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Er konkretisiert damit die bereits lange bestehende russische Energiepolitik unter dem Motto «Russland ersetzt Gaskraftwerke durch Atomkraftwerke und verkauft das Gas für teures Geld nach Westeuropa, damit dort Gaskraftwerke gebaut werden können».
Der Putin unterbreitete Vorschlag enthält nicht nur ein ambitiöses nukleares Bauprogramm im Umfang von USD 70 Mrd. (CHF 90 Mrd.), sondern auch Pläne für die Bildung einer staatlichen Holdinggesellschaft für die gesamte zivile Atomwirtschaft - beginnend mit dem Brennstoffkreislauf über die Herstellung von Kernkraftwerken bis hin zu deren Betrieb. Dies würde de facto die Wiederherstellung des früheren sowjetischen Ministeriums Minsredmasch bedeuten, das damals für kerntechnische Einrichtungen zuständig war. Dieser Schritt hätte eine massive Verstärkung des staatlichen Einflusses zur Folge. Unter das Holdingdach würden bei der Reorganisation nicht nur sämtliche von Rosatom kontrollierten Strukturen gelangen, sondern auch - mittels Kooperationsverträgen - unabhängige Firmen wie Bergbaugesellschaften mit Uranminen, die teilweise in anderen GUS-Staaten liegen. Auf diese Weise soll ein schlagkräftiger Anbieter entstehen, der einen Anteil von 20% auf dem nuklearen Weltmarkt anvisiert. Neben dem WWER-1000 (1000 MW, PWR) sollen auch Reaktorblöcke mit 1200 MW und 1500 MW elektrischer Leistung angeboten werden.
Mit dem Bau des ersten Kernkraftwerks des neuen Typs NPP-2006 mit einer thermischen Leistung von 3300 MW und einer elektrischen Leistung von 1200 MW soll nächstes Jahr begonnen werden. Die Auslegungslebensdauer soll 50 Jahre betragen. Die spezifischen Baukosten werden mit USD 1200 pro kW Leistung und die Betriebskosten mit 1,5 US-Cent pro kWh angegeben. Als möglicher Standort des neuen Kernkraftwerks, das 2012 den Betrieb aufnehmen soll, wird Nowo Woronesch genannt, wo gegenwärtig drei Druckwasserreaktoren in Betrieb stehen. Ebenfalls 2012 soll der erste 1500-MW-Block bei St. Petersburg ans Netz gehen.
Source
M.E. nach NucNet, 13. Februar und 2. März 2006
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