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Riemenmacher/in
Das Riemerhandwerk[1], das sich im deutschen Sprachraum erst im 14. Jahrhundert entwickelte, ging schon früh im Sattlerhandwerk auf, denn die beiden Handwerke grenzten sich minim von einender ab. Die Riemenmacher (auch Riemer genannt) stellten ursprünglich aus Leder im Gegensatz zu den Sattlern keine Sättel sondern Zaumzeug, d.h. Gurten und Riemen her.
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So wie die Sattler, gerbten die Riemenmacher zur Herstellung eines Riemens ihr Leder selbst und die benötigten Tierhäute (unteranderem Ochsen- bzw. Rindshäute sowie Ross- und Schweinshäute) bezogen sie auch direkt beim Schlachter oder Metzger. Ihre wichtigsten Werkzeuge waren, wie die der Sattler, Ahlen und Nadeln, Schneidewerkzeuge wie der charakteristische Sattlermond, Locheisen und Reifeleisen zum Einprägen von Zierlinien.
Die Riemenmacher trieben in grösseren Städten, wie z.B. in Köln, schon früh Handel und waren dort auch der Krämerzunft zugehörig. Dies war jedoch nicht von langer Dauer, denn die Sattler verstanden sich zumeist auch in der Herstellung von Zaumzeug und so wurde in vielen deutschen Städten die Riemenarbeit zunehmend von den Sattlern erledigt.
Das Sattlerhandwerk wiederrum war auch enormen Wandlungen ausgesetzt, sodass heute die Sattler insbesondere für die Fertigung und Reparatur von Lederartikel für den Pferdesport, die Landwirtschaft oder den Bergsport zuständig sind. Neben Leder werden heute zum Teil auch synthetische Materialien verwendet. Klassische Erzeugnisse des Sattlers sind Sättel und Zaumzeug. Die Herstellung eines Mass-Sattels beginnt mit dem Kundengespräch. Berücksichtigung finden nicht nur die Wünsche des Kunden, sondern insbesondere auch die Anatomie von Reiter und Pferd. Die handwerklichen Arbeitsschritte – Stanzen, Zuschneiden, Zurichten, Abkanten, Formen und Verputzen des Leders – erfordern neben handwerklichem Geschick auch Geduld und Ausdauer. Die Handarbeit wird durch Maschinen ergänzt.
Die Sattler-Ausbildung dauert drei Jahre und führt zum eidgenössisch anerkannten Abschluss „Fachmann/-frau Leder und Textil EFZ, Fachrichtung Pferdesport“. Weitere mögliche Fachrichtungen sind „Fahrzeuge und Technik“ (Carrosseriesattler/in) sowie „Feinlederwaren“ (Portefeuiller/in).
[1] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im weiteren Text nur die männliche Form verwendet. Alternative Schreibweise: Riemenmacherin.
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Literatur
Palla Rudi: Verschwundene Arbeit. Das Buch der untergegangenen Berufe, Frankfurt am Main 2010, S. 191-192.
Kettemann Otto: Sattler und Riemer, in: Reith Reinhold (Hg.): Das alte Handwerk. Von Bader bis Zinngiesser, München 2008, S. 182-185.
www.berufsberatung.ch → Eintrag Fachmann/-frau Leder und Textil EFZ, abgerufen am 20.05.2018 .
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