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<h2>SubmittedText<h2><p>Die Vereinbarkeit von Familienarbeit und Erwerbstätigkeit bleibt ein Dauerthema, obwohl inzwischen auch die Wirtschaft erkannt hat, dass flexible Arbeitszeitmodelle nicht nur denkbar sind, sondern auch für die Unternehmungen selber klare Vorteile bieten können. Die Entwicklung hin zu familienfreundlichen Unternehmungen hängt aber immer noch vor allem von Eigeninitiative und Freiwilligkeit der Firmen ab.</p><p>Mit der Informationsplattform "Vereinbarkeit Beruf und Familie" hat der Bund wichtige Schritte unternommen. Die Plattform ist informativ und umfassend. Sie richtet sich allerdings vor allem an Kantone, Gemeinden, Verbände und Vereine, nicht aber an die Unternehmungen. Es stellt sich deshalb die Frage, wie die Unternehmungen in diesem Prozess vom Bund informiert und sensibilisiert werden und wie sie unterstützt werden können.</p><p>1. Sieht sich der Bundesrat in der Verantwortung, nicht nur bei Kantonen und Gemeinden, sondern auch bei den Unternehmungen darauf hinzuwirken, dass die Vereinbarkeit von Familienarbeit und Beruf gestärkt wird?</p><p>2. Wird konkret Sensibilisierungsarbeit geleistet, damit Unternehmungen der Handlungsbedarf bewusst ist und sie ihre Möglichkeiten für eine familienfreundliche Anpassung ihrer Unternehmenspolitik kennen? Wird ein Fokus auf die Unternehmen in die Plattform "Vereinbarkeit Beruf und Familie" integriert?</p><p>3. Gibt es Möglichkeiten, darüber hinaus konkrete Anreize zu schaffen und Unternehmungen in der Anpassung ihrer Unternehmenspolitik zu unterstützen? Bestehen entsprechende konkrete Projekte des Bundes? Wären dafür Anpassungen auf gesetzlicher oder Verordnungsebene notwendig?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1./2. Die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist eine politische Priorität des Bundesrates und deshalb eines der vier Handlungsfelder der Fachkräfte-Initiative (FKI). Ziel ist die verbesserte Ausschöpfung des inländischen Arbeitskräftepotenzials. Aktuelle Beschäftigungszahlen zeigen denn auch eine starke Zunahme der Vollzeitarbeitskräfte in den letzten Jahren, welche sich grossmehrheitlich auf eine stärkere Beteiligung von Frauen zurückführen lässt. Im Rahmen der FKI haben Bund, Kantone und Sozialpartner im Mai 2016 gemeinsam die Webseite <a href="http://www.fachkraefte-schweiz.ch">www.fachkraefte-schweiz.ch</a> lanciert, um die gemeinsamen Bestrebungen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf gebündelt darzustellen.</p><p>Neben dem Ausbau der familienergänzenden Kinderbetreuung sind familienfreundliche Arbeitsbedingungen zentral. Hier sind, wie die Interpellantin ebenfalls ausführt, die Unternehmen zuständig. In erster Linie geht es darum, flexible Arbeitsbedingungen zu bieten (Arbeitszeit, Teilzeitarbeit, Telearbeit, Jobsharing). Dies erfordert teilweise noch einen Kulturwandel - weg von der Präsenzorientierung, hin zur Ergebnisorientierung. Dabei profitieren auch die Unternehmen von familienfreundlichen Angeboten: Sie können leichter qualifizierte und leistungsbereite Arbeitskräfte an sich binden. Der Mangel an Fachkräften in verschiedenen Bereichen dürfte die Bestrebungen der Unternehmen noch verstärken.</p><p>Der Bund unterstützt die Unternehmen mit Informations- und Sensibilisierungsprojekten, um bewährte Lösungen besser bekannt zu machen. So hat das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) mit der Prognos-Studie 2005 gezeigt, dass sich familienfreundliche Massnahmen für ein Unternehmen auch betriebswirtschaftlich rechnen. In Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Arbeitgeberverband und dem Schweizerischen Gewerbeverband hat das WBF zudem bereits 2007 das "KMU-Handbuch Beruf und Familie" lanciert. Das Handbuch zeigt den KMU, welche oft nicht über die gleichen Ressourcen wie grosse Unternehmen verfügen, zahlreiche Möglichkeiten auf, wie sie dank ihren kurzen Entscheidungswegen und flexiblen Strukturen ihren Angestellten familienfreundliche Arbeitsbedingungen anbieten können (<a href="http://www.seco.admin.ch">www.seco.admin.ch</a> &gt; Publikationen &amp; Dienstleistungen &gt; Publikationen &gt; Arbeit &gt; Arbeitsmarktanalyse &gt; Beruf und Familie). Derzeit wird das Handbuch überarbeitet und erscheint bis Ende 2016 in einer Neuauflage. Zudem kann der Bund im Rahmen seines Impulsprogramms zur Förderung der familienergänzenden Kinderbetreuung jene Unternehmen mit Finanzhilfen unterstützen, die ein eigenes Angebot für die Kinderbetreuung der Mitarbeitenden aufbauen.</p><p>Ferner soll mit dem "Aktionsplan zur Unterstützung und Entlastung von pflegenden Angehörigen" des Bundesrates die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Angehörigenpflege gefördert werden. Eine der Massnahmen dieses Plans betrifft die Sensibilisierung der Unternehmen. Zudem werden im Rahmen des Förderprogramms "Unterstützungs- und Entlastungsangebote für pflegende Angehörige 2017-2021" Forschungsprojekte sowie die Dokumentation von Beispielen "guter Praxis", beispielsweise in Unternehmen, finanziert werden können.</p><p>Weiter werden im Rahmen der Finanzhilfen des Gleichstellungsgesetzes (GlG) zahlreiche Programme mit dem Ziel der Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie finanziert (Übersicht auf <a href="http://www.topbox.ch">www.topbox.ch</a>). Mit der Neuausrichtung der Finanzhilfen nach GlG ab 2017 wird der Fokus noch stärker auf die Vereinbarkeit gerichtet. Darüber hinaus unterstützt der Bund im Rahmen der FKI neu Projekte, die einen Beitrag zur Erhöhung des inländischen Fachkräftepotenzials leisten.</p><p>3. Die Kompetenzen des Bundes im Bereich familienfreundliche Arbeitsbedingungen beschränken sich auf Informationsvermittlung und Bewusstseinsförderung. Dieser Handlungsspielraum wird, wie oben beschrieben, umfassend ausgenutzt. Bei allen Massnahmen des Bundes ist stets das Kosten-Nutzen-Verhältnis im Hinblick auf das zu erreichende Ziel zu berücksichtigen.</p><p>Zudem geht der Bund in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit gutem Beispiel voran. Bestehende steuerliche Anreize gehen in die gleiche Richtung. Auf der Ebene von Bund, Kantonen und Gemeinden können die direkten finanziellen Aufwendungen, die einem Unternehmen für die familienergänzende Betreuung der Kinder der Belegschaft entstehen, in der Regel bereits nach geltendem Recht im Rahmen des geschäftsmässig begründeten Aufwandes in Abzug gebracht werden (siehe Antwort auf die Interpellation Fehr Jacqueline 13.3402).</p>  Antwort des Bundesrates.