähig ist. Durch den Anteil von Erbsen, Wicken und Sonnenblumen ist die Mischung bunt blühend und ein auffallendes Element in der Landschaft.
Hier finden Sie Informationen zu Legu-Hafer-GPS...
Boden schützen mit Untersaaten
Durch Untersaaten lassen sich positive Effekte wie Humusaufbau, Erosionsschutz und Befahrbarkeit erzielen. Mit reinen Gräsermischungen können zusätzlich die gesetzlichen Auflagen für das Greening erfüllt werden. Bei richtiger Anlage können Untersaaten erfolgreich im Mais oder im Raps ohne Ertragseinbußen angelegt werden.
- Anreicherung des Humushaushaltes
- Vermeidung von Nährstoffausträgen
- Erosionsschutz
- Kostengünstige Anlage
- Reduzierung von Arbeitsspitzen
- Steigerung der Bodentragfähigkeit
- Alternative Nutzung der Untersaat
- Greeningmaßnahme als öVF
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