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Im Kanton Zürich beschloss der Regierungsrat am 30. März 2022 die Zulassung von Microsoft 365 in der Verwaltung.
Die Zulassung wurde unter anderem damit begründet, dass die Wahrscheinlichkeit für einen ausländischen Behördenzugriff während fünf Jahren für sogenannte Geschäftsfalldaten bei 0.74 Prozent liege.
Wie genau wurde die Risikobeurteilung durchgeführt?
Das zuständige Amt für Informatik wollte mir dazu nichts sagen. Die Behörde ignorierte meine Anfrage, die ich mit Verweis auf das Öffentlichkeitsprinzip gestellt hatte, auch in Bezug auf diese Risikobeurteilung.
Die bekannte Tech-Journalistin Adrienne Fichter («Republik», dnip.ch) hingegen erhielt das Memorandum vom 24. März 2022 mit der «Berechnung des ausländischen Lawful Access / US CLOUD Act» im Rahmen einer laufenden Recherche ausgehändigt und stellte mir das Dokument netterweise zur Verfügung. Das Memorandum verfassten David Rosenthal und Sarah Bischof von den Anwaltskollegen bei VISCHER in Zürich.
Das Dokument enthält insbesondere die Anwendung der «Methode Rosenthal», die zu den erwähnten 0.74 Prozent für «Geschäftsfalldaten» führte. Genauso enthalten ist die Herleitung für «normale Daten» mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 0.95 Prozent.
Abgesehen von diesen Ergebnissen und der Berechnung mit Microsoft Excel beschreibt das Dokument die unter anderem Ausgangslage, erklärt die Situation in Bezug auf die USA einschliesslich CLOUD Act und beschreibt die Durchführung der Risikobeurteilungen für den Kanton Zürich.
Im Ergebnis ist das Dokument ein hilfreiches Beispiel für die praktische Anwendung der «Methode Rosenthal». Das gilt umso mehr, als das Beispiel vom «Erfinder» der Methode stammt.
Memorandum «Berechnung des ausländischen Lawful Access / US CLOUD Act»Jetzt lesen!