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SITUATION #166
„Dense Captioning“ beschreibt eine Bildverarbeitungstechnologie, bei der Computer Objekte in Bildern erkennen und sprachlich beschreiben. Das von Justin Johnson, Andrej Karpathy und Li Fei-Fei am Stanford Computer Vision Lab entwickelte „Densecap“-System zur Bilderfassung und -beschreibung verwendet verschiedene Arten von Algorithmen des maschinellen Lernens, über die Bildsegmente ausgewählt und die dazu passenden Beschreibungen generiert werden. Welche Objekte von der Maschine erkannt werden können, hängt von ihrem Training mit einem Datensatz von insgesamt 100‘000 Bildern ab.
In Densecap Deepdream wendet Gene Kogan diese Technik auf halluzinatorische Bilder an, die über einen rekursiven „deepdreaming“-Algorithmus generiert werden. Dieser wurde von Alexander Mordvintsev, Chris Olah und Mike Tyka bei Google entwickelt, um die Funktionsweise neuronaler Netze darzustellen und in mehreren Iterationen verschiedene Strukturen des eingegebenen Bildes zu aktivieren. Im dialogischen und konkurrenzierenden Aufeinandertreffen dieser beiden neuronalen vernetzten Verfahren entsteht ein scheinbar endloser epistemologischer Kampf, der das Spannungsfeld zum Vorschein bringt, in denen „Sehenden Maschinen“ Bildverstehen beigebracht wird. Zwischen den Beschriftungen des „Dense Captioning“ und den albtraumhaften Bildern des „deepdreaming“-Algorithmus, der immer weiter in die Tiefe zoomt und dabei unentwegt neue surreale und traumartige Ansichten generiert, erleben wir ein Art Kurzschluss, der die Schwierigkeiten und Gefahren des maschinellen Sehens und seiner Anwendungen offenlegt.
Mehr von Gene Kogan: genekogan.com