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In der Volksmedizin wird die Heilpflanze seit Jahrhunderten zur Lösung von Krämpfen eingesetzt. Jedoch erst vor 300 Jahren wurde seine beruhigende und schlaffördernde Eigenschaft von Medizinern entdeckt. Heute ist Baldrian der Inbegriff eines pflanzlichen Beruhigungsmittels.
Der mehrjährige Baldrian ist eine Heilpflanze, die kultiviert wird, aber auch wild bei uns wächst. Der ursprünglich aus Europa und Asien stammende Strauch wird bis zu zwei Meter hoch und besitzt zahlreiche kleine Fiederblätter an einem kantigen hohen Stängel. An dessen Spitze wachsen kleine weissrosa Blüten, die doldenartig angeordnet stehen. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis August.
Die Inhaltsstoffe, die der Pflanze ihre Heilkraft verleihen, stecken unter der Erde. September ist die beste Zeit, um nach Baldrianwurzeln zu graben. Nach der Ernte werden sie gewaschen und von ihren Wurzelhaaren befreit. Anschliessend werden die Wurzeln zum Trocknen aufgehängt.
Die Wirkung von Baldrian kann nicht einem einzelnen Inhaltsstoff zugeschrieben werden. Es ist die Kombination verschiedener Stoffe, wie das ätherische Öl, Valepotriate, drei Cyclopentan-Sesquiterpene und Alkaloide, die gemeinsam den Fächer des Wirkungsspektrums entfalten.
Die beruhigende, krampflösende und entspannende Wirkung von Baldrian hilft bei Schlafstörungen, nervöser Unruhe, Reizbarkeit und Spannungszuständen, bei Konzentrationsschwäche und Prüfungsangst, sowie Magen- und Darmbeschwerden.
Die schlaffördernden Eigenschaften verkürzen die Einschlafzeit und verbessern die Schlafqualität ohne „Hangover“ am folgenden Tag.