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Der Getreideanbau hat im Val Müstair eine lange Tradition, früher wurde vor allem Selbstversorgung betrieben. Roggen als Brotgetreide, Gerste als Viehfutter. Jeder Bauer hatte einen oder mehrere Getreideäcker.
In der Zeit des zweiten Weltkriegs führte der Bund die sogenannte «Mahlprämie» ein, um den Getreideanbau und die Selbstversorgung des Landes mit eigenem Mehl zu sichern, diese wurde bis anfangs der 1980er Jahre beibehalten und so war der Getreidebau wirtschaftlich interessant. Im Val Müstair löste der Weizen den Roggen als Brotgetreide ab, weil er höhere Erträge brachte und als Sommergetreide angebaut werden konnte. Neu wurde auch Hafer als Viehfutter angebaut.
Die Angebaute Fläche nahm im Tal stetig zu und erreichte Mitte der 80er Jahre einen Höchststand von ca. 100 ha.
1985 konnte über die Gesamtmelioration die neue Sammelstelle bei der Mühle in Müstair realisiert werden, was damals einem Quantensprung entsprach. Das Getreide kann dort getrocknet, gereinigt und gelagert werden und in der danebenstehenden Mühle vermahlen oder als Viehfutter gebrochen werden. Die Mühle musste den Betrieb aus lebensmitteltechnischen Gründen vor ca. 10 Jahren einstellen, die Sammelstelle erfüllt bis heute ihren Zweck.
In den Jahren 1996 bis ca.2010 ging die angebaute Getreidefläche im Tal markant zurück bis auf ein Minimum von 12ha. Die Gründe waren die neue Direktzahlungsverordnung des Bundes, die sehr tierlastig war und die Umstellung vieler Bauern auf den Bio Landbau, was eine Herausforderung in der Unkrautbekämpfung bedeutete.
Heute werden im Val Müstair wieder 32 ha Getreide angebaut, Tendenz steigend. Die Bio Bauern haben sich der Produzentenorganisation «Gran Alpin» angeschlossen, die in den vergangenen Jahren eine Erfolgsgeschichte schrieb. Gran Alpin Produkte boomen und es werden sehr gute Preise fürs Getreide bezahlt. Ca. 14 % oder 80 Tonnen des Gran Alpin Getreides werden im Münstertal produziert, der grösste Teil wird im Bergell von der Mühle Scartazzini vermahlen und dann in Sta. Maria von Meier Beck zu ausgezeichneten Brotspezialitäten verarbeitet.
Die bestehende Getreide-Sammelstelle erfüllt jedoch die Vorgaben der Lebensmittellagerung kaum noch, auch das «Handling» ist nicht mehr zeitkonform und das Wasser des nahegelegenen Rom Bachs ist eine ständige Bedrohung (Grundwasser im Parterre der Sammelstelle).Um den Getreideanbau und die regionale Wertschöpfung (Meier Beck etc.) in eine weiterhin erfolgreiche Zukunft zu führen sind wir auf finanzielle Hilfe angewiesen, um die neue Sammelstelle zu realisieren.
Einen grossen Dank im Voraus.