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Betrachtungen über das Älterwerden
Seit ich 60 Jahre alt geworden bin, mache ich mir vermehrt Gedanken über das Älterwerden. Wenn ich in Zeitungsberichten lese, dass Personen um die 60 Jahre als Seniorin oder Senior bezeichnet werden, beschäftigt mich das, da ich mich selbst noch nicht als zu dieser Altersgruppe gehörig betrachte. Deshalb habe ich den Begriff «Senior» im Internet nachgeschlagen und festgestellt, dass im Gesundheitswesen Personen ab 70 Jahren als Senior bezeichnet werden. In Deutschland werden Menschen zwischen 60 und 75 oft als «ältere» Menschen, 75- bis 90-Jährige als «alte» und 90- bis 100-Jährige als «sehr alt» bezeichnet. Menschen, die über 100 Jahre alt sind, werden auch «Langlebige» genannt.
Gemäss Wikipedia bezeichnet Senior einen älteren Menschen, beispielsweise im Rentenalter oder Ruheständler. Ferner wird ein Ältester in einem Kreis, Kollegium oder Ähnlichem als Senior bezeichnet. Als gesellschaftliche Gruppe sind Senioren unter anderem als Zielgruppe des Marketings relevant, die mit Schlagworten wie «Best Ager» belegt werden.
Da ich in diesem Jahr 64 Jahre alt geworden bin, habe ich den Beatles Song «When I’m Sixty Four» einer näheren Betrachtung unterzogen. Der Refrain lautet: «Will you still need me, will you still feed me when I'm sixty-four (wirst du mich immer noch brauchen, willst du mich immer noch füttern, wenn ich vierundsechzig bin). Paul McCartney hat dieses Lied verfasst, das 1967 als neunter Titel auf der LP Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band veröffentlicht wurde. Bereits zu ihren frühen Club-Zeiten spielte die Band das Lied häufig dann, wenn die Anlage bei Konzerten ausfiel. Im Juli 1966 wurde McCartneys Vater James 64 Jahre alt, was seinen Sohn wahrscheinlich dazu inspirierte, den Titel aus seinem Archiv zu holen und aufzunehmen. Der Song beschreibt das ruhige und etwas banale Leben als Pensionär, was aus der Liedzeile ersichtlich ist, wo Paul McCartney beschreibt, dass er sich als nützlich erweist, indem er eine Sicherung auswechselt, am Sonntagmorgen ausreitet, sich im Garten betätigt und das Unkraut ausreisst. Eine weitere Liedzeile lautet: «Jeden Sommer können wir ein Ferienhaus auf der Isle of Wight mieten, wenn es nicht zu teuer ist. Wir können sparen und unsere Grosskinder auf die Knie nehmen». Offenbar hat Paul McCartney sich in den sechziger Jahren, als er den Song schrieb, Gedanken über die finanzielle Situation von vierundsechzig Jahre alten Personen gemacht.
Ein anderes Lied, welches das Rentnerleben zum Thema hat, ist von Udo Jürgens und lautet: «Mit sechsundsechzig Jahren, da fängt das Leben an». Er beschreibt, wie er als Rentner mit dem Motorrad im Lederdress durch die Gegend fährt, irren Sound auf der Gitarre spielt, mit den andern Kumpels vom Pensionärsverein eine Jazzband gründet und mit der Oma in eine Diskothek rocken geht. Dann trampt er nach San Francisco, um sein Rheuma auszukurieren. Sein Enkel verkündet stolz: «Der ausgeflippte Alte ist mein Opapa». Dieses Szenario spricht mich mehr an, insbesondere, da ich mich mit sechsundsechzig Jahren pensionieren lassen werde.
Das erste Mal, als man mir zu verstehen gab, dass ich nicht mehr jung sei, war mit ca. fünfzig Jahren, als ich meinen Sohn im Teenageralter schön gekleidet und geschminkt um seine Meinung bat und er zur Antwort gab: «Mami, du bist einfach alt». Aus der Wahrnehmung eines Teenagers traf dies auch zu. In diesem Alter hatte ich auch das Gefühl, dass meine Eltern und mein Lehrer alt sind. Mit zunehmendem Alter ändert sich dieser Eindruck. Wenn ich in meinem Umfeld feststellen kann, wie aktiv Personen im Alter von über achtzig Jahren noch sind, kann ich mich auf meine Pensionierung freuen.
Irène Moret