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54 Briefe an eine Jugendfreundin sollen Aufschluss geben über das Denken der umstrittenen früheren Bayreuther Festspielchefin Winifred Wagner. Die Schweizer Mariann Steegmann Foundation zur Förderung von Frauen- und Gender-Themen in der Musik und Kunst stellt sie der Forschung zur Verfügung.
Die Stiftung werde am 1. Juli die Briefe, die Winifred Wagner von 1931 bis 1979 an ihre Freundin Helene Roesener-Boy schrieb, an das Richard-Wagner-Museum und das Nationalarchiv der Richard-Wagner-Stiftung übergeben, teilte die Stadt Bayreuth am Freitag mit.
Winifred Wagner, die Mutter von Wolfgang und Wieland Wagner, hatte die Bayreuther Festspiele nach dem Tod ihres Mannes, Richard Wagners Sohn Siegfried, von 1931 bis 1944 geleitet. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu ihrem Tod 1980 machte sie keinen Hehl aus ihrer Sympathie für Adolf Hitler.
Das Gros der Briefe holte Winifred Wagner nach Angaben des Museums Ende der 1970er Jahre persönlich bei Helene Roeseners Schwiegertochter ab. Sie habe damit einen Verkauf und die möglicherweise aufsehenerregende Veröffentlichung der Schriften verhindern wollen.
Die Briefe waren der Mariann Steegmann Foundation vor kurzem von einer Enkelin Helene Roeseners zum Kauf angeboten worden. Mit der Schenkung will die Präsidentin der Steegmann Foundation, Eva Rieger, einen Beitrag zur weiteren Aufarbeitung der Geschichte der Richard-Wagner-Festspiele leisten.