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Für die Disziplin Springen hatten im Jahr 2014 die World Equestrian Games WEG in Caen (Frankreich) einen prioritären Stellenwert. Mit einer Platzierung unter den besten fünf im Team-Wettbewerb hätte vorzeitig ein Quotenplatz für die Olympischen Spiele in Rio gesichert werden können. Aufgrund dieser Tatsache wurde die Planung konsequent auf dieses Ziel ausgerichtet. Im Wissen um die Wichtigkeit der Teilnahme an Olympia wurden der Saisonplanung als Ganzes sowie der individuellen Planung der möglichen Kandidatinnen und Kandidaten grösste Aufmerksamkeit geschenkt. Leider wurde das Ziel mit dem 11. Schlussrang des Teams klar und deutlich verpasst. Sofort nach den WEG wurde die Situation einer unvoreingenommenen Überprüfung unterzogen. Aus der Analyse der Situation konnten die nötigen Schlüsse für die zukünftige Arbeit gezogen werden. Die Kader-Selektion 2015 wurde so rasch wie möglich vorgenommen, damit die Planungen für die neue Saison starten konnten. Der Fokus liegt voll und ganz auf der EM in Aachen. Ein gutes Abschneiden und die Qualifikation für Olympia haben allerhöchste Priorität.
Es ist keine neue Erkenntnis, dass die Anzahl derer, die an der Weltspitze mitkämpfen können, überschaubar ist und die Auswahlmöglichkeit bei der Beschickung von Championaten limitiert ist. Einmal mehr leuchtet die Tatsache ein, dass das Vorhandensein von Spitzenpferden für unsere Reiterinnen und Reiter von entscheidender Wichtigkeit ist, um an internationalen Ausscheidungen bestehen zu können. Alle Bemühungen, die helfen diese Situation zu verbessern, sind willkommen und müssen unterstützt werden.
Schweiz bleibt in der höchsten Liga
In der Nationenpreis-Serie konnte der Verbleib in der höchsten Liga erfreulicherweise sichergestellt werden. Leider wurde die Finalteilnahme knapp um einen Rang verpasst. Am CSIO Lummen konnte unser Team einen bemerkenswerten Sieg erringen. Mit ausschliesslich Nullfehlerritten blieb das ganze Team ohne Makel. Mit dem Auftritt an unserem Heim-CSIO in St. Gallen dürfen wir zufrieden sein – ein guter 4. Platz war das verdiente Resultat. In den Nationenpreisen der zweiten Division konnte dreimal ein zweiter Platz erreicht werden. Insgesamt wurden in den Nationenpreisen 18 Reiterinnen und Reiter eingesetzt. Aus allen Einsätzen resultierten 26 Nullfehlerritte, wobei fünf Doppelnuller zu verzeichnen sind. Der Versuch, die Spitze zu verbreitern, bleibt eine permanente Aufgabe.
Sehr aktiver Nachwuchs
Die Junioren und die Jungen Reiter konnten 2014 nicht an die ausgezeichnete Saison 2013 anknüpfen. Verletzungspech und fehlendes Wettkampfglück haben unseren Equipen an der EM einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dies ist insofern schade, da das Potenzial für Platzierungen an der Spitze durchaus vorhanden gewesen wäre. Der gezielten Vorbereitung der Reiterinnen und Reiter wurde wiederum grosse Beachtung geschenkt. Auch die individuellen Resultate im Verlauf der Saison waren eigentlich vielversprechend. Die Teams wurden klar unter ihrem Wert geschlagen. Mit einem erfreulichen 4. Rang hat Estelle Wettstein in der Einzelwertung der Junioren eine Medaille nur knapp verpasst.
Mit Emilie Stampfli und Chantal Müller haben gleich zwei Reiterinnen aus unserem Kader die Aufnahme in die neu gegründete und sehr exklusive Young Riders Academy geschafft. Die Academy ermöglicht den Teilnehmern lehrreiche Stages bei internationalen Top-Reitern. Eine Ehre für die zwei Reiterinnen und auch eine Anerkennung für den Schweizer Ausbildungsweg.
Die Sparte Children hat sich während der Saison erfreulich weiterentwickelt. Die Anzahl der Teilnehmenden hat sich weiter erhöht. Anlässlich eines Trainings-Wochenendes konnten neue Talente gesichtet werden, die teilweise bereits an CSIOs und der EM zum Einsatz kamen. Die Children-Sparte wird auch im neuen Jahr weiter gefördert und eng begleitet. Dieses Segment wird sich ergänzend zur Pony-Sparte als Einstieg in den Springsport weiter etablieren. Die erstmalige Austragung einer SM für Children war ein Erfolg. Die Parcours der jungen Reiterinnen und Reiter an den Meisterschaften in Sion mitzuverfolgen war eine grosse Freude.
Im Bereich Pony verlief die Saison 2014 etwas unruhig. Die Resultate an internationalen Turnieren überzeugten nicht. Aus diesem Grund wurde die Teilnahme an der EM in Millstreet zuerst deutlich in Frage gestellt. Um ein klares Bild zu erhalten, wurde vor dem definitiven Entscheid eine Sichtung der Paare vorgenommen. Die Sichtung fiel zu Gunsten einer Teilnahme aus. Für das Team resultierte der 5. Schlussrang. Zwei Reiterinnen erreichten das Finale.
Anpassungen im Reglement
Auch im vergangenen Jahr wurden im Rahmen des ordentlichen Reglementsänderungsprozesses einige nötige und sinnvolle Anpassungen im Springreglement vorgenommen. Auf Antrag der Disziplin Springen werden ab dem Jahr 2016 die Reglementsänderungen nur noch alle zwei Jahre durchgeführt. Dies ist ein wichtiger Schritt, um mehr Konstanz in der Anwendung der Reglemente zu erhalten, und hilft den Offiziellen in ihrer Arbeit an den Turnieren. Erfreulich ist zudem, dass für die Promotions- und Jungpferdeprüfungen nach konstruktiver Arbeit eine Lösung gefunden werden konnte und diese nun in die offiziellen SVPS-Reglemente integriert sind.
Der Aus- und Weiterbildung der Offiziellen wird auch im neuen Jahr grosse Beachtung geschenkt werden. Einige wichtige Themen wurden bereits identifiziert, die in Schulungen, Seminare und die bewährten ERFA-Tagungen einfliessen werden.
Die Disziplin Springen dankt dem Vorstand SVPS sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle für die stets angenehme und professionelle Zusammenarbeit. Allen Offiziellen unserer Disziplin, die sich unermüdlich für den Pferdesport einsetzen, gilt ebenfalls ein herzliches Dankeschön!
Stefan Kuhn, Leiter Disziplin Springen