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Wohnanlage Sentihof
Adresse
6003 Luzern
LU
Architektur
Als attraktiver Wohnstandort, was sowohl die Lage als auch die Ausstattung anbelangt, setzte der Sentihof in den 1950er-Jahren neue städtebauliche und architektonische Massstäbe in Luzern. Die von der Denkmalpflege als schützenswert eingestufte Wohnanlage markiert signifikant den nordwestlichen Stadteingang. Das Hochhaus zitiert in einer modernen Formensprache die gegenüberliegenden Türme der mittelalterlichen Museggmauer.
Chronologie
Der Sentihof erweiterte die Luzerner Innenstadt in der Nachkriegszeit um 293 Wohnungen und damit um Wohnraum für über 600 Menschen. Neben einigen Ladenlokalen ist in der Wohnanlage auch ein Kindergarten angesiedelt. Nach dem Abbruch der Reitschule und der Strafanstalt füllte der Sentihof die Brache zwischen der Altstadt und dem im ausgehenden 19. Jahrhundert entstandenen (Stein-)Bruchviertel, ursprünglich ein Arbeiterquartier. Die Gebäude, geplant vom Luzerner Architekten Heinrich Auf der Maur, wurden in den Jahren 1953 bis 1954 unter der Leitung des Generalunternehmers Ernst Göhner realisiert. Die Wohnungen wurden erstmals 1986 und ein weiteres Mal in den Jahren 2016/17 saniert. Für 2018 wird eine Tiefgarage unter dem Innenhof ergänzt. Die Planung und Ausführung erfolgt durch die Anliker Generalunternehmung.
Lage
Die Wohnanlage befindet sich am nordwestlichen Rand der Luzerner Innenstadt zwischen der Militär- und der Baselstrasse. Im Osten des Gebäudes liegt die Gütschstrasse, im Westen ist die Wohnanlage von Bahngleisen und im Norden von der Reuss umgeben. Der Sentihof umfasst eine Blockrandbebauung und ein signifikantes Hochhaus. Das Hochhaus ist an der nördlichen Ecke der Parzelle parallel zur Reuss angesiedelt. Die Blockrandbebauung ist leicht abgedreht dazu positioniert und orientiert sich an der Gütschstrasse. In den 1970er-Jahren wurde im Norden unmittelbar neben dem Gebäudekomplex ein Zubringer zur Autobahn A2 realisiert, was die Wohnqualitäten im Sentihof erheblich beeinträchtigt.
Beschreibung
Die Blockrandbebauung umfasst sieben Geschosse. Auf Seite der Baselstrasse und an der südlichen Ecke der Gütschstrasse definieren die grossen Schaufensterfronten der Ladenlokale das Eingangsgeschoss, welches mit Natursteinplatten verkleidet ist. Darüber befinden sich sechs gleichmässig aufgebaute Wohngeschosse. Die weiss verputzte Fassade wird durch regelmässige Fensteröffnungen gegliedert. Die Länge der Fassaden wird durch Balkone mit grauen Betonbrüstungen in der Vertikalen unterteilt. Abgeschlossen wird die Fassade mit einer auskragenden Traufe: Der Bau besitzt ein Walmdach, das allerdings erst hinter der Traufplatte ansetzt und dem Betrachter somit ein Flachdach suggeriert. Auf Seite der Gütschstrasse und der Militärstrasse führen Durchgänge zum begrünten Innenhof, der mit einem Spielplatz ausgestattet ist und zum Verweilen einlädt. Die Gestaltung der Hoffassaden entspricht denen der Aussenfassaden. Das zwölfgeschossige Hochhaus gründet auf einem Sockelgeschoss und ist durch Passerellen mit der Blockrandbebauung verbunden. Es besitzt eine regelmässige Lochfassade und ist mit Loggien versehen.
Die Wohnungsgrössen im Sentihof variieren zwischen einem und vier Zimmern – organisiert in funktionalen Grundrissen.
Literatur
Themen