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Der NATO-Einsatz in Libyen kann nach Ansicht von Frankreichs Aussenminister Alain Juppé angesichts des Todes des gestürzten Machthabers Muammar al-Gaddafi als beendet betrachtet werden.
"Ich glaube, wir können sagen, dass der Militäreinsatz beendet ist und dass sich das gesamte libysche Staatsgebiet unter der Kontrolle des Nationalen Übergangsrats befindet", sagte Juppé am Freitag dem französischen Sender Europe 1. Der NATO-Einsatz sei zu einem Abschluss gekommen.
US-Aussenministerin Hillary Clinton sagte, der Tod des jahrzehntelangen libyschen Machthabers markiere den "Beginn einer neuen Ära für das libysche Volk". Ein "sehr unglückliches Kapitel" sei geschlossen worden, sagte sie bei einem Besuch in Islamabad.
Sie sagte dem Land die Unterstützung der USA beim Aufbau einer demokratischen Zukunft zu. Gaddafi war am Donnerstag bei Kämpfen um seine Geburtsstadt Sirte getötet worden. Die genauen Umstände seines Todes sind weiter unklar.
Rascher Übergang
Nach dem Tod des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi und der Eroberung der letzten Widerstandshochburg Sirte wollen die Libyer zügig mit dem Aufbau eines neuen Staatswesens beginnen.
Der Vorsitzende des Exekutivrates des Übergangsrates, Mahmud Dschibril, sagte nach Angaben des Nachrichtensenders Al-Dschasira, die neuen Machthaber wollten an diesem Samstag offiziell den Beginn der Übergangsphase auf dem Weg zu einem demokratischen Staat verkünden.
Der Vorsitzende des Übergangsrates, Mustafa Abdul Dschalil, wolle dies in Sirte, der Heimatstadt von Ex-Diktator Gaddafi tun. Dann werde binnen 30 Tagen eine neue Übergangsregierung gebildet. Acht Monate später solle dann ein Nationalkongress einberufen werden, um die Weichen für einen kompletten Neuanfang zu stellen.
Dschibril erklärte den Angaben zufolge, der Übergangsrat habe am Donnerstag, nachdem Gaddafi getötet worden sei, Kontakt mit dem Internationalen Strafgerichtshof aufgenommen. Das Gericht habe die Libyer gebeten, Gaddafi vorerst nicht zu begraben, damit der Leichnam untersucht werden könne.
Der Übergangsrat habe jedoch anders entschieden. Allerdings hätten Ärzte Haar- und Gewebeproben von der Leiche genommen, um keine Zweifel an der Identität des Getöteten aufkommen zu lassen.