Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03348.jsonl.gz/2561

Bewertung der Sedimentqualität in Walliser Kanälen
Die Schweizer Gewässerschutzverordnung setzt klare Schutzziele, um die Gewässerqualität zu sichern. So fordert sie unter anderem, dass sich in den Sedimenten keine Schadstoffe anreichern dürfen. Es gibt jedoch noch keine Empfehlungen für die Kantone, wie die Bewertung der Sedimente in Programme zur Überwachung der Oberflächenwasserqualität integriert werden soll. Seit 2015 arbeitet das Oekotoxzentrum zusammen mit dem Bundesamt für Umwelt und der Eawag an einem Sedimentmodul für die Bewertung von Fliessgewässern. In einem ersten Schritt hat das Oekotoxzentrum bereits ein einheitliches Vorgehen für die Probenahme von Sedimenten und für die Risikobewertung der dort gemessenen Schadstoffe entwickelt.
Will man die Sedimentqualität umfassend bewerten, so ist eine Kombination von chemischen und biologischen Untersuchungen auf mehreren Stufen besonders geeignet. Daher hat das Oekotoxzentrum einen Triadenansatz aus physiko-chemischen, biologischen und ökotoxikologischen Methoden ausgewählt, um die Sedimentqualität in drei künstlichen Kanälen im Unterwallis zu untersuchen - dem Stockalperkanal, dem Bras-Neuf-Kanal und dem Ile-Kanal. An jedem der zehn Standorte werden die Sedimente beprobt und (i) ihre chemische Zusammensetzung (Metalle, PCB und PAK), (ii) ihre Toxizität für den Nematoden C. elegans (Reproduktion und Wachstum) und den Muschelkrebs H. incongruens (Mortalität und Wachstum) und (iii) die Zusammensetzung der Artengemeinschaften der Nematoden und Oligochaeten untersucht.
Projektbericht
Beauvais, R., Vivien, R., Ferrari, B.J.D., Casado-Martinez, C. (2020) Évaluation de la qualité des sédiments des canaux Stockalper, du Bras-Neuf et des îles (Valais, Suisse) basée sur une approche de type triade.
Publikation
Beauvais, R., Vivien, R., Ferrari, B.J.D., Casado-Martinez, C. (2020) Etat des sédiments de canaux artificiels : Des pollutions de source urbaine, industrielle et agricole affectent les organismes bentiques. Aqua & Gas 100, 11, 72-81