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Rechtliches
Regeln für den Betrieb von Multikoptern (Drohnen) in der Schweiz
Die Vorgaben für den Betrieb von Multikoptern bis zu einem Gewicht von 30 Kilogramm finden sich in der «Verordnung des UVEK über Luftfahrzeuge besonderer Kategorien».
- Sofern der «Pilot» jederzeit direkten Augenkontakt zu seinem Flugobjekt hat, dürfen Multikopter ohne Bewilligung betrieben werden.
- Will jemand technische Hilfsmittel wie Feldstecher oder Videobrillen einsetzen, um die natürliche Sichtweite der Augen zu erweitern, ist dafür eine Bewilligung des BAZL erforderlich.
- Innerhalb des Sichtbereiches des «Piloten» ist der Betrieb mit Videobrillen und dergleichen gestattet, sofern ein zweiter «Operateur» den Flug überwacht und bei Bedarf jederzeit in die Steuerung des Fluggerätes eingreifen kann. Der «Operateur» muss sich am gleichen Standort befinden wie der Pilot.
- In der Nähe von Flugplätzen bestehen Einschränkungen für Flüge von Multikoptern. Es ist zum Beispiel nicht gestattet, solche Fluggeräte näher als 5 Kilometer von den Pisten entfernt fliegen zu lassen. In den Kontrollzonen nicht höher als 150m. Falls ein Drohneneinsatz dennoch nötig sein sollte, kann die Bewilligungsstelle kontaktiert werden.
- Für die Schweiz gibt es ganz neu eine Karte vom Bund, auf der die verschiedenen Zonen aufgeführt werden und über die man sich auch direkt anzeigen lassen kann, wer für Sonderbewilligungen zuständig ist. hier kommen sie direkt zur Karte: map.geo
- Multikopter mit mehr als 500 Gramm Gewicht dürfen gemäss Artikel 17 zudem nicht ohne eine Bewilligung des BAZL über Menschenansammlungen (definiert als mehrere Dutzend dicht beieinander stehende Personen) bzw. im Umkreis von 100 Metern von Menschenansammlungen betrieben werden.
- Kantone und Gemeinde können ergänzende Einschränkungen für den Einsatz von unbemannten Luftfahrzeugen erlassen.
FPV - First Person View
FPV steht für «First Person View» und ist ein geläufiger Begriff im Modellbau. Es geht dabei darum,
dass der Pilot mittels Display (Brille oder Bildschirm) fliegt, welches ihm ein Bild aus der Sicht des Fluggeräts liefert. Er fliegt quasi vom Boden aus, aus der Sicht des «Piloten».
FPV-Flüge werden auch Kameraflug und Immersionsflug genannt.
Betrieb mit Videobrille (First Person View FPV):
Innerhalb des Sichtbereiches des Piloten ist der Betrieb mit Videobrille gestattet,
sofern ein zweiter Pilot den Flug überwacht und
jederzeit manuell in die Steuerung des unbemannten Luftfahrzeuges eingreifen kann.
Beschränkungen für Videosender-Leistung
Da für FPV ein Video-Downlink nötig ist, fällt es in das Regulierungsgebiet des BAKOM.
Sprich: Für die Sendefrequenzen gelten Leitungsbeschränkungen, welche wie folgt definiert sind (Quelle):
2.4 GHz Frequenzband: Analoges Video: 10 mW – Digital: 100 mW
5.8 GHz Frequenzband: Analoges Video: 25 mW – Digital: 500 mW
Achtung: Die Frequenzbänder 900 MHz (Mobilfunk) und 1.2GHz
sind in der Schweiz nicht für die Modellfliegerei zugelassen, weil sie anderweitig belegt sind.
Autonomer Betrieb
Innerhalb des Sichtbereiches des Piloten ist der autonome Betrieb gestattet,
sofern jederzeit manuell in die Steuerung des Multikopters eingegriffen werden kann.
Hinweis: Bisher hat das BAZL eine einzige Bewilligung für Multikopter-Flüge ausserhalb des Sichtbereiches erteilt
(Bewilligung vom 26.4.2009 an die EPFL / Fluggerät aus Styropor mit einem Gewicht von ca. 500 g)
Haftpflichtversicherung
Bei Fluggeräten ab einem Gewicht von mehr als 500 g gilt es, eine Haftpflichtversicherung mit einer Garantiesumme von mindestens 1 Million Franken gegenüber Haftpflichtansprüchen von Dritten auf der Erde sicherzustellen. (Art. 20 VLK).
Um gewerblich zu fliegen, braucht es eine Firmen-Haftpflichtversicherung bis 5 Millionen Franken.
Luftaufnahmen
Aufnahmen von Fotos aus der Luft sind grundsätzlich erlaubt, auch die Verbreitung solcher Bilder.
Man muss dabei aber auf den Schutz der Privatsphäre und Datenschutz achten und
die besondere Gesetzgebung um militärisches Gelände beachten.
Fazit
Unter dem Strich aber zählt nach wie vor ein gesunder Menschenverstand und etwas Vorausdenken sehr viel.
Auf einem leeren Feld zu Fliegen ist nämlich nicht das gleiche,
wie in einem stark bewohnten Gebiet, wo auch Menschen verletzt werden können.