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Das Freizügigkeitsabkommen zwischen der Schweiz und der EU (und der EFTA) ist seit über zehn Jahren in Kraft. In diesem Zeitraum wurde der Zugang zum Schweizer Arbeitsmarkt schrittweise liberalisiert. Schweizer Unternehmen nutzen seither die erweiterten Möglichkeiten zur Rekrutierung von Fachkräften rege. Damit gewann die Zuwanderung aus dem EU/EFTA-Raum in den letzten Jahren stark an Bedeutung. Auch ausländische Unternehmen nutzen vermehrt die Möglichkeit, bis zu neunzig Tage im Kalenderjahr bewilligungsfrei eine Dienstleistung in der Schweiz zu erbringen.
Im Zusammenhang mit dieser Öffnung des Arbeitsmarktes bestand die Befürchtung, dass eine zunehmende Zuwanderung die Lohn- und Arbeitsbedingungen in der Schweiz negativ beeinflussen könnte. Deshalb waren die Auswirkungen der Zuwanderung im Zusammenhang mit der Personenfreizügigkeit auf das Lohngefüge in der Schweiz bereits in der Vergangenheit Thema verschiedener wissenschaftlicher Studien. Im Jahr 2011 hat das SECO beim Observatoire Universitaire de l’Emploi der Universität Genf eine weitere Studie in Auftrag gegeben, welche die aktuellsten Daten der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik mitberücksichtigt. Die Studie ergänzt damit die bisherigen Analysen zu diesem Thema. Sie reiht sich in die Mehrheit der Studien ein, die nur geringe Effekte feststellen. Die Autoren der Studie der Universität Genf ziehen eine mehrheitlich positive Bilanz.
Wichtigste Ergebnisse
Es konnte kein genereller Lohndruck bei Schweizer Arbeitnehmenden infolge der Personenfreizügigkeit festgestellt werden. Einzig bei Schweizer Arbeitnehmenden mit tertiärer Ausbildung (Universität, Fachhochschule oder höhere Berufsausbildung) und mittlerer Berufserfahrung (6 bis 25 Jahren) wird im Vergleich zu einem Szenario, bei dem die Ausländeranteile seit 2004 konstant bleiben, ein geringer Lohndruck festgestellt – die Reallöhne wären hier ohne Anstieg der Ausländeranteile im Jahr 2010 bis maximal 1.6% höher.
Es wird eine leicht positive Auswirkung der Personenfreizügigkeit auf die Löhne von Arbeitnehmenden mit primärem Ausbildungsabschluss (ohne Berufsbildung oder tertiärem Abschluss) geschätzt. Ausserdem wird ein leichter Lohndruck bei ansässigen ausländischen Arbeitnehmenden mit primärer und tertiärer Ausbildung vermutet. Bei Arbeitnehmenden mit sekundärer Ausbildung hat die Personenfreizügigkeit einen schwachen aber generell positiven Einfluss.
Dateianhänge:
- Studie - Auswirkung der Personenfreizügigkeit auf die Löhne in der Schweiz (Nur in Französisch verfügbar) (pdf, 1230kb)
- Die Volkswirtschaft - Die Auswirkungen der Personenfreizügigkeit auf die Löhne in der Schweiz (pdf, 293kb)
Adresse für Rückfragen:Peter Gasser, Leiter Personenfreizügigkeit und Arbeitsbeziehungen SECO, Tel. +41 (31) 322 28 40
Herausgeber:
Staatssekretariat für Wirtschaft
Internet: http://www.seco.admin.ch