Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03200.jsonl.gz/482

forlaufend
Eng-697
land statt;
Deutschland [* 3] hat jährlich große Ruder- regatten in Frankfurt [* 4] a.M., Ems [* 5] (Kaiserpreis), Ber- lin (Kaiserprcis), Hamburg, [* 6] Vreslau, Mannbcim, München [* 7] u. s. w.;
Segelregatten in Berlin, [* 8] Ham- burg, Kiel, [* 9] Bremen, [* 10] Königsberg. [* 11]
Wichtige Regat- tenplätze im Auslande sind für Rudern Putney (Ox- ford und Cambridge) und Henley in England, Nizza [* 12] und Neuilly-St. James in Frankreich, Wien; [* 13]
für Segeln Cowes auf der Insel Wight und Glasgow [* 14] in England, Nizza, Argenteuil, Havre [* 15] in Frankreich, Ostcnde in Belgien, [* 16] Kopenhagen, [* 17] Stockholm. [* 18] Regel, güldene, in der Mechanik der Satz, daß bei der Bewegung einer Maschine [* 19] ebensoviel an Geschwindigkeit verloren geht, als an Kraft [* 20] ge- wonnen wird, wenn die Arbeit gleich bleiben soll. (S. Maschine.) ^struation.
Negel, monatliche Reinigung, s. Men- Regel, Eduard von, Gärtner und Botaniker, geb. zu Gotha, [* 21] erlernte die Gärtnerei in dem herzogt.
Orangeriegarten zu Gotha, ging dann als
Volontär an den
Botanischen
Garten
[* 22] zu Göttin-
gen, später an die zu
Bonn
[* 23] und
Berlin. 1842 wurde
Regen Oberqärtner acn Votanischen
Garten zu Zürich,
[* 24] 1855 wissenschaftlicher
Direktor, später Oberbota- niker und seit 1875 einziger Direktor des kaiserl.
Botanischen
Gartens zu
Petersburg,
[* 25] wo er 15. (27.)
April 1692 starb. N. hat sich große Verdienste um
die Hebung und Vervollkommnung des russ. Obst- baues erworben. 1863 schuf
er auf eigene Kosten einen
Pomologischen
Garten nebst
Baumschule und einen Acclimatisationsgarten und entwarf aucb die Pläne
zum
«Neuen Alcxandergartcn» in
Petersburg u. a.
Regen begründete 1843 mit
Heer die «Sckweiz. Zeitschrift für
Land- und
Gartenbau»
und als deren Fortsetzung 1846 die «Zeitschrift für
Landwirtschaft» und 1852 die Zeitschrift «Gartenflora»,
die er bis Ende 1884 herausgab.
Auch verfaßte er in lat. Sprache [* 26] mehrere Floren, so die «^loi-g. donnenZiz» (mit Schmitz, Bonn 1841),
später die
Flora von
Ajan, von Ostsibiricn, Turkcstan, eine Monographie der Gattung ^Nium u. s. w.
Auch in russ.
Sprache gab
Regen mehrere Schriften heraus. In deutscher
Sprache veröffentlichte
Regen ein
«Allgemeines
Gartenbuch» (2 Bde., Zür.
1855,1808) u. v. a. Regel,
Joh.
Albert von, Forschungsreisender, Sohn des vorigen, geb. in Züricb, erhielt seine
Gymnasialbildung in
Petersburg und studierte dann in
Petersburg,
Wien, Göttingen
[* 27] und Dorpat
[* 28]
Medizin.
Als Kreisarzt im russ. Turkc- stan angestellt, bereiste er 1876-84 Turkestan und die angrenzenden Gebiete Centralasiens: 1876 den Karatau, 1878-80 das Iligebiet, 1880 Ferghana, 1881 - 84 das Gebiet des Amu-darja;
1884 drang er bis Merw vor. 1885 kehrte er nach Petersburg zurück.
Seine Reiseberichte finden sich meist in Petermanns «Geogr. Mitteilungen» und in E. Regels «Gartenflora».
Regelation (lat.), s. Eis [* 29] (Bd. 5, S. 822 a). Regel Coß, s. Algebra und Coß. Regel de tri, s. Regula de tri. Regelfläche, s. Geradlinige Fläche. Regelung, s. Rchling. Regen, der Niederschlag flüssigen Wassers in Form von Tropfen, die aus der Höhe mit mehr oder weniger Geschwindigkeit auf die Erde fallen. Die Größe der Tropfen ist außerordentlich verschie- den.
Die besonders großen
Tropfen werden als ge- schmolzene Hagelkörner
[* 30] aufzufassen
sein. Im Winter scheinen manchmal die
Regentropfen während des Fallens zu gefrieren (Eis
regen).
Die Eiskörner sind alsdann Kugeln von 1 bis 2 mm Durchmesser, klar, glashell, trocken, frosthart und elastisch.
Die
Temperatur des
Regen weicht
nach Vreitenlohner bei den gewöhnlichen
Regenfällen nur wenig von der der Luft ab;
namentlich muß die Existenz der sog.
warmen
Regen bcstritten werden.
Dagegen soll bei Gewitter
regen das Wasser etwas kälter sein als die Luft.
Das Negcnwasser ist
nahezu destilliertes Wasser, enthält aber doch, wenigstens nach längerer Trockenheit, einige Beimengungen,
besonders
Stick- stoffverbindungcn. In
Paris
[* 31] fand man während der 1.1881-90 im
Liter
Regenwasser durchschnitt- lich 1,91N3
Ammoniak und 0,7
mg Salpetersäure.
Besonders groß soll der Salpctersüuregehalt in den
Tropen sein, wo die jährliche Zufuhr
dieses
Stoffes zum Erdboden durch das
Regenwasser gleichbedeu- tend mit 50
Kilo Natronsalpeterdüngung pro
Hektar
geschätzt wird.
Weitere Beimengungen sind schwef- lige oder Schwefelsäure. [* 32]
Zeitweise gefundene Chlor- verbindungen werden wohl von aufgespritztem Meer- wasser berrübren.
Manckmal schlägt der
Regen größere Mengen von
Staub und kleinen organischen
Körpern nieder, die dann dem Negenwasser Färbung oder gar schlammartige Beschaffenheit erteilen.
Solche Vorgänge babcn
zu den Bezeichnungen Blut
regen (s. d.), Scblamm
regen (s. d.)
u. s. w. geführt. Die
Bildung des
Regen schrieb man früher
allge- mein der Mischung von Luftmassen verschiedener
Temperatur zu.
Wenn sich warme feuchte Luft mit kältern Massen mischt, so erfolgt allerdings eine Abkühlung der warmen Luft und diese muß mit einem Auvsckeiden von Wasser, als Regen oder Schnee, [* 33] verbunden sein.
Hierauf beruhte die Ansicht Doves, die noch beute viele Anhänger findet, wonach der N. durch Eindringen des feuchten warmen Aquatorial- stroms in den kalten trocknen Polarstrom entsteht. Die Rccknung lehrt aber, daß bei dem erwähnten Miscdungsvorgang nur ganz unbedeutende Aus- scheidungen entstehen können, die lediglich zuTrübun- gen der Luft als Wolken oder Nebel u. s. w. aus- reichen.
Man muß vielmehr annehmen, daß stets bei irgend welcher Regenbildung eine aufsteigende Bewegung der wasscrdampfhaltigen Luft vorhan- den ist.
Das Aufsteigen ist verbunden mit einer Ausdebnung und diese führt zu einem Sinken der Temperatur der aufsteigenden Luftmassen, wenn nicht rasck genug für Zufubr von Wärme [* 34] durch Sonnen- strahlung oder von der Umgebung her gesorgt wird. Mit der Abkühlung ist die Erhöhung der relativen Feucbtigkeit verbunden, die in einer gewissen Höhe zur Sättigung führt.
Darüber hinaus beginnt ein Ausscheiden von Wasserdampf, es bilden sich kleine Wasscrtröpfchen, weiter oben vielleicht die Eiskry- stallc und so entsteht die Wolke.
Geht dieser Prozeß weiter, so werden die Ausschcidungsprodukte so groß, daß sie nach der Erde fallen, es regnet oder dagelt, oder graupelt oder schneit je nach den Ver- bältnissen. In welcher Höhe sich die Wolken bilden, das hängt einerseits ganz von dem Druck, der Tem- peratur und dem Feuchtigkeitsgehalt ab, mit dem die Luftmassen die aufsteigende Bewegung begin- nen, und andererseits von dem Druck an der Stelle ! der Atmospbäre, an der die Bewegung vor sich geht. ! Im allgemeinen wird sehr feuchte Luft rasch den Sättigungsgrad erreichen, also die Wolkenbildung in geringerer Höhe erfolgen können als bei trockner Luft.
Die Vorgänge sind an und für sich so ver- wickelt, daß ihre einfache Darstellung sehr schwer ist. ¶
forlaufend
698
Die von den Meteorolog.
Instituten veranlaß- ten Aufzeichnungen über den Regen bezwecken Fest- stellung der Menge, Dauer und Häufigkeit der Re- genfälle.
Zur Bestimmung der Regenmenge be- dient man sich besonderer zweckmäßig konstruierter Regenmesser [* 36] (s. d.) oder Hyetometcr, wenn auch zur Messung starker Regen jedes beliebige Gefäft ver- wendet werden kann.
Gewöhnlich pflegt man die im Laufe eines Zeitraums gefallene Regenmenge durch die Höhe anzugeben, welche dieselbe bei Ausbreitung auf einer horizontalen ebenen Fläche gehabt haben würde.
Man nennt diese Zahl kurz Regcnhöhe (s. d.).
Aus den täglichen Regenhöhcn bildet man Dekaden-, Monats- und Jahressummen.
Aus den für gleiche Abschnitte der Iabrcsperiode in verschie- denen Jahren gefundenen Werten leitet man viel- jährige Mittel ab, die alsdann um so mehr die nor- malen Regenhöhen darstellen werden, je mehr Iabre zu ihrer Ableitung verwendet werden konnten.
Die Abweichungen der Einzelwerte von den Normal- werten geben ein Maß für die bedeutende Unregel- mäßigkeit im Auftreten der Regencrsckeinnngen.
Man pflegt die mittlere Abweichung als die Ver- änderlichkeit des N. zu bezeichnen, die dann oft in Prozenten des betroffenen Normalwcrtcs ausge- drückt wird.
Zur Bestimmung der Dauer eines Re- genfalles, d. h. des Zeitraums, währenddessen un- unterbrochen, wenn auch mitverschiedcnerStärke, N. fällt, sind passend konstruierte Registrierinstrumcnte nötig.
Solche sind jedoch nur kurze Zeit und in ge- ringer Zahl in praktischem Gebrauch, so daß über die Regendauer recht wenig bekannt ist.
Die Häufig- keit der Regen wird am einfachsten durch die Zahl der Tage mit Regen in einem Zeitraum, meist Monat und Jahr, ausgedrückt.
Schwierigkeit macht die Defini- tion eines Regentags.
Eigentlich sollte jeder Tag, an dem deutlich und sicher Regen gefallen ist, als solcher gezählt werden.
Da aber bierbei die Aufmerksam- keit der Beobachter von großem Einfluß ist, pflegt man als Regentag einen solchen zu bezeichnen, an dem der Regenmesser mindestens 0,i inm oder 0,2 mm (Preußen) [* 37] oder noch mehr Regenhöhe ergiebt.
Die Angabe der Zahl der Regentage in den Monaten ist wegen der verschiedenen Länge dieser Zeiträume bedenklich. 14 Regentage im Januar haben ganz andere Bedeutung als 14 im Februar.
Man pflegt deshalb die Zahl der Regentage durch die Zahl der Monatstage zu dividieren und nennt die Quotien- ten Regenwahrscheinlichkeit.
Die in irgend einem Zeitraum fallende Regenmenge bezeichnet man als die Ergiebigkeit des Regen (Regen er giebig- keit).
Für die Ergiebigkeit in der Zeiteinheit (mei- stens 1 Tag) wird vielfach der Ausdruck Regen- dichte angewendet.
Die Erörterung der Gesetze des Regenfalles, seiner Abhängigkeit von der geogr. Lage und von der Zeit (s. Regeiwertcilung), gehört zu den schwierigsten und wichtigsten Problemen der Meteorologie.
Von Tagesmengen des Regen sind Fälle konstatiert, die auf der ganzen Fläche des König- reichs Sachsen [* 38] pro Quadratmeter 70 1 Wasser lie- ferten und wo an einzelnen Stellen 2001 und mehr im Lauf von 24 Stunden gefallen sind.
Fälle von 60 mm Regenhöhe kommen in Mitteleuropa nicht selten vor.
Besonders bemerkenswert waren die Negenfülle in der Schweiz [* 39] vom 17. Sept. bis Der Vernhardin hatte als größte Tagesmenge 254 inm;
in 16 Tagen fielen zusammen 1620 mm, an 7 Tagen je mehr als 100 min, an 2 Tagen je mehr als 200 mm. So groß diese Zahlen sind, so erscheinen sie geringfügig gegenüber den Mengen in Tscharapundschi.
Die größte Tagesmenge war hier 1036 mm. In 9 Tagen sielen zusammen 3260 mm, in einem andern Fall sogar in 5 Tagen nahezu 3 m. Von besonderer Wichtigkeit namentlich für das Bauwesen ist die Ergiebigkeit des Regen in sehr kleinen Zeiträumen, einer Stunde oder Bruchteilen der- selben.
Wie bedeutend dieselben sein können, ersieht man aus eiuer Mitteilung des Schiffslieutenants Sobierzky zu Pola, [* 40] wonach ein Regenfall auf St. Kitts während zwei stunden 280 Menschenleben vernichtete und etwa 800 mm, d. h. 8001 pro Qua- dratmeter, Wasser nicdergesandt hat. Die Regenfälle haben eine tägliche und eine jähr- liche Periode sowohl in Bezug auf die Menge als die Häufigkeit.
Über den Verlauf der täglichen Pe- riode wissen wir nicht viel Bestimmtes.
Sicher scheint zu sein, daß im Lauf eines Tages die Mcnge und Häufigkeit dcZ Regen zwei, vielleicht sogar drei Marnna und dementsprechend auch 3 Minima haben.
Fast überall wird das Hauptmarimum der Menge auf die späten Nachmittagsstunden fallen, während die ge- ringste Menge auf die ersten Morgenstunden kommt. Man kann mit Sicherheit annehmen, daß das Auftreten der Regcnfälle hauptsächlich von deren Natur bedingt ist.
Gewitterregen werden vorwie- gend nachmittags eintreten, während bei andern Vorgängen eher eine Verstärkung [* 41] des Regen zur Nackt- zeit denkbar ist.
Über die Gesetze der jährlichen Pe- riode f. Regenverteilung.
Vielfach ist die Frage nach dem Einfluß des Mondes und verronnen flecken aufgetreten.
Der Mond [* 42] kann nur durch feine Anziehung wirken und diese ändert sich mit seiner Entfernung von der Erde. Dann tritt eine Änderung in den Attraktions- verhältnissen durch den Wechsel in der Stellung der Sonne [* 43] zu dem Monde ein, durch den ja die Unter- schiede in der Fluthöbe des Meers bedingt werden. Diese Unterschiede lassen sich derart kurz ausdrücken, daß zur Zeit des Vollmondes und Neumondes die von Sonne und Mond bewirkte Anziehung Marimal- werte, in der Zwischenzeit aber Minimalwerte hat. Das müßte also periodische Erscheinungen bewirken, von denen man (nach Falb) erwarten könnte, daß sie aus Perioden von etwa 11,5 Stunden, etwa 15Tagen, etwa 27 resp. 29 Tagen, aber auch 9 Jahren, 18 Iah' ren u. s. w. Dauer kombiniert sind.
Das wird eine ganz komplizierte Kurve darstellen und die Gesetze des Mondeinflusses könnten eigentlich streng nur durch Analyse stündlicher, über lange Jahre sich erstrecken- der Beobachtungen hergeleitet werden.
Man hat sich begnügt, den Einfluß der Hauptfaktoren zu unter- suchen.
Danach müssen gewisse kleine Einflüsse als festgestellt betrachtet werden, aber sie sind so klein, daß man ihnen weitgebcnde Einwirkung auf das Wetter [* 44] und namentlich die Rcgenfälle nicht zuschrei- ben kann. Es soll so zurZeit der größern Entfernung des Mondes der Regen seltener sein als bei seiner größ- ten Nähe.
Was den Einfluß der Mondphasen auf die Regenmenge betrifft, so ergaben Beobachtungen in Paris und Karlsruhe, [* 45] daß zwischen erstem Viertel und Vollmond die tägliche Regenmenge am größten, kurz vor Neumond am kleinsten ist.
Was aber für Unterschiede in Betracht kommen, lehrt eine ein- gehende Bearbeitung der Rcgcnbeobachtungen, an- gestellt an 22 Stationen des Königreichs Sachsen 27 Jahre lang.
Danach fällt pro Tag durchschnitt- lich im Vereick des ganzen Landes 1,93 mm R. Diese Menge ist zur Neumondszeit am kleinsten. ¶