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In den 1860er-Jahren erwachte Locarno, bedingt durch den Eisenbahnbau im Tessin, langsam aus seiner Isolation. 1875 wurde das neue Grand Hotel beim Bahnhof in Locarno in Betrieb genommen. Die Eröffnung der durchgehenden Gotthardbahn im Sommer 1882 löste im ganzen Tessin eine neue Bauphase aus.
1886 war das Hotel Reber als erstes direkt am See gelegenes Haus in Locarno vollendet, bald darauf kamen weitere Gasthöfe hinzu: 1891 das Hotel Du Lac in einem alten Palazzo am See, 1892 die Hotel-Pensione Belvédère als Umbau aus einer bestehenden Villa, 1893 das Hotel Du Parc in einem schönen Park in der Nähe des Bahnhofs und kurz danach das Hotel Beau Rivage am Seeufer. Daneben entstanden, verteilt über das gesamte Stadt- und Gemeindegebiet von Locarno und Muralto, noch einige weitere kleinere Pensionen. Seit 1893 brannten in Muralto, als erste Gemeinde im Locarnese, elektrische Strassenlaternen.
Das aus einer ehemaligen Villa umgebaute Hotel du Parc wurde 1905 im Zusammenhang mit dem Bau der Simplonlinie, durch den jungen Luzerner Architekten Alfred Möri stark vergrössert. Weitere Umbauten folgten 1917 und 1929, so dass das Hotel alle Wirren des 20. Jahrhunderts gut überstand. 1985 musste die Hotelanlage aber dann einer neuen Altersresidenz «Al Parco» weichen.
Weitere Literatur zu den Hotels in Locarno:
FLÜCKIGER-SEILER ROLAND. Hotelpaläste zwischen Traum und Wirklichkeit. Schweizer Tourismus und Hotelbau 1830-1920. Baden 2003. Seiten 144-149.