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Der jüngste Reportage von Marin Mema passt zu verschiedenen Themen im Forum. Ich entscheide mal für dieses Thema hier, aber es geht auch um die schöne alte Bogenbrücke und um die Entvölkerung des Bergortes.
https://youtu.be/Y4CaW42jo-U
Vor nicht allzu langer Zeit hatten wir ein Brückenrätsel, das hiermit noch mal aufgegriffen wird: Ura e Vokopoles
In der Nähe der Brücke befindet sich auch das Dorf, Koordinate der Ortsmitte 40.515130, 20.070589, man erreicht es nur in Fahrzeugen mit viel Bodenfreiheit.
Es ist der Heimatort von Ferit Bej Vokopola
(1887-1969), er gehörte zu den Unterzeichnern der albanischen Unabhängigkeitserklärung und hielt 1920 die Eröffnungsrede auf dem Kongress von Lushnja. Vokopola studierte an der Universität von Istanbul Jura und Ökonomie. Er war Politiker, Landwirtschaftsminister, islamische Theologe, Dichter, Philosoph und Essayist. Sein Haus ist heute nicht mehr als ein Haufen Steine.
Von Interesse sind eine Burg, die Moschee (scheint mir nicht zerstört worden zu sein)
https://ssl.panoramio.com/photo/105303943
und die Tekke des Dorfes (Baba Tahir Vokopola). Es hat sich aber schon lange kein Denkmalschützer mehr dort sehen lassen. Die Bewohner sagen, die Moschee könnte früher eine Kirche gewesen sein.
Während das Dorf 1923 96 Familien zählte, waren es in den 80er Jahren sogar 270, heute leben dort noch 26 Familien in relativer Abgeschiedenheit. Der Transport in den nächsten Hauptort Polican ist umständlich und nicht billig für die Einwohner. Von der einstigen Landwirtschaft mit zwei Molkereien ist nicht viel über (Anbau von Weizen, Mais, Sonnenblumen, Trauben, Äpfeln und Nüssen). Genossenschaftszentrum, Kulturhaus , Poliklinik und Entbindungsstation sind Geschichte, die Schule gibt es noch, siehe bei 5:00, dort lernen noch 20 Schüler.