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Sie schufen eines der grössten und beständigsten Imperien der Geschichte – mit Hilfe eines Raben. Im dritten Jahrhundert v. Chr. hatten die Römer die italienische Halbinsel erobert. Doch weil sie nicht wussten, wie man Kriegsschiffe baut,beherrschten noch immer die Karthager das Mittelmeer.
Eines Tages hatten die Römer Glück. Sie fanden das Wrack eines karthagischen Kriegsschiffs. Schnell nahmen sie es auseinander, um zu verstehen, wie es gebaut war. Dann
kopierten die Römer das Schiff. Wieder. Und wieder. Bis sie ihre eigene Flotte hatten.
Allerdings zeigten die ersten Seeschlachten, dass ihnen die Karthager zu Wasser überlegen waren. Die Römer errangen ihre Siege in Feldschlachten – dank der Disziplin und Entschlossenheit der Legionäre. Die Karthager blieben darum lieber auf ihren Schiffen.
Die Römer dachten schon, dass ihr Herrschaftsgebiet nie über Italien hinausreichen würde. Da hatte einer ihrer Schiffsingenieure eine Idee. Er rüstete die römischen Schiffe mit einem 12 Meter langen Steg aus, der an einer Seilwinde hochgezogen wurde. Unter dem Ende des Stegs war ein grosser Eisensporn, der an den Schnabel eines Vogels erinnerte. Darum nannten die Römer die Konstruktion «corvus» (lat. Rabe).
Sobald sie nah genug an ein Schiff der Karthager herankamen, liessen die Römer den «corvus» herunterkrachen. Und der Eisensporn bohrte sich tief in die Planken des gegnerischen Schiffs. Dann stürmten die Legionäre über die Enterbrücke und taten das, was sie am besten konnten – den Feind im Schwertkampf besiegen.
Der «corvus» erlaubte den Römern, aus einer Seeschlacht eine Feldschlacht zu machen. Mit dem Resultat, dass sie das Mittelmeer schon bald «mare nostrum» nennen konnten – unser Meer.