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Die Geschichte Polens sei eng mit dem Kanton St. Gallen verwoben, schrieb der Kanton St. Gallen am Freitag in einer Mitteilung. «Hier verbrachte Gabriel Narutowicz viele Jahre, bevor er 1922 zum ersten Präsidenten Polens gewählt wurde.»
Am Sonntag reist eine Delegation mit Andrzej Dera, dem Staatssekretär in der Kanzlei des Staatspräsidenten Polens, und der polnischen Botschafterin Iwona Kozłowska nach St.Gallen. Sie wird von Regierungspräsident Stefan Kölliker empfangen. «Zusammen werden sie beim Gübsensee eine Gedenktafel für Gabriel Narutowicz enthüllen», hiess es in der Mitteilung. Am späteren Nachmittag folge dann die Enthüllung eines Gedenkbrunnens in der Gemeinde Untereggen. Mit dabei sind auch Ehrengäste aus Polen und der Schweiz.
Opfer eines Attentats
Der 1865 geborene Gabriel Narutowicz besuchte Schulen im Baltikum und reiste zu Studien nach St.Petersburg. Gesundheitlich angeschlagen vertrug er die klimatischen Verhältnisse in der Zarenstadt schlecht. Ein Kuraufenthalt in der Alpenrepublik sollte helfen. Die Schweiz wurde so zur zweiten Heimat, wo Narutowicz 30 Jahre lebte, 17 Jahre im Raum St.Gallen. 1895 wurde er in Untereggen heimatberechtigt und damit St. Galler Kantonsbürger.
Narutowicz studierte an der ETH und wurde zu einem der besten Wasserbauingenieuren des Landes. «Er hinterliess auch in der Ostschweiz bleibende und markante Spuren - etwa bezüglich der Rheinregulierung, der Steinachkorrektion in der Stadt St.Gallen oder, besonders sichtbar, beim Kraftwerk Kubel», schrieb der Kanton St. Gallen weiter.
Im Jahr 1920 kehrte Gabriel Narutowicz nach Polen zurück und startete eine neue Karriere als Minister. 1922 wurde er zum polnischen Staatspräsidenten gewählt. Bereits wenige Tage später fiel er einem nationalistisch motivierten Attentat zum Opfer.