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Wie leicht oder schwer fiel es Ihnen sich in den Charakter hineinzuversetzen? Adarsh Gourav: Ich habe als Jugendlicher das Buch gelesen. Das macht mein Leben etwas einfacher. Ich hatte damit viel mehr Kontext als ich das Skript anging. Es war eine Herausforderung, weil es eine sehr komplexe Figur ist. Sie hat eigentlich zwei Facetten. Eine stammt aus dem Licht und eine aus der Dunkelheit. Der Film erzählt die Geschichte meines Charakters, welcher eine Reise aus der Dunkelheit ins Licht erlebt. Es war eine sehr interessante Möglichkeit für mich. Dank der gut bemessenen Zeit konnte ich ein Dorf im Osten von Indien besuchen. Ich verbrachte einige Zeit bei den Menschen und lernte ihre Kultur und ihr Leben kennen. Danach ging ich nach Dehli und arbeitet in einem kleinen Supermarkt. Dort half ich einem Mann den Laden sauber zu halten. Das half mir enorm weiter, nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Mensch. Es gab mir eine neue Perspektive. Es zeigte mir wie Menschen wie Balram leben und half mir eine gewisse Nähe zu ihm zu entwickeln.
Priyanka, Sie ähneln Ihrer Figur im Sinne, dass Sie ebenfalls die Welt verändern möchten. Wie einfach viel es Ihnen sich in Ihre Rolle hineinzuversetzen? Priyanka Chopra-Jonas: Das ist eine tiefgründigere Frage. Mein Vater war im Militär. Wir zogen alle zwei Jahre wieder um. Ich lernte deshalb schon sehr jung mich anzupassen. Man kann mich vielen Orten hinbringen und ich passe mich an. Wie jetzt gerade. Ich lebe für ein Jahr in England. Das half mir eine sehr effiziente Schauspielerin zu werden, wenn ich das so sagen darf. Pinkys Charakter ist sehr interessant. Denn für mich als gebürtige Inderin, wo dort aufgewachsen ist, verkörpert Pinky eine Amerikanerin. Sie kommt aus dem Westen und hat diese gewisse Ignoranz an sich. Sie denkt, dass es einfach ist für jemanden seine eigenen Entscheidungen zu treffen.
Machte dies die Rolle der Pinky aus? Sie verglich sich selbst mit Balram. Sie sei Balram gewesen, als sie nach Amerika ging. Sie habe sich selbst aus den Verhältnissen herausgezogen. Das ist eine eher rosarote Ansicht der Menschen. Viele Menschen kommen aus schwierigen Verhältnissen, wo sie keine Entscheidungen über ihre eigene Zukunft haben. Bei der Geburt entscheidet sich bereits, welche Zukunft sie haben werden. Das ist etwas sehr Komplexes, um es zu verstehen. Ich liebte diese Komplexität und lehnte mich zusätzlich in ihre Ignoranz, gerade weil ich die Realität kannte. Diese Komplexität machte es sehr spannend für mich.
Sie sind inzwischen eine weltgewandte Person. Vermissen Sie manchmal Dinge aus Indien und wenn ja, was genau? Priyanka Chopra-Jonas: Man kann mich aus Indien entfernen, aber Indien nicht aus mir. Gerade heute Morgen hatte ich ein indisches Frühstück und ich lebe in London. Vieles reist einfach mit mir. Ich bin ganz spezifisch, wenn es um indisches Essen geht. Das brauche ich so. Ich kann überall auf der Welt hinreisen, meine Heimat wird immer Indien sein (lacht). Obwohl meine Wahlheimat nun Los Angeles ist. Es macht alles ein wenig komplizierter (lacht).
Das ist sicherlich auch wichtig, dass man seine Kultur kennt und in sich trägt. Dies lernt man oft schon als Kind, stimmen Sie dem zu? Priyanka Chopra-Jonas: Ja, definitiv. In meinem Zuhause feiert man Weihnachten und Diwali mit der gleichen Intensität. Ich selbst komme aus einer grossen Familie und habe in eine grosse Familie eingeheiratet. Ich muss die indische Kultur nicht am Leben halten, denn ich bin einfach so. Ich nehme sie ebenfalls überall mit hin. Mir gefällt es, dass ich anderen Menschen zeigen kann, was das Reichtum der indischen Kultur ist. Die alte Geschichte und die modernen Zeiten vereinen sich und dafür steht Indien im Moment. Es ist einfach schön, dies anderen Leuten zeigen zu können.
Sie haben nicht nur Bollywood erobert, sondern inzwischen ebenfalls Hollywood. Wie glücklich sind Sie darüber? Priyanka Chopra-Jonas: Ich hatte das Glück die unterschiedlichsten Rollen zu erhalten und mit den grossartigsten Regisseuren aus der Hindu-Industrie arbeiten zu dürfen. Ich bin jedoch noch klein in der Hollywood-Industrie. Ich habe nur wenige Rollen bisher gehabt. Ich versuche mich nun weiterzuentwickeln, sowohl als Schauspielerin als auch als Produzentin. Als Schauspielerin versuche ich mich wirklich in Rollen hineinzuversetzen, die mir eine Basis geben. THE WHITE TIGER ist ein grosser Schritt in diese Richtung. Als Produzentin versuche ich Geschichten aus Südasien in Hollywood zu erzählen. Südasien macht einen Fünftel der ganzen Weltbevölkerung aus. Wenn man allerdings weltweit englischsprachiges Kino anschaut, dann haben wir nicht die Repräsentation, die wir haben sollten. Als Produzentin ist mir wirklich wichtig Geschichten aus Südasien und Talente von dort bekannter zu machen. THE WHITE TIGER ist auch hier ein grosser Schritt in die richtige Richtung.
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