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"China könnte über Smederevo eigene Stähle nach Europa bringen", beschrieb Eggert die Sorgen der europäischen Hersteller weiter. Während in Europa viele Stahlwerke auf dem letzten technischen Stand Schwierigkeiten hätten, "steht Smederevo ganz weit hinten", kritisierte der Lobbyist: "Wie kann solch ein Werk ökonomisch profitabel betrieben werden?". Daneben gebe es "Zweifel, ob die serbischen Staatsbeihilfen für Smederevo EU-konform waren".
Der Stahlstreit steht auch im Mittelpunkt des EU-China-Gipfels, der am Dienstag in Peking begonnen hatte. Nach Darstellung von "Eurofer" versuchen chinesische Staatsunternehmen, unter Einstandskosten produzierte 400 Millionen Tonnen Überkapazitäten in Europa loszuschlagen und damit die heimische Branche zu gefährden. Den gesamten europäischen Stahlmarkt beziffert der Verband auf 155 Millionen. Während die staatlich subventionierten chinesischen Firmen vor 15 Jahren nur 15 Prozent der Weltproduktion bestritten hätten, seien es heute schon 50 Prozent.
Nur zwei Wochen nach dem überraschenden Kauf des serbischen Stahlwerks durch das chinesische Staatsunternehmen HBIS gibt es Krach mit der Regierung in Belgrad. "Die Chinesen sind sauer: Sie wollen nicht unsere Strafen zahlen", titelte die grösste serbische Zeitung "Blic". Hintergrund ist das Antidumping-Verfahren, das die EU-Kommission in der letzten Woche auch gegen Serbien eröffnet hatte.
Dass die Kommission sich auf den Zeitraum vom 1. Juli 2015 bis 30. Juni 2016 beschränke, sei für Serbien "ein glücklicher Umstand", schrieb die Regierungszeitung "Politika" in Belgrad. In dieser Zeit habe der slowakische Unternehmer Peter Kamaras mit seiner Mannschaft Smederevo gemanagt. Demgegenüber sei inzwischen aktenkundig, dass das Werk in Smederevo 2013 und 2014 Stähle zu Dumpingpreisen verkauft habe. Kamaras hatte im letzten Jahr einen Verlust von 150 Millionen Euro erwirtschaftet. Serbische Medien hatten ihn undurchsichtiger Geschäfte bezichtigt, was der Manager zurückgewiesen hatte./ey/DP/zb
(AWP)