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Er hat zwar einen Nobelpreis in Literatur gewonnen. Das handwerkliche Schreiben gehört aber offenbar nicht zu seinen liebsten Beschäftigungen.
Der legendäre Singer und Songwriter Bob Dylan musste sich dafür entschuldigen, dass er für die Autogramme von angeblich «handsignierten» Büchern eine Maschine benutzt hat. Das berichtet am Montag die englische Zeitung «The Guardian».
Bei der Unterschriftenfälschung geht es um 900 Ausgaben seines neuen Buches «The Philosophy of Modern Song». Dieses ist Anfang November im New Yorker Verlag Simon & Schuster erschienen. Die limitierte Auflage der handsignierten Bücher ist zum Preis von 600 Dollar pro Stück verkauft worden. Im Buch finden sich Essays zu mehr als 60 Popsongs.
Jedem Exemplar lag ein Schreiben von Jonathan Karp bei, in welchem der Geschäftsführer des Verlags die Echtheit der Unterschrift bestätigte.
Nachdem Fans aber die Unterschriften von Bob Dylan in Büchern und auch auf Kunstwerken verglichen und schliesslich über die Sozialen Medien auffällige Ähnlichkeiten bei allen 900 Autogrammen festgestellt hatten, musste der Superstar zugeben, dass er wegen eines körperlichen Gebrechens einen Unterschriftenautomaten verwendet hat.
Der Verlag Simon & Schuster hat sich inzwischen entschuldigt und allen Käufern der Sonderausgabe angeboten, den vollen Kaufpreis zurückzuerstatten.
Auch Bob Dylan entschuldigte sich bei seinen Fans mit einem Posting auf Facebook.
Früher habe er wirklich alle Autogramme «selbst geschrieben», doch seit der Pandemie leide er an Schwindelgefühlen und das mache das Unterschreiben von Büchern schwierig, wenn nicht gar unmöglich.
Also benutzte er ein Autopen-Gerät, das seine Unterschrift 900 Mal automatisch kopierte.
Da die Autogramme von Bon Dylan heute zu hohen Preisen gehandelt werden, sind in dieser Szene inzwischen trotzdem ein paar Händler nervöser geworden.
Bei Bob Dylan selbst dürften keine finanziellen Interessen im Spiel gewesen sein.
Der Schöpfer von fast 40 Studioalben hat im Dezember 2020 die Rechte an 600 Liedern an Universal Music verkauft. Der Deal soll ihm 300 Millionen Dollar eingebracht haben.
Es ist davon auszugehen, dass die Unterschrift auf diesem Vertrag tatsächlich echt war.
Zu Dylans unvergesslichsten Songs gehören unter anderem «Blowin’ In The Wind» (1962), «Mr. Tambourine Man» (1964) oder «Knockin’ on Heaven’s Door» (1973).