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Sie war mit vielen Protagonisten der europäischen Postmoderne befreundet, blieb der Kunstszene gegenüber aber stets zurückhaltend und ging unbeirrt ihren eigenen Weg: Eva Aeppli hat in ihren rund 50 Schaffensjahren mit figürlichen Bildern und Skulpturen nach einem Ausdruck für die Komplexität und Fragilität des menschlichen Daseins gesucht.
Eva Aeppli wuchs in Basel auf, wo sie von 1943 bis 1945 die Kunstgewerbeschule besuchte. Private Ereignisse prägten die Folgejahre: 1946 heiratete sie den Basler Architekten Hans Leu und hatte mit ihm einen Sohn. Sie begegnete ihrem lebenslangen Freund Daniel Spoerri und brachte 1950 eine Tochter von Jean Tinguely zur Welt, mit dem sie ab 1951 zehn Jahre verheiratet war. Das Paar zog 1952 nach Paris, verkehrte im Kreis der Nouveaux Réalistes, und Aeppli entfaltete ihre erste Werkphase mit selbst genähten Handpuppen und Kohlezeichnungen von langgliedrigen Figuren – clownesk und morbid zugleich. Ab 1960 entstanden Ölbilder, auf denen sich skelettähnliche Gestalten zu fast ornamentalen Todesreigen gruppieren. Um 1965, als sie bereits mit dem amerikanischen Anwalt Samuel Mercer verheiratet war, entwickelte Aeppli ihre singuläre skulpturale Figuration: lebensgrosse Stoffpuppen mit bodenlangen Gewändern und oft anonymen, teils personalisierten Zügen. In installativen Anordnungen oder alleinstehend scheinen sie von der kollektiven Erfahrung existenzieller Einsamkeit zu zeugen. Nach einer Lebenskrise Anfang der 1970er-Jahre, während der sie viele frühe Zeichnungen zerstörte, führte die intensive Beschäftigung mit Astrologie zu einem entspannteren Blick auf das Menschsein. Sie nähte fortan ausdrucksstarke Köpfe, die sie teils in Bronze goss und die den Planeten, den Sternzeichen oder den Faiblesses humaines gewidmet waren. Aeppli, die als Künstlerin lange im Schatten von Tinguely stand, lässt sich keiner Strömung zuordnen und ist gerade dadurch herausragend. Beachtlich ist auch ihr humanitäres Engagement als Mitglied von Amnesty International und als Gründerin der Myrrahkir Foundation (1990) gegen Unterdrückung, Armut und Unwissenheit. Eva Aeppli, 1925 geboren in Zofingen (CHE), 2015 gestorben in Honfleur (FRA). Tätigkeitsbereiche: Skulptur, Malerei, Zeichnung, Druckgrafik