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Josef Franz Karl Amrhyn war Bundeskanzler von 1830 bis 1847.
Sohn des späteren Luzerner patrizischen Schultheissen AmRhyn (1816–1840), der 1819, 1825, 1831 und 1837 Präsident der Tagsatzung war. Schulbesuch in Yverdon und Luzern; 1820–1823 Rechtsstudium in Göttingen, Freiburg i.Br. und Paris. Danach Privatsekretär seines Vaters. 1825 wurde AmRhyn zum eidgenössischen Staatsschreiber gewählt, 1830 auf Wunsch seines Vorgängers Mousson zum Kanzler. 1831 und 1837 war er der Kanzler seines Vaters, der damals die Tagsatzung präsidierte. Sehr gebildet, war AmRhyn eher gewissenhafter Verwaltungsmann im Hintergrund denn einflussreicher Politiker. Sein Staatsschreiber August von Gonzenbach (1833–1847) war im Umgang mit Politikern gewandter. So galten mit der Zeit Kanzler und Staatsschreiber als gleichberechtigte Leiter der Kanzlei. Dennoch schätzte die Tagsatzung AmRhyn sehr: Er wurde stets ohne Gegenstimme in seinem Amt bestätigt.
Tragik
Wie sein Vater liberal-katholisch, missbilligte AmRhyn die Ziele des Sonderbundes. In Gewissensnot weigerte er sich 1847, den Tagsatzungsbeschluss zur kriegerischen Auflösung des Sonderbundes gegenzuzeichnen, und trat sofort von seinem Amt zurück. Als Luzerner wollte er seine Mitbürger nicht einem Bürgerkrieg ausliefern. Seine eidgenössische Karriere war beendet. Am 7. April 1849 wurde seine Leiche aus der Reuss geborgen. Äussere Gewalteinwirkung wurde ausgeschlossen; die Umstände des Todes (Unfall oder Freitod) konnten nie geklärt werden.