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Wenn Ihnen der Satz «Dein Lächeln reicht völlig, um mich anzumachen» bekannt vorkommt, haben Sie vielleicht Band 417 der Reihe «Julia Extra. Die schönsten Liebesromane der Welt» gelesen. Dort sagt ihn der griechische Milliardär zu seiner Geliebten, ehe er überlegt, «sie in die Schlafkabine des Jets zu tragen und auf der Stelle zu nehmen».
So was lesen Sie nicht? Aber der Satz kommt Ihnen doch irgendwoher bekannt vor? Dann sind Sie vermutlich der Postfinance-Werbekampagne fürs Digital Banking mit der neuen App begegnet, die auf Gesichtserkennung reagiert.
Den Flyer mit einer leicht kürzeren Version – «Ein Lächeln reicht, um mich anzumachen» – sollten die Postangestellten kürzlich der Kundschaft persönlich überreichen; doch sie wehrten sich, die Gewerkschaft Syndicom intervenierte, und bei der Post räumte man ein, man habe «zu wenig berücksichtigt, wie es sich anfühlt, den Flyer zu verteilen. Wir verstehen, dass sich Mitarbeitende dabei unwohl fühlen.»
Die Flyerverteilung wurde gestoppt, die Kampagne jedoch nicht, weshalb auch in der Ustermer Postfinance-Filiale noch immer ein grosses Plakat hängt, auf dem eine attraktive junge Frau dazu einlädt, sie anzumachen.
Und schon verstehen die üblichen Bedrängten in den Kommentarspalten wieder die Welt nicht mehr. Was daran denn sexistisch sei? Ob Lächeln jetzt auch noch verboten werde? Und – jetzt alle! – was man denn überhaupt noch sagen dürfe? Vermutlich sind das diejenigen, die aus der anfangs zitierten Romanreihe nicht nur Band 417 gelesen haben.