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Definition
Der Begriff Augentraining (Sehtraining, Visualtraining) umfasst Übungen, die die Sehkraft verbessern sollen. Je nach theoretischer Grundlage unterscheidet man medizinische Anwendungen mit nachgewiesener Wirksamkeit (Sehschule, Pleoptische Therapie, Orthoptische Therapie) und das sogenannte Augen-Training nach Bates. Im weitesten Sinne subsumiert man darunter auch spezielle Verfahren wie das von der Universitätsaugenklinik Magdeburg für Patienten mit Teilerblindung entwickelte VRT-Verfahren.
Herkunft
Das Augen-Training nach Bates wurde 1919 von dem New Yorker Augenarzt und Augenchirurgen William H. Bates (1860 bis 1931) entwickelt. Es umfasst mehrere Methoden, mit deren Hilfe sich Fehlsichtigkeiten durch gezieltes Training vor allem des Ziliarmuskels bessern oder sogar beheben lassen.
Grundlagen
Bates war der erste Augenarzt, der die noch heute gültigen Theorien der Augenheilkunde infrage stellte. Anlass dafür war die Beobachtung, dass sich bei einem Teil seiner Patienten eigentlich irreversible Brechungsfehler ohne erkennbaren Grund zurückbildeten. Daraus schloss er, dass nicht die Augenlinse, sondern die äusseren Augenmuskeln für scharfes Sehen verantwortlich sind. Und ein beeinträchtigtes Sehvermögen folglich funktionell bedingt ist. Ursache dafür sind verspannte und verkrampfte Augenmuskeln und Augennerven.
Bates führte an seinen Patienten diverse Versuche durch, die seine Theorie bestätigten. Er entwickelte eine Reihe einfacher Augenübungen für Patienten mit optischen Brechungsfehlern wie Astigmatismus, Weit- und Kurzsichtigkeit. Sie schenkten den Augen mehr Erholung als der nächtliche Schlaf. Beabsichtigt war, das Sehvermögen so zu korrigieren, dass die Patienten auf das Tragen ihrer Brille verzichten konnten. Zu den wichtigsten Augenübungen gehörten der Grosse Schwung, das Palmieren, bestimmte Augenmuskelübungen und Nackentrainings.
Sie sollten mit einer Ernährungsumstellung kombiniert und regelmässig über einen längeren Zeitraum angewendet das Sehproblem dauerhaft beseitigen. Obwohl ihm das Festhalten an seinen Erkenntnissen den Ausschluss aus wissenschaftlichen Kreisen einbrachte, entwickelte Bates seine Theorie weiter. Er eröffnete eine Augenklinik, in der er seine Patienten mit den eigenen Augenübungen erfolgreich behandelte.
Bei dem Spezialverfahren Visuelles Restitutionstraining (VRT) der Magdeburger Forscher geht es darum, die beispielsweise durch Schlaganfälle oder Hirntumoren verursachten Gesichtsfeldausfälle mit Übungen am PC zu bessern. Die Teilerblindung galt bis vor Kurzem als irreversibel. Die leicht erlernbaren Übungen am häuslichen Computer aktivieren die Sehrinde im Gehirn. Schon die erste Studie aus dem Jahr 1998 zeigte bei 95 % der Probanden eine verbesserte Sehkraft.