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Die Kirche nannte sich schon seit etwa 160 die katholische, die »allgemeine, allumfassende«,
im Gegensatz zu den Sonderrichtungen der gnostischen Häretiker, später auch überhaupt zu dem religiösen Partikularismus
der vorchristlichen Zeiten. Der ursprüngliche Sinn des Ausdrucks weist aber auf die eigentümliche Taktik zurück, womit die
seit Mitte des 2. Jahrh. sich zusammenschließende Menge der Gläubigen ihre Überlieferungen als die »überall«
(katholu) verbreiteten und anerkannten den abweichenden Lehren
[* 4] und Schulen gegenüber geltend machte.
Die Anhänglichkeit an dieses von dem Episkopat als Nachfolger des Apostolats konservierte Ganze der Wahrheit, an diese überall
sich selbst gleiche Überlieferung galt als erste christliche Tugend; die so Gesinnten und sich also Erweisenden
hießen Katholiken im Gegensatz gegen diejenigen, die aus der Gesamtströmung der Überlieferung heraustraten, sich in ihrem
Denken und Handeln nicht durch die gemeinsame Regel bestimmen ließen und sich besondern, selbst erwählten, vom Gesamtsinn
der Kirche willkürlich abweichenden Ansichten hingaben.