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Rheumatoide Arthritis: Monobehandlung mit konventionellen Basistherapeutika
Monotreatment With Conventional Antirheumatic Drugs or Glucocorticoids in Rheumatoid Arthritis
Guski L.S. et al. JAMA Netw Open. 2023;6(10): e2335950
Fragestellung dieser Studie aus Dänemark: Welches konventionelle Basistherapeutikum ist bei rheumatoider Arthritis (RA) mit dem besten Outcome assoziiert?
Metaanalyse, insgesamt 132 randomisierte klinische Trials mit 29 Interventionen, 13’260 Patienten mit RA.
Unter folgenden Basistherapeutika (csDMARDs) wurde eine krankheitsmodifizierende Wirkung bei RA festgestellt: Methotrexat, Leflunomid, Cyclosporin, Sulfasalazin, Hydroxychloroquin/Chloroquin.
Fazit
Die Resultate bestätigen, dass Methotrexat weiterhin als primäre Referenz unter den csDMARDs zu gelten hat.
Früher angewandte Therapien mit Cyclophosphamid, Gold, Azathioprin, Penicillamin und Levamisol erwiesen sich als ungenügend und sollten nicht mehr in Betracht gezogen werden.
«Lifestyle»-Anpassungen als additive Behandlungsoption bei rheumatoider Arthritis
A multidisciplinary lifestyle program for rheumatoid arthritis: the 'Plants for Joints' randomized controlled trial
Walrabenstein W. et al. Rheumatology 2023;62(8):2683
In der parallel angelegten, randomisierten und Untersucher-verblindeten Studie «Plants for Joints» (PFJ) wurden Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) und einem DAS28-Score zwischen 2,6 bis 5,1 nach dem Zufallsprinzip in die PFJ- oder die Kontrollgruppe eingeteilt. Die PFJ-Gruppe nahm an einem 16-wöchigen Lebensstilprogramm teil, das auf einer pflanzlichen Vollwertkost, körperlicher Aktivität und Stressbewältigung basierte. Die Kontrollgruppe erhielt die übliche Behandlung. Die Medikation wurde 3 Monate vor und während der Studie so weit als möglich stabil gehalten. Nach 16 Wochen wies die PFJ-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe eine signifikante Reduktion des DAS28-Scores um durchschnittlich 0,9 Punkte auf. Die PFJ-Intervention führte zu einer stärkeren Abnahme des Körpergewichts, des Körperfettanteils (-2,8 kg), des Taillenumfangs (-3 cm), des HbA1c (-1,3 mmol/mol) und des Low-Density-Lipoproteins (-0,32 mmol/l).
Kommentar
RA-Patienten mit geringer bis mittlerer Krankheitsaktivität erzielten eine signifikante Verbesserung des DAS28 und von Stoffwechselmarkern; die Verbesserung der Krankheitsaktivität übertraf die Grenze zu einer minimal klinisch bedeutsamen Verbesserung. Auch konnte die Verbesserung sowohl in seropositiven als auch in seronegativen Untergruppen festgestellt werden. Die erreichte Reduktion in den sekundären Endpunkten Körpergewicht, Taillenumfang, HbA1c, LDL sind alle wünschenswert bei RA-Patienten aufgrund des erhöhten kardiovaskulären Risikos. Da in der Studie mehrere Lebensstilfaktoren kombiniert wurden, kann der individuelle Beitrag dieser Faktoren zu den Ergebnissen leider nicht weiter definiert werden.
Das Thromboserisiko ist bei Frauen unter hormonellen Antikonzeptiva und Gabe von NSAR erhöht
Venous thromboembolism with use of hormonal contraception and non-steroidal anti-inflammatory drugs: nationwide cohort study
Meaidi A et al. BMJ 2023;382:e074450.
In dieser Kohortenstudie aus Dänemark wurde untersucht, ob NSAR bei Frauen unter einer hormonellen Antikonzeption ein erhöhtes Risiko für venöse thromboembolische Ereignisse (TE) haben. Hintergrund dieser Studie ist die Tatsache, dass sowohl hormonelle Antikonzeptiva als auch NSAR, trotz ihrer Thrombozytenaggregationshemmung, das Risiko für venöse thromboembolische Ereignisse erhöhen.
Es wurden 2 Millionen Frauen im Alter zwischen 15–49 Jahren, welche bisher keine thromboembolischen Ereignisse oder Risikofaktoren für solche Ereignisse (bekannte Thrombophilie, Malignome, St. Hysterektomie und/oder Ovarektomie etc.) hatten, im Zeitraum von 1996 bis 2017 analysiert. Es wurde bei den hormonellen Antikonzeptiva unterschieden zwischen solchen mit hohem, mittlerem und kleinem Risiko für TE Ereignisse. Bei 21 Millionen Beobachtungsjahren traten bei den Frauen 8760 venöse thromboembolische Ereignisse auf. Es zeigte sich, dass Frauen unter einer hormonellen Antikonzeption mit hohem TE Risiko und Einnahme von NSAR ein erhöhtes Risiko hatten mit einer maximalen adjustierten Inzidenzrate von 11/100’000 Patientenwochen für venöse thromboembolische Ereignisse und 23/100’000 Patientenwochen für extravenöse thromboembolische TE Ereignisse. Die Zahlen für Frauen mit NSAR Medikation ohne hormonelle Antikonzeptiva betrug 7.2, resp. 4.
Kommentar
Diese Daten zeigen auf, dass bei Frauen das TE-Risiko unter einer hormonellen Antikonzeption, mit vor allem den peroralen, höher dosierten östrogenhaltigen Antikonzeptiva, und gleichzeitiger Gabe von NSAR erhöht ist. Allerdings ist die Eventrate bei den Frauen, die anamnestisch kein erhöhtes TE Risiko haben, klein. NSAR können daher, wenn medizinisch indiziert und einfache Analgetika ungenügend wirken, im Bewusstsein dieses Risikos gegeben werden. Der Langzeitgebrauch sollte aber vermieden werden.