Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03361.jsonl.gz/1689

Nils Röller
Bittermeer – Mare amoroso
168 S. 12,5×18. Klappenbroschur
€ 20,-
ISBN 978-3-903110-23-6
Wien: Klever, 2017
Aus dem Vorwort von »Bittermeer«
Die Sicht auf die Alpen weicht verspiegelten Fenstern, dazwischen werden Kräne aufgebaut und wieder demontiert. Die Baumassnahmen in Zürichs Europaallee werden durch Rammen eingeleitet. Nachts wird Beton zwischen den Gleisen gesägt. Bei dem Versuch, die Geräusche der Umgebung zu beschreiben, beginnt eine Übersetzungsbewegung. Sie führt zur Beschäftigung mit den Rhythmen von Gedichten, ihren Wellenbewegungen. Ist das Gleisfeld vor dem Hauptbahnhof ein Meer? Das Heute verschiebt sich täglich, stündlich. In Gedanken nennt sich das hoffnungsvoll Schiff, was sich beim Übersetzen bildet. Die Vorstellungen lassen sich stabilisieren mit dem, was konkret da ist: Tisch, Fenster, Papier, Computer. Wie konkret kann ein Computer sein? Ist er in ein Geflecht von Vorschriften eingebunden, das vergleichbar ist mit dem Text des Mare amoroso, der zwar in Standardwerken, auch in Taschenbüchern vorliegt, aber nicht endgültig fixiert ist? Der Text spricht von der Liebe als Meer in einer Zeit, als die Schifffahrt dynamisiert wurde. Über den Verfasser ist nichts bekannt. Eine Autorin? Eine Isolde? Sie wird im Text erwähnt, während der Name Tristan von einem Schreiber, der sich auch als Erläuterer verstand, hinzugefügt wurde.
Beim Übersetzen wird ein Textgefährt, das in einer Sprache wie in einem Gewässer schwimmt, in ein anderes überführt. Dabei wird der Text den Verhältnissen entsprechend umgerüstet. Wer übersetzt, grenzt Gebiete ab, in denen Textschiffe schwimmen. Die Unterscheidung zwischen den Wellen, die von Schiffen gebildet werden, und den Wellenbewegungen, Strömungen, Windverhältnissen im Zeichengebiet, stellt den Übersetzenden auf die Probe. Er wird zum Vehikel, Mischmobil.
Florian Hadler u. Daniel Irrgang (Hg.)
Zur Genealogie des MedienDenkens
640 Seiten, 17 x 24 cm, broschiert
€ 34, 80
ISBN 978-3-86599-312-0
Berlin: Kadmos, 2017
Siegfried Zielinski im Gespräch mit: Hans Belting, Knut Ebeling, Thomas Elsaesser, Wolfgang Ernst, VALIE EXPORT, Boris Groys, Sybille Krämer, Geert Lovink, Joachim Paech, Claus Pias, Hans Ulrich Reck, Hans-Jörg Rheinberger, Nils Röller, Otto Rössler, Florian Rötzer, Elisabeth von Samsonow, Henning Schmidgen, Peter Weibel und Hartmut Winkler.
Klappentext von »Zur Genealogie des MedienDenkens«
Die Publikation zu einer Genealogie des MedienDenkens versteht sich als eine unbedingt unvollständige und offen gebliebene Suche nach den Entwicklungen wissenschaftlicher und künstlerischer Diskurse über das, was Medien waren, sind und sein können. Sie nimmt ihren Ausgang bei den Gesprächen, die Siegfried Zielinski im »Forum zur Genealogie des MedienDenkens« von 2012 bis 2014 an der Universität der Künste Berlin mit seinen Gästen geführt hat und wird weitergeführt durch kommentierende Beiträge. Es ist ein Versuch, das zu greifen, was sich in den letzten Jahrzehnten in den Universitäten und mannigfaltigen Laboren der Gegenwart als Mediendenken herausgebildet hat. Die Publikation umfasst die beiden bisher im UdK-Verlag erschienenen Bände und ergänzt sie um weitere Gespräche.