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Vom Holzji oberhalb Blatten bei Naters überblickt man am gegenüberliegenden Talhang den markanten Felskopf der Stockflüe. Wenn Sie mit dem Fernrohr oder Feldstecher die steilen Wiesenflächen und Felswände aufmerksam absuchen, können Sie Spuren der seit über 400 Jahren aufgelassenen Wasserleitung «Oberriederi» entdecken.
In schwindelerregender Höhe wurde auf kleinen Felsabsätzen Stein auf Stein zu Trockenmauern aufgeschichtet. Auf diese legte man ausgehöhlte Baumstämme, die Kännel, durch die das Wasser floss. An senkrechten Felswänden, wo keine Mauern errichtet werden konnten, mussten in viereckig ausgehauenen Toggenlöchern Tragbalken verankert werden, auf die man die Kännel legte und mit Weidenruten und Holzzapfen befestigte. Solche Toggenlöcher sieht man ebenfalls an der Stockflüe.
Die Trockenmauern wurden äusserst kunstvoll errichtet und bezeugen den grossen Mut und das handwerkliche Geschick der früheren Talbewohner im steten Kampf um’s kostbare Wasser!