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Befindet sich der Mond am erdfernsten Punkt (Apogäum) in seiner Umlaufbahn während seiner Vollmond- oder auch Neumondphase, dann spricht man vom Minimond. Als erdfernster Punkt wird ein Abstand von mehr als 405 000 Kilometer vom Mittelpunkt der Erde bezeichnet. Manchmal wird der Minimond auch Mikromond genannt. Auch die Bezeichnungen Mini-Vollmond oder Mikro-Vollmond sowie Mini-Neumond sowie Mikro-Neumond sind gebräuchlich.
Der Minimond kann als das Gegenstück zum Supermond gesehen werden. (Als Supermond wird der Voll- oder Neumond bezeichnet, der sich maximal 360 000 Kilometer vom Mittelpunkt der Erde befindet, also am erdnahesten Punkt – Perigäum.) Während der Supermond deshalb besonders groß in dieser Zeit erscheint, wirkt der Mikromond besonders klein. Tatsächlich erscheint der Minimond etwa 12 bis 14 Prozent kleiner als der Supermond. Aufgrund der kleineren Fläche, wird auch weniger Sonnenlicht reflektiert. Das führt dazu, dass der Mikromond etwa 30 Prozent dunkler wirkt.
Sowohl der Minimond als auch weitere damit zusammenhängende Begriffe sind im Übrigen in der Astronomie nicht anerkannt, sodass es keine offizielle Definition dieses Ereignisses gibt.
Die Anziehungskraft des Mondes, aber auch der Sonne beeinflussen stark die Gezeiten. Dabei ist der Tidenhub (der Unterschied des Wasserstandes zwischen der Ebbe und der Flut) sowohl beim Vollmond als auch beim Neumond besonders hoch, wenn der Mond, die Sonne und die Erde etwa auf einer Linie liegen. Dieses Ereignis wird als Springtide oder auch als Springflut bezeichnet. Wird die Springtide jedoch durch einen Supermond ausgelöst, ist der Tidenhub in der Regel noch größer, da eine geringere Entfernung zur Erde besteht.
Bei zunehmendem oder abnehmendem Halbmond sind die Tiden dagegen am kleinsten. Diese werden auch Nipptiden genannt. Wenn sich nun der Mond am erdfernsten Punkt seiner Umlaufbahn befindet, dann fallen die Tiden noch kleiner aus. Die Auswirkung ist deshalb klar: Der Mikromond schwächt die Gezeiten.
Zu sehen ist der nächste Mikromond bereits am Samstag, den 14.September 2019 gegen 6.32 Uhr (MESZ). An diesem Tag tritt er als Vollmond auf. Wobei er bereits am 13.September 2019 um 15.32 Uhr sich am erdfernsten Punkt in seiner Umlaufbahn befindet. 406 377 Kilometer beträgt dann die Entfernung zur Erde.
2020 ist der Mikromond das erste Mal an einem Dienstag, den 24. März zu sehen. Das besondere Ereigniss kann bei klarem Himmel um 10.28 Uhr (MEZ) betrachtet werden. Diesmal tritt der Mikromond als Neumond auf. Der erdfernste Punkt wird dabei noch am selben Tag erreicht, nämlich um 16.23 Uhr. Diesmal wird der Minimond ca. 406 692 Kilometer von der Erde entfernt sein.
Am Donnerstag, den 1. Oktober 2020 wird ein Mikromond als Vollmond zusehen sein. Am Samstag, den 31. Oktober 2020 zeigt sich der Minimond bereits erneut und wieder als Vollmond.