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Kilian Schindler, Assistant Docteur am Departement für Englisch, hat den prestigeträchtigen Martin-Lehnert Preis der Deutschen Shakespeare Stiftung für die beste Dissertation 2019 zugesprochen erhalten.
In seiner Dissertation, “The Limits of Toleration: Early Modern Drama und Religious Dissimulation from c. 1590–1614,” befasst sich Kilian Schindler mit den Auswirkungen frühneuzeitlicher Toleranzdebatten in den Dramen von William Shakespeare, Ben Jonson und ihren Zeitgenossen. Ein besonderer Fokus der Arbeit liegt auf dem Phänomen des Nikodemismus, der Verstellung der eigenen Glaubensüberzeugungen unter dem Druck religiöser Verfolgung, die im frühneuzeitlichen England sowohl von verfolgten Katholiken wie auch radikalen Protestanten praktiziert und kontrovers debattiert wurde. Die Dissertation zeigt Parallelen und Verbindungen zwischen theologischen sowie staatstheoretischen Diskursen zur Verstellungsproblematik und der englischen Debatte zur Legitimität des Theaters als einer Form von Verstellung auf, womit ein neues Licht auf die religionspolitische Relevanz des englischen Theaters der frühen Neuzeit geworfen wird.
Der Preis ist mit 2000 Euro dotiert und wird in diesem Jahr aller Voraussicht nach auf der Herbsttagung der Stiftung am 21. November in Weimar überreicht. Herzlichen Glückwunsch!