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Die Identität des leiblichen Vaters hatte die Mutter bei der Geburt 1983 verheimlicht. Deshalb galt das Kind zunächst als vaterlos. Die Mutter heiratete darauf einen anderen Mann, der das Kind 1988 adoptierte. Nach der Scheidung 1996 brach der Kontakt zum Adoptivvater ab. Im Jahr 2007 gelang es der jungen Frau, ihren leiblichen Vater, einen Libyer, ausfindig zu machen. Seither pflegten die beiden einen regen Kontakt. Auf Wunsch aller Beteiligten – Kind, Mutter, Adoptivvater und leiblicher Vater – hob das Gericht Bern-Laupen die Adoption auf.
Das Obergericht des Kantons Bern und das Bundesgericht liessen das nicht zu. Nach deren Auffassung können weder Adoptiveltern noch das Kind die Adoption einfach widerrufen. Möglich wäre laut Bundesgericht eine Anfechtung der Adoption nur, wenn sie gesetzwidrig erfolgt wäre. Dies sei aber nicht der Fall gewesen. Da der Vater damals unbekannt war, habe nur die Mutter der Adoption zustimmen müssen. Auch aus dem Recht auf persönliche Freiheit oder Achtung des Familienlebens lasse sich kein Anspruch auf eine Aufhebung der Adoption ableiten.
Bundesgericht, Urteil vom 14. April 2011 (5A_640/2010)