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Männer sind das schwache Geschlecht – zumindest wenn es um Verhütung geht. Seit Jahrzehnten forschte die Medizin an einer hormonellen Verhütungsmethode für den Mann. Dann der Durchbruch: Ein internationales Forschungsteam braute einen Hormoncocktail, der die Spermienproduktion bei Männern reduziert, sodass diese vorübergehend unfruchtbar sind.
Die gleichen Nebenwirkungen – andere Reaktion
Aber: Die Probanden litten an Nebenwirkungen wie veränderter Libido, Gewichtszunahme und depressiven Verstimmungen – ähnlich wie Frauen, die mit hormonellen Mitteln wie der Pille verhüten.
Der Unterschied: Dem Mann konnte dieses Leid wohl nicht zugetraut werden – die WHO-Studie wurde 2011 unterbrochen. Erst jetzt wurden alle Resultate im «Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism» veröffentlicht. Sie zeigen, dass die Verhütung für den Mann eigentlich funktioniert.
Alle acht Wochen bekamen die Probanden zwischen 18 und 45 Jahren eine Injektion mit einer synthetisch hergestellten Mischung aus Sexualhormonen. Nach maximal 26 Wochen war bei fast allen weniger als eine Million Spermien pro Milliliter Ejakulat vorhanden – die Probanden galten damit als zeugungsunfähig.
In 56 Wochen wurden mit dieser neuartigen Verhütung nur vier Frauen von 320 Paaren schwanger. Laut Forscher war die Methode zwar weniger sicher als die Pille, aber durchaus zuverlässig, schreibt «spiegel.de».
«Männer können mit Hormonen erfolgreich verhüten»
«Es ist sehr wichtig, dass wir andere Verhütungsmethoden für Männer entwickeln», sagt Biochemiker Doug Colvard, der bei der Entwicklung des Präparats mitgearbeitet hat. «Die Studie hat gezeigt, dass Männer mithilfe von Hormonen erfolgreich verhüten können. Die Hormonspritzen waren zuverlässig und die Männer nach dem Ende der Studie wieder zeugungsfähig.» Es seien bereits neue Studien im Gange, bei denen andere Hormonzusammensetzungen getestet würden.
Ob dies die Nebenwirkungen vermindert, ist fraglich, denn auch vorherige Studien hätten gezeigt, dass sogar Placebo-Gruppen über Stimmungsschwankungen geklagt hatten – obwohl diese keine Hormonpräparate bekommen hatten. (kra)Publiziert am 06.11.2016 | Aktualisiert am 06.11.2016