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Am Wochenende sind mein Mann und ich mit dem Velo nach Aarau gefahren. An der Aare auf einem Weg den sich Velos und Fussgänger teilen war wie plötzlich aus dem Nichts eine Schlange zwischen uns auf dem Weg. Sie war so ein bisschen eingeschlängelt, ungefähr eineinhalb Meter lang, ihr Schwanz reichte fast bis zum Reifen meines Mannes und ihr Kopf war erhoben auf Höhe meiner Wade, die unbekleidet ca. 5 cm vor ihrem Kopf vorbeiradelte, während sich die Schlange in ihrer Weisheit etwas mehr zusammenzog, damit sie nicht von uns verletzt wird. Das sind die Tatsachen.
Horrorfilm im Kopf
Und hier mein Kopfkino dazu und ich staune heute noch, wie viele Filme mein Denken produzieren kann in wenigen Sekunden: Ich sah die Schlange hochschnellen und ihre scharfen, giftigen Zähne in meinen Unterschenkel rammen. Ich sah meinen Mann über ihrem Schwanz fahren und ich sah sie weiter in ihre angefangene Richtung unter meinen Veloreifen drunterschlüpfen.
Die Realität war soviel freundlicher
Und so habe ich verpasst eine weise friedliche Schlange zu sehen, ich habe verpasst ein Foto zu machen von diesem wundervollen Wesen, ich habe verpasst anzuhalten und hinzuschauen und zu staunen. Dankbar bin ich, dass die Schlange präsent, achtsam und weise war, und dass sie an diesem Tag meine Lehrerin war. Kennst Du auch solche Situationen?