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Karl Koch; nicht datiertes Porträt eines unbekannten Künstlers.
Karl Koch wurde am 27. August 1771 in Thun geboren und besuchte dort die Schulen. Anschliessend studierte er Rechtswissenschaften in Bern und Tübingen und absolvierte die Artillerieschule in Bern. Darauf folgte eine steile militärische Karriere. 1794 war Koch bereits Artilleriehauptmann. 1796 heiratete er die Bernerin Johanna Margaretha Schnyder (1771–1829), liess sich in Thun nieder und wurde dort Ratsmitglied und Mitglied des Waisengerichts. Als 1797 die Franzosen anrückten, wurde auch Koch als Artilleriehauptmann eingezogen und nahm bei Neuenegg an den Kämpfen teil. Nach der Kapitulation schickte ihn die Stadt Thun als Abgesandten nach Bern. Koch übernahm die Korrespondenz der Stadt Thun mit General Brune. An der Urversammlung in der Stadtkirche Thun wurde er zum Präsidenten dieser Versammlung und später zum Mitglied des helvetischen Grossen Rates gewählt.24 Ab 1799 lebte er mit seiner Familie in Bern. Während der Helvetik vertrat er die Ideen der Unitarier, die für die zentralistische Republik eintraten. 1802 war er einer der Gesandten an der Consulta in Paris, wo er sich vergeblich für die Beibehaltung des Kantons Oberland einsetzte. In der Mediationszeit wurde er 1803 von den Wahlkreisen Köniz und Saanen in den Grossen Rat gewählt.
Ab 1804 arbeitete Koch in Bern als Anwalt. Er war an der Ausarbeitung des Studienplanes der ersten bernischen Militärschule beteiligt und wurde der erste Direktor dieser Anstalt. Seine militärische Karriere beendete er aber bereits 1814. Er trat nach der erfolglosen Verteidigung seines Bruders Friedrich Koch (1775–1824) im Prozess um den Oberländeraufstand als Direktor der Militärschule zurück. Dieser Rücktritt kam nicht ganz unerwartet, hatte er doch bereits 1812 ein erstes Mal – aus ähnlichen persönlich-politischen Gründen – seine Demission eingereicht, die aber nicht angenommen worden war. Damals hatte Koch bereits seinen Rücktritt bekanntgegeben, weil sein Onkel entgegen aller Erwartung eine Pfarrstelle in Thierachern nicht bekommen hatte. Er sah darin ein Indiz, dass die Regierung seinem Onkel und ihm politisch misstraute.
Dass Koch als bekannter Anhänger der helvetischen Revolution auch während der Mediations- und Restaurationszeit wichtige Posten erhielt, ist auf seine grossen Fachkompetenzen zurückzuführen. Als Mitglied der Schwellenkommission förderte er 1824–1831 die Aare-Korrektion zwischen Thun und Bern.25 Bei der liberalen Umwälzung 1831 war er Mitglied des bernischen Verfassungsrats; der Verfassungsentwurf stammte aus seiner Feder. Er wurde wiederum in den Grossen Rat und neu auch in den Regierungsrat des Kantons Bern gewählt, wo er 1831–1833 dem Militär- und ab 1838 dem Baudepartement vorstand. Koch blieb bis zu seinem Tod am 10. September 1844 Grossrat.