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Mutterland und holländisches Kolonialreich
Bei weitem nicht alle im Jahre 1829 Entlassenen kehrten mit der Regimentsfahne in die Schweiz heim. Einige wechselten in neapolitanische Dienste oder traten in die holländische Nationalarmee über, andere blieben samt Familien in den Niederlanden. Militärische Einsätze für holländische Kolonialinteressen verschlugen einzelne bis nach Mittelamerika, Ostindien und Südafrika. Indirekt ein Ergebnis solchen Engagements war die appenzellische Privatkolonie bei Berbice im späteren Britisch-Guayana, eine Hinterlassenschaft des 1760 zu Namur verstorbenen Kapitänleutnants Michael Schläpfer von Speicher. Das rund 80'000 ha umfassende Landgebiet der beiden Plantagen Oberberg und Flachtal am Canjefluss verblieb während rund 20 Jahren im Besitz der Erben Schläpfers, welche zeitweise auch persönlich die Oberleitung wahrnahmen. Um die auf Sklavenarbeit basierende Plantagenwirtschaft zu besorgen, weilte Konrad und Andreas Schläpfer von Trogen und Zimmermeister Johannes Klee aus Speicher während längerer Zeit vor Ort. Erstere steuerten für den Appenzeller Kalender von 1771 eine ausführliche, illustrierte Beschreibung von Berbice bei. Darin wurde die Gegend als ein kleines Paradies geschildert, wo auf flachem Land eine reiche Vegetation erblühe und wo Zucker, Kaffee, Pfeffer, Baumwolle, Zitronen und Aepfel im Ueberflusse gediehen und eine Wurzel wachse, aus welcher das schmackhafte Kastanienbrot gebacken werde.
[aus Peter Witschi, Appenzeller in aller Welt, Herisau 1994, S. 64]