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(Text aus Pfabü 109: Kinder haben Rechte)
sts| «Du hast uns zu dir hin geschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir». Beides sollte der Autor dieses denkwürdigen Satzes zu Genüge kennen lernen; das ruhelose Herz und einen tiefen Frieden in Gott.
Die Rede ist vom späteren Bischof und Kirchenlehrer Augustinus von Hippo, geboren am 13. November 354 in Thagaste in Karthago im heutigen Tunesien als Sohn eines heidnischen Vaters und der Christin Monika, gestorben am 28. August 430, während die Vandalen Hippo Regius belagerten. Als theologischer Denker und Schriftsteller eine überragende Persönlichkeit, bewegt er durch seine theologischen Aussagen ebenso wie durch sein Ringen als Mensch und sein unnachgiebiges Suchen nach der Wahrheit seines Lebens und des Glaubens. In den «Confessiones», in denen Augustinus in der Form eines Gebetes sein Leben bis zum Zeitpunkt der Bekehrung schildert, werden die Lesenden mitgenommen auf diesen langen Weg und selber ermutigt, auf dem eigenen Weg nicht aufzugeben.
Nochmals ein Wort aus diesen «Confessiones»: «Ein Stück des Weges liegt hinter dir, ein anderes Stück hast du noch vor dir. Wenn du verweilst, dann nur, um dich zu stärken, nicht aber, um aufzugeben.» Nicht aufgegeben hat in erster Linie seine Mutter Monika, die am meisten unter seinem unsteten Leben und seinen Irrwegen litt: Unter seiner frühen Vaterschaft und ausserehelichen Verbindung mit einer Frau, bis hin zu seiner ebenfalls mehrjährigen Mitgliedschaft in einer manichäischen Sekte, einer von ihrem Stifter Mani aus vielen Elementen zusammengesetzten Mischreligion aus heidnischen, christlichen, altpersischen und indischen Ideen. Erst eine berufliche Veränderung, die ihm 384 eine Professur in Mailand einbrachte und dort zur Begegnung mit Bischof Ambrosius führte, leitete eine entscheidende Wende ein. Über tiefgreifende religiöse Erfahrungen führte ihn sein Weg zum Empfang der Taufe in der Osternacht 387 bis hin zur Priesterweihe und schon fünf Jahre später zur Übernahme des Bischofamtes von Hippo Regius. Aus einem unruhig Getriebenen war ein gefragter Hirte seiner Herde geworden.
An dieser Stelle sei an das Kirchenfenster ganz hinten rechts unter der Empore unserer Kirche St. Peter und Paul erinnert. Da sehen wir Augustinus als Bischof mit Mitra und Stab und einem im Sand spielenden Kind. Damit wird eine legendenhafte Begebenheit aus seinem Leben aufgegriffen: Er soll am Ufer des Meeres spazierend über das Geheimnis der Dreifaltigkeit nachgedacht haben. Versunken in dieses unergründliche Glaubensgeheimnis soll ihm ein Kind begegnet sein, das ihm auf seine Weise klar machte, dass er damit an kein Ende kommen werde. Es versuchte nämlich mit einer blossen Muschel das ganze Meer auszuschöpfen – als Hinweis für den Versuch von Augustinus, die unerschöpfliche Weisheit Gottes zu ergründen.
Augustinus blieb zeitlebens ein Suchender, der wusste, dass wir ein Leben lang auf dem Weg vom Glauben zum Schauen sind.