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Die 7 + 5 Dimensionen des MDU
Die wunderbare Welt unserer Musik besteht aus den 7 Tönen einer Tonleiter und ihren 5 Halbtönen. Und so, wie viele Millarden unterschiedliche Musikstücke aus diesen 12 Tönen bestehen, genau so können Sie aus den 12 Dimensionen des MDU im Prinzip Milliarden von Unterrichtsmöglichkeiten umsetzen. Darum gibt es auch nicht den MDU®...
Ergänzt man diese 12 Töne notwendigerweise noch mit Rhythmen (die im Prinzip eigentlich nur durch 2 oder 3 multipliziert oder dividiert werden), können fast 100% aller Musikstücke mit diesen elementaren Mitteln komponiert werden.
Doch genau so, wie die 12 Töne ohne den RHYTHMUS höchst langweilig und mit der Zeit sogar "eintönig" werden können, genauso wird MDU mit der Zeit langweilig und "eindimensional", wenn der SPIRIT der Lehrperson fehlt, die MDU® umsetzt:
MDU-"SPIRIT"
Unter "Spirit" bei der Umsetzung von MDU® verstehen wir die Lust, die Motivation, den Geist, die Kreativität, die Neugier, sich immer wieder von seinen Schülern zum eigenen Lernen und zur geistigen Spontaneität und Flexibilität herausfordern zu lassen.
Tonika und (Sub-)Dominante des MDU
Die "Basis", quasi die "Tonika" des MDU lautet:
Lernen mit mindestens zwei Unterrichts-Partnern
Somit ist die Lehrperson bereits im Einzelunterricht Partner des Schülers. Damit ist der Grundsatz eines schüler-orientierten Unterrichts gemeint, d.h. ich richte mein Handeln an den Bedürfnissen des Schülers aus und gestalte den Unterricht so, dass diese Bedürfnisse für mich stets erkennbar sind (nicht zu verwechseln mit schüler-zentriertem Unterricht - bei dem der Schüler machen darf/muss, was er will).
Die Formulierung "mindestens zwei Partner" drückt schlicht und einfach aus, dass - je mehr Partner - desto mehr Kommunikations- und dadurch Lernmöglichkeiten existieren.
Die Dimensionen
Lernen in flexiblen Zeiten
Lernen - wenn möglich - in mehreren Räumen
können mit Dominante (Zeit) und Subdominante (Raum) verglichen werden.
Mit "flexibler Zeit" ist gemeint, dass innerhalb eines festen Rahmens von Unterrichts-Beginn und -Ende die Aufteilung von Einzelunterricht, selbstständigem Üben, alters- und niveaugemischter Interaktion, Ensemblespiel, Theorie usw. von Woche zu Woche flexibel variieren kann.
MDU®-Schüler besuchen in der Praxis (gerne!) zwischen ein und vier Zeitstunden den angebotenen Unterricht.
Die am meisten missverstandene Dimension ist die von "mehreren Räumen": Sinn und Zweck eines zusätzlichen Raumes ist - im Interesse des Schülers - die Möglichkeit, ohne seine Lehrperson zu üben und somit seine Selbstständigkeit zu fördern. Auch eine alters- und niveaugemischte Interaktion gelingt vor allem dann, wenn die Schüler mit- und voneinander ohne die ständige Anwesenheit der Lehrperson lernen dürfen.
Ein zweiter Raum ist demnach weniger ein "Luxus" als eine Notwendigkeit für ein selbstständiges und interaktiv gelingendes Lernen der Schüler.
In der Praxis des MDU® ist es bis jetzt an jeder Musikschule gelungen, flexible Zeiten organisatorisch umzusetzen als auch im Laufe der Zeit (denn die Umsetzung von MDU® ist ja ein Prozess) zusätzliche Räume zu aquirieren.
Die "Terz" und "Sext" des MDU
Als "Terz" und "Sext" des MDU® können diese zwei Dimensionen verstanden werden:
Lernen mit Unterrichts-Partnern verschiedenen Alters
Lernen mit Unterrichts-Partnern verschiedenen Niveaus
Ähnlich wie Terz und Sext einen grossen Einfluss auf die "Harmonie" der Musik haben, so ist die Heterogenität (= alters- und niveaugemischtes Lernen) eine grosse Chance für einen (noch) erfolgreiche(re)n Unterricht. Allerdings verhält es sich mit diesen Chancen nicht nur an der Börse so:
Je grösser die Chance, desto grösser auch das Risiko.
Genau aus diesem Grund hilft die MDU®-Ausbildung dabei,
- die Chancen zu steigern und
- die Risiken zu minimieren.
Altersgemischtes Lernen bedeutet, dass ganz bewusst Kinder und Jugendliche (und sogar Grosseltern!) parallel unterrichtet werden. Es ist ganz wie in der Natur (denn in den seltensten Fällen sind z.B. vier Geschwister Vierlinge...). Und so sind Alters-Konstellationen mit 7, 8, 9 und 10 Jahren erfahrungsgemäss weniger sinnvoll als z.B. 6, 9, 13 und 16 Jahren (eben wie es in der Natur, d.h. in den meisten Familien mit mehreren Geschwistern ja auch ist).
Niveaugemischtes Lernen hat sich in der Praxis als äusserst erfolgreich und nachhaltig erwiesen. Zum einen kann so ein "sempre ritardando" im Lernfortschritt der älteren Schüler verhindert werden: Die leichteren Stücke der Anfänger zu spielen, dafür aber mit dem Fokus auf diejenigen musikalischen Paramenter wie z.B. ein adäquates Tempo oder eine ästhetische musikalische Gestaltung zu legen (die beim früheren Neu-Lernen der Stücke schlicht nicht umsetzbar waren) stellt sich als höchst befriedigend für die Fortgeschrittenen dar. Erfahrungsgemäss ist anschliessend das Musizieren auf dem eigenen Niveau sowie das Lerntempo deutlich verbessert.
Zum anderen ist es die grosse Motivation und das "latente Vor-Lernen" der Anfänger, die - bei kompetenter Umsetzung des MDU® - ihre Lern-Erfolge im Unterrichts stetig verbessern.
Sind Anfänger von Beginn an MDU®-Lernformen gewöhnt, ist für sie dieses Lernen völlig "normal". O-Ton einer MDU®-Schülerin: "Mama, ich habe da eine Freundin in der Klasse, die geht für nur 30 Minuten zur Musikschule und ist die ganze Zeit mit ihrem Lehrer ganz alleine ... echt krass!"
Die Sekunden und Septimen des MDU
Als "Sekunden" und "Septimen" können diese zwei Dimensionen angesehen werden:
Lernen mit mehreren Lehrpersonen
Lernen mit verschiedenen Instrumenten
"Unterrichten im Team-Teaching ist wie nicht-mehr-alleinerziehend!" - so brachte es eine Teilnehmerin des 3. MDU®-Moduls auf den Punkt. Das gemeinsame Unterrichten stärkt noch einmal die besonderen Kompetenzen jeder einzelnen Lehrperson und hilft ihr auch dabei, langfristig die eigenen Schwächen zu verbessern.
Die Erfahrung zeigt, dass sich viele Schüler nach einer gewissen Zeit sehr bewusst den verschiedenen Lehrpersonen zuwenden, je nach Kompetenz und sozialer Bindung.
Der "Kollege Zufall" ist es häufig, der Lernmöglichkeiten beim parallelen Unterrichten mehrerer Instrumente aufzeigt: So lernte z.B. eine fortgeschrittene Bläserin, was ein Quint-Bordun (in der linken Hand am Klavier) ist und konnte ihrerseits wunderbar dazu improvisieren.
"Wir wollen gute Musik machen - und zwar gemeinsam!" - diese Lust an der Musik lässt die Schüler üben wollen. Und zwar auch Dinge wie z.B. Transponieren, schwere Tonarten oder unbekannte Musikstile mit hoher Motivation ... denn das musikalische Ergebnis befriedigt anschliessend umso mehr, wenn man sich für den Erfolg besonders anstrengt hat (wie die aktuelle Hirnforschung eindrucksvoll bestätigt...)!
Die "Halbtöne" des MDU
Die bisher genannten 7 (äusseren) Dimensionen entstanden bereits 1995; erst im Laufe der praktischen Umsetzung bildeten sich weitere fünf "innere" Dimensionen, die gerne auch als Halb- oder "Zwischen"-Töne angesehen werden können:
Vertrauen in das Lernen wollen der Schüler
Geduld - zum Wachsen lassen
Beobachten und wahrnehmen wollen
Bereitschaft zur Selbstkritik
Loslassen ... um Lernen wollen zu ermöglichen...
Vertrauen in das Lernen wollen ... das ist zwar leicht gesagt, aber in der Praxis scheint man immer wieder enttäuscht zu werden...
Seitdem sich Lehrpersonen in den Seminaren der MDU®-Ausbildung gegenseitig unterrichten, können sie - selbst in der Rolle eines Schülers - erfahren, wie zerbrechlich das eigene Lernen wollen sein kann. Erstaunlicherweise war man nicht selten schon nach weniger als 60 Minuten demotiviert. Ein häufig genannter Grund: der Lehrer/Kollege hatte es zwar "soooo gut gemeint" - doch hatte er durch seinen Ehrgeiz das eigene Wollen manchmal schon im Keim erstickt.
Diese (eindrückliche) Erfahrung kann man an dieser Stelle aber kaum beschreiben, man muss sie selbst einmal im Seminar gemacht haben.
Geduld - zum Wachsen lassen: Ein altes Sprichwort sagt: "Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht". Adäquat lässt sich sagen: "Ein Schüler lernt nicht besser, wenn man stets vorwärts kommen will".
Ja, dieses "Vorwärts kommen wollen" mit dem Schüler ist eines der grössten Wurzeln jedes frustrierten (Abmelde-)Übels. Durch viel zu wenig wiederholte und somit vertiefte Lerninhalte werden die Lern-Lücken immer grösser - das Resultat sind die allseits bekannten Schüler, die z.B. die Werte von Viertel- und Achtelnoten noch nach vielen Unterrichtsjahren "sehr frei interpretieren"...
MDU® setzt dagegen auf ein (zunächst) langsameres - weil durch den Schüler selbst bestimmtes - "Vorwärts gehen" (Besitzer von Gärten wissen nur allzu gut, dass das Gras manchmal innerhalb von Tagen und manchmal erst nach einigen Wochen gemäht werden muss). Die Geduld zahlt sich mittel- und ganz besonders langfristig aus: Die Lerninhalte sind dann tatsächlich kompetent beherrscht - und zunehmende technische und musikalische Schwierigkeiten stellen keine unüberwindbaren Hindernisse mehr dar.
Nebenbei: In der MDU®-Ausbildung geht es vielen Lehrpersonen ähnlich. Diejenigen, die auch mit sich und ihren eigenen Lernfortschritten Geduld hatten, konnten langfristig die Strukturen des MDU® erfolgreicher umsetzen.
Beobachten und wahrnehmen - anstatt zu Kontrollieren und vor allem stets zu Werten!
Um diese Dimension konkreter darzustellen, sei an dieser Stelle ein konkretes Beispiel beschrieben:
Lehrer und Schüler vereinbaren für die 10-minütige Übeeinheit im Nebenraum, dass er Schüler zurück komme, wenn "das Stück o.k. ist". Auf die Nachfrage des MDU®-Trainers, ob das Stück denn für ihn oder für den Lehrer o.k. sein sollte, antwortete der Schüler: "Es reicht mir, wenn ich zufrieden bin." Und der Schüler kam nach 10 Minuten zurück, spielte mässig, aber er war - auf Nachfrage - in der Tat "zufrieden"...
Was tun??? Hier heisst es: "Erst einmal wahrnehmen - (durchschnaufen) - und vor allem nicht werten". Die MDU®-Lehrperson nahm also wahr, dass alles "Verbessern" jetzt nicht grad in der "Lern-Lust" des Schülers lag und fragte darauf hin: "Und ... wann hättest Du denn Lust, das Stück ein wenig flüssiger, flotter und musikalischer zu spielen?" Man einigte sich schliesslich darauf, das Stück in einem Jahr wieder zu spielen.
Als dann nach ca. 9 Monaten der kleinere Parallel-Schüler dieses gleiche Stück erlernen wollte, spielte der "Grosse" dann das Stück nach kurzer Zeit perfekt.
Bitte fragen Sie sich nun selber, wie diese "Geschichte" wohl ausgegangen wäre, wenn die Lehrperson das (ehemals) schlechte Spiel des Schülers gleich beurteilt und somit gewertet hätte?!?
Bereitschaft (und Fähigkeit) zur Selbstkritik: "Manche Menschen wollen die ganze Welt verändern - nur nicht sich selbst...!"
Braucht es an dieser Stelle wirklich eine lange Erklärung, warum sich die Dinge mit Sicherheit bereits dann schon ändern, wenn man sich selbst verändert?
Sicher - das geht nicht "von heute auf morgen", und zwar weder Ihre eigene Veränderung noch die Veränderung der äusseren Umstände (die sich erst mit Verspätung ändern werden, und zwar erst dann, wenn man wahrgenommen hat, dass Sie sich wirklich verändert haben und das auch ausstrahlen).
Loslassen ... um Lernen wollen zu ermöglichen: In der MDU®-Ausbildung sprechen wir oft vom sog. "Wunsch-Stuhl", auf dem entweder der Lehrer oder der Schüler sitzen kann ... aber (leider) nicht beide gleichzeitig! Denn sobald der Lehrer will, dass
- der Schüler beim Konzert spielt,
- der Schüler die Prüfung macht,
- jetzt "vorwärts gehen" soll,
hat der Schüler keine Chance mehr, diesen Wunsch selbst zu äussern!
Wenden Sie den Vergleich des "Wunsch-Stuhls" doch mal auf den Strauss Rosen an, mit dem Sie Ihre Partnerin / Ihren Partner überraschen wollen: Sobald Sie aus dessen Mund die Worte "Ich würde sooooo gerne mal wieder von Dir mit einem Strauss Rosen verwöhnt!" hören, haben Sie keine Chance mehr, Ihre/n Partner/in zu überraschen...!
Was meinen Sie also, wann Ihr Schüler besser lernt: Wenn er lernen soll oder wenn er lernen will?
In der MDU®-Ausbildung lernen Sie, den Wunschstuhl "unauffällig und ganz zufällig" zu platzieren. Aber erst, wenn der Schüler auch an diesen Wunschstühlen vorbei gehen darf (denn genau das bedeutet ja "Loslassen" - und sonst wäre es ja Manipulation), erst dann ist das Lernen wollen Ihrer Schüler langfristig und nachhaltig möglich.
Intermezzo: "Wie geht Geige?"
- Halten Sie die Violine fest zwischen dem linken Kinn und der ausgestreckten linken Hand.
- Spannen Sie den Bogen und nehmen ihn in Ihre rechte Hand (runde Finger!)
- Legen Sie die Finger Ihrer linken Hand auf das Griffbrett.
- Streichen Sie mit dem Bogen nun gleichmässig im Winkel von 90 Grad über eine Saite.
- Drücken Sie die Finger der linken Hand auf die gleiche Saite.
- Suchen Sie die Töne von "Alle meine Entchen" und merken sich die Positionen.
- Viertelnoten dauern einen Schlag, Achtelnoten einen halben...
- usw.
Vom KENNEN zum KÖNNEN
Was sollte das denn? So kann man doch nicht Violine erlernen!!!
Recht haben Sie! Denn dazu braucht es
- kompetenten Unterricht
- regelmässiges Üben sowie
- Lust und Motivation zum Lernen.
Durchhaltewillen wäre auch nicht schlecht, ebenso zusätzliches Ensemblespiel und Musiktheorie.
Nur: mit der organisatorischen und pädagogischen Umsetzung von MDU®-Strukturen verhält es sich ganz ebenso!
Auch hierzu braucht es
- kompetenten Unterricht
(= Seminare, Praxisworkshops und Coaching)
- regelmässiges Üben (= Ihre engagierte Umsetzung vor Ort)
- und auch Ihre Lust und Motivation, MDU® umsetzen zu wollen.
Ihr Durchhaltewillen wäre auch nicht schlecht, ebenso die Nutzung des (internationalen) kollegialen Austausches sowie Ihre theoretische Reflektion.
Wenn Sie (wie bei oberen Beispiel der Violine) vielleicht ja nicht nur wissen wollen, "wie MDU® geht", sondern die soeben beschriebenen Ideen in den nächsten Wochen / Monaten / Jahren / Jahrzehnten auch umsetzen können wollen, dann laden wir Sie herzlich zu einem kostenlosen Informationsgespräch ein.