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Von den beeindruckenden Badeanlagen des Caracalla in Rom, bis zu den intimen, kleinen Bädern in Herculaneum – die römischen Thermen haben spätere Generationen stets fasziniert. Eine Badekultur ist bereits im 4. Jahrtausend vor Christus in Mesopotamien belegt, seit dem 2. Jahrtausend auch im östlichen Mittelmeerraum. Im klassischen Griechenland fanden Bäder, im Zusammenhang mit der sportlichen Ertüchtigung, immer grössere Verbreitung. Die Römer schliesslich haben um die Zeitenwende das architektonische Konzept der Thermen entwickelt und erste öffentliche Bäder eingerichtet.
Errichtet wurden diese Anlagen mit Geldern des Kaisers, betrieben wurden sie durch Steuern. Alle Bevölkerungsteile, ohne Unterschied, besuchten die Bäder, die meistens kostenlos waren. Sie standen Männern wie Frauen offen, waren aber nicht gemischt, sondern hatten alternierende Öffnungszeiten. Neben der Hygiene hatten die Thermen auch eine wichtige soziale Funktion als Treffpunkte und Orte der Musse. Prinzipiell bestand der Badbesuch aus einem Zyklus durch Bassins mit Wasser von jeweils unterschiedlicher Temperatur (tepidarium – sudatorium – caldarium – frigidarium).
Auf helvetischem Gebiet besassen alle Hauptorte öffentliche Bäder: Nyon, Avenches, Martigny, Augst. Meist bescheidener als die Anlagen Roms, besassen sie doch alle notwendigen Einrichtungen. Die ältesten Thermen der nordwestlichen Provinzen des Reichs wurden in Avenches (Insula 19) ausgegraben; hier entstanden im Lauf der zeit noch weitere Anlagen. In Augst wurden bislang drei Thermenkomplexe entdeckt, die ins 1. bis 3. Jahrhundert nach Christus datiert werden. Im Privatbereich finden sich Bäder nur in Häusern von Wohlhabenden, vor allem in den villae rusticae.
Im 18. und 19. Jahrhundert und vor allem mit der gegenwärtigen Wellnesswelle erleben Badeanlagen nach römischem Vorbild eine Renaissance.
Bild: Römerstadt Augusta Raurica