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Natürlich muss auch ich ab und zu gärtnern und mache so Ableger meiner Korallen. Daneben vermehrte ich auf natürliche Weise diverse Anemonen, Schnecken und die gelbe Seewalze. Bei den Fischen züchte ich in kleinem Rahmen P. kauderni, den Samtanemonenfisch 2, H. abdominalis, H. barbouri, H. comes, H. erectus, H. guttulatus, H. kimmich, H. reidi, H. subelongatus, H. zosterae und Sulu Seenadeln. Versuche laufen bei der Jansis Seenadel, Gebänderten Scherengarnele, Wurdemanns Garnele, beim Kuda Seepferdchen, Schwarzschwanzpreussenfisch, Azur Riffbarsch und LSD Mandarin-Fisch. Allgemeine Infos zur Zucht von Meerwasserfischen. Lesen Sie alles über Seepferdchen in der Meerwasseraquaristik.

Die Nachzucht von Hippocampus erectus (Linien-Seepferdchen)
Hippocampus erectus kommen hauptsächlich an der Ostküste der USA bis hinunter zum Golf von Mexiko vor. Es gibt sie in vielen Farben weiss-beige-gelb-braun-schwarz. Ausserdem gibt es 2 unterschiedliche Typen. Der nördliche Typ wird maximal 15cm (durchschnittlich 10cm) gross. Der etwas kleinere südliche Typ ähnelt dem hippocampus patagonicus. Hippocampus erectus haben oftmals einige breite Querbänder auf der Hautoberfläche und darunter ein feines ebenfalls quer gestreiftes helles Linienmuster auf dem ganzen Körper. Sie gehören zu den robusteren und somit einfacher zu haltenden Arten. Betreffend Salinität sind sie sehr unempfindlich. Für die Aufzucht empfehle ich 31–35‰
Die Männchen tragen die Eier 13-17 Tage aus. Gegen das Ende dieser Phase ist die Brusttasche meist sehr prall gefüllt und der Körperdurchmesser verdoppelt sich dadurch fast. Die Geburt findet in der Regel tagsüber statt. 100 Jungtiere pro Wurf sind keine Seltenheit und 1500 die Obergrenze.
Die Pferdchen sind nach der Geburt grau und 7-11mm gross, somit etwa mittel gross. Sie schwimmen zu Beginn meistens mit gestrecktem Schwanz. Für die erste Woche hat sich bei mir die Grünwassermethode bewährt. Das Aufzuchtbecken sollte schwach belüftet werden und die Wassertemperatur 24-28°C betragen. Die Strömung im kleinen Becken lässt sich wie in den allgemeinen Infos beschrieben auch über die Belüftung regulieren. Die Wasserqualität ist das Wichtigste. Empfehlung: Maximal 30 Pferdchen pro Aufzuchtbecken.
2-3x pro Tag sollte man Copepoden zugeben. Jedes einzelne neugeborene Pferdchen hat einen gewaltigen Hunger und frisst bis zu 2000 Copepoden am Tag. Artemianauplien möglichst spät füttern, am besten erst nach einer Woche. Danach werden sie jedoch bevorzugt gefressen. Wer von Anfang an Artemianauplien füttern muss, der beachte folgendes: Da die kleinen Seepferdchen die Nauplien nicht gut verdauen können, dürfen nur wenige ganz frisch geschlüpfte Nauplien angeboten werden, damit diese lange genug im Verdauungstrakt bleiben und verdaut werden können. In den ersten beiden Wochen nur die (teueren) kleinen Artemianauplienarten verfüttern.
Bereits nach einem Tag muss etwas zum Festhalten ins Aufzuchtbecken geben werden. Die Pferdchen bleiben meist einige Monate lang dunkel.
Am besten geht es den freischwimmenden Pferdchen. Diejenigen, die an der Oberfläche kleben haben oft Luft im Bauch. Manchmal kommen sie trotzdem durch, doch oftmals sind es Todeskandidaten und ein Anzeichen für schlechtes Wasser oder eine ungünstige Strömung. Pferdchenbabies die am Boden sitzen und nicht regelmässig nach Futter suchen und schnappen sind meist erschöpft und leben nicht mehr lange. Unkontrollierte Zuckungen sind ein schlechtes Zeichen. Allerdings darf man die Versuche mit dem Schwanz Copepoden vom Körper abzustreifen nicht mit innerlich bedingten Zuckungen verwechseln.
Nach 2 Wochen sind die Pferdchen bereits gut doppelt so lang wie bei der Geburt. Die erste Hürde ist überstanden.
Nun ist Konstanz in der Pflege gefragt. Mit einer Grösse von ca. 4 cm können die Pferdchen auf Frostfutter umgewöhnt werden. Wenn dies erfolgreich war, ist das Gröbste überstanden. Nach ca. 4 Monaten werden die ersten silbrig-weissen Flecken sichtbar, die sich mit der Zeit zu den Bändern entwickeln.
Vom Moment an, in dem die Männchen durch einen feinen Strich als solche erkennbar sind, bis zur ersten Geburt dauert es nur etwa 3 Monate.
Noch am selben Tag der Geburt oder am Tag danach findet in der Regel schon wieder die Eiübergabe statt. Das Männchen bebalzt das Weibchen. Es zeigt, durch Kontraktion des Körpers, dass die Bruttasche leer ist und bietet diese weit geöffnet dem Weibchen zur Befüllung an. Das Männchen ist sehr hartnäckig und so dauert dieses Ritual oft 30 Minuten. Wenn die Positionen stimmen, legt das Weibchen von oben die Eier in die Bruttasche des Männchens. Während dieses Vorganges steigt das Paar langsam bewegungslos auf. Wenige Sekunden später ist die Eiübergabe vollbracht. Das Männchen verteilt die Eier nun mittels schüttelnder Bewegungen in seiner Bruttasche.
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