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Seit 2012 läuft die Erarbeitung des Bau- und Auflageprojektes Kleine Schliere. Dieses beinhaltet vier Teilprojekte:
Das ursprüngliche Ziel war es, (a) Schwemmholz zurückzuhalten, (b) Wasser, das nicht im Geschiebetriebkanal Platz hat in den Überlastfallkorridor auszuleiten und gleichzeitig (c) ausreichend Geschiebe in den Geschiebetriebkanal zu transportieren, damit dieser unter Reinwasserbelastung nicht kollabiert. Ausführliche Untersuchungen und ein erster Modellversuch an der Versuchsanstalt für Wasserbau (VAW) haben gezeigt, dass ein Holzrückhalt mit gleichzeitiger Gewährleistung der Entlastung und des Geschiebetriebs nur bedingt möglich ist.
In einem zweiten Modellversuch wird das Entlastungssystem optimiert. Ziel ist, dass das notwendige Wasser entlastet, eine ausreichende aber nicht zu grosse Geschiebemenge durchtransportiert und das Schwemmholz sicher zurückgehalten oder durch den Geschiebetriebkanal transportiert wird. Ende 2015 konnte diesbezüglich eine Lösung für das Entlastungsbauwerk gefunden werden. Nun wird das entsprechende Bau- und Auflageprojekt ausgearbeitet.
Mit diesen Massnahmen wird sichergestellt, dass in Fällen, wo die vorhandene Gerinnekapazität des Geschiebekanals zu klein ist (= "Überlastfall"), die Kleine Schliere nicht den Dorfkern und/oder angrenzende Quartiere überschwemmt.
Das am Entlastungsbauwerk gezielt ausgeleitete Wasser fliesst durch einen definierten Korridor durch Wald und über Landwirtschaftsland in den Alpnachersee. Die Planung des Überlastfallkorridors wird abgeschlossen, sobald die Planung des Entlastungsbauwerks verbindlich vorliegt. Ab ca. Mitte 2017 können die Verhandlungen mit den Grundeigentümern weitergeführt werden.
Dieses Teilprojekt beinhaltet einerseits zwei Fischaufstiege (Blockrampen) im Chilcherli- und Städerriedsammler (B.7) und andererseits eine ökologische Aufwertung im Kanal zwischen Chilcherlisammler und Alpnachersee (B.8). Begehungen mit den kantonalen Fachstellen, insbesondere mit Vertretern von Natur und Landschaftsschutz, haben stattgefunden, da sich dieses Teilprojekt in einem sensiblen Gebiet befindet. Die Arbeiten zum Vorabzug für das Bau- und Auflageprojekt dieses Teilprojekts werden nun wieder aufgenommen.
Im Lauf der Planungen und Modellversuche wurde im Winter 2012/2013 auch der Zustand des Geschiebetriebkanals genauer untersucht. Die Unwetter in der Nacht vom 31. Mai 2013 haben zu verschiedenen Schäden am Geschiebetriebkanal geführt, insbesondere im Abschnitt Grundersteg bis Abzweigung Sonnmattstrasse. Diese wurden umgehend saniert.
Der Kanal wurde vor 70-80 Jahren erstellt und erreicht langsam das Ende der Lebensdauer. Bei zukünftigen Unwettern ist deshalb mit weiteren und mit der Zeit auch grösseren Schäden am Kanal zu rechnen.
Abhängig vom Geschiebe, das durch das Entlastungsbauwerk in den Kanal transportiert wird, sind zusätzlich flankierende Massnahmen zur Verstärkung und Sicherung des Geschiebetriebkanals notwendig. Je weniger Geschiebe durchkommt, desto massiver und teurer werden diese Massnahmen.
Im Anschluss an die Planung des Entlastungsbauwerkes können die Planung und Optimierung von Massnahmen zur Systemsicherheit des Geschiebetriebkanals in Angriff genommen werden.
Seit Herbst 2016 wurden die Arbeiten für das Bau- und Auflageprojekt intensiviert. Dies ist möglich, weil nun eine Lösung für das Entlastungsbauwerk gefunden wurde. Für Herbst 2017 ist die Abgabe des Bau- und Auflageprojektes mit anschliessender Vernehmlassung und Vorprüfung durch das BAFU geplant. Dann wird auch der Kostenvoranschlag aufgrund der vier erarbeiteten Teilprojekte feststehen. Dieser wird die Basis für den Nachtragskredit zuhanden der Gemeindeversammlung bilden. Der Kanton wird anschliessend seinen Kantonsanteil an das Projekt beschliessen. Im Herbst 2018 findet voraussichtlich die öffentlich Auflage statt, worauf frühestens im Jahr 2020 mit dem Bau begonnen werden kann.
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