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Das vorliegende Bild zeigt den Ersten Konsul Napoleon Bonaparte (geb. 15.8.1769) in Malmaison. Wenig später, am 8. Mai 1804, erfolgte seine Proklamation zum Kaiser der Franzosen, und fortan bestimmte Napoleon während eines Jahrzehnts die Geschicke Europas. Nach zehnmonatigem Exil auf Elba betrat er am 1. März 1815 bei Cannes wieder den Kontinent und gelangte im Triumphzug nach Paris, das Ludwig XVIII. fluchtartig verlassen hatte. Schlusspunkt der nun anschliessenden "Cent Jours" bildete die Niederlage von Waterloo.
Am Morgen des 18. Juni 1815 hatten 20 km südlich von Brüssel zwei vom Dauerregen triefende, übernächtigte, aber kampfentschlossene Heere Position bezogen. Insgesamt rund 140’000 Mann mit etwa 450 Geschützen; beide Parteien an Regimentern etwa gleich stark. Den Terrainvorteil Wellingtons englisch-hannoveranisch- niederländisch-braunschweigscher Armee egalisierte Napoleon mit einem Übergewicht an Artillerie. Deren Kanonade eröffnete denn auch die Schlacht, eine halbe Stunde vor Mittag. Die Entscheidung fiel gegen fünf Uhr nachmittags, als 45’000 Preussen, das Gros der zwei Tage zuvor bei Ligny geschlagenen Armee des Generalfeldmarschalls Fürst Blücher von Wahlstatt, auf dem Kampfplatz eintrafen. Und gegen neun Uhr abends ging mit dem Untergang des letzten kaiserlichen Gardekarrees auch eine Epoche zu Ende. Gegen 40’000 Soldaten und 10’000 Pferde, Tote, Sterbende und Verwundete bedeckten das Schlachtfeld.
Belle Alliance oder Waterloo? In einem Bulletin vom 19. Juni aus seinem Hauptquartier in Genappe schrieb Blücher: "Die Schlacht fiel in der Nähe einiger einzelner auf der Strasse von hier nach Brüssel gelegener Häuser, "la belle alliance" genannt vor, und einen besseren Namen dieses wichtigen Tages kann es wohl nicht geben." Feldmarschall Herzog von Wellington andererseits taufte die Schlacht nach dem Standort seines Hauptquartiers und erhielt den Titel "Fürst von Waterloo".
Napoleon dankte nunmehr endgültig ab. Am 3. Juli traf er in Rochefort ein – Ziel: die Vereinigten Staaten von Amerika. Da die Briten aber den Hafen blockierten, blieb dem Ex-Kaiser keine andere Wahl, als sich zu ergeben. Via Plymouth brachte man Napoleon auf die Atlantikinsel St. Helena, wo er am 5. Mai 1821 verstarb. Seine letzte Ruhestätte befindet sich seit 1840 im Invalidendom zu Paris.
Vincenz Oertle, Maur
Schweizer Soldat, 10/1997