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Pathophysiologie des Essentiellen Tremors
Prof. Günther Deuschl, Christian Albrechts Universität Kiel, Deutschland
Hauptkriterien eines essentiellen Tremors (ET)
- Bilateraler Haltetremor
- Familiärer Hintergrund
- Keine wesentliche Verschlechterung bei Bewegung
- Über Jahre hinweg kann ein Intentionstremor dazu kommen
ET-Patienten scheinen eine diskrete cerebelläre Störung aufzuweisen
Patienten mit ET haben häufig leichte neuropsychologische Defizite (Störung der exekutiven Funktion, Persönlichkeit, Sprache). Kognitive und Verhaltensauffälligkeiten sind mit frontaler- und Basalgangliendegeneration (M. Parkinson) vereinbar, aber auch mit einer cerebellären Krankheit.
Alkohol: reduziert die Tremorsymptomatik
Neuroanatomisch/pathologische Veränderung: Spektroskopische Messungen des N-Acetyl-Aspartat-/Creatinin-Peak im CT sind bei ET-Patienten im Vergleich mit Kontrollen reduziert.
Cerebellärer Tremor
Überschiessende Bewegungen (Patient greift an Objekt vorbei), häufig kombiniert mit Gangstörungen, Rumpfataxie und Dysarthrie. Das pathologische Korrelat liegt im Ponto-/Spinocerebellum.
Häufig liegt ein neuropsychologischen Defizit vor (Störung der exekutiven Funktion, Persönlichkeit, Sprache)
Take home message
Der ET beinhaltet nicht nur Tremor, sondern auch cerebelläre Bewegungsstörungen und kognitive als auch emotionale Veränderungen. Bis anhin wurde kein pathologisches Korrelat im Cerebellum gefunden. Auch kortikal oder subkortikal kamen keine Pathogene zur Darstellung.

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|20.03.06 - ssc|