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Der Zehnkämpfer Simon Ehammer gewinnt im Schwedischen Boras die EM-Goldmedaille
An den Europameisterschaften U 20 in Boras, Schweden gewinnt Simon Ehammer die Goldmedaille im Zehnkampf. Für ihn ist dies der zweite Medaillengewinn auf internationaler Stufe. Im Juli des letzten Jahres schnappte er sich an der U20-WM überraschend Bronze. Im Kugelstossen platzierte sich Mirjam Mazenauer auf Rang 18.
Nach den Erfolgen des Vorjahres reiste der ehrgeizige Steiner vom TV Teufen mit klarer Zielsetzung nach Schweden. Er avisierte seinen ersten internationalen Titel an. Er liess sich dabei auch nicht beirren, dass er in der internationalen Bestenliste «nur» auf Rang vier den Wettkampf in Angriff nahm.
Der Zehnkämpfer Simon Ehammer zeigte in Boras eine wahrlich traumhafte Leistung. Der Appenzeller begann den Wettkampf am Freitag mit einer persönlichen 100-m-Bestzeit von 10.70 sec und befand sich fortan im «Flow». Im Weitsprung landete er auf 7.68m, mit dieser Weite hätte Ehammer auch unter den Spezialisten Bronze gewonnen. Ein weiteres Ausrufezeichen setzte Ehammer zu Beginn des zweiten Tages,mit 13.57 sec über die Hürden. Damit wäre er auch unter den Spezialisten in Schweden auf das Podest gelaufen. Mit dieser Toppzeit baute er die Führung weiter aus und liess keine Zweifel mehr aufkommen, wer der stärkste Athlet im Feld ist. Den abschliessenden 1500-m-Lauf nahm er mit mehr als 300 Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten in Angriff – im Zehnkampf eine halbe Weltreise. Am Ende totalisierte Ehammer 7851 Punkte. Das ist für ihn eine klare persönliche Bestleistung (bisher 7642). Den Schweizer U20-Rekord von Finley Gaio (SC Liestal/7717) übertraf er um massive 134 Punkte.
«Pure Freude»
Nach dem abschliessenden 1500m Lauf zeigte sich der Appenzeller überwältigt. «Ich kann es kaum glauben, es ist einfach pure Freude.» Ehammer hat in seinem zweiten U20-Jahr bewiesen, dass er sich seither nochmals weiterentwickelt hat. Dass er es auch diesmal geschafft hat, im entscheidenden Moment seine besten Leistungen abzurufen, spricht für die hervorragende Arbeit des Athleten mit seinem Trainerteam um René Wyler, Leiter der Sportlerschule Appenzellerland und Karl Wyler, Mehrkampftrainer des TV Teufen.
Mirjam Mazenauer auf Platz 18
Mit Mirjam Mazenauer qualifizierte sich eine weitere Athletin des TV Teufen für Europameisterschaften in Schweden. Für die Kugelstösserin aus Bühler stellten diese ersten internationalen Meisterschaften einen nach vielen nationalen Titeln einen Höhepunkt in ihrer Karriere dar. Mit 14.11m gelang es der Absolventin der Sportlerschule Appenzellerland annähernd ihre Bestleistung abzurufen. In einem äusserst starken Teilnehmerfeld kommt der 18. Schlussrang einem Erfolg gleich und lässt für die Zukunft einiges erwarten, stellte sie doch erst in dieser Saison auf die anspruchsvolle Drehstosstechnik um.
Hans Koller