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Haben Sie je auf eine Chilli-Schote gebissen, die sich als zu scharf für Sie entpuppte? Wenn ja, dann werden Sie wissen, wie schwierig es ist, das brennende Gefühl wieder aus Ihrem Mund zu bekommen. Die unmittelbare Wirkung kann unerträglich sein. Jetzt stellen Sie sich vor, Sie spüren dieses Brennen in ihrem ganzen Gesicht, einschließlich Augen, Nase und Hals. Nun, dies ist was passiert, wenn Sie mit einem Pfefferspray ins Gesicht gesprüht werden.
Heute verfügen fast alle Handtaschen, Brieftaschen und Taschen für unterwegs, egal ob für Männer oder Frauen, Platz für einen kleinen Pfefferspray. Obwohl Pfeffersprays NICHT als Waffe im Sinne des Schweizerischen Waffengesetzes gelten, sind sie einer der effizientesten Abwehrmechanismen, um gefährlichen Situationen zu entkommen. Immer größere Grausamkeiten und wachsende Sorge um die Sicherheit von Frauen haben in jüngster Zeit viele Frauen überall auf der Welt dazu genötigt, Pfefferspray bei sich zu tragen. Viele dieser Frauen haben jedoch erkannt, dass das Mitführen von Pfeffersprays unterwegs oder an belebten Orten sie nicht nur im physischen Sinne stärker macht, sondern auch ihr Selbstbewusstsein stärkt.
Die Wirkung von Pfefferspray ist von kurzer Dauer, aber der unmittelbare Effekt ist extrem intensiv. Entwickelt, um an Haut, Haaren und Kleidung zu haften ist es dennoch das sicherste aller chemischen Sprays, denn Pfefferspray ist biologisch abbaubar, organisch und nicht krebserregend. Seine brennende Wirkung erzeugt Tränen, Schmerz und vorübergehende Blindheit. Es verursacht außerdem Husten und Atemnot sowie ein brennendes Gefühl im Gesicht. Aber es ist vorübergehend und die Wirkung hält gewöhnlich nicht länger als etwa 30-45 Minuten an. Dies macht es allgemein zu einer sichereren Option als die Verwendung von Schusswaffen, chemischen Abwehrmitteln oder Taser, die in manchen Fällen dauerhafte Gesundheitsschäden oder sogar den Tod zur Folge haben.
Eine von Deborah Blum im Jahr 2011 durchgeführte Studie kam zu dem Ergebnis, dass Capsaicin die Neuronenaktivität in einer Weise stimuliert, die zu der erstaunlichen Hitzeempfindung führt. Die Studie besagt auch, dass wiederholte Einwirkung durch Erschöpfen der Neurotransmitter und die damit einhergehende Schmerzreduzierung die Wirkung verringern kann.
In der Schweiz ist der Erwerb und das Mitführen von Pfeffersprays für alle Personen ab 18 Jahren erlaubt. Bewilligungen sind nicht nötig. Die Anwendung von Pfeffersprays in Notwehrsituationen oder zur Notwehr-Hilfe (eine andere Person wird angegriffen und Sie wollen ihr helfen) gegen menschliche oder tierische Angreifer ist im Rahmen der Verhältnismässigkeit erlaubt.
Woraus besteht Pfefferspray?
Der Standard zum Messen der Wirkung von Capsaicin wurde von Wilbur Scoville, einem Pharmakologen, im Jahr 1912 entwickelt. Die von ihm durchgeführte Forschung bestimmte die Temperatur von Pfeffer. Die nach Scoville benannte Organoleptische Prüfung maß gemahlenen Pfeffer durch Mischen desselben mit Zucker, Wasser und Alkohol. Diese Prüfung wurde zwischen Null und 5.000.000 eingestuft, wobei eine Mehrheit den richtigen Wert zuwies. Diese Prüfung ist heute allgemein bekannt als SHU oder Scoville Heat Unit Test. Da die Studie buchstäblich aus der Pfefferchemie abgeleitet ist, steht an ihrem Ende das Scoville-Diagramm.
Pfefferspray enthalten sehr scharfe Cayenne- und Jalapeno-Pfefferschoten. Alle enthalten einen äußerst leistungsstarken Wirkstoff namens Capsaicin, eine aus den Früchten von Pflanzen der Capsicum-Gattung gewonnene Chemikalie, die auch in Chillischoten enthalten ist. Außerdem wird Alkohol als Treibgas verwendet. Die Basis kann Wasser oder Öl sein. Die Öl-basierten Produkte haben nicht das Problem der Trennung. Mit Trennung ist gemeint, dass die fertige Mischung nicht gemischt bleibt, was dem Nutzer viel Zeit gibt, der schlimmen Situation zu entkommen. Sie können über eine Reichweite von ca. 2,5 bis 6 Meter mehrfach versprüht werden.
Der prozentuale Gehalt an Oleoresin Capsicum misst die Wirksamkeit des Produkts jedoch nicht im Sinne von Stärke oder Schärfe, sondern nur im Sinne der Menge enthaltenen Pfeffers. Wenn das Pfefferspray auf die Augen trifft, erweitern sich sofort die Kapillargefäße der Augen, was zu vorübergehender Blindheit führt. Capsaicin verursacht außerdem eine Entzündung der Atemwege, was Atembeschwerden verursacht und ein ernstes Risiko für Personen mit Asthma und anderen Atemerkrankungen darstellt.
Geschichte des Pfefferspray
Die Geschichte des Pfefferspray geht zurück bis ins alte China und Indien. Pfefferspray war beliebter unter Kriegern in China als in Indien, da chinesische Krieger es als eine innovativen Methode, den Gegner zu besiegen, erachteten. Diese Krieger wickelten gemahlenen Cayenne-Pfeffer in Reispapier, um es dann Feinden ins Gesicht zu schleudern. Da es die Fähigkeit hatte, eine Person vorübergehend zu behindern, war es unter den Chinesen weithin akzeptiert. Sogar Ninjas, eine geheime Kampfkunstverbindung in Japan, benutzen Pfeffer, um ihre Feinde wehrlos zu machen.
Man glaubt außerdem, dass die Polizei in Japan während der Regentschaft Tukagawas eine Waffe namens „Metsubishi“ verwendete, die in einer mit mit Chilli-Pfeffer gefüllten Schachtel bestand. In jener Zeit bliesen Polizisten scharfen Pfeffer in die Augen von Leuten, die eines Verbrechens für schuldig befunden worden waren. Damals wurden Pfeffersprays nicht nur als ein Selbstverteidigungsgerät benutzt, sondern auch als ein Werkzeug zur Bestrafung für schuldig befundene Personen. Erst in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde Pfefferspray zu einer nicht-tödlichen Waffe. Später fand der Gebrauch von Pfeffersprays allgemeine Verbreitung unter Briefträgern zum Schutz vor Hunden und anderen Tieren.
Heute wird Pfefferspray als Selbstverteidigungsgerät verwendet. Es wird als eines der praktischsten Instrumente zur Abwehr aller Arten von Angreifern überall auf der Welt erachtet.
Woher kommt Pfefferspray?
Heute sind es die Vereinigten Staaten, in welchen Chillies verarbeitet und mit DuPont-Emulgator gemischt werden. In der modernen Zeit wurde Pfefferspray in den USA von Postzustellern als Hundeabwehr eingeführt und im Jahr 1987 vom FBI als "offizielles chemisches Mittel" bestätigt. Dennoch ist der Gebrauch von Pfefferspray immer noch ein viel diskutiertes Thema.
Warum wird Pfefferspray von der Polizei benutzt?
Nicht nur Frauen benutzen Pfefferspray zur Selbstverteidigung, sondern auch Polizeibeamte benutzen es, um große Menschenmengen auseinander zu treiben und gewalttätige Demonstranten zurückzuhalten und einfach von der Szene zu entfernen. Auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts scheint dieses ungefährliche, aber extrem wirksame Mittel noch in Mode zu sein. Aufgrund seiner geringeren Schädlichkeit ist Pfefferspray fester Bestandteil an jedem Dienstgürtel der Polizisten von heute.
Die Beamten werden während ihrer Ausbildung im verantwortlichen Umgang mit dem Spray geschult. Ihnen wird auch beigebracht, wie man den Schmerz einer betroffenen Person lindert und die Genesung beschleunigt. Die von Pfefferspray verursachte vorübergehende Blindheit ermöglicht Beamten, gewalttätige Verdächtige zu überwältigen. In vielen Fällen können Beamte als Teil ihres Ausbildungsprogramms sogar selbst die Erfahrung machen, besprüht zu werden.
Das Pfefferspray wird als effizienter Weg erachtet, gewalttätigen Personen mit geringem Aufwand und Risiko den Schneid abzustellen.