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|Rasantes Wachstum||
28.11.2021 14:22:00

So stieg Amazon zum weltgrössten Online-Versandhändler auf
Amazon hat in den letzten 25 Jahren den Online-Markt revolutioniert. Wie konnte aus einem Garagen-Unternehmen einer der wertvollsten Konzerne der Börsengeschichte werden?
• Grosse Probleme aufgrund der Dotcom-Blase
• Amazon mischt alle Branchen auf
Die Geschichte von Amazon beginnt 1994 in einer Garage in Seattle. Von dort aus verkaufte Amazon-Gründer Jeff Bezos zunächst Bücher über seine Online-Plattform - nur wenige Jahre später gehört ihm eines der grössten Handelsimperien der Welt.
Wie alles begann
Am 5. Juli 1994 gründeten Jeff Bezos und seine damalige Ehefrau MacKenzie Bezos das Unternehmen Cadabra. Weil diese Bezeichnung allerdings zu nahe am Wort Kadaver liegt, änderte das Ehepaar den Firmennamen in Amazon um, wie Bezos in seiner Biographie schreibt. Der neue Name ist eine Anlehnung an den Amazonas, den längsten Fluss der Welt.
Am 16. Juli 1995 verkaufte Amazon das erste Buch mit dem Titel "Fluid Concepts and Creative Analogies: Computer Models of the Fundamental Mechanisms of Thought" von Douglas R. Hofstadters. Ein Exemplar steht heute im Eingang des Amazon-Hauptgebäudes in Seattle.
1996 erzielte Amazon bereits einen Umsatz von 15,7 Millionen US-Dollar. Ein Jahr später stehen sogar rund 150 Millionen US-Dollar in den Büchern des heute grössten Onlinehändlers der Welt.
Amazon auf dem Vormarsch
Nach dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 steht Amazon kurz vor der Insolvenz. Der Aktienkurs fällt von 100 US-Dollar im Jahr 1998 auf unglaubliche sechs US-Dollar im Sommer 2001. Bis Ende Juni 2020 steigerte Amazon seinen Kurs auf über 2'600 US-Dollar und kommt heute auf eine Marktkapitalisierung von über einer Billion US-Dollar. Bis heute ist Jeff Bezos der grösste Einzelaktionär von Amazon womit er auf ein Gesamtvermögen von über 130 Milliarden US-Dollar kommt, was ihn gleichzeitig zum reichsten Menschen der Welt macht.
Um sein Unternehmen vor einer Insolvenz zu schützen, beschliesst Bezos seine Plattform gegen eine Gebühr auch anderen Händlern zur Verfügung zu stellen. Nun dringt Amazon auch in andere Branchen vor: Die Lebensmittelbranche, das Gesundheitswesen, Freizeitaktivitäten und Sport.
Das Jahr 2007 folgen zwei grosse Veränderungen bei Amazon. In diesem Jahr wurde nicht nur der Prime-Lieferservice eingeführt, sondern auch das erste E-Book verkauft. In Deutschland ist das Kindle-E-Book seit Oktober 2009 verfügbar. Schon im Jahr 2011 verkaufte Amazon mehr elektronische Bücher als gedruckte Versionen.
Amazon fürs Büro
Die Cloud-Sparte von Amazon boomt nicht erst durch die Corona-Pandemie. Amazon Web Services (AWS) wurde bereits 2006 als Tochterunternehmen von Amazon gegründet und sollte Unternehmen die nötige IT-Infrastruktur zur Verfügung stellen, um keine eigenen Server installieren zu müssen und ein mobileres Arbeiten zu ermöglichen. Inzwischen zählen Unternehmen wie Netflix, Dropbox oder Reddit zu den bekanntesten Kunden von AWS. Im Jahr 2019 erzielte Amazon mit AWS einen Umsatz von rund 35 Milliarden US-Dollar, was 12,5 Prozent des Gesamtumsatzes von Amazon entspricht. Ausserdem sorgte AWS für unfassbare 60 Prozent des Konzerngewinns.
Amazon ist nicht aufzuhalten
Auch das Streaming-Geschäft wurde von Amazon ins Visier genommen. Mit Amazon-Music wollte man Konkurrenten wie Spotify oder Apple den Rang ablaufen und mit dem Videochannel Prime-Video Netflix und Co. in Bedrängnis bringen.
2014 übernahm Amazon ausserdem die Streaming-Plattform Twitch für insgesamt 970 Millionen US-Dollar.
2017 folgte die Übernahme des amerikanischen Lebensmittelhändlers Whole Foods für rund 13,7 Milliarden US-Dollar. Whole Foods verkauft Bio-Lebensmittel und sollte Jeff Bezos auf seinem Weg unterstützen, im Lebensmittelhandel Fuss zu fassen. Zum Zeitpunkt des Kaufs betrieb die Supermarktkette rund 440 Filialen in den USA.
Im Jahr 2019 arbeiten rund 800'000 Menschen für Amazon. Neue Logistikzentren, Versandmethoden und andere Dienstleistungen wie Amazon-Web-Services werden aber auch in Zukunft die Mitarbeiterzahl stark wachsen lassen.
Redaktion finanzen.ch