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Die Lernenden präsentieren ihre Antworten im Plenum und versuchen die Tabelle nach den jeweiligen Präsentationen auszufüllen.
Anmerkungen: Die Lehrperson verlangt von den präsentierenden Lernenden allenfalls so lange präzisierende Erläuterungen, bis die übrigen Lernenden dazu in der Lage sind, die Fragen klar zu beantworten. Dadurch erhalten die präsentierenden Gruppen jeweils eine Rückmeldung zur Klarheit ihrer Aussagen und ihrer Vorgehensweise. Die Lehrperson kann/soll die Rückmeldungen der Lernenden ergänzen und verallgemeinernde Schlüsse ziehen.
2.3 Jungunternehmen (15 min)
In der App haben sich die Lernenden für eines der Videos entschieden und Aufträge bezüglich Geschäftsidee sowie Erfolgsfaktoren beantwortet:
- BeeBetter – Alte Kantonsschule Aarau
- CleverCork – Kantonsschule Wohlen
- ediStraw – Kantonsschule Alpenquai Luzern
Die Lehrperson bittet die Lernenden; ihre Antworten vorzulesen, und ergänzt die Tabelle.
Anmerkungen:
Zeitlich fällt dieser Teil deutlich kürzer aus als Teil 2.2, da
- die Videos deutlich kürzer sind,
- die Entwicklungsstadien dieser Firmen noch nicht so weit fortgeschritten sind,
- viele Punkte schon in ähnlicher Form besprochen wurden und nur noch notiert werden müssen.
2.4 Abschluss zum Thema «Innovation» (10 min)
Nachdem die Tabelle komplett ausgefüllt wurde, können Gemeinsamkeiten und Unterschiede der verschiedenen Unternehmen besprochen werden. Mögliche Ideen:
- Wie gründet jemand ein Unternehmen?
- In welchen Stadien der Entwicklung stehen die verschiedenen Unternehmen?
Lehrperson fasst Erkenntnisse zusammen und schliesst den Kreis mit dem Stichwort «Innovation» (Bezugnahme zu Zitaten in 2.1). Mögliche Umsetzung:
- Unternehmer fungieren als Bindeglied zwischen den verschiedenen Anspruchsgruppen und verknüpfen die Idee / die Erfindung mit deren wirtschaftlicher Umsetzung. Unternehmerinnen sind Innovatoren, die neue Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren möglich machen.
- Damit eine Idee/Erfindung zu einem Produkt oder einer Dienstleistung wird und langfristig bestehen kann, müssen deren Kosten gedeckt werden. Sobald die Einnahmen grösser als die Kosten sind, erwirtschaftet das Unternehmen einen Gewinn.
- Unter den richtigen staatlichen Rahmenbedingungen und bei privaten Gütern generiert das individuelle Gewinnstreben des Unternehmers insgesamt (und ungewollt) einen gesellschaftlichen Mehrwert, durch das Erschaffen neuer Arbeitsplätze und die Bereitstellung von Gütern und Dienstleistungen.
2.5 Auftrag auf nächste Lektion (10 min)
Die Lehrperson erteilt am Schluss der Stunde den Lernenden den Auftrag, auf die nächste Lektion hin selbstständig das Thema «Die Business Model Canvas» in der App zu bearbeiten.
3 App-Phase «Die Business Model Canvas» (total 45 min)
Die Lernenden bearbeiten selbstständig das Thema «Die Business Model Canvas».
4 In-Class-Phase zu «Die Business Model Canvas» (total 90 min)
4.1 Repetitionsphase (15 min)
- Repetition der wichtigsten Punkte der BMC anhand mehrerer vorgedruckter Canvas und Stickern (Business Model Canvas: (leer); Business Model Canvas: (Stickers); Business Model Canvas: (Lösungshinweise))
- Die Lernenden bilden Gruppen und erhalten einen der drei Canvas. Sie ordnen die Sticker den richtigen Bausteinen der BMC zu und haben fünf Minuten Zeit.
- Sobald alle Gruppen fertig sind, geht die Lehrperson die drei verschiedenen Canvas mit allen Lernenden durch. Ziel dabei:
- Globales Verständnis absichern. Wurde das Konzept des BMC verstanden? (zum Beispiel mit den Lösungshinweisen arbeiten)
- Offene Fragen klären
- Gleichen Wissensstand für alle herstellen: Jeder Lernende hat in der ersten Phase nur ein Video gesehen. Durch das Betrachten der Canvas erhalten alle Lernenden einen Überblick über die drei Unternehmen.
Anmerkung:
Die BMC handeln von den drei Start-up-Videos aus der ersten App-Phase «Einführung Unternehmertum».
- Mareile Wölwer – Vetevo
- Felix Bieber – Biebereis
- Henriette Schmidt – Wefugees
4.2 Fallstudie: Erarbeiten eigener Lösungen (40 min)
- Die Lernenden gehen wieder in ihre Gruppen zu ihrem ausgefüllten Canvas zurück.
- Die Lehrperson bittet die Lernenden, sich vorzustellen, sie wären Geschäftsführende des Unternehmens auf der Canvas vor ihnen.
- Die Lehrperson verteilt jeder Gruppe das passende Szenario, das jede Gruppe mit einer schwierigen finanziellen Situation für das Unternehmen auf der Canvas vor ihnen konfrontiert (Arbeitsblatt: Fallstudie BMC – Szenarien). Dabei verwenden die Lernenden die Tipps aus den im Auftrag integrierten «Best Practice Rules».
- Im Szenario enthalten sind die konkreten Arbeitsaufträge. Die Lernenden sollen eine mögliche Lösung erarbeiten, wie das Unternehmen langfristig wieder in die Gewinnzone gelangen kann.
4.3 Präsentation der Lösungen im Plenum (20 min)
- Jede Gruppe fasst ihre Problemstellung und die aktuelle Situation für das Unternehmen zusammen und präsentiert ihren Lösungsvorschlag für das Problem.
- Die anderen Lernenden und die Lehrperson fragen nach und geben Feedback.
Anmerkungen:
Es gibt keine richtigen und falschen Lösungsvorschläge. Es geht darum plausible, Lösungsvorschläge zu erarbeiten, in der Struktur des BMC zu argumentieren und aufzuzeigen, inwiefern die einzelnen Bestandteile sich gegenseitig beeinflussen. Kreative Lösungsvorschläge sind erwünscht.
4.4 Abschluss zum Thema «Effizienz» (10 min)
Die Lehrperson fasst die Erkenntnisse zusammen und schliesst den Kreis mit dem Stichwort «Effizienz» (Bezugnahme auf Lösungsvorschläge in 4.3). Mögliche Umsetzung:
- Damit ein Unternehmen langfristig überleben kann, müssen alle Kosten gedeckt werden. Sobald die Einnahmen grösser als die Kosten sind, erwirtschaftet das Unternehmen einen Gewinn. Sind die Kosten aber höher als die Einnahmen, so verliert das Unternehmen Geld.
- Da eine Unternehmerin sowohl den Chancen (im Falle eines Gewinnes) als auch dem Risiko (im Falle eines Verlustes) ausgesetzt ist, hat sie starke Anreize den Gewinn (= Ertrag – Kosten) im Auge zu behalten und ihn zu ihren Gunsten zu beeinflussen.
- Sie versucht dies unter anderem über effizienzsteigernde Massnahmen, indem sie Ressourcen da abzieht, wo sie weniger produktive Verwendung finden, und Ressourcen dort einsetzt, wo sie besonders produktiv sind. Da die gleichen Ressourcen besser eingesetzt werden, wird mehr Wert geschaffen.
- Für viele Unternehmen ist zwar Effizienz für das langfristige Überleben entscheidend, das heisst aber nicht, dass sich jedes Business Model um tiefe Kosten drehen muss. Ideale Ideen schaffen durch Innovationen neue Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren, die einen höheren Mehrwert generieren, für welche die Kosten selbst weniger entscheidend sind.
4.5 Auftrag auf nächste Lektion (5 min)
Die Lehrperson erteilt am Schluss der Stunde den Lernenden den Auftrag, auf nächste Lektion hin selbstständig das Thema «Die Value Proposition Canvas» in der App zu bearbeiten.
5 App-Phase zu «Die Value Proposition Canvas» (total 45–60 min)
Die Lernenden bearbeiten selbstständig das Thema «Value Proposition Canvas» in der App.
Das PDF «Aufgabenset für Aufträge in der App» unterstützt die Lernenden beim Erstellen der Notizen.
6 In-Class-Phase zu «Die Value Proposition Canvas» (total 135 min)
6.1 Case Study:
Ein Kinobesuch (20 min) In der App haben sich die Lernenden für eines der drei Kundensegmente entschieden und ein Wertangebot für ein vorgegebenes Kundenprofil kreiert:
- Samira (40) mit ihren Kindern
- Stefano (70)
- Leon (16) und David (18)
- Die Lernenden bringen das PDF «Aufgabenset für Aufträge in der App» ausgedruckt oder digital abgespeichert mit in den Unterricht.
- Die Lernenden bilden 2er- oder 3er-Gruppen mit Mitstudierenden, die das gleiche Kundensegment gewählt haben.
- Die Lernenden stellen ihre Wertangebote innerhalb der Gruppe vor und haben dafür 10 Minuten Zeit.
Die Lehrperson sichert das globale Verständnis ab: Wurde das Konzept der VPC verstanden? (Zum Beispiel mit den Lösungshinweisen zur «Case Study: Ein Kinobesuch» arbeiten)
Anmerkung: Es gibt kein richtiges oder falsches Wertangebot. Es geht darum, plausible Kundenlösungen zu erarbeiten und in der Struktur der VPC zu argumentieren und aufzuzeigen. Kreative Lösungsvorschläge sind erwünscht.
Die Lehrperson sammelt Inputs sowie offene Fragen und fasst diese zusammen unter dem Stichwort «Kundenorientierung». Mögliche Umsetzung:
- Unternehmerinnen und Unternehmer müssen sich in Kunden hineinversetzen können.
- Unternehmerinnen und Unternehmer müssen sich überlegen, wie sie Nutzen für ihre Kunden schaffen.
- Aufgrund eigeninteressierten Gewinnstrebens haben Unternehmer starkes Interesse, Kundenwünsche zu befriedigen.
- Der Preis des Produkts entspricht dem Wert, den die Kundin ihm beimisst.
6.2 Entwicklung Produkt-Box (70 min)
Die Lernenden können das Gelernte zur VPC durch die Gestaltung einer Produkt-Box anwenden und umsetzen.
- Die Lernenden bilden 4er- oder 5er-Gruppen.
- Jede Gruppe organisiert im Voraus eine möglichst unbeschriebene Kartonbox (Format: Schuhkarton oder grösser), Stifte sowie das Dokument «Produkt-Box».
- Die Lehrperson beschreibt den Gruppenauftrag. (10 min)
Gruppenauftrag:
- Die Lernenden informieren sich über die Ausgangslage von Kleinunternehmer Mirko im Dokument «Produkt-Box». Dabei schauen sie sich das Kundenprofil genau an. Ziel ist es, für die Kundenbedürfnisse geeignete Problemlöser sowie Gewinnerzeuger zu finden und ein Wertangebot zu erstellen.
- Daraufhin gestaltet jede Gruppe eine Produkt-Box, die ihr Wertangebot visualisiert. Die Produkt-Box sollte die zentralen Werbebotschaften, die wichtigsten Merkmale und die entscheidenden Vorteile für die Kunden enthalten.
- Bei der Gestaltung der Produkt-Box trifft die Gruppe automatisch Entscheidungen über wichtige Eigenschaften und Merkmale des Produkts:
- Für wen ist das Produkt? (Customer Segment)
- Wie schafft es Nutzen für die Kundinnen und Kunden? (Value Proposition)
- Was sind die wichtigsten Funktionen und die grössten Vorteile für die Kundinnen und Kunden?
- Wie hebt es sich von schon bestehenden Produkten ab?
- Wie sieht es aus?
- Wie heisst es? Mit welchem Slogan kann es vermarktet werden?
6.3 Produkt-Box pitchen (30 min)
In der App haben die Lernenden das Konzept von einem «Elevator Pitch» kennengelernt. Dieses beschreibt ein kurzes Treffen im Lift, bei dem jemand seine Geschäftsidee anpreist.
- Die Lehrperson geht auf die Kriterien ein (siehe unten), die einen guten Pitch ausmachen, und zeigt ein Video von einem gelungenen Beispiel im Plenum.
- Die Gruppen erhalten 15 Minuten Zeit zur Vorbereitung ihres Pitchs.
- Danach pitched eine Person pro Gruppe ihre Produkt-Box im Plenum. Die Zeitlimite beträgt 60 Sekunden und sollte strikt eingehalten werden.
- Die anderen Lernenden nehmen die Rolle von Investorinnen und Investoren ein und erteilen jeder Gruppe eine Punktzahl von 1 bis 10. Dabei orientieren sie sich an folgende Kriterien:
Dabei orientieren sie sich an folgenden Kriterien:
- Die Person ist direkt auf den Punkt gekommen und hat das Kundenproblem sowie dessen Lösung klar dargelegt.
- Die Person hat Zahlen und Daten genutzt, um ihre Geschichte (Storytelling) zu unterstreichen.
- Die Person hat einen emotionalen Treffer erzielt.
- Die Person hat ein Gefühl von Dringlichkeit vermittelt.
- Die Person hat ihr Team in die Präsentation miteinbezogen.
- Die Person hat die Zeitlimite von 60 Sekunden eingehalten.
- Das Design der Produkt-Box ist ansprechend.
Die Lehrperson sammelt die Punkte und erkürt die Gewinnergruppe.
6.4 Rückblick und Fazit (15 min)
Die Lehrperson fasst die wichtigsten Erkenntnisse der Phasen 1 bis 6 anhand von drei Fragen zusammen und schliesst den Kreis mit dem Stichwort «Unternehmen als Mehrwert für die Gesellschaft». Mögliche Umsetzung:
Fragen:
- Sind Unternehmen innovativ? Wenn ja, wieso?
- Sind Unternehmen effizient? Wenn ja, wieso?
- Gehen Unternehmen auf Kundenbedürfnisse ein? Wenn ja, wieso?
Erkenntnisse:
Phasen 1 und 2: Unternehmen sind innovativ:
- Unternehmen als Antrieb für Innovation und Wachstum
- Wachstum ist Resultat vieler kleiner Innovationen
- Unternehmen bauen auf bisherige Innovationen auf und setzen diese neu zusammen
- Es gibt viele Wege sich als «Unternehmerin oder Unternehmer» auszuleben
Phasen 3 und 4: Unternehmen sind effizient:
- Marktsystem basiert darauf, dass viele scheitern, aber wenige erfolgreich werden
- Unternehmen nehmen dank finanzieller Anreize dieses Risiko auf sich
Phasen 5 und 6: Unternehmen sind kundenorientiert:
- Unternehmen haben starke Anreize, Kundenwünsche zu befriedigen
- Nur Unternehmer, die Bedürfnisse der Gesellschaft richtig lesen, überleben («Unsichtbare Hand», Adam Smith)
Die Erkenntnisse werden im Plenum diskutiert und reflektiert.
Mögliches Unterrichtsszenario
In der erweiterten Version umfasst das Modul die Phasen 1 bis 6. In der Basisversion des Moduls wird auf die Phasen 5 und 6 verzichtet.