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Christina Hernauer und Roman Keller
Von der Blauheit des Himmels
Der Schweizer Naturforscher Horace-Bénédict de Saussure entwickelte 1789 ein Instrument zur Messung der Intensität der Himmelsfarbe. Erfolgreich konnte er damit nachweisen, dass die Blauheit vom Wasseranteil in der Atmosphäre abhängt. Der Cyanometer wird von dem Künstlerduo gemäss de Saussures Anleitung mit einer Verdünnungsreihe von Preussisch Blau und Elfenbeinschwarz gefertigt und der Publikation «Invent the Future With Elements of the Past» als potentielles Werkzeug für die Spaziergangsforschung oder allgemeine Weltbeobachtung *) beigelegt.
*) Aufgrund des Klimawandels wird über Europa mit einer Abnahme der relativen Luftfeuchtigkeit in der Atmosphäre und weniger Wolken gerechnet. Zudem werden weniger Aerosole und Partikel in der Luft vorausgesagt, da von einer weiteren Verschärfung der Abgasnormen ausgegangen wird. Alle drei Effekte sollten dazu führen, dass der Himmel in Zukunft blauer wird.
Christina Hemauer und Roman Keller durchforsteten das Archiv von Burckhardt im Schweizer Pavillon und suchten auch ausserhalb nach möglichen Verbindungen von Lucius und Venedig. Der Reichtum des Basler Patriziergeschlechts Burckhardt gründet auf dem Seidenhandel. Durch die Eröffnung des Seewegs nach Indien und China im beginnenden 16. Jahrhundert verlagert sich der Seidenmarkt von Venedig nach Genua. Neue Handelsrouten über Zürich und Basel in den Norden bringen Wohlstand für beide Städte – Venedigs Stern beginnt zu sinken. Im 19. Jahrhundert ist der fern verwandte, von Lucius wenig geschätzte, Jacob Burckhardt ein häufiger Gast in der heruntergekommenen Lagunenstadt. Er wird prägend sein für den Begriff Renaissance. In ihrer Arbeit folgen Hemauer/Keller diesen Fährten und stellen das Oeuvre Burckhardts in bislang ungesehene Zusammenhänge.