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Das junge Theater Lachen spielte am Freitag und Samstag auf der Bühne Fasson vor vollen Zuschauerrängen sein Eigenwerk «es wird für dich sein».
Rolf (Simon Roffler) hat Konzentrationsprobleme. Sandras (Katharina Bjelic) Fernseher schwafelt zu laut. Überhaupt knistern in ihrer Wohnung eigentlich nur noch die Mattscheibe und die Buchseiten, wenn Rolf sie umblättert. Ist ihre Beziehung tot? Am Freitag- und Samstagabend klafften während zwei Vorstellungen des Stücks «es wird für dich sein» zwischen den beiden auf der Bühne Fasson die Welten arg auseinander.
Für eine bessere Welt kämpfen
Rolf ist überzeugt, Sandras Ansprüche vergrössern den ökologischen Fussabdruck. Er kämpft für eine bessere Welt und interessiert sich nicht für den Konsumwahnsinn millionenschwerer Promi-Tanten. Ihre Seelenwesen spiegelten den Weltenkampf. Subtil in Weiss gehüllt, tritt die echte Bedürfnisessenz an die Oberfläche. Meduna (Jelena Dojcinovic), Sandras Seele, sehnt sich vor allem nach erfüllter Liebe, und Rolfs Seele Hippolyt (Silas Ulrich) hat ständig Hunger. Angetrieben von seiner Plage versucht er, seine Grundbedürfnisse zu erfüllen. Hunger steht der Liebe gegenüber, und doch scheint beides in den gleichen Topf zu gehören. Ein Seilziehen zwischen den Seelenwesen und den realen Protagonisten beginnt.
Bücherwurm wird Geschäftsmann
Sandra möchte eine eigene Wohnung suchen, da klingelt es an der Tür: Arthur (Andreas Honegger) tritt in ihr beider Leben. Der aalglatte Typ nistet sich ungefragt ein und sorgt für unfassbare Sicherheit. Er streut mentale Samen, die bei Rolf auf fruchtbaren Boden fallen. Der Bücherfreund verwandelt sich und wird zum Geschäftsmann. Als Sonja (Corina Stähli) ihre Plastik «Die geschlagene, gefesselte Frau» (Seraina Manetsch) in der Wohnung des Paares einstellt, greifen die Konsequenzen endgültig um sich. Arthur lehrt, Unabhängigkeit sei der Schlüssel zur Freiheit. Der Weg dahin würde über erfüllte Grundbedürfnisse führen. Rolf kauft daraufhin neue Hemden, ein Auto und beginnt zu studieren. Er stillt seinen Hunger, bis sein Herz «leer gefressen» ist, die Seele ist verkauft.
Mindestens drei Aufführungen
Siebzehn junge Leute waren an dieser Theatereigenproduktion beteiligt. Text und Spielleitung war bei Roland Ulrich, die musikalische Leitung bei Christoph Mächler, Choreografie und Regieassistenz von Lucy Novotny und die Produktionsleitung von Christian Manetsch. Das Theater wird mindestens noch drei weitere Aufführungen ausserhalb unserer Region erleben.
March-Anzeiger und Höfner Volksblatt
Autor
Höfner Volksblatt & March Anzeiger
Kategorie
- Bühne
Publiziert am
Webcode
www.schwyzkultur.ch/KmSyf7