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Ada Lovelace (†1852) war die erste Frau, der erste Mensch überhaupt, welche ein Computerprogramm schrieb. Das Programm, das sie schrieb, war für die «Analytical Engine» von Charles Babbage gedacht. Obwohl die Analytical Engine nie gebaut wurde, gilt sie dennoch als Vorläufer des Computers.
Das Programmiersprachen nicht aus Zahlen, sondern einer verständlichen Sprache bestehen ist ein Verdienst von Grace Hopper (†1992). So war sie an der Entstehung der Programmiersprache COBOL, die heute noch im Finanzsektor Anwendung findet, massbeglich beteiligt. Auch entwickelte die Mathematikerin in den 1950er Jahren den ersten Compiler. Dies ist ein Programm, welches ein für Menschen verständlich geschriebenes Programm in eine für Computer lesbare Sprache übersetzt.
Dies nur zwei Beispiele für Frauen, welche zu Beginn des Computerzeitalters die Entwicklung der modernen Informatik massgeblich prägten. Denn, zu Beginn galt Programmieren als unmännlich. Berufe in welchen viel mit Daten gearbeitet und diese Ausgewertet wurden, galten als typische Frauenberufe.
Dieser Entwicklung in die Karten gespielt haben dürfte der zweite Weltkrieg. Kurz vor und während des Krieges kamen die ersten Computer auf. Dies bedeutet auch, dass die aus dem Krieg zurückkehrenden Männer die Frauen kaum verdrängten. Es gab schlicht noch keine Programmierer und die Frauen konnten sich während der Abwesenheit der Männer die notwendigen Skills ungestört aneignen.
In den 80er-Jahren kippte dies. Männer gewannen die Oberhand in der Informatik. Eine Erklärung dafür liefert eine Studie von Jane Margolis. In dieser fand sie heraus, dass Familien viel eher Computer für Jungen als für Mädchen kauften, auch wenn die Mädchen an Computern interessiert waren. Zusammenhängen kann dies mit dem damals in der Werbung propagierten Bild, die Jungen als Gamer und Nerds, die Mädchen hingegen als Störfaktor dessen.
Dieses Bild, der Programmierer als Gamer und Nerd hat sich in den letzten Jahrzehnten in der Gesellschaft gefestigt. Es ist an der Zeit, dass sich Frauen dieses Feld zurückerobern. Wie losgelöst von Geschlechterrollen für die Informatik begeistert werden kann, zeigen wir im Kurs Empowering von Frauen in der Informatik.
Quelle:
J. Margolis, A. Fisher and F. Miller, «Caring about connections: gender and computing,» in IEEE Technology and Society Magazine, vol. 18, no. 4, pp. 13-20, Winter 1999, doi: 10.1109/44.808844.