Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03649.jsonl.gz/19

Während vieler Jahre war Grossbritannien führend im Bereich der zivilen Kernenergie, schreibt das Department for Business, Energy and Industrial Strategy (BEIS), aber als die Kernenergie mit Gas ersetzt wurde, sei die britische Atomindustrie ins Hintertreffen geraten. Deshalb habe die Regierung nun bekräftigt, dass sie den Bau von zwei EPR-Einheiten am Standort Sizewell C in Suffolk vorantreiben werde. Es wird erwartet, dass «das Kernkraftwerk während über 50 Jahren eine zuverlässige und kohlenstoffarme Stromversorgung für 6 Millionen Haushalten sicherstellen und während des Baus bis zu 10’000 hochqualifizierte Arbeitsplätze in ganz Grossbritannien schaffen werde».
Die GBP 700 Mio. (CHF 805 Mio.) sind die erste Direktinvestition der Regierung in ein neues Kernkraftwerksprojekt seit 1987. Damals war der Bau von Sizewell B, dem letzten Kernkraftwerk in Grossbritannien, genehmigt worden. Diese Mittel «ermöglicht den Ausstieg von China General Nuclear (CGN) aus dem Projekt, einschliesslich der Kosten für den Rückkauf, fällige Steuern und kommerzielle Vereinbarungen», so die Regierung. Aus Sicherheitsgründen sind chinesische Investitionen in Infrastrukturprojekte seit einiger Zeit blockiert. Ursprünglich war EDF mit 80% am Sizewell-C-Projekt beteiligt und CGN mit 20%.
Sizewell C wird nicht ausreichen
Um die Energievorsorgungssicherheit Grossbritanniens zu gewährleisten, ist laut Regierung neben Sizewell C der Bau weiterer neuer Kernkraftwerke erforderlich. Deshalb kündigte sie die Schaffung des Gremiums «Great British Nuclear» an. Mit der Unterstützung der Industrie soll es in jeder Phase des Entwicklungsprozesses mitwirken und gleichzeitig sicherstellen, dass die Bauprojekte ein klares Preis-Leistungs-Verhältnis für Steuerzahler und Verbraucher bieten, erklärte die Regierung. Sie werde auch dieses Gremium mit Finanzmitteln unterstützen, um «die Lieferung von sauberem, sicherem Strom über die nächsten Jahrzehnte zu ermöglichen und künftige Generationen vor den hohen Preisen der globalen Märkte für fossile Brennstoffe zu schützen».
Quelle
M.A. nach BEIS, Medienmitteilung, 29. November 2022