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Julia Minnig
WHILE (TRUE)
I think a lot of things, that you really want to say, just disappear or maybe they are not that important.
I always look at myself in the little picture.
Yes, you can’t look away. You have to look at it.
I want to cover it with something.
I found something in the internet.
The data transfer gets heavier and lazier every time.
We have to find a way that is not… we already spoke about this. That I am not the victim from serbia after war and you are the… I don’t know… rich swiss girl.
It is a space where nothing happens.
They always say like ‚waiting‘, ‚true‘ and stuff like that, really heavy words.
We have to sound more professional than this.
The ‚she hamster‘. She can’t do anything.
If you want ‘while’ to last for indefinite time you have to be looking for the ‘truth’.
It is personal, but it is completely universal personal.
The only two responses can be ‚true‘ or ‚false‘, where ‚false‘ is 0 and ‚true‘ is 1. And whatever we want, we can write in 0s and 1s.
I have this idea for example and it has to do something with Britney Spears.
No one else can see you, but me and the aliens and the government.
I was so sad when my phone rang. But what can you do. A girl has got to make some money.
So we would never misunderstand each other again. It would be very easy. And it sounds also very nice. YES OR NO. ON or OFF. The information as numbers.
Die Videoarbeit «WHILE (TRUE)»* ist 2015 über eine lange Zeitspanne und grosse geografische Distanz in Kollaboration mit Jelena Nikolić entstanden. Da wir nicht im selben Land leben – Jelena lebt in Serbien und ich in der Schweiz – haben wir unsere Gespräche und Recherchen über das online Programm Skype geführt. Uns interessierte die Auseinandersetzung mit der digitalen Kommunikation und wie sich die Sprache innerhalb der digitalen Medien transformiert. Die geografische Distanz und die übliche 0,1 Sekunde Verzögerung des Skype-gesprächs machen die Zeitausdehnung unmittelbar erfahrbar und es wird eine Leere (VOID) in der Kommunikation ausgelöst. Ein „aktiver Warteraum“ entsteht. Dies führte uns zu „busy waitings“, aktives Warten, wie es in der Programmiersprache genannt wird. Erklärt wird dies anhand von zwei Hamstern, die unermüdlich auf die Antwort des Anderen warten. Es entwickelt sich ein fragmentierter Gesprächsverlauf zu Fragen nach dem Fremd- und dem Selbstbild als Künstlerinnen in einer Kultur, einer Geschichte und im Internet das sich uns als sicheren Ort anbietet. Es ist eine romantische Umgebung, in der alle Benutzer #foreveralone together eine erfüllte und freie Gemeinschaft bilden, nachdem der Zugriff auf die eigenen Daten erlaubt und den Regeln, Richtlinien und allgemeinen Geschäftsbedingungen zugestimmt wurden. Durch kontinuierliches Entdecken empfohlener Inhalte, ist uns als Benutzer die Illusion von Wahl und Individualität gewährt. Viel mehr noch wird die Idee einer Selbstdarstellung gefördert, indem den Benutzern erlaubt wird, sich selbst zu präsentieren so wie sie es sich wünschen. Jede leere Seite bietet eine gewisse Wiedergeburt in einen Raum von unendlichen Möglichkeiten und einem einfachen und schnellen Zugriff auf scheinbar alle vorhandenen Informationen. So wird der Gedanke von Freiheit und Intimität online paradox – ebenso das ‚Virtuelle‘ und das ‚Echte‘ von einander zu trennen.
*In den meisten Programmiersprachen ermöglicht das „while-Konstrukt“ die wiederholte Ausführung einer Liste von Befehlen, solange die Befehlsteuerung der „while-Schleife“ erfolgreich (als „true“) ausgeführt wird. Sobald der CONTROL-BEFEHL fehlschlägt, wird die Schleife verlassen.
Jelena Nikolić lebt und arbeitet in Belgrad. Master of Fine Arts in Transmedia Research, Faculty of Fine Arts Belgrade, 2014. Bachelor in Painting, Faculty of Fine Arts Belgrade, 2012
Julia Minnig
<email-pii>