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2 Neugier-Barrieren
24. Oktober 2019 | Sarah Kohler
Natürlich gibt es mehr als nur zwei Neugier-Barrieren. Dass Zwang und Pflichtgefühl die Freude am Schauen und Suchen abwürgen können, darauf hat Albert Einstein schon hingewiesen. Daraus lassen sich zwei wichtigsten Vorbedingungen für die Neugier ableiten:
1. Die «neu- und komplex-Frage»
Die erste Frage lautet immer: Ist das, was ich hier vor mir habe, neu, unerwartet, komplex und unbekannt? Ist es eine Herausforderung?
Wenn die Antwort positiv ausfällt, dann könnten wir neugierig werden – aber nur, wenn auch die zweite Frage bejaht wird.
2. Die «Bewältigungspotential-Frage»
Die zweite Frage bezieht sich darauf, ob wir mit dem Neuen oder Komplexen, das potentiell interessant sein könnte, auch umzugehen vermögen. Sie lautet sinngemäss: Komme ich mit dem Neuen, Komplexen, Unerwarteten klar? Werde ich damit fertig?
Unser Gehirn beurteilt die kognitive Herausforderung, die sich uns stellt, also vor dem Hintergrund unserer Kompetenzen und Fähigkeiten. Erst wenn auch diese Frage ja lautet, wird die Neugier aktiviert.
Neugier entsteht demnach, wenn wir etwas sowohl als neu als auch als verständlich einschätzen. Was wir nicht fassen können, ruft Gefühle der Angst, der Verwirrung oder einfach nur Unbehagen hervor. Dieses Bedürfnis nach Sicherheit ist unterschiedlich stark ausgeprägt oder variiert je nach Situation.