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Zitronen
(lat. fructus Citri; frz. Citrons; engl.
Lemons). Dieses bekannte Produkt wärmerer Klimate heißt bei den Italienern eigentlich Limone, woraus
die Benennung Limonade sich erklärt, während eine nicht in den Handel kommende süße Abart den Namen Limette führt. Der
Zitronenbaum soll aus Medien stammen, daher die Linné'sche Benennung Citrus medica. Er wird im ganzen Süden, in Portugal,
Spanien, Italien, den griechischen Inseln und Nordafrika, in Frankreich (hier nur an wenigen Punkten)
kultiviert und es haben sich mancherlei Spielarten desselben gebildet.
Auch auf den westindischen Inseln ist die
Zitronenzucht eingebürgert; es kommen zwar von dort keine Früchte, wohl aber
viel des sauren Saftes nach Europa. Zu uns kommen die meisten Z. aus Italien, von Nizza, Genua, Mentone,
Messina und vom Gardasee. Die Früchte werden dort meist von Handelsgesellschaften auf dem Baume gekauft und in Mengen ausgeführt.
Die spanischen und portugiesischen Früchte gehen hauptsächlich nach England, und das Produkt der griechischen Inseln geht
nach den östlichen Ländern oder wird auf
Öl und Säure verarbeitet.
Die südasiatischen Länder,
China u. a., kultivieren den Baum gleichfalls massenhaft. Da die
Zitronenbäume wie alle
ihre Verwandten immer Blüten und Früchte haben, so werden auch mehrmals im Jahre Ernten und Schnitte gemacht. Der erste
Schnitt, welcher über die Monate Oktober bis Ende Dezember und noch weiter sich ausdehnt, gibt die besten
Früchte; dann folgt der zweite Schnitt, März, April, Mai, und der dritte vom Juni bis Ende September, welcher die am wenigsten
geschätzten Herbst
zitronen liefert.
Alle zum Versenden bestimmten Früchte werden der bessern Haltbarkeit wegen vor der Reife abgenommen und um so unreifer, je weiter sie verschickt werden sollen. Zur Versendung werden sie, meistens einzeln in Papier gewickelt, in Kisten regelmäßig eingeschichtet, und zwar halten die Kisten 4-700 Stück, je nach den Bestimmungsländern und so, daß an die weitesten Bestimmungsorte die Kisten mit den geringsten Anzahlen gehen. Für den Winterversandt in kältere Gegenden werden je eine Anzahl Kisten wieder in ein großes Faß gepackt und mit warmhaltendem Material umstopft. Die Z. bedürfen einer Aufbewahrung in trocknen kühlen Kellern und fleißiges Nachsehen, um alle angegangenen ¶
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und fleckig gewordenen Stücke zu entfernen und das zwischenliegende Papier nötigenfalls zu erneuern. Recht dünnschalige
Früchte sind am meisten geschätzt. Marinierte, d. h. in Salzwasser eingemachte Z. werden
aus verschiednen Gegenden Italiens ebenfalls in den Handel gebracht. Die Verbrauchsweisen der Z. in der Küche, Konditorei,
zu Limonade, Punsch etc. sind bekannt. Es werden dabei entweder alle schmeckenden
Bestandteile der Frucht (Öl, Säure, Bitterstoff) zugleich in Anspruch genommen, oder es kommen Schale und Fleisch, also Öl
und Säure, getrennt zur Anwendung. Zu einem beträchtlichen Anteil wird diese Trennung schon in den Erzeugungsländern vorgenommen
und es gehen daraus als besondere Handelsartikel hervor: Zitronensaft, bezüglich Zitronensäure, und getrocknete
Zitronenschalen (Cortex citri). Da das Öl bekanntlich nur in den Drüsen der gelben Schale, der saure Saft in dem Fleische
sich befindet, so werden beide Teile getrennt, indem man entweder die Schale bandförmig abschält oder die Frucht vierteilt
und das Fleisch wegnimmt. Die Schalen werden nun entweder zur Ölgewinnung verwendet, wonach sie natürlich
keinen Wert mehr haben, oder sie werden getrocknet und so in den Handel gebracht. Die Schalen von Viertelschnitten werden
den bandförmigen vorgezogen. In den Apotheken werden die Schalen zum Teil noch verfeinert, indem man sie in Wasser einweicht
und dann das noch ansitzende Fleisch abschabt. - Zoll: Frische, auch mit Meer- oder Salzwasser übergossen,
Nr. 25 h 1;
bloß in Salz gepökelt, desgl. zerschnitten oder geschält mit Meer- oder Salzwasser übergossen, Nr. 25 h 3;
kandierte Nr. 25 p 1.