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den Blättern in 1:50000 eine solche von 30 m haben. Letztere Blätter sind lithographiert und erstere in Kupferstich, mit Ausnahme allerdings des Blattes Säntis, das der vielen zu zeichnenden Felspartien wegen auf Stein gestochen worden ist. Der Beschluss der Räte sah zweierlei Arbeiten vor: In erster Linie handelte es sich um eine Neuaufnahme aller derjenigen Gegenden, deren Messtischblätter in Schraffenmanier gehalten waren, d. h. der Kantone Neuenburg, Solothurn, Thurgau, Aargau und Appenzell, sowie des Berner Jura, und dann musste jedes Blatt vor der Veröffentlichung noch einer sorgfältigen Revision unterzogen werden.
Die Aufgabe Siegfried's war somit keine leichte, da erstens die von Dufour benutzten Arbeiten von sehr verschiedenem Wert und zweitens die von der Eidgenossenschaft direkt ausgeführten Aufnahmen mit Hinsicht auf die Veröffentlichung im Massstab von 1:100000 gemacht worden waren, somit die Kurven nur als Grundlage für eine rationelle Zeichnung der Schraffen zu dienen hatten. Um schneller vorwärts zu kommen und sein beschränktes Budget nicht zu stark zu belasten, hatte Dufour seinen Ingenieuren empfohlen, nicht allzulange bei den Einzelheiten zu verweilen, indem er von ihnen eher eine intelligente und künstlerische Auffassung der Bodenformen als eine rigorose Genauigkeit verlangte. Die ersten Blätter des Siegfried-Atlasses erschienen 1870, und heute (1905) ist das ganze Werk nahezu vollendet. Siegfried starb 1879 und hat somit die Vollendung des von ihm geleiteten Werkes nicht mehr erlebt.
Neben der Publikation der Atlasblätter in 1:25000 und 1:50000 hat sich aber das Eidgenössische topographische Bureau auch noch mit der Herstellung von weiteren Kartenwerken befasst. Diese sind:
Die 4blätterige Generalkarte der
Schweiz in 1:250000 ist eine einfarbige Reduktion der Dufourkarte in
Schraffenmanier. Die Veröffentlichung wurde schon 1853 beschlossen, doch erschien das erste
Blatt erst 1873. Man hatte mit
dem Stahlstich begonnen, doch kehrte man verschiedener Schwierigkeiten wegen wieder zum Stich auf Kupfer zurück, welch'
letzteres nun vor dem Druck durch galvanoplastische Verstahlung widerstandsfähiger gemacht werden konnte.
1878 erschien die Uebersichtskarte der
Schweiz mit ihren Grenzgebieten in 1:1000000, ein
Blatt in Lithographie, 6 Farben und
mit Schraffen.
Die Fortschritte der graphischen Künste haben der Verbreitung der Karten in den weitesten Schichten des Volkes mächtigen Vorschub geleistet. Durch das Verfahren des Ueberdruckes, das den grossen Vorteil hat, die Originalkupfer- und steinplatten zu schonen, erhält man billige Kartenabzüge in jedem beliebigen Format: Exkursions-, Manöver-, Forst-, Eisenbahnkarten etc.
In Wiederaufnahme und Weiterführung des auf der
Luzerner Karte (1861) zur Anwendung gekommenen Versuches hat man bemalte
Karten hergestellt, auf denen das Bodenrelief mit Anwendung des Prinzipes der schiefen Beleuchtung und
unter Belassung der Höhenkurven als grundlegenden Netzes durch getuschte Farbentöne zum Ausdruck gebracht worden ist. In
dieser Richtung wurden von offizieller und privater
Seite unter Zuhilfenahme der verschiedenen Verfahren der Chromolithographie
zahlreiche mehr oder weniger gelungene Versuche in Ein- oder Mehrfarbendruck gemacht. In einigen dieser Karten, wie
z. B. der ersten Auflage der
Carte du
Mont Blanc von Xaver Imfeld, blieben die Höhenkurven aus diesen oder jenen
Gründen unberücksichtigt,
während sie andere (gewisse Exkursionskarten des
Schweizer Alpenklub, Albulagebiet,
Ober Engadin etc.) beibehalten haben
und noch andere, wie die Karten von Simon, blos einen ganz leichten Farbenton geben, der gerade zur schärfern
Hervorhebung der Bergkämme genügt.
Das vollkommenste Beispiel dieser sog. Reliefkarten ist die in ihrer plastischen Wirkung prachtvolle Schulwandkarte der
Schweiz
in 1:200000. Die Karten dieser Art haben aber als Nachteil, dass sie nicht in allen ihren Teilen vollständig klar sind und
dass der Reisende, der sie an
Ort und Stelle benutzen will, Mühe hat, sich in den mit Schattentönen
beladenen Abschnitten zu orientieren. Dazu kommen sie wegen der Anzahl der Steine, die der Farbendruck verlangt, ziemlich
teuer zu stehen. So hat man z. B. für die 4blätterige Schulwandkarte nicht
weniger als 56 Steine verwenden müssen.
Mit der Vollendung des Siegfried-Atlasses tritt die Eidgenössische Landestopographie in eine neue Phase
ihrer Tätigkeit ein. Sofern die
Schweiz das Werk Dufour's und Siegfried's würdig weiterführen und ihren ersten
Rang im
Gebiete der Kartographie auch weiterhin behaupten will, ist es zunächst vor allem notwendig, die bereits vorhandenen Karten
fortwährend auf dem Laufenden zu halten, und dann handelt es sich darum, die Messtischblätter immer
sorgfältiger und schärfer zu revidieren, und auch soweit in alle Einzelheiten einzugehen, als es der Massstab irgendwie
noch gestattet.
Auch die Verjüngung der Karten in 1:100000 und 1:250000 ist eine der Aufgaben der Zukunft. Der fortgesetzte Abzug von Karten hat zur Folge, dass die Kupferplatten trotz aller getroffenen Vorsichtsmassregeln allmählig erdrückt werden und dadurch das abgezogene Kartenbild immer matter und flauer wird. Um dem Bild seine ursprüngliche Kraft wieder zu verleihen, müsste man die ganze Zeichnung auf den Platten mit dem Grabstichel neu vertiefen, welche Arbeit aber ebenso langwierig und noch schwieriger wäre als ein völliger Neustich. Es ist daher vorteilhafter, eine ganz neue Arbeit zu liefern.
Zur Zeit (1905) werden Versuche gemacht, die dahin abzielen, der
Schweiz Karten in 1:100000 und 1:250000 zu geben, die noch
klarer und lesbarer sind als die Dufourkarte und die Generalkarte. Diese Karten sollen mehrfarbig werden
und zwar schwarz für die Situation, die Felspartien und die Schrift, blau für die Gewässer, grün für den
Wald und braun
für das Terrain. Dabei wird sich der Verkaufspreis dank den verbesserten und schnellen Reproduktions- und Druckverfahren
der Jetztzeit kaum höher stellen als für die schon vorhandenen Karten.
Neben der offiziellen Kartographie unseres Landes hat es sich auch die Privatindustrie von jeher angelegen sein lassen, ihren
Teil zu dem guten
Ruf beizutragen, dessen sich die
schweizerische Kartographie mit Recht erfreut. Es ist daher nur billig,
wenn wir an dieser Stelle auch der privaten Kartographen mit einigen Worten gedenken. Zu nennen sind
in dieser Hinsicht vor allen: Heinrich Keller und sein Sohn in Zürich,
die hauptsächlich durch ihre Panoramen und ihre Schulkarten
bekannt geworden sind;
ferner Joh. Melchior Ziegler in Winterthur und seine Nachfolger, zunächst Wurster, Randegger und Cie, dann J. Schlumpf.
Bei Ziegler bildete sich der Lithograph R. Leuzinger (1826-1896) von Glarus aus, der die Blätter in 1:50000 des Siegfried-Atlas meisterhaft gestochen und als letzte Arbeit den Stich der Felspartien in Xav. Imfeld's Carte du Mont Blanc (1:50000) geliefert hat. Ferner seien erwähnt die Firmen Kümmerly und Cie in Bern, die den Farbendruck der Schulwandkarte in 1:200000 besorgte, Hofer und Burger in Zürich als Verleger von Reproduktionen alter Karten (z. B. derjenigen von Gyger), Maurice Borel und Cie in Neuenburg u. a.
Zum Schluss mögen noch einige im Ausland hergestellte Karten namhaft gemacht werden, die sich auf unsere offiziellen Kartenwerke stützen und durch ihre schöne Ausführung auszeichnen. Solche sind die prachtvolle «Map of Switzerland» des Alpine Club, 4 Blätter von C. Nichols (London 1871);
die von C. E.
Collin mit unerreichter Feinheit gestochene
Karte der
Schweiz im
Atlas Universel von Vivien de
Saint Martin;
die Gesamtkarten unseres Landes in den deutschen Atlanten von Stieler und Kiepert;
endlich die beiden orographischen Karten der
Schweizer
Alpen in 1:250000 von
H. Ravenstein (Frankfurt a. M. 1897).
Unser Ueberblick über die Geschichte der
schweizerischen Kartographie wäre nicht vollständig, wenn wir nicht auch noch
den Panoramen, den Reliefs und den Seenlotungen einige Worte widmen würden.
Die Panoramen
waren von grosser Bedeutung zu jenen Zeiten, als man noch keine genauen Karten besass. Heute sind sie, verglichen mit den Karten, blos noch von sekundärem Wert, wenn sie auch dem auf einem Aussichtspunkt stehenden Touristen immer als nützliches und angenehmes Orientierungsmittel dienen werden. Alle leicht zugänglichen und bekannten Aussichtsberge, sowie auch alle Fremdenstationen mit interessanter und ausgedehnter Fernsicht haben heute ihre eigenen ¶
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Panoramen. Sogar der Mont Blanc nennt ein solches sein eigen, das mit liebevollem Eingehen in alle Einzelheiten vom Ingenieur-Topographen X. Imfeld anlässlich der Sondierungsarbeiten zum Bau eines Observatoriums auf dem Berggipfel gezeichnet worden ist.
Das Relief
ist die denkbar vollkommenste Art der Darstellung der Terrainverhältnisse und stellt eine möglichst
genaue Nachbildung eines Teiles der Erdoberfläche dar. Da es aber nicht handlich und nicht, wie die Karte, überall leicht
mitzunehmen und zu befragen ist, hat es notwendigerweise blos einen didaktischen und beschränkten Wert, der mit den bedeutenden
Erstellungskosten nicht recht in Einklang zu bringen ist. Die ältern Reliefs beruhten (wie die Karten)
auf keinerlei mathematischer Grundlage und zeigten neben den Irrtümern in der Lage der Orte noch eine ganz unhaltbare und
falsche Uebertreibung der Berghohen. Während das früher schon genannte Relief von J. R. Meyer als Grundlage zur Herstellung
der Meyerschen
Schweizerkarte diente, geht man heute auf umgekehrtem Wege vor, indem man die Reliefs nach
den Karten erstellt.
Man unterscheidet zweierlei Arten von Reliefs: 1. die sog. Stufenreliefs, die man derart herstellt, dass die Kartenblätter (besonders diejenigen in 1:25000) auf Karton, dessen Dicke der Aequidistanz entspricht, aufgeklebt, dann längs den Höhenkurven ausgeschnitten und endlich durch Aufeinanderfügen der einzelnen Fragmente wieder zusammengesetzt werden;
2. die
aus einer plastischen Masse geformten und in Gipsabguss vervielfältigten Reliefs, die weit vollkommener sind und in allen
möglichen Massstäben, von 1:500000 (Relief der
Schweiz von F. Brüngger) bis 1:2500 und noch grösser, hergestellt werden.
Je grösser der Massstab, desto eindrucksvoller die Wirkung. In dieser Richtung sind bei uns sehr bemerkenswerte
Arbeiten ausgeführt worden. So hat sich Xaver Imfeld durch sein Relief der Zentralschweiz in 1:25000, durch seine reizvolle
und bis in alle Einzelheiten scharfe Darstellung des Matterhorns in 1:5000 und namentlich durch sein in riesigen Dimensionen
sich haltendes Relief der Jungfrau in 1:2500, das nicht weniger als 1,60 m hoch ist und den Bergstock
in allen seinen Einzelheiten wiedergibt, ausgezeichnet.
Prof. Fridolin Becker verdanken wir, neben zahlreichen anderen kartographischen Arbeiten, ein Relief des Kantons Glarus und ein solches des grössten Teiles des Tessin in 1:25000; S. Simon hat das Ober Engadin in 1:25000 und die Hauptpartie der Berner Alpen in 1:10000 modelliert;
Prof. Albert Heim beschenkte uns u. a. mit einem prachtvollen geologischen Relief des Säntis in 1:5000; Ch. Perron stellte ein - nicht bemaltes - Gesamtrelief der Schweiz in 1:100000 her, etc.
Tiefenlotungen.
Der Siegfried-Atlas zeichnet auch die Höhenkurven des unterseeischen Reliefs aller schweizerischen Seen (einige kleine Gebirgsseen ausgenommen). Die Geschichte der Seenlotungen zeigt im allgemeinen den gleichen Entwicklungsgang wie diejenige der schweizerischen Kartographie überhaupt, indem auch hier einige für die Wissenschaft begeisterte Privatleute den ersten Anstoss gegeben haben, auf den die offizielle Tätigkeit erst sehr viel später gefolgt ist.
Zuerst unternahm man einige wenige vereinzelte Lotungen, um die maximale Tiefe eines bestimmten Sees zu ermitteln (Tiefenmessungen im Genfersee durch Hor. Bén. de Saussure im 18. Jahrhundert). Dann wollte man sich von der Gestalt des Seebeckens Rechenschaft geben, wozu zahlreiche Einzellotungen notwendig waren, die aber ohne scharfe methodische Arbeit mehr regellos ausgeführt wurden. Auf diese Art ging z. B. 1819 der englische Naturforscher H. T. de la Bèche vor, der auf Grund von etwa 100 Lotungen eine hydrographische Karte des Genfersees entwarf, die immerhin einen ziemlich richtigen Begriff von der Gestaltung des Seebeckens zu vermitteln vermag.
Uebersicht über die Lotungen in den Schweizerischen Seen von mehr als 1 Km2 Fläche.
|See||Zeit der Lotungen||Anzahl der Lotungen||Lotungen auf 1 km2||Beobachter||Ausgeführt durch:|
|Genfersee||-||11955||20.8||-||-|
|Haut Lac||1873||1450||-||Gosset||Eidg. topograph. Bureau|
|Petit Lac (Coppet-Hermance-Genf)||1872-76||-||-||Pictet-Mallet||Privatinitiative|
|Schweizerischer Anteil||1885-89||6167||-||Hörnlimann||Eidg. topograph. Bureau|
|Französischer Anteil||1887-88||4338||-||Delebecque||Französ. Regierung|
|Bodensee||-||11147||20.7||-||-|
|Obersee (exkl. Ueberlingersee)||1880-90||-||-||Hörnlimann||Eidg. topograph. Bureau|
|Untersee (schweizerischer Anteil)||1880||685||-||Manuel||Eidg. topograph. Bureau|
|Neuenburgersee||1880||2313||9.7||Manuel||Eidg. topograph. Bureau|
|Langensee (oberer Abschnitt bis Luino)||1890||1884||22.8||Suter||Eidg. topograph. Bureau|
|Vierwaldstättersee||1884||4292||37.2||Hörnlimann||Eidg. topograph. Bureau|
|Zürichsee (im engern Sinn)||1853/54||-||-||Denzler||Zürcher. Regierung|
|Obersee||1880||460||-||Manuel||Eidg. topograph. Bureau|
|Luganersee||1859||49.6||-||Dr. Lavizzari||Privatinitiative|
|.||1890||2506||-||Hörnlimann||Eidg. topograph. Bureau|
|Bielersee||1866||-||-||Jacky-Taylor||Eidg. topograph. Bureau|
|.||1897/98||3271||77.5||Suter, Weber||Eidg. topograph. Bureau|
|Thunersee (neue Auslotung 1905 begonnen)||1866||-||-||Jacky-Taylor||Eidg. topograph. Bureau|
|Brienzersee||1866||-||-||Jacky-Taylor||Eidg. topograph. Bureau|
|.||1898||2725||90.8||Weber||Eidg. topograph. Bureau|
|Zugersee||1884||-||-||Hörnlimann||Eidg. topograph. Bureau|
|Murtensee||1873||340||12.5||Gosset||Eidg. topograph. Bureau|
|Walensee||1880||720||30.9||Manuel||Eidg. topograph. Bureau|
|Hallwilersee||1881||-||-||Lindenmann||Eidg. topograph. Bureau|
|Sempachersee||1885||627||43.5||Hörnlimann||Eidg. topograph. Bureau|
|Baldeggersee||1885||428||82.3||Hörnlimann||Eidg. topograph. Bureau|
|Lac de Joux u. Lac de Brenet||1891||631||66.4||Hörnlimann||Eidg. topograph. Bureau|
|Greifensee||1877||311||36.6||Bächli||Eidg. topograph. Bureau|
|Pfäffikersee||1877||157||47.6||Bächli||Eidg. topograph. Bureau|
|Lowerzersee||1892||155||50.0||Suter||Eidg. topograph. Bureau|
|Sarnersee||1891||282||374||Hörnlimann||Eidg. topograph. Bureau|
|Aegerisee||1883||-||-||Lindenmann||Eidg. topograph. Bureau|
|Oeschinensee||1901||700||608.7||Dr. Groll||Privatinitiative|
|Klönthalersee||1878||-||-||Becker||Eidg. topograph. Bureau|
|Silsersee||1892||505||123.1||Hörnlimann||Eidg. topograph. Bureau|
|Silvaplanersee||1892||299||110.7||Hörnlimann||Eidg. topograph. Bureau|
|Puschlaversee||1892||228||116.9||Hörnlimann||Eidg. topograph. Bureau|
Die vollständige Auslotung eines grösseren Sees, die eine langdauernde Arbeit und bei streng methodischer Durchführung auch grosse Geldmittel erfordert, konnte aber nur unternommen werden, wenn der Staat offiziell dafür eintrat. Der erste derart ausgelotete See war der Zürichsee, dessen unterseeisches Relief behufs ¶
Natürliche Gebiete der Schweiz
Lief. 177.
GEOGRAPHISCHES LEXIKON DER SCHWEIZ
Verlag von Gebrüder Attinger, Neuenburg.
^[Karte: 6° 0’ O; 47° 0’ N; 1:150000]
░ Ackerland
░ Bergackerbau
▒ Weide
▒ Wald
▓ Improductiver Boden
Mce. Borel & Cie. Neuenburg.
V. ATTINGER Sc.
NATÜRLICHE GEBIETE DER SCHWEIZ ¶
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Ergänzung der topographischen Karte des Kantons Zürich in 1:25000 vom Ingenieur Denzler 1853/54 aufgenommen worden ist.
Die Lotungen fanden zuerst mittels eines Seiles aus Hanf oder Seide und später mittels eines Metalldrahtes statt, der sich über eine mit Zählwerk versehene Rolle abwickelte, so dass man die Tiefe ohne weitere Berechnungen und Messungen einfach ablesen konnte. Die Lotungen werden in bestimmten Entfernungen längs eines zum Seeufer normal abgesteckten Profiles ausgeführt. Heute verfährt man bei gewissen hydrographischen Aufnahmen grossen Massstabes folgendermassen: Alle 50 m wird ein ebenfalls auf je 50 m Distanz von einem Schwimmer getragener Metalldraht quer über den See gespannt, worauf der Beobachter sich von Schwimmer zu Schwimmer begibt und hier jedesmal eine Lotung vornimmt.
Dadurch erhält man ein dichtes und regelmässiges Netz von geloteten Punkten, nach denen dann die Höhenkurven mit grösserer Sicherheit und Genauigkeit als nach der Profilmethode konstruiert werden können. Auf diese Weise sind z. B. die Mündung der Aare in den Bielersee bei Hagneck und der obere Abschnitt des Brienzersees ausgelotet worden, was zur Entdeckung der bei früheren Lotungen nicht erkannten unterseeischen Stromrinne führte, die sich die Aare in ihre eigenen Ablagerungen wieder eingeschnitten hat.
Die Kenntnis der unterseeischen Topographie ergab die Uebereinstimmung in den Reliefformen der Seebecken mit denen ihrer Ufergebiete und bestätigte zugleich die über die Tektonik unserer Gebirge aufgestellten Hypothesen, sowie im allgemeinen die Gesetze der physischen Geographie überhaupt. Sie hat auch u. a. zur Entdeckung der unterseeischen Stromrinne geführt, die sich geschiebereiche Flüsse in ihre eigenen Ablagerungen einschneiden, und hat uns die Existenz von den Boden der alpinen Seen querenden Moränen, sowie der die jurassischen Seen gliedernden unterseeischen Höhenrücken und tiefen Trichteröffnungen gezeigt.
Bibliographie.
Wolf, Rud. Geschichte der Vermessungen in der Schweiz. Zürich 1879. - Held, L. Die schweizerische Landestopographie (im Jahrbuch des S. A. C. 1879/80). - Zahlreiche Broschüren über alte und neue Kartographie von Prof. J. H. Graf. - Coulin, H. L. Aperçu sur la topographie en Suisse. (Le Globe. 33). Genève 1894. - Catalogue du groupe XX: Cartographie, à l'Exposition de Genève. 1896. - Lochmann, J. J. La Cartographie moderne. (Le Globe. 36). Genève 1894. - Die schweizer. Landesvermessung 1832-64 (Geschichte der Dufourkarte); herausgegeben vom Eidg. topograph. Bureau. Bern 1896. - Oberhummer, E. Die Entwicklung der Alpenkarten im 19 Jahrhundert. III: Die Schweiz (in der Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins. 1901).
[Ing. Ch. Jacot Guillarmod].
II. Bodengestalt.
1. Natürliche Gebiete und allgemeiner Landschaftscharakter.
Die Schweiz zerfällt topographisch in drei natürliche Gebiete: Jura, Mittelland und Alpen. Diese Einteilung ist auch vom orographisch-geologischen, d. h. vom Standpunkt der Stratigraphie und der Tektonik aus gerechtfertigt und stützt sich somit auf die Architektonik und die Zusammensetzung des Felsgerüstes unseres Landes. So einleuchtend und klar aber diese Einteilung im allgemeinen erscheint, so auffallend ist die Unsicherheit, die bei den verschiedenen Autoren über die gegenseitige Abgrenzung der einzelnen Regionen herrscht. Auf diesen Punkt werden wir später noch zurückkommen. Alle drei Gebiete sind in den sie betreffenden Artikeln unseres Geographischen Lexikons bereits eingehend beschrieben worden, so dass wir uns an dieser Stelle darauf beschränken, die jeden einzelnen Teil besonders charakterisierenden Eigenheiten hervorzuheben.
Alpen.
Die Schweizer Alpen bilden einen Ausschnitt aus dem grossen Alpenbogen Mitteleuropas. Sie reichen vom Mont Dolent im Massiv des Mont Blanc bis zum Piz Mondin im Unter Engadin, der ihren östlichsten Punkt bildet, und haben auf dieser Strecke eine in gerader Linie gemessene Länge von 275 km. Mit Ausnahme eines kleinen Teiles des Wallis (Simplon und Gondo), des Tessin, sowie der Bündner Thalschaften Engadin, Bergell und Puschlav, umfassen die Schweizer Alpen die Nordflanke des Gebirges und die in diese eingeschnittenen Thäler.
Die weitere Einteilung in vier grosse Komplexe ergibt sich aus ihrer Topographie, deren grundlegende Züge durch die beiden grossen intraalpinen Längsthäler des Rhein und der Rhone bedingt sind. Diese beiden Ströme wenden sich von ihren Quellen im Gotthardmassiv an nach NO., bezw. nach SW. und teilen damit die Schweizer Alpen in zwei Hauptketten, deren jede wieder in zwei Gruppen zerfällt. Die derart sich ergebenden vier Komplexe oder Hauptgruppen werden Bündner, Glarner, Berner und Walliser Alpen genannt. In dieser Einteilung sind einige durch die zufällige Arbeit der Erosion von den grösseren Einheiten abgetrennte kleinere Gruppen mit eingeschlossen, wie z. B. diejenigen der Dents du Midi und der Alpen des Chablais, die tatsächlich die Fortsetzung der Berner Alpen bilden, heute aber derart von ihnen getrennt erscheinen, dass wir sie den Walliser Alpen zurechnen müssen.
Auf ebenso natürliche Art wie die Längsteilung der Schweizer Alpen ergibt sich auch die Querteilung der Berner und Glarner Alpen einerseits, sowie der Bündner und Walliser Alpen andererseits, nämlich dort durch das Thal der Reuss und hier durch dasjenige des Tessin, welche beiden Flüsse ebenfalls vom St. Gotthard herabkommen. Dieses Massiv bildet somit den eigentlichen zentralen Gebirgsknoten der Schweizer Alpen, obwohl es keineswegs etwa zugleich auch deren höchsten Abschnitt darstellt, sondern im Gegenteil von einer tiefen Depression überschritten wird, wo sich zwei von N. nach S., bezw. von W. nach O. ziehende Passzonen kreuzen.
Mit Bezug auf ihre Höhenverhältnisse kommen sich die vier Hauptabschnitte der Schweizer Alpen nahezu gleich, wenn auch einerseits die beiden westlichen Abschnitte hier in den östlichen Schweizer Alpen und andererseits die beiden weiter südwärts gerückten Ketten den nordwärts gelegenen überlegen sind. Diese bemerkenswerte Erscheinung erklärt sich aus dem Umstand, dass die Südflanke der Alpen weit rascher und steiler sich senkt als die Nordflanke des Gebirges. Im Uebrigen entsprechen sich die topographischen ¶