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Schulhaus Kalofen
Innenraum (Klassenzimmer)
Schulhaus Kalofen
Adresse
6022 Grosswangen
LU
Architektur
Weitere Bauphasen
Das Schulhaus Kalofen ist zusammen mit dem 1930 entstandenen Meili-Schulhaus in Gelfingen ein Pionierbau des Schulhausbaus in den Luzerner Landgemeinden. Die Ideale des Neuen Bauens fanden hier einen gemässigten Ausdruck und bereiteten so den Boden für die weitere Entwicklung. Das Schulhaus Kalofen gehört zu den wenigen nahezu unverändert erhaltenen Bauten aus dieser Zeit im Kanton Luzern.
Chronologie
Erste Vorkehrungen für den Bau des neuen Schulhauses in Grosswangen wurden bereits im Jahr 1905 getroffen. Die Realisierung zögerte sich jedoch über 30 Jahre hinaus. 1935 konnte der Bau unter der Leitung des Architekten Armin Meili beginnen. Am 27. September 1936 wurde das neue Schulhaus Kalofen eingeweiht. Das Schulhaus wurde erstmals in den 1960er-Jahren renoviert und erweitert, ein weiteres Mal 1979 – beide Male zeichnete Thomas Jäger verantwortlich. Im Jahr 2003 beschloss die Gemeinde eine neuerliche Gesamtrenovation, die auch einige Umnutzungen umfasste; unter anderem wurde die Turnhalle zum Mehrzweckraum, der «Meilihalle», umfunktioniert. Die sanfte Sanierung oblag der A6 Architekten AG.
Lage
Das Schulhaus Kalofen liegt südöstlich des Dorfkerns von Grosswangen auf leicht abfallendem Gelände. Erschlossen wird es von der Kalofenstrasse aus Richtung Norden. Nordwestlich der Schulanlage liegt die Kalofenhalle, ansonsten wird prägt ein Wohnquartier das Umfeld. Das Schulgebäude und die Turnhalle formen einen rechten Winkel und fassen den Pausenplatz, der im Südosten mit einer Kastanienbaumreihe abschliesst.
Beschreibung
Das dreigeschossige, langgezogene Schulgebäude und die Turnhalle sind mit flachen Walmdächern gedeckt. Der Haupteingang befindet sich an der Nordecke, Arkaden führen hier in einen überdeckten Vorbereich. Das Erdgeschoss wird von einem Fensterband durchzogen. Dem Geländeverlauf entsprechend ist das Bandfenster auf der Nordwestseite nahezu ebenerdig situiert, im Südosten tritt darüber hinaus noch das Sockelgeschoss zu Tage. Die Obergeschosse sind mit Lochfenstern gerastert. Das Treppenhaus zeichnet sich mit einer geschossübergreifenden Verglasung an der Nordwestseite ab. Im Rahmen der letzten Gesamtrestaurierung wurde versucht, das Farbkonzept Armin Meilis wiederherzustellen. Die Fassade wurden neuerlich mit einem grobkörnigen, naturfarbigen Kalkputz versehen. Die Fenster wurden mit Isolierverglasungen gefüllt, die dem Original in Farbe und Dimension nachempfunden sind: Im Sockelgeschoss verwendete Meili ein helles Grün, die Fenster in den Obergeschossen gestaltete er hingegen in einem intensiven Gelbton. Die neuen, durch die Umnutzung bedingten Öffnungen, wie etwa die Verglasung der Arkaden in der Vorhalle, wurden in einem zurückhaltenden Eisenglimmerton erstellt.
Die Klassenzimmer sind auf der Südostseite des Schulhauses angeordnet und somit optimal belichtet. Die Zimmer werden über einen sechs Meter breiten Gang auf der Nordwestseite erschlossen. Dieser ist auf der ganzen Länge mit Bänken ausgestattet und kann bei schlechtem Wetter als Pausenraum genutzt werden. Die Schulzimmer sind geschossweise in unterschiedlicher Abfolge hellgelb, hellgrün oder lachsfarben gestrichen. Fenster, Türen, Geländer und Radiatoren besitzen einen stumpfen Blauton. Der Boden im Gang und Treppenhaus ist mit Klinkern belegt. In den Schulzimmern wurde Eichenparkett verbaut.
Literatur