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Camille Saint-Saëns (1835-1921)
Camille Saint-Saëns wurde 1835 in Paris geboren. Er trat bereits 9-jährig als Pianist öffentlich auf. Mit 13 Jahren nahm er Orgelunterricht bei François Benoist am Pariser Konservatorium. Komposition studierte er bei Fromental Halévy und bei Charles Gounod. 1853 – 57 war er Organist in Paris an der Kirche St. Merry sowie an der Eglise de la Madeleine und daneben Klavierlehrer an der Kirchenmusikschule von Louis Niedermeyer.
1871 gründete er die „Société Nationale de Musique“, eine Gesellschaft, der u.a. César Franck, Edouard Lalo, George Bizet und Gabriel Fauré angehörten und die sich das Ziel gesetzt hatte, die neue französische Kammermusik zu fördern.
Sein umfangreiches Schaffen umfasst sämtliche Musikgattungen, von der Oper über geistliche Werke, Konzerte, sinfonische Werke, Oratorien, Ballette bis zur vielschichtigen Kammermusik. „Le carneval des animaux“, die Oper „Samson und Dalila“, oder etwa das „Weihnachtsoratorium“ haben ihm Weltgeltung verschafft.
Als Musikschriftsteller trat er in Frankreich für Richard Wagner und Franz Liszt ein; den Impressionismus lehnte er ab. Sein grosses Vorbild war Hector Berlioz. Von ihm unterscheidet er sich durch eine klassizistische Grundhaltung, an der er auch festhielt, nachdem er Werke von Richard Strauss, Debussy und Strawinsky kennengelernt hatte. Mit Gabriel Fauré und César Franck gehört Saint-Saëns zu den Musikern, die der französischen Kammermusik wieder zu Weltgeltung verholfen haben.
Saint-Saëns‘ delikate Schreibweise, seine ausserordentliches Gespür für die klassische Form, seine sinnreiche Grazi, die in die Seele dringt, zeigt sich aufs Schönste in der fesselnden 1. Violinsonate d-moll aus dem Jahre 1885.