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Das Thema "Hunger" können Sie von verschiedenen Seiten her angehen: Sei es von der grossen Hungersnot 1816-17, aktuellen Beispielen aus der Dritten Welt, von Rohstoffen oder von der Wirtschaft aus: Heute ist Hunger keine Frage von Landwirtschaft und Missernten mehr, sondern von Wirtschaft und Armut. Wer Geld hat, kann sich überall Nahrung kaufen.
Hier starten wir mit der Hungersnot, die vor 200 Jahren in der Ostschweiz 100'000 Tote forderte:
Die Entstehung dieser Hungersnot lässt sich gut nach dem Thema "Plattentektonik / Erdbeben / Vulkane" aufnehmen.
Sie können zur Einführung mit diesen beiden Dokumenten arbeiten (je die ersten 4 Seiten genügen) und diese Fragen bearbeiten lassen:
- Auswirkungen der Explosion des Tamboras
- deren Einfluss auf unser Wetter und Klima
- Folgen für unsere Gewässer und die Landwirtschaft
- weitere Gründe für die Hungersnot
Lassen Sie diese Hungertafel aus Lichtensteig in heutiges Deutsch übertragen.
Lesen Sie diese Texte aus den "Armenreisen" von Pfarrer Peter Scheitlin und dem Unternehmer Johann Mayr aus Arbon.
Lesen Sie diesen Bericht über die Hungersnot aus den "Thurgauer Beiträgen zur vaterländischen Geschichte".
Arbeiten Sie zum Beispiel folgende Punkte heraus:
- Ursachen der Hungersnot
- Verhalten der Hungernden
- Massnahmen gegenüber Bettel und Hungerdieben
- Hilfestellung der Gemeinden
- Verhalten der Thurgauer Regierung
(wie wäre das denn heute...?)
usw.
"Zum Andenken an die grosse Theurung":
Studieren Sie mit Ihren Schülern diese Tabelle aus Weinfelden.
Sie lädt ein zum anschaulichen Rechnen, Berechnen der Kaufkraft (wie lange musste man arbeiten für...?) und Vergleichen mit heute.
Lesen Sie diesen eindrücklichen Bericht aus dem Jahre 1771, als einige Weinfelder zu Fuss nach Bellinzona zogen, um dort je einen 80-Liter-Sack Weizen (ca. 65 kg) zu kaufen und auf ihren Schultern zurück über die Alpen zu tragen...
Der Text bringt viele Arbeitsmöglichkeiten mit sich:
- geografische Orientierung (auf einer Schweizer Karte die Route verfolgen)
- sprachliches Verstehen resp. Transkription in heutiges Deutsch
- und sogar Änderungen in der Rechtschreibung
Und seien Sie vorsichtig, wenn Sie Ihren Schülern einen so schweren Sack auf die Schultern laden!
Die Gemeinden bekamen vom Kanton den Auftrag, für die Armen und Hungernden zu sorgen. So wurde in den meisten Dörfern täglich eine "Armensuppe" ausgegeben.
Das ist das Rezept:
Auch davon berechnen wir den Nährwert und vergleichen mit dem Grundbedarf und mit heutigen Nahrungsmitteln.
einen "Hungertag" erleben:
Nun kochen wir in der Schule zum Mittagessen diese Armensuppe für alle - und bemühen uns, den ganzen Tag über sonst nichts zu essen.
Dieses Lehrmittel enthält 16 Fotoportraits von Familien aus 15 Ländern (aus dem oben erwähnten Buch "So isst der Mensch").
- Essgewohnheiten
- Einkauf/Produktion
- Herkunft
- Globalisierung
Sehr geeignet für Gruppenarbeiten
Im Begleitmaterial sind viele Aspekte von Hunger und Ernährung sehr lebensnah aufgearbeitet:
So essen sie!
Fotoporträts von Familien aus 15 Ländern
Christine Imhof
Alliance Sud, Verlag an der Ruhr, 2007 / 16 Farbfotos A3, Dossier, 72 Seiten / 4. bis 9. Schuljahr
Verkauf Artikel-Nr. 6.1.8069
Preis Fr. 39.00
Bestellen Sie sie hier bei éducation21
Lassen Sie ein Fotomontage-Poster mit einer Abbildung aller Lebensmittel machen, die die Familie des Schülers jährlich etwa isst.
Dieses Poster eignet sich gut, darüber einen kleinen Vortrag zu halten - und diese Essensmenge auch mit einem Beispiel aus dem oben erwähnten Buch "so isst der Mensch" zu vergleichen:
Steigen Sie mit einem realitätsnahen Lebensbild ein - so wird das Thema "Hunger" für die Schüler etwas persönlicher und konkreter, zum Beispiel mit dieser DVD:
Wenn Sie das Thema "Hunger" aufgreifen, dann machen Sie doch einen (freiwilligen) Solidaritäts-"Hungertag": die ganze Klasse isst einen Tag lang nichts - ausgenommen über Mittag eine Portion der Rumford'schen Armensuppe, die am Vormittag in der Kochschule zubereitet wird.
Man kann dann auch deren Nährwert berechnen (z. Bsp. mit der Nährwerttabelle hinten im Tiptopf) und mit dem täglichen Nährwertbedarf vergleichen.
Vergleichsmöglichkeiten ergeben sich auch mit den Durchschnitts-Nährwerten einzelner Länder, wie sie in jeder Länderstatistik angegeben sind. Doch Achtung: in jedem Land können sich die Reichen genug Lebensmittel kaufen...
Gehen wir einmal vom (allerdings sehr vereinfachten) Wirtschaftskreislauf aus:
- Lassen Sie Ihre Schüler ein Unternehmen unter die Lupe nehmen, mit speziellem Fokus auf Rohstoffverarbeitung und Wertschöpfung. Dazu eignet sich fast jedes Unternehmen aus dem verarbeitenden industriellen Sektor.
einen Konzern oder Betrieb unter die Lupe nehmen:
Beispiel Zusammensetzung des Kaffeepreises:
Erarbeiten Sie anhand der gewählten Unternehmen folgenden einfachen Wirtschaftskreislauf:
hier mit leeren Feldern:
und nun - aus anderer Sicht - ausgebaut zum "Teufelskreis der Armut":
Und nun ist natürlich alles noch viel komplexer. Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich immer weiter - das hat aber auch vielfältige Ursachen.
"Der Teufelskreis der Armut hat viele Triebfedern": Sicherlich werden Sie Ihren Schülern aktuelle Beispiele aus der Tagespresse zu dieser Zusammenstellung erzählen.
Noch vorab: wenn Sie wissen wollen, was und wie viel denn die Thurgauer Bevölkerung vor 200 Jahren gegessen hat und mit heute vergleichen wollen, schauen Sie auf unserer Seite über die Landwirtschaft nach.