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Die drei Dorfgassen von Reitnau bilden ein Dreieck, in dessen rechtem Winket ein Haus steht, worin der Dorfhund wohnt. Zu solchen Tagen und Zeiten, die durch die Kalenderregel als wetterkündende bekannt sind, z. B. um Weihnachten, springt der zottige und kalbsgroße Hund mit hängendem Schweife aus diesem Hause, im sogenannten Kratzergäßli gegen ein benachbartes Haus zu und verschwindet dort in der Höhle des Raines, auf dem das Haus steht. Noch eine Viertelstunde weiter entfernt auf dem Flurplatze, welcher der Kahlofen heißt, läßt er sich gleichfalls sehen. Wer ihn erblickt, bekommt einen geschwollenen Kopf und wird bettlägerig.
(H. Hauri v. Reitnau.)
Band 3.1, Quelle: Ernst L. Rochholz, Naturmythen, Neue Schweizer Sagen, Leipzig 1962, S. 89 - 89
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung www.maerchen.ch