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Die Kodaku Adivasi im Distrikt Balrampur im zentralindischen Bundesstaat Chhattisgarh leben in abgelegenen Regionen in hügeligem Gebiet. Sie bebauen wenig eigenes Land, ernten aber nicht genug für das ganze Jahr. Verschuldungen und Landverlust sind weit verbreitet. Das Projekt unterstützt sie dabei, ihre Abhängigkeit von Geldverleihern zu reduzieren.
Die Adivasi gehören zusammen mit den „Unberührbaren“, den Dalits, zur Bevölkerungsgruppe, die unterdrückt, ausgegrenzt und ausgebeutet wird, wie keine andere in Indien. So auch die Kodaku-Adivasi. Weil sie nur wenig ernten, sind sie auf das Sammeln von Waldprodukten und auf die Tagelöhnerei bei den Landbesitzern der Gegend angewiesen.
In Notlagen sehen sich die Adivasi gezwungen, bei den Landbesitzern Kredite zu exorbitanten Zinsen aufzunehmen. Die Kredite können sie danach kaum mehr zurückzahlen und die höheren Kasten angehörenden Landbesitzer gewinnen damit langsam die Kontrolle über das letzte den Adivasi noch verbliebene Land.
Da viele Kodakus weder lesen noch schreiben können, sind sie nicht über ihre Rechte und die ihnen zustehenden staatlichen Sozialprogramme informiert. Einen letzten Ausweg auf der Suche nach einem Auskommen sehen viele von ihnen in der Migration.
Auf dem Mainpaat-Plateau im Distrikt Surguja sieht die Situation der Manjhi-Adivasi ähnlich aus. Viele verlassen saisonal auf der Suche nach Arbeit ihre Dörfer oder nehmen bei Geldverleihern Kredite zu horrenden Zinsen auf. So geraten sie häufig in eine Schuldenfalle und in die Schuldknechtschaft. Ihr Land, das sie meist als letzte Sicherheit haben, geht an die Geldverleiher über. Auf dem rohstoffreichen Mainpaat-Plateau kommt als zusätzliche Gefahr die Bedrohung durch den Bauxitabbau hinzu. Die Bauxitfirmen dehnen ihre Aktivitäten ständig aus, was den Druck auf das Land der Adivasi weiter erhöht.
Sich besser organisieren können, um Schulden und Knechtschaft ein Ende zu setzen
Die Partnerorganisation Indigenous Social and Cultural Development Center (ISCDC) arbeitet gesamthaft mit 80 Adivasidörfern zusammen, 30 im Distrikt Balrampur, 30 auf dem Mainpaat-Plateau und 20 neue Dörfer in der Region Chandho. ISCDC unterstützt die Adivasi darin, sich zu organisieren, Dorforganisationen aufzubauen und mit Spar- und Getreidebanken ihre Abhängigkeit von Geldverleihern zu reduzieren.
Das gemeinsam Ersparte und die Vergabe von internen Krediten schützen die Adivasi nicht nur vor Versklavung. Durch die Analyse der Mechanismen ihrer Unterdrückung und möglicher Auswege werden die Gruppen in ihrem Selbstbewusstsein und in ihren Fähigkeiten gestärkt, so dass sie ihre Interessen zunehmend selber vertreten können.