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Impfungen sind vorbeugende Massnahmen und schützen sehr effektiv gegen Krankheiten wie zum Beispiel Diphtherie, Starrkrampf, Keuchhusten, Kinderlähmung, Haemophilus influenzae-Infektion. Seit der Einführung dieser sehr effektiven Impfstoffe ist die Häufigkeit von solchen Krankheiten stark zurückgegangen.
Lassen Sie Ihre Kinder deshalb gemäss dem schweizerischen Impfplan impfen. Um einen effektiven Impfschutz erreichen zu können, sind in der Regel eine oder mehrere Auffrischimpfungen notwendig.
Auch Erwachsenen wird empfohlen, den Impfstatus in regelmässigen Abständen überprüfen und allenfalls die notwendigen Auffrischimpfungen vorzunehmen zu lassen. Dies gilt grundsätzlich, insbesondere aber vor längeren Reisen oder Auslandaufenthalten.
Diphterie ist eine bakterielle Infektionskrankheit. Oftmals beginnt die Krankheit harmlos mit Halsschmerzen um dann aber rasch einen lebensbedrohlichen Verlauf zu nehmen. Im Rachenraum bilden sich Membranen, welche in schlimmsten Fall die Atemwege verlegen können. In der Schweiz ist diese Krankheit zum Glück sehr selten geworden. Sie ist aber in anderen Ländern, vor allem in Osteuropa, noch stark verbreitet. Die Grundimmunisierung umfasst 4 Impfungen (2 Mt, 4 Mt, 6 Mt und 18 Mt).
Bereits bei kleinsten Verletzungen (z.B. Verletzung an einem Holzsplitter, einem Dorn oder einem rostigen Nagel) können Starrkrampfbakterien, welche überall vorkommen, in den Körper gelangen. Die eingebrachten Erreger bilden ein Toxin (Giftstoff) welches dann für die Symptome verantwortlich ist. Bei einer Tetanuserkrankung kommt es zu einer Lähmung der gesamten Muskulatur, also auch der Atemmuskulatur. Die Latalität ist sehr hoch. Weltweit sterben weiterhin jedes Jahr über eine Million Menschen an Tetanus. Die Grundimmunisierung beim Säugling ist nach insgesamt 4 Impfungen (2 Mt, 4 Mt, 6 Mt und 18 Mt) abgeschlossen. Auffrischimpfungen im Kindesalter und auch bei den Erwachsenen sollten in regelmässigen Abständen durchgeführt werden.
Keuchusten ist eine akute, sehr ansteckende Erkankung der Atemwege und ist verbunden mit sehr heftigen, lange andauernden Hustenanfällen. Die Erkankungsdauer erstreckt sich in der Regel über mehrere Wochen. Für Säuglinge und Kleinkinder kann diese Krankheit lebensgefährlich werden. Die Grundimmunisierung erfolgt mit 4 Impfungen (2 Mt, 4 Mt, 6 Mt und 18 Mt). Auffrischimpfungen im Kindesalter und auch bei den Erwachsenen sollten in regelmässigen Abständen durchgeführt werden.
Verursacher der Kinderlähmung sind die Polioviren. Häufig verläuft die Erkrankung asymtomatisch. Kommt es allerdings zu der „papalytischen Form“, treten oftmals schwere, meist bleibende Lähmungen auf.
Im Jahr 2002 hat die WHO ganz Europa für poliofrei erklärt. In einigen Ländern Asiens und Afrikas treten aber weiterhin Poliofälle auf. Die Grundimmunisierung erfolgt mit 4 Impfungen (2 Mt, 4 Mt, 6 Mt und 18 Mt). Im Jugendalter sollte noch eine 5. Auffrischimpfung durchgeführt werden. Spätere Auffrischimpfungen sind nur noch in speziellen Situationen nötig, zum Beispiel bei Reisen in Länder, in denen es weiterhin Fälle von Kinderlähmung gibt.
Die Haemophilus-influenzae-Bakterien besiedeln bereits ab dem Säuglings- und Kleinkindealter den Nasen-Rachen-Raum und sind gefürchtet, weil sie eine lebensbedrohende Hirnhaut- (Meningitis) und Kehlkopfentzündung (Epiglottitis) auslösen können. Gefährlich sind diese Bakterien insbesondere für Kinder bis 5 Jahre, da in den frühen Lebensjahren noch nicht genügend Abwehrstoffe gegen diese Bakterien vorhanden sind. Es ist deshalb sehr wichtig, die Grundimmunisierung mit insgeamt 4 Impfdosen ab dem 2. Lebensmonat durchzuführen.
Masern ist eine virale Infektionskrankheit, die ausserordentlich ansteckend ist. Die Übertragung erfolgt vorwiegend durch Husten und Niesen. Durch die leichte Übertragbarkeit führt fast jeder Kontakt mit einem Erkrankten zu einer Ansteckung. Die Erkrankung beginnt wie eine Erkältung mit Husten, Schnupfen und einer Bindehautentzündung, gefolgt von hohem Fieber und dem typischen Hautausschlag (Masernexanthem). Komplikationen, welche recht häufig auftreten, sind Lungen-, Mittelohr- oder Hirnhautentzündungen. Durch eine Impfung mit 12 Monaten und 24 Monaten kann eine sehr gute Immunität gegen diese Krankheit aufgebaut werden.
Mumps, auch Ziegenpeter genannt, ist ebenfalls eine virale Erkrankung, welche aber deutlich weniger ansteckend ist, als zum Beispiel Masern. Auch die Mumps-Viren werden durch Husten und Niesen übertragen. Bei der Erkrankung findet man ein- oder beidseitige Schwellung der Ohrspeicheldrüse, nicht selten auch eine Hirnhautentzündungen. Gelegentlich kommt es zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung oder einer Entzündung des Hörnerves, welche zu bleibenden Hörschäden führen kann. Bei männlichen Erkrankten kann es zu einer schmerzhaften Hoden- oder Nebenhodenentzündung kommen. Durch eine Impfung mit 12 Monaten und 24 Monaten kann eine sehr gute Immunität gegen diese Krankheit aufgebaut werden.
Eigentlich sind die Röteln für Kinder eine harmlose Krankheit. Die Übertragung erfolgt wie bei den Masern oder beim Mumps als Tröpfcheninfektion. Trotzdem sollten bereits die Kleinkinder geimpft werden. Warum? Geimpft wird deshalb, weil die WHO eine Ausrottung der Rötelnembryopathie in Europa anstrebt. Steckt sich nämlich eine Schwangere an, so kann das Virus beim ungeborenen Baby Blindheit, Taubheit, Herzfehler und Hirnschäden verursachen. Es wird deshalb eine zweimalige Impfung empfohlen. Eine erste Impfdosis wird mit 12 Monaten, die zweite Dosis mit 24 Monaten verabreicht.
Bei der FSME handelt es sich um eine durch Zecken übertragene Krankheit. 7 bis 14 Tage nach dem Stich einer mit dem FSME-Virus infizierten Zecke kann es in einer ersten Krankheitsphase zu einem grippeartigen Krankheitsbild kommen. Sehr oft treten allerdings keine Krankheitszeichen auf.Bei 5 bis 15% der Erkrankten kommt es nach einem beschwerdefreien Zeitraum zum Befall des zentralen Nervensystems mit Kopfschmerzen, Lichtscheu, Schwindel, Konzentrations- und Gehstörungen.
Gegen die FSME steht eine sehr gut wirksame und verträgliche Impfung zur Verfügung. Um eine gute Grundimmunisierung zu erreichen, sind 3 Impfdosen notwendig.
Hepatitis A ist eine infektiöse Leberentzündung, welche durch das Hepatitis A-Virus ausgelöst wird. Die Übertragung erfolgt durch verunreinigtes Trinkwasser oder ungenügend gekochte Nahrungsmittel. Die Ansteckung erfolgt vor allem in Ländern mit ungünstigen hygienischen Verhältnissen (Asien inkl. Türkei, gesamter afrikanischer Kontinent, Mittel- und Südamerika, Osteuropa). In der Schweiz ist das Risiko, an einer Hepatitis A zu erkranken, gering.
Bei Erwachsenen verursacht die Hepatitis-A-Infektion eine Gelbsucht, verbunden mit Appetitlosigkeit, Übelkeit, Fieber, starker Müdigkeit und Krankheitsgefühl. Üblicherweise tritt nach ein paar Wochen bis Monaten eine Spontanheilung ein. Allerdings kann sich selten bei einer vorgeschädigten Lebererkrankung eine kritische Heptatitis entwickeln. Bei Kindern verläuft die Infektion meistens mild. Die Impfung schützt sehr effektiv vor einer Hepatitis A-Infektion und ist sehr gut verträglich. Nach der ersten Impfung wird eine 2. Impfung (Booster) nach 6-12 Monaten empfohlen.
Hepatitis B ist eine infektiöse Leberentzündung, ausgelöst durch das Hepatitis-B-Virus. Die Übertragen des sehr ansteckenden Hepatitis B-Virus erfolgt durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten (insbesondere Blut und Genitalsekrete) infizierter Personen. Die Hepatitis B ist weltweit die häufigste Infektionskrankheit.
45 bis 180 Tage nach der Infektion treten beim Erkrankten klassischerweise unspezifische Allgemeinsymptome wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, gelegentlich auch Gelenkschmerzen, Fieber und ein Hautausschlag auf. Eine Gelbsucht tritt nicht immer auf. Meistens heilt die akute Hepatitis B vollständig aus. Bei zirka 5 – 10 % der Personen, die sich als Erwachsene angesteckt haben und bei 90% der Säuglinge, die während der Geburt infiziert wurden, entwickelt sich jedoch eine chronische Hepatitis B.
Die Impfung gegen Hepatitis B schützt sehr effektiv gegen die Erkrankung und ist sehr gut verträglich. Um einen genügenden Impfschutz zu errreichen, sind insgesamt 3 Impfungen notwendig.
Weiterführende Informationen finden Sie unter www.bag.admin.ch.
Quellen: BAG, Impfratgeber (André Schmutz, Monika Joos, Ulrich Heiniger, 5. Auflage)
Dr. med. Andreas Graf, Arzt in Ruswil, Nov 2016