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Will ich wissen, was die Schweizer Bevölkerung davon hält, dass eine Bundesratskandidatin ganz offen dazu steht, dass sie sich hin und wieder eine Pause gönnt?
Will ich wissen, ob das Parlament bei der Wahl diese Ehrlichkeit zu honorieren weiss, oder ob man der Frau aus dieser angeblichen Schwäche einen Strick dreht, der sie zu Fall bringen wird?
Will ich wissen, ob die Schweiz endlich soweit ist, dass auch dann Frauen in den Bundesrat gewählt werden, wenn die Möglichkeit – oder je nach Sicht der Dinge die Gefahr – besteht, dass nach der Wahl die Frauen die Mehrheit stellen?
Will ich wissen, was in diesen Tagen am Stammtisch geredet wird?
Will ich wissen, ob sich etwas getan hat, oder ob dann, wenn’s darauf ankommt, noch immer die gleichen Mechanismen spielen?
Ich wünschte mir, dass ich die Antworten nicht fürchten müsste. Ich wünschte mir, dass Menschlichkeit nicht mehr als Schwäche angesehen würde. Ich wünschte mir, dass man genau so selbstverständlich, wie man jahrhundertelang eine von Männern dominierte Regierung hingenommen hat, auch eine von Frauen dominierte akzeptieren würde. Ich wünschte mir, dass man an den Stammtischen in diesen Tagen die gleichen Wünsche äusserte, wie ich es hier tue.
Doch ich fürchte, dass die Realität ein wenig anders aussieht, dass meine Wünsche Wünsche bleiben werden. Ich fürchte, dass die Antworten auf meine Fragen anders ausfallen werden, als sie ausfallen würden, wenn ich das Sagen hätte. Und deswegen überlege ich ernsthaft, mir für die kommenden Wochen ein paar Scheuklappen zuzulegen, damit ich nicht sehen muss, was ich lieber nicht sehen will, nämlich dass sich trotz der vielen Worte praktisch gar nichts geändert hat.