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Erasmus von Rotterdam
Seit der Zeit der Hoch-Scholastik (Albertus Magnus und Thomas von Aquin) befasste sich die Kirche wieder mit Aristoteles und anderen Denkern der antiken Welt. Die Kreuzritter hatten Abschriften von bedeutenden alten Werken ins Abendland gebracht. Der Humanismus nahm diese Impulse der Antike auf. In dieser Geistesströmung glaubte man an das Gute im Menschen, an seinen freien Willen und an geistige Ideale, die er aus eigener Anstrengung und Weisheit erreichen könne. Das Weltbild der Bibel geht davon aus, dass der Mensch sich von Gott entfernt hat, in dieser Ferne (=Sünde) gebunden ist und nur durch Gottes Gnade und Vergebung wieder zu einem freien Leben findet. Erasmus von Rotterdam galt als führender Vertreter des Humanismus. Sein grösstes Verdienst ist wohl die Herausgabe des ersten griechischen Neuen Testaments von 1516. Die Reformatoren verwendeten es für ihre deutschen Übersetzungen. Erasmus liess sich schliesslich in Basel nieder und veröffentlichte seine Werke in dieser Metropole der zeitgenössischen Publizistik.
Weiterführende Literatur und Links:
1. Peter Dürrenmatt, Schweizer Geschichte, Schweiz. Druck- und Verlagshaus AG, Zürich 1963
2. Peter H. Uhlmann Kirchengeschichte 2, unveröffentlichtes Kursmanuskript