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Leopoldina befürwortet freien Zugang zu Gendatenbanken für Forschende
Den internationalen Vorteilsausgleich bei der Nutzung genetischer Ressourcen regelt das Nagoya Protokoll. Die Leopoldina empfiehlt, bei dessen Weiterentwicklung OpenScience als Leitmotiv zu berücksichtigen
Die Leopoldina empfiehlt, bei den Verhandlungen zur Weiterentwicklung des Nagoya-Protokolls (Biodiversitätskonvention) die folgenden Grundpositionen zu berücksichtigen:
- Das Open-Science-Prinzip sollte Leitmotiv für die Weiterentwicklung der internationalen Forschungsinfrastruktur sein.
- Es besteht ein Zielkonflikt zwischen Open Science und einem Vorteilsausgleich durch Regulierung des Zugangs zu Digitalen Sequenzinformationen.
- Der offene Zugang der Forschung zu Digitalen Sequenzinformationen sollte sichergestellt werden und als Element des nichtmonetären globalen Vorteilsausgleichs grössere Anerkennung finden.
- Die wissenschaftliche Gemeinschaft sollte nach Lösungen suchen, in den DSI-Datenbanken Mechanismen zu implementieren, die es erlauben, Ursprungsort und Beteiligte besser zu identifizieren.
Der internationale Vorteilsausgleich muss in einer Weise vollzogen werden, dass weder der Biodiversitätsschutz noch eine offene Wissenschaft bedroht werden, um die Erreichung der Ziele einer globalen nachhaltigen Entwicklung, wie sie die Vereinten Nationen 2015 im Rahmen der Agenda 2030 formuliert haben, nicht infrage zu stellen.
Die Nationale Akademie der Wissenschaften
Als Nationale Akademie der Wissenschaften leistet die Leopoldina unabhängige wissenschaftsbasierte Politikberatung zu gesellschaftlich relevanten Fragen. Dazu erarbeitet die Akademie interdisziplinäre Stellungnahmen auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse. In diesen Veröffentlichungen werden Handlungsoptionen aufgezeigt, zu entscheiden ist Aufgabe der demokratisch legitimierten Politik. Die Expertinnen und Experten, die Stellungnahmen verfassen, arbeiten ehrenamtlich und ergebnisoffen. Die Leopoldina vertritt die deutsche Wissenschaft in internationalen Gremien, unter anderem bei der wissenschaftsbasierten Beratung der jährlichen G7-Gipfel. Sie hat 1600 Mitglieder aus mehr als 30 Ländern und vereinigt Expertise aus nahezu allen Forschungsbereichen. Sie wurde 1652 gegründet und 2008 zur Nationalen Akademie der Wissenschaften Deutschlands ernannt. Die Leopoldina ist als unabhängige Wissenschaftsakademie dem Gemeinwohl verpflichtet.