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somit dem S.-Rand des Tafeljura entlang ziehen, stösst die Blauenkette seitlich an diesen letztern und bricht in der Nähe des Birsthals ab. Im sw. Solothurner Jura entspricht im allgemeinen noch jeder orographischen Kette ein geologisches Schichtgewölbe und jedem Längenthal eine tektonische Mulde. Gegen N. und O. aber wird dieses einfache Verhältnis immer mehr gestört; die Falten werden zerknittert, zusammengeschoben und die Mulden dazwischen enger, kürzer, unregelmässiger und ihre Sohle mehr gehoben.
Die Kammlinie, die im w. Teil der Weissensteinkette auf weite Strecken waagrecht verläuft, wird gegen NO. gezackter und der horizontale Kamm durch die Gipfel- und Schollenform abgelöst (Belchen). Die Blauenkette hat wieder mehr den Charakter der südlichsten Falte. Die bekannteste und höchste dieser Ketten ist diejenige des Weissenstein. Ihre Erhebungsaxe kulminiert in dem prächtigen Doggergewölbe der Rötifluh (1399 m). Nach W. senkt sich die Axe etwas und bildet dort die Hochfläche des Weissenstein.
Dieser Name rührt offenbar von den weiss schimmernden Kalkplatten der obern Jurastufen her, die an dieser Stelle den S.-Schenkel der Falte nach aussen verkleiden. Weiter w. folgt die höchste Erhebung der Kette und des ganzen Kantons, der schmale und kurze Längskamm der Hasenmatt mit 1447 m. (Tiefster Punkt des Kantons ist der Spiegel der Birs bei Dornachbrugg mit 290 m). Oestl. schliessen sich an die Hasenmatt die Geissfluh, w. die Stall- und Wandfluh an. Von der Röti an ostwärts bis zur Oensinger Klus ist die Kette nur in ihrem N.-Schenkel erhalten und daher niedriger. In der Roggenfluh erreicht sie noch 999 m., um dann abzuflachen und ö. Holderbank mit der zweiten Kette zu verschmelzen. Die ganze Weissensteinkette (besonders Roggenfluh, Röti, Weissenstein und Hasenmatt) bietet eine wundervolle Fernsicht nicht nur auf die Alpen und das Mittelland, sondern auch auf den Jura selbst, ja bis gegen Basel, Schwarzwald und Vogesen hin. (Höhenweg; Imfeld'sches Panorama vom Weissenstein).
In der zweiten Kette sind Oberdörferberg (1294 m), Probstberg, Brand, Tannmatt, Sangetel, Farisberg, Belchen (1102 m) und Hauenstein einige bekanntere Lokalnamen. Die dritte Kette trägt eine grössere Zahl exponiert aufragender Partien: Hohe Winde (1207 m). Passwang (1207 m), Wasserfalle (1160 m), Kellenköpfli. Die vierte ist namentlich am O.-Ende des Kantons hervorragend entwickelt und bildet dort den Hauptgebirgskamm mit Wiesenberg (1004 m) und Geissfluh (966 m). Im Tafeljura ist die Schartenfluh (758 m) bei Gempen zu nennen.
3. Hydrographie.
Der Kanton Solothurn gehört ganz dem Rheingebiet an. Seine Wasser sammeln sich zu den zwei grössern Flüssen Aare und Birs, denen sich noch der Birsig anschliesst, der bei Rodersdorf eine kurze Strecke solothurnisches Gebiet durchfliesst. Die Aare entwässert ungefähr ¾ des Kantons, nämlich die vier obern Amteien (Solothurn-Lebern, Bucheggberg-Kriegstetten, Balsthal Thal und Gäu, Olten-Gösgen) mit Ausnahme von Gänsbrunnen, das im Einzugsgebiet der Birs liegt, und von Kienberg, wo die Sisseln entspringt, die sich durch das aargauische Frickthal direkt dem Rhein zuwendet.
Von Büren bis Attisholz unterhalb Solothurn bietet die Aare mit ihren Serpentinen und Inseln, ihrem trägen Lauf und der Durchnässung und teilweisen Vertorfung des angrenzenden Landes das typische Bild eines Flussmittellaufs. Sie harrt hier noch der Kanalisierung als Vollendung der Juragewässerkorrektion, deren Durchführung im Seeland den früher so verhängnisvollen Ueberschwemmungen oberhalb Solothurn bereits abgeholfen hat. Bei Grenchen beginnt die Aare den Kanton zu tangieren, um dann bei Nennigkofen ganz in ihn einzutreten und ihn bei Flumenthal wieder zu verlassen.
Bei Wolfwil tritt sie zum zweiten-mal an die Kantonsgrenze heran, und oberhalb Olten, wo sie das Querthal der «Klos» zwischen Born und Säli stürmisch durchbricht (Elektrizitätswerk Olten-Aarburg bei Ruppoldingen), wendet sie ihren Lauf wieder ganz in den Kanton hinein, um denselben dann bei der Wöschnau endgiltig hinter sich zu lassen. Von Olten ab ist der Charakter des Flusses der selbe wie vor Attisholz. Auf dem Gebiet des Kantons gehen der Aare nur zwei grössere Wasseradern zu: die Grosse Emme unterhalb der Hauptstadt von rechts und bei Olten die Dünnern von links.
Die N.-Flanke des Bucheggbergs ist reich an guten und ergibigen Quellen. Zur Flussentwicklung ist hier aber kein Raum vorhanden; zu nennen ist höchstens der bei Lüterswil entspringende Rütibach. Der S.-Hang der Weissensteinkette entsendet eine Anzahl Bäche, die sich mehr oder weniger tief in die Bergflanke einschnitten und sie abwechslungsreich gliederten, aber nirgends klusartig zu durchbrechen vermochten. Sie haben nur Senkungen der Kammlinie verursacht und dadurch zur Herausbildung von Passübergängen Anlass gegeben (Balmberg, Hinterer Weissenstein).
Der Umstand, dass im Innern der Ketten Mergelgesteine überwiegen, die Flanken dagegen aus festem durchlässigem Kalk bestehen, bringt es mit sich, dass die Oberläufe dieser Bäche vielfach steile, reich verzweigte Runsen und viele kurze Comben aufweisen, welche durch ein gemeinsames enges Austrittstor ihre Wasser zu entsenden pflegen, die dann über einen Schuttkegel der Aare zueilen. Hervorzuheben sind der Grenchenbach, der Brügglibach vom Grenchenberg, der Oberdorfer Wildbach und der Siggerbach vom Balmberg. Besonders die beiden letztern treiben, obwohl ¶
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klein und im Wasserquantum sehr stark wechselnd, doch mehrere Gewerke.
Die Emme bedient mit ihren Kanälen eine ganze Kette bedeutender Fabriketablissemente (Gerlafingen, Biberist, Derendingen). Sie empfängt bei Gerlafingen aus dem gefällsschwachen und zum Teil torfigen antealluvialen Limpachthal den Limpachkanal und jenseits des Altisbergs bei Biberist den Bibernthalbach. Da der Hauptteil des Wasseramts einen alten Aarelauf darstellt und reich an Grundmoräne und anderm Erratikum erscheint, ist sein im Namen ausgedrückter Reichtum an Wasseradern zu erwarten. Die beiden grössern darunter sind der Grütbach (Dorfbach) bei Luterbach und der Oeschbach bei Deitingen. Zwischen den flachen Moränenhügeln von Inkwil und Burgäschi liegen an der Kantonsgrenze der Inkwiler- und der Burgäschisee.
Das Thal der Dünnern zerfällt in drei Abschnitte:
1) das geräumige tektonische Längenthal von Welschenrohr bis Balsthal;
2) das enge, steilfelsige Erosionsquerthal der «Klus» mit ziemlich grossem Gefäll, das im Eisenwerk Klus ausgenützt wird;
3) das grosse und flache Gäu, das vor der Ablenkung der Aare durch die Wangener Endmoräne diesem Fluss als Thalsohle gedient hat. In vielen Krümmungen, z. T. zwischen Dämmen, und zu Ueberschwemmungen geneigt, windet sich die Dünnern auf dieser Strecke, die im Verhältnis zur kleinen Wassermenge zu wenig Gefäll hat, hin und her, um sich erst kurz vor der Mündung noch in die Schotterebene einzuschneiden. Auch der unterste Teil des ersten Thalabschnitts weist zu geringes Gefälle auf und hat daher Neigung zur Torfbildung, während am «Hammerrain» ein Gefällsbruch auftritt, der aus dem Hochthal von Welschenrohr-Gänsbrunnen (Rosinlithal) zur tiefern Thalstufe von Matzendorf überführt, zu welcher von rechts der Horngraben, von links der Meisebach heruntersteigt. Bei Thalbruck am N.-Ausgang der Balsthaler Klus eilt der Dünnern von Holderbank her der Augstbach entgegen; dieser hat bei St. Wolfgang den Mümliswilerbach aufgenommen, der seinerseits aus dem Ramiswilerbach vom Guldenthal und der Limmern von der Wasserfalle sich bildet und hernach die Mümliswiler Klus durchbricht.
Die Birs empfängt bei Münster den Rausbach, der auf der N.-Seite des Hasenmatt- und Weissensteingebiets seinen Ursprung nimmt und hart an der Kantonsgrenze in der Klus von Gänsbrunnen noch den Ertrag der ziemlich mächtigen Gänslochquelle empfängt. Bei Laufen fliesst von links die Lützel aus dem schmalen Thal von Kleinlützel herbei, von rechts bei Zwingen die Lüssel aus dem Beinwiler Thal, dessen Charakter schon demjenigen eines Mittellandthals sich nähert. Noch weniger bedeutend sind der Wahlenbach, Ibach, Kästelbach und Seebach, die alle der Birs von rechts zufliessen.
[Prof. Dr. E. Kuenzli.]
4. Geologie.
In geologischer Hinsicht gehört der Kanton Solothurn grösstenteils zum Faltenjura. Doch bemerkt man im s. Kantonsteil rechts der Aare (Bucheggberg) ausserdem noch eine aus Oligozän und unterm Miozän bestehende und dem Mittelland zuzurechnende Hügelzone, deren jüngstes Glied durch den Muschelsandstein der obern helvetischen Stufe repräsentiert wird. Im n. Kantonsteil liegen einige kleinere Landschaften (Dornach) im SO.-Zipfel der oberrheinischen Tiefebene, während Gempen, Nuglar, St. Pantaleon etc. sich auf dem Rücken oder in den Einschnitten der Rheintafel (oder des Tafeljura) befinden. Im Solothurner Jura unterscheidet man zwölf Hauptgewölbe oder -antiklinalen, deren Mehrzahl sich in den Berner Jura hinüber fortsetzt.
Diese Falten erscheinen fast sämtlich durch die Tätigkeit der Erosion stark angegriffen und in sog. Gräben, Comben, Kessel oder Zirken ausgewaschen, die an mehr als einer Stelle den Lias und die Trias bis zum untern Muschelkalk (Wellendolomit) hinab zutage anstehen lassen. In den Synklinalen oder Mulden des Solothurner Jura liegen stets Oligozän- und Miozänschichten, die U-förmig aufgebogen und den jurassischen Stufen konkordant angelagert sind. Doch zeigt sich zwischen den obersten Stufen des Malm oder obern Jura und den ältesten Tertiärablagerungen eine ¶