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Die 1919 gegründete internationale Vereinigung der Akademikerinnen, die Fédération internationale des femmes diplômées des universités (FIFDU), entwickelte sich rasch zu einem bedeutenden transnationalen Frauennetzwerk. Im Bestreben, den Frieden durch internationale Verständigung zu fördern, konzentrierte sich das Engagement ihrer Mitglieder auf die Verbesserung der Bildungs- und Berufschancen von Frauen. Die FIFDU tat sich vor allem durch Datenerhebungen zur Stellung der Frau in den Mitgliedstaaten hervor. Im Zentrum des Aufsatzes stehen Umfragen über die Mädchenbildung und die dazu herausgegebenen Berichte der FIFDU aus dem Zeitraum von 1919–1970. Der Beitrag stellt einen Zusammenhang zwischen der Wissensproduktion und der geografischen Expansion der FIFDU in nichtwestliche Staaten her und untersucht die Kooperation der FIFDU mit dem Institut international de cooperation intellectuelle beziehungsweise der UNESCO. Er fragt nach den Modalitäten der Zusammenarbeit zwischen Frauen aus verschiedenen Weltregionen. Das Interesse gilt insbesondere der Frage, inwiefern die Formulierung der Untersuchungsfragen und die Berichte der kulturellen Diversität Rechnung trugen. Damit trägt der Aufsatz zur Analyse der Machtverhältnisse bei, welche die Tätigkeit dieser internationalen Frauenvereinigung charakterisierten.
Die Mädchenbildung als Mittel der internationalen Kooperation. Eine Herausforderung für die «Fédération internationale des femmes diplômées des universités» (1919–1970)(L’éducation des filles comme vecteur de coopération internationale. Un défi relevé par la Fédération internationale des Femmes Diplômées des Universités (1919–1970))
Erschienen in: traverse 2016/2, S. 63