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Die ''Roboter-Operation'' (MIRP) bei Prostatakrebs, welche von Spitälern und auch im Internet sehr stark beworben wird und in den USA bereits bei 40% der Prostatakrebse angewendet wird, hat gegenüber der radikalen Prostataoperation viele Vorteile: Weniger gewebezerstörend, es braucht weniger Bluttransfusionen, weniger Komplikationen nach dem Eingriff, die Patienten können früher das Spital verlassen und das kosmetische Resultat ist erfreulicher.
Die aktuelle Analyse zeigt aber auch, dass nach einer MIRP die Rate der Probleme im Harnwegsbereich (Inkontinenz, Impotenz) gegenüber der konventionellen radikalen Operation um das Doppelte angestiegen ist.
Die Analysten fragen sich, ob dies an genügender Sorgfaltspflicht und an mangelnder ''Roboter- Erfahrung'' der Chirurgen liegt. In den USA muss der Spezialist einen zweitägigen Kurs unter Aufsicht eines ''erfahrenen'' Chirurgen am Roboter absolvieren. Erfahren heisst hier, der Aufsichtschirurg muss mindestens 20 solche Operationen selbst durchgeführt haben. Studien zeigten aber, dass es mindestens 150-200 Eingriffe braucht, um am Roboter sattelfest zu werden und optimale Resultate zu erzielen.
Zählt am Ende doch – wie häufig in der Chirurgie – die Erfahrung für optimale Resultate? Sind die Erwartungen der Patienten für die gut beworbene Operationsart allenfalls als zu hoch einzustufen? Diese Fragen sind für die Analysten noch nicht beantwortet. Auffallend sei, dass sozio-ökonomisch höher gestellte Patienten sich eher für MIRP entscheiden und Patienten mit niedrigerem Einkommen und schlechterem Bildungsgrad eher konservativ operiert werden.