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Versam eine 3 km lange Zufahrtsstrasse hinführt. Unter der Bezeichnung
«Islas» versteht man mit Alluvionen bedeckte flache
Halbinseln, in welche der Thalgrund zerlegt wurde, indem der
Vorderrhein bald gegen die eine, dann gegen die andere Thalwand
prallte. Links vom Ausgang des Versamertobels setzt die Oberlandbahn auf einer 60 m langen
Brücke aus
der
IslaBella über den
Rhein, durchbricht den Felsschuttsporn der «Krummwag» in einem 83 m
langen
Tunnel und entwickelt zwischen Krummwag und der Station
Versam-Safien eine scharfe
Schleife. Von Station und Dorf
Versam
leitet die Poststrasse über die Terrassen der linken
Seite des Versamertobels nach
SafienPlatz (4 Stunden);
zudem zweigt oberhalb des wilden, gefährlichen Aclatobels ein Strassenweg nach dem schön gelegenen Luftkurort
Tenna (1654
m) ab. Durch den Bach des Versamertobels, die
Rabiusa, findet bedeutende Holzflösserei aus den ergibigen Waldgebieten
Safiens
statt.
Zwei Schulhäuser. Das Dorf ist im Juni 1889 zur Hälfte abgebrannt.
Vor etwa 25 Jahren
hatte man in der
Schlucht hinter Versegère den Abbau eines weissen, seidenglänzenden und seifig anzufühlenden
Minerals unternommen, um daraus Talk zu gewinnen.
Eine zu diesem Zweck gebildete Aktiengesellschaft erstellte 1885 mit grossen
Kosten eine ganze Fabrikanlage (Usine de
Bordon), worauf man leider zu spät erkannte, dass es sich bloss um stark mit Quarz
gemengten Serizitglimmer ohne besondern Wert handelte.
Der 1892 eingestellte Betrieb ist dann auf ein
Lager von Ofenstein 1906 wieder
an Hand genommen worden.
Urkundliche Namensformen: 1228 Vercheseres, d. h. versus casarias, «bei den
Hütten»
(VersChesières).
2800-888 m. 6 km langes,von S. nach N.
verlaufendes Thälchen.
Entspringt an der N.-Flanke des
Bec de l'Aigle, eines W.-Ausläufers des
Mont Rogneux (3085 m) und
mündet bei Versegère von
links zum Bagnesthal aus.
Sein
Wildbach bildet im Unterlauf die Grenze zwischen den Gemeindeabteilungen
Versegère und
Les Places. Im obern Thalabschnitt liegen die AlpweidenMille im W. und
Servais im O., weiter
unten dagegen die
Maiensässe Moumi,
Venze, Le
Zeppi, Ruinarossa etc., die alle von grossen Waldungen umrahmt sind.
Ueber den
Abbau von Ofenstein vergl. den vorhergehenden Art.
Stadt: 220
Häuser, 1334 Ew. (Im Jahr 1908 zählte Versoix 270
Häuser und 1653 Ew.).
Reformierte, römisch-katholische und christkatholische Pfarrei. Zwei katholische Kirchen; aus 1858 stammende reform. Pfarrkirche.
Konfiseriefabrik; Papierfabrik; Schokoladenfabrik. Uhrsteinschleiferei. Dreherwerkstätte. Mehrere Hotels und Gastwirtschaften.
Zwei grosse Kunstmühlen. Seebadanstalt. Der Schriftsteller Louis Simond (1767-1831) war während mehrerer Jahre Bürgermeister
von Versoix. Zwischen
Versoix la Ville und der Dampfschifflände hat man einen grossen Pfahlbau aus der
Bronzezeit aufgefunden, in dem neben einem Steinbeil auch eiserne Messer und Beile zutage gefördert worden sind.
Zur Römerzeit bestand an der Stelle des heutigen Versoix eine wichtige Niederlassung, wie die (1850 aufgedeckten) Reste
einer Wasserleitung und mehrerer römischer
Villen dartun. Von der zu nicht genau bestimmbarer Zeit auf
einer Anhöhe über dem
See erstellten festen Burg hat man einige Mauerreste und daneben Waffen, Scherben von Töpferwaren
und einige Kunstgegenstände gefunden. Dass der
Flecken im Mittelalter nicht ganz unbedeutend war, zeigt eine Angabe aus dem
Jahr 1351, wonach man hier 13 Bäcker, 18 Gastwirte und 4 Gerber zählte.
Das ursprünglich zur
Herrschaft Faucigny gehörende
Schloss ward durch Agnes von Faucigny, die Witwe des
Grafen Peter von Savoyen,
dem Simon von Joinville, Herrn von Gex, vermacht. Um das Ende des 13. Jahrhunderts kam es durch Eroberung an den
Bischof von
Genf.
1302 wurde der
FleckenVersoix durch eine grosse Feuersbrunst zerstört. Nachdem der
Ort an Savoyen zurückgefallen
und 1536 von den Genfern neuerdings genommen und geplündert worden war, bestimmte man im Vertrag von
Lausanne 1564 zwischen
Bern
und dem Herzog von Savoyen die Rückgabe des
Pays de Gex samt Versoix an diesen letztern, unter der Bedingung
freilich, dass der reformierte Glauben nicht angetastet werden dürfe.
Herzog Karl Emmanuel von Savoyen machte Versoix 1589 zum befestigten
Platz und erstellte daselbst die
FesteSaint Maurice, deren
Oberbefehl er dem
Baron von
La Sarraz übertrug. Die
Genfer, für die dieser feste
Platz eine ständige Gefahr bedeutete, stellten
noch im selben Jahr eine Truppe von 800 Mann unter dem Hauptmann Lurtigny auf, welch letzterer in der
Nacht vom 7./8. November die
Feste mit Sturm nahm und einen Teil des
Fleckens in Flammen aufgehen liess. 1601 wurde Versoix
von Frankreich annektiert. Unter Ludwig XV. wollte dann der Minister Choiseul Versoix zu einem Kon-
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mehr
kurrenten Genfs ausgestalten, der den Namen Choiseul la Ville oder Versoix-Choiseul tragen sollte. Seit 1774 liess der Generalbauinspektor
Querret an der heute Versoix la Ville genannten Stelle nach speziellem Bauplan einen Hafen und einen Kanal graben, eine Brücke
errichten und Strassenzüge erstellen. Trotz aller versprochenen Vorrechte kamen aber die erhofften Ansiedler
nicht, so dass Choiseul la Ville auf dem Papier blieb und Voltaire an Madame de Choiseul folgende Verse schreiben konnte:
Und ein Reisender jener Zeit sagte zu dem ihn führenden Bewohner von Versoix, er sehe wohl das Dorf,
nicht aber die Stadt. «Die befindet sich dort, wo keine Häuser stehen», antwortete ihm sein Cicerone. 1793 wurden Versoix la Ville
und Versoix le Bourg unter dem Namen Versoix la Raison vereinigt, die Pfarrkirche in einen «Temple de la
Raison» (Tempel der Vernunft) umgewandelt und die Glocken eingeschmolzen. Das Konventsmitglied Jean Baptiste Claude Dupuy,
der in Ausführung des Gesetzes betr. die Königsmörder 1816 aus Frankreich verbannt wurde, liess sich in Versoix nieder,
wo er am im Alter von 65 Jahren starb. Durch den Turiner Vertrag von 1816 wurde Versoix dem Kanton Genf
zugesprochen, mit diesem jedoch erst ein Jahr nach den übrigen Gemeinden vereinigt, weil der König von Frankreich unter
dem Vorwand, «im Genfersee baden zu wollen, ohne Frankreich zu verlassen», Schwierigkeiten gemacht hatte.
oder Versoie(La) (Kt. Waadt
und Genf).
606-390 m. 21,9 km langes Flüsschen, das sich von rechts mit dem Genfersee vereinigt.
Entspringt auf französischem Gebiet am SW.-Fuss der Dôle bei den Hütten von La Toupe (Département de
l'Ain), durchfliesst Divonne und erhält hier die kalten Quellen, die diesen Ort zu einem Heilbad machen, um nun bei Bogis
nach 5,1 km langem Lauf das Schweizer Gebiet zu erreichen. Sie bildet nun auf eine Strecke von 10,5 km zunächst die Landesgrenze
zwischen beiden Staaten (Grenze Waadt-Frankreich auf 7,1 km und Grenze Genf-Frankreich auf 3,4 km) und
tritt dann ganz auf Genferboden über, um am S.-Ende des Städtchens Versoix zu münden.
Auf ihrem schweizerischen Lauf erhält die Versoix von links den Creuson und von rechts die Bäche von Crève Cœur und von Pissevache.
Während sie im Oberlauf sich langsam durch Wiesen und Sumpfland windet, fliesst sie auf Genfer Gebiet
zunächst durch Eichengehölz und nachher in einem breiten Tobel, das allerdings nicht tief eingeschnitten ist. Von der Versoix
zweigen eine Reihe von Kanälen ab: 1) Noch auf französischem Boden von links der Canal de Crans (471 m), der sich
ostwärts wendet und nach 4,5 km langem Lauf unterhalb des Dorfes Crans in den Genfersee mündet. Er sendet nach rechts den
2,7 km langen Canal du Moulin aus, der das Dorf Céligny durchfliesst und dann in den
See mündet.