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Das Ausfüllen des Rasters im Genfer Kontext zeigt, wie unterschiedlich das Programmmanagement und die Bewohnerinnen und Bewohner die Teilnahmeformate wahrnehmen. Die Programmmanager sehen partizipative Formate meist im klassischen Sinne, von Informationen über Konsultationen bis hin zur Koproduktion. Die Bewohnerinnen und Bewohner konzentrieren sich mehr auf selbstorganisierte Bottom-up-Formate. Was die Programmmanager betrifft, so wird die Bereitstellung von Informationen als ein entscheidender Aspekt der Teilnahme angesehen.
Verwendung des Rasters
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Raster zu verwenden. Sie unterscheiden sich darin, wer es für welchen Zweck nutzt und wie viel Zeit dafür zur Verfügung steht.
1. Bewertung bestehender oder geplanter Beteiligungsformate
Für Projektmanagerinnen und -manager, die partizipative Formate planen (oder durchgeführt haben): Platzieren Sie die Formate, die Sie verwenden oder die Sie verwenden möchten im Raster, um einen Überblick zu erhalten, wer für deren Implementierung verantwortlich ist, wer Zugriff auf die Implementierung hat und wer nicht, und ob sie institutionell geführt oder selbst organisiert sind. Diese Übung können Sie im Projektmanagementteam oder in einem Workshop zusammen mit den beteiligten Stakeholdern durchführen.
Zeitfenster: Etwa ein halber Tag, je nachdem, ob die Durchführung in einem Workshop oder im Management-Team stattfindet.
Erwartete Ergebnisse: Bewusstsein der möglichen Nachteile der gewählten Formate, Sensibilität für Ausschlussdynamiken und den Einfluss einer Akteursgruppe auf andere.
2. Planung partizipativer Formate
Für Projektmanagerinnen und -manager sowie andere, die partizipative Formate planen: Das Raster basiert auf einem offenen Konzept der Partizipation, welches über die in der Literatur häufig zitierten traditionellen Formate hinausgeht und daher eine größere Vielfalt potentieller Möglichkeiten bietet, um mit der Öffentlichkeit in Kontakt zu treten. Abhängig von der verfügbaren Zeit und den verfügbaren Ressourcen können Sie sogar Interviews mit Bewohnerinnen und Bewohnern führen, um mehr über deren Wünsche und Erwartungen hinsichtlich der Teilnahme zu erfahren und die Antworten in das Raster einzutragen. Wenn Sie keine direkten Beiträge von potenziellen Teilnehmenden suchen, können Sie das Raster verwenden, um verschiedene Teilnahmeformate auszuwählen, die verschiedene Zellen des Rasters abdecken. Die schnellste Möglichkeit ist, zuerst ein Format auf der horizontalen Achse auszuwählen und dann zu überlegen, wo das jeweilige Format auf der vertikalen Achse platziert werden soll.
Zeitfenster: Mehrere Tage bis Monate, je nach gewähltem Ansatz.
Erwartete Ergebnisse: Mehr Offenheit für verschiedene partizipative Formate, auch für die wenig thematisierten. Sensibilität für Zugänglichkeit und Führung. Möglichkeit, eine Partizipationsstrategie zu entwickeln, die eine weite Spanne an Formaten abdeckt.
3. Identifizierung verschiedener Perspektiven und potentielle Adaption und Erweiterung
Für Forschende, Projektmanagerinnen und -manager und andere Interessierte partizipativer Formate und ihrer Konzeptionalisierung: Wie im Genfer Geothermieprojekt demonstriert, können Sie ähnliche Vorgehensweisen in jedem anderen Kontext anwenden, bei dem Partizipation genutzt oder geplant ist. Die Methoden der Fokusgruppen und Teilnehmerbeobachtungen haben sich als sehr wertvoll erwiesen, um die für die partizipativen Formate nötige Tiefgründigkeit zu erhalten. Allerdings können Sie auch teilstrukturierte Interviews, geschriebene Dokumente und informelle Notizen nutzen. Es ist durchaus möglich, dass zukünftige Studien dieser Art unser Raster weiter adaptieren oder erweitern werden.
Zeitfenster: Es ist sinnvoll, Daten über einen langen Zeitraum zu sammeln, um ein umfangreiches Bild der partizipativen Landschaft zu erhalten.
Erwartete Ergebnisse: Umfangreiche Eindrücke der verschiedenen Perspektiven der Partizipation, ihrer Überschneidungen und Unterschiede. Dies wird wiederum nützlich sein, um zu sehen, ob sie mehr oder weniger mit diesen Perspektiven übereinstimmen.
Das Raster könnte für viele andere Anwendungen genutzt werden, wie zum Beispiel das Verfolgen der Entwicklung partizipativer Prozesse mit der Zeit oder für den Vergleich von Formaten für verschiedene Technologien, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Energieprojekte profitieren substantiell von einem ganzheitlichen Partizipationsformat
Egal welcher Ansatz für die Nutzung des Rasters genutzt wird, die zentrale Schlussfolgerung bleibt die gleiche:
Ein Partizipationsformat ist mehr als nur eine einfache Definition ihrer Modalitäten. Sie muss ganzheitlich verstanden werden: Wer steht hinter ihr? Wer ist eingeladen? Wer ist ausgeschlossen? Wer trifft die Entscheidungen? Wird sie von allen involvierten Teilnehmenden gleich verstanden und falls nicht, wo liegen die Unterschiede?
Sensibel für diese Fragen zu sein und sie immer wieder zu stellen, ermöglicht eine effizientere Planung und Durchführung partizipativer Formate. Speziell bei Energieprojekten ist ein besseres Verständnis der Partizipation hilfreich, um diese Projekte mit weniger Risiko für Verzögerungen oder Suspendierungen vorwärts zu bringen.
1. Arnstein, S. R. A Ladder Of Citizen Participation. Am. Plan. Assoc. 35, 216–224 (1969).