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Von Dr. phil. Martha von Jesensky
Papst Johannes Paul II. sagte (1981): «In allem Zeitlichen reift etwas Ewiges. » Gemeint ist, was schon beim Propheten Ezechiel (36,27–28) verkündet wurde: «Ich lege meinen Geist in euch und bewirke, dass ihr meinen Gesetzen folgt und meine Gebote achtet und sie erfüllt.»
Doch nicht alle sehen und erleben es so. Für manche bedeutet das Ewige lediglich eine Veränderung des Bewusstseinszustandes, eine Art Verschmelzung mit dem Kosmos, eine angenehme Auflösung des Ichs, ohne moralische Konsequenzen. Zum Beweis für ihre Gesinnung scheuen sie sich nicht, sogar einen Selbstversuch mit psychedelischen, das heisst, halluzinogenen Substanzen zu wagen. So auch Michael Pollan, erfolgreicher Sachbuchautor und Professor an der University of California in Berkeley, 63 Jahre alt, glaubt nicht an einen Schöpfergott. In einem Selbstversuch wollte er erfahren, ob man wirklich tot ist, wenn es kein Ich mehr gibt.
Doch welches Ziel verfolgen diese Wissenschaftler? Der «SPIEGEL» sprach mit Pollan. Er berichtet von seinem Trip: (Auszug)
«… Ich guckte mich um und sah mich selbst; wie ich mich … auflöste … Es war eindeutig ich, der sich auflöste. Aber die Perspektive, aus der ich das sah, fühlte sich absolut neutral an. Nicht beunruhigend.»
SPIEGEL: «Ihnen war es egal, dass Sie sich auflösten?»