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Hauptteil
Nur Meyers Konversations-Lexikon, 1888
s.
Antimonsäure.
Nur Brockhaus` Konversationslexikon, 1902-1910
eine in der Ölmalerei angewendete schön gelbe Farbe, die aus einer Mischung von Bleiantimoniat
und den Oxychloriden von Blei
[* 2] und Wismut besteht.
Die Farbe erhält man, indem man 240 Teile Schwefelantimon, 30 Teile Wismut
und 640 Teile Kalisalpeter so lange schmilzt, als noch rote Dämpfe entweichen, und den mit Wasser ausgewaschenen Rückstand
mit 8 Teilen Salmiak und 128 Teilen Bleiglätte verreibt.
entsteht beim Behandeln von Antimon mit überschüssiger starker Salpetersäure und Erhitzen des Produkts.
Dieses Präparat ist Antimonsäureanhydrid (Antimonpentoxyd) Sb2O5 und bildet ein
blaßgelbes, in Wasser und Säuren kaum lösliches Pulver, welches bei starkem Erhitzen unter Verlust von Sauerstoff in Antimontetroxyd
übergeht und bei der Lösung in Alkalien antimonsaure Salze bildet. Es war früher als Materia perlata offizinell und dient
in der Glas- und Porzellanmalerei als gelbe Farbe, zur Darstellung von Anilinfarben und zu Glasuren.
Die Salze der Antimonsäure sind bis auf das Kali- und Ammoniaksalz in Wasser unlöslich und werden leicht zersetzt. Antimonsaures Kali (Kaliumantimoniat)
H2K2Sb2O7 ist in Wasser ziemlich schwer löslich und dient als Reagens auf Natron. Antimonsaures
Bleioxyd (Bleiantimoniat) wird als weißer Niederschlag aus Bleilösungen gefällt und beim Erhitzen unter
Wasserverlust gelb. Diese gelbe Verbindung, durch Schmelzen von salpetersaurem Bleioxyd und Brechweinstein mit Kochsalz und Auslaugen
oder durch Rösten von Antimonoxyd mit Bleiglätte erhalten, bildet das Neapelgelb (Antimongelb), welches als beständige orangegelbe
Öl- und Schmelzfarbe benutzt wird.