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Unterfunktion der Geschlechtsdrüsen (Hypogonadismus) bei der Frau
Was ist die Aufgabe der Geschlechtsdrüsen (Ovarien) ?
Die Ovarien bilden die Hauptmenge an weiblichen Geschlechtshormonen (Östrogen und Progesteron), aber auch ein wenig männliche Hormone. Die weiblichen Geschlechtshormone sind wichtig für die Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale (Brustentwicklung, Scham-Achselbehaarung) der Frau, für die Steuerung des Menstruationszyklus, die weibliche Körpererscheinung und den Knochenaufbau. Die Ovar-Funktion wird durch die übergeordnete Hirnanhangsdrüse respektive deren Hormone LH (luteinisierendes Hormon) und FSH (Follikel-stimulierendes Hormon) reguliert.
Was sind Anzeichen einer Unterfunktion der Ovarien (Hypogonadismus)?
Eine Unterfunktion führt vor der Pubertät zur verminderten Entwicklung der sekundären Geschlechtsmerkmale. Zudem kann es zum Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhoe) und damit auch zu Unfruchtbarkeit kommen. Langfristig führt der Östrogenmangel zu einem Knochenschwund (Osteoporose).
Was sind Ursachen eines Hypogonadismus?
Im Alter tritt natürlicherweise eine Unterfunktion der Ovarien auf.
Bleibt die Menstruation bis zum 16. Lebensjahr ganz aus und tritt gar nie eine Menstruation auf, spricht man von primärer Amenorrhoe. Dies kann durch Entwicklungsstörungen der Geschlechtsorgane oder Funktionsstörungen der Geschlechtsorgane, der Nebennieren oder Erkrankungen im Bereich der Hirnanhangsdrüse verursacht sein.
Kommt es nach vorhandenen Menstruationen erst später zu einem Ausfall der Menstruation für mindestens 3 Monate spricht man von sekundärer Amenorrhoe. Ursachen sind zum Beispiel das Polycystische Ovarsyndrom, Stress oder exzessive körperliche Aktivität, Untergewicht und Mangelernährung, chronische Krankheitszustände, Störungen der Schilddrüsenfunktion, Erkrankungen im Bereich der Hirnanhangsdrüse oder Hormonbildungsstörungen in der Nebenniere. Aber auch die Einnahme von bestimmten Medikamenten oder Substanzen können zu einem hormonellen Ungleichgewicht und damit Ausbleiben der Menstruation führen.
Wie wird ein Hypogonadismus abgeklärt?
Am wichtigsten ist die genaue Erhebung der Krankengeschichte und die körperliche Untersuchung. Mit Blutuntersuchungen können die geschlechtsspezifischen Hormone und andere Funktionsstörungen gesucht werden. Mittels Ultraschall durch den Frauenarzt können die Gebärmutter und die Eierstöcke strukturell dargestellt und beurteilt werden. Oft ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Gynäkologen und Hormonspezialisten gefordert. Bei spezifischem Verdacht könnten auch andere bildgebende Untersuchungen nötig werden.
Wie wird ein Hypogonadismus behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache für den Hypogonadismus. Kann die Ursache behoben werden, besteht eine gute Chance, dass sich die Ovar-Funktion wieder erholt. Ist dies nicht möglich, können die Hormone bei der geschlechtsreifen Frau ersetzt werden. Im Alter werden diese Hormone meist nicht mehr ersetzt.