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Eine der grossen Veränderungen der letzten Jahrzehnte ist jene der Familienstruktur. So hat sich seit 1970 die Zahl der Einelternfamilien verdoppelt. Patchwork-Kombinationen und neue Familienformen werden in Zukunft zunehmen. Die Mehrheit der in der Schweiz wohnenden Kinder bis sechs Jahre lebt in einer Familie mit Migrationshintergrund. Gerade auch im Licht dieser Veränderungen darf sich Gesundheitsförderung im Kindesalter nicht nur auf die individuelle Gesundheit beziehen, sondern soll auch die Stärkung der Ressourcen in der Familie und in den übrigen Lebenswelten der Kinder (vor allem der Schule) zum Ziel haben.
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind heute und werden in Zukunft mit weiteren Veränderungen der sozialen und physischen Umwelt konfrontiert, die in diesem Bericht mangels Daten ungenügend abgebildet werden konnten: Darunter fallen gesundheitliche Auswirkungen des Klimawandels oder die Verbreitung chemischer Substanzen, die krebserregend oder erbgutverändernd sind oder störend ins Hormonsystem eingreifen. Aber auch Einflüsse der Konsumwelt wie rauchfreie Nikotinprodukte und neue psychoaktive Substanzen spielen eine wichtige Rolle. Mit vielen Fragezeichen für die Zukunft versehen ist das Thema der digitalen Medien und Gesundheit, für das im Rahmen des Nationalen Gesundheitsberichts eine gezielte Studie vorgenommen wurde (Obsan Bericht 03/2020, Bernath et al, 2020).
Einige der zukünftigen Herausforderungen werden vor allem dann gut gemeistert werden können, wenn die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung hoch ist — insbesondere die Fähigkeit, Gesundheitsinformationen zu verstehen und anzuwenden. Die Resultate einer Studie (Bieri et al., 2016) legen nahe, dass etwa die Hälfte der 15- bis 25-Jährigen in der Schweiz eine genügende bis ausgezeichnete allgemeine Gesundheitskompetenz haben, bei der anderen Hälfte ist sie problematisch oder ungenügend.