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Drei Jahresdaten – 1559, 1609 und 1859 – stehen in engem Zusammenhang mit der Ital-Reding-Hofstatt in Schwyz: 450 Jahre für das Büfett im Haus Bethlehem, 400 Jahre für den Baubeginn des Patrizierhauses und 150 Jahre für das Bundesgesetz, welches das Soldwesen offiziell verbietet.
«Das Ital-Reding-Haus ist von allen innerschwyzerischen Herrenhäusern das ausstattungsmässig reichste, qualitätsvollste und originellste sowie auch architektonisch das interessanteste.» So bewertet André Meyer im Jahre 1978 das Patrizierhaus in seinem Werk «Die Kunstdenkmäler des Kantons Schwyz», dies kurz bevor die «Hofstatt» im Hauptort Schwyz 1981 aus dem privaten Besitz der Familie von Reding in die Stiftung Ital-Reding-Haus überging. Die neue Trägerschaft hat seither die Anlage umfassend restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
1559: Ältestes Büfett in Schwyz
Die Wohnstube des Hauses Bethlehem ist nach dem gleichen Schema ausgestattet, wie es über Jahrhunderte in der Gegend von Schwyz Tradition war: Raumtäfer, Kachelofen mit Ofenbank, zweiteiliges Büfett und Sitzbank an der gegenüberliegenden Wand. Nach heutigem Erkenntnisstand handelt sich beim Renaissance-Büfett um das älteste in (der Region) Schwyz. Während der breite Teil ohne obere Kästchen eine Zweitverwendung war und in dessen Seitenwange die Jahrzahl 1569 eingeritzt ist, dürfte der schmale Teil mit eingebautem Giessfass (Kopie) und dem Datum 1559 für das Haus geschaffen worden sein. Das Jahr 1559 galt bis 1987 als Baujahr.
Zeuge ausder Gründungszeit
Eine Bauuntersuchung mit Altersbestimmung brachte damals die grosse Überraschung: Der Kern des Hauses, also der ganze Blockbau, stammt von 1287 und ist damit ein Zeuge aus der Gründungszeit der Eidgenossenschaft. 1540 wurde ein Sockel untermauert, um einen Festsaal mit Wandmalereien einrichten zu können. Um 1700 erhielt das Haus schliesslich die traufseitigen Lauben.
1609: Bau des Ital-Reding-Hauses
Wer im 13. Jahrhundert das Haus Bethlehem erbaute und wer Grundeigentümer war, ist nicht bekannt. Nachweislich stand die Liegenschaft jedoch im 15. Jahrhundert im Besitz der Familie Inderhalden. 1583 ging das Grundstück durch Erbgang von Dietrich Inderhalten an dessenTochter Elisabetha über, der Ehefrau von Rudolf Reding. Sein Sohn Ital Reding (1585–1651) erstellte 1607 zuerst Umfassungsmauer und Portale der heutigen «Hofstatt» und ab 1609 das Herrenhaus. Der Bau der Anlage nahm selbstverständlich Jahre in Anspruch: Barockgarten mit Schattenhäuschen, Gartensaal, Hallen, Nordportal mit Erker, Piano nobile (Herrschaftsräume) mit Parkettböden, Kassettendecken, Wandtäfern, Büfetts und Kachelöfen, um neben den reichen Intarsien nur einige Kostbarkeiten zu nennen. An die Grundsteinlegung und den Baubeginn des Patrizierhauses erinnert bis heute die Jahrzahl 1609 über dem Ostportal.
1859: Verbot des Soldwesens
Mit dem Geschlecht der Reding und dem Ital-Reding-Haus eng verbunden ist die schwyzerische, eidgenössische und sogar europäische Geschichte. Zahlreiche Persönlichkeiten aus ihren Reihen standen nicht nur im Dienste des eigenen Landes, sondern betätigten sich im 16. bis 18. Jahrhundert – wie nahezu alle bedeutenden Familien – auch als Sold- und Militärunternehmer, lagen doch damals politische und militärische Führung nahe beieinander. Wenn im Rückblick von Söldnern, Werbeplätzen, Kapitalgebern oder Soldverträgen die Rede ist, dann erinnert das ehemalige Ökonomiegebäude (heute Kantonsbibliothek) des Ital-Reding-Hauses an «diese bedeutende, wenn auch nicht schattenfreie Seite unserer schweizerischen und schwyzerischen Geschichte», wie 1981 in der Dokumentation der Stiftung Ital-Reding-Haus zur Übernahme und Restaurierung der Hofstatt vermerkt wurde. Denn der Annexbau wurde zu gewissen Zeiten als Söldnerkaserne benützt. Zum offiziellen Verbot des Söldnerwesens kam es erst Mitte des 19. Jahrhunderts: Die Bundesverfassung von 1848 untersagte sowohl neue Militärkapitulationen (Soldverträge) als auch das Pensionswesen. 1849 wurden mit dem Erlass eines Werbeverbots die fremden Dienste abgeschafft und 1859 – also vor genau 150 Jahren – alle noch bestehenden Soldverträge offiziell aufgehoben. Seit 1927 sind fremde Dienste durch das Militärgesetz unter Strafe gestellt, mit Ausnahme des Dienstes in der päpstlichen S
Autor
Bote der Urschweiz
Kategorie
- Dies & Das
Publiziert am
Webcode
schwyzkultur.ch/KNAndV