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Sind Energieetiketten sinnvoll?
Die Energieetikette ist ein Lenkungslabel, das sich bei der Förderung energiesparender Geräte bewährt hat. Sie hat den Verkauf immer effizienterer Elektrogeräte stark gefördert. Aufbauend auf diesem Erfolg gibt es diese Etikette heute auch im Mobilitäts- und Gebäudesektor, während sich im Informatikund Elektronikbereich das Energy Star Label durchgesetzt hat.
Geräte und Vorrichtungen für denselben Zweck haben nicht immer den gleichen Energieverbrauch. Für die gleiche Dienstleistung verbraucht ein gutes Gerät locker zweimal weniger Energie als ein Gerät der mittleren Kategorie. Das gilt für Kühlschränke, Kaffeemaschinen, Staubsauger, Lampen usw. Wenn wir die Extreme vergleichen, d. h. das beste mit dem schlechtesten Gerät, kann das Verhältnis bis zu 1:10 betragen. Das ist z. B. der Fall, wenn man ein Gebäude mit Minergie®-A-Standard und ein in den 1970er Jahren gebautes Gebäude miteinander vergleicht: Letzteres verbraucht zehnmal mehr Energie pro Quadratmeter.
Die Energieetikette bietet eine Qualitätsbescheinigung und informiert den Käufer über energieeffiziente Produkte. Sie zielt darauf ab, einen Teil der Verbraucher zur Wahl der effizientesten Produkte und andererseits die Hersteller zum Anbieten von Qualitätsprodukten zu bewegen.
Die von der Europäischen Union im Jahr 1996 eingeführte Energieetikette wurde in der Schweiz im Jahr 2002 für Haushaltsgeräte wie Kühlschränke, Geschirrspüler, Waschmaschinen, Wäschetrockner und Lampen vorgeschrieben. Im Laufe der folgenden Jahre wurde sie auf andere Gerätekategorien ausgeweitet, insbesondere auf Backöfen (2004), Raumklimageräte (2006), TV-Geräte (2012) und Kaffeemaschinen (2014). Die Energieetikette hat nicht nur einen Lenkungseffekt. Seit 2009 hat die Schweiz Vorschriften eingeführt – die sich mehrheitlich an jene der Europäischen Union anlehnen –, welche die ineffizientesten Geräte vom Markt ausschliessen.
Das ursprünglich für Elektrogeräte eingeführte Konzept der Energieetikette wurde anschliessend auf den Verkehrssektor ausgeweitet, insbesondere auf PWs und Reifen. Darauf folgten die Sanitärprodukte, wie Wasserhähne und Duschbrausen, mit denen Warmwasser – und damit Energie – gespart werden kann. Seit dem Jahr 2009 schlagen die Kantone den Eigentümerinnen und Eigentümern von Liegenschaften vor, eine Energieetikette zu erstellen, die als Gebäudeenergienachweis der Kantone (GEAK®) bezeichnet wird. Der GEAK beschreibt die Gesamtenergieeffizienz des Gebäudes sowie die Qualität der Wärmedämmung. Die Erstellung des Gebäudenachweises ist zwar noch vorwiegend freiwillig, in einigen Kantonen ist sie aber dennoch unter gewissen Umständen (öffentliche Gebäude, Gebäude, für deren Sanierung eine Subvention beantragt wird, Verkauf usw.) verpflichtend.
Die Effizienzklassen gingen ursprünglich vom Besten („A“) bis zum Schlechtesten („G“). Zur Förderung und Würdigung des technischen Fortschritts wurden für Geräte, die noch energieeffizienter sind als jene der Kategorie A die neuen Kategorien „A+“, „A++“ und „A+++“ eingeführt. Ein Kühlschrank der Kategorie A+++-Etikette verbraucht typischerweise ca. um die Hälfte weniger als ein Modell gleicher Kapazität der Kategorie A. Gleichzeitig sind die Kategorien E und G verschwunden. Die Effizienzvorschriften der Energieetiketten werden also regelmässig angepasst, um die ständige Verbesserung der Geräte zu berücksichtigen.
In den Bereichen Informatik und Unterhaltungselektronik übernimmt das „Energy Star“-Label die Rolle der Energieetikette. Dies aus Gründen der Harmonisierung, weil das Label seit 1992 in den Vereinigten Staaten existiert und im Jahr 2002 von der Europäischen Union übernommen wurde. Die Schweiz hat es 2009 eingeführt.
Der Preis und die Marke sind nach wie vor die Hauptkriterien beim Kauf von Haushaltsgeräten, PWs und anderen elektrischen und elektronischen Konsumgütern. Es wird aber beobachtet, dass die Energieeffizienz für die Kaufentscheidung an Bedeutung gewinnt. Die Energieetikette ist mittlerweile sehr bekannt und erweist sich als wirksam. Im Gebäudesektor wurde mit dem GEAK ein Lenkungsinstrument geschaffen, mit dem insbesondere bei Bauarbeiten Prioritäten gesetzt werden können.
Quellen
- CECB (2019)
- CECB (2019). Certificat energétique cantonal des bâtiments. [Online]. Available at: https://cecb.ch/fr/.
- European Commission (2019)
- European Commission (2019). EU ENERGY STAR. [Online]. Available at: https://ec.europa.eu/energy/topics/energy-efficiency/energy-efficient-products/energy-star_en.
- MINERGIE (2019)
- MINERGIE (2019). Minergie - home. [Online]. Available at: www.minergie.ch/home_fr.html.
- SuisseEnergie (2019)
- SuisseEnergie (2019). Etiquettes-énergie. [Online]. Available at: www.suisseenergie.ch/page/fr-ch/etiquettes-energie.