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Unsere Autorin wollte sich ein eigenes Bild von der Flüchtlingskrise machen. In Belgrad freundete sie sich mit einem Afghanen an. Das war im Februar. Heute fragt sie sich: Was habe ich nur angerichtet?
Als ich aus dem Juweliergeschäft trete, muss ich mich hinsetzen. Die Perlenkette, die ich schätzen liess, ist 500 Franken wert. Ich habe sie als Geschenk erhalten von einem Mann, der selbst kein Geld hat und bis vor wenigen Wochen obdachlos auf den Strassen von Paris lebte. Sein Name ist Akbar. Er ist 33 Jahre alt und ein afghanischer Flüchtling. Das mit der Perlenkette passierte vor ein paar Wochen. Es ist der absurde Höhepunkt unserer Freundschaft, wenn man es so nennen kann. Ich beginne am besten von vorne.
Es war eine kalte Februarnacht in Belgrad, als ich Akbar kennen lernte. Ich streifte auf einem verlassenen Güterbahnhof umher. Die sogenannte Flüchtlingskrise beschäftigte mich schon lange. Wer sind diese Menschen, die zu uns kommen? Weshalb kommen sie? Wie ist es möglich, dass sie bei uns in Europa so erbärmlich untergebracht werden? Diese Fragen trieben mich an. Ich hatte gehört, dass in Belgrad Tausende Flüchtlinge illegal und unter prekären Bedingungen hausten. Also fuhr ich hin.
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