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Dieses Leseerlebnis führte dazu, dass Benenson heute vor 60 Jahren im «The Observer» in einem Artikel mit der Überschrift «The Forgotten Prisoners» (Die vergessenen Gefangenen) die Leserschaft aufforderte, sich mittels Briefen an die zuständigen Regierungen für die Freilassung dieser Menschen einzusetzen. Er schrieb: «Sie können Ihre Zeitung an jedem beliebigen Tag der Woche aufschlagen und Sie werden in ihr einen Bericht über jemanden finden, der irgendwo in der Welt gefangen genommen, gefoltert oder hingerichtet wird, weil seine Ansichten oder seine Religion seiner Regierung nicht gefallen.» Daraus entstand die Aktion «Appeal for Amnesty» (Appell für Amnestie). Der Tag gilt heute als Gründungsdatum von Amnesty International.
Das Logo der Organisation zeigt eine Kerze, die von Stacheldraht umwickelt ist. Die Künstlerin Diana Redhouse liess sich dazu vom Sprichwort «Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als sich über die Dunkelheit zu beklagen» inspirieren. Damit traf sie die Haltung Benensons, der genug davon hatte, stets nur machtlos die schlimmen Zeitungsberichte zur Kenntnis nehmen zu müssen, und der mit der Briefe-Aktion die ersten Kerzen anzuzünden begann. Heute weiss man, dass solche Briefaktionen von den zuständigen Regierungen sehr wohl zur Kenntnis genommen werden und zu Hafterleichterungen oder gar Freilassungen führen können.
Aber noch immer gibt es viele Kerzen anzuzünden. Ein Anfang könnte darin bestehen, dass wir, die wir im schönen und freien Meilen leben dürfen, erst recht und täglich auf die Freiheit anstossen.