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Kaum ein anderes Werk der metaphysischen Literatur des 20. Jahrhunderts hat einen so großen Einfluss ausgeübt wie das durch die Schriftstellerin Jane Roberts in Trance übermittelte Seth-Material.
Waren es in den Achtziger- und Neunzigerjahren vor allem Titel wie GESPRÄCHE MIT SETH, DIE NATUR DER PERSÖNLICHEN REALITÄT oder INDIVIDUUM UND MASSENSCHICKSAL, die im Zentrum des Interesses der Seth-Leser und -Leserinnen standen, so hat sich in den letzten Jahren der Fokus immer stärker auf das Material verschoben, das außerhalb der offiziellen Buchsitzungen, in welchen Seth durch Jane ihrem Ehemann Robert F. Butts die Bücher diktierte, entstand.
Oft wurden hierbei, wie in den späteren Büchern, Themen behandelt, die für die Menschheit allgemein gelten. Häufig sprach Seth an diesen Kursabenden oder Klassensitzungen aber auch ganz gezielt über die Fragen und Probleme einzelner Teilnehmer und Teilnehmerinnen, wobei Seths Antworten in vielen Fällen auf die Allgemeinheit übertragen werden können, da es sich in der Regel um Themen handelt, welche die meisten Menschen beschäftigen.
Die insgesamt vier Bände der FRÜHEN KLASSENSITZUNGEN stellen ein weiteres wichtiges Bindeglied für ein umfassendes Bild des Seth-Phänomens und der Person von Jane Roberts dar.
LESEPROBE
ASW-KLASSE, 5. JANUAR 1971, DIENSTAG
"ES GIBT NICHTS, DAS BEFREIENDER SEIN KANN ALS GLAUBENSSÄTZE, UND ES GIBT NICHTS, DAS EUCH SO SEHR IN KETTEN HALTEN KANN WIE GLAUBENSSÄTZE."
(Im Anschluss an eine Diskussion über Reinkarnation, über wahrscheinliche Selbst und Zeit. Dabei erzählte Theodore Muldoon auch von der Rückkehr in seine Große Halle, vom neuen Wandteppich und dem neuen pulsierenden Erlebnisgefühl.)
Nun, das alte Rom existiert, wie auch Ägypten und Atlantis existieren. Ihr formt nicht nur die Zukunft, so wie ihr über sie denkt, sondern auch die Vergangenheit. Nun, noch einmal: Man hat euch einfache Geschichten erzählt, und es sind wunderbare Geschichten, aber wenn ihr nicht bereit wärt, mehr zu erfahren, wärt ihr nicht in diesem Raum.
Eure Persönlichkeit ist wahrhaft multidimensional, und da ihr nun schon eine Zeitlang hier gewesen seid, erkennt ihr, was die Wörter multi-dimensional wirklich bedeuten. Sie bedeuten, dass ihr in keiner Weise innerhalb der Zeit, so wie ihr sie kennt, gefangen seid. Und eure reinkarnierten Selbst oder Persönlichkeiten sind nicht in ihrer Zeit, so wie ihr über Zeit denkt, gefangen. Es gibt einen konstanten Austausch zwischen dem von euch aus gesehenen gegenwärtigen Selbst und den von euch aus gesehenen vergangenen und zukünftigen Selbst. Und wenn das nicht der Fall wäre, würde ich nicht hier sprechen, denn ich bin nicht Ruburts vergangenes Selbst.
Nun, jede Persönlichkeit ist frei und ihr seid nie in der Zeit gefangen. Jede Persönlichkeit ist unabhängig. Jede Persönlichkeit ist daher ihr eigener Mann, oder wenn Ruburt es mir verzeiht, ihre eigene Frau. Die Zeit ist offen in alle Richtungen, sonst würde so etwas wie Wahrscheinlichkeiten nicht existieren. Deshalb können Aktionen, die ihr jetzt ausführt, einer so genannten vergangenen Persönlichkeit helfen. Und eine so genannte zukünftige Persönlichkeit wird einspringen und euch auf eurem mühsamen Weg helfen, aber eure jetzigen Handlungen können sowohl die zukünftige wie auch die vergangene Persönlichkeit beeinflussen.
Nun, ihr müsst versuchen, eure Vorstellungskraft auszudehnen und diese Realitäten zu spüren, weil der Intellekt allein sie nicht verstehen kann. Nun, psychologische Zeit ist eure beste Methode, um diese Realitäten wahrzunehmen. Ihr könnt spüren, was ihr nicht unbedingt mit Worten beschreiben könnt, und ihr könnt durch direkte Erfahrung erkennen, was nicht einmal das physische Gehirn beschreiben oder verstehen kann, denn ihr seid mehr als das physische Gehirn, das ihr jetzt habt. Ich bin kein Dichter, aber ich erinnere mich an eines von Ruburts Gedichten über das Gehirn als ein Netz, das ihr über das innere Selbst legt. Ein Netz hilft euch, mit einer Welt von Raum und Zeit umzugehen, mit einer Welt, die in der Tat so verworren und unsicher und empfindlich wie ein Spinnennetz ist und in der Tat in einem ebenso unsicheren Gleichgewicht hängt. Ihr formt es und nehmt dann die Welt wahr, aber euer Blickwinkel ist sehr eng und der Garten, den ihr wahrnehmt, ist sehr klein; in euch selbst habt ihr jedoch weit größere Wahrnehmungsfähigkeiten, und ihr seid nicht auf den Mittwoch oder Donnerstag beschränkt.
Ich möchte, dass ihr die Natur eures inneren Selbst versteht, oder, für unseren Freund hier (zu Joel Hess), die Natur eurer Seele, denn das ist ein Brennpunkt der Realität, aus dem andere Realitäten entspringen und nichts, das in winzige Schachteln von Tagen oder Wochen oder Monaten oder gar Jahrhunderten eingesperrt ist. Aber ihr müsst euch selbst öffnen, um diese Realitäten zu erleben, auf welche Weise ihr das auch immer könnt.
(Zu Theodore.) Und irgendwann einmal wirst du zum Beispiel durch deinen Wandteppich hindurch reisen können und realisieren, dass es Illustrationen sind, wie du das ja bereits schon tust; aber du wirst es noch eindringlicher erkennen, so dass du die Realität dahinter erleben kannst.
Nun werde ich euch alle eine Pause machen lassen, und ich werde in einem Unmoment zurückkehren.
(Während der Pause fragte Rachel Clayton, ob Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft alle eins seien.)
Nun, er kann euch nicht antworten. Wir waren ursprünglich ein Teil der gleichen Wesenheit. Nun, ich habe mich auf meine eigene Art und Weise entwickelt, und er entwickelt sich auf seine eigene Art und Weise. Wir sind daher beide unabhängig. Wir sind wir selbst.
([Rachel:] „Anders gesagt hat die Wesenheit viele Teile, die sich alle bei der Entwicklung als Einheit helfen?“)
Nun, ich entwickelte mich, um meine eigene Wesenheit zu formen, und er wird das auch; in eurem Sinn ist er noch nicht an diesem Punkt, aber in einem anderen Bezugssystem ist er das natürlich. Er ist aber auch alle diese Teile von ihm selbst, die viel weniger entwickelt sind, denn sie alle existieren als Einheit, und es gibt daher eigentlich keine Abtrennungen, und alle weniger entwickelten Teile von ihm sind sich dieser Übereinstimmung gewahr.
In eurem Sinn und nur in eurem Sinn, und das habe ich Ruburt auch gesagt, könnte man mich als sein sechstes Selbst in eurer Zukunft bezeichnen, aber das gilt wirklich nur für euer Bezugssystem und um euch diesen Gedanken verständlich zu machen, denn er wird nicht das werden, was ich bin. Das ist gar nicht möglich, weil ich ich selbst bin; deshalb gibt es auch gewisse Antworten, die nicht in Worten gegeben werden können, sondern die intuitiv verstanden werden müssen. Aber die Tatsache, dass ich existiere und kommunizieren kann, sollte euch zeigen, dass euch, einfach und in eurem Sinn ausgedrückt, andere „höhere Aspekte“ eurer Persönlichkeit bei Gelegenheit helfen können und wirklich existieren.
([Rachel:] „Hast du schon immer über das Thema Reinkarnation gelehrt?“)
Lehren war immer mein Hauptthema, aber ich war nicht immer ein Lehrer. Einmal war ich ein Gewürzhändler. Ein runder und dicker und schwergewichtiger Gewürzhändler.
([Rachel:] „Aber ein gutaussehender.“)
Ich weiß nicht, was ich mit dir anstellen soll. Wir fanden heraus, was Gewürze bewirken können, lange bevor sich die jetzige Generation mit Gras anturnte, und wir schnupften Oregano auf hoher See und wir berauschten uns auf hoher See beim Schnupfen von Oregano. Wir brachten Gewürze bis nach Dänemark und wir hatten in der Tat wundervolle Trips. Wir gingen auch auf Forschungsreisen bis weit nach Afrika und kamen dann zu den netten provinziellen Leuten in Dänemark zurück und verkauften ihnen die Gewürze, die wir noch übrig hatten. Ich war ein ziemlicher Gourmet.
Nun, alle eure so genannten Vergangenheiten existieren jetzt in euch, und ihr könnt entdecken, was und wie sie sind und eure eigenen Erinnerungen wieder hervorholen, aber ihr seid nicht in der Zeit gefangen, außer ihr glaubt, dass ihr es seid, und es gibt nichts Wichtigeres als Glaubenssätze. Es gibt nichts, das befreiender sein kann als Glaubenssätze, und es gibt nichts, das euch so sehr in Ketten halten kann wie Glaubenssätze. Denn wenn ihr glaubt, dass ihr nur innerhalb des Kontextes dieses Lebens existiert und dass ihr nur für den Tod und die Vernichtung geboren werdet, dann werdet ihr eure Freiheiten in dieser Existenz nicht nutzen und euch euren Fähigkeiten verweigern, wenn sie sich zeigen; niemand zwingt euch zu dieser Knechtschaft, nur ihr selbst. Um euer multidimensionales Selbst zu verstehen, müsst ihr es brauchen.
(Zu Natalie Swing.) Und wenn Freunde an deinem Bett erscheinen, so begrüße sie herzlich und erkenne, dass sie dich in der Vergangenheit gekannt haben und dass ihnen dein Wohlergehen und deine Entwicklung am Herzen liegen.
([Natalie:] „Aber ich kann ihn immer noch nicht sehen.“)
Gib dir selbst Zeit. Und wenn du weißt, dass er da ist – welchen Unterschied macht es dann, ob du ihn physisch siehst oder nicht?
Nunkönntihr euch alle erholen, aber ich hoffe, dass ihr während der Pause versucht, die Barrieren aufzuheben, die ihr in euch errichtet habt, denn nur ihr erschafft sie und nur ihr könnt sie aufheben; was ihr jetzt tut, ist wichtig, nicht nur für das Selbst, das ihr jetzt seid, sondern von euch aus gesehen auch für die Selbst, die ihr gewesen seid und für die Selbst, die ihr sein werdet.
Und wenn es irgendeine Erlösung gibt, mein guter heiliger Freund (zu Joel), dann findet sie jetzt in jedem Moment der Zeit an jedem Tag statt, nicht vor so vielen Jahrhunderten.
(Rachel sagte, dass Seth nicht viele Voraussagen für die Zukunft durchgebe.)
Ich bin nicht vorsichtig, ich bin nur realistisch, und wenn ihr die Natur der Realität versteht, erkennt ihr, dass Voraussagen von zukünftigen Ereignissen grundsätzlich bedeutungslos sind. Nun, ihr könnt gewisse Ereignisse voraussagen und sie finden auch statt, aber ihr erschafft die Zukunft in jedem Moment in eurem Bezugssystem, und Zeit in eurem Sinn ist plastisch. Die meisten Voraussagen werden auf eine höchst verzerrte Art gemacht, und sie führen das Publikum in die Irre. Nicht nur das, denn wenn die Voraussehenden sozusagen auf die Schnauze fallen, hilft das „der Sache“ nicht. Die Realität existiert nicht auf diese Art. Ihr könnt euch auf gewisse Wahrscheinlichkeiten einstimmen und vorhersagen, „dass sie stattfinden werden“, aber der freie Wille ist immer wirksam, und keine Gottheit in riesigen elfenbeinernen Statuen sagt, dass dies am 15. Februar um 08.05 geschehen wird, und wenn kein Gott etwas voraussagt, dann sehe ich nicht ein, wieso ich es tun sollte.
Nun könnt ihr mit eurer Pause fortfahren.