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«Nehmen wir an, ich will wissen, welcher der grösste Staat der USA ist», sagt die Informatikerin und Computerlinguistin Esther Kaufmann. Bei Google tippt sie dazu auf Englisch ein: «Which ist the biggest state in the USA?» Resultat: Über eine Million Websites, die die Worte «which», «big» und «state» enthalten, jedoch in beliebiger Syntax. Die meisten helfen dem Fragesteller also nicht viel – etwa zahllose Seiten über Staaten und die USA. Das Wort «big» birgt zusätzliche Tücken, weil es im Englischen verschiedene Bedeutungen hat.
Die Google-Technologie – die sich als fast «ultimative Antwort-Maschine» rühmt – ist nicht in der Lage, die einzelnen Worte der Frage in einen logischen Zusammenhang zu stellen. Jeder Google-Nutzer kennt dieses Dilemma: Man muss sich oft erst durch viele Links wühlen, um zu finden, was man braucht.
Mit logischen Fragen der Datenflut begegnen
Die Forschungsgruppe von Professor Abraham Bernstein, in der auch Esther Kaufmann arbeitet, entwickelt neue Suchtechniken fürs Web. Am Stand im Lichthof erklärt sie, wie es funktioniert. Die sprachlich ausgefeilte Software «versteht» die eingetippte Frage des Surfers und – voilà – die Ergebnisse sind viel präziser und man findet bald heraus, dass der bevölkerungsreichste Staat Kalifornien ist. «Unsere Technologie fusst auf der semantischen Analyse der Wörter», erklärt Kaufmann. Demnächst könnte die neue Software, die unter dem Namen «ginseng» und «Querix» läuft, als Open Source Produkt die Suche im Web vereinfachen.
Crash in Echtzeit
Am nächsten Stand rast ein schicker Rennwagen die Landstrasse entlang, dann legt er sich zu schnell in die Kurve – Crash. Das 3D-Auto-Rennspiel haben Forscher der Gruppe «visualization and multimedia lab» zur Veranschaulichung ihrer Forschung aufgestellt. Sie untersuchen, wie die Beschleunigung am Bildschirm vom Auge aufgenommen wird und entwickeln effiziente Methoden um 3D-Szenen, wie den Autounfall, genauer zu visualisieren.
Durch Greifen begreifen
Dass Intelligenz nicht einzig in hoher Rechenleistung liegt, verdeutlichen die Roboter des «Artificial Intelligence Lab». Wie ein Hase hoppelt ein kleines Exemplar der Gattung «hüpfender Roboter» durch den Lichthof. Allein die unregelmässige Bewegung zweier Motoren versetzt ihn in ein Wippen, die ihn aufgrund seiner Konstruktion vorwärts Hüpfen lässt: Ein Hüpf-Roboter ohne jegliche elektronische Ansteuerung. Als er sich unter dem roten Teppich verklemmt, muss aber trotzdem ein Besucher helfen.
Erwachsene wissen, wenn sie einen Gegenstand anschauen, wie stark sie die Hand öffnen und wie viel Kraft ihre Finger aufwenden müssen, um den Gegenstand zu greifen. Ihre sensorischen, visuellen und taktilen Fähigkeiten spielen perfekt zusammen. «Die isolierten Fähigkeiten Sehen, Bewegen und Greifen beim Roboter zusammenzubringen, das ist die grosse Herausforderung», erklärt der Forscher am Stand. Um diese zu meistern, setzen die Forscher des AI-Labs nicht nur auf Rechenleistung, sondern auch auf eine «intelligente», möglichst der Natur nachempfundene Konstruktion ihrer Robter-Hand.
Finger drauf
Mit biometrischen Daten wie digitalen Fingerabdrücken, Gesichtsgeometrie sowie Iris-Erkennung befasst sich die Communications System Groups. Ein Produkt, das die Fingerabdrücke speichert und mit den Personaldaten einer Firma mittels Schnittstellen verknüpft heisst BioXes.
Der Vorteil ihrer Lösung für Firmen bestehe in der administrativen Entlastung, erklärt Peter Ming, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Informatik. Käme es in einer Firma beispielsweise zu einer sogenannten unfreundlichen Entlassung, so könne es schon mal dauern, bis der Fingerabdruck des Entlassenen aus der Datenbank gelöscht sei. Denn in vielen Firmen sind die Daten auf zwei verschiedenen Systemen gespeichert. Bei BioXes stimmen – dank der Schnittstelle – Personaldatenbank und Fingerabdruckerkennung überein. Sicherheitslücken können vermieden werden. Das Produkt hat sich bewährt, die Forschergruppe gründet noch in diesem Jahr eine Spin-off Firma mit ihrer Software.
Mit Touch zur besten Geldanlage
Am Ende des Rundgangs durch den Informatik-Lichthof erfährt der Besucher, wie er am besten sein Geld anlegt. An grossen Multitouch-Screens kann er ganz ohne Bank-Fachberater sein persönliches Risikoprofil erstellen. Die interaktive Software errechnet aufgrund der Eingaben ein auf ihn abgestimmtes Portfolio. Übersichtlich und durchschaubar erscheint so die doch sonst eher undurchdringliche Bankenwelt.
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