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Am 23. Dezember 2015 hat ein Zivilgericht in Amsterdam ausdrücklich bestätigt, dass das Kopieren oder Veröffentlichen der Originalhandschriften der Anne Frank auch nach dem Jahr 2015 eine Verletzung der Urheberrechte darstellt, welche im Eigentum des Basler Anne Frank Fonds liegen. Das Gericht stellte klar, dass eine Veröffentlichung von Anne Franks Originalwerk auch weiterhin der Notwendigkeit einer Bewilligung durch die Rechteinhaberin unterliegt.
Anne Frank kam 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen ums Leben. Nach den allgemein gültigen Regeln würde das Copyright an ihrem Werk am 1. Januar 2016, 70 Jahre nach ihrem Tod, verfallen. Wie der Anne Frank Fonds jedoch bereits erklärt hat, kommt für Anne Franks Tagebuch eine Ausnahme von dieser Regel zur Anwendung (nachzulesen auf www.annefrank.ch/qa-de.html).
Unter holländischem Urheberrechtsgesetz bleibt ein Werk, welches erstmalig posthum und vor 1995 veröffentlicht wurde, bis zum Ablauf von 50 Jahren nach der Ersterscheinung geschützt. Das Gericht bestätigte, dass Anne Franks Schriften erstmals 1986 im Rahmen einer wissenschaftlichen kritischen Ausgabe erschienen sind und deshalb bis zum 1. Januar 2037 geschützt bleiben. Ähnliche Regeln gelten in zahlreichen anderen Ländern, so etwa in Frankreich und den Commonwealth-Staaten. Auch in den USA bleibt das Tagebuch noch während einiger Dekaden geschützt.
Der Anne Frank Fonds äussert sich wie folgt dazu: "Dieser Gerichtsentscheid bestätigt, dass der Anne Frank Fonds der rechtmässige Verwahrer des Werks von und Andenkens an Anne und die Familie Frank ist. Die Stiftung arbeitet darauf hin, gemeinsam mit ihren Partnern sicherzustellen, dass das Tagebuch weltweit in authentischer Form veröffentlicht wird. Wie von seinem Gründer Otto Frank angeordnet, wird der Fonds weiterhin wissenschaftliche Arbeiten, Bildung und Wohltätigkeit unterstützen. Dies ist erneut ein Urteil, welches das Erbe der Familie Frank stützt und würdigt und den Wunsch Otto Franks respektiert, dass der Anne Frank Fonds über jegliche Publikation des Tagebuchs entscheidet.“