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mgh | Der gewöhnliche Frauenmantel (alchemilla vulgaris) zählt zu den Rosengewächsen und stammt ursprünglich aus Osteuropa und Asien. Mittlerweile sind die etwas 300 Unterarten von alchemilla in den meisten Ländern Westeuropas sowie als Neophyt in Nordamerika und Australien
beheimatet. Der botanische Name des Frauenmantels leitet sich vom arabischen alkemelych (Alchemie) ab. Er wurde erstmals 1485 im Gart der Gesundheit (eines der ersten gedruckten Kräuterbücher in deutscher Sprache) verwendet. Er bedeutet so viel wie kleine Alchemistin. Die Alchemisten versuchten, „Gold“ aus den Tautropfen des Frauenmantels zu gewinnen. Bei den in der Sonne goldglänzenden Tropfen handelt es sich schlichtweg um Wasser, welches die Pflanze in der Nacht über kleine Poren an den Blatträndern ausscheidet, was der Regulierung ihres Wasser- haushalts dient.
Der deutsche Trivialname „Frauenmantel“ bezieht sich auf die Ähnlichkeit der gefältelten Blätter mit mittelalterlichen Mariendarstellungen.
Volkstümlich ist er daher in manchen Gegenden auch unter Namen wie Zugmantel, Krausemäntelchen und Röckli bekannt. Ebenfalls auf die Blattform spielt der Name Dächlichrut an.
Der gewöhnliche Frauenmantel wird bis zu 30 Zentimeter hoch und besitzt rundliche, zackenförmige Blätter mit sieben bis elf Lappen. Die gelblich-grünen, in Ständen angeordneten Blüten, sind klein und unscheinbar. Frauenmantel gehört zu den Rosengewächsen (Rosaceae) und blüht von Mai bis September.
In der Natur wird er meist an feuchten Wiesen oder in Hanglage gefunden. Die Alchemilla-Arten benötigen eine gute Wasserversorgung, viel Licht sowie im Winter Schneeschutz oder milde Winter.
Zu den Inhaltsstoffen des Frauenmantels zählen Gerb- und Bitterstoffe, ätherische Öle, Salicylsäure, Saponine und Tannine.
Traditionell ist der Haupteinsatzbereich des Frauenmantels die Frauenheilkunde, was wohl auch an seinen progesteronähnlichen Pflanzenhormonen liegt. Somit lassen sich Mangelzustände ausgleichen, die zu prämenstruellen Störungen aber auch zu Wechseljahresbeschwerden führen. Seine krampflösende Wirkung wirkt sich positiv bei Menstruationskrämpfen, aber auch sonstigen Bauchschmerzen aus. Hierfür eignet sich besonders ein Teeaufguss der Pflanze.
Die hl. Hildegard von Bingen beschreibt den Frauenmantel in ihrer Physika als ein die Monatsblutung regulierendes, adstringierendes und entwässerndes Heilkraut, das in Form von Aufgüssen, Mundwässern, Bädern und Umschlägen bei Kehlgeschwüren, Brüchen und Frauenleiden eingesetzt werden sollte.
Weitere überlieferte Anwendungsgebiete von alchemilla vulgaris sind Blutungen, Geschwüre, Weissfluss oder Nierensteine.
Wenn die Monatsblutung unregelmässig ist oder gar ausbleibt, empfehle ich einen Tee aus gleichen Teilen Frauenmantel und Schafgarbe. Drei bis vier Tassen über mehrere Wochen getrunken sollte die Menstruation wieder regulieren.
Bei einer Schnittverletzung kann die frisch zerquetschte Pflanze sowie ihr Absud Abhilfe schaffen. Die in ihr enthaltenen Gerbstoffe haben eine zusammenziehende Wirkung, die gestützt durch die entzündungshemmenden Eigenschaften des Frauenmantels wundheilend wirkt. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass auch der häufig in den Bergen vorkommende nahe Verwandte des Frauenmantels, der sogenannte Silbermantel, gute und schnelle Dienste bei einer oberflächlichen, auf einer Wanderung zugezogenen Verletzung leistet, wenn gerade kein anderes Mittel zur Hand ist.