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Gepostet 25.11.2015, Myriam Arnold
Zwischen 2012 und 2013 legte fast jeder Zehnte Studierende nach dem ersten Studienjahr eine Pause ein, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) verlauten liess. Nur sehr wenig Studentinnen und Studenten von Universitäten kehrten nach diesem Unterbruch zurück.
Nach dem ersten Semester merkte Thomas, dass ihm sein Medizinstudium schwer im Magen liegt. Obwohl er sich anfänglich bestens über die Ausbildung informiert und sich vorgenommen hatte, sie ohne Unterbruch durchzuziehen, wuchsen seine Zweifel von Tag zu Tag. Bis es nicht mehr ging: Thomas legte eine Studienpause ein.
Wie Thomas unterbrachen zwischen 2012 und 2013 9% der Studierenden des ersten Studienjahres an Schweizer Hochschulen und höheren Fachschulen. Diese Zahl veröffentlichte das Bundesamt für Statistik (BFS) Anfang Woche in ihrer aktuellen Publikation „Längsschnittanalysen im Bildungsbereich – Übergänge und Verläufe auf der Tertiärstufe“.
Während dieses Unterbruchs, der in der Regel mehr als ein Jahr dauerte, fand gemäss BFS oft eine Umorientierung statt. Bei den universitären Hochschulen (UH) kehrten 63% der Pausierenden nicht an die Universität zurück. Bei den Pädagogischen Hochschule (PH) waren es 79%, bei den Höheren Fachschulen (HF) 87% und bei den Fachhochschulen (FH) 88%. Dem gegenüber stehen die Zahlen, die anzeigen, wieviel Pausierende das Studium im selben Bildungsfeld und im selben Hochschultyp nach der Pause fortgesetzt haben: Bei den UH und FH waren es je 4%, bei den PH 8% und bei den HF 11%.
Bei den Universitäten fallen die 22% auf, welche den Wechsel des Hochschultyps nach dem Unterbruch repräsentieren. Dieser Wert liegt bei den anderen Schultypen deutlich tiefer (13% bei den PH, 1% bei den HF, 3% bei den FH). Pausierende Studierende an universitären Hochschulen wechselten folglich öfter das Bildungsfeld und. Dasselbe Bild zeichnet sich bei den Werten, welche für die Fortsetzung im selben Hochschultyp, jedoch in einem anderen Bildungsfeld stehen: Bei den UH handelt es sich um 11%, bei den HF 2% und bei den FH 6%.
Wie kommt es dazu? Werden Schülerinnen und Schüler von Gymnasien, also künftige Uni-Studierende, zu wenig auf das universitäre Hochschul-Leben vorbereitet? John Dubacher, Mittelschullehrer und Studienberater, sieht die Verantwortung nicht nur beim Gymnasium. Auch das Individuum und die Universitäten würden eine zentrale Rolle spielen. „Bei der Studienwahl fliessen im besten Fall Interesse, Ausbildungsstruktur, Soziales und der berufliche Anschluss mit ein. Diese Kriterien sollten die Schülerinnen und Schüler bereits während des Gymnasiums im Hinblick auf eine erfolgreiche Studienwahl mit einer Fachperson besprechen“, sagt Dubacher. Die Universitäten sieht er dann vor allem bei der akademischen und sozialen Integration in der Pflicht.