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|Beschreibung|
Die heutige Kirche hat ein barockes Gesicht. Im Jahre 1972/73 hat eine Innenrenovation und im Jahre 1986 eine Aussenrenovation statt gefunden. Am selben Platz, wo früher die kleinere Kirche gestanden ist, wurde nach der Pfarreigründung das Kirchenschiff in seiner heutigen Grösse errichtet. Im 19. Jahrhundert gab es einige Erweiterungen und Erneuerungen. Die heutige Pfarrkirche wurde in Etappen gebaut.
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BESCHREIBUNG
Das Äussere
Die geostete Kirche liegt im Dorfkern, leicht erhöht am Nordrand der Schwarzseestrasse. Sie ist vom Friedhof umrahmt und setzt sich aus Eingangsturm, Schiff, eingezogenem Chor (mit gekappten Ostecken) und südseits an den Chor angesetzter zweigeschossiger Sakristei zusammen. Der Turm ist mit einem Spitzhelm, die übrigen Teile mit Satteldächern gedeckt. Die Befensterung von Schiff und Chor ist einheitlich und besteht aus grossen Stichbogenöffnungen mit kräftigen Karniesprofilen. Die Türgewände sind typisch spätbarock, die doppelflügeligen Eichentüren etwas jünger. Die Öffnungen der Sakristei und des Glockengeschosses sind klassizistisch bzw. neugotisch. Die Hausteinglieder sind aus Sandstein, die verputzten und hellgestrichenen Mauern bestehen aus Feldsteinen.
Der Innenraum
Bei Betreten der Kirche von Westen durch den Haupteingang gelangt man in die schmale, fensterlose und holzgedeckte Turmvorhalle und von dort in das helle weissgetünchte Kirchenschiff, dessen Korbtonne auf einem profilierten Kranzgesims mit Zahnschnitt ruht. Der Boden ist seit 1973 mit geschliffenem und gewachstem Sandstein bedeckt. Sechs grosse Segmentbogenfenster lassen viel Licht ins Innere dringen. Sie werden von profilierten Stuckrahmen mit Stuckkartuschen im Scheitel eingefasst. Nach Osten wird der Raum durch einen Sandsteintriumphbogen mit Kämpfern und einem volutenverzierten Schlussstein, der rückseitig «18+13» datiert ist, in den Chor weitergeführt. Im Feld der grossen Kartusche über dem Triumphbogen ist in Frakturschrift vermerkt: «Hier ist das Haus Gottes. Gen. cap. 38, v. 17.» An der zitierten Bibelstelle jedoch lesen wir: «...Ich sende dir ein Ziegenböckchen von der Herde. ...» Dies könnte eine schalkhafte Anspielung auf die Leute von Plasselb sein, die von Ihren Nachbarn «Geissschwänzler» genannt werden. Hinter dem Triumphbogen liegt der um drei Stufen erhöhte, eingezogene und tonnengewölbte Chor, in welchen von rechts ein und von links zwei vollständig farbig verglaste Fenster nur wenig Licht eindringen lassen.
AUSSTATTUNG
Altäre
Der Hauptaltar im Chorscheitel erhielt während der Bauetappe um 1814 von Joseph Thierin aus Vuissens, Schreiner in Freiburg, ein barockes Retabel. Es ist aus Tannenholz, das in den Farbtönen ocker, grün und rot marmoriert und teilweise vergoldet ist. Das von unbekannter Hand Ende des 19. Jh. gemalte Hauptbild stellt die Immaculata dar: Maria, von Engeln umgeben und auf der Sphäre stehend, zertritt der Schlange den Kopf. Auf den seitlich angebrachten Volutenkonsolen stehen zwei polychrome Holzstatuen aus dem 18. Jh., welche die heiligen Bischöfe Theodul(?) und Ulrich (mit dem Fisch als Attribut) darstellen. Das Attikabild (wohl 1814) stellt die Steinigung des heiligen Stephan dar. Beidseitig stehen auf hohen Sockeln zwei kleine farbig gefasste Holzstatuen aus dem 18. Jh. (1896 angekauft), welche die heilige Barbara mit Kelch links und die heilige Katharina mit Schwert rechts darstellen.
Die beiden klassizistischen Seitenaltäre aus Holz an den seitlichen Stirnwänden des Schiffes sind in den Farbtönen schwarz, rot, beige, grün marmoriert und zum Teil vergoldet. Sie sind um 1840 anzusetzen. Der Rosenkranzaltar links zeigt im Hauptbild die thronende Muttergottes mit Jesuskind, welches Dominikus und Katharina von Siena den Rosenkranz reicht. Das in Öl auf Leinwand gemalte Bild trägt unten links die Signatur (J[oseph] Reichlen» (1846-1913) und ist 1893 beim Künstler gekauft worden. Das leicht beschnittene Attikabild (wohl 1814) stellt den heiligen Bischof Theodul im vollen Ornat dar, wie er eine Glocke, sein Attribut, segnet. Der Annenaltar rechts zeigt im Hauptbild die Belehrung Mariens durch ihre Mutter Anna und ist unten rechts im Bild signiert und datiert: «J[oseph] Amberg 1882». Dieser aus dem luzernischen Büron stammende Maler war zwischen 1863 und 1882 im Freiburgischen tätig. Das Attikabild (wohl 1814) stellt einen Schutzengel als Wegbegleiter eines Kindes dar.
Der Zelebrationsaltar ist eine lackierte Bronzearbeit, die Antoine Claraz (*1903) aus Freiburg 1975 ausgeführt hat.
Deckenmalereien
Fünf Deckenmalereien in Louis-XVIStuckrahmen zieren das Chorgewölbe. Das Hauptbild stellt die Dreifaltigkeit dar. Die vier Eckmedaillons geben die Evangelisten Matthäus mit Engel, Markus mit Löwe, Lukas mit Stier und Johannes mit Adler wieder. Auch im Schiffsgewölbe sind fünf Deckenbilder in Louis-XVI-Stuckrahmen angebracht. Das Hauptbild stellt die Himmelfahrt Mariens dar. Die Gottesmutter entschwebt von Engeln begleitet auf einem Wolkenthron. Unter ihr erkennt man die Grabeshöhle und im Hintergrund
die Stadt Jerusalem. In den vier Eckmedaillons sind die vier lateinischen Kirchenväter im Gehäuse dargestellt: die Heiligen Ambrosius, Hieronymus, Augustinus und Gregor der Grosse. Auf der Unterseite der Empore befindet sich ein weiteres Deckenbild in Form eines stuckgerahmten Tondos mit der Darstellung der Tempelreinigung im Stil der Neorenaissance. Dieses Bild ist wie die anderen Deckenmalereien in Öl auf Gips gemalt. Die beiden Hauptbilder in Chor und Schiff sind mit «P[aul] A[dolph] Neumann 1884» bezeichnet. Wahrscheinlich hat Neumann auch an den übrigen Deckenbildern gearbeitet. Das ungleiche Alter, das unterschiedliche künstlerische Niveau sowie der verschiedene Überarbeitungsgrad der Bilder durch Neumann bewirken die formale Uneinheitlichkeit des Bildprogramms.
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