Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03093.jsonl.gz/1345

Das Jugendorchester aus dem südchinesischen Kanton wurde 2011 vom Guangzhou Symphonieorchester gegründet und war damit das erste chinesische Jugendorchester, das von einem professionellen Orchester ins Leben gerufen wurde. Sein erstes Konzert fand 2012 in der spektakulären Xinghai Konzerthalle der Elf-Millionen-Metropole Guangzhou statt. 2013 startete das Jugendorchester eine eigene Konzertreihe; außerdem fanden inzwischen über 20 Konzerte für Schüler aller Altersklassen statt. Eine enge Zusammenarbeit verbindet die jungen Musiker nicht nur mit den Mitgliedern des Guangzhou Symphonieorchesters, sondern auch mit namhaften Musikern des China Philharmonic, des Shanghai Opera House und der Hong Kong Sinfonietta. Austauschprojekte brachte das Jugendorchester mit dem Hong Kong Youth Symphony Orchestra und dem Macao Youth Symphony Orchestra zusammen.
Konzerthaus, Berlin
Prof. Dr. h.c. Klaus-Dieter Lehmann ist der Präsident des Goethe-Instituts.
Dieser Mann ist ein Phänomen: Als diplomierter Mathematiker und Physiker arbeitete Prof. Dr. h.c. Klaus-Dieter Lehmann in der Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut, die 1969 die erste Proben der Apollo-11-Mission untersuchte, hatte er selbst doch zuvor ein hochauflösendes Massenspektrometer entwickelt, mit dem man kleinste Mengen von Isotopen nachweisen konnte. Dennoch begann der damals 29-Jährige buchstäblich einen zweiten Bildungsweg – und wurde Bibliothekar. Inzwischen ist der Mann, der die Deutsche Nationalbibliothek als Zusammenschluss unterschiedlicher Standorte gründete, in seiner zweiten Amtszeit als Präsident des Goethe-Instituts, einem international funktionierenden Netzwerk aus 160 Institutionen in 94 Ländern. Er ist Träger vieler Auszeichnungen, u.a. des Großen Bundesverdienstkreuzes, als ehemaliger Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz maßgeblich verantwortlich für die Sanierung der Berliner Museumsinsel, Mitbegründer der Idee des Humboldt-Forums – die Liste ließe sich in dieser Größenordnung weiterführen. Er selbst sagt bescheiden: «Ich bin in erster Linie ein Vermittler. Ich liebe es, Menschen zusammenzubringen und an Ideen teilhaben zu lassen». Dieses Verhalten hat ihm zu viel Respekt und Anerkennung verholfen, Frank-Walter Steinmeier nennt ihn „den Humanisten der digitalen Wissensgesellschaft“. Es ist uns eine Ehre, ihn als Paten für das Guangzhou Youth Orchestra zu wissen, und freuen uns das das Orchester eines seiner Lieblingswerke spielen wird: den „Feuervogel“ von Strawinski.
Seit 2014 amtiert Huan Jing als Chefdirigentin des Guangzhou Youth Orchestra. Ihre musikalische Ausbildung erhielt die 31 Jahre junge Chinesin zuerst am Zentralkonservatorium in Beijing, anschließend setzte sie ihr Studium in den USA an der Universität von Cincinnati fort. Dort sammelte sie erste Erfahrungen als Assistenzdirigentin beim Cincinnati Symphony Orchestra und beim Cincinnati Youth Orchestra (2011-13) und leitete Aufführungen von Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“, Puccinis „Turandot“ und Strawinskis „The Rake’s Progress“. Einladungen führten Huan Jing nach Kroatien, Polen und zum Spoleto-Festival in Italien. Seit September 2013 fungiert sie als Hausdirigentin beim Guangzhou Symphony Orchestra, wo sie mit Tschaikowskis Violinkonzert und Maxim Vengerow als Solist ihren Einstand gab.
Seit dem Gewinn der Goldmedaille beim Internationalen Van Cliburn- Klavierwettbewerb in Fort Worth, Texas im Jahr 2009 hat Haochen Zhang schnell international Karriere gemacht. Zu den Höhepunkten der letzten Jahre zählten 2013 die China-Tournee mit den Münchner Philharmonikern unter Lorin Maazel und eine Verpflichtung als Artist in Residence beim Shanghai Symphony Orchestra in der Saison 2013/14. Im Dezember 2014 spielte Haochen Zhang unter Valery Gergiew Prokofjews zweites Klavierkonzert in Beijing; im Februar 2015 debütierte er beim Los Angeles Philharmonic unter Xian Zhang mit Tan Duns Klavierkonzert „Triple Resurrection“. Mit elf Jahren kam der Pianist 2001 an die Musikschule im südchinesischen Shenzhen, später studierte er zuerst am Konservatorium von Shanghai und anschließend am Curtis Institute in Philadelphia unter Gary Graffman.
www.haochenzhang.com
Der chinesisch-australische Cellist ist in Berlin kein Unbekannter: Li-Wei Qin trat hier bereits mit dem Konzerthausorchester, mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester und zuletzt auch mit dem Deutschen Symphonie-Orchester auf. Als Preisträger des Tschaikowski-Wettbewerbs in Moskau und des Naumburg-Wettbewerbs in New York führen den Cellisten Einladungen um die ganze Welt: In London und Prag trat er ebenso auf wie in Sydney und Auckland, Osaka und Hong Kong, beim Rheingau Musik Festival und im Lincoln Center in New York. Geboren 1976 in Shanghai, ging Li-Wei Qin als 13-Jähriger mit seiner Familie nach Australien; später studierte er bei Ralph Kirshbaum in Manchester und David Takeno in London. Spektakuläre Auftritte absolvierte der Cellist auch bei den Olympischen Spielen 2008 in Beijing und 2012 in London. Seine Diskographie umfasst Werke von Beethoven und Rachmaninow ebenso wie die Cellokonzerte von Dvořák, Elgar und Walton. Li-Wei Qin spielt auf einem Guadagnini-Cello von 1780.
www.liweicello.com
Jia Lei zählt heute zu den angesehensten Sheng-Virtuosen in China. Ausgebildet am Konservatorium in Xi’an und am Zentralkonservatorium in Beijing, gewann er 1995 den Exzellenzpreis des Nationalen Musikwettbewerbs und wurde als Sheng-Spieler in das nationale chinesische Jugendorchester aufgenommen. Nach seinem Diplom wirkte er an der Nationaloper und am Theater für Tanz und Drama. Mit dem Chinesischen Rundfunk-Orchester trat Jia Lei im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins auf. Seit 2001 ist der Sheng-Spieler Mitglied des China National Orchestra, seit 2004 auch des Macao Chinese Orchestra.
«Till Eulenspiegels lustige Streiche» op. 28 (1894)
«Er Huang», Konzert für Klavier und Orchester (2009)
«Duo» Konzert für Cello, Sheng und Orchester (2013, Deutsche Erstaufführung)
«Der Feuervogel» Suite Nr. 2 (1919)
19:00 Uhr: Konzerteinführung im Werner-Otto-Saal — Einlass mit Konzertticket um 18:45 Uhr
Moderation: Cornelia Stank
In Kooperation mit der Körber-Stiftung.
PROGRAMM
China trifft Europa: Das gilt nicht nur für den äußeren Rahmen, sondern vor allem für das Programm, mit dem das Jugendorchester aus dem südchinesischen Kanton erstmals bei Young Euro Classic auftritt. Im Zentrum des Konzerts präsentiert sich das musikalische China der Gegenwart. Das Klavierkonzert „Er Huang“ von Qigang Chen hat 2009 niemand anderes als Tastenstar Lang Lang in New York uraufgeführt. Und das „Duo“ von Zhao Lin bringt das ganz und gar ungewöhnliche Zusammenspiel eines Solo-Cellos mit den Klängen des traditionellen chinesischen Blasinstruments Sheng zusammen. Gerahmt wird der Abend von zwei europäischen „Klassikern“: der überschäumend-kecken Tondichtung „Till Eulenspiegels lustige Streiche“ des kaum 30-jährigen Richard Strauss und der in allen Farben schillernden Suite aus dem Märchenballett „Der Feuervogel“ von Igor Strawinski.