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23.06.2018 02:45:26

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Goldau wird Eisenbahnknotenpunkt
Nach dem Bergsturz sah es zunächst aus, als sollte Goldau ausser einigen vereinzelten Häusern unbewohnt bleiben. Nach 1815 setzten die Wallfahrten nach Rigi-Klösterli wieder ein. Goldau wurde als Ausgangspunkt für den Rigi-Tourismus immer beliebter. Manche wollten wohl auch die bizarre Bergsturzlandschaft bestaunen.
Am 4. Juni 1875 nahm die Arth-Rigi-Bahn (ARB) ihren Betrieb auf. Goldau kam zu einem ersten kleinen Bahnhof, welcher hinter dem Pfrundhaus erstellt wurde und die Reisenden von Einsiedeln her aufnahm. Allerdings war man bis zu diesem Zeitpunkt der Meinung, Goldau zu umfahren und den Bahnhof für die Gotthardbahn in Oberarth zu erstellen. Wenige Wochen nach Eröffnung der ARB begannen die Sprengarbeiten. Geplant war ein 2,5 m langer Tunnel, welcher unter dem Bergsturzgebiet nach Steinen führten sollte. Doch die Entwicklung lief zu Gunsten von Goldau. Im Mai 1876 mussten die Arbeiten am Tunnel aus Geldmangel eingestellt werden. Diverse Sparmassnahmen wurden eruiert und eine davon war der Verzicht auf den Tunnel und ein Bahnhof mitten im Schuttgebiet.
Die Goldauer Station der ARB musste neben die Gotthardbahnlinie verlegt werden und erhielt dafür eine finanzielle Abfindung. Diplomatischerweise wurde der neue Bahnhof „Arth-Goldau“ genannt. Die Bauarbeiten schritten nun zügig voran und 1882 wurde die Strecke durch den Gotthard nach Italien eröffnet. Es folgte Schlag auf Schlag: Im August 1891 wurde die Südostbahn in den äusseren Teil des Kantons Schwyz in Betrieb genommen und im Juni 1897 die Linie nach Zug - Zürich. Goldau war zum Eisenbahnknotenpunkt mit fünf in verschiedene Richtungen abgehenden Bahnstrecken geworden.
Die Arth-Rigi-Bahn errichtete 1895 das heute noch bestehende Hochperron. Von 1897 bis 1959 fuhr ein Tram von Arth nach Goldau. Die ehemalige Tramlinie wird heute noch „Tramweg“ genannt und ist ein schöner Spazierweg zwischen den drei Dörfern Goldau, Oberarth und Arth.
Die Eisenbahn hatte grossen Einfluss auf die Entwicklung Goldaus. Die Bevölkerungszahl stieg rasant. Viele Bahnarbeiter und SBB-Angestellte wie Lokomotivführer und Kondukteure zogen nach Goldau - und blieben. Mit dem Bevölkerungswachstum ging auch die bauliche Entwicklung einher, bis Goldau das Dorf Arth „überholte“. Gestern wie heute spielt die Eisenbahn und der Bahnhof eine grosse Rolle für Goldau. Waren es früher die „Eisenbahner“, so sind es heute die „Pendler“, welche den Eisenbahnknotenpunkt Arth-Goldau schätzen.
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