Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03414.jsonl.gz/1513

Deautonomisierung durch aktivierende Sozialpolitik.
Abstract
Für den Umbau der sozialen Sicherungssysteme, der in Demokratien westlicher Provenienz seit den 80er Jahren stattfindet, hat sich in öffentlichen und wissenschaftlichen Diskussionen eine prägnante Formel etabliert: «von Weifare zu Workfare». Wörtlich genommen könnten wir die Formel so deuten, dass die Systeme sozialer Sicherung einst vor allem das Wohlergehen bedürftiger Bürger durch Absicherung im Auge hatten. Galt es, so in Deutschland, den Status einer Person bzw. eines Haushalts abzusichern oder auch eine Qualifizierung durch Weiterbildung zu fördern1, so besteht die folgenreiche Veränderung der letzten Jahre darin, Wohlfahrt stärker mit der Pflicht zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit zu verbinden. Workfare verpflichtet Leistungsbezieher, die erwerbsfähig sind, an der Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt mitzuwirken.