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Zehntausende bevölkerten am 22. Mai 1992 die Ländten und Ufer rund um den Thunersee und feierten die zweite Jungfernfahrt des Dampfschiffs Blümlisalp. Noch heute ist der Freudentag in bester Erinnerung. Dabei feierte die Bevölkerung quasi sich selbst.
Denn das Volk hatte die Renovation mit einer Volksinitiative, einer Abstimmung und mit Spenden in Millionenhöhe erzwungen. Die Rettung des Dampfschiffs gilt heute als bemerkenswerter Beweis, was die Bevölkerung fertigbringt, wenn sie es will.
Die wichtigsten Stationen des Dampfschiffs Blümlisalp:
- 20. Oktober 1969: Der BLS-Verwaltungsrat beschliesst, die Blümlisalp mit einem Motorschiff zu ersetzen und den Dampfer zu verschrotten.
- 1971: Das Dampfschiff Blümlisalp wird ausser Betrieb gesetzt. Eine Gruppe von Dampferfreunden verhandelt mit der BLS über eine Rettung.
- Das Schiff rostet im Kanderdelta vor sich hin. Eine Gruppe Helfer sorgt mit jahrelanger Fronarbeit dafür, dass Rost und Vandalen die Schiffsschale nicht vollends vernichten und das Schiff untergeht.
- Am 15. März 1988 wird eine Volksinitiative mit 40'000 Unterschriften eingereicht. Sie will, dass die beiden Dampfschiffe auf dem Thuner- und Brienzersee als Kulturgüter erhalten werden und der Staat der BLS eine Defizitgarantie leistet.
- November 1988: Die Genossenschaft Vaporama beginnt mit der Geldsammlung. Sie mobilisiert 6,3 Millionen, zwei Drittel der späteren Renovationskosten.
- Im November 1989 beginnen die zweieinhalbjährigen Renovationsarbeiten im Kanderdelta. Das Trockendock in den Kiesbänken des Baggersees war weltweit einzigartig.
- Das Berner Volk stimmt dem «Dampfergesetz» am 16. Februar 1992 deutlich zu. Es ist ein schweizweites Gesetzgebungs-Unikum.
- 22. Mai 1992: Die Blümlisalp startet zu ihrer 2. Jungfernfahrt.