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Hinduismus Der Begriff Karma kommt aus dem Sanskrit und bedeutet wörtlich „Tat“, „Werk“. Er bezeichnet ein spirituelles Modell, nach dem jede Handlung mit Sicherheit eine Folge hat.
Selbst wenn eine bestimmte Tat keine direkten Auswirkungen in diesem Leben hat, wird davon ausgegangen, dass sie eines der nächsten Leben beeinflusst. Diesem Konzept liegt also das Prinzip von Ursache und Wirkung auf der geistigen Ebene zugrunde.
Der Glaube an Karma stellt eine Gemeinsamkeit der drei indischen Religionen Hinduismus, Buddhismus und Jainismus dar.
Im Hinduismus steht Karma für die Summe der Handlungen, die einen Menschen kennzeichnen. Der Hindu glaubt, dass seine Taten eine Art Energie erzeugen, die nicht einmal durch den Tod vernichtet wird. Das Karma eines Menschen kann je nach seiner Lebensweise entweder positiv und reich oder aber negativ und zerstörerisch sein.
Die Lehre des Karma ist eng verbunden mit dem Glauben an die Wiedergeburt: Wer während seines letzten Lebens ein böses Karma erzeugt hat, wird anschließend auf einer niedrigeren Stufe wiedergeboren. Wer ein gutes Karma entwickelt hat, wird dafür mit einer gehobenen Wiedergeburt belohnt. Der Kreislauf von Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt wird übrigens als Samsara („Wanderung“, „Umherirren“) bezeichnet. Das Ziel eines Hindu ist es, diesen Kreislauf zu durchbrechen. Dazu muss er Karma abbauen, denn solange er Karma erzeugt – ganz egal, ob gutes oder schlechtes –, wird er zwangsläufig wiedergeboren. Erlöst wird er erst, wenn er zu der Erkenntnis gelangt, dass seine Seele eins ist mit der Weltseele (brahma). Diese Erleuchtung kann beispielsweise durch die liebende Verehrung Gottes, den Weg der Tat oder den Weg des Wissens erreicht werden. Religiöse Riten, Fasten, Wallfahrten oder allgemeine Mildtätigkeit gehören zu den verschiedenen Möglichkeiten, Karma abzubauen.
Das Mantra – eine magische Formel
Buddha Der Begriff Mantra stammt aus dem Sanskrit und bedeutet „Spruch“, „Lied“, „Hymne“. Er bezeichnet eine Formel, die wiederholt rezitiert wird.
Das Mantra kann aufgeschrieben, gesprochen, geflüstert, gesungen oder in Gedanken rezitiert werden. Mantras werden im Hinduismus, im Buddhismus und im Yoga während der Meditation oder im Gebet rezitiert.
Im Hinduismus gilt jede Silbe während des hinduistischen Gottesdienstes als Mantra. Die Hindus gehen davon aus, dass der Klang eines Mantras einen religiösen Wert und eine bestimmte Wirkung hat. So bekommen hinduistische Schüler vom Guru ein persönliches Mantra, dessen Wortlaut geheim gehalten und wie ein Schatz gehütet wird. Unterschiedliche Kombinationen von Mantras dienen auch als Beschwörungsformeln, beispielsweise gegen Schlangen, Dämonen oder andere negative Kräfte.
Der Hinduismus kennt grundsätzlich drei verschiedene Arten von Mantras. Saguna-Mantras richten sich an eine konkrete Gottheit oder einen bestimmten Aspekt eines Gottes. Nirguna-Mantras dagegen beziehen sich auf das formlose Göttliche. Bija-Mantras wiederum sind einsilbige Keim-Mantras, die vor allem in der Meditation oder in Zeremonien Anwendung finden und auch auf das jeweilige Energiezentrum (Chakra) wirken sollen. Das bekannteste Bija-Mantra ist Om. Für Hindus ist es gleichzeitig das wichtigste Mantra überhaupt.
Beim Meditieren dient das Mantra als Stütze oder Merkspruch. Es wird hierbei in seiner Ursprungssprache, meistens Sanskrit, belassen. Selbst wenn der Meditierende dieser Sprache nicht mächtig ist, muss er die Übersetzung des jeweiligen Mantras kennen. Schließlich besteht seine Aufgabe darin, sich während der Rezitation mit den positiven Inhalten der Formel zu beschäftigen. Das soll dazu führen, dass er negative Gedanken völlig ausblenden kann.
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