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Kashya Hildebrand, Ehefrau von SNB-Präsident Philipp Hildebrand, hat sich erstmals zum Devisengeschäft geäussert, das seit Tagen im Zentrum einer Affäre steht. In einer schriftlichen Stellungnahme äusserte sich die frühere Finanzspezialistin und heutige Galeristin gegenüber der Sendung «10 vor 10» vom Schweizer Fernsehen.
Darin zeigte sie sich «sehr erstaunt über das gegenwärtige Interesse» an ihrem Dollarkauf von Mitte August. Sie beobachte die Märkte immer und habe vom Dollar-Rekordtief profitiert, so Hildebrand.
Nationalbank informiert
Das Devisengeschäft sei einen Tag später der zuständigen Stelle bei der Nationalbank gemeldet worden, «damit Transparenz herrschte, und es gab keine Einwände zu dieser Transaktion», teilte sie mit. Den Dollarkauf begründete sie damit, dass 70 bis 80 Prozent der finanziellen Transaktionen ihrer Galerie in Dollar stattfinden.
Über die Summe des Dollarkaufs machte sie keine Angaben. Laut Medien soll es sich um eine halbe Million Dollar gehandelt haben. Der Kauf fand zeitlich kurz vor der Festsetzung des Euro-Mindestkurses durch die Nationalbank statt.
Das wichtigere Thema ist laut Kashya Hildebrand der Diebstahl von Finanzdokumenten der Hildebrands. Es sei ein schockierender Vorfall, die Schweizerische Nationalbank destabilisieren zu wollen, hiess es in ihrer Erklärung weiter.
Sarasin entlässt Mitarbeiter
Die Bank Sarasin, wo die Hildebrands die erwähnten Konten haben, lüftete Dienstagabend dann den Schleier über dem Datendiebstahl und enthüllte auch den Weg, welchen die Unterlagen genommen haben.
Ein Mitarbeiter der Bank aus dem Informatik-Bereich habe der Bank den Diebstahl offengelegt und sei fristlos entlassen worden.
Die Unterlagen habe der Mann einem der SVP nahestenden Anwalt offengelegt, wie die Bank in einem Communiqué mitteilte. Dieser habe in der Folge ein Treffen mit SVP-Nationalrat Christoph Blocher arrangiert. Dieses habe am 11. November 2011 stattgefunden.
Nach Berichten der Sonntagspresse soll Blocher Mitte Dezember den Bundesrat über verdächtige Transaktionen im privaten Umfeld Hildebrands informiert haben.
Eine Prüfung vor Weihnachten ergab, dass Hildebrand keine unzulässigen Transaktionen vorgenommen hatte. Blocher weigert sich seit Tagen, sich zu seiner Rolle in der Affäre zu äussern.
Der fristlos entlassene Sarasin-Mitarbeiter habe sich am 1. Janaur 2012 der Kantonspolizei Zürich gestellt, teilte die Bank weiter mit. Die Bank Sarasin ihrerseits informierte sowohl Nationalbankpräsident Hildebrand wie auch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma). Sie behalte sich rechtliche Schritte vor, hiess es weiter.
Kein Verfahren
Die Affäre hat bisher keine rechtlichen Schritte wegen möglicher Bankgeheimnisverletzung nach sich gezogen. Bei der Basler Staatsanwaltschaft läuft derzeit kein Verfahren in der Sache, wie Sprecher Markus Melzl auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Er bestätigte damit mehrere Medienberichte.
Weil es sich bei den möglicherweise Geschädigten - der betroffenen Bank und der Nationalbank - um rechtsgewohnte Organisationen handle, würde die Behörde nur dann aktiv werden, wenn eine Strafanzeige eingereicht würde.
Eine Anzeige lag laut Melzl jedoch nicht vor. Zu Medienberichten, wonach Nationalbankpräsident Hildebrand eine Klage vorbereite, wollte sich eine Nationalbanksprecherin nicht äussern.
(laf/rcv/tno/sda/awp)