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Wenn wir draussen im Feld eine Flechte betrachten, dann machen wir uns nicht nur Gedanken über Aussehen und Grösse, wir lassen auch Beobachtungen zum Lebensraum und zum Kleinstandort in unsere Überlegungen einfliessen. Haben wir diese Art schon einmal an einem ähnlichen Standort in einem ähnlichen Lebensraum beobachtet oder nicht? Wir überprüfen damit unsere erste Intuition, um die Ansprache der Art zu verfestigen oder nochmals in Frage zu stellen.
Werden Fundmeldungen in die Datenbank des SwissLichens eingegeben, erlauben Angaben zum Fundort einerseits eine erste grobe Beurteilung der Qualität der Bestimmung, andererseits geben sie Auskünfte über die ökologischen Ansprüche der Art. Traditionellerweise wurden Beobachtungen zum Fundort in Prosaform verfasst (z.B. in der Krone eines alten Bergahorns im Wald in der Nähe des Baches). Werden sie in standardisierter Form erhoben, können die Bedingungen am Fundort statistisch beschrieben und in Form von Graphiken und Diagrammen visualisiert werden. Neben Verbreitungskarten und Höhenprofilen können so beispielsweise auch Ansprüche an den Lebensraum oder das Substrat von Arten graphisch dargestellt werden.
Die Listen zur standardisierten Beschreibung von Fundorten der Flechten in der Schweiz sind in den drei Landessprachen Deutsch, Französisch und Italienisch verfügbar. Sie sind hierarchisch aufgebaut. Je nach Bedarf und Wissen kann eine spezifische oder allgemeinere Stufe gewählt werden. Die Lebensräume und Strukturen sind im Buch «Lebensräume der Schweiz. Ökologie − Gefährdung − Kennarten» (Delarze & Gonseth 2008) vorgestellt und beschrieben.
Für die Feldarbeit wurde eine kompakte, feldtaugliche Zusammenfassung der Listen erstellt, die auf zwei beidseitig bedruckten A4-Blättern Platz haben. Sie enthält eine Auswahl wichtigsten Lebensräume, Strukturen, Substrate und Mikrohabitate von Flechten.