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20:4 für die «Zu Warmen»
Der vergangene September ist das beste Beispiel dafür, dass langfristige Wetterprognosen mit einer Vorhersagefrist von über einer Woche wenig bis gar nichts taugen. Monatsvorhersagen für den September sagten Ende August noch einen eher zu kühlen Monat voraus. Zu Ende gegangen ist der Monat dann – wie auch die meisten anderen Monate der letzten Jahre – hingegen mit einem Temperaturüberschuss. In Aarau betrug er 1,1 Grad. Doch wer bestimmt eigentlich, ob nun ein Monat «zu kühl» oder eben «zu warm» war? Meteorologen berücksichtigen hierfür für jede Messstation eine Durchschnittstemperatur, welche auf den Werten aller Septembermonate in den Jahren zwischen 1981 und 2010 beruht. In Aarau entspricht diese in diesem Zeitraum 14,5 Grad. Da der September 2019 eine Mitteltemperatur von 15,6 Grad aufweist, entsteht die oben erwähnte positive Abweichung von 1,1 Grad. Im Vergleich mit den Mittelwerten (1981–2010) geht auch hervor, dass der September 2019 zu trocken war und es einen Drittel mehr Sonnenstunden gab als üblich.
Mai letztmals zu kalt
Zu kalte Monate sind eindeutig in der Minderheit und werden immer seltener. Zwischen Oktober 2017 und September 2019 waren gerade mal vier Monate kühler als im Durchschnitt. Die restlichen 20 Monate fielen allesamt zu warm aus. Der letzte Monat mit einem Temperaturdefizit (-2,7 Grad in Aarau) war der vergangene Mai. Wir erinnern uns an den Tag, an dem in der Region die ersten Badis eröffneten und gleichzeitig nasse Schneeflocken bis ins Flachland fielen. In Bern wurden am Morgen des 5. Mai immerhin 4 Zentimeter Neuschnee gemessen, in St. Gallen sogar 19! Der Januar 2019 wies bloss ein minimales Temperaturdefizit von -0,1 Grad auf. Dies reichte jedoch aus, um eine Serie von ganzen neun zu warmen Monaten in Folge zu beenden.
Die Doppelmoral der Meteorologen
Sowohl professionelle Meteorologen wie auch Hobbymeteorlogen sind Doppelmoralisten! Viele beschweren sich über ihre unseriösen «Kollegen», welche der Öffentlichkeit im Internet langfristige Prognosen zugänglich machen, während sie diese Vorhersagen jedoch selbst regelmässig konsultieren. Dies ist zumeist der doch vorhandenen Neugier auf Anhaltspunkte, die darauf hinweisen könnten, wie warm oder kalt die nächste Jahreszeit werden würde, geschuldet. Es ist das altbekannte Spiel «Herz gegen Kopf», denn der seriöse Meteorologe weiss genau, was er eigentlich von solchen Prognosen zu halten hat. Ich stehe nun zu meiner Unvernunft und sage: Der Oktober 2019 wird zu warm ausfallen. Mein Tipp: +1,5 Grad!