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Es war einmal vor langer, langer Zeit im Orient. Dort lebte ein Bauer mit vielen wunderschönen Kühen. Es waren wohl die schönsten Kühe im ganzen Orient. Der Bauer liebte seine Kühe über alles. Jeden Morgen ging er zu Ihnen, striegelte sie, sprach mit ihnen und molk sie. Er gab ihnen stets das beste Futter.
Irgendwann an einem Morgen gaben sie plötzlich keine Milch mehr. Der Bauer war erstaunt, wo er doch so gut zu ihnen schaut. Er ging, ohne die Kühe melken zu können, wieder nach Hause. Und auch am nächsten Morgen gaben sie wieder keine Milch. Er konnte das einfach nicht verstehen. Denn auch in den folgenden Tagen gaben sie keine Milch mehr.
So entschied er sich, weil er dachte, dass ihr Futter doch nicht gut genug ist, sie auf eine schönere, saftigere Wiese zu bringen. Aber auch am nächsten Morgen, obwohl sie auf einer so wunderbaren Wiese waren, gaben sie wieder keine Milch. So dachte er sich, sie brauchen noch bessere Nahrung, eine noch schönere Wiese und er brachte sie auf eine noch schönere, noch saftigere Wiese. Dennoch gaben sie wieder keine Milch am nächsten Morgen.
Der Bauer war verzweifelt und dachte sich, dass er über Nacht bei den Kühen bleiben wolle, um zu sehen, was da geschieht. Er suchte sich einen Platz in der Nähe der Kühe und richtete sich ein, um die Nacht dort zu verbringen. Es war eine wunderschöne klare Nacht. Die Sterne strahlten zu tausenden am Himmel.
Zuerst geschah lange Zeit nichts, doch plötzlich fiel eine Strickleiter vom Sternenhimmel herunter bis auf den Boden. Es schien aus komme sie aus dem Nichts. Und plötzlich stiegen Frauen diese Leiter hinunter. Eine Frau nach der anderen, eine Frau schöner als die andere. Sie strahlten und schwebten in einer Wolke aus zartem Licht. Sie kamen hinunter auf die Erde, auf den Boden, jede einen Kessel in der einen Hand und einen Korb in der anderen. Und jeder diese Frauen ging zu einer Kuh und melkte sie. Bald waren alle Kessel voller frischer Milch und die Frauen gingen zurück zur Leiter und stiegen eine nach der anderen wieder in den Sternenhimmel hinauf.
Der Bauer schaute sprachlos diesem Treiben zu und konnte gar nichts tun. Er ging nach Hause und dachte die ganze Zeit über das Erlebte nach. Am Abend ging er wieder zurück auf die Wiese. Er entschloss sich, diesmal einzugreifen. Also richtete er sich wieder für die Nacht ein und wartete auf die Frauen.
Wieder viel die Strickleiter vom Sternenhimmel herunter und wieder kamen die Frauen mit ihren Kesseln und Körben in den Händen herunter wie Feen. Jede molk eine Kuh und ging zurück zur Leiter, um diese wieder emporzusteigen. Doch als die letzte Frau zur Leiter zurück ging und auch schon einige Sprossen erklommen hatte, da rannte der Bauer los und packte sie am Arm. Er sagte zu ihr: „Du bleibst hier, du bleibst bei mir. Du bist die schönste Frau von allen, bitte bleib bei mir.“ Und die Frau antwortete: „Ja, ich will bei dir bleiben, wenn du mir etwas versprichst. Du darfst niemals in meinem Korb hineinschauen. Denn wenn du hinein schaust, werde ich dich verlassen müssen.“ Der Bauer versprach dies. Er nahm die Sternenfrau nach Hause. Sie stellte ihren Korb in eine Ecke.
Sie war ganz zufrieden mit dem Haus und ihr neues Leben gefiel ihr.
Und so strichen die Jahre ins Land und der Bauer und seine Frau lebten glücklich und zufrieden auf ihrem Bauernhof. Sie hatten die schönsten und fruchtbarsten Kühe im ganzen Orient und der Quell der Milch versiegte nie.
Plötzlich viel der Korb, der irgendwo in der Ecke stand, dem Bauer wieder auf. Er fragte die Sternenfrau: „Frau, was ist in diesem Korb?“ Die Frau antwortete nicht. Und dann, während sie auf dem Markt war, konnte der Bauer nicht anders und er öffnete den Korb. Er sah nichts darin. Für ihn war es einfach ein leerer Korb.
Als seine Frau spät abends nach Hause kam, fragte er sie: „Frau, wieso durfte ich nicht in deinen Korb schauen? Er ist ja leer!“ Sie stellte schweigsam ihre Einkäufe ab und ihre Augen wurden unendlich traurig. Nach einem Moment der Stille antwortete sie: „Das, was in diesem Korb ist, das kannst du nicht sehen, das kannst du nicht verstehen. Und jetzt hast du dein Versprechen gebrochen und ich muss dich verlassen.“
Die Frau nahm ihren Korb, gab ihrem Mann einen Kuss und ging aus dem Haus. Der Bauer schaute ihr nach und sah, wie die Strickleiter vom Sternenhimmel herunterpurzelte. Sie Sternenfrau stieg die Sprossen in den Himmel empor, ohne noch einmal zurückzuschauen.