Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03553.jsonl.gz/1096

Die Schweiz hätte sich gegenüber dem Apartheid-Regime in Südafrika mutiger verhalten können. Dieses Fazit zieht die "Recherchiergruppe Schweiz- Südafrika" in ihrem jüngst veröffentlichten Bericht.Dieser Inhalt wurde am 12. Dezember 2000 - 13:20 publiziert
In ihren Untersuchungen befragten die Autoren Zeitzeugen, die sich in kirchlichen und anderen Anti-Apartheid-Gruppen politisch engagierten und mit konkreten Forderungen bei den Schweizer Behörden intervenierten.
Dabei hat sich nach Angaben der Autoren gezeigt, dass die Schweiz gegenüber dem Apartheid-Regime mutiger hätte handeln können. Während andere Länder verschiedentlich bei der Regierung in Pretoria gegen Gewalt und Folterungen intervenierten, setzte die Schweiz allein auf "diskrete Diplomatie", wie es in einer Antwort des damaligen Aussenministers Pierre Aubert hiess.
Lieferung von PC-7
Laut Bericht umging die Schweiz zudem das UNO-Waffenembargo. So lieferte sie 1994 60 PC-7-Flugzeuge an Südafrika. Die Schweiz rechtfertigte die Lieferung mit dem Vornehmen von technischen Änderungen, die eine nachträgliche Bewaffnung verhindern sollten.
Kritik an der Arbeitsgruppe des Bundesrates
Die Weigerung der Schweiz, sich den internationalen Sanktionen anzuschliessen, werde zwar auch im 1999 veröffentlichten Bericht der Interdepartementalen Arbeitsgruppe Schweiz- Südafrika als aus heutiger Sicht nicht nachvollziehbar beurteilt. Doch greife die Analyse der Arbeitsgruppe zu kurz, bemängelt die Recherchiergruppe. Einzig die Schweizer Haltung gegenüber den Sanktionen werde darin untersucht. Dadurch würde suggeriert, dass der einzige Kritikpunkt an der damaligen Aussenpolitik das Abseitsstehen bezüglich Sanktionen gewesen sei.
Licht auf Beziehungen zum Apartheid-Regime
Ziel der "Recherchiergruppe Schweiz-Südafrika" ist es, die Schweizer Aussenpolitik gegenüber dem Apartheid-Regime in Südafrika vertieft zu untersuchen. Die Gruppe will damit aufzeigen, welche Themen genauer beleuchtet werden müssten - insbesondere im Rahmen des Nationalfonds-Projekt NFP 42.
Der Nationalfonds war vom Bundesrat beauftragt worden, eine Analyse der Beziehungen der Schweiz zum Apartheid-Regime in Südafrika zu erstellen. Mitte Dezember 2000 soll das Forschungsprogramm NFP 42 vorgestellt werden.
Koordiniert wird die Recherchiergruppe vom Solidaritätsfonds für soziale Befreiungskämpfe in der Dritten Welt (solifonds). Hinter dieser Stiftung stehen die Sozialdemokratische Partei, der Schweizerische Gewerkschaftsbund und eine Reihe von entwicklungspolitischen Organisationen.
swissinfo und Agenturen
Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: <email-pii>