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Perdue erschien auf dem alljährlich im August stattfindenden Farmfest in der Nähe von Redwood Falls im Farmer-Look und stellte sich einer direkten Diskussion während einem offenen Dialog, der von Collin Peterson moderiert wurde. Dieser vertritt die Region in Washington und ist Vorsitzender des U.S. House Agriculture Committee.
Verheerende Schäden
Mit auf der Bühne waren weitere Kongressabgeordnete beider Parteien. Die Diskussion begann mit einem offenen Gespräch über die parteiübergreifende Zusammenarbeit und über die Notwendigkeit, dass das neu ausgehandelte Handelsabkommen mit Mexiko und Kanada auch für die Farmer positive Auswirkungen zeitigen sollte.
Gary Wertish, Präsident der liberal ausgerichteten Minnesota Farmers Union, kritisierte Präsident Donald Trump für seinen Alleingang (Go it alone approach) in Bezug auf China. Er verwies auf Chinas Boykott gegen US-Landwirtschaftsprodukte als Reaktion auf Trumps Drohung, noch mehr Zölle auf chinesische Importe zu erheben. "Das verursacht langfristige, verheerende Schäden nicht nur für die Landwirte, sondern auch für die ländlichen Regionen", sagte Wertish.
"Wie sollen Bauern Höfe finanzieren?"
Er fügte hinzu, dass die Landwirte das Hilfsprogramm der Regierung für die vom Handelskrieg betroffenen Landwirte sehr schätzen. Er sagte aber auch, dass die Rettungszahlungen den Landwirten langfristigen politischen Schaden zufügen werden. Der Steuerzahler werde das nicht lange goutieren. Brian Thalmann, Landwirt aus Platon und Präsident der Minnesota Corn Growers Association, bestreitet die jüngsten Beteuerungen von Trump, dass die Märkte für Landwirte sich in nützliche Frist wieder erholen würden. "Die Dinge gehen sehr schnell bergab und weiter bergab", sagte er.
Joel Schreurs, ein Landwirt aus Tyler, der im Vorstand der Sojabohnenverbände sitzt, sagte gegenüber Perdue, dass er nicht damit rechne, dass sich China in naher Zukunft als Markt sich wieder öffne. "Wie sollen die Bauern ihre Höfe finanzieren?" fragte Schreurs. "Die Exporte sind einfach weggebrochen. Wir haben lange am Aufbau dieser Märkte gearbeitet und wir werden diese verlieren. Also, welche Lösungen sieht Washington, wer trägt die Verantwortung?"
Agrarminister optimistisch
Agrarminister Perdue meinte, dass die verlorenen Märkte sich wieder öffnen würden und dies nur eine Frage der Zeit sei: "Die Märkte sind volatil. Chinesen werden dort einkaufen, wo sie den besten Gegenwert für ihr Geld bekommen." Er fügte hinzu, dass die US-Regierung daran arbeite, alternative Märkte zu erschliessen - auch in Indien, Thailand, Indonesien und Malaysia - und sagte, dass die Sojaindustrie wahrscheinlich viel zu abhängig von China geworden sei.
"Ich denke, wir werden den Markt zurückgewinnen. Aber es muss ein faires, gegenseitiges und freies Handelsumfeld sein, das es China nicht erlaubt, zu betrügen", sagte Perdue. Die Trump-Administration beschuldigt China seit langem wegen unlauterer Handelspraktiken und hat eskalierende Zollrunden auf chinesische Importe verhängt, um Zugeständnisse zu bewirken. Die Regierung behauptet, dass Peking von ausländischen Unternehmen geistiges Eigentum stehle und diese zur Übergabe von Geschäftsgeheimnissen zwinge, chinesische Unternehmen unfair subventioniere und Cyber-Diebstahl betreibe.
"Menge Stress da draussen"
Perdue versuchte, die Sitzung mit einer versöhnlichen Note zu beenden. Das ländliche Amerika im Allgemeinen und die Bauern im Besonderen blieben trotz der Auswirkungen des Handelskrieges wichtige Bestandteile der politischen Basis von Trump.
Perdue schloss die Runde: "Offensichtlich gibt es eine Menge Stress da draussen, nicht nur wegen der Agrarpreise und des Handels, sondern auch wegen der Arbeit und des schwierigen Wetters. (...) Aber Minnesota ist ein grossartiger Bundesstaat. Die Landwirte sind widerstandsfähig und wir wollen alles in unserer Macht Stehende tun, um ihnen nicht nur das Überleben, sondern ein gutes Leben auf ihren Farmen zu ermöglichen", sagte Sonny Perdue gegenüber den über 500 Teilnehmern, die an die Veranstaltung gekommen waren.