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Die lange Nacht ist der Erstlingsfilm des 1960 geborenen Autors. Der Film bedient sich in seiner Dramaturgie bekannter Muster und nimmt auch inhaltlich bereits wiederholt Gestaltetes auf. Er lässt sich jedoch vor allem in bezug auf das Handwerk sehen und auf das Talent des Autors im Umgang mit den filmischen Darstellungsmitteln schliessen.
Eine Frau, von Maja Stolle intensiv gespielt, fährt durch die Nacht. Sie hält an einer Tankstelle, da die Benzinuhr auf Null steht, doch da ist niemand, und ein Zettel verweist sie zu einem abseits gelegenen Schloss, in dem ihr ein in ein Rokoko-Kostüm gekleideter Mann bedeutet, in einen Saal zu gehen, aus dem Musik erklingt. Dort sieht sie sich einer toten Frau gegenüber, die ihre eigenen Gesichtszüge trägt. Panisch flieht sie aus dem Schloss und zurück zur Tankstelle, wo sie sich plötzlich in Rokoko-Kleidern sieht. Der Mann aus dem Schloss erwartet sie.
Christof Vorster kann eine gewisse Spannung erzeugen, er versteht es, eine Atmosphäre der Angst und Unsicherheit zu skizzieren. Sowohl die Fahrt durch die Nacht wie das Eindringen ins Schloss sind geschickt gestaltet. Über diesen handwerklichen Aspekt hinaus — daran hat die Kamera Lukas Strebels entscheidend Anteil — vermag der Film aber wenig mitzuteilen: Der Zuschauer nimmt die Visitenkarte als Präsenzmeldung gern zur Kenntnis, bleibt aber darüber hinaus eher ratlos.