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Detroit, Innenstadt: ein Park mitten in den Wolkenkratzern. Hierher kommen Angestellte aus den umliegenden Bürokomplexen, verbringen ihre Mittagszeit. Ein Buchhalter erzählt wie sich die City in den vergangenen vier Jahren gewandelt hat: «Neue Firmen haben sich niedergelassen, fast täglich öffnen neue Restaurants.»
In Detroit wird wieder investiert. Auch grössere Unternehmen haben ihre Arbeitsplätze in die Innenstadt verlegt. Das hat Leben in die Stadt gebracht. Aber, klagt eine Passantin, auch die Mieten seien gestiegen.
Von der Geisterstadt zum pulsierenden Zentrum
Detroits Innenstadt hat sich von einer Geisterstadt in ein pulsierendes Zentrum verwandelt. Doch die City ist relativ klein. Deutlich grösser sind die «Neighborhoods». So nennen die Einheimischen das Gebiet zwischen Innenstadt und reichen Vororten.
Während der Krisenzeit standen hier 80'000 Häuser leer. Orte für Drogenhandel und Kriminalität. Inzwischen reisst die Stadtregierung diese Häuser ab. Auch die Strassenbeleuchtung funktioniert wieder. Der Abfall wird eingesammelt.
In den Aussenquartieren braucht es mehr Zeit
Dennoch wird der Stadtbehörde vorgeworfen, sie bemühe sich zu sehr um die Investoren in der Innenstadt und zu wenig um die Menschen in den «Neighborhood»-Quartieren.
Tatsächlich fehlt eine städtische Infrastruktur. Die Bevölkerung ist seit der Blütezeit der Autoindustrie in den 1950er Jahren von fast zwei Millionen auf 600'000 geschrumpft. Das ist zu wenig, um das ursprüngliche Stadtgebiet zu bevölkern.
Bis sich auch die «Neighborhoods» von der Krise erholen, braucht es Zeit. Robin Boyle, Professor für Stadtentwicklung an der Wayne State Universität fordert, dass sich auch die reichen und mehrheitlich weissen Vorortsgemeinden finanziell stärker engagieren und mit Detroit zusammenarbeiten.
Wenn die Stimmbürger zustimmen, soll ein neues zusammenhängendes Bus- und Tramnetz entstehen, das das Zentrum, die «Neighborhoods» und die Vororte verbindet. Das würde auch ärmeren Menschen ermöglichen, zu Arbeitsplätzen zu gelangen.