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Weil Bildung und Erziehung so stark vom dahinter liegenden Menschenbild abhängen (einige Beispiele aus den vergangenen Jahrzehnten siehe hier), trägt sie einen stark religiösen Charakter. Genauer ausgedrückt: Bildung kommt nicht ohne ausdrückliche oder unausgesprochene Bindung an eine bestimmte Weltanschauung aus.
Eine Grundüberzeugung ist diese: Der Mensch wird in der Gruppe erst zum Menschen. Das bedeutet, dass das Zusammentreffen der Menschen in sich ein Ziel von Bildung und Erziehung bilden. Unter “sozial” wird deshalb in erster Linie die bedingungslose An- und Einbindung in eine Gruppe verstanden, die Herausbildung von gewissen Tugenden wird sekundär.
Einschlägige extreme Beispiele kennen wir aus der Geschichte des 20. Jahrhunderts: Aus dem Nationalsozialismus sowie aus dem Kommunismus. Einer meiner Lehrer hat einmal gesagt: Der Kommunismus hat sich als Staatsform zwar überholt, doch in unseren Köpfen haben manche seiner Grundannahmen den Sieg davon getragen. Einer davon wäre – die Gruppenidentifikation.
Vgl. Rousas J. Rushdoony, The Messianic Character of American Education, Ross House: Vallecito 1995. (306-308)