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Auszüge aus dem Buch
Geistige Loge Zürich (Pro Beatrice)
Die Geistige Loge Zürich ist die älteste und eine der bedeutendsten christlich-spiritualistischen Gemeinschaften im deutschen Sprachraum. Zu den Lehren von Johannes Greber (1874–1944), nach dessen Auffassung die ersten christlichen Gemeinden in Verbindung mit Gottes Geisterwelt standen, besteht eine nahe Verwandtschaft.
Die Entstehungsgeschichte der Geistigen Loge ist eng mit Arthur Brunner (1898 –1994) und seiner Frau Beatrice Brunner (1909–1983) verbunden. Im Alter von elf Jahren hatte Arthur Brunner eine erste Erfahrung mit einer «Spukerscheinung». 1931 nahm er erstmals an einer spiritistischen Sitzung teil. Jahre später (1942) erschien sein Buch Die Toten leben als ein Versuch, die Unsterblichkeitslehre wissenschaftlich zu begründen und allgemein verständlich darzustellen. Durch dieses Buch wurde er mit Eduard Umbeck bekannt, dem Gründer der früher in Zürich tätigen Gesellschaft für Geistesforschung. Eduard Umbeck soll auch die Gabe besessen haben, bei anderen Personen vorhandene mediale Fähigkeiten zu wecken. Während längerer Zeit besuchte Arthur Brunner Umbeck, bis im Jahr 1945 eine entscheidende Wende eintrat. Am Weihnachtstag 1945 verlor Brunners Frau Beatrice ihr jüngstes Kind. In ihrer Trauer und im Verlangen nach Trost und Aufklärung bat Arthur Brunner Umbeck um eine Aussprache. Als Eduard Umbeck Brunners Frau Beatrice sah, waren seine ersten Worte: «Sie würden ein wunderbares Medium abgeben.» Schon am ersten Abend bei Umbeck soll sich bei Beatrice Brunner die Fähigkeit des Hellsehens eingestellt haben. Wenig später begann sie in Seancen in Trance zu sprechen. In einem kleinen Kreis wurden durch Beatrice Brunner als Medium Fragen an die geistige Welt gestellt.
In diesem Anfangstadium meldete sich durch sie am häufigsten ein Verstorbener, der sich den Namen «Petra» zugelegt hatte und angeblich katholischer Professor an der Universität Freiburg (Schweiz) gewesen war. 1947 meldete sich zum ersten Mal «Josef», ein Geist, der in seinem früheren menschlichen Leben in Schottland gelebt haben soll und der später der geistige Lehrer der Geistigen Loge Zürich werden sollte. Am 23. Oktober 1948 hielt der Geistlehrer Josef über sein Tieftrance-Medium Beatrice Brunner eine Ansprache vor einem grösseren Kreis. Dieser Tag gilt als Gründungsjahr der Geistigen Loge Zürich. Ein anderes Wesen, das sich (allerdings wesentlich später) ebenso regelmässig durch Beatrice Brunner meldete und welches nie Mensch gewesen war – also, biblisch gesprochen, ein nicht gefallener Engel –, nannte sich Lene. Sie und ihr Dual (Seelenpartner) – genannt Linus – übernahmen schliesslich die geistige Führung der Loge in enger Zusammenarbeit mit Josef und unzähligen anderen, ungenannten Helfern.
Die Mitteilungen dieser Wesen wurden alle auf Tonband, später auf Video aufgezeichnet und in Buchform oder in der Zeitschrift Geistige Welt veröffentlicht. Neben den Gottesdiensten wurden auch so genannte Frageabende abgehalten. Die gestellten Fragen entsprachen (im Gegensatz zu den Anfängen) einem gehobeneren geistigen Bildungsstand. In den nachfolgenden Jahren wuchs die Anhängerschaft weiter, im Jahre 1977 zählte die Gemeinschaft über 2000 Mitglieder, davon viele aus Deutschland. Die Geistige Loge veröffentlichte verschiedene Bücher, manche ihrer Publikationen wirkten weit über den Kreis der Mitglieder und Interessierten hinaus. So erreichte das bis 1980 vertriebene Buch Geborgenheit von Arthur Brunner eine Auflage von 100000, das Nachfolgewerk Woher–Wohin des damaligen Vorstandsmitgliedes und Iranisten Prof. Dr. Walther Hinz eine solche von über 134000 Exemplaren. Ein früheres Mitglied der Geistigen Loge Zürich ist Erika Bertschinger, die später unter dem Namen Uriella einen grösseren Bekanntheitsgrad erreichte und aus der Sicht der Geistigen Loge Zürich die geistige Lehre für ihre persönlichen Zwecke missbraucht habe.
Nach der – hier stark vereinfacht wiedergegebenen – Lehre der Geistigen Loge Zürich gibt es nur einen Gott. Er ist anfangslos ewig und der Urquell allen Lebens. Christus ist Gottes einzige unmittelbar aus ihm geschaffene Schöpfung und Sein Ebenbild (Christus wird zwar als der König der geistigen Welt betrachtet, jedoch nicht als Gott, deshalb wird auch nicht zu Christus gebetet, sondern zu Gott).
Gott wie auch Christus vereinigen beide das männliche und das weibliche Prinzip. Gott und Christus riefen drei Erzengelpaare ins Dasein. Durch fortschreitende geistige Zeugung stammen alle Engel von diesen drei Paaren ab. Ihren geistigen Leib verdanken die Engel Christus. Ihren Geistfunken, ihr Ich, verdanken sie Gott. Gott und Christus haben aber nicht nur unübersehbare Scharen geistiger Wesen geschaffen, sondern auch unendliche geistige Welten. Der «Fall» aus dem Himmelreich geschah aus der Sicht der Geistigen Loge nach einer unermesslich langen Zeitspanne vor Milliarden von Jahren. Dies geschah, weil das zweithöchste Wesen nach Christus, nämlich Luzifer (der Lichtbringer), den Platz von Christus einnehmen wollte. Mit ihm war etwa ein Drittel aller Engel. Luzifer und seine Getreuen wurden aus dem Himmelreich verbannt. Gott erbarmte sich der Abtrünnigen und liess unter der Führung von Christus das materielle Weltall und unsere Erde erschaffen. Die reuigen Abgefallenen sollten sich (inkarniert als Menschen) auf der Erde im Gottesglauben bewähren und sich durch tätige Nächstenliebe über verschiedene Erdenleben (Reinkarnation) läutern. Christus nahm das Werk der Erlösung auf sich. Das bedeutet, dass er (als Mensch auf der Erde lebend) den persönlichen Kampf mit Luzifer auf sich genommen hat und als Sieger – nun befreit vom materiellen Körper – dem unterlegenen Luzifer neue Vertragsbedingungen im Kampf um den Menschen diktieren konnte. Im Wesentlichen geht es dabei um das von Christus ausbedungene Recht, die Umkehrwilligen in ihrem Streben nach dem Reiche Gottes vermehrt zu unterstützen und Luzifers Macht einzuschränken. Damit ist aus der Sicht der Geisten Loge das Letzte Gericht gemeint. Gott und Christus schufen für den Wiederaufstieg besondere Geistesebenen mit zahlreichen Stufen. Schlussendlich werden alle einst Abgefallenen ins Reich Gottes heimkehren.
Bis zum Tod von Beatrice Brunner wurden neben den Heil-Gottesdiensten, in denen das geistige Heilen gepflegt wurde, auch Heiraten und Taufen durchgeführt. Die Vorträge und Belehrungen von den geistigen Lehrern Josef und Lene wurden als Gottesdienste angesehen. Diese dauerten in der Regel eine knappe Stunden und wurden stets mit Musik und Gebet oder einer kurzen Bibellesung eingeleitet. Nach dem Vortrag, der mit «Gott zum Gruss» eröffnet wurde, folgte Musik, dann Gebet, wiederum gefolgt von Musik. Zu speziellen Anlässen wurde das Abendmahl durchgeführt, in welchem den Mitgliedern Traubensaft und Brot überreicht wurde, welches zuvor vom Geistführer Josef gesegnet wurde. Abdankungen wurden nur ausnahmsweise abgehalten.
1983 kam es betreffend der Urheberrechte an den durch Beatrice Brunner vermittelten Vorträgen sowie im Zusammenhang mit einem Saalbauvorhaben zu einer gerichtlich ausgetragenen Auseinandersetzung innerhalb der Geistigen Loge Zürich. Dabei gründete eine Gruppe mit Arthur Brunner (dem Gründer der Geistigen Loge Zürich), zwei Rechnungsrevisoren und anderen ehemaligen Vorstandsmitgliedern und Mitgliedern den Verein «Interessengemeinschaft Geistige Loge» (siehe unten). Der grössere Teil der Geistigen Loge Zürich (inklusive Vorstandsmitglieder und einem Rechnungsrevisor) sowie Beatrice Brunner riefen ihrerseits (aus juristischen Gründen) den Verein «Pro Beatrice» ins Leben. Die Urheberrechte an den Vorträgen wurden gerichtlich Beatrice Brunner zugesprochen.
Unter der Schirmherrschaft der Geistigen Loge Zürich bzw. der Pro Beatrice finden jährlich etwa 60 Veranstaltungen statt, bei denen Tonband- und Videoaufzeichnungen der durch Beatrice Brunner vermittelten Vorträge von Josef und Lene – die Zahl der Vorträge beträgt weit über 2000 – wiedergegeben werden. Der Besuch der Veranstaltungen in dem neu errichteten, im Jahre 2001 eingeweihten Saalbau in Zürich steht grundsätzlich allen ernsthaften Interessenten offen, die sich – zumindest über die regelmässige Lektüre der Zeitschrift Geistige Welt – bereits mit der Geistlehre der Geistigen Loge Zürich vertraut gemacht haben. Einmal jährlich wird in Flims eine Meditationswoche durchgeführt. In Deutschland und Österreich bestehen mehrere Freundeskreise. Die Veranstaltungen in Zürich werden von 300 bis 500 Teilnehmern besucht. Die Zahl der Leserinnen und Leser der Zeitschrift Geistige Welt beträgt rund 3000.
Literatur:
• ABZ Verlag (Hrsg.): Beatrice Brunner: Darnach, Zürich 1983
• Walther Hinz: Neue Erkenntnisse zu Leben und Wirken Jesu, Zürich 1984
• Walther Hinz: Neue Erkenntnisse über die Schöpfung Gottes, Zürich 1991
• Zeitschrift: Geistige Welt (erscheint monatlich zweimal)
Kontakt:
• Geistige Loge Zürich, Münchhaldenstrasse 9 (Sekretariat), 8008 Zürich,
Tel. 01 4220091
• Pro Beatrice, Münchhaldenstrasse 9 (Sekretariat), 8008 Zürich,
Tel. 01 3836010
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