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Die gesetzten Ziele wurden erreicht
Restrukturierungsprojekte machen Cremo eurokompatibel
Trotz der verstärkten Konkurrenz auf dem Milchmarkt gelang es dem Milchverwerter Cremo die gesetzten Ziele zu erreichen und das Unternehmen weiter zu konsolidieren. Die Aktionäre beschlossen gestern, den Reingewinn von 10,5 Millionen Franken den Reserven zuzuführen.
Von JOSEPH JUNGO
Infolge Senkung der Beihilfen durch den Bund sowie der im Zuge der Sanierung des Käsemarktes sinkenden Rahmmenge ging der Warenumsatz des Freiburger Milchverarbeiters um 4,7 Prozent auf 540,24 Millionen Franken zurück. Trotz dieser Situation konnte die Bruttomarge auf 123,51 Millionen Franken (+0,9 Prozent) gesteigert werden. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen verzeichnete eine Steigerung von 3,4 Prozent auf 28,92 Millionen Franken, wie Direktor Paul-Albert Nobs am Firmensitz in Villars-sur-Glâne vor den Aktionären ausführte.
Um das Eigenkapital des Unternehmens langfristig zu sichern, hat die von Alexis Gobet präsidierte Aktionärsversammlung entschieden, die 10,5 Millionen Franken Reingewinn den Reserven zuzuweisen. Der Antrag von Paul Kolly, Essert, fünf Millionen einem Fonds zur Unterstützung des Milchpreises zuzuführen und den Milchpreis (dieser wurde auf den 1. Mai rückwirkend um 2,8 Rappen/kg gesenkt) neu zu verhandeln, hatte keine Chance.
Abwasser neu in Ara Stadt
Cremo, welche im letzten Betriebsjahr 379 Millionen Kilogramm Milch (+32 Mio. kg) verarbeitete, hat die Arbeiten für die Restrukturierungsprojekte in den Bereichen Pulver- und Proteinherstellung in Angriff genommen. Das neue Pulverwerk soll Ende 2006 in Betrieb genommen werden können. Ab diesem Zeitpunkt werden die Abwässer in die Ara der Stadt geleitet. Cremo war nicht bereit, an die Vergrösserung der Ara der Gemeinde Villars-sur-Glâne zehn Millionen Franken beizusteuern. Mit der Stadt Freiburg konnte eine günstigere Variante ausgehandelt werden. Cremo verpflichtete sich, für 2,5 Millionen Franken eine Leitung zur Ara zu erstellen. Die Ara der Stadt hat noch genügend Kapazitäten.
Die Senkung des Milchpreises führte an der Aktionärsversammlung zu mehreren Interventionen. Laut Georges Godel, Präsident der Plattform «Prolait», ist die Reduktion eine Folge der Kürzung der Marktstützungsbeiträge des Bundes um 45 Millionen Franken. Dass die Milchproduzenten aber 100 Millionen Franken Einkommensverluste erleiden, führte er auf die unterpreisigen Angebote von verschiedenen Milchverwertern und den damit ausgelösten Druck der Grossabnehmer zurück. «Wir müssen in den eigenen Rängen Ordnung schaffen, damit sich die Preisspirale nicht weiter nach unten dreht», betonte er. Es waren nämlich Verwertungsbetriebe, die den Milchproduzenten gehören, welche diese Talfahrt des Milchpreises auslösten.
Wettbewerbsfähigkeit erhöhen
Georges Godel gab weiter zu bedenken, dass die volle Marktöffnung erst noch bevorstehe. Eine Statistik des Bundesamtes für Landwirtschaft zeigt, dass die 17 erfassten Milchverwerter im Mittel 72,76 Rappen/kg Milchpreis bezahlen. Cremo kommt auf einen Mittelwert von 73,45 Rappen/kg. «Wir hocken im gleichen Boot», führte Verwaltungsrat Jean-Pierre Stirnimann aus. «Wir Produzenten haben ein grosses Interesse, dass es im Milchsektor gut läuft. Die Produzenten dürfen aber nicht zu Sklaven werden», schloss er.
Mit der Restrukturierung des Unternehmens werde Cremo wettbewerbsfähiger und europakompatibel, sagte Lobag-Präsident Walter Balmer. Die 1927 gegründete Cremo sei ein führendes Unternehmen der Lebensmittelbranche, welches eine umfassende und qualitativ hoch stehende Palette verschiedenster Milchprodukte für den Detailhandel, die Gastronomie, die Lebensmittelindustrie und den Export führe.