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Sofia - geschichtsträchtige Metropole im Südosten Europas
Das heutige Sofia ist bereits seit der Jungsteinzeit besiedelt und zählt zu den ältesten Siedlungen in Europa. Seit der bulgarischen Unabhängigkeit im Jahr 1878 fungiert Sofia als Hauptstadt und vereint im Stadtgebiet einen Grossteil der staatlichen und kulturellen Einrichtungen, der Bildungs- und Forschungszentren des Landes. Eine ganze Reihe von Universitäten und Hochschulen machen Sofia ausserdem zu einer sehr jungen Stadt mit einem hohen Anteil an Studenten.
Im Westen Bulgariens nahe der serbischen Grenze dient Sofia aber auch als Tor zu einer faszinierenden und vielfältigen Kulturlandschaft. In fast gleicher Entfernung zur Adria, zur Ägäis und zum Schwarzen Meer lassen sich von hier aus die Balkanländer ebenso erkunden wie die Badeorte der Schwarzmeerküste, die griechischen Inselwelten und das südöstlich gelegene Istanbul.
Hauptstadt mit langer Geschichte
Sofias Ursprünge reichen weit zurück. Es wird angenommen, dass Sofia zu den ältesten Städten in Europa zählt. Die Region des heutigen Sofia ist nachgewiesermassen seit über 5000 Jahren besiedelt, nach neuesten archäologischen Funden vermutlich sogar schon seit 8000 Jahren. In der Antike kreuzten sich im Sofiatal wichtige militärische Verbindungswege, und in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung entstanden unter römischer Herrschaft zahlreiche bedeutende Bauwerke. Auch eine zwölf Meter hohe Festungsanlage wurde Ende des 2. Jahrhunderts errichtet und in den folgenden Jahrhunderten mehrfach erweitert.
Im Mittelalter fiel die Stadt immer wieder Überfällen und Plünderungen zum Opfer, bis sie im 14. Jahrhundert von den Osmanen erobert wurde. Der 500-jährigen Herrschaft der Osmanen verdankt Sofia so bedeutende Baudenkmäler wie die Banja-Baschi-Moschee, die zu den ältesten Moscheen in Europa zählt. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts eroberten russische Truppen die Stadt, und am 22. März 1879 wurde Sofia zur Hauptstadt Bulgariens erklärt. Im 19. und 20. Jahrhundert änderte sich das vormals osmanische Stadtbild völlig. Neue Gebäude wurden errichtet, alte osmanische Einrichtungen abgerissen oder umfunktioniert. Heute ist nur noch ein kleiner Teil der einstigen osmanischen Architektur erhalten.
Bulgariens Hauptstadt zwischen Ost und West
Sofias Altstadt umfasst eine faszinierende Mischung aus Baudenkmälern vieler Epochen und Stilrichtungen. Wenngleich aus der osmanischen Herrschaftszeit nur wenige Gebäude erhalten sind, zählt vor allem die Banja-Baschi-Moschee heute zu den bedeutendsten Bauwerken der Stadt. Erbaut im Jahr 1576, zählt sie zu den ältesten Moscheen in Europa und ist bis heute in Gebrauch. Auch die Sweti-Sedmotschislenizi-Kirche war ursprünglich eine Moschee, ebenso wie die Grosse Moschee, die heute das Nationale Archäologische Museum beherbergt. Die Grosse Moschee ist das älteste Moscheegebäude in Sofia. Im Museum kann eine reichhaltige Ausstellung mit Exponaten aus allen Epochen der bulgarischen Geschichte besichtigt werden.
Bekannt ist Sofia auch für seine vielen Mineralquellen, die schon von den Römern für ihre Badehäuser genutzt wurden. Auf einer dieser Quellen, an der Stelle eines ehemaligen türkischen Hammams, steht heute das Zentrale Mineralbad von Sofia. Die Anlage diente zwischen 1913 und 1988 als städtisches Schwimmbad und Thermalbad. Das imposante Gebäude mit seinen Kuppeldächern und dekorativen Keramikfliesen beherbergt heute das Museum für Stadtgeschichte.
Der Kulturpalast von Sofia ist das grösste Kongresszentrum in den Balkanländern und fällt durch die charakteristische, sowjetisch geprägte Bauweise auf. Das achteckige Gebäude wird heute auch für Konzerte und andere Grossveranstaltungen genutzt. Es bildet mit einer Höhe von über 50 m einen auffälligen Kontrast zu den klassischen kulturellen Einrichtungen der Stadt, allen voran zum 1907 eröffneten Nationaltheater, dem ältesten Theater in Bulgarien.
Einkaufen und Ausspannen in Sofia
Für Shopping-Fans hat Sofia eine vielfältige Auswahl an Einkaufsmöglichkeiten zu bieten. Von kleinen Souvenirshops bis zu eleganten Flaniermeilen, von grossen Einkaufszentren bis zum traditionellen Stadtmarkt gibt es in der bulgarischen Hauptstadt für jeden Geschmack etwas zu entdecken. Die Haupteinkaufsstrasse der Stadt ist der Boulevard Vitosha, Sofias teuerste Adresse mit einer ganzen Reihe an internationalen Luxusmarken. Eine grosse Auswahl bieten auch The Mall, das grösste Einkaufszentrum des Landes, und das Serdika Center in der Innenstadt.
In der Zentralmarkthalle wiederum erwarten den Besucher traditionelle Snacks und Spezialitäten, regionale Weine und vieles mehr. Auch aus architektonischer Sicht ist die Markthalle ein lohnenswertes Ziel. Die Renaissance-Halle wurde im Jahr 1911 eingeweiht und war damit die erste ihrer Art in Bulgarien. Das Gebäude hat eine Fläche von 3200 m² und wird über dem Haupteingang von einem Glockenturm mit drei Uhren überragt.
Wer eine Auszeit von der Grossstadt braucht, hat dazu in den vielen Stadtparks von Sofia ebenso Gelegenheit wie im nahegelegenen Witoscha-Gebirge. Die bulgarische Hauptstadt ist eine überraschend grüne Stadt mit insgesamt rund 500 ha Grünflächen. 90% davon macht allein der Borisowa Gradina aus, ein waldähnlicher Freizeitpark mit mehreren Seen.
Oberstes Bild: Nationaltheater „Iwan Wasow“ in Sofia (© ksfan / Wikimedia / CC)[vc_text_separator title=“Wo liegt dieses Reiseziel?“ title_align=“separator_align_center“ color=“grey“]
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