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Die wissenschaftliche Task Force Covid-19 hat die Rolle der Jahreszeiten bei der Coronavirus-Übertragung untersucht.
Am Freitag hat das Bundesamt für Gesundheit 23 positive Coronafälle gemeldet, in den Vortagen waren es noch weniger. Seit Anfang Mai sind tägliche Neuinfektionen selten. Als einer der Gründe für den erfreulichen Verlauf gilt das Sommerwetter. Die Task Force Covid-19 hat nun untersucht, welche Rolle das Klima bei der Verbreitung des Coronavirus spielt.
Denn bei den Influenzaviren, also der Grippe, spielen die klimatischen Bedingungen eine grosse Rolle. Die Saisonabhängigkeit von Viren der Atemwege hat damit zu tun, dass im Winter die Luft kälter und trockener ist, was das Überleben der Viren begünstigt. Weil die Atemwege schnell austrocknen und auskühlen, werden Infektionen in den Atemwegen begünstigt. Zudem verbringen die Menschen im Winter mehr Zeit in Innenräumen mit weniger frischer Luft und das Immunsystem ist wegen des Vitamin-D-Mangels oft geschwächt. Zudem fehlt das UV-Licht, ein Feind des Virus. Das gilt auch für das Coronavirus. Um festzustellen, wie stark, hat die Task Force 16 Studien auf den Klimaeffekt hin analysiert.
Die Analyse zeigt, dass die klimatischen Bedingungen die Übertragung des Coronavirus beeinflussen, aber weniger als bei den Influenzaviren. «Berechnet wird dafür ein saisonaler Faktor mit der Biologie des Virus und seiner Virulenz», erklärt Marcel Tanner von der Task Force. Und dieser Faktor liegt bei Influenza bei 0,6 und bei Sars-CoV-2 bei 0,8 bis 0,9. «Der höhere Faktor bedeutet eine geringere Saisonalität», sagt Tanner.
Die Studien ergeben übereinstimmend, dass in der Schweiz mit einer geringeren Übertragung von Covid-19 im Sommer und mit einer Zunahme des Übertragungsrisikos im Herbst und Winter zu rechnen ist. In einer dieser 16 untersuchten Studien wurde der Klimaeffekt für viele Länder modelliert, auch für die Schweiz. Diese Studie schätzt, dass in der Schweiz der Sommer zu einer 10- bis 15-prozentigen Abnahme des Übertragungsrisikos des Coronavirus führen könnte. Wird es wieder kälter, folgt wieder eine 10 bis 15-prozentige Zunahme.
Zu weniger Übertragungen als in unseren Breiten kommt es in tropischen oder subtropischen Ländern. Gemäss der Task Force deuten die meisten der untersuchten Studien aber darauf hin, dass die klimatischen Effekte alleine die Covid-19-Epidemie nicht stoppen können. Denn klimatische Faktoren erklären nur einen relativ kleinen Teil der beobachteten Unterschiede der Coronaverbreitung in den verschiedenen Weltregionen. Die diversen Massnahmen wie Distanzhalten, Handhygiene, Testen, Rückverfolgung und Isolierung hätten grössere Wirkung als die Klimaeffekte. Die Task Force empfiehlt deshalb, die Hygienemassnahmen auch im Sommer nicht zu vernachlässigen.
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