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Fast 700 Unternehmen seien von so gravierenden Problemen betroffen, dass eine Restrukturierung erforderlich sei, hieß es in einem am Montag veröffentlichten Bericht des Beraters Alvarez & Marsal. Viele Firmen gingen aus einer verletzlichen Position in den konjunkturellen Abschwung. Mehr als ein Viertel der europäischen Unternehmen verfügten über schwache Bilanzen. Während der zu Ende gekommenen Niedrigzins-Phase hätten viele eine hohe Verschuldung aufgebaut. Wegen der steigenden Kapitalkosten hätten nun immer mehr Firmen Mühe, Zinsforderungen zu bedienen und Schulden zurückzuzahlen.
Der Rückenwind, den etwa der Nachholbedarf nach der Pandemie geliefert habe, lasse nach. Die Unternehmen hätten zunehmend Schwierigkeiten, höhere Kosten an ihre Kunden weiterzugeben. Der Druck auf die Margen dürfte im Laufe des Jahres anziehen und die Erträge drücken. "Das Insolvenzrisiko der Unternehmen nimmt in ganz Europa zu", erklärte Alvarez & Marsal-Manager Alessandro Farsaci. Rund zwölf Prozent der Unternehmen aus dem Konsumgütersektor wiesen eine angespannte Finanzlage auf. Mode-, Elektronik- und Möbelgeschäfte spürten die geringere Ausgabefreude der Haushalte. Auch im Automobilsektor und bei den Energieversorgern habe sich die Lage verschlechtert. Insbesondere Gasversorger hätten Schwierigkeiten, höhere Tarife an die Kunden weiterzugeben.
Alvarez & Marsal veröffentlicht halbjährlich einen Bericht zur Ertrags- und Finanzlage von mehr als 7000 börsennotierten und private Unternehmen in 33 Ländern in Europa und dem Nahen Osten. Die Gesellschaft berät Unternehmen und öffentliche Einrichtungen unter anderem bei Restrukturierungen. So holte die Schweizer Regierung in Zusammenhang mit Garantien für die Notübernahme der Credit Suisse Alvarez & Marsal an Bord.
(Reuters)