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Für den Völkermord an den Herero in Namibia übernimmt Deutschland noch immer nicht die Verantwortung
FALSCHE ZEITANGABE, die richtige: 13:25 Min Vernichtungsbefehle gab es nicht nur im Dritten Reich, sie waren auch Teil der Kolonialpolitik des Deutschen Kaiserreichs.
Vor 109 Jahren, also 1904, wurden in Deutsch-Südwestafrika zehntausende Menschen, die den Herero angehörten, ermordet. Dieser Völkermord in der ehemaligen Kolonie Deutschlands war lange ein Tabuthema in der Bundesrepublik. Die Aufarbeitung der deutschen Kolonialverbrechen und des Völkermords in dem heutigen Namibia begann, könnte man sagen, erst am 14.August 2004. Anlässlich des Gedenkens an den Genozid vor 100 Jahren, entschuldigte sich die damalige deutsche Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul erstmals für die deutschen Kolonialverbrechen in Namibia. Dieser ersten Geste der Versöhnung folgte bisher allerdings keine offizielle Verantwortungsübernahme für den Völkermord durch die Bundesrepublik - etwa in Form von Entschädigungszahlungen. Verschiedene Vereine fordern seit Jahren eine ernsthafte Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte. Die Partei die Linke hat dazu schon einige Anträge im Bundestag eingebracht um zumindest eine Entschuldigung für den Völkermord in Namibia zu erreichen. Vergangenes Jahr ist die Linke mit ihrem letzen Antrag dazu im Bundestag gescheitert. Wir haben uns mit dem Herero Israel Kaunatjike über den aktuellen Umgang mit der deutschen Kolonialgeschichte unterhalten. Als erstes haben wir ihn gefragt, was diese erste Geste der Versöhnung 2004 von der Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul für die Hereros heute bedeutet.