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Nach neunzehn Austragungen – vier wurden wegen Stürmen verschoben oder unterbrochen – 355'000 verkauften Eintrittskarten und mehr als einer Million Besucherinnen und Besuchern geht das Festival von Vevey mit einem grossen Publikumserfolg zu Ende. Das einzige Problem ist, dass es in diesem Jahr ein Defizit gibt.
"Warten Sie nicht zwanzig Jahre, um zu feiern", sagte Regisseur Daniele Finzi Pasca, als er am Sonntagnachmittag auf dem Marktplatz von Vevey den Vorhang in der temporären Arena für die 20'000 Zuschauerinnen und Zuschauer öffnete.
Mit Liedern, Glocken, lautem Applaus und vielen Tränen von Schauspielern und Zuschauern jeden Alters erreichte die Ranz des vaches (Westschweizer Kuhreigen), die das 12. Fête des Vignerons (Fevi) beendete, den Höhepunkt der Emotionen: "Ich weinte den ganzen Tag", sagte eine Teilnehmerin; sie konnte nicht wahrhaben, dass nach einem Jahr harter Proben und drei Wochen Aufführungen alles zu Ende war.
Durch die Stürme
Keine nennenswerte Kritik ertönte zum Zeitpunkt der ersten Bilanz. Eine seltene Einstimmigkeit resultiert in Bezug auf die jüngste Ausgabe, die alle Rekorde gebrochen hat: Noch nie zuvor haben so viele Zuschauerinnen und Zuschauer an der Veranstaltung teilgenommen, die 1797 geboren worden war.
In 25 Tagen Feierlichkeiten reisten mehr als eine Million Besucherinnen und Besucher nach Vevey. Von den 20 geplanten Aufführungen und einer öffentlichen Generalprobe fanden achtzehn am geplanten Tag und zu der geplanten Zeit statt. Vier mussten wegen Stürmen verschoben oder unterbrochen werden, 355'000 der 420'000 verfügbaren Eintrittskarten wurden verkauft.
Die Nachtvorstellungen hatten unter anderem wegen der Hitze eine Besucherquote von 94%: "Das liegt weit über unseren Erwartungen", sagte François Margot, der Präsident der Winzer-Feste. "Die Vorstellungen während des Tages, die vor allem weit entfernten Besucherinnen und Besuchern die Hin- und Rückfahrt ermöglichen sollten, erreichten hingegen nur eine Quote von 72,5% und lag damit deutlich unter unseren Erwartungen."
Fast 400'000 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten Darbietungen des Festivals am Fernsehen.
Keine Defizitgarantie
Mit 65'000 unverkauften Eintrittskarten fehlen den Veranstaltern finanzielle Einnahmen. Dass das Budget von 100 Millionen Franken nicht gedeckt ist, scheint so gut wie sicher zu sein. Am letzten Tag standen Hunderte von Menschen am Eingang Schlange, um noch eine Eintrittskarte zu kaufen – zu spät. Um genaue Zahlen der Kosten und Einnahmen zu bekommen, wird es noch ein Weilchen dauern.
Weder der Kanton Waadt noch die Stadt Vevey übernehmen eine Defizit-Garantie, obwohl die gesamte Waadtländer Region und die Region Vevey von den Auswirkungen des Fests profitieren werden.
Riesige Medienpräsenz
Auf der positiven Seite der Bilanz: unkalkulierbare Auswirkungen für den Tourismus in der Region mit der Akkreditierung von Tausend Journalisten und Fotografen, davon die Hälfte Ausländer aus allen Ecken der Welt, inklusive Vertreter der grossen Medien wie die New York Times, CNN, The Guardian oder TF1. BBC widmete einem als Vogel verkleideten Journalisten, der sich unter die Teilnehmenden mischte, sogar eine halbe Stunde Sendezeit.
Im Vergleich zur letzten Ausgabe von 1999 hat sich auch die Einstellung geändert: "70% der Zuschauer kamen mit öffentlichen Verkehrsmitteln (SBB, Bus, Schiff) nach Vevey, und die Zuschauer hinterließen 36% weniger Abfall als vor 20 Jahren". Das beste Ergebnis des Festivals ist vielleicht jenes, das den nationalen Zusammenhalt fördert. Und das ist unbezahlbar.
(Übertragung aus dem Französischen: Peter Siegenthaler)