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Konfessionalisierung und Konfessionskonflikt in Graubünden, 16.–18. Jahrhundert – Confessionalizzazione e conflittualità confessionale nei Grigioni fra ‚500 e ‚700
Akten der historischen Tagung des Instituts für Kulturforschung Graubünden. Poschiavo, 30. Mai bis 1. Juni 2002 – Atti del Convegno storico dell’Istituto grigione di ricerca sulla cultura. Poschiavo, 30 maggio – 1 giugno 2002
Der Forschungsansatz der Konfessionalisierung achtet auf die Entsprechungen, die sich bei der Bildung und Erhaltung der verschiedenen Konfessionskirchen zeigen. Eine dieser Parallelen besteht in der Disziplinierung des Kirchenvolks. Unterstützten also die Konfessionskirchen die Staatsbildung, indem sie die Intensivierung staatlicher Herrschaft durch Sozialdisziplinierung förderten?
Einen interessanten Testfall für diese bekannte These bieten die Drei Bünde. Im frühneuzeitlichen Graubünden, einem schwach entwickelten Staatsgebilde, etablierten sich zwei Konfessionsgruppen – in oftmals unfriedlicher Koexistenz. Die Schwäche des Staates führte hier zu einer doppelten Konfessionalisierung, zur allmählichen Ausbildung fester konfessioneller Milieus und letztlich zu einer starken Persistenz konfessionskirchlicher Glaubensformen.
Der Band berücksichtigt nebst den Drei Bünden auch deren südliche Untertanenlande sowie die Nachbargebiete Tessin und Tirol. Für diesen Untersuchungsraum diskutieren ForscherInnen aus der Schweiz, Italien, Deutschland, Österreich und USA die vielfältigen und teils kontroversen Aspekte der Kirchen- und Staatsbildung im Konfessionellen Zeitalter.
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