Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03307.jsonl.gz/1126

Hodenschmerzen
Starke Hodenschmerzen können auf vieles hindeuten, wie z.B. auf eine Hoden- oder Nebenhodenentzündung oder auf einen Leistenbruch. Auf jeden Fall sollte man keine wertvolle Zeit mit Kühlen der Hoden vertun, sondern den Jungen sofort in ärztliche Behandlung bringen.
Die vor allem bei Jugendlichen häufigste Ursache von Hodenschmerzen ist die gefährliche Hodentorsion. Dabei dreht sich der Hoden um die eigene Achse, Blutgefässe werden abgeschnürt, die Blutversorgung ist unterbrochen. Die Torsion ist ein Notfall, der sofort operiert werden muss! Wird die Torsion nicht innerhalb von sechs Stunden entwirrt, sterben die spermienbildenden Zellen ab. Geschieht das beidseitig, wird der Junge niemals Kinder zeugen können. Verstreichen noch mehr Stunden, bedeutet das auch das Ende der Hormon produzierenden Zellen. Die Hoden müssen dann entfernt werden, der Junge muss lebenslang mit männlichen Hormonen behandelt werden.
Wenn der Hodensack eines Knaben ein- oder beidseitig geschwollen ist, steckt meist ein Bruch dahinter, entweder ein Wasserbruch oder ein Leistenbruch.
- Den Wasserbruch erkennt man meist daran, dass man ihn wegen seines klaren Inhalts sogar mit einer Taschenlampe durchleuchten kann. Er bildet sich von selbst zurück. Wenn nicht, muss die Verbindung zum Bauchraum operativ geschlossen werden. Das ist ambulant möglich, das Kind braucht jedoch eine Vollnarkose.
- Der Leistenbruch wird fast immer operiert, denn die Fehllage der Darmschlingen schadet nicht nur dem Darm selbst, sie bedeutet auch eine Gefahr für die Hoden und kann sehr wehtun.
Letzte Aktualisierung : 05.2016, BH