Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03232.jsonl.gz/3250

«Ich bin zufälligerweise in ein weltgeschichtliches Ereignis hineingeraten», sagt Andreas Hopf. Der Schweizer Staatsbürger wollte nach New York, aber landete im heissen Wüstensand. Der frühere Mitarbeiter des Schweizer Konzerns Roche erinnert das Geiseldrama im Gespräch mit Johanna Di Blasi (RefLab) als biografisch einschneidendes Erlebnis.
Im jordanischen Wüstenstand spielten sich bedrohliche Szenen ab. Um sich abzulenken, putzten Passagiere gemeinsam mit Stewardessen Toiletten. Die Tage der Ungewissheit liessen auch Raum für zarte Romanzen. Das Ereignis habe ihm die Zerbrechlichkeit des Lebens und die Brüchigkeit von Gesellschaften vor Augen geführt, sagt Andreas. Es habe ihn «politisch sensibilisiert».
«Tragisch, dass der Nahostkonflikt auch mehr als 50 Jahre später ungelöst ist.»
Bei der Flugzeugentführung von 1970 wurden ausser einer Maschine der Swissair auch eine britische und eine amerikanische Maschine in die Wüste umgelenkt. Flugzeuge wurden zu Waffen. Mit dem «Hijack Sunday» begann der moderne Terrorismus.
Die Dokumentation «Swissair Flug 100» findet sich in der SRF-Mediathek. Der Film enthält berührende Zeitzeugnisse, u.a. von zwei Stewardessen, einem Stewart und einem jüdischen Passagier. Die Dokumentation verbindet originales Filmmaterial mit nachgestellten Szenen.