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Ihr Kids seht was Rundes am Boden herum liegen, kickt es an und beginnt zu spielen. Man kann gar nicht anders, oder? Diesen Drang verspürten die Menschen schon immer, über alle Kulturen hinweg: Ein Schweizer Junge in Afrika hat mir kürzlich erzählt, dass er und seine Freunde mit Fussbällen aus Bananenblättern spielen. Aber du fragst bestimmt nach dem modernen Fussball: Dieser wurde von den Engländern erfunden.
Es ist aber belegt, dass die Chinesen bereits vor rund 4000–4700 Jahren (je nach Quelle) im «Cuju»-Spiel Bälle mit dem Fuss getreten haben. Auch gab es einst an adeligen japanischen Höfen eine Art Fussballspiel. Ebenso jagten Spieler schon vor rund 3000 Jahren in Mittelamerika den Bällen nach. Bei den Olmeken in Mexiko hat man die Verlierer am Ende des Spieles manchmal geopfert. Wir brutal ist das denn!? Auch im «Calcio storico», der vor 1000 Jahren in Florenz gespielt wurde, ging es sehr grob zu und her.
Die Kicker im mittelalterlichen Europa haben gefoult ohne Ende. Darum erstellten die Engländer 1863 die ersten offiziellen Fussball-Regeln. Bereits einige Jahre zuvor hatten sie den ersten Fussballverein gegründet: den FC Sheffield. Die Schweiz spielte auch eine Vorreiterrolle: Die ersten Fussballklubs entstanden bereits 1860, der Trend wurde von hier aus in die die umliegenden Länder exportiert.
Es gab immer Frauen, die gerne Fussball gespielt haben
Am 24. Juni startet die 21. Fussball-WM in Russland. Sind Neuerungen geplant?
Die FIFA will die Spiele noch gerechter machen - dank moderner Technik: An der WM 2014 haben wir bereits die Torlinientechnik GLT eingeführt. So kann man mittels Hochgeschwindigkeitskameras eindeutig erkennen, ob der Ball die Torlinie vollständig überquert hat. An der WM 2018 werden nun erstmals auch Videoschiedsrichter zum Einsatz kommen.
War der Fussball schon immer von Männern dominiert?
Es gab immer auch Frauen, die gerne Fussball gespielt haben: Im 12. Jahrhundert spielten sie in Frankreich im «La Sioule»-Spiel zusammen mit Männern. Auch die Eskimo-Frauen haben schon vor Jahrhunderten eine Art Fussball gespielt. Da Treibspiele über Jahrtausende hinweg eher grob waren, wurden sie bislang tatsächlich meist von Männern ausgerungen. Die FIFA setzt sich indes sehr für die Weiterentwicklung des modernen Frauenfussballs ein. 2019 findet übrigens die Frauen-WM in Frankreich statt. Und in diesem Sommer 2018 spielen die U20-Juniorinnen, in Frankreich ebenfalls um den WM-Titel.
Was tut die FIFA für die Weiterentwicklung des Fussballs?
Die Fussball-Entwicklung ist eine der Hauptaufgaben der FIFA. Im Februar 2016 wurde das das «FIFA-Forward-Programm» eingeführt: Das ist ein Meilenstein für die globale Fussballförderung. Wir haben weltweit 211 Mitgliederverbände. Jeder Mitgliedsverband erhält zur Fussballförderung jährlich über 750'000 US Dollar für Fussballprojekte wie Spielfelder, Wettbewerbe und Frauenfussball. Dazu gehört auch die Förderung von Juniorinnen- und Juniorenwettbewerben. Darum sind die Weltmeisterschaften so wichtig. Damit verdient die FIFA das Geld, das sie zu einem grossen Teil in die Fussball-Entwicklung weiterleitet.