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Fördermittel, die laut der Bill & Melinda Gates Stiftung für gemeinnützige Zwecke in Afrika bestimmt sind, dienen in Wahrheit vor allem Unternehmen und Institutionen des Globalen Nordens.
In den letzten 15 Jahren gab die Gates Stiftung über sechs Milliarden US-Dollar für Entwicklungen im Ackerbau aus, gemäss eigenen Angaben hauptsächlich in Afrika. Doch nur 38,5 Prozent der für Afrika deklarierten Fördermittel gingen tatsächlich nach Afrika. 36,4 Prozent hingegen flossen nach Nordamerika, der Rest vor allem nach Europa.
Das zeigt der «Agra Watch Report», den Ashley Fent und Na Haby Stella Faye im Oktober 2022 für die «Community Alliance for Global Justice» in Seattle erstellten. Sie gingen der Frage nach, wie die Bill & Melinda Gates Stiftung ihre Fördermittel verteilt.
Von dem Anteil, der wirklich nach Afrika gelangt, gehen demnach 80 Prozent an drei Institutionen:
- Die Allianz für eine grüne Revolution in Afrika in Nairobi (AGRA) erhält 48.1%
- Die Stiftung für Afrikanische Ackerbautechnologie AATF, auch in Nairobi, bekommt 12.8%,
Sowohl die AGRA als auch die AATF werden hauptsächlich von Nicht-Afrikanern geleitet. Gegründet wurden sie von amerikanischen Organisationen wie der Rockefeller Foundation, USAID, Ackerbau Kooperationen und der Gates Foundation.
- Ausserdem erhält das Consortium of International Agricultural Research Centers (CGIAR) 19,2%.
- Weitere 4,6 Prozent der Fördermittel gehen an Universitäten und nur gerade 3,9 Prozent kommen Non Profit Organisationen für ganzheitlich-ökologische Initiativen und Projekte zugute, die in den afrikanischen Gemeinschaften verwurzelt sind.
Laut dem «Agra Watch Report» unterstützt die Gates Stiftung vor allem wirtschaftsfreundliche, auf vermehrte Produktion ausgerichtete Forschung und Projekte, welche Ertrag und Profite erhöhen wollen. Es würden vor allem Modelle des industriellen Ackerbaus unterstützt, die beträchtliche Investitionen erforderten und mit denen die afrikanischen Länder politisch stark beeinflusst werden könnten.
Der Begriff «Nachhaltigkeit» werde zwar oft, aber für äusserst unterschiedliche und meist ökonomische Ziele verwendet und sei deshalb nicht aussagekräftig. Auch der Klimawandel sei bei der Vergabe der Fördergelder kaum ein Thema. Projekte für ökologische und ganzheitliche Entwicklungen, zum Schutz von Biodiversität und der Schaffung von gesunden Ökosystemen, würden kaum unterstützt.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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