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Geschichte
Um das 11. Jahrhundert, mit Beginn der Kreuzzüge brachten Gelehrte die Destillationstechnik nach Italien, wo sie sich insbesondere durch das Zutun von Jesuiten (Ordensgründung 1540) verbreitete. Aus derselben Zeit stammen auch erste Dokumente, in denen die Destillation von Wein beschrieben ist. Grappa wird im Jahre 1451 erstmals namentlich erwähnt: Ein piemontesischer Notar vermachte seinen Nachfahren u. a. einen Keller mit einer Destillationsanlage und größeren Mengen an aquavit bzw. grape.
Nach der Herausbildung eines italienischen Nationalbewusstseins avancierte Grappa zu einem Nationalgetränk des neuen Staates. Italienische Soldaten des Ersten Weltkrieges bekamen täglich Grappa-Rationen mit der Absicht, die Schrecken des Krieges zu mildern. Seinen Ruf als Getränk armer Bauern verlor der Grappa jedoch erst, als er nach technischer Optimierung des Destillationsprozesses in der Mitte des 20. Jahrhunderts die Aufmerksamkeit und Anerkennung von Gourmets erntete und sich auf der gesamten Welt verbreitete.
Kristallklar oder im Holzfass gelagert?
Meist ist der Grappa kristallklar. Wenn er aber für einige Zeit in einem Holzfass gelagert wird, nimmt er eine dunklere Farbe und holztypische Aromen an. Grappa unterscheidet sich auch durch die Zeit, die sie vor dem Verkauf gelagert wird.
Junge Grappa lagern 6 Monate in Glas- oder Stahlbehältern. „Vecchia“ oder „invecchiata“ kann der Grappa heissen, wenn er mindestens 12 Monate ausschliesslich in Holzfässern gelagert wird. Bei einer Lagerung von mindestens 18 Monaten in Holzfässern, kann sich der Grappa „stravecchia“ oder „riserva“ nennen.