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TETRA verdoppelt die Reaktionszeit
TETRA verdoppelt die Reaktionszeit
Das sei noch lange kein Gesundheitsschaden, meint die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (D)
Sicher nicht? Und auf der nächsten Strassenkreuzung? Gibt’s da nur Blechschaden?
1 ½ Salto mortale des angefahrenen Fussgängers mit anschliessendem Aufschlag des Schädels am Bordstein ist doch gesund? Oder etwa nicht? (Dabei gehen wir erst noch davon aus, dass der Beifahrer und nicht der Fahrer selbst am TETRA-Handy hängt)
Hans-U.Jakob, 3.7.2004
TETRA heisst das Mobilltelefonsystem für Sicherheitsdienste (Behörden, Polizei, Feuerwehr usw.)
Das Konzept ist mit dem GSM-System vergleichbar.
Es gibt „lediglich“ folgende Unterschiede:
Trägerfrequenz 380 bis 400MHz statt 900 oder 1800MHz
Nur 4 Zeitschlitze statt 8
Pulsfrequenz 18Hz statt 217Hz
Die im amtlichen Mitteilungsblatt 3/2003 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (D) vorgestellte namenlose Studie wurde wie üblich, wenn es etwas zu vertuschen gibt, mit der am wenigsten auf EM-Felder reagierenden Bevölkerungsgruppe durchgeführt. Nämlich mit 24 gesunden jungen Männern im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. (!)
Die Doppelblindstudie:
Mit einer Art Helmkonstruktion wurde diesen jungen kräftigen Männern ein TETRA-Handy am Ohr befestigt.
Dann wurde mittels Drucktasten, von denen es bei Aufleuchten eines Rotlichtes die erste loszulassen und die zweite zu drücken galt, die Reaktionszeiten getestet.
Wenn das Rotlicht aufleuchtete, wussten die Probanden nicht, ob das TETRA-Handy sendete oder nicht. In der Fachsprache heisst das, sie wussten nicht, ob sie „befeldet“ oder „nichtbefeldet“ waren.
Die Versuche dauerte jeweils 2 Stunden pro Proband und wurden in 4 Zeitabschnitte aufgeteilt. Der erste diente der Uebung und wurde nicht bewertet.
Beim 2. Zeitabschnitt galt es ernst und die Probanden waren nach der Uebungsrunde so gut im Schuss, dass sie bei Befeldung sogar rund 10 Millisekunden schneller reagierten als bei Nichtbefeldung. (?)
Beim 3. Zeitabschnitt war zwischen Befeldung und Nichtbefeldung schon gar kein Unterschied mehr feststellbar.
Und nachdem beim 4. Zeitabschnitt (nach 1.5 Stunden) offenbar eine gewisse Unlust an der Knofdrückerei aufgetaucht war, erhöhte sich die Reaktionszeit bei Befeldung um mehr als das Doppelte. (Von 25 auf 55 Millisekunden) Das heisst, bei eintöniger Tätigkeit, wie oft im Berufsleben oder im Strassenverkehr, war nach einer gewissen Zermürbungszeit doch ein frappanter Unterschied zwischen Befeldung und Nichtbefeldung feststellbar.
Kühn behauptet nun die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (D) aufgrund dieses Tests, Zitat:“ Nach dem derzeitigen Stand dieser Auswertung sind keine gesundheitsgefährdenden Wirkungen der Felder eines TETRA-Handfunkgerätes feststellbar.“
Ende Zitat.
Fragen von Gigaherz:
Was hat nun die Reaktionszeit in einem 2-stündigen Versuch mit den Langzeitfolgen über 5 oder 10 Jahre zu tun?
Was hat nun die Reaktionszeit in einem 2-stündigen Versuch mit den Klagen über Uebelkeit, Kopfschmerzen von Polizisten und Polizistinnen zu tun, welche dieser Technologie dauernd über Monate und Jahre ausgesetzt sind?
Was hat nun die Reaktionszeit mit zellulären oder subzellulären Effekten (DNA) zu tun?
Schlussendlich spielt es ja keine Rolle, ob die jungen Männer beim TETRA-telefonieren nach 40 oder nach 80 Millisekunden unfruchtbar werden.
Eine sehr gute Seite hat der Versuch allerdings.
Gigaherz kann diesen selber, auf einfache Art reproduzieren. Die Testeinrichtung ist so unkompliziert und klar, dass diese spielend nachgebaut werden kann. Eklatante Verbesserungen sind dabei sehr gut möglich und man kann dabei sogar verschiedene Bevölkerungs- und Altersgruppen testen.
Gigaherz wartet gespannt darauf, wie rasch die Behörden diesen Versuch wegen Gesundheitsgefährdung von Kindern, Frauen und Senioren verbieten werden.
Dazu noch ein wissenschaftlicher Kommentar, am 5.7.04 per e-mail eingetroffen:
Sehr geehrter Herr Jakob,
hier sind Sie möglicherweise auf einer ganz heissen Spur. Die Versuche von Achermann et al. an der Universität Zürich haben eine Verbesserung der Reaktion und Konzentration bei Befeldung mit 217 Hz ergeben, also eine Gesundheitsförderung. Das selbe Ergebnis wie bei TETRA im ersten Durchlauf. Der Unterschied zu Zürich ist, dass in Zürich nur ein Durchlauf geschah. Beides ist miteinander aber kompatibel. Denn bei einer ersten kurzen Exposition wird wahrscheinlich sogenannt positiver Stress mit Adrenalin Ausschüttung ausgelöst, Adrenalin fördert bekanntlich die Wachsamkeit. Bei längerer Exposition bzw. bei wiederholter Exposition kommt ein anderer Stress auf, welcher mit dem Stresshormon Cortisol verbunden ist. Unter diesem anderen Stress sind Konzentration, Reaktion und Gedächtnisleistung eingeschränkt. Ich hätte auch noch Ideen zu solchen Versuchen, und werde Ihnen diese gelegentlich mitteilen.
Mit freundlichen Grüssen WK.