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Schweizer Religionenslanschaft im Wandel
In den letzten vierzig Jahren hat sich die Religionslandschaft in der Schweiz ziemlich stark verändert. Während der Anteil der römisch-katholischen Landeskirche relativ stabil geblieben ist, hat jener der evangelisch-reformierten Landeskirche stark zugunsten von Konfessionslosigkeit abgenommen.
Die Anteile der römisch-katholischen und der evangelisch-reformierten Landeskirchen haben zwischen 2000 und 2012–2014 leicht abgenommen (um 4,3 bzw. 7,7 Prozentpunkte). Im Gegensatz dazu hat der Anteil der muslimischen und aus dem Islam hervorgegangenen Glaubensgemeinschaften leicht zugenommen (um 1,4 Prozentpunkte). Der Anteil der jüdischen Glaubensgemeinschaften ist praktisch gleich geblieben, während jener der Konfessionslosen um zehn Prozentpunkte zugenommen hat.
Teilnahme an Gottesdiensten
Die grosse Mehrheit der Personen (71%) sucht maximal fünfmal pro Jahr
Einrichtung auf, um einem Gottesdienst beizuwohnen. Nach den Konfessionslosen weisen die islamischen Gemeinschaften den grössten Anteil Personen auf, die angaben, in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung nie (46%) oder einmal pro Woche (knapp 12%) an einem Gottesdienst teilgenommen zu haben.
Die Mitglieder anderer evangelikaler Gemeinden besuchten 72 Prozent mindestens einmal pro Woche einen Gottesdienst. Die katholische Kirche verzeichnet den grössten Anteil Personen, die zwischen sechsmal und mindestens einmal pro Monat einen Gottesdienst besuchten (26%), während der grösste Anteil Personen, die ein- bis fünfmal pro Jahr an Gottesdiensten teilnehmen, bei der protestantischen Kirche zu finden ist (50%).
Häufigkeit des Betens / Glaube an Gott
Knapp ein Drittel der Katholikinnen und Katholiken (30%) und ein Sechstel der Mitglieder der muslimischen Gemeinschaften (17%) gaben an, täglich oder fast täglich zu beten. Der Anteil der Personen, die in den letzten zwölf Monaten vor der Erhebung nie gebetet haben, ist bei den muslimischen Gemeinden höher (40%) als bei den Mitgliedern der protestantischen (34%) und der katholischen Kirche (26%). 34 Prozent den Mitglieder anderer evangelikaler Gemeinden beteten mehrmals täglich und 51 Prozent täglich oder fast täglich.
Von den katholischen bzw. protestantischen Befragten gaben 59 bzw. 46 Prozent an, an einen einzigen Gott zu glauben. Der Anteil der Personen, die eher an eine höhere Macht glauben, entsprach einem Fünftel (20%) bzw. einem Drittel (30%).
Bei den anderen evangelikalen Gemeinden (92%) und den muslimischen Gemeinschaften (90%) ist der Anteil der Personen, die an einen einzigen Gott glauben, deutlich höher.
Ein Drittel den Konfessionslosen bezeichnete sich als atheistisch und ein Viertel als agnostisch, d.h. sie wissen nicht, ob es einen oder mehrere Götter gibt. Ausserdem glaubte jede zehnte Person an einen einzigen Gott und 31 Prozent an eine höhere Macht.
Glaubensformen
Frauen beten im Allgemeinen häufiger als Männer; 35 Prozent der Frauen gaben an, täglich oder fast täglich zu beten. Dieser Anteil betrug bei den Männern 20 Prozent. Frauen neigen auch eher dazu, sich mit verschiedenen Glaubensformen zu befassen. So glauben beispielsweise 58 Prozent der Frauen und lediglich 37 Prozent der Männer eher oder sicher an Engel oder übernatürliche Wesen, die über uns wachen.
Über die Hälfte der befragten Frauen (56%) glaubt, dass es Personen gibt, die über die Gabe des Heilens oder Hellsehens verfügen. Bei den Männern belief sich dieser Anteil auf 42 Prozent. Auch das Ausüben diverser spiritueller Praktiken ist bei den Frauen verbreiteter. So betrug der Anteil der Personen, die eine Bewegungs- oder Atmungstechnik auf spirituelle Weise ausüben, bei den Frauen 27 Prozent, gegenüber elf Prozent bei den Männern.
Bedeutung der Religion im Alltag
Religion oder Spiritualität spielte bei mehr als jeder zweiten Person (56%) eine eher oder sehr wichtige Rolle in schwierigen Momenten des Lebens und bei 47 Prozent im Falle einer Krankheit. In Bezug auf die Einstellung gegenüber Natur und Umwelt sowie auf die Kindererziehung war Religion oder Spiritualität bei 43 bzw. 47 Prozent der befragten Bevölkerung von Bedeutung. Im Berufsleben (23%), bei Entscheidungen in Zusammenhang mit Abstimmungen oder bei der politischen Ausrichtung (16%), im Sexualleben (16%) oder bei den Ernährungsgewohnheiten (13%) sind religiöse oder spirituelle Aspekte weniger wichtig.
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