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Die Zeit der Macheten – ethnopsychoanalytische Annäherungen an fünfzig Jahre Genozid im Zwischenseengebiet Zentral-Ostafrikas (Rwanda, Burundi)
Schlagworte:Genozid, Rwanda, Burundi, Ethnopsychoanalyse, Übertragung und Gegenübertragung, politische Geschichte, Tabu
AbstractAusgehend von einer kritischen Diskussion des viel beachteten Beitrags Jean Hatzfelds (2004) zu den Opfern und Tätern des letzten großen Genozids in Rwanda versucht der Autor, die betont biographisch orientierte Arbeitsweise der Psychoanalyse in die dazu passenden gesellschaftlichen Zusammenhänge zu transponieren und die Bildung der Genozidkonfiguration im Zwischenseengebiet mit dem Verlauf von vier verschiedenen Interpretationsebenen zu verknüpfen. Erstens geht es um die Bewertung alltäglicher Vorkommnisse, die in Zeiten politischer Krisen in gleichsam kaskadenhafte Ereignisketten münden, zweitens um die Bewertung zahlreicher ethnischer Mythenbildungen und Gleichzeitigkeiten, die auf eine sehr reichhaltige gesellschaftliche Produktion von Unbewusstheit schließen lassen, drittens um die sehr schwierige Übertragungssituation und viertens schließlich um die Geschichte der politischen Herrschaftssicherung und deren Verschränkung mit kulturellen und sozialen Strukturkonflikten. Dem verbreiteten Versuch, den Genozid Rwandas mit der Shoa in Verbindung zu bringen, hält der Autor die Bedeutung einer kontextbezogenen, ethnopsychoanalytischen Betrachtung entgegen, die erst einen Dialog auf gleicher Augenhöhe ermöglicht.
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Veröffentlicht
2006-12-01
Zitationsvorschlag
Weilenmann, M. (2006). Die Zeit der Macheten – ethnopsychoanalytische Annäherungen an fünfzig Jahre Genozid im Zwischenseengebiet Zentral-Ostafrikas (Rwanda, Burundi). Journal für Psychoanalyse, (47). Abgerufen von https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/1249
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