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Es ist ruhig geworden um die unbezahlten Praktikanten der UNO. Im Sommer vor einem Jahr noch gingen Bilder des Neuseeländers Leo David Hyde um die Welt, der am Ufer des Genfersees sein Zelt aufstellte. Er protestierte damit gegen die UNO, die ihm im teuren Genf keinen Lohn bezahlte. Doch die Ruhe trügt. Hinter den Kulissen lobbyiert die Fair Internship Initiative weiter für bessere Bedingungen. Die Praktikanten hoffen, vom Übergang zum neuen Generalsekretär zu profitieren. Gemäss Recherchen der «Schweiz am Sonntag» kam es bereits zu Gesprächen mit dem «Transition Team», das die Amtsübergabe von Ban Ki Moon zu António Guterres organisiert. Ein direktes Treffen mit dem neuen Generalsekretär wurde zwar «aus Termingründen» abgelehnt. Er stellte aber eine Zusammenkunft zu einem späteren Zeitpunkt in Aussicht. Die Fair Internship Initiative kritisiert, dass die UNO ihre Vorbildfunktion missachte, wenn sie ihren Praktikanten (oft Absolventen renommierter Unis) keinen Lohn bezahlt. Dies führe zudem dazu, dass die UNO ihre Mitarbeiter ausschliesslich aus reichen Mitgliedstaaten rekrutiert. Menschen aus ärmeren Ländern können sich nicht leisten, ohne Lohn zu arbeiten, geschweige denn in den teuren Städten wie New York oder Genf zu leben. Im November sprachen Repräsentanten der Initiative an einem Panel des UNO-Menschenrechtsrats. Die Zürcherin Melanie Sauter (28) sagte: «Die UNO muss ihre eigenen Ansprüche erfüllen und ein Zeichen setzten.» Erfolg hatte die Initiative bei der internationalen Arbeitsorganisation. Die ILO erhöhte kürzlich den Lohn für Praktikanten in Genf auf 2200 Franken. Über den Genfersee-Camper Hyde wird zur Zeit ein Dokumentarfilm gedreht. Es dürfte wieder lauter werden um die unbezahlten UNO-Praktikanten.