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Afrikanisches Holz für Notre-Dame?
Der durch einen Brand schwer beschädigten Notre-Dame-Kathedrale in Paris wird Hilfe aus Afrika angeboten. Ein Unternehmen aus Ghana möchte bis zu 500 Jahre alte Iroko-Stämme liefern. Sie wurden nach dem Bau des Akosombo-Staudamms vor 54 Jahren vom Volta-See überflutet. Die im Wasser konservierten Bäume befinden sich bereits im Prozess der Versteinerung und sind härter als jedes andere Holz.
Die Kete Krachi Timber Recovery verfügt über eine Lizenz zur Nutzung der Bäume. Das Unternehmen könne genug Material zur Wiederherstellung des Dachstuhls zur Verfügung stellen, sagte der Firmenchef. Mit einer Dichte von bis zu 900 Kilogramm pro Kubikmeter entsprächen die Unterwasserbäume in etwa den beim Bau der Kathedrale benutzten Mooreichen.
Beim 1163 begonnenen und fast 200 Jahre dauernden Bau der Notre-Dame waren mehr als 1300 Stämme, in der Mehrheit besonders harte Moor-Eichen, eingesetzt worden. Die meisten davon für den Dachstuhl. Heute wären in ganz Frankreich nicht mehr so viele Eichen in der erforderlichen Grösse zu finden – ganz abgesehen davon, dass sie nicht gefällt werden dürften.
Allerdings warnen Umweltschützer vor einem Kahlschlag der Unterwasserstämme. Ein massenhaftes Herausziehen der Bäume würde Ablagerungen aufwirbeln und das Wasser eintrüben, was Pflanzen und Fischbestände stark beeinträchtige. Bereits heute werden in geringerem Ausmass Stämme des überfluteten Waldes geerntet und nach Europa, den Mittleren Osten oder Asien verkauft.