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Die bisher auf dem Markt erhältlichen Multifokallinsen beruhen auf einem der beiden physikalischen Prinzipien wie:
- Refraktion (Brechung der Lichtstrahlen). Refraktive multifokale Intraokularlinse (IOL)
- Diffraktion (Beugung der Lichtstrahlen). Diffraktive multifokale Intraokularlinse (IOL)
- Daneben gibt es auch kombinierte Linsen
Refraktive multifokale IOL basieren auf dem Aneinanderreihen verschiedener unabhängiger optischer Zonen mit je einem Fokuspunkt, z. B. in der Mitte für die Nähe, für die Weite, dann für die Nähe, dann wieder für die Weite usw. (Beispiel: Rezoom Multifokallinse von AMO).
Diffraktive multifokale IOL bestehen aus mehreren schmalen Stufen. An den Stufenübergängen werden die Lichtquellen gebrochen. Auf der Linse werden ein Nahbild und ein Fernbild generiert.
Beispiele:
- TECNIS Multifokal-Linse von AMO und AcrySof IQ ReSTOR von Alcon
- Trifokale IOL: Sie besitzen konzentrische Ringe unterschiedlicher Brechkraft, die das Licht in unterschiedlicher Distanz fokussieren. Die Ringzone im Zentrum vermittelt scharfes Sehen in der Nähe. Das Optikdesign ist nicht von der Pupillengrösse abhängig (z. B. AT LISA tri von Zeiss).
- Quadrofokale IOL: Z. B. PanOptix 839MP von Alcon mit 4. Brennpunkt bei 1,2 m.
Trifokale Linsen
Falls bereits eine zusätzliche Alterssichtigkeit besteht, kann eine Multifokallinse implantiert werden. Eine Multifokallinse hat mehrere Ringe unterschiedlicher Brechungskraft, die in die Linse eingebaut sind. Der Teil der Linse (Ringe), durch den Sie sehen, wird bestimmen, ob Sie klar in die Ferne, der Zwischendistanz oder nah sehen. Dies wird manchmal als Pseudo-Akkomodation bezeichnet.
Torische Linsen
Bei zusätzlicher starker Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) kann eine torische Linse (IOL) eingepflanzt werden, insbesondere auch bei Personen unter dem 40. Lebensjahr. Auch gibt es die Option des Einpflanzens einer torischen intraokularen Kontaktlinse (ICL). Selbstverständlich kann eine „normale ICL“ bei nur „gewöhnlich“ hohem Brechungsfehler eingepflanzt werden. Hier wird nur die Ferne korrigiert. Bei Menschen über dem 40. Lebensjahr mit vorhandener Alterssichtigkeit empfiehlt sich in der Regel die Einpflanzung einer Multifokallinse als primärer Eingriff (vgl. Vor- und Nachteile wie oben beschrieben). Frühestens nach 2 Monaten kann die Hornhautverkrümmung mit Hilfe einer Excimer-Laser-Behandlung, in der Regel LASIK, korrigiert werden.
Neu gibt es aber auch torische multifokale IOL oder es kann mit dem Femtosekundenlaser auch leichtere Hornhautverkrümmungen gleichzeitig korrigiert werden.
Erwägungen für die multifokale IOL
Die generelle Einschränkung bei Monofokal- oder Einstärkenlinsen: Die Sicht ist nur auf einer Distanz scharf (je nach IOL-Stärke nur für die Ferne, für die mittlere Distanz oder nur für den Nahbereich). In der Regel wird nur in die Ferne korrigiert, also nicht zum Lesen etc. Multifokale IOL werden vor allem bei Kurz- und Weitsichtigkeit, bei gleichzeitig bestehender oder beginnender Alterssichtigkeit eingesetzt. Dies ist also eine Option für Menschen, die alterssichtig sind und deren Bedürfnis, eine Brille oder Kontaktlinse tragen zu müssen, eliminieren oder reduzieren wollen. Auch bei beginnendem oder fortgeschrittenem Grauen Star (Katarakt) und damit einhergehender Alterssichtigkeit kann die Multifokale IOL eine sinnvolle Lösung sein.
Erwägungen gegen die multifokale IOL
Die fokussierende Kapazität der Linse ist nicht vollständig realisiert, auch 6-8 Wochen nach der Operation. Das Auge muss lernen, auf verschiedene Distanzen zu fokussieren, um klar zu sehen (Gewöhnungszeit kann einige Woche dauern). Nach der Operation kann das Sehen von Ringen (Halos) oder eine erhöhte Blendung auftreten. Diese Effekte treten bei multifokalen Linsen häufiger auf als bei Monofokallinsen oder Kontaktlinsen. Die Beschwerden verschwinden in der Regel etwa nach drei Monaten, können aber auch bleiben. Das nächtliche Autofahren kann erschwert sein. Diese Linse ist deshalb nicht unbedingt geeignet für Menschen, die häufig nachts Autofahren, sehr viel am PC arbeiten, für Piloten; auch nicht, wenn bestimmte Augenpathologien vorhanden sind oder das Auge sehr trocken ist. Manchmal ist auch eine postoperative Rest-Korrektur notwendig (z. B. mit dem Excimer-Laser).
Allgemein ist ein besserer Effekt vorhanden, wenn auch das zweite Auge operiert wird. Man sollte mit der Operation am zweiten Auge zuwarten und zuerst schauen, wie der Patient mit dem ersten Auge zufrieden ist. Daneben sollte die Pupille über 2 mm gross sein, es sollten keine Hornhautnarben vorhanden und der Kapselsack bei der Operation stabil sein. Erst während der Operation kann definitiv entschieden werden, ob man eine solche IOL einpflanzen kann, weil die Linse nämlich optimal im Auge zentriert werden muss. Dies ist die Voraussetzung für ein möglichst optimales Ergebnis. Die Hornhaut muss gut benetzt sein (nicht geeignet bei sehr stark trockenem Auge). Bei Nachtfahrten muss allenfalls im Auto die Deckenbeleuchtung eingeschaltet sein.