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Die jüdische Erziehung
Es ist wohlbekannt, dass das Judentum grossen Wert auf Erziehung legt. Aber was es unter Erziehung versteht, ist nicht so bekannt. Das hebräische Wort für Erziehung heisst chinuch. Das bedeutet nicht nur formale Schulbildung. Wörtlich bedeutet es «Weihung» und bezieht sich auf die Vorbereitung des Kindes auf das Leben, nicht nur für seinen Lebensunterhalt. (Donin, S. 138).
Die Eltern sind verpflichtet, ihren Kindern das Wissen von Tora, Talmud und anderen jüdischen Quellen zu lehren und sie zur Erfüllung der Gebote der Tora (mitzwot) ihrem Alter und ihren Fähigkeiten entsprechend zu erziehen.
Die heutigen Schulgesetze nehmen in vielen Belangen auf die jüdischen Bedürfnisse Rücksicht. So ist es auch möglich, die Kinder nicht nur an den Feiertagen, sondern jeden Samstag vom Schulbesuch zu dispensieren, sofern nicht überhaupt der Samstag schulfrei ist. Viele jüdische Familien ziehen es aber vor, ihre Kinder in der Schule jüdisch unterrichten zu lassen. Dies hat nicht nur den Vorteil, dass sich der Stundenplan nach dem jüdischen Kalender richtet, sondern dass die Kinder ausser den normalen Schulfächern auch in jüdischer Religion und Kultur unterrichtet werden. In Basel gibt es jüdische Kindergärten, Primar- und Mittelschulen. Diese werden nach der jeweiligen jüdischen Gemeinde beschrieben.
Donin schreibt (S.141): «Die religiöse Erziehung und Vorbereitung von Söhnen und Töchtern jeden Alters ist entscheidend für den Fortbestand des jüdischen Erbes und der Weltjudenheit. Sie muss im Budget jüdischer Gemeinden überall den ersten Rang einnehmen und darf nur dann in zweiter Linie kommen, wenn es sich um Bemühungen handelt, Menschen aus unmittelbarer Lebensgefahr zu retten.»
Die beiden Basler Gemeinden und die jüdischen Eltern nehmen viel auf sich, um diesem Anspruch gerecht zu werden und die Kinder optimal jüdisch erziehen zu können. (Näheres dazu bei den Gemeinden)
Die jüdische Bildung und Erziehung im weitesten Sinn ist auch das Anliegen der jüdischen Buchhandlung.
[int.Nr.: 20e7]