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Kein unbeschriebenes Blatt in ihrer Branche, ist die Parfumeurin von Hermès Eau de Rhubarbe Écarlate, Christine Nagel, doch neu im Team von Hermès. Über 100 Düfte kreierte die studierte Chemikerin bereits, bevor sie Eau de Rhubarbe écarlate für das Label entwickelte. Unter ihren Kunden finden sich große Namen wie Guerlain, Versace und Cardin. Azzaro, Dior und Chopard sind nur einige weitere auf ihrer umfangreichen Liste mit Auftraggebern. Zum Parfum-kreieren gelangte die gebürtige Genferin erst mit dem Eintritt als Formel-Analytikerin bei dem Schweizer Dufthersteller Firmenich, wo auch Altmeister Alberto Morillas seine Ausbildung erhielt.
Frau Nagel erlernte das Handwerk unter Michel Almairac, einem anderen Großen Ihres Faches. Von ihm lernte sie unter Anderem sogenannte "Kurze Formeln". Diese Methode, bei der eher wenige Duftkomponenten miteinander verbunden werden, übertrug Christine Nagel auch auf ihr Eau de Rhubarbe écarlate. Nach ihrem Eintritt bei Quest 1997, wo sie unter anderem Düfte für Armani, Cartier und Lagerfeld erschuf, erhielt sie 2005 den begehrten Fifi-Award, der seitdem in Deutscher Parfumpreis umbenannt wurde. 2 Jahre später gewann sie den Cosmetic Valley International Fragrance-Preis 2007. 2013 erfolgte dann der Ruf zu Hermès, womit Christine Nagels größter Wunschtraum sich erfüllte. Über ihre Arbeit an Eau de Rhubarbe erklärt die Parfumeurin, dass es die "zweifache Dualität" von Rhabarber, "optisch und olfaktorisch" sei, die sie an dieser bodenständigen Frucht seit jeher fasziniert habe. Der Farbwechsel von Grün zu Rot, der Duftwandel von "säuerlich und frisch" zu "glatt und samtig", das in einen überraschenden Duft umzusetzen versuchte Christine Nagel. Ihre Arbeit an diesem Duft bezeichnet sie dabei als "experimentelle Stilübung", da sie komplett auf die sonst bei Eau de Colognes üblichen Zitrusnoten verzichtete.