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Roving
Roving
Rovings sind Bündel aus tausenden Glasfilamenten,
die durch einen Binder (Schlichte) zusammengehalten
werden. Je nach der Anzahl der Einzelfilamente
ergeben sich Rovings mit unterschiedlicher Garnfeinheit,
die in tex angegeben wird (tex = g / 1000 Meter).
Durch die Wahl der Schlichte wird einerseits die
Verarbeitbarkeit beeinflusst, wie z. B. Schneidbarkeit,
Tränkungsgeschwindigkeit und Entlüftung. Die Schlichte
ist aber auch das Bindemittel zwischen Glasfaser
und Harzmatrix und hat daher wesentlichen Einfluss
auf die statische und dynamische Festigkeit und auf
das Ermüdungsverhalten des Composite-Bauteils.
Assemblierter Roving:
Die im Düsenspinnverfahren hergestellten Glasfilamente
(siehe auch Seite 10) werden zu sogenannten
"Strands" gebündelt und auf einer Mutterspule, "Cake"
genannt, aufgewickelt. Die Feinheit der Strands beträgt
zwischen 30 und 80 tex. In einem zweiten
Prozess werden eine bestimmte Anzahl Strands zu
einem Roving zusammengeführt (assembliert)
und auf die endgültige Spulengröße aufgewickelt. Da
die Bündel nicht miteinander verklebt sind, fächert
sich der Roving bei der Verarbeitung sofort in die einzelnen
Strands auf. Die Feinheit der Strands beeinflusst
die Imprägnierbarkeit, das Entlüftungsverhalten,
aber auch die Oberflächenqualität des Bauteils.
Assemblierte Rovings werden überwiegend in Schneidverfahren
eingesetzt, wie z. B. im Faserspritzen, oder
für die Herstellung von Schnittglas.
Direktroving:
Werden die geschlichteten Filamente nach dem
Ziehen direkt zur Endstärke gebündelt und aufgespult,
spricht man von Direktroving. Alle Filamente haben
die gleiche Spannung. Diese Eigenschaft qualifiziert
Direktrovinge im Besonderen für die Weiterverarbeitung
in Web-, Flecht- und Legeprozessen, sowie für
das Wickel- und das Strangziehverfahren (Pultrusion).