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Bruder Klaus, mit bürgerlichem Namen Niklaus von Flüe (1417-1487), wurde bereits von seinen Zeitgenossen als "lebenden Heiliger" verehrt. Bis in unsere Tage wird er in der Schweiz als Landesvater geschätzt.
Der Reichtum seiner christlichen Lebensweisheit und sein Friedensideal machen ihn zu einem, über die Grenzen hinaus, vielbeachteten Vorbild, das auch bei reformierten Christen hohe Wertschätzung geniesst.
Der bekannte Schriftsteller Heinrich Federer (1866-1928), der seine Jugendjahre in Sachseln verbracht hatte, stellte zu Recht fest: "Der Bruder Klaus ist viel zu gross, um nur Obwaldner zu sein. Er ist zu gross für einen Eidgenossen. Er gehört der ganzen Welt."
Die obere Ranftkapelle
Nach dem Weggang von zu Hause wiesen Niklaus von Flüe vier Lichter den Weg in den Ranft, ganz in der Nähe seines Wohnhauses. Im Sommer 1468 bauten ihm Freunde und
Nachbarn eine Kapelle und eine Wohnzelle. Die Kapelle wurde 1469 geweiht und musste später wegen des Hangdrucks neu gebaut werden. Das 1701 geweihte heutige Gotteshaus enthält einen Bilderzyklus aus dem 19. Jahrhundert zum Leben von Bruder Klaus.
In der oberen Ranftkapelle befindet sich auch die Einsiedlerzelle. Sie ist an die Kapelle angelehnt und entspricht nach Form und Material noch weitgehend dem Originalzustand. Hier lebte Bruder Klaus – wie er sich als Einsiedler nannte – 20 Jahre ohne jede Nahrung. Seine Zelle hatte zwei Fenster, eines zum Altar der Kapelle und eines nach aussen zu den Menschen.
Bruder Klaus war ganz offen für Gott und wurde dadurch zum gesuchten Ratgeber für die Menschen. Bruder Klaus starb am 21. März 1487 in seiner Zelle.
Die untere Ranftkapelle
Die untere Ranftkapelle wurde 1501 erbaut.
Nach dem Tod von Bruder Klaus kamen immer mehr Pilger zu diesem Wallfahrtsort. Die Kapelle diente dazu dem Pilgerstrom gerecht zu werden.
Sie wurde 1504 wie die obere Ranftkapelle zu Ehren der Mutter Gottes, der Büsserin Maria Magdalena, des heiligen Kreuzes und der 10’000 Ritter geweiht.
Die Kapelle ist eines der schönsten Beispiele spätgotischer
Baukunst. Das Innere ist mit Fresken aus der Zeit des
16. Jahrhunderts ausgemalt.
Wallfahrtskalender und Gottesdienste
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