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Vegetarische und vegane Ernährung werden in wirtschaftlich entwickelten Ländern zunehmend populär. Tatsächlich zeichnet sich inzwischen ab, dass diese Formen der Ernährung gewisse gesundheitliche Vorteile bieten dürften. Allerdings gilt zu beachten, dass pflanzliche Nahrung die Aufnahme von Eisen, Zink und Vitamin B12 durch den Organismus deutlich reduziert. Aufgrund des Verzichts auf Fleisch entfällt eine natürliche Quelle für biologisch hochwertiges Eiweiss, sowie auch für den Körper leicht verwertbares Eisen, Zink und der Vitamine A und B. Dementsprechend ist bei Vegetariern und Veganern tendenziell weniger Eisen im Körper gespeichert und es besteht ein erhöhtes Risiko zur Entwicklung eines Eisenmangels.
Wie stark sind Vegetarier von Eisenmangel betroffen?
Eine aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichung zeigte, dass bei den untersuchten Vegetariern der Eisen-Blutwert Ferritin deutlich unter dem von Nicht-Vegetariern lag. Mehr noch: Sich vegetarisch ernährende Männer wiesen im Mittel schlechtere Ferritin-Werte auf als Frauen im gebärfähigen Alter, die grundsätzlich ein erhöhtes Risiko für einen Eisenmangel aufweisen. Medizinisch gilt zudem bei Kindern und Frauen vor der Menopause eine vegetarische Ernährungsweise als eindeutiger Risikofaktor für die Entwicklung eines Eisenmangels.
Was ist die Besonderheit pflanzlichen Eisens?
Zwar enthalten auch pflanzliche Nahrungsmittel Eisen, allerdings unterscheidet sich dieses von dem tierischen Ursprungs hinsichtlich der Verwertbarkeit durch unser Verdauungssystem: So gelangen 15 bis 35 % des tierischen Eisens, des sogenannten „Häm-Eisens“, aus der Nahrung in unseren Körper – bei pflanzlichem Eisen sind es jedoch nur 5 bis 12 %. Diese Rate lässt sich allerdings durch den Verzehr von Vitamin C verbessern. Andererseits können grössere Mengen von Ballaststoffen die Nutzbarkeit des Eisens für den Körper (die sogenannte Bioverfügbarkeit) verringern. Aufgrund des erhöhten Risikos für die Entwicklung einer Unterversorgung mit dem Spurenelement sollten Vegetarier und Veganer ihren Eisenstatus regelmässig in der ärztlichen Praxis prüfen lassen. Bei Vorliegen eines Eisenmangels kann dieser durch die medikamentöse Einnahme von Eisenpräparaten behandelt werden.