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A Long Blue Monday
A first-class story, superbly well told
… This could have been a straightforward teenage love angst story, a young man from the wrong side of the tracks who tries to woo a young woman from the right side of the tracks…. However, von Büren is far too good a writer to give us a straightforward ‚love from the wrong side of the tracks‘ story. As in his previous works, he clearly sides with the common man and Paul Ganter is a common man. He comes from not only a poor background but a troubled one. His father and grandfather were drunks and his sister is deliberately disruptive at school…. This is von Büren’s third novel and the third that I have read and it is another fine novel. There are no fireworks, no post-modernism, no magic realism, no biting satire but what there is is a first-class story, superbly well told, with both complexities and contradictions and the story of man who lacks confidence in himself, who is not sure that he has got what he wants out of life but who, like most people, muddles through and endeavours to come to terms with where he went wrong and where he is now.(https://www.themodernnovel.org/europe/w-europe/switzerland/erhard-von-buren/a-long-blue-monday/)
… compelling and often moving… evocatively and atmospherically written… A sensitive and insightful novel about ordinary people living ordinary lives. (Goodreads: Mandy 11.11.2018)
… a very complex, rich book… It’s introspective and very quiet. Far more analysis of thoughts and feelings, than scenes and action.… The [nature] descriptions are lyrical and beautifully crafted. They are the most eloquent sign of the narrator’s rich interior life.… While reading A Long Blue Monday, I couldn’t help but think of another Swiss author, who writes similar descriptions – Robert Walser. (https://beautyisasleepingcat.com 28.11.2018)
… We get to know how young people lived their lives in the Switzerland of that time, what kind of conversations they had, what kind of parties they had, what their ideals were, what dreams they had and what they worried about, the difference between the upper classes and the others, how hard it was to move across class boundaries in real life but how easy it was to fall in love with someone on the other side – these and other things are beautifully depicted.… A Long Blue Monday is a nostalgic book. It looks back to the past and takes us on a beautiful journey. (https://vishytheknight.wordpress.com/2018/11/30)
Ein langer blauer Montag
Je älter man wird, desto mächtiger drängen Erlebnisse der Jugend ins Bewusstsein. Für den 73-jährigen Solothurner Autor ist es eine erste Liebe, die wohl am sozialen Gegensatz scheitert: Der Ich-Erzähler verliebt sich als Arbeitersohn in derTheatergruppe erfolglos in eine Tochter aus gutem Hause. Und macht mehr als einen Montag blau, um selber ein Drama zu schreiben. Über die sensibel gezeichnete Gefühlswelt junger Menschen hinaus ein stimmiges Gesellschaftsbild der Fünfzigerjahre in einer Schweizer Kleinstadt.
(Berner Zeitung, 22.05.2014, Marie-Louise Zimmermann)
Verliebtheit, Sehnsucht, Verzweiflung: Unerwiderte Liebe in den 50ern
Dem Solothurner Autor Erhard von Büren gelingt mit «Ein langer blauer Montag» ein
unterhaltsamer und vielschichtiger Roman. Darin erinnert sich ein Autor und Lehrer an früher, als er eine erste, aber auch schmerzhafte Liebe erlebte.
Erhard von Büren hat seinen dritten Roman geschrieben. «Ein langer blauer Montag» heisst das 248-seitige Buch. Von Büren übt sich darin mit viel Ironie an einem Alter ego. Er schreibt über eine Liebeserfahrung Ende der 50er-Jahre in Solothurn.
Der inzwischen älter gewordene Hauptakteur, Autor und Lehrer, will sich für ein paar Monate aus seinem Familienleben zurückziehen, um ungestört an einer Arbeit über den amerikanischen Dichter Sherwood Anderson zu schreiben. Doch seine Gedanken schweifen ständig ab, und zwar in die Zeit, in der er jung war. In die paar Monate zwischen 1958 und 1959, als er eine erste zaghafte Liebe erlebte und so schmerzliche Erfahrungen machen musste damit, dass sie für sein weiteres ganzes Leben prägend waren.
«Paul», so nennt der Autor seinen Hauptakteur, ist Sohn einer Arbeiterfamilie und bestrebt, durch Fleiss und Bildung diesem Milieu zu entkommen. Er will alles anders machen, als seine Eltern. Besonders die Alkoholsucht seines Vaters, und die daraus entstehenden finanziellen Probleme der Familie belasten den jungen Mann. Paul schwärmt für die französischen Existenzialisten, für Juliette Gréco und für die amerikanischen Filmhelden Marlon Brando und Elia Kazan. Und er ist theaterbegeistert. Sein vorläufiges Lebensziel: ein wichtiges Theaterstück zu schreiben.
An der Kantonsschule wird Camus’ «die Gerechten» einstudiert und eine Gymnasiastenclique aus dem Grossbürgertum fragt Paul an, ob er nicht auch an diesem Theater mitmachen wolle. Er hat schon etwas Theatererfahrung. Bei den Proben lernt er Claudia, Tochter aus gutem Hause, kennen und er verliebt sich unsterblich in sie. Selbstgespräche auf dem Heimweg – Monologe, Dialoge, alles, was er im eigenen Leben erfahren hatte, musste auf der Bühne dargestellt werden.
Reflektierend beschreibt der nun ältere Mann die Gefühle von Verliebtheit, Sehnsucht und Verzweiflung. «Man kann sich ein Leid antun, oder man kann sich in der Stadt ein Zimmer mieten. Irrsinn der Jugend.» Ironie und Sarkasmus, doch auch Verständnis für sich und seine Cliquenkollegen und -freundinnen schwingen im Text immer mit. «Wozu suchst du dir diese Erinnerungen zusammen, wozu soll das gut sein.»
Besonders eindrücklich gelingen von Büren die Schilderungen des Lebens und der Dialoge im Elternhaus von Paul: «Vierzehntägliches Biertheater. Natürlich nahm die Mutter das nicht schweigend hin. Am Zahltagsfreitag begann sie jeweils bereits beim Frühstück dem Vater ins Gewissen zu reden. Er solle nach der Arbeit sofort heimkommen dieses Mal. Man habe das Geld bitter nötig. Der Mietzins sei noch nicht bezahlt, nicht zu schweigen von der Krankenkasse und letztjährigen Steuern. Er könne ja nach dem Abendessen noch ein Bier trinken gehen, dagegen habe niemand etwas. Die Ermahnungen nützten selten. Und rückte er dann nachts um zwölf an, so wurde er empfangen mit einer Litanei von Vorwürfen.»
Paul hat seine Lebens-Lektion nach der unerwiderten Liebe zu Claudia gelernt. Oder doch nicht? «Lange etwas wollen, dann erreicht man es. Keinen Aufwand scheuen, dann lässt es sich zwingen. Nach diesem Grundsatz hatte ich gelebt. Und nach dem gleichen Grundsatz habe ich Claudia gewinnen wollen, ihre Achtung, ihre Freundschaft, ihr Zutrauen oder was auch immer, alles, was in den Büchern stand, die ich las, oder was in den Filmen, die ich sah, so hinreissen gezeigt wurde. Wenn ich Claudia andauernd im Kopf hatte, konnte es doch nicht sein, dass nicht auch ich in ihrem Kopf war.»
(Schweiz am Sonntag, 02.02.2014, Fränzi Rüti-Saner)