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Der Stromverbrauch moderner Kläranlagen sollte zwischen 20 und 45 kWh/(EW•a) betragen. Die untere Grenze gilt für große Anlagen für über 100.000 EW, die obere für kleine Anlagen für ca. 10.000 EW. Je kleiner eine Anlage ist, um so höher ist ihr spezifischer Stromverbrauch. Die Zahlen beziehen sich auf den Stromeinsatz ohne Berücksichtigung eigener Erzeugung.
Der Stromverbrauch ist nicht nur von der Anlagengröße abhängig, sondern auch von ihrer Technologie. Die obigen Zahlen gelten für Anlagen mit N- und P-Entfernung und Schlammfaulung. Anlagen ohne Nährstoffentfernung verbrauchen weniger Energie, Anlagen ohne Schlammfaulung verbrauchen mehr.
Selbstverständlich dürfen Maßnahmen zur Energieeinsparung nicht die Abwasser- und Schlammbehandlung beeinträchtigen. Aber es hat sich erwiesen, dass energie-effizientere Kläranlagen meistens auch eine bessere Leistung haben.
Genaue Untersuchungen von 23 Kläranlagen in Deutschland und der Schweiz haben gezeigt, dass ihr Stromverbrauch zwischen 20 und 80 % vermindert werden konnte, im Mittel um ca. 67 % [Handbuch – Energie in Kläranlagen, 1999].
So große Einsparungen waren erreichbar, obwohl die meisten Anlagen relativ neu oder erst vor wenigen Jahren erneuert worden waren, obwohl ihr Stromverbrauch bereits moderat war und sie bereits mit BHKWs zur Verwertung von Faulgas ausgerüstet waren.
In allen Fällen überstiegen die Einsparungen bei den Stromkosten die erforderlichen Investitions- und Betriebskosten, im Durchschnitt um ca. 50 %. Verbesserungen der Energie-Effizienz sind fast immer wirtschaftlich.