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In der Kinderwelt heisst Spielzeit = Bewegungszeit und davon bitte möglichst viel...
Abgesehen von ein paar Richtlinien (wie... nein, du kannst nicht in die Strasse laufen, wenn ein rotes schönes Auto kommt), gibt es wirklich wenig Regeln für die Bewegungsausführung eines gesunden Kindes und Kinder fragen sicherlich niemanden um Tipps für entsprechende Trainings oder den besten "Geräten" für Bewegungsübungen.
Kleine Kinder sehen Bewegung als "dürfen" an, weil sie Spass macht, kreativ und mitreissend ist. Erwachsene sehen Bewegung als ein "müssen" an, weil wir es uns selbst mit den Trainingsmethoden, Regeln, technischer Ausrüstung und der Sportbekleidung so komplex gemacht haben.
Wie ist es dazu gekommen, dass wir bei Bewegung nur noch von «Sport» und von einem inneren Schweinehund sprechen und ein jeder weiss, was damit gemeint ist?
An welchem Punkt während des Erwachsenwerdens ist es geschehen, dass wir Bewegung gedanklich aus unserem Alltag isoliert und diese dann «Übung" oder «Training» genannt haben, zu der wir uns sogar öfter zwingen müssen.
Ich möchte hier sicherlich nicht die Leistungen der Fitnessindustrie abwerten, aber ich denke, dass die Kommerzialisierung von Bewegung eine grosse Rolle darin spielt, indem sie falsche Vorstellungen darüber, was Bewegung ist, erzeugt hat. Die Rolle der gesellschaftlichen Schönheitsideale, welche über die Interessen der Gesundheit gestellt werden, bräuchte ich wohl kaum zu erwähnen.
Wir haben es diesen Überzeugungen erlaubt, uns der Einfachheit zu berauben, mehr natürliche Bewegung in unser tägliches Leben zu integrieren und diese einfachen Möglichkeiten auch wertzuschätzen.
Mit anderen Worten, Joggen, Turnen oder ein intensives Krafttraining 2-3 x die Woche sind sicherlich gut für uns. Sie können jedoch den negativen Auswirkungen des Stillsitzens für die restlichen 15 Stunden nicht entgegenwirken (wenn auch vorzüglich unser schlechtes Gewissen beruhigen).
Instruktoren und Klassen können uns dabei helfen, schlechte Gewohnheiten zu erkennen, effektive Programme für bestimmte Ziele zu entwickeln oder Ziele effizienter zu erreichen, aber "Übung" ist nicht das Ziel aller Bewegungen.
Wir brauchen keine extravaganten Schuhe oder eine spezielle Matte, um unseren Körper zu BEWEGEN.
«Training» ist offenbar eine Art Gegenstück des modernen Menschen zu Nahrungsergänzungsmitteln.
Ergänzungen sollten jedoch nicht Hauptteil unserer Nahrung sein
und genauso sollten Training und Übungen nicht der Hauptteil unseres täglichen Bewegungsprofils sein
so ... oder so...
Nun... unser Tag könnte etwas angepasst so aussehen:
(und ja ich weiss ich habe es auch schon in früheren Blogs erwähnt)
Stehen bei der Arbeit statt Sitzen, in unserem Zollicuda Büro gibt es für unsere Mitarbeiterinnen daher höhenverstellbare Tische
Hänge an Dingen, wenn du kannst, wo du kannst, weil du es kannst
Gehen beim Sprechen (am Telefon oder in einem Meeting),
Squatting beim Lesen eines Buches oder lege dich für eine Weile dabei auf den Bauch am Boden wie ein Kind
Parken an der Stelle, die am weitesten vom Eingang entfernt ist und nicht am nächsten (gilt auch für mich...)
Wenn immer möglich lieber zu Fuss oder mit dem Fahrrad als mit dem Auto fahren
Ein Picknick auf dem Boden des Wohnzimmers.
Auf einen Spielplatz zu gehen, um MIT deinen Kindern zu SPIELEN, anstatt sie zu beobachten.
Die Lektionen helfen ganz sicher Gewohnheiten zu erkennen und neue Bewegungsmuster zu erlernen – die Chance das Neuerlernte im Alltag umzusetzen besteht jedoch einzig und allein jeden Tag, jede Stunde, jede Minute – durch Bewegung.
Just move….