Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/124467

<h2>SubmittedText<h2><p>Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) hält fest, dass in ganz Europa der Verkauf von Buchenholz zurückgeht, weil der Verbrauch nachlässt. Die Buche ist die zweithäufigste Baumart in Schweizer Wäldern. Der Rückgang der Nachfrage könnte dazu führen, dass die Waldpflege in Buchen- und Mischwäldern vernachlässigt wird. </p><p>Das Bafu begrüsst die Schutzwirkung der Buche für die Natur, möchte aber gleichzeitig den Anteil an Buchenholz in der Holzverwendung erhöhen. Das Bafu investiert mit wenig Erfolg in den Bau einer Sägerei und in die Verwendung von Holz im Bauwesen, anstatt die Nachfrage durch den Bund zu fördern.</p><p>Deshalb bitte ich den Bundesrat, folgende Frage zu beantworten:</p><p>1. Hat der Bund geprüft, in welcher Weise er bei der Verwendung von Buchenholz selber mit gutem Beispiel vorangehen könnte?</p><p>2. Wie viele Kubikmeter Buchenholz verwendet der Bund heute in Form von Möbeln, Innenausstattung, Parkett, Sperrholz und Eisenbahnschwellen?</p><p>3. Wie beabsichtigt der Bund, den Anteil an Buchenholz in den verschiedenen Verwendungsbereichen zu erhöhen?</p><p>4. Sind der Bund und seine Pensionskassen bereit, das Holznutzungspotenzial, das noch genau zu definieren ist, auszuschöpfen und mit neuen Projekten wie "Schweizer Schulmobiliar aus Buchenholz" Impulse zu geben?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat verfolgt mit seiner Waldpolitik 2020 eine nachhaltige Nutzung der Ressource Holz sowie den Schutz des Ökosystems Wald. Die Buche ist die zweitwichtigste Baumart in der Schweiz, daher setzt sich der Bund für eine verstärkte Verwertung dieser Holzart ein.</p><p>1. Der Bund unterstützt über den Aktionsplan Holz die Entwicklung von innovativen Bauten oder Bauteilen aus Laubholz (z. B. Hightech-Buchenholzgebäude Woodstock anlässlich der Messe Swissbau in Basel). Die Ansiedlung von Sägewerken fällt hingegen nicht in seinen Aufgabenbereich, da die Wirtschaftsförderung Sache der Kantone ist. Im Rahmen der geplanten Weiterführung des Aktionsplans Holz sollen Anwendungsbereiche von Buchenholz im Einflussbereich des Bundes untersucht werden. Ferner prüft der Bundesrat gemäss der Antwort zur Interpellation Flückiger-Bäni 11.3968, wie im öffentlichen Beschaffungswesen der erneuerbare und klimaneutrale Rohstoff Holz (auch Laubholz) angemessen berücksichtigt werden kann.</p><p>2. Es ist nicht möglich, abschliessende Zahlen zur Verwendung von Buchenholz beim Bund zu erheben, da das zuständige Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) keine umfassenden Statistiken über Materialien in Bauten und Möbeln erstellt. Einzig bei den Eisenbahnschwellen kann der eingesetzte Buchenanteil ermittelt werden. So wurden zwischen 2008 und 2011 jährlich rund 90 000 Buchenschwellen eingesetzt.</p><p>3. Der Bundesrat ist sich bewusst, dass am Markt immer weniger Produkte aus Buchenholz nachgefragt werden. Daher hat er im Rahmen des Aktionsplans Holz vor allem die Entwicklung von konstruktiven Anwendungsmöglichkeiten von Buchenholz gefördert. Bisher hat der Markt jedoch auf diese neuen Möglichkeiten noch nicht im ausreichenden Masse reagiert. Für eine breite Marktakzeptanz ist der Bund auf eine entsprechende Unterstützung und Zusammenarbeit mit der Holzbranche angewiesen. Zusammen mit Vertretern der Wertschöpfungskette Holz wird zurzeit eine Marktanalyse für Laubholzprodukte erarbeitet.</p><p>4. Das Schulwesen fällt mit kleinen Ausnahmen in den Kompetenzbereich der Kantone und Gemeinden. Der Bundesrat ist jedoch bereit, im Rahmen der Aktualisierung der Ressourcenpolitik Holz und des Aktionsplans Holz zusammen mit der Holzbranche das Potenzial von Laub- und Buchenholz aufzuzeigen und Massnahmen für den verstärkten Einsatz von Laub- bzw. Buchenholz im Einflussbereich des Bundes zu prüfen.</p>  Antwort des Bundesrates.