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Bei Männern mit einem Prostatakarzinom mit mittlerem oder tiefem Risiko scheinen zuviele teure und unnötige Röntgenuntersuchungen durchgeführt zu werden. Ob dies wirklich so ist wollte Dr. Sandip Prasad aus Chicago untersuchen.
Das National Comprehensive Cancer Network (NCCN) und die American Urological Association (AUA) empfehlen nur auf spezielle Indikation eine CT, ein MRI oder eine Knochenszintigraphie direkt nach Diagnosestellung zu veranlassen. Nötig ist dies nur bei Hochrisiko-Patienten.
An einem Poster des “Genitourinary Cancers Symposium” wurden die Resultate präsentiert.
Die Analyse basierte auf der SEER Datenbank. Von den 30’183 Männern bei denen 2004-2005 ein Prostatakarzinom diagnostiziert wurde hatten 9’640 Männer ein low-risk Karzinom, 12’966 ein medium-risk Karzinom und 7’577 ein high-risk Prostatakarzinom.
Von den Hochrisiko-Patienten erhielten nur 61% der Männer die vor der Therapie empfohlenen Untersuchungen.
36% der Männer mit low-risk und 49% der Männer mit intermediate-risk wurden mit zusätzlicher Bildgebung untersucht. Dies, obwohl die damaligen Richtlinien davon abrieten. Bei den intermediate-risk Patienten wurden die NCCN Richtlinien Januar 2011 leicht angepasst und in gewissen Situationen ist jetzt eine Bildgebung bei diesen Patienten auch sinnvoll.
In den Auswertungen fand Dr. Prasad, dass die Indikation zur Bildgebung weniger mit medizinischen Daten korreliert, sondern mehr mit zB. dem Einkommen und der Ausbildung.
Abschliessend
Die Daten zeigen wieder, wie wichtig es ist, dass bestehende Richtlinien auch den Eingang in die Praxis finden. Dies wird glücklicherweise jetzt oft schon initial bei Ausarbeitung von Empfehlungen als Ziel definiert. Ensprechend werden die “Anwender” meist schon früh in die Ausarbeitung einbezogen.