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Wenn Sie Ihren Alkoholkonsum verringern wollen, können Sie vieles von sich aus tun. Es wird auch empfohlen, sich an Sachverständige zu wenden. Es gibt verschiedene Fachstellen, und Ihr Arzt kann Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten aufzeigen.
Sie können also Ihren behandelnden Arzt aufsuchen oder auf der Website «infoset», einer Informationsplattform für den Suchtbereich, eine Adresse finden.
Es gibt mehrere Interventionsmodalitäten zur Verringerung des Alkoholkonsums bei Personen mit für die Gesundheit riskantem Alkoholkonsum. Bestimmte Interventionen wurden eingehender untersucht als andere. Nachfolgend finden Sie Informationen zu Interventionen, die Gegenstand eines systematischen Cochrane Reviews (Zusammenfassung aller zum Thema verfügbaren Daten) waren.
Eine Kurzintervention ist ein persönliches Gespräch, bei dem je nach angegebenem Alkoholkonsum Informationen an die betroffene Person abgegeben werden. Zweck ist, die Person zu informieren und dazu zu motivieren, ihren übermässigen Konsum zu verringern, sowie mit ihr die möglichen Optionen zur Verringerung des Konsums zu besprechen.
Kurzinterventionen erfolgen mit Allgemeinmedizinern, Krankenschwestern oder Psychologen im Rahmen von einer oder mehreren Sitzungen (1 bis 4 Sitzungen), die in der Regel weniger als 30 Minuten dauern. Bei Ärzten dauert eine Sitzung 5 bis 15 Minuten.
Kurzinterventionen zeigen Wirkung, wenn der Alkoholkonsum von Männern verringert werden soll, die zu viel trinken, aber nicht alkoholabhängig sind. Bei Frauen konnte die Wirkung weniger gut nachgewiesen werden.
Studien haben gezeigt, dass Personen mit Kurzintervention ihren Konsum nach einem Jahr Betreuung um 38 Gramm Alkohol pro Woche (was etwa 4 1dl-Gläsern Wein entspricht) verringert hatten, dies im Vergleich zu Personen ohne Kurzintervention, denen aber eine Routineberatung zugestanden wurde.
Vieles ist noch unklar, wenn es um die Frage geht, wie am besten bei Frauen zu intervenieren ist. Weitere Studien sind erforderlich um festzustellen, welche Arten von Interventionen zur Verringerung des Alkoholkonsums wirklich effizient sind.
Systematisches Cochrane Review «Effectiveness of brief alcohol interventions in primary care populations» Kaner EF, Dickinson HO, Beyer FR, Campbell F, Schlesinger C, Heather N, Saunders JB, Burnand B, Pienaar ED. Cochrane Database of Systematic Reviews 2007, Issue 2. Art. No.: CD004148. DOI: 10.1002/14651858.CD004148.pub3.
Die persönliche normative Auswertung ist ein Feedback zum von der betroffenen Person angegebenen Alkoholkonsum. Beigefügt wird ein Vergleich mit dem, was andere Menschen gleichen Alters und Geschlechts trinken.
Die persönliche Auswertung soll die falsche Wahrnehmung korrigieren, die eine Person vom Konsum anderer, ihr ähnlicher Menschen (ihresgleichen) haben kann. Junge Erwachsene trinken tatsächlich oft so viel, wie sie denken, dass ihresgleichen konsumiert. Dabei überschätzen junge Erwachsene oft den Alkoholkonsum anderer Personen ihres Alters und Geschlechts. Unter Studierenden durchgeführte Studien haben gezeigt, dass eine Korrektur dieser Wahrnehmung den Alkoholkonsum bei jungen Menschen verringern kann.
Es wurde nachgewiesen, dass persönliche Auswertungen im Internet oder bei individuellen Beratungen eine Verringerung von übermässigem Alkoholkonsum (Binge Drinking: Alkoholkonsum in grossen Mengen innert weniger Stunden) bei Studierenden bewirken.
Alkoquiz ist genau so eine Plattform, die Ihnen ermöglicht, Ihren Alkoholkonsum einzuschätzen und sich mit anderen Personen aus derselben Alterskategorie und desselben Geschlechts zu vergleichen.
Ein Arzt kann dieselbe Arbeit im Rahmen eines individuellen Treffens leisten.
Sind persönliche Auswertungen bei allen jungen Menschen, unabhängig von ihrer Bildung, wirksam? Ist eine individuelle Beratung beim Arzt effizienter als eine Auswertung aus dem Internet? Mehrere Studien besagen, dass eine persönliche Auswertung wahrscheinlich auch bei anderen Personen als Studierenden Wirkung zeigt.
Systematisches Cochrane Review «Social norms interventions to reduce alcohol misuse in university and college students» Moreira MT, Smith LA, Foxcroft D. Cochrane Database of Systematic Reviews 2009, Issue 3. Art. No.: CD006748. DOI: 10.1002/14651858.CD006748.pub2