Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03484.jsonl.gz/1659

Wer (der Gitarre spielen kann) kennt das nicht;
Du bist irgendwo weit entfernt von zu Hause, Fuchs und Hase sagen sich noch gute Nacht, jemand drückt dir eine Gitarre in die Hand und zwingt dich schon fast zu spielen.
Entweder du spielst die Akkorde von irgend einem Lied welches dir gerade in den Sinn kommt und singst dazu, oder noch schlimmer, du spielst nur die Melodie davon.
Du kannst dich retten wenn du singen kannst, bzw. wenn jemand in dieser Gruppe singen kann und dich unterstützt. Was aber, wenn keiner davon singen kann?
Die Lösung heisst: Melody Chords.
Der perfekte Alleinunterhalter und jeder denkt automatisch, dass du ein Superstar auf der Gitarre bist.
My Heart Will Go On
Die Melodie kennt jeder. Trotzdem; spielst du nur die Melodie davon, kann es schnell langweilig werden.
Die Akkorde davon sind: || D | A | G | D A ||
Gehen wir davon aus, dass keiner singen kann und ich spiele nur entweder Akkorde oder nur Melodie, bleibt es sehr leer. Spiele ich aber beides zusammen, so wird das ganze etwas lebendiger.
Shallow
Das genau gleiche mit Lady Gaga’s Shallow. Entweder ihr spielt/singt die Melodie oder die Akkorde. Aber was wenn ich beides gleichzeitig machen will?
Wie funktioniert das?
Die erste wichtige Regel ist:
– Der Ton der Melodie ist immer wichtiger als der Akkord.
Unser Gehör hört automatisch den höchsten Ton als Melodie. Also ignorieren wir generell alle Töne welche höher sind als der Melodie-Ton.
Sollte ein Melodie-Ton nicht in einem Akkord sein, muss dieser hinzugefügt werden.
- Im ersten Takt sehen wir den Akkord ‚G‘ mit dem Melodie-Ton ‚G‘. Hier darf der Akkord bis und mit der dritt untersten Saite gespielt werden (also insgesamt 4 Saiten). Die untersten zwei dürfen nicht gespielt werden weil diese höher als der Melodie Ton wären.
- Dasselbe gilt für den Akkord D. Hier darf die höchste Saite nicht gespielt werden, da der Melodie-Ton auf der zweit höchsten Saite liegt.
- Auch kommt es immer wieder einmal vor, dass der Melodie-Ton sehr nahe bei der tiefsten Saite liegt. Beim Beispiel ‚A‘ Akkord dürfen also insgesamt nur 2 Saiten gespielt werden. Der Melodie-Ton befindet sich auf der D-Saite (das heisst G-, H-, und E Saite dürfen nicht gespielt werden, weil höher als Melodie-Ton und tiefe E Saite darf nicht gespielt werden da dieser nicht in den A Akkord gehöret.
- Beispiel ‚F‘. Hier ist der Melodie-Ton nicht schon im Akkord enthalten. Das heisst, wir fügen ihn ‚künstlich‘ hinzu. Am besten mit dem kleinen Finger. Den Rest des Akkordes sollte man jedoch so belassen, da ansonsten der Akkord nicht weiterklingt.
- Gleiches im Beispiel ‚C‘ Akkord. Den C Akkord greifen, mit dem kleinen Finger den Melodie-Ton greifen und die unterste Saite nicht spielen (da höher als Melodie-Ton).
Grundsätzlich kann das mit jedem Lied gemacht werden, egal wie schwierig. Es ist auch überhaupt nicht notwendig die Melodie jedesmal 1:1 genau so zu spielen wie die Sängerin/ der Sänger es singt. Ihr könnt da eure ganz eigene Interpretation machen, es wird trotzdem noch erkannt.
(Solltet ihr die Melodie von ‚Happy Birthday‘ spielen obwohl ihr ‚Yellow Submarine‘ spielen wollt, wird es natürlich nicht als Happy Birthday erkannt. Die Melodie ist schon sehr wichtig, jedoch kann ohne Probleme auf ein paar Noten verzichtet bzw. ein paar zusätzliche hinzugefügt werden.)
Lernen und Anwendung
Der einfachste Weg schnell Melody Chords zu lernen ist diese Technik viel zu spielen.
Wählt euch dazu einfache Pop Songs aus. Besorgt euch die Noten und Akkorde (am besten transkribiert ihr beides selber) fängt einfach mal damit an.
- Spielt jeweils einen Akkord pro Takt auf den ersten Beat.
- Versucht danach die Melodie zu spielen, lasst aber gleichzeitig den gespielten Akkord drauf. Ansonsten wird dieser zu schnell abgehackt.
- Achtet gut darauf welcher Ton der Melodie-Ton ist und spielt keinen Ton der höher als der Melodie-Ton selber ist.