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Der Wechsel war schon länger erwartet worden. Seit dem letzten Spätherbst stand Sinisa Mihajlovic mehrmals kurz vor der Entlassung, denn die Beziehung zum mächtigen Präsidenten Silvio Berlusconi war nie gut. Am Ende der Saison hätte der Serbe mit grösster Wahrscheinlichkeit ohnehin gehen müssen. Nun hat Berlusconi nach nur zwei Punkten aus den letzten fünf Spielen frühzeitig gehandelt. Damit ereilte Mihajlovic das gleiche Schicksal wie vor ihm Massimiliano Allegri (Januar 2014), Clarence Seedorf (Juni 2014) und Filippo Inzaghi (Juni 2015), die allesamt vorzeitig entlassen wurden.
Insgesamt waren die Leistungen Milans unter Mihajlovic durchschnittlich geblieben. Das Team ist auf Platz 6 klassiert und steht im Cupfinal gegen Juventus Turin. Das ist zwar besser als die Klassierungen in den letzten zwei Saison (8. bzw. 10. Platz), doch nicht gut genug für die Ansprüche von Berlusconi. Ein 3:0 im Derby gegen Inter Mailand bleibt somit der einsame Höhepunkt der kurzen Tätigkeit Mihajlovics.
Nachfolger Brocchi (40) ist offiziell zunächst eine Interimslösung. Doch wenn die Resultate in den letzten sechs Meisterschaftsspielen und am 21. Mai im Cupfinal ordentlich ausfallen, wird er auch in der nächsten Saison Trainer von Milan bleiben. Berlusconi wollte Brocchi, der seit 2013 im Nachwuchs der Mailänder arbeitete, bereits 2014 (an Stelle von Inzaghi) sowie im letzten Sommer (an Stelle von Mihajlovic) als Trainer der ersten Mannschaft installieren.
Brocchi hat keine Erfahrung als Trainer im Profibereich. Dafür blickt er auf eine respektable Karriere als Spieler zurück. Der ehemalige Milan-Junior bestritt für Milan, Inter Mailand, Fiorentina und Lazio Rom über 300 Partien in der Serie A. Für Italien absolvierte er ein Länderspiel. Er gilt als talentierter Jung-Trainer, der sich in seiner Arbeit vor allem von seinen langjährigen Mentoren Carlo Ancelotti und Cesare Prandelli inspirieren lässt.
(SDA)