Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03242.jsonl.gz/867

Säure- Basenhaushalt – was bedeutet das für die Gesundheit von Tieren?
Viele Menschen und auch unsere Tiere leiden an Erkrankungen bedingt durch Störungen im Säure- Basenhaushalt! Uebersäuerung eine Zivilisationskrankheit?!
Damit der Stoffwechsel von Mensch und Tier funktioniert, muss das Verhältnis von Säuren und Basen im Körper stimmen. Der Säure- Basenhaushalt als Regulationssystem hält durch Stoffwechselprozesse Säuren und Basen im Organismus konstant. Diese Stoffwechselvorgänge sind wiederum an ein bestimmtes Gleichgewicht von Säuren und Basen angepasst, um einen optimalen Ablauf zu gewährleisten. Ändert sich die Säurekonzentration, werden praktisch alle biochemischen Vorgänge im Organismus in ihrer Aktivität gehemmt oder aktiviert. Eine derartig massive Beeinflussung ist für einen stabilen Stoffwechsel nicht tolerierbar und muss unter allen Umständen vermieden werden. Das oberste Ziel ist deshalb, die Konstanthaltung des Säure-Basen-Gleichgewichts. Dieses ist vergleichbar mit der Konstanthaltung der Körpertemperatur, auch hier sind nur geringfügige Schwankungen mit dem Leben vereinbar.
Was bedeutet PH-Wert?
Der PH-Wert dient als Masseinheit für die Konzentration von Säuren und Basen. Die PH -Skala reicht von PH 1 bis PH 14. Der Bereich zwischen PH 1 - PH 6,9 wird als sauer bezeichnet, der Bereich zwischen PH 7,1 – PH 14 als basisch. PH 7,0 ist neutral, d.h. hier ist das Verhältnis zwischen Säuren und Basen in der Lösung ausgeglichen.
Der PH -Wert in den verschiedenen Organen und Körperflüssigkeiten wie Blut, Lymphe, Speichel, Urin oder Kot ist sehr unterschiedlich:
Kleinste Verschiebungen können den Stoffwechsel gravierend beeinträchtigen und den Körper belasten.
Bei allen Gelenkentzündungen und -schwellungen ist die Reaktion sauer: PH 7,2 - 6,8. Die Übersäuerung im Gelenk und in der Gelenkkapsel ist hierbei Schmerz verursachend. Schon bei PH 7 wird das Knorpelgewebe (Kollagen) der Gelenke starr und brüchig. Sehnen und Bänder erleiden Makro- und Mikrorisse. Diese Säureschäden sind nicht reparabel. Die Azidose (Uebersäuerung) ist für jede Warmblüterzelle unter PH 6,8 tödlich.
Wie entsteht Übersäuerung im Körper?
Übersäuerungs- Zustände und daraus resultierende Erkrankungen sind häufig. Ich behaupte über 2/3 aller Hunde und Katzen sind davon betroffen!
Die konventionelle Nahrung ist säureüberschüssig und „basische Kost“ kann, wenn sie nicht richtig im Magendarmtrakt aufgeschlossen wird (Gärung) „umkippen“, d.h. säureüberschüssig werden.
Zu den säurebildenden Nahrungsmittel gehören insbesondere tierische, eiweissreiche Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch, Geflügel aber auch Milchprodukte, bei deren Verdauung sich Schwefel- und Phosphorsäure bilden (säurebildende Salze z.B. Chlorid, CO2, Sulfate, Phosphate, Harnsäure und andere Produkte aus dem Eiweissstoffwechsel). Bei einer stark säurebildenden Ernährung, wie dies v.a. bei der Rohfütterung (barfen) der Fall ist, aber auch bei vielen handelsüblichen Trocken- und Nassfutter, verliert der Organismus die Fähigkeit, Säurebildner zu neutralisieren. Es kommt zu Einlagerungen von Schlackenstoffen, die den Austausch von wichtigen Nähr- und Wirkstoffen im Gewebe beeinträchtigen, eine Reihe von Stoffwechselabläufen entgleisen und das Tier wird ernsthaft krank.
Ob ein Nahrungsmittel die Eigenschaft hat, basisch oder sauer zu wirken (der Geschmack gibt keinen Anhaltspunkt, so z.B. wirkt Zitronensäure basisch), hängt von der Fähigkeit ab, Wasserstoffatome zu binden oder abzugeben und somit auch vom Gehalt an basischen Salzen. Für eine gesunde Ernährung ist deshalb eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen sehr wichtig. Basische Salze sind Kalzium, Magnesium, Natrium, Kalium, Zink und Eisen. Diese Salze können die Säure binden und neutralisieren.
Spricht man vom Säure-Basen-Haushalt, ist es nicht sinnvoll, einseitig nur die Zufuhr von Säuren zu betrachten - ohne dabei auch die zugeführte Menge von Basen zu berücksichtigen. Entscheidend für das Gleichgewicht im Organismus ist nicht allein die verzehrte Menge von Säuren oder Basen, sondern deren Gesamtbilanz. Denn eine hohe Zufuhr von Säure kann ohne weiteres durch eine hohe Zufuhr von Basen kompensiert werden.
Die zugeführte Nahrung sollte im leicht sauren, nahezu neutralen Bereich liegen, um den Säure- Basenhaushalt im optimalen Gleichgewicht zu halten.
Umweltgifte, Stress, Krankheit und die Einnahme von bestimmten Medikamenten beeinflussen den Säure-Basen-Haushalt negativ. Durch Fieber, Entzündungen und negativen Stress entstehen zusätzliche Säuren im Organismus.
Giftstoffbelastungen durch äussere Gifte und innere Störungen wie z.B. Entzündungs-, Eiterherde usw. bewirken eine Übersäuerung des Lymphraumes. Ueber den Blutkreislauf steht das Blut in Verbindung mit sämtlichen Organsystemen (z.B. Lunge, Herz, Verdauungstrakt, Niere). Mit der Zunahme von Säuren im Bindegewebe und in den Organzellen sinkt die Einsatzfähigkeit der körpereigenen Enzymketten und damit die Entgiftungsfähigkeit. Dies treibt den Säurepegel im Organismus noch weiter hoch, beschleunigt den krankhaften Prozess und verursacht Schmerzen.
Der Organismus hat komplexe Systeme zur Regulation des Säure- Basen- Haushaltes, um überschüssige Säuren loszuwerden:
Kohlensäure, das Stoffwechselprodukt des Kohlehydratstoffwechsels muss abgeatmet werden. Ueberschüssige Säuren werden z.B. im Blut über Hydrogencarbonat abgepuffert. Das Kohlendioxid wird über die Lungen ausgeatmet oder mit Harnstoff über die Nieren ausgeschieden.
Produkte aus dem Eiweissstoffwechsel können nur über Kot, Nieren und Haut (z.B. an den Pfotenballen) ausgeschieden werden.
Die Niere ist eines der wichtigen Systeme und deshalb kann man aus dem Urin Rückschlüsse auf Säure- Basen- Verschiebungen im Körperinneren ziehen. Dies ist insbesondere deshalb der Fall, weil der Urin normalerweise nicht den ganzen Tag den gleichen PH-Wert aufweist, sondern eine charakteristische Rhytmik durchläuft.
Welche Folgen haben Störungen des Säure-Basengleichgewichtes? Welche Symptome können entstehen?
Bei Übersäuerungs- Zuständen kommt es zu einer Verminderung der Basen Reserve im Organismus und in der Folge zur Regulationsstarre. Die normalen PH- Schwankungen im Urin sind bei einer Regulationsstarre nicht mehr nachweisbar (PH Wert gleichbleibend 5).
Störungen im Säure-Basen-Gleichgewicht insbesondere Uebersäuerung haben Auswirkungen auf sämtliche Organe und Körperfunktionen. Folgende Symptome und Erkrankungen können entstehen:
Diese Auflistung ist nicht vollständig, aus den bisherigen Erklärungen versteht sich, dass der gesamte Organismus von einem ausgeglichenen Säure-Basenhaushalt abhängt und bei Ungleichgewicht die unterschiedlichsten Krankheiten entstehen können.
Wie kann eine Übersäuerung im Körper erkannt werden?
Eine gängige Methode zur Bestimmung des PH-Wertes ist die Verwendung von Indikatorpapier. Je nach PH-Bereich färbt sich der Indikator blau (basisch) oder rot (sauer). Zur Diagnose einer möglichen Übersäuerung im Körper wird oft die Bestimmung des Urin-PH-Wertes mit Indikatorpapierstreifen empfohlen.
Es können mit handelsüblichen Indikatorpapier allerdings nur sogenannte freie, d.h. ungebundenen Säuren erfasst werden. Die mit dem Urin ausgeschiedenen Säuren liegen aber nur zu 1 % ungebunden vor. Die restlichen 99% werden in gebundener Form ausgeschieden und können dadurch mit PH-Indikatorstreifen nicht bestimmt werden. Das Ergebnis einer solchen Urin-PH-Messung führt daher leicht zu einer Fehlinterpretation des Säure-Basen-Status im Körper.
Ebenfalls zu Falschresultaten führen Messungen z.B. nach Fütterung oder unter Stresseinwirkungen etc.
Bei chronischen Krankheiten sollte 1x im Monat über 1 Woche lang (auch während der Therapie mit basischen Substanzen) mit Hilfe eines Indikatorpapiers am besten in der Skala PH 5 -9 der PH-Wert des Harns bei jedem Urinieren gemessen werden.
Beim Gesunden finden sich Schwankungen zwischen pH 5-8. Bei Übersäuerung ist der pH Wert starr bei 5, bei Überalkalisierung bei 8-9.
Die aussagekräftigsten Auswertungen sind deshalb mehrere Untersuchungen in ausgerichteten Laboren, welche u.a. die Tagesrhytmik berücksichtigen und gleichzeitig Sedimente und Beimengungen wie z.B. Struvit, Calciumoxalat, Blut, Eiweiss mituntersuchen, welche weitere Aufschlüsse vermitteln.
Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei Störungen im Säure- Basenhaushalt?
Die richtige Ernährung ist der wichtigste Therapiebestandteil. Tatsächlich sollte ein gutes Futter z.B. für Hunde leicht angesäuert sein. Haben Sie schon mal ein Futtermittel gesehen, welches den PH-Wert ausweist? Dies ist leider nur sehr selten der Fall. Nicht unbedenklich ist die Rohfütterung (barfen). Fleisch in hohen Mengen führt zu einer Übersäuerung des Körpers. Ein passendes Futtermittel zu finden, ist deshalb oft nicht einfach. Bei Fragen zur Ernährung für Ihr Tier kontaktieren Sie mich mittels dem Ernährungs-Fragebogen oder rufen Sie mich an zur Terminvereinbarung.
Weitere naturheilkundliche Therapiemöglichkeiten:
Sollten Sie den Verdacht haben, dass Ihr Tier übersäuert ist, oder Sie vorbeugen möchten, dann warten Sie nicht zu lange ab. Störungen im Säure-Basenhaushalt sollten schnellst möglichst ins Gleichgewicht gebracht werden, je früher desto besser! Bitte vereinbaren Sie einen Termin mit mir.
Handelsübliche Produkte mit basischen Salzen sind erfahrungsgemäss bei Tieren nur sehr selten wirksam. Die komplexen Regulationsmechanismen verhindern nur zu oft die Aufnahme dieser Substanzen im Darm. Ein Grund mehr, den Darm in Form von Entgiftung und Sanierung bei der Therapie mit einzubeziehen.
Eine Kur zur Wiederherstellung des Gleichgewichtes des Säure-Basenhaushaltes zusammen mit der angepassten Ernährung muss mehrere Wochen evtl. auch Monate erfolgen.
Eine Therapie ist solange sinnvoll, bis der Morgenharn basische Werte zeigt bzw. ohne Therapie normale PH- Schwankungen im Tagesverlauf erreicht werden.
Auch macht es Sinn, diese Kuren in regelmässigen Abständen zu wiederholen.
Eine Überalkalisierung ist mit den handlesüblichen Präparaten bisher nicht berichtet worden .
Es besteht aber auch die Möglichkeit eine entsprechende Nahrungsergänzung für das Problem Ihres Tieres gezielt zusammenzustellen (in diesem Falle rufen Sie mich bitte an und vereinbaren Sie einen Termin).
Viele anderweitig nicht therapierbare Erkrankungen wie Magen- Darm-, Leber-, Herzkreislauf- , Stoffwechsel Erkrankungen, Asthma, Diabetes, Migräne, Osteoporose, Hautleiden, Nerven und Gemütsleiden, Nierenerkrankungen und v.a. auch Gelenkprobleme etc. konnten durch den Ausgleich des Säurebasenhaushalts geheilt werden.
Bei chronisch Kranken oder älteren Tieren ist es sinnvoll eine dauerhafte Unterstützung evtl. mit weiteren immunstützenden Massnahmen zu ergreifen. Grundsätzlich ist zu erwähnen, dass eine individuell auf Ihr Tier zusammen gestellte Therapie sicherlich den besseren Effekt erzielen kann, wie eine Unterstützung allgemeiner Art.

2006 © by webmaster - Alle Rechte vorbehalten. Kopieren oder vervielfältigen gleich welcher Art von Inhalten ist nicht erlaubt!