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Über den Prozeß der Zivilisation

Norbert Elias (1897-1990) war Soziologe. Lange Zeit unbeachtet, wurde sein Werk seit den 1970er Jahren breit rezipiert. Seine Figurationssoziologie schliesst an K. Mannheim an.
"Denn die Operation, die wir »Denken« nennen, ist ein integraler Bestandteil des sozialen Wissensschatzes von Menschen. Wie jedes andere Wissen muß auch Denken, die stumme Manipulation sozialer Symbole, gernt werden; und wenn man es gelernt hat, kennt oder »weiß« man es" (Engagement und Distanzierung, S. 92)
"Man konnte hier in einer Spätform noch beobachten, was in europäischen Gesellschaften auf einer frühen Entwicklungsstufe wahrscheinlich die Regel war und was sicher in vielen afrikanischen und asiatischen Gesellschaften bis heute die Regel ist: dass Institutionen, die wir “religiös” nennen, von anderen sozialen Institutionen weniger scharf geschieden waren, als unser hochdifferenziertes Vokabular es nahe legt. Sie waren Knotenpunkte im Netzwerk kommunaler Beziehungen. Der Gottesdienstbesuch bedeutete für viele Familien in der Gemeinde eine der wichtigsten und häufig wohl auch eine der befriedigendsten Freizeitbeschäftigungen. (Etablierte und Außenseiter, Suhrkamp, S. 126.