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Erfahren Sie mehr zur Zugsicherung bei der SBB und zu den drei Systemen, die dazu in der Schweiz eingesetzt werden.
Die SBB ist die Betreiberin des am stärksten genutzten und belasteten Schienennetzes der Welt. Auf dem mehr als 3000 Kilometer langen Netz verkehren täglich mehrere Tausend Züge, die rund eine Million Reisende an ihr Ziel bringen. Zusätzlich transportiert die SBB auf ihren Schienen ein Gütervolumen von mehr als Hunderttausend Tonnen pro Tag.
Die Zugsicherung spielt eine bedeutende Rolle für einen jederzeit pünktlichen und sicheren Personen- und Güterverkehr in diesem dicht befahrenen Netz.
Momentan werden in der Schweiz drei Systeme für die Zugbeeinflussung eingesetzt, wobei zwischen ETCS Level 1 und Level 2 unterschieden wird:
«Integra-Signum»: Dieses Warnsystem warnt den/die Lokführer:in beim Vorsignal, wenn er/sie auf ein Halt-zeigendes Signal zufährt oder wenn er/sie die Geschwindigkeit reduzieren muss. Missachtet der/die Lokführer:in ein Haltsignal, wird der Zug automatisch gebremst. Dieses System kommt grundsätzlich bei allen Hauptsignalen auf dem ganzen Schienennetz zum Einsatz.
«ZUB»: Dieses System ergänzt Integra-Signum, indem es die Geschwindigkeit des Zuges zwischen Vor- und Hauptsignal kontinuierlich überwacht. Falls der/die Lokführer:in die Geschwindigkeit zwischen den Signalen nicht reduziert, erfolgt eine automatische Bremsung. Damit wird ein Halt vor einem Gefahrenpunkt (z.B. einer Kreuzung) sichergestellt.
«European Train Control System (ETCS) Level 1»: Dieses Zugssicherungssystem entspricht weitgehend den Prinzipen von «ZUB» und «Integra-Signum». Der Einsatz erfolgt ebenfalls bei Aussensignalen, entspricht aber dem europäischen Ansatz ETCS und dessen Grundprinzipen. In der Schweiz wird bei ETCS Level 1 der spezifische Betriebsmodus LS (Limited Supervision) verwendet.
«European Train Control System (ETCS) Level 2»: Bei diesem Zugsicherungssystem werden dem/der Lokführer:in die Fahrerlaubnis, die Geschwindigkeitsangaben und die Streckendaten im Führerstand angezeigt (Führerstandssignalisierung). Ausser einigen Merktafeln kann daher auf eine Aussensignalisierung verzichtet werden. Die Bewegungen der Züge sowie die örtliche Höchstgeschwindigkeit, die Höchstgeschwindigkeit des Zuges, die korrekte Fahrtstrecke und die Fahrtrichtung werden von der Streckenzentrale dauernd überwacht.
Historisch bedingt gibt es in Europa eine Vielzahl unterschiedlicher nationaler Zugsicherungssysteme. Damit ein Zug von Rotterdam nach Genua verkehren kann, muss er aktuell noch über mehrere unterschiedliche Zugsicherungssysteme verfügen. Um den Wettbewerbsvorteil der Bahn zu stärken, wurde ETCS (European Train Control System) als europäischer Standard zur technischen Harmonisierung und zur Förderung des Schienenverkehrs in Europa entwickelt.
In Zukunft soll die Vielzahl der in den europäischen Ländern eingesetzten Zugsicherungssysteme durch eine sowohl technisch als auch betrieblich vereinheitlichte Lösung ersetzt werden, um eine dichte, schnelle und grenzüberschreitende Zugführung in ganz Europa zu ermöglichen.
Mit dem 2018 abgeschlossenen Rollout von ETCS Level 1 erfüllt die Schweiz als erstes Land in Europa die Anforderungen an die europäische Interoperabilität vollumfänglich.
Durch den netzweiten Einsatz von ETCS Level 1 und Level 2 kann das gesamte Schweizer Normalspurnetz heute ohne zusätzliche nationale Zugsicherungssysteme befahren werden.