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Lyxor AM : Die Rally bei Risikoanlagen hat die Aktienbewertungen in den vergangenen Monaten auf Niveaus getrieben, die es seit Anfang der 2000er-Jahre nicht gegeben hat, und Investoren fragen sich daher…
ob jetzt der optimale Zeitpunkt zur Verringerung des Risikos in den Portfolios gekommen ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank bei der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses am 16. September die Anleihenkäufe fortsetzen und ausweiten wird, legt jedoch den Schluss nahe, dass Investoren sich nicht zu defensiv positionieren sollten. Da die Anleihenrenditen in den USA und Europa nicht weit von ihren Allzeittiefs entfernt sind, sind auch die Chancen im Bereich defensiver Vermögenswerte geringer.
Gegenüber herkömmlichen sicheren Anlagen bieten Merger-Arbitrage-Strategien verschiedene Alternativen zur Risikoreduzierung in Portfolios. Es handelt sich um eine Strategie, die in der Vergangenheit eine niedrige Korrelation zu Aktien aufwies. Nach unserer Einschätzung stagnierte die Strategie während der Aktienrally im August, blieb aber auch von den jüngsten Turbulenzen im Technologiebereich unberührt.
In den letzten Tagen war etwas Gegenwind aufgekommen, da die geplante 16,5 Milliarden US-Dollar schwere Fusion zwischen LVMH und Tiffany zum Gegenstand der Handelsgespräche zwischen den USA und Frankreich wurde. Wegen der drohenden US-Strafzölle auf französische Waren, die ab Januar 2021 in Kraft treten dürften, wies die französische Regierung LVMH an, den Abschluss der Transaktion über den 6. Januar 2021 (den in der Fusionsvereinbarung festgelegten Termin) hinaus zu verschieben. Dieser potenzielle Vertragsbruch führte am 9. September zu einem Kursrückgang der Tiffany-Aktie um 6,4%. Allerdings waren Merger-Arbitrage-Strategien nur begrenzt in dem Deal positioniert. Gemäss unserer auf knapp 20 Strategien basierenden Schätzungen lag ihre Performance am selben Tag bei durchschnittlich -15 Bp. Fondsmanager gehen davon aus, dass die Transaktion zwar durchgeführt werden wird, im Vergleich zu dem ursprünglichen LVMH-Angebot in Höhe von 135 USD je Aktie jedoch zu einem niedrigeren Preis.
Alles in allem ist erwähnenswert, dass politische Einflussnahme im Bereich von Merger Arbitrage nichts Neues ist. Handelskriege stellten bereits in den letzten Jahren Abwärtsrisiken für den Abschluss von Transaktionen dar. Doch die Strategie hat sich – von ihrer Struktur her – bei der Beurteilung politischer Risiken und einer entsprechenden Anpassung der Positionierung bewährt.
Weiterhin ist erwähnenswert, dass es in den letzten Monaten wieder zu einem Volumenanstieg bei Fusionen und Übernahmen in den USA und einer Ausweitung der Transaktionsspreads gekommen ist, wodurch sich die Chancen für die Strategie, in der wir weiterhin übergewichtet sind, vergrössern.
Quelle: AdvisorWorld