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Bis zur Spitze des Mount Everest
Der Versuch von Mallory und Irvine.
In der langen Reihe der Stützpunkte war das Lager IV auf dem Nordsattel wohl das eigenartigste.Vor allem musste man hier auf Schnee liegen, weil es keine Felsen gab. Die Erfahrung im Polargebiet hat uns gelehrt, dass man keine Mühe scheuen darf, wenn es irgendwie möglich ist, das Zelt auf Steine zu bauen. Für Leute mit dicker Haut ist der Schnee eine ganz schöne Unterlage, wenn man sich ein Weilchen ausruhen will. Aber beharrlicher Druck verwandelt den Schnee in stahlharte Beulen, und nichts ist schwerer, als die Hohlform der eigenen Gestalt wieder glatt zu streichen. Aber es hat schon viel schlechtere Eislager gegeben; das auf dem Nordsattel gehört zu den besten, an die ich mich erinnern kann.
Auf der Firnaltane standen vier Zelte, zwei für Herren und zwei für Träger. Die grösste Breite des Platzes betrug etwa 9 m. Die Eiswand der Westseite bot Schutz vor den Winden, die andauernd übers Joch blasen. Ohne diesen Windschirm wäre es unmöglich gewesen, sich hier für längere Zeit festzusetzen. Ostwärts blickte man ins Firnbecken des Rongbuk-Ostgletschers und auf den Pass Lhakpa La. In der Ferne erhob sich die wilde Gyangkar-Kette über der Talsenke des Flusses Arun. Es war der Mühe wert, um 4 Uhr früh aus dem Schlafsack zu kriechen und das Bild zu schauen, wie die Felsnadeln des Tschomolönso unter den ersten Sonnenstrahlen erglühten.
Während meines elftägigen Aufenthaltes lernte ich allerlei Wetter kennen. Da waren beispielsweise zwei Tage mit einer mittäglichen Sonnenwärme von + 40° bei einer gleichzeitigen Luftwärme von — 1,7°. Wahrscheinlich steigt die Luftwärme hier nie über den Gefrierpunkt, so dass der Schnee unmittelbar verdunstet. Infolgedessen blieb der Schnee immer trocken und pulvrig. Da es oben kein fliessendes Wasser gibt, war das Schneeschmelzen eine meiner Hauptbeschäftigungen als Lagerkoch. Die Firnterrasse war glücklicherweise so lang, dass man eine Schneegrube abgrenzen konnte, die nicht verunreinigt werden durfte. Die Überwachung dieser « Tränkstelle » gehörte mit zu den mannigfachen Pflichten, die ich zu erfüllen hatte.
Auf die oft wiederholte Frage, wie man in dieser Höhe lebt, kann ich nur antworten, dass man kaum noch etwas Besonderes spürt, nachdem man sich eingewöhnt hat. Nur wann grössere Kraftanstrengungen notwendig werden, merkt man den Einfluss der dünnen Luft. Die Denkschnelligkeit ist vielleicht etwas herabgemindert, aber die Denkfähigkeit leidet kaum.
Im Jahre 1922 hatte man vom Lager IV zum Fusse des Everestnordgrates einen weiten Umweg machen müssen. Diesmal gelang es uns, eine Abkürzung durch den verwickelten Firnbruch zu finden. Trotz zweier verräterischer Schneebrücken blieb dieser Zugang bis zum Schlüsse brauchbar.
Als ich am 1. Juni von einer Besorgung im Lager III zurück kam, war ich sehr erstaunt, Mallory und Bruce anzutreffen. Sie hatten umkehren müssen, weil die Träger nicht weiter wollten oder konnten. Mallory war sehr niedergeschlagen. Diese Stimmung und vielleicht auch Bruces Herzbeschwerden veranlassten ihn dazu, für den nächsten Versuch Sauerstoff anzufordern. Daher stieg er noch am selbigen Tage mit Irvine und Bruce zum Lager III ab, um die Beförderungsmöglichkeiten zu untersuchen. Es stellte sich heraus, dass genug Träger verfügbar waren. Mittlerweile legte Irvine die letzte Hand an die Atmer, und ich machte mit Hazard einen Ausflug zum Lager V, um nach Norton und Somervell auszuschauen.
Am Abend des 4. Juni kamen Mallory und Irvine herauf. Sie hatten unterwegs Sauerstoff geatmet und den Weg vom Lager III in der Rekordzeit von zweieinhalb Stunden zurückgelegt. Diese Leistung verdankten sie vielleicht weniger dem Sauerstoffe als dem unterbewussten Wunsche, dessen Wirksamkeit zu beweisen. Ich hielt mit meinem Urteil noch zurück. Jedenfalls war Irvines Hals durch den Sauerstoff schlimmer geworden. Durch die trockene Höhenluft wird die Luftröhre ohnehin schon zu einem holzigen Schlauche. Auch bei Mallory merkte man eine leichte Reizung der Kehle.
Mallorys Kampfnatur war aufs höchste angespannt. Vor Ungeduld brennend, strebte er nach dem Ziel, das Geschlechter von Bergsteigern mit Sehnsucht erfüllt hat. Irvine war trotz seiner Jugend vom gleichen Eifer beseelt. Auf der Schlittenreise quer durch Spitzbergen habe ich ihn gut kennengelernt. Obgleich ihn die Höhe zurückhaltender machte als gewöhnlich, verriet er mir doch oft genug den Wunsch, einen Gipfelsturm auf den Everest mitzumachen. Obgleich er einen gewissen Stolz in die von ihm betreuten Sauerstoffgeräte setzte, gestand er doch, dass er lieber ohne Gas an den Fuss des Gipfelbaues als mit Sauerstoffhilfe auf die Spitze gelangen möchte. Er schwärmte für den Sieg ohne künstliche Mittel. Aber dieses Vorurteil hinderte ihn nicht, Mallorys Angebot mit ehrlicher Begeisterung anzunehmen.
Am Abend dieses 4. Juni ging ich mit Mallory zum Nordgrat hinüber, um Norton und Somervell zu empfangen, die vom höchsterreichten Punkte zurückkamen. Der 5. Juni verlief ereignislos. Wir empfanden nur die Ohnmacht, mit der wir Nortons Schneeblindheit gegenüberstanden. Somervell stieg trotz seines Halsleidens zum Lager III ab, während Hazard durch Zeichen heraufgebeten wurde. Irvine und ich prüften die Sauerstoffrüstung.
Höhenskizze des Mount Everest.
A. Lager VI: 8140 m.
B. Von Somervell 1924 erreichter Punkt.
C. Von Norton 1924 erreichter Punkt.
D. Die « Zweite Stufe », wo Mallory und Irvine zuletzt gesehen wurden.
E. Die « Erste Stufe ».
F. Der von Finch und Geoffrey Bruce 1922 erreichte Punkt.
G. Der von Mallory, Norton und Somervell 1922 erreichte Punkt. H. Der Gipfel: 8840 m.
Da die Sonne kräftig schien, mussten wir Nortons Zelt mit Schlafsäcken verdunkeln. Ich trug hier und auch unten auf dem Gletscher regelmässig einen Tropenhelm, obgleich keiner der beiden ärztlichen Sachverständigen eine klare Auskunft über die Notwendigkeit oder Entbehrlichkeit dieses Schutzes geben konnte. Ich wollte mich aber trotz meines ziemlich dicken Schädels keinen Fährlichkeiten aussetzen. Allerdings hatte man in bezug auf die Sonne wohl mehr die geographische Breite im Sinne. Die Höhe dagegen machte sich laufend durch die frierende Schattenseite des Leibes bemerkbar.
Am 6. Juni standen Hazard und ich sehr früh auf, um gebackene Sardinen mit Tee zu bereiten. Mallory und Irvine wurden in ihrem Zelte bedient. Die Ankündigung des Frühstücks schien sie zu erfreuen, aber ihre Aufregung hinderte sie daran, den Köchen zu schmeicheln und der Mahlzeit tapfer zuzusprechen. Um 840 Uhr standen sie marschbereit; ich knipste sie noch beim Aufladen der Sauerstoffrüstung. Ausser den beiden Stahlflaschen nebst Zubehör trug jeder etwa 11 kg. Diese Last erscheint reichlich gross, ist aber nichts im Vergleich mit den 18 kg der alten Vorrichtung. Ihre acht Träger waren mit Schlafsäcken, Vorräten und Stahlflaschen beladen, kriegten aber keinen Sauerstoff zu atmen. Sogar auf dieser Höhe schien die Traglast unsern Leuten wenig auszumachen. Die 9—11 kg drückten sie ebensowenig wie das Doppelte und Dreifache weiter unten. Bald verloren wir die Schar im Irrgarten des Firnbruches aus den Augen.
Mein Tagebuch sagt, dass der Vormittag klar war, dass sich der Himmel aber nachmittags umwölkte und dass es gegen Abend sogar etwas schneite. Um 9 ¾ Uhr traf Hingston ein und stieg später mit dem blinden Norton zum Lager III ab. Hazard ging bis zum Eiskamin mit. Ich brachte alles in Ordnung und machte Beobachtungen. Bald nach 5 Uhr kamen vier von Mallorys Trägern planmässig zurück. Auf einem vom Lager V mitgebrachten Zettel war zu lesen: « Kein Wind hier oben; die Sache sieht hoffnungsvoll aus. » Am 7. Juni, am Tage, wo Mallory und Irvine von V nach VI gingen, begab ich mich mit dem Träger Nema nach V. Dieser Mann war einer von den beiden auf dem Nordsattel anwesenden Trägern. Dieses staffelweise Nachrücken der Helfer ergab sich aus dem geringen Fassungsvermögen der Hochlager. Ich hoffte, oben ein drittes Sauerstoffgerät vorzufinden. Indessen hatte Irvine den Atmer als Ersatzstück mitgenommen. Es ging ganz gut ohne Sauerstoff, und ich freute mich, dass ich keine schweren Flaschen zu tragen brauchte. Bald nach meiner Ankunft in V kamen die vier letzten Träger von VI herunter. Sie meldeten sich mit abgetretenen Steinen, die ums Zelt prasselten. Infolge der ausgesetzten Lage am Steilhange kam das hier häufiger vor.
Von Mallory traf folgender Bericht ein:
« Lieber Odell, Tut uns leid, dass wir solche Unordnung hinterlassen haben. Unna-kocher im letzten Augenblick den Berg hinuntergerollt. Gehen Sie morgen nur rechtzeitig nach Lager IV zurück, um vor Dunkelwerden zu räumen, was auch ich zu tun hoffe. Ich muss einen Kompass liegen gelassen haben; retten Sie ihn um des Himmels willen; denn wir haben keinen. Bis hier mit 90 Atmosphären während der zwei Tage. Werden daher wohl mit zwei Flaschen auskommen. Ist aber doch eine verfluchte Last beim Klettern. Grossartiges Wetter zum Gehen.
Immer Ihr G. Mallory. » Die 90 Atmosphären beziehen sich natürlich auf den Sauerstoffverbrauch. Der Hochdruck beträgt 120 Atmosphären.
Mein Begleiter Nema litt an der Bergkrankheit, so dass ich für den kommenden Tag gar nicht mit ihm rechnen durfte. Daher liess ich ihn mit den vier andern absteigen. Es ist doch merkwürdig, wie schnell diese Krankheit schwindet, wenn man absteigt oder auch nur den Entschluss zum Abstiege gefasst hat. Bei den Scherpas ist mir das oft genug aufgefallen, bei Europäern etwas weniger. Schon das Bewusstsein, dass keine weiteren Anstrengungen verlangt werden, wirkt heilsam. Der Geist kehrt gewissermassen in den Normalzustand zurück. Jedenfalls sprang Nema recht frohgelaunt talwärts.
Es war mir auch lieber, morgen ganz allein in der Nordflanke umher zu wandern und geologische Beobachtungen zu machen. Im Zelte entdeckte ich nach kurzer Suche Mallorys prismatischen Kompass. Abends vor dem Schlafengehen freute ich mich über das schöne Wetter. Sicherlich gingen zur selben Zeit Mallory und Irvine mit grossen Hoffnungen ins Bett. Ich genoss eine wundervolle Aussicht auf die Gletscher und Bergriesen; die Firnwelt war gelb und rötlich angehaucht. Genau gegenüber erhoben sich die düsteren Wände des Nordgipfels, in denen mein Auge die Streifenschrift der Erdgeschichte zu enträtseln suchte. Die schwere dunkle Masse bildete einen wirkungsvollen Gegensatz zu den schimmernden Fernen der tibetischen Hochfläche mit ihren zackigen Kämmen. Weit draussen im Osten schien der Kantschendschunga in der Luft zu schweben. Von allen Ausblicken, die ich je genoss, wird dieser die Krone der Erinnerung bleiben.
Nachdem ich etwas Nudeln mit Tomaten und Obstmus gegessen hatte, bereitete ich mit den zwei Schlafsäcken ein bequemes Lager. Ich streckte mich schräg durchs Zelt und suchte die grösseren Steine der Unterlage zu vermeiden. Die Geister und Wachhunde Tschomolungmas liessen mich ungeschoren. Auch drohte kein Wind, mich mitsamt dem Zelte in die Tiefe zu schleudern. Ich vermochte meine Wärme einigermassen zusammenzuhalten und schlief recht gut.
In der Frühe packte ich den Rucksack und fügte einige Nahrungsmittel für die Everestbesteiger hinzu. Um 8 Uhr erstieg ich den Hang hinterm Lager V und gelangte bald auf die Kammhöhe des Nordgrates. Bisher war es klar und nicht übermässig kalt gewesen; jetzt aber bildeten sich Nebelbänke im Westen und zogen über die Bergflanke dahin. Glücklicherweise wurde der Wind nicht stärker. Auch schloss ich aus der Helligkeit über mir, dass die obern Teile des Berges nebelfrei blieben. Infolgedessen fühlte ich keine Beunruhigung. Im Geiste sah ich Mallory und Irvine schon den Gipfelhang emporsteigen. Da der Wind sie nicht behinderte, stand glattem Vordringen auf der Grathöhe der Nordostschulter nichts im Wege.
Ich wollte einen grossen Bogen durch die Nordflanke machen und die Gesteine untersuchen. Unten besteht der Berg aus Gneisen, über denen veränderte Kalke liegen. Hie und da sieht man helle granitische Gesteine zwischen die andern Schichten eingeschoben. Da das Gestein in einem Winkel von 30° einfällt und da der Hang etwa 45° geneigt ist, sehen wir dachziegelartig gelagerte Platten. Stellenweise trifft man auf kleine, bis zu 15 m hohe Steilstufen, die sich leicht überklettern oder umgehen lassen. Der Kalk ist durch das Eindringen der heissen Granitgesteine verhärtet worden und daher nicht besonders brüchig. Jedoch liegt auf den Platten oft ziemlich viel Geröll, das die Arbeit sehr mühsam macht, zumal wenn noch Neuschnee hinzukommt. Dadurch wird das Gehen verdriesslich, denn man muss sich plagen und aufpassen, obgleich keine eigentlichen Kletterschwierigkeiten vorhanden sind. Auch ist man gänzlich auf den sichern Tritt angewiesen, weil der Fels fürs Aufstützen mit der Hand nicht steil genug ist.
Bei 7800 m packte ich einen kleinen Vorsprung an, der sich wohl ebensogut hätte umgehen lassen. Es kam mir mehr darauf an, zu sehen, wie mein Körper in dieser Höhe mit der Kletterei fertig wurde. Als ich die 30 m überwunden hatte, lichtete sich der Nebel über mir, und der Gipfel wurde klar. Auf einem Schneefelde unter der vorletzten Stufe zur Gipfelpyramide erspähte ich einen schwarzen Punkt, der sich der Felsenstufe näherte. Ein zweiter folgte, während der erste den Vorsprung erkletterte. Leider zog sich der Vorhang wieder zu, so dass ich nicht mehr feststellen konnte, ob der zweite Bergsteiger seinen Gefährten eingeholt hatte.
Ich wunderte mich, Mallory und Irvine erst jetzt, um 1250 Uhr, an dieser Stelle zu erblicken. Ich wusste nicht genau, ob ich die « erste Stufe » oder die « zweite Stufe » vor mir hatte. Jedenfalls wollte Mallory planmässig spätestens um 8 Uhr bei der zweiten Stufe sein. Auf Lichtbildern der Nordflanke vom Standlager aus sieht man die zweite Felsstufe sehr gut. Sie liegt nicht weit vom Fusse der Gipfelpyramide und bezeichnet den Anfang des kurzen, firnbedeckten Schlussteiles des Nordostgrates. Um dieselbe Strecke weiter nach links liegt die erste Stufe. Wegen der Verkürzung von meinem Standpunkte aus, konnte ich die Lage des Ortes nicht deutlich ausmachen, doch glaubte ich die zweite Stufe vor mir zu haben. Es kann aber auch sein, dass diese vom näheren Gelände verdeckt wurde. Jedenfalls hatte ich den Eindruck, dass die beiden sich beeilten, wie um verlorene Zeit einzuholen.
Zwar bewegte sich nur einer zurzeit über das anscheinend leichte Gelände, aber das genügt nicht, um daraus den Schluss zu ziehen, dass sie angeseilt gingen. Dieser Umstand wird wichtig, wenn man Vermutungen über ihr Schicksal anstellt. Vielleicht sind sie durch den Neuschnee aufgehalten worden, den ich auf den oberen Felsen bemerkte. Für Leute mit dem schweren Sauerstoffgepäck bedeuten schneebedeckte Geröllplatten sehr langsames Vordringen. Obgleich nicht sehr wahrscheinlich, so ist es doch möglich, dass die Nebelschicht, in der ich stak, den Aufstieg behinderte.
Als ich gegen 2 Uhr das Lager VI erreichte, begann es zu schneien; der Wind wurde stärker. Ich legte die Vorräte ins Zelt und beschloss, für ein Weilchen Unterschlupf zu suchen. Innen befand sich ein gemischtes Warenlager aus Kleidern, Nahrungsmitteln, Sauerstoffflaschen, Teilen von Apparaten, Draussen lagen noch mehr Sauerstoffgeräte und die Duraluminträger. Es sah ganz nach Umbauarbeiten aus, als ob es Schwierigkeiten mit den Geräten gegeben hätte. Indes kannte ich Irvine zu gut, um mir Sorgen zu machen. Er machte sich gar nichts daraus, die halbe Nacht mit Basteln zu verbringen und Aufgaben zu lösen, die nachher vielleicht gar nicht an ihn heran-traten. Er war glücklich, wenn er inmitten eines Haufens von Teilen und Werkzeugen mit technischen Schwierigkeiten ringen durfte. Hier oben waren Irvines Hilfsquellen natürlich arg beschränkt. Aber mit einem Schraubenschlüssel und einer Flachzange vermochte er Wunderdinge zu verrichten.
Ich fand keinen Zettel mit Nachrichten vor, so dass wir niemals wissen werden, ob die beiden aufgehalten wurden und wann sie aufbrachen. Es schneite weiter, und ich fragte mich, ob das Wetter die beiden wohl zur Umkehr nötigen werde. Infolge seiner Lage zwischen Felsen ist das Zelt nicht leicht zu finden. Daher stieg ich etwa 60 m gegen den Gipfel hin und pfiff und juchzte für den Fall, dass sie in Hörweite waren. Dann suchte ich hinter einem Block Schutz gegen das Schneetreiben. Da man nur einige Meter weit sehen konnte, wandte ich mich der unmittelbaren Umgebung zu und betrachtete das Gestein. Aber Schnee und Wind liessen meinen geologischen Eifer bald erkalten. Nach einer Stunde machte ich mich auf den Rückweg. Sollten Mallory und Irvine umgekehrt sein, so konnten sie noch lange nicht in Rufnähe sein, erst recht nicht bei diesem Wetter.
Als ich wieder ins Lager VI kam, hatte sich das Unwetter gelegt und die Sonne schien auf die Nordflanke. Der Neuschnee verdunstete, ohne zu schmelzen. Die Gipfelregion wurde sichtbar, aber nach den beiden Bergsteigern spähte ich vergeblich aus. Dann erinnerte ich mich daran, dass Mallory mich ausdrücklich gebeten hatte, rechtzeitig zum Nordsattel abzusteigen und die Räumung vorzubereiten. Wenn irgend möglich, wollten wir alle schon heute gleich nach seiner Rückkehr zum Lager III absteigen. Der Monsun konnte jeden Augenblick ausbrechen.
Sollten die beiden gezwungen sein, hier oben zu übernachten, so durften sie mich nicht antreffen, denn im Zelte konnten nur zwei Menschen liegen. Ich legte Mallorys Kompass an eine auffällige Stelle bei der Türe, ass etwas, legte die übrigen Vorräte bereit und verschloss das Zelt. Um 430 Uhr verliess ich das Lager VI, mich unterwegs häufig umschauend. Jedoch war niemand zu sehen. Es bestand auch wenig Aussicht, Menschen in den dunklen Schrofen zu entdecken, es sei denn, dass sie gerade einen der seltenen Schneeflecken überschritten oder sich auf dem Kamme gegen den Himmel abzeichneten.
Ich stellte bei dieser Gelegenheit fest, dass man den Abstieg kaum beschwerlicher findet als auf massigen Bergeshöhen. Mit den Anstrengungen des Aufstieges lässt sich der Abstieg überhaupt nicht vergleichen. Bergsteiger, die nicht zu Tode erschöpft sind, können daher schnell abwärts gelangen und vor Anbruch der Nacht in den sichern Hafen einlaufen. Gerade die Fähigkeit zum schnellen Absteigen scheint mir zu beweisen, dass der an die Höhe gewöhnte Bergsteiger des Sauerstoffes nicht bedarf. Der Schneestreifen auf der Luvseite des Nordgrates zwischen 7560 m und 7160 m war hart und steil genug für eine flotte Abfahrt, so dass ich schon um 6 3/4 Uhr auf dem Nordsattel stand. So vermag man den drei- bis vierstündigen Weg zum Lager V in umgekehrter Richtung in 35 Minuten zurückzulegen. Nur muss man sich beim Abfahren hüten, in die Steine zur Linken oder auf den Wächtenrand zu geraten. Eine gute, wenn auch verkürzte Ansicht dieses Schneestreifens bietet das Titelbild des Buches « Mount Everest; Der Angriff 1922. » Hazard empfing mich mit einer herrlichen Suppe aus sechs verschiedenen Maggiwürfeln. Trotzdem ich auf den Bergen wenig vom Durst geplagt werde, war ich doch erstaunt, dass die Everestluft mich nicht mehr austrocknete. Jedenfalls waren die von Hazard erzeugten Tee- und Suppen-fluten mehr als ausreichend, um den Feuchtigkeitsverlust der letzten zwei Tage zu ersetzen. Und es waren zwei Tage voller Eindrücke gewesen, die sich in der Erinnerung nie verwischen werden. Dazu die Spannung, mit der man nach den Erwarteten auslugte. Aus aufrichtigem Herzen wünschte man sie erfolggekrönt zurück.
Dass man Mallory und Irvine nicht zu früh erwarten durfte, war ja klar, denn sie hatten sich beim Aufbruche verspätet. Vielleicht erreichten sie VI oder V erst beim Einbrüche der Dunkelheit. In der hellen Nacht schauten wir lange nach Zeichen aus. Später schimmerte schwaches, von den Firngipfeln zurückgeworfenes Mondlicht auf der Flanke des grossen Berges. Vielleicht beleuchtete es die heimwärts gewandten Schritte der beiden Einsamen da droben.
Am nächsten Morgen richteten wir die Feldstecher auf die Hochzelte; nichts rührte sich. Gegen Mittag beschloss ich, auf die Suche zu gehen, und verabredete mit Hazard einen einfachen Zeichenschlüssel. Bei Tage sollte ich Schlafsäcke auf den Schnee legen, so dass sie bestimmte Figuren bildeten. Nachts wollten wir uns durch Lichtblitze verständigen. Selbstverständlich kannten wir auch das alpine Notsignal. Von den drei auf dem Nordsattel befindlichen Trägern vermochte ich zwei zum Mitgehen zu bewegen. Wir brachen um 12 ¾. Uhr auf und mussten wieder mit dem bitterkalten Westwinde kämpfen, der hier fast immer bläst und auch Mallorys und Bruces Versuch vereitelt hatte.
Die Scherpas waren kleinmütig; der eine Hess sich nur mit grosser Mühe aufmuntern. Trotzdem erreichten wir das Lager V in der recht guten Zeit von 3¾ Stunden. Ich erwartete, die Gesuchten hier nicht anzutreffen, weil ich von unten aus kein Lebenszeichen bemerkt hatte. Alle Hoffnungen verdichteten sich somit aufs Lager VI. Aber auch diese Aussichten waren sehr trübe, denn dort oben war tagsüber alles still geblieben. Ich konnte heute nicht mehr weiter vordringen, auch wenn die Träger bereit gewesen wären. Es war schon zu spät. Heftige Windstösse drohten die Zelte zu entwurzeln. Durch die fliegenden Wolkenfetzen erhaschte man flüchtige Blicke in die Gluten des Sonnenunterganges. Mit der Nacht steigerte sich der Wind, und die Kälte nahm zu. Die Träger hatten keine grosse Lust zum Essen und wickelten sich bald in die Schlafsäcke. Ich überzeugte mich noch von der Festigkeit ihrer Zeltstricke.
Nachdem ich auch meine Behausung geprüft hatte, legte ich das Sauerstoffgerät zurecht und schraubte das mitgebrachte Mundstück an. Dann kochte ich Nudeln und Hackfleisch auf dem Metabrenner; dazu etwas Tee. Die Nacht war ausserordentlich kalt; der Wind drang durch alle Ritzen. Trotzdem ich mit den Kleidern in zwei Schlafsäcken lag, wollte mir nie recht warm werden.
In der Frühe blies der Wind noch immer sein grausames Lied. Die Träger waren halb erstarrt und rührten sich nicht. Beide schienen bergkrank zu sein. Ich forderte sie zum Mitgehen auf. Aber sie machten Zeichen, dass sie krank seien und absteigen wollten. Da ich ihnen nicht zuviel zumuten durfte, begleitete ich sie ein Stückchen abwärts und bat sie, so schnell wie möglich zum Nordsattel zu eilen. Ich wandte mich dem Lager VI zu und hoffte, mit Hilfe des Sauerstoffes gut vorwärts zu kommen. Aber der ungestüme Gratwind verdammte mich zum Schleichen. Von Zeit zu Zeit musste ich hinter einem Felsen Schutz suchen, um wieder warm zu werden. Noch etwa eine Stunde vom Lager VI entfernt, kam ich zur Einsicht, dass mir der Sauerstoff wenig nütze. Ich trug eine einzige Flasche, der ich bisher nur kleine Mengen entnommen hatte. Um nichts unversucht zu lassen, erhöhte ich die Zufuhr und tat längere Atemzüge. Ausser einer kaum bemerkbaren Abnahme der Beinmüdigkeit verspürte ich nicht das Geringste. In Anbetracht der Erfahrungen anderer wunderte ich mich sehr darüber. Vielleicht war mir die Anpassung an die sauerstoffarme Höhenluft besonders gut gelungen. Ich drehte das Gas ab, ohne an den bösen Folgen zu leiden, die von der Theorie verlangt werden. Die Flasche einstweilen auf dem Rücken behaltend, liess ich das lästige Mundstück hängen und kam ebenso gut voran. Wie man hier oben keuchen muss, das würde allerdings auch für geübte Schnelläufer eine neue Offenbarung sein.
Mit Ausnahme einer vom Winde umgerissenen Stütze, lag im Zelt VI noch alles so, wie ich es vor zwei Tagen verlassen hatte. Ich warf die Gas-rüstung ab und stieg weiter. In der kurzen Zeit, die mir übrigblieb, wollte ich der vermutlichen Anstiegslinie von Mallory und Irvine folgen. Der Gipfelbau des Mount Everest gehört wohl zu den unwirtlichsten Teilen der Erdoberfläche, zumal wenn der Sturm die düsteren Flanken des Berges peitscht. Und wie grausam ist dieser Wind, wann er jeden Schritt hemmt, der verlorenen Freunden gilt.
Nachdem ich mich zwei Stunden abgemüht hatte, erkannte ich die Aussichtslosigkeit, in dieser riesigen Steinwüste eine Spur der Vermissten zu entdecken. Nur eine grössere Rettungsmannschaft konnte hier planmässig suchen. In der Gegend, wo ich die beiden zuletzt gesehen hatte, musste man auf ihre Fährten stossen; aber allein vermochte ich nicht, bis zu dieser Stelle des Nordostgrates vorzustossen, vor allem nicht, weil es schon viel zu spät war.
Mit Widerstreben ging ich ins Lager VI zurück und flüchtete mich für einen Augenblick ins Zelt. Als der Wind etwas nachliess, benutzte ich die Gelegenheit, um die zwei Schlafsäcke auf einen steilen Schneefleck zu schleppen. Ich musste alle Kräfte aufbieten, denn der Wind war immer noch stark genug und drohte, mir meine Bürde zu entreissen. Die in T-Form ausgelegten Säcke meldeten Hazard, dass ich niemanden gefunden hatte. Das Zeichen wurde auf dem Nordsattel richtig gelesen; jedoch verhinderte mich die schlechte Beleuchtung daran, Hazards Antwort auszumachen.
Als einzig wertvolle Stücke rettete ich Mallorys Kompass und den von Irvine gebauten Sauerstoffatmer. Dann verschloss ich das Zelt und warf einen letzten Blick auf den Gipfel, der durch die fliehenden Wolken lugte.
Ernst und kalt erschien mir sein Antlitz; auf meine Frage nach den Freunden antwortete des Sturmes gellender Spott.
Hatten wir das Heiligtum geschändet? Aber dann schaute ich wieder auf die hehre Gestalt und ward eines versöhnenden Hauches bewusst. Wer sich ihr anbetend nähert, den packt es mit unwiderstehlicher Gewalt; er muss die höchste und heiligste Opfer stelle erreichen. Warum säumten die Freunde, wenn sie nicht verzaubert waren?
Der ferne Nordsattel mahnte mich, den einstürmenden Gefühlen einstweilen Halt zu gebieten. Dort unten wartete man auf Nachricht. Sollte ich hier oben bleiben und die Suche fortsetzen? Durfte ich hoffen, die beiden noch lebend anzutreffen? Nachdenklich begann ich den Abstieg. Aber der Wind rüttelte mich aus den Gedanken; die geröllbesäten Platten forderten Vorsicht, Auf den leichtern Strecken des Grates beschleunigte ich meine Schritte, musste jedoch von Zeit zu Zeit hinter einen Felsen treten und mich vergewissern, ob Hände oder Füsse noch nicht zu erfrieren begannen. Hazard sah mich kommen und schickte mir den einzigen Scherpa entgegen, der noch bei ihm war.
Auf dem Nordsattel fand ich einen Brief von Norton vor, der mir bestätigte, dass ich richtig gehandelt hatte, denn Norton fürchtete, dass der Monsun mit jedem Augenblick ausbrechen könne. Am nächsten Morgen beluden wir drei uns mit den wertvollsten Sachen, die Zelte zurücklassend, und eilten bei schönem Wetter über den « Lawinenweg » hinab. Im Lager III befand sich niemand ausser Hingston und Shebbeare, die im Begriffe standen, den Ort zu räumen. Nach kurzer Rast wanderten wir zum Lager II, wo wir übernachteten. Tags darauf erreichten wir das Standlager, wo der Frühling mit Blumen und Bienen Einzug gehalten hatte.
Nach Hazards Messungen ( mit dem Theodoliten vom Standlager aus ) ist die zweite Stufe 8604 m hoch, die erste Stufe 8534 m. Sind Mallory und Irvine dort, wo ich sie sah, nur bei der ersten Stufe gewesen, so gebührt Norton die Ehre, den bisher höchsten Punkt erreicht zu haben ( 8564 m ).
Warum sind Mallory und Irvine nicht zurückgekehrt? Von der zweiten Stufe aus fehlten noch 240 m senkrechter und 500 m wagrechter Entfernung zum Gipfel. Wenn sie auf keine besonderen Hindernisse stiessen, konnten sie um 3 oder 3 1/2 Uhr auf der Spitze sein. Vor dem Abmarsch aus dem Lager VI hatte Mallory an Noel geschrieben, dass er um 8 Uhr früh am Fusse der Gipfelpyramide zu sein hoffe ( 8625 m ). Die beiden Bergsteiger hatten sich somit um fünf bis sechs Stunden verspätet. Da man für den Abstieg vom Gipfel zum Lager VI fünf bis sechs Stunden rechnen muss, war es fast unmöglich, dieses vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. Aber die Nacht war klar und mondhell, wenn auch der Mond erst später aufging. Trotzdem ist nicht ausgeschlossen, dass sie das Zelt verfehlten und ein Freilager beziehen mussten, was in ihrem erschöpften Zustande natürlich besonders gefährlich war. Selbstverständlich kannte Mallory diese Gefahr, vermochte aber nichts dagegen zu tun. Das Einschlafen in dieser Höhe und bei dieser Kälte ist nahezu mit dem sicheren Tode gleichbedeutend.
Norton verwirft obige Annahme, weil keine Lichtzeichen gesehen worden sind. Obgleich ich das Gewicht dieses Einwandes anerkenne, halte ich ihn doch nicht für durchaus entscheidend, weil Laterne oder Magnesiumfackel versagt haben können. Da ich im Zelte VI zwei Fackeln vorfand, bleibt die Möglichkeit, dass man in der Eile des Aufbruches überhaupt vergessen hat, eine mitzunehmen.
Der Bergsteigertod durch Absturz liegt ebenfalls nahe. Dann mussten sie durch das Seil verbunden sein, worüber die von mir beobachteten Bewegungen keinen deutlichen Aufschluss gaben. Natürlich kann ein Ab-stürzender den unter im Nachfolgenden mitreissen, auch wenn man nicht angeseilt ist. Aber wer mag bei Mallorys Geschicklichkeit und Erfahrung an einen Absturz glauben. Für ihn war das Gelände ja kinderleicht. Auch Sandy Irvine ging sehr sicher. Als Zweiter kam er jedenfalls überall mit, wie ich von Norwegen und Spitzbergen her genau weiss. Allerdings wurden sie durch die Sauerstoffausrüstung behindert, wie aus Mallorys Zettel hervorgeht. Ist es aber denkbar, dass so tüchtige Leute bei einer leichten Kletterei jeden Halt verlieren? Immerhin sind Fälle bekannt, wo gute Bergsteiger infolge unglücklicher Umstände oder aus Erschöpfung abstürzten.
Auf dem Kamme des Nordostgrates sieht man aus der Ferne nur zwei Stellen, die Schwierigkeiten vermuten lassen. Deren erste ist die zweite Stufe, die von weitem zwar steil, aber auf der Nordseite übersteigbar aussieht. War es wirklich die zweite Stufe, wo ich die Bergsteiger zuletzt erblickte, so konnte von Schwierigkeiten nicht die Rede sein, denn der vorangehende Punkt — vermutlich Mallory — überwand dieses Gratstück in fünf Minuten. Sodann stösst man am Fusse der Gipfelpyramide auf steilere Platten, die in den leichten Gipfelgrat übergehen. Norton hat dicht unter dieser Stelle gestanden und hält sie bei Neuschnee für ziemlich gefährlich, wenn jemand ausrutschen sollte. Ohne Oberst Nortons örtlichen Augenschein zu bezweifeln, möchte ich darauf hinweisen, dass sich die Stelle durch einen wagrechten Quergang nach rechts umgehen lässt. Das ergibt sich aus Somervells Lichtbild ( von 8500 m ) und aus Noels telephotographischer Aufnahme von oberhalb des Lagers III. Solch geringfügige Hindernisse können einen Alpinisten von Mallorys Erfahrung weder lange aufgehalten noch gänzlich abgeschlagen haben. Er und Irvine würden es ganz bestimmt nicht auf einen Fehltritt ankommen lassen, dessen Folgen ihnen allzu deutlich vor Augen standen.
Schliesslich hat man noch daran gedacht, dass vielleicht der Sauerstoff versagte. Nach meinen Erfahrungen erscheint es vollkommen unglaublich, dass sie dadurch am Weitergehen, geschweige denn am Abstiege verhindert worden wären. Auf Mallorys Zettel stand, dass sie bisher nur wenig Sauerstoff gebraucht hatten und dass jeder nur zwei Flaschen mitnehmen wollte. Sie waren zudem schon so an die Höhe gewöhnt, dass ein Zusammenbruch sehr unwahrscheinlich ist.
Ich bin dafür, dass Mallory und Irvine den Tod durch Erfrieren im Freilager fanden. Zwar hatte Mallory gesagt, dass er kein tollkühnes Wagnis laufen werde, aber wer weiss, zu welchen Entschlüssen zwei Leute an den Pforten des Sieges kommen. Ob der Ruf der Sehnsucht nicht die Stimme der Klugheit übertönte, als Mallory das Ziel zum Greifen nahe sah? Das Vertrauen in seine oft erprobte Kunst und das Vertrauen in den bewährten Begleiter mögen ihn zum kühnen Wurfe verleitet haben. Von Irvine wissen wir, dass er alles daran setzen wollte, um den höchsten Preis zu erringen. Wer unter uns würfe den ersten Stein? Wir alle haben auf so manchem Bergesriesen dem Sturme und der Dunkelheit getrotzt. Wer von uns hätte das Übermenschliche vollbracht und sich gemeistert, als die Erfüllung lockte? Die Frage, ob der Mount Everest bezwungen ward, bleibt unbeantwortet, weil sichere Beweise fehlen. Überdenkt man jedoch alle Möglichkeiten, so ergibt sich die grosse Wahrscheinlichkeit, dass Mallory und Irvine auf dem höchsten Gipfel der Erde gestanden haben.N. E. Odell.