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Vom postkolonialen Scheitern der Reinheit – internationale Solidarität und kritische Entwicklungspolitik in der Schweiz 1970-1990
Die in den 1970er-Jahren in der Schweiz entstehende entwicklungspolitische Bewegung kritisierte früh ethnozentrische Perspektiven und postkoloniale Kontinuitäten von Schweizer Akteuren in den Bereichen Wirtschaft, Finanzplatz, Kultur, Wissenschaft und Entwicklungspolitik. Damit verhalf sie einer Perspektive zu breiterer Aufmerksamkeit, die aus der Überwindung des Kolonialismus und auch den Erfahrungen des Fortbestehens der Ausbeutungsverhältnisse entstanden war. Dabei war aber diese "Dritte-Welt-Bewegung" auch in der Schweiz nicht frei von imaginierten Gemeinsamkeiten mit postkolonialen Befreiungsbewegungen und komplexitätsreduzierenden Binaritäten zwischen Unterdrückern und Opfern. Das Referat wird der in der Schweiz artikulierten Kritik an ausgewählten Beispielen nachgehen und dabei einen Beitrag leisten zu einer Geschichte der postkolonialen Kritik in der Schweiz. Zusätzlich werden aber auch die blinden Flecken und kolonialen Projektionen thematisiert, die aus dem Wunsch nach eindeutigen Zuschreibungen im Zuge von postkolonialen Solidarisierungen entstehen.