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1911 eröffnete Henri Davidoff am Boulevard des Philosophes in Genf ein Tabakgeschäft und legte damit den Grundstein des heutigen weltumspannenden Netzes von über 60 Davidoff Flagship Stores. Mit dem Jubiläum des Stammhauses feiert Davidoff «100 Years of Excellence in Fine Cigar Retailing».
Im Jahr 1911 musste die Familie des Tabakhändlers Henri Davidoff wegen politischer Umbrüche und judenfeindlicher Pogrome ihre Heimat Kiew verlassen. Nach dreimonatiger, beschwerlicher Flucht kam sie in die Schweiz, wo Henri Davidoff in Genf ein Tabakgeschäft eröffnete. In den Räumlichkeiten am Boulevard des Philosophes, in dem zeitweise auch der spätere Revolutionsführer Lenin verkehrte, erlernte sein Sohn Zino in den folgenden Jahren das Tabak-Metier von der Pike auf.
Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Süd- und Mittelamerika, wo er seine Kenntnisse in der Tabakindustrie Argentiniens, Brasiliens und Kubas erweitert hatte, kehrte Zino Davidoff 1930 in die Rhonestadt zurück und machte aus dem väterlichen Geschäft die weltweit erste Adresse für feine handgerollte Zigarren und deren Liebhaber. Zudem revolutionierte er den Zigarrenhandel, indem er die Boutique um einen speziell eingerichteten Lagerraum im Untergeschoss erweiterte. Dieser erlaubte ihm die fachgerechte Lagerung hochwertiger Zigarren bei optimalen klimatischen Bedingungen und bildete den Grundstein für die Entwicklung des Humidors. Für jene Geniesser, die nicht über einen geeigneten Keller für die perfekte Lagerung ihrer Zigarren verfügten, entwickelte Davidoff eine Schatulle mit eingebautem Feuchtigkeitsregulator. Diese Innovation eroberte vom Familienbetrieb in Genf aus die Gunst der Zigarrenliebhaber in der ganzen Welt. Ab 1965 liess Davidoff die Schatullen von einer Kunstschreinerei im Schweizer Jura herstellen, deren Qualitätsniveau seinen hohen Ansprüchen zu genügen vermochte.
Im 2. Weltkrieg profitierte Zino Davidoff von der Grenznähe seines Geschäfts und seinen guten Beziehungen zu den kubanischen Lieferanten, die ihm kurz vor dem Einmarsch der Deutschen ihr grosses Pariser Zigarrenlager überlassen hatten. So war Davidoff während des Kriegs der einzige Händler Europas, der Havannas ausliefern konnte, weshalb die Aficionados aus ganz Europa immer wieder nach Genf pilgerten.
Nach Kriegsende wollten die kubanischen Zigarrenhersteller mit Davidoff den europäischen Markt erobern, der von deutschen, holländischen und Schweizer Herstellern dominiert wurde. Zino überraschte seine Partner in Havanna mit der Idee, ausgesuchten Zigarren die Namen von «Premiers Grands Crus Classés» des Weinbaugebiets im französischen Bordelais zu geben und benannte mit Blick auf eine ausgesuchte internationale Klientel eine Kollektion mit den legendär gewordenen Bezeichnungen «Château Haut-Brion», «Château Lafite», «Château Latour», «Château Margaux» und «Château Yquem». In Anerkennung seiner grossen Verdienste offerierte man ihm 1968 die Herstellung einer eigenen Linie und die Kommerzialisierung unter seinem Namen. Dies war die Geburtsstunde der berühmten «Davidoff No. 1», «Davidoff No. 2» und «Ambassadrice» mit dem heute weltweit bekannten weissen Ring. Ab 1991 werden alle Davidoff Zigarren in der Dominikanischen Republik hergestellt.
1970 übergab Zino Davidoff sein Genfer Geschäft an die Oettinger Gruppe. Damit begann die Entwicklung des Namens Davidoff zum anerkannten «Global Brand» mit mittlerweile über 60 «Davidoff Flagship Stores» weltweit. Seit 2002 erstrahlt deren «Mutter», das traditionsreiche Stammgeschäft, das heute an der Genfer Rue de Rive liegt, nach einer Renovation in neuem Glanz. Auf den 120 Quadratmetern, auf denen schon Zino Davidoff seine Kundschaft bedient hat, ist ein Paradies für Freunde des gehobenen Rauchgenusses entstanden, in welchem die hundertjährige Tradition des Hauses Davidoff unter dem Motto «Le Rendez-vous des Connaisseurs» weiterlebt.