Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03289.jsonl.gz/265

In der Stadt Zürich leben 6000 Juden, die in vier Gemeinden mit eigenen Synagogen organisiert sind.Dieser Inhalt wurde am 25. November 2001 - 09:40 publiziert
Als erste Zürcher Gemeinde wurde 1862 die ICZ gegründet. Ihre Synagoge steht an der Löwenstrasse. «Wir sind eine Mainstream-Gemeinde, die orthodoxe Institutionen hat, aber hinsichtlich der Religions-Ausübung keine Vorschriften macht», sagt ihr scheidender Präsident Werner Rom.
Die jüdischen Gemeinden sind unabhängig voneinander. Gerade in der rabbinischen Tätigkeit bestehen Differenzen: Die Israelitische Religionsgesellschaft (IRG, Synagoge Freigutstrasse) und Agudas Achim (Synagoge Erikastrasse) halten ihre Gottesdienste nach streng traditionellem Ritus ab.
Die IRG spaltete sich 1895 von der ICZ ab. Agudas Achim wurde 1924 von osteuropäischen Einwanderern gegründet, die ihre Traditionen von ICZ und IRG nicht gewahrt sahen. Die Gemeinde Or Chadasch (Synagoge Fortunagasse) versteht sich als religiöse, aber liberale Gemeinde. Sie wurde 1978 gegründet.
IRG, Agudas Achim und ICZ sind Mitglieder im Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG). Der SIG wurde 1904 gegründet mit dem Ziel, für die Aufhebung des 1893 vom Volk angenommenen Schächtverbots zu kämpfen. Die Schweiz ist heute das einzige Land Europas mit einem Schächtverbot.
Das Verbot, so Rom, hat eindeutig antisemitische Wurzeln. Heute sei das Schächten aus tierschützerischen Gründen umstritten, aber er kenne keine «humane Schlachtart». Grundsätzlich jedoch sei das rituelle Schlachten von Tieren für den Fleischkonsum ein Bestandteil der freien Religionsausübung von Juden.
swissinfo und Agenturen
Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: <email-pii>