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Beteiligungsrechte
Obwohl es sich beim Strafverfahren grundsätzlich um eine Auseinandersetzung zwischen Staat und Täter handelt, kann sich das Opfer in einem bestimmten Umfang auch aktiv am Strafverfahren beteiligen.
Die Teilnahmerechte setzen voraus, dass das Opfer gegenüber den Strafverfolgungsbehörden ausdrücklich erklärt, sich am Strafverfahren beteiligen zu wollen (so genannte Privatklägerschaft). Diese Erklärung ist spätestens bis zum Abschluss der Strafuntersuchung abzugeben.
Zu den Beteiligungsrechten gehören im Wesentlichen:
- das Recht, Zivilansprüche (Schadenersatz und Genugtuung) gegen die beschuldigte Person geltend zu machen (Art. 119 Abs.2 lit. b StPO, Art. 122 ff. StPO)
- das Recht, eine Einstellung des Strafverfahrens beim Gericht anzufechten (Art. 322 StPO)
- das Recht, den Strafentscheid (z.B. einen Freispruch) anzufechten (Art. 382 Abs. 1 StPO)
Sofern für die Geltendmachung der Zivilansprüche eine anwaltliche Vertretung notwendig ist und das Opfer nicht über die finanziellen Mittel dafür verfügt, kann es im Strafverfahren ein Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung stellen. Über das Gesuch entscheidet in Verfahren gegen Erwachsene die Oberstaatsanwaltschaft, in Jugendstrafverfahren die Oberjugendanwaltschaft.
Auch die Opferhilfe übernimmt unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für eine anwaltliche Vertretung im Strafverfahren.