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Seit dem Umbau 2020 erhebt sich über dem Aeschenplatz, einer der wichtigsten Basler Geschäftsadressen, eine neue Terrasse. Wie die filigrane Dachkante gehört sie zum neuen Dachgeschoss des von Bräuning und Dürig 1966 entworfenen Aeschenhauses. Ein im Zuge der Aufstockung geschaffener Innenhof durchmisst die Obergeschosse. Im Hinblick auf das historische Erscheinungsbild der Fassade wurde bei der Renovierung durch Kastenfenster und Dämmungen den Proportionen und den Oberflächen des verwendeten Aluminiums und Marmors grosse Aufmerksamkeit geschenkt. Das neue, bis zur Kante des Bürgersteigs frei über dem Bürgersteig spannende Vordach bietet nicht nur Besuchenden und Passanten Schutz. Kombiniert mit Sitzbänken, empfängt es auch die Abfahrenden und Ankommenden wichtiger Busverbindungen.
Die Originalpläne sowie -photographien zeigen eine Fassade mit Cristallina-Marmor-verkleideten Betonstützen, die über dem sechsten Vollgeschoss durch ein horizontales Band abgeschlossen war. Die Ausfachungen zwischen den Stützen bestanden aus einem drei- bis vierachsigen Fensterband aus Aluminiumfenstern mit Storen sowie dunkelgrau emaillierten Gläsern vor massiven Brüstungen aus Elementbau. Die Renovation mit Kastenfenstern knüpft an die Proportion, die Materialität und Details der Originalfassade an, integriert den Sonnen- und Lärmschutz und beantwortet Fragen der Klimatisierung des Gebäudes neu. Die Doppelfassade besteht aus einem mit Aluminium gerahmten Fensterband und einer dazwischenliegenden, leicht rückversetzten hinterspritzten rahmenlosen Brüstungsverglasung aussen, sowie öffenbaren Metallfenstern innen, die über einer auf 72cm heruntergesetzten massiven Brüstung liegen. Die neuen Lamellenstoren befinden sich oberhalb der Kastenfenster auf Höhe der Betondecken und werden durch die Prallverglasung aussen abgedeckt.
Die Stahlbetonkonstruktion des Gebäudes umfasst in den Obergeschossen filigrane Rippendecken, die auf Trägern und Stützen entlang den Fassaden und den Kernwänden aufliegen und einen offenen Raum oder Einzel- und Doppelzellen überspannen. Vom zweiten Obergeschoss bis ganz oben liegen die Büros, die Empfangsräume und die Bibliothek einer Anwaltskanzlei.
Der neue Lichthof beherbergt eine Arbeit des Künstlers Guido Nussbaum. In mehreren Spiegeln zu Sphären ergänzte Abbildungen von IBM Kugelköpfen sind auf verschiedenen Höhen im Raum mit Weltkugelbildern zu einer Installation montiert, mit der der Künstler auch auf die ungewöhnliche, winkelreiche Wandanordnung und eindrückliche Höhe des Raumes eingeht.
Durch den neuen Lichthof in den oberen Stockwerken wurde Fläche frei, die im neuen Attikageschoss kompensiert wurde. Durch die Aufstockung erreicht das Aeschenhaus die Geschossigkeit des 1955 von Hermann Baur entworfenen und von Suter + Suter ausgeführten Bank-und Geschäftshauses nebenan am Aeschenplatz 3. Auf die Arkade dieses Nachbarbaus bezieht sich das weit über den Bürgerstieg auskragende marmorverkleidete Vordach im Erdgeschoss. Weit über den Gehweg auskragend, schützt es die Wartenden und Ein- und Aussteigenden an der Bushaltestelle Aeschenplatz vor Sonne und Regen.
Das Erdgeschoss, das erste Obergeschoss und das unterste Tresorgeschoss ist der Migrosbank gewidmet. Der repräsentative Haupteingang und Kundenbereich der Bank öffnen sich zum Aeschengraben und zum Aeschenplatz.
Datum: 2017-2020
Bauherr: Credit Suisse Anlagestiftung RES Commercial, Zürich / Kellerhals Carrard Anwälte, Basel
Nutzer: Kellerhals Carrard, Basel, Migrosbank, Basel
Ort: Aeschenvorstadt 72, Henric Petri - Strasse 35, Basel
Geschossfläche GF (SIA 416): Oberirdisch: 3'994 m2, Unterirdisch 2'468 m2, Gesamt 6'462 m2
Gebäudeabmessungen: Länge: 41.50 m, Tiefe: 37.50 m, Höhe: 33.50 m
Programm: Büros, Kundenbereich, Terrasse, Tiefgarage
Generalplaner: Steiner AG, Basel
Fassadenplaner: Emmer Pfenninger Partner, Münchenstein
Fassadenbauer: Aepli Metallbau, Gossau
Tragwerk: Schnetzer Puskas, Basel
HLK und Planungskoordination HLKSE: Stokar + Partner, Basel
Sanitär: Gruneko, Basel
Elektro: Schäfer Partner, Lenzburg
Brandschutz: Berger Consulting, Basel
Licht: Reflexion, Zürich