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Die Brücke ist fast 300 Meter weit über die tiefe Schlucht gleich neben Bellinzona gespannt. 130 Meter weiter unten fliesst der Sementina-Bach, der die Gemeinden Sementina und Monte Carasso voneinander trennt und dann hinter der Autobahn A2 in den Tessin fliesst. Von der Mitte der Hängebrücke sind es in beide Richtungen 140 Meter, bis man wieder festen Boden unter den Füssen hat. 280 Meter also insgesamt - eine lange Strecke.
Die tibetische Hängebrücke, oder auch Himalaya-Hängebrücke, zeichnet sich durch ihre durchhängende Gehfläche aus und wird unter Fachleuten auch Spannbandbrücke genannt. Sie hat keine tragenden Pylonen. Aufgehängt ist sie lediglich an den Hängen bei den Brückenköpfen.
Carasc: Hängebrücke für 1,66 Millionen Franken
Die Brücke trägt offiziell den Namen «Carasc». Sie ähnelt den fragilen historischen Hängebrücken aus Hanfseilen, ist aber aus Drahtseil gefertigt und sehr stabil. Die tibetische Hängebrücke ist ein beeindruckendes Bauwerk. Die Brückenkonstruktion ist 50 Tonnen schwer, hängt 14 Meter durch und hat ein 115 Zentimeter hohes Geländer. Die Kosten des monumentalen Bauwerks belaufen sich auf 1,66 Millionen Franken, rund ein Viertel davon trägt die Gemeinde Monte Carasso. Die Gemeinde Sementina steuerte 100’000 Franken bei. Die Stiftung Vontobel und die Schweizer Berghilfe unterstützten das Projekt mit jeweils 100’000 beziehungsweise 180’000 Franken. Ohne die Unterstützung von der anderen Seite des Gotthards hätte das Projekt niemals realisiert werden können.
Von Monte Carasso zur Osteria von Curzùtt
Wer zur Brücke will, sollte am besten einen Tagesausflug planen. Die kleine, nur acht Personen fassende Seilbahn von Monte Carasso nach Curzùtt stösst an ihre Belastungsgrenze. Ein Shuttle Service entlastet das kleine Bähnchen zwar, doch wer Wartezeiten vermeiden will, sollte die gesamte Strecke wandern.
Neben der klassischen Variante – von Sementina den steilen Berg hoch bis San Defendente, dann über die Brücke und Curzùtt, das Aussteigerparadies, wieder nach unten bis nach Monte Carasso –, lohnt sich die längere, aber weniger steile Variante über die Via delle Vigne (den Rebweg). Von Gudo aus führt ein Weg zwischen Rebbergen und Kastanienhainen bis zur Hängebrücke.
Auf der anderen Seite lohnt es sich, eine Pause im restaurierten Tessiner Dorf Curzùtt einzulegen. Wer in der Osteria essen will, sollte vorher jedoch reservieren. Ansonsten erwarten Sie an der Talstation in Monte Carasso zwei bei Einheimischen sehr beliebte Restaurants: die Trattoria Er Pipa und das Ristorante Romitaggio.