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Wie sind wir vorgegangen?
Die Datengrundlage ist das Reineinkommen pro Schweizer Haushalt auf kantonaler Ebene für die Jahre 2007 bis 2016 von der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV). Die kleinste Einheit ist nicht das Einkommen pro Person, sondern pro Steuerhaushalt. Diese Grundlage ist wichtig und richtig, denn verheiratete Paare füllen gemeinsam eine Steuererklärung aus, und nicht zwei. Auch Minderjährige füllen keine eigene Steuererklärung aus. Wir betrachten somit das Reineinkommen des gesamten Haushalts.
Was ist das Reineinkommen?
Dieses berechnet sich aus dem Nettoeinkommen (Löhne, Renten, Kapitaleinkommen, Alimente) minus «zusätzliche Abzüge» wie Krankheitskosten oder gemeinnützige Zuwendungen. Um den Wert des Reineinkommens zu erhalten, zieht man vom Total der Einkünfte eines Haushalts alle persönlichen (wie zum Beispiel bezahlte Alimente oder Einzahlungen in die Säule 3a) und eben genannten zusätzlichen Abzüge ab.
Was ist der Median?
Der Median (auch Zentralwert genannt) ist der Wert in der Mitte einer der Größe nach geordneten Datenreihe. Das heisst, mindestens 50% der Daten sind kleiner als der Median oder gleich dem Median und mindestens 50% der Daten sind größer als der Median oder gleich dem Median. Ein Unterschied zum Durchschnittswert ist, dass der Median gegenüber Extremwerten unempfindlich ist. Bei einer ungeraden Anzahl an Datenwerten ist der Median der Wert in der Mitte. Bei einer geraden Anzahl an Datenwerten entspricht der Median dem Durchschnitt der beiden mittleren Werte. Der Median ist die Mitte, bzw. der Zentralwert eines Datensatzes.
Wie wird die Einkommensverteilung gemessen?
Der Gini-Koeffizient ist die bekannteste Kenngrösse, welche die Einkommensverteilung misst. Er nimmt Werte zwischen 0 und 1 an. Dabei bedeutet 1 höchste Ungleichheit: Ein einziger Haushalt hat das gesamte Einkommen eines Landes und die restlichen Haushalte nichts. Der niedrigste Wert ist 0 und bedeutet totale Gleichheit: Jeder Haushalt in einem Land hat genau das gleiche Einkommen. Je tiefer also der Gini-Koeffizient, desto gleichmässiger ist das Einkommen verteilt.
Weshalb sind Vergleiche zwischen verschiedenen Quellen schwierig?
Das Einkommen kann auf verschiedene Arten gemessen werden. So weist die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) die Reineinkommen für die rund 4,9 Mio Steuerhaushalte aus. Der Bank Cler Swiss Income Monitor arbeitet mit diesen Daten. Hier beträgt z.B. der Gini-Koeffizient für das Jahr 2016 0,48.
Das Bundesamt für Statistik (BFS) weist unter anderem das sogenannte Äquivalenzeinkommen aus, bei dem das gesamte Einkommen auf alle rund 8,5 Mio Einwohnerinnen und Einwohner verteilt wird. Dabei ergibt sich für das Jahr 2016 ein Gini-Koeffizient von 0,32, der bei internationalen Vergleichen Verwendung findet.
Es sieht ganz danach aus, dass Haushalte mit mehreren Personen insgesamt im Schnitt ein höheres Einkommen aufweisen als Ein-Personen-Haushalte. Dies würde die gleichmässigere Verteilung beim BFS erklären, weil da die Kinder als Einkommensempfänger berücksichtigt werden.
Weshalb erfolgt kein internationaler Vergleich der Resultate?
Unsere Datengrundlage ist das Reineinkommen pro Schweizer Steuerhaushalt. Es gibt verschiedene Ansätze, um die Ungleichheit in einem Land zu messen. Für internationale Vergleiche wird oft das Äquivalenzeinkommen pro Haushalt (verteilt auf alle Mitglieder eines Haushalts, also inklusive Kinder) als Kenngrösse verwendet. Diese Daten standen für die Schweiz und die Kantone jedoch nicht zur Verfügung. Umgekehrt gibt es international keine dem Schweizer Reineinkommen vergleichbare Daten (aufgrund national unterschiedlicher Steuersysteme).
Wie sind die weiteren Kennzahlen definiert?
- Quartil (Q): So wie der Median der Wert ist, der die der Grösse nach geordneter Datenmenge in zwei gleich grosse Gruppen teilt, teilen die 3 Quartile die Daten in vier gleich grosse Gruppen (wobei das mittlere Quartil identisch ist mit dem Median).
- Perzentil (P): analog wie beim Quartil, aber hier werden hundert gleich grosse Gruppen gebildet.
- Mittelwert: arithmetisches Mittel oder Summe aller Beobachtungen dividiert durch die Anzahl der Beobachtungen
- Standardabweichung: ein gängiges Streuungsmass definiert als die Wurzel aus der mittleren quadratischen Abweichung vom Mittelwert
- Variationskoeffizient: ein dimensionsloses Streuungsmass definiert als Standardabweichung durch Mittelwert
- Quartilsabstand: Q3 – Q1 (was gleich ist wie P75 – P25)
- Quartilsquote: Q1 / Q3 (was gleich ist wie P25 / P75)
Wann gibt es die nächste Aktualisierung?
Das nächste Update des BCSIM mit den 2017 Zahlen erfolgt im Januar 2021.