Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03287.jsonl.gz/1221

Bei der Dividende geht es auch zunächst mal um die WFA Online AG, also die Tochter. Da gibt es kaum freie Aktionäre, da die Mutter Weng Fine Art ja 85% der Anteile hält. Klar der Mutter Weng Fine Art fließt nun deutlich weniger Cash zu. Macht aber Sinn, da das Wachstum in der Tochter der WFA Online AG statt findet und diese den Cash für Wachstum benötigt. Meist schütten Wachstumsunternehmen in der Wachstumsphase gar keine Dividende aus.
Die Frage ist eigentlich eher, wie hoch fällt die Dividende der Mutter der Weng Fine Art AG aus. Zumal diese ja auch Cash benötigt hat für die Aufstockung an der artnet AG und die Zuflüsse von der Tochter nun deutlich geringer sind.
Lassen wir uns überraschen. Unternehmerisch geht es auf jeden Fall voran.
Bei Artnet scheint her Weng ein außerordentlich gutes Timing gehabt zu haben, wenn man sich den Kursverlauf seit Zukauf der WFA ansieht. Mal sehen, was der Kurs nach der Artnet-HV macht. Bewertungstechnisch preist der Kurs der Artnet jetzt ziemliche Fortschritte bei Umsatz und Ergebnis ein.
Ich würde sagen, die WFA war in diesem Fall der Stillhalter. Man hat auf jeden Fall Gewinn gemacht.
Put-Option Nennt man eine Verkaufsoption bzw. den dieser zugrundeliegenden Vertrag, durch den der Käufer der Option das Recht erwirbt, einen bestimmten Bezugswert (z. B. eine Aktie, eine Unze Feingold, o. ä.) innerhalb eines festgelegten Zeitraums zum vereinbarten Preis (Basispreis) zu verkaufen. Der Kontrahent dieses Vertrages wird Stillhalter (in Geld) genannt, weil er bis zum Ablauf des Zeitraums für die Ausübung der Option (Verfalltermin) die vereinbarte Kaufsumme jederzeit zur Verfügung haben muß. Dafür erhält er vom Erwerber des put eine Prämie, die zumeist über dem Ertrag vergleichbarer Anlagen am Kapitalmarkt liegt. Der Käufer eines put rechnet mit fallenden Kursen und profitiert daran durch die Option überproportional. Ist er bereits im Besitz der entsprechenden Bezugswerte, kann er sie auf diese Weise gegen Verluste absichern. Bei tatsächlich gefallenen Kursen hat er dann im wesentlichen zwei Alternativen: Er kann die Option mit Gewinn verkaufen und damit den eingetretenen Kursverlust auf den Bezugswert wahrscheinlich ungefähr ausgleichen; er kann den Bezugswert verkaufen und mit dem put auf einen weiteren Kursverfall spekulieren. Der Verkäufer eines put erwartet dagegen steigende oder zumindest stagnierende Kurse; in diesem Fall wird sein Kontrahent die Option kaum ausüben, so daß er die vereinnahmte Optionsprämie als Gewinn verbuchen kann. Da dieser Stillhalter (in Geld) aber die Papiere auch abnehmen muß, wenn sie wider Erwarten massive Kursverluste verzeichnen, ist sein Risiko ganz erheblich. Gegensatz: Call-Option
Wie schon berichtet sind die Monate Juni/Juli für beide Unternehmen der WFA-Gruppe extrem gut gelaufen. Da kann es nur darum gehen, zu entscheiden, wie man den Cash-Flow sinnvoll wieder einsetzt. Ich denke, der Kauf der Artnet-Anteile von der Rothschild-Familie war diesbezüglich eine ziemlich gute Idee. Strategisch und als Investment. Immerhin bringt uns jetzt jeder Euro Kursgewinn bei Artnet eine Höherbewertung der Beteiligung um mehr als 1 Mio. EUR. Und es sind ja in den letzten Wochen einige Euro dazu gekommen !
Viel wichtiger ist allerdings der strategische Aspekt. Meiner Einschätzung nach wird unser Engagement zu erheblichen Veränderungen im gesamten Kunst-Internetgeschäft führen. Ich denke, wir werden diesbezüglich in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren noch einiges lesen und hören ...
Vieles, worüber in den letzten Monaten im Zusammenhang mit der WFA AG gesprochen und diskutiert wurde ist meiner Meinung nach jetzt obsolet.
also ich versuche es einfach mal selber die Veröffentlichung gemäß § 40 Abs. 1 WpHG vom 28.07 zu interpretieren. Es wird unterschieden nach "Stimmrechten" und "Instrumenten". Die "Stimmrechte" sind 16.07% (oder 16.17%, irgendwie fehlen die 0.1% dann wieder in der Übersicht (8)), das wären 905.000 Aktien (oder 910.700 Aktien). Dann gibt es die "Instrumente", die da wären
1. Ein Kaufvertrag über 445.000 Aktien (7.9%) fällig zum 31.08.2020 (ich vermute dass ist das Rothschild-Paket), ein Instrument nach § 38 Abs. 1 Nr. 1 WpHG, dass also "bei Fälligkeit ein unbedingtes Recht auf Erwerb mit Stimmrechten verbundener und bereits ausgegebener Aktien eines Emittenten" einräumt. Der Teil ist einfach zu verstehen.
2. Eine "put-option", Ausübungszeitraum 01.01.2021-31.12.2023 über 100.000 Aktien (1.78%), ein Instrument nach § 38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG, also "sich auf Aktien im Sinne der Nummer 1 beziehen und eine vergleichbare wirtschaftliche Wirkung haben wie die in Nummer 1 genannten Instrumente". Das ist etwas schwerer verständlich. Eine "vergleichbare wirtschaftliche Wirkung", nämlich das "unbedingte Recht auf Erwerb von Aktien" ist mit dem Verkauf eine Put-Option ja nicht verbunden. Der Inhaber der OPTION kann ja selber entscheiden ob er die Option zieht oder nicht (sonst wäre es keine Option, sondern ein muß) und somit die Aktien an die WFA verkauft (das wäre dann wohl der zweite Satzabschnitt im §38 WpHG "unabhängig davon, ob sie einen Anspruch auf physische Lieferung einräumen oder nicht"). Die WFA kann eigentlich nicht Inhaberin der Put-Option sein, denn diese ermöglicht nicht den Erwerb von Aktien, sondern deren Verkauf (es könnte aber für das Unterschreiten von Meldeschwellen relevant sein, deshalb wäre die Meldung trotzdem auch denkbar wenn die WFA Inhaberin des Puts ist). Noch seltsamer wird es aber wenn man Punkt (10) betrachtet, in dem es heisst: "Eine Aggregation von 7.a. (die Stimmrechte) und 7.b.2. (die Put-Option) erfolgt nicht, da sich Zurechnung und Instrumente auf dieselben 100.000 Aktien beziehen. " Tatsächlich werden die 1.78% auch wieder abgezogen um auf die in (8) genannte Gesamtsumme von 20.08% zu kommen. Wenn die Put-Option sich aber auf Aktien bezieht, die bereits als Stimmrechte verbucht sind, dann kann es nicht sein dass es um eine verkaufte Put-Option handelt (sonst könnte man die Stimmrechte nicht verbuchen). Es muss sich also um eine Put-Option im Bestand der WFA handeln, die es ihr einräumt, im Zeitraum 01.01.2021-31.12.2023 100.000 Artnet-Aktien an einen unbekannten dritten zu veräußern (zu unbekannten Konditionen). Warum man diese Put-Option gekauft hat, von wem und welche Überlegungen und Konditionen genau dahinter stecken, erfährt man nicht.
Das ist meine Interpretation der Meldung, ohne Gewähr. Herr Weng kann mich ja gerne korrigieren, aber er scheint zu dem Thema schweigen zu müssen.
Die Aussage sollte sich nur auf den Anteil der WFA beziehen, was angesichts eines Gesamtbestandes an Aktien der Artnet von 5,63 Mio. Aktien auch leicht zu verifizieren ist. Die WFA verfügt somit bei den derzeitigen Kursen der Artnet über enorme Buchgewinne, was angesichts der Bilanzierung aber ohne Veräußerung nicht sichtbar gemacht werden kann.
Ich halte diese Stimmrechtsmitteilungen auch für "gehobenen Schwachsinn". Angeblich sollen diese Meldungen die Transparenz fördern, aber am Ende versteht niemand mehr irgendetwas. Unser Anwalt hat tagelang mit der BAFIN korrespondiert, bevor die wussten was sie eigentlich wollten. Und herausgekommen ist dieser grandiose Unsinn. Ist für mich noch schlimmer als die Beiträge der MODs hier - und das will schon etwas heißen !
Ich habe Ihren Beitrag an meinen Anwalt unter dem Stichwort "Comedy" weitergeleitet ...