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Falschinterpretation: Grafik zeigt nur Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion
null Falschinterpretation: Grafik zeigt nur Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion
Falschinterpretation: Grafik zeigt nur Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion
Nicht das Coronavirus, sondern die Covid-19-Vakzine sei «die wahre Pandemie». So lautet eine Behauptung auf Facebook, welche in der Schweiz sowie in weiteren Ländern kursiert. Den angeblichen Beweis soll eine Grafik mit den Todesfällen im Zusammenhang mit Covid-19 liefern. Berücksichtig werden dabei die Zahlen aus Israel und Schweden. Mit Beginn der Vergabe der dritten Impfdosis in Israel Ende Juli 2021 sei dort die «Todesrate [...] geradezu explodiert».
Die Schlussfolgerung ist unlogisch: Würde jemand an einer Impfung sterben, würde er in der Grafik mit den Verstorbenen mit einer Sars-CoV-2-Infektion nicht erscheinen. Rückschlüsse auf Impfnebenwirkungen können nicht aus der Statistik über die Verstorbene an einer Coivd-19-Infektion gezogen werden. Zudem bildet die in den sozialen Medien kursierende Grafik weniger als drei Monate des Pandemiegeschehens ab. Insgesamt zählt Schweden seit Pandemiebeginn deutlich mehr Todesfälle im Zusammenhang mit einer Sars-CoV-2-Infektion als Israel.
Die Grafik zeigt, wie viele mit Sars-CoV-2-Infizierte in den beiden Ländern pro Millionen Einwohner an einem Tag gestorben sind. Aus dieser Grafik Rückschlüsse auf angebliche schwerwiegende Nebenwirkungen der Corona-Impfung zu ziehen, ist falsch: Ein Mensch, der an einer Impfung verstirbt, wird nicht als Verstorbener im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gezählt.
In Israel war schon im März 2021 mehr als die Hälfte der Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft, im Juli begannen die Vergabe der Booster-Impfung. Dennoch erkrankten noch im September überwiegend ungeimpfte Menschen schwer an Covid-19. Wissenschaftler aus Jerusalem teilten zur Entwicklung der Sterbefälle mit: «Das Virus entwickelt sich durch die ungeimpfte Bevölkerung oder durch diejenigen, deren Impfung ausgelaufen ist.»
Als Beweis für einen vermeintlichen Zusammenhang zwischen Impf- und Todesrate werden in dem SharePic die Todesfälle von Israel mit denen in Schweden verglichen: Während von Juni bis Anfang September die Todesfälle in Israel stiegen, blieben sie in Schweden in diesem Zeitraum auf niedrigem Niveau.
Doch das Sharepic zeigt nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Pandemiegeschehen beider Länder. In Schweden sind gemäss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zwischen Januar 2020 und Dezember 2021 über 15’200 Menschen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus verstorben, in Israel waren es im gleichen Zeitraum etwas mehr als 8’200 Menschen.
Gäbe es doch einen Zusammenhang zwischen Impfung und Zahl der im Zusammenhang mit Covid-19 Verstorbenen, wäre dies nicht nur in Israel zu beobachten. Doch als Ende September 2021 die Booster-Impfungen in Schweden begannen, stieg die Zahl der Corona-Toten nicht an, im Gegenteil, sie sank.
Auch in Israel sanken mit fortschreitender Booster-Impfkampagne die Fall- sowie Todeszahlen. Anfang November forderte Israel, basierend auf ihren Erfahrungen, andere Staaten ebenfalls zur Verabreichung der dritten Impfdosis auf. Diese sei sicher, wirksam und für den anhaltenden Impfschutz erforderlich.
Eine in Israel angelegte Studie untersuchte die Dauer des Impfschutzes eines mRNA-Impfstoffes gegen Sars-CoV-2. Diese ergab, dass der Impfschutz in den ersten drei Monate nach der zweiten Impfung mehrheitlich stabil sei, anschliessend kontinuierlich nachliesse. Mehr als fünf Monaten nach der zweiten Impfinjektion stellten die Studienautoren einen Impfschutz von etwa 90 Prozent fest, der dann aber weiterhin abnehme. Das Risiko einer Sars-CoV-2 Infektion steige, je weiter die zweite Impfung vergangen sei.
Die Schweizer Covid-19 Task Force registrierte ebenfalls das Nachlassen des Impfschutzes. So ermittelte sie in den Monaten Juli bis September 2021, dass die Impfung zu 90 Prozent oder mehr vor einer Hospitalisierung schützte. Um der nachlassenden Wirkung des Impfschutzes entgegenzuwirken, wurde die dritte Impfdosis Ende Oktober der vulnerablen Bevölkerungsgruppe zur Verfügung gestellt, seit Ende November haben alle ab 16 Jahren Zugang zur Boosterimpfung. Swissmedic gab die dritte Impfdosis vom Hersteller Pfizer / Biontech ab 16 Jahren frei, die dritte Dosis vom Hersteller Moderna ab 18 Jahren. Seit dem Ende Dezember 2021 empfehlen die Behörden die Booster-Dosis bereits vier Monate nach der zweitet Dosis.
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