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Abstract
Das Ziel der Dissertationsarbeit ist es, einige wesentliche Aspekte des Prozesses der Rezeption europäischer Philosophie in der Frühphase der Türkischen Republik zu untersuchen. Hierbei stellten die Frage nach der Rolle der Philosophen als Kulturvermittler auf philosophischem Gebiet und Funktion die der Philosophie in diesem Kontext zugewiesen wird, die zentralen Forschungsgegenstände dar. Einen besonderen Schwerpunkt bildet auf der einen Seite das Wirken deutscher emigrierter Philosophen in der Türkei, Verfolgte des Nationalsozialismus, und auf der anderen Seite die neue Generation zumeist im deutschsprachigen Ausland ausgebildeter republikanischer Philosophen. Entsprechend steht die „deutsch-türkische Philosophietradition“ im Fokus. Der historische Hintergrund war durch zahlreiche Reformen in der kemalistischen Ära determiniert – in diesem Fall insbesondere durch die radikale Atatürk´sche Universitätsreform im Jahre 1933. Demgemäss kann die philosophische Entwicklung gleichzeitig als ein spezifischer Indikator und Ausdruck des Kulturtransfers und der Kulturtransformation im Zusammenhang mit den Prozessen der „Verwestlichung“ bzw. „Modernisierung“ interpretiert werden – zumal die Philosophie bisweilen sogar als ein Mittel bzw. als eine Grundlage für die essentielle „Europäisierung des türkischen Geistes“ und den „Eintritt in eine neue Zivilisation“ betrachtet wurde.