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Ihre Familie ist «am Boden zerstört», Fans weltweit sind in tiefer Trauer: Gestern Montag verstarb die Leadsängerin der Rockgruppe «The Cranberries». Die irische Band landete vor über 20 Jahren mit dem Song «Zombie» einen Welthit. Seither tourte Dolores O'Riordan - solo und mit Band - durch die ganze Welt. Erst im vergangenen Jahr erschien mit «Something Else» das jüngste «The Cranberries»-Album.
Der Song «Why» vom Album «Something Else»
Die letzten Tage nun weilte die Sängerin offenbar für neue Studioaufnahmen in London, wie die irische Zeitung «Independent» berichtet. Dieses Mal mit der Band «Bad Wolves» ihres Lebenspartners Olé Koretsky.
Missbrauch, Anorexie, Depressionen
Am Montagmorgen fand man O'Riordan tot in ihrem Hotelzimmer im Hilton. Über die Todesursache wird weiterhin gerätselt. Inzwischen aber wird immer klarer: Hinter der erfolgreichen Fassade kämpfte eine Frau mit ihrer Vergangenheit. Bereits vor drei Jahren sprach sie in einem Interview mit dem «Belfast Telegraph» offen über ihre Probleme, die sie auf den sexuellen Missbrauch zurückführte, den sie als Kind erlitten hatte.
«Ich hatte Anorexie, dann Depressionen, einen Zusammenbruch. Ich wusste, warum ich mich selbst hasste. Ich wusste, warum ich mich selbst verschwinden lassen wollte», erzählte O'Riordan. Und wie «TMZ» schreibt, soll O'Riordan 2013 sogar versucht haben, sich das Leben zu nehmen.
2017 machte die Sängerin dann publik, dass bei ihr im Jahr 2015 eine biopolare Störung diagnostiziert wurde. «Das Spektrum hat zwei Enden - du kannst extrem deprimiert und düster werden und das Interesse an den Dingen verlieren, die du liebst. Dann wirst du wieder super manisch», so die Cranberries-Sängerin damals im Interview mit «Metro».
«Sie klang lebensfreudig»
Die letzten Tage beschreiben Freunde der Sängerin als ein Auf und Ab der Gefühle. So bezieht sich «TMZ» auf Bekannte, welche den Gemütszustand der dreifachen Mutter in den letzten Wochen als «schrecklich deprimiert» beschreiben. Grund dafür seien ihre Rückenschmerzen gewesen, welche sie schon seit Jahren plagte - und im vergangenen Jahr sogar zu mehreren Konzertabsagen geführt hatten.
Andere Freunde wiederum sagten gegenüber der britischen «Daily Mail», O'Riordan habe vor Weihnachten noch «glücklich und gesund» gewirkt. Dain Wait, ein weiterer Freund der Sängerin, erhielt wenige Stunden vor ihrem Tod sogar noch eine Sprachnachricht der 46-Jährigen: «Sie klang lebensfreudig, machte Witze und freute sich, mich und meine Frau diese Woche zu sehen.»
«Nicht verdächtig»
Was nach diesem Anruf bei Dain Wait im Hotelzimmer von Dolores O'Riordan geschah, werden wohl erst die weiteren Untersuchungen zeigen. Bisher bestätigte die Polizei erst, dass der Tod «plötzlich» eingetreten sei. Aber auch, dass der Tod zurzeit «nicht als verdächtig» behandelt werde.
Der grösste Hit von «The Cranberries»: «Zombie»