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Am diesjährigen “World Congress on Gastrointestinal Cancer” hat Jordi Bruix sein aktuelles Therapiekonzept für das Hepatozelluläre Karzinom vorgestellt. Dieser Behandlungsalgorithmus der Barcelona Gruppe wird oft angewendet. Er wurde von Klinikern entwickelt und ist sehr praxisbezogen. Kritisiert wird sein Therapie Algorithmus vor allem da er sehr restriktiv in der Indikation zur Resektion ist. Ebenso wird die Indikation zur Lebertransplantation zurückhaltender gestellt als durch andere breit akzeptierte Kriterien.
Therapiegruppen
Grundlage des Algorithmus ist eine Klassifizierung in 4 Therapiegruppen. Diese werden gebildet gemäss Ausmass der Primärerkrankung, des Allgemeinzustandes, dem Vorhandensein von Allgemeinsymptomen, Gefässinvasion und extrahepatischem Befall und Okuda Stadium.
- Stadium 0 bedeutet dass der Patient asymptomatisch ist, Child-Pugh A und Okuda Stadium 1 hat (kein Aszites, normales Albumin und Bilirubin).
- Stadium A ist asymptomatisch und enthält Kanditaten für radikale Therapien
- Stadium B ist auch asymptomatisch. Die Krankheit ist multinodulär.
- Stadium C ist symptomatisch, hat Gefässinvasionen u/o extrahepatischen Tumor
- Stadium D enthält Patienten die entweder Okuda Stadium III Tumoren haben oder einen schlechten Allgemeinzusatand (ECOG 3 oder 4) oder eine Lebererkrankung im Child-Pugh Stadium C.
Resektion
Patienten mit sehr frühem Stadium 0 oder Stadium A (1 Hepatozelluläres Karzinom < 2 cm oder Carcinoma in Situ) qualifizieren für eine Resektion wenn der Portalvenendruck normal ist.
Lebertransplantation, Radiofrequenzablation (RFA), Perkutane Alkhololinjektion (PEI)
Mit dieser Gruppe von Therapien werden Patienten in Stadium A behandelt, oder Patienten in Stadium 0 mit mehr als einem Hepatozellulären Karzinom. Ebenso Patienten die wegen erhöhtem Portalvenendruck nicht für eine Tumorresektion qualifizieren.
- Lebertransplantation: diese wird durchgeführt, wenn keine zusätzlichen Erkrankungen vorhanden sind.
- Radiofrequenzablation: diese führt zu einer bessere lokale Kontrolle als die Alkhoholinjektion. Insbesondere bei Tumoren grösser als 2 cm. In der asiatischen Population ist damit auch das Überleben besser. Sie hat aber mehr Nebenwirkungen und ist bei gewissen Lokalisationen riskanter als die Alkoholinjektion.
- Alkoholinjektion: Wenn keine Radiofrequenzablation durchgeführt wird.
Chemoembolisation
Diese wird im intermediären Stadium, also Stadium B empfohlen. Dies bedeutet, das Hepatozelluläre Karzinom ist multinodulär, der Patient asymptomatisch, die Lebererkrankung muss im Stadium Child-Pugh A und kompensiert sein. Bei Nebenwirkungen muss die Therapie gestoppt werden. Eventuell ist die Behandlung mit Chemotherapie Perlen gleich wirksam und besser verträglich (J Hepatol. 2007;46(3):474, Cardiovasc Intervent Radiol. 2008;31(2):269, J Clin Oncol 2008; 26:237s, Cancer J. 2009;15(6):526, Cardiovasc Intervent Radiol. 2010;33(3):541, Cardiovasc Intervent Radiol. 2010;33(1):41)
Systemtherapie
Sobald eine Gefässinvasion nachgewiesen werden kann, Lymphknotenmetastasen oder sonstige Metastasen gefunden worden sind oder mittelstarke Beschwerden vorhanden sind, ist eine Lokaltherapie meist nicht mehr sinnvoll.
Der derzeitige Standard ist eine Therapie mit Sorafenib (N Engl J Med. 2008;359(4):378). Verschiedene andere Therapien werden studiert.
Symptomatische Therapie
Wenn der Allgemeinzustand schlechter ist oder die Krankheit zu ausgedehnt ist, profitiert der Patient mehr von einer guten Supportivtherapie als von einer Systemtherapie, die immer noch entsprechende Nebenwirkungen hat.
Eine andere gute aktuelle Zusammenstellung der jetzigen Möglichkeiten mit etwas anderer Gewichtung kann hier gelesen werden.