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Geschichte
Durch die Landteilungsverträge von 1597 und 1668 war die konfessionelle Scheidung definitiv vollzogen worden. Auch in Gais wurde streng darüber gewacht, dass alle Bürger sich dem neuen (protestantischen) Glauben anschlossen und diesen auch lebten. Erst um 1850 konnten sich wieder wenige Katholische in Gais und Umgebung niederlassen. Die Ausübung des Glaubens war aber weiterhin sehr mühsam, da weite Kirchwege in Kauf genommen werden mussten. Wie so oft, und auch heute noch, bestimmten oekonomische Bedürfnisse eine Oeffnung. Für französische, katholische Kurgäste wurde im Jahr 1884 in einem zum Gasthaus „Krone“ gehörendes Gartenhaus ein Gottesdienst gehalten. Die nun zahlreicher werdenden Katholiken konnten am 7. Juni 1885 sich über die Einweihung einer schönen, neuen Kapelle im „Kronengarten“ freuen. Das katholische Gais wurde nun eine Diaspora-Gemeinde, das heisst, die geistliche Führung wurde von aussen gewährleistet.
Erster Pfarrer in Gais war Johann Gebhard Kupferschmied, welcher am 1. August 1920 die Seelsorge übernahm. Gais wurde nun eine Missionspfarrei. Die Kapelle wurde nun nach und nach zu klein. Der neue Pfarrer schaute sich nach einer Möglichkeit um, die Platzverhältnisse zu verbessern. Es wurde ihm dann die „Rhän“-Remise angeboten, welche vor allem für Pferdefuhrwerke genutzt worden war.
Die Remise wurde 25. Oktober 1920 für Fr. 20'000.- gekauft und in eine Kirche umgebaut. Dazu konnte das benachbarte Haus als Pfarrhaus dazu erworben werden. Die dem „Heiligen Michael“ geweihte Kirche konnte an Ostern 1922 feierlich eingeweiht werden.
Pläne für einen Neubau der Kirche konnten nie verwirklicht werden, da die finanziellen Mittel zu knapp waren. Aus diesem Grund wurden immer wieder Renovationen und bauliche Verbesserungen nötig. Erst 1976 erhielt die Kirche einen Turm mit Geläut.
Die katholische Kirchgemeinde wuchs zusehends, hauptsächlich durch Zuwanderung aus dem Kanton St.Gallen und Appenzell Innerrhoden.
In den frühen Jahren wurden viele kath. Vereine gegründet, um der Jugend und den Erwachsenen für Bildung und Freizeit Möglichkeiten zu geben, da noch bis in die 1950er Jahre die Katholiken weder in der Politik, im Gemeindewesen und den üblichen Vereinen besonders eingebunden wurden. Mit dem wachsenden Wohlstand und Mobilität ging die gesellschaftliche Bedeutung der Konfessionen und ihrer Differenzen stark zurück. Heute kann allerorten ein gutes Miteinander der verschiedenen Konfessionen beobachtet werden.
Einschneidend für die katholischen Kirchgemeinden wirkte sich der steigende Priestermangel aus. Es wurde immer mehr nötig, die priesterlichen Dienste eines Pfarrers auf mehrere Kirchgemeinden aufzuteilen. Pastoralassistenten, Diakone und Laienhelfer mussten immer mehr Aufgaben übernehmen.
So wurde 2006 die Seelsorgeeinheit „Gäbris“ gegründet, in welcher Teufen mit Bühler und Stein-Nord, Speicher mit Trogen und Wald sowie Gais zusammengefasst wurden. Rechtlich sind die drei Kirchgemeinden weiterhin selbstständig geblieben.