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«to binge» - von Fressattacken heimgesucht werden.
Das Gelage findet meist heimlich statt, weil Betroffene sich in der Regel für ihren unkontrollierten Konsum schämen. Bild: Frankie Cordoba - unsplash.com
Bei der Binge-Eating-Störung (BES, binge engl. = Exzess, Gelage, sich vollstopfen) handelt es sich um eine Essstörung, bei welcher es zu unkontrollierten Heisshungeranfällen kommt. Umgangssprachlich spricht man auch von Fressanfällen und Essattacken. Bei BES konsumieren Betroffene innerhalb kürzester Zeit ungewöhnlich grosse Mengen an Nahrungsmitteln. Meist sind dies kalorienreiche Lebensmittel, weshalb die Folge oft Übergewicht ist. Je stärker das Individuum adipös ist, desto öfter tritt die Störung auf. An einer Binge-Eating-Störung erkrankte Personen können nicht kontrollieren, wie viel sie essen oder wann sie mit dem Essen aufhören müssen. Binge Eater verlieren die Kontrolle über ihr Essverhalten, haben regelmässige Essanfälle und essen auch weiter, wenn sie längst schon satt sind.
Eine Binge Eating Disorder liegt dann vor, wenn mindestens an zwei Tagen in der Woche über einen Zeitraum von sechs Monaten Essattacken auftreten. Das Gelage findet meist heimlich statt, weil Betroffene sich in der Regel für ihren unkontrollierten Konsum schämen. Nach der Attacke macht sich ein unangenehmes Völlegefühl breit und Betroffene machen sich Vorwürfe – es treten Ekel- und Schuldgefühle auf. Es entsteht somit ein grosser Leidensdruck durch die Essanfälle: Menschen mit einer BSE-Störung machen sich Vorwürfe, schämen sich für ihre Krankheit und hassen ihren Körper. Dies kann schliesslich sogar in Depressionen enden.
Menschen, die an der genannten Essstörung leiden, haben keine geregelten Mahlzeiten, machen häufig Diäten und brechen sie ebenso oft ab und verhalten sich ähnlich, wie Betroffene der Bulimie (Ess-Brechsucht). Der Unterschied zwischen BES und Bulimie liegt jedoch darin, dass Binge Eater nicht systematisch Massnahmen wie Erbrechen oder exzessives Sporttreiben ergreifen, um einer möglichen Gewichtszunahme entgegenzuwirken.
Meist handelt es sich um kalorienreiche Lebensmittel. Bild: neonbrand - unsplash.com
Die Risikofaktoren für die Entwicklung von Essstörungen sind sehr vielfältig und bei jedem Menschen unterschiedlich. Probleme in der Familie, eine Trennung, gesellschaftlicher Druck, das heutige Schönheitsideal oder übertriebener Perfektionismus von der Person selbst können das Auslösen einer BES begünstigen. Auch das Umfeld kann ungewollt dazu beitragen: Wenn ein Familienmitglied sich stark um Optik, Figur und Gewicht sorgt, gar einen strikten Diätplan verfolgt und nach Schlankheit strebt, kann dies die Risiken erhöhen. Auch kritische Bemerkungen von Anderen oder die Unzufriedenheit mit der eigenen Figur können der Störung vorausgehen.
Sind folgende Kriterien erfüllt, ist eine Binge Eating Disorder als Diagnose sehr wahrscheinlich:
- Essanfälle an mindestens zwei Tagen pro Woche
- hoher Leidensdruck durch die Essanfälle
- die Betroffenen ergreifen nach den Essattacken keine Massnahmen, die einer Gewichtszunahme vorbeugen
Die Ernährungsberatung BSS und die Ernährungsberatung KSO können Sie unterstützen Ihr Essverhalten wieder unter Kontrolle zu bekommen. Die Webseite feel-ok kann Jugendlichen helfen, die Freude am Essen wiederzufinden.Um Folgeerkrankungen wie beispielsweise dem Übergewichts entgegenzuwirken, bieten sich Kurse wie Aktiv gegen Übergewicht und Auf dem Weg zum Wunschgewicht an.