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Als kurz nach 02.00 Uhr morgens und nach 4:49 Stunden Dominic Thiem einen Smash weit ins Aus schlug, war das hochklassige Duell zwischen den beiden gut befreundeten Kontrahenten entschieden. Es war das dramatische Ende einer Partie, die über weite Strecken hochklassiges Tennis brachte.
«Es war ein grossartiger Kampf», sagte Nadal, der schwach in die Partie gestartet war und erst nach einer halben Stunde Spielzeit seinen ersten Gamegewinn verbuchte. Dass er den ersten Satz gleich mit 0:6 verlor, lag auch an Thiem, der vor Beginn an überragend aufspielte und Winner um Winner schlug. «Wach auf!», habe er sich gesagt, sagte Nadal nach der Partie.
Und der Spanier wachte auf. Nach dem Gewinn des dritten Satzes, den Nadal mit vier Games ins Folge für sich entschied, schien die Vorentscheidung gefallen zu sein. Doch Thiem kämpfte sich noch einmal mirakulös zurück.
Im fünften Satz vergab Nadal fünf Breakmöglichkeiten, ehe das Tiebreak die Entscheidung bringen musste. Die Kurzentscheidung beinhaltete noch einmal alles, was die Partie ausgemacht hatte: Dramatik, Spannung, wechselnde Führungen und hochklassiges Tennis – mit dem besseren Ende für den Titelverteidiger.
Del Potro ist nach seinem Sieg über Isner überglücklich.
Die Vorentscheidung bei Temperaturen von weit über 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit fiel im Tiebreak des dritten Satzes, ehe sich die beiden Spieler in den Katakomben des Arthur-Ashe-Stadions zehn Minuten abkühlen durften. «Leider musste ich nachher noch einmal zurück auf den Platz», sagte Del Potro mit einem Lachen. «Eigentlich ist es unmöglich, in dieser Hitze Tennis zu spielen.»
Während sich mit Isner der letzte Einheimische aus dem Turnier verabschiedete, schaffte Del Potro den dritten Halbfinal-Einzug an den letzten fünf Major-Turnieren. Auch in Flushing Meadows steht er zum dritten Mal in der Runde der letzten vier. 2009 gewann er seinen bislang einzigen Major-Titel dank eines Fünfsatz-Sieges im Final gegen Roger Federer, im letzten Jahr unterlag er in der Runde der letzten vier dem Spanier Rafael Nadal.
«Ich bin glücklich, dass ich an meinem Lieblingsturnier erneut den Halbfinal erreichen konnte», sagte Del Potro. In diesem könnte die Weltnummer 3 am Freitag auch in diesem Jahr auf Nadal treffen. Der Titelverteidiger aus Spanien spielt seinen Viertelfinal in der Night-Session gegen den Österreicher Dominic Thiem.
Serena Williams schlägt Pliskova
Bei den Frauen qualifizierte sich Serena Williams für die Runde der letzten vier. Der bald 37-jährigen Amerikanerin gelang in der ersten Partie der Night-Session im Duell mit der Tschechin Karolina Pliskova die Revanche für die Niederlage vor zwei Jahren im Halbfinal in Flushing Meadows.
Bild: AP/FR103966 AP
Mit Pliskova verabschiedete sich die letzte Top-Ten-Spielerin aus dem Turnier. Die 23-fache Grand-Slam-Siegerin Williams kämpft am Donnerstag gegen die Lettin Anastasija Sevastova um den Finaleinzug. (sda)
Alle Weltnummern 1 im Männertennis
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Es war das längste Spiel, das Nadal je an den US Open gespielt hat. «Es war ein grosser Kampf, die Bedingungen waren hart mit der hohen Luftfeuchtigkeit», sagte Nadal nach dem Fünf-Satz-Sieg. «Dass ich drei Breakbälle vergeben habe, hat mir das Herz gebrochen. Aber es musste weitergehen.»
Den ersten Satz verlor er mit 0:6 und er machte dabei gerade einmal sieben Punkte. «Wach auf!», habe er sich gesagt und versucht, den Fehlstart abzuhaken und es im zweiten Durchgang besser zu machen. Zum Glück sei ihm dies, auch dank der Unterstützung der Fans, gelungen.
0:6, 6:4, 7:5, 6:7, 7:6 - Match - Rafael Nadal
Thiem mit einem guten Service, aber Nadal auch mit einem guten Return. Die Entscheidung dann nach einem fürchterlich verhauten Smash von Thiem. Ein sehr bitteres Ende für den Österreicher nach 4:48 Stunden.
«Das war ganz sicher das beste Match des Turniers», lobt SRF-Experte Heinz Günthardt beide Spieler.
Tiebreak 6:5 - Matchball
Sagenhaft wehrt sich Thiem mehrmals, doch am Ende kommt Nadal trotzdem zu seinem ersten Matchball – bei Aufschlag Thiem.
Tiebreak 5:5
Thiem will Nadals zweiten Aufschlag angreifen, aber er verhaut ihn ins Netz.
Tiebreak 4:5
Ein Ball von Nadal ist zu lang. Hawkeye bestätigt den Linienrichter.
Tiebreak 4:4
Thiem zwingt Nadal in die Defensive, haut wuchtig auf die Bälle rein und macht dann den Punkt mit einem satten Smash.
Tiebreak 4:3
Später Out-Ruf des Linienrichters nach einer weiteren Thiem-Vorhand, die sehr lang war. Er verzichtet auf Hawkeye, denn vermutlich war der Ball wirklich im Aus.
Tiebreak 3:3
Nadal lockt Thiem mit einem Stoppball ans Netz, aber der Österreicher erreicht den Ball noch und kontert seinerseits mit einer Rückhand gegen Nadals Laufrichtung. Minibreak wieder weg.
Tiebreak 3:2
Da ist das Minibreak für Nadal wieder: Thiem spielt eine Vorhand zu lang.
Tiebreak 2:2
Rückhandfehler Nadal.
Tiebreak 2:1
Der Spanier rückt ans Netz nach vorne und macht den Punkt mit einem Volley.
Tiebreak 1:1
Das Minibreak ist weg, nach längerem Ballwechsel holt sich Thiem den Punkt, weil Nadal ein Ball mit dem Rahmen des Schlägers trifft und der Ball daraufhin irgendwohin fliegt, aber nicht ins Feld.
Tiebreak 1:0
Nadal beginnt mit einem Minibreak, Thiem mit einem Vorhandfehler.
0:6, 6:4, 7:5, 6:7, 6:6 - Game - Rafael Nadal
Dieses Mal ist Thiems Return nicht zu lang, sondern zu kurz: Er landet im Netz.
40:0
Aller guten Dinge sind drei: Nadal zwingt Thiem mit seinem Service zum dritten Returnfehler.
30:0
Und nochmals das selbe Spiel: Der Return von Thiem zu lang.
15:0
Eine Vorhand von Thiem ist zu lang. Er verlangt Hawkeye, das bestätigt den Linienrichter.
0:6, 6:4, 7:5, 6:7, 5:6 - Game - Dominic Thiem
Nadal beginnt das Game aggressiv, eröffnet mit Smash am Netz zum 15:0 und führt nach einem Backhand-Fehler Thiems und einem Doppelfehler des Österreichers 40:0.
Mit dem 18. Ass der Partie verkürzt Thiem noch einmal, den zweiten Breakball wehrt er mit einem Aufschlagwinner ab und Nadal vergibt seine dritte Chance aufs Break mit einem Schlag ins Netz bei Thiems zweitem Service.
Dann ein spektakulärer Punkt, bei dem sich Nadal in der Defensive als Gummiwand wehrt und wehrt, bis er fällt. Danach noch ein Aufschlagwinner – und Thiem hat tatsächlich drei Breakbälle abgewehrt und sich das Game noch geholt.
0:6, 6:4, 7:5, 6:7, 5:5 - Game - Rafael Nadal
Die Partie nähert sich dem alles entscheidenden Tiebreak. Nadal hält den Aufschlag und es steht 5:5.
0:6, 6:4, 7:5, 6:7, 4:5 - Game - Dominic Thiem
Nadal eröffnet das Game mit einem Winner, gefolgt von einem lauten «Vamos!» Aber Thiem lässt nicht zu, dass es zu einer brenzligen Situation kommt. Unter anderem dank einem sensationellen Rückhand-Winner und mit einem Ass zum Abschluss legt er wieder vor.
0:6, 6:4, 7:5, 6:7, 4:4 - Game - Rafael Nadal
Kraftvolles Aufschlagspiel von Nadal, Thiem wartet bei einem Service mehrere Meter hinter der Grundlinie. Einen schönen Punkt macht der Österreicher zum 15:40, ein Passierball. Aber das reicht nicht, um Nadal das Game zu stehlen.
0:6, 6:4, 7:5, 6:7, 3:4 - Game - Dominic Thiem
Mit einem phänomenalen, butterweich gestreichelten Stoppball gleicht Nadal auf 30:30 aus. Danach powert der Spanier, geht ans Netz, bekommt den Ball von Thiem auf den Schläger gespielt – und schafft es nicht, den Punkt zu machen, der Ball geht ins Netz. Thiem holt das Game dann dank einem Returnfehler Nadals.
0:6, 6:4, 7:5, 6:7, 3:3 - Game - Rafael Nadal
Thiem schnuppert ein wenig am Break, als er auf 30:30 ausgleichen kann. Aber dann macht der «Stier aus Manacor» den Sack zu, gleicht erneut aus.
Zur Erinnerung
An den US Open wird der fünfte Satz im Gegensatz zu den anderen drei Grand-Slam-Turnieren nicht ausgespielt, es käme bei 6:6 zu einem Tiebreak. Aber bis dahin dauert es noch ein bisschen.
Interessant: In diesem Jahr gab's keinen einzigen Fünf-Sätzer, der im Tiebreak entschieden wurde. Insgesamt wurden nur zwölf Entscheidungssätze ausgespielt.
0:6, 6:4, 7:5, 6:7, 2:3 - Game - Dominic Thiem
Thiem gerät 15:40 in Rückstand, muss zwei Breakbälle abwehren – den zweiten killt er mit einem Ass. Danach ein Winner mit einer satten Vorhand und ein Returnfehler Nadals.
0:6, 6:4, 7:5, 6:7, 2:2 - Game - Rafael Nadal
Nadal führt mit 30:0, leistet sich dann zwei gröbere Schnitzer, und bringt das Game dann doch noch nach Hause.
0:6, 6:4, 7:5, 6:7, 1:2 - Game - Dominic Thiem
Weiterhin alles in der Reihe in diesem fünften Satz. Thiem sprintet sofort nach Nadals Rückhand ins Aus zu seinem Bänkli, um Socken und Schuhe zu wechseln. Es ist nach wie vor so heiss und feucht in New York, dass Schuhe und Kleider rasch «pflotschnass» sind.
Viel Bewegung im Stadion
Es ist spät in New York, schon ein Uhr morgens. Viele Zuschauer haben deshalb das Stadion verlassen, obwohl es nun um die Wurst geht. Diejenigen, die bleiben, dürfen die «billigen Plätze» mit jenen ganz nahe am Court tauschen. Eine Win-Win-Situation: Das Stadion sieht im TV nicht leer aus und die Fans haben natürlich Freude daran.
0:6, 6:4, 7:5, 6:7, 1:1 - Game - Rafael Nadal
Von wegen «Schwäche»: Auch Nadal bringt sein Servicespiel ohne Punkt des Gegners durch.
0:6, 6:4, 7:5, 6:7, 0:1 - Game - Dominic Thiem
Zu Null holt sich Thiem das erste Game dieses fünften Satzes. Ist der jüngere der beiden Spieler noch frischer? Droht Nadal das gleiche Schicksal wie Roger Federer, der gestern im feuchtheissen Klima einging?
0:6, 6:4, 7:5, 6:7 - Satz - Dominic Thiem
3:35 Stunden sind vorbei, in New York ist es bald 1 Uhr in der Früh – und der Österreicher gewinnt das Tiebreak des vierten Satzes.
Im Interview mit CNN hat Roger Federer seinen legendären Lachanfall
24. November 2009: Roger Federer müsste im Interview mit Pedro Pinto eigentlich nur ruhig da sitzen, doch der Journalist bringt ihn komplett aus der Fassung. Die Fragen auf spanisch scheinen Federers Lachmuskeln total an ihre Grenzen zu bringen.
Wer kennt es nicht: Dieses Gefühl, wenn man eigentlich nur ruhig da sitzen und zuhören müsste. Doch aus irgendeinem Grund findet man alles unglaublich witzig und muss auf einmal loslachen. Und je mehr man mit dem Lachen eigentlich aufhören müsste, desto schlimmer wird es. Genau so geht es an diesem Tag auch Roger Federer.
Im Rahmen eines Sponsoring-Termins darf der amerikanische Fernsehsender CNN mit Roger Federer ein Interview machen. Zunächst läuft das Gespräch auch ganz gut. Obschon die …