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„I’m bad and that’s good. I will never be good and that’s not bad, because there’s no one I’d rather be, than me.”
Lange bevor feststand, dass Disneys neuestes Werk Wreck-It-Ralph heissen würde, war der Film, der bereits seit den Achtzigerjahren eine On- und Off-Beziehung mit der Produktionsphase lebte, unter anderen Titeln bekannt. High Score war so einer. Joe Jump ein anderer. Letzterer stammte noch aus frühesten Entwürfen in den Neunzigern und erzählte die Geschichte des guten Typen. Irgendwann erkannte man, dass ein verkannter Bösewicht weit mehr Potential birgt und aus Joe Jump wurde Reboot Ralph und später dann eben Wreck-It-Ralph. Und es ist in Anbetracht dieser Produktionsgeschichte nicht einmal gelogen, wenn ich sage, dass der Film ein Kind der 80’s ist. Auch wenn sich das eher auf die anderthalbstündige Liebeserklärung an Arcade-Games, die der Film darstellt, bezieht.
Wreck-It-Ralph ist der Bösewicht des Spiels Fix-It-Felix Jr., was ihm nicht wirklich passt. Statt für seine Dienste geschätzt zu werden, wird er seit dreissig Jahren von Hausdächern geschubst und muss alleine auf der Müllkippe leben, während der Held, Fix-It Felix Jr. die Medaillen abräumt. Mit dem Erringen einer solchen möchte es Ralph allen zeigen, weshalb er sein Spiel verlässt und sich im Ego-Shooter Hero’s Duty auf Medaillenjagd begibt. Dort findet er zwar wie erhofft eine Medaille, stösst aber auch auf eine Gefahr, die die Existenz der ganzen Arcade bedroht…
Die Idee hinter Wreck-It-Ralph ist zwar nicht wirklich neu – aber sie wird zumindest auf eine ganz neue Art und Weise erzählt. Es sind diesmal keine Spielzeuge, die ein geheimes Leben führen, sondern Game-Charaktere. Natürlich bietet das Raum für zahlreiche Cameos und Anspielungen – eine Chance, die die Macher glücklicherweise beim Schopf packen. So treffen wir im Laufe des Films auf Bowser, Pac-Man, Clyde, Sonic und wie sie alle heissen, und sehen glitchenden Figuren dabei zu, wie sie für Reboots kämpfen. Es sind diese Details, die zeigen, dass an Wreck-It-Ralph seit Jahren mit Herzblut gefeilt wurde. Doch nicht nur bei den Games haben die Macher ihre Hausaufgaben gemacht, auch die Welt des fiktiven Rennspiels Sugar Rush, Schauplatz des zweiten Teils des Filmes, wartet mit unzähligen kalorienbombigen Überraschungen auf.
Der Film selber ist so zuckersüss wie Sugar Rush, verfällt aber nie dem Kitsch – die Figuren sind sympathisch, haben Witz und können mächtig austeilen, müssen aber auch einiges einstecken, sodass man sich als Zuschauer sofort mit ihnen identifiziert, und zeitweise sogar so richtig mitleidet. Das ging mir zuletzt bei Despicable Me so, einem der meiner Meinung nach besten Animationsfilme der vergangenen Jahre, an den Wreck-It-Ralph immer wieder stark erinnert, gerade was die Figur der Vanellope betriftt. Aber bei all diesen Anspielungen und Inspirationen bleibt der Film trotz allem einzigartig, was konsequenterweise auch auf den perfekt passenden Soundtrack zutrifft, für den nicht nur Henry Jackman, sondern auch Rihanna, Skrillex (bei dessen Cameo ich als einziger im Kino lachte) und Owl City (für den das schon der zweite Animationsfilmtitelsong ist) Musik beisteuerten.
Wreck-It-Ralph ist nicht nur einer der besten Animationsfilme des laufenden Jahres, sondern auch einer der besten Disney-Filme der vergangenen Jahre. Hinter der Game-Fassade steckt eine liebevolle und mit unzähligen coolen Details* gespickte Story mit herzigen Figuren, die man sofort ins Herz schliesst. Wreck-It-Ralph ist einfach turbotastisch!
* 50 interessante Details und Hintergrundinformationen zum Film kann man hier nachlesen.