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Wandbrunnen mit Stempeldekor auf der oberen und unteren Zackenleiste, aus der Produktion von Langnau, Kanton Bern 1786.
Muster, die mit harten Einzelstempeln oder Rollstempeln aus Holz, Keramik oder Metall in den Ton eingedrückt (eingestempelt ) wurden, gehören zu den Tonmasse verdrängenden Negativ-Dekoren. Die Verwendung eines Einzelstempels führt zum Begriff Stempeldekor/Einzelstempeldekor. Die Verwendung eines Rollstempels führt zum Begriff Rollstempeldekor.
Elsässisches Steinzeug aus Oberbetschdorf mit Stempeldekor.
Stempeldekor begegnet bei verschiedenen Keramikvarianten, wie Irdenware, Steinzeug oder Steingut. Die Stempelmuster können für eine bestimmte Zeit charakteristisch und damit chronologisch relevant sein.
Die Stempelwerkzeuge haben sich nur in seltenen Fällen erhalten. In diesem Fall handelt es sich um Keramikstempel zur Verzierung von Steinzeug des 19. Jahrhunderts aus Betschdorf im Elsass. Im Vordergrund ein charakteristischer Holzstempel für die Herstellung des Knibisdekors, der eine Spezialvariante des Stempeldekors darstellt.
Zu den Stempeldekoren gehört auch die Verzierung von Keramik mit Hilfe von Gummistempeln. Sie sollte sprachlich jedoch eindeutig vom Einzelstempeldekor abgegrenzt werden als Stempeldekor (Gummistempel).
Dekor mit Gummistempel und Gummistempel mit Muster aus Kautschuk, Varages, Frankreich 2019.
Muster konnten seit dem späten 19. Jahrhundert, d.h. seit der Entdeckung von Latex, Kautschuk und Gummi, auch mit weichen Gummistempeln oder Rollstempeln aufgebracht (aufgestempelt) werden (zur Technik: Gauvin/Becker 2007, 27, 36). Dabei konnte der Dekor sowohl auf als auch unter der Glasur aufgestempelt werden (Décor au tampon en caoutchouc).
Frz.: décor au tampon, décor estampé, décor tamponné
Engl.: stamped decoration
Bibliographie:
Blondel 2001
Nicole Blondel, Céramique: vocabulaire technique, Paris 2001, besonders 198-199, 332.
Gauvin/Becker 2007
Henri Gauvin/Jean-Jacques Becker, Cent ans de faïences populaires pentes à Sarreguemines et à Digoin, Sarreguemines 2007.