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Nur wenig ist über Lucrezia di Cosimo de’ Medici bekannt; sie war das fünfte Kind von Cosimo de’ Medici und Eleonora von Toledo, geboren 1545 in Florenz, verheiratet mir Alfonso II. d’Este, Herzog von Ferrera, gestorben 1561. Trotz diesen wenigen Fakten erschafft Maggie O`Farrell ein Bild von einer jungen Frau, die die Welt ganz anders wahrnahm als ihre Zeitgenoss:innen.
Lucrezia hat eine aussergewöhnliche Begabung für das Zeichnen und Malen, ist eigenwillig und mutig. Sie hört und weiss Dinge, die nicht immer gut für sie sind und sie hofft, in der Ehe mit Alfonso ihre Freiheit zu finden. Zu Beginn scheinen ihre Wünsche und Hoffnungen in Erfüllung zu gehen, doch als der Ruf nach einem männlichen Erben immer lauter wird und der Druck auf Alfonso, sich als Herrscher zu behaupten, wächst, zeigt der Herzog sein wahres Gesicht. Für Lucrezia beginnt eine Zeit der Einsamkeit, Trostlosigkeit und Angst, denn sie weiss: Ihr Leben wird bald vorbei sein.
Da der frühe Tod der Herzogin von Ferrera bis heute nicht ganz geklärt ist, nimmt sich O`Farrell die Freiheit, Lucrezia ein ganz anderes Ende zu geben, als die Geschichte für sie bereithielt.
«Porträt einer Ehe» ist ein Roman über eine junge Frau, die mit ihrem Schicksal hadert, über eine arrangierte Ehe, und Freud und Leid, die sie mit sich bringt. Ein Buch über die Kunst und Kultur der Renaissance in den Augen eines adligen Mädchens.
Livia Weber