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Vorgeschichte
Musikgesellschaft Knutwil
Die Wurzeln der Feldmusik gehen weit ins 19. Jahrhundert zurück. 1868 wurde in Knutwil die Musikgesellschaft gegründet. Ihre Mitglieder kamen aus dem Dorf Knutwil selbst. Der Verein war politisch neutral. In den Jahrbüchern des «Surseer Anzeigers» und des «Luzerner Landboten» (ab 1913) findet man Inserate von Konzerten und Maskenbällen, die von den Aktivitäten der Musikgesellschaft in dieser Zeit berichten. Leider sind die ersten Protokolle der Musikgesellschaft heute nicht mehr vorhanden.
Musikgesellschaft St. Erhard
In der MG St. Erhard spielten Mitglieder aus dem Dorf St. Erhard und Kaltbach mit. Ein Kassabuch belegt die Aktivitäten der MG St. Erhard der Jahre 1908 bis 1929. Die ersten und zugleich letzten Statuten datieren aus dem Jahre 1914. Unter Artikel 1 ist nachzulesen: «Unter dem Namen MG St. Erhard hat sich am l. Januar ein Verein gebildet, der seinen Sitz in St. Erhard hat.» 1929 wurde der Verein aufgelöst.
Tanzabende und Maskenbälle im Gasthaus St. Erhard waren ebenso beliebt bei der Bevölkerung wie die eigentlichen Konzerte. Bis ins Jahr 1923 trug dieser Verein zum kulturellen Dorfgeschehen bei, dann allerdings sank sein guter Stern und die Vereinstätigkeit musste eingestellt werden.
Walter Bühlmann aus Luzern meint dazu: Um 1923, kurz vor der Auflösung des Vereins, zählte man 15 Mitglieder. Aus Altersgründen verliess Direktor Hess, Schuhmachermeister aus Oberkirch, den Verein. Zudem verliessen mit den drei Gebrüdern Koller aus Kaltbach führende Bläser den Verein.
Der Nachfolger von Hess, Dirigent Lustenberger, erschien mit der Violine zu den Proben und war sich in keiner Art und Weise gewohnt, einen Verein zu führen, wo man Blasmusik einstudieren wollte. Der Verein musste im Weiteren seine Aktivitäten einstellen, denn vergebens hofften die Musikanten auf junge Bläser. In der Gemeinde Knutwil hatte sich ein neuer Verein gebildet. Politische Unstimmigkeiten hatten dazu geführt. Die einzelnen Mitglieder, welche weiterhin in der eigenen Gemeinde musizieren wollten, gesellten sich zu den beiden Knutwiler Musikvereinen. Die Habschaften wurden verkauft und die verbliebenen neun Mitglieder: Beda Boos, Josef Bueher, Jakob Bachmann, Kaspar Gut, Eduard Gut, Leo Gut, Walter Bühlmann, Johann Fischer und Josef Siegrist wurden mit je Fr. 31.06 ausbezahlt. Die MG St. Erhard-Kaltbach war definitiv aufgelöst.
Die Gründung
Auszug aus der «Heimatkunde von Knutwil», 1967, verfasst von der Lehrerschaft Knutwil.
«In den zwanziger Jahren wurde unsere Gemeinde unrühmlich bekannt durch leidenschaftliche Parteikämpfe zwischen den Konservativen und Liberalen!»
In der Tagespresse las man vom «Wahlknechtskandal in Knutwil»
Die Gründung der Feldmusik kam in dieser Zeit politischer Verunsicherung zustande. In den Nachkriegsjahren gewannen für kurze Zeit die Liberalen die Oberhand in der Gemeinde. Das führte in der traditionsgebundenen Bevölkerung zu grossen Spannungen, die sich auf das sonst so friedliche Vereinsleben ebenfalls auszuwirken begannen.
Kurzerhand wurden in der Musikgesellschaft, die mehrheitlich konservative Mitglieder in ihren Reihen wusste, die «Liberalen» weggeärgert und nicht mehr in denselben Reihen geduldet.
Die Verstossenen wollten sich aber das Musizieren nicht verbieten lassen und suchten nach einer Lösung. Dieser Vorfall ereignete sich im Jahre 1919. Schon im März 1920 besammelten sich die Ausgeschlossenen zu einer Sitzung, an der beschlossen wurde, sich auf eigene Füsse zu stellen. Davon legt uns auch der handschriftliche Vorbericht des damaligen Gemeindeschreibers Böll Zeugnis ab.
31. März 1920 – Die Gründungsversammlung
Unter Leitung des Kaspar Hodel wurde nach reichlich gewalteter Diskussion einstimmig die Gründüng einer liberalen Parteimusik beschlossen und dieselbe auf den Namen FELDMUSIK KNUTWIL getauft.»
Damit war der Grundstein gelegt. Für die Geschicke des frisch auslaufenden Vereinsschiffes übernahmen als Präsident Kaspar Hodel, als Vizepräsident und Kassier Josef Sigrist und als Aktuar Alois Böll die Verantwortung. Der Verein bestand an der Gründungsversammlung aus neun Mitgliedern. Als Dirigent wurde Josef Bühler aus Büron zugezogen.
Vereinsgeschichte ANNO #
Obere Reihe v.l.n.r: unbekannt, unbekannt, Xaver Brunner, Hermann Spiess, Josef Hodel, Jost Zihlmann, Edi Schmid, Emil Nick, unbekannt
Mittlere Reihe: Josef Sigrist, Karl Felber, Anton Müller, unbekannt, Jan Achermann, Kaspar Gut, Alfred Müller, Beda Boos, Robert Rölli.
Untere Reihe: Albert Kaufmann, Jakob Bachmann, Steger (Lehrer v. Triengen), Marie Müller, Josy Bachmann, Anna Spiess, Franz Blättler (Dirigent), Walter Albrecht, Hans Fischer.
Obere Reihe v.l.n.r.: Friedrich Meier, Hans Born, Josef Albrecht, Kaspar Älbrecht (Fähnrich), Josef Fischer, Kaspar Gut, Beda Boos.
Mittlere Reihe: Anton Müller, Sebastian Jost, Eduard Wyss, Hermann Untemährer (Dingent), Josef Nick, Fritz Birrer, Alfred Müller, Alois Meier.
Untere Reihe: Niklaus Fellmann, Anton Wyss, Konrad Wyss, Anton Häfliger, Josef Wolfisberg, Xaver Stinimann, Werner Steiger, Franz Albrecht, Hans Fischer.
ANNO 1920
26. Mai 1920
Noch im selben Jahr wurde die erste offizielle Generalversammlung abgehalten. Acht Mitglieder waren anwesend.
Anlässlich dieser GV wurden die ersten, vom Vorstand entworfenen Statuten einstimmig genehmigt. Man legte ein Austrittsgeld für Aktivmitglieder in Höhe von Fr. 30.- fest, sofern nicht auf die Dauer von drei Monaten gekündigt wurde, und setzte den Jahresbeitrag auf Fr. 2- fest. Zudem erhielt man gehörig Verstärkung, konnten doch acht neue Mitglieder aufgenommen werden. Es waren dies: Aeschbach Julius, Unterdorf; Aeschbach Theodor/ Unterdorf; Albrecht Walter, Oberdorf; Kleeb Josef, Schaubern; Müller Anton, Oberdori; Müller Alfred, Oberdorf; Spiess Hermann, Bäsler; Widmer Rudolf, «Kreuz»-Wirt.
17. September 1920
Eine zweite Generalversammlung musste einberufen werden. Als neuer Dirigent wurde Josef Ineichen, Knutwil, verpflichtet, Präsident Kaspar Hodel musste weitermachen.
Am 12. Januar im «Kreuz», am 18. Januar bei Rütter, St. Erhard, fanden die ersten zwei FM-Maskenbälle statt. Die Eintritte waren wie folgt festgelegt:
- Maskierte Damen: frei
- Maskierte Herren: 50 Rappen
- Unmaskierte: Fr. 1.-
Die ersten Vereinsanlässe waren überstanden, doch wollte sich die musikalische Harmonie noch immer nicht so recht auf das Vereinsleben übertragen. Weitere Klippen mussten umschifft werden. Eine Osterfeier fördert zwar den Zusammenhalt der Crew, dem Vereinskassier aber bescherte sie einen leeren Geldbeutel.
21. April 1921 – Probe
Dem Demissionsgesuch des Präsidenten Kaspar Hodel musste entsprochen werden. An seine Stelle wurde Julius Wyss, Steinholz, gewählt.
20. Juli 1921
Infolge Wegzuges musste der Verein Ersatz für seinen Dirigenten suchen. Man fand ihn in Josef Blättler, Baumeister aus Büron. Ihm wurde vom Vorstand ein Jahreshonorar von Fr. 350.- zugestanden.
Was der Vorstand so grosszügig an den Dirigenten zugesprochen hatte, brachte den Verein in arge Bedrängnis. Da die nötigen Barmittel fehlten, musste bei der Volksbank in Sursee ein Kontokorrent-Anleihen eröffnet werden.
7. April 1922
Zum ersten Mal beteiligte sich die Feldmusik mit einem musikalischen Beitrag bei der liberalen Kreisversammlung in Sursee.
25. Mai 1922
Aus finanziellen Gründen musste auf die Musikreise verzichtet werden, jedoch wurde beschlossen, ein Gartenfest abzuhalten.
25. Juli 1922
An der Vereinsversammlung waren 10 Mitglieder anwesend. Josef Meyer, Hinterdorf, wurde zum neuen Präsidenten gewählt. Neuer Kassier wurde Josef Brunner. Die Feldmusik litt in dieser Zeit, genauso wie die MG St. Erhard und die MG Knutwil, unter Bläsermangel. Das hatte anfänglich grosse Wechsel in der Vereinsführung zur Folge.
4. August 1922
Fünf neue Mitglieder konnten in den Verein aufgenommen werden.
13. November 1922 – Generalversammlung
Der Aktuar, Gemeindeschreiber Böll, verlas die Demissionsgesuche des Präsidenten und des Kassiers. «… Doch die Stunde des Sterbeglöckleins scheint noch nicht geschlagen zu haben. Die letzten Kräfte wurden zusammengerafft und Jakob Bachmann stellte den Antrag, den Verein weiter bestehen zu lassen, was hierauf einstimmig beschlossen wurde.» (Böll)
Der Vorstand setzt sich neu wie folgt zusammen: Präsident: Johann Fischer; Kassier/Vizepräsident: Anton Müller, Oberdorf; Aktuar: Alois Böll.
7. Januar 1923
«Das heute abgehaltene Konzert mit Verlosung war ausserordentlich stark besucht und nahm einen befriedigenden Verlauf. Auch in finanzieller Hinsicht hatte es gut abgeschnitten, so dass der «Seppetoni» mit dem Vereinssäckel schmunzelnd und wohlgemut nach Hause ziehen konnte.» (Böll)
An den Gemeinderatswahlen gewannen die Konservativen die Mehrheit zurück. Gemeindeschreiber Alois Böll musste seinen Dienst aufgeben. Ein schmerzlicher Verlust für die Feldmusik. Walter Albrecht übernahm die Aufgabe des Aktuars und berichtete als erstes vom Frühlingskonzert.
13. Mai 1923
Dem wiedergewählten Grossrat Jakob Bachmann wurde vor dem 1. Frühlingskonzert ein Ständchen gebracht.
Ein sehr aktives Vereinsjahr stand bevor. Die ersten Aktivitäten waren: Maskenball im «Kreuz», Theaterbesuch in Triengen, Familienabend mit der Liberalen Partei Knutwil. Der erste Vereinsausflug führte ins Berner Oberland.
1. März 1924 – GV
Die Anschaffung des ersten Vereinsbanners wurde beschlossen. Sogleich setzte man sich an die Organisation des Festes.
6. Juli 1924
Bereits morgens um 5 Uhr besammelten sich die wackeren Feldmusikanten auf dem Festplatz beim «Kreuz» zum Frühstück. Um 08.15 Uhr zog die Gesellschaft in die Kirche zur Weihe der Fahne. Stolzer Fähnrich war Josef Hodel. Als Patenpaar amteten Anna Spiess und Jules Rütter. Der damaligen Sitte entsprechend, wurde das Banner durch eine Hauskollekte finanziert. Dies war die Aufgabe der Ehrendamen Frl. M. Müller, Frl. A. Spiess und Frl. J. Bachmann gewesen. Die Fahne zeigte den Trompeter von Säckingen auf grünem Hintergrund. Als Patensektion besuchte die Feldmusik Triengen das denkwürdige Fest in Knutwil. Am Mittag trafen dann die geladenen Vereine auf dem Festplatz ein und wurden mit Spiel und natürlich mit einem Ehrentrunk begrüsst. Es waren dies die Feldmusiken: Büron, Uffikon, Rickenbach, Grosswangen, Schötz und die etwas neidvolle Schwestersektion, die Musikgesellschaft Knutwil. Die Festrede hielt Grossrat J. Bachmann. Im Anschluss an diese Rede durften die Feldmusikanten aus den Händen der Patensektion einen Ehrenbecher entgegennehmen. Bei der anschliessenden Einweihung des Bechers mag wohl manches Dankeswort an die Adresse der Trienger Musikanten gerichtet worden sein. Die Trienger verstärkten zu jener Zeit die Feldmusik Knutwil in ihrem Überlebenskampf mit guten Bläsern, welche den langen Weg zum Probelokal der Knutwiler zu FUSS oder per Velo nicht scheuten, trotz den lauernden Gefahren hinter dieser und jener Holzbeige in Knutwil!
7. Oktober 1924
Nach Meinungsverschiedenheiten zwischen den Musikanten und dem Dirigenten, F. Blättler, musste die Feldmusik erneut nach einem musikalischen Leiter Ausschau halten. Am 4. November konnte Hermann Unternährer aus Triengen mit der musikalischen Führung betraut werden.
Die Verbindungen der Fahnenweihe bewegten die Knutwiler, das Konzert der befreundeten Feldmusik Frohsinn in Schötz zu besuchen. Im Protokoll wurde vermerkt, dass das Lustspiel «Der Bettelheini» besonders zu gefallen vermochte.
2. März 1925 – GV
Anwesend 13 Mitglieder. Der Vorstand wurde in globo wiedergewählt. Besonders erwähnenswert ist der Beschluss, eigene Jungmusikanten auszubilden. Der Grundstein für eine vereinseigene Musikschule wurde an dieser Sitzung gelegt.
20. Juli 1925
Das erste Waldfest fand im Riedwald statt. Festwirtschaft, Kilbistand, Kegelbahn, Tanzmusik und ein Schiessplatz sorgten für die nötige Unterhaltung. Gegen Abend wurden die Versammelten von einem Gewitter überrascht.
«…somit nahm das erste Waldfest der Feldmusik einen flotten Verlauf.» (Akt. Fischer)
6. Januar 1926
Konzert mit Verlosung. Ein gut einstudiertes Konzert machte den Besuchern Spass und brachte dem Vereinskassier Anton Müller «fast ein Kilo» Einnahmen. (Protokoll)
20. März 1926
An der Generalversammlung konnten zum ersten Mal eigene Jungmusikanten aufgenommen werden. Es waren dies: Josef Nick, Franz Albrecht, Anton Wyss, Eduard Wyss, Konrad Wyss, Hans Born, Werner Steiger, Fritz Birrer.
10. August 1926
Mit Trommelschlag und Trompeten wurde das erste Gartenfest der Feldmusik eröffnet. Im Protokoll ist der Trienger Heiri Kost speziell erwähnt: «Jeder Besucher ist auf seine Rechnung gekommen und wieder einmal hat ein Trienger gesungen: Leb wohl du schönes Knutwil.»
Februar
Der Besuch der liberalen Grossratsvorstellung in Sursee sowie der kantonalen Parteiversammlung waren für die Feldmusik erste Pflicht.
8. Juni 1927
Obstbauverbände und Grossmostereien veranstalteten in Sursee eine Orientierungsversammlung, um über die Alkoholinitiative zu verhandeln. Dem Anlass gab die Feldmusik zusammen mit 13 weiteren Vereinen aus der Umgebung den festlichen Rahmen.
7. Januar 1928
Wie üblich begann das neue Jahr mit einem Konzert und einer Verlosung. Die Veranstaltung erfreute sich schon einer recht grossen Zuhörerschaft und erntete grossen Applaus.
13. Mai 1928 – Kantonal-Musiktag
Zum ersten Mal stand der Besuch eines Luzerner Kantonal-Musiktages in Triengen auf dem Programm. Es gelangte die «Festouverture» von Lachner zur Aufführung und die Musikanten durften für die gebotene Leistung den Dank des Veranstalters und die wohlverdiente Anerkennung des Publikums und der Jury entgegennehmen. Mit gestärktem Selbstvertrauen sah man jetzt schon dem Kantonal-Musikfest in Pratteln entgegen.
4. Juni 1928 – 1. Kantonal-Musikfest in Pratteln
Bei herrlichem Wetter fuhren die Musikanten per Auto über den Hauenstein nach Pratteln. Nach dem Begrüssungstrunk gings schon zum Wettspiel. Die Knutwiler wurden mit grossem Applaus empfangen. Der Grund lag allerdings nicht nur am Gaststatus. Der Gedanke, zum ersten Mal als Verein vor einer gestrengen Jury zu stehen, vermochte auch die sonst so sicheren Knutwiler zum Zittern zu bringen. Ältere Musikanten wussten zu berichten:
«Vor lauter Aufregung stolperte einer unserer Jüngsten über ein Tischbein und seine Trompete flog mit Schwung in eine Ecke des Lokals. Ein anderer stiess an einen Ständer und schon hatte sein Nachbar eine Beule im Instrument.»
Zwei Freunde aus Knutwil unternahmen die Reise auf eigene Faust und überraschten die erleichterten Musikanten nach dem Vortrag. Um sieben Uhr war die Preisverteilung. Die Feldmusik war in der 5. Klasse angetreten und erspielte sich mit der «Festouverture» von Lachner 31 Punkte. Als Preis durfte sich der Fähnrich Josef Hodel einen Lorbeerkranz an seine Fahne hängen lassen. Stolz marschierten die Feldmusikanten in Knutwil ein, wo ihnen ein herzlicher Empfang bereitet wurde.
30. Januar 1929
Am Maskenball drängten sich die Maskierten zu Hauf in den Saal. Man musste sie nummerieren. Abwechslungsweise konnten dann diejenigen mit geraden oder ungeraden Nummern tanzen.
10. März 1929
Es wurde beschlossen, zusammen mit der Schützengesellschaft ein Gartenfest abzuhalten. Ein Beweis für die erweiterte Anerkennung im kulturellen Leben der Gemeinde Knutwil.
ANNO 1930
Das Jahreskonzert wurde wieder ein Erfolg. An der Parteiversammlung der Liberalen beschlossen Parteileitung und Vereinsleitung die Anschaffung einer Uniform.
30. März 1930
Ganz heimlich fanden sich die Feldmusikanten im «Kreuz» ein, um sich von Schneidermeiste Hofstetter aus Lyss die langersehnte Uniform anmessen zu lassen.
4. Mai 1930
Ebenso heimlich wie die erste Aktion verlief die Entgegennahme der neuen Uniform. Kurz nach Mittag kamen alle Feldmusikanten von nah und fern ins «Kreuz» und einer nach dem anderen verliess das Gasthaus mit einem Päcklein unter dem Arm.
19. Mai 1930
Zum ersten Mal zeigte sich die Feldmusik in ihrer für die damalige Zeit typische Uniform im Dorf. Man besammelte sich vor dem «Kreuz» und machte sich auf den Abmarsch nach Dagmersellen an die Fahnenweihe. Auf dem Heimmarsch gerieten die Musikanten in ein heftiges Gewitter. Damit war das Kleid auch schon getauft.
25. Mai 1930 – 12. Kantonal Musikfest in Sursee
Um 6 Uhr marschierten die Musikanten in Knutwil los. Unter der Direktion von Hermann Unternährer spielte die Feldmusik die Ouvertüre: «Festa di Campagna» von Filippa. Sie belegte damit in der 1. Kategorie mit 44 Punkten Rang 4.
1. Januar 1931
Schon am Neujahrstag sollte die Vereinskasse aufgebessert werden. Ein Konzert mit Tombola gelangte zur Aufführung. Als ersten Preis gab es ein Zweirad-Automobil Marke «Tramp mein Sohn» zu gewinnen (Akt. A. Wyss).
21. Februar 1931
Anwesend waren 18 Mitglieder. Im Jahresbericht weiss der Aktuar von 74 Zusammenkünften zu berichten; 64 Proben und 10 Auftritte bedeutete das für die Feldmusikanten.
10. Mai 1931
Die Feldmusikanten hatten in der Vorbereitungszeit der Grossratswahlen an einer Kandidatenrunde in Sursee aufgespielt und durften nun dem liberalen Grossrat Jakob Bachmann vor seinem Heim in St. Erhard ein Gratulationsständchen bringen, da er für eine weitere Amtsdauer im Grossen Rat bestätigt worden war.
7. Juni 1931
Wie jedes Jahr fand das Gartenfest wiederum im «Kreuz»-Garten in Knutwil statt. Im Protokoll wird die tadellose Organisation des Anlasses lobend erwähnt.
16. August 1931
Die Feldmusik Neuenkirch feierte an diesem Datum ihr 50jähriges Jubiläum. Da durfte natürlich die Feldmusik Knutwil nicht fehlen. Sie spielte drei Nummern: «Minna von Barnhelm» einen Ländler und den Marsch «Gruss vom Hafendeckel».
13. Februar 1932 – GV
Im Vereinsjahr 1931 fanden 72 Zusammenkünfte statt, wovon 63 auf Proben entfielen. Als neuer Präsident übernahm Anton Wyss die Verantwortung für den Verein. Der zurückgetretene Hans Fischer wurde für seine grossen Verdienste von der Versammlung zum Ehrenpräsidenten ernannt.
24. April 1932
Ein Frühlingskonzert im «Kreuz»- Saal wurde abgehalten, welches bis auf den letzten Platz besetzt war. Zu den musikalischen Darbietungen gaben die Musikanten auch zwei Mundarttheater zum Besten, und zuletzt spielte eine Jazzkapelle zum Tanze auf.
Generalversammlung
Der Besuch des Kantonal-Musiktages in Rickenbach musste abgelehnt werden, da diverse Musikanten anderen Vereinen in der Region ihre Hilfe für eben diesen Anlass zugesagt hatten. Im Frühling dieses Jahres ist im Protokoll nachzulesen, dass die Feldmusikanten oft für Trauerfeiern und Hochzeitsständchen zusammenkamen.
21. Mai 1933
Der Verein spielte im Gasthaus St. Erhard zum Frühlingskonzert unter der Direktion ihres Präsidenten Anton Wyss auf.
Am 28. Mai wurde ein Gartenfest im grösseren Rahmen in Angriff genommen. Bei diesem Anlass fand dann auch endlich das wohlverdiente Diplom vom Kantonal-Musikfest in Sursee den Weg in die Reihen der Feldmusikanten. Es wurde von Lehrer Sifrig, einem OK-Mitglied, persönlich überbracht.
In Luzern fand im Oktober desselben Jahres der Schweizerische Volkstag der Freisinnigen statt.
Zusammen mit 13 anderen Musikkorps nahm die Feldmusik am Festzug durch Luzern teil.
Im neuen Jahr stand die Feldmusik wieder unter der Direktion eines gewählten Dirigenten. Dieser konnte aber krankheitshalber seine Feuertaufe nicht zum vorgesehenen Termin, dem Winterkonzert, erleben. An seiner Stelle führte Anton Wyss den Dirigentenstab.
Grossen Applaus erntete an diesem Konzert Trompeter Franz Albrecht als Solist. Die Weichen für sein späteres Wirken als Dirigent wurden hier gestellt.
17. Februar 1934 – GV
Präsident Hans Fischer konnte an dieser Versammlung wieder fünf neue Gesichter in den Verein aufnehmen.
Im gemütlichen Teil des Abends wurde dem damaligen Gemeindeammann Anton Müller und Vereinskassier ein Extraessen serviert. Es hatte aus drei extralangen Würsten und einem Brot bestanden. Zwar hätte der Kassier nach dieser «Vorspeise» noch weiter zulangen mögen, die Vereinskasse allerdings liess solche Extravaganzen nicht zu. Der Abend nahm sein gutes Ende und auf dem Heimweg erteilten zwei ungestüme Jungmusikanten das Unglück in Form einer zerbrochenen Scheibe bei einer in unseren Kulturkreisen nur allzu bekannten Aktion.
19. April 1934
Die Feldmusikanten mussten ihrem grossen Gönner, Grossrat Jakob Bachmann, die letzte Ehre erweisen. Unter den Klängen von Trauermusik begleiteten sie einen Mann zu seiner letzten Ruhestätte, dem das Wohlergehen der Feldmusik sehr am Herzen gelegen hatte. Am Kantonal-Musikfest in Wolhusen durfte sich Präsident Hans Fischer nach 50-jähriger musikalischer Laufbahn zum kantonalen Veteranen ernennen lassen.
14. Dezember 1934 – ausserordentliche Vereinsversammlung
Der Verein hatte, wie man an dieser Sitzung mit Erstaunen feststellen musste, auf zu grossem FUSS gelebt, und ein kaum tragbarer Schuldenberg lastete auf den Schultern des jungen Vereinsschiffleins. Die Auslagen für die Uniform, für neue Instrumente, für den Besuch von Musikfesten und für Vereinsausflüge überstiegen das Mass des Tragbaren. Als Retter in der Not traten an dieser Sitzung Grossrat Paul Schläpfer, Sursee; Josef Hodel, Knutwil, und der Vorstand der Feldmusik auf. Der Vorstand wurde an dieser Sitzung neuformiert und bestand fortan aus: Anton Müller, Präsident; Hans Fischer, Vizepräsident; Anton Wyss, Kassier; Xaver Stirnimann, Aktuar; Josef Nick, Beisitzer.
Die oben erwähnten Paul Schläpfer, Josef Hodel und der Vorstand fanden sich zu einer Solidarbürgschaft zusammen. Der Verein musste ein Darlehen bei der Volksbank Willisau aufnehmen. Die Bürgen wollten fortan für die Abzahlung des aufgenommenen Betrages aufkommen, falls dies dem Verein nicht möglich sein sollte.
Die Weiterentwicklung dieser «Finanzaffäre» hier im Zeitraffer: Die Feldmusik bemühte sich redlich, den Schuldenberg regelmässig abzutragen. Mit den gemachten Einnahmen aus Festivitäten sowie Gönner- und Passivbeiträgen war den Zahlungsforderungen der Bank aber nicht beizukommen. Somit lastete wieder die ganze Schuld auf den Solidarbürgen. In einer Zeit der Unruhe und des wirtschaftlichen Aufbruches war es auch den Bürgen nicht immer so leicht möglich, ihrem Versprechen nachzukommen. Die Abzahlung des Schuldenberges überdauerte jedenfalls die Kriegsjahre und erst im Jahre 1950 konnten sich die Feldmusikanten schuldenfrei wähnen, nachdem alle Bürgen und der damalige Präsident der Feldmusik noch einmal kräftig in den Geldbeutel gegriffen hatten. Doch in der Zwischenzeit war in diesem immer aktiven Verein viel passiert. Ein Grund vielleicht dafür, dass auch solch schwere Krisen überwunden werden konnten.
An dieser Sitzung kam dann auch der Besuch des Eidgenössischen Musikfestes in Luzern zur Sprache. Doch angesichts der prekären Situation konnte der Verein diesem Wunsch nicht entsprechen.
Erneut war der Maskenball ein grossartiger Erfolg. Erstmals trat eine kleine dreiköpfige Tanzmusik aus den eigenen Reihen in Erscheinung und spielte abwechslungsweise mit der Kapelle «Echo vom Sempachersee» zum Tanz auf.
Im Mai 1935
Viele Freunde und Gönner wurden für einen kleinen Mosthalt bei ihrem Heim besucht. Diese Art von Vereinswerbung erfreute die Dorfbevölkerung wie auch die Musikanten. Es war damals Brauch, alle Beehrten mit zwei oder drei Märschen zu begrüssen. So kamen natürlich auch rundum viele Bewohner in den Genuss der Vorträge. Die Musikanten besammelten sich für diesen Anlass beim «Kreuz», wo zum ersten Mal geblasen wurde. Von da an führte die Route zu verschiedenen Gönnern in Knutwil und St. Erhard.
28. April 1935
Erstmals wurden Passivbeiträge eingezogen. Die Passivkarte berechtigte zum freien Eintritt am Frühlingskonzert. Über den Sommer veranstalten die Musikanten in bewährter Manier das Waldfest im Surseer Wald, welches als guter Erfolg für die Kasse beurteilt wurde. Für die musikalischen Aktivitäten sorgten der Empfang der befreundeten Feldmusikanten aus Büron bei ihrem Einzug nach dem guten Abschneiden am «Eidgenössischen» in Luzern sowie eine wenig beachtete Bundesfeier in St. Erhard.
5. Januar 1936 – Konzert mit Verlosung
Die Vereinskasse konnte mit diesem Anlass etwas aufgebessert werden. Die schönen Preise, der Verein hatte 2000 Lose gedruckt und verkauft, lockten auch neue Gesichter zu diesem Konzert.
2. Februar 1936 Maskenball
Unter dem Motto: «Eine Nacht in Honolulu», liessen die Feldmusikanten sich etwas einfallen. Hans Fischer und einige Helfer hatten den Saal prächtig dekoriert. Um Mitternacht blies eine Vereinsformation auf Stelzen zum Tanze auf.
19. April 1936 – Frühlingskonzert
Unter der Leitung des Dirigenten Josef Steiger gelangte ein anspruchsvolles Konzert zur Aufführung. Auch die Theatergruppe leistete wieder Mehrarbeit und bereitete ausser den Proben die Aufführung eines Schwankes vor.
19. April 1937 – Familienabend der Jungliberalen in Sursee
Erstmals trat die Feldmusik unter der Leitung von Trompeter-Korporal Franz Albrecht auf. Weitere Aktivitäten der Feldmusik waren der Besuch der Fahnenweihe der Feldmusik Büron und die Durchführung des Waldfestes. Neu veranstaltete der Verein ein Gartenkonzert für die Passivmitglieder und die Bevölkerung von Knutwil.
24. Februar 1938 – GV
Dem Protokoll ist zu entnehmen, dass der Verein im verflossenen Jahr 48 Proben und 13 Auftritte hatte. Um am XIV. Luzerner Kantonal-Musikfest teilnehmen zu können, organisierte der Verein eine Sammlung in Form einer Tombola. Der Reinertrag wurde ausschliesslich für das Musikfest verwendet.
15. Mai 1938 – Gartenkonzert
Zusammen mit dem Männerchor Büron wurde ein abwechslungsreiches Konzert vorgetragen. Für die Feldmusikanten war dies zugleich die Vorbereitung für das Kantonal-Musikfest in Willisau.
21./22. Mai 1938 – Kantonal-Musikfest in Willisau
Unter der Leitung des jungen Dirigenten Franz Albrecht wagten sich die Feldmusikanten wieder an einen musikalischen Wettstreit. Nach intensiver Vorbereitungszeit waren alle zuversichtlich und voller Tatendrang. Das Ergebnis allerdings entsprach wohl nicht ganz den gesetzten Erwartungen. Der Verein konkurrierte in der 3. Klasse und erzielt mit dem Stück «Der rote Domino», Ouvertüre von C. Friedemann, sowie dem Aufgabenstück: «Ritter Blaubart», Ouvertüre von C. Friedemann. 83 Punkte, das reichte in der Rangliste gerade zum 8. Rang. In der Marschmusik wirkte sich die Erfahrung der vielen Militärtrompeter positiv aus. In diesem Wettbewerb belegte der Verein den ersten Rang.
Die Wirren des nahenden Krieges machten sich deutlich bemerkbar. Dem strebsamen Verein setzte die sicherlich vorhandene Vaterlandsliebe seiner Mitglieder natürliche Grenzen. Zu gross waren die lauernden Gefahren im Ausland, als dass man sich allzu sehr auf das Vereinsleben hätte konzentrieren können.
29. Mai 1939 – GV
An der Generalversammlung wechselte die Vereinsführung aus den Händen von Franz Albrecht über zu Werner Steiger. Sein grosses Ziel für den Verein war es, die «treue Kameradschaft» zu fördern. Die meisten Mitglieder begannen damit noch am selben Abend und trugen davon schwere Köpfe nach Hause.
Inzwischen war es Herbst geworden und aus der Drohung war bitterer Ernst geworden. Viele Vereinsmitglieder mussten für Vater Staat an die Grenzen. Am 18. Oktober des ersten Kriegs-Jahres verstarb in Jules Wyss ein Gründer der Feldmusik. Fähnrich Kaspar Albrecht führte die Fahnendelegation an, die Jules Wyss die letzte Ehre erweisen konnte.
ANNO 1940
Das Vereinsjahr 1940 wies nur wenige Aktivitäten auf. Zu viele Musikanten weilten im Dienst, als dass viel hätte unternommen werden können. Am 4. Februar forderte der Krieg ein Opfer aus den Reihen der Feldmusik. Der ehemalige Dirigent, Josef Steiger aus Büron, war im Aktivdienst erkrankt. Er konnte sich nie mehr davon erholen und verstarb an den Folgen seiner Krankheit. Eine Fahnendelegation verabschiedete ihn an seinem Grabe.
24. November 1940 – Familienabend
«Wegen der Seuche und der Mobilisation konnten wir zwei Jahre keinen Familienabend mehr abhalten.» (Akt. X. Stirnimann). Mit sechs Nummern verschönerten die Musikanten den Abend. Daraufhin brachte die Theatergruppe einen Einakter zum Besten. An der Verlosung wurden die Lose für 25 Rappen verkauft. Die Gewinner der Ziehung, es waren zwei, konnten sich den ansehnlichen Gewinn von Fr. 17.– teilen.
Zum Tanze lud die Vereinskapelle «Röslein», Knutwil, bestehend aus: Anton Birrer, Kassier; Xaver Stirnimann, Aktuar, und Moritz Thürig.
22. Dezember 1940 – GV
Nach einer langen Durststrecke konnte endlich wieder eine GV abgehalten werden. Es waren 17 Mitglieder anwesend und 10 weitere entschuldigt. Trotz schwierigen Zeiten konnte der Verein zwei Neumitglieder aufnehmen. Der Vorstand erfuhr eine neuerliche Veränderung. Der bisherige Präsident war schwer erkrankt und musste sein Amt abtreten. Die Vereinspräsidenten wurden damals an der GV direkt vorgeschlagen und dann gewählt, ohne vorher Kenntnis davon zu haben.
Konrad Wyss erinnert sich heute daran, dass er von diesem Vorschlag sehr überrascht gewesen sei. Er habe jedenfalls gar nicht damit gerechnet und demzufolge auch keine grosse Ahnung von der Leitung eines Vereins gehabt. So sei halt der alte Präsident mit ihm vor die Türe gegangen, habe ihm die Vereinsgeschaffe kurz erklärt und mit ihm dann eine Dankesrede für seine «ehrenvolle» Wahl einstudiert.
Ein weiteres Wesensmerkmal des damaligen Vereins war die Jugendlichkeit. Die jungen Musikanten aus dem Dorf entwickelten sich zu hervorragenden Bläsern und waren mit Leib und Seele bei der Sache. Viele von ihnen wurden als Militärtrompeter ausgehoben.
Der neue Präsident war mit seinen 25 Jahren ein Vertreter dieser neuen Generation in der Feldmusik.
3. August 1941 – Waldfest
Dem Waldfest war ein grosser finanzieller Erfolg beschieden. Viele Urlaubsoldaten benutzten den schönen Tag zu gemütlichem Beisammensein mit der Zivilbevölkerung und gaben dem Kassier Anlass zur Freude. Die Feldmusik Büron sorgte mit ihrem Spiel für einen würdigen musikalischen Rahmen.
15. und 17. August 1941 – Augustfeiern in Knutwil
Zur Stärkung des nationalen Bewusstseins fanden auf dem Schulhausplatz in Knutwil zwei Augustfeiern statt. Dabei wirkten die beiden Dorfmusiken mit ihren Beiträgen mit.
28. Dezember 1941
Für die 25 Jahre dauernde Seelsorgearbeit von Pfarrer Leu in der Gemeinde Knutwil stellte der Gemeinderat eine Jubiläumsfeier auf die Beine. Unter der Direktion von Franz Albrecht spielten die Musikgesellschaft und die Feldmusik gemeinsam in der Kirche.
18. Januar 1942 – Kreisversammlung
Im «Hirschen» in Sursee fand die liberale Kreisversammlung statt. Wie üblich verschönerten die Feldmusikanten diesen Anlass mit ihren Weisen.
22. Januar 1942 – GV
Der Verein bestand 1942 aus folgenden Mitgliedern: Franz Albrecht, Anton Wyss, Ruedi Eichenberger, Xaver Stirnimann, Hermann Muther, H. Krähenbuhl, Emil Hummel, Niklaus Zemp, Hans Fischer, Josef Nick, Emil Fischer, Heiri Müller, Oswald Bächler, Robert Bächler, Konrad Wyss, Anton Birrer, Fritz Birrer, Anton Wanner, Josef Wyss, Anton Müller, Alfred Müller.
12. April 1942 – Gemeindeversammlung
An der Gemeindeversammlung beantragen die Musikgesellschaft und die Feldmusik gemeinsam eine jährliche Subvention von 150 Franken je Verein. Die Stimmbürger unterstützten dieses Begehren mit grosser Mehrheit. Einigen Staub wirbelte die Tatsache auf, dass der Gemeindeammann, ein Mitglied der Feldmusik, sich gegen diesen Vorstoss stellte.
3. Mai 1942
Zur Verbesserung der Finanzlage beschloss der Vorstand, eine Verlosung durchzuführen. Sämtliche Lose wurden verkauft und die Ziehung unter amtlicher Aufsieht ausgeführt. Am 3. Mai kam es zur Bekanntgabe der Gewinnzahlen.
9. Mai 1942 – Ständchen
«Ob es regnet oder schneit, ist er immer hilfsbereit. Der Klaus von Uffikon, erhält im Himmel seinen Lohn.» (Protokoll)
Zum Dank für seine Treue besuchten die Musikkollegen ihren Trompeter Niklaus Zemp mit Instrumenten und spielten ihm ein Ständchen.
6. September 1942 – Vereinsausflug
Die Aktivmitglieder wurden von einigen Gönnern nach Luzern und Littau begleitet. Einige liberale Politiker durften sich durch ein Feldmusikständchen überraschen lassen.
24. Januar 1943 – Konzert
Mit einem restlos besetzten Saal wurden die Musikanten für ihre musikalischen Darbietungen belohnt. Natürlich gehörte auch das Theater zu den Attraktionen dieses Konzertes. Wegen des Krieges konnten nur vier Proben abgehalten werden.
13. Februar 1943 – GV
Zum ersten Mal wurde eine Rechnungsprüfungskommission gewählt. Die beiden Revisoren waren: Kaspar Albrecht und Albert Arnold. Die vereinseigene Musikschule bewährte sich aufs beste. Wieder konnten vier junge Bläser in den Verein aufgenommen werden.
Im weiteren Verlauf des Jahres liessen die Musikanten mehrmals ihre Weisen für Freuden- und Traueranlässe erklingen. Auch das Waldfest konnte wieder abgehalten werden. Die Stadtmusik Sursee zeichnete für die Festmusik verantwortlich.
21. November 1943 – Radiokonzert
Mit dem Zug ging’s nach Basel ins Studio, von wo ein jeder Schweizer um halb zwei Uhr die Feldmusik direkt mithören konnte. Ein grosses musikalisches Ereignis in der Vereinsgeschichte. Die Gage betrug Fr. 200.–.
13. Februar 1944
Wiederum spielte die Feldmusik am Familienabend der Jungliberalen in Sursee. An diesem Anlass kamen immer wieder neue Kontakte zustande.
30. Juli 1944 – Waldfest
Für die musikalische Umrahmung konnte erneut die Stadtmusik Sursee verpflichtet werden. Ende August wurde auch das Kilbiblasen wieder durchgeführt. Noch immer aber musste auf Kameraden verzichtet werden, die im Aktivdienst ihre Zeit verbringen mussten.
25-Jahr-Feier
Die Feldmusik konnte ihr 25-jähriges Bestehen feiern. Das sollte trotz Weltkrieg in der eigenen Gemeinde Grund zur Freude und zu einem Fest sein.
Eine Sammlung unter der Leitung von Hans Fischer wurde angegangen. Am 1. und 2. Juli fand das grosse Fest statt. Auf der Knutwilerhöhe wurde ein grosses Festzelt erstellt. OK-Präsident Josef Rütter und der erweiterte Vorstand der Feldmusik stellten an vielen arbeitsreichen Sitzungen das Konzept für die Abhaltung des Festes auf die Beine.
Zuletzt war aus dem kleinen Fest ein Fest mit Glanz und Gloria geworden. 12 Vereine aus der näheren und weiteren Umgebung folgten der Einladung zum Festkonzert und zeigten damit ihr Interesse an der Feldmusik Knutwil. Ganz so friedlich war allerdings nicht alles abgelaufen. So musste sich beispielsweise der Vereinspräsident auf das Stadthalteramt Sursee begeben, um sich für einen gesetzlichen Verstoss gegen die Losdruckverordnung zu rechtfertigen. Schwerwiegender war der Ausschluss aus dem Kantonal-Musikverband. Nach damaligem Festreglement durfte der Jubiläumsverein gerade vier Gastvereine zum Festkonzert einladen. Da es am Schluss gar deren zwölf waren, empfand dies der Musikverband als Konkurrenz für die offiziellen Musiktage. Das führte zum Ausschluss aus dem Verband.
2. Februar 1946
In den Kriegsjahren war das Maskentreiben an den Bällen der Feldmusik nicht mehr möglich gewesen. Am 2. Februar wurde der alte Anlass wieder durchgeführt.
12. Mai 1946
Die Fahnenweihe der Musikgesellschaft Buchs stand auf dem Programm. Nach der Marschmusikprobe im Hafendeckel gelangen der Marsch «Oberst Fischer» und die Ouvertüre «Fackeltanz» ausgezeicnet. Jurymitglied Gassmann taxierte die Vorträge mit «Sehr gut».
16. August 1946
Zum ersten Mal hatte sich die Musikgesellschaft an einem Musikfest beteiligt. Beim Einzug in die Gemeinde empfingen die Feldmusikanten die Schwestersektion. Diese nette Geste entlockte dem Präsidenten der Musikgesellschaft das Versprechen, bei einem ähnlichen Anlass der Feldmusik Gegenrecht zu halten.
4. Mai 1947 – Eröffnung der SBB-Station St. Erhard
Die Feldmusik gestaltete das Mittagsprogramm, welches bei der Bevölkerung und der Bahnprominenz gut ankam.
13. Juli 1947
Am Waldfest wurden, sehr zur Freude der Besucher, die verschiedensten Unterhaltungsmöglichkeiten angeboten. Es waren dies: Tanzbühne, Schiessbude, Lebkuchenstand, Flaschenfischen, Festwirtschaft und Kegelbahn.
3. August 1947 – Musikreise
Die Feldmusikanten wurden plötzlich vom Reisefieber gepackt und deshalb machten sich an diesem schönen Tag fast sämtliche Musikanten, viele Gönner und Freunde mit zwei Cars auf die Reise über die beiden Pässe Furka und Grimsel.
Zum Motto «Eine Nacht unter Palmen» fanden sich viele Narren im «Mostkrug» zum bestbekannten Maskenball ein, der in diesem Jahr erstmals an einem Montag über die Bühne ging.
6. März 1948 – Radiokonzert
Die Beziehungen zu den Programmgestaltern des Schweizer Radios konnten aufrecht erhalten werden. Dies war vor allem ein Verdienst des Dirigenten Franz Albrecht gewesen, der Dank seiner militärmusikalischen Karriere viele Kontakte hatte knüpfen können. Es wurden diesmal im Radio direkt übertragen. «Die Treue siegt», Blankenburg; «Jugendträume», Ouverture von M. H. Förster; «Ter. Rgt. 78», Anton Röllin; «Silberfischchen», Th. Furter; «Der Friede siegt», W. Neukomm.
22. Mai 1948 – GV
Grosse Untergangsstimmung hatte sich trotz den musikalisehen Erfolgen am Radio breitgemacht. Die Vereinsleitung musste sich jeden Schritt zweimal überlegen. Die Finanznöte drückten schwer. Das führte zu verschiedenen Demissionen seitens der Aktivmitglieder und auch der Vorstand liebäugelte damit, die Führung abzugeben. Nach kerniger Vereinsaussprache entschieden sich die Mitglieder für das Fortbestehen des Vereines.
10. Oktober – Kilbitagwache
Die Kilbitagwache begann schon morgens um halb sechs Uhr und endete dann gegen den späteren Abend. Die Bevölkerung von St. Erhard zeigte sich von ihrer allerbesten Seite und hiess die Feldmusikanten überall willkommen. Den ganzen Tag über konnte man die Märsche der Musikanten hören.
13. März 1949 – Delegiertenversammlung des Kantonal-Musikverbandes
Die DV fand in Zell statt. Die Feldmusik wurde erneut in den Verband aufgenommen, musste aber die Jahresbeiträge der Ausschlussjahre nachbezahlen. Das hätte fast erneut zu Unstimmigkeiten geführt, doch besann man sich in Knutwil nun doch eines Besseren und der Verband beschloss einstimmig die Wiederaufnahme der Knutwiler Feldmusik.
15. Mai 1949 – Pfarrinstallation
Nach dem Wegzug von Pfarrer Leu bestimmte der Regierungsrat Josef Portmann zum neuen Gemeindeseelsorger. Der Einladung des Kirchenrates zur Mitwirkung an den Feierlichkeiten folgte die Feldmusik sehr gerne.
21. August 1949 – Vereinsreise
Die Reise führte zum Blausee, wo die Forellenzucht besichtigt wurde und anschliessend zum Öschinensee, wo ein schöner Nachmittag zum Verweilen einlud. Selbst für die musikalische Unterhaltung in dieser herrlichen Landschaft sorgten die Musikanten selber. Xaver Stirnimann, Sophie Amrein und Präsident Konrad Wyss unterhielten die Kameraden und die vielen Wanderer bei ihrer Rast am See mit gelungenem musikalischem Vortragen.
ANNO 1950
Die Zeiten änderten sich, ein bedeutendes Kalenderjahr nahm seinen Anfang. Am 6. Februar amüsierten sich viele Besucher am Maskenball unter dekorativem Sternenhimmel im Saal zum Mostkrug. Der Eintritt betrug Fr. 2.50. Zum Vergleich: 1920 war er auf Fr. 1.- festgesetzt.
25. Februar 1950 – GV
Endlich konnten die Schulden beglichen werden! Ein letzter finanzieller Kraftakt der Solidarbürgen liess die Feldmusikanten aufatmen. Mit einem Mal waren alle Schulden, die während 15 Jahren die Gemüter so stark erhitzt hatten, bezahlt.
23. April 1950
Delegiertenversammlung des Kantonal-Musikverbandes in Reussbühl. Die Musikgesellschaft und die Feldmusik Knutwil bewarben sich gemeinsam für den Kantonal-Musiktag 1951. Gemeindeammann Anton Müller vermochte die Delegierten zu überzeugen und die Organisation wurde an die beiden Vereine übertragen.
20./21. Mai 1950
Am 16. Kantonal-Musikfest in Hochdorf kam es zu einem Kräftemessen mit der Musikgesellschaft Knutwil. In intensiver Probearbeit bereiteten sich die Feldmusikanten auf den grossen Tag vor. Der Jurybericht gibt ein Bild der gespielten Leistungen. «Fackeltanz» von A. Rossow (Selbstwahlstück): «…Eine in jeder Hinsicht hervorragende Leistung… Kleinigkeiten müssen dem Zufall zugeschrieben werden… auch der Dirigent ist seiner Sache sicher…»
«Menuet Pompadour» von P. Wachs (Aufgabestück): «Auch mit dieser Interpretation zeigte sich der Dirigent mit seinem Orehester in guter Form.»
Diese Einschätzung brachte der Feldmusik 98 von möglichen 100 Punkten und übertraf selbst die kühnsten Hoffnungen. Das bedeutete den goldenen Lorbeerkranz.
Auch in der Marschmusik konnten sich die Feldmusikanten im ersten Rang klassieren, mit 36 von möglichen 40 Punkten fiel das Resultat allerdings etwas bescheidener aus, bedeutete aber gleichwohl Rang 1.
1. Juli 1950
Ein Ständchen ganz besonderer Art durften die Feldmusikanten an diesem Abend vortragen.
Mit Werner Steiger wurde bereits das dritte Aktivmitglied der Feldmusik zum Gemeindeammann gewählt. Vor ihm bekleideten im Gemeinderat die Feldmusikanten Kaspar Hodel und Anton Müller dieses Amt.
3. März 1951 – GV
Unter dem Traktandum Ehrungen schenkten die Vereinsmitglieder dem zurückgetretenen Präsidenten Konrad Wyss eine schöne Uhr als Anerkennung für seine zehnjährige Präsidentschaftszeit und zugleich durfte er sich zum Ehrenpräsidenten ernennen lassen.
26.-28. Mai 1951 – Luzerner Kantonal-Musiktag in Knutwil
Die zwei Knutwiler Vereine hatten mit der Organisation alle Hände voll zu tun. Unter dem Präsidium von alt Gemeindeammann Anton Müller sorgte das OK für einen reibungslosen Ablauf des Festes. Ein völlig verregneter Sonntag, die Marschmusik musste abgebrochen werden, liess Schlimmes erahnen, am Schluss schaute aber dank einem guten Samstagabend sowie einem recht ordentlich besuchten Montagabend ein schöner Gewinn von Fr. 2500.– heraus.
Schon im März dieses Jahres nach dem Musiktag ereignete sich der Höhepunkt. Zum dritten Mal spielten die Feldmusikanten in einer volkstümlichen Sendung am Radio. Erneut reiste der Verein mit vielen «Familienangehörigen» zusammen nach Basel ins Radiostudio und nach der Live-Sendung nach Liestal. Die Gemeinde Knutwil beteiligte sich «grosszügig» mit Fr. 30.– am Zobig, welches in Liestal verspiesen wurde.
Die Reaktionen auf das Radiokonzert waren überwältigend. Emil Roos, ein Dienstkollege der zahlreichen Militärtrompeter in den Reihen der Feldmusikanten, wusste in einem langen Brief an die FM nur zu rühmen.
«Die Feldmusik brachte ein Marschmusikkonzert zu Gehör, von welchem man, ohne zu übertreiben, sagen kann, dass es zum Besten gehört, was man seit langer Zeit am Rundfunk zu hören bekam.»
Mit diesen Worten begann er seinen Brief. Zum Schluss seines Lobes meinte er:
«Gesamteindruck: Dieses schöne, vibratofreie Zusammenspiel in diesem Marschmusikkonzert war ein Hochgenuss für jeden Zuhörer und eine Meisterleistung besonderer Art.»
18. Mai 1952 – Luzerner Kantonal-Musiktag in Horw
Zur Aufführung gelangten die Tondichtung «Starkad» von Otto Zurmühle und der Marsch «Frohes Spiel» von H. Müller.
17. Januar 1953 – GV
Der Verein zählte im Jahre 1953 dreissig Mitglieder. Im letzten Vereinsjahr waren die Musikanten 77 Mal zusammengekommen, davon 67 Mal zu Proben. Beim Arbeitsprogramm nahm sich der Verein vor, die traditionellen Vereinsanlässe wieder durchzuführen. Auch eine zweitägige Musikreise fand ihre Zustimmung bei den Versammelten.
2. Februar 1953 – Maskenball
Am Maskenball nahm der Kassier Fr. 450.– durch Eintritte ein (Herren Fr. 3.– Damen Fr. 2.–, Maskierte frei). Die Einnahmen reichten gerade für Werbung, Dekoration, Tanzmusik und die üblichen Ausgaben.
13./14. Juni 1953 – Reise ins Bündnerland
Der musikalische Leiter Franz Albrecht waltete bei dieser Reise auch als Reiseführer über die Geschicke seiner Musikanten.
1. Tag: Knutwil – Brunnen (Frühstückshalt) Gotthard – Faido (Mittagessen) San Bernardino – Splügenpass – Maloja – St. Moritz – Morteratsch (Reiseziel).
2. Tag: Berninapass Ausflug auf Alp Grüm – St. Moritz – Julier – Lenzerheide – Chur – Walenstadt – Kerenzerberg – Zug – Knutwil. Eine wunderschöne Reise liess die Stimmung in den Reihen der Musikanten steigen. Mit dabei waren auch einige Gönner und Ehrenmitglieder. Dass die Damenriege aus Rüti ZH ausgerechnet das gleiche Ausflugsziel ausgewählt hatte, machte den Aufenthalt in Morteratsch nicht langweiliger.
12. Juli 1953
Die Stadtmusik Sursee beteiligte sich am Eidgenössischen Musikfest in Fribourg. Für den Empfang stellte sich die FM Knutwil am Bahnhof Sursee auf, um das freundnachbarliche Verhältnis aufs neue zu beweisen.
August/ September 1953
In Knutwil, St. Erhard, Kaltbach und Mauensee wurden Platzkonzerte für die zahlreichen Passivmitglieder geblasen.
20. Oktober 1953
An einer erweiterten VorstandsSitzung wurde das Finanzkomitee für die Fahnenweihe des nächsten Jahres unter das Präsidium von Josef Wyss, St. Erhard, gestellt.
1. Dezember 1953
Oberst Paul Schläpfer, einer der verdientesten Gönner und Ehrenmitglied der Feldmusik Knutwil, wurde in Sursee als Grossratspräsident gefeiert. «Seine Musik» spielte ihm zu Ehren während den verschiedenen Festreden der anwesenden Politiker.
11. Februar 1954 – ausserordentliche GV
Die Wahl des neuen Vereinsbanners und die Besetzung des OK’s standen auf der Traktandenliste. Die Musikanten entschieden sich für den Entwurf der Firma Fraefel aus St. Gallen. OK-Zusammensetzung: Präsident: Josef Rütter, St. Erhard; Vizepräsident: Franz Kiener, Sursee; Festkassier: Fritz Schüpbach. St. Erhard; Aktuar: Willy Rütter, St. Erhard; Pressechef: Franz Albrecht.
8. Juni 1954
Die zukünftige Patensektion, die Stadtmusik Sursee, hatte sich am internationalen Musiktreffen in Holland beteiligt. Um halb zwölf Uhr nachts überraschten die Feldmusikanten die Heimkehrer bei ihrer Ankunft am Bahnhof mit einem Marsch.
13. Juni 1954 – Fahnenweihe
Sonntag: Auf einen Festgottesdienst musste die Feldmusik verzichten, da Pfarrer Portmann die Segnung des Banners ablehnte(!).
Die am Festzug beteiligten Vereine: MG Oberkirch, MG Geuensee, MG Knutwil, MG Wauwil, FM Büron, FM Triengen sowie die Patensektion, die Stadtmusik Sursee, marschierten im Regen dem Festzelt zu.
Beim offiziellen Festakt entrollten Fahnengotte Marie Rütter-Hodel und Josef Hodel-Waltert das neue Banner und übergaben dieses unter markanten Worten des OK-Präsidenten Josef Rütter dem Vereinsfähnrich. Nach der Festrede von Grossratspräsident Paul Schläpfer, Vertreter der Patensektion, durfte die Feldmusik als Weihegeschenk eine Trompete in Empfang nehmen.
Trotz dem schlechten Wetter waren die Festlichkeiten stets gut besucht. Eine einträgliche Sammelaktion im Vorfeld des Festes trug das ihre dazu bei, dass der Festkassier am Schluss der Feldmusik den Betrag von Fr. 3500.– überreichen konnte.
27. Januar 1955
Traurig und unerwartet war die Nachricht vom Tod des Kassiers Edy Albrecht. Im Alter von nur dreissig Jahren hatte ihn der Herr zu sich gerufen.
7. Februar/15. März 1955
Auf Anfrage der Feldmusik hatte sich das Radiostudio Basel bereit erklärt, eine Stahlbandaufnahme zu machen. Zusammen mit dem Jodelklub Heimelig aus Oberkirch wurden die Musikanten ins Hotel Pilatus in Kriens eingeladen, wo die Aufnahme gemacht wurde.
6./7. November 1955
An mehreren Wahlveranstaltungen hatten die Feldmusikanten den musikalischen Rahmen gesetzt. Nun freuten sie sich natürlich auch am Gewinn des einen Ständeratssitzes durch den liberalen Christian Clavadetscher aus Dagmersellen. Ein überwältigender Fackelzug von nahezu 5000 Leuten durch Dagmersellen hinterliess bei allen Beteiligten einen nachhaltigen Eindruck.
26. November 1955
Ein weiterer politischer Erfolg beglückte die Feldmusik. Moritz Thürig, ein gebürtiger Knutwiler, war als Liberaler des Suhrentales in den Grossen Rat gewählt worden. Bei minus 15 Grad Kälte fuhren die Feldmusikanten mit Traktoren und Autos nach Schlierbach, um ihm ihre Glückwünsche zu überbringen. Das Ständchen erfreute den Moritz mächtig und ein schönes Fest in der warmen Stube gehörte schliesslich auch zu den Folgen dieses Ausfluges.
2. Juni 1956
Johann Fischer hatte während langer Jahre dem Vorstand angehört. 1923 übernahm er das Amt des Präsidenten und schrieb die Eintragungen ins Protokollbuch selbst. Er setzte sich mit allen Kräften für die Sache der Feldmusik ein. 1932 machte ihn der Verein zum Ehrenpräsidenten. Bei zahllosen Unternehmungen und Festen hatte er immer zur Verfügung gestanden, bis es ihn nach Solothurn zu einer neuen Lebensgefährtin zog. Auch dort spielte er in der Stadtmusik mit, bis ihn der Herr ganz unerwartet zu sich rief. Über seinem Grab senkte sich an diesem Junitag die Fahne seiner Kameraden aus Knutwil zum letzten Gruss.
26. März 1957
Im «Mostkrug» fand eine erweiterte Vorstandssitzung statt. Der Grundstein für eine baldige Neuuniformierung wurde gelegt. Mit der Planung derselben wurden Grossrat Paul Schläpfer und Anton Wyss betraut.
14. September 1957
Anlässlich der Probe wurden Anton Wyss als Präsident, Robert Amrein als Kassier und Werner Birrer als Aktuar in das Finanzkomitee für die Neuuniformierung gewählt.
17./18. Mai 1958 – Kantonal-Musiktag in Triengen
An Musiktagen werden keine offiziellen Ranglisten abgegeben. Ein Gespräch mit den Experten im Anschluss an den Vortrag dient an Musiktagen als Anhaltspunkt für die gespielte Leistung.
Der Tag wickelte sich wie folgt ab. Sammlung um 08.15 Uhr vor dem «Kreuz» in Knutwil, Spiel des ersten Marsches. Weiterreise nach Triengen per Auto; nach der Ankunft erhielten die Musikanten einen Begrüssungstrunk; 8.45 Uhr Einspielen im Probelokal; 10.07 Uhr Auftritt im Fischerhofsaal mit Aufführung des Wettstückes «Hero und Leander» von C. Friedemann. Anschliessend Marschmusik auf der Bahnhofstrasse mit dem Marsch «Bläserparade» von S. Taler.
Herbst 1958
An einer ausserordentlichen Generalversammlung wurden die Statuten aufs Korn genommen. Dirigent Franz Albrecht lieferte einen Grossteil der Änderungsbeiträge zu den neuen Statuten.
Am Empfang der Knutwiler Schützen vom Eidg. Schützenfest in Biel spielten die Musikgesellschaft und die Feldmusik abwechslungsweise ihre Märsche vor der zahlreichen Zuhörerschaft.
Im Dezember 1958
Mit der Anfertigung der neuen Uniform wurde die Bekleidungsfirma Frey betraut.
Nach langem Hin und Her kam das geplante Fest nun doch zustande. Ein riesiges Festzelt für 1200 Personen wurde im Dorf errichtet und unter dem Präsidium von Franz Kiener hatte sich das Organisationskomitee für den grossen Tag der Feldmusik gewappnet.
Um 9 Uhr wurde ein Festgottesdienst mit Totenehrung in der Pfarrkirche abgehalten. Anschliessend eröffnete die Feldmusik die Festwirtschaft für den Aperitif. Um 12.45 Uhr fand der Empfang der sieben Gästesektionen, der Fahnendelegationen, Ehrenmitglieder und Ehrengäste auf dem Dorfplatz statt.
Um 13.30 Uhr spielten die Vereine zur Marschmusikparade auf. Um 14.00 Uhr begann das Festkonzert in der Festhütte mit dem offiziellen Festakt.
Um 20.00 Uhr fand der Unterhaltungsabend unter Mitwirkung der Musikgesellschaft Knutwil, des Kirchenchores, der Damenriege Triengen, des Jodelclubs Sursee und natürlich der Feldmusik selbst seine Abwicklung. Die Feldmusik konnte das Fest bei strahlend schönem Sonnenschein abhalten. Allen Beteiligten blieb dieser Sonntag in bester Erinnerung.
Die Kosten für eine Uniform beliefen sich damals auf Fr. 400.–. Bei der Sammelaktion im Vorfeld der Neuuniformierung durfte der Festkassier bereits einen Betrag von knapp Fr. 10000.– auszählen. Das schöne Wetter bewirkte einen grossen Publikumsaufmarsch.
ANNO 1960
21. März 1960 – GV
Der positive Rechnungsabschluss veranlasste den Verein und den Dirigenten gleichermassen, die Besoldung des musikalischen Leiters neu zu überdenken. Ein monatliches Gehalt von Fr. 100.– wurde neu festgelegt.
18./19. Juni 1960 – Vereinsausflug und Musikfest
Verbunden mit einer Vereinsreise besuchte die Feldmusik das Appenzellische Kantonal-Musikfest in Heiden. Reiseroute: Knutwil — Heiden (Kantonal-Musikfest AR) — Übernachtung in Oberegg — Rangverkündigung in Heiden — Besuch der Ebenalp mit der Luftseilbahn — Appenzell, Mittagessen im Hotel Hecht — Besuch des Flughafens Kloten — Heimfahrt nach Sursee, St. Erhard und Knutwil. Der Verein konkurrierte in der 2. Klasse. Als Selbstwahlstück spielte er den «Tscherkessenzug» von Heinrich Steinbeck. Aufgabestück war «Noturno» von Paul Huber. In der Marschmusik spielte die Feldmusik «Simbol of Honor» von T. Mesang. Die Wertung fiel in allen drei Teilen mit einem «Vorzüglich» aus. Dafür durfte der Fähnrich ein weiteres Mal den Goldlorbeer präsentieren.
In Knutwil empfing die Schwestersektion die Heimkehrer mit klingendem Spiel beim Büel. Auch eine Delegation des Wehrvereins war anwesend und mit wehenden Fahnen marschierte die Schar ins Dorf ein. Unter festlichen Reden durch alt Gemeindeammann Werner Steiger sowie Gemeindeschreiber Leo Lütolf empfing eine grosse Zahl Knutwiler die Feldmusik beim «Kreuz», wo das Fest seinen Abschluss nahm. Die Spenden beim Abschlussfest waren: 130 Flasehen Bier, 20 Flaschen Wein und 215.– Franken von mehreren Gönnern.
25. September 1960
Die Feldmusikanten wurden zum Ausflug der Jungliberalen auf den Vierwaldstättersee eingeladen. Unerwartet kamen sie so zu einer kleinen Vereinsreise.
Mehrere ausserordentliche Anlasse standen den Feldmusikanten in diesem Jahr bevor. Am 28. Mai spielte der Verein anlässlich der Eröffnungsfeierlichkeiten der beiden Schulhäuser in Knutwil und St. Erhard. Der KantonalMusiktag fand diesmal in der Nachbargemeinde Büron statt. Das «Gotthard»-Präludium von Hugo Käch, arr. Otto Zurmühle, vermochte die ganze Zuhörerschaft zu überzeugen. «Auch Herr Jecklin vom Radio Basel war von unserem Vortrag begeistert und sicherte uns die Aufnahme eines Marschmusikkonzertes zu.» (Akt. Stadelmann). Auf der Marschmusikstrecke spielte die Feldmusik den Marsch «San Remo».
9. Juli 1961
Am Morgen spielten die Musikgesellschaft Knutwil und die Feldmusik gemeinsam zur Primizfeier von Pfarrer Hans Meier in der Pfarrkirche Knutwil. Am Nachmittag fuhren die Feldmusikanten nach Oberkirch an die Neuuniformierung der Musikgesellschaft Oberkirch.
14. Dezember 1961 – Radiokonzert
Um 20 Uhr, mit Hilfe einiger Auswärtiger, spielten die Feldmusikanten die Märsche «Parade-Defiliermarsch», «Die Freiheit siegt», «Frisch voran», «San Remo», «Fahnengruss», «Spearmint», «Symbol of Honor» und «Flic-Flac».
9. September 1962 – Vereinsausflug
Mit zwei Cars der Firma Häfliger aus Sursee führte die Reise über den Brünig auf den Beatenberg. Die Instrumente durften dabei natürlich nicht fehlen, so dass die einheimische Bevölkerung mit einem Ständchen als Gegenleistung für die herrliche Aussieht belohnt werden konnte. Die Fahrt führte die Schar weiter über den Susten nach Gisikon. Dort wurde das Nachtessen eingenommen.
Das neue Jahr stand wieder einmal im Zeichen der Wahlen, so dass die Feldmusikanten sich ihrer Aufgabe als Parteimusik vermehrt annehmen mussten, da sie bei den Wahlveranstaltungen im Kreis Sursee zur musikalischen Untermalung angefordert wurden. Zweimal wurde der Verein zu einer Fahnenweihe eingeladen. Das erste Mal am 19. Mai von den Kleinkaliberschützen aus Mauensee, welche die Zwölfermusik an die Spitze ihres Fest-Umzuges wünschten. Am 14. Juli feierte die Feldmusik Büron Uniform- und Fahnenweihe mit einem Fest. Dazu war natürlich auch die Feldmusik Knutwil geladen, zumal der Dirigent der Büroner, Anton Eigensatz, ein langjähriges Mitglied der Feldmusik Knutwil war.
Die üblichen drei Anlässe, der Maskenball, der Familienabend der Jungliberalen, der ohne die Mitwirkung der Feldmusik nicht mehr denkbar wäre, sowie das Winterkonzert standen auf der Liste der Aktivitäten im neuen Jahr. An der GV vom 26. Februar wurde der Besuch des Kantonal-Musikfestes in Sursee beschlossen, hinzu kam der Wunsch nach neuen Instrumenten, deren Finanzierung problematisch erschien.
21. Juli 1964
Unter den Trauerklängen der Feldmusik wurde alt Gemeindeammann Anton Müller, bis zuletzt Aktivmitglied der Feldmusik, zu Grabe getragen. Landauf landab war er jedermann als Original ein Begriff. Bekannt für seine träfen Sprüche, seine Schlagfertigkeit und seine Vitalität, konnten die Kameraden seinen plötzlichen Tod kaum glauben. Eine grosse Trauergemeinde erwies ihm die letzte Ehre.
9. Mai 1965 – Gönnerkonzert
Die anfänglichen Bedenken für die Finanzierung neuer Instrumente liessen sich dank grosser und uneigennütziger Arbeit des OK’s aus dem Weg räumen. Im Rahmen eines Gönnerkonzertes stellten die Musikanten den Sponsoren die neuen silbernen Instrumente vor. Dem Instrumentierungskomitee hatten angehört: Franz Kiener, Präsident; Josef Wyss, Kassier; Kaspar Albrecht, Aktuar; Trudy Steiger, Sekretärin, sowie die Mitglieder Kurt Nick, Louis Bucher, Hans Roth und Erich Nick.
I9./20. Juni 1965 – 19. Kantonal-Musikfest in Sursee
Unter der bewährten Direktion von Franz Albrecht hatten sich die Musikanten seriös auf das Wettspiel der 3. Klasse vorbereitet. Im Jurybericht ist nachzulesen. Selbstwahlstück: «Gotthard», Präludium von Hugo Käch, arr. Otto Zurmühle.
«Der Dirigent hatte eine sehr künstlerische Auffassung. Man hatte jedoch das Gefühl, dass seine Musiker ihm nicht immer zu folgen vermochten, …die sauber gespielten Triolen verrieten eine gute rhythmische Schulung der Bläser.»
Dank einer wesentlichen Steigerung im Vortrag des Aufgabe-Stückes durften sich die Musikanten im 1. Rang klassieren lassen und erhielten den goldenen Lorbeerkranz überreicht.
Das Prädikat «vorzüglich» hatten sich nicht mehr alle zu erhoffen gewagt. Mit dem Marsch: «Symbol of Honor» erspielten sich die Feldmusikanten ebenfalls das Prädikat «vorzüglich.» Auch hier wurden sie im 1. Rang klassiert.
11. Juli 1965
Die Musikgesellschaft Knutwil präsentierte sich erstmals in ihrem neuen Gewand vor der Öffentlichkeit. Zu diesem Anlass war auch die Feldmusik eingeladen worden. Sie half mit, das Nachmittagsprogramm sowie die Marschparade und den Unterhaltungsabend zu verschönern.
Die Vorbereitungen für das erste «Eidgenössische» standen unter einem ganz ungünstigen Stern. Die Maul- und Klauenseuche verhinderte während langer Zeit das fleissige Proben zur Vorbereitung. Im Mai konnten sich die Musikanten endlich wieder regelmässig zu Proben treffen. Das traditionelle Neujahrskonzert musste aus besagtem Grund bis in den Mai hinein verschoben werden. Am 5. Juni feierte die erste Patensektion, die Feldmusik Triengen, Fahnen- und Uniformweihe. Zu diesem Anlass fuhr der Verein nach Triengen zu den Feierlichkeiten, um zum Gelingen des Festes beizutragen und zugleich einen letzten öffentlichen Auftritt vor dem Fest in Aarau abzuhalten.
12. Juni 1966 – 24. Eidgenössisches Musikiest in Aarau
Erstmals wagte sich die Feldmusik an ein «Eidgenössisches» und erstmals in der 2. Klasse. Nach der Aufführung des Selbstwahl-Stückes «Marco Polo» von Franz Königshofer und dem Aufgabenstück «Poeme et Fugue» von Jean Dätwyler war man sich im Lager der Knutwiler über die Art des Kranzes schon sicher. Die Wettstücke waren hervorragend gelungen; von allen Seiten durften die Musikanten das Lob der Zuhörer entgegennehmen. Der Jurybericht von Heinrich Menet fiel dementsprechend aus.
Selbstwahlstück: «Eine in allen Belangen vorzügliche Leistung und damit einen der besten und überzeugendsten Vortrage hörte man von dieser zahlenmässig nicht sehr grossen, aber ausgeglichen besetzten Blechmusik.»
Auch beim Aufgabestück vermochten ihn die Feldmusikanten zu überzeugen.
«Es war untrüglich das vollkommendste, was der Schreibende in seinem <Wertungsbereich> zu hören bekam. Da war jede Einzelheit aufs Subtilste verarbeitet…».
Auch Fridolin Bunter, der Marschmusikexperte war voll des Lobes für den kleinen Verein. Mit dem Marsch «Zur Feier des Tages» erzielten die Musikanten das Prädikat «vorzüglich».
Die fröhliche Gesellschaft fuhr nach St. Erhard zum Nachtessen und um 20 Uhr traf die Feldmusik im Büel ein, wo schon die Musikgesellschaft, Vertreter der Dorfvereine sowie eine Fahnendelegation der Musikgesellschaft Oberkirch auf die Heimkehrer warteten, deren Ankunft mit Böllerschüssen angekündigt worden war.
Die Jahreskonzerte fanden Ende April statt. Bei dieser Gelegenheit konnte der Verein dem musikalischen Leiter Franz Albrecht für seine 30-jährige Stabführung danken. Der Erfolg des Vorjahres war ein wesentliches Verdienst des langjährigen Dirigenten gewesen.
Die prekären Platzverhältnisse im «Mostkrug» stellten den Verein bei den Verführungen wie die Theatergruppe vor erhebliche Probleme. Der Wunsch nach einem geeigneten Lokal wurde wieder einmal laut.
17. Juni 1967
Der Kantonal-Musikverband erhielt anlässlich des Musiktages in Luzern eine neue Verbandsfahne. Zu deren Taufe schickte die Feldmusik eine Fahnendelegation an den Festzug.
16. Juli 1967
Zum ersten Mal gelangte ein Wiesenfest zur Austragung, da der Waldfestplatz durch Bauarbeiten belegt war. Durch den grossen Einsatz aller Musikanten wurde dieses Fest zu einem schönen Erfolg.
1. August 1967
Der Gemeinderat hatte beschlossen, die Bundesfeier neu zu organisieren. Die Musikgesellschaft und die Feldmusik spielten gemeinsam einige Märsche auf dem Festplatz.
2./3. September 1967 – Vereinsreise
Die Reise per Car wurde von 41 Teilnehmern unternommen. Knutwil – Brünig – Aareschlucht — Grimsel — Münster — Brig (Besuch des Stockalperpalastes) — Saas Fee (Übernachtung im Grand Hotel) — Visp — Sion — Aigle (Weindegustation) — Mosses — Thun — Eggiwil (Nachtessen) — Knutwil.
9./10. Dezember 1967
Erstmals führte die Feldmusik an diesem Wochenende im «Mostkrug» ein Lotto durch, welches auf Anhieb den gewünschten finanziellen Erfolg brachte.
28. April 1968
Das Jahreskonzert fand zum ersten Mal im «Rössli» Saal in Knutwil statt.
19. Mai 1968 – Neuuniformierung der Feldmusik Winikon
Die Feldmusikanten spielten am Festzug und bei den Konzertvorträgen in der Festhütte.
8. September 1968 – 100 Jahre Musikgesellschaft Knutwil
Die Einladung erfolgte sehr kurzfristig in den Sommerferien. Diese Tatsache war für das gegenseitige Einvernehmen nicht gerade förderlich. Die erhitzten Gemüter kühlten sich aber schnell wieder ab, so dass das Jubiläumsfest zu einem schönen Dorfereignis wurde.
16. November 1968
Einmal mehr durften die Feldmusikanten die Spende eines Rehs entgegennehmen. Schon seit längerer Zeit zeichnete Stefan Koller, St. Erhard, jeweils für diese Spende verantwortlich.
Im Anschluss an das Dankes-Ständchen fand sich die ganze Musikfamilie im «Kreuz» ein, wo der Schmaus stattfand. Dieser Anlass hatte sich zu einem Höhepunkt im Vereinsjahr entwikkeit, der die Beliebtheit der Feldmusik bei der Bevölkerung widerspiegelte.
Das Wort ausruhen kennen die Feldmusikanten nicht. Auch wenn kein Musikfest oder -tag bevorstand, nahmen die Musikanten ihre kulturellen Verpflichtungen mit Freude wahr. Zum 50-jährigen Bestehen der Musikgesellschaft Buchs waren die Feldmusikanten gerne bereit, am Festzug teilzunehmen. Erneut traten die Musikanten zweimal zum Jahreskonzert an. Am 9. und 11. Mai trafen viele Zuhörer im «Rössli»-Saal ein, um die Vorträge der Feldmusik anzuhören. Für die Theatervorstellung, «Die lustigen Vagabunden», wurde die Theatergruppe aus Uffikon engagiert. Im Herbst wurde die Bevölkerung von Knutwil, St.Erhard, Mauensee und Kaltbach mit Platzkonzerten überrascht. Zum Empfang des Wehrvereins vom «Eidgenössisehen» in Thun stand die Feldmusik mit klingendem Spiel bereit.
ANNO 1970
24. Mai 1970 – Aargauer Kantonal-Musiktag
Der Einladung zum ausserkantonalen Musiktag in Staffelbach folgten die Feldmusikanten gerne, nur war offenbar der Weg nach Staffelbach nicht allen bekannt. Die Aufregung legte sich nach dem Eintreffen der Vermissten schnell wieder. Das «Capriccio Italien» von P.I. Tschaikowski gelang sehr gut und wurde vom Publikum mit grossem Beifall bedacht.
5. und 7. Juni 1970 – 50 Jahre Feldmusik Knutwil
Unter dem Vorsitz von Ehrenmitglied Werner Steiger wurde ein grosses Fest zum 50-jährigen Jubiläum vorbereitet. Am Freitagabend spielte die Feldmusik Triengen unter der Direktion von Walter Steinmann zu einem Galakonzert auf. Dazwischen gab es Einlagen der Memgo-Girls aus Willisau zu bewundern. Für Hochstimmung sorgten die Vorträge des Jodelduos Schaller/Birawe.
Das Festprogramm sah folgende Aktivitäten vor: 9.00 Uhr Hauptgottesdienst, anschliessend Gedenkfeier für die verstorbenen Gründer, Aktiv- und Ehrenmitglieder mit Kranzniederlegung auf dem Friedhof; 13.00 Uhr Empfang der Ehrengäste, Gast-Sektionen und Fahnendelegationen; 13.30 Uhr Festzug ab Dorfplatz bis zur Festhütte im Büel, anschliessend Festkonzert der Gastvereine.
20.30 Uhr Unterhaltungsabend unter Mitwirkung der Musikgesellschaft, des Kirchenchors und der Feldmusik Knutwil, anschliessend Tanz. Dem Organisationskomitee gehörten an: Werner Steiger, Präsident; Anton Müller, Vizepräsident; Hansruedi Kneubühler, Aktuar; Josef Wyss, Kassier; Konrad Wyss, Wirtschaft; Anton Kiener, Unterhaltung; Anton Wyss, Empfang; Anton Birrer jun., Musikkommission; Anton Birrer sen., Bau; Robert Amrein, Ordnungsdienst; Josef Hug, Stellvertreter, Sanität, Piquetarzt. An allen Veranstaltungen hatte der bekannte Conferencier Urs Siegrist durchs Programm geführt. Ein schönes und würdiges Fest war dem jubilierenden Verein beschieden worden.
11.-13./18.-20. Juni 1971 – 25. Eidgenössisches Musikfest in Luzern
2. Klasse: Selbstwahlstück «Homeward» von Eric Ball. Aufgabestück: «Marionettenspiel» von Albert Benz. Marschmusik: «Füs Bat 23» von Walter Joseph.
Im Expertenbericht von Hans Frey ist zum Selbstwahlstück nachzulesen:
«Mit einer in jeder Hinsicht abgerundeten Leistung setzte diese Brass Band den Vorträgen in der Kantonsschul-Aula eines der Glanzlichter auf…».
Auch das Aufgabestück gelang hervorragend. Beide Vortrage erhielten das Prädikat «vorzüglich». Ebenso erfolgreich konnte der Marschmusikvortrag gestaltet werden. Auch hier konnte der Verein das Prädikat «vorzüglich» entgegennehmen. Franz Albrecht durfte mit seinen Musikanten einmal mehr zufrieden sein.
19./20. August 1972 – Musikreise
Knutwil — Zug — Hirzel — Fahrt durchs Prättigau — Davos — Flüela Morteratsch (Reiseziel mit Übernachtung) — Julier — Bivio — Tiefenkastel — Lenzerheide – Bonaduz Oberalp – Flüelen – Knutwil. Das war die Route dieser von 36 Personen besuchten Reise ins Bündnerland. Die Kosten für Verpflegung und Unterkunft betrugen Fr. 110.– pro Person. Der Zufall wollte, dass eine Einheit Militär in Morteratsch stationiert war. So war es für die Gesetzeshüter unmöglich schon um 10 Uhr die Polizeistunde durchzusetzen. Ganz entgegen der dortigen Sitte, wurde an diesem Abend im Beisein von zwei Polizisten noch lange gezecht.
25. August 1972 – Neuinstrumentierung der FM Triengen
Für den Begrüssungstrunk erschienen nicht alle rechtzeitig. Eine Programmänderung verunsicherte einige Mitglieder und führte dazu, dass sich nicht alle am richtigen Ort einfanden. Zum Festkonzert fanden sich alle wieder und durften den verdienten Applaus der Zuhörer entgegennehmen.
21. November 1972
Als neuer Gemeindeammann wurde Bernhard Rütter von der Knutwiler Bevölkerung gewählt. Ihm brachten die Musikanten ein Gratulationsständchen. Dieser bezeugte seine Verbundenheit mit der Feldmusik, indem er den ganzen Verein zum Nachtessen ins «Kreuz» einlud.
14. Januar 1973
Franz Albrecht, der musikalische Leiter der Feldmusik weilte für einen Kuraufenthalt in Degersheim SG. Mitten im Geschehen eines Weltcuprennens überraschten ihn seine Kameraden mit ihrem Spiel. Sofort übernahm er den Taktstock vom Vizedirigenten und dirigierte sein Ständchen kurzerhand selber.
3. Juni 1973 – Neuuniformierung der Musikgesellschaft Wauwil
Der Verein spielte die Märsche «Füs. Bat. 23» sowie «Froh und Heiter»
Juni 1973
Wiederum beehrten die Feldmusikanten die Bevölkerung von Knutwil, St. Erhard, Mauensee und Kaltbach mit Platzkonzerten, um damit ein Zeichen des Dankes für die treue Unterstützung zu überbringen.
23. November 1973
An einer ausserordentlichen Versammlung befanden die Anwesenden über den Uniformenvorschlag. Der Preis für eine Uniform aus dem neuartigen knitterfreien Material belief sich auf rund Fr. 400.–. Den Anfertigungsauftrag erhielt die Firma Kottmann-Pfenniger, Sursee.
4. und 10. Mai 1974
Zum Jahreskonzert warteten die Feldmusikanten mit einer Überraschung auf. Sie präsentierten sich erstmals in ihrer neuen Uniform. Am 30. Juni folgten die Feldmusikanten der Einladung der Musikgesellschaft Schlierbach, an ihrer Uniformenweihe teilzunehmen. Beim Festkonzert der geladenen Vereine spielte die Feldmusik die Ouvertüre «Orpheus in der Unterwelt» sowie den Marsch «The Medaillon».
1. September 1974 – 125 Jahre FM Triengen
In einem Sternmarsch näherten sich alle geladenen Vereine dem Empfangsplatz. Anschliessend gelangte die Konzertaufführung im Trienger «Kreuz »-Saal zur Austragung.
4. Dezember 1974
Nach 25-jähriger Seelsorgertätigkeit in Knutwil musste die Gemeinde am Grab von Pfarrer Josef Portmann Abschied nehmen. Eine fünfköpfige Fahnendelegation der Feldmusik erwies ihm die letzte Ehre.
An der Wahlveranstaltung der liberalen Grossräte in Oberkirch und St. Erhard spielte neu die Zehnermusik bei den musikalischen Intermezzos. Vor allem aus Platzgründen wurde eine Kleinformation dem Gesamtverein vorgezogen.
An die Konzerte vom 3. und 10. Mai wurden alle Neuzuzüger mit einem Gratiseintritt eingeladen.
24. August 1975
Anlässlich der Pfarrinstallation begrüsste der Verein den neuen Pfarrer Max Zemp bei strömendem Regen.
14. Dezember 1975
Zum ersten Mal durfte die Feldmusik ein Adventskonzert geben. Während des Abendgottesdienstes spielten die Feldmusikanten zur musikalischen Umrahmung des Gottesdienstes.
Der Maskenball am Lichtmessmontag war ein weiteres Mal ein grosser Erfolg. Ein Besuch durch den Girisvater, das Oberhaupt der Knutwiler Fasnacht, machte der Feldmusik natürlich alle Ehre.
12. September 1976
Die Feldmusik übernahm die Patenschaft anlässlich der Uniform- und Fahnenweihe der Musikgesellschaft Oberkirch. Jahrelange freundschaftliche Kontakte fanden in diesem Vertrauensakt ihren Ausdruck. Die Feldmusik umrahmte den Weihegottesdienst und unterhielt mit der Musikgesellschaft Oberkirch zusammen die Gäste beim Apero.
Bei der Musikparade auf der Strasse übernahm Vizedirigent Theo Amrein den Taktstock, da sich Franz Albrecht auf dem Vita-Parcours den FUSS verstaucht hatte. Am Festkonzert führten die Knutwiler die «Fantasie in Switzerland» und den «Nibelungenmarsch» auf. Als Patengeschenk übergab Präsident Otto Gisler dem Göttikind ein schönes Cornet und durfte als Erinnerung an dieses Fest einen prächtigen Becher entgegennehmen.
18. Dezember 1976
Am zweiten Adventskonzert in der Pfarrkirche Knutwil führten die Feldmusikanten Werke von Beethoven, Mendelssohn, Schubert und Hawkins auf.
Ein Jubiläum ganz besonderer Art durfte Franz Albrecht in diesem Jahr feiern: Seit 40 Jahren führte er geschickt den Taktstock. 1925 war er als Jungbläser, ausgebildet in der vereinseigenen Musikschule, zur Feldmusik gestossen. Nach seiner Trompeter RS liess er sich zum Spielführer ausbilden und holte sich so das musikalische Rüstzeug eines Dirigenten. 1937 übernahm er die Direktion der Feldmusik. Unter seiner Führung durfte der Verein viele schöne Erfolge feiern. Sein Wirken in der Feldmusik beschränkte sich nicht ausschliesslich auf das Musikalische. Er hatte auch das Amt des Präsidenten bekleidet, bei manchem OK als Pressechef gewirkt und sich auch als gewiefter Reiseleiter gezeigt. Das Schicksal der Feldmusik war durch ihn entscheidend mitgeprägt worden.
21. Juni 1977 – Kindergartenbazar
Bei den Eröffnungs- und Weihefeierlichkeiten des Gemeindehauses mit Kindergarten spielten die Feldmusikanten am Dorfabend und halfen tatkräftig bei der Durchführung des Festes mit.
15./22. April 1978
Beim Jahreskonzert fand im neuen «Rössli»-Saal die Uraufführung des «Knutwiler Marsches» von Horst Dempwolf, St.Erhard, statt.
17. Juni 1978
Am Unterhaltungskonzert anlässlich der Uniformweihe der Stadtmusik Sursee spielten die Feldmusikanten das Aufgabe- und Selbstwahlstück für das Glarner Kantonal-Musikfest erstmals vor Publikum. Die Vorträge vermochten die Zuhörer zu begeistern und ein schöner Abend fand in Sursee seinen Abschluss.
11./12. Juli 1978 – Glarner Kantonal-Musikfest in Mollis
Abfahrt in Knutwil — Niederurnen (Mittagessen) Mollis (Wettspielvortrag) — Haslen (Übernachtung) — Braunwald — Klausen — Flüelen — Knutwil. Zum letzten Mal beteiligte sich die Feldmusik unter der Direktion von Franz Albrecht an einem Wettspiel. Die Experten: Prof. Paul Huber und Heinrich Menet sparten nicht mit Lob. Mit dem Selbstwahlstück Suite «Voices of Youth» von Edward Gregson und dem Aufgabestück «Cortege Festival» von Kurt Weber bestach der kleine Verein durch seine Präzision, seinen Klangausgleich und die hervorragende Tonkultur. In der 2. Klasse erspielte sich die Feldmusik zweimal das Prädikat «vorzüglich» und wurde im 1. Rang klassiert. In Knutwil wurde den Heimkehrern ein herzlicher Empfang bereitet. Ehrenmitglied Anton Wyss hielt anstelle der Gemeinderäte die Begrüssungsrede.
16. Dezember 1978
Erstmals spielte die Feldmusik unter der Direktion von Franz Renggli aus Reiden, da Franz Albrecht erkrankt war.
20. Mai 1979 – Kantonal-Musiktag in Escholzmatt
Mit dem neuen Dirigenten Franz Renggli besuchten die Feldmusikanten den Luzerner Kantonal Musiktag. Das Stück «La Fille du Regiment» von Gaetano Donizetti entlockte den Zuhörern einen tosenden Applaus. Der Marsch «Our Director» von F. E. Bigelow überzeugte nicht in gleichem Masse, doch durfte der Verein mit der Kritik der Jury zufrieden sein.
23. Juni 1979
Im Anschluss an das letzte Platzkonzert in der Arena beim Gemeindehaus luden das Quartett und die Achtermusik den ganzen Verein zum Spanferkelschmaus ins Eichbühl ein.
6. Oktober 1979
Im Alter von 66 Jahren verstarb Franz Albrecht nach längerer, schwerer Krankheit. 53 Jahre war er Mitglied der Feldmusik gewesen, davon 42 Jahre Dirigent. Ein Mann, der ein Stück Knutwiler Dorfgeschichte in wesentlichen Zügen mitgeschrieben hatte. Sein musikalisches Feingefühl hatte ihn in weiten Kreisen bekannt gemacht und viele Musikanten aus dem Suhrental hatten einmal die Ehre, unter seinem Taktstock musizieren zu dürfen. Der Feldmusik war er am längsten treu geblieben. Er hatte sie zu einem bekannten Verein werden lassen. Mit Worten kann sein unermüdliches Schaffen nicht entsprechend gewürdigt werden. Unter den Trauerweisen der Feldmusik wurde seine sterbliche Hülle am 10. Oktober in Sursee der Erde übergeben und die Fahne senkte sich zum Abschiedsgruss über seinen Sarg.
8. Dezember 1979
Zum ersten Mal beteiligte sich die Feldmusik in der 1 . Klasse am 6. Schweizerischen Brass-Band Contest in Zürich. Mit der Ouverture «North-West Passage» von Roy Newsome erspielte sie den guten 4. Rang mit 232 Punkten.
ANNO 1980
1. Juni 1980 – Aargauer Kantonal-Musiktag in Künten
Die Vorbereitung auf das Luzerner Kantonal-Musikfest fiel halbwegs ins Wasser. Das Selbstwahlstück «Call of the Sea» von Eric Ball konnte gespielt werden, die Marschmusik fiel dem Regen zum Opfer.
7. Juni 1980 – 22. Luzerner Kantonal-Musiklest in Wolhusen
Die Feldmusik hatte sich entschlossen, erstmals an einem Luzerner Kantonalen in der ersten Klasse teilzunehmen. Gelang der Vortrag in der Pfarrkirche noch ausgezeichnet, fiel das Resultat im «RössIi»-Saal für alle enttäuschend aus, auch die Marschmusik vermochte nicht zu überzeugen. Die Musikanten wurden den Eindruck nicht ganz los, dass an den zwei Spieltagen mit verschiedenen Ellen gemessen wurde.
Mit 302 Punkten reihte sich die Feldmusik in der Tabelle im 12. Rang ein. Es wurden vorgetragen: Selbstwahlstück «Call of the Sea» von Eric Ball, Aufgabestück «Toccata» von Albert Benz. Mit dem Marsch «Frohe Klänge» von F. Siegfried belegte die Feldmusik den 30. Rang. Die Entäuschung stand allen ins Gesicht geschrieben. Trotzdem feierten die Knutwiler die Musikanten mit einem grossartigen Empfang.
20. Juni 1981 – 27. Eidgenössisches Musikfest in Lausanne
Selbstwahlstück: «Partita» von E. Gregson. Im Jurybericht von Ernst Egger ist darüber zu lesen:
«…es ist ein ungetrübter Genuss, dieses kultivierte Spiel anzuhören…»
Ebenfalls hervorragend gelang das Aufgabestück «Three Haworth Impressions» von G. Langford. Die Jury bewertete diesen Vertrag nur gerade 2,5 Punkte unter dem Maximum. Das bedeutete die Tageshöchstnote und am Schluss mit 116 Punkten den 3. Rang in der 1. Klasse Kategorie Brass Band. Die Freude kannte keine Grenzen. Nach dem Empfang in der Heimatgemeinde wurde noch bis spät in die Nacht gefeiert.
12./13./15. September 1981 – Fahnenweihe mit Teilneuinstrumentierung
Ein neues Banner sollte die Feldmusik fortan dem Verein bei freudigen und traurigen Ereignissen vorausgehen. Die Anfertigung wurde der Fahnenfabrik Siegrist in Langenthal übertragen. Aus diversen Vorschlägen wählten die Musikanten als Mofiv zwei gekreuzte Fanfaren auf dem Grund der Gemeindefarben. Die Fanfaren stehen für die fröhlichen Klänge welche die Feldmusik in alle Richtungen ausstreuen möchte. Das OK, bestehend aus Werner Steiger, Präsident; Otto Gisler, Vizepräsident; Bruno Stalder, Sekretär; Josef Wyss und Josef Steiger, Kassier; organisierte ein grosses Fest. Die Patenschaft für die neue Fahne übernahmen Sophie Amrein-Spiess und Josef Rütter Baumann. Patenverein war die Musikgesellschaft Reiden.
Zwischenbilanz
Nach siebenjähriger Tätigkeit von Franz Renggli war der Zeitpunkt für eine Zwischenbilanz günstig. Unter seiner Initiative hatte sich das Ausbildungswesen in der Feldmusik stark verändert. Jungbläser wurden frühzeitig erfasst und unter kundiger Leitung ausgebildet. Franz Renggli amtete als musikalischer Leiter und bildete selbst einen grossen Teil der Jungbläser aus. Als Dachorganisation amtete die Musikschule Sursee. Die Ausbildung ging nicht mehr ganz zu Lasten der Feldmusik. Gemeinde- und Elternbeiträge machten einen schönen Teil der entstehenden Kosten aus. Mit dieser Ausbildungspolitik hoffte der Verein, einer gesicherten Zukunft entgegenzusehen.
Doch auch die Vereinsmitglieder sollten nicht rasten. Jeweils im Herbst führte der Dirigent zusammen mit den Registerführern einen speziellen Lehrgang für die Aktiven durch. Der Erfolg gab den Ausbildnern recht.
20. Juni 1982
Mit Freude übernahmen die Feldmusikanten die Patenschaft für das neue Banner der Musikgesellschaft Reiden.
17. Juli 1982 – 25 Jahre FC Knutwil
Die Feldmusik steuerte mit dem Galakonzert ihren Anteil zu einem gelungen Fest bei.
22. August 1982
Nach eineinhalb Jahren war die Innenrenovation der Pfarrkirche abgeschlossen. Weihbischof Otto Wüst leitete die Weihefeierlichkeiten. Die Felmusik spielte zum Aperitif für die geladenen Gäste auf.
9. April 1983 – Jahreskonzerte
Erstmals fand ein Jahreskonzert in der Turnhalle St. Erhard statt. Die akustischen Verhältnisse im «Rössli»-Saal hatten die Vereinsleitung zu diesem Schritt bewogen. Durch die etwas künstliche Konzertbestuhlung mochte keine richtige Atmosphäre zu entstehen.
12. Juni 1983 – 25. Aargauer Kantonal-Musikfeste in Baden
Die Feldmusik konkurrierte in der 1. Klasse, Kategorie Brass Band. Für das Aufgabestück «Henry the Fifth» von Ralph Vaughan Williams und das Selbstwahlstück «Choral and Variations» von Leighton Lucas erhielt sie von der strengen Jury 272 Punkte und klassierte sich im 3. Rang. In der Marschmusik erhielt das Korps 81 Punkte. Dafür durfte der Fähnrich den Goldlorbeer entgegennehmen.
9./12./15. Juli 1983 – Quartierständchen
Der Aufmarsch der Zuhörer war auch in diesem Jahr sehr erfreulich. Im Anschluss an die Ständchen wurden die Musikanten in den «Quartierwirtschaften» vortrefflich bewirtet.
6. Februar 1984
Zum 60. Mal fand ein Feldmusikmaskenball statt. Erstmals führte der Verein die Bar selbst. Für den finanziellen Erfolg des Anlasses wirkte sich das positiv aus.
1. Juli 1984 – Fahnenweihe des SV Knutwil-St.Erhard
Zum 10. Geburtstag schaffte sich der Sportverein eine Vereinsfahne an. Die Feldmusik wirkte am Feldgottesdienst, am Apero-Konzert, am Festzug und am Dorfabend mit.
16./17. Juni 1984 – Vereinsausflug
Die zweitägige Vereinsreise führte zur Insel Mainau und ins Appenzellerland. Übernachtet wurde im Hotel Edelweiss in Schwende. Die Kosten beliefen sich auf ca. Fr. 170.– pro Person. Das sehr schöne Wetter liess diesen Vereinsausflug zu einem unvergesslichen Erlebnis werden.
Jahr der Jugend und der Musik
13./20. April 1985
Eine gute Gelegenheit, die jüngsten Vereinsmitglieder solistische Erfahrungen machen zu lassen. Die dargebotenen Leistungen fanden allseits viel Beachtung. Die Vorträge ernteten viel Applaus und sehr gute Konzertkritiken in der Tages- und Lokalpresse.
14. bis 16. Juni 1985 – 23. Luzerner Kantonal-Musikfest in Hitzkirch
Die Darbietungen standen, wie im Expertenbericht vermerkt, auf einem sehr hohen musikalischen Niveau. Die Feldmusik konkurrierte in der 1. Klasse Kategorie Brass Band. Nach intensiver Probearbeit klassierte sich der Verein mit 342,5 Punkten im 5. Rang. Sie spielte als Aufgabestück «Paseo Burlesco for Brass Band» von Fritz Vögelin und als Selbstwahlstück «Three Miniatures» v. T. J. Powell. Mit dem Marsch «Addio Biasca» v. A. Röllin erzielte der Verein bescheidene 43,75 Punkte.
Stolz durfte der Fähnrich zu Hause einen Goldlorbeer an seiner Fahne zeigen.
4. Juni 1986 – 600 Jahre Stadt und Land Luzern
Zusammen mit den anderen Dorfvereinen übernahmen die Feldmusikanten die Jubiläumsfahne, die in allen Luzerner Gemeinden einen Tag an die Gründüng des Standes Luzern erinnern sollte.
14. Juni 1986 – 28. Eidgenössisches Musikfest in Winterthur
Nach längerem Unterbruch konnte man die Feldmusik wieder einmal direkt am Radio mithören. Das Radio DRS strahlte das Aufgabestück «Pasticcio for Brass Band» v. Edi Kurmann direkt aus. Der Vortrag des Selbstwahlstückes «Second Suite in F» von Gustav Holst wurde vom Fernsehen aufgezeichnet und mehrmals ausgestrahlt.
Mit 330 Punkten blieb der Verein eindeutig hinter den Erwartungen zurück. Zuviele Zufälligkeiten hatten sich in die Vorträge des Selbstwahlstückes und der Marschmusik eingeschlichen. Mit dem Ergebnis aus dem Aufgabestück durften die Musikanten zufrieden sein. damit klassierte sich die Feldmusik im 13. Rang in der 1. Klasse der Kategorie Brass Band.
3./5./6. Juli 1986 – Fahnenweihe der Musikgesellschaft Knutwil
Etwas überraschend kam die Anfrage zur Patenschaft für das neue Vereinsbanner der Schwestersektion schon. Die beiden Vereine hatten sich nicht immer so nahe gestanden. Umso schöner war es, diesen Beweis gegenseitigen Vertrauens mit dieser Patenschaft antreten zu dürfen. Ein erster Schritt in eine gemeinsame, friedlich-musikalisehe Zukunft konnte mit diesem Fest begangen werden.
20. September 1986
Vier Jungmusikanten der Feldmusik, Gerald Amrein, Oliver Roth, Mario Schumacher und Heinz Brunner, hatten sich mit gutem bis sehr gutem Erfolg am Schweizerischen Solistenwettbewerb in Interlaken beteiligt.
30. Dezember 1986
Dirigent Franz Renggli hatte der Vereinsleitung seine Demission auf Ende des Jahres eingereicht. Nach 9 Jahren engagiertem und selbstlosem Schaffen verliess er die Feldmusik Knutwil. Unter seiner Stabführung hatte der Verein eine rasante Entwicklung erlebt. Viele schöne Stunden und viele Erfolge begleiteten die Feldmusik in dieser Zeit. Vor allem seine Arbeit für die Jugend sei an dieser Stelle besonders vermerkt. Die Feldmusik wünscht ihm für seine weitere Tätigkeit als Dirigent und Ausbildner viel Erfolg und viele Jahre der erforderlichen Gesundheit und Kraft für sein Wirken zum Wähle der Blasmusik.
16. Januar 1987 – GV
An der GV wurde Rino Chiappori aus Luzern einstimmig zum Nachfolger von Franz Renggli bestimmt. Als Solo-Cornetist der Brass-Band Bürgermusik Luzern bringt er grosse Erfahrung aus dem Brass-Band-Wesen mit in den Verein. Seine Fähigkeiten wird er auch als Ausbildner für die Jungen zur Verfügung stellen.
25. April/2. Mai 1987 – Frühlingskonzert
Die Vorbereitungen und die Durchführung leitete als Gastdirigent Karl Affentranger aus Hochdorf. Er hatte sich seine Aufgabe nicht leicht gemacht und mit den Musikanten ein sehr ansprechendes und anspruchvolles Konzertprogramm einstudiert. Der grosse Applaus der Zuhörer war der verdiente Lohn für die musikalisch hochstehenden Vortrage.
14. Juni 1987 – Wahl des Gemeindeammanns
Mit Kaspar Albrecht wurde der fünfte Feldmusikant in das Amt des Gemeindeammanns gewählt. Hermann Fries, «OK-Präsident der Uniformweihe» 1988, wurde als zweiter Liberaler in den fünf Mitglieder zählenden Gemeinderat gewählt. Den beiden Neugewählten überbrachten die Feldmusikanten ihre Glückwünsche in Form eines Ständchens.
2./3./4./6./9./10./11. Oktober 1987 – Kapellen-Bazar in St. Erhard
Zugunsten der neu zu bauenden Kapelle in St. Erhard wurde ein Bazar organisiert, an welchem das ganze Dorf zur Mithilfe herbeigezogen wurde. Die Feldmusik spielte zum Apero am ersten Sonntag mit der Zehnermusik auf, am Dorfabend glänzte der ganze Verein mit seinen musikalischen Darbietungen. Daneben verwaltete der Verein den Wirtebetrieb im grossen Festzelt. Die Arbeit der Feldmusikanten fiel zur vollsten Zufriedenheit des OKs aus.
31. Oktober 1987 – 1. Unterhaltungskonzert
Zum ersten Mal spielte die Feldmusik unter der Leitung von Rino Chiappori in der Öffentlichkeit. Das Konzert fand grosse Anerkennung bei der leider nur spärlich erschienen Zuhörerschaft.
28./29. November 1987 – 20. Lotto im «Mostkrug»
12. Dezember 1987 – Adventskonzert
Erneut war die Pfarrkirche bis auf den letzten Platz besetzt. Es gelangten Werke von Luzaschi, de Haan, Blake, Parry, Bach und Goland zur Aufführung. Im Anschluss daran fand im «Kreuz» die traditionelle Weihnachtsfeier der ganzen Feldmusikfamilie statt. Ein Modell der neuen Uniform konnte den Anwesenden präsentiert werden. Das Modell fand grosse Anerkennung. Ein weiteres Mal durfte die Feldmusikfamilie (Musikanten, Musikantenfrauen, Ehrenmitglieder, geladene Freunde und Gönner) einen sehr schönen Jahresabschluss feiern.
22. Januar 1988 – GV
An der GV orientierten die verschiedenen Komitees über den Stand der Vorbereitungen für die Neuuniformierung vom 18./19./21. Juni 1988.
An einer der nächsten Proben sollen die Masse der Musikanten genommen werden. Eine Uniform kommt auf rund Fr. 1000zu stehen. Zusammen mit den neuen Instrumenten, die ebenfalls angeschafft werden sollen, muss eine Summe von Fr. 90000 gesammelt werden. Eine stolze Summe für diesen kleinen Verein.
Fortsetzung folgt…