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Bei der Embryonalentwicklung können sich Verengungen der Harnröhre oder -leiter sowie zahlreiche Fehlbildungen der Nieren und des Nierenbeckens entwickeln.
Fehlbildungen führen zu Erkrankungen der Harnwege
In den ersten Lebensjahren sind die Erkrankungen der ableitenden Harnwege in der Regel durch angeborene Fehlbildungen bedingt. Durch einen Harnverhalt oder Rückfluss (Reflux) von Urin entstehen häufig Harnwegsentzündungen oder sogar Nierenbeckenentzündungen. Diese können im schlimmsten Fall das Nierengewebe schädigen.
Fehlbildungen der Niere
Bei der Niere können sich während des Wachstums im Mutterleib diverse Fehlbildungen entwickeln:
Bei einer Nierenagenesie hat sich nur eine Niere gebildet. Umgekehrt bildet sich – extrem selten – eine zusätzliche Niere, die unter Umständen entfernt werden muss.
Während der Entwicklung im Mutterleib verschmelzen manchmal die ursprünglich getrennten Nieren am unteren Pol; diese Nierenanlage bezeichnen wir aufgrund ihrer Form als Hufeisenniere. Über die Hälfte aller Fehlbildungen dieser Form bleiben beschwerdefrei.
Unter einer Malrotation der Nieren verstehen wir die Drehung der Nieren während der Embryonalentwicklung in eine andere als die normale Lage. Auch diese so genannte Lageanomalie entwickelt sich sehr oft ohne Symptome.
Alle genannten Fehlbildungen können heute durch den Einsatz bildgebender Verfahren wie Ultraschall, Röntgen oder Computertomografie diagnostiziert werden. Die Therapie hängt dann aber von verschiedenen Faktoren wie dem Schweregrad der Symptome, der Einschränkung der Lebensqualität sowie der Prognose ab.