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Dustin Hoffman: "Kino ist im schlechtesten Zustand der letzten 50 Jahre"
Der zweifache Oscarpreisträger sehnt sich nach den guten alten Kino-Zeiten. Er kritisiert den Zeit- und Budget-Druck heutiger Produktionen. Von der TV-Landschaft hingegen ist er begeistert.
Dustin Hoffman hat sich kürzlich in einem Interview über den Zustand des Kinos ausgelassen und meinte, es sei am absoluten Tiefpunkt der letzten 50 Jahre angelangt. Fernsehproduktionen wiederum seien so gut wie nie.
Filmemacher stünden vermehrt unter Druck, ihre Filme in Höchstgeschwindigkeit abzudrehen - was vor 50 Jahren, als er seine Karriere begann, nicht denkbar gewesen wäre. Es sei illusorisch, zu denken, man könne mit so kleinen Budgets gute Projekte durchführen. Bei der Produktion von The Graduate hätte allein die Entwicklung des Drehbuchs drei Jahre gedauert. Man habe einen wunderbaren Regisseur, einen tollen Cast und eine gute Crew gehabt und 100 Tage lang gedreht. Und das bei einer relativ kleinen Produktion.
Sein eigenes Regiedebut hat Hoffman 2012 mit der britischen Tragikomödie Quartet (mit Maggie Smith und Billy Connelly in den Hauptrollen) gewagt, hat aber noch kein Folgeprojekt gefunden. Er kriege nicht viele Regiejobs angeboten, was weniger auf sein Können als Regisseur zurückzuführen sei, als auf das kommerzielle Potenzial seiner Filme. Burn, Hollywood!
Hoffman hat sich in den letzten Jahren zudem an Fernsehproduktionen beteiligt, wie zum Beispiel die BBC-Adaption von Roald Dahls "Esio Trot" oder die HBO-Show "Luck", die allerdings während des Drehs der zweiten Staffel abgesetzt wurde. Sein aktuellstes Projekt ist der Film Boychoir, in dem er einen Musiklehrer an einem Internat mimt. Kinostart ist der 10. September.