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Grosskaufhaus «KaDeWe Wien»: Kein Westen im Osten
Derzeit entsteht in Wien nach den Entwürfen des niederländischen Büros OMA ein neues Grosskaufhaus, das den Arbeitstitel «KaDeWe Wien» trägt. Vorbild ist der gleichnamige Berliner Bau, der sich im Besitz derselben Investoren befindet. Doch die Namenswahl findet keinen Anklang.
Quelle: KaDeWe Vienna
«KaDeWe Wien»: Dachaufsicht: Der konsumfreie Bereich ist der hintere Teil der Dachfläche mit einem bemerkenswert hohen Baumbestand.
Fällt der Name «KaDeWe», denkt man sofort an das 1907 von Adolf Jandorf gegründete «Kaufhaus des Westens». Er wollte «die verwöhnten Ansprüche der oberen Zehntausend, der obersten Eintausend, der allerobersten Fünfhundert» im ausgehenden deutschen Kaiserreich befriedigen, wie es seinerzeit die Berliner Wochenzeitschrift «Roland» vermerkte.
Die Namenswahl hatte also nicht erst während des Kalten Krieges stattgefunden, vielmehr zielte sie auf die damals neugegründeten Stadtteile Charlottenburg, Tiergarten und Wilmersdorf ab. Gemeinhin wurden sie unter dem Begriff «Neuer Westen» zusammengefasst und galten als ausgesprochen wohlhabend.
«Demokratisches Kaufhaus»
Die weit über einhundertjährige Geschichte des KaDeWe war von zahlreichen Eigentumswechseln geprägt. Aktuell gehört das Kaufhaus, das als das Grösste von Europa und als das Zweitgrösste der Welt gilt, anteilig der thailändischen (Central Group 50,1 Prozent) und der österreichischen Signa Holding (49,9 Prozent). Letztere von René Benko geführt, errichtet derzeit in Wien an prominenter Stelle ein neues Shoppingcenter, das jedoch explizit kein Luxus-, sondern ein «demokratisches Kaufhaus» werden soll.