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Für den speziellen Nutzerkreis von Bibliotheken, Archiven, Bildungseinrichtungen und Museen gilt eine gegenüber Art. 24 Abs. 1 URG privilegiertere Schrankenregelung nach Art. 24 Abs. 1bis URG, sofern diese Institutionen öffentlich zugänglich sind. Nach dieser Vorschrift müssen die Archivkopien nicht gekennzeichnet werden und es dürfen die “zur Sicherung und Erhaltung notwendigen Werkexemplare” hergestellt werden.
Erlaubt ist danach, dass diese Institutionen Kopien herstellen, sei es analoge oder digitale, sei es von den Originalwerken wie auch von bereits vervielfältigten Werkexemplaren – allerdings nur aus ihrem Bestand.
Die Vervielfältigungen dürfen dabei das vollständige Werk(-exemplar) umfassen. Allerdings darf die Institution damit keinen wirtschaftlichen oder kommerziellen Zweck verfolgen. Was der Gesetzgeber genau mit der Unterscheidung zwischen wirtschaftlich und kommerziell meinte, ist unklar. Sicher ist aber, dass beispielsweise eine Bibliothek ein durch häufigen Gebrauch defektes Buch nicht einfach kopieren darf, sondern – sofern das Buch im Buchhandel noch erhältlich ist – ein neues Exemplar kaufen muss, ansonsten ihr die Ersparnis durch den Nichtkauf als wirtschaftlichen Zweck angerechnet wird. Auch nicht erlaubt ist es einer Bibliothek beispielsweise eine beliebte Musik-CD zu kaufen und diese aufgrund von Art. 24 Abs. 1bis URG zu vervielfältigen, um sie damit mehrfach gleichzeitig ausleihbar zu machen.
Im Falle von Computerprogrammen darf nach Art. 24 Abs. 2 URG zu Backup-Zwecken eine Sicherungskopie erstellt werden. Die Sicherungskopie darf nicht neben dem kopierten Computerprogramm verwendet werden und die Kopie darf nur von einem rechtmässig verwendeten Exemplar erstellt werden.
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