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Goethes Leiche
Goethe soll auch als Toter noch überaus gut ausgesehen haben, so berichtet es Eckermann.
Auf jeden Fall erstaunte ihn «die göttliche Pracht seiner Glieder», wie er sich ausdrückt. «Die Brust überaus mächtig, breit und gewölbt; Arme und Schenkel voll und sanft muskulös; die Füsse zierlich und von der reinsten Form; und nirgends am ganzen Körper eine Spur von Fettigkeit oder Abmagerung und Verfall. Ein vollkommener Mensch lag in grosser Schönheit vor mir.»
Aniflur, '18
Also ich finde Leichen oder sterbliche Hüllen, wie Eckermann sagen würde, nicht unbedingt erhaben. Eher abgelebt, vom Leben erschöpft. Sie haben etwas Steifes, Reserviertes, als hörten sie nicht zu und wären woanders.
Und jetzt dieser 83jährige Athlet von vollkommener Schönheit!
Goethe scheint auch als sterbliche Hülle allen anderen überlegen gewesen zu sein, wieder einmal.
Obwohl die Skizze, die der Maler Preller vom toten Goethe gemacht hat, das edle Gesicht doch ein wenig eingefallen zeigt, vielleicht fehlen die Zähne, andererseits meint man eine Art schwammiges Doppelkinn zu erkennen.
Kommt jetzt halt darauf an, wer recht hat, der Eckermann oder der Preller.