Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03299.jsonl.gz/815

Craniosacrale Therapie
CST vermittelt einen weiten Ansatz in puncto Anwendbarkeit bei Patienten mit Spannungssyndromen unterschiedlicher Indikationsfelder. Sie verknüpft die Behandlung des Bindegewebes des Zentralnervensystems sinnvoll mit faszialen Bezugspunkten des Bewegungsapparates und des Bindegewebes der Organe.Es handelt sich im Kern um die klassisch methodischen Lehrinhalte der CST im Sinne von Magoun, wie sie z.B. auch von John Upledger nachbereitet wurden. Die besondere Prägung erhält die CST, da sie von esoterischen und klinisch nicht verifizierbaren Ansätzen befreit ist und umgekehrt durch osteopathische Techniken bereichert wird, also durch methodische Ergänzungen aus der eigentlichen Wurzel der Craniosacral-Therapie. Der Entdecker der craniosacralen Dynamik, der amerikanische Arzt William Garner Sutherland, verwies schon früh auf diese Verwurzelung in der Funktionellen Osteopathie und entwickelte umgekehrt selbst auch entsprechende Körpertechniken, wie z.B. die ligamentär-artikulären Spannungstechniken (Funktionelle Gelenktechniken) im allgemeinen osteopathischen Kontext.Das Besondere an der Craniosacral-Therapie ist ihre aussergewöhnliche Zartheit im Umgang mit faszialen Strukturen, die bis ins Schädelinnere und bis hinunter zum Kreuzbein reichen und ihre stille Kommunikation mit den Spannungszügen faszialer Verknüpfungen mit den benachbarten Strukturen des viszero-somatischen Systems, also den Organen und dem Bewegungsapparat. So enden Behandlungen der Craniosacralen Therapie nicht im unmittelbar assoziierten Bereich der neurologischen Indikationen (Kopfschmerz, Schwindel, Tinnitus), sondern reichen weit hinüber ins orthopädische Feld und in die Behandlungsfelder der funktionellen Organerkrankungen (Asthma, Reizmagen, Menstruationsstörungen). Um dieses Beispiel zu vertiefen: eine craniosacral-therapeutische Behandlung des Sacrums findet eben immer auch dort statt, wo über den parasympathischen Anteil des vegetativen Systems eine entspannende Einflussmöglichkeit auf krampfartige Menstruationsschmerzen zu realisieren ist. Gegenbeispiel Orthopädie: die Flexions- und Extensionsbewegungen des cranialen Occiputs sind Ausdruck ihres Eingebundenseins in das Tonusgeschehen der Kopfgelenke (Occiput/Atlas/Axis), also natürlich auch der Nacken/Schultermuskulatur. Hier setzt der Lehrgang CST an: es handelt sich um eine faszial geprägte und trotzdem klassische Ausprägung der subtilen Craniosacral-Therapie. Mittels dieser Vorgehensweise kann die Methodik auch ausserhalb der allgemeinen Osteopathie von Physiotherapeuten und Masseuren angewendet werden. Einzelne Kursmodule können auch bei den Fortbildungsserien der cura-Akademie in Parietaler Osteopathie und Viszeraler Osteopathie angerechnet werden.
Viszerale Osteopathie
Wer es stark vereinfacht formuliert sehen möchte: Viszerale Osteopathie eröffnet den Weg zu einer ganz anderen Seite des Patienten - der Vorderseite. Wir nennen es somato-viszerale Interaktion, wenn wir gezielt mit der Wechselwirkung zwischen dem kollagenen Bindegewebe des Bewegungsapparats und dem des Organsystems arbeiten. Bei cura lernen Sie die in der Physiotherapie- und der Naturheilpraxis erprobten viszeral-osteopathischen Techniken und die wesentliche funktionelle Anatomie, um über die Behandlung der Organe gerade die sonst therapieresistenten Beschwerden und Schmerzen des Bewegungsapparates Ihrer Patienten zu behandeln. Bei uns bedeutet Ganzheitlichkeit nicht nur die Einheit von Körper, Seele und Geist zu erfassen, sondern unsere Patienten ganzheitlich zu behandeln, also z.B. auf struktureller Ebene das Bindegewebe des Bewegungsapparats, des Nervensystems und der Organe in ihrer inneren Verbindung zu behandeln.
Allgemeine viszerale Kursinhalte
- Funktionelle Viszerale Anatomie, Physiologie, Organmotilität und -mobilität
- Entsprechungen innerer Organe und äusserer Segmente des Bewegungsapparates
- Das Konzept der osteopathischen Läsion
- Viszerale Écoute-Techniken in Diagnose und Behandlung
- Vom Umgang mit Narben und Störfeldern - thorakale und pelvikale Techniken