Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03401.jsonl.gz/1439

Eine ausserordentliche Lage brauche auch eine «ausserordentliche Session», haben die Nationalratspräsidentin und der Ständeratspräsident in den letzten Wochen immer wieder betont.
Und «ausserordentlich» ist jetzt auch der Kanal: In einem «Podcast» auf Youtube erklären einem die Parlamentsdienste den kleinen Unterschied zwischen dem altehrwürdigen Bundeshaus und der sterilen Messehalle auf dem Bernexpo-Gelände.
So erfährt man, dass in den improvisierten Ratssälen mehrere Rednerpulte standen und abwechselnd benutzt und gereinigt wurden. Oder dass selbst die beschaulichere «Kleine Kammer» nun einer «Bahnhofshalle» glich. Oder dass die Weibel während der Sondersession kein einziges gedrucktes Dokument verteilten - obwohl die Parlamentarier nun doch endlich einmal genügend Platz auf ihren Pulten gehabt hätten.
«Podcast» hin oder her: Das Beamtendeutsch ist kaum zu überhören. Da ist von einer «positiven Nebenerscheinung», der «Verringerung des Infektionsrisikos» oder von der «Anwesenheitsdisziplin» die Rede. Fast so, als würde auf Youtube eine amtliche Verlautbarung verlesen.
Die «Anwesenheitsdisziplin» übrigens sei in der Messehalle «deutlich höher» gewesen.