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Bypassoperationen stellen die häufigsten Herzoperationen dar. Wöchentlich werden an unserer Klinik 8-10 Eingriffe durchgeführt. Dieser Eingriff eignet sich zur Behandlung der chronischen Arteriosklerose der Herzkranzgefässe sobald alle drei Hauptgefässe erkrankt sind, bzw. die Verengungen (Stenosen) am Hauptstamm bzw. am Abgang der Arterien sind. Hierbei wird die Durchblutung des Herzens durch Überbrückung einer Stenose wiederhergestellt.
Das Risiko einer planmässigen Bypassoperation ist niedrig (unter 3%). Da die Grunderkrankung (Arteriosklerose) durch die Operation nicht geheilt wird, muss eine konsequente Nachsorge der Risikofaktoren angestrebt werden (Bluthochdruck, erhöhtes Cholesterin, Diabetes mellitus, Rauchen).
Die Bypassoperation kann mit oder ohne
Herz-Lungen-Maschine durchgeführt werden. Als Bypässe werden körpereigene Gefässe verwendet wie die Brustwandarterien, oberflächliche Beinvenen oder die Unterarmarterie. Die Beinvenen können endoskopisch durch einen Schnitt von nur 4cm entnommen werden, was den Heilungsprozess beschleunigt.
Man unterscheidet zwischen konventioneller und minimal-invasiver Bypasschirurgie. Erstere wird durch eine Längseröffnung des Brustbeins mit oder ohne Herz-Lungen-Maschine durchgeführt. Letztere wird ohne Herz-Lungen-Maschine mit Brustbeineröffnung zur Versorgung von allen drei erkrankten Herzkranzarterien, oder mit einem kleinen Zugang am linken vorderen Brustkorb zur Versorgung der vorderen Herzkranzarterie, durchgeführt.
Neueste Studien zeigen, dass von Bypassoperationen ohne Herz-Lungen-Maschine insbesondere ältere Menschen und Patienten mit Nebenerkrankungen profitieren und die Rate an neurologischen Komplikationen reduziert ist1. Die Offenheitsrate bzw. Qualität der am schlagenden Herzen durchgeführten Bypässe sind in mittelfristigen Studien mit der konventionellen Technik vergleichbar2. Diese beträgt für die Brustwandarterie bis zu 90% nach 10 Jahren3.
Im Vergleich zu interventionellen Stent-Einlagen konnte gezeigt werden, dass langfristig die Bypassoperationen weniger neurologische Komplikationen und aufgrund von Infarkten erneut notwendige Eingriffe aufweisen, vor allem bei komplexer Anatomie4.