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Kieferorthopädische Behandlungen mit Zahnspangen sind keine Erfindung der Neuzeit. Auch wenn sie heutzutage aus technisch fortschrittlichen Materialien entwickelt und durch medizinisches Wissen kontinuierlich weiterentwickelt werden, reichen die frühesten Versuche zur Korrektur von Zahnfehlstellungen weit zurück. Schon vor mehr als 2000 Jahren gab es erste kieferorthopädische Methoden und Techniken, die sich im Laufe der Geschichte immer weiterentwickelt haben.
Frühe kieferorthopädische Behandlungsmethoden in der Antike
Die ersten kieferorthopädischen Ansätze gehen bis weit in die Antike zurück. Bereits 1600 v. Chr. wird in einem medizinischen Papyrus aus dem alten Ägypten die Behandlung vom Unterkiefer und dessen manuelle Reposition mittels Schienenverband beschrieben.
Anderen Aufzeichnungen zufolge, die in Europa selbst gefunden wurden, sollten vorstehende Zähne beispielsweise mit Fingerdruck in die richtige Position gebracht oder Milchzähne entfernt werden, um den nachkommenden Zähnen Platz zu machen. Auch diese Instruktionen sind aus der Antike erhalten geblieben und zeigen, dass sich die Menschen der damaligen Zeit bereits mit dem Thema Kieferfehlstellungen und Zahnregulierung befassten.
Wiederentdeckung
Im Mittelalter geriet ein beträchtlicher Teil des antiken Wissens in Vergessenheit. Zahlreiche medizinische Abschriften waren in Latein verfasst und konnten nur von relativ wenig Menschen gelesen werden. Dementsprechend viel Scharlatanerie und Aberglaube wurden in Verbindung mit der Zahnmedizin betrieben.
Erst im 16. Jahrhundert erlebte das Wissen um Anatomie und Chirurgie eine Renaissance. Im. 18. Jahrhundert verfasste der französische Chirurg Nestor Pierre Fauchard eine zweibändige Abhandlung über chirurgische Zahnmedizin. Er begann damit, Zahnspangen aus Gold oder Seide zur Zahnpositionierung einzusetzen. Damit galt er als einer der Pioniere auf dem Gebiet der modernen Kieferorthopädie.
1750 war es der Engländer John Hunter, der eine festsitzende Zahnspange aus Metall und Ligaturen in seinen Aufzeichnungen beschrieb und auch einem Test unterzog. Allerdings war der Bedarf an kieferorthopädischen Maßnahmen noch relativ gering bzw. konnte sich die breite Bevölkerung diese Behandlung schlichtweg nicht leisten.
Die Entwicklung im 19. Jahrhundert
Im frühen 19. Jahrhundert tauchten die ersten Lehrbücher zur Kieferorthopädie in Europa und den USA auf. Ein Autor namens Norman W. Kingsley erfand eine der ersten herausnehmbaren Zahnspangen, die der heute noch genutzten Doppelspange sehr ähnlich war. In der Zwischenzeit entwarf Edward H. Angle die erste festsitzende Zahnspange, die für lange Zeit die Entwicklung der Kieferorthopädie prägte. Diese Spange wurde auch in Ländern wie Deutschland populär, obwohl sie aufgrund der hohen Kosten nur für wohlhabende Patienten zugänglich war.
Die festsitzende Zahnspange dominierte in Europa bis etwa 1930, während in den USA die Entwicklung der herausnehmbaren Variante vorangetrieben wurde. Nachdem erste Röntgenaufnahmen zeigten, dass festsitzende Zahnspangen Schäden an den Zahnwurzeln verursachten, gewann die lose Zahnspange an Bedeutung. Allerdings gab es in der Zahnmedizin große Unterschiede zwischen den USA und Deutschland, die zu einer jahrzehntelangen Spaltung führten. In Deutschland wurden nur noch kieferorthopädische Behandlungen mit herausnehmbaren Zahnspangen gelehrt, während in den USA das Gegenteil der Fall war. Erst in den 1970er Jahren verbreitete sich die festsitzende Zahnspange auch wieder in Deutschland.
Moderne Zahnmedizin
Die Behandlungsmöglichkeiten und Apparaturen wurden seit den frühen Anfängen des 20. Jahrhunderts permanent weiterentwickelt. Mittlerweile kommen beide Varianten, feste und herausnehmbare Zahnspangen, zum Einsatz. Abhängig vom Alter des Patienten und der Art der Kiefer- bzw. Zahnfehlstellung.
Etabliert hat sich auch die Lingualtechnik, eine moderne und ästhetische Zahnspange, die an der Innenseite der Zähne angebracht und dadurch nahezu unsichtbar ist. Weitere Therapievarianten sind zudem transparente Schienen, die zeitweise getragen und herausgenommen werden. Eine Behandlung von Zahnfehlstellung ist für Kinder und Erwachsene gleichermaßen geeignet und unterliegt keiner maximalen Altersbeschränkung.
FAQs
Wie sahen Zahnspangen früher aus?
Im 18. Jahrhundert verwendete der Franzose Nestor Pierre Fauchard Zahnspangen aus Gold und Seide zur Behebung von Zahnfehlstellungen. Im Jahr 1750 verwendete ein Engländer namens John Hunter die ersten festsitzenden Zahnspangen aus Metall und Ligaturen.
Wie lange ist die Behandlungsdauer?
Jede kieferorthopädische Behandlung ist individuell und die Behandlungsdauer variiert. Ein grober Richtwert sagt aus, dass eine Zahnspange ungefähr zwischen 2 und 3 Jahren getragen wird.
Dr. med. dent. Barbara Scheiner
Dr. med. dent. Barbara Scheiner, Fachzahnärztin für Kieferorthopädie (CH) hat ihre Promotion im Jahr 2013 erfolgreich in Zürich absolviert. Sie hat sich damit ihren langjährigen Traum erfüllt. Durch die universitäre Fachzahnarztausbildung ebenfalls in Zürich spezialisierte sie sich als Kieferorthopädin und ist seit 2017 nach erfolgreich bestandener Prüfung als “Fachzahnärztin für Kieferorthopädie Schweiz” zertifiziert.
Seit dem Jahr 2018 ist sie Inhaberin der Praxis We Love Smiles Kieferorthopädie Zürich AG. Ihr Wissen wendet sie in ihrer Schweizer Praxis erfolgreich und mit großer Hingabe an. Ihr Fachgebiet sind Zahnstellungskorrekturen bei Kindern und Erwachsenen.
Kundenzufriedenheit und Professionalität stehen dabei immer an erster Stelle. Sie geht dabei äußerst behutsam und schonend vor, sodass sich auch die kleinsten Patienten wohl bei ihr fühlen.