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Werner Hurter
*1932 / Malerei, Zeichnung, Kunst am Bau
Werner Hurter begann 1948 als Autodidakt künstlerisch zu arbeiten. Parallel dazu absolvierte er eine Lehre als Flachmaler. Anfang der fünfziger Jahre besuchte er Kurse an der Kunstgewerbeschule Zürich und nahm Privatunterricht bei Henry Wabel. Nach dreijähriger Anstellung in einem Architekturbüro wagte er den Schritt, sich als Architekten selbstständig zu machen. Seit 1973 lebt und arbeitet Hurter als freischaffender Künstler in Thaa, einer Winterthurer Aussenwacht. Er war Mitbegründer der legendären, zuerst als Künstlerkollektiv geführten Galerie ge und Mitbegründer der inzwischen aufgelösten Kulturstiftung Winterthur.
Seine künstlerischen Anfänge sind geprägt von der pleinairistischen Landschaftsmalerei. Auf seinen malerischen Streifzügen hielt er die Umgebung von Winterthur in Ölbildern fest; im Winter zog es ihn nach Grevalvas (Oberengadin). 1966 fiel er in der Winterthurer Galerie abc erstmals durch Schwarzweissbilder auf. Zugleich entstanden erste konstruktive Eisenobjekte. Ab 1980 führte Hurter bedeutende Kunst am Bau-Aufträge aus; wie beispielsweise für die Kantonschule Bülach und die Berufs- und Fortbildungsschule in Winterthur. Dort befindet sich seit 1983 die hängende Freiraum-Installation «Gwülch», die zu den markantesten Kunstwerken im öffentlichen Raum der Stadt Winterthur zählt. Nicht nur reale Aussen- und Innenräume, sondern auch die Bildräume seiner zweidimensionalen Arbeiten weiss Hurter gekonnt durch akzentuierte Kontraste zu rhythmisieren. In seinen ersten Acrylgemälden bilden geometrisierende Kürzel richtungsbetonte Kräftefelder.
Um 1985/86 zeichnete sich in den «Baumbildern» der Übergang zu organischen Formen ab. Die fraktale Struktur des Geästs bot Hurter einen neuen Ansatz zur Flächenorganisation. In den neunziger Jahren wandte er sich neuen Techniken wie die Frottage zu. Seit 2006 entstehen neben kraftvoll hingeworfenen, abstrakten Acrylbildern ungegenständliche Aquarelle mit leuchtenden Farbbahnen, ausserdem Arbeiten in Ölkreide auf Papier und Öl auf Baumwolle mit All-over-Strukturen, die an Wellen bzw. Verästelungen erinnern. (lac)