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Dennis absolvierte ein Auslandspraktikum mit Linguista Work & Travel in der Nähe von Port Elizabeth in Südafrika. In seinem Bericht erzählt er ausführlich von seinem Aufenthalt und schildert seine Erlebnisse im Seaview Predator Park. Der folgende Auszug gibt einen Einblick in den Alltag von Dennis in Südafrika.
Herzlichen Dank, Dennis, dass Du uns Deine Arbeit zu Verfügung stellst!
Der Park
Mein Auftraggeber war ein Safaripark namens Seaview Predator Park. Der Park war wie eine Art Zoo mit integrierter Safari aufgebaut. Der grösste Teil des Parks bildete eine typisch afrikanische Steppenlandschaft, durch welche sich eine holprige, breite Strasse aus sandigem Boden schlängelte. Jene Strasse zog sich durch den gesamten Park. Von ihr aus konnte man wilde Zebras, Giraffen sowie Wasserbüffel und Gazellen beobachten. Die Strasse hatte viele Verzweigungen deren Befahren für Touristen allerdings nicht gestattet war, da an einigen dieser Verzweigungen versteckt die Tiere, die an die Raubkatzen des Parks verfüttert wurden, ausgeschlachtet wurden.
Kurz vor Ende des für Touristen befahrbaren Teils der Strasse, befanden sich die Hütten, in denen die Volontäre nach Geschlecht getrennt wohnten. Direkt neben unseren Hütten befanden sich mehrere Gehege in denen die ausgewachsenen Löwen und Tiger lebten. Folgte man der Strasse bis zu ihrem Ende auf einen Hügel, von dem man eine herrliche Aussicht auf das Meer hatte, gelangte man zum Restaurant, in dem auch wir Volontäre assen. Gleich unterhalb des Restaurants befanden sich die Futterküche, in der das Futter der Tiere in Kühlschränken lagerte, und ein kleiner Zoo mit jüngeren und kleineren Raubkatzen sowie anderen südafrikanischen Steppen- und Flusslandschaftsbewohnern. Neben dem kleinen Zoo war auch eine Streichelfarm für Kinder in der Nähe stationiert, auf der es typische Farmtiere wie Pferde, Ziegen und Hühner gab.
Meine Tätigkeiten
Gleich nach unserer Ankunft im Park wurden wir mit allem vertraut gemacht. Was wir machen würden, was dieser Park machte, was wir tun durften, was unsere Aufgaben waren und wie wir uns verhalten sollten. Das Ganze war in der sogenannten „Metzgerküche“ an einer Tafel aufgeschrieben. Die Metzgerküche war ein umgebautes, altes Toilettenhäuschen, in dem jeden Morgen und Abend das Futter für die Tiere vorbereitet wurde, weshalb es dort immer fürchterlich nach älterem Fleisch stank.
Die Volontäre wurden in Gruppen von durchschnittlich vier Personen eingeteilt, da ziemlich viele Volontäre anwesend waren als ich hinzukam. Diese Gruppen wurden wiederum einer Gruppe von Tieren zugeteilt, welche oben im Restaurantareal lebten. Mit allen Tieren nahe dem Restaurant hatten wir täglich Kontakt, um sie an den Kontakt mit Menschen zu gewöhnen. Nicht wie mit den ausgewachsenen Löwen und Tigern nahe des Volontärcamps, zu welchen wir keinen Kontakt hatten und welche im Gegensatz zu den vorhin erwähnten Tieren auch nicht jeden Tag gefüttert wurden.
Arbeit im Park
Das alltägliche Arbeiten im Park bestand meist aus einfachen, anstrengenden oder körperlichen Aufgaben, die von den Betreuern zusammen mit den Parkmanagern erledigt wurden. Diese Projekte, wie man sie nannte, waren Arbeiten wie Zäune reparieren, etwas für die Tiere bauen (einmal haben wir ein neues Trinkbecken gebaut), nicht heimische Pflanzen entfernen und Informationsschilder nahe der Touristenstrasse aufstellen.
Arbeit mit den Tieren
Die Arbeit mit den Tieren gefiel mir persönlich am besten, wobei ich mit einigen lieber Zeit verbrachte als mit anderen. Diese Sache konnte man auch nicht wirklich Arbeit nennen, wenn man nicht der Farm zugeteilt war. Nach dem Mittagessen verbrachten wir einfach Zeit mit den Tieren, sei es, um mit ihnen zu spielen oder nur um bei ihnen zu sein. Viele von ihnen schätzten die Gesellschaft. Die Gruppen waren auch für die Säuberung und die Fütterung der Tiere, denen sie zugeteilt waren, zuständig.
Ein gewöhnlicher Tag verlief ungefähr so: Man musste um 8:00 Uhr im Restaurantareal oben sein. 10 Minuten früher, wenn man in der Gruppe Coconut und Ziggy (fast ausgewachsene Löwin und Tigerin) war. Diese Gruppe, die früher da war, bereitete das Frühstück für die Tiere vor. Dann fütterte man die Tiere, denen man zugeteilt war, und säuberte deren Gehege von alten Futterresten und Hinterlassenschaften. Nach getaner Arbeit gab es ein Frühstück, das jeden Wochentag wechselte. Dann begann für alle Gruppen, die nicht der Farm oder den Babys zugeteilt waren, die Arbeit im Park, also an den von der Betreuung und den Managern organisierten Projekten. Die Gruppe „Farm“ arbeitete den ganzen Tag dort unter dem Kommando des Farmmanagers, während die Gruppe „Babys“ sogenannte Lyontours, also eine Führung durch den Zoo nahe des Volontärcamps, für Touristen gab. Diese waren sehr gefragt, da sie umsonst waren. Diejenigen Mitglieder der Gruppe „Babys“, die nicht auf den Touren war, durften Zeit mit den Babys verbringen (immer nur eine Person, um Babys nicht zu überfordern und möglichst tolle Zeit für Volontär zu schaffen, übrige Volontäre waren frei.). Um 12:00 Uhr erfolgte das Mittagessen, welches ebenfalls jeden Wochentag anders ausfiel.
Richtig gearbeitet wurde erst kurz vor Feierabend wieder, wenn sich der Fütterungsablauf wiederholte. Bereits um 16:00 Uhr war Feierabend. Kochen musste man nun selber und man konnte machen, was man wollte. Die Volontäre trafen sich jeden Abend in der sogenannten Hauptkabine, eine etwas grössere Hütte neben den anderen Volontärunterkünften, wo wir tranken, Filme schauten und einfach Spass hatten.
Meine Erfahrungen
Es war mit Sicherheit eine tolle und unvergessliche Zeit, die ich in diesem Park verbringen durfte. Mir gefiel, wie ruhig die ganze Arbeit angegangen wurde, denn obwohl die Arbeit im Park körperlich anstrengend war, wurde ich nie gehetzt. Die Arbeit mit den Tieren war einfach unglaublich, ich meine, wer kann schon von sich sagen, einmal mit einem Löwen gespielt, gekämpft und gekuschelt zu haben. Auch die ganze körperliche Arbeit tat gut, um mal etwas Abwechslung vom schulischen Alltag zu bekommen.
Was ich am meisten bedauerte war, dass ich nie auf einen vom Park organisierten Freizeittrip gehen konnte. Diese Trips wären echt toll gewesen. Einige fanden statt, als ich noch ein Neuling im Park war und erst noch ein wenig mit Allem vertraut werden wollte. Nach zwei Wochen Aufenthalt verliessen uns jedoch über die Hälfte aller Volontäre, wodurch wir zu wenig Leute waren, um einen solchen Trip zu organisieren. Auch der ruhige Arbeitsgang hat eine Kehrseite, was sich besonders zeigte, als ich wegen einfachen Kleinigkeiten (geschwollener Lymphknoten, Hautausschlag und Sonnenbrand) zweimal ins Spital musste, wo man echt lange warten musste.
Andere negativen Erfahrungen waren mit anderen Volontären und Angestellten, mit welchen ich ein paar kleinere Auseinandersetzungen hatte. Und auch einige der Tiere wussten die Gesellschaft von Menschen nicht zu schätzen und zeigten sich teils fast schon etwas feindlich gesinnt.
Lerneffekt
Während meiner Zeit im Ausland habe ich natürlich auch ein paar Sachen dazugelernt. Am meisten profitierte ich definitiv was meine Englischkenntnisse angeht. Da ich der einzige deutschsprachige Volontär war, konnte ich mich einen ganzen Monat nur auf Englisch verständigen, wodurch ich praktisch fliessend Englisch zu sprechen gelernt habe.
Ebenfalls stärkte ich meine Selbstsicherheit. Sei es darum, Leute anzusprechen oder mich in einer vollkommen fremden Gegend zurechtzufinden. Ausserdem habe ich gelernt, wie man richtig mit gefährlichen und wilden Tieren umgeht.
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