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Russische Leichtathleten dürfen laut BBC und Sky News nicht an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teilnehmen. Damit zieht der Weltverband die Konsequenzen aus Doping-Enthüllungen.
Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hat die Sperre der russischen Leichtathleten auf unbestimmte Zeit verlängert. Das berichten übereinstimmend die Sender BBC und Sky sowie die russische Nachrichtenagentur Tass. Damit ist eine Teilnahme der Sportler an den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro ausgeschlossen.
Russlands Leichtathleten waren im November des vergangenen Jahres von der IAAF gesperrt worden, nachdem die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada in einem 323-seitigen Bericht Beweise für einen flächendeckenden, systematischen Betrug vorgelegt hatte. Demnach waren viele Erfolge russischer Leichtathleten das Ergebnis von Doping, der Vertuschung positiver Kontrollen sowie Korruption.
Die IAAF hatte Russland eine Liste mit Reformen an die Hand gegeben, die Sportminister Wladimir Mutko versprach, umzusetzen. Zuletzt hatte Präsident Sebastian Coe von «Fortschritten» gesprochen, die Wada kam jedoch in ihrem jüngsten Bericht zu einem anderen Schluss.
Demnach seien von Februar bis Mai dieses Jahres insgesamt 736 geplante Dopingproben aus unterschiedlichen Gründen nicht durchgeführt worden. Zudem berichtete die Wada von eklatanten Versäumnissen vieler Athleten bei der Angabe des Aufenthaltsorts.
Putin spricht sich gegen Kollektivstrafe aus
Vor der Entscheidung, über die die BBC und Sky News berichten, hatte sich Russlands Staatspräsident Wladimir Putin zu Wort gemeldet. «Es kann keine Kollektivverantwortung aller Athleten geben. Das ganze Team kann nicht verantwortlich gemacht werden für einen Einzelnen, der gegen die Regeln verstossen hat», sagte der Kreml-Chef in St. Petersburg.
Putin wies ausserdem erneut Vorwürfe wegen systematischen und von staatlichen Stellen organisierten Dopings in seinem Land zurück: «Es gibt keine Unterstützung der Regierung für Regelverletzungen im Sport, besonders nicht in der Frage des Dopings, und es kann auch keine geben.»
Vor Putin hatte bereits Russlands Sportminister Wladimir Mutko die IAAF zur Berücksichtigung der Bemühungen seines Landes im Anti-Doping-Kampf aufgefordert. In einem offenen Brief an IAAF-Präsident Coe bat Mutko, die Suspendierung «zu überdenken».
Update: Nachweislich saubere Athleten sollen sich laut Nachrichtenagentur sda trotz allem um einen Einzelstart - eventuell unter olympischer Flagge - bewerben können.
bka/bam/dpa/AP