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Während wir Schweizer uns darüber beklagen, dass Runden vor Schluss die Meisterschaft entschieden ist, zeigt die belgische Liga wie Spannung erzeugt werden kann.
Und dies auf äusserst dämliche Art und Weise:
Nach 30 Runden in einem normalen Ligasystem mit 16 teilnehmenden Mannschaften teilt sich die Liga in verschiedene Playoffs. Die absolute Verlierer-Playoff-Serie ist dabei diejenige zwischen dem 15. und 16. der Tabelle: Nach einer Saison voller Demütigungen müssen die armen Loserteams in fünf (?!) Playoffspielen ausmachen, wer wirklich der Mieseste der Liga ist. Diese Mannschaft gehört in die zweite Liga degradiert. In dieser Saison trifft Westerlo als 15. auf STVV. Ausgespielt wird der Verlierer der Verlierer aber nicht, wie Eishockey-Fans vielleicht erwartet hätten, in einer «Best-of-Five»-Serie sondern in einem Ligasystem. Dabei erhält Westerlo als Tabellenfünfzehnter drei Punkte Vorsprung auf STVV. In dieser Saison war es nach dreissig Runden übrigens nur ein Punkt Unterschied zwischen den beiden – kratzt in Belgien aber scheinbar niemanden. Der Sieger der Verlierer-Playoffs darf dann gegen den Zweiten, Dritten und Vierten der zweiten Liga ran. Dabei spielen die vier Mannschaften in Hin-und Rückspiel gegeneinander, der Sieger der skurrilen Mini-Liga steigt auf, bzw. bleibt in der Jupiler League. Auf die Schweizer Liga übertragen würde dies bedeuten, dass Lausanne gegen Sion ausspielt wer gegen Aarau, Bellinzona und Lugano antreten darf, um um den Verbleib in der Super League zu kämpfen. Momoll, macht Sinn.
Man hätte vielleicht denken können, die Mannschaften, welche die Ränge 7 bis 14 belegten, weilen bereits auf den Malediven oder Mallorca. Nichts da: Diese spielen um die unglaubliche Chance, in der Europa League teilnehmen zu dürfen. Dabei werden zwei Gruppen à sechs Mannschaften in Hin- und Rückspielen ausgetragen. Die beiden Gruppensieger treten dann zweimal gegeneinander an, um den Sieger der Siebenbisvierzehner-Playoffs zu küren. Diese Erfolgsmannschaft darf dann gegen den Vierten der Meisterplayoffs (Erklärung folgt) zweimal ran, um einen Europa-League-Qualifikationsplatz zu erhalten. Unglaublich: Für diesen Qualifikationsplatz muss ein Sieger der Siebenbisvierzehner-Playoffs nach der eigentlichen Meisterschaft weitere 14 Spiele in Angriff nehmen um vielleicht trotzdem in der ersten Qualifikationsrunde der Europa League gegen Ventspils (lettischer Cupsieger) oder Vllatnia (albanischer Cupsieger) auszuscheiden. Ausserdem skurril ist, dass der Tabellenvierzehnte der Liga (nennt sie sich eigentlich Ligaqualifikation?) Belgien vielleicht international vertreten dürfte. In dieser Saison wäre dies die Starmannschaft von OH Leuven: Passt doch gegen Ventspils.
Und jetzt kommen wir zu den absoluten Highlight-Playoffs, nämlich derjenigen der Meister. Die Punkte der Meisterschaft haben dabei immerhin eine kleine Bedeutung. Ähnlich wie nach dem alten NLA- Modus werden die Punkte zu Beginn der Playoffs halbiert. Bei ungerader Punktzahl wird aufgerundet, was insofern interessant ist, da bei Punktgleichheit, diejenige Mannschaft mit aufgerundeten Punkten hinten liegt. Sprich wenn Anderlecht (67 Punkte = 34) am Ende der Meisterschaft punkgleich mit AA Gent (56 = 28) wäre, könnten sie das deutlich bessere Torverhältnis und gewonnene Direktbegegnungen haben, Gent wäre trotzdem vor Anderlecht klassiert. Der Erste der Sechergruppe wird übrigens Meister (welch‘ Überraschung!). Der Zweite und der Dritte dürfen in der Europa League antreten, während der Vierte gegen den Sieger der Siebenbisvierzehner-Playoffs antritt − in Hin- und Rückspiel versteht sich. Und all das, um vielleicht gegen Ventspils auszuscheiden.
Ganz ehrlich: Dann lieber Constatin, Tschagajew und Basel!
Er ist eine deutsche Fernsehlegende mit Kultstatus. Im Interview mit kurzpass.ch rechnet Waldemar Hartmann mit der ARD ab, spricht über die Steueraffäre um Uli Hoeness und lobt seine Wahlheimat Chur.
Im Fehlpass-Blog schaut die kurzpass.ch-Redaktion den Fussballprotagonisten noch etwas genauer auf die Füsse. Vorgestellt werden euch allerlei amüsante Fehlpässe unserer Fussballhelden, wie sie ihnen bekanntlich auf und – vor allem auch – neben dem Platz immer mal wieder unterlaufen. Es handelt sich hier natürlich nicht immer um völlig objektive oder ernstgemeinte Berichterstattung. Daher wird diese Rubrik auch eindeutig als Blog bezeichnet.
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