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Neue Partnerschaft für den Schutz von Wäldern
Fairtrade International gab kürzlich eine neue Partnerschaft mit Satelligence bekannt, um die Satellitenüberwachung von Waldgebieten und Farmen auf alle zertifizierten Kakao- und Kaffeeproduzentenorganisationen weltweit auszuweiten. Ziel der Initiative ist es, den Fairtrade-Kooperativen Daten über die Farmen ihrer Mitglieder und deren Entwaldungsrisiko zur Verfügung zu stellen, damit sie diese Daten mit ihren Handelspartnern teilen und die Waldflächen besser verwalten können.
Die Partnerschaft zwischen Fairtrade und Satelligence und der Ausbauplan werden den Erzeugerorganisationen dabei helfen, die Anforderungen der EU-Verordnung zur Verhinderung von Entwaldung zu erfüllen, damit sie weiterhin Zugang zu wichtigen Märkten in Europa und darüber hinaus haben. Mehr als eine Million Kaffee- und Kakaobäuer:innen bauen auf rund 2,5 Millionen Hektar ihre Produkte an.
Daten in die Hand der Produzent:innen geben
«Diese Partnerschaft konzentriert sich auf einen zunehmend wichtigen Bereich des Handels: den Zugang zu Risikomanagementdaten, die bestimmen, welcher Kakao und Kaffee auf den EU-Markt gelangen darf», sagte Jon Walker, Senior Advisor für Kakao bei Fairtrade International. «Wer die Daten hat, hat den Schlüssel zum Marktzugang. Viele Grossabnehmer haben ihre eigenen Überwachungssysteme, die die Kooperativen, von denen sie kaufen, aufzeichnen, aber sie teilen ihre Daten nicht unbedingt mit den Kooperativen selbst. Die Ungleichheiten in den Handelsbeziehungen werden sich noch verstärken, wenn die Erzeugerorganisationen beim Zugang zu diesen wichtigen Daten auf ihre Handelspartner angewiesen sind. Diese Partnerschaft ermöglicht es den Erzeugerorganisationen und ihren kleinbäuerlichen Mitgliedern, Zugang zu den Daten zu erhalten und auf erkannte Risiken zu reagieren.»
Die Erzeugerorganisationen sind wichtige Partner bei der Sammlung dieser Informationen und tragen zu Risikobewertungen und Massnahmen zur Risikominderung und -vermeidung bei. Durch die Bereitstellung von Daten über die Farmen, die ihren Kakao und Kaffee produzieren, können die Kooperativen fundierte Geschäftsentscheidungen treffen und diesen Mehrwert auch ihren Handelspartnern anbieten.
Aufbauend auf einer Reihe von Kakao-Kooperativen, die im vergangenen Jahr in der Elfenbeinküste und in Ghana Geolokalisierungs- und Überwachungsfunktionen getestet haben, zielt die neue dreijährige Partnerschaft darauf ab, bis 2025 alle Fairtrade-zertifizierten Kakao- und Kaffeeproduzentenorganisationen einzubeziehen.
Geodaten für besseren Waldschutz
Die Produzentenorganisationen stellen die Geolokalisierungsdaten für die Parzellen ihrer Mitglieder zur Verfügung. Die Plattform von Satelligence überprüft diese Geolokalisierungsdaten, um die Datenqualität sicherzustellen. Zweitens erkennt das System alle Abholzungsaktivitäten innerhalb der Grenzen der Mitglieder und stellt fest, ob sich die Farmen in Schutzgebieten befinden oder nicht. Das System zeigt auch Abholzungen in der Nähe des Betriebs an, eine wichtige Information, die zur Risikobewertung der Genossenschaften beiträgt. Schliesslich erstellt das System Berichte, die Kooperativen selbst nutzen und ihren Kunden oder potenziellen Kunden zur Verfügung stellen können.
Die Verantwortung entlang der Lieferkette verteilen
Der Fairtrade-Kakaostandard erfüllt die Anforderungen der EU-Verordnung zur Entwaldung, die unter anderem vorschreibt, dass Farmen mit einer Grösse von mehr als vier Hektar oder in Hochrisikogebieten Polygonkarten verwenden müssen, während kleinere Farmen und Farmen in Gebieten mit geringem Risiko einzelne Geolokalisationspunkte verwenden können. Wichtig ist auch, dass Fairtrade von den Händlern verlangt, dass sie die Produzentenorganisationen, von denen sie einkaufen, bei ihren Bemühungen, die Entwaldung zu überwachen und zu verhindern, materiell oder finanziell unterstützen. Der Fairtrade-Kaffee-Standard wird derzeit überarbeitet und soll Ende 2023 vom Fairtrade-Standardausschuss verabschiedet werden, um ähnliche Anforderungen aufzunehmen.
Entwaldungsvorschriften müssen die Kapazitäten von Kleinbäuer:innen berücksichtigen
Der Verlust des Zugangs zu wichtigen Märkten wie der EU wäre für Kleinbäuer:innen, die ihren Lebensunterhalt hauptsächlich mit Kaffee und Kakao verdienen, verheerend. Wenn die wirtschaftlichen Realitäten der Kleinbäuer:innen nicht berücksichtigt werden, könnte die Gesetzgebung unbeabsichtigte Folgen haben, wie z.B. eine Zunahme der illegalen Landnutzung durch Bauern, die gezwungen sind, sich andere Einkommensquellen zu erschliessen. Dies würde letztlich die Nachhaltigkeit, die Erhaltung der Wälder und die eigentliche Absicht der Entwaldungsgesetze untergraben.