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Der Bau des ersten Kernkraftwerks der Schweiz begann im Sommer 1962 westlich von
Lucens. Das unterirdische Versuchsatomkraftwerk gab am 29. Januar 1968 erstmals
Elektrizität ins öffentliche Netz ab. Sein schwerwassermoderierter, CO2-gekühlter
Druckrohrreaktor wurde mit Natururan betrieben. Ein Jahr später, am 21. Januar 1969
wurde ein Brennstoffelement überhitzt und zerstört. Dabei entwichen radioaktive Edelgase in die Kaverne. Der Reaktor wurde daraufhin stillgelegt; es trat keine Radioaktivität in die Umwelt aus.
Die Demontage-Arbeiten dauerten bis Ende 1972. Die Kavernen wurden 1992 teilweise
mit Beton gefüllt. Der grösste Teil des Areals wurde im April 1995 aus dem Status einer
Kernanlage entlassen. Der Kanton Waadt erwarb anschliessend diesen Teil der Anlage
und benutzt ihn u.a., um archäologische Fundgegenstände zu lagern. Die übriggebliebene Parzelle mit den sechs Abfallbehältern ist im rechtlichen Sinne stets noch eine Kernanlage. Nach der Überführung der Behälter ins ZWILAG kann sie aus der atomrechtlichen Aufsicht entlassen werden.