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Die Schweizerische Nationalbank (SNB) investiert Milliarden von Franken in Aktien von klimaschädigenden Unternehmen und verschleudert so Volksvermögen: Dies belegt eine Studie der Beratungsfirma South Pole Group im Auftrag der Westschweizer Umweltorganisation Artisans de la Transition. South Pole hatte für die Jahre 2013 bis 2015 von allen US-Unternehmen, bei denen die SNB Aktien hält, die CO2-Emissionen und den Verlauf der Börsenwerte ermittelt. Danach berechnete sie, wie sich die Gesamtperformance der SNB-Anlagen bei klimafreundlicheren Anlagen verändert hätte. In einer Modellrechnung wurden die Anlagen der wichtigsten 200 Förderunternehmen fossiler Brennstoffe abgezogen, ebenso die Investitionen bei kleineren Firmen zur Schiefergasförderung und Kohleverbrennung. Die in ihrer Rechnung frei gewordenen Anlagegelder übertrug South Pole proportional an alle anderen US-Unternehmen, in denen die SNB investiert hat. Resultat: So hätte die SNB einen Wertgewinn von vier Milliarden Franken verbuchen können – und die mit dem Portfolio verbundenen CO2-Emissionen wären um 56 Prozent vermindert worden.
Für die AutorInnen der Studie beweist diese Rechnung, dass die sogenannte Kohlenstoffblase zu platzen droht. Dabei handelt es sich um die Annahme, dass wegen schärferer Klimaschutzbestimmungen und der Konkurrenz durch klimafreundliche Energiefirmen Unternehmen aus der Öl-, Gas- und Kohleindustrie an Wert verlieren. Eine weitere wichtige Erkenntnis der South-Pole-Studie: «Der Ausstieg ist einfach.» Wenige Tage hätten genügt, um alle nötigen Informationen zusammenzutragen und die entsprechende Rechnung anzustellen.
2011 begann eine internationale Kampagne, die Unternehmen wie die SNB, aber auch reiche Einzelpersonen auffordert, ihr Geld nicht mehr in klimaschädigende Unternehmen anzulegen. Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Arabella haben sich inzwischen 688 Institutionen und 58 000 Einzelpersonen aus 76 Ländern dazu bereit erklärt. Die involvierten Gelder haben sich dabei in nur 15 Monaten auf 5,2 Billionen US-Dollar verdoppelt.