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BELLINZONA - Mitra D. soll ihren Sohn zum Mord an seinem Stiefvater angestiftet haben. Vor Gericht bestreitet dies die Serbin.
Dalibor D. (17) erstach am 4. Juli letzten Jahres seinen Stiefvater, den Tessiner Arno G. (†46) und zerstückelte dessen Leiche. Heute stand dessen Witwe Mitra D. (48) in Bellinzona vor Gericht. Sie soll ihren Sohn zum Mord angestiftet haben. Es soll ihr dabei um Geld gegangen sein. Offenbar wollte der Ehemann seine Lebensversicherung kündigen.
Mitra D. bestritt, mit dem Delikt etwas zu tun zu haben. Sie hätte nichts geahnt. «Es war eine gut funktionierende Ehe», sagte die Serbin über ihre Beziehung. Sie habe den Tessiner im Jahr 2010 kennengelernt und wenige Monate später geheiratet. Es war ihre vierte Ehe, wie aus der Einvernahme hervorging.
Die Angeklagte bestritt, aus Berechnung geheiratet zu haben. Es sei ihr nicht um die Aufenthaltsgenehmigung gegangen. Sie hätten Liebe füreinander empfunden. Der Richter zeigte Zweifel.
Im Jahr 2009 - nach der Trennung von dem vorhergehenden Ehemann in der Schweiz - hatten Frau und Sohn nach Serbien zurückkehren müssen. Die neue Beziehung ermöglichte ihr die Rückkehr in die Schweiz. Die Serbin gab als Grund für die Ehe aber an, überzeugt gewesen zu sein, einen guten Mann gefunden zu haben. Er habe sie nie geschlagen.
Auch der Sohn und der Ehemann sollen sich gut verstanden haben. Regelmässig seien die beiden zusammen etwas trinken gegangen. Die Mutter betonte aber, dass der Sohn schwierig geworden sei.
Zeugenaussagen, die der Richter zitierte, sagten übereinstimmend, dass sich der ehemalige Vorzeigeschüler in Serbien zum schwierigen Jugendlichen verwandelt hatte. Der 16-Jährige soll vor Freunden geprahlt haben, er sei jetzt ein «ganz Harter» geworden.
Der Prozess soll noch mehrere Tage dauern. Der Termin der Urteilsverkündung ist noch nicht bekannt. (SDA/dra)