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Die Holzköhlerei - ein Jahrtausend altes
Handwerk
Holzkohle ist historisch von grösster
Bedeutung: Sie war eine Voraussetzung für
den Fortschritt der Menschheit und für
die Industrialisierung der Welt.
Was ist Holzkohle:
Holzkohle ist ein Gemisch organischer Verbindungen
mit 81 bis 90 % Kohlenstoff, 3% Wasserstoff,
6% Sauerstoff, 1% Stickstoff, 6% Feuchtigkeit
und 1 bis 2 % Asche. Die Holzkohle bildet ein
lockeres, schwarzes Produkt mit der scheinbaren
Dichte von 450 kg/m3 (porös) und der wahren
Dichte von 1.400 kg/m3 (porenfrei). Wegen der
vielen mikroskopisch kleinen Nischen, Vertiefungen,
Kanäle usw. (Porenvolumen 70 bis 85%, innere
Oberfläche 50 bis 80 m2/Gramm) kommt ihr
ein hohes Absorptionsvermögen zu. Sie lässt
sich verhältnismässig leicht entzünden
(200 bis 250°C) und brennt ohne Flamme weiter,
weil die flammenbildenden Gase bereits bei der
Verkohlung entwichen sind. Pro Kilogramm Holzkohle
werden bei der Verbrennung etwa 29 bis 33 MJ
an Energie frei. Sie verbrennt schwefelfrei.
(Quelle Wikipedia)
Herstellung von Holzkohle:
Holzkohle wird durch Erhitzen von Holz bei
Luftabschluss hergestellt. Die älteste
Methode der Holzkohlengewinnung (Kohlenbrennerei)
ist der aus dem Altertum stammende Meilerbetrieb
(Köhlerei), bei dem das Holz in annähernd
halbkugel- oder kegelförmigen Haufen (Meilern)
in großen Scheiten regelmässig (und
zwar stehend oder liegend) um in der Mitte errichtete
Pfähle (Füllihaus) aufgesetzt. Der
Meiler wird mit einer Decke von Tannenreisig
und Löschi (Löschi = Kohlenstaub,
Erde und kleine Kohlenstücke) bedeckt.
Unter dieser Decke zündet und erhält
man im Füllihaus (Schacht) eine Glut.
Die Hitze (ca. 500°C) wird durch Zuglöcher
an der Seite des Meilers nach aussen gezogen.
Dies geschieht "stockwerkartig" von
oben nach unten, bis der ganze Meiler verkohlt
ist.
Das Kunststück besteht nun darin, durch
einen sorgsam geregelten Luftzutritt nur die
aus dem erhitzten Holz sich entwickelnden Gase
oder Dämpfe zu destillieren (sog. Trockendestillation)
und nicht das Holz zu verbrennen.
Ist die Verkohlung vollendet, was man an der
Farbe des entweichenden Rauchs erkennt, wird
die Glut im Fülliloch durch Verschliessen
der Zuglöcher erstickt.
Nach dem abkühlen (je nach Standort und
Verwendung) kann der Meiler nach zwei bis drei
Tagen auseinander gezogen werden. (sog. Kohlenziehen,
Kohlenlangen)
Auch nachfolgende Generationen sollen wissen,
dass die Holzkohle nicht nur zum Grillieren
dient, sondern ein wichtiger Wirtschaftsfaktor
in der früheren industriellen Entwicklung
war.
Die Erfahrungen zeigen, dass das Köhlerhandwerk
auch wichtige touristische Impulse vermittelt
und durch Interesse der Medien viele Besucher
anlockt.
In einer Zeit, in der die traditionellen Berufe,
Tätigkeiten und Lebensformen immer mehr
verschwinden, soll an die Arbeitswelt der Köhler,
an ihre Lebensweisen und ihr Umfeld in der Abgeschiedenheit
der Wälder erinnert werden.
Durch ein Kohlenmeiler–Projekt erfährt
der Köhlerberuf eine neue Aufwertung und
gibt den Besuchern interessante Informationen.