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Sonia de la Cruz
Mein Abschlussprojekt kam so gut bei der Stiftung Learning for Life an, sodass ich ein weiteres Mal nach Supe gehen und erneut Familien in die Methode der Trinkwasseraufbereitung einführen
durfte. Diesmal wurde mir vom Bibliothekar Tesfay die Sippen in Mogu ans Herz gelegt.
Diese leben auf zwei Hügeln, von Supe aus Richtung Alge; zu dem einem Hügel marschiert man 1 Stunde zum anderen 1½ Stunde. Der Weg führte aber grösstenteils durch den Dschungel und Kaffeeplantagen, so dass ich wie bei meinem vorherigen Projekt einen wunderbaren Arbeitsweg hatte.
Auch hier suchte ich jeweils einen Bauer aus, der für mich die Ansprechperson war.
Als Übersetzter hatte ich diesmal einen recht jungen, aber sehr eifrigen Studenten; Samuel. Ich verbrachte eine sehr angenehme und erheiternde Zeit mit ihm.
Bevor ich aber mit der eigentlichen Arbeit begann, lies ich mir von den Bauern ihre Wasserquelle zeigen.
Insgesamt wurden mir drei Quellen, sowie zwei Flussabschnitte gezeigt, welche die Menschen als Trinkwasserquelle verwenden. Die Flüsschen tragen recht viel und die Quellen geben genug Wasser her. In dem Sinne haben die Menschen die in Mogu leben keinen Wassermangel. Auch besteht hier in dieser Gegend nicht das Problem, dass das Wasser durch irgendwelche Chemikalien verunreinigt wird/ist, oder wie im Rift Valley das Wasser zu viel Fluor aus aktiven Vulkanquellen enthält. All dies kann in dieser Gegend ausgeschlossen werden.
Hier fiel mir aber auf, wie die eine Sippe von Mogu eine ihrer Quellen vorbildhaft eingefasst hatte. Mit einfassen meine ich hier, dass sie ganz simpel ein Rohr in den Boden gesteckt
und Steine darum gelegt hatten um das Wasser zugänglicher zu machen. Zudem hatten sie einen Zaun um die Quelle gebaut, damit die Tiere nicht in den Bereich der Quelle hineingelangen können. Dies
ist ein sehr wichtiger Punkt, denn wenn die Tiere (in der Regel Kühe) trinken gehen, dann kontaminieren sie oftmals mit ihrem Kot das Wasser mit E.coli- Bakterien und dies erzeugt in den meisten
Fällen bei den Menschen Durchfall. Bei Babies (und manchmal auch bei Erwachsenen) kann es tödlich sein. Mit dem Bau vom Zaun wurde die Verschmutzung vermieden; somit konnte die grösste Gefahr bei
dieser Quelle ganz einfach eliminiert werden.
Daher habe ich nebst der herkömmlichen Einführung der Trinkwasseraufbereitung - die ich übrigens optimiert habe - den Menschen nahe gelegt, dass sie ihre Quellen auch vor dem Vieh
schützen sollen, indem sie einen Zaun darum bauen. Ich habe Ihnen angeboten, das benötigte Material und die Person zu bezahlen, die weiss, wie man die Quelle einfasst, dafür müssten
sie aber – eben unter Anleitung der Fachkraft – die Quelle selber einfassen.
Um dauerhaft eigene Samen zur Verfügung zu haben, erklärte ich ihnen, wie sie Moringa anpflanzen, sowie wie sie die heranwachsenden Bäume pflegen sollten. Zusätzlich stellte ich den beiden Verantwortlichen von Mogu Rigalo vor. Rigalo ist der erste Bauer von Ume, mit dem ich zusammengearbeitet habe und der das meiste Wissen über Moringa hat. Wenn sie nun irgendwelche Fragen bezüglich der Aufzucht von Moringa hätten, dann könnten sie sich an Rigalo wenden.
Auch war geplant auf dem gepachteten Feld (auf dem das Gemüse-Projekt ist) eine Mini-Plantage von Moringa aufzubauen. Ich besorgte den Sand und den Kuh-Dung. Zusammen mit 3 Bauern brachten wir
alles auf das Feld. Nach einer ausführlichen Einführung zu Beginn überliess ich ihnen jedoch die Aufgabe das Feld selbstständig zu bearbeiten, um anschliessend die Samen zu setzen.
In der Zeit, als ich in Supe war, war es für mich selbstverständlich, dass ich die Bauern besuchen ging, die ich das letzte Mal eingeführt hatte. Ich wurde äusserst herzlich willkommen
geheissen.
Aber ich musste keinen Kaffee mit Salz trinken, denn dies hatten sie sich gemerkt. J Bei einigen Bewohnern sah ich, dass die von mir eingeführte Methode gut angenommen und immer noch angewendet wurde. Das war für mich eine grosse Freude.
Zudem arrangierte ich ein Treffen mit allen Bauern, damit sie mir von ihren Erfahrungen berichten konnten, die sie im vergangenen halben Jahr bezüglich der Trinkwasseraufbereitung gemacht hatten.
Es kamen spannende Fragen, anhand derer ich darauf schliessen konnte, dass mehrere von ihnen die Methode tatsächlich noch anwenden.
Da ich diesmal durch das ganze Dorf hindurch marschieren durfte, um nach Mogu zu gelangen, wurden viele Dorfbewohner, die zum Teil auch ein bisschen ausserhalb des Dorfes wohnten, auf meine
Arbeit aufmerksam. Sie fragten mich, ob ich nicht auch ihre Wasserbezugsquellen/-orte anschauen gehen könnte. Und so ging ich nach der Arbeit noch jeweils einen weiteren Standort anschauen.
Zurzeit fehlt den Bewohnern in dieser Region wahrlich kein Wasser. Nur an der Qualität muss noch gearbeitet werden; niemand hatte die Quellen so schön erfasst wie in Mogu. Auch diesen Bewohnern
schlug ich vor, ihre Quellen – wo immer dies mit einfachen Mitteln möglich war – zu erfassen. Und auch ihnen machte ich das Angebot der Material-Finanzierung unter der Voraussetzung, dass sie die
Arbeit selber erledigen müssen.
In Bezug auf die Trinkwasseraufbereitung (natürlich auch in anderen Gebieten) gibt es noch sehr viel zu tun. Weitere Ideen sind am Entstehen und stecken noch in den Kinderschuhen. Manches
ist noch ungewiss; gewiss ist für mich aber, dass ich mich weiterhin – in irgendeiner Form – für Menschen in Supe und Umgebung engagieren möchte.
Zusammenfassend möchte ich erwähnen, dass es wieder eine sehr spannende Zeit in Supe und Umgebung war.
Ich habe viel gesehen, erlebt und gelernt. Und ich hoffe, dass ich ihnen mindestens so viel zurückgegeben habe, wie ich von ihnen erhalten durfte, denn auch wenn sie Materiell arm sind, ihr Herz ist reich…
Ich danke ganz herzlich Josephine Bürgin und der Stiftung für das Vertrauen, das sie mir entgegen gebracht haben.