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Juli
Der Kampf gegen die Varroamilbe
Im Sommer nach der ersten Honigernte konzentriert sich
Imker Guido Schöb auf die Bekämpfung der Varroamilben.
Er nutzt Säuren und Mikroorganismen, um die gefährlichen
Schädlinge auszurotten und seine Bienenvölker
zu stärken.
MARIO TESTA
AU. Rund 100 000 Bienenvölker
sind im vergangenen Winter in der Schweiz eingegangen,
das ist fast jedes zweite Volk.
Hauptgrund für das Bienensterben ist die Varroamilbe,
welche die Bienen angreift und schwächt. «Die
Milben warten im Stock, bis die Bienenkönigin ihre
Eier legt und sich daraus dann innert ein paar Tagen
die Larven entwickeln», erklärt Imker Guido
Schöb.
«Sobald die Arbeiterbienen die Zellen verdeckeln,
damit die Larve ungestört zu einer Biene heranwachsen
kann, schlüpft die Milbe mit in die Wabe. Unter
dem Deckel kann sich die Milbe dann ungestört in
der Bienenlarve festbeissen.»
Ameisensäure gegen die Milben
Imker setzten im Kampf gegen die Varroamilbe vor allem
auf Säuren: Ameisen-, Milch- oder Oxalsäure.
«Richtig dosiert sind diese Säuren tödlich
für die Milben, während die Bienen überleben»,
erklärt Guido Schöb und zeigt, wie er bei
der Säurebehandlung mit Hilfe eines sogenannten
Liebig-Verdampfers vorgeht.
Er nimmt eine faustgrosse Plastikflasche mit 85prozentiger
Ameisensäure, ein Fliesspapier und eine gelbe Plastikplatte
mit vielen Schlitzen.
«Das Fliesspapier schneide ich für die gewünschte
Verdampfungsdauer zu; je kleiner das Papier, desto länger
dauert das Verdampfen», sagt Schöb und trennt
etwa die Hälfte des Papiers ab.
«Das Papier lege ich auf die Plastikplatte, und
darauf kommt kopfüber die geöffnete Flasche
mit der Ameisensäure.»
Langsam saugt sich das Papier mit der Ameisensäure
voll. Ein säuerlicher Geruch verbreitet sich im
Bienenhaus. Den fertig präparierten Liebig-Verdampfer
stellt Schöb nun in einen der Bienenkästen
(siehe kleines Bild). «Dieses Prozedere mache
ich zweimal bei jedem Volk, das zweite Mal Ende August.
Zu guter Letzt kommt im November noch eine Behandlung
mit Oxalsäure dazu.»
Die Winterbienen schützen
Es sei sehr wichtig, jetzt schon mit der Varroa-Bekämpfung
anzufangen, betont Schöb.
«Die Königin legt jetzt immer mehr Brut,
die sich zu Winterbienen entwickelt; dafür reduziert
sie vorzu die Brut für Sommerbienen.» Wenn
sich die Varroamilben jetzt an den Winterbienen zu schaffen
machen, wird das Volk geschwächt, und möglicherweise
überlebt es den Winter nicht.
«Daher konzentriere ich mich bei der Varroa-Behandlung
auf die Winterbienen. Sommerbienen leben ohnehin nur
etwa sechs Wochen.»
Wenig Milben bei Schöb
Wie gut die Säurebehandlung wirkt, zeigt ein Blick
auf die Metallbleche unter den Bienenkästen. Die
toten Milben plumpsen runter und sind dann als kleine
rote Punkte zu erkennen.
«Ich habe Glück, bei mir hat es wenig Milben.
Und die meisten sterben dank der Säurebehandlung»,
freut sich Schöb.
Der Imker verlässt das Bienenhaus, in der Hand
einen grossen Zerstäuber mit einer braunen Flüssigkeit
darin. «Das sind Mikroorganismen, mit denen besprühe
ich die Bienen bei jedem Arbeitsschritt.
Zudem sprühe ich auch die Fluglöcher damit
ein», sagt Schöb. «Die Bienen mögen
diese Dusche, sie tut ihnen gut und stärkt sie
zusätzlich gegen allfällige Krankheiten.»
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(Bild: Mario Testa)
Mit einen Zerstäuber versprüht Guido Schöb
Mikroorganismen an die Fluglöcher. Die vielen Bienen
sind der Dusche nicht abgeneigt und lassen den Imker
gewähren.
Serie «Der Bienenmann»
Unsere Zeitung begleitet Imker Guido Schöb eine
ganze Saison lang bei seiner Arbeit mit den Bienen.
Von der Präparation der Waben bis zur Honigernte
im Sommer. Jeden Monat erscheint ein Artikel über
die aktuellen Arbeiten und die Situation der Bienen.
Bereits erschienen sind Artikel am:
- 17. Januar
- 21. Februar
- 15. März.
- 20. April
- 23. Juni
- 26. Juli - (mte)