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Fokus Medizin
Hysterektomie vor der Menopause: Mindestens einen Eierstock erhalten?
Auch prämenopausalen Frauen werden bei einer Hysterektomie aus benigner Ursache oft beide Eierstöcke entfernt. Diese Form der Ovarialkarzinom-Prophylaxe birgt allerdings erhebliche Risiken, wie eine grosse britische Studie bestätigt.
Eingeschlossen in die Untersuchung wurden mehr als 100 000 Frauen im Alter zwischen 35 und 45 Jahren. Alle Studienteilnehmerinnen hatten sich zwischen 2004 und 2014 aufgrund von gutartigen Veränderungen die Gebärmutter entfernen lassen. Für die retrospektive Analyse wurde die Hospital-Episode-Statistics-Datenbank mit nationalen britischen Registern für Deprivationsindizes und Todesfälle verlinkt. Wie die Auswertung ergab, waren einem Drittel der Frauen im Rahmen der Hysterektomie beide Eierstöcke entfernt worden; bei den anderen hatte man mindestens ein Ovar erhalten.
Ovarektomie steigert auch die Gesamtmortalität
Die Gesamtsterblichkeit in der Gruppe der Frauen mit der Ovar erhaltenden Operation war um 41 % geringer als in der Gruppe mit der bilateralen Entfernung der Eierstöcke. In der Praxis geht es somit um einen Todesfall in zehn Jahren pro 240 Operationen. Sowohl Todesfälle aufgrund einer ischämischen Herzerkrankung als auch aufgrund von Krebsleiden traten in der Gruppe mit der Ovar erhaltenden Operation signifikant seltener auf (adjustierte Hazard Ratio 0,50 bzw. 0,54). Dementsprechend waren auch die Spitaleinweisungen aufgrund von koronarer Herzkrankheit oder Malignomen in dieser Gruppe weniger häufig.
Die Autoren fordern, die Frauen über die Gefahren der Operation aufzuklären: Die Reduktion des Risikos für ein Ovarialkarzinom durch die Resektion beider Eierstöcke ist mit einer Erhöhung des Risikos für kardiovaskuläre Erkrankungen und Krebs sowie einem Anstieg der Gesamtsterblichkeit verbunden.
Mytton J et al. BMJ 2017; online first.