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Gender Pay Gap – diese drei kurzen englischen Wörter stehen für das, was in zwei langen deutschen Wörtern geschlechtsspezifisches Verdienstgefälle heisst. In aller Regel bedeutet «Verdienstgefälle», dass Frauen für gleichwertige Arbeit weniger Lohn erhalten als Männer.
Das geschlechtsspezifische Verdienstgefälle drückt die Differenz zwischen den durchschnittlichen Brutto-Stundenverdiensten der männlichen und der weiblichen Arbeitnehmer aus, angegeben in Prozent des «Männer-Lohns».
Dieser Unterschied ist nicht bereinigt, das heisst, strukturelle Unterschiede wie Ausbildungsgrad, Teilzeitarbeit und dergleichen wurden nicht herausgerechnet. Der bereinigte Gender Pay Gap liegt meist bei etwa einem Drittel des unbereinigten. Diese bereinigte Differenz kann mit den verfügbaren Strukturdaten nicht erklärt werden. Es erscheint mithin plausibel, dass der bereinigte Gender Pay Gap auf Diskriminierung beruht.
Weltweit verdienen Frauen, so weist es der Global Gender Gap Report 2016 des WEF aus, nur knapp mehr als die Hälfte der Männer – obwohl sie im Schnitt länger arbeiten. In der EU liegt der Gender Pay Gap derzeit gemäss Eurostat gemittelt bei gut 16 Prozent, in der Schweiz bei rund 19 Prozent (2013). Mit anderen Worten: EU-weit verdienen Männer rund 16 Prozent mehr als Frauen.
Aber nicht überall: In Süditalien inklusive Sizilien und Sardinien sowie in Ostpolen verdienen Frauen mehr – bis zu 11 Prozent – als Männer, wie ein Blick auf die untenstehende Karte von Eurostat zeigt. Ausgerechnet in ausgesprochen strukturschwachen Regionen also.
Dagegen erscheinen Regionen wie Baden-Württemberg, Bayern oder London, die wahre Wirtschaftsmotoren sind, als rückständig. Wie kann das sein?
Der niedrige Gender Pay Gap in Süditalien und Ostpolen erklärt sich vornehmlich dadurch, dass in diesen Gebieten bedeutend weniger Frauen erwerbstätig sind. In Süditalien ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern bei der Erwerbstätigkeit EU-weit am grössten. Während auf den finnischen Ålandsinseln fast neun von zehn Frauen eine Stelle haben, sind es im Mezzogiorno nicht ganz vier.
Zudem stehen in den strukturschwachen Regionen viele Frauen, die nur über einen einfachen Bildungsabschluss verfügen, gar nicht im Beruf – zumindest sind sie nicht statistisch erfasst. Jene Frauen, die eine Stelle haben, sind dagegen oft hochqualifiziert und beziehen ein entsprechend hohes Einkommen.
Zugleich gibt es dort nur wenig Angebote für Teilzeitarbeit, zumal für Frauen. Teilzeitarbeit ist denn auch bei beiden Geschlechtern fast gleich häufig. Demgegenüber sind die wirtschaftlich leistungsfähigen Regionen im Norden und Westen Europas dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil der Teilzeitbeschäftigten hoch ist – und dass sie in der Mehrzahl Frauen sind.
So gesehen wirkt der umgekehrte Gender Pay Gap in Süditalien und Ostpolen nicht mehr derart vorbildlich.
Willkommen zu einem weiteren Teil «Frauen in der Geschichte». Heute beschäftigen wir uns mit Sabina Spielrein, einer Frau, die zwischen den grossen Psychoanalytikern Sigmund Freud und C. G. Jung gern vergessen geht.
«Fräulein Sabina Spielrein, geb. 1885 von Rostow am Don (Russland), zeigt Zeichen hochgradiger Hysterie. Sie lacht und weint abwechselnd, schreit auf [...] Eine Aufnahme in einer Irrenanstalt ist unbedingt nötig, da evt. Selbstgefährlichkeit eintreten könnte. Paranoia nicht ausgeschlossen. Jedenfalls besteht eine Psychose.»
Mit diesem ärztlichen Attest wird die 18-jährige Sabina Spielrein ins Burghölzli eingeliefert.
Der Fortschritt hat die Menschen nicht glücklicher gemacht, die …