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Wohnraumunterversorgung
Ein ausreichender Wohnraum gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Rückzugsmöglichkeiten sind beim häuslichen Zusammenleben wichtig und fördern das allgemeine Wohlbefinden.
Statistischer Kommentar
Im Jahr 2016 leben 5,9 Prozent der Bevölkerung in einer Wohnung, die weniger als ein Zimmer pro Person aufweist. Im Vergleich zu 2010 ist eine Abnahme zu beobachten, die jedoch noch innerhalb des statistischen Unschärfebereichs liegt. Sie ist deshalb nicht als eindeutige Entwicklung zu interpretieren. Bei Ausländerinnen und Ausländern sind 15,7 Prozent, bei Schweizerinnen und Schweizern 3,8 Prozent von einer Überbelegung betroffen (2016).
Schweizweit leben 7,5 Prozent der Bevölkerung in einer als überbelegt geltenden Wohnung (2016).
Normative Anbindung
Bund und Kantone setzen sich in Ergänzung zu persönlicher Verantwortung und privater Initiative dafür ein, dass Wohnungssuchende für sich und ihre Familie eine angemessene Wohnung zu tragbaren Bedingungen finden können. Eine angemessene Wohnraumversorgung dient der Gesundheitsförderung und der Krankheitsprävention, wie das Gesundheitsgesetz sie bezweckt.
Wünschenswert ist die rückläufige Entwicklung der von Wohnungsüberbelegung betroffenen Personen. Die beobachtete Abnahme liegt innerhalb des statistischen Unschärfebereichs, sodass zur Zeit keine statistisch gesicherte eindeutige Beurteilung vorgenommen werden kann (gelbe Farbgebung).
- Bedürfnisdeckung Die Deckung der Grundbedürfnisse der Bevölkerung ist langfristig sicherzustellen. Bei der Deckung der darüber hinaus gehenden materiellen und immateriellen Bedürfnisse soll den Individuen ein angemessener Spielraum eingeräumt werden.
- Existenzsicherung Ein menschenwürdiges Leben ist frei von Armut. Die Existenzsicherung soll in erster Linie durch die bezahlte Erwerbsarbeit sichergestellt werden. Bedürftige Mitglieder der Gesellschaft erhalten Solidaritätsleistungen.
- Gesundheitsförderung Die Gesundheit des Menschen soll gefördert und der Schutz vor gesundheitlichen Risiken gewährleistet sein.
Definition
Der Indikator Wohnraumunterversorgung misst den Anteil der Personen in überbelegten Wohnungen an der Wohnbevölkerung. Als überbelegt gelten Wohnungen mit weniger als einem Zimmer pro Haushaltsperson. In der Grundgesamtheit berücksichtigt werden Personen der ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren und Wohnungen mit bekannter Zimmeranzahl.