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Im Vergleich zu vielen anderen afrikanischen Ländern ist die Verkehrsinfrastruktur in Tunesien gut ausgebaut. Es gibt ein weitläufiges Strassen- und Schienennetz. In Tunesien gibt es drei Hauptverkehrsstrassen (Autobahnen), die alle in der Hauptstadt Tunis starten und zweispurig ausgebaut sind. Die A-3 führt nach Westen bis nach Oued Zarga, die A-2 in den Norden nach Bizerte und die A-1 führt in südliche Richtung bis nach Sfax. Auf diesen Hauptverkehrsstrassen (Autobahnen) liegt das Geschwindigkeitslimit bei 110 Stundenkilometern.
In Tunesien sind auch sehr viele kleinere Strassen und Strecken asphaltiert. Das Geschwindigkeitslimit beträgt dort 90 Stundenkilometer. Strassenschilder sind zumeist in Arabisch und Französisch gehalten.
Wenn Sie in Tunesien mit dem Auto/Mietwagen unterwegs sind, sollten Sie aber daran denken, dass viele Einheimische die Verkehrsregeln sehr individuell auslegen und Verkehrsschilder gerne übersehen.
Strassenverkehr in Tunesien Die Verkehrsregeln in Tunesien entsprechen im Wesentlichen denen in Europa - die Verkehrsrealität allerdings mitunter gar nicht. Dennoch - ein umsichtiger Fahrer wird auch in Tunesien nur wenige Probleme haben, ein Fahrzeug unbeschadet durch den Verkehr zu bewegen.
Obwohl vielen Tunesien-Besuchern Wörter wie "Chaos" oder "lebensmüde Fahrer" auf der Zunge liegen, ist die Wirklichkeit nur halb so wild. Die meisten Urlauber-Erfahrungen im Strassenverkehr von Tunesien rühren vom Mitfahren in Taxis oder Autobussen oder als Fussgänger her und sind normalerweise eher oberflächlich. Zwar gibt es, wie oben gesagt, auch in Tunesien Verkehrsregeln, doch in der Realität werden diese von allen Verkehrsteilnehmern mehr oder weniger nicht beachtet.
Das ist im Prinzip auch kein Problem, wenn man es weiss - doch der Urlauber aus Europa, speziell aus der Schweiz, erwartet auch in Tunesien besondere Ordnung im Strassenverkehr.
Auf der anderen Seite, um bei der schweizerischen Gesetzgebung zu bleiben, sind viele der Paragraphen der Schweizer Strassenverkehrsordnung eher auf Disziplinierung der Verkehrsteilnehmer, als auf eine praktische Regulierung ausgelegt. Diese Disziplinierung ist so weit ausgereift, dass ein Schweizer selbst mitten in der Nacht auf einer menschenleeren Strasse das Rot einer Lichtzeichenanlage beachtet, was bei ausländischen Besuchern, selbst aus europäischen Staaten, meist für grosse Heiterkeit sorgt.
Nicht so in Tunesien - hier gibt es zwar Regelungen, doch werden die von allen Verkehrsteilnehmern (und der Polizei) auch an ihrer praktischen Brauchbarkeit in der jeweiligen Situation gemessen.
So ist es durchaus nicht ungewöhnlich in Tunesien, dass auf einer zweispurigen Strasse die Autos in vier Spuren fahren, dass bei einer Blockierung der Strasse sich die Autos wie bei einer Ameisenstrasse blitzschnell einen neuen Weg, notfalls auch über Bürgersteige und Brachland, suchen, dass Ausweichmanöver quer über die Strasse stattfinden können, dass Einbahnstrassen in beiden Richtungen durchfahren werden und eine Lichtzeichenanlage (Ampel) nur dann Beachtung findet, wenn noch andere Fahrzeuge in der Nähe sind.
Die Strassen in Tunesien werden gleichzeitig von Lastwagen, Autobussen, Personenwagen, Pferdekutschen, Eselkarren, Fahrradfahrern, Motorradfahrern, Go-Karts, vierrädrigen Geländemotorrädern (Quads), Motor-Rikschas (Tuk-Tuk), und mehr oder weniger freilaufenden Menschen und Tieren benutzt.
In der Nacht sind diese tunesischen Verkehrsteilnehmer dann entweder beleuchtet, teilbeleuchtet (nur vorne, nur hinten, nur eine Seite, etc.) oder gar nicht beleuchtet. Dies sorgt dafür, dass man in Tunesien nur "hellwach" am Verkehr teilnehmen sollte, denn man muss ständig die anderen Verkehrsteilnehmer beobachten und ihre möglichen Verhaltensweisen extrapolieren - wobei einige Verkehrsteilnehmer hier über einen schier unerschöpflichen Einfallsreichtum verfügen, der auch vor dem unvermittelten Halten und Parken mitten auf einer Durchgangsstrasse nicht halt macht.
Auch der Beobachtung der Strassenoberfläche und der anliegenden Häuser muss man in Tunesien Beachtung schenken, will man nicht als Autofahrer mit seinem Kleinwagen in einem Schlagloch verschwinden, nach elegantem Sprung mit seinem Auto mitten in einer nicht ausgeschilderten Baustelle landen, oder als Fussgänger oder Zweiradfahrer (oder Cabrio-Lenker) durch eine Hausfrau, die ihre Etagenwohnung wäscht und das Wasser über den Balkon auf die Strasse ableitet, geduscht werden.
Durch dies alles, so sollte man meinen, würde die Teilnahme am Strassenverkehr in Tunesien besonders gefährlich werden - doch das Gegenteil ist der Fall.
Anders als bei uns, wo sich jeder darauf verlässt, dass sich andere an Regelungen halten und entsprechend unbesorgt daher fährt oder die Strasse überquert, verhält man sich in Tunesien stets vorsichtig und misstrauisch gegenüber anderen, was zu einer ständigen Brems- und Ausweichbereitschaft führt.
Allerdings rechnet auch jeder damit, dass sich der andere zumindest rational verhält und z.B. nicht vor einem herannahenden Auto plötzlich die Strasse überquert (auch nicht auf einem Zebrastreifen), bei der Strassenüberquerung oder dem Autofahren nicht unvermittelt stehenbleibt oder die Richtung ändert oder ohne triftigen Grund z.B. stark abbremst (Stoppschilder und Ampeln allein sind kein triftiger Grund, doch Strassenschwellen dagegen sind es!).
Wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, wird man in Tunesien problemlos zu Fuss selbst vielbefahrene Strassen überqueren und als Autofahrer ohne ständiges Anhalten den Stadtverkehr meistern können.
Verkehrszeichen in Tunesien Bitte lesen Sie unsere kommentierte Übersicht der wichtigsten tunesischen Verkehrszeichen. Ein spezielles Merkmal des Strassenverkehrs in Tunesien ist der häufige Gebrauch der Autohupe.
Sie wird bei allen möglichen Gelegenheiten betätigt, um andere Verkehrsteilnehmer zu grösserer Eile aufzufordern, um Bekannte zu grüssen und auch, um potentielle Fahrgäste auf einen freien Platz in einem Sammeltaxi in Tunesien oder Taxi aufmerksam zu machen (nachts mit Lichthupe). Was genau gemeint ist, erschliesst sich meist aus der aktuellen Situation, in manchen Fällen aber auch nie...
Nachtfahrten in Tunesien Diejenigen, die noch über keine oder nur wenig Fahr-Erfahrung in Tunesien verfügen, sollten auf Überlandfahrten bei Nacht verzichten und generell ab Einbruch der Dunkelheit erhöhte Vorsicht walten lassen, da stets mit schlecht, aber auch mit völlig unbeleuchteten Fahrzeugen (und Tieren) zu rechnen ist, die auch auf Autobahnen unterwegs sein können.
Zudem ist nachts, speziell in Gegenden mit regem Nachtgeschäft, mit angetrunkenen Fahrzeugführern und Fussgängern zu rechnen.
Zweiradfahrer in Städten fahren tagsüber gar nicht und nachts nur sehr selten mit Licht.
Seit dem Jahre 2011 ist die Lage in Tunesien diesbezüglich unsicher, man sollte auf Nachtfahrten in Tunesien ausserhalb von Städten verzichten!
Parkgebühren in Tunesien In den Innenstädten und an Märkten gibt es Parkplätze, die privat bewirtschaftet werden. Hier wird in den meisten Fällen eine Gebühr von ca. 1 Dinar für das Parken erhoben, die beim Abstellen des Fahrzeuges entrichtet werden muss.
Parkuhren oder Parkscheiben sind in Tunesien weitgehend unbekannt.
Anhalter in Tunesien Oftmals sieht man an Fernstrassen Anhalter stehen, oft auch Polizisten oder Soldaten. Auch, wenn man natürlich grundsätzlich beim Mitnehmen von Anhaltern Vorsicht walten lassen muss, so stellen sie dennoch kein wesentliches Risiko dar, da "Anhalten" in Tunesien durchaus normal ist. Seit dem Jahre 2011 ist die Lage in Tunesien diesbezüglich unsicher, man sollte auf das Mitnehmen von Anhaltern verzichten!
Tankstellen in Tunesien Es gibt in Tunesien in jedem grösseren Ort mindestens eine Tankstelle, die jedoch nachts meist geschlossen hat.
Üblicherweise sind an Tankstellen bleifreies und bleihaltiges Benzin und Diesel, nur sehr selten auch Gas, erhältlich, es kann jedoch vorkommen, dass eine Sorte gerade ausverkauft ist. Speziell bei Nachtfahrten und bei Überlandfahrten sollte man sich nicht darauf verlassen, jederzeit eine geöffnete Tankstelle zu finden und entsprechend frühzeitig nachtanken.
Fast alle Tankstellen sind Service-Tankstellen, bei denen es keine Selbstbedienung gibt, sondern der Tankwart das Benzin einfüllt und auch andere kleine Dienstleistungen (Öl, Luftdruck, Wasser, Scheibenreinigung) anbietet.
Anders als in Europa, sind Tankstellen in Tunesien nur in Ausnahmefällen "Supermärkte", es gibt also normalerweise dort weder Zigaretten, noch Esswaren oder Zeitschriften, sondern nur Benzin, Öl und Gas (Gasflaschen für den Gasherd).
Kostenpflichtige Strassen in Tunesien Die beiden Autobahnen Tunis - Sousse - Sfax und Tunis - Beja sind Mautstrassen und es muss bei ihrer Benutzung eine Gebühr entrichtet werden, die entweder bei der Einfahrt in und/oder bei der Ausfahrt aus der Autobahn fällig wird. Die Gebühren sind so niedrig, dass das Ausweichen auf Landstrassen nicht sinnvoll ist.
Wichtige Verbote in Tunesien In Tunesien ist es verboten, unter Alkoholeinfluss ein Fahrzeug zu führen (0-Promille-Grenze).
Ebenfalls verboten ist das Telefonieren am Steuer, wobei dieses Verbot jedoch durchgängig nicht beachtet wird.
Es besteht zwar auf den Schnellstrassen auf den Vordersitzen eines Autos Anschnallpflicht und der Fahrer eines Motorrades muss einen Helm tragen - doch auch diese Verbote werden oft missachtet.
Für Kinder sind weder Kindersitze noch der Aufenthalt auf den Rücksitzen vorgeschrieben.
Motorräder können auch zu dritt gefahren werden und auf der Rücksitzbank eines Autos sorgen vier oder fünf Personen nicht für Stirnrunzeln. Nicht selten sieht man auch Personen und Tiere auf der Ladefläche eines LKWs oder Pick-Ups - oder Personen, die im Laderaum eines Kleintransporters mitfahren. Verkehrskontrollen in Tunesien Stehende Verkehrskontrollen durch uniformierte Polizei finden in Tunesien sehr häufig statt, meistens an Kreisverkehren. Europäische Fahrer werden meist durchgewunken oder können nach einer kurzen Überprüfung der Mietwagenpapiere weiterfahren - sitzen allerdings tunesische Staatsbürger mit im Wagen, werden von diesen die Personalien kontrolliert und es wird gefragt, warum sie im Wagen mitfahren.
Die Polizisten beobachten herannahenden Fahrzeuge und achten dabei typischerweise auf zu hohe Geschwindigkeit und das Telefonieren am Steuer - beides sind also Verhalten, die man vor Kreisverkehren tunlichst unterlassen sollte.
Es finden auf den tunesischen Strassen zunehmend, und zwar sowohl auf Stadtstrassen, wie auch auf Landstrassen und Autobahnen, Geschwindigkeitskontrollen statt, die entweder durch Handstoppung, Laserpistole oder Radarüberwachung durchgeführt werden (durchweg versteckt).
Hinter der Überwachungsstelle werden die Fahrer dann sogleich angehalten. Auch wenn ein Europäer bei einem Verstoss meist nicht belangt wird und nach einer mündlichen Verwarnung weiterfahren kann, sollte man sich darauf nicht verlassen.
In der Hauptstadt Tunis mit ihrem massiven Verkehrsaufkommen werden die Verkehrsregeln strenger ausgelegt als im Rest von Tunesien, und ein Verhalten, dass anderswo unbeanstandet bleibt, kann in Tunis zu einem Strafzettel führen, z.B. das Einfahren in eine Kreuzung bei "Gelber Ampel".
Bei Kontrollen werden grundsätzlich die Mietwagenpapiere verlangt, oder, bei selbst mitgebrachten Fahrzeugen, die Verkehrserlaubnis (die man bei der Einreise beim Zoll erhalten hat).
In manchen Fällen wollen die Polizisten auch den Führerschein und die Versicherungspapiere des Wagens sehen, ganz selten darüber hinaus auch noch den Reisepass (ausser bei mitreisenden tunesischen Staatsbürgern, die müssen sich immer ausweisen und Fragen beantworten).
In extrem seltenen Fällen schauen die Polizisten auch in den Kofferraum oder wollen etwa mitzuführende Gerätschaften sehen (Warndreieck etc.). Falls dies der Fall ist, hat man wahrscheinlich die Polizisten irgendwie geärgert und die Kontrolle kann dann durchaus etwas länger dauern...
Da unbotmässiges Verhalten gegenüber Polizisten strafbar ist, sollte man bei einer Kontrolle Provokationen durch Handzeichen, grossspuriges Verhalten oder lautes Reden vermeiden, man könnte nämlich auf einen Polizisten treffen, der Europäer nicht mag und an ihnen ein Exempel statuieren will - oder sogar an den etwaigen mitreisenden tunesischen Staatsbürgern.
Unfall in Tunesien Bei Unfällen sollte man stets die Polizei verständigen, auch wenn es sich nur um einen Blechschaden handelt und die Polizei, wenn sie dorthin kommen soll, sich beschweren wird. Unfälle ohne Personenschaden werden meist ohne Polizei, lediglich durch Ausfüllen eines Unfallberichtes per Formblatt und dem Einsenden an seine Versicherung "geregelt" - als Europäer ist man allerdings oft nicht der Sprache des Unfallgegners mächtig, so dass das Rufen der Polizei für eine gewisse Sicherheit und Unterstützung sorgen kann.
Fährt man einen Mietwagen in Tunesien, muss man unbedingt sofort den Vermieter verständigen, der, falls der Unfallort in der Nähe liegt, selbst dorthin kommen wird, bzw. für einen etwa notwendigen Abtransport eines fahruntüchtigen Wagens sorgen wird.
Das Anfertigen von Unfallfotos ist empfehlenswert, keinesfalls sollte man jedoch ein Schuldanerkenntnis unterschreiben, das gerne in einem Unfallbericht "versteckt" wird - es sei denn, die eigene Schuld steht zweifelsfrei fest.
Auch wenn die Schuld beim Unfallgegner liegt, wird der zuweilen versuchen, dennoch seinen eigenen Schaden bezahlt zu erhalten und z.B. damit argumentieren, dass er kein Geld für die Reparatur hat, der Europäer aber doch reich wäre und es ihm nichts ausmachen würde, sich an den Kosten zu beteiligen.
Vielfach werden Umstehende einem europäischen Fahrer die Schuld an einem Unfall geben - in allen diesen Fällen sollte man trotzdem ruhig und bestimmt bleiben, kein Geld bezahlen und entweder die Unterstützung durch die Polizei oder den Mietwagenverleiher abwarten.
Fahrten in der Sahara und in Grenzeregionen Im Süden (Sahara) und Westen (algerische Grenze) Tunesiens gibt es Strassen, die gesperrt sind oder nur unter bestimmten Voraussetzungen befahren werden dürfen oder sollten.
Da der Aufenthalt in diesen Gebieten mit realen Gefahren für Leib und Leben verbunden ist, wird hier darauf nicht weiter eingegangen - wer in diese Gegenden fahren will, sollte sich unbedingt in einschlägigen Internetforen (z.B. Wüstenforen) und sicherheitshalber auch noch vor Ort selbst in Polizeistationen über die aktuellen Bedingungen und Verhältnisse informieren!
Fahrten über die Hauptstrassen in Orte am Chott El-Jerid (z.B. Tozeur, Kebili, Matmata) sind auch mit normalen PKWs möglich und ungefährlich, jedoch während der Sommermonate in Tunesien wegen der grossen Hitze nicht empfehlenswert.
Seit dem Jahre 2011 ist die Lage in Tunesien diesbezüglich unsicher, man sollte generell auf alle Fahrten in die Grenzregionen Tunesiens zu anderen Ländern verzichten!
Der Strassenverkehr in Tunesien - gewöhnungbedürftig, aber "halb so wild"
Egal ob Flughafentransfer, Ausflüge in Tunesien oder Rundreisen Xenotours bietet Ihnen diese Leistungen an. Buchen Sie bequem von Zuhause aus ihren Transfer vom Flughafen direkt ins Hotel/Unterkunft oder zur Rundreise/zum Trekking. Gebucht werden können sowohl Individuelle Transferleistungen aber auch Transfers von Familien und Kleingruppen.
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Unser Schweizer Matthias Meyer lebt in Hergla bei Port El Kantaoui und kennt die Region wie seine Westentasche. Mit ihm einen halben oder ganzen Tag unterwegs zu sein heisst, nicht nur herrliche Orte kennenzulernen, sondern auch Spannendes über das Land und seine Leute zu erfahren. Mehr über seine verschiedenen Angebote erfahren Sie unter "Angebot Reiseleiter".
Bei den Taxis unterscheidet man zwischen 3 Arten, den normalen Taxis für den Stadtverkehr (gelb mit weissem Schild), den Grand Taxis (weisses Schild mit Schriftzug G.T.) und den sogenannten Louages (Sammeltaxis).
Gelbe Normaltaxis fahren im normalen innerstädtischen Verkehr und halten auf Zuruf oder Winken. die meisten Taxis fahren mit Taxameter, nur in den Touristengebieten schalten die Fahrer manchmal nicht das Taxameter ein, in diesem Fall sollte man auf das Einschalten bestehen, den Fahrpreis vorher aushandeln oder das Taxi wechseln.
Die Fahrpreise sind europäischen Massstäben nach gemessen sehr gering: 500 Millimes Grundgebühr, für eine Strecke von 5-6 km zahlt man etwa 4 Dinar. Bei Fahrtantritt nachts sind die Grundgebühren etwa doppelt so hoch.
Grand Taxis halten auch auf Zuruf, bedienen aber den Verkehr zwischen den Städten und Orten. Die Tarife sind ähnlich wie bei den Normaltaxis, es wird auch mit Taxameter gefahren, bei grösseren Strecken kann aber auch der Preis individuell ausgehandelt werden. Grand Taxis können auch für den ganzen Tag gemietet werden, z.B. für individuelle Sightseeingtouren.
Sammeltaxis (Louages) sind für die Beförderung von mehreren Personen zu ein und demselben Ziel vorgesehen. Die Sammeltaxis stehen auf speziellen Sammeltaxi-Halteplätzen, den "Place de louages". Auf einem Schild, zumeist an der Windschutzscheibe, steht das Ziel des jeweiligen Taxis, es fährt erst los, wenn alle Plätze (meist 5) belegt sind. Der Fahrpreis wird durch alle 5 Mitreisenden geteilt, auf diese Art kann man sich kostengünstig in Tunesien fortbewegen, man muss aber eine gewisse Enge in Kauf nehmen.
Will man, das ein Sammeltaxi mit weniger als 5 Personen losfährt, muss man den Fahrpreis für die fehlenden Personen übernehmen, damit andere Mitreisende nicht mehr als gewohnt bezahlen müssen.
Beim Zugverkehr unterscheidet man zwischen den Nahverkehrs- und den Fernverkehrszügen. Da Nahverkehrszüge oft sehr frequentiert sind empfehlen wir dem "gemeinen Europäer", doch lieber mit dem Grand Taxi zu fahren.
Das Bahnnetz von Tunesien ist zum kleineren Teil in Normalspur (1435 mm) und zum grössten Teil in Meterspur verlegt. Die SNCFT betreibt alle Fernreisezüge und die Vorortbahnen von Tunis/Hammam Lif/Borj Dedria und Sousse/Monastir/Mahdia innerhalb Tunesiens. Fast alle Fernzüge der SNCFT sind klimatisiert und führen auch einen Getränkeservice.
Alle klimatisierten Züge sind zuschlagpflichtig. Es verkehren in der Regel Fernzüge mit Wagen der Grand-Comfort-Klasse, 1. und 2. Klasse. Auf der Linie Tunis-Sfax verkehren die schnellsten Meterspurzüge der Welt. Die schnellsten Züge auf der Strecke Tunis-Sousse-Sfax verfügen über individuellen Service am Sitzplatz.
Zahlreiche Ferienorte Tunesiens sind direkt mit der Bahn erreichbar, u.a. Hammamet, Nabeul, Sousse, Monastir, Mahdia, Moknine und Gabès. Mit den Fernzügen der SNCFT erreicht man täglich, meist mehrmals, folgende Städte und wichtige Zentren ab Tunis: Mateur, Bizerte, Béjà, Jendouba, Ghardimaou, Pont du Fahs, Gaafour, Kalaa Khasba, Grombalia, Hammamet, Nabeul, Enfidha, Sousse, Monastir, Moknine, Mahdia, El Jem, Sfax, Mahres, Gabès, Gafsa und Metlaoui. Gabès wird viermal täglich bedient. Zwischen Tunis und Metlaoui verkehrt weiterhin der Nachtzug.
Fahrkarten und Railpässe müssen vor Reiseantritt gelöst werden. Aktuelle Fahrpläne der SNCF gibt es online unter www.fahrplancenter.com. Vorausbuchung ist notwendig.
Fernverkehrszüge sind zumeist doch recht komfortabel und billig. Man sollte auf jeden Fall die 1. Klasse oder Comfort-Klasse buchen, Ihr Gesäss wird es Ihnen danken.
Nehmen Sie auf jeden Fall bei grösseren Strecken etwas zu trinken und zu essen mit auf die Reise, tunesische Züge haben keine Speisewagen! Es fährt zwar meistens ein Cateringwagen durch den Zug, wo man recht günstig Sandwiches, Getränke und Süsswaren kaufen kann, bei längeren Strecken kann dieser aber auch mal ausverkauft sein.
Eine besonders atemberaubende Fahrt bietet der Lézard Rouge durch die Selja-Schlucht im Atlasgebirge. Der von einer Diesellok gezogene Zug wird aus historischen und originalgetreu restaurierten Wagen gebildet und verkehrt mehrmals wöchentlich in der Touristensaison zwischen Metlaoui und Tabeditt und zurück. Für den Lézard Rouge sind besondere Fahrkarten erforderlich
Zugreisen in Tunesien
Diesellok statt Dromedar - mit dem Wüstenzug durch Tunesien
Der Kopfbahnhof in Tunis ist Dreh- und Angelpunkt des tunesischen Eisenbahn-verkehrs. Hier ist ganztägig Hochbetrieb. Und es ist laut. Wer jedoch in Richtung Süden, in Richtung Wüste fährt, stellt fest, das es von Minute zu Minute ruhiger wird. Die Landschaft wechselt rasch von grün zu braun und gelb: Die Sahara übernimmt die Farbzeichnung entlang der meterspurigen Strecke. Es gibt viel zu sehen auf dem Weg in die "Steinzeit".
Lézard Roge - Von Metlaoui geht es durch die Seldja-Schlucht ins südliche Phosphat-revier Tunesiens. Ein unvergessliches Eisenbahn-erlebnis. Wer Glück hat und sich darum bemüht, kann das auf der Lok eines Phosphatzuges tun. Der Bahnhof von Tozeur ist Endstation: Alles, was aus dem Norden weiter in den Süden will, muss hier auf die Dromedare verladen werden.
Lézard Rouge - Die Rote Eidechse (Historischer Zug in der Bergoase)
"Lézard Rouge" - Rote Eidechse - heißt der Luxuszug, den der Bey von Tunis im Jahr 1910 von der französischen Regierung geschenkt bekam. Mohammed Naceur Pacha und sein Nachfolger nutzten den Privatzug bis 1945.
Seit 1997 rollt dieser "Orient-Express Nordafrikas" wieder, von Grund auf restauriert und zum Vergnügen der Touristen, die die Standard-Pfade der Tunesien-Urlauber verlassen haben. Er fährt auf den Schienen der Phosphat-Bergbahn zwischen Redeyef und Metlaoui durch die gewaltige Seldja-Schlucht im Atlas-Gebirge.
Wir stellen die malerische Landschaft vor, zeigen Ihnen Canyons, die voller Legenden stecken, und skizzieren die Geschichte des Lézard Rouge. Wir besuchen ein Phosphat-Bergwerk, das Arbeitsplatz von 15'000 Menschen ist. Die Regions-Hauptstadt Tozeur ist bekannt für die besten Datteln Tunesiens und für ihre einzigartige Lehmarchitektur. In der Wüste besuchen wir den Ort Ong El Jemel, Drehort des Films "Krieg der Sterne".
Die Region, die der Luxuszug befährt, gilt als Geheimtipp unter Tunesien-Liebhabern und ist für den Massen-Tourismus noch nicht erschlossen.
Die arabischen Schriftzeichen für "STOP" erinnern an eine nach hinten blickende Schnecke mit Haus...