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Unter Leveraging (englisch „Hebelwirkung“) werden Situationen in der Finanzwirtschaft beschrieben, bei denen schon kleine Änderungen bei einer Variablen zu verhältnismäßig grossen Ergebnissen im positiven, aber auch negativem Sinne führen können.
Leveraging, oder auch der Leverage-Effekt, kann in folgenden Bereichen beobachtet werden: Kapitalstruktur (financial leverage), Kostenstruktur (operating leverage) und bei Derivaten im Börsenbereich. Im Bereich Derivate entsteht eine Hebelwirkung, wenn mit einem relativ geringen Kapitaleinsatz grössere Renditen im Vergleich zu einer Anlage in Basiswerten erzielt werden.
Im Bereich der Kapitalstruktur beschreibt der Leverage-Effekt die Hebelwirkung des Fremdkapitals auf die Eigenkapitalrentabilität. Kommt anstelle von Eigenkapital Fremdkapital zum Einsatz, kann unter bestimmten Voraussetzungen die Eigenkapitalrendite für das Unternehmen gesteigert werden. Das heisst, für einen positiven Leverage-Effekt muss die Investitionsrendite, sprich die Gesamtkapitalrendite des Unternehmens, höher sein als der Fremdkapitalzins. In der Praxis würde dies bedeuten, dass zum Beispiel ein Hersteller mit seiner operativen Tätigkeit im Maschinenbau eine Rendite von bspw. 12 Prozent erzielt und für das Darlehen bei der Bank bspw. nur 6 Prozent bezahlt. Leverage-Effekte werden durch restriktive Kreditpolitik der Banken, höhere Zinsen wegen steigender Verschuldung oder ausbleibende Investitionsmöglichkeiten begrenzt. Doch nicht nur der Fremdkapitalzinssatz lässt die Eigenkapitalrendite ansteigen, sondern auch die Tatsache, dass im Unternehmen vergleichsweise weniger Eigenkapital besteht. Das bedeutet, je niedriger die Position Eigenkapital im Moment zu Buche steht, desto mehr Prozente des Eigenkapitals macht ein nach Fremdkapitalzinsen verbleibender Gewinn aus. Aus dieser Perspektive handelt es sich nicht um eine Erhöhung des Gewinns als absolute Grösse, sondern nur als eine rechnerische Verhältnisgrösse zum Eigenkapital. Trotzdem erscheint es in solchen Situationen als sinnvoll, Eigenkapital durch Fremdkapital zu ersetzen. Denn gezahlte Zinsen lassen sich von den Steuern absetzen, womit ein weiterer Steuervorteil aus der Verschuldung gezogen werden kann. Denn Zinsen sind Aufwand, der in der Gewinn- und Verlustrechnung den Gewinn mindert und dann erst versteuert werden muss. Falls die Gesamtkapitalrendite kleiner als der Zins für Fremdkapital ausfällt, ist es besser, nicht zu investieren und das Eigenkapital durch Wertpapieranlagen verzinsen zu lassen.