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Surfmekka, Hula-Tänze und ein beliebter Drehort für unzählige Filme, verteilt auf acht Inseln. Dafür ist Hawaii, der 50. US-Bundesstaat, bekannt. Doch es gibt tatsächlich viel mehr, was du garantiert bisher nicht geahnt hast.
Die Hawaiianer sind sehr naturverbunden. Bevor sie in einen Wald reintreten, fragen sie um Erlaubnis, indem sie in den Wald reinsingen. Anschliessend wird auf ein Zeichen gewartet, ob man eintreten darf. Es können zum Beispiel ein Windstoss oder Regentropfen sein, die positiv gewertet werden können. Fällt hingegen ein Ast oder ähnliches um, ist es kein gutes Zeichen.
Bleiben wir gleich beim Wald. Würde man etwas aus dem Wald bei einer Wanderung mitnehmen, so sollte man auch etwas dem Wald zurücklassen. Üblicherweise wickelt man Essen in Teeblätter ein und lässt es als Gegenleistung zurück.
Aktuell gibt es immer mehr so genannte «Immersion Schools», wo die einzige Unterrichtssprache Hawaiisch ist, um die verlorene Kultur und Tradition wieder populär zu machen.
Auf der ältesten der acht Inseln, Kauai, dürfen die Häuser nicht höher als eine Palme gebaut werden. Nicht aus Sicherheits- sondern aus Landschaftsgründen. Man will auf keinen Fall ein zweites Waikiki werden.
Niihau ist die «verbotene Insel», die im Nordwesten der Inselgruppe liegt. Die Menschen, die dort leben, haben die ursprüngliche Lebensweise noch am besten erhalten. Ihr Salz beziehen sie aus dem Ozean, haben keine Kühlschränke oder andere Technologien, sprechen nur die hawaiische Sprache und empfangen kaum Besuch. Auf die Insel darf man nämlich nur kommen, wenn man von einem Inseleinwohner eingeladen wird und selbst Hawaiianer ist. Auch darf man offenbar nicht zurückkehren, wenn man die Insel einmal verlassen hat, denn die Menschen fürchten sich vor der Zerstörung ihrer Kultur durch westliche Einflüsse.
Aloha war ursprünglich eine Begrüssung aller polynesischer Völker. Sie steht für «Hallo», «Tschüss» und «Liebe». Das dazugehörige Handzeichen «Hang Loose» oder «Shaka» hat seinen Ursprung Ende des 19. Jahrhunderts. Hamana Kalili, ein mächtiger Hawaiianer, hat bei einem Unfall auf der Zuckerplantage seine drei mittleren Finger verloren. Darauf wurde er zum Eisenbahnhof versetzt, wo er signalisieren musste, wann die Züge zum Abfahren bereit sind. Dieses Handzeichen mit den ausgestreckten Daumen und dem kleinen Finger diente ihm dazu. Lokale Kinder haben angefangen, diese Geste nachzuahmen, woraufhin sie sich über die ganze Insel ausbreitete und später auf der ganzen Welt populär wurde.
Der Sand am Waikikistrand auf der Insel Oahu wird jedes Jahr von Australien importiert.
Nur fünf Prozent der Pflanzen auf den Insel stammen ursprünglich aus Hawaii. Alle anderen wurden vor mehreren hundert Jahren von den Missionaren und anderen Einwanderern importiert.
Im Nationalpark auf der jüngsten und zugleich grössten Insel Big Island sind hingegen 95 Prozent der Natur auch einheimisch. Besonders im Regenwald kann man also das Original-Hawaii bestaunen.
Heute gibt es nur noch 8'000 Menschen, die ausschliesslich hawaiianischer Abstammung sind und 470'000 Mischlinge.
Fast alle Strassen auf Hawaii fangen mit dem Buchstaben K an. Im Chinatown auf der Insel Oahu sind die Strassenschilder zusätzlich noch auf Chinesisch beschriftet.
Der berühmte Hula-Tanz war zwischen 1820 und 1886 verboten, da dieser in Verbindung mit der Verehrung von Göttern stand und nach der Missionierung war dies nicht mehr angebracht.
Bevor die Einwanderer kamen, wurde nur mündlich gesprochen und erst später haben die Missionare ein Alphabet kreiiert. Dieses besteht aus nur zwölf Buchstaben; den Vokalen a, o, u, i und e sowie den Konsonanten k, w, m, n, l, h und p. Es kommt nie vor, dass zwei Konsonante aufeinander folgen, zwei Vokale hingegen schon.
Auf Big Island gibt es elf der weltweit 13 Klimazonen. Dank den hohen Bergen, Vulkanen, dem Regenwald und dem Ozean vereinen sich diese auf einer solch kleinen Fläche wunderbar.
Viele hawaiischen Namen sind zu lang für offizielle Dokumente und werden häufig mit dem ersten Buchstaben abgekürzt. Nur im Pass und der Geburtsurkunde ist er auf jeden Fall vollständig aufgeführt.
Die Urbevölkerung kommunizierte nur mündlich und fühlte sich durch die Luft und das Atmen sehr verbunden. Bei der Begrüssung wurde der Atem miteinander ausgetauscht, allerdings nur durch die Nase, denn der Mund galt als unrein. Schliesslich konnte man damit Krankheiten einfangen und lügen.
Die privaten Kamehameha-Schulen erlauben nur Vollbluthawaiianern den Zutritt. Wer ein Mischling oder gar ganz eingewandert ist, darf nicht rein.
Auf der Insel Kauai laufen Hühner auf den Strassen rum. Es gibt verschiedene Theorien, woher diese Streuner kommen. Die einen sagen, der Hurrikan von 1992 hat einige Hühnerfarmen zerstört und die Vögel somit verteilt. Andere behaupten, Betreiber von Zuckerplantagen hätten diese in den frühen 1900-er auf die Insel gebracht, sie gezüchtet, wobei viele verloren gingen und sich selbstständig vermehrt haben.
Der erste Geburtstag eines Kindes, genannt Baby Luau, wird extrem gross gefeiert. Da früher viele Babys das erste Lebensjahr nicht erreicht haben, ist dieser Tag besonders wichtig. Man kann das Ausmass mit der Grösse einer Hochzeit vergleichen.
Die neunte Insel befindet sich zurzeit noch unter dem Wasser und soll in 10'000 Jahren an die Oberfläche kommen.
Blickamabend.ch-Redaktorin Anastasia auf Hawaii.