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Im November 1959 wird in Holcomb in Texas eine vierköpfige Farmerfamilie brutal ermordet. Wenige Wochen später werden die zwei ehemaligen Zuchthäusler Dick Hickock und Perry Smith geschnappt. Truman Capote erfährt aus der New York Times von dem Verbrechen und beschliesst, am Tatort zu recherchieren. Er spricht mit Bekannten und Freunden der Familie, mit der Polizei. Schliesslich erhält er Gelegenheit, mit den beiden Mördern zu reden. Mit der Zeit gelingt es ihm, soviel Nähe zu ihnen herzustellen, dass sie ihm präzise Innenansichten ihrer Seele erlauben. Fast sechs Jahre nach ihrer Tat begleitet er sie bis an den Galgen.
Capotes herausragende Rekonstruktion eines Mordes begründete ein neues literarisches Genre: die non-fiction novel, den Tatsachenroman. In einer atemberaubenden Sprache erzählt er, wie aus Menschen Mörder werden. Mit Kaltblütig landete Capote eine literarische Sensation und einen internationalen Bestseller.
Im November 1959 werden in Holcomb/Kansas vier Mitglieder der Familie Clutter ermordet: Herbert, seine Frau Bonnie und die beiden jüngsten Kinder der Familie, die 16jährige Nancy und der 15jährige Kenyon. Truman Capote recherchierte als Journalist am Tatort, sprach mit Nachbarn, Ermittlern und den Tätern und schrieb schließlich diesen Roman,... Im November 1959 werden in Holcomb/Kansas vier Mitglieder der Familie Clutter ermordet: Herbert, seine Frau Bonnie und die beiden jüngsten Kinder der Familie, die 16jährige Nancy und der 15jährige Kenyon. Truman Capote recherchierte als Journalist am Tatort, sprach mit Nachbarn, Ermittlern und den Tätern und schrieb schließlich diesen Roman, eine Rekonstruktion der Tat und ihrer Folgen. Truman Capote berichtet ausführlich, lässt Nachbarn und Freunde, Ermittler und Täter zu Wort kommen und bleibt dabei immer sachlich. Emotionen entstehen beim Leser dennoch, man erlebt den letzten Tag der vier Opfer mit, ebenso die Ermittlungen sowie die Flucht der Täter und ihre Ergreifung, nimmt die Trauer der Hinterbliebenen und die zunehmende Verzweiflung der Ermittler wahr, empfindet Sympathie für die Familie Clutter und Trauer über ihr Schicksal, hofft und bangt mit den ermittelnden Beamten. Capote gelingt es zudem, die Täter als Menschen, nicht als Bestien darzustellen, die man stellenweise sogar fast sympathisch finden könnte, wüsste man nicht von ihrer Tat. Anders als in herkömmlichen Kriminalromanen handelt es sich hier um ein wahres Verbrechen, man kann im Netz allerlei „Zusatzmaterial“ finden. Das nimmt emotional mehr mit, als eine erfundene Geschichte, doch durch Capotes sachliche Erzählweise, ohne jede Effekthascherei, entsteht eine gewisse Distanz, die es dem Leser leichter macht. Zudem ist die Geschichte sehr spannend, obwohl man weiß, was passiert bzw. wer die Täter sind, mag man den Roman kaum aus der Hand legen. Während die Ermittler verzweifelt nach einer Spur suchen, erfährt man, was die Täter derweil machen, man ist hautnah beim Prozess dabei und begleitet die Täter nach dem Urteil weiter. Mehr als 500 Seiten lang nimmt Capote sich Zeit für seine Erzählung und beleuchtet den Fall wirklich von allen Seiten, indem er regelmäßig, immer an sehr passenden Stellen, die Perspektive wechselt. Es macht einen großen Teil der Faszination des Romans aus, dass dadurch wirklich alle Facetten des Falls abgedeckt werden. Insgesamt ein faszinierender Roman über eine wahre Begebenheit, die allen Beteiligten Raum bietet und sowohl spannend zu lesen ist als auch Stoff zum Nachdenken liefert und lange nachwirkt. Sehr empfehlenswert!
Im Jahr 1959 wird im kleinen Ort Holcomb in Kansas die hochangesehene vierköpfige Familie Clutter in ihrem Haus ermordet aufgefunden. Wochen danach werden die beiden Täter gefasst und später an den Galgen gebracht. Der Autor Truman Capote recherchiert, setzt sich mit Tätern und Opfern auseinander und verfasst diesen Tatsachenbericht. Während... Im Jahr 1959 wird im kleinen Ort Holcomb in Kansas die hochangesehene vierköpfige Familie Clutter in ihrem Haus ermordet aufgefunden. Wochen danach werden die beiden Täter gefasst und später an den Galgen gebracht. Der Autor Truman Capote recherchiert, setzt sich mit Tätern und Opfern auseinander und verfasst diesen Tatsachenbericht. Während der Lektüre muss man sich immer wieder vor Augen führen, dass es sich um eine wahre Begebenheit handelt. Mit morbider Faszination hat mich Capote von Beginn an richtig reingezogen. Zuerst schildert er die Familie Clutter, die sich durch Fleiß und harte Arbeit einen gewissen Wohlstand in der Kleinstadt Holcomb geschaffen hat. Herbert und Bonnie leben mit ihren beiden fast erwachsenen Kindern Nancy und Kenyon auf der Farm und sind dabei eine richtige Bilderbuchfamilie! Alles ist so perfekt, alle sind so nett, hilfsbereit und lieb, dabei kann man kaum glauben, dass es bald mit ihnen vorbei sein soll. Capote vermittelt ein sehr authentisches Bild von dieser Familie. Man sieht sie richtig vor sich, wie sie ihre letzten Stunden verbringen und sich mit den meist kleineren Sorgen des Alltags quälen. Dabei habe ich mich gefragt, wie es wohl für den Autor selbst bei seiner Recherche war, als er sich mit den Mordopfern beschäftigt hat. Trotz dieser - teilweise unbekümmerten - Beschreibung, hängt der Mord wie eine Wolke über ihnen. Dann ist es auch schon so weit und die Familie wird tot aufgefunden. Die Erzählung hat mich von Anfang an gefesselt. Obwohl Capote die Schilderung eher nüchtern angeht, wird man als Leser so richtig ins Grauen gezogen. Man weiß von Vornherein was passiert und kann es trotzdem nicht glauben. Denn genauso nüchtern wie die Mordopfer, geht Capote die Beschreibung der Täter an. Eigentlich kann man es kaum fassen, dass sie wirklich dazu in der Lage sind, und gleichzeitig hat man das Gefühl, dass sich die Ereignisse zuspitzen. Die Existenzen der Familie Clutter und der Mörder laufen nebeneinander her, bis sie aufeinanderprallen und die eine die andere vernichtet hat. Das ging richtig unter die Haut. Spannend sind auch die darauffolgenden Ereignisse zu verfolgen. Da Holcomb schlicht und einfach ein Kaff ist und sich niemand das Mordmotiv erklären kann, überschattet die Bluttat den gesamten Ort. Denn viele befürchten, die nächsten an der Reihe zu sein. Währenddessen begleitet man die Täter Perry und Dick auf ihrer unspektakulären Flucht über der Verhaftung bis sie letztendlich die Strafe für den Vierfachmord erhalten und am Galgen baumeln. Bewundernswert ist für mich, dass ich niemals ein Urteil aus Capotes Zusammenfassung der Ereignisse herausgelesen habe. Weder Vorurteile gegenüber Tätern, Opfern oder des anschließenden Prozesses sowie der Todesstrafe sind mir aufgefallen, sondern der Autor fährt in einem betont emotionslosen - beinah kaltblütigen - Stil fort und ermöglicht damit dem Leser, sich ein eigenes Bild über das Verbrechen und seine Konsequenzen zu machen. Truman Capotes „Kaltblütig“ ist wahrlich keine leichte Kost. Trotzdem hat mich der Autor mit morbider Faszination an diesen Bericht gefesselt. Es ist eine meisterliche Zusammenfassung über ein grauenhaftes Verbrechen, das sich wohl tatsächlich so ereignet hat. © NiWa
Cover / Artwork / Gestaltung des Romans In meinen Augen passt das Cover sehr gut zu dem exzentrischen Capote - irgendwie schreckt es auf Grund der Schlichtheit fast schon wieder ab, da man es gar nicht mehr gewohnt ist, außer man steht auf die weißen Covergestaltungen des diogenes Verlags. Immer... Cover / Artwork / Gestaltung des Romans In meinen Augen passt das Cover sehr gut zu dem exzentrischen Capote - irgendwie schreckt es auf Grund der Schlichtheit fast schon wieder ab, da man es gar nicht mehr gewohnt ist, außer man steht auf die weißen Covergestaltungen des diogenes Verlags. Immer häufiger werden wir mit eye catchern gelockt - abstrakte Farbexplosionen, besonders hervor gehobene Buchstaben - kurz: Bücher, die uns von Weitem förmlich ins Auge springen. Jedes Kapitel ist mit einer kleinen Überschrift versehen, was mir sehr gut gefallen hat. Inhalt / Wertung Das Buch liest sich für mich wie zwei Bücher in einem. Zunächst haben wir die angesehene Familie Clutter in Holcomb (Kansas), deren vorbildlicher Charakter in aller Munde ist. Selbst die wahrscheinlich depressive Mutter ist weder Ziel von versteckter Häme, noch wird ihre Krankheit zum Gesprächsthema. Auch die Kinder scheinen perfekt geraten - die Künste der Tochter Nancy in puncto Haushalt, Backen und gesellschaftliches Engagement sind kaum zu übertreffen und dennoch gibt es auch hier kein dunkles Geheimnis, das die Familie umgibt. Ehrlich gesagt hatte ich das zunächst vermutet. Kann eine Familie wirklich so perfekt sein?Parallel zu den Beschreibungen der Familie Clutter erzählt Capote die Geschichte von Dick und Perry, die sich aufmachen, ein Verbrechen zu begehen. Capote widmet ihnen ungefähr genauso viel Aufmerksamkeit, so dass einem als Leser schnell klar wird, worauf es in dem Buch hinauslaufen wird - die beiden überfallen die Familie Clutter und ermorden sie auf geradezu bestialische Weise.Perry und Dick werden schnell gefasst, als diese versuchen zu fliehen.Das Verbrechen erregt so viel Aufsehen, dass es auch über die Grenzen von Holocomb hinaus Thema der Zeitungen ist. So erfährt der Schriftsteller Capote von dem grausigen Vorfall und ist scheinbar von der Frage nach dem Hintergrund förmlich fasziniert, so dass er nach Holocomb fährt, dort Anwohner, die Polizei und letztendlich auch die Täter interviewt. An diese Stelle wird bereits klar, dass man den Roman im Grunde als Tatsachenroman beschreiben muss - Capote fügt nichts hinzu, im Grunde ist es ein non-fiktionaler Tatsachenroman mit kriminalistischen Zügen.Im Laufe der Interviews mit den beiden Tätern rückt die Suche nach dem Motiv in meinen Augen in den Hintergrund. Capote versteht es, auch den Tätern eine Geschichte zu widmen, ohne deren Taten in irgendeiner Form zu beschönigen. Vielleicht macht das auch den Unterschied zwischen einem Reporter und einem Schriftsteller aus - ich weiß es nicht?Ich habe diese Rezi mit dem Wort Perfektion gespickt - genauso meine ich es auch. In einigen Rezis habe ich gelesen, dass sein Stil langatmig anmutet - das konnte ich beim besten Willen gar nicht feststellen. Jedes Wort hatte einen Sinn, seine Beschreibungen der Menschen und auch der Landschaften haben Bilder, ganze Filme in meinem Kopf geschaffen, so dass ich auch jetzt bereit bin, den Film anzusehen um festzustellen, ob der dem Buch gerecht werden kann. Eins steht fest - die Messlatte ist verdammt hoch angesetzt.