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Facebook will für den Ausbau des "Internets der Zukunft" seine Standorte in Europa verstärken. In den kommenden fünf Jahren wolle man 10'000 Mitarbeitende in der Europäischen Union einstellen, um den Aufbau einer Online-Welt, des sogenannten "Metaversums", voranzutreiben, gab das Unternehmen bekannt.
Konzernchef Mark Zuckerberg erklärte unlängst, dass es sich beim "Metaverse" – der Ausdruck stammt aus dem klassischen Cyberpunk-Science-Fiction-Roman "Snow Crash" von Neal Stephenson – um die nächste grosse Computing-Plattform handle. "Ich glaube, dass das Metaverse der Nachfolger des mobilen Internets sein wird", so der CEO.
"Die EU verfügt über eine Reihe von Vorteilen, die sie zu einem grossartigen Ort für Investitionen von Tech-Unternehmen machen", erklärt Facebook nun. Zu diesen Vorzügen gehörten "ein grosser Verbrauchermarkt, erstklassige Universitäten" sowie hochtalentierte Arbeitskräfte. "Diese Investition ist ein Vertrauensbeweis in die Stärke der europäischen Tech-Industrie und das Potenzial der europäischen Tech-Talente". Chancen auf eine Anstellung hätten unter anderem "hochspezialisierte Ingenieure".
Viele tüfteln an Metaversen
Als eines von mehreren Unternehmen tüftelt Facebook derzeit an der Schaffung eines "Metaverse", einer virtuellen 3D-Welt, in der Nutzer sich treffen, Geld ausgeben, Medien konsumieren und möglicherweise sogar arbeiten können. Das Projekt wird von Facebook-CEO Mark Zuckerberg als zentral für die Zukunft des Konzerns angesehen.
Der US-Konzern hat bereits mit Tests einer neuen Virtual-Reality-App für die Fernarbeit begonnen, mit der Benutzer über ein spezielles Headset als Avatar-Versionen ihrer selbst an Meetings teilnehmen können. Im September hatte Facebook bereits 50 Millionen Dollar für den Aufbau des Metaversums bereitgestellt, in dem Unternehmen wie Roblox und "Fortnite"-Hersteller Epic Games bereits Fuss gefasst haben.
Remember Second Life?
Schon 2003 stellte das US-Unternehmen Linden Lab die virtuelle Welt "Second Life" online und löste damit einen riesigen Hype aus. Unzählige Leute sahen sich auf einmal dazu berufen, als Second-Life-Consultants Geld zu verdienen. Grosse und kleine Firmen investierten viel Geld in ihre Second-Life-Präsenzen und den Versuch, via diese neue Plattform Marketing zu betreiben. Geld, das sich bald als fast komplette Fehlinvestition erwies. User sahen in Second Life grösstenteils einen Ort für virtuelle Sexabenteuer. Ernsthaftes Business interessierte kaum jemanden.
Bei Unternehmen kehrte bald Ernüchterung ein und sie zogen sich im Laufe der Jahre wieder zurück. Second Life existiert zwar immer noch, aber nur als mickriger Schatten dessen, was Enthusiasten in den Zeiten des Hypes darin sahen. Wird es knapp 20 Jahre später dem Facebook-Metaversum, oder den Metaversen der Konkurrenten anders ergehen?