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Die letzten Tage waren heiss und ich freue mich über den heutigen Regen. In heissen Nächten schlafe ich schlecht und so entschied ich mich vorgestern um 5 Uhr aufzustehen (ich bin eigentlich alles andere als ein Morgenmensch!).
Ich bereitete Beiträge auf Facebook vor und da sah ich den Beitrag unserer rasenden Reporterin Sarah zu diesem Video:
Ich schaute mir die knapp 5 Minuten an. Meine Haare stellten sich auf, Hühnerhaut, dann schüttelte es mich am ganzen Körper. Dann kamen die Tränen. Es wurden immer mehr.
Ich sitze also da vor meinem Computer, gebannt, gespannt und schliesslich total aufgelöst. Emotional aufgeladen und dann irgendwie beruhigt. Das Lied gibt mir Energie, Zuversicht, Hoffnung. Und ich frage mich: Was ist da gerade mit mir passiert?
Was ist in diesem Video passiert?
Es ist die Aufnahme einer Probe des Teams zum Film "The Greatest Showman". Keala Settle beginnt den Song "This is me" zu singen. Sanft. Ihre Präsenz ist umwerfend. Langsam baut sich die Energie im Raum auf. Beobachte die Mimik und die Gestik der Sängerinnen und Sänger und auch des Pianisten. Als der Sänger in der zweiten Reihe zu seinem Solo ansetzt, explodiert "es"! Alle beginnen zu tanzen, wild zu gestikulieren, sogar Hugh Jackman kann am Ende seine Tränen nicht zurückhalten und wird von seinen Gefühlen übermannt! Dieses Lied, die Musik, aber auch der Text setzen alles frei, was diese Menschen in diesem Moment zu geben haben. "I'm not scared to be seen, I make no apologies, this is me!"
Was ist "es"? "Es" ist wie ein Vulkanausbruch. Als kämen in diesem Moment die Seelen zusammen und würden im Raum über den Köpfen der Menschen tanzen. Ist "es" Liebe? Ist "es" pures Sein? Ist "es" der Moment? Der Moment, in dem alle Gefühle ausbrechen, fast greifbar werden und sich in Musik manifestieren? Es ist magisch.
Während ich das schreibe, höre ich mir den Song zum fünften Mal an und die Tränen rinnen immer noch meine Wangen hinunter. Okay, ich gebe ja zu, ich bin diesbezüglich nahe am Wasser gebaut. Aber das ist für mich pures Sein. Pures Mensch sein. Dafür sollten wir leben. Mit diesem "Es" wird alles möglich. "Es" ist diese starke Botschaft: "Ich fürchte mich nicht gesehen zu werden, ich entschuldige mich nicht, das bin ich!"
Wer möchte nicht so angenommen werden, wie er ist? Ohne Wenn und Aber. Einfach sein. Diese starke Botschaft zusammen mit dieser unglaublichen Musik, vorgetragen von einer unglaublichen Frau mit einer magischen Stimme. Dieses Paket ist "es"!
Mein Sohn fragt jedes Mal, wenn ich so einen emotionalen Ausbruch habe und bei einem Lied oder einem Film weine, was denn los sei. Ich versuche ihm zu erklären, was mich in diesem Moment bewegt. Es ist eine Chance für uns über Gefühle zu sprechen. Über Erinnerungen, über Dinge, die uns freuen, die uns berühren, die uns ängstigen. Musik ist eine Eintrittskarte in unser Herz. Da passieren Dinge mit einem, die mit dem Verstand nicht zu erfassen sind.
Was macht Musik mit dir? Was macht sie mit deinem Kind? Fängt es an zu tanzen? Staunt es? Gibt es Musik, die es lieber mag und solche, die es gar nicht mag? Wenn dein Kind schon älter ist: Welche Lieder mag es? Fragst du es, ob es den Text versteht? Stelle dabei offene Fragen wie z.B. "Erzählst du mir, worum es in diesem Lied geht? Was gefällt dir besonders daran? Warum bewegt es dich?" Nimm seine Antworten an. Werte nicht. Höre einfach zu.
Auf diese Weise entstehen spannende Gespräche, die dir bestimmt Einblick in das Gefühlsleben deines Kindes geben. Auch deine Gefühle kannst du anhand eines Liedes beschreiben. Vielleicht hast du ein Lieblingslied, das du gern hörst, wenn du glücklich bist oder auch eins, das dir Kraft gibt, wenn du traurig bist. Erzähle deinem Kind, warum dieses Lied für dich wichtig ist. Musik ist eine Eintrittskarte. Nutze sie. Dein Kind wird sich angenommen fühlen, so wie es ist. Ihr begegnet euch in Liebe. "I'm not scared to be seen, this is me!"
Ich freue mich auf deine Rückmeldungen, Kommentare, Einblicke in deinen Familienalltag mit Musik. Vielen Dank.
Heb dier Sorg,
Miriam