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Bildquelle: attrakdiff.de
Eine Möglichkeit die Produktattraktivität quantitativ zu messen ist der AttrakDiff Fragebogen, welcher auf dem User Experience Modell von Hassenzahl basiert:
Der AttrakDiff misst die pragmatische Qualität mit Attributen wie “praktisch”, “voraussagbar”, “übersichtlich”. Weiter misst das Instrument auch zwei Dimensionen der hedonischen Qualität: "Stimulation" misst, inwiefern das Produkt das Bedürfnis nach Kenntnissgewinn und Fertigkeitsverbesserung mit Items wie “kreativ”, “originell”, “herausfordernd” befriedigen kann. Die zweite Dimension "Identität" misst wie gut ein Produkt dabei helfen kann anderen selbstwertdienliche Botschaften zu kommunizieren und wird mit Attributen wie “bringt mich anderen Leuten näher”, “fachmännisch”, “verbindend” erhoben. Als dritte Komponente wird noch "Attraktivität" gemessen, welche die Gesamtbewertung des Produkts mit Items wie “gut”, “attraktiv”, “angenehm” erfasst.
Das Problem beim AttrakDiff ist, dass er nur anzeigen kann, ob UX Probleme vorliegen oder nicht, aber nicht, was genau die Probleme sind. Der Vorteil ist, dass der Fragebogen abstrakte, erlebnisorientierte Attribute anstelle von konkreten Merkmalen misst und die Befragten so nicht das System bis ins letzte Detail kennen müssen. So können verschiedene Systeme mit dem genau gleichen Fragebogen evaluiert werden, mit dem Vorteil dass so vergleichende Aussagen getroffen werden können, zum Beispiel im Rahmen von Konkurrenzanalysen oder A/B Tests.
Ganz ähnlich aufgebaut ist der UEQ (User Experience Questionnaire) der auf 26 bipolaren Items basiert, die mittels 7-stufigen semantischen Differentialen bewertet werden. Die Items messen auf sechs Skalen die Dimensionen pragmatische Qualität, hedonische Qualität, und Attraktivität.
Weiter gibt es noch den meCUE (modular evaluation of key Components of User Experience), der auf dem analytischen Komponentenmodell des Nutzungserlebens, das CUE Modell (Components of User Experience) basiert, welches zwischen der Wahrnehmung aufgabenbezogener und nicht-aufgabenbezogener Produktqualitäten unterscheidet (http://mecue.de/home/Theorie.html), und Nutzeremotionen als wesentlicher Faktor für die Nutzungskonsequenzen beachtet. Im CUE Modell wird weiter davon ausgegangen, dass das subjektive Erleben durch bestimmte Interaktionsmerkmale beeinflusst wird, die sich auf den Anwender, das Produkt und den Nutzungskontext beziehen. Im meCUE werden insbesondere die Komponenten Produktwahrnehmungen, Emotionen, und Konsequenzen gemessen, mit einem Gesamturteil ergänzt.
Qualitative Messung: Usabilitytest im Labor
Als Qualitative Messung gibt es zum Beispiel den klassischen szenariobasierten Usability Test im Labor: Dabei lässt man im Idealfall Personen aus der Zielgruppe, also potentielle oder bestehende Benutzer, ein neues oder überarbeitetes Produkt benutzen. Dadurch kann man herausfinden wo die grössten Stolpersteine im aktuellen Design sind und wie benutzerfreundlich das Produkt in seiner Bedienung ist. Bei dieser Art von Usability Test werden mehrere, möglichst realistische Szenarios erstellt, die eine echte Benutzungssituation darstellen könnten und so designt sind, dass das Bedienkonzept und die Benutzerfreundlichkeit des Produkts getestet werden kann. Ausserdem können standardisierte Fragebögen, wie z.B. der AttrakDiff2 als ergänzende Datenquellen in einen Usability Test eingebaut werden, wobei ein Gleichgewicht gefunden werden muss zwischen dem zusätzlichen Erkenntnisgewinn und der Eignung für die aktuelle Forschungsfrage und dem zusätzlichen Zeitaufwand für die Durchführung und Auswertung des Tests.
Ein Usability Test ist gut geeignet um Schwachstellen in der Bedienbarkeit oder im Konzept zu identifizieren. Man kann davon ausgehen, dass bereits mit einer handvoll Testpersonen schon relativ viele Benutzerprobleme identifiziert werden können.
Wir helfen Ihnen gerne dabei die Benutzerfreundlichkeit Ihres Produkts mit individuell zusammengestellten Usability Tests für Ihre Webseite oder Ihre App zu evaluieren.
Weitere Vorteile von Usability Tests finden Sie hier.
Hier geht es zum dritten Teil der Blogserie, in dem Sie mehr erfahren darüber, wie man die richtigen Metriken auswählen kann.