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Am 26. Juli 1948 in Barcelona (E) geboren und dort aufgewachsen, kam Joseph M. Bonnemain für das Medizinstudium nach Zürich. Nach seiner Promovierung studierte er ab 1975 Philosophie und Theologie in Rom und wurde am 15. August 1978 von Kardinal König zum Priester der Prälatur Opus Dei geweiht. Er setzte seine theologische und kanonistische Ausbildung in Spanien fort. In dieser Zeit wirkte er als Spiritual und Studentenseelsorger an der dortigen Technischen Hochschule sowie als Seelsorger für die Arbeiter und Bauern in der Region Navarra. Nach seiner Promotion im Kirchenrecht kehrte er 1980 in die Schweiz zurück und wirkte als Priester in Zürich, zunächst als Studentenseelsorger und Exerzitienleiter. 1985 wurde er zum Spitalseelsorger des Spitals Limmattal in Schlieren ZH ernannt.
Kanoniker und Seelsorger
In Bonnemains Brust schlagen zwei Herzen. Von 1981 bis 1989 war er am Diözesangericht tätig, 1982 wurde er zum Vizeoffizial und 1989 zum Offizial des Bistums ernannt. Bis heute wirkt er dort als Gerichtsvorsitzender. Während dieser Zeit blieb er immer Spitalseelsorger in Schlieren. Zudem war er von 1983 bis 1991 Mitglied der Delegation des Heiligen Stuhls bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Diese beiden Interessen – Kirchenrecht und Seelsorge – konnte er als Sekretär des Fachgremiums «Sexuelle Übergriffe in der Pastoral», welches die Bischofskonferenz 2002 konstituierte, verbinden.
2003 wurde Bonnemain zum Kanonikus ernannt und als Domsextar und Dompönitentiar ins Residentialkapitel aufgenommen. Zwei Jahre später wurde er Domkustos der Kathedrale in Chur und wiederum zwei Jahre später Domkantor. Seit 2008 ist Bonnemain Mitglied des Bischofsrates und seit 2011 Bischofsvikar für die Beziehungen zu den staatskirchenrechtlichen Organisationen und Kantonen der Diözese Chur. Während mehrerer Jahre war er zudem Mitglied des Priesterrates und Delegierter im Rat der Laientheologinnen, Laientheologen und Diakonen RLD.
Eine schwierige Aufgabe
In seinem Grusswort fasst Bonnemain zusammen, was ihm am Herzen liegt: «Ja, die Menschen brauchen Geschwisterlichkeit und Hoffnung, gerade heute. Und sie erwarten – völlig zu Recht –, dass die Kirche hier ein Vorbild ist und Wege der Geschwisterlichkeit und Hoffnung aufzeigt. […] Es ist eine grosse Solidarität gefragt in unserem Land und zugleich mit der ganzen Welt. So werden wir Mitgestaltende einer besseren Zukunft, in der Geschwisterlichkeit und Hoffnung keine blossen Utopien bleiben.»
An den zukünftigen Bischof von Chur bestehen grosse Erwartungen; viele Katholikinnen und Katholiken hoffen auf einen Brückenbauer, der es versteht, die verschiedenen Meinungen innerhalb des Bistums gelten zu lassen und sie so zu integrieren, dass diese Geschwisterlichkeit wirklich gelebt werden kann. Für diese grosse Aufgabe bittet er um das Gebet. «Meinerseits werde ich ebenfalls weiter und intensiver beten. Beten für das Wohl aller Menschen – ohne Unterschied – in unserem Bistum.»
SKZ