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«Statt der Dornsträucher werden Zypressen aufschiessen, und statt der Brennnesseln werden Myrten aufschiessen. Und es wird dem HERRN zum Ruhm, zu einem ewigen Denkzeichen sein, das nicht ausgerottet wird» (Jes 55,13).
Diese Weissagung deutet auf das Tausendjährige Reich hin. Dann wird die Erde selbst von den bestehenden Zeichen der Sünde und ihrer verwüstenden Wirkung befreit sein. Die Schöpfung, die der Nichtigkeit unterworfen worden ist – nicht mit Willen, wie es beim Menschen geschah – wird von der «Knechtschaft des Verderbens» frei gemacht werden zu der Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes (Röm 8,20.21).
Nach der Belehrung Jesajas wird dieses gewaltige Ergebnis durch das Wort des HERRN erreicht werden, das aus seinem Mund hervorgeht. Dann wird Freude und Friede das gemeinsame Teil Israels und aller Völker sein, während «die Berge und die Hügel
- in Jubel ausbrechen, und alle Bäume des Feldes
- in die Hände klatschen» (Jes 55,12).
Dornen und Brennnesseln, Produkte des verfluchten Erdbodens, die durch ihre Gegenwart unbestrittene Zeugen des Ungehorsams des Menschen sind (1. Mo 3,18), werden verschwinden und ersetzt werden durch Zypressen und Myrten. Die dornigen Pflanzen Palästinas sind zahlreich, und man sagt, dass in der Schrift zweiundzwanzig verschiedene Wörter gebraucht werden, um die Vielfalt dieser Arten auszudrücken, die im biblischen Land vorkommen. Alle diese sind jedoch dornig, unangenehm und nutzlos.
Die Zypresse wird im Wort oft in Verbindung mit der Zeder genannt; Zypressenbretter fanden beim Bau des Tempels Verwendung (1. Kön 6,15). Der Myrtenbaum hatte schönes Blätterwerk und Blüten; seine Zweige wurden bei der Rückkehr der Gefangenen aus Babylon an der Feier des Laubhüttenfestes verwendet (Neh 8,15). Die Myrte und die Zypresse werden mit anderen Bäumen in einer Weissagung Jesajas über die zukünftige Wiederherstellung im Reich genannt (Jes 41,18-20).
Dem eingangs erwähnten Vers liegt aber noch ein allgemeines Prinzip zugrunde. Die Ersetzung der Brennnessel durch die Myrte darf nicht nur als ein poetisches Bild betrachtet werden; es ist ein kommendes Ereignis in einem wörtlichen Sinn. Aber zusätzlich zu dieser besonderen und ausdrücklich prophetischen Anwendung, ist es eine Illustration von Gottes Wirksamkeit in der gegenwärtigen Zeit.
Gerade jetzt ist im geistlichen Bereich, bei den Menschen, in denen Er wirkt, eine Ersetzung des Bösen durch das Gute wahrzunehmen. Das Vorhandensein und Vorherrschen dessen, was Gott als sehr gut betrachtet, ist ein bleibendes Zeugnis für seinen Namen und wahr in jedem Zeitalter. Die Dornen und Golgathas Kreuz des Fluches sind bleibende Zeichen von der schwärzesten Schuld des Menschen, aber das Zeichen der Myrte redet vom Laubhüttenfest, der Zeit der Vollendung und Freude.
Schon jetzt sind Zeichen der neuen Schöpfung zu sehen. Im neugeborenen Menschen sind Früchte der alten Natur ersetzt durch die Wirksamkeiten der göttlichen Natur. Und diese letzteren sind von solch unterschiedlichem und gegensätzlichem Charakter, dass sie leicht erkannt werden können.
Die Brennnessel-Art
- Die Werke des Fleisches (Gal 5,19-21)
- Der alte Mensch, der verdorben wird durch betrügerische Begierden (Eph 4,22)
- Sklaven der Sünde (Röm 6,17-20)
- Wandelnd in der Finsternis (1. Joh 1,6)
Die Myrten-Art
- Die Frucht des Geistes (Gal 5,22.23)
- Der neue Mensch, geschaffen in Gerechtigkeit und Heiligkeit (Eph 4,24)
- Sklaven Gottes (Röm 6,22)
- Wandelnd in dem Licht (1. Joh 1,7)
Diese und manche anderen Schriftstellen zeigen den völligen Wechsel im Verhalten, bewirkt durch Gott in denen, die Seinen Sohn annehmen. Die Gnade wirkt im Gläubigen das, was ganz neu ist, und ist nicht eine Verbesserung des Alten. Die Myrte ist ein neues Gewächs, nicht eine veränderte Form der Brennnessel. Der Apostel schreibt; «Wenn jemand in Christus ist, da ist eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden» (2. Kor 5,17). Diese Worte bedeuten, dass die letzteren Dinge neu in der Art sind, nicht nur frisch, sondern eine andere Art der Dinge, Dinge von Gott, das tatsächliche Ergebnis der Gegenwart und Wirksamkeit des Geistes Gottes. Die Myrte kann nicht verwechselt werden mit der Brennnessel.
Hierin haben wir einen Prüfstein der Wahrheit, den wir heute sehr nötig haben, wo das Unechte vorherrscht unter denen, die den Namen des Herrn bekennen. Wir können das Fehlen der Frucht des Geistes (Gal 5,22.23) feststellen bei den falschen Propheten und solchen, die fleischlich wandeln.
Diesen Schutz setzte der Herr vor seine Jünger, ganz am Anfang, als sie durch die enge Pforte eingingen und dem schmalen Pfad entlang wandelten, der zum Leben führt. Sie sollten sich nicht täuschen lassen, denn Er sagte; «An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Sammelt man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen? So bringt jeder gute Baum gute Früchte, aber der faule Baum bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte bringen, noch kann ein fauler Baum gute Früchte bringen. Jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Deshalb, an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen» (Mt 7,16-20).
Die «guten Früchte» sind die Zeichen göttlichen Lebens in Tätigkeit, und sie werden in den Briefen ausführlich beschrieben. Sie sind Beweise der Gegenwart von Christus wie auch des Heiligen Geistes, und dafür, dass wir den alten Menschen mit seinen Handlungen ausgezogen und den neuen angezogen haben (Kol 3,9.10). Die guten Früchte sind das, was als blühende Myrte und nicht als stechende Brennnessel betrachtet werden kann.
«Denn das Land, das den häufig darauf kommenden Regen trinkt und nützliches Kraut hervorbringt für diejenigen, um derentwillen es auch bebaut wird, empfängt Segen von Gott; wenn es aber Dornen und Disteln hervorbringt, so ist es unbewährt und dem Fluch nahe, und sein Ende ist die Verbrennung. Wir sind aber in Bezug auf euch, Geliebte, von besseren und mit der Errettung verbundenen Dingen überzeugt, wenn wir auch so reden» (Heb 6,7-9).