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Schweizerische Vereinigung der Hirschhalter
Association suisse des éleveurs de cervidés
Associazione svizzera degli allevatori di cervi
Der (europäische) Damhirsch ist gegenüber andern Hirscharten gekennzeichnet durch das schaufelförmige Geweih und die grosse Farbvariation des Felles. Drei Grundfärbungen können unterschieden werden: Am häufigsten ist das warme Rotbraun mit weissen Punkten, dann das fast schwarze Haarkleid sowie das weisse Fell (kein Albino). Das schaufelförmige Geweih der männlichen Tiere (Stiere) wächst zwischen April bis August, geschützt und genährt durch die pelzige Basthaut, die ab September abgefegt wird. Im April wird das Geweih abgeworfen. Auffallend sind beim Damhirsch das weisse, schwarz umrandete Analfeld und der relativ lange Schwanz, die innerhalb des Rudels Signalwirkung haben.
Der Damhirsch gehört zur Familie der Hirsche (Cervidae), wozu auch das Reh gehört. Die Familie verzweigt sich abstammungsmässig weiter in Unterfamilien, Gattungen und Arten. Der Damhirsch gehört zur Unterfamilie der echten Hirsche und zur Art „Damhirsche". Der in der Schweiz lebende Damhirsch gehört zur Unterart „Europäischer Damhirsch" (cervus dama dama).
Die ursprüngliche Verbreitung des Europäischen Damhirsches ist weitgehend unbekannt. Knochenfunde belegen aber, dass er vor etwa 130'000 Jahren in Europa bis hinauf nach Dänemark lebte und durch die nachfolgende Eiszeit in den Mittelmeerraum (Aegäis, Kleinasien) zurückgedrängt wurde. Die heute freilebenden Vorkommen gehen alle auf Aussetzungen zurück: Bereits Phönizier und Römer führten Damhirsche als Park- und Jagdwild ein. Heute ist der Damhirsch weltweit in vielen Ländern angesiedelt worden: In Parks, Gehegen zur menschlichen Nutzung (Fleisch, Basthaut, Geweihknochen) oder als Jagdtier. Freilebend ist er beispielsweise in Deutschland, Osteuropa bis zum schwarzen Meer, Südskandinavien, England, Südfrankreich sowie Spanien. Freilebende Damhirsche bevorzugen deckungsreiche Lebensräume, wie lockeren Buschwald oder Wälder mit lichtem Unterholz, die mit offenen Gebieten durchsetzt sind. Der Damhirsch hat eine hohe Anpassungsfähigkeit.
In der Schweiz lebt der Damhirsch nicht in der freien Wildbahn, sondern nur in Gehegen.
Damhirsche sind Wiederkäuer und damit Pflanzenfresser. Ihre Vorliebe gilt allen Arten von Gräsern und Kräutern. In ungestörten Gebieten (und Gehegen) wird während des ganzen Tages Nahrung aufgenommen, unterbrochen von Ruhepausen, in denen wiedergekäut wird. In störungsreichen Gebieten fressen die Tiere konzentriert in den Morgen- und Abendstunden. Die Damhirsche fressen Pflanzen nie vollständig ab. Dieser Umstand macht diese Tierart immer häufiger auch zu „Landschaftspflegern" insbesondere in schwer bewirtschaftbaren Gebieten.
Damhirsche leben in locker organisierten Rudeln. Während Hirschkühe und Jungtiere innerhalb des Rudels in Familiengruppen leben, finden sich Hirschstiere ausserhalb der Brunftzeit in kleinen Männerrudeln zusammen, die nicht hierarchisch gegliedert sind. Bei Gefahr drängt sich ein Rudel zusammen und das weibliche Leittier leitet die Flucht ein.
Das Rudelleben ist auffallend ruhig, bis Ende August, wenn die Brunft auf eigentlichen Brunftplätzen beginnt. Die Männchen teilen sich in der Regel einen Brunftplatz untereinander auf und markieren das Zentrum ihres Territoriums mit einer flachen, nach Urin und Sekreten riechenden Brunftkuhle. Häufig verhalten sich die Stiere aber nicht territorial, sondern folgen einer Weibchengruppe, die sie gegen Rivalen verteidigen. Bei allen Formen von Brunftverhalten sind es wahrscheinlich die Weibchen, die sich für einen Partner entscheiden. Nach einer Tragzeit von ca. 8 Monaten sondern sich die trächtigen Weibchen im Mai/Juni des folgenden Jahres vom Rudel ab und setzen in sicherer Deckung ein Kalb, selten Zwillinge. Die Säugezeit schwankt zwischen 5 und 10 Monaten.
Das Sehvermögen nimmt vor allem für die Feinderkennung eine übergeordnete Stellung ein, wird aber vom Gehör und Geruchssinn ergänzend unterstützt. Für die Kommunikation zwischen den Tieren sind alle Sinne von Bedeutung, auch Lautäusserungen und die Schwanzstellung.
Die Hufabdrücke (Trittsiegel) sind häufig stark zugespitzt. Der Kot (Losung) besteht aus Pillen/Bohnen, die im Sommer häufig klumpig verballt sind.
Ab dem zweiten Lebensjahr ist die Fortpflanzung sehr erfolgreich und nimmt erst ab dem 7. Lebensjahr langsam wieder ab. Stiere haben erst ab dem 4. Lebensjahr eine gute Fortpflanzungsrate. Die höchste Sterblichkeit besteht im Jugendalter, ausgelöst durch Dürre, Nässe und Kälte bei der Geburt sowie schneereiche oder kalte Winter und Raubtiere. Ein geringes Körpergewicht anfangs Winter senkt die Chancen, die kalte Jahresszeit zu überleben. Die Nachwuchsrate bleibt dagegen, unabhängig von der Kondition des Muttertieres, unverändert hoch.
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Quelle:
Der Damhirsch, Dezember 1998, Text: Chr. Mosler-Berger;
Infodienst Wildbiologie & Oekologie, Strickhofstrasse 39, CH-8057 Zürich
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Datum: 14. März 2020
Ort: 1595 Faoug VD