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Barrierefreie Kommunikation: wichtige Begriffe kurz und einfach erklärt
In Kommunikationssituationen kann es unterschiedliche Barrieren geben, zum Beispiel:
- Visuelle Barrieren: Menschen mit einer Sehbehinderung können die Bilder in Filmen nicht oder nur teilweise sehen. Filme sind also eine visuelle Barriere für Blinde oder Menschen mit einer Sehbehinderung.
- Akustische Barrieren: Menschen mit einer Hörbehinderung können Gesprochenes nicht oder nur teilweise hören. Gesprochene Texte können also eine akustische Barriere für Menschen mit einer Hörbehinderung sein.
- Verständnisbarrieren: Texte können schwierige Wörter enthalten, die manche Menschen nicht oder nur teilweise verstehen. Schwierige Texte können also für manche Menschen eine Barriere sein.
- Sprachliche und kulturelle Barrieren: Wenn Menschen nicht die gleiche Sprache wie ihre Gesprächspartner sprechen, entstehen sprachliche oder auch kulturelle Barrieren.
Der Bereich Barrierefreie Kommunikation versucht, diese Barrieren abzubauen. Methoden dafür sind:
- Audiodeskription
- Audioeinführung
- Schriftdolmetschen
- Leichte Sprache, Einfache Sprache und Bürgernahe Sprache
- Gebärdensprachdolmetschen
- Community Interpreting
- Dolmetschen in Leichte Sprache
Bei der Audiodeskription werden visuelle Informationen für Blinde und Menschen mit Sehbehinderung zugänglich gemacht. Filme, Theaterstücke, Opernaufführungen, Bilder in Museen usw. werden mündlich beschrieben.
Audioeinführungen für Filme sollen Menschen mit einer Sehbehinderung unterstützen, Filme besser zu verstehen. Eine Audioeinführung enthält Informationen zum Film, zum Beispiel eine Beschreibung der Filmfiguren oder eine Beschreibung der Filmhandlung. Eine Audioeinführung kann hilfreich sein, wenn im Film viel gesprochen wird und wenig Zeit für Beschreibungen bleibt. Audioeinführungen können entweder Audio-Dateien oder schriftliche Texte sein. Es gibt auch Audioeinführungen für Theatervorstellungen oder Opernaufführungen.
Beim Schriftdolmetschen wird gesprochene Sprache in geschriebenen Text übertragen. Menschen mit Hörbehinderung können die geschriebenen Texte lesen und so das Gesagte mitverfolgen. Es gibt zwei oft verwendete Methoden: Das Respeaking und das traditionelle Schriftdolmetschen.
Beim Respeaking wird der gesprochene Text (zum Beispiel eine Live-Fernsehsendung) von einer Respeakerin oder von einem Respeaker mündlich nachgesprochen. Ein Computerprogramm wandelt den nachgesprochenen Text automatisch in einen schriftlichen Text um.
Beim traditionellen Schriftdolmetschen wird der gesprochene Text (zum Beispiel ein Vortrag) über eine Tastatur mitgetippt. Menschen mit Hörbehinderung können den Text lesen und so das Gesagte mitverfolgen.
Schwierige Texte werden in vereinfachte Sprache übersetzt. Das Ziel der Übersetzung ist, dass der Text für alle verständlich und zugänglich ist. Leichte, Einfache und Bürgernahe Sprache können in einer Reihe angeordnet werden. Leichte Sprache ist am einfachsten, Bürgernahe Sprache am schwierigsten. Einfache Sprache liegt zwischen der Leichten und der Bürgernahen Sprache.
Beim Gebärdensprachdolmetschen wird gesprochene Lautsprache in Gebärdensprache verdolmetscht. Die Gebärdensprache ist die Erstsprache von vielen Gehörlosen. Die Gebärdensprache ist gleich wie die gesprochene Sprache eine eigenständige Sprache. Der Unterschied ist: In der Lautsprache kommuniziert man mit Sprachlauten; in der Gebärdensprache kommuniziert man mit Gesten, den sogenannten Gebärden. Es gibt drei Schweizer Gebärdensprachen: die Deutschschweizer Gebärdensprache, die Langue des Signes Française und die Lingua Italiana dei Segni.
Beim Community Interpreting werden mündliche Gespräche, zum Beispiel in Behörden, im Gericht oder im Spital, in eine andere Sprache verdolmetscht, meistens für Migrantinnen und Migranten. Ein Beispiel: Im Spital können sich eine Ärztin und ein Patient nicht unterhalten, weil sie nicht die gleiche Sprache sprechen. Ein Community Interpreter verdolmetscht die Aussagen der Ärztin in die Sprache des Patienten und – umgekehrt – die Aussagen des Patienten in die Sprache der Ärztin.
Beim Dolmetschen in Leichte Sprache werden gesprochene Texte in Leichte Sprache übertragen. Dolmetschen in Leichte Sprache unterstützt zum Beispiel Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung oder Migrantinnen und Migranten, die die Ortssprache nicht genügend beherrschen. Dolmetschen in Leichte Sprache wird bislang erst selten angeboten. Die Regeln für die Leichte Sprache gelten vor allem für schriftliche Texte. Es muss in der Forschung noch überprüft werden, ob diese Regeln auch beim Dolmetschen angewendet werden können.
Das Projekt wird von der ZHAW und der Universität Genf bearbeitet (in den Jahren 2017-2020). Im Projekt wird ein Schweizer Zentrum für Barrierefreie Kommunikation aufgebaut. Das Zentrum soll eine Anlaufstelle für alle Menschen werden, die Informationen zur Barrierefreien Kommunikation benötigen. Das Zentrum befindet sich noch im Aufbau und wird in naher Zukunft die Forschungsergebnisse aus dem Projekt veröffentlichen.