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Futurist par excellence: Robert Jungk (11. Mai 1913 - 14. Juli 1994)
1933, nach dem Reichstagsbrand, verhafteten die Nazis auch den 20jährigen Studenten Robert Jungk, der in der linken jüdischen Jugendbewegung und im Widerstandskreis Schulze-Boysen aktiv gewesen war. Aber ein Neffe von Reichsbankchef Schacht konnte ihn befreien, und so gelangte er ins Pariser Exil, studierte ab 1939 bei Karl Meyer in Zürich Geschichte und lieferte der «Weltwoche» Artikel, von denen ihn 1943 einer wegen Missachtung des Arbeitsverbots ins Interniertenlager brachte. Von Meyer zum «hochgemuten Pessimisten» geschult, war er ab 1946 Korrespondent in Paris und New York und sammelte Material für das Buch, das ihn 1952 zum führenden Futurologen Europas machte: «Die Zukunft hat schon begonnen. Amerikas Allmacht und Ohnmacht». Es sind Reisebilder, aber er zieht daraus das Fazit, Amerika sei Dank seiner Technologie zwar wesentlich weiter als Europa, doch der Fortschritt habe seinen (ökologischen) Preis und «Amerikanismus» bedeute am Ende, dass der Mensch mehr und mehr in eine von Leistungsdruck, entfremdeter Arbeit, Frustration und Lebensangst bestimmte Welt eingespannt sei. Mit «Heller als tausend Sonnen» (1956) und «Der Atomstaat»(1977) auch führend in der Antiatombewegung, hoffte Jungk bis zu seinem Tod im Jahre 1994 trotzig weiter, was sein legendärer Erstling am Ende evozierte: dass die Zukunft «nicht einfach eine Übersteigerung der schreckensvollen und bedrängten Gegenwart» sei.