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Kontaktpunkte und Kariesdiagnostik bei Milchzähnen
Das Vorhandensein von approximalen Kontakten macht die Erkennung von initialen Läsionen in diesem Bereich schwierig. Daher wird für eine effektive Diagnostik die visuelle Untersuchung üblicherweise durch Röntgenbilder (Bissflügelaufnahmen) ergänzt. Diese Methode zeigt aber eine geringe Sensitivität und eine größere Variabilität bei den beurteilenden Personen. Um sensitivere und spezifischere Methoden zu finden, wurde das Laserfluoreszenzgerät DIAGNOdent zur Erkennung von kariösen Läsionen entwickelt.
Die vorliegende In-vivo-Studie sollte den Einfluss der Kontaktpunkte auf die Erkennung approximaler Karies bei Milchzahnmolaren untersuchen. Dazu wurden die Ergebnisse der Untersuchung mittels DIAGNOdent Pen und der visuell-taktilen Untersuchung nach Separation der Zähne mit Bissflügelaufnahmen verglichen. Von 112 untersuchten Kindern wurden 33 ausgewählt. In drei Gruppen (a, b und c) erfolgte die Untersuchung von 209 approximalen Oberflächen: a) Untersucher 1 führte eine visuell-taktile Untersuchung gemäß den Nyvad-Kriterien durch (EX1); Untersucher 2 benutzte den DIAGNOdent Pen (LF1) und Bissflügelaufnahmen; b) 1 Woche später nahm Untersucher 1 nach Separation der Zähne eine zweite visuell-taktile Untersuchung vor (EX2), und Untersucher 2 setzte erneut DIAGNOdent ein (LF2); c) Nach Exfoliation der Milchzähne wurdendie Oberflächen direkt mit DIAGNOdent untersucht (LF3). Die Zähne wurden als Referenz mit Hilfe einer Computermikrotomographie analysiert. Die Kriterien waren: D1: D0 = gesund, D1-D4 = erkrankt; D2: D0, D1 = gesund, D2-D4 = erkrankt; D3: D0-D2 = gesund, D3, D4 = erkrankt. Bei D1 wurde die höchste Sensitivität/ Spezifität für EX1 (1,00)/LF3 (0,68) gefunden. Bei D2 lag die höchste Sensitivität/Spezifität bei LF3 (0,69)/BW (1,00). Bei D3 wurde die höchste Sensitivität/Spezifität für LF3 (0,78)/EX1, EX2 und BW (1,00) beobachtet. EX1 zeigte höhere exakte Werte als LF1, und EX2 zeigte ähnliche Werte wie LF2.
Schlussfolgerungen: Aus den Resultaten lässt sich schließen, dass eine visuell-taktile Untersuchung ohne Separation der Zähne zu besseren Ergebnissen bei der Erkennung gesunder bzw. kariöser approximaler Läsionen führt. Dennoch ist die Effektivität der Erkennung approximaler kariöser Läsionen bei beiden Methoden besser, wenn keine approximalen Kontakte vorhanden sind. Aus diesem Grund empfiehlt sich unabhängig von der Untersuchungsmethode die Separation der Zähne mit Hilfe von orthodontischen Separationsgummis als zusätzliches Instrument zur Diagnostik initialer Läsionen bei Milchzahnmolaren.
Ribeiro AA, Purger F, Rodrigues JA et al. Influence of contact points on the performance of caries detection methods in approximal surfaces of primary molars: an in vivo study. Caries Res 2015;49:99-108.
Kompositblöcke für die CAD/CAMVersorgung
In den letzten 10 Jahren hat sich der Einsatz von CAD/ CAM-Systemen in der Zahnmedizin durch Verbesserungen der intraoralen Scanner und der Herstellungsprozesse sowie die Weiterentwicklung der verwendetenMaterialien stark ausgeweitet. Die Forschung im Bereich der für die CAD/CAM-Verarbeitung geeigneten Materialien nimmt dementsprechend zu. Es sind aktuell vor allem zwei Materialtypen, die für ästhetische CAD/CAMverarbeitete indirekte Versorgungen zum Einsatz gelangen: Keramiken und Komposite. Keramiken sind kristalline, nicht metallische Materialien, die metallische undnicht metallische Elemente enthalten, welche durch ionische und/oder kovalente Bindungen verbunden sind, während Gläser gleich definiert, aber amorph sind. Glaskeramiken ähneln den Kompositen, nur dass hier die Glasphase als Matrix funktioniert und die Keramik als verstärkender Füller. Komposite bestehen aus einer polymeren, mit Füllern verstärkten Matrix, die anorganische (Keramiken, Glaskeramiken oder Gläser), organische oder andere Komposita enthält. Im direkten Vergleich der Eigenschaften sind die (glas)keramischen Materialien den Kompositen überlegen.
Die Eigenschaften eines Materials werden von dessen Zusammensetzung beeinflusst. Es verwundert nicht, dass der Elastizitätsmodul (Ef), ein indirekter Wert für die Festigkeit des Materials, die Biegefestigkeit (f) und die Vickershärte von (Glas-)Keramiken signifikant höher sind (Ef 60 GPa, f 140 MPa, Vickershärte > 4 GPa) als die entsprechenden Werte der Komposite (Ef = 9-20 GPa, f 100 MPa, Vickershärte = 0,4 GPa). (Glas-)Keramiken sind starke, steife und spröde Materialien mit einer niedrigen Risszähigkeit und einem hohen Frakturrisiko bei vorhandenen Materialfehlern. Die optischen Eigenschaften (Transluzenz, Fluoreszenz, Opaleszenz etc.) von (Glas-)Keramiken sind denen von Kompositen überlegen. Bei Kompositen kann es durch den pH in der oralen Kavität und/oder die Ernährung oder die Aufnahme/ Abgabe von Wasser zur Degradation der Polymermatrix und/oder der Matrixfüller kommen.
Die Attraktivität der Komposite beruht auf der leichten Verarbeitung und einer einfacheren, weniger sichtbaren intraoralen Reparaturmöglichkeit bei kleinen Defekten. Aus diesen Gründen kann man davon ausgehen, dass mit CAD/CAM-Bohrern, die relativ teuer sind (ca. 20 EUR/ Bohrer), fünf bis zehn (Glas-)Keramikkronen oder über 100 Kompositkronen formgeschliffen werden können. Die intraorale Reparatur von (Glas-)Keramik (die äußere Schicht ist dabei meist aus Feldspatkeramik) erfordert die Konditionierung mit hoch korrosiver und toxischer Flusssäure, gefolgt von der Anwendung eines Komposits mit unterschiedlichen Materialeigenschaften. Die Reparatur von Kompositkronen lässt sich durch Sandstrahlen oder Aufrauen mit einem Präparationsdiamanten, gefolgt von dem Einsatz eines gleichwertigen Kompositmaterials, sehr einfach durchführen. Zusätzlich sind Kompositmaterialien beim Formschleifen weniger anfällig für Frakturen im Randbereich.
Klinische Schlussfolgerungen: Die Polymerisation unter hohem Druck und bei hoher Temperatur hat bei den Kompositmaterialien zu neuen Möglichkeiten der industriellen Fertigung und zur Einführung von hochwertigen Kompositblöcken für die CAD/CAM-Anwendung geführt. Man muss jedoch berücksichtigen, dass es sich immer noch um Komposite handelt, deren zu erwartende Eigenschaften diejenigen der (Glas-)Keramikblöcke (noch) nicht übertreffen. Vorund Nachteile sind vor der Behandlung von Fall zu Fall abzuwägen, und Langzeitstudien müssen den In-vivo-Erfolg bestätigen.
Ruse ND, Sadoun MJ. Resin-composite blocks for dental CAD/CAM applications. J Dent Res 2014;93:1232-1234.