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Nicht die Kraft unserer Muskeln oder die Schärfe unserer Zähne hat uns zu den dominierenden Erdbewohnern gemacht. Der Mensch verdankt es der weit fortgeschrittenen Intelligenz und Kreativität, dass er diesen Planeten beherrscht.
Intelligenz umschreibt die Fähigkeit des Geistes, sich mit der Umwelt auseinanderzusetzen, Zusammenhänge zu erkennen, diese schnell zu verarbeiten und Probleme in geeigneter Weise zu lösen. Es gibt keine einheitliche Definition für Intelligenz. Neben dem Gedächtnis an sich werden jedoch verschiedene Arten von Intelligenz unterschieden:
- mathematisch
- sprachlich
- räumliches Vorstellungsvermögen
- Erkennen von Sachverhalten
- (Sinnes-)Wahrnehmung
- logisches Denken
Die Definition von Intelligenz ist überdies kulturabhängig. Weltweit herrschen andersartige Vorstellungen von Verstand und Intelligenz beziehungsweise sind unterschiedliche intellektuelle Fähigkeiten zum Überleben erforderlich. In der einen Kultur sind Mut, Respekt und Verantwortungsgefühl kennzeichnend für Intelligenz, in einer anderen stehen die Fähigkeiten zur Problemlösung, zur Nahrungs- und Geldbeschaffung oder auch das logische Denken im Vordergrund.
Eine hochintelligente Astrophysikerin der westlichen Gesellschaft wäre im Dickicht des Regenwaldes vermutlich aufgeschmissen, weil hier zum Überleben komplett andere Fähigkeiten erforderlich sind.
Intelligenz beruht auf verschiedenen Faktoren
Intelligenz ist etwa zu 50 Prozent angeboren, ungefähr 30 Prozent sind der Erziehung (Förderung) und Umwelt zuzuschreiben. Die restlichen 20 Prozent sind ungeklärt.
Während des Lösens von intellektuellen Aufgaben ist der präfrontale Cortex, die stirnnahe Grosshirnrinde, voll in Aktion. Allerdings beruhen Intellekt und Verstand auf einem Zusammenspiel von vielen über das ganze Hirn verteilten Regionen. Für die Lösung der gleichen Denkübung verwenden verschiedene Testpersonen jeweils unterschiedliche Hirnareale. Auch zwischen eineiigen Zwillingen gibt es Unterschiede.
Was sagen IQ-Tests aus?
Die Intelligenz zu messen ist kompliziert, die Methoden sind umstritten. Wie eingangs erwähnt ist Intelligenz breit gefächert. Daher sollten die unterschiedlichen geistigen Fähigkeiten eigentlich auch gesondert ausgetestet werden.
Der sogenannte Hamburg-Wechsler-Intelligenztest ist ein standardisiertes Verfahren zur Bestimmung des Intelligenzquotienten (IQ-Test), das Logikaufgaben umfasst, die kognitive Leistungsfähigkeit und die Merkfähigkeit misst. Dennoch: Kein noch so umfangreicher und ausgeklügelter Test kann die gesamte geistige Kapazität eines Menschen zuverlässig prüfen.
101Durchschnitts-IQ in der Schweiz
Ein IQ zwischen 85 und 115 gilt als normal. Ab einem Intelligenzquotienten von 130 spricht man von Hochbegabung, bei einem unter 70 von Intelligenzminderung. Ein IQ von 100 bedeutet, dass die Intelligenz genau dem Durchschnitt aller Gleichaltrigen entspricht. Hat ein Zehnjähriger die Intelligenz eines Zwölfjährigen, so hat er einen IQ von 120 (20 Prozent höher als seinem Alter entsprechend). Hat ein Sechsjähriger den IQ eines Achtjährigen, so ist sein IQ ein Drittel höher als im Altersdurchschnitt, also 133.
Wie schlau sind Schweizerinnen und Schweizer?
Der durchschnittliche IQ liegt in der deutschen Bevölkerung bei 107. Gemäss einer britischen Studie sind sie zusammen mit den Niederländern die gescheitesten Europäer. Die Schweiz liegt mit einem Durchschnitts-IQ von 101 an sechster Stelle, hinter Schweden, Italien und Österreich. In einer anderen, ebenfalls britischen Studie rangiert die Schweiz vor Deutschland, Österreich, Schweden und Italien. Der Ländervergleich des IQ ist allerdings umstritten, weil oft wenig übereinstimmende Volksgruppen berücksichtigt werden.
Der IQ ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich angestiegen. Über die Gründe dafür gibt es nur Spekulationen. Verantwortlich könnten die industrielle Revolution und die Entwicklung neuer Technologien sein. Einfache Arbeiten entfallen zusehends, dafür wird mehr abstraktes und komplexes Denken gefordert. Auch die Ernährung und der höhere Bildungsgrad dürften eine Rolle spielen. Früher gingen Kinder durchschnittlich sechs Jahre zur Schule, heutzutage sind es bereits zwölf Jahre.
Kennen Sie Ihren IQ?
Messen Sie Ihre Fähigkeiten in den verschiedenen Rätsel-Aufgaben des Beobachters oder testen Sie Ihren IQ unter folgenden Seiten:
- Verein Mensa: IQ-Test auf spielerischer Basis. «Mensa» bezeichnet eine weltweite Vereinigung von Personen mit hohem IQ.
- NZZ am Sonntag: Kurzer Intelligenztest mit 20 Fragen. Getestet werden die sprachlichen, logischen und visuellen Fähigkeiten.
- Süddeutsche: Kostenloser IQ-Test der deutschen Tageszeitung mit Sofortergebnis.
Dieser Artikel stammt aus folgendem Ratgeber:
Der Schlüssel zum Gehirn – nutze dein Potenzial
Ungeachtet aller neuen Erkenntnisse birgt das menschliche Gehirn immer noch unzählige Geheimnisse. Der Beobachter-Ratgeber informiert fundiert und auf unterhaltsame Weise über den aktuellen Stand der Hirnforschung.
Der Autor, Robert G. Koch, zeigt konkret, was wir selber beitragen können, um unsere Hirnleistung zu erhalten und sogar zu steigern. Das Buch enthält eine grosse Anzahl an Logikrätseln und Denksportaufgaben und unterhält mit kuriosen Begebenheiten und Zitaten rund um unser Gehirn.