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Shark Mouth I.
Ich werde mein russisches Motorrad – ein Ural Retro-Gespann auf der Basis einer BMW R71 aus dem Jahre 1941 – im Laufe des Sommers technisch und optisch an meine Bedürfnisse anpassen. Das Ziel ist ein Gespann im Stil der 1940er- bis 1950er-Jahre. Mit diesem Beitrag beginnt eine kleine Serie über dieses Customizing, vom historischen Hintergrund bis zur technischen Ausführung.
Der Bug des Seitenwagens soll im Stil der damaligen Nose Art aus der Aviatik bemalt werden, konkret mit einem «Shark Mouth», also einem Haifischmaul.
Das erste historisch dokumentierte «Shark Mouth» (genauer: Whale Mouth) in der Aviatik habe ich bei Eduard von Schleich (1888 - 1947) gefunden. Im Ersten Weltkrieg war Schleich ein bekannter Jagdflieger, der seine Roland C.II Ende 1916 mit dem Gesicht von einem Wal bemalte (siehe Bild). Die L.F.G. Roland C.II wurde im Ersten Weltkrieg als deutsches Aufklärungsflugzeug eingesetzt und war wegen ihrer aerodynamischen Formgebung als «Wal» bekannt.
Diese Idee wurde von anderen Piloten rund um die Welt aufgegriffen, die ihre Flugzeuge vorher mit dem «Jolly Roger» der Piraten bemalt hatten, einem Totenkopf mit zwei gekreuzte Knochen.
Eduard von Schleich ging den umgekehrten Weg: Er trug später den Totenkopf an der Mütze und am Kragenspiegel, als er für die Nationalsozialisten die SS-Fliegerstaffel aufbaute. Im Zweiten Weltkrieg war er Generalleutnant der deutschen Luftwaffe. Bei Kriegsende 1945 wurde Schleich gefangen genommen, er starb in einem US-amerikanischen Kriegsgefangenenlager.