Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03323.jsonl.gz/359

Sterbende Korallenriffe weltweit machen die Folgen wärmerer Wassertemperaturen und der Versauerung der Ozeane sichtbar. Bisher gingen Forschende davon aus, dass der niedrigere pH-Wert des Wasser die natürliche Produktion von Lachgas senkt. Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung der ETH Lausanne zeigt nun jedoch, dass die Versauerung den Lachgas-Ausstoss sogar erhöhen kann. Lachgas ist ein hoch potentes Treibhausgas, das zudem die Ozonschicht schädigt.
Setzt sich der gegenwärtige Trend der CO2-Emissionen und der Versauerung der Ozeane mit gleicher Rate fort, dürfte sich der Lachgas-Ausstoss in der subarktischen Region des Pazifiks beträchtlich erhöhen. Wie die Wissenschaftler im Fachblatt «Nature Climate Change» berichten, geht es um eine Steigerung um 185 bis fast 500 Prozent bis Ende des Jahrhunderts. Lachgas ist ein fast 300-fach stärkeres Treibhausgas als CO2.
Klimaschädliches Nebenprodukt
Lachgas entsteht als Nebenprodukt, wenn Mikroorganismen im Wasser Ammonium zu Nitrat umwandeln. Die Forschenden liessen diesen Prozess in Wasserproben ablaufen, die von fünf Orten vor der Küste Japans stammten, von subarktischen bis zu subtropischen Breiten. Gesammelt hatten sie die Proben zwischen 2013 und 2016.
Das Team senkte den pH-Wert des Wassers künstlich und mass die Umwandlungsrate von Ammonium zu Nitrat, sowie die Lachgas-Produktion. Der Umwandlungsprozess lief zwar bei saurerem pH-Wert langsamer ab, wie auch frühere Studien gezeigt hatten. Dennoch stieg die Produktion des Nebenprodukts Lachgas - anders als man bisher annahm. Dies könnte daran liegen, dass der pH-Wert die biochemischen Mechanismen hinter der Lachgas-Produktion beeinflusst, schrieb die EPFL.
«Unsere Studie zeigt wie unter entsprechenden Bedingungen ein Treibhausgas die Produktion eines anderen, noch schädlicheren erhöhen kann», sagte Studienautor Florian Breider von der EPFL gemäss der Mitteilung. Ob die Befunde auch für andere Regionen des Pazifiks gelten, müssten allerdings weitere Studien zeigen. Die Ergebnisse lieferten jedoch einen weiteren Beweis, wie steigende CO2-Emissionen die natürlichen biogeochemischen Kreisläufe stören, so Breider.
Neben der EPFL waren auch Forschende des «Tokyo Institute of Technology» und der «Japan Agency for Marine-Earth Science and Technology» an der Studie beteiligt.