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FAQ – Häufig gestellte Fragen
Unter Grundkompetenzen versteht das Bundesgesetz über die Weiterbildung (WeBiG) folgende Fähigkeiten:
- Lesen, Schreiben, Rechnen
- die mündliche Ausdrucksfähigkeit in einer Landessprache
- den Umgang mit dem Computer oder anderen Informations- und Kommunikationstechnologien
Illettrismus beschreibt das gesellschaftliche Phänomen, dass Erwachsene trotz langjährigen Schulbesuchs in der Schweiz nicht über jene Lese- und Schreibkompetenzen verfügen, die erwartet oder gefordert werden. Betroffene können einzelne Sätze lesen oder schreiben, haben aber Schwierigkeiten, längere zusammenhängende Texte zu verstehen.
Wenn man nicht gut lesen und schreiben kann, wird der Alltag oft kompliziert. Zum Beispiel sind Ticketautomaten, Hinweisschilder, Bedienungsanleitungen oder Informationen von Behörden schwer zu verstehen. Erwachsene, die von Illettrismus betroffen sind, brauchen viel Energie, um in Beruf und Alltag zurechtzukommen. Sie haben Strategien, um ihre Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, im Turnverein, beim Einkaufen oder beim Arztbesuch bewältigen zu können. Mit der zunehmenden Digitalisierung, häufigen Umstrukturierungen und steigender Geschwindigkeit ist der Druck auf Erwachsene mit Förderbedarf in den Grundkompetenzen gestiegen.
Schweizweit sind ca. 16% der Erwachsenen von Illettrismus betroffen, obwohl sie die Schule in der Schweiz besucht haben (BFS 2006). Diese hohe Zahl ist der breiten Öffentlichkeit kaum bewusst.
Legasthenie ist eine von verschiedenen Ursachen für eine Lese- und Schreibschwäche. Legasthenie sollte von einer Fachperson abgeklärt werden, um zum Beispiel einen Nachteilsausgleich bei Aus- und Weiterbildungen zu erhalten. Individuell können Strategien entwickelt werden, mit der Legastenie umzugehen. Bei Illettrismus dagegen wurde trotz Schulbesuch nicht ausreichend Lesen und Schreiben gelernt.
Illettrist*innen kennen das Alphabet und seine Buchstaben und können einfache Wörter und Sätze schreiben und lesen. Das Lesen und Verstehen von komplexen Texten machen hingegen Mühe. Bei Analphabet*innen müssen grundlegende Fähigkeiten, wie z. B. das Schriftbild, das Alphabet oder die richtige Handhaltung beim Schreiben erst noch von Grund auf erlernt werden.
Für das Weiterbilden in den Grundkompetenzen gilt: nur wer bei sich selber einen Bedarf feststellt, die Motivation verspürt, die Grundkompetenzen zu verbessern und über Unterstützungsangebote Bescheid weiss, kann seine Grundkompetenzen verbessern. Möchte man jemanden auf die Möglichkeit einer Weiterbildung hinweisen, kann man von sich selber und seinen eigenen Unsicherheiten in einer Grundkompetenz ausgehen und aufzeigen, dass es sich dabei um komplexe Fähigkeiten handelt. Es gibt zahlreiche Unterstützungsangebote wie Kurse oder Lernstuben. Unter der Hotline 0800 47 47 47 erhält man professionelle Beratung bei der Suche nach dem passenden Kursangebot.
Erwachsene, die sich in den Grundkompetenzen verbessern möchten, haben oft negative Lernerfahrungen gemacht oder schon längere Zeit keine Weiterbildung besucht. Ein Kursangebot sollte also die Freude am Lernen sowie Lernstrategien vermitteln und die Erfahrungen und die Lebenswelt der Erwachsenen berücksichtigen. Indem die Lernenden so individuell wie möglich gefördert werden und positive Lernerfahrungen in der Gruppe machen, eignen sie sich weitere «transversale Kompetenzen» an, die ihre gesellschaftliche Integration und ihr persönliches Selbstvertrauen nachhaltig stärken.