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Stolzewiese
Beschreibung
Die Parkanlage Stolzewiese befindet sich etwas versteckt hinter dem Kirchgemeindehaus Oberstrass und ist eine wichtige, öffentliche Anlage im ansonsten eher durch private Freiräume geprägten Quartier. Der Park ist durch eine klare, räumliche Struktur gekennzeichnet, talseitig begrenzt durch eine wegbegleitende Baumreihe mit Spitzahornbäumen. Die grosse, offene Wiese bildet das Herz der Anlage, die Randbereiche sind klar zoniert und lassen verschiedene Nutzungen zu. Die Wiese wird hangseitig durch die markante Stützmauer begrenzt, darüber befindet sich eine grosszügige, mit Platanen bepflanzte Terrasse, die an das Kirchgemeindehaus anschliesst. Das ehemalige Garderobengebäude markiert den südlichen Abschluss der Anlage. Im Norden befindet sich ein schöner Platz mit Brunnenanlage, der gegenüber der Wiese etwas erhöht liegt und von wo aus sich die ganze Anlage überschauen lässt. Die funktionale Gestaltung ist zeittypisch für die 1920er Jahre und weist Analogien mit der deutlich grösseren Josefwiese auf.
Entwicklung
Nach Auflösung des ehemaligen Friedhofs Oberstrass 1899 wurde 1927/1928 die öffentliche Grünanlage Stolzewiese projektiert und ausgeführt. Das Parkkonzept war so ausgelegt, dass die grösste Fläche dem Spiel- und Turnbetrieb diente, da es dem Quartier Oberstrass an grösseren Spiel- und Grünanlagen fehlte, die auch von den Schulen genutzt werden konnten. Ein Garderobengebäude sowie Material- und Diensträume, eine grosse Spielwiese mit 80 m-Laufbahn, ein Brunnen, ein Sandkasten, verschiedene Ruhebänke, sowie die Pflanzung von Bäumen prägten die Parkanlage. Auf der Ostseite der Spielwiese in vorzüglicher Lage, 4 m über der Spielwiese war eine Ruhe- und Schmuckterrasse angelegt. Entlang der Mauerbrüstung wurden geschnittene Platanen gepflanzt, so dass im Schatten der Bäume das Spiel auf der Wiese verfolgt werden konnte.
1965 plante das Gartenbauamt der Stadt Zürich unter der Leitung von Walter Frischknecht die Vergrösserung des Kinderspielplatzes. Der Spielbereich wurde gegen Süden um 8 m verbreitert. Das Gelände musste aufgefüllt und mit einer Brüstungsmauer abgestützt werden. Der Spielplatz war neu über eine Rampe und eine Treppe erreichbar und wurde mit einer Schaukel, einer Rutschbahn, einem Karussell und einem Stufenreck ausgestattet.
1978 trat eine Bürgerinitiative mit der Forderung an den Stadtrat heran, den bestehenden Spielplatz aufzuwerten. Zusammen mit dem damaligen Gartenbauamt erstellten rund zwanzig Anwohner in Fronarbeit einen modellierten Spielhügel, eine hölzerne Kletterstruktur, einen künstlichen Bachlauf sowie eine grössere Sandspiellandschaft mit Naturmaterialien.
Mit dem Ziel die Parkanlage Stolzewiese als Quartiertreffpunkt und Spiel- und Erholungsort langfristig in der originalen Struktur zu erhalten wurde 2016 ein Sanierungsprojekt unter Mitwirkung der Quartierbevölkerung erarbeitet . Der Spielplatz aus den 70er Jahren war sanierungsbedürftig und wurde neu gestaltet. Verschiedene bauliche Elemente der Anlage wie die Treppen und Geländer, sowie das gesamte Leitungssystem mussten erneuert werden. Die zum Teil überalterten und kranken Bäume wurden durch Jungbäume ersetzt.
Nutzung
- Quartierpark mit grosser Spiel- und Liegewiese
- Hauptpromenade entlang der Spielwiese mit Sitzbänken unter den Bäumen
- Grosser Sandspielplatz, Schaukeln, Rutschbahn und Kletterspielbereich
- Ruheterrasse mit Platanendach, Tischtennis, Sitzbänke
- Historischer Brunnen mit Brunnenskulptur von Julius Schwyzer
- Stolzeopenair im Sommer
Besonderes
Die architektonische Anlage verkörpert in beispielhafter Weise die Idee des «Volksparks» in einem mit Grünflächen unterversorgten Quartier.
Wegbeschrieb
Ottikerweg, Riedtlistrasse, Stolzestrasse
Tram 4, 5, 6, 9, 10 oder Bus 33, 34, N11 bis Seilbahn Rigiblick