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Mit Harry Crews gibt es nach Nic Pizzolatto einen weiteren grossartigen Noir-Autoren zu entdecken, der das Genre nach allen Regeln der Kunst beherrscht. „Florida Forever“ ist ein ätzender und, angesichts des rapiden Überalterungsprozesses der westlichen Gesellschaften, sehr weitsichtiger Roman über die wachsenden Gegensätze zwischen Alt und Jung. Angesiedelt in einem Pensionärs-Trailerpark in Florida schildert er die Versuche des kriegsversehrten Veteranen Stump, die Horde von Rentnern in Schach zu halten, die, angelockt vom ewigen Sonnenschein, nach Florida gekommen sind und nun darauf pochen, bei Laune gehalten zu werden. Der durch sinnentleerte Spielnachmittage nur mühsam gewahrte soziale Frieden wird durch die Ankunft einer jungen Entertainerin gestört, deren erotische Ausstrahlung bei den Rentnern längst vergessen geglaubte Begierden weckt, die ihnen zeigen, dass sie allen Ruhigstellungsversuchen zum Trotz noch am Leben sind.
Portrait
Harry Crews (1935 – 2012) wurde im berüchtigten Mahon County, Georgia, in bitterarmen, typischen White-Trash-Verhältnissen geboren. Nach einem dreijährigen Dienst als Marine, unter anderem in Korea, konnte er an der University of Florida studieren – wo er 1968 zum Professor für Literatur ernannt wurde und 30 Jahre lang unterrichtete. Mit seinen 16 Romanen, darunter „The Gospel Singer“ und „A Feast of Snakes“, und der Autobiographie „A Childhood: The Biography of a Place“ erwarb er sich den Ruf eines Kult-Autors.