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Wenn ein Baby oder Kleinkind abends oder nachts plötzlich heiser, trocken-bellend hustet, handelt es sich wahrscheinlich um Pseudokrupp (Krupphusten). Beim Einatmen kann es zudem zu einem pfeifenden Geräusch kommen; das Kind bekommt mitunter schlecht Luft und wird unruhig. Die wichtigste Massnahme bei Pseudokrupp: Bewahren Sie Ruhe und nehmen Sie Ihr Kind möglichst aufrecht auf den Arm und sorgen Sie für die Zufuhr kalter, frischer Luft (Fenster öffnen, mit dem Kind ins Freie gehen).
Diese einfachen Massnahmen bessern den Zustand meist schnell – in der Regel verläuft ein Pseudokrupp-Anfall mild und auch ohne weitere Behandlung klingt der Krupphusten komplikationslos ab.
Sie sollten aber einen Arzt kontaktieren, um mit ihm zu besprechen, wie Sie weiter vorgehen sollen. Die typischen Anzeichen für einen Pseudokrupp-Anfall sind:
Es ist sehr wichtig, dass ein Kind mit Krupphusten von einem Arzt untersucht wird, da für die Beschwerden auch eine schwere, lebensbedrohliche Krankheit verantwortlich sein kann: die Kehldeckelentzündung (Epiglottitis).
Eine Epiglottitis erfordert eine umgehende ärztliche Behandlung (Notarzt rufen!). Ein Kind mit Kehldeckelentzündung erscheint schwer krank und in manchen Fällen bewusstseinsgetrübt.
Die Epiglottitis verursacht neben Atemnot Symptome, die beim Pseudokrupp typischerweise nicht auftreten:
Der für Pseudokrupp typische bellende Husten fehlt bei einer Kehldeckelentzündung meist. Dank der Impfung gegen das auslösende Bakterium Haemophilus influenzae Typ B ist die Epiglottitis heute eine sehr seltene Erkrankung.
Pseudokrupp kommt hauptsächlich beim Baby oder Kleinkind im Alter von sechs Monaten bis etwa vier bis fünf Jahren vor und tritt typischerweise in den Herbst- und Wintermonaten auf. Der Krupphusten entsteht meist infolge einer Virusinfektion der oberen Atemwege, die sich auf Kehlkopf und Luftröhre ausgebreitet hat. In mehr als der Hälfte der Fälle steckt das sogenannte Parainfluenzavirus hinter der Infektion.
Die Schleimhaut unterhalb des Kehldeckels entzündet sich und schwillt (Fachbegriff: Laryngitis subglottica). Als Folge verengen sich die Atemwege. Krupphusten tritt überwiegend bei kleinen Kindern auf, da ihr Kehlkopf noch recht schmal ist und eine Schwellung den Luftstrom stärker beeinträchtigt als bei größeren Kindern oder Erwachsenen.
In seltenen Fällen kann Krupphusten zu schwerer Atemnot führen. Dann können zur weiteren Therapie Zäpfchen mit Glukokortikoiden oder Inhalationen mit einem Adrenalingemisch helfen, um die Schleimhaut abzuschwellen und die Atmung zu erleichtern. Auch Beruhigungsmittel und die Gabe von Sauerstoff kommen bei schwerem Pseudokrupp infrage. Nur äusserst selten bekommt das Kind so schwer Luft und die Atemnot lässt sich durch Medikamente nicht ausreichend bessern, so dass eine Beatmung nötig ist.
Schwerer Pseudokrupp mit Atemnot muss in der Klinik behandelt werden.
Die ursprüngliche Infektion der Atemwege, die bei manchen Kindern Pseudokrupp auslösen kann, ist meistens ansteckend. Die Übertragung der Viren erfolgt vor allem durch Tröpfcheninfektion (z.B. beim Husten, Niesen).
Der Begriff Pseudokrupp bezeichnet per Definition eine überwiegend bei Kindern auftretende und durch Viren verursachte Erkrankung der oberen Atemwege. Somit gehört der auch als Infektkrupp bezeichnete Pseudokrupp zu den Erkältungskrankheiten.
Das Wort Pseudokrupp setzt sich zusammen aus dem griechischen pseudo (= falsch, unecht) und dem englischen croup für eine bei Diphtherie (früher auch: echter Krupp) auftretende Kehlkopfentzündung.
Weitere Bezeichnungen für den Pseudokrupp lauten: Laryngotracheobronchitis oder Laryngitis subglottica. Diese Namen zeigen, dass die zum Pseudokrupp führende Infektion den Kehlkopf (= Larynx) unter der Stimmritze (= Glottis) und die Luftröhre (= Trachea) betrifft. Die typischen Merkmale für Pseudokrupp – ein bellender Husten und krankhafte Atemgeräusche (Stridor) – entstehen durch eine Verengung der Atemwege, für die Schleimhautschwellungen und ein Muskelkrampf (Spasmus) im unteren Kehlkopfausgang und oberen Luftröhrenbereich verantwortlich sind.
Der Pseudokrupp tritt mit grösster Häufigkeit in der kalten Jahreszeit auf, wobei er in Gegenden mit starker Luftverschmutzung öfter vorkommt. In erster Linie entsteht der Pseudokrupp beim Baby oder Kleinkind im Alter von neun Monaten bis viereinhalb Jahren, wenn der Bereich um den Kehlkopf noch recht eng ist.
Etwa 15 Prozent der Kinder dieser Altersgruppe entwickeln einen Pseudokrupp. Bei älteren Kindern oder Erwachsenen hingegen ist der Pseudokrupp sehr selten.
Pseudokrupp hat seine Ursachen in Infektionen mit Viren: Typischerweise geht dem Pseudokrupp eine fieberhafte virusbedingte Erkältung von mehrtägiger Dauer voraus. Zu den typischen Anzeichen von Pseudokrupp (d.h. bellender Husten u. evtl. krankhafte Atemgeräusche) kommt es, wenn die Infektion den Kehlkopf (Larynx) unter der Stimmritze (Glottis) und die Luftröhre (Trachea) betrifft und sich dadurch die Atemwege verengen. Entsprechend bezeichnet man den Pseudokrupp auch als Laryngotracheobronchitis oder Laryngitis subglottica. Dass der Pseudokrupp überwiegend beim Baby oder Kleinkind im Alter von neun Monaten bis viereinhalb Jahren auftritt, hat seine Ursache darin, dass in dem Alter der Bereich um den Kehlkopf noch recht eng ist.
Häufigster Auslöser von Pseudokrupp sind Parainfluenza-Viren: Sie sind für die Hälfte der ursächlichen Virusinfektionen verantwortlich.
Seltenere Ursachen von Pseudokrupp sind Grippe-, Rhino-, RS-, Adeno- oder Masern-Viren.
Neben Viren kann ein Pseudokrupp weitere Ursachen haben: Auch Bakterien-Infektionen (z.B. mit dem Bakterium Staphylococcus aureus oder mit Pneumokokken) oder rein allergisch bedingte, bellende Hustenanfälle (spastischer Krupp) können Formen von Pseudokrupp darstellen.
Die hinter einem infektiös bedingten Pseudokrupp steckende Erkrankung der Atemwege ist ansteckend: Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion – die Ursachen sind also Husten, Niesen oder enger Kontakt mit Betroffenen. Luft- und Innenraumverschmutzung (durch Zigarettenrauch) sowie bestehende Allergien begünstigen die Infektion. Da die Pseudokrupp-Erreger an der Luft höchstens wenige Stunden ansteckend sind, ist eine Übertragung durch Kleidung oder Spielzeug in der Regel auszuschliessen.
Die für Pseudokrupp typischen Symptome sind:
Meist gehen einem Pseudokrupp-Anfall Symptome einer Erkältung wie Husten, Schnupfen und Fieber voraus. Breitet sich die Infektion in die unteren Atemwege – den Kehlkopf (Larynx) und die Luftröhre (Trachea) – aus, so dass es dort durch Schwellungen zu einer Enge kommt, entsteht der Pseudokrupp (entsprechend auch als Laryngotracheobronchitis o. Laryngitis subglottica bezeichnet): Der trockene, bellend klingende Husten tritt typischerweise abends oder nachts auf und ist begleitet durch Heiserkeit und Atemnot mit Pfeifgeräuschen beim Einatmen. Letztere kann in manchen Fällen ein bedrohliches Ausmass erreichen. Darum ist es spätestens bei Anzeichen für eine Atemnot ratsam, einen Arzt oder Notarzt zu verständigen.
Symptome für eine bei Pseudokrupp mögliche schwere Atemnot sind:
In den meisten Fällen klingen die Pseudokrupp-Beschwerden rasch von selbst ab, unterstützt durch einfache Massnahmen wie Luftbefeuchter oder häufigeres Lüften des Raums. Wenn es in den folgenden Nächten wieder zu einem Pseudokrupp-Anfall kommt, sind die Symptome in der Regel milder. Ein wirklich bösartiger, fortschreitender Verlauf ist bei Pseudokrupp sehr selten.
Je nachdem, welche Symptome vorliegen, unterscheiden Ärzte vier Schweregrade von Pseudokrupp:
Anhand der Symptome wird Pseudokrupp in verschiedene Schweregrade eingeteilt.
Bei Pseudokrupp gelingt die Diagnose meist anhand der typischen Beschwerden und der Krankheitsschilderung: Deutliche Hinweise auf einen Pseudokrupp sind, wenn:
Den Symptomen geht meist eine Erkältung von mehrtägiger Dauer voraus, eventuell mit Fieber. Um bei Verdacht auf Pseudokrupp eine Kehldeckelentzündung (Epiglottitis), bei der hohes Fieber, klossige Sprache, Speichelfluss und Schluckschmerzen auftreten, auszuschliessen, untersucht der Arzt vorsichtig den Rachen der betroffenen Kinder.
In seltenen Fällen ist es zur Diagnose hilfreich, die Blutwerte zu bestimmen: So sind bestimmte Entzündungsparameter besonders bei einer bakteriell verursachten Rachenentzündung erhöht. Ein Röntgenbild vom Brustkorb ist bei Verdacht auf Pseudokrupp grundsätzlich nicht nötig, kann aber je nach Ausgangsbefund sinnvoll sein.
Beim Pseudokrupp richtet sich die Therapie nach dem Schweregrad der Erkrankung. Wenn es zu einem Pseudokrupp-Anfall (d.h. vor allem nachts auftretender bellender Husten mit Heiserkeit und evtl. Atemnot mit Pfeifen beim Einatmen) kommt, sind in jedem Fall folgende allgemeine Massnahmen hilfreich:
Bei Anzeichen für Pseudokrupp ist es wichtig, dass Sie mit einem Arzt Rücksprache halten oder das Kind direkt von einem Arzt untersuchen lassen – auch um andere, teils ähnlich verlaufende Erkrankungen wie die gefährliche Kehldeckelentzündung (Epiglottitis) auszuschliessen.
In den meisten Fällen klingt der Pseudokrupp-Anfall ohne weitere Therapie rasch von selbst ab. Manche Ärzte empfehlen auch bei leichtem Pseudokrupp, ein Zäpfchen mit dem Wirkstoff Prednison (ein sog. Steroid) zu verabreichen, um der Schwellung des Kehlkopfs und einer Atemnot vorzubeugen oder sie aufzuhalten.
Bessern sich die Symptome trotz des Zäpfchens nicht oder tritt die Atemnot schon in Ruhe auf (Schweregrade III und IV des Pseudokrupp), sollte das Kind im Spital behandelt werden. Bei hochgradiger Atemnot kann zur Pseudokrupp-Behandlung eine Inhalation mit Adrenalin notwendig sein. Die Wirkung hält nur circa zwei Stunden an, die Inhalation muss oft mehrfach wiederholt werden, da die Schleimhaut wieder schwellen kann, wenn die Wirkung nachlässt. Im Anschluss muss das Kind gut überwacht werden.
Führt der Pseudokrupp zu zunehmender Atemnot, verständigen Sie lieber sofort den Notarzt.
Die Gabe von Sauerstoff über eine vorgehaltene Maske ist eine ergänzende Massnahme bei schwerer Atemnot. Beruhigungsmittel (z. B. der Wirkstoff Diazepam) helfen, das Kind gegen äussere Reize abzuschirmen, die die Beschwerden verschlechtern können. In sehr seltenen Fällen müssten die Ärzte das Kind über einen kleinen Schlauch beatmen, den sie in die Luftröhre schieben (Intubation).
Oft hört oder liest man, dass bei Pseudokrupp die Raumluft möglichst feucht gehalten werden sollte, etwa durch feuchte Handtücher, Luftbefeuchter oder Vernebler. Ob eine solche Luftbefeuchtung tatsächlich wirkt und die Symptome bessert, ist nach heutigem Stand zu bezweifeln. Daher raten einige Experten davon ab, im Falle eines Pseudokrupp-Anfalls die Luft künstlich zu befeuchten.
Antibiotika sind zur Pseudokrupp-Therapie in der Regel nicht geeignet, denn: Diese Medikamente wirken nur gegen Bakterien, der Pseudokrupp entsteht aber typischerweise aus einem virusbedingten Infekt der oberen Atemwege.
Der Pseudokrupp zeigt in den meisten Fällen einen gutartigen Verlauf und heilt von selbst aus. Wenn ein trockener, bellender Husten bei Kindern auftritt, kann man durch rechtzeitige Gegenmassnahmen (für kühle und feuchte Luft sorgen, Kinder beruhigen, Fieber senken, Flüssigkeit verabreichen) schwere Pseudokrupp-Symptome vermeiden.
Ein rechtzeitig und ausreichend behandelter Pseudokrupp hat eine sehr gute Prognose, das heisst, das Kind wird ihn ohne Schaden überstehen.
Eher selten führt Pseudokrupp zu schwerer Atemnot, die in der Klinik behandelt und überwacht werden muss. Rufen Sie deshalb bei schwerer Atemnot einen Arzt oder den Notarzt. Treten typische Anzeichen für Pseudokrupp auf, ist es vor allem wichtig, rechtzeitig zu erkennen, ob die sehr seltene, aber wesentlich gefährlicher verlaufende Kehldeckelentzündung (Epiglottitis) vorliegt. Sie muss umgehend von einem Arzt behandelt werden.
Es sind keine besonderen Massnahmen bekannt, mit denen Sie einem Pseudokrupp (Krupphusten) vorbeugen können. Da eine Infektion der oberen Atemwege dem Krupphusten vorausgeht, ist es generell hilfreich, das Kind möglichst nicht mit kranken Kindern zusammenzubringen.
Wenn ein trockener, bellender Husten bei Ihrem Baby oder Kleinkind auftritt, können Sie womöglich durch rechtzeitige Gegenmassnahmen verhindern, dass sich die Pseudokrupp-Symptome verschlimmern: Sorgen Sie für eine kühle Raumluft (viel lüften), beruhigen Sie Ihr Kind und senken Sie bei Bedarf das Fieber.
Um andere Erkrankungen als Ursache für die Beschwerden auszuschliessen, ist es in jedem Fall wichtig, Ihr Kind bei Anzeichen für einen Pseudokrupp durch einen Arzt untersuchen zu lassen.