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Vor zwanzig Jahren haben der Waadtländer Personalvermittler Adia und der französische Ecco-Konzern fusioniert. Entstanden ist dadurch die an der Schweizer Börse kotierte Adecco. Innert zwanzig Jahren hat sich deren Umsatz von 7,7 auf 24 Milliarden Franken erhöht. Dieser Tage ist der Personalvermittler aus dem waadtländsichen Chéserex ins zürcherische Opfikon umgezogen.
Am 8. Mai 1996 wurde mit dem Zusammenschluss von Adia und Ecco der weltgrösste Stellenvermittler aus der Taufe gehoben. Der Entscheid dazu wurde im Waadtländischen Chéserex getroffen.
Standortwechsel schmerzt
Fast zwanzig Jahre später, nämlich Ende April 2016, wird der Hauptsitz vom Waadtland ins zürcherische Opfikon verlegt. Die Bürgermeisterin von Chéserex, Monique Locatelli, bestätigte dies auf Anfrage. Den Verlust für die bisherige Standortgemeinde bezifferte sie auf rund eine Million Franken.
Ein Umzug hatte sich nach dem Tod von Firmengründer Henri-Ferdinand Lavanchy im Jahr 2012 abgezeichnet. Lavanchy hatte seinen Wohnsitz im Chateau de Bonmont in Chéserex. Ein Stellenabbau ist aufgrund der Sitzverlegung nicht vorgesehen.
Gleichwertige Partner
Die Fusion mit Ecco fand 1996 unter gleichwertigen Partnern statt. Die Präsidenten der beiden Unternehmen sprachen sich dafür aus. Vor der Fusion war die 1964 von Philippe Foriel-Destezet gegründete Ecco in Frankreich, Spanien, Kanada, Südamerika und in Südostasien tätig. Bei einem Umsatz von 4,9 Milliarden Franken erzielte das Unternehmen damals einen Gewinn von 140 Millionen Franken.
Adia war zu diesem Zeitpunkt der weltweit drittgrösste Personalvermittler. Das Unternehmen war Marktführer in der Schweiz, in Grossbritannien und in Australien. Zudem war das Unternehmen auf dem US-Markt gut vertreten. Kontrolliert wurde Adia von der Klaus J. Jacobs Holding, die 53 Prozent des Kapitals hielt. Adia realisierte damals bei einem Umsatz von 3,7 Milliarden Franken einen Gewinn von 88 Millionen Franken.
Zunächst alternierende Führung
Am 4. Juli 1996 wurde der neue Firmenname bekannt gegeben und am 20. August stimmten die Adia-Aktionäre der Fusion und der notwendigen Kapitalerhöhung zu. 98 Prozent der Ecco-Titel wurden zum Eintausch gegen Adia-Titel oder zur Barabgeltung angeboten.
Der Gründer und Hauptaktionär der bisherigen Ecco-Gruppe, Philippe Foriel-Destezet, wurde zum ersten amtierenden Verwaltungsratspräsidenten der vereinten Gesellschaft ernannt. Foriel-Destezet übte diese Funktion zunächst alternierend mit Klaus Jacobs aus.
Mit dem Zusammenschluss entstand mit einem Umsatz von 7,7 Milliarden Franken der weltweit grösste Anbieter von Personaldienstleistungen. Das neue Unternehmen beschäftigte 10'000 Mitarbeitende.
Rückzug von Klaus Jacobs
Im April 1999 wurde das System der alternierenden Präsidentschaft aufgegeben. Foriel-Destezet wurde zum Präsident und Jacobs zum Vizepräsidenten des Verwaltungsrates ernannt. Im März 2014 verkaufte die Jacobs Group ihre Beteiligung von 16 Prozent an Adecco bis auf 2,4 Prozent und konzentrierte sich in der Folge auf den Schokoladenhersteller Barry Callebaut.
2016, zwanzig Jahre nach der Fusion sind die grössten Aktionäre von Adecco die amerikanischen Vermögensverwalter Artisan Partners (5,4 Prozent) und BlackRock (4,8 Prozent) sowie Ecco-Gründer Philippe Foriel-Destezet (4,3 Prozent) über seine Akila Finance. Verwaltungsratspräsident ist Rolf Dörig und Generaldirektor Alain Dehaze.
Adecco hat im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von mehr als 22 Milliarden Euro einen Gewinn von 8 Millionen Euro erzielt. Der Konzern beschäftigte über 30'000 Mitarbeitende, das sind dreimal mehr als bei der Fusion.
(sda/chb)