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Friedlich wird es erst nach der Geburt
(idea/dg) – Island hält seit 2008 den ersten Platz auf dem Weltfriedensindex (Global Peace Index, GPI). Der Index wird vom weltweiten Thinktank „Institute for Economics and Peace” veröffentlicht. Interne und externe Konflikte der Länder werden beurteilt. Mit zehn Indikatoren wird gemessen, wie es um die gesellschaftliche Sicherheit steht. Die Kriminalitätsrate und die Militarisierung werden berücksichtigt.
Sicher ist Island erst nach der Geburt
Dass Island 2019 das Töten ungeborener Kinder bis zur 22. Schwangerschaftswoche legalisiert hat, und zwar völlig unabhängig der Umstände der Mutter, wird nicht in die Erwägung einbezogen. Dass laut offizieller Statistik des Landes im Jahr 2018 auf 4228 Lebendgeburten 1049 Abtreibungen verzeichnet wurden, also etwa jedes fünfte Kind noch vor seiner Geburt gewaltsam ums Leben kam, scheint ebenfalls nicht von Bedeutung zu sein. Das statistische Amt Islands versteckt denn auch die Abtreibungszahlen gut. Während die Zahlen zu den Geburten und allgemeinen Todesfällen unter „Bevölkerung“ (Population) aufgeführt werden, sind die Zahlen zur Abtreibung unter „Gesellschaft“ (Society) im Unter-Unterpunkt „Lebensstil und Gesundheit“ (Lifestyle and Health) zu suchen. 1987 waren es übrigens noch 687 Abtreibungen auf 4835 Lebengeburten gewesen.
Jährlich zwei bis drei Kinder mit Down-Syndrom
Zu internationalen Medienberichten, Island habe die Geburt von Kindern mit Down-Syndrom praktisch auf Null reduziert, hatte das isländische Gesundheitsministerium im Dezember 2017 Stellung genommen. Durchschnittlich würden 15 bis 20 Prozent der schwangeren Frauen keine Untersuchung („Screening“) des Fötus wünschen. Von den Frauen, denen beim Screening eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von Down-Syndrom angekündigt werde, würden wiederum etwa 15 bis 20 Prozent auf weitere Teste verzichten und die Schwangerschaft fortführen. So seien in Island in den vorangehenden zehn Jahren durchschnittlich etwa zwei bis drei Kinder mit Down-Syndrom geboren worden.
Von den über 4000 jährlich geborenen Kindern in Island ist also etwa jedes 1700. Kind vom Down-Snydrom betroffen. In der Schweiz ist es laut myhandicap.ch ungefähr jedes 650. Kind.
In der Schweiz, das auf dem aktuellen Weltfriedensindex auf dem zehnten Rang liegt, verlieren jedes Jahr rund 10‘000 ungeborene Kinder durch Abtreibung ihr Leben, bei rund 85‘000 Geburten. Frühabtreibende Mittel (sog. Pille danach) sind bei all diesen Zahlen noch nicht miteingerechnet.
Beide Länder haben die Menschenrechtserklärungen inklusive die UNO-Rechte für die Kinder unterschrieben.