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Seit den 1970er Jahren widmete sich die Künstlerin Marcia Hafif (1929–2018) der reinen Wirkkraft von Farbe. Ihre Gemälde verzichten auf Bildgegenstand und Komposition und repräsentieren ausschließlich sich selbst. Hafif fand in dieser Reduktion die Möglichkeit, Grundkomponenten der Malerei wie Material, Pinselführung, Oberfläche und Format analytisch zu befragen.
Die Ausstellung Marcia Hafif: Films (1970–1999) wendet sich einem weniger bekannten Aspekt ihres Oeuvres zu: Film und Sprache. Das Münchner Lenbachhaus zeigt als erstes Museum in Deutschland eine umfangreiche Auswahl von Filmen der Künstlerin, die über Jahre hinweg in Kalifornien, Indien und New York entstanden. Nach ihren Klang-Installationen und ihrer bereits in Rom begonnene Auseinandersetzung mit Fotografie, fing sie an kurze Filmsequenzen zu drehen und inspiriert von Regisseuren wie Michelangelo Antonioni und Jean-Luc Godard intensivierte Hafif darauf ihr filmisches Schaffen und es entstanden ihre längsten Filme: Notes on Bob and Nancy (1970–1977) und India Time (1978).
Das Schreiben begleitete Hafifs gesamte Künstlerlaufbahn. Im Medium Film bot sich ihr die Möglichkeit, ihre Text- und Bildproduktion auf innovative Art und Weise zu verknüpfen: Viele ihrer Filme sind mit selbstverfassten Texten unterlegt, die als Begleitkommentar aus dem Off verlesen werden. Die Filme werden zu audiovisuellen Essays, in denen Hafif Themen wie Eskapismus und weibliche Selbstbestimmung verhandelt – Themen, die bis heute ihre Gültigkeit behalten.
Kuratiert wird die Ausstellung von Sebastian Schneider.