Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/110217

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, zur Stärkung des Finanzplatzes Schweiz eine umfassende Qualitätsstrategie zu erarbeiten; Ziel eines entsprechenden Masterplans besteht darin, die Standortqualität des Vermögensverwaltungsgeschäfts fortan auf die Exzellenz der Dienstleistung statt auf die Ausreizung regulatorischer Differenzen (Steuerfluchtgeld-Geheimnis) aufzubauen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Durch die Finanzkrise hat sich das Umfeld, in dem der international ausgerichtete Schweizer Finanzplatz tätig ist, fundamental verändert. Vor diesem Hintergrund hat der Bundesrat die strategische Positionierung des Schweizer Finanzplatzes überdacht. Im Zentrum stand die Frage, welche Massnahmen zu ergreifen sind, um sich auf die neuen Rahmenbedingungen an den internationalen Finanzmärkten einzustellen und sich im neuen Wettbewerbsumfeld optimal für die Zukunft zu positionieren. In seinem Bericht "Strategische Stossrichtungen für die Finanzmarktpolitik der Schweiz" vom 16. Dezember 2009 hat der Bundesrat seine umfassende Strategie für einen zukunftsfähigen schweizerischen Finanzmarkt festgelegt. Um die erforderliche Kohärenz der Finanzmarktpolitik zu gewährleisten und um damit bei den Marktteilnehmern nachhaltiges Vertrauen schaffen zu können, ist die Strategie breit abgestützt und mit dem Finanzsektor abgestimmt.</p><p>Die Forderung der SP Schweiz bzw. des Postulanten nach qualitativ hochstehender, steuerkonformer Vermögensverwaltung deckt sich mit der Finanzmarktstrategie des Bundesrates. Dies zeigt u. a. die vom Postulanten in seiner Begründung erwähnte Studie von Professor Teodoro Cocca zum Thema "Qualitäts- und Weissgeldstrategie für den Finanzplatz Schweiz". Nach Beurteilung des Bundesrates kommt die Studie zu den gleichen Ergebnissen und Lösungsansätzen wie die bundesrätliche Finanzmarktstrategie. Dies gilt insbesondere für das Modell einer Abgeltungssteuer, das sowohl die Problematik der bestehenden Kundenvermögen als auch jene der zukünftigen Erträge endgültig lösen soll. Der automatische Informationsaustausch, den der Bundesrat als ineffizient und unnötige Verletzung der Privatsphäre ablehnt, kann so dauerhaft verhindert werden.</p><p>In Übereinstimmung mit der Forderung des Postulanten hat der Bundesrat mit seiner neuen Strategie einen Plan, in dem die Qualität der Dienstleistungen im Vordergrund steht, bereits vorgelegt. Damit lassen sich nicht nur das legitime Bedürfnis der Staaten nach Besteuerung ihrer Bürgerinnen und Bürger sowie das ebenso legitime Bedürfnis nach Schutz der Privatsphäre unter einen Hut bringen. Zusätzlich werden die Finanzmarktakteure durch die entsprechenden Rahmenbedingungen befähigt und motiviert, eine breite Palette an qualitativ hochstehenden Dienstleistungen anzubieten. Zur bundesrätlichen Qualitätsstrategie gehört auch, das hochstehende Ausbildungsniveau auf allen Ebenen zu bewahren und nachhaltig zu stärken. Eine hohe Qualität der Aus- und Weiterbildung im Finanzbereich ist besonders für die Innovationsfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes zentral. Sie stärkt darüber hinaus sowohl die Kompetenz der Finanzbranche als auch die Reputation des Finanzstandortes Schweiz.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.