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Das Wirtschaftswachstum ist langfristig einer der wichtigsten Renditetreiber. Geringere Wachstumsaussichten bedeuten weniger Rendite und ein allgemein tieferes Zinsniveau. Das globale Wachstum sank zwischen 2005 und 2016 von 4,8 % auf 2,9 %, und die Zinssätze der 10-jährigen US-Staatsanleihen gingen von 4,4 % auf 1,8 % zurück.
Demografie und schwächere Produktivität sind zwei der Hauptfaktoren für das langsamere Wirtschaftswachstum weltweit. Die Baby-Boomer-Generation geht nach und nach in Rente und die Zahl der Arbeitskräfte sinkt. Für den schwachen Produktivitätszuwachs gibt es mehrere Erklärungsvarianten. Erstens gehört die IT-bedingte Produktivitätssteigerung von 1995 bis 2005 der Vergangenheit an und bis jetzt ist kein Nachfolger mit ähnlicher Wirkung in Sicht. Zweitens zählt die mangelnde Investition in Infrastruktur und Ausbildung zu den weiteren möglichen Gründen für die Produktivitätsschwäche.
Was heisst das für die Zukunft am Beispiel der USA? Die demografische Entwicklung dürfte in den nächsten Jahren rund 0,5 % und die Produktivität noch rund 1,25 % zum BIP-Wachstum beitragen. Korrigiert um das sinkende Ausbildungsniveau beträgt das Wachstumspotenzial in den USA insgesamt noch rund 1,5 %, was im Vergleich zu den knapp 3,5 % bis 2005 bescheiden ist. Für den Obligationensektor bedeutet dies eine jährliche Rendite von nur 0,2 % bei US-Staatsanleihen, 0,8 % bei US-Investment-Grade-Staatsanleihen und im High-Yield-Bereich von 2,2 %. Für europäische Obligationenmärkte sind die Aussichten noch düsterer.
Das geringe Wachstum birgt zudem immer die Gefahr, in eine Rezession zu fallen. In einem derartigen Umfeld sollten Anleger ihre Erwartungen neu ausrichten. "2 % Rendite sind auch auf längere Sicht für ein Obligationenportfolio mit limitiertem Risiko sehr attraktiv", meint Witold Bahrke.