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Das internationale Netzwerk GIIN definiert Impact-Investments als «Anlageform, die mit der Absicht getätigt wird, neben einer finanziellen Rendite eine messbare positive soziale und ökologische Wirkung zu erzielen». In Bezug auf die liquiden Anlageformen sind Investoren üblicherweise der Meinung, die finanzielle Rendite, die mit Impact-Investments erwirtschaftet wird, bleibe in der Regel hinter der Entwicklung der Marktindizes zurück. Entspricht das den Tatsachen?
Vorab: ESG-Anlagen und Impact Investing unterscheiden sich signifikant. Anhand von ESG-Kriterien werden die Geschäftspraktiken eines Unternehmens hinsichtlich Umwelt, Soziales und Governance bewertet.
Mithilfe von Impact-Parametern hingegen wird ermittelt, inwieweit die Produkte, Dienstleistungen und Technologien eines Unternehmens dazu beitragen, den Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft zu beschleunigen.
Ein Unternehmen kann einen guten ESG-Score erhalten, aber einen negativen Impact aufweisen. Ein Beispiel ist das Bergbauunternehmen Rio Tinto, das mit dem MSCI-Rating A bewertet wird, dessen Aktivitäten aber nachteilige Folgen für die Biodiversität und die Landnutzung haben.
Für eine Studie wurden 3.000 liquide Unternehmen ausgewählt, deren Produkte, Geschäfte und Dienstleistungen zu geringerer Umweltverschmutzung, beschleunigter Dekarbonisierung, sicherer Wasserversorgung und erhöhter Energieeffizienz beitragen.
Konzentriert hierbei wurde sich auf die Einnahmen, die die Unternehmen mit in diesem Sinne positiven Aktivitäten erzielen. Unter mehr als 500 Aktivitäten wurden 65 Aktivitäten identifiziert, die positiv auf die Impact-Ziele des Fonds einzahlen, sowie 56, die einen negativen Beitrag leisten.
So tragen etwa Sägewerke und Holzschutzaktivitäten zur Verringerung der Kohlenstoffemissionen bei, während der LKW-Transport negativ zu Buche schlägt. Für die systematische Bewertung eines Unternehmens wurde der prozentuale Anteil der Einnahmen mit dem absoluten Wert der Einnahmen für jede dieser Aktivitäten gemischt.
Unternehmen, die einen positiven Beitrag leisten, erhielten einen positiven, Unternehmen, die einen negativen Beitrag leisten, einen negativen Score. Wer weder einen positiven noch einen negativen Beitrag leistet, bekam den Impact-Score Null zugewiesen. Die Werte wurden dann neu so skaliert, dass sie zwischen 1 und –1 liegen.
Rendite und Impact gehen Hand in Hand
Um den Einfluss des Impacts auf die Performance zu ermitteln, wurden die Werte des MSCI World ACWI anhand ihres Impact-Scores in fünf gleich grosse Portfolios (je 20 %) eingeteilt und vom 2. Januar 2015 bis zum 21. November 2020 beobachtet. Portfolio 1 umfasst die Unternehmen mit dem höchsten, Portfolio 5 die mit dem schlechtesten Impact-Score.
Die Portfolios wurden gleich gewichtet und am Ende jedes Quartals auf Grundlage ihrer aktualisierten Impact-Scores neu justiert. Bei einem negativen Einfluss des Impacts auf die Performance müsste das Portfolio 1 mit dem hohen Impact-Score eigentlich schlechter abschneiden als der Markt.
Umgekehrt dürfte sich das Portfolio 5 mit dem niedrigen Impact-Score nicht schlechter als der Markt und das Portfolio mit dem hohem Impact-Score entwickeln. Bitte beachten Sie, dass das MSCI-ACWI-Universum nicht nach Kontroversen, niedrigen ESG-Scores oder nach Unternehmen mit unterdurchschnittlichen Finanzkennzahlen gefiltert wurde.
Unternehmen mit einem hohen Impact-Score haben nicht schlechter abgeschnitten als der MSCI-World-ACWI-Index. Die annualisierte Rendite des High-Impact-Portfolios lag um 4,9 % über der annualisierten Rendite des Index.
Hinzu kommt, dass das Low-Impact-Portfolio um durchschnittlich 7,3 % bzw. 2,4 % pro Jahr hinter dem High-Impact-Portfolio und dem Index zurückblieb. Tabelle 1 zeigt die Renditestatistiken für die drei Portfolios. Das High-Impact-Portfolio hatte eine geringere Standardabweichung als der Index und das Low-Impact-Portfolio.
Insgesamt widersprechen die Ergebnisse der gängigen Ansicht, dass Impact und Performance unvereinbar seien. Es ist vielmehr möglich, Unternehmen mit Aktivitäten, Produkten und Dienstleistungen auszuwählen, die eine klimafreundliche Entwicklung unterstützen, ohne die finanzielle Rendite zu beeinträchtigen.
Diese Erkenntnis kann man nutzen, um Kapital gezielt in klimafreundliche Unternehmen zu investieren und gleichzeitig eine langfristig mit der Entwicklung der globalen Aktienmärkte vergleichbare Performance zu erzielen.