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Pius Felder
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- Ich bin seit Jahren schwer krank und nehme viele Medikamente ein. Kann ich trotzdem eine homöopathische Behandlung angehen? Muss ich meine Medikamente deswegen absetzen?
- Welche Krankheiten können mit der Homöopathie behandelt werden? Kann sie schwere oder lebensbedrohliche Situationen in den Griff bekommen?
- Man hört immer wieder, dass Homöopathie langsam wirke und es oft viel Geduld brauche?
- Ist es wahr, dass homöopathische Arzneien keine Nebenwirkungen haben?
- Es wird gesagt, die Homöopathie verschlimmere die Krankheit erst, bevor sie weggehe. Stimmt dies?
- Was ist der Unterschied zwischen Homöopathie und westlicher Schulmedizin?
- Was ist Homöopathie eigentlich?
- Wie weiss ich, ob ein Arzt oder Heilpraktiker wirklich mit Homöopathie arbeitet?
- Was ist mit den in Apotheken angepriesenen Komplexmitteln?
- Sind Kaffee und Pfefferminztee während einer homöopathischen Behandlung erlaubt?
- Wo sind die Grenzen der Homöopathie?
1. Ich bin seit Jahren schwer krank und nehme viele Medikamente ein. Kann ich trotzdem eine
homöopathische Behandlung angehen? Muss ich meine Medikamente deswegen absetzen?
Nein, auf keinen Fall rate ich Ihnen die Medikamente abzusetzen. Sie können trotzdem eine homöopathische Behandlung beginnen. Erst wenn eine sehr gut und tief wirkende homöopathische Arznei eindeutig eine Verbesserung der Leiden bringt, kann man in Absprache mit dem verschreibenden Arzt die Medikamente kontrolliert reduzieren, wobei Ihre Bereitschaft vorausgesetzt wird.
Man muss jedoch sagen, dass aufgrund schulmedizinischer Medikamente die Wirkung einer homöopathischen Arznei geschmälert sein kann und sie deshalb öfters als üblich wiederholt werden muss.. Das gilt insbesondere bei den das Immunsystem stark unterdrückenden Steroiden.
2. Welche Krankheiten können mit der Homöopathie behandelt werden? Kann sie schwere oder
lebensbedrohliche Situationen in den Griff bekommen?
Im Grunde genommen kann jede Krankheit behandelt werden, sei sie einfacher Natur wie Husten, Grippe oder eine schwere Krankheit wie Rheumatismus, Psoriasis, Diabetes, Multiple Sklerose. Im Praxisalltag kann es sogar sein, dass ein einfaches Geschehen wie ein Husten oder eine Bronchitis schwieriger zu behandeln sind als eine schwere Krankheit.
Die Homöopathie behandelt nicht die Diagnosen, sondern den Menschen mit seinen individuellen Symptomen. Symptome stellen die Reaktion auf eine geschwächte Lebenskraft, ein mangelndes Immunsystem dar. Und diese müssen vom behandelnden Homöopathen in ihrer Gesamtheit genauesten erkannt werden, um mit Erfolg bekämpft werden zu können.
3. Man hört immer wieder, dass Homöopathie langsam wirke und es oft viel Geduld brauche?
Viele Leute stehen unter diesem falschen Eindruck. Wenn eine korrekt gewählte Arznei verschrieben wird, tritt ganz schnell ein Heileffekt ein. Dies ist besonders bei hochakuten Geschehen wie z.B. bei einer allergischen Reaktion auf einen Bienenstich, einer Lebensmittelvergiftung oder nach einer Sportverletzung so. Als Faustregel kann man sagen, je lebensbedrohlicher eine Situation ist, desto schneller wirkt eine korrekt gewählte Arznei.
Selbst bei schweren chronischen Krankheiten kann dies in dem Sinne so sein, dass sich ganz schnell eine veränderte Dynamik im Krankheitsgeschehen zeigt und sich Linderung einstellt.
Im Praxisalltag zeigt sich jedoch, dass nicht in jedem Fall das richtige Arzneimittel für den Patienten auf Anhieb gefunden wird. Das überrascht angesichts der Individualität eines jeden Menschen und der Vielzahl an homöopathischen Arzneien nicht. Da kann es schon mal Geduld erfordern.
4. Ist es wahr, dass homöopathische Arzneien keine Nebenwirkungen haben?
Eine Nebenwirkung ist ein ungewollter Effekt einer Arznei, die in vorgeschriebener Menge und Dosierung eingenommen wird. In diesem Sinne gibt es in der Homöopathie keine Nebenwirkungen. Wenn jedoch homöopathische Arzneien in der falschen Potenz und in wahllosen Mengen eingenommen werden, kann dies zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. In diesem Sinne wird von einer Selbstmedikamentation abgeraten.
Während der homöopathischen Behandlungen können alte, meist zuvor unterdrückte Symptome wieder auftreten. Dies gehört zum Heilprozess und diese Symptome verschwinden in der Regel in Kürze.
5. Es wird gesagt, die Homöopathie verschlimmere die Krankheit erst, bevor sie weggehe. Stimmt dies?
Als Homöopathen sehen wir oft Patienten, die vorgängig unter konventioneller schulmedizinischer Behandlung bei verschiedenen Ärzten waren. Sie haben verschiedene Arten von Behandlungen erhalten, oft unterdrückender Natur und nicht heilend. Die Symptome des Patienten erscheinen reduziert, in anderer Form oder neue Symptome treten anstelle der alten.
Homöopathie beabsichtigt nicht die Symptome des Patienten zu unterdrücken, sondern seine Kräfte und eigene Immunität zu stärken.
Unter korrekt verschriebener homöopathischer Arznei können während des Heilungsprozesses alte, unterdrückte Symptome in ihrer originalen Form kurzzeitig aufblühen, bevor sie endgültig verschwinden.
Ein alltägliches Beispiel aus der homöopathischen Praxis: Ein Patient erhielt in seiner Jugend jedes Mal bei einer Rachen-Hals-Entzündung mit Fieber ein Antibiotikum verschrieben. Seither hatte er nie mehr Fieber. Mit 40 Jahren entwickelt er rheumatische Schmerzen in den Gelenken. Bein einer gut verschriebenen homöopathischen Arznei werden die rheumatischen Gelenkschmerzen gelindert und der Patient entwickelt plötzlich ohne ersichtlichen Grund eine Grippe wie in seiner Jugend, mit hohem Fieber und Halsschmerzen.
Diese alte Symptomatik wird aber nur von kurzer Zeit währen und dann verschwinden, ebenso seine rheumatischen Schmerzen. Vorausgesetzt sein Fieber wird nicht wieder unterdrückt.
Medizinische Wissenschaft und Homöopathie sind sich darin einig, dass Fieberentwicklung das Immunsystem aktiviert und daher zum Genesungsprozess beiträgt. So ist es nicht erstaunlich, bei schweren Krankheiten oft eine Abwesenheit von Fieber in der Lebensgeschichte zu ersehen.
6. Was ist der Unterschied zwischen Homöopathie und westlicher Schulmedizin?
Die hochspezialisierte schulmedizinische Therapie behandelt meist einzelne Symptome direkt:
- sie verabreicht bei Bluthochdruck diesen senkende Medikamente
- verschreibt bei Hautausschlägen Cortison
- setzt bei Infektionen Antibiotika ein
- behandelt Heuschnupfen mit Antihistaminika, Leukotrienantagonisten, Mastzellstabilisatoren
- verschreibt bei Depressionen Psychopharmaka
-> es wird immer gegen etwas verschrieben
Kommt eine Patientin mit den oben beschriebenen Symptomen in die homöopathische Behandlung, werden alle Symptome genauestens betrachtet unter Befragung der Modalitäten wie:
- Wann hat jedes einzelne Symptom angefangen; gibt es vielleicht einen konkreten Auslöser dazu?
- Gibt es eine genetische Disposition dazu?
- Wie drückt sich das Symptom genau aus?
- Wie genau sind die Schmerzen? (brennend, stechend, reissend, drückend, bohrend, wühlend, ätzend, nagend,
unerträglich, rüttelnd, schüttelnd, in die Hölle treibend, explosiv, platzend usw.)
- Was verschafft Linderung? Was verschlimmert die Symptome?
- Wann genau zeigen sich die Symptome? (bei Ärger oder starken Emotionen; Jahreszeiten, Wetterlage, Tageszeiten usw.)
- Dazu kommen Fragen über den Gemütszustand, Charaktereigenschaften, Stärken und Schwächen.
- Allgemeine Fragen über Schlaf, Träume, Essgewohnheiten, Kälte- u. oder Wärmeempfindlichkeiten
- Diese Liste zeigt nur eine kleine Auswahl an Befragungen.
-> der Patient wird in der Folge nur eine Arznei erhalten, die der gesamten Symptomatik an körperlichen,
geistigen und psychischen Symptomen entspricht. Und diese Arznei wird ihm auch auf allen Ebenen auch helfen
können
Das heisst nun nicht, dass der homöopathische Arzneimittelschatz nicht auch gezielt auf einzelne Organe wirken kann, aber auch hier werden die Modalitäten genauestens betrachtet. Wiederum ein Beispiel:
Eine Frau Mitte Vierzig kommt mit Brustkrebs: Sie hatte vor zwei Jahren bei einem Unfall einen heftigen Schlag auf die Brust bekommen. Die betroffene Brust ist stark verhärtet, die Schmerzen sind stechend, lanzinierend und in den rechten Oberarm ausstrahlend . Sie hat das Verlangen, fest gegen die Brust zu drücken, was den Schmerz kurzzeitig lindert.
In diesem Fall werden viele Homöopathen das Arzneimittel Conium maculatum (Gefleckte Schierling) verschreiben und damit bei der Patientin eine Linderung oder im besten Fall eine Heilung auslösen.
Sollte diese Frau zusätzlich in ihrer Lebensgeschichte eine Unterdrückung ihrer Sexualität erfahren haben, ist ihr Charakter von vom Intellekt beherrschten Emotionen, sind ihre Ansichten über Gott und die Welt von rigider Eigenschaft und ist ihre Angst, unerwartet und plötzlich angegriffen zu werden, wenn wir alle diese erwähnten Symptome haben, so können wir zuversichtlich sein, dass die Arznei Conium maculatum ihr auf einer ganz tiefen Ebene helfen wird, ihre Lebenskraft und ihr Immunsytem so gestärkt werden, dass sie den Krebs bekämpfen kann.
In diesem Beispiel sehen wir den idealsten Fall von der Deckungsähnlichkeit der Gesamtheit der Symptome des Patienten auf körperlicher sowie geistig-psychischer Ebene einerseits sowie den Symptomen im Arzneimittelbild von conium maculatum andrerseits.
7. Was ist Homöopathie eigentlich?
Die Homöopathie gilt als eigenständige Arzneitherapie mit einer klar definierten Vorgehensweise. Sie wird seit über 200 Jahren von Ärzten und Nichtärzten bei akuten wie chronischen Erkrankungen angewendet. Der Name setzt sich aus den griechischen Wörtern "Homoion" (= ähnlich) und "Pathos" (= leiden) zusammen. Die Homöopathie beruht auf einem Naturgesetz: „Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt“ Eine Arznei kann bei einem gesunden Menschen bestimmte Krankheitssymptome hervorrufen. Wenn nun ein Kranker ähnliche Symptome hat wie die, welche von der Arznei beim Gesunden hervorgerufen werden, so kann dieses Arzneimittel seine Krankheit heilen.
"Wähle, um sanft, schnell, gewiß und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfalle eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden (homoion pathos) für sich erregen kann, als sie heilen soll!" (Hahnemann)
Man kann die Homöopathie auch als Reiztherapie bezeichnen, die die Selbstheilungskräfte des Organismus aktiviert bzw. in die richtigen Bahnen lenkt.
Krankheit wird nicht als isoliertes Geschehen betrachtet, das nur ein einzelnes oder mehrere Organe betrifft (so als sei z. B. nur die Lunge krank), sondern als Ausdruck einer Störung des ganzen Organismus. Die Homöopathie betrachtet einen Menschen immer in seiner Gesamtheit, wozu auch Gemütsverfassung, Lebensgewohnheiten usw. gehören.
Die Verordnung nur eines Arzneimittels zur gleichen Zeit für die Gesamtheit aller Beschwerden einer Person erfolgt nach einem umfassenden Erstgespräch (Erstanamnese), in der die Symptome der Krankheit genau ermittelt werden, von ihrem zeitlichen Beginn bis zum heutigen Tage. Dazu gehören auch Symptome, die nicht offensichtlich mit der bestehenden Krankheit zu tun haben. Der Schlüssel zur Auffindung der passenden Arznei ist hierbei strenge Individualisierung!
Die Homöopathie wurde durch den sächsischen Arzt, Apotheker und Chemiker Samuel Hahnemann (1755 bis 1843) ins Leben gerufen, der sie systematisch nach wissenschaftlichen Kriterien entwickelte, womit sie zu einer lehr - und lernbaren Methode wurde. So beruht die Homöopathie auf den von ihm gefundenen und formulierten Gesetzen.
8. Wie weiss ich, ob ein Arzt oder Heilpraktiker wirklich mit Homöopathie arbeitet?
Diese Frage ist schwierig zu beantworten. Man hört sehr oft: "Ich war schon mal in homöopathischer Behandlung ... .".
Fragt man aber genauer nach, kann man feststellen, daß dem nicht so war. Vieles wird heutzutage "homöopathisch" benennt, ist es jedoch gar nicht oder nur bedingt.
Ein Arzneimittel wird erst homöopathisch durch die Anwendung der Aehnlichkeitsregel, d.h. das Arzneimittel kann nur verschrieben werden, wenn die Symptome des Patienten mit denjenigen des vom Arzneimittels am gesunden Menschen hervorgerufenen Symptomen ähnlich sind.
Ein Homöopath wird nie mit Arzneigemischen, Komplexmittel genannt, arbeiten, schon gar nicht nur aufgrund einer bestimmten Krankheitsdiagnose, z.B. Multiple Sklerose. Er wird nicht mehrere Arzneien gleichzeitig verschreiben, sondern nur eine Arznei aufgrund der Gesamtheit der Symptome abgeben.
Bei der Behandlung von chronischen Krankheiten wird ein Homöopath immer eine ausführliche Erstanamnese machen, d. h. er wird den Patienten ausführlich befragen und sich dazu umfangreiche Notizen machen, die die Grundlage für die folgende Auswertung sind - und auch für die ganze folgende Behandlung. Die Befragung kann so beim ersten Termin bis zu drei Stunden dauern. Bei Kindern geht es mitunter schneller, da sie keine so lange Geschichte haben.
Für die Verschreibung einer homöopathischen Arznei reicht die Krankheitsdiagnose bei weitem nicht aus, obwohl auch sie Bestandteil sein kann! Nur durch diese umfassende Befragung kann ein genaues individuelles Bild der Krankheit des Patienten gewonnen werden. Dieses ist für die homöopathische Behandlung unerläßlich. Ein Arzneimittel wird immer individuell verordnet, an die persönliche Krankheitsgeschichte des Patienten angepaßt, sodass die Arznei dem Patienten ähnlich (=homöopathisch) ist. Nur dadurch wird eine Arznei zum homöopathischen Mittel, und nicht durch die Aufschrift auf der Arznei!
Auch ein guter Homöopath findet eine heilende Arznei für eine chronische Krankheit nicht immer auf Anhieb, manchmal müssen mehrere Mittel nötig sein, bis man bei der Behandlung einer chronischer Krankheit einen wirklichen Fortschritt sieht, v. a. wenn diese schon lange besteht und bis jetzt alles Mögliche ausprobiert wurde.
9. Was ist mit den in Apotheken angepriesenen Komplexmitteln?
Das hat nun herzlich wenig mit Homöopathie zu tun, obwohl die Komplexmittel leider und irrtümlich als homöopathische Arzneimittel bezeichnet werden. Komplexmittel sind ein Gemisch unterschiedlicher Arzneimittel. Oft sind diese Arzneien mit dem Namen einer Beschwerde wie "Schupfen", "Arthritis", "Grippe", "Heuschnupfen" usw. betitelt.
Damit sind wir bei der Schulmedizin anbelangt, wo man nach Indikationen bzw. Krankheitsnamen oder Diagnosen verschreibt und nicht nach den individuellen Symptomen eines Patienten.
Damit aber kann man diesen Arzneien eine gewisse Wirkung nicht absprechen, die Erfahrung zeigt aber meist nur eine oberflächliche und nicht dauerhafte Heilung.
Im schlimmsten Fall wird damit ein Symptom einfach unterdrückt, was soviel bedeutet, dass der Ventilfunktion eines Symptomes der Boden unter den Füssen weggezogen wird und die eigentlich dahinterstehende Problematik sich eine neue Strategie aussucht, um sich äussern zu können, was sich meist in einer tieferen Krankheit ausdrückt.
Ein Symptom bezeichnet ja nur das seh- oder spürbare Zeichen einer darunter liegenden Krankheit.
Dazu ein oft gesehenes Beispiel einer Unterdrückung eines Symptoms: Ein Hautausschlag wird durch Cortison oder ein symptomatisches Komplexmittel, oder ein falsch verschriebenes homöopathisches Mittel behandelt (was notabene auch einem seriös arbeitenden Homöopathen mal geschehen kann). In der Folge verschwindet der Hautausschlag und es stellt sich beim Patienten ein Asthma ein. Die Krankheit verschiebt sich von der äusseren Haut nach einem inneren Organ.
Ist nun die Lebenskraft, bzw. das Immunsystem eines Patienten genug stark, wird das Asthma nach einiger Zeit wieder
abklingen und der Hautausschlag zeigt sich von neuem. Die Krankheit verschiebt sich also wieder auf das weniger Bedrohliche.
In der Homöopathie verordnet man unter Berücksichtigung der individuellen Art der Beschwerden eine Arznei, die für das Gesamtbild der Krankheit des Patienten passend ist. Und das kann für dieselbe Krankheit bei einem anderen Menschen ein ganz anderes Mittel sein. Beispielsweise wird man zur Behandlung von Müdigkeit in den gängigsten Komplexmitteln ca. 10 Substanzen finden. Doch gibt es Hunderte von Arzneimittel, die in der Homöopathie zur Behandlung dieser Schwäche in Frage kommen können.
Samuel Hahnemann und sämtliche seiner Nachfolger bestanden auf der Anwendung eines einzigen Mittels zur selben Zeit. Sie erlaubten nie die Anwendung mehrerer Arz
neistoffe gleichzeitig und forderten, die Arznei aus dem grossen Arzneischatz der Homöopathie herauszusuchen, die für die Krankheit des jeweiligen Patienten heilend wirkt. Es existieren auch keinerlei Prüfungen von diesen Arzneigemischen am gesunden Menschen, und somit ist die Gesamtwirkung solcher Mischungen auch kaum abzuschätzen.
10. Sind Kaffee und Pfefferminztee während einer homöopathischen Behandlung erlaubt?
Diese Drogen haben bei vernünftigem Konsum nach meinen Erfahrungen keine nachteiligen Wirkungen auf den Heilungsprozess.
Da ziehe ich Paracelsus zu Rate: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.“
Habe ich aber einen hochnervösen Patienten vor mir, der seine zehn Kaffees im Tag trinkt, so rate ich ihm sicher, nicht noch mehr Oel ins Feuer zu giessen.
11. Wo sind die Grenzen der Homöopathie?
Wie jedes System der Medizin hat auch die Homöopathie seine Grenzen. Operation verlangende Notfallsituationen sind dem Chirurgen zu überlassen. Jedoch können homöopathische Arzneien einen chirurgischen Eingriff negieren, wie z.B. bei Hernien, Hydrozelen, Eierstockzysten, Fibroiden, Gallensteinen.
Ist ein chirurgischer Eingriff unumgänglich, können homöopathische Arzneien vor und nach Operationen dem Patienten helfen, seine Ängste, Schmerzen, Übelkeit und Komplikationen wie Infekte und Blutungen zu reduzieren und den Heilungsprozess beschleunigen.
Similia similibus curentur – Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt.