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«Es mangelt an politischer Vernetzung der institutionellen Seite der SRG», sagte der 75-jährige Walpen. Er selber stand der SRG von 1996 bis 2010 vor. Die sogenannte Halbierungsinitiative für eine Senkung der Radio- und TV-Abgabe für private Haushalte von 335 auf 200 Franken pro Jahr bedrohe die SRG existenziell, sagte Walpen.
Die SRG habe nicht das Problem, dass es ihr an Fachwissen fehle, sagte Walpen. «Heute braucht es jedoch zwingend jemanden, dem es gelingt, den Dialog und die Kritik ernst zu nehmen sowie hinzustehen - der sich den Angriffen gegen die SRG stellt, auch entgegenstellt.»
Ein «Schwergewicht» aus den Reihen der SVP würde Walpen für «ideal» halten. Seiner Meinung nach könnte es auch jemand aus der FDP sein. Walpen nannte im Interview etwa FDP-Parteichef Thierry Burkart oder den Luzerner FDP-Ständerat Damian Müller als Kandidaten.
Weiter kritisierte Walpen den heutigen Verwaltungsrat. «Kennen Sie ausser dem Präsidenten Jean-Michel Cina ein Verwaltungsratsmitglied, das je nach vorne getreten wäre und im Land einigermassen bekannt ist?» Die Verwaltungsräte seien «politisch eher Leichtgewichte». Bei den Regionalverbänden sei es nicht anders. «Das sind Menschen, die vermutlich ungern ihre Komfortzone verlassen - auch wenn sie aus meiner Sicht gerade dazu da wären.» Die Trägerschaft der SRG müsse von Grund auf reformiert werden.
Der seit 2017 amtierende SRG-Generaldirektor Gillles Marchand hatte am Donnerstag angekündigt, spätestens Anfang 2025 in Frühpension zu gehen. Das Medienunternehmen will sich mit einer neuen Spitze fit machen für die medienpolitischen Diskussionen der kommenden Jahre. Neben der Halbierungsinitiative sind dies die Verhandlungen über neue Konzessionen im Jahr 2027 und deren Beschluss per 2028.