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An der letzten Mitgliederversammlung war der Beitritt der SVP Biel zum Komitee gegen das Hooligan-Konkordat traktandiert. Man erachtet das Hooligan-Konkordat als unnötige Einschränkung der Freiheit. Ich selber bin überzeugt, dass wir das Hooligan-Konkordat benötigen. Denn dank diesem hat die Behörde weitergehende Möglichkeiten Massnahmen zur Eindämmung von Gewalt im Sport zu ergreifen. Folgende Argumente sprechen aus meiner Sicht für das Konkordat:
Argument der Gegener: Das Konkordat sei zu bürokratisch:
Meine Überlegungen: Es ist vorgesehen, dass zu Beginn jeder Saison eine sogenannte Rahmenbewilligung für den betroffenen Klub ausgearbeitet wird. Deren erstmalige Erstellung dürfte tatsächlich einen gewissen Aufwand mit sich bringen. Einmal erstellt kann jedes Jahr wieder darauf aufgebaut werden. Die einzelnen Spiele werden dann aber in der Folge mittels Ausfüllen eines Standardformulars bewilligt. Bei problemlosen Spielen verursacht die Bewilligungserteilung somit nur einen sehr geringen Aufwand (Standardformular ankreuzen und unterschreiben). Bei Problemspielen entsteht zwar ein gewisser administrativer Aufwand für die Bewilligungserteilung. Dieser erweist sich aber angesichts der übrigen, für die Vorbereitung eines kritischen Spiels aufzuwendende Zeit (Verhandlungen mit Clubs und Fans, Vorbereitung des Spiels mit der Kantonspolizei, Bewältigung des Spiels) als im Rahmen.
Argument der Gegener: das Konkordat sei irreführend:
Meine Überlegungen: Genauso wenig wie jeder, der in eine Verkehrskontrolle der Polizei kommt nicht unter Generalverdacht steht, ein „Verkehrssünder“ zu sein, stehen unbescholtene Matchbesucher nicht unter Generalverdacht des Hooliganismus. Von Heilmittel ist nicht die Rede, das Konkordat ist nur ein Mosaikstein im Kampf gegen Hooligans. Nebst dem Konkordat braucht es genauso auch präventive Massnahmen und den Dialog. Dass unbescholtene Matchbesucher von den im Konkordat vorgesehenen Massnahmen betroffen sein können ist unbestritten. Die Ursache dafür ist aber nicht das Konkrodat, sondern die Ursache liegt bei den Hooligangs. Gäbe es sie nicht, bräuchte es auch kein Konkordat. Ich denke, dass sich Familien und Kinder mit Konkordat sicherer fühlen können als ohne Konkordat, weshalb sie dessen unangenehme Auswirkungen gerne in Kauf nehmen werden.
Argument der Gegener: das Konkordat sei bevormundend:
Meine Überlegungen: Je mehr Alkohol ein Mensch in sich hat, desto enthemmter wird er. Die Verhinderung des Konsums von Alkohol im Stadion wirkt sich positiv auf die Situation bezüglich Gewaltbereitschaft aus. Selbstverständlich müssen die im Konkordat vorgesehenen Massnahmen verhältnismässig angewandt werden. Es mag tatsächlich unverhältnismässig erscheinen, der grossen friedlichen Masse den Alkohol zu entziehen, damit einige wenige Hooligans keinen Alkohol mehr erhalten (insbesondere haben diese oft bereits beim Betreten des Stadions genügend Alkohol intus). Ein Alkoholverbot im Stadion macht nur dann Sinn, wenn es auf die Risikogruppen beschränkt werden kann. Moderne Stadien sind so gebaut, dass dies möglich ist.
Argument der Gegener: das Konkordat sei kostenintensiv
Meine Überlegungen: Das Konkordat stellt nur einen Puzzle-Teil der Lösung dar. Selbstverständlich müssen alle möglichen Massnahmen ergriffen werden, nicht nur repressive. Mit präventiven Massnahmen allein kommt man aber auch nicht zum Ziel. Nicht alle Menschen beachten die zu respektierende Schranken freiwillig. Wo Argumente und Vernunft nicht ausreichen, muss der Staat die Möglichkeit haben, die Regeln auch mittels Repression durchzusetzen.
Argument der Gegener: das Konkordat sei grundrechtsverletzend:
Meine Überlegungen: Es trifft zu, dass das Konkordat Massnahmen enthält, mittels welchen Grundrechte eingeschränkt werden können. Die erwähnten Einschränkungen sind jedoch notwendig und rechtmässig, weil sie sich auf eine ausreichende gesetzliche Grundlage stützen und im öffentlichen Interesse liegen.
Argument der Gegener: das Konkordat sei undurchdacht:
Meine Überlegungen: Es trifft zu, dass die Bestimmung mit den Kombitickets die zuständigen Stellen in der praktischen Umsetzung vor einige Herausforderungen stellen wird. Die überwiegende Zahl vorgesehener Massnahmen sind jedoch in anderen Ländern erprobt und werden – nach einer Angewöhnungszeit – auch in der Schweiz ihre Akzeptanz finden.
Es hat alles nichts gebracht. Die Partei hat sich bei der Abstimmung klar dafür ausgesprochen, dem Komitee beizutreten, welches die Einführung des Hooligan-Konkordats bekämpfen will und mich an die Seitenlinie gestellt…. 😉