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In dichten Insektengemeinschaften besteht eine ständige Bedrohung durch die Übertragung von Krankheiten und Parasiten. Um diese abzuwehren, haben die Honigbienen soziale Mechanismen der Krankheitsresistenz entwickelt. Dies schauen wir uns im vierten Teil unserer Serie rund um das Verhalten der Honigbienen genauer an.
Ein wichtiger Schutzmechanismus ist das Entfernen von kranken oder toten Tieren aus dem Bienenstock, sowohl von Brut als auch von adulten Tieren. Dadurch wird das Risiko, von wichtigen Krankheiten wie der Kalkbrut (Ascosphaeraapis) oder der Amerikanischen Faulbrut (Paenibacillus larvae) befallen zu werden, minimiert.
Um kranke, verstorbene, parasitierte oder fehlentwickelte Nachkommen zu identifizieren, nutzen die Arbeiterinnen ihren Geruchssinn. Hierbei spielen wahrscheinlich zwei Geruchsstoffe eine wichtige Rolle. Zum einen β-Ocimen, welches auch als Pheromon bekannt ist und von der Brut genutzt wird, um mit den Arbeiterinnen über den Entwicklungszustand und ihren Hunger zu kommunizieren. Zum anderen Ölsäure, ein im Tierreich konserviertes Signalmolekül bei Gliederfüsslern, welches den Tod des Individuums vermittelt.1 Die Arbeiterinnen sind in der Lage, zwischen gesunden und kranken Tieren zu unterscheiden, und können so dazu beitragen, die Ausbreitung von Krankheiten in der Kolonie zu minimieren. Die Fähigkeit der Honigbienen, Krankheiten zu erkennen und zu bekämpfen, ist ein wichtiger Faktor für die Gesundheit und das Überleben der Kolonie.
Bienen sind keine Vegetarier –Kannibalismus als Überlebensstrategie
Honigbienen haben einen effektiven Weg entwickelt, um tote Nachkommen in der Kolonie loszuwerden und gleichzeitig Proteine wiederzuverwenden: Kannibalismus. Die Arbeiterinnen können jede Art von Brut, die noch kein hartes Exoskelett hat, kannibalisieren. Dies bedeutet, dass sie Eier, Larven und Puppen aufessen können. Die Entscheidung, welche Brut kannibalisiert wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum Beispiel, wenn die Honigbienen nicht genügend Pollen sammeln können, um genügend Protein zu produzieren, werden junge Larven oft als Nahrung für ältere Larven verwendet. Dies erhöht die Überlebenschance der älteren Larven, die mehr Potenzial haben, sich in nützliche Bienen zu entwickeln. Obwohl Eier