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Die Mitteilung kam aus heiterem Himmel und der Thronverzicht lief auch nicht nach königlichem Protokoll ab: Prinz Peter (42) von Serbien liess Ende April ganz überraschend verlauten, dass er nie König werden will. Damit überlässt er den Platz in der Thronfolge seinem jüngeren Bruder Prinz Philip (40).
Peter ist der älteste Sohn von Kronprinz Alexander (76) und hat die Abdankungsurkunde bereits unterschrieben: «Ich verzichte nicht auf die Rechte, die sich aus dem Recht ergeben, den Namen, das Mitglied des Königshauses, den Titel des Prinzen und alle anderen Rechte und Pflichten zu erben, die Gesetz und Tradition einem Familienmitglied geben und auferlegen», verkündete Prinz Peter. Nur seinen Platz in der Thronfolge gab er zugunsten seines jüngeren Bruders Prinz Philip auf.
Diese Entscheidung treffe Prinz Peter für das serbische Volk. Der unverheiratete Prinz lebt nämlich in Sevilla im Süden von Spanien. Sein jüngerer Bruder hingegen wohnt mit seiner Frau Prinzessin Danica in Belgrad. Die beiden haben 2017 vor 800 Gästen geheiratet. Die hochkarätige Gästeliste enthielt Namen wie etwa Kronprinzessin Victoria von Schweden (44), Sofia von Spanien (83) oder Prinzessin Anne (71) aus dem britischen Königshaus. Inzwischen sind Prinz Philip und Danica Eltern geworden. Söhnchen Prinz Stefan ist vier Jahre alt. Eine junge Vorzeige-Königsfamilie also. Ganz anders als der eigentliche Thronfolger Prinz Peter, der mit 41 Jahren noch unverheiratet ist und nach Spanien ausgewandert ist.
Trotzdem, auf den Thron zu verzichten ist eine grosse Entscheidung mit weitreichenden Folgen. Warum will Peter nicht König werden? Das fragt man sich in Serbien zur Zeit und dementsprechend brodelt die Gerüchteküche. Der serbische «Kurir» berichtet, dass Prinz Peter eine uneheliche Tochter haben soll. Demnach hat der Serbe das Kind auch offiziell anerkannt und bezahlt regelmässig Unterhalt. Das Mädchen, das zwischen sieben und acht Jahre alt sein soll, lebt laut «Kurir» in London. Deswegen würde der Royal auch immer zwischen der englischen Hauptstadt und seinem Wohnsitz in Sevilla hin- und herpendeln.
Bestätigt hat Prinz Peter dieses Gerücht nie. Doch bei seinem Thronverzicht erklärte er gemäss «Adelswelt»: «Durch den Akt der Abdankung verzichte ich für mich und alle meine Nachkommen, die in einer ehelichen Beziehung oder ausserehelich geboren sind oder werden». Ist das etwa eine Andeutung auf die uneheliche Tochter?
Die Verzichtserklärung fand ausserhalb des königlichen Palasts statt. Peters Bruder Prinz Philip und seine Frau Danica waren aber mit dabei, ebenso Prinz Peters Mutter Maria de Glória. Sein Vater Kronprinz Alexander (76) fehlte. Laut «Adelswelt» soll dieser von der Entscheidung seines Sohnes überrumpelt worden sein.
In einem offiziellen Statement lässt das royale Familienoberhaupt verlauten: «Dieses Ereignis und Verfahren fand nicht im königlichen Palast in Serbien mit meiner Anwesenheit und Autorität als Oberhaupt der königlichen Familie, mit dem Segen unserer Heiligen Kirche und unter Beteiligung des Kronrates statt.» Weiter sagte er, dass ein solches Verfahren nicht ohne triftigen Grund im Ausland durchgeführt werden könne. Ein Thronverzicht müsse eigentlich in Serbien passieren. Ob Alexander wohl für dieses Unterfangen partout nicht nach Spanien reisen wollte oder er schlichtweg nichts von den Plänen seines Sohnes wusste? Kronprinz Alexander bedauert, dass der Thronverzicht nicht nach königlichem Protokoll abgelaufen sei: «Leider wurde ein so entscheidendes und wichtiges Verfahren nicht ordnungsgemäss befolgt, in Übereinstimmung mit der Tradition und den Regeln der königlichen Familie und dem Familienregelbuch, das zur Zeit des Königreichs geschrieben wurde und das alle Mitglieder der königlichen Familie befolgen müssen.»
Zum Schluss des Statements findet der Serbe dann aber versöhnliche Worte für seinen Sohn: «Zum Ausscheiden meines ältesten Sohnes Prinz Peter aus der Erbfolge wünsche ich ihm für die Zukunft alles Gute, Gesundheit und Glück. Ich schätze seine Ehrlichkeit in Bezug auf die schwierige Entscheidung, die er getroffen hat.»
So oder so spielt es zumindest im Moment keine grosse Rolle, wie die serbische Thronfolge genau aussieht. Denn eine realistische Chance, den Thron auch tatsächlich zu besteigen, ist nicht gegeben. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges 1945 wurde das Haus Karađorđević durch die Kommunisten entmachtet und die Monarchie abgeschafft.
Die serbische Königsfamilie flüchtete damals in die USA und lebte dort bis zum Sturz des Milošević-Regimes im Jahr 2000 im Exil. 2003 erhielt die Familie dann das Wohnrecht im Königlichen Schloss in Belgrad.
Seither kämpft Kronprinz Alexander darum, als König anerkannt zu werden - bislang ohne Erfolg. Vielleicht wird sein neuer Thronfolger Prinz Philip einmal mehr Erfolg haben? Im Moment ist es unwahrscheinlich, dass Serbien bald wieder einen König haben wird.