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Die Regeln im Muay Thai
Rundenzeiten
A-Klasse 5 x 3 Minuten, Pause 1.5 Minute
B-Klasse 5×2 Minuten, Pause 1 Minute
C-Klasse 3×2 Minuten, Pause 1 Minute
Verbreitete Gewichtsklassen in Thailand
51-55 kg, 55-57 kg, 57-60 kg, 60-63.5 kg, 63.5-67 kg, 67-71 kg.
Die Thailänder trifft man vorwiegend in den tiefen Gewichtsklassen an.
Die weiteren Gewichtsklassen
71-75 kg, 75-81 kg, 81-86 kg, 86-91 kg, 91-95 kg, +95 kg
Die wichtigsten Regeln im Überblick
Erlaubt sind:
- Schläge mit Fäusten, Ellenbogen, Knien und Beinen
- Clinchen und Werfen
- Schläge in den Rücken und Leistengegend
Verboten sind:
- Schläge in die Genitalien
- Würfe über die Hüfte und Haken stellen
- Griffe welche dem Gegner das Rückgrat brechen
- Bodenkampf
Bewertung der Kämpfe
Die Techniken werden in Thailand vor allem nach ihrer Effizienz beurteilt. Das heisst, Treffer werden gewertet, wenn sie sichtbar Wirkung beim Gegner hinterlassen. Es geht beim also vorwiegend darum effektiv zu sein.
Wird nach einem Amateur Regelwerk bewertet, zählen die unterschiedlichen Techniken. Der Niederschlag wird nicht gewertet. Der Fokus liegt klar auf den gezeigten Techniken.
Wai Kru
Vor jedem Kampf zeigt der Kämpfer den Wai Kru (wörtlich übersetzt den „Trainer grüssen“). Mit diesem traditionellen Ritual stimmt sich der Kämpfer auf den Kampf ein und erweist zugleich dem Trainer, Gym und Familie Respekt. Nie würde ein Kampf ohne Wai Kru stattfinden. Der Kämpfer trägt während dem Wai Kru den Mongkon um den Kopf. Der Mongkon ist ein geflochtenes Band, welches dem Kämpfer Glück bringen soll und von einem Mönch gesegnet wurde. Der Mongkon wird vor dem Kampf vom Trainer oder Manager vom Kopf des Kämpfers genommen. Meistens tragen die Kämpfer auch geflochtene Bänder an den Oberarmen, die „Prajets“. Sie bringen ebenfalls Glück. Während des Wai Kru und des Kampfes spielt immer ein kleines Orchester die traditionelle „Kampfmusik“.
Wettkampf Ausrüstungen
Profi Bereich
Die Ausrüstung eines Kämpfers: Bandagen mit Tape, geschnürte Boxhandschuhe gem. Regelement von 6 bis 10 OZ, Tiefschutz, Knöchelschoner, sowie Mongkon und Prajet. Zum Einlauf in den Ring gehört der „Süa Klum“, ein Mantel oder Umhang.
Amateur Bereich
Die Schutzausrüstung besteht aus: Kopf- und Körperschutz, Ellenbogenschoner, Boxhandschuhen mit Klettverschluss und Schienbeinschoner. Unter dem Körperschutz muss ein konformes Träger T-Shirt getragen werden. Genormte Stoffbandagen ohne Tapeaufbau, sowie Knöchelschöner und Tiefschutz gehören ebenfalls zur Ausrüstung. Für Frauen ist ein Brustschutz vorgeschrieben. Je nach Veranstaltung kann die Ausrüstung varieren.
Kämpfe mit Schutzausrüstungen sind in Thailand und Asien üblich: Schul- und Universitätsmeisterschaften, ASEAN Games (ähnlich den olympischen Spielen, Beteiligung nur asiatischer Länder), Amateur Weltmeisterschaften, etc. Würde Muay Thai olympisch, dann mit Schutzausrüstung wie es aktuell im olympischen Boxen der Fall ist.
Ring
Der Boxring ist etwas Besonderes für Kämpfer, Trainer und Ringrichter. Alle „grüssen“ den Ring vor dem Betreten und Verlassen mit dem Wai. Der Wai drückt den Respekt vor dem Ring aus.
Thailand – Gyms, Kämpfer und das Glücksspiel
Die Thailänder sehen Muay Thai primär als Verdienstquelle an. Mit den Kämpfen verdienen sie ihren Lebensunterhalt, Trainer und Manager verdienen ebenfalls an den Kampfbörsen mit. Finanziert werden so auch die „Khai Muay“. Das sind professionelle Trainingscamps in welchen die Kämpfer trainieren und leben. In Thailand ist das Wetten auf Sport Ereignisse wie z.B. Fussball und natürlich Thaiboxkämpfe sehr populär. Das macht die Kämpfe zusätzlich attraktiv, jeder kann sein Glück versuchen Geld zu gewinnen. Die meisten Spieler sind regelrechte Experten was die Thaibox Szene angelangt, nicht selten sind sie selbst ehemalige Thaiboxer. Eine gute Wette erfordert viel Fachwissen und Insiderkenntnisse. Beispielsweise über die technischen Fähigkeiten der einzelnen Kämpfer, die Vereinbarungen zum Kampfgewicht, die Motivation des Kämpfers etc. Viele Faktoren sind bei solchen Wetten zu berücksichtigen. Dies führt manchmal auch zu unseriösen Machenschaften. Beispielsweise werden Telefonkabel oder Geldstücke in die Bandagen eingelegt oder dem Gegner heimlich Abführmittel verabreicht usw. Wenn es um die eigene Existenz geht, scheinen unlautere Mittel verlockend. Deshalb müssen die Ringrichter besonders streng die Ausrüstung kontrollieren. Spielcasinos sind in Thailand übrigens verboten.