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Forschung: Missachtung des Vortritts am Fussgängerstreifen
Aufgrund von steigenden Verkehrsleistungen und einer mutmasslichen Unaufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmenden kommt es zwangsläufig zu Missachtungen des Vortritts. Resultiert dies in einem Unfall, so sind die Folgen meist schwer. Personenschäden gibt es sowohl seitens zu Fuss Gehender (bei Kollision mit einem Fahrzeug) als auch seitens Fahrzeuglenkender (Auffahrunfall bei abruptem Stopp oder Kollision beim Ausweichen).
Die Forschungsstudie soll Angaben zum Unfallrisiko an Fussgängerstreifen liefern, indem die Vortrittsmissachtung aller Verkehrsteilnehmenden beziffert wird. In der Praxis sind diese Ergebnisse einerseits nützlich für die effizientere Nutzung von Kampagnengelder (Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmenden). Andererseits kann das Klären der Schuldfrage besser abgestützt werden.
Grundsätzlich sollen die beiden folgenden Fragen beantwortet werden:
Wie hoch ist der Anteil der Vortrittsmissachtung seitens Fahrzeuglenkender?
Wie hoch ist der Anteil des unvermittelten Betretens seitens zu Fuss Gehender?
Vorgehen
Um die Forschungsfragen beantworten zu können, wird an verschiedenen Fussgängerstreifen eine automatische Kontrollanlage eingesetzt. Die Anlage erhebt mittels Kameras das Kollisionsrisiko zwischen zu Fuss Gehenden und Fahrzeugen. Anhand von Position und Geschwindigkeit der Objekte kann darauf geschlossen werden, ob eine Vortrittsmissachtung oder ein unvermitteltes Betreten vorliegt.
Die Anlage wird an verschieden Fussgängerstreifen in der Stadt Zürich eingesetzt, um Informationen über verschiedene Verkehrssituationen zu erhalten. Insgesamt sind ca. 5 bis 10 verschiedene Standorte vorgesehen, die in Absprache mit der Stadt ausgewählt werden. Dabei wird versucht, möglichst viele verschiedene Typologien abzudecken hinsichtlich Umfeld (städtisch, ländlich), Frequentierung (Fahrzeuge, Fussverkehr).