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Die Namen Dunant und Nobel werden mit dem Bemühen um eine friedlichere Welt in Verbindung gebracht. Den Weg zum Frieden sehen die beiden schillernden Persönlichkeiten jedoch unterschiedlich, wie es in der Mitteilung des Henry-Dunant-Museums heisst.
Während der Humanist Henry Dunant Regeln formuliert, welche die Folgen von Kriegen abmildern sollen, hält der Chemiker Alfred Nobel die abschreckende Wirkung von Waffen für eine Möglichkeit, kriegerische Auseinandersetzungen zu verhindern. Der eine gilt als Gründer des Internationalen Roten Kreuzes, der andere erfindet das Dynamit.
Der Stifter und sein erster Preisträger
Trotz unterschiedlicher Biografien - am Ende treffen sich ihre Wege. Alfred Nobel verfügt in seinem Testament die Vergabe von Preisen für besondere Leistungen. Träger des ersten Friedensnobelpreises ist 1901 Henry Dunant.
Wie unterschiedlich die Vorstellungen von Friedensarbeit sein können und inwiefern die Konzeption von Frieden dem jeweiligen Zeitgeist folgt, wird in der Ausstellung, die vom 10. November 2019 bis 23. Dezember 2020 dauert, anhand 33 ausgewählter Preisträgerinnen und Preisträger deutlich.
Unter den Preisträgern finden sich bekannte Persönlichkeiten wie der US-Präsident Barak Obama oder der Politiker Willy Brandt, der polnische Gewerkschaftsführer Lech Wałesa oder der Arzt und Theologe Albert Schweitzer.
«Weiss, männlich und gut situiert»
Der Grossteil der Ausgezeichneten ist der breiten Öffentlichkeit jedoch kaum bekannt oder in Vergessenheit geraten. Die österreichische Pazifistin, Friedensforscherin und Schriftstellerin Bertah von Suttner (1843-1914) war es, die den Stifter Alfred Nobel erst auf die Idee gebracht hatte, neben Auszeichnungen für Technik und Wissenschaft auch einen Preis für den Frieden auszurichten.
Als erste Frau überhaupt wurde sie 1905 mit dem von ihr angeregten Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Für die nächsten 25 Jahre blieb sie die einzige Frau. Bis heute sind lediglich 13 Mal Frauen mit dem Nobelpreis für Frieden geehrt worden. Männer aus Europa und den USA führen den «Medaillenspiegel» bis heute an: Der Friendesnobelpreis ist «weiss, männlich und gut situiert», schreiben die Ausstellungs-Macherinnen und -Macher.
Roman Signer spricht über Alfred Nobel
Das Henry-Dunant-Museum nimmt die Vergabe des 100. Friedensnobelpreises im Jahr 2019 zum Anlass, die Auszeichnung und die Vergabekriterien unter dem Titel «Der Preis für den Frieden» zu reflektieren.
Die Ausstellung bietet Gelegenheit, sich mit Friedenskonzepten, Friedensarbeit und mit dem eigenen Verständnis von Frieden zu beschäftigen. «Wen würden Sie für den Friedensnobelpreis 2020 nominieren?» werden die Besucherinnen und Besucher etwa gefragt.
In einer Begleitveranstaltung zur Ausstellung spricht der Ostschweizer Künstler Roman Signer, der auch für seine spektakulären Aktion mit Sprengstoff bekannt ist, am 8. Dezember über Alfred Nobel.
www.dunant-museum.ch