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Bandscheibenvorfall (Diskushernie)
Der lumbale Bandscheibenvorfall (Diskushernie) ist eine der häufigsten Ursachen von Rückenproblemen. Wird die Bandscheibe überbelastet, treten im äusseren Knorpelfaserring Risse auf, wodurch die gelförmige innere Bandscheibenmasse austreten und auf einen Nerv drücken kann. Meist geht dem Bandscheibenvorfall eine lange Geschichte von Rückenschmerzen voraus.
Ursachen
Ein Bandscheibenvorfall ist meist die Folge von Alterungs- und Verschleisserscheinungen (Degeneration und Arthrose). Sie können bereits auftreten, kurz nachdem das Wachstum abgeschlossen ist.
Beschwerden
Die austretende Bandscheibenmasse führt nicht nur zu einer Kompression der Nervenwurzel, sondern auch zu einer Entzündung. Das kann zu sehr starken Beinschmerzen, Sensibilitätsstörungen und Lähmungen führen.
Untersuchung und Diagnostik
Die Diagnostik eines Bandscheibenvorfalls besteht aus einer eingehenden körperlichen und neurologischen Untersuchung, einer Röntgenuntersuchung und einem bildgebenden Verfahren (Magnetresonanz- oder Computertomographie). Diese sogenannten Schnittbildverfahren machen das Rückenmark und die Nervenwurzeln direkt sichtbar. Sie geben Auskunft über die Lokalisation, die Art und Ausdehnung des Vorfalls.
Behandlung
In vielen Fällen kann ein Bandscheibenvorfall konservativ behandelt werden. Wenn die Beschwerden aber längere Zeit anhalten und durch konservative Massnahmen nicht besser werden, ist eine Operation ratsam. Bei Vorliegen einer Blasen-Mastdarm-Lähmung oder einer signifikanten muskulären Schwäche muss operiert werden, da sonst die Gefahr einer dauerhaften Schädigung des Nerven besteht.
Bei der Operation wird der eingeengte Nerv zuerst freigelegt und danach mit einem speziellen Haken von der Bandscheibe abgeschoben, so dass der Bandscheibenvorfall zum Vorschein kommt. Mit einer speziellen Fasszange wird dann das Bandscheibenfragment entfernt.
Die Patienten/-innen können bereits am ersten Tag nach der Operation wieder aufstehen. Der Aufenthalt dauert etwa 3–4 Tage. In dieser Zeit erhalten die Patienten/-innen Instruktionen über rückengerechtes Verhalten im Alltag. In den ersten Wochen werden nur leichte physiotherapeutische Übungen als Heimprogramm durchgeführt. Erst nach Ablauf der ersten 4 Wochen wird die Physiotherapie intensiviert. Ein wochenbasiertes Physiotherapie-Schema erlaubt Kraftaufbau und Wiedererlangung der Beweglichkeit.