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Irgendwie hatte ich bis jetzt eine falsche Vorstellung von Dissertationen. Wenn ich die Seiten Guttenplag besuche, scheint es mir so, dass ob man auch eine Zitatsammlung abgeben kann für eine Doktor-Titel.
Die Dissertation von Karl-Theodor zu Guttenberg, ehemals Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg oder so ähnlich, wurde mit summa cum laude bewertet. Die Gutachter hatten wohl Tomaten auf den Augen oder für eine hervorragende Leistung an gewissen deutschen Universitäten reicht es ein paar Zitate ordentlich in ein neues Dokument zu packen.
Ich kann verstehen, dass nicht jeder Doktorant oder Student die Welt neu erfinden kann. Aber mich dünkt, dass sich in nicht naturwissenschaftlichen Bereichen die Eigenleistung der Studenten auf lesen, verstehen (teilweise), zitieren und zusammenfassen beschränkt. Fundierte Schlussfolgerungen sind eher Mangelware, wohl auch weil die Zeit für die Arbeit knapp, die Studenten meistens zu jung und wenig Lebenserfahrung haben und die Themen von Professoren hauptsächlich für ihre eigenen Veröffentlichungen gebraucht oder Studien interessant sein sollen.
OK, ich mache diese Aussage als Ingenieur der Maschinentechnik. Ich habe nie Sozialwissenschaften studiert.
Bei einem solchen Fehltritt, wie es sich die Universität Bayreuth mit der Vergabe eines Doktor-Titel für “Verfassung und Verfassungsvertrag. Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU” geleistet hat, erstaunt es mich, dass sie noch nicht begonnen haben alle Arbeiten, für welche sie Doktor-Titel vergeben haben, erneut von einer unabhängigen Stelle prüfen zu lassen. Es wird sonst unweigerlich das Bild einer Universität entstehen, welche nicht allzu hohe Ansprüche an die Qualität hat. Und dies wird allen ehemaligen Doktoranten dieser Universität schaden.