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© Marcel Burkhardt
Die Rauchschwalbe ist eine ausgezeichnete Beispiel-Art, um die grossräumige Dynamik von Vogelpopulationen zu untersuchen. In diesem Projekt bestimmen wir, welche Lebensraumbedingungen die Nachwuchsrate in und den Austausch zwischen Populationen beeinflussen.
Mit der Untersuchung wollen wir eine genauere Beurteilung der aktuellen Bestandssituation der Art und eine Verbesserung der Prognosen zur Bestandsentwicklung erreichen. Dazu ist es erforderlich, dass wir erkennen, welche Faktoren als Ursachen für Bestandsveränderungen eine wesentliche Rolle spielen. Im Zentrum der Studie stehen folgende Faktoren:
a) Bruterfolg (Gelegegrösse, Anzahl flügger Jungvögel, Gewicht, Anzahl Bruten)
b) Ermittlung der Rückkehrraten der Alt- und Jungvögel
c) Dispersal der Jungvögel innerhalb und zwischen den Populationen
Die Erkenntnisse werden im weiteren dazu genutzt, der Öffentlichkeit fundierte Vorschläge zur Förderung der beliebten Vogelart zu geben.
Um Informationen über das Verhalten und die Kondition der Vögel nach der Brutzeit zu erhalten, führten wir an einigen der Schlafplätze im Schilfröhricht mehrere Jahre lang regelmässige Zählungen bzw. Fangaktionen durch.
Die Bestände der Rauchschwalben nehmen fast überall in Europa ab. Um den Gründen dafür auf die Spur zu kommen, lanciert EURING (European Union for Bird Ringing) ein internationales Rauchschwalbenprojekt. Untersuchungen zur Brutbiologie, der Populationsdynamik, dem Rastverhalten und Zugablauf sowie Studien im Winterquartier sollen aufzeigen, wo Probleme für die Vögel auftreten und welche Faktoren sich besonders negativ auf die Bestandsentwicklung auswirken.
Schlechtwetterperioden können den Fortpflanzungserfolg der Rauchschwalben stark beeinflussen. Beispielsweise führte regnerisches Wetter 2002 in unserem Untersuchungsgebiet zu einem Einbruch des Bestands. Solche Verluste werden aber in der Regel innerhalb weniger Jahre wieder ausgeglichen.
Die Auswertung der Wiederfunde beringter Vögel belegt, dass Rauchschwalben sehr standorttreu sind. Haben sie sich einmal für einen Brutplatz entschieden, kehren 85 % aller kontrollierten Altvögel wieder an den gleichen Hof zurück. Jungschwalben kehren meist in die heimatliche Grossregion zurück, siedeln sich aber meist in einer gewissen Distanz vom Ursprungsnest an.
Ein grosser Teil der Feldarbeit wurde von ehrenamtlichen Arbeitsgruppen durchgeführt. In einigen Gebieten setzten wir bezahlte Fachleute ein.
Botanisch-Zoologische Gesellschaft Sarganserland-Werdenberg-Liechtenstein
Karl Mayer-Stiftung
Loterie Romande
Migros-Genossenschaftsbund (Welttiertag)
Museo cantonale di storia naturale Lugano
Natur- und Landschaftsschutzkommission Baselland
Region Sarganserland-Walensee
Sarganserländer Talgemeinschaft
Stiftung für Suchende
2 Privatpersonen