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Als Frühform bezeichne ich in Anlehnung an die Grundlegung der Psychologie von K. Holzkamp ein Moment der evolutionären Entwicklung, wie sie K. Holzkamp in seinem methodischen Fünfschritt charakterisiert hat.
Die "grundlegende" Idee besteht darin, dass in der Evolution neue Eigenschaften oder Merkmale nicht plötzlich oder spontan die vorausgegangene alte Form ablösen oder dominieren. Die neue Form entwickelt sich zunächst in einer Nische, während die alte Form noch dominant bleibt. Rückblickend erscheint die Nischenform und noch mehr die Eigenschaften, sie sie möglich gemacht haben, als Frühform des Neuen.
Beispiele:
K. Holzkamp führt das Konzept anhand der Reizbarkeit als Frühform der Sensibilität ein
Das Markieren ist eine Frühform des absichtlichen Spurenlegens. Absichtlich gelegte Spuren sind eine Frühform des Symbols (Todesco, Schrift-Sprache)
S. Meretz ersetzte den Ausdruck Frühform durch Keimform, um den qualitativen Wandel im Gleichen besser zu benennen.
K. Marx spricht von einer Keim(form): "Der Gebrauch und die Schöpfung von Arbeitsmitteln, obgleich im Keim schon gewissen Tierarten eigen, charakterisieren den spezifisch menschlichen Arbeitsprozeß, und Franklin definiert daher den Menschen als "a toolmaking animal", ein Werkzeuge fabrizierendes Tier" (MEW 1867:194).