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Das Hochschularchiv hat auch während der Pandemie wertvolle und spannende Neuzugänge zu verzeichnen. Besonders interessant ist dabei das historische Archiv der Schweizerischen Stiftung für Alpine Forschung (SSAF).
Expeditionsteilnehmende und Träger auf dem Kukuar-Gletscher,
Schweizer Karakorum-Expedition 1947
(Hochschularchiv der ETH Zürich, Hs 1520:52)
1938 bildete sich ein Komitee aus Mitgliedern verschiedener alpinistischer Vereine der Schweiz mit dem Ziel, alpinistische Expeditionen in Gebirge ausserhalb der Schweiz zu organisieren und wissenschaftlich zu begleiten. Die Stiftung für Alpine Forschung konnte ein Jahr später (und somit wenige Monate vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs) aus der Taufe gehoben werden.
Blick auf das Lager V sowie zwei Teilnehmer im Aufstieg auf den Gipfel des Abi Gamin (Erstbesteigung), Garhwal-Himalaya-Expedition von 1950, Fotograf: René Dittert (Hochschularchiv der ETH Zürich, Hs 1520:52)
Die Gründungsmitglieder verwiesen damals ausdrücklich auf die «geistige Landesverteidigung», die es nötig mache, die Schweizer Bevölkerung mit alpinistischen Höchstleistungen zu begeistern. Die Erschliessung noch nie bestiegener Gipfel dürfe doch nicht tatenlos den Deutschen, Engländern oder Franzosen überlassen werden.
Aufruf des Initiativkomitees von 1938, Ausschnitt
(Hochschularchiv der ETH Zürich, Hs 1520:1)
Tatsächlich gelang es der Stiftung, von den 1930er bis 1950er Jahren insgesamt elf Auslands-Expeditionen durchzuführen, vor allem ins Himalaya-Gebiet (Mount Everest, Nepal) und in die Arktis.
Porträtfotos und Unterschriften der Teilnehmenden der Himalaya-Expedition 1947: Annelies Lohner-Sutter-Stöttner (1918-2012), Alfred Sutter, Alexander Graven, René Dittert, André Roch,
Fotoabzug (Hochschularchiv der ETH Zürich, Hs 1520:52)
In den 1950er bis 1970er Jahren konzentrierte sich die Stiftungstätigkeit dann auf die Publikation der Buchreihe «Berge der Welt» sowie auf die Publikation von Kartenwerken, wobei hier die Herausgabe der Mount-Everest-Karte (1988/91) besonders hervorsticht.
Tagebücher der Expeditionsteilnehmer Ernst Huber und Fritz Steuri,
Himalaya-Expedition 1939 (Hochschularchiv der ETH Zürich, Hs 1520:12)
Seit der Gründung der Stiftung bestand ein enger Bezug zur ETH Zürich. Zu den langjährigen Stiftungsratsmitgliedern gehörten beispielsweise Prof. Eduard Imhof (1895-1986), Prof. Augusto Gansser (1910-2012) oder Fritz Hans Schwarzenbach (1925-2018). Stiftungspräsident Jürg Marmet sowie die Expeditionsteilnehmer Ernst Huber und André Roch hatten an der ETH Zürich studiert.
Empfang der Teilnehmer der Schweizer Himalaya-Expedition
am Flughafen Kloten, 8.7.1956, Fotograf: Pichler
(ETH-Bibliothek, Bildarchiv, LBS_SR01-01956-04)
Im Laufe ihrer Geschichte hat sich das Tätigkeitsfeld der Stiftung immer wieder verändert. In den letzten Jahrzehnten unterstützte die Stiftung zahlreiche wissenschaftliche Studien und populärwissenschaftliche Publikationen in den Bereichen Gletscher- und Klimaforschung, Biodiversität und alpine Kulturlandschaften.
Entdecken Sie das historische Stiftungsarchiv der SSAF und stöbern Sie in der Archivdatenbank des Hochschularchivs. Die Breite der von der Stiftung geförderten Projekte zeigt sich insbesondere in den jährlichen Tätigkeitsberichten. Besonders interessante Quellen sind die Original-Tagebücher, Reiseberichte und Briefe der Expeditionsteilnehmer/-innen. Dazu kommen umfangreiche Dokumentationen zu den einzelnen von der Stiftung geförderten Expeditionen, die zu weiteren historischen und alpinistischen Forschungen einladen.