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Einer der vielen Gründe für den grossen Fussabdruck der Schweizer ist ihr Fleischkonsum, beziehungsweise die Tierhaltung ganz allgemein. Die Ernährung macht ungefähr einen Drittel des Gesamtfussabdrucks aus. In der Schweiz geht etwa die Hälfte davon - in Österreich sogar 80 % - für tierische Produkte wie Fleisch, Milch, Eier, Käse und Co. drauf. Zirka ein Kilogramm ‘tote Tiere‘ verspeist der Durchschnittsschweizer pro Woche.
Die Fleischherstellung verbraucht Unmengen von Wasser
Laut einer niederländischen Studie verbrauchen Zuckerpflanzen, Stärkehaltige Wurzeln sowie Gemüse 200-400 l Wasser pro kg. Früchte oder Milch benötigen 1000l, Getreide 1600l, Ölpflanzen 2‘360l, Poulet 4325l, Schweinefleisch knapp 6000l, Schaffleisch 8763 l, Rindfleisch 15‘415l und beim Pferd wurde der Rekordwert von über 40‘000l Wasserverbrauch pro Kilo Tier an seinem Lebensende (ohne Fleischverarbeitung) errechnet.
Diese Werte sind nicht 1:1 auf die Schweiz übertragbar, geben aber einen Einblick.
Längst nicht alles in der Schweiz konsumierte Fleisch ist auch Schweizer Fleisch. Das Schweizer Kreuz darf schon ab einem schweizerischen Wertanteil von 50 % auf das Produkt aufgebracht werden. Nur mit dem Zertifikat Suisse Garantie hat man die Gewissheit, dass die ganzen Herstellungs- und Verarbeitungsprozesse in der Schweiz von Statten gingen.
Eine Schweizer Milchkuh erhält täglich 2 kg Kraftfutter, frisst im Sommer pro Tag zusätzlich 70 -100 kg frisches Raufutter (Gras, Klee, Kräuter), im Winter 15-20 kg Heu und trinkt täglich 50-100 l Wasser.
Global gesehen geht 70 % des verbrauchten Frischwassers in die Landwirtschaft (7 % in den Futtermittelbau), 10 % wird von Haushalten verbraucht und 20 % in der Industrie. Da in der Schweiz Wiesen und Weiden aufgrund der hohen Niederschläge kaum bewässert werden müssen, liegt der Verbrauch des Landwirtschaftssektors bei knapp 2 %. 24 % verbrauchen die Haushalte und unglaubliche 74 % des Frischwassers werden in der Industrie eingesetzt. Wobei zu beachten ist, dass die industrielle Weiterverarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte in letztere Zahl einfliessen.
Die Fleischherstellung heizt den Treibhauseffekt an
12 % der Treibhausgasemissionen in der Schweiz – hauptsächlich die klimarelevanten Gase CO2, Methan und Lachgas - entstehen durch die Landwirtschaft. Die meisten Schweizer Kühe haben Freilauf. Erstaunlicherweise sind freilaufende Kühe, die sich vorwiegend ökologisch von dem ernähren, was auf dem Bauernhof wächst, für das Klima schädlicher als stallgebundene Hochleistungs-Kraftfutter-Kühe. In diesem Fall überwiegen aber die tierschützerischen Argumente die klimatechnischen.
Die Fleischherstellung raubt Ackerflächen
Werden Nutztiere nicht geweidet, muss das Futter anderswo produziert werden. Häufig ist zumindest der Kraftfutteranteil davon Regenwald-Soja oder GVO-Mais. Zudem ist dieser im Ausland meist viel höher als in der Schweiz.
Viele Grossgrundbesitzer ringen dem Urwald für die Tierfutterproduktion also gigantische Flächen ab. Oder sie machen es sich noch einfacher und enteignen Kleinbauern, die sie dann maximal als Erntehelfer beschäftigen. Sehr häufig werden die Kleinbauern auch mit leeren Versprechungen wie ‘Wohlstand‘, ‘Krankenversorgung‘ und ‘Schule‘ zum Verkauf ihres Landes geködert. Gehört das Land erstmal den grossen Agrarfirmen, warten die jetzt arbeitslosen Bauern vergeblich auf die Einlösung der Versprechen. Nicht selten werden durch solche Firmen auch rücksichtslos die Grundwasservorkommen ausgebeutet und mit Pestiziden die Oberflächengewässer verschmutzt.