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1966 bis 1975
Im Sommer 1965 trafen sich acht weitsichtige Personen für eine erste Besprechung, um nicht zuletzt der bestehenden Bürgermusik Heiden den Nachwuchs zu sichern, indem sie beabsichtigten, in Heiden eine Jugendmusik zu gründen. Über den Start des musikalischen Unterrichts war in einer Regionalzeitung damals zu lesen: «Nun sind wir soweit und beginnen mit dem Unterricht. Dieser findet statt, Samstag, 20. November 1965, 14.00 Uhr im Zentralschulhaus, Zimmer Herr Rentsch. Als weiteres folgt dann in absehbarer Zeit die Gründungsversammlung, wozu Freunde, Gönner und Eltern der Jungmusikanten freundlichen eingeladen sind.» Zur Gründungsversammlung konnte dann auf den 19. Februar eingeladen werden, an welcher der offizielle Grundstein der Jungendmusik Heiden gelegt und die Zukunft des Vereins mit unterschiedlichen Meinungen, Vorstellungen und Gefühlen in Angriff genommen wurde. In einer ersten Zusammensetzung, bestehend aus: Präsident, Hans Frehner, Vizepräsident, Richard Grossauer, Aktuar, Heinrich Müller und Kassier, Walter Jäger wurde ein Vorstand bestellt, welcher in der Person von Walter Züst auch gleich einen musikalischen Leiter finden konnte. Noch vor Jahreswechsel sind auf gebrauchten Instrumenten, welche über die Polizeimusik in Zürich beschafft werden konnten, der Probebetrieb aufgenommen und die ersten Musikstücke einstudiert worden. Bereits im Frühjahr 1966 konnte ein erstes, wenn auch kurzes Konzert anlässlich eines Kurgästeempfangs aufgeführt und so die Arbeit und die Mühe der vergangenen Wochen und Monate präsentiert werden. Bereits zwei Jahre später, nachdem die ersten musikalischen Zeichen gesetzt waren, hatten sich die Initianten von der 1967 durchgeführten Neuuniformierung der Bürgermusik Heiden anstecken lassen und wollten den Jugendlichen auch zu einer einheitlichen Bekleidung verhelfen. Dadurch sollte gewährleistet sein, dass die Jugendmusik Heiden auch an ihrem Äußeren erkannt wird. An der 1967 im Rest. Adler durchgeführte Weihnachtsfeier erwähnte der damalige Präsident Richard Grossauer in seinem Rückblick auf die knapp zwei Jahre Jugendmusik Heiden die Entwicklung des Vereins. Es konnten bereits 52 Aktive und 23 Nachzügler sowie 330 Passivmitglieder gezählt werden. Die bisher aufgelaufenen Kosten von über CHF 40‘000 waren zudem restlos bezahlt. An den Unterhaltungen vom 03./10. Mai 1969 im Kursaal Heiden, wurde dann die erste Uniform der Öffentlichkeit präsentiert. Für eine komplette Uniform wurde damals CHF 130.– und für ein weisses Hemd nochmals CHF 12.– bezahlt. 1970 stand mit dem Regionalmusiktag, anlässlich des 100 Jahr Jubiläums des Musikvereins Walzenhausen, ein erster grosser Anlass auf dem Programm, während 1971 das 100 Jahr Jubiläum der Knabenmusik Kreuzlingen mit internationaler Beteiligung gefeiert werden konnte. Mit 44 Mitgliedern musizierte die Jugendmusik Heiden damals auf der Bühne in Kreuzlingen währen rund 20 Minuten, obwohl einige der Häädler Musikanten gerade mal drei Musikstücke beherrschten. Für die restlichen Vorträge hiess es, einfach das Instrument hochnehmen und sich so verhalten als ob gespielt würde. Anlässlich einer 1973 durchgeführten Vereinsreise zu einem weiteren Fest in Bürglen/UR, erachtete es der damalige Reiseleiter, Walter Bischof, für notwendig, dass die Jugendmusik Heiden auch eine eigene Vereinsfahne haben muss. Spontan ging er während dieser Reise zusammen mit einigen Mitgliedern der Stadttambouren Rorschach durch die gesamte Zugskomposition und sammelte so die ersten Beiträge. Bei Zwischenhalten wagte er, entgegen den Anweisungen des Präsidenten, die Musik aus dem Zug zu locken und jeweils ein Musikstück spielen zu lassen, während er bei den wartenden Fahrgästen wieder auf Sammeltour ging. Manchmal wurde die Zeit so knapp, dass einige Mitglieder gar auf den anfahrenden Zug aufspringen mussten. Bei der Rückfahrt nach Heiden teilte Walter Bischof mit, dass noch einiges für eine neue Fahne fehle, er aber die Differenz bezahlen werde und der Vorstand sich umgehend mit der Auswahl einer Fahne befassen soll. Im Beisein der Bürgermusik Heiden als Patensektion und des Tambourenvereins Rorschach, konnte im Januar 1974 dank grosszügiger Unterstützung der Fahnenpaten Margrith Zehnder aus Heiden, Walter Bischof vom Rorschacherberg und Standgötti Hanspeter Ingold aus Heiden, die eigene Vereinsfahne im Kursaal eingeweiht werden.
1976 bis 1985
1980 wurde beschlossen eigene Tambouren in der Jugendmusik Heiden auszubilden. Dank sehr guten Kontakten zu den Stadttambouren Rorschach konnte in den Anfangsjahren auf Ausbildner und Material der Stadttambouren zurückgegriffen werden. Nach lediglich dreijähriger aber intensiver und fachkundiger Aufbauarbeit, wagten sich 1983 die ersten Tambouren der Jugendmusik Heiden an das Ostschweizer Jungtambouren-Wettspiel in Lüchingen. Hierbei durften sie die ersten Erfahrungen einer Bewertung durch eine Jury sammeln, welche für die weitere Aufbauarbeit von grossem Nutzen war. Denn bereits drei Jahre später ertrommelte sich, mit Thomas Fässler, ein erster Tambour der Jugendmusik einen Zweig, während am gleichen Anlass die Tambouren der Jugendmusik Heiden zum ersten Mal, und mit Erfolg, als Sektion zum Wettspiel antraten. Geprägt durch mehrere Dirigentenwechsel in dieser Periode, hat es im Korps etwas länger gedauert, bis man sich zu einer ersten Teilnahme an einem Wettspiel durchringen konnte. 1984 besuchte das Korps der Jugendmusik Heiden ihr erstes Kantonales Musikfest in Rorschach und erreichte in der vierten Stärkeklasse, gemeinsam mit erwachsenen Vereinen gewertet, den sehr guten vierten Rang.
1986 bis 1995
Nicht gezählte Anlässe und Erlebnisse prägten die Zeit bis zu einem weiteren Höhepunkt im Jahre 1988 als die Jugendmusik Heiden ihre damals 22-jährige Uniform durch eine neue blaue Einheitskleidung ersetzten konnte. Dank eines Alleinsponsors, der damaligen Stiftung Patria Jeunesse Versicherung, konnten die bis dahin gesammelten Uniformierungsbeiträge in einen Uniformenfond eingelegt und für künftige Änderungen sowie neu anzuschaffende Uniformen verwendet werden. Über verschiedene Kontakte und Wege konnte die bisherige, bordeauxrote Uniform nach Lauterbrunnen/ BE weitergegeben werden, welche im Juni 1989 in einer kleinen gemeinsamen Feier, durch die Jugendmusik Lauterbrunnen dankend übernommen wurde. Ebenfalls im Jahre 1989 führte die Jugendmusik Heiden die damals noch zweitägige Delegiertenversammlung des Schweizerischen Jugendmusikverbandes in Heiden mit rekordmässigen 230 Delegierten und Gästen durch. Zudem fand im April des gleichen Jahres ein Jugendmusiktreffen in Nersingen/D, anlässlich des 15-Jahr-Jubiläums der Jugendkapelle Fahlheim statt, während im August des gleichen Jahres die deutschen Gäste nach Heiden reisten. Bereits 1992 wurde ein erneuter Besuch der dortigen Jugendkapelle Fahlheim organisiert und mit dem Auftritt in der Sendung «Chumm und lueg» war auch der erste Fernsehauftritt geschafft. 1991 wurde mit Hanspeter Bischofberger erstmals ein Vorstandsmitglied und ehemaliger Präsident der Jugendmusik Heiden in den Zentralvorstand des Schweizer Jugendmusikverband gewählt, in welchem er während neun Jahren das Amt des Aktuars und Mutationsführers ausübte. Im gleichen Jahr feierte die Jugendmusik Heiden ihr 25-Jahr Jubiläum und lud hierzu die Jugendmusik Lauterbrunnen, die Knabenmusik Schaffhausen sowie die Jugendkapelle Fahlheim/D in den Kursaal ein. Hatte es bis anhin immer verschiedene Gründe oder zaghafte Dirigenten gegeben, war es dann 1993 das erste Mal, dass die Jugendmusik Heiden an einem Eidgenössischen Jugendmusikfest mitmachte. Mit hervorragendem Resultat kehrte die gut gelaunte Schar von diesem einmaligen Festerlebnis in Frauenfeld zurück und liess sich beim Empfang in Heiden im Beisein vieler Gäste und Vereinsdelegationen feiern. Im Frühjahr 1994 kam eine Blasmusikformation der Musikschule Usti nad Orlici aus Tschechien nach Heiden auf Besuch, während ein Jahr später die Jugendmusik Heiden mit dem Schlafwagen im Zug über Prag nach Usti nad Orlici reiste und so weitere Erfahrungen mit Jugendlichen eines ausländischen Musikkorps sammeln durfte, obwohl es mit der Verständigung nicht immer klappte. 1995 konnte nach einigen Jahren der Odyssee, dank dem Neubau des Schulhaus Wies, endlich auch ein festes Probelokal gefunden werden.
1995 bis 2005
Bis 1996 hatte sich der Mitgliederbestand der Jugendmusik innerhalb von zwei Jahren von gut 50 Mitgliedern auf über 100 Mitglieder beinahe verdoppelt, was in diesen Jahren enorme Anstrengungen in der Finanzierung von Instrumenten, sowie der Rekrutierung von Ausbildnern benötigte. Zu dieser Zeit war auch die Tambourengruppe auf 15 Mitglieder angewachsen. Die Bürgermusik Heiden war bei der Gründung der Jugendmusik Heiden mit einem Aktivmitglied im Vorstand vertreten. Zudem hat sie dann, bei der 1974 durchgeführten Fahnenweihe der Jugendmusik, als Patensektion fungiert. Dennoch konnte 1998 leider nichts und niemand die Vereinsauflösung der 1854 gegründeten Bürgermusik Heiden verhindern, was nicht nur für die Jugendmusik ein Verlust war, sondern auch für Heiden und deren Dorfbevölkerung bis heute ein kultureller Verlust darstellt. Im gleichen Jahr reiste die Jugendmusik Heiden nach Brig um an ihrem zweiten Eidgenössischen Jugendmusikfest teilzunehmen. Nachdem Roman Reinhardt damals das Korps erst knapp ein Jahr leitete, und bis vor kurzem selber in der Jugendmusik mitgespielt hatte, konnte in der Marschmusikkonkurrenz Unterstufe der Festsieg nach Hause gebracht werden. Im Jahre 2000 stand dann zum ersten Mal die Teilnahme an einem Appenzeller Kantonalmusikfest in Herisau auf dem Programm. Da der Appenzeller Verband bis dahin die beiden offiziellen Jugendmusiken im Kanton nicht vollständig anerkannte, musst das Wettspiel in einer separaten Kategorie absolviert werden, und ein Vergleich mit den umliegenden erwachsenen Vereinen war nicht möglich. Dank einem stetigen Zuwachs an Mitgliedern, und um den Sprung von der Ausbildung ins Korps zu vereinfachen, wurde 2003 das Nachwuchskorps ins Leben gerufen. Im Jahr 2005 bot sich der Jugendmusik die Chance, in Zürich erstmals an einem Weltjugendmusikfestival mitzuwirken und sich hierbei mit unterschiedlichsten Formationen diverser Nationen messen zu können, was in der Vereinsgeschichte sicher ein weiterer Höhepunkt darstellt.
2006 bis 2016
2006 feierte der Verein auf dem Festplatz beim Schulhaus Gerbe, mit einem zweitägigen Fest, sein 40-jähriges Jubiläum. Dabei waren mit der Knabenmusik Herisau, Jugendmusik Schwanden und der Jugendkapelle der Stadt Lindau auch Gastsektionen dabei. Dank vieler Sponsoren konnte in diesem Zusammenhang auch eine Teilneuinstrumentierung, der zum Teil fast 30-jährigen Instrumente, verwirklicht werden. 2009 wurde das rote Logo mit dem Waldhorn, dass noch aus den Gründungsjahren stammte, durch das aktuelle Logo ersetzt. Dies wurde dann auch bereits ein Jahr später in die bestehende Uniform eingearbeitet. Die Jugendmusik Heiden durfte im Jahre 2011 den Appenzeller Kantonal Schwingertag organisieren. Dank der zahlreichen Unterstützung durch andere Dorfvereine und unter dem gemeinsamen Patronat des Schwingerclub Wolfhalden und der JMH wurde dieser Anlass zu einem vollen Erfolg. Seit 2008 nehmen die Tambouren oder das Korps der Jugendmusik Heiden jedes Jahr an einem Wettspielspiel teil. Sei es ein Ostschweizer Jungtambourenwettspiel, ein Kantonales Musikfest, ein Rheintaler Kreismusiktag oder ein Schweizer Jugendmusikfest. Dabei durfte in den letzten Jahren so manch grosser Erfolg gefeiert werden. Speziell erwähnt werden dürfen sicher: · 2010 am Appenzeller Kantonalmusikfest in Wolfhalden der 1. Rang in der 3. Stärkeklasse Harmonie · 2012 am Welt Jugend Musik Festival in Zürich der 7. Rang in der Marschmusikkonkurrenz, der 4. Rang im Konzertanten Wettbewerb und der 3. Rang im Tambourenwettkampf · 2014 am St. Galler Kantonalmusikfest in Diepoldsau mit 89.00 Punkten einen neuen Vereinsrekord im Marschmusikwettbewerb und damit die zweithöchste Punktzahl aller Sektionen an diesem Nachmittag · 2015 am Appenzeller Kantonalmusikfest in Appenzell der 1. Rang in der 4. Stärkeklasse und der 4. Rang in der Parademusik · 2015 an den Ostschweizer Jungtambourenwettspielen in Wildhaus der 1. Rang im Sektionswettspiel der Kategorie 2. Das Jahr 2015 stellte die JMH bereits schon voll ins Zeichen der anstehenden Neuuniformierung. Während durchgehenden 49.5 Stunden betrieb die JMH eine kleine Festwirtschaft auf dem Postplatz oder man konnte die Mitglieder für jegliche Arbeiten in und ums Haus buchen. 2016 war es dann soweit. Zusammen mit dem Jubiläum kann gleichzeitig auch Neuuniformierung gefeiert werden. Der hellblaue Blazer mit der dunkelblauen Hose und das weisse Hemd sowie das Barret haben die Mitglieder der Jugendmusik fast 27 Jahre zu unzähligen Anlässen begleitet und sind zum Markenzeichen von und für Heiden geworden. Dennoch freuen wir uns, dass es durch die grosse Unterstützung vieler Sponsoren möglich geworden ist, den Startpunkt für ein neues Markenzeichen zu setzen. Am Eidgenössischen Musikfest in Montreux, ebenfalls eine Premiere in der Vereinsgeschichte, erreichten Korps und Tambouren im Marschmusikwettbewerb sehr gute 83 Punkte. Auch im Konzertwettbewerb erbrachte das Korps mit 83 Punkten für das Aufgabestück und 84.67 Punkten für das Selbstwahlstück eine ausgezeichnete Leistung. Mit dem einwöchigen Musiklager in Davos in den Herbstferien und den Abendunterhaltungen im November schloss eines der aktivsten Vereinsjahre der Jugendmusik Heiden.