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|Fritz Zwicky über die Glarner|

"...für die Historie brauche ich folgende Unterlagen. Wann wurde mit dem Ziger
angefangen und wie wird er genau gemacht? Und wenn ich auf englisch schreibe,
warum benennt der Käseverband den Ziger mit ,sap sago`?"

"Dass durch meine Nachfrage beinahe ein Glarner Geschäftsgeheimnis hätte verraten werden können, war mir auch neu. Meine Loyalität gilt zwar den Menschen in erster Linie und der Schweiz gewissermassen erst in zweiter Linie. Aber amerikanische Geschäftsinteressen - die müssten mich schon hinter dem Monde suchen, darüber kann das Schabzigermandli ruhig schlafen."
Aus zwei Briefen von F. Z. an Frl. Rösli Streiff, 12.2.1946, 24.4.1946.
In seinem Radiovortrag "Die Schweiz von aussen und innen" (I, 17.11.1971) hat F. Z. u.a. auf das Wirken des in Mollis tätigen Arztes Dr. Fridolin Schuler (1832-1903) hingewiesen. Die Glarner Landsgemeinde hatte 1864 das erste allgemeine Fabrikgesetz des europäischen Kontinents eingeführt.Zu Jakob Zweifel (1897-1969): "Nicht einmal in dem Hauptstädtchen Glarus wussten sie, dass in dem kleinen Bergdorf Braunwald ein unvergleichlicher geistiger Gigant während fünfzig Jahren seines Lebens der Welt seinen potentiell unschätzbaren Beistand vorenthielt."
F.Z.: Jeder ein Genie. 1971, S. 87
"Als Lokalpatrioten hielten wir bei unseren vielen Besuchen in der Schweiz unseren Mitbürgern vor, sie wären das dümmste Volk auf Erden."
F.Z.: Jeder ein Genie. 1971, S. 168.
Wir Schweizer sind das dümmste Volk der Welt": ,,...Aber ein Volk, das oben ist und alle Möglichkeiten hat - gerade bei dem, also bei uns, gibt's Fremdarbeiterprobleme, Finanz- und Verkehrsmiseren. Die Dümmsten aber sind meine Glarner Landsleute: Sie haben vor gar nicht so langer Zeit die letzte Hexe verbrannt. Das war eine bodenlose Dummheit."
Interview von Martin Heumos mit F. Z. in der Schweizer Illustrierten/sie + er, Nr. 7, 12.2.1973, S. 10-11.
"Das Simultanaeum dauerte über 400 Jahre, bis 1963, in welchem Jahre, zum untröstlichen Leidwesen aller freien Glarner, unsere Tradition der höchstmöglichen Toleranz einen schweren Schlag erhielt, und in Glarus, auf Drängen Roms ... die Trennung wieder eingesetzt, und mit dem Bau einer separaten katholischen Kirche begonnen wurde."
F.Z.: Jeder ein Genie 1971, S. 96.
"Für uns Auslandglarner, die wir auf die Vorurteilslosigkeit und die Toleranz unserer Vorfahren und Mitbürger immer so stolz gewesen waren, bedeutet das einen sehr schweren Schlag für unsere eigenen bescheidenen Anstrengungen zum Aufbau einer freien, gesunden und schönen Welt."
F.Z.: Das morphologische Weltbild. Vortrag am Symposium. Für Gestalt und Gestaltung, Bern, 22.11.1969; gedruckt
|Die Glarner über Fritz Zwicky|

...Es ist zu bedauern, dass dieser junge Forscher nicht unserem Lande hat erhalten werden können."

Bericht in einer Glarner Zeitung, ca. Ende Dezember 1929.
"Prof. Dr. Fritz Zwicky hat sich ... einen Namen von Weltruf erworben und leistet als genialer Erfinder Hervorragendes." Er "ist im Wesen der bescheidene Glarner geblieben und hat trotz jahrelanger Abwesenheit auch seine Mundart in urchiger Weise beibehalten."
Glarner Nachrichten, Mitte Juli 1945
"Auf den Sternwarten von Mount Wilson und Palomar Mountain arbeitet er ... als einer der hervorragendsten Forscher unserer Zeit. Die USA nahmen während des Zweiten Weltkriegs die Genialität unseres bedeutenden Mitbürgers - der übrigens nie Amerikaner werden wollte, sondern Schweizer blieb - gerne in Anspruch."
Hans Thürer: Geschichte der Gemeinde Mollis. 1954.
"Der Schulrat Glarus-Riedern hat Prof. Dr. Fritz Zwicky von Mollis, in Pasadena, Kalifornien auf Grund seiner Forschungen auf dem Gebiete der Astronomie und Physik, sowie seiner Verdienste um die Morphologie den Preis der Dr. Rudolf Stüssi-Stiftung zugesprochen.
Glarus,den 18. Dezember 1963."
"Das Glarnerland hat einen Naturwissenschafter von Weltrang verloren."
Titel des Nachrufs auf F. Z. von Dr. Alfred Stöckli in den Glarner Nachrichten, 11.2.1974.
"Fritz Zwicky überragte uns alle an Intelligenz und Wissen."
Jakob Stähli: Prof. Dr. F. Zwicky als Mensch. Glarner Nachrichten, 5.3.1974.
"Fritz Zwicky bleibt eine aussergewöhnliche Persönlichkeit für alle, die ihn gekannt haben."
Alfons Kubli: Begegnungen mit Fritz Zwicky. August 1977.
"Zwicky dominierte von selbst; er musste das nicht dokumentieren."
Jakob Stähli im Interview mit R. M., 26.3.1980.
"Er war kein grosser Mensch, aber ein grosser Gelehrter. Das ist nicht dasselbe. Ein wirklich grosser Gelehrter, der auch ein grosser Mensch wäre, wäre bescheiden, abhold jeder Reklame, jeder Verhimmlung von sich selber. F. Z. war das Gegenteil. Er ging darauf aus, durch PR und Pressemitteilungen seine Entdeckungen an den Mann zu bringen. Meldete in den 'Glarner Nachrichten' an, einen Vortrag zu halten, wie das der Zirkus KNIE tut."
Dr. iur. Rudolf Stüssi im Interview mit R. M., 26.4.1980
"F.Z. war menschlich anständig, hatte ein gutes Herz. Er wurde viel angefeindet, Vor allem als er sagte, man könne auf den Mond fliegen, Da sagte Pfarrer Bider, solche sollte man an einem Baum aufhängen."
Frau Betty Vogel im Interview mit R. M., 30.4.1980.
"Er war so bescheiden, dass man gar nie merkte, dass er weiss Gott was sei. Er gab einem das nie zu merken, auch gegenüber einem Kind nicht."
Susanne Hefti im Interview mit R. M., 30.4.1980.
"Ich erinnere mich an einen Ausspruch, den Zwicky kurz nach dem Zweiten Weltkrieg tat: «Die Wissenschaft belügt uns am laufenden Band.»In der Schule hat er schon immer als gescheit gegolten. Er hielt schon früh Vorträge über Mondflüge. Er wurde ausgelacht. Er machte sich unbeliebt mit seiner Behauptung, die Schweizer seien das dümmste Volk. Von da an war er für viele erledigt."
Eugen Zwicky, Glarus, im Gespräch mit R. M., 25. u. 28.5.1980.
"Ich achtete ihn sehr als Wissenschafter. Er war liebenswürdig, temperamentvoll, energisch."
Jacques Jenny im Gespräch mit R. M., 28.5.1980.
"Sein Auftreten: Grobian im Ausdruck. Hat in gelehrtem Kreis viel Porzellan zerschlagen. Trieb auch Schabernack."
Hans Thürer im Gespräch mit R. M., 18.2.1981.
"F.Z. war ein merkwürdiger Typ, schwierig; allerdings nicht mir gegenüber.Nach Vorträgen war es manchmal peinlich: Z. vertrug nicht, wenn jemand anderer Meinung war. Er wurde gern ausfällig - auch gegen Bundesräte.Z. besass unzweifelbar eine überragende Intelligenz, weit, hochstehend. Aber menschlich war er zeitweise ein Versager. F.Z. war 100 % Glarner, aber nicht im Denken. Er negierte die Schweiz total. D.h. er war ambivalent seiner Heimat gegenüber. Er war redlich; er hätte sich nie zu einer unredlichen Tat hinreissen lassen.Fritz Zwicky war eine schillernde Persönlichkeit."
Dr. med. Rudolf Schmid, Ennenda, im Gespräch mit R. M., 18.2.1981.
"Er hat sich den Renaissancemenschen zum Vorbild genommen. Er schätzte die Renaissance enorm, diese kraftvollen Menschen, die wirklich ganz deutlich ihre Meinung sagen durften."
Paul Wild im Interview mit R. M., 5.6.1981.