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Am 1. April 1967 gründen Hubert Geiger und Walter Kessler an der Gartenstrasse 1 in Wädenswil die Zwei-Mann-Spenglerei Geiger + Kessler. Ein halbes Jahrhundert später feiern über 40 Mitarbeiter das 50-Jahr-Jubiläum der Firma.
Im Frühjahr 1953 reiste der junge Spengler-Installateur Hubert Geiger aus Franken nach Wädenswil. Er hatte sich auf ein Inserat von Erwin Etterich in Wädenswil beworben, der einen jungen Spengler suchte. Etterich betrieb seit Mitte der 1920er Jahre ein Spenglerei- und Installationsgeschäft. Er hatte die Ausschreibung für die Spenglerarbeiten am Neubau des Schulhauses Fuhr gewonnen. Es war ein grosser Auftrag, den Etterich nicht allein ausführen wollte, weil er damals schon knapp 70 Jahre alt war. So fasste der junger Hubert Geiger in Wädenswil Fuss. Das Schulhaus Fuhr wurde im Mai 1954 offiziell eingeweiht. Danach übernahm er auch andere Arbeiten, aber Spengler Etterich wollte sich altershalber in den Ruhestand zurückziehen. So vermittelte Etterich ihm eine Anstellung in der Spenglerei Gustav Kull in Zürich-Wiedikon. Die Firma, die heute noch als Lunor AG besteht, war damals eine Fabrikspenglerei, die Zivilschutzkomponenten, Schutzraum- und Lüftungstechnik herstellte.
Auch privat ging es vorwärts: Noch bevor er die Meisterprüfung machte, lernte Hubert Geiger in Wädenswil seine spätere Frau Luise kennen, die Tochter von Robert Fischer, Finanzchef der Brauerei Wädenswil und Vertreter der Christlich-Sozialen Partei im Gemeinderat. So blieb er in Wädenswil wohnen und zog trotz Stellenwechsel nicht nach Zürich um. 1958 heiratete das Paar.
1967 die Gründung: Geiger + Kessler
Hubert Geiger hatte immer den Wunsch, sich als Spenglermeister selbständig zu machen. Die Gelegenheit ergab sich 1967. Schon im Jahr zuvor hatte ihm sein erster Arbeitgeber in der Schweiz, Erwin Etterich, sein Haus an der Gartenstrasse 1 angeboten. Die Familie Geiger war inzwischen gewachsen und benötigte Platz: Vier Kinder waren schon da, ein fünftes war unterwegs. So kaufte die junge Familie das Haus von Erwin Etterich, in dem sich auch dessen stillgelegte Werkstatt befand. Etterich war zu diesem Zeitpunkt über 90 Jahre alt und längst im Ruhestand.
Letztlich brauchte es verschiedene Anstösse, um den Schritt in die Selbstständigkeit zu machen. Da war zum einen Erwin Etterich, der Hubert nahe legte, in der bestehenden Werkstatt ein eigenes Geschäft aufzubauen. Da war zum anderen Walter Kessler, mit dem er bei Gustav Kull zusammengearbeitet hatte. Kessler war dort sein Stellvertreter. Gemeinsam schien es realistisch, eine Firma aufzubauen. Am 3. April 1967 eröffneten Hubert Geiger und Walter Kessler ihr eigenes Geschäft. «Unsere Tätigkeit umfasst alle Arbeiten der Bau-, Apparate- und Ventilationsspenglerei sowie Reparaturen», kündigten sie in einem Inserat im «Allgemeinen Anzeiger vom Zürichsee» an.
1985: Geiger + Söhne AG
Langsam aber stetig wuchs der Betrieb. Bis 1984 blieb Geiger + Kessler ein Zwei-Mann-Unternehmen, das jeweils einen Lehrling ausbildete. Nun traten Thomas und Andreas Geiger als älteste Söhne von Hubert in die Firma ein. Während Thomas als diplomierter Sanitärinstallateur den Sanitärbereich verstärkte, entstand mit dem Eintritt von Andreas die neue Sparte Heizung. Er hatte im gleichen Jahr erfolgreich die Meisterprüfung als Heizungsinstallateur abgelegt. Bis dahin führte Geiger + Kessler vor allem Spenglerarbeiten und gelegentliche Sanitärreparaturen aus.
Walter Kessler hatte von Anfang an angekündigt, dass er sich schrittweise zurückziehen würde, wenn Hubert Geigers Söhne ins Geschäft eintreten. Daher markiert das Jahr 1985 einen Wendepunkt in der Firmengeschichte. Im Frühjahr gründeten Hubert, Thomas und Andreas Geiger gemeinsam mit Walter Kessler eine Aktiengesellschaft. Fortan hiess die Firma Geiger + Söhne AG. Der Eintrag im Handelsregister erfolgte am 12. April 1985. Walter Kessler reduzierte ab diesem Zeitpunkt sein Pensum um einen Tag pro Woche. 1989 zog er sich im Alter von 62 Jahren in den Ruhestand zurück.
Das Wachstum mit der zusätzlichen Sparte Heizung zog eine Erweiterung der Werkstatt an der Gartenstrasse nach sich. Der Anbau war einer der ersten Aufträge des Baugeschäfts Füchslin, zu dem die Geiger AG bis heute gute Kontakte pflegt.
In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre stieg auch der Personalbestand. Felix Bischof, heute als Spenglermeister Leiter der Spenglerei, begann seine Lehre 1984 und ist danach bei der Geiger + Söhne AG geblieben. Ein Jahr später fing Ruedi Isler die Lehre als Spengler und Sanitärinstallateur an. Schon bald spezialisierte er sich auf Sanitärreparaturen und später zusätzlich auf kleinere Umbauten. Damit stärkte er das Standbein Reparaturen und gestaltete es mit. Auch er ist der Firma bis heute treu geblieben. Eine hohe Servicequalität ist bei Reparaturen wichtig. Gerade im Sanitärbereich müssen Reparaturen oft schnell ausgeführt werden, was eine grosse Flexibilität verlangt.
Umzug nach Samstagern
1997 zog sich Hubert Geiger nach fünfzig aktiven Berufsjahren aus dem operativen Geschäft zurück, blieb aber im Verwaltungsrat der gemeinsamen AG. Ende der 1990er Jahre stand eine wichtige Entscheidung an: Mit dem Wachstum des Betriebs war die Werkstatt an der Gartenstrasse zu klein geworden. Man musste sich nach anderen Standorten umschauen und prüfte verschiedene Möglichkeiten, unter anderem in der Au.
Die Idee eines Neubaus war bereits weit gereift, als sich ausserhalb von Wädenswil eine ideale Lösung der Platzprobleme ergab. Nachdem Ende 1999 der Konkurs über ein Baugeschäft eröffnet worden war, stand dessen Werkhof an der Fälmisstrasse in Samstagern zum Verkauf. Der Entscheid, Wädenswil zu verlassen, fiel nicht leicht und sorgte für einige Diskussionen in der Familie. Rückblickend erwies er sich aber als richtig. «Die räumlichen Verhältnisse in Samstagern sind optimal», sagt Andreas Geiger.
2001: Geiger AG
Mit dem Standortwechsel ging eine weitere Veränderung einher. Aus der Geiger + Söhne AG wurde die Geiger AG. So wurde das Jahr 2001 zu einem weiteren Meilenstein in der Firmengeschichte, der mit einem grossen Eröffnungsfest am 7. Juli gefeiert wurde.
Erweiterung um die Abteilung Planung
2003 trat Michael Geiger als dritter von Huberts Söhnen in die Firma ein. Als Ingenieur HTL Heizung Lüftung Klima baute er die Sparte Engineering/Planung auf. Sie kam zu den bestehenden drei Standbeinen in den Bereichen Spenglerei, Sanitär und Heizung dazu. Je komplexer die Gebäudetechnik wird, desto wichtiger wird die Planung. Eine Erweiterung erfuhr die Firma auch 2016, als die Dorigo AG übernommen und in den Heizungsbereich eingegliedert wird. Ohne Nachfolger für die Firma fasste Inhaber Josef Dorigo den Entschluss, die Zukunft der über mehrere Generationen hinweg erfolgreich geführten Firma neu zu planen und den Betrieb in die sicheren Hände der Geiger AG zu legen.
Eine Wädenswiler Firma
Trotz des Umzugs versteht sich die Geiger AG weiterhin auch als Wädenswiler Firma. Unterstrichen wird dies mit der Postfachadresse 8820 Wädenswil, die bis heute in allen Briefköpfen steht, und mit der regelmässigen Teilnahme an den Gewerbeausstellungen in Wädenswil.
Über 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stehen im Jubiläumsjahr 2017 auf der Lohnliste der Geiger AG. Für ein inhabergeführtes Familienunternehmen bleibt die familiäre Firmenkultur aber ein wichtiger Wert, der auch gepflegt wird.
Eine besondere Identität schafft auch der Sport. Thomas, Andreas und Michael Geiger sind seit ihrer Jugend aktive Fussballer. Nicht überraschend ist es daher, dass die firmeneigene Mannschaft am Grümpelturnier schon mehr als einmal den Sieg davon getragen hat. Auch am legendären Firmenrudern des Seeclubs Wädenswil nahm die Geiger AG seit 1996 mit einer eigenen Mannschaft mehrfach teil. Und gemeinsam mit dem Baugeschäft Füchslin, dessen Werkhof in der unmittelbaren Nachbarschaft in Samstagern liegt, gab es zeitweise eine Eishockey-Mannschaft.
Im Jubiläumsjahr 2017 ist die Geiger AG ein Unternehmen, das im ganzen Bezirk Horgen und darüber hinaus tätig ist. In Wädenswil, dem Gründungsort ist die Firma stark verankert. Mit dem Umzug nach Samstagern kam 2001 ein starkes Standbein in Richterswil dazu. Heute zählt die Geiger AG das linke Seeufer von Zürich-Wollishofen bis Pfäffikon SZ zu ihrem Einzugsgebiet. Der Werkhof in Samstagern macht es dank der guten Verkehrsanbindung möglich, dass Mitarbeitende ebenso schnell in Einsiedeln wie in Horgen sind.
(Quelle: Chronik «50 Jahre Geiger AG»)