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Vor dem Hintergrund der Parlamentswahl, die von der Diskussion um den Reform Act von 1832 bestimmt wird, schildert George Eliot in dem 1866 erschienenen Gesellschaftsroman die Dreiecksgeschichte zwischen Harold Transome, dem reichen Gutsbesitzer der kleinen Gemeinde Treby in den Midlands, der aus Opportunismus die Sache der Radikalen vertritt, die für Parlamentsreformen und die Katholikenemanzipation kämpfen, und der ebenfalls aus Eigennutz eine Beziehung mit Esther Lyon, der bildhübschen und ungewöhnlich vornehm wirkenden Tochter eines Dissenterpredigers einzugehen wünscht. Doch Esther ist hin- und hergerissen zwischen dem ihr schicksalhaft verbundenen Harold und Felix Holt, einem idealistischen Kämpfer für Gerechtigkeit, der freiwillig und bewusst in den sehr bescheidenen Verhältnissen eines Arbeiters lebt und in der jungen Frau das Bedürfnis weckt, nach Höherem zu streben. Als im Wahlkampf das bisher von Politik wenig berührte Städtchen zunehmend in Aufruhr gerät, führen die politischen und persönlichen Konflikte zu Enthüllungen über die Vergangenheit, die nicht nur die Ansichten, sondern auch das Leben Harolds, Esthers und Felix’ grundlegend verändern werden.
George Eliot (bürgerlich Mary Ann Evans) veröffentlichte ihren nostalgischen Rückblick auf den ersten Reform Act 1866 vor dem Hintergrund der damaligen politischen Kämpfe um den zweiten Reform Act. Während Kritiker bemängelten, dass sie politische Aspekte nicht ausführlich genug würdige, schildert Eliot gekonnt die sozialen und zwischenmenschlichen Entwicklungen und entlarvt die oft von wandelbaren und zweifelhaften Motiven und Methoden bestimmte politische Auseinandersetzung.
Überarbeitete Fassung auf Basis der Übersetzung von Emil Lehmann mit zusätzlichen Anmerkungen.