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4 Varianten zur Verarbeitung von SCI Granulat
Tenside in Pulverform stauben stark und können extrem die Lunge reizen. Darum sollten bei der Verarbeitung immer eine gut schliessende Feinstaubmaske (z.B. aus dem Baumarkt) getragen und im Idealfall unter der Abzugshaube des Herdes gearbeitet werden. Hier verarbeiten wir ein staubarmes Granulat, das deutlich angenehmer zu verarbeiten ist. Trotzdem sollte auf eine leichte Staubmaske zur Sicherheit nicht verzichtet werden.
Wir nutzen hier zum Erwärmen ein Wasserbad. Ein zu starkes Erhitzen z.B. auf einer Herdplatte kann unter Umständen das SCI verbrennen und recht unangenehme Gase freisetzen, die ebenfalls die Lunge reizen können. Ein direktes Erwärmen sollte nur erfolgen, wenn im Rezept ausreichend Flüssigkeit enthalten ist, die ein Verbrennen verhindert.
Variante 1 - Für Flüssiges / Auflösen in Wasser
1
Das Granulat mit dem Wasser in ein Becherglas geben und langsam erwärmen, bis sich das SCI aufgelösst hat.
2
Es entsteht eine klare Flüssigkeit. Anschliessend weiter verarbeiten und mit anderen Tensiden kombinieren.
3
Bei höheren Konzentrationen kann nach dem Abkühlen das Gemisch zu einer puddingartigen Masse werden.
Variante 2 - "schmelzen"
1
SCI lässt sich leider nicht wie ein Wachs schmelzen und wird durch Erhitzen auch nicht flüssig. Es wird aber weich.
Das SCI Granulat abwiegen und in ein Becherglas geben.
2
Das Becherglas mit Alufolie abdecken und in ein Wasserbad setzen. Das Wasser sollte so hoch stehen, dass der Inhalt des Bechers gleichmässig erwärmt wird. Sollte das Becherglas anfangen zu kippeln, kann man alles mit einem kleineren Deckel o.ä. beschweren. Das Wasser sollte kochen, aber nicht sprudeln.
3
Nach ca. 5-10 Minuten erreicht das Granulat die Konsistenz von harter Knete. Beim Umrühren beginnt es zu zerbröseln. Die krümelige Masse im Becherglas nochmals abgedeckt für 5-10 Minuten ins Wasserbad stellen. Anschliessend sollte das SCI eine weiche Konsistenz erreicht haben und kann weiter verarbeitet werden. Es kühlt allerdings schnell wieder ab und wird hard.
4
Weitere Zutaten wie z.B. Öle möglichst erwärmt zugegeben. Sollte noch kleine Klumpen vorhanden sein, kann auch ein Stabmixer helfen. Im Beispiel wurde zu 2 Teilen SCI 1 Teil Kakaobutter gegeben. Das Ergebnis ist eine Masse mit Konsistenz von Knete, die nach 24 Stunden aushärtet.
Variante 3 - Auflösen in flüssigen Tensiden
1
Flüssige Tenside (z.B. Cocamidopropyl Betaine, Sodium Cocoyl Glutamate o.ä.) zusammen mit dem SCI Granulat in Becherglas geben und mit Alufolie abdecken. In ein Wasserbad setzen. Das Wasser sollte so hoch stehen, dass der Inhalt des Bechers gleichmässig erwärmt wird. Sollte das Becherglas anfangen zu kippeln, kann man alles mit einem kleineren Deckel o.ä. beschweren. Das Wasser sollte leicht kochen, aber nicht sprudeln.
2
Nach ca. 5-10 Minuten sollte das Granulat weich werden und kann mit einem Spatel zerdrückt werden. Ggf. nochmals erwärmen, bis sich alles gut verbunden hat. Bei grösseren Mengen sollte ein Stabmixer verwendet werden.
3
Es entsteht eine im warmen Zustand weiche Creme, die beim Abkühlen langsam fester wird und nach 24 Stunden aushärtet. Weitere Zutaten wie Öle sollten vor der Zugabe erwärmt werden. Die Masse kann heiss gegossen oder etwas kühler auch geformt und je nach Zugabe weiterer Zutaten auch gepresst werden.
Variante 4 - Pulver herstellen
1
Manche Rezepte (z.B. bei einer Verarbeitung ohne Erwärmen) muss das Granulat auch zu einem Pulver zermalen werden. Dies geht ohne Probleme sehr schnell mit einem Multizerkleinerer.
2
Das entstandene Pulver ist allerdings wieder stark staubend! Die Maschine darum so lange stehen lassen, bis sich der Staub gesetzt hat und unbedingt mit einer guten Staubmaske (Baumarkt) weiter verarbeiten. Allgemein beschleunigt ein Zerkleinern des Granulates den Vorgang des Schmelzens.