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Der Erhalt der Multifunktionalität ist als Ziel der Schweizer Agrarpolitik in der Verfassung fest verankert (Art. 104 BV). Eine nachhaltige und auf den Markt ausgerichtete Produktion soll zur Versorgungssicherheit, zum Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen und zur Pflege der Kulturlandschaft beitragen. Klimaänderungen haben einen wesentlichen Einfluss auf das Wirkungsgefüge im Agrarökosystem und können den Erhalt der Multifunktionalität langfristig stark beeinträchtigen. Bestehende Landnutzungskonflikte können verschärft oder reduziert werden. Ziel unserer Arbeiten im Rahmen des BiodivERsA/FACCE-JPI-Projektes TALE (Towards multifunctional agricultural landscapes in Europe: Assessing and governing synergies between food production, biodiversity, and ecosystem services) war es, zu untersuchen, wie sich Klimaänderungen in Kombination mit möglichen Landnutzungsänderungen auf verschiedene Agrarökosystemindikatoren auswirken. Für das Einzugsgebiet der Broye in der Südwest-Schweiz wurden dabei unterschiedliche Agrarökosystemindikatoren betrachtet (i.e. Erträge, Niedrigwassermengen, Sedimentfrachten, Nitratkonzentrationen im Gewässer und Artenreichtum von Gefässpflanzen im Grünland).
Ergebnisse der integrierten Modellstudie zeigen, dass unter Klimawandel mit einer deutlichen Reduktion der Wasserverfügbarkeit – insbesondere in den Sommermonaten – und einer Zunahme von Nitratkonzentrationen im Gewässer zu rechnen ist. Darüber hinaus weisen Modellprojektionen dieser Studie zumindest mittelfristig auf steigende Produktionspotentiale durch klimatische Änderungen hin. Um diese Potentiale nutzen zu können, müsste aber zunehmenden Wasser- und Nährstofflimitierungen durch Anpassungen im Dünge- und Bewässerungsmanagement entgegengewirkt werden. Durch eine Erhöhung der Düngemengen und vermehrte Bewässerung könnte die Wasserqualität jedoch zusätzlich negativ beeinträchtigt werden. Zudem ist davon auszugehen, dass die Möglichkeit von Wasserentnahmen für Bewässerung aus der Broye unter Klimawandel immer häufiger begrenzt sein wird.
Ergebnisse dieses Projektes deuten auf eine Zuspitzung der Zielkonflikte zwischen Agrarproduktivität und Ressourcenschutz unter Klimawandel hin. Massnahmen zur Verbesserung der Wasser- und Nährstoffnutzungseffizienz kommt somit insbesondere mit Blick auf zukünftige klimatische Änderungen eine hohe Bedeutung zu.