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Die Bevölkerung in der Schweiz dürfte in den nächsten 31 Jahren um 1.8 Millionen auf 10.4 Millionen Menschen wachsen. Ausserdem wird die Bevölkerung besonders in den nächsten zehn Jahren rasch altern, ehe sich die Alterung wieder verlangsamt.
Diese Prognose hat das Bundesamt für Statistik (BFS) in einem am Donnerstag veröffentlichten Referenzszenario berechnet. Demnach wächst die ständige Wohnbevölkerung in der Schweiz im Jahr durchschnittlich um 0.6 Prozent.
Das Bundesamt weist darauf hin, dass die Zahlen vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie erstellt und berechnet wurden. Es sei noch unklar, welche Auswirkungen die Pandemie auf die Bevölkerungsentwicklung haben werde. Die Statistiker gehen jedoch davon aus, dass die Folgen die Zahl der Todesfälle sowie den Wanderungssaldo beeinflussen werden - letzteres wegen der Wirtschaftskrise.
Das BFS hat ein «hohes» und ein «tiefes» Szenario berechnet. Beim hohen Szenario wird davon ausgegangen, dass die Geburten stärker zunehmen, die Lebenserwartung etwas schneller ansteigt und dass die Differenz von Zu- und Abwanderung etwas grösser ist. In diesem Fall dürfte die ständige Wohnbevölkerung bis 2050 gar auf 11 Millionen Personen wachsen.
Beim tiefen Szenario wird mit einem etwas tieferen Wanderungssaldo, einer leicht sinkenden Geburtenhäufigkeit und einer langsamer steigenden Lebenserwartung gerechnet. In diesem Fall geht das BFS von einer Bevölkerungszahl von 9.5 Millionen Personen im Jahr 2050 aus.
Gemäss dem BFS ergeben sich drei Viertel des Wachstums nicht durch Geburten, sondern durch die Migration.
Sehr stark ansteigen in den nächsten zehn Jahren wird der Anteil der Menschen im Alter ab 65 Jahren. Das Wachstum dürfte gemäss BFS nahezu 30 Prozent betragen - in der längeren Zeitspanne von 2018 bis 2050 beläuft sich das Wachstum gar auf rund 70 Prozent. Es handelt sich hier um die geburtenstarken «Babyboom»-Jahrgänge. Der Anstieg ist aber auch auf die höhere Lebenserwartung zurückzuführen.
In absoluten Zahlen heisst dies, dass die Schweiz im Jahr 2050 insgesamt 2.7 Millionen Personen ab 65 Jahren zählen wird. Zum Vergleich: Ende 2019 waren es 1.6 Millionen. Gemäss BFS wird aber nicht nur der Anteil der Personen im Rentenalter, sondern auch die Erwerbsbevölkerung ansteigen - zwischen 2020 und 2050 um 12 Prozent auf 5.6 Millionen Personen.
Die Gruppe der Personen im Rentenalter wächst aber stärker als die Gruppe der Erwerbstätigen. 2019 entfielen auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter (20–64 Jahre) 35 Personen ab 65 Jahren. Gemäss dem Referenzszenario wird der Anteil bis 2050 auf 53 Pensionierte ansteigen.
Gemäss den Berechnungen des BFS wird sich die Bevölkerung in den nächsten drei Jahrzehnten im Einzugsgebiet der Agglomeration Zürich und im Genferseeraum konzentrieren. Einen leichten Bevölkerungsrückgang dürften die Kantone Tessin und Graubünden verzeichnen. Das BFS geht dabei von knapp 5 Prozent aus.
In allen anderen Kantonen dürfte die Bevölkerung wachsen. Am stärksten in den Kantonen Genf, Aargau, Zug, Waadt, Zürich, Schaffhausen und St. Gallen. Dort dürfte sich das Wachstum gemäss dem Referenzszenario auf über 25 Prozent belaufen. Über alle Kantone gesehen wird es ein Wachstum der Bevölkerung um rund 20 Prozent geben.
Das Bundesamt für Statistik hat sich auch die Entwicklung der Qualifikation der Frauen angenommen. Demnach wird der Anteil diplomierter Frauen in rund zehn Jahren mit jenem der Männer gleichziehen und ihn anschliessend übertreffen. (aeg/sda)
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