Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03226.jsonl.gz/411

Die 32-jährige Patientin hatte im November 2020 einen wenig symptomatischen SARS-CoV2 Infekt. Ende Januar Entwicklung von erhöhter Temperatur bis 38 Grad, Müdigkeit, Entwicklung von schmerzhaften oralen und genitalen Ulcera sowie den schmerzhaften Hautläsionen (siehe Bild) an beiden Unterschenkeln. Die Zuweisung erfolgte zur weiteren Abklärung.
Im Labor BSR von 60, Thrombozytose von 540 giga/l, Rheumaimmunologie negativ, HLA B-51 negativ.
Welche Verdachtsdiagnose stellen Sie?
Auflösung
Die Krankengeschichte mit oralen und genitalen Ulcera und dem Erythema nodosum lassen primär an einen Morbus Behçet denken. Allerdings handelt es sich hier um eine akute Erkrankung. Für die Diagnose eines Morbus Behçet braucht es ein rezidivierendes Krankheitsgeschehen mit den Hauptkriterien rezidivierender oraler (und genitaler) Ulcera. Das akute Auftreten und das rasche Abklingen der Symptome unter einer Glukokortikoidtherapie mit initial 50 mg, ohne Rezidiv nach Stopp der Therapie, spricht eher für ein reaktives Geschehen. Die Ätiologie ist jedoch unklar. Einen Zusammenhang mit dem COVID-19 2 Monate davor scheint unwahrscheinlich.