Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03606.jsonl.gz/2101

Wer macht denn sowas?!
Sexualbegleiterinnen und Sexualbegleiter in der Schweiz und ihre Unterstützung durch die Soziale Arbeit
Sexualität von Menschen mit Beeinträchtigung ist ein Thema, dass auch heute noch von vielen Tabus geprägt ist. Die vorliegende Bachelorarbeit von Julia Gabriel befasst sich mit der Sexualität von Menschen mit Beeinträchtigung, insbesondere aber mit dem Thema Sexualbegleitung. Sexualbegleiterinnen und Sexualbegleiter werden zu ihren Erfahrungen und Wünschen befragt. Ziel dieser Arbeit ist es, eine Handlungsempfehlung für die Soziale Arbeit zu formulieren, wie Sexualbegleiterinnen und Sexualbegleiter besser unterstützt werden können. Noch vor 50 Jahren wurde Sexualität von Menschen mit Beeinträchtigung mit verschiedenen Bemühungen zu verhindern versucht. Erst durch Bekanntmachung des Normalisierungsprinzips in den 90er Jahren fand ein Umdenken statt. In Deutschland gab es schon 1995 erste Vorläufer der Sexualbegleitung, in der Schweiz startete 2003 ein erster Versuch durch die Pro Infirmis, dieser scheiterte aber. Heute gibt es mehrere verschiedene Organisationen und auch Einzelpersonen die Ausbildungen zur Sexualbegleitung anbieten. Momentan empfinden Sexualbegleiterinnen und Sexualbegleiter besonders die Zusammenarbeit mit Institutionen als Unterstützung durch die Soziale Arbeit. Gemäss Interviews müsste das Betreuungspersonal aber besser geschult werden, um das Bewusstsein von Sexualbegleitung zu erhöhen. Auch auf politischer Ebene muss sich die Soziale Arbeit vermehrt einsetzten. Die andauernden Sparmassnahmen im sozialen Bereich bedrohen die adäquate Betreuung und Begleitung von Menschen in Institutionen und damit auch den angemessenen Umgang mit dem Thema Sexualität.