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Matterhorn, ein Spiel mit den Namen DES Schweizer Wahrzeichens, wäre wohl für keinen Verlag geeigneter, als für Helvetiq. Und bevor die nun sämtliche Schweizer Wahrzeichen spielerisch abklappern, stürzen wir uns in die Steilwand und befördern die Bergsteiger nach oben auf das „Horu“ (Walliser Dialekt für den berühmten Berg).
Zwei Seilschaften besitzen die Spieler und platzieren sie natürlich ganz unten am Berg. Danach besteht Matterhorn aus zwei Spielphasen. Erst wird die Anzahl der Aktionen ausgewürfelt, danach kommt die Bewegung auf den Berg.
Der Spielplan ist wie eine Pyramide mit runden Zahlenfeldern aufgebaut. Die Werte reichen von 12 (ganz unten) bis 5 (ganz oben). Auf den Zahlenfeldern bewegen sich die Spielsteine, aber auch Aktionsplättchen und Hindernisse liegen dort herum. Gestartet wird mit der Würfelphase. 5 Würfel bieten die Vorlage zur Summenbildung, gleiche Würfelzahlen dürfen aber nicht verwendet werden. Würfelt man beispielsweise 4-3-3-2-1, so ergibt das in der Summe eine 7, die 3er fallen weg. Nun hat man aber die Möglichkeit, das Ergebnis auszugleichen, indem man Würfel auf en Ablegefeld legt und später auf sie verzichtet. Würde man eine 3 weglegen, könnte man aus der 7 eine 10 machen. Je nachdem, wie der Entscheid fällt, legt man einen Aktionschip auf ein Zahlenfeld der Reihe 7 oder 10. Diesen Vorgang wiederholt man, so lange man das Risiko herausfordern möchte. Würfel auf den Ablegefeldern werden nicht mehr benutzt. Natürlich gibt es noch wenige Legeregeln: In jede Zahlenreihe darf nur ein Aktionschip platziert werden. Und legt man ihn in eine Reihe mit einem Bergsteiger, erhält man eine sofortige Bonusaktion.
Stoppt man den eigenen Würfeltrieb rechtzeitig, zählt man die ausgelegten Aktionschips. Sie bestimmen die Anzahl der nun folgenden Aktionen am Berg.
Scheitert man in der Würfelrunde (keine passende Summe, mögliche Zahlenreihen bereits belegt), dreht man die Aktionschips zu Hindernissen und der nächste Spieler versucht sein Glück.
Die Aktionsphase ist mit unterschiedlichen Möglichkeiten beliebig kombinierbar. Massgebend ist die Anzahl, die vorher erwürfelt wurde. Und zugleich sind es auch die Bonusaktionen, die man sich zwischendurch verdienen kann:
– Einen eigenen Bergsteiger auf ein benachbartes Feld ziehen.
– Einen fremden Bergsteiger vorwärts oder seitwärts ziehen.
– Ein Hindernis aus dem Weg räumen.
Die Aktionschips dreht man nach den eigenen Aktionen auf die Rückseite. Sie sind ab sofort Hindernisse auf dem Weg zum Berg. Damit ist auch klar: Ihre Platzierung ist von Anfang an wichtig und hindert die Mitspieler, die Bergspitze mühelos zu erreichen. Ein wichtiges taktisches Mittel. Ist eine Zahlenreihe nach den Aktionen ganz gefüllt, nimmt man sämtliche Hindernisse weg.
Wer mit seinen beiden Bergsteigern die Spitze des Matterhorns zuerst erreicht, gewinnt das Spiel.
Fazit
Auf den ersten Blick klingt dieses Bergsteigen ja ziemlich mathematisch. Ist es aber nicht. Schon nach den ersten Würfelrunden geht es flott zu und her am berühmten Berg. Zählen, Würfel aussortieren, entscheiden, Aktionen ausführen. Bei Matterhorn spielen einige Faktoren beim Wettlauf am Berg mit. Das Legen der Aktionschips liefert den Mitspielern Hindernisse, die sie erst wieder mühsam aus dem Weg räumen müssen. Wer zugleich noch Bonusaktionen sammelt, kommt sogar doppelt so schnell voran am Berg. Während es im Spiel zu zweit noch eher ruhig zu und her geht, ist mit vier Spielern ganz schön viel los. Man könnte auch sagen, das Spiel ist dem richtigen Leben nachempfunden, wenn die Bergsteiger am Matterhorn Schlange stehen. Gerade in voller Besetzung sollte man das Risiko beim Würfeln ein wenig kleiner halten. Ein Durchgang ohne Aktionen kann sich fatal auswirken. Matterhorn ist ein Spiel mit einem reduziert glückslastigen Würfelsystem, kombiniert mit taktischen Legemöglichkeiten am Berg. Es spielt sich sehr kurzweilig und oft spannend bis zur Bergspitze.
Matterhorn | Autor: Leo Colovini | Verlag: Helvetiq
Würfelspiel für 2-4 Personen | Spieldauer. 30 Minuten | Ab 8 Jahren | Benötigt: Würflerische Drahtseilakte am Berg | Wiederspielreiz: gross