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Die Karlsbader Methode ergibt einen besonders reinen, säurearmen und sehr milden Filterkaffee. Die Bohnen werden dafür recht grob gemahlen und können insgesamt – als Anhaltspunkt – eher die Konsistenz oder Körnung von Kakaonibs als von Kaffeemehl haben. Man nimmt etwa sieben bis zehn Gramm pro 100 Milliliter Wasser. Der Siebbehälter wird auf die vorgewärmte Kanne gesetzt und (ohne Filterpapier) mit dem Kaffee befüllt. Obenauf wird schließlich der Wasserverteiler platziert, der dafür sorgt, dass der Kaffee im Sieb ganz gleichmäßig benetzt und eine Unterextraktion vermieden wird. Verwenden Sie siedendes Wasser, die ideale Temperatur liegt bei 92–96 °C, und warten Sie etwa vier bis fünf Minuten Durchlaufzeit ab. In der Kanne werden sich die Aromen des Getränks merklich entwickeln.
Kannen des Karlsbader Typs werden in den großen Kaffeeröstereien auch bei Verkostungen genutzt. Die „Bayreuther“ kommt aus der Porzellanfabrik Walküre, die seit 1899 in Bayreuth ansässig ist, und wird aus weißem, dickwandigem Hartporzellan hergestellt. An die Stelle des ursprünglich bauchig-verspielten Kannenkörpers ist die schlichte zylindrische Grundform getreten, im rechten Winkel dazu stehen klar die schalenförmig aus dem Porzellan gearbeiteten Griffe von Kanne und Siebbehälter. Der auf den Wasserverteiler passende Deckel kann auch als Abtropfschale dienen.