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Der Guarani in Paraguay, die Kina in Papua-Neuguinea und der New Metical in Moçambique sind die einzigen Währungen, deren Kursentwicklung im laufenden Jahr mit dem Schweizer Franken mithalten können. Im Falle Papua-Neuguineas und Moçambiques treibt vor allem ihr Rohstoffreichtum die Devisenkurse nach oben. Als Fluchtwährungen erscheinen beide aber ungeeignet: Moçambique ging vor fünf Jahren durch eine Währungsreform, und die Kina ist offiziell noch gegen Muscheln eintauschbar. Das ist wenig vertrauenerweckend für internationale Anleger, die Sicherheit suchen – das Steueramt im Heimatland dürfte keine Muscheln akzeptieren.
Der Kurs des Guarani in Paraguay wird auch vom Wirtschaftsboom des Nachbarn Brasilien angetrieben, wohin fast die Hälfte der paraguayischen Exporte gehen. Zudem glänzt das Land mit einer sehr tiefen Staatsverschuldung, noch deutlich tiefer als in der Schweiz. Allerdings ist der Guarani relativ illiquid, was ihn als Fluchtwährung disqualifiziert. Auch die politische Stabilität und die Bonität des Landes können nicht mit der Schweiz mithalten.
Ganz anders sieht es für Norwegen aus: Das Land hat seit 1975 die höchste Bonitätsnote der Ratingagentur Standard & Poor’s. Die Schweiz hat zwar auch ein Triple A, aber seit Februar den Status «unter Beobachtung» – Gleiches galt für die USA, bevor ihnen die Bestnote entzogen wurde. Norwegen glänzt mit einem Staatsfonds, der rund 600 Milliarden Franken schwer ist, gefüllt durch den Ölreichtum des Landes. Netto hat Norwegen damit ein Staatsplus. Trotzdem gewann die norwegische Krone im laufenden Jahr gegenüber Euro und Dollar nicht viel an Wert. «Das liegt auch daran, dass der norwegische Staatsfonds im Ausland investiert und dazu Euros und Dollars kaufen muss», erklärt Paul Mackel, Devisenstratege bei HSBC. Dadurch wird der Geldfluss nach Norwegen teilweise neutralisiert. Zudem hat Norwegen ein weniger gut ausgebautes Bankensystem als die Schweiz, was weniger Fluchtgeld anzieht.
Neben der norwegischen gilt auch die schwedische Krone als sichere Währung sowie der australische, der neuseeländische und der Singapur-Dollar. Dass der Schweizer Franken mehr Aufwertungsdruck als diese Währungen spürt, hängt mit dem Image zusammen: In Berichten von Bloomberg wird immer wieder angeführt, dass die Schweiz seit Napoleon nicht mehr direkt in einen Krieg involviert gewesen sei.