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TUI und Boeing haben sich auf eine Entschädigung und mehr einigen können, um den Ausfall der 737 MAX beim Reisekonzern möglichst zu kompensieren.
Reiseveranstalter TUI teilte jüngst mit, dass sich das Unternehmen mit Boeing auf eine Entschädigung sowie einen neuen Auslieferungsplan über die 737 MAX einigen konnte. Das mit Boeing erarbeitete “umfassende Massnahmenpaket” werde den Kapital- und Finanzierungsbedarf von TUI in den kommenden Jahren deutlich reduzieren.
“Ausgleich für einen Grossteil der Kosten”
Das von den beiden Unternehmen vereinbarte Abkommen besteht aus zwei Teilen. Zum einen haben sich beide Seiten auf einen Zahlungsplan zum Ausgleich der wirtschaftlichen Verluste geeinigt, die der TUI durch das Flugverbot für die Boeing 737 MAX entstanden sind. Dies kommentierte Fritz Joussen, CEO des TUI Konzerns, in einer Erklärung, wie folgt:
“Wir haben eine faire Vereinbarung getroffen, die unsere langjährige Beziehung zu Boeing stärkt. Die Vereinbarung sieht für TUI einen Ausgleich für einen Grossteil der Kosten vor, die durch das Flugverbot der 737 MAX entstanden sind”.
Der zweite Punkt der Vereinbarung sieht eine Verschiebung der Auslieferungen MAX-Jets vor, die TUI noch erhalten soll. Neue Auslieferungen werden so um durchschnittlich zwei Jahre verschoben. TUI erwartet nun, weniger als die Hälfte der neuen MAX’ in den nächsten zwei Jahren zu erhalten, wobei die Zahlungspläne entsprechend angepasst werden.
“Der neue Auslieferungszeitplan gibt uns erhebliche Flexibilität, da wir in den nächsten Jahren weniger neue Flugzeuge ausliefern lassen werden. Dies ermöglicht TUI eine schnelle Anpassung ihres Flottenwachstums an das derzeit herausfordernde Marktumfeld”Fritz Joussen, TUI-CEO
Über die finanziellen Einzelheiten der Vereinbarung wurde demnach stillschweigen vereinbart, allerdings verriet TUI, dass die Entschädigung jedoch einen erheblichen Teil der wirtschaftlichen Auswirkungen des MAX-Flugverbots abdecken würden. Die Entschädigung ist ausserdem eine willkommene Finanzspritze für den angeschlagenen Reiseveranstalter. Anfang dieses Monats kündigte TUI unter anderem an, dass rund 8’000 Mitarbeiter entlassen oder nicht eingestellt werden.
Vereinbarung enthält Kredit für neue Orders
Die Vereinbarung zwischen beiden Parteien sieht unterdessen auch einen Kredit für zukünftige Flugzeugbestellungen vor. Als Folge der aktuellen Krise plant TUI allerdings eine Reduzierung der Flottengrösse bei allen Fluggesellschaften des Konzerns.
Als die 737 MAX im März 2019 nach zwei tödlichen Unfällen gegroundet wurde, betrieb der TUI-Konzern zu jenem Zeitpunkt 15 Exemplare des Modells in der eigenen Flotte. Darüber hinaus standen acht weitere Modelle zur Auslieferung im selben Jahr an. Insgesamt bestellte das Unternehmen bereits im Jahr 2013 60 Flugzeuge des Unglücksmodells. Boeing geht aktuell davon aus, dass die 737 Max bis mindestens Mitte 2020 am Boden bleiben wird.
Fazit zur Einigung zwischen TUI und Boeing
Aktuell hat es in der Reise- und Luftfahrtbranche wohl niemand leicht. Das trofft wohl im Besonderen auf Airlines zu, die sich neben der Corona-Krise auch noch mit den gegroundeten 737 MAX rumplagen müssen, die weitere Löcher in die Finanzen fressen.
Inzwischen kommt der US-amerikanische Flugzeugbauer aber vermehrt auf seine Kunden zu – zumindest wenn diese es forcieren –, wie nun im Falle von TUI, die den finanziellen Ausgleich zurzeit sehr gut gebrauchen kann. Wann die MAX bei TUI und auch generell wieder fliegen wird, bleibt jedoch auch weiterhin mit viel Geduld abzuwarten.