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Nach der Krinolinenmode - kreisrunde, sehr weite Kleider - folgte die Tournürenmode.
1872 Cul de Paris - Pariser Hintern - Tournüre
Der Cul de Paris. die topmodische Silhouette jener Zeit, wurde mittels Kissen, Schnürungen und Kissenaufpolsterungen erreicht. Die Taille war sehr eng gehalten. Die Drapppierungen waren an einem mantelartigen Übekleid angebracht. Die Kanten waren Spitzen und Volants gefertigt. Beim Unterkleid wurden die gleichen Volants eingearbeitet.
Dieses zweiteilige Sommer- und Promenadenkleid ist federleicht und duftig gearbeitet.
Der aufgebauschte Hintern wurde raffinieert mit Schnürungen bewirkt. Das Unterkleid hat eine kleine Schleppe.
Der Hals ist mit Spitzen verzeirt, das Überkleid ist durchgeknöpft. Ebenfalls mit Spitzen besetzt sind die Volants und die langen Ärmel.
Material: Baumwollbatist
Taillenweite: 57 cm! Diese Taillenweite wurde durch ein geschnürtes Korsett erreicht.
Kaisserin Sisi von Österreich machte hier die Vorgabe.
Ausstellung: Für die Präsentation in der Austellung "150 Jahre - 150 Kleider" musste die Schneiderbüste von 70 cm auf 57 cm angepasst werden! Es gibt keine auf dieses extreme Mass geformte Büsten im Handel!
Drappierung: Mittels Schnüren gerafft.
Wäsche: Diese Drappierung kann für Wäsche und Pflege vollständig ausgebreitet. Das Kleid war stark verstaubt und schmutzig und musste gewaschen und gebügelt werden.
Herkunft des Kleides: Das Kleid war in einer Fasnachtskiste über 100 Jahre gelagert worden. Es ist schliesslich in einer Aargauer Brockenstube gelandet.