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Rosenwurz - Rhodiola rosea
Rhodiola rosea (syn. Sedum rhodiola, Sedum rosea)
Rosenwurzel (syn. Goldene Wurzel)
VORKOMMEN
Rosenwurz besitzt eine holarktische Verbreitung. Das Verbreitungsgebiet umfasst die arktischen Gebiete und die Gebirgsregionen Eurasiens und Nordamerikas. Rosenwurz gedeiht auf feuchten Böden der gesamten Fjellregion bis hoch in die obere alpine Zone auf Höhenlagen von rund 2280 Meter; wächst in Bergschluchten, auf feuchten Klippenabsätzen, auf Feuchtwiesen und Moorböden. Er kommt jedoch auch auf trockenen, sandigen Böden in höheren Gebirgslagen vor.
MERKMALE
Rosenwurz wächst als ausdauernde sukkulente Pflanze und erreicht Wuchshöhen bis 35 Zentimeter. Es werden Pfahlwurzeln gebildet. Als Überdauerungsorgan wird ein horizontaler oder vertikaler und oft verzweigter, 1 bis 5 Zentimeter dicker, knolliger, unterirdischer Stamm ausgebildet, der einen charakteristisch rosenartigen Geruch aufweist (darum der deutsche Trivialname). Aus diesem unterirdischen Stamm werden mehrere oberirdische Stängel gebildet, die dick, fleischig sowie kahl sind und Schuppen besitzen.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Das getrocknete Rhizom von Rhodiola rosea.
Die Droge stammte früher hauptsächlich aus Wildsammlungen. Hauptsammelgebiete waren die Altai- und Ural-Region, und Karpaten. Durch extensives und unkontrolliertes Sammeln wurden die Bestände dezimiert. Versuche zum kommerziellen Anbau von R. rosea werden gegenwärtig auch in Deutschland und der Schweiz unternommen.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Polysaccharide, Phenyletha-noide (Rhodiolosid), Phenylpropanoide (Rosin, Rosarin, Rosavin), Flavonoide (als Glycoside), Flavolignane (Rhodiolin), Polyphenolcarbonsäure, Cyanglycoside (Lotaustralin), etherische Ölkomponenten, Monoterpene und Sterole.
PHARMAKOLOGIE
Die Wirkungen werden möglicherweise durch Änderungen des Serotonin- und Dopamin-Niveaus vermittelt: etwa über eine Hemmung der Monoamin-Oxidase, eine bessere Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke für Neurotransmittervorstufen und einen Einfluss auf Opioidpeptide (z.B. Endorphine), auch eine verminderte Ausschüttung von Stresshormonen wird diskutiert. Zu möglichen Wechselwirkungen liegen keine ausreichenden Daten vor.
ANWENDUNG
In Sibirien wird der Rosenwurz „Goldene Wurzel“ genannt, denn der
Wurzelextrakt soll Erinnerungsvermögen, Konzentration und
Aufnahmevermögen steigern. Er ist eine adaptogene Heilpflanze, die seit
langem medizinische Verwendung in russischen, baltischen und
skandinavischen Ländern findet, sowohl als Tee als auch in Form von
Extrakten. Auch in andere Länder verbreitet sich die traditionell
begründete oder volksheilkundliche Anwendung von Zubereitungen des
Rosenwurzrhizoms zur Steigerung der Leistungsfähigkeit und zum
Stressabbau (siehe auch Taigawurzel und Ginseng). Auch zur Behandlung leichter bis mittelschweren Depression wird die Anwendung von Rosenwurz getestet.
Die Anwendung ist durch eine Reihe klinischer Studien abgestützt, beruht aber auf Traditionen und Überlieferungen.
ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
Heutzutage werden ausschliesslich ethanolische Trocken-Extrakte, die auf
einen Gehalt von ca. 3 % Rosavinen eingestellt sind, verwendet.
In der Schweiz Ist das Produkt Vitango® (Filmtabletten) zur Linderung der Symptome bei Stress und Überarbeitung zugelassen.
Das Arzneimittel ist in Apotheken und Drogerien ohne ärztliche Verordnung erhältlich.
STATUS
- Kommission E: - nicht bearbeitet
- ESCOP: - nicht bearbeitet
- HMPC: - als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft
ROSENWURZ IM GARTEN
Die ausdauernde und langsam wachsende Rosenwurz ist eine der Pflanze der
alpinen und subalpinen Höhenlagen. Rosenwurz ist ein Sonnenanbeter und
liebt somit sonnige bis vollsonnige Plätze. Der Boden muss stark
durchlässig sein, ideal sind deshalb sandig-kiesige Böden die immer
etwas feucht sind. Leicht saure bis kalkarme Erde ist zu empfehlen.
Rosenwurz kann sehr gut in einem Topf wachsen, aus dem überschüssiges Wasser ablaufen kann. Verwendet wird sandiger Boden vermischt mit Blumenerde. Stellen Sie den Topf an einen sonnigen Platz auf Ihrer Terrasse. Solange das Wasser gut aus dem Topf ablaufen kann, kann diese Pflanze im Winter draussen überwintern. Rosenwurz ist mehrjährig und absolut winterhart.
SONSTIGES
Rosenwurz besitzt lange Tradition von über 2000 Jahren. Die Heilpflanze wurde um 77 v.Chr. erstmals durch Dioscorides in der griechischen "Materia Medica" erwähnt. Die Wikinger nutzten Rosenwurz um Kraft und Ausdauer zu steigern. Chinesische Kaiser organisierten ganze Expeditionen nach Sibirien, um den wertvollen Rosenwurz zu finden. Im Jahre 1775 wurde Rosenwurz in die schwedische Pharmakopöe eingetragen.
Letzte Änderung: 21.12.2016 / © W. Arnold