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Giacometti
Paolo Monti / CC BY-SA(https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)
Wer ist diese Frau?
Das ist Caroline
• Schau einmal diese Augen an!
• Ganz schwarz.
• Kohlenaugen.
• Runde Kreise.
• Dunkle Löcher.
• Augenhöhlen.
Aber sie starrt mich an.
Aus den Augenhöhlen ohne Augen?
Du meinst, das sind eigentlich keine Augen?
Nein nur zwei schwarze Flächen, die so tun, als seien sie Augen.
Hat denn die Frau keine Augen?
Das ist Camille, ein Freundin, sie hatte Augen.
Warum malt er sie so?
Ich glaube, sie sitzt im Dunkeln.
Und er malt nur das, was er im Dunkeln sieht.
Darum ist der Kopf so dunkel?
Camille war nicht schwarz?
Nein, aber Alberto zeichnet nur das was er sieht.
Und die Augen sieht er nicht im Dunkeln.
Nur als schwarze Fläche, und wir meinen dann es sind die Augenhöhlen.
Und warum?
Weil wir wissen, dass dort die Augen sind.
Und die Augenhöhlen.
Aber er hat auch einen Trick.
Was denn?
Er betont die Augenbrauen und unteren Augenlider. Das macht die Fläche tief.
Wie ein Teich, die Kreise sind Teiche!
Aber Brauen und Lider sind auch nur Striche.
Ja, Augenhöhlen.
• Genau, im Kopf hat es überhaupt viele Löcher.
• Ja, sonst würde man nichts hören oder sehen.
• Und man könnte nichts essen.
• Die Augenhöhlen, die Nasenhöhlen, die Mundhöhle;
• lauter Höhlen.
• Alles hohl da im Kopf.
• Meiner ist aber ganz voll.
• Ja stimmt, voller Ideen.
Alberto Giacometti, Caroline, 1961, " by Bob Ramsak is licensed under CC BY-NC-ND 2.0
From Cezanne, Picasso, Giacometti - Masterpieces from the Fondation Beyeler - Leopold Museum, Vienna, 24-Sep-2010
Giacometti hat viele Gesichter gemalt.
Gibt ja auch viele Gesichter.
Aber er hat fast immer die gleichen Gesichter gemalt. Seine Mutter, seinen Bruder, seine Frau.
• Die konnte er halt gut zeichnen. Oder wollte es immer noch besser und besser machen.
Und am nächsten Tag hat er wieder gedacht, die Nase muss ich anders machen und der Mund stimmt nicht. Dann hat er alles wieder geändert.
• Am andern Tag war die Nase vielleicht auch anders, verschnupft oder rot.
Kann sein.
• Oder sie war traurig und dann macht man einen andern Mund.
Ich denke, es war anderes Licht oder er stand weiter weg.
• Kann sein. Man muss halt schnell malen.
Malst du schnell?
• Ja, ich nehme so die Farben und dann mach ich schnell die Formen, sonst vergess ich ja, was ich malen wollte. Und dann kann man ausmalen, das kann man langsam.
Warum malt er alles so grau und braun und schwarz?
Er hat gesagt, er braucht nicht mehr Farben. Das sind die Farben, die es braucht, um Menschen zu malen.
Ja Menschen malen ist schwierig. Ich male lieber nach der Phantasie.
• Sie starrt mich an.
• Wie soll das gehen, ohne Augen?
Kreise wie Teiche. Sie ziehen dich hinein
Wen ziehen sie und wohinein?
Ins Gesicht hinein, wenn man schaut ziehen sie dich in den Kopf hinein
Ich habe mal ein Gesicht wie einen Teich gemalt.
Ach ja?
Ja, zuerst wollte ich Blumen machen und Wasser in der Mitte und die Blumenfarben spiegeln sich im Wasser, so einen Teich wie im Park und dann war das schön rund und dann habe ich einfach noch zwei Augen in den Teich gemalt. Blau, damit man sie gut sieht und grüne Haare. Passiert manchmal.
Was passiert?
Ja man möchte etwas machen und dann wird es ganz etwas Anderes.
Und warum?
Ja weisst du, da hast du so Formen und Farben und damit es schön wird, braucht es noch andere Formen oder andere Farben. Verstehst du?
Nein, verstehe ich nicht.
Sonst wird es ja schief, sonst halten sie ja nicht zusammen. Sonst gibt es kein fröhliches Bild.
Wie fröhliche Musik?
Aniflur, 20