Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03477.jsonl.gz/811

- Der diesjährige Nobelpreis für Chemie geht an den Deutschen Benjamin List und den in Schottland geborenen US-Forscher David W. C. MacMillan.
- Die beiden Wissenschaftler gewinnen die Auszeichnung für ihre Methoden zur Beschleunigung chemischer Reaktionen, wie die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm mitteilte.
- Die Chemiepreisträger hätten ein neues Werkzeug für den Aufbau von Molekülen entwickelt – die Organokatalyse, eine Methode zur Erforschung neuer Arzneimittel.
Die sogenannte Organokatalyse habe auch dazu beigetragen, die Chemie umweltfreundlicher zu machen. Die Methode habe sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit entwickelt, hält die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften weiter fest.
Dieses Konzept für die Katalyse ist so einfach wie genial.
Mithilfe dieser Reaktionen könnten Forscher nun vieles effizienter herstellen, von neuen Arzneimitteln bis hin zu Molekülen, die Licht in Solarzellen einfangen können. Johan Åqvist, Vorsitzender des Nobelkomitees für Chemie, sagte: «Dieses Konzept für die Katalyse ist so einfach wie genial, und viele Leute haben sich gefragt, warum wir nicht schon früher darauf gekommen sind.»
Die renommierteste Auszeichnung für Chemiker ist in diesem Jahr mit insgesamt zehn Millionen Kronen – umgerechnet rund 1.06 Millionen Franken – dotiert.
Chemie-Nobelpreis: Bislang sieben Preisträgerinnen
Seit 1901 wurde der Chemie-Nobelpreis an 185 verschiedene Forscher vergeben. Einer von ihnen, der Brite Frederick Sanger, erhielt ihn zweimal. Unter den Preisträgern waren bislang sieben Frauen, etwa Marie Curie 1911, die die radioaktiven Elemente Polonium und Radium entdeckte.
Vergangenes Jahr hatten sich die in Berlin arbeitende Französin Emmanuelle Charpentier und die US-Amerikanerin Jennifer A. Doudna den Chemie-Nobelpreis geteilt. Sie waren für die Entwicklung einer Genschere zur gezielten Erbgut-Veränderung ausgezeichnet worden.
Am Dienstag erhielten der Meteorologe Klaus Hasselmann aus Deutschland und der in Japan geborene Syukuro Manabe die eine Hälfte des Physik-Nobelpreises. Die andere Hälfte ging an den Italiener Giorgio Parisi. Sie wurden für ihre Beiträge zur Erforschung des Klimas und anderer komplexer Systeme ausgezeichnet.
Preisverleihung am 10. Dezember
Am Montag war ebenfalls in Stockholm bekannt gegeben worden, dass der Medizin-Nobelpreis an David Julius aus den USA und den im Libanon geborenen Ardem Patapoutian geht. Die beiden Forscher haben Zellrezeptoren entdeckt, über die Menschen Temperaturen und Berührungen wahrnehmen.
Nach Medizin, Physik und Chemie folgen am Donnerstag und Freitag die Nobelpreis-Bekanntgaben in den Kategorien Literatur und Frieden. Am Montag werden dann zum Abschluss die Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften verkündet. Verliehen werden die Nobelpreise allesamt traditionell am 10. Dezember, dem Todestag von Preisstifter und Dynamit-Erfinder Alfred Nobel (1833-1896).
Nur noch ausgewählte Artikel kommentierbar
Liebe Userinnen und User. Wir wünschen uns einen konstruktiven Diskurs ohne Beleidigungen, Diskriminierung und Falschinformation. Deshalb haben wir uns dafür entschieden, unser Kommentar-System umzustellen. Neu konzentrieren wir uns auf ausgewählte Themen und geben nicht mehr alle Artikel zum Kommentieren frei. Täglich wollen wir so 3 bis 5 Debatten lancieren, die unser Community-Team dafür umso enger begleiten kann. Die kommentierbaren Artikel finden Sie unter «Die Debatten des Tages». Mehr Infos gibt es hier. Wir freuen uns auf spannende Diskussionen mit Ihnen!