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“Menschen sind Batterien für Maschinen”, erklärt Morpheus im Film Matrix dem Helden Neo. War dieser Satz vor wenigen Jahren noch “Hollywood-Fantasie”, ist er heute nicht mehr weit weg von der Realität.
In einer Studie der University of Massachusetts-Amherst legen Forscher dar, dass der Mensch in der 6G-Technologie als Antenne genutzt werden könnte.
Während sich die 5G-Mobilfunktechnologie gerade erst weltweit durchzusetzen beginnt, spekuliert diese neue Studie bereits über die Zukunft von 6G. Konkret könnte die 6G-Telekommunikation die Vorteile der Visible Light Communication (VLC – Sichtbare Lichtkommunikation) nutzen, die eine drahtlose Version der herkömmlichen und etwas delikaten Glasfasertechnik ist.
Die VLC-Technologie verwendet das Licht von LEDs, um Daten zu übertragen. Sie funktioniert im Grunde wie Wi-Fi, aber anstelle von Radiowellen verwendet VLC sichtbares Licht.
Was VLC für die Zukunft der Drahtlostechnologie so interessant macht, ist die Tatsache, dass die Infrastruktur für seine Nutzung bereits vorhanden ist. Dank moderner Technologie und intelligenter Geräte werden unsere Häuser, Fahrzeuge, Strassenlaternen und Büros von LED-Lampen beleuchtet, die ebenfalls Daten übertragen könnten.
„Alles, was eine Kamera hat, wie unsere Smartphones, Tablets oder Laptops, könnte der Empfänger sein“, erklärt Jie Xiong, Professor für Informations- und Computerwissenschaften an der University of Massachusetts-Amherst.
6G könnte auf Energie-Lecks von LEDs beruhen
Das Forscher-Team erklärt, dass bei VLC-Systemen ein beträchtlicher Energieverlust auftritt, weil die LEDs Radiowellen aussenden. Um diese ausgetretene Hochfrequenz aufzufangen und weiter verwenden zu können, entwarf das Team eine Antenne aus gewickeltem Kupferdraht. Welches Objekt würde diese Energie am besten auffangen: Kunststoff, Pappe, Holz, Stahl, ein- und ausgeschaltete Telefone oder andere digitale Geräte?
Als jemand aus dem Forscher-Team auf die Idee kam, die Spule um einen menschlichen Körper zu wickeln, zeigte sich, dass Menschen tatsächlich das beste Medium sind, um die ausgetretene Energie zu sammeln und zu verstärken. Das Anbringen der Spule an einer Person sammelte bis zu 10 Mal mehr Energie als die Verwendung einer blossen Spule.
Ein billiges Armband könnte 6G-Service bieten
Auf der Grundlage dieser Ergebnisse entwickelten die Forscher ein kostengünstiges, tragbares Gerät namens „Bracelet+“, das man am Oberarm tragen kann. Das Gerät kann auch als Ring, Gürtel, Fusskettchen oder Halskette verwendet werden.
„Das Design ist billig – weniger als fünfzig Cent“, schreiben die Autoren der Studie. „Aber Bracelet+ kann Mikro-Watt erreichen, genug, um viele Sensoren zu unterstützen, wie z. B. Sensoren zur Überwachung der körperlichen Gesundheit.“
„Letztlich wollen wir in der Lage sein, überschüssige Energie aus allen möglichen Quellen zu gewinnen, um zukünftige Technologien zu betreiben“, so Xiong abschliessend.