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Häufig gestellte Fragen
Was sind pflanzliche Proteinalternativen?
Pflanzliche Proteinalternativen sind Quellen für Protein, die nicht von Tieren stammen. Dazu gehören pflanzliche Lebensmittel wie Soja, Hülsenfrüchte (z.B. Bohnen, Linsen, Kichererbsen), Nüsse, Samen und Getreide wie Quinoa.
Wie entsteht kultiviertes Fleisch?
Kultiviertes Fleisch basiert auf Stammzellen eines Tieres, welche aus dem Muskelgewebe gewonnen werden. Die Zellkulturen werden in einem Nährmedium in einem Behälter (Bioreaktor) vermehrt. Bei der Kultivierung durchlaufen die Zellen verschiedene Stadien und es entwickeln sich Muskeln. Über ein Trägergerüst, meist aus tierischem Kollagen, wachsen die Zellen zu einer größeren Masse zusammen. Auf diese Weise entstehen sehr dünne Fleischschichten. Die Masse ähnelt Hackfleisch. Rund 20.000 dieser Muskelzellen benötigt man für einen Burger. In ähnlicher Weise werden auch Fettzellen gezüchtet, die zusammen mit dem Muskelgewebe ein Erzeugnis ergeben sollen, das dem Geschmack von echtem Fleisch möglichst nahekommt.
In der Republik Singapur wurde im Dezember 2020 weltweit das erste Lebensmittel auf der Basis von Zellkulturen zugelassen. Es handelt sich um ein Hähnchennugget, das allerdings auch pflanzliche Proteine enthält. Auch die in den USA zuständigen Behörden prüfen derzeit einen Zulassungsantrag für zellbasiertes Hähnchenfleisch. Hier wurde die erste Stufe des mehrstufigen Zulassungsverfahrens positiv beschieden. Die Zulassung durch das US-Landwirtschaftsministerium steht aber noch aus.
Sind kultivierte, dh. aus Stammzellen hergestellte Lebensmittel künstlich/synthetisch?
Bei kultiviertem Fleisch aus Stammzellen z.B., handelt es sich zwar um ein neuartiges Lebensmittel, welches einem strengen Zulassungsverfahren unterliegt, aber auch dieses ist natürlichen Ursprunges. Am Anfang von kultiviertem Fleisch steht eine schmerzfreie Entnahme von Zellen von einem Tier, welche dann zu einer Stammzelllinie weiterentwickelt wird. Danach können die Zellen im Bioreaktor differenziert werden und zu Muskel, Fett oder anderen Zelltypen heranreifen bis daraus ein Lebensmittel entsteht. Es wird hier ein im Tier vorkommender Prozess in einem biotechnologischen Prozess nachgeahmt.
Weitere Beispiele hierfür im Lebensmittelbereich sind Vitamine oder Labferment aus Präzisionsfermentation. Diese sind in der Schweiz bereits bewilligt und haben ein Zulassungsverfahren durchlaufen. In der Präzisionsfermentation werden Mikroorganismen so verändert, so dass sie ein standardisiertes Labferment für die Käseherstellung oder auch Vitamine produzieren. Die Endprodukte sind gentechnikfrei und stammen nicht mehr wie früher aus Kälbermägen. Auch Joghurt oder Bier werden in der Schweiz in grossen Stahl Fermentern hergestellt mit Mikroorganismen und Hilfsstoffen, welche über Jahrhunderte weiter selektioniert und verbessert wurden.
Welche pflanzlichen Lebensmittel sind besonders proteinreich?
Einige der proteinreichsten pflanzlichen Lebensmittel sind Sojaprodukte (wie Tofu und Tempeh), Hülsenfrüchte (wie Linsen und Kichererbsen), Nüsse und Samen (wie Mandeln, Chiasamen und Hanfsamen) sowie einige Getreidesorten (wie Quinoa und Amaranth).
Sind alternative Proteine vegan?
Nicht alle alternativen Proteine sind per se vegan. Pflanzliche Proteine sind selbstverständlich vegan. Und auch Mikroalgen sind – obwohl sie aus biologischer Sicht als eukaryotische Lebewesen gelten – für eine vegane Ernährungsweise geeignet. Sowohl kultiviertes Fleisch als auch Insekten sind per Definition nicht vegan. Ob die beiden alternativen Proteinquellen dennoch in Dein Ernährungsschema passen, musst Du für Dich entscheiden. Hast Du Dich für Veganismus entschieden, damit keine Tiere sterben müssen, kannst Du bedenkenlos kultiviertes Fleisch konsumieren. Um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten? Dann sind sowohl kultiviertes Fleisch als auch Insekten eine echte Alternative.
Woran erkenne ich rein pflanzliche oder vegetarische Lebensmittel?
Viele Lebensmittel sind vegan oder vegetarisch und auch als solche gekennzeichnet. Ist eine Irreführung der Konsumenten ausgeschlossen, kann der Hinweis auf die vegane oder vegetarische Eigenschaft auch entbehrlich sein. In denjenigen Fällen wird die Kenntlichmachung als "vegan" oder "vegetarisch" jedoch zur Pflicht wird, wenn andernfalls eine Irreführung der Konsumenten über die tatsächliche Beschaffenheit des Lebensmittels droht. Wie immer hilft der Blick auf die Bezeichnung des Lebensmittels und das Zutatenverzeichnis.
Sind pflanzliche Proteinalternativen umweltfreundlicher?
Im Allgemeinen haben pflanzliche Proteinalternativen einen niedrigeren ökologischen Fussabdruck im Vergleich zu tierischen Proteinen, insbesondere wenn es um Treibhausgasemissionen und Landnutzung geht.
Sind pflanzliche Proteine gesund?
Ja, pflanzliche Proteine sind in der Regel gesund und können Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. Sie sind oft fettarm, cholesterinfrei und reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen.
Gibt es Risiken oder Nebenwirkungen bei einer rein pflanzlichen Ernährung?
Eine gut geplante pflanzliche Ernährung kann alle notwendigen Nährstoffe bieten. Es ist wichtig, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten, um Mängel zu vermeiden. Manche Menschen könnten auch spezifische Nahrungsmittelunverträglichkeiten haben, die berücksichtigt werden müssen.
Können Kinder und Schwangere sich ausschliesslich von pflanzlichem Protein ernähren?
Eine rein pflanzliche Ernährung kann für Kinder und Schwangere möglich sein, erfordert jedoch sorgfältige Planung, um sicherzustellen, dass alle notwendigen Nährstoffe aufgenommen werden. Es wird empfohlen, professionelle Ernährungsberatung zu suchen.
Warum heissen pflanzliche Alternativgetränke zu Milch nicht Milch, sondern Drink und pflanzliche Alternativen zu Käse nicht Käse?
Pflanzliche Produkte dürfen nicht unter Milchbezeichnungen wie z. B. "Milch", "Rahm", "Butter", „Käse", "Molke", "Buttermilch" oder "Joghurt" vermarktet werden. Diese Bezeichnungen obliegen einem absoluten Bezeichnungsschutz und sind allein Erzeugnissen tierischen Ursprungs – konkret: der Eutersekretion von Säugetieren – vorbehalten. Ausnahmen bilden traditionelle Erzeugnisse oder solche, bei denen der Name eine charakteristische Eigenschaft beschreibt – etwa Kokosmilch, Kakaobutter, Erdnussbutter oder Leberkäse. Dies stellte der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) in seinem Urteil vom 14. Juni 2017 – C-422/16 – klar (Verordnung (EU) Nr.1308/2013, Teil III, Nr. 1-3).
Welche Herausforderungen gibt es, um alternative Proteine zukunftsfähig zu machen?
Die Zukunftsfähigkeit von alternativen Proteinen bestimmen aktuell – neben regulatorischen Herausforderungen wie im Falle von kultiviertem Fleisch – vor allem zwei wichtige Themen: die Akzeptanz und der Preis.
Alternative Proteine sind heute teurer als "herkömmliche". Wieso ist das so und wird sich das ändern?
Noch sind alternative Proteine zumindest geringfügig teurer als Fleisch. Unter anderem, weil die Tierindustrie mit Subventionen unterstützt wird. Gleichzeitig werden alternative Proteine immer erschwinglicher, je mehr Menschen sie konsumieren.
Wie steht die Schweiz im internationalen Vergleich da?
Die Schweiz hat eine lange Tradition als Agrar- und Lebensmittelproduzentin und verfügt daher über ein starkes Ökosystem zur Entwicklung von alternativen Proteinprodukten. Viele unsere Unternehmen sind führend in diesem Bereich und können sich, mit genügend guten Rahmenbedingungen, im Markt erfolgreich positionieren.