Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/216623

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird verpflichtet, aufgrund der Vorgaben der Bundesverfassung (BV Art. 64 Forschung, BV 118 Schutz der Gesundheit, BV Art. 118a Komplementärmedizin) und aufgrund der gesetzlichen Grundlagen im Bundesgesetz über die Förderung der Forschung und der Innovation folgende Forschungsarbeiten (SR 420.1) sicherzustellen:</p><p>In vitro und in vivo Forschung von traditionellen Naturheilmitteln und pflanzlichen Wirkstoffen, </p><p>- die eine belegte antivirale Wirkung haben;</p><p>- die traditionellerweise eingesetzt werden zur Stärkung des Immunsystems, zur Verbesserung der Lungentätigkeit und bei Herz-Kreislauf Problemen und</p><p>- die zur Behandlung von viralen Langzeitfolgen von SARS-CoV-2 wie eingeschränkter Geruchssinn, Müdigkeit oder Kopfschmerzen angewendet werden.</p><p>Auch zu erforschen sind Ansätze der integrativen Medizin (Kombination von Synthetika und Naturheilmitteln) bei der Prävention, Behandlung in der Akutphase und Verminderung von Langzeitfolgen von Corona-Viren.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der epidemiologische und medizinische Wissensstand für die Behandlung von Covid-19 nimmt täglich zu. Wie in der Antwort auf die <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20203664">Motion 20.3664</a> näher ausgeführt, obliegt es in der Schweiz unter anderem den medizinischen Fachgesellschaften, zusammen mit Fachpersonen Behandlungsempfehlungen bei Covid-19 Erkrankungen festzulegen. Dies schliesst ein, dass auch Fachpersonen der Komplementärmedizin entsprechende Empfehlungen ausarbeiten und publizieren können.</p><p>In der Schweiz ist die Nachfrage nach komplementärmedizinischen Leistungen gross, was unter anderem 2009 zur Verankerung der Komplementärmedizin in der Bundesverfassung geführt hat. Die Berücksichtigung der Komplementärmedizin in Anwendung, Lehre und Forschung wurde und wird seither schrittweise umgesetzt (Einbezug der Komplementärmedizin in die Ziele der universitären Ausbildung, Bundesratsentscheid zur definitiven Aufnahme der ärztlichen Komplementärmedizin in die Grundversicherung). An mehreren universitären Instituten wird die Verbindung von konventioneller Medizin und Komplementärmedizin in Versorgung, Forschung und Lehre praktiziert (beispielsweise am Institut für komplementäre und integrative Medizin des Universitätsspitals Zürich und am entsprechenden Institut an der Universität Bern). Universitäre Forschungsinstitute führen in Kooperation mit Kliniken und universitären Instituten im In- und Ausland Forschungsprojekte zur Prüfung und Entwicklung komplementärmedizinischer Therapien durch.</p><p>Auf der Grundlage des Forschungs- und Innovationsförderungsgesetzes (FIFG, SR 420.1) fördert der Schweizerische Nationalfonds (SNF) als Forschungsorgan des Bundes mit seinen verschiedenen Förderungsinstrumenten Forschungsvorhaben im Grundsatz nach dem Bottom-up-Verfahren. Das heisst, dass die Projekteingabe offen ist für jegliche wissenschaftliche Themen, Fragestellungen und methodische Ansätze. Im Rahmen der SNF Sonderausschreibung "Coronaviren" und der Ausschreibung des NFP 78 "Covid-19" hatten Forschende aus allen Disziplinen die Möglichkeit, Forschungsprojekte im angesprochenen Themenbereich einzureichen. So wird aus der Sonderausschreibung "Coronaviren" ein Forschungsprojekt gefördert, welches auf der Basis von natürlich vorkommenden Zuckermolekülen antivirale Mittel entwickelt (data.snf.ch &gt; covid-19 Projektregister &gt; cyclodextrins). Als wichtige Fördermöglichkeiten für die in der Motion angesprochenen Forschungsvorhaben stehen beispielsweise beim SNF die reguläre Projektförderung sowie das speziell für industrieunabhängige klinische Studien vorgesehene Programm "Investigator Initiated Clinical Trials (IICT)" zur Verfügung.</p><p>Der SNF finanziert bereits heute Forschungsprojekte im erwähnten Themenbereich (p3.snf.ch).</p><p>Der Bundesrat erachtet die bottom-up-Prinzipien in der Forschungsförderung als äusserst wichtig und sieht keinen Grund, diese aufgrund von spezifischen Forschungsinteressen einzuschränken.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.