Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03463.jsonl.gz/903

Das Zisterzienser Kloster Hauterive liegt in einer Schlaufe des Flusses Saane ca. 7 km südlich von Freiburg (Schweiz).
Der Name 'Hauterive' auf lateinisch Alta ripa, "Hohes Ufer") kommt von den nahe gelegenen, hohen Sandsteinfelsen, die das rechtsseitige Ufer der Saane bilden.
Aus der Klostergeschichte:
Die Zisterzienserabtei Hauterive wurde zwischen 1131 und 1137 von Wilhelm (Gillaume) de Glâne, Freiherr von Ecuvillens 1) gestiftet. Auf seine Bitte hin sandte die Zisterzienserabtei Cherlieu in Burgund Abt Gerhard mit 12 Mönchen und einigen Brüdern hierher.
Der Stifter Ritter von Glâne trat selbst ins Kloster und verstarb im Jahr 1143. Sein Grab befindet sich in der linken Wand des Chores.
1185 wurde Kappel am Albis von Mönchen aus Hauterive besiedelt.
1) Der Ort Ecuvillens (am Pilgerweg gelegen) war im 11. und 12. Jahrhundert Mittelpunkt der mächtigen Herrschaft der Herren von Glâne, deren Burg wahrscheinlich auf der Halbinsel La Vuerda über der Glâne zu lokalisieren ist. Die Glâne ist ein Nebenfluss der Saane (französisch: Sarine). Ecuvillens kam 1452 unter die Herrschaft von Freiburg.
Die heutigen klösterlichen Gebäude gehen ins 18. Jh. zurück. Das Kloster wurde 1848 als Folge des Sonderbundkriegs aufgehoben.
Im Jahre 1939 kamen Mönche aus Wettingen-Mehrerau und das Kloster lebte wieder auf. Am 30. Oktober 1973 wurde das Kloster Hauterive wieder vollrechtlich zur Abtei erhoben.
Das Hauptgebäude
Stiegenaufgang
Eingang in die Kirche
Die Kirche wurde zwischen 1150 und 1160 erbaut. Es war die Zeit des Übergangs vom romanischen zum gotischen Baustil.
Alle Kirchen des Zisterzienserordens, wie auch diese, sind der Gottesmutter geweiht. Das Fest der Partronin findet an Mariä Aufnahme in den Himmel am 15. August statt.
Das eindrucksvolle Chorgestühl mit Darstellungen der Aposteln und Propheten.
Das prachtvolle gotische Fenster bildet den Ostabschluss des Altarhauses.
Nach der Klosteraufhebung 1848 wurden die Glasmalereien nach Zürich zur Restaurierung gegeben. Es kamen leider nicht mehr alle Original Teile zurück. Sie sind an verschiedene Museen verkauft worden.
Dargestellt sind die Apostel, St. Benedikt und St. Bernhard und Szenen aus dem Leben Christi.
Im mittelalterlichen Kreuzgang sind 19 von ursprünglich 24 Jochen erhalten. Über jeden Dreierbogen ist ein Masswerkfenster.
Der Kreuzgang war auch Grablege mittelalterlicher Freiburger Adelsfamilien. Eine besonders schöne Bodengrabplatte wird gerade freigelegt und erhält einen Glasschutz.
Der Kreuzgang mit dem quadratischen Innenhof.
Blick aus dem Kreuzgang in den Innenhof
Pater Hermann-Josef hat für uns eine interessante Führung gestaltet. Vielen Dank!
.