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Basel, 1624 datiert
Radierung
verschiedene Masse
Inv. 1983.641.
Um die Zahl der fremden Bettler in Grenzen zu halten, gab es in Basel seit dem 16. Jahrhundert das Amt des Bettelvogtes. Während man sich für die eigenen Bettler, d. h. Erwerbsunfähige mit Basler Bürgerrecht, verantwortlich fühlte und sie durch Almosen unterhielt, war die Fürsorge für fremde Bettler sehr begrenzt. Sie wurden, wenn man sie aufgegriffen hatte, in der Elendenherberge kurz versorgt und am nächsten Tag aus der Stadt gewiesen. Daraus erklärt sich, dass fremde Bettler versuchten, den aufmerksamen Augen des Bettelvogtes, der die Strassen und Plätze überwachte, zu entgehen und sich vor ihm zu verbergen, um ihren Aufenthalt in der Stadt verlängern zu können. Als Teil des obrigkeitlichen Systems sind die Bettelvögte in den grafischen Kostümfolgen enthalten, in denen die Kleidung der Amtsinhaber und der Bewohner einer Stadt abgebildet wird. Als Zeichen seiner Amtsgewalt trug der Bettelvogt – wie die Stadt- und Gerichtsboten – ein Schild mit dem Baselstab am Rock und einen Stock in der Hand. Eine eigentliche Amtskleidung in den Standesfarben Schwarz und Weiss und einen ebensolchen Stock, wie sie für das 17. Jahrhundert erwähnt werden, scheint es im 18. Jahrhundert nicht mehr gegeben zu haben. Der Stock war nicht nur ein Zeichen des Amtes, sondern konnte auch als Waffe – oder zumindest zur Androhung von Gewalt – eingesetzt werden. Die recht zahlreichen Darstellungen von Basler Bettelvögten aus dem späten 18. Jahrhundert machen deutlich, dass sie im Strassenbild jener Zeit eine gewohnte Erscheinung waren; damals waren vier Bettelvögte für die Kontrolle der fremden Bettler zuständig. 1844 wurde das Amt des Bettelvogtes abgeschafft. Verschiedene andere Einrichtungen teilten sich Kontrolle und Fürsorge; das Problem des Gassenbettels und der Verelendung grosser Bevölkerungsteile blieb jedoch vorerst ungelöst.