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vom fiktiven Vorwärtsschreiten antiker Statuen bis zur kinetischen Kunst
Unter Kinetik versteht man die Lehre der Bewegung. Kinetische Ansätze gibt es schon in der Kunst der Antike. Mit dem Kontrapost, dem Nebeneinander von Standbein und Spielbein, macht Polyklet wohl als erster Bildhauer ein Element der Vorwärtsbewegung sichtbar. Michelangelo greift das Bewegungsmotiv wieder auf: Ist der Moses im Begriffe, sich hinzusetzen oder aufzustehen?
Kinetische Gestaltungsprinzipien sind um 1920 in den «Roto-Reliefs» von Marcel Duchamp zu finden. Neben dem Konstruktivismus empfängt die kinetische Kunst starke Impulse vom italienischen Futurismus. László Moholy-Nagy, Alexander Calder und andere prägen die kinetische Kunst in den 1930er bis 1960er Jahren. Die technischen Konstruktionen werden oft durch die Naturkräfte Wind, Wasser und Gravitation angetrieben, aber auch durch Motoren. Einer der wichtigsten Vertreter der kinetischen Kunst ist Jean Tinguely.