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Die Konfiguration einer PROFIBUS Anlage wird mit einer Konfigurationssoftware ausgeführt. Diese Software wird in der Regel vom Hersteller der Steuerung zur Verfügung gestellt und ist oftmals eng an die Programmierung der Steuerung gekoppelt. Die Konfiguration wird bei einer PROFIBUS Anlage off-line, d.h. ohne direkten Zugriff auf die Anlage durchgeführt. Als Resultat der Konfiguration besteht in der Konfigurationssoftware ein Projekt, wo alle notwendigen Einstellungen für die PROFIBUS Anlage definiert sind.
Bild 7: Unterschied Programmierung und Konfiguration
Hinweis: In der Regel wird die Aufgabe des Steuerungsprogramms klar von der Konfiguration der Anlage unterschieden. Den einzelnen Teilnehmern wird mit der Konfiguration beigebracht, wer mit wem kommunizieren und Daten austauschen soll. Mit der Programmierung wird festgelegt, was die Steuerung mit diesen Informationen macht.
Für die Konfiguration einer PROFIBUS Anlage haben sich die folgenden Schritte bewährt:
Schritt 2.1 GSD-Dateien sammeln und laden
Wir sammeln für die ausgewählten Feldgeräte die General Station Description GSD-Dateien. Damit wird bekannt, welche Eigenschaften die eingesetzten Geräte haben. Diese GSD-Dateien finden wir auf einem Datenträger der mit dem Produkt geliefert wird oder auf dem Webserver des Herstellers. PROFIBUS International bietet an, dass die Hersteller im Produktekatalog auch direkt ihre GSD-Dateien ablegen können. Dies wird leider aber nur durch die wenigsten Hersteller genutzt.
Die GSD-Dateien müssen der Konfigurationssoftware bekannt sein. Sie werden in die Gerätebibliothek der Konfigurationssoftware integriert. Dazu werden die Dateien entweder in ein spezielles Verzeichnis kopiert oder mit der Konfigurationssoftware explizit eingelesen.
Schritt 2.2 Steuerung konfigurieren
Für eine PROFIBUS Anlage muss eine Steuerung definiert werden. Die Steuerung wird konfiguriert, indem der Steuerung die Feldgeräte zugewiesen werden. Dies wird heute in der Regel auf einer graphischen Oberfläche ausgeführt, in dem in einem Produktkatalog die Feldgeräte ausgewählt und auf das Netzwerk gezogen werden.
Bild 8: Konfiguration einer Steuerung
Der Steuerung und jedem Feldgerät wird dabei eine eindeutige PROFIBUS Adresse zugeordnet.
Schritt 2.3 Geräte konfigurieren
Mit der Konfiguration der Feldgeräte (DP-Slave) wird die Anzahl und die Art der im Feldgerät verwendeten Module festgelegt. Diese Module bestimmen die Anzahl und die Reihenfolge der Prozessdaten die von der Steuerung zum Feldgerät und umgekehrt zyklische übertragen werden. Diese Konfiguration der Geräte wird im Projekt abgelegt und bei Initialisierung des Feldgerätes zur Kontrolle von der Steuerung and jedes Feldgerät übertragen. Dieser Vorgang ist im Kapitel über die Konfiguration erläutert.
Bild 9: Konfiguration eines Feldgerätes
Im Produktkatalog erscheinen die in der GSD-Datei für dieses Feldgerät vorgesehenen Module. Diese werden einem Steckplatz (Englisch Slot) zugewiesen. Den zyklischen Prozessdaten werden logische Adressen im Prozessabbild der Steuerung zugeordnet. Dies erlaubt einen einfachen Zugriff auf diese Prozessdaten aus dem Steuerungsprogramm.
Bild 10: Logische Adressen für einen einfachen Zugriff auf die Prozessdaten
Schritt 2.4 Parametrieren
Die Parametrierung legt das Verhalten der Feldgeräte fest. Beim PROFIBUS unterscheiden wir Initial-Parameter, mit denen bei der Konfiguration alle in der GSD-Datei beschriebenen Einstellungen für ein Feldgerät gemacht werden von den Betriebs-Parameter mit denen die Funktionen eines Feldgerätes bei der Inbetriebnahme oder im laufenden Betrieb verändert werden können.
Als Beispiel ist die Festlegung einer analogen Schnittstelle als Stromschnittstelle 4-20mA oder als Spannungsschnittstelle 0-10V ganz klar ein Initial-Parameter während das Festlegen der maximalen Drehzahl eines Antriebs als Betriebs-Parameter je nach Einsatz angepasst werden kann.
Die Initial-Parameter für jedes Feldgerät werden bei der Konfiguration festgelegt und mit dem Projekt abgelegt. Diese Initial-Parameter wird die Steuerung bei jeder Initialisierung erneut in das Feldgerät laden. Dieser Vorgang ist im Kapitel über die Parametrierung beschrieben.
Bild 11: Parametrierung der Geräte
Die Betriebs-Parameter werden bei Bedarf in bei der Inbetriebnahme oder während dem Betrieb angepasst und verändert. In Bild 11 wird aufgezeigt, wie in einem Konfigurationswerkzeug eine zusätzliche Parametrierungssoftware für die Betriebs-Parameter aufgerufen werden kann.