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In den letzten Jahren hatten Landwirte, die Herbsterbsen mit Gerste in Mischkultur anbauten, Ende des Winters immer wieder Bestände mit sehr kräftiger Gerste und einer unzureichenden Anzahl Erbsenpflanzen. Dies führt zu einem geringen Erbsenertrag. Der Landwirt hat jedoch Möglichkeiten, die Anbautechnik zu optimieren.
Ursachen für einen kleinen Erbsenertrag
- Aussaattermin zu früh, d.h. vor dem 15. Oktober. Infolgedessen wird die Erbse zu Beginn des Winters zu kräftig sein, die Gefahr des Auswinterns steigt.
- Zu geringe Pflanztiefe, d. h. 1 bis 3 cm. Eine Erbse, die nicht auf 5 oder 6 cm gesät wird, verliert durch das Einfrieren und Auftauen den Bodenschluss.
- Sehr kalter und/oder sehr feuchter Winter. Einige Sorten von Herbstproteinerbsen haben keine ausreichende Beständigkeit gegen Temperaturen unter zirka minus zwölf Grad Celsius. Übermässige Luftfeuchtigkeit schwächt Pflanzen, wenn sich die Wurzeln in nassem Boden befinden.
- Überschüssige Niederschläge Ende des Winters und im Frühjahr begünstigen bakterielle Krankheiten, welche die Erbsen abtöten. Gegen diese Bakterien, die keine Fruchtfolgekrankheiten sind, sondern nur bei sehr nassen Bedingungen auftreten, kann nichts unternommen werden.
- Überschüssiger Stickstoff im Boden oder ein warmes Frühjahr begünstigen eine reichliche Freisetzung von Stickstoff durch Mineralisierung der organischen Substanz. Dieser Stickstoff fördert das üppige Wachstum der Gerste, was eine unterdrückende Wirkung auf die Erbsen haben kann.
- Unzureichende Auswahl an Gersten- und Erbsensorten (siehe unten).
Wie die Situation verbessern?
- Da die Liste der möglichen Ursachen lang ist, ist es wichtig sich bewusst zu werden, dass der Anbau von Herbstproteinkulturen von Jahr zu Jahr unterschiedlichere Ergebnisse liefert als der von Getreide; Ausfälle sind häufiger. Aus diesem Grund sollten Erbsen mit Gerste kombiniert werden. Wenn die Erbse nicht gut überwintert ist es möglich, mit einer Stickstoffgabe noch eine schöne, fast reine Gerstenkultur zu ernten.
- Bei einer grossen Anbaufläche ist es ratsam, einen Teil davon im Herbst und einen Teil im Frühjahr zu säen. So kann das Ausfallrisiko reduziert werden.
- Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die empfohlenen Aussaatmengen (Eiweisserbsen = 80 % der Aussaatmenge im Reinanbau; Gerste = 40 % der Aussaatmenge im Reinanbau) bei Einhaltung der oben empfohlenen Massnahmen richtig sind. Die Resultate waren in den Feldversuchen mit Aussaatraten von 100 % (bei Proteinerbsen) und 20 % (bei Gerste) nicht eindeutig: Die Stützwirkung der Gerste ist unzureichend und die Unkrautdichte nicht akzeptabel.
- Schliesslich ist es notwendig, mit der Auswahl der Sorten zu spielen (siehe unten).
Sortenwahl
Die Proteinerbsensorten lassen sich in zwei Kategorien einteilen:
- Sorten mit einer üppigen Blattmasse, wie z.B. Dove, sollten mit einer sechsreihigen Gerste kombiniert werden.
- Sorten mit geringer Blattmasse. In dieser Kategorie befanden sich bisher Enduro und Isard. In jüngster Zeit wurden zwei neue Sorten dieser Kategorie in die Sortenliste des FiBL aufgenommen: Fresnel und Balltrap. Diese beiden Sorten haben wahrscheinlich einen leichten Vorteil gegenüber Enduro und Isard in Bezug auf Standfestigkeit und Winterkältebeständigkeit. Sorten dieser Kategorie werden vorzugsweise mit zweireihiger Gerste angebaut, die weniger dominant ist als sechsreihige Gerste.
Autoren: Maurice Clerc und Matthias Klaiss
Weiterführende Informationen
Mischkulturen (ganze Rubrik)
Letzte Aktualisierung dieser Seite: 10.10.2018