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Als Microsoft -Mitgründer Bill Gates im März vergangenen Jahres verkündete, seinen Sitz im Verwaltungsrat des Software-Giganten zur Verfügung zu stellen, war die Überraschung gross – schliesslich wurde Gates erst drei Monate zuvor in dem Gremium bestätigt.
Seine Begründung damals: Er wolle sich in der Zukunft noch mehr um die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung kümmern. Was zu der Erzählung passte: Am gleichen Tag trat Gates auch aus dem Verwaltungsrat von Berkshire Hathaway zurück, der Holdinggesellschaft seines Freundes Warren Buffett.
Neueste Berichte des «Wall Street Journal» säen nun Zweifel an dieser Erzählung. Wie die Zeitung berichtet, hat sich Ende 2019 eine Microsoft-Ingenieurin mit einem Brief an den Aufsichtsrat gewandt. Der Inhalt: pikant. Angeblich habe sie im Jahr 2000 eine Affäre mit dem damaligen CEO Bill Gates gehabt. Hatte Bill Gates Melinda betrogen? Mit ihr ist er seit 1994 verheiratet. Das Paar gab vor wenigen Wochen bekannt, sich nach 27 Jahren Ehe scheiden zu lassen.
Wie es in dem Bericht heisst, habe die Microsoft-Mitarbeiterin ihren Brief auch an Melinda Gates verschickt. Allerdings wird nicht klar, ob die Ehefrau das Geschriebene tatsächlich auch gelesen hat. Inwiefern die Affäre also eine Rolle bei der Gates-Scheidung spielt, ist unklar. Zuletzt berichteten mehrere US-Medien übereinstimmend, dass Melinda Gates bereits im Jahr 2019 anwaltlichen Rat für eine Scheidung gesucht hatte.
Doch hatte die Affäre Auswirkungen auf Bill Gates' Stellung im Konzern Microsoft? Nachdem der Verwaltungsrat den Brief der früheren Geliebten von Bill Gates erhalten hatte, soll er eine Untersuchung der Angelegenheit mit Hilfe einer externen Anwaltskanzlei eingeleitet haben.
Offenbar war auch die #MeToo-Debatte in den USA Grund dafür gewesen, dass man im Verwaltungsrat besorgt war, Gates' Seitensprung könne negative Auswirkungen auf die Firmenreputation haben, so der Zeitungsbericht. Seinen Rücktritt reichte Bill Gates ein, bevor die Untersuchung abgeschlossen war.
Ein Sprecher von Bill Gates sagte dem «Wall Street Journal», der Ehebruch habe bei seiner Entscheidung, den Verwaltungsrat von Microsoft zu verlassen, keine Rolle gespielt. «Es gab eine Affäre vor etwa 20 Jahren, die einvernehmlich endete», heisst es von Bill Gates' Vertreter.
Ob die neuesten Enthüllungen das Ehepaar Gates bei der Verteilung des geschätzten 130-Milliarden-Dollar-Vermögens beschäftigen werden, bleibt ungewiss. Ein Grossteil des Geldes, so gaben es Melinda und Bill Gates bekannt, soll ohnehin in die gemeinsame Stiftung fliessen. (sow/t-online)