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Bild
Titel:
Aus der Bibliothek des Sängervaters Alfred Tobler
Thema: Leute
Ort: Heiden
Datum: --.--.1831
Masse: 19 x 11.3 cm und 20.1 x 12.6 cm
Standort: Staatsarchiv Appenzell Ausserhoden, Archivbibliothek, Signatur: Ha 22
Urheber/-in: Druck von Zollikofer und Züblin, St. Gallen
Beschreibung:
Der erste Jahrgang (1831) vom Appenzellischen Volksblatt ist in einen braunschwarz marmorierten Umschlag eingebunden. Die zweite und dritte Ausgabe aus den Jahren 1832 und 1833 befinden sich zwischen einem graublauen Kartonumschlag. Der erste Band umfasst 220 und der zweite 388 Seiten. Auf der ersten Seite beider Bände befindet sich der Original-Stempel von Alfred Tobler, Heiden. Das Appenzellische Volksblatt erschien von 1831 bis 1833 jeden Monat. Sein Herausgeber war Pfarrer Adrian Schiess. Das Appenzellische Volksblatt diente als volkstümliche Ergänzung zu dem in Trogen herausgegebenen appenzellischen Monatsblatt. Letzeres wurde als zu anspruchsvoll für den Durchschnittsleser angesehen.
Geschichte:
Die beiden Bände des Appenzellischen Volksblatts waren Teil der Bibliothek von Alfred Tobler. Dieser erblickte am 13.April 1845 als Sohn von Konrad und Juliane Tobler-Lutz das Licht der Welt. Sein Vater war als Lehrer, Chorleiter, Komponist und Autor tätig. Auch Alfred Tobler begann früh mit dem Musizieren. Sein erstes Konzert fand bereits im Mai 1855 in der Kantonsschule von Chur statt. Das Publikum war begeistert von seiner Stimme. Zuhause hielt er zusammen mit seiner Familie regelmässig Hauskonzerte ab. Von 1860–1866 erwarb er die Maturität. Danach studierte er an den Universitäten Basel und Zürich Theologie. Anschliessend arbeitete er in Lütisburg und in Enge (Zürich) als Pfarrvikar. Nach seiner Heirat mit Elise Hess (geborene Füssli) absolvierte Alfred Tobler ein Gesangsstudium bei Julius Stockhausen in Stuttgart und Frankfurt und wurde erfolgreicher Lieder- und Oratoriensänger. Als seine Ehefrau starb, brach er 1887 seine Konzertkarriere ab. Nach einem einjährigen Aufenthalt bei seinem Bruder Gustav in Bern, zog er zurück ins Appenzellerland, um sich in der Volkskunde zu betätigen. Gleichzeitig wurde er als „Appenzeller Sängervater“ populär.
Es ist der Verdienst von Alfred Tobler, die appenzellischen Witze in jahrelanger Arbeit gesammelt zu haben. Deshalb wird er auch gerne als „Witzvater“ bezeichnet. Tobler entwickelte sich zu einem Kenner der appenzellischen Volksbräuche und interessierte sich für den Gesang des Appenzellerlandes. So wurde er zum Herausgeber mehrerer Lieder- und Volksmusiksammlungen sowie verschiedener Werke zur Appenzeller Geschichte und Volkskunde. Tobler war ausserdem in der Mundartforschung tätig und arbeitete am schweizerdeutschen Wörterbuch, bekannt unter dem Namen „Idiotikon“.
Wegen diesen Forschungsinteressen nahm Alfred Tobler die beiden Bände des Appenzeller Volksblatts in seine Bibliothek auf. Darin sind beispielsweise Theaterstücke, Anekdoten, Fabeln und Berichte wie z.B. über das Appenzeller Sängerfest zu finden.
Alfred Tobler, bekannt als „Barde an der Wolfshalde“, „Appenzellischer Sängervater“ und „Appezellische Narrehoppme“ wurde am 18. April 1914 durch die philosophische Fakultät Zürich zum Ehrendoktor ernannt. Dies geschah für seine „unermüdliche und liebevolle Erforschung von Wort, Weise, Sitte und Geschichte“ seiner Heimat“. Am 9. September 1923 starb er in Heiden. Heute ist ein Teil des Museums Heiden Toblers Leben und Werk gewidmet.
Autorin: Rebecca Schmid
Literatur:
Alder, Oscar: Dr. Alfred Tobler der appenzellische Sängervater und Kulturhistoriker. Ein Lebensbild. In: Appenzellische Jahrbücher 52 ( 1925), S. 1-46.
Fuchs, Thomas: Alfred Tobler. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 18.12.2013. http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D12347.php (04.03.2015).
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