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Ein 82-jähriger Schweizer wollte Sterbehilfe in Anspruch nehmen, seine Familie klagte dagegen (zentralplus berichtete). Nun hat er seinem Leiden ein einsames Ende gesetzt. Dabei gäbe es Alternativen, meint Jost Schumacher.
Was ich befürchtet habe, ist letzten Freitag zur Tatsache geworden. Der Rentner, welcher sich mit dem Gericht herumschlagen musste, ob er Sterbehilfe in Anspruch nehmen dürfe oder nicht, hat das Handeln selbst in die Hand genommen und die «Abkürzung» ergriffen.
Es kann ja nicht sein, dass die Verwandten und ein Gericht über Leben und Sterben entscheiden. Der Wittwer hatte kurz vor seinem Freitod von unzumutbaren psychischen und physischen Leiden gesprochen. Dass er somit ohne seine Verwandten sein Leben in Einsamkeit besiegeln musste, scheint seine Brüder kaum zu stören.
Das Sterben menschlicher machen
Die Methode, sich selber zu töten, ohne das Pentobarbital-Natrium, ist meistens mit Schmerzen verbunden. Warum könnte man dieses Mittel nicht über Rezept verschreiben und die Umstände durch zwei Ärzte oder Psychologen prüfen lassen? Bei einer Abtreibung ist dies auch zulässig. Es würde das Sterben menschlicher machen.
«Man soll dem Sterbewilligen die Sache nicht unnötig erschweren.»
Die Sterbehilfeorganisationen sind nämlich recht teuer und haben eine Macht, über Leben und Sterben zu entscheiden, die ihnen in einem Rechtsstaat eigentlich in diesem Umfang nicht zustehen sollte.
Der Fall in Genf zeigt, dass niemand den Freitod verhindern kann, weder das Gericht noch die Familie. Dann aber soll man dem Sterbewilligen die Sache nicht unnötig erschweren und mit Leiden verknüpfen. Wir leben schliesslich nicht mehr im Mittelalter.