Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03235.jsonl.gz/423

Home Bibelkreis.ch
Frage 868 12.2.03
Hallo Hans Peter
Ich heiße Gustav Pfaff und bin jetzt ca. 17Jahre im Herrn.
Ich möchte Dir einige Fragen stellen die meines Erachtens die TR Debatte erledigen.
1) Welchen Text zitierte Jesus Christus in den Evangelien? (Ich weiß natürlich daß es da weder den TR noch den Sinaiticus oder so gab)
Mir wurde gesagt es wäre die Septuaginta.
Erkundige dich mal wie Worttreu und genau die Septuaginta übersetzt ist. Erkundige dich mal wie gläubig die Übersetzer der Septuaginta waren. (Vielleicht ziemlich schwierig) Erkundige dich mal wo denn übersetzt wurde. Erkundige dich mal wer denn den Auftrag gab die Septuaginta zu erstellen.
Wenn du die Ergebnisse mit der Argumentation, von Bruder Ebertshäuser vergleichst, so denke ich daß du zum gleichen Schluß kommst wie ich. Es wird von manchen Christen eine ÜBERSETZUNG - bzw. eine TEXTVERSION zur "Heiligen Kuh" erklärt.
Wenn Jesus die gleiche Art des Denkens wie die TR Fans hatte - warum zitiert er dann nicht den Hebräischen Text?
Gustav Pfaff.
(Ps. Wäre auf deine Antwort gespannt)
Für nicht "Eingeweihte" folgender Link:
Der überlieferte Text des Neuen Testaments und die heutigen Bibelübersetzungen
13,2,02
Wie kommst Du darauf, dass Jesus aus der Septuaginta zitierte?
Lieber MvA
Das habe ich mich auch gefragt. Ich habe mir überlegt, wie kommt man, drauf, ohne die Wissenschaft zu Bemühen? Dann habe ich mir überlegt, dass doch der Herr Jesus eher hebräisch gesprochen haben muss. Denn in der Synagoge hat Er ja auch vorgelesen, und da waren sicher nicht nur griechisch - Experten anwesend. Dann hat er in Joh 1 3 x ein Wort gesagt, das dann explizit durch den Schreiber auf griechisch übersetzt wurde. Ist doch eventuell auch ein Indiz dass der Herr Jesus hebräisch sprach, das doch neben dem Aramäischen die normale Umgangssprache gewesen war. Auch kann ich mir eigentlich überhaupt nicht vorstellen dass Juden in der Synagoge nicht aus dem masoretischen Text lesen sollen. Im Gegenteil.
Auch Gruss
Hans Peter
14.2.03
Lieber Hans Peter. liebe Geschwister
Dieser Schriftwechsel hat mich etwas erstaunt. Wie können wir darüber diskutieren, aus welcher Version unser Herr Jesus Christus zitiert habe, da Er selber das WORT GOTTES ist (Joh.1,1f; Off.19,13)! Was aus Seinem Mund hervorging, war reinstes Wort Gottes, völlig unbeeinflusst von jeder menschlichen Übersetzung.
Ich verstehe aber die generelle Besorgnis von Bruder Gustav Pfaff, was die momentane Euphorie-Welle betreffend den Textus Receptus (TR) betrifft. Die Übersetzer der Schlachter 2000 haben sich meines Wissens "weitgehend" an diesen TR gehalten. Hätten sie gemeint, der TR sei wirklich dem Original gleichzusetzen, hätten sie sich aber gänzlich und allein darauf gestützt. Somit beweisen sie selber, dass sie nicht an die völlige Originalität des TR glauben, was viele "TR-Fans", wie sie Bruder G.P. nennt, in einer hier wohl etwas deplatzierten Naivität anzunehmen scheinen.
Ich bin dankbar für die "Schlachter 2000", aber genauso für die anderen guten Übersetzungen. Freuen wir uns doch einfach darüber, dass wir sie haben und darin forschen können. Das ist nämlich keineswegs selbstverständlich!
Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes, und ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens; Hebr.4,12
Herzliche Grüsse in der Liebe Jesu!
Hans Rapold
14.2.03
Lieber Gustav Pfaff
Ist es nicht merkwürdig?
Da wurde JAHRHUNDERTELANG der TR als Grundlage genommen, und so vor 50-100 Jahren meint man, man müsse dies nicht mehr tun! Ist das nicht komisch? Da haben Leute wie Wesley, Spurgeon, Withefield, Edwards den TR als Grundlage und die mod. Bibelkritik meint, sie habe jetzt das neue gelbe vom Ei entdeckt! Was aber wirklich jedem Blinden auffallen muss, ist das diese Abschwächung / Verwässerung, was es ja ist, just in der Zeit kommt, wo die ganze Welt sich angleicht. Fällt dir was auf, grübel, grübel...
Ist es für Moslems oder Hindus ein Problem, wenn in der Bibel an einigen Stellen nicht mehr Jesus, sondern Gott steht? Auch die Moslems und Hindus beten ja zu ihrem Gott / Götter. Also kein Problem mit dem Wort GOTT! Aber mit JESUS schon!!! Ist dir was aufgefallen?
Gruss Michael
Hallo Hans Peter
Hallo . . . . Ich habe wieder einmal eine haarige Frage. Stimmt es daß Jesus wenn er das AT zitiert es nach dem Text der Septuaginta zitiert? Kann man das so sagen? Danke für Deine Antwort schon im Vornherein. Gustav.
Er hat mir wie folgt geantwortet:
Da Jesus aramäisch gesprochen hat, waren auch die Zitate aramäisch.
In bezug auf den Text des NT kann allgemein gesagt werden, daß die inspirierten Schreiber des NT vorwiegend aus der LXX zitiert haben. Es finden sich aber auch Zitate, bei denen der hebräische Text oder die Targume zugrunde lagen, oder es sind Mischformen. Welcher Text im Einzelfall den Zitaten Jesu zugrunde liegt, müßte näher untersucht werden.
Für mich heißt das folgendes:
Die Schreiber im NT zitieren Quellen unterschiedlicher Güte und Herkunft.
Sie scheinen dabei keine Berührungsängste mit alexandrinischen Texten zu haben. (Septuaginta)
Dann wäre es wohl nicht sinnvoll daß wir uns pinkeliger verhalten.
Gustav Pfaff