Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03167.jsonl.gz/1223

Das revidierte Gewässerschutzgesetz des Bundes aus dem Jahr 2011 war eines der ersten Gesetze weltweit, das den Geschiebehaushalt explizit schützen will: Der Geschiebehaushalt im Gewässer darf nicht so verändert werden, dass die einheimischen Tiere und Pflanzen, deren Lebensräume, der Grundwasserhaushalt und der Hochwasserschutz beeinträchtigt werden. Die unbewilligte Kiesentnahme wurde schon früher unter Strafe gestellt; da es sich dabei um ein Vergehen gegen das Gewässerschutzgesetz handelt, muss das Amt für Umwelt als neu zuständige Behörde diese Fälle von Amtes wegen zur Anzeige bringen.
Im Jahr 2014 erarbeitete der Kanton, damals noch unter Federführung des Tiefbauamtes, in Folge der revidierten Gesetzgebung die strategische Planung zur Sanierung des Geschiebehaushalts. Damit der Geschiebehaushalt wieder ins Lot kommt, müssen eine Handvoll Kraftwerke saniert werden (schweizweit rechnet man mit ca. Hundert Sanierungsfällen). Die Konferenz der Bau-, Planungs- und Umweltschutzdirektoren der Ostschweiz (BPUK-Ost) hat zudem bereits 2005 den grundsätzlichen Verzicht von Kiesentnahmen zur Erhöhung der Geschiebeführung in der Thur und ihrer Seitengewässer beschlossen, basierend auf den Resultaten einer Geschiebehaushaltstudie (sog. Thur-Studie von 2005).