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Obschon Morbus Parkinson bereits 1817 entdeckt wurde, ist die Krankheit unheilbar, und die Ursachen sind bislang ungeklärt. Neben den klassischen Therapien vermag die orthomolekulare Medizin, bzw. die Ernährungstherapie, die Symptome zu lindern und das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen.
Das Parkinsonsyndrom ist nach Alzheimer das am weitesten verbreitete chronische neurologische Leiden. Nur selten tritt Parkinson vor dem 40. Lebensjahr auf, am häufigsten im Alter von 57/58 Jahren. 1–2 % der über 60-Jährigen sind betroffen. In der Schweiz leben 15 000 Betroffene.
Morbus Parkinson führt zu einem langsamen und progressiven Absterben von Nervenzellen in der Substania nigra, einer winzig kleinen Struktur im Mittelhirn. Diese Zellen produzieren den überaus wichtigen Neurotransmitter Dopamin. Dopamin stellt die Kommunikation zwischen den für die Steuerung und Kontrolle der Motorik zuständigen Neuronen sicher. Bei Morbus Parkinson treten folgendedrei Hauptsymptome auf: Akinese (verlangsamte und erschwerte Motorik), zu starker Muskeltonus (Steifheit von Beinen, Armen und Rumpf) sowie Zittern im Ruhezustand (Ruhetremor). Fehlen diese Symptome (in ca. 15 % der Fälle), fällt die Steifheit noch stärker aus.
Weitere häufige Symptome sind Gleichgewichtsstörungen, fehlende Mimik, übermässige Speichelbildung, Verlust des Geruchssinns, Depression und Müdigkeit.
Die klassischen Therapien
Die Behandlung besteht aus einer Erhöhung des Dopaminspiegels durch die Gabe von L-Dopa, einer Aminosäure, die nach dem Passieren der Blut-Hirn-Schranke in Dopamin umgewandelt wird. Leider nimmt die Wirksamkeit von L-Dopa mit der Zeit immer mehr ab. Alternativ werden Substanzen verabreicht, die gleich wie das Dopamin selbst wirken, d. h. sogenannte Dopaminagonisten, wie z. B. Bromocriptin oder Apomorphin.
Der orthomolekulare Ansatz
Obschon die Ursachen für Morbus Parkinson unbekannt sind, werden oft Umweltfaktoren angeführt, insbesondere die chronische Überlastung mit Aluminium und Quecksilber. Betroffene können dies mittels Haaranalyse durch ein spezialisiertes Labor austesten lassen und bei Bedarf Gegenmittel gegen die toxischen Metalle einnehmen.
Wie bei allen degenerativen Krankheiten spielt aber auch bei Parkinson oxidativer Stress eine Rolle. Daher empfiehlt sich auf jeden Fall eine Therapie mit hochdosierten Antioxidantien: 3–4 g Vitamin C, 2–3 g Vitamin E, 200 mcg Selen, 300–1200 mg Coenzym Q10 usw. 1
Weitere Tipps für Ihre Kundschaft:
• Eine eiweissarme Ernährung, denn L-Dopa kann mit anderen Aminosäuren interagieren.
• Viel frisches Obst und Gemüse, die reich an Antioxidantien sind.
• Keine Supplementierungen mit hohem Eisen- und Mangangehalt, da diese die Symptome verstärken können.
Ein Erfolgsduo
Zwei Aminosäuren spielen bei der Bekämpfung von Parkinson möglicherweise eine bedeutende Rolle und können selbst bei nachlassender Wirkung von L-Dopa noch helfen:
• L-Tyrosin, das bei Eintreffen im Hirn in Dopamin umgewandelt wird (mind. 2 g täglich während 6 Monaten),
• Methionin (beginnend mit 1 g täglich, über mehrere Wochen auf 3 g steigernd).
1 Etminan, M. et al.: Intake of vitamin E, vitamin C and carotenoids and the risk of Parkinson’s disease: a meta-analysis. Lancet Neurol. 4 (6) (2005) 362-365 (132 c.)
Symptome der Parkinsonkrankheit
Die Symptomatik der Parkinsonkrankheit ist sehr individuell. Zudem schreitet die Erkrankung nicht bei allen Patienten gleich schnell voran. Daher hat jeder Betroffene seinen «eigenen» Parkinson mit ganz individuell ausgeprägter Symptomatik.
Bewegungsverlangsamung (Bradykinese, Akinese)
Flüssige Bewegungsabläufe fallen zunehmend schwerer. Vor allem automatische Bewegungen wie das Gehen oder Schreiben, die Gesunde ohne nachzudenken ausführen, sind betroffen. Aber auch die Feinmotorik (Knöpfe zumachen, Handy bedienen) ist betroffen. Mit fortschreitender Krankheit nimmt die Akinese zu.
Steifheit (Rigor)
Der Spannungszustand der Muskulatur ist ständig erhöht, vor allem an den Armen und Beinen. Die Patienten haben den Eindruck, ihre Glieder seien «wie gelähmt», und leiden häufig unter schmerzhaften Krämpfen. Auch die gebeugte Haltung ist Ausdruck der vermehrten Muskel-Steifheit.
Zittern in Ruhe (Ruhetremor)
Das Ruhezittern, das bei rund zwei Dritteln der Betroffenen auftritt, ist anfangs in der Regel einseitig ausgeprägt. Die Arme sind meist stärker betroffen als die Beine. Bei gezielten Bewegungen verschwindet das Zittern.
Haltungsinstabilität (posturale Instabilität)
Das Gleichgewicht des Menschen wird durch ein komplexes Regulationssystem sichergestellt, in welchem die automatisch ablaufenden Halte- und Stellreflexe eine zentrale Rolle einnehmen. Das Gleichgewicht bei Parkinson ist vor allem in späteren Krankheitsstadien gestört. Eine gefährliche Folge sind Stürze.
Weitere Symptome
Weitere häufige Symptome der Parkinsonkrankheit sind psychische Probleme (z. B. Depressionen), Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus und des vegetativen Nervensystems (Blutdruckregulation, Verdauung und Temperaturregulation). In fortgeschrittenem Stadium sind Hirnleistungsstörungen nicht selten.
Diagnose
Fast immer beginnt Parkinson mit Befindlichkeitsstörungen. Sie sind uncharakteristisch und gewinnen erst nach und nach an Kontur. Ansprechpartner in dieser Phase ist der Hausarzt.
Wichtig: Beobachten Sie die Veränderungen und Symptome über eine gewisse Zeit und notieren Sie diese in einer Art Protokoll. Zeigen Sie es Ihrem Arzt. Er braucht möglichst viele Informationen von Ihnen. Je früher die Diagnose, desto besser.
Die Diagnose des idiopathischen Parkinsonsyndroms wird primär klinisch gestellt, d.h. aufgrund der Geschichte der Symptome und der neurologischen Untersuchung. Zusatzuntersuchungen wie das Schädel-MRI, das Hirn-SPECT und der Ultraschall unterstützen die Diagnose.
Für die klinische Diagnose müssen Bradykinese und mindestens 1 zusätzliches Symptom wie Tremor oder Rigor nachweisbar sein. Das Ansprechen auf L-Dopa ist ein wichtiges unterstützendes Diagnosekriterium.
Quelle: Parkinson Schweiz www.parkinson.ch