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Schulprojekte
Haitianische Eltern quälen viele Fragen: Wie sollen wir die Schulgebühren zahlen? Woher nehmen wir das Geld für die Uniformen, für Schulhefte und Bücher? Welches von unseren Kindern sollen wir zur Schule schicken? In Haiti beträgt die Analphabetenrate immer noch über 40 Prozent! Nur etwa die Hälfte aller Kinder besuchen eine Grundschule. Kinder kommen mit leerem Magen in die Schule. Dies wirkt sich auf die schulischen Leistungen aus. Die Zahl der Schulabbrecher und Klassenwiederholungen ist hoch.
Was macht der Förderverein Maison des Anges?
Wir unterstützen Familien mit Patenschaften, damit die Kinder die Schule besuchen. Schulunterricht ist zwar obligatorisch in Haiti, aber der Staat ist zu arm, um ihn zu finanzieren. Viele Eltern können sich die Schule nicht leisten oder nur teilweise, sodass nur einzelne Kinder sie besuchen, häufig das Älteste in der Familie. Mit der Familien- und Sozialhilfestelle helfen wir Familien, damit sich ihre Lebensbedingungen verbessern. Wir unterstützen die Kinder bei ihrer Schulausbildung, ermöglichen ihnen Zugang zu medizinischer Versorgung, täglichen Mahlzeiten und garantieren den Schutz ihrer physischen und psychischen Integrität. Ausserdem investieren wir in die Weiterbildung von Lehrpersonen. Die Jugendlichen begleiten wir im Berufsbildungsprozess und bereiten sie auf das Leben in der haitianischen Gesellschaft vor, damit sie selbständig und eigenverantwortlich leben lernen. Die Schulen sind auch Arbeitgeber und ernähren indirekt durch ihre Angestellten viele Familie.
Schulsystem in Haiti
Im Alter von drei Jahren gehen die Kinder in den Kindergarten. Es folgen neun Jahre Grundschule und vier Jahre weiterführende Schule. Ab der Grundschule nehmen die Kinder an Workshops und Camps teil. Dort lernen sie unter anderem lebensnotwendige Handfertigkeiten und wie man damit Geld verdient. Ab der 7. Klasse gibt es Berufsvorbereitungskurse, damit die Jugendlichen nach der 9. Klasse direkt in eine Ausbildung bzw. in einen Beruf einsteigen können. Für einige wenige geht es sogar noch weiter an die Universität, um zu studieren.
Bau einer neuen Schule
Aufgrund unserer Besuchsreise im Herbst 2021 entschieden wir uns, den Bau der Schule nicht wie vorgesehen neben dem Kinderheim, sondern am Stadtrand von Port-au-Prince auf dem Gelände der Laddo-Schule vorzunehmen. Folgende Gründe bewogen uns dazu:
- Betrieb: Die Mda-Schule funktioniert einwandfrei, zurzeit sind keine weiteren Investitionen nötig.
- Platzverhältnisse: Das Mda-Schulgrundstück ist 900 m2 gross. Das Laddo-Gelände ist 2000 m2 gross.
- Kosten: Die Kostenkalkulation stieg auf das Doppelte an! Auf dem Laddo-Gelände bauen wir günstiger.
- Sicherheit: Die Gegend am Stadtrand ist weniger auf dem Radar der Gangs.
Das neue Schulhaus hat 12 Zimmer, inklusiv einer Bibliothek und einem Computerraum.
Ab Sommer 2022 besuchen in unseren zwei Schulen 360 Kinder den Unterricht.
Unsere weiteren Pläne
In etwas weiterer Ferne planen wir neben dem Laddo-Gelände ein Kinderdorf und ein landwirtschaftlicher Betrieb. Diese sollen weiteren Kindern ein Aufwachsen in einem geschützten Rahmen ermöglichen und Ausbildungsplätze generieren.