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Eheringe aus Weissgold sind Eheringe aus entfärbtem und gestrecktem Gold. Weissgold1 ist ein Oberbegriff für sichtlich entfärbte Goldlegierungen ((test ohne Link)), wobei ((NZZ)) entfärbende Metalle beigemischt werden, um eine möglichst weissliche Goldlegierung zu erreichen. Daher weisen Eheringe aus Weissgold im nativen Zustand je nach Legierung eine weissliche bis graubeige Farbe auf, so dass sie üblicherweise noch mit einem deutlich weisseren und hellerem Überzug von Rhodium versehen werden. Dieser Rhodium-Überzug muss leider nicht explizit deklariert werden. Da Eheringe täglich getragen und entsprechend strapaziert werden, trägt sich dieser Überzug ab und die Eheringe aus Weissgold müssen in regelmässigen Abständen neu rhodiniert werden.[bearbeiten]
Inhaltsverzeichnis:
- 1 Geschichte
- 2 Weissgoldlegierungen für Eheringe im Allgemeinen
- 3 Eheringe aus Weissgold mit Rhodium-Überzug bzw. rhodiniert
- 4 Eheringe aus Weissgold mit Nickel legiert
- 5 Eheringe aus Weissgold bzw. Graugold, mit Palladium legiert
- 6 Weissgold legiert mit Kobalt, Chrom, Mangan-Germanium und weiteren Metallen
- 7 Vorteile
- 8 Nachteile
- 9 Weblinks
Geschichte
Es existierten keine Schmuckstücke oder Eheringe aus Weissgold vor dem Jahr 1912. Das weisslich graubeige Weissgold wurde als kostengünstiger Platinersatz für Schmuck und Eheringe in Pforzheim entwickelt und erfolgreich als Weissgold auf dem Markt eingeführt. Im französischen Sprachraum wurde die neue entfärbte Goldlegierung etwas treffender als „or gris“, also Graugold, bekannt.
Die Intention war eine anlaufbeständige Eheringe- und Schmucklegierung, welche zudem möglichst vielen Verarbeitungstechniken standhält und in dem die funkelnden und klaren Diamanten ihre exemplarischen Effekte beitragen konnten. Bis 1912/13 war man auf das teure Platin, das preiswertere und weiche Palladium oder eben auf das sehr weiche Silber, welches auf der Haut getragen viel zu rasch anläuft oder nachdunkelt, angewiesen. Somit existierten auch vor dem Jahr 1912/13 keine Schmuckstücke und keine Eheringe aus Weissgold. [bearbeiten]
Weissgoldlegierungen für Eheringe im Allgemeinen
Das reine Gold wird mit Nickel, Palladium oder Silber zu Weissgold gestreckt, woraus die Eheringe aus Weissgold entstehen. Mit Nickel wird der Härtegrad und somit die Widerstandsfähigkeit vom sehr weichen gediegenen Gold erhöht.Das Entfärben der natürlich gelben Metallfarbe von gediegenem Gold tritt kontinuierlich ein und setzt eine gewisse Menge des entfärbenden Metallzusatzes voraus. Die für das Gesamtvolumen noch fehlende Menge, wird meist mit Kupfer oder Silber aufgefüllt. Zahlreiche Schmuckmetalle erzielen legiert mit gediegenem Gold weissliche Legierungen. Dazu gehören Quecksilber und Eisen (welches keinesfalls rostfrei ist) und Platin (welches eine schwere, sehr teure, eher dunkle und gut aushärtbare Legierung bildet). Allerdings bilden diese Legierungen nur eine weisslich, graubeige bis schmutziggrau aussehende Schmuckmetalllegierung. Die Herstellung von Schmuck und Eheringen aus Weissgold legiert mit Nickel ist in der Schweiz und Europa nicht mehr erlaubt und die Lokalisation der Herstellungsindustrie von Bedeutung. [bearbeiten]
Eheringe aus Weissgold mit Rhodium-Überzug bzw. rhodiniert
Eheringe und Schmuck aus Weissgold werden üblicherweise rhodiniert. Das native Weissgold wird also mit einem deutlich weisseren Überzug kaschiert. Rhodiniert wird üblicherweise galvanisch mit Rhodium. Rhodium ist ein Platinnebenmetall, welches etwas kratzfester ist und eine reine, silberartige Metallfarbe oberflächlich imitiert. Dieser Rhodiumüberzug muss leider nicht explizit angegeben oder deklariert werden. Bei täglich strapazierten Eheringen aus Weissgold bzw. Graugold trägt sich dieser Rhodium-Überzug ab und die eigentliche native graubeige Metallfarbe kommt unschön zum Vorschein ((Test)). [bearbeiten]
Eheringe aus Weissgold mit Nickel legiert
Weissgold legiert mit Nickel ist eine Nickel-Zink-Kupfer-Gold-Legierung mit unterschiedlichen Nickelanteil (10-13%) und wird auch als die entfärbte Rotgoldlegierung definiert. Auf Grund der hohen Festigkeit wird bei der Herstellung bis zur Federhärte gezogen, gewalzt und geschmiedet und es werden geringere Wandstärken bei gleichbleibender Stabilität erreicht. Zudem wird die hervorragende Zerspanbarkeit und Polierbarkeit sehr geschätzt. Ebenfalls geschätzt werden der niedrige Schmelzpunkt und die günstigen Preise, die auf Grund des hohen Anteils an günstigen Metallen erzielt werden. Weissgold legiert mit Nickel ist die Basis von weissgoldenen Lotlegierungen und wird gerne für mechanisch beanspruchte Schmuckstücke wie Schmuck-Nadeln, -Scharniere, -Verbindungsteile, Eheringe und Broschen verwendet. Allerdings rufen Eheringe und Schmuck aus Weissgold legiert mit Nickel zu oft allergische Reaktionen auf der Haut hervor und werden mittlerweile von verantwortungsvollen Goldschmieden und Schmuckindustrien für Eheringe und Schmuck weitgehend vermieden. [bearbeiten]
Eheringe aus Weissgold bzw. Graugold, mit Palladium legiert
Diese finanziell edlere Legierung wird treffender als Graugold bezeichnet. Es existieren etliche Rezepturen, von harten bis weichen Legierungen, die jedoch tendenziell alle als weich einzustufen sind. Legiert werden bis zu sechs Komponenten. Der Farbton ist augenscheinlich graubeiger als ein mit Nickel legiertes Weissgold. Mit rund 13-16% Palladiumzusatz muss der Zusatz höher als beim Weissgold legiert mit Nickel gesetzt werden, um die Mischung vergleichbar zu entfärben. Die graubeige Metallfarbe von Weissgold- oder Graugoldlegierten Eheringen wird ohnehin mit einem Rhodium-Überzug kaschiert, respektive rhodiniert und somit ist es auch weniger wichtig, welche Metallfarbe diese Legierungen mit sich bringen. Am teuren Palladiumzusatz wird bewusst gespart, um den Preis tief zu halten. Allerdings werden Eheringe täglich getragen und dementsprechend stark strapaziert, wobei der Rodium-Überzug sich abträgt. Die weniger hübsche Metallfarbe der Eheringe aus Weissgold legiert mit Palladium im nativem Zustand kommt zum Vorschein und die Eheringe aus Weissgold müssen in regelmässigen Abständen neu rhodiniert werden. Der Vergleich mit Eheringen aus Platin, Kristallmetall, Palladium und Titan ist augenscheinlich: Sie benötigen keine farbliche Aufbesserung mit einem weisslichen Überzug, der abgetragen wird und in regelmässigen Abständen erneuert werden muss, weil eine unschöne Metallfarbe sichtbar wird. Die Eigenschaften der Verarbeitung, wie die Zerspanbarkeit beim Drehen von Eheringen aus Weissgold legiert mit Palladium, stellen andere Werkzeuganforderungen und beim Giessen erfordert Weissgold legiert mit Palladium eine höhere Schmelztemperatur und weisst eine störende Oberflächenspannung der Schmelze auf. Das Polieren der zähen Legierung zu Hochglanz ist aufwendiger. Nachteilig ist der erhöhte Preis durch den nicht unbeträchtlichen Palladiumanteil und die höhere Dichte des Materials. Ein Schmuckstück in Palladium-Weissgold ist derzeit ca. 20 % teurer als vergleichbare Eheringe aus Gelbgold bei gleichem Feingehalt. [bearbeiten]
Weissgold legiert mit Kobalt, Chrom, Mangan-Germanium und weiteren Metallen
Die mangelnde Kundenakzeptanz von Weissgold legiert mit unbekannten bis exotischen Metallen lassen neue Weissgoldlegierungen rasch wieder vom Markt verschwinden, obwohl dies teilweise die positiveren Eigenschaften für Kunden und Hersteller mit sich bringen würden. [bearbeiten]
Vorteile
- Eheringe aus Weissgold sind preiswerter als Platin.
- Eheringe aus Weissgold wirken weisslich und freundlich auf Grund des Rhodium-Überzugs
Nachteile
- Brautpaare werden meistens nicht über die wahre Weissgoldfarbe informiert.
- In regelmässigen Abstanden werden Eheringe aus Weissgold unansehnlich, weil die wahre Metallfarbe zum Vorschein kommt.
- Der übliche Rhodium-Überzug trägt sich bei Eheringen aus Weissgold ab.
- Der übliche Rhodium-Überzug muss leider nicht explizit deklariert werden.
- Zu oft sind Verkäufer ungenügend informiert über die Nachteile der angebotenen Weissgoldlegierung.