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Die Suizidbeihilfe-Organisation «Dignitas» wurde vor 25 Jahren im Mai 1988 vom Journalisten und Rechtsanwalt Ludwig A. Minelli als Abspaltung der Vereinigung «Exit» gegründet. Anlässlich der zum Jahrestag veröffentlichten Zahlen wurde erkennbar, dass Dignitas primär dem Sterbehilfe-Tourismus dient. Seit Gründung bis Ende 2022 weist die Organisation 3’666 sog. «selbstbestimmte begleitete Lebensbeendigungen» aus – wovon 1’449, also 39,5% – auf Deutsche entfielen. Die meisten der jährlich rund 220 Sterbewilligen, die von Dignitas Suizidhilfe erhielten, stammten aus Ländern, in denen der assistierte Suizid verboten ist, nur 6,1% der Fälle waren Schweizer.
Auch das Dignitas-Geschäftsmodell sorgte regelmässig für Kritik. Der Verein finanziert sich über Mitgliedsbeiträge und Spenden. 2018 stand Minelli vor Gericht weil das Schweizer Gesetz Beihilfe zum Suizid unter Strafe stellt, sofern eigennützige Motive vorliegen. Bis dahin war nie geklärt worden, ob Dignitas dieses Kriterium erfüllt. Im Raum standen überhöhte Gebühren für Sterbebegleitungen, wodurch die Vereinstätigkeit querfinanziert wurde. Minelli argumentierte: Wer eine Sterbebegleitung wünsche, willige damit ein, dass seine Beiträge auch für die allgemeinen Zwecke des Vereins verwendet würden – und wurde freigesprochen.
(sda)