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Wie werden sich die Wettbewerbschancen der EU-Länder in den nächsten drei Jahren entwickeln und welche Indikatoren können dies am besten messen? Wie kann die Wettbewerbsfähigkeit der südlichen Eurozonenländer verbessert werden, um die Schuldenkrise besser in den Griff zu bekommen? Raj Shant, Investment Leader European Equities bei Newton (BNY Mellon Asset Management), gibt Antworten.
05.03.2012, 08:40 Uhr
Redaktion: anw
In der Eurozone existieren grosse regionale Wettbewerbsunterschiede. Die export- und stark wettbewerbs-orientierten Länder im Norden Europas operieren mit einer der weltweit schwächsten Währungen mit entsprechend vorhersehbaren positiven Export- und Gewinnergebnissen.
Die beste Messgrösse für die fehlenden Massnahmen in Südeuropa (oder der Peripherie der Eurozone) sind die akkumulierten Handelsdefizite dieser Länder über die letzten Jahre. Am deutlichsten erkennt man dies an den Lohnstückkosten jener Länder. Hier zeigt sich, dass die Produktionsstückkosten der südlichen Länder der Eurozone seit Jahren das Produktivitätswachstum bei weitem überstiegen haben.
Industrielle Wettbewerbsfähigkeit ankurbeln Abwertung ist die schnellste kurzfristige Massnahme, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Ist dies nicht möglich, stellen Lohnkürzungen eine harte, aber schnell umsetzbare Möglichkeit dar. Zum Beispiel haben um die Jahrhundertwende Deutsche Gewerkschaften eingewilligt, bei gleichem Lohn länger zu arbeiten, um die industrielle Wettbewerbsfähigkeit des Landes anzukurbeln.
Strukturelle Verbesserungen können mit der Liberalisierung von Berufen und Branchen, Gesetzesreformen und besserer Ausbildung erreicht werden. All diese Massnahmen können bis zu drei Jahren dauern, bis sie sich auf die Wettbewerbsfähigkeit auswirken. Dies ist denn auch das Zeitfenster, welches es für die fundamentale Lösung der Schuldenkrise braucht.
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