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Traurig und fast resigniert klingt die Stimme von Azhar* am Telefon unsere Notruf-Hotline. In den letzten beiden Jahren hat sie unvorstellbares Leid erlebt. Geboren in Pakistan, wuchs sie in einer streng muslimischen Familie (ihr Vater war ein Imam) zusammen mit ihren jüngeren Geschwistern in Norditalien auf. Vor zwei Jahren, als sie 15 war, reiste die Familie zu Verwandtenbesuch nach Pakistan. Ihr Vater verheiratete sie ohne Wissen der Mutter an einen Cousin. Damit begann ihr Martyrium. Nicht nur ihr Mann, sondern auch ihre Schwiegermutter und Schwäger schlugen und misshandelten sie. Von ihrem Mann wurde sie regelmäßig vergewaltigt. Weder wurde ihr erlaubt das Haus zu verlassen noch mit ihrer Mutter zu telefonieren. Als ihr Vater bei einem erneuten Besuch in Pakistan erkrankte, wurde ihr nicht erlaubt, ihn im Krankenhaus zu besuchen. Sie durfte ihn erst sehen, als er tot war. Mittlerweile war sie schwanger. Ihre Mutter konnte die Schwiegerfamilie überzeugen, daß Azhar dringend zu einem Arzt müsste, nutzte die Gelegenheit zur Flucht und brachte ihre Tochter wieder nach Italien. Da auch dort Verwandte leben, traut sich Azhar nicht mehr aus dem Haus. Sie, ihre Mutter und Geschwister werden ständig bedroht, ein Onkel droht sogar, sie umzubringen. Unsere Beraterin steht in ständigem Kontakt mit Azhar, deren Kind in Kürze auf die Welt kommen wird. Es wird erwogen, Azhar und ihre Familie an einen sicheren Ort zu bringen, wo sie gefahrlos und frei leben können, ohne den ständigen Drohungen und der Lebensgefahr ausgesetzt zu sein.
Unser Opfer-Notruf wird nicht nur in der Schweiz, sondern auch international genutzt. Dank Ihrer großzügigen Unterstützung können wir diese Hilfe gewährleisten. Merci vielmals!