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Zunehmend setzen öffentliche und private Organisationen Systeme zum automatisierten Entscheiden (Algorithmen) ein, um ihre Entscheidungsprozesse datenbasiert zu unterstützen. Algorithmische Entscheidungsfindungen setzen auf automatisierte Verfahren, welche zuerst Daten analysieren und auf der Basis eines menschengemachten Deutungsmodells interpretieren, um anschliessend, abgeleitet aus dieser Interpretation, automatisch zu handeln. Ein Beispiel hierfür ist die automatisierte Gesichtserkennung, wie sie an verschiedenen Orten wie Schulen, Stadien und Flughäfen im Rahmen der Videoüberwachung eingesetzt wird.
Zwar verspricht der Einsatz von Algorithmen bessere und effizientere Entscheidungsfindungen — diese werden jedoch durch eine erschwerte öffentliche Kontrolle der zugrunde liegenden Prozesse erkauft. Zusätzlich können algorithmische Entscheidungsprozesse dazu beitragen, bereits bestehende soziale Ungleichheiten noch weiter zu verstärken. Daher wird die Regulierung von Algorithmen auf absehbare Zeit die Politik beschäftigen.
Ziel dieses Projektes ist eine Auswertung des schweizerischen Diskurses über die Verwendung von Algorithmen: Welche Akteure prägen die öffentliche Debatte und aus welchen Perspektiven werden Algorithmen politisch problematisiert? Die Resultate werden uns helfen, die zunehmende Verwendung von Algorithmen in unserem Alltag kritisch zu begleiten und der Öffentlichkeit die Auswirkungen algorithmischer Entscheidungsfindungen zu vergegenwärtigen.
Dieses Projekt wird im Rahmen eines Capstone Courses des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Zürich unter der Leitung von Prof. Dr. Fabrizio Gilardi und Dr. Jonathan Klüser durchgeführt.