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Ein Kantersieg der Servettiennes drei Wochen vor Meisterschaftsbeginn.
Auf dem Platz Thun-Süd neben der Stockhorn Arena war das Klima für das zweite Testspiel des Jahres kalt, aber relativ einladend. Die Sonne kam zwischen den tiefen Wolken und den angrenzenden Bergen durch, so als wollte sie die Form beider Mannschaften würdigen, die Tabellenführer ihrer jeweiligen Liga sind.
Unter diesen idyllischen Bedingungen setzte sich eine Thunerin in der Genfer Abwehr durch und bezwang Ana Castro nach drei Minuten. Die Grenat brauchten aber nicht lange, um eine Reaktion zu zeigen. Weniger als 90 Sekunden später lief Amandine Soulard über den halben Platz mit dem Ball am Fuss und bediente Maeva Sarrasin, die ausglich (4. Minute). Die Grenat dominierten, liessen sich in der gegnerischen Hälfte nieder und versuchten, die Angriffsoptionen zu variieren. Kenza Chircop überholte ihre Gegnerin auf dem Flügel, wurde allerdings wieder eingeholt und fiel schwer auf ihre Hüfte. Sie verliess den Platz und ihre Mitspielerinnen spielten einige Minuten in Unterzahl, was Sarrasin jedoch nicht daran hinderte, sich in der gegnerischen Abwehr durchzuschlängeln, die Torhüterin umzudribbeln und das Führungstor zu schiessen (18.). In bestechender Form dachte Sarrasin, sie würde nach einem rüden Kontakt ihrer Gegnerin einen Elfmeter bekommen, doch der Schiedsrichter war anderer Meinung. Ein paar Minuten später gewährte er den Thunerinnen einen Strafstoss. Ana Castro parierte wie drei Tage zuvor gegen Lyon, sie hielt gar den Ball fest.
Die Bernerinnen konnten sich kaum noch befreien. Die Genferinnen lancierten eine Offensive nach der anderen. Innerhalb von vier Minuten traf Sarrasin die Latte, Chircop netzte ein, Maendly traf die Latte und Abbé netzte wieder ein. Die Verteidigerin, die sich regelmässig nach vorne einschaltete, hatte am Ende der ersten Halbzeit eine 100%ige Torchance, doch sie zeigte sich grosszügig und legte für Sarrasin ab, die ihr drittes Tor schoss (40.). Die Kapitänin traf sogar vierfach, denn kurz nach der Pause erzielte sie das 1-6.
Nach einem erfolgreichen Konter konnte Thun ein zweites Tor schiessen (55.), danach wurde es etwas ruhiger und alle Ersatzspielerinnen der Servette-Bank wurden eingewechselt. Leticia Silverio traf in der 80. Minute zum 2-7 und Giulia Pezzotta schoss kurz danach das zehnte Tor der Partie. Das Spiel plätscherte dann so vor sich hin, als Silverio ihren zweiten Treffer erzielte und Thun Ana Castro zum dritten Mal bezwang.
Gegen eine Mannschaft, die nächste Saison mit grosser Wahrscheinlichkeit in der NLA spielen wird, überzeugten die Grenat. Neben der offensiven Effizienz kann sich der Trainer Eric Sévérac damit zufriedengeben, dass er viele Spielerinnen auf ungewöhnlichen Positionen testen konnte. Servette bestreitet zwei weitere Testspiele: am Mittwoch gegen die U15 des Servette FC und Anfang Februar im Trainingslager gegen Derendingen. Die Meisterschaft geht in drei Wochen mit drei Heimspielen (8., 15. und 22. Februar) wieder los.