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Der Berner Mathias Flückiger gehört zu den besten Cross Country Mountainbiker der Welt. Der Leimiswiler beendete den Gesamtweltcup in der letzten Saison im Cross Country auf dem starken 4.Rang. Er holte sich den 2.Weltcupsieg seiner Karriere und brillierte an der WM mit der Silber-Medaille - seine beste Rangierung bei einer WM überhaupt. Für Mathias Flückiger war es die beste Saison seiner Karriere.
Der 31jährige Berner Mountainbike Profi Mathias Flückiger errang früh, 2010, bereits den Weltmeistertitel, Europameistertitel und Schweizermeistertitel im gleichen Jahr bei der U23. Gleichzeitig schloss Mathias Flückiger erfolgreich seine Lehre als Baumaschinen-Mechaniker ab. Im folgenden Jahr wurde Mathias Flückiger Profi und war alles "in einen Topf". Ihm wurde eine grandiose Karriere vorausgesagt.
2012 feierte Mathias Flückiger einen seiner bislang grössten Erfolge, welcher prägend und bedeutend zugleich war: Zusammen mit seinem Bruder Lukas (Silber) und Nino Schurter (Gold) stand Mathias Flückiger als Dritter auf dem WM Podest der Cross Country WM in Saalfelden (Österreich). Mit seinem Bruder auf einen WM Podest zu stehen war und ist bis heute für Mathias Flückiger unvergesslich, hatte doch sein älterer Bruder Lukas ihn überhaupt zum Mountainbike-Sport gebracht.
Leider gelang es Mathias in seiner Laufbahn allerdings nicht immer optimal, sein enormes Potential auszuschöpfen und es dauerte bis 2018, ehe Flückiger sein erstes Weltcuprennen gewinnen konnte. Damals war er der erste Schweizer Weltcupsieger im Mountainbike seit 2010, der nicht Nino Schurter hiess.
"Ich habe in den Anfängen meiner Karriere sehr viele Fehler gemacht", meint ein sehr selbstkritischer Mathias Flückiger gegenüber neo1. "Ich hatte einen ziemlich sturen Kopf, habe manchmal wohl auch zu viel studiert und überlegt, phasenweie zu viel trainiert (Übertraining) und konnte so mein Potential nicht immer abrufen. Zudem waren die Erwartungen an mich selber sehr hoch", ergänzt Mathias Flückiger. Erst nach einigen Jahren Erfahrung kam eine gewisse Lockerheit ins Spiel verbunden mit vielen wertvollen Erfahrungen. "Ich musste ziemlich viel Lehrgeld bezahlen in den ersten Jahren meiner Karriere", so der Berner Weltklasse-Mountainbike-Fahrer.
In den letzten Jahren wurde Mathias Flückiger nun aber nicht nur mental deutlich stärker, er legte in den letzten Jahren auch an Muskelmasse zu, wurde rund 6 kg schwerer und widerstandsfähiger. Er passte sich so auch den neuen Gegebenheiten der Rennen an - kürzere Aufstiege, zahlreiche Rhythmuswechsel.
Im 2018 feierte Mathias Flückiger aus Leimiswil seinen ersten, hoch verdienten Weltcupsieg in Mont-Sainte-Anne (CAN) - ausgerechnet da, wo er 2010 bereits U23 Weltmeister wurde. Und in der letzten Saison 2019 spielte der kanadische Austragungsort wieder eine wichtige Rolle für Mathias Flückiger. Im August 2019 gewann Mathias Flückiger an der Cross Country WM die Silber-Medaille - seine beste WM Rangierung bei der Elite. Wiederum war Mont-Sainte-Anne ein erfolgreiches Pflaster, auch wenn Flückiger mit dem Weltmeistertitel geliebäugelt hatte. Eine Reifen-Panne beraubte ihn allerdings diesen Traums. "Ich möchte in meiner Karriere aber unbedingt noch Weltmeister werden und einige Weltcupsiege feiern sowie im Gesamtweltcup ganz vorne mitfahren", meint Mathias Flückiger mit einem Schmunzeln auf die Frage, welches seine weiteren Ziele sind.
In der letzten Saison kam für Mathias Flückiger neben der WM Medaille auch der zweite Weltcupsieg (Mai 19, in Albstadt, DE) dazu, sowie 4 weitere Podestplätze (zweimal Rang 2, zweimal Rang 3) im Weltcup. 6 Rennen im Weltcup - 5mal stand Flückiger auf dem Podest. Sehr beeindruckend. Trotzdem stand Flückiger immer auch etwas im Schatten von Bike-Superstar Nino Schurter, dem Olympiasieger, mehrfachen Weltmeister und Gesamtweltcupsieger und über 30fachen Weltcupsieger. In der neo1 Sportstory berichtet Mathias Flückiger eindrücklich über das Duell mit Nino Schurter und wie er damit umgeht, dass Schurter seinen Gegnern in den letzten Jahren oftmals nicht vieles übrig liess.
Vieles sprach nun aber dafür, dass die Saison 2020 die Saison des Mathias Flückiger werden könnte. Aber dann - dann kam das Corona-Virus und legte die Welt und so auch die Sportwelt lahm. Keine Weltcuprennen, keine WM, keine olympischen Spiele. Wie Mathias Flückiger damit zurecht kam, erzählt er ebenfalls in der Sportstory bei neo1.
Nun hat vor kurzem der Weltradverband UCI den neuen, provisorischen Weltcup-Kalender bekanntgegeben. Im September soll der Weltcupstart auf der Lenzerheide (GR) stattfinden. Dicht gedrängt ergeben sich 5 Rennen in rund 5 Wochen bevor auch noch eine Cross Country WM (in Österreich) auf dem Programm steht. "Es wird eine grosse Herausforderung und vor allem eine extreme mentale Belastung, in so kurzer Zeit so viele, intensive Rennen zu bestreiten. Die Erholung und Regeneration wird in dieser Zeit sehr entscheidend sein. Ich freue mich aber riesig, dass ich nun wieder ein konkretes Ziel vor Augen habe. Die Motivation hat sehr darunter gelitten, ohne Ziel trainieren zu müssen", so ein vorfreudiger Mathias Flückiger, der sich nun sehr gezielt und akribisch auf den Saisonstart vorbereitet.
Mathias Flückiger - ein beeindruckender Sportler, der gelernt hat immer positiv zu denken und vorauszublicken und die Vergangenheit Vergangenheit sein zu lassen. Es wäre diesem sympathischen Weltklasse-Sportler zu wünschen, dass er noch viele Erfolge feiern darf und dass es ihm gelingt, gar für eine Wachablösung in der Mountainbike-Szene zu sorgen.
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