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Wie EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag nach der Sitzung des geldpolitischen Rates sagte, wird die Notenbank künftig auch Wertpapiere kaufen, deren Effektivzins oder Rendite unterhalb des EZB-Einlagensatzes von minus 0,4 Prozent liegt. Bisher hatte die Notenbank derartige Käufe nicht vorgenommen, was Bankökonomen mit der Vermeidung von Verlusten auf Seiten der EZB begründet hatten.
Darüber hinaus erweitert die Notenbank den Laufzeitbereich der kaufbaren Anleihen. Statt bisher 2 bis 31 Jahren sollen zusätzlich Wertpapiere mit einer Laufzeit ab einem Jahr gekauft werden. Einige Bankökonomen hatten mit einer solchen Massnahme gerechnet, weil sie die kaufbare Menge an Wertpapieren erhöht. Ohne derartige Schritte wären nach Einschätzung von Experten die von der EZB kaufbaren Wertpapiere, insbesondere Bundesanleihen, im Laufe des kommenden Jahres knapp geworden.
Kurz zuvor hatte die EZB eine zeitliche Verlängerung ihrer Anleihekäufe bis Dezember 2017 bekanntgegeben. Zugleich schränkte sie jedoch das Volumen der monatlichen Käufe ab April 2017 von derzeit 80 Milliarden auf 60 Milliarden Euro ein. Verglichen mit diesem Jahr ergibt sich über das ganze Jahr eine um 180 Milliarden Euro geringere Kaufsumme (780 Milliarden anstatt 960 Milliarden Euro). Einige Analysten interpretierten den Schritt als "Tapering", also eine erste Rückführung der Anleihekäufe.
(AWP)