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Jede 12. Person stirbt wegen Alkohol
1553 Personen sterben in der Schweiz jedes Jahr an den Folgen ihres Alkoholkonsums. Schätzungsweise 8% aller Todesfälle in der Altersgruppe der 15- bis 74-Jährigen sind alkoholbedingt. Bei den 15- bis 24-jährigen Männern sind fast 20% der Todesfälle auf Alkohol zurückzuführen, wie ein neuer Bericht von Sucht Schweiz im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit zeigt.
Im Jahr 2017 starben in der Schweiz 1'553 Personen in der Folge ihres Alkoholkonsums (15- bis 74-Jährige). Gemäss dieser Schätzung sind dies 363 Frauen und 1'190 Männer und somit rund 5% aller weiblichen und 10% aller männlichen Todesfälle. Die durch risikoreichen Alkoholkonsum bedingte Sterblichkeit geht auf verschiedene Krankheiten, Unfälle oder Verletzungen zurück. Mit über einem Drittel fallen alkoholbedingte Krebsleiden am stärksten ins Gewicht, gefolgt von Unfällen oder Verletzungen sowie Krankheiten des Verdauungssystems.
Alkoholbedingte Todesfälle bei älteren Menschen zunehmend
Im Vergleich zum Jahr 2011 sind die alkoholbedingten Todesfälle von 1'600 auf 1'553 nur leicht zurückgegangen. Diese Entwicklung betrifft alle Altersgruppen bis 64 Jahre, sowohl Männer als auch Frauen. Allerdings sind mehr Todesfälle bei den 65- bis 74-Jährigen zu verzeichnen. Dafür gibt es namentlich zwei Gründe: Die Bevölkerung in der Schweiz wird älter, damit verschieben sich die Todesfälle insgesamt und auch die alkoholbedingten Todesfälle ins höhere Alter. Zudem werden heute die schützenden Effekte des Alkohols auf das Herz geringer eingeschätzt als in früheren Jahren. Diese Todesfälle durch Herzerkrankungen sind im Alter am häufigsten.
Alkohol: häufigste Todesursache in jungen Jahren
Da mit dem Älterwerden die Todesfälle insgesamt ansteigen, sind auch die meisten alkoholbedingten Todesfälle bei den 65- bis 74-Jährigen zu verzeichnen. Betrachtet man hingegen den Prozentsatz an allen Todesfällen, so ist der Anteil bei den 15- bis 24-Jährigen am höchsten: Jede zehnte Frau und nahezu jeder fünfte Mann dieser Altersgruppe stirbt infolge Alkoholkonsums. Diese Todesfälle sind in erster Linie auf Unfälle und Verletzungen zurückzuführen.
Was die Prävention leisten kann
Sucht Schweiz sieht sowohl bei der Sensibilisierung der Bevölkerung als auch bei der Preispolitik Handlungsbedarf:
- Mit dem Älterwerden vorsichtiger mit Alkohol umgehen: Die Sensibilisierung von älteren Menschen und Personen aus deren Umfeld (Nahestehende, Fachpersonen, Ärzteschaft) ist zentral, zumal Alkoholprobleme häufig unerkannt bleiben. Mit den körperlichen Veränderungen beim Älterwerden wirkt der Alkohol stärker und schadet der Gesundheit rascher. Wenig bekannt ist, dass Alkoholkonsum verschiedene Krebserkrankungen erzeugen kann. Hier braucht es eine breitere öffentliche Diskussion darüber, dass Alkohol das Krebsrisiko massgebend erhöht.
- Wie das Herz wirklich profitiert: Bei der Einschätzung der schützenden Wirkung von Alkohol für das Herz ist Vorsicht am Platz. Um dem Herzen etwas Gutes zu tun, rät Sucht Schweiz, auf Gewicht, Bewegung und Ernährung zu achten sowie aufs Rauchen zu verzichten. Ein solcher Lebensstil, zusammen mit keinem oder moderatem Alkoholkonsum, reduziert gleichzeitig das Risiko zu erkranken oder einen schweren Krankheitsverlauf zu erleiden – sei es nun in Bezug auf Covid-19 oder eine andere Erkrankung.
- Stärkeres Bewusstsein für die Risiken des Rauschtrinkens: Sensibilisierung muss früh im Leben von jungen Menschen beginnen, gerade auch in der Verkehrserziehung und Motorfahrzeug-Ausbildung.
- Preispolitik gegen Billigstalkoholika: Es ist erwiesen, dass preisregulatorische Massnahmen den problematischen Alkoholkonsum beeinflussen. Dies gilt gerade auch für eine preissensible junge Kundschaft.
Forschungsbericht: Alkoholbedingte Sterblichkeit in der Schweiz im Jahr 2017
Fakten und Empfehlungen
Weil ein risikoreicher Konsum im Alter oft zuerst von Nahestehenden bemerkt wird, richtet sich Sucht Schweiz nicht nur an ältere Menschen, sondern auch an Personen aus deren Umfeld.
Neu überarbeitete und ergänzte Materialien in mehreren Sprachen
Auskunft:
Sucht Schweiz
Monique Portner-Helfer
Mediensprecherin
<email-pii>
021 321 29 74