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22.09.2020 03:10:57
|Beschreibung|
Im Dorf Goldau bestand schon vor 1354 eine Kapelle. Sie muss direkt an der Landstrasse gegenüber dem späteren Pfrundhaus gelegen haben. 1469 wurde sie neu errichtet und zu Ehren Marias geweiht.
Um 1650 wurde eine grössere Kapelle erbaut, die 1652 geweiht wurde. Ab 1697 werden in dieser Kapelle die Reliquien des Katakombenheiligen Innozenz aus Rom aufbewahrt. Der Goldauer Bergsturz von 1806 hat die Marienkapelle völlig zerstört. Später konnte man ein Messgewand, zwei Glocken, eine Patene und die Innozenzreliquien aus den Steinmassen bergen, welche sich heute im Bergsturzmuseum (G20) befinden.
1827 wurde beschlossen, eine neue Kapelle zu bauen. 1849 wurde sie fertig gestellt, jedoch erst 1859 eingeweiht. Sie hatte 200 Sitzplätze und war eine verkleinerte Nachbildung der Pfarrkirche im benachbarten Lauerz.
Um die Jahrhundertwende war die Kapelle schon längst zu klein geworden – ihr Abbruch erfolgte 1910 – und der damalige Kaplan Gustav Ott (1867–1927) nahm sich der Aufgabe an, ein neues Gotteshaus zu bauen.
Schon bald begann er, Geld zu sammeln, wobei er den Kirchenneubau als Denkmal an die Bergsturzkatastrophe, deren hundertster Gedenktag sich näherte, verstand. Am 2. September 1906 wurde der Grundstein für die neue Goldauer Kirche durch Bischof Johannes Fidelis Battaglia von Chur eingesegnet.
Sie wurde nach den Plänen des bekannten St. Galler Kirchenarchitekten August Hardegger, von dem etwa fünfzig Kirchen in der Schweiz stammen, gebaut. Der Baustil ist neuromanisch. Durch das Baumaterial – vor allem Nagelfluhbrocken vom Bergsturz – hat die Kirche auch die Funktion eines Bergsturzdenkmals.
1907 war der Rohbau erstellt. Im Jahr darauf konnten die fünf in Feldkirch gegossenen Glocken geweiht werden.
Am 2. September 1908 um 17.00 Uhr läutete erstmals die grosse Glocke eine Viertelstunde lang zum Gedenken an die Katastrophe, was sich bis heute jedes Jahr wiederholt. Als die Kirche am 5. September 1909 geweiht wurde, war sie innen noch nicht fertig gestellt.
Der Innenausbau erfolgte erst allmählich. 1928 war Orgelweihe und 1931 wurde der Chorbogen durch das Christkönigs-Kreuz ergänzt. 1932 wurden der jetzige Hochaltar und die beiden Seitenaltäre errichtet. Die Bemalung erfolgte in zwei Etappen (1931 und 1934) durch den Tuggener Kunstmaler Georg Weber.
1993/94 erfolgte eine umfassende Innenrenovation. Dabei wurden der Chorbereich und die Kreuzwegstationen durch den Bildhauer Hans-Peter von Ah, Ebikon, neu gestaltet. Die neue Bemalung mit dem alt- und neu-testamentlichen Bilderzyklus erfolgte durch den Solothurner Kunstmaler Roman Candio.
Wenn man unter dem Vordach vor dem Kirchentor steht, hat man übrigens die beste Aussicht auf das Pfrundhaus (G12) mit seinen originellen Dachtürmchen.
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