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Colombo - Ein Militärgericht in Sri Lanka hat den früheren Armeechef Sarath Fonseka wegen "Einmischung in die Politik" schuldig gesprochen. Fonseka seien sein Generalsrang und sämtliche Medaillen aberkannt worden, hiess es aus offizieller Quelle am Freitag in der Hauptstadt Colombo.
Der Entscheid des Gerichts müsse noch von Präsident Mahinda Rajapakse gebilligt werden. Der seit Februar inhaftierte Fonseka kann gegen das Urteil Berufung vor einem Zivilgericht einlegen.
In einem weiteren Verfahren vor einem Militärgericht wird Fonseka Korruption vorgeworfen, zudem muss er sich vor einem Zivilgericht verantworten, weil er Deserteure beschäftigt haben soll. Trotz seiner Inhaftierung gewann der 59-Jährige im April ein Abgeordnetenmandat für seine Partei.
Fonseka hatte die Armeeführung niedergelegt, bevor er Ende Januar bei der Präsidentschaftswahl gegen Rajapakse antrat. Seine Niederlage erkannte er nicht an.
Zwei Wochen nach der Wahl wurde der General festgenommen. Das Vorgehen der Polizei- und Justizbehörden gegen Fonseka wurde von internationalen Menschenrechtsgruppen scharf kritisiert.
Unter Fonsekas Kommando hatten die srilankischen Streitkräfte die fast vier Jahrzehnte dauernde Rebellion der Tamilen im Norden der Insel brutal niedergeschlagen. Dafür war er als Nationalheld gefeiert worden.
Kurz nach dem Sieg über die Unabhängigkeitskämpfer der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) zerstritten sich Fonseka und Rajapakse. Die beiden traten dann auch bei der Präsidentschaftswahl gegeneinander an.
SDA-ATS