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Heute besitzen die reichsten 10 Prozent der Weltbevölkerung mehr als 80 Prozent des globalen Vermögens. 20 Milliardär*innen besitzen etwa gleich viel wie fast 4 Milliarden Menschen – die Hälfte der Menschheit.
Was bedeutet soziale Gerechtigkeit?
«Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.» (Art. 1, Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948)
Extreme Ungleichheit bedroht diese historische Errungenschaft und ist neben dem Klimawandel die grösste Herausforderung der Gegenwart. Solidar Suisse setzt sich weltweit für eine gerechtere Vermögensverteilung ein.Denn nicht nur bei der Verteilung der Vermögen zeigt sich die soziale Ungleichheit, sondern auch beim Ressourcenverbrauch geht ein Riss durch die Welt: Das reichste Prozent verursacht 15 Prozent der CO2-Emissionen, während die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung nur für sieben Prozent verantwortlich ist.
Wie unfair ist die weltweite Vermögensverteilung?
Wer kaufkraftbereinigt weniger als 1.90 Dollar pro Tag zur Verfügung hat, wird von der Weltbank als extrem arm definiert – 2017 waren es 9,2 Prozent der Weltbevölkerung. Setzt man den Tagesverdienst für ein menschenwürdiges Leben jedoch bei 5.50 Dollar an, leben 40 Prozent der Weltbevölkerung in extremer Armut.
Auf der anderen Seite wachsen die privaten Vermögen rapide an und multinationale Unternehmen fahren Rekordgewinne ein. Das Bruttoinlandprodukt von Ländern wie Kambodscha, El Salvador, Bolivien, Burkina Faso oder Moçambique ist um ein x-faches kleiner als der Umsatz von Grosskonzernen wie Amazon (280,5 Mrd. Dollar), Glencore (215,1 Mrd.) oder Nestlé (92,10 Mrd). Investor*innen und Grosskonzerne profitieren von offenen Grenzen für Finanzflüsse, von Produktionsstandorten in Billiglohnländern und vom internationalen Steuerwettbewerb. Der daraus resultierende Finanzabfluss führt in Entwicklungsländern zu einer Unterfinanzierung der öffentlichen Dienste. Die Globalisierung hat das soziale und wirtschaftliche Machtgefälle verstärkt. Die Arbeiter*innen in globalen Lieferketten werden häufig ausgebeutet. Extreme Ungleichheit reisst Gesellschaften auseinander, schwächt die Demokratie und fördert die Umweltzerstörung.
Fakt!
40%
der Weltbevölkerung müssen mit weniger als $5.50 am Tag auskommen
Wie kämpft Solidar Suisse für mehr soziale Gerechtigkeit?
Verbesserung der Arbeitsbedingungen
Solidar Suisse unterstützt den Aufbau von Gewerkschaften beispielsweise in der Textilindustrie oder auf Palmölplantagen und sorgt so für die Erhöhung der Mindestlöhne. Wir klären Arbeiter*innen über ihre Rechte auf und bieten Rechtshilfe. Mit unseren Recherchen zu Arbeitsbedingungen decken wir Missstände auf und fordern von international tätigen Unternehmen, Verantwortung in ihren Lieferketten zu übernehmen. Wir fördern das Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen nachhaltigem Konsum und fairen Produktionsbedingungen.
Gute Schulbildung und ein funktionierender Service public sind Grundvoraussetzungen, um den Kreislauf von Armut und Ausbeutung zu durchbrechen. Weltweit können 258 Millionen Kinder nicht zur Schule gehen – eine Zahl, die seit 2007 stagniert und seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie sogar wieder zunimmt. Solidar Suisse ermöglicht deshalb in Burkina Faso, Pakistan und Malaysia Kindern aus armen Familien den Zugang zu Bildung.
Politische Partizipation
Demokratische Prozesse und politische Mitsprache sind ein weiterer Eckpfeiler für eine gerechtere Gesellschaft. Wir fördern die Beteiligung auf kommunaler und regionaler Ebene in Burkina Faso, Bolivien und El Salvador und stärken Akteur*innen – vor allem Frauen und Jugendliche – die sonst kaum Gehör finden.
«Es braucht bessere Arbeitsbedingungen für alle – das beinhaltet nicht nur einen anständigen Lohn, sondern auch Gesundheit und Care-Arbeit.»
Was bewirken wir mit unseren Projekten?
Mit unseren Projekten leisten wir einen Beitrag zur Ermächtigung von Arbeiter*innen im globalen Süden. Wir unterstützen ausgebeutete Arbeiter*innen und setzen uns für einen funktionierenden Service Public ein.