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Strassenhändler Chan Hong Meng wurde 2016 über Nacht berühmt. Mit Leidenschaft und Können kochte er bis da sein Hühnchennudelgericht mit Sojasauce und verkaufte es für 2,50 Dollar. Dann erschien die Singapur-Ausgabe der berühmt-berüchtigten Restaurantbibel Guide Michelin – und Chan Hong Meng der Koch mit dem günstigsten Menü, das je einen Michelin-Stern erhielt.
Die Schlange vor seiner Garküche, die nicht grösser als eine Besenkammer war, wurde danach noch länger. Leute warteten bis zu vier Stunden, bis sie an die Reihe kamen.
Die Karriere des in Malaysia geborenen Kochs nahm weiter Fahrt auf. Von einem bescheidenen Stand in einem Strassenhändlerzentrum in Chinatown entwickelte sich sein Restaurant zu einem Franchise-Unternehmen mit Standorten in Thailand, den Philippinen und weiteren Orten.
Chan Hong Meng änderte den Namen seiner Kette in Hawker Chan und dehnte sein Angebot auf weitere Gerichte aus.
Das alles kam nicht nur gut an. Während einige dem Koch seinen Erfolg gönnten, waren andere der Meinung, dass die Qualität des Essens nach der Eröffnung seiner neuen Restaurants nachgelassen habe.
Das hat ihm nun offenbar den Stern gekostet. In der neuesten Ausgabe des Guide Michelin Singapur wird Hawker Chan nicht mehr gelistet. Der singapurische Foodexperte KF Seetoh, der ein Freund des verstorbenen Spitzenkochs Anthony Bourdain war, sagt gegenüber CNN: «Ich denke, Michelin hat sich zu Recht an die Regeln gehalten und die Würde der Sterne geschützt.»
Doch die Würde der Sterne ist schon länger antastbar geworden. Insbesondere die undurchsichtige Sterne-Vergabe bringt Spitzenköche regelmässig in Rage. Der französische Koch Marc Veyrat verklagte Michelin 2019, nachdem sein Restaurant von drei auf zwei Sterne heruntergestuft wurde. Er wollte, dass die mysteriösen Kriterien des Unternehmens transparenter werden und die Namen, die an den Führern arbeiten, publik werden. Veyrat scheiterte mit seiner Klage.
Die Abneigung einiger Köche gegen den Guide Michelin gipfelte 2019 darin, dass der koreanische Koch Eo Yun-gwon aus Seoul sich dagegen wehrte, dass er überhaupt in den Restaurant-Führer aufgenommen wurde. «Mein Restaurant Eo in das korrupte Buch aufzunehmen ist eine Diffamierung gegenüber Mitgliedern von Eo und den Fans.»
Was der einstige Strassenhändler Chan Hong Meng über den Verlust seines Sterns denkt, ist nicht bekannt. Seiner Beliebtheit hat es bisher offenbar nicht geschadet.
(meg)
Ein Outfit sorgt gerade für Gebrüll: der Löwenkopf, der auf dem Kleid von Kylie Jenner befestigt wurde.