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Die Qual der Wahl - Überlastung für unser Gehirn
In der Psychologie ist bekannt, dass eine Vielzahl von Angeboten die Entscheidung erschweren kann. Aber wo ist die Grenze, ab der es zur Überlastung unseres Gehirns kommt? Die Professorin Elena Reutskaja hat mit Forschenden der Universitäten Barcelona, Tübingen und Pasadena eine Antwort gesucht. Sie führten eine Studie durch, bei der die Teilnehmenden eine Auswahl zwischen jeweils sechs, zwölf und 24 Möglichkeiten treffen mussten. Die Gehirnaktivität während der Entschei- dungsfindung wurde per funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT) aufgezeichnet.
Ergebnis: Die Aktivität in den betroffenen Bereichen (im vorderen cingulären Cortex und im Striatum) war bei der Auswahl aus zwölf Möglichkeiten am stärksten. Bei sechs Möglichkeiten war die Aktivität geringer, bei 24 noch geringer. Die Forschenden weisen jedoch darauf hin, dass es sich bei den zwölf nicht um eine magische Zahl handelt. Die ideale Anzahl Möglichkeiten dürfte sich zwischen acht und 15 bewegen. Dies hängt von der erwarteten Belohnung, dem Schwierigkeitsgrad, die Optionen zu bewerten, und einigen persönlichen Eigenschaften der betreffenden Person ab.
Eine zu stark begrenzte Auswahl führt dazu, dass wir uns in unserer Entscheidungsfreiheit beeinträchtigt fühlen. Eine zu grosse Auswahl befriedigt zwar unser Freiheitsbedürfnis, belastet aber unsere Neuronen stark und führt zu Verlust von Zeit. Das Optimum liegt in der Mitte.
Reutskaja, E., Lindner, A., Nagel, R., Andersen, R. A., & Camerer, C. F. (2018). Choice overload reduces neural signatures of choice set value in dorsal striatum and anterior cingulate cortex. Nature Human Behaviour. doi: 10.1038/s41562-018-0440-2