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<h2>SubmittedText<h2><p>In den letzten Tagen war in einer Zürcher Tageszeitung zu lesen, der Direktor von Pro Helvetia habe die Absicht geäussert, das Schweizer Kulturzentrum Mailand (Centro Culturale Svizzero) schliessen zu lassen. Hinter diesem Plan steht offenbar die Überlegung, dass die kulturellen Tätigkeiten der Schweiz in Italien entweder von Rom aus oder aber direkt vom Kanton Tessin aus abgedeckt werden könnten.</p><p>Man muss Italien wirklich schlecht kennen, wenn man meint, man könne die Präsenz schweizerischer Kultur in Norditalien und insbesondere in dessen Wirtschaftsmetropole von Rom aus steuern. Und man muss schon sehr naiv sein, wenn man meint, dies lasse sich auch vom Kanton Tessin aus bewerkstelligen.</p><p>Ich frage deshalb den Bundesrat:</p><p>1. Hat ihn der Direktor von Pro Helvetia im Voraus über seine Absichten orientiert?</p><p>2. Ist er mit diesen Plänen einverstanden, und wird er zulassen, dass sie in die Tat umgesetzt werden?</p><p>3. Stehen diese Pläne nicht im Widerspruch zu den erheblichen,  auch finanziellen  Anstrengungen der letzten Jahre, um die Tätigkeit des Schweizer Kulturzentrums Mailand neu zu beleben?</p><p>4. Hält er es für wichtig, dass die Schweiz in den kulturellen Zentren unserer Nachbarländer kulturell präsent ist, namentlich im kulturellen Orientierungspunkt der Italienisch sprechenden Schweiz, der eben Mailand und nicht Rom ist?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Centro Culturale Svizzero in Mailand wird seit 1997 durch Pro Helvetia betrieben und dient als Plattform für Schweizer Kunst und Kultur in Italien. Daneben betreibt der Bund in Italien seit 1947 das Schweizerische Institut in Rom (SIR) sowie seit 2001 dessen Zweigstelle in Venedig.</p><p>Die Gründung des SIR ist auf die Grosszügigkeit von Contessa Carolina Maraini-Sommaruga zurückzuführen, die 1946 ihre prachtvolle Villa in Rom der Eidgenossenschaft schenkte. Die Schenkung erfolgte mit der Auflage, die Villa sei zu gleichen Teilen Wissenschaftern wie Künstlern zur Verfügung zu stellen und habe den Zweck, den Austausch zwischen Italien und der Schweiz zu fördern. Der Bundesrat nahm am 27. Dezember 1946 das Geschenk an und bezeichnete in der Folge die Villa Maraini als Sitz des SIR. Mit Beschluss vom 27. Dezember 1947 liess der Bundesrat das SIR in Form einer privatrechtlichen Stiftung gründen. Die Stiftung wird durch einen (seit 1997 zwölfköpfigen) Stiftungsrat geleitet, in dem auch der Bund (EDI/BAK, EDA) und Pro Helvetia vertreten sind. Das Sekretariat der Stiftung wird seit 1989 durch das BAK geführt.</p><p>Das SIR bildet seit jeher eine gewichtige Rolle im Kulturaustausch zwischen der Schweiz und Italien sowie für die wissenschaftliche Forschung auf den Gebieten der Klassischen Altertumswissenschaften, Theologie, Philosophie, Archäologie, Kunstgeschichte, Musik und Musikgeschichte, des Römischen Rechtes usw. Die bisherigen Aktivitäten des Institutes sowie sein Betrieb haben sich bis heute bewährt. Eine besondere Bedeutung kommt dem Veranstaltungsprogramm des Institutes zu, mit welchem die Zweckbestimmung eines Begegnungszentrums erfüllt werden kann.</p><p>Gestützt auf die Bereitschaft der Gruppe für Wissenschaft und Forschung, die wissenschaftlichen Aktivitäten des Institutes zu stärken und aufgrund des sich abzeichnenden Endes einer längeren Umbauphase, hat sich der Stiftungsrat des SIR zum Ziel gesetzt, die Position des SIR ab Anfang 2005 zu stärken und es zu einem anerkannten, auf ganz Italien ausstrahlenden Schweizer Wissenschafts- und Kulturzentrum werden zu lassen.</p><p>Um die Neulancierung des SIR auch im kulturellen Bereich zu ermöglichen, hat sich Pro Helvetia bereit erklärt, die ihr für die Kulturtätigkeiten in Italien zur Verfügung stehenden finanziellen und personellen Mittel an das SIR zu übertragen. In erster Linie geht es dabei um die Verlagerung des Standortes, von welchem aus die kulturelle Vermittlungstätigkeit der Schweiz in Italien durchgeführt werden soll. Dies ist auch im Zusammenhang mit der künftigen engeren Zusammenarbeit im Ausland zwischen dem BAK, dem EDA und Pro Helvetia zu sehen.</p><p>An seiner ausserordentlichen Sitzung vom 19. März 2004 genehmigte der Stiftungsrat des SIR eine Leistungsvereinbarung mit der Stiftung Pro Helvetia, durch welche die gesamte kulturvermittelnde Tätigkeit, die Pro Helvetia bisher in Italien ausgeübt hat, an das SIR übertragen wird. Des Weiteren wurde zwischen dem SIR, der Gruppe für Wissenschaft und Forschung, der Stiftung Pro Helvetia, dem Bundesamt für Bauten und Logistik sowie dem Bundesamt für Kultur eine Vereinbarung ausgearbeitet, welche die finanzielle Sicherung der Neuausrichtung des Institutes während den kommenden Jahren festsetzt.</p><p>In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage des Weiterlebens des Centro Culturale Svizzero in Mailand. Der Stiftungsrat und der Bundesrat setzen sich dafür ein, dass der Betrieb des bisher von Pro Helvetia in Mailand geleiteten Kulturzentrums im Sinne einer Zweigstelle des SIR weitergeführt werden kann. Das SIR wird die kulturellen Aktivitäten in Mailand sowie in Venedig von Rom aus koordinieren und entwickeln.</p><p>Antworten zu den Fragen:</p><p>1. Alle beteiligten Bundesstellen (BBL, BAK, EDA sowie Pro Helvetia) waren von Anfang an in den Reorganisationsprozess involviert. Es handelt sich weder um eine Verringerung der Schweizer Kulturtätigkeit und Kulturpräsenz in Italien insgesamt noch um eine Kürzung der einzusetzenden Mittel, sondern um deren Reorganisation und Neupositionierung. Die Schweizer Kulturtätigkeit und Kulturpräsenz in Italien werden als solche nicht in Frage gestellt.</p><p>2. Der Bundesrat begrüsst die erfolgten Entscheide. Er ist sich bewusst, dass die beabsichtigte Reorganisation für den Standort Mailand nicht ohne Konsequenzen sein wird. Er begrüsst das Vorhaben, Mailand in Zukunft als Zweigstelle des SIR weiter zu betreiben, und er wird sich dafür einsetzen, dass dieses möglich wird. Der Entscheid, den Schwerpunkt der Kulturarbeit nach Rom zu verlegen, beruht auf der Überlegung, dass sich Rom durch seine zentrale Lage für eine auf ganz Italien ausgerichtete Vermittlungsarbeit besser eignet.</p><p>3. Die Pläne stehen nicht im Widerspruch zu den erfolgten Anstrengungen. Die Kulturarbeit in Italien wird fortgeführt. Die zur Verfügung stehenden personellen und finanziellen Mittel bleiben erhalten. Sowohl die geleisteten Aufbauarbeiten als auch das durch den gegenwärtigen Direktor des Schweizer Kulturzentrums in Mailand und seine Mitarbeitenden (wir erinnern daran, dass das Personal und auch der Direktor vom Centro Culturale Svizzero nach Rom versetzt werden) aufgebaute Netzwerk bleiben somit bestehen. Die in Rom anwesenden Wissenschafter und Künstler werden neue Synergien und thematische Perspektiven schaffen.</p><p>4. Der Bundesrat erachtet eine Schweizer Kulturpräsenz in den Nachbarländern als sehr wichtig. Wie die starke Präsenz der Schweizer Kultur in Deutschland und Österreich zeigt, muss diese aber nicht unbedingt über den Betrieb eines Kulturzentrums erfolgen. Aufgrund dieser Tatsache hat Pro Helvetia verzichtet, auf Kulturzentren in Berlin oder Wien hinzuarbeiten.</p><p>Der Bundesrat versteht, dass Mailand für die Italienisch sprechende Schweiz der wichtigste kulturelle Bezugspunkt ist. Aus gesamtschweizerischer Sicht bietet Rom hingegen aus den oben angegebenen Gründen unbestreitbare Vorteile - nicht zuletzt die, der Villa Maraini eine zukunftgerichtete und nachhaltige Rolle im Austausch zwischen Italien und der Schweiz zu geben.</p><p>Die definitive Lösung in Bezug auf das SIR und das Centro Culturale Svizzero in Mailand wird der Bundesrat in seinem Bericht in Erfüllung des Postulates der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrats 03.3428 darlegen.</p>  Antwort des Bundesrates.