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Wasseraufbereitung zu Hause - was für Möglichkeiten gibt es
Beim Kochen, bei der Zubereitung von Babynahrung oder beim Zähneputzen, mehrmals täglich wird Leitungswasser im Alltag genutzt. Sauberes Leitungswasser spielt damit eine große Rolle für die Gesundheit. Durch den Gebrauch von belastetem Trinkwasser gelangen Schadstoffe in den Körper.
Darum ist die Wasseraufbereitung wichtig
In älteren Wasserrohren können sich teilweise Schwermetalle absondern. Diese sammeln sich in hoher Dosis im Körper an, können nicht mehr verarbeitet werden und lösen Beschwerden aus. Beispielsweise kann Zink Schwierigkeiten des Stoffwechsels und Kuper Leberschäden verursachen. Vor allem bei der Zubereitung von Babynahrung ist dies sehr problematisch. Andere Stoffe wie Arsen oder Quecksilber ist bereits in geringsten Mengen giftig. Im warmen Wasser können sich Legionellen bilden, die Atemwegserkrankungen auslösen.
Wasseraufbereitung durch Enthärtungsanlage
Der Ionentauscher ist bei der Entkalkung von Wasser empfehlenswert. Bei diesem Aufbereitungsprozess durchläuft das Wasser einen Natrium-Ionenhaltigen Harz. Beim Durchlaufen binden sich am Harz die Calcium-Ionen, die Natrium-Ionen werden ins Wasser abgegeben. Das Harz muss etwa einmal pro Woche durch Regeneriersalz aufgefrischt werden. Die im Harz enthaltenen Calcium-Ionen werden so durch frische Natrium-Ionen ausgetauscht.
Daneben gibt es weitere Möglichkeiten zur Wasseraufbereitung, wie beispielsweise Chemikalien, die dem Leitungswasser zugegeben werden können und Kalk binden. Bekannt sind hierfür Zitronensäue und Essig. Zwar ist der Kalk dann noch im Wasser enthalten, jedoch nur in Verbindung mit dem chemischen Mittel. Des Weiteren können physikalische Anlagen zum Enthärten eingesetzt werden. Hier werden durch ein elektromagnetisches Feld die Kalkkristalle gehindert, sich in den Rohren abzulagern.
Membran- und Umkehrosmose-Verfahren
Leitungswasser wird bei der Umkehrosmose durch eine halbdurchlässige Membran mit Druck geleitet. Im Normalfall genügt hierfür der normale Druck der Leitung. Die größeren Moleküle wie Bakterien, Hormone, Schwermetalle, Phosphate und Nitrate bleiben auf der hinteren Seite der Membran.
Die Bezeichnung dieses Wasseraufbereitungsverfahrens kommt vom chemischen Prozess der Osmose. Die Teilchen wandern dabei durch eine Membran von einer Lösung in eine andere. Beidseitig wird zwischen der Teilchenkonzentration ein Gleichgewicht hergestellt. Das saubere Wasser wandert bei der Osmose also in die verschmutze Lösung durch eine Membran. Durch den Druck wird der Vorgang auf der Seite der verschmutzten Lösung umgekehrt. So bewegen sich die Wassermoleküle in die andere Richtung.
Von der Vorderseite wird nun sauberes Wasser zur Reinigung der Membran zurückgedrückt. Dadurch entsteht bei diesem Verfahren eine große Menge Abwasser von bis zu 10 Litern pro Liter. Daher ist dieses Verfahren für Privathaushalte ungeeignet.
Wasseraufbereitung durch Filteranlage
Die Filteranlage ist zu empfehlen, wenn neben Kalk aus dem Trinkwasser noch weitere Schadstoffe gefiltert werden sollen. Der Filter wird direkt in die Wasserleitung montiert und fängt den Schadstoff direkt aus dem Wasser auf. Der Filter muss allerdings regelmäßig gereinigt und erneuert werden.
Aktivkohlefilter
Bei einem Aktivkohlefilter handelt es sich nicht um einen rein physikalischen, sondern um einen chemisch-physikalischen Filter. Hier spielt also wie bei einem Ionen-Austauschfilter neben der Größe der Durchgelassenen Teilchen, auch deren chemische Zusammensetzung eine Rolle. Der Aktivkohlefilter besteht aus mehreren Schichten sehr feines Kohlegranulat. Wegen der geringen Größe bilden diese Stückchen eine sehr hohe Oberfläche. Hier binden sich beim Durchlaufen des Wassers Schadstoffe wie die meisten Schwermetalle, Mikroorganismen, Bakterien, Pestizide, Medikamentenrückstände, Asbest und Chlor. Mineralien können den Filter aber noch durchlaufen. Der Aktivkohlefilter kann nicht gereinigt werden, sondern muss alle drei bis sechs Monate gewechselt werden. Außerdem kann er weder Kalk noch Nitrate aus dem Wasser filtern. Dafür ist diese Art der Wasseraufbereitung aber dennoch sehr effektiv und kostengünstig.
Wasserfilter
Je nach Porengröße der Wasserfilter wird zwischen Mikro-, Ultra- und Nanofiltration differenziert. Mit der Mikrofiltration können aus dem Trinkwasser Trübungen, Algen und Bakterien gefiltert werden. Die Ultrafiltration entfernt auch Schwermetalle, Viren und Amöben. Kalk, Farbstoffe und Pestizide werden mit der Nanofiltration beseitigt.
Bei der Umkehrosmose haben die Membranen sogar noch kleinere Poren. Je kleiner die Poren sind, umso höher ist der erforderliche Druck, um das Wasser zu filtern. Sehr feine Filter verstopfern allerdings je nach Wasserkonsistenz sehr schnell, wodurch das Risiko von Verkeimungen erhöht wird.
Fazit
Für die Aufbereitung Wasseraufbereitung zuhause gibt es verschiedene Möglichkeiten. Je nachdem welche Schadstoffe im Trinkwasser festgestellt wurden, sind entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Damit wird die Qualität des Leitungswassers langfristig verbessert. Welche Maßnahmen im Einzelnen am praktikabelsten und effizientesten sind, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig.
Generell ist bei allen Filter- und Wasseraufbereitungsanlagen auf eine regelmäßige Reinigung zu achten. Je nach der gewählten Filterart kann dies allerdings einen großen Wartungsaufwand bedeuten. Des Weiteren ist zu bedenken, dass manche Filteranlagen einen Einfluss auf den Geschmack des Wassers haben.