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"Under my skin" nennt der 1954 in Rubigen geborene, heute in Münsingen lebende Jürg Ramseier den Rückblick auf sein fotografisches Schaffen. In den 1980er-Jahren in New York am International Center of Photography (ICP) ausgebildet, arbeitete er bis 2006 als freischaffender Fotograf. Er gehörte zu den profiliertesten Schweizer Bildjournalisten dieser Zeit.
Der typische Reporter war er nie. Was ihm unter die Haut ging, fand er unter der Oberfläche der Realität. Jürg Ramseier ist ein leiser Beobachter und Berichterstatter - ob er nun Ausflügler in Coney Island oder Transvestiten im Meatmarket von New York fotografiert, Jugendliche im zerrissenen Belfast, den Schriftsteller Paul Bowles im Halbschatten seines Arbeitszimmers in Tanger oder Züri West am See im Abendlicht.
Zehn Jahre, zwischen 2005 und 2014, hat Ramseier sich mit der von ihm entwickelten und produzierten Kopfbedeckung Ribcap beschäftigt. Fotografiert hat er weiterhin, mehr skizzenhaft, mit einer kleinen, digitalen Kompaktkamera. Nach dem Verkauf von Ribcap 2015 ist er wieder ganz zur Fotografie zurückgekehrt.
Die Ausstellung im Stadtsaal des Kornhausforums umfasst rund 140 Aufnahmen aus allen Schaffensperioden des Fotografen. Eine aktuelle Arbeit beschliesst die Ausstellung.
Zur Ausstellung erscheinen zwei Hefte der Publikationsreihe des Kornhausforums. Das eine enthält eine 1995/96 in Belfast entstandene Reportage, das andere einen Bilderbogen quer durchs Werk.
Bild: Jürg Ramseier, Q-Train to Coney Island, 1986