Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03645.jsonl.gz/306

Mitbewohner
Wachsmotten
Als Mitbewohner des Bienenstockes sind an erster Stelle die kleine und die grosse Wachsmotte zu erwähnen. Die Larven dieser beiden Arten bevorzugen mehrmals bebrütete, bienenfreie Waben. Sie fressen Pollen, Kokons der Bienenpuppen und Kotreste sowie in beschränktem Mass auch Wachs. Die erwachsenen Falter nehmen keine Nahrung mehr auf. Raupen fressen auf der Suche nach Futter Löcher in die Waben und legen Frassgänge an. Bevor sie sich verpuppen, raspeln sie Vertiefungen in Holzwände oder Wabenrahmen. In diesen Höhlungen verpuppen sie sich. Die grosse Wachsmotte baut riesige Gespinste und verursacht gravierendere Schäden als die kleine Wachsmotte. Starke und mittlere Völker können die Wachsmotte unter der Schadensschwelle halten. Imkerinnen und Imker haben aber insbesondere die ausserhalb der Völker aufbewahrten Brut- und Honigwaben zu schützen vor den Schäden durch die Motten.
Weitere Mitbewohner sind unter anderen Ameisen, die an der Wärme und am Honig interessiert sind. Mäuse, Spitzmäuse und Siebenschläfer flüchten sich besonders im Winter in den warmen Bienenstock. Ihre Anwesenheit beunruhigt das Bienenvolk. Spitzmäuse sind auch Insektenfresser. Totenkopfschwärmer sind nachtaktive, seltene Honigräuber. Vögel können Bienen am Flugloch abfangen; selten beschädigen Spechte Beuten und fressen dabei die ausfliegenden Bienen.
Kleiner Beutenkäfer / Bienenstockkäfer (Aethina tumida)
"Der Kleine Beutenkäfer (Aethina tumida) ist ein gefürchteter Schädling von Bienenvölkern. Seine adulten Käfer und Larven fressen Honig, Pollen und bevorzugt Bienenbrut. Europa galt bislang als frei vom Kleinen Beutenkäfer. Meldungen vom September 2014 über Funde von Aethina tumida in Süditalien sind alarmierend und verlangen auch von Schweizer Imkerinnen und Imkern erhöhte Aufmerksamkeit und die regelmässige Kontrolle der eigenen Bienenvölker."
Diese Medienmitteilung des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) im Spätherbst 2014 lässt die Imker in der Schweiz aufhorchen.
Aus dem Merkblatt "Kleiner Beutenkäfer (Aethina tumida)" über den Link http://www.blv.admin.ch/gesundheit_tiere/01065/01456/01457/index.html?lang=de sind die ausführlichen Informationen abrufbar.
Auszug aus dem Merkblatt des BLV vom April 2013
Der kleine Beutenkäfer (Aethina tumida) ist ein Schädling von Honigbienen und Hummeln, ist dunkelbraun, 5 mm lang und 3 mm breit. Er stammt ursprünglich aus Afrika südlich der Sahara und ist für den Menschen nicht gefährlich. Ausgewachsene Käfer lassen sich bei der Öffnung der Bienenstöcke häufig dabei beobachten, wie sie vor dem Tageslicht fliehen.
Die weisslichen, madenähnlichen Larven werden bis 12 mm lang und verursachen die meisten Schäden. Sie (aber auch ausgewachsene Käfer) fressen Bienenbrut, Honig und Pollen. Es kommt zu Verunreinigungen durch Schädlingskot, und der Honig beginnt zu gären (er riecht faulig). Die Bienenwaben werden fortschreitend zerstört und brechen letztlich zusammen. Das Bienenvolk wird dabei geschwächt, entweder vom Schädling vernichtet oder es verlässt den Bienenstock.
Die Verbreitung des Schädlings geschieht durch das Ausschwärmen der ausgewachsenen Käfer. Die erwachsenen Käfer legen die Eier paketweise in die Ritzen des Kastens und unter die Wabendeckel. Auf den Bienenwaben entwickeln sich die Larven, verlassen ausgewachsen den Bienenstock und verpuppen sich anschliessend im Erdboden. Nach ihrem Schlüpfen suchen sich die Käfer im Umkreis von mehreren Kilometern neue Bienenvölker zur weiteren Vermehrung.
Der Imker muss die allgemeinen vorbeugenden Massnahmen gegen Tierseuchen einhalten. Er achtet bei jeder Völkerkontrolle insbesondere auf das Brutbild, Frass- und Kotspuren von Larven oder auf ins Dunkel des Bienenstockes flüchtende Käfer.
Der Befall durch den Kleinen Beutenkäfer ist eine zu überwachende und somit meldepflichtige Tierseuche. Imker bzw. Bieneninspektoren müssen Seuchenfälle und verdächtige Anzeichen dem Kantonstierarzt melden.