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- In «What Ever Happened to Baby Jane?» von 1962 bekriegen sich zwei ungleiche Schwestern.
- Die Hauptdarstellerinnen Bette Davis und Joan Crawford haben sich gehasst.
- Der Film war für fünf Oscars nominiert.
Fast wäre das Psycho-Drama um zwei ehemalige Leinwand-Stars an der Finanzierung gescheitert. Als Regisseur Robert Aldrich mit dem Drehbuch bei den grossen Hollywood-Studios anklopfte, schlugen sie ihm die Tür vor der Nase zu. Der lapidare Kommentar von Warner-Boss Jack L. Warner: «Wer will schon einen Film sehen mit zwei abgetakelten alten Schachteln?».
Aldrichs Gespür für Erfolg
Doch Robert Aldrich blieb hartnäckig, gründete seine eigene Produktionsfirma und trug so das ganze Risiko selber.
Das Wagnis zahlte sich aus. «What Ever Happened to Baby Jane?» wurde im Erscheinungsjahr 1962 ein grosser Erfolg und sollte der Höhepunkt in Robert Aldrichs Karriere bedeuten.
Der Thriller um die zwei Schwestern Blanche und Jane, die zeitlebens zerstritten und doch abhängig voneinander blieben, wurde für fünf Oscars nominiert und gewann schliesslich den Preis für die besten Kostüme in einem Schwarz-Weiss-Film.
Nicht nur auf der Leinwand wird gestritten
Die Zusammenarbeit zwischen den Hauptdarstellerinnen Bette Davis und Joan Crawford, beides grosse Namen in Hollywood, sorgte bereits während der Dreharbeiten für Schlagzeilen. Die Stars harmonierten auf Zelluloid, nicht jedoch am Set. Sie lieferten sich eine regelrechte Fehde hinter den Kulissen. «What Ever Happened to Baby Jane» war ihre erste Zusammenarbeit, der Streit hatte aber schon Jahre zuvor seinen Anfang genommen.
Die Medien nannten den legendären Streit der beiden Frauen einen «Catfight». Begonnen hatte die Feindschaft in den 1930er-Jahren. Es ging angeblich um einen Mann.
In der Folge titulierten sich die beiden Superstars öffentlich wenig schmeichelhaft als «hohles Mannequin» (Davis über Crawford) oder als «Person, die niemals einen glücklichen Tag oder eine glückliche Nacht verbracht hat» (Crawford über Davis).
Ewiger Streit
Bette Davis wurde für ihre Arbeit in «Baby Jane» für den Oscar nominiert, Joan Crawford nicht; ein Punkt für Davis im ständigen Eifersuchts-Drama zwischen den beiden.
Auch in Sachen Langlebigkeit auf der Leinwand hatte Bette Davis am Ende die Nase vorn. Seit 1931 drehte sie Filme, 1989 beendete die Horror-Komödie «Tanz der Hexen» ihre lange Kino-Laufbahn. Im selben Jahr starb sie.
Joan Crawford brachte es immerhin auf 80 Filme in mehr als 40 Jahren. Doch auch sie spielte zum Ende ihrer Karriere hauptsächlich in trashigen Horror-Streifen mit. Eine Rollenprägung, die mit «Baby Jane» ihren Anfang genommen hatte.
Eine Rabenmutter?
Crawford aber hatte ihrer ewigen Konkurrentin Bette Davis etwas voraus. Sie sorgte selbst nach ihrem Tod 1977 für Schlagzeilen: Ihre Adoptivtochter Christina Crawford veröffentlichte 1982 ein Skandal-Buch mit dem Titel «Mummy Dearest».
In dem Werk beschreibt sie Joan Crawford als despotische Mutter, welche in der Öffentlichkeit die liebende Mama mimte, hinter verschlossener Haustür jedoch eine Rabenmutter war, die ihre vier Adoptivkinder einem ständigen Martyrium aussetzte.
«What Ever Happened to Baby Jane?» wurde knapp 30 Jahre später erneut in hochklassiger Besetzung verfilmt. Im TV-Remake übernahmen die tatsächlichen Schwestern Vanessa und Lynn Redgrave die Hauptrollen.
Für die britischen Schwestern war der Part von Blanche und Jane eine Rolle von vielen. Joan Crawford und Bette Davis dagegen wurden bis an ihr Karriereende daran gemessen.