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Das Kühlschiff «Petrozavodsk» der russischen Fischereiflotte geriet in der Barentssee in Seenot. Das Schiff lief an der Bäreninsel auf Klippen auf und wurde dabei schwer beschädigt. Die Besatzung konnte jedoch durch die norwegische Küstenwache gerettet werden.
Norwegische Spezialisten haben vor der arktischen Bäreninsel die Besatzung des russischen Fischereischiffes «Petrozavodsk» aus Seenot gerettet. Die zwölf Seeleute wurden nach Aussagen des Rettungsdienstes in Bodö bei dichtem Nebel mit einem Hubschrauber von der auf Grund gelaufenen «Petrozavodsk» evakuiert und auf die Bäreninsel geflogen. Das Schiff hatte am Montag 11. Mai um 05:00 Uhr SOS-Signale gesendet, welche von zwei norwegischen Küstenwachschiffen und vier russischen Fischereitrawlern empfangen wurden.
Laut dem Gouverneur von Svalbard sah die von Satelliten aufgezeichnete Fahrstrecke der «Petrozavodsk» so verdächtig aus, dass entschieden wurde, von der Besatzung Blutproben zu nehmen. Die aufgezeichneten Daten zeigen, dass die «Petrozavodsk» direkten Kurs in Richtung der Insel hielt. Der Alkoholtest des Kapitäns ergab einen Blutalkoholgehalt von 1.3 ‰, dieser gab jedoch zu Protokoll, dass er erst nach der Havarie getrunken habe. Angeblich soll der ebenfalls alkoholisierte Steuermann zur Zeit des Unglückes eingeschlafen sein.
Die 178 km² grosse Bäreninsel, norwegisch Bjørnøya, liegt zwischen dem Nordkap und Spitzbergen in der Barentssee. Im Jahr 2002 wurde die Insel samt umliegenden Gewässern zum Naturschutzgebiet erklärt. An ihren steilen Felsen nisten gerade zu dieser Jahreszeit unzählige Seevögel, darunter die selten gewordene Trottellumme. Nach dem Unglück wurden tote Vögel im Wasser gesichtet. Das Ausmass der Schädigung ist aber derzeit unklar.
Der norwegischen Küstenwache zufolge konnte ist das bei der Havarie ausgetretene Dieselöl in der Zwischenzeit verdunstet. Klippen und raues Wetter erschweren die Bergung des gestrandeten Schiffes. Die Behörden fürchten, dass die «Petrozavodsk» beim Versuch, sie wieder flottzumachen, sinken könnte. Laut Lloyd's List vom 14. Mai besteht zudem die Gefahr, dass der Aufprall auf die Klippen eine Felslawine nach sich zieht.
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