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In den vergangenen elf Jahren hat sich die landwirtschaftliche Fläche Brasiliens um 16,5 Millionen Hektar erhöht und damit um eine Fläche, die viermal so groß ist wie die Schweiz. Zugelegt haben vor allem die Großgrundbesitzer mit mehr als tausend Hektar Land. Auf sie entfallen 16,3 Millionen Hektar der neu bewirtschafteten Flächen.
Während die Großgrundbesitzer an Fläche und Zahl zugenommen haben, haben etliche Betriebe mit weniger als 100 Hektar ihre Produktion eingestellt, wie aus dem vorläufigen “Censo Agro 2017“ hervorgeht. Der wurde vom brasilianischen Statistikamt erarbeitet und vorgelegt.
Wie sehr die Großgrundbesitzer immer mehr an Land gewinnen, zeigt ebenso die Landverteilung. Laut IBGE vereinen die 4,5 Millionen Besitzer mit bis zu einhundert Hektar Landbesitz eine Fläche von 72 Millionen Hektar. 52 Millionen Hektar werden hingegen von lediglich 2.400 Großgrundbesitzern bewirtschaftet, die jeweils mehr als 10.000 Hektar ihr Eigen nennen.
Stellung wird im “Censo Agro 2017“ auch zu den illegalen Kahlschlägen im Amazonas-Regenwald und dem Cerrado genommen. Ein Zusammenhang zwischen den Rodungen mit der Erhöhung von Acker- und Weideflächen könne nicht direkt nachgewiesen werden, heißt es.
Ein Vergleich mit der Rodungsstatistik zeigt allerdings, dass ausgerechnet in den Bundesstaaten die landwirtschaftlichen Flächen am stärksten erhöht worden sind, die ebenso bei der Kahlschlagsstatistik seit Jahren an der Spitze stehen: Mato Grosso und Pará.
Verzeichnet wurde zwischen 2006 und 2017 ebenso eine Modernisierung des Landbaus. Mittlerweile sind mehr Traktoren und Erntegeräte im Einsatz. In den elf Jahren hat die Zahl der Traktoren um 49,7 Prozent zugenommen. Von den 5,07 Millionen Betrieben besitzen allerdings nur 1,22 Millionen einen Traktor.
Einher gegangen ist die Zunahme der Großmaschinen mit einem Abbau von 1,5 Millionen Arbeitsplätzen der Landarbeiter. Dennoch bietet die Landwirtschaft jedoch etwa 15 Millionen direkte Arbeitsplätze.
2017 ist in Brasilien eine Fläche von 350 Millionen Hektar bewirtschaftet worden, fünf Prozent mehr als 2006. Die Gesamtzahl der Betriebe hat hingegen um zwei Prozent abgenommen.
Geschrumpft ist die Anbaufläche von Kaffee, Früchten und anderen Langzeitkulturen. Sie haben um 31,7 Prozent abgenommen. Gewachsen sind indes die Flächen einjähriger Kulturen wie Zuckerrohr, Soja und anderer Körner.
Zugenommen hat ebenso der Einsatz von Agro-Chemikalien (20,4 Prozent). Auch wird mehr bewässert. Die Steigerung bei der Bewässerung wird mit 52 Prozent angegeben, was die Zahl der Betriebe und die Flächen betrifft.