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Sätze, die im Türkischen genderneutral sind, erhalten nach der Übersetzung mit Google Translate eine sexistische Bedeutung.
Türkisch ist eine genderneutrale Sprache. Die Bezeichnungen «er» und «sie» existieren nicht. Stattdessen gibt es nur das Personalpronomen «o». Auch für die Nomen gibt es kein Genus. Heisst es zu Deutsch: «Sie ist eine sympathische Person», würde das im Türkischen sinngemäss mit: «Diese Frau ist eine sympathische Person» umschrieben werden.
So weit, so gut. Doch was passiert nun, wenn der Google-Translate-Roboter das Türkische übersetzt? Seht selbst:
Die Sätze werden gegendert. Das Kochen wird weiblich assoziiert, also ist es eine Köchin. Das Tüfteln wird männlich assoziiert, also muss es ein Ingenieur sein.
Auf dieses Phänomen aufmerksam geworden ist Emre Sarbak, der in den USA lebt, türkische Wurzeln hat und in der Tech-Branche arbeitet. Auf Facebook postete er einen Screenshot seiner Ergebnisse einer Übersetzung vom Türkischen ins Englische:
Interessant ist, dass in seinem Beispiel die englische Übersetzung nicht nur gegendert wird, sondern dass es auch zu sexistischen Zuschreibungen kommt, wie beispielsweise «He is hard working» und «She is lazy».
Doch wie ist diese in die weibliche und männliche Form adaptierte Übersetzung von Google Translate zu erklären? Der Journalist schreibt auf Twitter, dass Google Translate einen Algorithmus verwendet, der sich in seinen Übersetzungen auf die Häufigkeit der gesuchten Wörter stützt. Wurde in der Vergangenheit das Wort «Ingenieur» oft in seiner männlichen Form gesucht und übersetzt, lernt der Algorithmus: Ingenieur ist männlich.
Somit lernt Google Translate also, welche Vorurteile in der Gesellschaft vorherrschen und reproduziert diese. Frauen gelten als unglücklich und faul, Männer als stark und emotional gesetzt.
Täglich werden Milliarden Suchanfragen gestellt, Videos geguckt und Social-Media-Postings abgesetzt. Dabei wird mit jedem Klick CO2 freigesetzt.
Fliegen und Autofahren ist schädlich fürs Klima. Das dürfte den meisten Menschen mittlerweile bewusst sein. Aber die wenigstens machen sich darüber Gedanken, dass es ebenso klimaschädlich ist, sich ein Video bei YouTube anzusehen, kurz etwas bei Google zu suchen, oder online einzukaufen.
Den Grossteil ihrer Zeit verbringen Menschen im Internet aber nicht mit Google-Suchen, sondern mit dem Ansehen von Videos. Bei einem Drittel davon handelt es sich um pornografisches Material.
Wären die …