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Die beiden Brücken Vogelsang – Windisch und Turgi – Untersiggenthal gehören zu den ältesten Eisenbahnbrücken der Schweiz. Die 1856 und 1859 fertiggestellten Natursteinbrücken, die sich sehr ähnlich sind, waren die grössten Kunstbauten der zugehörigen Strecken Baden – Brugg und Turgi – Koblenz. Trotz Zunahme der Achslasten, der Geschwindigkeiten und der Zugsdichte genügen sie statisch noch heute. Jene von Turgi – Untersiggenthal besitzt gar noch Reserven: Sie überspannt nicht nur die Limmat, sondern mit einem dritten Joch ein Stück Uferzone. Dort sollte der Kanal für die projektierte, aber nie gebaute Spinnerei und Weberei verlaufen. Zudem ist sie für eine zweite, bisher nicht verwirklichte Spur vorbereitet
Hochwasser und ungünstiger Baugrund setzten den zwei württembergischen Unternehmen, welche 1855 den Bau der Reussbrücke in Angriff nahmen, so stark zu, dass diese in Konkurs gerieten. Bei der Neuausschreibung ging nur eine einzige, sehr viel teurere Offerte ein. Die Verzögerungen führten dazu, dass die Eröffnung der Strecke Baden – Brugg hinausgeschoben werden mussten.
Die frühen Bahnbrücken waren fast ausnahmslos Gewölbebrücken mit Natursteinwerk, da der Eisenbeton im 19. Jahrhundert noch nicht bekannt war. Aussen wurden Quader- und Hausteine aus Jurakalk verwendet, während das Füllmaterial aus Bruchsteinen besteht
Mit der über eine Limmatbrücke führenden Linie von Turgi nach Waldshut wurden 1859 erstmals Zürich und Basel per Bahn verbunden, nachdem eine rechtsrheinische Strecke Basel – Waldshut eben eröffnet worden war. Infolge seiner Knotenfunktion erhielt der Bahnhof Turgi seine typische, 1996 im Zuge des Neubaus aufgehobene Insellage. Aufnahme 1950.
|1||Bahnhof Turgi|
|2||Reussbrücke Vogelsang – Windisch, 1856|
|3||Limmatbrücke Turgi – Untersiggenthal, 1859|
Aufriss der Reussbrücke Vogelsang – Windisch. Die Limmatbrücke in Turgi ist sehr ähnlich gestaltet. Die zwei Brücken besitzen bei einer Länge von 73 und 78 Metern je drei Joche.
|1830||Kauf des Landes in der Untersiggenthaler Unterau durch die Brüder Bebié in der Absicht, hier eine weitere Fabrik zu erstellen|
|1856||Betriebsaufnahme auf der Strecke Baden – Brugg über die Reussbrücke Vogelsang – Windisch|
|1859||Eröffnung der Linie Turgi – Waldshut über die Limmatbrücke Turgi – Untersiggenthal|
|1861||Konzessionserteilung an die Firmen Bebié und Kappeler-Bebié für ein Wasserwerk mit zwei Wasserrädern in der Unterau|
|1862||Doppelspurausbau zwischen Turgi und Aarau|
|1874||Verzicht auf Konzession Unterau wegen der Krise in der Textilindustrie|