Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03650.jsonl.gz/3143

Häufigste Fragen zu Ohr-Implantaten
Welcher Unterschied besteht zwischen einem Cochlea-Implantat und einem Hörgerät?
Ein Cochlea-Implantat ist etwas vollkommen anderes als ein Hörgerät. Hörgeräte verstärken Schallinformationen so, dass hörbeeinträchtigte Personen sie hören können. Cochlea-Implantate umgehen dagegen die beschädigten Bereiche des Ohrs und stimulieren den Hörnerv direkt.
Erwachsene mit einem schweren bis hochgradigen Hörverlust können durch ein Cochlea-Implantat die Fähigkeit wiedererlangen, mit anderen zu kommunizieren und an der Welt der Hörenden teilzuhaben. Cochlea-Implantate können aber auch gehörlos geborenen Kindern dabei helfen, einen guten Spracherwerb zu erlangen, in die Welt der Hörenden hineinzuwachsen und sich darin aktiv zurechtzufinden. Ausserdem erfordert ein Cochlea-Implantat im Unterschied zum Hörgerät eine umfangreiche Rehabilitation (Hörtraining).
Bin ich mit 75 Jahren zu alt für ein Cochlea-Implantat?
Es gibt keine Altersbeschränkung für die Versorgung mit einem Cochlea-Implantat. Der Umgang mit dem CI-System erfordert aber einen gewissen Lernprozess. Daher muss jeder Kandidat und jede Kandidatin, unabhängig vom Alter, von sich aus bereit sein, an der Entwicklung der eigenen Hörfähigkeiten zu arbeiten. Eine Audioagogin kann mit einem individuellen Hörtraining den Prozess unterstützen.
Wie weiss ich, ob ich für eine Cochlea-Implantation in Frage komme?
Ob ein Cochlea-Implantat in Frage kommt, beurteilen verschiedene Spezialisten an der CI-Klinik. Ein Audiologe beurteilt die Hörempfindlichkeit mit und ohne Hörgerät und bewertet, in wie weit der Kandidat in der Lage ist, Gesprochenes zu verstehen. Es gibt viele unterschiedliche Hörtests. Welche durchgeführt werden, hängt vom Alter und von der Eignung des Kandidaten ab. Der HNO-Arzt respektive die HNO-Ärztin untersucht das Ohr und versucht dabei zu ermitteln, ob eine andere Behandlung möglicherweise eher Erfolg verspricht. Darüber hinaus vergewissern sich die Ärzte, dass die Verfassung des Kandidaten eine solche Operation zulässt.
Die meisten CI-Kandidaten/Kandidatinnen werden im Rahmen dieser Untersuchungen einer Computertomografie (CT) oder einer Magnetresonanztomografie (MRT) unterzogen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen helfen dem Chirurgen, sich mit der individuellen Anatomie des Innenohrs vertraut zu machen. Je nach Krankengeschichte des Kandidaten können zusätzliche medizinische Untersuchungen erforderlich sein.
Was sind die Risiken einer Implantation?
Die mit einer Implantation verbundenen Risiken sind mit den Gefahren anderer chirurgischer Eingriffe im Bereich der Ohren vergleichbar. Da die Cochlea-Implantate generell sehr klein sind, können sie in einem minimal-invasiven Eingriff implantiert werden. Informationen zu den möglichen Risiken erhalten Sie direkt vom Arzt in der CI-Klinik.
Wie lange dauert die Implantation?
Die Operation dauert 1 bis 3 Stunden, in Einzelfällen auch länger. Die Patienten dürfen oft schon am nächsten Tag wieder aufstehen. Die Dauer des Krankenhausaufenthalts liegt, abhängig vom Zustand des Patienten und der Klinik, zwischen einem und mehreren Tagen.
Darf ich als CI-Träger ein Handy benützen?
Ja, viele CI-Nutzer telefonieren ganz normal mit ihrem Handy. In einigen Fällen kann es erforderlich oder einfach bequemer sein, beim Telefonieren ein Audiokabel oder eine induktive Schlaufe zu benützen. In Ihrem CI-Koffer sind einige der Zusatzkabel bereits vorhanden.
Wie funktioniert ein Cochlea-Implantat?
Cochlea-Implantate helfen Personen mit einer schweren bis hochgradigen Schwerhörigkeit, indem sie den nicht funktionierenden Teil des Innenohrs überbrücken und die Schallinformationen direkt an den Hörnerv leiten. Der Audioprozessor (ausserliche Komponente des Systems) fängt die Klangsignale auf und sendet sie an das hinter dem Ohr unter die Haut eingebettete Implantat. Ein Elektrodenträger, der im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs in das Innenohr eingeführt wird, stimuliert den Hörnerv, so dass der Cochlea-Implantierte hören kann.
Kann ich den Prozessor eines anderen CI-Trägers ausprobieren?
Nein, das sollten sie unterlassen. Jeder Sprachprozessor wird individuell für eine bestimmte Person programmiert. Tragen Sie niemals den Prozessor eines anderen Patienten und leihen Sie Ihren Prozessor auch nicht aus. Beim Hören mit einem fremden Prozessor können unangenehm laute und verzerrte Hörwahrnehmungen auftreten.
Weitere Fragen?
Rufen Sie uns an: 0800 400 333 (Mo-Fr, 9-13 Uhr), oder schreiben Sie an: beratung@ pro-audito.ch