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Moderne Gesellschaften befinden sich in einer Phase rapider Veränderungen. Sie sind geprägt durch ökologischen und wirtschaftlichen Wandel, internationale Migration und die Herausforderung populistischer Bewegungen. Vor diesem Hintergrund ist die Frage, welche Rolle die Bürgerinnen und Bürger in diesen Gesellschaften spielen sollen, von herausragender Bedeutung. Was macht eine gute Bürgerin und einen guten Bürger aus? Empfinden es die Bürgerinnen und Bürger als wichtig, sich an Regeln zu halten und regelmässig an Wahlen und Abstimmungen teilzunehmen (Pflicht-basierte Normen)? Oder kommt der Aktivität in Vereinen, dem Verständnis für andere Meinungen und der Solidarität gegenüber Schwächeren eine grössere Bedeutung zu (Engagement-basierte Normen)? Das Forschungsprojekt widmet sich diesen Fragen aus verschiedenen Perspektiven. Anhand empirischer Daten wird einerseits analysiert, ob bürgerschaftliche Normen über verschiedene westliche Gesellschaften hinweg vergleichbar sind. Andererseits wird untersucht, wodurch diese Normen entstehen. Auf individueller Ebene wird der Fokus auf psychologische Faktoren gelegt. Darüber hinaus wird aber auch erörtert, welche Rolle institutionelle Gegebenheiten spielen. Diese Analysen können Aufschluss darüber geben, ob bestimme Normen durch bestimme institutionelle Eigenschaften, z.B. direkt-demokratische Institutionen, gefördert werden können. Überdies trägt das Projekt zur Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Analyse bürgerschaftlicher Normen bei. Insbesondere kontextuelle Faktoren fanden in bisherigen Studien nur wenig Beachtung.