Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03224.jsonl.gz/496

-
-
19 Februar 2016
-
0 comments
Fasnacht im zmitts-dRhy
Als Karneval, Fastnacht, Fasnacht, Fasnet, Fasching, oder fünfte Jahreszeit bezeichnet man die Bräuche, mit denen die Zeit vor der sechswöchigen Fastenzeit ausgelassen gefeiert wird. Die Fastenzeit beginnt mit dem Aschermittwoch und gilt im Christentum der Vorbereitung auf das Osterfest.
Volksetymologisch wird das Wort Fastnacht oft an das althochdeutschefasta (Fastenzeit) und naht (Nacht, Vorabend) angeschlossen und angegeben, der Name bezeichne ursprünglich nur den Tag vor Beginn der Fastenzeit, ab dem 15. Jahrhundert auch die Woche davor. Eine andere Volksetymologie stellt eine Verbindung zum Wort Fass her, ebenso (aber eher spielerisch) zum Fest, dem Faseln oder fast Nacht. Der Vergleich der Dialektwörter ergibt jedoch eine gemeinsame Wortform der Gestalt *fasanaht, die diese Interpretationen widerlegt. Die Bedeutung des Vorderglieds fasa- bleibt unklar. Am wahrscheinlichsten scheint ein Anschluss an eine indogermanische Verbalwurzel *pwos- mit der Bedeutung reinigen, läutern, fasten, was zu verschiedenen Facetten passen würde.
Kulinarisches Brauchtum
Verbunden mit Fasching und Karneval ist auch Brauchtum rund um bestimmte Gerichte, die bevorzugt oder ausschließlich in dieser Zeit genossen werden. Kurz vor der Fastenzeit enthalten diese besonders die Zutaten, welche während der Fastenzeit verboten sind. Dies gilt nicht nur für Fleisch, sondern auch für Eier und Fett. Letzteres lässt sich auch aus vielen Bezeichnungen für Karnevalstage ableiten: Fettdienstag und Mardi gras, Martedigrasso oder Fettisdagen (französisch bzw. italienisch oder schwedisch für Fetter Dienstag). Fett bezieht sich einerseits auf fettreiche Speisen, bei denen besonders Schweinefleisch und Speck beliebt sind. Andererseits auf Gebäck, welches in Fett ausgebacken wird. Fettgebackenes wie Berliner Pfannkuchen, Krapfen, welches überwiegend süß zubereitet wird, ist international in verschiedenen Varianten verbreitet. Häufig anzutreffen sind regionale Rezepte mit ebensolchen Bezeichnungen, die sich jedoch häufig in der Rezeptur ähneln. Eine weitere Zutat, welche in Faschingsspeisen häufig vorkommt, sind Hülsenfrüchte, besonders Erbsen und Bohnen, die als Zeichen der Fruchtbarkeit gelten (siehe auch den Brauch um den Erbsenbär).
Für das zmitts-dRhy ist Fasnacht ein eher untypisches Fest. Wenn man sich mythologisch damit auseinandersetzt, ist man sich nicht sicher, was der Ursprung und der Sinn der Fasnacht ist. Es gehört nicht zu den rituellen Festlichkeiten im zmitts-dRhy und doch versuchen wir die Kinder auf das Fest vorzubereiten. Dies ist allerdings nicht so einfach, da gerade bei den Kinder von diesem Brauchtum nicht mehr viel hängen bleibt. Sie bekommen viele Süssigkeiten und Räppli werden einander angeworfen. Dieses Jahr versuchten wir noch bewusster die Begrifflichkeit „Fasten und Feiern“ zu zelebrieren.
Und auf einmal sind wir in einem wichtigen „alltäglichen“ Thema, nämlich dem Fasten. Wir ändern bewusst unseren Ernährungsplan und gehen direkt in die Gespräche. Auch für Eltern wird es ein Anliegen, wenn wir zwei Wochen ohne Teigwaren zelebrieren. Was gibt den der natürliche Speicher her? Kohl, Wurzelgemüse, Linsen…nun wird der Mittagstisch nicht mehr beliebt. Ausgewogen und saisonal tritt in Hintergrund. Also doch nur noch feiern? Was wollen wir den Kindern vermitteln, wenn alles erhältlich ist und greifbar / abrufbar? Welche Wert zählen noch? Unsere Fasnacht ist jetzt vorbei und wir bereiten uns bereits auf Ostern vor, und werden sehen was uns da erwartet.
Share Social