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Die einzigen zwei oder drei noch erhaltenen Zeugnisse aus der Zeit der Entstehung der “Transparente” sind Notizen und Entwürfe von Briefen des Propstes von Mendrisio, der sich über das unerhörte Benehmen der Serviten Marias an der traditionellen Karfreitagsprozession beschwerte: Unter anderem gibt er an, dass die “Tore”, obwohl diese zweifellos durch Fra' Antonio Maria Baroffio verwaltet wurden, von den Eigentümern der Häuser, an denen sie aufgehängt wurden, bezahlt worden waren, womit er die heikle Frage der effektiven “Eigentümer” ansprach. Andererseits erstattete die Gemeindeverwaltung 1794 eben diesem Bruder seine Ausgaben für die Herstellung “neuer Laternen”. Mangels sonstiger Dokumente - die es sehr wohl gegeben haben musste - können wir nur vermuten, dass die Frage bis zur Auflösung des Klosters nicht mehr gestellt wurde, als zumindest alle grossen “Tore” mit Sicherheit in den Besitz der Gemeinde übergingen. Die Art, die Themen und die Grössen waren jedoch innerhalb des Klosters beschlossen worden. Doch auch als die Brüder noch in dem Weiler ansässig waren, hatte die Gemeinde bereits 1838 mit Sicherheit einige neue “Transparente” in Auftrag gegeben: eine Serie von “Leuchten”, die im Corso Bello angebracht werden sollten, mit einer heiligen Szene auf der einen Seite und dem Gemeindewappen auf der anderen Seite, zwei Laternen für die Prozession und eine, die am Bogen eines der Tore der Ortschaft aufgehängt werden sollte. Auch im Inventar der Casa Torriani aus dem Jahre 1848 sind 12 “Leuchten” in Besitz der Familie verzeichnet; da zwei "Balkon-Leuchten" bis heute existieren, geht man davon aus, dass es sich nicht um Laternen handelte, sondern um Objekte, die man unterhalb der Fenster des Palastes aufhängen konnte. Diese beiden dokumentierten Fälle und verschiedene existierende Gemälde belegen, dass es viele Auftraggeber gab: die Brüder für die ersten “grösseren” Werke, die Gemeinde für verschiedene weitere und die einzelnen Besitzer für alle übrigen. Das Vorhandensein der Wappen der Serviten Marias bzw. der Gemeinde auf einigen Laternen bestätigt die Absicht, die Eigentümerschaft sichtbar anzugeben, doch - wie bei vielen anderen Kunstwerken- findet man auch einige weniger explizite Lösungen. Beispielsweise weist die kleine Serie von Balkon-Leuchten, die unter den Fenstern der Casa Soldati am Anfang des Corso Bello angebracht werden, Schriften in spanischer Sprache auf, vielleicht als Erinnerung an das Vermögen, dass ihr Auftraggeber in Südamerika gemacht hat. Auch die Themenauswahl entsprach in einigen Fällen sicher dem Willen der Auftraggeber, wie zwei relativ neue Bilder von Silvano Gilardi belegen: die Geburt am Anfang der Via Stella, die 1986 eigens von den Auftraggebern in Erinnerung an ihren Sohn bestellt wurde, oder Die Arche Noah auf der Piazza del ponte, die von Ada Binaghi im Jahre 2000 als Ausdruck der unermesslichen spontanen Bereitschaft, auch die Tiere einzubeziehen, in Auftrag gegeben wurde.