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Pubertät
Während sich die männlichen Stammzellen (Spermatogonien) beim geschlechtsreifen Tier zeitlebens mitotisch teilen, vermehren sich die Oogonien nur pränatal. Den Weibchen steht damit nur eine begrenzte Anzahl von Keimzellen zur Verfügung, da sämtliche Oogonien bereits zum Zeitpunkt der Geburt in die Meiose eingetreten sind und als Oocyten I im Dictyotän vorliegen.
Der Pubertät liegen verschiedene hormonelle Veränderungen zugrunde. Es wird mehr follikelstimulierendes Hormon (FSH) und mehr luteinisierendes Hormon (LH) ausgeschüttet und im Zuge der dadurch eingeleiteten Follikelreifung mehr Östrogen produziert. Mit der Pubertät erlangt das Tier die Fortpflanzungsfähigkeit (Geschlechtsreife). Dies bedeutet jedoch nicht zwingend, dass die körperliche Konstitution des Tieres einer Trächtigkeit und Geburt bereits gewachsen ist (Zuchtreife).
Als Folge der Domestikation und der intensiven Haltungs-bedingungen hat sich eine Diskrepanz zwischen Geschlechtsreife und Zuchtreife ausgebildet.
Werden weibliche Tiere zu früh belegt, kann das ihre weitere körperliche Entwicklung beeinträchtigen und Geburtsschwierigkeiten mit sich bringen.
Sexualzyklus
Die weiblichen Geschlechtsorgane sind ab der Pubertät periodisch wiederkehrenden Veränderungen unterworfen. Für die Beschreibung der Vorgänge werden die Bezeichnungen Ovarial-, Genital-, Geschlechts- oder Brunstzyklus verwendet. Um alle wesentlichen Veränderungen einzuschliessen, soll im Folgenden der Begriff „Sexualzyklus“ verwendet werden.
Der Sexualzyklus bildet eine notwendige Voraussetzung für die Fortpflanzung. Für einen Unterbruch des Zyklus gibt es physiologische wie pathologische Gründe. Zu ersteren zählen Trächtigkeit oder Laktationsanöstrie, zu letzteren zahlreiche Erkrankungen endokrinologischer oder gynäkologischer Art. Ein altersbedingtes Ausbleiben der zyklischen Veränderungen wird bei den domestizierten Haustieren im Gegensatz zum Menschen (Menopause) kaum beobachtet. Trotzdem verbringen viele gesunde, fertile weibliche Tiere den Hauptteil ihres Lebens ohne regelmässige zyklische Aktivität, da die juvenile Periode, die anöstrischen Gestationsperioden und die anöstrischen Laktationsperioden mehr Zeit in Anspruch nehmen als die kurzen Intervalle der zyklischen Aktivität bis zum Eintritt der nächstfolgenden Trächtigkeit.