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Alexander,
19)
Alexander III.,
Kaiser von Rußland, feierte in
Livadia im engsten Familienkreis
seine
silberne Hochzeit. Vorher, im
Sommer d. J., war er bei Gelegenheit des Besuchs eines französischen
Geschwaders in
Kronstadt
[* 3] aus seiner gewohnten Zurückhaltung herausgetreten, hatte an den den
Franzosen dargebrachten
Huldigungen teilgenommen und seinen
Sympathien für
Frankreich so deutlichen
Ausdruck gegeben, daß an seiner Zustimmung zu einem russisch-französischen
Bündnis nicht gezweifelt wurde.
Daß er mehr und mehr unter die Herrschaft der Panslawisten geriet, zeigte auch seine immer schroffere Haltung gegen die nicht russisch-orthodoxe Bevölkerung [* 4] seines Reiches. Seine früher so scharf ausgesprochene Abneigung gegen die republikanische Regierungsform hatten seine Ratgeber erfolgreich mit der Vorstellung bekämpft, daß die konstitutionellen Herrscher in Europa [* 5] im Grunde genommen auch nur erbliche Präsidenten ihrer Staaten seien und der Präsident der französischen Republik sich nicht erheblich von ihnen unterscheide.
Ja, unter dem Einfluß dieser Vorspiegelungen, die seinem Selbstgefühl schmeichelten, gab der Zar bei verschiedenen Gelegenheiten seiner Ansicht Ausdruck, daß nur die Autokratie und die Republik wahre Staatsformen, der Konstitutionalismus aber Lug und Trug sei, und daß er wohl seiner Krone entsagen, nie aber ein konstitutioneller Monarch werden wolle. Gegen die Nihilisten war sein starrer Absolutismus freilich ohnmächtig, zumal der Notstand in seinem Reiche einen höchst bedenklichen Umfang annahm. Auch der Eisenbahnunfall, der die kaiserliche Familie bei Borki betraf (s. Bd. 17, S. 21), erwies sich nachträglich als die Wirkung eines nihilistischen Attentats.