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Dieser Indikator misst das Unvermögen von Einzelpersonen oder Haushalten, sich zu einem bestimmten Zeitpunkt aus finanziellen Gründen Konsumgüter oder in der Gesellschaft häufig ausgeführte Aktivitäten zu leisten. Er erlaubt, die materiellen Ungleichheiten zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen hervorzuheben. Materielle Entbehrung wirkt sich auf die Teilhabechancen in allen Lebensbereichen aus und birgt die Gefahr der sozialen Ausgrenzung.
Tabellen
Definitionen
Materielle Entbehrung ist definiert als der Nichtbesitz von Gebrauchsgütern bzw. das Fehlen elementarer Lebensgrundlagen aufgrund mangelnder finanzieller Ressourcen. Von materieller Entbehrung wird gesprochen, wenn mindestens drei von neun Elementen aus den nachfolgend geschilderten Kategorien aus finanziellen Gründen fehlen. Diese europaweit koordinierten neun Kategorien von Entbehrungen betreffen folgende Bereiche:
Finanzielle Schwierigkeiten:
• in der Lage sein, innerhalb eines Monats unerwartete Ausgaben in der Höhe jenes Betrages zu tätigen, der 1/12 der Armutsgefährdungsschwelle (bei 60%) für Einpersonenhaushalte entspricht (in der Schweiz: 2000 Franken);
• in der Lage sein, eine Woche Ferien pro Jahr weg von zu Hause zu finanzieren;
• keine Zahlungsrückstände;
• in der Lage sein, jeden zweiten Tag eine fleisch- oder fischhaltige Mahlzeit (oder vegetarische Entsprechung) zu haben;
• in der Lage sein, die Wohnung ausreichend zu heizen.
Nichtbesitz von langlebigen Gebrauchsgütern:
• nicht im Besitz einer Waschmaschine, eines Farbfernsehers, eines Telefons oder eines Auto zu sein.
Beeinträchtigungen bezüglich Hauptwohnung und Wohnumfeld: Mindestens eine der folgenden drei Belästigungen:
• Lärmbelästigung durch Nachbarn oder von der Strasse;
• Probleme mit Kriminalität, Gewalt oder Vandalismus im Wohnumfeld;
• Probleme mit Verschmutzungen und Abfall oder andere Umweltprobleme.
Diese Fragen werden nur einem Haushaltsmitglied gestellt; die Antworten werden für sämtliche Haushaltsmitglieder übernommen.
Methodologie
Infolge des neuen Stichprobenrahmens und der Verbesserung des Gewichtungsmodells sind die Resultate ab 2014 nicht mehr direkt mit den Resultaten der Vorjahre vergleichbar (Bruch in der Zeitreihe). Mehr dazu im unten stehenden Dokument.