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Redewendungen sind eine spannende Sache. Die festen Phrasen sind heikle Gebilde. Äpfel, die nicht weit vom Stamm fallen, dürfen nicht mit Birnen verglichen werden, sonst ist das ganze (Danke für) Obst im Eimer. Noch spannender wird es, wenn Sprachen gemischt werden. Das Englische hat schon lange, bevor aus einer guten Leistung ein guter Job wurde, Einzug in die deutschen Redewendungen gehalten. Der frühe Vogel fing den Wurm zuerst auf Englisch. Diese Phrase funktioniert Wort für Wort auch übersetzt.
Es gibt Wendungen, die sind auf Deutsch und Englisch sehr ähnlich, allerdings mit einem kleinen regionalen Unterschied: Während im Deutschen der Maulwurf für sein schlechtes Sehvermögen vorgeführt wird, ist man auf Englisch «blind as a bat» – blind wie eine Fledermaus. Und statt ein Elefant stampft ein Stier durch den Porzellanladen.
«Am Ende des Tages» ist ebenfalls Wort für Wort dem Englischen entnommen. Aber wörtlich funktioniert die Wendung nicht ganz. Sie steht nicht für den Abend, sondern für den Abschluss eines Projekts, egal zu welcher Tageszeit. Ähnlich dem Lebensabend. Aber gerade für die Arbeit auf der Redaktion einer Tageszeitung funktioniert der Ausdruck sehr gut. Ganz nach dem Motto: Lieber am Ende des Tages als aller Tage Abend.
Text und Foto: Janine Gloor