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Auf den Filmspuren des Latex-Bankers
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- Freitag, 14. Januar 2011 05:40
Die Lebensgeschichte des Bankers Edouard Stern, der 2005 durch seine Gespielin bei Sex-Spielen ermordet wurde, soll in diesem Jahr verfilmt werden.
Der Beginn der Dreharbeiten ist im nächsten Oktober geplant. In den Hauptrollen finden sich der belgische Schauspieler Benoît Poelvoorde als Edouard Stern sowie die Französin Laetitia Casta als Geliebte Cécile B.
Regisseurin ist Hélène Fillières. Der Stoff für den Film beruht auf dem Buch «Sévère» von Régis Jauffret. Die Familie Stern versucht indessen, den Film zu verhindern. Entsprechend bleibt es vorläufig unklar, ob die Filmarbeiten in London, Paris und Brüssel termingemäss beginnen können, wie die Westschweizer Tageszeitung «Le Matin» berichtet.
Ein grandioser Stoff
Hauptdarsteller Benoît Poelvoorde, der den ermordeten Banker (Bild oben) auch im Latex-Anzug bei seinen bizarren Obsessionen mimen wird, gibt sich kämpferisch. «Je mehr das Buch und der Film verhindert werden, desto grösser meine Lust, diese Rolle zu spielen», sagte er gegenüber «Le matin» weiter.
In dem Schicksal von Edouard Stern und Cécile B. sieht er nicht bloss eine schmuddelige Sex-Affäre, sondern eine einzigartige Liebesgeschichte, einen grandiosen Kino-Stoff im Stil von «Im Reich der Sinne».
Ein rassistischer Zollbeamter
Personen, welche ihre extremen Neigungen bis zur letzten Konsequenz auslebten, würden ihn mit zunehmendem Alter faszinieren, sagte Poelvoorde weiter, der aktuell in dem Film «Rien à declarer» von Erfolgsregisseur Dany Boon («Willkommen bei den Sch'tis») zu sehen ist. Darin spielt er einen rassistischen Zollbeamten.
Edouard Stern war der Sohn einer traditionsreichen Bankiersfamilie. 1986 übernahm er die Führung der familieneigenen Banque Stern, 1988 verkaufte er die Bank. Von 1992 bis 1997 war er Direktor der französischen Investmentbank Lazard. Ab 2002 hatte er verschiedene Verwaltungsratssitze.
Er war mit Béatrice David-Weill verheiratet, der ältesten Tochter von Michel David-Weill, dem Präsidenten der Investmentbank Lazard. Sie hatten drei Kinder und lebten seit längerer Zeit getrennt.
Nach Frankreich ausgewiesen
Stern wurde am 1. März 2005 tot mit vier Schusswunden in seiner Genfer Wohnung aufgefunden. Als die Polizei den Leichnam fand, trug dieser einen Latex-Anzug und war gefesselt. Am 16. März 2005 wurde Cécile B., welche seit Jahren eine sexuelle Beziehung mit Stern unterhielt, als Tatverdächtige verhaftet. Sie legte ein Geständnis ab.
Die Täterin wurde im Jahr 2009 der vorsätzlichen Tötung von Edouard Stern schuldig befunden und zu einer Freiheitsstrafe von achteinhalb Jahren verurteilt. Am 10. November 2010 wurde Cécile B. nach Verbüssen von zwei Dritteln ihrer Strafe wegen guter Führung vorzeit aus der Haft entlassen. Den Rest der Strafe wurde zum bedingten Vollzug ausgesetzt. Sie wurde nach Frankreich ausgewiesen.
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