Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03377.jsonl.gz/1752

Als Fiktion bezeichne ich Ereignisse, deren Existenz nur in Beobachtungen existieren. Fiktionen werden erzählt.
Beispiele:
Einhorrn, Wert
Als quasi reale Fiktionen bezeichne ich solche, mit welchen gerechnet wird. Kaum jemand erwartet je ein Einhron zu sehen, aber dass Lohn gegen Arbeitskraft getauscht wird, gilt wohl als Commonsense. Aber Arbeitskraft wird wohl nicht häufiger gesehen als Einhörner.
In diesem Sinne ist die Fiktion eine Tat-Sache: ich muss etwas ganz bestimmtes tun (Tat), damit ich eine bestimmte Sache wahrnehmen kann. Umgekehrt ist jede Tat-Sache eine Fiktion, weil ich immer etwas ganz bestimmtes Tun muss, um Tatsachen zu erkennen. Quasietymologisch kommt Fiktion wie Faktum von facere (machen).

Als verdinglichte Fiktion bezeichne ich eine durch ein spezifisches Verfahren hergestellte Erscheinung. Ein Zauberer etwa bringt mich dazu, dieses Verfahren anzuwenden, damit ich sehen kann, wie ein Kaninchen im Hut verschwindet.
I. Newton sagte: "Hypotheses non fingo"

Hieronymus Bosch: Der Gaukler
Bildquelle: Wikipedia
Im englischen Sprachraum wird bei Büchern Fiction (zb Romane) von Nonfiction (Sachbücher) unterschieden. Wenn ich einen Roman lese, frage ich mich nicht, ob das Gelesene wahr ist, bei einem Sachbuch dagegen schon. Die Fiktion zielt darauf, dass ich die Frage nach der Wahrheit nicht stelle. Das unterscheidet Zauberei von Zaubertricks.
Vergl. Fiction: der Pilot im Simulator
Fiktion (im Blog)
Genese
E. Esposito schreibt in Die Fiktion der wahrscheinlichen Realität, dass Fiktionen handlungsrelevant werden und mithin nur bedingt fiktiv seien. Ihr Beispiel ist ein Spekulant (Soros), der mehr auf Börsenkurse als auf Realitäten hintern den Kursen schaut.
Natürlich entspricht das dem Piloten, der auf seine Instrumente, statt nach draussen schaut.