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Der Toote im Dischtil
Aktualisiert: März 5
Z hindroscht im Saasertelli, waas de ambrüüf geit gägund du Monte Moro geit ischt hiitu der grooss Matmarkstausee. Da ischt ammaal a flotti Alpa gsii, di Dischtilalpa. D Sännerine heint de Chie glotzet und mengsmal im Tag a Jüüz la gaa, dass ds Echo va de Felsu um und um zarrug cho ischt. Di Bäch um und um heint gitoossot, dass giteent het wie as mächtigs Orgoluspill. Gägu Abund sind de sie Mannjini cho mit volle Ruckseck; schii heint uber du Mont Moro gschmugglot. D Sännerine sind mit ine güet Frint gsii, heint ne Milch z triichu ggä und darfer usie öü as Pintilti Riis old d Chind as Schoggolabritt bercho. Di Gunterbändler heint iro Waar güet uber di Gränza gibrungu und heint dermit arrächt güet verdient. De ubergeendo heint d Schwiizer Gränzwächter niggs inzwändu gcha, amache heintsch ne de schoo mee üffglüüret, und d Italiener? Fer eis oder z ander Päckli Sigarett heint dii gääru uf d Siita glotzet, wesch verbiigangu sind.
Mit der Ziit sind öü Främdi ins Telli cho: Tiitschi, Franzoosu und am meischtu Engländer und no andri. Sumi heint an Bärgfierer gidingot und sind uf di Bäärga gchlättrot, andri heint prubiert ooni Fierer in de Tschuggu umanande z stägru. Grampini heintsch dene gseit.We de eis oder z andra va dene Grampinu z Tod gkchiit ischt, heint de di Bäärgfierer nit grad grooss Bidüüre gizeicht. Aber wie dii bigrabu? De va sume heintsch chüiim der Namo gwisst. Aber sind das jetz Katoliku, sinds Protestantu oder sogaar Heidu? Das Üüsezfinnu heint d Amigäller as sichers Mittol gkcha: Schii heint di unbikannti Liich am Abund uf d schmal Friidhofmüüra gleit, het Liich am Morgund innerhalb dum Friidhof am Bodu glägu, is a Katholik gsii und schi heint nu mit Tootumäss und Gibätt wie d Iheimischu bigrabu; het er aber üüsserhalb dum Friedhof glägu, is sicher an Heid gsii und schi heint nu in ungwiiter Äärdu iglochot.
As Jaarsch ischt an stränge Winter gsii, mit a Hüffo Schnee und gämmilicher Chelti, und di groossi Lowwigfaar het sus umeglich gmacht , ammal uber uf Magunaga ga güeti Frinda z bsüechu. Gägu Ändi Aberellu, der Schnee ischt afa ambitz ammüf und d Lowwine achlei ambriche, macht schi irio drii mit schweere Ruckseck uf du Wägg , de ds Sackgääld ischt ne langsam üssgangu. Wiesch ins Dischtil choment, is schoo chiidigi Nacht. In der eerschtu Hittu cheerrentsch i, de a waarme Schnapskaffe und an bitz Spiis tetti ne jetz güet. "Brr, weli Chelti! meint der Ambroos und geit sofort zer Trächu, as Fiir sellti d Hitta bald ambitz heizu. Der Joachim geit zum Tisch, ds Petrolllampi an der Hand ga amprännu, und der Filipp stellt schiinu Rucksack uf ds Bäüchji näbund dum Bett.
Wie ds Fiir uf der Trächu und ds Lusi an der Wand gnüeg zintent, gseet er: Da liit ja eine uf um Bett. "Chomet lotzet abu!" und all drii bschowwent denu Schlaafundu: di Bei angizogni, du Chopf ammab uf di Bruscht, so liit er daa z eim Chluntschi zämugarrollote. "Müess deer aarum Schnäggo chalt ha, und nit ammal un der di Dechi gschliffu ischt är'', brimmjot der Filipp, und mit an am Puff will är du Schlafundu wecku. Aber der tüet keis Zeichu. Der Filipp griift nu a: “Iischuchaalte! Jekos, Maria nd Josep, deer ischt ja toot!" Bald sintsch einig: Der müess uber du Pass cho, hie züegschliffu und arfrooru sii.
Aber was jetz? Hie laa liggu chännentsch nu niit. Keine bchänt nu und an de eigunartige Chleider naa müess är va wiit här cho si. Am beschtu ischt, nu z bigrabu. Bald heintsch ambitz daana de Hittu, wa schoo antlinu ischt, as Grab üsgschüüflots, und wiesch nu züegideckt heimt, meint der Ambros: "Ja nu, we wer öü niit wisse, wie är heisset, wanaa är chunt und waa er wellu het: Bignad nu Gott!"Wie dii dri in der Hittu iro Spiis chewwend und du Schnapskaffee triichent, redensch nit vill. Vor dum lengu Wägg uber du Pass welluntsch no 2-3 Stunde schlaafu und arliwwe, de mit Schneereiffu an de Schüenu ist no an topplot miesamme Marsch. Aber keine cha as Öüg züe tüe und bald brächuntsch üff. Schii wellent nomal dirr zum Grab und sind schich einig, im Üüstagg wellentsch de daa as Chriiz druf tüe. Aber Jetz gseentsch, ei Aaro lotzet zum Bodu üüse und garrat in d Luft. Dennu miessensch emmal ammi tüe und bitriwwu schüüflentsch denu Aaru ammab in d Äärda.
Jetz geentsch zwägg und daana in Maggunaga berchomentsch fer iro Waar an güete Priis, de da sind in dem längu Winter d Sigarett und der Kaffe us der Schwiiz scho langoscht üssgigangu. Am speetru Naamittag sintsch ammum im Dischtil, lotzend dir zum Grab und archlipfend: Ditzmal lotzet as Bei vam Tootu üüse. Und was jetz? Nomal ingrabu het appa kei Wäärt, de deer findot hie kei Rüew. Dirr an der letzschtu Hittu stotzet an alte halbffutschige Schlitto. Schi nämend du Tootu us um Grab, schleent an alti Landtüechdechi drum und solent nu ammüüse bis uf Amiggäll und leggent nu uf d Friidhofmiiiira, wiesch sus mit Grampinu immer machent. Wie der Wind dii Niwwigkeit triibti, weiss sus bald ds ganz Deerfji: Der Ambros und schiini Kollegu heint an Toote gibrungu. As Schupperli Wundrigi mänt schi niit uberha ga z lotze, wie der Tote uf der Müüru liit. Und am Morgunt, chüüm dass gitaget het, sind d Eerschtu ammum daa und mäldent: Der Toote liit uber, mitsch uff dum Friidhof, zwischund de beede Grebru, wasch d Letschtu bigrabu heint. Jetz wissend alli: Äs isch an Katholik gsii und de no ganz a fromme.
Am Naatag het der Pfarrherr fer inu di Totumäss gläsu, ds ganz Deerfji ischt zum Bigrabu cho und het fer denu unbikanntu Tootu; gibättot, wa jetz uf um Friidhof va Amiggäl schiini Rüew gfunnu het.
Felix Schmid, Visp, 1994 erzählt von Volmar Schmid
Bildquelle: Saas Almagell um 1900, Ludwig Imesch: Das Oberwallis im Bild. Bd. , 11945 – 1982, Rottenverlag, Visp, 1982, S. 132
PS; Saas Almagell, das hinterste Dorf im Saastale hatter früher regen Kontakt mit den Walsern jenseits des Monte Moro in Macugnaga. Sie wurden wegen ihres "mickrigen" Skigebiet von den übrigen Saasen oft belächelt, haben aber immerhin den besten Skifahrer der Schweiz, Pirmin Zurbriggen, aller Zeiten hervorgebracht. In den sechziger Jahren wurde zuhinterst des Tales der Mattmarkstausee gebaut, hier kam es 1965 zu einem Gletscherabbruch, der die Arbeitsunterkünfte verschüttete und 88 Todesopfer forderte.