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• Fusion der ASUAG und SSIH - die Schweizer Gesellschaft für Mikroelektronik und Uhrenindustrie entsteht (SMH)
• Der Erfolg der Marke Swatch führt zur Umbenennung der SMH
• Die kommenden Jahre: Expansion der Swatch Group
Die Swatch Group gehört heute zu den grössten Uhrenkonzernen weltweit - und führt 18 Marken, darunter Tissot, Harry Winston, Omega und Swatch. 2020 erwirtschaftete der von CEO Nick Hayek geleitete Konzern einen Nettoumsatz von 5,6 Milliarden Schweizer Franken und beschäftigte über 33'000 Angestellte in 50 Ländern weltweit.
SMH entsteht aus einer Krise
Die Geschichte der Swatch Group begann in den 70er Jahren mit einer Krise der Schweizer Uhrenindustrie. Unternehmen wurden von der ausländischen Konkurrenz aufgekauft - und so standen auch die Grosskonzerne ASUAG und SSIH kurz vor dem Bankrott. Um die beiden Firmen zu retten, wurde Nicolas G. Hayek, Leiter und Inhaber der Gesellschaft Hayek Engineering, zurate gezogen. Er schlug mehrere Lösungswege vor, darunter die Fusion der ASUAG mit der SSIH zur Schweizer Gesellschaft für Mikroelektronik und Uhrenindustrie (SMH). Nach der Fusion wurde die Aktienmehrheit durch den Hayek Pool übernommen und Nicolas G. Hayek zum CEO gewählt. Ein weiterer Vorschlag Hayeks war, die Herstellung einer neuen, "zweiten Uhr": günstiger, mit hoher Qualität, in der Schweiz produziert. Diese "zweite Uhr" wurde im Jahr 1983 mit der Lancierung der Marke Swatch geschaffen.
Erfolg und Umbenennung der SMH in ‘The Swatch Group AG’
Neue Uhren kamen Schlag auf Schlag, so wurden in den 90er Jahren die erste Swatch Automatic, die erste Swatch Solar und die SKIN auf den Markt gebracht. Zwischenzeitlich konnte die Swatch in der Schweiz auch als Skipass verwendet werden. Die Swatch Group schreibt auf ihrer Website selbst, dass seit der Gründung der Marke Swatch die Entwicklung der anderen Marken im Kielwasser der "zweiten Uhr" stehe. Fans der Swatch gab es dabei schon seit Beginn der 90er Jahre: 1990 wurde der exklusive ‘Swatch Club’ gegründet, für den auch regelmässig Club-Uhren auf den Markt gebracht werden.
Die Fusion, die Swatch und die folgenden Entwicklungen waren ein grosser Erfolg - so gross, dass sich der schon wenige Jahre nach der Fusion weltweit führende Uhrenhersteller SMH 1998 in ‘The Swatch Group AG’ umbenannte.
Nach 2000: Innovation wird bei der Swatch Group neu definiert
Nach der Jahrtausendwende ging es weiter mit der Innovation und neuen Ideen. So wurde schon im Jahr 2004 von Swatch die erste vernetzte Uhr hergestellt: Die Swatch Paparazzi konnte drahtlos mit dem Internet verbunden werden und seinen Träger über aktuelle Nachrichten, SMS und Wetterberichte informieren. Wegen der weiterhin guten Entwicklungen und marktführenden Position der Swatch Group konnte sich das Unternehmen auch während der Wirtschaftskrise 2008/2009 recht schnell wieder erholen und es ging weiter mit neuen Uhren. Über das 2013 entstandene Swatch-Modell SISTEM51 schreibt die Swatch Group selbst, dass mit der aus nur 51 Bauteilen und einer Schraube bestehenden Automatikuhr "Innovation neu definiert" wurde.
Im selben Jahr übernahm die Swatch Group auch den US-amerikanischen Schmuck- und Uhrenkonzern Harry Winston für einen Betrag von rund einer Milliarden Dollar, zwei Jahre später wurde in der Reihe Swatch Bellamy erstmals eine eigene Zahlungsfunktion eingebaut. Ein weiteres Jahr später, 2016, kam die erste Smartwatch von Tissot auf den Markt, die Smart Touch. 2017 liess Nick Hayek, Sohn von Nicolas G. Hayek und seit dem Jahr 2003 CEO der Swatch Group, gegenüber Bloomberg verlauten, dass man an einem eigenen Betriebssystem für die Uhren arbeite.
Nachhaltigkeit und Blick in die Zukunft
2020 schliesslich brachte die Swatch Group mit mittlerweile über 150 Produktionsstätten allein in der Schweiz bei Swatch die Reihe Bioreloaded auf den Markt: Mit dieser Uhr hat das seit 2001 in Richtung Nachhaltigkeit arbeitende Unternehmen die erste Ware aus ausschliesslich nachhaltigen Materialien biologischen Ursprungs entworfen. Aufgrund der COVID-19-Pandemie sank der Aktienkurs des Unternehmens im März 2020 zudem deutlich, konnte sich aber wieder erholen.
Das Unternehmen mit Hauptsitz in Biel produziert heute mit seinen Marken Fertiguhren, Schmuck, Uhrwerke, und Bauteile für externe Uhrenhersteller - die Swatch Group beliefert die gesamte Schweizer Uhrenindustrie. Zudem arbeitet sie an elektronischen Systemen und ist in der Automobilindustrie sowie dem Bereich der Telekommunikation tätig. In den kommenden Jahren wird der Konzern eigenen Angaben zufolge seine Hauptaktivitäten weiterhin auf die Uhrenindustrie legen und die Marken der Swatch Group "kontinuierlich durch innovative Uhren ergänzen". Zudem werde aber auch das Prestige- und Luxussegment mit höherer Präsenz von neuen Monomarken und Boutiquen weltweit verstärkt.
Olga Rogler / Redaktion finanzen.ch