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Ich mache elektroakustische Musik mit einem Powerbook und verwende dafür virtuelle Instrumente, synthetische Klangerzeuger (meistens sind dies mit der modularen Software "Reaktor" entwickelte Sampling-, Synthese- und Effekt-Verschachtelungen) und vor allem auch Alltagsgeräusche oder mit Alltagsgegenständen erzeugte Klänge (in unbearbeiteter und bearbeiteter Form): Treppengeländer und Recyclingbehälter werden zu Perkussionsinstrumenten, summende Kühlschränke und Lüftungen weben Borduntöne und können zu massiven Drones anschwellen.
Die entstehenden Klanglandschaften bewegen sich zwischen musique concrète, Electronica und freier Improvisation. Psychedelische Langsamkeit suggeriert dabei extreme Nähe und Distanz zugleich: sowohl klangliche Zeitlupe als auch akustisches Satellitenbild.
Ich spiele am liebsten in kleineren, nicht-neutralen Räumen und vor konzentriertem Publikum. Die Suche nach entsprechenden hauskonzertähnlichen Situationen ist nicht gerade einfach, aber ein Teil der Arbeit geworden.
Dasselbe gilt für das Reagieren auf die Aufführungssituation: die Position des Musikers und der Zuhörer und ihre Stellung im konkreten, durch Licht, Geräusche und vieles mehr strukturierten Raum ist für mich nicht einfach gegeben, sondern grundsätzlich ein Teil des Experimentes bzw. der zu gestaltenden Gesamtform (genauso, wie sie dies auch bei einem Ritual wären).
Ausserdem verwende ich oft Geräusche, die ich im Raum selbst oder in seiner Umgebung aufgenommen habe oder komponiere in seltenen Fällen auch ein Installationsstück für den Ort, das vor dem und bis zum Beginn des Konzertes zu hören ist.
Vor einiger Zeit habe ich damit begonnen, für die weniger optimalen Situationen unter dem Pseudonym bloom ein etwas anderes Spielkonzept zu entwickeln, das den Gegebenheiten Rechnung trägt (engere Auswahl aufeinander abgestimmter Klänge, klarere Form(en), deutlicherer Einbezug von rhythmischen Elementen etc.) und trotzdem die Grundprinzipien nicht aufgibt (ich bin an Rezeption und nicht an Konsum interessiert).
Inzwischen verwende ich den Namen für fast alle Situationen, da er für mich einfach die Klammer ausweitet: Aspekte wie die Konzentration des Publikums, die Ruhe im Raum etc. bestimmen die "Bloomigkeit" der gespielten Musik, aber natürlich ist auch mein eigenes Befinden entscheidend.