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Steht die Trennung der weltweiten Methodistenkirche bevor?
Januar 4, 2020
Der methodistische Nachrichtendienst (UM News) meldet, dass konservative Gemeinden mit finanzieller Unterstützung der weltweiten Methodistenkirche (UMC) eine neue Kirche gründen sollen, verbleibende Gemeinden hingegen – neu in Regionen strukturiert – frei im Umgang mit LGBTQ-Personen sein sollen. Darauf hätten sich Vertreter konkurrierender Fraktionen geeinigt. Dem Kompromiss müsse die Generalversammlung im Mai dieses Jahres noch zustimmen.
Laut UM News hat eine 16-köpfige Gruppe von Bischöfen der UMC und anderen führenden Kirchenpersönlichkeiten den Vorschlag «Versöhnung und Gnade durch Trennung» vorgelegt. Er habe den Erhalt der Vereinigten Methodistenkirche zum Ziel, ermögliche jedoch den traditionalistisch gesinnten Gemeinden, eine neue Konfession zu bilden. Diese sollen 25 Millionen US-Dollar an Mitteln der UMC erhalten sowie ihre örtlichen Kirchengüter behalten dürfen.
Neue traditionalistische Konfession
Gemäss UM News haben sich Vertreter traditionalistischer, zentristischer und progressiver Interessengruppen und einige Bischöfen aus den USA, Afrika, Europa und den Philippinen gemeinsam auf diesen Vorschlag verständigt. Danach könne die neue traditionalistische Konfession weiterhin gleichgeschlechtliche Ehen verbieten und Homosexuellen die Priesterweihe verweigern, während die verbleibenden Regionen flexibel sein sollen, ihre Regelungen im Umgang mit LGBTQ-Personen anzupassen, wie es weiter heisst.
Bis zur Entscheidung der Generalkonferenz im Mai dieses Jahres sieht der Vorschlag laut UM News vor, auf die eigentlich seit dem 1. Januar 2020 geltende strengere Durchsetzung des im Jahr 2019 beschlossenen sogenannten traditionellen Plans zu verzichten.
Vorschlag mit Potential
Nach Einschätzung von UM News scheint das Potenzial des Trennungsvorschlags gross, die jahrzehntelange Auseinandersetzung mit dem Umgang gleichgeschlechtlicher Sexualität innerhalb der UMC gütlich zu beenden.
Der Vorschlag sei mit Hilfe des renommierten Vermittlers Kenneth Feinberg zustande gekommen, der bereits die Arbeit der Entschädigungsfonds für die Opfer der Anschläge des 11. September und für die der Ölkatastrophe der BP-Bohrinsel Deepwater Horizon überwachte.