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Gond,
der größte der drawidischen Völkerreste in
Britisch-Indien, die Hauptbevölkerung des waldigen
Gondwana (»Land
der
Gond«),
namentlich jenes
Striches, welcher zwischen der Weyne Ganga, Pranita und
Godaweri im W., der
Indravati im O. und dem sogen.
Gondwanagebirge, der
Kette im S. der
Narbada, im N. gelegen ist. Jetzt ist die einstige Stammeszusammenhörigkeit
der
Gond, wodurch sie die im
Dekhan aufgerichtete arische
Kultur im
Laufe von
Jahrhunderten wieder vernichten konnten, vollständig
gebrochen.
Ihre
Fürsten herrschen nur noch in den Waldgebirgen
Orissas und in den benachbarten
Gauen und
zwar jetzt als gefügige
Diener der englischen
Regierung.
Sonst leben die
Gond unter der indischen
Bevölkerung,
[* 2] vertauschen ihre Muttersprache, das
Gondi, mehr und mehr gegen die
Sprache
[* 3] der
Hindu und nehmen auch in
Religion,
Sitten und
Sprache immer mehr von ihrer Umgebung an.
In den Stammsitzen
ist der barbarischen
Sitte der
Menschenopfer durch die
Engländer ein Ende gemacht, im übrigen hat sich bei diesen Waldbewohnern
wenig geändert.
Ihre
Religion ist ein
Dienst der
Geister (s.
Bhuta), der Einfluß der
Priester unbegrenzt.
Die
Größe der
Gond beträgt durchschnittlich 161
cm;
ihre Hautfarbe ist dunkel, fast schwarz, die Stirn breit, die Augen sind klein, tiefliegend und rötlich, die Lippen dick, die Haare [* 4] dick, lang und schwarz, zuweilen rötlich, die Brust breit, die Schenkel lang;
Mund, Nasenende und
Augen laufen nicht parallel, sondern stehen schief. Im
Umgang zeigen sich
die halbhinduisierten
Gond mißtrauisch und zurückhaltend;
die rohen Stämme sind dagegen offen.
Ackerbau lieben sie nicht, als Handarbeiter beim Weg- und Bergbau [* 5] sind sie aber sehr gesucht. Die Gesamtzahl der in Britisch-Indien das Gondi Sprechenden gibt der Zensus von 1881 auf 1,079,565 Personen an, davon 967,502 allein in den Zentralprovinzen, der Rest in Berar, Haidarabad u. a.
Vgl. Dalton, Descriptive ethnology of Bengal (Kalkutta [* 6] 1872).