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Aktuelle Medienmitteilung
Schutz gegen äussere Ereignisse
Den Gebäudestrukturen liegen bei Kernkraftwerken übliche und von den Kontrollbehörden geprüfte Sicherheitskriterien zugrunde. Auch die vom Standort abhängigen Situationen «Erdbeben» und «Flugzeugabsturz» sind in der Auslegung des Werks berücksichtigt.
Über welchen Schutz gegen Erdbeben verfügt das KKL?
Das stärkste Erdbeben in der Schweiz ereignete sich im Jahr 1356 mit einer Magnitude von ca. 6,6 auf der Richterskala. Eine Magnitude von 9, wie es sie in Japan 2011 gegeben hat, kann in der Schweiz nicht auftreten.
Abgeleitet aus der Reaktorkatastrophe in Fukushima setzte das ENSI mit dem «Aktionsplan Fukushima» verschiedene Verbesserungsmassnahmen um.
Darüber hinaus verlangte das ENSI nach dem Erdbeben in Fukushima den Nachweis, dass die Schweizer Kernkraftwerke einem 10’000-jährigen Erdbeben standhalten würden. Dieser Nachweis basierte auf Zwischenresultaten des «PEGASOS Refinement Projects PRP». Vorgegangen wurde gemäss dem SSHAC Level 4. Dabei handelt es sich um die höchste und damit anspruchsvollste Stufe eines international anerkannten Vorgehens.
Die eingereichten Erdbebennachweise wurden im Sommer 2012 vom ENSI akzeptiert. 2016 legte das ENSI neue Vorgaben für die Erdbebengefährdung der Schweizer KKW fest. In drei Schritten müssen die Kraftwerksbetreiber bis Ende 2020 erneut nachweisen, dass ihre Anlagen auch einem extrem seltenen, starken Erdbeben standhalten.
Über welchen Schutz gegen einen Flugzeugabsturz verfügt das KKL?
Die äussere Gebäudehülle des Kernkraftwerks Leibstadt, insbesondere das Reaktorgebäude, würde bei einem Flugzeugabsturz leicht beschädigt. Selbst beim Aufprall des Triebwerks eines grossen Verkehrsflugzeugs bliebe sie intakt und würde ihre Schutzfunktion weiterhin erfüllen.
Aktuell arbeitet das KKL an einer Aktualisierung seiner Berechnungen, welche die neuesten technischen Entwicklungen und Dimensionen der Flugzeuge berücksichtigt. Die Erkenntnisse werden daraufhin dem Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) zur Überprüfung vorgelegt.
Eine 1:1-Nachbildung des aus mehreren armierten Betonschichten aufgebauten Mauerwerks des Reaktorgebäudes kann im Infozentrum des KKL besichtigt werden.
Über welchen Schutz gegen Hochwasser verfügt das KKL?
Der höchste anzunehmende Wasserstand des Rheins ist Bestandteil der Anlagenpläne. So wurde das Potenzial von Flutwellen für das Areal des KKL bereits in der Planungsphase berechnet und über die Jahre immer wieder neusten Erkenntnissen angepasst. Bewusst liegen alle Anlagen des KKL auf einer bestimmten Höhe über dem Rhein, dass selbst bei einer Flutwelle, die nur alle 10‘000 Jahre vorkommen sollte, noch genügend Reserven bestehen.
ENSI attestiert: Hochwasser in Leibstadt nicht möglich
In seiner Beurteilung vom September 2011 attestiert die nukleare Aufsichtsbehörde ENSI dem Kernkraftwerk Leibstadt einen ausgesprochen guten Hochwasserschutz mit folgendem Fazit:
«Das KKL hat den Nachweis der Beherrschung des 10’000-jährigen Hochwassers unter den vom ENSI gesetzten Rahmenbedingungen erbracht. Die bei diesem Überflutungs-Störfall resultierende Strahlendosis liegt auch bei Annahme konservativer Rahmenbedingungen deutlich unter dem für einen Störfall nach Strahlenschutzverordnung zulässigen Wert von 100 mSv für die Bevölkerung im Umfeld des Kraftwerks.»
Über welchen Schutz gegen extreme Wetterbedingungen verfügt das KKL?
Gemeinsam mit den Schweizer Kernkraftwerksbetreibern erarbeitete das KKL eine Studie zur Beurteilung von Gefährdungen infolge extremer Wetterbedingungen in der Schweiz. Die Studie wurde Mitte 2014 der nuklearen Aufsichtsbehörde ENSI eingereicht.
Die Betreiber mussten den Nachweis erbringen, dass ihre Anlagen ausreichend gegen 10’000-jährige Wetterereignisse geschützt sind. Dazu zählen insbesondere: extreme Winde, Tornados, Starkregen, und extreme Schneelasten.
Das ENSI ist zum Schluss gekommen, dass die KKW in der Schweiz ausreichend gegen Extremwetter geschützt sind. Gemäss dem ENSI besitzt das Kernkraftwerk Leibstadt mit dem Notstandsystem hohe Sicherheitsmargen zur Beherrschung extremer Wetterbedingungen. Der Abfahrpfad 1 verfüge ebenfalls über eine hohe Robustheit gegen extreme Wetterbedingungen.