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Im Stadium ab der erfolgreichen Besamung bis zum Abkalben wird die Ration so zusammengestellt, dass das genetische Wachstumspotenzial ausgeschöpft und das angestrebte Lebendgewicht beim Abkalben erreicht wird. Die wichtigsten Fütterungssysteme sind Heu-, Silage- und Weidefütterung. In jedem Fall ist eine ausgewogene Ration erforderlich, und vor allem muss die Menge an Maissilage begrenzt werden. Wichtig ist, dass jedes Rind an der Krippe genügend Platz zum ungestörten Fressen hat. Alle Tiere müssen gleichzeitig fressen können, und das Futter muss gleichmässig über die gesamte Länge verteilt sein.
Wasser, Salz, Fasern
Die Grundregel, welche zu beachten ist, lautet: Wasser, Salz und Fasern müssen bereitgestellt und für die Rinder ständig zugänglich sein. Die Deckung der Mineralstoffzufuhr muss gewährleistet sein: Makroelemente für die Entwicklung des Skeletts und Spurenelemente zur Stärkung der Immunkompetenz. Ein frühes Abkalbealter ist nicht per se unvereinbar mit Weidegang. Wenn jedoch die Weiden einen zu hohen Viehbesatz und damit eine zu geringe Futterverfügbarkeit aufweisen, muss den Rindern entweder auf der Weide eine angepasste Ergänzungsfütterung ermöglicht werden oder das Ziel des Erstkalbealters muss neu definiert werden. Jeder Tierhalter erarbeitet zusammen mit seinem Tierarzt einen spezifischen Aktionsplan zum Parasitenmanagement mit Behandlungsrhythmus und Behandlungsmethode.
Klauen pflegen
Das Klauenschneiden bereits bei Rindern korrigiert die Klauenlänge, und mit der Klauenpflege können auch Verletzungen korrigiert werden. Rinder, welche sich auf zu weichem Boden bewegen, weisen einen geringen Klauenverschleiss auf. Kontrolle und Behandlung von Dermatitis (Mortellaro) ist in dieser Phase sehr wichtig. Feuchte und schmutzige Umgebung fördert die Entwicklung von Mortellaro wesentlich.
Für die Klauenqualität sind jedoch nicht nur Behandlungen im Klauenstand durchzuführen. Es ist wichtig, Rinder während der Trächtigkeit mit genügend Mineralien und insbesondere mit Spurenelementen zu versorgen. Bei starkem Krankheitsdruck ist der Einsatz eines Klauenbads unumgänglich. Nur das Rind, welches auf vier gesunden Füssen steht, wird sich ideal entwickeln und sich beschwerdefrei zwischen Krippe, Tränke und Liegeplatz bewegen. Und der Weidegang wird erleichtert.
In die Herde eingliedern
Die Eingliederung in die Milchviehherde ist eine grosse Herausforderung. Das junge, noch unreife Tier muss sich mit neuen, teilweise dominanten Artgenossen auseinandersetzen. Diese Eingliederung ist für das Rind mit viel Stress verbunden, das Immunsystem wird belastet. Eine frühe Integration in die Herde, vier bis sechs Wochen vor dem Kalben, macht sich mit mehr Milch bezahlt. Das Rind kann sich in dieser Zeit an die neue Umgebung, also die Ration und die Aufstallung, gewöhnen, sich aber auch mit neuen Krankheitserregern vertraut machen. Die Versorgung mit Spurenelementen, Vitaminen und Antioxidantien muss in dieser Zeit erhöht werden. Um den Stress zu begrenzen, sollte nie ein einzelnes Rind alleine eingestallt werden. Besser drei bis vier Rinder gleichzeitig in die Milchviehherde eingliedern, auch wenn einige davon noch einige Zeit vom Kalben entfernt sind.
Die Ziele der Abkalbevorbereitung für Rinder sind die gleichen wie für Mehrkalbskühe: Vermeidung von Milchfieber, Produktion von genügend hochwertigem Kolostrum, Vermeidung eines Energiedefizits – dazu den Gewichtsverlust kontrollieren –, die Stärkung der Immunität und die Vermeidung von Entzündungen.
Magnesium erhöhen
Zur Vorbereitung auf das Kalben werden 50 Prozent der Ration aus denselben Zutaten zusammengesetzt wie sie die Ration der laktierenden Kühe beinhaltet. Strukturiertes Heu wird ad libitum bereitgestellt, um das Pansenvolumen und die Futteraufnahmekapazität aufrechtzuerhalten. Das Paradoxon, das es zu beachten gilt, ist, dass vor dem Abkalben der Bedarf im letzten Monat der Trächtigkeit steigt, während die Aufnahmekapazität sinkt. Rinder müssen immer Zugang zu sauberem Wasser haben. Die Mineralstoffzufuhr sollte angepasst und insbesondere die Magnesiumkonzentration erhöht werden. Eine kontrollierte DCAB-Bilanz, also ein pH-Wert im Urin zwischen 6,0 und 7,0, verringert das Risiko von Milchfieber erheblich. Wenn das Rind zu wenig Kolostrum produziert, müssen Ausgewogenheit und Konzentration der Ration überprüft werden. Wenn die Kolostrumqualität nicht stimmt, das Kolostrum etwa zu wenig Immunglobuline IgG enthält, muss die Zufuhr von Spurenelementen, Vitaminen und Antioxidantien korrigiert werden. Natürliche Nahrungsergänzungsmittel reduzieren Entzündungsreaktionen und die Gefahr von Euterödemen. Das Gewicht des Rindes nach dem Abkalben ist ein wichtiges Kriterium, da es mit der zukünftigen Milchproduktion korreliert.