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von Ingrid Bachér, Bühnenfassung von Ingrid Bachér und Mirjam Neidhart
2010, als der Ort Garzweiler schon lange dem Tagebau zum Opfer gefallen ist, bekommt Lale die Nachricht, dass ihr verschwundener Bruder Simon für tot erklärt werden soll. Er gilt als verschollen, doch sie weiß, wie er vor 18 Jahren starb. Allerdings ist sie mit dieser Nachricht allein in Borschemich, einem alten Dorf, das bald wie Garzweiler ebenfalls von der Grube, dem Braunkohle-Tagebau, geschluckt werden soll. Sie will über Simons Ende sprechen, davon erzählen, was wirklich passiert ist; erzählen vom Hof der Familie, der Familie selbst und ihrem Bruder, der die Zerstörung des Familienhofs nicht verhindern konnte; erzählen von dem Gebiet, das Heimat für zigtausende Menschen war, erzählen von der hemmungslosen Macht der Konzerne und der ihnen dienenden Politik, vom Widerstand im Kleinen und der Ergebung im Großen.
Über 20 Jahre schrieb Ingrid Bachér an ihrem 2009 veröffentlichten Roman über das Schicksal der Menschen im Braunkohletagebau-Revier. Nicht erst seit der Proteste in Lützerath 2023 ist die Geschichte von Ingrid Bachér hochaktuell und brisant. Denn der Umgang mit den Dörfern im Tagebau-Revier erzählt mehr über uns, unsere Art zu leben und zu wirtschaften, als uns lieb sein mag.