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In Rot ein mit einem silbernen Schwert gekreuzter silberner Schlüssel, überdeckt von einer ausgerissenen dreiblättrigen grünen Linde.
Schwert und Schlüssel sind die Attribute der Ferenbalmer Kirchenpatrone
Petrus und Paulus. Die Linde weist auf die Zugehörigkeit zum Amt Laupen
hin (geschaffen 1922, bestätigt 1944).
FERENBALM als bernischer Vorposten „ennet der Saane“ lag seit dem ausgehenden Mittelalter im Grenzgebiet zwischen Savoyen und Burgund einerseits und den stark westlich orientierten Zähringerstädten Bern und Freiburg andererseits. Diese Grenzlage hat das Gesicht der Gemeinde in mehrfacher Hinsicht geprägt. Konfessionell mit der Abtrennung von Wallenbuch, das unter Freiburger Einfluss in der Reformation katholisch geblieben ist. Siedlungsmässig ist die Gemeinde ein Übergangstyp zwischen der Streusiedlung des Forstgebietes und den Dorfsiedlungsgemeinden des Seelandes.
Der Ortsname „Ferenbalm“ bedeutet das von Bern aus gesehen „ferne Balm“ (im Gegensatz zum näheren Oberbalm). Er erscheint als „Balmo“ erstmals in einer gefälschten Urkunde, angeblich aus dem Jahre 961. Spätestens in römischer Zeit war jedoch das Gemeindegebiet bereits besiedelt, worauf Funde, Flurnamen, wie z.B. Murihubel, und auffällig regelmässige Grenzverläufe mit der Enklave Wallenbuch hinweisen.
„Balm“ hiess ursprünglich die Höhle im Sandsteinfelsen unter der Kirche, die vermutlich eine Einsiedelei und bis zur Reformation eine der heiligen Radegundis geweihte Kapelle enthielt. Reste sind heute noch sichtbar.
Die Einwohnergemeinde ist 1798 aus folgenden acht Dörfern und Weilern hervorgegangen: Ferenbalm, Biberen, Rizenbach, Kleingümmenen, Gammen, Vogelbuch, Jerisberg und Haselhof. Diese alten „Dorfgemeinden“ bildeten zur Zeit der Dreifelderwirtschaft je einen eigenen Flurbezirk und regelten Anbau und Allmendnutzung für sich selbst. Sie haben sich je nach Verkehrslage und Sozialstruktur ganz unterschiedlich entwickelt und sind entweder zu Wohn- und Gewerbesiedlungen angewachsen (Beispiel Kleingümmenen und Biberen) oder aber mehrheitlich bäuerlich geblieben (Beispiel Jerisberghof und Gammen).
Die 1960 einsetzende Bautätigkeit in Kleingümmenen, Rizenbach und Biberen wurde schliesslich stark von der verkehrsgünstigen Lage beeinflusst.
Die Landwirtschaft war lange Zeit der wichtigste wirtschaftliche Zweig und wurde durch die Güterzusammenlegungen Ferenbalm-Wallenbuch (1962-1979), Gurbrü-Wileroltigen (1961-1981) und Gümmenen (1963-1966) rationalisiert. Heute zählen wir in der Gemeinde noch rund 25 hauptberufliche oder vorwiegend hauptberufliche Landwirte.
Zahlreiche kleine bis mittlere Gewerbebetriebe haben sich in unserer Gemeinde etabliert (zum Teil bereits über Generationen) und bieten Arbeitsplätze an. Die grosse Mehrheit der erwerbstätigen Bevölkerung arbeitet heute jedoch auswärts.
Quelle: Jean-Pierre Anderegg „Ferenbalm / Struktur und Entwicklung einer Landgemeinde“, erschienen 1973 im Rahmen der Europäischen Hochschulschriften
(Ansichtsexemplar bei der Gemeindeverwaltung vorhanden)