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Führungsstile und Führungsinstrumente in der Mitarbeiterführung
Arten und Bedeutung der Mitarbeiterführung
Grob unterscheidet man im Führungsverhalten den autoritären, kooperativen und situativen Führungsstil. Der autoritäre Führungsstil ist gekennzeichnet durch autokratisches, absolutistisches, diktatorisches, patriarchalisches, hierarchisches, bürokratisches Führungsverhalten. Der laissez-faire-Führungsstil: Passive, permissive Führungsformen, die gekennzeichnet sind durch fahrlässige oder absichtliche Abstinenz im Gebrauch der Führungsautorität, Führungskompetenz und Führungsmittel. Der kooperative Führungsstil: Demokratisches, partnerschaftliches, partizipatives, sozial-integratives, mitarbeiter- und gruppenorientiertes Führungsverhalten mit einem hohen Grad der Beteiligung der Mitarbeiter. Der situative Führungsstil ist ein flexibler, der sich an jeweilige Stiuationen anpasst.
Führungsgrundsätze als Rahmen für Führungsstile
Führungsgrundsätze sind Vorgaben, nach denen sich die Unternehmensführung und leitende Angestellte verhalten sollen. Je nach Führungsstil werden die Grundsätze erarbeitet. Als sinnvoll hat sich in den letzten Jahren erwiesen, dies zusammen mit allen Mitarbeitern vorzunehmen. Führungsgrundsätze, die allgemein im Unternehmen bekannt sind, müssen auch eingehalten werden. Führungsgrundsätze bieten die Grundlage für die Gesamtbeurteilung der Führungskräfte auf allen Ebenen hinsichtlich der Erfüllung ihrer Führungsaufgaben. Fehlen sie, so können weder die Mitarbeiter noch die Teams, noch die Führungskräfte für Verstösse gegen die Verhaltensrichtlinien verantwortlich gemacht werden.
Situativer Führungsstil
Nach den situativen Ansätzen ist der jeweils Erfolg versprechende Führungsstil abhängig von der jeweiligen Situation massgebend und angebracht und nicht ein vom Modell her fix festgelegter Führungsstil. So kann eine Leistungsbeurteilung oder unterschiedliche Arbeitnehmerpersönlichkeiten einen anderen Führungsstil erfordern, als zum Beispiel das Führen in einer Projektgruppe. Ein Beispiel aus der Praxis: Ein stark motivierter und sehr erfahrener Mitarbeiter mit fundiertem Fachwissen und ausgeprägtem Talent erfordert für bestimmte Aufgaben eine völlig andere, auf die jeweilige Situation bezogene Führung als ein unsicherer, genaue Anweisungen und Kontrolle benötigender Mitarbeiter, der eher für einfache Routineaufgaben geeignet ist.
Autoritärer Führungsstil
Dieser Stil passt nicht mehr ins Repertoire moderner Chefs, denn Sichtweisen wie "Derjenige der führt, hat als einziger die Übersicht und die richtigen Lösungen." stehen im Widerspruch zu einer von Selbständigkeit und Kooperation geprägten Arbeitswelt. Die Führungskraft, die diesem "Top-down"-Prinzip folgt,
• ist in der Regel sehr stark leistungsorientiert und
• lenkt Aktivität der Mitarbeiter in eine von ihr gewünschte Richtung,
• ist klar und eindeutig in den Aussagen und Instruktionen,
• ist sehr engagiert und trifft alle wesentlichen Entscheidungen allein
• zeigt wenig Anteilnahme an den Problemen der Mitarbeiter,
• ist in seiner Beziehung zu Mitarbeitern eher distanziert und kühl,
• weist Aufgaben direkt und ohne Diskussion zu,
• legt Hauptaugenmerk auf Erfolg und Ergebnis des Projekts,
Durch diesen autoritär-bestimmenden Stil kommt es zu einem angespannten Klima innerhalb der Abteilung und Mitarbeiter verhalten sich eher passiv, angepasst und unselbständig. Meinungen, Haltungen und Lösungen werden oft kritiklos übernommen, die eigene Produktivität und Kreativität aber bleibt dadurch auf der Strecke. In manchen Fällen kann es auch zu massiver Auflehnung und Trotzreaktionen kommen. Gute Ergebnisse können durchaus erzielt werden, jedoch lassen diese sofort nach, wenn die Kontrolle durch die Führungskraft fehlt.
Kooperativer Führungsstil
Der kooperative Führungsstil beinhaltet im Kern die Kompetenz und Motivation in Planungs-, Entscheidungs- und Umsetzungsprozessen von Mitarbeitern. Man orientiert sich an einem partnerschaftlichen Stil der Zusammenarbeit und strebt zum Beispiel eine gemeinsame Zielerreichung an. Konkreter Ausdruck dieses Führungsstils sind oft stattfindende Mitarbeitergespräche und praktizierte Zielvereinbarungen. Diese Führungskraft
• trifft Entscheidungen gemeinsam mit den Mitarbeitern,
• beteiligt diese am Prozess (klar umschriebene Aufgaben und Befugnisse, eigener Verantwortungsbereich)
• erhöht dadurch deren Motivation und Selbständigkeit,
• fördert die Leistungsbereitschaft,
• lässt Kreativität und neue Ideen zu,
• gibt wichtige Informationen weiter,
• befürwortet eine offene Kommunikation und
• schafft sich als Führungskraft im Endeffekt Entlastung
Positive Grundhaltung in Mitarbeiterführung
Diese Haltung ist über alle Führunsstile und Führungsinstrumente hinweg das entscheidendste und wohl wirksamste Persönlichkeitsmerkmal erfolgreicher Führungskräfte. Möglicherweise ist sie sogar die notwendige Grundlage überhaupt, um Spitzenleistungen erbringen und Menschen erfolgreich führen zu können. Es sollte uns aufhorchen lassen, dass erfolgreiche Unternehmensleiter und Führungspersönlichkeiten – auch ausserhalb von Wirtschaft und Unternehmen – praktisch ohne Ausnahme positive Grundhaltungen und Menschenbilder haben. Warum aber ist diese Grundhaltung dermassen entscheidend? Sie wirkt auf mehreren stark erfolgswirksamen Ebenen wie
• Ausstrahlung, Charisma und Auftreten als Persönlichkeit
• Engagement und Begeisterung für Arbeit und Leistung
• Zielorientierung in der Chance und nicht im Problem und Risiko
• Respektvolles Menschenbild gegenüber Mitarbeitern und Teams
• Kommunikations-Fokus auf Problemlösung, Erfolg und Chancen
• Grad der eigenen Zufriedenheit und Selbstmotivation
Ist immer nur der kooperative Führungsstil der richtige?
Führungsstile sind von zahlreichen Faktoren abhängig. Zu Recht hat sich heutzutage nach modernem Menschenbild und Führungsverständnis der kooperative und situative Führungsstil vielerorts durchgesetzt. Man fragt sich ab und zu, ob denn autoritäres und bestimmtes Führen und Auftreten heutzutage völlig verpönt ist und ob denn nur noch der demokratische auf Partnerschaft und nur auf Konsens beruhende Führungsstil angewandt werden darf. Nein, dem ist nicht so. Es gibt Situationen und Menschen, bei denen schnelle und alleinige Entscheide, klare Weisungen, sofortiges Eingreifen und Handeln notwendig und sogar Pflicht sind. Scheuen Sie sich also auch im Zeitalter des Teamgeistes und des partizipativen Führungsstils nicht, in besonderen Situationen als autoritärer Chef aufzutreten – nicht nur Situationen und Krisen, sondern auch Mitarbeiter erwarten dies nämlich von Ihnen sogar von Zeit zu Zeit. Konkrete Situationen dieser Art können sein, dass ein Mitarbeiter regelmässig Ihre Massnahmen sabotiert, eine Krise sofortiges Handeln und Entscheiden verlangt oder ein Grosskunde droht wegen eines groben Fehlers abzuspringen.
Was Mitarbeitende am meisten schätzen
Die Wahl des geeignetsten Führungsstils
Von grösster Bedeutung ist, dass Sie aufgrund von unterschiedlichen Charakteren, Motivationsprofilen und Arbeitsnaturellen von Menschen einerseits und Situationen wie Dringlichkeit, Wichtigkeit, Gefahr/Chance andererseits das Gefühl und Gespür bekommen, den jeweils richtigen Stil und das jeweils erforderliche Führungsverhalten zu wählen. Am wichtigsten ist: Der Führungsstil muss Ihrer Persönlichkeit entsprechen und zu dieser passen, Sie müssen authentisch wirken und sich damit identifizieren können. Hinzu kommt die Unternehmenskultur und die zu führenden Menschen und Persönlichkeiten und ihre Jobs. Die nachfolgenden Fragen helfen den geeigneten Führungsstil oder vielmehr die geeignete Kombination von Führungsstilen zu finden:
• Wie ist der Charakter und die Zusammensetzung Ihres Teams?
• Welche Führungsgrundsätze sind Ihnen besonders wichtig?
• Welche Ihrer Verhaltensweisen sind die authentischsten?
• Mit welchen Prinzipien können Sie sich am besten identifizieren?
• Was ist die Arbeitsweise und das Arbeitsnaturell Ihres Teams?
• Welches sind Ihre persönlichen Grundwerte und Lebenshaltungen?
• Wo und wie sehen Sie Ihre Stärken und Schwächen?
• Welche Mentalität und Kultur hat Ihr Arbeitgeber-Unternehmen?
• Welches sind Unternehmenspolitik, Branche und Produkt?
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