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Vor dem Rückspiel in den Halbfinals der Champions League gegen Frölunda spricht nichts für Fribourg-Gottéron: Das Handicap aus dem Hinspiel ist gross, der Formstand desolat, der Gegner übermächtig.
Nach dem Hinspiel gegen Frölunda vor Wochenfrist in Göteborg gaben die Freiburger trotz der 1:5-Niederlage noch Durchhalteparolen von sich. Im Rückspiel wolle man jedes Drittel gewinnen und dann schauen, wie weit es reiche, sagte etwa Stürmer Daniel Steiner zur Aussicht, das Rückspiel mit mindestens vier Toren Differenz gewinnen zu müssen.
Nach zwei weiteren Niederlagen übers Wochenende in der Meisterschaft gegen die "Strichklubs" Genève-Servette und Davos spricht bei Gottéron kaum einer mehr von einer möglichen Wende am Dienstag gegen die Titelverteidiger aus Schweden.
Vielmehr sind die Freiburger damit beschäftigt, die Geschehnisse vom letzten Samstag aufzuarbeiten. Die Niederlage gegen Davos nach einer 3:0-Führung hat tiefe Spuren hinterlassen. So tiefe, dass einige Aussagen der Protagonisten im zeitlichen Umfeld eines Champions-League-Halbfinals geradezu surreal wirken. "Den Spielern fehlt die Siegermentalität", kritisierte Coach Larry Huras. Und: "Die Spieler wollen alle ins Paradies, aber keiner will dafür sterben", so der Kanadier.
Wenn diese Kampagne am Dienstagabend für Gottéron abgeschlossen sein wird, wird zumindest das Paradies in Form der Champions Hockey League für die Freiburger für längere Zeit unerreichbar sein. Eine Teilnahme in der nächsten Saison ist Utopie, weil die Kriterien geändert wurden. Es gibt keine gesetzten Klubs mehr, wie Fribourg-Gottéron als einer von 26 Gründern des Wettbewerbs einer war.
Für die Champions League kann man sich nur noch aufgrund sportlicher Leistungen qualifizieren: Meister, Qualifikationssieger, Zweiter der Qualifikation, Playoff-Finalist oder Playoff-Halbfinalist. Ziele, welche Fribourg-Gottéron als NLA-Tabellenletzter mit 14 Punkten Rückstand auf einen Playoff-Platz längst aus den Augen verloren hat.
Es bleibt die Hoffnung auf einen versöhnlichen europäischen Abschluss in einer hoffentlich gut gefüllten Halle. Bislang hat das Publikum die erfolgreichen Auftritte in der Champions League allerdings nicht honoriert. Die fünf Heimsiege sahen im Durchschnitt nur etwas mehr als 3000 Fans, während die Fehltritte in der Meisterschaft von fast doppelt so vielen Leuten gesehen wurden.
Wie viel Spass das Freiburger Publikum am Spiel haben wird, dürfte Frölunda bestimmen. Die Schweden sind das beste europäische Team ausserhalb der KHL und stehen dicht vor der dritten Final-Teilnahme in Folge in der Champions League. Letztes Jahr schlugen die Schweden den HC Davos im Halbfinal mit dem Gesamtskore von 6:1. In der Meisterschaft führen sie souverän und mit sechs Punkten Vorsprung auf die Växjö Lakers, die sich in der Champions League in den Viertelfinals gegen die ZSC Lions durchgesetzt haben.
SDA-ATS