Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/86493

<h2>SubmittedText<h2><p>Ich ersuche den Bundesrat, einen Bericht über Pestizidrückstände im Wein, der in der Schweiz verkauft wird, zu erstellen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Dem Bundesrat sind die im Postulat erwähnten europäischen Studien bekannt. Die Ergebnisse zeigen, dass zwar Rückstände von Pestiziden im Wein vorhanden sind, die nachgewiesenen Pestizidwerte jedoch die gesetzlich vorgegebenen Höchstmengen nur in den seltensten Fällen überschreiten. Analysen von Weinproben aus dem Schweizer Markt, die durch die kantonalen Laboratorien regelmässig durchgeführt werden, zeigen vergleichbare Resultate. Diese Erkenntnisse werden in den jeweiligen Jahresberichten der kantonalen Laboratorien transparent ausgewiesen.</p><p>Der Bundesrat weist weiter darauf hin, dass der in der Schweiz vermarktete Wein die in der Fremd- und Inhaltsstoffverordnung (FIV; SR 817.021.23) festgelegten Höchstkonzentrationen für Pestizide einhalten muss. Die zulässigen Höchstkonzentrationen werden im Rahmen der Zulassungsprüfung für Pestizide durch die zuständigen Bundesbehörden festgelegt. Die Zulassungsprüfung bestimmt ebenfalls Vorschriften bei der Anwendung und für die eingesetzten Mengen von Pflanzenschutzmitteln. Damit wird sowohl die Sicherheit der mit der Weinproduktion beschäftigten Personen als auch der Gesundheitsschutz der Konsumentinnen und Konsumenten gewährleistet.</p><p>Einzelne Messungen zur Exposition der Anwender von Pflanzenschutzmitteln wurden dieses Jahr durchgeführt. Erste Auswertungen lassen darauf schliessen, dass die auf den Produkten angebrachten bzw. ihnen beiliegenden Hinweise zum Anwenderschutz in der Praxis nicht konsequent umgesetzt werden. Je nach Ausgang der Auswertungen und den verfügbaren Ressourcen werden gegebenenfalls Aufklärungsmassnahmen getroffen.</p><p>Insgesamt erachtet es der Bundesrat nicht als hilfreich, eine spezifische Studie über Pestizidrückstände in Wein zu erstellen. Im Übrigen ist der als Begründung angeführte Vergleich von Grenzwerten für Pestizidrückstände in Trinkwasser und Wein nicht überzeugend, weil Wein aus einem landwirtschaftlichen Erzeugnis (Trauben) hergestellt wird, das mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden darf, während dies beim Trinkwasser nicht der Fall ist.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.