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Der autistischen Störung liegt eine Funktionsstörung des Gehirns zugrunde. Es gibt Hinweis darauf, dass gewisse Umbauprozesse in der Hirnentwicklung, v.a. der Abbau wenig genutzter Vernetzungen, bei den betroffenen Kindern nicht optimal abläuft. Man nimmt an, dass Autisten viel mehr Informationen bewusst verarbeiten müssen und die Filterung der Eindrücke ungenügend funktioniert. Autisten müssen sich schützen. Sie ertragen die Welt nur in Ausschnitten. Für Kinder ist das ein Drama. Wenn nun ein autistisches Kind, um sich zu schützen, den Blick senkt, die Ohren verschliesst, ist das doppelt tragisch. Es wehrt neben Schmerz auch lebenswichtige Reize ab. Es entwickelt sich schlecht. Das Neurofeedback setzt genau da an. Es hilft mit dem Dauerstress der Eindrücke besser umzugehen und das Gehirn wird resilienter (widerstandfähig).
Unter den verschiedenen Formen des Neurofeedbacktrainings ist sicherlich die Othmer-Methode diejenige, die am besten für Menschen im Autismus Spektrum geeignet ist. Um das Warum zu verstehen, muss man die Geschichte hinter der Othmer-Methode kennen: Das Ehepaar Sue und Siegfried Othmer hatte einen Sohn, Brian, der diagnostizierte Epilepsie, das Tourette-Syndrom, das Asperger-Syndrom und explosive Wutausbrüche hatte. Das Ehepaar Othmer studierte Neurowissenschaft und Physik, um einen Weg zu finden, wie sie Brian am besten helfen konnten. Sie fanden im klassischen Neurofeedback einen geeigneten Ansatz. Da sie den Eindruck hatten, dass das Potential des Neurofeedbacks noch nicht ausgeschöpft war, forschten sie weiter und entwickelten aus dem klassischen Neurofeedback das heutige ILF Neurofeedback (Infra-Low-Frequency), mit dem sie bessere Resultate erzielten.
Dass das Neurofeedback-Training den Kindern und Jugendlichen, die ich behandelt habe, gut tut, erkennt man schon alleine daran, dass sie nach ein bis zwei Sitzungen sehr gerne zu mir ins Training kommen.
Der Jugendliche Renato, der unter frühkindlichem Autismus leidet, akzeptierte die Elektroden an seinem Kopf schon nach der ersten Sitzung. Nach 10 Sitzungen akzeptierte Renato Kopfhörer. Seine Familie ist davon überzeugt, dass Rico besser zuhören und offener auf Personen zugehen und ihnen ins Gesicht schauen kann. Nach den ersten 4 Sitzungen versuchte Renato vermehrt Worte zu verbalisieren.
Für die Klientinnen und Klienten ist es sehr entspannend, dass sie ihre eigenen Filme – dies sind oftmals Trickfilme – mit ins Training bringen können. Dies hilft ihnen, allzu grosse Angst vor dem Unbekannten zu vermeiden.
Eine gewisse Sicherheit gibt es ihnen auch, dass bei den Sitzungen die Eltern oder zumindest ein Elternteil dabei ist.