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Die Gründe für den Rücktritt aus dem Spitzensport sind so vielfältig wie die Sportler selbst, werden grob aber in zwei Kategorien unterschieden. So gibt es einerseits den freiwilligen, geplanten Rücktritt oder aber das ungeplante, gezwungene Karriereende. Wie lange dauert die Phase der Anpassung vom Spitzensport in ein «normales» Leben durchschnittlich, gibt es ein Durchschnittsalter und mit welchen Gefühlen hat der Athlet während dieser Zeit umzugehen?
Unser Mitarbeiter Dino Lauber hat sich mit diesem Thema auseinandergesetzt und einen Blogbeitrag hierzu verfasst.
Das Beenden der sportlichen Laufbahn ist das eindeutigste Beispiel eines normativen und zugleich nicht vermeidbaren Umbruchs im Leben eines Athleten oder einer Athletin. Beim Übertritt in das nachsportliche Leben wird der Athlet oder die Athletin mit den Themen Planung der nachsportlichen Karriere, Auswahl von beruflichen Ausbildungen oder Studium, der Identitätsveränderung und der Erneuerung von sozialen Netzwerken konfrontiert (Stambulova, Alfermann, Statler, & Côté, 2009, S. 398).
Es gibt zwei Gründe, weshalb man seine sportliche Karriere beendet. Alfermann unterscheidet zwischen dem freiwilligen, geplanten Rücktritt (Retirement; der Beendigung der Sportkarriere nach dem Erreichen des subjektiven Leistungshöhepunkts) und dem ungeplanten, gezwungenen Karriereende (Drop-out; der Beendigung einer leistungssportlichen Karriere vor dem Erreichen möglicher Leistungshöhepunkte) (Alfermann D. , 2008). Es ist nicht immer einfach zu definieren, wann es ein Drop-out ist und wann es wirklich ein Rücktritt ist. Nur bei ganz erfolgreichen Sportlern ist die Möglichkeit gross, dass es sich um einen freiwilligen Rücktritt handelt. Zu den häufigsten Gründen bei dem gezwungenen Karriereende gehören Alter, Abwahl und Verletzungen (Alfermann, Sichard, & Dlabal, 1993, S. 32).
Beim geplanten Rücktritt bestimmt der Athlet oder die Athletin den Zeitpunkt des Rücktritts. Der Rücktritt erfolgt dann meistens nach dem Erreichen des subjektiven Leistungshöhepunkts. Diese Athleten und Athletinnen können sich besser auf das Leben nach dem Sport vorbereiten und deshalb den Übergang vom Sport in die nachsportliche Karriere auch optimal bewältigen (Alfermann D. , 2010).
Viele Athleten und Athletinnen können ihren Rücktritt nicht planen. Die Athleten und Athletinnen werden gezwungen, ihren Rücktritt vor dem Erreichen möglicher Karrierehöhepunkte zu vollziehen. Dieses Beenden der Karriere ist für den Athleten oder die Athletin weitaus tragischer und schmerzhafter, da keine Zeit bleibt, sich darauf vorzubereiten (Alfermann D. , 2010).
Eine Untersuchung von 561 Athleten und Athletinnen aus 37 verschiedenen Einzel- und Teamsportarten zeigt, dass das Alter beim Rücktritt der Athleten und Athletinnen signifikant variiert zwischen den männlichen und weiblichen sowie den verschiedenen Sportarten (North & Lavallee, 2004).
In einer Studie mit 96 Athleten und Athletinnen diverser Teamsportarten waren die männlichen Athleten bei ihrem Rücktritt von der sportlichen Karriere durchschnittlich 30.63 Jahre alt, die weiblichen Athletinnen waren 28.09 Jahre alt (Alfermann D. S., 1993).
Nach dem Rücktritt vom Spitzensport kann die Anpassung an das nachsportliche Leben zirka ein Jahr dauern (Stambulova, Alfermann, Statler, & Côté, 2009, S. 396). Die Verarbeitung eines unfreiwilligen Austritts vom Spitzensport und die Anpassung an die nachsportliche Karriere können zwischen einem dreiviertel Jahr und fünf Jahren dauern (Wippert, 2011).
Für die meisten Athleten und Athletinnen ist der Rücktritt vom Sport mit Ungewissheit, Verlust- und Trauergefühlen verbunden (Sinclair & Orlick, 1994, S. 49). Auch in einer Studie von Seiler Schmid und Schilling ist zu lesen, dass auch Athleten und Athletinnen mit positiven Übertritten in die nachsportliche Karriere für teilweise längere Dauer psychisch und physisch belastet waren (Seiler, Schmid, & Schilling, Übergänge in nachsportliche Karrieren in der Schweiz, 1998, S. 111). Durch eine Befragung von 16 ehemaligen Athleten und Athletinnen, die freiwillig vom Spitzensport zurückgetreten waren, konnte man herausfinden, dass das subjektive Wohlbefinden innerhalb des ersten Jahres nach dem Rücktritt vier Phasen (anfängliche Abnahme, Anstieg, Stabilisierung und endgültiger Anstieg) durchläuft (Stephan, Bilard, Ninot, & Delignières, 2003).
Stehen auch Sie vor einer Transition in Ihrem Leben und benötigen eine Beratung? Unser Mitarbeiter Dino Lauber beantwortet gerne Ihre Fragen hierzu.
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