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Canal do Boi
Gegründet 1995
Der “Kanal des Ochsen” ist eine brasilianische Sendestation, deren grösster Programminhalt von den unzähligen Tier-Versteigerungsmärkten des Landes bestritten wird. Da werden Rinder, Milchkühe, Stiere und Ochsen, Hengste und Stuten, Ziegen und Schafe life angeboten. Der Kanal wurde 1995 gegründet und hat zwei Ableger: den so genannten AGRO-CANAL und den NOVO-CANAL. Sie werden per Satellit übertragen (Parabol-Antenne und Kabel-TV).
NGT
“Nova Geração de Televisão” (Neue Fernseh-Generation) ist ein TV-Kanal mit Sitz in São Paulo. Er sendet rund um die Uhr mit einem edukativen, kommunitären Programminhalt und ist auf den Markt gekommen mit einer neuen Vision: als offener Kanal mit Programm-Qualität, stimmuliert er unabhängige Produktionen mit verschiedenem Qualitätsinhalt. Eine neue Identität fürs brasilianische Fernsehen. NGT ist bereits präsent in den drei bedeutendsten Märkten des Landes: er sendet in São Paulo (canal 4 UHF), in Belo Horizonte (canal 38 UHF) und in Rio de Janeiro (canal 26 UHF), mit eigenen Übertragungsstationen deckt er die gesamte metropolitane Region der drei Hauptstädte ab. Er ist via Satellit im ganzen Land zu empfangen – mittels Brasilsat B1 Digital – sowie durch das Netz verschiedener angeschlossener Sender, und befindet sich in stetiger Expansion. Heute ist er in mehr als 25% des nationalen Territoriums präsent. Sein Programm richtet sich auf Erziehung, Kultur, Unterhaltung und Freizeit – ohne staatliche oder sonstige Subventionen.
Gegründet am 13. Mai 1967
Rede Bandeirantes de Televisão (auch bekannt unter dem Namen “BAND”) ist ein brasilianisches TV-Netz im Besitz der ”Grupo Bandeirantes de Comunicação“. Der Kanal ”TV Bandeirantes São Paulo“ (canal 13) ging 1967 erstmals auf Sendung. Sein Gründer, João Saad, konnte auf die Unterstützung seines Schwiegervaters, des Politikers Adhemar de Barros, zählen, der bereits den Radiosender ”Rádio Bandeirantes“ betrieb. Gegenwärtig ist Johnny Saad, der Sohn von João Saad, sein erster Vorsitzender.
1967, wenige Tage nach seiner Einweihung, strahlte der Kanal seine erste Tele-Novela aus: ”Os Miseráveis“ (die Miserablen). 1969 litt der Sender unter einem Grossbrand, welcher seine Installationen vernichtete – ein grosser Teil der Archive ging verloren. Der Slogan jener Zeit, an dem sich seine Mitarbeiter wieder auf- und einrichteten, hiess: „Der Bandeirantes hört nicht auf“.
Ab 1975 beginnt sich Bandeirantes zu einem nationalen Netz zu entwickeln – TV VILA RICA i Minas Gerais verwandelt sich in TV BANDEIRANTES DE MINAS GERAIS – 1977 erreicht TV-Bandeirantes auch Rio de Janeiro mit dem Kanal 7 – und bis 1980 besass er bereits 24 Sendestationen auf ganz Brasilien verteilt.
Bandeirantes gilt allgemein als der ”Sport-Kanal“ Brasiliens. 1970 übertrug er die Fussball-Weltmeisterschaft von Mexiko – 1983 brachte er sein Programm ”Show do Esporte“ (Sport-Schau) heraus, die als längstes Programm der Welt bezeichnet wurde. Und mit dem Riesenerfolg dieses Programms war der ”Canal de Esporte“ beim Volk in aller Munde. Der Sender übertrug die Olympiaden von 1984, 1988, 1992, 1996, 2000 und 2004 – stets mit einer journalistischen Führung, die Geschichte machte.
Der Kanal Bandeirantes entwickelte sich mehr und mehr zu einem Kanal für jeden Publikumsgeschmack und alle Levels. Ab den 90er Jahren begann er mit einer Programmgestaltung, die mehr auf das feminine Publikum und die Familie zugeschnitten war. Gegenwärtig gehört zu seinen festen Mitgestaltern eine Reihe von Namen, die beim Insider-Publikum äusserst beliebt sind. Der Slogan von Bandeirantes heisst inzwischen ”Prazer em ver“ (Freude beim Zuschauen).
Gegründet am 25. Januar 1970
Die “Fundação Cásper Líbero” ist eine Institution ohne finanzielle Interessen und administriert einen enormen Kommunikations-Komplex mit Sitz in São Paulo. Zu ihm gehören heute: TV Gazeta, Rádio Gazeta AM/FM, die Zeitungen A Gazeta und A Gazeta Esportiva (inzwischen: gazetaesportiva.net) die FCLNet, die Fakultät für Gesellschaftliche Kommunikation Cásper Líbero und die Gruppe CIDADANIA EMPRESARIAL.
TV Gazeta, dies aus der die Rede Gazeta de Televisão (in São Paulo) hervorging, wurde am 25. Januar 1970 eingeweiht, dem Geburtstag der Metrópole São Paulo. Es war der erste Sender mit einer Infrastruktur für Farbfernsehen – und besass als erster auch eine Struktur für eine Auslandsübertragung in Farbe. In den 90er Jahren begann die Partnerschaft zwischen der REDE OM (die sich ab 1992 CNT nannte) und dem TV Gazeta von São Paulo. Zu jener Zeit strahlte der Sender ausländische Novelas aus, sowie Life-Programme mit Zuschauern, wie zum Beispiel die populären “Cadeia“ (Gefängnis) und “190 Urgente“ (190 Eilt) oder das interaktive Spiel “Hugo“ – ausserdem mit guten journalistischen Programmen und Sport.
Stellvertretend für die vielen weiteren “religiösen Sender“ der folgende:
Dies ist eine Sendestation des evangelischen Fernsehens. Sein Signal steht dem gesamten nationalen Territorium mittels Hunderter von unterzeichneten Verträgen von TV-Operatern zur Verfügung, sowie auch dem offenen TV-Netz.
Es werden Programme für Kinder, Dokumentar- und Kinofilme, Musikprogramme, Interviews, Shows, Übertragungen von Messen, sportliche Events und andere, ausgestrahlt.
Gegründet am 5. Juni 1983
Ist ein inzwischen erloschener Kanal des brasilianischen Fernsehens, gegründet am 5. Juni 1983 in Rio de Janeiro durch den ukrainischen Journalisten, Unternehmer und nationalisierten Brasilianer Adolpho Bloch. Der Kanal sendete bis am 10. Mai 1999.
Die neun Kanäle der erloschenen TV Tupi – Konzession entzogen 1980 – ausserdem der freie Kanal des TV Excelsior von São Paulo – entmündigt 1970 – wurden Adolpho Bloch einerseits, und dem Unternehmer und Entertainer Silvio Santos andererseits, am 19. August 1981, vom brasilianischen Präsidenten João Figueiredo (Militärregierung) übergeben. Na diesem denkwürdigen Tag gingen in Blochs Hände vier Sender über, die einst der Rede Tupi und dem TV Excelsior gehört hatten. Mit den anderen vier Konzessionen des TV Tupi in Händen lancierte Silvio Santos noch am gleichen Tag das “Sistema Brasileiro de Televisão“ – besser bekannt als SBT.
Das Programm des Senders war geprägt von Hochs und Tiefs während seiner gesamten Existenz. Besonders der Karneval von Rio bekam beim TV Manchete stets einen Spitzenplatz im Programm – der Sender übertrug nicht nur die Paraden, sondern auch die Vorbereitungen des ganzen Landes zu diesem alljährlichen, grössten brasilianischen Fest. Einer der grössten Novela-Erfolge des Kanals war “Pantanal“, mit herrlichen Tier- und Landschaftsaufnahmen der gleichnamigen Region (1990).
1991 hob der Kanal das “Nationale Kino“ in seiner Programmgestaltung besonders hervor. Im gleichen Jahr beginnt Manchete mit der Investition von mehreren Millionen Dollar in die Novela “Amazônia“, die am Ende ein Publikums-Flop wurde – aus diesem Grund steckte der Kanal am Ende des Jahres in einer schweren Finanzkrise, deren bekannteste Ursache jene überhöhte Investition gewesen ist. Als sich die Krise Anfang 1992 noch verstärkte, begann Bloch einen Käufer für den Sender zu suchen. Im Mai konkretisierte sich der Verkauf an die Gruppe IBF (Indústria Brasileira de Formulários) – 670 Angestellte wurden entlassen und die Operationsbasis nach São Paulo verlegt.
In São Paulo 1993 erlebten die übriggebliebenen Angestellten unter dem neuen Besitzer ein Chaos: Ihre Löhne waren rückständig – einige seit einem Jahr (!) – und sie reagierten: Eines schönen Nachmittags, am 15. März 1993, erlebten die Zuschauer plötzlich einen Blackout – dann erschien ein Protest-Text auf der Mattscheibe, in dem die Angestellten dem Publikum ihre prekäre Lage erklärten – die fehlenden Löhne und, dass der Sender “reif für den Schrottplatz“ sei. Und sie erklären ihren Generalstreik noch am selben Tag.
Dieses Chaos veranlasste Bloch, gegen die neuen Herren des Senders gerichtlich vorzugehen und seine Neuübernahme des Kanals einzufordern. Und am 23. April 1993 war es geschafft: die Justiz von Rio de Janeiro gibt der Familie Bloch die Kontrolle der Rede Manchete zurück, unter der Begründung, dass die IBF des Unternehmers Hamilton de Oliveira vertragliche Klauseln missachtet habe.
Am 11. Mai 1994 werden letzterer und die Direktion des TV Manchete von einer offiziellen Untersuchungskommission der aktiven Korruption, Bandentum, Steuerhinterziehung und unrechtmässiger Bereicherung angeklagt – einen Monat später, am 8. Juni, empfiehlt der End-Report der Kommission die Entfernung der Direktoren von Manchete und von IBF – “auch aus der Gesellschaft, welche die Aufgabe hat, öffentliche Konzessionen zu administrieren und zu nutzen“.
Oscar Bloch Siegelmann, besser bekannt als “Adolpho Bloch“, hat diese Schlappe nie mehr überwunden – 1995 stirbt er im Alter von 71 Jahren an einem fulminanten Herzinfarkt in der Stadt Rio de Janeiro. Seine Söhne übernehmen die Präsidentschaft des Senders.
Aber auch der erholt sich unter der Aufsicht der Söhne nicht mehr – pendelt von einer Dependence in die andere: Am 31. Dezember unterzeichnet die Bischöfin Sônia Hernandes von der Kirche “Wiedergeboren in Christus“ (RGC), einen Vertrag, der die Kirche berechtigt, den TV Manchete 15 Jahre lang zu führen. Die Bloch-Gruppe vergab auch die gesamte Programmierung an die Kirche, nur um den Kanal zu retten, die ihrerseits zugesagt hatte, während der kommenden 15 Jahre für eine monatliche Zahlung von 4,8 Millionen Reais (2,4 Millionen USD) aufzukommen. Der Sender zeigte tatsächlich Besserung – sowohl finanziell als auch intern, inhaltlich. Die Kirche produzierte sämtliche Programme und verkaufte kommerziellen Platz an die Werber – aber sie liess die Mitarbeiter mit den Monatslöhnen hängen – einige seit vier Monaten! Wieder ein Flop: nach wenigen Monaten in den Händen der Kirche RGC kehrt Rede Manchete wieder unter das Kommando der Familie Bloch zurück. Die Vermietung wurde anulliert – Grund: die zwar versprochenen, aber ausstehenden Monatszahlungen. Besonderer Gag: Der damalige Minister der Kommunikation, Pimenta da Veiga, der sich von Anfang an gegen diesen Kontrakt mit der Kirche ausgesprochen hatte, lobte nunmehr die Initiative der Blochs.
Mehr als vier Jahre nach dem Tod des Veterans Adolpho Bloch, zusammen mit einem Flop der Novela “Brida“ (nach dem Buch von Paulo Coelho) – der die Mittel des Senders erschöpft hatte – musste man erneut an den Verkauf des Senders denken. Am 8. Mai 1999 war es dann endgültig soweit: TV Manchete wurde von der Gruppe TeleTV übernommen. Die Transaktion ging zehn Tage vor dem Ultimatum zur Erneuerung der Sende-Konzession über die Bühne – diese Konzession befand sich seit 1996 im Rückstand. Sollte die Manchete dieser Aufforderung nicht bis am 18. Mai nachgekommen sein, würde ihr die Sendekonzession definitiv entzogen. Am 9. Mai zahlte die Gruppe die ausstehenden 330 Millionen Reais (165 Millionen USD) – befriedigte auch noch andere Gläubiger und investierte weitere 100 Millionen Reais (50 Millionen USD) während der darauf folgenden zwölf Monate in den Sender.
Man transferierte den Sitz des Senders in die Stadt Barueri (Bundesstaat São Paulo) und gründete am 15. November 1999 die REDE TV! – mit einem vollkommen unterschiedlichen Programm zu dem des TV Manchete.
Gegründet 1984
Wurde als ein staatlicher Sender öffentlichen Interesses 1984 gegründet, mit dem Ziel, den Austausch von Werten, wie Kultur und Erziehung, innerhalb der Bevölkerung von Minas Gerais zu fördern. Erster Sitz des Senders war ein Gebäude in der Avenida Assis Chateaubriand (Belo Horizonte), wo e 10 Jahre lang funktionierte. 1995 zog er dann in seine gegenwärtige Adresse um, der Avenida Nossa Senhora do Carmo – und änderte seinen Namen in Rede Minas.
Zu jener Zeit ereichte er 33 Distrikte rund um die Hauptstadt und sein Programm – unter simultaner Unterstützung des TVE aus Rio de Janeiro – ging in den Äther zwischen 18:00 und 24:00 Uhr. Seine erstn lokalen Produktionen folgten im Jahr 1985.
“Momentos de Minas“ (Mineirische Momente) war eine der Pionier-Produktionen, woraus sich etwas später die Nachrichtensendung “Jornal de Minas“ entwickelte. 1987 folgten die Programme “Alta Tensão“ (Hochspannung) – “Testemunha Ocular“ (Augenzeuge) und “Agenda“, die das Programm-Gitter lokaler Produktionen erweiterten. Zur selben Zeit erweiterte sich der Sendebereich der Rede Minas mit Installation eines Kurzwellen-Links auf dem Turm der Serra do Curral.
Heute erreicht das Signal der Rede Minas 611 Orte im Bundesstaat Minas Gerais, und neue Vereinbarungen sind bereits getroffen, um sämtliche Distrikte des grossen Bundesstaates – insgesamt 853 Stück – ab 2006 erreichen zu können.
Gegründet am 8. August 1994.
Ein offener Kanal des brasilianischen Fernsehens in São Paulo, der von Roberto Montoro gegründet wurde, in der Absicht, die Erfolgskurve des Radiosenders “Rádio Mulher“ (Radio für die Frau), der sich in erster Linie ans weibliche Publikum wandte, fortzusetzen. Er übernahm den Kanal des erloschenen TV Morada do Sol, in der Stadt Araraquara, im Interior des Bundesstaates São Paulo. Man operierte in kleinen Studios im Stadtteil Granja Julieta und präsentierte den grössten Teil der Programme life – wie zum Beispiel “Com Sabor“ (Mit Geschmack) – ein Programm, das während mehr als drei Stunden Kochrezepte präsentierte.
Gegründet am 27. September 1953
Rede Record de Televisão ist ein offener Kanal, gegründet von Paulo Machado de Carvalho. In den 60er Jahren begannen die ”Goldenen Jahre“ des Senders, als er die Spitze aller Einschaltquoten mit seiner Konzentration auf die ”Musica Popular Brasileira“ (Brasilianische Volksmusik – MPB) erreichte. Berühmte Gesangsstars wie Elis Regina, Jair Rodrigues, Roberto Carlos und viele andere verdanken dem Kanal ihren Aufstieg.
1972 wurden 50% der Record-Aktien an den Showmaster Silvio Santos verkauft – der Kanal behauptete sich auf dem zweiten Platz der Publikumsgunst zu jener Zeit. Aber sein Stern drohte zu verlöschen: Sein Programm bestand nunmehr hauptsächlich aus Serienproduktionen, Filmen und Zeichentrickfilmen.
Ab der 90er Jahre ging der Kanal in den Besitz von Edir Macedo über, Bischof und spiritueller Führer der ”Igreja Universal do Reino de Deus“. Man kommentierte zu jener Zeit, dass der Sender nun zu einem reinen Propaganda-Kanal der Kirche absinken würde, was sich allerdings nicht bewahrheitet hat. Am 16. Juli 1990 präsentierte der Record sein neues Logo, zusammen mit einer neuen Programmgestaltung, und überraschte, als er im Oktober 1990 in der Publikumsgunst mit dem Globo gleichzog. Ab diesem Moment ging es weiter aufwärts: Mit seinem erweiterten Programm – Zugpferd Journalismus – begann man auch mit der Konstruktion eines nationalen Netzes von Sendestationen.
Im Verlauf des folgenden Jahrzehnts – 1990 bis 2000 – investierte der Kanal massiv in Tele-Novelas und hatte damit grossen Erfolg und entsprechend Einschaltquoten. 1996 übertrug er die Olympischen Spiele von Atlanta – und 1998 die Fussball-Weltmeisterschaft .
März 2004: Auf dem Weg zur Führung – die Macher des Rede Record beschliessen die Richtung und das Programm-Gitter zu ändern. Dabei zählen sie auf dieselbe Formel, welche schon von Rede Globo erfolgreich angewendet wurde: ”Novela / Nachrichten“ – und gegenwärtig gehören zum Record-Erscheinungsbild anspruchsvolle Vignetten, Journalisten der Konkurrenz und Telenovelas guter Qualität. Im Februar 2007 – nach den Messungen der Einschaltquoten von IBOPE – überholt der Kanal in São Paulo den SBT im Monatsdurchschnitt und setzt sich damit an die zweite Stelle im Land. Im März 2007 kündigt Record den Ankauf der Übertragungsrechte für die Olympischen Spiele in Vancouver (Winter) 2010 und in London (Sommer) 2012.
Sitz des Unternehmens Rede Record ist der Stadtteil Barra Funda im Stadtgebiet von São Paulo. Das Unternehmen besitzt, darüber hinaus, ein Teledramaturgisches-Zentrum im Stadtteil Vargem Grande von Rio de Janeiro, in dem auch die eigenen Novelas produziert werden.
Gegründet am 18. September 1950
Televisão Tupi de São Paulo, canal 3, war der erste Fernsehkanal überhaupt in Brasilien und in ganz Südamerika – gegründet am 18. September 1950 von Assis Chateaubriand, war er Teil der Mediengruppe “Diários Associados“. Am 18. Juli 1980 wurde ihm die Konzession von der brasilianischen Regierung entzogen – wegen verschiedener administrativer und auch finanzieller Schwierigkeiten. Weitere 6 Filial-Sender mussten ihre Tätigkeit daraufhin ebenfalls einstellen.
Gegründet am 15. November 1999
Rede TV! ist ein brasilianisches Fernseh-Netz mit Sitz in Barueri, im Bundesstaat São Paulo, genauer gesagt in einem Wohnblock, dem “Condominio Alphaville“. Seit dem 15. November 1999 auf Sendung, die fünf Konzessionen des Kanals wurden an eine Unternehmergruppe vergeben, welche von Amilcare Dallevo, Marcelo de Carvalho und der Banco Rural (Bank) angeführt wird.
Das Programm von Rede TV! ist prinzipiell auf Unterhaltung ausgerichtet – mit verschiedenen Sendungen in unterschiedlichen Segmenten: Humoristisches, Shows mit Publikum, Journalismus, Sport, importierte Serien, Interviews, femnine Sendungen und solche des Showbizz. In den letzten Jahren durch ein besonders niedriges Niveau bekannt geworden, mussten seine Betreiber des Öfteren an die Zuschauer appellieren, um Einschaltquoten zu erzielen – so einige radikale Kritiker. Viele Beiträge werden hart kritisiert, weil ihnen Inhalt fehlt, wegen ihrem Sensationalismus, oder Tiefschlägen zu unangebrachten Zeiten. Aber darunter sind auch ein paar Sendungen, die von der Kritik gelobt werden, wie zum Beispiel “Ritmo Brasil“ (Musiksendung) oder “Panico na TV“ (Humor) und die Sport-Übertragungen.
Gegründet am 19. August 1981
Sistema Brasileiro de Televisão (Das Brasilianische Fernseh-System – SBT) ist ein TV-Netz, welches sich aus Sendern zusammensetzt, die dem Unternehmer und Fernseh-Moderator Silvio Santos gehören, sowie anderen angeschlossenen Kanälen und Transmittern.
Ursprünglich geschaffen als ein persönliches Instrument für das Programm ”Silvio Santos“, mit nationaler Reichweite, kombiniert mit einem Grossteil der von der erloschenen Rede Tupi geschaffenen Attraktionen, hat sich die SBT durch unzählige Änderungen in ihrer Programmstruktur laviert – allerdings stets darauf bedacht, eine populäre Linie einzuhalten, die von bösen Zungen auch als „Linie der Massen“ bezeichnet wird. Immerhin, SBT hat das zweitgrösste TV-Netz des Landes.
1980, mit der Schliessung der Rede Tupi, gelingt es Silvio Santos, sich die Konzessionen von vier Kanälen zu sichern, welche bis dato zum Netz der Tupi gehörten. Der SBT provitierte in seinen Anfängen ebenfalls von vielen Programmen und den entsprchenden Künstlern des erloschenen Kanals. Silvio Santos hat von Anfang an auf eine besonders ”volksnahe“ interaktive Linie gesetzt und ist damit gut gefahren – SBT ist das beliebteste Programm bei den unteren Einkommensklassen. Um auch auf dem Sektor ”Novela“ nicht zurückzustehen, kauft Silvio Santos mexikanische Billigproduktionen – später produziert er eigene Machwerke. Im Verlauf der 80er Jahre festigt er seine Position des Zweiten Platzes in der Gunst der brasilianischen Fernsehzuschauer.
1987 stellt man fest, dass man zwar gute Einschaltquoten, aber zu wenig Werbeschaltungen hat – denn die Unternehmer, desinteressiert an einem Programminhalt, welche sich an die Klasse der ärmsten Verbraucher richtete. Daraufhin motzte der Sender seine Programme auf und gab auch öffentlich sein Missfallen kund gegen den abfälligen Ausdruck ”brega“ (etwa: out), den ihm die Konkurrenz versucht hatte anzuhängen. 1988 intensivierte Silvio die Neuformulierung und verhielt sich fortan aggressiver gegen den Rivalen Globo – er nimmt neue Künstler unter Vertrag, lanciert neue Programme und schafft seine eigenen Sendezeiten für grosse Filme. Er macht einen der in Brasilien verehrtesten Entertainer, den dicken Jo Soares dem Globo abspenstig, der in Anbetracht einer in Aussicht gestellten eigenen Talk-Show zusagt, den Kanal zu wechseln.
1988 unterzeichnet Gugu Liberato, heute einer der beliebtesten TV-Moderatoren, den Vertrag mit SBT. Mit diesem Schachzug krönte Silvio Santos seine eigene Entertainer-Laufbahn mit einem sicheren Nachfolger. Die beliebte Hebe Camargo, die seit 1986 das Programm ”Hebe“ moderiert, war ebenfalls eine gute Investition, die sich mit erhöhten Einschaltquoten bis in die Gegenwart auszeichnet. In den 90er Jahren erfuhr der SBT ein bemerkenswertes Wachstum und lancierte seinen Slogan ”SBT, na nossa frente só você“ (vor uns nur Du).
Ein Millionengeschäft für den SBT wurde der Entertainer Carlos Massa, der 1998 vom RECORD zum SBT überwechselte: Er entwickelte als ”Ratinho“ im gleichnamigen Programm den Stil einer ”Mondo Cane“ – in dem er gegnerische Parteien aus nachbarlichen Streitereien und Dreiecksverhältnissen auf der Bühne öffentlich aufeinander losgehen liess, dass die Fetzen flogen! ”Ratinho“ erlangte eine unvergleichliche Berühmtheit, und das ”Programa do Ratinho“ wurde zu einer Art Pop-Phenomen der 90er Jahre in Brasilien: neben der ”8-Uhr-Novela“ vom GLOBO erreichte die Sendung die höchsten Einschaltquoten.
Am 7. September 2003 war das Programm ”Domingo Legal“ (Schöner Sonntag) Schauplatz eines grossen journalistischen Skandals: Gugu Liberato interviewte zwei angebliche Mitglieder des ”Primeiro Comando da Capital“ – jenes Drogen-Killer-Kommandos von São Paulo, von denen die meisten Verbrechen in dieser und anderen Städten begangen werden. Dass es sich bei den beiden Interviewten um einen Gag handelte, wurde allerdings erst mehr als eine Woche nach der Sendung enthüllt, mit der Identifizierung der Verantwortlichen. Nachdem dann Gugu Liberato längere Zeit nicht mehr auf der Mattscheibe erschien, sackten auch die Einschaltquoten von 20 Punkten um 9 Punkte ab – Globo, Record und Bandeirantes waren die Nutzniesser des Skandals, indem sie ein paar Punkte zulegten. Von diesem Skandal hat sich das Sonntagsprogramm des SBT nie mehr ganz erholt.
Trotz alledem kann sich der SBT mit viel Mut zu Programmänderungen und Programm-Gags auf seinem Zweiten Platz in der Zuschauergunst behaupten – vor seinem zähesten Konkurrenten, dem Rede Record. Und man kann sich sicher gewaltig darüber streiten, ob ein seit 1960 kaum verändertes Programm-Gitter eines Globo mehr Einschaltquoten verdient als ein SBT mit seinen steten Bemühungen um neue Ideen.
Gegründet am 15. Juni 1969
Dies ist ein Sender des brasilianischen Fernsehens mit einem edukativen, kulturellen Charakter – Sitz in São Paulo. Er wird unterhalten von der “Fundação Padre Anchieta“, einer Stiftung ohne finanzielle Interessen, welche Subventionen aus der öffentlichen Hand erhält – und zwar von der Regierung in São Paulo, sowie privaten Spenden, aus Werbeeinnahmen, kulturellen Zuwendungen und Spenden grosser Korporationen.
Der TV Cultura führt – zusammen mit dem TV Brasil – das öffentliche Fernsehnetz an, eine Institution, die diverse edukative Sendestationen des ganzen Landes in sich vereint. Er ist besonders wegen seiner erzieherischen Programminhalte für Kinder beliebt, die auf allgemeinen ethischen Grundsätzen basieren und versuchen, ihrer gesellschaftlichen Funktion gerecht zu werden. Dafür wurde der Kanal schon international ausgezeichnet, inklusive von der UNESCO.
Der TV Cultura bemüht sich um einen öffentlichen Charakter seiner Programmierung und erklärt seine Unabhängigkeit hinsichtlich des Staates und sonst irgendwelcher privater Gruppen (es gibt allerdings Widersprüchlichkeiten bezüglich dieser Behauptung).
Gegründet 2005
Auch der TV da Gente (etwa: Unser TV) ist ein brasilianischer Fernsehkanal – er begann am 20. November 2005 zu senden – ausgerechnet am Tag der “Consciência Negra“ (des Schwarzen Bewusstseins). Er erschien mit der Ankündigung, der erste TV-Kanal mit einer Programmierung sein zu wollen, die von Schwarzen produziert, sich an die gesamte schwarze Bevölkerung Brasiliens richte. Sein Idealisator ist der Sänger Netinho de Paula. Die Sendestation befindet sich innerhalb der Infrastruktur der erloschenen Rede Manchete von São Paulo, im Stadtteil Casa Verde, in der Nordzone der Metropole.
Gegründet am 17. April 2007
Der Kanal TV JB wird vom Netz der CNT getragen – er ist der jüngste unter allen Fernsehkanälen Brasiliens und das Ergebnis aus einer Partnerschaft zwischen Flávio Martinez (Besitzer der CNT) und Nelson Tanure (“Companhia Brasileira de Multimídia – verantwortlich für die Zeitungen “Jornal do Brasil“ und “Gazeta Mercantil“, sowie Editora Peixes, Brasillog und Brasil Digital). Der TV-Kanal funktioniert auf der Basis einer Prodult-Partnerschaft, für die der CNT-Sender über fünf Jahre gemietet wurde (mit Verlängerungsmöglichkeit).
Anfänglich sendete der TV JB sechs Stunden täglich eigene Produktionen, zwischen 18:00 und 24:00 Uhr. Seit Mai 2007 gibt es auch eine Sendezeit zwischen 10:00 und 12:30 Uhr mit dem Programm “Manhã Mulher“ (Morgen der Frau) mit Ney Gonçalves Dias und Nani Venâncio. Damit produziert der JB jetzt 9 Stunden, von Montag bis Samstag, in seinem Programm-Gitter und 6 Stunden am Sonntag. Sein Repertoire enthält vornehmlich: Journalistische Beiträge, Interviews, Tourismus, Musik, Kinofilme, Sportbeiträge und verschiedene Programme für Jugendliche.
Der Kanal hat seinen Hauptsitz in Rio de Janeiro (im Gebäude des “Jornal do Brasil“), Filialen in São Paulo, Brasília und Curitiba (Bundesstaat Paraná).
Gegründet 1955
Ein Kanal mit Sitz in Rio de Janeiro, der von 1955 bis 1977 gesendet hat – in der Mitte der 80er Jahre, genauer gesagt 1987, wieder aufgenommen wurde, um abermals 1992 seine Sendungen einzustellen. Er sendete auf dem Kanal 13 VHF, der heute vom TV Record belegt ist. Der TV Rio der ersten Periode produzierte ein eigenes Programm, importierte jedoch auch Produktionen des TV Record aus São Paulo, der Familie Machado de Carvalho. Diese Partnerschaft nannte sich REI (Rede de Emissoras Independentes – Netz unabhängiger Sender).
Mitarbeiter der ersten Stunde waren so bekannte Namen wie Chacrinha, Norma Benguel, Moacyr Franco, Dercy Gonçalves und Chico Anysio. Der TV Rio war bekannt und beliebt besonders wegen seiner zahlreichen humoristischen Programme. Dortselbst hat auch Nelson Rodrigues seine unvergessenen Stücke im Sinn einer Telenovela geschrieben: “A Morta sem espelho“ (Die Tote ohne Spiegel) – “Pouco amor não é amor“ (Wenig Liebe ist gar keine Liebe) – unter dem Pseudonym Verônica Blake, und später “Sonho de amor“ (Traum von Liebe) und “O Desconhecido“ (Der Unbekannte) – unter seinem richtigen Namen.
Der Sender wird 1987 wieder unter der Aufsicht des Pastors Nilson Fanini in Betrieb genommen. Walter Clark ist verantwortlich fürs Programm, und er kreiert ein innovatives Gitter der Attraktionen, welche von Moderatoren verschiedener UKW-Sender Rios kommandiert werden. Deshalb nannte man jene Programme im Volksmund “Radiais“. Aber diese Formel präsentierte keine befriedigenden Resultate und man stellte sie wieder um. Der Entertainer Raul Gil – heute beim Kanal Record – gab sein Debut während dieser neuen Phase des Senders.
Der Sitz dieses “neuen TV Rio“ war alles andere als privilegiert: während der erst innerhalb eines Nobel-Stadtteils, zwischen Copacabana und Ipanema, funktionierte, musste sich dieser mit einer schmuddeligen Umgebung im Zentrum von Rio de Janeiro begnügen. 1992 wurde TV Rio in das Netz des TV Record integriert.
Gegründet 1952
Der Kanal 5 war ein Fernsehkanal der Stadt São Paulo – gegründet 1952 von dem Politiker Oswaldo Ortiz Monteiro, der im Jahr 1955 seine Administration an die Gruppe “Organizações Victor Costa“ abgab. Der kleinste Fernsehkanal São Paulos: sein Sitz bestand lediglich aus einem kleinen Appartment im Gebäude “Edifício Liége“, in der Rua da Consolação – die Studios befanden sich in der Garage und in einem Raum desselben Wohngebäudes, der eigentlich als Ladengeschäft gedacht war. Die Küche hatte man als Entwicklungslabor umfunktioniert, und die Redaktion der Texte und des Telejournals führte man im Wohnzimmer aus – alles improvisiert. Trotzdem lieferte man ein Programm guter Qualität, welches mehrere Male den Kanal TV Record in den Schatten stellte, um an der Seite des damaligen Marktführers TV Tupi zu landen.
Bedeutende Namen des brasilianischen Fernsehens gaben bei diesem Minikanal ihr Debut: wie zum Beispiel Hebe Camargo und Silvio Santos. Von 1959 bis 1961 wirkte hier Mario Brasini als künstlerischer Direktor, der die Novela “Laura“ geschrieben und dirigiert hat, ausserdem die Programme “A alma das coisas“ (Die Seele der Dinge) – “Estampas Eucalol“ – “Teledrama 3 Leões“ – “Boa noite Carmela“ und andere. Hier beim TV Paulista entwickelte sich Silvio Santos zum Entertainer, mit dem Programm “Vamos brincar de Forca“ (Das Galgenspiel).
In der Mitte der 60er Jahre übernimmt der Unternehmer Roberto Marinho (Globo) den TV Paulista, der seit dem Tod von Victor Costa in die Dekadenz abzustürzen drohte: seine Programme wurden häufig durch Blackouts unterbrochen, es fehlten Investitionen und Fachleute. Offiziell, ab dem 24. März 1966, geht der Kanal 5 von São Paulo in die Rede Globo über und nennt sich fortan TV Globo São Paulo.
Der TV Brasil – oder einfach nur TVE – ist eine Einrichtung mit erzieherischem Interesse, er wird von der ACERP unterhalten, deren Mission es ist, edukative, kulturelle und informative Programme zu entwickeln – eine wirklich grosse Lücke in diesem Land – unter der Verwendung von integrierten Radio- und TV-Systemen und neuer Technologien, indem sie ein nationales Netz von qualifizierten und kompromittierten Partnerschaften mobilisieren, mit demokratischem Zugang zur Information, in der Absicht, Kenntnisse zu erweitern, Erziehung zu vertiefen und zur Nutzung der Bürgerrechte anzuregen.