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von Nives Vajda
Dank dem weitreichenden Einsatz von sozialen Medien ist es heutzutage einfacher denn je zu kommunizieren und erreichbar zu sein. Wir können mit Freunden und Familie quer über den Globus kommunizieren, neue Leute kennenlernen, oder uns grossen Gruppen von Leuten schnell, günstig und einfach mitteilen.
Diese neue Art der Kommunikation ist jedoch nicht immer so einfach wie es den Anschein macht. Wenn wir nur Worte benutzen, um auszudrücken, was wir denken oder fühlen, fehlen wichtige nonverbale Elemente der Kommunikation, die wir normalerweise nutzen – Gesichtsausdruck, Körperhaltung, Handgesten, Sprachenklang.
Entsprechend stellt sich die Frage, was geschieht, wenn andere den Klang unserer Sprache nicht hören, unseren Gesichtsausdruck nicht sehen können oder uns gar nicht kennen. Verstehen sie die Bedeutung unserer Nachricht trotzdem noch genauso, wie von uns beabsichtigt? Und was noch bedeutender ist: Wie können wir verhindern, dass Missverständnisse entstehen und wir einen schlechten Eindruck hinterlassen? Wissenschaftler der Universität Pittsburgh haben anhand des Nachrichtendienstes Twitter untersucht, wie zutreffend und positiv die Eindrücke sind, die wir uns von anderen machen, deren Tweets wir lesen.
Edward Orehek und Lauren J. Human liessen unterschiedliche Personen Tweets von anderen Personen lesen, die sie nicht kannten. Anschliessend sollten Erstere die Verfasser der Tweets bezüglich der Eigenschaften Impulsivität, Selbstwertgefühl und Beziehungsverhalten beurteilen. Die Verfasser beurteilten sich selbst nach den gleichen Kriterien. Auf diese Weise konnten die Forscher feststellen, wie genau sich die Verfasser den Empfängern präsentierten: Wenn die Genauigkeit hoch war, dann mussten die Verfasser ähnlich von den Empfängern beurteilt worden sein, wie sie sich selbst beurteilt hatten. Die Forscher prüften ebenfalls nach, in welchem Ausmass die Nachrichten als positiv beurteilt wurden.
Orehek und Human fanden heraus, dass die Verfasser der Tweets im Durchschnitt ein akkurates und positives Erscheinungsbild vermittelten; einige jedoch konnten dies besser vermitteln als andere. Wenn man sich den Nachrichteninhalt derjenigen Verfasser anschaut, die als positiver eingestuft wurden, so fanden die Wissenschaftler heraus, dass diese:
- Mehr Informationen vermittelten, indem sie längere Nachrichten mit mehr Wörtern schrieben
- Wörter benutzten, die positive Emotionen (z.B. „glücklich“ oder „fröhlich“) und Gewissheit (z.B. „Das war das beste Spiel“ oder „Alle spielten hervorragend“) beschreiben
- Weder Kraftausdrücke noch sexuell bezogene Wörter verwendeten
- Weniger “ich”-bezogene und mehr “wir”-bezogene Nachrichten verfassten
Verfasser, die als akkurater empfunden wurden, schrieben meist:
- Mehr über andere als über sich selbst
- Mehr über Erfahrungen und Handlungen
Wie genau und in welchem Umfang diese Charakteristika der Nachrichten mit dem Online-Eindruck in Verbindung stehen, sollte noch anhand anderer Plattformen im Bereich der sozialen Medien und innerhalb verschiedener Benutzergruppen erforscht werden. Diese Studie gibt uns aber eine Vorschau auf einige der Aspekte, die unsere Selbstdarstellung auf sozialen Medien beeinflussen, in diesem Fall auf Twitter. Es scheint, als gäbe es eine Vielzahl an Informationen über uns, die andere selbst aus kurzen Twitter-Mitteilungen ableiten. Es spielt also nicht nur eine Rolle, was wir schreiben, sondern auch wie wir es schreiben; beides formt unsere Online-Kommunikation und unsere Selbstdarstellung.
Literaturangaben:
Orehek, E., & Human, L. J. (2017). Self-expression on social media: Do tweets present accurate and positive portraits of impulsivity, self-esteem, and attachment style?. Personality and Social Psychology Bulletin, 43(1), 60-70.
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