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Die WPE ist eine öffentlich-rechtliche Abgabe des Bundes. Es handelt sich um eine Ersatzabgabe, d.h. sie tritt als finanzielle Leistung an die Stelle einer nicht erbringbaren Naturallast (Militär- oder Zivildienst). Als Folge der Wehrhoheit kann sie jeden männlichen Schweizerbürger im dienstfähigen Alter treffen, unabhängig von seinem Wohnsitz inner- oder ausserhalb der Schweizergrenze. Der Pflichtige verfügt nicht über ein Wahlrecht, ob er die persönliche oder die finanzielle Leistung erbringen will.
Die WPE entspringt dem Bestreben nach einem Opferausgleich im Wehrdienst. Faktisch dämmt sie Befreiungs- und Dispensationsbegehren beim Militär- bzw. Zivildienst ein. Deshalb wird die Abgabe nach den finanziellen Verhältnissen des Pflichtigen bemessen. Ihrer Bemessung erfolgt nicht nach einem progressiven, sondern nach einem proportionalen Satz.
Die WPE wird von den Kantonen für Rechnung des Bundes und unter Aufsicht der Eidgenössischen Steuerbehörden veranlagt und eingezogen. Nach Abzug der Bezugsprovision der Kantone von 20%, fliesst der Ertrag ohne Zweckbindung in die allgemeine Bundeskasse.
Im Jahr 2018 wurden im Kanton Freiburg über 10‘000 Wehrpflichtersatzpflichtige gezählt. Dies führte zu Einnahmen von 7,8 Millionen Franken, wovon 1,4 Million in die Kassen des Kantons fliessen.
Ersatzpflichtig ist, wer
- während mehr als sechs Monaten nicht in einer Formation der Armee eingeteilt ist und nicht der Zivildienstpflicht untersteht;
- als Dienstpflichtiger keinen Militär- oder zivilen Ersatzdienst leistet (Dienstverschieber);
Die Ersatzpflicht beginnt frühestens am Anfang des Jahres, in dem der Wehrpflichtige das 19. Altersjahr vollendet. Sie dauert längstens bis zum Ende des Jahres, in dem er das 37. Altersjahr vollendet.
Militärdienstuntaugliche haben höchstens 11 Ersatzabgaben zu leisten.
Die Rekrutenschule (RS) muss spätestens im 25. Altersjahr geleistet werden.
Die Verschiebung der RS bis zum 25. Altersjahr führt ab Ersatzjahr 2018 nicht mehr zu einer Ersatzabgabe. (ausser für im Ausland wohnhafte Personen)
Wer die Diensttage nicht gemäss Militärrecht erfüllt, wird der Ersatzpflicht unterstellt.
Die WPE wird auf dem gesamten Reineinkommen (In- und Ausland) erhoben, sie beträgt 3% des taxpflichtigen Einkommens, mindestens aber Sfr.400.--.
Die Veranlagung beruht auf den Grundlagen der direkten Bundessteuer, in speziellen Fällen auf der kantonalen Steuer oder einer besonderen Ersatzabgabe-Erklärung.
Wer im Ersatzjahr als Militärdienstpflichtiger mehr als die Hälfte seines Militärdienstes geleistet hat, schuldet die halbe Ersatzabgabe.
Die Ersatzabgabe ermässigt sich
- um 10% bei 50-99 Militärdiensttagen (75-149 Zivildiensttagen),
- um 20% bei 100-149 Militärdiensttagen (150-224 Zivildiensttagen),
- usw.
Bei 500 Militär- resp. 750 Zivildiensttagen tritt eine vollständige Ermässigung ein.
Die WPE ermässigt sich um 4% für jeden im Ersatzjahr geleisteten Schutzdiensttag.
Die WPE wird am 1. Mai fällig und provisorisch in Rechnung gestellt.
Die Zahlungsfrist beträgt 30 Tage.
Bei nicht Bezahlung der Ersatzabgabe läuft der Verzugszins.
Mit der definitiven Veranlagung werden zu wenig bezahlte Beträge nachverlangt und zu viel bezahlte Beträge zurückbezahlt.
Bei Nichtbezahlen laufen der Verzugszins und das Mahnverfahren. Erfolgt innert der Nachfrist von 15 Tagen keine Zahlung, wird das kostenpflichtige Betreibungsverfahren eingeleitet.
Der Verzugs- und Rückzahlungszins richtet sich nach den Bestimmungen der direkten Bundessteuer.
Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Ersatzbefreiung möglich (z.B. Invalidität).
Für Dienstuntaugliche, die vom Dienst dispensiert worden sind, weil ihre Gesundheit durch den Militär- oder Zivildienst geschädigt wurde.
Befinden Sie sich in einem finanziellen Engpass, so können Sie uns ein schriftliches Gesuch für Stundung, Ratenzahlung stellen.
Auf Stundung und Ratenzahlung wird ein Verzugszins erhoben.
In besonderen Notlagen kann, auf schriftliches Gesuch hin, ein Teilerlass oder Erlass gewährt werden
Zahlungserleichterungen (Fristverlängerung, Ratenzahlung) können nur auf schriftliches Gesuch hin gewährt werden. Das Gesuch kann auch per E-mail <email-pii> eingereicht werden.
Wird die Ersatzabgabe nicht bezahlt, so wird gegen den Zahlungspflichtigen die Betreibung eingeleitet. Jedes Einkommen kann gepfändet werden, zum Beispiel der Lohn.
Wer den Militär- oder den Zivildienst nachholt, hat Anspruch auf Rückerstattung der Ersatzabgabe, nachdem er seine Gesamtdienstleistungspflicht erfüllt hat.
Der Rückerstattungsanspruch verjährt 5 Jahre nach Ablauf der Wehrpflicht.
Auf Rückerstattungen infolge Nachholung von Militär- oder Zivildienst wird kein Zins vergütet
Der Anspruch auf Rückerstattung ist bei der Behörde für Wehrpflichtersatz des Kantons geltend zu machen (Dienstbüchlein beilegen).
Wehrpflichtige welche ins Ausland verreisen möchten, müssen vor der Abreise die provisorisch veranlagte Wehrpflichtersatzabgabe für das Abreisejahr und die Ersatzabgabe der folgenden Jahre begleichen.
Damit ein Auslandsurlaub bewilligt werden kann, muss der Wehrpflichtersatzpflichtige nicht nur die Wehrpflichtersatzabgabe bis zu seiner Abreise begleichen, sondern auch die provisorisch veranlagte Wehrpflichtersatzabgabe für das Abreisejahr und die Ersatzabgabe der folgenden Jahre.