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Egan Bernal steht unmittelbar vor dem Gesamtsieg an der 106. Tour de France. Der Kolumbianer meisterte die 20. Etappe mit der Bergankunft in Val Thorens ohne Schwäche. Der Tagessieg ging an den früh ausgerissenen Italiener Vincenzo Nibali.
Egan Bernal, der heuer auch schon die gut einwöchigen Rundfahrten Tour de Suisse und Paris - Nizza gewann, überquerte die Ziellinie in der Savoyer Skistation Val Thorens Arm in Arm mit Ineos-Teamkollege und Vorjahressieger Geraint Thomas. Das letzte Teilstück in den Alpen hätte ursprünglich 130 km lang sein sollen. Die Strecke musste wegen eines Erdrutsches in der Abfahrt vom Cormet de Roselend, einem Bergpreis der ersten Kategorie, jedoch auf nur 59,5 km verkürzt werden.
Der erst 22-Jährige aus Kolumbien – einem Land, welches noch nie den Sieger der Frankreich-Rundfahrt stellte –, führt im Gesamtklassement vor dem Schlusstag mit 1:11 Minuten Vorsprung vor dem Briten. Der elf Jahre ältere Thomas hatte die Frankreich-Rundfahrt vor Jahresfrist gewonnen. Für Ineos, das heuer weniger dominant auftrat als in der Vergangenheit, als der Rennstall noch Sky hiess, ist es der siebte Gesamtsieg in den letzten acht Jahren.
Als Dritter wird der Niederländer Steven Kruijswijk (1:31 zurück) bei seiner 16. Teilnahme an einer dreiwöchigen Rundfahrt zum ersten Mal auf dem Podest stehen. Als Vierter folgt mit knapp zwei Minuten Rückstand Emanuel Buchmann, der für die beste Tour-Klassierung eines Deutschen seit 2006 sorgte (Andreas Klöden/2. Rang).
Grosser Verlierer des Tages war (nicht besonders überraschend) Julian Alaphilippe. Der 27-jährige Franzose hatte das Maillot Jaune in seiner Heimrundfahrt an 14 Tagen und bis zur drittletzten Etappe getragen. Doch im 33 km langen Schlussanstieg nach Val Thorens musste er schon 13 km vor dem Ziel abreissen lassen. Am Ende betrug Alaphilippes Zeitverlust auf die direkten Konkurrenten drei Minuten. Damit rutschte der Publikumsliebling in der Gesamtwertung noch um drei Positionen in den 5. Rang ab.
Obwohl er nur Etappen-27. wurde, behielt Romain Bardet die Führung in der Bergpreiswertung. Vor drei Wochen in Brüssel war der Franzose allerdings mit der Ambition gestartet, die Grande Boucle zu gewinnen – oder zumindest zum dritten Mal auf dem Podest zu beenden. Peter Sagan seinerseits wird das grüne Trikot für den Punktbesten schon zum siebenten Mal gewinnen, womit der Slowake zum Rekordsieger avanciert.
Die 21. und letzte Etappe führt am Sonntag über 128 km von Rambouillet nach Paris, wo es auf den Champs-Élysées wohl wie immer in den letzten Jahren zum Massensprint kommen wird. Am Schlusstag wird der Leader traditionell nicht mehr angegriffen. Die Zielankunft wird gegen 21.15 Uhr erwartet. (ram/sda)
Ticker: 27.07.2019 Tour de France
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