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Peter De Geesewell ist ein Autorenpseudonym, das ich gewählt habe, als mein erstes Theaterstück in England veröffentlicht wurde. Seither schreibe ich meine Stücke unter diesem Namen, und nicht mehr als Peter R. Füeg.
Ausbildung
Ich wurde am 20. Januar 1954 in Pratteln (Schweiz) geboren, wo ich auch die Primarschule besuchte. 1974 machte ich meine Matura an der Kantonalen Handelsschule in Basel und studierte während fünf Jahren an der Universität Basel Englisch, Deutsch und Geschichte.
Schon während meiner Ausbildung zum Mittellehrer am Lehrerseminar Basel begann ich 1979 an der Sekundarschule Pratteln zu unterrichten. Ich liebe die anspruchsvolle und spannende Arbeit mit Jugendlichen im Alter von 12-16 Jahren. Sie fordert viel, ist aber auch höchst befriedigend. In über 30 Jahren Unterrichtstätigkeit habe ich dabei viele tolle und motivierte junge Menschen kennen gelernt, und mit einigen bin ich bis heute in Kontakt geblieben.
Anfänge: Sketches und Super 8 Filme
Als Pfadfinder der Abteilung St. Leodegar schrieb ich erste Sketches und später auch kurze Theaterstücke für Elternabende und Pfarreifeste. Zum Abschluss meiner obligatorischen Schulzeit schrieb ich eine Parodie über unsere Lehrer. Diese fiel aber der Zensur zum Opfer, weil der Vater des Hauptdarstellers den Text vor der Aufführung sah und seinem Sohn die Teilnahme verbot – aus Angst, er als bekannter Geschäftsmann des Dorfes, könnte dadurch Kunden verlieren.
Die amerikanische Mondlandung und Stanley Kubricks Film „2001 Space Odyssee“ inspirierten mich 1970 dazu, mit meiner Pfadfindergruppe einen Science Fiction Film zu drehen, in welchem ein deutscher Wissenschaftler eine Pfadigruppe entführt und ins All schickt, um das Rätsel der Sphärenmusik (so auch der Filmtitel) zu lösen. Was als Quartalsprojekt gedacht war, uferte schliesslich zu einer zweijährigen Mammutunternehmung aus, an deren Ende wir einen 75-minütigen Film präsentieren konnten.
Die Arbeit hatte so viel Spass gemacht, dass die „Puma Films“ (das „Ltd“ mussten wir streichen, da sonst ein Eintrag im Handelsregister fällig geworden wäre!) gleich einen zweiten Film drehte, bei dem ich wieder das Drehbuch schrieb, Regie führte und auch selbst mitspielte. Mit „Unternehmen Bizeps“, einer Parodie auf James Bond Filme – von denen ich heute noch ein grosser Fan bin - entstand ein weiterer 75-minütiger Film, der in Pratteln und bei verschiedenen weiteren Pfadfinderabteilungen mit grossem Erfolg gezeigt wurde.
Schülerstücke
1981 beschloss ich, mit meiner damaligen Klasse ein englisches Theaterstück aufzuführen. Die Suche nach einem geeigneten Stück erwies sich als schwieriger als erwartet, da die meisten Stücke entweder zu kurz oder aber sprachlich zu anspruchsvoll waren. Zudem besass kein einziges Stück genügend Rollen für eine Schulklasse mit mehr als 20 Jugendlichen. So tat ich etwas, wofür ich mich noch heute schäme: Ich nahm ein Stück und schrieb es nach meinen Bedürfnissen um, indem ich weitere Rollen schuf.
Die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler bei der Arbeit und des Publikums bei der Aufführung waren Grund genug, auch mit der nächsten Klasse ein englisches Theaterstück aufzuführen – aber mit einem gewichtigen Unterschied: Diesmal schrieb ich das Stück selbst und versuchte, die Rollen so weit wie möglich meinen damaligen Schülerinnen und Schülern auf den Leib zu schreiben. So entstand „Murder At Pitlochry House“, das an einem grossen Schulhausfest im September 1985 seine Première hatte.
Im Vierjahresrhythmus entstanden drei weitere Stücke:
Murder At The Fancy-Dress
Ball 1989
Ab 2001 nahm ich die alten Stücke in der gleichen Reihenfolge wieder auf, schrieb sie aber total um. So hatte zum Beispiel die zweite Fassung von „Murder At The Fancy-Dress Ball“ (2005) nichts mehr mit den Troubles in Nordirland zu tun, sondern spielte am G8-Gipfel in Edinburgh 2005, weil am Tag, wo ich mit der Überarbeitung beginnen wollte, die schrecklichen Anschläge in der Londoner U-Bahn passierten.
Auch „Murder At The Asylum“ bekam 2009 ganz neues Personal. Da Lady Thatcher aus der ersten Fassung meinen Schülerinnen und Schülern kein Begriff mehr war, und ich zudem eine sehr gute Sängerin in der Klasse hatte, die sich die Rolle zutraute, ersetzte ich die Iron Lady mit La Diva, einer verrückten Opernsängerin, die sich nicht recht entscheiden kann, ob sie nun Maria Callas, Cecilia Bartoli oder Edita Gruberova ist.
Theaterlager
Die Aufführungen meiner Stücke bereite ich jeweils in einer intensiven Doppelwoche zu Beginn des 2. Jahres des Englischunterrichts vor. Meine Schülerinnen und Schüler sind dann 14 Jahre alt und haben rund 110 Englischlektionen besucht.
In der ersten Woche ziehen wir uns in ein Lager an einem abgelegen Ort in den Schweizer Alpen oder Voralpen zurück, um den Text zu erarbeiten. Meistens kommen native speakers ins Lager mit, die den Schülerinnen und Schülern eine möglichst perfekte (britische!) Aussprache beibringen sollen. Dass die Jugendlichen dabei riesige Fortschritte in Englisch machen, ist durchaus geplant und erwünscht.
In der zweiten Woche proben wir zu Hause auf der Schulbühne. Das Bühnenbild wird fertig gebaut, die Kostüme werden gesucht und ausgewählt und am Freitag- und Samstagabend finden die beiden Aufführungen statt, in denen die Schülerinnen und Schüler einmal oder zweimal vor einem grossen Publikum spielen dürfen (oder müssen!).
In den Lagern entwickelt sich eine unglaubliche Dynamik. Hier wird gelitten, gelacht und geweint – und es entsteht ein starker Klassengeist. Wenn ich mit ehemaligen Schülerinnen und Schülern spreche, stelle ich immer wieder fest, dass die Theaterlager der Teil der Schulzeit sind, an den sie sich am stärksten und am liebsten erinnern.
Zwei Lager sind mir in besonders starker Erinnerung geblieben. Im Lager Hellboden 1993 kam es fast zu einem echten Drama. Eines Nachts stürmten plötzlich die Mädchen die Treppe hinunter und schrien:“Sie wird es tun, sie wird es tun, halten Sie sie auf!“ Ich wurde mit nach unten gerissen und wir landeten schliesslich in der Küche. Dort gelang es mir, die Story herauszufinden. „Marilyn“ hatte in der Küche ein Messer holen wollen, um sich umzubringen, weil ihr Freund „Caesar“ sie verlassen hatte und jetzt mit „Miss Soames“ gehen wollte. Dass auch diese neue Liebe nur zwei Tage halten würde, war vielleicht später ein Trost. Jedenfalls war dies das erste und einzige Mal in meinem Leben, dass ich auf einem Kissen voll Besteck schlief...!
Das Lager Kännelalp 2001 war 5 Tage lang völlig verregnet. Da wir weder Zeitung noch Fernsehen besassen, vernahmen wir nur per Zufall von den schrecklichen Ereignissen von 9/11. Da der Vater eines Mädchens sich gerade in New York aufhielt und einige Kollegen unseres native speakers in den Twin Towers arbeiteten, litt das ganze Lager mit, was am Abend zu einem kollektiven Weinkrampf der Mädchen führte, der fast nicht mehr enden wollte.
Stücke für Erwachsene
Nach der ersten Aufführung von „Murder At The Asylum“ baten mich einige Mitglieder des Semi Circles, einer englischen Theatergruppe aus Basel, um den Text, sahen dann aber von einer Aufführung ab, da das Stück zu kurz für eine abendfüllende Produktion und zu lang für einen Abend mit mehreren Stücken war. Deshalb beschloss ich, das Stück zu einem abendfüllenden Stück umzuschreiben. Die Geschichte blieb grundsätzlich die gleiche, die Personen konnten aber viel ausführlicher charakterisiert werden und natürlich musste auch das Sprachniveau angepasst werden. Die Arbeiten zogen sich über zwei Jahre hin. Schliesslich fand ich mit New Playwrights’ Network einen englischen Theaterverlag, der das Stück im Sommer 1996 herausgab.
Das zweite abendfüllende Stück entstand während eines Sabbaticals im Jahr 2002 als Beitrag für das im Sommer 2003 vom Warehouse Theatre in London organisierte „18th International Playwriting Festival“. Ich schrieb eine stark erweiterte, zweistündige Fassung von „Murder Included“, inklusive einem überraschenden zweiten Plot. Da es bei 600 Einsendungen nur einen einzigen Preis zu gewinnen gab, weiss ich bis heute nicht, ob mein Stück auf Platz 2 oder 600 lag!
Werke
Schülerstücke:
abendfüllende Stücke: