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Die Kirche in Rehetobel: ein Glücksfall
Die Kirchengeschichte der Region Appenzell/St.Gallen ging auch an Rehetobel nicht spurlos vorüber. 1405 kämpften die Rehetobler mit für die Unabhängigkeit des Appenzeller Landes vom St. Galler Fürstbischof. 1490 beteiligten sich junge Rehetobler am Klosterbruch, um zu verhindern, dass die Benediktiner das Kloster in St. Gallen verlassen und in das Kloster Maria Berg in Rorschach ziehen. Während der Reformation unterstützten sie den Reformator Pelagius Amstein, einen „eifrigen und ungestümen Prediger“ in Trogen. Dort stand die Mutterkirche auch der Rehetobler. Als die Verdienstverhältnisse sich im 17. Jahrhundert auf Grund des Leinwandmarktes besserten, verlangten und seufzten die „guten und ehrlichen Leute von Rehetobel“ nach einer Kirche. Gegen Widerstand der Behörden und Trogens wurde sie 1669 gebaut. Den Rehetoblern ging es beim Bau der eigenen Kirche sowohl um die Konstituierung der politischen Gemeinde in Rehetobel, als auch um die geistige und intellektuelle Schulung der Jugend; denn „Unwüssenheit und Unverstandnuss der Sachen, ihr ewiges Heil betreffend“ war ihr Problem. Am 29. August 1669 wurde die erste Kirche feierlich eingeweiht. Mit der gleichzeitigen Ernennung der Behörden wurde Rehetobel als politische Gemeinde aus der Taufe gehoben. Da die Rehetobler für die Kosten der Kirche nicht allein aufkommen konnten, wurden durch die Landesobrigkeit allgemeine Steuern durchgesetzt (1% des Vermögens) und die Kirchgemeinde empfing Liebesgaben aus Holland, Heidelberg, Frankfurt und Köln.