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Equiden sind Pflanzenfresser, in der freien Wildbahn verbringen sie die meiste Zeit (15-16 Stunden) mit der Suche nach strukturreichem Futter und nehmen so kontinuierlich kleine Futtermengen auf. Wildpferde und domestizierte Pferde haben das gleiche Fressverhalten und die gleichen Ansprüche an ihr Futter.
Neue Tendenzen und Erkenntnisse in der Equidenernährung konnten in den letzten Jahren gewonnen werden. Es hat sich gezeigt, dass heute einige gängige Fütterungspraktiken dem Wohlbefinden der Pferde nicht zuträglich sind. Eine korrekte und ausgewogene Ernährung trägt massgeblich zum Wohlbefinden und der Gesundheit der Equiden bei. Sie muss dem natürlichen Fressverhalten bestmöglich entsprechen (Raufuttersuche über mehreren Stunden, beinahe kontinuierliche Futteraufnahme, energiearmes und strukturreiches Futter; Kontakt zu Artgenossen). Dies ist ins Besondere für Pferde in Haltungssystemen zu berücksichtigen, in denen meist nur eine beschränkte Fressdauer möglich ist, und in denen energiereiche und oftmals strukturarme Futtermittel eingesetzt werden, deren hygienische Qualität möglicher Weise nicht optimal oder gar kritisch ist.
Oben genannte Anforderungen an die Ernährung haben für die Equiden mehrere, positive Effekte: Sie verbringen mehr Zeit mit Fressen und können ihr natürliches Kaubedürfnis befriedigen, was sich wiederum günstig auf die Zähne (kontinuierliches Wachstum) und den Verdauungstrakt auswirkt. Viele gesundheitliche Beschwerden können auftreten, wenn die natürlichen Bedürfnisse nicht respektiert werden: falsche oder unzureichende Abnutzung der Zähne, Schäden der Magenschleimhaut (z.B. Magengeschwüre), Koliken, Verhaltensstörungen (Stereotypien), etc..
Das natürliche Bedürfnis der ständigen Futtersuche und die kontinuierliche Futteraufnahme kann zu boulemischem Verhalten führen, was besonders bei leichtfuttrigen Rassen wie z.B. Robustpferde, Ponys und Eseln zu Übergewicht und Stoffwechselstörungen führen kann. Dieses Phänomen scheint immer häufiger aufzutreten. Eine in Bezug auf verdauliche Energie und Fasern/Struktur ausgeglichene Ration und lange Fresszeiten sind für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Pferde entscheidend.
Die Voraussetzung, um die spezifischen Ernährungsansprüche von Equiden respektieren zu können, sind gute Kenntnisse der Anatomie und Physiologie des Verdauungstraktes, des Fressverhaltens, der verfügbaren Futtermittel, der Futterproduktion, vor allem aber auch der Rationenzusammenstellung unter Berücksichtigung der Equidenart/des Equidentyps (Pferd, Esel, Stute, Jungpferd, etc.), seiner Nutzungsintensität (Freizeitpferd, Rennpferd, etc.), der Kondition und Konstitution sowie der Jahreszeit.
Dopingrelevante Futtermittelkontaminationen mit pharmakologisch aktiven Substanzen aus der Natur (NOPS, Naturally Occurring Prohibited Substances / natürlich vorkommende verbotene Substanzen) verursachen vermehrt Probleme im Pferdesport:
- Opioid-Alkaloide (Morphin, Codein, Thebain, usw.; Quelle: Gattung Papaver, Mohn)
- Methylxanthine (Coffein, Theobromin, Theophyllin; Quelle: Kaffee, Kakao, Tee, usw.)
- Salicylsäure (Quelle: Weidenrinde, Alfalfa)
- Oryzanol (Quelle: Reiskeimöl)
- Hordenin (Quelle: Malzkeime)
- usw.
Personen, die sich für eine artgerechte Haltung und Ernährung von Equiden interessieren, finden auf folgenden Seiten spezifische Themenbereiche dazu, die von COFICHEV zusammengestellt wurden.