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Die Post im Berg
Im Jahre 1836, ein Jahr bevor Küsnacht an der neuerbauten Seestrasse sein erstes Postbüro erhielt, bekam die Forch Anschluss an den wöchentlich zweimal verkehrenden Postkurs von Zürich über die Forch nach Grüningen zum bedeutenden Marktflecken Wald. Die mit vier Pferden bespannte Postkutsche enthielt zwölf Sitzplätze. Von 1850 bis 1855 war Grüningen Endstation des nun täglich verkehrenden Kurses und bis 1864 Gossau. Dann wurde der Postkurs auf die Strecke Zürich—Esslingen beschränkt. Vom 1. Mai 1896 an verkehrten täglich zwei Kurse Zürich—Forch—Egg mit Anschluss an die Postkurse Uster—Egg—Meilen und Hinteregg—Esslingen—Stäfa. Wer sich nicht beizeiten an einer der Poststellen um einen Platz bemühte, hatte das Nachsehen. Seit dem 1. Juli 1895 wirkte August Pfister von Volketswil als erster Briefträger auf der Forch.
Da der Verkehr stark anstieg, konnte die Forchpost bald den Anforderungen nicht mehr genügen. Schon Anfang der siebziger Jahre propagierte man den Bau einer Bahn von der Rehalp über die Forch nach Esslingen. Da man aber von einem finanziell tragbaren Projekt noch weit entfernt war, bildete sich aus Vertretern der interessierten Forchgemeinden unter dem Vorsitz von Adolf Boiler aus Hinteregg ein «Automobilkomitee». Die Postdirektion war bereit, ihre Postgüter dem neuen Verkehrsmittel Automobil anzuvertrauen. Es wurden daher zwei Kastenwagen der Firma Martini & Co. in Frauenfeld angeschafft, mit denen ab 15. April 1905 versuchsweise und vom 1. Juni 1906 an fahrplanmäßig in jeder Richtung täglich drei Kurse geführt wurden. Bettflaschen und warme Fußsäcke konnten nun im Winter zu Hause gelassen werden, denn die Wagen wurden angenehm geheizt. Doch es blieben noch Wünsche offen. Benzingeruch und das Hinundherschwanken der Fahrgäste sollen Unbehagen hervorgerufen haben, und im Sommer folgte dem Automobil eine dichte Staubwolke. Das Platzangebot war zudem beschränkt, und es fehlte die Möglichkeit zum Transport von Gütern. Später wurde noch ein dritter Martini-Wagen gekauft, der aber auch nicht alle Wünsche erfüllen konnte.
Das Automobilkomitee organisierte sich in der Folge als Forchbahnkomitee. Noch mancherlei Widerstände auch finanzieller Art waren zu überwinden, bis die Forchbahn am 29. November 1912 dem Betrieb übergeben werden konnte und das Bahnpersonal für die Postbeförderung sorgte. Gleichzeitig wurde die Postablage Forch in ein Postbüro umgewandelt.
Das Postbüro Forch befand sich am Anfang dieses Jahrhunderts im Hause von Posthalter/Briefträger August Pfister direkt neben dem Gasthaus «Zur Krone». Im Jahre 1916 wurde das Postbüro durch einen Zimmerbrand zerstört, und man verlegte es in einen benachbarten Neubau an der Forchstrasse. Posthalter August Pfister führte darin die Poststelle noch bis zum Jahre 1920. Über zwanzig Jahre besorgte darauf Arnold Schulthess zusammen mit seiner Frau die Posthalter- und Briefträgerfunktion im Berg.
1941 wurde er von Karl Bader und seiner Frau abgelöst. 1945 wechselte das Postbüro in den von Bader erstellten Neubau. Sechs Jahre später gingen die Posthalterfunktionen samt Haus an Hans Arnet und seine Frau über. Zufolge der einsetzenden Bautätigkeit im engeren Forchgebiet und besonders im benachbarten Aesch musste 1963 wegen Raumknappheit das Postbüro in eine Baracke verlegt werden. Ein Standort dafür fand sich in unmittelbarer Nähe des Gasthauses «Zur Krone». Seit 1969 befinden sich Post und Telegraf Forch in einem modern konzipierten eingeschossigen Neubau auf dem Boden der Gemeinde Maur. Der starken Bautätigkeit zufolge musste der Posthalter schon seit den vierziger Jahren durch Briefträger unterstützt werden.
Von 1951 bis 1984 stieg die Zahl der zu bedienenden Haushaltungen im Küsnachterberg von 100 auf 180, auf dem angeschlossenen Rayon der Gemeinde Maur sogar von 60 auf 950. Die Postbeförderung erfolgt heute mit Postfourgons ab Sihlpost zur Post Forch und von da mit Zustellfahrzeugen zu den Haushaltungen.