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Der Eintritt ins Rentenalter erweist sich für viele Amerikaner heutzutage als weitaus schwerer als in der Vergangenheit. Selbst diejenigen, die für ihre goldenen Jahre Ersparnisse angehäuft haben, lösen jetzt ihre Notgroschen auf, um ihren finanziell Not leidenden Kindern zu helfen. Schuld an diesem Trend ist die hohe Arbeitslosenquote. Die offizielle Arbeitslosenquote unter Personen im Alter von 20 bis 24 Jahren liege derzeit bei 15,4%, wie Ökonom Matthew Dotson vom Bureau of Labor Statistics, gegenüber der Zeitung Tennessean erklärte.
Die monatlichen Einzahlungen müssten höher ausfallen als momentan, um das System am Leben zu erhalten
Selbst Personen mit einem Universitätsabschluss hätten immer größere Schwierigkeiten, einen Arbeitsplatz zu finden, wie Dotson anfügte. Die landesweite US-Arbeitslosenquote sank laut den am vergangenen Freitag publizierten Zahlen des Arbeitsministeriums im Monat Januar auf 8,3%. Obwohl dies eine Verbesserung gegenüber der Quote von 8,5% im Monat Dezember darstellt, befindet sich die Arbeitslosigkeit auf einem viel höheren Niveau als vor Ausbruch der Rezession. Ende 2006 und Anfang 2007 bewegte sich die offizielle Arbeitslosenquote zwischen 4,4% und 4,6%. Kritiker werfen dem Arbeitsministerium vor, falsche Arbeitslosenzahlen auszuweisen, da immer mehr ehemalige Bezieher von Arbeitslosenhilfe aus der Statistik fallen, nachdem ihr Bezugsrecht ausgelaufen ist. Dabei soll es sich um rund 2 Millionen Personen handeln, von denen die wenigsten einen neuen Job ergattern konnten. Viele Eltern wollen ihren Kindern natürlich in dieser Zeit helfen. Problem ist jedoch, dass das Anzapfen von Rentenfonds keine gute Idee sei, wie Experten mitteilten. Instinkt der meisten Eltern sei es, den eigenen Kindern durch diese wirtschaftlich schwere Zeit zu helfen. Oftmals schadeten sie sich dadurch allerdings selbst, wie Summer Parmer, Finanzberater in LaGrange, Georgia, gegenüber dem Tennessean ausführte.
Eine hohe Summe Geldes abzuheben könnte sich zum eigenen Nachteil entwickeln, wenn man Probleme habe, für sich selbst zu sorgen. Laut Experten müssten die Amerikaner trotz eines Anstiegs der Sparrate in den letzten Jahren noch mehr auf die Seite legen, um für den Renteneintritt zu planen – vor allem weil Vehikel wie 401k Rentenpläne und Social Security einer dringenden gesetzlichen Ergänzung bedürften. Selbst wenn eine Person im Alter von Anfang 20 einen 401k Rentenplan abschließe und zusammen mit dem Arbeitgeber bis zum Rentenalter stetig spare – eine absolute Seltenheit – blickten die Sparer Gebühren und anderen finanziellen Verpflichtungen entgegen. Wenn man einmal genauestens analysiere, über wie viel Kapital die Leute durchschnittlich in ihrem 401k-Plan verfügten, sei einfach nicht genügend Geld da, wie Alicia Munnell, Direktorin des Center for Retirement Research am Boston College, gegenüber U.S. News & World Report ergänzte. Die Vorstellung, dass man 6% seines monatlichen Gehalts in einem 401k-Plan anspart und der Arbeitgeber seinerseits lediglich 3% beisteuere, sei einfach nicht richtig. Wenn sich die Amerikaner weiterhin auf die Funktionalität ihrer 401k-Pläne verließen, müssten sie monatlich insgesamt eher 15% als 9% einzahlen, so Munnell.