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Seit jeher werden optische Filter eingesetzt, um Bildergebnisse zu verbessern. Mit modernen Kameras und digitaler Nachbearbeitung sind einige Filter kaum mehr nötig, da ihre Effekte später simuliert werden können.
Seit jeher werden optische Filter eingesetzt, um Bildergebnisse zu verbessern. Mit modernen Kameras und digitaler Nachbearbeitung sind einige Filter kaum mehr nötig, da ihre Effekte später simuliert werden können.
Einer der wichtigsten Filter ist aber durch Programme wie Photoshop nicht ersetzbar: Ein Polarisationsfilter sollte in keiner Fototasche fehlen.
Er ist für unterschiedliche Anwendungen einsetzbar:
Die Funktionsweise eines Polarisationsfilters lässt sich mit einem Sieb vergleichen, durch das das Licht durchdringen muss. Lichtstrahlen, die auf ein Objekt auftreffen, werden in der Regel als "polarisiertes Licht" reflektiert und ändern dabei ihre Eigenschaften. Diese Lichtstrahlen sind für die Reflexionen auf unseren Fotomotiven verantwortlich und überlagern als zusätzliches Licht die eigentliche Objektfarbe.
Durch den Polarisationsfilter lässt sich das polarisierte Licht kontrollieren. Die integrierten Filterfolien können Licht passieren lassen, reduzieren oder komplett sperren. Durch das "Entfernen" der Reflexion wird die eigentliche Objektfarbe deutlicher und satter erkennbar.
Der Filter besteht aus zwei Ringen. Der hintere mit Schraubgewinde wird am Objektiv fixiert, der vordere Ring dient dazu, den Filtereffekt zu steuern. Durch Drehen wird ein Teil des Lichtes ausgefiltert und die Helligkeit reduziert.
Aufgrund des teilweise gesperrten Lichtes tritt ein Lichtverlust mit dem Polarisationsfilter auf. Dieser beträgt ca. 1- 1,5 Belichtungsstufen. Es müsste also mit der zwei- bis dreifachen Belichtungszeit fotografiert werden. Der Lichtverlust wird aber durch den kamerainternen Belichtungsmesser eingerechnet und eine Korrektur ist üblicherweise nicht nötig.
Glänzende Oberflächen wie z.B. Glasscheiben verhindern eine Durchsicht und reflektieren Lichtquellen. Bei einem idealen Winkel von rund 35° können diese Reflexionen nahezu auf Null reduziert werden.
Drehe dazu den Filter solange, bis du den Effekt im Sucher siehst. Ändere gegebenenfalls deinen Standort, um einen besseren Reflexionswinkel zu erreichen.
Bei idealem Aufnahmewinkel lassen sich Spiegelungen beispielsweise auf Wasseroberflächen so stark reduzieren, dass der "Gewässerinhalt" sichtbar wird. Siehst du den Seegrund, Wasserpflanzen, Steine oder sogar Fische?
Je nach Aufnahmesituation kann die Spiegelung aber genau auch den Reiz des Bildes ausmachen und so ist vom Einsatz des Polarisationsfilters abzuraten oder die Stellung abzuschwächen.
Besonders effektvoll ist der Polarisationsfilter bei Landschaftsaufnahmen mit blauem Himmel und Wolken. Der Kontrast wird durch das Verstärken des blauen Himmels gesteigert und die Wolken wirken noch weisser.
Nicht immer ist die maximale Filterwirkung die beste. Gerade bei Landschaftsaufnahmen kann ein zu starker Effekt unnatürlich wirken. Im Hochgebirge kann ein Polarisationsfilter sogar ganz überflüssig sein, da dort das Himmelblau schon sehr intensiv ist.
Bei Aufnahme mit starken Weitwinkelobjektiven sind Polarisationsfilter nicht immer die beste Wahl. Durch den grossen Aufnahmewinkel können optische Überraschungen auftreten, die im Sucher nicht ersichtlich und erst auf dem fertigen Bild erkennbar sind.
Durch die zweiteilige Bauweise haben viele Polarisationsfilter eine relativ dicke Fassung aus Metall. Diese ragt je nach Objektiv ins Bildfeld und kann in den Ecken als dunkle Schattierung sichtbar werden. Der Effekt tritt je nach Objektivbauweise und Filtermodell schon ab 28mm Brennweite ein.
Dieser als Vignettierung bezeichnete Fehler lässt sich mit speziellen flach konstruierten Weitwinkel-Filtern (z.B. Zusatzbezeichnung Slim) vermeiden. Die Filter der Modellserie Hoya Pro 1 digital oder B+W XS-Pro und Slim sind beispielsweise weitwinkeltauglich.
Effektverlauf
Der Effekt des Filters ist bekanntlich von der Lichtrichtung und Sonneneinstrahlung abhängig. Bei Aufnahmen mit Superweitwinkelobjektiven und Bildwinkeln von 84 Grad diagonal und mehr, kann es vorkommen, dass der Effekt am linken Bildrand total anders aussieht als am rechten. Schon ab 24mm Brennweite können solche Phänomene auftreten. Den Effekt kannst du vorab zu Hause nicht prüfen, da Sonnenstand und Aufnahmerichtung nicht simulierbar sind. Nimm die Bilder sicherheitshalber mit und ohne Polarisationsfilter auf.
Mit aufgesetzter Sonnenblende ist der Filterring, den du ja für den gewünschten Effekt drehen musst, kaum erreichbar. Setze deshalb die Sonnenblende erst auf das Objektiv, nachdem du den Polarisationsfilter eingestellt hast.
Der Polarisationsfilter entfaltet seine beste Wirkung wie oben beschrieben nur im richtigen Winkel zum Licht oder der Reflexionsfläche. Solltest du einmal einen Versuch durch ein mehrschichtiges Flugzeugfenster wagen, kannst du diesen spannenden Regenbogen-Effekt erkennen.
Freu dich über die Lichtinterferenzen und setze sie kreativ ein oder nimm den Filter ab, wenn es dich stört.