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«Ich bin der HERR, der dich heilt» (2. Mo 15,26). «Und sie brachten zu ihm alle Leidenden … und er heilte sie» (Mt 4,24).
«Als es Abend geworden war; brachten sie viele Besessene zu ihm … und er heilte alle Leidenden» (Mt 8,16).
«Nicht die Starken brauchen einen Arzt, sondern die Kranken» (Mt 9,12).
Dass wir nicht nur im Blick auf unseren Körper, sondern auch im geistlichen Bereich des Öftern einen Arzt nötig haben, bestreitet wohl niemand. So schreibt Jakobus in seinem Briet «denn wir alle straucheln oft» (Kap. 3,2). «Unter den Menschen ist kein Gerechter auf der Erde», sagt König Salomo, «der Gutes tut und nicht sündigt» (Pred 7,20). Und der Apostel Johannes schreibt in seinem ersten Brief: «Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, so machen wir ihn zum Lügner» (1. Joh 1,10).
So sind wir sicher alle froh, dass der Herr Jesus Christus unser grosser Arzt ist. Erinnern wir uns, wie Er «umherging, wohltuend und alle heilend, die von dem Teufel überwältigt waren» (Apg 10,38). Jenen, die daran Anstoss nahmen, dass Er für die gekommen war, die gesündigt hatten, antwortete Er: «Nicht die Starken (d.h. die Gesunden) brauchen einen Arzt, sondern die Kranken.» Die Mühseligen und Beladenen lud Er herzlich ein (Mt 11,28). Seine Arztpraxis ist 24 Stunden am Tag geöffnet. Eine Anmeldung ist nicht nötig. An seiner Tür steht «Herzlich willkommen» und «Bitte eintreten». Alle seine Behandlungen sind kostenlos, denn die Rechnung wurde im Voraus bezahlt – durch Ihn selbst. Er wird keinen seiner Patienten je zu einem Spezialisten senden müssen, denn Er ist sowohl Arzt für allgemeine Fälle als auch Spezialist.
Unter den menschlichen Ärzten sind die einen mitfühlend und teilnehmend, andere betreiben ihren Beruf mehr geschäftsmässig. Die einen sind freundlich, die anderen eher schroff. Die einen haben einen netten Umgang, die anderen nicht. Von Ihm, unserem Herrn, aber heisst es: «Alles an ihm ist lieblich» (Hld 5,16). Er ist sehr mitfühlend. «Wie ein Vater sich über die Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten» (Ps 103,13). «Da er die Seinen, die in der Welt waren, geliebt hatte, liebte er sie bis ans Ende» (Joh 13,1). Da ist absolut nichts, was uns von seiner Liebe zu scheiden vermöchte (Röm 8,39). Er durchschaut alles bis ans Ende, und Er kann in genau 100% der Fälle Heilung garantieren.
Er stellt jedoch gewisse Bedingungen:
- Sein Patient muss ganz ehrlich und aufrichtig sein. Du musst Ihm alles bekennen. «Wenn ich es in meinem Herzen auf Frevel abgesehen hätte, so hätte der Herr nicht gehört» (Ps 66,18). Es nützt wirklich nichts, irgendetwas vor Ihm zu verheimlichen, denn Er weiss schon alles darüber. Du wunderst dich, dass du trotzdem zu bekennen hast, wenn Ihm doch schon alles bekannt ist. Die Antwort ist sehr einfach. Wenn Er uns heilen würde, ohne dass wir Ihm unsere Sünden bekennen müssten, würden wir denken, solche Vergehen seien harmlos. Wir würden sofort wieder in die gleichen Fehltritte verfallen.
- Wir müssen seine Anweisungen sorgfältig befolgen und bereit sein, seine Heilmittel einzunehmen. Zuweilen schmeckt die Medizin bitter, aber am Ende werden wir froh sein, dass wir sie eingenommen haben. Ein Beispiel: Vielleicht weist Er mich an, zu einem Bruder zu gehen und ihn zu bitten, mir zu vergeben. Das ist meinem Wesen sehr zuwider. Solang ich jedoch nicht gewillt bin, diesen Gang zu tun, werde ich mich nicht der gewünschten geistlichen Gesundheit erfreuen können. Wenn ich in meinem Eigensinn verharre, wird sich mein geistlicher Gesundheitszustand nur verschlechtern, bis ich im Dienst für den Herrn ganz unbrauchbar werde. Manchmal entschliesst Er sich auch zu einem chirurgischen Eingriff. Vor einer solchen Idee schrecken wir zurück. Aber wir brauchen uns nicht zu fürchten. Ihm ist noch nichts misslungen. Tatsächlich, wir sind für Ihn nicht einfach einzelne Fälle, sondern Glieder seines eigenen Leibes – von seinem Fleisch und von seinen Gebeinen (Eph 5,30).
Dieser wunderbare und grosse Arzt mag dich soweit bringen, dass du Tränen vergiessest, aber es sind Tränen, in denen Freude und Kummer vermischt sind. Am Ende wirst du immer froh sein. Satan, dem es verhasst ist, dich in guter geistlicher Gesundheit zu sehen, wird immer versuchen, dich zu überreden, deine Probleme selbst zu behandeln, ohne den grossen Arzt aufzusuchen. Das bedeutet in einfachen Worten: Er will dich dahin bringen, dass du nicht betest. Der Kontakt mit unserem wunderbaren und grossen Hohenpriester kommt einerseits durch das Gebet und andererseits durch das Lesen des Wortes Gottes unter Gebet zustande. Durch das Gebet reden wir zu Ihm, und durch die Schriften spricht Er zu uns.
Denken wir an die Waffenrüstung Gottes, wie sie uns in Epheser 6 beschrieben ist. Stellen wir uns einen bestens ausgerüsteten Soldaten vor, der, wenn er in die Kampfzone gesandt wird, vollständig von seinem Vorgesetzten und seinen Kameraden abgeschnitten wird. Ein Christ ohne Gebet steht genauso schlimm da. Darum heisst der siebte Teil der Waffenrüstung Gottes: «zu aller Zeit betend mit allem Gebet und Flehen in dem Geist, und eben hierzu wachend in allem Anhalten» (Eph 6,18). Wenn ein Soldat Verbindungen nötig hat, um genaue Anweisungen zu erhalten, dann brauchen wir sie auch. Wie ein Soldat Zugang zu medizinischer Notfallhilfe haben muss, so auch wir. Gott sei Dank, Er ist jederzeit gegenwärtig und zudem in der Lage, in Notzeiten zu helfen. Er hat den schnellsten Notfalldienst. Sein Motto heisst: «Ehe sie rufen, werde ich antworten» (Jes 65,24).
Für den Ungläubigen bedeutet das Gebet eine Last oder bestenfalls ein Ritual. Für jedes Kind Gottes aber ist es nicht nur eine Notwendigkeit, sondern auch eine Freude und ein Vorrecht.