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Laut Temenuschka Petkowa, Energieministerin Bulgariens, führte das Energieministerium Gespräche mit der amerikanischen Westinghouse Electric Company über den Bau einer neuen Einheit am Standort Kosloduj. Die russischen Komponenten, die ursprünglich für die geplante WWER-Einheit am Standort Belene hergestellt worden waren, sollen in Kosloduj verwendet werden. Diese Ausrüstung hat einen Wert von BGN 1,3 Mrd. (CHF 720 Mio.).
Am 19. Januar 2021 hielt eine internationale Arbeitsgruppe in einem Bericht fest, dass es wirtschaftlich, ökologisch und technisch möglich sei, die Belene-Komponenten für eine neue Einheit in Kosloduj zu verwenden.
Diesen Bericht billigte das bulgarische Kabinett an seiner Sitzung vom 20. Januar und forderte die Energieministerin auf, die Erstellung eines Finanzierungsmodells und eine rechtliche Analyse für die geplante Einheit zu lancieren. Darüber hinaus muss Petkowa die Möglichkeiten für den Bau kleiner modularen Reaktoren weiterverfolgen.
Premierminister Boiko Borissow bezeichnete den Bericht als eine gute Strategie, die wichtige und schnelle Handlungsschritte in Bezug auf das Projekt enthalte. «Dies sind äusserst wichtige Infrastrukturprojekte, die nationale Sicherheit, Energieversorgungssicherheit und Diversifizierung gewährleisten», erklärte Borissow. «Ausserdem nutzen sie die vom Staat und von den Steuerzahlern bereits bezahlte Ausrüstungen von Belene. Ich denke, dass wir nach der siebten die achte Einheit in Angriff nehmen.»
Am Standort Kosloduj an der Donau im Nordwesten Bulgariens ist das einzige Kernkraftwerk des Landes in Betrieb. Von den sechs Einheiten liefern heute nur noch zwei Strom. Als Bedingung für den EU-Eintritt Bulgariens waren Kosloduj-1 bis -4 vom Typ WWER-440/V230 Ende 2002 und Ende 2006 vorzeitig vom Netz genommen worden. Kosloduj-5 und 6 können bis 2027 und 2028 in Betrieb bleiben.
Der Bau von zwei Einheiten vom Typ WWER-1000/V466 am Standort Belene hatte bereits 1986 begonnen. Die Arbeiten kamen jedoch 1991 aus Geldmangel zum Stillstand, als Belene-1 zu 65% fertiggestellt war. Ab 2003 wurde das Projekt reaktiviert. Mit Lieferanten wurden Verträge für Komponenten einschliesslich grosser Schmiedeteile sowie Leit- und Kontrollsysteme unterzeichnet. Das Projekt wurde jedoch wegen Finanzierungsschwierigkeiten 2012 ausgesetzt. Die bulgarische Regierung kam zum Schluss, dass sie auf den Fertigbau des Kernkraftwerks am Standort Belene verzichten wolle. Der Bau einer siebten Kernkraftwerkseinheit am Standort Kosloduj sei realistischer.
Quelle
M.A. nach bulgarischem Ministerrat, Medienmitteilung, 20. Januar 2021
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