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Plünderetä aufs Obersäss
(Milchbetrieb bis 1963)
Auf vielen Alpen musste, dem Gras folgend, vom unteren auf ein oberes Säss gezügelt werden. Für die Zeit vom 20. Juli bis 15. August zügelte man auf der Alp Schrina jedes Jahr mit ca. 50 Kühen, Schweinen und 40 Stück Galtvieh (Vieh, das keine Milch produziert) von der Alp Schrina aufs Obersäss.
Sämtliches Milchgeschirr inkl. Mutteln* musste am Tag der Plünderetä aufs Obersäss. Früher wurde auf vielen Alpen bei jedem Wetter unter freiem Himmel gemolken, auch auf dem Obersäss, wo aus der Milch Käse und Butter hergestellt wurde.
Der Transport der Milchprodukte erfolgte drei bis vier Mal pro Woche mit einem hölzernen Rückentraggestell, dem «Räff», beladen mit Käse und Butter runter auf Alp Schrina in den Keller, was manchen schweren «Träg» (Last, die auf einmal getragen werden kann) bedeutete.
* Flaches weites Holzgefäss, in dem die Milch stehen gelassen wurde. Der Rahm sammelte sich an der Oberfläche und konnte zur Weiterverwendung abgeschöpft werden.