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Im Zentrum der Studie stehen multireligiöse Schulfeiern, eine spezielle
schulische Feierform, die sich in den letzten Jahren im Kontext der
zunehmenden religiösen Pluralisierung der Schülerschaft gebildet hat.
Zwar lokal und quantitativ begrenzt, ist dieses Phänomen umso interessanter,
weil es direkt an gesellschaftlichen Veränderungen ansetzt und auf diese
reagiert.
Der Zugang ist ein zunächst beschreibend-dokumentierender. Anhand von
videographischen Aufnahmen wird der performative Charakter multireligiöser
Schulfeiern konserviert und weiterführenden Analysen zugänglich gemacht.
Diese ermöglichen adäquate Schlüsse hinsichtlich ritualtheoretischer,
schulkultureller und religionspädagogischer Fragestellungen.
Dabei stehen die Wechselwirkungen zwischen den "Akteuren auf der Bühne"
und der "Feiergemeinde" im Zentrum des Forschungsinteresses. Es wird
analysiert, wie der Selbstanspruch „Multireligiosität“ umgesetzt wird und auf
welche Weise die Feiernden reagieren. Ein wesentlicher Fokus richtet sich
dabei auf den Schwellencharakter der Feier.
Das Ziel der Studie besteht in der Gewinnung von grundlegenden
Erkenntnissen zum Feierformular multireligiöser Schulfeiern sowie in der
Formulierung von Impulsen für ihre Gestaltung und Durchführung. Hierbei wird
auch eine Positionierung im Diskurs zwischen absolut bekenntnisfreier versus
einer das Religiöse inkludierenden Schulbildung nötig.