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Kurz vor der geplanten Auflösung des irischen Parlaments hat Regierungschef Brian Cowen das Ende seiner politischen Karriere angekündigt. Bei den bevorstehenden Parlamentswahlen werde er nicht mehr antreten.
"Meine politische Karriere kommt mit der Anberaumung dieser Wahlen zu einem Ende", sagte Cowen am Montagabend dem lokalen Radiosender Midlands 103. Er habe sich vor dieser Entscheidung mit seiner Familie beraten.
Den Entschluss, sich von der politischen Bühne zu verabschieden, habe er "schweren Herzens" getroffen. Sie sei aber richtig, weil die Regierungspartei Fianna Fail derzeit in einem Prozess "der Verjüngung und der Erneuerung" stecke, sagte der 51-jährige Cowen. Er wolle Platz für einen "Generationswechsel" machen.
Cowen will Parlament auflösen
Angesichts der Regierungskrise in Irland wollte Cowen am Dienstag Präsidentin Mary McAleese um die Auflösung des Parlaments bitten. In Folge dieses Schritts müssen vorgezogene Neuwahlen festgesetzt werden. Als wahrscheinlicher Termin gilt der 25. Februar, über den es eine Vereinbarung zwischen Regierung und Opposition gibt.
Cowen bedankte sich bei seinem Wahlkreis Laois-Offaly für das Vertrauen. Der konservative Politiker war im Juni 1984 erstmals ins irische Parlament eingezogen. Cowen hatte vor gut einer Woche den Vorsitz der Fianna Fail niedergelegt, kurz darauf brach seine Regierungskoalition zusammen.
In der Kritik
Der Fianna Fail droht bei der anstehenden Wahl eine herbe Niederlage. Um eine drohende Staatspleite abzuwenden, hatte die irische Regierung im November Finanzhilfen der EU und des Internationalen Währungsfonds in Höhe von 85 Milliarden Euro beantragt. Viele Iren werfen Cowen vor, damit die nationale Souveränität geopfert zu haben.
Cowen versicherte in dem Radiointerview, dass er sich seiner Partei "wie gehabt" verbunden fühle. Er werde im Wahlkampf alles tun, was von ihm verlangt werde, um die Fianna Fail zu unterstützen.
SDA-ATS