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Emilia Galotti
Schauspiel
Stückinfo
"Weg ist meine Ruhe, und alles!" ruft der Prinz in Lessings "Emilia Galotti"
aus. Hier ist die Welt eine hastige Welt, die Menschen laufen ihren eigenen Glücksversprechen hinterher. Der Prinz Hettore Gonzaga steht vor dem Bild seiner Geliebten Orsina und spürt, dass seine Gefühle für sie längst Vergangenheit sind. Er liebt Emilia Galotti, er würde alles für sie geben, doch die Zeit ist knapp, denn sie wird heute den Grafen Appiani heiraten. Marinelli, Freund und Kammerherr des Prinzen, veranlasst, die beiden auf dem Weg zu ihrer Hochzeit zu überfallen. Appiani stirbt, Emilia wird auf des Prinzen Lustschloss Dosalo "gerettet". Bald erscheint Emilias Vater Odoardo, um sie nach Hause zu holen. Er trifft im Schloss auf die Gräfin Orsina, die die Intrige durchschaut hat, sie Odoardo erklärt und ihm einen Dolch gibt. Als Odoardo seine Tochter kurz unter vier Augen sprechen darf, bittet Emilia ihren Vater, sie zu töten. In wenigen Stunden verkehren sich für die Figuren des Stückes auf katastrophale Weise Glück in Unglück, Wünsche in Albträume, Vernunft in Wahnsinn. Was ist das Geheimnis Emilias, einer Frau, die in ihrer Unschuld eine Spur des Unglücks hinter sich herzieht? Lessings 1772 entstandenes Trauerspiel ist eine "Tragödie der Leidenschaften" und stellt Fragen, die auch heute bleiben: Was wagen wir, um glücklich zu sein, welchen Einsatz spielen wir für die vermeintliche Erfüllung unserer Sehnsüchte?
Alexander Nerlich, Regie-Absolvent der Bayerischen Theaterakademie, der zwei Jahre als Regieassistent am Theater Basel arbeitete und während dieser Zeit bereits den Nicholson Baker-Dialog "Checkpoint" zur Aufführung brachte und mit seiner Inszenierung von Jon Fosses "Die Nacht singt ihre Lieder" auf sich aufmerksam machte, wird "Emilia Galotti" auf der Kleinen Bühne inszenieren.
"Selten kann man eine Aufführung sehen, der scheinbar mühelos gelingt, einen
Klassiker in heutige Zeit zu transportieren, mit einer so intensiven
Aufmerksamkeit für die Sprache, mit einer derart präzisen Personenführung.
"Emilia Galotti" in diesen atmosphärisch dichten, ja verführerischen
Bühnenbildern, mit einer hervorragenden schauspielerischen Leistung aller
Mitwirkenden erleben zu können, ist ein Theaterereignis." SWR 2
"Ein grosser Abend auf der Kleinen Bühne." Radio Basel One
"Die Dialoge sind nüchtern und packend heraus gearbeitet, ein Dialog jagt den andern. Die Szenen wirken meist echt, sind in einer grossartigen Kongruenz von Schauspielern, Personen und Stringenz der Interpretation." Basellandschaftliche Zeitung