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Die Bestimmung des Blutbildes ist eine der häufigsten Laboruntersuchungen. Es gibt das kleine und das grosse Blutbild. Das kleine setzt sich zusammen aus der Anzahl von Thrombozyten sowie roter und weisser Blutkörperchen. Ausserdem wird der Hämatokritwert bestimmt, das ist das Verhältnis zwischen flüssigen und festen Bestandteilen des Blutes. Schliesslich wird der rote Blutfarbstoff Hämoglobin gemessen, der Hinweise auf Mangelerscheinungen etwa von Eisen geben kann. Für das grosse Blutbild werden im sogenannten Differenzialblutbild ausserdem die Anteile der verschiedenen weissen Blutkörperchen bestimmt.
Blutzucker
Der Blutzuckerwert gibt die Konzentration an gelöstem Traubenzucker im Blut an. Diese sogenannte Glukose ist der wichtigste Energielieferant des Körpers. Normalerweise regeln die Hormone Insulin und Glucagon den Zuckerstoffwechsel. Kohlenhydrate aus der Nahrung werden bei der Verdauung in Einzelzucker zerlegt, der wichtigste ist Glukose. Steigt der Blutzuckerspiegel an, setzt die Bauchspeicheldrüse vermehrt Insulin frei. Es wirkt wie ein Schlüssel, der Muskel- und Fettzellen für die Glukose öffnet, damit die Zellen sie aufnehmen können. In der Folge sinkt der Blutzuckerspiegel.
Bei gesunden Menschen ist der Blutzuckerspiegel immer fein austariert. Im nüchternen Zustand sind die Blutzuckerwerte bei etwa 70 bis 80 Milligramm pro Deziliter, nach einem üppigen Essen steigen sie nicht über 140. Eine Regulierung des Blutzuckers ist wichtig, weil Gehirn und Nerven immer mit Glukose versorgt werden müssen, um aktiv zu sein. Stimmt die Balance nicht und ist der Zuckergehalt im Blut zu niedrig, wird einem übel, die Konzentrationsfähigkeit lässt nach, es kann zu Muskelkrämpfen und Zittern sowie zu Schweissausbrüchen kommen. Ist dagegen zu viel Glukose im Blut, kann das zu Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit oder Schwindel führen. Menschen, deren Bauchspeicheldrüse nicht genügend Insulin produziert, leiden unter der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und haben meistens einen zu hohen Blutzuckerspiegel.
Kleines Blutbild
Die Menge der weissen Blutkörperchen zeigt, in welchem Stadium sich die Immunabwehr befindet. Ist die Anzahl der Leukozyten erhöht, herrscht eine akute Infektion.
Die Menge der Blutplättchen zeigt, ob mit der Blutgerinnung alles in Ordnung ist oder ob ein erhöhtes Risiko für eine Thrombose besteht. Erhöhte Thrombozyten-Werte können auch auf Arthritis, entzündliche Darmkrankheiten (z. B. Morbus Crohn) oder Tumore hindeuten.
Sind die Werte des Blutfarbstoffs Hämoglobin erhöht, kann das auf Tumore hindeuten. Sind sie niedrig, könnten chronische Magen- und Darmleiden vorliegen.
Diagnose mittels Blut
Schon im 17. Jahrhundert begann man damit, Blut unter dem Mikroskop zu untersuchen. Zuerst entdeckten Forscher die weissen und roten Blutkörperchen. Seit einigen Jahrzehnten weiss man, dass zellfreie DNA im Blutplasma zirkuliert. Diese gelangt zum Beispiel bei der sogenannten Apoptose ins Blut, also wenn eine Zelle stirbt und dabei die DNA freisetzt. Diese DNA enthält die genetische Information über Aufbau und Funktion der Zellen. Mit einer einzigen Blutprobe kann man heute beispielsweise eine detaillierte vorgeburtliche Diagnostik betreiben oder bei bestimmten Tumoren Rezidive früh erkennen. Es ist also anhand des Blutes möglich, das Risiko für bestimmte Krankheiten einzuschätzen.
Grosses Blutbild (Differenzialblutbild)
Der Wert der Granulozyten kann darauf hinweisen, ob ein akutes Herzleiden vorliegt, eine Lungenentzündung oder eine Blutvergiftung.
Die Zahl der Monozyten steigt, wenn eine Infektion mit Bakterien oder Pilzen vorliegt.
Sind die Lymphozyten erhöht oder erniedrigt, kann das auf Leukämie oder diverse Autoimmunerkrankungen hinweisen.
- Quellen
Maria Lohmann: «Laborwerte verstehen», Mankau Verlag, 2020
Lothar Ursinus: «Mein Blut sagt mir …», Schirner Verlag, 2015
Dr. Jürgen Brater: «Blut tut gut! Alles über unser flüssiges Superorgan», F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung, 2016
Renate Huch, Klaus D. Jürgens (Hrsg.): «Mensch, Körper, Krankheit», Urban & Fischer, 2019