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Die Lebensmittelpreise steigen, und immer mehr Länder verfallen auf eine alte und potenziell riskante Antwort: Preiskontrollen. Seit Januar brauchen in China Hersteller von Schweinefleisch, Eiern und anderen landwirtschaftlichen Produkten eine Regierungserlaubnis, wenn sie Preise anheben wollen. Thailand unternimmt ähnliche Schritte, während Russland versucht, die Preise für bestimmte Güter festzuschreiben. Mexiko versucht ebenfalls, die Preise von Tortillas zu kontrollieren, in Malaysia wurde ein National Price Council gegründet.
Konsequenzen sind negativ
Bei 11% liegt die durchschnittliche jährliche Preissteigerungsrate für Lebensmittel in den Schwellenländern. 2006 lag sie noch bei 4,5%, so die Bank of America. In Mexiko, Malaysia, Pakistan und Indonesien gab es schon Proteste wegen zu hoher Lebensmittelpreise oder Verknappung. In der Vergangenheit wurden immer wieder mal sporadisch staatliche Kontrollen eingeführt, um Preise zu senken. Aber die jetzige Popularität dieser Massnahmen könnte grosse Probleme aufwerfen, sowohl für die Länder, die sie einsetzen, als auch für die übrige Welt.Ökonomen warnen davor, dass Preiskontrollen zu Hamsterkäufen und Verknappungen führen können. Der grösste Nachteil sei jedoch, dass sie potenzielle Verhaltensänderungen bei Herstellern und Konsumenten verhindern, die die zugrunde liegenden Gründe der Inflation dämpfen könnten. Wenn Preiskontrollen zu lange aufrechterhalten werden, führe das danach zu hohen, destabilisierenden Preissprüngen.Die Lebensmittelpreise steigen aus zwei Gründen: Weltweit nutzen Bauern einen Teil der Ernte, um Biotreibstoffe herzustellen, zudem ändert sich das Essverhalten in schnell wachsenden Schwellenländern. Preiskontrollen verzerren dabei die Anpassung von Angebot und Nachfrage.Preiskontrollen «erhöhen den Inflationsdruck», zu dessen Bekämpfung sie eingeführt wurden, so Bruce Scherf, Chef von Informa Economics. Offizielle in China sagen, die aktuellen Massnahmen seien nur vorübergehend. Auch sei die letzte Intervention keine «Einfrierung des Preises», sondern eine kurzfristige Massnahme, um Unternehmen daran zu hindern, «unangebrachte» Preiserhöhungen durchzusetzen.
China befürchtet Aufstände
Für Entwicklungsländer ist die Rechnung sehr einfach: Lebensmittelpreiserhöhungen können immense Härten verursachen. Chinas Regierung befürchtet, dass es bei einer unkontrollierbaren Inflation zu Aufständen auf dem Land kommt. Aus diesem Grund könnte es für Schwellenländer schwieriger sein, die Kontrollen wieder einzustellen, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass es auch auf den weltweiten Agrarmärkten zu Irritationen kommt.