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Ausserhalb der Schneesaison beschreibt der Lawinenwarndienst lawinenrelevante Ereignisse in diesem Blog. Im Anschluss an grössere Schneefälle, welche die Kriterien für ein Sommerbulletin erfüllen, wird der Blog aktualisiert. Über neue Blogeinträge können Sie sich in der App WhiteRisk via Push-Notification informieren lassen.
Nach ein paar sonnigen Tagen kam in der Höhe der Schnee zurück: Von Dienstag bis Freitag, 27. bis 30.09., fiel im westlichsten Unterwallis und am Alpennordhang anhaltend und zum Teil ergiebig Niederschlag. Die Schneefallgrenze pendelte dabei zwischen 1600 und 2400 m (Abb. 3.1).
Am meisten Schnee fiel im westlichsten Unterwallis an der Grenze zu Frankreich und am nördlichen Alpenkamm von Les Diablerets bis in die Berner Alpen (Abb. 3.2). Dort betrugen die Neuschneehöhen oberhalb von rund 2600 m 50 bis 80 cm, sonst am Nördlichen Alpenkamm 20 bis 50 cm, in den übrigen Gebieten weniger. Bis in hohe Lagen fiel der Neuschnee verbreitet auf aperen Boden. Im Hochgebirge lag vor dem Schneefall bereits eine dünne, vor allem auf Gletschern zusammenhängende Schneedecke. Mit mässigem bis starkem, am Mittwoch zeitweise auch stürmischem Westwind wurde besonders im Hochgebirge viel Schnee verfrachtet.
Die Kriterien für ein Sommerbulletin waren bereits anfangs Woche erfüllt. Deshalb wurde am Montag, 26.09. ein Bulletin für die folgenden vier Tage publiziert. Für die Gebiete Unterwallis und nördlicher Alpenkamm wurde zunehmend vor erheblicher Gefahr für trockene Schneebrettlawinen oberhalb 2500 m gewarnt. Auch in den übrigen Gebieten (ausser Alpensüdhang) ging die Gefahr in der Höhe von trockenen Schneebrettlawinen aus. Gefahrenstellen waren vor allem an Stellen mit Triebschnee zu erwarten. Unterhalb von rund 2500 m wurde vor Nass- und Gleitschneelawinen auf glatten Wiesen oder Felsplatten gewarnt.
Weitere Entwicklung:
Am Wochenende fällt weiterer Schnee, vor allem vom Berner Oberland bis in die Glarner Alpen. Die Schneefallgrenze steigt auf rund 2800 m. Nass- und Gleitschneelawinen sind weiterhin möglich. Beim Wandern, Biken oder auf der Jagd ist besonders im exponierten Gelände Vorsicht geboten, hier steht die Absturzgefahr im Vordergrund.
Im Hochgebirge ist weiterhin eine vorsichtige Beurteilung der Lawinengefahr nötig. Die Gefahr für trockene Schneebrettlawinen bleibt noch erhöht, mit Neuschnee und Wind kann sie lokal auch etwas anstiegen. Die Gefahrenstellen liegen besonders an steilen Triebschneehängen. Zudem sind unterhalb von felsdurchsetztem Gelände mit Regen oder der ersten Sonneneinstrahlung am Sonntag Lockerschneerutsche und -lawinen zu erwarten
Schnee als Hochwasserschutz
Trotz des vielen Niederschlags diese Woche, traten im Mittelland keine Flüsse über die Ufer (siehe Blog Meteoschweiz). Dass ein Teil des Niederschlags als Schnee fiel und somit „gespeichert wurde“ ohne direkt zum Abfluss beizutragen, dürfte mitgeholfen haben, ein Hochwasser zu verhindern. Ein grosser Teil dieses Schnees wird in der kommenden Woche wieder schmelzen, weil die Nullgradgrenze auf über 3500 m steigen wird. So kommt das Wasser dennoch zum Abfluss, jedoch über einen längeren Zeitraum verteilt.
Ein erneut rekordheisser und trockener Sommer bewirkte eine Ausaperung der Gletscher bis weit ins Hochgebirge. Schnee und Lawinen waren kein Thema.
Seit Mitte August gab es immer mal wieder Niederschlag, wobei folgende Ereignisse bezüglich Schnee zu erwähnen waren:
Geschätzte Schneemengen: Monte Rosa bis zu 80 cm, Jungfrau: 30 bis 40 cm, Bernina: 20 bis 30 cm
30./31.8.: Schneefallgrenze im Norden auf 3000 m, am Alpennordhang 10 bis 40 cm Schnee im Hochgebirge
Anfangs September: Wiederholt wenige Zentimeter Schnee im Hochgebirge
Diese Schneefälle erfüllten die Kriterien für ein Sommerbulletin nicht und so kam der Meteorologische Sommer (Juni bis August) für einmal ohne ein Lawinenbulletin aus.
Dies änderte mit dem Schneefall vom 16. bis 18. September. Erstmals sank die Schneefallgrenze unter 2000 m und es fiel Schnee bis in mittlere Lagen (Abbildung 2.1.). Da der Schnee verbreitet auf aperen Boden fiel, war der Anstieg der Lawinengefahr eher bescheiden. Im Lawinenbulletin wurde einerseits die Gefahr von Gleitschneelawinen und nassen Rutschen auf steilen Wiesenhängen oder Felsplatten und anderseits die Gefahr von trockenen Lawinen im Hochgebirge beschrieben. Während die Gefahr von Nass- und Gleitschneelawinen in den kommenden Tagen rasch abnehmen sollte, ist vor allem im Hochgebirge vorerst noch eine vorsichtige Beurteilung der Lawinengefahr angebracht. Lawinenunfälle im Sommer ereignen sich oft erst einige Tage nach einem Schneefall, wenn die Touren-Verhältnisse wieder günstiger werden. Vor allem an Nordhängen im Hochgebirge braucht die Verfestigung der Schneedecke aber zu dieser Jahreszeit schon recht lange. Deshalb ist Vorsicht angebracht, vor allem die Mitreiss- und Absturzgefahr sollte beachtet werden.
Wie schon im letzten Wochenbericht beschrieben, war auch das Wochenende, 13. bis 15. Mai sehr warm und die Nullgradgrenze kletterte über 4000 m (Abb. 1.1). Mit den warmen Temperaturen schritt dir Durchfeuchtung voran und an hochgelegenen Nordhängen sowie allgemein im Hochgebirge lösten sich Nassschneelawinen. In den inneralpinen Gebieten rissen diese teilweise bis auf den Boden. Die Ausaperung schreitet schnell voran. Genügend Schnee für Skitouren liegt vor allem noch im Hochgebirge. Der Wochenbericht vom Donnerstag, 12. Mai war der letzte des Winters 2021/2022, ab nun veröffentlichen wir nach grösseren Schneefällen jeweils einen Beitrag in diesem Blog.
Am Donnerstag, 12.5. wurde auch das letzte angekündigte Lawinenbulletin dieser Saison publiziert. Ab sofort erscheinen Lawinenbulletins nur bei grossen Schneefällen. Auch wenn das SLF kein Lawinenbulletin publiziert, sollte lokal die Lawinensituation beachtet werden. An sehr steilen Nordhängen sowie allgemein im Hochgebirge sind auch jetzt im Frühling noch nasse Lawinen möglich. Dies besonders nach bedeckten Nächten oder Regenfällen. Touren und exponierte Hüttenzustiege sollten frühzeitig beendet werden. Auch beim Wandern sollte bedacht werden, dass schon ein kleiner Schneerutsch zum Absturz führen kann.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.