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Huene,
Karl, Freiherr von Hoiningen-, Politiker, geb. in Köln, [* 2] studierte 1856-59 in Berlin [* 3] die Rechte und trat dann in das preuß. Heer ein. Er nahm an den Feldzügen 1864, 1866 und 1870/71 teil und ließ sich 1873 als Major verabschieden, um die Verwaltung seines Gutes Groß-Mahlendorf in Oberschlesien zu übernehmen. Seit 1877 gehört er mit kurzer Unterbrechung dem preuß. Abgeordnetenhause an und 1884-93 war er auch Mitglied des Reichstags. Er schloß sich dem Centrum an, in dem er bald eine hervorragende Stellung einnahm und mit andern meist adligen Fraktionsgenossen eine gemäßigtere, der Regierung mehr entgegenkommende Richtung vertrat. Er ist ein gewandter, sachkundiger Redner und tritt zugleich für die agrarischen Interessen sehr lebhaft ein.
Besonders bekannt wurde er durch das von ihm im preuß. Landtage beantragte Gesetz (die sog.
Lex
Huene) vom nach welchem der auf
Preußen
[* 4] entfallende Anteil aus dem Ertrage der Getreide-
und Viehzölle, abzüglich eines Betrags von 15 Mill. M., den Kommunalverbänden für ihre eigenen Zwecke überwiesen wurde.
Durch die neue preuß. Steuergesetzgebung 1893 wurde diese
Überweisung wieder abgeschafft. Bei der
Beratung der Militärvorlage
im
Reichstage 1893 bemühte sich
Huene, entgegen der Haltung der Mehrzahl seiner von Lieber geführten Fraktionsgenossen,
eine Verständigung mit der Regierung zu stande zu bringen; doch vermochte er für seinen von der Regierung angenommenen
Kompromißantrag bei der entscheidenden
Abstimmung von seinen Parteifreunden nur elf zu sich herüberzuziehen. Er trat infolgedessen
aus dem Vorstand der Centrumsfraktion aus, und wurde bei der Neuwahl zum
Reichstag am 15. Juni zwar in einer Anzahl von Wahlkreisen
aufgestellt, aber nicht gewählt.
Huene genießt das besondere Vertrauen des
Kaisers, der ihn 1890 in den preuß.
Staatsrat berief.
Er ist außerdem Mitglied des Kreistages und des Kreisausschusses des Kreises
Falkenberg sowie des schles.
Provinziallandtages.
Huene schrieb «Beiträge zur Geschichte des Garde-Grenadierregiments
Königin Elisabeth».