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Die britische Hundeshow «Crufts» zeigt uns hübsche Zuchthündchen mit beachtlichen Hochfrisuren. Aber zwischen all dem Glanz und Gloria darf man nicht vergessen, dass viele der Vierbeiner unter Krankheiten leiden – Sie wurden Opfer zuchtwütiger Menschen. Wer schön sein will, muss leiden. Leider kann das der Hund nicht selbst entscheiden.
«Crufts» ist die weltweit grösste Hundeausstellung, die jeden März im National Exhibition Centre in Birmingham, Grossbritannien, stattfindet. Die bedeutendste Veranstaltung innerhalb der verschiedenen Wettbewerbe ist die Zuchtschau.
Daneben gibt es aber auch verschiedene Hundesportarten, in denen die Hunde ihre Flinkheit (dog agility) und ihren Gehorsam (obedience) unter Beweis stellen müssen. Oder sie brillieren im Flyball und im Hundetanz (Dogdancing), der zu Musik und mit passender oder weniger passender Kostümierung performt wird.
Für die Zuchtschau werden die Hunde gekämmt, frisiert und dekoriert...
Die Hundeschau «Crufts»ist nach ihrem Gründer Charles Cruft benannt. Die erste Veranstaltung fand 1886 noch unter dem Namen «First Great Terrier Show» statt. Ab 1891 hiess sie dann «Cruft's Greatest Dog Show».
Nach dem Tod von Charles Cruft wurde die Ausstellung 1948 vom «Kennel Club» organisiert. Die Show zog jährlich mehr Besucher an; 2007 wurden 140'000 Zuschauer erwartet.
Doch die beliebte Hundeausstellung hatte auch ihre Schattenseiten. Jemima Harrison zeigt in ihrem investigativen Dokumentarfilm «Pedigree Dogs Exposed» (Rassereine Krüppel – Hunde zu Tode gezüchtet) die fatalen Auswirkungen auf, die aus dem Wahn nach hübschen, reinrassigen Hunden resultieren können. Der Film kritisiert den «Kennel Club», der sich in der Rolle des Hunde-Hüters zeigt, in Tat und Wahrheit aber gesundheitliche Schäden seiner Schützlinge in Kauf nimmt und sogar kranke Hunde auszeichnet.
Als Folge davon beendete die BBC ihre 42-jährige Zusammenarbeit mit «Crufts» und strich deren Übertragung kurzerhand aus dem Programm. Diverse Sponsoren und Verkäufer machten es dem Sender gleich und zogen ihre Beteiligung an «Crufts» und anderen vom «Kennel Club» organisierten Veranstaltungen zurück.
Der Cavalier King Charles Spaniel besetzt auf der britischen Beliebtheitsskala die sechste Stelle. Was Krankheiten betrifft, ist er allerdings der Spitzenreiter. Geschätzte dreissig Prozent dieser Rasse leide an Syringomyelie, einer mit starken Schmerzen verbundenen Nervenstörung, verrät der Dokumentarfilm.
Wenn die Schmerzen unerträglich werden, bleibe nur, die Hunde einzuschläfern oder sie einer risikobehafteten Gehirnoperation zu unterziehen. Dabei wird der hintere Teil des Schädels entfernt, um Platz für das Gehirn zu schaffen.
Viele Rassenhunde leiden an genetisch bedingten Krankheiten, die der Inzucht zuzuschreiben sind:
Der« Kennel Club» reagierte erst mit Empörung über die in ihren Augen tendenziöse Dokumentation, sah sich dann aber aufgrund des breiten Echos in der Bevölkerung gezwungen, die Richtlinien für die Gesundheit der Hunde zu verschärfen. Rassenstandards wurden von Tierschutz-Vereinen geprüft und die Richter der «Crufts» dazu angehalten, nur gesunde Hunde zu küren.
(rof)