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Wie man für jemanden betet
von Swami Veda Bharati
Spirituelle Führer werden oft ersucht, für jemanden zu beten. Von Krankheit zu Wohlbefinden, von Armut zu Reichtum, von Versagen zu Erfolg, von Stress zu Ruhe, von Trauer zu Akzeptanz, von Zorn zu Gleichmut.
Häufig fragen die Suchenden auch: „Wie kann ich für jemanden beten?“ Hier ist eine kurze Antwort.
Oft verstehen die Menschen unter Gebeten lange Sätze wie: „oh Gott, bitte hilf ihm“, „bitte lass meine Tochter wieder gesund werden“, „bitte hilf meinem Sohn, seine Prüfung zu bestehen“, „liebe göttliche Mutter, bitte, bitte, hilf meinem Mann seinen Ärger in den Griff zu bekommen“, usw.
Oder wir verstehen Gebete als Rezitieren oder Singen von Mantren, Shlokas, Kompositionen, Versen aus heiligen Bücher unserer Religion – egal welcher Religion.
Die Art und Weise des Gebets für einen Meditierenden ist eine stille. Mein Meister, Swami Rama vom Himalaya, sagte:
„Das Gebet ist ein intensives Gefühl“.
Auch wer nicht an Gott glaubt, kann für andere beten.
Aber man muss lernen, seinen Geist auf ein solches Gebet vorzubereiten. Ein reiner, sattvischer und selbstloser Geist.
Lerne ausserdem die Technik der Meditation. Dies kann ein langer und komplexer Prozess sein, oder ein kurzer. Man kann selbst eine Aufzeichnung einer geführten Meditation nutzen. Hier ist eine kurze (in der viele Details fehlen):
Entspanne alle Muskeln, insbesondere die Stirn.
Richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem.
Beobachte einfach, wie du atmest.
Durch die einfache Beobachtung, wird sich dein Atem verlangsamen.
Richte deine Aufmerksamkeit darauf, den Atemfluss und die Berührung des Atmens in den Nasenlöchern zu spüren.
Atme langsam, sanft und gleichmässig.
Spüre weiterhin die Berührungen des Atemflusses in den Nasenlöchern.
(Hier kannst du einen Namen des Gottes deiner Religion und Sprache wählen, oder einen heiligen Satz. Andernfalls zähle einfach die Atemzüge, nicht in Worten, sondern nur in Gedanken, Eeeeeiiiins… Zweeeeiiiii… wiederholen, und dabei den Atemfluss spüren.)
Wenn der Geist zu einem ungestörten, gleichmässigen Fluss geworden ist, stelle dir die Anwesenheit derjenigen Person vor, für die du betest.
Stelle dir die Person in demjenigen Zustand vor, in dem du sie gerne sehen möchten.
Lasse das ein intensives Gefühl sein.
Abwechselnd mit der Atem-Beobachtung (wie oben beschrieben), kehre immer wieder zu diesem intensiven Gefühl zurück.
Wenn du gläubig bist, lasse ein intensives Gefühl der Hingabe an das Göttliche entstehen.
Wiederhole dies, bis dein Ziel für die Person erreicht ist. Aber erlaube auch ein Gefühl der Akzeptanz, der Aufgabe des Wunsches und des Ergebnisses. Wenn die göttliche Kraft dein Gebet annimmt, dann sei dankbar.
Für eine fortgeschrittene Form dieses Gefühlsgebets muss man die Zwerchfellatmung erlernen, ansonsten können Beschwerden im Brustbereich auftreten. Nimm dafür einige Lektionen der Himalaya-Yoga-Meditationsmethode bei einem zertifizierten Lehrer.
Wenn die Zwerchfellatmung zu einem natürlichen Vorgang geworden ist, kann man zur nächsten Stufe dieses Gefühlsgebets übergehen.
Spüre den Atemfluss in den Nasenlöchern (wie oben, mit dem göttlichen Name oder zählen, eeeeeiiiins… zweeeeiiiii…)
Atme mit dem Zwerchfell, und nicht anders.
Nach einiger Zeit, sobald sich der Geist beruhigt anfühlt, richte die geistige Aufmerksamkeit auf dein Herzzentrum, auf den Bereich zwischen den Brüsten
Spüre, als ob es eine Höhle in diesem Bereich gäbe.
Verweile mental in diesem Bereich.
Spüre, als würdest du diese Höhle betreten.
Stelle dir in dieser Höhle die Person in dem Zustand vor, den du möchtest, dass sie erreicht.
Lass es ein intensives Gefühl sein.
Du kannst zwischen dem intensiven Gefühl und der Atem-Beobachtung abwechseln, und so lange fortsetzen, wie du möchtest.
Beklage dich nicht „Gott, wann erhörst du mein Gebet? Ich habe schon so lange gebetet und du hast meinen Wunsch nicht erfüllt!“
Die Geheimnisse des erfolgreichen Betens sind:
- Intensives Gefühl
- Aufgabe des Wunsches nach Ergebnissen; Akzeptanz
Ich wünsche dir viel Erfolg beim Beten.
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