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Was Sie über das Cochlea Implantat wissen sollten
"Cochlea" ist der lateinische Ausdruck für Hörschnecke. Das Cochlea-Implantat (CI) ist eine technisch ausgereifte Hörhilfe für Personen, denen herkömmliche Hörgeräte wenig oder keinen Nutzen bringen. Kinder werden heute häufig schon sehr früh und gleich binaural - beidohrig - implantiert. Flyer über das CI zum Herunterladen.
Ein wenig Technik vorweg:
Wie funktioniert ein CI?
Ein Cl besteht aus einer inneren Komponente (lmplantat) und einer äusseren Komponente (Sprachprozessor). lm Sprachprozessor werden über das Mikrofon empfangene Schallschwingungen (Sprache, Klänge, Geräusche) in elektrische Signale umgewandelt.Sie werden verarbeitet und über das Kabel zur Spule weitergeleitet. Die durch Magnetkraft über dem lmplantat gehaltene Spule sendet die codierten Signale per Radiowellen durch die Haut zum Implantat. Dieses entschlüsselt die Signale und leitet sie über die Elektroden in die Cochlea weiter. Durch diese elektrischen Impulse wird der Hörnerv stimuliert. Er leitet die Signale an das Gehirn, das die empfangenen Signale als Höreindruck entschlüsselt. Alles klar?
Wem nützt ein CI?
Cochlea-lmplantate eignen sich für taub geborene oder ertaubte Kinder. Auch nach dem Spracherwerb hochgradig schwerhörig gewordene oder ertaubte Erwachsene können von einem Cl profitieren. Taub geborene Kinder sollten möglichst frühzeitig ein Cl bekommen, um die kurze Zeitspanne der Entwicklung des Hörsprachzentrums im Gehirn in den ersten Lebensjahren aktiv nutzen zu können. Durch Hirnhautentzündung (Meningitis) Ertaubte sollten wenige Wochen nach der Erkrankung mit einem Cl versorgt werden, da die Gefahr einer Verknöcherung der Cochlea sehr gross ist, was eine Implantation erschweren könnte.
Wie laufen Voruntersuchungen und Operation ab?
Nach einem Beratungsgespräch in der Cl Klinik folgen Voruntersuchungen wie Hörtests und Röntgenaufnahmen, um die Diagnose sicherzustellen. In der Klinik wird untersucht, ob der Hörnerv funktionsfähig ist: Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Implantation. Der Arzt klärt die Betroffenen über alle möglichen Risiken auf. Die Operation dauert in der Regel etwa 1 ½ bis 2 Stunden in Vollnarkose und bedingt einen stationären Aufenthalt von wenigen Tagen. Komplikationen bei der Implantation sind äusserst selten und entsprechen den üblichen Risiken, die bei jeder Operation am Mittel- und Innenohr entstehen.
Was geschieht nach der Operation?
Nach der erfolgreichen Operation kann die implantierte Person nicht sofort hören. Erst nach abgeschlossener Wundheilungsphase, die erfahrungsgemäss 3-4 Wochen dauert, wird der Sprachprozessor angepasst. Beim Programmieren des Prozessors wird jede einzelne Elektrode so eingestellt, wie sie der individuellen Reaktionsschwelle und Belastungsfähigkeit des Hörnervs entspricht. Die regelmässige Betreuung nach der Erstanpassung des Sprachprozessors dauert in den meisten Fällen etwa ein Jahr und ist ein Schlüsselfaktor für bestmögliche Resultate. Danach sollten sich Kinder und Erwachsene jährlich in der CI-Kiinik zur Kontrolle melden. Wie gross sind die Aussichten auf Erfolg? Der effektive Erfolg des CIs stellt sich oft erst nach einer gewissen Zeit ein; das kann Wochen, Monate oder auch Jahre bedeuten. Aufgeschlossenheit für das Hören mit dem CI, Ausdauer, Geduld und spezifisches Hörtraining sind
elementar, um ein gutes Hörergebnis zu erreichen. Die umfassende Förderung bei Kindern und das Hörtraining bei Erwachsenen haben von der Erstanpassung an höchste Priorität. Kinder werden in der Regel von Audiopädagogen in Heilpädagogischen Zentren oder zu Hause betreut. Erwachsene Implantierte erhalten durch Audioagogen ein Hörtraining, das meist von der IV finanziert wird. Auch mit einem optimal eingestellten Gerät sind CI-Trägerlnnen hörbehindert. Doch viele können ein offenes Sprachverständnis erreichen, für andere stellt die Kombination Hören und Lippenabsehen eine wesentliche Erleichterung bei der Kommunikation dar. Resultate nach einer binauralen (beidseitigen) Versorgung zeigen ein eindeutig besseres Sprachverstehen im Störlärm, ein ausgeprägteres Richtungshören und aufgrund des leichteren Verstehens eine aktivere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Bei Kindem hat sich die binaurale CI-Versorgung durchgesetzt. Bei Erwachsenen übernehmen die Versicherungen die Kosten noch nicht in allen Fällen.
Text und Bild dieser Seite sind Ieicht überarbeitet der Website www.cochlea-implantat übernommen. Dort finden Sie auch Informationen und Kontaktadressen.