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Band zwei des Opus magnum von dem Duo Stan Lee und Steve Ditko erscheint beim Taschen-Verlag wieder in der XXL-Reihe Marvel Comics Library. Das XXL-Format dieses und der anderen Bände der Reihe entspricht den Proportionen der originalen Artboards. So bekommt man auch als Leser den Künstlerblick des Duos, etwa durch die Großstadtschluchten eines urbanen New York, wie es noch nie jemand zuvor gesehen hat. Aber auch die versammelte Friends or Foe Gemeinde hat es in sich!
"(...) the fabulously imagined dimensions that earned him a following throughout the 60s from acid freaks who were convinced that Sturdy Steve was dropping tabs while sketching for Marvel" versetzten schon damals alle Adepten so sehr in Erstaunen, dass sie Steve Ditko zutrauten, sich stimuliert zu haben, aber "Sturdy Steve", wie des britische TV- und Radiokommentator und Comicfan Jonathan Ross ihn nennt, war "totally straight and sober". In Zusammenarbeit mit Stan Lee erschufen sie einen Superhelden, der auch ein "Boy Next Door" sein könnte. Denn Peter Parker hat privat ähnliche Probleme wie viele Teenager seiner Generation, was ihn zu einem Helden zum Anfassen macht, kein abgehobener Außerirdischer, sondern ein Mensch wie du und ich, der halt zufällig von einer atomar verseuchten Spinne gebissen wurde. Das war damals etwas Neues und unterschied Marvel-Superhelden von DC-Superhelden. Die neuen Geschichten des Amazing Spider-Man Vol. 2. 1965–1966 zeigen nie gesehene Erzfeinde wie Scorpion, Molten Man und den Crime-Master, Wiederbegegnungen mit Kraven the Hunter und dem Green Goblin – und die dreiteilige "Master Planner Saga", die eine alte Fehde mit einem kultigen, geheimnisvollen Bösewicht neu entfacht. Gleichzeitig wird aber auch der Reifeprozess Peter Parkers in einem Jahrzehnt sozialer Umwälzungen erzählt. Peter absolviert seine Schulzeit, das College und macht ähnliche Lebenserfahrungen wie seine heranwachsende Leserschaft. Stan Lee und Steve Ditko erweitern aber nicht nur sein Netzwerk von echten und falschen Freunden, sondern führten auch Gwen Stacy, Harry Osborn, und, in einer Serie urkomischer Cameos, Mary Jane Watson ein. Eine bedeutende Riege starker Nebendarsteller in der Geschichte des Comics wie Harrys Vater Norman Osborn hatte hier ihren ersten Auftritt. Aber auch Peters wechselhafte Romanze mit Betty Brant erreicht ihren Höhepunkt.
Ditko habe nicht nur New York "redefiniert", sondern das gesamte Genre, schreibt Jonathan Ross: "But the faces really tell the story. Ditko draws expressions better than anyone. They can look quizzical or delighted, they can look bored or thoughtful, mildly bothered or furious to the point of aneurysm. And once the stories get going, the faces go crazy - eyes bulging, sweat dripping, mouths wide in terror." Die Vorlagen zu der hier publizierten Reproduktion stammen aus der Sammlung von Bob Bretall, dem Träger des Guiness World Record für die größte Comicsammlung. Die erstklassige Reproduktionstechnik fotografierte seine makellosen Hefte so ab, wie sie 1965 und 1966 erschienen. Die einzelnen Seiten wurden dann mit moderner Retuschetechnik digital überarbeitet, um Unvollkommenheiten der damaligen Drucktechnik zu korrigieren. Ein eigens für diese Serie entwickeltes Papier simuliert die Haptik und die Farbwiedergabe der Originalhefte. Die Marvel Comics Library gewann den in der Branche begehrten Eisner Award for Best Publication Design und wurde zum Hit bei Fans und Sammlern. Ein Essay von Jonathan Ross rundet die Prachtpublikation ab. Der Herausgeber veröffentlichte auch einen sehenswerten Dokumentarfilm "In Search of Steve Ditko", ein aufschlussreiches und leidenschaftliches Porträt des Co-Erfinders von Spider-Man.