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Jedem unglücklichen Menschen schickt Gott einen Hund», steht am Anfang von «DogMan». Und weil Doug (Caleb Landry Jones) besonders unglücklich ist, erhält er gleich ein ganzes Rudel. Schliesslich heisst God ja rückwärts gelesen: Dog.
Luc Besson (64) gibt sich in «DogMan» nicht gerade subtil. Alles ist exzessiv, überdeutlich. Seine Hauptfigur sitzt im Rollstuhl, jobbt als Dragqueen und hat eine Familiengeschichte, wogegen sogar David Copperfields Waisenstory verblasst.
Der Film beginnt, als Doug arg zugerichtet in einem Lieferwagen aufgelesen wird und der Psychiaterin Evelyn (Jojo T. Gibbs) von sich erzählt. Sein Vater war ein Wüterich, der Frau, Kinder und Hunde verprügelte. Als Doug einmal heimlich einen Welpen versteckte und ihn sein Bruder verpetzte, sperrte ihn der Vater in den Hundekäfig, wo er bis zur Verwahrlosung auszuharren hatte. So wurden die Hunde zu seinen besten Freunden.
Jahre später lebt Doug mit zahlreichen Hunden in einer verfallenen Schule und tritt in einem Club als Dragqueen auf, wo er Lieder von Edith Piaf bis Marilyn Monroe performt. Daneben lässt er seine Hunde Juwelen klauen. Doch als er an einen Gangboss gerät, wird’s hässlich.
Schon etliche Male hat Luc Besson angekündigt, er drehe keine Filme mehr. Erst recht nach seinem Flop mit dem Sci-Fi «Valerian» (2017), für den er schon als 16-Jähriger die Vorlage schrieb und der bei einem Budget von 177 Mio. Dollar nur 226 Mio. einspielte. Doch er drehte weiter, zuletzt den Agentenfilm «Anna».
«DogMan» ist Aussenseiterdrama à la «Joker», gleichzeitig Travestiestück, Tierhorror, Heist-Movie und Thriller, kurz: ein ziemlich durchgeknalltes Stück Kino. Und Besson lässt immer sperrangelweit offen, in welche Richtung es geht.
Doug ist ein Underdog, wie Besson sie mag. Man denke an Wasserstoff-Punk Fred in «Subway» oder «Léon – Der Profi». Der Texaner Caleb Landry Jones spielt seine Rolle als Dragqueen im Piaf-Look und als verzweifelter Gelähmter, der mit seinen Hunden eine Ersatzfamilie geschaffen hat, mit physischer Wucht.
Dennoch wirkt der Film teilweise plakativ. Und das mit den Hunden muss man einfach schlucken, denn die verstehen offenbar Englisch, tun immer, was Doug ihnen befiehlt. Tierisch unterhaltsam ist der Film aber alleweil.
Thrillerdrama
Mit Caleb Landry Jones, Jojo T. Gibbs, Marisa Berenson, Christopher Denham
F 2023, ab 5. Oktober 2023 im Kino