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<h2>SubmittedText<h2><p>Der Weinbau erzielt aus weniger als 1,5 Prozent der Kulturfläche einen Endproduktwert in Form von Wein von etwa 1,5 Milliarden Franken. Das ist rund das 1,5fache des Kartoffel- und Getreideanbaus (sowie das Doppelte des Obst- und Gartenbaus). Er bewegt sich damit praktisch ohne staatliche Unterstützung im Bereich der stark subventionierten Produktwerte von Schlachtviehhaltung (2,4 Mrd. Franken) und Milch (3,15 Mrd. Franken), ohne deren Umwelt- und Absatzprobleme aufzuwerfen. Trotzdem soll diesem an sich starken Sektor nun die wissenschaftliche Unterstützung in überproportionalem Ausmass entzogen werden. Der Bundesrat wird in diesem Zusammenhang ersucht, zu folgenden Fragen Stellung zu nehmen:</p><p>1. Die Sektion Weinbau der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Obst-, Wein- und Gartenbau in Wädenswil (FAW) wurde im ersten Durchgang von 15 auf 12 Mitarbeiter dezimiert. Ein weiterer Abbau auf 9 Mitarbeiter würde noch einen akademisch ausgebildeten Mitarbeiter mit etwa 50 Prozent Forschungsauftrag hinterlassen. Wieso wurde diese Abbauvorleistung 1994-1997 in der neuen Sparrund nicht berücksichtigt?</p><p>2. Die Sektion Weinbau hat sich bisher trotz ihrer geringen Grösse als sehr effizient erwiesen. Die Impulse für die Bodenbegrünung, die Grundlagen des naturnahen Rebbaues, aber auch das Hefe- und BSA-Management gingen von hier aus. Ist diese Führungsrolle der Sektion Weinbau weiter erwünscht?</p><p>3. Im Gegensatz zum Acker- und Futterbau besteht bei den Spezialkulturen keine Verankerung in Form eines Lehrstuhls an der ETH. Wieso lässt die vom Bundesamt für Landwirtschaft als unverhältnismässig gewichtete wissenschaftliche Unterstützung der Spezialkulturen (1997: 236 von 720 Etatstellen) ausser acht, dass dem Nutztierbereich im Bundesamt für Veterinärwesen eine weitere starke Forschungseinheit zur Seite steht?</p><p>4. Die Konsumenten machen Anspruch auf ein gut untersuchtes und einwandfreies Produkt. Die geographische Verteilung der Kunden ist dem Rebbauflächengefälle in der Schweiz entgegengesetzt. Teilt der Bundesrat die Auffassung, wonach eine Zuteilung der Forschungskompetenz auf der Basis der Anbaufläche deshalb unsinnig ist?</p><p>5. Der IP-Anteil im Obst-, Wein- und Gartenbau in der Schweiz liegt über 80 Prozent. Anstrengungen in Richtung Biolandbau sind weiter notwendig (Pflanzenschutzkosten: 1500 Franken pro Hektare). Anpassungen werden von den Konsumenten gefordert und honoriert. Ist eine Umstellung ohne entsprechende Voruntersuchungen zumutbar?</p><p>6. Gemeinsame Ziele von FAW und der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Pflanzenbau in Changins (RAC) wie die Prüfung von regionalen Sorten werden als Doppelspurigkeit bewertet. Können mit der Zusammenarbeit nicht auch Synergien gewonnen werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Im Rahmen der Regierungs- und Verwaltungsreform und der damit verbundenen Reorganisation des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartementes ist von diesem eine Überprüfung der Aufgaben und Strukturen der landwirtschaftlichen Forschungsanstalten beschlossen worden. Vorgabe ist die Einsparung von 80 Stellen bzw. 8,4 Millionen Franken.</p><p>Die Erfüllung des Auftrages soll, neben der Erbringung von Einsparungen, optimale Voraussetzungen für die Zukunftsfähigkeit der landwirtschaftlichen Forschung schaffen.</p><p>In diesem Zusammenhang hat der Bundesrat am 25. Februar 1998 das EVD beauftragt, bei den landwirtschaftlichen Forschungsanstalten die Umstellung auf Führung mit Leistungsauftrag und Globalbudget (Flag) im Rahmen von New Public Management vorzunehmen.</p><p>Zu den einzelnen Ziffern äussert sich der Bundesrat wie folgt:</p><p>1. Aufgrund der vom Bundesrat mit seiner Botschaft vom 25. März 1992 betreffend die Sanierungsmassnahmen beschlossenen Kreditkürzungen mussten alle landwirtschaftlichen Forschungsanstalten Abbauleistungen erbringen.</p><p>Da im Rahmen der damit verbundenen Restrukturierung der landwirtschaftlichen Forschungsanstalten in den Jahren 1993 bis Anfang 1998 (Abbau von über 90 Stellen und Einsparungen von 14 Millionen Franken) im Bereich der Effektivität, Effizienz sowie Führbarkeit und Strukturoptimierung wesentliche Verbesserungen erreicht wurden, kann eine erneute Einsparung von rund 80 Stellen bzw. 8,4 Millionen Franken nicht ohne einen Leistungsabbau durch Verzichtplanung bei allen landwirtschaftlichen Forschungsanstalten erreicht werden. Die entsprechenden Vorschläge wurden von den landwirtschaftlichen Forschungsanstalten selbst erarbeitet.</p><p>2. Die Leistungen einer Sektion dürfen nicht isoliert betrachtet werden. Die Sektion Weinbau der FAW arbeitet traditionell sehr eng und mit gutem Erfolg mit der Sektion Rebbau und Önologie der RAC zusammen. Wie heute in Forschungskreisen üblich, ist auch die Sektion Weinbau der FAW mit zahlreichen weiteren Forschungseinrichtungen im In- und Ausland vernetzt.</p><p>3. Es ist richtig, dass es an der ETH Zürich keinen Lehrstuhl in den Bereichen der Spezialkulturen im engeren Sinne gibt. Die Vorlesungen werden durch Lehrbeauftragte der FAW und der RAC gehalten. Eine ähnliche Situation besteht in den Bereichen landwirtschaftliches Bauen und Agrartechnik, die durch Lehraufträge von Mitarbeitern der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Agrarwirtschaft und Landtechnik Tänikon (FAT) unterstützt werden.</p><p>Diese Beispiele zeigen die kostengünstige Nutzung der Synergien durch die enge Zusammenarbeit der landwirtschaftlichen Forschungsanstalten und der Hochschulen auf.</p><p>Die vorgesehenen Massnahmen im Bereich der Spezialkulturen basieren auf einer Überprüfung der Aufgaben und Strukturen der landwirtschaftlichen Forschungsanstalten. Dabei hat sich ergeben, dass im pflanzenbaulichen Bereich - und speziell im Weinbau - ein zusätzliches Verbesserungspotential durch Optimierung der Schnittstellen und Prozessabläufe vorliegt, ohne prioritäre wissenschaftliche Aufgaben abbauen zu müssen.</p><p>4. Die Rebflächenverteilung der Schweiz sieht wie folgt aus (1997):</p><p>Westschweiz: 11 428 Hektaren; Ostschweiz: 2559 Hektaren; Südschweiz: 947 Hektaren.</p><p>Die Westschweiz produziert demnach zusammen mit der Südschweiz über 80 Prozent der Schweizer Trauben. Im kleinen Land Schweiz ist aber die Zuordnung der Forschungskompetenz an einen Landesteil wenig relevant. Entscheidend ist, dass die für die Landwirtschaft vorgesehenen begrenzten Forschungsgelder optimal in zukunftsträchtige Sparten eingesetzt werden.</p><p>5. Der IP- und Biolandbauanteil ist im Schweizer Obst-, Wein- und Gartenbau erfreulich hoch. Diese Anbaurichtungen nehmen hinsichtlich der Förderung einer nachhaltig produzierenden Landwirtschaft eine wichtige strategische Position in der landwirtschaftlichen Forschung ein und sind deshalb durch wissenschaftliche Leistungen weiter zu fördern. Die Arbeitsprogramme der landwirtschaftlichen Forschungsanstalten enthalten zahlreiche Projekte zur Unterstützung dieser Systeme.</p><p>6. Durch die Bildung eines Kompetenzzentrums für Spezialkulturen, in dem die beiden Forschungsanstalten Wädenswil und Changins fachlich zusammenwirken, soll die Zusammenarbeitsstruktur weiter optimiert werden. Die damit u. a. vorgesehene Schwerpunktbildung im Weinbau soll eine weitere Förderung bzw. Stärkung der Kernkompetenzen in diesem Fachbereich zugunsten des gesamtschweizerischen Weinbaus bewirken.</p>  Antwort des Bundesrates.