Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03589.jsonl.gz/1482

Zur 25. Ausgabe des Filmfestivals Pink Apple in 2022 gestalteten Daniel Bruttin, Mitinitiator des Festivals und Autor von schwulengeschiche.ch, und Madeleine Marti von www.lesbengeschichte.ch eine Ausstellung. Sie wurde in der Helferei Zürich und im Cinema Luna in Frauenfeld gezeigt, von wo das Festival ursprünglich stammt. Aus diesem gemeinsamen Projekt von Pink Apple, lesbengeschichte.ch und schwulengeschichte.ch entstanden die Texte in diesem Kapitel.
Pink Apple war als gemeinsames Projekt von Schwulen und Lesben gegründet worden. Man war der Meinung, dass die Akzeptanz in einer kleinen Stadt eines ländlichen Kantons grösser sei, wenn nicht nur Schwule angesprochen werden, sondern auch Lesben. An weitere Formen von sexueller Orientierung oder Identität dachte man damals nicht, ein Bewusstsein für diverse queere Identitäten entstand erst später.
1997 beschlossen fünf Männer an der Gründungssitzung, dass den Frauen ein Platz einzuräumen sei. Im Protokoll steht zu lesen:
"Es sind keine Lesben an dieser Sitzung. Wir fänden es gut, wenn sie im Programm vertreten sind, wollen aber nicht als Männer Frauenfilme auslesen."1
Später kamen dann Frauen dazu. Tatsächlich ist Pink Apple in den ganzen 25 Jahren immer von Frauen, Männern, trans und anderen queeren Menschen organisiert worden, wenn auch nicht immer in ausgewogenem Verhältnis.
Daniel Bruttin, April 2023
Quellenverweise
- 1
1. Thurgauer Schwul-lesbisches Filmfestival 1998 Protokoll der ersten Sitzung vom 2. September 1997, Pink Apple Archiv