Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/51959

<h2>SubmittedText<h2><p>Das Bundesamt für Strassen hat im November 2000 eine Studie über die Auswirkungen von Avanti auf das betriebswirtschaftliche Ergebnis der Bahnen in Auftrag gegeben. Am 23. Mai 2001 wurde die Studie geliefert mit dem Resultat, dass keine wesentlichen Auswirkungen, weder im Güter- noch im Personenverkehr, zu erwarten sind.</p><p>1. Wieso hat der Bundesrat diese Studie den Verkehrskommissionen der Räte für die Avanti-Diskussion nicht zur Verfügung gestellt?</p><p>2. Wieso schreibt der Bundesrat in der Botschaft zu Avanti in Kenntnis der Studie: "Der Tunnel würde die Wirtschaftlichkeit der Neat beeinträchtigen und ein falsches Signal betreffend Verlagerungspolitik setzen"?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Im Zusammenhang mit der Avanti-Initiative wurden zahlreiche umfangreiche Studien und Berichte verfasst. Die Studien sind in die Erarbeitung der Botschaft eingeflossen, wurden aber nicht einzeln verteilt. Die Unterlagen sind selbstverständlich nicht geheim und werden auf Anfrage abgegeben.</p><p>2. Die Botschaft hält fest, dass sich der "punktuelle, räumlich eng begrenzte Ausbau der Nord-Süd-Achse zwischen Erstfeld und Airolo kaum gravierend auf die Konkurrenzfähigkeit des internationalen Schienengüterverkehrs durch die Schweiz auswirken" dürfte (S. 4533 der Botschaft).</p><p>Andererseits wäre nach Fertigstellung einer zweiten Röhre beim Gotthard-Strassentunnel im Personenverkehr mit Ertragsausfällen zwischen 3,5 und 6 Millionen Franken zu rechnen. Die Ergebnisse dieser Studie für den Personen- und Schienengüterverkehr beruhen auf einer Modellberechnung auf der Basis von Fahrzeitvergleichen.</p><p>Wichtiger ist allerdings die Aussage in der Botschaft, dass der Bau der zweiten Gotthardröhre ein falsches Signal betreffend Verlagerungspolitik setzen würde. In der Tat besteht die Gefahr, dass die verladende Wirtschaft insbesondere im Ausland den Eindruck erhält, die Schweiz setze vermehrt auf die Strasse. Dies dürfte die Umstellung der Logistikkonzepte auf den kombinierten Verkehr oder den reinen Schienengüterverkehr beeinträchtigen und sich so negativ auf die Verlagerungspolitik und damit die Wirtschaftlichkeit der Neat auswirken. Dieser indirekte Effekt ist relevant, lässt sich aber nur schwer quantifizieren. Er ist deshalb nicht in die Modellberechnungen der Studie eingeflossen.</p>