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Obersee mündet. Von der Stockeregg stürzt der Kessibach nach Altendorf hinunter, um nach Vereinigung mit dem Sommerholzbach als Mühlebach sich in den See zu ergiessen. Die Bezirksgrenze zwischen der March und den Höfen bildet der vom Schönboden kommende Lüssibach, der bei Lidwil, wo er noch eine Sägemühle treibt, in den Obersee mündet. An der Enzenau entspringt der Staldenbach, der eine Mühle treibt und beim Schloss Pfäffikon in den Frauenwinkel (Zürichsee) mündet. Vom Hüttnersee fliesst nach NO. der Krebsbach, der die Neu-, Theilers-, Ober- und Untermühle und zwei Fabriken treibt und beim Inselchen Schönenwerd (Hinterbäch) sich in den Zürichsee ergiesst.
Ganz oder teilweise eingedämmt und verbaut sind die Muota, Sihl, Alp, Wäggithaler, Steiner und Rigi Aa, sowie der Tobel-, Ueten-, Eu-, Stein-, Gross-, Schlieren-, Spreiten- und Kessibach.
Zum Kanton
Schwyz
gehören: vom
Zürichsee 23 km2, vom
Zugersee 9,7 km2, vom
Vierwaldstättersee 17,5 km2 und der ganze
Lowerzersee,
sowie über ein Dutzend kleine Alpenseen, von denen das
Glattalp-,
Silbern- und
Sihlseeli die bekanntesten
sind. Die drei grossen
Seen werden mit Dampf- und Ruderschiffen befahren. Während der Vierwaldstätter- und
Zugersee auf
Schwyzergebiet
die grössten
Tiefen aufweisen, ist der
Lowerzersee nur 17 m tief und friert darum alljährlich zu. Er besitzt das schöne
Felseneiland
Schwanau mit Schlossruine und die buschige
Lützelau. Auch die Inseln
Ufenau und
Lützelau im
Zürichsee sind
schwyzerisch.
Ausser den bereits genannten mechanischen Wasserwerken finden sich noch Baggermaschinen an der
Bächau und am Lachnerhorn.
Die grössern Ortschaften, wie z. B.
Einsiedeln,
Lachen,
Wollerau,
Küssnacht,
Gersau,
Brunnen etc., haben bedeutende Wasserversorgungsanlagen.
In
Siebnen,
Lachen,
Einsiedeln etc. sind viele kleinere private Elektrizitätswerke für Beleuchtungszwecke
eingerichtet worden. Das grosse Elektrizitätswerk
Schwyz
an der
Muota gibt an
Schwyz,
Brunnen,
Axenstein,
Gersau,
Vitznau,
Weggis, den
Rigi,
Goldau,
Seewen etc. Kraft ab. Es lieferte im Jahr 1901 an Kraft im ganzen Betrieb 1610000 KW.-Stunden und gab ab:
für Motoren ausser der Beleuchtungszeit 254 PS und während derselben 315 PS, an Lampen 10790
Watt und an andere Wärmeapparate 23 KW.
für im ganzen 1333 Abonnenten.
Elektrisch wird auch betrieben die Bahn
Brunnen-Morschach. Ferner hat man den Bau des Etzelwerkes mit einem im
Sihlthal bei
Willerzell gelegenen Stausee von 77 Mill. m3
Wasser und einer elektrischen Kraftanlage bei
Pfäffikon
geplant, welch letztere auf den Tag 600000 konstante PS hätte liefern können. Da aber mit Bezug auf diese Anlage zwischen den Kantonen Zürich
und
Schwyz
eine Verständigung nicht erzielt zu werden vermochte, ist dieses Projekt, dessen Konzession bis 1910 läuft, bis
auf weiteres ad acta gelegt worden.
[Meinrad Kælin.]
IV. Geologie.
Der Kanton
Schwyz
zerfällt geologisch in drei Hauptgebiete: a) Molasseland, b) Flyschgebiet, c) Kreidegebiet. Nur
in den südöstlichsten Zipfel des Kantons reichen noch helvetische Jurabildungen in grösserer Ausdehnung hinein.
a) Molasseland. Das jüngste Gebilde, die tertiäre Molasse, nimmt den ganzen N. des Kantons ein bis etwa zur Linie Vitznau-Lowerz-Steinen-Willerzell-Vorder Wäggithal. Sie besteht aus einer mannigfaltigen Wechsellagerung von Sandstein-, Mergel- und Nagelfluhbänken, von denen letztere besonders im W., am Rigi und Rossberg, stark vertreten sind. Diese Molasseschichten, die bei Zürich horizontal liegen, sind hier, gegen den Alpenrand hin, stets aufgerichtet.
Ganz im N. des Kantons zeigen sie noch Nordfallen, längs der Linie Schmerikon-Pfäffikon-Feusisberg-Schindellegi stehen sie senkrecht und südl. dieser Linie, der sog. «nördlichen Molasse-Antiklinale» (des nördlichsten subalpinen Molassegewölbes, an das sich noch weitere südliche anzuschliessen scheinen) herrscht Südfallen vor. Dieser Südfall der Schichten ist in wunderbarer Regelmässigkeit an den Nagelfluhbänken des Rigi und des Rossberges zu beobachten, während der steile, treppenförmige Querabbruch dieser Berge nach N. gewendet ist.
Bei Bäch findet sich ein altbekanntes Lager mit marinen Petrefakten: marine Molasse. Die gesamte übrige (südliche) Molasse des Kantons wird zur sog. unteren Süsswassermolasse gerechnet. An verschiedenen Stellen sind dieser dünne Kohlenschichten eingelagert besonders bekannt sind die eine zeitlang abgebauten Kohlen vom N.-Abhang des Hohen Rhonen (allerdings grossenteils schon auf Zugergebiet), die in den begleitenden Mergeln eine Menge von Pflanzenabdrücken geliefert haben (vergl. Heer, Osw. Die Urwelt der schweiz. 1. Aufl. S. 446). Grosse Steinbrüche in Molassesandsteinen finden sich am Untern Buchberg, bei Altendorf und Pfäffikon (granitische Molasse), dann bei Bäch (marine Molasse). Die letztern haben eine Masse Baumaterial für Zürich geliefert.
b) Das Flyschgebiet ist nördl. des Rigi kaum entwickelt, verbreitert sich aber stark östl. des Lowerzersees: das obere Alpthal, die Gegend von Steinbach und Euthal, der grösste Teil des obern Wäggithales sind darin eingebettete Querthäler. Graue und schwarze Schiefer und Mergel, weissglimmerige Sandsteine, hie und da auch Konglomerate und Breccien setzen die ebenfalls gefalteten Schichten dieser Formation zusammen. Da die leicht verwitternden Mergel stark vorherrschen, ist der Flysch der Vegetation günstig und bedingt schöne Alpweiden und dichte Waldbestände, ebenso sanfte, wellige Bergformen.
Ferner ist bei der Wasser-Undurchlässigkeit dieser Mergel «Flyschnässe» sprichwörtlich geworden. Auch sind Rutschungen häufig. An manchen Orten sind den fossilarmen, nur etwa Fukoiden führenden Flyschmergeln Bänke von resistenten, fossilreichen Nummulitenkalken und Nummulitengrünsanden eingelagert; altberühmt sind die an Seeigeln reichen Nummulitenkalke von Plangg bei Iberg und die Phosphoritbank von Steinbach, die eine Menge von Parisian-Versteinerungen geliefert hat.
Merkwürdigerweise erheben sich mitten in diesem sanft-welligen Flyschgebiet einige ihm schon orographisch ganz fremde Bergformen: Mythen, Schyen, Laucheren-Stöckli-Mördergrube und Roggenstock bei Iberg. Auch die Gesteine, die diese Gipfel zusammensetzen, sind ganz fremdartige, meist triadische, jurassische und kretazische ¶
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Sedimente, wie sie in ähnlicher Ausbildung nicht in den hinterliegenden Kreide- und Juraketten sich finden, sondern erst an der S.-Flanke der Alpen auftreten. Man glaubte früher, diese Berge ragen wie «Klippen» aus dem Flysch hervor; heute weiss man, dass die «Klippen» die letzten von der Erosion verschont gebliebenen Reste einer einst zusammenhängenden grossen, von S. her über die Zentralalpen geschobenen Ueberfaltungsdecke sind. Die alten Gesteine der «Klippen» stechen nicht von unten durch den Flysch, sondern liegen überall, wo der Kontakt entblösst ist, mit einer Rutschfläche ohne Wurzel auf dem jüngeren Flysch.
Wirklich aus dem Flysch hervor treten dagegen im Grossen und Kleinen Aubrig, im Gugelberg, Kalvarienberg und Köpfenstock die helvetischen Kreideschichten in Form eines nördl. überliegenden Gewölbes.
c) Kreidegebiet. Die Kreide dieser Gegend zerfällt von oben nach unten in den dünnschichtigen, gelbweiss anwitternden Seewerkalk, den wenig mächtigen, grünsandigen, leicht verwitternden und dunkle Rasenbänder erzeugenden Gault, den massigen, steile Felswände bildenden, weiss anwitternden Schrattenkalk und die in der Landschaft meist dunkel gefärbte, mergelreiche, zum Teil gut bewaldete, mächtige Serie Neokom-Valangien-Berrias, bei der besonders im mittleren Teil (Valangien) mächtige, äusserst regelmässig geschichtete, dunkle Kieselkalke auftreten.
Der Kreide gehören, abgesehen von den bereits erwähnten nördl. «Vorläufern» (Aubrig etc.), an: Vitznauerstock, Rigi Hochfluh, Frohnalpstock, Drusberg, Fluhbrig, Rädertenstock, Zindlenspitz, Wasserberg, Silbern. Ueberall ist die Kreide sehr kompliziert gefaltet. Der jüngere Flysch sollte normalerweise von N. her auf die ältere Kreide ansteigen. Das tut er auch zum Teil, und prachtvoll sieht man z. B. am Roggenstock, wie der helvetischen Kreide zuerst der Flysch und dann diesem die fremden Klippengesteine des Roggenstockgipfels aufruhen.
Der Flysch greift aber auch tief unter die Kreide ein. Auch diese ist eben, wie die Klippen, von S. her nach N. geschoben und zeigt daher an ihrem N.-Rand an vielen Stellen, so am Fluhbrig, am Tierberg, an den Silbern, prachtvolle Umbiegung aller Schichten mit Knie nach N.: das ist die liegende Gewölbestirn der Ueberfaltung. Die beiden Aubrige selbst sind, wie sich in ihrer streichenden Fortsetzung im Glarnerlande zeigt, bloss die wieder aufgestellte Stirn einer tiefern Ueberschiebungsdecke, auf deren Jüngstem, dem Flysch, die ganze Kreide von Frohnalpstock, Drusberg, Rädertenstock und oberem Wiggis schwimmt.
Dieser Flysch lässt sich fast lückenlos um die ganze Region, die er unterlagert, verfolgen: er streicht von Brunnen über
Schwyz
und über die Flyschzone des Kantons gegen Näfels, von hier am Abhang des Wiggis entlang, durch das Klönthal, über den Pragelpass
und durch das Riemenstalderthal wieder an den Urnersee. Besonders deutlich trennt dieser Flysch auf der
Pragelpasslinie das nördl. überlagernde Kreidegebiet von dem südl., das nun nach N. darunter sich einsenkt.
Nach S. steigt dieses letztere, vielfach gefaltet (Rosstock, Silbern), an, bis unter ihm, im südöstlichsten Teil des Kantons (östl. des Bisithales), noch Jura zu Tage tritt (Karrenalp, Faulen, Pfannenstock, Ortstock; über Ausbildung und Gliederung des Jura, vergl. den Art. Glarus, Band II des Lexikons, Seite 324). Aber auch dieser Jura mitsamt der ihn bedeckenden Kreide ist wurzellos; er liegt auf dem Flysch des Schächenthales und gehört zur grossen Glarner-Ueberfaltungsdecke, von der die Kreidefaltungen nördl. der Pragellinie nur obere Zweigdecken darstellen.
So ist nur die nördlichste Zone des Kantons, das Molassegebiet, autochthones Land, das, schwach gefaltet, an der nämlichen Stelle liegt, wo es ursprünglich abgelagert wurde. Ein grosser Teil des Flysch aber, ferner das gesamte Kreide- und Juragebiet, sowie die «Klippenberge» sind Teile von weit von S. her vorgestossenen und selbst wieder fast lauter nach N. überliegende Einzelfalten zeigenden, grossen Ueberschiebungsdecken.
Die Eiszeit hat in jeder der drei von uns unterschiedenen Zonen in Gestalt von Rundhöckern, erratischen Blöcken und Moränen ihre Spuren hinterlassen. In der Gegend von Schindellegi und des Etzel bilden die linksseitigen Moränenwälle des alten Linthgletschers eine typische Moränenlandschaft. Sie haben zugleich auch im Verein mit einer Sihl-Endmoräne nördl. Willerzell das obere Sihlthal abgedämmt, das hier infolgedessen als ein ¶
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stark aufgeschüttetes Thal erscheint. Die letzte Folge der Stauung ist das grosse Torfmoor von Einsiedeln. Aehnlicher Entstehung ist das zweite grosse Torfmoor des Kantons, dasjenige von Rotenturm. Vielleicht ebenfalls glazialen Ursprungs sind alte Deltaflächen bei Hinter Ibach, die am Ausgang des Muotathales etwa 50 m über dem heutigen Spiegel des Vierwaldstättersees liegen. Noch zu erwähnen ist die mächtige Anhäufung erratischer kristalliner Blöcke aus dem obern Reussgebiete, welche unterhalb Steinerberg die Nagelfluhgehänge bedeckt.
Als Resultate der heute tätigen und ununterbrochen fortdauernden Gebirgsverwitterung sind besonders zwei Erscheinungen hervorzuheben:
1) Silbernalp (Schrattenkalk) und Karrenalp (jurassischer Hochgebirgskalk) als schönste und grösste Karrenfelder der Schweiz und wunderbare Beispiele der langsamen, aber stetigen chemischen Auslaugung durch Wasser im reinen Kalkstein.
2) Der Bergsturz von Goldau, der mehr ein Beispiel der physikalischen Verwitterung darstellt, wo infolge Durchnässung einer weichen Mergelschicht die gesamte überliegende Nagelfluhmasse des Rossberges zum plötzlichen Abrutschen Schicht auf Schicht gebracht wurde. Dieser Bergsturz ist ein typischer Felsschlipf (s. den Art. Goldau).
Die Quellen sind im Molasse- und Flyschgebiet zahlreich, aber klein. Im Kreide- und Juragebiet gibt es weniger, aber grosse Quellen, besonders solche aus Schrattenkalk und aus Hochgebirgskalk (Malm, Oberjura). Eine Folge der grossen Durchlässigkeit der Kreide- und Jurakalke ist auch die Armut an Wildbächen im ganzen Muotathalgebiet.
Bibliographie. Geologische Karte der Schweiz in 1:100000 (Blatt IX und XIV). - Gutzwiller, A. Geolog. Beschreibung der Molasse
und der jüngeren Bildungen auf Blatt IX. (Beiträge zur geolog. Karte der Schweiz. XIV, 1) 1877. - Kaufmann, F. J. Geolog.
Beschreibung der Kalk- und Schiefergebirge der Kantone
Schwyz,
Zug...,
mit einem paläontologischen Anhang über die Pariserstufe
von Einsiedeln, von Karl Mayer. (Beiträge zur geolog. Karte der Schweiz. XIV, 2), 1877. - Heim, Alb. Geologie der Hochalpen zwischen
Reuss und Rhein. (Beiträge zur geolog. Karte der Schweiz. XXV). 1891. - Quereau, E. Die Klippenregion von Iberg. (Beiträge
zur geolog. Karte der Schweiz. Neue Folge III). 1893. - Burckhardt, C. Die Kreideketten zwischen Klönthal, Sihl und Linth. (Beiträge
zur geolog. Karte der Schweiz. Neue Folge V). 1896. - Arbenz, P. Frohnalpstock. (Beiträge zur geolog. Karte der Schweiz. Neue
Folge XVIII). 1905. - Heim, Arn. Zur Kenntnis der Glarner Ueberfaltungsdecken. (Zeitschrift der deutschen
geolog. Gesellsch. 1905).
[Dr Ernst Blumer.]
V. Klima.
Das Gebiet des voralpinen Kantons
Schwyz
zeigt bei seinem reichen Wechsel von Berg und Thal natürlich grössere klimatische Differenzen.
Es reicht im S. und W. an die milden Gestade des Vierwaldstätter- und Zugersees, im N. an die Niederung
am obern Zürichsee, in dem dazwischenliegenden Berglande sind eingebettet die von der Sihl und ihren Zuflüssen entwässerten
Hochthäler, ferner das Wäggithal und das Muotathal.
Die jährlichen Regenmengen (1861-1903) betragen für
|m||mm||m||mm|
|Lachen||410||1390||Küssnacht||440||1297|
|Einsiedeln||910||1597||Gersau||442||1585|
|Euthal||895||1665||

Schwyz
|560||1880|
|Ober Iberg||1126||1773||Bisithal||etwa 900||2100|
|Vorder Wäggithal||740||1825||Sattel||832||1650|
|Rigikulm||1787||1730|
Der Kanton gehört infolge seiner Lage an der NW.-Abdachung der Alpenkette zu den niederschlagreichsten Gebieten der Schweiz.
Besonders erwähnenswert ist die für die geringe Meereshöhe enorme Niederschlagssumme im Thalkessel
des Hauptortes
Schwyz
und diejenige im obern Muotathal.
Langjährige Temperaturbeobachtungen besitzen wir von den meteorologischen Stationen
Schwyz,
Gersau und Einsiedeln. Auch unsere älteste
Gipfelstation, der Rigi, liegt auf
Schwyzerboden.
Mittlere Monatstemperaturen (1864-1900).

Schwyz(560 m)
|Gersau (442 m)||Einsiedeln (910 m)||Rigikulm (1787 m)|
|Januar||-1,2 °C.||0,2 °C.||-4,0 °C.||-4,5 °C.|
|Februar||0,9||1,9||-1,9||-4,0|
|März||3,5||4,4||0,6||-3,4|
|April||8,2||9,1||5,2||0,2|
|Mai||12,0||13,0||9,3||3,9|
|Juni||15,4||16,5||13,0||7,5|
|Juli||17,4||18,3||14,9||9,9|
|August||16,5||17,6||14,0||9,4|
|September||13,8||14,8||11,2||7,5|
|Oktober||8,4||9,5||5,9||2,7|
|November||3,8||4,9||1,3||-0,8|
|Dezember||-0,4||14||-3,2||-3,9|
|Jahr||8,2 °C.||9,3 °C.||5,5 °C.||2,0 °C.|
Schwyz
hat - sowohl wegen guter Luftdrainage überhaupt, als auch infolge Föhneinflusses - ziemlich milde Winter; die Sommermonate
sind kühler als an Orten gleicher Meereshöhe im schweizerischen Mittelland. Ganz besonders mild ist
das Gestade des Vierwaldstättersees bei Gersau (und auch noch weiter westwärts gegen Vitznau und Weggis). Südexposition, absoluter
Schutz vor N.- und NO.-Winden und Seenähe sind die Faktoren, denen Gersau ein sehr gleichmässiges und extrem mildes Klima
verdankt.
Namentlich die Temperaturen im Herbst und Winter, wo der Einfluss des bei Gersau intensiv wehenden Föhns noch hinzukommt, sind für den N.-Fuss der Alpen sehr hoch; mittlere Januartemperatur +0,2°, mittleres jährliches Minimum -8,9°. Die mittlere Anzahl der Tage mit Frost beträgt für Gersau nur 57 im Jahre (Zürich 102). Das im rauhen Hochthale der Alp gelegene Einsiedeln hat wegen Luftstagnation kalte Winter: mittlere Januartemperatur -4,0°, mittleres jährliches Minimum -19,1°. Noch kälter sind die grossen Hochmoorflächen des eigentlichen Sihlthales. Der Rigi dagegen zeigt als Gipfelstation relativ warme Winter und eine kleine Jahresschwankung der Temperatur; mittleres jährliches Minimum -18,8°, Maximum 20,5°.
Die folgende Tabelle enthält noch einige Mittelwerte für unsere Stationen:
|Schwyz||Gersau||Einsiedeln||Rigikulm|
|Jährliche Bewölkung||6,3||5,8||5,8||5,8|
|Anzahl d. Tage m. Niederschl.||155||140||152||144|
|Anzahl d. Tage m. Nebel||18||0,6||66||127|
Während die drei Thalstationen vom Juli bis September die geringste, im Winter die grösste Bewölkung haben, zeigt der Rigi neben einem Minimum im September auch ein solches im Januar. Gersau ist als nebelfrei zu bezeichnen; auch Schwyz hat sehr wenig Nebel und zwar nur vom Oktober bis Februar. Einsiedeln dagegen liegt schon in der Höhenzone mit Nebeln zu allen Jahreszeiten, wenn auch noch ein entschiedenes Novembermaximum zu konstatieren ist. Der Rigi hat das ganze Jahr viel Nebel, am meisten im Mai.
[Dr. Robert Billwiller jun.]
VI. Flora.
Trotz seiner geringen Flächenausdehnung weist der Kanton Schwyz, dank seinem abwechslungsreichen Bodenbau doch eine reiche Flora auf. Diese zählt nach Rhiner mehr als 1200 Arten, die sowohl den Hochalpen und den nördl. Voralpen, als auch den Torfmooren des Hochthales von Einsiedeln und den Uferzonen der Seen angehören. Im Ganzen genommen zeigt die Flora des Gebirgsgebietes Aehnlichkeit mit derjenigen des Berner Oberlandes. Verschieden ist sie von dieser nach H. Christ nur dadurch, dass die Anzahl der hochalpinen Arten sich unmerklich vermindert, um der Flora der Voralpen Platz zu machen. Am N.-Hang des Rigi steigt die alpine Flora sogar bis zum Lowerzersee herab.
Von charakteristischen Arten nennen wir u. a.: Viola lutea, Eryngium alpinum, Oxytropis Halleri, Pedicularis versicolor, Arabis pumila, Delphinium elatum. Unter den hochalpinen Pflanzen sind hervorzuheben die im Wäggithal die W.-Grenze ihrer Verbreitung erreichende Valeriana saxatilis, ferner Saxifraga stenopetala, Gentiana purpurea und endlich Linnaea borealis am Hackenpass (C. Schröter). Die so charakteristische Föhnflora, die im ganzen obern Thal der Reuss und an den Ufern des Vierwaldstättersees erscheint (vergl. die Art. St. Gotthard und Vierwaldstættersee), ist bis zum S.-Hang ¶