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Heinz Peter Wallner beschäftigt sich in einem interessanten Essay über Komplexität und das Leben löblicherweise mit Komplexität. Ich bin ihm dankbar und mehr als einverstanden, dass
wir … in einer komplexen Welt [leben]. Der Grad der Komplexität unserer Welt steigt ständig. Wir Menschen können uns nur damit befassen, wie wir besser mit Komplexität umgehen lernen. Eine Vereinfachung der Komplexität (eine Reduktion) kann nur kurzfristig eine Erleichterung bringen. Langfristig kann sich niemand der Komplexität des Lebens entziehen
Komplexität bestimmt das System
Wallner stellt in seinem Blog die Frage, wieviel Komplexität ein System verträgt. Das ist eine Perspektive, die mir nicht hilfreich scheint, denn sie führt unweigerlich zur Notwendigkeit, gegen das Erreichen eines Komplexitätslimits einen Kampf zu führen, den Wallner dann prompt auch beschreibt. Wallner geht davon aus, dass ein System wie ein Gefäss ist, das ständig mit Komplexitätswasser gefüllt wird. Läuft es über, muss man wieder Komplexität ausgiessen (= reduzieren) und Platz schaffen für weitere Komplexität. Mir scheint, dass es genau diese Sichtweise ist, die uns über Komplexität stöhnen lässt.
Für mich kann ein System keine Komplexität aufnehmen (und dann zusammen brechen, wenn es zuviel ist). Ein System ist Komplexität. System und Komplexität sind in gewisser Weise synonym. Anders ausgedrückt: der Zustand eine Systems entspricht seinem Komplexitätsgrad. Wenn ein System Komplexität aufnehmen könnte, dann würde es sich verändern. Eine Stadt mit dem Komplexitätsgrad a und eine Stadt mit dem Komplexitätsgrad b sind nicht dieselben Systeme. Wenn eine Stadt mit dem Komplexitätsgrad a solange Komplexität von aussen aufnehmen könnte, bis sie den Komplexitätsgrad b hat, dann wäre sie nicht mehr dieselbe Stadt, die jetzt mit einem höheren Komplexitätsgrad zu kämpfen hat. Nein: kein System braucht mit seiner Komplexität zu kämpfen, denn es ist gerade das System, das seinem Komplexitätsgrad entspricht!
Selbstorganisation erzeugt Komplexität
Wenn einer kämpft, dann ist es der Mensch, der Komplexität noch nicht verstanden hat. Das sind auffallenderweise viele Politiker und Manager, also Menschen, die es sich auf die Fahne geschrieben haben, zu bestimmen, was sein soll und darf. Menschen also, die nichts von Selbstorganisation wissen und sie stets mit Selbstmanagement verwechseln. Wallner erklärt Selbstorganisation so:
Dabei nehmen die Systeme in unserer Formenwelt immer höhere Ordnungszustände ein, die sich aus dem Zusammenwirken der Systemelemente selbst ergeben
Viele Menschen lehnen diese Definition als materialistisch und naturwissenschaftlich ab. Das ist falsch. Unser Klassifizierungswahn ist nur ein Instrument der Komplexitätsreduktion. Die Welt kümmert sich nicht um Schulfächer, wie Spiritualismus, Religion, Natur- und Geisteswissenschaft. Sie funktioniert überall gleich. Auch der Geist ist durch Selbstorganisation entstanden.
Wallner fragt, warum so viele Städt in ihren Slums und ihrem Müll ersticken und findet keine Antwort. Die Antwort ist bekannt: Komplexität entsteht durch einen ständigen Energie- und Warenstrom durch das System. Eine Stadt muss täglich riesige Mengen von Energie und Waren aufnehmen und Müll (es gibt auch Energiemüll – „Wärme“ genannt) abgegeben. Kommt dieser Strom zum Erliegen, sinkt die Komplexität und das System erstickt in seinem Müll. Dann ensteht einfach ein System niedrigerer Komplexität, bis hin zur Auflösung, d.h. bis zu einem Nichtsystem mit Null Komplexität. Das zeigt schon, wie Komplexitätsreduktion wirkt: sie zerstört ein System.1)
Komplexität ist eine höchst willkommene Sache. Unser Gehirn ist beispielsweise nur dank seiner Komplexität funktionsfähig und wer möchte schon seine Intelligenz reduzieren? Aber bei dem Aufbau von Komplexität entsteht immer Unordnung und ein Durcheinander. Das ist der Auslöser unseres Unbehagens, nicht die willkommene Komplexität! Wird das Durcheinander nicht abgebaut und die Unordnung ständig aufgeräumt, kann nicht weiter Komplexität erzeugt werden. Das „Ausmisten“ ist aufwendig, teuer und benötigt Energie.
Warum sind wir komplexitätsresistent?
Wallner meint, dass wir mit der Erzeugung von Energie aus fossilen und atomaren Brennstoffen quasi auf Pump leben. Er nennt das „Komplexität simulieren“ und ist überzeugt, dass damit der Zusammenbruch vorprogrammiert ist. Das ist ein sehr interessanter Gedanke, der nicht von der Hand zu weisen ist. In meiner Wahrnehmung ist es aber nicht das zentrale Problem. Eine Stadt ist eine Anhäufung menschlicher Individuuen mitsamt ihrem Hab und Gut. Je mehr Energie durch diesen Haufen gepumpt wird, desto höher die Komplexität der Stadt. Versiegt die Energiequelle, weil z.B. kein Erdöl mehr vorhanden ist, wird einfach die Komplexität der Stadt absinken. Aus der Sicht der Stadtpolitiker müsste man etwas dagegen tun. Aber aus einer etwas grösseren Distanz betrachtet, hat sich einfach ein System verändert oder aufgelöst. So what?
Wichtiger scheint mir für die Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft, dass wir uns endlich mit dem unbekannten Wesen „Komplexität“ auseinander setzen, das uns dermassen zuzusetzen scheint. Wir beschäftigen uns vorwiegend mit kontrollbringenden Tätigkeiten und Geschäften. Hier ein paar Schlagzeilen aus einer aktuellen Tageszeitung:
- Berlusconi will weiterregieren (und die Kontrolle behalten)
- Die Bonussteuer ist für die Wirtschaft kein Tabu mehr (Details sind überblickbar)
- 20 Millionen für die WM2022 (Fussball gibt uns so viel Kontrollillusion, dass wir wir ihn sogar in unsere ferne Zukunft einplanen, obwohl es dannzumal vielleicht gar keinen Fussball mehr gibt)
- Die Jagd auf Jörg Kachelmann (Promis, Sex and Crime sind beliebte Komplexitätsverweigerer)
- Sepp Blatter hat die Komkurrenz ausgedribbelt (nochmals Promis, Sex and Crime und Fussball)
- Ehren- und Familienmorde: bei beiden geht es um Männlichkeit (Gewalt hilft, Kontrolle zu bewahren)
Stefan Strohschneider hat in seinem brillianten Artikel über Kompetenzmotivation festgestellt, dass Menschen, wenn ihnen etwas über den Kopf wächst, nur noch ihre Kompetenzhygiene pflegen und sich nicht mehr um Sachgeschäfte kümmern2). Wenn sich Menschen überfordert fühlen und glauben, zu versagen, dann setzen sie alles daran, um ihr Selbstwertgefühl wieder herzustellen und interessieren sich nicht mehr für die tatsächlich wichtigen Dinge. Genau das beobachte ich in der aktuellen Gesellschaft. Wir beschäftigen uns immer mehr mit Bereichen, die unser Selbstwertgefühl heben sollen und uns Kontrolle zurück bringen.
Was können wir tun?
Wir müssen endlich beginnen, über Komplexität zu reden und sie zu verstehen. Wie kann man das erreichen? Am besten in Schule und Ausbildung. Die Medien hätten wohl auch entsprechende Möglichkeiten, aber die beschäftigt sich lieber mit der Kompetenzhygienepflege der Konsumenten. Wie sieht es an den Ausbildungsstätten heute aus? Bildung wird Verkaufsobjekt. Die Studenten müssen Punkte wie Flugmeilen sammeln (Kmptenzmotivation lässt grüssen). Ursula Pia Jauch schreibt im Tagesanzeiger vom 31. Mai 2011 über das heutige Bildungssystem:
Einer der letzten Lebensbereiche des Menschen, der bislang noch nicht gänzlich von Nutzenlogik und Verkaufbarkeit kolonialisiert war – nämlich das Lernen, das Studium, die Bildung -, unterzieht sich nun auch noch dem Effizienzdenken
Frau Jauch erinnert daran, dass im Lichthof der Universität Zürich eine Athene steht. Doch Athene scheint sich selbst offenbar nur noch um ihr Selbstwertgefühl zu kümmern. Heute denken allenfalls ein paar wenige in ihren Blogs über Komplexität nach. Wenn sie aber in Vorlesungen darüber reden, dann erhalten sie komische Blicke von den Studenten und schlechte Bewertungen, das Modul sei zu anspruchsvoll und zu praxisfern. So können wir natürlich nie mit der zunehmenden Komplexität leben.
1) Addor, P. Projektdynamik – Komplexität im Alltag. Verlag Liebig. Frauenfeld, 2010
2) Strohschneider, S. Ja mach‘ nur einen Plan. Institut für Theoretische Psychologie, Otto-Friedrich-Universität Bamberg, 2001
22 Kommentare
Herzlichen Dank Herr Addor für die Wertschätzung und den kritischen Dialog! Freut mich sehr. Ich werde die Gedankenskizzen gerne wieder aufgreifen und demnächst anworten 🙂 liebe Grüße, Heinz Peter Wallner
Ich kann Ihre Kritik an dem Essay verstehen. Aber Ihre Darstellung hört sich ein wenig so an, als sei jede Komplexität eine gute Komplexität. Dem würde ich widersprechen wollen.
System mögen, nein, müssen komplex sein. Um ihren Zweck zu erfüllen, brauchen sie ein gewisses Maß an Komplexität. Sind sie jeder über- oder unterkomplex, dann verfehlen sie ihren Zweck.
Es gibt also zwei Herausforderungen in Bezug auf Systemkomplexität:
1. Die Einstellung eines System auf das zweckdienlichste Maß an Komplexität.
2. Die Bewältigung der zweckdienlichen Komplexität.
In Komplexitätsdiskussionen geht es meist um die zweite Herausforderung. Die erste wird eher nicht angegangen – oder darauf reduziert, dass weniger Komplexität immer besser sei. Dabei ist wohl es eher die Frage – und zwar die schwierigere -, was denn überhaupt eine angemesse Komplexität sei für ein Unternehmen, eine Software, eine Nation, die Welt. Und wie sich bestimmen lässt, ob die über/unterschritten ist.
Hallo Ralf
Es gibt kein „zweckdienliches Mass“ an Komplexität. Ein System IST seine Komplexität und Du kannst sie schon gar nicht einstellen. Ein menschliches Gehirn ist ein menschliches Gehirn, weil es einen bestimmten Grad an Komplexität hat. Hätte es einen niederen Komplexitätsgrad, dann wäre es allenfalls ein Affenhirn…oder so.
Komplexität muss auch nicht „bewältigt“ werden. Da hast Du ein völlig verschiedenes Komplexitätsbild als ich. Du sprichst von Entropie, nicht von Komplexität. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.
Das ist ja gerade, was ich in meinem Artikel versuchte, anzusprechen: hört mal auf zu versuchen, die Komplexität zu bewältigen, einzustellen oder daran zu schrauben! Du kannst nicht in einem Wald wohnen und Dich über fehlende Aussicht beschweren. Der Wald bestimmt die Aussicht. Das System bestimmt die Komplexität. Da gibt’s nichts einzustellen.
Lieber Peter
ganz korrekte Betrachtung. Komplexität ist ein intrisiches Merkmal von Systemen. Komplexität quantifizieren oder kontrollieren zu wollen ist leider eine verbreitete, aber dafür ungeeignete Gewohnheit. Ich teile Deine Auffassung, dass Systemik und Komplexität in den Schulen unterrichtet – bzw. erlebt – werden sollen. Das Problem ist, dass heute in den Management Schulen meistens nur gelernt wird, (hyper-)komplizierte Probleme zu lösen. Diese Lösungsansätze sind aber für komplexe Probleme nicht tel quel anwendbar, oder, wie Du es korrekterweise schreibst, nicht ohne das Risiko einzugehen, das System zu zerstören. Das Thema „komplexitätsresistent“ habe ich übrigens in meinem Blog mit einem Artikel zum Thema „Kontrollsucht“ näher dargestellt. Liebe Grüsse. Ph.
Peter,
sicher ist ein System in dieser oder jener Weise komplex. Wenn ich nun aber ein System nehme, das einen Zweck erfüllen soll – zum Beispiel eine Software oder ein Unternehmen -, dann kann ich dieses System mit der einen oder der anderen Komplexität herstellen. Und mit dieser Komplextität kann der Zweck leichter oder schwerer erreicht werden.
Nun magst du sagen, wenn deine Software s die Komplexität ks hat und du veränderst die Komplexität, dann ist es nicht mehr die Software s, sondern die Software s‘ mit der Komplexität ks‘, dann mag das im engeren Sinn korrekt sein – aber hilfreich finde ich das nicht.
Wenn ich hingegen mit „Normalsterblichen“ spreche und sage, deine Software s hat die Komplexität ksV1 und erfüllt ihren Zweck schlecht, deshalb sollten wir seine Komplexität reduzieren auf z.B. ksV2 < ksV1, dann versteht das jeder. Die Identität des Systems bleibt erhalten. (Wie genau Komplexität sich in Software ausprägt, lasse ich hier mal dahingestellt. Dass zumindest größere Software komplex ist, sollte außer Zweifel stehen. (Ja, ich unterscheide zwischen Komplexität und Kompliziertheit :-))
Zu deiner Waldanalogie: Ich kann den Wald lichten oder ich kann umziehen. Beides ist Umgang (Bewältigung) mit der Sichtbehinderung durch den Wald (Komplexität). Und selbst wenn ich den Wald lichte, behält der Wald seine Identität – behindert mich aber nicht mehr so sehr in meiner Sicht.
Wenn ich einen Wald anlege, kann ich übrigens darauf achten, dass er seinen Zweck (z.B. Windschutz) gut erfüllt und andere Wünsche (z.B. freie Sicht) nicht allzusehr behindert. Ich kann die Sichtbehinderung also wählen.
Wäre ja auch noch schöner, wenn ich die Komplexität von Systemen nicht wählen könnte. Mir scheint das sogar ein Grundthema aller Zivilisation: die Komplexität der geschaffenen Systeme erhöhen, ohne "umzukippen". Systeme und Komplexitätsbewältigungsstrategien durchlaufen dabei eine Co-Evolution.
Beispiel Mondlandung: vor 500 Jahren hätte man so ein Projekt nicht nur wg fehlender Technologien nicht durchführen können, sondern weil schlicht die Komplexitätsbewältigungswerkzeuge fehlten.
Entropie: So wie ich als Nichtphysiker Entropie verstehe, besteht kein zwingender Zusammenhang zwischen Entropie und Komplexität. Systeme mit geringer Entropie sind nicht notwendig komplex (z.B. ein fester Kristall). Und wo die Entropie hoch ist (z.B. in einem unaufgeräumten Kinderzimmer 😉 ist die Komplexität auch nicht notwendig hoch.
Ralf,
ja, wir sprechen von verschiedenen Dingen. Du hast schlicht einen anderen Komplexitätsbegriff als ich. Ich bin im Besitz eines Artikels, der 20 verschiedene Komplexitätsbegriffe auflistet.
Ich meine lebende Systeme. Eine Software ist für mich kein kein System und hat auch keinen Komplexitätsgrad. Eine Software ist wie ein Haus. Es ist eine statische Angelegenheit, die Du tatsächlich nach Deinen Wünschen gestalten kannst. Für mich ist allenfalls die Benutzergemeinde der Software ein komplexes System, das natürlich durch die Software wesentlich organisiert wird. Aber die Software selber ist ein Artefakt ohne Komplexität.
Ein System entseht immer durch Selbstorganisation, wie sie Wallner definiert hat. Software wird jedoch durch Management willentlich gebaut und ist danach zum Gebrauch bereit.
Und ob Entropie und Komplexität einen Zusammenhang haben! Wo Komplexität entsteht, fällt Entropie als Nebenprodukt an. Das ist das, was die meisten Menschen unter „Komplexität“ verstehen. Es ist das vornehmste Ziel eines jeden Projekts, die Komplexität unserer Weltzu erhöhen. Wenn Du projektmässig eine Software entwickelst, dann nimmt die Komplexität der Welt zu. Nicht, weil Deine Software irgend eine Komplexität hätte, sondern weil die Software das Zusammenleben der Menschen komplexer macht, d.h. mehr Möglichkeiten gibt. Während des Projekts entsteht Entropie – Unordnung, Konflikte, Knatsch, Reibung – damit die Software und ihr gesellschaftliches Drumherum überhaupt geboren werden kann.
Gruss,
Peter
Peter,
lassen wir für den Moment mal außen vor, dass du keine Komplexität bei Software siehst.
Du sagst, „Ich meine lebende Systeme“. Wie definierst du das? Systeme, die selbst leben, also autopoietische Systeme? Oder meinst du Systeme, die aus Lebewesen bestehen, was ja nicht gleich zu Autopoiesis führt?
Aber nehmen wir nur mal ein System, das aus Lebewesen besteht, zum Beispiel eine Militäreinheit. Die hat doch sicher auch für dich eine Komplexität. Oder, nein, die ist komplex. (Haben und sein sind ja zu unterscheiden.)
Wenn ja, dann weiter: Eine Militäreinheit wird „hergestellt“ zu einem Zweck. Die organisiert sich nicht einfach, sondern die wird aufgebaut. Das System wird geplant (Schema) und dann mit Personen „instanziiert“ (Ausprägung).
Dann läuft es mit/in seiner Komplexität, die zu einem Gutteil durch das Schema vorgegeben ist. Und es erfüllt seinen Zweck besser oder schlechter durchaus auch davon abhängig, ob die Komplexität dem Zweck angemessen ist. Oder nicht? (Gilt nicht, dass ein System mindestens so komplex sein muss wie seine Umwelt, um in ihr zu bestehen?)
Ist nicht der Jahrhunderte währende Erfolg der römischen Armee ein Beleg dafür, dass man Systeme mit angemessener Komplexität planen kann? Eine römische Kohorte hatte den selben Zweck wie eine gallische Horde – der Erfolg war aber sehr unterschiedlich. Und ich kann nicht umhin, die unterschiedliche Komplexität dieser sozialen Systeme dafür (mit)verantwortlich zu machen.
Derhalb bleibe ich mal einstweilen dabei: Die Kunst besteht darin, angemessene Komplexität zu definieren und herzustellen und dann „zu beherrschen“ – von mir aus auch erstmal nur in „lebenden Systemen“.
Und der Unterschied zw früher und heute scheint mir, dass man früher versucht hat, niedrig-komplexe Systeme zu erschaffen – und heute sieht man es anders.
Hallo Ralf
Gute Einwände! Ja, natürlich hast Du recht: man kann lebende Systeme „bauen“, sprich: organisieren. Das Beispiel mit den römischen Kohorten und den gallischen Horden ist interessant, aber man könnte es auch mit Abteilungen einer modernen Unternehmung machen, das wäre mir ein bisschen näher. In der Tat wird eine Unternehmung aufgebaut und (vermeintlich) gesteuert.
Ein System hat eine Funktion. Viele sagen auch: ein Ziel. Der Begriff gefällt mir aber nicht. Ich möchte das „Zweck“ oder „Funktion“ nennen. Die Komplexität eines Systems richtet sich nach der Funktion und der Quantität an zu verarbeitendem Input. Je nachdem, wie viele militärische Aufträge pro Zeit die Kohorte erhielt, nahm sie eine entsprechend komplexe Struktur an, oder kollabierte.
Die gallische Horde und die römische Kohorte hatten verschiedene Komplexitäten. Nicht, weil die entsprechenden Führungen verschiedene Komplexitäten „eingestellt“ hätten, sondern weil sich
1. die Auftragsqualität
2. die Auftragsdichte
3. die Rahmenbedingungen
unterscheideten.
Ich weiss nicht, ob man bei so kleinen Systemen von Komplexität sprechen kann. Das ist in der Tat eine meiner zentralen Fragen. Komplexität entsteht durch Selbstorganisation. Dazu braucht es eine grosse Menge von Systemelementen. Vielleicht sollten wir uns fragen, weshalb der römische Staat (und mit ihm alle die Kohorten) lange Zeit Erfolg hatte und dann schliesslich nach fast 1000 Jahren und unzähligen Strukturwandel zusammenbrach.
Du denkst, der Kohortenleader konnte etwas zum Komplexitätsgrad seiner Kohorte beitragen. Ja, möglich, z.B. schaffen von Rahmenbedingungen, Dosierung des Flusses (Aufträge, Energie, Nahrung, Geld, etc.) und „Abtransport der Abfallprodukte“ (das kann auch Trauer über einen gefallenen Kameraden sein). Die Möglichkeiten sind aber sehr, sehr beschränkt. Wieviel Geld einer Kohorte zur Verfügung steht, bestimmt kaum der Kohortenchef, sondern die Heeresführung, die der politischen Führung folgen, die sich an der vorhandenen Geldmenge ausrichten muss.
Ob die Schlagkraft von der Komplexität der Kohorte abhängt, ist noch nicht klar. Aber sicher hängt die Komplexität von der Kultur ab, die wiederum von der Kultur des gesamten römischen Reiches beeinflusst wurde. Alle Beispiele lassen sich auf moderne Unternehmen übertragen. Du siehst, dass die Parameter wenig beeinflussbar und vor allem überhaupt nicht bekannt sind. Das macht Management eher zu einer Kunst als zu einer Wissenschaft, bzw. Management ist eher Fähigkeit, denn Können.
Systeme haben eine eigene Komplexität, die sich nach dem Fluss und den Rahmenbedingungen richtet. Letztere lassen sich aber nur wenig beeinflussen. Alles andere ist Kontrollillusion
Gruss,
Peter
Peter,
das militärische Beispiel habe ich natürlich absichtlich gewählt, um aus dem üblichen Geschäftsumfeld rauszukommen. Denn wenn deine Hyothese stimmt, dann muss sie sich ja auch auf solche sozialen Systeme anwenden lassen.
Fein, dass wir übereinstimmen, dass man solche Systeme „bauen“ kann.
Beim Zweck sind wir auch beieinander.
Warum soll man aber bei „solch kleinen Systemen“ nicht von Komplexität sprechen können? Ich empfinde schon die Dyade (z.B. meine Ehe) als komplex.
Hier scheint mir nun auch der „konflikttreibende“ Unterschied in unseren Positionen zu liegen: in unserer Vorstellung, was denn Komplexität sei.
Du hast eine Liste von 20 Definitionen. Deine eigene habe ich hier in der Diskussion allerdings nicht gelesen. Und meine habe ich nicht explizit geäußert. Aber nun komme ich nicht drumherum. Also:
Komplex ist ein System, wenn ich für einen Input nicht sicher vorhersagen kann, was der Output sein wird.
Ja, so einfach lege ich mir das zurecht 😉
Oder eine andere Formulierung:
Komplex ist ein System, wenn Nachdenken in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht hilft, um es in eine gewünschte Richtung zu bewegen (als zweckerfüllend zu beeinflussen).
Hört sich einfach an, führt aber zu radikal anderen Handlungsweisen. Wer nicht vorausschauen kann, wer im Nebel in unbekanntem Terrain wandelt, bewegt sich anders als jmd, der bei Tageslicht an einem breiten Strand spaziert.
Damit decke ich alle Beispiele in Dörners „Logik des Misslingens“ ab, damit decke ich die Softwareentwicklung ab, damit decke ich das Militärbeispiel ab.
Komplexität ist damit interessanterweise relativ definiert. Das was für mich komplex ist, muss es für dich nicht sein. Denn Komplexität entsteht u.a. im Verhältnis zur Verfügung stehenden Zeit, mit einer Situation fertig zu werden. (Andere Faktoren spielen natürlich auch noch rein: Kenntnis der Regeln/Gesetzmäßigkeiten eines Systems, Zustand von System und Umwelt.)
Beispiel Lohhausen: Wenn die Probanden mehr Zeit für ihre Entscheidungen gehabt hätten, hätten sie womöglich besser entschieden. Wer die Simulation schon 100 durchlaufen ist, für den ist das Systemverhalten weniger komplex; er hat Muster von Entwicklungen erkannt und dafür Verhaltensweisen ausgeprägt.
Beispiel Softwareentwicklung: Für jemanden, der mit 100.000 Zeilen seit Jahren intim vertraut ist, ist eine Software weniger komplex als für jmd, der sie zum ersten Mal sieht. Der kann nämlich nicht abschätzen, was eine Änderung an einer Stelle für Auswirkungen an anderen hat. Hier würde Nachdenken (Quellcodestudium) zwar helfen – aber die Zeit ist ewig knapp. Die Komplexität bei Software entsteht also durch die Endlichkeit von Ressourcen; wären die nicht begrenzt, wäre Software immer nur kompliziert.
Anders ist das beim System „Kunde“ bei dem eine Software eingeführt wird. Das ist ein soziales System, das nicht nur komplex ist durch Ressourcenmangel, sondern auch wg Unkenntnis von Regeln und Zuständen.
Schließlich das Militärbeispiel: Die Situation „Krieg“ als Ganzes ist natürlich komplex, d.h. das System aus den beiden Systemen Kohorte und Horde.
Nach meinem laienhaften Verständnis der beiden Verbandsarten ist die Horde jedoch komplexer als die Kohorte. Und das ist entscheidend für den Erfolg der römischen Armee gewesen. Bei gegebenem Input „Gefechtssituation“ war der Output (Reaktion) der Kohorte viel vorhersehbarer als der einer Horde.
Übung und klare Regeln (Reaktionsmuster, Kommandohierarchie) haben die Komplexität der Kohorte auf ein Maß reduziert, das sie ihren Zweck „Den Gegner besiegen“ wiederholbar erfüllen konnte. Die Kohorte hatte eine angemessene Komplexität, die Horder war überkomplex in Bezug auf die Komplexität der Art der Kriegsführung damals.
Anders bei der französischen Armee im 2. Weltkrieg. Sie war der deutschen Armee unterlegen, weil sie unterkomplex war. Sie hatte die Komplexität beibehalten, die noch im 1. Weltkrieg angemessen war; die entstand z.B. durch tiefe Entscheidungshierarchien und den Zwang zur schriftlichen Kommunikation auch in Gefechtssituationen. Die deutsche Armee hingegen hatte ihre Komplexität einem veränderten Krieg angepasst. Der wurde nicht mehr zu Fuß oder zu Pferd ausgetragen, sondern mit Flugzeugen, Panzern, Kradmeldern, Funk und Feldtelefon.
Andere Situation (Komplexität der Gesamtsituation), andere Komplexität der Systeme gefordert. Co-Evolution eben.
Dass selbstorganisierte Systeme komplexer sind als nicht selbstorganisierte, glaub ich gern. Regeln und/oder Gesamtzustand sind unklarer. Das sollte aber doch nicht heißen, dass andere (soziale) System nicht komplex sind.
Das Wetter, ein Fußballspiel, eine Familie, die Produktion in einer Fabrik: das alles ist ebenfalls komplex. (Und wird von meiner kleinen Definition von Komplexität abgedeckt.) Warum auch nicht? Was brächte es, ihnen Komplexität abzusprechen? Was machte sie dann so schwierig zu handhaben? Kompliziertheit sicherlich nicht.
-Ralf
In vielen Deiner Ausführungen kann ich mich wieder finden, Ralf. Einiges analysierst Du ganz in meinem Sinn. Verbleibende Differenzen sind für mich schon nur deshalb nicht „konfliktträchtig“, wie Du es nennst, weil eben Komplexität relativ definiert ist.
Ich habe in einem Referat über den Umgang mit Komplexität in Projekten sogar die Auffassung vertreten, dass wir es selbst sind, die die sogenannte Komplexität „machen“. Menschen sind sich gewohnt, Prognosen zu machen. Sie stellen sich in jeder Sekunde vor, wie sich die Situation, in der sie sich befinden, entwickeln wird. Man kann nur dann eingreifend handeln, wenn man weiss, wie sich die Situation entwickelt. Aber in komplexen Situationen ereignet sich typischerweise Unerwartetes, das eben nicht vohersehbar, nicht prognostizierbar ist (http://bit.ly/mOnVnJ)
Ich denke, das enstspricht über weite Strecken auch Deiner Meinung. *Weil* wir nicht wissen, wie wir uns Unerwartetem gegenüber verhalten können, *erscheint* uns manchmal etwas komplex, unabhängig davon, ob es komplex ist. Das dachte ich auch, als ich Deine Zeilen über Softwarekomplexität las. Du schreibst: „Für jemanden, der mit 100.000 Zeilen seit Jahren intim vertraut ist, ist eine Software weniger komplex als für jmd, der sie zum ersten Mal sieht. Der kann nämlich nicht abschätzen, was eine Änderung an einer Stelle für Auswirkungen an anderen hat“. Also ist nicht die Software selber komplex, sondern der Anfänger, der von den 100’000 Zeilen „erschlagen“ wird oder das System (Anfänger;Sofware).
Für mich liegt Komplexität wesentlich in der Systemdynamik. Deshalb ist für mich etwas „nicht bewegliches“ niemals komplex. Software per se ist nicht komplex, aber das was sie mit einem Entwickler/Entwicklerteam macht möglicherweise schon.
Das gilt eigentlich auch für Lohhausen. Die Probanden *empfanden* Lohhausen als komplex (adressierten aber wahrscheinlich eher die Entropie, die sie durch ihre Entscheidungen verursachten). Das heisst noch lange nicht, dass das System auch tatsächlich einen hohen Koplexitätsgrad hat.
Ja, ich glaube auch, dass kleine Systeme komplex sein können, z.B. eine Ehe, aber ich verstehe das noch nicht. Hingegen ist es m. E. nicht richtig zu sagen ein System sei komplex und ein anderes nicht. Jedes System hat einen bestimmten Komplexitätsgrad. Leider bedienen wir uns aber immer wieder der Redewendung, etwas sei komplex, satt etwas habe einen hohen K.grad. Z.B. habe ich oben geschrieben, dass manchmal etwas komplex scheine, unabhängig davon, ob es komplex ist. Und gemäss Deiner Definition „komplex ist ein System, wenn ich für einen Input nicht sicher vorhersagen kann, was der Output sein wird“ ist Komplexität auch wieder ein Schalter „an/aus“.
Übrigens hoffe ich doch sehr, dass der Output eines komplexen Systems ziemlich zuverlässig ist. Beispielsweise möchte ich, dass mein Gehirn eine bestimmte Situation immer ungefähr gleich abbildet. Nicht, dass es einen Baum mal als Baum zeichnet und mal als wildes Tier. Für mich hat eben Komplexität auch immer etwas mit (höherer) Ordnung zu tun. Komplexität ist nicht einfach Chaos. Im Gegenteil: Wildes Durcheinander ist einfacher zu verändern, als ein komplexes System.
[…] für einige Resonanz gesorgt, u.a. bei den Kommentaren zu den Artikeln, auf Twitter und auch auf Blogs. Da möchte ich es mir nicht nehmen lassen, auch meinen “Senf” dazu […]
Hm… das ist ein interessanter Gedanke:
Wenn für einen Profi ein System weniger komplex ist als für einen Laien, dann steckt die Komplexität nicht im System.
Für Gott oder Deep Thought ist sogar die Welt nicht komplex, für uns arme Sterbliche aber schon – weil wir einfach nicht genügend Daten und Zeit haben, sie auszuwerten. (Ich lasse mal quantenmechanische Einwände außen vor.)
Ist deshalb aber nicht das System, das wir betrachten (oder gar steuern sollen) immer noch „unvorhersehbar“? Es geht ja um dieses System, das „Zielsystem“, wenn wir gemeinhin über Komplexität reden. (Egal, ob wir Teil des Systems sind (unsere Familie) oder nicht (die Software dort drüben).)
Wir wollen sagen können, zu welchem Input ein Output beim Zielsystem führt. Beispiel: Wenn du der Belegschaft 10% mehr Lohn versprichst, wie wird sich das auf die Produktivität auswirken? Du bist nicht Teil der Belegschaft (oder des noch größeren Systems von Belegschaft und Markt), sondern vielleicht nur Beobachter aus einem fernen Land.
Wenn du dann ein Laie bist, wirst du es schwerer mit der Vorhersage haben als ein in ähnlichen Systemen Erfahrener. Ist deshalb aber das System Beobachter-Belegschaft mehr oder weniger komplex? Nein. Denn du bist ja nicht an der Input-Output-Transformation beteiligt. Hat das Zielsystem Belegschaft eine wechselnde Komplexität? Scheinbar.
Hm…
Komplexität liegt im Auge des Betrachters?
Ist sie also so etwas wie Schönheit oder Witzigkeit?
Hm…
Ungeachtet dessen können wir, glaube ich, zumindest ganz subjektiv immer urteilen, „Dieses System ist für mich komplex.“ Und wenn wir das so empfinden, dann müssen wir damit in anderer Weise umgehen als wenn wir es als kompliziert ansehen.
Wenn dann jmd anderes kommt und glaubhaft machen kann, für ihn sei dasselbe System nicht komplex, dann soll er sich weiter damit beschäftigen. Denn dann hat der es ja einfacher.
Aus meiner Beobachtersicht kann ich also auch Systeme in ihrer Komplexität vergleichen. Das ist dann aber eben nur meine Empfindung: ich empfinde eine Kohorte als weniger komplex als eine Horde. Und damit kann ich einen Erklärungsversuch für den unterschiedlichen Erfolg starten. Das halte ich für einen legitimen Ansatz.
Und das eine Ehe komplex sein kann (auch oder gerade für die Eheleute), das finde ich jetzt nicht so schwierig zu verstehen. Eheleute empfinden sie als umso komplexer, je weniger sie einander bzw. sich selbst kennen (Zustandswissen) und je weniger Regeln sie haben.
Die traditionelle Ehe ist aus der Perspektive weniger komplex als die moderne. Moderne Ehen scheitern schneller/häufiger, weil sie komplexer sind und die Eheleute nicht darauf vorbereitet sind, damit umzugehen. Wenn ich nicht weiß, wie der Zustand meiner Frau ist, weil wir uns so wenig sehen durch unser beider Arbeit, und wir keinen gemeinsamen „Background“ haben, dann ist es viel schwerer vorherzusagen, was passiert, wenn ich den Müll nicht rausbringe oder dauerhaft schnarche.
In einer Traditionsehe könnte ich das einschätzen und sagen, „Sie wird mich nicht verlassen, weil sie es versprochen hat.“ (klare Regel) In einer modernen Ehe jedoch… wäre ich mir da mal nicht so sicher 😉
Idealerweise reduziert sich also die Komplexität der Ehe für die Eheleute über die Zeit. Sie lernen einander kennen und bauen eine eigene Kultur auf.
-Ralf
Nochmal kurz zu der Überschrift deines Beitrags: Mir scheint grad, dass also Komplexität weder von außen ins System kommt (in die Software, in die Kohorte), noch ist Komplexität ein Bestandteil eines Systems allein (der Software, der Kohorte) – sondern Komplexität „entsteht“ nur immer zwischen System und Beobachter/Manipulator (zwischen Software und Entwickler, zwischen Kohorte und Zenturio.
Komplexität ist also etwas „Zwischensystemisches“.
Eine Besonderheit ist dann, wenn dabei das eine System (Zenturio, Ehefrau) Teil des anderen Systems (Kohorte, Ehepaar) ist.
Ja, dass Komplexität von der Wahrnehmung abhängt, da sind wir uns einig. Aber Vorsicht: Den Laplaceschen Dämon gibt es nicht! Glaube um Gottes Willen nicht, dass ein System nur deshalb komplex sei, weil „wir einfach nicht genügend Daten und Zeit haben, sie auszuwerten“. Das ist erwiesenermassen falsch. Es hat sich gezeigt, dass ein komplexes System in jedem seiner Teile komplex bleibt, wie detailliert Du es auch auflöst. Es ist – um eine (vielleicht hinkende) Metapher heranzuziehen – wie die reellen Zahlen. Wie klein Du ein Untersuchungsintervall auch machst, es enthält immer sowohl rationale als auch irrationale Zahlen. Es gibt keinen Dämon, der so scharfe Augen hat, die beiden Zahlenmengen zu trennen.
Komplexität ist eine Systemeigenschaft, die zwar unterschiedlich wahrgenommen werden kann, aber dem System inhärent ist.
Ich glaube, wir machen immer wieder den Fehler, dass wir ein System als (zumindest temporär) stabile Entität ansehen, die „auf dem Tisch“ liegt und Input in Output umwandelt. Das ist ein sehr mechanisches Weltbild. Ein System entwickelt und verändert sich laufend, während es Output erzeugt. Der Output gehört auch zum System, bzw. ein System ist sein Output. Was Du in Deinem Leben gemacht hast, gehört ebenso zu Dir wie die Schleimspur zu der Schnecke gehört, die sie hinter sich nachzieht. Du bist mit allem Deinem Output verbunden und wenn Du Dich veränderst (z.B. alterst und reifst), dann verändert sich alles, was Du bisher gemacht hast.
Komplexe Systeme durchziehen räumlich und zeitlich die Welt. Das ist eine Eigenheit von Komplexität und kann auch durch dämonenhafte kognitive Fähigkeiten nicht aufgelöst werden.
Peter,
du sagst, “ Es hat sich gezeigt, dass ein komplexes System in jedem seiner Teile komplex bleibt, wie detailliert Du es auch auflöst.“
Das steht für mich aber im Widerspruch zum „komplexen System“ der Logistic map Funktion, http://en.wikipedia.org/wiki/Logistic_map: x = rx(1-x).
Der Kurvenverlauf der Funktion ist abhängig von r unterschiedlich vorhersehbar. Das Gesamtsystem ist also durchaus komplex – die Teile jedoch sind sehr simpel: r, x, 1, n, (1-n), rx, sogar rx(1-x).
Die Komplexität (Unvorhersehbarkeit) entsteht erst durch die Rückkopplung, d.h. dadurch, dass der Output zum Input wird. Nicht jedes Teil des ganzen ist komplex. Und auch nicht Rückkopplung allein erzeugt Komplexität wie die Berechnung mit unterschiedlichem r zeigt.
Nun magst du sagen, das sei wieder mal ein künstliches System, keines, an dem Lebenwesen beteiligt sind. Dem halte ich aber entgegen, dass es für die Wahrnehmung von Komplexität (also ob für einen Manipulator das Ergebnis eines Eingriffs abschätzbar ist oder nicht) unerheblich ist.
Als Manipulator ist mir egal, ob ich mit Menschen oder Maschinen zu tun habe. Ich habe ein Ziel vor Augen, das ich mit einem System in einer Umwelt erreichen will. Und mir stehen bestimmte Eingriffe zur Verfügung (Heizung an/aus oder Gehalt erhöhen oder CO2 Ausstoß verringern usw.), mit denen ich bei gegebenem (aber womöglich nur unvollständig bekanntem) Systemzustand und gegebenen Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhängen einen neuen Zustand (bzw. Output) erzeugen kann.
Bei Systemen, an denen Lebewesen beteiligt sind, mag das schneller schwieriger sein als bei Software. Aber ich halte es nicht für kategorial anders. Die Logistic map Funktion in bestimmten Wertebereichen von r komplex, eine Ehe ist für bestimmte Zustände/Inputs komplex, das Wetter auch.
Tja, nun hab ich wieder gesagt, „das System ist komplex“ obwohl wir ja schon dabei waren, die Komplexität nicht dem System, sondern meinem Verständnis vom System anzuhängen. Hm…
Ob bei unendlicher Zeit jedes System nicht mehr komplex ist, finde ich grad nicht wichtig. Wie gesagt: die Quantenmechanik kann außen vor bleiben. In der täglichen Praxis ist Komplexität (d.h. Unvorhersehbarkeit) einfach vorhanden. Sich mehr Zeit, mehr Einsicht in die Systemzustände und -zusammenhänge zu wünschen, ist müßig. Wir müssen mit begrenzten Kenntnissen manipulieren, um Ziele zu erreichen.
-Ralf
Wunderbar, Ralf, dass Du die logistic map erwähnst. Ja, sicher, es handelt sich dabei nicht einmal um etwas, was in der Natur vorkommt. Deshalb ist mir das Lorenzsystem lieber. Aber es ist egal. Ich habe tatsächlich solche einfachen Systeme, die auf der Grenze zur Komplexität sind, im Hinterkopf, wenn ich über Komplexität rede. Man kann sehr viel aus ihnen lernen. Daher habe ich ihnen in meinem Buch auch viel Platz gewidmet.
r heisst „Kontrollparameter“. Wenn wir die Kontrollparameter unserer Systeme, z.B. eines Projekts, kennen würden, dann könnten wir tatsächlich etwas bewirken (Du sagst „manipulieren“). Es ist eine meiner zentralen Fragen, welches die Kontrollparameter sozialer Systeme sind.
Was ist komplex an der logistic maps? Für mich sind es vier Eigenschaften: Emergenz, Sensibilität der Anfangsbedingung, Irreversibilität und Ungewissheit der zeitlichen Entwicklung für gewisse r. Du meinst, die „Teile“ des Systems seien „r, x, 1, n, (1-n), rx, sogar rx(1-x)“. Es ist Dir aber schon bewusst, dass n und x unendlich viele Werte sind? Und das Komplexe daran ist, dass für ein festes x und r>3.54 in jeder Umgebung von rx(1-x) unendlich viele rx(1-x) zu liegen kommen, wie klein Du die Umgebung auch machst. Das meint man mit „Ein komplexes System bleibt in jedem seiner Teile komplex, wie detailliert man es auch auflöst“.
Jedes komplexe System besteht aus relativ wenigen Grundelementen, die nach einem relativ einfachen Plan aufgebaut sind. Z.B. das Gehirn besteht aus paar wenigen Nervenzellarten (entspricht x), die aber in riesiger Anzahl miteinander verknüpft sind, allerdings auch wieder durch wenige und einfache Verknüpfungsregeln (entspricht der Vorschrift rx(1-x)). Und dennoch können unvorhergesehene Gehirnprozesse und sogar Geist entstehen.
Wie das in kleinen Systemen funktioniert, ist eine andere zentrale Frage, die mich beschäftigt. Ich bin auch der Meinung, dass eine Ehe oder irgend eine andere Zweierbeziehung komplex ist, schliesslich habe ich kleinen Systemen ein eigenes Kapitel in meinem Buch gewidmet. Aber verstanden habe ich das noch lange nicht wirklich.
Peter
Peter,
das mit der Komplexität, die auch in den kleinsten Teilen von etwas Komplexem steckt, finde ich nicht hilfreich. Nein, ich finde es sogar – bei all deinen Erklärungsversuchen – falsch. Das „Wunder“ der Komplexität ist ja eben, dass sie nicht (!) aus den einzelnen Teilen herauszulesen ist.
Wer x und rx und (1-x) nebeneinander liegen sieht, der sieht ganz einfaches. Daran ändert auch nichts, dass x einen unendlichen Wertebereich hat usw.
Und dennoch, obwohl eben die Einzelteile so einfach sind, ist die Qualität des Ganzen eine andere. Wenn Komplexität auf Macroebene durch die Summe von Komplexität auf Microebene entstünde – wen würde das wundern?
Dass aber x und rx und (1-x) in bestimmter Weise zusammengesetzt etwas Komplexes ergibt… das (!) ist verwunderlich. Macrokomplexität entsteht aus Microeinfachheit – wenn man nicht aufpasst 😉
Womit ich bei meiner Arbeit in der Softwareentwicklung bin: Da können wir Komplexität nämlich eindämmen. Unser Ziel ist es, Systeme so zu bauen, dass möglichst wenige Entwickler sie für komplex halten. (Natürlich unter der Prämisse, dass sie dann immer noch ihren Zweck erfüllen.)
Dasselbe Ziel haben Unternehmensberater, Prozessoptimierer, Familientherapeuten. Sie „schrauben“ an Systemen herum, um ihre Komplexität auf ein angemessenes Maß zu bringen, damit sie möglichst gut ihren Zweck erfüllen.
Systeme, auch soziale, haben Strukturbestandteile, Beziehungen und Regeln. Die lassen sich herstellen. Und damit lässt sich auch Komplexität einstellen. Nicht exakt, aber doch in gewissem Maß.
Wäre das nicht so, wäre das schon ziemlich deprimierend.
Solche Systementwicklung selbst ist natürlich auch eine komplexe Sache. Aber ich denke, wir sehen um uns herum auch viele erfolgreiche Entwicklungen. Ein Beispiel:
Das System „Flying Fortress“ (amerikanischer Bomber im 2. Weltkrieg) war am Anfang sehr komplex für die Mannschaft. So komplex, dass es für kaum fliegbar gehalten wurde. Doch dann hat man Checklisten eingeführt. Mit denen wurde das System „gezähmt“ und ist verlässlich fliegbar geworden.
Eine kleine Veränderung in den Regeln hat aus einem kaum beherrschbar komplexen System ein beherrschbares gemacht.
In derselben Linie sehe ich Erfolge der GFK (Gewaltfreie Kommunikation). Ihr „Kommunikationsprotokoll“ reduziert die Komplexität sozialer Systeme.
Wir sind Komplexität nicht ausgeliefert und müssen einfach nur schauen, wie wir mit ihr umgehen. Wir können sie beeinflussen.
Erfahrung hilft. Techniken für den Umgang helfen.
Aber wir können auch „Komplexitätsdesign“ betreiben bei den Systemen, die wir herstellen, mechanischen wie sozialen. (Ob ich damit die Komplexität eines Systems verändere oder nur ihre Wahrnehmung bei Beobachtern/Manipulatoren, ist mir an dieser Stelle mal einerlei. Es geht um den Effekt: mehr Kontrolle darüber, dass der Systemzweck erreicht wird.)
Nein, ich habe nie behauptet, dass „Komplexität auf Macroebene durch die Summe von Komplexität auf Microebene entstünde“. Da hast Du mich nicht verstanden. Ich habe sogar explizit auf Emergenz hingewiesen. Aber ich war noch bei der Beantwortung der Frage, ob Komplexität nur eine Manifestation von subjektivem Nichwissen ist, und ich versuchte klarzumachen, dass auch noch so viel analysieren und Sammeln von Daten nichts zur Reduktion von Komplexität beiträgt, weil Komplexität eine systeminhärente Eigenschaft ist.
Klar kannst Du eingreifen, eben über die Kontrollparameter. Nur musst Du Dir bewusst sein, dass klein gehaltene Komplexität vielleicht nicht dasjenige System hervorbringt, das Du gerne haben möchtest. Du kannst in einer Unternehmung die Komplexität niedrig halten, gewiss. Aber die Unternehmung wird dann kaum zu Innovationen und – gemäss Ashby – angemessener Reaktion auf die Umweltkomplexität fähig sein. Kohorte und Horde lassen grüssen.
Das Steuern wirklich komplexer Systeme ist eine Kunst, die bislang nur wenige können. Die meisten Manager versuchen zu beherrschen, zu zähmen und zu kontrollieren, und das ist in emergenten Systemen, die sensibel von den Anfangsbedingungen abhängen und einer unvorhersehbaren Entwicklungslinie folgen, offensichtlich kontraproduktiv. Die meisten Eingriffe fördern oft genau das, was durch den Eingriff vermieden werden sollte.
Solange wir diesen Kontrollwahn pflegen, werden wir komplexe Systeme nicht wirklich verstehen. Das fängt ja schon bei sich selbst an, wenn man irrtümlicherweise glaubt, man könne frei entscheiden, was man als nächstes tun will.
Peter,
du sagst
„Du kannst in einer Unternehmung die Komplexität niedrig halten, gewiss. Aber die Unternehmung wird dann kaum zu Innovationen und – gemäss Ashby – angemessener Reaktion auf die Umweltkomplexität fähig sein. Kohorte und Horde lassen grüssen.“
und ich stimme zu. Ein Problem sehe ich darin allerdings nicht. Nicht jedes System muss innovativ sein. Innovativ bedeutet sozusagen Flexibilität 2. Ordnung.
Um seinen Zweck auch unter sich ändernden Umständen zu erfüllen, müssen Systeme – Familie, Kohorte, Software – flexibel sein. Dafür ist eine gewisse Komplexität angemessen.
Innovation sehe ich auf einer Ebene darüber. Wenn der Zweck trotz aller Flexibilität nicht erfüllt wird, mag Innovation helfen. Beispiel: Der Zweck von Shell war Jahrzehnte lang Herstellung und Verkauf von Ölprodukten. In Bezug auf diesen Zweck war Shell auch flexibel und hat sich den Zeitläufen angepasst.
Aber irgendwann war die Flexibilität nicht mehr genug. Innovation musste her. Und so ist Shell dann auch zu einer Autovermietung geworden. Auf die veränderte Welt konnte man nicht mehr nur mit Flexibilität bei gegebenem Zweck reagieren, sondern hat den Zweck verändert. Nun ist der Zweck nicht mehr Ölproduktverkauf, sondern Mobilitätsherstellung – oder so ähnlich.
Innovation richtet den Zweck neu aus und/oder ändert die Flexibilität, sozusagen flexible Flexibilität.
Wie gesagt: die braucht nicht jedes System. Selbstorganisierende Systeme aber eher als andere.
Du sagst
„Nur musst Du Dir bewusst sein, dass klein gehaltene Komplexität vielleicht nicht dasjenige System hervorbringt, das Du gerne haben möchtest.“
und ich stimme wieder zu. Es gilt jedoch genausowenig, dass große Komplexität das ist, was du haben willst, um einen Zweck zu erfüllen.
In einem früheren Kommentar hatte ich ja schon gesagt, dass System über- oder unterkomplex sein können. Im Moment schwingt das Pendel in Richtung mehr Komplexität. Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes Mehr auch ein gutes Mehr ist.
Beispiel Globalisierung: Hier sehe eine Tendenz zu immer größerer Komplexität, die ich für ungut halte. Die frühere stark reglementierte Weltordnung hatte ihre Nachteile; wir wollen nicht einfach zu ihr zurück. Doch nicht jede weniger reglementierte Weltordnung, nicht jede Weltordnung mit höherer Komplexität ist auch gleich eine gute Weltordnung. (Gut im Sinne von „für die meisten Menschen zu einem angenehmen Leben führend“.)
Wir sollten also nicht nur versuchen, die Kunst des Steuerns „wirklich komplexer Systeme“ mehr Leuten beizubringen. Damit mögen wir nämlich immer hinter dem Notwendigen zurückbleiben.
Wir müssen auch versuchen, Systeme von vornherein besser auf die angemessene Komplexität hin zu entwickeln. Wir sollten uns nicht als Opfer existierender Komplexität auffassen, die zusehen müssen, wie sie die komplexen Systeme steuern. Sozusagen auf einen Tanker gebeamte Kapitäne, die nun damit zurechtkommen müssen, dass sie auf einem Tanker sind und nicht auf einem Kanu.
Nein, wir sollten uns auch als Gestalter von Systemen verstehen. Wir haben nicht nur Verantwortung bei der Steuerung von Systemen, sondern auch Verantwortung dafür, dass sie überhaupt so sind, wie sie sind. Mit Systemen umgehen ist mehr als „mit ihnen zurechtkommen“.
Die einfachste Form solcher Gestaltung ist die Entscheidung über die Herstellung von Systemen.
Beispiel Atomkraftwerke: Wenn wir nur meinen lernen zu müssen, mit komplexen Systemen umzugehen, dann fühlen wir uns bei dem Thema defizitär. Dann klagen wir darüber, dass wir Opfer komplexer Systeme sind und strampeln, um sie besser steuern zu lernen.
Wenn wir uns jedoch auch als Gestalter begreifen, dann gibt es einen anderen Ansatzpunkt. Wir hätten uns entscheiden können, ein komplexe System nicht einmal herzustellen. Dann gäbe es kein Steuerungsproblem.
Wem Kontrolle verlorengeht, der hat oft die Möglichkeit verpasst, gar nicht erst in die Verlegenheit zu geraten. Das System Auto-Umwelt zu beherrschen, ist bei 20 km/h meist kein Problem – bei 220 km/h sieht das aber anders aus. Da keine Steuerungskompetenz mehr zu haben, ist nicht verwunderlich. Auch ein Fahrertraining hilft nur begrenzt – und ist nur eine Symptomkur. Das Wurzelproblem ist, dass das System überhaupt durch Beschleunigung so komplex gemacht wurde.
Gerade habe ich über Heisen- und Mandelbugs etwas gelesen und glaube nun zu verstehen, was Du mit Softwarekomplexität meinst. Ich wusste, dass es den Begriff „Softwarekomplexität“ gibt – LOC, zyklomatische Zahl, Halstead Index, etc. – , die jedoch für meine Zwecke ungeeignet ist, wie z.B. auch die Kolmogorov Komplexität von Zeichenketten und Algorithmen.
Ein für mich interessanter Komplexitätsansatz von Software ist nicht in der Software selber lokalisiert sondern in ihrem Laufzeitverhalten. Ich sagte ja, dass für mich Komplexität nicht im Sein ist, sondern höchstens im Werden, also in der Dynamik. Daher enthält ein Stück Software per se für mich keine Komplexität (kompliziert und verworren kann sie dennoch sein). In ihrem Laufzeitverhalten kann sie aber eine echte Komplexität hervorbringen.
Das kann vielleicht bereits ein sehr einfaches Programmpaket, wenn es mit dem Betriebssystem, mit anderen coexistierenden Programmen und vielleicht sogar mit remote installierer Software Schnittstellen hat. Da können sicher ganz interessante Phänomene auftreten. Ich hatte mich Ende der achtziger Jahre mit der Frage beschäftigt, unter welchen Umständen Speicherauslastungen oszillieren und Vorboten chaotischen Verhaltens sein können. Sehr interessant!
Gruss,
Peter
Ich meinte zwar nicht das Laufzeitverhalten von Software, aber natürlich hast du Recht: Software als Quellcodetext ist nicht komplex. Jedenfalls nicht einfach so.
Aber: Wenn ich ein 1.000.000 Zeilen Code Änderungen vornehmen soll und meine Zeit begrenzt ist, kann ich nicht überschauen, was passiert. Die logischen Abhängigkeiten mögen mir nicht klar sein, so dass zur Laufzeit etwas Unintendiertes passiert. Das muss dann kein Heisenbug sein, aber es ist dennoch etwas, das ich nicht abschätzen konnte. Deshalb nehme ich „die Software“ als komplex wahr.
Diese Formulierung ist eine Verkürzung, aber sie entspricht eben der Wahrnehmung: das System Software zeigt kein unbedingt berechenbares Verhalten nach einer Änderung.
-Ralf
Nachdem gestern bei einer Bürgerversammlung zu „Dresden – Zukunftsstadt 2030“ zum Thema Bildung System Dynamics als Schulfach als Vorschlag eingebracht wurde scheint die bisherige Diskussion zeitgemäßer denn je.
Verstehen wir welche Wirkungen und Rückkopplungen unser eigenes Verhalten in einer von dynamischer und struktureller Komplexität gestalteten Welt haben?
Ich könnte die Frage definitiv nicht mit „Ja“ beantworten. Doch liegt es nicht in unserem Interesse zu verstehen, wie wir mit der Umwelt interagieren, ob in Familie, mit Freunden, als Geschäftsführer oder Manager einer Firma, als Angestellter und Bürger einer Gemeinde?
Und noch eine Frage: welche Schulsysteme in Europa bieten das Schulfach „System Dynamics“ oder „Systems Thinking“ in der einen oder anderen Form bereits an?