Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03279.jsonl.gz/2775

Was sind CMR-Stoffe?
CMR-Stoffe sind Substanzen, die krebserregend (C, für cancer), mutagen (M) oder reproduktionstoxisch (R) sind. Mutagene Substanzen können Schäden in der Erbsubstanz und Krebs auslösen. Reproduktionstoxische Stoffe können die Fruchtbarkeit eines Menschen oder den sich im Mutterleib entwickelnden Fötus schädigen.
Inhalt
Kurz und bündig
Viele CMR-Stoffe und Zubereitungen können nur geringe negative Eigenschaften aufweisen oder diese sind nicht akut bemerkbar. So kann der Kontakt mit CMR-Stoffen über eine lange Zeit in ungesunder und gefährlicher Weise stattfinden, ohne dass diese Exposition von der betroffenen Person als gefährlich wahrgenommen wird.
Häufig treten durch CMR-Stoffe ausgelöste Krankheiten erst lange Zeit nach dem Kontakt (Exposition) mit den Stoffen auf. Der Zusammenhang zwischen Exposition und der erst sehr viel später auftretenden, möglichen Erkrankung ist oft nur schwierig zu erkennen. Darum sind beruflich bedingte Krebserkrankungen wahrscheinlich viel häufiger, als es die Zahl der gemeldeten Verdachtsfälle vermuten lässt.
CMR-Stoffe und -Zubereitungen weisen das GHS08-Piktogramm auf dem Gebinde auf. Das Piktogramm stellt einen sich auflösenden Oberkörper in einem roten Warnviereck dar. Es weist auf eine systemische Gesundheitsgefährdung der entsprechenden Stoffe und Zubereitungen hin. Achten Sie in Ihrem Betrieb auf dieses Piktogramm.
Definition von CMR-Stoffen
Viele in Betrieben für die Bearbeitung oder Herstellung von Produkten enthaltenen Arbeitsstoffe und Zubereitungen besitzen CMR-Eigenschaften. Die Abkürzung CMR steht für
- krebserregend oder kanzerogen (C)
- mutagen (M)
- reproduktionstoxisch (R)
Das bedeutet, dass diese Stoffe unter anderem das Erbgut verändern, unfruchtbar machen oder den Fötus im Mutterleib schädigen können. Es gibt auch reproduktionstoxische Stoffe, die einen Säugling über die Muttermilch schädigen können.
Selbst wenn CMR-Stoffe und -Zubereitungen nur geringe oder keine akut bemerkbaren negativen Eigenschaften besitzen, kann ein Kontakt damit über eine lange Zeit in ungesunder und gefährlicher Weise für den Organismus stattfinden, ohne dass er vom betroffenen Mitarbeitenden als gefährlich wahrgenommen wird.
Einstufung von CMR-Stoffen
ChemV (Stand 24.04.2023), 2. Titel, 1. Kapitel, 2. Abschnitt, Art. 6, Abs. 1
Art. 6 Einstufung von Stoffen, Abs. 1
1 Die Herstellerin eines Stoffs muss diesen nach den Artikeln 5, 7–13 und 15 der EU-CLP-Verordnung32 einstufen.
32 Siehe Fussnote zu Art. 2 Abs. 4.
Stoffe und Zubereitungen mit CMR-Eigenschaften werden gemäss CLP-Verordnung und abhängig von der Zusammensetzung eingestuft.
Stoffe und Zubereitungen, die CMR-Stoffe gemäss der CLP-Verordnung in relevanten Mengen enthalten, sind mit dem GHS08-Piktogramm zu beschriften. Das GHS08-Piktogramm ist für chronische, aber auch akute, besonders besorgniserregende Eigenschaften zu verwenden.
Erkrankungen
Der Kontakt mit einem CMR-Stoff kann über die Atmung, die Haut oder den Magen-Darm-Trakt – zum Beispiel beim Essen oder Rauchen mit verschmutzten Händen – geschehen. Getroffene Schutzmassnahmen beim Umgang mit CMR-Stoffen müssen deshalb all diese Aufnahmewege berücksichtigen.
Bis sich ein Berufskrebs entwickelt, braucht es in der Regel eine langandauernde Exposition gegenüber einer kanzerogenen Substanz. Dabei ist das Krebsrisiko umso grösser, je höher die über die Jahre aufgenommene Menge des CMR-Stoffes ist. Da sich ein Krebs oft sehr langsam entwickelt, kann es Jahre oder gar Jahrzehnte dauern, bis erste Symptome auftreten.
Der Zusammenhang zwischen Exposition und der sehr viel später auftretenden Erkrankung ist deshalb manchmal schwierig zu erkennen. Bei der Abklärung der Ursache geht der Beruf als möglicher Auslöser auch aus diesem Grund oft vergessen und beruflich bedingte Krebserkrankungen sind wahrscheinlich häufiger, als es die den Unfallversicherern gemeldeten Verdachtsfälle vermuten lassen.
Mögliche Auswirkungen regelmässiger Expositionen
CMR-Stoffe können Krebserkrankungen auslösen.
Reproduktionstoxische Stoffe können den Fötus im Mutterleib schädigen.
Reproduktionstoxische Stoffe können unfruchtbar machen.
Richtig handeln und damit vorbeugen
CMR-Stoffe können die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden erheblich gefährden. Minimieren Sie die Gefahr in Ihrem Betrieb, indem Sie die Gefährdung konsequent minimieren.