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Lange Zeit fristete die Luzerner Kantonalbank ein Schattendasein. Die „Kantonal Spar- und Leihkassa“, wie sie bei ihrer Gründung hiess, nahm ihre Geschäftstätigkeit am 6. Mai 1850 nicht in eigenen Räumlichkeiten auf, sondern im Regierungsgebäude an der Bahnhofstrasse – in jenem Raum, in dem sich später während Jahrzehnten die Staatskasse befand.
1862 zog die Bank, die erst 1876 in ein Staatsinstitut umgewandelt wurde, in den Renaissancebau an der Bahnhofstrasse 19 um (heutiges Finanzdepartement), 1891 ging es zurück in das Regierungsgebäude – diesmal in den Westflügel (vis-à-vis Juwelier Ruckli), in die ehemaligen Räume der Post, die 1888 in den Neubau am Bahnhofplatz eingezogen war. 1892 wurde die „Kantonal Spar- und Leihkassa“ in „Luzerner Kantonalbank“ umbenannt.
Erst um die Jahrhundertwende begann die Kantonalbank, ihre Geschäftsfelder zu erweitern. Nicht zuletzt mit der Finanzierung von Hotelbauten wuchs sie in einem Tempo, das bald nach einem Neubau rief. 1902 begann die Planung, 1905 wurden die ersten Liegenschaften an der Pilatusstrasse gekauft, 1906 auch das Lagerhaus des Getreidehändlers Schaller, womit der Weg für einen Neubau frei war.
1909 zog die Bank in den neubarocken Prachtbau ein. Der in seinen Ausmassen imposante, durch die klare Gliederung der Fassade aber nicht übermächtig wirkende Bau tat, was er tun sollte: Er repräsentierte. Die übergrosse Schalterhalle in der Mitte des Gebäudes war ein Prunkstück. Sie blockierte aber auch die bauliche Erweiterung des Gebäudes. Als das Geschäftsvolumen in der Hochkonjunktur der Sechzigerjahre explodierte, machte sich die Kantonalbank an die Planung eines Neubaus.
1968 begann der Abbruch des neubarocken Gebäudes aus dem Jahre 1909. Das anspruchsvolle Bauprojekt, das auch zum Verschwinden der Häuserzeile zwischen der Buobenmattstrasse und dem Blumenweg führte, stellte einen starken Eingriff in das Bebauungsmuster der Pilatus-, Hirschmatt- und Theaterstrasse dar. Es dauerte fünf Jahre, bis der Neubau vollendet war. Seit 1973 setzt das Bankgebäude mit seiner feingliedrigen Fassade einen markanten Akzent an einem Platz, der ansonsten von Monumentalbauten aus dem 19. Jahrhundert beherrscht wird.
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