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Ethos-Direktor Dominique Biedermann will an der Novartis-Generalversammlung eine nicht-bindende Konsultativabstimmung über den Vergütungsbericht erwirken. Doch diese wäre ein Farce:
- Den Aktionär zu konsultieren, ohne bindende Wirkung, hat nichts mit Aktionärsdemokratie zu tun.
- In Grossbritannien, wo die Konsultativabstimmung per Gesetz verlangt wird, fand keine Mässigung der Top-Vergütungen statt – im Gegenteil: Die CEO-Gehälter haben sich in drei Jahren verdoppelt.
- Mit dem Depot- und Organstimmrecht, welches bekanntlich stets die Interessen des Verwaltungsrates vertritt, verkommt jedes Traktandum zur Farce.
- Die Konsultativabstimmung wird sich in der Schweiz nicht durchsetzen: Die einzigen zwei Lösungsvorschläge auf politischer Ebene zur Vergütungspolitik in börsenkotierten Unternehmungen sind die eidg. Volksinitiative «gegen die Abzockerei» (will den Aktionär bindend über die Vergütungssummen des Verwaltungsrates, der Geschäftsleitung und des Beirates abstimmen lassen) sowie die Revision des Aktienrechts (lediglich bindende Abstimmung über Verwaltungsrats-Vergütungen).
- Geradezu lachhaft mutet Biedermanns naive These an, ein Achtungserfolg würde den Verwaltungsrat unter Druck setzen, sein eigenes Vergütungssystem zu überarbeiten: Novartis-Chef Vasella hat über all die Jahre hindurch in Grund und Boden bewiesen, dass er – trotz ständiger Aktionärs- und Medienschelte – keinen Millimeter von seinem Millionengehalt abweichen würde.
Fazit: Biedermanns Traktandum, an der Novartis-GV konsultativ über den Vergütungsbericht abzustimmen ist daher eine Farce! Obwohl er seit vielen Jahren lautstark die Stärkung der Aktionärsrechte fordert, bringt er just ein Traktandum, welches die Aktionärsdemokratie missbraucht: Man lege dem Aktionär ein Abstimmungsgerät in die Hand, lasse ihn eine Taste drücken, doch das Ergebnis hat keine bindende Wirkung.
Abstimmungsempfehlung zu Traktandum 5.1 (Einführung einer konsultativen Abstimmung über den Vergütungsbericht): Enthaltung