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Die mathematische Figur, hineingeschnitten in das vom Wasser der Erde und vom Licht der Sonne zum Wachstum gebrachte Holz der Bäume, erhält in diesem eine magische Nähe zur lebenden Natur. Will ich eine dynamische Figur, dann wähle ich die mathematische Kurve. Sie misst den Raum nicht aus wie das Dreieck, sondern sie bewegt ihn. Als Sinuskurve versetzt sie den Raum in gleichförmige Schwingungen.
Die Präzision hat dabei einen einheitlichen Sinn. Eine mathematische Linie stimmt nie, weil sie optisch nie das Gesetz erreicht, von dem sie stammt. Die Präzision hat den Zweck, diese Abweichung so klein zu halten, dass sie im Täuschungsbereich des Auges bleibt, wo dieses nicht mehr unterscheiden kann zwischen der mathematischen und der gesägten Linie. – Und ein Auge, das mehr sieht als seine Netzhaut aufnimmt, kann dann vielleicht begreifen, dass eine Ellipse ein Wunder ist.
Die vier Stelen, am Beispiel „Quatrophonie“, sind das Produkt einer kombinierenden Stereometrie. Ein rechtwinkliges Langholz wird mit sich rechtwinklig kreuzenden Schnittpaaren in neun Teile zersägt. Der Kernteil ist nach diesem Arbeitsgang geformt. Die anderen acht Teile werden je mit ihren kongruenten Flächen zusammengeleimt: 2 x 2 Seitenteile = 2 Stelen + 4 x 1 Eckteil = 1 Stele. Das ergibt mit dem Kernteil zusammen vier Stelen. Sie sind auf diese Weise aus einem gemeinsamen Ganzen hervorgegangen und daher gezeichnet von der Ambivalenz zwischen Zusammengehörigkeit und Verschiedenheit.