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Über den Kunstanspruch von Games haben wir an dieser Stelle ja bereits berichtet und in diesem Zusammenhang auch aufgezeigt, dass Provokation ein probates Stilmittel der Kunst ist. Allerdings gibt es immer wieder Künstler, die ausschliesslich über Provokation Kunst zu produzieren versuchen. Deren Produkte wirken verstörend oder abstossend und manchmal beschleicht einem der Verdacht, dass Provokation als billige Masche für mehr Aufmerksamkeit missbraucht wird.
Eben dieses Gefühl hinterlässt der Entwickler DigiFX Interactive 1994 auf der CES in Las Vegas als er Harvester zum ersten Mal vorstellt. Warum sonst würde man den Slogan "das gewalttätigste Adventure-Spiel aller Zeiten" wählen? Das Spiel selbst lässt sich folgendermassen umreissen: Ein Point-and-Click-Horror-Adventure aus der Feder von Gilbert P. Austin, welches Videosequenzen mit echten Schauspielern enthält und durch extreme Gewalt- und Sexdarstellung auffällt.
Grosse US-Fernsehstationen berichten bei Erscheinen des Spiels über Vorwürfe von Frauenfeindlichkeit, Blasphemie, übertriebener Gewalt- und Sexszenen, sowie Kannibalismus. In anderen Ländern erscheint Harvester nur stark geschnitten oder gar nicht (z.B. Deutschland, aber das war ja klar).
Harvester wurde im September 1996 released und ist ausserdem seit April 2014 auf Steam (5.99€€) erhältlich.