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Der Wissenschaftler ist am Sonntag, den 2. Januar 2022, im Alter von 89 Jahren in Therwil verstorben. Mit ihm verliert das Biozentrum einen herausragenden Strukturbiologen und einen seiner Gründungsprofessoren. Der gebürtige Niederländer lieferte grundlegende Erkenntnisse zur Beziehung von Struktur und Funktion wichtiger Stoffwechselenzyme und machte sich auf dem Gebiet der Protein-Kristallographie einen Namen in der Wissenschaftswelt. In der Schweiz zählte er zu den Kristallographie-Pionieren, der diese Disziplin mit viel Engagement massgeblich vorangetrieben hat.
Johan N. Jansonius wurde 1932 in den Niederlanden geboren. Er studierte Chemie und promovierte 1967 im Labor für Strukturchemie der Universität Groningen über die Struktur von Papain, einem Enzym aus der Papaya. Im Jahr 1973 wurde er als Professor für Strukturbiologie an das damals neu gegründete Biozentrum der Universität Basel berufen, um die Protein-Kristallographie in der Schweiz zu etablieren. 25 Jahre lang, bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1998, blieb er dem Biozentrum treu und legte in Basel den Grundstein für eine später prosperierende strukturbiologische Forschung.
Während seiner langjährigen Forschungstätigkeit untersuchte Johan N. Jansonius die räumliche Struktur von Enzymen und Membranproteinen sowie ihre Wirkungsweise. Er lieferte wichtige Erkenntnisse unter anderem zur Struktur-Funktionsbeziehung von Vitamin B6-abhängigen Enzymen. So konnte er nicht nur die genaue Struktur fünf verschiedener B6-Enzyme aufklären, sondern neue Einsichten zur Substratbindung sowie ihrer Substratspezifität gewinnen. Zudem erforschte er Enzyme, die an der Aminosäure-Biosynthese in hitzeliebenden, sogenannten thermophilen Bakterien beteiligt sind. Die Aufklärung der dreidimensionalen Struktur von thermophilen Enzymen war bedeutsam, um zu verstehen, wie diese Enzyme funktionieren und warum sie gegenüber Hitze so stabil sind. Neben seiner Forschertätigkeit erwies sich Johan N. Jansonius als engagierter Lehrer und Mentor. Als Obmann leitete er von 1989 bis 1991 die Geschicke des Biozentrums. Von 1988 an war er als korrespondierendes Mitglied der Königlichen Niederländischen Akademie der Wissenschaften (KNAW) in der Sektion Chemie aktiv ? Die Verbindung zu seinem Heimatland hat er auch in wissenschaftlicher Hinsicht stets aufrechterhalten.
Die Universität Basel und das Biozentrum nehmen Abschied von einem langjährigen Wegbegleiter und geschätzten Kollegen, der sich grosse Verdienste rund um die Strukturbiologie in Basel und der gesamten Schweiz erworben hat. Wir trauern mit den Angehörigen und werden sein Andenken in Ehren bewahren.
Kontakt: Kommunikation, Katrin Bühler