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Als E-Kraftstoffe werden alle flüssigen oder gasförmigen Kraftstoffe synthetischen Ursprungs bezeichnet, die mithilfe von erneuerbarer Elektrizität hergestellt werden. Chile nimmt dabei durch Porsche eine führende Rolle ein.
Naldo Tanner
Alles entsteht durch einen Elektrolyseprozess, der Wasser in seine Grundelemente wie Wasserstoff und Sauerstoff aufspaltet. Ein Prozess, der viel Strom erfordert, der wiederum nur aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird. Anschliessend wird der Wasserstoff – dank der Fischer-Tropsch-Synthese – mit dem aus der Luft gewonnenen CO2 vermischt und in einen flüssigen Energieträger umgewandelt: E-Fuel ist geboren. Der Grund liegt darin, dass für die Herstellung nur Energie aus erneuerbaren Quellen verwendet und lediglich so viel CO2 in die Umwelt abgegeben wird, wie zuvor bei der Herstellung aufgenommen wurde.
Biokraftstoffe oder Biobrennstoffe werden derweil aus der Verarbeitung organischer Stoffe, ob pflanzlich oder tierisch, hergestellt. Also auch aus Abfällen und Resten aus dem Raps-, Mais- oder Sojaanbau. Sie sind perfekt, weil sie die Kreislaufwirtschaft verwirklichen, den Lebenszyklus von Produkten verlängern, das Abfallproblem teilweise lösen und die Umweltauswirkungen insgesamt verringern. Das Problem bei Biokraftstoffen ist jedoch der massive Flächenverbrauch, der unweigerlich zur Abholzung der Wälder führt. Ganz zu schweigen davon, dass der Kreislauf von CO2-Produktion und -Wiederaufnahme nicht ausgeglichen werden kann. Und dann gibt es noch das Problem, dass angesichts des Welthungers keine Kulturen weggenommen werden können, die die Bevölkerung ernähren könnten.
Die Lösung liegt also bei den E-Kraftstoffen. Die Kraftstoffindustrie gibt aber zu bedenken, dass sie im Jahr 2035 nur drei Prozent des europäischen Kraftstoffbedarfs im Strassenverkehr würden decken können. Ein Liter E-Kraftstoff kostet heute 20 Franken. Ziel ist es, E-Kraftstoff zum gleichen Preis wie Benzin und Diesel anzubieten. Porsche hat im Dezember letzten Jahres eine Fabrik für die Produktion von E-Fuel in Chile eröffnet. Bis 2027 sollen dort 550 Millionen Liter pro Jahr produziert werden. Der deutsche Automobilhersteller hat wiederholt auf E-Fuels als ergänzende Lösung zur Elektromobilität hingewiesen und bestätigt, dass bis 2030 etwa 80 Prozent seines Angebots aus emissionsfreien Modellen bestehen würden.