Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03222.jsonl.gz/1000

Beschreibung
Menschen nehmen die Wirklichkeit nicht nur wahr, sondern stellen ihre Wahrnehmungen auch noch in komplexe Kontexte von kulturell bedingten Einordnungsschemata, die philosophisch meist als „Weltanschauungen“ bezeichnet werden. Mit deren Hilfe soll eine plausible Basis der Gesamteinordnung von menschlichen Lebensvollzügen gewährleistet werden. Solche Welteinordnungen sind entweder immanent, d.h. dass sich die Welt vollständig unmittelbar aus sich heraus erklären lässt, oder transzendent, was die Welt in ihrem Sinnhorizont von einer übergeordneten Wahrheit abhängig macht. Letztere heißt Religion. Während diese ältere Immanenzerklärung als Mythos bezeichnet werden kann, ist die neuere der Ansicht, dass sich alles, was wir in der Welt finden, mit naturwissenschaftlichen Methoden vollumfänglich begreiflich machen liesse. Wie plausibel sind solche Großerzählungen? Und braucht der Mensch diese heute noch?
Referent
Günter Fröhlich
ist apl. Prof. für Philosophie in Regensburg.
Autor von Platon und die Grundfragen der Philosophie (2015); Der Affe stammt vom Menschen ab. Philosophische Etüden über unsere Vorurteile, (2016), Der Weg der Demokratie; Bühnenprogramme: Besser Hören (2017); Über die Eigenart des philosophischen Denkens (2018); Aufstieg und Fall der Demokratie (2019).