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| Hilarius von Poitiers († 367) - Kommentar zum Evangelium des Matthäus

Achtzehntes Hauptstück
1.
Inhalt.
Von den Kindern, welche abgehalten wurden, und von der Demuth derselben, welche wir annehmen sollten; von dem Ausreissen der Hand, des Fußes und des Auges; von dem Verlornen Schafe, davon, daß die Brüder anfangs heimlich, dann vor zwei Zeugen, und zuletzt in Gegenwart der Kirche zurecht gewiesen werden sollten. Daß man immer verzeihen müsse. Von dem, welcher seinen Mitknecht, nachdem ihm der Herr die Schuld nachgelassen hatte, erwürgte.
„An demselben Tage traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wer, meinst du, ist der Größte in dem Himmelreiche?“ u. s. w. Der Herr lehrt, daß nur diejenigen, welche zur Natur der Kinder zurückkehren, in das Himmelreich eingehen, das heißt, daß die Gebrechen unserer Leiber und unserer Seelen zur kindlichen Einfalt zurückgerufen werden sollten. Kinder aber nannte er alle, welche aus kühner Zuversicht anhörten und glaubten. Denn diese folgen dem Vater, lieben die Mutter, können dem Nächsten nichts Böses wünschen, seyen die Sorge um Reichthümer bei Seite, sind nicht übermüthig, hassen nicht, lügen nicht, glauben den Worten, und halten das, was sie hören, für wahr. Und diese angenommene Gewohnheit und Willfäh- [S. 216] rigkeit aller Gesinnungen in uns macht uns den Weg zum Himmel gangbar. Daher müssen wir zur Einfalt der Kinder zurückkehren; denn wenn wir diese besitzen, so werden wir das Bild der Demuth des Herrn an uns tragen.