Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03231.jsonl.gz/1384

Rollende Luzerner Katzen «Hellveticats»
Rollerderby ist ein Vollkontaktsport, indem zwei Teams à je 5 Spielerinnen gegeneinander antreten. Der Sport ist roh und aggressiv, trotzdem können sich viele Rollschuhfahrerinnen der «Hellveticats» aus Luzern für diese Sportart begeistern.
Betrachtet man die Spielerinnen des Luzerner Roller Derby Teams «The Hellveticats» vor dem Anpfiff ihres Heimspiels gegen das Innsbrucker Team «Fearless Bruisers», findet man eine bunte Mischung an Frauen vor: Lehrerinnen, Studentinnen und Vollzeitmütter sind nur ein kleiner Auszug davon. Einige der Spielerinnen könnte man fast schon als unscheinbar bezeichnen; andere stechen durch ihre Tattoos und farbigen Haare aus der Menge heraus. Kurz darauf beginnt das Aufwärmen auf dem Track (so wird das ovale Spielfeld bezeichnet) und die «Hellveticats» stehen mit Helm, Knie-, Handgelenk-, Ellbogen- sowie Zahnschonern da.
Manch einer könnte meinen, dass diese Sportart, die in den letzten Jahren in der Schweiz immer bekannter wurde, sehr aggressiv und brutal ist. Teilweise stimmt das auch. Aber eben, nur teilweise. Rollerderby ist ein Vollkontaktsport, der seine Ursprünge in den USA hat. Zwei Teams à je 5 Spielerinnen treten gegeneinander an. Während vier der Spielerinnen als Blockerinnen dienen, ist es das Ziel der fünften Spielerin, der sogenannten «Jammerin», die Gegnerinnen so oft wie nur möglich zu überholen und somit Punkte für das eigenen Team einzufahren. Fügt man diesem Rezept auch noch Rollschuhe hinzu, erhält man ebendiese Sportart, welche Frauen verschiedenster Altersgruppen verbindet.
2012 wurden die «Hellveticats Roller Derby Luzern» gegründet. Nur ein Jahr nach der Gründung konnten die «Hellveticats» ihr erstes Heimspiel veranstalten und das Team eine Spielerin nach der anderen aufbauen. Aus einer Idee von zwei verrückten Frauen entstand ein Sportverein, welcher bis zum heutigen Tag verschiedenste Frauen (und auch Männer) fasziniert. So auch die zahlreichen Zuschauer am Heimspiel vom 1. Dezember 2018. Eine Stunde nach Anpfiff mussten die «Hellveticats» ihr Jahr mit einer Niederlage beenden, was aber keinesfalls auf die Laune der Spielerinnen drückte; ganz im Gegenteil: Beherzte Glückwünsche und Umarmungen warteten auf das Innsbrucker Siegerteam.
Man könnte meinen, dass die blauen Flecken und ab und an auch einmal ein gebrochener Knochen ein zu hohes Risiko darstellen. Oder dass sich die Spielerinnen der gegenüberstehenden Teams bei solch offensivem Körpereinsatz nicht leiden können. Dem ist aber nicht so: Rollerderby ist eine Sportart, welche die Spielerinnen an ihre Grenzen gehen lässt. Eine Sportart, die einem beibringt, nach einem schmerzhaften Fall aufzustehen und weiterzumachen. Und dieses Gefühl ist den Spielerinnen einige blaue Flecken oder Prellungen wert. Die «Hellveticats Luzern» trainieren jeden Sonntag, ab 19:00 Uhr, in der Mehrzweckhalle AAL in Luzern. Interessierte sind herzlich willkommen. Anmeldungen unter www.thehellveticats.ch.
8.12.2018