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Klare Optik
Das
Optische System des Auges besteht aus der Hornhaut und der
Augenlinse. Die Hornhaut hat den Hauptanteil, die Linse den
kleineren Anteil an der optischen Wirkung. Zwischen Hornhaut
und Linse liegt die vordere Augenkammer, gefüllt mit einer
glasklaren Flüssigkeit, dem Kammerwasser und der Raum
zwischen Linse und Netzhaut wird durch den Glaskörper, eine
gallertartige Substanz, ausgefüllt.
Nur wenn all diese Medien klar durchsichtig sind,
kann ein klares Bild auf der Netzhaut entstehen.
Damit ein
fernes Objekt scharf auf der Netzhaut abgebildet wird, muss
das optische System richtig fokussiert sein, der Brennpunkt
auf der Netzhaut liegen. Liegt der Brennpunkt innerhalb des
Auges, vor der Netzhaut, ist das Auge kurzsichtig
oder myop, liegt der Brennpunkt ausserhalb des Auges, hinter
der Netzhaut, ist das Auge
übersichtig oder hyperop.
Die Hornhaut ist häufig in der vertikalen Richtung
stärker gewölbt als in der horizontalen Richtung.
Dadurch hat das optische System in verschiedenen
Richtungen verschiedene Stärken. Das Bild ist nicht
gleichzeitig in allen Richtungen scharf. Diesen
Sehfehler nennt man Hornhautverkrümmung
oder Astigmatismus.
Um ein nahes Objekt scharf auf der Netzhaut
abzubilden, muss das optische System durch stärkere
Wölbung der Augenlinse verstärkt werden. Das ist bis
zum Alter von etwa 45 Jahren problemlos möglich,
später werden die Arme überraschend schnell zu kurz
zum Lesen! Dieser Sehfehler wird Alterssichtigkeit
oder Presbyopie genannt.
Intakte
Bildverarbeitung
Physikalisch gesehen ist die Optik der Auges
miserabel, das Netzhautbild, verglichen mit einem
Photoapparat, nicht gestochen scharf. Für die
Bildauswertung ist das Hirn zuständig und dieses ist
besser in der Lage, fehlerbehaftete Bilder zu
interpretieren als jedes von Menschenhand geschaffene
Gerät!
Neben
klaren optischen Medien und richtiger Lage des Bildes
auf der Netzhaut ist das einwandfreie Funktionieren
der Bildinterpretation durch das Gehirn unabdingbar.