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Rouvier
(spr. ruwjeh), Maurice, franz. Minister, geb. zu Aix, studierte die Rechte und ließ sich in Marseille [* 2] als Advokat nieder. Der republikanischen Partei angehörig, ward er nach dem zum Generalsekretär des Departements der Rhônemündungen ernannt. Bei den Nachwahlen in die Nationalversammlung gewählt, schloß er sich der äußersten Linken an. Seit 1876 Mitglied der Deputiertenkammer, wurde er eines Unsittlichkeitsvergehens im Palais-Royal beschuldigt und vom Gericht zwar für unschuldig erklärt, aber in einer für ihn beleidigenden Weise, obwohl die Verleumdung offenbar war.
An den Verhandlungen der Kammer nahm er lebhaften Anteil, namentlich in finanziellen und volkswirtschaftlichen Fragen, und war mehrmals Berichterstatter für das Budget. Gambetta übertrug ihm Nov. 1881 in seinem Ministerium das Portefeuille des Handels; doch trat er schon mit Gambetta zurück, leitete es zum zweitenmal unter Ferry vom Oktober 1884 bis März 1885 und trat im Mai 1887 an die Spitze des Kabinetts, das sich bis zum Dezember behauptete.