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- Die Wahlberechtigten der Malediven haben einen neuen Präsidenten gewählt: Ibrahim Mohamed Solih.
- Abdulla Yameen, der Amtsinhaber, erhielt deutlich weniger Stimmen als der Oppositionsführer.
- Der Sieg der Opposition kommt unerwartet. Yameen war im Vorfeld hart mit seinen Kritikern umgegangen.
Oppositionskandidat Ibrahim Mohamed Solih hat auf der Inselgruppe der Malediven überraschend die Präsidentschaftswahl gewonnen. Nach Auszählung fast aller Stimmen lag er mit 58 Prozent uneinholbar vorne. Yameen, der das Ferienparadies mit harter Hand regiert, hatte sich um eine zweite Amtszeit beworben.
«Den Willen des Volkes respektieren»
Solih erklärte sich umgehend zum Wahlsieger. Er forderte Yameen auf, einen friedlichen Machtwechsel zuzulassen und politische Gefangene freizulassen. «Ich rufe Yameen auf, den Willen des Volkes zu respektieren und einen friedlichen, sanften Machtwechsel zu ermöglichen», sagte er. Der 59 Jahre alte Präsident räumte seine Niederlage zunächst nicht öffentlich ein.
Ein Sieg des Oppositionsführers hatte vorher als äusserst unwahrscheinlich gegolten, weil Yameen mit aller Härte gegen seine Kritiker vorgeht. Alle aussichtsreichen Konkurrenten des Staatschefs sitzen im Gefängnis oder mussten das Land verlassen. Am Samstag hatte die Polizei das Hauptquartier der Partei von Ex-Staatschef Mohamed Nasheed in der Hauptstadt Malé gestürmt und das Gebäude stundenlang durchsucht.