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»Tartuffe« gehört als Ganzes zum Gewagtesten, was je auf einer europäischen Bühne gespielt wurde. Selbst Napoleon erklärte, er hätte die Erstaufführung nie gestattet. Unter den Komödien steht »Tartuffe« da, wo Shakespeares »Hamlet« unter den Tragödien steht: ganz oben. In der zweisprachigen Ausgabe wird dem französischen Originaltext die Übersetzung ins Deutsche Seite für Seite und Absatz für Absatz im Parallelsatz gegenübergestellt. Die Ausgabe enthält auch die Vorrede Molières und seine drei Bittschriften an König Ludwig XIV. Inhalt des Tartuffe:
Der Heuchler Tartuffe hat sich in der Familie Orgons eingenistet und unter der Maske des frommen Betbruders allmählich die Zügel an sich gerissen. Die Familie ist zutiefst gespalten. Alle wissen, was für ein falsches Spiel er spielt, nur der ihm hörige Orgon und dessen verbohrte Mutter wollen es nicht glauben. Jeder Versuch, Tartuffe zu enttarnen, geht ins Leere. Und so macht der Heuchler weiter, denn er will von allem Besitz ergreifen: Orgons Tochter, Orgons Frau und dessen ganzes Vermögen. Alle Zeichen deuten darauf, dass er am Ende siegreich sein wird.
Portrait
Jean-Baptiste Molière (1622-1673) ist unbestritten der grösster Dramatiker der französischen Klassik, ja einer der bedeutendsten Dramatiker überhaupt, und wird mit Shakespeare in einem Atemzug genannt. Molière hat die Komödie zu einer der Tragödie gleichwertigen Gattung erhoben. Nach wie vor gehören seine Komödien zum festen Bestandteil des Bühnenrepertoires der Theater weltweit. Zu seinen bedeutendsten Werken gehören: »Die lächerlichen Preziösen«, »Die Schule der Frauen«, »Tartuffe oder Der Betrüger«, »Don Juan«, »Der Menschenfeind«, »Amphitryon«, »Der Geizige« und »Der eingebildete Kranke«.