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Maria Magdalena - die Apostelin der Apostel
Maria Magdalena spielte als Jüngerin Jesu eine herausragende Rolle. Im Laufe der Kirchengeschichte wurde sie zurückgedrängt, verkannt, teilweise verleugnet und schlecht gemacht. Heute ist die Diskussion um sie und ihre Bedeutung neu entfacht.
Wer war Maria Magdalena? Wie wird sie in den verschiedenen Evangelien beschrieben? Welche Wirkungsgeschichte widerfuhr ihr?
Der Kurs «Bibel verstehen» lädt dazu ein, den Fragen auf den Grund zu gehen: Was hier in ein paar Zeilen nur angedeutet werden kann, wird in dem Jahreskurs gründlich erörtert.
Im Neuen Testament
Maria Magdalena ist in allen Evangelien Augenzeugin der Kreuzigung Jesu – im Gegensatz zu den geflüchteten Jüngern. Maria Magdalena ist bei der Grablegung Jesu mit dabei. Maria Magdalena geht mit andern Frauen am Ostermorgen als erste ans Grab Jesu und erfährt die Botschaft des Engels: «Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier». (Mk 16,6).
Maria Magdalena ist nach dem Johannesevangelium die Erste, die eine Erscheinung des Auferstandenen erfährt und von ihm den Auftrag erhält, die Auferstehungsbotschaft den Aposteln zu verkünden. Von daher wird sie zu Recht Apostelin der Apostel genannt.
In apokryphen Schriften
In verschiedenen christlichen Schriften des 2. und 3. Jahrhunderts nach Christus, die nicht Eingang ins Neue Testament fanden, spielt Maria Magdalena eine bedeutende Rolle: Im Evangelium nach Maria (Magdalena) ermutigt sie die junge Kirche, die Botschaft Jesu weiterzutragen.
Von Petrus wird sie heftig angegriffen aufgrund ihres Frauseins. Ein Jünger namens Levi verteidigt sie jedoch: «Wenn aber der Erlöser sie würdig gemacht hat, wer bist denn du [Petrus], sie zu verwerfen? Sicherlich kennt der Erlöser sie genau. Deswegen hat er sie mehr als uns geliebt». (BG 18,10–15) Auch im Philippus-Evangelium ist Maria Magdalena die Lieblingsjüngerin Jesu. Mehrmals wird dort erwähnt, dass Jesus Maria küsst, womit im damaligen Kontext wohl gemeint ist, dass Jesus ihr spirituelles Wissen weitergab.
André Flury
Die Kurse «Bibel verstehen» sind offen für Gläubige wie Zweifler, Naturwissenschaftlerinnen wie Handwerker. Wer Interesse hat an heutigen Glaubensfragen, ist hier richtig. Die Kurse sind zudem Grundlagenfächer für alle, die sich als Katechet*in ausbilden wollen (ForModula).
Infoabend mit Patrik Böhler und André Flury am Montag, 30. April, 18.00 bis 19.00, Haus der Begegnung, Mittelstrasse 6a, 3012 Bern, www.sinn-bildung.ch
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