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Sprachen und das (inter)nationale Imaginäre: Esperanto in der Schweiz
Ziel dieses Forschungsprojekts ist es, die Herausbildung und Realisierung des Esperantodiskurses und der Esperantobewegung in der Schweiz aufzuzeigen, und zwar unter Berücksichtigung ihrer charakteristischen soziopolitischen und diskursiven Bedingungen: Neutralität und Mehrsprachigkeit. Im Besonderen wird danach gefragt, wie die spezifisch schweizerischen soziopolitischen und diskursiven Voraussetzungen die Positionierung der Schweizer Esperantisten innerhalb der weltweiten Esperantobewegung mitbestimmen. Mittels eines historiografischen und kritischen Ansatzes beleuchtet das Forschungsprojekt die nationale Verankerung dieser mittels einer konstruierten Sprache nationale Grenzen überschreitenden Bewegung.
Die soziolinguistische Bedeutung des Projekts besteht darin, dass die Untersuchung von konstruierten Sprachen wie Esperanto nicht unabhängig von den soziopolitischen Bewegungen, die ihrer Schaffung und Existenz zugrunde liegen, erfolgen kann. Dies geschieht oft in einem von Rivalitäten und Spannungen geprägten Umfeld, wobei etwa Rivalitäten zwischen Sprachen („natürlichen‟ und/oder „konstruierten‟) einen Konkurrenzkampf zwischen soziopolitischen Bewegungen verbergen, der ihnen zugrunde liegt und der bestimmte Ideologien und soziale Strukturierungen stützt. Solche Rivalitäten bestehen selbst innerhalb der Esperantobewegung und speisen sich aus dem ideologischen Umfeld eines nationalen Territoriums. Die Formen des Esperantodiskurses bilden sich folglich gemäss den verschiedenen nationalen Kontexten heraus, in denen er auftritt und realisiert wird.