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Der wichtigste Schritt beim Aufbau des neuen Instituts war die Rekrutierung von bereits sehr gut ausgewiesenen, aber noch jungen Forschern, die bereit waren, sich für die gemeinsame Sache voll einzusetzen. Eines der Ziele des Biozentrums war es, neben der Forschung auch eine herausragende Lehre auf den neuen Gebieten anzubieten; dafür galt es gute Dozenten zu finden. Und nicht zuletzt sollten auch die verschiedenen Richtungen des interdiszplinären Instituts inhaltlich eng zusammen arbeiten.
Der nicht einfachen Aufgabe der Auswahl von Kandidaten widmete sich eine speziell dazu gegründete gemischte Wahlkommission der naturwissenschaftlichen und medizinischen Fakultät, die von Christoph Tamm geleitet wurde; sie bestand bis 1974. Bei ihrer erste Sitzung am 6. Februar 1969 waren ihre Mitglieder Martin Allgöwer, Karl Bucher, Alfred Pletcher (Medizin), Eduard Heilbronner, Christoph Tamm (Naturwissenschaften) und der Vorsitzende des Kuratoriums. Es wurde vereinbart, dass jeder neue Biozentrumsprofessor sofort nach seiner Wahl und noch vor Antritt seiner Stelle Mitglied dieser Wahlkommission wird. Dies war eine wichtige Regelung, welche die gute Kooperation im Biozentrum förderte.
Schon 1969 und 1970 wurden Gerhard Schwarz für die Forschungsgruppe Biophysikalische Chemie, Karl Bucher, Hans Thoenen und Franz Grün für Pharmakologie und Eduard Kellenberger und Werner Arber für Molekulare Mikrobiologie gewählt. Es folgten 1971 und 1972 Jürgen Engel und Kasper Kirschner für Biophysikalische Chemie, Richard Franklin für Strukturbiologie und Max M. Burger für Biochemie. Im Jahr 1973 wurde Johan N. Jansonius für Strukturbiologie, Gottfried Schatz für Biochemie und Joachim Seelig für Biophysikalische Chemie gewählt. Günther Gerisch konnte als Gastprofessor für Zellbiologie gewonnen werden.
Unter der Federführung von Eduard Kellenberger und Werner Arber entwarfen die neuen Professoren das erste Konzept für die Lehre am Biozentrum in enger Verflechtung mit der aktuellen Forschung. Die in den weiteren Jahren gewählten Professoren und Professorinnen wurden auf dem üblichen Weg durch Kommissionen der naturwissenschaftlichen und medizinischen Fakultäten gewählt, doch geschah dies immer in enger Zusammenarbeit mit den schon gewählten Dozenten und Dozentinnen. Sehr wichtig war auch, dass die ProfessorInnen aus dem ihnen zugesprochenen Personalmitteln unabhängige und zeitlich begrenzte Stellen für ProjektleiterInnen einrichten konnten. Diese Projektleiter waren die Vorläufer der viel später an der Universität Basel geschaffenen Assistenzprofessuren. Details über die Personalstruktur kann man den ab 1973 herausgegebenen Forschungsberichten des Biozentrums entnehmen, die jeweils die Tätigkeiten über 2 Jahre beschreiben. Ihre Fortsetzung finden diese in den heutigen Biannual Reports und der Webpage des Departements (http://www.biozentrum.unibas.ch/).
Die Leitung und Infrastruktur des Biozentrums
Die Leitung erfolgte durch eine Konferenz der Forschungsgruppenleiter mit wechselndem und aus den Reihen der Professoren intern gewählten Vorsitzenden, der Obmann genannt wurde. Der erste Obmann war Max Burger und der jetzige ist Joachim Seelig: er hat diese Aufgabe 1997 übernommen. Zusätzlich wurde eine Biozentrumskonferenz eingeführt, an der auch technische Mitarbeiter und Studierende teilnahmen und an der allgemeinere Sachgeschäfte behandelt wurden. Dieses demokratische System war sehr erfolgreich. Es führte zu einer harmonischen Zusammenarbeit und dem mit den Jahren zunehmenden Selbstverständnis, dass das Biozentrum eine Einheit ist, zu deren Wohl jeder beiträgt. Die Forschungsgruppen wurden nicht, wie ursprünglich geplant, als getrennte Institute geführt, sondern in flexibel veränderbaren Abteilungen. Es erfolgte auch ein Transfer von Personalstellen und anderer Mittel unter den Gruppen. Im Kontakt mit Universitätsgremien und anderen Institutionen vertritt der Obmann die im Konsens erarbeitete Meinung des gesamten Biozentrums.
Schon bei der Gründung wurde ein Konzept für die Infrastruktur entworfen, welches sich bis heute bewährt hat. Die zentralen Dienste sorgen für eine weitgehende Entlastung der Forscher von der Administration und für technische Unterstützung: es gibt ein Zentralsekretariat und eine leistungsfähige Zentralwerkstatt, einen technischen Gebäudedienst und Betriebsassistenten (neuer Name Flormanager) in allen Abteilungen. Die zentralen Dienste versorgen seit Bestehen des an das Biozentrum angebauten Pharmazentrums auch dieses mit.