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In vielen Gebieten Ostafrikas leiden die Menschen unter den Folgen einer dreijährigen Dürre. «Es hat langsam begonnen. Es hat kaum geregnet, das Gras ist nicht gewachsen. Die Tiere wurden immer schwächer, und ihr grosses Sterben begann», erzählt der Viehbauer Abdullahi Hashi Yusuf (52) aus Somaliland. Als Folge des Klimaphänomens «El Niño» war die Regenzeit im Frühling 2016 am Horn von Afrika ausgeblieben. Die Regenzeiten seither brachten kaum Verschnaufpausen. Im Mai und im Juni 2018 suchten sintflutartige Regen Teile der Region heim, welche die Situation der Hungernden weiter verschlimmerte und sie zur Flucht zwang.
Grosse Teile der Landbevölkerung in Ostafrika haben ihre Lebensgrundlagen verloren. Ihre Tiere sind verendet, die Speicher sind leer. Die Getreidepreise sind in der Dürrezeit exorbitant angestiegen, das Saatgut ist aufgebraucht. Zehntausende Familien mussten auf der Suche nach Nahrung, Wasser und Weideflächen ihr Zuhause verlassen.«Uns bleibt nichts mehr zum Leben. Unsere Kinder haben Hunger», sagt Abdullahi Yusuf. Eine baldige Besserung der Lage ist nicht in Sicht.
Mit Unterstützung der Glückskette leistet Caritas Schweiz am Horn von Afrika Nothilfe:
Somaliland
In Somalia, wo bereits während der Hungerkrise vor fünf Jahren eine Viertelmillion Menschen gestorben sind, gestaltet sich die Hilfe aufgrund der Präsenz der al-Shabab-Milizen äusserst schwierig. Zahlreiche Regionen sind unzugänglich.
In der autonomen Region Somaliland im Nordwesten des Landes hilft Caritas mangel- und unterernährten Familien im ländlichen Gebiet. Sie unterstützt die Familien finanziell, damit sie auf dem lokalen Markt Lebensmittel kaufen können. Zudem verbessert sie den Zugang von Familien mit unterernährten Kinder zu Gesundheitsversorgung und schult schwangere und stillende Mütter in Hygiene und Ernährungssicherheit.
Südsudan
Im Südsudan sind die Menschen nicht nur Opfer der Dürren. Die wehrlose Zivilbevölkerung leidet auch unter dem brutalen Krieg, den Präsident Kiir und sein ehemaliger Stellvertreter Machar gegeneinander führen. Auch wegen der verheerenden Sicherheitslage konnten die Bauern ihre Felder nicht mehr bestellen, die lokalen Märkte werden vielerorts nicht mehr mit Lebensmitteln versorgt. Die ausweglose Situation zwingt die Menschen zur Flucht nach Uganda, Äthiopien oder in die Demokratische Republik Kongo.
Caritas Schweiz verbessert im Südosten des Landes den Zugang zu Wasser und bekämpft Unterernährung. Sie repariert in sechs Dörfern Bohrlöcher und installiert neue Handpumpen. Unterernährte Kleinkinder erhalten medizinische Unterstützung und die Mütter werden geschult im Anbau und der Zubereitung von vitaminreichen Gemüsesorten. Auch Schulkindern hilft Caritas Schweiz: In elf Schulen repariert und erweitert sie Trinkwasseranlagen und die sanitäre Infrastruktur und führt Hygienetrainings durch. Gleichzeitig werden Schulgärten angelegt, damit die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen um Ernährung verbessern und biologische Anbaumethoden sowie nachhaltige Land- und Wassernutzung lernen.
Äthiopien und Kenia
In Äthiopien und in Kenia leistet Caritas Schweiz seit Beginn der Dürrekrise Nothilfe und hilft den Menschen, sich von der Dürre zu erholen. Bauern und Viehhirten erhalten dringend benötigtes Tierfutter und Veterinärdienstleitungen. Zudem wird die Versorgung mit sauberem Trinkwasser gewährleistet, zum einen durch Wasseraufbereitungsmittel, zum anderen durch die Instandstellung von beschädigten Wassersystemen. Dazu gehört auch die Aufklärung der Bevölkerung über den richtigen Umgang mit Wasser und Hygiene. Die Menschen lernen auch, Umweltrisiken früh zu erkennen und für Notlagen zu planen.