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Vorgeschichte
Vor ziemlich genau 10 Jahren war Adi Baumann für die Beschaffung des Trainers verantwortlich.
In der Garage hatte er damals alle Trainer aufgelegt, so dass die Mitglieder nur noch zupacken mussten. Und so traffen sich die Männer, mit dem Ziel, den Trainer abzuholen und fanden bei dieser Gelegenheit auch noch eine kühle Flasche Bier, die nur darauf wartete getrunken zu werden. Und was nachher folgte, wissen jene Männer, die auch in den frühen Morgenstunden noch schöne Lieder gesungen haben.
und heute ...
Adi Baumann und Armin Brack organisierten eine Neuauflage dieses Anlasses. Nicht begründet auf eine Neuanschaffung, sondern als "Night to remember".
...
Für die tolle Stimmung sorgte die Einladung zur "Kaffeefahrt nach Gelterkinden" mit dem Besuch der Kaffeerösterei Jenny. Dort lernten wir Rolf und seine Frau Georgette kennen. Beide beschäftigen sich seit vielen Jahren mit viel Engagement zum Thema Kaffee. Begriffe wie Kaffeekirsche, Kaffeebohne, Arabica, Robusta, Espresso, Mahlstärke, nasse und trockene Aufbereitung gehören bei ihnen zum täglichen Einmaleins ihrers Schaffens.
Wir erfuhren, vielerlei Geschichten zur Kaffeebohne. Entdeckt wurde diese bereits vor 1000 - 1500 Jahren in Afrika (vermutlich im heutigen Äthiopien). Im 15. Jahrhundert verbreitete sich der Kaffee hauptsächlich im Orient von Mekka über Kairo nach Istanbul. Erst im 16. Jahrhundert wurde auch Europa auf dieses Getränk aufmerksam. Eine Anekdote erzählt, dass erst nach dem Brand eines Lagerhauses, der Besitzer auf den wunderbaren Duft dieser komischen Kaffeekirschen aufmerksam wurde, usw., usw. ... Tatsache ist, dass die Kolonialmächte den Kaffee im 17. Jahrhundert nach Amerika brachten und somit zur weltweiten Verbreitung sorgten.
Die Kaffeepflanze stellt hohe Anforderungen an die Natur, sie liebt es nicht zu kalt aber auch nicht zu heiss (15° - 25°) und benötigt eine hohe Luftfeuchtigkeit (75 - 85%). Und wäre dies nicht bereits anspruchsvoll genug, so wächst sie eben auch nur in Höhen zwischen 1000 - 2000 Meter über Meer. Diese speziellen klimatischen Bedingungen findet sie rund um den Äquator, wo heute auch die grössten Produktionsländer entstanden sind. Länder aus Mittel- und Südamerika, Asien, Brasilien und Zentralafrika kämpfen um wichtige Marktanteile.
Die Kaffeeernte besteht aus reiner Handarbeit. Die Kaffeekirschen müssen einzeln von der Pflanze, die während der Reifezeit immer wieder neue Kirschen nachreifen lässt,
geerntet werden. Anschliessend werden die Kaffeekirschen mühsam aus dem meist unwegsamen Gelände hinunter in die Dörfer gebracht. Dort werden sie aufbereitet. Man unterscheidet hier zwei Methoden. Die nasse Methode wird für die qualitativ hochwertigen Kaffeebohnen angewendet. Die Kaffeebohnen werden in Wasser eingelegt und quellen dadurch auf. Jetzt ist es möglich, das Fruchtfleisch vom Kern (=der eigentlichen Kaffeebohne) zu trennen. Nach einer Phase der Gärung werden die Bohnen gewaschen und getrocknet. Die trockene Methode wird überall dort angewendet, wo Wasser selbst als Rohstoff sehr teuer oder gar nicht vorhanden ist. Die Kaffeekirschen werden auf grossen Plätzen zur Trocknung an der Sonne ausgelegt, anschliessend aufgebrochen und sortiert. Auch diese Arbeitsschritte werden noch heute von Hand durchgeführt. Bevor nun die Kaffeebohnen in alle Welt verschifft werden, werden sie in 60 - 80 Kg grosse Natursäcke abgefüllt. Übrigens und dies ist wichtig zu wissen, Kaffeebohnen nehmen jeglichen Fremdgeschmack auf dem Weg bis in die schöne Kaffeetasse an. Daher ist es immer wichtig, Kaffeebohnen entweder in Gläsern oder Metallbüchsen aufzubewahren, um zu verhindern, dass Fremdgeschmäcker den Duft verfälschen!!!
Nach den technischen Informationen, erlebten wir nun die eigentliche Arbeit von Georgette und Rolf. Die Kaffeerösterei. Erst wurde die Rösttrommel auf über 200° aufgeheizt und die rohen, hellen Kaffeebohnen eingefüllt. Nach rund 10 - 12 Minuten "Bratzeit" bei rund 240° und der laufenden Kontrolle durch Rolf, wurde der Ofen geöffnet und die heissen Bohnen auf ein Sieb zur Kühlung ausgeschüttet. Innerhalb einer Minute waren die Bohnen durch den Ventilator abgekühlt und der berühmte Duft von frischem Kaffee erfüllte den Raum. Nun wird diese Mischung "Bebbi", eine sehr beliebte und bekömmliche Zusammenstellung während rund 24 Stunden gelagert, um den Charakter vollends zu entfalten.
Als Abschluss des Vortrages nutzten wir die Gelegenheit, die frischen Kaffeebohnen zu kaufen.
Nun folgte der zweite Teil und so fuhren wir zurück nach Zeglingen. Adi Baumann hatte mit seinem Helferteam die Garage bereits vorbereitet und nachdem der Grill unter Hilfestellung von mehreren bewährten Grillmeistern unter Hitze gestellt wurde, begann die "Night to remember".
Herzlichen Dank!