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«Über Grenzen - Neugierde, Hoffnung, Mut» heisst der Titel der Sonderausstellung, die am 11. Mai im Ausstellungsraum unter dem berühmten Panoramabild eröffnet wird. Im Zentrum stehen Menschen, die Grenzen errichten, überschreiten oder verteidigen, wie Museumsleiterin Irène Cramm am Dienstag anlässlich einer Medienkonferenz zum Jubiläumsjahr erklärte.
Man sei zuversichtlich, dass die Ausstellung im aktuell geschlossenen Museum im Mai trotz der Coronapandemie öffnen könne. Den kognitiven Teil der Sonderausstellung, der aus filmischen Portraits besteht, könnte man allenfalls auch digital anbieten. Beim Erlebnisbereich, wo Besucherinnen und Besucher vor Ort Grenzerfahrungen machen können, sei dies weniger gut möglich.
Das Jubiläumsjahr steht unter dem Motto «Solidarität überschreitet Grenzen». Die Ausstellungsmacher hätten sich von der Frage leiten lassen, welches damals die folgenschwersten Handlungen gewesen seien, als am 3. Februar 1871 am Ende des deutsch-französischen Kriegs die französische Ost-Armee von General Bourbaki mit 87'000 Soldaten vor den deutschen Truppen in die neutral Schweiz floh.
Mit ihrer Internierung, bei der sie Waffen und wegen der Rinderpest auch Fleisch abgeben mussten, stieg die Bevölkerungszahl in der Schweiz um 3 Prozent, wie Historiker Patrick Deicher ausführte. Sie wurden auf 190 Gemeinden verteilt, 1700 Soldaten verstarben, die anderen kehrten nach sechs Wochen in die Heimat zurück.
Der Empfang durch die Bevölkerung sei herzlich gewesen. «Die Schweiz war ein armes Land, die private Hilfsbereitschaft war gross», sagte Deicher. 1881 hielt der Maler Edouard Castres, der selber als Rotkreuz-Helfer vor Ort gewesen war, die Szene des Grenzübertritts auf einem 14 Meter hohen und 112 Meter langen Öl-Rundbild fest und legte dabei besonderes Gewicht auf die Darstellung der humanitären Schweiz.
Das Bild, an dem auch Ferdinand Hodler mitgemalt hatte, ist ein europäisches Kulturdenkmal. Das Bourbaki-Panorama in Luzern wird jährlich von 35'000 bis 40'000 Personen besucht.