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Im vergangenen Jahr wurden aufgrund der revidierten Strahlenschutzverordnung des Bundes in 108 Räumen der Primarschule Uster Radon-Messungen durchgeführt. In zehn Räumen wird der Referenzwert von 300 Bq/m3 überschritten. Mit einfachen Sofortmassnahmen wie etwa vermehrtem Lüften können die Werte kurzfristig gesenkt werden. Längerfristig sind bauliche Massnahmen vorgesehen, für die derzeit vertiefte Messungen erfolgen.
In Gesteinen und Böden kommt natürlicherweise Uran vor. Dieses zerfällt in Radium und weiter in Radon, ein radioaktives, geruchloses und unsichtbares Edelgas. Radon kann durch Naturböden, Risse und Fugen in untere Geschosse von Gebäuden dringen. Dort kann es sich ansammeln. Werden Radongas oder dessen Zerfallsprodukte in hohen Konzentrationen und über längere Zeit eingeatmet, können sie Lungenkrebs auslösen.
Die Radon-Messwerte überschreiten in zehn der 108 ausgemessenen Räumen der Primarschule Uster den Referenzwert von 300 Bq/m3 (Becquerel pro Kubikmeter). In der Schulanlage Pünt sind acht Schul- und Aufenthaltsräume betroffen. Alle belasteten Räume befinden sich im Untergeschoss.
In den Räumen, in denen der Referenzwert überschritten wird, sind Konzentrationen von 344 Bq/m3 bis 2006 Bq/m3 gemessen worden. Der höchste Wert von 2006 Bq/m3 wurde in einem Raum ermittelt, der unter der Turnhalle liegt. Aufgrund der Messwerte sind in den nächsten drei Jahren bauliche Massnahmen notwendig.
Im Kindergarten Ackerstrasse liegt der gemessene Wert im Mehrzweckraum mit 343 Bq/m3 leicht über der Referenzmarke, und im Schulhaus Hasenbühl wurden im Werkraum 461 Bq/m3 gemessen. An diesen beiden Standorten sind aufgrund der gesetzlichen Vorgaben Sanierungsmassnahmen in den nächsten 30 Jahren vorzunehmen.
Gezieltes Lüften als Sofortmassnahme
«Obwohl die Räume im Schulhaus Pünt am stärksten belastet sind, können sie mit einfachen Massnahmen wie gezieltem und regelmässigem Lüften weiterhin genutzt werden», sagt Patricia Bernet, Präsidentin der Primarschulpflege Uster.
«Der Handlungsbedarf jedoch ist ausgewiesen. Die ersten Planungsschritte sind mit dem Geschäftsfeld Liegenschaften der Stadt Uster in die Wege geleitet.» Auf Empfehlung der kantonalen Baudirektion arbeitet die Stadt Uster mit einer vom BAG anerkannten Radonfachperson zusammen.
Sanierungsmassnahmen erfolgen aufgrund neuer Daten
In den vergangenen Frühlingsferien haben Radonfachleute die belasteten Räume detaillierter untersucht. Mit neuen Messungen wollen sie herausfinden, wie das Radongas in die Räume eindringt. Dazu wurden, wie bei den ersten Messungen, Dosimeter angebracht.
Dabei handelt es sich um kleine Kugeln, die in rund zwei Wochen wieder eingesammelt werden. Anhand der Datenauswertung werden die Fachleute die baulichen Sanierungsmassnahmen festlegen; für das Jahr 2023 sind im Schulhaus Pünt ohnehin Sanierungs- und Raumumbauten geplant. Zudem werde im laufenden Jahr für den Mehrzweckraum im Kindergarten Ackerstrasse und für den Werkraum im Hasenbühl ein Sanierungskonzept erstellt, erklärt Bernet.
Referenzwert
Gemäss der aktuell gültigen Strahlenschutzverordnung (StSV) gilt für die Radongas-Konzentrationen in Wohn- und Aufenthaltsräumen ein Referenzwert von 300 Bq/ m3 (Becquerel pro Kubikmeter).
Dieser Wert gilt nur für Räume mit längeren Aufenthaltszeiten (mehrere Stunden pro Tag bzw. mehr als 15 Stunden pro Woche). Die Höhe des Radonwerts und die Aufenthaltszeit haben einen Einfluss auf die Sanierungsfristen. Je nach Situation müssen die Massnahmen innert 3, 10 oder 30 Jahren umgesetzt werden.
Mögliche Massnahmen
- Nutzungszeiten der radonbelasteten Räume begrenzen auf nicht mehr als 15 Stunden pro Woche
- Be- und entlüften der Räume
- Bauliche Massnahmen, die das Eindringen von Radongas ins Gebäude verhindern oder eingedrungenes Gas beispielsweise mit einer Lüftung aus dem Gebäude oder Raum gezielt abführen