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Es war an einem Septemberabend vor einigen Jahren, kurz vor Mitternacht. Therese und Erich Binder fuhren mit dem Auto zurück nach Hause, nach Niedermuhren. Als sie auf der langen, geraden Strasse kurz vor der Siedlung waren, fiel Erich Binder auf, dass ein Tier mitten auf der Strasse lag. «Als wir näher kamen, sahen wir, dass es eine Katze war», erzählt Therese Binder. «Wir stellten das Auto ab, schauten nach der Katze und sahen, das sie noch lebte.» Sie hätten den Verkehr geregelt und die Katze von der Strasse geholt. Beim Nachbarn, dem Tierarzt Martin Ott, brannte noch Licht, und so brachten sie die Katze zu ihm. «Er war ohne Zögern bereit, die Katze in seine Praxis zu bringen und zu untersuchen.» Sie habe komplett apathisch auf dem Behandlungstisch gelegen und alles über sich ergehen lassen, was für die Erstversorgung notwendig war. Wahrscheinlich war die damals ein- bis zweijährige Katze in ein Auto gelaufen und hatte sich dabei den Kiefer gebrochen. «Es war nicht klar, ob sie die erste Nacht überlebt», sagt Therese Binder.
Es folgten einige Tage des Bangens, doch dann war klar: Der Kater kommt durch. Die Binders nahmen ihn zu sich nach Hause und pflegten ihn weiter. Gleichzeitig machten sie sich auf die Suche nach dem Besitzer des Katers. Doch in Niedermuhren fand sich niemand, und auch auf ihre Anzeige bei der Schweizerischen Tiermeldezentrale meldete sich niemand. Nach den dort vorgeschriebenen zwei Monaten Wartefrist adoptierte das Ehepaar den verschmusten Kater. «Erst dann gaben wir ihm einen Namen, nämlich Tigi», sagt Therese Binder.
Tigi gewöhnte sich gut ein und erholte sich gut von seinem Unfall, trotz den fehlenden Reisszähnen. Mit der zweiten Katze von Binders, dem Senior Phoenix, arrangierte er sich. «Tigi geniesst es, durch die Felder zu streifen», erzählt Therese Binder. Pünktlich um acht Uhr abends sei er aber wieder zu Hause und hole sich seine Streicheleinheiten ab. «Für uns ergab sich aus der Begegnung in dieser Septembernacht eine Win-win-Situation», sagt Therese Binder. «Tigi hat ein Zuhause gefunden, wo er sich wohlfühlt, und wir haben einen zweiten vierbeinigen Freund, der uns sehr glücklich macht.»
In einer Serie stellen die FN Freiburgerinnen und Freiburger und ihre besondere Beziehung zu ihrem Tier vor. Dieser Beitrag schliesst die Serie ab.