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Mit der Technik der Giessbüchsenmalerei lenkte Max Laeuger (1864–1952) als bedeutender Jugendstilkeramiker den floralen Stil seiner Zeit in eine neue Richtung. Auf der Pariser Weltausstellung erhielt er 1900 für seine Objekte eine Goldmedaille.
Die hochschultrige Vase aus brauner Irdenware liess Max Laeuger von einem Töpfer drehen und in einem Gelbton glasieren. Die Bemalung betrachtete er als kompositorisch massgeblich und führte sie entsprechend eigenhändig in der Methode der Schlickermalerei aus. Dabei wurde farbiger Tonschlicker, also verdünnter Ton, mit der sogenannten Giessbüchse aufgebracht und unter einer transparenten Bleiglasur versiegelt. Mit künstlerischem Impetus liess Laeuger rund um die Vase eine dichte Wiese spriessen, auf der margeritenartige Blumen wachsen. Dabei lenkte er das Dekor bewusst weg vom naturalistischen Vorbild hin zu freier Gestaltung in verführerischen Farbklängen. Inspiriert hatte sich der Autodidakt an der Schwarzwälder Bauernkeramik. Der aus Lörrach stammende Maximilian Joseph Läuger (anlässlich eines Studienaufenthalts in Paris änderte er 1892 seinen Namen in Max Laeuger) absolvierte zunächst an der Kunstgewerbeschule in Karlsruhe eine Ausbildung in Malerei und Innendekoration und wirkte als Kunstpädagoge. Die Beschäftigung mit der Keramik erfolgte im Rahmen der Bestrebungen um eine Stilerneuerung im Kunstgewerbe. Bereits 1895 kaufte das Kunstgewerbemuseum Zürich direkt bei Laeuger in Karlsruhe grosse Fliesenbilder und einzelne Vasen. 1902 bot man ihm in Zürich gar die Stelle des Direktors der Kunstgewerbeschule an. Doch Laeuger lehnte ab, war er doch bereits 1897 dem Ruf nach Kandern (Landkreis Lörrach in Baden-Wütternberg) gefolgt, mit dem grossherzoglichen Auftrag, die lokale Kunsttöpferei wieder wettbewerbsfähig zu machen. (Sabine Flaschberger)