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Die Anfänge
Vor fast 200 Jahren gab es in Oberlunkhofen bereits eine Musik. Diese war jedoch ausschliesslich für kirchliche Anlässe vorgesehen. Sie existierte bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts.
Am 18. September 1932 wurde der Musikverein Lunkhofen von Mannen aus Oberlunkhofen und Rottenschwil gegründet. Der Initiant war Bernhard Küttel, der einzige mit musikalischen Vorkenntnissen, der auch gleich die Leitung und das Präsidium übernahm. Die ersten Mitglieder des MVL waren: Bernhard Küttel, Bernhard Hagenbuch, Traugott Fröhli, Eduard Huber, Xaver Eichholzer, Bernhard Bächer, Hans Eichholzer, Josef Beschi, Josef Küng, Josef Stutz sen. und Xaver Füglistaller.
Aus dieser Zeit sind folgende Anekdoten bekannt:
- Die ersten Instrumente wurden für Fr. 2.20 im Monat gemietet. Die Miete und das Notenmaterial mussten die Mitglieder aus dem eigenen Sack bezahlen.
- Das Kursgeld betrug Fr. 5.–. Der Passivmitgliederbeitrag wurde auf Fr. 3.– festgelegt, und konnte in zwei Raten bezahlt werden.
- Am Anfang getrauten sich die Vereinsmitglieder nicht, im Dorf zu üben, weshalb sie im Wald ihre ersten Proben abhielten!
- Anlässlich der ersten Vorstandsitzung wurde beschlossen, diejenigen Mitglieder mit Fr. 5.– zu bestrafen, welche nach 22.00 Uhr mit musizieren die Nachtruhe störten.
1933 konnte der MVL nach einer Sammlung erste eigene Instrumente kaufen, allerdings traute die Bevölkerung der Ueberlebensfähigkeit dieses Vereins noch nicht und die Instrumentierung musste mit Schulden gestartet werden, woraus grössere finanzielle Schwierigkeiten entstanden. Im selben Jahr hatte die neue Musik erste Auftritte an dörflichen Anlässen. In diesen ersten Jahren glich der Verein einem Taubenschlag, es herrschte ein Kommen und Gehen von Musikanten und Dirigenten.
Erst 1936 fand der Musikverein in Lorenz Monn von Mettmenstetten einen Dirigenten, der die junge Musik vorwärts brachte, so dass sie im selben Jahr erstmals an einem Kreisspieltag teilnahmen. Mit diesem Erfolg wuchs auch die Sympathie bei der Bevölkerung. Die finanzielle Situation entspannte sich, sogar der Dirigent erhielt jetzt seinen Lohn in Franken und nicht mehr in Kartoffeln.
Nach einer grösseren Sammlung in den Jahren 1938/39 schafften sie sich 1939 zum Preise von Fr. 2’500.– die erste Uniform, einen dunklen Einreiher mit Stehkragen, an.
40er bis 80er Jahre
Von 1942 bis 1946 dirigierte Robert Wetli von Oberwil den Verein. Es waren die Kriegsjahre, in denen der Verein nicht viel unternehmen konnte. Jahreskonzerte wurden schon damals an Neujahr und dem darauffolgenden Wochenende durchgeführt. Der Eintritt für das Jahreskonzert mit Theater betrug damals Fr. 1.80.
1949 engagierte der MVL einen ganz jungen Dirigenten, Hans Rietiker von Neftenbach. Mit ihm errang der Verein 1951 einen Silber-Lorbeer am Kant. Musikfest in Bremgarten. Noch im gleichen Jahr schaffte sich die Musik das heutige Vereinsbanner an, das mit einem grossen Dorffest eingeweiht wurde.
1952 unternahm die Musik seine erste Vereinsreise nach Schönberg im Tirol. Fr. 600.– wurden dazu von der Vereinskasse bezahlt. 1953 wurden die musikalischen Anstrengungen mit einem Gold-Lorbeer am Kantonalen Musikfest in Zofingen belohnt.
Anfangs 1956 übernahm Alfred Glarner von Bremgarten das Korps. Er führte den Musikverein nicht nur zu musikalischen Erfolgen, sondern komponierte auch eigene Stücke. Die Mitgliederzahl stieg und der Erfolg blieb nicht aus: 1957 brachten sie vom Eidg. Musikfest in Zürich einen Goldlorbeer nach Hause.
1959 erhielt der Verein seine zweite, diesmal eine historische Uniform in der Farbe grün, einen Zweihreiher mit Stehkragen. Im Jahre 1963 liess sich der Verein am Kantonalen Musikfest in Windisch jurieren, wobei der grosse Erfolg ausblieb.
1965 übernahm Werner Koch aus Muri die musikalische Leitung; mit einer Amtszeit von 14 Jahren hält er bis heute den Rekord. In diesen Jahren stieg die Mitgliederzahl weiter an bis auf über 50 Musikanten. Mit Werner Koch nahm der Verein mit Erfolg an drei Eidgenössischen Musikfesten teil.
1968 bekamen der MVLunkhofen neue silberne Instrumente.
1975 feierte das Korps mit der Bevölkerung während drei Tagen die dritte Uniform, diesmal mit dunkelblauer Hose, rotem Weston und Hut mit einem Federbusch.
1977 wagte sich das Korps zu Aufnahmen ins Radio-Studio Zürich.
Heute
Von 1979 bis zum heutigen Tag stand der Verein unter der folgenden Stabsführung: 1979-1983 Alois Brandenberg, Rudolfstetten; 1983-1989 Orlando De Martin, Würenlos; 1989-1993 Urs Dellsperger, Bremgarten;
1993-1997 Marcel Kleiner, Turgi; 1997-2003 Urban Christen, Oberlunkhofen; 2003-2008 Sigi Donner, Zürich; 2008-2009 Domenic Plüss, Lupfig und seit 2009 Sibylle Bégue aus Meisterschwanden.
Von den zwölf bis heute verdienten Präsidenten soll Leo Hagenbuch, Oberlunkhofen, Präsident von 1968-1980 und Wirtechef während zwanzig Jahren für seine grossen Verdienste speziell erwähnt werden. Ihm hat der Verein vieles zu verdanken.
1982, anlässlich des 50. Vereinsjubiläums, wurde die eigens dazu geschriebene Komposition “Kleine Festmusik” von Professor Paul Huber, Bürger von Unterlunkhofen, uraufgeführt.
Bis zur Schliessung des historischen Gasthof Rössli in Oberlunkhofen im Jahre 1992 war die Gaststätte zugleich Vereinslokal und Fahnendepot des Musikverein Lunkhofen. Ab September 1993 fand das Banner im Restaurant Central ein neues Zuhause.
1996 nahm der Verein in Interlaken letztmals an einem Eidgenössischen Musikfest teil.
Am Jahreskonzert 1998 durfte der Verein erstmals in der neuen Turnhalle in Oberlunkofen sein musikalisches Können präsentieren.
Mit grosser Unterstützung durch Bevölkerung und Behörden führte der MV Lunkhofen 2002 den 1. Aarg.Kant. Musiktag in Oberlunkhofen durch. Dank der grosszügigen finanziellen Unterstützung der Bevölkerung des Kelleramtes konnte der Verein an diesem Fest seine neue 4. und immer noch aktuelle Uniform präsentieren. Gleichzeitig wurde dieser Anlass mit der 70-Jahrfeier des Vereins verbunden.
Bei schönstem Wetter und idealsten Voraussetzungen wetteiferten 34 Vereine um ihre Punktzahlen. Während drei Tagen stand das ganze Dorf und ihre Vereine im Festfieber.
Oberlunkhofen mit seinem Musikverein Lunkhofen erlebte dabei den grössten Anlass, den es in der Dorf- und Vereinsgeschichte jemals gab.
Kaum 5 Jahre später feierte der MV Lunkhofen mit seinen Kellerämtergemeinden 2007 sein 75.Vereinsjubiläum mit einem grossen Fest. In einem Festakt während des Jubiläums-Mittagessens wurde dabei erstmals die total restaurierte Vereinsfahne präsentiert.
Verfasser dieser Vereinschronik : Sepp Eichholzer-Heinzer