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Armeechef André Blattmann fordert «klare Kriterien» für den Zivildienst. Der Armee würden jedes Jahr 5500 Leute verloren gehen, die in den Zivildienst wechseln. Das könne nicht beliebig so weitergehen.
Man müsse «aufpassen, dass der Zivildienst nicht zu attraktiv wird», sagte Blattmann in einem Interview mit der Zeitung «Nordwestschweiz» vom Montag. Schliesslich stehe in der Verfassung der Begriff «Wehrpflicht» und nicht «Dienstpflicht». «Wenn man damit beginnt, neue Arbeiten für die Zivildienster zu suchen, etwa in der Schule, dann läuft etwas falsch.»
«Abschreckung» reicht nicht
Zwar dauert der Zivildienst eineinhalbmal so lang wie der Militärdienst. Ob dies allerdings als «Abschreckung» reiche, stellt der Armeechef in Frage. So würden Zivildienster etwa im Schulbereich von Montagmorgen bis Freitagnachmittag arbeiten, während Soldaten von Sonntagabend bis Samstagmorgen im Einsatz stünden und nur ein- oder zweimal pro Woche Ausgang hätten. Es stelle sich letztlich die Frage der Fairness.
Blattmann fordert denn auch von der Studiengruppe des Bundesrates, die derzeit Vorschläge zur Zukunft der Wehrpflicht ausarbeitet, sie müsse vor allem das Thema Zivildienst angehen. «Die zentrale Frage lautet: Ist die Wehrgerechtigkeit noch gegeben?» Die Zahl der Männer, die aus Gewissensgründen keinen Militärdienst leisten würden, habe sich innert kürzester Frist vervierfacht, betonte der Armeechef.
«Klare Kriterien für den Zivildienst»
Ihm sei daran gelegen, dass die Armee auf ihren Sollbestand an Personal komme. «Wenn der Zivildienst so attraktiv wird, dass wir unsere Bestände nicht mehr halten können, dann haben wir ein Problem.» Es brauche «klare Kriterien für den Zivildienst».
(sda/gku)