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GIMPEL, DOMPFAFF ODER BLUTFINK?
Alle drei Namen deuten auf einen der schönsten Finkenvögel Mitteleuropas hin, welcher zur Zeit in den Thurauen in kleinen Gemeinschaften unterwegs ist.
Die unverkennbaren Merkmale des Gimpels (Pyrrhula pyrrhula), Dompfaffs, seltener des Blutfinks haben zu dessen Namensgebung geführt. Das Männchen des Gimpels mit schwarzem Kopf und hellroter Brust erinnert an die Erscheinung eines Domherren, «eines Dompfaffs», mit rotem Gewand und schwarzer Kappe. Die rote Brustfärbung hat ihm auch den Namen Blutfink eingetragen. Sein offizieller Name, Gimpel, soll vom österreichischen Wort «gumpen» (hüpfen) herrühren, eine Anspielung auf seine auffälligen, ziemlich plumpen Hüpfbewegungen bei seiner Fortbewegung auf der Erde.
Wie das Männchen besitzt auch das Weibchen einen schwarzen Kopf, ist aber an der Brust grau-braun gefärbt. Beide besitzen einen breiten weissen Flügelstreif und einen ebenso weissen Bürzel. Mit ihren kräftigen kurzen Schnäbeln, versehen mit scharfen Schneidekanten, ernähren sich Gimpel von Knospen und Sämereien. Die Jungvögel werden aber mit Spinnen und Insekten gefüttert. Die Gimpel, zur Brutzeit eher scheue und heimliche Waldbewohner, sind im Herbst und Winter in kleinen Gemeinschaften unterwegs und öfters auch im Siedlungsraum anzutreffen. Unüberhörbar ist dabei ihr klagender Lockruf, ein melancholisches Flöten, welches leicht nachgeahmt werden kann. Es singen sowohl Männchen wie auch Weibchen.
Bereits im Winter beginnen einige Gimpel mit der Paarbildung, häufig aber erst im Februar. Sie leben in Einehe. Die Nistplatzsuche und auch der Bau des Napfnestes erfolgt gemeinsam. Meistens werden zwei Bruten im Jahr versucht.