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Bergbau im Kanton Luzern ist den interessierten Bergbaufreunden sicher nicht unbekannt. Alle wissen um die Kohlenlagerstätte in der Oberen Meeresmolasse beim Sonnenberg (Kriens). Diejenigen die das Minaria Helvetica zu diesem Thema gelesen haben, kennen auch die Geschichten über die Eisenverhüttung- und Bergbau im Kriensertal.
Bei meiner Arbeit an der SGTK bin ich auf Hinweise zu einem Eisenbergbau in der Nähe von Malters gestossen. In den Jahren 1594 und 1596 müssen bei Malters zwei Versuche zur Verhüttung von Eisen gestartet worden sein. 1594 wurden neben einem Schmelzofen, Knappenhäuser und andere Gebäude errichtet (Schmiede usw.). Als dann die Anlagen zum grössten Teil fertiggestellt waren, wurden sie bei einem Unwetter durch den hochgehenden Rümlig zerstört. Zwei Jahre später erinnerte man sich wieder an die bei Malters entdeckten Eisenerze und gründete 1596 die Malteser Bergwerksgemeinschaft. Man erstellte ein neues Hüttenwerk, aber dieses Mal wurden bei den Installationen auch Wuhrbauten am Rümlig erwähnt. Man hatte also aus der vorhergegangenen Katastrophe gelernt und versuchte den Fluss in seine Schranken zu verweisen. Das Hüttenwerk soll oberhalb der Schachenbrücke in der Möschforen am Rümlig erstellt worden sein. Dann heisst es wieder, der Ort soll noch heute Isleren heissen. Auch der Fluhrnamen Scheidi könnte auf eine Eisenverarbeitung deuten. Also müsste das Werk irgendwo zwischen Scheidi und Isleren, oberhalb der Brücke erstellt worden sein (Walter 1923).
Eine recht grosse Fläche, welche man mit dem Detektor absuchen müsste um mögliche Spuren zu finden, die bei einer genaueren Lokalisierung hilfreich sein würden. Achtung, solche Aktionen sind ohne Absprache mit der zuständigen Behörde strafbar! Und noch ungenauer wird’s bei den Angaben zum Bergwerk selber. Das Erz soll in den emporragenden Felsen am linken Ufer des Rümlig abgbebaut worden sein. Noch im Jahr 1870 sollen laut Walter (1923) Stollen sichtbar gewesen sein.
Aber wo müsste man den überhaupt das Eisenerz von Malters suchen? Wir befinden uns hier bekanntlich in der Molasse und es sind mir in dieser Gegend ausser bei Kriens keine weiteren Eisenbergwerke bekannt. Schauen wir doch einmal hinüber nach Kriens. Wir haben hier so viele schriftliche Zeugnisse von einem Eisenbergbau in der Molasse und immer werden zwei Flurnamen genannt: Mühlerain und Menzigerweid.
Wenn hier ein Abbau stattgefunden hatte, in welchem Gestein wurde das Erz abgebaut? Dazu eignet sich die neue Funktion GeoCover bei «map.geo.admin.ch» sehr gut. Legen wir doch einmal die Geologie über die ehemaligen Eisengruben und schon sehen wir, in welchen Gesteinen die Erze gefunden wurden.
Wir sehen nun, dass sich alle drei Abbauorte in den granitischen Sandsteinen, oder grauen und bunten Mergeln der Unteren Süsswassermolasse befinden. Es könnte gut sein, dass sich Eisen in Seifen und limonitischen Konkretionen im Sandstein angelagert hatte und diese von den Bergleuten abgebaut wurden. Selber habe ich auch schon solche limonitschen Konkretionen im Quarzsandstein von Schlatt gefunden. Gefühlsmässigen hatten sie einen recht hohen Eisenanteil. Aber es wurde in Kriens und Malters nicht nur heimisches Eisen verarbeitet. Vermutlich stellten diese den kleinsten Teil der verarbeiteten Rohstoffe dar. Der Rest kam aus dem Melchtal, oder bestand aus Alteisen, welches wieder verwertet wurde.
Finden wir nun auch solche granitischen Sandsteine im Gebiet von Malters? Ja es gibt sie, aber sie befinden sich nicht gleich bei Malters, so wie es in den verschiedenen Literaturen erwähnt wird. Bin ich hier mit meiner Suche am Ende?
Nein sie ist sicherlich noch nicht zu Ende. H. Walter (1923) beschreibt in seinem Bericht «Bergbau und Bergbauversuchen in den fünf Orten» ein Eisenvorkommen bei Schüpfheim. Er gibt drei Flurnamen an, die im Zusammenhang mit einem möglichen Bergbau stehen: Stollenweidli, Stollenhütten und Stollen. Vergleicht man die Lage dieser Flurnamen mit dem GeoCover, so befinden sich in diesem Gebiet mehrere oberflächliche Aufschlüsse von granitischem Sandstein der Unteren Süsswassermolasse.
Auch hier treten die Sandsteine der Unteren Süsswassermolasse im Zusammenhang mit der Erwähnung eines Eisenbergbaus auf, dass kann nun wirklich kein Zufall mehr sein? Sind also die alten Stollen bei Malters auch in diesen Sandsteinen zu suchen?
Ich werde mich sicher einmal im Herbst oder Winter in dieser Gegend umschauen. Dann ist die Vegetation nicht mehr so dicht und ermöglicht einem ein besseres Durchkommen. Vielleicht ergibt sich aus dieser Geschichte eine Fortsetzung mit mehreren Kapiteln?