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Fidus war zu Beginn der 1930er Jahre kein Unbekannter in der Schweiz. Ebensowenig wie der Schweizerische Lichtbund, der einen Teil der Veranstaltungen während der Vortragsreise 1933 organisierte. Davon zeugt ein Beitrag in der Satire-Zeitschift Nebelspalter, der Ende 1931 unter dem Titel Nacktheit ist sittlich erschienen ist. [1]
Mit Bezug auf den Titel einer Broschüre der Vereinigung wird darauf hingewiesen, dass beim Freispruch der Vereinigung 1926 argumentiert wurde, dass Nacktheit an sich weder mit Unsittlichkeit noch mit Sittlichkeit etwas zu tun habe. In der Folge wird ausgeführt:
Es ist mindestens eine eben so grosse Torheit, die Nacktheit als sittlich zu loben, als sie als unsittlich zu verdammen. Das führt dann zu jenem Extrem der Nacktkultürlermentalität, die jeden, der nicht nackt herumläuft, als ein komplexes Schwein abtut.
Diese betonte Nacktkultur ist keine Befreiung von falscher Wertung, sondern lediglich Umwertung in eine neue Absurdität
Sowohl der Mucker, der vor einem nackten Bild in eine Ekstase des Entsetzens fällt, als auch der Fidusmensch, der in der Nacktheit sein Sittlichkeitsideal vergöttert ... beide sind nicht frei ... beide sind sogar im selben Spitel krank ... beide leiden an der Wertung der Nacktheit.
Bei aller Anerkennung für die gesunden Bestrebungen des Lichtbundes bleibt zu wiederholen:
Nacktheit hat an sich weder mit Unsittlichkeit noch mit Sittlichkeit etwas zu tun! Jede Wertung ist Unsinn und wenn der Fidusmensch mit dem Mucker nicht in dasselbe Panoptikum gestellt werden will, so wird er sich künftig mit einer ganz prosaischen Nacktheit ohne jede Sittlichkeitsglorie abfinden müssen.
[1] Nebelspalter, 57. Jahrg., 4. Dezember 1931, Nr. 49, S. 6-7. Online.Letzte Ãnderung: 2. Mai 2022