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Tabak gehört zu den wichtigsten Exportprodukten der Schweiz. Eine Recherche deckt nun auf, dass die für Afrika hergestellten Zigaretten schädlicher sind, als die für den europäischen Markt.
«Für ihre Schokolade ist die Schweiz weltweit berühmt. Weniger bekannt ist, dass das Land fast gleich viele Zigaretten exportiert. Dabei sind die für Afrika hergestellten Zigaretten giftiger als die für den europäischen Markt.»
So beginnt die Reportage der Lausanner Journalistin Marie Maurisse. In ihrer aufwendigen Recherche «Heisse Luft und schwarzer Rauch» deckt sie einen skandalösen Doppelstandard auf: Die von Philip Morris und Japan Tobacco International in der Schweiz hergestellten und in Marokko verkauften Zigaretten zeigen markant höhere Partikel-, Nikotin- und Kohlenmonoxidwerte als die für den Heimmarkt produzierten.
Im Jahr 2016 wurden in der Schweiz 34,6 Milliarden Zigaretten, also knapp zwei Milliarden Päckli, hergestellt. Etwa 25 Prozent davon waren für den Binnenmarkt bestimmt. Fast 75 Prozent wurden exportiert, heisst es im Artikel von Maurisse. «Der Geschäftszweig ist für die Schweizer Wirtschaft von Bedeutung. Die Exporteinnahmen aus Tabakprodukten im Jahr 2016 (561 Millionen Franken) sind vergleichbar mit den Exporteinnahmen wichtiger Schweizer Exportgüter wie etwa Käse (578 Millionen Franken) oder Schokolade (785 Millionen Franken).» Zu diesem Schluss kommt eine Ende 2017 veröffentlichte Studie von KPMG.
Marokko und Südafrika sind nach Japan die zweitwichtigsten Zielländer für den Export von Schweizer Zigaretten. Im Jahr 2017 wurden laut der Recherche der Journalistin 2900 Tonnen Schweizer Zigaretten nach Marokko exportiert – das sind rund 3,625 Milliarden Stück. In den Mini-Märkten des Landes kostet eine Packung 33 Dirham (CHF 3.50). Die Schachteln sind deklariert: Sie tragen einen Stempel mit Sicherheitsdruckfarben der Schweizer Firma SICPA.
Nun hat Maurisse den Teer-, Nikotin- und Kohlenmonoxidgehalt von Zigaretten, die in Europa und in Marokko konsumiert werden, untersuchen lassen. Die Ergebnisse sind eindeutig: Zigaretten, die auf Schweizer Boden hergestellt, aber in Marokko verkauft werden, sind viel stärker, haben ein wesentlich höheres Suchtpotenzial und sind zudem deutlich giftiger als Zigaretten, die in der Schweiz oder in Frankreich zu kaufen sind.
Die festgestellten Werte würden zeigen, dass hier mit einem Doppelstandard gearbeitet werde, heisst es im Artikel. Die Menschen in Marokko rauchen Zigaretten, die schädlicher sind als die Zigaretten für Europäerinnen und Europäer. Für jeden der drei getesteten Parameter wiesen die in Marokko konsumierten Zigaretten höhere Werte auf als diejenigen in der Schweiz oder in Frankreich. Und das, obwohl die Zigaretten für alle drei Länder in der Schweiz hergestellt wurden.
Japan Tobacco International, der Hersteller der Winston- und Camel-Zigaretten, reagierte auf die Rechercheergebnisse wie folgt: «Alle Tabakprodukte sind mit Gesundheitsrisiken behaftet.» Im Übrigen könne «niemand sagen, eine Zigarette sei weniger giftig als die andere, zum Beispiel anhand des Geschmacks.» Philip Morris International weist darauf hin, dass «Konsumenten auf der ganzen Welt unterschiedliche Präferenzen» hätten. «Aufgrund dieser Präferenzen wird der Tabak nach spezifischen Mischungen und Blattgraden ausgewählt, um Konsistenz und Eigenschaften jeder Marke, wie z.B. Marlboro Rot, zu wahren.»
(sar)
Düzen Tekkal (41) ist derzeit die wichtigste Stimme der Kurden in Deutschland. Im Interview sagt sie, dass es noch nicht zu spät ist, Rojava zu retten. «Aber jetzt muss schnell gehandelt werden.»
Wenn Düzen Tekkal einmal loslegt, dann gleich richtig. Die Deutsche mit kurdisch-jesidischen Wurzeln nimmt kein Blatt vor den Mund. Seit Wochen kritisiert sie den türkischen Angriffskrieg in Rojava öffentlich und in einer scharfen Deutlichkeit: dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan völkerrechtswidrig handelt, dass er eine ethnische Säuberung vornimmt, dass er mit seinem Handeln dem Islamischen Staat zu neuer Kraft verhilft.
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