Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03240.jsonl.gz/1539

Glück und Pech lagen für die Topfahrer der Porsche GT3 Cup Challenge Suisse beim fünften von sechs Rennwochenende eng beieinander: Während Debütant Stefano Monaco am Samstag auf dem italienischen Autodromo Internazionale Mugello das über zwölf Runden führende Sprintrennen gewinnen konnte, musste er beim anschliessenden Endurance-Lauf vorzeitig aufgeben. Dort freute sich Ernst Keller gemeinsam mit Andreas Corradina nach knapp 69 Minuten oder 31 Runden über Platz 1 seiner Klasse – im Sprint war der Tabellenführer auf der 5,245 Kilometer langen Strecke nahe Florenz von der Strecke gerutscht. Besser lief es in der Gruppe der Cayman GT4 Clubsport für Matteo Arrigosi: Er gewann mit seinem Mittelmotor-Rennwagen den Sprint und fuhr gemeinsam mit Giacomo Riva auch beim Endurance-Rennen auf Rang eins. Das Gleichmässigkeitsrennen der Porsche Driver’s Challenge sicherte sich Freddy Seyfang, der mit seinem Porsche 911 GT3 über zehn Runden nur 1,4 Sekunden von seiner Durchschnittszeit abwich. Insgesamt gingen in Mugello mehr als 80 Teilnehmer bei sonnigem Wetter in der GT3 Cup Challenge, dem Porsche Sports Cup und der Porsche Driver’s Challenge an den Start.
Ohne den abwesenden Titelverteidiger Jean-Paul von Burg sicherte sich Tabellenführer Ernst Keller im Qualifying für den Sprintlauf mit seinem Porsche 911 GT3 Cup der Baureihe 991/2 souverän die Pole Position. Mit einer Rundenzeit von 1:51,279 Minuten verwies er Stefano Monaco um knapp 1,6 Sekunden auf den zweiten Platz, während sich Oliver Ditzler und Thomas Winkler die zweite Startreihe teilten. Im Rennen lief es für Keller weniger gut: In einem packenden Duell mit Monaco – der erstmals in der GT3-Klasse antrat – drehte er sich in der drittletzten Runde ins Kiesbett. Damit war für den Aufsteiger aus dem Cayman GT4 endgültig der Weg zum Sieg bei seinem Cup Challenge-Debüt frei, den er mit der schnellsten Rennrunde in 1.53,594 Minuten zusätzlich unterstrich. Eine starke Vorstellung bot auch Patrick Schmalz: Ohne Mugello-Erfahrung aus dem Vorjahr hatte er im Qualifying nur die siebtschnellste Zeit gesetzt, trumpfte im Rennen aber gross auf und kämpfte sich an Oliver Ditzler und Marco Sacchet vorbei bis auf die vierte Position hinter Thomas Winkler und Andreas Corradina.
Die Revanche für das Sprintrennen nahm sich Ernst Keller dann im mehr als einstündigen Langstreckenrennen. Schon im Qualifying des 31-Runden-Laufs – für den er sich das Cockpit mit Andreas Corradina teilte – legte er im Feld der GT3 Cup Challenge in 1:52,765 Minuten erneut die Pole-Position-Zeit vor, wieder war Stefano Monaco Zweitschnellster. Doch während Keller die Führung in der Klasse übernahm, war der Endurance-Lauf für Monaco nach Runde sechs beendet: Eine Feindberührung hatte zu einem Reifenschaden geführt. Zum Selbstläufer wurde das Rennen für Keller/Corradina jedoch nicht: Von GT3 Cup Challenge-Startplatz 13 eilten Roland und Jeffrey Schmidt mit Riesenschritten durch das Teilnehmerfeld und rückten bis auf Rang zwei nach vorne. Die Ziellinie überquerte das Vater-Sohn-Gespann lediglich 0,3 Sekunden hinter Corradina, obwohl bei ihnen der obligatorische Boxenstopp vier Sekunden länger gedauert hatte. Platz drei ging an Manuel Nicolaidis, der das spannende Foto-Finish um 0,085 Sekunden gegen Joachim Günther/Josef Stengel gewonnen hatte. Patrick Schmalz, der Dritte des Qualifyings, wurde bis auf Rang neun durchgereicht.
„Im Sprintrennen wollte ich im Duell mit Stefano Monaco etwas zu viel und habe mich leider in der drittletzten Runde gedreht und bin ins Kiesbett gerutscht“, kommentiert Ernst Keller. „Im Endurance konnte ich ebenfalls von der Pole Position starten, nach dem Start einen Vorsprung ausbauen und den Porsche in Führung liegend übergeben. Andreas Corradina hat seine Sache dann sehr gut gemacht und Platz eins bis ins Ziel gebracht, das war gut für uns.“
Die Gruppe 3b des Porsche Sports Cup, dem Cayman GT4 Clubsport vorbehalten, wurde im Sprintrennen klar von Matteo Arrigosi beherrscht. Er fuhr im Qualifying in 1:58,589 Minuten auf die Pole Position und beendete den Lauf nach zwölf Runden mit mehr als elf Sekunden Vorsprung als Sieger. Platz zwei ging an Antonio Texeira, der von dieser Position das Rennen auch aufgenommen hatte. Rang drei vor Leonard Rendulic eroberte Amedeo Pampanini, der sich vom achten Startplatz vorarbeiten konnte. Auf den Positionen fünf und sechs erreichten Emmanuel Bello und Stephan Heim das Ziel. Die schnellste Rennrunde buchte in 2:00,134 Minuten ebenfalls Arrigosi auf sein Konto – er hatte die Zeit des Zweitschnellsten um eine halbe Sekunde unterboten.
Anders sah das Bild für die Cayman GT4 Clubsport-Piloten dann im Langstreckenrennen aus. Das Duo Riva/Arrigosi startete von der Pole Position seiner Klasse, fiel trotz der schnellsten Rennrunde in 2:01,266 Minuten jedoch auf Rang fünf zurück. An ihnen vorbei stürmte Amedeo Pampanini, der – von Position sechs kommend – erneut eine eindrucksvolle Aufholjagd zeigte und bis auf Platz eins vorstiess. Die Plätze zwei und drei auf dem Gruppen-Podium bezogen Leonard Rendulic und Thomas Herbst vor Stephan Heim.
So gleichmässig wie Freddy Seyfang zog auf dem Autodromo Internazionale Mugello keiner seine Kreise: Der Porsche 911 GT3-Pilot leistete sich bei der Gleichmässigkeitsprüfung der Porsche Driver’s Challenge im Laufe der zehn Wertungsrunden eine kumulierte Abweichung von gerademal 1,4 Sekunden von seiner Durchschnittszeit. Mit 1402 Strafpunkten belegte er auf diese Weise klar den ersten Platz vor Peter Gafner (2464 Strafpunkte) und Daniel Butler (5003 Strafpunkte), beide ebenfalls mit einem GT3 der Baureihe 991 unterwegs. Peter Hagmann, Sieger der vorangegangenen Driver’s Challenge in Dijon, wurde mit 13.852 Strafpunkten nur Zehnter.
Xavier Penalba vom Verband Schweizer Porsche Clubs zeigte sich begeistert: „Schöner kann es nicht sein. Die vielen Fahrer, die bis Mugello gereist sind, wurden mit bestem Wetter belohnt.“
Der sechste und letzte Saisonlauf der Porsche GT3 Cup Challenge und des Porsche Sports Cup Suisse findet vom 25. bis 27. Oktober auf dem World Circuit Marco Simoncelli in Misano statt. Das Finale wird von einem Sprint- sowie einem Nachtrennen gekrönt.