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Da hatte er einen Traum: Sieh, da stand eine Treppe auf der Erde, und ihre Spitze reichte bis an den Himmel. Und sieh, Boten Gottes stiegen auf ihr hinan und herab. (Das erste Buch Mose 28, 12)
Die älteste schriftliche Überlieferung eines menschlichen Traumes datiert auf das 25. Jh. v. Chr. Eine ganze Reihe so genannter prophetischer Träume liefert uns die Bibel.
Im Alten Testament gibt es Beispiele wie Gottes Botschaften und Offenbarungen in Form von Träumen im Schlaf bei den Pharaonen erscheinen. Oder der Traum Jakobs von der Himmelsleiter und dem Landversprechen Gottes.
Der Psychoanalytiker Sigmund Freud revolutionierte die psychologische Traumforschung. Für den Begründer der Metapsychologie ist der Traum der Hüter des Schlafes und immer Ausdruck eines unterbewussten Wunsches. Gustav Jung meinte im Gegensatz zu Freud, dass bei der Traumforschung das individuelle Erleben jedes Menschen im Mittelpunkt steht. Die Träume zeigen für ihn einen seelischen Tatbestand an.
Aber Träume kommen doch nicht nur im Schlaf vor, sondern wenn wir auch wach sind.
Seit der Corona Pandemie habe ich festgestellt, dass ich mehr träume und nicht nur im Schlaf. Denn, was vor einem Jahr noch möglich war, ist für mich dieses Jahr ein unerfüllter Wunsch. Ich hätte gerne die Feiertage bei meinen Eltern in Moskau verbracht, nun bleibt mir nichts anderes übrig, als davon zu träumen.
Träumen schadet nicht, aber es schadet, nicht zu träumen. (Eine alte Weisheit meiner Oma).
Anna Hemme-Unger