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70 Prozent Steuern für Superreiche. Anfang Januar macht die US-Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez in einem Interview einen radikalen Vorschlag – jetzt diskutiert ihn das World Economic Forum in Davos.
Auf dem Podium am 23. Januar soll es eigentlich darum gehen, wie die Profite der Digitalisierung allen zugute kommen können. Dann wird Michael Dell, Gründer des US-amerikanischen Computerherstellers Dell, gefragt, ob er die Idee einer Reichensteuer unterstütze. Lautes Gelächter im Saal.
Nennen Sie mir ein Land, in dem das jemals funktioniert hat.
Schliesslich sagt er, er wolle sein Geld lieber mithilfe der Stiftung, die er und seine Frau gegründet hätten, dem Allgemeinwohl zukommen lassen, statt das Geld der Regierung zu geben. «Das heisst: Nein, ich unterstütze die Idee nicht.» Tatsächlich hat Dell bereits 1,5 Milliarden Dollar für bedürftige Kinder gespendet.
Am Podium fügt der Unternehmer hinzu, dass er nicht denke, dass eine solche Steuer der amerikanischen Wirtschaft nützen würde. «Nennen Sie mir ein Land, in dem das jemals funktioniert hat.»
Die Antwort kommt von einem anderen Teilnehmer des Podiums. «In den USA», sagt Erik Brynolfsson. Zwischen den 1930er- und den 1960er-Jahren habe der durchschnittliche Steuersatz bei 70 Prozent gelegen. «Und das waren gute Jahre für das amerikanische Wachstum.»
Er findet es wert, diesen Vorschlag eingehender durchzudenken. Studien hätten gezeigt, dass ein solcher Steuersatz der Wirtschaft nicht unbedingt schade.
Steuersatz lag gar bei 94 Prozent
Es war Präsident Herbert Hoover, der 1932 den Spitzensteuersatz auf 63 Prozent anhob, als nach dem Börsencrash von 1929 in der Grossen Depression die staatlichen Einnahmen zusammenbrachen. Unter seinem Nachfolger Franklin D. Roosevelt erlangte dieser Satz gar 94 Prozent. Allerdings: Da diese Steuersätze nur für Superreiche galten, betrafen sie nur wenige.
Auch der Vorschlag der Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez zielt auf Superreiche mit jährlichen Einkommen von mehr als 10 Millionen US-Dollar. In ihren Worten: «The tippy top.»