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Einen Tag vor Turnierbeginn auf dem berühmten Küstenplatz Torrey Pines nördlich von San Diego beging Phil Mickelson den 51. Geburtstag. Sollte der Kalifornier in dieser Woche den siebten Titel seiner Karriere auf Grand-Slam-Stufe einfahren, wäre er noch einmal etwas deutlicher der älteste Sieger an einem der vier grossen Golfturniere, als er es jetzt schon ist. Zudem würde er als fünfter Golfer der Geschichte nach den Amerikanern Gene Sarazen, Jack Nicklaus und Tiger Woods sowie dem Südafrikaner Gary Player den Karriere-Grand-Slam komplettieren. Tatsächlich fehlt Mickelson nach drei Triumphen am US Masters, zwei an der US PGA Championship und jenem am British Open 2013 nur noch ein Sieg am US Open.
Das US Open hat Mickelson, dem weltbesten linkshändig spielenden Golfer, in all den Jahren nie Glück gebracht. An dieser Offenen Meisterschaft des amerikanischen (Amateur-)Golfverbandes USGA wurde er sechsmal Zweiter, zuletzt 2013, als er sich um zwei Schläge dem Engländer Justin Rose geschlagen geben musste.
Vor einem Monat siegte Mickelson an der US PGA Championship auf einem Platz an der Atlantikküste, auf Kiawah Island in South Carolina. Diesmal würde er direkt danach auf einem Pendant-Platz an der Pazifikküste triumphieren. Auch dies wäre etwas Erst- und Einmaliges.
Das Drama von Torrey Pines 2008
Das US Open wird erstmals seit dem Juni 2008 auf Torrey Pines, das zur politischen Gemeinde La Jolla gehört, ausgespielt. Damals spielte sich eines der grössten Dramen ab. Tiger Woods startete mit havariertem Knie ins Turnier. Im Lauf der vier Runden wurde die Verletzung schlimmer, der Superstar begann zu humpeln. Dennoch war er nach vier Runden Erster, schlaggleich mit dem Italo-Amerikaner Rocco Mediate. Nach dem Reglement des US Open wird das Stechen nicht an einem einzigen Loch bis zur Entscheidung ausgetragen. Vielmehr müssen die involvierten Spieler anderntags eine weitere volle Runde spielen. Nach den fünf Runden waren Woods und Mediate immer noch gleichauf. Woods siegte schliesslich am ersten Loch der Verlängerung, also am 91. Loch. Es war Woods 14. von mittlerweile 15 grossen Siegen. Bald danach legte er sich unter das Messer für eine Operation, von denen - an Knie und Rücken - noch sehr viele folgen sollten.
Keine klaren Favoriten in Sicht
Natürlich wird es im 156er-Feld Dutzende von Golfern geben, die Mickelson über die vier Wettkampftage ab Donnerstag den Sieg streitig machen werden. Aber ein klarer Favorit schält sich nicht heraus. An den letzten sieben Majors war der amerikanische Weltranglisten-Erste Dustin Johnson als Gewinner des US Masters in Augusta im vergangenen November der einzige Sieger, den man vor dem jeweiligen Turnier unter die Favoriten gereiht hatte. Insofern ist auch für das US Open alles offen. Als Titelverteidiger startet der amerikanische Longhitter und Kraftprotz Bryson DeChambeau.