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Hallo Thomas,
ein erster Anlauf zu einer Antwort auf Deine Fragen:
- das aktuelle PDF-Format (konkret PDF 1.6, PDF 1.7 und PDF 2.0) unterstützt zwar OpenType, aber nicht die relativ neuen Colorfont-Erweiterungen für OpenType; d.h. wenn ich einen OpenType-Colorfont direkt in PDF einbetten würde, würden immer nur die stets weiterhin erforderlichen färbungslosen Glyphen für die Darstellung verwendet werden
- PDF unterstützt aber schon immer Typ-3-Fonts, von denen es eine Ausprägung gibt, in der man für jeden einzelnen Glyphen alle sonst möglichen Grafikkonstrukte verwenden kann, also z.B. Farbe ('normale' Glyphen haben von sich aus keine Farbe), Bilder, Transparenz, Verläufe, andere Schriften, usw.
- möchte man jetzt Colorfonts bestmöglich in eine PDF-Datei hineinhieven, muss man die vorliegende OpenType-Colorfont-Repräsentation übersetzen in Typ-3-Fonts; das ist sowohl bei SVG-basierten wie auch Bild-basierten (à la Apple Emojis) OpenType-Colorfonts auf sinnvolle und verlustfreie Weise möglich
- eine weniger tolle Möglichkeit besteht darin, für jeden "bunten" Glyphen in einem OpenType-Colorfont 'normalen' grafischen Inhalt in PDF zu generieren, also z.B. für einen Apple-Emoji-Glyphen ein ganz normales Bildobjekt, oder für einen Glyphen aus einem SVG-OpenType-ColorFont ganz normale Zeichenbefehle (male hier ein Linie, male dort eine Fläche, hier ein Bild, dort ein Verlauf, etc.); soweit ich weiss, wird das leider bei Photoshop und Illustrator zumindest teilweise so gemacht; großer Nachteil: die Inhalte sind nicht mehr als Text kodiert, man kann also nicht danach suchen oder den Text auswählen und kopieren.
Auf diesem Hintergrund zu Deinen einzelnen Punkten:
- Gibts dafür eigentlich aus Druckvorstufensicht etwas zu beachten?
die aus OpenType-Colorfonts generierten Konstrukte dürften in der Regel in RGB vorliegen; ggf. entsprechende Maßnahmen treffen (z.B. mit ICC-Profil versehen falls DeviceRGB, oder nach CMYK konvertieren, z.B. mit Acrobat Preflight, callas pdfToolbox oder anderen entsprechenden Tools)
- Ab welcher PDF-Version werden ColorFonts unterstützt?
ab PDF 1.0/1993 (sofern es sich um Umwandlung in Typ-3-Fonts handelt), bzw. ab PDF 1.0 bis PDF 1.5, je nachdem welche Grafik-Konstrukte verwendet werden (also z.B. Verläufe oder Transparenz), wenn in 'normale' Grafikobjekte umgewandelt wird
- Werden alle Formate (SVG, SBIX, COLR, ...) unterstützt?
im PDF angekommen, sind diese Konstrukte bereits in PDF-basierende Konstrukte umkodiert; insofern trifft die Frage nicht direkt zu; indirekt: wenn die betr. Colorfont-Formate entsprechend umkodiert werden, werden sie allesamt in PDF unterstützt
- Wie schaut das mit PDF/X aus, gibts da Einschränkungen?
nicht grundsätzlich/siehe oben
- Acrobat scheint das in der aktuellen Versionen zu können, kann das auch PitStop und die callas Toolbox?
kein Tool unterstützt ColorFonts bei der PDF-Darstellung, da PDFs keine OpenType-ColorFonts unterstützt; was man im PDF sieht, ist bereits etwas, das aus Colorfonts umkodiert worden ist
- Kann ich die auch einfach "In Pfade umwandeln"?
Glyphen in OpenType-ColorFonts bestehend tendenziell nicht mehr nur aus einem Pfad, daher ist eine Umwandlung in Pfade nicht unbedingt sinnvoll; pragmatisch gesehen, ist eine Wandlung in Pfade oder was auch immer eher nicht sinnvoll; stieße man auf Tools, die z.B. Typ-3-Fonts nicht sauber unterstützen, bliebe entweder die Wandlung der ganzen Seite in ein Bild, oder evtl. die Auflösung jedes einzelnen verwendeten Glyphen in 'normale' Grafikobjekte
- Weiß jemand was von der Unterstützung in der APPE ?
da OpenType-Colorfonts als solche in PDF nicht vorkommen, trifft die Frage nicht zu. Typ-3-Fonts sollten in APPE problemlos unterstützt werden (und 'normale' Grafikobjekte sowieso).
Olaf
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Olaf Druemmer | Geschäftsführer
callas software gmbh | www.callassoftware.com
axaio software GmbH | www.axaio.com
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