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Durch den frühen Schneefall im Herbst 2009 wurde die Sommerwärme im Boden gespeichert und gegen die tiefen Temperaturen des Winters – es war der kälteste seit 23 Jahren – isoliert. Dadurch erwärmte sich der Permafrost und es stellten sich Verhältnisse beinahe wie nach dem Hitzesommer von 2003 ein. Auch die Massenbilanz der Gletscher war trotz der wechselhaften Witterung im Sommer 2010 erneut negativ.Der langfristige Trend zum Rückzug setzte sich unvermindert fort. Dies zeigen die Auswertungen der Expertenkommission für Kryosphärenmessnetze, eine Kommission der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT).
Elektrischen Widerstandsmessungen zeigten ebenfalls ähnlich tiefe Werte wie 2009 und im Rekordjahr 2003, was auf eine Zunahme des Wassergehalts in den oberen 10 m des Untergrundes hindeutet. Überdies waren die Geschwindigkeiten der Blockgletscher – kriechende Permafrostkörper – fast so hoch wie im Vorjahr und blieben damit nur geringfügig unter den Rekordwerten von 2003/04. Neben den Lufttemperaturen im Sommer hängen die Permafrostbedingungen in den obersten Metern also vor allem vom Zeitpunkt des Einschneiens und Ausaperns (wieder schneefrei werdend) ab. Die Temperaturen in grösserer Tiefe werden hingegen nur von langfristigen Klimaänderungen beeinflusst.
Die Witterung eines Jahres wirkt sich direkt auf die Massenbilanz eines Gletschers aus, die Differenz aus der Schneeakkumulation über den Winter und der Schmelze bis zum Ende des Sommers. Sowohl Akkumulation als auch Schmelze fielen im Zeitraum Herbst 2009 bis Herbst 2010 durchschnittlich aus und ergaben wie im Mittel der letzten Jahre insgesamt negative Werte. Die Änderungen der Gletscherlängen sind hingegen eine Reaktion auf langfristige Klimaänderungen und wurden für 91 der 112 beobachteten Gletscher bereits ausgewertet: 82 gingen zurück, 6 veränderten sich kaum und 3 zeigten einen geringen Vorstoss.