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1. Arteriosklerose, koronare Herzkrankheit
Arteriosklerose (umgangssprachlich: Arterienverkalkung) heisst eine krankhafte Veränderung der Gefässe: Die Adern, die den Herzmuskel, das Hirn und die Beine mit Blut versorgen, sind stellenweise verdickt oder verengt. Grund dafür sind Fetteinlagerungen, Entzündungen, Verkalkung und Verhärtungen in den Arterien. Als Folge nimmt der Blutfluss in den betroffenen Arterien stark ab. Sind Herzkranzgefässe von Arteriosklerose betroffen, spricht man von der koronaren Herzkrankheit. Deren Hauptsymptom ist schmerzhafte Brustenge, auf Lateinisch Angina Pectoris.
2. Herzrhythmusstörungen
Wenn das Herz ausser Takt gerät, schlägt es zu langsam, zu schnell oder unregelmässig. Schlägt es zu langsam, spricht man von einer Bradykardie, schlägt es zu schnell, von Tachykardie. Der Bradykardie liegt eine Störung bei der Übertragung des elektrischen Impulses vom Vorhof in die Herzkammern zugrunde. Besonders gefährlich ist die Kammertachykardie, die zum plötzlichen Herztod führen kann. Diese kann bei akutem Herzinfarkt oder danach infolge der Narbenbildung im Herzmuskel oder bei Herzmuskelerkrankungen entstehen.
3. Vorhofflimmern
Das Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. In den Vorhöfen kommt es zu kreisenden elektrischen Erregungen. Durch dieses elektrische Gewitter ziehen sich die Vorhöfe sehr schnell und unkoordiniert zusammen. Pro Herzschlag gelangt weniger Blut in die Herzkammern – die Herzleistungsfähigkeit sinkt, der Puls gerät aus dem Takt, und das Risiko der Bildung gefährlicher Blutgerinnsel, die einen Hirnschlag verursachen können, steigt.
4. Herzklappeninsuffizienz
Bei einer Herzklappeninsuffizienz sind die Herzklappen undicht. Von einer Klappenstenose spricht man, wenn die Herzklappe verengt ist. Dann kann die Herzklappe ihre Ventilfunktion nicht mehr erfüllen, und das durch die Klappen gepumpte Blut fliesst entweder ungenügend in die Kammern (Stenose) oder zurück in den Vorhof (Insuffizienz). Eine Herzklappeninsuffizienz kann durch eine Erweiterung der Herzkammern (Mitralinsuffizienz) oder der Hauptschlagader (Aorteninsuffizienz) zustande kommen. Ursachen können ein Herzinfarkt, Herzmuskelerkrankungen, ein zu hoher Blutdruck oder bakterielle Infektionen sein.
5. Herzschwäche, Herzinsuffizienz
Bei einer Herzschwäche ist das Herz nicht (mehr) in der Lage, die volle Pumpleistung zu erbringen. Gründe können ein Herzinfarkt, ein angeborener Herzfehler, Herzrhythmusstörungen oder Herzmuskelerkrankungen sein. Die Beschwerden sind je nach Grad unterschiedlich ausgeprägt: Zunächst kommt es zu Atemnot bei starker, dann leichter Anstrengung; zuletzt zum Lungenödem (Wasser in der Lunge) und zum Herztod.
6. Herzinfarkt
Bei einem Infarkt verschliesst ein Blutgerinnsel (Thrombus) ein arteriosklerotisch verändertes Herzkranzgefäss. Dadurch wird im betroffenen Teil des Herzmuskels die Blut- und Sauerstoffversorgung beeinträchtigt oder unterbrochen. Ohne sofortige Wiederherstellung der Blutversorgung sterben die Muskelzellen ab. Die Folge ist eine Vernarbung mit entsprechender Beeinträchtigung der Herzleistung. Auch an anderen Organen können Verschlüsse auftreten: Bei einem Hirnschlag etwa wird die Blutversorgung des Gehirns unterbrochen.