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Untersucht man die Zahlungsbereitschaft der Bevölkerung für Gesundheitsleistungen am Ende des Lebens, so resultieren erstaunlich hohe Werte. Für ein Jahr Lebensverlängerung ohne Veränderung der Lebensqualität beträgt die Zahlungsbereitschaft rund 100’000 Franken, für ein Jahr bei bester Gesundheit ist die Zahlungsbereitschaft mit rund 200’000 Franken doppelt so hoch. Diese Werte bestätigen respektive übertreffen sogar den vom Bundesgericht angewandten Grenzwert von 100’000 Franken. Die Leute scheinen gewillt, am Lebensende hohe Behandlungskosten in Kauf zu nehmen.
Unterschiede bei den Sprachregionen
Diese Zahlungsbereitschaft besteht unabhängig davon, ob die Befragten selber oder andere Personen von der teuren Behandlung profitieren werden. Innerhalb der Bevölkerung zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede: So akzeptieren Westschweizer einen stärkeren Anstieg in den Krankenkassenprämien als Deutschschweizer, wenn dieser von teuren Behandlungen am Lebensende ausgelöst wird. Ebenso ist die Akzeptanz in der Bevölkerung grösser, wenn die Lebensverlängerung schwerkranke Kinder betrifft und nicht Erwachsene.
Sterben wir also zu teuer?
Wenn wir diese Zahlen mit den realen Kosten am Lebensende vergleichen, sehen wir Folgendes: Die Behandlungskosten bei tödlich verlaufenden Krebsfällen übersteigen den gesellschaftlich akzeptierten Betrag bei mehr als 19 Prozent der beobachteten Personen. Betrachtet man sämtliche Todesfälle, so wird die Schwelle nur bei 6 Prozent überschritten. Gerade bei jüngeren Erwachsenen wird die Limite in bis zu 38 Prozent der Fälle überschritten.
Debatte in den Medien
Die Kosten am Lebensende sind ein kontrovers diskutiertes Thema. Das zeigen unter anderem die Reaktionen in den Medien – die Studie löste zwei längere Diskussionen aus: Einerseits wurde sie im Club des Schweizer Fernsehens thematisiert, andererseits ergab sich eine längere Diskussion in der NZZ.