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Im traditionellen Ninjutsu wird mit einer Vielzahl von Waffen trainiert.
Dies rührt davon her, dass Ninjutsu im Gegensatz zu den meisten Kampfkünsten, die hierzulande angeboten werden, direkt überliefert wurde, in einer ununterbrochenen Übertragungslinie, seit 34 Generationen im Togakure Ryu.
Zudem waren die Ninjas, anders als die Samurai, nicht an einen künstlichen Kodex gebunden, sondern versuchten sich, im Gegenteil, geistig zu befreien.
Dadurch waren der Kreativität, was das Design der Kampfwerkzeuge anbelangt, keine Grenzen gesetzt.
Natürlich gibt es auch im Ninjutsu die typischen traditionellen Waffen, wie das Schwert, den Stock (in verschiedenen Längen), den Speer und das Stockschwert- also alles, was die Samurai auch benutzten-, aber die Liste wäre quasi unendlich lange fortsetzbar, denn, und das ist das eigentlich Entscheidende: alles ist eine Waffe.
Oder anders ausgedrückt: in Wahrheit ist nichts eine Waffe, ausser man verwendet es in entsprechender Weise.
Es gibt nur Werkzeuge.
Zugegebenermassen haben gewisse davon einen relativ beschränkten Verwendungsradius. (Natürlich kann ich mit einer Pistole eine Tür öffnen oder einen Schrank zerlegen, es gibt einfach besseres dafür.)
Wichtig zu verstehen ist daran, dass es wir sind, die zur Waffe werden.
Mit unserem Geist, unserem Körper, sprich: mit unserem ganzen Sein, in der Situation die dies erfordert.
Und nur dann.
Wie ich schon unter der Rubrik Taijutsu erwähnte, ist es immer die bewusste Bewegung des Körpers, die die Waffe lenkt, so dass man eigentlich jede Form des Trainings als Unterkategorie des Taijutsu verstehen kann.
Als spezifische Ninja-Waffen wären vieleicht zu erwähnen:
- die Kettensichel
- Kokyetsu Shoge (eine Kette oder ein Seil, das am einen Ende einen Eisenring, am andern
eine Art Enterhaken hat)
- Shuriken (Wurfklingen)
- Handkrallen
- Kunai (fischförmiges Messer)
- und viele mehr.
In unserem Training legen wir wert auf eine solide Schwertkampftechnik.
Meiner meinung nach kann man mit einem Bokken (Holzschwert) den japanischen Schwertkampf gut erlernen.
(Das macht vor allem im Training mit einem Partner mehr Sinn, da man so die Techniken ausführen kann, ohne einander ernsthaft zu verletzen.)
Bis zu einem gewissen Grad, falls man das Glück hat einen guten Lehrer zu treffen.
Das Gefühl im Detail, ob man die Klinge wirklich richtig durch die Luft gleiten lässt, eignet man sich eher mit einem metallenen Trainingsschwert an.
Natürlich trainieren wir auch mit dem Stock.
Wie gesagt gibt es deren verschiedene.
Zum einen wäre da der Hanbo.
Der Hanbo ist ungefähr einen Meter lang und lässt somit einen grossen Bewegungsspielraum.
Der Hanbo ist wohl die meist unterschätzte Waffe der Welt.
Der Jobo, oder einfach Bo, misst ungefähr zwischen einem Meter zwanzig und eins sechzig.
Er ist sehr vielseitig und nicht ganz einfach zu beherrschen.
Als drittes haben wir noch den Rokushaku Bo, was übersetzt soviel heisst, wie "sechs Fuss Stock", und der, wie der Name schon sagt, um die ein Meter achzig und länger ist.
Ich mag den Rokushaku Bo, weil es mit Ihm fast unmöglich ist sich unrund zu bewegen und es sofort sehr deutlich wird, wenn man aus dem Fluss fällt.
Die Bewegungen mit dem Stock zu integrieren stellt die Basis für alle Langwaffen dar und ist deshalb ein sehr wichtiger Teil des Ninjutsutrainings.
Grunsätzlich anders als die Stöcke verhalten sich natürlich die Kettenwaffen.
Im Training benutzen wir allerdings Seilwaffen, da Ketten sehr schnell sehr schmerzhaft sind.
Es ist nämlich als Anfänger, und sogar als Fortgeschrittener, oftmals "Zufall" wo das Ding jetzt grade hinknallt.
Seilwaffen sind in ihrer Handhabung überaus anspruchsvoll, und deshalb interessant und unglaublich spass-intensiv.
Eines dürfen wir beim Training nie vergessen: es soll Spass machen.
Wir investieren unsere Lebenszeit, freiwillig und unwiederbringlich!
Wie oft lassen sich Menschen von dem was sie tun, was ihnen wichtig ist, versklaven.
Die Kampfkünste sollten nicht unser Leben sein.
Sie sollen unser Leben besser machen.
Deshalb liebe ich Seilwaffen.
Für manche Menschen ist es sehr befremdlich mit Waffen zu trainieren.
Allerdings gibt es zum unbewaffneten Kampfkunsttraining nur einen graduellen Unterschied.
Man sollte sich, wenn man damit Mühe hat, mit der Philosophie hinter den Kampfkünsten auseinandersetzen.
Ich für meinen Teil bin nach langen Jahren, in denen ich Unrecht gegenüber mir selbst toleriert hatte, zu der Überzeugung gekommen, dass es legitim ist, sich zu verteidigen.
Wenn die Welt so wäre, dass niemand ungerechtfertigt angegriffen würde, bräuchte es selbstverständlich keine Kampfkunst und wir könnten alle in Frieden dasitzen und meditieren.
Es braucht nun aber leider ein paar Mädels und Jungs, die fähig sind, diesen Frieden für die, die dasitzen, aufrecht zu erhalten.
Ein schwieriges Thema, und ein Paradox sondergleichen.