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Wie verhielt sich die offizielle Schweiz während der Zeit des Kalten Kriegs? welche Überwachungsmethoden wendete die Geheimorganisation P26 an und wie wird die heutige Gesellschaft observiert? Solchen Fragen geht das Theater St.Gallen im Stück «Lugano Paradiso» nach - einem Auftragswerk des Zürcher Autors Andreas Sauter.
Der Titel steht für den Geschäftssitz eines deutschen Geschäftsmannes mit Stasi-Verbindungen, der mit seinem Unternehmen in Lugano-Paradiso in den Embargohandel mit der DDR involviert war. Ein dunkles Kapitel, wie Autor Andreas Sauter sagt. Die neutrale Schweiz sei zum Umschlagplatz verschiedener Embargogüter geworden. Sauter stützt sich dabei unter anderem auf Recherchen des Historikers Ricardo Tarli und dessen Buch «Operationsgebiet Schweiz: die dunklen Geschäfte der Stasi».
Zur Entstehung des Stücks haben auch Befragungen von Zeitzeugen beigetragen. Unter anderem tauschte sich Sauter mit der St. Gallerin Susi Noger aus, die bis 1990 Mitglied der Geheimorganisation P26 war. Gegenüber dem «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF schildet Susi Noger, wie sie ihre Tätigkeit als Agentin mit ihrem Privatleben vereinbaren konnte.
Das dreieinhalbstündige Theaterstück besteht aus einer geballten Ladung an Informationen und wird über weite Strecken als eine Art Doku-Drama inszeniert. Die Mischung aus Theater, Tanz und Live-Musik greift die Komplexität des Themas gekonnt auf. Beeindruckend ist vor allem der Mut des Autors, eine solche Fülle in einen Abend zu packen.