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Es war Enzo Ferraris anfängliches Ziel nur Strassenfahrzeuge mit Zwölfzylinder-Motoren zu produzieren. Als das Unternehmen auch begann Modelle mit V6- und V8-Aggregaten zu bauen wurden diese beim Verlassen der Fabrik als Dinos bezeichnet und waren nicht mit dem Logo des Cavallino Rampante ausgestattet, dem Markenzeichen Ferraris. Dieses wurde dann jedoch oft nachträglich und ohne Wissen von Maranello von den Besitzern oder den Importeuren angebracht.
Zu den V6-Modellen Dino 206 und 246 GT gesellte sich dann mit dem Dino 308 GT4 ein erstes Fahrzeug mit einem V8-Motor hinzu. Dieser 2+2 sitzige, scharfkantige Flitzer war von Bertone gezeichnet. Beim 1975 vorgestellten 308 GTB war dann wieder mit Pininfarina der von Ferrari bevorzuge Designer federführend wobei das „B“ für Berlinetta stand. Entworfen wurde dieser Achtzylinder von Leonardo Fioravanti. Der quer eingebaute 255 PS starke 3-Liter-V8-Motor mit vier Nockenwellen und das Fünfganggetriebe wurden fast unverändert vom 308 GT4 2+2 übernommen. Frühe GTBs waren mit Glasfaser (Vetroresina) verkleidet und profitierten als erste Ferraris von der Entwicklung im Pininfarina-eigenen Windkanal.
Obwohl der 308 GTB nicht die von Enzo Ferrari geforderten 12 Zylinder für ein Ferrari-Fahrzeug aufwies wurde dieser nun auch als Ferrari gekennzeichnet und vermarktet – all dies wohl auch ökonomischen Überlegungen geschuldet. Der GTB wurde von den Kunden begeistert aufgenommen, sah der GTB nicht nur toll aus, sondern profilierte sich auch über hervorragende Leistung und dies mit einem Ferrari-Emblem und zu einem kleineren Preis als bis anhin für Ferraris üblich. 1977 stellte man dem GTB mit Ferrari 308 GTS eine Spider-Version mit Targa-Dach zur Seite. Diese Erweiterung der Modellpalette fiel auch zusammen mit dem Wechsel von der aufwändigen GFK- zu einer konventionellen Stahlkarosserie. Die Gewichtszunahme war hierbei signifikant. Die frühen Vetroresina Fahrzeuge sind heutzutage bei den Sammlern besonders beliebt. Des Weiteren präsentierte sich der Motor in diesen frühen Vergaser-Fahrzeugen in seiner stärksten und wohl auch temperamentvollsten und reinsten Form.
Der 308 GTB/GTS mauserte sich bald zu Ferraris meistverkauftem Modell was bis 360 Modena seine Gültigkeit hatte welcher ihm schliesslich in den frühen Nullerjahren diesen Titel abluchste. In den Jahren zwischen 1975 und 1985 wurden vom GTB/GTS und seinen Varianten über 12’000 Einheiten verkauft.
Der italienische Rennsportspezialist Michelotto ist ein Unternehmen welches im Jahre 1969 in Padua als Ferrari-Händler gegründet wurde. Als 1975 mit dem 308 GTB der zweite auf einem V8 Mittelmotor basierende Ferrari vorgestellt wurde, legte Michelotto auch an diesem Hand an um das Fahrzeug für die Rennstrecke zu präparieren. Im Zuge dessen realisierte Michelotto das Potenzial, welches der GTB für einen Ralley Einsatz in der Gruppe 4 mitbrächte. Obwohl kein internes Ferrari-Projekt bekam Michelotto den Segen aus Maranello ein solches Projekt in Angriff zu nehmen und man half auch mit bei der Entwicklung eines solchen Gruppe 4 Fahrzeuges. 1978 gelangte der Ferrari 308 GTB 1978 zu ersten Einsätzen in der Gruppe 4 und Rennerfolge sollten sich später auch einstellen – so gewann zum Beispiel das bekannte „Pioneer“-Markenauto im Jahre 1982 die Tour de France.