Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03444.jsonl.gz/1365

Tenjen und ich trafen uns Ende der Neunziger Jahre in Nepal auf einem Busdach. Ich war mit einem betagten Freund unterwegs zum Wandern in der Langtang-Region, nahe der Tibetischen Grenze. Mein Freund brauchte einen Träger, Tenjen übernahm den Job und eine Freundschaft begann.
Tenjen und Nyima nahmen zu Beginn des neuen Jahrtausend Waisenkinder bei sich auf. Zwar fehlten ihnen die finanziellen Mittel, aber sie konnten die bedürftigen Kinder unmöglich abweisen.
Die beiden nahmen sowohl bedürftige und Waisenkinder bei sich zuhause auf und sorgten für deren Schulbildung. Darüber hinaus organisierten sie die Unterbringung und den Schulbesuch von etwas älteren Kindern in Internatsschulen.
In Nepal gibt es keine kostenlose Schulbildung. Auch in den öffentlichen Schulen müssen zumindest die Schulbücher, Schreibutensilien, Papier und Schuluniformen selbst bezahlt werden.
Daher ist es armen Familien nicht möglich allen Kindern eine Ausbildung zu ermöglichen, selbst wenn der Nachwuchs nicht zum Lebensunterhalt der Familie beitragen müssen. Kinderarbeit ist nach wie vor verbreitet in Nepal, insbesondere in den meist armen ländlichen Regionen.
Tenjen und Nyima kümmerten sich um mehr als dreissig Kinder, als ich mein Engagement zu ihrer finanziellen Unterstützung begann. Hinzu kamen punktuelle Hilfen für Betagte und Menschen mit Behinderungen.
Durch meine Werbung und die Gestaltung der englischsprachigen Webseite Himalvision.com konnte ich ab 2009 viele Menschen als Spender/Innen finden und einige Patenschaften für Bedürftige vermitteln.
Imagine being born in a remote Himalayan mountain village. Your parents passed away, your father disappeared and doesn’t care. You’re searching for education, you’re willing to learn? You’re on your own, how could you afford the school fees?
Imagine getting older day by day. Your legs are heavy. You have no relatives, or they don’t care. Your on your own, how can you make your living?
Da ich zu jener Zeit als Reiseleiter in Nepal und Tibet tätig war, besuchte ich Tenjen und Nyima mehrmals jährlich. Ich gewann und vertiefte dabei das nötige Vertrauen in die beiden und konnte guten Herzens für ihre Unterstützung werben.
Nachdem 2013 meine Frau Jeannette unser erstes Kind zur Welt brachte, beendete ich meine Arbeit als Reiseleiter und setzte meine Karriere als Vater und Hausmann fort. Dazu konnte ich eine Teilzeitstelle in der Davoser Behindertenwerkstatt ARGO antreten. 2015 kam unser zweites Kind zur Welt und ich bin für meinen veränderten Lebenslauf dankbar.
Durch meine neuen Prioritäten und meine eingeschränkteren zeitlichen Kapazitäten, trat für mich die Werbung um Unterstützung für Tenjen und Nyima in den Hintergrund. Zwar spendeten Jeannette und ich regelmässig grössere Beträge für deren Anliegen, aber ich verlor die Möglichkeit weiterer Besuche der Beiden. Dies erschwerte es mir, potenzielle Spender/Innen anzusprechen und mein volles Vertrauen zu vermitteln. Zwar bin ich nach wie vor von Tenjen und Nyima’s Redlichkeit überzeugt, aber mir fehlte die Kontrollmöglichkeit und die eigene Zeit.
Als dann aber 2015 das katastrophale Erdbeben Nepal verwüstete, konnte ich zwischenzeitlich meinen Einsatz wieder erhöhen und Freund/Innen zur Mithilfe gewinnen.