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Einfluss von Import-Herkunftsländern und Nahrungsmittelverlusten auf die Umweltwirkungen des Schweizer Agrarsektors.
Agroscope Science, 114, 2021, 1-29.
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In verschiedenen Studien hat Agroscope gezeigt, dass Importprodukte einen grossen Einfluss auf die Umweltwirkungen des Schweizer Warenkorbes an landwirtschaftlichen Produkten haben. Dieser hängt vom Selbstversorgungsgrad ab und wird vor allem dann sichtbar, wenn die Schweizer Landwirtschaft weniger produziert, der Konsum aber gleichbleibt und deswegen mehr Nahrungsmittel importiert werden müssen. Geringere negative Umweltwirkungen innerhalb der Schweiz führen oft zu starken Trade-Offs in den Herkunftsländern der Importe. Es gibt eine Reihe von Ansatzpunkten mit Hebelwirkung, die solche unerwünschten Trade-Offs vermindern und die ungünstigen Umweltwirkungen des Schweizer Warenkorbes senken. In dieser Studie werden zwei solcher Hebel genauer untersucht: 1. Der Einfluss der Wahl von Import-Herkunftsländern auf die Umweltwirkungen des Schweizer Warenkorbes landwirtschaftlicher Produkte 2. Der Einfluss der Vermeidung von Nahrungsmittelverlusten auf die Umweltwirkungen des Schweizer Warenkorbes landwirtschaftlicher Produkte In einer Literaturanalyse wurde untersucht, welchen Einfluss Importe und deren Herkunftsländer auf die Umweltwirkung der Ernährung haben, und wie gross das Potenzial zur Verringerung von Umweltwirkungen ist, wenn Nahrungsmittelverluste reduziert werden. Anhand von zwei Szenarien aus (Schmidt et al., 2019) und Bystricky et al., (2020) wurde ausserdem berechnet, wie stark sich die Umweltwirkungen des Schweizer Warenkorbes landwirtschaftlicher Produkte ändern, wenn die ungünstigsten 25 % der Importprodukte durch Alternativen aus anderen Herkunftsländern ersetzt oder wenn Nahrungsmittelverluste minimiert werden. Ein Szenario schreibt den heutigen ÖLN (Ökologischen Leistungsnachweis) und das Direktzahlungssystem bis 2025 fort, ein zweites Szenario modelliert eine extensivere Schweizer Landwirtschaft mit tieferen Produktionsmengen, in der weitgehend auf Pestizide verzichtet wird und die Tierzahlen zurückgehen (entspricht dem Referenzszenario und Szenario S05 aus Schmidt et al., 2019). Die Resultate bestätigen die Hebelwirkung der Handlungsfelder Wahl der Import-Herkunftsländer und Vermeidung von Nahrungsmittelverlusten. Es zeigt sich aber auch, dass die Wirksamkeit der beiden Hebel unterschiedlich ist: - Die Wahl der Import-Herkunftsländer wirkt vor allem auf ausgewählte, standortabhängige Umweltwirkungen. Insbesondere sind die geographischen Gegebenheiten, wie z.B. die Wasserverfügbarkeit und die Gefährdung der Artenvielfalt, aber auch die Gesetzgebung der jeweiligen Herkunftsländer wichtig; letztere entscheidet unter anderem über die Wahl der eingesetzten Pflanzenschutzmittel. Bei anderen Umweltwirkungen bzw. bei Produkten, deren Wirkung stark vom Produktionssystem abhängt, ist die Wirksamkeit dieses Hebels weniger hoch und variiert stark. Dies trifft besonders auf Nahrungsmittel tierischen Ursprungs zu, bei denen das Produktionssystem bzw. die Produktionsintensität eine wichtige Rolle spielt. Welche Art der Produktion in einem Land dominiert, ist nicht nur durch geographische Gegebenheiten bestimmt und kann sich ausserdem mit der Zeit ändern. - Das Vermeiden von Nahrungsmittelverlusten ist eine prioritäre und pauschal wirkende Massnahme. Sie reduziert alle Umweltwirkungen des Schweizer Warenkorbes landwirtschaftlicher Produkte ohne unerwünschte Nebenwirkungen. Das Vermeiden von Nahrungsmittelverlusten tierischen Ursprungs reduziert die Umweltwirkungen stärker als bei pflanzlichen Nahrungsmitteln. Ausserdem hat sich gezeigt, dass Nahrungsmittelverluste am Ende der Wertschöpfungskette ein höheres Einsparpotenzial aufweisen als zu Beginn, weil sich die Umweltwirkungen entlang der Kette akkumulieren. Ein Anstieg von Nahrungsmittelimporten, zum Beispiel aufgrund einer Reduktion der inländischen Produktion, würde aber auch mit diesen Hebeln zu einer Verschlechterung bei den meisten der untersuchten Umweltwirkungen führen.