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Schloss-Strasse 9
Das Haus Läderach ist ein Hochstudhaus aus dem 16. Jahrhundert. Die einfache Konstruktion der Hochstudhäuser orientiert sich an den jungsteinzeitlichen Pfahlbauhäusern. Im Mittelalter dienten dann waagrecht liegende Holzbalken als Fundament für die Eckständer. Die Konstruktion wurde mit der Zeit nicht mehr auf den Boden, sondern auf eine flache Steinmauer gelegt – wie in unserm Beispiel. Das Haus wurde später nach Westen verlängert. Dieser Teil ist im Unterschied zum Kernbereich unterkellert.
Ältestes Wohnhaus
Ursprünglich waren die meisten Häuser (auch) innerhalb des Dorfes vorwiegend aus Holz gebaut. Offenes Feuer war deshalb eine gefährliche Sache. Beim katastrophalen Kirchen-und Dorfbrand von 1559 blieben, so wird gesagt, nur sieben Häuser erhalten. Das letzte davon steht heute noch vor uns – das Haus Läderach. Gerettet hat dieses Haus wohl sein Baujahr: 1557. Möglicherweise war das Holz noch so feucht, dass es den Flammen widerstehen konnte. Das vor uns stehende Hochstudhaus gibt es in dieser Art nur noch selten und noch seltener wird es bewohnt. Wegen seiner Lage an einer Verkehrsachse diente es ursprünglich wohl als Lager-und Wohnhaus. Es gehörte zum alten gewerblichen Kern des Dorfes. Typisch ist das tief gegen den Boden reichende Dach, das Geborgenheit ausstrahlt. Das Bild auf dem Panel (an der Schloss-Strasse) zeigt in einer Aufnahme von 1935 noch drei verschiedene Bedachungen: in der Mitte das ursprüngliche Schindeldach, links Ziegel, rechts Eternit, an der Ostseite nochmals Schindeln und im Bereich des Kamins vorsichtigerweise wieder Ziegel. Das ursprüngliche Schindeldach musste alle zwanzig bis fünfzig Jahre erneuert werden. Es hielt sich länger, wenn das Dach – wie in unserm Beispiel – möglichst steil war. Bei einem Dachwinkel von 45 bis 55 Grad lief das Wasser sofort von den Schindeln ab, bevor diese zu faulen begannen.
Ab 1559 – also nach dem Dorfbrand – diente es während mindestens zwei Jahren als Gasthaus. 1735 – nach einem erneuten Brand des Restaurants Löwen – nochmals, sozusagen als Ersatz-Löwen. Im unterkellerten Westteil und bei der Inneneinrichtung gibt es Spuren, die diese Nutzung bestätigen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es im Dorf verstreut viele, manchmal auch ganz kleine Läden (W10). So führte in der Südostecke des Hauses Läderach eine Frau Adam bis um 1925 einen Kurz-waren-und Schuhladen. Kurzwaren sind Gegenstände zum Nähen. Dazu gehören Knöpfe, Zwirne, Schnallen, Nadeln und Reissverschlüsse. Ein Hinweis, dass damals noch alles Brauchbare geflickt wurde. Heute ist das ganze Haus bewohnt.