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Über 900 Mountainbikefahrerinnen und -fahrer kämpften am Wochenende in 16 verschiedenen Kategorien um wichtige Punkte im Proffix Swiss Bike Cup und um eine unfallfreie Zielankunft. Den Veranstaltern attestierten die Teilnehmenden eine gelungene Premiere.
«Ich hätte nicht gedacht, dass es so einfach wird, zu gewinnen», sagte der Berner Mathias Flückiger, letztjähriger Vizeweltmeister, nachdem er am Samstag das Rennen in der Kategorie Elite für sich entschieden hatte.
Flückigers Überlegenheit
Sieben Runden hatten die Topcracks zu absolvieren. Bereits in der dritten konnte sich Flückiger von seinen Verfolgern absetzen. Diesen Vorsprung gab er nicht mehr aus der Hand und kam nach nur einer Stunde und 22 Minuten als erster ins Ziel. Mit diesem Etappensieg übernimmt Flückiger die Führung in der Gesamtwertung und startet aus dieser aussichtsreichen Position in den Cupfinal, der im Oktober in Hochdorf (Luzern) ausgetragen wird.
Enger war der Kampf um Rang 2 auf dieser Etappe: Lukas Flückiger, der Bruder von Mathias, verfehlte Silber in einem starken Rennen gegen den Neuseeländer Anton Cooper um acht Sekunden.
Turbulentes Damenrennen
Während sich die Fahrerinnen im hinteren Teil des Feldes nach einem Massensturz direkt nach dem Start wieder frisch orientieren mussten, waren die Österreicherin Laura Stigger und die Schweizerin Alessandra Keller bereits auf der Strecke. Um das Feld der Verfolgerinnen auf Distanz zu halten, fuhren beide auf der langen Zielgeraden miteinander. In der Schlussrunde zog die Österreicherin jedoch das Tempo an. Die erst 20-jährige Laura Stigger absolvierte die sechs Runden in einer Stunde und gewann das Rennen vor der Schweizerin. Kathrin Stirnemann sicherte sich mit einem Rückstand von einer knappen Minute Rang 3.
Der erste Renntag verlief bis auf kleine Blessuren und Schürfungen, die beim Mountainbiken dazu gehören, unfallfrei, bis die Elitefahrerinnen auf die Strecke gingen. Nach dem besagten Massensturz mussten die Rettungskräfte im Laufe des Rennens noch zu zwei weiteren verunfallten Sportlerinnen eilen. Da die Zufahrt in das Streckengelände für die Ambulanz nicht möglich war, brachte der Helikopter die Damen auf schnellem Weg in medizinische Obhut. Zum Glück handelte es sich jeweils nicht um schwere Verletzungen.
Etablierung erwünscht
Das Gelände neben dem Flugplatz in Saanen war zum ersten Mal Austragungsort einer Etappe des Proffix Swiss Bike Cups. Diese Rennserie entstand 1994 vor dem Hintergrund der Nachwuchsförderung im Mountainbikesport und gehört mittlerweile zu den wichtigsten Rennen Europas. Das internationale Interesse liess sich auch im Teilnehmerfeld an der Etappe in Saanen ablesen.
Die Premiere im Saanenland zog über 900 Teilnehmende auf die Strecke ins Saanenland. Von den Anwesenden war Verschiedenes zum Anlass zu hören. Zahlreiche Mountainbikeliebhaber, häufig begleitet von Familie und Freunden, waren zum ersten Mal in der Region. Zeit zum Kennenlernen der Gstaader Umgebung sei an den drei Renntagen keine gewesen, verriet eine Gruppe, die mit zwei Wohnmobilen aus Deutschland angereist war. «Aber die beiden Tage in dieser herrlichen Gegend zu verbringen und neben den Rennen den Fliegern beim Landen und Starten zuzuschauen, ist eine einzigartige Erfahrung.» Im Austausch zur Beschaffenheit der Strecke bestand Uneinigkeit unter den Teilnehmenden. Während eine italienische Fahrerin auf die Tücken der Unebenheiten der Strecke hinwies, war eine Landsfrau von ihr sehr begeistert von dem Anspruch, den das Gelände an sie gestellt habe. Die Organisation des Anlasses, vom temporär eingerichteten Campingplatz bis hin zur Strecke, sorgte für Begeisterung. Hinzu kommt die Bestätigung vonseiten der Hotellerie und Gastronomie des Saanenlandes, dass dieser Anlass nachweislich eine grosse Wertschöpfung generieren konnte.
Unkomplizierter Umgang
Die Vorbereitungszeit war denkbar knapp. Gstaad war sehr kurzfristig angefragt worden, die Etappe zu organisieren. Die Alpinzentrum Gstaad AG wurde mit der Durchführung beauftragt. Noch bevor dem Veranstalter der Rennserie eine definitive Zusage gegeben werden konnte, musste sowohl beim Gstaad Airport sowie bei den Landeigentümern die Zustimmung eingeholt werden. Vom Zeitpunkt dieser Zusagen blieben sechs Wochen, um diverse Bewilligungen für die Einrichtung der Strecke und anderes einzuholen. Alle Anträge seien sehr speditiv bearbeitet worden, war von der Alpinzentrum Gstaad AG zu vernehmen. Die 170 Kubikmeter Schotter durften zu einem temporären Pumptrack verarbeitet werden und jeder der zahlreichen Wohnwagen bekam einen Stellplatz mit Stromanschluss zugewiesen. Das solide Covid-Schutzkonzept und die Einhaltung der Abstandsregeln konnten fehlerfrei umgesetzt werden.
«Mit all den Erfahrungen dieser Premiere freuen wir uns, wenn Gstaad Ende Mai 2021 mit einer Etappe wieder Teil des Proffix Swiss Bike Cups sein darf», betonten die Organisatoren.