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Diese beiden Energieriesen sorgen unter Pferdefreunden oft für eine "heisse" Diskussion.
Woher kommen diese Getreidearten? Es heisst, dass Mais aus Mexiko stammt, aber auch hier gehen die Meinungen auseinander. Hafer wird in Europa seit etwa 1000 Jahren v. Chr. angebaut.
Wir stellen Ihnen einige Vor- und Nachteile dieser beiden Getreidearten in der Pferdefütterung vor.
Eigentlich ist Hafer DAS Kraftfutter für Pferde, auch wenn es Fälle gibt, in denen Mais vorzuziehen ist. Grundsätzlich sollte Kraftfutter dem Pferd vor allem Energie liefern. Betrachten wir also zunächst die verdauliche Energie (ME) für das Pferd, so liefert Mais 12,8 MJ/kg und Hafer 10,5 MJ/kg. Mais erweist sich als der beste Energielieferant. Aufgrund der typischen, schwer verdaulichen Maisstärke und des geringen Proteingehalts ist die Maisfütterung jedoch nicht für alle Pferde geeignet.
Pferde, die extremer körperlicher Arbeit ausgesetzt sind, und Zuchtstuten im letzten Drittel der Trächtigkeit oder während der Laktation profitieren vom hohen Energiegehalt der hoch aufgeschlossenen Maisflocken. Auch Pferde, die extremer Kälte ausgesetzt sind und aufgrund von Energiemangel abmagern, können höhere Maisdosierungen vertragen.
Es sollte jedoch immer bedacht werden, dass eine zusätzliche Mineralstoffzufuhr und eine gewisse Menge an Öl die Ration ausgleichen und um vor einem Ungleichgewicht schützen zu können. Viele handelsübliche Müslis werden mit Mais gemischt, der meist geflockt ist, und gleichen so einen zu hohen Proteingehalt aus.
Der Hafer mit seiner einzigartigen Zusammensetzung gilt als das Pferdegetreide schlechthin und lässt sich leicht erklären. Hafer ist sehr leicht verdaulich und schmackhaft und wird von Pferden sehr gut angenommen.
Zunächst einmal besticht er durch seinen geringen Stärkegehalt. Der Stärkegehalt von 45 % ist für ein Pferd mit begrenzter Dünndarmkapazität äusserst gut verdaulich.
Der hohe Fasergehalt des Hafers fördert wiederum die Verdauung im Dickdarm. Der Ölgehalt von mindestens 5 % macht Hafer zu einem sehr ausgewogenen Pferdefutter. Die darin enthaltenen zwei- oder mehrfach ungesättigten essentiellen Fettsäuren sind von grosser Bedeutung für die Gesundheit.
Es besteht kein Grund zur Sorge, dass Hafer zu viel Eiweiss enthält. In dieser Hinsicht ist z. B. Gerste proteinreicher als Hafer. Haferproteine sind reich an essentiellen Aminosäuren.
Der Gehalt an Vitamin E ist mit ca. 30 mg pro Kilogramm höher als bei anderen Getreidesorten. Ebenso übertrifft Hafer alle anderen Sorten in Bezug auf Vitamin B1.
Hafer "sticht" - dieser Ausdruck ist grösstenteils ein“ Mythos“. Bei gezielter Fütterung ist Hafer, wie schon seit vielen Jahren, eine der am besten verträglichen Getreidesorten in der Pferdefütterung.