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Psicoterapia e Scienze Umane – die italienische Entwicklung!
AbstractEs wird die Geschichte einer kleinen Gruppe von spezialisierten Intellektuellen auf dem Gebiet der Psychotherapie («intellettuali-tecnici») von 1959 bis heute dargestellt. Die Grundlage der politischen Wirkung dieser Gruppe beruhte auf der Funktion intellektueller Arbeiter in dialektischem Bezug zur starken italienischen Arbeiterbewegung. Dabei war die psychoanalytische Kompetenz das hauptsächlichste Instrument zur Vermeidung des Fachidiotentums standespolitischer Orientierungen im Bereich von Psychologie, Psychiatrie und Psychotherapie. Das Engagement, vornehmlich bei der Ausbildung, mittels kleiner, meistens informell vernetzter Gruppen war Angelpunkt der Aktion. In der italienischen Gesellschaft der zweiten Nachkriegsperiode ging es um die Beschleunigung des fälligen Transformationsprozesses von einer versteinerten Tradition zur Moderne. Auf Grund des sich in dieser Zeit schnell vollziehenden Wandels war ein spannungsgeladener politischer Raum gegeben, der günstige Bedingungen für die psychosoziale Intervention schaffte. Zentrales Kampfmittel war dabei die permanente Aneignung von Fachkenntnissen, was als Verpflichtung für intellektuelle Arbeiter postuliert wird. – Die gegenwärtige Lage erfordert ein starkes Engagement, will man den bürokratisch-reformistischen Tendenzen begegnen. Es wird betont, dass institutionelle Ansätze im Bereich der Wissensvermittlung und der Mental Health im Dunstkreis des Neoliberalismus («neoliberalismo postwerberiano») in allgemeinpolitischer Hinsicht und besonders im Bereich der Ausbildung autoritäre Lösungen verschleiern. Das informelle Netz, das sich mit den Positionen von Psicoterapia e Scienze Umane identifiziert, ist in mehreren italienischen Regionen präsent und erreicht im öffentlichen Sektor und in der privaten Psychotherapie-Ausbildung an die fünftausend Fachkräfte.
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