Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03100.jsonl.gz/2828

Für eine Verlängerung des Streiks bis am Freitag stimmten an der Versammlung nur 76 Personen, für einen Streikunterbruch hingegen 180 Personen. Einige Mitarbeitende wollen den Streik in ihrer Abteilung dennoch auch am Freitag fortführen. Dies wurde von der Versammlung, an der auch der Genfer Stadtpräsident Rémy Pagani teilnahm, gutgeheissen.
Mit dem Streikunterbruch soll dem Genfer Regierungsrat François Longchamp die Chance zum Vermitteln gegeben werden. Dieser hatte die Führung von Merck Serono sowie die Gewerkschaft und die Vertreter des Personals an den runden Tisch eingeladen, um den Sozialplan neu zu verhandeln.
Ob der Streik fortgeführt wird, will das Personal am Dienstag entscheiden - je nach dem, wie die Antwort von Merck Serono auf die Vermittlung des Regierungsrats ausfällt. Die Mitarbeitenden warten zudem auf das Resultat der Task Force, die sich am Dienstag treffen will.
«Die Leute sind müde»
Rund 300 Personen zogen nach der Versammlung vom Firmengebäude in die Innenstadt. Die Demonstranten wollten im Rathaus einen Brief abgeben, dass sie die Vermittlung des Staatsrates akzeptieren.
Vor der Versammlung hatte eine kleine Gruppe von Gewerkschaftern und Mitarbeitenden vor dem Firmengebäude Flyer über die Fortsetzung des Streiks verteilt. Die anderen Angestellten gingen ihrer Arbeit nach, wie die Nachrichtenagentur sda vor Ort feststellte.
«Die Leute sind müde. Die Kündigungen sind verschickt. Aber wir zählen weiterhin auf die Unterstützung der politischen Behörden, um den Sozialplan zu verbessern», erklärte ein Streikender, der die Nacht im Zelt vor dem Hauptsitz verbracht hatte.
Polizei lässt «Empörte» in Ruhe
Aus Protest gegen den Entscheid haben Mitarbeitende in Zelten vor dem Firmengebäude übernachtet. Das so genannte «Camp der Empörten» war am Dienstag errichtet worden. Ein Dutzend Zelte stehen auf dem Trottoir bei der Merck-Serono-Zentrale.
Am Mittwochabend hatte die Genfer Polizei die Zelte der Streikenden aufgesucht. Die Polizei verzichtete darauf, die Camper vor Ort zu vertreiben, sofern sie sich an die Lärmregelungen hielten, wie ein Angestellter berichtete.
In Genf werden 1250 Arbeitsplätze gestrichen. Auf eingebrachte alternative Vorschläge zur Schliessung des Standorts Genf war Merck Serono nicht eingetreten.
(tno/chb/sda)