Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03550.jsonl.gz/2642

Mutisten sind fähig zu sprechen,
doch sie können sich nicht überwinden !
Beim selektiven Mutismus handelt es sich um eine emotional bedingte Störung der sprachlichen Kommunikation. Sie ist durch eine andauernde Unfähigkeit gekennzeichnet, in bestimmten Situationen zu sprechen, wobei in anderen Situationen das Sprechen möglich ist. Diese Störung beruht nicht auf fehlenden Sprachfertigkeiten. Artikulation, rezeptive und expressive Sprache der Betroffenen liegen in der Regel im Normbereich.
Mutismus (lat. mutitas „Stummheit“, mutus „stumm“; psychogenes Schweigen) ist die Bezeichnung für ein beharrliches Schweigen beim Menschen, obwohl die Sprechorgane intakt sind. Das Schweigen kann absichtlich geschehen oder aber mit einer psychischen Hemm-Störung in Zusammenhang stehen. Die Ursachen des Mutismus sind vielfältig und noch wenig erforscht. Der Mutismus ist nicht nur ein persönliches Problem, sondern er ist im gesellschaftlichen Zusammenhang zu sehen, d. h. gesellschaftliche Konflikte und Fehlentwicklungen können zu sozialen Entfremdungen und Ängsten führen. Es kann zu Mutismus kommen u.a. bei Neurosen, psychogenem Stupor, Schrecklähmungen, heftigen Gemütsbewegungen usw. Mutismus tritt auch häufig bei sensiblen Kindern auf, wenn deren Bedürfnis nach Zuwendung, Liebe und Sicherheit vernachlässigt werden oder wenn soziale Ängste durch negative Erfahrungen außerhalb des Elternhauses entstanden sind. Dabei unterscheidet man den totalen Mutismus (das Kind redet mit niemandem mehr) vom selektiven Mutismus (das Kind spricht mit einigen auserwählten Personen bzw in einem räumlich oder zeitlich begrenzten Umfeld). Mutismus ist in den meisten Fällen durch verschiedene Formen der Psychotherapie, Sprach- therapie und Verhaltenstherapie zu heilen.

| Newsletter anmelden: