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Vor zweieinhalb Wochen machten die Freiburger Volkswirtschaftsdirektion und der Migros-Betrieb Micarna bekannt, dass dieser seine Geflügelverarbeitung von Courtepin auf das Agrico-Gelände in Saint-Aubin (Broyebezirk) umsiedeln möchte. Dazu plant der Kanton, 95 000 Quadratmeter Land zu verkaufen. Die Micarna möchte dort in Zukunft 40 Millionen statt wie bisher 30 Millionen Stück Geflügel pro Jahr verarbeiten. 500 Micarna-Mitarbeiter sollen dabei nach Saint-Aubin wechseln (FN vom 15. Oktober).
Nun hat der Staatsrat dem Grossen Rat einen Dekretsentwurf für den Verkauf des Grundstücks vorgelegt. Daraus geht hervor, dass der Kanton die 95 000 Quadratmeter zu einem Quadratmeterpreis von 225 Franken verkaufen will. Dies würde einen Verkaufspreis von 21,375 Millionen Franken einbringen. Weiter könnte der Kanton als Verkäufer die Dachflächen des zu bauenden Gebäudes für den Einbau von Fotovoltaikmodulen oder den Boden für Geothermiesonden nutzen.
Dieser Verkauf habe Auswirkungen auf die weitere Entwicklung des Agrico-Geländes, schreibt der Staatsrat in seiner Botschaft. So falle mit dem Verkauf des Grundstücks der Investitionsbedarf tiefer aus, als er in der Finanzplanung von Juli 2020 geschätzt wurde. Dies, weil die Micarna die Infrastruktur auf dem gekauften Grundstück auf eigene Kosten baut. «Der Verkauf generiert ausserdem zusätzliches Kapital für den Fonds für aktive Bodenpolitik», so der Staatsrat.
Die Entwicklung des Geländes würde trotz der Abtretung dieser Fläche nicht eingeschränkt. Es verbleiben eine Fläche von 170 000 Quadratmetern bebautes Gelände sowie 75 000 Quadratmeter Bauland im Eigentum des Staats.
Die Micarna beabsichtige, in einer ersten Etappe vier Produktionslinien für die Geflügelverarbeitung und dafür 750 Arbeitsplätze zu schaffen. Viele Mitarbeiter würden dazu von Courtepin an diesen Standort verlegt. Es sei zudem möglich, dass in einer zweiten Etappe weitere Produktionslinien geschaffen und zusätzliche 150 Mitarbeiter angestellt werden könnten.
Wie es in der Botschaft heisst, habe die Micarna vorgeschlagen, auf dem Gelände weitere Dienstleistungen anzubieten, so etwa ein Personalrestaurant als öffentliches Roof-Top-Restaurant, eine Verkaufsstelle im Stil von Migrolino, ein Fitnesszentrum und eine Kindertagesstätte, die ebenfalls von der Migros-Gruppe betrieben würden.
Keine Auskunft gibt die Botschaft über die gesamten Investitionskosten der Micarna.