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Goldeybridge
Der Goldeysteg: Fussgängerbrücke mit Postkartenaussicht1900 wurden mit dem einfachen Fussgängersteg die Spazierwege dem Aareufer entlang erschlossen. Gleichzeitig entstand dadurch eine direkte Verbindung von Unterseen zum Kursaal. Heute ist es schwer vorstellbar, dass hier nach den Plänen von 1910 ein «Centralbahnhof» hätte entstehen sollen.
Vor hundert Jahren, um die Jahrhundertwende, amüsierten sich die noblen Gäste im Kursaal oder unternahmen lange Spaziergänge auf breit angelegten Promenaden rund um Interlaken. Beliebt waren die Uferwege entlang der Aare vom Zollhaus – dem jetzigen Bahnhof Interlaken Ost – durch die Goldey ins Städtchen Unterseen. Doch zwischen dem Hotel Beau Rivage und Unterseen gab es keine Möglichkeit, die Spaziergänge abzukürzen. Der baufällige Holzsteg oberhalb der Eisenbahnbrücke aus dem Jahre 1864 war nicht mehr sicher genug. 1900 – der Kursaal war mitten im Ausbau seiner Einrichtungen und Anlagen – entstand die einfache eiserne Fussgängerbrücke über die Aare, der Goldeysteg. Welch schönen Aussichtspunkt dieser Steg über die Aare eröffnet hat, zeigen die vielen Postkartenansichten und Kalenderbilder mit der Altstadt Unterseen und dem Niesen im Hintergrund.
Kaum auszudenken, wenn wie 1910 geplant hier tatsächlich ein «Centralbahnhof» entstanden wäre. Die Aare würde weiter nördlich fliessen und den Platz für ein riesiges Gleisfeld zwischen der Goldey und dem Kursaal freigeben. Im Gegensatz dazu erscheint der heutige Lärm der Züge erträglich.
1999 ist der eiserne Fachwerksteg von Grund auf erneuert worden. Die Kosten von 320’000 Franken haben sich die Gemeinden Interlaken und Unterseen geteilt. Weder über ein Fest bei der Eröffnung vor hundert Jahren noch von einer Feier nach der Wiedereröffnung ist etwas bekannt. Zu unbedeutend scheint das doch so nützliche und bequeme Bauwerk zu sein.