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Das klassische Staatsverständnis ist im Zuge von Globalisierungsprozessen in starkem Wandel begriffen und wird von verschiedenster Seite in unterschiedlichem Mass in Frage gestellt. Vor diesem Hintergrund gewinnen auch anarchistische Theorien und Gesellschaftsentwürfe vermehrt an Bedeutung. Der Anarchismus als politische Philosophie kritisiert indes nicht nur staatliche Herrschaft, sondern stellt in grundsätzlicher Weise jegliche Form von Herrschaft und Zwangsausübung in Frage.
Das interdisziplinäre Dissertationsprojekt untersucht die anarchistische Herrschaftskritik. Im ersten Teil wird der Forschungsgegenstand «Anarchismus» definiert, indem die verschiedenen anarchistischen Strömungen der Geschichte und Gegenwart vorgestellt und hinsichtlich Unterschieden und Gemeinsamkeiten analysiert werden. Im zweiten Teil werden sodann aus der breiten und vielfältigen anarchistischen Kritik an Staat, Recht und Herrschaft allgemeine anarchistische Grundsätze hergeleitet. Anschliessend wird im dritten Teil danach gefragt, inwiefern dieser Kritik Rechnung getragen werden kann, indem einzelne anarchistische Prinzipien in die bestehende gesellschaftliche Ordnung implementiert werden. Es soll dabei untersucht werden, ob es für das menschliche Zusammenleben gewinnbringend sein kann, anarchistischen Grundsätzen freien Raum zur Entfaltung in der Gesellschaft zu lassen, unabhängig von jeglichen staatlichen, ökonomischen oder sozialen Herrschaftsstrukturen.