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Über das Leben und den Tod des Ernesto Che Guevara sind unzählige Bücher verfasst worden; viele davon nähern sich arg dem Genre der Heiligenlegende. Zwei Biografien aber sind lesenswert, beide über 700 Seiten stark und doch so geschrieben, dass man dranbleibt. Beide sind akribisch recherchiert und mit Quellentexten und Aussagen von ZeitzeugInnen belegt. Die eine stammt von Jon Lee Anderson (2001), dem Kriegs- und Krisenreporter des «New Yorker», die andere vom mexikanischen Historiker und Krimiautor Paco Ignacio Taibo II (2002).
Beide Autoren versuchen, dem Menschen Guevara statt der Ikone nahezukommen. Anderson erliegt bisweilen trotzdem der Strahlkraft des Mythos und hält entsprechend die für den Revolutionär eher mühsamen Jahre in der kubanischen Zentralbank und im Industrieministerium knapp. Taibo lässt Guevara sehr viel ausführlicher in langen Zitaten selbst zu Wort kommen, sodass bisweilen fast ein Dialog zwischen dem Autor und seinem Sujet entsteht.
Man mag glauben, man habe schon alle Fotos des Revolutionärs gesehen. Rechtzeitig zu seinem 50. Todestag ist nun aber ein kleines Bändchen mit bisher unveröffentlichtem Material kubanischer Pressefotografen erschienen. Sie zeigen Guevara nicht als Ikone, sondern eher zufällig, meist im Kreis vieler anderer; nie als Guerillero mit Gewehr und nicht immer sehr vorteilhaft (die kurzen Einführungstexte nähern sich dafür der Heldenverehrung). Das Buch dient gleichzeitig als Katalog einer in verschiedenen Schweizer Städten laufenden Ausstellung der Vereinigung Schweiz-Cuba, die bis zum 8. Oktober in Zürich (Photobastei), ab dem 10. Oktober in Biel (Landart), ab dem 18. Oktober in Fribourg (Café Le Tunnel) und ab dem 19. Oktober in St. Gallen (Buchhandlung Comedia) zu sehen ist.