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Alice Schmidli war die Allererste, die in Kriens gegen Corona geimpft wurde. Neun Monate nach der zweiten Impfung ist sie tot. Ihr Sohn macht Vorwürfe und sagt: «Mit einem Booster wäre meine Mutter noch am Leben.»
Alice Schmidli war die erste, die in Kriens die Corona-Impfung erhielt. Die damals 89-Jährige sagte gegenüber «Tele 1», dass sie keine Angst habe vor der Impfung. Wenn sie auch ein wenig aufgeregt sei.
Neun Monate nach der zweiten Corona-Impfung ist Alice Schmidli tot. Wie die «Sonntagszeitung» berichtet, starb sie an Covid-19. Am Freitag vor einer Woche war ihre Körpertemperatur leicht erhöht, ein erster Antigentest war negativ. Tags darauf fiel ein PCR-Test positiv aus. Ihr Zustand verschlechterte sich dramatisch. Sie rang nach Luft, «es war der reinste Horror», wie ihr Sohn Jack Schmidli gegenüber der Zeitung sagt.
Sohn macht den Behörden Vorwürfe
«Hätte meine Mutter eine Booster-Impfung bekommen, wäre sie jetzt noch am Leben», sagt Jack Schmidli. Seine Mutter hätte nicht so elend sterben müssen. Sie war zwar alt, aber gesund. Er macht den Behörden Vorwürfe. Denn er könne nicht nachvollziehen, weswegen die Booster-Impfungen noch nicht zur Verfügung stehen. Die Datenlage aus anderen Ländern sei doch eigentlich klar, so Jack Schmidli. So begann Israel bereits im Juli als erstes Land weltweit, seine Bevölkerung ein drittes Mal zu impfen. Studien aus Israel und den USA zeigen, dass der Schutz besonders beim Pfizer-Impfstoff mit der Zeit abnimmt.
Alice Schmidli ist gemäss dem Medienbericht nicht die einzige Bewohnerin, die im Krienser Altersheim gestorben ist. Seit dem 1. September wurden 14 Personen positiv getestet, drei von ihnen sind gestorben. Alle waren zweifach geimpft.
Wann kommt die Booster-Impfung?
Eine Sprecherin des Bundesamt für Gesundheit (BAG) sagt im Medienbericht, dass zum heutigen Zeitpunkt noch nicht feststehe, «ob und für wen eine Auffrischimpfung allenfalls nötig wäre».
Bei der Zulassungsbehörde Swissmedic ist zurzeit das Gesuch für einen Booster-Impfstoff hängig. Die Swissmedic sagt auf Anfrage der «Sonntagszeitung», dass die aktuellen Zahlen zu den Impfdurchbrüchen gemessen an der Gesamtzahl der Infektionen «immer noch sehr gering» seien.
Einiges deute darauf hin, dass der Impfschutz vor schweren Krankheitsverläufen auch bei der Delta-Variante für mindestens 12 Monate anhalte. Swissmedic wird wie folgt zitiert: «Ob dies für alle Personen- und Altersgruppen gilt, wird weltweit mit Hochdruck untersucht.»