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Bild: Luma Pimentel, unsplash.com
Wenn man Mutter oder Vater eines Babies wird, wird das Leben umgekrempelt: Die Rollen in der Familie müssen neu definiert werden, der Tagesrhythmus muss angepasst werden, es gibt neue Aufgaben zu bewältigen und der Schlaf fehlt. Die Verantwortung für das neue Leben ist gross und das Baby beansprucht die Eltern zusätzlich. Die Konflikte zwischen den Elternteilen nehmen zu und die gemeinsame, ruhige Zeit nimmt ab.
Bei frischgebackenen Müttern weiss man, dass es das Phänomen Babyblues gibt: Eine Zeit der Niedergeschlagenheit oder Traurigkeit, die meist drei bis sechs Tage nach der Entbindung einsetzt und oft mit dem Milcheinschuss einhergeht. Zudem durchläuft die Mutter körperliche und hormonelle Veränderungen, welche zusätzlich herausfordernd sein können. Die Zeit nach der Geburt ist ein kritischer Moment für die psychische Gesundheit. Was aber, wenn der Babyblues tage- oder gar wochenlang anhält und das Tief nicht überwunden werden kann?
Bei ungefähr 15 Prozent der Mütter und 9 Prozent der Väter entwickelt sich wegen der hohen Belastung eine Depression, auch postnatale oder postpartale Depression genannt. Ereignisse oder Zustände nach der Geburt werden als postnatal oder postpartal bezeichnet, der Begriff kommt aus dem Lateinischen (post = lat. für nach; parere = lat. für gebären).
Die postpartale Depression geht nicht von selbst weg, man ist auf professionelle Hilfe angewiesen. 70% aller Schweizerinnen und 64% aller Schweizer sind Eltern, 12-18% aller Frauen entwickeln eine Depression im Übergang zur Elternschaft, 8-11% aller Männer entwickeln eine Depression im Übergang zur Elternschaft.
Die Symptome sind Stimmungsschwankungen, erhöhte Emotionalität, Traurigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsstörungen und Niedergeschlagenheit. Es herrscht eine gedrückte Stimmung vor und die Freudlosigkeit und der Interessenverlust plagt die betroffene Person. Man fühlt sich müde, antriebslos, ohne Freude, traurig, manchmal auch gereizt oder hoffnungslos. Diese Symptome können sich bei Frauen bereits während der Schwangerschaft, manchmal auch erst Monate nach der Geburt entwickeln.
Bild: Liv Bruce, unsplash,com
Um festzustellen, ob Sie oder ein Angehöriger an einer postpartalen Depression leiden, können Sie die Edinburgh-Postnatale-Depression-Skala * (EPDS) konsultieren. Die Edinburgh-Postnatal-Depressions-Skala (EPDS) ist ein Fragebogen, der die Stimmungslage der letzten 7 Tage erhebt. Eine hohe Punktzahl deutet auf eine mögliche Depression hin, sagt aber nicht aus, dass mit Sicherheit eine solche vorliegt oder eben nicht vorliegt.
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