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Konsequente Kontrolle des Blutzuckers in Altersheimen ohne Vorteile
Forscher in den USA rekrutierten für ihre Analyse 7459 Bewohner von Altersheimen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes. Zu Beginn der Studie wurden die Probanden mithilfe des MDS-ADL*-Scores hinsichtlich ihrer Hilfsbedürftigkeit bei alltäglichen Tätigkeiten untersucht. Zusätzlich wurde der HbA1c-Wert jeweils vor und nach dieser Evaluation gemessen und daraus der HbA1c-Ausgangswert berechnet. Eine Verschlechterung des MDS-ADL-Scores um mindestens zwei Punkte gegenüber dem Ausgangswert und bei zwei aufeinanderfolgenden Messungen wurde in der Studie als anhaltende funktionelle Verschlechterung gewertet. Da es sich um Altersheime für Veteranen handelte, waren über 98% der Studienteilnehmer männlichen Geschlechts; das Durchschnittsalter der Probanden betrug 76 Jahre.
Bei knapp der Hälfte von ihnen lag der HbA1c-Wert bei Aufnahme in die Studie zwischen 6% und 6,9%. Etwa jeder sechste Teilnehmer hatte einen ADL-Score von 17 Punkten oder mehr, was auf einen Bedarf an umfangreicher Hilfe bei den meisten täglichen Aktivitäten hinweist (0 = völlig unabhängig; 28 = vollständig auf Hilfe angewiesen). Mehr als zwei Drittel der Patienten blieben nur vorübergehend in den Einrichtungen.
Körperliche Funktion über zwei Jahre kontrolliert
Um einen möglichen Effekt der glykämischen Kontrolle auf das weitere Wohlergehen zu untersuchen, teilten die Wissenschaftler die Teilnehmer gemäss ihres HbA1c-Ausgangswertes in vier Gruppen ein (6–6,9%; 7–7,9%; 8–8,9% und mehr als 9%). Anschliessend beurteilten sie ihre körperliche Funktionsfähigkeit über die folgenden zwei Jahre. Das Ergebnis: Der HbA1c-Ausgangswert hatte keine Auswirkung auf eine anhaltende funktionelle Verschlechterung. Auch zu Todesfällen kam es in allen Gruppen gleich häufig. Die Autoren schliessen daraus, dass eine konsequente glykämische Kontrolle für diese Patienten keinen Vorteil bringt.
* activities of daily living
Hsu A et al. JAMA 2016; online first.