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Das Financial Instruments Data Model (FIDM™) ist ein Konzept zur Strukturierung und Darstellung von Informationen zu beliebigen Finanzinstrumenten.
Die theoretische Konzeption wurde von ECOFIN zwischen 1987 und 1991 erarbeitet.
Zwischen 1991 und 2000 wurde das Modell gemeinsam mit der Telekurs Finanzinformationen AG und Vertretern bedeutender Schweizer Banken weiter entwickelt.
Die ersten Kunden – die UBS AG, die Credit Suisse, die Telekurs Finanzinformationen AG (heute SIX Financial Information AG), kleinere Schweizer Banken und der deutsche Datenanbieter Wertpapier-Mitteilungen GmbH – übernahmen das FIDM™ ab 1991 für die interne Datenorganisation.
Etwa ab dem Jahr 2000 haben grosse Finanzinstitutionen rund um die Welt – Banken, Versicherungen, Data Vendors, Clearing Häuser, Hedge Fonds, Software-Häuser – das FIDM™ für die Strukturierung ihrer Datenbanken und für die Applikationsentwicklung übernommen.
Das FIDM™ besteht aus sechs Kernbereichen („Packages“).
ANWENDUNGEN
Das FIDM™ bietet eine umfassende Beschreibung und eine konsistente Nomenklatur für die Eigenschaften von Finanzinstrumenten. Diese Eigenschaften können für verschiedene Zwecke genutzt werden, beispielsweise
Strukturierung von Finanzinstrumente-Datenbanken
Das FIDM™ ist ein formalisiertes Konzept für die Strukturierung von Informationen zu Finanzinstrumenten und dient deshalb als Bauplan für eine Finanzinstrumente-Datenbank.
In der Schweiz basieren die Valoren-Systeme der beiden Grossbanken und der SIX Financial Information AG auf dem FIDM™. Über den Valor Data Feed VDF der SIX Financial Information AG sind viele Unternehmen mit dem FIDM™ in Teilen vertraut.
Applikationsentwicklung
Bei der Entwicklung grosser Software-Systeme, beispielsweise eines Kernbankensystems, ist eine einheitliche und systematische Nomenklatur ein wichtiges Element für den langfristigen Erfolg eines Software-Paketes.
FIDM™ und das Datenmodell für die Beschreibung von Positionen und Transaktionen, das „Middle Office Data Model“ (MODM), sind Systeme einheitlicher Nomenklatur für den gesamten Wertschriftenbereich von Finanzdienstleistern (Banken, Versicherungen, Börsen, Clearing-Häuser etc.).
Digitalisierung von Front-Office und Back-Office
Die Digitalisierung der Banken wird mit grosser Geschwindigkeit die Front- und Back-Offices der Banken erfassen.
Während einer Übergangszeit wird das Thema zwischen Erfolg und Misserfolg der Banken entscheiden. Am Ende dieses Prozesses ist die erfolgte Digitalisierung ein Standard, mit dem man sich nicht mehr differenzieren kann.
Zentrale Voraussetzung für das erfolgreiche Management dieses Prozesses ist die konsistente Nomenklatur und die umfassende Beschreibungsmöglichkeit der Eigenschaften von Finanzinstrumenten. Genau diese Möglichkeit bietet das FIDM™.
Risikokonsolidierung und Risikoreporting in Banken (BSBC 239).
In der Finanzkrise hat sich gezeigt, dass viele Banken nicht in der Lage waren, die Positions-, Preis- und Risikodaten aus teilweise Hunderten von Datenbanken so zusammenzuführen, dass eine ordnungsgemässe Risikokontrolle und Bankführung möglich gewesen wäre.
Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht der Bank für Internationalen Zahlungsverkehr (BIZ) hat 2013 mit dem Erlass von Grundsätzen für die effektive Aggregation von Risikodaten und die Risikoberichterstattung (BCBS 239) die regulatorischen Anforderungen an Banken massiv erhöht.
FIDM™ und das Datenmodell für die Beschreibung von Positionen und Transaktionen, das „Middle Office Data Model“ (MODM), bilden eine ideale Grundlage, diese Anforderungen zu erfüllen.
Die Umsetzung der Anforderungen von BCBS 239 erfordert vor allem den Aufbau einer konsistenten Datenbank resp. eines Systems verteilter Datenbanken für alle Finanzinstrumente und Positionen. Die Umsetzung verlangt also genau nach den Tätigkeiten, die die Entwicklung einer Valoren-Datenbank und einer Positions-Datenbank erfordern.
Entscheidend für den Erfolg der Umsetzung dieser Datenbanken sind die Datenmodelle. Diese Datenmodelle bilden die Struktur, aus der heraus die notwendigen Berechnungen und Aggregationen über Divisionen einer Bank hinweg möglich sind. FIDM™ und MODM sind speziell im Hinblick auf eine Gesamtübersicht über alle Positionen, die Bewertung von Finanzinstrumenten und die Berechnung aller notwendigen Kennzahlen entwickelt worden. Diese Datenmodelle bilden somit eine ideale Grundlage für die Erfüllung der Anforderungen von BCBS 239.
Die Datenmodelle FIDM™ und MODM ermächtigen ein Finanzinstitut, wesentliche Tätigkeiten im Umfeld von BCBS 239 zu bearbeiten:
- Erarbeitung eines Zielbilds: Wohin soll sich der Inhalt einer grossen Zahl von Datenbanken inhaltlich und organisatorisch bewegen?
- Erarbeitung einer bankweiten einheitlichen Nomenklatur und eineindeutiger Identifiers
- Dokumentation der vorhandenen Datenmodelle, der effektiven Dateninhalte, Datenprozesse und Datenflüsse
- Konzept für die schrittweise Überführung der vorhandenen Datenmodelle und Dateninhalte in die einheitliche Datenarchitektur
- Die Definition einer Daten-Governance auf Geschäftsleitungsebene mit entsprechenden Kompetenzen und Ressourcen.
Mit Hilfe des Know-hows der ECOFIN kann die Umsetzung der Anforderungen und Dateninhalte in die für die Umsetzung von BCBS 239 erforderliche einheitliche Datenarchitektur innert sinnvoller Zeit erarbeitet werden.
«State-of-the-art»-Bewertungen von Finanzinstrumenten
Die ordnungsgemässe Bewertung von Finanzinstrumenten verlangt die Berücksichtigung aller bedingen und unbedingten Cash-flows eines Finanzinstruments. Die entsprechenden Informationen findet man in einer gemäss FIDM™ strukturierten Datenbank.
„UNBUNDLING“ VON FINANZINSTRUMENTEN
Aus wissenschaftlichen Arbeiten von Stephen A. Ross war schon in den 1970er Jahren bekannt, dass selbst hochkomplexe Finanzinstrumente aus einfachen Cash-flow-Strukturen „aufgespannt“ werden können.
In den späten 1980er Jahren haben Informatik- und Finanzmarkt-Spezialisten der ECOFIN dieses «Unbundling»-Konzept in enger Zusammenarbeit mit führenden Schweizer Banken im Rahmen des FIDM™ angewandt, um beliebige Typen von Finanzinstrumenten detailliert zu beschreiben.
Dank dieses Baukastenprinzips ist sichergestellt, dass auch zukünftig entstehende Finanzinstrumente beschrieben werden können und dass das FIDM™ im Kern stabil bleibt.
UMFANG UND DETAILLIERUNGSGRAD DES MODELLS
Das FIDM™ ist hinsichtlich Umfang und Detaillierungsgrad mächtig genug, damit es den Anforderungen auch grosser international tätiger Investmentbanken in den Bereichen Risiko- und Portfolio-Management, Wertpapierverwaltung und Risikokontrolle genügt.
Vorteile
Das FIDM™ ist umfassend, weltweit erprobt, stabil, zukunftsweisend, benutzerfreundlich und international ausgerichtet.
UMFASSEND
Das FIDM™ ermöglicht die umfassende Beschreibung von Finanzinstrumenten, d.h. deren rechtlicher Ausgestaltung und deren Zahlungsströme sowie dazugehörender Institutionen, Gesellschaftsereignisse, Märkte, Preise und geographischer Angaben.
WELTWEIT ERPROBT
Das FIDM™ wird von international führenden Banken, Börsen, Clearing-Häusern und Data Vendors eingesetzt. Diese Kunden haben eine grosse Zahl von Anwendungen in unterschiedlichen Bereichen entwickelt, die im täglichen Geschäft erfolgreich bestehen.
STABIL
Die Finanzmarkttheorie belegt, dass Finanzinstrumente – unabhängig von deren Komplexität – als Kombinationen relativ einfach zu beschreibender Einzelelemente dargestellt werden können. Dank dieser Eigenschaft und dem Baukastenprinzip des Modells ist sichergestellt, dass das «Financial Instruments Data Model» auch in einer sich rasch wandelnden Umwelt stabil bleiben kann.
ZUKUNFTSWEISEND
Das Modell eröffnet neue Möglichkeiten für die Entwicklung moderner Bankapplikationen. Das Potential, das sich aus den Erkenntnissen der Finanzmarkttheorie ergibt, kann voll erschlossen werden, da die notwendigen Daten vollständig erfasst werden können.
BENUTZERFREUNDLICH
Obwohl mit dem FIDM™ auch sehr komplexe Finanzinstrumente erfasst werden können, bleibt die Beschreibung dank der Verwendung einfacher Bausteine einsichtig und intuitiv. Die umfassende Dokumentation erlaubt den Benutzern auf allen Stufen einen einfachen und schnellen Einstieg in die Materie.
INTERNATIONAL
Das FIDM™ wurde von Beginn weg als Modell entwickelt, das weltweit eingesetzt werden kann; das Modell unterstützt entsprechend mehrere Währungen, Sprachen, Zeitzonen etc. Nationale Usanzen werden auf grundlegende Prinzipien zurückgeführt, die im jeweiligen Zusammenhang interpretiert werden können.
VERSIONEN
Das FIDM™ wurde seit 1987 durch die ECOFIN entwickelt und kontinuierlich ausgebaut (von 1991 bis 2000, d.h. von Version 1.0 bis und mit Version 1.8.1, in Zusammenarbeit mit der Telekurs Finanzinformationen AG, Zürich). Der neueste Release 5.0 datiert vom Januar 2016.
TECHNISCHE ÜBERSICHT
Bis und mit Version 1.8.1, d.h. bis in Jahr 2000, wurden die Entwicklungsarbeiten gemeinsam mit der Telekurs Finanzinformationen AG und bedeutenden Schweizer Banken geleistet. Seit Januar 2016 liegt Version 5.0 vor. Das FIDM™ umfasst rund 5‘000 Beschreibungselemente.
Financial Instruments Data Model (FIDM™)
- Version: 5.0 (Januar 2016)
- Modelltyp: Unified Modeling Language (UML)
- Beschreibungselemente
- KLASSEN: 384
- ATTRIBUTE: 1843
- WERTEBEREICHE: 360
- AUFZÄHLUNGSWERTE: 2050
- BEZIEHUNGEN: 576
- Hardwareumgebung: Plattform-unabhängig
Dokumentation
Die Dokumentation ist auf Papier und auf CD-ROM erhältlich.
- Sprachen: Englisch
Benutzerhandbuch
Das Benutzerhandbuch ist umfassend; es beschreibt alle Aspekte des FIDM™ im Detail. In zwei Bänden mit insgesamt ca. 1‘400 Seiten Text werden die Technik der Modellierung, die Elemente des FIDM™ mit ihrem finanzökonomischen Hintergrund sowie alle Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Bereichen des FIDM™ erklärt. Alle Klassen, Attribute und Beziehungen werden einzeln definiert; ihr Gebrauch wird anhand verschiedener Situationen erläutert. Die Darstellung wird durch viele Graphiken und durch konkrete Beispiele ergänzt. Das Benutzerhandbuch steht als gedrucktes Dokument und in elektronischer Form zur Verfügung. Die elektronische Version in Form von HTML-Dokumenten kann mit jedem Internet-Browser benutzt werden und erlaubt ein schnelles Navigieren durch die Definitionen des Modells.
Datenkatalog
Der Datenkatalog enthält alle Definitionen der Klassen, Attribute, Beziehungen und Wertebereiche mit den jeweiligen Aufzählungswerten. Der Datenkatalog steht als gedrucktes Dokument (ca. 1100 Seiten) und in elektronischer Form zur Verfügung. Die elektronische Version in Form von HTML-Dokumenten kann mit jedem Internet-Browser benützt werden und erlaubt ein schnelles Navigieren durch die Definitionen des Modells.
Detailliertes UML-Diagramm.
Das FIDM™ wird in einem UML-Diagramm umfassend graphisch dargestellt. Alle Klassen und ihre Beziehungen sind so auf einen Blick ersichtlich. Das Benutzerhandbuch enthält darüber hinaus ca. 200 Diagramme, die den Zusammenhang zwischen einzelnen Gruppen von Klassen darstellen.
KONTAKT
Andreas Glatter
E-Mail: <email-pii>
Telefon: +41 43 499 3040