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Nur wenige haben an George Lucas' «Star Wars»-Projekt geglaubt. Jetzt ist er dank des Imperiums und ein paar anderen Coups einer der reichsten Regisseure der Welt.
«American Graffiti» gilt heute noch als einer der kommerziell erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Der Film wurde zwar 1974 für vier Oscars nominiert (unter anderem «Bester Film»), konnte aber keine der goldigen Figuren abräumen. Trotzdem durfte sich Lucas freuen: Der Film spielte rund 140 Millionen Dollar ein und dies bei Produktionskosten von 777'000 Dollar.
Nach «American Graffiti» stieg das Ansehen von George Lucas in Hollywood. Die Produzenten hatten plötzlich ein Ohr für seine Ideen. Lucas war vom grossen Interesse so begeistert, dass er mit seiner nächster Idee nicht lange warten liess: Einen Science-Fiction-Western namens «Star Wars».
Aber da in den vergangenen Jahren so viele Science-Fiction-Filme an der Kinokasse floppten, hatte niemand wirklich Interesse an diesem Projekt. Zahlreiche Absagen der verschiedensten Filmstudios in Hollywood gingen ein, bis endlich der Filmproduzent Alan Ladd Jr von 20th Century Fox dem jungen Lucas eine Chance gab. Er überliess ihm das Drehbuch und der Regie. George Lucas bedankte sich für das ihm entgegengebrachte Vertrauen in Form eines grandiosen Films.
Am 25. Mai 1977 kam «Star Wars: Episode IV- Eine neue Hoffnung» in die Kinos und spielte unglaubliche 775,4 Millionen Dollar ein. Sämtliche Erwartungen wurden übertroffen. Viele waren vom Erfolg überrascht, selbst die Verantwortlichen von 20th Century Fox.
Kritiker hatten aber immer noch Bedenken, dass die Star-Wars-Reihe Erfolge verzeichnen könnte. Da selbst 20th Century Fox insgeheim damit rechnete, dass der Film ein Flop werden würde, überliess man Lucas die Lizenz- und Merchandising-Rechte der Reihe. Im Gegenzug verzichtete er auf 500'000 Dollar Gehalt. Ein grossartiger Deal! Denn 1978 wurden mehr als 80 Millionen Star-Wars-Figuren verkauft und somit wurde ein Bruttoumsatz von mehr als 100 Millionen Dollar erreicht. Selbst vor vier Jahren wurde mit dem Star-Wars-Spielzeug ein Jahresumsatz von mehr als drei Milliarden Dollar erzielt.
Gehts noch reicher? Ja, es geht! 2012 liess er seinen Medienkonzern «Lucasfilm Ltd» von Disney für 4,05 Milliarden Dollar aufkaufen. Jetzt hat Disney nicht nur die Rechte für die Star-Wars-Verfilmungen, sondern nun auch für die jene von Indiana Jones. Wenn es nach der Zeitschrift «Forbes» geht, wird das Vermögen von Lucas auf 5,3 Milliarden Dollar geschätzt. Diese vier Milliarden Dollar von Disney investierte er in eine Stiftung für Bildung.
Wenn es um die Vermarktung von eigenen Produkten geht, dann können vermutlich wenige George Lucas und Disney das Wasser reichen. Mickey Mouse, Donald Duck oder Goofy - sie alle gehören zu den wohl beliebtesten Zeichentrickfiguren der Welt. 1,3 Milliarden Dollar verdiente Disney weltweit mit dem Erfolgsfilm «Die Eiskönigin», dies vor allem auch dank der hohen Einnahmen aus den Spielzeugverkäufen.
Ab dem 17. Dezember läuft dann die siebte Episode «Star Wars - Das Erwachen der Macht» in den Schweizer Kinos an. Fans und Kritiker gehen mit der Erwartung ins Kino, dass dieser Film der erfolgreichste sein werde. Ob erfolgreich oder nicht, Lucas wird keinen einzigen Cent an diesem Film verdienen. Seine Firma hat nur für die Videospiele die Lizenzrechte.
Für den neusten Film der Star-Wars-Reihe diente George Lucas nur als Berater, der sich aber in dieser Rolle sehr stark zurückgehalten hat. Die Regie übernahm J. J. Abrams, der auch schon für andere bekannte Weltraum-Franchises wie «Star Trek» (2009) verantwortlich war.
«Star Wars - Das Erwachen der Macht» hat George Lucas selbst noch nicht gesehen. Für ihn würde es sich anfühlen, als würde ein geschiedener Vater zur Hochzeit des erwachsenen Kindes gehen. Gegenüber «Reuters» vertiefte er seine Gefühle zur siebten Episode noch etwas genauer: «Meine Ex-Frau wird da sein, meine neue Frau wird da sein, und ich muss tief einatmen, die Nerven bewahren und still sitzenbleiben bis es vorbei ist. Wichtig ist, den Moment zu geniessen. Es ist nun mal so wie es ist, ich habe diese Entscheidung getroffen.»
Via Business Insider