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«Bond, James Bond.» Am 5. Oktober 1962 konnte das Filmpublikum diesen Satz erstmals hören. «Dr. No» wurde in London uraufgeführt. Dass Bond ein solcher Hit werden würde, dachte zu diesem Zeitpunkt kaum jemand.
Eine TV-Produktion von «Casino Royale» (1952) mit Barry Nelson als «Jimmy» Bond war nur mässig erfolgreich. Also passte sich Fleming an. Bond sollte in die aufstrebende Tourismusregion Jamaika gehen. «Dr. No» war geboren. Doch auch hier: Die Studiobosse waren wenig angetan. Bond war ihnen zu sexistisch, zu simpel gestrickt und vor allem zu britisch.
Doch ein Produzent wagte es: Harry Saltzman sicherte sich die Rechte an allen bereits publizierten und künftigen Bond-Stories für 50'000 Dollar. Davon ausgenommen waren «Casino Royale» und «Thunderball», die bereits anderweitig vergeben waren.
Wenig Geld, viel Risiko
Mit Saltzman kam Johanna Harwood ins Spiel. Die Drehbuchschreiberin sollte für ihn den passenden ersten Film der Serie finden. Harwood entschied sich für «Dr. No», da hier nur wenig Requisiten gebraucht werden und fast die ganze Handlung auf Jamaika spielt. Weil das Land damals noch Teil Grossbritanniens war, gab es zudem massive Steuererleichterungen. Um sich zusätzlich finanziell abzusichern, holte Salzman Albert R. Broccoli als Produzent mit an Bord.
Und dann kam US-Präsident John F. Kennedy. In einem Interview schwärmte er von Flemings Roman «From Russia With Love». Arthur Krim, der Chef von United Artists und ein enger Freund Kennedys, sah seine Chance und lizensierte die Bond-Filme von Saltzman. Es wurde ein Vertrag über sieben Filme unterschrieben. «Dr. No» bekam ein Budget von 1 Million Dollar, sogar für diese Zeit eine eher bescheidene Summe.
Mit dem schmalen Budget mussten Abstriche gemacht werden. Statt des Stars Cary Grant wurde der Neuling Sean Connery verpflichtet. Ein grosser Teil der Aufnahmen wurde günstiger in den Pinewood Studios in England gefilmt. Trotzdem wurde das Budget überzogen, die Produzenten steuerten ihr eigenes Geld bei.
Per Quote ins grösste Kino
Bei der ersten Testvorführung von «Dr. No» waren die Studiobosse überhaupt nicht begeistert. Sie bezeichneten den Film als «B-Movie», einer meinte, dass sie damit immerhin nicht allzu viel Geld verlieren würden.
Trotzdem kam es zur grossen Premiere in London. Der Film wurde im berühmten Odeon-Kino am Leicester Square gezeigt. Der Grund für diese Ehre: Das Kino musste eine Quote für britische Filme erfüllen.
Doch das Publikum liebte Bond. Der Film war – zumindest in Europa – ein grosser Erfolg. In den USA war man zurückhaltender und verzichtete auf Vorführungen in den grossen Filmzentren New York oder Los Angeles.
Damit auch der US-Markt erobert werden konnte, wurde als zweiter Film Kennedy's Lieblingsroman «From Russia With Love» auserkoren. Und damit kam auch der weltweite Erfolg – und Bond wurde zu einer der wichtigsten Franchisen des internationalen Kinos.