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Detail
CHAIX, Henri F.
* Geneva, 21.02.1925, † Geneva, 11.06.1999
Piano, Trombone
Unter den Pianisten galt Henri Chaix mit Recht als der Doyen im Schweizer Jazz. Doch seine Berühmtheit reichte weit über die engen Grenzen der Schweiz hinaus. Sein Wirken als Pianist wurde nicht nur in ganz Europa geschätzt . in Kanada, beispielsweise, verkauften sich seine Trio-Aufnahmen mit (für den Jazz) geradezu sensationellen Zahlen.
1925 als Sohn des bekannten Komponisten und Organisten Charles Chaix geboren, genoss Riri (schon damals sein Kosename) bereits mit sechs Klavierunterricht. Seine Liebe zum Jazz entdeckte er relativ spät: Erst als Achtzehnjähriger, als er sich schon längst am Genfer Konservatorium zum klassischen Konzertpianisten ausbilden liess.
Danach übernahm er rasch den Job des Pianisten in der legendären Genfer Oldtime-Formation "Jam Band". Das war 1943, als man noch keine Jazz-Schulen kannte. Das Rüstzeug musste man sich damals selber holen und erlernen. Weitere Stationen waren die "Dixie Dandies", aus denen später dann das "Orchestre Claude Aubert" wurde.
Anfangs der Sechzigerjahre übernahm Chaix diese Gruppe und führte sie dann bis 1971 unter seinem eigenen Namen weiter. Während jener Zeit . gewissermassen der späten Hochblüte des Jazz . durfte er mit seiner Band all die Swing-Grössen begleiten: Benny Carter, Buck Clayton, Bill Coleman, Ray Nance, Albert Nicholas, Stuff Smith, Rex Stewart, Buddy Tate, Ben Webster und viele andere mehr. Sein guter Ruf festigte sich damals schon international.
Um 1970 wurde aus der Band das Henri Chaix Trio mit Alain Du Bois (b) und Romano Cavicchiolo (dr). Es hatte während drei Jahrzehnten festen Bestand und grossartigen Erfolg . bis zum Ableben Du Bois' 1997.
Daneben wirkte Henri Chaix noch immer als Professor am Genfer Konservatorium, unterrichtete auch regelmässig vielversprechende Pianisten wie Eddie Bernard, Buddha Scheidegger und Bernd Lhotzky. Seine Spezialität war immer schon das Stride-Spiel, das er mit höchster Vollendung beherrschte.
Dem modernen Jazz stand Henri Chaix eher kritisch gegenüber: Im neuen Jazz fand er je länger je weniger, was er im Jazz eigentlich suchte: menschlichen Kontakt, kommunikative Wärme. Er liebte die Romantik im Jazz: Armstrong, Bechet, Jelly Roll Morton, Hawkins, Ellington.
[Arild Wider.e]