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Kornhaussaal
Hier können Sie die umfangreichen Renovationsarbeiten zurückverfolgen. Mit Klick auf den Titel erhalten Sie die gesamten Informationen.
Baustelle
Die Bauarbeiten im Schloss können nur in der Zeit durchgeführt werden, wenn Landshut geschlossen ist. In der Berichtsperiode 2016 also bloss von Mitte Januar (vorher haben die meisten Baufirmen ihre Betriebe geschlossen) bis kurz vor der Eröffnung am Muttertag. Wie wir schon berichtet haben, sind im 20. Jh. starke Eingriffe in die alte Bausubstanz des Kornhausflügels geschehen. So liess der neue Besitzer des Schlosses ab 1925, die Kaufmannsfamilie Rütimeyer aus Alexandrien, die Landshut als Villa in der Sommerfrische nutzte, eine Garage einbauen, wofür in der Fassade der grosse Eingangsbogen ausgebrochen wurde. Dem Automobil war aber in Raummitte der 20 Tonnen tragende Eichenpfosten des Kornhauses im Weg, er wurde einfach herausgetrennt. Nachdem sich die ganze Konstruktion gesenkt hatte, zog man kurz danach einen Metallträger ein, der auf einer Wand und einem aufgemauerten Pfeiler ruhte. Die Wiederherstellung der ursprünglichen Statik durch eine Kopie des um 1925 beseitigten schönen Stützpfostens war ein Hauptanliegen der Restaurierung. Eichenholz aus dem 18. Jh. (aus dem Kornhaus Burgdorf) lieferte die kant. Denkmalpflege und der Zimmermeister Andreas Gosteli, Geristein, erstellte daraus eine perfekte Kopie des noch bestehenden Pfostens samt Knaggen und Sattelholz. Bis aber die hässliche Stützkonstruktion von etwa 1925 der ehem. Garage entfernt und der Pfosten eingebaut werden konnte, waren umfangreiche statische Abklärungen zu treffen, die den Ingenieur, den Architekten und den Schreibenden stark beschäftigten, sind doch im 1. Stock schwere Trennwände eingezogen worden, als in den 50er Jahren die Schlosswartwohnung eingebaut wurde. Schliesslich war es anfangs März soweit: Die Last konnte provisorisch abgefangen, der Pfosten aufgerichtet und ihm die Last übergeben werden. Der Raum gewann dadurch seine originale Statik und seine Grundstruktur zurück und wirkte sofort sehr überzeugend: Die wuchtige, quergerichtete Balkendecke des Kornhausflügels (eines ehemaligen Lagerhauses!) wird längs in Raummitte durch einen von zwei barocken Pfosten gestützten Unterzug halbiert. Leider war die Decke abschnittsweise in verschiedenen Maltechniken gestrichen worden. Sie konnte sorgfältig freigelegt und gereinigt werden. Ein unschön vergrössertes Fenster wurde wieder auf das ursprüngliche Mass zurückgeführt.
Hierauf verputzte die Firma Chatzigeorgiou die Wandflächen rein mineralisch. Die chaotisch eingebauten Leitungen waren geordnet neu zu verlegen und stark zu ergänzen, sind doch die Sicherheitseinrichtungen, keine Generation alt, im ganzen Schloss erneuert worden, da die Lieferfirmen mitteilten, die Ersatzteile seien nicht mehr erhältlich und das Funktionieren von Brandmelde- und Einbruchmelde-Anlage sowie Videoüberwachung sei nicht mehr zu gewährleisten. Glücklich, dass das Bauwerk keine derartig kurze Lebenserwartung hat, dient es doch seit 1725 verschiedensten Zwecken und wenn der Mensch nicht unüberlegt eingegriffen hätte, wären auch kaum Schäden entstanden....
In einem einzigen Arbeitsgang konnte schliesslich der gefugte Hartbetonboden eingebaut werden: Zu Saisonbeginn 2016 zeigte der Raum seine alte Schönheit, obwohl man plante, den Finish in einer zweiten Bauphase erst nach Saisonschluss anzupacken. Als Auftakt orientierte eine kleine Ausstellung über die Geschichte und die Baugeschichte von Schloss und Kornhaus und über die beim Bau gemachten Befunde, bevor das Naturhistorische Museum der Burgergemeinde Bern seine erste Ausstellung aufbaute.
Der überzeugende Eindruck, den der Saal machte, bewog schliesslich den Stiftungsrat, das beschlossene Saalprojekt nochmals zu überdenken. Er kam zum Schluss, dass auf den Einbau von kleinen Zellen, die als Lager und Installationsraum gedacht waren, verzichtet werde, was einerseits der Ausstrahlung des Saals und der räumlichen Flexibilität der Ausstellungskonzepte entgegenkam, anderseits aber Stauraum und Installationsfazilitäten sehr reduzierte. Der Wechselausstellungssaal, neu Kornhaussaal genannt, und der neue Zugang zum Museum für Wild und Jagd werden auf Saisoneröffnung 2017 fertiggestellt.
Jürg Schweizer
Stand der Arbeiten Ende April 2016
Nachdem die aufgedeckten früheren Betonböden mit unterschiedlichen Niveaus herausgebrochen worden sind, ist nun Ende April ein einheitlicher Boden im neuen Wechselausstellungssaal eingezogen worden. Neuzeitliche Vormauerungen waren ebenfalls entfernt worden und die Wandflächen wurden neu verputzt. Die chaotisch eingebauten Leitungen mussten geordnet neu verlegt werden. Die diversen Farbanstriche und Kalkungen an der wuchtigen Balkendecke konnten entfernt und eine hässliche Fensterausweitung rückgängig gemacht werden.
Zu Saisonbeginn 2016 zeigt der Raum seine alte Schönheit, obwohl der Finish und verschiedene Installationen erst im Herbst ausgeführt werden.
Als Auftakt in die Saison 2016 orientiert eine kleine Ausstellung über die Geschichte und Baugeschichte von Schloss und Kornhaus und über die beim Bau gemachten Befunde.
Stand der Arbeiten Mitte April 2016
Mitte März konnte der Metallbauer das schwere U-förmige Metallprofil von etwa 1925 herausbrennen, es fasste den Unterzugbalken unterhalb der grünen Farbe, ohne dass der Unterzug Brandschäden erlitt. Erst dann konnte der Zimmermann den damals herausgerissenen Pfosten aus Eichenholz, den er nach dem Muster des noch bestehenden zweiten Pfosten rekonstruiert hatte, einsetzten. Der Lastwechsel war ein heikles Unterfangen, hat der Pfosten doch gegen 20 Tonnen Last aufzunehmen. Geeignetes altes Eichenholz in der benötigten Grösse und Qualität konnte das Depot der kant. Denkmalpflege zur Verfügung stellen. Der Schaden, den der Garageneinbau für Familie Rütimeyer aus Alexandrien um 1925 angerichtet hat, ist damit behoben. Allerdingskonnten die Senkungen der Stockwerke darüber um 10cm nicht mehr rückgängig gemacht werden.