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| Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

Erstes Buch
16. Zwei Hauptirrlehren über Christus. Sabellius und Arius.
Um nämlich von den übrigen ganz törichten Bemühungen anderer Irrlehrer nicht zu sprechen, von denen wir aber doch nicht ganz schweigen werden, so wie der Fortgang der Darlegung dazu Gelegenheit bietet: so verderben einige so sehr das Geheimnis des evangelischen Glaubens, daß sie unter Berufung auf das rechtmäßige Bekenntnis nur eines Gottes die Geburt des eingeborenen Gottes ablehnen. Es sei vielmehr eher eine Ausdehnung (des göttlichen Wesens) zum Menschen hin als ein (wirkliches) Herabsteigen; es sei auch nicht derjenige, der Sohn des Menschen gemäß der Zeit der Fleischesannahme war, vorher immer Sohn Gottes gewesen, noch sei er es jetzt, damit nicht in ihm eine Geburt Gottes sei, sondern er aus demselben (Gott) derselbe sei; es soll die Herabfolge, die aus dem sich gleichbleibenden (Vater) zum Fleisch herabführt, den, wie sie glauben, unverletzlichen Glauben an den einen Gott bewahren, indem der Vater bis zur Jungfrau hin sich erstreckte und er sich selbst als Sohn geboren wurde.1 Andere aber (da ohne Christus kein Heil ist, der im Anfange bei Gott das Gott-Wort war) leugneten die Geburt und bekannten allein eine Schöpfung: damit nicht die Geburt einen wahren Gott zugestehe, sondern die Schöpfung eine Falschheit lehre, die zwar den Glauben an nur einen Gott in seiner Wesenheit vorgab, [S. 82] ihn aber nicht ausschloß im Geheimnis;2 sie unterstellten vielmehr der wahren Geburt die Bezeichnung und den Glauben einer Schöpfung und sonderten ihn, den Geborenen, von dem wahren Wesen des einen Gottes ab, um nicht ein untergeordnetes Geschöpf die Vollkommenheit der Gottheit sich anmaßen zu lassen, die die Geburt, so wie sie war, nicht verliehen habe.3
1: So Sabellius.
2: indem sie darin einen Sohn, aber keinen wirklichen Gott zugestanden.
3: So Arius.