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Oh je, du Arme! Du kannst mit dem Flugi nicht mehr in die USA einreisen. Das ist schlimm.
(Andere verrecken mitten im Mittelmeer auf ihren Gummibooten.)
Der Einreisestopp in den USA führt zu Chaos und Angst an den Flughäfen. Betroffene Passagiere berichten, wie das Trump-Dekret ihr Leben durcheinanderbringt.
Die von Donald Trump angeordneten neuen Einreiseregeln sorgen weltweit für Empörung. Schon am Samstagmittag wurden erste Fälle von Muslimen bekannt, die an der Einreise in die Vereinigten Staaten gehindert wurden. Manche wurden gar nicht erst ins Flugzeug gelassen, andere wurden nach dem Aussteigen von US-Grenzern in Empfang genommen.
Eine Studentin aus dem Sudan etwa erzählte der Nachrichtenagentur Reuters, ihr seien am New Yorker Flughafen John F. Kennedy kurzzeitig Handschnellen angelegt worden, während sie durch das Gebäude geführt wurde. Nisrin Elamin, 39, sagt, sie sei nach ihrer Landung am Freitagabend fünf Stunden festgehalten worden. Sie sei Doktorandin in Stanford, seit 1993 in den USA und habe eine Aufenthaltserlaubnis für die USA. Nachdem sie ihre Greencard gezeigt habe, sei sie befragt und abgetastet worden, sagt Elamin: «Dann bekam ich Handschellen angelegt und begann zu weinen».
Ebenfalls in New York wurde ein Dolmetscher festgehalten, der im Irak jahrelang für das US-Militär gearbeitet hatte. Er war laut «New York Times» fast 19 Stunden in Gewahrsam. Hameed Khalid Darweesh, dessen Fall in Brooklyn sogleich vor Gericht landete, sagte später aber trotz des Zwischenfalls: »Amerika ist das beste Land und hat die besten Menschen der Welt."
Das US-Heimatschutzministerium sprach am Samstag in einer Stellungnahme zunächst von 375 Reisenden, auf die das Dekret Auswirkungen gehabt haben soll. 109 seien auf der Durchreise gewesen, dabei soll ihnen die Einreise in die USA verwehrt worden sein. In 173 Fällen haben Fluggesellschaften Reisenden das Boarding in Richtung Amerika verweigert. Alle Greencard-Inhaber hätten letztlich einreisen können.
Am Flughafen in San Francisco wurde Medhi Radgoudarzi festgehalten. Er war aus Iran in die USA geflogen. Erst nach mehreren Stunden in Gewahrsam konnte er den Flughafen mit seiner Frau und Tochter verlassen:
In San Francisco hatten – wie an anderen US-Flughäfen – zahlreiche Menschen gegen Trumps Dekret protestiert und so auf das Schicksal der betroffenen Reisenden aufmerksam gemacht. Medhi Radgoudarzis Tochter bedankte sich nach der Freilassung ihres Vaters bei den Demonstranten:
Aus Chicago gibt es Berichte über den Fall Sahar Algonaimi. Die 60-jährige Syrerin, die in Saudi-Arabien lebt und ihren Verwandten zufolge ein gültiges Visum hatte, wollte demnach ihre kranke Mutter Isaaf Jamal Eddin in Indiana besuchen. Algonaimis Schwester Nour Ulayyet sagte, Algonaimi sei bei ihrer Ankunft am Samstag am O'Hare International Airport in Chicago zurückgeschickt worden.
Zu einer emotionalen Wiedervereinigung kam es am Logan Airport in Boston. Wie CBS berichtet, musste sich dort Hamed Hosseini Bay einer Befragung unterziehen, der aus seiner Heimat Iran zurückgekehrt war, wo er seinen kranken Vater gepflegt hatte. CBS zufolge lebt Bay seit rund neun Jahren in der Gegend von Boston. «Sie haben gemacht, was sie machen mussten», sagte Bay später, nachdem er wieder mit seiner Familie vereint war. Sie war zwei Wochen vor ihm aus Iran zurückgekommen.
Wiedersehen mit Verspätung gab es auch am Flughafen von Dulles in Virginia. Die Reporterin Betsy Woodruff von «The Daily Beast» machte auf Twitter unter anderem auf den Fall zweier iranischer Greencard-Inhaber aufmerksam.
Die Nachrichtenagentur Reuters meldet zum selben Fall, der Mann sei 88 und blind. Seine Frau sei 83 und habe kürzlich einen Schlaganfall gehabt.
Wohl erst in den nächsten Tagen zeigen wird sich, wie sich die neuen Regeln von Präsident Donald Trump auf die Ausreisen von Menschen aus den USA auswirken. Viele Betroffene, die in Amerika leben, werden sich nun überlegen, wie riskant es ist, das Land zu verlassen.
Shirana Navabha etwa, eine US-Bürgerin, die aus Iran stammt, sagte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters, dass sie eigentlich am Sonntag nach Iran fliegen wollte. Nach Trumps Dekret würde sie nun aber auf die Reise nach Teheran verzichten. «Ich habe jedem gesagt, dass ich komme», sagte die 57-Jährige, die in Dallas wohnt. «Jeder war aufgeregt. Und jetzt komme ich nicht, es ist nur frustrierend.» mbö/Reuters/AP/dpa