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Förderung des freiwilligen Sanitätsdienstes
Ab 1898 teilten sich der Schweizerische Militär-Sanitäts-Verband, der Schweizerische Samariterbund und der Schweizerische Centralverein vom Roten Kreuz ein gemeinsames Sekretariat: das Schweizerische Centralsekretariat für freiwilligen Sanitätsdienst, das in dieser Form bis 1906 bestand. Damals blühte das Vereinsleben, und es war nicht einfach, neue Mitglieder zu finden. Deshalb war eine bessere Koordination notwendig. Da die drei Vereine sehr ähnliche Ziele verfolgten, legten sie ihre Kräfte zusammen, um ihre Bekanntheit, die gegenseitige Abstimmung und ihre Effizienz zu steigern.
Dank dieser Zusammenarbeit konnten sie vielfältige Aktivitäten entwickeln, um die Öffentlichkeit über ihre Arbeit zu informieren und neue Mitglieder anzuwerben. Gemeinsam gaben sie die Vereinszeitschrift «Das Rote Kreuz» heraus. Mit «La Croix-Rouge suisse» erschien ab 1906 auch ein französischsprachiges Gegenstück. Diese Monatszeitschrift, die später nur noch alle zwei Monate herauskam, war ein ideales Instrument, um den freiwilligen Sanitätsdienst in der Schweiz zu fördern. Sie berichtete über die Aktivitäten der Samaritervereine und der Sektionen des Schweizerischen Militär-Sanitäts-Verbands, die unter dem Zeichen des Roten Kreuzes zusammengeschlossen waren: Versammlungsprotokolle, Kolumnen von lokalen Sektionen, Berichte über Übungen der Sanitätstruppen oder auch Artikel zur Pflegeausbildung. Mit verschiedenen Massnahmen brachte das Rote Kreuz der Öffentlichkeit seine Arbeit näher: Neben der Organisation von Pflege- und Erste-Hilfe-Kursen wurden Vorkehrungen getroffen, um die Versorgung von Verwundeten im Kriegsfall zu verbessern.
Anleitungen für die Anfertigung behelfsmässiger Tragbahren
Die Zeitschrift des Roten Kreuzes bot ihren Leserinnen und Lesern auch lehrreiche Inhalte: 1904 wurde eine Rubrik lanciert, in der improvisierte Vorrichtungen für den Transport von Kranken und Verwundeten vorgestellt wurden. Anhand von Skizzen, Modellen und Fotos wurde das praktische Vorgehen bei der Ersten Hilfe veranschaulicht, vor allem verschiedene Techniken für den Verwundetentransport:
«Zu improvisierten Mitteln greifen wir, wenn kein zum Gebrauche fertiges Material zur Verfügung steht oder das Vorhandene nicht ausreicht. Naturgemäss sind solche Arbeiten namentlich im Kriege nötig, da wir angesichts des schwierigen Transportes bei den Truppenkorps sowohl, als auch bei den Sanitätsanstalten nur das aller notwendigste Material nachführen können, und weil gerade im Kriege die Zahl der Kranken und Verwundeten rasch so anschwellen kann, dass das vorhandene Sanitätsmaterial nicht ausreicht. Aber auch im Zivilleben ist man sehr häufig gezwungen, zu improvisierten Hülfsmitteln zu greifen.» (Das Rote Kreuz, 15.2.1904)
Die Techniken zur Anfertigung behelfsmässiger Transportmittel wurden von Wachtmeister Hummel, Sanitätsinstruktor, entwickelt und in den Samaritervereinen und Sektionen des Schweizerischen Militär-Sanitäts-Verbands gelehrt. Doch auch eine breitere Öffentlichkeit sollte mit diesen Transporttechniken vertraut gemacht werden. Dank sehr genauen Abbildungen konnten die meisten Hilfsmittel ohne weitere Anleitung angefertigt werden. Im Lauf der Jahre wurden die Modelle für behelfsmässige Tragbahren und Fahrzeuge zum Verwundetentransport immer weiter perfektioniert. Diese Entwicklung erfolgte vor dem Hintergrund, dass das Sanitätspersonal immer offensichtlicher auf Kriegsbedingungen vorbereitet wurde.