Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03543.jsonl.gz/2235

In den Natur- und den Ingenieurwissenschaften hat sich das Experiment im 20. Jahrhundert als Mittel für die Erforschung und Beherrschung des Raums etabliert. In der Architektur hingegen traut man ihm nur bedingt über den Weg. Man neigt dazu, mit «experimenteller Architektur» utopische Vorstellungen zu assoziieren oder sie als zu künstlerisch motiviert und daher als unwissenschaftlich zu verunglimpfen.
Die Skepsis weicht indes zusehends: Es wächst das Interesse an Experimenten an der Schnittstelle zwischen Kunst und Architektur im selben Mass, wie die Methoden der Wissenschaft als „Golem der Forschung“ (Harry Collins, Trevor J. Pinch) hinterfragt werden.
Die Wechselwirkung zwischen Architektur und Kunst loten der Architekt Gioni Signorell, der Kunstgiesser Felix Lehner und der Künstler Florian Graf aus. Signorell, der sich am Transparenzbegriff von Colin Rowe und Robert Slutzky orientiert, setzt die Kunst als räumliche Schnittstelle seiner Architekturen ein. Graf, dem der Versuch im Sinne von Michel de Montaignes’ Essayistik Vorbild ist, übersetzt das Gedankenexperiment in eine Gestalt, die wiederum durch den Betrachtenden geformt wird. Und Felix Lehner operiert intermediär zwischen Beiden: Er materialisiert den Plan im Kopf bzw. auf dem Papier.
Eintritt 10.–/ Mitglieder gratis