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Die alpinen Rennen in Nordamerika wurden von der FIS wegen der Coronavirus-Pandemie frühzeitig abgesagt. Der Weltcup-Auftakt in den Speed-Disziplinen erfolgt deshalb statt in den kanadischen Rocky Mountains in den französischen Alpen. In Val d'Isère stehen für die Männer am Samstag die erste Abfahrt und am Sonntag der erste Super-G der Saison auf dem Programm. Ein Überblick.
Stärke der Schweizer Abfahrer
Beat Feuz gewann dreimal hintereinander die kleine Kristallkugel für den besten Abfahrer und ist in der Königsdisziplin der sicherste Wert. In den letzten drei Saisons sammelte der Emmentaler bei 26 Abfahrt-Weltcupstarts nicht weniger als 20 Podestplätze (sechs Siege). Immer klassierte er sich dabei in den ersten acht. Im vergangenen Winter erreichten auch Carlo Janka (zweimal Dritter), Urs Kryenbühl (einmal Zweiter) und Mauro Caviezel (einmal Dritter) Top-3-Plätze. Niels Hintermann gehörte ebenfalls zu den besten 15 Abfahrern der letzten Saison.
Zweite Garde
Neben diesem Top-Quintett ist für Val d'Isère auch der ehemalige Junioren-Abfahrtsweltmeister Marco Odermatt gesetzt. Im Weltcup klassierte er sich in dieser Disziplin noch nie in den ersten zehn. Vom 23-jährigen Nidwaldner, zuletzt im zweiten Riesenslalom von Santa Caterina überlegen siegreich, sind weitere Fortschritte zu erwarten. Wahrscheinlich ist aber auch, dass Odermatt im dichtgedrängten Kalender auf die eine oder andere Weltcup-Abfahrt verzichten wird. Für die letzten zwei Swiss-Ski-Startplätze in Savoyen fahren Ralph Weber, Nils Mani, Stefan Rogentin und Gilles Roulin in den Trainings am Donnerstag und Freitag eine interne Qualifikation aus.
Situation im Super-G
Auch in der zweiten schnellen Disziplin ging die kleine Kristallkugel im vergangenen Winter dank Mauro Caviezel in die Schweiz. Der Bündner stand dreimal auf dem Podest. Caviezel steht in Val d‹Isère trotz eines erst im Juni erlittenen Risses der linken Achillessehne bereits wieder am Start. Der einzige Schweizer Super-G-Sieger der Saison 2019/2020 hiess Odermatt, der in Beaver Creek überraschend zu seinem ersten Weltcup-Triumph gelangte. Feuz seinerseits fährt im Super-G deutlich weniger konstant, in sechs Rennen war er nie besser als Fünfter.
Einschätzung von Cheftrainer Thomas Stauffer
«Ohne die übliche Vorbereitung in Nordamerika, sonst im November eine Bank, war die Suche nach Trainingspisten schwierig. Doch wir haben das Speed-Vorbereitungsprogramm - in Saas-Fee, auf der Diavolezza, in Davos, Cervinia und zuletzt in St. Moritz - recht gut über die Runden gebracht. Wir stehen nicht schlecht da. Ich habe ein gutes Gefühl.»
Internationale Top-Anwärter
Bevor er sich im Januar beim Super-G-Training in Österreich das Kreuzband im rechten Knie riss, war Dominik Paris Feuz› grösster Gegenspieler im Kampf um den Abfahrts-Weltcup. Nun gibt der Italiener sein Comeback. Paris werde für die Rennen bereit sein, so die Erwartung von Feuz. Zu beachten gilt es immer auch das starke ÖSV-Duo Vincent Kriechmayr und Matthias Mayer, dazu aus Norwegen den Gesamtweltcupsieger Aleksander Kilde und Abfahrts-Weltmeister Kjetil Jansrud. Hingegen wird der Deutsche Thomas Dressen nach einer Hüftoperation den Grossteil der Saison verpassen.
Anzahl Speed-Rennen in dieser Saison
Im Männer-Weltcup stehen neun Abfahrten und sieben Super-G auf dem Programm. Vier dieser Rennen finden in der Schweiz statt, nämlich zwei Abfahrten in Wengen (15./16. Januar) plus je eine Abfahrt und ein Super-G beim Weltcup-Finale in Lenzerheide (17./18. März).
Letzte Speed-Sieger in Val d'Isère
Während die Frauen in der französischen Skistation fast jedes Jahr Speedrennen bestreiten, fuhren die Männer zuletzt im Dezember 2016 auf der Piste Oreiller-Killy. Der Sieger hiess damals in Abfahrt wie Super-G Kjetil Jansrud. Beste Schweizer waren im Super-G Carlo Janka (4.) und Beat Feuz (6.) sowie in der Abfahrt der mittlerweile zurückgetretene Exweltmeister Patrick Küng (7.).