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Die Sojabohne wird erst seit Ende der 1980er Jahre in der Schweiz als landwirtschaftliche Nutzpflanze angebaut. Sojazüchtung wird in der Schweiz aber schon länger betrieben, nämlich seit 1981, durch Agroscope in Changins. Die Delley Samen und Pflanzen (DSP) AG ist Mitinhaberin der Sorten aus dem Zuchtprogramm von Agroscope. Sie ist verantwortlich für die Erhaltungszüchtung und die Produktion von Basissaatgut und für den Vertrieb der Sojasorten in der Schweiz und im Ausland. Die DSP AG beteiligt sich zudem an den offiziellen Leistungs- und Sortenprüfungen in der Schweiz.
Das Ziel der Anstrengungen im Sojazuchtprogramm von Agroscope besteht darin, GVO-freie Sorten zu entwickeln, welche an die klimatischen Bedingungen nördlich der Alpen (Mitteleuropa) angepasst sind und den Marktbedürfnissen entsprechen. Sorten mit grossen, hellen Körnern mit angenehmem Geschmack beispielsweise verbessern die Akzeptanz der Konsumenten gegenüber Sojaprodukten für die menschliche Ernährung. Die Anpassung der Sorten an die klimatischen Bedingungen in der Schweiz und im benachbarten Ausland kann nur durch eine entsprechende Frühreife erreicht werden. Die Frühreife stellt deshalb ein wichtiges Selektionskriterium des Schweizer Sojazuchtprogrammes dar.
Um die genetische Variabilität im Zuchtmaterial zu verbreitern, werden gezielte Kreuzungen mit spätreiferem Material gemacht. Aus diesen Kreuzungen entstehen unweigerlich auch spätreife Stämme, welche für den Anbau in der Schweiz nicht geeignet sind. Interessante spätreife Stämme werden in Italien und in Südfrankreich auf ihre Anbaueignung in wärmeren Regionen geprüft. Mit Castétis, Paco und Totem konnten bereits drei spätreife Sorte erfolgreich im Sortenkatalog von Italien eingeschrieben werden.