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Eine Weiterentwicklung des legendären Porsche 550 Spyder ist der 718. Es gab ihn in zahlreichen Spyder-Varianten (RSK bis RS 61), außerdem entwickelte Porsche ihn bis hin zum Monoposto, also Einsitzer, für die Formel 2 und Formel 1 weiter. Privatfahrer setzten den 718 noch bis 1964 in der Formel 1 ein. Somit war der 718 im Rennsport erfolgreicher als sein Vorgänger, der 550 Spyder. Einen dieser 718 möchten wir in diesem Artikel etwas näher betrachten. Es ist der nur einmal gebaute 718 W-RS Spyder mit der Fahrgestellnummer 718-047. Gebaut wurde der Wagen im Jahr 1961, der vom bewährten 1600er Motor mit je 2 obenliegenden Nockenwellen und Königswellensteuerung angetrieben wurde. Bei der Targa Florio 1961 auf Sizilen konnte man damit den Klassensieg erzielen. Ein Jahr später wurde der Wagen modernisiert und umgebaut. Das war damals üblich, man baute nicht einfach ein neues Autos, sondern verwendete, was vorhanden war. So erhielt der 718 W-RS den neuen 8 Zylinder-Boxermotor mit 1981ccm Hubraum. Dieser Motor war ebenfalls porschetypisch luftgekühlt und verfügte über je 2 obenliegende Nockenwellen und Königswelle. 210 PS reichten für eine Spitzengeschwindigkeit von 260 km/h bei einem Leergewicht von nur 684 kg. Geschaltet wurde über ein 6-Gang-Getriebe mit einem Sperrdifferenzial an der angetriebenen Hinterachse. Zur Verzögerung gab es Scheibenbremsen an allen 4 Rädern.
Natürlich konnte Porsche mit diesem Wagen viele Erfolge feiern. Beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1958 konnte der 718 RSK sensationell den 3. und 4. Platz in der Gesamtwertung belegen, mit Jean Behra/Hans Herrmann im 1600er für die Zweiliter-Klasse sowie Edgar Barth/Paul Frère im 1500er. Der Porsche 550A von Carel Godin de Beaufort/Herbert Linge ergänzte den Triumph, bei dem zwei der deutlich stärkeren Dreiliter-Ferrari 250 TR „Testa Rossa“ auf die Plätze verwiesen werden konnten. Erst 1966 sollten die hubraumschwachen Porsche dort wieder aufs Treppchen fahren können. Im Jahre 1960 gelang es Porsche zudem mit Hans Herrmann und Olivier Gendebien erstmals, beim 12-Stunden-Rennen von Sebring einen Gesamtsieg zu erringen. Ebenfalls siegreich waren die 718 RS-Versionen bei der Targa Florio 1959, 1960 und 1963. Dazwischen musste man sich den hubraumstärkeren Ferrari Dino 246SP geschlagen geben. Mit dem Spyder gewann Porsche von 1958 bis 1961 ausserdem ununterbrochen die Europa-Bergmeisterschaft. Im Gegensatz zu heute waren damals Rennwagen viel länger im Einsatz und nachdem die Werke keine Verwendung mehr hatten, gingen viele Wagen an Privatteams, welche die Rennwagen weiterhin einsetzten. So erhielt der Porsche 718 W-RS Spyder wegen seiner langen Karriere den Beinamen ‘Grossmutter’. Selbst heute noch wird das Einzelstück an historischen Motorsportveranstaltungen auf der Strecke gezeigt.
Als Sportwagen-Nachfolger kam nach dem Rückzug aus der Formel 1 1963 der Porsche 904. Ein lustiges Detail am 718 W-RS sind die vorderen Blinker/Standlichter. Statt mit viel unnötigem Aufwand etwas zu bauen hat man kurzerhand Rückleuchten vom damals aktuellen 356er genommen. Passt ganz gut finden wir. Wenn der 718 W-RS Spyder nicht an einem Event eingesetzt wird, kann er im Porsche Museum in Stuttgart-Zuffenhausen bewundert werden, wo auch die Bilder in der kleinen Galerie unten entstanden sind. Weitere Daten und Informationen zur Technik, der Geschichte und der Rennerfolge gibt es im Archiv von Porsche.