Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03398.jsonl.gz/1092

“Daring Greatly” by Brené Brown
Falls du den TED talk von Brené Brown über Verletzlichkeit noch nicht gesehen hast, solltest du nun wohl zu Youtube springen und genau das tun. Die 12 Millionen Klicks weltweit sprechen für sich - sie haben das Video auf die Liste der meistgeschauten Beiträge von TED platziert, und das über die letzten 9 Jahre. Vermutlich kommt genau das dabei heraus, wenn man über etwas spricht das jeder selbst erfährt und doch nicht bereit ist, es zuzugeben oder sich darüber auszutauschen. Anonym hinter einem Bildschirm zu bleiben während sich andere verletzlich zeigen ist etwas fest Eingearbeitetes in unsere derzeitige digitale Kultur. Doch der Grund warum Brown einen Nerv mit ihrer Rede traf, ist folgender: Verletzlichkeit ist nicht nur ein Gefühl das uns unangenehm ist, es ist auch die Wiege von Empfindungen wie Liebe, Zugehörigkeit und Glück. Verletzlichkeit bedeutet die Gewissheit, dass sobald man sich zu etwas bekennt oder stark in etwas investiert, normalerweise ein grösseres Gefühl folgt, und zwar entweder überwältigendes Glück oder unfassbarer Kummer.
Es ist die Angst vor Letzterem, die es uns verwehrt unsere eigene Verletzlichkeit zu erfahren und zuzulassen. Brown möchte uns dazu ermutigen, über diese Angst hinweg zu kommen. Sie bezieht sich deshalb auf eine Rede von Roosevelt aus 1910, welche sie sehr zum Schreiben des Buches inspiriert hat: “Nicht der Kritiker zählt; nicht derjenige, der darauf aufmerksam macht, wie der Starke fällt oder wo der, der anpackt, es besser hätte machen können. Die Anerkennung gebührt dem, der tatsächlich in der Arena steht, [...] und der, im schlimmsten Falle, sollte er scheitern, zumindest bei einem kühnen Versuch scheitert”
Bevor du dich jetzt abwenden willst mit dem Gedanken “jaja, dieser emotionale Kram ist super - aber wie hilft das jetzt mir und meinem Business?!” Geduld. Wir kommen noch dazu.