Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/51775

<h2>SubmittedText<h2><p>Bei den letzten beiden Beschaffungsaufträgen der SBB für den Regionalverkehr (Regio S-Bahn Basel und Zürcher S-Bahn) ging die mitofferierende Bombardier (vormals als Adtranz) leer aus.</p><p>Welches waren die ausschlaggebenden Vergabekriterien? Wie hoch ist der jeweilige Wertschöpfungsanteil in der Schweiz? Warum kam kein Schweizer Konsortium zustande? Welche Konsequenzen hat das für die Bombardier-Produktionsstandorte Pratteln (BL) und Villeneuve (VD)?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die vorliegende Frage bezieht sich auf die folgenden Beschaffungsaufträge:</p><p>- Die Niederflur-Regionaltriebzüge für die S-Bahn Basel und die Stadtbahn Zug: Der Auftrag ging an die Firma Stadler AG in Bussnang (TG); wobei wichtige Kompnenten des elektrischen Teils von ABB Schweiz stammen. Einzige Mitbewerberin war die Firma Bombardier, die eine Weiterentwicklung der BLS-Züge vom Typ "Nina" anbot.</p><p>- Die doppelstöckigen S-Bahn-Kompositionen für die Region Zürich: Der Auftrag ging an eine Firmengruppe bestehend aus Siemens und Stadler. Unterlegen ist u. a. Bombardier, die zusammen mit Alstom angeboten hat.</p><p>Die in beiden Fällen siegreiche Firma Stadler besitzt in der Schweiz zwei Produktionsstätten, nämlich Bussnang (TG) sowie Altenrhein (SG). Demgegenüber verfügt Siemens über keine Produktionsstätte für Schienenfahrzeuge in der Schweiz.</p><p>Da es sich um einen rein unternehmerischen Entscheid der SBB handelt, lassen wir sie direkt zu Worte kommen:</p><p>"Die SBB haben die drei eingereichten Offerten einer anspruchsvollen mehrstufigen Evaluation unterzogen. Die Offerte der Siemens Schweiz AG erfüllte alle technischen Anforderungen und wies Vorteile bezüglich Lieferterminen, Gesamtinvestitionssumme sowie Life-cycle-Kosten auf. Der in der Schweiz anfallende Wertschöpfungsanteil lag bei der Siemens Schweiz AG und bei Bombardier-Alstom in der gleichen Grössenordnung (Siemens: etwa 45 Prozent; Bombardier: etwa 40 Prozent). Die Ausschreibung erfolgte strikte gemäss den vom Gesetz über das öffentliche Beschaffungswesen (Boeb/Voeb) vorgegebenen Regeln."</p><p>Dass Bombardier die erwähnten Aufträge nicht erhalten hat, könnte für die Unternehmung mittelfristig negative Folgen haben. Dies gehört aber zum normalen Wirtschaftsgeschehen. Immerhin ist darauf hinzuweisen, dass Bombardier in den kommenden Monaten und Jahren Neigezüge, Doppelstockwagen und Intercity-Steuerwagen im Gegenwert von über 700 Millionen Franken an die SBB liefern wird.</p>