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Viele Arbeitssuchende scheitern am Vorstellungsgespräch. Eine gute
Vorbereitung verbessert Ihre Chancen stark.
Wichtig sind die vorbereitenden Gedanken zu Ihrem neuen Arbeitgeber. Bereiten
Sie sich auf folgende Fragen vor:
Erzählen Sie etwas über sich.
Reissen Sie keinen Roman von der Geburt bis heut vom Zaun. Beschränken Sie
sich kurz und bündig auf die Eckpfeiler Ihres Lebens und das, was für Sie
von Bedeutung ist.
Bereiten Sie sich auf Unterbrechungen wie: "warum?" und "können Sie das
erklären?" vor. Man will feststellen, ob Sie Ihr Thema beherrschen oder ob
eine Störung Sie aus dem Konzept und der Ruhe bringt.
Vorbereitung: Schreiben Sie die Eckpunkte auf. Welche Ihrer Eckpunkte
treffen auch Ihren Arbeitgeber? Zu jedem Punkt ein Stichwort und ein Verb.
Trainieren Sie Ihre Antwort auf die Frage: Erzählen Sie über sich.. z.B. mit
einem Freund.
Warum haben Sie sich für unseren Betrieb entschieden?
Setzen Sie sich mit der Firmengeschichte und der Firmenpolitik auseinander.
Wo gibt es eine Verbindung zu Ihnen? Visionen und Leitlinien.
Was wissen Sie über unsere Firma?
Sammeln Sie alle Informationen zum Unternehmen. Firmengeschichte,
Verwaltungsräte, Philosophie, Ziele, Produktpalette, Kundensegmente,
Aktionsradius, Wirtschaftskennziffern und vieles mehr.
Was motiviert Sie an der ausgeschriebenen Stelle am meissten?
Was sind Ihre Stärken und Schwächen?
Ein ausgeprägtes, ungesundes Selbstbewusstsein könnte fehl am Platz sein.
Steichen Sie die Punkte mit Bedacht heraus (nicht ich bin fehlerfrei/der
Beste).
Warum wollen Sie Ihren aktuellen Arbeitsplatz verlassen?
Sie können erklären, dass Sie neue berufliche Ziele (welche?) gesetzt haben
und neue Herausforderungen suchen. Bereiten Sie sich vor und gehen Sie auf
die in der Stellenausschreibung genannten Punkte ein. Formulieren Sie
konkrete Ziele dieser Punkte.
Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?
Ihr Arbeitgeber will sehen, ob Sie einen Plan haben. Skizzieren Sie einen 3,
5 und 10 Jahres Zeitstrahl und notieren Sie sich die Höhepunkte. Versuchen
Sie Ihr Plan mit dem Weiterbildungsangebot der Firma zu verbinden.
Warum denken Sie, dass Sie die richtige Besetzung für diese Stelle sind?
Das ist eine Stressfrage. Verbinden Sie Ihre besonderen Fähigkeiten mit den
Anforderungen der Stellenausschreibung und den Zielen der Firma.
Was stört sie am meissten bei anderen Menschen und wie gehen Sie damit
um?
Treten Sie nicht als Weltverbesserer auf. Beziehen Sie die Antworten nicht
auf sich selbst (ich kann es nicht leiden wenn...). Keine politischen oder
sozialkritische Themen. Kein peinlichen Themen wie Mundgeruch, schwitzen.
Notieren Sie sich im Vorfeld interessante, wichtige Punkte die unverfänglich
sind. Überlegen Sie sich Begründungen. Skizzieren Sie Ihren Umgang damit.
Wählen Sie Formulierungen wie: "Ich habe gelegentlich Schwierigkeiten mit …
klarzukommen". (Nicht "ich kann nicht leiden, es stört mich massiv, ich
verabscheue…" und ähnliche harte Worte).
Was machen Sie in Ihrer Freizeit?
Notieren Sie ihre Freizeitbeschäftigungen. Bewerten Sie diese in Teamplayer
oder Einzelkämpfer. Assozieren Sie Ihre Angaben zur ausgeschriebenen Stelle.
Antworten auswendig zu lernen ist problematisch. Der Vorgesetzte könnte das
bemerken. Wirken Sie spontan, selbstbewusst und freundlich. Das erreichen Sie
durch vorgängiges Üben mit Ihren Freunden.
Beachten Sie: Auch die Form, Ihre Reaktion auf diese oder jene Frage, äussere
Zeichen wie Blick, Mimik, Gestik und Haltung sowie auch Zögern, Ausweichen und
sogar das Ungesagte werden registriert. Filmen Sie sich...
Knifflige Fragen um die Denk- und Handlungsweise des Bewerbers zu prüfen
können auch folgende sein:
Ein Kunde beschimpft Sie am Telefon. Er ist mit Ihrer Vorgehensweise
nicht einverstanden. Wie reagieren Sie?
Verhaltensfrage aus dem Buch "Mind like Wather: Keeping your Balance in a
Chaotic World" von Jim Ballard:
Sie fahren mit dem Auto durch eine stürmische Nacht. Sie kommen an einer
Bushaltestelle vorbei und sehen, dass dort drei Menschen warten:
1) Eine alte Dame, die kurz davor ist zu sterben.
2) Ein alter Freud der einmal Ihr Leben gerettet hat.
3) Der perfekte Mann/die perfektre Frau Ihrer Träume
Sie wissen, dass Sie in Ihrem Auto nur eine weitere Person mitnehmen können.
Wenn Sie die alte Dame wählen, könnten Sie ein Leben retten. Wenn Sie Ihren
alten Freund mitnehmen, der einmal Ihr Leben gerettet hat, ist das die
perfekte Gelegenheit, sich bei ihm zu bedanken. In beiden Fällen jedoch
würden Sie wahrscheinlich nie wieder auf Ihre große Liebe treffen.“
Jim Ballard schreibt, dass die meisten Bewerber, die mit dieser Fragen
erstmals konfrontiert sind, sich für eine der drei Antwortmöglichkeiten
entschieden. Der Grund sei, dass der überragende Teil der Menschen sich nur auf
das konzentrieren würde, was sie im Moment gerade hören: „Wer darf in mein Auto
einsteigen?“. So blenden viele der Gefragten aus, dass das Offensichtliche gar
nicht immer die richtige Lösung sein muss. Man könnte die Situation nämlich auch
klären, in dem man dem Kumpel die Autoschlüssel gibt, um die alte Dame ins
Krankenhaus zu fahren. Man selbst bleibt mit dem Traumpartner zurück, geht ein
Stück und benutzt den Bus.
Zusammengefasst könnte man also auch sagen: Wer im Vorstellungsgespräch mit
einer Verhaltensfrage konfrontiert ist, von der man das Gefühl hat, dass man nur
auf eine Insellösung zusteuern kann, sollte seine Aufmerksamkeit noch mal auf
das Problem richten und das zunächst Offensichtliche ausblenden. Klar ist in dem
Fall, wer in einer Ausnahmesituation wie einem Vorstellungsgespräch die Klarheit
besitzt, auf eine derartige Frage smart zu reagieren, der wird den Interviewer
mit Sicherheit positiv überraschen. Eine gute Voraussetzung, um den Job zu
bekommen.