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Frauenpower mit afrikanischen Wurzeln
Herkunft
Land
Ruanda / Tansania
Produzent
Marie Laetitia / Kooperative Bukoba
Region
Ngoma Distrikt / Bukoba
Farm
Sake Waschstation / Kooperative Bukoba
Varietät
Bourbon, Arabica / Robusta
Verarbeitung
gewaschen / trocken
Anbauhöhe
1450-2000 / 1200-1300 m ü.M.
Geschmack
Schokolade, Karamell, Süsse, mittlerer Körper
Zertifikate
IWCA / Bio, Fairtrade
Röstung
mittlere Röstung
Geschichte Ruanda
Ruanda übernimmt in Sachen Gleichberechtigung von Frauen eine weltweite Vorreiterrolle. Der Genozid in den 90er Jahren führte zu einer Geschlechterverteilung im Land von 70 Prozent Frauen zu 30 Prozent Männern, wodurch die Frauen vermehrt die Verantwortung für die Führung des Landes übernommen haben. Sei dies in der Regierung, in Führungspositionen oder als Unternehmerinnen im Kaffeeanbau, so wie im Fall von Marie Laetitia Kayitesire. Marie hat die Farm 1999 im Osten Ruandas am Sake See gegründet. Die Sake Farm hat eine Waschstation inmitten der Farm, welche die Kaffees für über 2000 Farmer in der Region prozessiert und für den Verkauf vorbereitet. Zudem fungiert die Sake Farm in ihrer Region als eine Ausbildungsstätte für die Bauern, wodurch Wissen und Infrastruktur den Menschen der Region effizient zur Verfügung gestellt wird. Marie setzt sich aktiv für die Frauen in der Kaffeebranche ihrer Region ein und ist Member of the Board bei der International Women’s Coffee Alliance (IWCA). Der Leitsatz der IWCA «Starke Frauen = Starker Kaffee» stützt auf der Überzeugung, mit einer Minderung der Geschlechterdiskriminierung einen mächtigen Hebel für die Entwicklungsarbeit in einem Drittweltland inne zu haben.
“Study after study has confirmed that there is no development strategy more beneficial to society as a whole— women and men alike— than one which involves women as central players. No other policy is as likely to raise economic productivity, lower infant and maternal mortality or improve nutrition and promote health. When women are fully involved, the benefits can be seen immediately: families are healthier; they are better fed; their income, savings and reinvestment go up. And what is true of families is true of communities and, eventually, whole countries.”
ehem. U.N. Generalsekretär Kofi Annan [1938-2018]
Marie Laetitias Versprechen durch diese Mitgliedschaft bei der IWCA setzt sie in die Tat um, indem sie mehrheitlich Frauen auf der Farm engagiert. Wir sind stolz, selbstwirksame und verantwortungsvolle Frauen in einem Land zu unterstützen, welches vor nicht langer Zeit sehr düstere Zeiten durchleben musste.
Geschichte Tansania Bukoba: Wie bauen sie an?
Die Bukoba-Region in Tansania ist bekannt für den Anbau von hochwertigem Robusta-Kaffee. Kleinbauern aus der Region pflücken die Kaffeekirschen von Hand, was die Qualität des Grünkaffees deutlich verbessert. Vereinzelte unreife oder defekte Kaffeekirschen können den Geschmack in der Tasse deutlich beeinträchtigen. Durch die Handverlesung bei der Bukoba Kooperative wird im Vergleich zur maschinellen Ernte die Zahl unreifer oder defekter Bohnen systematisch reduziert.
Geschichte Tansania
Die Bukoba Region befindet sich im Westen von Tansania, zwischen der Grenze zu Ruanda und dem malerischen Victoriasee, dem zweitgrössten Süsswassersee der Welt. Ähnlich wie in Ruanda leidet auch Tansania noch an den Folgen eines Genozides, welcher sich im Jahre 1994 ereignet hat. 30 bis 40 Prozent der Haushalte werden von alleinerziehenden Müttern geführt, was sich auch auf den Kaffeefarmen und auf der Feldarbeit zeigt. Unsere Nachhaltigkeits-Philosophie, durch den Kauf von Qualitätskaffees den Bauern eine solide finanzielle Grundlage zu verschaffen auf die sie bauen können, hat sich in der Bukoba Region seit etwa 2001 etabliert. Zuvor haben die Kleinbauern der Region ausschliesslich auf den Weltmarkt und über die Rohstoffbörse ihre Robusta-Bohnen verkauft, wobei sie sich nur sehr geringe Löhne für sich und ihre Familien ausbezahlen konnten. Seitdem sich die Region mehr und mehr auf Spezialitätenkaffees konzentriert, konnte das Einkommen stetig gesteigert werden, was durch den Qualitätsbonus über dem Marktpreis zu erklären ist. Demzufolge hat der Konsum von Spitzenkaffee direkten Einfluss auf die Lebensqualität von Bauern im Ursprungsland, da in einem Land wie Tansania ein höheres Einkommen zusammenhängt mit mehr Möglichkeiten in Bezug auf die Ernährung, die Gesundheitsversorgung, die Installation von sanitären Einrichtungen oder die Behausung der eigenen Familie.
Was ist Robusta-Kaffee?
Im Vergleich zu der Arabicabohne wachsen Robusta-Bohnen (Canephora) in niedrigeren Anbaugebieten und sind wie der Name bereits erahnen lässt robuster gegenüber Temperaturschwankungen, starker Sonneneinstrahlung oder Insektenbefall. Die Höhenlage beeinflusst letztendlich auch, wie schnell die Kaffeekirschen reifen: Je tiefer Kaffee angebaut wird, desto schneller reift sie. Im Umkehrschluss hat sie aber auch weniger Zeit, komplexe Aromen zu entwickeln. Deswegen hat die Robustabohne im Spitzenkaffee-Sektor einen umstrittenen Ruf, zumal sie weniger interessante Aromastoffe bietet, jedoch einer Mischung eine üppige Crema oder einen wuchtigen Körper verleihen kann. Nicht ausser Acht zu lassen ist, dass durch den Klimawandel der Anbau von Arabicabohnen aufgrund der höheren Empfindlichkeit der Pflanze weltweit zur Herausforderung werden wird. Entsprechend ist der Anbau von Robustabohnen aus der Perspektive der Nachhaltigkeit sinnvoll und auch ein Stück weit unabdingbar.