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In armen Verhältnissen aufgewachsen, wurde Beistand für «Under Dogs» das lebenslange Credo von Herbert Sandler und seiner Gattin Marion.
Am letzten Mittwoch ist in San Francisco im Alter von 87 Jahren Herbert Sandler verstorben. Der Sohn eines spielsüchtigen Vaters ist an der Lower East Side Manhattans aufgewachsen und hat an der Columbia Law School in Manhattan Jus studiert. Nach dem Militärdienst wurde Sandler zunächst für eine Hafen-Behörde in New York City tätig, die Ende der 1950er Jahre gegen das organisierte Verbrechen an den Docks vorging. Sandler lernte die scharfsinnige Börsen-Analystin – Frauen waren an der Wall Street seinerzeit eine Seltenheit – Marion Osher kennen. Das Paar heiratete und zog 1963 nach Kalifornien um. Dort boomte das Hypotheken-Banking in Folge der explodierenden Bevölkerung.
Das Paar erwarb die kleine Hypothekenbank «Golden West Financial» und baute das Unternehmen rasch zu einem Milliarden-Konzern mit 285 Niederlassungen und 11'000 Angestellten aus. Die Sandlers hielten dabei stets auf Solidität und vermieden riskante Geschäfte. Sie haben «Golden West» 2006 rechtzeitig vor dem Immobilien-Crash 2008 für 24 Milliarden Dollar verkauft (Link).
Sandler und seine Frau Marion (verstorben 2012) unterstützten soziale Gerechtigkeit und ein breites Spektrum progressiver Anliegen. Sie sahen sich stets «auf der Seite von Under Dogs», wie Herb Sandler einmal erklärt hat. Auslöser für aktives Engagement war der Tod von Herb Sandlers Bruder im Jahr 1988 mit 62. Das hat das Paar bewegt, sich auf die «wirklich wichtigen Dinge im Leben zu konzentrieren». Sie betrachteten die Welt als «unfair» und wollen Ausgleiche, Chancen und soziale Gerechtigkeit schaffen. Dazu haben sie 1991 die Sandler Foundation gegründet. Diese hat seither über 750 Millionen Dollar ausgeschüttet. Ihre Philosophie lautete: grössere Spenden an ausgesuchte Projekte und Institutionen (Link).
Die Sandlers gingen von Anfang an sehr bedacht vor und haben Organisationen und Projekte immer gründlich analysiert. Ausschlaggebend für ein Engagement war dann die Frage, ob sie damit wirklich deutliche Fortschritte und positive Ergebnisse erzielen. Als erste Organisation haben die Sandlers die globale Menschenrechts-Organisation «Human Rights Watch» unterstützt. Zu Beginn der Bush-Ära haben sie 20 Millionen Dollar für die Gründung des progressiven Think Tanks «Center for American Progress» (CAP) gestiftet. CAP war unter Obama sehr wichtig und ist weiterhin einflussreich. Daneben haben die Sandlers direkt an demokratische Kandidaten gespendet (Link).
Öffentlich Einfluss gewannen die Sandlers auch durch die Unterstützung der unabhängigen Medien-Plattform «ProPublica» (Link). Das Paar hielt objektiven und Fakten-treuen Journalismus für unentbehrlich für eine gerechte Gesellschaft.