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||Shift, Marco Fedele di Catrano (CH /I)

Der Kunstraum Walcheturm präsentiert die erste Einzelausstellung des römischen Künstlers in der Deutschschweiz. Er lebt und arbeitet seit 2012 in Zürich und hat 2013 den eidgenössischen Kunstpreis gewonnen.
Die Eingriffe von Marco Fedele Catrano entstehen im Diskurs zwischen Raum und Material im jeweiligen Ausstellungskontext. Oft entstehen sie aus den Grundkomponenten und Strukturen des Ortes und lassen neue Deutungen und Bedeutungen entstehen.
Seine räumlichen Eingriffe bewegen sich zwischen Synthese und Antithese auf der Suche nach den grundlegenden Strukturen und Zustände und stellen oft die räumliche Logik auf den Kopf.
Die 2 Interventionen im Kunstraum Walcheturm sind das Resultat einer Serie von Eingriffen die der Künstler im Februar in einem Dienstgebäude, welches inzwischen der spekulativen Stadterweiterung gewichen ist, durchgeführt hat. Die Materialien aus diesen Interventionen werden im Walcheturm zu architektonischen Fragmenten und zu Zeichen des vom Künstler durchgeführten Prozesses.
Die Hauptinstallation "Forex" bezieht sich auf den Devisenmarkt Forex (Foreign Exchange Market) der mit einem weltweiten Tagesumsatz von ca. 5,3 Billionen US-Dollar im Jahr 2013 der größte Finanzmarkt der Welt ist.
Einen Ausschnitt der täglichen Forexkurven wurde vom Künstler auf die Wände von mehreren Räumen des "Dienstgebäudes" mit einem Schneidbrenner aufgetragen. In der Installation "Forex" wird die auf die Wände gebrannte Kurve zu einem Zeichen welches eine Verbindung zwischen der realen Welt und den immer abstrakter werdenden Finanzabwicklungen schafft. Die gebrannte Linie wird in ihrer physischen Präsenz, zu einer Spur, die sich in diesem Fall auf die Vorgänge im Finanzmarkt bezieht und übertragen dessen Auswirkungen in der realen Welt widerspiegelt.
Die Arbeit C.A. beschreibt den selben Vorgang zwischen privater und öffentlicher Präsenz, zwischen abstraktem Zeichen und physischer Umsetzung, dies aber in einem ganz anderen Umfeld. Der Künstler hat Carla Accardi, eine der bedeutendsten Künstlerinnen der Künstlerbewegung "Informale Segnico", um ein Zeichen direkt auf seinen Arm gebeten und hat sich daraus eine Tattoo stechen lassen. In dieser Verbindung zwischen dem Zeichen als abstraktem künstlerischem Element und der Spur in seiner Haut, sucht der Künstler nach Verknüpfungen zwischen der gedanklichen und abstrakten Sphäre und der realen physischen Welt, in diesem Fall seinem Körper.
In der Installation Shift sind es weitere architektonische Elemente aus dem abgebrochenen Gebäude die in einen neuen Zusammenhang gestellt werden. Die Türen, sonst verbindendes Element, werden in diesem Fall zu Hindernissen, die die Beziehung zwischen Raum und Eingriff, zwischen Bedeutung der Elemente und ihre Funktion neu erstellen.
Sein Werk "Inside" wurde für Gasträume 2014 ausgewählt (Ecke Duttweilerstr. 5/ Pfingstweidstrasse), vom 13. Juni bis zum 15. September 2014.