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Für seinen sechsten Film wechselt Stéphane Breton erneut die Region, um seinen als Kunst der Beziehung konzipierten dokumentarischen Ansatz zur praktischen Anwendung zu bringen. Er befindet sich nun an einem Ort, wie er ihn mag, in den «Falten der Welt». Diesmal macht er in einer ehemaligen spanischen Gemeinde in New Mexiko Halt. La Maison vide beginnt wie ein Western: Ein grosses, in einer Wüstenlandschaft herumliegendes Rohr schwingt mit einem Knirschen aus einer anderen Zeit im Wind. Man wartet auf die Epiphania, die nicht kommen will: Seine Protagonisten sind hart im Nehmen, ihre Knochen von einer archaisch anmutenden Arbeit – bei glühender Hitze Steine für den Bau aus dem Fels stemmen, das Vieh an einem Tankwagen aus der Zeit des New Deal tränken – zermürbt. Die restliche Zeit schütten sie das Bier in sich hinein und erzählen dem Filmemacher, was ihnen gerade durch den Kopf geht. In diesem aus «Säufer-Distanz» gefilmten Western ohne Revolver erzählt der Filmemacher eine vom Tod überschattete und von Rost, Bier und Sandwinden zerfressene Geschichte.
Emmanuel Chicon