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Sanierung des Schorenriets bei Oberuzwil
03.05.2018
Das Schorenriet ist Teil eines ehemals ausgedehnten Torfmoors zwischen Oberuzwil und Jonschwil. Ein Teil davon wurde im Mittelalter zum heutigen Bettenauerweiher aufgestaut. Grosse Teile des Moores wurden bis nach 1945 zur Torfgewinnung abgebaut. Der Torf wurde als Heizmittel und im Gartenbau eingesetzt. Ein kleiner Rest östlich des Weihers konnte nicht vollständig entwässert werden und ist als Schorenriet bis heute erhalten geblieben.
Bedeutendes Torfmoor ist durch Entwässerung bedroht
Im Schorenriet befindet sich noch eine bis zu zwei Meter dicke Torfschicht. Aktive Torfmoore wachsen im Durchschnitt 1mm pro Jahr in die Höhe. Allein die verbliebene Torfschicht benötigte also mindestens 2000 Jahre für ihre Entwicklung. Da der Boden beim Torfabbau teilweise trocken gelegt wurde, konnte Sauerstoff zum nicht mehr vernässten Torf gelangen. Daher hatten Mikroorganismen in den letzten Jahrzehnten Zeit, den Torf zu zersetzen. Bei diesem Prozess entstanden grosse Mengen CO2. Es war daher ein Gebot der Stunde, den Wasserhaushalt des Moores so zu korrigieren, dass die Torfschichten wieder vollständig vernässt werden.
Amphibienförderprogramm Thur-Glatt
Seit 2014 leitet Pro Natura St.Gallen-Appenzell ein Programm zur Förderung von seltenen Amphibien entlang von Thur und Glatt. Insgesamt wurden an 37 Orten neue Laichgewässer angelegt. Finanziert wurden die Projekte zu rund 60% von Bund, Kanton und Gemeinden. Die restlichen Kosten haben der Fonds Landschaft Schweiz, Pro Natura und verschiedene Stiftungen gedeckt. Als eines der letzten Projekte des Programms wurde im vergangenen Winter das Aufwertungsprojekt im Schorenriet umgesetzt.
Das Schorenriet ist nicht nur ein Flachmoor von regionaler Bedeutung sondern zusammen mit dem Bettenauerweiher auch ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Mit dem nun durchgeführten Projekt wurde daher auch die Förderung der Amphibienfauna als Ziel gesetzt.
Schorenriet geflutet
Für die Wiedervernässung des Schorenriets mussten umfangreiche Bauarbeiten durchgeführt werden. Vorgängig wurde das verbuschte und teilweise verwaldete Riet gerodet. Anschliessend wurden die bestehenden Entwässerungsgräben mit Spundwänden verriegelt und mit Torf aufgefüllt. Das Wasser wird somit länger im Riet zurückgehalten. Damit künftig zudem genügend Wasser ins Riet geführt werden kann, wurde im Damm des Bettenauerweihers ein Dosierwerk eingebaut. Von hier aus kann Wasser über einen Bewässerungsgraben ins Riet geleitet werden. Mit dieser Methode können grosse Teile des Moores vernässt werden. Wie bisher entwässert das Moor in den Schorengraben.
Im Zusammenhang mit dem Bau des Bewässerungssystems sind zahlreiche flache Gewässer entstanden, welche sich als Laichgewässer für seltene Amphibienarten wie Laubfrosch oder Teichmolch eignen.
Bei der Regeneration von Mooren muss mit langen Entwicklungszeiten gerechnet werden. Insbesondere die Ausbreitungsgeschwindigkeit der torfbildenden Torfmoose, welche überall im Moor in kleinen Beständen noch vorkommen, ist nicht abschätzbar. Das Projekt ist daher ein Experiment, welches fachlich eng begleitet werden muss. Schnell profitieren werden aber sicher die Amphibien, welche besser geeignete Laichgewässer erhalten haben, sowie die Erholungssuchenden, welche das neue und attraktivere Gesicht des Schorenriets geniessen können.
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Weitere Auskünfte:
Dr. Jonas Barandun, Projektleiter, ÖKonzept;
079 477 19 95, <email-pii>
Dr. Christian Meienberger, Geschäftsführer Pro Natura St.Gallen-Appenzell;
071 260 16 65, <email-pii>