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«When I start out to make a fool of myself there's very little can stop me. [...] Some people can smell danger, not me.» – Obwohl der irische Matrose Michael O'Hara ahnt, dass es ein Fehler ist, kann er Elsa, der schönen Ehefrau des erfolgreichen Strafverteidigers Arthur Bannister, nicht widerstehen. Wegen ihr willigt O'Hara auch auf ein Jobangebot auf Bannisters Yacht ein, obwohl er dieses ausschlagen wollte. Unterwegs kommt auch Bannisters Geschäftspartner George Grisby an Bord und ins Spiel, der Michael ein dubioses Angebot unterbreitet. Auf ein gemeinsames Leben mit Elsa hoffend, lässt sich der gutmütige Narr erneut darauf ein.
«The Lady from Shanghai» ist eine zynische Satire auf den American Way of Life. Orson Welles nimmt nicht nur die Bedeutung des Geldes in der Gesellschaft und das mit sich gegenseitig zerfleischenden Haien verglichene Verhalten der Kapitalisten aufs Korn, sondern vor allem auch das Rechtssystem der USA. Die im Film gezeigte Gerichtsverhandlung ist eine Farce. Als literarische Vorlage diente ihm Sherwood Kings Roman «If I Die Before I Wake», den er in ein Drehbuch umschrieb. Die Beziehung zwischen Welles und Cohn, dem Produktions-Chef von Columbia, war von Beginn weg angespannt. Welles musste seine Originalversion um eine Stunde kürzen. Zwar unterstützte Cohn die Besetzung der Hauptrolle mit Rita Hayworth – Welles' Ehefrau und das Pin-up Girl der 40er. Er wollte sie aber als Star präsentieren und nicht als Femme fatale, die am Ende des Films mit dem Tod büssen muss. Er wehrte sich ebenfalls gegen ihren neuen Look – kurze, blonde Haare – da er überzeugt war, es würde ihre Schauspielkarriere ruinieren. Um gewohnte Hayworth-Aufnahmen im Film zu haben, bestand er in der Postproduktion darauf, einen Song und mehrere Nahaufnahmen von ihr einzumontieren. Das Tauziehen zwischen Welles und Cohn bleibt im Film nicht unbemerkt. Auch nicht unbemerkt dürfte die natürliche Anspannung zwischen Welles und Hayworth geblieben sein, die während des Drehs vor der Trennung standen und die Scheidungspapiere 1947 offiziell einreichten.
Seinerzeit sowohl finanziell als auch bei der Kritik ein Misserfolg, entwickelte sich der Film über die Jahrzehnte zu einem Klassiker der Filmgeschichte, der mit seinen visuellen Effekten, vor allem in der legendären Spiegelkabinett-Szene, neue Massstäbe setzte.
Der Filmpublizist Thomas Binotto führt in den Film ein.