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Ich erwachte früh um 5:00. Es ist der 4. Juli, draussen war es bereits hell und Land in unmittelbarer Nähe. Mein Garmin Oregon GPS zeigte auf der Karte noch etwa 10 km zum heutigen vom Ziel. Die «Star Princess» machte nur noch wenig Fahrt und erreichte um 6:30 Ketchikan; sie ging am Berth 4 längsseits.
Am Vorabend hatte ich voll freudiger Erwartung den Wecker gestellt. Wir sollten schon früh für den Flug zum «Misty Fjords National Monument» bei Taquan Air einchecken. Nach einem kurzen Frühstück machten wir uns auf den Weg; den Taquan Air Schalter an der Ketchikan Waterfront Base fanden wir problemlos und konnten gar für einen früheren Flug umbuchen. Kurz nach acht Uhr ging es los.
Der Pilot sammelte im Wartebereich seine Passagiere ein. Wir bestiegen die weiss-blau bemalte De Havilland DHC-3 Otter mit Baujahr 1957 und dem Kennzeichen N3952B gefolgt von einer kurzen Instruktion der Sicherheitsvorschriften. Die Kopfhörer gegen den Motorenlärm und für die Intercom-Anlage wurden aufgesetzt, die Turbine gestartet und los ging es. Die Leinen los und schon glitt der Otter von der Anlegestelle weg auf das offene Wasser hinaus. Der Pilot richtete den Flieger in Startrichtung aus, schob den Power Lever auf Vollgas, den Verstellpropeller auf die Startposition, beschleunigte und wenige Augenblicke später befanden wir uns bereits in der Luft.
Wir hatten Glück mit dem Wetter: Die Wolken hingen zwar stellenweise tief, die Sonne schien aber immer wieder durch. Und wichtig: Trotz dem Prädikat von Ketchikan als der regenreichsten Stadt der USA blieb es die ganze Zeit trocken.
Die offizielle Seite AlaskaUSA.de schreibt: «Das Misty Fiords National Monument, 35 Kilometer östlich von Ketchikan, ist ein spektakuläres Mosaik aus Küstenklippen, tiefen Fjorden und Steilfelsen, die 1000 Meter aus dem Meer in den Himmel ragen. Misty Fjords verdankt seinen Namen den nahezu permanenten Niederschlägen, die für diese Gegend charakteristisch sind. Das Schutzgebiet ist geprägt von dichtem Regenwald, der sich auf fast senkrechten Bergflanken vom Meer bis zu hohen Gipfeln ausbreitet. Wasserfälle stürzen von schmalen Felsspalten ins Meer oder bahnen sich ihren Weg über breite Granitkuppen talwärts – bei vier Meter jährlicher Niederschlagsmenge kann man das Wort «Überfluss» durchaus wörtlich nehmen».
Das Überfliegen von Bergseen und die Einblicke in die tiefen Schründe zum Behm Canal, seine Seitenarme und die vielen Wasserfälle waren eindrücklich. Fotografisch aber leider nicht zu erfassen. 75 Minuten nach dem Start mit einer Aussenlandung in der Rudyerd Bay, einem verwinkelten Seitenarm des Behm-Kanals und Andocken an einem Ponton leitete der Pilot die Landung in Ketchikan ein. Er flog an der «George Inlet Lodge», gleichzeitig Endpunkt der einzigen Strasse, vorbei, weiter zum Kraftwerk gefolgt von einer Rechtskurve. Im finalen Endanflug ging es entlang des historischen Teil von Ketchikan mit Hafen und den Liegeplätzen der Kreuzfahrtschiffe. An Berth 1 hatte in der Zwischenzeit die «Norwegian Jewel» festgemacht. An Berth 2 lag die «Volendam» während an Berth 3 gerade die «Island Princess» längs anlegte. Gegen Mittag folgte die «Le Soleal» nach, die mangels eines freien Anlegeplatzes vor Anker ging und ihre Passagiere mit Tender-Booten ans Ufer brachte.
Den Rest des Vormittags verbrachten wir im historischen Teil von Ketchikan, in der Stedman und der berühmten Creek Street, dem ehemaligen Rotlichtviertel mit Dolly`s Freudenhaus aus den 1920-er Jahren. Die historischen und schön restaurierten Gebäude am Ketchikan Creek sind alle auf Pfählen gebaut. Sie beinhalten heute Gift Shops, Restaurants und Juwelierläden für die unzähligen Tagesbesucher die von den Schiffen kommend die Creek Street besuchen.
Rechtzeitig zum Lunch kehrten wir auf die «Star Princess» zurück. Anschliessend verfolgten wir bis zum Auslaufen die farbenfrohe Parade zum «4th of July», dem Nationalfeiertag der USA. Dutzende von Motivwagen und Gruppen bewegten sich unter Fahnen und Musikklängen auf der Tongass Avenue Richtung Downtown. Immer in regem Austausch mit den zahlreichen Zuschauern die beidseits die Strasse säumten. Kein Wunder gab es immer wieder Stopps und ungewollte Verzögerungen. Es war sehr eindrücklich zu sehen was begeisterte Einwohner am Nationalfeiertag auf die Beine stellen.
Um zwei Uhr nachmittags legte die «Star Princess» vom Pier ab und verliess Ketchikan auf einem nordwestlichen Kurs durch die «Tongass Narrows» in die «Clarence Strait». Neues Ziel war Juneau, die Hauptstadt Alaskas, die wir anderntags um 8:00 Uhr erreichen sollten.
Alle Aufnahmen mit Fuji X-Pro2 und den Objektiven XF 16-55 mm und XF 100-400 mm sowie iPhone 6.
Quelle: Webseite Offizielle State of Alaska Reiseinformationen