Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03447.jsonl.gz/1661

Palmöl ist das kostengünstigste, vielseitigste und meistproduzierte Pflanzenöl. Wenn es verantwortungsbewusst produziert wird, kann es Millionen von Menschen eine Lebensgrundlage bieten und den Druck auf Wälder und empfindliche Ökosysteme reduzieren. Nestlé hat sich verpflichtet, den Bedarf an Palmöl ab 2020 zu 100% aus verantwortungsbewusster Produktion zu decken. Da ein wirksames Risikomanagement Veränderungen in der gesamten Industrie erfordert, verpflichten wir uns auch, mit unseren Partnern, Lieferanten und Mitbewerbern in der Branche zusammenzuarbeiten, um Innovation und Transformation voranzutreiben.
*bis zur Plantage
Unsere Palmöllieferkette
Weil 40% des weltweiten Palmöls von Kleinbauern produziert werden, ist unsere Lieferkette komplex. 2019 bezogen wir unser Palmöl von 88 Lieferanten in 24 Ländern. Es stammte aus mindestens 1624 Mühlen (die in unserer Lieferkette um viele Stufen vorgelagert sein können). Der Grossteil unseres Palmöls stammt aus Malaysia und Indonesien. Aber wir beziehen auch Lieferungen aus ganz Lateinamerika, Westafrika und verschiedenen Regionen Asiens.
Unser Ansatz zur nachhaltigen Beschaffung von Palmöl
Der Nestlé Responsible Sourcing Standard (PDF, 2 MB) legt strenge Bestimmungen zum Schutz von Torfmooren und Gebieten, die grosse Kohlenstoffmengen speichern, fest, die wichtig sind im Kampf gegen die Abholzung. Sie dienen ebenso der Verhinderung von sozialen Konflikten, die als Folge von Streitigkeiten über Landrechte und Landerwerb auftreten können.
Unser spezifischer Bedarf an Palmöl muss aus Quellen gedeckt werden, die folgende Voraussetzungen erfüllen:
- Einhaltung der örtlichen Gesetze und Vorschriften.
- Keine Gebiete, die nach dem 31. Dezember 2015 entwaldet wurden.
- Freiwillige, vorherige Zustimmung der einheimischen Bevölkerung auf der Basis ihrer Kenntnis der Sachlage.
- Schutz von Flächen mit hohem Kohlenstoffbestand.
- Schutz von Torfmooren.
- Befolgung der Grundsätze und Kriterien des Runden Tisches für nachhaltiges Palmöl (RSPO), der branchenweiten Zertifizierungsstelle, die das Wachstum und die Nutzung nachhaltiger Palmölprodukte fördert.
Um die Herausforderungen in unseren Palmöl-Lieferketten anzugehen, informieren wir uns zunächst darüber, woher das Palmöl stammt und wie es hergestellt wird. Anschliessend gehen wir Partnerschaften mit Expertenorganisationen und der Industrie ein, um identifizierte Probleme zu lösen.
Wir arbeiten mit unseren direkten Lieferanten zusammen, um die Nachhaltigkeitspraktiken unserer vorgelagerten Lieferanten bis hin zu den Kleinbauern kontinuierlich zu verbessern. Wir arbeiten auch mit Partnern wie der Earthworm Foundation zusammen, um Lieferantenbewertungen durchzuführen und Lücken aufzudecken. Dies führt zur Entwicklung von Aktionsplänen mit Meilensteinen und Fristen, um auf Risiken zu reagieren und Verbesserungsmöglichkeiten zu nutzen, die bei den Bewertungen ermittelt wurden.
Wenn ein Lieferant mit festgestellten Risiken nicht wirkungsvoll umgeht oder vereinbarte Fristen nicht einhält, ergreifen wir einschneidende Massnahmen. Um dies zu unterstreichen, nennen wir im Folgenden 10 in unserer Wertschöpfungskette vorgelagerte Unternehmen, mit denen wir seit 2018 nicht mehr zusammenarbeiten:
- DTK Opportunity
- Korindo Group
- Indonusa
- Olmeca (REPSA)
- PACIFIC INTER-LINK (HSA)
- PTT Green Plc
- Salim Group/Indofood
- Noble
- Posco Daewoo
- Cilandri Anky Abadi
Unser Ziel ist es, 2020 100% des Palmöls aus verantwortungsbewusster Produktion zu beziehen. Wir verpflichten uns weiterhin, alle unsere Lieferanten sorgfältig zu überwachen, sie zu unterstützen und bei Bedarf Massnahmen zu ergreifen.
Transparenz
Offenlegung der Lieferkette
Damit unsere Zulieferer ebenso wie wir Verantwortung übernehmen und um die branchenweite Transparenz zu fördern, haben wir die Listen unserer Hauptlieferanten («Tier-1») und deren Mühlen (PDF, 8 MB), mit Vermerk des Herkunftslandes veröffentlicht. Diese Lieferanten und Mühlen liefern 93% des gesamten Palmölvolumens, das wir jährlich beziehen. Dieses Palmöl können wir bis zur Mühle, in der es verarbeitet wurde, zurückverfolgen. Um die Bedingungen vor Ort beurteilen und überwachen zu können, müssen wir jedoch weiter «stromaufwärts» gehen. Daher konzentrieren wir uns darauf, die Rückverfolgbarkeit bis auf die Herkunftsplantagen auszudehnen. Dies ist heute für 62% unseres Volumens der Fall.
Gemäss unserer Verpflichtung zur Transparenz der Lieferkette haben wir 2019 ein Dashboard zur Palmöl-Transparenz veröffentlicht. Dieses Dokument enthält detailliertere Informationen darüber, wie wir die Satellitenüberwachung von Starling einsetzen, um unsere Strategie zum Stopp der Entwaldung voranzutreiben.
2019 haben wir auch ein Blockchain-Pilotprojekt mit OpenSC gestartet, einer Plattform, die vom WWF-Australia und der Boston Consulting Group Digital Ventures. gegründet wurde. Der erste Palmöl-Pilotversuch begann in Amerika und soll verschiedene Technologien, einschliesslich Blockchain, testen, um die Rückverfolgbarkeit von Palmöl auszudehnen und den Konsumenten den Beweis der nachhaltigen Beschaffung vorzulegen.
Natürliches Kapital
Verpflichtung zur «Nicht-Abholzung» des Regenwaldes
2010 haben wir uns zu «abholzungsfreien» Lieferketten bekannt. Ab März 2020 sind 85% der wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse, die Nestlé einkauft, als «abholzungsfrei» zertifiziert. Ende 2020 werden es 90% sein. Wir arbeiten weiterhin mit Kleinbauern und grösseren Erzeugern daran, diesen Wert im Jahr 2020 auf 100% zu erhöhen. In den letzten 10 Jahren haben wir eine Kombination von Instrumenten eingesetzt, darunter Supply Chain Mapping, Zertifizierung, Starling-Satellitenüberwachung und Verifizierung vor Ort, um abholzungsfreies Palmöl Wirklichkeit werden zu lassen. Im April 2020 waren 70% des von uns bezogenen Palmöls abholzungsfrei (PDF, 200 KB). Wir werden weiterhin mit Kleinbauern und Grosslieferanten zusammenarbeiten, um die verbleibende Lücke zu schliessen.
Wegweisende Satellitentechnologie zur Bekämpfung der Abholzung
Um dieses Palmöl-Engagement zu beschleunigen, haben wir uns mit Airbus und der Earthworm Foundation zusammengetan, um Starling, einen satellitengestützten Dienst, zu nutzen. Dieser überwacht seit 2019 100% unserer globalen Palmöl-Lieferketten. Starling liefert hochdetaillierte optische und Radarbilder von Gelände über grosse Flächen hinweg, sodass selbst kleine Änderungen der Baumbedeckung deutlich sichtbar sind. Wir nutzen die Plattform auch direkt, um das Abholzungsrisiko in unserer Lieferkette zu überwachen und Prioritäten für Gegenmassnahmen zu setzen.
Radar zum Nachweis der Abholzung
Nestlé hat sich auch einer Koalition von Palmölproduzenten und -käufern angeschlossen, um die Entwicklung eines neuen, öffentlich verfügbaren radarbasierten Systems zur Überwachung von Wäldern zu unterstützen und zu finanzieren. Das System Radar Alerts for Detecting Deforestation (RADD), wurde von der Universität Wageningen in den Niederlanden und Satelligence, entwickelt und wird vom World Resources Institute unterstützt. RADD ist das erste radarbasierte Überwachungssystem dieser Grössenordnung, das Entwaldungswarnungen (über Global Forest Watch) öffentlich zugänglich macht. Dies ist ein weiterer Schritt im Rahmen des Engagements von Nestlé gegen die Abholzung.
Pflege der Landschaft
Wir arbeiten nicht nur innerhalb unserer eigenen Lieferketten, sondern pflegen auch die natürlichen Landschaften darum herum. Diese Initiativen zielen darauf ab, über einzelne Plantagen hinaus mit einer Vielzahl von Interessengruppen zusammenzuarbeiten.
Das Biosphären-Reservat La Encrucijada ist ein Gebiet mit geschützten Mangroven- und Feuchtgebieten im Süden Mexikos. Es ist auch die Heimat von Hunderten von Familien, die eine Vielzahl von Pflanzen kultivieren, einschliesslich Palmöl. Nestlé, Grupo Bimbo, der Palmöllieferant Oleofinos, Earthworm Foundation und Mitarbeitende des Reservats arbeiten gemeinsam an einer Naturschutzinitiative, welche die Stärkung der Farmer, die Erhaltung und Wiederherstellung (einschliesslich der Beseitigung von überhandnehmendem Palmöl) und die Planung der Landnutzung umfasst, beispielsweise die Verhinderung der Expansion von Palmöl in das Reservat.
In Ost-Kalimantan in Indonesien haben wir durch einen Workshop, an dem sieben Plantagenunternehmen teilnahmen, die Sensibilisierung für die Notwendigkeit des Schutzes von Waldlebensräumen mit hohem Naturschutzwert für Orang-Utans unterstützt. Der Workshop veranlasste die teilnehmenden Unternehmen dazu, Orang-Utan-Lebensräume zu schützen. Zudem wurde eine spezielle Orang-Utan-Sicherheits-Taskforce eingerichtet, die für die Umsetzung verantwortlich ist.
Gemeinsam mit der Earthworm Foundation und einer Reihe anderer Unternehmen haben wir in Indonesien zwei weitere Landschaftsinitiativen unterstützt. Diese zielen darauf ab, im Verbund mit mehreren Interessengruppen der Entwaldung durch eine nachhaltige Landnutzungsplanung einen Riegel zu schieben.
Wiederaufforstung
Nestlé Malaysia hat im Rahmen des RiLeaf-Projekts, das den Kinabatangan-Fluss in Sabah, Malaysia, schützen will, die Bepflanzung mit Bäumen weitergeführt. Bisher wurden 880 000 Waldsetzlinge in beeinträchtigten oder abgeholzten Gebieten in den Feuchtgebieten von Kinabatangan gepflanzt. Diese decken sowohl Uferzonen als auch Waldkorridore ab.
Ergebnisorientierte Zusammenarbeit
Wir können die zentralen Herausforderungen in unseren Palmöl-Lieferketten nicht allein bewältigen. Um dauerhafte Veränderungen zu erreichen, bauen wir die Zusammenarbeit mit Industriepartnern weiter aus. Wir bleiben aktive Mitglieder der Palm Oil Working Group des Consumer Goods Forum und der Steuergruppe des High Carbon Stock Approach.
2019 haben wir uns dem Ständigen Ausschuss des Roundtable on Sustainable Palm Oil als Vertreter der Konsumgüterhersteller angeschlossen, ebenso dem neu ins Leben gerufenen One Planet Business for Biodiversity, einer internationalen Unternehmenskoalition für Biodiversität mit besonderem Schwerpunkt auf der Landwirtschaft. Eine der drei Säulen der Koalition zielt darauf ab, die Abforstung zu stoppen und das Management, die Wiederherstellung und den Schutz hochwertiger natürlicher Ökosysteme zu verbessern. Spezifische Massnahmen innerhalb der Wertschöpfungsketten der Koalitionsmitglieder werden bis Ende 2020 festgelegt.
In Richtung Netto-Null-Emissionen
Unser jüngstes Klimaschutzversprechen, bis 2050 das Ziel Netto-Null-Emissionen zu erreichen, wird uns auch zwingen, nach neuen Innovationen zu suchen. Wir wollen unsere Emissionen durch Schutz- und Sanierungs- oder Wiederaufforstungsaktivitäten mit unseren Palmöllieferanten in den Wäldern kompensieren und reduzieren.
Schutz von Kindern und Arbeitenden
Bewertung der Herausforderungen
In Zusammenarbeit mit dem Dänischen Institut für Menschenrechte,der Earthworm Foundation und Golden Agri-Resources, einem wichtigen Lieferanten, führte Nestlé 2017 erstmals in der Branche eine kollaborative Folgenabschätzung in Bezug auf die Menschenrechte (HRIA) durch. In der vorgelagerten Palmöl-Lieferkette lag der Fokus auf den Rechten der Arbeitnehmer. Basierend auf den HRIA-Ergebnissen entwickelten wir den Nestlé Action Plan on Labour Rights in Palm Oil Supply Chains (PDF, 400 KB), Dessen Schwerpunkt liegt auf der Behandlung von arbeitrechtlichen Problemen in unserer Lieferkette. Dazu gehören Verletzungen der Arbeitsrechte, Gesundheit und Sicherheit in Mühlen und auf Plantagen sowie Kinderarbeit.
2018 untersuchte die NGO Verité im Rahmen einer Systemüberprüfung, wie Nestlé die Herausforderungen der Arbeitsrechte in der eigenen Palmöl-Lieferkette bewältigt. 2019 ging Verité noch einen Schritt weiter und nahm eingehende Überprüfungen bei zwei direkten Zulieferen vor. Ziel war es, ein Verständnis zu erlangen, inwieweit der Responsible Sourcing Standard(PDF, 2MB) in der gesamten Lieferkette in der Praxis umgesetzt wird. Verité führte umfassende Arbeits-, Arbeitsschutz- und Sicherheitsbewertungen in sieben Mühlen und an 11 Standorten in Indonesien und Malaysia durch. Diese Unternehmen beschäftigen insgesamt über 4000 Arbeitnehmer. Mit über 200 Beschäftigten wurden Interviews durchgeführt.
Die Bewertung ergab, dass Nestlé und ihre überprüften Lieferanten Richtlinien eingeführt haben, welche die gesamte Lieferkette abdecken; allerdings gibt es gewisse Lücken, die eine Umsetzung dieser Richtlinien an allen vorgelagerten Standorten behindern. 2020 arbeitet Verité mit Nestlé an der Aktualisierung des Aktionsplans für Arbeitsrechte in Palmöl-Lieferketten (PDF, 400 KB) und an der Stärkung der Lieferantenmanagementsysteme. Ziel ist es, die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Durchsetzung von Arbeitsrechten konsequenter anzugehen.
Förderung der Arbeitsrechte
Seit dem Start des Aktionsplans für Arbeitsrechte haben wir verschiedene Initiativen ergriffen, um die Herausforderungen der Arbeitsrechte zu bewältigen. Mit unserem Lieferanten Sime Darby Plantation haben wir ein Worker-Voice-System getestet, das von der Responsible Business Alliance und dem Lösungsentwickler Elevate, gemeinsam entwickelt wurde. In diesem Rahmen wird eine Hotline für Palmölarbeiter in Malaysia betrieben, damit Menschenrechts- und Arbeitsrechtsverletzungen gemeldet werden können.
Wir haben auch die Entwicklung von Leitlinien für Ziele und Zahlungssysteme unterstützt, die im Sommer 2020 veröffentlicht wurden (siehe https://www.earthworm.org/news-stories/guidelines-indonesia-child-labour-casual-workers?x-craft-preview=My8qtEGFvl&token=4UlblV8IPDPtMItlLMc2jQyQzIBRtIVV.) Sie sollen mehr kleinen und mittelgrossen Palmölunternehmen in Indonesien helfen, geeignete Ziele und faire Vergütungsrichtlinien für ihre Arbeitnehmer festzulegen.
Verantwortungsbewusste Rekrutierung
Nestlé hat mehrere Schlüsselinitiativen zur Förderung einer verantwortungsvollen Rekrutierung von Arbeitskräften unterstützt:
- Finanzierung der Entwicklung eines auf Menschenrechten basierenden Due-Diligence-Tools für ethische Rekrutierung, um Palmölproduzenten dabei zu unterstützen, in ihren Einstellungspraktiken Transparenz zu schaffen und Risiken zu identifizieren.
- Schulung von 12 Gutachtern zur Aufdeckung von Risiken der Zwangsarbeit im Zusammenhang mit Wanderarbeitern, dies im Rahmen regulärer Standortbewertungen.
- Unterstützung der Recherchen der Earthworm Foundation zu Rekrutierungspraktiken und -kosten bei kleinen und mittleren Drittanbietern. Involviert sind 58 Arbeitnehmer, ein Arbeitsvermittler und vier Unternehmen bzw. Arbeitgeber.
Bekämpfung der Kinderrisiken in Plantagen
Die Anwesenheit von Kindern auf Plantagen ist in einigen Teilen unserer Palmölversorgungsketten ein Risiko. Zum Beispiel sind Palmölarbeiter in Sabah, Malaysia, überwiegend indonesische Migranten, die mit ihren Familien auf die Plantagen ziehen. Deshalb leben Tausende von Kindern auf Palmölplantagen, oft ohne Papiere und ohne Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Einschulung und Ausbildung. Um diesen Risiken zu begegnen, haben wir die folgenden Massnahmen unterstützt:
- Entwicklung eines Verzeichnisses für Dienstleistungen für gefährdete Kinder in Plantagen in Sabah, Malaysia.
- Entwicklung eines Rahmens zur Bewertung der Risiken, denen Kinder ausgesetzt sind.
Im indonesischen Ost-Kalimantan haben wir die Earthworm Foundation bei ihren Multi-Stakeholder-Engagements mit der Regierung und Lieferanten in zwei Bereichen unterstützt: Kinder auf Plantagen und faire Beschäftigungsbedingungen für Gelegenheitsarbeiter. Diese Konsultationen umfassten einen Workshop, an dem 54 Vertreter von Palmölunternehmen, Regierungen, gesellschaftliche Organisationen und Gewerkschaften teilnahmen. Die Teilnehmer diskutierten Herausforderungen und erstellten gemeinsam einen Entwurf eines Aktionsplans, in dem mögliche Herangehensweisen dargelegt wurden. Weitere Beratungsrunden betrafen die Entwicklung von zwei Richtlinien für Lieferanten, je eine zu jedem Thema. Beide Instrumente sind ein vorläufiges Mittel, um das Bewusstsein dafür zu schärfen, wie Kinderarbeit und die Ausbeutung von Gelegenheitsarbeitern identifiziert werden können, und welche Sofortmassnahmen Lieferanten ergreifen können, um diese Risiken einzuschränken. Diese Dokumente wurden an die Lieferanten weitergegeben und 2020 veröffentlicht: https://www.earthworm.org/news-stories/guidelines-indonesia-child-labour-casual-workers?x-craft-preview=My8qtEGFvl&token=4UlblV8IPDPtMItlLMc2jQyQzIBRtIVV.
Unterstützung von Kleinbauern
Kleinbauern produzieren 40% des weltweiten Palmöls. Nestlé unterstützt acht Kleinbauernprojekte in unserer globalen Lieferkette. Das Ziel besteht darin, Existenzgrundlagen und Schutz des Waldes sollen im Einklang gehalten werden.
Sieben dieser Projekte sind Kooperationen mit der Earthworm Foundation im Rahmen ihres Rurality-Programms in Indonesien, Malaysia, Ghana, Côte d'Ivoire, Ecuador, Brasilien und Peru. Darüber hinaus wirkt Nestlé als Partner von Pepsico, Oleopalma, Femexpalma und Proforest am Palm Oil Holistic Program in Mexiko mit.
Ziel ist es, mehr Kleinbauern in unsere Lieferketten einzubeziehen, ihre Farmen widerstandsfähiger zu machen und sie anzuleiten, verantwortungsbewussten Anbau zu betreiben. Diese Projekte sollten für alle entlang der Lieferkette Werte schaffen: Kleinbauern, Mühlenbetreiber, Händler, Lieferanten und Nestlé. Je nach Region konzentrieren sich diese Initiativen auf effizientere Produktion, Selbstversorgung, Diversifizierung, Innovation und Infrastruktur.
Mehr als 600 Landwirte waren mit der Earthworm Foundation an einem Rurality-Programm in Nord-Sumatra, Indonesien, beteiligt. Das Projekt hat zur Erarbeitung eines partizipativen kommunalen Landnutzungsplans geführt. Dieser enthält eine Vereinbarung zum Schutz von 3830 Hektaren Wald.
2019 stellten wir anhand der von Starling übermittelten Satellitendaten die Häufigkeit kleinerer Waldrodungsflächen innerhalb und um unsere Lieferkette fest. Dieser Befund bestätigt die wissenschaftliche Literatur, die auf ein Ansteigen der Rodungen durch Kleinbauern hinweist. Auf dieser Grundlage haben wir alle Kleinbauerninitiativen überprüft, die wir in diesem Jahr finanzieren, um die Waldschutzkomponente zu integrieren oder zu stärken. Wir haben Starling eingesetzt, um Gemeinschaften von Kleinbauern zu priorisieren, in denen das Entwaldungsrisiko höher ist. Dank der Kartierung des High Carbon Stock (Gebiete mit hohem Kohlenstoffbestand) konnten wir schützenswerte Gebiete identifizieren. Diese Massnahmen fanden parallel zu den Aktivitäten zur Verbesserung des Lebensunterhalts statt, weil die Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Kleinbauern und der Schutz der Regenwälder Hand in Hand gehen müssen. Im November 2019 nahmen wir in London an einem Panel zu diesem Thema teil, das vom Innovation Forum Sustainable Landscapes and Commodities Forum organisiert wurde. Am anschliessenden Podcast partizipierte auch unser Lieferant Golden-Agri Resources und der Partner Earthworm Foundation.
Zusammenarbeit für stärkere Wirkung
Zusammen mit anderen Palmölabnehmern und unserem Lieferanten Wilmar haben wir in Kooperation mit Business for Social Responsibility (BSR) ein Programm zum Schutz von Kindern gestartet, die auf Plantagen in Indonesien leben. Die Zusammenarbeit umfasst die Entwicklung eines Implementierungshandbuchs für den Schutz und die Sicherheit von Kindern sowie eine Reihe von Workshops zum Kapazitätsaufbau, in denen Lieferanten pragmatische Massnahmen zur Stärkung der Rechte und des Schutzes von Kindern kennenlernen, diskutieren und umsetzen können.
Weitere Zusammenarbeitsgebiete:
- Austausch der Zulieferer-Erfahrungen
- Zusammenarbeit mit Interessengruppen zum Schutz von Kindern
- Durchführung von Workshops zur Stärkung der Arbeitnehmerrechte
- Die Rurality-Initiative
- Beitrag zum Schutz der Landrechte in Indonesien
- Verantwortungsvolle Rekrutierung von Palmölarbeitern
- Erste Folgenabschätzung in Bezug auf die Menschenrechte
Offenlegung der Lieferketten-Dokumentation
Damit verbundene Richtlinien
- Rural Development Framework (pdf, 2Mb)
- Commitment on Child Labour in Agricultural Supply Chains (pdf, 200Kb)
- Corporate Business Principles (pdf, 1Mb)
- Responsible Sourcing Standard (pdf, 2Mb)
- Commitment on Farm Animal Welfare (pdf, 1Mb)
- Natural Capital: Water in Agriculture (pdf, 6Mb)
- Natural Capital: Biodiversity (pdf, 4Mb)
- Nestlé Cocoa & Forests Initiative Action Plan (pdf, 900Kb)
Weitere Infos
Updates zu unseren Aktivitäten im Zusammenhang mit der verantwortungsbewussten Beschaffung von Palmöl herunterladen: