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Amarcord
Regie: Federico Fellini
Darst.: Magali Noël, Bruno Zanin, Pupella Maggio, Armando Brancia, Stefano Proietti, Giuseppe Ianigro, Nando Orfei, Ciccio Ingrassia, Carla Mora, Luigi Rossi u.a.
Frühling 1933. In Borgo, einer imaginären Kleinstadt an der norditalienischen Adriaküste, lebt der fünfzehnjährige Titta mit Eltern, Bruder und Grossvater. Der Alltag ist vom Katholizismus und den herrschenden Faschisten geprägt. Auf der Piazza findet ein Frühlingsfest statt und der «Duce» wird in Form eines riesigen, blumengeschmückten Pappkopfs bejubelt. Doch Titta und seine Schulfreunde sind vor allem mit ihrer erwachten Sexualität beschäftigt, weshalb der Priester in der Beichte von den Jungen wissen will, ob sich auch keiner von ihnen «berührt» hat. Bei einem sonntäglichen Besuch in der Anstalt, in der Tittas verrückter Onkel Teo eingesperrt ist, erlebt er, wie Teo auf einen Baum klettert und unentwegt «Voglio una donna!» kräht. Szenen wie diese sind es, die diesen, von einer Unmenge skurriler Figuren bevölkerten, grandiosen filmischen Bilderbogen zum wohl unsterblichsten Werk des Meisters gemacht haben. Der Filmtitel bedeutet «io mi ricordo» (ich erinnere mich) im Dialekt von Rimini, wo Fellini aufwuchs. Und auch wenn er in den Film eigene Erfahrungen einfliessen und in Cinecittà das Rimini seiner Jugend nachbauen liess, verwahrte er sich dagegen, «Amarcord» und auch andere seiner Filme autobiografisch zu nennen: «Es ist nicht die Erinnerung, die meine Filme beherrscht. Zu sagen, dass meine Filme autobiografisch sind, ist eine ungenierte Dummheit. Ich habe mein Leben selbst erfunden. Ich habe es eigens für das Kino erfunden. Bevor ich den ersten Film gedreht habe, habe ich nichts anderes getan, als mich darauf vorzubereiten, mich mit der notwendigen Energie aufzuladen, um eines Tages ‹Aufnahme› sagen zu können! Ich habe gelebt, um einen Regisseur zu erschaffen: sonst nichts. Und ich kann mich an nichts anderes erinnern, obwohl man mich für jemanden hält, der sein expressives Leben in den Kaufhäusern der Erinnerung auslebt. Nichts davon ist wahr. Im Sinn der Anekdote, der Autobiografie ist in meinen Filmen nichts vorhanden. Man findet dagegen das Zeugnis einer gewissen Zeit, die ich erlebt habe. In diesem Sinn stimmt es, dass meine Filme autobiografisch sind: aber auf die gleiche Weise, in der jedes Buch, jeder Vers eines Poeten, jede Farbe auf einer Leinwand, autobiografisch sind.»
Der Schriftsteller Christoph Keller führt am 4. Februar in den Film ein.