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ACE-Hemmer zur Behandlung von kongestiver Herzinsuffizienz beim Hund
ATCvet: QC09AA05
Zusammensetzung
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Eigenschaften / WirkungenRamipril wird in der Leber durch Esterasen zu seinem aktiven Metaboliten Ramiprilat hydrolysiert. Ramiprilat hemmt das Enzym Dipeptidyl-carboxypeptidase I, auch Angiotensin-Converting-Enzyme (ACE) genannt. Dieses Enzym katalysiert im Blutplasma und in den Endothelien die Umwandlung von Angiotensin I in Angiotensin II sowie den Abbau von Bradykinin. Da Angiotensin II stark vasokonstriktorisch, Bradykinin hingegen vasodilatorisch wirkt, führt die verminderte Bildung von Angiotensin II sowie die Hemmung des Bradykinin-Abbaus zu Vasodilatation. Darüberhinaus bewirkt Plasma-Angiotensin II die Freisetzung von Aldosteron (im Renin-Angiotensin-Aldosteron-System - RAAS). Durch Ramiprilat wird daher auch die Aldosteron-Sekretion vermindert. Dies führt zu einem Anstieg der Serum-Kalium-Konzentration und zu einer vermehrten Ausscheidung von Natrium und Wasser.
Die Hemmung des Enzyms ACE im Gewebe vermindert lokal Angiotensin II, insbesondere im Herzmuskel, und steigert dort auch die Bradykinin-Wirkung. Angiotensin II stimuliert die Zellteilung glatter Muskelzellen, während Bradykinin die Proliferation glatter Muskelzellen hemmt. Diese beiden synergistischen Effekte vermindern myotrophe Faktoren und reduzieren deutlich die Proliferation glatter Muskelzellen in Herzmuskel und Gefässwänden.
Ramipril verhindert die myogene Hypertrophie bei kongestiver Herzinsuffizienz erheblich und vermindert den peripheren Gefässwiderstand.
Die mit chronischer Niereninsuffizienz (CKD = chronic kidney disease) als Reaktion auf die eingeschränkte Nierenfunktion einhergehende Aktivierung des RAAS bewirkt hauptsächlich eine Konstriktion der efferenten Arteriole und führt zu glomerulärem Hochdruck sowie Hyperfiltration. Dies wiederum erhöht die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) der verbleibenden Nephronen. Chronische Aktivierung dieses Mechanismus hat schädliche Langzeitfolgen wie glomeruläre Fibrose, Glomerulosklerose und chronische tubulo-interstitielle Entzündung, was zu weiterem irreversiblem Verlust der Nierenfunktion und allmählich zum Endstadium der Niereninsuffizienz führt. Bei stabiler chronischer Niereninsuffizienz bewirkt die Blockade des RAAS mit Ramiprilat die Verbesserung der Nierendurchblutung und wirkt auf lange Sicht nephroprotektiv.
PharmakokinetikRamipril wird nach oraler Verabreichung im Gastrointestinaltrakt schnell und vollständig resorbiert und in der Leber zum aktiven Metaboliten Ramiprilat hydrolysiert.
Die Bioverfügbarkeit bei Hunden beträgt 87.9 bis 97.7%, der Wirkstoff wird rasch in diversen Geweben verteilt. Nach oraler Verabreichung von 0.25 mg Ramipril pro kg KGW werden bei Hunden maximale Konzentrationen im Durchschnitt nach 1.2 Stunden erzielt. Ramiprilat wird überwiegend über den Kot (71 - 87%) ausgeschieden, der Rest über die Nieren (11 - 18%). Es kommt nicht zu Kummulation.
Bei Katzen wird 1 - 2 Stunden nach oraler Verabreichung von 0.125 mg pro kg KGW die maximale Ramiprilat-Konzentration erzielt. Cmax beträgt 4.7 ng/ml nach einmaliger Verabreichung und 12.9 ng/ml nach wiederholter Verabreichung über 9 Tage. Auch bei Katzen erfolgt die Ausscheidung überwiegend über den Kot (85 - 89%) und nur zu geringem Anteil über die Nieren (9 - 12%).
IndikationenHunde:
Zur Behandlung von kongestiver Herzinsuffizienz (Dekompensationsgrade II - IV gemäss NYHA*), auch in Kombination mit dem Diuretikum Furosemid (z.B. Dimazon®) und/oder den Herzglykosiden Digoxin oder Methyldigoxin und dem Xanthinderivat Propentofyllin (z.B. Karsivan®).
* Dekompensationsgrade gemäss New York Heart Association
Katzen:
Zur Behandlung von chronischer Niereninsuffizienz (IRIS* Klassifikation Stadium 2 und 3)
* International Renal Interest Society
Stadium 2
Stadium 3
*Proteinurie wird überlicherweise definiert als Ratio Protein im Urin: Kreatinin > 0.4 - 0.5
Hunde:
Die therapeutische Dosis beträgt 0.125 mg Ramipril pro kg KGW einmal täglich.
Dosierungsvorschlag (Standard-Dosis 0.125 mg/kg/Tag)
Die Behandlung sollte immer mit dieser niedrigsten empfohlenen Dosis begonnen und nur bei Ausbleiben des Therapieerfolges erhöht werden. Je nach Schweregrad der pulmonalen Stauung bei Patienten mit Husten bzw. Lungenoedem besteht die Möglichkeit, nach 2 Wochen die Dosis auf eine einmal tägliche Gabe von 0.25 mg je kg KGW zu erhöhen.
Bei Hunden, die gleichzeitig Vasotop® P und Furosemid erhalten, kann die Dosis des Diuretikums reduziert werden und dennoch der gleiche diuretische Effekt wie bei Behandlung mit Furosemid alleine erzielt werden.
Katzen:
Die therapeutische Dosis beträgt 0.125 mg Ramipril pro kg KGW einmal täglich.
Dosierungsvorschlag (Standard-Dosis 0.125 mg/kg/Tag)
Die Dosis kann auf 0.25 mg Ramipril pro KGW erhöht werden, wenn die Katze nicht auf die Standard-Dosis von 0.125 mg Ramipril pro kg KGW anspricht.
ÜberdosierungGesunde Hunde vertragen Dosen bis zu 2.5 mg pro kg KGW (das entspricht dem 10fachen der oberen therapeutischen Dosis) gut. Bei Überdosierung kann es zu Hypotonie mit Anzeichen von Apathie und Ataxie kommen. Gesunde Katzen vertragen Dosen von bis zu 0.625 mg Ramiprilat pro kg KGW, ohne dass es zu Hypotonie kommt.
Anwendungseinschränkungen
KontraindikationenNicht anwenden bei Hunden mit dynamisch relevanten Gefässstenosen (z.B. Aortenstenose, Mitralstenose) oder obstruktiver hypertropher Kardiomyopathie.
Nicht anwenden bei Katzen mit absoluter oder relativer Hypovolaemie, bei akutem Nierenversagen oder bei dekompensiertem chronischem Nierenversagen, bei dem die RAAS-Aktivierung zu einer eingeschränkten Nierenfunktion beiträgt (IRIS Stadium 4).
Anwendung während der Trächtigkeit und der Laktation
Mit der Anwendung während der Trächtigkeit und Laktation liegen bisher keine Erfahrungen für Hund und Katze vor. Deshalb sollte Vasotop® P vorsichtshalber bei trächtigen und laktierenden Tieren nur nach strenger Indikationsstellung verabreicht werden.
VorsichtsmassnahmenHunde:
Bei Auftreten von Apathie oder Ataxie während der Behandlung mit Vasotop® P (mögliche Anzeichen von Hypotonie) sollte das Arzneimittel abgesetzt und die Behandlung nach Abklingen der Beschwerden mit der Hälfte der ursprünglichen Dosis wieder aufgenommen werden.
Die Anwendung von ACE-Hemmern bei Hunden mit Hypovolämie/Dehydratation (z.B. infolge hoher Gaben eines Diuretikums, Vomitus oder Diarrhoe) kann zu akuter Hypotonie führen. In solchen Fällen sollte zunächst der Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt ausgeglichen und die Behandlung mit Vasotop® P bis zu dessen Stabilisierung abgesetzt werden.
Bei Patienten mit hohem Hypovolaemie-Risiko sollte die Behandlung mit der Hälfte der normalen Dosis Vasotop® P begonnen und in der ersten Woche allmählich gesteigert werden.
1 - 2 Tage vor und nach Beginn der Behandlung mit ACE-Hemmern sollte die Hydrierung und die Nierenfunktion des Hundes überprüft werden. Dies ist auch erforderlich nach Dosis-Erhöhung oder bei gleichzeitiger Verabreichung eines Diuretikums.
Bei Hunden mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen sollte ein ACE-Hemmer nur nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden. Bei Hunden mit Nierenerkrankungen sollte die Nierenfunktion während der Therapie mit Vasotop® P überwacht werden.
Katzen:
Vor Beginn der Behandlung mit Vasotop® P sollte der Flüssigkeitshaushalt ausgeglichen und die Nierenfunktion stabilisiert werden.
Unerwünschte WirkungenVetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
Als Folge eines starken Blutdruckabfalls können Müdigkeit, Apathie oder Ataxie auftreten.
WechselwirkungenHunde:
Sowohl Diuretika als auch natriumarme Diät potenzieren die Wirkung von ACE-Hemmern durch Aktivierung des RAAS. Hohe Diuretika-Dosen sowie natriumarme Diät sollten deshalb während der Gabe von ACE-Hemmern nicht verabreicht werden, um Hypotonie (mit Symptomen wie Apathie, Ataxie, selten Synkope oder akutes Nierenversagen) zu vermeiden.
Gleichzeitige Gabe von Kalium oder K+-sparenden Diuretika ist wegen der Gefahr einer Hyperkaliämie zu vermeiden.
Katzen:
Die Kombination von Vasotop® P mit anderen anti-hypertonischen Präparaten (wie z.B. Kalziumkanalblockern, ß-Blockern oder Diuretika), Anaesthetika oder Sedativa kann hypotonische Effekte verstärken.
Sonstige HinweiseNicht über 25°C lagern. Vor Feuchtigkeit schützen. Dose nach Öffnen wieder gut verschliessen, Trockenmittel nicht entfernen. Arzneimittel, für Kinder unzugänglich aufbewahren.
PackungenVasotop® P 2.5
Schachteln mit 1 × 28 und 3 × 28 palatabilen Tabletten mit Bruchrille
Informationsstand: 12/2012
Dieser Text ist behördlich genehmigt.