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Basel, um 1398
Roter Sandstein
H. 218 cm
Inv. 1934.580.
Als Stadtpatronin schützte die Madonna mit dem Kind die stadtauswärts gewandte Torfassade des Spalentors. Die Toranlage gehörte zur dritten, im 14. Jahrhundert erweiterten Stadtbefestigung und bildete den baulich und künstlerisch hervorgehobenen Haupteingang der Stadt. Über dem Basler Wappen und zwischen zwei Prophetenfiguren stand sie dort auf einer figurengeschmückten Konsole. Im plastischen Schaffen um 1400 in Basel nimmt die Spalentormadonna einen ersten Rang ein. Der unbekannte Bildhauer verwertete Neuerungen des weichen Stils, wie das Mondsichelmotiv, und wagte modische Sonderheiten wie Zöpfe, die damalige Haartracht vornehmer Damen. Stilistisch vertritt das monumentale Werk die Schlussphase des Parlerstils und zeugt von der Wirkungskraft der Parler-Tradition in Basel, die bis in das Jahr nach dem grossen Erdbeben 1356 zurückreicht.