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Nortriptylin und Voriconazol beeinflussen sich gegenseitig
Monitorisierung
Risiko
Erhöhtes Risiko für ventrikuläre Rhythmusstörungen
Mechanismus
Voriconazol ist ein potenter Hemmer der CYP3A4, CYP2C9 und CYP2C19-Isoenzyme. CYP3A4 ist am Abbau von Amitriptylin und Nortriptylin beteiligt, sodass erhöhte Konzentrationen der Antidepressiva auftreten könnten. Zudem kann es zu einer additiven QTc-verlängernden Wirkung kommen.
Effekt
Durch die additive Verlängerung der QT-Zeit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von kardialen unerwünschten Wirkungen wie Arrhythmien, Torsades de pointes oder Herzstillstand. In einer pharmakokinetischen Studie kam es unter Ketoconazol - ebenfalls einem starken CYP3A4-Inhibitor - zu einer Verminderung der oralen Clearance von Amitriptylin um 21%. In Kombination traten geringfügig vermehrte ZNS-depressive Effekte (Sedation) von Amitriptylin auf [Venkatakrishnan K, 2001]. Unter erhöhten Konzentrationen von Amitriptylin/Nortriptylin kann es vermehrt zu unerwünschten Wirkungen wie z.B. Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit oder Hypotonie kommen. Für trizyklische Antidepressiva wurden krampfschwellensenkende Effekte beschrieben.
Empfehlung
Gemäss Schweizer Fachinformation ist die gleichzeitige Gabe von Voriconazol mit CYP3A4 Substraten, für welche eine QTc-verlängernde Wirkung bekannt ist, formal kontraindiziert. Regelmässige EKG-Kontrollen der QT-Zeit sowie der Elektrolytkonzentrationen (hier insb. Kalium) sind durchzuführen, insbesondere bei Änderungen der medikamentösen Therapie. Zudem sollte ein sorgfältiges Monitoring bezüglich unerwünschten ZNS-Effekten vorgenommen werden. Eine Anpassung der Dosis von Amitriptylin/Nortriptylin ist patientenindividuell zu erwägen.
Literatur
Klassifikation
Die Grundlage für die Klassifikation ist die referenzierte Literatur und ein validiertes und nachvollziehbares Entscheidungsmodell. Die getroffenen Entscheidungen für die Einteilung des Schweregrads werden durch den Flowchart visualisiert.
Letzte Aktualisierung des Textes am 29.05.2018