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Das Konzept des "Nicht-Tuns"
Sowohl Floco Tausin als auch Carlos Castaneda wenden in ihren Werken ähnliche Techniken an, die sich um das Prinzip des "Nicht-Tuns" drehen. Castaneda spricht in seinem Buch "Die Kunst des Träumens" davon. Nestor bezeichnet dieselbe Übung als "das Doppeln". Ich glaube sogar, dass Nestor verschiedene Formen des Nicht-Tuns mit Floco geübt hat, auf die ich später noch genauer eingehe.
Was bedeutet "Nicht-Tun"?
Hierbei geht es nicht um passives Verhalten wie das Sitzen vor dem Fernseher – denn selbst dabei ist man aktiv, indem man den Bildschirm anschaut und sich unterhalten lässt. Interessanterweise kann das Wort "Unterhalten" auch als "unten halten" interpretiert werden.
Man könnte annehmen, dass das Schliessen der Augen und Entspannen dem Nicht-Tun gleichkommt. Aber auch hier ist man aktiv; Gedanken kreisen vielleicht um eine bevorstehende Prüfung, einen Freund oder den nächsten Einkauf. Selbst in Meditationstechniken, bei denen man sich eine grüne Wiese oder das Meer visualisiert, handelt es sich noch nicht um das Nicht-Tun. Nicht-Tun muss geübt werden, eine Methode ist das Doppeln. Diese Technik wird von Floco Tausin, Carlos Castaneda und Pierre Derlon angewendet, wobei jeder für sich herausfinden kann, welche Art des Doppelns am besten geeignet ist. Ich möchte hier meine Art des Doppelns beschreiben.
Auf der Homepage von Floco Tausin lud ich mir zwei Kreise herunter, die ich in ein Fotobearbeitungsprogramm einfügte und für meinen Fernsehbildschirm anpasste. Man kann die Kreise auch ausdrucken und an die Wand hängen. Es empfiehlt sich, die Kreise möglichst gross auf ein A4-Blatt zu drucken. Wie nah die beiden Kreise zueinanderstehen, hängt von der Übung im Doppeln ab. Anfangs sollte man sie nicht zu weit auseinanderhalten, da dies die Augen schnell ermüden kann. Auf dem Fernsehbildschirm positioniere ich die Kreise so, wie es für mich am besten ist. Möglicherweise beginnt man mit übereinanderliegenden Kreisen und stellt beim Doppeln fest, dass eine Neupositionierung nötig ist.
Das Doppeln; siehe Bilder.
Quelle: Floco Tausin Mouches Volantes
Quelle: N.Classen Das Wissen der Tolteken
Quelle: Pierre Derlon /Die Gärten der Einweihung.
Beim Doppeln geht es darum, durch leichtes Schielen zwei Kreise oder andere geometrische Figuren, die hier gezeigt werden, übereinander zu schieben. Das daraus resultierende Bild formt einen dritten Kreis. Wie aber unterstützt diese Übung das Prinzip des Nicht-Tuns? Mit der Zeit lernt man, den inneren Dialog zu unterbrechen, was wiederum hilft, die Mouches Volantes genauer zu betrachten. Diese Betrachtung der Mouches Volantes ist ebenfalls eine Form des Nicht-Tuns, auf die ich später noch eingehen werde.
Ich habe mit verschiedenen Hintergrundfarben experimentiert. Für mich persönlich eignen sich Gelb, Weiss oder Blau am besten. Bei langem Üben kann sich der sogenannte Montagepunkt verschieben, was wiederum zu einem veränderten Bewusstseinszustand führen kann.
Es ist wichtig zu erwähnen, dass das Doppeln als Übung nur dann nützlich ist, wenn man die Figuren klar und deutlich wahrnehmen kann.