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Nach der Anklage in den USA gegen ehemalige CS-Banker wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung hat die Bank Vontobel einen Beschuldigten vor die Türe gesetzt, der zu ihr gewechselt hat. "Mit Bekanntwerden des Sachverhaltes haben wir eine sofortige Freistellung in die Wege geleitet", sagte Vontobel-Chef Herbert Scheidt.
"Der Mitarbeiter war erst seit wenigen Wochen bei uns beschäftigt", sagte Scheidt in einem Interview mit der "SonntagsZeitung". Die Vorwürfe würden sich auf die frühere Tätigkeit des Mitarbeiters beziehen und stünden in keinem Zusammenhang mit Vontobel Swiss Wealth Advisors.
Klage eingereicht
Die US-Justiz hatte vergangene Woche Anklage gegen einen aktuellen und drei ehemalige Credit-Suisse-Banker erhoben. Die vier Männer sollen zusammen mit Kollegen Kunden geholfen haben, in den USA Steuern zu hinterziehen.
Die Staatsanwaltschaft und die US-Steuerbehörde IRS werfen in der Anklageschrift einer nicht genannten Grossbank vor, dass die Verschwörung zur Steuerhinterziehung bis ins Jahr 1953 zurückgehe. Bis im Sommer 2008 habe die Bank tausende geheimer Konten von Kunden aus den USA mit einem Gesamtwert von bis zu 3 Mrd. Dollar gehabt.
Als die Bank 2008 beschlossen habe, die geheimen Konten von US-Kunden zu schliessen, hätten die Angeklagten ihre Kunden ermuntert, die Gelder auf Konten anderer Banken in der Schweiz und in Hongkong umzuleiten. Die CS ist seit 2008 nicht mehr im grenzüberschreitenden Geschäft (Offshore) mit den USA tätig.
Vorwürfe nicht gegen CS
Die Credit Suisse bestätigte, dass es sich bei den Angeklagten um einen aktuellen sowie drei ehemalige Mitarbeiter der Bank handle. "Die Untersuchung zielt nicht auf die Credit Suisse", betonte ein CS-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur SDA: Es gehe um die vier Individuen. Die CS kooperiere mit den US-Behörden.
Die Sonntagspresse spekulierte über Verhandlungen der Credit Suisse mit den US-Behörden über einen Vergleich. Ein US-Steueranwalt, der einst ein leitender Mitarbeiter der IRS war, rechnet mit einer Zivilklage gegen die die CS.
SDA-ATS