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Tourbillon vu depuis la vieille ville de Sion
(Luftaufnahmen von Sion und Tourbillon)
Im Gegensatz zur Kirchenburg Valeria, die in hohem Masse verschont blieb von den Verheerungen, denen Sitten Opfer fiel, erlebte die benachbarte, auf noch höherem Felsmassiv gelegene Feste Tourbillon ein bewegteres Schicksal.
Ihre Erbauung wird allgemein dem Bischof Bonifaz von Challant (um 1294) zugeschrieben, doch ist es unwahrscheinlich, dass der beherrschende Felsrücken hoch über der ursprünglichen Bischofsresidenz bei St. Peter nicht schon in die frühesten Befestigungsanlagen von Sitten einbezogen worden ist. Die archäologisch allerdings nur unzuverlässig beobachteten Reste eines mächtigen Rundturmes, der sich an der Stelle der nachmaligen Burgkappelle erhoben hat, könnten als Hinweis auf eine frühere Burganlage gedeutet werden. Der heutige Bau, bis auf die erwähnte Kapelle eine Ruine, geht auf das ausgehende 13. Jahrhundert und auf die Mitte des 15. Jahrhunderts zurück. Das ausgedehnt Burgplateau ist ohne Kletterei nur vom Sattel zwischen Valeria und Tourbillon aus über einen steilen Pfad erreichbar. Dieser Zugang wird etwa auf halber Höhe durch eine lange, zinnenbewehrte Traverse gesperrt, die nur durch ein schmales Tor mit Maschikuli-Erker passiert werden kann. Den zerklüfteten, von Majoria aus gegen Tourbillon aufsteigenden Felsgrat verteidigt ein schlanker Wehrturm mit vorgelagertem Halsgraben, der Hundeturm.
Das eigentliche Burgareal wird von einer ausgedehnten Ringmauer umschlossen, die unregelmässig der Felskante entlang geführt ist. Innen lehnt sich an diese Ringmauer in der Westecke der Anlage ein wehrhaftes Gebäude mit fünfeckigem Grundriss an, und in der Südostecke erhebt sich die um die Mitte des 15. Jahrhunderts neue erbaute, den Heiligen St. Georg und st. Gratus von Aosta sowie Wilhelm von Neuenburg geweihte Kapelle mit bemerkenswerten Fresken. Ein schlanker Rundturm gewährt an dieser Ecke Auslug und Verteidigung, während die Südfront der Ringmauer nahe dem gewundenen Aufstieg zum Burgtor mit einen viereckigen Schalenturm bewehrt ist. Die Kernburg von Tourbillon besteht aus einem imposanten, wehrhaften Palas von rechteckigem Grundriss. Innen wird das Gebäude durch eine Quermauer und ein Treppenhaus gegliedert. Nördlich schliesst eine Tankzisterne an. Die schmalseitigen Treppengiebel beruhen wohl auf einem Um- oder Ausbau vom 15. Jahrhundert, während der heutige Zinnenkranz auf eine ungesicherte Rekonstruktion aus unserem Jahrhundert zurückgeht.
Tourbillon ist als Burg des bischöflichen Hofstaates entstanden. Die unbequeme Lage der Feste veranlasste den Bischof jedoch, 1373 die leichter erreichbare Burg Majoria zu erwerben und als Wohnung einzurichten. Diesen Entschluss mögen die Schäden erleichtert haben, die im Verlaufe des 14. Jahrhunderts durch die wiederholten kriegerischen Verheerungen in den Kämpfen zwischen den Bischöfen und ihren politischen Widersachern, den Grafen von Savoyen und den Freiherren vom Turn, auf Tourbillon entstanden waren und die Burganlage ruiniert hatten. Auch in den Raroner Kriegen dürfte die Feste schwer gelitten haben. Der schlechte Zustand der Mauern bewog um die Mitte des 15. Jahrhunderts Bischof Wilhelm III von Raron, die Burg einer gründlichen Restaurierung zu unterziehen. Damals wurde die Kapelle erneuert, der Wohntrakt erhielt einen neuen Innenausbau, und die äusseren Wehrmauern bekamen einen erhöhten Zinnenkranz mit Wehrgang. Vom äussern Burgtor in der vorgelagerten Traverse aus wurde ein direkter Zugang zur Burg Majoria angelegt. Da die oberhalb von Sitten bei Savièse gelegene Feste Seta 1417 in den Raroner Kriegen endgültig zerstört worden war und als bischöfliche Residenz nicht mehr in Frage kam, blieb Tourbillon bis in die Neuzeit hinein Sitz des bischöflichen Hofstaates, während Majoria eher als Privatwohnung des geistlichen Herren diente. Erst eine Brandkatastrophe im Jahre 1788, welche die Burg in Schutt und Asche legte, führte ihren Untergang herbei.
Sébastian Munster 1550
Seither ist Tourbillon Ruine, doch hat man vor einige Jahren die Kapelle mit ihren wertvollen Fresken wieder hergestellt.
Johannes Stumpf - 1548 “Ville de Sion incendiée 17 octobre 1418”
Johannes Stumpf - 1548 « Sion » Il s’agit de la première représentation connue de la ville de Sion, avec les châteaux de Valère et Tourbillon, ainsi que la Majorie. Ces gravues ont été publiée en 1548 et colorisée . Ces trois documents sont extraits de Gemeiner loblicher Eydgnoschafft Stetten, Landen und Voelckeren Chronick wirdiger thaaten Beschreybung
Johannes Stumpf - 1548 “Reconstruction de Tourbillon”
Bibliographie