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“Die letzte Tour de Suisse zu fahren, macht es schon speziell”, sagt der Ende Saison zurücktretende Cancellara.Am ehesten Chancen auf einen Etappensieg sieht der Berner in den zwei Prüfungen gegen die Uhr. Vor allem das Auftakt-Zeitfahren über 6,4 km in Baar “hat eine optimale Distanz für mich”, so Cancellara, der beim Abschied von seinem Heimrennen nur allzu gerne mit einem Etappensieg brillieren würde.
Es wäre zugleich Cancellaras elfter Tagessieg an der Tour de Suisse, womit er mit den Rekordhaltern Ferdy Kübler, Hugo Koblet und Peter Sagan gleichziehen würde. Der Weltmeister aus der Slowakei plant aber seinerseits mit Etappensiegen in der nächsten Woche. “Die zweite, dritte und vierte Etappe wären ideal für einen Sieg”, so der sprintstarke Sagan.
Velo-Stars fahren sonstwo – Chance für Youngsters
Die Namen prominenter Tour-Spezialisten fehlen auf der Startliste der 80. Schweizer Landesrundfahrt. Alberto Contador und Chris Froome ziehen es (wie üblich) vor, am gleichzeitig mit der Tour de Suisse stattfindenden Critérium du Dauphiné teilzunehmen. Der letztjährige Vuelta-Sieger Fabio Aru startet ebenfalls in Frankreich. Andere Fahrer wie Giro-Sieger Vincenzo Nibali und auch Nairo Quintana, der seit seinem Triumph bei der Tour de Romandie kein Rennen mehr bestritten hat, legen vor der am 2. Juli beginnenden Tour de France eine Pause ein.
Damit rücken in den kommenden Tagen Fahrer der zweiten Garde in den Fokus. Gerade bei Rennen in der Schweiz muss man Simon Spilak immer auf der Rechnung haben. Der 29-jährige Slowene vom Team Katjuscha tritt als Titelverteidiger an. Im letzten Jahr entschied er die Tour de Suisse mit fünf Sekunden Vorsprung vor dem Briten Geraint Thomas für sich. Dazu war Spilak auch bei der Tour de Romandie schon einmal Gesamtsieger (2010) sowie dreimal Zweiter (2013 bis 2015).
Zum Kreis der Favoriten gehören auch Rui Costa, Tejay van Garderen und Geraint Thomas. Der Portugiese Costa hat als einziger Fahrer in der Geschichte der seit 1933 ausgetragenen Tour de Suisse drei Gesamtsiege hintereinander erreicht (2012 bis 2014). Im letzten Jahr startete er (erfolglos) beim Dauphiné, nun kehrt der Strassen-Weltmeister von 2013 zurück zum bewährten Programm. Der Amerikaner Van Garderen befand sich letzten Sommer bei der Tour de France auf Kurs für einen Podestplatz, ehe er krankheitshalber aufgeben musste. Der Brite Thomas hat im März die achttägige Rundfahrt Paris-Nizza gewonnen.
Mathias Frank als Hoffungsträger
Die Schweizer Hoffnungen auf eine Top-Platzierung liegen fast ausschliesslich auf den Schultern von Mathias Frank. Der 29-jährige Luzerner, der Anfang Mai zum zweiten Mal Vater wurde, belegte vor zwei Jahren hinter Seriensieger Costa den 2. Platz. 33 Sekunden fehlten ihm damals zum ersten Schweizer Gesamtsieg seit 2009 (Fabian Cancellara). Frank legte nach der Tour de Romandie, bei welcher er Achter geworden war, eine kurze Wettkampfpause ein. Letzte Woche stieg er bei der Luxemburg-Rundfahrt wieder ein, in der 3. Etappe belegte der IAM-Teamleader den 3. Platz. “Test für die Tour de Suisse gelungen”, konstatierte Frank danach.
Michael Albasini zeigte sich auf den heimischen Strassen in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich, mit sechs Etappensiegen bei der Tour de Romandie. Heuer gewann er am 1. Mai die Schlussetappe nach Genf. An der Tour de Suisse triumphierte er bislang dreimal, zuletzt 2012 in Arosa. In diesem Jahr wird der Thurgauer, der fast sechs Wochen ohne Renneinsatz blieb, wohl eher Helfer-Dienste für den sprintstarken Australier Michael Matthews verrichten.
20’000 Höhenmeter zu schaffen
Gemäss Startliste werden 16 Schweizer die Jubiläums-Tour über fast 1230 km und mit knapp 20’000 Höhenmetern in Angriff nehmen. Zu bewältigen sind 20 Bergpreise, darunter der Furka-, Gotthard-, Klausen-, Albula- und Flüelapass. Das Dach der Tour befindet sich wie im letzten Jahr auf 2669 Meter über Meer, beim Rettenbachgletscher oberhalb Söldens. Zu Ende geht die Rundfahrt am 19. Juni in Davos.
(SDA)