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Educational Support Tibet (E.S. Tibet) ist eine 10-Jahre alte non-profit Organisation, welche eine Schule (Kunpan Cultural School) zur Ausbildung von tibetischen Flüchtlingen im Norden Indiens ins Leben gerufen hat. In den vergangenen 10 Jahren hat E.S. Tibet 102 tibetischen Flüchtlingen eine Ausbildung ermöglicht, wobei aktuell weitere 24 Schüler unterrichtet werden. Sie werden ihren Unterricht im Sommer 2013 beenden.
Die ursprüngliche Idee für E.S. Tibet entstand aus einer langen und sehr ernsthafte Diskussion zwischen zwei ehrenamtliche Lehrern und einem Schüler, während wir alle noch in der tibetischen Transit School (TTS) waren. Viele der Tibeter, die in den ländlichen Gebieten Tibets aufwuchsen, haben oft keine Möglichkeit eine Schule zu besuchen. Entweder ist die Entfernung zu den Schulen zu groß, oder sie können es sich nicht leisten, die hohen Gebühren für die staatlichen chinesischen Schulen zu bezahlen. Angetieben durch den Wunsch nach Bildung und dem Wunsch, das Schicksal eines Analphabetens zu vermeiden, riskieren jedes Jahr mehr als 4.000 junge Tibeter ihr Leben, während sie das Himalaya Gebirge überqueren. Sie kommen nach Indien, wo ihnen eine gute Ausbildung garantiert wird.
TTS (von der tibetischen Regierung im Exil ins Leben gerufen) unterrichtet die neu angekommenen tibetischen Flüchtlinge für 3 Jahre in Englisch, Tibetisch und Informatik. Allerdings reicht diese Ausbildung für die Mehrheit der Schüler nicht aus, um, wieder zurück in Tibet, einen Job zu finden und auf eigenen Füßen zu stehen. Alle Schüler hoffen, dass sie nach dem Abschluss an der TTS in der Lage sind, ihre Ausbildung fortsetzen zu können und Ihr wissen in Tibet teilen können. Da zu dieser Zeit keine Einrichtung für eine weitere Ausbildung nach der TTS existierte, entstand die Idee für die Kunpan Cultural School.
Mit der Idde, aber auch wenig Erfahrung in diesem Bereich, gründeten wir unser Projekt Educational Support Tibet (E.S. Tibet) im Oktober 2000. Bestehend aus fünf ehemaligen Schülern (eine Frau und vier Männer) der T.T.S. mieteten wir zwei räume in Delhi und fanden eine Computerschule um JavaScript und C++ zu lernen. Dabei wurden die Schüler bei der NOS (National Open School) registriert, um entweder die 8. oder 10. Klasse eines vergleichbaren Schulabschlusses zu bekommen (entspricht unserem Gymnasium).
Während sie in Delhi studierten, wurde unser Projekt offiziell am 12. Oktober 2001 in der Schweiz als Gesellschaft registriert, mit fünf Vorstandsmitgliedern. Zur gleichen Zeit begannen wir, die Suche nach Spendern und Sponsoren für unser Projekt zu erweitern. Bis Anfang 2002 hatten wir genug Sponsoren und Spender, um die Anzahl der Schüler von 5 auf 20 zu erhöhen. Glücklicherweise fanden wir auch ein Haus mit genügend Räumen für unsere 20 neuen Studenten in Bangalore in Südindien gefunden. Bangalore ist eine der fortschrittlichsten Städte in Indien und ein Standbein der IT-Industrie.
Das Ziel unsers Projektes war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar, sodass einer der Vorstandsmitglieder nach Tibet fuhr, um nach potenziellen Jobs und Zielen für unser Projekt zu suchen. Zur gleichen Zeit befragten wir die Studenten, welche Träume und Ziele sie für ihre die Zukunft haben. Aus ihren vielfältigen Antworten konnten wir insgesamt drei verschiedene Ziele ablesen. Das waren: die Rückkehr nach Tibet, der Aufenthalt in Indien und der Aufenthalt in einem der westlich orientierten Ländern.
Daraus ergeben sich für uns drei unterschiedliche Ziele. Diejenigen, die nach Tibet gehen wollten, wurden sowohl in Chinesisch für den Alltag als auch im Bereich Webdesign unterrichtet. Darüber hinaus wurden sie für Prüfungen der Universität Cambridge in Englisch vorbereitet, welche weltweit, auch in Tibet, anerkannt sind.
Die Studenten, die in Indien bleiben wollten, registrierten wir bei der NOS, um einen Abschluss der 10. Klasse von der indischen Regierung in Informatik und Englisch zu bekommen. Und für diejenigen, die hoffen, eines Tages in den Westen zu gehen, entwickelten wir eine Partnerschaft mit einer Hochschule in der Schweiz (Hochschule Luzern), die uns mit Hardware für den Unterricht an CISCO Systemen an unserer Schule in Bangalore ausgestattet hat.
Es war eine echte Herausforderung für uns alle, da wir immer noch unseren Alltag in der Schweiz hatten. Die indische Bürokratie und die Koordination den vielen freiwilligen Helfern beanspruchte viel unserer Energie und Zeit. Nachdem 80% der Studenten Arbeitsplätze in Tibet gefunden haben, konnten wir mit Recht von einem erfolgreichen Start unseres Projektes sprechen. Einer gründete die Schule Labdrakhampa.free.fr und zwei andere ein eigenes Reisebüro. Nachdem sich herausstelte, dass es für die Vorstandsmitglieder nicht möglich war, sich auf alle drei Ziele zu konzentrieren, einigten wir uns auf eines: die Rückkehr nach Tibet.
Im August 2004 begann unsere zweite Gruppe von 20 Studenten in Bangalore, mit dem Ziel, mit genug Bildung ihre Chancen auf eine Arbeit in Tibet zu erhöhen. Deshalb unterrichteten wir Chinesisch, Mathe, Englisch und buddhistische Philosophie. Diese zusätzlichen Workshops erwies sich als sehr vorteilhaft für die Studierenden in vielerlei Hinsicht, aber paradoxerweise war es emotional sehr schwierig für sie den Unterricht zu absolvieren, so weit entfernt von ihren tibetischen Familien, Freunden und der tibetischen Exilregierung, die sich in Nordindien befindet.
So zogen wir Anfang Juni 2006 unsere Schule in den Norden Indiens, nach Dharamsala. Dort, wo sich der tibetischen Regierung im Exil und die Residenz Seiner Heiligkeit des 14. Dalai Lama befindet. Dieser Schritt war eine große Entscheidung, da wir die gesamte Schule vom Süden in den Norden Indiens bewegen mussten. Zum Glück fanden wir einen LKW, der etwas nach Bangalore liefert und bereit war, uns und unsere Sachen zu einem guten Preis nach Dharamsala zu bringen. Die Studenten, Mitarbeiter und unsere beiden Hunde fuhren mit dem Zug und dann mit dem Bus.
Seit Juni 2006 mieten wir ein Haus von einem indischen Armee-Offizier, das wir als unsere Schule und unser zuhause nutzen. Die dritte Gruppe war etwas ganz besonderes, da ihr Englisch nach zwei Jahren an unserer Schule nicht ausreichend war, um eine Arbeit in Tibet zu finden. Daher entschieden wir, sie in einem weiteren Jahr an unserer Schule auf die Prüfung vorzubereiten.
Die vierte Gruppe von 24 Studenten starteten ihre zwei Jahre des Studiums Juni 2009 und beendete sie im August 2011. Fünf von ihnen bestanden FCE, 20 von ihnen die Universität Cambridge PET (Preliminary English Test) Prüfung und 8 Schüler von ihnen bestanden KET.
Unsere fünfte Gruppe an der E.S. Tibet begann im September 2011 und wird ihre Ausbildung im August 2013 beenden. Aktuell sind es drei verschiedene Klassen und alle bereiten sich auf die PET und FCE Tests Mai 2012 vor.