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König Louis XIV sendete in den Jahren 1665 bis 1670 von Frankreich Pferde über den Seeweg nach Kanada. Die erste Sendung im Jahr 1665 umfasste zwei Hengste und zwanzig Stuten aus den königlichen Stallungen. 1667 verschiffte der König weitere vierzehn oder fünfzehn Pferde. 1670 wurden die letzten Tiere nach Kanada verschifft, es waren ein Hengst und elf Stuten. Die Pferde wurden anhand eines vorgegeben und bis ins Detail geplanten Zuchtprogrammes gezüchtet. 1671 war der Bestand bereits so gross, dass die Einfuhr weiterer Pferde zur Erweiterung der Zucht nicht mehr notwendig war. Im Jahr 1763 zählte man bereits 14`000 Pferde, welche allesamt von den Urvätern aus Frankreich abstammten.
In den folgenden 200 Jahren entwickelten die in der Provinz Québec angesiedelten Pferde ihre genetischen Merkmale und es entwickelte sich eine besonders widerstandsfähige Pferderasse.
Die rauen Winter Kanadas brachten das „Little iron horse“ hervor, das kleine eiserne Pferd, wie das Cheval Canadien auch genannt wird.
Im Zuge des Sezessionskrieges Ende des 19. Jahrhunderts wurden massenhaft „French Canadian Horses“ für die US-Armee exportiert. Tausende Pferde wurden als Arbeitstiere auf den Zuckerplantagen eingesetzt. Die Zahl der Tiere ging drastisch zurück. Der Tierarzt Dr. J.A. Couture bemühte sich um den Erhalt der Rasse und legte 1886 ein erstes Stutbuch an. Im Jahr 1895 wurde die Canadian Horse Breeders Association gegründet, die bis heute besteht. 1913 initiierte das kanadische Landwirtschaftsministerium ein neues Zuchtprogramm, welches während des Zweiten Weltkrieges eingestellt wurde. Mit Einstellung des Programms reduzierte sich die Zahl der Canadian Horses weiter.
Das Canadian Horse ist die genetisch älteste Pferderasse Nordamerikas. Es spielte eine wichtige Rolle bei der Einzüchtung nordamerikanischer Pferderassen: Rassenreine Canadians wurden in den frühen Stutbüchern der Morgan Horses, Standardbred und American Saddlebred eingesetzt.
Bis in die 1950er Jahre dienten die Pferde an den Kutschen und in der Landwirtschaft. Die zunehmende Industrialisierung hatte ebenfalls ihre Auswirkungen. 1976 war der Bestand reinrassiger und registrierter Canadian Horses auf die bedrohlich kleine Zahl von 400 Pferden gesunken. Im Jahr 1981 setzte sich die kanadische Regierung für den Erhalt der Rasse ein. Aufgrund privater Zuchtinitivativen stieg die Zahl von 50 jährlich registrierten Fohlen auf beinahe 500 jährliche Registrierungen Anfang des Jahres 2000.
Die historischen und traditionellen Wurzeln der Rasse liegen in der Provinz Québec in Ostkanada. Im Jahr 1999 wurde die Rasse vom Parlament der Provinz Québec zum „Rassenerbe von Québec“ erklärt, mit dem Ziel die Rasse zu bewahren und die Zucht der Tiere zu fördern. Auf nationaler Ebene wurde den Pferden im April 2002 Anerkennung gezollt: Das Canadian Horse wurde zum Nationalpferd von Kanada ernannt. Dennoch ist das Canadian Horse selbst in Kanada eine seltene Rasse.
Das Canadian Horse ist auf der American Livestock Breeds Conservancy Liste für bedrohte Tierrassen und hat im Jahr 2015 leider den Status „kritisch“ erreicht.