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Ein Luxushotel auf der Krim, die Gäste vertreiben sich die Zeit. Und die Zeit vergeht: der erste Akt spielt um 1910 mit Figuren aus Cechov-Stücken, der zweite Akt kurz nach der Revolution. Im dritten Akt, nach der Perestroika, ist das Hotel zum Treffpunkt für die neuen russischen Business-Männer geworden. Alles hat sich verändert, aber die Strukturen und Menschen sind dieselben. Oder etwa doch nicht?
In einem Luxushotel auf der Krim, um 1910, vertreiben sich die ›überflüssigen Menschen‹ die Zeit mit Teegesellschaften. Figuren aus Cechov-Stücken mischen sich unter die Anwesenden. Die Schauspielerin Liliana Karlowna, mit einem deutschen Eisenbahningenieur verheiratet, ist unglücklich verliebt in Oberst Sejkin; Zachedrynskij, ein distinguierter Herr, liebt die junge Lehrerin Tatjana, die aber nicht heiraten will, sondern ihr ganzes Leben der Aufklärung des einfachen Volkes widmet. Der junge Wladimir Iljitsch Lenin tritt auf. Hat er nicht den Schuss von der ›Aurora‹ vernommen? Die Anwesenden beruhigen ihn: Das sei erst später dran und finde außerdem in St. Petersburg statt. So beginnt der erste Akt des Stückes, das in drei Akten hundert Jahre russische Geschichte satirisch beleuchtet. Manche der im ersten Akt eingeführten Figuren begegnen uns im zweiten Akt wieder, der in der Zeit kurz nach der Revolution spielt. Im dritten Akt, nach der Perestroika, ist das Hotel zum Treffpunkt für die neuen russischen Business-Männer geworden. Doch auch da gibt es noch immer die Onkel Wanjas und die Lopatkins, mögen sie sich rein äußerlich auch gewandelt haben, und auch die Liebesbeziehungen zwischen den neuen Tatjanas und Zachedrynskijs, den Lilianas und Sejkins sind 1993 noch genauso kompliziert wie 1910. Alles hat sich verändert, aber die Strukturen sind dieselben. Oder etwa doch nicht?
»Tragisch, komisch, gut.«Berliner Zeitung
»Eine kurzweilige und handwerklich souveräne Komödie.«Kölner Stadt-Anzeiger
»Eine Pastiche auf Cechov, eine Satire auf den slawischen Bovarysmus, voller Augenzwinkern und Anspielungen.«Le Figaro
»Ein Fresko, das uns in drei Stunden vom Rußland Cechovs in das Rußland von heute führt.«Le Monde
»In drei Etappen (1910, 1928 und 1993 nimmt ›Liebe auf der Krim‹ ein Jahrhundert russische Geschichte durch – in jener Mischung aus Satire und bitterer Pointe, Klamauk und Moral, Komik und Verzweiflung, die Mrozeks Markenzeichen ist.«Neue Zürcher Zeitung
»Es ist ein ziemlich lebensnahes Chaos, das die Warschauer Bühne auftischt, und am nachdenklichsten macht eine Metapher Mrozeks für Rußland, die er wohl selbst erfunden hat: ein General ohne Kopf und der Kopf des Generals ohne Rumpf irren (mitter)nachts im Kreml umher und suchen einander. Ob sie sich inzwischen gefunden haben? Oder wäre es besser, sie fänden sich nie? – Ein geistreiches Spiel, das das Niveau vorgibt, an dem andere Stücke aus Europa gemessen werden müssen.«Süddeutscher Rundfunk
Zur ersten deutschen Inszenierung im Renaissance-Theater in Berlin: »›Liebe auf der Krim‹ zeigt die letzten 100 Jahre Rußland als ironische und bitterböse Abrechnung. Armes Rußland. Großartiges Renaissance-Ensemble. Wundervoller Slawomir Mrozek.«Welt am Sonntag
»Mrozek ist ein Meister des absurden Theaters – er sucht nach den Spuren des Absurden im Alltag und in der Geschichte. Das gelingt ihm mit der ›Liebe auf der Krim‹ über alle Erwartung. Das große, bedeutsame, welthaltige Sujet und dessen souveräne, meisterhafte Behandlung, die kompositorische Kühnheit, der brillante, witzig mehrdeutig funkelnde Dialog und die lebensvollen plastischen Rollen, die Mrozek geschaffen hat, machen ›Liebe auf der Krim‹ zu dem Ereignis der Saison.«Wiener Zeitung