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Eine sich stark wiederholende Belastung führt im Sehnenansatz zu degenerativen Veränderungen. Sind die Strecker des Armes betroffen, so spricht man von einem Tennisarm. Sind die Beuger betroffen, spricht man von einem Golferarm. Sind beide betroffen, hat sich der Begriff des „country club“-Ellbogens entwickelt. In den seltenen Fällen, in denen der Tricepsansatz leidet, spricht man von einem Boxerellbogen. Der Tennis-, Golfer und Boxerellbogen kommen nicht nur bei Tennisspielern vor.
Im Tennisarm gibt es keine Entzündungen! Genau genommen verändert sich die Struktur der Sehne. Dieses Gewebe ist mechanisch schwach und kann zu einer Ruptur der Sehne führen.
Die typischen Symptome sind Schmerzen bei Faustschluss und beim Strecken des Handgelenks. Direkter Druck auf den Ansatz der Sehne ist ebenso schmerzhaft. Beim Golferarm kann auch der Nervus Ulnaris (der Nerv zum kleinen und zum Ringfinger) betroffen sein, und dort ein Kribbeln oder ähnliches verursachen. Die Diagnose des Tennisarms erfolgt durch die klinische Untersuchung und der Anamnese.
In schweren Fällen kann ein Röntgenbild Verkalkungen in der Sehne zeigen, ein MRI kann die Sehnendegeneration darstellen.
Der Tennisarm spricht sehr gut auf eine konservative Therapie, auch wenn nur recht langsam. Die konservative Therapie besteht aus Physiotherapie. Schienen und Bandagen können getragen werden, haben aber in wissenschaftlichen Studien keinen Erfolg gezeigt.
Für schwere Fälle oder nach 2 Monaten erfolgloser konservativer Therapie, kann eine Eigenblut-Infiltration der entscheidende Schritt zur Heilung der Sehne sein.
Wenn diese Behandlungsformen über 6 Monate keinen Erfolg zeigen, sollte zuerst die Diagnose noch einmal bestätigt werden. Wenn andere Ursachen ausgeschlossen werden konnten, dann sollte über eine operative Therapie diskutiert werden. Das degenerierte Gewebe wird arthroskopisch entfernt und allenfalls weitere Pathologien adressiert.
Für den Golferarm besteht die Möglichkeit einer Arthroskopie nicht. Der Nervus Ulnaris könnte verletzt werden. Hier ist daher eine offene Operation notwendig.
Nach der Operation wird der Arm für 2 Wochen mit einer Ellbogenschiene geschützt. Danach folgt ein allgemeiner Kraftaufbau für 6 Wochen und danach ein spezifisches Training für 3 Monate. Arbeitsausfall ist mindestens 2 Wochen, bei manuellen Berufen 8 Wochen. Volle Belastung und Kontaktsport sind frühestens 4 Monate nach der Operation erlaubt.
Der Körper versucht die Instabilität durch Muskelzug auszugleichen. Je nachdem, ob die Instabilität auf der Innen- oder Außenseite vorliegt, müssen die Beuger oder Strecker den Ellbogen stabilisieren. Diese Muskeln sind aber für die Feinarbeit der Finger und des Handgelenks optimiert und leiden stark unter der doppelten Belastung. In Folge entwickeln der Patient eine Überbelastung und ähnliche Symptome wie einem Golfer- oder Tennisarm. In der Tat ist es so, dass bis zu 75% der „chronischen Tennisarme“ eigentlich unter einer Instabilität leiden. Das erklärt auch warum bei manchen Leuten der Tennisarm nach relativ kurzer Behandlung verschwindet, während andere Patienten mit ihrem "Tennisarm" jahrelang frustriert herumarbeiten müssen.
Die Instabilität nimmt der Patient kaum wahr. In fast allen Fällen wird sie vom Gehirn einfach als Schmerz übersetzt. Daher wird die Instabilität in knapp 75% der Fälle in der frühen Untersuchung übersehen bzw. als Tennis- oder Golferarm fehlinterpretiert.
Die Diagnose erfolgt durch einfache klinische Tests und kann durch eine dynamische Ultraschalluntersuchung mit grosser Wahrscheinlichkeit bestätigt werden. Am MRI können Risse und Bandinsuffizienzen nicht immer gesehen werden, da die dynamische Komponente fehlt. Die sichere Diagnose ist die Arthroskopie.
Die konservative Therapie zielt darauf ab, die Bänder zu kräftigen und die Kompensationsmechanismen zu stärken.
Eine Eigenblut-Infiltration kann allenfalls eine Operation vermeiden. Nach der Eigenblutspritze sollte man den Ellbogen für 5 – 7 Tage schonen und dann 3 Wochen in einen gezielten Kraftaufbau investieren. Der Erfolg der Therapie stellt sich nach 3 bis 4 Wochen ein.
Nach einer Ausrenkung des Ellbogens mit Folgeschäden oder Patienten mit einem instabilen Ellbogen und höherem körperlichem Anspruch im Beruf und in der Freizeit ist eine Operation indiziert. Die klassische, operative Therapie ist der Bandersatz mit einer eigenen Sehne. Die Sehne kann aus dem Trizeps oder vom Knie entnommen werden, und wird in Knochentunneln verankert.
Für Instabilitäten auf der Außenseite des Ellbogens gibt es arthroskopische Techniken der Stabilisierung. Diese sind zwar etwas weniger stabil als der formelle Bandersatz mit der eigenen Sehne, aber für Patienten mit moderatem Anspruch an den Ellbogen ist dies eine gute und sehr gewebeschonende Option.
Nach der Operation braucht es eine Ellbogenschiene für 6 Wochen. Danach erfolgt eine gezielte Physiotherapie. Zum Einsatz im Breitensport kommt der Ellbogen nach knapp 4 Monaten, bzw. 8 Monaten bei Kontakt- oder Wettkampfsport. Werfer müssen bis zu einem Jahr warten.
Die Tendinitis schmerzt aufgrund der Entzündung. Die Teilruptur kombiniert die Entzündung mit einer Schwäche und Dysfunktion des Muskels. Die komplette Ruptur ist ein schweres Weichteiltrauma mit reichlich Blutung und Schwellung.
Zwischen der Bizepssehne und der Speiche gibt es einen Schleimbeutel, der bereits bei der Teilruptur so stark anschwellen kann. Der Ellbogenchirurg spricht dann von einer «pseudotumorösen Bursitis».
Die Diagnose erfolgt mittels klinischer Untersuchung, gefolgt von einem MRI, um zu sehen, ob die Bizepssehne angerissen ist oder wie weit sich die Sehne bereits zurückgezogen hat.
Bei der Tendinitis und Teilruptur kann die konservative Therapie wie initiale Ruhe, Kompression, Kühlung und entzündungshemmende Medikation sehr erfolgreich sein. Ultraschallgesteuerte Eigenblut-Infiltration können ergänzt werden.
Die komplette Bizepssehnenruptur sollte möglichst schnell (binnen Tagen oder wenigen Wochen) operiert werden, da sich die Sehne stark zurückziehen kann und dann aufwändige Rekonstruktionen mit Spendergewebe notwendig werden können.
Bei erfolgloser konservativer Therapie der Teilruptur kann eine operative Befestigung in Betracht gezogen werden.
Nach der Operation braucht es eine Schiene für 3 Wochen und für 6 Wochen gilt eine Hebelimite. Die uneingeschränkte Rückkehr zum Sport erfolgt nach 3 - 4 Monaten.
Zu den häufigsten Ursachen gehören Knochenfrakturen des Ellbogens, bei dem man von einer posttraumatischen Arthrose spricht. Eine weitere Ursache kann die rheumatoide Arthritis des Ellbogens sein. Durch die Autoimmunerkrankung mit entzündlichen Reaktionen im Gelenk wird das Gelenk zerstört. Dadurch ist die Ellbogenarthrose schon prädestiniert. Eine seltene, aber wichtige Problematik am Ellbogen ist die Hämophilie, die Bluterkrankheit. Hier kommt es in den exponierteren Gelenken (v.a. Knie und Ellbogen) regelmäßig zu Einblutungen. Dadurch wird das Gelenk stark geschädigt. Zuletzt gibt es auch die „normale“ Osteoarthrose durch Abnutzung und langen Gebrauch. Diese ist aber relativ selten.
Eine zunehmende Degeneration des Gelenks resultiert in dem Verlust von Knorpel und der Bildung von Osteophyten. Freie Gelenkskörper können sich aus abgebrochenen Gelenksteilen bilden und einklemmen. Durch die Abnutzung kommt es zu Gelenksergüssen und schmerzhaften Schwellungen. Der geschwollene Ellbogen lässt sich auch nur schwer beugen und strecken.
Die resultierenden Symptome sind damit Schmerz, Steife und Schwellung. Mechanische Symptome wie Blockaden oder Schnappen sind auch möglich. Die Diagnose erfolgt mittels Anamnese, klinischer Untersuchung und einem einfachen Röntgenbild.
Physiotherapie und Bewegungsübungen halten den Ellbogen und seine Muskulatur über Wasser. Schiene oder Stützbandagen können hier auch gut helfen. Zur Schmerztherapie können physikalische Massnahmen wie Kälte und Wärme eingesetzt werden. Schmerzmittel können ebenfalls eingenommen werden. Infiltrationen mit Hyaluronsäure oder Eigenblut können mit der Knorpelschmierung und -regeneration helfen. Bringt die konservative Therapie keine weitere Besserung wird die operative Behandlung in Betracht gezogen. Zuerst werden schmerzende Gelenkshaut, freie Gelenkskörper und scharfkantige Osteophyten entfernt. Diese Eingriffe können die Beweglichkeit rasch verbessern und Schmerzen lindern. Der Effekt hält im Idealfall 5 – 7 Jahre an. Bei älteren Patienten mit moderatem, körperlichem Anspruch kann das Gelenk durch eine Prothese ersetzt werden. Dabei kann das gesamte Gelenk oder nur ein Teil ersetzt werden.
Dank moderner Technik sind die Erfolgsaussichten gut und werden immer besser. Besonders die Schmerzreduktion ist heute verlässlich möglich. Der Rückgewinn und Erhalt der Beweglichkeit kann nicht immer garantiert werden.