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Meine Kindheit war schwer. Ich bin nicht bei meinen Eltern aufgewachsen, sondern wechselte von einer Pflegefamilie zur nächsten. Sobald ich mich an einem Ort angepasst hatte, wurde meine Mutter eifersüchtig und nahm mich wieder weg. Am meisten hätte ich mir ein richtiges Zuhause gewünscht.
Während dieser Zeit habe ich Kurzgeschichten über arme und reiche Kinder geschrieben. Das hat mich fasziniert. Die Geschichten habe ich immer für mich behalten – ich hatte keine Gelegenheit, sie mit anderen zu teilen. Ich konnte mich in diesem Sinn nicht richtig ausleben. Ich hatte mir gar nicht erst erträumt, beruflich etwas damit zu machen. Von den Geschichten habe ich keine mehr; über die Jahre habe ich sie alle verloren.
Meine Mutter arbeitete in der «Bally»-Schuhfabrik. Sie konnte mir für wenig Geld hochwertige Schuhe besorgen. Schuhe habe ich immer noch extrem gerne. Wahrscheinlich wollte ich deswegen Schuhverkäuferin werden. Mit 19 habe ich auch bei «Bally» zu arbeiten begonnen und bin 42 Jahre bei diesem Unternehmen geblieben. Im Grossen und Ganzen hat es mir gefallen, aber meine Vorgesetzten haben mir nicht immer gepasst. Sie haben zu viel Druck ausgeübt auf uns Schuhverkäuferinnen.
Ich musste mir alles selber aneignen und meine Niederlagen alleine meistern. Es ist eine heikle Frage, ob ich mich nochmals für mein Leben
entscheiden würde. Ich habe mir nur vorgenommen, korrekt zu sein. Mit reiflichen Überlegungen ist es mir meistens gelungen.