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1966: Transit
1972: Bandpräsentation auf erster Europatour
1989: Videodreh im Hallenstadion
2004: Songpremiere im Letzigrund
2012: Beatleserbe im Hallenstadion
Zürcher Equipment für die Weltgeschichte
1966: Transit
Die Beatles gaben keine Konzerte in der Schweiz, sie kamen für ihre seltenen Ferien her. So auch im Winter 1966, als Paul seine Skiferien in Klosters verbrachte. Von London war er nach Zürich geflogen und zwei Wochen später wieder zurück. Auf dem Heimweg hatte er den Song «For No One» im Gepäck, den er mangels Platz im Chalet im Badezimmer geschrieben hatte. «For No One» erschien auf «Revolver» und gehört zu John Lennons Lieblingssongs von Paul.
1972: Bandpräsentation auf der ersten Europatour
Ende 1971 gab Paul mit der Veröffentlichung von «Wild Life», seinem dritten Album seit den Beatles, die Gründung der Band Wings bekannt. Er begann nochmals bei Null und wollte nicht bloss die Nachfolgeband der Beatles gegründet haben. So ging es nach einer kurzen Tour durch die Säle englischer Universitäten im Sommer 1972 auf Europatour. Die Beatles hatten ihr Handwerk auf der Bühne in England und Hamburg erlernt, und so sollten es die Wings.
Man mietete einen alten Londoner Doppelstock Bus, dessen Oberdeck zu einem Cabriolet umfunktioniert wurde. Gemeinsam fuhr die Band von Station zu Station. Die Musiker hatten neben den Instrumenten ihre Partnerinnen dabei. Bei Paul waren es neben Ehefrau und Keyboarderin die Töchter Heather, Mary und Stella und die Boarder-Collie Hündin Martha, der Paul auf dem «Weissen Album» den Song «Martha My Dear» gewidmet hatte.
Am 21. Juli spielten die Wings im Zürcher Kongresshaus. Der Unterschied zu den Beatles war ohrenfällig. Nach den pyschedelischen Meisterwerken spielte Paul mit einer Hippieband Bluesrock. Das Set bestand aus McCartneys Solosongs und einigen Coverversionen. Bealtessong weigerte sich Paul zu spielen. Im Gegensatz zu den Beatleskonzerten konnten sich die Musiker nun hören, da das Gekreische des Publikums sich in Zuhören gewandelt hatte. Anderntags fuhr der Bus weiter nach Montreux, wo die Wings ihr letztes Schweizer Konzert gaben. Allerdings nicht am Jazzfestival, das fand damals noch im Juni statt.
Da Paul beabsichtigte, die Songs zu veröffentlichen, wurden die Konzerte der Tour aufgenommen. Das Konzert von Zürich ist unter dem Namen «Wings Over Switzerland» als Bootleg erhätlich und qualitativ akzeptables Zeitdokument, dessen Aufnahmen noch immer auf ihre offizielle Veröffentlichung warten.
1989: Videodreh im Hallenstadion
Am 29. und 30. Oktober 1989 spielte Paul McCartney während seiner «World Tour» zwei Konzerte im Hallenstadion. Jedes seiner Konzerte nahm er auf und liess sie filmen. Während die Zürcher Musik bis heute in seinem Archiv schlummert, wurde das Filmmaterial mehrfach verwendet. Bereits am 6. November erschien die Single «Figure Of Eight» und kurz darauf der Videoclip, für den Regisseur Andy Morahan ausschliesslich Filmmaterial vom 30. Oktober verwendete.
«Figure Of Eight» war die dritte Single aus McCartneys 1989er-Album «Flowers In The Dirt» (Nummer 1 in den UK-Charts, Rang 13 in der Schweiz und Platz 21 in den USA). Sie war in sieben verschiedenen Versionen als CD, MC und Vinyl erhältlich. Am 25. Oktober 1991 wurde der Konzertfilm «Get Back» über die «World Tour» veröffentlicht, die 102 Konzerte mit über 2,84 Millionen Zuschauern umfasste. Regisseur Dick Lester, der die Filme «A Hard Day’s Night» und «Help» von den Beatles drehte, verwendete aus beiden Hallenstadionkonzerten Filmmaterial.
Nach einem schwierigen Jahrzehnt, sind «Flowers In The Dirt» und die «World Tour» der Beginn von Pauls dritter Karriere als Rockdinosaurier (heute als lebende Legende), mit weltweit ausverkauften Konzerten.
2004: Songpremiere im Letzigrund
Die «04-Summer-Tour» bestand aus 12 Konzerten in u.a. Madrid, Paris, St. Petersburg, Helsinki und dem Tourabschluss und Höhepunkt als Headliner beim Festival in Glastonbury. Offiziell stellte dort auch Paul den Song «Follow Me» dem Publikum vor. Seine Weltpremiere feierte er aber am 2. Juni 2004 im Letzigrundstadion. Zwei Tage zuvor, in Madrid, spielte er ihn noch nicht, in Zürich war er im Medley zwischen zwei Beatles-Songs eingebettet. 30 000 Personen im Letzigrund schauten einandern an und fragten sich, was das für ein Song wäre, eine Antwort blieb Paul den meisten bis zur Veröffentlichung seines Albums «Chaos And Creation In The Backyard» 2005 schuldig.
Obwohl «Follow Me» mit richtigem Namen tags darauf in einer Konzertbesprechung erschienen war, führt ihn Pauls Webseite erst beim Konzert von Glastonbury auf, unter dem Titel «Any Destination».
In Erinnerung blieb das Zürcher Konzert vor allem wegen des strömenden Regens, der das ganze Konzert über angedauert hatte und weil Paul das ganze Konzert über seine Songs auf Züridütsch radebrechend angesagt hat.
2012: das Beatleserbe im Hallenstadion
Bei seinem bisher letzten Zürcher Konzert am 26. März 2012 im Hallenstadion kündigte Paul, ebenfalls auf Züridütsch radebrechend, einen neuen Song an. Allerdings meinte er den eben erst erschienenen «My Valentine» von «Kisses On The Bottom». Die Setliste war eine Retrospektive von Pauls Schaffen mit etwas vielen Beatles- und wenig Solosongs. Dafür spielte er auch Songs von George Harrison und John Lennon.
Zürcher Equipment für die Weltgeschichte
Die Musik der Beatles und viele von McCartneys Soloalben wären ohne die Schweiz undenkbar. So verwendete EMI in ihren Studios an der Abbey Road Tonbandgeräte von Studer. Die Aufnahmegeräte der Firma aus dem zürcherischen Regensdorf waren der technische Standard. Anfang der 60er-Jahre, noch im Mono-Zeitalter haben Zweispur-Geräte gereicht. «Revolver», und was heute unvorstellbar ist, «Sgt. Pepper», wurden auf Vierspur-Rekorder von Studer aufgenommen. Die spezielle Aufnahmetechnik, die George Martin verwendete, nannte er Downtracking. Für «Abbey Road» standen erstmals Achtspur-Geräte zur Verfügung. Auch das 1979 auf einem Synthesizer eingespielte Album «McCartney 2» entstand auf einem analogen Studer 8-Spur-Tonbandgerät. Von 1982 an war McCartney einer der ersten, der bei der Aufnahme auf die digitale Technik setzte.
Das Matterhorn auf dem Backcover von «Greatest» von 1978 auf der Höhe von «Silly Love Songs».