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Die 1001 lebensgrossen Kannon-Figuren gehören zu den eindrücklichsten Sehenswürdigkeiten in der alten Kaiserstadt Kyoto. Zu sehen sind sie im Rengeo-in. Doch kaum jemand kennt diesen buddhistischen Tempel bei diesem Namen. Vielmehr spricht man vom Sanjūsangendō («der Tempel der 33 Säulenabstände»). Mit diesem Begriff wird die unverkennbare einstöckige Haupthalle beschrieben. Sie ist mit 120 Metern sogar das längste Holzgebäude Japans. Erstmals errichtet wurde es im 12. Jahrhundert. Nach einem Brand wurde es 1266 originalgetreu wieder aufgebaut.
In der Haupthalle verehrt wird die tausendarmige Kannon, die Gottheit des Mitgefühls, die als riesige sitzende Statue dargestellt wird. 3,3 Meter hoch ist diese Hauptfigur. Flankiert wird sie von weiteren je 500 lebensgrossen und identisch aussehenden Statuen. Beschützt werden sie von 28 Wächterstatuen. An beiden Enden der Halle sind zudem der Gott des Donners (Raijin) und der Gott des Windes (Fūjin) aus der Shinto-Mythologie zu sehen. Alle Kannon-Statuen stammen aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Sie wurden aus Zypressenholz gefertigt und mit Blattgold überzogen.
Ein Generationen-Projekt
Der Unterhalt dieses japanischen Kulturschatzes ist gigantisch. 1973 begann man, die 1001 Kannon-Figuren sorgfältig zu restaurieren. 15 bis 40 Statuen wurden Jahr für Jahr abtransportiert, fein säuberlich auf Schäden kontrolliert, von Staub und Dreck befreit, repariert. Sagenhafte 45 Jahre dauerte diese aufwendige Arbeit, die insgesamt 923 Millionen Yen (rund 7 Millionen Euro) kostete. Am 22. Dezember 2017 wurden schliesslich die letzten 9 restaurierten Statuen in der Haupthalle wieder in Position gebracht, wie die Mainichi Shimbun berichtete. 996 Kannon-Figuren sind nun dort, 5 weitere sind zurzeit an Museen ausgeliehen.