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Das Wetterjahr 2013 wurde in Zürich durch anhaltend winterliche Verhältnisse bis im April geprägt. Ein heisser und extrem sonniger Sommer brachte den Ausgleich zu einem sehr trüben und deutlich unterkühlten Jahresbeginn. Ende November beendete ein erster Wintereinbruch einen milden Herbst. Der Dezember brachte auf dem Zürichberg so viel Sonnenschein wie nie zuvor.
Winter bis im Frühling
Ganz normal startete das Wetterjahr 2013 mit dem typisch schweizerischen Auf und Ab. Die erste Januarhälfte war leicht zu mild, bevor die zweite Hälfte zur Jahreszeit passend kühle Temperaturen sowie einige Schneefälle brachte. Der Monatswechsel war dann wieder mild. Extremer war der Jahresstart im Tessin, wo mit Nordföhn gleich frühlingshafte Temperaturen herrschten. Am 5. Januar wurden 22-23 Grad registriert, mitunter die höchsten je gemessenen Januartemperaturen im Tessin.
Im Februar kehrte dann der eisige Winter zurück, welcher wir bereits aus dem Vorjahr kannten. Zwei aufeinander folgende Kältewellen, die erste um den 10., die zweite um den 20. Februar, sorgten für ausgesprochen kalte Verhältnisse, vor allem in erhöhten Lagen. Die Tiefsttemperatur des Jahres 2013 wurde in Zürich am 14. Februar mit -10,9 Grad erreicht. Der gesamte Februar war in Zürich rund zweieinhalb Grad zu kalt und der zweitkälteste der letzten zehn Jahre. Nur an drei Februartagen (zu Monatsbeginn) lag auf dem Zürichberg keine Schneedecke. Normalerweise ist lediglich an 11 der 28 Februartage mit einer Schneedecke zu rechnen. Im Hochgebirge lagen die Wintertemperaturen 2012/13 (Dezember-Februar) massiv unter dem Referenzwert der Jahre 1981-2010. Auf dem Jungfraujoch wurde sogar der kälteste Winter seit über 40 Jahren beobachtet.
Die Talsohle des unterkühlten Frühjahrs wurde aber erst mit einem anhaltend winterlichen März durchschritten. Arktische Kaltluft sorgte wiederholt für Schneefälle bis ins Flachland und für tiefwinterliche Temperaturen. Der dritte Monat des Jahres war knapp 3 Grad zu kalt und sonnenarm. Lediglich an sechs Tagen lagen die Temperaturen auf oder knapp über dem Referenzwert der letzten 30 Jahre. An 11 Tagen lag auf dem Zürichberg Schnee, fast doppelt so viele wie in einem durchschnittlichen Jahr.
Jahr ohne Frühling
Auch der launische April startete ausgesprochen kalt. Bis Mitte Monat lagen die Tagesmittelwerte nicht selten unter 5 Grad. Kurz nach Monatsmitte kam die vermeintliche Erlösung. Südwestliche Winde brachten frühsommerliche Luft in den Alpenraum und liessen die Temperaturen bei sehr sonnigem Wetter just am Sechseläutenwochenende auf bis zu 25 Grad ansteigen. Nach trüben und kalten Monaten wurde die sonnige Wärme sehnsüchtig begrüsst. Doch wär hätte geahnt, dass diese fünf Apriltage die wärmsten des gesamten Frühlings bleiben, obwohl der Mai noch vor der Tür stand?
Nach einem durchaus durchschnittlichen Maibeginn sackten die Temperaturen in der zweiten Maihälfte erneut auf fast winterliches Niveau ab. Mit sehr viel Regen und zahlreichen wolkenverhangenen Tagen ging der nässeste Monat des Jahres 2013 zu Ende. Das Monatsmittel lag verglichen mit der Periode 1981-2010 erneut mehr als 2 Grad unter der Norm. Gleichzeitig führte die seit Januar anhaltende Sonnenarmut zur sonnenärmsten Januar-Mai-Periode in Zürich seit 1884. Die Ängste über einen Totalausfall des Sommers waren Ende Mai gross. Doch zum Glück kam es anders. Das Jahr ohne Frühling sollte sich im Sommer zum Besseren wenden.
Der schönste Sommer
Zum meteorologischen Sommerbeginn (1. Juni) deutete jedoch noch wenig auf einen heissen Sommer. Der Juni startete zu kühl und sonnenarm. Kurz nach Monatsmitte rollte dann die erste Hitzewelle des Jahres über die Schweiz. In Zürich wurde der wärmste Junitag seit Messbeginn 1864 beobachtet und endlich gab es viel Sonnenschein über mehrere Tage hinweg. Zum Monatsende kehrte kurzzeitig das alte trüb-kalte Wettermuster zurück und sorgte für die einzige nennenswerte Sommerniederschlagsperiode 2014. Der Juli war dann temperaturmässig ein einziger Steigerungslauf. Ausgehend von durchschnittlichen Sommerwerten anfangs Monat gipfelte der Hochsommermonat in einer markanten Hitzewelle zum Monatsende. Erneut wurden ausgesprochen hohe Tagesmittel von über 26 Grad in Zürich beobachtet. Im Juli und August wurde die Schweiz praktisch durchwegs mit sonnigem Hochsommerwetter verwöhnt. Alleine im Juli schien die Sonne in Zürich mehr als 300 Stunden und auch im August kamen nochmals 240 Sonnenstunden dazu. Mehr Sommer-Sonnenschein gab es nur 2003 und davor 1911. Der Juli war mit durchschnittlich 20,7 Grad mehr als 2 Grad zu warm und einer der wärmsten Monate in der Züricher Messreihe. Die Jahreshöchsttemperatur in Zürich wurde am 27. Juli mit 34,5 Grad gemessen. Im ganzen Sommer gab es lediglich 13 Tage mit mehr als 5 Liter Regen pro Quadratmeter, so dass auch alle drei Sommermonate zu trocken über die Bühne gingen. Vor allem im Juli und August herrschte mit lediglich 50 bis 60 Prozent der üblichen Niederschlagsverhältnisse Trockenheit.
Nasser Herbst
Normalerweise fallen die grossen Niederschlagsmengen in Zürich im Sommer. Die Monate Juni bis August sind mit dem Mai die nässesten im Jahresverlauf. Nicht so in diesem Jahr. Nach einer ersten „Regenzeit“ im Frühling mit mehr als 140 Liter pro Quadratmeter alleine im Mai kam eine unbekannte Trockenzeit in den Sommermonaten, bevor die Herbstmonate September bis November wieder deutlich mehr Niederschläge brachten als die vorangegangenen Monate Juli und August. September und Oktober schenkten aber trotz Regen auch genügend Sonnenstunden und waren zudem überdurchschnittlich mild. Vor allem die zweite Oktoberhälfte war ausgesprochen warm, teilweise nochmals spätsommerlich. Der November war in der Folge trüb, nass und leicht zu kalt. Ein Highlight brachte dann der Dezember hervor. So erlebte Zürich den mit Abstand sonnenreichsten Dezember seit Messbeginn 1884. Mit mehr als 100 Sonnenstunden schien die Sonne fast zwei Mal länger als üblich. Der bisherige Rekordhalter aus dem Dezember 1985 mit 85 Stunden wurde deutlich überboten, wie aus Daten von MeteoSchweiz hervorgeht.
Jahresbilanz
Die Jahresmitteltemperatur lag mit 9,1 Grad knapp drei Zehntelgrade unter dem Durchschnitt der Jahre 1981-2010. Kälter war es letztmals im 2010 und zuvor 1996. Das vergangene Jahr brachte in Zürich etwas mehr als tausend Liter Niederschlag pro Quadratmeter und war somit einige Prozentpunkte oder rund 50 Liter pro Quadratmeter zu trocken. Nicht einmal einen Prozentpunkt oder lediglich vier Stunden unterdurchschnittlich blieb die Sonnenscheindauer im 2013 in Zürich. Insgesamt strahlte die Sonne mehr als 1540 Stunden vom Zürcher Himmel. Mehr als 200 Stunden weniger als im Vorjahr und erstaunliche 400 Stunden weniger als im sonnigen Jahr 2011. Im Grossen und Ganzen war 2013 also ein unterdurchschnittliches Wetterjahr.