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Steinadler
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Steinadler
Aquila chrysaetos
Foto: Pixapay
Der Steinadler ist der «König der Lüfte». Er ist seit jeher ein Vogel, der dem Menschen Bewunderung abringt. Als Wappentier signalisiert er Stärke und Wachsamkeit, seine guten Augen sind sprichwörtlich.
Der Steinadler ist ein sogenannter Standvogel, zieht also nicht weg. Im Winter, wenn die Nahrung im Gebirge knapp ist, fliegt er oft in tieferen Lagen, wo er leichter an Nahrung kommt, welche vorwiegend aus Fallwild besteht. Im Winter gibt es in der Ostschweiz Einzelnachweise von jungen Steinadlern bis nach St. Gallen, wo er mit Suchflügen auf Nahrungssuche ist.
Aus einem Bericht von Gabriel Rüsch von 1835, geht hervor, dass 1731 in Teufen ein Steinadler geschossen wurde. Im Jahr 1953 wurde der Steinadler in der Schweiz unter Schutz gestellt.
Das Steinadlerpaar baut seine Horste in Felsnischen meist im Bereich der Waldgrenze und in seltenen Fällen auch auf Bäumen. Diese Horste werden teilweise von Jahr zu Jahr wieder bezogen. Das Weibchen legt schon im März meist zwei Eier, wobei meist nur ein Jungvogel überlebt. Der heute mässige Bruterfolg ist die Folge, dass in der dichten Population viele unverpaarte Einzeladler die Revierpaare in Streitigkeiten verwickeln. Daher sind diese regelmässig vom Horst abwesend. Ein Steinadlerpaar beansprucht grosse Territorien, teilweise bis 100 km 2. In diesen Brutrevieren duldet es keine anderen Artgenossen.
Steinadler brüten ab Ende März. Die Brutdauer ist 42 – 43 Tage. Gemäss der Schweizerischen Vogelwarte sind Steinadlerbruten sehr störungsanfällig. Das Gelege muss fast pausenlos bebrütet werden, und Brutunterbrüche von mehr als einer Stunde sind problematisch. Auch nach dem Schlüpfen und bis ins Nestlingssalter von 2 – 3 Wochen reagieren die Adler sehr empfindlich auf Störungen. Die Jungen sind Nesthocker und müssen anfänglich gewärmt und regelmässig mit Futter versorgt werden. Kommt man einem Nestplatz zu nahe, so trauen sich die Adler nicht zum Horst, um die Jungen zu versorgen. Das Weibchen atzt (füttert) die Jungen, während das Männchen die Beute an den Horst bringt. In den ersten etwa 14 Tagen sind Jungadler blind und vollkommen auf die Fürsorge ihrer Eltern angewiesen. Die Jungvögel erreichen ihre Flugfähigkeit nach 74 – 80 Tagen. Ab Juni, mit dem Heranwachsen der Jungvögel, geht die Störungsanfälligkeit zurück. Deshalb ist Distanz halten sehr wichtig. Gemäss der Schweizerischen Vogelwarte gilt eine Distanz von mindestens 350 m zum besetzten Horst während der Bebrütungs- und der ersten 2 -3 Wochen der frühen Nestlings Phase als Minimum. Ein Steinadler hat eine etwa achtmal bessere Auflösung in der Netzhaut als wir Menschen. Ein Beobachter, der sich versteckt glaubt, wird von Steinadlern fast immer entdeckt.
Foto: Pixabay
Der Steinadler zählt mit Sperber und Habicht zu den «Grifftötern», die ihre Beute mit dem Klammergriff ihrer ausgeprägten Krallen töten. Er ernährt sich mehrheitlich von Murmeltieren, welche im Sommer etwa ¾ seiner Nahrung ausmachen, weiter von Raufusshühnern, Hasen, Füchsen, Kitzen von Gams- und Rehwild. Er kann Beute bis zu einem Gewicht von etwa 7 kg wegtragen. Dies ist das Maximum, bevorzugt werden Beutetiere mit einem Gewicht von 3 – 4 kg. Seine Nahrung erbeutet er, indem er auf einem Bergspitz auf der Lauer sitzt und seine Beute bis in eine Entfernung von über 3 km erspäht, oder er fliegt nahe über dem Boden und überrascht seine Beute im Fluge. Im Winter und Frühling ernährt er sich auch von Aas von verendeten Wildtieren.
Alpinisten und Berggänger können mit ihrem Verhalten sehr viel zum Erhalt des Steinadlers beitragen, indem sie wie oben beschrieben zu Horsten eine Mindestdistanz von 350 m halten und Kletterrouten nicht in Wänden durchführen in denen Adlerhorste festgestellt wurden.
Haben Sie Fragen zu anderen in unserer Region vorkommenden Vögeln, nutzen Sie die Homepage der Vogelwarte Sempach auf der alle in unserer Region lebenden Vögel und viele andere mehr im Detail beschrieben sind. vogelwarte.ch - Home
Ich danke für Frau Dr. Schibli, Herrn Jenny von der Vogelwarte Sempach und Urs Büchler Wildhüter oberers Toggenburg - Neckertal, für die fachliche Unterstützung bei der Verfassung dieses Artikels.
Felix Eberhard
Kantonaler Hegeobmann Patentjägerverein Appenzell-Ausserrhoden
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