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Coronavirus
Todesfälle und Übersterblichkeit (Stand: 15. September 2021)
Im Folgenden wird analysiert, ob im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie eine Übersterblichkeit festzustellen ist. Kommt die Anzahl wöchentlich gemeldeter Todesfälle über der oberen erwarteten Grenze zu liegen, muss davon ausgegangen werden, dass die Sterblichkeit aufgrund eines zusätzlichen Risikos angestiegen ist.
Nach dem Rückgang der Corona-Fälle im zweiten Quartal 2021 hat LUSTAT die wöchentliche Berichterstattung zur Übersterblichkeit eingestellt, die Lage aber weiterhin beobachtet. Im vorliegenden Artikel wird der Verlauf der wöchentlichen Todesfälle im Frühling und Sommer 2021 aufgezeigt. Die diesem Artikel zugrundeliegenden Daten werden vom Bundesamt für Statistik im Rahmen des Mortalitätsmonitorings wöchentlich aktualisiert.
Kanton Luzern: Es ist keine Übersterblichkeit zu beobachten
Mit Blick auf den Frühling und Sommer 2021 lässt sich feststellen, dass sowohl bei den Personen in der Altersklasse unter 65 Jahren als auch bei den Personen ab 65 Jahren die Anzahl der wöchentlichen Todesfälle innerhalb der Bandbreite der zu erwartenden Todesfälle lag. Es war keine Übersterblichkeit zu beobachten.
Zentralschweiz: Insgesamt keine Übersterblichkeit zu beobachten
In der Zentralschweiz lag bei den Personen ab 65 Jahren sowohl im Frühling als auch im Sommer 2021 die Anzahl wöchentlicher Todesfälle innerhalb der Bandbreite der zu erwartenden Todesfälle. Es war keine Übersterblichkeit zu beobachten. Bei den Personen unter 65 Jahren durchbrach in der Woche 32 (9. August bis 15. August 2021) die Anzahl wöchentlicher Todesfälle einmalig die Obergrenze und es lag eine Übersterblichkeit vor. Danach lag die Anzahl wöchentlicher Todesfälle wieder innerhalb der Bandbreite der zu erwartenden Todesfälle.
Methodische Hinweise
Die Todesfälle werden beim zuständigen Zivilstandsamt gemeldet und in einer zentralen Datenbank registriert. Unter der Annahme eines konstanten Meldeflusses schätzt das BFS die Fallzahlen. Nach 40 Tagen sind 97,5 Prozent der Meldungen eingetroffen, so dass ab diesem Zeitpunkt die Zahl der eingetroffenen Meldungen ohne Hochrechnung gezeigt wird. Die normalerweise zu erwartende Zahl der Todesfälle wird aufgrund der Entwicklung der Fallzahlen jeder Altersklasse der vorangegangenen fünf Jahre berechnet. Die saisonale Verteilung der Todesfälle auf die 52 Wochen des Jahres berechnet sich aufgrund des Medianwerts jeder Kalenderwoche der vergangenen zehn Jahre. Zuletzt wird für jeden Erwartungswert eine Bandbreite berechnet, innerhalb welcher Schwankungen als zufällig gewertet werden müssen. Die Berechnung der erwarteten Zahl der Todesfälle entspricht damit nicht einfach einem Durchschnittswert, sondern berücksichtigt die Veränderung der Bevölkerung von Jahr zu Jahr sowie zufällige Schwankungen.