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Giovanni Segantini (1858-1899) ist als grosser Maler der Berge und des naturnahen Lebens von Bauern mit ihren Tieren bekannt. Er fand mit dem Divisionismus eine moderne künstlerische Ausdrucksform, dank der die Alpen in neuem Licht und frischer Farbigkeit erstrahlen. Sein Werk weckt die Sehnsucht nach dem Erlebnis reiner Natur. Die Ausstellung feiert ihn als Wegbereiter der modernen Malerei, die er parallel zu Monet, van Gogh, Gauguin, Cézanne und Klimt erneuerte. Sie umfasst rund siebzig Ölbilder und Zeichnungen aus allen Schaffensphasen des Künstlers, der in armen Verhältnissen im Tirol geboren, früh seine Eltern verlor und in Mailand ausgebildet wurde. Sie zeichnet seine künstlerische Entwicklung nach, die mit Szenen aus dem Stadtleben begann und sich mit Bildern der norditalienischen Seenlandschaft Brianza fortsetzte, darunter das berühmte „Ave Maria a trasbordo“. Mit Bice Bugatti und ihren vier gemeinsamen Kindern zog der staatenlose Segantini nach Savognin, wo er sich vertieft mit der Bauernkultur beschäftigte und seine ersten monumentalen Gemälde der Schweizer Bergwelt schuf. Segantini liess sich schliesslich mit seiner Familie im Engadiner Dorf Maloja nieder und verbrachte die harten Winter im Bergell. Seine riesigen Bildtafeln malte er in der freien Natur und stieg dabei immer höher. Den Gipfel erreichte er mit dem legendären „Alpentriptychon“, das er mit grossformatigen Studien vorbereitete. Die steigernde Überhöhung der Malerei führte Segantini in ein Reich, in dem ihm die Bergwelt als irdisches Paradies erschien. Seine letzten Worte waren „voglio vedere le mie montagne“ (ich möchte meine Berge sehen).