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Meine Flucht in die Fremdenlegion
«Les meilleurs soldats de la France» – dieses Kampflied der französischen Fremdenlegion schmetterte Peter Eggenberger kraftvoll in den Saal und liess die zahlreich erschienenen Männer teilhaben an seinen Erlebnissen im Dienste einer fremden Macht. Wortgewaltig schilderte er seinen persönlichen Drang, aus seiner engen Heimat im Appenzeller Vorderland auszubrechen, um sich in der weiten Welt neuen Herausforderungen zu stellen. Als Sohn einer Drogistenfamilie mit streng konfessioneller Lebensweise brach er aus der ländlichen Idylle von Walzenhausen aus und meldete sich 1959 in der Hafenstadt Marseille, um ins Ausbildungszentrum der Fremdenlegion nach Sidi bel Abbès im Nordwesten Algeriens rekrutiert zu werden. Dank Sprachtalent und technischem Verständnis wurde er als Funker eingesetzt und genoss dabei gewisse Privilegien.
Die Truppe bestand zu einem grossen Teil aus ehemaligen Wehrmachts- und SS-Angehörigen, die als Unteroffiziere für den berüchtigen Drill zu sorgen hatten. Mit dem Eintritt in die Fremdenlegion verpflichtete sich Peter Eggenberger, für mindestens fünf Jahre in dieser weltweit bekannten und berüchtigten Truppe zu dienen. Diese Zeit wurde ausschliesslich in Algerien nahe der marokkanischen Grenze verbracht. Im Jahre 1964 trat Eggenberger aus der Legion aus und kehrte nach Walzenhausen zurück, wo er sich in der Drogerie seiner Familie nützlich machte, Interviews über seine Jahre in Sidi bel Abbès und anderswo jedoch strikte ablehnte. Mit der gebotenen zeitlichen Distanz entschied sich Peter Eggenberger, seine Erlebnisse im Dienste der Fremdenlegion aufzuarbeiten und zu veröffentlichen. Eindrücklich und lebensnah schildert er in seinem Buch «Tod in der Fremdenlegion» die besonderen Umstände, welche vorab junge Männer motivieren, in fremden Diensten Militärdienst zu leisten.
Ein weiteres Highlight in der Tradition der von Pfarrer Harry Ratheiser und seinem Team organisierten Männerabende, das mit grossem Beifall verdankt wurde.
Hans Joerg Graf