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Im Zusammenhang mit mehreren Korruptionsskandalen in Guatemala wächst der Druck auf Staatschef Otto Pérez. Am Montag (Ortszeit) schloss sich die Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta Menchú der Forderung nach Pérez' Rücktritt an.
Der Präsident sei «der Hauptverantwortliche der Korruptionsseilschaften, die die staatlichen Ressourcen plündern», erklärte die Aktivistin. Pérez fehle es an «jeglicher Legitimität».
Die Korruption vergrössere die Armut in Guatemala und erschwere den Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung, kritisierte Menchú. Sie war 1992 für ihren Einsatz für die Maya-Ureinwohner des zentralamerikanischen Landes mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden.
Auch die guatemaltekische Anwaltskammer, in der mehr als 20'000 Juristen organisiert sind, unterstützte am Montag die Forderung nach Pérez' Rücktritt.
Wegen der herrschenden Korruption kollabiere derzeit die Demokratie, sagte ihr Vorsitzender Marco Sagastume bei einer Pressekonferenz zur Begründung. Pérez bekräftigte derweil, dass er bis zum Ende seines Mandats im Januar weiter regieren wolle.
Mitte April war von der Staatsanwaltschaft und der UNO-Kommission für die Reform der Justiz in Guatemala ein Korruptionsskandal aufgedeckt worden war. Den achtmonatigen Ermittlungen zufolge existierte ein Korruptionsnetzwerk, das von dem Privatsekretär von Vizepräsidentin Roxana Baldetti geleitet wurde.
Diese versicherte, nichts von den Machenschaften ihres Sekretärs Juan Carlos Monzón gewusst zu haben, trat am 8. Mai aber zurück. Im Zuge der Ermittlungen wurden mehrere Beamte festgenommen, Monzón flüchtete.
Im Zusammenhang mit einem weiteren Korruptionsskandal um einen Vertrag über Dialyse-Dienste mit der Pharma-Firma PISA wurden am Mittwoch vergangener Woche der Chef der Zentralbank, Julio Suárez, und der Leiter der Sozialbehörde IGSS, Juan de Dios Rodríguez, festgenommen.
Rodríguez war früher Privatsekretär von Pérez. Der Staatschef hatte Rodríguez 2013 zum IGSS-Chef gemacht, um in der Behörde Korruption zu bekämpfen. (feb/sda/afp)