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Die Schweiz hat mehr als eine Million Franken an 90 Nazi-Opfer oder an ihre Erben bezahlt, deren Vermögen in der Schweiz eingezogen und an humanitäre Organisationen überwiesen worden waren.
Die Entschädigungs-Aktion - nicht zu verwechseln mit dem Milliardenvergleich der Schweizer Grossbanken UBS und CS - sei nun abgeschlossen, teilte das Schweizer Aussenministerium am Mittwoch mit.
Suchaktion von 1962
Es handelte sich um Vermögen, die bei einer offiziellen Suchaktion nach nachrichtenlosen Vermögen 1962 zum Vorschein gekommen, damals aber nicht an die Berechtigten ausbezahlt worden waren. Die Gelder - total rund drei Millionen Franken - wurden dem Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund und der Schweizerischen Flüchtlingshilfe übergeben.
Die Konten-Inhaber waren zumeist Personen, deren Wohnsitz oder Staatsangehörigkeit unbekannt blieb, oder die hinter damals hinter dem "Eisernen Vorhang" in einem der kommunistischen Staaten Osteuropas lebten. Im Zug der Holocaust-Debatte in den 90er Jahren wurde das Dossier dann erneut aktuell.
Reaktion auf Historiker-Forschungen
Die Historiker Peter Hug und Marc Perrenoud hatten bei ihren Nachforschungen über die nachrichtenlosen Vermögen und die Oststaaten-Abkommen 1996 auf das Problem aufmerksam gemacht, worauf die Schweizer Regierung die Such- und Entschädigungsaktion einleitete.
Der Bundesrat verfügte per Verordnung vom November 1998 die Suche nach den Berechtigten, um sie zu entschädigen. Per Internet und mit Zeitungs-Annoncen wurden so rund 580 Inhaber solcher nachrichtenloser Konten gesucht.
Dieses Verfahren ist nun abgeschlossen, die Verfügung von 1998 ausser Kraft gesetzt, wie das Aussenministerium mitteilte. Insgesamt seien 132 Anträge auf Entschädigungen eingegangen. Über die Entschädigungsleistung hatte eine Kommission zu entscheiden.
swissinfo und Agenturen