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Die günstigeren Versionen der Oracle Datenbanken, Standard Edition und Standard Edition One, können nun auch auf Systemen mit bis zu vier Prozessoren und beliebig vielen Kernen eingesetzt werden.
Die US Online-Zeitung Cnet news.com hat eine interessante Entdeckung auf der Webseite von Oracle gemacht: In einem mit "Multi-core Processors: Impact On Oracle Processor Licensing"
betitelten Dokument verkündet der Datenbankriese eine unter Umständen extrem ausfallende Preissenkung. Neu darf man nämlich die "kleinere" Datenbank-Version von Oracle, "Standard Edition", auf Servern mit bis zu vier Prozessor-Sockeln und beliebig vielen Prozessorkernen einsetzen. Bisher galt die Beschränkung für Prozessorkerne. Analog kann die noch günstigere Version "Standard Edition One" auf Systemen mit zwei Prozessoren statt wie bisher mit zwei Kernen eingesetzt werden. Ausserdem gilt "ein Sockel = eine CPU" - die Anzahl der Cores spielt auch für den pro-CPU-Lizenzpreis keine Rolle mehr.
Der Autor von news.com (Ehre wem Ehre gebührt) zeigt in einem Rechenbeispiel, wie massiv die Preissenkung ausfallen kann. Wer eine Oracle-Datenbank auf einem Server mit vier Prozessoren à vier Kernen betrieb, musste bisher die "Enterprise Edition" kaufen. Nun geht es auch mit einer vier-CPU-Lizenz der "Standard Edition". Der Preis stürzt damit von 320'000 bis 480'000 Dollar auf gerade noch 60'000 Dollar.
Für alle anderen Programme, die nicht als Standard Edition oder Standard Edition One gekenntzeichnet sind, gelten dagegen weiterhin die etwas komplizierten Berechnungen, mit denen die Prozessorkerne für die Preisgestaltung der Datenbank gezählt werden. Ein Kern der UltraSparc T1-Chips zählt als 0,25 Prozessoren, ein AMD / Intel-Kern als 0,5 und die anderen (z.B. IBM) Kern als 0,75 Prozessoren.
Oracle, aber auch andere Datenbankhersteller, waren in der Vergangenheit sowohl von Seiten der Kunden wie auch von Hardwareherstellern wie Sun
dafür kritisiert worden, dass sie bei der Preisberechnung einen Prozessorkern als Prozessor rechneten. (hc)