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Vögel nutzen Rufe, um Partner anzulocken, ihre Territorien zu verteidigen und Artgenossen zu erkennen. Doch während wir sehr viel darüber wissen, wie Rufunterschiede bei verschiedenen Populationen von Singvögeln funktionieren, ist nur wenig untersucht, welche Auswirkungen solche Variationen bei Vogelarten wie beispielsweise Pinguinen, bei denen die Rufe vererbt werden, haben. Eine neue Studie hat die Unterschiede in den Rufen von Zwergpinguinen an vier verschiedenen Standorten in Australien untersucht. Als Resultat fanden die Forscher, dass Unterschiede in den Lebensräumen wichtiger sind als geographische Isolation oder andere Faktoren, wenn es um die Rufunterschiede der Vögel geht.
Diane Colombelli-Négrel und Rachel Smale von der australischen Flinders Universität hatten die Rufe von vier Zwerpinguinpopulationen in Südaustralien aufgenommen. Von den vier Populationen weist eine leichte genetische Unterschiede zu den drei anderen auf. In Playback-Experimenten wurde dann die Fähigkeit der Pinguine, zwischen den verschiedenen Rufen der anderen Populationen zu unterscheiden, getestet. Die Forscherinnen fanden heraus, dass agonistische Rufe, die für die Paarkommunikation und bei aggressivem Verhalten ausgestossen werden, unterschiedlich zwischen den Populationen sind und dass die Charakteristiken der Rufe von kleinen Unterschieden in den Lebensräumen abhängig sind. Doch die Vögel machten keinen Unterschied zwischen geographisch getrennten Rufen. Das weist darauf hin, dass agonistische Rufe keine Rolle bei der Isolation von zwei genetischen Pinguingruppen spielen.
Pinguine, die in offenen Lebensräumen produzierten niederfrequente Rufe als diejenigen in Lebensräumen mit dichterer Vegetation – das Gegenteil von dem, was man bei Singvögeln entdeckt hatte. Die Autoren der Studie spekulieren, dass agonistische Rufe anderen selektiven Prozessen unterworfen sind, weil sie für Situationen, in denen die Vögel einander näher sind, verwendet werden, statt über grosse Distanzen. Weiter könnten Unterschiede in den LautstärkeWind und Wellenrauschen noch als Faktoren dazukommen. „Es war aufregend, heruaszufinden, dass die Rufe vom Lebensraum beeinflusst werden, da dies bei Seevögeln nicht wirklich untersucht worden ist und das meiste unseres Wissens darüber von Singvögeln stammen,“ erklärt Colombelli-Négrel. „Diese neuen Ergebnisse zeigt, dass viele Faktoren die die Rufvariationen bei Vögeln beeinflussen können, die auch von der Funktion des Rufes abhängen. Die Studie zeigt auf, dass immer noch vioele Fragen bestehen und dass Studien mehr als nur einen Faktor in Betracht ziehen sollten, wenn es um die Funktionen von Rufen geht, wenn wir ein volles Verständnis für Rufvariationen bei Seevögeln erreichen wollen. Gemäss Heather Lynch, einer Expertin für Pinguinrufe und die nicht and er Studie beteiligt war, öffnet diese vorliegende Arbeit neue Türen: „Diese Arbeit erzählt eine interessante Geschichte über stimmliche Diversifizierung bei Zwergpinguinen und gibt einen Einblick wie individuelle und kleinste Variationen das Verhalten beeinflussen können. Vögel, die ihre Rufe nicht lernen müssen, sind im Bereich der Vokalisierungsuntersuchungen stark untervertreten. Es ist grossartig zu sehen, dass die Pinguinrufe in dieser Art untersucht worden sind.“
Quelle: American Ornithological Society