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Und 1000 Tester testen und 500 Programm-Manager managen.
Bei seinem letzten Software-Monsterprojekt - der Entwicklung von Windows Vista - ist für Microsoft einiges schiefgelaufen. Vista konnte erst nach langen Verzögerungen und der Streichung einiger der ehrgeizigeren geplanten Features zusammengezimmert und auf den Markt gebracht werden - und das Endergebnis begeistert, wie man weiss, die User kaum.
Wie versucht Microsoft nun, sein nächstes Monsterprojekt, die Entwicklung des Vista-Nachfolgers Windows 7, besser in den Griff zu bekommen? Der Chef des Windows 7-Entwicklungsteams Steven Sinofsky verrät in einem aktuellen Beitrag
einiges zur Organisation des Windows 7-Teams bei Microsoft.
Dass auch die Entwicklung des nächsten Windows ein gigantisches Softwareentwicklungsprojekt darstellt, zeigen die Zahlen der Beteiligten: Gemäss Sinofsky wird die Arbeit auf 25 "Feature Teams" aufgeteilt, für die durchschnittlich je rund 40 Entwickler arbeiten. Dazu kommen in jedem Team ungefähr ebenso viele Tester, sowie halb so viele Programm Manager, alles in allem also etwa 2500 Ingenieure. Ausserdem gibt es noch einige zusätzliche Mitglieder des Windows 7-Teams, die an Aspekten arbeiten, welche das gesamte Produkt betreffen, zum Beipiel Inhalten (Hilfe usw.), übergeordnete Produktplanung, Design oder Usability-Abklärungen.
25 "Feature Teams"
Die 25 Teilaspekte von Windows 7, an denen die jeweiligen Feature Teams arbeiten, reichen von relativ klar umrissenen Gebieten wie "Desktop Graphics" oder "File System" bis zu eher breiten Aufgabenbereichen wie "Fundamentals" oder "Core User Experience". Jedes Team ist innerhalb seines Aufgabengebiets "end-to-end" für das gesamte Feature verantwortlich - das "Find and Organize"-Team beispielsweise schreibt also nicht nur die Suchmechanismen sondern kreiert auch das dazugehörige Userinterface.
Durch die Aufteilung in diese Feature Teams, so Sinovsky, erreiche man eine deutlich bessere Handhabbarkeit, als wenn man nur eines oder zwei Grossteams gebildet hätte. Ob dadurch aber gleichzeitig auch die Konsistenz des Gesamtprojekts gefördert wird, wie Sinovsky argumentiert, scheint fragwürdig.
Ein Entwickler, ein Tester und ein halber Manager
Das Verhältnis von einem Entwickler zu einem Tester und einem halben Manager ist, so Sinowvsky, in allen Teams ähnlich, auch wenn diese unterschiedliche Grössen haben. Die organisatorische Hierarchie in den Feature Teams verläuft dabei gemäss Sinofsky innerhalb der Disziplinen, Entwickler arbeiten also für Entwickler, Tester für Tester und Programm Manager für andere Programm Manager. Die Entwickler schreiben den Code und sind für die Softwarearchitektur verantwortlich. Die Tester ("software development engineers in test") arbeiten nicht nur zur die Elimination von Bugs sondern sollen, als "Advokaten der Enduser" auch die vielbeschworene "User-Experience" verbessern. Die Programm Manager sind neben der Koordination für die Vorgabe der verlangten Einzelfeatures sowie Spezifikationen zuständig. (Hans Jörg Maron)