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Weinbauernhaus Vordere Fuhr von 1784.
Waschhaus Vordere Fuhr. Unter der Treppe der Tängelistock.
Bauernhof Hintere Fuhr, abgebrochen 1957.
Altersheim Fuhr, erbaut 1928.
In den 1930er Jahren setzte die Bautätigkeit an der Sonnmatt- und der Unteren Weidstrasse ein. Das Haus Sonnmattstrasse 3 war das älteste an diesem kurzen Strassenstück. Gebaut wurde es schon 1924 für den pensionierten Direktor der Eidgenössischen Versuchsanstalt, Prof. Dr. Hermann Müller-Thurgau (1850–1927). Später wohnte hier seine ledige Tochter, die im Quartier ehrfurchtsvoll als Fräulein Professor Müller-Thurgau begrüsst wurde. 1930 entstanden die zwei Doppelwohnhäuser Sonnmattstrasse 2/4 und 6/8, 1935 die Wohnhäuser Sonnmattstrasse 7 sowie Untere Weidstrasse 6/8 und 10/12. Damit standen bergseits der Unteren Weidstrasse bis 1940 erst wenige Häuser nahe dem Rotweg und der Untermosenstrasse. Von 1939 bis 1941 wurde dann die Lücke durch weitere Mehrfamilienhäuser geschlossen. Zu den Häusern gehörten Gärten, eingefasst mit einem Lebhag oder einem Holzhag, der von Zeit zu Zeit mit Karbolineum gestrichen wurde. Heute ist ein Teil dieser Vorgärten verschwunden, denn mittlerweile eroberte das Auto auch dieses Quartier und man brauchte Parkplätze.
Mein Lebensraum erstreckte sich zwischen Rotweg und Untermosenstrasse, und von der Fuhr- und den Weidstrassen bis hinauf zum Rötibodenholz, wo man hinter der JB-Hütte in eine kleine Höhle kriechen konnte. Die Sonnmattstrasse endete bei der Unteren Weidstrasse. Ein schmaler Wiesenweg führte dann hinauf zum Haus Hiestand an der Oberen Weidstrasse, glitschig nach jedem Regenschauer. Der Hang Richtung heutiger Speerstrasse war noch weitgehend unüberbaut und im Winter ein beliebter Ort für Wintersport. Oben am Hang stand das zum Kinderheim Bühl gehörende Friedheim. Der Holzbau von 1904 wurde 1954 abgebrochen. Der Name lebt aber in der Friedheimstrasse weiter. Zwischen den beiden Weidstrassen lagen Wiesen und Schrebergärten, die Pünten, zum Teil mit Kaninchenstall und Jauchefässern.
Im Quartier gab es drei Attraktionen: den Quartierladen, den Tennisplatz des 1933 gegründeten Tennisclubs Wädenswil und den Spielplatz mit dem Feuerwehrhäuschen.
Unser Quartier verfügte im Haus Weidhof am Fuhrweg über einen Laden des Einwohnervereins Wädenswil. Hier besorgte man den täglichen Einkauf, wenn man sich nicht am Migros-Wagen versorgen wollte. Wie manchen Fünfer habe ich im Quartierladen gegen ein «Schoggistängeli» getauscht!
Die Tennisanlage – zwischen Unterer und Oberer Weidstrasse gelegen – verfügte über drei Plätze, getrennt durch das in der Mitte stehende Klubhaus mit Flachdach. Tennis war damals noch ein Sport der Oberschicht. Hier spielten Angehörige aus alt-eingesessenen, bekannten Wädenswiler Familien. Wie andere Kinder stand auch ich jeweils am Gitter der Anlage, hoffend, dass man als Ballaufleser engagiert werde und ein paar Batzen Sackgeld verdienen könne.
Peter Ziegler