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James Montier von GMO erklärte an der diesjährigen Investorenkonferenz in Zürich, dass man fast unglaubliche Annahmen machen muss, um behaupten zu können, dass die heutigen Bewertungen in der Nähe von "fair" liegen.
31.03.2017, 13:25 Uhr
Redaktion: jog
Der US-Aktienmarkt ist momentan auf dem dritthöchsten Stand in seiner bisherigen Geschichte. Mit einem zyklisch bereinigten Preis-Gewinn-Verhältnis (CAPE oder Shiller P/E) von über 28 sieht der US-Aktienindex S&P500 im Vergleich zum langfristigen historischen Durchschnitt von 16 sehr teuer aus. Nur gerade im Jahr 1929 und in der Newtech-Blase rund um die Jahrhundertwende waren die Preise höher. Man muss kein Markthistoriker sein, um zu wissen, was nach solchen Höchstständen passiert. Himmelhohe Bewertungen werden typischerweise von einem überschwänglichen Markt mit unvernünftigen Verhalten begleitet. Das gegenwärtige Umfeld kann aber kaum als eine typische Manie beschrieben werden.
Der institutionelle Vermögensverwalter GMO, der für die Identifizierung und Antizipierung wichtiger historischer Vermögensblasen bekannt ist, erörterte diese offensichtliche Inkonsistenz an seiner jährlichen Investorenkonferenz in Zürich. "Obwohl Manien mit hoher Nervosität einhergehen, ist das bei Asset-Blasen nicht der Fall", sagt James Montier, Mitglied des Asset Allocation-Teams von GMO. So muss man fast unglaubliche Annahmen machen, um behaupten zu können, dass die heutigen Bewertungen in der Nähe von "fair" liegen. Namentlich nennt er sechs "unmögliche" Dinge an die man glauben muss, damit dies der Fall sein würde:
Die säkulare Stagnation ist permanent und die tiefen Zinsen bleiben für immer bestehen
Der Diskontsatz für Aktien hängt von der Nominalverzinsungab
Die Zuwachsrate und der Diskontsatz sind unabhängig
Unternehmen führen Aktienrückkäufe ad nauseum durch und erhöhen somit das EPS-Wachstum trotz geringem Wirtschaftswachstum
Hohe Barbestände machen die Welt zu einem sichereren Ort
Das "Höllen-Szenario" ist das wahrscheinlichste Ergebnis
Anhand des firmeneigenen, Mean Reversionbasierten Bewertungsmodells zeigte Montier auf, dass die Renditen mittelfristig viel niedriger ausfallen dürften als üblich. Daher zieht es GMO derzeit vor, in ihren Asset Allocation-Portfolios eine relativ konservative Position einzunehmen.
In einer weiteren Präsentation argumentierte Jeremy Grantham, Gründer und Chief Investment Strategist von GMO, dass der Klimawandel in absehbarer Zeit ein Anlagethema von höchster Bedeutung wird und dass die Investoren mit mit den entsprechenden Implikationen umgehen müssen. GMO präsentierte dabei seine neue Klimaschutzstrategie, die in Unternehmen investiert, die sich mit dem Klimawandel beschäftigen. Die Entwicklung der Elektroautos sieht Graham zwar als ein Schritt in die richtige Richtung, doch die Bauweise basiere auf einem veralteten Prinzip. Heute werden Autos produziert, die zusammengesetzt zwei Tonnen schwer sind, um zwei Personen zu transportieren. Für Graham ist es daher offensichtlich, dass hier eine Effizientssteigerung in puncto Rohstoffverarbeitung und Energieverbrauch möglich ist.
Lucas White, Portfoliomanager der Strategie, argumentiert, dass Investoren in der Lage sein sollten, dieses globale Umweltproblem zu bekämpfen, ohne die Rendite zu beeinträchtigen. Er erwartet, dass der Value-basierte Anlageprozess von GMO diesbezüglich einen langfristigen Mehrwert bietet.
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