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Kanton Graubünden
Chantun Grischun
Cantone dei Grigioni
Zusammenfassendes Ergebnis der Nachanalyse des GfS-Forschungsinstituts
Das knappe Nein von 51 Prozent kann nicht auf einen einzigen Faktor
zurückgeführt werden. Vielmehr kann eine Mehrzahl von unterschiedlichen
Gründen festgestellt werden, die gemeinsam zur Ablehnung geführt haben.
Es mischen sich finanz- und regionalpolitische Überlegungen mit der
Kritik an Grossprojekten als einzige Förderung des Spitzensports oder
mit ökologischen Motiven. Parteipolitisch konzentrierte sich die
Ablehnung nicht allein auf das links-grüne Lager. Sie erfasste auch
Teile der Bürgerlichen, wobei insbesondere die SVP gespalten stimmte.
Die Regierung nimmt von folgenden Resultaten Kenntnis:
1. Eine Kombination sehr unterschiedlicher Motivationen reichte aus, um die
Vorlage zu kippen.
2. Eine absolute Mehrheit der Stimmenden anerkennt den Nutzen einer
WM für den Tourismus.
3. Das Argument, wonach die Oberengadiner/innen, welche die WM
wollten, sie auch selber bezahlen sollten, ist zwar von 66 Prozent der
Stimmenden verworfen worden. Bei fast der Hälfte der ablehnenden
Personen spielten aber unterschiedliche Nutzen-Erwartungen in den
Regionen mit.
4. Die Abstimmung war kein grundsätzliches Votum gegen den Sport.
5. Es ist eine gewisse Kritik am Spitzensport vorhanden,
insbesondere im Zusammenhang mit der Förderung des Breitensports.
6. Der Entscheid richtet sich nicht grundsätzlich gegen
Grossprojekte.
7. Die folgenden vier Argumente waren entscheidend für die Ablehnung
der Vorlage:
- finanzpolitische Gründe (Staatshaushalt),
- Bedenken betreffend Umwelt,
- Bedenken betreffend Verkehr, und
- fehlende Persönlichkeiten an der Spitze der Organisation, die das Vertrauen des
Volks geniessen.
Schlussfolgerungen:
Die Regierung zieht aus den Ergebnissender Nachanalyse des
Volksentscheids folgende Schlussfolgerungen:
1. Da es sich um eine Kumulation der unterschiedlichsten Argumente
handelt, keine sportfeindliche Stimmung feststellbar ist und
Grossanlässe nicht grundsätzlich abgelehnt werden, sind Grossprojekte
wie Ski-Weltmeisterschaft oder Olympische Winterspiele in Graubünden
nicht generell in Frage zu stellen.
2. Für die Bevölkerung ist bei solchen Grossprojekten die
Berücksichtigung der Anliegen der Umwelt (Umweltschäden, Verkehr) eine
wichtige Rahmenbedingungen. Dies deckt sich mit der bisherigen Haltung
der Regierung.
3. Im Bewusstsein, dass der regionale Nutzen bei vielen Projekten
und Vorlagen nicht gleichermassen im Kanton verteilt ist, gilt es, das
gesamtbündnerische Denken und die Solidarität unter den Regionen zu
fördern sowie die Betroffenheit des Einzelnen zu erhöhen.
4. Eine Zustimmung zu ähnlichen Vorlagen wie der WM-Kredit kann nur
erreicht werden, wenn mit einer breit abgestützten aktiven Informations-
und Kommunikationstätigkeit zielgerichtet auf die unterschiedlichsten
ablehnenden Argumente eingegangen wird und bei der Bevölkerung das
erforderliche Vertrauen geschaffen werden kann.
Gremium: Departement des Innern und der Volkswirtschaft Graubünden
Quelle: dt Departement des Innern und der Volkswirtschaft Graubünden