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Unter diesem Titel schrieb der französische Germanist Jacques Le Rider (vgl. Le Riders Nietzsche-Aufsatz in Nr. 9/10, 2000) eine 80-seitige Einleitung zu einer von ihm herausgegebenen französischen Ausgabe autobiographischer Schriften Goethes (Goethe – Écrits autobiographiques 1789 – 1815, Paris 2001).
Le Rider stellt Goethes ablehnende Haltung gegenüber der Revolution dar, schildert seine Teilnahme an der Kampagne in Frankreich, zieht Parallelen zum Schicksal und den Auffassungen Chateaubriands und zeichnet das langjährige Interesse des Dichters für Napoleon vor und nach der Unterredung in Erfurt im Oktober 1808 nach. Sein Essay kulminiert in der Frage, ob Goethe lediglich ein Europäer war und im Nachweis, dass die tiefe Europaschätzung des Dichters in wahrhaft übernationalen kosmopolitischen Impulsen und keineswegs in einem engen «europäischen Nationalismus» wurzelte. Gerade von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet, bleibt die gelegentlich geradezu überschwengliche Verehrung Goethes für Napoleon, der letzten Endes de facto mehr französisch als europäisch geschweige denn kosmopolitisch dachte, aber weiterhin ein Rätsel.
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