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Hochgeachteter Herr Präsident!
Indem ich Ihnen Ihre geschätzten Mittheilungen vom 11. dieß bestens verdanke, beehre ich mich Ihnen darauf zu erwidern, daß ich, mit Ihrer Auffaßung in Betreff der Ausübung des Prioritätsrechtes der Centraleuropäischen Gesellschaft durchaus einver standen, nicht ermangelt habe, dem Hrn. Pioda die Sache nochmals auseinanderzusetzen. Ich hatte ihm auch bereits mündlich gesagt, daß man z. B. im Kanton Luzern die Sache nicht anders behandeln würde. – Das Conceßionsgesuch ist gestern an den Teßinischen Staatsrath abgesandt worden. –
Wenn ich mir in meinem letzten Schreiben die Freiheit genommen habe, Sie um Ihre gefällige Verwendung bei den HH. Knörr & Schumacher zu er suchen, so geschah dieß in dem Sinne, daß Sie gelegentlich | mit den beiden Herrn in Rüksprache treten würden. Ich glaube, daß eine Besprechung im Laufe der künftigen Woche noch früh genug sein wird. So viel ich höre, wird der Stadtrath mit Ausnahme v. Hrn. Berchtold in der Sache einstimmig sein; es wäre aber sehr zu wünschen, daß Hr. Berchtold an der Gemeinde nicht Opposition machen würde. –
Mit Vergnügen erhalte ich die Mittheilung, daß die Frage über die Vertheilung der 7 Mill. fs. zwischen der Nordostbahn & Centralbahn geordnet ist & Betheiligung mit Beförderung v. den Verwaltungsräthen & General versammlungen behandelt werden wird. Ich bekam heute den Beschlußesantrag der Centralbahn zu Gesicht, der wahrscheinlich mit demjenigen der Nordostbahn übereinstimmt. Wenn man Werth darauf setzt, die Betheiligungsbeschlüße in übereinstimmender Form zu erhalten, so wird es keine Schwierigkeit haben, auch die Beschlüße v. Luzern in ähnliche Faßung zu bringen.
Von der ungleichen Mißion habe ich bis heute noch keinen Bericht erhalten. – |
Ich habe die Ehre, Ihnen in Anlage einen Brief & eine tel. Depesche v. Hrn. Koller zu übermitteln, die mir gestern Abend zugekommen sind. Laut ersterm handelt es sich um Uebernahme der Kosten des Comité in Genua. Ich habe Bedenken getragen, eine Zusicherung von mir aus zu ertheilen. Es will mir aber scheinen, wir werden uns unter den obwaltenden Verhältnißen nicht wohl entschlagen können, den betr. Herrn eine Entschädigung ihrer Auslagen & Bemühungen wenigstens auf den Fall des Zustandekommens der Gotthardtbahnunter nehmung zuzusichern. –
Aus der tel. Depesche ersehen Sie, daß die große Commission auf den 20 September zusammenberufen ist & Her Koller die Absendung v. Delegirten wünscht. Ich denke, daß dieser Punkt in der nächsten Ausschuß sitzung behandelt werden dürfte. Darf ich Sie um Ihren Vorschlag für den Tag des Zusammentritts ersuchen? –
Genehmigen Sie die erneute Versicherung ausgezeichnetster Hochachtung
v. Ihrem freundschaftlich ergebenen
J. Zingg.
Luzern d. 13 7br 1865.