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Libyen
Die Projekte von Handicap International in Libyen dienen der Aufklärung der Zivilbevölkerung über die Gefahr durch Landminen und explosive Kriegsreste. Wir bieten ausserdem medizinische Grundversorgung, sowie rehabilitative Pflege für Geflüchtete, besonders Kinder und Menschen mit Behinderung. Des Weiteren unterstützen wir lokale Gesundheits- und Rehazentren.
© J-J. Bernard / HI
Laufende aktivitäten
Wir unterstützen unsere lokalen Partnerorganisationen bei der Sensibilisierung für die Gefahr durch Landminen und explosive Kriegsreste.
Unsere mobilen Teams identifizieren die besonders schutzbedürftigen Menschen, vor allem Kinder und Menschen mit Behinderung, die dringend medizinische Pflege, speziell Rehabilitation und psychosoziale Unterstützung benötigen. Sie werden entweder direkt von unseren Teams versorgt oder an nahegelegene Gesundheitszentren vermittelt. Wir unterstützen vier dieser Zentren. Wir bilden Pflegepersonal aus und stellen orthopädisches Material, Mobilitätshilfen und Informationsmaterial für Fachkräfte und Patienten zur Verfügung.
Ausserdem klären wir die Geflüchteten mit Behinderung über ihre Rechte und ihre Inklusion in die Gesellschaft auf.
Hintergrund
Seit dem Tod von Oberst Gaddafi im Oktober 2011 wird Libyen von gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Milizen erschüttert und Waffen werden unkontrolliert importiert. Die Bevölkerung lebt in ständiger Unsicherheit.
Die grössten Herausforderungen für Libyen sind deshalb auch die Etablierung eines Friedensprozesses und das Herstellen institutioneller Stabilität.
Vor 2011 war Libyen eine der führenden Wirtschaftskräfte in der Region, vor Allem dank der grossen Ölvorkommen. Das Land lag auf Platz 64 (von 187) des UN Human Development Index, doch nun ist es auf den 94. Platz abgerutscht.
Libyens Bevölkerung zählt etwa 6,2 Millionen Menschen, von denen laut UNDP (2010) 21,6 % unter der Armutsgrenze leben. Die Lebenserwartung liegt unter 72 Jahren (vor der Krise: 75 Jahre) und die Alphabetisierung des Landes bei etwa 90 %.