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nach Marys und
Grisiers «Roger la Honte», «That
Doctor Cupid» (1889),
«Miss Tomboy», nach J. Vanbrughs (s. d.) «The
relapse». Das dramat. Gedicht «The bride
of love» (1891) beruht auf
«Amor und
Psyche» (s.
Apulejus). «The poetical works of R. Buchanan» erschienen (3
Bde.,
London) 1874 und 1884. Auch lieferte Buchanan viele Artikelserien über Zeitfragen in die
Londoner Tagesblätter, z. B. 1890 in «The
Daily
Telegraph»
[* 3] über «Is the marriage contract eternal?», ein
Buch «A look round literature» (1887) und
«The coming terror and other essays and letters» (1891), eine Sammlung
geistreicher
Studien über sociale und litterar. Tagesfragen.
Oberflächengestaltung. Zum großen
Teil von schwarzen oder gelben Flugsandwüsten, hier und da von festen
lehmigen
Strecken und niedrigen kahlen Bergzügen eingenommen, beschränken sich die angebauten Landschaften auf die Flußthäler,
namentlich des
Amu-darja und seiner zahlreichen nördl. Zuflüsse, besonders des wasserreichen Serafschan,
der, von O. kommend, die Umgebungen der Hauptstadt Buchara bewässert, sowie auf die Abhänge
der östl. Gebirgsketten. Die letztern, zum Thianschansystem gehörig, bilden die Karategin-
und
Hissar-Berge und die Gebirgszüge von
Darwas. Fruchtbare
Oasen sind Karschi, Kitab, Schaar, Tschiraktschi u. s. w.
Die Bevölkerung beträgt, die Nomadenhorden eingerechnet, etwa 1,8 Mill. Seelen und besteht aus
den kriegerischen, dem türk.
Stamme angehörigen
Usbeken (etwa 200000), welchen der Emir oder Herrscher angehört und die
den größten
Teil der
Armee bilden; den seßhaften, von iran. Ureinwohnern abstammenden
Tadschik (600000), einigen nomadisierenden
Kirgisen,
Karakalpaken und Turkmenen; zu erwähnen sind ferner
Hindu als Wechsler und Händler, Afghanen
als Händler und Söldlinge,
Araber, Nachkommen der vom dritten
Chalifen von
Bagdad bei der Eroberung von
Turkestan dahin geführten
Krieger; ferner
Perser, die meist von den
Teke-Turkmenen als Sklaven nach Buchara gebracht worden sind, und etwa 10000
Juden, die
als Händler und Handwerker in den
Städten wohnen.
Nach Abtrennung von Samarkand giebt es nur noch zwei
Städte von Bedeutung, die Hauptstadt Buchara (s. d.) und Karschi mit
etwa 20000 E.; außerdem hat das Land noch ungefähr 20 kleinere Orte, von denen zunächst Kermine im
Thale des Serafschan
an der
Straße von der Hauptstadt nach Samarkand als befestigter Mittelpunkt des am besten angebauten
und an
Vegetation reichsten Kreises des Chanats, dann Hissar im O., in dessen Citadelle der Schatz des Emirs aufbewahrt wird,
wegen seiner guten
Messer- und Schwertklingen, und Tschardschui mit der großen Eisenbahnbrücke über den
Amu, wegen seiner
Pferdemärkte zu erwähnen sind. Eine von NW. nach SO.
fortschreitende, die Hauptstadt bereits stark bedrohende Versandung hat den nördl.
Teil des Chanats in der neuesten Zeit
sehr entvölkert; die
Auswanderung richtet sich besonders nach dem russ. Samarkand hin.
Geistige Kultur. Bei strengsten äußern Formen herrscht große Sittenverderbnis; doch zeichnet sich das Land vor andern
mittelasiatischen durch zahlreiche Schulen und eine verhältnismäßig gute
Bildung aus, während die Frauen eine noch untergeordnetere
Stellung einnehmen als in andern mohammed.
Ländern, und die Zustände des
Staates hängen bei der nur durch die fanatische
Geistlichkeit beeinflußten Gewalt des Emirs von der Persönlichkeit des letztern ab. Die Bucharen sind strenggläubige
Sunniten wie die Afghanen und Turkmenen, und deshalb abgesagte Feinde der schiitischen
Perser.
Industrie besteht eigentlich nur in der Form der Hausindustrie und der gewöhnlichen Handwerke, dagegen ist
der Handel durch
Karawanen stark entwickelt, und es kommen namentlich
Baumwolle,
Reis,
Seide,
[* 23] Indigo,
[* 24] auch Pelzwaren zur Durch- und Ausfuhr,
Baumwollgarn und Baumwollwaren,
Eisen, Zucker,
[* 25] Leder und
Häute aus
Rußland zur Einfuhr. Die russ. Einfuhr
nach Buchara beziffert sich auf etwa 4½ Mill. Rubel jährlich, die Ausfuhr auf dieselbe
Summe. Durch die eröffnete
Strecke Tschardschui-Buchara-Samarkand der
Transkaspischen Eisenbahn (s. d.) gewinnt Buchara einen Verkehrsweg,
welcher gleichzeitig das Land für die europ. Kultur aufzuschließen beginnt.
Von
Katta-Kurgan zur Hauptstadt führt eine Telegraphenlinie. - Das
stehende Heer des Emirs besteht jetzt nur aus etwa 10000 Sarbassen
(Fußtruppen) und aus
¶
mehr
Artillerie zur Bedienung von 200 veralteten Geschützen verschiedensten Modells; die Infanterie führt gezogene Gewehre, welche
aus Indien eingeführt worden sind. Außer diesen, nach europ. Art uniformierten Truppen besteht der Heerbann, dessen Aufgebot
ungefähr 30000 irreguläre Reiter im Kriegsfall zur Verfügung stellt, wenn genügende Aussicht auf Beute vorhanden ist.
Geschichte und Entdeckungsgeschichte. Die Geschichtsquellen für Buchara beginnen etwas reichlicher zu fließen,
seitdem das alte iran. Transoxanien von 666 an die Einfälle der Araber erfahren hatte und um 714 zum Islam übergetreten war.
Den polit. und religiösen Wirren der arab. Herrschaft machte Ismail, Urenkel des vom Zoroasterkultus
zum Islam übergetretenen Saman, aus Balch, ein Ende, welcher 893 Emir von Buchara (Mawarânnahr) und von Khwarizm
(Chiwa) wurde und Buchara zu seiner Residenz erwählte.
Das Reich der Samaniden erstreckte sich zur Zeit seiner größten Blüte,
[* 27] gegen Mitte des 10. Jahrh., südlich bis zum Sefid-Koh
und über Merw, Herat und Chorassan. Ismails Nachfolger wurde 1004 von den türk. Seldschukken
gestürzt, welche jedoch keine feste Machtstellung zu gewinnen vermochten. So wurde Buchara der Kampfpreis zwischen
dem östl. Nachbarn, dem Uiguren Kurchan, und dem westlichen, dem Khwârizm-Fürsten Mohammed Kutb-ed-din. Nachdem letzterer
obgesiegt hatte, veranlaßte er durch Hinrichtung zahlreicher mongol. Kaufleute 1218 den Einfall Dschingis-Chans.
Dem vom Altaigebirge bis zum Oxus reichenden Chanat von Tschagatai einverleibt, wurde und Samarkand nun
der Schauplatz der Bruderkriege der Nachkommen Dschingis-Chans. Die osttürk. Stämme erlangten die Oberherrschaft, und TimurBeg (Tamerlan, der Eroberer fast ganz Vorderasiens) wurde 1369 Emir von Buchara. Er residierte zu Samarkand, brachte diese Stadt sowie
die Stadt Buchara zu hoher Blüte, förderte den Ackerbau durch Anlegung von Bewässerungskanälen und erbaute
ein ausgedehntes Straßennetz.
Seine Enkel erleichterten durch ihre das 15. Jahrh. einnehmenden Zwistigkeiten und ihr willkürliches
und kraftloses Regiment die Eroberung des Landes durch Scheï-bani-Mehemmed-Chan (1500), wodurch der Stamm der Usbeken von der
zwischen Wolga und Aral wohnenden Goldenen Horde die Herrschaft über das Chanat von Buchara erlangte. Die
Scheïbaniden des 16. Jahrh. vermochten den Verfall ebenso wenig aufzuhalten wie die 1597 zur Herrschaft gelangten Astarchaniden
und das seit 1784 regierende Haus Mangit.
Unter dem zelotischen Büßer Emir Maasum (1784-1803) wurde die bereits unter den Scheïbaniden wieder
wie in alter Zeit gezogene Trennungslinie des Oxus das Markzeichen thatsächlicher Scheidung und Entfremdung zwischen Iran
und Turan, doch erfreute sich unter ihm das Chanat noch eines gewissen Wohlstandes, welcher unter seinem Sohne Emir Said (1803-26)
und seinem Enkel Emir Nasrullah (1826-60) bald verschwand. Letzterer war wegen seines religiösen Fanatismus
berüchtigt, unter dem mehrere europ. Reisende zu leiden hatten. Er ließ den engl.
Oberst Stoddart und Kapitän Conolly nach langen Mißhandlungen 1842 hinrichten und verweigerte einer russ. Expedition, bestehend
aus den Bergingenieuren Oberst Butenjew und Lieutenant Bogoslowskij, dem Geographen N. Chanykow und dem Naturforscher Alex.
Lehmann, welche nach Erforschung des Serafschanthals und der Aufnahme von Samarkand wieder über Buchara zurückkehrten,
jeden Schutzvertrag zur
Sicherung der Person und des Eigentums russ. Unterthanen.
Erst 1863, drei Jahre nach dem Regierungsantritt des nicht unbegabten Mozaffar-ed-din, des Sohnes Nasrullahs, gelangten wieder
einige Europäer nach Buchara: von Orenburg her die Mailänder Gavazzi, Litta und Meazza, welche
die Seidenzucht in Buchara kennen lernen und gesunde Seidenwürmereier kaufen wollten, die Hauptstadt erreichten,
aber erst nach einjähriger Gefangenschaft nur durch energisches Vorgehen Rußlands ihre Freiheit erhielten, und H. Vámbéry,
der unter der Maske eines Derwisches mit aus Mekka heimkehrenden Pilgern dorthin gelangte.
Die von Buchara abgetretenen Gebiete bilden den südöstl. Teil des nun selbständig organisierten Generalgouvernements Russisch-Turkestan.
Im Herbst schritten die Russen auf Bitten des Emirs gegen den aufständischen ältesten Sohn desselben ein und schlugen bei
Karschi dessen Truppen, worauf der Emir eine Gesandtschaft mit Geschenken (Tribut) an den Zaren nach Petersburg
[* 30] abgehen
ließ. 1869 schloß der Emir auf Anlaß der Russen mit Afghanistan einen Vertrag, durch den derOxus als Grenze der beiderseitigen
Besitzungen festgesetzt wurde. 1870 gingen die Russen gegen die räuberischen Fürsten von Schachrisjebs
vor, erstürmten deren für uneinnehmbar geltende Felsenburg Kitab, überließen aber dann dem Emir die weitere Unterwerfung
des Landes. 1873 schlossen sie mit Buchara einen Handels- und Freundschaftsvertrag, und gaben später dem Emir für seine Mithilfe
gegen Chiwa den südwestl.
Teil des von Chiwa an Rußland abgetretenen Amu-darja-Gebietes als Geschenk. Der Nachfolger des 1882 verstorbenen
Mozaffar-ed-din, Abdul-ahad-Chan, ist schon kaum mehr als ein russ. Statthalter. Durch einen Erlaß von 1886 wurde die Freigabe
aller Sklaven angeordnet. Dafür leidet das Volk unter der Willkür eines durch den neuen Chan noch mehr gekräftigten Beamtenheers. 1892 machte
er eine Reise an den russ. Hof
[* 31] und ließ seine beiden Söhne zur Erziehung in Rußland zurück. Die Abhängigkeit
von Buchara haben eine genauere Kenntnis des Landes erleichtert. Es wurden mit Zuhilfenahme von Struves Positionsbestimmungen von
einem beträchtlichen Teil genaue Karten entworfen. Daneben sind wichtig die Reisen von Majew (1878) im
Gebiet zwischen Karschi und Hissar, Oschanin (1878) in Karategin, Hermann (1878) in Darwas und besonders von Bonvalot (s. d.)
und Capus (1881).
Litteratur. Eversmann, Reise von Orenburg nach Buchara (Berl. 1823);
Burnes, Travels to Buchara (3 Bde., Lond. 1834 u. ö.;
deutsch, Weimar
[* 32] 1835);