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Der Schutz der Fließgewässer vor der Verschmutzung durch Pestizide gehört derzeit zu den höchsten Prioritäten im Umweltschutz. Trotzdem sind die meisten Bioindikatoren, die in Überwachungsprogrammen verwendet werden, nicht speziell auf dieses Problem ausgerichtet. Unter den zahlreichen Bioindikatoren werden benthische Kieselalgen verwendet, um die Auswirkungen der Nährstoffverschmutzung in Fließgewässern aufzuzeigen. Angesichts der unterschiedlichen Empfindlichkeit ihrer Arten gegenüber chemischen Schadstoffen könnten benthische Kieselalgen auch hervorragende Indikatoren für die Verschmutzung durch Pestizide sein. In diesem Projekt wollen wir benthische Kieselalgen-Taxa identifizieren, die besonders empfindlich oder tolerant gegenüber Pestizidbelastungen sind. Um dieses Ziel zu erreichen, gliedert sich das Projekt in drei miteinander verknüpfte Forschungsachsen: (1) Laborexperimente unter kontrollierten Bedingungen, um die Auswirkungen von Pestiziden von denen einer Reihe wichtiger Umweltfaktoren wie Temperatur, Licht und Nährstoffe zu unterscheiden; (2) Feldstudienkampagnen, um die Ergebnisse aus den Laborexperimenten mit realen Umweltbedingungen in Beziehung zu setzen (und zu validieren); (3) detailliertere Analysen bestehender Schweizer Datenbanken, die durch die verschiedenen Überwachungsprogramme erstellt wurden. Diese Analysen werden sich ebenfalls auf die Ergebnisse der Labor- und Feldexperimente sowie auf mathematische Modellierungsansätze stützen. Die im Rahmen des Projekts gewonnenen Daten werden schliesslich dazu dienen, einen für Pestizide spezifischen Kieselalgenindex zu entwickeln, der zusammen mit den anderen Indikatoren in die Schweizer Fluss-Biomonitoring-Programme integriert werden kann.