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Ein Verbot der koscheren und Halal-Schlachtung ohne vorherige Betäubung hat dazu geführt, dass man frisches koscheres Fleisch in Belgien nicht mehr kaufen kann.
Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg (EuGH) hatte bereits im Dezember 2020 entschieden, dass die EU Mitgliedsländer solche Gesetze aus Gründen des Tierschutzes erlassen können. Belgiens niederländisch-sprachige Region Flandern hatte ein solches Verbot beantragt, das französischsprachige Wallonien zog nach. Das belgische Verfassungsgericht lehnte Anfang dieses Monats eine Berufung ab, bei der mit einem Verstoss gegen das Grundrecht der Religonsausübung argumentiert wurde. Das Verfassungsgericht entschied infolgedessen genauso wie der EUGH, dass der Tierschutz im Einzelfall das höhere zu schützende Gut ist. Die Gläubigen können rituell geschlachtetes Fleisch aus anderen Ländern importieren. Sie sind durch das Verbot also nicht in der Ausübung ihrer Religion beschränkt, so die Richter. Ausserdem ist es nicht generell verboten, Tiere zu schächten, sondern nur ohne Betäubung. Dem Tier sollen Qualen erspart bleiben.