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Jacques Soguel – Der erste NHL-Draft der Schweiz
Jacques Soguel prägte den HCD der 70er und 80er Jahre. Zur Legende machte ihn sein spielerisches Können und ein NHL-Draft. Insbesondere aber seine Klubtreue auch in den schwierigsten HCD-Jahren.
Wohl kaum eine andere HCD-Legende hat in seiner Karriere solche Hochs und Tiefs mit dem Klub durchlebt wie Jacques Soguel. Angefangen in den 70er Jahren in der Nationalliga B, stieg Soguel mit dem HCD in die höchste Spielklasse auf, gewann zwei Meistertitel; um sich dann wenige Jahre später in der ersten Liga wiederzufinden. Dass er in dieser Zeit dem Klub die Treue hielt, macht ihn erst Recht zur HCD-Legende. Jacques Soguel spielte von 1974 bis 1991 ausschliesslich für den HC Davos. Wir blicken mit ihm zurück auf diese turbulenten Jahre.
Die 70er Jahre – Interesse von St. Louis
Der HC Davos verbrachte die meiste Zeit der 70er Jahre in der Nationalliga B. Zu jener Zeit schafft ein sogenannter Jacques Soguel den Sprung in die erste Mannschaft und wurde schnell zu einer wichtigen Figur der Mannschaft. 1976 schaffte Soguel, notabene noch immer als Nationalliga-B-Spieler und das im Amateurhockeyland Schweiz, historisches. Das NHL-Team St. Louis Blues draftete den HCD-Stürmer in der achten Runde – es ist der erste NHL-Draft eines Schweizers überhaupt. Einberufen in ein Trainingscamp, geschweige denn ins NHL-Team, wurde Soguel aber nicht. Kontakt hatte er ausschliesslich mit dem finnischen Scout, der ihn entdeckte.
Jacques Soguel erinnert sich:
Soguel führt Davos zum Meistertitel
Auch dank der Leaderfigur Jacques Soguel, der als Center oder Flügel zum Einsatz kam, schaffte Davos 1979 den Aufstieg in die Nationalliga A. Zusammen mit Daniele Paganini und später dem Kanadier Lance Nethery bildete Soguel eine Sturmlinie, die perfekt harmonierte. Schnell fand die Mannschaft den Tritt in der obersten Liga und feierte 1984 und 1985 zwei Schweizer Meistertitel hintereinander. Beide Male führte Soguel das Tam als Captain an. Es waren dies die ersten Titel nach 23 Jahren und die ersten im neuen Prunkstück, der neuen Eishalle in Davos. Soguel und dem HCD schien die Hockeyzukunft zu gehören. Er selbst fasste es nach einem der Meistertitel in einem Interview so zusammen: «Auf allen Posten sind wir besser gewesen als alle anderen Mannschaften. Vom Vorstand bis zu den Spielern und den Fans. Alles hat gepasst.» Niemand hätte es zu diesem Zeitpunkt für möglich gehalten, dass der HCD nur wenige Jahre später in eine der grössten Krisen der Vereinsgeschichte schlittern würde.
Abstieg in die 1. Liga
Der damalige HCD-Präsident Gery Diethelm sei ein grosser Befürworter des Amateursports gewesen, erzählt der Historiker Daniel Derungs, der seine Dissertation über den HC Davos gescrieben hat. Der Amateurgedanke von Diethelm sei «lobenswert» gewesen, so Derungs. Aber: «Andere Präsidenten hatten andere Geschütze aufgefahren. Lugano und später Bern verfolgten eine andere Strategie und investierten viel Geld.»
In den ersten Jahren nach den beiden Meistertiteln konnte man noch mit den Spitzenteams mithalten. Erst im Finale gegen Lugano war für Davos im ersten Folgejahr nach den Titeln Schluss. Danach folgten noch zwei Halbfinalteilnahmen. Es war eine trügerische Sicherheit, in der sich der HCD wähnte. Denn schon in der Saison darauf, musste der HCD in die Relegation, in der der Abstieg in die Nati B Tatsache wurde. Das war 1989 nur vier Jahre nach dem letzten Meistertitel. Soguel zu der damaligen Misere: «Wir haben uns nur minimal verstärkt nach den Meistertiteln. Wir versuchten es mit dem gleichen Stamm und das ging mit der Zeit nicht mehr gut.» Und während der HCD in die Nati B abstieg, waren andere Mannschaften bereits im Profitum angekommen, dem Traditionsverein drohte, den Anschluss komplett zu verpassen..
Soguel erlebte den Abstieg in die Nati B selbst mit. Und er beendete seine Karriere dort, wo er sie angefangen hat. Genau so wie sein langjähriger Sturmpartner Daniele Paganini. Doch als sie sahen, dass der HC Davos auch in der Nationalliga B ins Straucheln geriet, schnürten die beiden kurz vor Ende der Saison noch einmal die Schlittschuhe. Den erneuten Abstieg in eine noch tiefere Liga konnte aber auch das frühere Erfolgsduo Soguel/Paganini nicht verhindern. Es musste befürchtet werden, dass in Davos nie wieder Eishockey auf höchster Stufe gespielt werden würde. Andere Beispiele, unter anderem der EHC Arosa, standen als mahnendes Beispiel dafür, dass periphere Eishockeyvereine, schnell von der Bildfläche verschwinden können. Dem war sich auch Soguel bewusst. Soguel und Paganini wollten ihre Karriere zudem nicht mit einem Abstieg beenden und hängten deshalb noch eine Saison an. An der Bande stand mittlerweile der Kanadier Lance Nethery, ihr ehemaliger Sturmpartner coachte den HCD durch diese schwierige Zeit. «Ich habe nur für diesen einen Verein gespielt. Man hat damals wirklich mit dem Herzen für den Verein gespielt. Du hast hierhin gehört und hast alles gegeben für diesen Klub», erklärt Soguel sein damaliges Engagement für den Verein. Und es zahlte sich aus. Der HCD Davos schaffte den sofortigen Wiederaufstieg in die Nationalliga B.
Jacques Soguel über die schwierigen HCD-Jahre in den späten 80ern:
Somit konnte Soguel doch noch dort aufhören, wo er angefangen hat – in der Nationalliga B.
Jacques Soguel wurde zu seinen besten Jahren als bester Stürmer mit Schweizer Lizenz betitelt. Dass der Ausnahmekönner dem HCD immer treu blieb – und den Klub auch in seiner schwierigsten Phase unterstützte – macht ihn zu einer besonderen HCD-Legende.
Hier gehts zu den ersten beiden Teilen der Legendenserie:
Richard «Bibi» Torriani – Mit Eiercognac zu 19 Meistertiteln
Er gilt für viele als die grösste HCD-Legende. Richard «Bibi» Torriani führte den weltbekannten «ni-Sturm» an und war der erste Schweizer, der in die Hall of Fame aufgenommen wurde.
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