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Schwangerschaftsdiabetes
Diese Seite beinhaltet auch: Gestationsdiabetes, GDM
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Ein Schwangerschaftsdiabetes liegt vor, wenn Frauen während der Schwangerschaft hohe Blutzuckerwerte entwickeln, zuvor aber nicht an Diabetes erkrankt waren. Es handelt sich um eine der häufigsten Begleiterkrankungen während der Schwangerschaft.
Ja, insbesondere bei übergewichtigen Frauen ist eine Ernährungsumstellung sehr empfehlenswert. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung senkt die Blutzuckerwerte und führt zu einer Gewichtsreduktion. Dadurch sinkt das Risiko für Komplikationen während und nach der Schwangerschaft für Sie und Ihr Baby. Zu empfehlen ist eine ballaststoffreiche Ernährung mit Kohlenhydraten, welche langsam abgebaut werden (Bohnen, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide). Schnell abbaubare Kohlenhydrate, etwa zuckerhaltige Süssigkeiten oder Fruchtsäfte, sollten hingegen vermieden werden. Unser Team der Ernährungsberatung unterstützt Sie, beim Erstellen eines individuellen Ernährungsplans.
Aufgrund der Schwangerschaft sollten Sie es etwas ruhiger angehen und insbesondere Kontaktsportarten vermeiden. Sich weiterhin regelmässig zu bewegen ist aber trotzdem sehr wichtig, insbesondere wenn ein Schwangerschaftsdiabetes besteht. Zu empfehlen sind leichte Ausdauersportarten wie zügiges Spazieren, Schwimmen, Radfahren, Yoga oder natürlich Angebote im Bereich der Schwangerschaftsgymnastik und -Aerobic.
Wenn der Diabetes unbehandelt bleibt; wenn also die Blutzuckerwerte nicht überwacht werden und unkontrolliert hoch bleiben, kann das Auswirkungen auf Ihr Kind haben. Vielleicht wächst es dann unkontrolliert, zu viel oder die Lunge kann nicht gut ausgereift werden. Dies kann zu Komplikationen bei der Geburt führen. Nach der Geburt kann es Unterzuckerungen oder Atemprobleme beim Kind geben. Und später im Leben hat das Kind, wie auch die Mutter, ein höheres Risiko, selbst einen Diabetes zu bekommen oder übergewichtig zu werden.
Wird der Diabetes aber behandelt und die Blutzuckerwerte werden stabil eingestellt, entwickelt sich die Schwangerschaft nahezu wie eine Schwangerschaft ohne Diabetes.
Nein, Ihr Kind wird nach der Geburt keinen Diabetes haben, wenn Sie einen Schwangerschaftsdiabetes haben. Mit den Massnahmen während der Schwangerschaft (Blutzucker messen und stabil einstellen) beugen Sie gleichzeitig einem späteren Diabetes bei Ihrem Kind vor. Auch Unterzuckerungen nach der Geburt können Sie so vorbeugen.
Später im Leben hat Ihr Kind ein erhöhtes Risiko, einen Typ 2 Diabetes (früher: Altersdiabetes) zu bekommen. Es gibt aber wirkungsvolle präventive Massnahmen dagegen, z.B. Stillen.
Ja, bei einem Schwangerschaftsdiabetes steht einer normalen Geburt nichts im Weg. Hier kommt es natürlich immer auf die individuelle Situation an, z.B. welche zusätzlichen Faktoren von Seiten der Geburtshilfe beachtet werden müssen.
Ja, in den meisten Fällen verschwindet der Schwangerschaftsdiabetes nach der Geburt wieder. Er kann aber ein Vorbote sein, dass der Stoffwechsel anfälliger ist und das Risiko für einen Diabetes später im Leben erhöht ist. Es lohnt sich deshalb, das Augenmerk auch in Zukunft auf den Stoffwechsel zu richten.
Stillen ist sehr gesund und wichtig für die Prävention eines späteren Diabetes bei Mutter und Kind. Wir empfehlen, bereits gegen Ende der Schwangerschaft die Brustdrüsen zu stimulieren, um einen erfolgreichen Start in die Stillzeit zu fördern.
Wenn bei der Stimulation bereits etwas Vormilch (Kolostrum) aus der Brust austritt, kann dieses gesammelt und eingefroren werden. Dann hat das Kind nach der Geburt bereits etwas wertvolle Zusatzernährung zur Verfügung.
Für das Erlernen der Technik der vorgeburtlichen Kolostrumgewinnung können Sie eine Sitzung bei der Stillberatung abmachen, ca. ab der 37. Schwangerschaftswoche.
Bei einem Schwangerschaftsdiabetes ohne Insulin kann mit der Einleitung der Geburt bis eine Woche nach dem errechneten Geburtstermin zugewartet werden, sofern die geburtshilflichen Kontrollen unauffällig sind.
Bei einem Diabetes mit Insulin empfehlen wir Ihnen, spätestens beim errechneten Geburtstermin einzuleiten. Dies, weil die Plazenta schneller «verkalken» kann.
Es ist normal, dass man sich nach der Diagnose Diabetes viele Fragen stellt und auch etwas Angst und Stress verspürt. Am Anfang ist die Unsicherheit über die neue Situation gross. Dies spürt vielleicht Ihr Kind auch ein bisschen, denn es ist ja eng verbunden mit der Mutter. Das Kind kann aber umgehen mit kurzfristigen Stressoren und es wird dadurch nicht geschädigt.
Wichtig ist für Sie, dass Sie mit Fachpersonen und Menschen in ihrem Umfeld über diese Belastung reden.
Wenn Sie erste Informationen von ihrer Diabetesfachberaterin bekommen haben und Ihre Fragen stellen, werden Sie die Diagnose schon viel besser einordnen können. Und mit unseren regelmässigen Terminen wird sich der Druck und die Unsicherheit, die Sie vielleicht verspüren, schon bald erleichtern. Ihre Diabetesfachberaterin kann Ihnen auch Strategien zeigen, wie Sie mit dem Stress umgehen können.
Der Blutzuckerspiegel im Körper wird unter anderem durch Insulin reguliert, welches die Bauchspeicheldrüse produziert. Während der Schwangerschaft werden Hormone vom Mutterkuchen ausgeschüttet, welche den Körper zunehmend resistent gegenüber Insulin machen. Wenn die Bauchspeicheldrüse nicht mehr ausreichend Insulin produzieren kann, steigt der Blutzuckerspiegel an und es entsteht Diabetes.
Schwangerschaftsdiabetes ist eine ziemlich häufige Erkrankung. Ungefähr fünf bis zehn Prozent der schwangeren Frauen sind betroffen. Neben genetischen Faktoren spielt auch das Gewicht eine Rolle. Frauen mit Übergewicht haben ein höheres Risiko, Schwangerschaftsdiabetes zu entwickeln, da bei höherem Körpergewicht bereits mehr Insulin ausgeschüttet werden muss und schneller eine Resistenz entsteht.
Der Schwangerschaftsdiabetes wird meist im Rahmen der üblichen Schwangerschaftsuntersuchungen gefunden. Manchmal bestand schon vor der Schwangerschaft eine Neigung zur Diabetes-Erkrankung, die jedoch erst aufgrund der Schwangerschaft entdeckt wird. In der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche, bei Risikofaktoren bereits früher, wird standardmässig eine Untersuchung durchgeführt, um Schwangerschaftsdiabetes zu erkennen. Dabei trinkt die Schwangere morgens auf leeren Magen eine Zucker-Lösung. Der nüchterne Blutzuckerwert gibt den ersten Anhaltspunkt. Eine und zwei Stunden nach der Einnahme wird wieder gemessen.
Ein Schwangerschaftsdiabetes verursacht selten Symptome, die möglichen Komplikationen nehmen jedoch im Verlauf der Schwangerschaft zu, da immer mehr Insulin benötigt wird und der Blutzuckerspiegel weiter ansteigt. Schwangerschaftsdiabetes stellt sowohl für die Mutter als auch für das Ungeborene ein Gesundheitsrisiko dar. Mit dieser Diagnose wird aus der regulären Schwangerschaft deshalb eine Risiko-Schwangerschaft. Sind die Blutzuckerwerte stabil eingestellt, besteht jedoch kein grosser Unterschied zu einer regulären Schwangerschaft.
Ein unbehandeltes Schwangerschaftsdiabetes führt womöglich zu schweren Komplikationen. In der Frühschwangerschaft kann es zu Fehlbildungen oder einer Fehlgeburt kommen und die werdende Mutter ist anfälliger für Infektionen. Nach der Geburt ist der Blutzuckerspiegel des Babys manchmal besonders niedrig und es können Atemprobleme auftreten. Zudem können Kinder von Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes, der nicht gut eingestellt ist, ein höheres Geburtsgewicht haben, wodurch es zu Komplikationen bei der Geburt kommen kann und allenfalls ein Kaiserschnitt nötig ist. Ein Schwangerschaftsdiabetes verschwindet normalerweise nach der Schwangerschaft, kann aber in nachfolgenden Schwangerschaften wieder auftreten. Betroffene haben zudem ein 30 bis 40 Prozent höheres Risiko, im Verlauf des Lebens an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken.
Am LUKS bieten wir eine spezielle Diabetessprechstunde für schwangere Frauen an. Die Beratung richtet sich gleichermassen an Frauen mit vorbestehendem Diabetes und an Frauen, die während der Schwangerschaft an einem Diabetes erkranken.
In der Regel werden ab der Diagnose bis zur Geburt etwa alle zwei Wochen Diabetesberatungen durchgeführt, um die Mutter und das Ungeborene sicher überwachen zu können. Nebst der Verlaufsberatung werden dabei die Blutzuckerwerte analysiert, die Ernährung besprochen und gegebenenfalls weiteren Massnahmen diskutiert und eingeführt.
Betroffene sollen zudem selbständig regelmässig ihren Blutzucker messen. Bei einer Erstberatung zur diabetischen Stoffwechsellage, erlernen Sie die Blutzucker-Selbstmessung und die Dokumentation.
In ca. 70% der Fälle gelingt es, den Blutzucker mit Ernährungsmassnahmen zu stabilisieren. Bei ca. 30% der Frauen wird es notwendig, Insulin zu spritzen, um den Blutzucker stabil einzustellen. Den Entscheid zur Insulinbehandlung fällt Ihre Diabetesfachberaterin gemeinsam mit einem Spezialisten der Diabetologie. Den Betroffenen wird genau gezeigt, wie sie sich das Insulin spritzen müssen. Die Dosierung wird regelmässig überprüft und besprochen.
Eine regelmässige Kontrolle des Stoffwechsels ist auch nach der Geburt wichtig, da Frauen nach einem Schwangerschaftsdiabetes ein höheres Risiko haben, an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken. Sechs bis acht Wochen nach der Geburt wird der Langzeitzucker (HbA1c) im Blut bestimmt. Aus diesem Wert kann dann ein Rückschluss gezogen werden, ob bereits eine Stoffwechselstörung vorliegt. Danach sollte die Kontrolle einmal jährlich beim Hausarzt wiederholt werden, um einen Diabetes mellitus Typ 2 früh genug zu erkennen. Ihre Diabetesfachberaterin berät Sie gerne, was Sie zur Vorbeugung tun können. Die wichtigsten Massnahmen zur Prävention eines Diabetes sind mindestens sechs Monate Stillen, eine gesunde Ernährung, ausreichend körperliche Bewegung und eine Stabilisierung des Körpergewichts einige Monate nach der Geburt.
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