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Pfarreiblatt Luzern von Presserat gerügt
(ja) Der Presserat hat eine Beschwerde von drei CVP-Nationalräten gegen das «Kantonale Pfarreiblatt Luzern teilweise gutgeheissen». Das Pfarrblatt hatte im Februar 2011 eine bischöfliche Stellungnahme zur Waffeninitiative mit einem Bild illustriert, das in anderem Zusammenhang und ohne Einwilligung des Abgebildeten aufgenommen wurde. Das Bild zeigte einen Jungen, der sich eine Pistole in den Mund hält. Aus dem Bild und aus der Legende wird zudem nicht ersichtlich, dass es sich bei der Pistole um eine Glacé handelt. Laut Presserat hätte das Pfarreiblatt zumindest darauf hinweisen müssen, dass es sich hier um ein Symbolbild handelt. Zudem hätte das Pfarreiblatt den Artikel nicht ohne Einwilligung des Betroffenen mit einem Personenbild illustrieren dürfen, das in anderem Zusammenhang aufgenommen wurde. Als Begründung gibt der Presserat an, dass jemand, der sich breitwillig im Rahmen einer öffentlichen Aktion einer Kunsthochschule fotografieren lässt und mit der Publikation im Internet einverstanden ist, damit nicht zwingend sein Einverständnis gibt, dass dieses Bild anderweitig und in einem politischen Kontext wiederverwendet werden kann. Die Illustration des Berichts erscheine im konkreten Fall zudem als «verfehlt und geschmacklos». Das Bild verfehle seinen Zweck als «Schockbild» und wirke im Kontext der Meldung «Kirche für Schutz vor Waffen» lediglich als «deplatziert».
Quelle:
Schweizer Presserat: Verwendung eines Kinderbildes in Abstimmungskampf. Stellungnahme vom 5. Mai 2011: http://www.presserat.ch/29290.htm