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Neujahrstag
Wann?
1. Januar
Wo?
Gesamte Schweiz
Für wen?
Alle
Der Neujahrstag am 1. Januar zählt zu jenen Feiertagen, die neben Auffahrt, dem ersten Weihnachtsfeiertag und dem Bundesfeiertag am 1. August in der gesamten Schweiz anerkannt ist. Der Neujahrstag findet immer am 1. Januar statt und ist ein den Sonntagen gleichgestellter Feiertag gemäss Art. 20a Abs. 1 ArG im gesamten Kanton.1
Geschichte
Nicht immer wurde der Neujahrstag als Übergang vom alten zum neuen Jahr am 1. Januar gefeiert. Zwar liegt der Ursprung dieses Feiertags schon lange zurück, aber im historischen Verlauf änderte sich das Datum des Neujahrstages bereits öfters – und das hängt mit den verschiedenen Kalendern zusammen, die das Jahr strukturieren.
Da gibt es einmal den Mondkalender. Menschen erkannten schon sehr früh, dass es Mondphasen gibt und dass die Zeit zwischen zwei Vollmonden ca. 30 Tage umfasst. Die daraus entstandenen Mondzyklen erhielten Namen und so ist es kaum verwunderlich, dass das Wort «Monat» von «Mond» abstammt. Es gibt nur ein kleines Problem mit dem Mondkalender: Ein Mondzyklus um die Erde dauert keine vollen 30 Tage, sondern etwa 29,5. Dadurch geraten die Jahreszeiten immer wieder durcheinander und so könnte der Januar auch im astronomischen Sommer liegen. Bei der Berechnung von Erntezeiten ist eine solche Verschiebung ein erhebliches Problem.
So kam irgendwann auch der Sonnenkalender dazu, der das Jahr anhand der wandernden Sternkonstellationen in ca. 365 Tage teilt. Auf dieser Basis wurden dann auch in der griechischen Antike neue Kalendersysteme erdacht: Die Monte wurden so angepasst, dass sie ein astronomisches Jahr ergaben.
In der griechisch-römischen Zeit wurden die Kalendersysteme genauer berechnet, um möglichst nahe an den Verlauf der Jahreszeiten zu kommen. Wann das Neue Jahr allerdings gefeiert wurde, unterschied sich innerhalb der Kulturen. Eine Orientierung boten die astronomischen Daten wie die Tagundnachtgleichen oder Sommer- und Wintersonnwenden – der 1. Januar spielte erst bei den alten Römern eine Rolle.2
Auf die alten Römer gehen nicht nur die Monatsnamen zurück, sondern auch das Datum für den Jahreswechsel. Wobei es lange Zeit üblich war, dass am 1. März Neujahr gefeiert wurde, denn der römische Kalender hatte nur zehn Monate. Im 2. Jahrhundert vor Christus führten ergänzten sie das Jahr um zwei Monate am Ende, doch der Jahreswechsel am 1. März blieb.
Julius Cäsar war es hundert Jahre später, der den julianischen Kalender mit Januar als Jahresbeginn einführte: Er besteht aus 12 Monaten, 365 Tagen und alle vier Jahre gibt es ein Schaltjahr. Erstmals begannen das Amtsjahr und das Kalenderjahr am 1. Januar. Damit liegt dieser Kalender sehr nahe am astronomischen Jahr, denn das römische Jahr war nur 11 Minuten kürzer als die Sonnenumrundung der Erde (mit dem gregorianischen Kalender 1582 wurden diese Minuten schlussendlich angeglichen).2
Auch wenn die Römer den 1. Januar als Datum für das neue Jahr fixierten, war es noch lange keine Norm. Die häufige Diskrepanz zwischen bürgerlichem und liturgischem Kalender zeigt sich auch in den unterschiedlichen Jahresanfängen, die nicht weniger als sechs verschiedene Daten hatten.3
Und es gab noch ein Thema, das vor allem der Kirche missfiel: Die Ausschweifungen bei den römischen Neujahrsfeiern. Als Reaktion darauf verordnete die Kirche ihren Gläubigen mit dem 1. Januar einen Busstag. Erst 1582 mit der Gregorianischen Kalenderreform löste sich das Wirrwarr und das Jahresende rückte vom 24. Dezember auf den 31. Dezember. Bis ins 17. Jahrhundert dauerte es, als schliesslich 1691 Papst Innozenz XII den 1. Januar als 1. Tag des Jahres erklärte und den 31. Dezember zum Heiligentag (Todestag Silvester I.).3
Doch bis heute gibt es in der Schweiz eine Region, die den Jahreswechsel gleich mehrmals feiert: Die Appenzeller Hinterländer wollten den Gregorianischen Kalender lange nicht annehmen und feiern den Jahreswechsel daher gleich zweimal: Am 31. Dezember und am 13. Januar.4
Brauchtum
Der Jahreswechsel war schon immer ein Anlass zu exzessivem Trinken und Feiern, wie ein Brief von Cicero an seinen Freund Atticus 44 v.Chr. zeigt.3
Traditionell läutet in der ganzen Schweiz ein grosses Feuerwerk den Neujahrstag ein, die Menschen wünschen einander alles Gute und freuen sich auf das nächste Jahr:5
Neben dieser Tradition gibt es aber viele weitere Bräuche, die sich von Region zu Region unterscheiden:
In der Schweiz wird der Jahreswechsel von einem krachenden Feuerwerk und lärmenden Umzügen mit Schellen und Peitschenknallen begleitet. Nach altem Brauchtum geht es in der Nacht auf den Neujahrstag um die Abwehr von bösen Geistern und Dämonen. In Laupen nennt sich dieser Brauch Achetringele.4
Den Altjahrsesel gibt es in Schwarzenburg, wo der Esu das alte Jahr symbolisiert und für alles Schlechte verprügelt wird. Hinausgetrieben wird der Esu von einem Brautpaar, dem Teufel, einem Pfarrer und einem zweigesichtigen Weib, dem Hinnerefürfraueli, das mit der hübschen Gesichtshälfte freundlich ins nächste Jahr schaut.4,6
Die Silvesterkläuse, wie sie im Appenzeller Hinterland Tradition hat, werden mit Trachten, Masken und kunstvollen Hüten begangen. Lautes Schellengerassel, mehrstimmiges Jodeln und Glückwünsche dürfen nicht fehlen.4
Im Berner Oberland gibt es auch einige Altjahresbräuche, wie etwa die Pelzmartiga in Kandersteg, wo sich die jungen Männer des Dorfes in Pelzmartiga verwandeln. Von Mittag bis in die späten Abendstunden treten sie den Chindlifrässer, Blätzibub und Huttefroueli entgegen und veranstalten einen Heidenlärm, um das Böse abzuwehren.4
In Klosters findet am Nachmittag des 1. Januars im Dorfzentrum ein grosser Neujahrsempfang statt. Etwa 2000 Einheimische und Gäste feiern gemeinsam das neue Jahr. Höhepunkt ist das Klosterser Hotschrennen, bei dem zehn Schweine um die Wette laufen. Der Sieger ist der Glücksbringer für das neue Jahr.4
In Zürich findet jährlich der traditionelle Neujahrsmarathon für die ganze Familie statt.7
Ein früher häufig gepflegter Neujahrsbrauch in der Schweiz ist jedoch im Rückgang: Früher war es fast Pflicht, postalische Kartengrüsse an Familie und Freunde zu schicken. Nicht nur das hohe Porto dürfte Grund für den Rückgang sein, auch andere Kommunikationsmöglichkeiten.8
Verbreitet ist in Lachen aber noch der Brauch der Helsete oder Aushelste. Dieser Brauch geht darauf retour, dem Gottenkind ein Säcklein mit Münzen um den Hals zu legen und es damit aus der Patenschaft zu entlassen. Die Geldgeschenke wurden jedoch bald durch Eierkränze oder grosse Zöpfe ersetzt respektive wurde mit Kleidern "ausgesteuert".8
Sonstiges
Gesetzliche Regelung
Der Neujahrstag, die Auffahrt und der Weihnachtstag sind die einzigen Feiertage, die alle Kantone als gesetzliche Feiertage bezeichnet haben.9
Siehe: Arbeits- und Ruhezeiten
Quellen
- Neujahrstag in der Schweiz (de.wikipedia.org)
- Warum feiern wir Neujahr ausgerechnet am 1. Januar? (ralfgrabuschnig.com)
- Silvester und die Geschichte des Jahreswechsels (faz.net)
- Silvester (city-tourist.de)
- Silvester in Zürich (nzz.ch)
- Der Brauch und seine Figuren (altjahrsesu.ch)
- Neujahrsmarathon (neujahrsmarathon.ch)
- Bräuche in Lachen (lachen.ch)
- Feiertage in der Schweiz (google.com)