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| Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

Achtes Buch
7. Erwiderung auf die falsche Deutung der Einheit.
Ich frage demgemäß, ob durch den Glauben an Gott die Einheit bei denjenigen bestand, deren Herz und Seele eines war. Gewiß durch den Glauben: denn nur durch ihn hatten alle ein Herz und eine Seele. Und ich frage, ob es nur einen oder auch noch einen zweiten Glauben gebe. Sicherlich nur einen, auch nach der Lehre des Apostels, der so einen Glauben, wie einen Herrn und eine Taufe und eine Hoffnung und einen Gott lehrt.1 Wenn sie also durch den Glauben, d.h. durch die Gegebenheiten des einen Glaubens alle eins waren, warum erkennst du nicht die wesengemäße Einheit in denjenigen, die durch die Gegebenheiten des einen Glaubens eines sind? Alle waren nämlich zur Unschuld wiedergeboren, zur Unsterblichkeit, zur Erkenntnis Gottes, zum Glauben der Hoffnung. Und wenn das nicht gegenseitig verschieden sein kann, weil die Hoffnung eine ist und Gott einer, wie auch der Herr einer ist und die Taufe zur Wiedergeburt eine; und wenn diese mehr aus Willenserklärung als dem Wesen nach eines sind, so schreibe auch denjenigen die Einheit des Wollens zu, die dazu wiedergeboren sind! Wenn sie aber zum Wesen eines Lebens und einer Ewigkeit wiedergeboren sind, wodurch ihre Seele und ihr Herz eines war: so schwindet in denjenigen die Einheit des Willensentschlusses, die eines sind auf Grund der Wiedergeburt des gleichen Wesens.
1: Eph 4,4-6