Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/105542

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, zur Bekämpfung von Doping Massnahmen, auch solche zur Prävention, zu ergreifen. Diese Massnahmen sollen folgende Punkte berücksichtigen:</p><p>1. Doping soll als ein Problem der öffentlichen Gesundheit betrachtet werden.</p><p>2. Dopingmittel sollen nicht als ein Problem für sich angesehen werden, sondern als Teil des grösseren Problems der Stoffe, die zu Abhängigkeit und gesundheitlichen Schäden führen können.</p><p>3. Die Prävention von Doping muss Teil sein der Prävention des Konsums von legalen und illegalen Drogen, die bereits jetzt zum Lehrplan gehört, und soll nicht auf die Welt des Sports beschränkt werden.</p><p>4. Schliesslich soll eine Struktur geschaffen werden, die "Jugend und Sport", Zoll, Polizei und Justiz einbezieht, da das Dopingproblem über die Grenzen des Sports hinaus besteht.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Totalrevision des Bundesgesetzes über die Förderung von Turnen und Sport ist bei den Eidgenössischen Räten hängig. In diesem Zusammenhang werden auch die Bestimmungen über die Dopingbekämpfung überarbeitet. Dabei liegt das Augenmerk auf einer wirksamen Bekämpfung des Umfelds. Den präventiven Aspekten kommt nach wie vor eine hohe Bedeutung zu.</p><p>Die dem Parlament unterbreiteten Revisionsvorschläge im Bereich der Dopingbekämpfung entsprechen dem internationalen Standard. Das Hauptgewicht bei der Bekämpfung von Doping liegt bei der Stiftung Antidoping Schweiz, deren Tätigkeit in einer Leistungsvereinbarung mit dem Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS geregelt ist. Im Einzelnen nimmt der Bundesrat zu den Forderungen der Motion wie folgt Stellung:</p><p>1. Von einer Gefährdung der öffentlichen Gesundheit kann im Zusammenhang mit Doping nicht vorbehaltlos gesprochen werden. Einige stark gesundheitsgefährdende Substanzen, die in der Dopingliste aufgeführt sind (z. B. Heroin, Opiate, Kokain oder Amphetamine), werden bereits durch das Betäubungsmittelgesetz geregelt. Einzig bei den Dopingsubstanzen Anabolika und Wachstumshormonen kann eine gewisse Verbreitung ausserhalb des organisierten Sports beobachtet werden. Untersuchungen in Schweden haben ergeben, dass rund 3 Prozent der Jugendlichen ein- bis mehrmals Anabolika angewendet hatten und dass insbesondere Bodybuilder, Sicherheitspersonal oder Türsteher diese Produkte konsumieren. Soweit ersichtlich, ist Schweden das einzige europäische Land, das aus Gründen der Gefährdung der öffentlichen Gesundheit Anabolika verboten hat.</p><p>2. Der Bundesrat ist der Auffassung, dass sich die bisherigen Ansätze zur Bekämpfung von Doping bewährt haben. Zahlreiche Substanzen, die sich auf der Dopingliste finden, sind als Arzneimittel therapeutisch im Einsatz und werden von Medizinalpersonen verschrieben oder abgegeben. Fachpersonen unterstehen der Sorgfaltspflicht und müssen im Umgang mit Arzneimittel alle Massnahmen treffen, damit Gesundheit von Mensch und Tier nicht gefährdet ist. Dazu gehört auch der Zweck entsprechende und massvolle Einsatz von Arzneimitteln. Bei der Abgrenzung von Arzneimitteln und Dopingmitteln gibt es allerdings auch Lücken. Denn beim Doping spielen unter Umständen auch Substanzen eine Rolle, die nicht als Heilmittel gelten und so ausserhalb des Geltungsbereichs des Heilmittelgesetzes sind. Eine Änderung der Heilmittelgesetzgebung würde sich aber erst dann aufdrängen, wenn von diesen Substanzen tatsächlich eine erhebliche Gefährdung der öffentlichen Gesundheit ausginge, wovon nicht auszugehen ist und wofür auch kein Nachweis besteht.</p><p>3. Die Anwendung von Doping durch Athleten erfolgt im Hinblick auf eine Leistungssteigerung im sportlichen Wettbewerb. In Anbetracht dieser Ausgangslage bedarf es einer spezifischen Präventionsarbeit. Diese wird von Antidoping Schweiz bereits erfolgreich geleistet. Was die allgemeine Präventionsarbeit in den Schulen und Bildungseinrichtungen betrifft, sind grundsätzlich die Kantone zuständig.</p><p>4. Im Rahmen des revidierten Bundesgesetzes über die Förderung von Turnen und Sport ist eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Justiz- und Polizeibehörden sowie den Zollorganen einerseits und Antidoping Schweiz andererseits vorgesehen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.