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Marmorierte Baumwanze: grosse Schäden an Birnen
Die Marmorierte Baumwanze verursacht verbreitet grosse Schäden in Birnenkulturen
Die aus Ostasien stammende Wanzenart breitet sich in den letzten Jahren stark aus. Der warme Sommer 2018 führte zu einer massiven Vermehrung, da die Marmorierte Baumwanze zwei komplette Generationen ausbilden konnte. Die adulten Tiere überwinterten anschliessend an geschützten Orten, mit Vorliebe in Gebäuden. Die Überwinterung der vielen Wanzen von 2018 führte zu einem hohen Ausgangsdruck für das aktuelle Jahr 2019. Während der aktuell laufenden Birnenernte zeigt sich nun, dass verbreitet grosse Wanzenschäden in Birnenkulturen auftreten.
Die Marmoriere Baumwanze wurde 2004 in die Schweiz eingeschleppt und breitet sich in den vergangenen Jahren ungehindert aus. Der wichtigste natürliche Gegenspieler aus dem Ursprungsgebiet, die Samuraischlupfwespe (Trissolcus japonicus), wurde dieses Jahr nach dem Tessin auch nördlich der Alpen nachgewiesen, allerdings erst in den Städten Zürich und Basel. Da sich die Samurai-Schlupfwespe nicht in der gleichen Geschwindigkeit ausbreitet wie der Schädling, nehmen die Schäden in der Region Zürich und auch in allen anderen Regionen der Deutschschweiz stark zu. In den letzten 2 Wochen häufen sich die Schadensmeldungen.
Wanzen lieben Birnen
Im Obstbau werden vorwiegend Pfirsiche, Nektarinen und Birnen von der Marmorierten Baumwanze befallen. In Regionen mit hohen Wanzenpopulationen nehmend auch die Schäden an Äpfeln zu. Die Marmorierte Baumwanze ist sehr polyphag und befällt bis zu 200 verschiedene Wirtspflanzen. Dies macht sie somit nicht nur für den Obstbau, sondern auch für den Gemüseanbau sehr gefährlich. Nach der Eiablage entwickelt sich die Marmorierte Baumwanze über fünf Nymphenstadien zum adulten Tier. In Birnenanlagen konnten dieses Jahr Marmorierte Baumwanzen im zweiten Nymphen Stadium beobachtet werden, die bereits an Birnen saugen (siehe Abbildung 1).
Je nach Zeitpunkt, wann Wanzen an den Früchten saugen, prägen sich mehr oder weniger starke Deformationen aus. Je früher die Einstiche erfolgen und je länger das Fruchtvolumen nach den Einstichen zunimmt, desto stärkere Deformationen entstehen an den Früchten (Abb. 2-4). Obwohl Einstiche kurz vor der Ernte nicht mehr zu wahrnehmbaren Dellen in den Früchten führen, sind diese ein grosses Problem, weil die Einstichstellen (Abb. 5) als Eintrittspforte für Krankheitserreger dienen und die Früchte in der Folge am Lager zu faulen beginnen.
Melden Sie uns Wanzenschäden!
Nur aufgrund der Schadbilder ist eine klare Zuordnung der Schäden zur Ursache der Schäden nicht möglich. Für die zweifelsfreie Zuordnung der Schäden müssen Sie Wanzen in der Anlage in entsprechender Zahl finden. Die am häufigsten in Obstanlagen vorhandenen Wanzenarten sind die Marmorierte Baumwanze, die Rotbeinige Baumwanze, die Lederwanze und die Grüne Stinkwanze.
Stellen Sie vermehrt Wanzenschäden fest, melden Sie uns diese mit Angaben zum Standort, der Obstart und Sorte, der Befallshäufigkeit und einer Einschätzung zum Anteil befallener Früchte.
Vielen Dank für Ihre Mithilfe!