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«Der junge britische Offizier Clive Candy, ein Held des Burenkriegs, gerät 1902 auf einer Reise nach Berlin in Verwicklungen, die ihn zwingen, sich mit dem deutschen Offizier Theo zu duellieren. Doch aus den Gegnern werden Freunde. Im Ersten Weltkrieg, als der Deutsche Kriegsgefangener in England ist, vertieft sich die Freundschaft. Während der NS-Zeit emigriert Theo schliesslich nach Grossbritannien, wo sich die Wege der beiden Männer ein drittes Mal kreuzen.
The Life and Death of Colonel Blimp, gedreht in Technicolor, gilt in der Filmgeschichte als ‹englische Antwort auf Citizen Kane›. Angelehnt an die landesweit bekannte Cartoon-Figur des Colonel Blimp, entwirft der komplexe, vier Jahrzehnte umfassende Film die Geschichte eines Militärs, der seinen Beruf als Gentleman und fairer Sportsmann auszuüben gedenkt, jedoch unweigerlich mit den Erfordernissen des modernen Krieges kollidiert. Premierminister Winston Churchill empfand den Film als ‹schädlich für die Moral der Truppe› und versagte ihm jede Unterstützung. Um mehr als ein Drittel gekürzt, lief er viele Jahre nur verstümmelt in den Kinos.» (Berlinale-Katalog 2012)
Die auf der Berlinale 2012 präsentierte Wiederherstellung und Restaurierung des Films wurde von Michael Powells Witwe Thelma Schoonmaker, der langjährigen Cutterin Martin Scorseses, beaufsichtigt.
«Michael Powell konnte seine Geschichten so virtuos gestalten, dass man eine Schwäche darin auch dann übersah, wenn man sie unmittelbar vor Augen hatte. Zugegebenermassen ist sein Colonel Blimp zu lang, doch Powells fast schon expressionistischer Umgang mit der Farbe, sein Gespür für die Fantasie, in der oft mehr Wahrheit steckt als in der Realität, und sein Goodwill beiden Protagonisten gegenüber triumphieren über die Schwächen des Films. Das gleiche gilt für die Verkörperung Blimps durch Roger Livesey – eine Rolle, die ursprünglich Laurence Olivier zugedacht war, der sie gewiss parodistischer interpretiert hätte. Dies ist ein grosser britischer Film, und von denen gibt es ja nicht so viele.» (Derek Malcolm, The Guardian, 20.4.2000)
Restaurierte Fassung in neuer Kopie
Drehbuch: Michael Powell, Emeric Pressburger
Kamera: Georges Périnal
Musik: Allan Gray
Schnitt: John Seabourne
Mit: Roger Livesey (Clive Candy), Deborah Kerr (Edith Hunter/Barbara Wynne / Johnny Cannon), Anton Walbrook [=Adolf Wohlbrück] (Theo Kretschmar-Schuldorff), Roland Culver (Col. Betteridge), James McKechnie (Spud Wilson), Albert Lieven (von Ritter), Arthur Wontner (Botschaftsrat), David Hutcheson (Hoppy), Ursula Jeans (Frau von Kalteneck), John Laurie (Murdoch), Harry Welchman (Maj. Davies)
164 Min., Farbe, DCP, E/d