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Das Seed-Team untersuchte unter anderem die standortspezifischen Auslegungsparameter für externe Gefahren bei der im Nordwesten Weissrusslands in Bau stehenden Kernkraftwerkseinheit. Die Experten nahmen zudem die dem Kernkraftwerksstandort von der Behörde zugeschriebene Gefährdungscharakterisierung unter die Lupe sowie das dabei angewendete Vorgehen.
Das aus vier IAEO-Mitarbeitern und je einem Experten aus Frankreich und Ungarn bestehende Team bestätigte in ihrem vorläufigen Bericht, dass die Auslegungsparameter den externen Gefahren am Kernkraftwerksstandort wie Erdbeben, Extremwetter oder Überflutung Rechnung tragen. Zudem seien die Programme zur Gefahrenüberwachung, die während des Betriebs der Kernkraftwerkeinheit eingesetzt werden, angemessen und gut dokumentiert. Beim weissrussischen Kernkraftwerksprojekt seien auch Lehren aus dem Reaktorunfall von Fukushima-Daichii eingeflossen. Verbesserungsmöglichkeiten erkannte das Seed-Team bei den Zulassungsunterlagen, in denen Informationen zu elektromagnetischen Gefahren und Blitzschlägen sowie zu standortspezifischen, seismischen Bodenbewegungen verbessert werden können. Dem Land wird zudem empfohlen, die Entwicklung der Sicherheitstechnik im Auge zu behalten, auf welche die IAEO in ihrem Bericht zum Unfall von Fukushima-Daiichi hinweist. Der Schlussbericht wird in rund drei Monaten der Regierung übergeben. Die Behörde des Landes beabsichtigt, den Bericht zu veröffentlichen.
Im Oktober 2016 hatten IEAO-Experten erstmals die regulatorischen Vorgaben für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen einer Mission des Integrated Regulatory Review Service (IRRS) bewertet.
In Weissrussland sind zwei WWER-1200-MW-Druckwasserreaktoreinheiten der neuen russischen Baureihe AES-2006/491 in Bau. Der Standort befindet sich im Bezirk Astrawiez (Ostrowetskaia Rayon), Woblast Hrodna (Oblast Grodno), im Nordwesten des Landes in der Nähe der litauischen Grenze. Nach Angaben der IAEO ist die Inbetriebnahme der ersten Einheit für 2019 vorgesehen und die der zweiten für 2020.
Quelle
M.B. nach IAEO, Medienmitteilung, 20. Januar 2017