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Wie kommt ein Tunesier, als amerikanischer Soldat, auf französisches Kriegsgelände? Tja, gute Frage? Die Geschichte von Daoud aus Tunis ist traurig und doch schön. Die „Schreibe“ von Cécile Oumhani ist so kraftvoll und beschwingt. Sie verwendet Wörter, die im heutigen SMS-Wahn, wohl nur noch jeder 1000ste kennt! Brauche keine aufzulisten, aber ihr Wortschatz ist so gross und schön. Also, Daoud wächst ohne die vertriebene Mutter, beim äusserst bösen Vater (Patriarch und Tyrann) auf. Anfangs ist sein Vater wohlhabend, dann jedoch ein gefallener Geschäftsmann. Das französische Kolonialregime verbietet den Einheimischen alles, wirklich alles. Daouds Ausbildung ist nichts wert und er träumt von der grossen weiten Welt, die ihm zuerst eine Ballonfahrt und später eine Trapezkünstlerin vermitteln. Tönt jetzt etwas abstrakt (so von wegen 1917 und Tunesien) aber es passiert. Das Regime hat ihn auf dem Kicker und er reist/flüchtet nach Amerika – knapp vor seiner Verhaftung (seinem Tod).
Als US-Soldat kämpft er in Frankreich an vorderster Front. Der 1. Weltkrieg ist äusserst schmutzig und natürlich landet er im Lazarett – so erfahren wir seine Geschichte. Ob diese Verrückte Story ein Happy End nimmt oder nicht, müsst ihr schon selber erfahren. Daher, danke #CécileOumhani für diesen gefühlvollen Roman.
Tunisian Yankee, Cécile Oumhani erhält von #InTheGrid 4 von 5 Punkten (Osburg Verlag)
Cécile Oumhani wurde 1952 in Namur geboren. Die promovierte Anglistin hat lange an der Universität in Paris unterrichtet. Ihre 26 Romane und Lyrikbände reflektieren die Seelenstimmungen von Menschen in interkulturellen Grenz und Krisensituationen. Sie wurden ins Serbische, Griechische, Russische, Kroatische, Italienische und Spanische übersetzt. 2014 erhielt sie den Prix Virgile der EU für ihr Gesamtwerk, 2016 den Prix de l‘ADELF für Tunisian Yankee.