Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/229627

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, als Ergänzung zur Motion 20.4267 über die Deklaration von Produktionsmethoden ebenfalls eine Deklaration von mit dem Flugzeug transportierten Lebensmitteln einzuführen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Bei der Wahl von Lebensmitteln spielen Aspekte wie Nachhaltigkeit und ökologischer Fussabdruck eine immer grössere Rolle.</p><p>Die obligatorische Produktionslandangabe gibt bereits eine wichtige Information darüber, wie weit ein Lebensmittel transportiert wurde, auch wenn Konsumentinnen und Konsumenten aus dieser Information oft nicht ableiten können, mit welchem Transportmittel das Produkt in die Schweiz gebracht wurde. Der ökologische Fussabdruck eines Produkts wird jedoch durch verschiedene Faktoren mitbestimmt. Bei der Konzeption von Umweltdeklarationen für Lebensmittel ist es entsprechend wichtig, die Umweltbelastung bei Anbau, Lagerung, Verarbeitung sowie Transport zu berücksichtigen. Der Transport per Luftfracht hat in der Tat eine um ein Vielfaches schlechtere Umweltbilanz als andere Verkehrsmittel, sodass per Flugzeug transportierte Lebensmittel im Vergleich zu anderen Transportmitteln grundsätzlich eine schlechtere Umweltbilanz aufweisen. So belastet etwa eine Mango aus Brasilien, die per Flugzeug in die Schweiz gelangt, die Umwelt zehn Mal so stark wie eine, die mit dem Schiff importiert wird. Ökobilanzen und Schätzungen des Bundesamtes für Umwelt zeigen, dass mit dem Flugzeug transportierte Lebensmittel nur in ganz wenigen Ausnahmefällen besser abschneiden. Die Vereinbarkeit einer solchen generellen Deklarationspflicht mit den internationalen Verpflichtungen der Schweiz wiederum, namentlich im Rahmen der WTO, müsste konkret geprüft und gegebenenfalls eine Regulierungsfolgeabschätzung durchgeführt werden.</p><p>Der Bundesrat erwartet zudem von Unternehmen, dass sie die Prinzipien der verantwortungsvollen Unternehmensführung einhalten und sich vermehrt für nachhaltige Ernährungssysteme einsetzen (vgl. Corporate Social Responsibility Aktionsplan 2020-2023; Aktionsplan 2021-2023 zur Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030). Tatsächlich übernehmen einige Detailhändler in diesem Bereich bereits freiwillig Verantwortung. So verzichten sie entweder auf den Flugimport von Obst und Gemüse oder deklarieren freiwillig, welche Lebensmittel mit dem Flugzeug transportiert worden sind. Der Bundesrat begrüsst diese freiwilligen Massnahmen, die signifikant zur Reduktion der Umweltbelastung beitragen können. Vor diesem Hintergrund sieht er deshalb aktuell keinen Handlungsbedarf, eine obligatorische Deklaration von Flugtransporten einzuführen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.