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Seit Louis Pasteur hofft die Welt, dass es eines Tages gegen alle Krankheiten eine Impfung gibt. Frühere Zivilisationen wussten, dass Überlebende von Pockenepidemien lebenslänglich vor der Krankheit geschützt sind.
Während Jahrhunderten gehörten die Pocken zu den besonders gefürchteten Krankheiten. Ob in China, Persien oder Afrika: präventive Immunisierungen wurden bereits ab dem 6. Jht. praktiziert. Man entnahm dazu Eiter oder andere Absonderungen aus den Wunden von Kranken und ritzte die Substanzen in die Haut ein oder gab sie zum Schnupfen. Die Methode war gefährlich und konnte neue Epidemien auslösen.
Der englische Arzt Edward Jenner beobachtete, dass Viehhirten keine Pocken bekamen, und vermutete, dass der Kontakt mit Kühen, die an Kuhpocken leiden, sie schützt. Am 14. Mai 1796 infizierte er einen 8-jährigen Jungen mit dem Eiter eines kranken Tieres. Seine Methode erweist sich als wirksam und risikoarm und wird bald grossflächig angewendet. Er begnügt sich jedoch mit empirischem Beobachten und versteht das immunologische Prinzip noch nicht. Fast ein Jahrhundert später entwickelt Louis Pasteur (1822–1895) die Methode weiter.
Er besass ein für seine Epoche einzigartiges Wissen: Ihm ist klar, dass die Krankheiten durch Mikroorganismen bedingt sind und dass ältere Stämme der Krankheitserreger eine Immunisierung bewirken können, ohne dass die Krankheit ausbricht. Da er weder Arzt noch Tierarzt ist, hat er aber Mühe, die Medizinische Akademie in Paris von seinen Ergebnissen zu überzeugen.
Impfungen in der Moderne
Berühmt wird er durch seine Impfung gegen Tollwut. Er gewinnt den Impfstoff aus getrocknetem Knochenmark kontaminierter Kaninchen, und sein erstes menschliches Versuchskaninchen heisst Joseph Meister – ein 9-jähriges Kind, das von einem tollwütigen Hund gebissen wurde. Im Juli 1885 erhält der Junge 13 Injektionen innerhalb von 10 Tagen und erkrankt nicht.
Mit der Zeit lassen sich durch Immunisierung immer mehr Krankheiten verhindern, z. B. Tuberkulose (1921), Tetanus (1926) oder Poliomyelitis (1954). Die Krankheiten verlieren so auch für die Ärmsten von ihrem Schrecken.
In der Schweiz veröffentlicht das BAG (Bundesamt für Gesundheit) Empfehlungen zum Impfschutz. Hilfreich ist das noch wenig bekannte elektronische Impfbüchlein (meineimpfungen.ch).