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Die Idee der nachhaltigen Entwicklung
1989 warb die UN-Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (WCED), auch Brundtlandt-Kommission genannt, für das Prinzip der „nachhaltigen Entwicklung“. Sie definierte es als „Entwicklung, die die Bedürfnisse der heutigen Generation befriedigt, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre Bedürfnisse zu befriedigen.“ Dem folgte 1992 die Erklärung der Weltumweltkonferenz der UN von Rio, in der es heißt: „Die Menschen stehen im Mittelpunkt der Bemühungen um eine nachhaltige Entwicklung. Sie haben das Recht auf ein gesundes und produktives Leben im Einklang mit der Natur.“
Die eigentliche und dringliche Frage ist, wie innerhalb eines Rahmenprogramms, das die uns erhaltende Umwelt nicht zerstört, die menschenrechtlichen Probleme der Armut und der Globalisierung angegangen und das Recht auf Entwicklung verwirklicht werden können.
Ein Ansatz sind internationale Vereinbarungen über spezifische Probleme. Zum Beispiel gingen die Industrieländer 1997 beim UN-Klimagipfel in Kyoto spezifische Verpflichtungen ein, ihre Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren. Dort wurde viel über Ausnahmen für Entwicklungsländer gefeilscht und reichlich Kritik an der Wirksamkeit und Gerechtigkeit des Abschlussprotokolls geübt. Bislang haben die USA das Protokoll nicht ratifiziert. Auch auf dem 10. UN-Klimagipfel im Dezember 2004 in Buenos Aires kam es lediglich zu Minimalkompromissen durch die Teilnehmenden.
Ein menschenrechtlicher Ansatz dagegen würde sicherstellen, dass die Prinzipien der Gerechtigkeit und Gleichheit im Zentrum aller Vereinbarungen stehen. Manche argumentieren, Umweltfragen seien durch den existierenden Menschenrechtsschutz bereits ausreichend abgedeckt, etwa durch das Recht auf Eigentum, das Recht auf Gesundheit und das Recht auf Leben. Andere sprechen von neuen oder „aufkommenden“ Umweltrechten.
Einige wollen die vorhandene Liste der Menschenrechte durch ein Menschenrecht auf eine gesunde Umwelt ergänzen. So erklärt z.B. der Entwurf von Prinzipien über Menschenrechte und Umwelt von 1994: „Alle Menschen haben das Recht auf eine sichere, gesunde und ökologisch intakte Umwelt. Dieses Recht und andere Menschenrechte, einschließlich der bürgerlichen, kulturellen, wirtschaftlichen, politischen und sozialen Rechte, sind universell, unteilbar und bedingen einander.“ Eine solche Forderung wird beispielsweise von Ökolog/innen kritisiert. Sie befürchten, dass wenn Leben und Gesundheit des Menschen als Ziele des Umweltschutzes gelten, die Umwelt dann lediglich aus Gründen des menschlichen Wohlergehens geschützt wird und nur noch insoweit, als es für das Wohlergehen des Menschen notwendig erscheint. Stattdessen befürworten sie einen ganzheitlicheren menschenrechtlichen Ansatz. Sie gehen davon aus, dass die Menschen zur Biosphäre (Gesamtheit der mit Lebewesen besiedelten Schichten der Erde) gehören und ihre Pflicht gegenüber der Menschheit daher untrennbar mit ihrer Pflicht zum Schutz der Umwelt verbunden sei. Innerhalb eines größeren Rahmenkonzepts sollten menschenrechtliche Forderungen immanente Werte und die Bedürfnisse zukünftiger Generationen ebenso berücksichtigen wie die konkurrierenden Interessen von Staaten und Bevölkerungsgruppen.
Manche sind der Meinung, dass es auch „Tierrechte“ geben sollte, äquivalent zu den Menschenrechten. Nach dem Gesetz haben Tiere keine Rechte. Allerdings sind sie durch das Gesetz häufig geschützt. So gibt es beispielsweise in den meisten europäischen Ländern Gesetze zum Schutz des Wohlergehens und der Lebensbedingungen von Nutztieren. In Deutschland steht der Tierschutz seit dem 1. August 2002 im Grundgesetz. In Europa gibt es zahlreiche Initiativen, die den Tierschutz in der europäischen Verfassung verankert sehen wollen.
Ökologische Menschenrechte
Ökologische Menschenrechte können als Reaktion auf die globale Umweltsituation gesehen werden. Sie sind ein Produkt unserer Zeit, ebenso wie die politischen und bürgerlichen Rechte ein Produkt historischer Ereignisse früherer Zeiten waren.
Ein anderes Zukunftskonzept ist das der ökologischen Menschenrechte. Dieser Ansatz versucht die Philosophie der Menschenrechte mit ökologischen Grundsätzen zu verbinden. Menschenrechte (wie die Rechte auf menschliche Würde, Freiheit, Eigentum und Entwicklung) müssen auf die Tatsache reagieren, dass der Einzelne nicht nur in einer politischen und sozialen, sondern auch in einer natürlichen Umgebung agiert. So wie jede Person den ureigenen Wert aller Mitmenschen respektieren muss, so gilt es auch den ureigenen Wert der Tiere, Pflanzen und Ökosysteme auf diesem Planeten zu respektieren.
Eine der größten Herausforderungen für die pädagogische Arbeit heute ist die Vermittlung von Respekt für die menschliche Würde und für den Wert des Lebens an sich und eines angemessenen Verhaltens. Mit anderen Worten: „Globales Denken und lokales Handeln“ und die Entwicklung neuer, nachhaltiger Lebensweisen für die Zukunft.