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Wie ich das manipulierte Internet entdeckte
Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2001/23
Neulich spazierte ich abends durch den Wald, um mich vom harten Alltag zu erholen, als vor mir plötzlich ein manipuliertes Internet über den Weg hüpfte.
Vor Aufregung bekam ich ganz feuchte Hände, und ich war versucht, wegzulaufen, aber der Anblick war so phantastisch, dass ich wie angewurzelt stehenblieb. "Das kann doch nur Microsoft gewesen sein", dachte ich, weil Microsoft doch immer die Hände im Spiel hat, wenn irgendwo irgendetwas manipuliert wird. "Ihr Microsofties, das könnt ihr doch nicht machen!", schrie ich in den schon fast dunklen Wald, worauf das manipulierte Internet, das bisher friedlich vor sich hingraste, heftig erschrak und hinter einer Unmenge von Bäumen verschwand.
Als ich dem manipulierten Internet hinterherlief, stiess ich auf einer lauschigen, mondbeschienenen Lichtung auf einen Typen, den ich noch nie zuvor getroffen hatte. Der Mann glich mit seinem Scheitel, der Brille und der braunen Cordhose allerdings auffallend William Gates III., und neben ihm stand mein manipuliertes Internet und bleckte die Zähne, als wollte es mich auslachen. "Dieses manipulierte, äh, Internet..., gehört das Ihnen", fragte ich den Doppelgänger von William Gates III. noch ganz ausser Atem, und während er nickte, ärgerte ich mich, weil ich mich schon gefreut hatte, dass ich mit der Entdeckung des manipulierten Internets endlich berühmt werden würde. Ich hätte bestimmt den Nobel-Preis für plastische Internet-Technologie erhalten, und an der Verleihung hätte ich jedem erzählt, dass mir das manipulierte Internet während eines abendlichen Waldspaziergangs über den Weg gehüpft ist, aber wahrscheinlich hätten das die Leute gar nicht hören wollen. Bestimmt hätte man mich als Helden gefeiert, aber daraus wurde nun nichts, weil das manipulierte Internet ja offensichtlich dem William Gates III. oder seinem Doppelgänger gehörte.
Dieser nickte derweil noch immer und betrachtete mich neugierig durch seine grosse Brille. Dann zog er ein grosses, farbiges Fenster aus der Tasche seines braunen Strickjäckchens. "Hier drin", raunte er mir zu und machte eine wirklich geheimnisvolle Miene, "hier drin steckt die eXPerience von 20'000 Programmierern!" Ich holte tief Luft und wollte ihn nach den Details fragen, schliesslich hatte ich noch nie 20'000 Programmierer gesehen, und weil ich kein Englisch spreche, wusste ich auch nicht, was er mit Experience meinte, doch ehe ich mich versah, stieg er durch sein Fenster, winkte mir zum Abschied zu und war weg. Sein manipuliertes Internet nahm er leider auch mit.
"Wer nicht fragt", sagte ich mir, "bleibt dumm", und so fragte ich eine Dame, die zufällig des Weges kam, ob sie auch schon mal ein manipuliertes Internet gesehen habe oder mir eine tolle Experience zeigen könne. Ich weiss bis heute nicht, weshalb die Dame "Unhold!" schrie und mir ihre Handtasche um die Ohren haute, aber im Wald gab es nun nichts mehr zu sehen, und darum ging ich nach Hause.
Das klingt zwar unglaublich, aber so habe ich das manipulierte Internet entdeckt. :-)
Mehr zum manipulierten Internet lesen Sie übrigens auf Seite 15.