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Will man eine Software in mehreren Sprachversionen anbieten, dann integriert man die Übersetzungen sinnvollerweise nicht direkt in den Programmcode, sondern bindet sie über Sprachpakete ein. Ein beliebtes Format für solche Sprachpakete sind PO-Dateien (Portable Object; vgl. GNU gettext). Die Erstellung solcher Sprachpakete kann im Prinzip mit jedem Texteditor erfolgen, denn es handelt sich um Textdateien. Umfangreichere Programme zu übersetzen ist mit dieser Methode aber keine Freude und auch nicht sonderlich effizient.
Häufig werden stattdessen spezialisierte Editoren wie beispielsweise Poedit eingesetzt. Solche Programme stellen Originalsprache und Zielsprache einander gegenüber und unterstützen den Übersetzungsprozess über ein sogenanntes Translation Memory (d.h. ein Verzeichnis mit bereits übersetzten Texten, welches für Vorschläge herangezogen werden kann). Da es sich um Desktop-Programme handelt, kann allerdings immer nur ein Übersetzer gleichzeitig an einer bestimmten Sprachversion arbeiten; und das Aus- und Einchecken der Sprachdateien aus einem Code Repository ist auch nicht jedermanns Sache.
Gerade bei Open-Source-Projekten, welche auf die Unterstützung einer Community angewiesen sind, haben sich deshalb web-basierte Lösungen etabliert. So kann man beispielsweise auf Launchpad nebst Ubuntu Linux auch diverse andere Programme wie beispielsweise Blender, Calibre, JOSM (Java OpenStreetMap Editor), Mahara, Miro oder Stellarium übersetzen helfen.
Eine andere, ausgesprochen schöne Lösung, ist Transifex, die unter www.transifex.net als Hosted Service genutzt oder als Open Source Software heruntergeladen werden kann. Der Hosted Service ist für andere Open-Source-Projekte kostenlos, und so dass man sowohl als Open-Source-Entwickler als auch als Übersetzer mit einem Free Account bestens versorgt ist.
Will man sich als Übersetzer an einem Projekt beteiligen, so sucht man sich das entsprechende Projekt und schliesst sich dem Übersetzer-Team der gewünschten Sprache an (bzw. legt als Sprachenkoordinator ein neues Team an). Danach kann man über eine sehr dezente, in den Details aber sehr funktionale Oberfläche die Strings (wie die einzelnen Textbausteine heissen) übersetzen. Auch hier steht ein Translation Memory zur Verfügung, und man kann die Strings durchsuchen oder nach verschiedenen Kriterien filtern. Das Aufsetzen eines eigenen Projekts ist denkbar einfach: Kennt man die URL der originalen Sprachdatei (POT = Portable Object Template) im Code Repository, dann holt sich Transifex die Originalsprache selbständig und erzeugt daraus ein Übersetzungsprojekt.
Auch mit Transifex bleibt das Übersetzen von Software anspruchsvolle Knochenarbeit. Aber zumindest wird dadurch die Arbeit so komfortabel und effizient wie nur irgend möglich.