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(afp/dpa) 23. Mai 2001
Pekings Verlautbarungen zum 50. Jahrestag der chinesischen Invasion
Zum 50. Jahrestag der chinesischen Machtergreifung in Tibet hat China
seine Herrschaft über das Gebiet mit offiziellen Verlautbarungen gefeiert.
Der Jahrestag fällt zusammen mit dem Besuch des Dalai Lama in den USA.
Die staatlichen Tageszeitungen brachten am Mittwoch seitenlange Kommentare,
in denen die Besetzung Tibets durch chinesische Truppen im Jahr 1950 und
die Unterzeichnung des «17-Punkte-Papiers» über die Eingliederung in den
chinesischen Staat am 23. Mai 1951 gerechtfertigt werden.
Die Invasion des Bergreiches sei eine «friedliche Befreiung» der Tibeter
von fremden imperialistischen Kräften und dem feudalen Leibeigenensystem
gewesen, hiess es in einem Leitartikel. Die Regierung nutzte die Gelegenheit
auch zu neuen Angriffen auf den Dalai Lama, das im Exil lebende geistliche
Oberhaupt der Tibeter. Der Dalai Lama sei immer der Erste, wenn es um die
Forderung nach religiöser Freiheit gehe, hiess es im Kommentar.
Der Dalai Lama weilt derzeit in den USA. Am Mittwoch steht ein Treffen mit
dem amerikanischen Präsidenten Bush auf dem Programm. Nach Angaben
des Weissen Hauses steht dabei dessen Stellung als hoher religiöser
Würdenträger und nicht als politischer Führer im Vordergrund.
(dpa) 23. Mai 2001
China Protest
Die Regierung der Volksrepublik China hat gegen den für heute vorgesehenen
Besuch des Dalai Lama bei US-Präsident George W. Bush protestiert.
Der Dalai Lama wird während seines Aufenthaltes in Washington auch mit
Aussenminister Colin Powell zusammenkommen. Der Sprecher des chinesischen
Aussenministeriums, Zhu Bangzao, sagte gestern, der Dalai Lama sei «keineswegs
eine rein religiöse Figur» sondern sei «schon lange in separatistische Aktivitäten
verwickelt». Tibet sei vor 50 Jahren «friedlich befreit» und «nicht besetzt» worden.
Der Sprecher des Aussenministeriums forderte die US-Regierung auf, Tibet als Teil
Chinas anzuerkennen und sich nicht in Chinas innere Angelegenheiten einzumischen.