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Frau Dr. Saziye Karaca vom medizinischen Team des TCS spricht mit uns über Venenerkrankungen. Und darüber, wie man sie durch Anpassungen des Lebensstils vermeiden kann.
Frau Dr. Karaca, wie funktioniert das Venensystem?
Durch den Druck, der durch die gleichmässigen Bewegungen des Herzens erzeugt wird, verteilen die Arterien das Blut im ganzen Körper. Das sauerstoffarme Blut fliesst durch die Venen zurück zum Herzen. Dabei muss die Schwerkraft überwunden werden. Dafür sind die Venen auf die sogenannte «Muskelpumpe» angewiesen, die von den Beinmuskeln und den Venenklappen gebildet wird. Erstere drücken gegen die Venen, wodurch das Blut nach oben gepresst wird, während letztere verhindern, dass es zurück in die Beine fliesst. Wenn dieses System nicht mehr richtig funktioniert, staut sich das Blut in den Beinen und es können Venenerkrankungen entstehen.
Wann spricht man von einer Venenerkrankung?
Der Begriff «Venenerkrankung» beschreibt sämtliche Erkrankungen des Venensystems. Es gibt zwei Arten von Venen, nämlich die oberflächlichen und die tiefen Venen. Erstere liegen dicht unter der Haut. Das oberflächliche und das tiefe Venensystem sind durch die sogenannten «perforanten Venen» miteinander verbunden. 90 Prozent des Blutes, das zurück zum Herzen fliesst, wird über das tiefe Venennetz transportiert.
Was sind die häufigsten Venenerkrankungen?
Hier sind Krampfadern, Venenentzündungen, Thrombosen, Besenreiser und Geschwüre in den Beinen zu nennen.
Von den genannten Erkrankungen sind Krampfadern zweifellos am bekanntesten. Woher kommen sie?
Bei Krampfadern handelt es sich um krankhaft erweiterte, oft knotige Venen, die sich in der Regel an den unteren Gliedmassen befinden. Sie werden durch eine Veränderung der Venenklappen verursacht, die als Ventile dienen. Dadurch fliesst das Blut auf seinem Weg zurück zum Herzen wieder zurück in die Beine. Man spricht dann von einer Veneninsuffizienz oder einem schlechten venösen Rückfluss. Krampfadern sind eine Vorstufe der chronischen Veneninsuffizienz.
Besteht das Risiko, dass sich die Situation nach dem Auftauchen der ersten Krampfadern verschlimmert?
Tatsächlich wird das Auftreten weiterer Symptome bzw. Komplikationen durch Krampfadern begünstigt. Dazu zählen beispielsweise:
Welche Risikofaktoren gibt es?
Es gibt nicht DIE eine Ursache für Venenerkrankungen. Meistens kommen mehrere Faktoren zusammen. Auch die Liste der möglichen Risikofaktoren ist lang...
Wie werden Venenerkrankungen diagnostiziert?
Die Diagnose erfolgt nach einer klinischen Untersuchung sowie einer bestimmten Art der Ultraschalluntersuchung, der sogenannten Dopplersonografie, der unteren Gliedmassen, insbesondere der Venen. Die Ultraschalluntersuchung tut überhaupt nicht weh. Mithilfe der Dopplersonografie kann das Venensystem untersucht werden und auf den Bildern kann man sehen, in welche Richtung das Blut in den verschiedenen Venen fliesst. So kann ermittelt werden, wie schwer die Schädigung ist.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, abhängig davon, was die Untersuchung konkret ergeben hat.
Gibt es nicht auch die Möglichkeit eines grösseren chirurgischen Eingriffs?
Ja, das ist die sogenannte Varikektomie. Beim Stripping-Verfahren setzt man einen Schnitt in der Leistengegend und einen weiteren im inneren Vorderfussknöchel. Dann wird die erkrankte Vene vollständig gezogen, damit das Blut nicht mehr von der tiefen Vene aus in Richtung des oberflächlichen Venensystems fliessen kann und sich dort nicht mehr staut.
Kann man Venenerkrankungen vorbeugen?
Die beste Art der Prävention besteht in einer gesunden Lebensweise und darin, die Risikofaktoren, die man selbst beeinflussen kann, soweit wie möglich zu meiden. Zusammenfassend lässt sich sagen:
Das wird empfohlen:
Davon wird abgeraten:
Verwenden Sie diese Informationen nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Fragen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Arzt oder Apotheker. Surfen im Internet ersetzt den Arztbesuch nicht.
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