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«The Matrix» hat nicht nur das Blockbuster-Kino, sondern auch den popkulturellen Diskurs geprägt wie kein anderer Film seit der Jahrtausendwende.
Rechtspopulisten versuchen, das Konzept der «roten Pille» zu appropriieren, während Tech-Bro-Milliardäre bierernst Simulationshypothesen aufstellen.
Der Erfolg von Marvel-Blockbustern sowie intellektuell (vermeintlich) anspruchsvolleren Spektakel-Filmen à la Christopher Nolan wäre ohne die «Matrix»-Trilogie wohl nicht im selben Ausmass denkbar gewesen.
Philosophische Ansätze, virtuos choreographierte Kampfszenen, spektakuläre visuelle Effekte – all dies etablierten die Wachowskis mit ihrem erst zweiten Spielfilm im Hollywood-Action-Kino.
Zynische Geldscheffelei?
Nun wird die Erfolgs-Franchise, 18 Jahre nach dem enttäuschenden Abschluss der Original-Trilogie, buchstäblich wiederbelebt. Das kann man natürlich als zynische Geldscheffelei der bösen Warner-Bros.-Maschine empfinden (eine Idee, die der Film selbst übrigens aufgreift).
Nach dieser Logik gab es jedoch auch keinen kreativ motivierten Anlass für die Teile zwei und drei.
Zu Beginn des Films treffen wir den totgeglaubten Neo in der Matrix an. Als Thomas Anderson lebt er als erfolgreicher Game-Designer in San Francisco. Einen Namen hat er sich mit der «Matrix»-Videospiel-Trilogie gemacht.
Neo befindet sich in Therapie, weil es ihm zunehmend schwerfällt, seine Träume, die als Basis für seine Games dienen, als solche zu akzeptieren. Im seinem Stamm-Kaffee («Simulatte») begegnet er zudem regelmässig einer Frau, die ihm seltsam bekannt vorkommt.
Die Ereignisse überschlagen sich, als er von geheimnisvollen Unbekannten kontaktiert wird, die seine Befürchtungen bestätigen.
Ungewohntes Augenzwinkern
«The Matrix Resurrections» ist als Fortsetzung an Selbstreferenzialität nicht zu überbieten. Bilder aus der Original-Trilogie werden wiederverwertet; ikonische Szenen neu inszeniert.
Im ersten Drittel des Films werden auf inhaltlicher Ebene Sinn und Zweck eines vierten «Matrix»-Teils plakativ hinterfragt – mit einem Augenzwinkern, das man in den Vorgängern so nicht findet.
Manche werden diese Meta-Witzeleien als verspielt und schlau wahrnehmen, andere mit zunehmender Laufzeit vielleicht eher als ermüdend und selbstgefällig.
Teil vier ist bestimmt nicht der schwächste Film der Reihe (schöne Grüsse an «Revolutions» an dieser Stelle). Unterhaltsam ist «The Matrix Resurrections» allemal – auch wenn die Ambition, die sogar den zähesten Momenten der Original-Trilogie anzumerken ist, kaum mehr vorhanden ist.
Kinostart: 23.12.2021