Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03175.jsonl.gz/56

Die Zusammensetzung der intestinalen Mikrobiota ist sowohl von einer Person zur anderen als auch zeitlich verschieden. Ihre Ausformung beginnt sofort nach der Geburt und entwickelt sich über einen Zeitrahmen von rund zwei Jahren. Am Ende dieses Zeitraums zeigt sich eine Stabilisierungstendenz, bis das Erwachsenenalter erreicht ist.
Die Bedingungen, unter denen das Kind geboren wird und seine ersten Lebensmonate verbringt, können bereits entscheidend für die Förderung oder Beeinträchtigung einer gesunden Mikrobiota im Erwachsenenalter sein.
Bei einer natürlichen Geburt und ausreichendem Stillen wird sich die Bakterienflora des Kindes rasch mit den Bakterien des Vaginalepithels, wie Laktobazillen, anreichern sowie mit beimStillen übertragenen Bakterien, wie Bifidobakterien. Da letztere nicht sehr “sauerstofffreundlich” sind, werden sie nur durch die Muttermilch übertragen. Wenn dagegen die Geburt durch Kaiserschnitt erfolgt oder das Kind nicht gestillt wird, kann sich dies auf die Bakterienpopulation des Neugeborenen auswirken und deren Zusammensetzung qualitativ und/oder quantitativ verändern.
Ab den ersten Tagen nach der Geburt besteht die Mikrobiota des Neugeborenen hauptsächlich aus den äusserst wichtigen Bifidobakterien. Mit Beginn fester Nahrung kommt es zur Ausbildung einer reifen Mikrobiota. Die Bakterien der im Erwachsenenalter vorherrschenden Phyla erscheinen und beginnen sich zu vermehren - wie Firmicutes (zu denen auch die Gattung der Bifidobakterien gehört) und Bacteroidetes. Mit ungefähr zweieinhalb Jahren besitzt das Kind die Mikrobiota einer erwachsenen Person.
Während die Zusammensetzung der Mikrobiota von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter im Grossen und Ganzen unverändert bleibt, kann es im Alter zu einem manchmal erheblichen Unterschied gegenüber den früheren Lebensabschnitten kommen. Zahlreiche Studien, wie ELDERMET, beobachteten z. B. eine Korrelation zwischen einigen typischen Schwächen des dritten Lebensalters und einer sehr ausgeprägten Tendenz zu einer allgemeinen Verarmung der Mikrobiota.