Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03616.jsonl.gz/1008

The Loss of Grammatical Gender in English - A Contact Phenomenon? (working title)
Curriculum vitae
|Since 2014||PhD-student in English Linguistics (Prof. Dr. Olga Timofeeva)

University of Zurich
|2011-2012||Study year

University of Iceland
|2010-2013||Master of Arts in Comparative Germanic Linguistics and Scandinavian Language Studies

University of Zurich
|2007-2010||Bachelor of Arts in Comparative Germanic Linguistics, History and Scandinavian Linguistics

University of Zurich
Research interests
- Histrorical linguistics
- Contact linguistics
- Comparative linguistics
- Old English
- Old Norse
- Morphology
The project
Das Englische nimmt innerhalb der germanischen Sprachen, zusammen mit den vom Niederländischen abstammenden Afrikaans, eine Sonderstellung ein. Während die restlichen germanischen Sprachen das aus dem Urgermanischen ererbte Genussystem in der einen oder anderen Form fortgeführt haben, wurde dieses im Englischen und Afrikaans komplett abgebaut. Bisherige Erklärungsversuche für diesen Verlust des Genus konzentrieren sich auf die im Englischen sehr stark durchgeführte Nebensilbenabschwächung. Durch diese wurden die altenglischen Endungen, welche neben dem Kasus und Numerus in vielen Fällen auch Aufschluss über das Genus gaben, immer weiter abgeschliffen. Dadurch wurde die Zuordnung der Substantive zu einem grammatischen Geschlecht zwar durchaus weniger klar, es ist aber verfehlt, den Abbau des grammatischen Genus gänzlich der Nebensilbenabschwächung anzulasten. Die meisten anderen germanischen Sprachen, nicht zuletzt das Deutsche, haben ebenfalls eine Nebensilbenabschwächung erfahren und das grammatikalische Geschlecht trotzdem, wenn auch teilweise in reduzierter Form, erhalten.
Überzeugender ist die Erklärung, dass der Abbau der grammatikalischen Geschlechts nicht auf sprachinternen Prozessen beruht, sondern durch Sprachkontakt hervorgerufen wurde. Als mögliche Verursacher der Wandels kommen vor allem das normannische Französisch, welches ab 1066 im südlichen Teil Englands gesprochen wurde, und das Skandinavische, welches schon zu früherer Zeit im Norden Englands verbreitet war. Ausgehend von Thomason/Kaufmann (1988), welche postulieren, dass jeglicher Sprachkontakt zu Vereinfachung führt, soll eine Untersuchung durchgeführt werden, um den Ursprung des Verlustes des Genus festzustellen.
Die Untersuchung basiert auf drei neu zusammengestellten Korpora, welche auf bereits existierenden Editionen beruhen. Eine dieser Textsammlungen wird Texte aus dem vom Skandinavischen beeinflussten Norden, die andere solche aus dem normannisch-französisch beeinflussten Süden enthalten. Das dritte Korpus beinhaltet Texte, welche nicht nach politischen oder geographischen Gesichtspunkten ausgewählt worden sind und dient zur Kontrolle der Ergebnisse. Diese Korpora werden dann auf auffällige Genuszuweisungen untersucht. Als auffällig sind dabei solche Fälle zu werten, in welchen Substantive nach präskriptiv-alt- und mittelenglischer Grammatik einem falschen Genus zugeordnet wurden. Die Hypothese ist, dass der Ursprung des Abbaus dort zu finden ist, wo sich solche Zuweisungen häufen.
(An English translation is to follow shortly)
Talks
|2016||"Unusual Gender Assignment in the Lindisfarne and West-Saxon Gospels." GLAC 22. University of Iceland. 20.-22. Mai 2016|
|2015||"The Loss of Grammatical Gender in English — A Contact Phenomenon?"

ICOME 9. University of Wroclaw. 29. April - 03. Mai 2015
|2014||"Semi-Communication and the Lexicon. Leipzig-Jakarta Lists for Old English and Old Norse"

ICEHL 18. University of Leuven. 14.-18. Juli 2014
|2013||"Essen, Bauen, Lieben. Zur Basiswortschatzbestimmung in der Semikommunikationsforschung"

ATDS 21. Universität Freiburg. 24.-27. Sept 2013
|2012||"Va þa tunga ein? A Methodology to Determine the Possibility of Semi-Communication. Demonstrated by the Example of Old English and Old Norse"

HÍ Student Conference on the Medieval North. University of Iceland.