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Regelmässig spenden wir ausgemusterte, aber noch voll funktionsfähige Laptops, Tastaturen usw. nach Äthiopien. Die Stiftung Ethiopiaye verteilt diese wiederum an Menschen in Notlagen und unterstützt sie vor Ort. Die untenstehenden Spendengeschichten haben wir von Bené Spannring, der Stiftungspräsidentin erhalten und geben einen emotionalen Einblick, wie eine einzelne Spende einer ganzen Familie helfen kann.
Wenn Sie ebenfalls ein Gerät spenden möchten, können Sie uns dieses sehr gerne zukommen lassen. Wir kümmern uns um die Aufbereitung und Bereinigung des Gerätes und überreichen es der Stiftung in einer jährlichen Sammelspende.
Kidist Aduse* ist eine junge Mutter von zwei
Kindern.
Ihr Mann hat keine höhere Schule besucht und hat der Arbeit entsprechend nur einen kleinen Lohn.
Kidist selbst hat keine Verwandten. Als kleines Kind wurde sie auf der Strasse von einer Frau gefunden und aufgezogen. Die Frau war gut zu ihr und Kidist hat mit ihr eine liebevolle Mutter bekommen. Doch da die Frau sehr arm war, musste Kidist schon als Kind arbeiten gehen. Sie konnte nur bis zur fünften Klasse in die Schule gehen. Immer hatte sie sich danach gesehnt, weiter zur Schule gehen zu können. Im Alter von ca. 18 Jahren lernte sie Temesgen, einen guten, ehrlichen und fleissigen Mann kennen und heiratete ihn. Bald darauf wurde sie schwanger und ihr Sohn kam gesund auf die Welt. Fekadu ist nun zehn Jahre alt.
Um zu überleben, arbeitete Kidist als Putz- und Waschfrau, später fand sie einen Job in einer Papeterie als Verkäuferin. Ihr wurde immer mehr Verantwortung übergeben, da sie gewissenhaft, ehrlich und zuverlässig ist. Doch der Lohn blieb, mit der Begründung der fehlenden Schulbildung, auf Sackgeldniveau. Dann bekam sie eine Anstellung in der psychiatrischen Emanuel-Klinik als ‚Mädchen für alles‘. Dort arbeitet sie bis heute. Der Lohn ist nach wie vor unvorstellbar klein, niemand kann damit überleben, Kidist und Temesgen haushalten sehr geschickt. Da es trotzdem nicht reicht, werden die beiden monatlich mit einem minimalen Beitrag von einer schweizerischen Freundin von mir (Bené) unterstützt.
Kidist hat im Fernstudium nun die Schule weitergemacht und ist jetzt in der 11. Klasse. Obwohl sie kaum Zeit hat zum Lernen, nebst der Arbeit auswärts (inkl. langem Arbeitsweg!) und aller Arbeit zuhause, den Kindern usw., schrieb sie immer ziemlich gute Noten.
Nun hat sie gehört, dass in der Emanuel-Klinik in ein paar Monaten eine Sekretärinnen-Stellen ausgeschrieben werde. Da sie schon viele Jahre dort arbeitet, könne sie sich bewerben, auch wenn sie keine Sekretärinnenausbildung habe. Sie müsse einfach verschiedene Prüfungen ablegen, wie andere Bewerber auch. In einer der Prüfungen wird getestet, wie gut sie mit dem Computer umgehen kann, wie gut sie schreiben kann usw.
Nun hat meine schweizerische Freundin ihr einen Computercrash-Kurs finanziert. Da Kidist schnell begreift und motiviert ist, trauen wir ihr absolut zu, dass sie in ein paar Monaten diese Prüfungen bestens besteht und in die engere Wahl kommt. Da sie in der Klinik für ihre Zuverlässigkeit und ihren Einsatz bekannt ist und ein sehr gutes Arbeitszeugnis hat, stehen ihre Chancen sehr gut. Dann würde auch ihr Lohn höher, allerdings noch nicht so hoch wie mit den entsprechenden Ausbildungsabschlüssen. Aber wenn Kidist so weitermacht, wird sie auch diese in ein paar Jahren vorzeigen können!
Vorerst braucht Kidist aber für den Computer-Crash-Kurs einen Laptop, damit sie zuhause nachts und am Wochenende üben kann. Wir sind sehr dankbar, dass wir ihr einen der Secondhand-Laptops abgeben konnten.
Kidist selber war so überrascht, dass gerade in dieser Zeit Secondhand-Laptops hierher kamen und sie einen bekommen konnte. Nachdem ihr Mann das Gerät bei uns abgeholt hatte, rief Kidist aufgeregt an und sagte immer wieder: „dieser Laptop ist so gut, er geht tiptop! Ich habe schon alles ausprobiert, was ich die letzte Woche gelernt habe, es ist so anders, wenn ich es direkt anwenden kann und nicht nur auf dem Papier aufzeichne und mir alles vorstellen muss. Danke viel viel viel Mal! Nun steht mir nichts mehr im Wege, bis zu den Prüfungen auch auf dem Computer top fit zu werden! Vielen Dank!"
Von dieser Laptop Spende profitiert eine ganze Familie!
*alle Namen geändert
Tegegne (Name geändert), ist Sozialarbeiter bei uns (Bright Future). Er hatte einen sehr alten Lenovo-Laptop, der sehr langsam ist und wenig Speicherkapazität hat. Es wurde zunehmend herausfordernderer mit diesem alten Teil zu arbeiten. Nun haben wir ihm diesen ‘neuen‘ Lenovo Laptop gegeben und brauchen ‚seinen‘ alten Laptop hier im Projekt für 9.- bis 12.-Klässler, die lernen, mit einem Computer umzugehen. Etwas in Google zu finden und/oder eine Hausaufgabe getippt abzugeben.
Es gibt zwei Stellen am Gehäuse des „13 lenovo thinkpad i5 ultrabook“ - Laptops, die empfindlich auf Druck reagieren wenn der Laptop geöffnet ist. Wenn man an einer dieser Stellen fest drückt, fängt der Bildschirm manchmal an zu blinken. Es ist somit besser, wenn dieser Laptop nicht von einem Studenten auf dem Campus hin- und her, oder hier in Addis im Gedränge der öffentlichen Verkehrsmitteln mitgetragen werden muss. Unserem Sozialarbeiter dient er aber perfekt!
Vielen Dank!
Haile (Name geändert) ist einer unserer letztjährigen Maturanden. Er weiss noch nicht wie es mit ihm weitergeht. Erst Ende Februar kamen die Matur-Resultate raus. Die Mindestpunktzahl für die verschiedenen Ausbildungen ist noch nicht bekannt gegeben worden. Einzig klar ist, dass seine Punktzahl nicht für die Uni reicht, denn die Mindestpunktzahl für die Unis ist dieses Jahr sehr hoch gesetzt worden... Haile ist sehr interessiert und hatte schon während der Schulzeit immer wieder nach einem Laptop gefragt, damit er sich online mit verschiedenen Fragen auseinandersetzen kann und sich weiterbilden kann. Zuerst gaben wir ihm diesen Laptop nur übers Wochenende, in nicht-stressigen Zeiten. Jetzt wo er schulfrei hat, ist der Laptop vorübergehend ganz bei ihm und wird wahrscheinlich bei Haile für die Ausbildung bleiben.
Haile hat keine Eltern, er wuchs bei der Grossmutter auf, wo auch ein Onkel wohnt. Er hatte dort ein Miniräumchen, sicher nicht mehr als 5 m2. Als der Onkel vor vier Jahren heiratete, sagte er, dass er für die Hochzeitsvorbereitungen vorübergehend dieses Räumchen brauche. Haile schlief während diesen Wochen mit seiner kleinen Matratze unter dem Tisch in der Stube, die auch sehr klein ist. Doch nach der Hochzeit versuchte der Onkel Haile aus dem Haus zu werfen, sie zerstritten sich, die Grossmutter stellte sich auf die Seite des Onkels, der mehr Macht hat, da er älter ist. So stand Haile eines Tages auf der Strasse, 10.-Klässler.... völlig aufgelöst kam er zu uns zu Bright Future. Vorübergehend quartierten wir ihn in einem Tutorial-Raum ein. Alle Vermittlungsversuche scheiterten. Nach vielen Abklärungen mit dem Jugendamt sagten sie uns, wir sollen einen Wohnraum für Haile mieten. Da dieser Jugendliche jedoch noch jemanden um sich brauchte, willigten wir nicht ein. Wir überzeugten das Jugendamt, dass Haile vorübergehend bei Bright Future wohnen dürfe (sonst ist es nicht erlaubt, dass jemand in den Räumen von Bright Future wohnt!). Seither wohnt Haile bei Bright Future, da sich trotz diversen Versuchen keine andere Lösung aufgetan hat. Hinter dem Haus haben wir mal Duschkabinen mit Wellblech gebaut. Da wir diese nicht mehr benutzen, hat Haile nach der Matur zwei Kabinen miteinander verbunden, die Wellblechwände mit Karton verkleidet und sich dort eingenistet. Es ist sehr eng, aber er hat endlich wieder einen Ort der Privatsphäre, wo er sich jederzeit auch zurückziehen kann. Es ist gut, dass Haile bei uns wohnt. Mit unserem Direktor hat er einen Vater und wir können ihn beraten und ihm zur Seite stehen in verschiedenen Situationen.
Gebrehiwot (Name geändert) wird durch Ethiopiaye mit einer Studentenpatenschaft unterstützt.
Dieser Laptop ist Gebrehiwot's täglicher Begleiter und Helfer. Er kommt aus einer sehr armen Familie aus dem Süden. Der Vater starb vor sieben Jahren, seither zieht die Mutter die neun Kinder alleine auf. Sie überlebten und leben dank Unterstützung einer Sponsorin. Gebrehiwot hat 2019 die zweitbeste Matura in seiner Stadt gemacht und bekam dank seines guten Resultates einen Studienplatz an der Addis Ababa University. Er studiert Management und ist nun im dritten Jahr. Ohne Laptop hätte er seine Ausbildung nach dem ersten Semester nicht weitermachen können!
Gebrehiwot ist unbeschreiblich dankbar, dass er studieren kann. Er hat nicht nur grosse Zukunftspläne, sondern seine Performance zusammen mit seiner Sozialkompetenz sind auch vielversprechend.