Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03555.jsonl.gz/1723

Aeschenvorstadt, Frauengrab (Grab 326A), Römische Zeit 4. Jh. n. Chr.
Glas (entfärbt);
H. 10,3 cm; Dm. 3,5 cm (Boden); Dm. 8,2 cm (Mündung)
Inv. 1957.151.
Zusammen mit einem Kamm und Armring wurden einer Frau drei Glasgefässe mit in das Grab mitgegeben. Alle drei wurden freigeblasen. Die kleine bauchige Glasflasche und die sog. Kugeltrichterflasche sind unverziert, die Wandung des Bechers umziehen drei feine, eingeschliffene Linien. Nicht oder nur einfach verzierte Glasgefässe wie der Becher und die Kugeltrichterflasche gehören im 4. Jh. n. Chr. zum Tafelgeschirr des täglichen Gebrauchs. Kugeltrichterflaschen zählen hierbei allgemein zu den beliebtesten Glasformen.
Bei der kleinen bauchigen Glasflasche handelt es sich um ein Salbfläschen (Unguentarium). In solchen Fläschchen wurden den Toten Salböle oder Parfüms mitgegeben. Salben in fester Form, Salböle und Duftessenzen spielten in der Antike in vielerlei Hinsicht eine grosse Rolle. In den wohlhabenden Kreisen wurden sie, den antiken Schriftquellen zu Folge, bei der Körperpflege verschwenderisch üppig eingesetzt. Im Totenkult fanden sie zum Salben der Leichen und als Grabbeigabe Verwendung. Bei Brandbestattungen wurde auch der Scheiterhaufen mit Salbölen besprengt.