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China hat seine politischen Ziele 2016 weitgehend erreicht. Die chinesische Wirtschaft ist mit einer Rate von 6,7% gewachsen, gleichzeitig wurden industrielle Überkapazitäten und finanzielle Risiken weiter abgebaut. Beim diesjährigen NVK kündigte Chinas Premier Li Keqiang vor kurzem wesentliche Wachstumsziele und Reforminitiativen an, die auf den im vergangenen Jahr gemachten Fortschritten aufbauen und China helfen werden, sein Wachstum zu stabilisieren und sich bis 2020 zu einer "moderat prosperierenden" Gesellschaft zu entwickeln – eine im 13. Fünfjahresplan im Jahr 2015 beschriebene Vision.
Keqiang hat den Abbau von Überkapazitäten, die Eindämmung der Verschuldung und Steuersenkungen für Unternehmen im privaten Sektor als wesentliche Ziele der Regierung bestätigt. Shiao zufolge sind in diesen Bereichen bereits Fortschritte erkennbar, vor allem mit Blick auf angebotsseitige Reformen, durch die bestimmte Industriezweige wie Kohle und Stahl ihre Kapazitätsziele inzwischen bereits erfüllt haben. Shiao rechnet mit einer weiteren Feinsteuerung des Wachstums, um der chinesischen Regierung Spielraum für die Umsetzung weiterer wichtiger Reformprojekte zu geben.
Warnung bezüglich finanzieller Risiken
Besonders zuversichtlich stimmt Shiao die Tatsache, dass beim NVK eine eindringliche Warnung in Bezug auf die Anhäufung finanzieller Risiken ausgesprochen wurde. Dazu gehören Risiken im Zusammenhang mit notleidenden Vermögenswerten, Anleiheausfällen, dem Schattenbankensystem sowie Internetfinanzierungen. "Wir halten eine restriktivere Regulierung des Finanzsektors für einen langfristig positiven Faktor, der helfen wird, das irrationale Kreditwachstum einzudämmen", sagt er. "Das aktuelle Verschuldungsniveau halten wir für langfristig nicht haltbar." Mit einer Finanzkrise rechnet er zwar nicht, da die jüngsten Daten der Bankenaufsichtsbehörde auf keine drohenden Schieflagen im Bankensektor hindeuten. Trotzdem warnt er, dass die aktuell stabile Ausfallquote (NPL) von 1,7% mit der Zeit ansteigen könnte.
In steuerlicher Hinsicht plant die chinesische Regierung, das beständige BIP-Wachstum zu nutzen, um die Steueranreize für Kleinstunternehmen auszuweiten und den F&E-Steuerabzug für kleine und mittlere Unternehmen anzuheben. Diese Massnahmen sollten die soziale Stabilität stärken, während die Regierung weiter an der Umsetzung der Ziele ihres 13. Fünfjahresplans arbeitet.
Dank der robusten Verfassung der chinesischen Wirtschaft hat die Regierung ausreichende Spielräume, um durch gezielte Reformen auf eine Eindämmung der Risiken und Förderung der sozialen Stabilität hinzuwirken, sagt Shiao. "Von den Initiativen der Regierung werden vor allem branchenführende chinesische Unternehmen mit starken Wettbewerbsvorteilen profitieren. Als Bottom-Up-Investoren sehen wir eine Fülle von Anlagemöglichkeiten in China, halten dabei aber einen selektiven Ansatz für geraten", sagt er.