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Geschichte des Glases
Der römische Schriftsteller Plinius berichtet über die Erfindung des Glases, dass Kaufleute, die an einem Meeresstrand lagerten ein Feuer unter einem Kochtopf entzündeten, der auf Sodablöcken stand. Später entdeckten Sie, dass der Sand zu Glas geschmolzen war. Diese Geschichte ist sehr unwahrscheinlich, da die Hitze eines Lagerfeuers nicht ausreichen würde um Glas herzustellen. Überlieferte Berichte über Glas stammen aus dem 17. Jahrhundert vor Christi Geburt aus Mesopotamien. Glasartige Glasuren auf Steinperlen und auf Fayencen gab es aber schon in Ägypten schon 3000 v. Chr. Die frühesten ägyptischen Gefässe aus Glas sind etwa um 1500 v. Chr. entstanden. Die ältesten bekannten Glasgefässe stammen aus dem Grab Thumosis (1308 bis 1483 v. Chr.).
Das älteste Glasrezept enthält die Tontafelbibliothek des assyrischen Königs Ashurbanipal (668 bis 626 v. Chr.). Da heisst es «Nimm 60 Teile Sand, 180 Teile Asche aus Meerespflanzen, 5 Teile Kreide und Du erhälst Glas». Dieses Rezept hat im wesentlichen bis heute Gültigkeit. Das Glas wurde von den Phöniziern gehandelt und fand somit seine Verbreitung im gesamten Mittelmeerraum.
Da nach dem Zusammenbruch des Römischen Imperiums nur noch wenige Menschen kunstvolle Arbeiten bezahlen konnten, hatte die Herstellung von Gebrauchsgläsern Vorrang vor der Schmuckglas-Herstellung. Haushaltsglas wurde in den Wäldern gemacht und hat deshalb auch die Bezeichnung Waldglas. Waldglas war ein Produkt aus Pottasche, Asche (von binnenländischen Pflanzen) und Sand. In Böhmen wurde dieses Rezept weiterentwickelt, da man erkannte, dass ein höherer Kalkgehalt das Glas haltbarer machte.
Anfang des 9. Jahrhundert war die Glasmacherkunst im europäischen Raum fast erloschen. Mit der Eroberung Syriens und Ägyptens durch die islamischen Machthaber wurde das Glashandwerk wieder gefördert. Durch die Kreuzfahrer kamen wieder Stücke von künstlerischem Wert nach Europa. Erst Anfang des 14. Jahrhundert mit der Belebung des Handels in der Blütezeit der Renaissance kam Schmuckglas wieder auf.