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In der von Peter von Riedmatten gestifteten Bielkapelle bei Münster
finden wir dieses Bild. Es trägt die Überschrift: GEFAHR!
Die Familie von Riedmatten
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Die von Riedmatten kommen, wie der Name sagt, von der Riedmatte bei St. Niklaus im Vispertal. Sie kamen, wie folgende Geschichte zeigt, unter äusserst ungewöhnlichen Umständen nach Münster:
Eine junge Tochter mit dem Namen Margaret Imwinkelried ging einmal auf eine Pilgerreise nach Longeborgne bei Sitten. Unterwegs musste sie in einem Gasthof in Gampel übernachten. Beim Nachtessen machte sie die Bekanntschaft mit einem sympathischen jungen Mann. Sein Name war Adrian von Riedmatten. Er war der Sekretär des Fürstbischofs Matthäus Schiner. Die zwei jungen Leute mochten einander und verbrachten die Nacht zusammen.
Als Margaret zurück nach Münster kam, war sie schwanger. Sie sagte niemanden ein Sterbenswörtchen über ihr Abendteuer, überredete aber ihren Verlobten Johann Gon, sofort zu heiraten.
In der Zwischenzeit wurde Adrian von Riedmatten Priester und später sogar Bischof. Als Margaret auf ihrem Sterbebett lag, begehrte sie, ihre letzte Beichte abzugeben. Dabei gestand sie, dass ihr erster Sohn nicht von ihrem Mann, sondern vom jetzigen Bischof gezeugt worden sei. Auf Anfrage bestätigte der Bischof ihre Aussagen.
So wurde Peter Gon von der Gon Familie enterbt und hiess von 1536 an Peter von Riedmatten. Das ist die unglaubliche aber wahre Geschichte, wie die Riedmatten nach Münster geschmuggelt wurden!
Für das Dorf war das ein Glücksfall. Die von Riedmatten wurden zur mächtigsten und wichtigsten Familie des Tales. Die vom Bischof abstammende Münstiger-Linie ist übrigens die einzige die überlebte. Peters Vater, der einflussreiche Fürstbischof, bevorteilte seinen einzigen Sohn mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung standen. Dieser wurde seinerseits angesehen und mächtig. Hildebrand, einer seiner Söhne, folgte dem Beispiel des Grossvaters und wurde der erste Riedmatten-Bischof aus Münster. Von 1565-1701 – also während fast 150 Jahren – war der Bischof von Sitten ein Münstiger. Sie hiessen Adrian II, Adrian III, Adrian IV und Adrian V.
Riedmatten-Wappen
Das war eine glorreiche Zeit für das Dorf. Es hatte politische, wirtschaftliche und finanzielle Vorteile. Viele Steuern und Abgaben flossen in die Kirchenkasse.
Als Münster und seine Grosspfarrei – sie umfasste immerhin die 10 Gommerdörfer von Selkingen bis Oberwald – immer grösser wurde, musste das Schiff vergrössert werden. Das geschah um das Jahr 1660.
Bischof Adrian V versprach, bei der Kirchenvergrösserung die Kosten für alle Giltsteinarbeiten zu übernehmen. Als man ihm die Rechnung präsentierte, soll er ausgerufen haben: „Um’s Himmels willen, habt ihr die ganze Kirche aus Giltstein gebaut!“.
Die aus Nussbaum geschnitzte Kirchentür mit doppelter giltsteinerner Portalrahmung. Sie trägt eine lateinische Inschrift, die übersetzt lautet: „Adrian von Riedmatten / Bischof von Sitten / Graf und Präfekt des Wallis / Fürst des Heiligen römischen Reiches / 1666“.
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