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London (ots/PRNewswire)
- Laut Umfrage erachten viele Ärzte
die Behandlung von Vorhofflimmern als schwierig; Patienten seien sich
der Risiken, der Komplexität und der Behandlungsmöglichkeiten dieser
am häufigsten auftretenden Herzrhythmusstörung nicht bewusst.
Vier führende Patienten- und Ärzteverbände gaben heute die
Gründung von AF AWARE (Atrial Fibrillation AWareness And Risk
Education - Risikobewusstsein und -aufklärung zum Vorhofflimmern)
bekannt. Dabei handelt es sich um eine gemeinsame Initiative, die die
Probleme aufzeigen und konkret angehen will, die mit der weltweit
wachsenden Belastung durch das Vorhofflimmern einhergehen.
Bei Vorhofflimmern (englisch: Atrial Fibrillation - AF) handelt
es sich um eine verbreitete, aber zu selten erkannte und kaum
verstandene Herzrhythmusstörung, die mit einer Minderung der
Lebensqualität, mit häufigen Krankenhauseinweisungen und einem
erhöhten Risiko, schwere und möglicherweise tödliche kardiovaskuläre
Komplikationen wie Schlaganfall bzw. Tod zu erleiden, einhergeht.
Anlässlich der World Heart Rhythm Week (Weltweite
Herzrhythmus-Woche) haben sich die World Heart Federation (WHF), die
Atrial Fibrillation Association (AFA), die europäische
Schlaganfall-Initiative Stroke Alliance For Europe (SAFE) und die
europäische Fachgesellschaft für Rhythmologie European Heart Rhythm
Association (EHRA) zusammengetan, um ihre Kollegen weltweit
aufzurufen, das Bewusstsein für Vorhofflimmern und damit
einhergehende kardiovaskuläre Komplikationen wie etwa Schlaganfälle
zu schärfen.
Vorhofflimmern ist die vom Arzt am häufigsten diagnostizierte
Form von Herzrhythmusstörungen (1). Es handelt sich dabei um ein
rasch zunehmendes Problem für die öffentliche Gesundheit, an dem
derzeit allein in den USA und Europa schätzungsweise sieben Millionen
Menschen leiden, wobei sich diese Zahl bis zum Jahre 2050 aufgrund
des wachsenden Anteils älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung
voraussichtlich verdoppeln wird (1),(2).
"An Vorhofflimmern leidende Patienten haben aufgrund ihrer
Krankheit eine wesentlich niedrigere Lebensqualität als Gesunde.
Falls diese nicht behandelt wird, besteht darüber hinaus ein höheres
Risiko, einen Schlaganfall oder eine andere kardiovaskuläre
Komplikation mit schweren und belastenden Konsequenzen zu erleiden",
so Trudie Lobban, CEO der AFA. "Da Vorhofflimmern mit einer
Verfünffachung des Schlaganfallrisikos einhergeht, ist das
Morbiditäts- bzw. Todesrisiko ebenfalls deutlich höher. Darüber
hinaus haben Patienten mit AF, die einen Schlaganfall erleiden, eine
schlechtere Prognose als Patienten ohne AF."
Im Rahmen einer internationalen Studie, bei der AF AWARE 1.600
Kardiologen aus 11 Ländern befragte, wurde bestätigt, dass Patienten
besser über das Vorhofflimmern, dessen Konsequenzen und
Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt werden sollten.
Trotz des Wesens und der Risiken des Vorhofflimmerns gab jeder
vierte Patient in der Umfrage an, AF nicht wirklich verstanden zu
haben und nicht erklären zu können, was diese Krankheit ausmacht. Nur
ein Drittel machte sich wegen des Vorhofflimmerns Sorgen bzw. war
deshalb ängstlich. Die Patienten bewerteten alle Risiken
unterschiedslos als hoch und bestätigten die beträchtlichen
Auswirkungen des Vorhofflimmerns auf ihre Lebensqualität und ihre
Fähigkeit, den Alltag zu bewältigen.
"Nur wenige Patienten kennen die realen und schwerwiegenden
Folgen des Vorhofflimmerns", sagte Professor Günter Breithardt von
der WHF. "Patienten müssen daher unbedingt besser aufgeklärt werden.
Ziel der Initiative AF AWARE ist es, zunächst darauf aufmerksam zu
machen, dass diese komplexe Krankheit nicht ausreichend verstanden
wird. Ausserdem soll bei Ärzten, Patienten, dem Gesetzgeber und
allgemein in der Öffentlichkeit das Bewusstsein dafür gestärkt
werden, dass für eine umfassende Behandlung des Vorhofflimmerns auch
die vielfältigen Auswirkungen berücksichtigt werden müssen."
Die meisten befragten Kardiologen (61%) gaben an, dass ihre
Patienten besser und genauer über Vorhofflimmern aufgeklärt werden
sollten. Die Qualität des Patienteninformationsmaterials zu AF wurde
als schlechter eingestuft als das für andere verbreitete
kardiovaskuläre Erkrankungen wie Herzinfarkt, Bluthochdruck, hoher
Cholesterinspiegel, Diabetes und Hirnschlag erhältliche Material.
"AF-Patienten müssen über ihre Krankheit sehr viel besser
aufgeklärt werden und Ärzte können dabei eine zentrale Rolle
spielen", betonte Professor Vardas, designierter Präsident der EHRA.
"Die Umfrageergebnisse weisen darauf hin, dass AF-Patienten
möglicherweise resignieren angesichts der Tatsache, mit dieser
Krankheit und ihren Komplikationen leben zu müssen. Die World Heart
Rhythm Week und AF AWARE bieten uns die Chance, gemeinsam die
Lebensqualität der Patienten, die mit Vorhofflimmern leben müssen,
durch mehr Informationen und Aufklärungsarbeit zu verbessern."
Literaturhinweise
(1) Fuster V et al. ACC/AHA/ESC guidelines for the management of
patients with atrial fibrillation. European Heart Journal 2006,
27:1979-2030.
(2) Go AS et al. JAMA 2001, 285: 2370-2375.
ots Originaltext: World Heart Federation
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