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Diese Seite enthält Hintergrundmaterial zu medizinisch-therapeutischen Themen
Der Weltverband der Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (World Federation of Occupational Therapists WFOT) lanciert gerade eine präzisere Erklärung zu "Betätigung als Menschenrecht". Der Wortlaut zur Verdeutlichung von "occupational justice" (Betätigungsgerechtigkeit) befindet sich derzeit in der öffentlichen Vernehmlassung. Jede oder jeder kann mitstimmen.
Die Hauptaussage dieser Neufassung ist: "Abuses of occupational rights are abuses of human rights that undermine occupational justice" Der Missbrauch des Rechtes auf Betätigung ist eine Menschenrechtsverletzung, weil sie Betätigungsgerechtigkeit verletzt.
Betätigungsgerechtigkeit wird folgendermassen erklärt: "Occupational
justice is the right to freely engage in occupations that support
health and well-being without risk to safety, human dignity and equity. Betätigungsgerechtigkeit
ist das Recht eines Menschen, sich frei für die Betätigungen zu entscheiden, die Gesundheit und Wohlbefinden unterstützen ohne dass sie ein Risiko für Sicherheit, Menschenwürde oder
Gleichheit beinhalten.
Kann jemand mit Schmerzen im Garten arbeiten?
Oder soll er nicht sogar im Garten arbeiten?
Wie beobachtbar ist sein Schmerz für einen Aussen-stehenden?
Unsichtbare Folgen einer Krankheit können die
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen. Fragile Suisse, die
Patientenvereinigung die sich um Menschen mit einer Hirnverletzung
kümmern, beschreibt die Folgen einer Hirnverletzung für die
Arbeitsfähigkeit an Hand von drei Beispielen konkret in einem Artikel
von 2017.
Die Verbindung der psychotherapeutisch und psychiatrisch tätigen Aerzte und Aerztinnen in der Schweiz (FMPP) hat ein vielfälltiges Argumentarium zusammengestellt, warum der vorliegende Gesetztesentwurf gerade für Menschen mit psychischen Erkrankungen fatale Auswirkungen haben wird. Hier geht es zu den Argumenten des FMPPs.
Gartenarbeit verbessert die Gesundheit:
In einer grossen Meta-Analyse (Soga et al., 2017), die Ergebnisse von 22 Studien
aus den Jahren 2002-2016 verglich, konnte der deutliche Beweis erbracht werden,
dass Gartenarbeit auf verschiedenste Faktoren einen positiven Einfluss (zum
Beispiel Rückgang von Depression und Angst, Reduktion des Body Mass Index, aber
auch Steigerung der Lebenszufriedenheit, Lebensqualität und des
Gemeinschaftssinns) hat und die Gesundheit verbessert. Hier zum Orginalrtikel aus Preventive Medicine Reports 2017.
Personen mit chronischem Schmerz beschreiben, wie tätig Sein (zum Beispiel Übungen, Körperpflege, Hobbys) Teil ihrer Selbst-Management Strategie ist, um mit den Schmerzen leben zu können. Tätig Sein ist für viele effektiver als Schmerzmedikamente. Hier zum Text aus dem American Journal of Occupational Therapy.
Tätigkeiten,
die man gerne macht, unterstützen die Motivation, auch in anderen Bereichen
aktiv zu sein, vermitteln Selbstvertrauen und verstärken den Wunsch zur
Arbeitsrückkehr. Zu diesem Resultat kam eine kürzlich veröffentlich
Übersichtsarbeit, die 20 Studien zur Re-integration in die Arbeit untersuchte.
Hier zum Originaltext aus Disability and Rehabilitation (2018).
Würden wir diesen Menschen die Rücken-schmerzen auch abnehmen, wenn die Hände nicht am Rücken wären?
Visuelle Bilder lassen viel Spielraum zur Interpretation:
Macht dieser Mann hier ein Nickerchen in seiner Freizeit oder bei der Arbeit? Ist er auf der Strasse oder auf einem privaten Grundstück? Hat er nachts Durchschlafstörungen oder ist er erschöpft? Sollte man nicht einer Ärztin oder einem Arzt mehr Zeit zugestehen, dass er die Arbeitssituation einer Patientin oder eines Patienten richtig einschätzen kann, anstelle das Geld für Detektive auszugeben, die solche Bilder liefern, die dann ohne weitere medizinische Einschätzungen Entscheidungsgrundlagen für Versicherungen sind?
Beurteilen Ärzte und Ärztinnen die Leistungsfähigkeit von Menschen mit psychischen Störungen, auch um die Möglichkeiten der Teilhabe am Arbeitsleben zu bestimmen, gehen sie differenziert und vielfältig vor. Dies wird im Artikel aus Neurologie & Psychiatrie (2017) eindrücklich beschrieben. Bilder von Detektiven sind dazu kein adäquates Mittel.
Irgendwann heisst es im Lied von Rosanne Cash "we will see you when you pass". - wir werden dich sehen wenn Du vorbeigehst. Leiden ist vielfälltig und betrifft Arme und Reiche. Oft ist es nicht sichtbar. Im Lied wird das thematisiert. Im Lied ist das Hinschauen ein Zuspruch.
Hören Sie in das Youtube Stück hinein...es lohnt sich! Schade wenn das Hinschauen in der Schweiz nur durch Detektive erfolgt.
6.1. Mittels MRI können Konversionstörungen von Simulationen unterschieden werden. Hier geht es zum englischsprachigen Fachartikel Konversionsstörungen sind eine Gruppe neurotischer Störungen, die auch dissoziative Störungen bezeichnet werden. Typische Symptome sind ein Verlust von Identitätsbewusstsein, Erinnerungsstörungen oder mangelnde Kontrolle über Körperbewegungen. Betroffene nehmen neurologische Symptome wie Taubheit, Blindheit, Lähmungen oder Muskelkontraktionen wahr, ohne dass eine medizinische Ursache dafür zu finden ist.
6.2. Anstelle unspezifischer Überwachung sollten differenzierte Assessments zur Erfassung der Arbeitsfähigkeit eingesetzt werden. Eine deutschsprachige Literaturübersichtsarbeit stellt 8 solcher Assessments vor.