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Mit eigenen Ohren gehört
Aus denselben Gründen sind auch unsere Ohren nicht immer verlässliche Zeugen. Sicher ist dir die heisse Diskussion um den Audioclip nicht entgangen, bei dem die einen mit Bestimmtheit "Laurel" hören, während die anderen darauf schwören, dass es "Yanny" ist. Die Erklärung lautet simpel, ist aber technisch anspruchsvoll: Neben der Qualität des Abspielgeräts und der eigenen Erwartungshaltung (weiss man schon, was die meisten in unserem Umfeld hören), kommt es offenbar vor allem auf den "Frequenzfilter" an, den unser Gehirn einsetzt. Ältere Menschen zum Beispiel tendieren dazu, die hohen Frequenzen, die sie nicht mehr hören können, zu kompensieren.
MP3 nutzt Sinnestäuschung
Sinnestäuschungen des Gehörs werden auch für sehr praktische Dinge genutzt. Beispielsweise MP3: Dieses weit verbreitete Verfahren, um Audiodateien zu komprimieren, nutzt den Umstand, dass wir von zwei Tönen, die ähnlich hoch sind, nur den lauteren wahrnehmen. MP3 "löscht" die Töne, die wir nicht wahrnehmen, und die Dateien werden viel kleiner.
Laurie – nein, Yanny!
Tonleiter rauf oder runter?
Und wie viele Töne werden abgespielt, zwei oder drei?
Die scheinbar nie endende Tonleiter
Am eigenen Körper erfahren
Und noch komplizierter wird es, wenn die Eindrücke, die beispielsweise das Auge dem Gehirn liefert, überhaupt nicht mit denen zusammenpassen, die ein anderes Sinnorgan ihm meldet. Es versucht dann, die unterschiedlichen Wahrnehmungen unter einen Hut zu bringen und blendet dabei, wenn es sein muss, auch mal die Logik aus: Das zeigt die Puppenhand-Illusion, bei der eine Gummihand plötzlich als eigener Körperteil wahrgenommen wird (Video verfügbar bis 21.06.2021).