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Albert Frey-Wyssling (1900-1988), Botanikprofessor an der ETH Zürich, schätzte den schnellwüchsigen Tabak als Versuchspflanze für seine Forschungen, nicht aber die gesundheitlichen Gefahren des Genussmittels. In seiner Vorlesung über Tropische und subtropische Kulturpflanzen in den 1940er Jahren schildert er drastisch die Auswirkungen der Tabakgifte auf den menschlichen Organismus. Erst darauf präsentiert er die neusten Erkenntnisse über die Bildung des Nikotins in der Pflanze. Die Forschung hatte nämlich das Übel soeben buchstäblich an der Wurzel gepackt. In seinen autobiographischen Erinnerungen schreibt er später darüber: „Wenn man […] Tomatenschösslinge auf Tabakwurzeln pfropft, entstehen nikotinhaltige Tomaten; umgekehrt bleiben die Blätter von auf Tomatenwurzeln gepfropften Tabakpflanzen nikotinfrei.“ Weder staatliche Stellen, noch die Lebensmittel- oder Tabakindustrie scheinen während der Kriegszeit und lange danach Interesse an diesem Befund gehabt zu haben. Jedenfalls erwähnt Frey-Wyssling keinerlei Reaktionen aus diesen Kreisen.
Skizze aus Albert Frey-Wyssling, Tropische und subtropische Kulturpflanzen I, Vorlesungsnotizen, Sommersemester 1942 (ETH-Bibliothek, Archive und Nachlässe, Hs 1368:28)
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Die erwähnten Vorlesungsnotizen stammen aus dem Nachlass Frey-Wyssling in den Archiven und Nachlässen der ETH-Bibliothek.
Erwähnte Literatur: Albert Frey-Wyssling, Lehre und Forschung. Autobiographische Erinnerungen, 1984.