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Eine Arbeitsstelle bekommt nur, wer mehr einbringt, als sie kostet. Weil wir Arbeiterinnen jene sind, die in der Produktion den gesamten Wert herstellen und nur einen Bruchteil von diesem Wert in Form von Lohn erhalten, herrscht zwischen den Arbeitgeberinnen und uns Arbeiterinnen ein Ausbeutungsverhältnis. Wir Arbeiterinnen backen den gesamten Kuchen, von dem uns die Arbeitgeberinnen nur ein winziges Stück abtreten. Der ganze Wert, der in einer Produktion hergestellt wird, kommt durch die Arbeit zustande. Wir stellen also nicht nur den Wert her, den wir für unsere Indienstnahme bekommen, sondern auch den Mehrwert, welchen die Arbeitgeberinnen einsacken. Dieses Ausbeutungsverhältnis ist in unserer Zeit allerdings verschleiert: Anders als etwa im Feudalismus, als die Herrschenden ihre Untertanen für alle offensichtlich von den Früchten ihrer Arbeit enteigneten, macht es heute den Anschein, es werde mit dem Lohn die geleistete Arbeit bezahlt und nicht die Verfügung über die Arbeitskraft. ‹Ausbeutung› ist kein moralischer Begriff, denn sie hat nichts mit ethischen Grundsätzen und besonders unfairer Behandlung zu tun, sondern mit der Aneignung fremder Arbeit.
Dass wir ausgebeutet werden, können wir zum Beispiel daran sehen, wie die Arbeitgeberinnen unsere Arbeit an die Kundinnen verrechnen: Ein Servicemonteur verrechnet einer Kundin 125 CHF1 pro Stunde, sein Stundenlohn beträgt aber nur 27.70 CHF2. Die Differenz von 97.30 CHF pro Stunde und Monteur gehört der Arbeitgeberin.
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1 Regielohnansätze Servicemonteur 2012, suissetech (Arbeitgeberverband in der Gebäudetechnik)
2 GAV Gebäudetechnik 2012, Mindestlohn im sechsten Jahr nach Lehrabschluss