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Die Vorwürfe gegen Minister Ferrand haben sich erhärtet, die Staatsanwaltschaft leitete Vorermittlungen ein. Die Affäre könnte Präsident Macron bei den bevorstehenden Wahlen schaden.
KEYSTONE/EPA REUTERS POOL/CHARLES PLATIAU / POOL(sda-ats)
Ärger für den neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron: Wenige Tage vor der Parlamentswahl hat die Staatsanwaltschaft Vorermittlungen gegen den Minister für territorialen Zusammenhalt, Richard Ferrand, angekündigt.
Hintergrund seien eine Reihe von Medienberichten über ein etwaiges Fehlverhalten bei Finanzgeschäften, erklärte der Staatsanwalt von Brest am Donnerstag. Präsident Macron hatte sich noch am Mittwoch hinter seinen Vertrauten gestellt, der auch seinen Wahlkampf geleitet hatte.
Ferrand hat jedes Fehlverhalten verneint und einen Rücktritt abgelehnt. Allerdings fordern einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Instituts Harris zufolge 70 Prozent der Franzosen genau diesen Schritt.
Hintergrund ist ein Immobiliengeschäft aus dem Jahr 2011. Ein damals von Ferrand geleiteter Versicherungsverein hatte damals in Brest für die Anmietung eines Gebäudes ein Geschäft mit der Lebensgefährtin des heutigen Ministers abgeschlossen.
Der 54-Jährige hatte sich als einer der Ersten Macrons Bewegung "En Marche!" angeschlossen und war zwischenzeitlich als Ministerpräsident im Gespräch. Er stammt aus der Arbeiterschicht und sammelte vor seiner Ernennung in der Regierung Erfahrungen als Kabinettsberater.
Die Affäre lastet schon seit Tagen auf der Regierung. In Frankreich wird ab dem 11. Juni ein neues Parlament gewählt. Präsident Macron hofft, bei dieser eine absolute Mehrheit im Parlament zu erlangen.
SDA-ATS