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Vor 30 Jahren, im August 1989 stellten sich 11 Läufer und Läuferinnen vom SVB (heute LSVB), der Herausforderung in 7 Tagen von Genf nach Basel zu rennen. Dieser Testlauf über 350 Kilometer war aufgeteilt in sieben Etappen mit insgesamt 11’000 Höhenmetern. Urs Schüpbach war damals Vereinstrainer und hat diesen Testlauf organisiert und auch mitgemacht. Er hat uns freundlicherweise die nachfolgenden Informationen zusammengestellt. Insgeamt waren damals 7 Läufer und 4 Läuferinnen vom SV Basel beim Testlauf dabei. (Daniela Villaume, Esther Scheidegger, Maya Diezi, Ursula Mühlethaler, Armin Felber, Guy Villaume, Paul Wüthrich, Peter Lang, René Boss, Thomas Tanner, Urs Schüpbach)
Aufgrund der positiven Erfahrungen dieses Testlaufes wurde ein Jahr später der erfolgreiche „Swiss-Jura-Marathon“ Trail aus der Taufe gehoben. Dies war damals der erste 7-Tagelauf in ganz Europa, initiiert von SV-Basel-VereinsmitgliederInnen.
Der Organisator
Für die jüngeren Mitglieder im Verein sei gesagt, dass Urs Schüpbach nicht nur Vereinstrainer war, er hält auch immer noch den LSVB Rekord im Marathon. Er ist diesen im Jahr 1975 beim Marathon Neuf Breisach gelaufen in einer Zeit von 02:23:46. Ein paar Jahre zuvor war er noch Zigarettenraucher, wie er mir berichtete.
Wie kam es zu dieser Idee?
Die Idee zum 7-Tagetrail entwickelte sich in Urs‘ Kopf über mehrer Jahre hinweg. Er hatte mehrfach an 7-tägigen Schweizer-Waffenlauf-Trainingslagern teilgenommen. Diese fanden in den Alpen statt und es wurden wöchentlich 300 km und mehr abgespult, alles zu einer Zeit als es noch gar keine klassischen Trails gab. Auch an Bergläufen war er regelmässig dabei, welche aber auf dem Gipfel endeten, wo er dann am liebsten weitergerannt wäre. Auch war er 1987 beim Etappenlauf Basel Lugano dabei (wir berichteten darüber
hier und hier), der von Rolf Strauss organisiert wurde. Er fand zwar Gefallen an den Etappen, aber dieser Lauf fand ausschliesslich auf der Strasse statt und somit im normalen Strassenverkehr. Das war für seinen Geschmack zu wenig Natur und zuviel schlechte Luft.
Ihm wurde dabei bewusst, dass er gerne einen Lauf hätte, welcher nur über verkehrsfreie Wege in der Natur führen sollte. Er musste nicht lange suchen um eine geeignete Strecke zu finden nämlich den Jura-Höhenwanderweg von Genf nach Basel.
Der Testlauf
Im Frühjahr 1989 machte sich Urs mit seinem Mountainbike von Genf aus über den ihm damals noch unbekannten Jura-Höhenweg in Richtung Basel auf. Er fand diese Erkundungsfahrt mit Gepäck anstrengender als später den Lauf in leichter Laufkleidung. Nach einer entsprechenden Umfrage im Verein fanden sich einige Wochen später über 10 Vereinsmitglieder die sich als TeilnehmerInnen anmeldeten.
Die Vorbereitung für den Testlauf bestand nun Haupsächlich aus dem Ausmessen der einzelnen Etappen und aus der Suche nach Unterkünften mit Halbpension an den jeweiligen Etappenzielen.
Da die Test-LäuferInnen nicht kurzfristig eine ganze Woche Urlaub nehmen konnten, wurden die 7 Etappen auf zwei verlängerte Wochenenden aufgeteilt. Mit dem damaligen Kartenmaterial 1:50’000 war es noch nicht möglich, die genauere Distanzen und Höhenmeter zu messen.
Beim Testlauf gab es grosses Wetterglück, an allen sieben Tagen herrschte sehr warmes und sonniges Wetter. Alle VereinsläuferInnen präsentierten sich in blendender Verfassung und alle spulten die ca. 50 km pro Tag ohne erwähnenswerte Schwierigkeiten ab, und alle erholten sich jeweils sehr gut bis zum folgenden Tag.
Bei den Frauen waren Maya Diezi, Ursula Mühlethaler *, Esther Scheidegger, und Daniela Villaume mit dabei und bei den Männern Guy Villaume*, Peter Lang*, Armin Felber*, Thomas Tanner, Paul Wüthrich, Renè Boss, Urs Schüpbach* (* mit Sternchen markierten LäuferInnen sind alle Etappen durchgelaufen).
Swiss Jura Trail
Aufgrund der mehrheitlich positiven Bewertungen aller TestläuferInnen entschloss sich Urs noch noch im Oktober 1989 den Jura-Trail als Rennen ins Leben zu rufen. Die erste Austragung fand dann schon im Folgejahr 1990 statt. Später war dieses Rennen als SwissJuraTrail bekannt. Das OK Team bestand aus sieben SV-Basel-MitgliederInnen. In den folgenden 20 Jahren entwickelte sich der JuraTrail zu einem international bekannten Landschafts- und Berg-Trail. Es nahmen LäuferInnen aus der ganzen Welt teil. Startplätze mussten jeweils limitiert werden.
Aufgrund von Nachwuchsproblemem im OK wurde ab 2011 nur noch drei 2-Tagetrails im Jura organisiert. Danach war ganz Schluss und das OK trat in den Ruhestand
Ein Revival gefällig?
Urs war es wichtig darauf hinzuweisen, dass falls jemand an einem Wiederbeleben vom Jura-Trail als Veranstaltung interessiert ist, er noch alle notwendigen Unterlagen hat und der OK-Verein jederzeit aktiviert werden könnte.
Ansonsten würde er den Verein auch gerne bei der Organisation Unterstützen falls wir mir einer Gruppe die Strecke Genf-Basel einfach gerne einmal rennen möchten. Er bräuchte dafür 1-2 Helfer und kennt jeden Meter der Laufstrecke und kann dank der 20-jährigen Jura-Trail-Erfahrung aus dem Vollen schöpfen.
Verfasst von Jan Kunz