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Darf ich meiner Tochter den Zugang zum Internet ganz verweigern?
Nein, denn dies würde ihr Recht auf Bildung verletzen.
Ihre Tochter hat ein verfassungsmässiges Recht auf Grundschulbildung: Die Bundesverfassung garantiert Ihrer Tochter den «ausreichenden und unentgeltlichen Grundschulunterricht.» Dieses Recht auf Grundschulbildung umfasst auch die Medienkompetenz. Ein Verbot, das Internet nicht nur zuhause, sondern auch im Rahmen des Grundschulunterrichts zu nutzen, ist deswegen verfassungswidrig.
Medienkompetenz ist Bestandteil der Lehrpläne
Zuständig für den Grundschulunterricht sind die Kantone. Über den Bildungsartikel sind sie verpflichtet, namentlich Dauer und Ziele der Bildungsstufen zu harmonisieren. Dies haben sie mit dem Lehrplan 21 für die Deutschschweiz sowie mit dem Plan d’études romand für die Romandie und das Tessin gemacht. In beiden Lehrplänen sind Ziele enthalten, welche die Medienkompetenz der Kinder zum Inhalt haben. Die Medienkompetenz soll es den Kindern insbesondere ermöglichen, aktiv an der Gesellschaft teilzunehmen.
Wertordnung gilt auch fürs HomeSchooling
Selbst wenn Sie Ihre Tochter zuhause unterrichten, müssen Sie ihr die im Lehrplan festgelegten Kompetenzen vermitteln. Denn gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung muss dieser Grundschulunterricht die Chancengleichheit wahren und Ihrer Tochter diejenigen Lehrinhalte vermitteln, «die in der hiesigen Wertordnung als unverzichtbar gelten.» Namentlich müssen Sie gewährleisten können, dass Ihre Tochter «verzugslos in die Volksschule integriert werden kann, sollte sich der häusliche Privatunterricht als unzureichend erweisen oder durch unvorhersehbare Ereignisse verunmöglicht werden.» Entsprechend müssen Sie Ihrer Tochter auch im HomeSchooling Medienkompetenzen vermitteln und sie so mit dem Internet vertraut machen.