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Zum 14. Juli - Präsidenten-Fahrzeuge von Peugeot
Es ist ein stetiger Machtkampf in Frankreich: Wer darf das Präsidenten-Fahrzeug liefern?
Die vergangenen fünf Präsidenten-Jahre verbrachte Emmanuel Macron in einem Peugeot 5008 - dieses Fahrzeug geht jetzt in Pension. Ob Macron heute, am französischen Nationalfeiertag, wieder einen Peugeot erhält, das wissen wir nicht. Es sind wohl persönliche Vorlieben, die jeweils darüber bestimmen, welche Marke der Staatslenker bevorzugt.
Es sei jetzt hier keine Rangliste erstellt, ob es nun Citroën, Renault oder Peugeot die Marke ist, in der der französische Präsident am häufigsten chauffiert wurde (es ist Citroën). Aber die Liebesgeschichte von Peugeot und der Französischen Republik beginnt schon in den 1920er Jahren. Als Alexandre Millerand am 23. September 1920 zum dritten Präsidenten der Republik gewählt wird, fährt er ab 1921 einen Peugeot Typ 156. Dieses Vorzeigemodell der Löwenmarke war das erste Modell, das in Sochaux hergestellt wurde und mit einem beeindruckenden 6-Zylinder-Reihenmotor mit 5.954 cm3 und nicht so beeindruckenden 25 PS versehen war.
Mehr als ein halbes Jahrhundert später wählten die Franzosen einen Peugeot-Liebhaber zu ihrem Präsidenten. Valéry Giscard d'Estaing holte die Löwen 1975 in den Elysée-Palast zurück. Im selben Jahr wurde das neue Flaggschiff der Marke, der Peugeot 604 vorgestellt. Eine weitere Neuerung, die von einem ausgesprochen modernen Staatsoberhaupt gewünscht wurde: Die Autos des Präsidenten waren nicht mehr schwarz, sondern moosgrün. Während der siebenjährigen Amtszeit bestellte der Elysée-Palast vier Peugeot 604. Drei davon waren Serienmodelle, die SL-Versionen der Spitzenklasse mit dem 2.6-Liter-V6-Motor mit 136 PS, die der Präsident auch selbst fuhr. Daneben gab es eine Limousine, die für feierliche Anlässe reserviert war. Sie wurde in Zusammenarbeit mit der Karosseriefirma Heuliez hergestellt und verfügte über einen um 62 Zentimeter verlängerten Radstand, der den luxuriösen Rücksitzen zugutekam, sowie über ein schwarz lackiertes Dach.
1991 erwarb der Elysée-Palast einen Peugeot 605. Dieser wurde von der bretonischen Firma Labbé, welche später zu Centigon wurde, verlängert und gepanzert. Dieses Modell war mit einem 170 PS starken V6-Motor ausgestattet und verfügte über eine Panzerung aus hochfestem Stahl und Scheiben aus einem Mix aus kugelsicherem Glas und Polycarbonat. In Zahlen: 2500 kg, das sind 1000 kg mehr als beim Standard-Modell PEUGEOT 605 V6. Diese Limousine wurde hauptsächlich von Staatsoberhäuptern benutzt, die in Frankreich zu Gast waren, wie Michail Gorbatschow, Hosni Mubarak und Papst Johannes Paul II. Während seiner zwölfjährigen Amtszeit im Elysée-Palast nutzte Jacques Chirac regelmässig den Peugeot 607, der zum Fuhrpark der Präsidentschaft der Republik gehörte. Der Löwe, der die Franzosen damals aber am meisten beeindruckte, war der rote Peugeot 205 SR von 1984, den die Präsidentengattin selbst auf den Strassen von Corrèze fuhr.
Der Peugeot 607 Paladine war das spektakulärste und kurzlebigste Präsidentenfahrzeug der Fünften Französischen Republik. Im Jahr 2007 suchte das Team von Nicolas Sarkozy nach einem Fahrzeug, das Innovation und Modernität symbolisieren sollte, wenn der neue Präsident am Tag seiner Amtseinführung über die Champs Elysées fahren würde. Die Inspiration gab schlussendlich das Konzeptfahrzeug 607 Paladine, das im Jahr 2000 auf dem Genfer Autosalon vorgestellt worden war. Dieses ausgefallene Modell, das von der Karosseriefirma Heuliez im Auftrag von Peugeot hergestellt wurde, ist eine über 5 Meter lange Limousine. Diese wurde in ein Landaulet verwandelt und verfügte über ein versenkbares Glasdach, das die Rücksitze bedeckt. Der Innenraum wurde vom Polsterer Hermès luxuriös mit blauem und cremefarbenem Leder, einer Bar, zwei elektrisch verstellbaren Sesseln und einem Klappsitz ausgestattet.??
Auf Wunsch des Teams von Nicolas Sarkozy wurde der Peugeot 607 Paladine aus dem Museum geholt und am 16. Mai 2007 auf den Champs Elysées ausgestellt. Trotz der zahlreichen Veränderungen, die am Fahrzeug vorgenommen worden waren, blieb die Eleganz des originalen 607 weiterhin bestehen. Der Kraftstofftank des Präsidentenfahrzeugs wurde durch den Einbau des versenkbaren Daches auf ein Volumen von 6 Liter verkleinert. Was für ein Konzeptfahrzeug kein Problem war, wurde bei regelmässiger Nutzung schnell zu einer Herausforderung: Durch das schwere Gewicht des Fahrzeugs war dieses nicht energieeffizient. Es wurde daher beschlossen, den Peugeot 607 Paladine nicht mehr zu verwenden.
Text und Bild: Peugeot