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Pawlak stellte anlässlich der Pressekonferenz nach der Sitzung des Ministerrates vom 11. August 2009 einen Rahmenzeitplan für die Kernenergie vor. Der Plan wird nach einer Vernehmlassungsphase dem Ministerrat vorgelegt, damit er bis Ende Dezember 2010 verabschiedet werden kann. Bis dahin ist zudem eine Informationskampagne für die breite Bevölkerung vorgesehen.
Der Zeitplan sieht vier Phasen vor. In einer ersten Phase sollen bis Ende 2010 die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Nutzung der Kernenergie in Polen geschaffen werden, einschliesslich Abklärungen für potenzielle Standorte zur Lagerung radioaktiver Abfälle. Zudem soll ein Konsortium zum Bau des Kernkraftwerks gegründet werden. Während der ersten Phase soll ausserdem ein Ausbildungsprogramm für das Kraftwerkspersonal entwickelt werden. Zwischen 2011 und 2013 – der zweiten Phase – werden der Standort und die Reaktortechnologie ausgewählt und der Bau ausgeschrieben. Geplant ist zudem die Suche nach Uranvorkommen. Die dritte Phase (2014–2015) widmet sich den technischen Planungsarbeiten und der Einholung der nötigen Bewilligungen. Der eigentliche Bau des ersten Kernkraftwerks des Landes wird laut Plan in der vierten Phase zwischen 2016 und 2020 realisiert. Die Regierung hat bereits neun potenzielle Standorte vorselektioniert und lässt vertiefte Studien zu Machbarkeit und Umweltverträglichkeit durchführen.
Mitte Januar 2009 hatte der polnische Premierminister, Donald Tusk, bekräftigt, dass Polen in den kommenden Jahren erstmals ein Kernkraftwerk in Betrieb nehmen werde, um die Energieversorgungssicherheit zu erhöhen. Die Regierung hatte kurz davor eine entsprechende Resolution beschlossen.
Polen hatte in den 1980er-Jahren ein Kernkraftwerk in Zarnowiec im Bau (4 Blöcke vom Typ WWER-440, Modell V213). Der polnische Ministerrat stellte das teilweise fertiggestellte Projekt im September 1990 offiziell ein.
Heute bezieht Polen über 90% seiner elektrischen Energie aus Kohlekraftwerken und 40% des konsumierten Erdgases kommt aus Russland.
Quelle
M.A. nach Polnischer Regierung, Medienmitteilungen, 11. und 12. August 2009
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