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Amerika in den Vierzigerjahren: Der junge Schreiberling Sal Paradise (Sam Riley) hat gerade den Tod seines Vaters zu verkraften. Da lernt er eines Tages durch seinen Freund Carlo Marx (Tom Sturridge) den rebellischen Dean Moriarty (Garrett Hedlund) und dessen Ehefrau, die gerademal 16-jährige Marylou (Kristen Stewart) kennen. Alle verstehen sich sofort prächtig, wobei vor allem Sal begeistert ist von der leichtfüssigen Art, wie sich Dean ohne viel Geld zu besitzen durchs Leben schlägt.
Sal entschliesst sich, ebenfalls allen Verpflichtungen zu entsagen und ein Leben in totaler Freiheit zu führen. Er steigt bei Dean und Marylou ins Auto und bereist mit ihnen das ganze Land. Unter dem Motto "Sex, Drugs, und Jazz" feieren sie die Nächte durch, als würde es kein Morgen geben. Sal findet dann so auch wieder die Energie, zu schreiben und beschliesst, ein Buch zu verfassen über die vielen Erlebnisse, welche er "on the Road" gemacht hat.
On the Road ist die Verfilmung des Evergreens von Jack Kerouac, der in seinem Roman die Nachkriegszeit und vor allem die Bewegung der Beatniks porträtierte. In seinem Werk geht es um Sex, Drogen und Jazz - Elemente, die Regisseur Walter Salles in seinem Film zu einer schwerfälligen und unausgearbeiteten Masse vermanscht.
Sam Riley und Garret Hedlund spielen die Hauptfiguren auf der schier endlosen Reise der Selbstfindung. Während Riley den sensiblen, nachdenklichen Kerouac porträtiert, sprudelt die Euphorie aus Hedlund nur so heraus. War er bei Tron: Legacy der heldenhafte und perfekte Schwiegersohn, wandelt er in On the Road auf dem Pfad der Selbstzerstörung. Der Zuschauer schaut dem Theater zu, ohne dabei zu wissen, wer denn nun der Protagonist sein soll. Sal erzählt die Geschichte von Dean. Seine Faszination führt zu gemeinsamem Drogenrausch und einer unlimitierten Freundschaft, bei der Gruppensex jegliches Schamgefühl verschwinden lässt. Kristen Stewart spielt dabei höchstens den Anreiz für die beiden Freunde und entblösst sich mehrmals vor der Kamera.
Die Erzählstruktur von On the Road lässt zu wünschen übrig: Der Film ist visuell ansprechend und auch der Cast hat seine Reize, aber die Story plätschert lustlos dahin. Es ist kein wirklicher Roadmovie und auch kein klassisches Drama. Walter Salles setzt zu viel Gewicht auf Szenen, die den Plot nicht vorwärtstreiben. Der experimentelle Jazz - auch Bebop genannt - ist das einzige Element, das eine gewisse Struktur beinhaltet. Der Film hätte ruhig etwas kürzer und schwungvoller sein können, auch wenn man sich dabei von Kerouacs Vorlage hätte distanzieren müssen. Was auf Papier funktioniert, ist keine Garantie dafür, dass es dies auf Film auch tut. Dann schaut man sich lieber den vom Roman inspirierte Klassiker Easy Rider an.
Fazit: On the Road will hip und sexy sein und das Werk von Jack Kerouac für die heutige Generation adaptieren. Salles Verfilmung mischt jedoch zu viele Elemente und macht den Mix zu belanglos und unübersichtlich. Schade, denn der junge Cast hat sich echt Mühe gegeben.
On the Road hätte als Miniserie wohl besser funktioniert. Die episodenhafte Erzählung ist langatmig und bremst sich immer wieder selber aus. Die männlichen Darsteller gefallen. Stewart, Adams und Dunst hingegen sind austauschbar bis lächerlich. Roadtrip mit viel Sex und wenig greifbarer Story. Mich hats absolut nicht begeistert.