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Zürich, 31.07.2017
Ein Tessiner Bundesratsmitglied würde die Beziehungen zwischen dem Südkanton und Bern nicht verändern. Das sagte Bundespräsidentin Doris Leuthard in einem Gespräch mit dem Tessiner Fernsehen RSI. Denn der derzeitige Bundesrat sorge bereits für alle Regionen im Land.
Ein kurzer Auszug aus einem Fernsehgespräch Leuthards zum Nationalfeiertag wurde am Montag vorab auf der Webseite von RSI aufgeschaltet. Leuthard erinnerte darin an die Jahre 1986 bis 1999, als der Tessiner Flavio Cotti (CVP) Bundesrat war. Selbst damals habe das Tessin empfunden, weit entfernt von Bern zu sein.
Andere Regionen verspürten denselben Eindruck, sagte Leuthard. Der Bundesrat sei eine Regierung für alle. Der Vizekanzler komme aus dem Tessin, sie selbst und auch Justizministerin Simonetta Sommaruga sprächen Italienisch. Die Landesregierung habe Verständnis für das Tessin.
"Ich denke nicht", antwortete Leuthard auf die Frage, ob ein Bundesratsmitglied aus der italienischen Schweiz die nicht immer idyllischen Beziehungen zwischen dem südlichsten Kanton und der politischen Zentrale verbessern könnten.
Sie räumte zwar ein, dass mit einer Person mit Tessiner Wurzeln die Regierung natürlich noch repräsentativer werden würde. Doch: "Es ist ein Bundesrat für die ganze Schweiz und nicht nur für einen Kanton", betonte die Vorsteherin des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK). Sie ist seit 2006 Bundesrätin und hat ebenfalls am Montag angekündigt, spätestens im Herbst 2019 zurückzutreten.
Zu den Chancen des Tessins, im September eine Vertreterin oder einen Vertreter in der Landesregierung zu erhalten, machte Leuthard keine Prognose. "Die Möglichkeit ist da. Es obliegt dem Parlament, im September eine gute Wahl zu treffen", sagte sie lediglich.