Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03238.jsonl.gz/712

Vor der Entdeckung von Faktor-Prämien war das gängige Modell zur Erklärung von Portfoliorenditen, das in den 1960er Jahren entwickelte Capital Asset Pricing Model (CAPM). Dieses besagt, dass es nur einen Risikofaktor gibt, der Aktienrenditen systematisch erklärt, nämlich das Marktrisiko (Beta). In den folgenden Jahrzehnten identifizierte die finanzökonomische Forschung weitere Faktoren, die sich auf Aktienrenditen auswirken. Zur Existenz anderer Faktoren besteht mittlerweile auch ein wissenschaftlicher Konsens: Beispielsweise zeigte sich, dass erwartete Renditen von niedrig bewerteten Aktien (Value) über die Zeit höher sind, oder dass es eine systematische Überrendite für Aktien mit einem hohen Momentum gibt. Faktorbasiertes Investieren, bezeichnet eine Anlagestrategie, bei der quantifizierbare Unternehmensmerkmale (Faktoren) berücksichtigt werden.
Wir verstehen unter faktorbasiertem Investieren die Einstufung einer Aktie im Vergleich zu anderen Aktien anhand eindeutig quantifizierbarer Kriterien, was deren Beurteilung im Hinblick auf das Ertragspotential ermöglicht.
Grundlage ist ein systematischer Prozess auf Basis der Faktoren Value (Bewertung der Aktie), Momentum (positiver Preistrend), Quality (solide Bilanzstruktur) und Growth (Analysteneinschätzung).
Durch die Faktorenkombination (Multifaktorinvesting) erfolgt die Klassifizierung der Unternehmen innerhalb fünf Kategorien (-2 bis +2) und gewährleistet so, eine objektive Beurteilung innerhalb des Anlageuniversums.
Eine Einstufung in eine positive Kategorie führt generell zu einer positiven Einschätzung des Renditepotential und lässt somit eine Mehrrendite erwarten.