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Sidemount Tauchen, Konfigurationen, Kurse und Tec-Sidemount Tauchschulen. Hier finden Sie viele interessante Informationen welche mit der "neuen" Art des Gerätetauchen zu tun haben.
Beim Sidemount Tauchen werden die Pressluft-Flaschen, im Gegensatz zum normal bekannten Backmount Geräte Tauchen, seitlich vom Körper getragen. Wobei getragen nicht der richtige Ausdruck ist. Getragen werden die Pressluftflaschen über Wasser einzeln in der Hand. Die Flaschen werden erst im Wasser befestigt. Die Flaschen werden links und rechts am Bauchgurt mit einem Snap, welcher mit der Flasche befestigt ist eingeklippt und oben im Achselbereich durch ein Bungee (Gummiseil) fixiert. Dies ist eine sehr bequeme Art des Tauchens und erhöht die Sicherheit unter Wasser enorm. Da die Flaschen beim Tauchen stets im Blickfeld des Tauchers liegen, können auch einfache Manipulationen an den Ventilen vorgenommen werden was ein grosser Sicherheitsvorteil beim Tauchen bedeutet. Normalerweise verwendet ein Taucher beim Sidemount Tauchen zwei Flaschen. Bevorzugt werden 80cuft (Kubikfuß) = 11.1 Liter Aluminium Flaschen welche von Tec-Tauchern als Stage verwendet werden.
Ist das ein neuer Marketing Gag der Tauchindustrie um neue Tauchkurse zu generien?
Nein - Der Ursprung des Sidemount tauchen stammt aus dem Höhlen- und Wracktauchen. Erste Aufzeichnungen des Höhlentauchens stammen bereits aus dem Jahre 1922. Hier wurde der Franzose Norbert Casteret erstmals bei seinen Erkundungsversuchen der Grotte de Montespan in den Pyrenäen erwähnt.
Der Tauchpionier Jacques-Yves Cousteau führte seinen ersten dokumentierten Höhlentauchgang mit Tauchgerät im Jahre 1946 durch. Ziel war die Fountaine de Vaucluse.
Mit dem viel zu früh verstorbenen Sheck Exley (1994, 45J.) begründet sich die wohl stärkste Entwicklung im Sidemount tauchen. Exley verfasste über 100 Artikel und sechs Bücher, welche sich mit den Themen Höhlen, Ausrüstungskonfiguration, Mischgastauchen und technischem Tauchen befassen. Mit nur 23 Jahren hatte Exley bereits über 1.000 Höhlentauchgänge geloggt. Im Heute angekommen führte Steve Bogaerts die Weiterentwicklung fort. Diese endete im sehr spartanischen Sidemount System Razor Harness.
Warum aber hat sich der Tauchsport in dieser Nische so entwickelt? Nun – zu aller erst steht die natürliche Neugier als auch die Gier des Menschen als Triebfeder der Entwicklung. Schatzsuche und Bergung von Gegenständen aus Wracks – aber auch die (Er-)Forschung der Geschichte, Geologie und Archäologie sind federführend verantwortlich.
Inzwischen hat das Sidemount tauchen großes Interesse beim normalen Sporttaucher geweckt. Die Vorteile hinsichtlich Komfort, Bewegungsfreiheit, Bequemlichkeit sowie eine geringere körperliche Belastung an Land sowie das Plus an Sicherheit durch erreichbare und im Blickfeld liegende Ventile schätzen immer mehr Taucher.
Die Tauchsportindustrie hat inzwischen auf die erhöhte Nachfrage reagiert. Immer mehr der große Tauchsportartikelhersteller wollen den Bedarf der Tauchkundschaft bedienen. Die unterschiedlichen Anforderungsprofile der Taucher spiegeln sich in einer Vielzahl an unterschiedlichen Tauch- und Tariersystemen wieder. Der geneigte Taucher wählt zwischen spartanischen bis komfortablen Systemen – oder an Kriterien wie wiederverwertbarer Ausrüstung aus dem Bestand (z.B. dem technischen Tauchen mit Backplates).
Der Markt und die Ideen für Sidemount Systeme stellen sich vielfältig dar. Je nach individuellem Bedarf kann der geneigte Sidemounter das passende System für seine Anforderungen finden. Doch nicht jedes Modell ist für jeden Taucher geeignet. Letztlich lassen sich alle Side Mount Systeme in drei Kategorien zuordnen: Minimalistische Systeme, Komfort-/Hybridsysteme und Sandwichsysteme.
Ein minimalistisches System besticht durch seinen äußerst einfachen Aufbau. Ein Harness (Tragesystem), eine Tarierhilfe (Blase) und diverse Be- und Entlüftungsventile sowie eine begrenzt notwendige Anzahl an Befestigungsmöglichkeiten (u.a. D-Ringe) am Harness. Durch das minimalistsiche Prinzip ergibt sich sowohl ein sehr kompaktes Packmass als auch ein extrem günstiges Reisegewicht. Insbesondere bei Flugreisen heute immer mehr ein wichtiges Kauf-und Entscheidungsargument.
Dieser Gattung lassen sich Systeme wie das xDeep Stealth 2.0, das Razor Side Mount System, das FINNSUB Fly Side, das Hollis SMS50 oder SEAC KS01 zuordnen.
Ein klares Merkmal von Komfortsystemen sind sichtbare Details wie gepolsterte Schultergurte, Schnellverschlüsse (Fastex-Schnallen) an der Schulterbegurtung zum bequemen Ein- und Ausstieg als auch zur schnellen Anpassung an unterschiedliche Größen oder Isolationssystemen - oft Wechsel zwischen Nass- und Trockentauchen. Nicht selten sind diese Systeme auch mit einer Doppelblase als Redundanz oder mit zwei Inflatoreinheiten bestückbar. Zudem finden sich an diesen Systemen auch meist noch bequeme Rückenpolster. Eine ganz besondere Gattung stellt das Hollis SMS100 dar. Mit seiner möglichen Nutzung als Sidemount- als auch Backmountsystem ist es ein beliebtes Hybridsystem.
Das Hollis SMS75 und SMS100, das Schulungssystem von FINNSUB Fly Side oder Dive Rite Transpac XT sind bekannte Vertreter dieser Gattung.
Der Name lässt sich recht einfach herleiten: Eine Hufeisenblase (Horseshoe Wing) wird zwischen zwei Backplates gepackt. Das außen über die Blase verlaufende Harness fängt die seitlich austretende Blase auf und lässt diese eng am Körper des Tauchers liegen. Hier gibt es unterschiedliche Interpretationsarten der Gestaltung. Durchgesetzt hat sich aber das vorbildlich aufgebaute Toddy-Style-System, benannt nach seinem Entwickler Thorsten Wälde von Protec Sardinia.
Bei der Wahl der Flaschen trennen sich die Geister. Die Einen schwören auf Aluminum, die Anderen sind Stahl-Anhänger. Nachfolgend sollen ein paar Anregungen für die vermeintlich richtige Wahl des Flaschentyps aufgezählt werden. Allerdings ohne Anspruch auf vollständige Berücksichtigung aller möglichen Situationen und individuellen Bedürfnissen. Allerdings sollte es genügend Futter und Informationen bieten für eine selbstbestimmte Wahl.
Grundsätzlich gehen wir von Tauchgängen in Kaltgewässern in heimischen Gefilden aus. Ob es der Bodensee, Hemmoor oder der Thunersee ist – hier sind redundante Systeme nötig. So ergibt sich von alleine die Notwendigkeit mit zwei Flaschen ins Wasser zu gehen. Wohingegen Tauchen im Warmwasser (u.a. Ägypten, Malediven) sicher auch mit Monoflasche getaucht werden kann.
Des Weiteren soll und darf eine Betrachtung zwei Dinge unterscheiden: Die Flaschentypen an Land und das Verhalten im Wasser. Da es von beiden Typen ausreichend unterschiedliche Größen am Markt erhältlich sind soll dieses Kriterium keine besondere Gewichtung erhalten. Keine gewichtige Berücksichtigung findet die Wahl des mitgeführten Gases. Trimix-Gemische mit hohem Heliumanteil geben Aluminiumflaschen wesentlich früher und schneller einen positiven Auftrieb. Für den normalen Sporttaucher und Einsteiger sicher noch ein zu vernachlässigendes Kriterium. Keine Berücksichtigung findet der Unterschied zwischen 200bar/300bar Flaschen – verglichen wird auf Basis 200bar Basis.
Ersteres ist recht schnell verglichen. Aufgrund der geringeren Dichte von Aluminium müssen Alu-Flaschen dickwandiger sein gegenüber Stahlflaschen. Dies bedeutet mehr Material für eine vergleichbare Druckstabilität. Die Folge: Eine 80cuft (11,1L) Aluflasche wiegt an Land meist mehr wie eine 12L Stahlflasche. Folglich haben Alu-Flaschen an Land hinsichtlich Transportgewicht sicher kein Vorteil.
Im Wasser allerdings zeigen sich die Unterschiede deutlich. Die geringere Dichte von Aluminium und der notwendige dickwandigere Flaschenaufbau sorgen für ein wesentlich stärker ausgeprägtes Auftriebsverhalten. Je nach Alu-Güte oder Hersteller (u.a. Luxfer, MES) sind weitere unterschiedliche Verhaltensmuster erkennbar. In der Regel haben Alu-Flaschen einen recht kleinen negativen Auftrieb. Mit abnehmender Gasmenge werden die Flaschen neutral. Ab einem Flaschendruck von ca. 110 bar und weniger beginnen die Flaschen einen positiven Auftrieb zu entwickeln.
Der geringe negative Auftrieb sowie das neutrale Verhalten der Flaschen im Wasser macht das Handling sehr angenehm. Nicht nur das An- und Ablegen im Wasser ist auch für das vermeintlich stärkere Geschlecht ein Vorteil. Auch das Handling unter Wasser. In einer Open Water Situation wird es sicher selten zur Notwendigkeit werden, die Flaschen vor den Körper zu führen. Ausgenommen sind Spezial-Tauchgänge an Wracks (Penetration) – seien es Boots-/Auto- oder Flugzeugwracks. Aufgrund des geringen negativen Auftriebs ist hier ein Vorhalten der Flaschen sehr einfach zu gestalten. Zudem schätzen viele Taucher das Gefühl wie auf einem Teppich oder Luftkissen durchs Wasser zu gleiten – scheinbar schwerelos.
Im Ergebnis bedeutet das, dass Aluminiumflaschen nicht als Bleiersatz verwendet werden können. Im Sinne des „balanced rig“ ist der Taucher selber eher etwas überbleibt, damit ein Sicherheitsstopp in geringer Tiefe mit fast leeren Flaschen noch immer sicher und entspannt durchgeführt werden kann.
Aufgrund der höheren Dichte von Stahl ist diesr Flaschentypen im Wasser meist mit stärker ausgeprägten negativen Auftrieb versehen. Was sich eigentlich jeder Sidemounter wünscht. Mit Abnahme des Flaschendrucks reduziert sich zwar der negative Auftrieb, allerdings bleibt dieser noch deutlich bestehen. Hier sind die Hersteller und die Güte des Stahls maßgebend.
Dies hat zur Folge, dass ein Handling unter Wasser gegenüber den Aluminiumflaschen wesentlich aufwändiger und kräftezehrender ist. Jedoch im Freiwasser hat dies keine große Relevanz. Anders sieht es in einer Overhead-Enviroment (Höhle) aus. Hier sind andere Qualitäten und Überlegungen nötig.
Durch das höhere spezifische Gewicht ergibt sich, dass der Taucher selber weniger Blei am Körper mitführen muss, um die vergleichbare Sicherheit gegenüber von Alu-Flaschen zu haben. Die Stahlflaschen werden also zu einem Teil des Gewichtsystems. Ein Ablegen oder Abwerfen der Flasche(n) in einem konstruierten Fall wäre sicher keine gute Idee.
Inzwischen hat sich die Marke „Faber“ im Sidemount Bereich einen guten Namen gemacht. Mit dem etwas leichteren Gewicht und dem besonders reinen Stahl neigt dieser 12L-Typ bei abnehmenden Flaschendruck zu einem neutralen Verhalten im Wasser. Was sich eigentlich jeder Sidemounter eigentlich wünscht.
Letztlich kommt es auf das Gesamtpaket an: Warm-/Kaltwasser, Nass- oder Trockentauchen, Tief- oder Flachwassertauchgang, Pressluft oder Mischgastauchen. Ein eindeutiges, klares Statement ist nicht möglich. Hier empfiehlt sich die Hinzunahme eines erfahrenen Sidemount-Tauchlehrers oder aktiven Sidemount Tauchers.
Die Sidemount Ausbildungen und Tauchkurse finden in unregelmässigen Abständen statt, wobei die Kurstermine auch nach Anfragen zusammengestellt werden können. In kleinen Gruppen erfolgt die gründliche und akribische Tauchausbildung – möglich auch als Personal Side Mount Tauchkurs. Die Kurse werden nach den Standards folgender Tauch-Verbände durchgeführt:
Tag 1
Tag 2
Tag 3
Tauchgang 1
Tauchgang 2
Tauchgang 3
Tauchgang 4
Tauchgang 5
Tauchgang 6