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W E G D U R C H L Y S S
Der Weg durch Lyss wurde durch die Kulturkommission Lyss erstellt. Die nachstehenden Informationen stammen von der Kulturkommission Lyss und dessen Autoren.
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Alte Kirche Die alte Kirche (Johanniskirche), historisch die „Kirche von Niederlyss“ (urkundlich 1238 erstmals indirekt erwähnt), ist das kulturhistorisch bedeutendste und älteste Gebäude der Gemeinde Lyss. Als 1966 die vorher umstrittene Restauration an die Hand genommen wurde, zeigte sich nach kurzer Zeit, dass das Gebäude manches Geheimnis barg, von dem man zuvor nichts gewusst hatte. Schon die genaue Analyse des Aussenverputzes liess vermuten, dass die Kirche mindestens fünf Bauepochen erlebt haben musste (ursprünglich romanische Anlage, frühgotische Erweiterung, spätere Epoche des Turmbaus, Umbau der runden Apsis in Eckform, Barockisierung im 17. Jahrhundert). Grabungen im Kircheninnern belegten anschliessend eine vorkirchliche Friedhofanlage aus spätantik-frühchristlicher Zeit, auf der im 7. Jahrhundert als erstes Gotteshaus zu Ehren eines privaten Kirchenstifters eine sogenannte „Eigenkirche“ erbaut wurde. Das Senkgrab des unbekannten Kirchenstifters wurde in den ersten Kirchenbau einbezogen. Noch heute kennzeichnet eine bogenförmig überwölbte Nische (Arkosolnische) die Lage des Grabes. Im 15. Jahrhundert wurde diese Nische mit der Figur eines Feiertagschristus ausgeschmückt, der eine ikonographische Seltenheit darstellt, da in der Schweiz bisher nur acht derartige Darstellungen bekannt sind. Mit dieser Figur ermahnte die Kirche die des Lesens noch unkundigen Gläubigen aufgrund von Werkzeug- und Gerätedarstellungen zur Heiligung des Sonntags und der kirchlichen Feste. Weitere Fragmente von Heiligendarstellungen stammen aus dem 14. Jahrhundert. Die anlässlich der Restauration an den Kirchenfenstern angebrachten, vom Kunstkollegium initiierten und von Privaten gespendeten Glasfenster stammen vom Basler Künstler Hanns Studer und zeigen die auf Lyss bezogenen Motive Fährmann (Symbol für Christus), Gewerbe/Industrie, Landwirtschaft, Kunst und „Moses“ (Kind im Korb zwischen Schilf).
Die neue evangelisch-reformierte Kirche, wegen ihrer Grösse (830 Sitzplätze) gelegentlich auch „grosse Kirche“ genannt, wurde am 1. Dezember 1935 eingeweiht. Der Gedanke, anstelle der heutigen alten Kirche einen Kirchenneubau zu verwirklichen, entstand ca. 1900 im Gemeinderat der Einwohnergemeinde. Wegen des Ersten Weltkriegs verzögerten sich die Planungsarbeiten. Nach dem vorgängigen Neubau des Pfarrhauses beschloss die Kirchgemeindeversammlung 1933, den Neubau des Gotteshauses an die Hand zu nehmen. Ein Jahr später fand die Grundsteinlegung statt und 1935 konnten bereits die Glocken (5 Glocken mit Reliefdarstellungen, Totalgewicht 13’014 kg), zweitgrösstes Geläute des Kantons Bern, in den 45 m hohen Turm aufgezogen werden. Die Eingangsskulpturen am Kirchgebäude stammen von Max Fueter, Paul Zehnder schuf damals die farbigen Chorfenster und Fred Stauffer die Emporefenster und die Freskomalereien im Kirchgemeindehaus. Am 2. September 1992 ist ein Privathelikopter auf das Dach oberhalb des Eingangsbereiches abgestürzt. Der dadurch entstandene Brand hat das Kirchenschiff bis zum Chor zerstört. Die alte Stahlbeton-Konstruktion, die das Walmdach trug, musste vollständig abgebrochen werden. Die Glasmalereien auf der Empore und den Fassadenfenstern sowie die Orgel wurden vernichtet. Das Chorfenster konnte saniert werden. Für die Neugestaltung und den Wiederaufbau wurden verschiedene Projektideen erarbeitet. Schliesslich hat die Baukommission die Lösung Tonnendach mit Lichtstreifen überzeugt. Der Wiederaufbau fand in den Jahren 1994/95 statt. Am 30. April 1995 konnte die neugestaltete Kirche eingeweiht werden. Ein gutes Jahr später, am 30. Juni 1996 wurde die neue Orgel offiziell in Betrieb genommen. Die neugestalteten Emporenfenster stammen von Heidi Reich. Walter Loosli schuf die neuen Seitenfenster.
Das währschafte Berner Bauernhaus neben der alten Kirche wurde, wie beim Tennstor abzulesen ist, im Mai 1793 erbaut, also fünf Jahre vor der Eroberung der Alten Eidgenossenschaft durch Napoleons Armeen. Die Hausinschriften, die dekorativen Malereien und die geschnitzten Büge an diesem geschützten Gebäude stellen zweifellos eine Bereicherung des alten Dorfkerns dar. Im benachbarten Stöckli befand sich das erste Banklokal der 1866 gegründeten, ehemaligen Spar- und Leihkasse.
Das direkt am Bach gelegene Wohn- und Gewerbegebäude diente im letzten Jahrhundert als wasserradgetriebenes Uhrenatelier, was noch heute an den zahlreichen, eng nebeneinander liegenden Fenstern am Bachufer abzulesen ist. Später waren in den gleichen Räumen zeitweilig eine Käserei und anschliessend eine Schreinerei untergebracht. Das zugehörige Waschhaus diente vor Jahrzehnten der römisch-katholischen Kirchgemeinde als erstes Versammlungslokal.
Das Bauernhaus und das Stöckli am Rand des Kirchenvorplatzes gehören zu den ältesten Gebäuden von Alt-Lyss. Während das Stöckli stilgerecht renoviert worden ist, weist das eigentliche Bauernhaus noch heute ursprüngliche bauliche Details auf, beispielsweise die geschnitzten Büge, den rundförmigen Haupteingang sowie verschiedene Holzverzäpfungen.
Die Mühle am heutigen Mühleplatz (untere Mühle) ist der älteste urkundlich nachgewiesene, nichtkirchliche Bau des Dorfes Lyss. Sie wird wenige Jahre nach der erstmaligen Erwähnung unserer Ortschaft im Jahre 1009, als das Kloster St. Maurice die Kirche von Lyss (d.h. die verschwundene Kirche von Oberlyss, die auf dem „Chilchhübeli“ stand) vorübergehend gegen Haus, Hofstatt und Weinberg in Ins abtauschte, erstmals erwähnt. Am 18. Mai 1246, genau 45 Jahre vor der Gründung der Eidgenossenschaft auf dem Rütli, ist in Urkunden zu vernehmen, dass der um 1048 entstanden Johanniterorden von Münchenbuchsee dem Leutpriester von Lyss (d.h. dem damaligen Pfarrer an der Kirche von Nieder-Lyss, der heutigen alten Kirche) sowie einer Adelheid und deren Kindern „fünf Schupposen (etwa 12-15 Jucharten) nebst einer Mühle zu Lyss“ gegen einen symbolischen jährlichen Zins von 5 Schillingen auf Lebenszeit zur Nutzung übergab. Die untere Mühle gehörte zum Kirchensatz (Kirchengut) von Niederlyss, war also wahrscheinlich nicht weltlicher Besitz. Dies bestätigt auch eine Urkunde aus dem Jahre 1272, aus der hervorgeht, dass Wilhelm I. (1270-1323), der mit Bern und dem Kloster Frienisberg verfeindete Stammvater des Grafenhauses von Aarberg, erklärte, er besitze aufgrund des von seinen Burgern abgegebenen und beschworenen Zeugnisses „kein Recht an der Mühle von Lyss“.
Mit der Einführung der Reformation auf bernischem Boden (1528) soll die Mühle, wie der Klosterbesitz und Kirchenbesitz im Allgemeinen, an den Staat Bern und damit bald einmal zum weltlichen Handelsobjekt geworden sein. In den „Ämterbüchern“ von Aarberg treten uns folgende Mühlenbesitzer entgegen: Bendicht Löffel (1532), Jakob Löffel (1546), Hans Löffel (1605), Gebrüder Aebi (1752) und Peter Lauper (1803). Aus den Grundbuchakten der Kirchgemeinde Lyss wiederum gehen als Eigentümer der Mühle hervor: Bendicht Hauser (1816), die Erben von Bendicht (1856) und Jakob Hauser/Johann Leiser-Küng (1856). 1859 kam die Mühle durch Kauf an Samuel Isenschmid und 1864 an Johann Jakob Christen, den ersten Vertreter einer Müller-Dynastie, in deren Besitz sich die „untere Mühle“ noch bis 1997 befand. Wirtschaftliche Gründe führten im Jahre 1977 allerdings dazu, dass das Müllereigewerbe aufgegeben werden musste. Am 12. Mai 1997 hat das Lysser Parlament auf Antrag des Gemeinderates dem Kauf der „Unteren Mühle“ zugestimmt. Am 1. August 1997 ist das älteste weltliche Gebäude von Lyss in den Besitz der öffentlichen Hand übergegangen. Seit 2000 wird die alte Mühle vom Verein Kultur.Mühle.Lyss für Kunstausstellungen genutzt. Nach detaillierten Vorabklärungen mit den Gemeindebehörden hat das Lysser Parlament dem Übertrag der Liegenschaft in die Stiftung „Untere Mühle“ am 23. Mai 2005 zugestimmt. Ausser der Gemeinde sind folgende Institutionen Gründungsmitglieder: Spitex, Regionale Musikschule, Verein Kultur.Mühle.Lyss. Das Rieghaus wurde 2007 komplett saniert und wird heute als Spitex-Stützpunkt, für Alterwohnungen (4 Wohnungen) und andere soziale Einrichtungen genutzt. Die Mühle und das Stöckli wurden im 2014 saniert. Die Mühle wird weiterhin kulturell genutzt; beherbergt im Erdgeschoss und im 1. Stock die „Kultur.Mühle.Lyss“. In das Obergeschoss und das Stöckli ist die Jugendfachstelle eingezogen.
Der Brunnen ist ein Produkt der damaligen Firma Bangerter (heute Creabeton) und ist mit der Lysser Lilie geschmückt. Er wurde nach dem Zweiten Weltkrieg im Zusammenhang mit der damaligen Korrektion der Hauptstrasse erstellt.
Das Altersheim Lyss-Busswil wurde vom Altersheimverband Lyss-Busswil (Gemeindeverband, 1982 gegründet) gebaut. Das Projekt ging aus einem Architekturwettbewerb hervor. Das Heim wurde im Juni 1989 in Betrieb genommen. Im 2009 wurde das Umbauprojekt fertig gestellt: Bereich Pflege Erhöhung der Anzahl Zimmer für Betagte auf total 54 (Erweiterung um 6 Zimmer) Ausbau des Attikageschosses. Es sollen 12 neue Bewohnerzimmer erstellt werden In den beiden Obergeschossen ist ein Anbau an den runden Turm geplant. Damit sollen die für die Gruppenpflege fehlenden Ess- und Aufenthaltsräume geschaffen werden Bereich Infrastruktur Umbau der Küche, damit die Produktion der geforderten Anzahl Mahlzeiten sicher gestellt werden kann Erweiterung der heute zu kleinen Cafeteria Umbau des Eingangs- und Aufenthaltsbereiches im Erdgeschoss Die Wäscherei wird vom Attikageschoss neu ins Erdgeschoss verlegt Neukonzeption Garderoben Bereich Administration Neuorganisation des administrativen Bereiches.
Der Baum (früher gelegentlich „Friedenslinde“ genannt) unmittelbar an der Fassade des Altersheims stand früher auf einem kleinen Dorfplatz vor der alten Gemeindeschreiberei, die sich bis in die zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts dort befand, wo heute das Altersheim steht. Das Gebäude war Privatbesitz der Gemeindeschreiberfamilie Marti, aus der der bekannte Schriftsteller und Pfarrer Kurt Marti stammt. Auf dem ehemaligen Platz wurde in früheren Jahrhunderten im Spätsommer jeweils die „Zigerchilbi“ durchgeführt.
Unter dem Platz befindet sich heute ein Regenwasserauffangbecken. Die Wärme des Abwassers wird zur Heizung des Altersheims und der Mühle genutzt.
In diesem Gebäude war bis vor einigen Jahrzehnten der letzte aktive Landwirt im Dorfzentrum tätig. In diesem Gebäude befand sich möglicherweise eine der ersten Gaststätten von Lyss, die „alte Krone“.
In früheren Zeiten wurde am Lyssbach auch die Wäsche gewaschen. Die letzte derartige Treppe zum Bachwasser ist hier zu sehen.
Das 1864 erbaute Gebäude beherbergte vorerst die Oberklassen der Primarschule, später auch die ersten Klassen der 1878 gegründeten Sekundarschule. Nach deren Umzug in das 1896 eingeweihte Kirchenfeldschulhaus diente es bis 1968 bis zum Umzug in den Neubau an der Bürenstrasse der Gewerblichen Berufsschule. Im Laufe der Jahrzehnte waren in diesem Gebäude auch das Wahl- und Abstimmungslokal sowie die Übungs- und Schulungsräume von Lysser Vereinen untergebracht. Mittels einer sanften Gesamtsanierung wurde das alte Schulhaus 1997 zur modernen Freihandbibliothek der Gemeinde Lyss umgestaltet.
Nach dem Umbau und der Sanierung des Baus (Einweihung 1989) dient es heute als Übungslokal für Musikgesellschaft und Musikschule und als Brockenstube des Gemeinnützigen Frauenvereins.
In den beiden ersten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts wurden im Dorfzentrum (Strecke Bären bis Bielstrasse) zum Schutz vor Überschwemmungen der Bach vertieft und beidseitig mit Ufermauern versehen. 1997, anlässlich der Feierlichkeiten von „Lyss 10’000“, hat man begonnen, im Rahmen der Aktion „reLYef“ diese Mauern schrittweise mit Reliefs zu schmücken. (Heute sind es 10 relYefs)
Am Bachufer: Ein Metalldeckel zum Abdecken einer Treppe, die geradewegs zum Bach hinunter führte. Über diese Treppe wurden früher die vom Wagner gelieferten Holzräder mit ihren glühend heissen Eisenreifen zum Abkühlen in den Bach gerollt.
Im September 1606 wird erstmals vom „wyssen Chrütz“ berichtet, der Bau dürfte aber auf den Zeitraum 1570/80 zurückgehen. Das Kreuz war jahrhundertelang die einzige Lysser Gastwirtschaft. Erwähnt wurde es unter anderem auch 1650 und 1804 (damals als „Taverne“). Es handelte sich also um eine Herberge, die auch Pferdestallungen aufwies. Der damalige Gastwirtschaftsbetrieb befand sich wahrscheinlich in der Dependance (Standort des heutigen Hoteltrakts), wo sich auch ein grosser gewölbter Keller befand. Im 1. Stock dieses Gebäudes befand sich auch ein kleinerer Tanzsaal. 1902 wurde anstelle der Stallungen ein Tanzsaal gebaut. Ab 1821 gehörte zum Kreuz noch ein Metzgereibetrieb. Am 13. November 1985 wurde das heutige Weisse Kreuz eingeweiht; ein Projekt, das von einer gemischt-wirtschaftlichen Aktiengesellschaft realisiert wurde. Am 25. Juni 1995 entschieden die Lysser Stimmberechtigten, nach wirtschaftlich schlechten Zeiten, die Gemeindeleistungen zugunsten der Hotel Weisses Kreuz AG nicht zu erhöhen. Eine Versteigerung konnte danach durch den Kauf von privater Seite vermieden werden.
Bis um die Wende des zwanzigsten Jahrhunderts floss der Schlattbach offen von der Rosengasse her (damals Finstere Gasse genannt) und unter dem Hirschenplatz hindurch in den Lyssbach. Dann wurde er eingedolt und die Baumallee am Marktplatz angelegt (wahrscheinlich aufgrund von Boulevard-Vorbildern in der Westschweiz).
Anstelle der Direktorenvilla der ehemaligen Armaturenfabrik entstand zu Beginn der neunziger Jahre am westlichen Eingang zum Dorfkern das repräsentative Geschäfts- und Bürogebäude mit Laubengang und gebogener Glasfront. Seit letztem September befindet sich die eine Abteilung der Gemeinde im 2. Stock: Soziales + Jugend
In den achtziger Jahren entstand die Wohnüberbauung am Parkweg entlang des Lyssbachs. Im Verlaufe der Aushubarbeiten stiess man auf einen Sodbrunnen, wie er in früheren Zeiten der Bevölkerung als Wasserlieferant diente, da eine öffentliche Wasserversorgung noch fehlte. Anstelle des heutigen Wohnblocks stand bis in die Achtzigerjahre das letzte teilweise noch mit Schindeln bedeckte Hochstudhaus am Lyssbach.
Der Lyssbach lieferte früher die Antriebskraft für zahlreiche gewerbliche Betriebe, unter anderem auch für die Vorgängerfirmen der ehemaligen Armaturenfabrik. Heute: Metalyss, die jedoch in der Industriezone Süd installiert ist.
In früheren Zeiten verfügte der Staat Bern über ein Salzmonopol. Der Salzverkauf beschränkte sich in Dörfern auf ein einziges Lokal, die Salzbütti, wo die ganze Dorfbevölkerung ihren Salzbedarf decken konnte. Das sich im Privatbesitz befindende Gebäude soll seit Jahrzehnten umgebaut und einer modernen Nutzung zugeführt werden. Es stand lange Jahre leer, bevor vor rund fünf Jahren der Schüpfener Architekt und Holzbauunternehmer Urs Schlatter das über 200-jährige Haus am Lyssbach gekauft hat und es zum Wohn- und Geschäftshaus umfunktionierte. Heute sind eine Café-Bar und ein Coiffeurgeschäft im Erdgeschoss untergebracht. Schlussendlich wurden noch Wohnungen im Obergeschoss fertig gestellt.
Dieses in unserer Zeit von einer Lysser Firma geschaffene Wasserrad spendete 1997 der Gewerbeverein Lyss der Gemeinde Lyss anlässlich der Stadtfeiern „Lyss 10 000“. Es erinnert an die Tatsache, dass sich die ursprünglichen, durch Wasserkraft angetriebenen Lysser Gewerbebetriebe im Laufe der Jahrhunderte entlang des Lyssbachs entwickelten und als Vorläufer der späteren Industrialisierung zu werten sind. Skulptur Hochwasserstollen Am 29. Juni 2012 enthüllte die Berner Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer eine Gedenktafel zum Hochwasser 2007 und eine Skulptur am Lyssbach (Rad vor Hotel Weisses Kreuz). Über 2000 Interessierte nutzten die Gelegenheit und marschierten am Tag darauf durch den 2,5 km langen Stollen unter Lyss durch.
Es trägt den Namen der ursprünglichen Besitzer. Die Liegenschaft, erbaut im Jahre 1840, wurde 1962 von der Gemeinde erworben, um darauf ein Verwaltungszentrum zu erstellen. 1973 wurde eine entsprechende Abstimmungsvorlage vom Volk jedoch knapp abgelehnt. Anschliessend wurde das Bauernhaus aufgrund neuerer Erkenntnisse der Ortskernplanung umgebaut und saniert. Heute dient es als Freizeitanlage (Ausstellungen, Kleintheater, Konzerte, Sitzungen usw.) der ganzen Dorfbevölkerung.
Sie ist die erste und älteste Turnhalle unseres Dorfes und wurde im Jahre 1924 erstellt. Als erster Turnraum in Lyss diente zuvor gelegentlich ein Raum mit Holzboden in der ehemaligen alten Armaturenfabrik.
Skulptur Nobelpreisträger und Ehrenbürger von Lyss: Prof. Kurt Wüthrich (*04.10.1938) in Aarberg, wohnte und ging zur Schule in Lyss, Deutsches Gymnasium in Biel, studierte in Bern Chemie, Physik und Mathematik und promovierte 1964 an der Universität Basel. Wüthrich erlangte Berühmtheit für seine bahnbrechenden Arbeiten zur Strukturaufklärung von Proteinen mittels kernmagnetischer Resonanzspektroskopie. Zusammen mit John B. Fenn und Koichi Tanaka wurde ihm 2002 der Nobelpreis für Chemie verliehen.)
Der vor einigen Jahren renovierte Riegbau stammt aus dem Jahre 1832, ist das älteste noch vorhandene Dorfschulhaus und wurde in früheren Zeiten gelegentlich auch als „Rathaus“ bezeichnet, weil dort die Sitzungen des Gemeinderates und der ehemaligen Schulbehörde stattfanden. Später diente es der Unterstufe der Primarschule und (im Parterre) bis im Herbst 1997 als Gemeindebibliothek.
Das Soldatendenkmal oberhalb des Friedhofs ist eine Arbeit des Berner Künstlers Dr. Robert Schmitz und wurde 1924 von den Wehrpflichtigen des Bataillons Schützen 3 zu Ehren ihrer Kameraden erstellt. Lyss wurde von den Schützen-3ern stets als ihre militärische Heimat betrachtet, weil sie hier anlässlich der beiden Weltkriege des zwanzigsten Jahrhunderts einzurücken hatten. Sie treffen sich deshalb heute noch in lockerem Rhythmus zum Gedenken an ihre Aktivdienstzeiten und zur Erinnerung an ihre verstorbenen Kameraden.
Hier wurde früher noch Bier gebraut. Der Kleinbetrieb wurde dann von der Brauerei Cardinal (Freiburg) erworben und später stillgelegt. Im Winter wurden auf dem Brauereiweiher (heute Standort der Eissporthalle) Eisstangen gesägt und dann in den noch heute vorhandenen Felsenkellern im benachbarten Molassegestein über Monate hinweg aufbewahrt.
Sie war eine der verschiedenen ehemaligen Lysser Mühlen und Oelen am Lyssbach und befand sich zeitweilig im gleichen Familienbesitz wie die untere Mühle.
Sie befindet sich im Oberfeldquartier, das seinen Namen von der ehemaligen Flureinteilung (Zelgen/Allmend/Beunde/Oberfeld/Unterfeld) der Alemannen erhalten hat. Das römisch-katholische Gotteshaus entstand in den fünfziger Jahren und wurde 1959 eingeweiht. Die Hauptfassade ist eine Glas-Beton-Front, die vom Bürener Künstler Peter Travaglini gestaltet wurde. Er ist auch der Schöpfer der seitlichen Glasfenster sowie der wertvollen Ausstattung im Kircheninnern.
Die Kapelle der evangelisch-methodistischen Kirche an der Rosengasse wurde 1910 gebaut und ist architekturgeschichtlich ein gelungenes Beispiel des Jugendstils. Erste Zusammenkünfte der „Methodisten“ fanden in Lyss 1877 statt.
Das markante, stilvoll restaurierte Eckgebäude mit seinem Erker stammt aus dem Jahre 1902. Es beherbergte früher die erste Telegraphenstation der Ortschaft Lyss. Die grossräumigen, gewölbten Weinkeller des Gebäudes weisen noch heute auf die Tätigkeit der ehemaligen Weinhandlung Born hin.
Er entstand Ende der achtziger Jahre im gleichen Zeitraum, als die Gemeindeverwaltung umgebaut und erweitert wurde. Anstelle der Überbauung befanden sich vorher ein an den Hirschen angebautes, kleineres Bauernhaus und die Direktorenvilla der damaligen Firma Frauchiger-Nigst AG.
Der Bau dieses behäbigen Restaurants im Dorfzentrum geht, soweit bis heute bekannt ist, auf das Jahr 1870 zurück und steht im Zusammenhang mit dem kurz zuvor verwirklichten Neubau der Bahnhofstrasse (1863) vor der Eröffnung der Bahnlinie Bern - Biel (1864). Der heutige Hirschenplatz, früher auch etwa „Centralplatz“ genannt, hat seinen Namen von diesem Restaurant. Heute heisst das Restaurant „Il Cervo“. Der Name ist jedoch noch nicht so geläufig und man spricht immer noch vom „Hirschen“.
Im Sinne der Ortskernrichtplanung wurde 1992 eine Überbauungsordnung Areal Post - Bürenstrasse - Bahnhofstrasse erstellt. Als erster Realisierungsschritt wurde das Wohn- und Geschäftshaus Bahnhofstrasse 1a gebaut und im November 1998 eingeweiht, und anschliessend die Alt-Liegenschaft Hirschenplatz 1 (Mc Donald) umgebaut.
Hier überquerte bis Mitte der fünfziger Jahre die Hauptstrasse Lyss - Büren - Solothurn die Bahnlinie Lyss - Bern, an der sich bis zu diesem Zeitpunkt auch noch ein Stellwerk befand. Im alten Bauernhaus links (vom Hirschenplatz ausgesehen) stand früher die erste Gemeindeschreiberei.
Dieses Gebäude entstand in den fünfziger Jahren im Zusammenhang mit dem Bahnhofneubau und diente bis in die achtziger Jahre als Postgebäude. Die PTT verkauften es in diesem Zeitraum an die Schweizerische Volksbank, die später mit der Credit Suisse fusionierte.
In diesem, in unserer Zeit sanft renovierten und erweiterten Gebäude befand sich die 1907 gegründete Kreditkasse, die sich später in Kredit- und Handelsbank umbenannte und auf Anfang 1993 an die Schweizerische Bankgesellschaft überging. Die Kreditkasse war bis in die sechziger Jahre die einzige Bank an der Bahnhofstrasse, d.h. bis zur Eröffnung der Filiale des ehemaligen Bankvereins in den Räumlichkeiten der damaligen Liegenschaft Arni Biscuits, deren ursprüngliche Fabrikationsräume sich bis in die achtziger Jahre am Standort der heutigen Überbauung La Tour befanden. Im Jahre 2000 wurde eine Geschäftsstelle der Raiffeisenbank Seeland eröffnet.
In den 60er Jahren fand ein Architekturwettbewerb über das Dreieck Bahnhof-, Biel- und Fabrikstrasse statt. Das Siegerprojekt sah unter anderem einen Turmbau vor, darum der Name La Tour. Im Rahmen der Ortsplanung 1974-77 entstanden Sonderbauvorschriften und 1982 wurde das überarbeitete Baugesuch der Überbauung abgegeben. 1985 konnte der Gebäudekomplex eingeweiht werden. Auf der Parzelle standen früher das Hotel-Restaurant Bahnhof, das Restaurant Eisenbahn mit zwei Läden, das Ausstellungspavillon der Firma Knecht, eine Trafostation und die Geschäfts- und Wohnhäuser Kiener (Coiffeur) sowie Niklaus + Co.
Die Firma Creabeton AG ist das älteste Industrieunternehmen von Lyss (gegründet 1876). Ursprünglich stellte sie Bausteine in Handarbeit her, später mit Dampfmaschinenantrieb. Um die Jahrhundertwende standen die Produktion von Eingangsportalen für Gärten sowie Hauseingänge in Gusstechnik im Vordergrund der Fabrikationsprogramme. Als Muster der Leistungsfähigkeit der Firma entstand auch der Pferdekopf am Gebäude, wo sich früher die Stallungen der Zugpferde der Firma befanden.
Der Tennisplatz Grünau ist je hälftig im Besitz der Kasernenkorporation und der Einwohnergemeinde. Daneben erstreckt sich das Reitareal der Kasernenkorporation. An der Stelle des Tennisplatzes befand sich früher die Lehmgrube der Ziegelei Weibel, deren ehemalige Bauten sich hinter dem Bahnhof befinden und ursprünglich an der Bielstrasse (Areal Jost AG) standen. Weitere Lehmvorkommen wurden später in der Hardern entdeckt, wo sich heute das Harderngrüebli befindet.
Der Gedenkstein für die vier Gründungsinitianten der Kasernenkorporation Lyss wurde im Juli 1993 aus Anlass des 50jährigen Bestehens der Korporation eingeweiht. Diese Organisation hatte 1943 nach einer negativ ausgefallenen Urnenabstimmung beschlossen, auf privater Basis eine Kaserne für militärische Truppen zu bauen, wobei sich fast ausschliesslich Lysser Gewerbevertreter für diese Idee engagierten. Zu Beginn der siebziger Jahre erwarb das EMD diese Kaserne und baute den Waffenplatz Lyss zum heutigen Umfang aus.
In den zwanziger Jahren gründeten SBB-Angestellte eine Genossenschaft, die anschliessend die Überbauung in der Schönau verwirklichte. Es handelt sich dabei zumeist um zusammengebaute Einfamilienhäuser, die jeweils in zwei Einheiten zusammengefasst wurden.
Ende der sechziger Jahre wurde die Alterssiedlung erstellt. Sie ging aus einem Wettbewerb hervor und beeindruckt durch ihre unkonventionelle rundliche Bauform. Das Gebäude beherbergt optimal gestaltete Alterswohnungen für Einzelpersonen und Ehepaare, Gemeinschaftsräume usw. Eine Pflegebetreuung beinhaltet das Konzept der Alterssiedlung nicht (Gegensatz zu Alters- und Pflegeheim). Der künstlerische Schmuck rund ums Gebäude stammt von Peter Travaglini (Büren a. A.).
Das Kirchhübeli ist wahrscheinlich der „zeitliche Ausgangs- und örtliche Mittelpunkt“ (Dr. Ernst Oppliger – „LYSS seine Geschichte“) des Dorfes Lyss. Es handelt sich bei ihm um einen Sandsteinsporn zwischen neuem Kirchenfeldschulhaus und Friedhofweg (wahrscheinlich mittelalterlicher Hohlweg), auf dessen höchstem Punkt heute das Heim der Pfadfinderabteilung Aarewacht steht. Grabungen ergaben in den Jahren 1931 - 1933 neue Hinweise auf die Geschichte des Dorfes, indem man dabei unter anderem auf eine frühe Friedhofanlage mit mehreren zusammenhängenden Gräbern, Skelette, burgundische Gürtelschnallen, Waffen und Werkzeuge aus der Völkerwanderungszeit (7. Jahrhundert) sowie römische Ziegel, Glasstücke, eine Zisterne und Mauerreste eines ehemaligen Kirchenbaus (Kirche von Oberlyss) stiess.
Der Verein Lysser Aussichtsturm Personalwaldkorporation Lyss hat zusammen mit Sponsoren aus dem lokalen Gewerbe und privaten Gönnern einen Aussichtsturm gebaut. Der Turm aus Holz steht auf der "Kreuzhöhe" im Lysser Wald und vermittelt den Besucherinnen und Besucher einen Überblick über Lyss und seine nähere Umgebung und bietet eine 360 Grad Rundumsicht mit Blick auf den Jura und bis zu den Alpen. Der Aussichtsturm stellt eine bleibende Erinnerung an das 1000-jährige Bestehen von Lyss dar und steht auch nach dem Jubiläum der Bevölkerung zur Verfügung. Der Turm besteht vorwiegend auf Holz und hat eine Gesamthöhe von 38 Meter.Eröffnet wurde der Aussichtsturm am 12. Dezember 2009 mit einer Einweihungsfeier. Das Fest stellte einen würdigen Abschluss der 1000 Jahr Feier Lyss dar.
▲ Findlinge Der eiszeitliche Rhonegletscher erstreckte sich zeitweilig bis Wangen an der Aare, überdeckt also auch unser Gebiet und liess hir gewaltige Schottermengen zurück. .Sie bilden noch heute den Rohstoff der Zementwarenfabrik Bangerter AG. Eindrücklichste Zeugen des ehemaligen Rhonegletschers sind die Findlinge (erratische Blöcke), die man in der Bangertergrube zuhauf findet. Einige davon befinden sich im Dorf (vor dem Gemeindehaus, beim Sieberhuus, beim mittleren Schulhaus, beim Schulhaus Stegmatt usw.), andere liegen ausserhalb des Dorfgebietes (z.B. Freizeitanlage Sonnhalde, am Heilbachweg usw.).
Lage der Findlinge in Lyss: ▲
Die gesamte Dokumentation können Sie hier als pdf herunterladen:
Autor: Max Gribi, alt Gemeindepräsident von Lyss