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Zürich, 28.12.2017
Kurz vor dem Jahreswechsel sind in Venezuela zahlreiche Menschen gegen die Lebensmittelknappheit im Land mit den grössten Erdölreserven der Welt auf die Strasse gegangen. Am Donnerstag blockierten sie Strassen in den Armenvierteln der Hauptstadt Caracas, steckten Müll in Brand und skandierten "Wir haben Hunger".
Nach Angaben der Demonstranten gab es Engpässe bei den staatlichen Verkaufsstellen Clap, die bis zu 20 Grundnahrungsmittel zu subventionierten Preisen führen.
Zudem hatte die Regierung der Vereinigten Sozialistischen Partei für die Feiertage die Verteilung von Schweinshaxen versprochen, die in Venezuela traditionell zum Weihnachts- und Neujahrsessen gehören. Präsident Nicolás Maduro sagte, die Lieferungen aus Portugal seien sabotiert worden.
Wegen Misswirtschaft, Korruption und des relativ niedrigen Ölpreises leidet Venezuela seit Jahren unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. Es fehlt an Devisen, um Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs zu importieren. Mehrere Ratingagenturen bescheinigen dem südamerikanischen Land bereits eine Teil-Pleite.
In Venezuela tobt ein Machtkampf zwischen der Regierung und der Mitte-rechts-Opposition, die bei den Parlamentswahlen von 2015 eine knappe Zweidrittelmehrheit errungen hat, aber danach vom regimetreuen Obersten Gericht entmachtet wurde. Bei Massenprotesten im Land wurden zwischen April und Juli 125 Menschen getötet.