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Von der Langholz-
zur Ober-Ehretstrasse
Diese Gegend war bereits im 14. Jahrhundert besiedelt. Früh führte daher durch den Langholzwald ein offizieller Weg von Cham über Chämleten Richtung Luzern. Von hier ging es Richtung Meisterswil zur «Straß auf Lucern», wie die Karte von 1667 von Hans Conrad Gyger zeigt.
Seit 2003 heisst nicht mehr das ganze Wegstück von der Huobstrasse in Hünenberg See bis zur der Holzhäusernstrasse «Langholzstrasse». Wegen der Länge wurde das Teilstück von der Autobahnbrücke bis zur Holzhäusernstrasse in Ober-Ehretstrasse umbenannt.
Hünenberger nennen die Strasse auch Kistenpass (Schleichweg für nicht mehr ganz Nüchterne vom See zum Dorf oder umgekehrt).
Langholzweiher
Im Langholzwald entspringt der Dersbach, der beim Bootsplatz in den Zugersee mündet. Beim Langholzweiher wird der Bach gestaut.
Der Weiher diente als Wasserreservoir zur Bewässerung der ehemaligen Baumschulanlage. In kalten Wintern ist er ein beliebter Ort zum Schlittschuhlaufen oder Eishockeyspielen.
Interessant ist, dass es hier Quellen gibt, die auch bei grosser Trockenheit nicht versiegen. Ihre Herkunft ist nicht ganz klar, doch gibt es dazu eine Legende:
Das «Jungfernbrünneli»
Vor urdenklicher Zeit, als noch fremde Herren über das Land herrschten, soll hier einer der wildtobenden Zwingherren der nahen Burg Hünenberg einige brave, unschuldige Jungfrauen erdrosselt haben. Da aber diese braven Hünenbergerinnen in ihrer Unschuld einen gar frühen, jähen Tod erleiden mussten, ereignete sich ein Wunder, indem an der Stelle des grauenvollen Verbrechens ein silberklarer Wasserquell entsprang, das man «Jungfernbrünneli» nannte.
Munitionsdepot
Das Munitionsdepot Langholz wurde 1958 durch das ehemalige Eidgenössische Militärdepartement (EMD) erstellt. Eine gleiche Anlage wurde auch in der Schachenwiti in Unterhünenberg gebaut.
Im Laufe der Betriebsdauer wurde darin neben allgemeinen Armeematerialien vor allem Munition für verschiedene Waffen gelagert. Um welche Art Munition es sich handelte, war geheim und ist auch heute nicht in Erfahrung zu bringen.
|Die Strategie des EMD war offenbar eine dezentrale Lagerung mit der Erfüllung folgender Zwecke:|

Zur Sicherung der Anlage wurde die gesamte Parzelle umzäunt.
Für die Wartung der Anlage war das BABHE (Bundesamt Betriebe des Heeres (Eidg. Zeughaus Seewen-Schwyz) verantwortlich.
Die Eingangstüren zu den Kammern wurden mit speziellen Schlössern gesichert. Zudem war eine spezielle Einrichtung installiert ,die wie folgt funktionierte: Nach dem Öffnen der Türen musste innerhalb von ca. drei Sekunden ein Schalter betätigt werden. Wurde dieser Schalter nicht aktiviert, ergoss sich Farbe über den „Eindringling“, die nicht abwaschbar war und den „Täter“ markierte! Nun kam es vor, dass selbst die für die Wartung der Anlagen zuständigen Personen den Schalter vergassen und so unfreiwillig „markiert“ wurden. Der Spott der Arbeitskollegen war ihnen sicher!
Das Munitionsdepot wurde bis im Jahr 2000 betrieben.
Hünenberg kauf Munitionsdepot
Am 28. August 2002 konnte die Einwohnergemeinde Hünenberg das Gebäude inkl. Umschwung vom Bund erwerben.
Ursprünglich war geplant, die Anlage als Pfadiheim zu nutzen. Es stellte sich aber bald heraus, dass diverse Argumente dagegen sprachen. So hätte das Gebäude mit Strom und Wasser erschlossen werden müssen und auch ein Kanalisationsanschluss wäre nötig gewesen. Zudem wäre es sehr schwierig gewesen, für eine solche Umnutzung eine Bewilligung zu erhalten (Waldgesetz). Auch hatte man Bedenken, eine Anlage vor allem für Jugendliche so weit weg vom Dorf zu betreiben.
Nachdem Lagerräume für Gemeinde und Vereine immer ein grosses Bedürfnis waren, wurde das ehemalige Munitionsdepot für diesen Zweck genutzt. Innert kurzer Zeit waren alle Räume belegt. Heute wird ein grosser Teil als Lager von Hünenberger Vereinen benützt. Die restlichen Räume werden von der Einwohnergemeinde genutzt.
Auch das Munitionsdepot in Unterhünenberg (Schachenwiti) stand 2002 zum Verkauf. Es fanden sich jedoch keine Interessenten. Der Bund hat deshalb diese Anlage vor einigen Jahren abgebaut.
Suche nach Öl und Gas
«In Hünenberg wurde eine erdölhaltige Struktur entdeckt.» Mit dieser Schlagzeile von 1960 sah sich Hünenberg bereits im Öl-Geld schwimmen. Tatsächlich führte die Aktiengesellschaft für Schweizerisches Erdöl 1965 im Langholz Öl- und Gas-Bohrungen durch.
Weitherum sichtbar erhob sich ein 47 Meter hoher Bohrturm, der – nachts beleuchtet – fast zu einem Wahrzeichen von Hünenberg wurde.
Doch die Mühen waren umsonst. Nach acht Monaten wurde das Loch zugeschüttet – zurück blieb ein 300 Meter langer Zementpfropfen im Boden. Die Bohrköpfe verschwanden übrigens in den umliegenden Gasthäusern als Souvenirs – zum Beispiel ins Restaurant Rössli, wo noch heute ein solcher Bohrkopf zu sehen ist.
|Autoren: Patricia Diermeier Reichardt, Guido Wetli|
Fotos: Andreas Busslinger