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Wie abhängig ist die Schweiz vom
Erdöl?
Erdöl ist die mit Abstand wichtigste Primärenergiequelle für die Schweiz,
auch wenn mehr über Atomkraft, Sonnenenergie
oder Wasserkraft geschrieben und debattiert wird. Der Verbrauch von Erdöl, hat vor allem in der
zweiten Hälfte des 20. Jahr-
hunderts sehr stark zugenommen.
Energieverbrauch der Schweiz nach Energieträgern, 1910-2013 Quelle:
Schweizerische Gesamtenergiestatistik 2014.
Die Schweiz deckt zurzeit ihren Energiekonsum zu 43% mit Erdöl, zu 23% mit Atomenergie, zu 12% mit
Wasserkraft und zu
11% mit Erdgas. Unser Land ist daher zu knapp 80% von den nicht erneuerbaren, fossilen
Energieträgern Öl und Gas sowie
der Atomenergie abhängig, aus welcher Bundesrat und Parlament 2011 den Ausstieg beschlossen haben.
Ausserdem ist Erdöl
im Transportbereich und als industrieller Rohstoff schwierig substituierbar.
Anteil der Energieträger am Bruttoenergieverbrauch und Endverbrauch der
Schweiz (2013)
Quelle: Schweizerische Gesamtenergiestatistik 2014.
Die Gefahr eines zukünftigen Mangels an Strom („Stromlücke“) wird heute schon im politischen und
volkswirtschaftlichen
Rahmen diskutiert. Weniger debattiert wird dagegen die Problematik der zukünftigen Verfügbarkeit
von Erdöl und Erdgas,
obwohl zwei Drittel des Endverbrauchs von fossilen Energieträgern bereitgestellt wird und weniger
als ein Viertel durch
Elektrizität. Ausserdem produziert die Schweiz selber kein Erdöl. Unser Öl wird aus instabilen oder
autokratisch regierten
Ländern wie Kasachstan, Aserbeidschan, Libyen, Algerien und Nigeria importiert. Diese Länder haben
ihren nationalen
Peak Oil bereits überschritten. Angesichts eines stagnierenden und in absehbarer Zeit rückläufigen
globalen Erdölangebots
dürften sich Konkurrenz und Konflikte um diese Reserven zusehends verschärfen.
Die Schweiz braucht deshalb dringend eine umfassende
Energiedebatte.