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Seit dem Sommer ist klar: Die Women's Super League wird über die nächsten 5 Jahre im Playoff-Modus entschieden.
So funktioniert der Playoff-Modus
- In der Regular Season spielen alle Teams 2 Mal gegeneinander (18 Spiele). Wer danach auf Platz 1 steht, erhält den (schlechteren) Champions-League-Platz.
- Die ersten 8 der Tabelle qualifizieren sich für die Playoff-Viertelfinals (Hin- und Rückspiel). Dort spielt 1. gegen 8., 2. gegen 7. usw. Die Teams auf den Plätzen 9 und 10 spielen in der Auf-/Abstiegsrunde gegen die beiden besten NLB-Teams.
- Die Viertelfinal-Gewinner spielen die Halbfinals (Hin- und Rückspiel), die Verlierer bestreiten Klassierungsspiele um die Plätze 5 bis 8.
- Die Gewinner der Halbfinals spielen den Final (nur 1 Spiel) und damit um den Meistertitel und den (besseren) Champions-League-Platz. Die Verlierer werden aufgrund ihrer Regular-Season-Platzierungen den Plätzen 3 und 4 zugeordnet.
Nora Häuptle, Expertin bei SRF Sport und Fussballtrainerin, ist kein Fan des Playoff-Modus: «Ich schaue es mit dem Fussball-Herz an. Nicht unbedingt das Team, das die konstanteste Leistung zeigt, wird Meister. Man verdoppelt den Cup-Modus.» Daraus folgend sei auch die Vergabe der Champions-League-Plätze bedenklich.
Der 1. der Regular Season erhält keinen internationalen Platz oder, wie in der laufenden Saison, «nur» den «League Pass», also den schlechteren der beiden UWCL-Plätze. International wolle man aber durch das konstanteste Team vertreten werden. Im Finalspiel der Playoffs könnte aber beispielsweise eine unglückliche rote Karte einen grossen Einfluss haben.
Der Modus schadet der Entwicklung der Spielerinnen.
Zwar könne man mit dem Finalspiel «einen Event kreieren, der Strahlkraft hat». Das sei das grosse Plus und der Cupfinal mit einem Rekordwert von 7916 Fans habe gezeigt, dass das funktioniere. Die Frage sei aber auch, wie sportlich attraktiv zum Beispiel das Viertelfinal-Spiel des 1. gegen den 8. sei.
Und dann komme da noch etwas viel Entscheidenderes hinzu: «Die Schweiz ist eine Ausbildungsliga. Für die Entwicklung der Spielerinnen ist es entscheidend, dass sie viel Spielzeit bekommen. Der Modus schadet dieser Entwicklung.» Mit den Playoffs wird die Anzahl Spiele aber von 28 auf maximal 23 gesenkt. «Fördern wir die Entwicklung der Spielerinnen oder die Vermarktung? Wieso macht man keine 10er-Liga mit 36 Spielen wie bei den Männern?»
Weg vom Amateur-Status
Das Hauptargument gegen 36 Spiele in der Women's Super League ist die Belastungssteuerung. Durch weniger Matches würde man die Spielerinnen vor Verletzungen schützen. Dies sei notwendig, weil die Liga noch den Amateur-Status habe. Häuptle entgegnet: «Man will diesen Amateurstatus aufheben. 60 bis 80 Spielerinnen verdienen in der Women's Super League bereits mehr als die dafür benötigten 500 Franken pro Monat.»
Auch Danique Stein, Cheftrainerin des Frauen-Teams des FC Basel, streicht heraus, dass in einem Playoff-Final nicht unbedingt die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft gewinnen könne. So oder so, in den nächsten 5 Jahren werden in der höchsten Schweizer Frauen-Liga Playoffs gespielt, die zu einer Art Sprungbrett für mehr Aufmerksamkeit werden sollen. Der Startschuss dazu fällt am Wochenende.
Für mich war es ideal, die Vor- und Rückrunde zu nutzen, um meine Mannschaft zu formen. Wir gehen in den Playoffs nun aufs Ganze.
Stein will dann mit ihrem Team voll angreifen, war ihre Saisonplanung doch bereits ganz auf das Playoff-System ausgerichtet: «Für mich war es ideal, die Vor- und Rückrunde zu nutzen, um meine Mannschaft zu formen. Wir gehen in den Playoffs nun aufs Ganze.» Das Duell zwischen dem FC St. Gallen-Staad, dem 5. der Regular Season, und dem viertplatzierten FC Basel können Sie am Sonntag um 16:00 Uhr live auf SRF zwei mitverfolgen.