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Fragen an Nationalrat Walter Donzé: Familienvater, 4 Kinder
Herr Donzé, welches ist für Sie die wichtigsten Argumente für ein einheitliches Kindergeld in der Schweiz?
Walter Donzé: Der Ersatz aller bisherigen Massnahmen durch ein einheitliches Kindergeld ist a) administrativ einfach, weil keine individuellen Berechnungen nötig sind und eine Vielzahl unterschiedlicher Subventionen wegfällt; b) gerecht, weil es alle Kinder gleichermassen unterstützt und c) gesellschaftspolitisch neutral, indem es den Eltern die Wahlfreiheit zwischen Erwerbs- und Erziehungsarbeit ermöglicht.
Was sagen Sie zur latenten Befürchtung, dass ein grosszügiges Kindergeld vor allem ausländischen Familien aus bildungsfernen Kulturen zukäme, ohne dass es dort einen Integrationsbeitrag leisten würde?
Schweizer- und Ausländerkinder kosten. Das Kindergeld wird nur bis 16 Jahre ausgerichtet. Es wäre möglich, die Verwendung des Geldes zu regeln, etwa für Krankenkasse oder Wohnkosten. Wir fordern auf der anderen Seite auch die Integration der Ausländerfamilien.
Was sagen Sie zum Vorwurf, hier werde Geld mit der Giesskanne ausgeschüttet?
Ein einheitliches Kindergeld wäre gerechter als einkommensabhängige Abzüge. Es käme allen Kindern zugute. Im Gegenzug könnten die Kosten für die familienexterne Kinderbetreuung den Eltern zugemutet werden, die zwei Einkommen erzielen.
Widerspricht Ihr Lösungsvorschlag nicht dem föderalistischen Prinzip auch bei der Familienpolitik?
Kantone können auch künftig weitergehende Beiträge ausrichten.
Wäre es nicht ein Akt der Solidarität, dass auch alle Arbeitnehmer Beiträge für das Kindergeld leisten würden, sodass kinderlose Arbeitnehmende die Kolleginnen und Kollegen unterstützen, welche die hohen Kinderkosten tragen.
Schon heute haben wir Beiträge an die Familienausgleichskasse in den Lohnbeiträgen. Diese würden mitgenommen.
Sehen Sie mögliche Auswirkungen auch auf die Demografie? Könnte das Kindergeld dazu beitragen, dass mehr Kinder geboren werden?
Warum nicht? Jedenfalls könnten wir die Armutsfalle entschärfen. Es darf aber nicht so weit kommen, dass auf ein Einkommen beider Elternteile verzichtet wird.