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Slalom: Junioren- und U23-Weltmeisterschaft Ivrea (ITA)
Die Wettkämpfe an der Junioren- und U23-WM in Ivrea begannen mit den Teamrennen. Ein sechster Platz bei den Juniorinnen (Naemi Brändle, Alena Marx, Meryl Steinmann) und den U23-Herren (Gelindo Chiarello, Dimitri Marx, Manuel Munsch) markierten den sehr guten Beginn in die WM-Woche. Für die Junioren (Jan Rohrer, Jolan Schmocker, Jarl Frizlen) reichte es im stark besetzten Feld zu Rang 13.
Qualifikation
Die nächsten beiden Tage standen ganz im Zeichen der Slalom-Qualifikationsläufe. Aus Schweizer Sicht fiel der Start etwas harzig aus, mussten doch bis auf Jan Rohrer alle Athletinnen und Athleten in den zweiten Lauf. Dort qualifizierten sich Naemi Brändle und Meryl Steinmann bei den Juniorinnen im Kajak, Alena Marx bei den Juniorinnen im Canadier, Gelindo Chiarello bei der U23 im Canadier und Dimitri Marx und Manuel Munsch bei den U23 im Kajak ebenfalls für die Halbfinals.
Halbfinals
Nachdem die Qualifikation geschafft war, galt es sich in den Halbfinals zu beweisen. Den Anfang machte Gelindo Chiarello im C1 bei der U23. Leider gelang ihm kein optimaler Lauf und er beendete den Wettkampf auf Rang 23. Besser lief es für Naemi Brändle. Die Athletin der Thurgauer Wildwasserfahrer bewies, warum sie zurzeit die beste Schweizer Slalompaddlerin ist und qualifizierte sich mit einem kämpferischen Lauf für das Finale bei den Juniorinnen. Meryl Steinmann wurde im gleichen Rennen 26.
Ähnlich auf und ab ging es bei den K1 Herren der U23. Während Manuel Munsch sich mit einem starken Lauf Rang 7 und damit die Finalqualifikation sicherte, musste sich Dimitri Marx nach einem zu fehlerhaften Lauf mit Rang 33 unter Wert geschlagen geben. Seine Schwester Alena wurde für ihre mutige Performance im C1 der Juniorinnen ebenfalls nicht belohnt und landete auf Rang 29. Grosse Hoffnungen lagen auf Jan Rohrer. Nach Rang vier an der letztjährigen Junioren-Europameisterschaft hatte sich der Basler für die WM viel vorgenommen. Leider musste der Basler seine Medaillenträume bereits im Halbfinale begraben, ein Fahrfehler im letzten Streckenteil kostete ihn wichtige Sekunden.
Finals
Die Schweiz war demzufolge mit Naemi Brändle und Manuel Munsch in den Finals vertreten. Die Spannung während den Schweizer Läufen war für die Teammitglieder und mitgereisten Fans kaum auszuhalten. Als Neunte der Qualifikation griff Naemi Brändle als zweite Fahrerin in das Geschehen im Final ein. Sie zeigte einen starken Lauf, musste sich allerdings auch zwei Torberührungen auf ihr Zeitkonto schreiben lassen. Nun ging das grosse Zittern los, doch am Ende wurde der couragierte Auftritt der jungen Schweizerin belohnt. Sie gewann sensationell die Bronzemedaille und damit die erste Schweizer Medaille bei den Juniorinnen seit Silber durch Claudia Heiz 1992 in Sjoa (NOR). Die Freude im Schweizer Lager war gross und es wurde bis weit in die Nacht gefeiert.
Manuel Munsch gelang ebenfalls eine sehr gute Leistung im Final. Obwohl er nach dem Rennen die ein oder andere Unsauberkeit in seinem Lauf ausmachte, zeigte sich der Basler U23-Athlet mit dem fünften Rang sehr zufrieden. Im letzten Jahr bei der U23 gelang es ihm, sein Potenzial mit einer Finalqualifikation auszuschöpfen und nach langer Verletzungspause zu zeigen, dass mit ihm wieder zu rechnen ist.
Extreme Slalom
Zum ersten Mal im Programm der WM war die Disziplin "Extreme Slalom" - hierzulande auch unter dem Namen BoaterX bekannt. Vier Athletinnen oder Athleten werden zeitgelich von einer Rampe auf die Strecke geschickt, wo ein Parcours aus Auf- und Abwärtstoren absolviert und eine Eskimorolle gezeigt werden muss. Gefahren wird in handelsüblichen Wildwasserbooten.
Für den Extreme Slalom hatten sich die Schweizer viel vorgenommen und so wunderte es niemanden, dass sich Dimitri Marx, Matthias Reutimann (beide U23) und Jan Rohrer (Junioren) souverän für die Viertelfinals qualifizierten. Dort war für Matthias Reutimann Schluss, während seine beiden Teamkollegen ihre grossen Absichten bestätigten und souverän in die Finals ihrer Kategorien einzogen.
Dort liessen Dimitri Marx und Jan Rohrer dann keine Fragen mehr offen, ob die Schweiz ein Land der Wildwasserpaddler ist oder nicht. In beeindruckender Manier dominierten sie ihre Finalläufe und liessen den Konkurrenten nicht den Hauch einer Chance. Der goldene Schlusspunkt der WM war gesetzt, beide Schweizer holten sich den ersten Weltmeistertitel im Extreme Slalom!
Fazit
Die Junioren- und U23-Weltmeisterschaft in Ivrea war aus Schweizer Sicht die erfolgreichste Slalom-WM seit langer Zeit. Die Einzelmedaille von Naemi Brändle, der fünfte Rang von Manuel Munsch, die starken Auftritte in den Teamrennen und die vielen Halbfinalqualifikationen machen Hoffnung für die Zukunft und wer weiss, vielleicht wird in Zukunft Extreme Slalom Einzug ins olympische Programm finden. Die Schweizer sind mit zwei Weltmeistern auf jeden Fall bereit!
Text: Annalena Kuttenberger
Bilder: International Canoe Federation