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<h2>SubmittedText<h2><p>Immer wieder ist von Masernerkrankungen zu lesen; dies meist dann, wenn schwere Komplikationen auftreten. Unlängst wurde ein Impfobligatorium gefordert; dies, weil in der Schweiz nur 86 Prozent der Bevölkerung gegen Masern geimpft sind. Zu wenig, findet auch die WHO und fordert die Schweiz auf, die Verbreitung von Masern aktiver zu bekämpfen.</p><p>Die Einführung eines Impfobligatoriums kann nur die letzte Massnahme sein, wenn alles andere nicht greift.</p><p>In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Welche konkreten Massnahmen ergreift das BAG, um die Durchimpfungsrate zu erhöhen?</p><p>2. Welche Möglichkeiten sieht er, von den Kantonen mit einer niedrigen Durchimpfungsrate besondere Anstrengungen zu verlangen, damit dort vermehrt gegen Masern geimpft wird?</p><p>3. Kann er sich vorstellen, mit Anreizen und verstärkter Information dafür zu sorgen, dass mehr Eltern ihre Kinder gegen Masern impfen lassen?</p><p>4. Ist er bereit, die Anregungen der WHO wie z. B. die Einführung eines einheitlichen Impfregisters und die verbesserte Überwachung von Krankheitsfällen umzusetzen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Das BAG erarbeitet zusammen mit den kantonalen Behörden und den betroffenen Partnern eine Strategie zur Eliminierung der Masern in der Schweiz. Konkret sind eine verstärkte Impfpromotion sowie strukturelle Massnahmen zur Förderung der Impfung und zur Bekämpfung von Masernausbrüchen geplant. Im April 2009 beteiligte sich die Schweiz an einer Initiative des Regionalbüros für Europa der WHO: Im Rahmen der Europäischen Impfwoche fand eine Kampagne statt, mit der für die Masernimpfung sowie für die Tatsache sensibilisiert wird, dass es wichtig ist, sich an die Empfehlungen des Impfplans zu halten. Diese Aktion richtet sich an die Gesundheitsfachleute, die Eltern und allgemein an die Bevölkerung.</p><p>2. Zusammen mit den Kantonen führt das BAG in der ganzen Schweiz regelmässig Durchimpfungsstudien durch. Die Ergebnisse, insbesondere der interkantonale Vergleich, liefern den Kantonen Hinweise auf bestehende Unzulänglichkeiten und bilden einen Anreiz, die erforderlichen Anstrengungen zu unternehmen, um die Durchimpfungsraten zu verbessern. Eine Arbeitsgruppe des BAG prüft mit den kantonalen Behörden umfassende Massnahmen, um die Durchimpfungsraten dauerhaft zu verbessern. Die vereinbarten Massnahmen sollten noch dieses Jahr eingeleitet werden können.</p><p>3. Nach Ansicht des Bundesrates können eine bessere Kommunikation und eine verstärkte Information und Förderung der Impfung die Bereitschaft der Eltern erhöhen, ihre Kinder gegen Masern impfen zu lassen. Sollte dies nicht genügen, werden Massnahmen wie ein Impfobligatorium für bestimmte Bevölkerungsgruppen oder in bestimmten Situationen (Krippen, Schulen usw.) in Betracht gezogen.</p><p>4. Die Empfehlungen der WHO werden berücksichtigt und auf die Situation und die Gegebenheiten in unserem Land abgestimmt. Auf Bundesebene wurden bereits Massnahmen getroffen, um die Überwachung der Masern zu verbessern (Verkürzung der Meldefrist). Hingegen müssen die Kantone dafür sorgen, dass die in der Meldeverordnung festgelegte Meldepflicht von den Ärztinnen und Ärzten eingehalten wird (SR 818.141.1).</p>  Antwort des Bundesrates.