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Arbeitsbedingungen und Krankheiten der Bergleute
Im 16. Jahrhundert waren Arbeitsteilung, soziale Hierarchie und Entlöhnung der Bergleute durch Bergordnungen akribisch geregelt. Gearbeitet wurde gewöhnlich in Schichten von 8 Stunden. Für Hilfsarbeiten wurden auch Knaben ab 12 Jahren eingesetzt. Qualifizierte Bergarbeiter waren relativ wohlhabend und hatten gegenüber der übrigen Bevölkerung eine privilegierte Stellung inne.
Dafür waren und sind die Bergleute bei ihrer Arbeit zu allen Zeiten erheblichen Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Neben Unfällen und Deformationen von Knochen und Gelenken gehören chronische Erkrankungen der Atemwege zu den häufigsten Erscheinungen. Mineralischer Staub lagert sich in der Lunge ab und verursacht Silikose ("Staublunge") und Tuberkulose. Die Inhalation radioaktiver Substanzen führt zu Lungenkrebs.
Zu Agricolas Zeit wurden diese Krankheiten unterschiedslos als "Bergsucht" bezeichnet. Sein Zeitgenosse Paracelsus, selber ein guter Kenner des Bergbauwesens, widmete dem Phänomen eine eigene Schrift. Seine Erklärung der Bergkrankheit ist allerdings noch stark im alchemistischen Denken verwurzelt. Agricola erwähnt die Unglücksfälle, schlechten Arbeitsbedingungen und Krankheiten der Bergleute nur am Rande im 6. Buch von De re metallica.