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Das Walliser Krebsregister
Das Walliser Krebsregister wurde 1988 innerhalb der Abteilung für Histozytopathologie des Zentralinstituts der Walliser Spitäler (ZIWS) eingerichtet. Bei der Gründung des Walliser Gesundheitsobservatoriums im Jahr 2001 wurde es diesem angegliedert. Seit dem 1. Januar 1989 werden sämtliche Fälle von Krebserkrankungen, die unter der Walliser Bevölkerung auftreten, erfasst.
Das Bundesgesetz über die Registrierung von onkologischen Erkrankungen (KRG) ist seit dem 1. Januar 2020 in Kraft. Sämtliche Ärzte welche in Spitälern, privaten oder öffentlichen Institutionen des Gesundheitswesens, onkologische Erkrankungen diagnostizieren und/oder behandeln, sind verpflichtet, den kantonalen Tumorregistern und dem Schweizerischen Kinderkrebsregister definierte Daten zu bestimmten Krebsarten zu melden (Liste) Dies soll dazu führen, dass Krebserkrankungen schweizweit vollständig und einheitlich erfasst werden.
Das Gesetz sieht eine Nationale Krebsregistrierungsstelle (NKRS) vor und hat die Stiftung NICER (Nationales Institut für Krebsepidemiologie und Registrierung), die 2007 von der Schweizerischen Vereinigung der Tumorregister und Oncosuisse gegründet wurde, mit dieser Funktion betraut. Die Daten aus den 13 Tumorregistern (Liste) werden jedes Jahr an das NKRS geschickt, um nationale Krebsstatistiken zu erstellen.
Das Walliser Krebsregister richtet sich nach den Regeln des European Network of Cancer Registries ENCR und der International Association of Cancer Registries IACR und stellt seine Daten für die Veröffentlichung der Publikation «Cancer Incidence in Five Continents» (IARC) und für zahlreiche internationale Studien zur Verfügung.
Aufgabe
Die Aufgabe des Walliser Krebsregisters besteht darin Krebsfälle bei Personen zu erfassen welche zum Zeitpunkt der Diagnose ihren Wohnsitz im Wallis haben. Diese Datensammlung wird anschließend analysiert und interpretiert. Das Walliser Krebsregister liefert die Daten des Kantons Wallis für die Erstellung nationaler Statistiken an NICER (National Institut for Cancer Epidemiology and Registration) und führt auf kantonaler Ebene Analysen durch.
Die Datenbank über sämtliche Krebsfälle im Wallis ermöglicht:
- Auf kantonaler Ebene die Neuerkrankungen, die Todesfälle und das Überleben nach Art der Krebserkrankung zu beschreiben;
- Vergleiche zu den Neuerkrankungen, zu den Todesfällen und zum Überleben auf nationaler bzw. internationaler Ebene anzustellen;
- Daten für nationale oder internationale Studien zu sammeln;
- Der Ärzteschaft für Fragen im Zusammenhang mit Krebs im Wallis zur Verfügung zu stehen;
- Den Zusammenhang von Krebserkrankungen und Risikofaktoren zu beschreiben, um individuelle Verhaltensempfehlungen auszuarbeiten.
Im Idealfall sollten diese Empfehlungen zu kollektiven Präventionsaktionen und zu entsprechenden Planungen innerhalb des Gesundheitssystems führen.
Statistiken
Statistiken zu den häufigsten Krebsarten im Wallis finden Sie unter Gesundheitsindikatoren/Krebs.
Allgemeine Statistiken zu den Krebserkrankungen im Wallis und in der Schweiz finden auf der Website von NICER: NICER Statistiken.
Zusammenarbeit
Lokale Zusammenarbeit
- In Zusammenarbeit mit dem Departement Onkologie des Spital Wallis: Epidemiologie und Behandlung von Brustkrebs im Wallis, 2008-2010.
- Walliser Zentrum für Brustkrebsscreening
- In Zusammenarbeit mit dem Departement Onkologie des Spital Wallis: Epidemiologie und Behandlung von Dickdarmkrebs im Wallis 2006-2009.
- In Zusammenarbeit mit dem Departement Onkologie des Spital Wallis: Krebs im Wallis 2016
- In Zusammenarbeit mit dem Departement Onkologie des Spital Wallis: Epidemiologie und Behandlung von Lungenkrebs im Wallis
Nationale Zusammenarbeit
- NICER: National Institute for Cancer Epidemiology and Registration
- Schweizer Kinderkrebsregister
- Studie über die Behandlung von Brustkrebs in der Schweiz, 2008: «Geographic variation in breast cancer care in Switzerland»
Internationale Zusammenarbeit
- Cancer Incidence in five continents (IARC-OMS): letzte Ausgabe 2013.
- Eurocare: 1989 begonnene Kollaborationsstudie über das Überleben einer Krebserkrankung in Europa (23 beteiligte europäische Länder). Momentan befindet sich diese Studie in der fünften Phase.
- Swiss HIV Cohort Study: 1988 begonnene multizentrische Kohortenstudie über HIV-infizierte Personen im Alter von über 16 Jahren.
- Rarecare study: 2007 begonnene Studie über seltene Tumore in Europa.