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Francis Baudevin, geboren 1964 in Bulle, schafft seit den späten 1980er Jahren ein abstraktes Œuvre, das zugleich streng, kohärent und spielerisch daherkommt. Seine Arbeiten entstehen immer auf dieselbe Weise: Unserer visuellen Umgebung entnimmt er grafische, abstrakte Formen (Logos, Verpackungen, Plattencovers, …) und entzieht ihnen jegliche Textbezüge. Übrig bleiben de facto nur geometrische Formen und Farbflächen. Selbst wenn die Ausgangsreferenz ersichtlich bleibt, meist durch den Werktitel, weisen die Variationen schliesslich auf unerwartete Verwandtschaften mit ikonischen Kunstwerken der Abstraktion hin. Über ein dekonstruiertes Logo entdeckt man so beiläufig radikalere Herangehensweisen, von Malewitsch über Barnett Newman bis hin zu Mondrian. Ausgestattet mit einer gewissen Ironie, ohne aber zynisch zu wirken, bildet Baudevins künstlerische Praxis einen Kommentar zur Umwandlung von Zeichen, zur Wiederverwertung der Avantgarde sowie zur visuellen Organisation der Konsumgesellschaft.
Die Ausstellung im Kunsthaus Pasquart umfasst drei Jahrzehnte des Schaffens Baudevins und setzt einen besonderen Akzent auf die Beziehung des Künstlers zur Musik. Als begeisterter Plattensammler und Fan der experimentellen Underground-Musik wird Baudevin in seinem Umgang mit bestehenden Zeichen oft mit einem DJ verglichen, der seine Samples auf eine besondere Weise zum Klingen bringt. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, scheint sich Baudevins Malerei von der radikalen Abstraktion zu entfernen und bewusst Formen des «Pop» anzunehmen.