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Augenseuche
(Ophthalmia epidemica boum), eine in mehr oder weniger großer Verbreitung bei Rindern vorkommende ansteckende Augenentzündung. Die Krankheit hat ihren Sitz in der Schleimhaut der Augenlider, breitet sich aber gewöhnlich auf die durchsichtige Hornhaut und nicht selten auch auf die Regenbogenhaut aus. Als Ursache ist nur die Ansteckung bekannt. Ob das Kontagium sich in einzelnen Gegenden dauernd erhält, oder ob die Krankheit stets aus dem Ausland eingeschleppt wird, ist nicht ermittelt.
Die ersten Erkrankungen stellen sich bei Tieren ein, welche die Weide [* 2] besuchen. Aber das Leiden [* 3] überträgt sich auch auf Stallvieh. Die Symptome bestehen in starker Lichtscheu, Verschließen der Augen, Thränenfluß, Ausscheidung eines schleimigen oder eiterigen Sekrets aus den innern Augenwinkeln, Trübung und Bläschen- (Phlyktänen-) Bildung auf der durchsichtigen Hornhaut, blutigem und fibrinösem Exsudat in der vordern Augenkammer. Man findet gewöhnlich, daß ein Auge [* 4] stärker affiziert ist als das andre. Der Verlauf vollzieht sich in 10-14 Tagen, aber oft leidet das schwer erkrankte Auge noch mehrere Wochen an Nachkrankheiten (teilweiser Verdunkelung der Hornhaut). Zur Behandlung empfiehlt sich, die kranken Augen häufig mit durch geseihtem Leinsamenschleim zu bähen, daneben täglich einmal Zinksalbe in die Augenlider zu streichen. Bei sehr schmerzhafter Affektion ist die Einpinselung einer ½proz. Lösung von Atropin angezeigt.