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Kennen Sie Hans-Martin Gauger? Der Spiegel interviewte ihn, der Tagi schrieb einen schönen Artikel über sein neustes Buch. Herr Gauger ist Linguist und hat sich mit dem Fluchen auseinandergesetzt. Und da Herr Gauger Deutscher ist, hat er sich natürlich mit Scheisse auseinandergesetzt. Denn das ist bei den Deutschsprechenden die bevorzugte Art zu fluchen, unsere Nachbarn im Westen und im Süden bevorzugen eher das Sexuelle.
Französisch flucht es sich am besten
Als ich während meines Studiums in Paris weilte, machte ich grad zu Beginn meines Aufenthalts meine ersten Erfahrungen mit den sexuellen Flüchen der Franzosen: «Une sorcière malbaisée» sei sie, diese Dozentin. Kreationen mit «baiser» durfte ich danach noch öfters hören; «con», eine ursprüngliche Bezeichnung für das weibliche Geschlechtsorgan, sowieso. Ich hätte mit meinem kulturellen Hintergrund wohl eher auf die Begriffe «Arschloch» und «Scheisse» zurückgegriffen. Also eher Wörter, die im rektalen Bereich anzusiedeln sind.
Kot und kopulierende Hunde
Die Gründe für unser Kackgefluche sind nicht so einfach eruierbar; Herr Gauger meint, dass die Ursprünge im Mittelalter liegen. Simpel gesagt: Wir sind seit dem Mittelalter dieser Schiene treu geblieben, währen andere das Sexuelle dazunahmen. Und wie Sie es dazunahmen. Nicht selten unter Einbezug der Verwandtschaft oder Tieren. Als ich meine charmante Freundin in ihr Heimatland begleitete, hörte ich Dinge wie: «Es soll dich der Hund vögeln». Seit diesem Tag möchte ich unbedingt Kroatisch lernen. Persönlich finde ich aber im Moment die Holländer am besten, die ihre Hoden verwenden, um zu fluchen. Hoden heisst im Holländischen übrigens «kloten». Keine Ahnung, wie die KLM den Flug nach Zürich jeweils anschreibt.