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Was fällt Ihnen ein, wenn Sie Lavendel hören? Wohlriechender Duft und Gartenblume? Schopflavendel oder echter Lavendel?
Der Lavendel ist vor allem wegen seinem herrlichen Duft beliebt und wird in vielen Gärten angepflanzt. Gleiches gilt für die Gärten der Algarve.
Doch der Lavendel ist nicht nur heute sehr beliebt. Bereits im späten Mittelalter war er als Arzneimittel bekannt. Er zählt zu den Heilpflanzen, die im Jahr 1620 mit den ersten Siedlern in die neue Welt kamen. Der Pflanzenheilkundler John Parkinson schrieb einige Jahre später über den Lavendel, „dass er eine Pflanze ist, die gut für allerlei Beschwerden im Kopf und Gehirn ist“.
Forschungen bestätigten diese Aussagen. Der Lavendel wirkt aufgrund seiner ätherischen Öle mit mehr als 40 verschiedenen Bestandteilen beruhigend, antidepressiv, antiseptisch und antibakteriell, regt den Blutfluss an und lindert Muskelkrämpfe. Lavendel wird heute gerne zur Beruhigung des Nervensystems, aber auch bei Koliken und Blähungen verwendet.
In der portugiesischen Volksmedizin wird ein Tee aus den Blüten des Schopflavendels (Lavandula stoechas L.) erwähnt um die Verdauung zu fördern, Husten und Erkältungen zu lindern.
Echter Lavendel oder Schopflavendel?
In der Antike war nur der Schopflavendel im Gebrauch. So wird angenommen, dass Benediktiner den Schopflavendel aus seiner Heimat, den westlichen Mittelmeerländern sowie Portugal nach Mitteleuropa brachten und ihn in den Klostergärten zu den Lavendel kultivierten, der heute als echter Lavendel Lavandula off., syn. Lavandula angustifolia bekannt ist.
Lavendel in Portugal?
Mehr als 30 verschiedene Arten umfasst die Gattung der Lavendelpflanzen (Lavandula). In Portugal gibt es fünf Wildformen, die dazu zählen. Allerdings heisst es aufpassen mit den Bezeichnungen, denn der Lavendel wird nur in Brasilien als „lavanda“ bezeichnet, während er in Portugal „alfazema“ genannt wird mit einer Ausnahme.
Der Schopflavendel wird als „rosmaninho“ bezeichnet, was oft zur Verwechslung mit dem Rosmarin führt, der wiederum in Portugal „alecrim“ heisst. Der Rosmarin ist zwar auch ein Lippenblütler gehört jedoch nicht zu den Lavendelpflanzen ist allerdings mit ihnen verwandt.
5 wilde Lavendelarten in Portugal
Bis heute haben sich fünf Lavendelarten in Portugal erhalten. Darunter befinden sich drei Schopflavendelarten (Lavandula stoechas) und zwar die Unterarten subspécie luisieri, auch als Rozeira bezeichnet, die einen kompakten und langen Blütenstand mit kurzen Blütenblättern hat und in Portugal sehr häufig im Nordosten, im Zentrum und im Süden vorkommt.
Die Unterart subspécie pedunculata, ist in Portugal als Rosmaninho-maior bekannt und hat dagegen einen kurzen Blütenstand mit langen Blütenblättern. Auch er findet sich im Algarve, Alentejo sowie im Zentrum und Nordosten.
Die Unterart viridis wird als Rosmaninho-verde bezeichnet, da er im Vergleich zu den anderen Arten des Schopflavendels einen grünlichen Farbton besitzt Diese Pflanze ist am schwierigsten zu finden. Sie wächst im Südwesten Portugals, im Südosten des Alentejo sowie im Barlavento im Algarve.
Wilder Lavendel
Bei den weiteren Wildformen handelt es sich um den Lavandula latifolia Medicus, der als alfazema-brava bekannt ist und an seinen sehr langen und schmalen Blättern erkennbar ist. In Portugal findet man ihn in der Estremadura und im Beira Litoral.
Die fünfte Wildform ist der Lavandula multifida L., von dem keine allgemeine, portugiesische Bezeichnung bekannt ist. Er unterscheidet sich von den anderen Arten, durch seine doppelt gefiederten Blätter und wächst in kleinen Gruppen nach Süden ausgerichtet in der Serra da Arrábida. Im Algarve ist er im Guadiana-Tal anzutreffen.