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Wirtschaft
Die weltweite Präsenz und Marktmacht von Glencore stehen in keinem Verhältnis zu den ungenügenden Bemühungen, negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu verhindern.
Die auf Verschwiegenheit bedachte Firma wurde durch den Börsengang im Jahr 2011 gezwungenermassen etwas transparenter. Glencore hat viel in PR investiert, jedoch schlug sich der Wandel vor allem auf dem Papier nieder und führte kaum zu Veränderungen im Sinne der Bedürfnisse der Betroffenen. Das kolumbianische Umweltministerium hat in der Umgebung der Kohleminen eine so exorbitante Luftverschmutzung festgestellt, dass es 2010 die Umsiedelung von drei Gemeinschaften anordnete. Vier Jahre später müssen die Betroffenen nicht nur mit der Angst und Unsicherheit einer möglichen Umsiedelung leben, sondern sehen weiterhin ihr Recht auf Gesundheit missachtet. Schlimmer noch, Glencore hält an ihrer «antigewerkschaftlichen» Einstellung fest und geht scharf gegen KritikerInnen vor. Der Schweizer NGO Multiwatch droht gar eine Verleumdungsklage aufgrund ihres Buches über die negativen Auswirkungen von Glencores Geschäftstätigkeiten, welches im Mai 2014 publiziert wurde.
Seit dem Zusammenschluss mit Xstrata im Jahr 2013 ist Glencore nicht nur der grösste diversifizierte Rohstoffhändler, sondern auch einer der weltweit grössten Bergbaukonzerne. Die negativen Auswirkungen von Glencores Geschäftstätigkeiten beschränken sich nicht auf Kolumbien. In Argentinien laufen gegen eine Minengesellschaft, die zu 50% im Besitz von Glencore ist, Verfahren wegen Umweltverschmutzung. In der Demokratischen Republik Kongo sieht sich Glencore mit Vorwürfen konfrontiert, von Kinderarbeit zu profitieren.
In Sambia hat es Glencore-Tochter Mopani Copper Mines trotz anhaltend hoher Kupferpreise erfolgreich vermieden, Gewinnsteuern zu zahlen und bringt so Land und Leute um die Früchte des Kupferbooms. Glencores weltweite Präsenz und Marktmacht stehen in keinem Verhältnis zu den ungenügenden Bemühungen, negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu verhindern.