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Asbestentsorgung in der Woiwodschaft (polnischer Verwaltungsbezirk) Lublin
Gesundheitsrisiko Asbest: Eine Herausforderung für Polen
Asbest war wegen seiner hervorragenden Eigenschaften als Baustoff sehr geschätzt, bis die Gesundheitsrisiken von
asbesthaltigem Staub bekannt wurden. Die Schweiz unterstützt Polen dabei, in der Woiwodschaft Lublin ein System zur Überwachung und Entsorgung von Asbest einzuführen, asbesthaltige Abfälle aus
illegalen Deponien zu entfernen und 6'600 Hausdächer zu sanieren.
Asbest ist die Bezeichnung für eine Gruppe natürlich vorkommender, faserförmiger Silikat-Minerale. Da Asbest zugfest, hitze- und
säurebeständig ist, hervorragend isoliert und wenig kostet, wurde es in Polen insbesondere für die Herstellung von Asbestzementprodukten in der Bauindustrie oft verwendet. Heute ist bekannt, dass
Asbestfasern, die beispielsweise bei Renovationen, Abrieb oder Verwitterung freigesetzt und eingeatmet werden, gesundheitsschädlich sind. Bereits geringe Konzentrationen von Asbeststaub in der Luft
können krebserregend sein. Bis 2032 will Polen daher mit Asbest kontaminierte Materialien entsorgen.
Neues Asbestmanagementsystem in der Woiwodschaft Lublin
Im Rahmen des Erweiterungsbeitrags unterstützt die Schweiz mit 13,2 Millionen Franken die Woiwodschaft Lublin bei der
Asbestentsorgung. Sie verbessert damit die Lebensbedingungen und den Gesundheitsschutz der Bevölkerung Lublins, wo noch besonders viel asbesthaltige Bausubstanz vorhanden ist.
Um sicherzustellen, dass Asbest sachgerecht entsorgt wird, werden ein regionales und drei kleine lokale Büros aufgebaut. Diese sind dafür verantwortlich, asbesthaltige Materialien zu identifizieren
und zu überwachen, bis sie neutralisiert sind. In den vergangenen Jahren wurden häufig asbesthaltige Materialien auf illegalen Müllhalden deponiert. Im Rahmen des Projekts werden davon jährlich 4'500
Tonnen entsorgt und neutralisiert.
6'600 asbesthaltige Hausdächer sanieren
Eine weitere Massnahme ist die Sanierung von Dächern, die mit Platten aus Asbestzement gedeckt sind. Da die Asbestplatten im Laufe der Jahrzehnte
verwittern, besteht die Gefahr, dass Fasern und Staub sich lösen und von den Hausbewohnern unbemerkt eingeatmet werden. Daher werden in 6'600 Haushalten asbesthaltige Materialien von den Hausdächern
entfernt, abtransportiert und neutralisiert. Für die Kosten der neuen Überdachung müssen die Haushalte grundsätzlich selbst aufkommen. Ärmere Haushalte können aber finanzielle Unterstützung
beantragen. Dafür haben die polnischen Partner eigens eine spezielle Kreditlinie mit vorteilhaften Konditionen geschaffen. Dank diesen Gebäudesanierungen können pro Jahr 45'000 Tonnen asbesthaltige
Materialien umweltgerecht und dauerhaft entsorgt werden.
Information über das Gesundheitsrisiko Asbest
Mit einer Informationskampagne wird die Bevölkerung über das
Gesundheitsrisiko Asbest aufgeklärt. Die Gefahr, die von der illegalen und falschen Entsorgung ausgeht, soll thematisiert werden. Ausserdem werden Lösungen aufgezeigt: Die Bevölkerung erfährt, wie
Asbest sicher entsorgt und neutralisiert werden kann.
Weitere Projekte zur Verbesserung des Abfallmanagementsystems in Polen
Gesamthaft untersützt die Schweiz drei polnische Projekte mit 35,8 Millionen Franken. Im Rahmen dieser Projekte werden
Asbestsanierungen in rund 14'000 Haushalten vorgenommen.

Ich bin froh, dass das Marschallamt der Woiwodschaft Lublin zusammen mit dem Schweizer Büro für die Umsetzung des
Erweiterungsbeitrags dieses Projekt umsetzt, welches es mir ermöglicht, Asbest fast gebührenfrei zu entsorgen. Ich muss nicht selbst nach einer lizenzierten Asbestentsorgungsfirma suchen, den
Transport organisieren oder mir Gedanken zur Wiederaufbereitung machen, da sich das Marschallamt um alles kümmert. Ich habe Unterstützung beantragt, um asbesthaltiges Material vom Dach meines Hauses
zu entfernen. Denn ich habe erkannt, wie riskant und gefährlich es ist, Asbest ausgesetzt zu sein. Ich hoffe, dass in den kommenden Jahren noch mehr Leute diese Gelegenheit nutzen. Es wird ihre
Lebensbedingungen verbessern und sich positiv auf die Umwelt in unserer Region auswirken.
Antoni Startek, Einwohner von Kraśnik in der Woiwodschaft Lublin

Das Projekt in Kürze
Thema
Abfallentsorgung
Land
Polen
Ausgangslage / Hintergrundinformation
Polen gehört zu den Ländern, in denen Asbest insbesondere in der Bauindustrie häufig zum Einsatz kam. Heute weiss man, dass Asbeststaub in
der Luft krebserregend ist. Die Woiwodschaft Lublin muss rund zwei Millionen Tonnen Asbest entsorgen, um die Bevölkerung vor Gesundheits-risiken zu schützen.
Zweck
Dank Gebäudesanierungen und der Einführung eines Entsorgungssystems sollen die gesundheitlichen Gefahren, die von Asbestfasern ausgehen, reduziert werden. Die
Lebensbedingungen in Lublin werden verbessert.
Aktivitäten
Ein Asbestentsorgungssystem wird eingeführt, asbesthaltige Abfälle werden aus illegalen Deponien entfernt und 6'600 kontaminierte Hausdächer saniert.
Zielgruppen
Die Woiwodschaft Lublin und deren 2.2 Millionen Einwohner
Kosten
15,55 Mio. CHF
Höhe des Schweizer Beitrags
13,22 Mio. CHF
Verantwortung für die Projektumsetzung
Woiwodschaft Lublin
Dauer
2011 - 2016