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Einstieg
Epileptischer Anfall
Bei einem epileptischen Anfall kommt es zu einer vorübergehenden Funktionsstörung des Gehirns. Es gibt zahlreiche Formen epileptischer Anfälle. Die Zeichen reichen von isolierten Bewusstseinsstörungen bei Absencen (kleinen generalisierten Anfällen, früher auch Petit mal genannt) über kurze unwillkürliche Zuckungen bei erhaltenem Bewusstsein (Myoklonien) bis hin zu „grossen“ Krampfanfällen mit Bewusstseinsverlust (Grand mal).
Epilepsien können zum Beispiel nach Schlaganfällen, Kopfverletzungen oder bei Hirntumoren und degenerativen Leiden wie der Alzheimer‐Krankheit auftreten. Rund ein Drittel aller Epilepsien ist genetisch bedingt. Davon ist nur ein kleiner Teil erblich – oft handelt es sich um Mutationen, die nicht vererbt wurden („De‐Novo‐Mutationen“). Manchmal bleibt die Ursache allerdings nach wie vor unklar.
Nicht jeder Mensch mit einem oder mehreren epileptischen Anfällen hat auch Epilepsie. Von Epilepsie kann man meist erst nach mehreren spontan auftretenden Anfällen ohne erkennbaren Auslöser sprechen. Epilepsie ist keine einheitliche Krankheit, sondern eine grosse Gruppe unterschiedlicher Krankheiten mit sehr unterschiedlichen Symptomen, Verläufen und Ursachen.
Wahr und falsch
Epilepsie gehört zu den Gesundheitsstörungen, denen in der Öffentlichkeit mit einer Vielzahl falscher Vorstellungen und Vorurteilen begegnet wird. Einige richtige Aussagen zu Epilepsie sind:
- Epileptische Anfälle sind nicht immer dramatisch und mit Verkrampfungen und Zuckungen verbunden, sondern können kaum merklich ablaufen, zum Beispiel kurze Absenzen, kurze Missempfindungen etc.
- Die überwiegende Mehrzahl der Menschen mit Epilepsien hat keine geistige Behinderung.
- Epilepsie ist keine Geisteskrankheit (psychiatrische Krankheit), sondern eine neurologische Krankheit.
- Mehr als 90 Prozent aller Epilepsien sind nicht erblich.
- Menschen mit Epilepsie unterscheiden sich in ihrer Wesensart wie andere Menschen, es gibt keine typischen Wesenseigenschaften wie zum Beispiel eine besonders hohe Intelligenz.
Autor: Günter Krämer, letzte Aktualisierung: 2017