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GEMEINDEREISE UND LEBENSREISE
Je mehr man sich mit dem Text von Apg 27 und 28 beschäftigt, je mehr fallen einem die Details auf und - die Vielschichtigkeit einer möglichen aktuellen Auslegung. Der Titel "Gemeinde im Sturm" zeigt, wohin der Vergleich hauptsächlich zielt. Aber was ist "Gemeinde" ohne die menschlich-persönliche Note in ihr? Wir sehen doch oft, dass alles, was die Gemeinde im Grossen durchmacht, auch der Mensch im Kleinen erlebt und erleidet. Somit sind uns unter anderem zwei Dinge in diesem Reisebericht besonders aufgefallen: zum einen die Zahl 276 mit ihrem geheimnisvollen, einmaligen Vorkommen in der Bibel. Zum anderen, etwas spezifischer, die Benennungen der Schiffe, insbesondere das zweimalige Erwähnen eines "alexandrinischen" Schiffes.
Die 276 - siehe Kap. 3 "Die Zahl 276" - weist auf den "Aufbau" des MENSCHEN hin und auf die zentrale Bedeutung des zu rettenden Menschen. Es stellt sich die Frage: Symbolisiert die Reise, insbesondere die Schiffsreise nicht nur die Gemeindereise sondern auch die "Lebensreise" eines jeden Menschen, der sich auf den Weg (aufs Schiff) begibt? Und das vom Anfang an, von der Gründung/Entscheidung seines bewusst gewählten Weges (= Jerusalem) bis zu dessen Ende, zu seiner Erfüllung (= Rom)? Könnte dann nicht jedes Detail des Berichtes auf Details der Persönlichkeit hinweisen und auf Lebensabschnitte, wie solche die "im Hafen", "auf hoher See", "im Sturm", "auf der Insel" etc. erlebt werden? Oder, dass die verschiedenen Reisegefährten auf dem Schiff gar verschiedene Fragmente (Teile) unserer Persönlichkeit darstellten?
Diese Ansicht des Textes fügt zu der Betrachtung "Schiff = Gemeinde" eine sehr interessante Note hinzu und öffnet dem dazu geneigten Leser eine neue "Innenwelt" von sich selbst und seines momentan gelebten Weges. Beispiel: Wo kommt das Fragment des Besserwissers oder des nicht-auf-prophetische-Worte-Hörenden in MIR vor (vergleiche Apg 27,11)? Oder des Egoisten (Apg 27,30)? Oder gar des Mörders (Apg 27,42 mit Matth. 5,21-22)? Dies gilt natürlich auch für die guten Fragmente wie die des Ermutigers in MIR (Apg 27,34) oder des Edelmütigen (Apg 27,3)... wer will, mache sich auf die Reise in den Text hinein!
Zu der alexandrinischen Herkunft der beiden letzterwähnten Schiffe im Text Apg 27/28 gäbe es einige Überlegungen zu machen, die sich besonders auf die Namensbedeutung "Alexander" beziehen. "Alexander" als Eigenname kommt 6mal in der Schrift vor: Markus 15,21; Apg 4,6; Apg 19,33 = 2x; 1. Timotheus 1,20; 2. Timotheus 4,14. (Der Name war wohl jeweils auch als Hommage an Alexander den Grossen gedacht). Die Bedeutung (s. Kap. 2 "Die Schiffe") ist "Männer- Verteidiger" und "Helfer des Mannes/Menschen". Als Bezeichnung von Herkunft und Geisteshaltung kommt der Name in Apg 18,24 und 6,9 vor. Und in unserer Textbetrachtung in Apg 27,6 und 28,11 als Herkunftsbezeichnung der Schiffe, also insgesamt 10mal.
Was könnte das aussagen?
Die Zahl zehn ist die Zahl einer in sich abgeschlossenen Gruppe, siehe die zehn Plagen in Ägypten, die zehn Männer aus Sacharja 8,23 oder die zehn Jungfrauen in Matthäus 25,1-13. Die vorkommenden "Alexander" fangen als positive Nennung an - mit dem Sohn des Simon von Kyrene, der Jesus das Kreuz trug und der offensichtlich einem grösseren Kreis von Christen im Umfeld des Markus gut bekannt war (Markus 15,21) und hören mit Alexander dem Schmid (Timotheus 4,14) auf, "der viel Böses tat". Die "Menschenhelferseite" in uns könnte eine ähnliche Entwicklung durchmachen... doch segelt das zweite alexandrinische Schiff noch unter dem bedeutungsvollen Nebenzeichen der Zwillinge. Und dies weist in eine sehr positive Richtung...
Die Schiffe als "Hüllen", die Schiffe als Kennzeichnung der Lebens-/Reiseabschnitte, die Schiffe als Lebenseinstellung – sie bedeuten wohl vieles miteinander. So wie das erste Schiff von Cäsarea aus ein "adramyttisches" Schiff ist und vermutlich "reine Stärke" heisst, so ist auch meist der erste Lebensabschnitt mit der dazugehörigen Geisteshaltung "adramyttisch", also von der eigenen Stärke überzeugt! Mit dem Schiffswechsel auf ein "alexandrinisches" Schiff kann sich ein Wechsel der Lebenseinstellung zum "Menschen-helfen" zeigen, weg von der reinen, starken Ichbezogenheit. Beim letzten Schiff, nach den Erfahrungen auf der Insel Melite, kommt zum Menschenhelfer" noch die zusätzliche Erkenntnis des "Zwillingswesens" hinzu - welches in dem Zusatz "unter dem Zeichen der Zwllinge" zu sehen wäre (siehe Abschnitt "Das Schiffszeichen der Dioskuren").
Nochmals: die einzelnen Reiseabschnitte fallen unter ein sehr persönliches Licht, vom Leser zu entdecken! Am Ende wartet "Rom". Wie mag wohl "unser Rom" aussehen? Als Gebundene und Freie zugleich wie Paulus in Rom? Scheint am Ende der Apostelgeschichte eine Christusähnlichkeit durch, die wir nur schwer verstehen können bevor wir dort angekommen sind? Was immer auch sein wird, der Sturm (Gottes) bringt die Menschen im Sturm (und wenn es sein muss mit der Gemeinde im Sturm!) an den richtigen Platz ihres Weges.
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SCHWIMMEN LERNEN - LERNEN, VÖLLIG ABHÄNGIG VON GOTT ZU LEBEN.
HESEKIEL IM TEMPELWASSER
Der Prophet Hesekiel beschreibt im 47. Kapitel ein visionäres Erlebnis, das uns buchstäblich in die Tiefe Gottes führt. Unter der Schwelle des (Gottes-)Hauses fliessen Wasser hervor. Ein Mann (ein Engel?) misst sie mit einer Messschnur und liess Hesekiel durch die Wasser gehen. 1000 Ellen weit reicht das Wasser bis an die Knöchel, die nächsten 1000 Ellen bis an die Knie. Wieder 1000 Ellen weiter reicht das Wasser bis an die Hüften und bei den letzten 1000 Ellen steigt es so hoch, dass Hesekiel nicht mehr hindurch waten kann, sondern - schwimmen muss.
Eine gebräuchliche Deutung zeigt den Weg "im heiligen Wasser" auf als persönlichen Weg eines Menschen mit Gott. Anfänglich hat man im Glaubensleben viel "Bewegungsfreiheit", man kann sich im knöcheltiefem Wasser nur wenig behindert nach links und rechts wenden. Bei knietiefem Wasser wird das freie Gehen bereits träger, bei hüfttiefem Wasser verlangsamt sich nahezu jede Bewegung. Mit steigendem Wasserpegel wird der Wandel mit Gott immer beschwerlicher. Man kann nicht mehr wie früher schnelle, eigene, richtungsgebende Entscheidungen treffen. Man tritt immer unsicherer auf den Grund und weiss nicht so recht: soll ich schon schwimmen, oder ist das Wasser noch nicht tief genug? Die letzten 1000 Ellen Weg bringen erst dann eine klare Entscheidung, wenn es einfach nicht mehr anders geht ... es gilt, sich vom Wasser tragen zu lassen, man MUSS schwimmen. Der Gläubige weiss, jetzt muss ich mich ganz Gott überlassen, jetzt bin ich ganz in seiner Hand, jetzt bestimmt er den Weg! Vier mal 1000 Ellen Weg, vier Arten von Gottesführung von der Jugend bis zum Alter? Johannes nennt die Stufen: Kindlein, Kind, junger Mensch, Vater (1. Joh.2,12-14). Im Strom Gottes kommen wir zur "Reife des Schwimmens".
Erst nach der Erfahrung des Schwimmens darf Hesekiel ans Ufer und wird den Weg entlang des Wassers zurückgeführt (Hes. 47,6). Jetzt erkennt er die Bäume, die am Ufer seines Weges wuchsen. Die Reife ermöglicht ein neues Sehen dessen, was Gott in aller Stille während unserer Zeit im Wasser wachsen liess.
SCHWIMMEND ANS RETTENDE UFER
Auch im Reisebericht des Paulus findet dieser geistliche Entwicklungsprozess des Einzelnen Ausdruck. Als das zweite Schiff in der Apostelgeschichte 27 zerbricht, müssen alle Menschen von Bord an das rettende Ufer schwimmen. Glücklich, wer schwimmen kann, denn das Wasser ist tief und sturmgepeitscht. Glücklich, wer schwimmen von Schwimmlehrern (Gemeindeleiter) lernte, als die Lebensreise noch ruhiger verlief. Die Nichtschwimmer sind sehr zu bedauern. Sie halten sich an Schiffsteile geklammert ... wohl in grosser Todesangst. Jeder ist nun auf sich allein, auf Gott gestellt. Jeder schwimmt alleine. Es ist also eine Entwicklung vom "Herdentier" zum Individuum notwendig. Das Schwimmen zu erlernen ist ein persönlicher, individueller Prozess. Jeder hat einen anderen, seinem Wesen entsprechenden Schwimmstil im Sichtbaren. So auch im Geistlichen. Beim Schwimmen überlassen wir unseren Körper, unser Leben dem Wasser, den Impulsen Gottes. Wir suchen den Rhythmus, den Gleichklang mit ihm. Dies bedeutet ein Leben im Jetzt, ohne langfristige, "religiöse" Planungen, mit Flexibilität im Alltäglichen. Insbesondere durch ein regelmässiges Wortstudium entdecken wir das Wesen Gottes, lernen seine Gedanken verstehen, nehmen ihn selbst in uns besser wahr. Das bringt Vertrauen. Es hilft uns, "zu sein wie die Kinder"! Das heisst, sich auf kindliche Art auf die uns neue Wirkungsart Gottes einzulassen. Kinder entdecken mit Neugier, Unbekümmertheit, Freude und Staunen, wie sie sich Gott überlassen können. Darüber hinaus reifen wir in der Gottesnähe zu "Erwachsenen", die ihre Lebenssituation mit dem Denksinn (DIANOIA, Lukas 10,27) erfassen.
Gott möchte Menschen lehren, sich nicht auf Hilfsmittel, sondern ganz allein auf IHN zu verlassen. So gelangen die Gläubigen in persönlichen Stürmen ans rettende Ufer, die Gemeinde im Sturm an das Ziel ihrer Reise.
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QUINTESSENZ
Die vorliegende Studie betrachtet die Reise des Apostels Paulus, wie sie in Apostelgeschichte 27 und 28 berichtet ist, im Hinblick auf ihre Gleichnishaftigkeit für den Weg Jesu mit seiner Gemeinde.
Dieser Weg führt den Gläubigen von Jerusalem nach Rom, von der "Gründung" zur "hohen Stadt". Ein Teil der Wegstrecke führt durch Wasser und wird von Christen üblicherweise "auf einem Schiff, das sich Gemeinde nennt" zurückgelegt.
Gottes Plan sieht eine günstige Streckenführung mit dem Anlaufen verschiedener Entwicklungs-Stationen an Land und auf dem Wasser vor. Seinen Plan teilt er durch prophetische Geistesträger auf dem Schiff mit und möchte so einen sicheren Kurs bewirken. Die manövrierenden Seeleute an Bord missachten jedoch leider häufig diese Art der Ratgebung. Sie bevorzugen eine auf menschliche Erfahrung und angeeignetes Wissen gegründete Entscheidungsfindung. So geraten viele Schiffe auf dem Kurs nach Rom in den Sturm!
Mitten im Sturm ist es notwendig, den bevorstehenden Schiffbruch als Korrektur Gottes zu verstehen. Das Schiff wird sinken, jedoch möglichst nahe der Küste. Um einen Schiffbruch auf hoher See zu verhindern, muss das Schiff jetzt leichter werden. Es ist Zeit, durch Abwerfen von Ladung und Geräten das sinkende Schiff dem rettenden Ufer zu nähern. Es ist Zeit, sich von kräfteraubenden Diensten zu trennen. Es ist Zeit, für die Menschen an Bord Gottes Wort (den Weizen) zu „essen" und sich zu kräftigen.
Um nicht zu ertrinken, müssen alle an Bord das letzte Stück bis ans Ufer schwimmend zurücklegen, mit oder ohne Hilfsmittel. Glücklich, wer ein geübter Schwimmer ist, doch auch die Nichtschwimmer schaffen es durch das Festhalten an alten Schiffsteilen. Für Schwimmer ist das Leben im Vertrauen auf Gott und das Bewegen im Geist vertraut. Für Nichtschwimmer ist dies vielleicht der erste Kontakt mit dem Wasser. Doch schwimmen kann man lernen!
Eins ist sicher: Gott rettet alle Menschen vom Schiff!
An den neuen Gestaden erwartet sie zunächst Melite – das Honigland, wo süsse Träume von Vollmacht und Gemeinschaft vielleicht vorübergehend wahr werden. Und auf dem dritten Schiff, das endlich Italien erreicht, scheint man eine "geläuterte" Gemeinde zu finden.
Heute gilt es, aktuelle Prozesse verstehen und einordnen zu lernen. Das Ziel des Weges Jesu mit der Gemeinde ist Rom, die hohe Stadt, das neue Jerusalem. Dort findet die Schöpfung ihre Erfüllung!
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Quellenverzeichnis
1. "Lexikon der Symbole" von Udo Becker, Verlag Herder Spektrum
2. Sämtliche Bibelzitate aus der Elberfelder Übersetzung, R. Brockhaus Verlag
3. "Die Reise des Apostel Paulus" von Steward Perowne, Verlag Herder
4. "Wasserwege" von Beat Schenk, Wiese Verlag
5. "200 biblische Symbole" von A. Heller, Paulus Verlag Karl Geyer, Heilbronn
6. "Die Namen der Bibel" von Heinz Schumacher, Paulus Verlag Karl Geyer, Heilbronn
7. In einer Dissertation im Jahre 1987 behandelte Heinz Warnecke die Frage, ob das zweite Schiff mit Paulus an Bord wirklich in Malta strandete. Er kam zu dem Schluss, dass es wahrscheinlich die westgriechische Insel Kephallenia war. Näheres seiner Publikationen ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu erfahren. Für unsere vorliegende Studie spielt Malta vs. Kephallenia keine exegetische Rolle.
8. Zitat aus "Die Religion der Römer und Griechen" von M.W. Heffter, Brandenburg 1845
9. Buchempfehlung: "Götter und Helden der Griechen" von Eckart Peterich, Fischer Verlag
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Weitere Publikationen
Diese und folgende Publikationen können beim Verfasser bestellt werden:
Andrea Xandry, Rieterstr. 33, CH-8002 Zürich Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Dante
Dichter und Visionär des Jenseits.
Artikel im "Christlichen Zeugnis" 4/2001, Campus für Christus, Schweiz. Vergleich der "göttlichen Komödie" von Dante Alighieri mit biblischen Aussagen über "Hölle, Läuterungsberg und Paradies"
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Die Weihnachtsgeschichte, wie sie in der Bibel steht.
Illustriert von Jael Xandry
32 Seiten, broschürt, Eigenverlag
Auch in französisch und arabisch erhältlich
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EV'ADAM
115 Seiten, Studienheft Ringbindung A4, Eigenverlag Thema Menschsein gemäss der Bibel
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Thema Tier
158 Seiten, Leinen, Verlag Gottfried Bernard, Solingen Eine biblisch- ökologische Betrachtung mit spekulativen Gedanken
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Die Dollarnote und die Politik der USA
Für Infos/Betrachtungen aus dem Zeitgeschehen (z.B. "Was sagt uns die Dollarnote über die Politik der USA?") siehe unter Dollar Story
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VIELLEICHT HILFT DIESE STUDIE ...
... um besser zu verstehen, warum es so stürmt in den Gemeinden, den Missionswerken und im Leben vieler Leiter.
...um diese stürmischen Zeiten als von Gott und nicht (nur) vom Widersacher kommend anzunehmen.
...um Ballast über Bord des Gemeindeschiffes zu werfen und ursprünglich erkannten Aufgaben nachzugehen.
...um sich von Diensten und Aufgaben lieber früher als später zu trennen.
...um von Zerbruch statt von religiös gefärbten Leistungen als Basis für erweckliche Zeiten auszugehen.
...um mehr in der persönlich erfahrbaren Führung abhängig von Gott zu werden.
... UND SOMIT FIT FÜRS SCHWIMMEN ZU WERDEN !