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forlaufend
Schnee
[* 3] fast bedeckt, und läßt sich mit Erfolg zähmen. Der
Grislybär
(Ephraim der amerikanischen
Jäger, U. ferox Lew. et Clarke,
U. cinereus
Desm.), bis 2,5 m lang und 7-9 Ztr. schwer, ähnelt dem Land
bären,
ist aber schwerer, stärker, hat einen kürzern
Schädel, eine breite, flache
Stirn, kleinere
Ohren und kürzern
Schwanz als
der Land
bär und bis 13
cm lange, sehr stark gekrümmte, weißliche
Krallen. Das lange, zottige, verworrene
Haar
[* 4] ist dunkelbraun,
an der
Spitze heller, das Kopfhaar ist kurz und sehr hell. Er ist viel plumper als der braune
Bär, klettert nur in der
Jugend, schwimmt aber sehr geschickt und ist das kühnste und gefährlichste von allen
Raubtieren der
Vereinigten Staaten.
[* 5] Er bekämpft selbst den
Büffel und fällt den
Menschen an, ohne von ihm gereizt zu sein.
Dagegen soll er vor dessen Witterung augenblicklich die Flucht ergreifen. Er bewohnt Nordamerika [* 6] von Mexiko [* 7] bis 61° nördl. Br., lebt vorzugsweise von Fleisch, verzehrt jedoch auch Wurzeln und Beeren. Die Indianer preisen die Erlegung des Grislybären als Heldenthat, und der glückliche Jäger trägt die Klauen als Halsband. Dem toten Tier erweisen sie die größte Ehrfurcht. Das Fleisch ist genießbar, der Pelz sehr geschätzt. Junge Grislybären hat man gezähmt, doch ist ihnen beim Heranwachsen nie zu trauen.
Der Kragenbär (Kuma, U. torquatus Cuv., U. tibetanus F. Cuv.) ist dem Baribal ähnlich, glänzend schwarz, an den Schnauzenseiten rötlich; die Unterkinnlade ist weiß, an der Brust ist ein gabelförmiger oder die [* 1] Figur des Buchstaben Y bildender Fleck, dessen Stiel bis zur Mitte des Bauches sich verlängert; Hinterhaupt und Nacken sind lang behaart. Er besitzt eine flache Stirn, große Ohren, spitze Schnauze, schlanken Leib, mittellange Beine und kurze, aber kräftige Nägel. [* 8]
Diese Art bewohnt die meisten Gebirge des Festlandes und der Inseln von Südasien, China [* 9] und Japan, lebt hauptsächlich auf Bäumen, plündert Weingärten und Maisfelder und vergreift sich nur in der Not an Kleinvieh. Ihr Fleisch ist wohlschmeckend. Der Lippen- oder Rüsselbär (U. labiatus Desm.) ist 1,8 m lang und 0,9 m hoch, mit 10 cm messendem Schwanz. Er hat einen kurzen, dicken Leib, niedrige Beine, ungeheure Krallen, eine vorgezogene, stumpfspitzige Schnauze mit sehr beweglichen, dehnbaren Lippen, welche eine förmliche Saugröhre bilden können, und langes, zottiges Haar, welches sich besonders am Hals und im Nacken zu einer Mähne verlängert, und kurze, stumpf zugespitzte, aufrecht stehende Ohren. Er ist schwarz bis auf einen herz- oder hufeisenförmigen weißen Brustfleck, an der Schnauze grau oder schmutzig weiß. Er bewohnt die Gebirge Südasiens und Ceylons, ist im ganzen harmlos, nährt sich hauptsächlich von Pflanzenstoffen und Honig, Ameisen, Termiten [* 10] etc., greift aber gereizt auch den Menschen an. In den Pflanzungen richtet er oft großen Schaden an, und die bei Nacht reisenden Postläufer tragen zum Schutz gegen den Lippenbären hell leuchtende Fackeln. Man richtet ihn, wie den braunen Bären, zu allerlei Kunststückchen ab. Das Fleisch ist sehr wohlschmeckend, das Fett wird von den Indern gegen gichtige Schmerzen benutzt.
Der Eisbär (Polarbär, U. maritimus L.) wird 2,7 m lang und bis 20 Ztr. schwer, sein Leib ist gestreckt, sein Hals lang, der Kopf länglich, verhältnismäßig schmal, mit vorn spitzer Schnauze und kleinen, gerundeten Ohren. Die Beine sind kurz, stark und kräftig, die starken Zehen durch Spannhäute fast bis zur Hälfte miteinander verbunden und mit mittellangen, dicken, krummen Krallen versehen. Der Schwanz ragt kaum aus dem langen, zottigen, weißlichen Pelz hervor. Er lebt in der ganzen Polarzone und stößt allen Grönlandsfahrern auf; an der Ostküste von Amerika, [* 11] um die Baffins- und Hudsonbai herum, in Grönland und Labrador, auf Spitzbergen, Nowaja Semlja ist er häufig, selten geht er nach S. über den 55.° nördl. Br. hinaus. Er nährt sich von Seehunden und Fischen, greift Landtiere nur in der Not an und behelligt nicht leicht die Haustiere. Er ist das gefährlichste und grimmigste Raubtier [* 12] des Nordens.
Seine Bewegungen sind plump, doch schwimmt er mit großer Schnelligkeit und Ausdauer viele Meilen weit, taucht trefflich und greift den Menschen auf dem Land wie in Booten und Schiffen an. Die Nordpolarreisenden berichten von blutigen Kämpfen mit diesen Tieren, welche meist paarweise oder in größern Trupps jagen. Er überholt auf dem Eis [* 13] jedes andre Tier, seine Sinne sind ausnehmend scharf, und seine Kraft [* 14] übertrifft weit die aller übrigen Bären. Die meisten Eisbären scheinen gar keinen Winterschlaf zu halten, leben aber im Winter der Jagd halber meist auf dem Treibeis.
Nur die trächtigen Bärinnen ziehen sich im Herbst unter Felsen oder überhängende Eisblöcke zurück und werfen in den kältesten Monaten 1-3 Junge, welche sie mit der größten Aufopferung verteidigen. Die Eisbärjagd wird von den nordischen Völkern mit Leidenschaft betrieben, ist aber höchst gefährlich. Ganz jung eingefangene Eisbären lassen sich zähmen und einigermaßen abrichten. In der Gefangenschaft muß man dem Eisbären vor allem tiefe, weite Wasserbecken geben. Das Fleisch ist genießbar, die Leber aber schädlich;
das Fett wird ebensowohl als Nahrungsmittel [* 15] wie als Brennmaterial benutzt, das Fett der Sohlen dient als Heilmittel;
aus den Sehnen macht man Zwirn u. Bindfaden;
der Pelz wird zu Fußteppichen und Schlittendecken benutzt.
Reste einer vorweltlichen Art, des Höhlenbären (U. spelaeus Goldf.), mit gewölbter Stirn, finden sich in verschiedenen diluvialen Bildungen, am häufigsten in den Knochenhöhlen Deutschlands, [* 16] Frankreichs und Englands. Nach Bronn ist die Menge der Knochen [* 17] von Höhlenbären jeden Alters in manchen Höhlen so groß, daß auf viele Hunderte von Individuen geschlossen werden muß. Diese mögen teils gleichzeitig, teils in aufeinander folgenden Generationen dort gewohnt, ihre Beute dort eingetragen haben und endlich ausgestorben sein.
Durch das häufige Ein- und Ausgehen dieser Tiere sind nicht selten selbst die engern Durchgangsstellen dieser Höhlen geglättet worden. Einige Höhlen aber zeigen auch unzweideutig, daß sie erst später durch Einflutung mit Knochen angefüllt worden sind. Eine andre fossile Art, U. arctoïdĕus Blumenb., von der Größe der Eisbären, sonst dem braunen Bären sehr ähnlich, auch hinsichtlich der flachern Stirn, kommt mit vorigem zusammen, aber weit einzelner in Franken, Bize, Lunel-vieil, Sallèles vor. Beide Bären waren Zeitgenossen des Mammuts.