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Beim Wing Anti-Ice (A320) werden die 3 äussersten Slats jedes Flügels durch heisse Luft geheizt, um Eisansatz an der Eintrittskante zu verhindern. Eingeschaltet wird es im Gegensatz zum EAI eigentlich erst, wenn sich effektiv Eis anzusetzen beginnt. Dies sieht man entweder am Flügel selber, oder besser an einem "Stäbchen" das aussen in der Mitte des Cockpitfensters angebracht ist. Um das Ganze "Pilotensicher" zu machen hat Airbus auch noch Sensoren angebracht, die eine "Ice Detected" ECAM-Warnung generieren, falls sich Eis ansetzen sollte. [1]
die Zapfluft, welchen den Turbinen entnommen wird, in zwei Stufen "schaltbar" ist. Nämlich "nur" zum enteisen der Engines selber und - als große Energiefresser- zusätzlich für die Wings. [2]
Wing Anti Ice ist ja im Prinzip heisse Druckluft aus den Triebwerken (Bleed Air), welche in die Vorderkanten der Tragflächen, des Höhenruders und des Hecks eingelassen wird und dann dort durch Mikroporen im Metall strömt. Dabei erhitzt sich das Metall... Gut, das war bestimmt schon bekannt.
Nun aber zur Bedienung. Auf dem ERJ145 haben wir zwei Eis-Detektoren ausserhalb des Cockpits angebracht, und zwar so, dass sie die besten Voraussetzungen haben, mögliches Eis anzusetzen. Das Eis wird von den Detektoren durch Ultraschall gemessen (der Sensor wird in Schwingung versetzt und schwingt ohne Eis anders als mit Eisansatz). Übrigens eisen die Detekoren nicht zu, weil alle 30 Sekunden bei der Messung auch gleichzeitig das Eis wieder abgesprengt wird, schlau was?
Weiter: Wenn ich nun Wolken durchfliege, die viele unterkühlte Wassertröpfchen enthalten, dann kleben die am Flügel fest (→ Eis) und müssen weggeschmolzen werden. Und mit den Detektoren wird eben gemessen, ob Eis ansetzt oder nicht und bei Bedarf wird dann das Anti Ice System automatisch aktiviert.
Wann sind denn besonders viele unterkühlte Wassertröpfchen in der Luft und wann "kleben" sie am besten?
Cumulus-Wolken, Warmfrontbewölkung aus Nimbostratus(im Winter, wenn "warm" nur relativ ist) und natürlich auch Gewitterwolken (Cb, Cumulonimbus) enthalten viel Feuchtigkeit. Im Temperaturbereich zwischen -5°C und -15°C (grob) haben sie die ideale Temperatur, um am besten und schnellsten an Oberflächen festzufrieren, wenn sie auf diese Treffen.
Also als Fazit: Egal ob im Steig- oder Sinkflug, beim Durchfliegen von Wolken im Temperaturbereich zwischen -5°C und -15°C hat man beste Chancen Eis "aufzupacken". Dieses muss man mittels Bleed Air entfernen und bei manchen Flugzeugen schaltet sich das System von selbst an (z.B. auf dem ERJ145), auf anderen muss man es manuell aktivieren, wenn man Eis befürchtet. Die Regelung dafür ist Triebwerksabhängig, also kann ich hier keine genauen Angaben machen, welche Firma das wie und warum macht.
Sobald es -20°C oder kälter ist, kann sich einfach fast kein Eis mehr ansetzen, weil sich erstens kaum noch Feuchtigkeit in der Luft halten kann und weil bei den Temperaturen auch das ganze zu "spröde" ist, wenn es auf eine Oberfläche auftrifft. Ausnahme: Cbs... Die holen einen schnell mal vom Himmel, wenn man nicht aufpasst.
In den Widebodies rastet man Anti Ice auf Automatik und lehnt sich gemütlich zurück. [3]