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Oesterreich die nämlichen Rechte wie
Winterthur. 1364 vereinigte man Stadt und Dorf zu einer einzigen Gemeinde. Die Bewohner
von Mellingen haben in zahlreichen Treffen unter
HabsburgsBanner mitgefochten.
Zur Zeit der Eroberung des
Aargaues 1415 kam auch Mellingen an die Eidgenossenschaft und zwar «zu Randes
des Reichs»; doch behandelten die
Eidgenossen den
Ort nicht als Reichsstadt, sondern als eine ihnen untergebene
Munizipalstadt. Die Reformation wurde 1528 eingeführt, doch stellten die die Stadt nach der Schlacht bei
Kappel 1531 besetzenden
Luzerner den alten Glauben wieder her. Zur Zeit des Bauernkrieges (1653) lagen hier abwechselnd die Bauern und die Zürcher
Truppen. In dem dem zweiten Villmergerkrieg folgenden
AarauerFrieden wurde Mellingen zusammen mit dem
untern
Freiamt gemeinsames Untertanenland der
StändeBern,
Zürich
und Glarus.
Während der helvetischen Republik gehörte es zum Kanton
Baden und
kam dann durch die Mediationsakte 1803 endgiltig an den Kanton Aargau.
Schon im 14. Jahrhundert und nachher bis 1531 bildete
Mellingen ein Dekanat des Bistums Konstanz, seit 1828 ein solches des Bistums Basel.
Vergl.
Liebenau, Theod. v. Die Stadt Mellingen. Fund eines Bronzemessers auf der
Allmend; römische Münzen von Augustus bis
Nero;
im Brand ein Grabhügel. Alemannengräber heim Bildstöckli unter dem Birchwald. Mellingen liegt mitten in einem
prachtvollen Moränenamphitheater, das von einem Arm des ehemaligen Reussgletschers zur Zeit seines letzten Vorstosses ins
Mittelland aufgeschüttet worden ist. Die
Reuss durchschneidet diese 4 Endmoränen zwischen
Birrhard und
Mülligen. Vergl. darüber:
Penck, A., Ed. Brückner et
Léon DuPasquier. Le système glaciaire desAlpes (im
Bull. de la Soc. dessc.nat. deNeuchâtel. 22, 1894).
Dorf: 276
Häuser, 1783 Ew. Acker-, Wein- und Obstbau, Viehzucht.
Holzhandel.
Bruch auf ausgezeichnete Mühlsteine. Fabrikation
von Töpferwaren und Ofenkacheln,
Glashütte. Je eine grosse Weberei und
Spinnerei. Stickerei als Hausindustrie. Mechanische
Werkstätten. Grosse und schöne Pfarrkirche. Am SO.-Ende des Dorfes steht ein 1654 gestiftetes Kapuzinerkloster
mit einer 1656 dem h. Karl Borromäus geweihten Kirche. Realschule. Wasserversorgung. Das reizend schön gelegene Dorf ist
die Heimat der in der Kantonsgeschichte eine
Rolle spielenden Familie
Good, des Nationalrates Guldin, der Familie Oberli u.
des Geschichtsprofessors Dr. Hidber in Bern.
Mels hatte schon im 9. Jahrhundert eine Kirche; im 11. Jahrhundert waren es vier, deren Kollatur dem Kloster
Pfäfers zustand.
Nach dem
Sieg der
Eidgenossen über die Oesterreicher 1460 ging die Hoheit über Mels von den
Herren von
Nidberg an die Kantone
über, die denOrt unter die Verwaltung des Landvogtes von
Sargans stellten. 1768 wurde das Dorf durch
eine Feuersbrunst fast ganz in Asche gelegt. 1831-1861 versammelte sich hier die Landsgemeinde des Bezirkes
Sargans. 766:
Meile;
1290:
Mails. Der Name ist rätoromanisch
und entweder von meilg, melg =
Hirse oder von meil = Apfel herzuleiten.
Fund eines Schalensteins bei
Steigs; in
Heiligkreuz
(alt Tscherfingen) Urnengräber aus der Bronzezeit; in
Castels eine Siedelung der Eisenzeit. In
Heiligkreuz hat man 4 m unter
dem Boden vergraben einen Hochofen zum
Schmelzen von Eisenerz gefunden. Römersiedelung in
Castels, römische
Einzelfunde beim Kapuzinerkloster und im Dorf. Alemannengräber in
Plons.