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Im hinteren Teil ab dem Hof Zuort und bei den Maiensässen Pra San Peder und Griosch wird die Landschaft offener. Wald, Wiesen und Weiden wechseln sich ab. Zugänglich ist das Tal von den Dörfern Ramosch und Sent her. Die Brancla bildet die natürliche Grenze zwischen den beiden Gemeinden. Das Val Sinestra ist eine Landschaft von nationaler Bedeutung (Bundesinventar schützenwerter Landschaften und Naturdenkmälern der Schweiz, BLN-Objekt "Piz Arina")
Naturräumliche Begebenheiten
Das Val Sinestra ist für seine früher für Heilbäder und Trinkkuren genutzten Mineralquellen bekannt. Der Name stammt aus dem Lateinischen sinister (links) und bezeichnet die von Sent aus gesehen linke Talseite des Unterengadins. Das Val Sinestra zieht sich zwischen den Gemeinden Sent und Ramosch in nordwestlicher Richtung gegen den Fimberpass (2605 m ü. M) hinauf, der nach Ischgl im Tirol führt.
Der Wildbach "Brancla" durchströmt das Tal, tritt bei der Burgruine"Tschanüff" aus einer zerklüfteten Felsschlucht ins Innthal und mündet alsbald in den Inn. Der vordere Teil des Val Sinestra ist bis zu den Heilquellen beim Kurhotel ein Erosionstal mit stark bewaldeten, steil abfallenden und zum Teil nur schwer zugänglichen Flanken. Im hinteren Teil ab dem Hof Zuort und bei den Maiensässen Pra San Peder und Griosch wird die Landschaft offener. Wald, Wiesen und Weiden wechseln sich ab. Zugänglich ist das Tal von den Dörfern Ramosch und Sent her. Die Brancla bildet die natürliche Grenze zwischen den beiden Gemeinden. Das Val Sinestra ist eine Landschaft von nationaler Bedeutung (Bundesinventar schützenwerter Landschaften und Naturdenkmälern der Schweiz, BLN-Objekt "Piz Arina")
Flora
Im Val Sinestra gibt es eine unglaubliche Artenvielfalt bis auf 2000 m ü. M hinauf mit unzähligen Orchideen, wie etwa die grüne Hohlzunge oder die Fliegenragwurz. Schwefelanemone, Goldschuh und Feuerlilie sind weitere Blumen-"Perlen." Der Tongehalt des verbreiteten Schiefergesteins und das sehr milde Klima fördern den üppigen Waldwuchs und begünstigen ein vielfältiges Pflanzenwachstum auf den Wiesen und Weiden der Alpen.
Kurhotel Val Sinestra
Offenbar entdeckten die Einwohnerinnen und Einwohner des Engadins die Heilkraft der Sinestra-Quellen vor mehr als 1000 Jahren. Sie wurden "aua forta", starke Wasser genannt. Noch im Jahre 1876 war unter freiem Himmel ein Badetrog aufgestellt, der als Badewanne diente. Das Mineralwasser wurde in jenen Jahren mittels im Feuer erhitzter Steine erwärmt.
Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte der Bau eines kleinen Badehauses für Bade- und Trinkkuren. Nach der Erstellung der Fahrstrasse von Sent ins Val Sinestra um 1906 wurde von 1909 bis 1912 das Kurhaus als gewaltiges Bauwerk auf steilem Fels gebaut. Die Gäste kamen nicht nur wegen der heilenden Quellen sondern auch wegen der Ruhe im Tal, den Wäldern, der Flora und des rauschenden Wildbachs.
Das Hotel hat im Laufe der Jahrzehnte Blütezeiten, aber auch Krisen erlebt. Bis 1972 wurde der Kurbetrieb aufrechterhalten, verlor aber immer mehr an Bedeutung. Das Wasser fliesst heute ungenutzt in den Bach. Grellrote Ockerniederschläge auf dem Gestein erinnern noch an seinen Mineralgehalt. Seit 1978 ist das Hotel im Sommer und Winter mehrheitlich geöffnet und bietet eine spezielle Atmosphäre in einzigartiger Umgebung.
Hof Zuort
Hof Zuort (1711 m ü M) liegt an der Ausmündung der Seitentäler Val Laver und Val Chöglias. Dahinter thront die Pyramide der Stammerspitze (3258 m ü M). Das milde Klima ermöglichte in früheren Jahren den Anbau von Roggen und Flachs. Der niederländische Dirigent und Komponist Willem Mengelberg hat das Dorf Zuort mitgeprägt und liess in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts ein Chalet und eine Kapelle auf seinem eigenen Land erbauen. Das Land wurde bis heute von einer Pächterfamilie bewirtschaftet. Hof Zuort umfasst heute nach wie vor einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb, das Wohnhaus des verstorbenen Dirigenten und Musikdirektors Dr. W. Mengelberg, eine sehenswerte Kapelle sowie das Berggasthaus.
Erdpyramiden
Griosch wurde bereits im Jahre 1400 erwähnt und war damals ganzjährig bewohnt. Der Flurname "Sur Muglin" neben dem Bach weist darauf hin, dass es hier einmal eine Mühle gab und die Leute demzufolge Korn angepflanzt hatten. Im Lawinenwinter 1951 wurden zahlreiche Maiensässe zerstört und in Prà San Peder wieder aufgebaut. Die Maiensässe werden heute vornehmlich zu Ferienzwecken und während der Jagd genutzt. Einheimische Landwirte bewirtschaften die umliegenden Wiesen und Weiden.
Prà San Peder
Am Fusse der Stammerspitze (Piz Tschütta) stehen die Maiensässe in Prà San Peder. Das Heu wurde hier wegen der aufwändigen Transporte grösstenteils in den Maiensässen gelagert. Im Vorwinter wurde es dann an das Vieh verfüttert oder auf Holzschlitten ins Dorf gebracht. Heute werden die Gebäude noch teilweise landwirtschaftlich sowie als Jagdhütten genutzt.
Quellen