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Nieswurzel.
Diesen Namen führen im Droguenhandel dreierlei verschiedne Wurzeln, die man als schwarze, weiße und grüne Nieswurz zu unterscheiden pflegt. Von diesen sind in der deutschen Pharmakopoe nur die beiden letzten aufgenommen, die früher offizinell gewesene schwarze ist jetzt nicht mehr offizinell.
Die schwarze N. (radix hellebori nigri) stammt von einer zu den Ranunculaceen gehörigen krautartigen Pflanze, Helleborus niger, die auf den Apenninen, Pyrenäen und einen Teil der Alpen wächst. Die außen schwarzbraune, innen weiße Wurzel ist rundum mit strohhalmdicken, helleren Wurzelästen besetzt. Das Pulver der Wurzel erregt heftiges Niesen und wirkt giftig. -
Die grüne Nieswurz (radix hellebori viridis), von Helleborus viridis, mit grünlichen Blüten, abstammend, ist der schwarzen ähnlich, aber noch dunkler gefärbt und schärfer, sie ist geringelt, bis 2,5 cm dick und mehrere Centimeter lang, sie zeigt auf dem Querschnitte einen kreuzförmigen Holzkörper. Man sammelt beide Wurzeln zur Verhütung von Verwechselungen mit den grundständigen Blättern. -
Die weiße N. ¶
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(rhizoma veratri, radix hellebori albi) ist der Wurzelstock von Veratrum album, einer zu den Colchicaceen oder Giftlilien gehörenden, 9-12 dm hohen Pflanze mit grünlichweißen oder grünen Blüten, im Volksmunde weißer Germer genannt, zum Unterschied vom schwarzen, einer andern Art mit dunkelbraunroten Blüten. Dies Gewächs ist auf hohen Gebirgen heimisch, Riesengebirge, Karpathen, Alpen etc., und wird die Wurzel meist aus den letztern bezogen. Der Wurzelstock ist konisch geformt, 7-10 cm lang, oben bis 3½ cm im Durchmesser, öfter mehrköpfig, außen aschgrau, im Durchschnitt weißlich, mit einer braunen geschlängelten Linie zwischen Kern und Rinde.
Der Wurzelstock treibt eine Menge dünner Fasern aus, die man vor dem Trocknen abschneidet. Die beschnittenen Wurzeln zeigen daher helle Schnittnarben. Der Geschmack dieser Wurzel ist brennend scharf und bitter; ihr Staub erregt ebenfalls heftiges, anhaltendes Niesen und das Pulvern muß unter besonderen Vorsichtsmaßregeln geschehen. Innerlich wirkt sie brechenerregend und stark giftig. Das Pulver wird besonders in der Tierheilkunde äußerlich gegen Räude und andre Hautübel verwendet und bildet einen Bestandteil des Schneeberger Schnupftabaks und ähnlicher Niesepulver. Die wirksamen Bestandteile sind in der weißen N. zwei Alkaloide, das Veratrin (s. d.) und das Jervin, von denen das erstere auch medizinische Verwendung hat; in der schwarzen N. findet sich ein scharfes Glukosid, das Helleboreïn, während in der grünen außer diesem auch noch ein andres Glukosid, das Helleborin, enthalten ist. - Die weiße Nieswurz ist im Droguenhandel der bedeutendere Artikel, der auch Abzug nach Amerika hat. - N., auch gepulvert, zollfrei.