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Spannendes und Unbekanntes aus der Sammlung
In unserer Sammlung schlummert manch spannendes Objekt.
Spielzeug und Holzsägearbeiten von Internieren
Die Schweiz nahm ab Anfang 1916 über 12'000 Kriegsgefangene verschiedener Nationalitäten – Franzosen, Engländer, Belgier und Deutsche – auf. Als Kriegsverletzte wurden sie in Luftkurorten in der französischen Schweiz und in der Deutschschweiz untergebracht. Ende November 1918 verliessen sie die Schweiz wieder.
Die fabenfrohe Holzsägearbeit "La Luge" / "Internés Français d' Engelberg" zeigt zwei französische Internierte auf einem Holzschlitten. In der Sammlung des Museums befinden sich einige dieser humorvollen Holzarbeiten (s. auch "Le Chef"), die von französichen Internierten in den Jahren um 1917 in Engelberg hergestellt und verkauft wurden.
Bereits am 02.11.1916 wurde im „Journal des internés français“ der Sektor Engelberg als Vorzeige-Beispiel in Bezug auf die Organisation der Arbeit der Internierten erwähnt. Damals befanden sich im Sektor Engelberg ungefähr 600 Männer, von denen 400 einer geregelten Arbeit nachgingen. In Gruppen wurden Arbeiten in Angriff genommen wie die Abdichtung des Trüebsees, Konstruktion von Verbauungen im Lawinengebiet am Ausläufer des Titlis und der Gerschnialp. Daneben wurden diverse Werkstätten eingerichtet, die zahlreiche Internierte als Arbeiter beschäftigten. Auch künstlerisch konnte man sich betätigen als Teppichknüpfer, Maler und Bildhauer oder sogar als Porzellanmaler. An den Wochenenden gab es Theateraufführungen oder Orchesterkonzerte. Allein vom Monat Juni bis im Monat Oktober 1916 erbrachten die Internierten eine Arbeitsleistung, die 14‘950 Franken wert war. In der Publikation "Les Internés de la Guerre à Engelberg" ist eine Fabrikationsstätte für Spielzeug abgebildet; in dieser enstanden wohl die witzigen Holzfiguren, die sich heute im Archiv des Museums befinden.
TME Inv.Nr.6.4319.1.2018
https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008704/2008-05-13/