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Die Auswirkungen des Vollmondes scheinen deutlich zu sein. Er lässt uns romantisch in die Nacht blicken und von schönen Dingen träumen. Er kann sehr inspirierend sein. Oder störend: Viele behaupten, der Vollmond beraube sie des Schlafes oder beeinflusse die Konzertration bei der Arbeit. Aber stimmt das auch?
Ob es bloss das helle Licht des Vollmonds mitten in der Nacht ist, oder vielleicht doch noch andere Kräfte? Die Auswirkungen des Mondes auf uns sind in Tat und Wahrheit sehr undeutlich...
Erstaunlich ist dabei, dass der Neumond - im Gegensatz zum Vollmond - niemanden stört, obwohl seine messbaren Kräfte denen des Vollmonds ebenbürtig sind. Belegen lassen sich die vermuteten Einflüsse des Vollmonds – mehr Unfälle, höhere Geburtenraten, steigende Kriminalität – aber nicht, und wissenschaftlich lassen sich ausser dem fahlen Licht und der Gravitationskraft keine direkten Auswirkungen des Vollmondes auf uns nachweisen.
Dennoch: Im Meer sind die Auswirkungen des Vollmondes auf die Tiere und Pflanzen deutlich. Viele Tierarten laichen in direkter Abhängigkeit von der Mondphase, wie die Steinkorallen des australischen Great Barrier Reefs, die bei Vollmond alle gleichzeitig Eier und Spermien ausstossen, oder wie der Palolo-Wurm der Südsee, der – aufgepasst – jedes Jahr in der siebten Nacht nach dem ersten Vollmond nach Herbstbeginn sein mit Eiern oder Spermien gefülltes Hinterende abgibt… Millionen dieser Hüllen platzen danach an der Meeresoberfläche und die Eizellen und Spermien finden sich.
Auch der Wattwurm an Ärmelkanal und Nordseeküste orientiert sich bei der Fortpflanzung am Mondrhythmus.
Mond und Sonne üben Gravitationskräfte auf das bewegliche Wasser der Erde aus. Die Kräfte des Mondes sind dabei etwa doppelt so stark als die der Sonne. Aber sie sind trotzdem gering! Die Erdbeschleunigung hingegen, die uns permanent in Richtung Erdzentrum zieht und uns unser Gewicht verleiht, ist zehn Millionen Mal stärker.
Steht der Mond senkrecht über einem 100 Kilogramm schweren Menschen, wird dieser – im Moment der Mondpassage – ganz sachte angehoben und dadurch um 0.01 Gramm leichter!
Die Gravitation der Sonne erleichtert ihn zur Mittagszeit noch einmal um weitere 0.005 Gramm. Wirklich abnehmen lässt sich mit Mond und Sonne also nicht.
Zwei Bilder vom selben Standort (Erquy in der Nordbretagne) in dieselbe Richtung, einmal bei Ebbe und einmal bei Flut. Bis zwölf Meter hohe Amplituden der Gezeiten machen hier den Unterschied!
Bei Ebbe ist der Sandstrand 600m breit, bei Flut ist er komplett verschwunden.