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«My Cousin Rachel» beginnt wie viele andere Krimis: Nach dem mysteriösen Tod seines Cousins Ambrose verdächtigt Philip dessen Frau Rachel und schwört Rache. Als Rachel auf Philips Gut auftaucht, zeigt sich aber die wahre Stärke des Films: ein gutes Auge für die Inszenierung von Charakteren und ihren Beziehungen, aber vor allem auch die überragende Darbietung von Rachel Weisz.
Der Waisenjunge Philip (Sam Claflin) wird von seinem Cousin Ambrose (ebenfalls Claflin) aufgenommen und wächst als dessen Nachfolger auf. Als Ambrose krank wird, geht er zur Kur nach Italien. Philip bleibt mit seinem Patenonkel Nick Kendall (Iain Glen) und dessen Tochter Louise (Holliday Grainger) zu Hause in Cornwall. Aus Ambroses Briefen erfahren sie, dass er Cousine Rachel (Rachel Weisz) kennengelernt hat und kurz darauf heiratet. Die anfängliche Freude schlägt aber bald in Misstrauen um. Ambrose wird immer kränker und verdächtigt seine Frau, ihn umbringen zu wollen. Nach Ambroses Tod will Philip Vergeltung. Doch als Cousine Rachel in Cornwall auftaucht, nimmt stattdessen eine komplizierte Liebesgeschichte ihren Lauf.
War sie es oder war sie es nicht?
Die Geschichte von «My Cousin Rachel» präsentiert sich von Beginn weg als eine Mischung aus Krimi und Drama. Die zentrale Frage des Films wird dem Publikum ganz explizit vorgestellt: War sie es oder war sie es nicht? Doch die Sogkraft dieses Rätsels wirkt nur kurze Zeit. Von einem Krimi kann bei «My Cousin Rachel» kaum die Rede sein. Überhaupt ist die Handlung des Films nicht gerade innovativ. Der grösste Teil des Films wirkt eher wie altbekanntes (Beziehungs-)Drama. Doch genau dort zeigen sich schliesslich die Stärken von Roger Michells Adaption der Romanvorlage von Daphne du Maurier. «My Cousin Rachel» überzeugt vor allem bei der Inszenierung der Charaktere und ihrer Beziehungen.
Dreh- und Angelpunkt sämtlicher Beziehungen zwischen Haupt- und Nebendarsteller ist Cousine Rachel, die mit Rachel Weisz hervorragend besetzt ist. Weisz liefert in «My Cousin Rachel» eine überragende Darbietung. Ihr Schauspiel ist subtil und vielseitig und wird durch die Kamera gekonnt unterstützt. Rachel ist nahezu in jedem Moment mindestens Verbrecherin, Geliebte, Opfer und selbstbestimmte Frau zugleich. Der Charme ihrer Figur bezaubert so über die Leinwand hinaus. Insgesamt ist «My Cousin Rachel» nicht bahnbrechendes Kino, aber die Spannung, die Weisz so mühelos zu erzeugen scheint, macht den Film durchaus sehenswert.
Filmstart: 07. September 2017 / Regie: Roger Michell / Mit: Rachel Weisz, Sam Claflin, Iain Glen, Holliday Grainger
Bild- und Trailerquelle: Twentieth Century Fox Film Corporation.