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Im Vergleich zu anderen Tieren haben Ferkel bei der Geburt nur sehr geringe Eisenvorräte von 40 bis 60 mg/kg Körpergewicht. Der Bedarf der Ferkel mit dem heutigen Wachstumspotential von bis zu 250 g pro Tag (das ist etwa drei Mal so viel wie bei den Wildschweinferkeln), liegt bei 10 – 15 mg Eisen pro Tag und Ferkel. Über die Milch können die Ferkel aber nur 0.5 – 1 mg/l aufnehmen und eisenhaltiger Boden wie in der Natur steht ihnen nicht zur Verfügung. Daher sind die Eisenreserven bereits nach wenigen Tagen erschöpft. Im Extremfall kommen einzelne Ferkel schon mit einem Eisendefizit zur Welt. Diese Gefahr ist erhöht, wenn die Muttersau einen Eisenmangel aufweist, was unter anderem durch kurze Wurffolgen oder grosse Würfe bedingt sein kann. Als Folge des Eisenmangels leiden die Ferkel an Blutarmut, sind träge und infektionsanfällig (Durchfall!) und zeigen ein reduziertes Wachstum sowie Appetitlosigkeit.
Korrekte Dosierung
Eine Erhöhung des Eisengehaltes der Sauenmilch über die Fütterung der Sau ist kaum möglich. Die Ferkel müssen deshalb direkt mit Eisen versorgt werden. Die häufigsten Methoden sind dabei eine Eiseninjektion oder die orale Verabreichung von Eisen. Die Eiseninjektion erfolgt in der Regel einmalig am dritten Lebenstag. Bei der oralen Verabreichung mittels einer Eisenpaste hat sich eine erste Gabe innerhalb der ersten vier Lebenstage und eine Wiederholung nach acht bis zehn Tagen bewährt.
Spritzen oder ins Maul geben? Die Vorteile der oralen Eisenversorgung liegen klar im frühen Zeitpunkt der Verabreichung. Da Eiseninjektionen erst ab dem dritten Lebenstag empfohlen werden und es ein wenig dauert, bis das injizierte Eisen vom Körper genutzt wird, kann eine Lücke in der Eisenversorgung entstehen. Diese kann durch die orale Gabe einer Eisenpaste am ersten Tag direkt nach Kolostrumaufnahme geschlossen werden und mit dem freien Angebot von Eisenzucker (UFA-Fenergie) kombiniert werden. UFA-Fenergie, das grosse Mengen an Eisen (60 000 mg/kg) enthält, besteht aus einem gut verfügbaren, schmackhaften Eisenzucker und kann den Ferkeln ab dem ersten Lebenstag in allmählich steigernder Menge verabreicht werden. UFA-Fenergie eignet sich gut, um mit Wühlerde und Pre Starterfutter kombiniert zu werden. Neben der zusätzlichen Eisenversorgung gewöhnen sich die Ferkel so rasch an Festfutter. Zusätzlich zum Eisen enthält UFA-Fenergie wichtige Stoffe wie Huminsäuren oder Vitamin E und C, welche das Abwehrsystem stärken und später zu einer besseren Schlachtkörperqualität beitragen. Die Kombination von Eisenpaste und Eisenzucker bietet eine echte Alternative zur Spritze.
Praxistauglich
In Betrieben, in denen eine ordnungsgemässe Verabreichung der Präparate gewährleistet ist, lässt sich die orale Eisengabe hervorragend in die Arbeitsroutine integrieren. Sie passt also in die Reihe der Massnahmen wie Zähne schleifen oder Wurfausgleich. Bei Ferkeldurchfällen am ersten Lebenstag ist allerdings Vorsicht geboten. Denn es könnten Clostridien und zwar Clostridium perfringens Typ A im Spiel sein, die das in den Pasten enthaltene Dextran im Magen-Darm-Kanal zu ihrer Vermehrung nutzen. Wer also in seinem Betrieb Probleme mit diesem Keim hat, muss unbedingt Vorsichtsmassnahmen ergreifen, das heisst entsprechende Behandlungen einleiten. Eine zweite Gabe ist grundsätzlich bei überdurchschnittlicher Entwicklung der Saugferkel zu empfehlen, auch wenn die erste Eisengabe per Injektion erfolgte.