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Einige Grundbegriffe
Während Frauenrechtlerinnen in den 1970er- und 1980er-Jahren über die „Integration von Frauen in die Entwicklung“ sprachen, lag die Betonung in den 1990ern auf der Integration von Geschlechterfragen als Teil der Entwicklungspolitik und -planung.
Heute werden beide Begriffe verwendet: „Frauenrechte“ und „Gleichberechtigung der Geschlechter“. Was bedeuten diese Begriffe und worin unterscheiden sie sich? Der Ausdruck „Menschenrechte für Frauen“ betont, dass Frauenrechte Menschenrechte sind, d.h. Rechte, auf die Frauen Anspruch haben, einfach weil sie Menschen sind. Dieser Gedanke integriert einerseits die spezifische Situation von Frauen in die Menschenrechtsbewegung und andererseits auch die Menschenrechtsprinzipien in die Frauenbewegung.
Gleichberechtigung der Geschlechter bedeutet gleiche Stärke, Partizipation und Sichtbarkeit beider Geschlechter in allen Sphären des öffentlichen und privaten Lebens und befasst sich nicht mit der Angleichung biologischer Geschlechtsunterschiede. Der Begriff drückt das Anliegen aus, Frauen und Männern die volle Beteiligung an der Gesellschaft zu verschaffen. Ebenso wie die Menschenrechte muss auch die Gleichberechtigung der Geschlechter ständig erkämpft, geschützt und gefördert werden.
Der Begriff „Gender“ bezieht sich auf die sozialen Rollen, die Männern und Frauen aufgrund ihres Geschlechts zugeordnet werden. Gender oder Geschlechterrollen werden daher von einem bestimmten sozio-ökonomischen, politischen und kulturellen Kontext bestimmt und auch von anderen Faktoren wie z.B. Ethnizität, soziale Schichtzugehörigkeit, sexuelle Orientierung und Alter beeinflusst. Geschlechterrollen werden gelernt, variieren innerhalb und zwischen den Kulturen und sind folglich veränderbar.
„Die Diskussion über Sozialisation und Stereotypen hat die ,alten‘ Sozialisationsformen kenntlich gemacht und Räume für neue Formen von Identität und Individualität eröffnet. ,Neue‘ Sozialisationsformen treten an ihre Stelle, aber sie können ähnliche stereotype Erwartungen wiederholen und ähnliche Folgen haben. Der Einfluss von Familie, Schule und Arbeitsplatz ist vielleicht nicht mehr so entscheidend, aber die neuen Informationstechnologien und aufkeimende kulturelle Gepflogenheiten (in der Musik, den Medien und im Fernsehen) können diese Lücke füllen, die soziale Macht der Männer stärken und die Unterordnung der Frauen fortschreiben.“[1]
Wie leicht ist es für Männer, sich den Veränderungen infolge der Anerkennung von Frauenrechten anzupassen?
- Radicova I.: „Human Rights of girls and young women in Europe: questions and challenges for the 21st Century“, General Conclusions, Europarat, Straßburg 1994.