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In der Geschichte der europäischen Linken taucht die erhobene Faust sehr spät auf. Im Juli 1924 wird sie in Deutschland als Gruss des Roten Frontkämpferbunds eingeführt, verbunden mit dem Ruf «Rotfront!». Der Politkünstler John Heartfield gestaltet die erste Symbolfaust, und natürlich ist «Rotfront!» eine Reaktion auf die Kampfbünde der Rechtsextremisten. Die Faust antwortet auf den «römischen Gruss» der Faschisten, heute als Hitlergruss bekannt.
Also zeigten die Streikenden 1918 noch nicht die Faust. Auch Hammer und Sichel – frühe Symbole des Fleisses – waren als Zeichen der Arbeiter- und Bauernmacht gerade erst erfunden worden und ausserhalb Russlands wenig etabliert. Rote Fahnen trugen die ArbeiterInnen jedoch mit sich. Spätestens seit 1848 wehten diese für Sozialismus und wurden darum öfter verboten. Bildliches Symbol der Linken war ein Händedruck: eine Freundlichkeit statt einer Drohung. Von der Faust bald verdrängt, haben die beiden Hände in den Logos der «Naturfreunde» und der Sozialistischen Einheitspartei der späteren DDR überlebt.
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