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Die meisten Bauernfamilien in der Schweiz sind nicht nur auf Landwirtschaft angewiesen. Über 95 Prozent der landwirtschaftlichen Haushalte, die 2021 an einer repräsentativen Umfrage zur Einkommenssituation von Agroscope teilnahmen, gaben an, zusätzliches Einkommen aus anderen Quellen zu beziehen, das sogenannte ausserlandwirtschaftliche Einkommen.
Das Lohneinkommen der Partnerinnen wuchs um 23 Prozent.
Von diesen Haushalten sind 14 Prozent selbstständig in nicht-landwirtschaftlichen Bereichen wie Gastronomie oder Handel tätig. In 70 Prozent der Familien verdienen die Betriebsleitenden oder Familienmitglieder ein Gehalt aus angestellter Arbeit - das sogenannte unselbständige Einkommen. Die meisten Haushalte (über 80 Prozent) haben zusätzliche Einkünfte wie Renten, Familienzulagen oder Kapitalerträge.
Lohn aus Anstellung ist wichtige Einnahmequelle
Angestellte Arbeit ist die wichtigste zusätzliche Einkommensquelle für Bauernfamilien neben der Arbeit im eigenen landwirtschaftlichen Betrieb. Im Jahr 2021 machte das Lohneinkommen durchschnittlich 22 Prozent des gesamten Familieneinkommens und 72 Prozent des ausserlandwirtschaftlichen Einkommens aus. Sowohl Betriebsleiter als auch ihre Partner trugen etwa gleich viel zum Haushaltseinkommen bei. In 96 Prozent der untersuchten Betriebe war der Betriebsleiter ein Mann und die Partnerin eine Frau, weshalb im Folgenden die Mehrheitsgeschlechtsform verwendet wird.
In den letzten fünf Jahren blieben die durchschnittlichen Einnahmen aus selbstständiger, nicht-landwirtschaftlicher Arbeit sowie die sonstigen Einkünfte weitgehend stabil. Im Gegensatz dazu stieg das Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit im gleichen Zeitraum deutlich an. Insbesondere das Lohneinkommen der Partnerinnen wuchs zwischen 2016 und 2021 um 23 Prozent (2400 Franken). Auch bei den Betriebsleitern konnte ein Anstieg des Jahresgehalts um 15 Prozent (1600 Franken) im selben Zeitraum beobachtet werden.
Besser ausgebildet und häufiger auswärts
Es gibt verschiedene Gründe für den Anstieg des Einkommens aus unselbstständiger Arbeit. Zum einen engagieren sich immer mehr Partnerinnen von landwirtschaftlichen Einzelunternehmen in ausserbetrieblicher Erwerbstätigkeit. Von den 1595 im Jahr 2021 befragten Familien (Betriebsleiter mit Partnerinnen) erhielten 870 der Frauen (55 Prozent) ein Lohneinkommen ausserhalb des Betriebs, während es 2016 nur 765 Partnerinnen (48 Prozent) waren. Im Durchschnitt arbeiten Frauen 85 Tage pro Jahr als Angestellte ausserhalb der Landwirtschaft, im Vergleich zu 60 Tagen bei den Betriebsleitern.
Die Zahl der Frauen mit einem Hochschulabschluss ist im Jahr 2021 auf 15 Prozent gestiegen.
Zum anderen wurde in den letzten Jahren ein deutlicher Anstieg des durchschnittlichen Bildungsniveaus der Partnerinnen festgestellt. Während im Jahr 2016 noch 181 Frauen (11 Prozent) über eine höhere Ausbildung im nicht-landwirtschaftlichen Bereich verfügten, ist die Zahl der Frauen mit einem Hochschulabschluss im Jahr 2021 auf 242 (15 Prozent) gestiegen. Gleichzeitig ist der Anteil der Partnerinnen ohne nicht-landwirtschaftliche Ausbildung von 21 Prozent auf 13 Prozent gesunken.
Diese Entwicklung hatte einen grossen Einfluss auf die Beschäftigungsmöglichkeiten und Gehälter von Frauen. Wenn die Partnerin eines Landwirts eine bessere Bildung hat, ist es wahrscheinlicher, dass sie ausserhalb des landwirtschaftlichen Sektors arbeitet. In 2021 arbeiteten 75 Prozent der Frauen mit höherer Bildung ausserhalb der Landwirtschaft, während weniger als die Hälfte der Frauen ohne Berufsausbildung auswärts tätig waren.
Lohn steigt mit höherer Bildung deutlich
Frauen mit höherer Bildung haben einen deutlich höheren Lohn erhalten. Sie verdienten 35 Prozent mehr pro Stunde für die gleiche Menge an Arbeit im Vergleich zu Frauen ohne Berufsausbildung. Partnerinnen mit Hochschulabschluss arbeiteten im Jahr 2021 im Durchschnitt 105 Tage ausserhalb des Betriebs und verdienten dabei 42.8 Tausend Franken. Das machte etwa ein Drittel des Gesamteinkommens der Familie aus. Frauen ohne Berufsausbildung arbeiteten nur 70 Tage im Jahr und verdienten im Durchschnitt etwa 20.7 Tausend Franken, was nur 18 Prozent des Gesamteinkommens der Familie ausmachte.
Die beobachteten Entwicklungen zeigen, dass sich die Rolle der Frauen in den landwirtschaftlichen Familien in den letzten Jahren verändert hat. Die Partnerinnen von Landwirten sind heute besser ausgebildet als früher und arbeiten immer häufiger ausserhalb des eigenen Betriebes, was zu einem höheren Haushaltskommen führt. Frauen, die über eine hohe berufliche Qualifikation im ausserlandwirtschaftlichen Bereich verfügen und damit eine gut bezahlte Arbeit finden, leisten einen wesentlichen Beitrag zum Gesamteinkommen der Familie.
Studiengrundlage
Dieser Artikel basiert auf den Daten aus der Stichprobe Einkommenssituation. Zwischen 2100 und 2400 Betriebsleitenden und ihre Treuhänder leisten mit ihrer Teilnahme an der jährlichen Umfrage einen wichtigen Beitrag für das Monitoring der Einkommenssituation in der Schweizer Landwirtschaft. Informationen zum Einkommen aus nicht-landwirtschaftlichen Tätigkeiten der Familien werden nur bei Einzelunternehmen erfasst, wobei 90 Prozent der befragten Haushalte vollständige Angaben dazu liefern.