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Der 36-jährige Bündner setzte sich am Schlusstag der Mountainbike-Weltmeisterschaften in Les Gets neun Sekunden vor dem Spanier David Valero Serrano und 29 Sekunden vor dem Italiener Luca Braidot durch und verteidigte seinen Titel aus dem Vorjahr erfolgreich.
Der grosse Favorit Thomas Pidcock aus Grossbritannien musste sich mit Platz 4 abfinden. Schurters Landsmann Marcel Guerrini überraschte als starker Fünfter.
In Abwesenheit des provisorisch gesperrten Mathias Flückiger hatte Schurter alles andere als ein leichtes Spiel. Pidcock, der 2022 das WM-Triple bestehend Radquer-, Mountainbike- und Strassengold im Visier hatte, war auf dem Mountainbike in dieser Saison ungeschlagen; der Olympiasieger und Europameister hatte jedes Rennen gewonnen, zu dem er angetreten war. Ausserdem lagen die Vorteile im Finish mit dem endschnellen Doppelmeter Valero Serrano eigentlich auf Seiten des Spaniers.
Pidcocks unverhoffte Probleme
Pidcock hatte den Nachteil, dass er aufgrund seiner hohen Startnummer 36 zweieinhalb Runden lang benötigte, um den Anschluss zur Spitzengruppe mit Schurter und Valero Serrano herzustellen. Nachdem der Brite um Rennhälfte selbst eine erfolglose Attacke lanciert hatte, fiel er wieder um einige Sekunden zurück. Und als Schurter seinerseits zu Beginn der vorletzten Runde angriff, musste Pidcock abreissen lassen. Nebst technischen Unzulänglichkeiten erlitt der Etappensieger an der diesjährigen Tour de France in der Schlussphase überdies einen Defekt.
Auch Schurter blieb nicht von einem Zwischenfall verschont. Er liess sich von einem Sturz in einer Abfahrt auf der dritten Runde aber nicht beirren. Im Duell um Gold mit Valero Serrano schlug Schurter zu, als seinem Widersacher in der letzten Abfahrt ein kleiner Fahrfehler unterlief.
Schurter: «Ich war schon fast zufrieden mit Silber»
«Der zehnte Weltmeistertitel - ich kann es selber fast nicht glauben», sagte Schurter im TV-Interview gegenüber SRF. «Es war hart. Ich versuchte, von Anfang Druck zu machen, damit es Pidcock schwer hat heranzukommen. Dann warf mich mein Sturz etwas aus dem Rhythmus. Trotzdem nahm ich mir vor, weiter Druck zu machen, um die Gegner zu Fehlern zu zwingen. Als ich mit Valero Serrano vorne weg war, war ich eigentlich schon fast zufrieden mit Silber. Dennoch versuchte ich alles. Prompt machte er einen Fehler, und die entscheidende Lücke war da.»