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1. Überblick
Die Grippe (Influenza) ist eine plötzliche, im Winter gehäuft auftretende Viruserkrankung, die sehr unterschiedlich ablaufen kann: Ein milder Verlauf ist ebenso möglich wie eine gefährliche, lebensbedrohende Grippeerkrankung.
Die Grippe-Symptome ähneln anfangs den Anzeichen einer Erkältung (grippaler Infekt), da auch für Erkältungen mehrheitlich Viren verantwortlich sind. Unterschiede zeigen sich im Verlauf und in der Schwere der Erkrankung.
Typisch für die echte Grippe ist ein heftiger und plötzlicher Beginn. Nach der Übertragung der Grippeviren dauert es nicht lange, bis sich die Infizierten deutlich krank fühlen: Die Inkubationszeit von Grippe beträgt nur wenige Stunden bis drei Tage. Schon während dieser Zeit (also nach der Ansteckung mit dem Grippevirus, aber bevor die ersten Influenza-Symptome auftreten) sind die Betroffenen ansteckend. Nach dem Ausbruch der Grippe besteht die Ansteckungsgefahr dann noch etwa drei bis fünf Tage weiter (bei Kindern bis zu sieben Tage).
Der Ausbruch der Virusgrippe ist dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Symptome gleichzeitig und intensiver auftreten als bei einer Erkältung. Typische Anzeichen für Grippe sind:
Das bei einer echten Grippe hohe Fieber von mehr als 39 Grad Celsius kann über Tage anhalten. Darüber hinaus verursacht die Influenza oft folgende Symptome:
- Schüttelfrost
- Kopfschmerzen
- Gliederschmerzen
- Rückenschmerzen
- Muskelschmerzen
- Luftnot
- massive Erschöpfung
Der Zustand der Betroffenen ist durch die Grippe stark geschwächt, so dass Bakterien ein leichtes Spiel haben: Daher entstehen bei einer Virusgrippe oft mehr oder weniger gleichzeitig bakterielle Infektionen, wodurch sich die Beschwerden zusätzlich verstärken. So kann es bei einer Influenza zum Beispiel zu Entzündungen des Nervensystems und Lungenentzündungen kommen.
Eine unkomplizierte Grippe ist im Allgemeinen nach einer Dauer von ein bis zwei Wochen ausgestanden. Im Vergleich zur Gesamtzahl der Grippefälle ist der Anteil der tödlich verlaufenden Influenza eher gering. Doch vor allem bei Kleinkindern, älteren Menschen und solchen mit einer chronischen Lungenerkrankung oder einem geschwächten Immunsystem kann die Virusgrippe tödlich enden. In der Schweiz sterben während einer Grippesaison jährlich bis zu 1500 Menschen an den Folgen einer Grippe. Daher ist eine Influenza nie als harmlos anzusehen.
Antibiotika sind bei virusbedingten Erkrankungen wirkungslos. Daher sind sie bei einem grippalen Infekt (Erkältung) ebenso wie bei Grippe zur Behandlung nicht oder nur bei zusätzlichen bakteriellen Infektionen (Zweitinfektionen oder Superinfektionen) geeignet. Zur eigentlichen Influenza-Therapie kommen bestimmte Mittel infrage, die gegen die Grippe-Erreger wirken: sogenannte Virostatika (z.B. Neuraminidasehemmer). Ausserdem können bei Grippe verschiedene Massnahmen und Hausmittel die Beschwerden lindern – zum Beispiel schmerzlindernde und fiebersenkende Medikamente, Bettruhe, viel heisser Tee, Gurgeln und Inhalieren.
Eine Grippe (Influenza) ist eine akut auftretende, fieberhafte, durch Viren hervorgerufene Infektionskrankheit.
Die Bezeichnung Grippe leitet sich von dem französischen Begriff grippe her und bedeutet Grille oder Laune. Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die Virusgrippe den Menschen plötzlich und launenhaft befällt. Die seit dem 18. Jahrhundert gebräuchliche Bezeichnung Influenza stammt von dem gleichbedeutenden italienischen Begriff influenza ab, der wörtlich Beeinflussung oder Einfluss bedeutet und in diesem Fall den Einfluss der Sterne beschreibt: Früher glaubte man, dass bestimmte Sternenkonstellationen Krankheiten, Seuchen und Ähnliches verursachen können.
Anders als ein grippaler Infekt, eine Erkältungskrankheit, ist die Grippe eine ernste Erkrankung, die häufig mit Komplikationen verbunden ist und zum Tod führen kann. Während einer gewöhnlichen Grippesaison ist in der Schweiz mit ungefähr 1500 Todesfällen zu rechnen. Die Influenza tritt saisonal in Epidemien auf, das heisst gehäuft zu einer bestimmten Zeit an bestimmten Orten. In grösseren Zeitabständen von mehreren Jahren bis Jahrzehnten sind länderübergreifende beziehungsweise weltweite Ausbreitungen, sogenannte Pandemien, zu beobachten.
Historisches
Die Grippe (Influenza) stellte als Pandemie mehrfach ein schwerwiegendes historisches Geschehen dar. Die schwerste bekannte Grippe-Pandemie war die Spanische Grippe von 1918/1919, die ihren Ursprung vermutlich 1918 in einem Soldatencamp im amerikanischen Staat Kansas hatte. Es ist anzunehmen, dass die Virusgrippe mit amerikanischen Truppentransporten nach Frankreich gelangte und sich von dort aus weiter nach Spanien verbreitete. Da die ersten Nachrichten über die Grippe-Pandemie aus Spanien kamen, erhielt sie die Bezeichnung Spanische Grippe. Damals waren weltweit etwa 500 Millionen Menschen von der Viruserkrankung betroffen. Wahrscheinlich starben etwa 25 bis 40 Millionen Menschen an der Spanischen Grippe, wobei die Todesopfer vor allem jüngere Menschen im Alter von 20 bis 30 Jahren und überwiegend Frauen waren. Vergleichsweise milder verlief die Asiatische Grippe im Winter 1957/1958 mit etwa 1 bis 1,5 Millionen Todesopfern. Die Hongkong-Grippe (1968/1969) forderte zusammen mit der Russischen Grippe von 1977 etwa 1,5 Millionen Tote.
Die jüngste Grippe-Pandemie geht auf das Konto der sogenannten Schweinegrippe (auch Neue Grippe oder Neue Influenza A/H1N1 genannt): Sie trat erstmals im April 2009 in Mexiko auf und hat sich seitdem in der ganzen Welt verbreitet. Mit bislang knapp über 18.000 registrierten Todesfällen weltweit verlief diese Pandemie jedoch vergleichsweise milde. Im August 2010 erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Pandemie offiziell als beendet.
Erreger
Eine Grippe (Influenza) hat als Ursachen bestimmte Erreger: sogenannte Influenzaviren der Typen A, B und C. Vor allem die Influenzaviren vom Typ A und B können beim Menschen zu schweren Atemwegserkrankungen führen. Das Influenzavirus vom Typ C verursacht bei Erwachsenen selten und bei Kindern gelegentlich milde Erkrankungen.
Klassifikation
Die Influenzaviren vom Typ A und B sind demnach die wichtigsten Grippe-Ursachen. Beide Erreger besitzen Oberflächenmerkmale, nach denen sich ihre Klassifikation richtet:
Die Influenzaviren vom Typ A und B haben an ihrer Oberfläche sogenannte Spikes aus verschiedenen Eiweissen (Glykoproteine, Hämagglutinin und Neuraminidase), die unterschiedlich ausgeprägt sind und deren Kombination die Klassifizierung ermöglicht. Bisher sind 16 verschiedene Hämagglutinine (H) und neun verschiedene Neuraminidasen (N) bekannt. Während man die Influenza-A-Viren in Typen und Subtypen (wie H1N1, H2N2, H3N2 oder H5N1) unterteilt, unterscheidet man bei den Influenza-B-Viren nur den Typ, ohne sie weiter in Subtypen zu unterteilen. So ist für die Spanische Grippe ebenso wie für die Neue Grippe (sog. Schweinegrippe) beispielsweise der Influenza-A-Subtyp H1N1 verantwortlich, für die Asiatische Grippe H2N2 und für die Hongkong-Grippe H3N2.
Genetische Variabilität
Das Influenzavirus vom Typ A verursacht immer wieder grössere Ausbrüche von Grippe (Influenza). Die Ursachen hierfür sind darin zu finden, dass der Erreger eine sehr veränderliche Erbanlage besitzt: Diese sogenannte genetische Variabilität ermöglicht es dem Grippevirus, unsere Immunabwehr immer wieder zu überwinden.
Die genetische Variabilität der Grippe-Erreger hat ihre Ursachen darin, dass die unterschiedlich ausgeprägten Eiweisse an der Virusoberfläche verschiedene Neukombinationen miteinander bilden (Antigen-Shift), aber auch ihre jeweilige Struktur verändern können (Antigen-Drift). Dies führt dazu, dass jedes Jahr eine neue Variante des Influenza-A-Virus auftaucht. Daher ist es notwendig, jedes Jahr einen neuen Impfstoff für die Grippeimpfung herzustellen, weil frühere Grippeerkrankungen keine Immunität gegen die neue Variante der Grippe-Erreger bieten.
Die in Abständen von 2 bis 3 Jahren auftretenden Grippe-Epidemien (eine Epidemie ist ein gehäuftes Auftreten in begrenztem Gebiet und Zeitraum) haben ihre Ursachen im Antigen-Drift beim Influenza-A-Virus, während der Antigen-Shift für die etwa alle 10 bis 20 Jahre auftretenden Grippe-Pandemien (eine Pandemie ist eine auf grosse Gebiete übergreifende Epidemie) verantwortlich ist. Influenzaviren der Typen B und C machen sich eher in vereinzelten Fällen von Grippe bemerkbar.
Ansteckung
Die Ansteckung mit Grippe (Influenza) kann verschiedene Ursachen haben: Für die Übertragung der Influenzaviren kann zum einen die sogenannte Tröpfcheninfektion verantwortlich sein: Hierbei erfolgt die Ansteckung durch Niesen, Husten und Sprechen. Zum anderen kann ein direkter Kontakt mit Infizierten dazu führen, dass man sich mit Grippe ansteckt, zum Beispiel beim Händeschütteln oder Küssen. Die Viren besiedeln die Schleimhäute der oberen Atemwege.
Inkubationszeit
Bei der Grippe (Influenza) beträgt die Inkubationszeit (d.h. die Dauer von der Ansteckung mit dem Grippevirus bis zum Auftreten erster Grippe-Symptome) wenige Stunden bis drei Tage. Wer sich mit dem Virus infiziert hat, ist schon während der Inkubationszeit ansteckend – also auch, wenn noch keine Anzeichen für eine Grippe aufgetreten sind. Eine Ansteckung ist in der Regel noch drei bis fünf Tage nach dem Ausbruch der Virusgrippe möglich. Kinder können das Grippevirus sogar bis zu sieben Tage nach dem Auftreten der Symptome weitergeben.
Eine Grippe (Influenza) kann sich durch sehr unterschiedliche Symptome äussern: Es sind schwache oder wenige Anzeichen einer Erkrankung bei milden Verläufen bis hin zu schwerwiegenden Symptomen mit tödlichem Ausgang möglich. Eine Grippe beginnt gewöhnlich ein bis drei Tage nach der Infektion. Während dieser Zeit vermehren sich die ursächlichen Influenzaviren (meist das Influenzavirus vom Typ A) in den Schleimhautzellen des Nasen-Rachen-Raums.
Anfangs ähneln die Grippe-Symptome den Anzeichen einer Erkältung (sog. grippaler Infekt). Anders als bei einer Erkältung setzt die echte Virusgrippe jedoch typischerweise sehr plötzlich – meistens ohne Vorzeichen – ein. Ausserdem treten bei der Influenza mehrere Symptome gleichzeitig und intensiver auf als bei Erkältungen.
Ein plötzliches hohes Fieber mit Temperaturen von mehr als 39 (bis zu 41) Grad Celsius gehört zu den ersten Anzeichen der Grippe – zusammen mit einem Schnupfen (Rhinitis) und einer Rachenentzündung (Pharyngitis). Das hohe Fieber kann tagelang anhalten. Durch die Vermehrung der Influenzaviren in den oberen Atemwegen entwickeln sich bei einer Grippe zusätzlich folgende Symptome:
Weitere häufige Grippe-Symptome sind:
- Schüttelfrost
- Schweissausbrüche
- starke Kopfschmerzen
- Muskelschmerzen
- Gliederschmerzen
- Übelkeit
- Appetitlosigkeit
Die Betroffenen sind infolge der Virusgrippe stark geschwächt. Daher können sich bei einer Grippe leicht bakterielle Infektionen entwickeln, was die Symptome zusätzlich verstärkt. So treten zum Beispiel bei einer Influenza oft mehr oder weniger gleichzeitig Entzündungen des Nervensystems und Lungenentzündungen auf.
Bei einer Grippe (Influenza) erfolgt die Diagnose anhand einer körperlichen Untersuchung und der Angaben der Betroffenen. Dabei stellt der Arzt zunächst fest, ob eine gewöhnliche Erkältung (grippaler Infekt) vorliegt: Im Gegensatz zur Erkältung beginnt die echte Grippe sehr plötzlich, wobei mehrere Symptome gleichzeitig und intensiver auftreten als bei einer Erkältung. Mindestens zwei der vier Kriterien – akuter Beginn, Husten, Fieber und Schmerzen – sprechen für eine Grippe.
Ist bekannt, dass sich Grippeviren in der Region ausbreiten beziehungsweise eine Grippewelle grassiert, erhöht dies die Sicherheit der Grippe-Diagnose. In dem Fall ist unter Umständen eine sofortige Behandlung ratsam, die auf die Ursachen der Grippe abzielt, ohne weitere Untersuchungsergebnisse abzuwarten. Bei bisher unkompliziertem Verlauf der Influenza kann man auf eine Labordiagnostik verzichten. Nur wenn Anzeichen für eine schwere Erkrankung vorliegen oder Komplikationen auftreten, sind Laboruntersuchungen notwendig.
Ist der Krankheitsverlauf ungewöhnlich lang, sind Lungenerkrankungen im Vorfeld bekannt oder besteht der Verdacht auf eine Lungenentzündung (Pneumonie), sind eine Röntgenaufnahme vom Brustkorb und eine Blutabnahme für die Laboruntersuchungen zur weiteren Diagnose hilfreich. Nur in Ausnahmefällen (z.B. bei vorbestehender Lungenerkrankung) ist es nötig, den Speichel der Betroffenen bei Verdacht auf eine Erkältung oder bei einer möglichen Grippe zu untersuchen. Um abzuklären, ob eine andere Krankheit der Atemwege vorliegt, kann ausserdem eine Lungenfunktionsprüfung, eine Bronchoskopie oder Computertomographie zum Einsatz kommen.
Bei einer Grippe (Influenza) kann es zur Therapie ausreichen, die bestehenden Symptome zu lindern. Unter bestimmten Umständen ist es jedoch bei einer Virusgrippe ratsam, die ursächlichen Grippeviren durch entsprechende Medikamente zu bekämpfen – und zwar dann, wenn:
- der Verdacht auf eine schwer verlaufende Grippe besteht oder
- Sie ein erhöhtes Risiko für einen schweren Grippe-Verlauf haben, weil Sie zum Beispiel:
- schwanger oder
- schon älter sind oder
- eine chronische Herzerkrankung,
- eine chronische Lungenerkrankung,
- eine Stoffwechselerkrankung (z.B. Diabetes mellitus) haben oder
- Ihr Immunsystem geschwächt ist.
Virostatika
Wenn Sie eine schwere Grippe (Influenza) oder ein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, ist eine Therapie ratsam, die gegen die ursächlichen Influenzaviren angeht. Hierzu erhalten Sie entsprechend gegen Viren wirkende Medikamente: sogenannte Virostatika. Diese Mittel sind jedoch nur dann gegen Grippe erfolgreich, wenn die Behandlung so schnell wie möglich (innerhalb der ersten 48 Stunden nach Ausbruch der Virusgrippe) beginnt.
Zur Gruppe der Virostatika zählen unter anderem die Neuraminidasehemmer. Die Wirkungsweise der Grippe-Behandlung mit Neuraminidasehemmer besteht darin, dass sie die weitere Ausbreitung des Grippevirus im Körper hemmt. Wirksam ist diese Therapie gegen die Influenzaviren vom Typ A und B, nicht jedoch gegen Typ C.
Gegenwärtig stehen für ursächliche Grippe-Therapie die Virostatika Zanamivir und Oseltamivir zur Verfügung. Zanamivir erhalten Sie als Pulver, das Sie inhalieren müssen. Bei diesem Grippemittel kommt es in seltenen Fällen zu krampfartigen Verengungen der Atemwege (Bronchospasmen) – vor allem bei Menschen mit einer chronischen Lungenerkrankung. Oseltamivir nehmen Sie über den Mund ein. Die Grippe-Behandlung mit Oseltamivir löst in etwa jedem zehnten Fall Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt aus (v.a. Übelkeit und Erbrechen).
Ein älteres gegen Grippe wirksames Virostatikum ist der Wirkstoff Amantadin, der nicht zu den Neuraminidasehemmern, sondern zu den zyklischen Aminen gehört und nur für die Therapie von Influenza-A-Virusinfektionen geeignet ist. Amantadin kann die Dauer von Fieber um einen Tag verkürzen. Allerdings hat die Grippe-Behandlung mit diesem Mittel nicht unerhebliche Nebenwirkungen (z.B. Durchfall, Depression, epileptische Anfälle).
Antibiotika
Bei der gegen virusbedingte, akute Atemwegsinfektionen wie der Grippe (Influenza) eingesetzten Therapie sind Antibiotika nur von geringem oder völlig ohne Nutzen. Liegt neben der Grippe allerdings zusätzlich eine bakterielle Infektion (sog. Zweitinfektion oder Superinfektion) vor, ist es notwendig, diese entsprechende antibiotisch zu behandeln. Vor allem wenn im Verlauf der Grippe Komplikationen wie eine bakterielle Lungenentzündung auftreten, macht dies eine unverzügliche Antibiotika-Behandlung nötig.
Sonstige Medikamente
Bei einer leicht verlaufenden Grippe können Sie zur Therapie auf Mittel gegen Viren oder sonstige verschreibungspflichtige Medikamente verzichten und auf andere Mittel zurückgreifen: So können Sie die Symptome der Grippe durch schmerzlindernde und fiebersenkende Medikamente (z.B. Mittel, die Acetylsalicylsäure enthalten) behandeln. Neben den Schmerzmitteln können je nach Symptomatik auch Hustensäfte und Nasentropfen hilfreich sein. Ausserdem helfen auch allgemeine Massnahmen (Hausmittel), die Beschwerden bei Grippe zu lindern.
Behandlung bei Kindern
Die bei Erwachsenen gegen Grippe (Influenza) eingesetzte Therapie unterscheidet sich in einem wichtigen Punkt von der Behandlung bei Kindern: Kinder mit viralen Infekten wie einer Grippe dürfen keinesfalls Salicylate (wie ASS o.Ä.) erhalten, da sie hierdurch ein Reye-Syndrom entwickeln können. Das Reye-Syndrom ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, in deren Verlauf es zu diffusen Hirn- und Leberschäden kommt. Während man die Erkrankung im Frühstadium noch heilen kann, führt sie voll entwickelt in etwa 70 Prozent der Fälle zum Tod. Wenn Ihre Kinder dauerhaft Salicylate einnehmen, ist es deshalb wichtig, dass Sie sie regelmässig gegen Grippe impfen lassen.
Allgemeine Empfehlungen
Bei einer Grippe (Influenza) können Sie die Therapie unterstützen, indem Sie ein paar allgemeine Empfehlungen beachten: So sind in der akuten Phase der Grippe zusätzlich zur medikamentösen Behandlung dringend einige Tage Bettruhe zu empfehlen. Auch nach der akuten Erkrankungsphase ist es wichtig, sich körperlich zu schonen (so ist es wichtig, dass Sie die Grippe völlig auskurieren, bevor Sie wieder Sport treiben). Inhalieren mit Kamille oder Salzlösungen ist gut für die Atemwege. Gurgeln und heisse Getränke lindern eine mögliche Rachenentzündung (Pharyngitis). Bei Entzündungen und vor allem bei Fieber ist es wichtig, dass Sie ausreichend trinken (pro Tag mindestens zwei bis drei Liter Wasser, Früchtetee oder Fruchtsäfte), da der Körper während der Krankheit viel Flüssigkeit verliert. Ausserdem ist es ratsam, auf Alkohol, Kaffee oder schwarzen Tee zu verzichten.
Bei einer Grippe (Influenza) kann der Verlauf sehr unterschiedlich sein: Es sind milde und unkomplizierte, aber auch schwerwiegende Verläufe mit tödlichen Ausgang möglich. Dabei ist der Anteil der tödlich verlaufenden Grippefälle eher gering. Dennoch ist eine Grippe nie als harmlos anzusehen. Vor allem Kleinkinder, ältere Menschen und solche mit einer chronischen Lungenerkrankung oder Immunschwäche haben ein erhöhtes Risiko, eine schwere Grippe zu entwickeln.
Bei einem typischen Grippe-Verlauf treten die ersten Beschwerden ein bis fünf Tage nach der Infektion mit dem Grippevirus auf. Häufig ist das erste Anzeichen einer Grippe ein plötzliches und hohes Fieber. In den überwiegenden Fällen sind die Betroffenen nach etwa sechs Tagen wieder fieberfrei. Der gleichzeitig auftretende Husten, Schnupfen (Rhinitis) und ein allgemeines Schwächegefühl können jedoch noch ein bis zwei Wochen länger andauern.
Die bei Grippe entstehende Schleimhautschädigung kann bakterielle Zweitinfektionen (Superinfektionen) nach sich ziehen, die im weiteren Verlauf unter Umständen zu Komplikationen und Todesfällen führen können. Gelingt es, diese durch rechtzeitige Behandlung zu vermeiden, ist eine unkomplizierte Grippe nach einer Dauer von etwa ein bis zwei Wochen ausgestanden.
Komplikationen
Bei einer Grippe (Influenza) entwickeln sich im weiteren Verlauf grösstenteils dann Komplikationen, wenn zusätzlich bakterielle Infektionen hinzukommen. Vor allem Bakterien wie Haemophilus influenzae, Staphylokokken, Streptokokken und Pneumokokken sind für diese bei Grippe relativ häufigen Zweitinfektionen verantwortlich. Nachfolgend kommt es zu einer Lungenentzündung, Mittelohrentzündung (Otitis media) oder Entzündung des Herzmuskels. So können durch eine gleichzeitig mit Grippe auftretende Lungenentzündung beispielsweise Lungenabszesse entstehen. Dies kann schwere Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems auslösen, wie Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz, Lungenödem, einen Kreislaufschock oder eine lebensbedrohliche Gehirnentzündung (Enzephalitis).
Welche Auswirkungen bakterielle Zweitinfektionen bei einer Grippe haben, hängt in starkem Masse vom Gesundheitszustand der Betroffenen ab. Kleinkinder, ältere Menschen, Frauen während der Schwangerschaft sowie Menschen mit geschwächter Immunabwehr oder chronischen Atemwegserkrankungen haben ein besonders hohes Risiko für einen schweren Grippe-Verlauf mit Komplikationen.
Einer Grippe (Influenza) können Sie am besten durch eine Grippeschutzimpfung vorbeugen. Da die Influenzaviren ständig ihre Struktur ändern und Sie deshalb in der nächsten Grippesaison nicht mehr ausreichend geschützt sind, ist es ratsam, die Impfung jährlich erneuern zu lassen. Die empfohlenen Impfstoffe stellen eine Mischung dar, die gegen verschiedene Grippeviren wirksam sind. Der aktuelle Grippeimpfstoff enthält auch Teile des Schweinegrippe-Virus und kann deshalb auch vor der Schweinegrippe (bzw. Neue Grippe) schützen.
Die Grippeimpfung erfolgt am besten vor Beginn der Grippesaison, vorzugsweise im Zeitraum von Oktober bis November. Mit der Impfung gegen Grippe kann man bei bis zu 90 Prozent der Geimpften einer Erkrankung wirksam vorbeugen oder aber zumindest einen milden, komplikationsarmen Verlauf der Influenza erreichen. Ein grippaler Infekt (Erkältung) lässt sich durch eine Grippeschutzimpfung allerdings nicht verhindern.
Für folgende Personengruppen kann eine vorbeugende Impfung gegen Grippe sinnvoll sein:
- für Personen über 60 Jahre
- für Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel (bei erhöhter Gesundheitsgefahr wegen einer anderen Grunderkrankung ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel)
- für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung infolge eines Grundleidens wie chronische Lungen-, Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten, chronischen neurologischen Erkrankungen wie multiple Sklerose, Immunschwäche, HIV-Infektion
- für Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen
- für Menschen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko, zum Beispiel medizinisches und pflegendes Personal, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr
- für jeden, wenn (aufgrund von Erfahrungen in anderen Ländern) eine Grippeepidemie oder ein neuer Virustyp zu erwarten ist und hierfür schon ein Impfstoff zur Verfügung steht
Wenn Sie die Impfung gegen Grippe verpasst haben, eine Schutzimpfung nicht möglich ist oder die Impfstoffe von den aktuell in Umlauf befindlichen Viren abweichen, kann eine Influenza-Prophylaxe mit Neuraminidasehemmern erfolgen. Besonders nach Kontakt mit Menschen, die schon an Grippe erkrankt sind, empfiehlt es sich, die Medikamente vorbeugend einzunehmen. Allerdings ist zum Vorbeugen von Grippe die Impfung die Massnahme der ersten Wahl.
Wenn Sie schon eine Grippe haben, können Sie ihrer Ausbreitung vorbeugen, indem Sie eine Ansteckung Ihrer Mitmenschen und somit neue Grippefälle vermeiden. Dazu ist es wichtig, dass Sie:
- beim Niesen und Husten Ihre Nase und Ihren Mund bedecken (dabei nicht in die nackte Hand husten oder niesen, sondern z.B. in die Armbeuge),
- sich regelmässig die Hände waschen,
- statt Stofftaschentüchern Papiertaschentücher verwenden und
- benutzte Einweg-Papiertaschentücher direkt entsorgen.
Pneumokokken-Schutzimpfung
Neben der Impfung gegen Grippe (Influenza) ist für bestimmte Personengruppen eine Pneumokokken-Schutzimpfung empfehlenswert, die einer Lungenentzündung durch Pneumokokken wirksam vorbeugen kann. Die Pneumokokken-Schutzimpfung ist wichtig für:
- Menschen ab dem 60. Lebensjahr
- Säuglinge bis zum 24. Lebensmonat
- Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer schweren Grunderkrankung