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Die meisten Kinder, die diese Zeilen lesen, leben wie du in der Schweiz. Sie liegt auf der Nordhalbkugel der Erde. Mit diesem Wissen könnt ihr Kinder nun einen kleinen Versuch machen: Geht raus an die Herbstsonne! Steckt einen Stock in die Erde. Sogleich seht ihr seinen Schatten. Er entsteht durch die Sonneneinstrahlung. Setzt nun dort eine Markierung, wo der Schatten liegt. Schaut eine Stunde später wieder nach: Der Schatten ist gewandert – vom Stock aus gesehen nach rechts. Er bewegt sich also regelrecht im Uhrzeigersinn. Nach diesem Prinzip erfanden die alten Ägypter schon vor Jahrtausenden die Sonnenuhr.
Auf «unserer» Seite der Erde bewegt sich der Schatten ihres Zeigers immer von links nach rechts. Auf der Südhalbkugel hingegen wandert er vom Zentrum aus gesehen nach links. Die Uhrmacher, die vor ungefähr 800 Jahren die ersten Uhren bauten, lebten ebenfalls in Europa. Sie waren es von den Sonnenuhren her gewohnt, dass der Schatten nach rechts wandert. Darum liessen sie die Uhrzeiger in die
gleiche Richtung gehen.
«Dä Schnäller isch dä Gschwinder!»: Unsere Erdseite war schneller und bestimmte den Verlauf der Zeiger für die ganze Welt. Auch auf der Südhalbkugel, zum Beispiel in Australien, passte man sich an. Allmählich verschwanden die Sonnenuhren, und seither werden nicht mehr nur die hellsten Stunden gemessen, sondern alle.
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