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Milchsüdi
Adresse
6280 Hochdorf
LU
Architektur
Das Fabrik- und Lagergebäude Milchsüdi ist ein aussergewöhnlicher Industriebau, der in vorbildlicher Weise Produktion, Effizienz und Technik auf engstem Raum vereint und weitgehend auf wartungsanfällige Gebäudetechnologie verzichtet. Dies wurde durch eine ausgeklügelte Betonkonstruktion im Stil des Brutalismus erzielt.
Chronologie
Die «Centralschweizerische Natur-Milch-Exportgesellschaft» wurde im Jahre 1895 durch 28 Genossenschafter gegründet. 1899 wurde die Firma in «Schweizerische Milchgesellschaft», 2000 in «Hochdorf (Swiss) Nutrition AG» umbenannt. Aufgrund von sporadischen Produktionsengpässen wurde Anfang der 1960er-Jahre eine mehrphasige Sanierung und Erweiterung des Betriebsareals projektiert. Als erste Etappe wurde das Fabrikations- und Lagergebäude, genannt «Milchsüdi», ausgeführt. Es entstand in den Jahren 1963 bis 1964 nach Plänen von Bert Allemann.
Lage
Die Hochdorf Swiss Nutrition AG besetzt westlich des Hochdorfer Bahnhofs ein grosses Areal, das im Westen von einer Moränenhalde begrenzt wird. Das Fabrik- und Lagergebäude Milchsüdi bildet den westlichen Abschluss des Baukomplexes und wird vom Eisfeldweg erschlossen. Im Norden und Süden folgen weitere Industrie- und Gewerbebauten sowie Wiesland.
Beschreibung
Die Milchsüdi ist ein markanter, fünfgeschossiger Sichtbetonbau, der aus vorfabrizierten Elementen gefügt ist. Die Fassaden sind von der Betonskelettkonstruktion geprägt, während die Erschliessungskerne mit Waschbetonplatten verkleidet sind. Weitere Akzente setzen hochaufragende, runde Chromstahltanks auf der Westseite. Die Fassaden des Fabrikations- und Lagergebäudes sind auf allen vier Seiten gleich ausgebildet. Zwischen die Betonschotten sind Bandfenster gespannt. Diese sind so weit zurückversetzt, dass sie vom Bau verschattet werden. Die Brüstung ist zur Hälfte schräg ausgeformt und mit jeweils zwei Glasbausteinbändern durchsetzt, die eine Belichtung des Fussbodenbereichs ermöglichen und so zur Arbeitssicherheit beitragen. Diese spezielle Gestaltung wurde gewählt, um im Innenraum eine konstante Temperatur und eine adäquate Belichtung gewährleisten zu können – dies ohne Storen oder eine Klimaanlage einsetzen zu müssen. Die rechteckigen Waschbetonplatten sind wechselweise zweimal hochkant und dann quer angeordnet. Im Dachgeschoss kragt die Betonskelettkonstruktion schräg vor und bildet einen äusserst markanten Raumabschluss: Eine moderne Interpretation eines Kranzgesimses. Auf der Westseite befindet sich ein kleinerer, nachträglicher Anbau, halb so hoch wie die Milchsüdi.
Mit der Skelettkonstruktion und einem Achsraster von 6,50 Metern wurden flexible Innenräume ohne fixe Begrenzungen geschaffen. Die Innenwände bestehen aus gestrichenem Sichtbeton und Hartzementbelägen. Die Bedürfnisse der Fabrikationsabläufe widerspiegelt sich in unterschiedlichen Geschosshöhen. Damit die Raumhöhen nicht durch Leitungsführungen beeinträchtigt werden, wurden die Vouten der Unterzüge horizontal erstellt.
Literatur
Themen