Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03301.jsonl.gz/1811

Das Glasgemälde enthält im Zentrum Hans Drenckhahns neuzeitliche Kopie der zu Beginn des 16. Jahrhunderts vom St. Urbaner Abt Johannes VII. Renzlinger (1501–1512) in die Kirche Melchnau gestifteten Scheibe (das Original davon heute im BHM Bern, Inv. 8040). Dargestellt ist in dieser Figurenscheibe der unter einem blattgeschmückten Astbogen vor rotem Damastgrund stehende hl. Papst Urban. Er hält in seiner linken Hand ein Traubenbündel, denn der Zusammenfall seines Heiligenfestes mit dem Ende der Frühjahrsarbeiten in den Weingärten machte ihn zum Patron der Winzer. Sein Attribut wurde ihm auch aufgrund der Verwechslung mit dem hl. Bischof von Autun und Langres beigegeben, der am gleichen Tag verehrt wird und sich laut Legende vor seinen Verfolgern hinter einem Weinstock verbarg. Zu Füssen von Papst Urban I. sind die Wappenschilde des Abtes Johannes VII. Renzlinger (1501–1512) und des Mutterklosters Cîteaux platziert. Malachias Glutz hat in seine Nachstiftung von 1709 Renzlingers Scheibe integriert, indem er sie seitlich und unten streifenförmig erweiterte. Die 1709 angefügte breite Fusszone besteht aus der Stifterinschrift und den beiden in Rollwerkkartuschen gesetzten Wappen des Zisterzienserordens und des Abtes Malachias Glutz. Diese beiden Wappenschilde werden von zwei Palmwedeln umkränzt und von einer grossen Fürstenkrone überhöht, aus der Inful und Abtstab herausragen. Die seitlichen Anfügungen zeigen in blauen Kartuschen die namentlich bezeichneten Wappen von Langenstein, Rütti und Herdern (links) sowie von Kapfenberg, Grünenberg und Liebenfels (rechts). Das erstgenannte Wappen bezieht sich auf Ulrich von Langenstein, der mit seinen Brüdern zu den ältesten Wohltätern von St. Urban zählte (er wurde dort begraben). Ihre Burgen Langenstein und Grünenberg bei Melchnau sind in Ruinen noch vorhanden. Ihre Wappen wurden später in dasjenige des Klosters aufgenommen. Diese zwei Wappen sind auf der Scheibe ebenso präsent wie jenes des Arnolf von Kapfenberg, einem Schwager der genannten Brüder, der dem Kloster den Bauplatz für eine neue Gründung geschenkt haben soll. Die Wappen von Liebenfels und Herdern erinnern an die zwei gleichnamigen Herrschaften in der Nähe Frauenfelds (TG), die 1654 bzw. 1683 an das Kloster St. Urban kamen.
11P3111 · pope
11P315(CISTERCIANS) · monastic orders, monastic life: Cistercians
46A122 · armorial bearing, heraldry
Wappen Zisterzienserorden, Abt Malachias Glutz von St. Urban; Wappen Langenstein, Rütti (Rüti), Herdern, Kapfenberg, Grünenberg, Liebenfels
Der Hochwür dige Gnädiger / Herr H. MALACHIAS / ABBT Des Hoch Loblichen / Gotts=haus V. L. F. / St. VRBAN Herr zu / Herderen Liebenfels etc. etc. / Anno 1709. Wappennamen: Langenstein, Kapffenberg, Rütti, Grüneberg, Herderen, Liebenfels. Auf der Kopie oben: 1510.
Keine