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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Fünftes Buch
XIV. Kapitel
104.
1. Ohne Zweifel ist Herakleitos von Ephesos dieser Meinung, wenn er lehrt, daß die eine Welt ewig, die andere vergänglich sei, wobei er weiß, daß die letztere, was ihre Einrichtung betrifft, von jener, die irgendeine besondere Beschaffenheit hat, nicht verschieden ist.
2. Daß er aber die aus dem ganzen Stoff bestehende, irgendwie beschaffene Welt als ewig ansah, das zeigt er deutlich, wenn er so spricht: "Die Welt, die gleiche für alle, hat kein Gott und kein Mensch geschaffen, sondern sie war immerdar und ist und wird sein ewig lebendiges Feuer, nach bestimmen Maßen erglimmend und nach bestimmten Maßen verlöschend."
3. Daß er aber auch lehrte, daß die Welt geworden und vergänglich ist, das beweist die Fortsetzung: "Die Verwandlungen des Feuers sind zuerst Meer, vom Meer aber die Hälfte Erde, die andere Hälfte Glutwind."1
4. Der Sinn dieser Worte ist nämlich, daß das Feuer von dem das Weltall regierenden Wort und von Gott durch die Luft hindurch in Wasser verwandelt wird, das gleichsam der Keim der Weltbildung ist, den er Meer nennt; daraus entstehen wiederum Erde und Himmel und das von ihnen Umschlossene.
5. Wie die Welt aber wieder in ihr ursprüngliches Element zurückverwandelt und ganz zu Feuer wird, das macht er durch folgende Worte klar: "Das Meer breitet sich [S. 208] aus und erhält sein Maß in dem gleichen Verhältnis, wie es früher war, ehe es zu Erde wurde."2 Das gleiche gilt auch von den anderen Elementen.
1: Herakleitos Fr. 30.31a Diels.
2: Herakleitos Fr. 31b Diels.