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Ar 196
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Ar 196
1984-2001
0.7 m
Heidi Zuber, geb. 1942, und Peter Zuber (1939-1999) wurden in den 1980er und 1990er Jahren für ihren Einsatz zugunsten von Flüchtlingen über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Peter Zuber war Arzt in Ostermundigen. Gemeinsam mit seiner Ehefrau organisierte er während der Flüchtlingswelle als Folge des Bürgerkriegs in Sri Lanka die versteckte Aufnahme von insgesamt rund 36‘000 Flüchtlingen, die zurückgeschafft werden sollten. Die Flüchtlinge fanden Aufnahme bei rund 7‘000 Gleichgesinnten in der Schweiz und im Ausland.
Nachdem Heidi und Peter Zuber 1984, als erstmals Asylsuchende aus der Schweiz ausgeschafft hätten werden sollten, zunächst 300 Flüchtlinge aufnahmen und versteckten, richteten sie einen Brief an Bundesrätin Elisabeth Kopp und forderten eine Neuüberprüfung der Fälle. Die Tamilen konnten danach tatsächlich in der Schweiz bleiben, aber nach Medienberichten und Inseraten, mit denen sie weitere Helfer suchten, wurden die Eheleute Zuber von Nationalrat Markus Ruf angezeigt und 1987 zu zwei Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Dennoch wurde ihre Tätigkeit von den lokalen Behörden geduldet, und sie trafen sich regelmässig heimlich mit dem Flüchtlingsbeauftragten des Bundes Peter Arbenz, um Lösungen für Einzelfälle zu finden.
Als Gründer des Gemeinschaftswerkes „Aktion für abgewiesene Asylbewerber“, das Heidi Zuber nach dem Tod ihres Mannes bis 2001 weiterführte, führten Peter und Heidi Zuber den zivilgesellschaftlichen Widerstand gegen die stets strenger werdende Schweizer Flüchtlingspolitik der 1980er Jahre an.
1995 erhielten Peter und Heidi Zuber den «Preis für Menschlichkeit» der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus. Im Jahr 2016 benannte Ostermundigen eine Strasse nach Peter Zuber.
Die Akten wurden dem Schweizerischen Sozialarchiv, dank Vermittlung von Jonathan Pärli, am 28. Juli 2016 übergeben.
Der Bestand enthält zahlreiche Zeitungs- und Zeitschriftenartikel, Fotografien, diverse Korrespondenzen und Einladungen, Unterlagen zur Aktion für abgewiesene Asylsuchende (AAA), Kopien von Staatsschutzakten (Fichen) und weitere Dokumente von und über Peter und Heidi Zuber.
Mit Ausnahme von Dubletten, Mehrfachexemplaren und in der Bibliothek des Schweizerischen Sozialarchivs bereits vorhandenen Drucksachen wurden keine Unterlagen kassiert.
Neuzugänge werden nicht erwartet.
Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.
Der Bestand wurde im Oktober 2017 von U. Kälin und S. O‘Kerwin bearbeitet.