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Freiburg Am vergangenen Donnerstag wurde Abt Lepori in Rom vom Generalkapitel des Ordens mit grosser Mehrheit gewählt. Zum Kapitel versammeln sich alle fünf Jahre alle Äbte und Äbtissinnen aller Ordenshäuser. Der Tessiner folgt auf den Katalanen Mauro-Daniel Esteva y Alsina. Er wird sich schon bald im Generalhaus des Ordens in Rom einrichten und daher Hauterive verlassen. Sein Nachfolger in Hauterive muss innert dreier Monate gewählt werden.
Geübt in Diplomatie
In einem Interview mit der Tageszeitung «La Liberté» in Freiburg hat der Prior von Hauterive, Henri-Marie Couette, seine Traurigkeit darüber ausgedrückt, dass der Abt gehen wird. Doch für ihn hat Lepori «sicherlich die nötigen Qualitäten», denn Hauterive befindet sich nicht weit von der Sprach- und Konfessionengrenze entfernt. Der Abt habe sich daher in Diplomatie üben können.
An der Wiedervereinigung arbeiten
Ausser den administrativen Aufgaben in der Leitung des Ordens wird Lepori an der Wiedervereinigung der beiden Ordenszweige arbeiten müssen – jener der Zisterzienser der Observanz, dem das freiburgische Altenryf angehört, und jener der Zisterzienser der strengeren Observanz (Trappisten), die besonders in Frankreich zahlreich sind. Beide Zweige verfügen auch über Frauenklöster. 1998, 900 Jahre nach der Gründung von Cîteaux durch den Abt Robert de Molesme, die den Zisterzienserorden ins Leben rief, appellierte Papst Johannes Paul II. für die Wiedervereinigung der beiden Zweige.
2009 bestand der Ordenszweig der Zisterzienser (der Observanz) aus 122 Häusern und mehr als 1900 Mönchen und Nonnen weltweit. Die Trappisten zählen 175 Häuser und 3600 Ordensleute. In der Schweiz haben beide Zweige insgesamt zehn Gemeinschaften.
Ausserdem wird sich der neue Generalabt mit dem Nachwuchs befassen müssen, auch wenn die Überalterung der Gemeinschaften und der Mangel an Berufungen vor allem die westliche Welt betrifft. In anderen Teilen der Welt wie etwa in Vietnam gibt es zahlreiche Berufungen. Wie der Prior erklärte, gebe es so viele, dass man mangels Ausbildnern gar nicht alle aufnehmen könne.
Zur Person
Mauro-Giuseppe Lepori wurde 1959 in Canobbio TI geboren. Er hat in Freiburg Philosophie und Theologie studiert. Lepori ist Autor mehrerer Publikationen, die in verschiedene Sprachen übersetzt wurden. Er wurde auch durch mehrere Konferenzen bekannt, seine Predigten sowie als Aquarell-Maler.
Seine ersten Gelübde hat er 1986 abgelegt, die Ewige Profess 1989. 1990 wurde er zum Priester geweiht und war bis zu seiner Wahl zum 59. Abt von Hauterive 1994 für die Novizen zuständig. Kipa