Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03518.jsonl.gz/2055

Obwohl Apples iPad noch kein echter Ersatz für Notebooks ist, hat das Gerät im dritten Quartal laut verschiedenen Marktforschern schon Auswirkungen auf den Netbook-Markt gezeigt. Joanne Chien, Senioranalystin bei Digitimes Research, hält es sogar für möglich, dass das iPad und andere Tablet-PCs im vierten Quartal schon Netbooks an Stückzahlen überholen könnten. 2013 sollen die Tablets dann bereits die 100-Millionen-Marke erreichen. Gemessen an den bis zu 800 Millionen Smartphones und 300 Millionen Notebooks wird die neue Gerätekategorie im Markt für mobiles Internet auf absehbare Zeit trotzdem noch keine Dominanz erlangen. Nimmt man Smartphones und Tablet-PCs zusammen, werden letztere zwischen 2011 und 2013 nur auf einen Marktanteil von 10 bis 12 Prozent kommen, so Chien.
2011 sollen weltweit schon 440 Millionen Smartphones über die Ladentische gehen. Die Digitimes-Research-Analystin rechnet damit, dass der Boom bei den intelligenten Handys noch mindestens vier Jahre anhält und Tablet-PCs in dem Fahrwasser mitschwimmen werden. Denn immer mehr Verbraucher werden sich laut Chien davon überzeugen, dass die Tablets das Smartphone-Erlebnis auf eine höhere Stufe stellen.
Derweil steigen immer mehr Hersteller in den Markt für Tablets ein, jeder aus einer anderen Ecke. Creative Technology Ltd. (ehemals Creative Labs) zum Beispiel will mit audio-optimierten, auf dem Android-Betriebssystem basierenden Tablets mit 7- und 10-Zoll-Display unter dem "ZiiO"-Brand an den Erfolg der "Zen" genannten MP3-Player anknüpfen und spricht dabei nicht von Tablet-PC, sondern von Multimedia-Tablet. Der Blackberry-Hersteller RIM (Research in Motion) will im ersten Quartal 2011 ein "PlayBook" genanntes Gerät zunächst in Nordamerika anbieten und im zweiten Quartal damit weltweit gehen.
Tudor Brown, Präsident der Prozessorschmiede ARM, hat auf einem Technologiesymposium in Taiwan gerade erst geäussert, dass die Tablet-PCs die Profite unter den Herstellern in der gesamten Lieferkette neu verteilen könnten. Bisher würden die meisten Margen von Intel und Microsoft abgeschöpft. Gerade im Software-Bereich ergäben sich hier aufgrund der offenen Plattform für viele Player völlig neue Möglichkeiten, selbst wenn die Preise weiter fallen und an der Hardware nicht mehr viel zu verdienen sei. Die Sorge, dass Tablet-PCs kaum Margen abwerfen, teilen viele Hersteller in Taiwan. (Klaus Hauptfleisch)