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Basel (awp) - ChemChina hat das offizielle Kaufangebot für Syngenta vorgelegt. Demnach bieten die Chinesen 465 USD in bar je Syngenta-Namenaktie mit einem Nennwert von 0,10 CHF, wie dem am Dienstag veröffentlichten Angebot zu entnehmen ist. Zusätzlich beinhalte die Offerte die Bezahlung von Dividenden an Inhaber von Syngenta-Aktien im Betrag von insgesamt bis zu 16 CHF pro Anteilschein.
Der Angebotspreis werde um den Bruttobetrag allfälliger vor dem Vollzug des Angebots auftretender Verwässerungseffekte hinsichtlich der Syngenta-Aktien reduziert, heisst es weiter. Die Angebotsfrist dauert zunächst vom 23. März 2016 bis zum 23. Mai 2016. Eine Verlängerung behält sich ChemChina vor.
Wie es in dem offiziellen Schreiben weiter heisst, sei die Übernahme an die Bedingung geknüpft, dass sie von allen wichtigen Wettbewerbshütern bewilligt wird. Dazu zählt auch das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS), das die Transaktion derzeit noch prüft.
FINANZIERUNG GEWÄHRLEISTET
Die vollständige Finanzierung des Angebots sei gewährleistet, heisst es weiter. ChemChina will das Angebot laut dem Angebotsprospekt durch Mittel finanzieren, welche ihr aus einem Kreditvertrag zur Verfügung stehen, sowie durch Erlöse, welche einer Tochtergesellschaft unter einem zweiten Kreditvertrag zur Verfügung stehen.
Hernach ziehe ChemChina die Ablösung der gesamten oder eines Teils der bestehenden Kreditfazilitäten durch Eigenkapital in Betracht. Dieses würde durch ChemChina selbst, durch eine oder mehrere Drittparteien oder durch eine oder mehrerer ihrer Tochtergesellschaften eingebracht - oder durch andere Finanzierungsmittel.
MÖGLICHE WIEDERKOTIERUNG
Wie im Angebotsprospekt weiter erwähnt wird, beabsichtigt ChemChina, die gegenwärtigen Betriebe, das Management und die Mitarbeiter von Syngenta zu unterstützen und den Hauptsitz der Gesellschaft in Basel zu belassen. Deren Aktien sollen indes von der SIX Swiss Exchange dekotiert werden.
ChemChina sichert überdies zu, dass vier von zehn Syngenta-Verwaltungsräten unabhängig von den Chinesen sein werden. Und zwar während fünf Jahren oder bis zu einer möglichen Wiederkotierung von Syngenta. Von diesen vier unabhängigen Verwaltungsräten müssten bei kritischen Entscheidungen immer mindestens zwei davon ihre Zustimmung dazu geben. So etwa bei einer Verlegung des Hauptsitzes, einer Reduktion des Forschungs- und Entwicklungsbudgets unterhalb bestimmte Schwellenwerte oder bei wesentlichen Änderungen an Syngentas Programmen.
Mit Blick auf eine mögliche Rückkehr an die Börse heisst es im Prospekt, ChemChina "beabsichtigt zurzeit", Syngenta "im Verlaufe der nächsten Jahre" wieder an einer Börse zu kotieren. Dabei würde ein Teil der Syngenta-Aktien durch ein initial public offering (IPO) wieder im Publikum platziert.
ABSCHLUSS VOR JAHRESENDE
Wie Syngenta in einer eigenen Mitteilung schreibt, wird der Abschluss der Transaktion bis Ende des laufenden Jahres erwartet. Der Verwaltungsrat von Syngenta ist in der Mitteilung der Auffassung, dass die vorgeschlagene Transaktion im besten Interesse des Unternehmens und aller Anspruchsgruppen sind. Der durch ChemChina offerierte Angebotspreis sei "fair und angemessen". Entsprechend empfehle man den Aktionären von Syngenta einstimmig, das Angebot anzunehmen.
An der Börse legten die Titel am Dienstag 0,4% auf 407,70 CHF zu - in einem ansonsten schwächeren Gesamtmarkt (SMI: -0,6%).
ra/yr
(AWP)