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Credit: Holcim
Wenn es darum geht, bei Vorhaben die voraussichtlich richtig viel Geld kosten, von anderen zu lernen “Wie macht man das?”, stellt sich als erstes die Frage, wer von der Thematik ebenfalls betroffen sein könnte, und wer in der Problemlösung idealerweise schon einen kleinen Vorsprung aufweist, um davon zu lernen.
Um das Suchfeld möglicher Kandidaten einzugrenzen ist die Frage, von wo mögliche Lösungsansätze kommen könnten.
Ist es so, dass eine grosse, erfolgreiche, gute Gewinne erarbeitende Unternehmung zu Lösungsansätzen kommt, oder könnte es eher sein, dass eine neuartige, kreative Lösung von einer Seite kommt, die über nicht viel Geld verfügt und diesen Umstand mit Experimentier- und Unternehmertum kompensieren muss wie zum Beispiel bei einem Start-up?
Im Fall der Reduktion des CO2-Fussabdrucks ist es nun nicht so, dass die Kleinen Leidensdruck haben und die Grossen weniger, weil ihnen umfangreichere Ressourcen zur Verfügung stehen. Die “Grossen” sind unter intensiver Beobachtung aller möglicher externer Stakeholder. Allein durch die Grösse ihrer Geschäfte tragen sie auch eine grosse gesellschaftliche Verantwortung dafür, nachhaltig und umweltverträglich zu geschäften.
Ein grosses Unternehmen, das hier als “Turnstange” herangezogen werden kann, um daraus für das eigene Unternehmen zu lernen, ist Holcim.
Ziele setzen
Holcim hat sich bei der Reduktion des CO2-Fussabdrucks das Ziel gesetzt (Zitat):
“We were among the first companies worldwide to have our 2030 and 2050 CO2 reduction targets validated by the Science Based Targets initiative (SBTi).
In 2022, as we continue to lead our industry in sustainability, we upgraded these targets for 2030 to align with the SBTi’s revised 1.5°C-aligned roadmap.“ (Der Holcim Webseite unter Sustainability – Climate action entnommen).
Credit: Holcim
Projektplanung und Umsetzung
Dann wird in guter Projektmanagement-Manier der Umfang dieses Vorhabens beschrieben (Zitat):
Emissions are generally categorized into three scopes, distinguishing emissions from a company’s own operations and its wider value chain.
Scope 1 emissions are those that are released directly from our operations.
Scope 2 emissions include indirect emissions from the generation of electricity we purchase.
Scope 3 emissions refer to all other indirect emissions from our value chain.
Die angewendetet Analyse-Systematik, das Herunterbrechen in konkrete Ziele und die Ausarbeitung des Zeitplans würde den Rahmen eines Weblog-Artikels sprengen, deshalb sei hier auf den Link zur Webseite verwiesen:
Credit: Holcim
Die Umsetzung wird mit “Flaggschiff-Projekten” gemacht. Aussichtsreiche Vorhaben werden zuerst einmal an einem Ort realisiert. Wenn die Ergebnisse vorzeigbar sind kann über die erzielten Ergebnisse berichtet werden, und das gewählte Vorgehen im Konzern auf weitere Standorte multipliziert werden.
Fortschrittsmessung
Bei einem Unternehmen, mit dem ich vor ein paar Jahren in Kontakt stand, und das zumindest teilweise ebenfalls zur Baubranche zählt, habe ich einen anregenden Grundsatz kennengelernt: “Miss es oder vergiss es”.
Dies gilt im Geschäftsleben überall. Ohne messbare Ziele geht gar nichts. Und wird nicht monatlich, quartalsweise, halbjährlich und jährlich gemessen und nachgefragt, bewegt sich nichts.
Wenn etwas grossen Neuigkeitscharakter hat stellt sich die Frage “Wie messe ich das?” Douglas W. Hubbard hat in seinem Buch “How to measure anything” bereits 2010 wegweisendes geleistet, wenn es um das Finden von “Key Performance Indicators” für die Geschäftsoptimierung auch von schwierig zu messenden Dingen geht.
“Nachhaltigkeit” in Innovationsvorhaben ist so ein Thema. Auch hier kann bei Holcim Anregung geholt werden, zum Beispiel im «Sustainability Performance Report».
Darin wird der Fortschritt gegenüber den anvisierten Zielen differenziert ausgewiesen. Umfangreiche Datentabellen stellen quasi eine differenzierte “Nachhaltigkeits-Bilanz” dar.
Credit: Holcim
Im anschliessenden Textteil wird die angewendete Methodologie beschrieben. Unter anderem sind auch die Konsolidierungsregeln für die nicht-finanziellen KPI’s beschrieben und erklärt.
Diskutiert werden darf, ob für die Prüfung dieser Art Umweltberichte die Revisionsstelle die richtige Organisation ist, oder ob es noch andere Lösungsmöglichkeiten gibt, angelehnt an die bekannten ISO-Zertifizierungen. Der Grund dafür ist, dass dieses Thema sehr vielschichtig ist und entsprechend auch durch verschiedene Fachdisziplinen auditiert werden sollte, von denen die Revisionsgesellschaft nur eine ist.
Wie weiter?
Jetzt kann überlegt werden, was von den obigen Beobachtungen auf die eigene Fragestellung und auf das eigene Unternehmen übertragen werden kann:
- Welche Ziele müssen wir erreichen, und bis wann?
- Welche Vorgehensweise passt für uns?
- Welches sind die zu erreichenden Meilensteine?
- Wer im Unternehmen wird mit dieser Aufgabe betraut?
- Müssen allenfalls neue oder zusätzliche Fähigkeiten aufgebaut werden?