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«Nein. Nein, Henry. AIDS ist für Homosexuelle. Ich habe Leberkrebs.» Roy
Im reaganistischen Amerika der 1980er Jahre bricht in den homosexuellen Gemeinschaften AIDS aus. Lebenswege verflechten sich in diesem chorischen Stück, in dem sich die Figuren mit Humor und Allegorie mit der Stigmatisierung und Politisierung des Intimen auseinandersetzen. Der plötzliche Zerfall der Welt und des Kollektivs drängt zu seiner unwahrscheinlichen und freudigen Neuerfindung.
Philippe Saire, in erster Linie Choreograf, legt bei der Inszenierung dieses Stücks großen Wert auf Körperlichkeit - ein Echo seiner oft von viel Interpretation und Dramaturgie geprägten Arbeit. Hier sind die Körper geprägt von Krankheit und Zweifel, aber auch von Sinnlichkeit, Mitgefühl, Empörung oder Absurdität.
«Man könnte meinen, dass AIDS heute behandelbar ist, dass es "weniger schlimm" geworden ist als früher, und dass Homosexualität eine Selbstverständlichkeit ist und bagatellisiert wird. Das ist nicht wahr, wir wissen es, immer noch sterben Menschen auf der Welt wegen ihrer sexuellen Orientierung, und in unserem Land lehnen Eltern und Kollegen Homosexuelle immer noch ab, wenn sie davon erfahren. Wir wissen, dass ein Coming Out wie das Öffnen eines Abgrunds vor unseren Füßen ist.»Philippe Saire