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Die Kirche Don Bosco gehört zu einer der beiden Personalpfarreien von Zürich, zur Missione Cattolica di Lingua Italiana. Einst aufgrund dramatischer sozialer Umstände entstanden, ist Don Bosco heute die Heimat der Gläubigen, die selber aus Italien und dem Tessin nach Zürich eingewandert sind, oder derer Nachfahren.
|Patrozinium||Hl. Don Bosco|
|Baujahr||1952|
|Architekt||Attilio Calegari|
|Zuständigkeit||Italienischsprachige Katholiken|
|Quartier
||Zürich-Aussersihl|
Geschichte
Geprägt durch die seit den 1860er Jahren starke Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte – vor allem von Italienern, die im Bau und bei der Eisenbahn tätig waren – hatte Aussersihl um 1888 ca. 20’000 Einwohner. Die Mentalität der italienischen Einwanderer führten zu sozialen Spannungen und Auseinandersetzungen mit jungen Schweizern, den sogenannten «Italiener-Krawallen» von 1896. Als Reaktion auf diese Auseinandersetzungen gründete die Kongregation der Salesianer 1898 die «Missione Zurigo». Am 24. März 1901 weihte die «Società ausiliare italiana» an der Hohlstrasse ein Gebäude mit einer Kapelle ein. Am 17. März 1903 erhob Bischof Johannes Fidelis Battaglia die Missione zur Personalpfarrei für die Immigranten italienischer Sprache.
Die heutige Kirche wurde 1951/1952 von Attilio Calegari erbaut. Die Grundsteinlegung fand am 4. November 1951 statt, die Einweihung durch Bischof Christian Caminada am 2. November 1952. 1979/1980 wurde die Kirche von Karl Higi renoviert. Das neue, mehrgeschossige Pfarreizentrum konnte am 26. Oktober 1985 eingeweiht werden. In den Jahren 2005 und 2016 wurde die Kirche erneut renoviert.
Architektur & Kunst
Von aussen präsentiert sich Don Bosco als ausgesprochen bescheidenes Gotteshaus ohne Turm und Geläut. Einzig der Hochchor signalisiert mit seiner leicht geschwungenen Aussenwand, der Fensterrosette und dem Kreuz auf dem ebenfalls leicht geschwungenen Giebel den sakralen Charakter.
Der Innenraum besteht aus einem schlichten Längsschiff und einem erhöhten, leicht geschwungenen Chor. Architektonisch erinnern die Pfeiler und die mit Ornamenten masswerkartig gestalteten Platten in der Decke an die Betongotik von Pfammatter und Rieger. Die Wände des Gotteshauses sind im unteren Bereich mit Marmor ausgestattet, der dem Kirchenbau eine schlichte Eleganz verleiht.
Reichhaltiger ist die künstlerische Ausstattung der Kirche. Die Fensterrose im Chor besitzt ein Buntglasfenster mit der Apotheose des Hl. Don Bosco. Im Kirchenschiff befinden sich an den Wänden der Längsseite unter den Kirchenfenstern je drei Gemälde, die Szenen aus dem Leben des Hl. Don Bosco darstellen. Verdeutlicht wird in diesen Szenen die Abkehr Don Boscos von der in seiner Zeit vorherrschenden repressiven Erziehung hin zu einer Pädagogik der Menschlichkeit, des Vertrauens und der Nächstenliebe. Die Wahl ihres Gründervaters zum Kirchenpatron lag für die Zürcher Salesianer nahe, war aber auch als Programm gedacht: Don Bosco sollte den aus dem Süden Zugewanderten als Vorbild vor Augen gestellt werden.