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| Augustinus (354-430) - Ausgewählte Briefe (Erster Teil)

Zweites Buch.
Briefe von Augustins Erhebung zur Bischofswürde bis zu seiner Disputation mit den Donatisten und der Entdeckung der pelagianischen Irrlehre in Afrika (396—410).
XXVI. (Nr. 44.) An Eleusius, Glorius und die beiden Felix
VI. 13.
Deshalb ermahne und beschwöre ich euch bei dem Blute des Herrn, den Fortunius an sein Versprechen zu erinnern und kräftig dahin zu wirken, daß dies begonnene Werk weiter geführt werde; denn ihr seht ja, daß es beinahe schon zum Abschlusse gekommen wäre. Doch nach meiner Meinung könnt ihr nur sehr schwer bei euren Bischöfen jene bereitwillige Gesinnung finden, die wir an diesem alten Manne bemerkt haben. Am folgenden Tage nämlich kam er selbst zu uns, und wir hatten schon eine erneute Erörterung der Frage begonnen. Da mich aber die Dringlichkeit der Bischofsweihe zur sofortigen Abreise nötigte, konnte ich nicht länger mit ihm beisammen sein. Ich hatte schon zu dem Vorsteher der „Himmelsverehrer“1 geschickt, der, wie ich gehört hatte, an diesem Orte die Wiedertaufe eingeführt und viele zu diesem Sakrileg verführt hatte, um mit ihm, soweit die Kürze der Zeit es gestattete, etwas zu besprechen. Als Fortunius erfuhr, daß er kommen wolle, und sah, daß ich nun ein anderes Geschäft vorhatte, nahm er freundlich und friedlich Abschied, da auch ihm eine notwendige Reise, ich weiß nicht wohin, bevorstand.
1: Caelicolae. Sie waren eine besondere Art von Donatisten und werden in einigen Gesetzen des Kaisers Honorius erwähnt, wo sie mit den für Ketzerei bestimmten Strafen bedroht werden, wofern sie sich nicht bekehren wollen.