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Farina Bóna
Spezialitäten
Die "Farina bóna" ist ein traditionelles Produkt aus dem Onsernone-Tal. Es handelt sich um ein Maismehl (Zea mais), das durch sehr feines Mahlen des leicht gerösteten Korns gewonnen wird. In der Vergangenheit gehörte dieses Mehl zur täglichen Ernährung der Talbewohner, begleitet von Milch, Wasser oder Wein. Die Veränderung der Essgewohnheiten nach dem Zweiten Weltkrieg führte dazu, dass seine Bedeutung allmählich abnahm.
PROMO
Die Herstellung dieses Mehl wurde Ende der 1960er Jahre (des 20. Jahrhunderts) vollständig aufgegeben, nachdem die letzten Müller des Onsernone-Tals (Annunciata Terribilini und Remigio Meletta) ihre Tätigkeit eingestellt hatten.
Dank der Initiativen und Forschungen, die nach der Restaurierung der Mühle von Loco durch das Museo Onsernonese im Jahr 1991 entwickelt wurden, gelang es jedoch, die Erinnerung an dieses alte Produkt wiederzuerwecken und seine Produktion zaghaft wieder aufzunehmen.
Zehn Jahre später ermöglichten die Erwähnung in der "Arche des Geschmacks" von Slow Food und das Engagement eines Lehrers unter Einbeziehung der Schule des Tals die Vertiefung der historischen Kenntnisse und die Restaurierung der Mühle von Vergeletto (2013), in der heute die "Farina bóna" hergestellt wird. Damit wurden die Voraussetzungen für eine Produktionssteigerung und die Ausweitung der Folgeprodukte (Amaretti, Kekse, Bonella, Bier, Gallette usw.) geschaffen und dieses besondere Mehl konnte über die Grenzen des Onsernone-Tals hinaus bekannt gemacht werden.
Man kann die "Farina bóna" in der Mühle und im Museum Onsernonese in Loco sowie in zahlreichen Geschäften kaufen.
Die Mühle von Loco
Die aus dem 18. Jahrhundert stammende Wassermühle mit steinernen Mühlsteinen wurde durch umfangreiche Restaurierungsarbeiten wieder funktionsfähig gemacht und ist seit 1991 wieder in Betrieb. Dies ermöglichte die Wiederaufnahme des Mahlens von Mais zur Herstellung von Polenta-Mehl und schuf die Voraussetzungen für die Wiederbelebung und Aufwertung der "Farina bóna".
In der Nähe der Kantonsstrasse, oberhalb eines Felsens mit Blick auf den spektakulären Wasserfall des Baches Bordione gelegen, ist die Mühle von Loco - zusammen mit derjenigen von Vergeletto - ein lebendiges Zeugnis der bedeutenden Mühlentätigkeit im Onsernonetal, wo es Ende des 19. Jahrhunderts bis zu 27 funktionierende Mühlen gab. Heute sind fast alle verschwunden oder nicht mehr in Betrieb.
Im oberen Stockwerk veranschaulicht eine didaktische Ausstellung die Geschichte und die Techniken der Getreidemüllerei, während sich in der unteren Etage der Produktionsraum mit den steinernen Mühlsteinen, die von einem externen Wasserrad bewegt werden, befindet.
Öffnungszeit: April - Oktober
Donnerstag, 14.00-17.00 Uhr
Samstag/Sonntag, 10.00-12.00 / 14.00-17.00 Uhr
Vergeletto Mühle Park
Die historischen Mühlen von Vergeletto können das ganze Jahr über besichtigt werden. Entlang dem Weg durch den Park stösst man auf Tafeln, welche die Geschichte der Mühlen und vieles mehr erzählen. Es ist auch möglich, an Führungen teilzunehmen, um die Geschichte des Dorfes und die Herstellung der "Farina bóna" zu entdecken. (Infos: Museo Onsernonese, Loco - Tel. +41 (91) 797 10 70 - <email-pii>)
Mulin di Ulüc (Mühle der Eulen)
Diese Mühle war nur etwa während dreissig Jahren in Betrieb. Das einzige, das heute noch an das Mahlen erinnert, ist der äussere Mühlstein.
Mulin di Venenzi (Mühle der Familie Venanzi)
Im unteren Stockwerk sind verschiedene historische Werkzeuge ausgestellt, während im oberen Geschoss die Müllerstube mit einer Reihe von antiken Strohgegenständen neu eingerichtet wurde. Ein Loch im Boden ermöglichte es dem Müller, die Arbeit des Mühlsteins zu überprüfen und den Trichter nachzufüllen, ohne nach draussen zu gehen.
Mulin di Sindig’üi
Diese Mühle blieb bis 1957 in Betrieb, bis zum Tod der Müllerin Terribilini, eine echte Spezialistin für die "Farina bóna". Die Mühle war mit zwei Mühlsteinen ausgestattet, von denen einer für Roggen und der andere für Getreide gedacht war. Im Jahr 2013 wurde einer davon für die Produktion der "Farina bóna" wieder in Betrieb genommen.
Werkstatt Farina bóna
In der Vergangenheit und bis 1980 war es die Turnhalle der Schule. Heute beherbergt der Raum die Röstmaschine, mehrere Steinmühlen mit elektrischen Motoren, ein Schwingsieb und andere Maschinen.
Die Werkstatt ist der geeignete Ort für die Herstellung von "Farina bóna", wenn in der Sindig'üi-Mühle nicht genügend Wasser vorhanden ist.