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Nikolaiviertel – hier schlägt das Herz Berlins
Das Herz Berlins schlägt rund um das Nikolaiviertel – hier entstanden einst zu beiden Seiten der Spree die Siedlungen Berlin und Cölln, die im Jahr 1307 zur Doppelstadt Berlin-Cölln zusammengeschlossen wurden.
Urkundlich erwähnt wurde die westliche Cöllner Hälfte bereits im Jahr 1237, so dass dies als das Gründungsjahr der deutschen Hauptstadt angegeben wird. Die Nikolaikirche gilt als ältestes Gebäude der Stadt – heute wandeln zahlreiche Touristen auf den Pfaden des historischen Berlins. Direkt neben dem Eingang zur Nikolaikirche liegt der Gründungsbrunnen, der an die Gründung Berlins erinnern soll.
Während das Viertel lange den Mittelpunkt der aufstrebenden Metropole bildete, wurde es während des Zweiten Weltkrieges weitgehend zerstört. Bis in die 80er-Jahre gab es hier eine traurige Trümmerlandschaft, die erst zum 750. Geburtstag der Stadt beseitigt wurde. Auch die Kirche, die im Krieg fast vollständig ausgebrannt war, wurde rekonstruiert. Orientiert an historischen Vorbildern sollte das Viertel möglichst originalgetreu, aber in der in der DDR üblichen Plattenbauweise wiederaufgebaut werden.
Ein besonderes Highlight ist das Ephraim-Palais, das auf eine bewegte Geschichte zurückblickt: Das Rokoko-Palais wurde zwischen 1762 und 1766 errichtet und das Eckhaus damals als „schönste Ecke“ Berlins bezeichnet. Im Jahr 1935 kam es zu einer Strassenverbreiterung, der das Palais im Weg stand. Die Fassadenteile wurden eingelagert und schliesslich anlässlich der 750-Jahr-Feier unweit des historischen Standorts wiederaufgebaut. Heute beherbergt das Palais ein Museum, das mit wechselnden Sonderausstellungen über die Geschichte und Kultur Berlins informiert.
Eines der wenigen original erhaltenen Häuser aus dem 18. Jahrhundert ist das Knoblochhaus, einst Wohnsitz einer Berliner Bürgerfamilie. Heute beherbergt das Haus ein Museum des Berliner Biedermeier und gibt Einblicke in das Leben der Familie Knobloch.
Im Gasthaus „Zum Nussbaum“ trafen sich früher Berliner Originale wie Heinrich Zille und Claire Waldorf. Leider wurde auch das Nussbaum im Krieg zerstört. Auch das traditionsreiche Gasthaus, das sich einst auf der Fischerinsel befand, wurde jedoch detailgetreu wiederaufgebaut; natürlich pflanzte man auch wieder einen Nussbaum an. Wer als Besucher Ur-Berliner Flair erleben und einen Blick in Zilles „Milljöh“ werfen möchte, sollte unbedingt im Nussbaum eine typische Berliner Weisse trinken!
Ein Bummel durch die liebenswerten Gassen am Ufer der Spree versetzt Besucher zurück in das alte Berlin. Sehenswert ist die Bronzeskulptur des Heiligen St. Georg, der einen Drachen bezwingt. Die zahlreichen gemütlichen Restaurants, in denen es gutbürgerlich zugeht, erinnern an alte Zeiten, Geschäfte laden zum Stöbern ein. Wer ein Souvenir oder ein Geschenk sucht, wird in einem der Lädchen garantiert fündig!
Oberstes Bild: Nikolaiviertel – hier schlägt das Herz Berlins. (© Denis Apel, Wikimedia, CC)