Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03366.jsonl.gz/532

Situation der ländlichen Bevölkerung
Der Distrikt Kolar ist eines der rückständigen Gebiete Indiens. Die Familien befeuern zum Kochen traditionelle Öfen mit knappem Brennholz und teurem, schadstoffreichem Kerosin. Vor 25 Jahren hat sich in den Dörfern die Bagepalli Coolie Sangha Organisation gegründet, die aus armen Kleinbauern und in der Landwirtschaft beschäftigen Familien besteht. In 915 Dörfern bilden 38.615 Familien sogenannte Coolie Sangha Einheiten, die sich für Schutz, Identität und Unterstützung der Mitglieder einsetzten. Der Projektpartner Agricultural Development and Training Society (ADATS) baut zusammen mit der Coolie Sangha Organsiation 18.000 Biogasanlagen (2m³) für die Familien im ländlichen Raum. Diese werden aus lokalem Material gefertigt und mit landwirtschaftlichen Abfallprodukten, in der Regel Kuhdung, befüllt. Das entstehende Biogas wird in den Haushalten zum Kochen genutzt.
Vorteile der Biogasanlagen
Durch den Gebrauch von Biogasanlagen reduzieren sich die gesundheitlichen Probleme der Familien, da zum einen der Abfall nicht mehr auf der Straße oder im Hinterhof entsorgt wird und zum anderen die Rußpartikel entfallen, die beim Kochen mit Holz entstanden sind. Frauen müssen kein Feuerholz mehr sammeln und da Biogas dreimal so viel Hitze entwickelt, wird Zeit eingespart und das Kochen vereinfacht. Weiterhin sparen die Familien Geld, da sie kein teures Kerosin kaufen müssen. Als Nebenprodukt der Biogasanlagen entsteht nährstoffreicher Dünger, der die Bodenqualität für die Landwirtschaft verbessert und der Bau und Erhalt der Anlagen bringt neue Arbeitsplätze. Auf ökologischer Seite werden auf Grund des Ersatzes von Holz und Kerosin durch erneuerbare Energien die Emissionen verringert und Abholzung vermieden.
Biogasanlagen in Indien - ADATS
Situation der ländlichen Bevölkerung