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Bern, 10. September 2021
Texte aller Art, darunter Sach- und Fachbücher sowie Belletristik, Drehbücher, Artikel in Zeitungen oder Onlineportalen und wissenschaftliche Arbeiten übersetzen: Die Arbeit eines Übersetzers spielt sich in erster Linie auf dem Schreibtisch ab. Eine Sprachaffinität ist dabei ebenso von enormer Wichtigkeit, wie die Lust am Texten und am Lesen. Immerhin übersetzen Übersetzer Texte nicht immer exakt Wort für Wort. Häufig ist das nämlich nicht möglich. Stattdessen ändern sie Texte so ab, dass der Sinn genau wiedergegeben wird, ohne dabei den genauen Wortlaut wiederzugeben, wie es etwa bei Sprichwörtern notwendig ist. Das ist häufig bei Belletristik der Fall. In anderen Bereichen ist eine genaue Wort-zu-Wort-Übersetzung jedoch Pflicht, wie etwa bei Rechtsdokumenten.
So vielfältig wie der Beruf des Übersetzers ist, so vielfältig ist auch der berufliche Werdegang eines Übersetzers. Immerhin gibt es zahlreiche Möglichkeiten, zu diesem Beruf zu kommen. Eine klassische Ausbildung, wie es sie bei vielen anderen Berufen gibt, gibt es beim Beruf des Übersetzers nicht - zumindest muss diese nicht zwangsläufig durchlaufen werden, um letztendlich tatsächlich als Übersetzer tätig sein zu können. Wer eine Ausbildung durchlaufen und sich schlussendlich staatlich geprüfter Übersetzer nennen will, sollte sich im besten Falle beim Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer informieren. Schließlich sind die Möglichkeiten und Voraussetzungen, eine solche Ausbildung und zu absolvieren, in jedem Bundesland Deutschland und auch in jedem Land grundsätzlich sehr unterschiedlich.
Wer keine solche Möglichkeit besitzt oder auf anderem Wege Übersetzer werden will, kann das außerdem über eine IHK-Prüfung tun. Die Industrie- und Handelskammer bietet Prüfungen sowohl für werdende Dolmetscher als auch für werdende Übersetzer an. Um eine solche Prüfung ablegen zu dürfen, ist es notwendig, einen entsprechenden Vorbereitungskurs zu absolvieren und über Kenntnisse einer Fremdsprache in einem wirtschaftsbezogenen Bereich vorzuweisen. Die Prüfung selbst besteht aus einem mündlichen und einem schriftlichen Teil. Wer die Prüfung besteht, hat darüber hinaus die Möglichkeit, die Prüfung zum Dolmetscher zu absolvieren, die nur auf diesem Wege ergriffen werden kann.
Neben der Ausbildung zum staatlich geprüften Übersetzer und dem Ablegen einer IHK-Prüfung können zahlreiche Studiengänge ergriffen werden, um später einmal als Übersetzer tätig zu sein. Wer eine Sprache außerhalb eines Lehramtsstudiengangs studiert, kann sich nach erfolgreichem Abschluss als Übersetzer selbstständig machen. Einige Hochschulen bieten dabei sogar extra Studiengänge für Übersetzer an. Auch ein Fernstudium ist möglich und lässt sich sogar neben dem Beruf organisieren.
Übersetzer arbeiten in erster Linie selbstständig und frei. Dennoch gibt es die Möglichkeit, in einem Unternehmen zu arbeiten - gerade große Unternehmen mit Korrespondenzen zu Firmen im Ausland bieten solche Stellen an. Da maschinelle Übersetzungen nach wie vor als verbesserungsfähig gelten und in ihren Arbeiten meist zahlreiche Fehler aufweisen, sind Übersetzer so gefragt, wie eh und je. Wer sich jedoch von der breiten Masse abheben will, spezialisiert sich idealerweise in einem bestimmten Bereich und bietet beispielsweise Übersetzungen für Gesetzestexte, Abschlussarbeiten oder Firmen-Websites an.