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Der Theologe wird gleich etwas Wesentliches über das Gebet schreiben. Was es wohl sein wird…
Soll man frei beten, wie man gerade will, oder ist das zu willkürlich?
Muss man vor den Hauptmahlzeiten beten – und was ist mit den Zwischenmahlzeiten?
Ist «Ach Gott» schon ein Gebet oder ist das zu kurz?
Muss man das Mahlzeitengebet nachholen, wenn man es vergessen hat?
Darf man kürzer beten, wenn man schneller spricht, oder ist das nicht erlaubt?
Soll man beim Beten stehen, sitzen, liegen, knien?
Reicht es, abends zu beten, oder muss man morgens auch?
Sagt man Amen, damit Gott weiss, dass man fertig ist?
Soll man Gebete auswendig lernen, oder ist das zu monoton?
Sollte man die Hände falten? Und wenn ja, weshalb?
Wo soll man beten? Zuhause oder in der Natur?
Oder in der Kirche? Und wenn in der Kirche: in welcher?
Hilft es, wenn man zwei-, dreimal ein spontanes Halleluja einwirft?
Soll man leise beten oder laut?
Oder halbleise oder halblaut?
Darf man Gebete anderer Menschen ablesen, oder ist das zu oberflächlich?
Darf man Emotionen zeigen, wenn man betet?
Darf man beim Beten fluchen?
Darf man traurig sein oder fröhlich? Wütend oder enttäuscht?
Aber die Augen muss ich schliessen, das weiss ich.
Was wird der Theologe wohl über das Gebet sagen?
Gebet ist Beziehung. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger. Natürlich wird sich Gebet immer in Formen ausdrücken. Aber die Form ist nicht das Eigentliche. Das Eigentliche ist das Gegenüber – in diesem Fall Gott.