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Jean-Luc Godard ist am 13. September 2022, im Alter von 91 Jahren, in Rolle im Kanton Waadt verstorben. Autor eines gewaltigen Werkes, war er der international bekannteste Schweizer Filmemacher. Die Solothurner Filmtage erweisen ihm die Ehre.
Es wird bis zum Jahr 1982 dauern, bis der Name Jean-Luc Godard offiziell in einem Katalog der Solothurner Filmtage auftaucht. In jenem Jahr zeigt das Festival seinen Kurzfilm «Lettre à Freddy Buache», ein Auftragsfilm über Lausanne. Um es in den Worten des Autors zu sagen, «schafft es der Film noch nicht an die Oberfläche zu gelangen, befindet sich noch am Grund der Dinge». Als der Film bei den Filmtagen aufgeführt wird, lebt der Filmemacher seit etwas mehr als vier Jahren in der Schweiz. Die Reise von Rolle nach Solothurn ist er nie angetreten, doch jedes Mal, wenn dort eines seiner Werke gezeigt wird, weht der Atem des Poeten über die kleine Stadt an den Ufern der Aare – zum letzten Mal 2020, als sein Film «Le Livre d’images» aufgeführt wird. Noch vor drei Tagen haben wir den Tod von Alain Tanner betrauert. Gestern ist Godard ebenfalls von uns gegangen.
Die beiden Filmemacher waren bereits 1987 gemeinsam in einer Folge der auf RTS ausgestrahlten Sendereihe Spécial cinéma aufgetreten. Zwei Pfeiler der beiden Nouvelles Vagues - der eine wurde zu Beginn der 1960er-Jahre in Paris ins Leben gerufen, er andere ein paar Jahre später in Genf - sorgten in der Schweiz für den Durchbruch eines Autorenkinos, das die Solothurner Filmtage immer vertreten haben und auch weiterhin vertreten werden.