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Das Interesse war gross–grösser als an einer Gemeindeversammlung: Um 20 Uhr waren am Montag die rund hundert Stühle im Saal der Gemeindeverwaltung Granges-Paccot besetzt–und noch warteten etwa fünfzig Bürgerinnen und Bürger auf einen Stuhl. Sie alle waren gekommen, um sich über den revidierten Ortsplan der Gemeinde informieren zu lassen.
Richplan als Richtschnur
«Die Arbeiten für die Gesamtrevision des Ortsplans laufen seit 2008», sagte Gemeinderätin Marjorie Jaquet a Marca. Mit dem Ortsplan wurden auch der Richtplan, der Zonennutzungsplan und das Gemeindebaureglement überarbeitet; die Detailbebauungspläne werden aufgehoben(siehe Kasten). Marjorie Jaquet a Marca betonte, dass gegen den Richtplan keine Einsprachen möglich sind.
«Der Richtplan legt die Entwicklungspolitik der Gemeinde für die nächsten fünfzehn Jahre fest», sagte Raumplaner Jacques Agustoni. Granges-Paccot konzentriert sich auf drei Entwicklungsgebiete: Den Torry-Hügel, Chamblioux und die Landstreifen entlang der Autobahn A 12. Agustoni betonte, dass das Land auf dem Torry-Hügel weiterhin in der Landwirtschaftszone liege; der Richtplan sehe nur vor, dass später dort gebaut werden könnte. «Die Kuppe bleibt aber grün.» Das sei so im Richtplan der Agglomeration vorgesehen, auf welchen sich Granges-Paccot stütze.
Der Landstreifen entlang der Autobahn kann dann genutzt werden, wenn die Autobahn auf einer Länge von 620 Metern gedeckt wird. Dieses alte Projekt hat aber einen Dämpfer erhalten: Statt wie angenommen 17 Millionen Franken soll das Bauwerk neu rund 42 Millionen Franken kosten (die FN berichteten).
Dorf «zusammennähen»
«Granges-Paccot wird durch die Autobahn, die Murtenstrasse und die Eisenbahn zerschnitten», sagte Agustoni. Ziel des neuen Ortsplanes sei es, die verschiedenen Teile der Gemeinde durch Rad- und Fussgängerwege «wieder zusammenzunähen».
Die Kiesgrube in der Nähe des Forums Freiburg wird bald ausgebeutet sein. Danach wird das Land wieder zur Landwirtschaftszone; auch dies ist von der Agglo so geplant. «Wir haben ziemlich viele Veränderungen beim Zonennutzungsplan», sagte Agustoni. Ziel des Gemeinderats sei es, die Bauzonen einzuschränken und die Zonenvielfalt zu vereinfachen. So gibt es im Gebiet Chamblioux heute fünf verschiedene Nutzungszonen; daraus wird eine einzige, die «Zentrumszone». «In dieser Zone können die Einfamilienhäuser aus den 1950er-Jahren, die Wohnblöcke und das jetzige Gewerbe nebeneinander bestehen.»
Agy-Ebene verändern
Die Agy-Ebene sei «ohne grosse raumplanerische Überlegungen gewachsen», sagte Agustoni. Nun wolle die Gemeinde dort nur noch Unternehmen ansiedeln, die keinen Mehrverkehr generierten. Er betonte auf Nachfrage aus dem Publikum, dass die geplantenGebäude gegenüber demCoop-Einkaufszentrum auch mit dem neuen Ortsplan nicht höher als zwölf Meter würden–entgegen den 20 Metern, die in der Agy-Ebene sonst gelten.
Am 20. Juni von 8 bis 12 Uhr und am 24. Juni von 16 bis 19 Uhr gibt die Gemeinde Auskunft zuindividuellen Fragen. Anmeldung nötig: 026 460 76 20 oder <email-pii>.
Zahlen und Fakten
Die Gemeinde hebt elf Pläne auf
Bis am 8. Juli liegt der revidierte Ortsplan von Granges-Paccot öffentlich auf. Nebst dem Ortsplan hat die Gemeinde auch den Richtplan, den Zonennutzungsplan und das Gemeindebaureglement revidiert. Zudem hebt sie die Detailbebauungspläne auf: Diese werden später dem neuen Ortsplan angepasst. Aufgehoben werden die Detailbebauungspläne Petit Torry, Agy, Chamblioux-Nord, Petit Granges, Agy-Est, Agy-Expo, Fin de Morat, Agy-Centre, Vallon de Josaphat, Lavapesson 2 und Plexus. Die Unterlagen liegen bei der Gemeindeschreiberei und beim Oberamt des Saanebezirks auf.njb