Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/172583

<h2>SubmittedText<h2><p>Die ETH Zürich hat entschieden, ihren jährlichen Beitrag an die Rätoromanischprofessur an der Universität Zürich, den sie seit dreissig Jahren ausrichtet, zu streichen.</p><p>In seiner Stellungnahme zur Motion Maissen 11.3049 hat der Bundesrat geschrieben, dass in der Verfügung, mit der die frühere Rätoromanischprofessur eingestellt wurde, festgehalten sei, dass sich die ETH Zürich künftig an der Professur an der Universität Zürich finanziell beteiligen werde.</p><p>- Kann dieser entscheidende Beitrag also aus Spargründen überhaupt gestrichen werden?</p><p>- Stützt der Bundesrat diesen Entscheid der ETH Zürich?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist weiterhin der Ansicht (siehe auch Motion 11.3049), dass einem Hochschulbildungsangebot in rätoromanischer Sprach- und Literaturwissenschaft eine zentrale Bedeutung für die Erhaltung und Förderung der rätoromanischen Sprache und Kultur zukommt. Gegenwärtig bieten in diesem Fachbereich insbesondere die Universitäten Freiburg und Zürich, in kleinerem Umfang auch die Universität Genf Lehrveranstaltungen auf Bachelor- und Masterstufe an. Der Bundesrat hat den Entscheid der ETH Zürich, ihren Unterstützungsbeitrag an die Universität Zürich ab Ende 2018 einzustellen, zur Kenntnis genommen. Er respektiert diesen Entscheid, den die ETH Zürich im Rahmen ihrer gesetzlich zugestandenen Autonomie getroffen hat. Die Ausgestaltung des Studienangebots an kantonalen Universitäten wie der Universität Zürich liegt in kantonaler Kompetenz. Vor dem Hintergrund seines verfassungsrechtlichen Auftrages, die Landessprachen und die Verständigung zwischen den Sprachgemeinschaften zu fördern, ist der Bundesrat jedoch bereit, falls notwendig zwischen den betroffenen Kantonen bzw. Hochschulen und Hochschulträgern koordinierend zu wirken, damit auch in Zukunft ein angemessenes Hochschulbildungsangebot gewahrt werden kann. In diesem Kontext zu erwähnen ist auch, dass der Bund auf der Grundlage des Sprachengesetzes den Kanton Graubünden bei der Erhaltung und Förderung der rätoromanischen Sprache und Kultur unterstützt.</p>