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Wer in der Schweiz an einem Computer arbeitet, überschätzt in der Regel seine Computerkenntnisse – und dies auf einem tiefen Niveau. Das zeigt eine neue Studie der ECDL Switzerland. In den Praxistests erreicht die Schweizer Bevölkerung im Durchschnitt nicht einmal die Hälfte der möglichen Punkte.
Die repräsentative Studie von ECDL Switzerland untersuchte die Computerkenntnisse der Schweizer Bevölkerung von 15 bis 64 Jahren. Bei den praktischen Tests erreichten die untersuchten Personen im Durchschnitt lediglich 46,1% der möglichen Punkte. Zudem überschätzen 78% der befragten Personen ihre Computerkenntnisse. Und es besteht eine Korrelation zwischen schlechten PC-Kenntnissen und Selbstüberschätzung. Das bedeutet, dass jene mit den schlechten Testergebnissen sich am wenigsten zutreffend einschätzen. Oder einfach gesagt: Sie wissen nicht, dass sie nichts wissen.
Schlusslicht: Excel-Kenntnisse
Am meisten werden die eigenen Excel-Computerkenntnisse überschätzt. Dies dürfte die Unternehmen recht viel Zeit kosten, weil Personen, welche sich überschätzen, die Notwendigkeit einer Schulung nicht einsehen, anderseits im Betrieb unnötige Kosten verursachen, weil sie ihre Arbeitswerkzeuge nicht beherrschen und deshalb ihre Arbeit umständlich und mit zu viel Aufwand erledigen. Die Computerkenntnisse entsprechen nicht den Anforderungen des Arbeitsplatzes.
Bei andern Applikationen sieht es besser aus, aber trotz intensiver Nutzung des Computers und einer guten Ausstattung mit PC’s und Laptops, sind die Computerkenntnisse der Schweizer Bevölkerung ungenügend. Die besten Testergebnisse werden bei der Internetnutzung und beim Umgang mit E-Mails erreicht. Die durchschnittlichen Computerkenntnisse liegen in diesem Bereich bei 50,7 %. Bei der Dateiverwaltung sinkt der Wert der Testergebnisse bereits auf 47,5%, bei der Anwendung von Word auf 47,3%. Weit abgeschlagen liegen die Testergebnisse für die Anwendung von Excel mit nur 34,1%.
Tabelle 1 zeigt im Detail in welchem Ausmass Selbsteinschätzung und effektive Kenntnisse auseinanderklaffen. Während sich bei einer Skala von „sehr gut“ bis „sehr schlecht“ 67% der Befragten als „sehr gut/gut“ einschätzen, erreichen nur 31% beim Test der Computerkenntnisse ein entsprechendes Testresultat. Die andere Hälfte der Befragten hat sich überschätzt.
Computerkenntnisse der Jungen besser
Nicht sehr überraschend zeigt die Studie zu den Computerkenntnissen der Schweizerinnen und Schweizer im Jahr 2015, dass die jüngere Generation (15-25-jährige), oft auch als Digital Natives bezeichnet, mit knapp 60% deutlich bessere Testresultate aufweisen, als der Durchschnitt.
Die Studie wurde von ECDL Switzerland durchgeführt. ECDL Switzerland wurde im Jahr 2000 gegründet und hat zum Ziel, die Entwicklung von Computerkenntnissen zu fördern. Sie ist für die Umsetzung und Koordination des ECDL Programms in der Schweiz und in Lichtenstein verantwortlich.
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