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Weltweit gibt es mehr als 900 Fledermausarten. Zusammen mit den Flughunden sind sie die einzigen Säugetiere, die aktiv fliegen können. Zusätzlich können Fledermäuse aber auch am Boden schnell laufen, klettern und sogar schwimmen.
Ihre nächsten Verwandten sind nicht Mäuse und andere Nagetiere, sondern die Flughunde. Zusammen bilden sie die Gruppe der Fledertiere.
Weltweit gibt es 900 Fledermausarten. In der Schweiz leben 30 Arten aus drei Familien: Glattnasen, Hufeisennasen und Bulldoggfledermäuse.
Fledermäuse brauchen drei Lebensräume. Ein Tagesschlafversteck, einen Ort zum Jagen und ein Winterschlafquartier. Je nach Art verbringen sie den Tag in Höhlen, Felsspalten, Baumhöhlen oder an Gebäuden. In der Nacht jagen sie an Gewässern, im Wald, an Hecken oder weit oben in der Luft. Zusätzlich brauchen Fledermäuse geeignete Wege, um von einem Lebensraum in den anderen zu fliegen. Diese müssen dunkel sein und führen an Hecken, Waldrändern oder Baumreihen entlang.
Die meisten Fledermausarten ernähren sich von Insekten und Spinnen. Es gibt aber auch ein paar spezialisierte Arten, die Früchte und Nektar fressen oder kleine Wirbeltiere jagen. Drei Arten in Südamerika ernähren sich von Rinderblut.
Im Mai finden sich Fledermausweibchen in grossen Gruppen zusammen und bringen ihre Jungen zu Welt. Diese Gruppen nennt man Wochenstuben. In dieser Zeit leben die Männchen allein oder in kleinen Kolonien. Erst im Herbst treffen sich Weibchen und Männchen für die Paarung. Den Winter verbringen Fledermäuse in grossen gemischten Gruppen und halten Winterschlaf.
Einige Arten, wie die Zwergfledermaus, wechseln ihre Verstecke sehr oft. Andere Arten, wie das Grosse Mausohr, kehren immer wieder in dieselben Verstecke zurück.
Fledermausweibchen bringen jedes Jahr nur ein Junges zur Welt. Ganz selten gibt es Zwillinge. Die Kleinen bleiben etwa acht Wochen bei der Mutter und werden gesäugt. Danach sind sie ausgewachsen und gehen selbstständig auf Nahrungssuche.
Durch den Einsatz von Pestiziden geht den Fledermäusen die Nahrung aus. Aber auch ihre Quartiere werden zerstört, Hecken und Baumreihen verschwinden oder werden beleuchtet und Strassen kreuzen die Flugwege der Fledermäuse.
Ein weiteres grosses Problem sind Menschen, die im Winter Höhlen besuchen, in denen Fledermäuse Winterschlaf halten. Dadurch erwachen die Tiere und verbrauchen auf der Suche nach einem neuen Versteck wertvolle Fettreserven.
Um Fledermäusen zu helfen, müssen alle genutzten Lebensräume und die Wege dazwischen geschützt werden.