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Zwischen 2008 und 2012 erkrankten jährlich rund 21‘000 Männer und 17‘700 Frauen an Krebs. Damit hat die Zahl der Neuerkrankungen innerhalb von fünf Jahren bei beiden Geschlechtern um je 2000 Fälle zugenommen. Dennoch ist die Sterblichkeit bei Krebs rückläufig.
Hauptgrund für die Zunahme der Krebsfälle ist die steigende Anzahl älterer Menschen. Dabei werden für das Jahr 2015 rund 42‘000 neue Krebsdiagnosen erwartet. Kein Grund für die Zunahme der Fälle ist das Erkrankungsrisiko. Über alle Krebsarten gesehen blieb das Erkrankungsrisiko zwischen 1998 und 2012 nahezu unverändert; die Zunahme der standardisierten Raten, also der für die demografische Entwicklung korrigierten Zahlen, beträgt bei den Frauen lediglich 1%, bei den Männern findet sich sogar eine Abnahme von 4%.
Über 50% der Erkrankungen auf vier Krebsarten verteilt
Bei Männern betreffen mehr als die Hälfte aller Krebsneuerkrankungen (53%) Prostata, Lunge und Dickdarm.
Bei Frauen entfallen mehr als die Hälfte aller Neuerkrankungen (51%) auf Brust, Lunge und Dickdarm.
Die anderen Krebsarten haben alle je einen Anteil von weniger als 8% der jährlichen Neuerkrankungen.
30% aller Todesfälle bei Männern und 23% der Todesfälle bei Frauen sind in der Schweiz durch Krebs bedingt. Bei Männern werden 22% der Krebstodesfälle von Lungenkrebs, 15% von Prostatakrebs und 10% von Dickdarmkrebs verursacht. Bei Frauen ist Brustkrebs für 19%, Lungenkrebs für 15% und Dickdarmkrebs für 10% der Krebstodesfälle verantwortlich.
Inzidenz und Mortalität in Abhängigkeit des Alters
Krebs kann in jedem Alter auftreten. Das Risiko steigt jedoch mit zunehmendem Alter. 12% der Krebsfälle treten vor dem 50. Lebensjahr auf, 56% bei Personen unter 70 Jahren. Die Erkrankungshäufigkeit bei Krebs unterscheidet sich jedoch bei Männern und Frauen nach Lebensalter. Frauen unter 55 Jahren weisen höhere Erkrankungsraten auf als Männern unter 55 Jahren. In den höheren Altersgruppen kehrt dieses Verhältnis um. Bei über 65-Jährigen sind die Erkrankungsraten der Männer fast doppelt so hoch wie die Erkrankungsraten der Frauen.
Vorzeitige Todesfälle vor dem 70. Lebensjahr
Als Indikator für vorzeitige Sterblichkeit werden die „verlorenen potentiellen Lebensjahre“ (VPL) verwendet, welche als Differenz zwischen dem Todesalter und einer theoretischen Lebenserwartung von 70 Jahren definiert werden. Krebs ist diejenige Krankheit, durch welche die meisten Jahre durch Tod vor dem 70. Lebensjahr verloren gehen. Durch Krebs gehen 62‘500 Lebensjahre pro Kalenderjahr verloren, weit vor Unfällen und äusseren Todesursachen (43‘300 VPL) und den Erkrankungen des Kreislaufsystems (26‘400 VPL). Neben den häufigen Tumoren wie Lungen-, Brust- und Darmkrebs liegen auch Tumore an der Spitze, die in jüngeren Jahren auftreten und mit einer schlechten Prognose einhergehen. Dazu zählen beispielsweise Hirntumore oder Bauchspeicheldrüsenkrebs. Hirntumore stellen dabei den Tumor mit den zweitmeisten VPL bei den Männern und den Tumor mit den viertmeisten VPL bei den Frauen dar.
Die Schweiz im internationalen Vergleich
Im internationalen Vergleich liegen die Neuerkrankungsraten bei den Männern im europäischen Mittelfeld, bei den Frauen sind sie tief. Bei den Sterberaten hat die Schweiz bei den Männern die zweitniedrigste und bei den Frauen die niedrigste Rate. Bei den Überlebensraten liegt die Schweiz auf einem mittleren Rang unter den 10 verglichenen europäischen Ländern.
Überlebenschancen je nach Krebsart unterschiedlich
Im Durchschnitt beträgt im Zeitraum 2008–2012 die 5-Jahres-Überlebensrate über alle Krebsarten hinweg 65% für Männer und 68% für Frauen. Das ist gegenüber dem Zeitraum 1998–2002 ein Anstieg um 9 bzw. 6 Prozentpunkte. Die Überlebenschancen werden jedoch von der Krebsart und vom Zugang zur medizinischen Behandlung und deren Wirksamkeit beeinflusst. Am schlechtesten sind die Überlebenschancen für Pankreaskrebs, das Pleuramesotheliom, Leber- und Lungenkrebs (die 5-Jahres-Überlebensraten liegen bei weniger als 20%). Für Hodenkrebs, Hautmelanom, Schilddrüsenkrebs, das Hodgkin-Lymphom, Prostata- und Brustkrebs sind die Prognosen hingegen gut (die 5-Jahres-Überlebensraten liegen bei mehr als 80%).
In der Schweiz leben 317‘000 mit Krebsdiagnose
In der Schweiz leben rund 170’000 Frauen und 147’000 Männer, bei denen im Laufe ihres Lebens eine Krebserkrankung diagnostiziert wurde. 55’000 erkrankten innerhalb der letzten zwei Jahre, bei 60’000 Personen liegt die Diagnose 2 bis 5 Jahre zurück. 200’000 Personen, die vor mehr als fünf Jahren erkrankten, gelten in der Regel als geheilt. Dabei führen die gestiegenen Überlebenswahrscheinlichkeiten zu einem Anstieg der Prävalenz. Dabei findet insbesondere bei den Langzeitüberlebenden (5 und mehr Jahre nach der Diagnose) eine deutliche Zunahme statt.
Bei Kindern selten, trotzdem häufige Todesursache
Krebserkrankungen bei Kindern sind selten. Im Durchschnitt erkrankten zwischen 2008 und 2012 pro Jahr rund 190 Kinder an Krebs und 28 starben daran. Das Erkrankungsrisiko ist dabei in den letzten zwei Jahrzehnten konstant geblieben. Bei Kindern sind Leukämien (34%), Tumore des zentralen Nervensystems (21%) und Lymphome (11%) am häufigsten.
Die Heilungschancen haben sich wesentlich verbessert und die 5-Jahres-Überlebensrate liegt mittlerweile bei 85%. Die Schweiz gehört damit zu den Ländern mit den besten Behandlungsergebnissen bei Kindern mit einer Krebserkrankung.
Datengrundlage noch unvollständig
Die ausgewiesenen Daten basieren auf den Daten von zwölf kantonalen und regionalen Krebsregistern, die das Krebsgeschehen aller Westschweizer Kantone (FR, VD, VS, GE, NE, JU), des Tessins und eines Teils der Deutschschweizer Kantone (ZH, LU, GL, BS, BL, AR, AI, SG, GR) erfassen. Diese zwölf Register decken 62% der Schweizer Bevölkerung ab. In der Westschweiz und im Tessin ist die Abdeckung seit 2006 vollständig. Mittlerweile wurde die bevölkerungsbezogene Krebsregistrierung jedoch weiter ausgebaut und mit Eintreten des neuen Krebsregistrierungsgesetzes soll die Erfassung flächendeckend in allen Schweizer Kantonen erfolgen. Krebserkrankungen bei Kindern werden gesamtschweizerisch zu 100% vom Schweizer Kinderkrebsregister dokumentiert.
Letzte Änderung 03.10.2019