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Am vergangenen Donnerstag, 25. März, organisierte PBI Schweiz in Zusammenarbeit mit dem Guatemalanetz Bern und Fastenopfer ein Webinar zu den Folgen der Covid-19 Pandemie und den Stürmen Eta und Iota in Guatemala.
In einem ersten Teil ging Lesbia Artola vom Comité Campesino del Altiplano (CCDA) de las Verapaces in Guatemala auf die Folgen der tropikalen Stürme Eta und Iota ein, die diverse Regionen Zentralamerikas Ende 2020 heimsuchten. Sie konzentrierte sich dabei auf die Auswirkungen der Hurrikane in der Region Verapaces - eine der ärmsten und abgelegensten Regionen des Landes, welche die Folgen der Naturkatastrophe besonders stark zu spüren bekam. Artola schilderte, dass beinahe 15'000 Familien ihr ganzes Hab und Gut verloren haben und viele Dörfer und indigene Gemeinschaften in den Wassermengen regelrecht versanken. Sehr schmerzlich seien auch die Ernteausfälle, unter welchen die Bevölkerung bis heute leide.
"Die Krise ist noch nicht zu Ende und wird noch lange andauern." Lesbia Artola, Koordinatorin Comité Campesino del Altiplano (CCDA) de las Verapaces, Guatemala
Machtmissbrauch des Staates in Krisensituation
Ursula Roldán, Präsidentin des Stiftungsrats Fundación Tierra Nuestra in Guatemala, ging anschliessend auf die Situation auf nationaler Ebene ein. Laut ihr nimmt der guatemaltekische Staat seine Verantwortungen in der aktuellen Krisensituation nicht wahr, ganz im Gegenteil: Er verschlimmert die Situation, indem er das Recht der Bevölkerung auf Wasser und Land durch die Förderung transnationaler Mega-Projekte in der Region gefährdet und Menschenrechtsverteidiger*innen, die sich für die Umweltrechte einsetzen, kriminalisiert. Die Folgen von Korruption und Straflosigkeit bekommen insbesondere die indigenen Gemeinschaften zu spüren, meinte Roldán, weil der Staat diese am stärksten vernachlässigt. Gerade deshalb sei Solidarität unter den verschiedenen Regionen und Gemeinschaften des Landes jetzt wichtiger denn je.
"Wir erleben aktuell eine Krise der staatlichen Institutionen." Ursula Roldán, Präsidentin des Stiftungsrats Fundación Tierra Nuestra, Guatemala
Drastische Verschlechterung der humanitären Lage 2020
In einem dritten Teil kam Sandra Aeschlimann, Programmverantwortliche für humanitäre Hilfe in Zentralamerika bei der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA, auf die humanitäre Situation in Zentralamerika und insbesondere in Guatemala zu sprechen und darauf, welche Hilfe die Schweiz in der Region leistet. Aeschlimann bestätigt eine drastische Verschlechterung der humanitären Lage in Guatemala im Jahr 2020 und nennt dafür neben den Hurrikanen die Auswirkungen der starken Covid-19 Eindämmungsmassnahmen sowie die Auswirkungen des Klimawandels und der zunehmenden Ernährungsunsicherheit im Land als Hauptgründe. Obwohl die DEZA rund 3 Mio. Franken an Hilfe in den betroffenen Regionen investierte, hätte sich die Hilfestellung vor allem in den abgelegenen Regionen Nordguatemalas schwierig gestaltet. Lesbia Artola bestätigte, dass in der Regionen Verapaces bis heute tatsächlich kaum Hilfe angekommen sei. Zum Schluss hatten die drei Referentinnen die Gelegenheit, auf Aussagen und Fragen ihrer Mitrednerinnen einzugehen.
"Trotz der ernsten Situation und erschreckenden Zahlen gibt es auch sehr mutmachende Initiativen." Sandra Aeschlimann, Programmverantwortliche für humanitäre Hilfe in Zentralamerika, DEZA, Schweiz
Mehr Informationen
Guatemala: "Denn die echte Pandemie ist die Armut, wissen Sie..." von Henriette Güttinger, zeitgeschehen-im-fokus.ch, Nr. 6, 13.04.21
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