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Lehrerin Ana
Lehrerin Ana hat drei Kinder. Der älteste Sohn (21 Jahre alt) hat jedoch vor Kurzem geheiratet und wohnt jetzt bei den Schwiegereltern. Ana lebt mit den anderen beiden Kindern (12 und 10 Jahre alt) und ihrem Mann in einer sehr einfachen Unterkunft ca. 10 Minuten zu Fuss von der AFA entfernt. Das Haus hat zwei Zimmer, eine kleine Stube, eine Küche und ein Bad in Richtung Innenhof. Im Innenhof hat es einen Bananenbaum und zwei Hunde.
Neben ihrem Job als Lehrerin und dem Nähen verkauft Ana selbst gemachtes salziges Gebäck (v.a. Coxinhas). Das sind frittierte Bällchen gefüllt mit Maniok und Poulet. Sie plant, eine kleine Lanchonete im vorderen Teil des Hauses zu eröffnen. Eine Lanchonete ist ein sehr einfaches Restaurant, in welchem nur kleine und einfache Mahlzeiten wie Sandwiches oder eben solche Coxinhas angeboten werden. Zur Zeit fehlen Ana leider die finanziellen Mittel und sie ist sich auch nicht sicher, ob sie genügend Zeit hätte neben ihren anderen Tätigkeiten.
Anas Mann ist ihr leider keine grosse Hilfe – er ist Alkoholiker. Trinkt er nicht, ist er ein sehr lieber und anständiger Mensch. Doch der Alkohol lässt ihn zu einem anderen Menschen werden. Er hat keine regelmässige bezahlte Arbeit. Ab und zu stellt er selber Schaukelstühle her, doch meistens gibt er das verdiente Geld direkt für Alkohol aus. Ana ist dadurch quasi alleinige Ernährerin der Familie – und eine sehr starke Frau.
Lehrerin Nilde
Nilde hat 5 Kinder von drei verschiedenen Vätern. Josiane (17), die älteste Tochter arbeitet seit einem Jahr auch in der AFA. Sie hat das letzte Jahr in der Küche verbracht und wird nächstes Jahr das Sekretariat übernehmen. Sie hat sich sehr entwickelt in der AFA und sie ist sehr stolz, dass sie ihr eigenes Geld verdient. Neben dem Kochen hat sie gelernt, Verantwortung zu übernehmen. Gerne würde sie irgendwann Medizin studieren und wenn sie ihrem Vater, dem ersten Mann von Nilde glauben kann, dann wird er ihr das irgendwann auch finanzieren. Wir hoffen es.
Die drei weiteren Kinder von Nilde, zwei Mädchen (12 und 10 Jahre alt) und ein Junge (10 Jahre) sind vom gleichen Vater. Dieser war viel älter als Nilde und ist vor wenigen Jahren gestorben. Das war kein leichter Moment für Nilde. Sie stand mit 4 Kindern alleine da und musste mehrere Monate auf die Witwenrente vom Staat warten. Der Junge hat eine leichte geistige Behinderung. Vom Verein haben wir Nilde das Geld für eine genaue Abklärung zugesichert, diese wurde allerdings noch nicht durchgeführt. Die jüngste Tochter von Nilde ist erst 11 Monate alt und ist von ihrem neuen Mann. Dieser hat die Rolle des Vaters sehr liebevoll übernommen und schaut gut zur Familie.
Nilde wohnt mit der ganzen Familie in einem Haus, zu welchem man nur über eine steile und gefährliche Treppe herankommt. Tagsüber, wenn Nilde in der AFA ist und die drei mittleren Kinder von der Schule kommen, werden sie von einem nicht sehr freundlichen Hund beschützt. Das Haus hat zwei Zimmer, wobei die drei Mädchen zusammen in einem Zimmer schlafen und Nilde mit ihrem Mann und dem Baby im anderen. Der Junge schläft entweder bei ihnen im Bett oder in einer Hängematte irgendwo im Haus. Er hat kein eigenes Bett bzw. keinen fixen Schlafplatz. Die Küche ist sehr einfach bis auf den ganz neuen Herd, welcher Nildes Mann wenige Tage vor unserem Besuch gekauft hat. Natürlich auf Raten: Er wird diesen Herd wahrscheinlich über die nächsten zwei Jahre abzahlen. Im Haus hat es kein Badezimmer. Dieses befindet sich in einem dunklen Häuschen draussen vor der Küche.
Lehrerin Elizangela
Elizangela ist ein Urgestein der AFA und fast seit Beginn mit dabei. Sie ist die Schwägerin von Maria. Zusammen mit dem Bruder von Maria hat sie einen Sohn im Alter von 8 Jahren. Sie leben im obersten Stock eines Mehrfamilienhaus, das ihnen gehört. Die Mieten der ca. 8 kleinen Wohnungen sind eine wichtige Einnahmequelle für sie. Einen grossen Teil des Hauses hat Elizangelas Mann selber gebaut. Er ist handwerklich sehr begabt und darum bemüht, Kosten zu sparen. Beide sind sehr sparsam und kaufen auch nie etwas in Raten, was in Brasilien sehr unüblich ist.
Ihre Wohnung im dritten und obersten Stock (die einzige auf diesem Stock) ist sehr grosszügig und hat eine riesige Terrasse auf beiden Seite mit einer tollen Aussicht. Sie haben sogar einen kleinen Garten. In Töpfen pflanzen sie Bohnen, Zwiebeln etc. Die Wohnung hat zwei Zimmer, eine grosse Stube und ein Badezimmer. Alles ist sehr schön aufgeräumt.