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Während der Ebola-Epidemie in Westafrika in den Jahren 2013 bis 2015 infizierten sich mehr als 28’000 Menschen und 11’000 starben an dem Virus. Klubo Mulbah, Ärztin und Teamleiterin in Liberia, erkrankte 2014 am Ebola-Virus, während sie Patienten im medizinischen Zentrum von SOS-Kinderdorf in Monrovia behandelte. Klubo Mulbah berichtet über ihre Erfahrungen während der Ebola-Krise in Liberia.
«2014 war eine beängstigende und riskante Zeit für das Gesundheitspersonal in Liberia. Die meisten Krankenhäuser in Monrovia hatten für Routinebesuche bereits geschlossen. Das SOS–Gesundheitszentrum war einer der wenigen Orte, die der Öffentlichkeit für allgemeine medizinische Untersuchungen oder einen Ebola-Test zur Verfügung standen. Es war jedoch sehr schwierig für uns, den Ebola-Virus zu erkennen. Einige Symptome ähneln denen von Malaria, Typhus und anderen Volkskrankheiten. Immer wieder kamen Menschen in die Klinik und erbrachen Blut. Ihr Leid mussten wir täglich miterleben.
Zu Beginn des Ausbruchs sagte mir meine Familie, ich solle meine Stelle im SOS-Medizinzentrum aufgeben. Meine in den USA lebenden Schwestern, riefen mich jeden Tag an und meinten, mein Beruf sei zu riskant. Ich konnte mich jedoch nicht zum Rücktritt überwinden. Ich sehe es als meine Pflicht an, Leben zu retten.
Ein paar Wochen nachdem ich mehrerer Ebola-Patienten behandelt hatte und den Verlust eines Teammitglieds erlebte, begann auch ich Schmerzen zu empfinden. Ich kam ins Krankenhaus und sagte meinen Kollegen, ich sei krank. Nach einigen Tests fanden wir heraus, dass ich Typhus hatte. Ich bekam ein Zimmer im Krankenhaus, wurde behandelt und entlassen. Wenige Tage später brachte mich ein Krankenwagen zum Ebola-Behandlungszentrum der Médecins Sans Frontières. Ich war rückfällig und ich wusste, dass ich nun Ebola hatte.
«Wenn ich diese Ereignisse noch einmal durchleben müsste, würde ich wohl genau das Gleiche tun. Hätte ich das Schiff in der Mitte des Sturms verlassen, hätte ich mich nicht im Spiegel anschauen können. Ich bin Teamleiterin und Ärztin aus einem Grund, um Leben zu retten.»
Nach einigen Wochen der Behandlung wurde ich erneut entlassen und ging nach Hause zu meiner Familie. Das Schwierigste an Ebola ist, dass es dir die Menschlichkeit wegnimmt, besonders was den Umgang mit der Familie betrifft. 90 Tage lang lebte ich isoliert von meiner Familie. Um sie zu schützen, musste ich eine Barriere zwischen mir und meinen Kindern errichten. Meine Familie trug Handschuhe, wenn sie mich berührten und ich ass immer alleine. Es gab keine Umarmungen, kein Kuscheln und keine Zweisamkeit. Zudem musste ich alles neu lernen. Ich lernte erneut das Gehen, denn während der Behandlung war mein linkes Bein taub geworden. Ich war so schwach, dass ich um Hilfe bitten musste, wenn ich eine Flasche Wasser öffnen wollte. Noch heute fühle ich immer eine Taubheit in meinem linken Bein und mein Sehvermögen hat sich verschlechtert.