Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03150.jsonl.gz/1594

Menschen, die unter einer sozialen Phobie leiden, versuchen, gesellschaftliche Zusammenkünfte nach Möglichkeit zu vermeiden. Der Grund: Sie befürchten, dass sie möglicherweise auf Ablehnung stoßen oder die Erwartungen anderer Menschen nicht erfüllen. Verstärkt wird diese Angst noch durch Nervosität. In vielen Fällen macht sich die soziale Phobie auch durch körperliche Symptome wie Erröten, Schwitzen, Atemnot, Herzrasen oder Zittern bemerkbar.
Das und weitere Begleiterscheinungen wie Schwindelgefühle, Sprechhemmungen, Magen- und Kopfschmerzen sowie Beklemmungsgefühle schränken die Lebensqualität der Betroffenen nicht unerheblich ein. Aus diesem Grund lernen die angehenden Therapeuten im Rahmen der Hypnose Ausbildung auch, wie sie die soziale Phobie effektiv behandeln können.
Wie weit verbreitet sind soziale Ängste?
Exakte zahlen sind schwierig zu ermitteln, weil soziale Ängste in unterschiedlichen Schweregraden auftreten kann. Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass es schwierig ist, eine Grenze zwischen Schüchternheit und einer sozialen Phobie zu ziehen. Experten schätzen aber, dass zwischen zwei und zehn Prozent der Bevölkerung unter sozialen Ängsten leiden.
Hintergründe zu sozialen Phobien
Selbstverständlich werden die angehenden Therapeuten während ihrer Hypnose Ausbildung auch mit den Hintergründen sozialer Phobien vertraut gemacht. Erstmals beschrieben wurde diese Angststörung von Michael Gelder und Isaac Marks im Jahr 1966. Sie stellten allerdings zunächst Situationen in den Vordergrund, in welchen die Betroffenen im Mittelpunkt des Interesses stehen. Es sollte bis 1987 dauern, bis die soziale Phobie näher differenziert wurde. Seither unterscheidet man zwischen einer generalisierten und einer nicht-generalisierten sozialen Phobie. Ersteres ist der Fall, wenn es verschiedene soziale Situationen gibt, vor welchen die Betroffenen Angst haben.
Problematisch ist eine genaue Diagnostik außerdem, weil sich die Symptome stark mit jenen der ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung überlappen. Ein Unterschied liegt lediglich darin, dass Menschen, die unter einer sozialen Phobie leiden, ihre Ängste meist genau umschreiben und eingrenzen können. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass Sozialphobiker nicht die Intimität, mit der eine enge persönliche Beziehung einher geht, fürchten, sondern die Begleitumstände der sozialen Anlässe.
Worauf geht die soziale Phobie zurück?
Natürlich werden in der Hypnose Ausbildung auch die Ursachen einer sozialen Phobie angesprochen. In erster Linie werden dafür psychische Gründe angenommen. So haben die Betroffenen im Lauf der Jahre eine Vermeidungsstrategie entwickelt, weil ihnen soziale Situationen aus irgendwelchen Gründen Angst machen. Unter Umständen haben die Betroffenen dieses Verhalten aber auch durch Beobachtung von wichtigen Bezugspersonen erlernt und schließlich selbst angenommen.
Möglicherweise könnten aber auch die Gene das Entstehen einer sozialen Phobie begünstigen. Das lassen zumindest die Ergebnisse von Zwillingsstudien vermuten: Erkrankt ein Zwilling an einer sozialen Phobie, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass der andere ebenfalls daran erkrankt, bei 30 bis 50 Prozent. Das gilt auch, wenn die Zwillinge voneinander getrennt aufgewachsen sind.