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Pharmakokinetischer Booster ArzneimittelgruppenPharmakokinetische Booster sind Wirkstoffe, welche die pharmakokinetischen Eigenschaften eines anderen Wirkstoffs verbessern und dadurch beispielsweise seine Bioverfügbarkeit oder die Plasmakonzentration erhöhen. Sie können auf verschiedenen Ebenen wirksam sein (ADME). Häufig handelt es sich um Hemmer von CYP450-Isoenzymen oder um Hemmer von Transportern. Definition und Mechanismen
Ein pharmakokinetischer Booster ist ein Wirkstoff, der die pharmakokinetischen Eigenschaften eines anderen Wirkstoffs verbessert. Es handelt sich um eine erwünschte Arzneimittel-Wechselwirkung Er kann seine Effekte auf verschiedenen Ebenen ausüben (ADME):
- Absorption (Aufnahme in den Körper)
- Distribution (Verteilung)
- Metabolismus und First-Pass-Metabolismus (Verstoffwechselung)
- Elimination (Ausscheidung)
Pharmakokinetische Verstärker können die Absorption steigern, die Verteilung in ein Organ (z.B. das Gehirn) erhöhen und den Metabolismus oder die Elimination hemmen. Dadurch erhöhen sie beispielsweise die systemische Exposition und damit die Wirksamkeit. Die Dosis kann unter Umständen reduziert oder das Dosierungsintervall verlängert werden (z.B. einmal tägliche statt zweimal tägliche Einnahme).
Pharmakokinetische Booster nutzen die Mechanismen der Arzneimittel-Wechselwirkungen. Es handelt sich vorwiegend um Hemmer von metabolischen Enzymen (vor allem CYP450) und von Transportern (z.B. P-Glykoprotein, organische Anionentransporter, OAT). Pharmakokinetische Booster können selbst auch pharmakologisch aktiv oder inaktiv sein. Nicht alle Wirkstoffe sind für ein „Boosting“ geeignet und es ist auch nicht für alle notwendig.Beispiele
- Chinidinsulfat, ein CYP2D6-Hemmer, wird mit Dextromethorphan kombiniert, siehe unter Dextromethorphan und Chinidinsulfat.
- Cobicistat ist ein CYP3A-Hemmer, der zusammen mit HIV-Medikamenten verabreicht wird.
- Decarboxylasehemmer wie Benserazid und Carbidopa ermöglichen den selektiven Metabolismus von Levodopa zu Dopamin im zentralen Nervensystem.
- Probenecid hemmt die Sekretion organischer Anionen und reduziert ihre Ausscheidung mit dem Harn an der Niere. Es wurde entwickelt, um Penicilline zu „strecken“.
- Ritonavir hemmt CYP3A-Isoenzyme und wird mit HIV- und HCV-Medikamenten kombiniert.
- Tipiracil hemmt den Abbau des Zytostatikums Trifluridin und erhöht so seine Bioverfügbarkeit.
- Butler D. Wartime tactic doubles power of scarce bird-flu drug. Nature, 2005, 438(7064), 6 Pubmed
- Sherman E.M., Worley M.V., Unger N.R., Gauthier T.P., Schafer J.J. Cobicistat: Review of a Pharmacokinetic Enhancer for HIV Infection. Clin Ther, 2015, 37(9), 1876-93 Pubmed
- Kappelhoff B.S. et al. Development and validation of a population pharmacokinetic model for ritonavir used as a booster or as an antiviral agent in HIV-1-infected patients. Br J Clin Pharmacol, 2005, 59(2), 174-82 Pubmed
- Weitere Quellen
Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.