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Romney nach seiner Rede am Parteitag
der Republikaner
Artikel vom 1. September 2012 um 00:08
Nach seiner Rede am Parteitag der Republikaner in Tamap,
Florida, bleibt die Frage bestehen, wie
Mitt Romneys Pläne für Amerika konkret aussehen. Das Budget will er ausgleichen und die Arbeitslosigkeit halbieren, wozu die
Schaffung von 12 Millionen Arbeitsplätzen gehört. Wie genau er dahin kommen
will, bleibt unklar, doch dass Romney mehr von der Wirtschaft versteht als
Obama, ist auf Grund des Werdegangs der zwei Politiker offensichtlich.
Mitt Romney beschrieb in seiner Rede die USA als ein zukunftsgerichtetes,
optimistisches Land von Einwanderern voller Möglichkeiten und Freiheiten wie
der Religionsfreiheit, der Meinungsfreiheit und nicht zuletzt der Freiheit,
mit den eigenen Händen ein Geschäft aufzubauen. Erstmals nach vier
Jahren Regierungszeit zweifelte eine Mehrheit der Amerikaner, ob ihre Kinder
eine bessere Zukunft haben würden. Obama habe nicht die Art von
„Hoffnung und Wandel“ (Obamas Wahlkampfslogan hope and change)
gebracht, den sich die Amerikaner erhofft hätten.
Mitt Romney versprach seinen Mitbürgern, den traurigen Zustand der USA zu
ändern und den erhofften Wandel zum besseren zu bringen, weshalb er den
Zuhörern und Zusehern in Tampa und an den Fernsehschirmen landesweit zuerst mehr von
sich und seiner Familie erzählen wolle. Wie immer im US-Wahlkampf gehörten dazu
einige rührende Passagen wie die folgende: Sein Vater habe seiner Mutter
jeden Tag eine Rose aufs Nachttischchen gelegt. Durch das Fehlen der Rose
eines Morgens lernte seine Mutter, dass sein
Vater gestorben war.
Mitt Romney buhlte erfolgreich um Frauen, indem er darauf verwies, dass sein
Vater und seine Mutter wahre Partner gewesen seien, wozu er als Beweis die
Unterstützung des Vaters für die Senatskandidatur seiner Mutter anfügte.
In diesem Zusammenhang konnte ein Hinweis auf die erfolgreichen republikanischen Frauen
der Gegenwart im Publikum nicht fehlen, darunter die Gouverneurin Susana Martinez
oder die
frühere Aussenministerin
Condoleezza Rice.
Der republikanische Präsidentschaftskandidat merkte bezüglich dem Präsidenten an, man wisse, dass etwas mit
Obamas Job falsch gelaufen sei,
wenn das beste Gefühl an dem Tag war, an dem man für ihn gestimmt habe. Obama habe
die USA unabsichtlich in die falsche Richtung geführt, weil für den
Demokraten Arbeitsplätze mit der Regierung zu tun hätten. Danach verwies
Romney auf seine erfolgreiche Karriere als Geschäftsmann.
Alles was Obama während seiner Kampagne zur Wiederwahl tue, seien Angriffe
auf (Romneys) Erfolge. Mitt Romney konterte die Angriffe mit einer seiner besten - schon öfters verwendeten
- Punchline: In den USA feiere man den Erfolg, man entschuldige sich
nicht dafür. Nicht alles bei seiner Firma Bain Capital sei von Erfolg
gekrönt gewesen, doch in der Wirtschaft und beim
Arbeitsplatzwachstum gehe es um das Eingehen von Risiken. Dabei verwies der
Republikaner auf
Steve Jobs,
der einst gar von seiner eigenen Firma gefeuert worden war, ehe er
zurückkehren
und die Welt mit Apple verändern konnte. Obama hingegen denke nur ans
Umverteilen.
Mitt Romney stellte zurecht seinen Landsleuten die rhetorische Frage, ob sie
nach vier Jahren besser dastünden als zuvor. Die offensichtliche Antwort
war, dass seit der Grossen Depression, nach Jimmy Carter Barack Obama erst der
zweite Präsident sei, der es nicht geschafft hat, dass die Amerikaner besser
als bei seinem Amtsantritt dastünden.
Ebenfalls zurecht verwies der Republikaner auf das finanzielle Desaster von Obamacare.
Zu den Kritikpunkten Romneys gehörten die damit verbundenen Kürzungen bei der Gesundheitsversorgung der älteren
Mitbürger (Medicare), das Defizit im Staatshaushalt und die steigenden Staatsschulden, die zu langsame
wirtschaftliche Erholung sowie die weiterhin über 8% liegende Arbeitslosigkeit.
Allerdings blieb Mitt Romney die Antwort schuldig, wie er in den nächsten
vier Jahren mit seinem
„konkreten Plan“ die Arbeitslosigkeit in fünf Schritten halbieren will,
indem er 12 Millionen neue Arbeitsplätze schafft.
Zu den fünf Schritten gehört, bis 2020 Nordamerika (nicht nur die USA?)
energieunabhängig zu machen, indem Öl, Kohle, Gas, nukleare und erneuerbare
Energien voll genutzt würden. Der zweite Schritt besteht in der Verbesserung
der Erziehung und Ausbildung.
Der dritte Schritt besteht in neuen Handelsabkommen; in diesem Punkt hat Obama tatsächlich nicht viel geliefert. Viertens gehört ein ausgeglichenes
Budget zu seinem Plan. Fünftens will er kleine Unternehmen als Jobmaschinen
fördern. Dazu gehören tiefere Unternehmenssteuern, eine Vereinfachung und
Modernisierung der Regulierungen sowie die Widerrufung und Ersetzung von
Obamacare, was allerdings nicht so leicht sein wird.
Mitt Romney lobte Obama wegen der Tötung von Osama, doch warf der
Herausforderer dem aktuellen Präsidenten versagen in der iranischen
Nuklearfrage vor. Amerikanische Alliierte wie Israel seien unter Obama unter die Räder
gekommen. Die polnischen Freunde habe Obama in der Frage des verabredeten
Raketenschutzschirms im Stich gelassen; der Polenbesuch gehörte übrigens tatsächlich
zu den Erfolgen der Auslandreise Romneys, die in der Presse als Misserfolg zerrissen wurde. Wer
an Obamas peinlichen Grössenwahn, zum Beispiel seine Wahlkampfrede an der Siegessäule
in Berlin, zurückdenkt, sieht Romneys Fehltritte wie die Kritik an den
Olympiavorbereitungen der Briten in etwas milderem Licht. Der Herausforderer Obama
hat wenig Ahnung von Aussen- und Sicherheitspolitik. Romney steht heute
nicht schlechter da.
Mitt Romney sprach an der Parteitagsrede in Tampa gezielt die von Präsident Obama
enttäuschten Wähler an. Wird er damit Erfolg haben? Dass er die Energie und
die exekutive Erfahrung als ehemaliger Gouverneur von Massachusetts,
„Retter“ der olympischen Spiele von Salt Lake City und erfolgreicher
Manager in der Privatwirtschaft hat, kann niemand bestreiten. Die Wahl von
Paul Ryan als Vizepräsident deutet allerdings auf eine mögliche harte Hand bei der
Lösung der wirtschaftlichen Probleme der USA hin. Dies bringt Mitt
Romney zwar die Unterstützung der Tea Party und der fiskalisch Konservativen
in seiner Partei, könnte aber Unabhängige sowie enttäuschte Obama-Wähler
verschrecken.
Die Präsidentschaftswahl im November 2012 bleibt offen, nicht
zuletzt, weil sich die Wirtschaftslage in den USA bis dahin kaum verbessern
wird. Den nächsten Test und wohl die letzte Chance, sich einen
Wählervorsprung zu verschaffen, werden die Fernsehduelle zwischen Obama
und Romney bilden. Hoffentlich lassen sich die Amerikaner von der blumigen
Rhetorik des Messias nicht erneut einwickeln. Seine sozialdemokratischen
Rezepte werden die USA nicht vorwärts bringen.
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sowie englische Bücher / English books by and about Mitt Romney from Amazon.de.
Die wichtigsten Reden am Konvent der Republikaner in Tampa, Florida, im
englischen Original:
Mitt Romney's RNC speech,
Marco Rubio's RNC speech,
Clint Eastwood's RNC speech,
Condoleezza Rice's RNC speech,
Paul Ryan's RNC speech,
Chris Christie's RNC speech,
Ann Romney's RNC speech.