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Neuberufungen
Ordentliche Professorin für Philosophie
Zur Nachfolgerin von Gerhard Seel, der anfangs Jahr zurücktrat, ernannte der Regierungsrat Monika Betzler. Sie wird ordentliche Professorin für Philosophie, mit Schwerpunkt Praktische Philosophie, und Mitdirektorin des Instituts für Philosophie.
Monika Betzler (44) ist in Deutschland aufgewachsen und hat an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Philosophie, Deutsche Philologie und Geschichte studiert. Nach einem Zwischenjahr an der Université Lyon, um französische Literatur- und Sprachwissenschaft zu studieren, setzte sie ihr Studium in München fort. Sie doktorierte 1992 und ging danach als Trainee und Expertin nach Brüssel, zur Kommission für prospektive Analysen der Europäischen Gemeinschaften. Es folgten ein Jahr als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Göttingen und zwei Jahre in Cambridge, USA, an der Harvard University. Sie machte dort 1996 ihren Master of Public Administration und arbeitete danach als Visiting Scholar am Philosophy Departement der gleichen Universität. Zurück in Deutschland (1997), arbeitete sie bis 2004 als wissenschaftliche Assistentin in Göttingen. Dazwischen ging sie als Visiting Scholar an die University of California in Berkeley/USA und kam im Wintersemester 2003/04 als Gastdozentin nach Bern. Ab 2004 war sie wissenschaftliche Assistentin an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Lehrstuhl für politische Theorie und Philosophie und habilitierte sich dort ein Jahr später. Seither arbeitete sie in München als Oberassistentin.
Ordentliche Professorin für Mathematik
Christiane Tretter tritt die Nachfolge von Hans-Martin Reimann an, der im August 2006 zurückgetreten ist. Sie wird ordentliche Professorin für Mathematik mit Schwerpunkt Analysis und Mitdirektorin des Mathematischen Instituts.
Christiane Tretter (41) ist in Süddeutschland aufgewachsen und hat an der TU München und der Universität Regensburg Mathematik und im Nebenfach Physik studiert. 1992 doktorierte sie und 1998 habilitierte sie an der Universität Regensburg. In dieser Zeit arbeitete sie dort als wissenschaftliche Assistentin, bevor sie im Jahr 2000 nach Grossbritannien als Lecturer in Applied Mathematics an die University of Leicester ging. 2002 wurde sie als Professorin für angewandte Analysis an die Universität Bremen berufen.
Ordentliche Professorin für Betriebswirtschaftslehre
Der Regierungsrat hat Anja Tuschke auf die neu geschaffene Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Organisation berufen und sie zur Mitdirektorin des Instituts für Organisation und Personal ernannt.
Anja Tuschke (39) wurde in München geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Münnerstadt und einem Jahr an der Würzburger Dolmetscherschule mit den Sprachen Englisch und Französisch wechselte sie an die Universität Passau und begann das Studium der Betriebswirtschaftslehre. Sie unterbrach ihr Studium 1989 für ein Jahr, um an der Zhong Shan University in Guangzhou, China, die Wirtschaftsfremdsprache Chinesisch zu erlernen. Zurück in Passau, schloss sie das Studium mit dem Diplom als Kauffrau ab. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Organisation und Personalwesen in Passau doktorierte sie 1999. Im folgenden Jahr ging sie als Visiting Professor an die Brigham Young University in den USA. Nach einem kürzeren Aufenthalt als Gastdozentin an der Staatsakademie für Management in Moskau, habilitierte sie sich 2004 an der Universität Passau. Im Herbst 2004 übernahm sie dort eine Vertretung des Lehrstuhls für Absatzwirtschaft und Handel. Seit dem Frühjahr 2005 war sie als Privatdozentin und wissenschaftliche Oberassistentin in Passau tätig.
Ordentlicher Professor für Theoretische Physik
Zum Nachfolger von Peter Minkowski, der Ende August zurückgetreten ist, hat der Regierungsrat Gilberto Colangelo als ordentlichen Professor für Theoretische Physik und zum Mitdirektor des Instituts für Theoretische Physik ernannt.
Gilberto Colangelo (40) kam in Rom auf die Welt und hat auch dort, an der Universität La Sapienza studiert und mit dem Doktorat 1994 an der Universität Tor Vergata abgeschlossen. Seine Diplomarbeit wurde ausgezeichnet mit einem Preis der Italienischen Gesellschaft für Physik. 1992 kam er ein erstes Mal nach Bern – an das Institut für Theoretische Physik, und zwar als Stipendiat einer italienischen Stiftung. Er begann seine Post-Doc-Stelle 1994 wiederum in Bern, arbeitete hier zwei Jahre und ging für weitere zwei Jahre an die «Frascati National Laboratories». Die in der Nähe von Rom gelegene Forschungseinrichtung ist das grösste Labor des italienischen Instituts für Nuklearphysik. Von 1998 bis 2002 arbeitete er als Assistent an der Universität Zürich, wo er sich 2003 habilitierte. Danach kam er wieder nach Bern, zuerst als Oberassistent, ab 2003 als Assistenzprofessor, gefördert durch eine Förderungsprofessur des Schweizerischen Nationalfonds.
Ordentlicher Professor für Zahnerhaltung, Präventiv- und Kinderzahnmedizin
Zum Nachfolger von Peter Hotz, der Ende August zurückgetreten ist, wurde Adrian Lussi ernannt. Er wird ordentlicher Professor für Zahnerhaltung, Präventiv- und Kinderzahnmedizin sowie Direktor der gleichnamigen Klinik.
Adrian Lussi (54) ist in Frauenfeld und Luzern aufgewachsen und hat an der ETH Zürich Chemie studiert und mit dem Diplom abgeschlossen. Nachdem er das Studium für das höhere Lehramt 1979 mit dem Gymnasiallehrerpatent im Hauptfach Chemie abgeschlossen hatte, arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der ETH Zürich, Abteilung für Chemie. Danach begann er an den Universitäten Bern und Zürich sein Zweitstudium in Zahnmedizin. 1983 schloss er mit dem Staatsexamen und zwei Jahre später mit dem Dokotrat ab. Von 1984 bis 1993 arbeitete er, zuerst als Assistent, danach als Oberassistent und Lektor an der Klinik für Zahnerhaltung, Präventiv- und Kinderzahnmedizin. Dank eines Nationalfondsstipendiums forschte er ein Jahr (1986/87) als Visiting Research Assistant Professor in Chapel Hill, USA. 1993 habilitierte er sich in Zahnerhaltung und Präventivzahnmedizin und wurde zwei Jahre später Abteilungsleiter an der Klinik für Zahnerhaltung. 1998 wurde er Titularprofessor und vor fünf Jahren ausserordentlicher Professor der Universität Bern. 2005 war er für einen Forschungsaufenthalt in Indianapolis (USA) und Freiburg (D). Seine Hauptarbeitsgebiete sind die Frühdiagnostik und Prävention der Karies sowie der dentalen Erosionen – das sind Zahnschäden, die heute ein zunehmendes Problem darstellen. Professor der Universität Bern. 2005 war er für einen Forschungsaufenthalt in Indianapolis (USA) und Freiburg (D). Seine Hauptarbeitsgebiete sind die Frühdiagnostik und Prävention der Karies sowie der dentalen Erosionen – das sind Zahnschäden, die heute ein zunehmendes Problem darstellen.
Ordentlicher Professor für Neurophysiologie (Computational Neuroscience)
Der Regierungsrat hat zum Nachfolger von Hans-Peter Clamann, der im Herbst 2001 zurückgetreten ist, Walter Senn ernannt. Er ist seit Oktober 2006 ordentlicher Professor für Neurophysiologie.
Walter Senn (43), geboren in Worb, ist in Murten aufgewachsen und hat an der Universität Bern Mathematik, Physik und Russische Sprache studiert. Nach dem Lizentiat in Mathematik im Jahre 1990 ging er an das Mathematische Departement der Lomonossov Universität in Moskau. Im Jahre 1993 doktorierte er an den Universitäten Bern und Freiburg in Breisgau in Mathematik. Ein Jahr später schloss er das Höhere Lehramt in Zürich ab. Anschliessend arbeitete er als Assistent am Institut für Informatik und Angewandte Mathematik in Bern und unterrichtete an den Berner Fachhochschulen. Von 1996 bis 1997 absolvierte er ein Postdoc an der Hebrew University, Departement of Neurobiology, in Jerusalem, mit anschliessenden Forschungsaufenthalten am NIH, National Institutes of Health, USA. 1999 wurde er Oberassistent am Institut für Physiologie und 2001 habilitierte er sich sowohl an der Phil.-nat. als auch an der Medizinischen Fakultät. Im folgenden Jahr erhielt er eine Assistenzprofessur am Institut für Physiologie. Seine Forschungsschwerpunkte sind die theoretischen Neurowissenschaften. Er untersucht mittels mathematischer Modelle Eigenschaften von Nervenzellen und neuronalen Netzwerken, welche dem Lernen und dem Gedächtnis zugrundeliegen.
Professor für Germanistische Mediävistik
Michael Stolz tritt die Nachfolge von Hubert Herkommer an, der Ende des letzten Wintersemesters zurückgetreten ist. Er wird ordentlicher Professor für Germanistische Mediävistik und Mitdirektor des Instituts für Germanistik.
Michael Stolz (45) ist in München aufgewachsen und hat dort Germanistik und Romanistik studiert. Er verbrachte ein Studienjahr in Poitiers, Frankreich, und zwei weitere in Bern, wo er mit dem Lizentiat abschloss. Von da an arbeitete er bis 1995 als wissenschaftlicher Assistent bei Professor Herkommer und promovierte 1993. Auslandaufenthalte führten ihn an die Universitäten Oxford (England) und Wien. Ab 1998 arbeitete er als Oberassistent in Bern und habilitierte sich hier im Jahr 2000. Danach ging er im Rahmen einer Förderungsprofessur des Schweizerischen Nationalfonds für drei Jahre an die Universität Basel. Letztes Jahr erhielt er, nach einer Gastdozentur in München, eine Professur für Deutsche Philologie an der Georg-August-Universität Göttingen. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen unter anderem die ältesten deutschen Sprachzeugnisse, die mittelhochdeutsche Spruchdichtung und höfische Epik, Wissenskonzepte der Vormoderne, die mediale Eigenart der mittelalterlichen Literatur in einer von mündlichen Kommunikationsweisen geprägten Gesellschaft sowie elektronische Editionsformen handschriftlich überlieferter Texte.
Ausserdordentlicher Professor für Klinische Psychologie
Hans Jörg Znoj ist von der Universitätsleitung zum Ausserordentlichen Professor für Klinische Psychologie und zum interimistischen Leiter der Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie ernannt worden.
Hans Jörg Znoj (49) ist in Thun und Bönigen (Kanton Bern) aufgewachsen und hat während der Lehre als Bauzeichner die Berufsmaturität und anschliessend noch die Eidgenössische Maturität erworben. An der Universität Bern hat er Psychologie studiert und 1987 mit dem Lizentiat abgeschlossen. Danach arbeitete er an der Universität Bern als wissenschaftlicher Assistent und doktorierte hier 1992. Als Stipendiat des Schweizerischen Nationalfonds ging er für drei Jahre an die University of California in San Francisco. Begleitend dazu und bis 1996 bildete er sich unter anderem am Mental Research Institute in Palo Alto in Psychotherapie weiter. Zurück in Bern, arbeitete er ab 1996 am Institut für Psychologie. Bis 2001 war er als Oberassistent tätig, ab 2002 als Assistenzprofessor. 2001 habilitierte er sich. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Psychotherapie-Prozessforschung, Bewältigungsprozesse im Zusammenhang mit kritischen Lebensereignissen, Trauer und Trauerverarbeitung sowie allgemeine gesundheitspsychologische Fragen.
Neuer Honorarprofessor
Die Senat der Universität hat Thomas Schnider, Leitender Arzt am Institut für Anästhesiologie und Stationsleiter neurochirurgische Anästhesie, zum Honorarprofessor ernannt. Thomas Schnider ist ausserdem Chefarzt am Institut für Anästhesiologie am Kantonsspital St. Gallen.
Neue Titularprofessoren
PD Dr. Fortunat Joos
Dozent am Physikalischen Institut, Abteilung Klima- und Umweltphysik
PD Dr. sc.nat. Roland Kreis
Dozent am Departement Klinische Forschung, Abteilung Magnetresonanz-Spektroskopie und Methodologie
PD Dr. med. Erich Seifritz
Dozent an der Universitätsklinik für Pyschiatrie Bern, Universitäre Psychiatrische Dienste Bern (UPD).
17.11.2006