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Das Poya-Areal soll ein lebendiges Quartier werden
Ab 2024 möchte der Kanton mit der Entwicklung des Poya-Areals beginnen. Zuerst muss aber noch ein Vertrag mit dem Bund unterzeichnet werden.
Mit dem Abschluss der Unteroffiziersschule endete vergangenen Dezember der letzte Ausbildungsgang in der Kaserne La Poya. Seit 1951 war die Schweizer Armee auf dem Gelände entlang der Bahngleise stationiert. Schon länger war bekannt, dass die Schweizer Armee ab 2023/24 auf den Waffenplatz Freiburg verzichtet. Ideen, was mit dem rund 50‘000 Quadratmeter grossen Gelände in Zukunft geschehen soll, gibt es viele.
Nutzungsrecht auf dem Poya-Areal hat aktuell aber noch der Bund, der für dieses Jahr in der Kaserne bekanntlich ein Bundesasylzentrum eingerichtet hat. „Wir sind momentan dran, einen Vertrag zu unterschreiben, wonach der Bund das Gelände bis Ende 2023 verlässt“, erklärt der Freiburger Baudirektor Jean-François Steiert. Dies ist auch juristisch eine Herausforderung, da ein militärisches Gelände aus raumplanerischer Sicht wie „ein weisser Fleck“ auf der Landkarte ist. Sobald dieser Umwandlungsprozess abgeschlossen ist und das Areal für die zivile Nutzung zur Verfügung steht, kann der Kanton mit der konkreten Planung des Poya-Geländes beginnen.
Ein lebendiges Quartier
„Die Idee ist, dass man einen Teil des Volumens für den Wohnungsbau, für Leichtindustrie, Gastronomie und Kultur verwendet. Der Poya-Park auf der anderen Seite der Murtengasse würde als Naherholungsgebiet mit kleineren kulturellen Bauten, wie etwa Musikpavillons, dienen. "Ein städtisches Quartier, das lebt“, erklärt Steiert. Der Baudirektor rechnet damit, dass die Umsetzung des Grossprojekts Poya wohl bis Mitte der 2030er-Jahre dauern wird. Es stehen viele Fragen im Raum, wie etwa, welche Gebäude von der Armee rückgebaut werden müssen, welche Teile der Geländes unter Denkmalschutz stehen und vor allem, wie das Gesamtvolumen genau unterteilt wird.
Der Freiburger Staatsrat hat bereits 2020 eine Steuergruppe ins Leben gerufen, um obgenannte Fragen zu klären und die weitere Schritte zu planen. „Bevor man aber wieder etwas Neues auf dem Gelände machen kann, müssen wir entsprechend dem demokratischen Prozess allfällige Pläne auflegen, wonach die Bevölkerung die Möglichkeit hat, sich zu beteiligen oder auch Einsprache zu erheben“, so Steiert.
Viele Ideen für die Zwischennutzung
Während dieses langwierigen Prozesses besteht jedoch die Möglichkeit für eine Zwischennutzung des Poya-Areals. Beim Hochbauamt sind diesbezüglich bereits zahlreiche Vorschläge eingegangen. Diverse Vereine und Organisationen möchten sich vorübergehend in der Poya-Kaserne einquartieren. Das bereits auf dem Gelände angesiedelte Velomuseum möchte mehr Platz, und aus dem Kulturbereich gibt es Anfragen für Veranstaltungsorte sowie dringend benötigte Proberäume. Weiter besteht auch die Idee, im Hinblick auf die im Jahr 2026 in Freiburg stattfindende Eishockey-WM, in der alten Kaserne eine Art Jugendherberge oder andere kostengünstige Übernachtungsmöglichkeiten einzurichten. Eine Vielzahl an Ideen, Anfragen und Projekte, die es zu bearbeiten gilt.
Das Hochbauamt hat für die Planung der Zwischennutzung einen Projektleiter engagiert. „Zu seinen ersten Aufgaben gehört die Prioritätensetzung und die Selektion der Projekte“, so Steiert. Zuerst muss aber besagter Vertrag mit dem Bund unterzeichnet werden. Sofern alles wie geplant noch in diesem Jahr unter Dach und Fach ist, kann ab 2024 die Metamorphose des Poya-Areals zu einem lebendigen, urbanen Quartier beginnen.