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Wenig Schlaf ist gesünder – vorausgesetzt, man fühlt sich fit dabei
Verglichen mit Normalschläfern und Menschen mit Schlafstörungen leiden Kurzschläfer, die mit weniger als sechs Stunden Schlaf auskommen und erholt erwachen, deutlich seltener unter Herzkreislauf-Erkrankungen oder Depressionen, wie eine Studie ergab.

Kurzschläfer sind
gesünder aber nur,
wenn dies
freiwillig geschieht

Bis heute galt: Wer wenig schläft, trägt ein hohes Risiko, an einer Herzkrankheit oder an psychischen Störungen zu erkranken. Verschiedene Studien haben zu dieser Meinung beigetragen.
Forscher der Stanford University in den USA haben nun eine Schlafstudie durchgeführt, die bei Erwachsenen unter anderem die Auswirkungen von viel oder wenig Schlaf auf die Gesundheit unter die Lupe nahm. Die Ergebnisse wurden an der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) in Mainz vorgestellt.
Die Forscher unterschieden drei Gruppen:
- Kurzschläfer ohne Schlafstörungen, die problemlos mit weniger als sechs Stunden Schlaf auskommen.
- Kurzschläfer mit Schlafstörungen und Schlaflosigkeit (Insomnie), die unfreiwillig zu einer kurzen Schlafdauer (unter sechs Stunden) kommen.
- Normalschläfer: Personen mit über sechs Stunden Schlaf.
Von 16'000 Teilnehmern bezeichneten sich knapp sechs Prozent als Kurzschläfer und etwas über 8% litten unter Insomnie (Schlaflosigkeit, Schlafstörungen).
Gegenüber Normalschläfern litten Kurzschläfer ohne Schlafstörungen deutlich seltener an Herzerkrankungen oder an Risikofaktoren für Herzkreislauf-Krankheiten wie Bluthochdruck oder erhöhten Blutfettwerten. Umgekehrt fand sich bei Personen mit Schlafstörungen ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck sowie Krankheiten des Bewegungsapparates. Auch psychische Störungen traten bei Patienten mit Schlaflosigkeit häufiger auf: So litten diese Personen deutlich häufiger unter Depressionen, Angststörungen, Belastungsstörungen, bipolaren Erkrankungen (manisch-depressives Syndrom) und Alkoholsucht im Vergleich zu Normalschläfern und zu Kurzschläfern ohne Schlafstörungen.
Die bisherigen Angaben, dass eine kurze Schlafdauer oft mit Übergewicht einhergeht, wurde bestätigt: Sowohl die Kurzschläfer ohne Schlafstörungen als auch jene mit Schlafstörungen hatten ein höheres Risiko für Adipositas als Normalschläfer. Auch Adipositas gilt als Herzkreislauf-Risikofaktor.
Aber auch Langschläfer hatten so ihre Sorgen: Personen, die täglich über 9 Stunden schliefen, fühlten sich nicht unbedingt fitter als Kurzschläfer. Von den etwa 6%, die während der Woche über 9 Stunden schliefen, verbrachten gut 40% am Wochenende sogar über elf Stunden im Bett. Dennoch fühlten sich 60% von ihnen trotzdem nicht richtig ausgeruht.
Die Experten wiesen an der Tagung auch auf andere Studiendaten hin, die belegten, dass zwischen Schlafmangel, Bluthochdruck und Herzkreislauf-Krankheiten ein Zusammenhang besteht, und zwar besonders bei Patienten mit Schlafmangel, mit nachts höherem Blutdruck als tagsüber. Japanische Daten hätten ergeben, dass bei ihnen das Risiko für Herzkreislauf-Krankheiten mehr als viermal so hoch ist wie bei Normalschläfern.
Zusammengefasst beobachteten die Forscher, dass eine regelmässige, kurze Schlafdauer (unter sechs Stunden) besser für die Herzgesundheit und für die psychische Gesundheit ist als unfreiwilliger Kurzschlaf mit Schlafstörung oder auch längeres Schlafen. Voraussetzung: Die Kurzschläfer fühlen sich auch nach wenig Schlaf fit.
Die Experten weisen aber auch darauf hin, dass Ursache und Wirkung damit nicht geklärt seien: Viele organische und psychische Krankheiten beeinträchtigten den Schlaf und den meisten Schlafstörungen liege eine andere Krankheit zugrunde, wie im Deutschen Ärzteblatt zu lesen ist. Also nur einfach weniger schlafen ist der Gesundheit auch nicht unbedingt förderlich.
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09.02.2016 - dzu