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Pfarrspeicher

Der Pfarrspeicher neben dem Pfarrhaus trägt über dem Eingang im Erdgeschoss die Jahreszahl 1751. Zusammen mit der Pfarrkirche, dem Pfarrhaus, der Pfrund und dem Ofenhaus bildet er ein architektonisches Ganzes, das in seiner Art beachtenswert ist.
Der Pfarrspeicher weist im Äusseren eine bemerkenswerte Symmetrie auf. Sowohl die Breitseiten wie auch die Vorder- und Rückseite sind in der Mitte im Erdgeschoss sowie im ersten Stock durch ein vergittertes Fenster unterbrochen. Die Besonderheit des Pfarrspeichers liegt zum einen in seiner Grösse, ist er doch rund 10 Meter hoch und weist 3 Geschosse auf. Entgegen der üblichen Art ist der Pfarrspeicher zu andern Speichern nicht aus Holz, sondern aus Stein gebaut.
Der Pfarrspeicher wurde nicht von der Pfarrei Ueberstorf erbaut, sondern vom Staat Bern. Bern war seit der Reformation im Besitze des Kollaturrechts in Ueberstorf, nachdem bereits 1226 die Kirche in einem Schenkungsakt von König Heinrich VII. dem Deutschritterorden in Köniz übergeben worden war. Diesem Akt verdankt Ueberstorf seine erste Erwähnung. Das Kollaturrecht blieb bis 1889 in Kraft. Durch einen Bundesgerichtsentscheid wurde es aufgehoben. Das Kollaturrecht beinhaltete das Recht auf die Pfarrwahl und die Pflicht zu dessen Unterhalt.Aus diesem Grund ist noch heute beim Erdgeschoss das Berner Wappen zu sehen. Das Innere des Pfarrspeichers weist keine kunstgeschichtlichen Besonderheiten auf. Im Jahre 1981 wurde der Pfarrspeicher renoviert.