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Geschichte des Schlössli Mattstetten
Als das Schlössli gebaut wurde stand die Schweiz vor einem Umbruch. Es war kurz vor dem Ende des Ancien Régime. Die Kantone (13) wurden ganz unterschiedlich regiert. (durch Zünfte, Landgemeinde, Föderation oder wie im Kanton Bern durch das Patriziat.
Die Familie von Erlach war eine der massgebenden Familien in Bern. Hieronimus von Erlach hatte bereits Schloss Hindelbank und Thunstetten erbaut. Er war so wie so eine schillernde Figur seiner Zeit.
Sein Sohn Albrecht Friedrich von Erlach war der Erbauer des Schlössli. Albrecht Friedrich v.E. hat das Schlössli für seinen Schreiber Niclaus Meyer erbaut. Es bestand eine private Verbindung zwischen von Erlachs und Meyers. Hieronimus v.E. war der Pate einer Tochter von Meyer.
Das Schlössli wurde 1779-1781erbaut und ist ein spätbarocker Herrenstock, unter Walmdach, mit angebauter Scheune und Obeliskbrunnen. Die Gartengestaltung der Bauzeit besteht nicht mehr. Heute ist das Schlössli im Besitz der Erbengemeinschaft Meyer.
Zum Stammbaum der Familie Meyer. Es gab 3 Söhne, der Stamm des ältesten ist ausgestorben. Der zweite Sohn ist der Gründer der Schlössli Meyer. Die Familien Meyer waren immer sehr engagierte Zeitgenossen. Sie amteten jeweils als Chorrichter, Gerichtssäss, Heimlicher, oder Amman zu Mattstetten. Zu den Aufgaben eines Herrschaftsschreibers gehörte auch das Verfassen von Dokumenten und Verträgen. Aber auch Anliegen der Bevölkerung z.B. von Christian Rupp. (siehe Rubrik Herrschaftsschreiberei).
Im Schlössli befinden sich die vermutlich letzten originalen Kachelofen im Bäriswiler Stil. Bäriswil war neben Langnau und Heimberg der wichtigste Herstellungsort für qualitätsvolle Keramik. (Geschirr und Kachelöfen.
Das Schlössli war neben der Schreiberei bis 1920 auch ein Gutsbetrieb. Ab 1920 wurde die Geflügelzucht immer mehr ausgebaut, sodass für den Landwirtschaftsbetrieb 1936 der Breithof gebaut wurde. Vermutlich auch im Hinblick, dass für beide Söhne je ein Betrieb zu Verfügung stand. Der Geflügelzuchtbetrieb war gleichzeitig auch die Generalvertretung der damals bekannten holländischen Econoom-Brutmaschinen. Hier im Schlössli standen 4 Brutmaschinen für je 6500 Eier. 1982 wurde der Geflügelzuchtbetrieb still gelegt.
Zeit der Renovationen: 1989 wird das Schlössli durch die 9. Generation der Familie Meyer (Regina Wermelinger-Meyer) weiter geführt. Ab dieser Zeit wurden viele Projekte realisiert.
Heute bietet das Schlössli Mattstetten Platz für kulturelle Anlässe (Kleinkunstbühne ARTick), Familienanlässe, Hochzeiten, Seminare und hat sich zu einer besonderen Location entwickelt.
Ancien Régime 1712–1798
In den Städteorten Bern, Solothurn, Freiburg und Luzern herrscht das Patriziat, das Regiment weniger alteingesessener Geschlechter;
Die absolutistischen Tendenzen in der Herrschaftsausübung bewirkten im 18. Jahrhundert eine ganze Reihe von Aufständen in den betroffenen Untertanengebieten, die jedoch bis 1798 allesamt mit äusserster Härte niedergeschlagen wurden.
Albrecht Friedrich von Erlach
Erbauer des Schlössli Mattstetten. Von seinem Vater erbte er nebst dem Titel eines Reichsgrafen die Herrschaften zu Hindelbank, Urtenen, Bäriswil und Mattstetten.In Bern war er ab 1727 Mitglied des Grossen Rates, ab 1755 des Kleinen Rates, von 1759 bis 1786 alternierend Schultheiss.
Schlössli Mattstetten 1779–1781
Das Schlössli in Mattstetten, seit langem als Gebäude mit besonderem Wert erkannt, ist vor mehr als 240 Jahren (1779-1781) von den von Erlachs in Hindelbank gebaut worden. Darin wohnte später der Herrschaftsschreiber Niklaus Meyer, Notari und Vertrauter seines Gnädigen, der die Ausführung der Urkunden besorgte. Niklaus Meyer war ein Urahn der heutigen Besitzerfamilie Meyer (in der 9. Generation).
Verschiedene Renovationen sind vor allem in der jüngeren Zeit erfolgt. 1991 wurde das Schlössli ins staatliche Inventar der geschützten Kunstaltertümer aufgenommen.
Trotz allen Sanierungen, ein Detail am Haus wird dabei immer unvollendet bleiben: die Verzierung über dem Eingang. Nur die Hälfte führte der Steinmetz zu Ende. Das Wappen der Familie Meyer und die rechte Kordel fehlen. Böse Absichten hatte der Mann jedoch nicht. Während der Arbeit ist er schlicht und einfach verstorben.
Verschiedene Renovationen sind vor allem in der jüngeren Zeit erfolgt. 1991 wurde das Schlössli ins staatliche Inventar der geschützten Kunstaltertümer aufgenommen.
Trotz allen Sanierungen, ein Detail am Haus wird dabei immer unvollendet bleiben: die Verzierung über dem Eingang. Nur die Hälfte führte der Steinmetz zu Ende. Das Wappen der Familie Meyer und die rechte Kordel fehlen. Böse Absichten hatte der Mann jedoch nicht. Während der Arbeit ist er schlicht und einfach verstorben.
Beschreibung
Schlössli. Wohnstock mit ehem. Herrschaftsschreiberei (?), erb. 1779-1781; heute Wohnhaus Hervorragender, sehr herrschaftlicher Putzbau unter geknicktem Walmdach mit feinen Lukarnen. Ausgezeichnete spätbarocke Sandsteingliederung: leicht risalitierte Mittelachsen (O- u. W-Fassaden) mit Stichbogenportal u. skulptierten Details. Im OG Stichbogenfenster. Gute Interieurs: Kachelöfen von 1781 (EG) bzw. 1793 (1.OG). Sehr qualitätvoller, gut erhaltener Ökonomieteil (Sichtrieg). Grosser Garten mit Pavillon (Nr. 15C).
Vor der Strassenfassade prächtiger Kalksteinbrunnen wohl von 1780: Vierkantstock mit Pyramidenaufsatz; elegant geformtes Becken. Im N ehem. Kutschenremise (Nr. 15A).
Einziger Bau dieses Typs und dieses Anspruchs in der Gemeinde; er ist sowohl historisch als auch architektonisch von grosser Bedeutung.
Grundstück 111
Koordinaten 2605978 / 1208527
Bauinventar
2006 rechtswirksam
Einstufung schützenswert
K-Objekt
Geschützt durch RRB 0580 vom 06.02.1991
Bildungs- und Kulturdirektion Bäriswilstrasse 15
Amt für Kultur
Denkmalpflege
Familie Meyer von Mattstetten
Hans Meyer (1617-1685) ist der urkundlich belegbare Stammvater des Geschlechts.
Der zweite Sohn Niclaus ist der Gründer des Astes der „Schlössli“-Meyer. Er wurde Herrschaftsschreiber, welches Amt durch 4 weitere Generationen von seinen Nachkommen ausgeübt wurde.
Die jeweiligen Besitzer amteten zudem als Chorrichter, Gerichtssäss, Heimlicher oder Ammann zu Mattstetten.