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Im Wirbel um erhöhte Radioaktivität im Bielersee hat sich am Montagabend die Atom-Aufsicht des Bundes erneut zu Wort gemeldet. Nach ihrer Darstellung ist der Cäsium-Fund "weder überraschend noch gefährlich".
Es habe keine unbemerkten Abgaben von Cäsium in die Aare gegeben, betonte das Eidg. Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) auf seiner Website. Die für das Jahr 2000 gemessenen 41 Becquerel pro Kilogramm seien eine vergleichsweise kleine Erhöhung des Cäsiumwerts im Bielersee und korrelierten mit erhöhten Cäsium-Abgaben im AKW Mühleberg, die 1998 und 1999 festgestellt worden seien.
Diese Abgaben seien unter anderem in den Jahresberichten der ENSI-Vorgängerorganisation HSK dokumentiert. In den beiden Jahren habe Mühleberg etwas mehr Cäsium abgegeben als in den Jahren zuvor und danach, doch die Grenzwerte seien stets deutlich eingehalten worden.
Im übrigen zeige die in der "SonntagsZeitung" zitierte Studie, dass die beiden höchsten Cäsium-Werte im Bielersee nicht im Jahr 2000, sondern 1963 und 1986 gemessen worden seien. Beide Ereignisse stünden nicht in Zusammenhang mit dem AKW Mühleberg.
Der Spitzenwert von 1986 mit über 160 Becquerel pro Kilogramm sei auf die Tschernobyl-Katastrophe zurückzuführen. Der Anstieg von 1963 werde mit dem Fallout infolge der Atombomben-Tests in der Atmosphäre erklärt.
"Deutlich unter den Grenzwerten"
Das ENSI hatte bereits am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda darauf hingewiesen, dass die geltenden Grenzwerte deutlich unterschritten worden seien. Auch in Mühleberg lägen die radioaktiven Abgaben über das Wasser weit unterhalb der gesetzlichen Vorgaben.
Die "SonntagsZeitung" hatte auf eine Studie von Genfer Geologen hingewiesen, die im Februar veröffentlicht worden war. Demnach floss um das Jahr 2000 mehr radioaktives Cäsium in den Bielersee als üblich. Das AKW Mühleberg gelte als wahrscheinlichster Verursacher.
SDA-ATS