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(Mehrzahl von Targum,d. i. Verdolmetschung), die in westaramäischer
Sprache
[* 2] (s.
Aramäa) verfaßten
Übersetzungen
des AltenTestaments von jüd. Ursprung.
Als inPalästina
[* 3] die hebr.
Sprache vor dem von Norden
[* 4] her eindringenden
westaramäischen Dialekt, den man nach einem aus dem
BucheDaniel herrührenden Mißverständnis gewöhnlich
Chaldäisch nennt,
zurückwich, sah man sich genötigt, die dem
Volke beim synagogalen Gottesdienste vorgelesenen Schriftlektionen in die aramäische
Landessprache übertragen zu lassen und zwar mündlich, ohne schriftliche Unterlage.
Jeder
Jude durfte dies vornehmen, doch geschah es wohl meist durch eigens dazu angestellte Leute, Meturgemanin, d. h.
Dolmetscher genannt. Der Vorleser und der Meturgeman wechselten in der
Synagoge so ab, daß der Vorleser je einen
Vers oder
Sinnabschnitt las, worauf ihn der Meturgeman übertrug. Diese Übertragung bildete sich nur zum
Pentateuch
und zu den
Propheten und wurde mündlich überliefert. Erst verhältnismäßig spät machte sich das Bedürfnis schriftlicher
Aufzeichnung geltend.
Diese geschah in den Schulen
Babyloniens, jedoch so, daß der palästinische Sprachcharakter nicht verwischt wurde. In anderer
Hinsicht wurde derselbe jedoch hierbei nicht unerheblich umgestaltet. Das mündliche Targum hatte den
hebr.
Text vielfach nur sehr frei wiedergegeben; jetzt wurde dasselbe dem hebr.
Text soweit als möglich konformiert. Produkte
dieser Thätigkeit sind:
1) Das Targum Onkelos zum
Pentateuch, zuerst im
Talmud Babli citiert und «unser Targum» genannt. Da die gelehrte Thätigkeit
in den Schulen
Babyloniens nicht vor dem 3. Jahrh. n. Chr.
begann, so kann auch die Redaktion des Targum Onkelos nicht früher angesetzt werden. Der
Name Targum Onkelos beruht auf einer
Verwechselung desselben mit der griech. Bibelübersetzung des
Aquila. Onkelos ist aus
Aquila verderbt.
Durch diese babylon. Redaktionen des alten palästinischen Targums zum
Pentateuch und zu den
Propheten ist dasselbe zwar zurückgedrängt,
jedoch aus der Überlieferung nicht völlig verdrängt worden. Man hat es nun aber nicht nur weiter abgeschrieben,
sondern dabei auch glossiert und erweitert. Im Gegensatz zu den babylon. Redaktionen heißt
es das Targum des
Landes Israel oder
Jerusalemer Targum. Es sind zwei
Recensionen dieses altertümlichen Targums zum
Pentateuch
erhalten, von denen die eine, jetzt nur noch in Bruchstücken erhaltene, das
Jerusalemer Targum (Jeruschalmi)
genannt wird, die andere vollständige das Targum Pseudojonathan. Abgedruckt sind diese in den sog.
rabbinischen
Bibeln und Polyglotten. Eine zu Sabionetta 1557 gedruckte
Ausgabe des Targum Onkelos hat
Berliner
[* 5] 1884 wieder abdrucken
lassen. Das Targum zu den
Propheten hat de Lagarde 1872 nach dem zu
Karlsruhe
[* 6] befindlichen
Codex Reuchlins
drucken lassen.
Eine
abweichende Entstehung haben die zu den Hagiographen vorhandenen Targumim. Sie sind sofort schriftlich unternommen
worden und zwar als Privatarbeiten. Teilweise mögen sie in sehr alte Zeit zurückgehen.
Jesus citiert am Kreuz
[* 7]
Psalm 22,1.
in derWeise, wie ihn das Targum wiedergiebt (vgl. Matth. 27,40:
Mark.
15,34).ÜberEsther, ein Lieblingsbuch des
Judentums, giebt es mehrere Targumim. Das Targum zu den
Sprüchen Salomonis ist eine jüd.
Bearbeitung der christl.-syr.
Übersetzung. Das Targum zur
Chronik ist erst im 17. Jahrh. wieder bekannt geworden. Zu
Daniel,
Esra und Nehemia giebt es keine Targumim. Das Targum zu den Hagiographen hat de Lagarde 1873 besonders
abdrucken lassen. Das Targum zu der
Chronik giebt er nach
Erfurter Handschriften, das der übrigen
Bücher nach der
Ausgabe von
Felix Pratensis in Bombergs erster rabbinischer
Bibel.
[* 8] -
Vgl. Barnstein, The Targum of Onkelos to Genesis
(Lond. 1896);
(Wort arab. Ursprungs), ein Verzeichnis der Preissätze für bestimmte
Lieferungen und Leistungen und zwar namentlich auch solche öffentlich-rechtlicher Art, wie z. B.
der Zollsätze für aus dem
Auslande eingeführte zollpflichtige Waren (Zolltarif, s. d.);
der
Steuersätze für Gegenstände,
die einer
Verbrauchs- oder Verkehrssteuer unterliegen (Steuertarif, Stempeltarif u. s. w.);
der Vergütungssätze für Versendung
von
Briefen und Waren mit der Post (Posttarif, Portotarif);
geschieden und zählt auf etwa 89000 qkm, abgesehen von den auf 50000 Köpfe geschätzten, im Chaco Boreal im O. schweifenden,
fast unabhängigen Indianern, 89 650 E. Der westl. Teil ist von der Cordillerenkette Abra de las Cortaderas und deren Ausläufern
erfüllt, vom Rio
[* 17] Pilcomayo und Rio Tarija sowie von deren Zuflüssen bewässert und besitzt schöne
Waldungen, ausgezeichnet fette Weiden für die bedeutende Rindvieh- und Schafzucht und fruchtbare Ackerländereien; es werden
Reis, Gerste,
[* 18] Flachs, Paraguaythee, Coca und Wein gebaut. Das Klima ist sehr heiß. Die Hauptstadt Tarija, im westlichsten Teile in
den Cordilleren am Rio Tarija, einem Quellflusse des Rio Bermejo, 1770 m über dem Meere, in fruchtbarer
Gegend, hat 11 942 E., meist span. Herkunft, eine schone Hauptkirche und ein Franziskanerkloster
mit Bibliothek.