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Wie ein Affe zu Buddha wird
Affenkönig Sun Wukong ist eine der Hauptfiguren im chinesischen Roman «Die Reise nach Westen». Er diente nicht nur seinem Volk als Vorbild: Die Kinder können ihn heute Abend an der Museumsnacht basteln und heimnehmen. Hier seine Geschichte zur Einstimmung.
Es war einmal ein Ei aus Stein in China, woraus ein Affe schlüpfte. Von Anfang an war dieser ein ambivalentes, übernatürliches Wesen: «aus einem Felsen geboren, befruchtet vom Wind, geschaffen aus den reinen Essenzen des Himmels, den feinen Düften der Erde, der Kraft der Sonne und der Anmut des Mondes». Er schlug sich alleine durch, überlebte und wurde deshalb vom Affenvolk bewundert. Dieses wählte ihn gar zum König.
Der vom Himmel geborene
Während seiner Regentschaft fiel ihm auf, dass seine Affen zusehends älter und schwächer wurden. Er setzte deshalb alles daran, ein Mittel für ewiges Leben zu finden. Dafür ging er sogar in die Welt der Menschen. Dort fand er Meister, die ihn das Kämpfen, Fliegen und die Verwandlung in verschiedenste Wesen lehrten. Sie gaben ihm den Namen Sun Wukong, «der vom Himmel geborene Affe».
Der Affenkönig setzte seine neuen Kräfte aber nicht nur für Gutes ein. Zum Beispiel stahl er im Schloss des Drachenkönigs eine magische Eisenstange, weil er noch stärker werden wollte. In der Unterwelt strich er seinen Namen und das ganze Affenvolk von der Totenliste im Lebensbuch.
Diese Taten wurden nicht goutiert. Der Herr des Himmels wollte ihn deswegen hinter Gitter bringen. Die Himmelsgemeinschaft allerdings befand es für besser, ihn in den Himmel zu locken, indem sie ihm das Amt des Stallmeisters antrug. Sun Wukong fühlte sich geehrt und trat das Amt an.
Ass verbotene Früchte
Bald aber fand er dieses Amt unter der Würde eines Königs und machte sich davon. Die Himmelsgemeinschaft bot ihm darauf die Verantwortung für die Bäume an, die unsterblich machende Pfirsiche hervorbrachten. Sun Wukong kümmerte sich sehr gut um die Plantage, doch als die Früchte reif waren, ass er davon und wurde unsterblich.
Buddha wurde zu Hilfe gerufen und verbannte den Affen für 500 Jahre unter einen Berg. Erst als der Mönch Xuanzang im 7. Jahrhundert auf die lange Reise in den Westen aufbrach, kam Sun Wukong frei und durfte zur Läuterung diesen begleiten. 16 Jahre lang waren sie unterwegs nach Indien, um die heiligen Schriften Buddhas für den Kaiser zu holen.
Auf einer anderen Ebene
Nach der Rückkehr verfasste der Mönch einen ausführlichen Reisebericht. Er ist bis heute ein wichtiges Zeugnis vom damaligen Leben. Im Laufe der Jahrhunderte rankten sich Legenden und Märchen um die Pilgerreise – eine davon ist jene des Affenkönigs. Dank dessen Intelligenz, Kampfkünsten und Zauberkräften wie auch den guten Beziehungen zum Himmel bestanden die Reisenden alle Abenteuer, besiegten böse Dämonen, Drachen und Geister.
«Die Reise nach Westen» kann auch auf einer philosophischen Ebene gelesen werden. Dabei symbolisiert Sun Wukong das menschliche Herz, dessen Vervollkommnung Thema ist. Am Anfang ist er egoistisch und genusssüchtig und gleicht den Dämonen, die er später bekämpft. Am Ende jedoch wird er selbst zum Buddha.
Der Workshop «Affentheater» findet von 18 Uhr bis Mitternacht nonstop im Veranstaltungsraum im Nebenhaus statt.