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Fair Trade oder zu deutsch fairer Handel ist eine Handelspartnerschaft von Händlern im Weltnorden mit Produzierenden im Weltsüden. Die Partnerschaft beruht auf Dialog, Transparenz und Respekt. Sie will den internationalen Handel gerechter gestalten.
Fairer Handel will mit gerechtem globalem Handel Lebenschancen im Weltsüden verbessern. Dazu braucht es zwei Dinge:
1. Bessere Handelsbedingungen und mehr Rechte für Produzierende im Weltsüden
2. Aufklärung bei Konsumierenden im Weltnorden
Lebenschancen im Weltsüden verbessern
Im Zentrum des fairen Handels steht die Stärkung der Produzierenden im Weltsüden, konkret der sogenannten benachteiligten Produzierenden. Das sind zum Beispiel Kleinbäuerinnen, Erntehelferinnen oder Bergleute, die trotz harter Arbeit an der Armutsgrenze leben. Das bedeutet, sie erwirtschaften genügend für das tägliche Essen. Doch schon vernünftiges Arbeitsgerät, mehr als ein Dach über dem Kopf oder gar Schulbildung für die Kinder ist bereits unerreichbar. Nur wenn diese Menschen anständige Löhne oder Preise für ihre Produkte erzielen können, können sie dies erreichen.
Gerechter Handel betrifft die ganze Wertschöpfungskette
Der faire Handel ist mehr als ein Produktelabel. Es ist eine Bewegung, die die gesamte Wertschöpfungskette im Blick hat und mehr Gerechtigkeit für die Produzierenden im Weltsüden von allen Akteuren einfordert:
Die Kleinbauern und Bergleute etc. müssen an Verhandlungsmacht gegenüber den meist besser ausgebildeten und wesentlich grösseren Händlern aus dem Weltnorden gewinnen.
Konsumierende im Weltnorden müssen bereit sein, „faire“ Preise zu zahlen. Das kann auch heissen, dass sie mehr als aktuell ca. 10% ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben müssen. Zum Vergleich: In den meisten Ländern der Produzenten liegen die durchschnittlichen Ausgaben für Lebensmittel bei etwa 30-40%. Für arme Menschen in Ländern des Südens ist diese Zahl noch viel höher.
Da niemand gerne seine eigene Macht beschränkt, ist es wichtig, den Rahmen des globalen Handels gerechter zu gestalten. Konkret sollen Schweizer Importgesetze und globale Handelsgesetzte angepasst werden.
Wer setzt Standards, was „fair“ ist?
Fair ist ein unscharfer Begriff.
Im fairen Handel geht es als Erstes darum, benachteiligten Produzierenden im Weltsüden Preise am Weltmarkt zu ermöglichen, die ihre Existenz sichern. Einen solchen "existenzsichernden" Lebensstandard würde bei uns im Weltnorden sicher noch niemand als „fair“ empfinden. Aber es ist ein erster Schritt, der Produzierenden im Weltsüden erlaubt, zu überleben und zu mehr wirtschaftlicher Sicherheit und Unabhängigkeit zu gelangen. Ein paar grosse Hauptakteure des fairen Handels haben Standards definiert, wie dieser fairer Handel aussehen soll. Für die Schweiz sind diese Standards in den "SWISS FAIRTRADE Standards und Grundsätze" von Swiss Fair Trade geregelt. Sie beziehen sich auch auf die internationalen Grundlagendokumente des fairen Handels.
Anders als zum Beispiel der Begriff „bio“ ist der Begriff "Fairer Handel / Fair Trade" in der Schweiz nicht geschützt. „Bei uns gibt es faire Preise!“ kann die Werbung eines Geschäfts sein, welches dir Dumpingpreise offeriert – auf Kosten von benachteiligten Produzenten.