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Autor: Arthur zurkinden
Der Grosse Rat wird in der November-Session das Energiegesetz revidieren. Wird die Revision angenommen, so müssen der Staat und die Gemeinden für alle ihre neuen Gebäude CO2-neutrale Mittel zur Wärmeproduktion für Heizung und Warmwasser benutzen. Mit andern Worten: Alle neuen öffentlichen Gebäude müssen mit Holz (Schnitzel, Scheite, Pellets), thermischer Sonnenenergie, Wärmepumpen, die mit grünem Strom betrieben werden, oder durch Rückgewinnung von Wärme geheizt werden. Dasselbe gilt für die Warmwasser-Aufbereitung.
Ausnahmen vorgesehen, aber mit Kompensationen
Das Gesetz sieht aber auch Ausnahmen vor. Falls eine CO2-neutrale Wärmeproduktion technisch, wirtschaftlich oder ökologisch nicht möglich ist, muss eine gleichwertige Kompensation vorgenommen werden. In solchen Fällen müssen der Staat und die Gemeinden ein bestehendes Gebäude sanieren, das eine fossile Energiequelle benutzt, oder es müssen Massnahmen zur Reduktion des Wärmebedarfs eines oder mehrerer Gebäude ergriffen werden.
Anteil an grünem Strom schrittweise erhöhen
Die Gesetzesrevision hat weiter zur Folge, dass der Staat und die Gemeinden ihre Gebäude für den Elektrizitätsverbrauch schrittweise mit grünem Strom versorgen müssen, der im Kanton produziert wird und das Label Naturmade Star oder ein gleichwertiges Label trägt.
Aufgrund einer Motion von Josef Fasel
Der Staatsrat muss dem Grossen Rat diese Gesetzesrevision unterbreiten, weil Letzterer am 6. September 2005 eine Motion von CVP-Grossrat Josef Fasel (Alterswil) überwiesen hat. Allerdings gingen die Forderungen, welche Josef Fasel damals stellte, noch weiter. So wollte er, dass der Staat Freiburg bereits ab dem Jahre 2006 seine gesamte elektrische Energie als Jade-Star-Strom der Groupe E bezieht und dies im Budget 2006 einkalkuliert. Zudem wollte der Sensler Grossrat, dass die öffentlichen Verkehrsmittel mit Mischtreibstoff mit einem Anteil von zehn Prozent Ethanol betrieben werden.
In seiner Botschaft an den Grossen Rat begründet nun der Staatsrat, weshalb er in der Gesetzesrevision nicht alle Forderungen erfüllen kann. So sei es nicht bei allen Neubauten möglich, diese mit Holz, Wärmepumpen oder Solarenergie zu heizen. In städtischer Umgebung sei es beispielsweise nicht überall möglich, Wärmepumpen einzusetzen. Deshalb seien im Gesetz Ausnahmen in Form von Kompensationen vorzusehen.
Schrittweise vorgehen will der Staatsrat bei der Benutzung von grünem Strom für den Elektrizitätsverbrauch. Wie er schreibt, könnte der Jade-Star-Strom der Groupe E heute nur fünf Prozent des Strombedarfs aller staatlichen Gebäude decken.
Zu wenig grüner Strom verfügbar
Der Botschaft kann entnommen werden, dass der Staatsrat dabei an Strom denkt, der aus Windkraft, photovoltaischer Sonnenenergie, Biogas usw. gewonnen wird. Mit solchem Strom könnte im Jahre 2015 ein Viertel des Bedarfs des Staats für seine eigene Gebäude gedeckt werden. Der gesamte Stromverbrauch des Staates beträgt heute etwa 35 Mio. kWh pro Jahr. Die Ausgaben zur Deckung eines Viertels des Stromverbrauchs schätzt der Staatsrat im Jahre 2015 auf rund zwei Millionen Franken. Deshalb will er auch aus Kostengründen schrittweise vorgehen.
Bioethanol umstritten
Und für die öffentlichen Verkehrsmittel will der Staatsrat auf Bioethanol (Alkohol aus Zuckerrüben, Weizen, Mais, Topinambur, Kartoffeln usw.) verzichten, weil u.a. die Hersteller von Dieselmotoren keine Garantien abgeben, falls Bioethanol zugemischt wird. Zudem sieht der Staatsrat aus ethischen Gründen vom Einsatz von Bioethanol ab, weil er nicht will, dass Brenn- und Treibstoffe auf Kosten der Nahrungsmittelproduktion hergestellt werden.