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Stan Wawrinka sitzt auf dem Balkon des Verwaltungsgebäudes im Melbourne Park, blickt kurz über das Gelände und strahlt. «Das sind natürlich unglaubliche Erinnerungen», denkt der 38-jährige Lausanner an das Australian Open 2014 zurück. «Ich hatte zwei fabelhafte Wochen mit den Siegen gegen Novak (Djokovic, im Viertelfinal) und Nadal (im Final). Es ist immer speziell, hierher zurückzukommen.»
Um den Titel kann er im Spätherbst seiner Karriere nicht mehr mitspielen. Die Motivation und Freude ist bei Wawrinka aber nach wie vor gross. Von der Fussverletzung, die er sich Anfang November in Metz zugezogen hatte, scheint er gut erholt. «Es war zunächst kompliziert, aber ich habe sehr hart gearbeitet.»
Mit den Besten trainiert
Wawrinka konnte zwar kein Vorbereitungsturnier bestreiten, weilt aber seit einer Woche in Melbourne und trainierte viel in der grossen Rod Laver Arena mit Stars wie Carlos Alcaraz, Taylor Fritz oder Alex de Minaur. «Ich habe extra mit den Besten trainiert», sagt Wawrinka. «Die Vorbereitung war zwar nicht wie erwünscht, aber das ist nicht schlimm, ich bin zufrieden mit meinem Niveau.»
Dieses wird hoch sein müssen, wenn der Romand in der Nacht auf Montag die erste Hürde Adrian Mannarino überwinden will. Zwar blieb ihm ein ganz grosser Brocken wie Djokovic oder Alcaraz erspart, die Weltnummer 20 aus Frankreich ist aber ein gefährlicher Gegner. «Er ist in der Form seines Lebens, gewann letztes Jahr drei Turniere, und ich habe ihn noch nie geschlagen», weiss Wawrinka.
Er müsse versuchen, dem Linkshänder mit den vielen Variationen sein Spiel aufzuzwingen. «Ich werde einen grossen Match brauchen», betont der Schweizer. Ob es ein Vorteil sei, dass es diesmal auf drei statt wie bei seinen beiden knappen Niederlagen gegen Mannarino auf zwei Gewinnsätze gehe, werde man erst am Ende wissen.
Am Davis Cup kaum dabei
Noch nicht ganz sicher ist sich Wawrinka auch bezüglich Davis Cup, wo die Schweiz am ersten Februarwochenende in Groningen auf die Niederlande trifft. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der Champion von 2014 fehlen wird. «Ich musste nach meiner Verletzung mein Programm etwas anpassen und ich werde im Februar in Südamerika auf Sand spielen», erklärt der Waadtländer.
«Der Davis Cup hat mich letztes Jahr enorm viel gekostet, physisch, aber auch mental.» Er habe Captain Severin Lüthi deshalb gesagt, dass er «wohl eher nicht» spielen werde. Aber: «Die Tür bleibt sicher offen, man weiss ja nie, was hier in Australien noch passiert.» Zunächst einmal hofft er, dass es mehr als ein Match sein wird.