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Im Café Philo sind Autorinnen und Autoren nicht anwesend. Es werden aber deren Texte diskutiert.
Grosser Aufruhr vor 25 Jahren in den USA, als Judith Butlers «Gender Trouble» (ein Jahr später auf Deutsch: «Das Unbehagen der Geschlechter») erschien! Das Stück Rebellion, das die damalige feministische Forschung hinterfragte, ist längst zum Klassiker geworden. Butlers Kritik am Feminismus, wonach dieser fälschlicherweise die Frauen als Gruppe mit verbindenden Merkmalen betrachtet, hat sich bis heute gehalten, spaltet aber noch immer die Meinungen. Was kann die Lektüre von «Gender Trouble» heute noch bewirken? Ist Butlers «Dekonstruktion» der Geschlechterdifferenz und das Plädoyer für eine Öffnung der Vielheit von Geschlechtsidentitäten heute – oder jetzt erst recht – noch zeitgemäss? Haben das Buch und seine Thesen – etwa über «Zwangsheterosexualität» – an Radikalität eingebüsst oder bedarf es nicht vielmehr endlich wieder einer genauen Lektüre?
Christine Abbt ist Philosophin und hat eine Habilitation über das Vergessen geschrieben. Seit diesem Jahr ist sie SNF-Förderprofessorin in Philosophie an der Universität Luzern.
Michael Pfister ist Philosoph und freier Autor. Er hat u.a. mit Stefan Zweifel in einer zehnbändigen Übersetzung Sades «Justine und Juliette» herausgegeben, sowie «Shades of Sade» (Matthes & Seitz 2015), eine Einführung in das Werk des Marquis de Sade.
Judith Butlers «Das Unbehagen der Geschlechter» ist als Taschenbuch in der edition suhrkamp greifbar.