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Südafrika kündigt Fahrplan für Kernkraftwerksneubau an
Das südafrikanische Department of Mineral Resources and Energy (DMRE) hat angekündigt, dass es bis 2024 einen Fahrplan für die Beschaffung von 2500 MW neuer Nuklearkapazität ausarbeiten werde.
Der südafrikanische Energieminister Gwede Mantashe stellte am 7. Mai 2020 dem Portfolioausschuss für Bodenschätze und Energie den jährlichen Leistungsplan und den mittelfristigen strategischen Rahmen des Ministeriums vor. Das veranschlagte Budget des Ministeriums für das laufende Finanzjahr beträgt ZAR 9,3 Mrd. (CHF 490 Mio.) vor.
IRP 2019
Im Oktober 2019 hatte die südafrikanische Regierung den aktualisierten Integrated Resource Plan (IRP 2019) veröffentlicht, der die offizielle Energiepolitik des Landes umreisst. Der IRP 2019 schlägt vor, bis 2030 mit der Planung des Baus von zwei kleinen modularen Kernreaktoren zu beginnen. Ein Entwurf des IRP, der ein Jahr zuvor erschienen war, hatte noch neue Kernkraftwerke vor 2030 ausgeschlossen. Der IRP 2019 weist darauf hin, dass die Neubaupläne aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Versorgungssicherheit wieder aufgenommen wurden.
«Alle Optionen prüfen»
Das DMRE wolle bald mit dem Beschaffungsverfahren beginnen, um die Sicherheit der Energieversorgung zu gewährleisten, und erwäge dabei kleine modulare Reaktoren, welche die für das Land nötige Flexibilität ermöglichten, erklärte Mantashe dem Ausschuss.
Auf Fragen des Ausschusses antwortete Mantashe, dass die Regierung «alle Optionen» prüfen werde, einschliesslich einer Partnerschaft mit Unternehmen oder Konsortien des Privatsektors. Viele Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien werden vom privaten Sektor entwickelt, weil der Markt Interesse dafür zeige, sagte er, und dasselbe Prinzip gelte auch für die Kernenergie.
«Wenn ein Unternehmen oder ein Konsortium modulare Reaktoren entwickeln will, muss es zu uns kommen und die Pläne vorstellen, denn wir können mit diesem Unternehmen zusammenarbeiten», erklärte Mantashe. «Wir können diesem Unternehmen sogar das Recht geben, ein modulares Kernkraftwerk auf einer Build-Operate-Transfer-Basis zu entwickeln», fügte er an.
Die Nuclear Industry Association of South Africa (NIASA) erklärte, die Präsentation des Ministeriums biete «politische Sicherheit», damit die Industrie entsprechend reagieren könne. «Der IRP, der sich für die Vielfalt der Energiequellen einsetzt und gleichzeitig die Versorgungssicherheit gewährleistet, ist willkommen und wird Südafrika auf den Weg des Wirtschaftswachstums und des Wohlstands bringen», sagte Geschäftsführer Knox Msebenzi.
Südafrika betreibt mit Koeberg-1 und -2 (je 930 MW) das einzige Kernkraftwerk Afrikas. Die beiden Druckwasserreaktoreinheiten, die von der staatlichen Energieversorgerin Eskom betrieben werden, nahmen Mitte der 1980er-Jahre den kommerziellen Betrieb auf und erzeugen zusammen etwa 5% des südafrikanischen Stroms.
Quelle
M.A. nach Joint Meeting des Portfolio Committee on Mineral Resources and Energy and Select Committee on Land Reform, Environment, Mineral Resources and Energy (National Assembly and National Council of Provinces), 7. Mai, und WNN, 11. Mai 2020