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Von Professor Dr. Hugues Oltramare 1893 in den
einst der Propstei Saint Victor gehörenden sog.
Wiesen von Saint Victor gegründet, wo man noch Reste von alten Weieranlagen
erkennen konnte.
Die Anstalt verfügt über 5 übereinander liegende
Weier, einen Brutraum mit Laboratorium, Aquarien,
Bassins
für junge Fischchen und zahlreiche
Bassins für die Aufzucht von kleinen Krustern (Daphnia, Cyclops etc.),
die den jungen Fischchen zur Nahrung dienen.
Gespiesen wird die Anstalt durch die den Bach Arzine bildenden Quellen von La
Petite Grave, deren Wasserführung konstant bleibt und deren Temperatur zwischen 12 und 15° C. schwankt.
Man züchtet hier
zahlreiche Fischarten: Flussforellen, Regenbogenforellen (Salmo irideus), den sog. Sunfish (einen amerikanischen
Barsch, Eupomotis gibbosus), den Catfish oder Katzenfisch (Amiurus nebulosus), Schleihen und
Karpfen.
Neben Salmonideneiern
liefert die Anstalt besonders auch junge Fischchen, die zur Wiederbevölkerung von
Seen und Wasserläufen verwendet werden.
2,5 km sw.
Romont. 1676 von
Jean Moret aus
Romont gestiftet
und dann von zahlreichen
Pilgern besucht, deren abergläubische Praktiken jedoch derart Anstoss erregten, dass der
Bischof
mit der Schliessung der
Kapelle drohen musste.
Catherineles Bois(Kt. Waadt,
Bez. Lausanne).
852 m. Sumpfige
Wiese, rechts der Strasse
Lausanne-Bern und 1,4 km nö. vom
Chalet à Gobet.
Von
Wald umrahmt und in einer der einsamsten und raubesten Gegenden des Berglandes des
Jorat gelegen. Dient
im Winter als Schlittschuhbahn und
auch als Eisweier. Im Mittelalter baute man an dieser Stelle, die am stark begangenen
Uebergang vom
Genfersee ins
Broye- und Aarethal lag, zum
Schutze der zahlreichen Wanderer ein
Hospiz mit einer der h. Katharina
geweihten
Kapelle. Beide Gebäude bestanden noch im 13. Jahrhundert, während das
Hospiz zu Ende des 15. Jahrhunderts
bereits in Trümmern lag. 1497 stiftete dann der
Bischof Aymon de
Montfaucon an dieser Stelle ein Karmeliterkoster, dem er
neben einem gewissen Grundbesitz verschiedene
Freiheiten und alle auch den übrigen
Klöstern zustehenden Rechte verlieh, nachdem
die in
Moudon versammelten
Stände der Waadt
ihre Zustimmung zu dieser Stiftung gegeben hatten. Nach der Eroberung
der Waadt
schenkten die
Berner das Kloster samt seinen Gütern 1536 der Stadt
Lausanne. Heute hat sich von den Bauten keine Spur
mehr erhalten. Diese Gegend war unter den
Bischöfen und noch lange nachher der zahlreichen Raub- und Mordanfälle
wegen, die hier verübt zu werden pflegten, stark verrufen. Trotz der strengen Strafen, die die
Berner den Schuldigen
zu Teil
werden liessen, blieben die
Strassen im
Jorat noch bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts unsicher. Hier spielt das von René
Morax verfasste historische Schauspiel La Dîme.
Funde von Feuersteingeräten und von Resten grober Töpferwaren haben gezeigt, dass die
Höhle in prähistorischen
Zeiten dem Menschen als Wohnstätte gedient hat. Nachher ist sie der Ueberlieferung nach zu einem keltisch-druidischen Heiligtum
gemacht worden, wo weissgekleidete Priesterinnen Orakel verkündet hätten. Zu Ende des 6. oder zu Beginn des 7. Jahrhunderts
soll sie dann für kurze Zeit dem irischen
MönchSt. Columban als Zufluchtsort gedient haben, nach welchem
sie vermutlich auch ihren Namen, allerdings in der merkwürdig verstümmelten Form einer «Sainte Colombe»,
trägt. Während der letzten Jahre des 19. Jahrhunderts hat man den Boden der weiten
Höhle mit
Kies und Schlacken eingeebnet,
sowie den Eingang mit einem eisernen Gitter verschlossen und einem grossen metallenen Kruzifix geziert.
Die
Kapelle hat die Gestalt eines lateinischen
Kreuzes, ist 1445 an der Stelle, wo man ein Stück des wahren
Kreuzes gefunden haben will, erbaut und 1898 restauriert
worden.
Sie birgt drei Altäre und ist ein stark besuchter und berühmter Wallfahrtsort des
Elsgaues oder der Landschaft
Ajoie.
Im 30jährigen Krieg wurde die
Kapelle 1636 von den Schweden geplündert und zerstört, worauf man sie 1660 wieder aufbaute.
Die Revolution von 1793 tat ihr ebenfalls argen Tort an, indem damals ihre Statuen und alle ihre Schmucksachen
von den Franzosen verbrannt wurden.
Die durch fromme Hand gerettete Reliquie vom wahren
Kreuz ging 1849 wieder in den Besitz
der
Kapelle über.
Berühmt ist besonders der Altar der h. Walburga, der aus dem
Schloss Coeuve stammt.
Während des Bauernaufstandes in der
Ajoie (1730-1740) pflegte der Anführer
Pierre Péquignat seine Anhänger öfters bei
und in dieser
Kapelle zu
¶
mehr
versammeln. Das von hier gegen Fontenais nach NO. ziehende, nur schwach ausgeprägte Thälchen führt den Namen der Combe de
Sainte Croix.
Die verschiedenen Abschnitte der Gemeinde sind somit durch ein gutes und genügendes Strassennetz aufgeschlossen und miteinander
verbunden. Seit 1893 führt von Yverdon über Baulmeseine Schmalspurbahn nach Sainte Croix hinauf, die als besondere und in
der Schweiz sonst nirgends vorkommende Eigentümlichkeit hat, dass auf ihr an Sonntagen keine Züge verkehren.
Die 25 km lange Linie erklettert mit einer maximalen Steigung von 4% die Hänge des Mont deBaulmes und den untern O.-Hang des
Suchet und zieht sich wie die Strasse Yverdon-SainteCroix - aber auf der gegenüberliegenden Seite - hoch
über der Schlucht von Covatannaz hin, indem sie eine schöne Aussicht auf diese Schlucht, sowie auf Mittelland und Alpen gewährt.
Ausser La Grange de la Côte (695 m) bei Vuiteboeuf und La Villette (930 m) einerseits und Les Praises (1262
m) und Les Gittes (1220 m) andererseits liegen alle Siedelungen der Gemeinde zwischen 1000
und 1200 m Höhe. Gesamte Gemeinde: 671 Häuser, 5914 Ew.;
davon entfallen auf die Abteilung Sainte Croix (im engeren Sinn) 442 Häuser, 4254 Ew. und auf die Abteilung
Les Granges 229 Häuser, 1660 Ew. 5641 Reformierte, 266 Katholiken und 7 Andere; 5641 Ew. französischer, 202 deutscher, 66 italienischer
und 5 anderer Zunge.
Gemeinde 1850: 3541 Ew., 1880: 5163 Ew. und 1888: 5992 Ew. Während also die Zahl der Bewohner bis 1888 ziemlich rasch zugenommen
hat, ist sie im Zeitraum 1888-1900 etwas zurückgegangen. Dorf Sainte Croix: 252 Häuser, 2969 zur grossen Mehrzahl reform.
Ew. Land- und Waldwirtschaft. Weit bedeutender ist aber die industrielle Tätigkeit und zwar besonders die Herstellung von
Uhren, Musikdosen, Musikautomaten und Phonographen. Diese Spezialitäten werden von mehreren Fabriken im Dorf Sainte Croix
selbst, sowie in La Sagne und L'Auberson hergestellt.
Seiner günstigen und besonders vor den NO.-Winden geschützten Lage wegen erfreut sich Sainte Croix
eines im Verhältnis zur Höhenlage milden Klimas mit Abwesenheit von Nebel u. starker u. oft lange andauernder Insolation
im Winter. Die Temperaturmittel, aus 11 jährigen Beobachtungen abgeleitet, betragen: 6,3° C. für das Jahr u. -0,6° für
den Winter (November-März). Maximum 28,6° C.; Minimum -19° C. Es würde sich also Sainte Croix, ebenso
wie das benachbarte Les Rasses, zum Winterkurort eignen.
Das Dorf zieht sich auf eine Länge von 1 km in der Richtung SO.-NW. hin und hat seine dichtesten Häuserkomplexe im untern,
sö. Abschnitt. Die aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammende Pfarrkirche steht im n. Teil des Dorfes.
Freikirchliche Kapelle. Sekundarschule seit 1856 und Lateinschule seit 1899; höhere Töchterschule. Grosses und schönes neues
Schulhaus seit 1893; neues Museums- und Bibliotheksgebäude. Die Bibliothek ist 1845 von Dr. Campiche gestiftet worden, der
ihr neben einer bestimmten Geldsumme noch 700-800 Bände zuwandte, und zählt heute 5000 Bände.
Museum, mit naturhistorischer, archäologischer, ethnographischer, Münz- und Fossiliensammlung; ebenfalls von Dr. Campiche
gestiftet, der ihm einen Teil seiner Sammlung von Münzen und Versteinerungen übergab. Dieses Museum hat sich besonders
seit 1872 unter der Mitwirkung einer besonderen Museumsgesellschaft und dank zahlreicher Geschenke, die ihm
aus dem In- und Ausland zugekommen sind, bedeutend entwickelt. Sainte Croix ist in wissenschaftlichen Kreisen in erster Linie
durch die wichtige Sammlung von Fossilien aus seiner Umgebung bekannt geworden, die Dr. Campiche angelegt hatte und die nach
dessen Tod vom geologischen Museum zu Lausanne angekauft worden ist. Ihr einziger Fehler besteht darin,
dass Campiche
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