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In den 1950er Jahren wollte die Schweiz eine neue Goldwährung einführen. Dazu kam es jedoch nie. Von 2006 bis 2009 schmolz die SNB einen erheblichen Teil dieser Münzen dann wieder ein. Bis anhin herrschte unter Numismatikern die Meinung vor, dass diese kostbaren Münzen auf dem freien Markt gar nicht zu haben sind.
Nun ist das wohl seltenste Goldpaar der Schweiz mit Jahrgang 1959 aber wieder aufgetaucht: "Ich war überrascht und musste kurz einige Sekunden innehalten, als ich vor einigen Monaten zwei kleine weisse Münzschatullen öffnete. Einen kurzen Moment fragte ich mich, ob mich meine Augen täuschten", schreibt Marianne Rapp, Geschäftsleiterin vom Auktionshaus Rapp. Das Münzenpaar kommt nun nächste Woche erstmals an einer öffentlichen Autkion unter den Hammer. Geschätzter Marktwert: 40'000 bis 60'000 Franken.
Die SNB hat von diesen beiden Goldmünzen mit Jahrgang 1959 zwar noch je 20'000 Stück gebunkert, hält diese aber bis heute strikt unter Verschluss. "Die besagten Münzen sind Bestandteil der Goldreserven. Die Münzen wurden nicht an Sammler ausgegeben, und die Ausgabe ist auch nicht geplant", hiess es vor zwei Jahren bei der SNB auf cash-Anfrage. Umso überraschender ist es, dass ein solches Münzenpaar (aus unbekannten Gründen) in Privatbesitz gelangt ist.
Der «militante» Tell sorgte für rote Köpfe
Es handelt sich bei den besagten Münzen um ein 25-Franken-Goldstück mit einem abgebildeten Wilhelm Tell nach dem Sujet von Maler Ferdinand Hodler (unten links) sowie um ein 50-Franken-Gold mit dem Rütlischwur des französischen Malers Jean-Georges Vibert (unten rechts). "Ganz dem Geist der Zeit verhaftet, hatte sich der Bundesrat für zwei militante Themen entschieden, die nur aus der Gedankenwelt des kalten Krieges erklärt werden können", schreibt das Auktionshaus Rapp dazu. Auf dem 25-Franken-Stück ist Tell zu sehen, der die Hand abwehrend erhoben hat und gleichzeitig mit seiner Armbrust deutlich macht, dass er bereit sei, jedem Übergriff militärisch entgegenzutreten.
Die Sujets der Münzen waren zur Zeit der Prägung nicht frei von Kritik. Vor allem die lateinische Inschrift "IN ARMIS LIBERTAS ET PAX" (deutsch: In den Waffen Freiheit und Friede) des 25-Franken-Stückes wurde vom Schweizerischen Friedensrat beanstandet und kam auch in den Medien nicht gut an. Die "Basler Nachrichten" schrieben damals dazu: "Sollte wirklich in 'In den Waffen Freiheit und Friede' die Quintessenz des Schweizer Staatsgedankens sein?"
Was damals einen Wirbel verursachte, macht die Münze heute umso wertvoller. Die Versteigerung des Münzenpaares wird am 23. Mai 2019 ab 14.00 Uhr beim Auktionshaus Rapp in Wil SG stattfinden.
Quelle: rapp-auktionen.com