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Helen Lewis schrieb noch relativ zu Beginn der Corona-Pandemie einen vielbeachteten Artikel in «The Atlantic» zu den Auswirkungen von Corona auf die Frauen. Corona, so Lewis, sei eine Katastrophe für den Feminismus und werfe die Frauen um Jahrzehnte zurück. Denn die Pandemie habe die Abmachung vieler Paare infrage gestellt, wonach beide erwerbstätig sein können, weil jemand anderes auf die Kinder schaut. Was ist dran an Lewis’ These?
Eine alte Bekannte, die «Stromlücke», heute «Strommangellage» genannt, taucht mal wieder auf: Am 14. Oktober las ich in der NZZ, «47 Stunden ohne Strom: Das könnte der Schweiz schlimmstenfalls ab 2025 blühen, wenn nach einem harten Winter die Stauseen praktisch leer sind und nicht genug Strom importiert werden kann». Diese Angaben stammen aus dem ungünstigsten Szenario einer aktuellen, im Auftrag des Bundes erstellten Studie.
Vor ein paar Tagen erschien im Magazin ‹The Atlantic› eine längere Geschichte über einen Hedge Fund (Alden Global Capital), der in den USA sukzessive lokale Zeitungen – darunter auch grosse wie die ‹Chicago Tribune› oder die ‹Baltimore Sun› – aufkauft. Dem Hedge Fund geht es dabei nicht um den Journalismus, sondern darum, Gewinn zu erzielen. Das Überleben der Zeitung ist Alden Global Capital egal.
«Facebook und die grossen Tech-Firmen erleben ihren Tabak-Moment», sagte der US-amerikanische Senator Richard Blumenthal. Er meinte damit, dass jetzt rausgekommen sei, dass Facebook und Soziale Medien – wie Zigaretten – süchtig machen und die Firmen wie damals die Tabakkonzerne dies genau wüssten und sogar noch absichtlich verschlimmert hätten. Der Anlass: Das Hearing mit der ehemaligen Facebook-Angestellten und Whistleblowerin Frances Haugen.
Ich kam im Frühling 1980 in die Kanti. Einer unserer Lehrer, Herr Leuzinger, war Naturwissenschaftler und ein gmögiger Glarner, aber sicher kein Linker. Ein Spruch von ihm ist mir bis heute in Erinnerung geblieben: «Eine Tonne Blech in Bewegung zu setzen, um 70 Kilo Leuzinger von A nach B zu transportieren, ist Verhältnisblödsinn.»
64,1 Prozent der Stimmbevölkerung sagten klar Ja zur Ehe für alle. Ja sagten auch alle Kantone, sodass die Ehe für alle auch locker das Ständemehr erreicht hätte, das aber hier gar nicht nötig war. Wir haben immer im Abstimmungskampf und in der Kommissionsberatung betont, dass die Bevölkerung hier wohl weiter ist als Parlament und Bundesrat. Jetzt hat sich dies eindrücklich bestätigt.
Im Jahr 1901 erfand die Sozialdemokratin Lily Braun das Einküchenhaus. Die Idee dahinter: Die Frauen von der harten Arbeit in der Küche zu befreien. Statt individueller Küchen sollte eine zentrale Küche alle Wohnungen bedienen.
Es ist verrückt. Die Schlagworte der GegnerInnen der Schliessung einer weiteren Lücke in der gesetzlichen Gleichbehandlung aller, was die eidgenössische Vorlage «Ehe für alle» ist, werden als Zukunftsängste dargestellt, zeigen sich bei Licht betrachtet aber als Dämonen aus der Vergangenheit. Das ist doppelt irritierend.
Die Delegierten der SP der Stadt Zürich gaben Simone Brander für ihre vierte Stadtratskandidatin gegenüber Min Li Marti den Vorzug. Bedeutet dieser Entscheid ausser den persönlichen Konsequenzen für die beiden KandidatInnen noch etwas anderes, etwa dass «die alte SP nichts mehr zu melden hat», wie Michael von Ledebur in der NZZ vom Samstag kommentierte?
Vieles erscheint in diesen Tagen wie ein Déja-vu, wie auch die Politikphilosophin Katja Gentinetta in der ‹NZZ am Sonntag› schreibt. Wie im vergangenen Herbst steigen die Fallzahlen, der R-Wert, die ersten Warnungen aus den Spitälern sind zu hören. Was sich auch ähnelt, ist die Debatte: Wieder wird um Freiheit gestritten, um Eigenverantwortung, um Freiwilligkeit. Der Unterschied zum letzten Jahr: die Impfung.