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Die auf Cloud- und Carrier-neutrale Rechenzentrums-Dienstleistungen für Colocation ausgerichtete Interxion hat ihr neuestes Rechenzentrum in Betrieb genommen. Das Besondere daran ist, dass sich das Data Center im ehemaligen U-Boot-Bunker "Martha" der Nazis in Marseille befindet. Interxion mit Hauptsitz in Amsterdam hat die neue RZ-Niederlassung in der französischen Hafenstadt am Mittelmeer heute eingeweiht.
Von dort aus sollen nun Datenverbindungen nach Afrika und Asien betrieben betrieben werden. "Diese Basis ist unzerstörbar und kann zehn Tonnen an schweren Bomben widerstehen", erläuterte der Vorsitzende von Interxion Frankreich, Fabrice Coquio, bei der Eröffnung. Laut seinen Angaben fanden die Arbeiter beim Umbau noch Hakenkreuze an den Wänden.
Der Betonbunker "Martha" sollte ursprünglich bis zu 30 deutsche U-Boote beherbergen. Aber er wurde nie vollendet. Mit dem Bau begonnen hatte die deutsche Frankreichbesatzung im Mai 1943. Aber bereits im August 1944 wurde das Projekt nach der Landung der Alliierten in der Normandie aufgegeben. An der französischen Atlantikküste hatten die Nazis zuvor fünf ähnliche U-Boot-Bunker gebaut, die heute teils Museen beherbergen.
Vermutlich verwendeten die US-Streitkräfte den Betonbau in Marseille nach dem Krieg vorübergehend als Gefängnis. Später wurden die Räume dann teilweise von der Hafenbehörde genutzt.