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Stationsgebäude SBB
Innenraum (Halle)
Stationsgebäude SBB
Innenraum (Halle)
Stationsgebäude SBB
Adresse
6300 Zug
ZG
Architektur
Das Stationsgebäude, insbesondere die prägende Südfassade, vereint Funktionalität, Architektur und Kunst. Hornberger Architekten haben einen überzeugend monumentalen Bau mit hybrider Nutzung entwickelt, der einen Kontrapunkt zum kleinteiligen Kontext, insbesondere zur Architektur der nahegelegenen Altstadt setzt.
Chronologie
Der erste Zuger Bahnhof wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Jakob Friedrich Wanner erbaut. Der Sackbahnhof war am Bundesplatz situiert, unweit des heutigen Standorts. Als 1897 die Bahnstrecke nach Arth-Goldau erweitert wurde, wurde das Stationsgebäude an den heutigen Standort verlegt und als Keilbahnhof ausgestaltet. In den Jahren 2000 bis 2003 entstand an derselben Stelle das heutige Stationsgebäude nach dem Entwurf von Hornberger Architekten. Für die Kunst am Bau, die Lichtinstallation «light transport», zeichnet James Turrell verantwortlich.
Lage
Der Zuger Bahnhof liegt etwa 200 Meter nördlich des Seeufers und der Altstadt. Westlich und östlich des Gleisverlaufs sind die Quartiere Grafenau und Metalli gelegen, die durch die Bahnhofspassagen miteinander verbunden sind. Der Keilbahnhof ist in die Gabelung der Gleise eingefügt, die sich, von Zürich kommend, nach Westen und Süden verzweigen. Die Hauptfassade ist nach Süden, auf den Bahnhofplatz ausgerichtet. Der kreisförmige Platz dient auch zur Omnibuswende und mündet in die zum Zugersee führende Alpenstrasse. Die Bahnsteige liegen deutlich über dem Niveau des Bahnhofplatzes und sind über grosszügige, den Platz fassende Freitreppen an den Stirnseiten der Gebäudeschenkel erreichbar.
Beschreibung
Das fünfgeschossige Stationsgebäude besteht aus zwei Sichtbeton-Schenkeln, die sich nach Süden öffnen. Der westliche Schenkel schmiegt sich in einer kaum merklichen Krümmung an den Gleisverlauf. Die fensterlosen Stirnseiten der Schenkel sind leicht schräg angeordnet und rahmen die markante Glasfassade, welche die weitläufige Bahnhofshalle abschliesst. Die Symmetrie und die monolithische Materialisierung bedingen eine monumentale Wirkung. Die West- und die Ostfassade sind aufgrund der höher liegenden Bahnsteige und der Bahnsteigüberdachungen wesentlich weniger präsent. Entlang der Längsseiten haben die drei oberen Büroetagen geschosshohe Fensterbänder, vorgelagerte filigranen Fluchtbalkone unterstreichen die horizontale Strukturierung dieser Fassaden.
Neben dem Haupteingang in der Nord-Süd-Achse werden der Baukörper und die Gleise von einer Passage in Querrichtung erschlossen. Die beiden Ladengeschosse des Stationsgebäudes sind über den Bahnhofplatz oder die höher gelegenen Bahnsteige zu erreichen. In der Bahnhofshalle durchbricht eine skulpturale Treppenkonstruktion die strenge Symmetrie des Gebäudes und erschließt umlaufende, horizontal rhythmisierende Galerien. Die gläsernen Brüstungen und die Glasfassade werden bei einbrechender Dunkelheit von einer Lichtskulptur des amerikanischen Künstlers James Turrell vielfarbig beleuchtet.
Literatur