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Die Ansprüche der riffbildenden Korallen an ihre Umwelt sind nämlich noch die gleichen wie vor Jahrmillionen. Da sich seither die Lage und Tiefe der Meere stark verändert hat, gibt es Korallenriffe heute nur noch in tropischen Meeren mit minestens 20ºC warmen Wasser vor. dies entspricht in etwa der tropischen Zone zwischen den Wendekreisen beiderseits des Äquators. Nur hier finden die empfindlichen Riffbaumeister die idealen Bedingungen:
Lichtbedarf:
Alle riffbildenden Korallen leben in Symbiose mit einzelligen Algen (Zooxanthellen), die eminent wichtig für die Kalkbildung sind. Diese Algen können, wie jede Pflanze, ihre Photosynthese nur bei ausreichend Licht durchführen. Der Lichtfaktor verhindert also Riffbildung in grossen Tiefen und in planktonreichen Meeren. Es sind keine Riffe gefunden worden, die tiefer als 50 m unter der Meeresoberfläche sind.
Sedimentation:
Korallen als festsitzende Organismen können nicht existieren, wenn sie eingesandet werden. Eine zu hohe Sedimentation erstickt quasi die kleinen Polypen. Ein Beispiel hierfür ist die unterschiedliche Besiedlung mit Korallen im Golf von Akaba und im Golf von Suez. Im flachen Golf von Suez, durchschnittlich nur etwa 20 Meter tief, wird der Sandgrund ständig aufgewirbelt und verhindert somit eine grössere Korallenansiedlung. Ganz im Gegensatz dazu der Nachbargolf (steile Ufer, bis 1'800 Meter tief) mit seinen tollen Korallenriffen.
Wasser:
Die Salinität sollte 28-40 betragen. Im Bereich von Flussmündungen, wo durch wechselnden Süsswassereintrag die Salinität stark schwankt und zudem viel Sediment verfrachtet wird, gibt es keine Riffe.
Wassertemperatur und Sedimentation sind also die Faktoren, die die horizontale Verbreitung von Korallenriffen bestimmt. Licht wirkt sich dagegen hauptsächlich auf das vertikale Vorkommen aus. Weltweit nehmen die Riffe nur etwa 0,2% der gesamten Meeresfläche ein, doch in den tropischen Flachwassergebieten sind es bis zu 15% der Meeresbodens.