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Nach den zwei gewonnen ersten Sätzen verliess Djokovic beim Stand von 1:2 im dritten Durchgang den Platz, um medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine Bauchmuskel-Verletzung behinderte den Serben, der sich danach immer wieder an der betroffenen Stelle massierte und sich sichtlich angeschlagen durch die Partie quälte.
Fritz schaffte den Satzausgleich, musste sich im fünften Durchgang aber der Kampfkraft und Klasse des achtfachen Champions von Melbourne doch noch beugen. Djokovic siegte 7:6 (7:1), 6:4, 3:6, 4:6, 6:2 und trifft nun auf den Kanadier Milos Raonic. Ob er am Sonntag antreten könne, wisse er noch nicht, sagte die Weltnummer 1.
Kurioses ereignete sich gegen Ende des vierten Satzes, als die Partie kurz unterbrochen werden musste, da die Zuschauer wegen des um Mitternacht beginnenden fünftägigen Lockdowns die Rod Laver Arena verlassen mussten. Djokovic verwertete nach 3:25 Stunden seinen zweiten Matchball vor leeren Rängen.
Für den Höhepunkt des Abends am fünften Turniertag im Melbourne, an dem bis auf Weiteres zum letzten Mal Zuschauer zugelassen waren, sorgten Dominic Thiem und Nick Kyrgios. In der sehr gut gefüllten John Cain Arena lieferten sich die beiden bei begeisternder Atmosphäre einen Fünfsatz-Thriller. Thiem lag bereits mit 0:2-Sätzen zurück und hatte zu Beginn des dritten Durchgangs zwei Breakbälle gegen sich, ehe ihm die Wende gelang.
«Wenn ich das Break schaffe, ist die Partie 45 Minuten später zu Ende», sagte Kyrgios, der einmal mehr seine Entertainer-Qualitäten unter Beweis stellte. Bereits im ersten Aufschlagspiel schlug er von unten auf, den zweiten Satz beendete er mit einem Ass auf diese Weise.
Doch Thiem kämpfte sich zurück, wofür ihm Kyrgios grossen Respekt zollte. «Es gibt einen Grund, warum er der drittbeste Spieler der Welt ist.» Nach seinem ersten Break zum 2:0 im dritten Satz war der Österreicher der bessere Spieler. «Ich hatte mich bereits mit der Niederlage befasst», so der US-Open-Sieger. «Aber aufgeben ist nie eine Option.»
Auch Thiem genoss die Atmosphäre, obwohl die Zuschauer phasenweise die Grenze der Fairness überschritten. «Es war episch und ein gutes letztes Spiel vor dem Lockdown.» Die nächsten fünf Tage sind wegen eines neuerlichen Lockdowns im Bundesstaat Victoria keine Zuschauer mehr zugelassen.
Eine starke Leistung zeigte der Deutsche Alexander Zverev. Der 23-jährige Hamburger setzte sich in seinem Drittrundenspiel gegen den Franzosen Adrian Mannarino in 103 Minuten 6:3, 6:3, 6:1 durch. Im vergangenen Jahr hatte Zverev in Melbourne seinen ersten Grand-Slam-Halbfinal erreicht.
Als erster Top-Ten-Spieler scheiterte Diego Schwartzman (ATP 9). Der Argentinier verlor gegen den russischen Qualifikanten Aslan Karazew klar in drei Sätzen. Felix Auger-Aliassime gewann das Duell der kanadischen Youngsters gegen Denis Shapovalov klar in drei Sätzen.