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DIE ATTISCH ROTFIGURIGEN VASEN DES 4. JHS. V. CHR. DES HISTORISCHEN MUSEUMS IN KERTSCH (UKRAINE)
Das Projekt sieht in Zusammenarbeit mit dem Museum und der Demetra Foundation von Kertsch die Publikation der attisch rotfigurigen Vasen des Museums in Kertsch in einem zweisprachigen Museumskatalog (Russisch und Deutsch) vor. Bisher wurden rund hundert intakte Vasen und über hundert Fragmente fotografiert und gezeichnet während zwei Arbeitsaufenthalten in Kertsch 2008 und 2009. Die Arbeit an den Texten, die jeweils eine Beschreibung, eine ikonographische Interpretation, eine Malerzuschreibung, die Fundgeschichte und die vollständige Bibliographie umfassen, soll bis Mitte 2010 abgeschlossen sein, der Katalog Ende 2010 erscheinen.
Seit den Forschungen von K. Schefold blieben die attischen Vasen des 4. Jhs. v. Chr., die nach dem wichtigsten Fundort auch den Namen ‘Kertscher Vasen’ erhielten, von der Forschung weitgehend unbeachtet, so dass Malerzuschreibungen und Datierungen von Schefold lange Zeit Gültigkeit behielten, wobei sich heute Zweifel mehren. Erst in jüngster Zeit widmen sich mehrere Forschungsprojekte wieder den spätklassischen attischen Vasen, bieten aber wenige Neuvorlagen von Material. Für die weitere Forschung besteht die dringende Notwendigkeit einer erweiterten materiellen Grundlage.
Aufgrund ihrer gemeinsamen Herkunft und des archäologischen Kontextes sind die Vasen in Kertsch nicht nur als Einzelobjekte kunsthistorisch auswertbar, sondern besitzen eine darüber hinaus reichende kulturhistorische Aussagekraft. Dabei stehen Fragen nach der Beziehung zwischen Griechen und Skythen sowie nach der Rezeption der importierten Vasen und Bilder durch die lokale Bevölkerung im Vordergrund. Kontrovers diskutiert wird die Frage, ob die griechischen Ateliers bewusst für ihre Kundschaft am Schwarzen Meer produzierten und versuchten, ihre Darstellungen formal und inhaltlich der Nachfrage anzupassen, oder ob die attischen Vasen des 4. Jhs. v. Chr. eine Massenproduktion sind, die nicht auf besondere Kundenwünsche einging.
Die Finanzierung des Projektes wird durch die Ceramica-Stiftung, die Freiwillige Akademische Gesellschaft Basel, die Max Geldner-Stiftung in Basel und die Demetra Foundation in Kertsch getragen.