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Telefunken / AEG - Telefunken AG, Ulm
E 127 Kw/4 - der Telefunken-"Regenbogen"

überarbeitet am 28.9.2010

Der E 127 Kw/4 wurde von der Mitte der fünfziger bis etwa Mitte der sechziger Jahre
in verschiedenen Varianten gefertigt und hauptsächlich von Behörden, im Wetterfunk,
Pressefunk als Such- & Überwachungsempfänger eingesetzt.
Das Gerät ist mit 550 x 375 x 390 mm und einem Gewicht von 44 kg deutlich kompakter als der E-104 oder der EK-07 von Rohde & Schwarz, dennoch benötigt der Empfänger einige Kraft, um auf den Stationstisch gehoben zu werden und reiht sich somit gut in die Gilde der Boatanchors ein. Der Empfänger wird mit 110 - 240 V Wechselstrom versorgt und nimmt mit seinen 8 Röhren etwa 70 W auf.
In der Mitte des oberen Teils der Frontplatte dominiert die Halbrundskala mit
den in verschiedenen Farben markierten Wellenbereichen: der Bereich von 1,5-3,3
MHz ist weiss, der Bereich 2 von 3,2-7,1 MHz gelb, der Bereich 3 von 6,9-14,1 grau,
der Bereich 4 von 13,9-22,1 MHz grün und der letzte Bereich von 21,9-30,1 MHz in
roter Farbe ausgeführt.
In einer darunterliegenden Reihe sind die restlichen Kontrollelemente angeordnet, der Bandbreitenschalter, der Hauptabstimmknopf, der Bereichsschalter ebenfalls mit den Farbmarkierungen und die Regler für NF- (Lautstärke) und HF-Verstärkung.Zuunterst finden sich neben den Kopfhörerbuchsen von links die Knebelschalter für den Störbgrenzer, die HF-Verstärkungsregelung (in Stellung Aut. ist die AGC aktiv) und der Betriebsartenschalter, in Stellung A1 ist der BFO aktiv, in Stellung A3 werden normale AM-Aussendungen und auch tonmodulierte Morsesignale (A2) empfangen. Rechts davon findet sich ein zweites Paar Kopfhörerbuchsen.
Optional kann der E 127 mit dem Fernschreibertastgerät TgFs 127 zum Funkfernschreib- Empfang (Betriebsarten F1, F3), mit dem Einkanal-Einseitenbandgerät BP 102 zum SSB-Empfang bei vollem (A3a) oder reduziertem Träger (A3b) und mit dem Zusatzgerät Abl 305 zum Diversity - Empfang eingesetzt werden.
Der Signalverlauf wird im Originalhandbuch wie folgt beschrieben: "Die Antennenspannung gelangt über zwei HF-Stufen (EF85) mit vier Vorkreisen auf die Mischröhre (ECH81) und wird dort auf eine feste ZF von 525 kHz umgesetzt. Das Signal durchlöuft dann zwei Quarzfilterstufen (EF85) mit schaltbarer Bandbreite. Anschliessend folgt der Demodulator (ECH81). Bei Telegraphiempfang wird der A1-Oszillator zugefügt. Eine Endstufe (EL84) liefert die Leistung für die Ausgänge und den eingebauten abschaltbaren Lautsprecher. Ein Regelverstärker erzeugt die automatische Regelspannung und führt sie drei rückwärts und einer vorwärts geregelten Verstärkerstufe zu. Der Regelspannung kann eine veränderliche Spannung zugefügt werden, die bei Diversity-Empfang zum Verstärkungsangleich der Empfänger dient. Bei Umschaltung auf Handregelung werden die gleichen Röhren durch eine von aussen einstellbare niederohmige Spannung beeinflusst. Ein abschaltbarer NF-Begrenzer sorgt für die Unterdrückung von Störspitzen.
Der Telefunken E-127 mit seiner "Regenbogenskala" ist ein klassisches Sammlergerät, es sollte nur nicht mit dem "Regenbogen" E-310 von Siemens verwechselt werden. Der E-127 erlaubt zuverlässigen Empfang der internationalen Kurzwellendienste und macht auch Signale von Funkamateuren hörbar, das Gerät ist vergleichsweise einfach aufgebaut und stellt in der Bedienung keine hohen Anforderungen, die Frequenzablesegenauigkeit ist auf der Analogskala allerdings zum alltäglichen Einsatz ungenügend, so dass zu Bestimmung der exakten Frequenz eines Signals zur Hilfe bei der Identifikation ein Gerät mit digitaler Frequenzanzeige herangezogen werden sollte.
© Martin Bösch 26.10.2008