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Im September 2019 ist die Zahl der Stellensuchenden im Vorjahresvergleich zum ersten Mal in diesem Jahr angestiegen (linke Grafik). Die Grössenordnung dieses Anstiegs ist allerdings geringfügig, wie es auch die Abnahmen davor waren. Die Drei-Monats-Prognose der Fachstelle für Statistik deutet darauf hin, dass von Oktober bis Dezember saisonbereinigt keine nennenswerter Veränderung der Stellensuchendenzahlen erfolgen wird.
Die Trendschätzung der zukünftigen Entwicklung der Stellensuchendenzahlen kann insbesondere helfen, Trendänderungen mit einem Vorlauf von drei Monaten zu erkennen, ohne sich von saisonalen Schwankungen, die gross sein können, beeinflussen zu lassen. Als besonders zuverlässig hat sich die Trendschätzung im frühzeitigen Erkennen von Trendbrüchen erwiesen. So kann sie beispielsweise bei einer längeren Phase des Rückgangs der Stellensuchendenzahlen einen Wiederanstieg erkennen, bevor sich dieser in den aktuellen Zahlen zeigt.
Die Trendschätzung bezieht sich auf die Entwicklung der Anzahl bei den Regionalen Arbeitsvermittlungsstellen RAV registrierten Stellensuchenden in den drei Monaten, die dem Zeitpunkt folgen zu dem Ist-Zahlen vorliegen.
Die Schätzung beruht auf einem mathematischen Modell, das von Prof. George Sheldon von der Universität Basel entwickelt wurde. Das Modell geht vom Sachverhalt aus, dass die Zahl der Stellensuchenden sich als Produkt aus dem Risiko, stellensuchend zu werden, und der Dauer der Stellensuche ergibt. Nehmen wir eine Situation, in der es viele Neuzugänge bei den RAV gibt, die durchschnittliche Verweildauer aber sinkt. In dieser Situation steigt aktuell die Zahl der Stellensuchenden, wie sie monatlich publiziert wird. Die Trendschätzung hingegen würde ein Sinken voraussagen, weil es das Sinken der Verweildauer miteinbezieht. Die Trendschätzung gibt allerdings nur die Richtung der Veränderung an, sie ist nicht in der Lage die absolute Höhe der zukünftigen Stellensuchendenzahlen zu prognostizieren. Dies hat auch damit zu tun, dass es sich um einen gemittelten Wert handelt, der saisonale Schwankungen ausgleichen soll.
Um nicht jede kleine Veränderung als Trendbruch zu interpretieren, gilt für das Trendschätzungsmodell ein Trend dann als "ansteigend" resp. "fallend", wenn sich die geschätzte Zahl der Stellensuchenden für den Monat t um mindestens 0,5 Prozent gegenüber dem Monat t-1 verändert hat. Als gefestigt kann ein Trend gelten, wenn die Veränderungsrate der geschätzten Stellensuchendenzahl während drei aufeinanderfolgenden Monaten im gleichen Rahmen geblieben ist.
Nächste Aktualisierung bis spätestens: 08.11.2019
Die Infografik sowie die Zahlen, die ihr zugrunde liegen,...
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