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Japan Post
Die Japan Post (Yusei Kosha) war ein japanisches öffentliches Unternehmen, welches von 2003 bis 2007 existierte und das Monopol in der Briefbeförderung besass. Zudem besass es einen grossen Marktanteil in der Post- und Paketbeförderung und umfasste auch Bankdienstleistungen und Versicherungen.
Das Unternehmen, hervorgehend aus der Postbehörde (Yusei-jigyo-cho), wurde am 2. April 2003 beim Ministerium für Innere Angelegenheiten und Kommunikation gegründet, welches der Nachfolger des ehemaligen Postministeriums war. Die Gründung war ein wichtiger Schritt in der Umsetzung der Reformpläne des damaligen Premierministers Junichiro Koizumi. Nach dem Abgang von Masaharu Ikuta, ehemaliger Vorsitzender der Mitsu OSK Lines Ltd. im Jahr 2005, nahm Yoshifumi Nishikawa als letzter Präsident (Sosai) des staatlichen Unternehmens in den Jahren 2006 – 2007 auf dem Stuhl des Firmenchefs Platz. Er war der ehemalige Präsident (Todori) der K.K. Mitsui Sumitomo Ginko (Mitsui Sumitomo Banking Corp.).
Die Anzahl der Postangestellten betrug über 400‘000 Arbeitnehmer und betrieb rund 24‘700 Postämter. Somit war die Post der grösste Arbeitgeber Japans und beschäftigte ein Drittel aller öffentlichen Angestellten. Auf Konten der Postbank hielten japanische Haushalte damals Sparguthaben in Höhe von 224 Billionen Yen (ca. € 1,7 Billionen) und weitere 126 Billionen Yen (ca. € 950 Milliarden) in Form von Lebensversicherungen. Somit umfasste das Post-Spar-System der Japan Post das weltweit grösste Volumen und der Japan Post wurde nachgesagt die weltweit grösste Inhaberin privater Sparguthaben zu sein.
Nach einer heftigen politischen Debatte wurde im Jahr 2005 die Privatisierung der Post besiegelt und am 1. Oktober 2007 in die Tat umgesetzt. Es wurden die Teilbereiche der Post an die privatrechtliche Holdinggesellschaft Japan Post Holdings (Japan Post Group) übertragen und das Staatsunternehmen aufgelöst. Es begann nun ein über den Zeitraum von zehn Jahren erstreckender Privatisierungs-Prozess und an dessen Ende vier eigenständige Unternehmen Bank / Versicherung / Postzustellung / - und Schalterdienste entstehen sollten. Im Jahre 2010 wurde die Privatisierung jedoch auf’s Eis gelegt und das japanische Ministerium für Finanzen blieb 100% Aktionärin.
Geschichte
Wie eingangs erwähnt wurde das Unternehmen am 2. April 2003 als Staatsunternehmen gegründet und ersetzte somit die alte Postal Services Agency (Yusei Jigocho). Diese Neugründung war Teil der langfristig angesetzten Reformpläne des damaligen Premiers Junichiro Koizumi welcher schliesslich in der Privatisierung der Post gipfeln sollte. Der Privatisierungsplan traf sowohl auf Unterstützung jedoch auch auf Opposition quer durch das politische Spektrum in Japan inklusive der beiden grössten Parteien des Landes LDP und DPJ. Die Gegner stützten ihre abwehrende Haltung damit, dass sie befürchteten die Privatisierung würde die Schliessung von Postämtern und damit zu Arbeitsplatzverlusten beim grössten Arbeitgebers Japans führen. Für die Befürworter war die Privatisierung der Post jedoch die Möglichkeit eine effizientere und flexiblere Nutzung des Unternehmens zu ermöglichen was letztlich zur Wiederbelebung der japanischen Wirtschaft, welche noch immer an den Folgen von vier Rezessionen seit 1991 zu leiden hatte, führen sollte.
Im September 2003 schlug das Kabinett Koizumis die Aufspaltung der Japan Post in vier separate Gesellschaften vor: eine Bank, eine Versicherungsgesellschaft , ein Postdienstleistungsunternehmen und in ein viertes Unternehmen, welche die Poststellen als im Einzelhandel vorsah. Jedes dieser Unternehmen würde im April 2007 privatisiert werden. Vorgängig, im Jahr 2005 wurde ein Gesetz zu dieser Reform im Unterhaus mit knapper Minderheit verworfen wobei mehrerer Parteimitglieder von Koizumi’s LDP abtrünnig waren. Der Gesetzentwurf wurde in der Folge im Oberhaus jedoch durchgewunken worauf Koizumi landesweite Wahlen, welche am 11. September 2005 abgehalten wurden, ausrief. Die Wahl wurde gewonnen und Koizumi erhielt das Mandat für die Post-Reform. Im Oktober 2005 wurde das Gesetz verabschiedet, welches die Privatisierung der japanischen Post 2007 vorsah.
Aufbau der Post
Es gibt zwei Arten von Posteinrichtungen in Japan: Standard-Postämter (Yubinkyoku) und Distributionszentren (Shuhaikyoku). Die meisten Postämter sind jedoch bis auf die Grossen keine Distributionszentren. Distributionszentren bieten zudem eine breitere Palette von Unternehmens-Dienstleistungen wie die normalen Postbüros.
Post Symbole
Das Symbol der Post in Japan ist eine stilisierte Katakana-Silbe te (rechts im Bild). Diese wird als Firmenschild der Post, auf Post-Briefkästen und manchmal auch in Briefen vor der Postleitzahl verwendet. Dieses Zeichen leitet sich aus dem japanischen Wort Teishin (Kommunikation) ab.
Es gibt mehrere Formen und Varianten dieses Symboles, einschliesslich einer Form in einem Kreis (Bildmitte).
Das Logo links im Bild ist ein Charakter der Japan Post. Sein Name ist Nummer-kun. Die Japan Post veröffentlichte 1998 einen neuen Charakter "Poston" deshalb wird Nummer-kun heutzutage nur noch selten verwendet.