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Nachbarschaft Suraua
Die Nachbarschaft Suraua ist im Jahre 2002 von der Fusion der ehemaligen Gemeinden Camuns, Surcasti, Tersnaus und Uors-Peiden geboren.
Obwohl die einzelnen Gemeinden recht gut funktionierten, sah man für die Zukunft ein grosses Problem beim Suchen der nötigen Amtspersonen. Während die Gemeinden Camuns, Tersnaus und Uors-Peiden bereits eine Gemeindekanzlei mit jeweils einem Teilzeit-Arbeitspensum besassen, gab es in Surcasti keinen Kanzlisten. Die vier Gemeinden von Suraua haben immer einen sehr engen Kontakt gehabt und bereits von Anfang an kooperiert. Ab 1960 bis 1964 ist die Wasserleitung von Seglias realisiert worden, an der alle vier Gemeinden beteiligt gewesen sind. Im Jahre 1968 hat man das zentrale Schulhaus in Uors einweihen dürfen. Bis im Jahre 2009 hat dieses Gebäude den Kindern von Suraua Unterschlupf gewährt. Seit dem Herbst 2009 werden die Kinder von Suraua in Cuschnaus und Vella unterrichtet.
Auf kulturellem Boden haben die vier Gemeinden stets zusammengearbeitet. Eine spezielle Erwähnung verdient die Stiftung Chor mischedau Suraua, gegründet von der Jugend im Jahre 1974. Einige Jahre später, nämlich im Jahre 1978, ist die Musikgesellschaft Suraua gegründet worden.
Die Nachbarschaft umfasst die Fraktionen Camuns (Masauns / Sutscheins / Camuns / Runs), Peiden (Peiden Dorf / Peiden Bad / Suadetsch), Surcasti, Tersnaus und Uors. Im Jahre 1880 zählten die fünf Gemeinden Total 556 Einwohner. Heute, 132 Jahre später, wohnen 248 Personen in Suraua.
Der Name Suraua soll vom Oberlugnez kommen. Ein grosser Teil der Landwirte von Suraua, hauptsächlich diejenigen von Surcasti und Tersnaus, besassen landwirtschaftlichen Boden auf Gebiet von Degen und Vignogn. Da wurden diejenigen der rechten Seite des Glenners ‚diejenigen von dort drüben‘, diejenigen der anderen Seite des Glenners, ‚diejenigen von Suraua‘ genannt. So soll der Name Suraua geboren worden sein. Der gemischte Chor Suraua und die Musikgesellschaft Suraua haben diesen Namen mit der Gründung verankert. Bei der Fusion der vier Gemeinden hat der Name der zukünftigen Gemeinde natürlich keine Diskussion verursacht.
Während der letzten Jahrzehnte hat in allen Fraktionen von Suraua eine Gesamtmelioration stattgefunden. Diese hat eine Änderung der Agrarstruktur der Gemeinde gebracht. Ein grosses Strassennetz mit einer Länge von rund 47.5 km sichert heute die Zufahrt zum landwirtschaftlichen Boden sowie zum grossen Teil des Waldes. Die neue Verbindungsstrasse zwischen Surcasti und Uors mit seiner eindrucksvollen Brücke hat dank des Beschlusses der Gemeinde Surcasti, eine Gesamtmelioration auf ihrem Gebiet durchzuführen, realisiert werden können.
Der „Crap la Gneida“ (Schalenstein) innerhalb des Dorfes von Surcasti, umzingelt von Erlen und Fichten, erinnert mit seinen Zeichnungen an die Besiedlung der heidnischen Zeit. Ebenso die Ausgrabungen um den Hügel von Sogn Luregn sowie der Fund von Werkzeugen aus Bronze und Eisen in Surcasti und Uors datieren die prähistorische Zeit. Der Sarg gefunden im 1944 neben Curtgin da Cavals ist der Keltenkultur aufzuerlegen und lässt ahnen, dass Lumnezia Kontakt mit den Südtälern hatte. Oberhalb des Dorfes von Surcasti kann man einen zweiten mysteriösen Stein beobachten, den sogenannten „menhir“, postiert auf einem Hügelkamm am Rand des Pfades, welches von Vella – Degen – Surcasti – Vals führte. Dieser Stein soll auch als Weggabelung zwischen dem Pfad, welcher über Cuolm Val, und demjenigen, welcher über die Greina führte, dienen. Der imposante Turm von Sogn Luregn, welcher dem Wanderer ins Auge sticht, datiert das 12. Jahrhundert. Die Heilwasserquellen in Peiden Bad werden bereits im 13. Jahrhundert genützt. In der Stadt Zürich war das Schwefelwasser vom Bad von Peiden sehr bekannt. Im 16. Jahrhundert waren die Quellen in Besitz der Gemeinden Camuns und Peiden. Im Jahre 1852 hat der damalige Besitzer, Politiker und Arzt Gion Barclamiu Arpagaus das Hotel Peiden Bad errichtet. Die Hochwasser der Jahre 1868, 1882 und 1928 haben grosse Schäden verursacht und zum Teil die Badeinrichtungen zerstört. Nach dem zweiten Weltkrieg ist es ruhiger geworden in Peiden Bad und das Mineralwasser fliesst jetzt in aller Ruhe in den Glenner.
Bis im Jahre 1878 hat Tersnaus zusammen mit den Weilern von Sogn Martin eine politische Gemeinde gebildet. Gegen Ende des Mittelalters haben die Walser von Vals begonnen, die Rätoromanen zu verjagen. Um die Verbreitung der deutschen Sprache zu vermeiden, hat man im Jahre 1474 einen Verbot für den Grundstückverkauf an Fremde und sogar einen Heiratsverbot zwischen Walser und Rätoromanen erlassen.
Der grösste Brand in der Nachbarschaft Suraua hat es am 18. Juli 1900 in Tersnaus gegeben. Die meisten Einwohner waren auf dem Feld. Wahrscheinlich hatten Kinder zuhinterst im Dorf mit Feuer gespielt. Mit Hilfe des Föhns ist das Dorf Tersnaus in kurzer Zeit eine Ruine gewesen. Allein die Kirche und die Casalva mit Gebäude am Rande des Dorfes hat man retten können.
Kirchlich gehörten Camuns, Surcasti, Tersnaus und Uors der Kirchgemeinde von Sogn Vintschegn in Pleif / Vella. Im Jahre 1528 hat man sich von Vella losgelöst und eine eigene Gemeinschaft gegründet, die Kirchgemeinde Sogn Luregn. Im Jahre 1669 hat Tersnaus eine eigene Kirchgemeinde zusammen mit Sogn Martin gegründet, 22 Jahre später haben auch diejenigen von Camuns sich von Sogn Luregn losgelöst. Mit dem 1. Januar 2012 haben sich die drei Kirchgemeinden wieder zu einer einzigen Kirchgemeinde vereint, nämlich der Kirchgemeinde von Suraua.
Sportvereine gibt es keine in Suraua. Hier ist man gegen Vella und Ilanz orientiert. Von Suraua stammen aber einige bekannte und renommierte Radfahrer wie Mathias Arpagaus, Ignaz Arpagaus, Ernst Schurter und vor allem Nino Schurter.
An der Jahrtausenderschwelle hat Suraua als eine der wenigen Gemeinden der Schweiz eine Wurzelkläranlage realisiert. Nach grossen Bedenken scheint die biologische Reinigung des Schmutzwassers ausgezeichnet zu funktionieren.