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Der kompakte Dorfkern von Cavergno liegt am Eingang des Bavonatals. Einst war das Dorf von bescheidenen Ackerflächen und einem terrassierten Rebberg umgeben. Für die Versorgung der Bevölkerung reichte dies jedoch nicht aus. Die Menschen waren für sich und ihre Tiere auf die Ressourcen des Bavonatals angewiesen. Dies führte zu einer intensiven Bewirtschaftung des unwirtlichen Talgebiets.
Des mühevollen Lebens überdrüssig, wanderten im 19. Jahrhundert viele Cavergnesi aus. Die Niederlande waren ein beliebtes Ziel, ab 1850 kamen Australien und Kalifornien hinzu (vgl. 2, Australierkapelle). Die Wenigen, die sich in der Fremde ein Vermögen erwerben konnten, kehrten oft nach jahrzehntelangem Aufenthalt wieder in die Heimat zurück und errichteten stattliche Wohnhäuser. Die 1907 erbaute «Holländervilla» der Gebrüder Inselmini ist mit den ungewöhnlichen Erkerfenstern aus Holz und den drei Kartuschen an der Nordseite ein sehr schönes Beispiel (nach der Kirche, Richtung Valle Lavizzara).
Im Dorfzentrum, gegenüber dem Gemeindehaus, zeigt ein moderner Bau Aufgeschlossenheit im sonst so traditionell geprägten Umfeld. Das ehemalige Postgebäude wurde vom einheimischen Architekten Lorenzo Martini umgebaut und unter Verwendung von Granit und Marmor aus der nahen Umgebung neu gestaltet. Der markante weisse Kubus dient als Sitz der Stiftung «Fondazione Valle Bavona» (FVB) und beherbergt nebst dem Stiftungssekretariat Arbeitsräume und ein Informationszentrum (Öffnungszeiten: im Sommerhalbjahr MoSa 912h, im Winterhalbjahr MoDo 811h).
Die FVB wurde 1990 zur Erhaltung der einzigartigen Kulturlandschaft des Bavonatals gegründet. Seit 1995 unterstützt der Schweizer Heimatschutz die Stiftung bei der Realisierung von Projekten. Im Vordergrund stehen Beiträge an die Pflege von Kleinparzellen und Kastanienselven sowie an den Unterhalt von Trockenmauern und historischen Wegnetzen. Die FVB arbeitet mit den privaten Eigentümern und den Behörden zusammen.
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Cavergno
AdresseValle Bavona
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz