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die Zenithdistanz gemessen und sowohl von hier aus als auch aus der Zusammenstellung der von B über andre Punkte, C D etc.
[* 10]
(Fig. 6), nach A zurück ermittelten Höhenunterschiede eine Kontrolle über die Güte der Arbeit ausgeführt. Existieren in
einem größern Terrainabschnitt keine durch geometrische Nivellements bestimmten Dreieckspunkte, so ist
es erforderlich, wenigstens einige Punkte möglichst sicher der Höhe nach zu bestimmen. Es werden dazu gegenseitig-gleichzeitige
Zenithdistanzen genommen. Es seien z. B. die Höhen der Punkte A und F
[* 10]
(Fig. 6) bekannt, und es sollen die Höhen der PunkteB, C, D, E bestimmt werden, so messen zunächst auf A und B je ein Beobachter die Zenithdistanzen
von A nach B, resp. B nach A und zwar mit Hilfe des Heliotropen oder bei nähern Entfernungen mit Hilfe eines durch Senken einer
Tafel etc. gegebenen Zeichens in demselben Zeitmoment. Ist die vorgeschriebene Anzahl von Beobachtungen beendigt, so begibt
sich der Beobachter von A nach C. Es werden dann die Zenithdistanzen von B nach C und von C nach B gemessen.
Darauf geht der Beobachter von B nach D etc. bis zu Ende.
Die gegenseitig-gleichzeitigen Beobachtungen haben den Vorteil, daß sie annähernd den Einfluß der Refraktion aufheben, kommen
indes nur in beschränkter Weise zur Anwendung. Im großen und ganzen werden die trigonometrischen Höhenmessungen
durch gegenseitige, aber nicht gleichzeitige Beobachtungen ausgeführt, und nur ausnahmsweise, wenn ein Punkt die Aufstellung
des Instruments (wie bei einzelnen Kirchtürmen etc.) nicht erlaubt, oder wenn eine allzu große
Genauigkeit nicht verlangt wird, werden einseitige Zenithdistanzen genommen; dann muß aber die Höhe
eines solchen Punktes der Kontrolle halber stets von mindestens drei andern bereits bestimmten Punkten aus ermittelt werden.
die älteste der mesozoischen Formationen, die Dyasformation bedeckend
und von der Juraformation
[* 26] überlagert. Schon hinsichtlich des zusammensetzenden Gesteinsmaterials macht
sich die Dreiteilung bemerklich, indem wenigstens in vielen Gegenden der Entwickelung eine vorwiegend aus Sandstein bestehende
unterste Abteilung von einer wesentlich aus Kalkstein zusammengesetzten mittlern Abteilung abgelöst wird, welcher als drittes
Glied
[* 27] eine Mergelbildung aufgelagert ist.
Die Sandsteine sind Quarzsandsteine mit thonigem (meist eisenschüssigem und dann rotem, aber auch kaolinigem
und dann weißem) oder kieseligem Bindemittel, dem Korne nach sehr verschieden, feinkörnige vorwiegend, andre Übergänge
bis zu großbrockigen Konglomeraten bildend. Die Kalksteine sind der Hauptmasse nach dicht und dunkel gefärbt, durch thonige
und organische Substanzen stark verunreinigt, in einzelnen Lagen auch deutlich kristallinisch und dann
reiner, mitunter fast ausschließlich aus organischen Resten gebildet.
Gliederung und Verbreitung. Die Dreiteilung der Triasformation in Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper ist am deutlichsten an den kontinentalen,
speziell den deutschen, außeralpinen Schichtensystemen durchzuführen, während sich das Bild inEngland
und Amerika
[* 29] dadurch verwischt, daß die mittlere Abteilung
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(Muschelkalk) überhaupt nicht zur Entwickelung kam und in der alpinen, übrigens sonst auch weitverbreiteten Facies die Gesteinsunterschiede
zwischen den einzelnen Gliedern nicht so charakteristisch hervortreten. Zunächst von der deutschen außeralpinen Facies ausgehend,
läßt sich in der untersten Abteilung, dem Buntsandstein, wiederum eine Dreiteilung durchführen: zuerst, bei vollständiger
Entwickelung der Formationen, dem Zechstein (s. Dyasformation), oft aber auch ältern Bildungen, beispielsweise
dem Granit, aufgelagert, Letten (Leberschiefer), weiße, oft fleckige Sandsteine (Tigersandsteine), in einzelnen Gegenden (am
Harz) Roggenstein.
Dieser untersten Abteilung folgt der Hauptbuntsandstein (Vogesensandstein), überwiegend rot gefärbt; das bald thonige, bald
kieselige Bindemittel ist in den Schichten oft regellos verteilt, so daß durch die Verwitterung groteske
Felsenklippen (AnnweilerThal)
[* 31] oder Blockanhäufungen (Felsenmeere) entstehen. Mitunter konzentriert sich das thonige Bindemittel
zu größern Gallen oder kleinen, gewöhnlich bald auskeilenden Zwischenschichten. Hin und wieder sind einzelne Sandsteinpartien
von kugeligen, aus kieselreicher Masse gebildeten Konkretionen (Kugelfelsen) durchspickt.
Letzterer ist ein sehr dünnschieferiger Kalk, mit eigentümlichen Fältelungen und gebogenen Wülsten (sogen. Schlangenwülsten)
versehen, beide wohl Eintrocknungserscheinungen. Hier und da ist dem eintönigen Schichtenaufbau eine
stärkere versteinerungsreichere Lage eingeschaltet, so namentlich nach oben der Schaumkalk (Mehlbatzen), im deutschen Norden
[* 32] mit größerer, in Mitteldeutschland mit geringerer Mächtigkeit entwickelt, im Süden ganz fehlend.
Den Schluß bildet in Süddeutschland ein oft dolomitischer Kalk, nach einem Leitfossil (Trigonodus Sandbergeri), Trigonoduskalk
oder -Dolomit genannt. Einige Geologen rechnen dagegen dem Muschelkalk noch die untere Hälfte des Keupers,
die Lettenkohlenformation (grauer Keuper, Kohlenkeuper), zu, ein Schichtenprofil von vorwiegend grauen bis schwarzen Mergeln,
denen Sandsteine (Lettenkohlensandstein) und Dolomite eingelagert sind, letztere namentlich im obersten Teil sehr mächtig
(Grenzdolomit), während an der untern Grenze der Lettenkohlenformation direkt auf dem Trigonodusdolomit oft ein Kalk lagert,
in welchem die Schalen eines kleinen Krebses häufig sind (Bairdia pirus, daher Bairdienkalk).
Fast allgemein wird im Gegensatz zu dieser Zuziehung der Lettenkohlenformation (welche ihren Namen nach einer an Pflanzenfragmenten
reichen, als Feuerungsmaterial aber unbrauchbaren lettigen Kohle trägt) dem Keuper zugezählt, mitunter wohl auch als selbständiges
Glied dem Keuper, Muschelkalk und Buntsandstein gegenübergestellt, wobei dann freilich der Name »Triasformation« hinfällig
werden würde. Den echten (obern, bunten) Keuper eröffnen Gipse, mitunter (Lothringen) Steinsalz führend, in lokal sehr verschiedener
MächtigkeitAnhydrit- oder Gipsmergeln eingelagert, welche außerdem von einzelnen Steinmergelschichten mit Einschlüssen
von metallischen Substanzen (Bleiglanz, Kupfererze) durchzogen werden.
gleichalteriger Schichten in den Alpen
[* 34] (s. unten) am besten als selbständige Zwischenbildung zwischen Keuper und Lias (rätische Formation)
betrachtet, ist aber auch bald zum Keuper, bald zum Lias (Infralias) gestellt worden.
Der auf der Tafel dargestellte Placodus mit seinen großen Mahlzähnen auf Gaumen und Oberkiefer, jetzt allgemein zu den Sauriern
gerechnet, entstammt dem Muschelkalk. Endlich seien noch die eigentümlichen Fußspuren erwähnt: aus dem deutschen Buntsandstein
Chirotherium und aus dem amerikanischen New Red die dreizehigen Spuren von Brontozoum, jetzt einem auf Vogelbeinen
wandernden Saurier zugeschrieben, früher für Vogelspuren (Ornitichnites)
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Dem Muschelkalk sind in Oberschlesien und Baden
[* 56] Zink-, Bleiglanz- und Eisenerzlager eingeschaltet, und der Erzbau von Raibl ist
an die gleichnamigen Schichten geknüpft. Die Gipse der verschiedenen Etagen werden namentlich zu landwirtschaftlichen Zwecken
abgebaut, und das kaolinige Bindemittel der weißen Buntsandsteine ist ein wertvolles Rohmaterial für
die Porzellanfabrikation. Als Bodenbildner verhalten sich die Schichten natürlich sehr verschieden: die Keupermergel, die
an thonigen Zwischenmitteln reichern Muschelkalketagen und der Röt liefern gute Böden, an welche in Franken und Schwaben der
Weinbau geknüpft ist, schlechte dagegen der Wellenkalk und der Hauptbuntsandstein, letzterer der vorzüglichste Waldboden,
wenn die Wälder nicht, wie in der Nähe des Weinbaues, durch Streuentnahme geschädigt werden.
(Tribuni) wurden im alten Rom
[* 73] ursprünglich die Vorsteher der Stammtribus (s. Tribus) genannt;
dann wurde das Wort auch überhaupt als Bezeichnung der Vorsteher von Abteilungen
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größerer Gemeinschaften gebraucht. So hießen die Anführer von Abteilungen der Reiterei unter den Königen Tribuni celerum,
so ferner die Anführer der Legionen Tribuni militum oder Tribuni militares. Dieser letztern gab es in jeder Legion sechs, die
den Oberbefehl wechselnd zwei Monate führten und außerdem die Aushebung, die Führung der Listen und andre
ähnliche Geschäfte zu besorgen hatten. Dieselben wurden anfangs von den Konsuln ernannt; 362 v. Chr. wurde aber die Wahl von
6, 311 die von 16 der 24 für die regelmäßig zur Aushebung gelangenden 4 Legionen erforderlichen Militärtribunen und endlich 207 die
Wahl von sämtlichen 24 dem Volk eingeräumt, während, wenn außerordentlicherweise eine größere Zahl
von Legionen ausgehoben wurde, die Ernennung der übrigen Tribunen den Konsuln verblieb.
Fernergab es Tribuni aerarii, welche für bestimmte Abteilungen des Volkes den Tribut einzuziehen und an die Soldaten den Sold
zu zahlen hatten. Eine besondere Art von Tribunen waren die Kriegstribunen mit konsularischer Gewalt (tribuni
militum consulari potestate), welche nach einem 445 gegebenen Gesetz bis 366 öfters statt der Konsuln ernannt wurden, um auch
den Plebejern, welche für dieses Amt wählbar waren, den Zugang zu der höchsten obrigkeitlichen Gewalt zu eröffnen.
Die geschichtlich wichtigsten aber waren die Volkstribunen (tribuni plebis), welche 493 eingesetzt wurden,
um den Plebejern gegen den Mißbrauch der Amtsgewalt von seiten der damals ausschließlich patrizischen KonsulnSchutz zu gewähren,
zu welchem Zweck sie unter besondern religiösen Feierlichkeiten für unverletzlich (sacrosancti) erklärt wurden. Anfangs
beschränkte sich ihre Wirksamkeit auf die Einsprache (intercessio) zu gunsten einzelner von Maßregeln der Magistrate bedrohter
Plebejer, die ihnen übrigens auch nur in der Stadt und innerhalb einer römischen Meile im Umkreis derselben
zustand.
Sie dehnten dieselbe indessen, auf ihre Unverletzlichkeit gestützt, immer weiter aus. Sie richteten ihre hindernde Einsprache
gegen Amtshandlungen jeder Art, sie luden selbst Patrizier vor das Gericht der Tributkomitien, sie wohnten den Sitzungen
des Senats bei und hinderten Beschlüsse desselben durch ihr Verbot (veto), und als die Tributkomitien 449 das Recht erlangt
hatten, das ganze Volk bindende Beschlüsse zu fassen, benutzten sie dieselben, um in ihnen Gesetze im Interesse der Plebejer
zu beantragen und durchzusetzen, wogegen den Patriziern nur das einzige Mittel zu Gebote stand, die Einsprache
eines Tribuns gegen seine Kollegen zu gewinnen, da durch eine solche das Vorgehen der übrigen verhindert werden konnte.
Indessen blieb es auch später noch Regel, daß dasselbe, wie von Anfang an, nur von Plebejern bekleidet
werden durfte. Die Zahl der Tribunen war bei ihrer Einsetzung fünf oder nach einer andern Angabe zwei, wurde aber 457 auf
zehn erhöht. Unter SullasDiktatur (82-79) wurde das Tribunat auf seine anfängliche geringe Wirksamkeit eingeschränkt, durch
Pompejus aber in seinem ersten Konsulat 70 wieder in alle seine Rechte eingesetzt. Unter den Kaisern wurde
den Tribunen ihre Bedeutung entzogen, indem jenen
die tribunizische Gewalt verliehen wurde; sie wurden aber beibehalten, bis endlich
Konstantin d. Gr. ihre Abschaffung verfügte. Im Mittelalter wurde noch einmal ein kurzer Versuch gemacht, das Tribunat wiederherzustellen,
indem vom römischen Volk 1347 die Republik erklärt und Cola di Rienzi zum Tribun erhoben wurde. - Das in
Frankreich nach dem Staatsstreich vom 18. Brumaire durch die Verfassung von 1799 eingeführte, von Sieyès ersonnene Tribunat
bestand aus 100 Mitgliedern und übte mit dem GesetzgebendenKörper die gesetzgebende Gewalt, indem es die Gesetzentwürfe
der Regierung beraten, der letztere aber dieselben ohne Diskussion verwerfen oder annehmen sollte.
(lat.), 1) Name der drei Stämme des ursprünglichen (patrizischen) röm. Volkes, der Ramnes, Tities und Luceres,
von denen der erste aus dem Volk des Romulus, der zweite aus den mit diesem unter TitusTatius vereinigten
Sabinern und der dritte, wie gewöhnlich angenommen wird, aus Etruskern bestand. Sie hatten eine jede ihren Vorsteher, Tribunus
genannt, und zerfielen in je zehn Kurien, von denen wiederum eine jede ihren besondern Vorsteher (curio) hatte. Jede dieser
Abteilungen hatte ihre eignen Opfer und sonstigen heiligen Gebräuche, deren Verwaltung den Tribunen und Kurionen oblag. Von
diesen Tribus völlig verschieden sind
dann aber wurden mit der Erweiterung des Gebiets immer
neue Tribus gebildet, bis 241 n. Chr. die Zahl 35 erreicht wurde, bei welcher man stehen blieb;
vier derselben hießen städtische
(tribus urbanae), weil sie aus vier städtischen Bezirken gebildet waren;
die übrigen gehörten der Landschaft
an und hießen daher ländliche (tribus rusticae).
Auf der Grundlage dieser Tribus entstand eine besondere Art von Komitien (s. d.),
die Comitia tributa, in denen innerhalb der Tribus nach der Kopfzahl gestimmt wurde, und die daher einen demokratischen
Charakter hatten.