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Die heute vierjährige Samantha kam mit einem schweren Geburtsfehler zur Welt. Sie überlebte nur dank mehreren Operationen.
Die Hebamme sah nach dem Kaiserschnitt keinen Handlungsbedarf, stattdessen redete sie der Mutter gut zu. Doch Esther Lawrence gab keine Ruhe und verlangte nach der Kinderärztin. Diese veranlasste, dass das Baby unverzüglich mit der Rega ins Kinderspital Zürich überführt wurde. Erste Untersuchungen ergaben, dass Samantha mit einem halben Herzen zur Welt gekommen war. Ohne Operation hatte sie keine Überlebenschance. «Das war natürlich ein Schock», sagt die Mutter.
Drei Tage nach der Geburt wurde Samantha operiert. Ein halbes Jahr später erfolgte ein weiterer Eingriff und kurz darauf eine Notoperation. Als das Mädchen zwei war, kam die nächste Hiobsbotschaft: Eine Herzkatheter-Untersuchung am Zürcher Kinderspital deutete auf Komplikationen in nächster Zeit hin. Die Ärzte rieten aber von einer sofortigen Operation ab. In der Schweiz gab es diesbezüglich keine Erfahrungswerte.
In ihrer Verzweiflung nahmen die Eltern das Geschick ihres Kindes selber in die Hand. Sie holten bei vier international führenden Kinder-Herzchirurgen Gutachten ein. Unabhängig voneinander sprachen sich die Spitzenmediziner für eine baldmöglichste Operation aus. Die Eltern entschlossen sich, den Eingriff in den USA vornehmen zu lassen.
Im Frühling des letzten Jahres wurde Samantha in der renommierten Klinik für Kinder-Herzchirurgie in Ann Arbor, Michigan, operiert. Eine namhafte Basler Firma kam für die hohen Kosten auf, da die IV nur Behandlungen in der Schweiz übernimmt. Im Frühling dieses Jahres war eine abschliessende Operation erforderlich. Diesmal teilten sich verschiedene Stiftungen die Kosten, darunter SOS Beobachter.
«Während der ganzen Zeit war ich nicht nur Mutter, sondern Anwältin meines Kindes», sagt Esther Lawrence. Die Schweizer Ärzte hätten ihren Kampfgeist wenig goutiert. Der federführende amerikanische Herzchirurg hatte durchblicken lassen, dass mindestens eine der vorausgegangenen Operationen nicht fachgerecht durchgeführt worden sei, wonach es wohl zu Komplikationen gekommen sei. Die Verantwortlichen wiesen den Vorwurf zurück, und die Eltern hatten keine Kraft mehr, den Fall weiterzuziehen.
Vielmehr sorgten sie sich um ihr Kind: Nach neurologischen Abklärungen Ende Oktober steht nun fest, dass Samantha infolge eines akuten Sauerstoffmangels nach einem früheren Eingriff einen Hirnschaden erlitten hat und geistig zurückgeblieben ist. «Das ist ein weiterer Schlag», so die Mutter. Doch ihr Respekt vor Samanthas Lebenswillen ist ungebrochen: «Sie ist die wahre Heldin und gibt uns Kraft.»
Um ihre Lehre antreten zu können, brauchte Melanie Buchser ein Praktikum. Sie hatte auch schon einen Ausbildungsplatz - aber keine Mittel fürs Schulgeld.
Mit der KV-Lehrstelle im Fünfsternehotel Victoria-Jungfrau in Interlaken ist für Melanie Buchser, 17, ein Traum in Erfüllung gegangen. «Der persönliche Einsatz hat sich gelohnt», freut sie sich. Doch bis zur definitiven Zusage hatte sie nervenaufreibende Monate erlebt. Von Anfang an schwebte ihr vor, die Ausbildung in der Hotelbranche zu absolvieren. Aber nur wenige Betriebe bieten Lehrstellen an. Nach telefonischen Vorabklärungen konnte sie sich beim «Victoria-Jungfrau», ihrem Favoriten, wenigstens erst einmal schriftlich bewerben. Voraussetzung für eine Anstellung war ein einjähriges Praktikum nach Wahl.
Melanie Buchser entschied sich für ein Welschlandjahr. «Ich wollte unbedingt Französisch lernen», sagt sie, denn in der Hotellerie sind Fremdsprachen ein gutes Kapital. Sie erkundigte sich nach einer Sprachschule für Au-pair-Jugendliche und fand eine geeignete private Institution. Das Schulgeld von rund 8000 Franken sprengte jedoch das Budget der allein erziehenden Mutter - umso grösser war die Enttäuschung, als sie kein Stipendium bekam. Sieben private Hilfsorganisationen, darunter SOS Beobachter, sprangen in die Lücke. So kam Buchser ihrem Traum doch einen Schritt näher.
Noch vor dem Welschlandjahr ging sie für vier Tage im «Victoria-Jungfrau» schnuppern und war begeistert. Das monatelange Warten auf eine Antwort kostete sie zwar Nerven, doch dann kam der erlösende Anruf: Sie wurde mit ihren Eltern zu einem Gespräch nach Interlaken eingeladen. «Ich war so nervös, dass ich nicht wusste, was ich anziehen sollte», erinnert sie sich. An der Hotelbar stiess sie dann mit den Eltern und der künftigen Chefin auf ihren neuen Lebensabschnitt an - letzten Juni konnte sie die Lehre beginnen.
All die vielen Rückschläge konnten seinem Humor nichts anhaben: Der Bergbauer Corsin Alig kämpft weiter.
«Mehr als hart arbeiten können wir nicht», sagt Brigitte Alig, Mutter von zwei Kindern. Ihr Mann Corsin musste in den letzten 15 Jahren ein Dutzend Operationen über sich ergehen lassen. Immer wieder rappelte sich der heute 42-jährige Bergbauer auf und versuchte, seine Familie und den kleinen Betrieb in Trun im Bündner Oberland mit zusätzlichen Jobs über Wasser zu halten. Seine Frau war mit den beiden Kindern auf sich allein gestellt. Sie arbeitete abends im Service und ging putzen. Ans Ausruhen war nicht zu denken. «Es muss immer weitergehen», sagt Corsin Alig.
Ein gutes Stück weiter geht es mit dem dringend benötigten Ladewagen, den sich Familie Alig dank einem Beitrag von SOS Beobachter anschaffen konnte. Damit ist die Zukunft des kleinen Bauernbetriebs mit 15 Hektaren Land gesichert, und die Familie hat wieder eine Perspektive. Die Pechsträhne begann 1992, als sich Alig einer Rückenoperation unterziehen und den Betrieb aufgeben musste. Nachher liess er sich zum Ersatzteilverkäufer umschulen. Nach einem weiteren Unfall ging er eineinhalb Jahre an Krücken. Als er keine neue Stelle fand, nahm er den landwirtschaftlichen Betrieb wieder auf. Daneben arbeitete er als Viehwirtschafter beim Kanton und im Winter bei den Bergbahnen Brigels.
Im Jahr 2000 machte er eine Ausbildung für den Pistenrettungsdienst. Zwei Jahre später folgte eine schwere Operation am Fuss. Dabei stellten die Ärzte ein Krebsleiden fest. Nicht genug des Pechs: 2003 erlitt er bei einem Einsatz mit dem Rettungsschlitten einen mehrfachen Beinbruch. «Zwischendurch hatte ich schon einen Hänger», sagt Alig. Doch den Humor und die Zuversicht habe er nicht verloren: «Jetzt bin ich wieder zu 100 Prozent da.» Die ganze Familie hofft, dass es nun endlich so bleibt.