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Hohe Präzision von gedruckten Bohrschablonen
Eine gesteuerte Chirurgie beim Setzen von Implantaten hat verschiedene Vorteile wie die Möglichkeit einer umgekehrten Planung, welche die Relation zwischen der definitiven Versorgung und der lokalen Anatomie beinhaltet. Die Übertragung dieser virtuellen Informationen in die klinische Realität kann eine Fehlpositionierung der Implantate oder die Beschädigung vitaler anatomischer Strukturen verhindern helfen. Diese Vorteile sind aber eng mit einer möglichst grossen Präzision bei der Übertragung der Daten verknüpft. Neuere Übersichtsartikel haben gezeigt, dass die Genauigkeit der gesteuerten Chirurgie eine durchschnittliche Abweichung von 1,12 mm im koronalen und von 1,39 mm im apikalen Bereich aufweist. Zur Übertragung der virtuellen Planung in die klinische Realität sind Referenzpunkte für das gesteuerte Setzen von Implantaten notwendig. Neue Systeme erlauben die Überlagerung optischer Abformungen mit dreidimensionalen Röntgenbildern.
Die vorliegende Studie an acht menschlichen Präparaten sollte untersuchen, ob digital dreidimensional gedruckte Schablonen, die mit Hilfe einer Überlagerung von DVT-Aufnahmen und Oberflächenscans hergestellt wurden, sich von den konventionell im Labor gefertigten unterscheiden. Die konventionellen Schablonen wurden an acht menschlichen Unterkieferpräparaten mit Hilfe einer digitalen Planungssoftware (smop, Fa. Swissmeda, Zürich, Schweiz), einem Lego-Klötzchen (Lego Group, Fa. Kirkbi, Billund, Dänemark) als Referenz und einem entsprechenden Übertragungsteller hergestellt. Die digitalen Schablonen wurden mit demselben Datensatz virtuell geplant und in 3-D gedruckt, nachdem die DVT-Daten mit einem Oberflächenscan überlagert worden waren. Die Genauigkeit der beiden Schablonen wurde nach deren koronaler, apikaler und angulärer Deviation beim Setzen von Implantaten mit diesen Schablonen bewertet.
Die durchschnittlichen koronalen Abweichungen lagen für die konventionellen Schablonen bei 0,31 mm (mesial/distal) und 0,32 mm (lingual/bukkal) sowie für die digitalen Schablonen bei 0,16 und 0,23 mm. Die durchschnittlichen apikalen Abweichungen betrugen für die konventionellen Schablonen 0,50 mm (mesial/distal) und 0,50 mm (lingual/ bukkal) sowie für die digitalen Schablonen 0,25 und 0,34 mm. Die Unterschiede der beiden Systeme waren statistisch signifikant (p < 0,05).
Schlussfolgerungen: Der Einsatz 3-D-gedruckter Schablonen, die mit Hilfe von DVT-Aufnahmen und überlagerten Oberflächenscans hergestellt werden, führt zu einer höheren Genauigkeit beim Setzen von Implantaten als die Anwendung von Schablonen, die unter Zuhilfenahme von Referenzkörpern gefertigt werden.
Kernen F, Benic GI, Payer M et al. Accuracy of threedimensional printed templates for guided implant placement based on matching a surface scan with CBCT. Clin Implant Dent Relat Res 2015 Apr 28 [Epub ahead of print]. DOI: 10.1111/cid.12348.
Wie lange halten Kompositversorgungen?
Eine Vielzahl von Materialien ist für die Seitenzahnversorgung verfügbar. In den letzten Jahren wurde Amalgam, der früher vorherrschende Werkstoff, erfolgreich durch zahnfarbene Materialien ersetzt. Diese haben ästhetische Vorteile und ermöglichen den Einsatz von weniger invasiven Präparationsmethoden. Dentale Versorgungen zeigen eine begrenzte Lebensdauer, und beim Ersatz kommt es zu einer Vergrösserung der Kavität und zu einem Verlust an Zahnhartsubstanz. Die Fertigung und der Ersatz von Versorgungen stellen immer noch den Hauptanteil der täglichen Arbeit in der Zahnarztpraxis dar und führen zu hohen Kosten. Daher ist die Verbesserung der Lebensdauer von dentalen Versorgungen ein wichtiges Ziel der Zahnmedizin.
Verschiedene Studien zeigen höhere Misserfolgsraten für Kompositversorgungen im Vergleich zu Amalgam. Eine neuere Cochrane-Übersicht, die Studien zu Kompositund Amalgamversorgungen der Seitenzähne verglichen hat, ergab bei den Versorgungen aus Komposit signifikant höhere Misserfolgsraten als bei denen aus Amalgam und zusätzlich ein grösseres Sekundärkariesrisiko, aber keine Evidenz für ein erhöhtes Risiko einer Fraktur der Versorgungen.
Die Langlebigkeit einer Versorgung wird von verschiedenen Faktoren bestimmt. So zeichnen sich die auf dem Markt verfügbaren Kompositund Adhäsivsysteme durch grosse Unterschiede hinsichtlich der mechanischen, physikalischen und adhäsiven Eigenschaften sowie der Anwendungsmerkmale aus. Aufseiten des Patienten beeinflussen sozioökonomische Faktoren, das orale Umfeld einschliesslich der Position und Grösse der Versorgung, das Kariesrisiko und Gewohnheiten wie Bruxismus die Überlebensrate. Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Behandler, der die Entscheidung trifft, eine Versorgung vorzunehmen oder zu ersetzen, das Material hierzu auswählt und die Behandlung selbst durchführt. Die Produkte sind nicht unbegrenzt lange auf dem Markt erhältlich, und in den letzten Jahren wurden konventionelle Hybridmaterialien durch Nanohybride abgelöst. Im selben Zeitraum setzten die Behandler immer öfter einfachere Adhäsivsysteme in der Praxis ein. In Bezug auf die dentalen Materialien sind Schlussfolgerungen aus älteren Studien deshalb oft schwierig.
In einer systematischen Literaturübersicht sollte die Lebensdauer von Kompositversorgungen im Seitenzahnbereich bei Erwachsenen untersucht werden. Die ausgewählten Arbeiten waren prospektive klinische Studien mit einer Beobachtungszeit von mindestens 4 Jahren, 40 Versorgungen pro experimenteller Gruppe und einer jährlichen Attrition von weniger als 5 %.
Es wurden 4.275 Abstracts ausgewählt und 93 Artikel ganz gelesen. 18 Studien erfüllten die Einschlusskriterien, und 8 davon (veröffentlicht zwischen 2005 und 2013) wurden in die Analyse eingeschlossen. Es fanden sich 80 Misserfolge mit einer Gesamtbeobachtungszeit aller Versorgungen von 62.030 Monaten. Die Häufigkeit sämtlicher Misserfolge lag bei 1,55 verlorenen Versorgungen auf 100 Restaurationsjahre. Der häufigste biologische Grund für einen Misserfolg bestand in Sekundärkaries (31 Versorgungen) mit oder ohne Fraktur der Versorgung. Die Evidenz der Studien war insgesamt sehr niedrig.
Schlussfolgerungen: Die Lebensdauer von Kompositversorgungen kann insgesamt als hoch bezeichnet werden. Die Hauptgründe für Misserfolge sind Sekundärkaries und Frakturen, die oft erst nach 3 oder mehr Jahren auftreten können. Aus diesem Grund ist eine längere Beobachtungszeit der Studien notwendig, um klinisch relevante Aussagen treffen zu können. Der Trend zu weniger invasiven Versorgungen und der Einsatz neuer Materialien werden die Überlebensrate der Versorgungen erhöhen. Interessant ist aber eine kürzlich veröffentlichte Studie, die bei konventionellen Klasse-II-Versorgungen über 30 Jahre eine sehr hohe Erfolgsrate aufzeigte und den Einfluss einer sauberen Arbeitstechnik mindestens ebenso hoch einschätzte wie die Auswahl des verwendeten Materials.
Ästvaldsdöttir Ä, Dagerhamn J, van Dijken JW et al. Longevity of posterior resin composite restorations in adults – A systematic review. J Dent 2015 May 21. pii: S0300-5712(15)00108-6 [Epub ahead of print]. DOI: 10.1016/j.jdent.2015.05.001.