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Anlässlich seines 200. Todestages gestaltete die UB im Rahmen einer Ausstellung am Historischen Museum Basel eine Vitrine über die Arbeitsweise des berühmten Basler Politikers und Revolutionärs.
Am 19. Juni 2021 jährte sich zum zweihundertsten Mal der Todestag des Basler Politikers, Diplomaten und Revolutionärs Peter Ochs-Vischer (1752–1821). An der Erinnerungsausstellung «Menschenrechte und Revolution» im Historischen Museum Basel beteiligte sich die Universitätsbibliothek mit der Vitrine «Die Schreibwerkstatt von Peter Ochs-Vischer». Erstmals wurden Manuskripte der von Ochs verfassten «Geschichte der Stadt und Landschaft Basel» ausgestellt und anhand der Spuren auf den Textseiten Ochs’ Arbeitsweise veranschaulicht. Schreibwerkzeug, Tintenfass und die Ausstattung des Schreibtisches wurden vom Museum freundlicherweise zur Verfügung gestellt.
Ochs war im späten 18. Jahrhundert nicht nur einer der bedeutendsten Politiker Basels. Er ist auch der Verfasser der ersten, auf Archivrecherchen beruhenden Basler Kantonsgeschichte. Die detailreiche Darstellung der Entwicklung der politischen Organisation, der Gesetzgebung und der Rechtsprechung machen Ochs zugleich auch zum Begründer der rechtshistorischen Forschung in Basel. Die Manuskripte der Kantonsgeschichte wurden der Universitätsbibliothek 1867 von Ochs’ jüngstem Sohn Eduard His-LaRoche (1792−1871) geschenkt. Nur die Entwürfe zum letzten Band mit der Darstellung der Basler Revolution von 1798 hielt His zurück. Sie befinden sich heute im Staatsarchiv Basel-Stadt. Eine eigenhändige Abschrift der Revolutionsdarstellung schickte Ochs kurz vor seinem Tod aus Angst vor der Basler Zensur an einen Freund in Zürich. Sie befindet sich heute in der Zentralbibliothek Zürich.
Insgesamt hat Ochs den Text der Kantonsgeschichte dreimal überarbeitet. Im Druck repräsentieren die ersten beiden Bände von 1786 und 1792 die erste Fassung. Die zweite Fassung wurde nie gedruckt. Die dritte Fassung entstand nach 1817 und erschien ab 1819. Die Vitrine der UB Basel zeigte Originalmanuskripte der verschiedenen Fassungen in chronologischer Abfolge.
Ochs arbeitete nicht nur mit Einschüben und Randvermerken. Er benutzte, vor allem im Alter, eine Technik der Collage. Er schnitt Passagen aus seinen Exzerpten oder zerschnitt den Text einer älteren Fassung und nähte sie mit Zwirn auf ein Blatt der neuen Fassung.
Die Vorbereitung der geplanten Online-Veröffentlichung der Manuskripte ermöglichte eine genaue Analyse ihrer äusseren Beschaffenheit und des Textaufbaus. Die Ergebnisse fasste eine als Blog parallel zur Ausstellung veröffentlichte Videoaufzeichnung des reich illustrierten Vortrages «Mit Schere, Nadel, Zwirn und Feder» von Dr. Sara Janner zusammen (im Blog der UB Basel abrufbar). Bereits im Vorfeld der Ausstellung waren die achtbändige Kantonsgeschichte und andere, auf der Universitätsbibliothek liegende kleinere Druckschriften, in erster Linie öffentliche Ansprachen von Ochs, digitalisiert und auf der Plattform e-rara veröffentlicht worden.
Text: Sara Janner; Bild ganz oben: © Historisches Museum Basel, Philipp Emmel, Bild oben: Sara Janner