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Unter dem Schutz von 6000 Polizisten und Soldaten hat Königin Elisabeth II. am Dienstag den ersten Staatsbesuch eines britischen Monarchen in Irland seit dessen Unabhängigkeit 1921 begonnen. Kurz zuvor war 25 Kilometer von der Hauptstadt Dublin entfernt eine Bombe gefunden worden. Sie wurde kontrolliert gesprengt.
Dem historischen Besuch der Queen wird ein hoher Symbolgehalt zugeschrieben. Nach Jahrzehnten erbitterter Feindschaft will das britische Könighaus die nunmehr entspannteren Beziehungen würdigen.
Zu Beginn ihrer Reise traf die 85-jährige Queen, die von ihrem Mann Prinz Philip begleitet wurde, in Dublin mit der irischen Präsidentin Mary McAleese und Premierminister Enda Kerry zusammen. Symbolisch pflanzte sie einen Baum.
Gesten und Symbole spielen bei dem Besuch ohnehin eine grosse Rolle: Elizabeth trug die Symbolfarbe Irlands, Smaragdgrün. Am Amtssitz der Präsidentin wurde auch die britische Hymne "God Save The Queen" gespielt.
Die Königin legte ausserdem einen Kranz im Garden of Remembrance (Garten der Erinnerung) nieder, einer Gedenkstätte zu Ehren getöteter irischer Rebellen. Der Festakt wurde als Versöhnungsgeste zwischen Briten und Iren 90 Jahre nach der Unabhängigkeit des katholischen Südens gesehen.
Versöhnungsakt
Einige Dutzend anti-britische Aktivisten lieferten sich in der Nähe des Gartens ein Handgemenge mit der Polizei, verletzt wurde niemand.
Am (morgigen) Mittwochabend soll die Queen eine Rede im Dublin Castle halten, dem ehemaligen britischen Regierungssitz in Irland. Zuletzt besuchte der Grossvater der Königin, George VI., vor 100 Jahren Irland. Damals gehörte die gesamte irische Insel noch zum Vereinigten Königreich.
Irland gehörte jahrhundertelang zum Vereinigten Königreich, sagte sich aber seit Anfang der 1920er Jahre Schritt für Schritt in die Unabhängigkeit los. Jahrzehntelang tobten in Nordirland, das weiterhin zu Grossbritannien gehört, blutige Kämpfe.
Auch heute gibt es in den nordirischen Provinzen immer wieder Auseinandersetzungen zwischen pro-britischen Protestanten und Katholiken, die das Land als Teil der Republik Irland betrachten.
SDA-ATS