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Es war einmal …
Die aktuelle Diskussion um die (Wieder-)Einführung des obligatorischen Schwimmunterrichts an den Schulen lässt Erinnerungen an die Entstehungsgeschichte des Lorrainebads aufkommen:
„…1884 beschloss die Schulkommission Lorraine, geordnetes d.h. regelmässiges Schulbaden (längs des Wylergutes in der offenen Aare, was sich als gefährlich erwies) einzuführen. Für die Schaffung eines gesicherten Aare-Platzes verlangte der Besitzer eine Entschädigung von Fr. 500.— was sich die Schule nicht leisten konnte und daher fortan im Marzili badete, was aber mit anderweitigen ‚Unzukömmlichkeiten’ verbunden war.
Die Schulkommission schloss daher einen Vertrag für die Benützung eines Privathallenbades am Hofweg, was aber auch nicht lange währte, da es für den Besitzer nicht rentabel war und das Badhaus in Wohnungen umgebaut wurde.
Der Lorraineleist schuf 1892 eine Badanlage, wo sich heute das Lorrainebad befindet und legte auch den Weg dahin an. Da aber das ganze Abwasser aus der Stadt in die Aare und damit durch das Lorrainebad floss, musste das Schulbaden eingestellt werden. Nach einiger Zeit hat man das Aarewasser vom Lorrainebad abgeleitet und das Badebecken mit Grundwasser gespiesen …“. (Quelle: Chronik Paul Hebeisen, 1952)
Für den Bau der heutigen Lorraine-Badeanstalt erwarb die Stadt Ende des 19. Jahrhunderts den nördlichsten Teil des Rabbental-Guts. Anfangs badeten Frauen und Männer noch getrennt. Die schmucke Badi ist bis heute Beweis dafür, dass Schwimmen zum Alltag gehört – vor allem, wenn man so nahe am Wasser lebt. Auch die Tatsache, dass die Stadt bis heute darauf verzichtet, Eintrittsgeld für die Berner Freibäder zu verlangen, ist ein wichtiger Beitrag dazu.
Im Fotobuch “Die Lorraine – Hommage an ein Stadtquartier” finden sich zahlreiche Bilder zum Lorrainebad von damals und heute.