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In Sozialpädagogischer Familienbegleitung werden Familien, in denen in der Regel eine Kindeswohlgefährdung vorliegt, zuhause bei der Strukturierung ihres Alltags und ihres Zusammenlebens fachlich unterstützt. Begründet werden solche kontrollierenden und normierenden Eingriffe damit, dass auf diese Weise gravierendere Eingriffe wie Fremdplatzierungen abgewendet werden sollen. Die Notwendigkeit des Schutzes der schwächsten Mitglieder der Gesellschaft, auch innerhalb der familialen Privatheit, dient als Legitimation solcher Interventionen.
Im Zentrum dieses Dissertationsprojekts steht die Frage, wie elterliche Selbstbestimmung vor dem Hintergrund des Spannungsfeldes zwischen der Wahrung der Autonomie familialer Privatheit einerseits und der Sicherung des Kindeswohls andererseits von den Beteiligten situativ gehandhabt wird.
Analytisches Ziel ist die Klärung der Frage nach Voraussetzungen und Möglichkeiten einer Realisierung von Selbstbestimmung. Empirisch liegt das Ziel in einer Klärung der Frage nach der situativen Handhabung elterlicher Selbstbestimmung im Feld der Sozialpädagogischen Familienbegleitung. Im Fokus stehen Restriktionen und genutzte Potenziale elterlicher Selbstbestimmung sowie mit Prozessen elterlicher Autonomisierung verbundene Herausforderungen.
Diese qualitative, durch ethnographische Verfahren angeregte Studie nimmt mit dem Gegenstand der elterlichen Selbstbestimmung ein sozialpädagogisch wie auch -politisch drängendes Thema anhand eines in der Schweiz bislang kaum beforschten Praxisfeldes in den Blick und erzeugt Erkenntnisse zu den gesellschaftlichen Implikationen der vorgefundenen Vergesellschaftungsdynamiken.