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Halblieder
für klavierspielende verstärkte (Pop-)sängerin, Sprecherin, Posaune, Schlagzeug, Kontrabass
Kerninspiration der Komposition bildet der Klang von Sari Leijendekkers Stimme. Passende Texte fand ich davon ausgehend im Lyrikband „Halbgedichte einer Gast‐ frau“ (1986) von Dragica Rajičić-Holzner. Diese setzt in ihrer deutschen Lyrik be‐ wusst einen an der Oberfläche rudimentär- fehlerhaften wirkenden Stil ein. Diese ans „Gastarbeiterdeutsch“ angelehnte Sprache ist auf der Suche nach Ausdruck, was sich auch inhaltlich wiederspiegelt. Auch ich habe mich bei diesen Stücken mit einer (Musik-)Sprache auseinandergesetzt, wel‐ che mir eher fremd ist: der Popmusik. Nicht nur die Besetzung ist an Jazz-/Pop‐ musik angelehnt, sondern auch die Har‐ monik bezieht sich (in verfremdeter Form) auf Popsongstrukturen. Der Aspekt des „sich nicht ganz ausdrücken können“, ja vielleicht sogar das „Sprachlose“ habe ich versucht, in der Behandlung der Stim‐ me umzusetzen. So steht der Sängerin in keinem der Lieder die komplette Bandbrei‐ te an Ausdruckskraft zur Verfügung; limi‐ tierte Dynamik, eingeschränkter Ambitus, fehlende Konsonanten bzw. Vokale etc. wobei diese fehlenden Aspekte ins Ensem‐ ble transzendieren.