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«Wir müssen damit rechnen, dass unsere zwei Torhüter im Sommer 2019 nach Nordamerika wechseln. Dann brauchen wir einen Ausländer.»
da stimmt was nicht...
Eigentlich wollte Trainer Arno Del Curto mit seinen beiden NHL-Drafts Gilles Senn und Joren van Pottelberghe die Saison bestreiten. Mit Gilles Senn als Nummer 1. Aber die Sache ist ihm nun doch nicht geheuer. Weder Gilles Senn noch Joren van Pottelberghe haben sich bisher über eine längere Zeitspanne als solide Nummer 1 bewährt. Es droht zum ersten Mal seit dem Wiederaufstieg das Verpassen der Playoffs.
Nun hat der HCD-Trainer und Sportchef den schwedischen NHL-Torhüter Anders Lindbäck geholt. Vorerst für ein Jahr. Die Bestrebungen gehen aber dahin, den Kontrakt vorzeitig zu verlängern. Präsident Gaudenz Domenig verrät einen klugen Hintergedanken: «Wir müssen damit rechnen, dass unsere zwei Torhüter im Sommer 2019 nach Nordamerika wechseln. Dann brauchen wir einen Ausländer.» Die Wahrscheinlichkeit sei gross, dass dann auch der SCB und Lugano auf der Suche nach ausländischen Goalies seien – mit entsprechender Preistreiberei. Jetzt sei es noch möglich, einen ausländischen Torhüter zu einem vernünftigen Preis zu bekommen.
Anders Lindbäck ist im HCD-Businessplan der fünfte Ausländer – so oder so hätten ja die Davoser im Laufe der Saison einen fünften Ausländer verpflichtet.
Wie gut ist Anders Lindbäck? Der sanfte Riese (198cm/98 kg) ist so etwas wie Schwedens Antwort auf Reto Berra (31). Auch Anders Lindbäck war in der NHL noch nie eine Saison lang die Nummer 1 und hat etwas mehr als 100 NHL-Einsätze für fünf verschiedene Teams (Nashville, Dallas, Arizona, Tampa, Buffalo) bestritten. Die letzte Saison verbrachte er im Farmteam von Nashville.
So oder so bestätigt die Verpflichtung eines ausländischen Torhüters: Arno Del Curto hat Gilles Senn (22) und Jorgen van Pottelberghe (21) für die NL gewogen und als zu leicht befunden. Und die Sorge, dass zum ersten Mal seit dem Wiederaufstieg die Playoffs verpasst werden, ist in Davos gross.
Die Verpflichtung des schwedischen Goalies hat die Hockeylandkarte allerdings verändert. Mit Anders Lindbäck im Tor kann Davos die Playoffs nicht mehr verpassen. Ja, das Verpassen der Playoffs wäre unter den neuen Voraussetzungen die grösste sportliche Pleite in der Karriere von Arno Del Curto.
Der «ewige» HCD-Trainer (seit 1996 im Amt) hat bereits Erfahrung mit ausländischen Torhütern. 1998/99 stand der Kanadier Stéphane Beauregard und 1999/00 der Schwede Petter Rönnqvist im Tor der Davoser.
Der HCD war damals in Goalie-Not und beendete die zwei Saisons mit einem Ausländer als letztem Mann auf dem 6. bzw. 7 Rang. Berühmt wurde Petter Rönnqvist nicht in erster Linie durch grosse Leistungen. Sondern durch eine Schlägerei, die er sich in Langnau mit Torhüter Martin Gerber lieferte. Nie stand der HCD dem Verpassen der Playoffs so nahe wie im Frühjahr 2000 mit dem schwedischen Goalie. Die Differenz zu Platz 9 (Lakers) betrug nur vier Punkte.
Nun mit Anders Lindbäck die Saison vier Punkte vor den Rapperswil-Jona Lakers zu beenden – das wäre eine Schmach sondergleichen.
42'000 Tennis-Anhänger quetschen sich auf die Anlage im All England Club. Im Südwesten Londons darf die Kapazität wieder voll ausgeschöpft werden. Nachdem Wimbledon 2020 wegen der Pandemie ausgefallen war und vergangenes Jahr nur unter strikten Vorgaben durchgeführt werden konnte, kehrt in dieser Ausgabe die Normalität zurück. Keine Masken, keine Tests, kein Impfnachweis und keine Abstandsregelung. Heisst: keine Sorgen. Doch mit der Sorglosigkeit dürfte zumindest bei den Profis bald Schluss sein.