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Generationen von Verbrauchern kannten und kennen die kleine, viereckige, braune Würzeflasche mit dem gelb-roten Etikett: Maggi. Flasche und Inhalt, beides seit vielen Jahren weltbekannt, sowie die ersten kochfertigen Suppen aus Hülsenfrüchten erfand der Schweizer Firmengründer Julius Maggi schon 1886!
Als er am 17. August 1897 seine deutsche Niederlassung in Singen als eigenständige Firma ins Handelsregister eintragen liess, legte er den Grundstein für eine inzwischen über 100 Jahre erfolgreiche Unternehmensgeschichte.
Michael Johannes Julius Maggi wurde am 9. Oktober 1846 im schweizerischen Frauenfeld als fünftes Kind des Mühlenbesitzers Michael Maggi und seiner Frau Sophie geboren.
Schon im Alter von 21 Jahren wurde der gelernte Kaufmann stellvertretender Direktor eines Schweizer Mühlenbetriebs in Budapest.
1872 übernahm er die Mühle seines Vaters in Kempttal, erwarb die Stadtmühle Zürich und später eine weitere Mühle in Schaffhausen.
Als er in der Folgezeit gemeinsam mit dem Arzt und Fabrikinspektor Dr. Fridolin Schuler erkannte, dass die vielen Erkrankungen und die hohe Kindersterblichkeit dieser Jahre vor allem auf eine mangelhafte Ernährung breiter Bevölkerungsschichten zurückzuführen waren, fassten sie den Plan, mit eiweissreichen Hülsenfrüchten - Leguminosen - Abhilfe zu schaffen.
In seinem Vorhaben sah Julius Maggi nicht nur eine unternehmerische Chance, sondern auch die Möglichkeit eines sozialen Engagements. Er betrachtete es als seine Aufgabe, der Bevölkerung gute und nahrhafte Lebensmittel mit kurzer Zubereitungszeit zu erschwinglichen Preisen anzubieten. Unter Einsatz seines gesamten Vermögens gelang ihm 1886 die Herstellung der ersten kochfertigen Suppen aus Erbsen- und Bohnenmehl.
Im selben Jahr machte er noch eine weitere Erfindung, die schon bald seinen Namen weltweit verbreitete: Maggi's Suppenwürze. Mit einigen Tropfen dieser neuen Würze ließen sich die fadesten Suppen schmackhaft machen. Die neuen Suppen, die Würze sowie Bouillon-Kapseln und Saucen wurden in Kempttal hergestellt und vorerst nur in der Schweiz verkauft.
Um seine Produkte auch jenseits der Schweizer Grenze anbieten zu können, eröffnete Julius Maggi 1887 eine deutsche Filiale in Singen am Hohentwiel. In der Nähe des Singener Bahnhofs mietete er ein kleines Haus, wo ein Verwalter und sieben Arbeiterinnen die in Kempttal hergestellte Suppenwürze für den Verkauf in Deutschland abfüllten. Bald gründete der dynamische Jungunternehmer weitere Niederlassungen, zum Beispiel in Paris, Mailand, Prag, Posen und Amsterdam. Warenlager wurden in Berlin, Wien, London und New York eingerichtet.
Der Erfolg des Unternehmens hielt an und 1897 wurde die Maggi GmbH, Singen, als eigenständige deutsche Firma ins Handelsregister eingetragen. Zur Jahrhundertwende wurden auf dem ausgedehnten Firmengelände in Singen bereits 450 Frauen und Männer beschäftigt. Bemerkenswert war auch hier wieder die soziale Haltung von Julius Maggi. So gab es bereits ein Ferienheim für die Mitarbeiter, eine Fabrik-Kantine, eine Krankenkasse, Gratifikationen für Arbeiter, Dienstalterprämien für Arbeiterinnen und die erste Arbeitsordnung.
Als Julius Maggi 1912 im Alter von nur 66 Jahren starb, war die Zukunft seines Unternehmens gesichert. 1947 legte dann die Verbindung der Maggi GmbH mit der Schweizer Nestlé AG das Fundament für den weiteren Aufschwung des Unternehmens, das heute rund 3.000 Mitarbeiter beschäftigt.
Die Vision von Julius Maggi, Lebensmittel mit gleich bleibend hoher Qualität herzustellen, die den Erfordernissen der Zeit entsprechen, hat bis heute nichts von ihrer Gültigkeit verloren. Die Produktpalette umfasst zur Zeit rund 300 Artikel: Würzen, Suppen, Saucen und Saucenbinder, Fix-Produkte, Kartoffelerzeugnisse, Snacks, Fertiggerichte und Tiefkühlkost.
Und mehr als 800 Millionen mal pro Jahr greifen Verbraucher zu Maggi-Produkten.