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In unserem Monats – Blog schreibe und informiere ich, Martin Spors “der Sommelier mit der Kette”, über spannende Themen aus unserer Weinwerft – Weinwelt. Als diplomierter Sommelier findet ihr mich in unserer Vinothek an der Leuengasse 50 in Uitikon Waldegg.
Die Weinbaugeschichte Mallorcas
Man geht davon aus, dass bereits die Phönizier seit dem 7. Vorchristlichen Jahrhundert sporadisch Weinbau auf der grössten Baleareninsel betrieben. Belegt wird der Weinbau dann während der römischen Zeit. Im Jahr 121 nach Christus erwähnt Plinius der Ältere die Weine Mallorcas und scheute auch ihren Vergleich mit den besten Weinen Italiens in diesem Zusammenhang nicht.
Im Laufe der nächsten Jahrhunderte wurde der mallorquinische Wein, neben einigen anderen Handelsgütern, wie Keramik, Leder, Oliven oder auch Mandeln, zu einem Exportschlager. Dies wurde durch die Lage der Insel an einigen wichtigen Handelsroute im Mittelmeer ermöglicht und begünstigt.
Selbst während der, ab dem Jahre 902 n.Chr. beginnenden Herrschaft der Mauren kam der Weinbau nicht zum Erliegen. Im Liber maiolichinus, ein Buch, das über die Rückeroberung der Insel durch die Christen berichtet, heisst es, dass die Truppen „den Durst mit dem Wein
der Sarazenen löschten“. Ebenso wird erwähnt, dass der Araber Beni Abet König Jaume I. im Jahre 1289, der die Reconquista anführte, „Trauben von hervorragender Qualität“ angeboten wurden. In der Folge wurde der Weinbau auf der Insel vom mallorquinischen Königshof weiter gefördert.
Seine absolute Blüte erlebte der mallorquinische Weinbau in den Jahren 1865 bis 1890. Auf dem europäischen Festland hatte Phyloxera, die Reblaus, Einzug gehalten und ihr Vernichtungswerk begonnen. Durch die insulare Lage bleibt Mallorca vorerst verschont von dem gefrässigen Insekt. Mallorca wird, zusammen mit der La Rioja, der führende Weinproduzent Europas. Alle anderen Handelsprodukte der Insel rückten in den Hintergrund. Im Jahr 1891, in dem 50 Millionen Liter Wein produziert wurden, gelangte die Reblaus mit einem Schiff auf die Insel. Aufgrund der relativ geringen Grösse Mallorcas konnte sie relativ schnell melden „Mission completed“! Der Weinbau brach innert kürzester Zeit nahezu komplett zusammen, und es begann eine Landflucht zurück auf das Festland, oder in die grösseren Städte.
Nach dieser Katastrophe besann man sich wieder auf die anderen Stützen der Landwirtschaft. Es wurden wieder vermehrt Mandel- und Olivenbäume gepflanzt. Auch Francos Agrarpolitik war eher kontraproduktiv. Wein wurde fast nur noch für den Eigengebrauch produziert.
Mit dem Aufkommen des Tourismus wurde auch die Weinherstellung wieder etwas belebt. Allerdings erfolgte der richtige Aufschwung erst Ende der 80er Jahre. 1991 wurde die geschützte Ursprungsbezeichnung D.O. Binissalem gegründet. Sie diente vornehmlich dem Schutz der eigenen Weine vor den vom Festland eingeführten Weinen. Man konzentrierte sich anfangs auf die autochthonen Rebsorten, wobei im Laufe der Zeit auch die internationalen Rebsorten Verbreitung fanden. 1999 folgte die D.O. Pla i Llevant. Aber auf diese beiden Gebiete und ihre Eigenschaften und Eigenheiten werde ich in einem weiteren Blog noch genauer eingehen.
Momentan werden auf Mallorca auf circa 2.500 Hektar Fläche ungefähr 15 Millionen Liter Rot und Weissweine produziert. Auch die autochthonen Rebsorten dieser schönen Insel werde ich in einem anderen Blog noch genauer behandeln.
Bis dahin erhebe ich das Glas und sage, Salud!
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