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| Cassian († 430/35) - Sieben Bücher über die Menschwerdung Christi (De incarnatione Domini contra Nestorium)

Siebentes Buch
15. In welchem Sinne es bei dem Apostel heisse, dass Christus ohne Geschlechtsregister gewesen sei.
Wie sagt er aber nun, dass der Herr ohne Geschlechtsregister gewesen sei, da doch das Evangelium des Matthäus mit der Genealogie des Herrn beginnt, indem es sagt: „Geschlechtsbuch Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams.“ Also nach dem Evangelisten hatte er ein Geschlechtsbuch, nach dem Apostel nicht; weil er eben nach dem Evangelium von der Mutter aus eines hatte. Nach dem Apostel vom Vater aus nicht. Deshalb sagt der Apostel [S. 607] richtig: „Ohne Vater, ohne Mutter, ohne Geschlechtsregister“ und sagt ebendort, dass er ohne Geschlechtsregister sei, wo er ihn als den ohne Mutter Gezeugten hinstellt. So stimmen die evangelischen und die apostolischen Schriften über beide Geburten des Herrn ganz miteinander überein, weil wohl nach dem Evangelisten ein Geschlechtsbuch hat der ohne Vater im Fleische Geborene; aber auch nach dem Apostel keines hat, der ohne Mutter in der Gottheit erzeugte Herr, wie Jesaja sagt: „Wer wird sein Geschlecht aufzählen?“1
1: Jes 53:8