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Richemont hat am 16. September die Saison der Generalversammlungen 2015 des SMI, Swiss Market Index, abgeschlossen. Sie war geprägt von der Verordnung gegen übermässige Vergütungen (VegüV). Die Bilanz ist für Actares durchzogen: Die Vergütungen sind zwar kontrollierbarer geworden, sie bleiben aber viel zu hoch. Zudem sperren sich zu viele Unternehmen gegen eine transparente Umsetzung der Minder-Initiative.
Die bindenden Abstimmungen über die Vergütungen von Führungsgremien in börsenkotierten Unternehmen - in der Schweiz seit Anfang 2015 obligatorisch - haben nicht zu einer Senkung der Beträge geführt. Diese befinden sich weiter jenseits von Gut und Böse. Hingegen sind die Obergrenzen nun schwarz auf weiss dokumentiert und spektakuläre Ausreisser, wie in vergangenen Jahren, sind unwahrscheinlich geworden.
Einige Unternehmen respektieren die neuen Regeln und verhalten sich transparent. So liessen zum Beispiel Roche, SGS, Givaudan, Julius Bär, UBS, Swatch Group und Richemont die Generalversammlung getrennt abstimmen über die Boni des vergangenen und die festen Vergütungen des laufenden Jahres. Zu viele Unternehmen hingegen legten ihrem Aktionariat nur ein Gesamtpaket zur Abstimmung vor, was keine angemessene Beurteilung erlaubte.
Auch die von Economiesuisse empfohlene Konsultativabstimmung über die Gesamtsumme der Vergütungen des Vorjahres muss weiter gefordert werden. Es ist wichtig für das Aktionariat, in Kenntnis der Zahlen seine Meinung zur Unternehmenspraxis abgeben zu können. Roche, Swatch Group und Richemont fanden das nicht nötig.
Die Verordnung gegen übermässige Vergütungen (VegüV) gibt den Aktionärinnen und Aktionären neben der Festsetzung der Vergütungen noch weitere Rechte. Die individuelle und jährliche Wahl der Mitglieder des Verwaltungsrats erlaubt ein differenziertes Abstimmen. Aber warum koppeln Novartis, Roche, Zurich, Geberit, Swiss Re, Adecco, Credit Suisse, ABB, UBS und Richemont die Wahl in den Verwaltungsrat und ins Präsidentenamt in einem einzigen Wahlgang? Fürchten sie die Meinung des Aktionariats zur Präsidentenwahl? Aktionärinnen und Aktionäre müssen die Möglichkeit haben, Ja zum einen und Nein zum anderen zu sagen. Und wenn Swatch gleich den ganzen Verwaltungsrat ins Vergütungskomitee wählt, entspricht das auch gar nicht dem Geist der Minder-Initiative.
Das erste Jahr der Umsetzung der Minder-Initiative zeigt, dass diese ihre Wirkung nur entfalten kann, wenn das Aktionariat hartnäckig auf seine Rechte pocht. Mehr denn je ist Actares davon überzeugt, dass es wichtig ist, Aktionärinnen und Aktionäre zu vereinigen und ihnen eine Stimme zu geben.