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Der geschäftliche Überlebenskampf
Um einen Hausstand zu gründen, brauchte man früher Bargeld und ein geregeltes Einkommen. Über beides verfügt Julius Settelen vorerst nicht: Ein Teil seines Vermögens ist im Konkurs seines zukünftigen Schwiegervaters untergegangen, der Rest ist in der Schneiderei seines Bruders Victor an der Freien Strasse 17, an der er bis 1897 beteiligt ist, blockiert. Obwohl sie sich bereits 1880 «ewige Treue» versprochen haben, heiraten Julius Settelen und Julie Dorothea Imhoff erst am 13. Januar 1887.
Julie wird am 25. März 1864 in Basel geboren. Sie wächst zusammen mit sechs Geschwistern auf. Die Primarschule besucht sie im «Steinenchlösterli", am Ort des heutigen Stadttheaters. Es folgen fünf Jahre Töchterschule am Totengässlein und das damals obligate Welschlandjahr in einem Töchterinstitut in Vevey. Zurück in Basel erhält sie weiterführenden Klavierunterricht an der Musikschule, besucht Englisch-, Koch- und Nähkurse - kurz, sie lernt alles, was ein Mädchen aus gutem Bürgerhause können muss. Das junge Paar wohnt zuerst in einer anspruchslosen Wohnung an der Güterstrasse, etwas später an der Solothurnerstrasse 25, vis-à-vis der Geschäftsliegenschaft. Hier werden die drei Söhne geboren: Jules (1887 - 1951), Max (1894 - 1981) und Hans (1896 - 1959). Julie ist gross und schlank, wirkt eher fragil, sehr zurückhaltend und leise, strahlt aber eine natürliche Autorität aus ohne abweisend oder hart zu wirken. Zwischen Jules und Max erleidet sie mehrere Fehlgeburten und ihre Enttäuschung ist gross, als auch das dritte Kind ein Junge ist, so sehr hatte sie sich ein Mädchen gewünscht!