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Der Lötschbergtunnel
1903 war die politische Diskussion um den Bau einer Bahnverbindung von Bern aus in das gegen Norden praktisch hermetisch abgeriegelte Wallis in vollem Gang. Schliesslich setzte sich die Lötschberg-Variante durch, die einen Scheiteltunnel zwischen Kandersteg und Goppenstein und den Bau der Südrampe bis nach Brig vorsah. 1913 konnte die Strecke in Betrieb genommen und in den 1970er-Jahren auf Doppelspur ausgebaut werden. In den 1980er-Jahren gab es eine erneute Diskussion über den Bau der Neuen Eisenbahntransversalen (NEAT), die schliesslich zur Doppelvariante Gotthard-Lötschberg führte. 2007 konnte der Lötschbergbasistunnel (LBT) zwischen Frutigen und Raron zeit- und kostengerecht eröffnet werden. Er verkürzt die Fahrzeit zwischen Brig und Bern auf eine Stunde.
Tunnelbau ist in der Schweiz eine Art bergmännischer Volkssport. Der Vergleich der Schweizer Alpen mit einem Emmentaler Käse ist deshalb nicht ganz unzutreffend. Für Brig sind die Bahnverbindungen unter den Bergen nach Norden und Süden entscheidend. Der Lötschbergbasistunnel fügt sich als neuestes und modernstes Glied in dieses System ein. Zusammen mit dem Simplon bildet diese alpenquerende Achse die ideale Anbindung an das italienische Bahnnetz und an den Hafen von Genua. Leider sehen das die «Gotthardisten» anders. Dessen ungeachtet sind die Vorteile des Lötschbergbasistunnel für das Oberwallis offensichtlich. Die Frequenzen konnten massiv gesteigert werden. Die neue Bahnverbindung wird von immer mehr Pendlern und Tagestouristen benutzt. Die Nacht gehört schwergewichtig dem Güterverkehr. Die negativen Auswirkungen durch Lärmimmissionen konnten durch Schutzmassnahmen und verbessertes Bahnmaterial weitgehend aufgefangen werden.