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Arbon.
Bezirk des Kt. Thurgau,
von
Horn bis
Kesswil auf ca. 15 km Länge dem
Bodensee angrenzend und ca. 5 km
breit. Die zwischen
Arbon und Rorschach
gelegene Gemeinde
Horn ist vom übrigen Teil des Bezirkes gänzlich abgetrennt und bildet eine
vom Kt. St. Gallen
umschlossene Enklave. Der Bezirk umfasst (den Anteil am
¶
mehr
Bodensee nicht mitinbegriffen) 7300 ha fast ausschliesslich ebenen Landes. Er zählt 14 Gemeinden:
Arbon, Frasnacht, Horn, Roggwil
(zusammen den Kreis
Arbon bildend);
Egnach (Kreis Egnach);
Romanshorn, Salmsach, Hemmerswil (Kreis Romanshorn);
Uttwil, Kesswil, Dozwil, Hefenhofen, Niedersommeri und Obersommeri (Kreis Uttwil).
Hauptort ist
Arbon, Sitz des Bezirksgerichtes. Der Bezirk ist
sehr dicht bevölkert: die Zählung von 1888 ergab 15383 Ew., 2572 Häuser, 3376 Haushaltungen;
11315 Reformierte, 3982 Katholiken;
10315 ansässige Gemeindebürger, 3201 Schweizerbürger aus andern Gemeinden und 1867 Ausländer.
Heute beläuft sich die Zahl der Bewohner auf mehr als 20000.
Der Boden ist äusserst fruchtbar und wohl angebaut, so dass der Bezirk einen ersten Platz unter den an anbaufähigem Boden reichen Gegenden unseres Landes einnimmt. Seine natürliche Beschaffenheit im Verein mit den klimatischen Verhältnissen begünstigt im Besondern Feld-, Wiesen- u. Obstbau. Bebaute Bodenfläche: Aecker 27,1%;
Wiesen 57,7%;
Sumpfland 1,1%;
Wald 13,2%;
Reben 0,9%. Der im Grossen gepflegte Obstbau hat dem Bezirk und insbesonders der grossen Gemeinde Egnach den scherzhaften Uebernamen «Mostindien» eingetragen.
Keine andere Gegend der Schweiz kann denn auch eine so grosse Anzahl kräftiger Obstbäume aufweisen. Zu Tausenden drängen sie sich um die Dörfer, die gleichsam mitten in Wäldern stehen. Wenn im Mai die Bäume in ihrem vollen Blütenschmucke prangen, verleihen sie der Landschaft ein der art liebliches Gepräge, dass zahlreiche Ausflügler, besonders solche von St. Gallen, ihre Schritte hieher lenken.
Die Fruchtbaumstatistik vom Jahre 1886 zählt im Bezirk
Arbon, ausschliesslich des Spalierobstes und der Baumschulen, 68571 Apfel-, 54622 Birn-, 3823 Kirsch-, 13326 Zwetschgen-
und 1582 Nussbäume auf, also im Ganzen 141924 Fruchtbäume.
Das Obst und die übrigen Bodenerzeugnisse des Bezirkes werden in die benachbarten Kantone Appenzell und St. Gallen und nach Württemberg ausgeführt. St. Gallen und Herisau sind neben württembergischen Bodenseeorten deren Hauptmarktplätze. Ein grosser Teil des Obstes aber bleibt im Lande und wird gedörrt oder zur Kelterung eines weitbekannten Mostes von vorzüglicher Qualität verwendet.
Daneben bildet Ackerbau eine Hauptbeschäftigung der Bewohner, ebenso Viehzucht und Käserei. Die Milch wird zum Teil in die Fabrik kondensierter Milch in Egnach abgeliefert.
Die Viehstatistik weist folgende Ziffern auf:
|1876||1886||1896|
|Hornvieh||4053||5893||6686|
|Pferde||449||530||618|
|Schweine||759||1327||2271|
|Ziegen||473||371||556|
|Schafe||35||68||59|
|Bienenstöcke||1034||1012||1941|
Viehbesitzer: 1375.
In der kleinen Stadt
Arbon lebhafte Industrie und in Romanshorn bedeutender Transitverkehr. Fischerei in Uttwil, Romanshorn
und
Arbon. Eines gewissen Rufes erfreut sich auch der bei Winzelnberg und Gristenbühl wachsende Wein.
Ein Bezirksspital fehlt noch, doch soll laut Gemeindebeschluss in
Arbon ein solcher gebaut werden. Zur
Zeit werden die Kranken des Bezirkes im thurgauischen Kantonsspital zu Münsterlingen verpflegt.