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Beromünster (bis 1934 Münster LU, schweizerdt. Möischter) ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Sursee des Kantons Luzern in der Schweiz.
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Sursee
BFS-Nr.: 1081
Postleitzahl: 6215
Koordinaten: ♁657691 / 227952
Höhe: 642 m ü. M.
Fläche: 42.39 km²
Einwohner: 5963 (31. Dezember 2011)
Einwohnerdichte: 141 Einw. pro km²
Geographie
Beromünster liegt im oberen Bereich des Wynentals und wird von der Wyna durchflossen. Bis auf kleine Bereiche am Ufer der Wyna und einen Teil des Waldes Wiholz im Süden des Orts ist das ganze Gemeinde-
gebiet gerodet. Vom gesamten Gemeindeareal sind 65,2 % landwirtschaftliche Nutzfläche, 25,4 % Siedlungsgebiet und nur 9,1 % Wald und Gehölz.
Die früher selbständige Gemeinde Schwarzenbach (662 m.ü.M.; 3,2 km nordnordöstlich von Beromünster) bildete seit der Vereinigung mit Beromünster am 1. Januar 2004 und bis zur Fusion mit Gunzwil am 1. Januar 2009 eine Exklave. Die Ortschaft liegt auf dem nördlichen Ausläufer der Erlosen zwischen Wynen- und Seetal. Der Ostabhang der Erlosen Richtung Seetal ist noch teilweise stark mit Wald bedeckt. Südsüdöstlich des Dorfs liegt die Anhöhe Hohwacht, die mit 691 m.ü.M. den höchsten Punkt der Gemeinde bildet. Nebst dem Dorf gibt es die Weiler Lüsch (im Norden), Grüt (im Nordosten) und die Häusergruppe Rüti (im Südsüdosten des Dorfs). Westlich des Dorfs entspringt der Schwarzenbach, der nach kurzem Lauf in die Wyna fliesst. Vom Areal von 331 ha (ohne Seeanteil) werden 64,4 % landwirtschaftlich genutzt, fast ein Drittel (31,1 %) sind mit Wald und Gehölz bedeckt und nur 4,5 % Siedlungsgebiet.
Beromünster grenzt an die Gemeinden Eich, Ermensee, Geuensee, Hildisrieden, Hitzkirch, Rickenbach LU, Römerswil (Ortsteil Herlisberg), Schenkon und Sempach im Kanton Luzern, sowie an die Gemeinden Beinwil am See und Menziken im Kanton Aargau.
Geschichte
Das im Jahr 1036 von den Grafen von Lenzburg neu gegründete und heute noch bestehende Kollegiatstift besass bis 1798 weltliche und kirchliche Rechte in einer ausserordentlichen Dichte und galt als eine der reichsten geistlichen Herrschaften auf eidgenössischem Territorium. Einige Stichworte zu seinem kulturellen Reichtum: die 1226 erstmals erwähnte Schule, 1470 der erste datierte Schweizer Buchdruck und eine reiche Musikaliensammlung mit eigens für das Stift geschriebenen Werken vom Mittelalter bis zur Klassik.
Die Stadt Luzern übernahm 1415 das Reichslehen der Kast- oder Schirmvogtei und erwarb 1420 das herrschaftlich dazugehörige Gebiet, das so genannte Michelsamt. Die lokale Herrschaft wurde nur unvollständig in die Landesherrschaft eingebunden. Das Stift besass in diesem territorial fast geschlossenen Gebiet neben seiner dominanten Stellung als Grundherr auch das Niedergericht, also Twing und Bann. Über die inkorporierten Pfarreien war es gleichzeitig der alleinige Zehntherr. Als eigentliche "Herrschaft in der Herrschaft" übte der Propst in Beromünster neben polizeilichen und militärischen Funktionen auch die hohe Gerichtsbarkeit aus, in der Landvogtei Michelsamt teilte er diese Aufgabe und Einkünfte mit dem städtischen Landvogt.
Das Michelsamt war weder die grösste noch die einträglichste Luzerner Landvogtei. Dennoch war für die Luzerner Obrigkeit das Stift besonders wichtig: Einerseits war es wegen seiner exponierten Lage an
der Grenze zum bernischen, nach der Reformation andersgläubigen Aargau ein wichtiger Vorposten des katholischen Staates. Zusätzlich spielte das Stift herrschaftspolitisch eine wichtige Rolle.
In diesem Michelsamt verkörperte der Propst die Herrschaft, denn Luzern war weit weg, und die städtischen Landvögte waren selten anwesend. Der Propst war für die Militärorganisation verantwortlich. Er setzte im Namen des Stifts die Pfarrer und – in den reformierten Gebieten – die Prädikanten ein. Über seine Grund-herrschaft war das Stift der grösste Grund- und Waldbesitzer im Michelsamt, fast jeder im Flecken oder in den Dörfern erhielt Haus und Hof als Lehen aus der Hand des Propstes.