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Am Sonntag, den 29. Oktober 2017, informierte die Polizei das Verwaltungszentrum des Flughafens um 14:52 Uhr, dass sich ein entlaufenes, siebenjähriges Mädchen auf dem Flughafengelände befände.
Das Mädchen hatte die Sicherheitskontrolle im französischen Sektor zwischen 13:47 und 13:48 Uhr passiert und wurde um 14:20 Uhr in einem Flugzeug festgehalten, zu dem es keinen Zutritt hätte haben dürfen. Es wurde der Polizei und danach an seine Eltern übergeben.
Die Ereignisse konnte wie folgt rekonstruiert werden.
Die Reise begann am SBB-Bahnhof Cornavin, an dem ausgerechnet keine Kontrollen beim Einstieg in die Züge stattfinden.
Der Zugang zum öffentlichen Bereich des Flughafens wird genauso wenig kontrolliert, was erklärt, wie das Kind dort ankommen konnte.
Polizei- und oder Zollkontrollen können beim Zugang zum französischen Sektor durchgeführt werden, diese finden jedoch nicht systematisch statt.
Beim Eintritt in die Sicherheitszone mit beschränktem Zutritt ist eine Zugangskontrolle durch ein dediziertes Unternehmen vorgesehen (die Überprüfung der Flugtickets muss gemäss dem National Aviation Security Plan - NASP „auf angemessene Art und Weise erfolgen“). Die Bilder der Überwachungskameras zeigen, dass das Mädchen im Trubel des Wochenendbetriebes nicht kontrolliert wurde.
Dagegen durchlief es ordnungsgemäss die Sicherheitskontrollen und passierte die elektromagnetischen Kontrollen: es muss daher darauf hingewiesen werden, dass die Sicherheitsregeln, für die der Genève Aéroport verantwortlich ist, eingehalten wurden.
Das Boarding unterliegt dagegen der Verantwortung der Abfertigungsgesellschaft, während die Fluggesellschaft für die Passagiere im Flugzeug zuständig ist. Diese beiden wichtigen Akteure des Flughafenbetriebes führen das Boarding in enger Zusammenarbeit mit dem Genève Aéroport als Eigentümer der Infrastruktur durch und unter Berücksichtigung der architektonischen Einschränkungen des Flughafens Genf.
Bei den ersten Etappen der Reise konnte das Mädchen aufgrund seines Alters (sieben Jahre) offensichtlich immer den Anschein erwecken, dass es in Begleitung der Erwachsenen vor oder hinter ihm unterwegs sei.
Beim Boarding nutzte es dagegen seine geringe Grösse und verschiedene Tricks, um den Personenströmen kurzentschlossen auf Wegen auszuweichen, die es wieder zu den ordnungsgemäss abgefertigten Passagieren führten.
Es wurde zum ersten Mal aufgehalten, als es einem Gepäckstück zu folgen versuchte und verschwand in der Menschenmenge, wobei es vorgab, wieder zu seinen Eltern zurückzukehren.
Es gelang ihm ein zweites Mal einen vorgegebenen Weg zu umgehen, indem es durch eine Passage lief, die nur für ein Kind dieser Grösse zugänglich ist.
Danach wurde es von einem Agenten gemeldet und durch einen anderen festgehalten, als es bereits in das Flugzeug eingestiegen war, und anschliessend der Polizei übergeben.
Dieses einmalige Ereignis führte zur unverzüglichen Einberufung der Vertreter aller Unternehmen am Flughafen, die sofort Massnahmen ergriffen, um die Wiederholung eines solchen Vorfalls zu verhindern.
Wir müssen zum jetzigen Zeitpunkt feststellen, dass das aktuell angewendete System bei Erwachsenen und Kindern in Begleitung funktioniert, aber dass möglicherweise Lücken besser berücksichtigt werden müssen, die kleine Kinder nutzen können, wie dieser äusserst bedauernswerte Vorfall zeigt.
Wir haben mit der Ausarbeitung von technischen Lösungen begonnen, um die Wege besser abzugrenzen und Zugänge zu sperren, die ein Kind nutzen könnte.
Die Direktion des Genève Aéroport freut sich, dass das Kind festgehalten werden konnte, bedankt sich bei allen Beteiligten und arbeitet mit ihnen zusammen unter Hochdruck an Prozessen, um eine bessere Abschottung der verschiedenen Räume und Wege nach der Sicherheitskontrolle zu erreichen.
Bertrand STÄMPFLI
Abteilungsleiter Kommunikation