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Hast du dich schon einmal gefragt, woher eigentlich die Zitate auf den Filmplakaten stammen?
«Wahnsinnig einfallsreich! Pflicht!» oder «Besser kann man Action nicht inszenieren» – Wenn ein neuer Film angepriesen wird, gibt es ein Filmposter mit «Review-Quotes». Man stellt es sich so vor: Die Filmemacher schicken Kritikern den Film, die sehen ihn an und schreiben dann einen ehrlichen Bericht. Dann nimmt das Filmstudio daraus den aussagekräftigsten Satz und packt ihn auf das Plakat. So läuft das aber nicht immer.
Die Produktionsfirma klatscht immer wieder völlig zusammenhangslose Zitate auf das Poster, manchmal nehmen sie einen beliebigen Tweet und es kommt sogar vor, dass ein Filmstudio Kritiken einfach erfindet.
«Eine Meisterleistung der Komödie»
Beispiele gefällig? Der Film «Accidental Love» (dt. Liebe ohne Krankenschein) wurde von der breiten Masse sehr schlecht bewertet. Auf der Filmbewertungsseite «Rotten Tomatoes» hat der Film nur eine Bewertung von neun Prozent. Aber A. A Dowd, Kritiker beim Film-Magazin AV-Film findet den Streifen scheinbar eine «Meisterleistung der Komödie» (a comedic masterstroke), wie gross auf dem Film-Plakat zu lesen ist. Oder etwa doch nicht?
Seine Review sah in Wahrheit aber so aus: «Selbst wenn die ursprüngliche Version des Filmes [Anm. d. Red.: Der Regisseur sprang ab, bevor der Film fertig war) herausgebracht worden wäre, fällt es schwer zu glauben, dass dieser Film eine Meisterleistung der Komödie geworden wäre.»
Die Produktionsfirma hat das Zitat also völlig aus dem Kontext gerissen. Mittlerweile haben sich die Macher des Filmes dafür bei Dowd entschuldigt.
Im Fernsehspot für «Gone Girl» wurde ein Zitat aus dem Magazin «Rolling Stone» verwendet. «Der Date-Film des Jahrzehnts…» Nur vergassen die Verantwortlichen auch hier den zweiten Teil des Satzes: «…für Paare die davon träumen, sich gegenseitig zu zerstören.»
Eine andere Möglichkeit, mit schlechten Bewertungen umzugehen, ist, sie so zu verpacken, dass man sie kaum wahrnimmt. So geschehen beim Film «Legend», bei dem die zwei Sterne-Bewertung des «Guardian» zwischen die Köpfe der Hauptdarsteller platziert wurde.
Twitter-User als Kritiker
Ab und zu werden auch einfach Tweets von Fans des Films auf die Plakate gedruckt. Beim Marvel-Film Batmant versus Superman steht auf dem Poster: «Totally blew my mind!» – ausgegeben als ein Zitat des Twitter-Users «Raniaresh». Scheinbar hat er das aber gar nie geschrieben. Auf seinem Account schrieb er später: «Ich habe Batman versus Superman NICHT gut gefunden!» Seinen Account hat er mittlerweile gelöscht. Auch das gefälschte Zitat auf dem Film-Plakat wurde mittlerweile ausgetauscht.
Gute Kritiken für Fame
Nebst erfundenen Kritikern, aus dem Kontext gerissenen Zitaten und Twitter-Statements, die auf Filmplakaten landen, gibt es noch die «Quote-Hoes». Sie loben jeden Film in den Himmel, nur damit ihr Zitat auf dem Poster landet. Sie wollen damit ihren eigenen Namen grösser machen. Einer, der in Hollywood dafür bekannt ist, ist Shawn Edwards. Beim Adam Sandler Film «Acht verrückte Nächte», der auf Rotten Tomatoes gerade einmal zwölf Prozent bekam, schrieb Shawn Edwards: «Brilliant, Adam Sandler ist ein Genie!» Natürlich landete dieses Quote auf der DVD-Hülle des Films.
Zu Hangover 3 schrieb Edwards: «Die witzigste Trilogie aller Zeiten findet ihr glorreiches Ende!» Später tweetete er, wie schlecht er den Film in Wahrheit gefunden hat.
Traue keinem Filmposter
Wenn du das nächste Mal einen Film schauen willst, dann achte nicht auf die Zitate auf den Postern. Die sind mit grosser Wahrscheinlichkeit eh nicht echt. Wenn du mehr über die Welt der Filmposter erfahren willst, schau dir das Video von Simplicissimus dazu an. Die Jungs machen empfehlenswerten Content.
Bettina hat Journalismus studiert und leitet das Online-Team von Blick am Abend. Sie mag Tiere, Literatur und TV-Serien.