Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/244856

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit den Kantonen und der Elektrizitätswirtschaft darzulegen, wie die bestehenden Speicherseen besser genutzt werden können. Der Bericht soll insbesondere aufzeigen:</p><p>1. In welchem Umfang in Zukunft die Speicherseen auf den Beginn des Winterhalbjahres zuverlässiger gefüllt werden können, wenn in Anlagen investiert wird, die Wasser aus tieferliegenden Seen und anderen Gewässern hochpumpen können. </p><p>2. Welche Umweltauswirkungen entstehen, insbesondere im Vergleich mit möglichen in noch unberührten Landschaften geplanten Speicherseen (Siehe "Gemeinsame Erklärung des Runden Tisches Wasserkraft vom 13. Dezember 2021")</p><p>3. Wie wirtschaftlich die nötigen Investitionen sind, ebenfalls im Vergleich mit neuen Speicherseen und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass mit steigender Nutzung der Energie von Sonne und Wind der Ausgleich zwischen unregelmässiger Produktion und kontinuierlicher Nutzung auch bei normalen Verhältnissen wichtiger wird.</p><p>4. Welche Probleme für entsprechende Vorhaben durch das bevorstehende Ablaufen von Nutzungskonzessionen entstehen, und was für ein rasches Handeln nötig ist.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Postulat verlangt unter anderem die Nutzung von Pumpen zur besseren Speicherfüllung zu evaluieren. Die unterdurchschnittlichen Füllstände der Speicherseen im Herbst 2022 sind insbesondere durch ein starkes Niederschlagsdefizit auf der Alpensüdseite bedingt. Auch mit Pumpen könnte dies nur begrenzt ausgeglichen werden. Zudem würde der bereits bestehende Wassermangel in den Fliessgewässern so weiter verstärkt werden.</p><p>Die Nutzung von Pumpen ist zur regulären Speicherfüllung bei diversen Speicherkraftwerken bereits umgesetzt. Mehrere der grossen Kopfspeicher in der Schweiz werden mittels Zubringerpumpen gefüllt. Auch durch eine zusätzliche Nutzung von Pumpen zur besseren Speicherfüllung wird der Füllstand der Speicherseen nie hundert Prozent erreichen. Das liegt zum einen am Portfolioeffekt; die Speicherseen erreichen nicht alle gleichzeitig das Maximum. Zudem lassen die Betreiber bei relativ vollen Seeständen meist noch ein Reservevolumen für allfällige Herbstniederschläge frei. Dies dient einerseits der Produktionsoptimierung, andererseits bei verschiedenen Stauseen auch zur Sicherstellung des Beitrags zum Hochwasserschutz. Diese Reserve kann vor allem durch die immer besser werdenden hydrologischen und meteorologischen Vorhersagemodelle reduziert oder der Stausee im Hochwasserfall vorabgesenkt werden. Umgekehrt wird im Frühjahr ebenso nie das Minimum von null Prozent erreicht, da die Schneeschmelze in den unterschiedlichen Einzugsgebieten zu unterschiedlichen Zeitpunkten einsetzt. Auch hier helfen bessere Vorhersagemodelle die Speicherausnutzung zu verbessern.</p><p>Der Bundesrat erachtet aus diesen Gründen die Erstellung eines Berichts als nicht notwendig. Die Faktenlage ist bereits vorhanden. Ein zusätzlicher Bericht würde keine neuen Erkenntnisse bringen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.