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Ende März stationiert der grösste europäische Billigflieger in Frankfurt erstmals zwei Jets, die regelmässig zu den Sonnenzielen Mallorca, Alicante, Malaga und Faro fliegen sollen. Diese Flüge könnten vom ersten Tag an profitabel betrieben werden, sagte der Ryanair-Chef. Für den Winterflugplan 2017/2018 rechne er hingegen mit Anlaufverlusten in Frankfurt.
Schwieriger werde weiteres Wachstum auf der 120 Kilometer entfernten Ryanair-Basis im rheinland-pfälzischen Frankfurt-Hahn. Dies liege an der deutschen Ticketsteuer, die Flüge von solchen Flughäfen unverhältnismässig verteuere. Bei einer Beibehaltung der Steuer sehe er in den kommenden beiden Jahren kaum Wachstum an dem Hunsrück-Flughafen, der in dieser Woche vom chinesischen Mischkonzern HNA übernommen werden soll.
In Frankfurt profitiert Ryanair wie andere Anbieter in den ersten drei Jahren von einem Gebührenrabatt, den der Flughafenbetreiber Fraport bei neuen Verbindungen gewährt. Der Hauptkunde Lufthansa wie auch der Ferienflieger Condor hatten die vom Land Hessen genehmigte Preispolitik heftig kritisiert.
Der Lufthansa-Konzern will zum Sommer 2018 die eigene Billigtochter Eurowings in Frankfurt an den Start bringen. Er freue sich auf die neue Konkurrenz, sagte O'Leary, weil dann die Kunden die Preise vergleichen und sich für Ryanair entscheiden würden. Eurowings gelte nur beim Lufthansa-Vorstand als Billigflieger.
Möglicherweise führt der Lowcost-Boom zu einem schnelleren Ausbau des Frankfurter Flughafens. Der Betreiber Fraport hatte erklärt, Baumassnahmen für die zusätzlichen Passagiere zumindest zu prüfen. Bis zur für 2023 geplanten Inbetriebnahme des Terminals 3 könnten zwischenzeitliche Erweiterungen notwendig sein. Im Gespräch sind ein weiterer Ausbau des Terminals 2 sowie ein Abfertigungsgebäude in Leichtbauweise im Süden des Flughafengeländes.
Ryanair legt nach O'Learys Worten wenig Wert auf Komfort. Es komme darauf an, die Leute schnell durch die Kontrollen und in die Flugzeuge zu bekommen. Billigflieger werden in aller Regel auf Vorfeld-Positionen abgefertigt, wohin die Passagiere mit Bussen gebracht werden.
O'Leary wandte sich erneut gegen die Übernahme von bis zu 38 Jets der Air Berlin durch den Lufthansa-Konzern, der einzelne Flugzeuge sogar gekauft und an Air Berlin zurückverliehen habe. Das Bundeskartellamt solle den Deal untersagen. Notwendig sei zudem ein einheitliches Wettbewerbsrecht in Europa.
Die europäische Airline-Industrie insgesamt sieht O'Leary vor einer Konsolidierung. In fünf Jahren würden schwache Gesellschaften wie die skandinavische SAS oder Alitalia zu einem der grossen Anbieter Lufthansa, Air France oder British Airways gehören. Bei diesen würden wiederum die arabischen Golf-Airlines als Grossaktionäre einsteigen. Seine eigene Gesellschaft sieht O'Leary künftig neben dem Direktverkehr als Zulieferer für Langstreckenanbieter. Mit Norwegian seien die Gespräche schon weit gediehen, es gebe aber noch Probleme mit der Verbindung der unterschiedlichen IT-Systeme./ceb/DP/fbr
(AWP)