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Merhawi war 16 Jahre alt, als er 2008 ohne seine Familie aus Eritrea flüchtete. Sein Weg führte ihn über Äthiopien, den Sudan, Libyen und Sizilien nach Allschwil. Hunger, Durst, Angst und der Tod von Mitreisenden waren seine ständigen Begleiter. Immer wieder musste er warten, bis Verwandte Geld für den nächsten Schlepper schickten. Nach einer acht monatigen Odyssee stellte er endlich seinen Asylantrag. Er war in Sicherheit. Nach mehreren intensiven Deutschkursen machte er zwei Jahre lang Praktika in der Küche, im Recycling, im Service und als Hauswart.
Sein Ziel war eine Lehrstelle, aber er bekam nur Absagen. Sein Sozialarbeiter hörte von einer freien Stelle als Hilfskoch in der Merian Iselin Klinik über die soziale Stellenvermittlung integratio Basel. Er meldete ihn an. Obwohl er Ferien hatte, schnupperte er dort eine Woche und die Klinik bot ihm statt einer Arbeitsstelle einen Ausbildungsplatz als Küchenangestellter EBA an. Im Sommer 2015 beendete er die Ausbildung erfolgreich und konnte, wiederum durch Unterstützung von integratio Basel, eine Festanstellung als Küchenangestellter beim SV Service auf dem Novartis Campus antreten.
Was war Ihre Motivation die Ausbildung als Küchenangestellter EBA zu beginnen?
Ich wusste, dass ich ohne Diplom oder Zeugnisse in der Schweiz beruflich keine Chancen habe. Meine Jugendfreundin war nach Äthiopien geflüchtet. Ich wollte sie gerne in die Schweiz holen. Das ging aber nur, wenn ich nicht mehr von der Sozialhilfe abhängig war. Auch wenn ich in den zwei Jahren viel Zeit investieren musste und wenig Geld hatte, wusste ich immer, warum ich es tun wollte.
Welche Hindernisse galt es zu überwinden?
Das schwierigste war für mich, Deutsch zu schreiben. Ich habe trotz der besuchten Deutschkurse im Asylzentrum zu viele Fehler gemacht. Mein Lehrmeister war sehr streng. Ich habe durch integratio Basel jede Woche Unterstützung bei den Hausaufgaben erhalten und zusätzlich noch mal einen Deutschkurs besucht. In jeder Pause habe ich gelernt.
Hat sich Ihre persönliche und berufliche Situation verändert?
Der grosse Aufwand hat sich sehr gelohnt. Im September 2015 konnte Helen bereits in die Schweiz kommen und wir haben inzwischen geheiratet. Ich habe einen tollen Arbeitgeber und lerne jeden Tag sehr viel Neues. Vielleicht mache ich irgendwann noch die Ausbildung als Koch EFZ.
Gab es auch mal Krisen? Wie haben Sie diese überwunden?
Ich hatte nie eine Krise, weil ich immer mein Ziel vor den Augen hatte und von vielen Seiten unterstützt wurde. Die zwei Jahre sind schnell vorbei gegangen.
Was raten Sie Kollegen mit einem ähnlichen Hintergrund, die sich beruflich orientieren möchten?
Wenn sie die Chance bekommen, bei integratio Basel oder einem ähnlichen Angebot angenommen zu werden, sollten sie sofort ja sagen und sich einsetzen. Sie sollen probieren, sofort im richtigen Arbeitsmarkt zu arbeiten und nicht in Integrationsprojekten. Man muss es aber wirklich wollen. Trotz der grossen Unterstützung, musste und muss ich sehr viel leisten.
Integratio Basel
Chancen schaffen – Vermittlung in Arbeit
Integratio Basel vermittelt seit 2009 für die Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Solothurn Arbeitsstellen an Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen längere Zeit nicht erwerbstätig waren und bei der Sozialhilfe einer Gemeinde oder dem Arbeitsintegrationszentrum Basel-Stadt (AIZ) gemeldet sind. Unternehmen profitieren von integratio als direkte Stellenvermittlung und sparen Kosten bei der Personalrekrutierung und Stellenausschreibung. Dabei koordiniert und unterstützt ein erfahrener Job Coach für das Unternehmen alle Themen rund um die Arbeit. Die Kandidatinnen und Kandidaten werden individuell bei der Stellensuche begleitet, unterstützt und aktiv vermittelt.
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Über das ALFA-Telefon 0800 0800 011 können Sie sich über mögliche Bildungsangebote und Programme in Ihrer Wohnregion informieren. Die Beratung geht auf Ihre Bedürfnisse und individuelle Situation ein – ist gratis & persönlich.