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Die Ladungsradien vieler Elemente wurden über all die Jahre schon gemessen. Wo es jedoch noch Lücken gibt ist bei radioaktiven Elementen, von denen man meistens nur die Änderung der Ladungsradien zwischen den unterschiedlichen Isotopen kennt. Zur Zeit ist ein Experiment im Aufbau, das paritätsverletzende (Verletzung der Spiegelsymmetrie) Übergänge im radioaktiven Element Radium messen will und dafür den absoluten Ladungsradius von Radium benötigt.
Eine Methode zur Messung von absoluten Ladungsradien ist die Gammaspektroskopie von Übergängen in myonischen Atomen. Dazu wird ein negativer Myonenstrahl im zu untersuchenden Material gestoppt und die charakteristischen Emissionslinien, die beim Einfang des Myons durch den Kern ausgesandt werden, untersucht und der Ladungsradius des Kernes extrahiert.
Da die radioaktiven Elemente nur in kleinen Mengen von ein paar Mikrogramm verfügbar sind, kann man die Messung nicht an einem normalen Myonenstrahl, die am PSI vorhanden sind, durchführen, sondern braucht dazu einen speziell entwickelten Strahl, der die Myonen auf sehr langsame Energien abbremst. Dieser Strahl wurde ursprünglich für das Lamb-Shift-Experiment entwickelt und wird nun von uns für die Messung des Ladungsradius radioaktiver Atome verwendet.