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Lead
Mit einer neuen Methode der Klimarekonstruktion, welche auf der Kombination von Klimaarchiven, Messungen, und Modellen beruht, wird das weltweite Klima monatlich über die letzten 400 Jahre rekonstruiert. Dies verspricht neue Einsichten zum Übergang des Klimas von der "Kleinen Eiszeit" in die heutige Warmzeit
Lay summary
Die Kenntnis der Klimavergangenheit ist unabdingbar zum besseren Verständnis der aktuellen und zukünftigen Veränderungen im Klimasystem. Allerdings ist vergangene Klimainformation oft sehr punktuell. Aussagen zu räumlichen Mustern oder Zirkulationsveränderungen sind nicht ohne weiteres möglich. In den letzten Jahren wurden neue numerische Techniken entwickelt, die es erlauben, spärliche Klimainformation der Vergangenheit zu verknüpfen mit Klimamodellsimulationen. Derartige Datenassimilationsmethoden liefern optimale Schätzungen der raum-zeilichen Variabilität des vergangenen Klimas, die gleichzeitig physikalisch konsistent und in Übereinstimmung mit der Klimainformation sind. Im Projekt REUSE wird ein solcher Datensatz erstellt. Ziel ist eine monatliche, globale, 3-dimensionale Rekonstruktion der Atmosphäre zurück bis 1600. Dazu werden Klimainformationen aus Messungen, historischen Dokumenten und Baumringen mit 30 Simulationen eines Klimamodells verknüpft. Die Methode ist in den Grundzügen vorhanden, muss aber angepasst und verfeinert werden, damit eine gute Rekonstruktion gelingen kann. Die Methode bringt gegenüber herkömmlichen Rekonstruktionsmethoden eine wesentliche Verbesserung; eine globale monatliche Klimarekonstruktion existiert bis anhin nicht. Anhand dieses Datensatzes soll der Übergang vom Klima der "Kleinen Eiszeit" zum modernen Klima genauer untersucht werden. Ein Fokus sind insbesondere dekadale Schankungen des Klimas und der grossräumigen atmosphärischen Zirkulation.