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… es ist sogar ökonomisch falsch, Diktaturen deswegen in die vordersten Ränge eines Wirtschaftsratings zu stellen.
“(…) An der Spitze der vom kanadischen Fraser Institute in Zusammenarbeit mit weltweit 90 unabhängigen Organisationen (darunter das Liberale Institut in der Schweiz) erstellten Rangliste stehen denn auch Länder und Metropolen, die nicht eben als demokratische Leuchttürme bekannt sind. Das gilt vor allem für den Spitzenreiter Hongkong (8,98 Punkte) und das zweitplacierte Singapur (8,54), die politisch beide an eher kurzer Leine geführt werden. Irritierend mutet aus demokratischer und menschenrechtspolitischer Sicht aber auch das gute Abschneiden der Vereinigten Arabischen Emirate (8,05) an, die hinter Neuseeland (8,25), der Schweiz (8,19) und Mauritius (8,09) den sechsten Platz belegen.
Dass in den Vereinigten Arabischen Emiraten die Medien einer strengen Zensur unterliegen und Homosexualität als Schwerverbrechen gilt, fällt für die Berechnung des Indexes indes nicht ins Gewicht. Die wirtschaftliche Freiheit wird ausschliesslich nach Massgabe der folgenden fünf Kriterien berechnet: Umfang der Staatstätigkeit, Rechtsstaatlichkeit und Sicherheit des privaten Eigentums, Stabilität der Währung, internationale Handelsfreiheit sowie Regulierungsdichte.
Als liberales Ideal dieser Übungsanlage erscheint dabei ein Staat, der sich primär um den Schutz der Eigentumsrechte sowie um die Bereitstellung eines eng definierten Bereichs öffentlicher Güter – etwa nationale Sicherheit – kümmert. (…)”
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Verdienstvoll von der NZZ-Wirtschaftsredaktion, dass sie zu diesen Rating-Kriterien auf Distanz geht – und beschämend für ein Zürcher Institut, dass es dieses Rating mitverantwortet und sich noch immer “Liberales” nennt.
Die Kriterien für dieses Rating sind sogar ökonomisch falsch: Wer politische Macht monopolisiert und freie Kritik unterbindet, nutzt dies früher oder später, um sich und seine Klientel zu bereichern. Wenn er Wettbewerber ausschaltet, wenn er den grössten Teil des Kuchens für sich und die Seinen beansprucht, hält er sich eine öffentliche Debatte vom Leib, und das Risiko, deswegen abgewählt zu werden, hat er minimiert oder ausgeschaltet. Ja, man kann als Investor mit solchen Potentaten mitunter nur allzu gut fahren. Aber bedeutet dies auch, dass gut gewirtschaftet wird?