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Unsere steinzeitlichen Vorfahren lebten in einer gefährlichen Welt, in der an jeder Ecke der Tod lauerte in Form von wilden Tieren, Naturkatastrophen, brutalen Mitsteinzeitlern... Sass so ein Steinzeitmensch gemütlich vor seiner Höhle am Feuer und es tauchte unverhofft ein hungriger Bär auf, dann hiess es: rennen oder gefressen werden. Ein Adrenalinstoss versetzte den Steinzeitler in die Lage, innerhalb von Sekunden aufzustehen und zu fliehen.
Der Stress hat unserem steinzeitlichen Vorfahren also geholfen, zu überleben. Ohne ihn wäre er zu lange am Feuer sitzen geblieben, der Bär hätte sich den Bauch vollgeschlagen, der Mensch wäre tot. Auch heute noch hilft der Stress beim Überleben.
Wachsam, aufmerksam, einsatzbereit
Eustress nennen Fachleute diesen positiven Stress. Der ungarisch-kanadische Forscher János Selye (auch Hans Selye) hat diesen Begriff geprägt. Er unterteilte Stress in negativen Stress (englisch «Disstress») und positiven Stress («Eustress»). Die Vorsilbe «Eu» (wie in «Euphorie») kommt aus dem griechischen und bedeutet schlicht «gut». Beispiele für positiven Stress gibt es viele: das Herzflattern vor dem ersten Kuss, die Nervosität vor Prüfung oder Hochzeit, das flaue Gefühl vor der Achterbahnfahrt, die Anspannung bei der Erledigung einer interessanten Aufgabe... In all diesen Situationen müssen wir uns konzentrieren und «voll da» sein. Dank des positiven Stresses erreichen wir unsere maximale Leistungsfähigkeit. Sportliche Höchstleistungen etwa wären ohne Eustress nicht denkbar.
Positiver Stress ist kurzer Stress
Stress bleibt aber nur positiv, wenn er wieder vorbei geht. Das liegt an Hormonen wie Adrenalin und Cortisol, die unser Körper in Stresssituationen ausschüttet. Innerhalb von Millisekunden. Dadurch fliesst unser Blut rascher und in grösseren Mengen in die Muskeln, wir haben mehr Kraft und können innert kürzester Zeit über ein Maximum an Energie verfügen. Wir reagieren schneller. Das ist gut. In Massen, denn auch unser Blutdruck steigt an, unser Herz schlägt schneller, unsere Pupillen weiten sich, die Atmung wird kürzer, die Verdauung heruntergeschraubt. Auf Dauer ist das sehr ungesund. Hier kommen die Glückshormone (Endorphine) ins Spiel. Sie helfen, die Stresshormone abzubauen. Angenehmer Nebeneffekt: Haben wir eine schwierige Aufgabe wie einen Vertragsabschluss oder die Abschlussprüfung erfolgreich erledigt, stellt sich ein Glücksgefühl ein.
Umfrage
- Quellen
Drogistenstern
Schweizerische Herzstiftung
Beratungsstelle der Berner Hochschulen
«Der Brockhaus. Gesundheit», F. A. Brockhaus, 2004