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Prävention und Ottawa-Charta
Die Ottawa-Charta ist eine grundlegende Charta, die 1986 auf der ersten internationalen Konferenz zur Gesundheitsförderung in Ottawa verabschiedet wurde.
Die Ottawa-Charta legt die wichtigsten Leitlinien für die Gesundheitspolitik fest. Ihr Ziel ist eine Neuausrichtung des Gesundheitsbereichs, weg von der Krankheitsverhütung hin zur Gesundheitsförderung. Sie fordert, dass alle Politikbereiche in diese Neuausrichtung einbezogen werden.[1]
In der Ottawa-Charta heisst es:
"Gesundheitsförderung zielt darauf ab, den Menschen mehr Kontrolle über ihre eigene Gesundheit zu geben und mehr Mittel zur Verfügung zu stellen, um diese zu verbessern. Gesundheit wird daher als Ressource des täglichen Lebens und nicht als Ziel des Lebens gesehen; es handelt sich um ein positives Konzept, das die sozialen und persönlichen Ressourcen und die körperlichen Fähigkeiten betont".
Die Ottawa-Charta ist ein echtes Plädoyer für einen systemischen und sektorübergreifenden Ansatz im Gesundheitswesen. In dieser Hinsicht löst sie sich von dem oben beschriebenen hygienischen Denken, das die Hauptursache von Krankheiten auf äussere Mikroben zurückführt, und beschäftigt sich mit den sozialen Lebensbedingungen als Faktoren für die Entstehung von Krankheiten, womit sie sich eher der Theorie von Béchamp annähert. Sie setzt insbesondere auf :
Stärkung der Gemeinschaftsarbeit: Gesundheitsförderung erfordert die effektive und konkrete Beteiligung der Gemeinschaft an der Festlegung von Prioritäten, an der Entscheidungsfindung und an der Entwicklung und Umsetzung von Planungsstrategien zur Erreichung einer besseren Gesundheit. Im Zentrum dieses Prozesses steht die Übertragung der Macht an die Gemeinschaften, die als fähig betrachtet werden, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und die Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen.
Individuelle Fähigkeiten: Die Gesundheitsförderung unterstützt die individuelle und soziale Entwicklung durch Information, Gesundheitserziehung und die Verbesserung von lebensnotwendigen Fähigkeiten. Dadurch erhalten die Menschen mehr Möglichkeiten, ihre eigene Gesundheit und ihre Umwelt zu kontrollieren, und werden besser in die Lage versetzt, sinnvolle Entscheidungen zu treffen.
Gesundheitsförderung zielt darauf ab, die individuellen Gesundheitsressourcen als Schutzfaktoren zu stärken und Risikofaktoren zu reduzieren, um das Auftreten von Krankheiten zu verhindern und Suchtproblemen vorzubeugen. Zu den wichtigen Schutzfaktoren gehören psychosoziale Kompetenzen wie Selbstwertgefühl oder die Einstellung zur Problemlösung. Gruppendruck ist ein Risikofaktor.[2]
Der Leser mag erstaunt sein, dass diese Grundprinzipien, die sich auf die Selbstbestimmung von Individuen und Gemeinschaften stützen, bei der Bewältigung der Covid-19-Krise offensichtlich nicht zur Anwendung kamen.
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