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HEKS leistet Nothilfe für die betroffene Bevölkerung
Am 6. Juni wurde der Inselstaat Haiti, eines der weltweit ärmsten Länder, erneut von einem heftigen Erdbeben erschüttert. Die Medien berichteten darüber allerdings ebenso wenig wie über die schweren Überschwemmungen, die das Land in den Tagen vor dem Beben nach heftigen Regenfällen heimgesucht hatten. HEKS, das seit Jahrzehnten in der betroffenen Region Grand' Anse tätig ist, leistet als einzige Hilfsorganisation vor Ort Nothilfe im Umfang von 200'000 Franken.
Am 6. Juni 2023 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 5,5 die Region der Grand' Anse, ganz in der Nähe von Jérémie. Das Beben ereignete sich nach einer langen Dürreperiode und zwei Tagen Dauerregen, der zu grossen Überschwemmungen führte. Das Beben forderte vier Menschenleben, weitere 37 Personen wurde schwer verletzt. Zudem wurden zahlreiche Häuser sowie Infrastrukturen schwer beschädigt oder zerstört. Von den Überschwemmungen in Mitleidenschaft gezogen wurden auch die jungen Plantagen, deren Wachstum sich wegen der vorangegangenen Dürreperiode verzögert hatte. Es wird deshalb zu grossen Ernteausfällen kommen. Darüber hinaus führt die Dürre in Verbindung mit einer unsicheren Ernährungssituation zu einem Mangel an Saatgut. Diese neuerlichen Katastrophen ereignen sich in einem Kontext, der ohnehin schon sehr fragil und kritisch ist ¬ – sowohl auf politischer, sozialer, ökonomischer und sicherheitspolitischer Ebene als auch in Bezug auf die Gesundheitsversorgung der haitianischen Bevölkerung.
Auch das Büro von HEKS in Jérémie wurde, wie so viele andere Häuser, beschädigt. Das Team der Mitarbeitenden blieb glücklicherweise verschont und begann bereits am Tag nach dem Beben in verschiedenen Dörfern mit der Evaluation der Schäden und der am dringendsten benötigen Hilfsgüter. In einem ersten Schritt wurden Trinkwasser und vorrätige Planen verteilt. In den kommenden Tagen und Wochen soll die Bevölkerung von St. Helena und weiterer besonders stark betroffener Gemeinden auch mit warmen Mahlzeiten und Hygienekits versorgt werden. Um die wirtschaftliche Erholung der Region zu unterstützen, wird überdies Saatgut für Bohnen und Mais verteilt. Notwendig sind zudem Räumungs- und Sanierungsarbeiten in den von Erdrutschen betroffenen Ortschaften. Diese Arbeiten werden unter Einbezug lokaler Arbeitskräfte durchgeführt. Schliesslich soll die notleidende Bevölkerung auch psychosoziale Unterstützung erhalten. Für alle genannten Massnahmen stellt HEKS insgesamt vorerst weitere 200'000 Franken zur Verfügung.