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Wiedmer, Emil
Emil Wiedmer (* 5. Dezember 1889 in Niederbipp; † 1965) war ein Schweizer Journalist und Schriftsteller.
Mitglied im Berner Schriftstellerinnen und Schriftsteller Verein (BSV).
Leben
"Aus Teufenthal im Kanton Aargau übersiedelte der Vater Emil Wiedmers nach dem bernischen Niederbipp. Er war dort als Bahnmeister tätig und hat die Tochter eines bernischen Landschulmeisters geheiratet. Am 5. Dezember 1889 wurde ihnen der Sohn Emil geboren. Er besuchte die Schulen Niederbipps und hegte schon da den Wunsch, studieren zu dürfen. Die Verhältnisse erlaubten die Realisierung erst etwas später nach Überwindung verschiedener Hemmnisse. Er absolvierte das Gymnasium Burgdorf und besuchte die Universitäten Bern, Dijon und Zürich. Er wandte sich dem Journalismus, war an Berner und Zürcher Zeitungen tätig, bis er 1919 die Redaktion der 'Solothurner Zeitung' übernahm, die er bis heute innehat.
Die zeitgenössische Dichtung bewegte ihn stark, die deutsche Lyrik und namentlich Hermann Hesses Werke. Einsam inmitten von Menschen, zu denen für ihn kein Zugang bestand, vertraute er dem Papiere seine Herzens- und Gefühlsbeichten an, 'Monologe einer Konfession'. In Zeitungen und Zeitschriften der Heimat fanden die ersten Gedichte und kleinen Prosaschilderungen Aufnahme, aber auch in deutschen Zeitschriften, im 'März' (München) und der 'Aktion' (Berlin).
Bedingt durch den frühen Tod des Vaters, legte wohl die Mutterliebe den stärksten Grund zu der schöpferischen Gefühlswelt Emil Wiedmers; dann kamen Dorfeindrücke dazu, Begegnungen mit einfachen Menschen, mit Gelehrten, mit Künstlern, nicht zuletzt auch mit Büchern. Weitere Bausteine fügten seine Reisen in der Schweiz und in fremden Ländern zu. Er kam nach Frankreich und Italien, bereiste Österreich, Süddeutschland, die Rheinlande, war in Ungarn, der Tschechoslowakei, in London und Agram.
Beschaulicher Stille zugetan, liebt er noch heute Wanderungen, Bücher, Bilder. Andererseits nimmt er regen und lebendigen Anteil an Menschen, an Dingen und an der Kunst, namentlich am Theater und an der Musik.
Er ist auch als Übersetzer tätig. Seiner Feder entstammen: Übertragungen aus dem Französischen des C. F. Ramuz von 'Le règne de l'esprit malin' ('Das Regiment des Bösen') und aus dem Ungarischen: Nachdichtungen moderner ungarischer Lyrik." (Quelle: Berner Schrifttum 1925-1950, Francke 1949, S. 171-172)
Auszeichnungen
- Zwei Preise der Schweizerischen Schillerstiftung