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Als sich Pirmin Zurbriggen noch rechtzeitig erhob
Pirmin Zurbriggen hält mit seinem «Knie der Nation» die Nation in Atem, der FC Aarau wird Cupsieger, und Davos wird letzter Meister vor der Playoff-Einführung. Dies ist das Schweizer Sportjahr 1985.
Am 11. und am 12. Januar 1985 gewann Pirmin Zurbriggen zwei Weltcup-Abfahrten auf der Streif in Kitzbühel. In der zweiten Abfahrt, der klassischen Hahnenkamm-Abfahrt, zog sich Zurbriggen am Zielsprung, der 2009 Daniel Albrecht zum Verhängnis wurde, eine Knieverletzung zu, die sich als Meniskusschaden herausstellte. Es begann ein Rennen zwischen der Medizin und der Zeit. Es blieben weniger als drei Wochen, in denen der Walliser für den Höhepunkt des Winters, die Abfahrt der Weltmeisterschaften in Bormio, fit gebracht werden sollte.
Die ganze Schweiz fieberte, Zurbriggens linkes Knie wurde das «Knie der Nation». Alles lag in den Händen des Sportarzts Bernhard Segesser in der Rennbahnklinik Muttenz. MRI und Computertomographie gab es so wenig wie das Handy. Segesser entschied sich nicht für eine Arthroskopie, wie sie damals erst im Aufkommen war, sondern für eine kombinierte Operationstechnik, bei der nur ein kleiner Teil des Knies geöffnet wurde. Wie Segesser viel später preisgab, erlaubte es die Technik, einen Teil des Meniskus zu entfernen und das Gewebe und die Muskulatur nahezu intakt zu lassen.
Zurbriggen musste früher fit sein als am Renntag, dem 3. Februar. Das erste Training in Bormio war schon für den 28. Januar vorgesehen. In den zwei Wochen bis dorthin bekam er von überall Blumen, Pralinés und andere Geschenke. Ganze Schulklassen wollten ihn besuchen. Nie zuvor hatte ein Gelenk die Schweiz so bekümmert. Das Drama füllte Zeitungsseiten und Nachrichtensendungen.
Es verwunderte schliesslich nicht, dass die WM-Abfahrt die meistgesehene Sportübertragung in der Geschichte des Schweizer Fernsehens wurde. 1«749»000 Personen schauten. Allerdings blieben damals sowieso mehr Menschen als sonst lieber hinter dem Ofen. Die ersten zwei Monate 1985 waren bitter kalt. Die Seen waren zugefroren. Es vergingen hierauf mehr als 21 Jahre, bis ein Sportereignis - es war der Fussball-WM-Achtelfinal Schweiz - Ukraine - fast so viele Leute vor den Fernseher lockte.
Wird er tatsächlich fahren können? Wie gut ist er nach der Pause, in der er unter anderem die Lauberhornrennen auslassen musste? Pirmin Zurbriggen lieferte die klaren Antworten. Zwei Tage vorher hatte er schon Gold in der Kombination gewonnen. In der Spezial-Abfahrt fuhr er mit der Startnummer 1. Die Uhr blieb bei 2:06,68 stehen. Es wurde die Siegerzeit. Peter Müller kam auf 11 Hundertstel heran, der Amerikaner Doug Lewis auf 14 Hundertstel. Alle Übrigen, angeführt von Franz Heinzer und Franz Klammer, wurden klar distanziert. Fünf Tage später wurde Zurbriggen um ein Haar auch im Riesenslalom Weltmeister. Er liess sich von Sieger Markus Wasmeier nur um fünf Hundertstel schlagen.
Hitzfelds erster Streich
Der FC Aarau hatte die Schweizer Fussballmeisterschaft 1983/84 als braver Zehnter in der Sechzehnerliga abgeschlossen. In der gleichen Saison führte Ottmar Hitzfeld den SC Zug - in seinem ersten Jahr als Trainer - in die NLA. Hitzfeld heuerte im Sommer 1984 in Aarau an und brachte den Erfolg ins Brügglifeld. Mit einem guten, aber nicht überragenden Kader wurde Aarau in der Meisterschaft Zweiter, vier Punkte hinter Servette, drei Punkte vor dem damals bereits starken Neuchâtel Xamax.
Aarau und Xamax standen sich am Pfingstmontag, 27. Mai 1985, auch im Cupfinal in Bern gegenüber. Es war das Duell der Trainer Ottmar Hitzfeld und Gilbert Gress. Beim Stand von 0:0 schien es auf eine Verlängerung hinauszulaufen, als Mittelfeldspieler Walter Iselin, vom FCZ gekommen, etwas Platz vorfand. Aus mehr als 30 Metern schoss er aufs Tor. Der Ball schlug im linken Lattenkreuz ein, Goalie Karl Engel konnte nichts ausrichten. Es war ein Traumtor, das Hitzfeld in der ersten Saison mit einem oberklassigen Verein den ersten Titel einbrachte. In der damaligen Aarauer Mannschaft spielten unter anderen Charly Herberth, Walter Seiler, Rolf Osterwalder, Roberto Fregno, James Meyer, Agapios Kaltaveridis und Goalie Roberto Böckli.
Davos Meister vor langer Durststrecke
Im Frühling 1985 wurde der HC Davos zum 25. Mal Schweizer Eishockeymeister. Es sollte für 17 Jahre der letzte Titel des Rekordmeisters bleiben. In jener Saison wurde in der NLA letztmals eine Qualifikation über 28 Runden und anschliessend eine Finalrunde mit zehn Spieltagen ausgetragen. In der Saison 1985/86 fielen die Entscheidungen erstmals in den Playoffs.
Davos wurde unter Trainer Dan Hober sechs Punkte vor Lugano ein souveräner Meister. Verteidiger Ron Wilson war mit 91 Punkten der klar beste Skorer des Liga. Die weiteren bekannten Namen beim HCD waren Lance Nethery, Jörg Eberle, Jacques, Claude und Sergio Soguel, Enrico Triulzi, Christian Weber, Fausto Mazzoleni, Marco Müller und der früh verstorbene Goalie Richi Bucher.