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Welche Bedeutung hat unser Darm? Mehr als nur ein Verdauungsapparat? Was sagt eine Studie über den Einfluss der Meditation auf den Darm?
Wenn wir von der Meditation und ihren Wirkungen hören, dann ist es eher selten, dass dies mit unserem Verdauungsapparat in Verbindung gebracht wird. Dennoch ist es gar nicht so abwegig.
Podcast
Ist der Darm mehr als nur zur Verdauung da?
Unser Verdauungsorgan ist ein fantastisches System, um unsere Nahrung zu verarbeiten. Aber er ist noch viel mehr.
Unser Darm ähnelt unserem Gehirn, da Zelltypen wie auch Rezeptoren exakt identisch sind. So wird er als „Zweites Gehirn“ bezeichnet. Es findet auch eine rege Kommunikation zwischen Darm und Gehirn statt.
Das Zusammenspiel zwischen unserem Verstand und unserem Verdauungsorgan beeinflusst Körper und Geist. So können Stress und Angst sich im Darm widerspiegeln, das Darmmikrobiom beeinflussen und verändern, sogar dauerhaft.
Es wird vermutet, dass der Darm unsere Psyche stärker beeinflusst als umgekehrt. Er kann nicht nur den Appetit und das Sättigungsgefühl steuern, sondern sogar das Lernen oder die Stimmung verbessern.
Was hat die Meditation mit unserem Darm zu tun?
Von der Meditation werden immer mehr positive Wirkungen auf Körper und Geist bekannt. Dadurch kommt es nicht von ungefähr, dass sie auch auf unser Verdauungsorgan wirken könnte, was äusserst vorteilhaft ist, wenn wir den Einfluss des Darms betrachten.
Eine Studie über den Einfluss der Meditation auf den Darm?
Für eine Studie über den Einfluss der Meditation auf die Darmflora wurden Stuhl- und Blutproben von 37 Mönchen genommen, die eine gesündere Darmflora besassen als ihre Nachbarn, was auf eine regelmässige Meditation zurückzuführen sein könnte.
Die tibetisch-buddhistischen Mönche meditierten jahrelang im Vergleich zu ihren Nachbarn. Beide Gruppen hatten vorher weder Antibiotika noch Probiotika eingenommen. Die Ernährung der Mönche zur Vergleichsgruppe unterschied sich nicht.
Was ergab die Studie?
Stuhl- und Blutproben sowie weitere Analysen ergaben, dass die Mönche eine deutlich grössere Vielfalt und Menge der Bakteriengemeinschaft im Darm besassen.
Darunter befanden sich auch Bakterien, die mit einem kleineren Risiko für Angstzustände, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen in Verbindung gebracht werden.
Weitere Untersuchungen ergaben, dass der Metabolismus sowie mehrere schützende Reaktionen bei den Mönchen verstärkt waren. Substanzen hingegen, die auf ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hindeuten, waren deutlich niedriger.
Die Mönche, die an der Studie teilnahmen, praktizierten die tibetisch-buddhistische Meditation und hatten zwischen drei und 30 Jahren lang täglich zwei Stunden meditiert.