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Fast ein Drittel aller Mitteleuropäer kann Fruchtzucker schlecht vertragen und zeigt somit Anzeichen einer sogenannten Fructose-Malabsorption. Von solch einer Malabsorption spricht man, wenn Menschen nur geringe Mengen Fruchtzucker verarbeiten können.
Ein weiteres Drittel der Mitteleuropäer leidet sogar an einer kompletten Fructose-Unverträglichkeit, was sich durch Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen bis hin zum Durchfall äussern kann. Neben einer im Laufe des Lebens erworbenen, sogenannten intestinalen Fructose-Intoleranz, gibt es auch die wesentlich seltenere angeborene hereditäre Fructose-Intoleranz.
Was führt zu einer Fructose-Intoleranz?
Die Glucose wird im Dünndarm von bestimmten Transporter-Proteinen, den sogenannten GLUT-5-Transportern, ins Blut weiterbefördert und somit als Energieträger an den Körper weitergeleitet. Die Verarbeitung von Fruchtzucker funktioniert allerdings bei jedem Menschen unterschiedlich gut, weil die Transporter jeweils nur bestimmte Mengen an Glucose weitertragen können. Deshalb hat jede Person quasi ihren individuellen Glucose-Toleranzwert.
Bei einigen Menschen ist die Funktion der Transporter eingeschränkt oder es sind nicht genügend Transporter vorhanden. Die Folge: Der Transport der Fructose durch den Körper ist gestört. In solchen Fällen spricht man von einer Fructose-Malabsorption. Anstatt ins Blut gelangt ein Teil der Glucose in den Dickdarm, wo sie zu Verdauungsproblemen führt. Treten starke Beschwerden auf, spricht man statt von der Malabsorption von einer Fructose-Unverträglichkeit.
Die Ursache der ansteigenden Fallzahlen bei diesen Verdauungsbeschwerden im mitteleuropäischen Raum liegt wohl unter anderem an den Ernährungsgewohnheiten in den Industrienationen. Die dort lebenden Menschen greifen häufig und gerne zu Fertiggerichten, denen oftmals viel Fruchtzucker beigemischt wurde. So findet man nicht nur in gesüssten Getränken, Süsswaren oder Molkereiprodukten wie Quark und Joghurt viel zugesetzte Fructose. Darüber hinaus ist sie auch in zahlreichen weiteren Fertignahrungsmitteln wie Salatsaucen, Suppen, Ketchup, Essiggurken etc. enthalten.
Auf diese Weise nehmen viele Personen über die täglichen Portion Obst hinaus zusätzliche Mengen an Fructose auf, die der Körper nicht mehr optimal verarbeiten und verwerten kann. Laut Ernährungsexperten stammen durchschnittlich etwa 70 Prozent der aufgenommenen Mengen an Fructose aus Fertiggerichten. Beim Sonderfall der seltener auftretenden hereditären Fruchtzucker-Unverträglichkeit liegt die Ursache der Störung jedoch nicht im Dünndarm, sondern in der Leber. Dort fehlt ein Enzym, das am Fructose-Abbau beteiligt ist, weshalb der Fruchtzucker nicht verarbeitet werden kann.
Wie diagnostiziert man eine Fruchtzucker-Unverträglichkeit?
Einer Fructose-Intoleranz erkennt man nicht immer ganz schnell, denn Verdauungsprobleme können aus den unterschiedlichsten Gründen entstehen. So ist es beispielsweise möglich, dass andere Formen von Lebensmittel-Unverträglichkeiten für die Probleme verantwortlich sind oder dass man an einem Reizdarm-Syndrom leidet. Ausserdem kann auch einfach der übermässige Verzehr von blähenden Lebensmitteln für Verdauungsbeschwerden der für Fruchtzucker-Unverträglichkeit typischen Art verantwortlich sein.
Liegt die Vermutung nahe, dass eine Fructose-Intoleranz vorliegt, kann der Arzt einen Wasserstoff-Atemtest durchführen. Dazu trinkt der Patient eine Fructose-Lösung auf nüchternen Magen und pustet daraufhin in bestimmten Zeitintervallen in ein spezielles Messgerät. Die Konzentration des Wasserstoffs im Atem wird zusätzlich einmal gemessen, bevor der Patient die Lösung zu sich genommen hat, um vorab einen Vergleichswert zu bestimmen.
Überschreitet der Gehalt an Wasserstoff in der Atemluft bei den Messungen nach dem Trinken der Fruchtzucker-Lösung einen bestimmten Wert, liegt eine Fructose-Intoleranz vor. Im Dickdarm entsteht nämlich durch die Verstoffwechselung der Glucose unter Beteiligung der Darmbakterien vermehrt Wasserstoff. Die erhöhte Konzentration dieser Verbindung ist gleichzeitig auch in der Atemluft feststellbar.
Welche Therapien gibt es?
Steht fest, dass man an einer Fructose-Intoleranz leidet, sollte man für einige Wochen komplett auf Fruchtzucker verzichten. Danach kann man sich an den persönlichen Fructose-Toleranzwert herantasten, indem man die Verträglichkeit diverser Lebensmittel austestet. Sinnvoll ist auch ein Ernährungstagebuch.
Lebensmittel, die verhältnismässig viel Fructose enthalten, sollten bei einer Fruchtzuckerunverträglichkeit möglichst ganz gemieden werden. Dazu zählen zum Beispiel Mangos, Äpfel, Trauben, Honig und vor allem Trockenfrüchte, Süsswaren sowie Softdrinks. Früchte wie Beeren, Bananen, Litschis, Papayas oder Aprikosen sind für Betroffene dagegen besser verträglich, weil sie wenig Fruchtzucker enthalten oder noch zusätzlich eine Menge Glucose beisteuern, die den Resorptionsprozess der Fructose im Darm unterstützt.
Darüber hinaus sollte man bei Fertigprodukten genau unter die Lupe nehmen, was alles in ihnen enthalten ist, und Produkte wie Fertigsaucen oder Fertigdressings eher meiden. Liegt eine hereditäre Fructose-Intoleranz vor, hilft nur noch der konsequente und lebenslange Verzicht auf Fructose.
Professionelle Hilfe erhalten viele Betroffene durch eine Ernährungsberatung, bei der ein Experte mit dem Patienten die jeweiligen Essgewohnheiten untersucht und allgemeine sowie individuelle Tipps gibt, wie man sich ernähren sollte. Attestiert der Arzt die Notwendigkeit einer Ernährungsberatung aufgrund einer vorliegenden Fructose-Intoleranz, beteiligen sich die Krankenkassen in der Regel an den Kosten dafür. Besitzt der Patient eine passende Zusatzversicherung, wird die Ernährungsberatung aber auch in anderen Fällen von Krankenkassen finanziert.
Fast ein Drittel aller Mitteleuropäer kann Fruchtzucker schlecht vertragen und zeigt somit Anzeichen einer sogenannten Fructose-Malabsorption. Von solch einer Malabsorption spricht man, wenn Menschen nur geringe Mengen Fruchtzucker verarbeiten können.