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Die IT-Probleme des Verteidigungsdepartements geben weiterhin zu reden: Die in den vergangenen Jahren für 700 Millionen Franken beschaffte Software FIS Heer (Führungsinformationssystem) funktioniert immer noch nicht und generiert dennoch jährlich Betriebskosten in der Höhe von 15 Millionen Franken. Nun stellt sich bald einmal die grundlegende Frage, ob daran festgehalten wird oder ob die ganze Übung abgebrochen werden muss.
Hintergrund ist ein Bericht der Beschaffungsbehörde Armasuisse, der Ende 2011 von Bundesrat Ueli Maurer in Auftrag gegeben wurde und als Grundlage für einen Entscheid pro oder contra FIS Heer gelten dürfte. Wie die 'NZZ' am Wochenende berichtete
, wurde der Bericht Anfang Februar fertiggestellt. Die Zeitung zitiert daraus und nennt die Mängel des Systems: Die "Aktualisierung von Standort- und Schlüsselmeldungen" sowie die "Replikation von Standarddaten" mittels Funkanbindung könnten nicht in der vorgegebenen Zeit erreicht werden, weil die Datenübermittlungskapazität der Funkgeräte nicht genüge. Anders gesagt: Mit dem FIS Heer der Schweizer Armee können nur unverschlüsselte Daten übermittelt werden. Mit Glasfaserkabel oder unverschlüsselt mit einem UMTS-Netz funktioniert das System jedoch.
Unklar ist, wie teuer eine entsprechende Aufrüstung oder ein Ersatz der Funkgeräte und Richtstrahlanlagen wäre. So oder so wird ein Festhalten an FIS Heer teuer. Um die vorgesehene Lebensdauer bis 2025 zu gewährleisten, müsste die Hardware der Rechnersysteme ab 2016 ersetzt werden, bevor sie überhaupt richtig zum Einsatz kam. Dann seien die Geräte acht Jahre alt und müssten ausgewechselt werden. Diese Ersatzbeschaffung kostet 80 Millionen Franken. Die Sicherheitspolitischen Kommissionen von National- und Ständerat werden voraussichtlich Mitte Jahr entscheiden, wie es mit FIS Heer weiter gehen soll. (mim)