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(Das Ortsportrait steht Ihnen zusätzlich auch als Publikation
mit Text und Bildern zur Verfügung.) GEOGRAFISCHE LAGE
Schöftland, die Zentrumsgemeinde des oberen aargauischen Suhrentals, liegt an der Einmündung ins Ruedertal, etwas erhöht über der früher sumpfigen Suhreebene. Die Dorfsiedlung dehnt sich heute über das ganze Tal aus und erreicht den Westrand des Suhrentals. Das Gemeindegebiet umfasst 627 ha. Das 243 ha grosse Waldgebiet bedeckt nur die Höhen. GESCHICHTE
Spuren alter Besiedlungen sind in Schöftland selten, doch weiss man, dass zur Römerzeit das Suhrental besiedelt war. Grosse römische Gutshöfe wurden in Oberentfelden und Triengen ausgegraben, eine Ziegelei befand sich in Kölliken, die von den in Vindonissa stationierten Legionen betrieben wurde. Nach dem Rückzug der römischen Soldaten drangen allmählich die Alemannen und Franken in unsere Gegend ein.
Das Dorf Schöftland wurde in der Mitte des 7. Jahrhunderts gegründet. Um das Jahr 650 wurde hier die erste Kirche gebaut. Bei Ausgrabungen im Jahre 1964 wurden drei Stiftergräber mit reichen Beigaben aus jener Zeit gefunden. Mit dem Anwachsen der Bevölkerung musste die Kirche mehrmals erweitert werden. Der schöne Kirchturm und der Chor stammen aus dem Jahre 1515, das Langhaus von 1683. Die Ref. Kirchgemeinde hat sie seither durch regelmässige Renovationen in Ehren gehalten.
Das älteste Originalzeugnis mit der Nennung von Schöftland ist eine Pergamenturkunde vom 15. Juli 1220. Sie befindet sich im Staatsarchiv Luzern. Die Schreibweise des Ortes änderte unter anderem von Schofftelang, über Schoflach, Schopflanc, Scheftlan und Schöfftland zu Schöftland.
Die erste Hauszählung datiert aus dem Jahre 1556. Man zählte damals 22 Feuerstätten. Im Jahre 1844 hatte es in Schöftland 94 stroh- und 31 ziegelbedeckte Gebäude. Das erste profane Steinhaus, das sogenannte Salzpeterhaus an der Luzernerstrasse, ist heute noch erhalten und stammt aus dem Jahre 1641. INFRASTRUKTUR Verkehrsverbindungen
Die regionale Bedeutung Schöftlands im mittleren Suhrental ist nicht zuletzt auf die verkehrsgünstige Lage zurückzuführen. Im Jahre 1901 nahm die Talbahn von Aarau nach Schöftland (AS) ihren Betrieb auf. Die heutige Wynental- und Suhrentalbahn (WSB bzw. AAR bus+bahn) garantiert eine rasche Verbindung zum Kantonshauptort Aarau. Zur Bedienung der oberhalb von Schöftland gelegenen Talgemeinden stehen ab Bahnhof Schöftland Busbetriebe in Richtung Ruedertal und nach Sursee zur Verfügung. Ferner besteht eine Busverbindung nach Zofingen.
Mit der Inbetriebnahme des vorläufig letzten Suhrentalstrassenteilstückes als Umfahrung von Schöftland im Jahre 1990, das gleichzeitig auch als Autobahnzubringer dient, wurden die Verkehrsverhältnisse für das Dorf nochmals wesentlich verbessert, obwohl der Ziel- und Quellverkehr nach wie vor sehr hoch ist.
Dank der zentralen Lage und den vorhandenen Verkehrsmitteln sind raschmöglichste Verbindungen zu den Zentren von Basel, Bern, Luzern und Zürich innerhalb von 30 Minuten bis maximal knapp einer Stunde gewährleistet. Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft
Aus der kleinen Bauerngemeinde Schöftland entwickelte sich eine Gemeinde mit dem Charakter eines ländlichen Kleinzentrums mit zahlreichem, über Jahrzehnte hinaus gewachsenem, leistungsfähigem Dienstleistungsgewerbe. Alle Güter des täglichen Bedarfs sind in Schöftland erhältlich. Wo früher die Landwirtschaft und etwas später die Textil- und Schuhindustrie dominierten, stehen heute viele kleinere und mittlere Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe von Bedeutung. Diesen gegenüber besteht die Landwirtschaft gerade noch aus 3 Vollerwerbsbetrieben.
Die rund 1'500 Voll- und Teilzeit-Arbeitsplätze im Dorf werden nur zu einem Teil von den einheimischen Arbeitskräften besetzt. Es ist noch eine stattliche Anzahl Zupendler, namentlich aus den umliegenden Dörfern, zu verzeichnen. Demgegenüber finden viele Einwohner aus der Gemeinde ihre Arbeit in der Agglomeration Aarau und den dank den günstigen Verbindungen relativ nahe gelegenen Zentren. Schulen
Seit Jahrzehnten gilt die Gemeinde Schöftland als regionale Schulgemeinde. Nebst den Grundschulen werden die Real-, Sekundar- und Bezirksschule mit rund 650 Schülerinnen und Schülern geführt. Die Schulanlagen sind im Dorf konzentriert. Den Schulen steht auch eine grosse Sporthalle zur Verfügung, die ebenfalls den zahlreichen Sportvereinen gute Dienste erweist. Regionale Zusammenarbeit
Die Zusammenarbeit in der Region wird heute gross geschrieben, ohne dass Fusionen aktuell zur Diskussion stehen. Schöftland zeigt sich gegenüber seinen Nachbargemeinden offen für verschiedenste Zusammenarbeitsformen. So führt die Verwaltung auch das Steueramt für die Gemeinde Kirchleerau, die Bauverwaltung für die Gemeinden Attelwil, Hirschthal, Kirchleerau, Moosleerau, Reitnau, Schlossrued, Staffelbach und Wiliberg und das Betreibungsamt für die Gemeinden Attelwil, Kirchleerau, Moosleerau, Reitnau, Schlossrued, Schmiedrued, Staffelbach und Uerkheim. Im Weiteren führt die hiesige Verwaltung seit 2004 zusätzlich auch das Zivilstandsamt für die 13 Nachbargemeinden Attelwil, Hirschthal, Holziken, Kirchleerau, Kölliken, Moosleerau, Muhen, Reitnau, Schlossrued, Schmiedrued, Staffelbach, Uerkheim und Wiliberg.
Letztlich besteht eine ganze Reihe von Zusammenarbeitsformen mit Nachbargemeinden auf Zweckverbands- oder Gemeindevertragsbasis, wie z.B. für den Forstbetrieb, die Wasserversorgung, die Abwasserbeseitigung, den Bevölkerungsschutz, die Regionalpolizei, die Regionalplanung, das Schulwesen und die Spitex. Zusammen mit den Gemeinden Attelwil, Kirchleerau, Moosleerau, Reitnau, Schlossrued, Schmiedrued und Staffelbach ist Schöftland zudem am hiesigen Alterszentrum mit dazugehörender Dementenstation beteiligt, welches seit 2010 als Aktiengesellschaft geführt wird. Öffentliche Bauten und Anlagen
Seit 1927 ist die Gemeindeverwaltung mitten im Dorf im Schloss untergebracht. Die renovierten, altehrwürdigen Räumlichkeiten bieten für das Personal und die Kundschaft eine angenehme, nicht alltägliche Atmosphäre, in denen heute auch verschiedene regionale Aufgaben wahr genommen werden.
Mit Beginn der Bauarbeiten im Herbst 2017 entsteht am Standort der ehemaligen Käsereiliegenschaft Dorfstrasse 26 ein Schulzentrum. Der viergeschossige Neubau an zentraler Lage umfasst Verwaltungsräume, Lehrerzimmer, Arbeitsbereiche der Lehrerschaft und Mehrzweckräume für Mittagstisch mit zugehöriger Küche und Aufenthaltsräume für Zwischenstunden. Mit dem Angebot der neuen Räumlichkeiten können schulinterne Abläufe optimiert und in den bestehenden, frei werdenden Schulräumen die notwendigen Klassenzimmer und Gruppenräume realisiert werden. Das Gebäude ist – ausgenommen das in Beton erstellte Untergeschoss – in vorgefertigter Holzbauweise aus Schweizer Holz erstellt. Die Beheizung des Gebäudes erfolgt mittels Anschluss an die Fernwärmeheizung des Bezirksschulhauses. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach leistet ihren Beitrag zur Stromerzeugung und minimiert die Unterhaltskosten. Mit der Umgebungsgestaltung wird ein attraktiver Aussenbereich für Schule, Bibliotheksbesucher und Bevölkerung geschaffen.
1964 erfolgte mitten im Dorf der Spatenstich zum Bau eines Altersheimes, das im Jahre 1966 seinen Betrieb aufnahm. In regionaler Zusammenarbeit wurde dem Heim zu Beginn der achtziger Jahre eine Leichtpflegestation angegliedert.
Im Jahre 1988 sind auf demselben Areal die ersten 17 Alterswohnungen angebaut worden. Weitere 27 Alterswohnungen wurden in unmittelbarer Nähe im Jahre 1996 erstellt.
Seit Herbst 2005 besteht an der Holzikerstrasse eine geschützte Wohngemeinschaft für demente Personen. Ende 2008 ist das Angebot des Alterszentrums mit einer Tagesstätte für Demenzpatienten erweitert worden.
Die Abwasserreinigungsanlage wurde 1968 von Schöftland alleine in Betrieb genommen. Im Gemeindeverband mit den umliegenden Gemeinden Staffelbach, Kirchleerau, Schlossrued, Schmiedrued und Hirschthal zusammen wurde die Anlage seither in drei Phasen – letztmals 2012/2013 - den aktuellen Bedürfnissen entsprechend um- und ausgebaut.
Bereits im Jahre 1938 hat die Gemeinde der Bevölkerung ein Schwimmbad erstellt. Im Rahmen eines grosszügigen Sportanlagekonzeptes mit zwei neuen Fussball-Rasenplätzen und einem Kunstrasenfeld sowie einer Finnenbahn und Familiensportstationen wurde dieses vollumfänglich um- und ausgebaut und im Jahre 1991 in Betrieb genommen. Im Winter 1993/94 wurden ein neues Tummelbecken und ein separates Sprungbecken erstellt. Mit den Ausbaumassnahmen im Jahre 2009 wurde ein 50m-Schwimmbecken mit einem separaten Nichtschwimmerbecken realisiert und die Badwasserheizung mit Wärmepumpe erneuert. Eine Beachvolleyball- sowie eine Pétanque-Anlage runden das Angebot ab. Seit ein paar Jahren beteiligten sich erfreulicherweise einige Nachbargemeinden, welche die regionale Bedeutung dieser Anlage erkannt haben, mit einem bescheidenen Anteil an den jährlich doch recht hohen Betriebskosten.
Das Gemeindebauamt und die Regiowehr Suhrental (Gemeinden Hirschthal, Holziken, Schöftland und Staffelbach) sind in den Werkgebäuden, mitten im Dorfzentrum, untergebracht. Die Bauten wurden im Jahre 1984 – damals nur für die Feuerwehr Schöftland – ihrer Bestimmung übergeben.
Die ebenfalls dem Gemeinderat unterstellte Ortsbürgergemeinde führt im Gebiet Hubel mit 4 Mitarbeitenden ein eigenes Kies- und Sandwerk. Der durchschnittliche Jahresausstoss beträgt um die 100'000 m³.
Die Gemeinde Schöftland ist seit 2017 im Besitz eines eigenen Kleinwasserkraftwerks Obere Mühle an der Suhre. Die erzeugte Energie wird in das Verteilnetz der gemeindeeigenen Elektrizitätsversorgung eingespiesen. Der Generator des Kraftwerks hat eine Leistung von 78 kW und produziert ca. 420`000 kWh elektrische Energie im Jahr. Dieser Ertrag deckt den Bedarf von ca. 110 Einfamilienhäusern ab. Mit diesem Projekt kann Schöftland einen Anteil zur Energiewende beitragen.
Zur Verbesserung der Fischgängigkeit in der Suhre wurde neben dem Kleinwasserkraftwerk eine Fischaufstiegshilfe erstellt. Der Fischabstieg erfolgt durch die spezielle Wasserkraftschnecke in der Anlage. Mit diesen Massnahmen wurde zusätzlich auch die Suhre als Gewässer ökologisch aufgewertet. BEVÖLKERUNGS- UND WOHNRAUMENTWICKLUNG
Mitte 2013 wurde bei der Wohnbevölkerung die viertausender Grenze überschritten. Der Ausländeranteil beträgt ca. 17 %. 1850 verzeichnete man in Schöftland bereits 1'243 EinwohnerInnen. 1950 waren es dann 2'316. Die dreitausender Grenze wurde erst 1995 überschritten. Als Folge der grossen Bautätigkeit hat sich die Zahl der Wohneinheiten vor allem in den letzten beiden Jahrzehnten mehr als verdoppelt. Die Entwicklung der Bevölkerungszahl im Verhältnis zur Anzahl Personen pro Wohneinheit ist dem allgemeinen Trend entsprechend. Heute sind es statistisch eben noch etwa zwei Personen, die sich in einem Haushalt befinden. DAS SCHLOSS
Das Schloss ist eines der schönsten und ältesten Gebäude in Schöftland. Gebaut wurde es im Jahre 1660 von Wolfgang von Mülinen und liegt mitten im Dorf in einem kleinen Park. Im Jahr 1664 tauschte der Erbauer die Herrschaft mit seinem Schwiegersohn Johann Rudolf von May gegen das Gut Löwenberg bei Murten. Bis 1877 blieb das Schloss im Besitze der Familie von May. Anschliessend ging das Schloss in Privateigentum über. Im Laufe der Zeit wurde der meiste Grundbesitz nach und nach verkauft. Während vielen Jahren diente das Schloss auch als Zigarrenfabrik. Der Kauf durch die Einwohnergemeinde erfolgte im Jahre 1917 zu einem Preis von Fr. 80'000.– und war damals sehr umstritten. 1927 nahm dann die Verwaltung darin Einsitz. In den folgenden Jahrzehnten wurden verschiedene Innen- und Aussenrenovationen durchgeführt. In den Jahren 2002 und 2003 wurde das Schloss behindertengerecht erschlossen, mit Sicherheitseinrichtungen (Brand- und Einbruchschutz) ausgestattet und an eine CO2-neutrale Holzschnitzelfeuerung angeschlossen. Gleichzeitig wurden ein unterirdisches Zentralarchiv realisiert, der Von May-Saal im 2. Obergeschoss geschaffen und im Foyer die ursprünglich bemalte Decke wieder freigelegt und unter fachkundiger Mitwirkung der Kantonalen Denkmalpflege restauriert. Heute ist man in Schöftland stolz, dass das Schloss als Sitz der Gemeindeverwaltung den Mittelpunkt im Dorf bildet und dass es gelungen ist, das alte Gebäude zusammen mit den beiden Pförtnerhäusern beim Eingangsportal und den Ökonomiegebäuden mit dem neuen Restaurant Schlossgarten und dem Regionalen Zivilstandsamt zu erhalten. Dafür wurden in den Jahren 2002 bis 2012 in insgesamt 6 Etappen von der Einwohnergemeinde Fr. 2'077'000 und von der Ortsbürgergemeinde Fr. 8'784'000 investiert. LEBENDIGE DORFGEMEINSCHAFT Vereinswesen
Die Vereinskultur wird in der Dorfgemeinschaft gross geschrieben. Es gibt über 50 Vereine, die sich aktiv am Dorfleben beteiligen. Ihre Mitglieder rekrutieren sich aus Schöftland und den umliegenden Dörfern. Sie alle tragen auf ihre Art dazu bei, dass das soziale, ideelle, sportliche und musikalische, also das ganze kulturelle Leben, in der Gemeinde einen angeregten Verlauf nimmt. Die Gemeinde ist dabei bestrebt, all diese Institutionen im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen. Härdöpfuchäuer
Vom Kartoffelkeller zum Kleintheater. 1980 war der Raum im Keller des Alten Schulhauses bereit für die erste Saison mit dem Slogan "z schöftle am föifi". Jede Veranstaltung fand während 12 Jahren jeweilen an einem Samstagabend um 5 Uhr statt. Doch bald etablierte sich der Härdöpfuchäuer als Kleintheater. Die Veranstaltungs-Zeiten verschoben sich um 3 Stunden und die Veranstaltungstage waren nicht mehr exklusiv Samstage. "z schöftle am föifi" ist längst passé – der Härdöpfuchäuer, zwischenzeitlich von der Gemeinde mehrmals ausgebaut und mit rund 26 Veranstaltungen pro Jahr, aufgeteilt in eine Frühlings- und Herbstsaison, noch voll aktiv. Jahrmärkte
Seit über 200 Jahren besitzt die Gemeinde Schöftland das Marktrecht. Die traditionellen Warenmärkte auf der Dorfstrasse am 1. Mai und am letzten Samstag im Oktober mit jeweils rund 250 Ständen erfreuen sich einer überregionalen Ausstrahlung mit jeweils tausenden von Besucherinnen und Besuchern. Monatsmarkt
Im Schlosspark findet immer am zweiten Samstag des Monats von 08.30 Uhr bis 11.30 Uhr – ausser Januar und Februar – ein kleiner, gediegener Monatsmarkt statt, an welchem primär regionale Produkte angeboten werden. Rapid Museum
Nach Jahren des Zusammentragens alter Rapid Motormäher und unzähliger Stunden Restaurierung wurde im Jahre 2010 an der Holzikerstrasse das Rapid Museum eröffnet. In der eigens zu diesem Zweck umgebauten «Lüscher-Schüür» sind rund 80 Rapid-Motormäher, von den Ursprüngen im Jahr 1926 bis heute, ausgestellt. Die Exponate wurden in liebevoller Kleinarbeit durch Charles Lüscher originalgetreu restauriert und aufbereitet. Das Rapid Museum ist jeden letzten Sonntag im Monat – für Gruppenbesuche gegen Voranmeldung – geöffnet. So besteht die Möglichkeit, ein sehr interessantes Stück Schweizer Industriegeschichte aus nächster Nähe mitzuerleben.
(Das Ortsportrait steht Ihnen zusätzlich auch als Publikation
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