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Vorsicht, die Gräserpollensaison beginnt!
Gräserpollen, die den passend benannten «Heuschnupfen» auslösen, bisweilen aber auch schwerere Symptome, sind wieder in der Luft. Sie stehen stets an der Spitze der Ursachen für saisonale Allergien.
Wesentliches Allergen
Gräserpollen sind in der Schweiz und in vielen anderen Ländern die Hauptursache von allergischen Atemwegserkrankungen. In den 1960er Jahren lösten sie in der Schweizer Bevölkerung die erste umfangreiche Pollenallergie aus, was dieser den Namen «Heuschnupfen» eintrug. Damals erfolgte die Heuernte, wenn die Felder reif waren, also die Blüte weit fortgeschritten, damit das Heu schnell trocknen konnte. Beim Mähen gerieten so viele Gräserpollen in die Luft und darüber hinaus auch andere kleine Graspartikel, die ebenfalls Allergene enthalten. Aus diesem Grund sollten Allergiker ihren Rasen nicht selbst mähen und sich nicht auf eine frisch gemähte Wiese legen, denn dies kann Rötungen und Jucken der Haut hervorrufen.
Klimatologische Aspekte
Der Pollenkalender für die Gräser zeigt die regionalen Unterschiede des Pollenflugs an den 14 Stationen des Pollenmessnetzes. Erste Gräserpollen werden im Tessin meist schon im März und auf der Alpennordseite im April gemessen. Mit einem Anstieg auf mässige Konzentrationen ist im Tessin normalerweise ab Mitte April und auf der Alpennordseite ab Anfang Mai zu rechnen. Die höchsten Gräserpollenmengen werden in der Schweiz von etwa Mitte Mai bis Mitte Juli, vor allem auf der Alpennordseite, erreicht. Deutlich schwächer verläuft die Gräserpollensaison im Tessin und in den Alpen, z.B. in Davos. An ländlichen Stationen mit vielen Wiesen in der Umgebung ist die Gräserpollensaison stärker und sie dauert länger, wie in La Chaux-de-Fonds und in Buchs SG.
Einfluss des Wetters
Ob strahlende Sonne oder teilweise bedeckter Himmel: Ein mildes, relativ trockenes Wetter und eine leichte Brise sind ideale Bedingungen für die Ausbreitung der Gräserpollen in der Luft. Die Pollen werden häufig morgens freigesetzt, aber die höchsten Konzentrationen werden oft am Ende des Tages gemessen, wenn sich der Wind legt und die Pollen wieder zu Boden sinken.
Das Aufziehen einer Gewitterfront mit heftigen Windstössen ist eine weitere Wetterlage, bei der Pollen und andere Partikel in der Luft konzentriert sind und plötzliche Allergiekrisen oder Asthmaanfälle auslösen können.
Regen ist Pollenallergikern dagegen sehr willkommen, denn wenn er lange genug andauert, wäscht er alle Partikel aus der Luft und lindert die Symptome.
Wie MeteoSchweiz die Pollenmessungen verbessert
Bislang werden die Pollenmessungen manuell durchgeführt. In den letzten Jahren hat MeteoSchweiz zahlreiche Tests mit Instrumenten durchgeführt, die von verschiedenen Unternehmen entwickelt wurden, und nachgewiesen, dass die Bereitstellung von Pollendaten in Echtzeit möglich ist. Aufgrund dieses Erfolges ist ein Projekt zur Automatisierung des Messnetzes im Gange. In diesem Frühjahr nehmen drei Swisens Poleno (Partikelmessgerät) an einem voroperationellen Test in Payerne teil. Wenn alles gut läuft, werden die ersten Geräte dieses Typs ab Ende Jahr in den Stationen installiert, und die ersten Daten werden für die Prognosen ab dem kommenden Jahr verfügbar sein.