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(Lonelyness)
Bild 67
Das Bild "Andalusia" ist gleich selber in einer Ausstellung aufgehängt und zeigt die Landschaft in Andalusien (Südspanien). Olivenhaine überziehen fast jeden Hügel in geometrischen Linien. Mittendrin steht ein Häuschen. Dahinter erheben sich die schroffen Felsen eines Berges und in der Luft hangen die schweren Wolken.
Vor dem Bild steht eine Frau im roten Kleid. Sie hat ihr Deckhaar mit einem Band zusammen gebunden und das fällt auf die offenen Haare. Beim
studieren des Bildes kratzt sie sich mit der linken Hand durch das Kleid an der Hüfte. Die Frau und das Bild sind in zwei verschiedenen Stilen gemalt: Während das Bild grob und mit viel Farbe
gemalt wurde, ist die Frau etwas feiner und detaillierter
"Andalusia"
2002 April, Öl auf Baumwolle,
Original: 66,5x46cm
CHF 1200.-
gemalt. Die Farbübergänge sind auch fliessender, weicher. Sie ist eher in meinem herkömmlichen Stil ge-
malt, doch meine Unterschrift trägt das Bild im Bild, das auch den Namen Andalusia trägt. Paradoxer wird es, wenn noch etwas mehr ins Bild eingegangen wird: Da es in einer Ausstellung hängt und die betrachtende Frau davor einen gebührenden Abstand wahrt, kann man aus dem Grössenverhältnis schliessen, dass das Bild viel grösser ist, als die Leinwand auf der es gemalt wurde. Aus dem Namensschild in der Mitte des Bildes schliesst sich, dass das Bild aus dem Bild ragt – doch der Bilder-rahmen schliesst das Bild im Bild doch wieder ab. Verstanden?
2002 Mai, Öl auf Baumwolle,
Original: 42,5x50cm CHF 730.-
Auf einem grobmaserigen Holztisch liegen ein Puzzle und ein leeres Rotweinglas. Das Puzzle ist noch nicht ganz fertig oder schon wieder etwas auseinander genommen. Es zeigt eine nordische Winterlandschaft mit Nordlicht beim Mt. McKinley (frei skizziert nach einem Foto des alaskanischen Nordlicht-fotografen Todd Salat). Nur durch Vorstellungskraft ist das Puzzle wieder zusammen-setzbar. Das Rotweinglas liegt auf dem Tisch und es fliesst noch der letzte Tropfen heraus. Durch die Struktur des Glases wird die Maserung des Tisches gebrochen.
Ein Musher ist mit seinem
Hundeschlitten in der Weite Lapplands unterwegs. Nach einem Zwischenstopp, um etwas zu essen und die Hunde zu füttern, geht es nun weiter. Der Musher ist soeben dabei den Anker zu ziehen, aber
die Hunde können es kaum erwarten weiter zu rennen. Gespannt zerren die Einen and den Seilen, während die Anderen aufs Signal warten. Der rechte Leaddog ist so ungeduldig, dass er immer
wieder wie ein Känguru in die Luft springt. Im Gegensatz dazu sucht der linke Leaddog noch die Futterreste zusammen. Der
"Go!"
(Los!)
Bild 63
2002 Juli, Öl auf Baumwolle,
Original: 56x46,5cm
CHF 1250.-
Himmel zieht sich mit grauen Wolken zu und die rötlich angeleuchteten Wolken geben zu erkennen, dass es sich dem Abend zuneigt. Also keine Zeit mehr verlieren, Anker ziehen und "Go!".
(Lustiger weise ist dieses Bild das Letzte, das entstanden war, bevor ich auf meine grosse Reise nach Südamerika aufbrach. Aber es widerspiegelte auch meine Gefühle: zum einen angespannt, wie die Seile und zum andern wartend und bangend. Trotzdem blieb am Schluss nur noch: Anker ziehen und "Go!")
Die folgenden drei Bilder bilden eine Trilogie und wirken nur, wenn alle drei Bilder nebeneinander betrachtet werden. Darum sind die drei Bilder nur
zusammen zu verkaufen. Die Preise sind aber Stückpreise à CHF 290.- das ganze Werk ist somit zu CHF 870.- erhältlich (Richtpreis).
Das erste Ölbild nach meiner Reise, das auch davon beeinflusst worden ist. Die endlose Pampa in Argentinien. Mit dieser Trilogie versuchte ich auch drei verschiedene Malstile zu verbinden. Der Aufbau der drei Bilder ist gleich: der Horizont verläuft immer auf gleicher Höhe.
Pampa 1 ist sehr spärlich in der Farbwahl. Es herrschen nur grün-blaue Töne und weiss vor. Beim ersten Blick ist auch die Pampa unten Grün und oben Grünblau.
Das zweite Ölbild nach meiner Reise, das auch davon beeinflusst worden ist. Die endlose Pampa in Argentinien. Mit dieser Trilogie versuchte ich auch drei verschiedene Malstile zu verbinden. Der Aufbau der drei Bilder ist gleich: der Horizont verläuft immer auf gleicher Höhe.
Pampa 2 weist schon etwas mehr Farbe auf und auch stilistische Wolken ziehen über den hier etwas blaueren Himmel.
Das dritte Ölbild nach meiner Reise, das auch davon beeinflusst worden ist. Die endlose Pampa in Argentinien. Mit dieser Trilogie versuchte ich auch drei verschiedene Malstile zu verbinden. Der Aufbau der drei Bilder ist gleich: der Horizont verläuft immer auf gleicher Höhe.
Pampa 3 lässt schon die ewig gleich aussehenden Büsche erkennen und auch die Wolken sind hier natürlicher abgebildet, doch die Pampa zieht sich fast endlos weiter. Die Gegend wiederholt sich, wiederholt sich, wiederholt sich, wiederholt sich, wiederholt sich, wiederholt sich, wiederholt sich, wiederholt sich…
Ein Bild, dessen Stil sich etwas von meinem ursprüng-lichen Stil abhebt. Entstanden
ist die Idee während meiner Reise durch Südamerika. Am Karfreitag 03 zeichnete ich die erste Skizze dazu. Die Metapher zum Karfreitag: als Jesus am Kreuz hing, rief er: "Mein Gott warum
hast Du mich verlassen?" Diese Einsamkeit, von Gott verlassen zu sein, stellt die Wüstenhafte "Landschaft"
dar. Der Farbverlauf von Dunkel zu Hell gibt dem Bild die
„Einsamkeit“
Struktur und die Diagonale die gewisse Dynamik. Aus der Vogelperspektive sieht man, etwas gegen rechts oben verrückt, ein kleines Männchen stehen. (Das Geschlecht des Männchens ist nur Zufall). In der ganzen Einsamkeit schaut das Männchen in die Richtung des Lichtes. Also die Hoffnung ist noch nicht ganz ausgelöscht.
2005 Juni, Öl auf Leinen,
Original: 40x157cm
CHF 1400.-
Das Bild ist zusammen mit "Einsamkeit" entstanden. Auch die Skizze dazu entstand am Karfreitag 2003 während meiner Reise durch Südamerika. Das Gefühl durch die Einsamkeit, hier durch die wüstenhafte Landschaft dargestellt, zu gehen und an einen gähnenden Abgrund zu gelangen ist vielen bekannt. Nun steht das Männchen (Das Geschlecht ist nur Zufall) am bodenlosen Abgrund und überlegt sich, wie es weitergehen soll. Die Kante, die sich fast in der Mitte quer durchs Bild zieht stellt die Entscheidungsfrage: Aufgeben und springen oder umkehren und weiter gehen, was sich zwar nicht gerade sofort als sichere Zukunft zu erkennen gibt. Ein Effekt der optischen Täuschung stellt sich ein, wird auf den unteren Drittel des Bildes geschaut: Der dunkle Abgrund schiebt sich scheinbar schleichend nach oben (nur im Original zu erkennen).
2005 August, Öl auf Leinwand,
Original: 46,5x42,5cm
CHF 550.-
Nach langer Zeit wieder einmal ein Selbstportrait. Auch diesmal verwendete ich als Vorlage ein Foto nach einer Reise. Diesmal war es nach der einjährigen Reise durch Südamerika, als ich den Bart wachsen liess und mit meinem speziellen Hut posierte. Der Schatten des Hutes verdeckt die Augen und die Brille, die man noch schwach erkennen kann. Dies erbringt die kühle Distanz ins Bild mit ein sowie eine Gewisse Unnahbarkeit. Das Ganze wird abgerundet durch den grünen Farbverlauf um das Portrait, der eine Art Aura vermittelt.
Während dem das Iditarod-Rennen 2006 ausgetragen wurde entstand dieses Bild. Noch am Anfang des Rennens, wenn die Musher noch alle 16 Hunde einge-spannt haben, überqueren sie die Bergkette der Alaska-Range. Hier sind die eingeschneiten Berge im Hinter-
grund sichtbar. Die gebogenen Zweiglein lassen leichten Gegenwind erkennen. Auf dem Bilderrahmen sind Pfoten-
2006 März, Öl auf Leinen,
abdrücke der Schlittenhunde zu erkennen. Zur Idee von diesem Bild kam ich bei einem Foto von Jeff Schultz, der Dee Dee Jonrowe auf ihrem Schlitten ablichtete. Sie beendete das Iditarod 2006 mit 11 Hunden auf dem 4. Platz. Mit diesem Bild zolle ich Tribut vor allen Iditarod-Mushern.
2006 Juli, Öl auf Leinen,
Original: 43x32cm
CHF 520.-
Abenddämmerung setzt ein in der Antarktis. Eine Pinguin-kolonie beobachtet über sich die Aurora Australis, wie sie in grün-gelben Bändern über den Himmel huscht. Ein Ereignis, das die Pinguine im nächsten halben Jahr mehrmals durch die lange kalte dunkle Nacht begleiten wird.
Auf der Petermann Island in der Antarktis lebt eine Adelie-pinguinkolonie. Drei Pinguine davon sind nun auf dem Bild. Der Pinguin links kümmert sich um den frisch geschlüpften Nachwuchs, der noch in der Eierschale sitzt und durch lautstarkes pfeifen um Nahrung bittet. Der stehende Pinguin in der Mitte hat zum schlafen seinen Schnabel unter den Flügel gesteckt – was aussieht, als fehlte ihm der Kopf. Der liegende Pinguin rechts brütet noch die Eier aus. Im Hintergrund sind die sturmumtosten Gipfel am Eingang zum Lemaire-Channel zu erkennen. Die Bildeinteilung erinnert stark an die klassischen Kreuz-igungsszenen.
CHF 560.-
An den Spuren verrät sich ein Pinguin, der über den Bilderrahmen getapst ist. Das Bild entstand nach einer Skizze, die ich an Ort und Stelle gefertigt hatte.
(Siehe: Skizzen Nr: 021)
Die Eselpinguine (engl. Gentoo) auf der Cuverville Island in der Antarktis haben einen Eisberggarten vor ihrer Kolonie. Zwei Pinguine sind soeben vom fischen zurück und unterziehen ihr Federkleid erstmal einer gründlichen Putzaktion. Dabei unternehmen sie die erstaunlichsten Verrenkungen, um jeden Teil durch zu kämmen (siehe linker Pinguin). Die Eisberge dümpeln im flachen Wasser, wo man dahinter noch knapp durch den Nebel einige Gebirgsspitzen erkennen kann. Die tief liegende Wolken-
decke bringt eine Schlechtwetterfront näher. Das Bild entstand nach zwei Skizzen, die ich an Ort und Stelle gefertigt hatte. (Siehe: Skizzen Nr. 19 & 20)
Ein Königspinguin wartet auf seinem Nest, bis sein Partner vom tagelangen fischen
zurückkommt. In seiner gut sichtbaren Bauchfalte brütet er ein Ei aus. Der Pinguin harrt am schwarzen Strand auf Südgeorgien aus und schaut einem Tafeleisberg zu, der weit hinten am Horizont
vorbei treibt. Der rosa Kot, der um das Nest liegt, verrät seine Diät von Krill. Die Wellen schlagen mit einem grossen Brecher an den Strand, doch unser Pinguin ist
zu weit oben, dass sein Nest weggeschwemmt werden könnte.
Eingearbeitetes Graphit auf dem Rücken des Pinguins verleiht dem Gefieder das authentische glitzern, wie es die Königspinguine tragen.
Das Bild entstand nach einer Skizze, die ich an Ort und Stelle gefertigt hatte. (Siehe: Skizzen Nr. 16)
Ein Hundeschlittenteam kämpft sich durch einen Schnee-sturm. Während der vorderste Hund (Leaddog), vom Bilderrahmen angeschnitten, noch gut erkennbar ist, sind die anderen Hunde des Teams im Schneetreiben nur noch als Silhouetten erkennbar. Knapp sichtbar ist der Musher mit dem Schlitten zu hinterst.
In meiner zweiwöchigen Lappland-tour gerieten wir auch einmal in einen Schneesturm. Wir fuhren je zu zweit auf einem Schlitten und die Sicht
war sehr eingeschränkt. Wir konnten noch knapp die Leaddogs unseres Achterge-spannes sehen, doch die Orientierung war sehr schwer hand zu haben. Von einer Wanderung während des Sommers im
gleichen Gebiet, wusste ich, dass
2007 Juni, Öl auf Leinwand,
Original: 45x24 cm
CHF 520.-
irgendwann ein Bach zu überqueren ist. Instinktiv konnte ich gerade noch rechtzeitig vom Schlitten springen und den Schlitten vor dem steilen Abgrund zum Bach hinunter retten.
„Mas que nada“ (port. Was soll’s?) ist der Titel eines Liedes von Jorge Ben Jor, das die Gruppe "The black eyed peas" mit Sérgio Mendes neu interpretierte im 2006. Diesen Titel verwendete ich in einem Wortspiel und ersetzte 'mas' mit 'Mush'. Einen Sinn ergibt das zwar nun nicht, drückt aber meinen Respekt vor allen Mushern aus, die im Schneesturm unterwegs sind und sich sagen: Was soll’s?
Eine rote Aurora auf blauem Grund. Ein rotes Nordlicht im dunkelblauen Nachthimmel. Es gibt auch rote
Nordlichter, die sind aber seltener als die überwiegend gelbgrünen Nordlichter. Darum mag es auf den ersten Blick etwas befremdlich wirken – auch für diejenigen, welche schon Nordlichter
betrachtet haben.
Das gänzliche weglassen der Sterne führt noch zur Verwirrung dazu. Das knallige Rot hebt sich vom schwarzblauen Hintergrund derart ab, dass es förmlich vor dem Bild zu schweben scheint. ein sehr willkommener und geplanter Effekt. Dennoch ist es ein ruhiges Bild, da es auch ohne Horizontlinie auskommt.
Eine fiktive nordische Landschaft in der Dämmerung. Tiefrot leuchtet der Horizont vom schwachen Sonnenlicht auf und darüber erstrahlt das Nordlicht. Der Mond wirft einige Schatten in die Szenerie. Das Nordlicht kommt aus den Haaren des Schutzengels hervor, der über der Landschaft schwebt. Ein siebenspänniges Hundeschlitten-
team steuert auf einen offenen Fluss zu, welcher das Himmelsrot spiegelt. Für die Überquerung desselben brauchen sie vielleicht die Hilfe
des Schutzengels, wie
etwa der Schneeschuhhase im linken Vordergrund, der das Gespann vorsichtig beobachtet.
Nach der Zerstörung des Bildes „Guardian Angel“ bei der Ausstellung, wo ein riesiger Triangel gleich neben dem Engel klaffte, versuchte ich noch zu retten, was möglich war. Ich musste den ganzen Engel entfernen und ein grosser Teil des Nordlichtes. Da nun das Hauptthema aus dem Bild geschnitten wurde, änderte sich nun auch die Aussage des Bildes:
Eine fiktive nordische Landschaft in der Dämmerung. Tiefrot leuchtet der Horizont vom schwachen Sonnenlicht auf und darüber erstrahlt das Nordlicht. Die Sterne und das Nordlicht sind mit Leuchtfarbe gemalt, welche natürlich nur im Dunkeln weiterleuchten. Der Mond wirft
Denn falls die Hunde den Hasen wittern, würde es brenzlig werden für ihn.
Die Sterne und das Nordlicht sind mit Leuchtfarbe gemalt, sowie vom Engel nur der Teil der nackten Frau. Ein spannender Effekt, wenn das Licht gelöscht wird.
(Das Bild wurde bei der Ausstellung 2011 in Davos leider zerstört, es hatte wohl keinen Schutzengel).
2008 Juli, Öl und Leuchtfarbe auf Leinen,
Original neu: 38.5x14cm CHF 200.-
einige Schatten in die Szenerie. Ein siebenspänniges Hundeschlittenteam steuert auf einen offenen Fluss zu, welcher das Himmelsrot spiegelt. Nun heisst es wachsam sein, wie etwa der Schneeschuhhase im linken Vorder-grund, der das Gespann vorsichtig beobachtet. Denn falls die Hunde den Hasen wittern, würde es brenzlig werden für ihn.
So wurde aus „Guardian Angel“ das Bild „Alert“.
‚Für Chrigel und Lydia’ habe
ich dieses Bild gemalt. Meine Vermieter in dessen Haus ich die Dachwohnung in Klosters bewohnte. „Goldi“ ist die Hündin von Chrigel und Lydia, sehr zutraulich und holt sich auch ihre
Streichel-einheiten, aber sie ist gleichfalls sehr lernwillig und frisch erfolgreich zum Hütehund ausgebildet worden. Sie bildet das Zentrum des Bildes, wie sie aufmerksam die
Gegend
2008 November, Öl auf Leinen,
Original: 38.0x23.5cm
Unverkäuflich
beobachtet. Das Hundeportrait kommt hinter der Berg-
kette hervor, welche das Gatschiefermassiv darstellt, wie wir es vom Haus aus sehen. Die Berge sind frisch eingeschneit, wie es anfangs Oktober desselben Jahres war, die bewaldeten Hügel im Vordergrund waren aber noch unter der Schneegrenze.
Das Bild befindet sich im Besitz von Chrigel und Lydia Jost.
Dieses Bild wurde für den Erhalt des Regenwaldes gemalt und darum wird der Erlös an Greenpeace für ein Regenwaldprojekt gespendet. Das Bild ist ab CHF 900.- erhältlich - es darf natürlich auch für mehr erworben werden!
Die zentrale Lebensader des Regenwaldes ist das Wasser. Somit bildet auch das zentrale Thema des Bildes das Wasser – als Fluss schlängelt es
sich aus der Ferne kommend über die Ebene. Im Hintergrund sind im Dunst schroffe Berge zu erkennen, wo die Quelle des Flusses sein mag. Durch die Hügelkette schlägt sich der Fluss eine Bresche
zur Ebene. Der Fluss scheint nach rechts aus dem Bild zu fliessen, doch kommt er im Vordergrund, nun eine Ebene Tiefer, wieder hervor und fliesst von rechts
2009 Oktober, Öl auf Leinwand,
Original: 74x60cm ab CHF: 900.-
nach links. Ein kleines Bächlein konnte sich dem grossen Strom entziehen und fliesst durch den Wald zur Kante, wo es sich in einen Wasserfall verwandelt und im Basis-bereich sich wieder mit dem Fluss vereint. Im Wasserfall versteckt sich eine Frauengestalt – die Mutter Natur. Die Sonne scheint von oben links auf die geschlossene Baum-
kronendecke, die Abbruchkante mit dem Wasserfall liegt somit im Schatten. Blätter im Vordergrund zeugen von einem erhöhten Standpunkt des Betrachters, welcher durch die Baumkrone auf den Regenwald blickt. Der Schatten und der Kopf, welcher hinter einem Blatt hervorschaut, verraten eine Heuschrecke, die sich kopfüber versteckt. Diese Sicht auf einen noch intakten Teil des Regenwaldes macht deutlich, wie schützenswert dieser Lebensraum ist.
Zwei Jahre lang liess ich die Idee von einem mit Kaffee überschäumenden Glas reifen. Ursprünglich trug sie den Arbeitstitel: „Coffee“ und war Hochkant. Erst bemerkte ich, dass es sich bei diesem Trendgetränk um Latte Macchiato handelte und als ich auf eine geeignete Hintergrundgestaltung stiess, änderte ich auch aufs Querformat.
Das Hauptmotiv ist ein Longdrink Glas in dem die Latte Macchiato eingeschenkt ist: Die Milch unten, der Kaffee in der Mitte und der Rahmschaum oben drauf, der etwas
zu viel aufgetragen wurde und auf beiden Seiten am Glas herunter läuft. Dieser Schaum hat es aber in sich, denn der entpuppt sich als Frauenfigur, die sich auf dem Glas aufstützt und deren langen
Haare auf der einen Seite und ihre Beine auf der anderen Seite herunter hängen. Das Glas steht auf einem weissen Unterteller auf dem sich auch der lange Löffel befindet, der fast aus dem Bild
ragt. Dieses Hauptmotiv steht wiederum auf einem Tisch
in einer Bar, die angedeutet sich in der Unschärfe
„Latte Macchiato“
2010 Mai, Öl auf Baumwolle,
Original: 57.5x41.5 cm
CHF: 900.-
verliert. Trotz der angedeuteten Personen in der Bar strahlt das Bild eine gewisse Einsamkeit aus. Einsam und verlassen, wie das Glas auf dem kleinen Tisch vor dem Betrachter steht, ist auch derselbe – es fehlt der Tischnachbar.
Mit diesem Bild beziehe ich mich auf einige Gesetze aus der Fotografie in dem ich Vorder- und Hintergrund in die Unschärfe setze und das Hauptmotiv scharf abbilde. Im Gegensatz zur Fotografie aber erlaube ich mir, nur das Hauptmotiv scharf zu zeichnen und belasse dafür den Tisch in der Unschärfe – was fotografisch nicht möglich wäre. Der Löffelstiel wandelt sich dennoch brav wie es sich gehört von der Schärfe in die Unschärfe im Vorder-grund. Die Umrandung bezieht sich auf die ockerbraune Latte Macchiato was das Bild abrundet.
Erstmals behandelte ich ein Thema, das sehr wenig mit mir zu tun hat, da ich kein Kaffee-Trinker bin, doch ging es ja um die Idee mit dem Schaum. Wenigstens gönnte ich mir zum Abschluss des Bildes eine Latte Macchiato.
St. Hans und St. Per sind zwei Kirchen in Visby, auf der schwedischen Insel Gotland, die im Laufe der Jahre zu-
sammengebaut wurden. Von dem monumentalen Bau sind heute nur noch eindrückliche Ruinen übrig geblie-
ben. Eine dieser steinernen Zeitzeugen bildet den Hinter-
grund des Bildes. Vor der Ruine steht ein Goldregen-
2010 Juli, Öl auf Leinwand,
Original: 41x31.5 cm CHF: 550.-
Baum in der ersten Blüte. Ich fotografierte diese Szene bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel. Als ich das Foto sah, dachte ich mir; das sieht aus wie gemalt – also traute ich mich ein Gemälde davon herzustellen.
2010 Juli, Öl auf Leinwand,
Original: 41x31.5 cm
CHF: 400.-
Das Wisshorn, wie ich es aus meinem Fenster sehe, an einem Novembermorgen vor Sonnenaufgang. Der Himmel ist in einen Farbenverlauf von Gelb zu Rot gehüllt und darüber steht dichtes Blau. Die Berge sind schon mit Schnee bedeckt, während im Dorf noch kein Schnee liegt, aber Frost die Bäume bedeckt. Im Vordergrund steht der stilisierte Baum mit den Frosträndern, die etwas an australische Aborigines-Malerei erinnert. Ein starker Kontrast zwischen den geschwungenen Linien des Baumes und den schroffen Bergen löst die Spannung im Bild aus.
„Aurorakt“
(Nude Aurora)
Bild 83
2010 August, Öl auf Leinwand,
Original:
76x55.5cm
CHF: 1600.-
Der Titel thematisiert die Dualität des Bildes; zum einen den klassischen Akt im Vordergrund und zum anderen die Aurora im Hintergrund. Er wirft zugleich die Frage auf, ob der Name des Models Aurora sei, was durchaus plausibel wäre auch ohne die Frau als Aurora selbst abzubilden. Die Anlehnung zur Klassik, wo im Hintergrund Elemente zur Namensdeutung Usus waren, ist somit gegeben. Die faszinierende Ausleuchtung des Models spricht dennoch die Sprache der Moderne. Das konse-quente Weiterführen der starken Kontraste unterstreicht diese Expression. Das Nordlicht steht dabei mit den eher schwachen Kontrasten im Spannungsfeld. Es wächst fast aus dem schwarzen Hintergrund heraus, was eine Aus-
sicht durch ein Fenster andeutet. Zur natürlichen und etwas scheuen Haltung des Models passt auch, dass sie nicht nur mit ihren Haaren ihr halbes Gesicht bedeckt, sondern auch mit dem Laken ihre Scham. Die weisse Kante dieses Lakens setzt sich an der Innenseite des schwarz gesprayten Bilderrahmens fort, was eine optische Täuschung hervorruft (nur im Original ersicht-
lich) und zugleich den starken Kontrast wiederum konsequent weiterführt.
Des Mushers Desaster ist, wenn er vom Schlitten fällt und die Hundemeute mit dem Schlitten davon zieht. Nach eini-
gen Kilometern hat sich das Hundeteam aber in einem lichten Wald verfangen und sich unglücklich in den zier-
lichen Bäumen verwickelt. Beim Versuch sich zu befreien haben sie sich nur noch mehr mit ihren Leinen um die Bäume gewickelt. Dazu ist der Schlitten auch noch in einen Baum gekracht und dabei brach eine Kufe. In der
verzweifelten Lage fangen die Hunde an zu heulen und bellen. Folgt man der Spur des Schlittens in den dunklen Hintergrund, wird man weit
hinten das schwache Licht
2011 März, Öl auf synth. Leinen,
Original: 46x21 cm
CHF 400.-
des Mushers erkennen, der zu Fuss nach kommt. Über dem leicht verschwommenen Hintergrund leuchtet das Nordlicht und hinter den Bäumen der Mond durch die Wolken.
Serenity ist eine imaginäre Küstenlandschaft, die eine gelassene Ruhe ausstrahlt. Nach
Sonnenuntergang ist der Himmel noch hell erleuchtet und Schleierwolken ziehen über den Himmel. Nebelschwaden ziehen über den Horizont. Auf der linken Bildseite geht ein Gewitter nieder und ein
Blitz schlägt in den Bergen ein. Im Vordergrund zieht sich eine Düne bis zum Meer hin. Auf dem Dünenspitz ist ein kleiner Baum entstanden, doch das Meer gräbt die Wurzeln frei. Ein Teil der
Wurzeln hängt über dem Sandstein frei in der Luft, während der andere Teil der Wurzeln sich an die Düne klammern. Zwei weitere Bäumchen stehen je vor und hinter der Düne. In der Düne versteckt
ist eine
Frauengestalt, die mit den Armen ihre angezogenen Beine umschlingt, den Kopf auf die Knie gelegt und mit geschlossenen Augen gelassen die Ruhe geniesst.
Vor ihr spiegeln sich Felsen im flachen Meerwasser. Der Zahn der Zeit nagt an der Frau, wie das Meer am Sandstein und die Düne wird irgendwann einbrechen und der Baum ins Meerwasser stürzen. Trotzdem bleibt die Frau gelassen, weil sie den Moment geniesst.
Der Gegenpol zu der horizontalen Strukturierung des Bildes sind die drei senkrechten der Bäume, die eine Verbindung zum Himmel schaffen – wenn man noch den Blitz, als stilisierten Baum dazu nimmt, gibt’s vier Bäume. Das ganze Bild wird von einem dunkelbraunen Rahmen eingefasst, in dem die Unterschrift zur Abwechslung eingeritzt ist. Speziell sind auch die drei aufgesetzten Muscheln, welche dem Bild eine neue Dimension hinzufügen.
Adam und Eva im Paradies, wie man sie selten auf Ge-
mälden abgebildet sieht. Meistens mit Frucht, Baum, Schlange und Feigenblättern den Zeitpunkt nach dem Sündenfall dargestellt, dreht dieses Bild die Zeit zurück. Nämlich zur Zeit vor dem Sündenfall, wo Adam und Eva sich ganz unbekümmert im Garten Eden aufhielten. Von Gott geschaffen und wie ich sie mir vorstelle. Ein Mo-
ment ist festgehalten, als sie in aller Natürlichkeit und unbefangen einander necken und fangen. Adam fasst gerade Evas Hand, die sich überrascht umdreht und einen glücklichen Blick zurück wirft. Die Schmetterlinge im Bild symbolisieren die Leichtigkeit des Seins im Para-
dies und das vollkommene Glück zwischen Gott und dem Menschen. Gott ist auch
zugegen im Bild; er ist symbolisch in den Baum links eingearbeitet worden. Symbolisch deshalb, da man Gott in seiner Schöpfung erkennen kann und nicht bildlich dargestellt sein soll. Das Gesicht
im Baum soll nicht Gott abbilden – das wäre schlicht unmöglich – sondern ihn nur symbolisieren. Das lachende Gesicht im Baum drückt die Freude aus, die
„Adam & Eva“
Bild 86
2011 August, Öl auf Leinwand,
Original: 63,5x49 cm
CHF 1300.-
Gott beim zusehen seiner glücklichen, wie Kinder spiel-
ende Geschöpfe hat. Die Laufrichtung von Adam & Eva deutet aber schon die Bewegung weg von Gott an. Evas etwas runder Bauch soll an die klassischen Werke anlehnen, könnte aber auch sein, dass sie schon schwanger war – wer weiss. Dafür wurde der Bauch-
nabel weggelassen, woher sollte sie einen haben?
Die Landschaft mit ihren in Reihen stehenden und ge-
schnittenen Bäumen symbolisiert den Garten Eden, den Gott angelegt hatte. Dazu gehören natürlich auch die vielen Blumen. Wieso nun Hibiskus und Weidenröschen zusammen stehen, wo sie doch andere Lebensräume aufweisen, ist durch die Vorliebe meinerseits zu begrün-
den. Das ist meine persönliche Sicht des Paradieses – nur meine geliebten Berge habe ich weggelassen, um nicht noch mehr Verwirrung zu stiften.
Das Bild wird durch einen ganz feinen Rand eingerahmt, der sich farblich dem Hintergrund anpasst.
2011 September, Öl auf Leinwand,
Original: 42x42 cm
CHF 990.-
Das Matterhorn ist wohl einer der markantesten Berge der Welt. Im Frühling 2011 verbrachte ich ein schönes Wochenende am Stellisee mit Aussicht auf die Toblerone der Berge. Früh am Morgen, wenn es noch Windstill ist, spiegelt sich das Matterhorn im tiefblauen See. Da wählte ich den Moment, als leichter Wind das Spiegelbild zum vi-
brieren bringt. Die Sonne steht fast senkrecht im Rücken, so dass eine nahezu schattenlose Sicht des Berges ent-
steht. Um den Eindruck der gespiegelten Bergpyramide besser zu unterstützen, habe ich zur Abwechslung einmal das Quadrat auf die Ecke gestellt. Aditional verwendete ich ein pikantes Detail, um die Spiegelsymmetrie zu brechen. Der Felsen steht wirklich im See, nur die blonde Schönheit, war leider bei meinem Besuch nicht zuge-
gen. Ein Detail, welches das Bild bereichert und zugleich etwas wie zu meinem Markenzeichen geworden ist. Zaghaft ist sie dabei in den See zu steigen und ihr rechter Fuss bringt das Wasser zum kräuseln. Dies hebt sich wohl von den vielen übrigen Gemälden, die vom Matter-
horn gemacht wurden, etwas ab. Der Berg verliert aber kaum an seiner Faszination.
Auf einer frühmorgendlichen Velotour den Wolfgangpass hinauf, erblickte ich die Silvretta noch vor Sonnenauf-
gang. Der Himmel war gelborange und die Berge mit-
samt Gletscher im Blauton gehalten. Diesen schönen Ein-
druck wollte ich in einem Bild ausdrücken. Die vorderen Bergketten, welche die Aussicht V-förmig einrahmen waren Knallschwarz. Das war mir aber etwas zu domi-
nant und langweilig. So kam ich auf die Idee, die Ober-
kante eines Büstenhalters der Berglinie folgen zu lassen. Die Spitzen besetzte ich mit den passenden Bergblumen; Edelweiss, Krokus, Enzian,
Silberdistel, Alpenrose und
Blättern von Buchen, Eichen und Heidelbeeren. Diesmal habe ich die Brüste nicht als Berge selber gemalt, sondern nur mittels Schwarzer und Weisser Linie angedeutet – und den Rest versteckt sich im BH. Es ist selbstredend, dass die Silvretta weiblich ist.
„The End“ (Das Ende) Bild 89
2012 September, Öl auf Leinwand, Original: 96x27.5 cm CHF 1400.-
Ein Panoramabild mit Panoramawirkung, wie es in der heutigen Panoramafotografie bekannt ist. In diesem fiktiven Bild steht das Haus eines Künstlers mitten in der Abgeschiedenheit des Landes. Durch die grosse Fenster-
front ist der Einblick gewährt ins Atelier, wo die verschie-densten Bilder kreuz und quer auf Staffeleinen aufgestellt sind. Diese Bilder entwickeln ihr Eigenleben. Das zentrale Bild zeigt den Maler des Panoramabildes selber, wie er eines seiner Lieblingssujets malt. Doch dieses steht auf einer eigenen Staffelei nebenan und der Arm des Malers muss damit aus dem Bild ragen, um das Nordlicht zu malen. Dieses Nordlicht nimmt die Form eines Herzens an, was die Liebe des Malers zu den Nordlichtern ausdrückt. Es steht auch in einer fiktiven winterlichen nordischen Landschaft mit Tannenwald und See. Die Spielerei mit real unmöglichen Gebilden ist ein grosses Steckenpferd des Malers, was er bei dem Bild hinter dem Selbstportrait weiter zieht.
Darauf ist ein Rückenausschnitt einer fiktiven Frau zu sehen, wie sie den Reissverschluss ihrer Robe öffnet. Der Rock fällt aus dem Bild heraus und legt sich am Boden in Falten. Wandert der Blick der halbnackten Frau entlang nach oben entdeckt das Auge bei genauem hinsehen, im darüber hängenden Bild, die Silhouette einer nackten Frau zwischen den zwei Fischen. Doppelbilder und Akte sind ein weiteres Markenzeichen des Malers. Schwach im Hintergrund ist noch ein Bild versteckt mit nordischem Motiv, bevor der Blick aus dem perspektivisch an die Kopfdrehung angepasste gebogene Linienführung des Hauses streift. Im hinteren Teil des Fensters spiegelt sich die weit im Hintergrund befindliche Bergkette des Cerro Torre. Ein von Wolken umspielter Lieblingsberg des Malers.
Durch das ganze Panorama des Bildes zieht sich der Lauf des Jahres. Links fängt es mit den Frühlingsblumen wie Krokus, Osterglocken, Enzian und Löwenzahn an, auch blühen hinter dem Haus die Bäume. An den Bäumen vollzieht sich dann der ganze Wandel mit dem dichten Blätterkleid im Sommer, das sich gegen den Herbst in alle Farben verfärbt und schliesslich gegen den Winter
abfällt und vom Schnee bedeckt wird. Auch die immergrünen Tannen im rechten Vordergrund sind dick vom Schnee bedeckt, dass nur noch einzelne Nadeln darunter zum Vorschein kommen. Die vorderste Tanne wird auch vom langsam in den rechten Bildrand einschleichenden Nebel gehüllt. Der mittlere Vordergrund bildet ein mit jungen Tannen und Sträuchern gesäumter Teich.
Warum nun der seltsam klingende und nicht recht passende Titel „The End“ anstelle von „Panorama“ gewählt wurde hat verschiedene Gründe. Das Bild vollzog sich im Entstehungsprozess auch einem Wandel. Einige Elemente wurden fallen gelassen, umgestaltet und ersetzt. Die grössten Änderungen wollen nicht vorenthalten bleiben.
So war ursprünglich auf der rechten Seite vor der grossen Tanne eine schneebedeckte Büste aus Marmor geplant, welche von einem königsblauen Schal umspielt geworden wäre. Da nun der Faltenwurf des Rockes in einem der Bilder im Atelier sich entgegen dem Können des Malers gestellt hatte, verwarf er einen zweiten Versuch mit dem Schal. Kleider und Faltenwürfe entziehen sich dem Können des Malers, weshalb er lieber Akte malt. Doch auch die geplante Frauengruppe, die ursprünglich um und im Teich platziert war, um die sommerliche Stimmung hervor zu heben, verwarf der Maler trotzdem. Entgegen der im barocken Zeitalter üblichen Darstellungen von unbekleideten badenden Damen, sind Akte im prüden Prättigau verpönt. Da das Bild ausgestellt werden sollte, musste diese Änderung gemacht werden.
Bis alle Ideen sich zu einem homogenen Bild zusammen gefunden haben und auf die noch letzte Leinwand aufgemalt wurden, verging die unüblich lange Zeit von einem Jahr. Diese Gründe und auch dass er sich schon anfängt selber zu beschneiden, bewegten den Maler zur Entscheidung, dass mit diesem Bild der Schlusspunkt seiner ölmalerischen Tätigkeit gesetzt wird. Somit ist auch der Name des Bildes einleuchtend. The End.
Na gut, noch nicht ganz das Ende. Es entstanden noch drei Bilder bis zum endgültigen Ende, die nun folgen:
Nachdem ich mit dem Bild: "The End" den Pinsel an den Nagel gehängt hatte und mit dem malen aufhörte, liess ich mich doch überzeugen für ein neues Bild. Dies ist dann in Kooperation mit einer Kollegin entstanden, die ungenannt bleiben möchte. Sie hat mir die Posen der zwei Frauen im Bild zugespielt und zusammen erarbeiteten wir die Umsetzung zum Bild.
Zum Neuanfang wollte ich auch meinen Stil ändern, was sich aber als sehr schwierig heraus stellte, da ich wohl zu sehr in meinem Stil verhaftet bin.
Der Verlauf der Himmelsfarbe simuliert eine Vignettie-
rung und betont in der Parallelität die Linie des Palmen-
waldes. Im Hintergrund des fast quadratischen Bildes ist der Palmenwald nur andeutungsweise zu erkennen. Die zwei Fluchtpunkte, die knapp
ausserhalb des Bildes liegen und den Vordergrund betonen bestärken so den
"Pura Vida"
(Reines Leben) (Pure Life)
Bild 90
2013 Januar, Öl auf Leinwand,
Original: 53x52 cm
CHF: 820.-
Eindruck der kleinen Insel, wo das Boot gestrandet ist. Das Hauptmotiv ist auch das stark vereinfachte – fast stilisierte – Boot. Es hat auch nicht den Anspruch auf Korrektheit. Denn so wie es hier gestrandet ist, wäre es auch nicht mehr seetauglich, da das Ruder total im Sand eingesunken und somit zerstört wäre. Diese Tatsache blendet das Bild aber bewusst aus und fokussiert auf die zwei Frauen, die das Boot vor der nächsten Flut wieder flott machen. Bei der letzten Flut waren sie auf der kleinen einsamen Insel gelandet und nun setzen sie ihre Fahrt fort.
Während die rechte Frau die Abdeckung hoch stemmt, steckt die linke Frau ihren Kopf unter die Plane, als suche sie etwas – ihre Uhr vielleicht? Nach einem Tag sonnen-
baden auf der menschenleeren Insel, wo sie dazu auch keine Kleidungsstücke brauchten, geht es nun gegen Abend wieder zurück übers Meer. Die Schatten verraten eine tiefstehende Sonne.
...oder haben sie auf der Insel übernachtet und sind nun am Morgen daran das Boot bereit zur Rückfahrt zu machen? Dazu kann sich jeder seine eigene Geschichte ausdenken. Welche ist Deine?
Dieses klassische Motiv zeugt davon, dass ich mich ab und zu in Gemäldegalerien herumtreibe. Damit gebe ich unverhohlen zu, dass die Idee nicht neu ist und ich genau deswegen den Titel so gewählt habe. Das Bild ist auchparallel zum Bild "Pura Vida" gemalt worden, um die Trocknungszeit der Schichten besser auszunutzen. Die Badenden sind eigentlich ein "Abfallprodukt" eines anderen Bildes, wo ich sie nicht realisiert habe. Da ich sie aber schon skizziert hatte, fand ich es schade sie nicht in einem Bild zu verewigen. Aber die Frauengruppe alleine war etwas zu profan und so konnte ich endlich mit der Frau im Vordergrund eine lange auf die Seite
"Die Badenden"
(The bathers)
Bild 91
2013 Januar, Öl auf Leinwand,
Original: 49x28cm CHF: 700.-
gelegte Vorlage gebrauchen. (Die stammt aus einer Anzeige eines beCKannten Modelabels.) Ihr Gesichts-ausdruck und die schönen Haare hatten es mir einfach angetan. In den Hintergrund der schnee-bedeckten Berge versteckte ich dazu auch noch eine liegende Frau, die ich in einem Fotomagazin ent-
deckte. An einem warmen Frühlingstag kommen die acht Frauen zusammen, um in dem kleinen Weiher zu baden. Eine lockere fröhliche Atmosphäre herrscht unter den Frauen. Die Frau im Vorder-
grund schaut sich noch mal kurz um, bevor sie hinunter um den Busch herum in den Weiher steigt.
Keine Ahnung wie ich auf die Idee kam, sie war einfach mal da und wartete auf deren Umsetzung. Also machte ich mich auf die Suche nach schönen Lippen, die genau das ausstrahlen, was ich mit dem Bild aussagen wollte. Als ich dann auf einer Anzeige einer bekannten Modemarke eine solche fand, wie es mir schien, dachte ich mir auch gleich einen Bezug dazu aus, da scheinbar auch der Teufel diese Marke trägt. Dieser erscheint uns nicht immer in der hässlichen Gestalt eines gehörnten ziegenbockbart-tragenden Mannes mit Pferdehufen, sondern kann sich durchaus in der Gestalt einer hübschen Frau zeigen. Damit will ich keineswegs die Frauen verteufeln, doch was gibt es verführerisches, als schöne Lippen?
Nur als ich dann den genannten Mund ausgeschnitten und in das Leinwandformat einfügen wollte, passte es einfach nicht – es waren wohl doch verteufelte Lippen. So stellte ich schlussendlich die Vorlage aus zwei anderen Lippenpaaren zusammen und zeichnete eine neue eigene Version. Obwohl dieser Mund keiner Person mehr zugeschieben werden kann, kommt er mir sonderbar bekannt vor. Vielleicht weil ich von solch schönen Lippen träume – voller Sehnsucht.
"Yearning"
(Sehnsucht)
Bild 92
2013 Juni, Öl auf Leinwand,
Original: 27x38 cm
(CHF: 490.-) Gestohlen
Das weniger gebräuchliche Wort im Englischen ist "Yearning" wo das "Year" (Jahr) sprichwörtlich die lange Zeit hervor hebt. Jahrelang habe ich Akte gemalt, in denen ich die Erotik so gut wie möglich ausklammerte. Nun strahlt aber aus diesem Bild wohl die meiste Erotik aus - und es sind nur Lippen, die sehnsüchtig nach einem Kuss verlangen.
In Anlehnung an die fotografische Sichtweise mit offener Blende, habe ich die Mundwinkel ins Unscharfe gesetzt. Ansonsten ist es sicher noch beeinflusst worden von der kanadischen 'Group of Seven' und anderen kanadischen Künstlern, deren Bilder ich davor in verschiedenen Galerien studierte.
Den Rand der Leinwand, sowie die Innen- wie auch Aussenseiten des Rahmens bemalte ich mit 'Umbra gebrannt' (ist nur im Original ersichtlich), aber ich musste die ganze Zeit an Nutella denken.
Leider wurde das Bild bei einer Ausstellung noch vor der Vernissage von Unbekannten gestohlen und wurde nie wieder gefunden. Der Dieb unterlag wohl auch der Sehnsucht nach einem Kuss...
Nun ist aber wirklich Schluss mit der Ölmalerei und ich verabschiede mich von diesem Hobby mit diesem Kuss.
Weitere Projekte brauchen auch meine Zeit aber die Skizzen und Kohlebilder werden weiter geführt.