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Pfarrkirche und ehemals weltl. Kollegiatstift der Stadt und Diözese Basel, 1233 zum Stift erhoben und 1529 in ein Institut der Univ. Basel umgewandelt. Patron(e): Petrus (und Paulus).
Baubefunde und das Patrozinium legen den Anfang der Peterskirche frühestens nach 800 nahe. Spätestens zu Beginn des 11. Jh. schob sich das Siedlungsgebiet vom Basler Münsterhügel über den Birsig und gegen S. hinauf. Damit wandelte sich S. von einer Begräbnis- zur Pfarrkirche. Die Kleriker zu S. konstituierten sich als Kapitel, 1233 verlieh ihnen der Basler Bf. das Gründungsstatut (1234 vom Papst bestätigt), in dem Besitz, Ämter, Seelsorge, Gottesdienst und der Unterhalt einer Schule festgelegt wurden. Die Pfründen wurden 1234 auf höchstens sechzehn begrenzt, später erscheinen nicht mehr als elf Kanonikate. Trotz materieller und personeller Schwierigkeiten vermochte sich das Stift bis 1317 vom Domstift zu lösen. Ab etwa 1300 nahm der Wohlstand des Stifts zu (Stiftungen, Inkorporationen). Das Erdbeben von 1356 machte diese Fortschritte indes zunichte; die Kirche und die Chorhöfe mussten wieder aufgebaut werden. Grosszügige Schenkungen und geschickte Verwaltung ermöglichten eine Gesundung der wirtschaftl. Verhältnisse. Die Gründung der Univ. Basel (1460) stellte das Stift vor neue Probleme, mussten doch sieben Kanonikate der Hohen Schule abgetreten werden. Die Kirche von S. wurde zur eigentl. Universitätskirche; das Stift kämpfte aber weiterhin um seine Autonomie und legte systematisch Statuten und Gewohnheiten fest (Statutenbuch). Ferner verband es sich mit anderen Kollegiats- und Pfarrkirchen in Colmar, Thann (Elsass) und Kleinbasel, prozessierte um die Aufhebung der Kustodie und entfaltete eine rege Bautätigkeit. Um 1500 war es trotz Inkorporation in die Universität in eigenständiger Weise aktiv. Nach dem Durchbruch der Reformation wurde S. von einem kirchl. Klerikerkapitel in ein Universitätsinstitut übergeführt und bestand als Professorenkollegium weiter. Die Seelsorge oblag einem vom Kollegium vorgeschlagenen ref. Pfarrer. 1816 wurde das Stift nach einem Basler Ratsbeschluss von 1813 aufgehoben.
Literatur
– Kdm BS 5, 1966, 3-201
– HS II/2, 131-150
Autorin/Autor: Dorothea A. Christ