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Nadeschkin, was für ein Hintergrundbild hat Ihr Smartphone?
Eine Aussicht auf Finderlohn, wenn man es mir wieder zurückbringt.
Sie dürfen Ihren Wohnort neu designen: Aus welchen Städten, Dörfern und Landschaften setzen Sie ihn zusammen?
Nadeschkin: Ich hätte gern statt einer Wiese im Ausblick das Meer oder wenigstens den Zürichsee. Zur Not ginge auch der Katzensee.
Ursus: Und an diesem See würde ich dann auch wohnen, allerdings auf der anderen Seite!
Wie würden Sie als Mädchen beziehungsweise als Bub heissen?
Ursus: Monika.
Nadeschkin: Sven.
Welches Gemüse sollte verboten werden?
Ursus: Spargeln, wenn nicht Spargelzeit ist.
Und was für ein Gemüse oder was für eine Frucht wären Sie gern?
Ursus: Genau so eine Spargel wäre ich dann.
Nadeschkin: Ein Vogel, aber das ist – so viel ich weiss – keine Frucht und auch kein Gemüse.
Um wie viel Prozent müssten Sie Ihr Arbeitspensum reduzieren, damit Sie massiv glücklicher wären?
Nadeschkin: Unglücklich macht nur, wenn man Arbeit, die unglücklich macht, macht.
Ursus: Lieber würde ich die Zeit, die zur Verfügung steht, um 50 Prozent erhöhen!
Als Sie Kind waren, was hat Ihre Mutter Ihnen da immer gesagt?
Nadeschkin: Leg die Sachen dorthin zurück, wo du sie hergeholt hast.
Ursus: Lauf doch zweimal!
Wem haben Sie zuletzt etwas Selbstgebasteltes geschenkt?
Nadeschkin: Meinem Ex-Mann eine Granulat-Uhr. Die bastelte unser gemeinsamer Sohn – unter meiner Anleitung. Das ging leider schief.
Wo am Körper tuts Ihnen weh?
Nadeschkin: Überall. Aber das geht manchmal auch wieder weg, sagt dann der Arzt oder die Therapeutin.
Ursus: Bei mir versammelt sich der angestaute Stress im Nacken – aber nur, wenn ich daran denke. Deshalb erwähne ich das hier lieber nicht.
Haben Sie ein schlechtes Gewis
sen, wenn Sie den Teller nicht leer essen?
Ursus: Nein, ein schlechtes Gewissen beim Essen ist schlecht für die Verdauung.
Haben Sie einen Organspendeausweis?
Nadeschkin: Nein, weil ich zu wenig über das Leben danach weiss.
Ursus: Ich hätte einen, wenn ich es bisher nicht dauernd verschlampt hätte, mich drum zu kümmern.
Welche Musik soll an Ihrer Beerdigung gespielt werden?
Ursus: Eine laute, eine leise, eine lustige und eine traurige. Und eine zum Tanzen.
Können Sie sich vorstellen, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen?
Ursus & Nadeschkin: Ja.
Als Kind hatte ich den Wunsch, Italiener zu werden, und dann wollte ich Grossmutter werden
Über welche Tat oder Aussage von Ihnen wird man noch lange nach
Ihrem Ableben reden?
Ursus: Über meinen letzten Satz. Der wäre: Bin gespannt, was passiert, wenn man hier drückt …
Die bisher beste Idee Ihres Lebens?
Nadeschkin: Mich mit 18 selbstständig zu machen.
Welchen Wunsch haben Sie endgültig begraben?
Nadeschkin: Eine Grossfamilie zu gründen. Aber diese Idee begrub ich schon, als ich fünf war, und zwar im Sandkasten.
Ursus: Als Kind hatte ich den Wunsch, Italiener zu werden, und dann wollte ich Grossmutter werden. Beides hat noch nicht geklappt …
Welche Ihrer Eigenschaften möchten Sie Ihren Kindern vererben?
Nadeschkin: Mein Durchhaltevermögen und meinen Glauben an Wunder mag ich vererben.
Und welche keinesfalls?
Meine Zweifel daran möchte ich meinem Sohn ersparen.
Angenommen, der liebe Gott würde Sie neu erschaffen: Mit den
Eigenschaften welcher Berühmtheiten soll er Sie ausstatten?
Ursus: Muss man hier eigentlich jede Frage beantworten?
Nadeschkin: Nein.
Welche Bücher, welche Musik und welche Filme haben Ihr Leben massiv beeinflusst?
Nadeschkin: Alles von Max Frisch. «Die Dreigroschenoper». «Die Blechtrommel».
Was wird man in hundert Jahren über die aktuelle Epoche sagen?
Ursus & Nadeschkin: Man wird uns beneiden um die frische Luft,um die natürliche Diversität und um nicht erneuerbare Ressourcen, die wir seit fast einem Jahrhundert uneinsichtig, unnachgiebig und unnachhaltig verprassen.
Welche Pille gehört erfunden?
Ursus: Eine gegen Machtgier und Respektlosigkeit.
Ihr Spitzname als Kind?
Nadeschkin: Ein blöder.
Als Sie 16 Jahre alt waren, wie sah da Ihr Zimmer aus?
Nadeschkin: An der Wand hing ein riesiger weisser Harlekin, viele selber gezeichnete Comic-Figuren. Dazu kam ein riesiger Vogelkäfig mit zwei Nymphen- sittichen, die frei herumflogen und mit mir, auf meiner Schulter sitzend, Lateinwörtchen mitlernten.
Wir müssten fliegen lernen
Falls Ihr Leben verfilmt wird, welcher Schauspieler soll die Hauptrolle spielen?
Nadeschkin: Ich wäre froh, wenns eine Schauspielerin ist.
Was in Ihrem Alltag müssten Sie aus ökologischer Sicht dringend verändern?
Ursus & Nadeschkin: Wir müssten fliegen lernen.
Bei wie viel Franken pro Liter Benzin wäre für Sie die Schmerzgrenze erreicht?
Ursus: Von mir aus dürfte der Liter ab sofort 35 Franken kosten. Denn es braucht scheinbar das Überschreiten der Schmerz grenze, damit die Autoindustrie auf die alternativen und emissionsarmen Antriebsenergien umschwenkt, die es schon längst gäbe.
Haben Sie ein Tattoo?
Nadeschkin: Soviel ich weiss, nicht ...
Ursus: Nein.
Der beste Ratschlag, den Sie je bekommen haben?
Ursus: Wenn du Zeit hast, nimm dir täglich eine Stunde für dich. Wenn du keine Zeit hast, nimm dir zwei Stunden.
Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz?
Ursus: Ja, gerne.
Nadeschkin: Ja. Wir waren sieben und dann drei Jahre lang so gut wie verheiratet.
Wer ist Ihr bester Freund?
Ursus: Max.
Nadeschkin: Max.
Über welches Geschenk haben Sie sich zuletzt gefreut?
Ursus & Nadeschkin: Über das letzte.