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Monika Bütler präsentierte in ihrem Referat zunächst die Resultate verschiedener Untersuchungen, die zeigten, dass die Vorurteile in Bezug auf Fähigkeiten und Verhalten der Geschlechter teilweise tief verwurzelt sind. So beurteilten beispielsweise Studentinnen und Studenten den Feedback auf eine Prüfung besser, wenn angeblich ein Mann ihre Arbeiten korrigiert hatte und schlechter bei einem Frauennamen, obwohl es sich bei der korrigierenden Person in Wahrheit um einen Computer gehandelt hatte. Norwegen hat eine Frauenquote auf Verwaltungsratsstufe eingeführt, was den gewünschten Effekt auf dieser Ebene hatte, aber keine grossen Auswirkungen auf die Ebenen darunter, weder in den Geschäftsleitungen, noch im mittleren Management.
Betrachtet man die Resultate wissenschaftlicher Untersuchungen der Genderforschung würde einiges für Quoten sprechen. Monika Bütler ist dennoch keine Verfechterin von gesetzlich vorgeschriebenen Quoten. Sie findet, dass sich einzelne Institutionen, Verwaltungen oder Firmen selbst Ziele setzen und Vorgaben machen können. Flächendeckende Regelungen sieht sie als zu unflexibel an. In der anschliessenden Diskussion wurden teilweise ganz praktische Fragen gestellt, ob beispielsweise nicht erst die Betreuungssituation für Kinder geregelt werden müsse, um es Eltern zu ermöglichen, ihre Karrieren fortzusetzen oder wie sie selbst als eine von nur wenigen Frauen in den Gremien, wo sie tätig ist, wahrgenommen werde. Sie antwortete, dass sie davon profitiere Professorin zu sein und sich deshalb unabhängiger und freier äussern könne, aber letztlich stehe man als eine von nur wenigen Frauen unter vielen Männern schon immer unter Beobachtung.
Von links nach rechts: Dr. Esther Girsberger, Prof. Dr. Monika Bütler, Denise Schmid, ZUNIV-Präsidentin (Bild: Thomas Enzeroth).
Der Stehlunch im Lichthof der Universität Zürich (Bild: Thomas Enzeroth).