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Mit einem Blick auf das abwechslungsreiche Werk der Beatles geht gerne vergessen, dass sie ursprünglich eine Rockband gewesen sind und die heutige Rockmusik beeinflusst haben. So ist «Helter Skelter» von Paul McCartney einer der ersten Hardrock Songs überhaupt.
Für «Tomorrow Never Knows» hat Apple eine exklusive Partnerschaft mit EMI Records abgeschlossen. Sowohl Ringo Starr wie Paul McCartney als auch die Nachlassverwalter von John Lennon und George Harrison haben der Veröffentlichung zugestimmt. Und für die Veröffentlichung haben heutige Rockmusiker wie Linkin Parks Mike Shinoda, Arcade Fires Win Butler oder Mark Stoermer von The Killers Quotes über die Wichtigkeit der Beatles abgegeben. Dave Grohl (Foo Fighters, Nirvana), der mit Paul 2012 «Cut Me Some Slack» eingespielt hat, verfasste einen Begleittext zur Veröffentlichung, worin er über die begeisterte Reaktion seiner sechsjährigen Tochter Violet auf die Musik der Beatles schrieb.
gute Songauswahl und trotzem nicht überzeugend
Mit «Revolution» und «Paperback Writer» startet das Album fulminant und enthält mit «Helter Skelter» und «I've Got A Feeling» Songs, die das Spektrum von Hardrock zu Bluesrock öffnen.Trotz dieser guten Songauswahl haben die Projektverantwortlichen bei iTunes zwei grosse Fehler begangen, die «Tomorrow Never Knows» zwar zu einem gefälligen Album, aber dennoch zu einer unprofessionellen Zusammenstellung machen. So erscheint das Album, gepaart mit den Musikerstatements, als Marketingaktion und steht so in der Tradition von thematischen Samplern wie «Rock’n’Roll», «Ballads», «Love Songs» oder «20 Geratest Hits», die in den 1970er-Jahren herausgegeben worden sind und 1987 bei der Katalogvereinheitlichung durch die Veröffentlichung auf CD nicht mehr berücksichtigt worden sind.
Das wenig ansprechende digitale Booklet mit Link auf die Webseite der Beatles. Das abgebildete reguläre Album ändert sich alle paar Sekunden und erhärtet den werblichen Eindruck.
So finden sich mit «Savoy Truffle» und «It’s All Too Much» zwei Songs von George Harrison auf der Kompilation, aber keinen, den Ringo Starr gesungen hat. Die Beatles sind als Quartett aufgetreten, jeder einzelne hatte seine Fans und so hat Ringo auch auf jeder Platte seinen Song gehabt. Für diese iTunes-LP hätte man nicht auf Coverversionen aus den frühen Jahren der Band zurückgreifen müssen, mit «I Wanna Be You Man» von 1963 oder Ringos «Octopus’s Garden» wären zwei formidable Rocksongs von den Beatles zur Verfügung gestanden. Die zweite Schwäche der Songauswahl ist, dass aus der Frühphase der Beatles, in der sie nur eine Rockband gewesen sind, keine Songs verwendet wurden. «You Can’t Do That» von 1964 und «I’m Down» von 1965 sind die ältesten Songs.
Der Titelsong «Tomorrow Never Knows» von 1966 zeigt eindeutig, wie kurz das Rock-Only-Konzept greift, steht dieser Song mit seinen Tape-Loops exemplarisch für das Experimentieren der Beatles im Studio und gehört eigentlich nicht in eine rockige Songzusammenstellung.
Rezeption und Statistik
The Guardian bemängelt, dass «Tomorrow Never Knows» keine weiteren unveröffentlichten Aufnahmen enthält, streicht aber den Preis heraus, das Album kostet die Hälfte vom Preis als wenn man sich die Songs einzeln herunterladen würde. Die Los Angeles Times bezeichnet die Songauswahl aus Playlist, die sich jeder Beatlesfan zusammenstellen kann. Das englische Onlinemagazin Digital Spy bemängelt denn auch das fehlen der Beatlemania-Jahre und findet, dass man die Beatles nicht nur auf einen Aspekt reduzieren sollte.
Trotz der durchzogenen Kritiken und dass es keine physischen Veröffentlichung gab und geben wird, konnte sich auch «Tomorrow Never Knows» in den Hitparaden platzieren. In der ersten Woche wurde das Album 13 670 Mal (wohl im US iTunes Store) heruntergeladen. In Holland platzierte es sich auf Rang 14, in Dänemark auf Rang 17. Die Top 30 erreichte es in Norwegen (22), Flandern (23), den USA (24), und Wallonien (29). Australien und Österreich vermeldeten je einen 34. Platz, Italien einen 35. und Neuseeland den 37 Platz. In England erreichte «Tomorrow Never Knows» den 44. Platz.. In der Schweiz konnte sich das Album nicht in den Charts klassieren.
Als die Beatles noch Lederjacken und Jeans trugen, ca. 1961/1962. Diese Epoche und die Beatlemania fehlt ganz auf «Tomorrow Never Knows». George Harrison, John Lennon, Paul McCartney singend und Pete Best am Schlagzeug (vlnr).

Tracklist:
Revolution
Paperback Writer
And Your Bird Can Sing
Helter Skelter
Savoy Truffle
I'm Down
I've Got A Feeling (Naked Version)
Back In The U.S.S.R.
You Can't Do That
It's All Too Much
She Said She Said
Hey Bulldog
Tomorrow Never Knows
The End (Anthology 3 Version).