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Das Gebot der Mauser
Vögel und ihr Federwechsel. Raffael Winkler (Ornithologe)
Federn nutzen sich ab und müssen regelmässig ersetzt werden. Das geschieht einmal im Jahr in einer Vollmauser, entweder im Sommer im Brutgebiet oder im Winter in Afrika. Die Vollmauser umfasst die Körperfedern, die Schwungfedern und den Schwanz.
Vögel, die zwischen einem Sommer- und einem Winterkleid wechseln (rund 45% der europäischen Vogelarten) machen im Frühling zusätzlich zur Vollmauser noch eine Teilmauser durch, die aber nur die Körperfedern umfasst. Diese Teilmauser behindert den Vogel in keiner Weise, da Flügel und Schwanz nicht davon betroffen sind. Die Vollmauser hingegen schon, denn beim Ausfall der Schwungfedern entstehen Lücken im Flügel. Je schneller die Schwungfedern nacheinander ausfallen, desto rascher verläuft die Mauser, desto grösser aber wird die Flugbehinderung.
Viele Wasservögel werfen alle Schwungfedern aufs Mal ab und sind dann zwei bis sechs Wochen lang flugunfähig. Die meisten Vögel aber erneuern die Schwungfedern so nacheinander, dass sie ständig flugfähig bleiben. Ihre Mauser dauert je nach Grösse anderthalb bis sechs Monate.