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Es handelt sich um Live-Aufnahmen von der nachgeholten Buchvernissage vom 17. August 2021 des Ulmer-Jubiläumsbandes: «Johann Conrad Ulmer (1519–1600) – Vollender der Reformation in Schaffhausen» (Band 92 der „Schaffhauser Beiträge zur Geschichte“, erschienen Dez 2020)
Pascal Holzer trug eine Auswahl von vier deutsch verfassten Texten des Schaffhauser Reformators Johann Conrad Ulmer vor, eingerahmt von zwei Ulmerliedern und einem Lied des hugenottischen Dichters Marot aus dem Genfer Psalter, vorgetragen von Nuno Miranda, begleitet von der Laute. Textauswahl und Einleitungen von Rainer Henrich.
Beigefügt ist die Notenschrift mit dem revidierten Text von Christoph Buff.
Wer unterm Schirm des Höchsten sitzt (Psalm 91), Notenschrift
Trostschrift für angefochtene und betrübte Herzen Ein Buch, in dem wir Ulmer als Seelsorger kennenlernen, ist seine „Trostschrift für angefochtene und betrübte Herzen“. Diese Schrift richtet sich an Menschen, die mit Gewissensnöten belastet sind. Ulmer verweist sie auf Gottes Wort als einziges Trostmittel und stellt dem Verdammungsurteil über kleine und grosse Sünder die Grösse von Gottes Gnade gegenüber.
Empfehlungsschreiben für den Munotwächter Unter den von Ulmer hinterlassenen Papieren befinden sich zahlreiche Briefe. Die meisten davon sind allerdings in der Sprache der Gelehrten geschrieben, also auf Lateinisch. Gelegentlich hat Ulmer aber auch Briefe auf Deutsch verfasst, so zum Beispiel ein Empfehlungsschreiben für Wolf Geiger, den Werkmeister am Munot. Der Brief ist an einen ungenannten Grafen in der Nachbarschaft von Lohr gerichtet, erhalten geblieben ist nur der folgende Entwurf.
Frankreichlied (Hugenotten) (mit Melodie)
Im Jahr 1572 liess der französische König in der sogenannten Bartholomäusnacht die in Paris versammelten Anführer der Hugenotten ermorden. Daraus entwickeltes sich ein landesweites Pogrom mit Tausenden von Opfern. Die Ereignisse lösten in den protestantischen Gebieten Europas Entsetzen aus. Davon zeugt das folgende Lied Ulmers, das er im Freundeskreis zirkulieren liess.
Liberey - Klosterbücher (Auszug aus dem Paradies-Gutachten)
In den 1570-er Jahren musste das Kloster Paradies auf Druck der katholischen Orte dem Klarissenorden zurückgegeben werden. Damals wurde auch die Rückgabe der Bücher verlangt, die man aus dem Kloster in die Schaffhauser Pfarrbibliothek, in die sogenannte „Liberey“, verlegt hatte. Der Rat war damit einverstanden, doch Ulmer wies das Ansinnen im Namen der Pfarrerschaft schroff zurück. Hier eine Auswahl aus den Argumenten, die nach seiner Meinung zwingend gegen eine Rückgabe sprachen.