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Der von der Schweiz koproduzierte Film «I Am Not Your Negro» über Rassendiskriminierung in den USA ist dem französischen Filmpreis César für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet worden. Der Preis für den besten Film ging ans Aidsdrama «120 battements par minute».
Der geehrte Dokumentarfilm des Haitianers Raoul Peck erzählt von Rassenproblemen in den USA aus der Sicht des afroamerikanischen Schriftstellers James Baldwin (1924-1987). Der Film wurde von den Genfer Produzenten von «Close up Films» und dem Westschweizer Fernsehen RTS co-produziert. Er war im letzten Jahr für einen Oscar nominiert gewesen und hatte Mitte Februar den britischen Filmpreis gewonnen.
In Paris leer ausgegangen waren dagegen die anderen nominierten Beiträge mit Schweizer Beteiligung. Die Koproduktion «Les Gardiennes» von Xavier Beauvois war in vier Kategorien nominiert, so für die beste Kamera, die beste Adaption, die besten Kostüme und die beste Newcomerin. Auch die schweizerisch-französische Schauspielerin Laetitia Dosch hat als Newcomerin («Jeune femme») auf einen Preis gehofft.
Grosser Abräumer bei der diesjährigen Verleihung der französischen Filmpreise am Freitagabend in Paris war das Aidsdrama «120 battements par minute» von Robin Campillo aus Frankreich. Er holte sechs Césars, darunter für den besten Film und das beste Drehbuch. Das Werk, das den Kampf gegen Aids und gegen den Tod beschreibt, gewann bereits in Cannes den Grossen Preis der Jury.
Als beste Schauspielerin ging Jeanne Balibar («Barbara») hervor. Ihr männlicher Kollege Swann Arlaud wurde für seine Hauptrolle in «Petit Paysan» ausgezeichnet.
Das für einen Ausland-Oscar nominierte Filmdrama «Loveless» des russischen Starregisseurs Andrej Swjaginzew gewann den César als besten ausländischen Film. Dieser handelt von einem Ehepaar, das vor der Scheidung steht, und dessen Sohn spurlos verschwindet. Der 54-jährige Regisseur war bei der Verleihung nicht anwesend.
Die spanische Schauspielerin Penelope Cruz bekam für ihre Karriere den französischen Ehren-Cesar. Heute Abend habe sie Lust, dem Leben zu danken, sagte die 43-Jährige sichtlich bewegt. Selbst in ihren kühnsten Träumen habe sie es nicht gewagt, an diesen Preis zu denken.
Cruz nahm mit ihrem Mann, dem Schauspieler Javier Bardem, an der Verleihung teil. Die Spanierin hat in mehr als 40 Produktionen mitgespielt und mit namhaften Regisseuren gedreht, darunter Kenneth Branagh und Pedro Almodovar, der ihr auch den Preis übergab.
Er sei der Grund gewesen, warum sie Kino mache, erklärte sie. Cruz wurde 2009 für ihre schauspielerische Leistung in «Vicky Cristina Barcelona» mit einem Oscar als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.
Bei der Verleihung nahmen viele Darsteller Bezug auf die aktuellen #MeToo- und «Time's Up»-Bewegungen. Die französischen Filmstars trugen kleine weisse Schleifen als Zeichen der Solidarität mit Opfern von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. Während der Gala wurden Menschen über die Filmbranche hinaus aufgefordert, #MaintenantOnAgit (etwa: Jetzt handeln wir) zu unterstützen.
Die in dieser Woche gestartete Kampagne hilft Belästigungs- und Missbrauchsopfern, rechtliche Schritte gegen mutmassliche Täter einzuleiten. Bereits in den USA und Grossbritannien hatten Schauspieler und andere Stars Zeichen gegen sexuelles Fehlverhalten gesetzt.
Mehr als 100 französische Promis, darunter Schauspielerin Sandrine Bonnaire, Schauspielerin und Regisseurin Julie Gayet sowie Regisseurin Agnès Jaoui hatten zu Spenden aufgerufen, «damit keine Frau jemals wieder sagen muss #MeToo».
Die Präsidentin der Verleihung, Schauspielerin Vanessa Paradis, erklärte zu Beginn der Zeremonie, sie trage die weisse Schleife für den Kampf gegen Gewalt gegen Frauen. (leo/sda/dpa/ap)
Der CNN-Moderator und Bruder des früheren New Yorker Gouverneurs Andrew Cuomo, Chris Cuomo (51), ist von seinem Arbeitgeber «auf unbestimmte Zeit» suspendiert worden. Die Massnahme sei eine Reaktion auf die Veröffentlichung neuer Dokumente in Zusammenhang mit den Vorwürfen sexueller Belästigung gegen Andrew Cuomo durch die New Yorker Staatsanwaltschaft, teilte CNN am Dienstag mit. Denen zufolge sei Chris Cuomo enger in die Verteidigung seines Bruders eingebunden gewesen als zunächst bekannt. «Diese Dokumente, in die wir vor ihrer Veröffentlichung nicht eingeweiht waren, werfen ernste Fragen auf», hiess es von einem CNN-Sprecher.