Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03168.jsonl.gz/2111

Nichtchristliche Religionen
Juden
Die jüdische Gemeinde ist die älteste nichtchristliche Religion in Basel. Die heutige jüdische Gemeinde wurde erst 1805 gegründet, nachdem es Juden während 400 Jahren nur in begründeten Ausnahmefällen erlaubt war, sich in Basel niederzulassen. Die meisten Juden leben im näheren oder weiteren Umkreis der beiden Synagogen in Grossbasel.
Islam
In den letzten Jahrzehnten kamen mehr und mehr auch andere nichtchristliche Religionen dazu. Zum Teil brachten die eingewanderten Fremden ihre Religionszugehörigkeit mit. An erster Stelle steht der Islam. Waren es 1960 nicht einmal hundert Muslime, die in den beiden Basel lebten, dürften es zur Zeit über 20 000 sein. Die meisten von ihnen kommen aus der Türkei, weitere aus Aegypten, Albanien und Bosnien, Marokko, Pakistan, Tunesien, sowie einzelne aus anderen Ländern. 1974 wurden die ersten drei sunnitisch-islamischen Vereine oder Zentren gegründet. Mit der Zunahme der Muslime mehrten sich auch die Vereinsgründungen.
Aleviten
Obwohl von den 20 000 Muslimen mehrere Tausend Aleviten sind, wurde erst 1992 in Basel die erste Kulturvereinigung der Aleviten und Bektaschi gegründet, 1993 eine in Münchenstein. Die weiteren drei Vereinigungen sind Gründungen der letzten drei Jahre.
Hindus
Wegen des seit vielen Jahren auf der Insel Sri Lanka wütenden Bürgerkriegs flohen in den Jahren ab 1984 viele Tamilen, vor allem junge Männer, in die Schweiz. Die Mehrheit sind Hindus und tragen mit ihrer dunklen Haut und ihrer Religion zur Farbigkeit unserer Stadt bei. Seit 1985 treffen sich viele von ihnen in einem Tempel. Der erste war in einem Zimmer, der zweite in einem Keller, die drei heute noch existierenden sind in Lagerhäusern im Dreispitz und in Muttenz.
Es gibt unter Tamilen eine Minderheit von Christen, die sich jeweils in der Evangelisch-methodistischen Kirche am Allschwilerplatz versammeln. Die Römisch-Katholische Kirche hat einen Seelsorger für Tamilen. Die wenigen tamilischen Muslime besuchen die Gebete in den verschiedenen islamischen Zentren.
Obwohl nicht nur Tamilen Hindus sind, ist in unserer Region bis jetzt keine weitere Hinduorganisation bekannt. Die aus Indien stammenden Hindus üben ihre Religion mehrheitlich daheim aus. Die Krischnabewegung, zu der im Westen vorwiegend westliche Menschen gehören, stellt einen Spezialfall dar. In Zürich gibt es einen Tempel, der auch von Indern und Tamilen besucht wird. Der kleinen Gruppe in Basel ist es nicht gelungen, ins Bewusstsein der hier ansässigen Hindus vorzustossen und sich Akzeptanz zu verschaffen.
Es gibt in der Region mehrere aus Indien stammende Gruppierungen, die sich meist um einen spirituellen Meister oder eine Meisterin scharen. Die meisten dieser Gurubewegungen verstehen sich nicht als Hindus.
Sikh
1984 wurde in der Blue Star Operation der Goldene Tempel in Amritsar im indischen Punjab von militärischen und polizeilichen Kräften besetzt. Viele jüngere Männer flohen, manche nach Basel. Während einigen Jahren gab es in Basel eine Sikh-Gemeinde. Sie besteht heute nicht mehr, weil die meisten Sikh aus unserer Region weggezogen sind. Der Gurdwara für die Deutschschweiz ist in Roggwil BE. 1999 wurde erstmals wieder in Basel ein Sikh-Gottesdienst durchgeführt.
Buddhisten
Als um 1958 Tibet von China annektiert wurde, kamen Flüchtlinge in die Schweiz. Eine kleine Gruppe fand in Basel und Umgebung ihre zweite Heimat. Die meisten gehören dem tibetischen Buddhismus an. Obwohl es in Basel mindestens fünf tibetisch-buddhistische Gruppen gibt, sind Tibeter kaum dort anzutreffen. Das religiöse und spirituelle Zentrum der meisten Exiltibeter ist das klösterliche Institut in Rikon ZH, für eine Minderheit ist es das Tibetische Hochschul-Institut in Le Mont-Pèlerin VD.
Die grösste Gruppe von Buddhistinnen stammt aus Thailand. Viele von ihnen sind mit einem Schweizer verheiratet. Ihr spirituelles Zentrum für die Schweiz ist in Gretzenbach SO. Die Zahl der in der Region Nordwestschweiz lebenden Thai-Buddhistinnen wird auf einige Hundert geschätzt. Sie trafen sich bis 1999 jedes Jahr in Basel oder Pratteln zur Visakapudscha, dem wichtigsten buddhistischen Fest.
Chinesische und Japanische Religionen
Obwohl es und um Basel eine Anzahl von aus Japan oder China stammenden Menschen gibt, die einer Chinesischen oder Japanischen Religion angehören, ist bis jetzt keine entsprechende Organisation bekannt.
Neuere religiöse Bewegungen
Obwohl die Zahl der neuen religiösen Bewegungen auch in unserer Region zugenommen hat, ist die Zahl der Anhängerinnen und Anhänger marginal. Kaum eine der Gruppierungen erreicht die Hundertergrenze.
Seit den fünfziger Jahren ist in Basel-Stadt und Basel-Landschaft eine der jüngsten Weltreligionen, die Bahái, mit Gemeinden oder Gruppen vertreten.
[int.Nr.: basel.nicht.chr]