Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03139.jsonl.gz/2621

von Thierry Meyssan
In 48 Ländern zugleich, stellen sehr große Demonstrationen das politische Regime des Staates in Frage. Die Vorherrschaft des demokratischen Modells, das Ende des 20. Jahrhunderts von fast allen akzeptiert wurde, wird nun in Frage gestellt. Für Thierry Meyssan wird kein Verfassungssystem die aktuellen Probleme lösen können, die in erster Linie das Ergebnis von Werten und Verhaltensweisen sind.
Auf mehreren Kontinenten erheben sich derzeit 48 Völker gegen ihre Regierungen. Eine Bewegung dieser Größenordnung wurde noch nie auf globaler Ebene beobachtet. Nach der Zeit der Finanzglobalisierung erleben wir nun eine Anfechtung der politischen Systeme und denken an neue Regierungsformen.
Die “Überlegenheit” der Demokratie
Im 19. und 20. Jahrhundert sah man sowohl den Triumpf des Rückgriffs auf die Wahl, als auch die Ausweitung der Wahlberechtigten (freie Männer, Arme, Frauen, ethnische Minderheiten usw.).
Die Entwicklung der Mittelschicht hat mehr Menschen Zeit gegeben, um sich für Politik zu interessieren. Sie hat die Debatte gefördert und dazu beigetragen, die sozialen Umgangsformen abzumildern.
Die im Entstehen begriffenen Kommunikationsmittel gaben denjenigen, die es wollten, die Möglichkeit, am öffentlichen Leben teilzuhaben. Dabei geht es nicht um Mitwirkung an sozialen Kämpfen, sondern um die Wahl eines Präsidenten, weil das jetzt möglich geworden ist. In der Vergangenheit wurden automatische……