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Klimatrends zeigen den Verlauf von Temperatur und Niederschlag in der Schweiz seit Beginn der systematischen Messungen im Jahr 1864. Dargestellt werden die Abweichungen der Jahreswerte und der saisonalen Werte vom Durchschnitt der Periode 1961-1990 (Normperiode). Daraus lassen sich die Trends von Temperatur und Niederschlag ableiten und langfristige Änderungen sichtbar machen.
Klima-Trends
Datengrundlage
Die für die Temperatur- und Niederschlagsgrafiken verwendeten Daten stammen von Messtationen des Schweizer Klimanetzwerks. Die Daten dieser Stationen stehen homogen zur Verfügung und sind von Effekten aus Veränderungen in den Messbedingungen bereinigt. Um ein Mittel für die gesamte Schweiz oder definierte Unterregionen zu erhalten, werden die Messdaten der einzelnen Stationen kombiniert.
Temperatur
Bei der Temperatur werden die einzelnen Stationen gemäss ihrer Repräsentativität gewichtet. Die Methodik zur Bestimmung der Gewichte ist separat publiziert und die Daten können auf der MeteoSchweiz Website bezogen werden.
Niederschlag
Für den Niederschlag wird ein einfaches Mittel folgender Stationen verwendet:
- Ganze Schweiz: Basel (BAS), Bern (BER), Château d'Oex (CHD), Chaumont (CHM), Davos (DAV), Engelberg (ENG), Genève-Cointrin (GVE), Lugano (LUG), Säntis (SAE), Segl-Maria (SIA), Sion (SIO), Zürich / Fluntern (SMA).
- Nordschweiz unter 1000 m: Basel (BAS), Bern (BER) Genève-Cointrin (GVE), Zürich / Fluntern (SMA).
- Nordschweiz über 1000 m: kein Mittel vorhanden
- Südschweiz: Lugano (LUG)
Entwicklung der Temperatur seit 1864
Hinsichtlich der langfristigen Temperaturentwicklung zeigen die Jahreszeiten Herbst und Winter ein sehr ähnliches Muster. Noch näher kommen sich die Temperaturmuster des Frühlings und des Sommers.
Charakteristik Herbst und Winter
- Die Wintertemperatur lag zwischen 1880 und 1890, die Herbsttemperatur zwischen 1880 und 1920 auf einem ausgesprochen tiefen Niveau.
- Von 1900 bis 1980 zeigte die Wintertemperatur, und zwischen 1920 und 1980 auch die Herbsttemperatur einen auffallend ruhigen Verlauf ohne langfristige Änderung.
- 1987/88 erfolgte ein sprungartiger Wechsel zu einer ausgeprägten Warmwinterphase, die in den letzten 15 Jahren duch einige kühlere Winter etwas gedämpft wurde.
- Sehr tiefe Herbst- und Wintertemperaturen traten gegen Ende des 20. Jahrhunderts nicht mehr auf
Charakteristik Frühling und Sommer
- Die 1940er Jahre waren überdurchschnittlich warm.
- Zwischen 1960 und 1980 verliefen die Temperaturen gleichmässig.
- Im Lauf der 1980er Jahre erhöhten sich die Temperaturen deutlich und verbleiben seither auf hohem Niveau.
Entwicklung des Niederschlags seit 1864
In den Niederschlags-Messreihen sind verschiedene regionale Muster zu beobachten. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass sich in der Schweiz ein nordalpines und ein südalpines Niederschlagsregime gegenüberstehen. Die Darstellung der gesamtschweizerischen Niederschlagsentwicklung kann wesentliche regionale Unterschiede verschleiern.
Langfristige Trends nur im Norden und im Winter
- Auf der Alpennordseite ist im Winter über die gesamte Messperiode ab 1864 eine signifikante Niederschlagszunahme zu beobachten.
- Die südalpine Messreihe für Lugano zeigt im Winter keine signifikante Niederschlagsänderung.
- Für die anderen Jahreszeiten ist in allen Regionen der Schweiz keine signifikante Niederschlagsänderung feststellbar.
Markante aktuelle Niederschlags-Entwicklungen
- Im Süden ist im Frühling nach einer niederschlagsreicheren Phase um die 1980er Jahre ein auffallender Wechsel zu trockeneren Bedingungen feststellbar.
- Der nordalpine Frühling ist in den letzten Jahren niederschlagsreicher geworden.
- Im Winter hat die Niederschlagsmenge vor allem im Alpenraum sowie im Westen der Schweiz an vielen Messstandorten deutlich abgenommen.