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Menschen kolonisieren den Weltraum (die Handlung spielt in einer nicht genauer definierten Zukunft) und landen – ausgehend vom Planeten Novamerika – auf Giri, dessen Bewohner offenbar keine technologische Zivilisation entwickelt haben. Als die beiden Wissenschaftler, Ajao und Joninne, wieder von ihrem Raumschiff abgeholt werden sollen, kommt es zu einem folgenschweren Zwischenfall: Aus vorläufig unerklärlichen Gründen stürzt dieses ab und lässt die beiden auf dem Planeten zurück, wo sie von den Einheimischen gefangen genommen werden. Und alsbald wird klar, warum keine Spuren einer höheren Zivilisation auf dem Planeten zu finden ist: Die Bewohner verfügen über telekinetischen Fähigkeiten, die eine solche Entwicklung überflüssig erscheinen lässt. Doch nicht allen wurden diese Fähigkeiten zuteil, es gibt “Talentlose”, die für niedere Arbeiten herangezogen werden, wobei prekärerweise der designierte Thronfolger ebenfalls zu dieser Gruppe gehört: Und er ist verständlicherweise an den “talentlosen”, aber technisch weit fortgeschrittenen Fremden interessiert.
Pelio, das der Name des Erbprinzes, ist verschiedenen Intrigen ausgesetzt (von seiten seines jüngeren Bruders, der sich selbst als einzig legitimen, weil “talentierten” Erben sieht), verbündet sich schließlich mit den beiden Forschern (die ihre Rückkehr auf Novamerika mit Nachdruck betreiben müssen, da die Nahrung des Planeten mit Quecksilber und Blei verseucht und für sie ungenießbar ist, für die Einheimischen (die zwar menschenähnlich erscheinen, deren genauere Natur abgesehen von ihren Fähigkeiten zur Teleportation nicht beschrieben wird) ist sie offenbar ungefährlich). Aus diesem Spannungsfeld von Flucht und Palastintrige speist sich die Handlung, wobei Vinge – wie in seinen anderen Büchern – bemüht ist, den übernatürlichen Fähigkeiten ein physikalisches Fundament zu verleihen. Allerdings ist das “Beamen” ein eher problematischer Vorgang und mit zahlreichen Widersprüchlichkeiten behaftet, sodass diese Versuche ein wenig unbeholfen wirken (im Grunde wäre eine vollkommener Verzicht auf eine solche Erklärung wohl besser gewesen).
Trotzdem ein angenehm zu lesender Roman (der aber nicht an die beiden oben erwähnten heranreicht), gute, kluge Unterhaltung ganz ohne furchterregende Weltraummonster, sondern mit einem implizit gesellschaftskritischen Anspruch, der auch eingelöst werden kann. Zweifellos zur klügeren SF-Literatur zu zählen.
Vernor Vinge: Der Besserwisser. Bergisch-Gladbach: Bastei-Lübbe 1984.

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