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Williams Herz schlägt bis zum Hals, als die Krankenschwester ihm den Augenverband abnimmt… war die Operation erfolgreich?
Vor zwei Jahren betrieb William noch einen kleinen Kleiderhandel auf dem Markt in seinem Heimatort. Das Geschäft lief nicht immer gut, aber die Familie war zufrieden. Bis zu dem Tag, an dem sich, ohne Vorwarnung, etwas wie ein Schleier über Williams Augen zu legen begann. Innerhalb weniger Monate verschlechterte sich seine Sehkraft so sehr, dass er erblindete!
Schweren Herzens musste William sein Geschäft aufgeben. Seiner Frau Elisa gelang es, neben der normalen Hausarbeit ein kleines Einkommen zu erwirtschaften, und Sohn Unida, damals 3 Jahre, wurde
Papas offizieller Blindenführer. Aber William war das alles gar nicht recht: „Es tat mir im tiefsten Inneren weh, dass ich so von meinem Sohn abhing. Ich sollte der Mann sein, der die Familie versorgt. Aber es war genau umgekehrt!“
Ein Spital stellte die Diagnose: Grauer Star. Eine Operation könnte helfen, aber sie hätte ihren Preis: 600’000 Ariary (ca. CHF 180.–), für William und seine Familie etwa so viel wie ein Jahreseinkommen! Ihre knappen Mittel reichten nicht einmal aus, um das undichte Dach zu reparieren. Wie sollten sie da eine solche Summe aufbringen? Aber sie hatten die Rechnung ohne die Africa Mercy gemacht! Auf ihr ist alles vorhanden, um nicht nur komplizierte, sondern auch ganz einfache Eingriffe vorzunehmen, wie etwa eine Staroperation.
Und das umsonst!
Nach einer Operation von 20 kurzen Minuten konnte William das Schiff verlassen und zur Nachbetreuung in unser Zentrum an Land wechseln. Am nächsten Tag ist es soweit. Der Verband wird abgenommen. Elisa und Unida halten den Atem an, als die Schwester die Frage stellt, die ihnen auf den Lippen brennt: „Sehen Sie etwas?“
„Danke … vielen Dank!“ Williams Lächeln ist Antwort genug. Sein Blick wandert zu dem inzwischen 5 Jahre alten Unida und mit belegter Stimme sagt er: „Ich sehe meinen Sohn!“
Einige Monate später macht sich ein Team von der Africa Mercy auf den Weg, um William zu besuchen. Doch als sie ankommen, erwartet sie eine Überraschung: Die Hütte ist weg! Ein paar Dutzend Meter weiter steht William und beobachtet sie mit einem breiten Lächeln.
Seit der Operation hat sich viel verändert. William hat ein neues Haus gebaut, dass der Witterung nun standhält. Unida geht inzwischen in die Schule und Elisa kann sich wieder ganz ihren Aufgaben als Hausfrau widmen.
William hat eine neue Arbeit gefunden, die ihn für die zwei Jahre Blindheit entschädigt: Er lenkt jetzt ein „Pousse-Pousse“ durch den Verkehr. Kein Zweifel, die 20 Minuten haben ihm ein komplett neues Leben ermöglicht!