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In Zeiten, in denen es noch keine Kühlschränke gab, bewahrten Nonna und Nonno ihre verderblichen Vorräte in einem Grotto auf. Irgendwo an einem schattigen Ort, in einer Höhle, in der es auch während der warmen Jahreszeit angenehm kühl blieb. Mit der Modernisierung der Kühlungsmethoden begann sich allmählich auch der Nutzungszweck der Grotti weiterzuentwickeln.
Der Begriff «Grotto» geht auf eine natürliche Felshöhle zurück, auch «Grotte» genannt. Dort lagerten die Tessiner ursprünglich Käse, Schinken und Wein. Mit der Zeit wandelten sich die Vorratshöhlen zu geselligen Begegnungsstätten, wo die Bauern zur Weinprobe und Verkostung ihrer Produkte einluden. Nachdem im 19. Jahrhundert die ersten Ausschank-Genehmigungen ausgestellt worden waren, entwickelten sich die Grotti im Laufe des 20. Jahrhunderts zu öffentlichen Gastwirtschaften weiter.
Aus den Felsenkellern von einst sind inzwischen meist einfache traditionelle Steinhäuser mit charakteristischer Terrasse geworden. Die Grotti sind sehr beliebt bei den Einheimischen und den Touristen. Sie schätzen die authentische Atmosphäre, die familiäre Herzlichkeit und die traditionellen Speisen.
«Wer noch nie im Schatten der Bäume auf einer Steinbank gesessen ist, mit einem Boccalino in der Hand und einer dampfenden Polenta vor der Nase – kurz, wer noch nie in einem Grotto war, sollte dieses Versäumnis auf der Stelle nachholen.» Ticino.ch