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Lupus und Coronavirus
Wie sollen sich Lupus-Betroffene unter Immunsuppressiva verhalten?
Generell wird empfohlen, Therapien mit Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken, trotz der Coronavirus-Pandemie fortzuführen. Auch bei immunsupprimierten Patienten scheint die Infektion mehrheitlich milde zu verlaufen.
Im Einzelfall mag der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin die Lage anders einschätzen und immunsupprimierende Medikamente vorsorglich für eine Weile absetzen. Entscheiden Sie das aber nicht auf eigene Faust! Nehmen Sie Rücksprache und folgen Sie den ärztlichen Anweisungen.
Die Clinical Affairs Kommission hat folgendes Statement veröffentlicht: «Nach aktuellem Stand gibt es keinen Grund, dass Patienten ihre Basistherapie unterbrechen, solange kein Verdacht auf eine aktive Infektion mit dem Coronavirus besteht (z.B. Husten, Atemnot und/oder Fieber ≥ 38ºC).» (Stand 24.03.2020)
Müssen besonders gefährdete Personen zur Arbeit?
Besonders gefährdete Personen sollen zu Hause bleiben. Als besonders gefährdete Personen gelten Personen ab 65 Jahren und Personen, die insbesondere folgende Erkrankungen aufweisen: Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Atemwegserkrankungen, Krebs oder Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen (immunsupprimierte Personen).
Besonders gefährdete Arbeitnehmer/innen erfüllen ihre arbeitsvertraglichen Pflichten möglichst von zu Hause aus. Wenn kein Home-Office möglich ist oder wenn der Arbeitgeber die Schutzmassnahmen nicht einhalten kann, werden sie vom Arbeitgeber unter Lohnfortzahlung beurlaubt. Arbeitnehmer/innen müssen ihre besondere Gefährdung durch eine persönliche Erklärung geltend machen. Der Arbeitgeber kann ein ärztliches Attest (eine medizinische Bestätigung) verlangen.
Siehe auch Artikel 10 der Verordnung 2 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (COVID-19).
Bekomme ich meine Medikamente auch weiterhin?
Plaquenil® (Hydroxychloroquin)
Bei der Versorgung mit Plaquenil® ist es verschiedentlich zu Engpässen gekommen, da es Hinweise auf eine Wirksamkeit dieses Medikamentes bei COVID-19 Infektion (Coronavirus) gibt und es deshalb in dieser Indikation neu eingesetzt wird, zusätzlich zum Einsatz bei rheumatischen Krankheiten.
Zum aktuellen Zeitpunkt kann der Hersteller Sanofi Aventis weiterhin Plaquenil® liefern, dieses soll wie bisher über die lokalen Apotheken bezogen werden. Für den Fall, dass in nächster Zeit nichts mehr im regulären Handel verfügbar wäre, sind genügend Generika-Reserven vorhanden beziehungsweise zugesagt, um die Versorgung nicht nur von Patientinnen und Patienten mit einer COVID-19-Infektion, sondern auch von Rheumabetroffenen sicherzustellen. Diese Reserven sind aber nicht über den üblichen Weg zu beziehen, sondern werden an eine zentrale Stelle geliefert, die im koordinierten Sanitätsdienst jeweils kantonal festgelegt ist (z.B. für Basel und Genf die Spitalapotheke oder in anderen Kantonen die Kantonsapotheke).
Patientinnen und Patienten, die Plaquenil® benötigen und dieses nicht über den üblichen Weg erhalten, kontaktieren ihren behandelnden Arzt oder ihre behandelnde Ärztin, der/die wiederum Plaquenil® beim kantonsärztlichen Dienst beziehen kann.
Wo finde ich weitere Informationen?
Die Lage ändert sich laufend. Aktuelle Informationen und Antworten auf häufige Fragen zum Coronavirus finden Sie auf der Webseite der Schweizerischen Gesellschaft für Rheumatologie.
Auch die Rheumaliga Schweiz aktualisiert fortlaufend ihre Informationen zu Rheuma und Corona.
Weitere Informationen zu Medikamenten erhalten Sie bei der Rheumaliga unter Informationen zu Plaquenil® und Actemra®.
Das BAG hat für Fragen eine Telefon-Hotline eingerichtet (täglich von 8 bis 18 Uhr):
- Für Gesundheitsfachpersonen: 058 462 21 00
- Für die Bevölkerung: 058 463 00 00
Umfrage - Leben mit Lupus im Jahr 2020
Die Forschung macht laufend Fortschritte. Aber es gibt noch Vieles, das wir nicht über den Lupus wissen. Helfen Sie mit, neue Erkenntnisse über unsere Krankheit zu gewinnen, indem Sie bis Ende Mai 2020 an der Umfrage von Lupus Europe «Leben mit Lupus im Jahr 2020» teilnehmen. Egal, ob Ihr Lupus seit Jahren schläft, oder ob Sie gerade einen Schub haben, Ihre Antworten tragen dazu bei, ein möglichst aussagekräftiges Bild der heutigen Situation zu erhalten. Die Umfrage dauert etwa 10 Minuten und ist in 19 Sprachen verfügbar.
Hier geht’s zur Umfrage.