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5) mangelhafte Stabilität der Lafettierung, des Geschützstandes sowie die Art und Beweglichkeit des Ziels. Diese Einflüsse
vermindern die Treffwahrscheinlichkeit, sobald sie fortdauernd wechseln; bleiben sie konstant, so können sie in Rechnung
gezogen und die daraus hervorgehenden Fehler bis zu einem gewissen Grad beseitigt werden. Das richtige
Schätzen der Entfernung des Geschützes vom Ziel fördert zwar die Treffwahrscheinlichkeit; da aber die ablenkenden Einflüsse
hierbei außer Rechnung bleiben, so ist die als richtig erschossene Entfernung der wirklichen keineswegs immer gleich, woraus
der bedingte Wert derDistanzmesser für das S. hervorgeht.
Da es, namentlich im Feldkrieg, oft schwer erkennbar ist, ob das Ziel wirklich direkt getroffen wurde,
so legt man an der Höhenrichtung so lange zu, bis ein Schuß durch das Ziel verdeckt wird, also hinter dasselbe fällt. Trifft
bei verringerter Elevation der nächste Schuß vor das Ziel, so ist man mit der mittlern Elevation in der Regel eingeschossen
(Gabelschießen). Hierbei muß jedoch der Faktor für die Wahrscheinlichkeit des Treffens mit in Rechnung
gezogen werden, da ein gewisser Prozentsatz der Schüsse naturgemäß das Ziel auch dann nicht trifft, wenn man richtig eingeschossen
ist.
Hierüber geben die Trefffähigkeitstabellen Auskunft, die aus Versuchsergebnissen zusammengestellt sind, welche unter möglichst
normalen Verhältnissen in Bezug auf Geschütz, Munition, Bedienung, Witterung etc. erzielt wurden. Für
die Praxis der Artillerie sind Schießregeln aufgestellt, die in einfachster Form angeben, wie man einen möglichst sichern
Anhalt
[* 8] für die Beurteilung der Lage des Treffpunktes zum Ziel gewinnt, und wie man aus den Beobachtungen folgern kann, ob man
richtig schießt, oder durch welche Änderungen man hierzu gelangt.
Dieselben sind, je nach der Schußart, ob Flach- oder Wurf- (Steil-) feuer, ersteres aus Kanonen mit großer Anfangsgeschwindigkeit,
letzteres aus kurzen Kanonen und Mörsern, verschieden, da man bei jenem den Punkt treffen muß, nach welchem das Geschütz gerichtet
worden, während bei diesem der durch die Brustwehr
[* 9] gedeckte Treffpunkt nicht sichtbar ist. Die Angaben,
welche Höhenrichtung und Seitenverschiebung bei jedem Geschütz und für jede Entfernung zu nehmen sind, werden aus den Schußtafeln
entnommen; sie reichen bis zu den größten gewöhnlichen Entfernungen, z. B. beim leichten deutschen Feldgeschütz bis auf 6800 m,
beim schweren auf 7000 m, bei der 12 cm Bronzekanone C/73 auf 5700 m, bei der 15 cm Ringkanone auf 8500 m.
Diese Schußweiten beziehen sich auf die horizontale Ebene und haben nichts zu thun mit einer Entfernung, die unter andern
Umständen noch erreicht werden könnte. Da die
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mehr
Wahrscheinlichkeit des Treffens in umgekehrtem Verhältnis zu der Schußweite steht, so stellen sich praktisch der Zielgröße
entsprechende Maximalschußweiten heraus. Beim indirekten S. befindet sich das Ziel hinter einer Deckung, wie die auf dem Wallgang
der Festungen oder in Belagerungsbatterien aufgestellten Geschütze. Da das Ziel nicht sichtbar ist, so muß die
Höhenrichtung, anstatt mit dem Aufsatz (s. Visier), mit dem Quadranten (s. d.) nach Graden genommen werden.
Beim direkten S. dagegen ist das Ziel beim Richten des Geschützes über den Aufsatz sichtbar. Für das S. mit Handfeuerwaffen
[* 11] sind im allgemeinen die vorentwickelten Grundsätze zutreffend; jedoch ist die Treffwahrscheinlichkeit hier vorwiegend von
dem guten Abkommen, d. h. davon abhängig, daß der Schütze richtig zielt, fest im Anschlag liegt, den
Atem anhält, ruhig abdrückt und fest durchs Feuer sieht. Bei den Handfeuerwaffen ist ihrer beliebigen Elevationsfähigkeit
wegen eine Totalschußweite erreichbar; sie beträgt beim deutschen Infanteriegewehr M/71 bei etwa 35° bis 3000 m, die Visiereinrichtung
geht jedoch nur bis 1600 m (s. Visier).