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Zwischen 2003 und 2006 spielte der FC Basel sechsmal bei einer Voll- oder Teilsperrung des St.-Jakob-Parks. Seit 2009 aber sind in der Schweizer Liga Geisterspiele verpönt. Nun gibt es gegen Valencia am 3. April ein unschönes Déjà-vu.
Es war ein kraftvoller Auftritt, den Bernhard Heusler und Ancillo Canepa am 8. Juli 2009 im Hotel Arte in Olten hinlegten. Die Präsidenten des FC Basel und des FC Zürich stemmten sich gemeinsam gegen die Rechtssprechung im Schweizer Fussball. Nicht weniger als drei Vereine der Super League sollten ihre ersten Heimspiele der Saison vor ganz oder teilweise gesperrten Stadien spielen. Das war nicht im Sinne von Heusler und Canepa.
Der Schulterschluss der beiden Vereinsoberen zeigte Wirkung: Knapp zwei Monate später hob das Rekursgericht der Swiss Football League die ausgesprochenen Stadionsperren gegen den FCB, den FCZ und den FC Luzern auf. Odilo Bürgy, der Vorsitzende der Disziplinarkommission, die die Strafe ausgesprochen hatte, war desavouiert.
Es war das vorläufige Ende der Stadionsperren im Schweizer Fussball. Erst nach dem Abbruch der Begegnung zwischen dem FCZ und den Grasshoppers im Oktober 2011 wurde wieder eine Teilsperrung der FCZ-Fankurve für das nächstfolgende Derby verhängt.
Der Tetrapack aus der Kurve
Vor dem Grundsatzentscheid der Swiss Football League, Geisterspiele nur als Ultima Ratio, als allerletztes Mittel einzusetzen, waren dem FCB schon sechs Voll- oder Teilsperren aufgebrummt worden.
Am 1. Dezember 2002 flogen in der Partie gegen die Grasshoppers Feuerzeuge und Münzen aus der Muttenzerkurve. Linienrichter Francesco Buragina wurde am Kopf getroffen. Und dann auch noch GC-Goalie Fabrice Borer von einem Tetrapack Eistee. Vor der Muttenzerkurve war damals noch kein Fangnetz errichtet.
Der FCB wurde zu einer Vollsperrung des Joggeli und 15’000 Franken Busse verknurrt. Die zweite Instanz sprach schliesslich bloss noch eine Teilsperrung der Muttenzerkurve aus. Der FCB spielte am 8. März 2003 ohne seine lautesten Anhänger und gewann 2:0.
Der berühmte 13. Mai
Drei Jahre später stand der FCB am Rande einer existenziellen Krise. Der Platzsturm der Basler Anhänger nach der verlorenen Meisterschaft gegen den FCZ am 13. Mai 2006 führte zu zwei Voll- und drei Teilsperren des Joggeli.
Die dramatischen Ereignisse hatten aber auch ihre guten Seiten. Unter der Führung des heutigen FCB-Präsidenten Bernhard Heusler wurde der Dialog mit den Anhängern in der Muttenzerkurve intensiviert. Einige Gräben, die sich zwischen Vereinsführung und Fans aufgetan hatten, konnten zugeschüttet werden. Seither hat der FCB zumindest im eigenen Stadion keine grösseren Probleme mehr mit den eigenen Anhängern.
Die Probleme auswärts
Etwas anders sieht das bei Auswärtspartien aus. Im Mai 2011 kam es etwa zu schweren Ausschreitungen im Letzigrund. Ein Auswärtsspiel hat nun auch zu der Sperrung vom 3. April 2014 geführt. Etwas mehr als elf Jahre nach der ersten Teilsperrung des St.-Jakob-Parks waren es wieder aufs Feld geworfene Gegenstände, die zum Urteil führten.
Wie im Dezember 2002 herrschte eine aufgeladene Stimmung im Stadion, diesmal der Red Bull Arena von Salzburg. Wie 2002 fehlte das Fangnetz vor dem Basler Sektor und der FCB drohte, das Spiel zu verlieren. Wie 2002 war er spektakulärste Wurfgegenstand ein Getränkebehälter, wenn auch diesmal ein Beutel und kein Tetrapack.
Eine weitere Parallele aber wird es nicht geben: Der FC Basel verzichtet auf einen Rekurs, das Joggeli bleibt gegen Valencia definitiv eine komplett leere Betonschüssel.
Sportlich übrigens hat sich der FCB bislang von all den vielen Stadionsperren kaum aufhalten lassen. Von den sechs Heimspielen ging nur eines verloren. Und auch die einzige Auswärtsbegegnung vor leeren Rängen wurde gewonnen. Am 3. November 2005 errangen die Basler in gespenstischer Atmosphäre des Belgrader Marakana ein 2:1 gegen Roter Stern.