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Chance the Rapper hat viel Glück gehabt im Leben. Barack Obama und Kanye West bewundern seine Arbeit. Ganz ohne Plattenvertrag schaffte er es in die Album-Charts. Jetzt ist er für sieben Grammys nominiert - ohne je Geld für einen Tonträger genommen zu haben.
In seinem Song «Blessings» singt Chance the Rapper über die guten Dinge, die in seinem Leben passiert sind. Dazu kann er jetzt auch sieben Grammy-Nominierungen zählen. Drei davon sind in der Kategorie «Bester Rap-Song». Zudem wurde der 23-Jährige, der mit bürgerlichem Namen Chancelor Bennett heisst, als bester neuer Künstler nominiert - einen Titel, den zuvor unter anderen Mariah Carey, Christina Aguilera, John Legend und die Beatles erhalten hatten.
Bennetts «Coloring Book» wurde als bestes Rap-Album nominiert. Es ist das erste Album auf der Grammy-Liste wie auch in den «Billboard»-Charts, das nur online veröffentlicht wurde. Gerüchten zufolge soll der Erfolg von «Coloring Book» die Grammy-Organisatoren erst dazu veranlasst haben, beim diesjährigen Wettbewerb erstmals Online-Alben zuzulassen.
Ein Liebling von Obama
Chancelor Bennett war ein typischer Teenager aus der Mittelklasse Chicagos: Tagsüber ging er in die Schule, am Abend sang er bei Open-Mic-Veranstaltungen und probte mit seiner Band. Eher untypisch war der Beruf seines Vaters, der als Berater für Barack Obama arbeitete, als der spätere US-Präsident noch Senator in Illinois war.
Obama hat Bennett als einen seiner Lieblingskünstler bezeichnet, und Obamas ältere Tochter Malia wurde im vergangenen Sommer mit Bennetts Bruder bei einem Konzert gesichtet. Umgekehrt brachte Bennett kürzlich eine Mode-Kollektion mit dem Namen «#ThanksObama» heraus, wozu auch ein T-Shirt mit Malias Namen gehört.
Geschenkt!
Für seine Musik zählte allerdings weniger sein Kontakt zum Weissen Haus als Bennetts Mentor Kanye West. Bennett wirkte bei Wests Album «Life of Pablo» mit und schrieb an fünf seiner Songs mit - einschliesslich «Famous» und «No Problem», die jeweils für einen Grammy nominiert sind, und «Ultralight Beam», der zwei Nominierungen erhielt.
Seine Verbindung mit West hat Chance in der Rap-Szene bekannt gemacht, aber sein Geschäftsmodell hat in der ganzen Musikbranche Wellen geschlagen. Seine Musiker-Karriere startete 2012 mit dem Mixtape «10 Days». Seitdem hat er eine Menge Geld verdient, ohne jemals einen Vertrag mit einer Plattenfirma gehabt zu haben oder seine Musik verkaufen zu müssen.
«10 Days» sowie seine späteren Alben «Acid Rap» und «Coloring Book» können alle gratis auf seiner Webseite heruntergeladen werden. «Irgendwie finde ich, dass es nicht mehr zeitgemäss ist zu versuchen, in ein Album 'zum Verkauf' hineinzupassen», sagte er dem US-Fernsehmoderator Jimmy Fallon. (sda/dpa)