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C/2022 E3 (ZTF) wurde erst im letzten Jahr entdeckt. Der Komet befindet sich derzeit auf seinem Weg weiter ins Innere unseres Sonnensystems. Drei Punkte zum baldigen Spektakel am Nachthimmel:
Neben der üblichen Namenskonvention, die unter anderem das Entdeckungsjahr des Kometen beinhaltet, trägt C/2022 E3 den Zusatz ZTF. Dieser ist dem öffentlich-privaten Beobachtungsprogramm «Zwicky Transient Facility» zu verdanken, in dessen Rahmen der Komet im März 2022 entdeckt wurde.
C/2022 E3 (ZTF) besteht aus Eis und Staub und strahlt eine grünliche Aura ab. Er wird auf einen Durchmesser von etwa einem Kilometer geschätzt.
Damit ist er deutlich kleiner als Neowise, der letzte mit blossem Auge sichtbare Komet, der im März 2020 an der Erde vorbeiflog, und Hale-Bopp, der 1997 mit einem potenziell lebensbedrohlichen Durchmesser von rund 60 Kilometern vorbeizog.
Allerdings: Während seines Besuches wird C/2022 E3 (ZTF) näher an die Erde herankommen, was «die Tatsache ausgleichen könnte, dass er nicht sehr gross ist», sagt Nicolas Biver, Astrophysiker an der Pariser Sternwarte, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.
Bereits am 12. Januar ist der Komet mit einem Abstand von rund 166 Millionen Kilometern der Sonne am nächsten gekommen. Am 1. Februar wird seine Distanz zur Erde am kürzesten sein – rund 42 Millionen Kilometer.
C/2022 E3 (ZTF) ist mit einem guten Fernglas leicht zu erkennen. Wahrscheinlich sieht man ihn sogar mit blossem Auge – vorausgesetzt, der Himmel ist nicht zu sehr von Stadtlichtern oder dem Mond beleuchtet.
Der Komet wird Anfang Februar, wenn er an der Erde vorbeizieht, zwar am hellsten sein. Allerdings ist am 5. Februar bereits wieder Vollmond, was ein Erspähen schwierig machen könnte. Für die nördliche Hemisphäre empfiehlt Astrophysiker Biver deshalb die letzte Januarwoche, wenn der Komet zwischen den Sternbildern des Kleinen Bären und des Grossen Bären vorbeizieht.
Der Neumond am kommenden Wochenende vom 21. und 22. Januar sollte folglich eine gute Gelegenheit bieten für Sterngucker. Und: «Wir könnten vielleicht sogar eine schöne Überraschung erleben, und das Objekt könnte doppelt so hell sein wie erwartet», fügte Biver gegenüber der AFP hinzu. Das wäre dann der Fall, wenn der Komet eine unerwartet grosse Staubfontäne ausspucken sollte.
Eine weitere Gelegenheit, den Kometen am Himmel aufzuspüren, bietet sich gemäss dem Astrophysiker am 10. Februar, wenn er nahe am Mars vorbeizieht.
Von sehr, sehr weit weg! Gemäss Thomas Prince, Physikprofessor am California Institute of Technology und Mitarbeiter an der Zwicky Transient Facility, hat der Komet die meiste Zeit seines Lebens auf einer Distanz «mindestens 2500 Mal weiter entfernt von uns als die Erde von der Sonne verbracht».
Der Komet stammt vermutlich aus der Oortschen Wolke. Dabei handelt es sich um eine Art hypothetische Kometenwolke im äusseren Bereich des Sonnensystems. Hypothetisch deshalb, weil die Wolke bislang noch nicht direkt beobachtet werden konnte. Dennoch gilt ihre Existenz als quasi sicher.
In der Oortschen Wolke werden Milliarden von Kleinkörpern vermutet, die aus Gestein und Eis bestehen. Die Theorie ist, dass regelmässig einige dieser Kleinkörper von ihrer Bahn abgelenkt und ins Innere des Sonnensystems katapultiert werden. In unserer Nähe treten sie dann als Kometen in Erscheinung.
C/2022 E3 (ZTF) seinerseits passierte unsere Erde das letzte Mal während der Altsteinzeit, als noch Neandertaler die Erde bewanderten. Laut Physikprofessor Prince wird der nächste Besuch des Kometen im inneren Sonnensystem erst wieder in weiteren 50'000 Jahren erwartet.
(lak)