Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03270.jsonl.gz/693

Centralverwaltung BPCG
Der in Oberwil wohnhafte Therwiler Bürger Stefan Gschwind war der Gründer der Birseckschen Produktions- und Consumgenossenschaft. Am 28. Januar 1893 fand die erste Generalversammlung der Genossenschaft statt. Die BPCG war ein „Unternehmen auf gemeinnütziger Grundlage“. Gemeinnützig sei die „günstige Beschaffung der Lebensmittel, die Rückvergütung, die offene Mitgliedschaft und eine Geschäftsleitung ohne Ausbeutung und Übervorteilung“. Die in Oberwil von Gschwind gegründete Genossenschaft war die erste ihrer Art. Ob im ganzen Kanton weitere gegründet werden sollten, hing vom Erfolg ab. Doch dieser gab ihm Recht: 1892 zählte die Genossenschaft 72 Mitglieder, 1894 waren es bereits 232 und der Umsatz verdreifachte sich von CHF 36’000 auf CHF 102’000.
Bereits 1894 konnte das Gebäude mit dem Namen „Zur Zukunft“ bezogen werden. Es umfasste das Verkaufslokal, Büro-, Lager- und Verpackungsräume sowie zwei Wohnungen. Nach der Fusion mit dem ACV beider Basel ging das Objekt ins Eigentum des ACV über, der es bis 1960 nutzte. Nach der Betriebsaufgabe konnte die Gemeinde Oberwil das Objekt erwerben.
Das Haus „Zur Zukunft“ an der Bahnhofstrasse 6, 1975
Foto: Theo Kamber
Herrensalon im Haus „Zur Zukunft“, 1975
Foto: Theo Kamber
Neben einem Coiffeur-Salon war die Brockenstube über Jahrzehnte in diesem Gebäude untergebracht. Im Dachgeschoss war der „Fred“, das Beizli der Pfadiabteilung Wildenstein, einquartiert. Hier trafen sich die aktiven und passiven Pfadis jeden Mittwochabend und genossen die gemütliche Bar-Atmosphäre. Nachdem für die Brockenstube eine andere Lösung möglich wurde, war der Weg frei für eine neue Nutzung. Das Ziel war, im Zentrum und so nahe bei der Bähnli-Station Funktionen in das Gebäude zu bringen, die man sehr gut zu Fuß und auch fast im Nebenher erledigen konnte. Die Gemeinde wollte auch den Straßenraum im Bereich der Bahnhofstraße aufwerten. Zudem sollte die geschichtliche Bedeutung des Hauses für die Gemeinde und für die Genossenschaftsbewegung unterstrichen werden. Das neue Nutzungskonzept sah vor, die Gemeindebibliothek, die schon sehr lange unter starker Engnis stand, vom Thomasgarten-Schulhaus in die Bahnhofstraße 6 zu verlegen. Es waren Räume für die Kinderkleiderbörse, die Ludothek und Beratungsräume für den Verein Tagesfamilien und Mütter- und Väterberatung vorgesehen.
Die Gemeindeversammlung vom 17. Juni 1999 stimmte dem Konzept für die Sanierung und Neunutzung zu und bewilligte einen Kredit von mehr als 2,6 Millionen Franken. Knapp zwei Jahre später konnte die neue „Zukunft“ eingeweiht werden. Damit wurde ein Konzept umgesetzt, das sich offensichtlich bewährt hat.