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puna auf verdickter, geröteter, juckender Haut) [* 2] und der wichen oder die Knötchenflechte (kleine, meist in Gruppen stehende Knötchen, die sich abschuppen); ferner der Prurigo oder die juckende Flechten [* 3] (zerstreute, flache, heftig juckende Knötchen), das Ekzem oder dienässendeF. (die entzündete, juckende Haut schei- det eine wässerige Flüssigkeit ab, welche zu schuppen- förmigen Krusten eintrocknet), der Herpes oder die Bläschenflechte (gruppenweisestehende,zuEchor- fen eintrocknende Bläschen), der Lupus oder die fressende Flechten (Hautknötchcn und Entzündungen der Haut, welche ineinander übergehen, die Haut völlig zerstören und unaufhaltsam um sich greifen) und die Nupia (Rhypia) oder die Schmutz- flechte (große, einzelne, stäche Blasen, deren eite- riger und blutiger Inhalt zu dicken, festen Borken eintrocknet).
Manche dieser Ausschläge sind erblich, andere entstehen durch Hautreize, noch andere durch Syphilis; von andern wieder sind die Ursachen un- bekannt. (S.Hautkrankheiten.) über Flechten der Haus- tiere s. Hautkrankheiten [* 4] der Zaustiere. Flechten (I^ck6ii68), eine Gruppe eigentümlicher pilzähnlicher Gewächse, die jedoch keine Individuen darstellen, sondern als Resultat einer teils symbio- tischen, teils parasitischen Vereinigung von Pilzen und Algen [* 5] zu betrachten sind.
Die hierbei in Be- tracht kommenden Pilze [* 6] gehören fast sämtlich zur Abteilung der Schlauchpilze oder Ascomyceten (s.d.); nur wenige Fälle sind bekannt, in denen Basidio- myceten (s. d.) parasitisch auf Algen leben und da- durch an der Bildung gewisser Flechten teilnehmen. Die Algen, auf denen die Pilze leben, gehören den Abteilungen der Cyanophyceen und Chlorophyccen an. (S. Algen.) Früher hielt man die Flechten für felbständige krypto- gamische Pflanzen und stellte sie als besondere Gruppe meist zwischen Pilze und Algen: jetzt muß man die Flechten den Pilzen zurechnen, da die charakte- ristische Form ihrer einzelnen Arten in den meisten Fällen ausschließlich durch die betreffenden Pilze bedingt wird, nicht aber von den nur als Nähr- pflanzen für jene dienenden Algen.
Wie alle echten Parasiten, kommen auch die flcchtenbildenden Pilze nicht ohne die für sie notwendigen Nährpflanzen fort, die letztern dagegen, also hier Arten der genannten Algenabteilungen, können sich vollständig normal entwickeln, wenn sie von den auf ihnen schmarotzen- den Pilzen befreit werden. Die svstematische Gruppierung der Flechten beruht auf der großen Mannigfaltigkeit in der Ausbildung des vegetativen Teils, desTh allus, fowie auch auf den Verschiedenheiten in der Form der Fruchtkörper, der Apothecien.
Man kennt im ganzen etwa 1500 Arten, die über die ganze Erde verbreitet sind, hauptsächlich in der nördl. kalten Zone zu reichlicher Entwicklung gelangen und hier einen großen Teil der ganzen Vegetation ausmachen; das letztere gilt auch für jene Hochgebirgsregioncn, die in ihren klimatischen Verhältnissen mit den Polargegenden im wesentlichen übereinstimmen. Die Zahl der in Europa [* 7] wachsenden ist etwa 600. Früher teilte man sie meist nach der äußern Form ein, indem man folgende Gruppen aufstellte: Strauch flechten, Thallus strauchförmig, meist vielfach verzweigt; Laubflechten, Thallus blattartig;
Krusten- flechten, Thallus nur als krustenförmiger Über- zug ausgebildet;
Gallertflechten, Thallus im trocknen Zustande häutig, im feuchten Zustande gallertartig aufgequollen. Der eigentümlichen Organisation der Flechten entsprechender ist es, wenn man dieselben nach den Pilzen einteilt, die an der Bildung teilnehmen. Es sind dies in den aller- meisten Fällen Ascomyceten, und zwar aus den beiden Abteilungen der Discomyceten und Pyreno- myceten (s. Ascomyceten);
demnach kann man bei den Flechten solche unterscheiden, deren Apothecien becher- oder scheibenartig entwickelt sind und dem Thallus aufsitzen, und solche, bei denen die Apothecien die Form von kapsel- oder flaschenförmigen Höhlungen haben und dem Thallus eingesetzt sind.
Die erstem bezeichnet man als I^ic1i6ii68 Z^lliuocarpi, dieletztern als I^ic1i6n68 anFioearpi. Hierzu kämen noch als eine dritte Abteilung diejenigen Flechten, bei denen nach neuern Untersuchungen die flechtenbildenden Pilze nicht zur Gruppe der Ascomyceten, sondern zu der der Basidiomyceten gehören. In der äußern Form des Thallus sind, wie aus dem bereits Gesagten hervorgeht, zahlreiche Verschiedenheiten vorhanden; nicht so in ihrer innern Organisation: hier finden sich bei allen Flechten wesentlich dieselben Verhältnisse;
der Thallus ist immer zusammengesetzt aus vielfach verschlungenen, meist dicht miteinander verflochtenen Pilzhyphen und grünen, gewöhnlich kugeligen Zellen, die den als Nährpflanzen dienenden Algen angehören.
Man bezeichnet diese grünen Zellen als Gonidien. (S. Tafel: Flechten II, [* 1] Fig. 7.) Da dieselben stets von den Pilzfäden umgeben werden, fo sehen die Flechten im trocknen Zustande, weil immer Luft zwischen den einzelnen Hyphen vorhanden ist, fast nie grün aus, sondern meist weiß, grau oder gelblich; werden sie jedoch feucht, so wird die Luft aus dem Pilzgestecht durch Aufquellen der Hyphen ausgetrieben und es schimmert dann meist das Grün der Gonidien durch die Pilzfäden hindurch.
Bei der größern Zahl der Flechten ist jedoch die Ver- teilung der Hyphen und Gonidien im Thallus nicht gleickmäßig, sondern die letztern treten nur in einer gewissen Schicht auf, wo sie zwischen locker mitein- ander verflochtenen Hyphen liegen; diese Schicht nennt man Gonidienschicht oder gonimische Schicht, und den Thallus, der auf diese Weise ge- baut ist, bezeichnet man als geschichteten oder h etcro m e r e n T h a llu s. Sind dagegen die Goni- dien gleichmäßig durch den ganzen Thallus verbrei- tet, so spricht man von einem ungeschichteten oder homöomeren Thallus.
Einen heteromeren Thallns besitzen die Strauch-, Laub- und Krusten- flechtcn, einen homöomeren dagegen die Gallert- flechten. In dem letztern Falle wird die äußere Form mebr durch die Alge als durch den Pilz [* 8] be- dingt, indem hier die Hyphen des letztern eigentlich nur in den Gewebekörper der Alge eindringen, wie bei der Gattung ^pdeds (flechten d. und Tafel: Flech- ten I, [* 1] Fig. 7), die noch ganz die fadenförmige Ge- stalt der vom Pilz umsponnenen Alge besitzt, oder indem sie in einer Kolonie von Algen vegetieren, wie bei der Gattung (üoilsma, wo sich in den gallert- artigen Massen der Nostoc-Kolonien zwischen den einzelnen Nostoc-Zellreihen zahlreiche Pilzfäden vor- finden. (^. Taf. I, [* 1] Fig. 1.) Die FortpflanzungderF. kann ihrer eigentüm- lichen Zusammensetzung balber eine zweifache sein. Einmal kann durch Fruktisikation des flechtenbilden- den Pilzes unter geeigneten Bedingungen eine Fort- pflanzung erfolgen und zweitens vermag auch die als Nährpflanze dienende Alge zur Vermehrung der Flechte beizutragen. Die Fruchtkörper des Pilzes ¶
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unterscheiden sich in keinen wesentlichen Punkten von denen anderer Pilze, die nicht mit Algen zusammen- leben. Es sind meist teller-, schüssel-, flaschen- oder lrugförmige Gebilde, in denen die Entwicklung von Sporenschläuchen stattfindet. Die Sporen treten bei der Neife aus den Schläuchen aus und können nun- mehr einen Kcimfchlauch treiben; aber die Weiter- entwicklung dieses Keimschlauchs unterbleibt nach den bisher angestellten Versuchen vollständig, weun nicht die Möglichkeit gegeben wird, daß die keimende Spore in Verbindung mit einer zur Ernährung geeigneten Alge treten kann.
Nur bei wenigen Flechten, so bei den Graphideen ss. d.), hat man gefunden, daß sich anfangs keine Gonidien im Thallus vor- finden und daß erst in einer spätern Lebensperiode solche von dem Pilze umsponnen werden; erst in diesem Stadium kann man von einem Flcchten- thallus bei den Graphideen sprechen, anfangs sind sie als normale Ascomyceten zu betrachten. Die Apothecien stehen bei den gymnocarpen Flechten stets auf der Oberfeite, wenn der Thallus laub- oder krustenartig ist und mit der einen Seite der Unterlage anliegt; bei den strauchartigen Formen finden sie sich an den Rändern oder an den Spitzen der Verzweigungen, bei einigen Arten stehen sie auf besonders ausgebildeten Zweigen, Pooetien, so bei iülaäoniH (s. o.), bei andern stehen sie auf kleinen Stielchen, wie bei I)Ä60ni)^o3; bei den meisten jedoch sitzen die Apothecicn direkt dem Thallus auf oder sind in denselben eingesenkt. Diejenige Schicht der Apothecien, in der die Sporenschläuche stehen, und der Rand derselben sind oft lebhaft gefärbt, meist braun oder rot, und heben sich dadurch deut- lich von dem meist blassen Thallus ab. Die Bildung der Apothecien (s. Taf. I, [* 9] Fig. 4) hat man neuerdings vielfach als Folge eines geschlechtlichen Akts angesehen. Man kennt nämlich schon seit längerer Zeit eigentümliche Organe am Thallus der allermeisten Flechten, die man als Spermogonien (s. Taf. I, [* 9] Fig. 13) be- zeichnet hat und die mit den bei vielen andern Ascomyceten bekannten gleichnamigen Organen im wesentlichen übereinstimmen. In diesen Sper- mogonien, die als kugel- oder flaschenförmige oder auch anders gestaltete kleine Behälter dem Thallus eingesenkt sind, werden Spermatien ge- bildet.
Bei einigen Collema-Arten hat man nun beobachtet, daß vor dem Auftreten der Apothecien nicht weit unterhalb der Außenfläche des Thallus eigentümliche, vielleicht als weibliche Geschlechts- apparate anzusehende Gebilde entstehen, von denen nach außen einzelne Kyphen (Trichogyne) wachsen; an diese Trichogync sollen sich nun die als männ- liche Befruchtungszellen anzusehenden Spermatien anlegen und dadurch eine Befruchtung [* 10] bewirken, als deren Folge die Entwicklung der Apothecien und der in diefen zur Ausbildung gelangenden Sporen (Ascosporen) anzusehen wäre. Es ist jedoch frag- lich, ob diese Auffassung richtig ist, denn in neuester Zeit ist es gelungen, die Spermatien der Flechten zum Keimen zu bringen, womit die geschlechtliche Natur derselben sehr unwahrscheinlich geworden ist.
Auch sind zahlreiche Fälle beobachtet worden, in denen die Entwicklung der Apothecien jedenfalls ohne einen solchen Vorgang stattfindet. Bei allen Flechten erfolgt die Apothecienbilduna, aus- schließlich durch die flechtenbildenden Pilze, dle Go- nidien beteiligen sich niemals daran, es sind also die Apothecien nur als Fruchttörpcr dcr Pilze zu betrachten. Die Algen tragen allerdings, wie schon erwähnt, ebenfalls zur Vermehrung der Flechten bei, aber in einer ganz andern Weise.
Die Gonidien besitzen nämlich die Fähigkeit, sich zu teilen; da nun durch rasch aufeinander folgende Teilungen derselben, wo- bei die neugebildeten Zellen von einem dichten Hy- phengeflecht umsponnen werden, häufig die sie um- gebende Nindenschicht zerrissen wird, so treten die einzelnen Gonidien mit ihren Umhüllungen von Pilzfäden als ein feines Pulver aus dem Thallus hervor. Diefelben können nunmehr zu Gruppen vereinigt oder auch einzeln weiter wachsen, wodurch ein neuer Flechtenthallus gebildet wird.
Man be- zeichnet diesen Vorgang als Soredienbildung und nennt die einzelnen Gonidien mit den sie umspinnenden Pilzhyphen Soredien. (S. Taf. I, [* 9] Fig. 6.) Bei manchen Flechten tritt diese soredien- bildung ungemein häufig auf, so daß der ganze Thallus zu einer pulverigen Masse wird. Man hat früher folche Anhäufungen von Soredien unter be- sondere Gattungen vereinigt, so unter den Namen VariolariH, I^pra, i'uIveiai-iH u. a., da sie ein ganz anderes Aussehen haben wie die übrigen Flechten und auch keine Apothecien bilden.
Sie können den ver- schiedensten Flechtenarten angehören, die Bildung derselben wird begünstigt durch einen schattigen Standort. An manchenStellen bilden diese Soredien umfangreiche gelbe oder graue Überzüge an Fels- wänden oder Baumstämmen. Die Vermehrung der Flechten mit heteromerem^hallus geschieht wahrscheinlich größtenteils durch soredienbildung, seltener durch Vereinigung der aus den Apothecien stammenden Sporen mit Algen; bei den Gallertflechten dagegen erfolgt die Fortpflanzung wohl ausschließlich auf die letztere Weise.
Die künstliche Vermehrung der Flechten, d. h. die Aussaat von Sporen auf die dazu- gehörigen Algen, ist schon bei mehrern Flechten- arten erperimentell versucht worden und hat auch in der That zur Bildung von normal entwickelten Flechten geführt. Es ist dies gerade der beste Beweis dafür, daß die Flechten keine selbständigen Pflanzen, sondern die Folge eines eigentümlichen Parasitis- mus von Pilzen auf Algen sind. Gegenwärtig wird diese Ansicht wohl von allen Botanikern als zweifel- los richtig anerkannt; diefelbe wurde von Schwen- dener auf Grund genauer anatom. Untersuchungen des Flechtenthallus zuerst aufgestellt und Mler von Bornet, Stahl u. a. erperimentell bestätigt.
Die neuerdings von dem ital. Botaniker Mattirolo näher untersuchten Flechtengattungen (^oi-a und NipjäollsuiH beweisen, daß nicht bloß Ascomyceten, sondern auch Basidiomyceten als flechtenbildende Pilze auftreten können. Die Algengattungen, die in den Flechten als Goni- dien sich finden, sind sehr verschiedenartige. Bei den meisten Laub- und Strauchflechten gehören sie der Familie der Palmellaceen an, bei den meisten Gallertsiechten dagegen den Nostochaceen. Außer- dem können noch Algen aus den Familien der Ri- vulariaceen, Scytonemaceen, Confervacecn, Chroo- lepideen, Sirosiphonaceen, Coleochaeteen u. a. als Gonidien auftreten. Da viele der genannton Algen eine sehr ausgedehnte Verbreitung haben und Felsen, Baumstämme u. dgl. überziehen, so erklärt sich dar- aus auch das ungemein häusige Auftreten von an solchen Orten. An nackten Felsen stellen sie die ersten Anfänge pflanzlichen Lebens dar. Die Be- festigung der an dem Substrat, auf dem sie wachsen, geschieht meist durch feine, aus wenigen ¶