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Inhalt und Ziele des Forschungsprojekts
Für viele Menschen ist die Frage, wie sie mit dem wörtlichen und figurativen Verlust an Boden umgehen sollen, existentiell relevant. Als globales und scheinbar universelles Phänomen bietet es Chancen zur Verständigung. Konkrete Fälle und Lösungsansätze werden für viele verständlich und anwendbar.
Der Dokumentarfilm kann solche Fälle vermitteln. Als Praxis kann er durch seine Produktionsbedingungen zudem einen Moment der Verständigung herzustellen. Derartige Kollaboration erlaubt, Territorium zu gewinnen und wieder Boden unter den Füssen zu haben.
Anhand von drei Beispielen werden künstlerische Methoden untersucht, solche Kollaborationen herzustellen: das besetzte Palästina, die unzugänglichen Höhlen von Lascaux, Walter Benjamins Exil. Dabei wird auf die Fähigkeit des Filmmediums zurückgegriffen, Gefühle von Bodenlosigkeit zu erzeugen. Die entsprechenden Techniken werden methodisch bei der Etablierung einer Kollaboration eingesetzt. Unter dem Begriff «autonome Kamera» wird eine Kamerabewegung verstanden, welche sich nicht nach der Handlung richtet. Unweigerlich setzen sich Protagonisten zu diesen Bewegungen in ein Verhältnis. Die Arbeit, welche für die Bestimmung dieses Verhältnisses nötig ist, ist die Grundlage der Kollaboration.
Untersucht wird der de-kolonialisierende Effekt dieser Methode, also inwiefern dadurch eine nicht-dominante Co-Produktion entsteht.
Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher KontextDie Forschung zum (vermeintlichen) Ende westlicher Dominanz und zur Prävention hegemonialen Systeme wird mit einem neuen praxisbasierten Ansatz ergänzt. Mit dem Filmmaterial leistet es einen bildnerisch künstlerischen Beitrag zur sinnlichen Erfahrung und Verinnerlichung alternativer Widerstandsformen.