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Ihren besten Auftritt an diesem Samstag, als der australische Sommer nach Melbourne zurückkehrte, hatte Belinda Bencic an der Pressekonferenz nach der Partie. Gefasst, souverän und mit einer erstaunlichen Reife versuchte sie, das zuvor Passierte zu erklären. "Ich wurde überrumpelt", sagte Bencic. "Es ging so schnell, dass ich noch nicht einmal kämpfen und mich in die Partie reinhängen konnte."
Bencics Versuch, erstmals auch am Australian Open weit vorzustossen, wurde jäh gestoppt. Von einer Gegnerin, die einen Tag erwischte, an dem ihr fast alles gelang. Am US Open in New York hatte Kontaveit das Duell gegen Bencic wegen eines viralen Infekts kurzfristig platzen lassen müssen, in Melbourne präsentierte sich die 24-Jährige aus Tallinn nun aber in bester körperlicher Verfassung.
Bevor Bencic realisierte, wie ihr geschah, war die Partie bereits gelaufen. "Es gibt solche Tage im Leben eines Sportlers." Nach 34 Minuten gelang der Schweizerin der einzige Spielgewinn der Partie, womit Bencic zumindest die Höchststrafe abwenden konnte. In ihrer ersten Saison auf der Profi-Tour hatte sie einst gegen die am Freitag zurückgetretene Caroline Wozniacki in Istanbul 0:6, 0:6 verloren.
Nach dem phänomenalen Endspurt in der vergangenen Saison mit dem Turniersieg in Moskau und der Halbfinal-Teilnahme an den WTA-Finals in Shenzhen verlief Bencics Start in das neuen Jahr nicht ganz so verheissungsvoll. "Er war okay, aber ich habe sicher noch nicht mein bestes Tennis gespielt", sagte die 22-Jährige. In Panik verfalle sie deswegen nicht. "Ich weiss, was ich kann." Bencics nächstes Ziel ist die Fed-Cup-Partie Anfang Februar in Biel gegen Kanada. "Darauf freue ich mich extrem."
Neben Bencic scheiterten mit Karolina Pliskova und Jelina Switolina auch die Nummern 2 und 5 des Turniers. Pliskova kassierte beim 6:7 (4:7), 6:7 (3:7) gegen die Russin Anastasia Pawljutschenkowa ihre erste Niederlage des Jahres, nachdem sie das Turnier in Brisbane gewonnen hatte. Erstaunt vom Scheitern diverser Favoritinnen in der ersten Turnierwoche zeigte sich Bencic aber nicht. "An jedem Grand-Slam-Turnier gibt es Überraschungen. Das ist Tennis, es ist sehr unberechenbar."
(sda)