Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/120830

<h2>SubmittedText<h2><p>Am 28. Mai 2011 hat ein Mazedonier in Einsiedeln seine Frau und die 24-jährige Tochter ermordet, weil diese wie alle jungen Frauen in der Schweiz lebte. Im letzten Jahr hat ein Pakistaner seine 16-jährige Tochter in Zürich mit einer Axt erschlagen. Beides waren muslimische Familien. Es gibt diverse weitere Fälle; viele davon werden nicht publik.</p><p>- Hat der Bundesrat Zahlen zu Ehrenmorden in der Schweiz?</p><p>- Wie will er solche - meist islamisch motivierte - Taten in unserem Land verhindern?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundesamtes für Statistik enthält Daten und Analysen zur Beziehung der Opfer von Gewaltverbrechen zur tatverdächtigen Person, namentlich im häuslichen und familiären Bereich. Zudem besteht eine Auswertung der Verurteilungen nach Nationalität und Aufenthaltsstatus der Ausländer gemäss der Strafurteilsstatistik der Jahre 2007 und 2008.</p><p>Diese Daten beinhalten jedoch keine Informationen, welche Rückschlüsse auf eine allfällige religiöse oder kulturell bedingte Motivation der Täter zuliessen.</p><p>Die Strafverfolgung von Tötungsdelikten obliegt den Kantonen. Im Rahmen seiner Kompetenz setzt der Bund auf die Massnahmen zur Integration der ausländischen Wohnbevölkerung, um kulturell oder religiös motivierte Gewalttaten zu verhindern. Konkret koordiniert das Bundesamt für Migration Modellvorhaben zur Sensibilisierung auf das Thema Zwangsheirat und das Recht auf freie Eheschliessung. Hierbei werden für Jugendliche mit Migrationshintergrund und ihr familiäres Umfeld wie auch für Berufsleute Weiterbildungen und Informationen angeboten. In bestimmten Fällen werden auch konkrete Interventionen durchgeführt.</p><p>Künftig sollen beispielsweise bei Verdacht auf eine Zwangsheirat oder bei Minderjährigkeit eines Ehegatten die Ausländerbehörden der für Eheanfechtungsklage zuständigen Behörde eine entsprechende Meldung erstatten. Auch der strafrechtliche Schutz soll verstärkt werden. Wer jemanden durch Gewalt, Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschränkung seiner Handlungsfreiheit nötigt, eine Ehe einzugehen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft.</p>