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Appenzellerbahn
|Kürzel||AB|
|Bahntyp||Schmalspurbahn|
|Betriebseröffnung||1885-11-10|
|Mutiert||Ab 1988-01-01 Appenzeller Bahnen|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1875 eröffnete AB war im Besitz einer Aktiengesellschaft, die von 1875 bis 1885 «Schweizerische Lokalbahnen» (SLB) hiess, danach bis 1988 «Appenzellerbahn» (AB). In der Statistik wurde von Beginn an der Name «Appenzellerbahn» verwendet. Auch sämtliche Daten sind ab 1875 unter dem Namen/Kürzel AB gespeichert.
Die AB war eine der ersten Schmalspurbahnen der Schweiz und betrieb anfänglich nur die Linie Winkeln–Urnäsch. 1886 kam die Verlängerung nach Appenzell hinzu. Die vorgängige SLB mit Hauptsitz in Basel hatte zwar etliche weitere Bahnen geplant und dafür auch Konzessionen erhalten. Diese erloschen aber aufgrund der ausgebliebenen Realisierung der Projekte. Das ursprünglich dafür vorgesehene Aktienkapital von 4 Mio. Franken wurde nie einbezahlt und verschwand folglich 1878 aus der Statistik (Reduktion des Aktienkapitals von 5 auf 1 Mio. Franken). Zur besseren Transparenz haben wir auch für die Jahre davor das einbezahlte und tatsächlich für die AB verwendete Aktienkapital von 1 Mio. Franken erfasst. Die genannten 4 Mio. Franken wurden zugleich ebenfalls von der Bilanz subtrahiert.
Von Anfang an wies die Statistik für die AB bzw. damals noch SLB eine Bausubvention à fonds perdu von 800'000 Franken aus, ohne näher zu erläutern, woher der Betrag stammte. Dieser wurde 1885 vom Baukonto abgeschrieben, davon 148'265 Franken für das Rollmaterial sowie 193'171 Franken Gründungskosten für die nicht realisierten SLB-Bahnprojekte Stäfa–Wetzikon und Muri–Affoltern–Aegeri. Nach Abzug der Letzteren, die ja nicht in die AB flossen, verblieben somit Subventionen von 606'829 Franken. Die Abschreiber haben wir beim Rollmaterial respektive bei den Bruttobaukosten wieder hinzugerechnet.
Bei den Betriebssubventionen ab 1877 handelte es sich um Anleihezinsen, auf deren Einforderung die Gläubiger zugunsten der AB verzichteten. Aufgrund der prekären Finanzsituation wurden 1885 offenbar aufgelaufene Zinsschulden in Aktienkapital umgewandelt. Zugleich profitierte die AB von einer Anleihe «II. Ranges» in der Höhe von 950'000 Franken «mit bedingter Verzinsung», sofern der Ertrag dafür vorhanden war. Die Zinspflichten der AB halbierten sich dadurch. Da die AB nie eine Dividende ausschüttete, waren vom gesamten Anlagekapital nach 1885 2.9 Mio. Franken oder fast 75 Prozent faktisch zinsfrei. Nach 1905 zahlte die AB eine im Jahr 1900 aufgenommene Hypothekaranleihe zurück. Wie dies finanziell im Detail gehandhabt wurde, ging aus der Statistik nicht hervor.
1913 legte die AB die alte Strecke Herisau–Winkeln still und ersetzte sie durch die neu erstellte Verbindung Herisau–Gossau, was einen verbesserten Anschluss an die Hauptlinie St. Gallen–Winterthur gewährleistete. Mit dem Ausbruch des Weltkriegs 1914 kam die AB jedoch rasch und massiv in finanzielle Bedrängnis, was 1921 zu einer grundlegenden Bereinigung der Bilanz zwang. Dabei verloren die Aktionäre einen Grossteil ihres Kapitals. 1932 erfolgte die Elektrifikation der AB (Gleichstrom). Die Dampfloks wurden durch (elektrische) Triebwagen ersetzt.
1988 ging die AB durch Fusion mit der St. Gallen–Gais–Appenzell–Altstätten-Bahn (SGA) in den neu gegründeten Appenzeller Bahnen (AB) auf.
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: