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Zuverlässigkeit von Warn- und Alarmsystemen für Naturgefahren
In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) entwickelte das SLF eine Methode, mit der sich Frühwarnsysteme (FWS) für Naturgefahren bewerten lassen. Diese Methode schätzt ab, wie gut Frühwarnsysteme ein bestimmtes Risiko reduzieren. Aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen entstand eine Praxishilfe.
In den letzten Jahren setzten Naturgefahrenverantwortliche FWS vermehrt zum Schutz vor Naturgefahren ein. Diese sollen Personenschäden in gefährdeten Siedlungen und auf Strassen und Schienen verhindern. Wie gut sich solche FWS zur Reduktion des Risikos durch Naturgefahren wirklich eignen, lässt sich anhand einer Kosten-Wirksamkeits-Analyse beantworten. Die Wirksamkeit entspricht dabei dem reduzierten Risiko, das durch eine Massnahme erreicht wird.
Das Projekt «ReWarn – Reliability Warning and Alarms» hatte zum Ziel, eine Methode zu entwickeln, die erstmals die Wirksamkeit von Frühwarnsystemen beurteilt. Damit lassen sich diese Systeme mit anderen Schutzmassnahmen wie Steinschlagnetzen oder Lawinenverbauungen vergleichen und bewerten, um kosteneffiziente Strategien zur Risikominimierung zu identifizieren.
Dazu wurden drei Teilziele definiert und durchgeführt (Abb. 1):
Teilziel 1:
Entwicklung einer Klassifizierung von Frühwarnsystemen in Alarm-, Warn- und Vorhersagesysteme. Diese dient als Basis für eine strukturierte Bewertung aktueller FWS.
Teilziel 2:
Durchführung zweier Fallstudien (Abb. 2) mit dem Ziel, die Wirksamkeit zweier bestehender FWS zu untersuchen und geeignete Methoden zu entwickeln. In der Fallstudie Illgraben (VS) wurde ein Alarmsystem für spontane Murgänge und in der Fallstudie Preonzo (TI) ein Warnsystem für sich langsam aufbauende Felsstürze beurteilt.
Teilziel 3:
Entwicklung eines allgemeingültigen Vorgehens für die Bewertung der Zuverlässigkeit von lokalen Frühwarnsystemen, um deren Wirksamkeit ableiten zu können. Aufbereitung einer Praxishilfe, die wichtige Erkenntnisse aus Teilziel 1 und 2 zusammenfasst und Entscheidungsträger darin unterstützt, kosteneffiziente Frühwarnsysteme zu planen und zu betreiben.
Praxishilfe zum Einsatz von Frühwarnsystemen für gravitative Naturgefahren
Die Ergebnisse aus dem Projekt ReWarn sind in einer Dissertation und in der Praxishilfe dokumentiert. Zweck der Praxishilfe ist es, die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus der Dissertation in einer verständlichen Form der Praxis zur Verfügung zu stellen. Die Praxishilfe unterstützt Entscheidungsträger darin, zuverlässige und kosteneffiziente Frühwarnsysteme zu planen, zu implementieren und zu betreiben. Sie enthält Entscheidungshilfen und Checklisten. Die Zielgruppe sind Fachspezialisten für Naturgefahren der Kantone (oft in vertretender Funktion für Entscheidungsträger in den Gemeinden und Kantonen), Ingenieurbüros oder zuständige Personen in Privatunternehmen.
Die Praxishilfe ist in drei Teile gegliedert
1. Grundlagen/Wissen
2. Entscheidungshilfen/Checklisten
3. Beispiele Frühwarnsysteme
Details zum Projekt
Projektdauer
2010 - 2014