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Die Vorbereitung auf die Langlaufsaison 2022/23 begann für mich im Mai. Der erste Monat verlief sehr gut, ich war motiviert und hatte Spaß. Ende Mai/Anfang Juni verspürte ich jedoch immer wieder Schmerzen im unteren Rücken. Anfangs waren diese nicht sehr einschränkend, und ich versuchte, sie selbst mit Übungen in den Griff zu bekommen. Da sie aber trotzdem immer stärker wurden und mich im Training sehr einschränkten, beschloss ich, dies abzuklären. Zum Glück konnte ein Bandscheibenvorfall schnell ausgeschlossen werden, und es wurde eine Verschiebung des untersten Lendenwirbels festgestellt. Dies bedeutete viele Stunden beim Chiropraktiker und anfangs viel alternatives Training sowie Einschränkungen in der Vorbereitung. Im Sommer trainierte ich gemeinsam mit dem SAS Pro Team in Prémanon und Ruhpolding. Die Stimmung im Team war sehr gut, und ich profitierte enorm von meinen Teamkolleginnen und -kollegen. Die Rückenschmerzen besserten sich dann gegen Herbst.
Im Herbst fand unser erstes Trainingslager in Davos statt. Dort konnte ich meine Form gut aufbauen, hatte ein gutes Gefühl, und der Rücken bereitete mir auf dem Schnee keine Sorgen mehr. Ende November wurde ich jedoch krank, was meinen Saisonstart stark beeinträchtigte. Ich erholte mich bis zum ersten Swiss Cup im Goms nicht vollständig, versuchte aber dennoch, mich für den Weltcup in Davos zu qualifizieren, indem ich am Swiss Cup Sprint im Goms teilnahm. Da ich jedoch alles andere als fit war, waren die Resultate dementsprechend schlecht. Danach ging es wieder etwas bergauf, und ich wollte beim COC in St. Ulrich eine Woche später eine ansprechende Leistung zeigen. Am Samstagmorgen erwachte ich jedoch erneut erkältet und konnte nicht starten. Es war eine große Enttäuschung, und ich verstand es nicht. Als ich wieder etwas rationaler denken konnte, wurde mir klar, dass ich einfach viel zu schnell nach der ersten Erkältung wieder ins Training und in die Wettkämpfe eingestiegen war. Es hieß dann einfach, vollständig gesund zu werden und mich zu erholen.
Es dauerte lange, aber nach Neujahr ging es bergauf, und ich begann, mich besser zu fühlen. Beim ersten Teil der Schweizer Meisterschaften im Goms im Januar reichte dies jedoch noch nicht aus, um eine gute Leistung abrufen zu können. Ich investierte danach einen ganzen Monat ins Training und nahm an keinen Rennen teil. Beim COC in Campra Mitte Februar war meine Leistung nicht gut, obwohl ich mich im Training wieder gut fühlte. Eine Woche später gelangen mir bei den Swiss Cup Rennen in Sedrun endlich zwei gute Resultate, insbesondere der 3. Platz im 10-km-Klassikrennen am Samstag. Ich brauchte wohl einfach zuvor ein Rennen, um wieder in den Wettkampfmodus zu kommen.
Kurz darauf wurde ich erneut erkältet, aber diesmal war es nur eine kurze Angelegenheit. Zum ersten Mal nahm ich am Engadin Skimarathon teil. Es war eine tolle Erfahrung, und ich weiß, dass ich mich in diesem Wettkampf noch steigern kann.
Nach dem Engadin Skimarathon konnte ich noch einmal gut trainieren und freute mich auf den zweiten Teil der Schweizer Meisterschaften.
Zum Ende der Saison nahm ich am zweiten Teil der Schweizer Meisterschaften in Silvaplana teil. Am Freitag im Sprint fühlte ich mich sehr gut, und nach dem Prolog wusste ich, was an diesem Tag möglich gewesen wäre. Leider spielte das Material nicht mit, unser ganzes Team hatte wirklich schlechtes Material an den Füßen. Das führte dazu, dass es nicht für den Finallauf reichte, und ich mich mit dem 7. Platz begnügen musste. Schlechtes Material ist deprimierend, aber es passiert eben. Zwar war ich enttäuscht, aber umso motivierter war ich für den nächsten Tag. Am Samstag lief ich mein erstes 30-km-Klassikrennen und wurde Sechste, was ein sehr starkes Resultat ist. Die Skis waren an diesem Tag sehr gut, und ich hatte viel Spaß bei diesem Rennen. Am Sonntag im Teamsprint war ich hochmotiviert und wollte gemeinsam mit Lea Fischer eine Medaille holen. Leider machte uns erneut das Material einen Strich durch die Rechnung, und wir wurden "nur" Vierte.
Es war dennoch ein erfolgreiches Wochenende für mich, da ich mir selbst beweisen konnte, zu was ich fähig bin und wie viel Freude mir dieser Sport bereitet. Insgesamt war die Saison 2022/23 für mich ein Auf und Ab. Nach einem schwierigen Start mit mehreren Erkältungen konnte ich dennoch einige gute Leistungen abrufen. Auch wenn es nicht viele waren, freuen und motivieren mich die guten Resultate für die kommende Saison. Ich bin zuversichtlich, dass ich mich weiter verbessern kann, und die guten Leistungen, trotz vieler Einschränkungen während der Vorbereitung und der Saison, zeigen, zu was ich noch fähig sein kann. Ich freue mich auf die neuen Herausforderungen und die nächste Saison mit dem SAS Nordisch.