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Was ist schön? Wonach strebt das Individuum? Was macht glücklich? Wo steht der Mensch zwischen Natur und Gesellschaft? Ist der gute Mensch schön und der schöne Mensch auch gut? Das sind einige der Fragen, die sich vom Konzept der 'schönen Seele' ableiten lassen. Dichter und Philosophen verknüpften seit der Antike mit dem Phrasem 'schöne Seele' ein Menschheitsideal. Im 18. Jahrhundert ist es die Idee eines idealen - vornehmlich weiblichen - Charakters, dessen innere Schönheit sich in die äußere Erscheinung einschreibt. Die erste deutsche Bestsellerautorin Sophie von La Roche (1730-1807) verwendet die Formel zentral in ihren Werken. Die Studie beleuchtet das damit verbundene Konzept erstmalig in La Roches Gesamtwerk und erläutert Modifikationen parallel zu gesellschaftlichen Entwicklungen, literarischen Strömungen und historischen Ereignissen. Sie unterstreicht damit das Wechselverhältnis von Literatur und Gesellschaft und stellt die literaturwissenschaftlichen Resultate in einen interdisziplinären Zusammenhang mit Philosophie, Soziologie und Geschichte.
Autorentext
Kerstin Bönsch studierte Germanistik, Soziologie und Ethnologie in Konstanz und Freiburg und promovierte an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Fach Neuere deutsche Literaturgeschichte. Sie ist seit 2012 Geschäftsführerin der Christoph Martin Wieland-Stiftung in Biberach.