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Perczel
(spr. pertzel), Moritz, General im ungar. Revolutionskrieg, geb. zu Tolna, trat in das königliche Ingenieurkorps, verließ aber den Militärdienst bald wieder, war als Mitglied des Reichstags 1840, 1843 und 1847 der Wortführer der äußersten Linken, trat 1848 als Rat in das Ministerium des Innern, gab aber als heftiger Gegner der von Batthyányi verfolgten Friedenspolitik diese Stelle bald wieder auf. Nach dem Ausbruch des Kriegs im September bildete er aus Freiwilligen die sogen. Zrinyi-Schar, an deren Spitze er das dem Zug Jellachichs nachfolgende kroatische Korps unter Roth und Philippovich gefangen nahm. Bald darauf zum General ernannt, focht er mit Glück an der Drau und trug 17. Okt. einen Sieg bei ¶
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Letenye und Kotori davon, der ihm den Besitz der Insel Muraköz verschaffte, von wo er 9. Nov. einen Einfall in Steiermark [* 3] machte. Beim Herannahen Windischgrätz' ward er mit seinem Korps zur Hauptarmee beordert, aber 29. Dez. bei Moor von Jellachich geschlagen. Nach Bems Ernennung zum Oberbefehlshaber legte er sein Kommando nieder und warb in Tolna Freischaren, mit denen er den kleinen Krieg fortsetzte. Im März wieder nach dem Süden entsendet, erfocht er in rascher Folge die Siege bei Zombor, Sireg und Horgos, entsetzte Peterwardein, nahm endlich die Schanzen von St. Tamás und 10. Mai Pancsova. Am 4. Juni ward er jedoch von Jellachich aus Titel verdrängt, 20. Juni bei Perlaß und 25. Juli bei Altbecse geschlagen und hinter die Theiß zurückgedrängt.
Deshalb von Kossuth seines Kommandos enthoben, sammelte er beim Herannahen der Russen wieder ein Korps von 10,000 Freiwilligen, mit welchem er sich der Theißarmee Dembinskis anschloß und an den Treffen von Szöreg (3. Aug.) und Temesvár (9. Aug.) rühmlichen Anteil nahm. Nach dem unglücklichen Ausgang des letztern flüchtete er auf türkisches Gebiet und ward erst in Widdin, dann in Schumla interniert. Während er in Pest in effigie gehenkt wurde, begab er sich 1851 nach London, [* 4] Anfang 1852 nach Jersey, dann nach Paris [* 5] und kehrte 1867 nach Ungarn [* 6] zurück. Hier wurde er sofort zum Deputierten im Reichstag gewählt, in dem er sich zur Deákpartei hielt, ward Mitglied der Delegation und Präsident der Honvedvereine.
Vgl. Kuppis,
Biographie des Honvedgenerals M.
Perczel (Pest 1868).