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Schönfärberisches zur Zweisprachigkeit
Wenn eine Abstimmung oder eine Wahl ansteht, die auch in Sachen Zweisprachigkeit von Interesse ist, so kann man die schönsten Sätze über den Wert der zwei Sprachen lesen. Ja, es heisst schon nicht mehr Fremdsprache, sondern Partnersprache. Ganz so einfach scheint dies aber doch nicht zu sein.
Als vor einiger Zeit die Zivilstandsämter in den Gemeinden zusammengeschlossen und schweizweit koordiniert und vernetzt wurden, verschwand plötzlich der Ort Freiburg auf den entsprechenden Ausweisen und Scheinen, nur mehr Fribourg wurde geschrieben. Zunächst dachte ich, es könnten Anfangsschwierigkeiten sein, und könnte sich wieder ändern. Doch es blieb so. Auf eine Anfrage beim Zivilstandsamt des Sensebezirks hiess es, dies müsse ein Informatikproblem sein, denn wenn die Beamtinnen auch Freiburg schrieben, es würde automatisch in Fribourg umgewandelt. Da es sich um ein schweizerisches Softwareprogramm handle, könne sicher das eidgenössische Amt für Zivilstandswesen besser Auskunft erteilen. Berns Antwort traf sofort ein. Es hiess aber, diese Angelegenheit sei sicher keine Frage der Informatik, sondern der offizielle Namen der Ortschaft sei massgebend, und der heisse nur Fribourg.
Jetzt wissen wir es also, die Hauptstadt, mit einer deutschsprachigen Minderheit, in einem nach der Verfassung zweisprachigen Kanton kennt offiziell nur den französischen Namen Fribourg. Und zu all den wunderbaren Propagandaschriften und Erklärungen kann man getrost mit Goethes Faust antworten: «Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube!»
Autor: Peter Haymoz, Brünisried
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