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Das Dorf im nördlichen Tafeljura
Über der Niederterrassenebene
des Rheins auf rund 300 m ü. M. setzt ein stark bewaldetes ansteigendes Hügelland ein, in das der Unterlauf des Violenbachs kastenartig eingetieft ist. Das Hügelland ist eine Schichtstufe des Tafeljuras und liegt auf einer Höhe von rund 400 m ü. M. Die Flächen dieser Stufe sind mit jüngeren Deckenschottern aus der Mindeleiszeit
sowie mit Löss und Lösslehm bedeckt. Sie sind z. B. auf Bärenfels anzutreffen.
Dahinter folgt eine etwa 7 km messende landwirtschaftlich genutzte Mulde von Arisdorf-Olsberg-Magden. Diese Mulde gliedert sich in drei Talkessel. In den Zentren dieser Talkessel liegen die Siedlungen Arisdorf, Olsberg und Magden. Südöstlich dieser Mulde steigen die bewaldeten Schichtköpfe einer nächsten bewaldeten Tafel auf rund 600 m ü. M. an, welche sich über Halmet–Eilete–Dumberg–Dick–Schürholden
hinzieht.
Alte Grenzen
Speziell sind die Gemeindegrenzen. So dehnt sich Arisdorf bis an den Ortsrand von Giebenach und Olsberg aus. Rund die Hälfte der Gemeindegrenze verläuft entlang von Fliessgewässern. Die Gemeindegrenze ist nicht nur eine politische, sondern auch eine kulturelle beziehungsweise konfessionelle Grenze. So ist zum Beispiel Basel-Olsberg (Ländli) reformiert – Olsberg hingegen katholisch. Die Grenze, hier durch den Violenbach gebildet, war noch bis 1801 Staatsgrenze zwischen der Schweiz und dem vorderösterreichischen Fricktal. Dieses kam 1803 zur Eidgenossenschaft.
Verschwundenes Landschaftsbild mit Obstbäumen
Die 1957–1982 durchgeführte Güterzusammenlegung (Melioration) führte optisch deutlich sichtbar zu einer Vergrösserung der Parzellen und bildete die Grundlage für eine rationellere, mechanisierte Landwirtschaft. Den Anstoss zu dieser Regulierung gab der Bau der Autobahn, welche die Gemeinde auf der gesamten Länge von vier Kilometern durchschneidet und in zwei Teile trennt. Die 1970 eröffnete Autobahn hatte und hat immer noch eine wesentliche landschaftsgestaltende Rolle. Sie durchzieht mit massiven Geländeveränderungen und Kunstbauten die Landschaft dort, wo noch Platz vorhanden gewesen ist.
Der Anschluss ans lokale Strassennetz verbrauchte viel Fläche und schuf neue Restflächen auf meist künstlichen Standorten. Zu bemerken ist, dass das Nord-Portal des «Arisdorf-Autobahntunnels» in der Gemeinde Hersberg und nicht auf Arisdorfer Boden liegt.
Als Ergebnis dieser Entwicklung sind fast alle Hochstamm-Obstbäume zugunsten grosser Ackerflächen oder Intensivobstanlagen verschwunden. Die Obstbäume standen der maschinellen Bearbeitung der Felder im Wege. Aber auch Magerwiesen und Hecken verschwanden. Das Landwirtschaftsgebiet wurde gleichzeitig entwässert, das heisst Bäche wurden eingedolt. Im Wald wurde mit rund 13 Kilometern Forstwegen die Erschliessung verfeinert und es entstanden gewinnorientierte Nadelbaumforste wie zum Beispiel auf dem Dumberg. Fazit: Das Landschaftsbild hat sich im Zusammenhang mit dem Autobahnbau grundlegend verändert.
Langes Strassendorf
Arisdorf ist ein knapp zwei Kilometer langes Strassendorf. Ursprünglich bestand es aus den Teilen Unter-, Mittel- und Oberdorf (Kreuz oder Chrüz). Heute sind diese Teile zusammengewachsen. Nördlich der Kirche, die nach wie vor das Dorfbild dominiert, und östlich des Unterdorfs hat sich seit 1970 ein zusammenhängendes Einfamilienhausgebiet gebildet. Dadurch hat sich der Siedlungsschwerpunkt deutlich nach Norden verlagert.
Das Unterdorf wird damit immer mehr zum Hauptdorfkern, obwohl die Schule mit Turnhalle und die Verwaltung dem Mitteldorf angehören. Heute ist Arisdorf eine typische Einfamilienhausgemeinde. Über 90 % der Wohngebäude sind Einfamilienhäuser.
Autobahn macht Lärm
Die Autobahn verläuft auf der ganzen Länge von Arisdorf in der Nähe der Häuser. Sie bringt neben den Landschaftsveränderungen auch massive Immissionen für die Bevölkerung. 2009 wurde unter der Federführung der Gemeinde Arisdorf die «IG Lärmschutz Autobahn A2» gegründet. In dieser Interessengemeinschaft sind sämtliche Gemeinden von Eptingen bis Augst vertreten. Ziel dieser IG ist das gemeinsame und koordinierte Vorgehen zur Verbesserung der Lärmsituation im Rahmen der vorgesehenen Sanierung der Autobahn in diesem Abschnitt. Diese soll aufgrund des heutigen Informationsstandes ab 2015 projektiert und ab 2019 in zwei Etappen realisiert werden.
HPM