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Chlorkalium, Chlorkali, Kaliumchlorid, salzsaures Kali, etwas veraltet: Kalium muriaticum oder Kalium hydrochloricum
ORGAN: ALLE DRÜSEN, Bindegewebe, Faszien
1.1 Empfohlene Potenzierung: D 6
1.2 Charakteristik:
Nr. 4 Kalium chloratum baut im Körper den Faserstoff auf.
Das kollagene Bindegewebe besteht vorwiegend aus Molekülen mit faserartiger Struktur.
Das Kalium chloratum ist nötig für den Aufbau von Muskelfasern und Nervenfasern.
Wird Nr. 4 Kalium chloratum verbraucht, kann Faserstoff über die Haut austreten, es entstehen Milien, sie werden auch als Hautgrieß bezeichnet.
In den Bronchien ist der Faserstoff mit Hilfe von Nr. 4 Kalium chloratum an den Bronchialschleim gebunden. Wird Nr. 4 Kalium chloratum verbraucht, verliert dieser Faserstoff seinen Halt und fällt als weißlicher Schleim aus und es entsteht der schleimige Husten.
Ein ganz wichtiger Baustoff der Schleimhäute und anderer Körperteile, vor allem des Bindegewebes1, besteht im Faserstoff, einer Eiweißverbindung. Der Faserstoff ist ein fadenförmiges Gewebselement in mikro- bis makroskopischer Größe als Bindegewebs-, Muskel-, Nerven- oder Gliafasern. Letztere sind Bestandteile des Zellgewebes im Nervensystem. Kalium chloratum steht in besonderer Verbindung zum Faserstoff, in dem es ihn bindet.
Die Nr.4 hält den Blutfaserstoff in Lösung. Im Blut bildet Kalium chloratum das Fibrinogen, den Blutfaserstoff, welcher für die Blutgerinnung große Bedeutung hat. Allerdings kommt es bei einem Mangel an Kalium chloratum zu einem vermehrten Freiwerden an Faserstoff; dadurch wird die Fließfähigkeit des Blutes, die Viskosität eingeschränkt, es ist verdickt.
Die Nr.4 wird bei weichen Schwellungen eingesetzt, die meist nach akuten Entzündungen auftreten, z. B. weiche Schwellungen an Gelenken.
Diese Nummer ist das Mittel des 2. Stadiums einer Erkrankung, nämlich wenn die Krankheit beginnt, sich im Körper festzusetzen, also bevor sie chronisch wird. Kann sich der Organismus nämlich gegen die Krankheit zu wenig zur Wehr setzen, besteht die Gefahr, dass sie sich im Körper festsetzt. Das Zeichen dafür sind ja meistens die weichen Schwellungen.
Kalium chloratum ist das Mittel, das die Drüsen für ihre vielfältigen Aufgaben im Körper unterstützt.
Dieser Mineralstoff ist das Drüsenbetriebsmittel: In den Bronchien sind es die Schleimdrüsen, die Drüsen des Verdauungstraktes scheiden die verschiedenen Verdauungsenzyme aus (Belegzellen im Magen, Bauchspeicheldrüse). Bei einem starken Verbrauch an Nr.4 im Verdauungsbereich entsteht ein weißer Belag auf der Zunge. Stillende Mütter brauchen die Nr.4 als Betriebsmittel für die Brustdrüsen, gemeinsam mit der Nr.8 wird die Milchsekretion angeregt.
Als Drüsenbetriebsmittel ist es auch für den Gefühls- und Gemütshaushalt des Menschen von großer Bedeutung. Alle Gefühle des Menschen sind nämlich auf der körperlichen Ebene von Stoffen begleitet, die durch entsprechende Drüsen hergestellt und in den Körper ausgeschüttet werden.
Nr. 4 Kalium chloratum ist ein Entgiftungsmittel für chemische Gifte, es hilft dem Organismus auch beim Aufbau der Immunabwehr bei Impfungen. (Nr.2+3+4+8+20) Gemeinsam mit Nr. 2 Calcium phosphoricum gegeben, kann diese Mischung vorbeugend, aber auch nach der Impfung gegeben werden. Da nach Impfungen häufig niederes Fieber auftritt, der Organismus muss sich mit der Impfung auseinandersetzen, werden Nr. 2 Calcium phosphoricum und Nr. 4 Kalium chloratum noch mit Nr. 3 Ferrum phosphoricum kombiniert. Nr. 3 Ferrum phosphoricum aktiviert das Immunsystem.
1.3 Wirkungsweise:
Kalium chloratum ist ein Mineralstoff, dessen Mangelzeichen sich erst nach langer Belastung zeigen. Dabei ist natürlich viel Substanz abgebaut worden. So zeigt sich die Wirkung auch bei der konsequenten Einnahme nicht so schnell. Zuerst werden die vielen „inneren“ Bedürfnisse befriedigt, nachher verschwindet auch langsam das „äußere“ Mangelzeichen. Es ist also ein Mineralstoff mit langsamer Anlaufgeschwindigkeit. Es dauert, bis wieder alles in Schwung kommt.
Ein Mangel baut sich meist sehr langsam auf.
Bei manchen Beschwerden ist, wie zum Beispiel beim schleimigen Husten oder bei weichen Schwellungen (keine Ödeme oder Lymphknotenschwellungen), eine relativ rasche Heilung möglich.
1.4 Entstehung bzw. Verstärkung des Mangels
Durch Einwirkung von Alkohol auf den Körper, oder starke elektromagnetische Felder werden sehr viele Kalium chloratum Moleküle verbraucht. Übertriebenes Trinken von Milch und Milchprodukten und hoher Konsum von Käse führen ebenfalls zu einem Mangel an diesem Mineralstoff. Für deren Verdauung haben sehr viele Drüsen zu arbeiten, was einen entsprechenden Betriebsstoffmangel erzeugt.
Einen verstärkten Mangel hat ein übertriebener Gebrauch von Aromaölen zur Folge.
Speicher: In den Bronchien ist die Nr.4 an den Faserstoff verknüpft.
1.4.1 Antlitzanalyse
Milchfarbig: milchig-bläulich wie Magermilch aussehend oder milchig-rötlich.
Wir erkennen diesen Mangel auf dem Unter- und Oberlid, den Wangen, über der Oberlippe („Milchbart“), oftmals auch auf dem ganzen Gesicht.
1.5 Bindegewebe
Bevor wir auf die Bedeutung der Nr. 4 Kalium chloratum für das Fasergewebe eingehen, werden wir einen kleinen Ausflug in den Aufbau des Körpers machen, wozu uns das Buch Fritz Kahns aus dem Knaur Verlag zur Verfügung steht. Es hat den Titel: „Knaurs Buch vom menschlichen Körper“. Das Zitat, gekürzt, stammt aus dem Abschnitt 5: „Das Bindegewebe“
„Entwicklungsgeschichtlich das älteste und einfachste Gewebe ist jenes gallertartige Gewebe, das man Mesenchym nennt (griech. = das in der Mitte Ausgebreitete). Es herrscht im Körperbau der urtümlichsten vielzelligen Tiere, etwa der Quallen und der Schwämme, vor. Der menschliche Embryo beginnt seine Entwicklung ebenfalls mit einer beträchtlichen Menge des Gallertgewebes.
Das Gallertgewebe entsteht aus dem mittleren Keimblatt des Embryos. Seine Zellen haben unregelmäßig sternförmige Gestalt und sind durch Verzweigungen miteinander verbunden. Der Raum zwischen den Zellen ist mit der Intercellularsubstanz, einer geleeartigen Masse, angefüllt. Aus den Mesenchymzellen bildet sich eine ganze Reihe verschiedener Gewebe: Blut und Lymphe, Knorpel und Knochen sowie das eigentliche Bindegewebe.
Die Mesenchymzellen bringen vielerlei Zellarten hervor, so auch die Fibroblasten (= Fasernbildner), die unter der Vorstellung benannt sind, sie seien die Produzenten der Fibrillen. Diese Fibrillen sind das Charakteristische am Bindegewebe. Drei Arten von Fibrillen gibt es: Die Kollagenfasern sind weiß, biegsam, aber nicht elastisch und zu Bündeln zusammengefasst; die elastischen Fasern sind gelblich, hoch elastisch und liegen einzeln im Gewebe; die Netzfasern sind ziemlich dünn und stark verzweigt 2.
Zunächst sind die Fasern so locker angelegt wie die der Watte, später werden sie fester und an manchen Stellen sogar sehr dicht, an anderen schlaff.
An besonderen Stellen im Körper bildet das Bindegewebe Fasern in großer Zahl aus und formt Membranen (lat. = dünnes häutchenartiges Gebilde). Wichtige Organe sind durch besondere Schutzhüllen aus Membranen geschützt: Das Herz ist von einem Sack umgeben, dem Herzbeutel; zwischen Rippen und Lunge finden sich zwei Häutchen, das Rippenfell und das Lungenfell, die gegeneinander verschieblich sind; das Gehirn ist ebenfalls durch einen festen Überzug, die harte Hirnhaut, besonders geschützt.
Wo das Bindegewebe harte Arbeit leisten muss, bilden die Fasern Bänder. An manchen Stellen strahlen die Muskeln in besonders starke Bänder aus, die man Sehnen nennt. Die bekannteste, am eigenen Körper leicht abtastbare Sehne ist die Achillessehne, die den knöchernen Teil der Ferse, das Fersenbein, mit den Muskeln der Wade verbindet.
Unzählige Bänder verbinden die Knochen untereinander zum tragenden Gerüst unseres Körpers, zum Skelett. Starke Bänder bilden den Nacken, der den Kopf über dem Körper aufrecht hält. Die stärksten Bänder verknüpfen das Becken mit den Schenkelknochen – nur mit ihrer Hilfe vermögen wir uns auf den kühn geformten Stelzen unserer Beine im Gleichgewicht zu halten.
Chemisch bestehen die Fasern des Bindegewebes aus einem ziemlich einfach gebauten Eiweiß, dem Kollagen (griech. = Leimbildner). Es macht etwa 15 Prozent der Körpermasse aus und ist damit eine der häufigsten Substanzen des Körpers.
Unter der Einwirkung von starken Temperaturänderungen und von elektrischen Strömen wird die molekulare Anordnung der Kollagenmoleküle zerstört.
In der modernen Medizin bezeichnet man eine ganze Gruppe von Erkrankungen als Bindegewebsleiden oder Kollagenkrankheiten. Ganz allgemein gesprochen, spielt in all diesen Erkrankungen eine Entzündung des Bindegewebes eine Rolle; da sich besonders viel Bindegewebe in den Gelenken mit seinen Bändern und Gelenkkapseln findet, ist sehr häufig eine Entzündung der Gelenke vorhanden. Da aber das Bindegewebe Teil des Gerüstes in allen Organen ist, kann jedes dieser Organe beteiligt sein.“ 3
Wie wir schon bei der Nr.2 besprochen haben, entsteht das Bindegewebe aus dem Mesenchym. Es ist das älteste Organ des Menschen. Dank seines unspezifischen Regelsystems ist es allen anderen Organen und Funktionskreisen des Organismus vorgeschaltet und übergeordnet. Aus dem Mesenchym haben sich durch Differenzierung verschiedene Arten des Bindegewebes herausgebildet, die hier noch einmal zusammenfassend dargestellt werden:
Das Bindegewebe allgemein wird auch als extrazelluläre Matrix bezeichnet, es ist der Extrazellulärraum (EZR) des Organismus. Für das BG sind mehrere Mineralstoffe wichtig und zuständig, die wir nacheinander bei den einzelnen Mineralstoffen erörtern werden.
… wird fortgesetzt
Die Fortsetzung beschreibt die verschiedenen Arten von Bindegewebe, deren Aufgaben und Belastungen, sowie Möglichkeiten der Regeneration und anderes mehr.
Literaturhinweise
1 Körperflüssigkeiten mit ihren freien Zellen sind zu den Bindegeweben zu zählen: Blut, Lymphe Gewebs- und Coelomflüssigkeit (Flüssigkeiten in den Hohlräumen). Die freien Zellen entstammen dem Mesenchym.
Das Blut ist ein Bindegewebe mit flüssiger Interzellularsubstanz.
Blutsalze sind: Natriumchlorid, Kaliumchlorid, Magnesiumchlorid und Calciumchlorid in 0,6 bis 0,9 prozentiger Konzentration.
2 Ergänzend dazu: Kollagenefibrillen kommen im Knochengewebe vor, Myofibrillen im Muskelgewebe, Neurofibrillen im Nervengewebe, Tonofibrillen im Epithelgewebe.
3 Kahn, Fritz: Knaurs Buch vom menschlichen Körper, München/Zürich: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., 1969