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Thomson Reuters liess relevante Marktdaten Sekunden zu früh an bestimmte Kunden los. Und zahlte Geld dafür. Die Konkurrenz versuchte das zu stoppen.
«Ultra Low Latency» heisst der Service, den die Nachrichtenagentur «Reuters» zahlenden Kunden anbietet. Das heisst: Sie erhalten relevante Marktdaten zwei Sekunden früher. Und das ist im Hochfrequenzhandel eine Ewigkeit. Kostenpunkt: 5'000 Dollar pro Monat, plus 1'025 Dollar Verbindungskosten.
Und das ist für die Nachrichtenagentur offenbar ein so lukratives Geschäft, dass sie für die Daten einiges an Geld zahlt, berichtet das «Wall Street Journal». Die University Of Michigan erhielt für die Rechte in diesem Jahr 1,1 Millionen Dollar von «Reuters», heisst es.
Email vom «Bloomberg»-Chef
Und wie das Nachrichtenportal «Business Insider» nun herausfand, versuchte die Konkurrenz schon im Jahr 2006, den Deal zu verhindern. Der damalige «Bloomberg»-Chef Rich Jaroslovsky schrieb eine E-Mail an die Universität. Wenn sie das Reuters-Angebot annehme, so Jaroslovsky, dann unterstütze Sie einen korrupten Journalismus. «Jede andere Nachrichtenagentur ausser Reuters ist im Nachteil, ganz zu schweigen von allen Händlern, die nicht für den Service zahlen», so die E-Mail.
Doch Erfolg hatte «Bloomberg» mit dem Apell an die Moral offenbar nicht. Und ganz sauber ist auch diese Agentur nicht. Ebenfalls kürzlich kam heraus, dass Bloomberg-Journalisten private Daten wie Instant-Messaging und Zugriffe auf Informationen von Kunden genutzt hatten, um Marktbewegungen einzuschätzen.