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The Third Man
Regie: Carol Reed
Darst.: Joseph Cotten, Orson Welles, Alida Valli, Trevor Howard, Paul Hörbiger, Erich Ponto, Hedwig Bleibtreu, Siegfried Breuer, Bernard Lee, Wilfrid Hyde-White u.a.
Der amerikanische Schriftsteller Holly Martins will im besetzten Wien seinen Freund Harry Lime besuchen. Doch er kommt gerade rechtzeitig zu Limes Begräbnis. Dort lernt er Calloway, den Chef der britischen Militärpolizei, kennen, der ihm andeutet, dass Lime in dunkle Geschäfte verwickelt war. Um seinen Freund zu rehabilitieren, stellt Martins Nachforschungen an und beginnt schon bald an Limes Tod zu zweifeln. Als die Briten ihn schliesslich bei der Ergreifung Limes um Mithilfe bitten, gerät der Schriftsteller in einen Gewissenskonflikt … Mehr als ein halbes Jahrhundert nach seiner Entstehung hat «The Third Man» nichts von seiner Faszination eingebüsst. Carol Reed machte aus Graham Greenes Roman einen Meilenstein des europäischen Nachkriegskinos. Neben der hochkarätigen Besetzung trugen die Bilder des Kameramannes Robert Krasker, der das zerstörte Wien effektvoll in Szene setzte, die weltberühmte Zither-Musik von Anton Karas und nicht zuletzt das furiose Finale in Wiens Unterwelt massgeblich zum Kultstatus des Filmes bei. Martin Scorsese schrieb in The Independent: «Warum schauen wir uns ‹The Third Man› immer wieder an? Ich vermute wegen Joseph Cotten und Alida Valli, die den emotionalen Kern des Films bilden. (…) Welles sieht man erst etwa nach der Hälfte des Films, nachdem man so viel Zeit damit verbracht hat, ihn sich vorzustellen, weil alle über ihn gesprochen haben. Das könnte die beste Enthüllung der ganzen Filmgeschichte sein. (…) Man kann nicht über ‹The Third Man› sprechen, ohne den unglaublichen Beitrag des Kameramannes Robert Krasker zu würdigen. (…) Durch die expressionistische, verkantete Bildgestaltung lässt er den Eindruck einer Welt entstehen, die auseinandergerissen wurde. Das Zither-Thema wurde weltberühmt, es ist wie eine eigene Figur und spiegelt den Wahnsinn und die Verzweiflung dieser zerrissenen Welt wider. Hat der Film meine Karriere beeinflusst? Als ich ihn sah, war ich bereit zu verstehen, was man mit der Kamera machen kann. Die Themen des Films gaben mir ein gutes Gefühl im Umgang mit dem Charme des Bösen.»