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John Ruskin war ein britischer Sozialphilosoph. Er verfasste mehrere Werke über Wirtschaftsethik. Darin erläuterte er schon früh die Gefahren der Industrialisierung. Firmen standen unter Innovations- und Preisdruck. Nur die billigsten Produkte wurden verkauft. Doch viele Käufer übersahen die Hebelwirkung von vielen Produkten: Bei den billigen Waren fielen oft hohe Reparatur- und Instandhaltungskosten an. Eine Zusatzinvestition, die man sich hätte sparen können, wenn man sich schon zu Beginn das hochwertige Produkt geleistet hätte.
Ruskin schreibt: „Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.“
Insbesondere im Bauwesen ist dieser Grundsatz immer noch aktuell. Denn je nach Gebäudetyp betragen die Erstellungskosten nur 12-15% der gesamten Lebenszykluskosten. Das Einsparungspotential durch „Vergabe an den Billigsten“ ist also extrem klein. Der Effekt und das Risiko für den Betrieb sind jedoch gewaltig!
John Ruskin gründete ausserdem eine Gilde als Mittel, den „Verfall des Britischen Staates“ zu verhindern. Die Gilde bestand aus wohlhabenden Mitgliedern, die bereit waren, einen Teil ihres Einkommens in den Ankauf von Land zu stecken und dieses grün zu halten. Ruskin: „Wir werden keine Dampfmaschinen darauf haben und keine Eisenbahn“.
Quelle Grafiken und Text: Saia-Burgess Controls – News Ausgabe Nr. 13, 2012