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Im Gegensatz zur umfangreichen Diözese K. war das weltl. Herrschaftsgebiet der Fürstbischöfe von K. klein und zersplittert. Es beschränkte sich zur Hauptsache auf Ämter und Orte beidseits von Bodensee und Hochrhein. Eine Landeshoheit in einem grossen und geschlossenen Territorium aufzubauen, war den Fürstbischöfen im Lauf des MA nicht gelungen, v.a. aufgrund der Lage des Bischofssitzes zwischen den Reichsabteien Reichenau und St. Gallen.
Die älteste Besitzbestätigung ist überliefert im Privileg Ks. Friedrichs I. von 1155, das die Diözesangrenzen umschrieb und den Besitz der Konstanzer Bischofskirche benannte. Im 13. Jh. vermochten aktive Prälaten wie Fürstbf. Eberhard von Waldburg die Besitzungen und Herrschaftsrechte des Hochstifts noch einmal entscheidend zu vermehren, u.a. indem sie verloren gegangene Herrschaften und Lehen zurückkauften. Bf. Heinrich von Klingenberg liess um 1302 ein Urbar anlegen, das den konstanz. Besitz auf seinem Höhepunkt erfasste. Die Besitzschwerpunkte blieben danach im Wesentlichen bis zur Aufhebung des Fürstbistums bestehen.
Die Reformation brachte dem Hochstift keine territorialen Verluste, doch gingen die kirchl. Einkünfte v.a. in Württemberg und in den ref. Gebieten der Eidgenossenschaft verloren. Einen gewissen Ausgleich brachten die Inkorporationen des Augustinerstifts Öhningen (1534) und der Abtei Reichenau (1540). Dank ihren Besitzungen und Rechten entstand am Untersee ein fast geschlossenes Konstanzer Herrschaftsgebiet. Allerdings schränkte die Stellung des Fürstbistums K. zwischen der expandierenden Eidgenossenschaft, dem Reich und dem Haus Habsburg den polit. Spielraum ab Mitte des 15. Jh. stark ein.
Schwierig gestalteten sich die staatsrechtl. Verhältnisse, nachdem der Schwabenkrieg 1499 zur fakt. Unterscheidung zwischen Reichsboden und Schweizer Boden geführt hatte. In nur wenigen Herrschaften besass der Fürstbf. von K. auch das Hochgericht, ein wichtiges Element der Landeshoheit: auf Schweizer Boden bis 1798 einzig in den Städten Arbon (samt Horn) und Bischofszell. Die Militärhoheit lag dagegen bei der eidg. Landvogtei Thurgau. Zur Abgrenzung von den später erworbenen Reichenauer Gütern wurden die seit dem MA bestehenden Konstanzer Herrschafts- und Besitzrechte im Thurgau als "altstiftisch" bezeichnet. Neben zahlreichen Einzelgütern und Kirchen verblieben dem Fürstbf. von K. zur Hauptsache grundherrl. Niedergerichtsbarkeiten. Zudem war er im Thurgau der Leibherr mit den meisten Leibeigenen. Im gesamten Fürstbistum gebot er Ende des 18. Jh. über rund 12'000 meist bäuerl. Untertanen.
Der Fürstbf. von K. gehörte zu den geistl. Reichsfürsten; eine Verleihung der Regalien ist erstmals 1248 überliefert. Bedeutung verlieh seiner weltl. Stellung in der frühen Neuzeit, dass er im Reichskreis Schwaben zusammen mit dem Hzg. von Württemberg seit 1543 das Kreisausschreibeamt führte, das ihn zum wichtigen Partner für den Kaiser machte. Im Zug der Säkularisation von 1802-03 fiel das Hochstift gemäss dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 als Ganzes an Baden, das bereits Ende 1802 davon Besitz genommen hatte. Verhandlungen in Schaffhausen führten zum bad.-schweiz. Staatsvertrag von 1804, der den konstanz. Besitz links des Rheins per 1.1.1805 auf die Kt. Zürich, Schaffhausen, St. Gallen, Aargau und Thurgau übertrug. Diese entschädigten Baden mit 440'000 Gulden und errichteten einen Diözesanfonds von 300'000 Gulden, aus dem zunächst der schweiz. Anteil an den Pensionen des letzten Fürstbf. Karl Theodor von Dalberg und der Konstanzer Domkapitulare bestritten wurde.
Literatur
– Die Bf. von K. 1, hg. von E.L. Kuhn et al., 1988
– F.X. Bischof, Das Ende des Bistums K., 1989
– HS I/2, v.a. 54-84
– Itinera 16, 1994
– W. Kundert, «Die Erbhofämter des Hochstifts K. in neuerer Zeit», in Zs.f. die Gesch. des Oberrheins 149, 2001, 163-197
Autorin/Autor: Franz Xaver Bischof