Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03553.jsonl.gz/1467

Die Polychromie Architecturale von Le Corbusier stellt eine einzigartige Farbtheorie dar, welche auf der Standardisierung und systematischen Auswahl Le Corbusiers basiert. Nicht nur besitzt jede der 63 Farben einen architektonischen Nutzen, sondern basieren sie zudem alle auf Farben aus der Natur – der Grund für ihre durchweg harmonische Kombinierbarkeit miteinander.
Wir leben in einer Welt, welche zunehmend Abstand von ihrer natürlichen Umwelt nimmt und durchleben derzeit eine globale Pandemie, die diese Entwicklung weiter verstärkt. Doch wie gelingt es mithilfe der Häuser, die wir bewohnen, uns wieder mehr der Natur zu nähern? Eine Möglichkeit besteht darin, sich den uns umgebenden Farben zu widmen.
Les Couleurs® Le Corbusier sind auf natürliche Weise in der Natur verwurzelt. Angefangen bei den Entwürfen von Farbatmosphären mit Sand, Himmel und Landschaften bis hin zum Umkehren von Innenwänden durch Verwendung von Mineraltönen, Les Couleurs® – wenn mit dem Polychromie Architecturale Werkzeugkasten verwendet – können mühelos unsere natürliche Umwelt in unsere Innenräume transportieren.
Das Werk Le Corbusiers’ und die natürliche Umwelt
Die Frage, ob die Natur als Haupteinfluss in der Architektur von le Corbusier gilt, ist durchaus umstritten – Christopher Hawthorne, ein aus Los Angeles stammender Architektur-Kritiker, argumentiert, dass die Natur längst nicht den Mittelpunkt in Le Corbusiers Meisterwerk darstelle, während die Kuratoren einer Kunstausstellung von 2013 im Museum of Modern Art (namentlich ‘Le Corbusier: An Atlas of Modern Landscapes’) den Standpunkt vertreten, dass die Welt der Natur eine zentrale Rolle in Le Corbusiers Vision gespielt habe.
Tatsächlich ist die Architektur von Le Corbusier vor allem durch Beton verkleidete Gebäude aus der Zeit der Moderne charakterisiert. Er ist bekannt für seine Aussage, dass ein Zuhause, “eine Maschine zum Leben” sein solle und sah effiziente Grossstädte der Zukunft mit Skylines vor, die mit Hochhäusern versehen seien und dessen Bewohner aufeinandergetürmt lebten.
Hawthorne zitiert den Architekten Peter Blake, der 1960 schrieb, dass Le Corbusier geglaubt hatte ein Gebäude “sollte lieber in Kontrast zur Natur stehen, als eine Erscheinung einer natürlichen Formation zu sein”. Dennoch erwähnt Hawthorne in seinem Artikel von 2013 auch, dass er die Ronchamp Chapelle einst besuchte (Chapelle Notre-dame du Haut, geltend als UNESCO Weltkulturerbe) und sie “zu den erhabensten Interpretationen der Region und der Topografie gehören, die ein Modernist hervorgebracht hat“.
Zahlreiche von Le Corbusier’s architektonischen Meisterwerken besitzen eindrückliche natürliche Elemente: Villa Savoye, angesehen als einer der wichtigsten Immobilien-Entwürfe des 20. Jahrhunderts, verfügt über eine Dachterrasse (eines der fünf Prinzipien der modernen Architektur Corbusiers), und Villa “Le Lac” verweist auf paradoxe Art und Weise auf die äussere Umgebung, in dem bewusst die Sicht nach „draussen“ eingeschränkt wurde. Darüber hinaus ist das Gebäude aus freigelegtem Stein gefertigt und von Le Corbusier entworfen, um “der Sonne zu folgen”.
Les Couleurs®: 63 Farben, welche die Harmonie der Natur abbilden
Der starke Einfluss der Natur in Le Corbusiers puristischer Farbkollektion von 1931 ist unbestreitbar: Bestehend aus 43 Farben ist sie gekennzeichnet durch erdige Rot- und Ockertöne, Himmel- und Meer-blau, Landschaftsgrün, erdiges Siena und diverse weitere. Viele der von Le Corbusier entworfenen Farbatmosphären – vorwiegend basierend auf der Farbpalette von 1931 – erinnern daher ebenfalls an die Natur (Himmel, Sand, Grünlandschaft). Auch wenn die 20 Farben der zweiten Kollektion 1959 eher markant und weitaus dynamischer wirken, so können beide Paletten jeweils harmonisch ineinander integriert werden. Le Corbusier verwendete auch in seiner Farbauswahl natürliche Pigmente.
Mithilfe von Architektur und Farbe ist es Le Corbusier gelungen, oft ein Gefühl von Verschmelzung zwischen der Umwelt und dem Inneren eines Gebildes zu schaffen. Er erreichte dies durch den Einsatz von Licht sowie den architektonischen Polychromie Farbatmosphären für entsprechende räumliche Effekte. Individuelle Farben können in diesem Zusammenhang besondere in- und outdoor Funktionen hervorheben: Beispielsweise erweitert blau einen Raum, in dem es Wände entfernter “verschwinden” lässt und natürliche Grüntöne subtil die Aussenwelt mit den Innenräumen eines Hauses ineinander übergehen lassen.
Aufgrund der zielgerichteten und durchdachten Anwendung von Farbe – wie etwa von Le Corbusier in seinem System der architektonischen Polychromie – ist es möglich, das „Aussen“ mit seiner Natur schliesslich in das Innere eines Gebäudes zu transportieren. Les Couleurs® Le Corbusier und das System der Polychromie Architecturale entstammen nicht nur der Natur, sondern können auch harmonisch in einen Innenraum integriert werden, um diesen schlussendlich mit der äusseren natürlichen Umwelt verschmelzen zu lassen.
Le Corbusiers Verständnis und Verwendung von Farbe ermöglicht es uns wieder neu mit dem zu verbinden, was es bedeutet Teil der Natur sowie Mensch zu sein.
Photographies
National Museum of Western Art, Tokyo Olivier Martin-Gambier ©FLC/ADAGP
Chapelle Notre-Dame du Haut, Ronchamp © ANDH
Villa Savoye, Poissy Paul Koslowski © FLC-ADAGP
Villa le Lac, Corseaux ©Les Couleurs Suisse
COLOUR-KEYBOARDS ©FLC-ADAGP-LCS
Maisons La Roche-Jeanneret, Paris Olivier Martin-Gambier © FLC-ADAGP
Pavillon Suisse, Paris Olivier Martin-Gambier © FLC-ADAGP
Lesen Sie weitere spannende Artikel :
Kommentare
Keine Kommentare