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Als Thomas Jones Woodward wird er am 7. Juni 1940 im beschaulichen Ort Pontypridd im Süden von Wales geboren. Die Leidenschaft fürs Singen entdeckt er schon als Kind. Eine Leidenschaft, die ihm für die Schule fehlt. Er verlässt sie als 15-Jähriger ohne Abschluss. Als seine Jugendliebe Linda von ihm schwanger wird, heiraten die beiden mit 16.
Weisser Sänger mit «schwarzer» Stimme
Insgeheim träumt er von einer Karriere als Rock’n’Roll-Star. Mit seiner Band zusammen tritt er unter seinem Spitznamen «Tiger Tom» auf. Ein Spitzname, der auf seinen kräftigen Bariton-Gesang aus voller Kehle Bezug nimmt und ihn fortan ein Leben lang begleiten wird.
Auch Vertreter aus der Musikbranche werden auf seine markante Stimme aufmerksam. Bis ein Plattenvertrag zustande kommt, dauert es aber noch ein Weilchen. Für die meisten Plattenfirmen klingt Jones Stimme zu «schwarz» – und das als Weisser. Das könnte beim Publikum auf Ablehnung stossen. Ein Risiko, das man nicht eingehen will.
It’s not unusual
Letztlich wird er dann doch unter Vertrag genommen und landet 1965 mit «It’s not unusual» seinen ersten grossen Hit in England und den USA. Im selben Jahr singt Jones die Titelsongs für die Hollywood-Komödie «What's New Pussycat?» und den James-Bond-Film «Thunderball». Er wird zum Weltstar und erhält 1966 einen Grammy als Bester Neuer Künstler.
Berühmt zu sein ist auf jeden Fall besser als die Alternative, nicht berühmt zu sein.
Jones unterhält fortan seine Fans auch im TV, wo er seine eigene Show «This is Tom Jones» erhält. Er musiziert zusammen mit Grössen wie Stevie Wonder, Janis Joplin oder seinen Idolen Jerry Lee Lewis und Little Richard. Er tritt im angesagten Nachtclub Copacabana in New York und den Casinos des wachsenden Las Vegas auf.
Enge Hosen und offene Hemden
Jones begeistert das Publikum mit mitreissenden Bühnenshows, und mit seinem Sex-Appeal. Er trägt seine Hemden weit aufgeknöpft und die Hosen eng. Seine überwiegend weiblichen Fans werfen ihm Unterwäsche auf die Bühne - ein Running Gag, den der Sänger nie ganz los wird.
Sexy Jones «küsst» sich zurück ins Rampenlicht
Als Ende der 1970er-Jahren sein Erfolg abebbt, konzentriert er sich vorerst auf seine Bühnenshows in Las Vegas. 1988 erfindet er sich neu und landet zusammen mit der Pop-Formation «The Art of Noise» und dem Prince-Cover «Kiss» erneut einen Welthit.
Dadurch findet ihn auch die jüngere Generation plötzlich cool. 1999 gelingt ihm dasselbe Kunststück erneut mit seinem Hit «Sex Bomb».
Coach für den Nachwuchs
Seit 2012 glänzt Jones, der 2005 von Königin Elizabeth II. zum Ritter geschlagen wird, als Coach bei der britischen Casting-Show «The Voice» und macht nach wie vor selber Musik.
Zuletzt begeisterte er mit der herrlichen Album-Trilogie «Praise & Blame», «Spirit In The Room» und «Long Lost Suitcase», auf der er alte Gospel-, Soul- und Blues-Nummern singt. Die nächste Tournee ist für 2021 geplant.