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Die Macht des Zufalls
Einen Hit zu landen ist der Traum jedes Musikers. Edwin Hawkins hatte jedoch keine entsprechenden Ambitionen, als er für seinen 1967 gegründeten Gospel-Chor etwas Geld organisieren wollte, um 1968 die Reise zum «Annual Youth Congress of the Churches of God in Christ» zu finanzieren. Sein Erfolg war Zufall. Er liess eine LP mit dem Titel Let Us Go Into the House of the Lord produzieren, die in der «Ephesian Church of Christ» in Berkeley aufgenommen wurde. Mit uralter Ausrüstung und einer Begleitung aus Piano, Bass und Schlagzeug spielte man acht Kirchenlieder ein. Einer der Titel war Oh Happy Day. Die Auflage betrug 500 Stück. Leadsängerin war Dorothy Combs Morrison.
Später wurden weitere 1000 Exemplare gepresst und zum gewerblichen Verkauf freigegeben. Eines davon geriet in die Hände eines Radio-DJs, der den Titel Oh Happy Day beim Unterground-Sender KSAN FM in San Francisco förderte. Damit trat er eine Lawine los. Das Label Buddah Records vermarktete den Chor, der fürderhin Edwin Hawkins Singers hiess. Der Song wurde aus der LP ausgekoppelt und verkaufte sich innert nur zwei Wochen eine Million Mal. Es war der Beginn eines weltweiten Erfolges mit einem Verkauf von mehr als sieben Millionen Exemplaren weltweit. Auch in der Schweiz landete der Song auf Rang 1 der nationalen Hitparade. Er schaffte es auch in die Liste der Songs Of The Century.
Weitere vergleichbare Erfolge konnte der Chor nie mehr verzeichnen. Hawkins gründete 1982 das Edwin Hawkins Music and Arts Seminar, das jedes Jahr eine Woche lang durchgeführt wird und der Förderung der Gospelmusik und ihrer Interpreten dient.
Am 15. Januar 2018 verstarb Edwin Hawkins an den Folgen eines Krebsleidens.