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Das Laub raschelt unter den Füssen, der Igel bereitet sich auf den Winterschlaf vor, und die Spinnennetze glitzern in der Morgensonne – all das ist der Herbst. Was steckt hinter diesen Phänomenen?
Text Deborah Bischof
Datum
Weshalb gibt es im Herbst oft Nebel?
Je kühler die Luft ist, desto weniger Feuchtigkeit kann sie speichern. Das überschüssige Wasser kondensiert in der Folge in winzigen Tröpfchen. All die schwebenden Wassertröpfchen bilden den Nebel. Weil die Luft im November sehr kalt und feucht ist, gibt es dann in der Regel auch am meisten Nebel.
Warum gibt es im Herbst mehr Stürme?
Im Herbst wendet sich die Nordhalbkugel immer weiter von der Sonne ab und kühlt daher sehr schnell ab. Am Äquator bleibt es indessen warm. «Hoch- und Tiefdruckgebiete durchmischen dann wie ein Mixer die kalten und warmen Luftströme», erklärt Meteorologe Klaus Marquardt von Meteonews. Dadurch könne das Wetter sehr schnell umschlagen und es gebe vermehrt Stürme. Das sei vor allem im Spätherbst und frühen Winter der Fall.
Warum färben sich die Blätter gelb, orange oder rot?
Dass die Blätter im Frühling und Sommer grün sind, liegt am Chlorophyll. Aus Sonnenlicht, Wasser und Kohlenstoff aus der Luft kann es nämlich Sauerstoff und Glucose produzieren. Im Herbst, wenn die Sonneneinstrahlung schwächer wird, die Temperaturen sinken und die Tage kürzer werden, betreiben die Bäume weniger Fotosynthese. Die Bäume zerlegen das Chlorophyll dann in seine Einzelteile und transportieren es in ihre Wurzeln, Stämme und Äste. Dort ist es bis im folgenden Frühling in Sicherheit. In den Blättern bleiben alle anderen Farbstoffe (Karotinoide, Xanthophylle) zurück und färben die Blätter gelb, orange, rot und manchmal auch violett.
Weshalb werden nicht alle Bäume gleichzeitig farbig?
Jede Pflanze hat ihre eigene Strategie. Sie muss für sich abwägen, ob sie möglichst lange Fotosynthese betreiben und wachsen will oder ob sie lieber auf Nummer sicher geht, ihr Chlorophyll abbaut und sich vor Kälte und Frost schützt.
Warum fallen die Blätter zu Boden?
Über die Blätter verdunstet viel Wasser. Indem die Bäume ihre Blätter abwerfen, schützen sie sich vor der trockenen, kalten Jahreszeit. Dafür entziehen sie den Blättern die Nährstoffe, verschliessen dann die Blattstiele und schneiden sie so von der Wasserversorgung ab. In der Folge verwelken die Blätter und fallen ab.
Wohin verschwindet das ganze Laub?
In der Stadt räumt man es oft manuell weg, während es in den Wäldern natürlich abgebaut wird. «Organismen wie Regenwürmer, Pilze oder Bakterien fressen und zersetzen das Laub», sagt Biologe Eric Wyss von Phaenonet. Für den Waldboden entsteht so nährstoffreicher Humus.
Warum ist im Herbst Wildzeit?
Das hängt mit der Jagdsaison zusammen. Im Winter brauchen die Tiere Ruhe, um die kalte Jahreszeit zu überstehen. «Eine Jagd zu dieser Zeit würde die Tiere in ihren Lebensräumen aufschrecken», erklärt Biologe Eric Wyss. Auch Frühling und Sommer eignen sich nur bedingt. «Dann ist Setzzeit, also die Zeit, in der die Jungen geboren und aufgezogen werden.» De facto bleibt für die Hauptjagd nur der Herbst.
Wohin reisen die Zugvögel?
Viele Vogelarten bleiben den Winter über in der Schweiz. Einige hingegen brechen zwischen September und November Richtung Süden auf. Wie weit sie fliegen, sei sehr unterschiedlich, sagt Biologe Eric Wyss. «Langstreckenzieher wie der Mauersegler reisen bis ins südliche Afrika, während zum Beispiel Kraniche oder Stare deutlich weniger Kilometer zurücklegen und in Ländern wie Frankreich, Spanien oder Italien überwintern.»
Wie bereiten sich Igel und Co. auf den Winterschlaf vor?
Es gilt: fressen, fressen, fressen. Um durch den Winter zu kommen, müssen die Tiere möglichst viel Fett zulegen. Zusätzlich ist es wichtig, dass sie einen geeigneten Unterschlupf finden. Einer, der sie vor Räubern, Kälte und Niederschlägen schützt.
Woher kommt der Begriff «Altweibersommer»?
Das ist nicht abschliessend geklärt. Es wird jedoch vermutet, dass er nichts mit Frauen zu tun hat, sondern mit Spinnen. «Weiben» ist nämlich ein alter Begriff für das Knüpfen von Spinnweben. In der Schönwetterphase Anfang Herbst sind die Netze der Krabbeltiere vom morgendlichen Tau benetzt und daher in der Sonne besonders gut sichtbar; daher wohl der Name.
Warum heisst der Herbst eigentlich «Herbst»?
Das Wort stammt vom althochdeutschen «Herbist», was so viel bedeutet wie «am besten zum Pflücken geeignet» oder «Erntezeit».
Bring den Herbst auf dem Tisch
Wenns draussen langsam ungemütlich wird, versorgen uns wärmende Gerichte drinnen mit guter Laune. Darum backen wir, kochen Herbstklassiker und geniessen gemeinsam ein Raclette oder Fondue.