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Schweizerisch-finnischer Handelsverkehr. Die Schweiz zieht den Import grosser Mengen traditioneller finnischer Produkte dem Export schweizerischer Industrieprodukte gegen Devisen vor.
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Mein lieber Fritz,
Ich danke Dir herzlich für Deinen liebenswürdigen Brief2 und all die guten Wünsche. Nicht zuletzt möchte ich Dir noch für die Unterstützung herzlich danken, die Du der schweizerischen Delegation und mir in Schweden hast zukommen lassen.
Über den gegenwärtigen Stand der schweizerisch/finnischen Handelsbeziehungen orientiert Dich ein kleines Exposé, das ich Dir in der Beilage3 übermache.
Was die Bemerkung von Herrn Virkkunen anbetrifft, Finnland denke im nächsten Jahr daran mehr Waren gegen freie Devisen in der Schweiz zu kaufen, so muss ich leider sagen, dass uns diese Tendenz durchaus nicht sympathisch ist. Es sind ja nicht Devisen die unserem Lande fehlen und gegen die es Waren abzugeben gewillt ist; was wir von Finnland haben müssen, sind ebenfalls Waren und zwar vor allem seine klassischen Holzprodukte, insbesondere Schnittholz, Zellulose und Papier. Dagegen wären wir wirklich nicht in der Lage gegen Valuten von Drittstaaten – es könnte sich offenbar nur um Pfund oder Dollars handeln – grössere Lieferungen nach Finnland zu unternehmen. Pfund haben wir aus dem Vertrag mit der Sterlingarea4 in überreichem Masse zur Verfügung. Aus der Kreditoperation des Monetary Agreement allein schon 10 Millionen Pfund und mit bezug auf Dollars sieht die Lage ebenfalls nicht gut aus, indem uns die fortgesetzten Dollarübernahmen grosse Sorgen bereiten und vorderhand die Liefermöglichkeiten Amerikas eine zweckmässige Verwendung der grossen Dollarüberschüsse, die die Schweiz besitzt, nicht zulässt. Es ist deshalb absolut unrichtig, dass die Finnen ihre Waren auf Drittmärkten gegen Dollars verkaufen, um dann in der Schweiz dafür Maschinen einkaufen zu können. Dieses Bestreben ist einigermassen erklärlich, wenn man an das Prämiensystem denkt, das zwischen der Schweiz und Finnland besteht. Die Finnen möchten gerne für ihre traditionellen Holzprodukte auf Drittmärkten möglichst hohe Preise erzielen und für die erhaltenen Dollars ohne Prämienzuschlag in der Schweiz Maschinen kaufen. Ich habe bereits den finnischen Generalkonsul, Herrn Dr. Schauwecker, auf dieses Problem aufmerksam gemacht. Er wird Herrn Nykopp in dem nämlichen Sinne wie ich dies hier tue orientieren. Herr Generalkonsul Schauwecker beabsichtigt, Herrn Nykopp im Januar für einige Tage nach Bern einzuladen, um eine kurze Vorbesprechung über das künftige schweizerisch/finnische Warenprogramm vornehmen zu können. Wir möchten nämlich vermeiden, dass sich die Finnen für das Jahr 1947 gegenüber Drittstaaten ausverkaufen und uns dann schliesslich zur Bezahlung ihrer dringendsten Bezugswünsche Devisen anbieten.
Im übrigen hat sich Finnland ausserordentlich angestrengt, den Vertrag vom Juni d. J. einzuhalten. Herr Nykopp hat wirklich das Unmöglichste möglich gemacht, um die vereinbarten Schnittholzmengen in die Schweiz zu bringen. Ich werde ihm dafür noch unsere ganz besondere Anerkennung auszusprechen haben. Durch diese sehr bemerkenswerte finnische Anstrengung werden wir auch in die glückliche Lage versetzt, unsere Gegenkonzessionen Finnland zur Verfügung stellen zu können. Es freut mich, dass Du als eine der ersten Massnahmen Herrn Nykopp oder Herrn Virkkunen unsern Entscheid eröffnen kannst, dass wir für den Gegenwert der finnischen Holzlieferungen plus 50% = Total 4,5 Millionen Franken Exportrisikogarantien zugunsten Finnlands erteilen. Wir haben Dich über diesen Punkt bereits telegraphisch orientiert. [...]
P. S. Wie mir Herr Generalkonsul Dr. Schauwecker mitteilte, hat die Schweizer Spende ganz ausnahmsweise – sie beschränkt ihre Tätigkeit gegenwärtig nurmehr auf unsere Nachbarländer – für Finnland eine zusätzliche Leistung von 1 Million beschlossen.
- 1
- Schreiben (Kopie): E 7110/1967/32/939.↩
- 2
- Nicht abgedruckt. Mit diesem Brief vom 15. November 1946 gratulierte F. Hegg H. Schaffner zu seiner Ernennung zum Delegierten für Handelsverträge.↩
- 4
- Zu den Wirtschaftsbeziehungen mit der Sterlinggebiet vgl. das thematische Verzeichnis in diesem Band: Grossbritannien – Wirtschaftsbeziehungen.↩