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Die Landwirtschaft ist Teil eines komplexen globalen, nationalen und lokalen Ernährungssystems.
In der Wertschöpfungskette ist sie eng verbunden mit den Anbietern von Vorleistungen wie z.B. Saatgut- und Düngemittellieferanten, aber auch mit der lebensmittelverarbeitenden Industrie, dem Handel und schlussendlich mit den Konsumentinnen und Konsumenten. Die Landwirtschaft, aber auch die anderen Akteure der Wertschöpfungskette sowie deren Interaktionen untereinander werden durch äussere Faktoren beeinflusst, welche die ökologischen, sozialen, ökonomischen, und politischen Rahmenbedingungen des Ernährungssystems bilden und einem steten Wandel unterliegen. Alle diese Akteure, Tätigkeiten und Rahmenbedingungen bilden ein Ernährungssystem.
Faktoren, die das globale Ernährungssystem in den kommenden Jahrzehnten beeinflussen werden, reichen von einer kontinuierlichen Zunahme der Bevölkerung, über Umweltänderungen bis hin zu steigendem Wohlstand vor allem in Entwicklungsländern. Diese und weitere Faktoren werden sich auch auf das Schweizer Ernährungssystem auswirken, es beeinflussen und gegebenenfalls verändern. Unter dem Schweizer Ernährungssystem verstehen wir sowohl die im Land produzierten, aber auch die in der Schweiz konsumierten Nahrungsmittel, die nationalen Akteure und die nationalen Rahmenbedingungen. Andererseits wirkt das Schweizer Ernährungssystem, d.h. Produktion, Verteilung, Verarbeitung, Konsum, aber auch die Verschwendung von Nahrungsmitteln und entsprechender Ressourcen, ebenfalls stark auf diese Faktoren ein (z.B. via Nahrungsmittelbedarf, Klimawandel, Abnahme und Degradierung von Ressourcen, etc.). Um auch in den kommenden Jahrzehnten die Ernährungssicherheit in der Schweiz zu sichern, die Ressourcen im In- und Ausland schonender zu nutzen und gleichzeitig ein erfolgreicher Teilnehmer am globalen und nationalen Markt zu sein, ist es notwendig, diese Entwicklungen möglichst gut zu antizipieren und eventuell auch zu beeinflussen. Mittels Forschung und politischer Massnahmen (z.B. in der Agrarpolitik) können die aus den globalen und lokalen Veränderungen entstehenden Risiken vermieden und Chancen genutzt werden.
Projekt
Als Grundlage für die Weiterentwicklung eines nachhaltigen Schweizer Ernährungssystems hat das Bundesamt für Landwirtschaft das World Food System Center der ETH Zürich damit beauftragt, eine so genannte Foresight-Studie durchzuführen. In einem ersten Schritt wurden Trends im globalen Ernährungssystem aufgezeigt. In einem weiteren Schritt werden die Auswirkungen dieser Trends auf die Schweiz analysiert. Die Ergebnisse dieser Studie sollen dann in die Strategie des Bundes für die Weiterentwicklung der Schweizer Agrarforschung einfliessen, damit deren Ergebnisse zu einem nachhaltigen Schweizer Ernährungssystem beitragen können. Die Resultate der Studie werden im Frühling 2015 an dieser Stelle publiziert werden.