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Strategisches Controlling: Grundlagen und Konzept
Strategische Führung hat sehr viel mit Kreativität, mit Auswahl und mit Realisierungskontrolle zu tun. Mit Hilfe von Kreativitätstechniken, Umwelt- und Unternehmensbetrachtungen wird nach Ideen für neue Erfolgspotentiale gesucht. In einem umfassenden Entscheidungsprozess werden diese Ideen in der Folge bewertet, beurteilt und, wenn sie den Anforderungen nicht genügen, ausgeschieden. Dieser Ausscheidungsprozess, der zu den zu realisierenden Ideen führt, kann mit einem Trichter dargestellt werden.
Sehen Sie anhand dieser Abbildung, die Auswahl neuer strategischer Erfolgspotenziale.
Sind die neuen Erfolgspotentiale bestimmt und wird ihre Umsetzung angegangen, folgen die Führungskräfte mit dem Führungskreislauf.
Die zu realisierenden Erfolgspotentiale werden in zu erreichende Resultate, also in Ziele umformuliert. Dabei wird überlegt, ob die Ziele mit den zur Verfügung stehenden Mitteln überhaupt erreicht werden können und ob im Unternehmen die dazu benötigten Verfahrenskenntnisse verfügbar sind oder innert nützlicher Frist aufgebaut werden können. Werden die daraus entstehenden Massnahmenpläne umgesetzt, ergeben sich automatisch Differenzen zu den Plänen, die mit dem Soll-Ist-Vergleich erhoben werden. Daraus werden in der Folge die zur Zielerreichung anzusetzenden Korrekturmassnahmen abgeleitet, die im nächsten Durchgang zu verwirklichen sind.
Da Controlling gemäss den bisherigen Erläuterungen diesen Führungskreislauf unterstützen soll, ist zu erwarten, dass es auch ein strategisches Controlling gibt. „Strategisches Controlling hat die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass heute Massnahmen ergriffen werden, die zur zukünftigen Existenzsicherung beitragen" (Schröder, 1982, 143).
Strategisches Controlling: Zweck
Damit strategische Erfolgspotentiale und strategische Pläne Wirklichkeit werden können, bedarf es des strategischen Controlling als einem diesem Führungsprozess angepassten Instrumentariums, das folgenden Zwecksetzungen gerecht wird:
- Bewertung und Beurteilung strategischer Zielvorstellungen in Hinsicht auf ihre erfolgs- und leistungswirtschaftlichen Auswirkungen,
- Unterstützung des Auswahlprozesses,
- Operationalisierung strategischer Pläne und Ziele in operativ umsetzbare Formen,
- Messung der Zielerreichung,
- Aufbau eines erfolgspotentialorientierten Berichtswesens,
- Verfolgung der Entwicklung der Annahmen, auf denen die Strategieformulierung
- basierte,
- Anstoss, bzw. Re-Initialisierung des strategischen Planungsprozesses.
Controlling soll ja helfen, den Unternehmenserfolg durch zielorientierte Verarbeitung von erfolgs- und leistungswirtschaftlichen Daten und Informationen nachhaltig zu sichern. Dieses Verständnis kann ebenso für das strategische Controlling übernommen werden. Auch in der strategischen Führung ist es Sache der Führungskräfte, die anzustrebenden Ziele festzulegen, über ihre Umsetzung zu entscheiden, die Zielerreichung zu kontrollieren und – wo nötig – die sich aufdrängenden Korrekturmassnahmen zu bestimmen und umsetzen zu lassen.
Unsere bisherige Controllingdefinition kann damit direkt auch für den Bereich des strategischen Controllings verwendet werden:
|Controlling ist der gesamte Prozess der Zielfestlegung, der Planung und der Steuerung im erfolgs- und leistungswirtschaftlichen Bereich.|
Auch in der Strategie können nur Führungskräfte Controlling betreiben, da sie über Ziele und Massnahmen entscheiden, für die Resultate verantwortlich sind und dadurch die Kontrolle selber wahrnehmen müssen. Controller sind auch im Rahmen der strategischen Führung die Dienstleister, die ermöglichen, dass die Manager selber Controlling betreiben können.