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Filmkritik: Vom Fluss zum Flüsschen52. Visions du Réel 2021
Durch die chinesische Metropole Lanzhou fliesst der Lei Tan, der auch «Gelber Fluss» genannt wird. Unter Diktator Mao Zedong wurden massive Eingriffe in den Lauf des Gewässers vollzogen, sodass sich das Verhalten des Flusses veränderte. Während es offenbar vordem regelmässig zu Überflutungen kam, weil sich das Volumen des Flusses durch heftige Niederschläge vergrösserte, leidet die Region heute eher an einem Mangel an Wasser.
An gewissen Stellen ist der Fluss bereits ausgetrocknet. An anderen stehen die Ruinen von Fabriken und anderen Einrichtungen, die entlang des Flusses gebaut worden waren, um die Wirtschaft des Landes nach den Vorstellungen des Kommunismus zu organisieren. Heute leben die Menschen in den urbanen Räumen ohne vom Fluss beeinflusst zu sein - so scheint es zumindest. Das Flussbeet dient den Kindern als Spielplatz, ist Habitat für verschiedene Tiere und lässt erahnen, welche majestätische Grösse der Lei Tan einmal hatte.