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Wenn ich ein als Mensch verkleidetes Monster wäre, was müsste ich tun und wie müsste ich mich verhalten, um in Mitteleuropa als Mensch gelesen und akzeptiert zu werden?
HOW TO HUMAN?
In der Wissenschaft gibt es viele verschiedene Definitionen, was «Mensch» ist und wieso der Mensch anders ist als die Tiere. Meistens geht es bei diesen Definitionen darum, dass der Mensch etwas kann, was Tiere nicht können.
Zum Beispiel sprechen.
Zum Beispiel auf zwei Beinen gehen.
Zum Beispiel arbeiten.
Zum Beispiel kochen. Ja, zugegeben etwas komisch.
Es gibt aber Menschen, die nicht sprechen. Es gibt auch Menschen, die nicht auf zwei Beinen gehen. Es gibt auch Menschen, die nicht arbeiten oder nicht kochen. Heisst das, dass sie keine Menschen sind?
Und dann gibt es Tiere, die sprechen (Affen sprechen mit Gebärdensprache) oder auf zwei Beinen gehen (Vögel). Es gibt Tiere, die arbeiten (Bienen) und es gibt sogar Tiere, die kochen (wieder die Affen). Heisst das, dass diese Tiere Menschen sein sollten?
«Mensch sein» ist also nichts, was von «Natur» aus gegeben scheint. Vielmehr variiert das Verständnis von «Mensch sein» je nach Zeit, Ort, kulturellem Hintergrund und sozialer Klasse.
Wie zeigen sich mitteleuropäische Normbilder von «Mensch sein» in der Körpersprache? Das Projekt hat zum Ziel, gängige Normvorstellungen von «Mensch sein» auf performative Weise zu untersuchen, herauszustellen, zu dekonstruieren und anders zu denken.
Dazu möchte ich ein möglichst offenes Probenformat entwickeln, wo Erfahrungen von Diskriminierung die Ausgangslage für Improvisationen zum Thema «Mensch» bilden.
Besonders willkommen in der Recherche und bei dem Probeformat sind Menschen, die Erfahrungen mit Diskriminierung machen und Ausschluss vom mitteleuropäischen Normbild «Mensch» am eigenen Körper erleben.
Das Thema «Monster» fasziniert mich schon lange und ein Teil meiner künstlerischen Auseinandersetzung mit diesem Thema besteht im Herstellen von Kostümen, welche die*den Träger*in stark «entmenschlichen», indem kaum etwas vom Performer*innenkörper sichtbar bleibt. Die Idee für «How to Human» ist, dass die Teilnehmer*innen mit diesen Kostümen zu «Monstern» werden und so eine Art «Aussenperspektive» einnehmen zu können – denn wahrscheinlich braucht es diese, um als Mensch das «Mensch sein» überhaupt untersuchen zu können.
Wer sich an der Recherche und an den Probenformaten beteiligen will, darf sich gerne bei mir melden. Und wer Lust hat, einen Fragebogen zu den eigenen Vorstellungen zu «Mensch sein» auszufüllen, darf diesen hier herunterladen und mir per Mail oder per Post (Adresse: Noemi Egloff, Mühlebachstrasse 166, 8008) schicken. Auch Audioaufnahmen, Zeichnungen, Videobotschaften und weitere Formate sind willkommen, sowie jegliches Feedback zum Fragebogen selbst.