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/ Forschung, People
Liebende Väter und Bildung zu Hause
Die UNI NOVA berichtet über die Forschungsarbeit von Claudia Opitz und Elise Voerkel, die untersuchten, welche Rolle die Wissensvermittlung und Emotionen in Basler Familien im 18. Jahrhundert spielten.
Lange wurde übersehen, dass die Aufklärung nicht nur auf den Verstand des Menschen zielte, sondern auch auf seine Gefühle.
«Oh Gott! Ist das möglich! – Das ist unser Kind! Ganz neue nie geahnte Gefühle beklommen meine Brust.» So beschreibt ein Vater im 18. Jahrhundert die erste Begegnung mit seiner Tochter. «Es schrie. Es schien mich aus seinen blanken Augen anzusehen, und verstummte. – Dieser Augenblick war entscheidend; er gebahr meine Vaterliebe.»
Väter, die ihre schwangeren Frauen umsorgen, die von inniger Liebe ihren Kindern gegenüber berichten oder nächtelang am Bett des kranken Säuglings sitzen: Claudia Opitz, Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Basel, kennt viele solcher Selbstzeugnisse. Ihre Doktorandin Elise Voerkel untersucht Kinder in bürgerlichen Basler Haushalten von 1750 bis 1830. Sie ergänzt: «Die Ansprüche an die Vaterliebe waren damals ähnlich hoch wie an die Mutterliebe. Generell aber waren Mütter eher für die körperliche Pflege zuständig, Väter für die Bildung der älteren Kinder.»