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Obskuradio: Gary Atkinson – Wanderin‘ Soul
Von Ralph Hofbauer | 24. April 2012 | 0 Kommentare
Country hat Mitte der 70er-Jahre in Springfield, Missouri, seltsame Blüten getrieben. Der kauzige Genius Marlin Wallace zog die Fäden hinter dem Kollektiv The Corillions.
Ganze 46 Springfields gibt es in den Vereinigten Staaten, das fiktive nicht mitgezählt. In einem dieser Springfields, im Bundesstaat Missouri, hat Marlin Wallace in den letzten 40 Jahren Songs und Verschwörungstheorien geschrieben, die zum Seltsamsten gehören, was „Old Weird America“ hervorgebracht hat. Ob Mars, Columbus oder Yeti – kein Thema war dem exzentrischen Songwriter zu abwegig. Mittlerweile hat sich der 74-Jährige auf Themenalben spezialisiert und veröffentlicht von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt Songs über Züge, Alkohol, Tiere, Flüsse, den Dschungel und den Weltraum.
Die antikommunistischen Linernotes von „Songs Of Divine Inspiration“, einem Doppel-Album von Marlin Wallace und dem Musikerkollektiv The Corillions, zeugen von den verschrobenen Ideen des Songwriters, die man im Kontext des Kalten Kriegs wahlweise als politische Paranoia oder als zeitgenössische Satire deuten kann. Wallace behauptet in seinem Pamphlet, die Kommunisten würden ihn mit Laserstrahlen manipulieren, sein Gehirn anzapfen und seine Songs klauen.
Die 1977 erschienene Doppel-LP war die Krönung von einem Dutzend Singles, die innert drei Jahren auf Wallace’s Label The Corillions erschienen sind. Obwohl die Musik im Country verhaftet ist, klingen die Aufnahmen deutlich rauer und freigeistiger als der berüchtigte Nashville Sound. Auf der Single „Wanderin‘ Soul“, geschrieben von Wallace und gesungen von einem gewissen Gary Atkinson, liebäugelten The Corillions mit Black Music. Das klingt als hätte Johnny Cash mit der Rhythmusgruppe von The Meters zusammengespannt.
Gary Atkinson – Wanderin‘ Soul[audio:http://www.78s.ch/wp-content/uploads/2012/04/Wanderin-Soul.mp3]
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