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Gott und EvolutionGlaubenkurs 1
Überblick:
- Aus «Nichts» kann nicht etwas entstehen.
- Die Behauptung, dass eine Zelle zufällig entstehen könne, ist so abwegig, als würde man annehmen, dass ein Jumbojet Boing 747 zufällig entsteht.
- Evolutionsforschung ist keine Naturwissenschaft. Man kann die Prozesse nicht wiederholen.
- Dem Evolutionismus stehen zahlreiche ungeklärte Fragen gegenüber, u.a. das Problem der
> „missing links“
> Wahrscheinlichkeitsrechnung und das Problem der
> „nicht reduzierbaren Komplexität“.
- Makroevolution (Entwicklung von einer niedrigeren Art zu einer höheren Art) ist aktuell biologisch überhaupt nicht zu erklären und dafür fehlen die archäologischen Befunde.
- Dr. Michael Tomasello, ehem. Co-Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig meint, die Bildung des menschlichen Gehirns sei in der Kürze der Zeit durch Evolution nicht zu erklären und gilt deshalb als ein biologisches Rätsel.
- Ein Christ kann die Evolutionstheorie als eines der Erklärungsmodelle annehmen, sofern er nicht dem Irrglauben des Evolutionismus verfällt, der den Menschen als Zufallsprodukt biologischer Prozesse sieht.
Physik: Aus Nichts kann nicht etwas entstehen
Die Menschen waren immer schon „religiös“; wahrscheinlich gibt es kein einziges Volk und keine einzige Kultur, in der nicht etwas Göttliches, ein oder gleich mehrere Götter verehrt wurden. „Warum gibt es überhaupt etwas und nicht einfach nichts?“– Lautet bis heute auch die erste Frage der Philosophie. Die Antworten, die darauf gegeben werden, ähneln sich; die meisten sagen: man kann die Wirklichkeit nicht ohne Gott denken. Daran ändern auch die Erkenntnisse der modernen Naturwissenschaft nichts Grundsätzliches.
Der Urknall (enlg. Big Bang)
Es gibt verschiedene Erklärungsversuche, wie die Welt entstanden sein soll.
Das Urknallmodell (engl. Big Bang) ist die heutige Standardtheorie von der Entstehung der Welt. Sie wurde 1931 von dem belgischen Priester und Astrophysiker Georges Edouard Lemaitre aufgestellt, und besagt, dass das Universum vor 13,75 Milliarden Jahren durch einen explosionsartigen Vorgang erschaffen wurde und sich seither nahezu mit Lichtgeschwindigkeit ausdehnt.
Kann man sich den Urknall vorstellen?
Kurz gesagt: Nein!
Die Astrophysiker sagen, dass die gesamte Materie des Universums, also alle Sterne, Planeten, Kometen usw., unvorstellbar dicht in einem gasförmigen Gebilde, von der Grösse eines Tennisballs, zusammengepresst gewesen sei – unter unvorstellbar hohen Temperaturen.
Man kann den Urknall nur „mathematisch berechnen“.
Was allerdings „vor“ dem Urknall gewesen ist, können Naturwissenschaftler nicht sagen.
Diese Urknall-Theorie passt allerdings gut zur biblischen Lehre, dass die Welt einen Anfang hatte. Auch Einstein und die Kirche begrüssten die Theorie als Bestätigung für den Anfang der Welt.
Unerhörte Präzision beim Urknall
Würde z.B. die Schwerkraft nur ganz minimal vom aktuellen Wert abweichen, wäre das Leben auf der Erde nicht möglich!
Darin sehen Forscher einen Hinweis auf eine Entwicklung, die von einem intelligenten Urheber gelenkt ist. Sie bezeichnen diese Tatsache auch mit dem Fachbegriff „anthropisches Prinzip“ (griechisch: ánthrōpos = „Mensch“), also: das gesamte Universum scheint auf die Entstehung des Menschen ausgelegt zu sein.
Evolutionslehre nach Darwin
In seinem Buch „Entstehung der Arten“ (1859) lässt er am Ende die Auffassung erkennen, dass Gott die erste Zelle erschaffen hat und sich aus dieser alle übrigen Lebensformen entwickelt haben.
„Es ist wahrlich eine grossartige Ansicht, dass der Schöpfer den Keim alles Lebens, das uns umgibt, nur wenigen oder nur einer einzigen Form eingehaucht hat, und dass, während unser Planet den strengsten Gesetzen der Schwerkraft folgend sich im Kreise geschwungen, aus so einfachem Anfange sich eine endlose Reihe der schönsten und wundervollsten Formen entwickelt hat und noch immer entwickelt.“
Die Theorie nach Darwin geht davon aus, dass sich nach und nach höhere Formen entwickelt haben sollen. Ausgehend von den Urzellen über die Fische, Amphibien, Reptilien, Schimpansen und Bonobos bis hin zum Menschen.
Das Problem dabei sind die „Missing Links“.
So müsste es bei einer zufälligen und kontinuierlichen Entwicklung Millionen fossiler Übergangsformen zwischen den einzelnen Entwicklungsstufen geben, also etwa halbfertige Zwischenformen.
Es ist aber bis heute keine einzige Zwischenform gefunden worden.
Alle Versuche, die Entstehung des Lebens zu verstehen, sind bislang gescheitert.
Wissenschaftler müssen eingestehen, dass sie darüber keine Angaben machen können.
Neo-Darwinismus ist Atheismus und wie eine Religion
Der Neo («neue, zeitgeistliche») Darwinismus, der in Schulbücher Einzug gefunden hat, lehrt, dass das Universum und das Leben auf der Erde das Produkt einer zufälligen Entstehung seien.
Diese Aussage ist aber willkürlich getroffen und nicht «naturwissenschaftlich», weil die Naturwissenschaft keine Aussagen über das treffen kann, was ausserhalb der messbaren Grenzen der Naturwissenschaft liegt.
Trifft ein Naturwissenschaftler derartige Aussagen, dann sind dies «Glaubenssätze» und somit im Grunde auch religiöse Aussagen.
Wer an Zufall glaubt, hat zahlreiche Erklärungsprobleme
Erklärungsproblem: Zufall (Random)
Die Zellen, aus denen sich alle Lebewesen zusammensetzen, sind wahre Wunderwerke:
Jede Körperzelle muss die von ihr benötigte Energie selbst erzeugen und ihre Abfallstoffe „entsorgen“ und gleicht deshalb einer automatisierten Fabrik, in der komplizierte Maschinen (die sog. Proteine) von einer ausgeklügelten Software, der DNA gesteuert werden.
DNA und Proteine sind riesige Makromoleküle: ein durchschnittliches Protein besteht aus einer Kette von ca. 400 kleineren Molekülen, den sog. Aminosäuren, von denen ca. 20 Sorten in Lebewesen existieren.
Es werden für die Lebensprozesse eines Bakteriums min. etwa 2000 Proteine benötigt.
50.000 URSUPPEN-EXPERIMENTE ERFOLGLOS
Mit Hilfe von inzwischen 50.000 Ursuppen-Experimenten (vgl. Prof. erem. Dr. Siegfried Scherer) wurde weltweit versucht, aus einer Mischung aus Wasser, Schwefelwasserstoff, Methan und Ammoniak, unter den Bedingungen einer postulierten Uratmosphäre, die Bildung von organischen Verbindungen, insbesondere Aminosäuren zu erzeugen, die als Voraussetzung für die Entstehung primitiver einzelliger Lebensformen erforderlich wären (chemische Evolution).
Kurz zusammengefasst: sämtliche Versuche sind bisher gescheitert.
FRED HOYLE: ZUFÄLLIGE ENTSTEHUNG EINER ZELLE ENTSPRICHT ZUFÄLLIGER ENTSTEHUNG EINER BOING 747
Der Mathematiker und Kosmologe Fred Hoyle (1915-2001) berechnete die Wahrscheinlichkeit der mehrdimensionalen Bildung von 2000 Proteinen mit ihren Molekülen.
Diese Wahrscheinlichkeit beträgt 1:1040.000.
Hoyle gab folgenden Vergleich für die Unwahrscheinlichkeit der zufälligen Entstehung der Proteine: Es sei, wie wenn zufällig eine flugtüchtige Boeing 747 entsteht.
Und selbst dann, wenn man die Proteine hätte, fehlte noch die viel kompliziertere DNA und eine Zellmembran, die alles steuert und zusammenhält.
NICHT REDUZIERBARE KOMPLEXITÄT
Von dem Problem der «nicht reduzierbaren Komplexität» spricht man, wenn für das Funktionieren eines Systems bestimmte Voraussetzungen gegeben sein müssen, ohne die das System von Anfang an nicht funktionieren kann.
Beispiel: Flagellum oder die «Geissel» eines Bakteriums.
Unter dem Elektronenmikroskop betrachtet, ist diese Geissel ein äusserst komplexes Gebilde und ähnelt einem Elektromotor. Sämtliche Bauteile und Elemente des Apparates müssen von Anfang an vorhanden sein, sonst könnte der Apparat nicht funktionieren.
Beispiel: Herz des Menschen oder eines Säugetieres
Das menschliche Herz ist ähnlich aufgebaut, wie das Herz bei Säugetieren. Ein Säugetier könnte nicht existieren, wenn das äusserst komplexe und in seinen Abläufen komplizierte Herz etwa nur «zu einem Drittel vorhanden» wäre und sich erst noch «nach und nach entwickeln» müsste. Das Herz muss von Anfang an funktionieren, ansonsten könnte das Lebewesen auch nicht existieren. Es ist in seiner Komplexität nicht reduzierbar.
Kann man von der Evolution überzeugt sein und doch an einen Schöpfer glauben?
Antwort: Ja. Der Glaube steht Erkenntnissen und Hypothesen der Naturwissenschaften offen gegenüber.
- die Theologie hat keine naturwissenschaftliche Kompetenz;
- die Naturwissenschaft hat keine theologische Kompetenz.
Die Naturwissenschaft arbeitet mit Hypothesen, die innerhalb der Schöpfung durch Experimente verifiziert oder falsifiziert werden.
Gott ist aber von der Schöpfung radikal verschieden und nicht durch wissenschaftliche Methoden nachweisbar.
- Die Naturwissenschaft kann nicht dogmatisch ausschliessen, dass es in der Schöpfung zielgerichtete Prozesse gibt;
- der Glaube kann im Gegenzug nicht definieren, wie sich diese im Entwicklungsgang der Natur konkret vollziehen.
Ein Christ kann die Evolutionstheorie als hilfreiches Erklärungsmodell annehmen, sofern er nicht dem Irrglauben des Evolutionismus verfällt, der den Menschen als Zufallsprodukt biologischer Prozesse sieht.
Jesus sagt übrigens selbst, dass sein Vater immer noch am Werk sei. (Johannes 5,17)
Evolution setzt voraus, dass etwas bereits da ist, was sich entwickeln kann.
Über das Woher dieses „etwas“ ist damit nichts ausgesagt.
Auch Fragen nach
- Sein,
- Wesen,
- Würde,
- Auftrag,
- Sehen und
- Warum
von Welt und Menschen lassen sich nicht biologisch beantworten.
Evolutionismus und Kreationismus sind Grenzüberschreitungen.
Wie der naturalistische Evolutionismus nach der einen, so ist der Kreationismus nach der anderen Seite hin eine Grenzüberschreitung.
Kreationisten nehmen biblische Daten, zum Beispiel wie alt die Erde ist, (Sechstagewerk) naiv wörtlich.
Dabei ist heute unbestritten, dass der biblische Schöpfungsbericht ursprünglich eine Motivationsschrift für das im Exil befindliche Jerusalem war – eine modifizierte Abschrift des «Enuma elisch», einem damals im Orient weit verbreiteten Schöpfungsbericht.
Dennoch enthält der Schöpfungsbericht selbstverständlich theologische Wahrheiten und Aussagen, auf die sich später auch Jesus beruft, etwa dass Gott den Menschen als Mann und Frau geschaffen hat.
Gab es den „ersten“ Menschen?
Wenn Gott durch Evolution schafft, stellt sich die Frage, wann der erste Mensch gelebt haben soll.
Vor dem Hintergrund dieses Wissens kann man nicht plausibel sagen, dass es irgendwann einmal einen „ersten Menschen“ gegeben hat, sondern eher eine Menschengruppe oder -sippe, die zu besonderen Denkleistungen fähig war.
Einer der weltweit grössten Experten auf dem Gebiet der Evolutionsforschung, Michael Tomasello, bis 2018 Co-Direktor des Max-Planck-Instituts für menschliche Evolution in Leipzig, spricht von einem biologischen Rätsel, das bis heute nicht gelöst ist.
Er sagt, dass der Mensch vor ca. 200.000 Jahren sein Gehirn ausbildete und somit seine enorme Denkleistung erhielt.
Er spricht deswegen von einem „biologischen Rätsel“, weil die dem Menschen am nächsten Verwandten, die so genannten Bonobos (Erbgut-Übereinstimmung 98,4%), in derselben Zeit überhaupt keine entsprechende Entwicklung des Gehirns erfahren haben.
Aus biologischer Sicht reicht aber die Zeitspanne von der Abspaltung des Entwicklungs-Astes zwischen Bonobos und Menschen nicht aus, um ein derart gewaltiges und leistungsfähiges Organ wie das menschliche Gehirn hervorbringen zu können. Deswegen spricht er von einem biologischen Rätsel.
Zwar können die Theologen sagen, dass hier Gott seine „Hand im Spiel“ hatte, aber es bleibt letztlich ein Geheimnis.
Ebenbild Gottes liegt im Vernunftgebrauch
Das Gehirn des Menschen und die damit verbundene Denk- und Reflexionsleistung unterscheidet den Menschen von allen anderen Tieren.
Wenn Gott die alles umfassende Vernunft ist, dann besteht zwischen Gott und dem Menschen einzig und allein darin eine gewisse Ähnlichkeit.
Man kann sagen, dass im Gebrauch der Vernunft, die dem heutigen Menschen durch sein grosses Gehirn gegeben ist, eine Ebenbildlichkeit zu Gott besteht.
So macht die Aussage von der Ebenbildlichkeit des Menschen, von der im ersten Schöpfungsbericht die Rede ist, Sinn: „Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn.“ (Genesis 1,27).
Das bedeutet nicht, dass der Mensch so ähnlich wie Gott aussieht (mit Ausnahme von Jesus Christus, der menschliche Gestalt angenommen hat),
sondern dass der Mensch Gott darin ähnlich ist, dass er vernünftig denken kann, dass er einen Geist besitzt.
„Eifersüchtig sehnt Gott sich nach dem Geist, den er in uns wohnen lässt“. (vgl. Jakobusbrief 4,5)
Gott ist ja nicht ein alter, weisser Mann mit langem Bart, der irgendwo in den Wolken sitzt. Sondern Gott ist ein allwissendes und alles durchdringendes Geist-Wesen.
Stell Dir vor, Du lässt aus jedem Kontinent Menschen Gott zeichnen.
- die Asiaten zeichnen Gott mit asiatischen Zügen,
- die Schwarzafrikaner zeichnen ihn schwarzafrikanisch,
- die Indigene Völker zeichnen ihn entsprechend ihres Aussehens.
Gott will mit Menschen in „Kontakt“ treten.
Wenn nun Menschen
- nachdenken,
- sprechen und
- abstrakt denken können,
dann machen sie sich auch darüber Gedanken, woher sie kommen.
Und genau dies haben die Menschen schon vor vielen tausend Jahren getan und damit begonnen, ihre Gedanken aufzuschreiben. Zeugnisse davon finden wir in verschiedenen Kulturen des Orients, unter anderem im Alten Testament.
Dort wird beschrieben, wie sich die Menschen die Entstehung der Welt damals gedacht haben.
Natürlich hatten die Menschen damals nicht die Erkenntnisse über die Entstehung des Universums, über die wir heute verfügen. Aber sie konnten damals schon erahnen, dass es ein höheres Wesen geben muss, das alles ins Dasein gerufen hat.
Und logischerweise müssen wir ja auch davon ausgehen, dass Gott, der den Menschen dazu befähigt hat, zu denken und zu kommunizieren, irgendwann einmal mit diesem Menschen Kontakt aufnehmen will. Alles andere wäre unlogisch.
Und genau dies hat dieser Gott auch getan, nämlich in seinem Sohn Jesus Christus, der Mensch geworden ist, der geboren wurde von der Jungfrau Maria.
Dieses grosse Ereignis feiern wir an Weihnachten und behandeln es in der nächsten Lektion.
26.11.2022 / Stephan Schonhardt, Pfr.