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Aus dem Altfranzösischen
Troyes, Chrestíen de
Gauwain sucht den Gral
Das hier zum ersten Mal in deutscher Übersetzung vorliegende Denkmal altfranzösischer Dichtung wurde Ende des 12. Jahrhunderts von einem unbekannten Dichter geschrieben und bildet die erste Fortsetzung des «Parceval» von Chrestíen de Troyes. Ganz in den Mittelpunkt der Erzählung ist die Gralssuche des Helden Gauwain gerückt, der als der vollkommenen Ritter dargestellt wird, an dessen vorbildlicher Haltung sich alle anderen ausrichten.
Diese Erzählung von den Abenteuern des Helden Gauwain, seiner Fahrt zur Gralsburg, seinen Entscheidungen, Kämpfen und Bewährungen, geben tiefen Einblick in das Seelenleben der Zeit des ausgehenden 12. Jahrhunderts. Vor allem aber auch in den inneren, moralischen Sinn des Artushofes und seiner Ritter. In Gauwain als dem Inbegriff des Gralsritters vereinen sich alle Tugenden einer hohen und tapferen Geisteshaltung; sie bewährt sich auch in den Gefährdungen durch das Böse, mit denen die Personen der Erzählung konfrontiert werden. Gegenüber dem «Parceval» des Chrestíen waltet in dieser Erzählung ein neuer Geist, der stärker zum Gotischen hinüberweist, zu größerer Vielfalt der Bilder und zu seelisch gesteigerten Gefühlen neigt.