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Nachdem die Heilsarmee in den Monaten nach dem Erdbeben vor allem Soforthilfe geleistet hat, konnten in einer zweiten Phase grössere, längerfristige Projekte angegangen werden. Um diese in einem Kontext wie demjenigen von Haiti nach dem Erdbeben umsetzen zu können, benötigte es jedoch lange Abklärungs- und Bewilligungsphasen. Diese fanden nicht nur innerhalb der Heilsarmee statt, sondern auch mit externen Spezialisten, den Behörden, Geldgebern und anderen Organisationen. Viele dieser Prozesse konnten inzwischen abgeschlossen und die Projekte in Angriff genommen werden.
Folgende langfristigen Projekte werden gegenwärtig umgesetzt:
Neubauten in Port-au-Prince
Auf dem grossen Heilsarmeeareal „Delmas 2“ in Port-au-Prince entsteht das neue „Collège Verena“ mit separaten Bereichen für den Kindergarten, die Primar- und Sekundarschule für insgesamt rund 1'500 Kinder, eine Cafeteria, ein Sportplatz, ein neues Korpsgebäude (Kirche), eine neue Klinik und ein Gebäude für Sozialprogramme und Sozialhilfe. Die bestehenden Gebäude wurden beim Erdbeben so sehr beschädigt, dass sie nicht mehr weiter benutzt werden konnten.
Wiederaufbau der Heilsarmeeschulen
Rund 24 Heilsarmeeschulen ausserhalb von Port-au-Prince wurden beim Erdbeben beschädigt. Ein Grossteil dieser Schulen wird nun repariert, um den Kindern weiterhin Schulbildung an einem sicheren Ort anbieten zu können. Bis Ende 2014 sollen alle betroffenen Schulen repariert oder wieder aufgebaut sein. Bei den ersten Schulen sind die Renovationsarbeiten bereits abgeschlossen.
Um die renovierten Schulen später auch entsprechend unterhalten zu können, wurde extra ein neues Team gebildet. Die Teammitglieder – alles Haitianer – wurden in der Ausführung von kleineren und grösseren Reparaturen aus- gebildet. Damit wird eine Stärkung der lokalen Arbeitskräfte erreicht.
Der Neubau der Schule in Poirier wird durch die Glückskette mitfinanziert.
Ausbildung in dörflicher Entwicklung
Heilsarmeeoffiziere und Leiter von Dörfern und Gemeinden werden dafür ausgebildet, in ihren Regionen Probleme zu identifizieren, sie mit den eigenen Ressourcen und Kräften zu lösen und mit lokalen Teams entsprechende Projekte umzusetzen.
Ganzheitliche Familienunterstützung
Die Heilsarmee Haiti unterstützt vom Erdbeben betroffene Familien langfristig. Das Programm beinhaltet Hilfe in vier Gebieten: Permanente Unterkünfte, Unterstützung im Lebensunterhalt, Berufsausbildung und Landwirtschaft. Es startet 2012 und wird armen Familien helfen, wieder für sich selber sorgen zu können. Viele dieser Programme zielen darauf ab, die lokale Bevölkerung zu stärken und sie in ihrer Selbstständigkeit zu fördern. Der Wiederaufbau der Heilsarmeeschulen und das Programm zur psychosozialen Unterstützung von Kindern und Jugendlichen wird von der Heilsarmee Schweiz unterstützt und begleitet. Die anderen Programme werden von anderen Heilsarmeeterritorien unterstützt.
Psychosoziale Unterstützung für Kinder und Jugendliche
Das Ziel dieses Programms ist es, Kinder und Jugendliche zu unterstützen, die unter traumatischen Erdbebenfolgen leiden. In acht vom Erdbeben betroffenen Regionen treffen sich rund 1 000 Kinder und Jugendliche dreimal wöchentlich zu kreativen, sozialen und pädagogischen Aktivitäten. Es werden auch Haitianer ausgebildet, damit sie auf soziale und seelische Bedürfnisse in ihrem Umfeld reagieren können.