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Die Befreiung von der Mutter
Der Mann – geboren aus einer Frau
Es ist ein besonderer Umstand, dass der Mann aus dem Körper einer Frau hervorgegangen ist. Das Männliche entsteht aus dem Weiblichen, so wie das Bewusstsein aus dem Unbewussten entstanden ist. Der Mann war im Leib der Mutter eins mit ihr. Dort hatte er alles, was er brauchte: Wärme, Nahrung, Geborgenheit.
Der Mutter-Sohn und Trumpf der Mutter
Die Geburt eines Sohnes war früher häufig für die Frau von besonderer Bedeutung. In einer von Männern dominierten Gesellschaften verhalf sie ihr zu einem besseren Status. Zudem hatte sie nun einen Trumpf, nämlich ihren heranwachsenden Sohn, den sie ihrem dominierenden Gatten entgegenhalten konnte. Sie konnte ihren Sohn von klein auf prägen. Er würde heranwachsen und eines Tages stärker sein als ihr Gemahl. Er würde eines Tages sogar dessen Thron übernehmen. (Mythologisch gesprochen ist damit der „Fluch“, nämlich sein unausweichliches Schicksal verknüfpt: Der Sohn wird den den Vater «töten» und die Mutter «heiraten» wird, was zum Beispiel König Ödipus aus der griechischen Mythologie zum Ausdruck kommt).
Abhängigkeit von der Mutter und die Gefahr des Missbrauchs
Eine Mutter kann ihrem Sohn von klein auf – sozusagen „mit der Muttermilch“ – also ihre Sicht der Dinge «einflössen».
Die Gefahr des Missbrauchs für den Sohn besteht darin, dass die Mutter von ihm männliche Energie nimmt, die sie vom Vater nicht bekommt (weil die Beziehung in der Dynamik der Macht steckt). Er muss ihr sein Herz geben, dafür mach sie ihn zu ihrem «König», gibt ihm Bewunderung, Macht, «Vollmacht» und Bestätigung. Dabei weiss er gar nicht, dass er seine eigene männliche Identität und sein eigenes Herz genommen hat. Er ist nun Abhängig von Bestätigung abhängig.