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Zum 1. August 2021 lassen wir den britischen Totalitarismuskritiker George Orwell in einem Zitat zu Worte kommen. Es geht um Patriotismus und Nationalismus und stammt aus dem Jahre 1945.
“Nationalismus ist nicht zu verwechseln mit Patriotismus. Beide Wörter werden in der Regel so vage verwendet, dass jede Definition leicht kritisiert werden kann, aber man muss zwischen beidem unterscheiden, da sich dahinter zwei verschiedene, ja sogar gegensätzliche Vorstellungen verbergen. Mit »Patriotismus« meine ich die Verbundenheit mit einem bestimmten Ort und einer bestimmten Lebensweise, die man für die beste auf der Welt hält, aber anderen Menschen nicht aufzwingen möchte. Patriotismus ist von Natur aus defensiv, militärisch wie kulturell. Der Nationalismus hingegen ist untrennbar mit dem Streben nach Macht verbunden. Das dauerhafte Ziel jedes Nationalisten besteht darin, immer mehr Macht und immer mehr Prestige anzuhäufen, nicht für sich selbst, sondern für die Nation oder eine andere Einheit, der er seine Individualität geopfert hat.”
Ein Kommentar
Historisch erreichten nationalistische Ideen erstmals im ausgehenden 18. Jahrhundert im Zusammenhang mit dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und der Französischen Revolution politisch bedeutsame Auswirkungen. Außerhalb Europas entstanden durch Unabhängigkeitsbestrebungen vom Kolonialismus neue Nationalstaaten. Patriotismus wird häufig vom Nationalismus und dem Chauvinismus abgegrenzt, insofern Patrioten sich mit dem eigenen Volk und Land identifizieren würden, ohne dieses über andere zu stellen und andere Völker ausdrücklich abzuwerten. Inwieweit dieser Unterschied tatsächlich besteht und historisch wirksam wurde, wird von mehreren Wissenschaftlern bezweifelt. (Wikipedia)