Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03649.jsonl.gz/2221

Das Neuenburger Stimmvolk befindet am 28. November über eine Umfahrungsstrasse in La Chaux-de-Fonds. Der Grosse Rat hatte dem Kredit von 186 Millionen Franken für das Umfahrungsprojekt Ende März mit grosser Mehrheit zugestimmt. Ein Komitee aus der Linkspartei Solidarités, den Jungen Grünen, Greenpeace und dem Klimastreik ergriff das Referendum.
Die Behörden und die Mehrheit der Parteien sind der Meinung, dass der geplante Tunnel notwendig ist, um die Innenstadt von Staus zu befreien. Die Befürworter versprechen sich davon eine bessere Lebensqualität für die Bevölkerung und eine Steigerung der Wohn- und Wirtschaftsattraktivität. Mit dem Bau werde auch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel gefördert und dies trage auch zur Verringerung des Strassenlärms bei.
22'000 Fahrzeuge pro Tag
Die Hauptstrasse H18 von Basel nach La Chaux-de-Fonds führt mitten durch die Uhrenmetropole, auf der derzeit 22'000 Fahrzeuge pro Tag verkehren. Nach Berechnungen des Kantons werden langfristig 18'000 Fahrzeuge pro Tag den Umfahrungstunnel passieren und so den Transitverkehr aus dem Stadtzentrum verlagern. Mehr als die Hälfte der Kosten in Höhe von 186 Millionen Franken übernimmt der Bund. 73.1 Millionen Franken gehen zulasten des Kantons.
Das Referendumskomitee dagegen ist der Ansicht, dass die neue Strasse die Verkehrsprobleme der Uhrenstadt nicht lösen wird. Der Bau neuer Strassen führe in der Regel zu einer Zunahme des Verkehrsaufkommens und trage nicht dazu bei, die Staus zu verringern. Nach Ansicht des Komitees ist das Projekt «unwirksam, schlecht durchdacht, katastrophal für das Klima und weitgehend überholt».