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Fußschmuck ist heute sehr beliebt. Getragen werden können Fussketten, Zehenringe & Co. als Modeschmuck im Sommer, was ein schöner Eyecatcher in Sandalen, Flip Flops oder barfuss ist. Doch hat der Fußschmuck in Ländern wie Indien und Ägypten eine lange Tradition und große Symbolkraft.
Inhaltsverzeichnis:
Geschichte der Fußketten
Ein Fußkettchen ist ein Schmuckstück, das um den Knöchel getragen wird. Barfuß-Fußketten und Zehenringe werden schon seit Jahrhunderten von Mädchen und Frauen in Indien getragen. Sie wurden auch bereits von ägyptischen Frauen seit prädynastischen Zeiten verwendet. In den Vereinigten Staaten kamen im späten zwanzigsten Jahrhundert sowohl legere als auch elegantere Fußkettchen in Mode. Während in der westlichen Populärkultur sowohl jüngere Männer und Frauen lässige Leder-Fußbänder tragen können, sind sie vor allem bei barfüßigen Frauen beliebt. Elegante Fußketten (aus Silber, Gold oder Perlen) werden von einigen Frauen als Modeschmuck verwendet. Fußkettchen sind ein wichtiges Schmuckstück bei indischen Hochzeiten, welche zusammen mit Saris getragen werden.
Viel seltener ist jedoch eine Fusskette, die durch ein Kettchen verbunden wird, um die Schritte zu verkürzen. Dieser Brauch war vor allem in Südost-Asien üblich, wo man den Effekt eines kurzen „weiblichen” Tippelns erzeugen wollte. Heute folgen nur ein paar Frauen der westlichen Kultur diesem Brauch, aber nur sehr selten in der Öffentlichkeit. Sehr wenige Menschen haben sogar „permanente” z. B. aufgelötete Fußkettchen und noch seltener werden diese mit einer Kette verbunden.
Ägypten
Fußkettchen wurden als alltäglicher Schmuck von ägyptischen Frauen aller sozialen Klassen im alten Ägypten bereits seit prädynastischen Zeiten getragen. Der Name für Fußkettchen war nicht viel anders als der von Armbändern nämlich Menefret, ausser dass der Unterschied mit einer kurzen Phrase deutlich gemacht wurde. Sie wurden aus verschiedenen Metallen und in verschiedenen Formen hergestellt, unter Verwendung von teureren Metallen wie Gold für die Reichen und weniger teuren wie Silber und Eisen für die unteren sozialen Schichten. Während der vierten, fünften und sechsten Dynastie wurden Perlen-Fußkettchen in mehreren Reihen hergestellt, die mit Abstandhaltern zusammengehalten wurden. Fusskettchen wurden auch von Tänzern getragen, wie es in den Gräbern von Kagemni, Ti und Akh-hotp gezeigt wird.[1]
Im frühen zwanzigsten Jahrhundert wurden Fußkettchen häufig von ägyptischen Frauen der Innenstädte getragen. Man nannte sie Kholkhal und sie wurden von den meisten klassischen Frauen von Alexandria getragen, zusammen mit einem klassisch-traditionellen Kleid, das von einem einteiligen schwarzen Tuch, der Melaya leff, abgedeckt wurde.
Heute werden Fußkettchen fast nicht mehr von ägyptischen Frauen in der Öffentlichkeit getragen und zwar aufgrund des verstärkten islamischen Konservatismus in Ägypten, wonach das öffentliche Tragen von Fußkettchen als unanständig gilt. Fußkettchen werden immer noch häufig von Tänzern bei öffentlichen Veranstaltungen getragen.
Europa
Bronze Fußkettchen wurden bereits in der Bronzezeit in Europa getragen, etwa im Gebiet entlang der Donau, im Alpenvorland, am Rhein und hinauf bis zum Atlantik, und auch auf der Rhône (Sherratt, 2001). Diese wurden in Massen in diesen Bereichen gefunden, zusammen mit anderen Bronzegegenständen, die charakteristisch für diese Zeit (ab 1800 v. Chr.) waren, und werden der Tumulus-Kultur zugeschrieben, die sich in dieser Region verbreitete.
Südasien
Ein Epos aus dem ersten Jahrhundert von Tamil Literature genannt Cilappatikaram („Die Geschichte der Fussketten“) handelt von einer Frau, deren Ehemann beim Versuch eines ihrer Fußketten an einen unehrlichen Goldschmied zu verkaufen, getötet wurde. Die Fusskettchen werden sehr detailliert in dem Gedicht beschrieben.
Rajasthani Frauen tragen die schwerste Art von Fußkettchen. Sie sind aus Silber und mit bedeutenden Stammessymbolen verziehrt. Die Frauen tragen sie als Modeschmuck, doch auch um ihre Tapferkeit als Stammesmitglied vor anderen rivalisierenden Stämmen zu demonstrieren. Die Mode von schweren Fußketten ist jetzt in Indien rückläufig, aber immer noch in den ländlichen Gebieten weit verbreitet.
Das Wort „Jhangheer“ ist ein Wort für Fußkettchen in Hindi und Punjabi. Jhangheer bedeutet Ketten. Dies ist aus diesem Grund bedeutend, weil Fusskettchen Ketten waren, die Frauen in ihrer Ehe trugen. Einige der Fusskettchen waren schwer und es war schwierig damit zu laufen.
Als Schmuck
Fußketten können aus Silber, Gold und anderen Edelmetallen hergestellt werden, sowie aus Leder, Kunststoff, Nylon oder anderen ähnlichen Materialien. In der westlichen Welt werden Fußkettchen oder Fußketten vor allem von jüngeren Frauen getragen, aber einige ältere Frauen tragen sie auch.
Metall-Fußketten gibt es in zwei Ausführungen – flexible und unflexible. Die flexiblen sind diejenigen, die durch Verbindungen von Gliedern zu einer Kette gemacht wurden. Anschließend können klangvolle Glocken an der Kette befestigt werden, so dass der Träger schöne Klänge beim Gehen erzeugt. Unflexible Fußketten sind diejenigen, die aus einem geformten flachen Metallblech hergestellt werden.
Der Klang war während der Zeit des Purdah auch eine Erinnerung für die Menschen, dass eine Frau anwesend ist.
Links oder rechts?
In Indien und Nepal werden Fußkettchen an beiden Knöcheln getragen. Jedoch außerhalb Indiens werden Fusskettchen meist auf dem rechten Knöchel getragen. Vielleicht ist dies aus dem Grunde, weil mehr Menschen Rechtshänder sind. Trotzdem werden in östlichen Kulturen Fusskettchen auf beiden Knöcheln getragen. In den meisten Fällen ist das Fusskettchen eine einfache Goldkette. Gelegentlich aber wird sie mit Buchstaben oder Symbolen geschmückt. Seit der Hippie-Kultur der 60er Jahre und der jüngeren Festkultur werden Fußkettchen aus Schnüren mit Perlen oder Steinen oder dekorativ verzierten Designs einfach als Schmuck getragen.
Zehenringe
Ein Zehenring kann aus verschiedenen Metallen und Nicht-Metallen hergestellt und auf einer Zehe getragen werden. Am häufigsten wird der Zehenring jedoch auf der zweiten Zehe des Fußes getragen. Das ist aus dem Grunde, weil er die proportional längste Zehe ist und somit die einfachste Zehe, um einen Ring anzustecken. In den meisten westlichen Ländern ist er ein relativ neues Mode-Accessoire und hat in der Regel keine symbolische Bedeutung. Er wid meist mit Barfuß-Sandalen, Fußkettchen, barfuß oder mit Flip-Flops getragen.
Wie Fingerringe gibt es auch Zehenringe in vielen Formen und Arten, von aufwändig gestalteten Blumen mit Juwelen bis zu einfachen Ringen. Angepasste Zehenringe sind Ringe, die nur eine Größe haben, während einstellbare Zehenringe einen Spalt an der Unterseite haben, damit sie leicht und genau angepasst werden können.
Zehenringe in Indien (Bichiya)
Das Tragen von Zehenringen wird in Indien praktiziert. Sie werden als Symbol des Ehestandes von Hindu-Frauen getragen und heißen Bichiya (sprich: bi-tschi-ja) in Hindi, Jodavi in Marathi, Mettelu in Telugu, Metti in Tamil und Kaalungura in Kannada. Sie sind meist aus Silber und werden in Paaren auf der zweiten Zehe beider Füße getragen (im Gegensatz zur Mode in westlichen Ländern, wo sie einzeln oder als ungleiche Paare getragen werden). Traditionell sind sie stark verziehrt, obwohl nun eher zeitgenössischere Designs entworfen werden, um der modernen Braut gerecht zu werden. Einige „Bichiya Sets“ haben Ringpaare für vier der fünf Zehen, ohne die kleinen Zehen. „Bichiyas“ dürfen nicht aus Gold hergestellt werden, da Gold einen „respektvollen“ Status hat und nicht unterhalb der Taille von Hindus getragen werden darf. Diese Regel wird aber nicht sehr eingehalten und Zehenringe aus Gold und Diamanten werden häufig gesehen. [2]
Im 19. Jahrhundert wurden Spiegelringe (dh. Ringe mit einem kleinen Spiegel darauf) manchmal als Schmuck auf der großen Zehe getragen. Traditionell wurde ein großer Ring auf die große Zehe des linken Fußes gesetzt, um den Ehestatus anzuzeigen. Einige Männer trugen öfters aus Heilzwecken einen Ring am großen Zeh oder um ihre maskuline Energie zu erhöhen. Diese Ringe waren nur selten komplette Ringe, sondern offene Reifen, so dass sie leicht wieder entfernt werden konnten.[3]
Personalisierung
Auch der Fußschmuck sollte nicht wahllos ausgesucht werden. Das Schmuckstück sollte etwas Persönliches an sich haben. Passender Artikel zum personalisierten Schmuck.
Quellen
[1] Wilkinson, Alix (1971). Ancient Egyptian Jewellery
[2] India/Rajasthan/Saheli/Women in India/Solah Shringar/Bride/Marriage
[3] Rings for the Finger: Toe Rings George Frederick Kunz page 80, Lippincott Co. Philadelphia, 1917