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Ein Literat in den Kämpfen um die Reformation
1519-1605
Montaigne nannte ihn einen feinsinnigen Literaten, Katharina von Medici schätzte seine Gesellschaft, und der französische König Heinrich IV. sorgte sich ob seiner Kritik… Im Frankreich des 16. Jahrhunderts spielte Theodor Beza eine herausragende Rolle. Nach dem Tode Calvins, den er über alles bewunderte, wurde der 1519 in Vézelay geborene Franzose aber auch zum grossen Gestalter der Reformation in Genf und in ganz Europa. Als Verfasser von vierhundert Werken, als unermüdlicher Übersetzer der Bibel, als gelegentlicher Dichter und erfolgreicher Prediger – in Paris predigte er vor 6000 Menschen – gehört Theodor Beza zu den bestimmenden Figuren des Protestantismus nach der Generation von Luther, Zwingli und Calvin.
Das Internationale Museum der Reformation feiert 2019 den fünfhundertsten Geburtstag Theodor Bezas und stellt in seinem herrschaftlichen Salon repräsentative und originelle Zeugnisse seines Wirkens aus: Seine berühmten Icones der Reformation, eine erotische Jugenddichtung, eine mit Machiavellis Fürst in einem Band herausgegebene politische Schrift, einen handschriftlichen Brief Heinrichs IV., das bekannte anonyme Porträt des Reformators in jungen Jahren, aber auch das berühmte Hodler-Gemälde von 1884, das Calvin und vier Professoren im Schulhof des Collège de Genève zeigt. Die insgesamt dreissig Exponate beschreiben Theodor Beza als Dichter, Denker, Pädagogen und Diplomaten und würdigen den grossen Reformator, der auch ein grosser Genfer war, erster Rektor der mit Calvin gegründeten Akademie, fünfzehn Jahre lang Vorsteher der Compagnie des Pasteurs, und 1602 greiser Zeuge der berühmten Escalade, die er allerdings im warmen Bette verschlief…
Theodor Beza wurde unter dem damaligen Kreuzgang der Kathedrale, an dessen Stelle heute das MIR steht, bestattet. Hier wird er jetzt zu neuem Leben erweckt und hilft uns, Licht auf einige Schlüsselmomente der Geschichte der Reformation, Genfs und Europas zu werfen.
Mehr über Theodore Beza auf der Website der Bibliothèque de Genève.