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- Wie ist die aktuelle Immobiliensituation im Kanton Jura?
- Ich würde sagen, dass die Entwicklung des Kantons Jura in den letzten zehn Jahren absolut unglaublich ist, vor allem dank der Bemühungen der Juraregierung, die diese Entwicklung wollte und sich dafür eingesetzt hat. Aber vor allem auch dank starker Persönlichkeiten, die es im Ausland zum Glänzen bringen konnten, wie der ehemalige Minister und Bürgermeister von Delémont, Pierre Kohler, ein wahrer Visionär, oder Hubert Jaquier, der Leiter der kantonalen Stadtplanungsabteilung. Es gibt auch noch andere Faktoren, wie die Einweihung der A16, der berühmten Transjurane, die den Kanton Jura für die übrige Schweiz öffnete, oder die Einweihung des TGV-Bahnhofs Belfort-Montbéliard in Méroux, 20 Minuten von Porrentruy entfernt, die dazu beitrug, das neue gelobte Land, das heute der Jura ist, zu erschließen. Die Immobilienpreise, die historisch niedrigen Hypothekenzinsen, die Öffnung und die Arbeit der gewählten Vertreter sowie die Lage im Zentrum Europas haben zu dieser schillernden Entwicklung des Kantons beigetragen.
- Gibt es bemerkenswerte Unterschiede zwischen den drei Bezirken, aus denen der Kanton Jura besteht: Delémont, Freiberge und Ajoie?
- Die drei Bezirke haben heute eines gemeinsam: eine große Nachfrage, aber ein sehr geringes Angebot. In nur wenigen Jahren sind die Preise deutlich höher geworden als in den Vorjahren, und infolgedessen werden unsere Kunden immer anspruchsvoller.
- Welche grösseren Bauprojekte sind derzeit im Kanton Jura im Gange?
- In enger Zusammenarbeit mit dem Staat leiten wir seit mehr als zwei Jahren das Projekt für den Stadtpark in Delémont (Residenz La Sorne mit 48 Wohnungen). Dieses gewagte Bauprojekt erfüllt die "2000 Watt"-Norm (eine der drei bisherigen Schweizer Konstruktionen, die auf innovativen Energiesystemen, intelligentem Ressourcenmanagement und konsequentem Engagement im Bereich der erneuerbaren Energien basiert). Natürlich gibt es kulturelle und sportliche Projekte, die mit mehreren Millionen ebenso ehrgeizig sind, wie das Théâtre du Jura in Delémont, die Eislaufbahn und das Schwimmbad in Porrentruy.
- Sind öffentlich-private Partnerschaften im Kanton Jura Ihrer Meinung nach häufig und wünschenswert?
- Es war offensichtlich, dass der Bund den 26. und jüngsten Schweizer Kanton nicht zurückfallen lassen würde, denn die Subventionsprogramme sind dazu da, den Eigentümern zu helfen, die Qualität ihrer Wohnungen zu verbessern und für zufriedene Bewohner zu sorgen. Öffentlich-private Partnerschaften sind absolut unerlässlich; es ist wichtig, dass die Projekte in Zusammenarbeit mit den Behörden entwickelt werden, um die Erwartungen des Marktes bestmöglich zu erfüllen. Wenn das Projekt groß genug ist, ist oft auch die Unterstützung der Gemeinden erforderlich. Sie verfügen oft über die Mittel, die eine gute Entwicklung des Immobilienprogramms ermöglichen; dies ist typischerweise der Fall bei einem Projekt für den Bau eines Lagerplatzes für Handwerker, das derzeit von unserem Unternehmen entwickelt wird und ohne die Hilfe und die Fähigkeiten der Gemeinde Porrentruy nicht möglich gewesen wäre.
- Woher kommen hauptsächlich die Menschen, die im Jura in Immobilien investieren?
- Was uns jeden Tag überrascht, ist die Vielfalt unserer Kontakte. Immobilien beruhigen und ziehen eine Vielzahl von Investoren an. Wir haben nicht-professionelle Kunden, wie junge Anleger oder Privatpersonen, die ihr Vermögen verwalten, vor allem aber viele institutionelle Immobilieninvestoren (Versicherungen, Banken, Pensionsfonds oder Investmentfonds). Unabhängig davon, ob sie Schweizer oder Ausländer sind, suchen sie im Jura nach Immobilien mit hohem Potenzial, die ausgezeichnete Renditen bieten. Der Preisanstieg in den Nachbarkantonen (Basel oder Bern), die geringe Qualität des Angebots, der sehr niedrige Quadratmeterpreis im Jura und die sehr niedrigen Hypothekarzinsen führen dazu, dass die Renditen nahe bei 8% netto und rund 15% auf das Eigenkapital liegen. Man kann sagen, dass der Jura das neue Eldorado der Schweiz ist.
- Sie sind seit mehreren Jahren in Porrentruy ansässig. Wie sind Sie in dieser Region gelandet?
- Ich lebe seit etwa 10 Jahren in Porrentruy. Ursprünglich war ich in Genf, wo ich ein Unternehmen gründen wollte, das mehrere Immobiliendienstleistungen zusammenfassen sollte, d.h. Maklertätigkeit, Verwaltung, Bauaufsicht usw. Ich lebe seit etwa 10 Jahren in Porrentruy. Dies ist heute hier der Fall. Wir verfügen über ein strenges, solides und professionelles Personal, das es uns ermöglicht, die üblichen Anforderungen unserer Kunden, die oft von ausserhalb des Kantons kommen, auf die bestmögliche Art und Weise zu erfüllen. Unser Team wurde von einem befreundeten Anwalt im Auftrag der Wirtschaftsförderung des Kantons Jura gegründet. Nachdem wir ausgezeichnete Kontakte geknüpft hatten, ließen wir uns dort nieder. Die Immobilienwelt in der Westschweiz ist hart, was sicherlich der Grund ist, weshalb Investoren in den Jura kommen.
- Sind Sie ein echter Jurabürger geworden?
- Ich werde nie ein Jurabürger im eigentlichen Sinne des Wortes sein, da meine Wurzeln in einem anderen Kanton liegen, aber ich glaube, dass sich mit viel Liebe zum Jura, Freundlichkeit und einem Geist der Anpassung die Türen ganz natürlich öffnen. Wenn der jurassische Markt profitabel und lukrativ ist, ist es dennoch notwendig, das Terrain sehr gut zu kennen, sich geduldig darin integriert und ein grosses Beziehungsnetz aufgebaut zu haben. Ich würde jedem Investor davon abraten, sich ohne die Hilfe eines Immobilienprofis dorthin zu wagen.
Interview von Paul Henry
Artikel veröffentlicht in der Zeitschrift immobilier.ch im Mai 2019