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Der Serbe verlor erstmals seit über drei Jahren (und 38 Siegen) eine Partie in der Halle. An der Basis des Erfolgs stand eine hervorragende Aufschlagsleistung des Schweizers.
Erst im dritten Game des zweiten Satzes – als er bereits 2:0 führte – musste Federer zum ersten Mal seinen Service abgeben. Er liess sich von diesem temporären Rückschlag nicht vom Weg abbringen. Mit einem leicht glücklichen Rückhand-Passierball, der die Netzkante touchierte, holte er sich den Vorteil zum 4:2 zurück – und beendete die Partie nach 77 Minuten und einem Vorhand-Fehler Djokovics mit einem weiteren Break.
Nur ganz zu Beginn musste der Schweizer eine brenzlige Situation überstehen. Gleich im ersten Game musste Federer eine Breakchance der Weltnummer 1 abwehren und tat dies mit einem Vorhand-Winner souverän. Danach geriet er 50 Minuten lang nie mehr in Gefahr. Allerdings musste er selber ebenfalls bis zum Stand von 6:5 warten, ehe ihm Djokovic eine Gelegenheit bot. Beim zweiten Break- und Satzball schlug Federer mit einem unnachahmlichen Halbvolley zu.
Mit dem Erfolg ging Federer in den direkten Begegnungen mit Djokovic wieder 22:21 in Führung, nachdem er vier der letzten fünf Duelle verloren hatte. Es war dennoch bereits sein dritter Sieg in diesem Jahr gegen den dreifachen Grand-Slam-Champion (in Australien, Paris und New York), der überhaupt nur sechs Mal verlor. Seit August – und einer Finalniederlage in Cincinnati gegen Federer – hatte er 23 Siege aneinandergereiht.
Nishikori mit dem längeren Atem
Es war keine grosse Tenniskunst, die Nishikori und Berdych dem Publikum am Nachmittag geboten hatten, doch immerhin ging erstmals seit dem 9. November 2013 (Novak Djokovic gegen Richard Gasquet) wieder einmal ein Gruppenspiel der ATP-Finals über drei Sätze. Nach 2:23 Stunden und einem letzten Aufschlagspiel zu null setzte sich der Japaner 7:5, 3:6, 6:3 durch. Berdych, als Weltnummer 6 zwei Plätze vor Nishikori klassiert, verlor bei der sechsten Teilnahme erstmals überhaupt seine ersten beiden Spiele. Ob er trotzdem noch eine kleine Chance auf die Halbfinals hat, entschied sich erst nach Redaktionsschluss im Abendspiel zwischen Roger Federer und Djokovic.
Wie bereits in seinem Auftaktspiel wurde Berdych vor allem seine fehlerhafte Vorhand zum Verhängnis. Beim entscheidenden Break zum 3:5 im dritten Satz verschlug der Tscheche zwei Bälle hintereinander auf haarsträubende Weise. Am Ende hatte er 42 unerzwungene Fehler auf dem Konto, Nishikori zehn weniger. Der Japaner, mit 25 Jahren der jüngste Spieler im Feld, verpasste eine frühere Entscheidung Anfang des zweiten Satzes, als er 2:0 in Führung ging, dann aber in seiner schwächsten Phase fünf Games in Folge verlor. Am Ende hatte er dennoch den längeren Atem.
(SI)