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Die Leistungen Konrad Zuses wurden sowohl in Europa als auch in den USA lange Zeit verkannt. Das deutsche Patentamt verweigerte Zuse sogar ein Patent für den Z4-Vorgänger Z3. Doch an der ETH Zürich hatte man die Zeichen des anbrechenden Computerzeitalters erkannt. Der Mathematiker Eduard Stiefel gründete im Januar 1948 an der ETH das Institut für angewandte Mathematik, Urahn des heutigen Departements Informatik.
Damit beginnt die Geschichte der Informatik in der Schweiz. Stiefel erkannte sehr früh die Bedeutung der Rechenautomaten. Er plante den Eigenbau einer solchen Maschine und war, um Zeit zu gewinnen, auf der Suche nach einem fertigen, betriebssicheren Gerät. Es gab einen zunehmenden Bedarf nach umfangreichen technischen Berechnungen, vor allem auch für die Zusammenarbeit mit der Schweizer Maschinenindustrie.
Um 1950 gab es keine programmierbaren Rechner zu kaufen, und Stiefel war sich bewusst, dass der vorgesehene Eigenbau mehrere Jahre beanspruchen würde. Er hielt sich vom Oktober 1948 bis März 1949 in den USA auf, um sich einen Überblick über den Stand der Forschung zu verschaffen. Denn in den USA und in Grossbritannien gab es in den 1940er und Anfang der 1950er Jahre ähnliche Anlagen, die zum Teil schon mit elektronischen Bauteilen arbeiteten. Zwei seiner Mitarbeiter, der Elektroingenieur Ambros Speiser und der Mathematiker Heinz Rutishauser, verbrachten das Jahr 1949 in den USA (u.a. bei John von Neumann, Princeton, und bei Howard Aiken, Harvard). Sie sollten sich das Wissen für den Bau moderner Rechenmaschinen aneignen.
Die Miete der Z4 war als Übergangslösung gedacht. Die elektromechanische Z4 arbeitet mit einer schon damals veralteten Technik. Sie verwendet Relais statt Elektronenröhren. Doch Eduard Stiefel entschied sich trotz Warnungen für ihren Einsatz. Für den Zürcher Professor war die Verfügbarkeit von maschineller Rechenleistung wichtiger als die modernste Technik. Dieser mutige Entscheid erwies sich im Nachhinein als wegweisend.