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Gambia liegt an der äussersten Westküste und ist der kleinste Staat in Afrika. Er ist auf drei Seiten vom Senegal umgeben und stösst im Westen an den Atlantik. Mitten durch das langgestreckte Land fliesst der Gambiafluss, welcher im Bergland des Futa-Djallons in Guinéa entspringt und in Gambia in den Atlantik mündet.
Gambia ist abgesehen von einer florierenden Tourismusindustrie immer noch eines der ärmsten Länder der Welt. Obwohl Gambia seit seiner Unabhängigkeit politisch stabil ist, hat diese Stabilität für die meisten Gambier nicht zu einer Steigerung ihres Wohlstandes geführt. Gambia gehört in die Reihe derjenigen Länder, deren Bevölkerung heute ärmer ist als noch vor 30 Jahren.
Drei Viertel aller Gambierinnen und Gambier leben von der Landwirtschaft, welche vor allem durch den Anbau von Erdnüssen und Hirse geprägt ist. Nur ein Sechstel des Landes ist fruchtbar. Das UN World Food Programme hat beobachtet, dass neben dieser knappen ökonomischen Basis auch Faktoren wie eine schwache Marktwirtschaft oder das Fehlen von Wissen sowie Technologien den landwirtschaftlichen Sektor zusätzlich schwächen.
60% der Bevölkerung Gambias sind Jugendliche unter 25 Jahren, mit wenig bis gar keinem Zugang zu Bildung oder Berufslehren und somit auch wenig Aussicht auf Einkommen (Quelle: CIA-Worldfactbook). Die Regierung hat den Bedarf an Ausbildungsplätzen bereits seit langem erkannt: Die seit 1997 geltende Verfassung von Gambia sowie der Bildungsartikel von 1963 enthalten spezifische Angaben zur Bereitstellung von Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche. Andere, in dieselbe Richtung weisende Dokumente sind unter anderem die Strategie zur Reduktion der Armut von 2002 und der Bericht zur Vision der Regierung bis 2020. Letzterer spricht unter anderem davon «credit, finance, technology, improvements in education, skills training and institutional support services» bereitzustellen, um den Jugendlichen beim Ausstieg aus der Armutsfalle durch die Schaffung von Arbeitsplätzen zu helfen.
Eine besondere Herausforderung für das Berufsbildungssystem in Gambia stellt das niedrige Niveau der Schulabgänger dar. Da in der Primarstufe nur wenige Schülerinnen und Schüler die geforderten Standards in Englisch oder Mathematik erreichen, sehen sich viele beim Eintritt in die Sekundarstufe enormen Schwierigkeiten gegenüber. Als Folge davon tritt eine grosse Anzahl der Schülerinnen und Schüler regulär oder irregulär nach der Primarstufe aus der Schule aus und steigt mit einem tiefen Bildungsstand in den Arbeitsmarkt ein, wo sie nur geringe Aussichten auf eine Stelle haben (Quelle: UNESCO). Da die Regierung dieses Dilemma nicht gelöst hat, ist sie bis heute nicht in der Lage, genügend einheimische Fachkräfte auszubilden. Bezeichnend ist denn auch der Umstand, dass der grösste Teil der Fachkräfte in Gambia aus dem benachbarten Ausland stammt.