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Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi wurde im vergangenen Jahr im «Ruby»-Prozess überraschend freigesprochen. Jetzt ermittelt die Mailänder Staatsanwaltschaft wegen Zeugenbestechung.
Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat am Dienstag die Wohnung der ehemaligen Nachtklubtänzerin Karima El Marough alias Ruby durchsuchen lassen. Die junge Marokkanerin stand wegen ihrer Beziehung zu Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi im Mittelpunkt eines Skandals um Prostitution und Amtsmissbrauch.
Durchsucht wurden auch die Wohnungen von circa 20 weiteren jungen Frauen, die in den vergangenen Jahren in Berlusconis Luxusresidenz verkehrten. Ihnen wird Falschaussage vorgeworfen. Ihre Bankkonten wurden kontrolliert. Durchsucht wurde auch das Büro eines Rechtsanwalts, dem Korruption vorgeworfen wird, wie italienische Medien berichteten.
Die Durchsuchungen erfolgten im Rahmen einer dritten Untersuchung im Fall Ruby, die die Mailänder Staatsanwaltschaft führt. Der Verdacht lautet auf Zeugenbestechung. Die Ermittlungen betreffen insgesamt 45 Personen, darunter Berlusconis Rechtsanwälte Niccolo Ghedini und Piero Longo sowie eine Reihe von Zeugen, die in den vergangenen Monaten beim «Ruby»-Prozess in Mailand vor Gericht ausgesagt hatten.
Berlusconi wird verdächtigt, Zeugen bezahlt zu haben, um sie vor Gericht zur Falschaussage zu bewegen. Bei den Zeugen handelt es sich mehrheitlich um junge Frauen, die in den vergangenen Jahren an ausschweifenden Partys in Berlusconis Mailänder Residenz teilgenommen hatten.
Der 78 Jahre alte Berlusconi war im «Ruby»-Prozess im Juli in einem Berufungsprozess überraschend freigesprochen worden. In erster Instanz war der dreimalige Regierungschef zu sieben Jahren Haft und zu einem lebenslangen Verbot öffentliche Ämter auszuüben verurteilt worden. (whr/sda/apa)