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In einem Gehirn ohne ADHS regulieren Botenstoffe, sogenannte Neurotransmitter, die Weiterleitung von Signalen zwischen den Hirnzellen. Sie leiten Informationen weiter, die unser Erleben und Verhalten steuern, auslösen oder hemmen. Die Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin sorgen zum Beispiel dafür, dass wir motiviert und wach sind und unsere Aufmerksamkeit gezielt fokussieren können.
Im Gehirn einer Person mit ADHS stehen Dopamin und Noradrenalin jedoch nicht in ausreichender Menge zur Verfügung. Das bedeutet, dass Reize anders verarbeitet werden, und Menschen mit ADHS ihre Umgebung anders wahrnehmen. Darüber hinaus haben sie Schwierigkeiten, ihr Verhalten zu steuern und zu kontrollieren. Dies zeigt sich in impulsivem Verhalten oder schnellem Abgelenktsein.
Einige Studien mit Gehirnscans deuten auch darauf hin, dass Menschen mit ADHS Veränderungen in bestimmten Gehirnregionen aufweisen. Diese Veränderungen betreffen den rechten Frontallappen, die Basalganglien und das Cerebellum, die in die Steuerung von Bewegungsabläufen involviert sind. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Ergebnisse dieser Studien nicht einheitlich sind, und es ist unklar, ob diese Veränderungen ADHS verursachen oder beeinflussen. Für die Behandlung von ADHS ist das Neurotransmittersystem von größerer Bedeutung, da es mit Medikamenten beeinflusst werden kann.
Studien haben gezeigt, dass bei Menschen mit Autismus Unterschiede in der Gehirnstruktur im Vergleich zu neurotypischen Personen auftreten können. Diese Unterschiede können in verschiedenen Hirnregionen auftreten, einschließlich des limbischen Systems, des frontalen Cortex und der Spiegelneuronen, die für soziale Interaktionen von Bedeutung sind. Bei Frauen mit Autismus wurden beispielsweise Unterschiede in der Amygdala, einer Hirnregion, die an der Verarbeitung von Emotionen beteiligt ist, festgestellt.
Untersuchungen mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRI) haben gezeigt, dass die Konnektivität im Gehirn von Menschen mit Autismus anders sein kann. Dies bedeutet, dass die Art und Weise, wie verschiedene Hirnregionen miteinander kommunizieren, verändert sein kann. Bei Frauen mit Autismus können diese Veränderungen in der Konnektivität dazu beitragen, Schwierigkeiten bei der Verarbeitung sozialer Informationen und der Interpretation von Emotionen zu erklären.
Betroffene haben eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber sensorischen Reizen wie Geräuschen, Lichtern und Berührungen. Dies kann auf Unterschiede in der Verarbeitung sensorischer Informationen im Gehirn zurückzuführen sein. Die Verarbeitung dieser Reize kann das Verhalten und die Wahrnehmung von Frauen mit Autismus beeinflussen. Wichtig zu betonen ist, dass sowohl ADHS und auch Autismus bei jeder Person anders auftreten, es ist ein Spektrum.
©Paula Deme, Healing Thriving Happiness 2023