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1998 hat der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) die Lohnpolitik zum Gegenstand seines Kongresses in Davos gemacht. Unter anderem beschloss er damals, eine Kampagne gegen Löhne unter 3'000 Franken zu lancieren. In Folge der langen Stagnationsperiode hatten die tiefen Löhne zunehmend zu Prekarisierung und Armut geführt: Die „working poor“ waren vermehrt in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gedrungen. Nach sechs Rezessionsjahren und einer hohen Arbeitslosigkeit bestand zudem die Gefahr, dass die Bezüger und Bezügerinnen von tiefen Löhnen beim angekündigten Konjunkturaufschwung leer ausgehen würden - eine Gefahr, die durch bevorstehende Personenfreizügigkeit mit den Ländern der Europäischen Union verstärkt wurde. Hier sollte eine öffentliche Auseinandersetzung über die tiefen Löhne Gegensteuer geben. Ziel war es, die Lohnfrage über die alleinige Verbandsebene hinauszuheben und zu „politisieren“. Die Umsetzung der Mindestlohnkampagne erfolgte auf verschiedenen Ebenen.