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Mission in Marokko zum Aufbau eines Kinderherzzentrums in Rabat
Die Corelina-Mission in Marokko vom 28. Juni bis 3. Juli 2015 dient dem Aufbau eines Kinderherzzentrums in Rabat. Geplant ist die Hilfestellung beim Umbau eines bestehenden Gebäudes und Unterstützung bei der chirurgischen Versorgung von herzkranken Kindern.
Ein unmittelbarer Bedarf an finanzieller Hilfe und Material besteht vor Ort nicht. Es gibt wohl ausreichende finanzielle Mittel für diesen Gesundheitsbereich. Im Vordergrund stehen also die Beratungstätigkeit und die operativ-chirurgische Unterstützung.
Die gegenwärtigen Bedingungen am heutigen Kinderspital in Rabat sind nicht ideal. Es gibt keine Herz-Lungen-Maschine, keine Kardiotechnik, keine Kinderherzchirurgie, keine Kinderherzanästhesie, keine Kinderherz-Intensivstation-Pflege und nur eine limitierte Intensivstation-Kapazität.
Die Ärzteschaft ist meistens nach französischem Modell ausgebildet. Fast alle Kaderärzte waren für die Ausbildung in Frankreich. Die Pflegenden haben selten Auslandserfahrung und ein suboptimales Ausbildungsniveau für kinderherzchirurgische Eingriffe. Die ärztliche Dokumentation wird in Französisch nach französischem Model geführt. Es gibt kein Kinderherzzentrum in Marokko. Wer es sich finanziell leisten kann, lässt sein Kind im Ausland operieren. Humanitäre Organisationen (Terre des hommes, Caritas, etc.) versuchen Operationen im Ausland zu finanzieren. Die Kinderkardiologie vor Ort macht gute Diagnostik, aber keine interventionelle Abklärung oder Therapie. Eine Herzkatheter-Möglichkeit besteht nur bei der Erwachsenen-Kardiologie.
Momentan werden nur sporadische einzelne palliative Eingriffe ohne Herz-Lungen-Maschine im Kinderspital Rabat durchgeführt. Einzelne ältere Kinder (ab 7 Jahre) werden in Erwachsenenherzkliniken operiert, dort ist die OP- und Intensivstation-Kapazität aber beschränkt. Die Erfahrung bei kinderherzchirurgischen Eingriffen ist also sehr limitiert.
Seitens des Universitätsklinikums besteht die Absicht, ein Kinderherzzentrum zu schaffen. Aktuell wird ein Businessplan zur Finanzierung durch das Gesundheitsministerium erstellt. Das Gebäude für das Zentrum existiert und ist im Umbau.