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Anlässlich eines Besuches 2005 von P. Karl Stähli und Br. Laurenz Schelbert beide SMB, im ersten Missionsgebiet der Missionsgesellschaft Bethlehem, in der nordchinesischen Diözese Qiqihar, Provinz Heilongjiang, wurden beide sehr intensiv mit den Bedürfnissen der Kirche Chinas konfrontiert: Mangel an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für chinesische Seelsorger und Seelsorgerinnen.
Während der kommunistischen Kulturrevolution (1965-1976) waren alle Religionen in China strikte verboten und jegliche Ausbildung von Priestern unmöglich. Erst ab den achtziger Jahren wurden einige Priesterseminare wieder eröffnet. In der Untergrundkirche lebten aber an manchen Orten die Seminaristen mit einem Priester zusammen, der sie dann so gut er konnte aufs Priestertum vorbereitete. Dass eine solche Ausbildung sehr mangelhaft war, versteht sich von selbst.
Angesichts dieser Tatsache hat sich die Region Taiwan der Bethlehem Missionare entschlossen, ein Projekt zur Weiterbildung von Seelsorgern und Seelsorgerinnen für die chinesische Kirche in die Wege zu leiten.
Kursleiterin Rita Chen:
Es darf als ein Glücksfall bezeichnet werden, dass in Rita Chen, die nach ihrem Theologiestudium an der Furen-Universität Taipei und rund zwanzigjähriger Tätigkeit am Pastoralinstitut in Taipei (Förderung der einheimischen Kirche durch Aufbau von christlichen Basisgemeinden und vor allem Ausbildung von kirchlichen Führungskräften) für diese Aufgabe eine sehr geeignete Person gefunden werden konnte.
Da Frau Chen Baumann weiter in der religiösen Erwachsenen- und Laienführerbildung wirken wollte, machte sie von 2003-2007 in Innsbruck ein Zusatzstudium in Pastoraltheologie und schloss mit einem Magister in Religionspädagogik und einem Lizentiat in Kommunikativer Theologie ab.
Schaffung eines Ausbildungsteams
Mit finanzieller und geistiger Unterstützung der Region Taiwan der SMB als Trägerschaft wurde dann in der Folge ein Ausbildungsteam zusammengestellt: Projektleiter Br. Laurenz Schelbert, Kursleiterin Rita Chen Baumann und Peter Baumann, Teilzeitmitarbeiter. Dieses Team hat in den letzten sieben Jahren an verschiedenen Orten (Immensee, Heiligkreuz LU, Singapur und Taipei) über 30 Kurse in Kommunikativer Theologie für Priester, Schwestern und Seminaristen durchgeführt, neun davon in der Schweiz, für in Europa studierende Seelsorger und Schwestern mit dem Hauptthema: „In der Gemeinschaft Christus erfahren“. In diesen Seminaren wurde also nicht nur über Gemeinschaft reflektiert, sondern sie wurde eingeübt.
Umsetzung und Weiterführung des Projekts:
1. Grundkurse
Die oben erwähnten Kurse sind Grundkurse in kommunikativer Theologie, die weitgestreut angeboten und weitergeführt werden. Da es aber bis jetzt nur ein einziges Team gibt, das diese Kurse durchführt und Frau Rita Chen noch in der chinesischen Migrantenseelsorge in der Schweiz engagiert ist, müssen diese Kurse auf drei bis vier pro Jahr beschränkt werden. Es gibt aber schon über zehn Anfragen für Kurse in China.
2. Kursleiterkurse
Im September 2015 führten wir dann in Singapur den ersten Kursleiterkurs durch, d.h. 19 Absolventen unserer Grundkurse wurden eingeladen. Alle von ihnen waren nach ihrem Studium in Europa drei bis fünf Jahre als Seelsorger in China tätig. Der zehntägige Kurs gab Ihnen Gelegenheit, ihre Erfahrungen auszutauschen, die Methode der Kommunikativen Theologie zu verfeinern und zusammen einen Pastoralplan für ihre Arbeit als künftige Kursleiter zu entwickeln. Dabei schätzten sie vor allem den offenen Meinungsaustausch, was ihnen half, ein aufrichtiges Vertrauensverhältnis untereinander aufzubauen. Sei setzten sich zum Ziel, sich vor allem der Priester und Schwestern, die aus dem Übersee-Studium zurückkehren anzunehmen, weil das erfahrungsgemäss eine schwierige Zeit für sie ist.
2017 führten wir einen weiteren Kursleiterkurs in Immensee durch, für Absolventen unserer Kurse, die kurz vor ihrer Rückkehr in die Heimat sind.
3. Bildung von Teams in verschiedenen Diözesen Chinas
Die Teilnehmenden am Kursleiterkurs in Singapur wählten aus ihrer Mitte ein Kernteam, das über ganz China verteilt ist und nun in verschiedenen Regionen und Diözesen Chinas in Teams Kurse in Kommunikativer Theologie durchführen soll. Das Kernteam wird sich mindestens einmal jährlich treffen um ihre Aktivitäten zu koordinieren.
Finanzierung des Projekts
Da die Taiwan Region der SMB eine besondere Beziehung mit unserem ersten Missionsgebiet in China hat, übernahm sie die Verantwortung für dieses Projekt. Das Generalkapitel 2018 hat nun der Gesellschaftsleitung die Verantwortung für das Projekt übertragen. Verschiedene Hilfswerke wie „Kirche in Not“, Jurtstiftung, Missio Aachen aber auch Privatpersonen haben dieses Projekt finanziell bis heute unterstützt. Die Gesamtkosten eines Kurses belaufen sich, je nach Durchführungsort, auf zirka 15‘000.- bis 18‘000.- Schweizerfranken.
Wenn Sie dieses Projekt unterstützen möchten, sind wir Ihnen sehr dankbar. Vergelt’s Gott!
PC: 60-73366-0
IBAN: CH 70 0900 0000 6007 3366 0
BIC: POFICHBEXXX
Schreiben Sie auf den Einzahlungsschein:
„Weiterbildung chinesische Seelsorger“