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Eine der schönsten Stadt-Silhouetten unseres Landes ist diejenige von Romont. Das Dorf hat wahrscheinlich seinen Namen vom abgerundeten Berg (rotundus Mons), auf dem es liegt, ein Überbleibsel der Eiszeit. Diese zusammengedrängte Agglomeration gibt aus einer gewissen Distanz einen sehr gewinnenden Eindruck. Zwei gewaltige Türme und andere Befestigungswerke verleihen ihr ausserdem einen sehr mittelalterlichen Akzent.
Im 12. Jahrhundert gehörte das Schloss von Romont den Herrschaften von Billens, eine Linie, die nie eine grosse Bedeutung erlangte. Sie erhielt ihren Namen vom Gebiet, das sie in einem benachbarten Dorf besassen, ein Gebiet, auf das sie zugunsten der Bischöfe von Lausanne verzichteten, die es ihnen als Lehen zurück übertrugen.
Diese Lage schien für Pierre II aus Savoyen günstig zu sein, der mit allen Mitteln versuchte, seine Souveränität im Waadtland auszudehnen. Er nahm also in seinen Plänen den Hügel von Romont auf, einen strategischen Punkt schlechthin, der die Strasse von Lausanne nach Freiburg überblickte, und versuchte, davon Besitz zu nehmen. Er war erfolgreich, Anselme von Billens zu veranlassen, ihm seine Rechte auf Romont zu übergeben, und auf das Schloss zugunsten des Hauses von Savoyen zu verzichten. Danach gab er sich den Titel als Graf von Romont, einen Titel, den er auf seine Nachfolger übertrug.
Das Schloss und das Dorf, das zugleich auf dem Hügel kurz nach 1240 aufgerichtet wurden, sind stark geprägt durch den Landvogt und verraten heute noch den Stil ihres Gründers. Flankierende Turmwälle wurden rings um die Agglomeration gebaut.
Ein besonders eindrucksvolles Gebäude steht im Süden ausserhalb der Wälle: der Turm von Boyer. Der hohe runde Wachtturm zieht heute noch die Blicke an sich. Ein zweiter runder Wachtturm wurde in der westlichen Ecke des Vierecks gebaut, das durch das Schloss gebildet wurde; ein typisches Beispiel der savoyischen Architektur. Dieses wichtige Schloss besetzt fast die Mitte des Hügels. Innerhalb der Stadtwälle errichtet, wurde es von der Stadt durch eine Mauer und einen Graben getrennt, den eine Zugbrücke überquerte.
Die Landvogt Schlossherren wohnten folglich in Romont. Andere Vertreter der gräflichen Linie wurden im Schloss oder im Turm von Boyer untergebracht, wenn sie sich in Romont befanden. Das war oft der Fall, denn während des 13., 14. und 15. Jahrhunderts spielte die kleine Festung, Eckstein und Bollwerk der savoyischen Macht eine sehr wichtige Rolle.
Von hier aus wurden viele kriegerische Expeditionen vorbereitet, und es nicht erstaunlich, dass diese befestigte Stelle in den Kriegen von Burgund impliziert worden ist. Der Graf Jacques von Romont begleitete mehrmals Karl den Kühnen bei seinen Militärkampagnen, was ihm sein Territorium wert war. Verärgert, dass der Graf in 1475 es abgelehnt hat, ihnen Estavayer zu überschreiben, rächten sich die Eidgenossen grausam. Das Dorf von Romont wurde in Brand gesteckt, aber blieb noch sechzig Jahre lang in den Händen der Prinzen aus Savoyen. In 1536 bei der Eroberung des Waadtlandes durch die Berner, wandte sich Romont an Freiburg nicht an Bern. Es scheint, dass die Frage des Schutzes des katholischen Glaubens damals eine ausschlaggebende Rolle gespielt hat. Freiburg richtete seine Vogtei-Verwaltung im Schloss ein. Fünfundfünfzig Vögte verwiesen sich darauf bis 1798, als sie von den Präfekten von Freiburg und ab 1848 von denen aus dem freiburgischen Distrikt Glâne ersetzt wurden.
Nach dem savoyischen Zeitalter wurde das Schloss so zugrunde gerichtet, dass es unbedingt restauriert werden musste. Unter dem neuen Regime man begann man die Befestigungen und den grossen runden Wachtturm zu renovieren, danach wurde der Turm zur gräflichen Wohnung, das an der Umfriedungsmauer stand, an der Nordseite ein Gebäude, das später "altes Schloss" genannt wurde.
Das "neue Schloss" wurde in 1588 im Osten des ausgedehnten Hofes des Schlosses am Rand des Hügels errichtet; es wurde zum Sitz des Vogtes. Mit einem halb-walm Dach und mit einem achteckigen Treppenturm flankiert, integrierte sich dieses eindrucksvolle Gebäude mit zwei Etagen eindrucksvoll in die mittelalterliche Konstruktionen. Zu dieser Zeit wurde auch ein neues und grosses Eingangstor gebaut.
Das sehr gut erhaltene Schloss Romont bildet eine wirklich beeindruckende Gesamtheit. Die Räume des alten Schlosses sind umgebaut worden; hier befindet sich heute das Schweizer Museum der Glasmalerei
Die Vergrösserungsarbeiten und die Renovierung des Schweizer Museums der Glasmalerei brachten archäologische Entdeckungen zutage. So kann das Schloss als Prototyp des Schlosses von Yverdon angesehen werden.
Insbesondere ein im Laufe dieser Ausgrabungen wieder gefundenes Eichenbrett, bringt die Geschichte der Schlösser des Hauses von Savoyen durcheinander, meinte der Archäologische Dienst des Kantons Freiburg (SAEF). Es bestätigt die Bedeutung des Schlosses Romont in der Geschichte "der Savoyarden-Vierecke".
Diese Forschungsarbeiten bringen wesentliche Elemente ans Licht über das älteste Schloss, nach Chillon, das von Savoyen im Waadtland errichtet wurde. Zur Erinnerung: vor der Eroberung des Waadtlandes in 1536 von den Bernern war Romont waadtländisch. Bei der Ankunft der Berner hatte Romont es vorgezogen, sich an Freiburg zu wenden.
Im Nordflügel zeigen die Analysen aus dem östlichen Teil, dass die Mauer, die das aktuelle Treppenhaus abgrenzte, vermutlich zurück zu den ersten Konstruktionsphasen von Pierre aus Savoyen datiert. Die Zeitbestimmung des Holzbretts verrät, dass die Konstruktion der Behausungskörper in 1249, und nicht gegen 1261-1265, wie es die Erzählungen der Schlossherren annehmen liessen, stammt.
Die Behausungskörper sind sofort nach dem Hauptturm gebaut worden, in 1241. Gemäss der SAEF, scheint dies darauf hinzudeuten, dass das Gebäude ursprünglich gemäss dem "Savoyarden-Viereck" gebaut wurde.
Diese neue Zeitbestimmung hebt die Bedeutung hervor, die der Standort von Romont für das Haus von Savoyen in seiner Eroberung des Waadtlandes hatte, er stellte ja den östlichsten Punkt in Freiburg dar. Das Schloss liegt dem "Savoyarden-Viereck" von Yverdon etwa fünfzehn Jahre voraus, und könnte als sein Prototyp angesehen werden, präzisiert das SAEF.
Das Schweizer Museum der Glasmalerei von Romont (FR) wurde im September 2005 geschlossen. Es eröffnete seine Türen wieder in Mai 2006. Mit Fr. 4,8 Millionen, hatten die Arbeiten das Ziel, die schwierige Wartung und die Neugestaltungen der Gebäude des Schlosses durchzuführen.
Der durch das Museum momentan besetzte Flügel wurde umgewandelt und mit einem vereinfachten Zugang für ältere oder behinderte Menschen ausgestattet. Der Flügel, wo sich die alten momentan unbesetzten Wohnungen des Präfekten befinden, wird umgebaut. Im Schloss Romont befindet sich seit 1981 das Museum der Glasmalerei.
Bibliographie