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Weil das Bild Gottes in dem Menschen keine übernatürliche Gabe, sondern ein wesentlicher Bestandteil ist, kann die Gnade auch nicht in einem sachlichen und substantiellen Gut bestehen, das durch die Kirche bewahrt, im Sakrament enthalten, und durch den Priester übermittelt wird. Die Gnade bestand nach den Reformatoren vor allem in der Wohltat der Vergebung der Sünden, in der Gesinnung Gottes gegen uns, so daß sie denn auch nicht durch Werke verdient, sondern nur durch Gott geschenkt, und in kindlichem Glauben angenommen werden konnte. Gegenüber der Materialisierung der Heilsgüter betonte die Reformation das religiöse Subjekt. Sie erkannte, wenn man so will, wieder die Freiheit des Menschen an; nicht die Freiheit des sündigen, natürlichen Menschen, wohl aber die Freiheit des Christenmenschen, des geistlichen Menschen, der durch Christus frei gemacht in einem sittlichen Wandel die Forderung des Gesetzes zu erfüllen sucht.
Herman Bavinck beschreibt den Kontrast zwischen katholischem und reformiertem Menschenbild in Philosophie der Offenbarung (2-3)