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Die Öl-Branche verdient nicht mehr so viel wie in der Vergangenheit und muss verstärkt auf die Kosten achten. Der US-Konzern Exxon Mobil teilte mit, der Gewinn sei im ersten Quartal um gut vier Prozent auf 9,1 Milliarden Dollar gesunken. Die europäischen Anbieter Royal Dutch Shell und Total mussten teils noch kräftigere Rückgänge hinnehmen, weil es Einbussen im Raffinerie-Geschäft gab.
Bei Exxon, dem grössten börsennotierten Konzern der Branche, wirkte sich eine um sechs Prozent niedrigere Produktion aus. Ausserdem sank der Öl-Preis. Dafür stiegen wegen des kalten Winters in Amerika die Erdgaspreise, in den USA um fast 50 Prozent. Den Ukraine-Konflikt, der zu Sanktionen gegen Russland geführt hat, erwähnte Exxon nicht. Die Amerikaner arbeiten im Flüssiggas-Bereich mit dem Staatskonzern Rosneft zusammen und planen den Bau einer gemeinsamen Anlage im Osten Russlands.
Shell verdiente in den ersten drei Monaten mit 3,3 Milliarden Euro halb so viel wie im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der niederländisch-britische Konzern will deshalb sparen. Total verbuchte unter dem Strich einen Gewinnrückgang um zehn Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Auch hier sollen die Kosten verringert werden. Das Unternehmen setzt aber zugleich auf neue Grossprojekte in Angola und Brasilien.
Geringere Nachfrage
Die Branche leidet seit Jahren unter Einbussen bei der Weiterverarbeitung von Erdöl. Wegen der Wirtschaftsflaute in vielen Ländern ging die Nachfrage zurück, und die Raffinerien blieben auf ihren Überkapazitäten sitzen. Auch wurde wegen des US-Booms bei Schiefer-Öl- und -Gas weniger in das Land exportiert. Doch allmählich zeichne sich in Europa ein Ende der Talfahrt ab, betonte Total-Chef Christophe de Margerie. Im laufenden Quartal werde sich die Ertragslage erholen.
Zum Jahresanfang musste der französische Konzern neben einem Rückgang der Öl- und Gas-Förderung auch eine 250 Millionen Euro schwere Abschreibung auf ein russisches Projekt verkraften. Ein mit Gazprom geplantes Vorhaben zur Gasförderung in der Arktis musste eingestellt werden, weil es sich als zu teuer herausstellte. Nun setzt Total auf Projekte in Angola, Nigeria und Brasilien. Im laufenden Quartal würden aber Wartungsarbeiten in Grossbritannien, Norwegen und Thailand die Produktion belasten.
Bei Shell summierte sich der Wertverlust der Raffinerien im ersten Quartal auf 2,1 Milliarden Euro. Der Konzern fährt die Investitionen zurück und stösst Geschäftsteile ab. Mit Blick auf den Konflikt zwischen Russland und dem Westen sagte Shell-Finanzchef Simon Henry, es werde kurzfristig wohl keine neuen Investitionen in Russland geben.
(reuters/chb)