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Die Schweiz soll nicht zu einer "postalischen Wüste" werden: Mit einer von 125'000 Personen unterzeichneten Petition wehrt sich die Gewerkschaft Kommunikation gegen die drohende Schliessung von Poststellen.Dieser Inhalt wurde am 18. Mai 2000 - 16:57 publiziert
Am Donnerstag (18.05.) wurde die Petition am Post-Hauptsitz in Bern übergeben.
Die Petition zeige, dass die Bevölkerung eine gut funktionierende Post und ein flächendeckendes Poststellennetz wolle, teilte die Branchen-Gewerkschaft für Post, Transport, Logistik, Telekommunikation und Teleinformatik (kurz: Gewerkschaft Kommunikation) mit. Die Gewerkschaft erwarte, dass die Abbaupläne beim Poststellennetz endgültig vom Tisch seien
Die Petition sei ein deutliches Signal nicht nur an die Post, sondern auch an die Politik. Die Bevölkerung wolle einen guten Service public; dafür müsse die Landesregierung notfalls sorgen.
Gegen das Umbauprogramm "Optima"
In der Westschweiz und im Tessin, wo flächendeckend gesammelt wurde, kamen 75'000 beziehungsweise 20'000 Unterschriften zusammen. In der Deutschschweiz beschränkte sich die Gewerkschaft auf die grösseren Städte und bekam so 30'000 Unterschriften zusammen. Die Anfang Jahr lancierte Petition ist eine Reaktion auf das Umbauprogramm "Optima" der Post.
Im November 1999 war in einem Zwischenbericht zu "Optima" die Zahl von 200 zu schliessenden Poststellen genannt worden. Dieser Bericht sei heute nicht mehr aktuell, erklärte Post-Sprecher Hubert Staffelbach am Donnerstag (18.05.) auf Anfrage.
Wenn irgendwo einzelne Poststellen geschlossen würden, könnten andernorts neue eröffnet werden. Nähere Angaben über Schliessungen, Umwandlungen oder Neueröffnungen waren aber auch am Donnerstag bei der Post nicht zu erhalten. Es werde keine Liste mit Orten geben, wo eine Post geschlossen werde, so Staffelbach.
Jede einzelne Post überprüfen
Die Evaluation sei im Gang. Dabei werde die Situation praktisch jeder Poststelle einzeln analysiert. Wenn zum Beispiel in einem Dorf der Posthalter pensioniert werde, prüfe die Post, ob seine Stelle erneut besetzt werde, erklärte Staffelbach. Wesentlich sei, Poststellen dort zu haben, wo auch die Kundenströme durchfliessen.
Namentlich in den Agglomerationen müssten die Aktivitäten der Post konzentriert werden. Die Zukunft einer Quartierpost hänge von den Frequenzen ab und von der Distanz zur nächsten Hauptpost.
Vom Erfolg der Petition zeigte sich Staffelbach "beeindruckt". Dies zeige, dass die Dienstleistungen der Post geschätzt würden.
swissinfo und Agenturen