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Barcamp – Nein, Alkohol war kein Thema!
Von Larissa Wey, September 28, 2023
Barcamp, nach Wikipedia auch Unkonferenz oder Ad-hoc-nicht-Konferenz genannt, ist eine einfache Workshopmethode, an welcher ausschliesslich die Teilnehmenden vor Ort ihre Themen einbringen. Die Methode eignet sich für kleinere Gruppen, aber auch Gruppen von mehreren Hundert Personen. Von den Organisatoren vorgegeben wird im besten Fall ein Oberthema, damit die Teilnehmenden eine Orientierung erhalten, welche Themen eingebracht werden dürfen. Ebenfalls sollte vorab der «Stundenplan» mit der Anzahl Sessions festgelegt sein. Eine Session dauert in der Regel 45 Minuten und es finden jeweils mehrere Sessions parallel statt. Zwischen den Sessions gibt es immer eine 15-minütige Pause. Die Teilnehmenden dürfen nun konkrete oder auch offene Fragestellungen einbringen oder sogar als Speaker auftreten. Alles kann, nichts muss. Der hoffentlich bunte Strauss an Themen wird dann auf Post-it-Zetteln oder online aufgelistet. Nun können die Teilnehmenden selbst bestimmen, welche der eingebrachten Themen in den verschiedenen Sessions diskutiert werden sollen. Die Organisatoren weisen die Themen mit den meisten Stimmen den vorgegebenen Slots im «Stundenplan» zu. Die Teilnehmenden sind dabei frei, an welcher Session eines Slots sie teilnehmen möchten. Einzig der jeweilige Themengeber ist als Verantwortlicher der Session gesetzt. Die Sessions werden von den Teilnehmenden selbst geführt.
Mehrere Quellen besagen, dass der Begriff Barcamp vom Foo Camp abgeleitet wurde. Das Foo Camp war eine Veranstaltungsreihe des amerikanischen Verlegers Tim O’Reilly mit dem Namen «Frieds of O’Reilly». Dies war eine exklusive Zusammenkunft (=Camp) ausschliesslich für geladene Gäste. So entstand der Begriff Foo Camp. Eine Gruppe ehemaliger Teilnehmenden störten sich an der Exklusivität der Veranstaltungsreihe und es kam die Idee auf, eine eigene, offene Veranstaltungsreihe ins Leben zu rufen. Da war es naheliegend, den Begriff «bar» zu nutzen. Die beiden Begriffe «foo» und «bar» werden als Wortpaar in der Informatik als allgemeine Platzhalter beispielsweise in der Programmiersprache verwendet. So wurde 2005 das erste Barcamp in Kalifornien durchgeführt.
Gehört haben wir im Unterricht auch schon von der Workshopmethode Open Space; weshalb sich schnell die Frage stellte, welchen Unterschied es zwischen den beiden Workshopmethoden gibt. Beide Methoden eignen sich für grössere Gruppen und die Teilnehmenden können die Themen selbst einbringen. Aber es gibt auch Unterschiede.
Beim Open Space steht ein zu lösendes Problem oder eine konkrete Fragestellung im Vordergrund. Im Gegensatz zum Barcamp gibt es keine zeitliche Vorgabe, sondern eine Problemstellung wird so lange diskutiert, bis es eine Lösung gibt. Die erarbeiteten Ergebnisse der Gruppen werden mit Angabe der nächsten Schritte zusammengestellt und veröffentlicht.
Beim Barcamp hingegen muss es kein vorgegebenes Thema geben. Bestenfalls gibt es ein grobes Oberthema für die Orientierung der Teilnehmenden. Eine Session ist im Gegensatz zum Open Space zeitlich beschränkt. Im Anschluss werden die Themen nur kurz präsentiert und Feedback gegeben. Es gibt jedoch keinen ausführlichen Bericht mit nächsten Schritten.
An unserem letzten Schultag führten wir in der Klasse ein kleines Barcamp durch. Vorgegeben waren drei Slots mit je zwei Sessions und natürlich das Oberthema New Work. Nach dem Sammeln der Themen und der Abstimmung in der Gruppe entstand untenstehender «Stundenplan» mit den sechs Themen:
Es lohnt sich wirklich, bei Gelegenheit ein Barcamp durchzuführen. Persönlich gefällt mir, dass sich der Aufwand für den Veranstalter in Grenzen hält durch die Selbstorganisation der Gruppen 😉 – und zum Abschluss unseres Mini-Barcamps gab es dann trotzdem noch einen Apéro.
Dieser Fachbeitrag wurde im Rahmen eines Leistungsnachweises für das CAS New Work HWZ verfasst und wurde redaktionell aufgearbeitet.