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Elise Meitner wurde am 7. November 1878 in Wien als drittes von acht Kindern geboren. Es war damals noch
eine seltene Ausnahme, dass ein Mädchen ein Abitur machte. Sie studierte dann Physik, Mathematik
und Philosophie und promovierte mit dem Thema „Die Wärmeleitung inhomogener Körper“.
Um mehr über Physik zu lernen, zog sie darauf nach Berlin. Das Leben
als Frau war für sie dort nicht einfacher: Frauen waren an den preussischen Universitäten noch nicht
zugelassen. Um Max Plancks Vorlesungen zu hören, musste sie eine Sonderbewilligung beantragen. Das
Forschungslabor durfte sie dennoch nicht benutzen. Man gab ihr einen einfach eingerichteten Raum im
Keller. Zur gleichen Zeit begann sie mit Otto Hahn auf den Gebieten der Atomphysik und der Radioaktivität
zu forschen.
Als der erste Weltkrieg begann, entschied sie sich, wie übrigens auch die beiden berühmten Physikerinnen
Marie und Irène Curie , in der Sanität mitzuhelfen. Wie diese wurde sie
Röntgenschwester in einem Frontlazarett. Zwei Jahre später setzte sie jedoch die Zusammenarbeit mit
Otto Hahn wieder fort. So kam es, dass sie 1918 das chemische Element Nr.91, Protactinium, entdeckten.
Die beiden beschäftigten sich vor allem mit den Alpha-, Beta-, und Gamma- Strahlungen, sowie den dazugehörigen
Kernprozessen.
Sie reichte 1922, als endlich auch Frauen die Hochschullaufbahn gestattet wurde, als erste Frau die Habilitation
in Physik ein. Vier Jahre nach ihren ersten Vorlesung wurde sie zur ausserordentlichen Professorin
ernannt. Da sie Jüdin war, wurde ihr fünf Jahre später, als die
Nationalsozialisten an die Macht kamen, die Lehrerlaubnis wieder enzogen. Als Österreicherin durfte
sie aber weiterhin forschen. Fermi hatte zu jener Zeit Uran mit Neutronen beschossen und damit, wie er
glaubte, neue künstliche Elemente entdeckt. Zusammen mit Hahn und Strassmann erforschte nun auch
Meitner die Bombardierung von Uran.
Als 1938 Österreich an Hitlers Reich angeschlossen wurde, musste sie nach Schweden fliehen.
Dort bekam die 60-jährige Physikerin eine Stelle am Nobel-Institut für
Physik. Sie blieb auch von Schweden aus in Kontakt mit Hahn und Strassmann, und gab ihnen die physikalische
Erklärung der ersten Kernspaltung von Uran und
Thorium, welche die beiden noch im selben Jahr durchgeführt hatten.
Den Nobelpreis erhielt Hahn allerdings alleine!
Rechts siehst du eine Abbildung wie Uranium gespalten werden kann. Ein Uraniumatom wird mit einem langsamen
Neutron bespickt. Dadurch geraten die Kräfte im Nukleus aus dem Gleichgewicht und der Nukleus zerfällt in zwei
Nuklei, die meistens etwa halbso viele Protonen und Neutronen besitzen wie der Orginalnukleus. Durch den Zerfall
des Nukleus wird sehr viel Energie freigesetzt. Zusätzlich lösen sich auch einzelne Neutronen. Enrico Fermi
demonstrierte später, dass diese Neutronen benützt werden können um weitere Atome zu spalten.
Ab 1946 hielt Lise Meitner an der Katholischen Universität Washington als Gast Vorlesungen. Sie wurde
sogar von der amerikanischen Presse zur „Frau des Jahres“ gewählt. Nach Abwurf der beiden Atombomben
musste sie auch eine zeitlang den Übernamen „Mutter der Atombombe“ erdulden. Sie wehrte sich dagegen, hatte
sie doch nie etwas mit der Bombe zu tun haben wollen und auch eine Einladung an der Entwicklung der
Bombe mitzuarbeiten, ausgeschlagen.
Ab 1955 viel Anerkennung und Auszeichnungen wie zum Beispiel den Otto-Hahn-Preis oder
den Enrico-Fermi-Preis.
Ihre letzten Lebensjahre verbrachte sie in Cambridge, wo sie im Alter von 90 Jahren starb.