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(Bild: Von Thomas Schalls Facebook-Seite geklaut)
Eigentlich wollte die junge Frau noch üben für das grosse Konzert am Abend. Aber dann kam auf einmal dieser Typ, der ihr seit Monaten nachstellte, ins Zimmer. Ans Musizieren war nicht mehr zu denken. Sosehr sie dem Kerl auch versicherte, mit ihm weder ins Bett gehen noch Kinder haben noch den Rest ihres Lebens verbringen zu wollen: Er liess nicht locker.
Weil sie sowohl ihr Handy als auch ihre Pistole im Schlafzimmer liegengelassen hatte und weil ihr in ihrem Verdruss keine plausible Ausrede einfiel, blieb der Frau nichts anderes übrig, als dem Plaggeist zuzuhören. Als er endlich wieder gegangen war, war an konzentriertes Üben nicht mehr zu denken.
Wie sie befürchtet hatte, geriet ihr Konzert zu einem totalen Flop. Ihre Karriere als Pianistin war vorbei, bevor sie begonnen hatte.
Heute lebt die Frau von der Sozialhilfe. Das grosse Haus mit dem schicken Salon – in dem schon ihre Grosseltern gewohnt hatten – musste sie zu einem Spottpreis an eine Bank verhökern, die darin Lofts und Lounges einrichtete.
Der Mann, der die Dame vom Üben abgehalten hatte, ist in der Bank inzwischen zum Vizedirektor aufgestiegen.