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Zwei nicht näher bezeichnete Netzwerkkomponenten im Netzwerk von Microsoft sind offenbar von Spammern missbraucht worden, um fragwürdige Medikamenten-Webseiten zu betreiben. Microsoft hat inzwischen verlauten lassen, dass "menschliches Versagen" zum Missbrauch der Infrastruktur geführt habe.
Nachdem am Dienstag der englische 'The Register' berichtete, dass die DNS-Server für rund 1'025 illegale Medikamenten-Onlineshops auf zwei Netzwerkkomponenten im Microsoft-eigenen Netzwerk gehostet wurden, startete der Softwarekonzern eine interne Untersuchung. Gestern Abend dann teilte Microsoft mit, dass man zwei Netzwerkkomponenten in einem Testlabor identifizieren konnte, die wegen einer Fehlkonfiguration gehackt werden konnten. Die Komponenten, welche unter Linux liefen, habe man inzwischen aus dem Netzwerk entfernt.
Offenbar gelang es den Spammern auf den nun entfernten Systemen Domain-Name-Server-Software zu installieren. Diese übersetzen Anfragen von anderen Computern von Domainnamen in IP-Adressen, so dass der entsprechende Computer weiss, welche IP-Adresse (und damit welchen Server) er aufrufen muss, um die vom Nutzer gewünschte Seite anzuzeigen. Der Nutzen für das Betreiben von DNS-Servern oder Webseiten auf Servern bekannter Unternehmen liegt für die Spammer darin, dass damit nicht nur Kosten für den Betrieb der Infrastruktur gespart werden können, sondern auch Spamfilter die Server bekannter Firmen eher bevorzugt behandeln, wie 'The Register' schreibt.
Mindestens ein weiterer Server im Microsoft-Netzwerk war offenbar beteiligt an einer DoS-Attacke gegen Brian Krebs
, einen bekannten amerikanischen Blogger, der kurz zuvor über einen Online-Shop, der gestohlene Kreditkartennummern verkaufte, schrieb. Gemäss dem von der Zeitung befragten Sicherheitsspezialisten Ronald F. Guilmette, seien in den letzten Wochen weitere IP-Adressen grosser Institutionen aufgefallen, die DNS-Server für illegale Medikamenten-Webseiten hosten, darunter Server der University of Houston, der City University of New York oder Server der indischen Regierung. Die missbrauchten Systeme seien inzwischen aber alle gesäubert worden, so Guilmette weiter. (Thomas Bruehwiler)