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Buche
Verbreitung
Europa, östlich bis Mittelrussland und Kaukasus, südliches Osteuropa
Kurzbeschreibung
Unter den in Zentraleuropa heimischen Laubbäumen leistet die Buche den grössten Beitrag zur Forst- und Holzwirtschaft. Gegenwärtig wächst die Buche auf ca. 20 % der Waldflächen in Zentraleuropa und hält einen fast ebenso grossen Anteil am jährlichen Holzaufkommen. Wie eine Reihe anderer Laubhölzer gemässigter Klimazonen (z.B. Ahorn, Birke, Erle, u.a.) erlebt die Buche in den letzten Jahren auf dem heimischen Markt einen kontinuierlichen Aufschwung. Diese Entwicklung ist umso bemerkenswerter, da sie sich vor allem im Ausstattungssektor vollzieht, also in einem Bereich, in dem die Buche traditionell eine eher untergeordnete Bedeutung hatte. Das heimische Aufkommen an Buchenholz wird durch Importe von Rund- und Schnittholz sowie von Fertigprodukten vorwiegend aus Frankreich und Osteuropa ergänzt.
Gewicht: 760 km/m3
Stammform
Buchen wachsen bevorzugt in der Ebene bis untere Lagen der Mittelgebirge und benötigen gute Böden. Die Bäume erreichen Höhen von 25 bis maximal 40 Metern, mit astfreien Schäften bis zu 15 Meter und Durchmessern von 50 - 80 cm, gelegentlich bis 1 Meter und mehr. Der gewachsene Stamm ist meist geradschaftig, zylindrisch und vollholzig.
Farbe und Struktur
Von gleichmässig blass-gelblicher bis rosa-brauner Farbe, unter Lichteinfluss nur wenig nachdunkelnd. Splint und Kern im trockenen Zustand farblich nicht unterschieden (Reifholzbaum). Bei älteren Bäumen oft mit fakultativer Kernbildung von rot- bis dunkelbrauner Färbung und unregelmässiger Form (Rotkern). Gefässe klein und in grosser Anzahl annähernd gleichmässig über den Querschnitt verteilt, nur im dunkleren Spätholz kleiner und weniger häufig. Holzstrahlen bis 1 mm breit, das Holzbild deutlich beeinflussend durch mehrere Millimeter hohe, rötliche Spindeln auf tangentialen sowie dunkle Spiegel auf radialen Flächen. Zuwachszonengrenzen deutlich markiert durch ein schmales und dunkleres Spätholz, das auf tangentialen Flächen eine optische Belebung (Fladerung) der Oberflächen bewirkt. Holz in trockenem Zustand ohne charakteristischen Geruch.
Gesamtcharakter
Hellfarbiges und strukturell sehr homogenes, gleichmässig schlichtes Holz mit harter und dichter Oberfläche, dessen Bild durch die charakteristischen Holzstrahlen belebt wird.
Abweichungen
Krumme Schäfte, Spannrückigkeit, Rindenbrand und Frostrisse kommen gelegentlich vor. Holz älterer Bäume häufig mit Rotkern von unterschiedlicher Form und Ausdehnung.
Eigenschaften
Buche ist ein mässig schweres bis schweres Holz mit überdurchschnittlich guten Festigkeitseigenschaften. Es ist gut spaltbar, zäh und sehr tragfähig. Das Holz ist mit allen Hand- und Maschinenwerkzeugen leicht und sauber zu bearbeiten und, dank seiner gleichmässigen Struktur, besonders gut zu fräsen, drechseln und schnitzen. Längs- und Hirnflächen, Kanten sowie Passgenauigkeit sind i.d.R. von hoher Qualität, ebenso wie geleimte Verbindungen. Bei Verschraubungen und Nägeln ist vorzubohren. Das stark schwindende Holz neigt beim Trocknen zur Verformung und Rissbildung, was eine sehr sorgfältige Stapelung und Trocknungsführung erfordert. Die geringe Formstabilität von Buche bei wechselnder Feuchte ist ein Risiko, das vor allem bei der Verarbeitung stärkerer Dimensionen entsprechend berücksichtigt werden muss. Nicht verkerntes Buchenholz eignet sich sehr gut für die Trocknung unter Druck und hohen Temperaturen. Nach entsprechender Vorbehandlung durch Dämpfen ist das Holz sehr gut messer- und schälbar. Dämpfen bewirkt beim Buchenholz eine Intensivierung der rötlichen Farbe und mindert durch Abbau von Spannungen im Holz die Neigung zu Rissbildung und Verwerfungen. Darüber hinaus lässt sich gedämpftes und/oder in Längsrichtung gestauchtes Buchenholz hervorragend biegen. Ungeschütztes Holz ist gegen holzverfärbende und holzzerstörende Pilze sowie Insekten nicht resistent (Dauerhaftigkeitsklasse 5) und für die Verwendung im Feuchträumen sowie im Aussenbau nicht geeignet. Dagegen ist es, mit Ausnahme des Rotkerns, mit allen gängigen Mitteln gut imprägnierbar. Im Kontakt mit Eisen färbt sich das Holz nur geringfügig. Bei der Herstellung von mineralgebundenen Werkstoffen verursachen Inhaltsstoffe im Holz der Buche Störungen der Zementhärtung.
Oberflächenbehandlung
Das trockene Holz kann mit allen Präparaten nach jeder Methode behandelt werden, wenn die Mittel der gleichmässig dichten Oberfläche angepasst sind. Durch Beizen kann Buchenholz an nahezu jeden gewünschten Farbton angepasst werden. Wo die natürliche oder durch Dämpfen intensivierte Farbe zum Ausdruck kommen soll, werden allgemein klare oder matt glänzende Mittel für die Oberflächenbehandlung eingesetzt, wie z.B. farblose Lasuren, Mattierungen, Klarwachse, naturbelassene Öle (z.B. TUNG-Nuss Öl) oder transparente Lacke.
Bearbeitbarkeit
Buchenholz ist ausserordentlich vielseitig einsetzbar, im Innenausbau für Treppen, Vertäfelungen, Parkett, sowie Wohn-, Küchen-, Büro- und Schulmöbel, wobei Vollholz, Leimholz, Biegeholz, Sperrholz und Sperrholzformteile gleichermassen Verwendung finden. Aus Vollholz werden auch bevorzugt Werkbänke, Werkzeug- und Gerätegriffe, Stiele, Haus- und Küchengeräte aller Art sowie Spielzeuge gefertigt. Messerfurniere aus rotkernigem Buchenholz sind eine sinnvolle Alternative für farbstreifige Laubhölzer bei der Gestaltung dekorativer Wand- und Möbelflächen. Getränkte Buche ist das wichtigste Holz für Gleisschwellen. In Längsrichtung keilgezinkt kann es auch für Weichenschwellen eingesetzt werden.
Trocknung
Das stark schwindende Holz neigt beim Trocknen zur Verformung und Rissbildung, was eine sehr sorgfältige Stapelung und Trocknungsführung erfordert.
Natürliche Dauerhaftigkeit
Die natürliche Dauerhaftigkeit der Buchenhölzer ist entsprechend der Dauerhaftigkeitsklasse 5 schlecht (nicht dauerhaft).
Verwendungsbereiche
Dank seiner guten Imprägnierbarkeit dient Buchenholz für die Herstellung vergüteter Holzwerkstoffe wie Isoliervollholz und Kunstharzpressholz. Aus Messer- und Schälfurnieren werden Sperr- und Schichthölzer gefertigt. Von besonderer Bedeutung ist hier der konstruktive Einsatz in Form von Baufurniersperrholz für den Gebäude- und Fahrzeugbau, als Verbindungselemente (Knotenplatten, Laschen), als Verstärkungselemente bei Brettschichtholz und als Beplankung bzw. Aussteifung. Weitere wichtige Einsatzgebiete sind die Platten- und Kistenfabrikation sowie die Herstellung von Aktivkohle für medizinische Zwecke. Etwa 40 % des gesamten Buchenholzaufkommens findet als Rohstoff in der Zellstoff- und Spanplattenindustrie Verwendung.
Holzhärte
Die Holzhärte des Buchenholzes wird mit 34 eingestuft.