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11.2.1 Kürzung von Sozialhilfeleistungen bei Nichtbefolgung von Auflagen und Weisungen
Gemäss können Sozialhilfeleistungen gekürzt werden, wenn Auflagen und Weisungen nicht befolgt werden und die betreffende Person auf Sanktionen im Fall der Nichtbefolgung ausdrücklich hingewiesen wurde.
Das Auflagen- und Weisungsverfahren (2-stufiges Mahnverfahren) erfolgt immer in folgenden Schritten:
Die Auferlegung von Auflagen und Weisungen ist eine Kann-Vorschrift, das heisst, es besteht keine Pflicht der Sozialhilfebehörde, Auflagen und Weisungen zu erlassen, sondern es liegt in deren Ermessen. Im Rahmen dieses Entscheidungsspielraums hat die Sozialhilfebehörde zu entscheiden, ob überhaupt eine Auflage oder Weisung zu treffen ist und welche konkrete Auflage oder Weisung gewählt wird. Bevor die Sozialhilfebehörde eine Verfügung mit Auflagen und Weisungen erlassen kann, hat diese vorgängig der unterstützten Person das rechtliche Gehör zu gewähren ( ). Die Anordnung von Auflagen und Weisungen hat immer schriftlich mittels beschwerdefähiger Verfügung zu erfolgen ( ). Auflagen und Weisungen müssen rechtlich und tatsächlich durch die unterstützte Person erfüllbar sein und sollten so klar formuliert sein, dass die unterstützte Person genau weiss, was von ihr erwartet wird und wie sie die Auflagen und Weisungen erfüllen kann. Die Folgen der Missachtung von Auflagen und Weisungen in Form von Leistungskürzungen müssen ausdrücklich angedroht werden, damit die Leistungskürzung vorgenommen werden kann. Der unterstützten Person wird so angezeigt, dass eine ungehörige Befolgung nachteilige Konsequenzen haben kann. Die Kürzung ist lediglich anzudrohen und darf nicht bereits im Auflageentscheid beschlossen werden.
Wurden Auflagen und Weisungen rechtskräftig verfügt, hat die Sozialhilfebehörde deren Befolgung zu kontrollieren. Verstösst die unterstützte Person gegen Auflagen und Weisungen, steht ihr das rechtliche Gehör zu. Sie hat dadurch die Möglichkeit, sich zu ihrem Verhalten zu äussern und allfällige Entschuldigungsgründe vorzubringen. Anschliessend hat die Sozialbehörde das Fehlverhalten zu beurteilen und über die Notwendigkeit einer Kürzung sowie über deren Dauer und Höhe zu entscheiden. Die festgelegte Kürzung ist der unterstützten Person in Form einer zweiten beschwerdefähigen, begründeten Verfügung zu eröffnen und kann vollzogen werden, sobald diese in Rechtskraft erwachsen ist.
Die Festlegung der konkreten Kürzung bemisst sich, unter Berücksichtigung des Verhältnismässigkeitsprinzips, nach dem Verschulden der Person oder vielmehr danach, was ihr konkret vorgeworfen werden kann. Je nach Schwere des Verschuldens, kann die Kürzung bezüglich Höhe und Dauer unterschiedlich ausfallen.
Unter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit können der Grundbedarf für den Lebensunterhalt um 5 bis 30 Prozent gekürzt sowie Integrationszulagen und Einkommensfreibeträge gekürzt beziehungsweise gestrichen werden ().
Bei der erstmaligen Kürzung der materiellen Hilfe aufgrund Nichtbefolgung von Auflagen und Weisungen ist die Existenzsicherung zu beachten. Kürzungen sind in der Regel zu befristen. Die Existenzsicherung liegt bei 70 % des Grundbedarfs gemäss SKOS-Richtlinien ( ).
Bei jungen Erwachsenen in Einpersonenhaushalten mit einem 20 Prozent tieferen Grundbedarf ist zu beachten, dass der maximale Kürzungsumfang von 30 Prozent vom ordentlichen Grundbedarf aus berechnet ist. Dasselbe gilt für junge Erwachsene in einer Zweck-Wohngemeinschaft.