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Die wegweisende Rolle von Volvo im Segment der Crossover-Fahrzeuge ist unbestritten. Und wenn die Vorstände und Entwickler in Torslanda bei Göteborg das schon vor 20 Jahren sicher gewusst hätten, wäre manches unter Umständen schneller gegangen. So aber wollten auf dem Weg zum ersten Crossover-Modell zunächst auch innere Widerstände überwunden werden, denn Allrad und mehr Bodenfreiheit – das hatte es zuletzt bei den Volvo-Militär-Nutzfahrzeugen L2304 (1959–61), L3314/5 und C303/304 «Lapplander» (1963–84) sowie dem auch zivil erhältlichen C202 (1977–81) gegeben. Im Pw-Sektor setzte man dagegen auf Bewährtes – extrem kantige Stufenheck- und Kombi-Modelle mit dem Charme einer Kleiderbürste: unverzichtbar wie praktisch, aber auch kreuzlangweilig.
Doch Mitte der 1990er-Jahre war es auch in Schweden an der Zeit, neue Wege zu gehen: Volvo hatte gerade den 480 beerdigt – einen extrem fortschrittlichen, keilförmigen, aber leider nicht besonders profitablen Versuch, das Biedermann-Image abzulegen. Neue Ansätze wollten gefunden werden, und es zeichnete sich ab, dass die Autobranche in Richtung leichtes Gelände unterwegs war. Als Zeichen des Umbruchs änderte Volvo Ende 1996 seine Modellbezeichnungen: Limousinen, nominell bisher an der Endziffer 4 (für vier Türen) erkennbar, trugen fortan ein «S» (engl. für Sedan), während Kombi-Varianten – bisher mit der Endziffer 5 – als «V» (engl. für versatility, also Vielseitigkeit) geführt wurden. Eine angehängte, jetzt zweistellige Zifferkombination kennzeichnete von nun an die Fahrzeugklasse: «40» stand für den Einstieg, «70» markierte die Mitte und «90» die Volvo-Oberklasse.
4×4 stand für Terra incognita; erst ab 1986 hatte man von Heck- auf Frontantrieb umgestellt. Bereits mit dem ersten, noch vorsichtig lancierten, weil kaum als solchem erkennbaren «Cross Country»-Modell gewann der Hersteller viel Zuspruch und damit auch an Selbstvertrauen, um weitere Allrad-Varianten mit einem eigenständigeren Äusseren auf den Markt zu bringen. Die stehen seit nunmehr 20 Jahren für eine gute Mischung aus dezentem bis kernigem Design, bieten darüber hinaus eine überzeugende Funktionalität und Leistungsfähigkeit: «Für viele Menschen sind gerade die Cross-Country-Modelle die wahren Volvos», erläutert Håkan Samuelsson, Präsident und CEO der Volvo Car Group: «Das Konzept war von Anfang an ein Volltreffer, perfekt geeignet für die rauen Klima- und Strassenbedingungen, die in Schweden herrschen» – und nicht nur da. Auch in der Schweiz sind die skandinavischen Softroader sehr populär. Denn ob schlammige Wege, knietiefer Schnee oder lange winterliche Fahrten auf der Autobahn – die Kombination aus erhöhter Bodenfreiheit, hoher Zugkraft und Allradantrieb ist schwer zu toppen, vor allem in Verbindung mit dem gebotenen Komfort und der sprichwörtlichen Volvo-Sicherheitsausstattung. Aktuell führt Volvo fünf Allrad-Modelle im Programm; das erste war aber der V70 CC, dessen Werdegang wir hier bis zum aktuellen V90 Cross Country nachzeichnen.
Erste Generation (1997–2000) Echte Alternative zu den damals gerade aufkommenden SUV und Fahrzeugen mit Frontantrieb. «Cross Country» stand für eine neue, abenteuerlustige Form von Mobilität, die vor allem auf dem nordamerikanischen Markt viele Freunde fand.
Zweite Generation (2000–07) Mit deutlich mutigerem Styling und einem Plus an Bodenfreiheit startete der V70 CC ins neue Jahrtausend. Als Volvo mit dem XC90 sein erstes SUV einführte, erhielt der nunmehr kleinere Bruder ein moderneres Allradsystem und wurde analog in Volvo XC70 umbenannt.
Dritte Generation (2007–16) Mehr Eleganz und Luxus – die Vorgaben an den nächsten XC70 waren klar definiert. Und mit diesem Paket verzauberte er weiterhin vor allem die Kunden in den USA und Kanada, wo fast die Hälfte des Produktionsvolumens verkauft wurde. Weltweite Aufmerksamkeit zog der Volvo XC70 im Jahr 2014 auf sich – dank eines Werbespots mit dem schwedischen Fussballer Zlatan Ibrahimovi. Diese Kampagne war derart wirkungsvoll, dass der Absatz des Modells während der letzten Produktionsjahre noch einmal deutlich zulegte.