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|Methode||Wortmeldungen mit Papierstreifen erfassen|
|Knacknuss||Während Gruppenarbeitsphasen kommunizieren SuS oftmals in Mundart statt in Standardsprache, was die Lehrperson auf Bequemlichkeit oder Unachtsamkeit sowie eine zu geringe Sensibilisierung für die Bedeutung der Standardsprache zurückführt. Durch das Lösen der Knacknuss erhofft sie sich eine erhöhte Selbstverständlichkeit in der Anwendung der Standardsprache in Gruppenarbeitsphasen.|
|Ziel||1) In den ersten fünf Gruppenarbeitsphasen (zehn Minuten, Zeitdauer von drei Wochen) erfolgen mindestens 60 % der Wortmeldungen in der Standardsprache. |
2) In weiteren fünf Gruppenarbeitsphasen (gleicher Rahmen) erfolgen mindestens 80 % der Wortmeldungen in Standardsprache.
|Zeitbedarf||Vorbereitung: 1-2 Lektionen |
Durchführung: je 15 min
Datenauswertung: je 20 min
|Material||Papierstreifen, Auswertungstabelle|
|Methode detailliert||Für das Erhebungsinstrument setzt die Lehrperson einen Papierstreifen mit zwei Feldern „Standardsprache“ und „Mundart“ ein, worauf Wortmeldungen mittels Stricheintragungen im entsprechenden Feld erfasst werden. Es erfolgen einige Übungen, um den Einsatz des Erhebungsinstruments zu schulen. Die SuS halten z.B. die Wortmeldungen einer Banknachbarin oder ihre eigenen Wortmeldungen im Rahmen einer Klassendiskussion mittels Striche fest.|
Die Datenerhebungen finden integriert in die Gruppenarbeitsphasen statt. Die Gruppen bestehen aus drei oder vier SuS. Pro Gruppe gibt es eine/n Beobachtende/n (wird ausgelost), der/die alle Wortmeldungen im Verlauf der Gruppenarbeit im entsprechenden Feld („Standardsprache“ oder „Mundart“) per Strich festhält. Die Lehrperson macht bei Bedarf Stichproben.
Nach einer Gruppenarbeit sammeln zwei SuS die Papierstreifen ein und übertragen die Striche in eine Auswertungstabelle, die im Schulzimmer aufgehängt wird. Die Lehrperson rechnet die Striche in Prozentzahlen um, so dass auf einen Blick ersichtlich wird, ob das Ziel erreicht worden ist. Die Lehrperson bespricht nach der Gruppenarbeit den Lernfortschritt mit der Klasse und vereinbart das weitere Vorgehen.
|Erfolg||In acht von zehn Gruppenarbeitsphasen wurden die gesetzten Ziele erreicht (schwarz). Bereits in den ersten fünf wird das gesetzte Ziel deutlich übertroffen. In den Gruppenarbeitsphasen 7 und 8 erreicht die Klasse die Zielsetzung nicht (rot), danach kann sich die Klasse wieder deutlich steigern.|
|Heraus- forderungen||Die Klasse und die Lehrperson betonen, dass das Projekt aufwändig war, sich der Aufwand aber gelohnt hat.|
|Rückmeldungen SuS||Das Messen und Beobachtet-Werden macht der Klasse Freude. Einige finden es gar „cool“. Die SuS berichten, dass es einfacher ist, in der Gruppe Standardsprache zu sprechen, wenn sich alle daranhalten.|
|Hinweise der LP||Informationsgewinn für LP: |
Die Lehrperson kann die Lernenden vermehrt inhaltlich unterstützen und muss sie nicht ständig zum Wechsel in die Standardsprache ermahnen.
Gewinn für SuS/Unterricht:
Bereits die Thematisierung der Knacknuss und die Zielvorgabe in der Klasse führen zu vermehrtem Gebrauch der Standardsprache. Die Aufforderung, sich in der Standardsprache auszudrücken, stösst auf breite Akzeptanz und führt ausserdem dazu, dass die Lautstärke und unterrichtsfremde Gespräche deutlich reduziert werden. Beides wirkt sich wiederum positiv auf die Aufmerksamkeit und die Anzahl Wortmeldungen in Standardsprache aus. Die gemeinsame Datenerhebung und -auswertung verstärkt den Effekt nochmals.
Das Vorgehen kann auch zur Stärkung des Einsatzes der Zielsprache im Fremdsprachenunterricht eingesetzt werden.
|Urheberschaft||Die Methode wurde entwickelt, erprobt und dokumentiert von Ueli Fischer in den Fächer Deutsch und NMG (Natur, Mensch, Gesellschaft) mit SuS der 4. Klasse der Schule Hägglingen (AG).|