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Die Griechenlandkrise hält Europa seit mehr als fünf Jahren im Atem. Nach zwei Hilfsprogrammen und hunderten Milliarden Euro Unterstützung haben die Euro-Gläubigereine weitere Verlängerung der Hilfe abgelehnt. Ein Überblick über die Krise seit 2009:
Oktober: Die sozialdemokratische Regierung unter Giorgos Papandreou legt die Haushaltsmisere offen. Die konservative Vorgängerregierung hinterlässt Schulden von 350 Milliarden Euro.
April: Athen bekommt an den Finanzmärkten praktisch keine Kredite mehr und muss als erstes Euroland in der Schuldenkrise um internationale Hilfe bitten.
Mai: Die Eurostaaten und der Internationale Währungsfonds (IWF) gewähren im Gegenzug für rigorose Sparmassnahmen Notkredite von 110 Milliarden Euro.
Juli: Das tief in der Rezession steckende Land braucht weitere Finanzhilfe. Die Euroländer beschliessen den zweiten Griechenland-Plan mit Krediten über 109 Milliarden Euro. Kurze Zeit später wird aber klar, dass Griechenland die vereinbarten Sparziele nicht erreicht.
Oktober: Bei zwei Gipfeltreffen wird ein neuer Plan geschmiedet. Athen bekommt neue Hilfen von 100 Mrd. Euro, weitere 30 Mrd. sichern einen Schuldenschnitt bei privaten Gläubigern ab. Damit erreicht das Hilfsvolumen insgesamt 240 Mrd. Euro.
Oktober: Regierungschef Papandreou kündigt überraschend eine Volksabstimmung über das neue Hilfspaket an. Unter internationalem Druck lässt er von dem Vorhaben ab, tritt aber dann zurück.
Mai: Bei der Parlamentswahl werden die Traditionsparteien Nea Dimokratia und Pasok abgestraft. Eine Regierungsbildung scheitert.
Juni: Bei Neuwahlen zum Parlament wird die konservative Nea Dimokratia stärkste Kraft. Parteichef Antonis Samaras rückt an die Spitze der Regierung.
November: Die Eurozone und der IWF einigen sich auf einen Plan zum Abbau des Schuldenbergs, der Erleichterungen für Griechenland wie ausgesetzte Zinszahlungen vorsieht.
April: Die Eurostaaten geben weitere Milliarden aus dem Hilfspaket frei. Griechenland strebt zurück auf die internationalen Finanzmärkte und gibt erstmals wieder Staatsanleihen aus.
Mai: Das Linksbündnis Syriza wird bei der Europawahl stärkste Kraft.
Dezember: Die vorgezogene Präsidentschaftswahl durch das griechische Parlament scheitert. Für den 25. Jänner wird deshalb eine Neuwahl des Parlaments angesetzt.
Januar: Das Linksbündnis Syriza von Alexis Tsipras gewinnt die Parlamentswahl mit dem Versprechen, die Sparpolitik zu beenden.
Februar: Die Europäische Zentralbank (EZB) entscheidet, keine griechischen Staatsanleihen mehr als Sicherheit zu akzeptieren. Die Banken des Landes kommen damit nur noch über ein Notprogramm an frisches Geld. Das Hilfsprogramm wird nach schwierigen Verhandlungen bis Ende Juni verlängert. Zwischen Athen und den Gläubigern beginnt ein monatelanges Tauziehen um die Spar- und Reformmassnahmen, die Griechenland umsetzen muss.
März: Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) schliesst einen ungeplanten Austritt Griechenlands aus der Eurozone nicht mehr aus.
April: Athens Finanzlage wird kritisch. Öffentliche Einrichtungen und Behörden werden per Dekret verpflichtet, Finanzreserven an die Zentralbank zu überweisen. Athen will damit Gehälter zahlen und fällige Schulden begleichen.
17. Juni: Die griechische Zentralbank warnt vor einem Staatsbankrott und dem Aus für die Mitgliedschaft im Euro und möglicherweise auch in der EU.
22. Juni: Ein Sondergipfel der Eurozone gibt Athen noch einige Tage Zeit, um mit den Gläubigern zu einer Einigung zu kommen.
26. Juni: Die Gläubiger schlagen eine Verlängerung des Hilfsprogramms um fünf Monate vor, Athen hält die geforderten Bedingungen aber für unzumutbar und lehnt das Angebot ab.
27. Juni: Tsipras kündigt für den 5. Juli eine Volksabstimmung über den Gläubigervorschlag an. Die Euro-Finanzminister werfen Athen vor, die Verhandlungen einseitig abgebrochen zu haben, und verweigern eine Programmverlängerung über den 30. Juni hinaus.
28. Juni: Das griechische Parlament beschliesst in der Nacht dennoch die Volksabstimmung am kommenden Sonntag. (sda/apa/afp)
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