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Geschichte
Obwohl das Gänsefingerkraut schon im Altertum in arzneilicher Verwendung stand, ist es primär eine Pflanze der Volksheilkunde. Bei Theophrast ist es unter dem Namen pentaphyllon und bei Diskurides als quinquefolium (= «Fünfblatt») beschrieben. Ob es sich dabei um die Potentilla anserina handelte, lässt sich heute nicht mit absoluter Sicherheit sagen. In den Kräuterbüchern des Mittelalters wird das Gänsefingerkraut ausführlich beschrieben und gegen Diarrhö und Hämorrhagien empfohlen. Lonicerus nannte die Pflanze «Genserich» und wandte sie bei Bauchgrimmen, zur Wundbehandlung und bei Augenleiden an. Er schreibt, sie «vertreibe den weissen Fluss der Weiber». Der Name Potentilla ist vermutlich die Verkleinerungsform vom lateinischen potentia, was «Macht» bedeutet und auf die grosse Heilkraft der Pflanze weist. Der Artname anserina stammt vom lateinischen anser, was «Gans» heisst. Zu diesem Namen kam die Pflanze, weil das zerkleinerte und mit Kleie vermengte Kraut den jungen Gänsen zur Aufzucht gefüttert wurde.
Botanische Merkmale
Das Gänsefingerkraut ist eine mehrjährige Pflanze mit einem kurzen, verholzten Wurzelstock, aus dem sich bis zu 80 cm lange Ausläufer bilden, die an den Knoten erneut Wurzeln schlagen. So bilden sich dichte Teppiche. Die Blätter bilden eine Rosette mit 13–21 unpaarigen, gegenständigen Fiederblättchen, die gestielt, am Rande spitz gesägt und auf der Blattunterseite silberweiss-seidig behaart sind. Am blattlosen Stängel stehen endständig die einzelnen Blüten mit fünf ovalen, goldgelben Kronblättern und zahllosen Staubblättern. Die Blütezeit ist von Mai bis September.
Vorkommen
Das Gänsefingerkraut ist ein Kosmopolit der gemässigten Zonen und als Ruderalpflanze häufig anzutreffen. Es ist nicht besonders wählerisch, bevorzugt aber lehmige Böden an sonnigen Lagen in Wiesen, an Wald- und Wegrändern, auf Ödplätzen oder in Gärten bis auf 1'600 m Höhe.
Verarbeitung
A.Vogel verwendet die gemäss aktuellem HAB hergestellte Urtinktur. Verwendet werden die frischen oberirdischen Teile von Potentilla anserina L. zur Blütezeit. Die anschliessende Potenzierung wird durch Handverschüttelung ausgeführt.
Üblich ist die Verwendung des getrockneten Krautes zur Zubereitung eines Tees. Die dicken Wurzelstöcke und die jungen Sprosse dienten früher als Wildgemüse.