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Die Schweiz verfügt über zahlreiche Monitoringprogramme, die direkt oder indirekt biologische Vielfalt messen. Weil es nie möglich sein wird, die gesamte Biodiversität zu erfassen, muss man sich bei der Beurteilung des Zustands der Biodiversität mit der Messung repräsentativer Aspekte begnügen, die Aussagen über deren Entwicklung erlauben. Solche Messgrössen (oder Indikatoren) sind beispielsweise die genetische Vielfalt innerhalb oder zwischen Populationen, die Artenzahl auf einer bestimmten Fläche, die Populationsgrösse, das Verbreitungsareal einer Art oder die Lebensraumqualität.
Gemäss sollte bis 2020 der Rückgang von funktionierenden Ökosystemen, bedrohten Arten und der genetischen Vielfalt gestoppt oder immerhin halbiert werden. Um diese quantitativen Ziele messen zu können, braucht es Bestandesaufnahmen und eine wissenschaftliche Begleitung der zukünftigen Entwicklung. Die Analyse unterschiedlicher Indikatoren für die verschiedensten Aspekte der Biodiversität erlaubt eine Aussage über deren Gesamtentwicklung.
Ausgewählte Monitoringprojekte:
Rote Listen zeigen, welche Pflanzen, Tiere oder Pilze gefährdet, selten, ausgestorben bzw. verschollen sind. Sie haben zum Ziel, die Entwicklung der wildlebenden Artenvielfalt nachzuverfolgen. Um dies gewährleisten zu können, werden sie periodisch revidiert. Sie zeigen ausserdem Schutzmassnahmen für den Erhalt von Arten auf.
Im Jahre 2001 startete das BAFU das Biodiversitäts-Monitoring Schweiz BDM, um in regelmässigen Abständen den Zustand der Biodiversität zu erfassen. Auf diese Weise können Trends ausgemacht und Ziele festgelegt sowie die Naturschutzpolitik den neuesten Bedürfnissen angepasst werden. 33 Indikatoren geben Auskunft über den Zustand der Biodiversität, die Einflüsse auf die Biodiversität und Massnahmen zu Gunsten der Biodiversität. Zentrale Indikatoren betreffen die Artenvielfalt. Im Auftrag des Bundes werden die Pflanzen- und Tierarten ausgewählter Gruppen auf insgesamt über 2000 festgelegten Flächen oder entlang von Transekten in regelmässigen zeitlichen Abständen festgehalten.
Um die Entwicklung der Arten- und Lebensraumvielfalt in der Kulturlandschaft zu messen und die Erreichung der Umweltziele Landwirtschaft aufzuzeigen, hat die Forschungsanstalt Agroscope im Programm ALL-EMA Agrarumweltindikatoren für die Schweiz entwickelt. Ab dem Jahr 2015 werden in rund 120 Landschaftsausschnitten Lebensraumtypen und Pflanzenarten kartiert. Um langfristige Entwicklungen aufzuzeigen werden diese Messungen alle fünf Jahre wiederholt.
Das von BAFU und WSL 2011 gemeinsam lancierte Projekt „Wirkungskontrolle Biotopschutz Schweiz“ geht der Frage nach, ob sich die Biotope von nationaler Bedeutung (Trockenwiesen und – weiden, Auen, Moore, Amphibienlaichgebiete) gemäss ihrer Schutzziele entwickeln und in ihrer Fläche und Qualität erhalten bleiben. Die Wirkungskontrolle – als Langzeitmonitoring aufgebaut – dient auch als Frühwarnsystem für Bund und Kantone. Mit ihrer Hilfe sollen nationale und regionale Entwicklungen früh genug erfasst werden, um notwendige Massnahmen rechtzeitig ergreifen zu können.
Umweltbeobachtung, Erfolgskontrollen und Langzeitforschung sind Kernkompetenzen der WSL – sie verfügt über Datenreihen, die in manchen Fällen über hundert Jahre alt sind. Dies erfordert nicht nur langen Atem, Sorgfalt und Kontinuität bei den Erhebungen, sondern auch vertieftes Verständnis der beobachteten Systeme, forscherisches Gespür und Know-how bei der Datensicherung und Dokumentation. Viele der Daten stehen auf Anfrage auch für Auswertungen durch externe Personen zur Verfügung.