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In Oberägeri drehten sich in den vergangenen Jahrhunderten an diversen Orten Wasserräder, die Mahl- oder Sägewerke antrieben. Vor allem der Mitteldorfbach und der Dorfbach wurden für diese Zwecke genutzt.
Der erste schriftliche Hinweis auf eine der frühesten Sägen in Oberägeri datiert auf das Jahr 1600. Dort stand beim Ausfluss des Mitteldorfbaches in den See – beim heutigen Seeplatz – eine Säge. Interessant war die Wasserzufuhr: Das Wasser des Mitteldorfbaches wurde durch einen Holzkanal über die Hauptstrasse hinweg zur Säge hin geleitet.
Der letzte Besitzer dieser Säge, Josef Nussbaumer, Wagner von Beruf, hatte die Absicht hauptberuflich auf Säger umzusatteln. Da der Mitteldorfbach zuwenig Wasser für seine Säge am See führte, plante er einen Neubau am Dorfbach gegen Alosen hinauf. Er verhandelte mit Eigentümern, arrangierte Verträge und bekam schliesslich alle nötigen Bewilligungen, um die Sägerei dort zu bauen, wo sie noch heute steht. Vor allem erhielt er die Erlaubnis, ein Wehr in den Bach zu bauen und den «ganzen Wasserstrom zu nutzen». Er musste allerdings gemäss Vertrag alles Nötige tun, damit Hammerschmiede-Besitzer Franz-Josef Meyer-Zuppiger, der 200 Meter weiter unten seinen Betrieb hatte, nicht zu Schaden kam.
1897 baute er die Sägerei am heutigen Standort neu auf. Laut Säger Meinrad Birchler, der in der benachbarten Sägerei Rogenmoser arbeitete und diese später erwarb, kostete dieser Umzug und Neuaufbau 4500 Franken. Gleich bei Baubeginn investierte Josef Nussbaumer in moderne Technik, verzichtete auf ein Wasserrad und baute eine Turbine ein. Allerdings musste er sie 1936 gegen eine neue auswechseln, diejenige, die heute noch in Betrieb ist.
Josef Nussbaumer Senior und Junior betrieben die Sägerei am Dorfbach bis in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts hinein. Dann erwarb Nussbaumer Junior 1956 eine wesentlich grössere Sägerei in Unterägeri – «s'Resters Sage» – und verkaufte «Sebelis Sage» 1958 an Franz Iten, Zimmermann, und Franz Albisser. Franz Iten wurde 1968 Alleinbesitzer der Sägerei, da Albisser nach Kanada auswanderte. 1982 ging die Sägerei in den Besitz des Kantons über, der Franz Iten dafür einen Neubau oberhalb der Ratenstrasse ermöglichte. Seither gehört die Sägerei dem Kanton Zug, allerdings hat die Gemeinde Oberägeri die Verantwortung für dieses letzte Zeugnis einer einmaligen Gewerbezone am Dorfbach zwischen Oberägeri und Alosen.
Nebst Sebelis Sage nutzten weitere Betriebe die Wasserkraft des Dorfbaches (von unten nach oben): Die Mühle ausgangs Dorf, die Hammerschmiede Meyer, die Sägerei Rogenmoser, später Birchler, die Schmiede Rogenmoser in Alosen und der Säger Karl Nussbaumer in Alosen. Es existierte auch ein Steinbruch einige Hundert Meter oberhalb Sebelis Sage, der Sandstein für nähere und entfernter liegende Kundschaft brach und aufbereitete.
Klaus Bilang 1.2.09