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8. August 2023: 4. Orgelkonzert mit Nathan Schneider
Am Dienstag, den 8. August um 20.15 Uhr findet das vierte Orgelkonzert mit Nathan Schneider statt. Der junge Organist wird die Marien-, Chor- und Mauritiusorgel mit Werken von J. S. Bach, Schumann, Sweelinck und Tchaikovsky zum Klingen bringen.
Vor dem Konzert singen wir Mönche um 20.00 Uhr die Komplet, das Abendgebet der Kirche, wozu wir Sie ebenfalls herzlich einladen!
Nathan Schneider wurde in Rhode Island, USA, geboren. Mit sieben Jahren erhielt er seinen ersten Musikunterricht am Klavier. In der Highschool begann er mit grosser Begeisterung Orgelunterricht zu nehmen beim Organisten der Kathedrale Sts. Peter and Paul in Providence Rhode Island. Nach dem Abitur zog es ihn nach Rom, ans Pontificio Istituto di Musica Sacra, wo er drei Jahre bei Pater Theo Flury Orgel studierte und mit dem Bachelor abschloss. In dieser Zeit nahm er an diversen Meisterkursen teil bei Daniel Roth, Ulrich Böhm und Willibald Guggenmos. Nathan Schneider war parallel zum Studium Organist und Chorleiter am Oratorio di San Francesco Saverio del Caravita. Ausserdem gewann er 2020 und 2021 den Memorial Lois Conboy Wettbewerb. Im Sommer 2020 zog Nathan Schneider in die Schweiz, wo er sein Masterstudium Orgel mit den Dozenten Andreas Jost und Tobias Willi an der ZHdK abschloss. Während seines Masterstudiengangs gab er zahlreiche Konzerte in der Schweiz, an Orten wie: Tonhalle für die Internationale Orgeltage, Grossmünster, Katholische Kirche St. Anton, Reformierte Kirche Wettingen, Reformierte Johanneskirche, St. Meinradskirche. Nathan Schneider übt die Ämter des Hauptorganisten von Küsnacht-Erlenbach am Zürichsee, sowie des Chorleiters des Seelsorgeraums Berg und des Organisten der Kirche Heilig Geist in Zürich aus.
Nathan Schneider beschreibt das Programm am 8. August 2023 in eigenen Worten:
„Ich werde mit Johann Sebastian Bachs „BWV 582 Passacaglia and Fuge“ beginnen. Die Passacaglia, der erste Teil der Komposition, ist auf einer sich wiederholenden Basslinie aufgebaut. Dieses Bassthema dient als Grundlage für eine Reihe von Variationen. Jede Variation stellt eine einzigartige Transformation des Themas dar und demonstriert Bachs Einfallsreichtum bei der melodischen Erfindung, der harmonischen Erkundung und der kontrapunktischen Gestaltung.
Nach der Passacaglia folgt die Fuge, ein Abschnitt, der sich durch seine imitatorische und kontrapunktische Schreibweise auszeichnet. Bach verwebt komplizierte kontrapunktische Linien, wobei die Stimmen in ein komplexes Wechselspiel von Imitation und Ausarbeitung verwickelt sind. Die Fuge gewinnt an Intensität und Komplexität und erreicht einen Höhepunkt, an dem die volle Kraft und Klangfülle der Orgel entfesselt wird.
Als nächstes folgt Jan Pieterszoon Sweelincks „Mein junges Leben hat ein Ende“. In dieser introspektiven Komposition lädt Sweelinck uns ein, über die Vergänglichkeit der menschlichen Existenz nachzudenken. Die Komposition zeigt, dass Sweelinck die musikalische Form meisterhaft beherrscht, mit verschiedenen Abschnitten, die zwischen Momenten der Introspektion und intensiverem emotionalen Ausdruck wechseln. Sweelincks durchdachte Behandlung von Dissonanzen und Auflösungen verstärkt die dem Stück innewohnende Ergriffenheit und ruft hoffentlich eine tiefe emotionale Reaktion beim Hörer hervor.
Nach Sweelinck wagen wir uns an Robert Schumanns „Kinderszenen“, op. 15, die ich selbst für die Orgel transkribiert habe. Ursprünglich für Klavier komponiert, fängt diese Sammlung von 13 musikalischen Vignetten das Wesen der Kindheit ein. Jedes Stück fängt eine bestimmte Stimmung oder Szene ein, die mit Kindheitserlebnissen verbunden ist. In dieser Transkription versuche ich, die klanglichen Fähigkeiten der Orgel voll auszuschöpfen, um Schumanns musikalische Ideen zu veranschaulichen.
Mit einer etwas patriotischen Wendung wird das Konzert mit einer Wiedergabe von Pjotr Iljitsch Tschaikowskys „Ouvertüre solennelle 1812″ enden, die ebenfalls für die Orgel bearbeitet wurde. Diese monumentale Komposition entführt uns in eine grandiose Welt voller triumphaler Fanfaren und majestätischer Melodien. Die Struktur dieses Stücks folgt einer traditionellen symphonischen Form, die Elemente einer Ouvertüre und einer symphonischen Dichtung enthält. Die Idee, diese Transkription von 1812 auf der Orgel zu spielen, war, ein berühmtes Orchesterwerk auf dem orchestralsten aller Instrumente zu präsentieren: der Orgel.“