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Ein Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) ist ein gutartiges Geschwür (= Ulkus) im Zwölffingerdarm (= Duodenum), also eine tief reichende Schädigung der Wand des Zwölffingerdarms. Zwölffingerdarmgeschwüre sind mindestens viermal so häufig wie Magengeschwüre.
Häufigste Ursache für ein Zwölffingerdarmgeschwür ist eine übermässige Absonderung (Hypersekretion) von Magensaft. Auch andere Faktoren wie bestimmte Medikamente, Nikotin oder Stress können die Entstehung von Geschwüren im Zwölffingerdarm begünstigen. Ausserdem scheinen Infektionen mit dem Bakterium Helicobacter pylori eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung von Ulcus duodeni zu spielen.
Das Zwölffingerdarmgeschwür ist die häufigste Form der dauerhaften Geschwürerkrankungen. Seine Symptome sind eher wenig kennzeichnend und reichen von Schmerzen, Druck und Völlegefühl im Oberbauch bis zu Aufstossen, Blähungen, Übelkeit oder Erbrechen. In erster Linie kommen bei einem Zwölffingerdarmgeschwür zur Behandlung Medikamente und Umstellungen in der Lebensgestaltung (z.B. magenfreundliche Ernährung, Vermeidung von Stress) zum Einsatz. Nur nach mehrfachen erfolglosen Therapieversuchen oder wenn Komplikationen auftreten, ist bei einem Ulcus duodeni eine Operation erforderlich.
Allgemein lassen sich bei einem Zwölffingerdarmgeschwür mithilfe einer angemessenen Therapie hohe Heilungsraten erzielen. Mögliche schwerwiegende Komplikationen des Ulcus duodeni sind Blutungen und Durchbrüche in die Bauchhöhle, durch die sich eine Bauchfellentzündung (Peritonitis) entwickeln kann.
Ein Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni, lat. ulcus = Geschwür, duodenum = Zwölffingerdarm) ist eine gutartige, entzündliche Erkrankung, bei der es zu einer Schädigung in der Wand des Zwölffingerdarms kommt. Im Gegensatz zur sogenannten Erosion, bei der nur die Oberhaut (Epidermis) geschädigt ist, reicht bei einem Geschwür oder Ulkus per Definition die Schädigung bis in die tiefen Wandschichten hinein.
Das Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) weist eine grössere Häufigkeit auf als alle anderen krankhaften Veränderungen des Zwölffingerdarms. Gleichzeitig ist es die häufigste dauerhafte (chronische) Geschwürerkrankung. Überwiegend tritt die Erkrankung zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf, wobei 80 Prozent der Betroffenen männlich sind.
Beim Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) ist die Wand des Zwölffingerdarms geschädigt. Der Zwölffingerdarm gehört als ein Abschnitt des Dünndarms zur Anatomie des Verdauungstrakts: Der Darm ist der schlauchförmige Teil des Verdauungstrakts zwischen Magenausgang und After. Er besteht aus:
Der Dünndarm ist in drei aufeinanderfolgende Abschnitte unterteilt: den Zwölffingerdarm (Intestinum duodenum), den Leerdarm (Intestinum jejunum) und den Krummdarm (Intestinum ileum). Der Zwölffingerdarm (Duodenum) ist ein c-förmig gekrümmter Schlauch von etwa 25 bis 30 Zentimetern Länge – dies entspricht etwa der Breite von zwölf nebeneinander gelegten Fingern. Er liegt im Oberbauch und reicht vom Magenausgang, dem sogenannten Pförtner, bis zum Beginn des Leerdarms. Seine Wand besteht aus Schleimhaut, Muskulatur, Bindegewebe und speziellen Drüsen, die einen Schleim produzieren, der die Magensäure im Speisebrei neutralisiert. In den Ulcus duodeni münden darüber hinaus die Ausführungsgänge der Bauchspeicheldrüse und der Gallenblase.
Eine wesentliche Aufgabe des Dünndarms ist die Aufnahme (Resorption) von verdaulichen Stoffen aus der durch die Enzyme des Magens und der Bauchspeicheldrüse bereits zerkleinerten Nahrung, dem sogenannten Speisebrei. Die Oberfläche des Dünndarms weist daher Ein- und Ausstülpungen (Krypten und Zotten) auf, die von einem dünnen Bürstensaum überzogen sind. Schätzungen zufolge vergrössert dies seine Aufnahmefläche für die Nahrungsstoffe auf bis zu 100 Quadratmeter.
Damit der Körper die verschiedenen Stoffe aus dem Speisebrei aufnehmen kann, müssen bestimmte Enzyme den Brei aufspalten (verdauen). Im Darm erfolgt die Spaltung der Eiweisse zu Aminosäuren, der Kohlenhydrate zu Einfachzuckern und der Fette zu freien Fettsäuren und Monoglyceriden. Vor allem die Enzyme der Bauchspeicheldrüse, deren Sekret in den Zwölffingerdarm gelangt, spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Ist die Nahrung aufgespalten, nehmen die Zellen des Dünndarms die einzelnen Bestandteile auf. Von dort gelangen die Nahrungsbestandteile über das Blut in die Leber. Um die Verwertung und den Transport des Speisebreis zu erleichtern, sorgen wellenartige Bewegungen (Peristaltik) im Dünndarm dafür, dass sich der Speisebrei hin und her sowie langsam vorwärts bewegt – so erreichen die unverdaulichen Nahrungsreste schliesslich den Dickdarm.
Ein Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) kann unterschiedliche Ursachen haben. Grundsätzlich stellt die hohe Konzentration an Säure und Enzymen im Magensaft immer ein mögliches Risiko für die Schleimhaut von Magen und Zwölffingerdarm dar. Eine alkalische Schleimschicht, die die Magensäure neutralisiert, eine hohe Durchblutungsrate und die Produktion sogenannter «Prostaglandine» gehören zu den komplexen Schutzmechanismen, die eine Schädigung normalerweise verhindern.
Die Schleimhaut kann sich der Zerstörung durch den Magensaft auch widersetzen, indem sie nach der Nahrungsaufnahme im Zwölffingerdarm Sekretin bildet, das die Absonderung (Sekretion) des Magensafts hemmt. Jedes Ungleichgewicht zwischen den aggressiven Faktoren auf der einen und den schützenden auf der anderen Seite führt unweigerlich zu einer Schädigung und kann so die Ursache für ein Zwölffingerdarmgeschwür sein.
Unter den für ein Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) infrage kommenden Ursachen spielt eine übermässige Absonderung (Hypersekretion) von Magensaft die grösste Rolle. Magensäure im Übermass – zu viel, zu lange, zu oft – zerstört die Schleimhaut. In der Nacht ist die Hypersekretion am stärksten ausgeprägt und wirkt besonders schädigend, da die Säure während der nächtlichen Nüchternperiode nicht ausreichend neutralisiert wird. Gleichzeitig zur übermässigen Sekretion entleert sich der Magen häufig zu schnell, wodurch die Schleimhaut des Zwölffingerdarms verstärkt mit dem Magensaft in Kontakt kommt.
Für ein Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) kommen als Ursachen auch bestimmte Bakterien infrage: Bei 90 bis 99 Prozent aller Zwölffingerdarmgeschwüre lässt sich das Bakterium Helicobacter pylori nachweisen. Ein weiterer Hinweis auf den Einfluss der Bakterien bei der Ulkusentstehung ist die Tatsache, dass sich bei einem Keimnachweis in bis zu 80 Prozent der Fälle erneute Geschwüre (Rezidive) bilden. Bei Menschen mit Zwölffingerdarmgeschwür, aber ohne den Keim kommt es dagegen nur in 10 Prozent der Fälle zu Rezidiven.
Helicobacter pylori kann im sauren Milieu des Magens überleben und siedelt sich an der Oberfläche der Magenschleimhaut an. Dort bildet das Bakterium das Enzym Urease und schafft damit ein alkalisches Milieu, das eine gestörte Regulierung der Magensäureproduktion verursacht und darüber hinaus direkt die Schleimhaut schädigt. Mit steigendem Lebensalter nimmt die Besiedlung des Magens mit Helicobacter pylori zu. Fast 60 Prozent der über 60-Jährigen in den westlichen Ländern sind mit dem Bakterium infiziert. Allerdings entwickeln längst nicht alle Menschen, bei denen Helicobacter pylori feststellbar ist, krankhafte Veränderungen im Magen oder Zwölffingerdarm. Die genaue Bedeutung des Bakteriums für die Entstehung von Geschwüren wie dem Zwölffingerdarmgeschwür oder Ulcus duodeni ist noch nicht geklärt.
Einem Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) können als Ursachen auch bestimmte Erkrankungen zugrunde liegen: So können das eher seltene Zollinger-Ellison-Syndrom und die Nebenschilddrüsen-Überfunktion (Hyperparathyreoidismus) dazu führen, dass sich ein Zwölffingerdarmgeschwür ausbildet.
Beide Erkrankungen sind mit einer übermässigen Absonderung (Hypersekretion) von Magensaft verbunden: Das sogenannte Zollinger-Ellison-Syndrom entsteht durch einen Tumor in der Bauchspeicheldrüse, der das Hormon Gastrin bildet, das die Absonderung von Magensäure fördert. Die Nebenschilddrüsen-Überfunktion verursacht eine erhöhte Kalziumkonzentration im Blut, das seinerseits die Ausschüttung von Gastrin und damit indirekt die Magensäuresekretion fördert. Und unter den möglichen Ursachen für ein Zwölffingerdarmgeschwür hat die übermässige Absonderung von Magensaft die grösste Bedeutung.
Für ein Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) können neben den Ursachen wie übermässig viel Magensaft oder Besiedlung durch das Bakterium Helicobacter pylori weitere Faktoren verantwortlich sein: Bestimmte Medikamente, wie nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR, z.B. Acetylsalicylsäure) und Kortikosteroide (z.B. Kortison), schädigen die Schleimhaut und begünstigen so die Entstehung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür (bzw. Ulcus ventriculi und Ulcus duodeni). Ihre Wirkung ist allerdings stark von der Höhe der Dosis und der Dauer der Einnahme abhängig.
Ein Zwölffingerdarmgeschwür kann auch erbliche Ursachen haben: Zwölffingerdarmgeschwüre treten gehäuft in Familien auf. Wer Verwandte mit Zwölffingerdarmgeschwür hat, ist zwei- bis dreimal so häufig betroffen wie andere. Darüber hinaus bekommen häufig Menschen mit der Blutgruppe 0 ein Zwölffingerdarmgeschwür. Bei diesen Menschen fehlen bestimmte Blutgruppenantigene in Magensaft und Speichel. Diese Beobachtungen lassen auf eine erblich bedingte Neigung, die Geschwüre auszubilden, schliessen. Die genauen Zusammenhänge sind allerdings noch weitgehend unbekannt.
Weitere mögliche Auslöser für ein Zwölffingerdarmgeschwür sind Nikotin- und Alkoholkonsum: Nikotin steigert die nächtliche Absonderung von Magensaft und verstärkt auf diese Weise ein bereits bestehendes Ungleichgewicht zwischen Schleimhaut schädigenden und schützenden Faktoren. Die schädigende Wirkung von Alkohol auf die Schleimhaut von Magen und Zwölffingerdarm dagegen ist unabhängig von der Produktion des Magensafts. In hohen Konzentrationen wirkt Alkohol direkt auf die Zellen der Schleimhaut ein und verursacht Schädigungen, die Ausgangspunkt für die Bildung von Geschwüren sein können.
Auch psychische Faktoren und besondere Stressbelastungen kommen als mögliche Ursachen für ein Ulcus duodeni infrage. So nehmen bei erhöhtem Stress die Beschwerden bei bestehenden Geschwüren zu. Menschen mit Depressionen scheinen darüber hinaus häufiger Zwölffingerdarmgeschwüre zu entwickeln.
Die bei einem Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) auftretenden Symptome sind nicht besonders charakteristisch: Andere Erkrankungen äussern sich durch ähnliche Anzeichen, vor allem das Magengeschwür. Die häufigsten Beschwerden beim Zwölffingerdarmgeschwür sind Schmerzen im Oberbauch – meist nachts und im nüchternen Zustand (Nüchternschmerz). Das Schmerzzentrum befindet sich oft zwischen dem Nabel und der Mitte des rechten Rippenbogens. In einigen Fällen lassen sich die Schmerzen durch Nahrungsaufnahme vorübergehend lindern.
Weitere Anzeichen für ein Zwölffingerdarmgeschwür sind Druck und Völlegefühl im Oberbauch, Aufstossen, Blähungen, Übelkeit, Erbrechen und Gewichtsabnahme. Besondere Stresssituationen und der Genuss von Kaffee und Nikotin können die Symptome bei einem Zwölffingerdarmgeschwür verstärken.
Bei einem Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) reichen die Anzeichen, vorangegangene Geschwürerkrankungen und eine körperliche Untersuchung zur Diagnose meist nicht aus: Diese Informationen liefern nur erste Hinweise für eine entzündliche Magen-Darm-Erkrankung. In der Regel ist anhand der Beschwerden jedoch keine Unterscheidung zwischen Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür (bzw. Ulcus ventriculi und Ulcus duodeni) möglich. Ebenso wenig lässt sich danach entscheiden, ob lediglich eine Reizung oder tatsächlich ein Geschwür vorliegt. Um ein Zwölffingerdarmgeschwür zu diagnostizieren, sind daher weitere Untersuchungen erforderlich.
Bei Verdacht auf ein Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) ist zur Diagnose eine Magen-Zwölffingerdarm-Spiegelung (Gastroduodenoskopie) am besten geeignet. Anders als bei Magengeschwüren ist es hierbei nicht notwendig, Gewebeproben aus dem Zwölffingerdarm zu entnehmen (Biopsie), da sich aus Zwölffingerdarmgeschwüren äusserst selten bösartige Tumoren entwickeln. Deshalb erfolgt eine Spiegelung in der Regel nur, um untypische Befunde abzuklären oder eine Infektion mit Helicobacter pylori festzustellen.
Ist bei Verdacht auf ein Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) eine Magen-Zwölffingerdarm-Spiegelung aus medizinischen Gründen nicht möglich, lässt sich die Diagnose durch eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel (sog. Magen-Darm-Passage) sichern.
Bei einem Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) gehört zur Diagnose auch ein möglicher Nachweis von Helicobacter pylori, denn: Bei 90 bis 99 Prozent aller Zwölffingerdarmgeschwüre ist dieses Bakterium nachweisbar. Um eine Helicobacter-pylori-Infektion festzustellen, stehen spezielle Tests zur Verfügung:
Zum einen ist es möglich, die Antikörperkonzentration im Blut zu untersuchen. Finden sich dabei Antikörper gegen das Bakterium, ist die Wahrscheinlichkeit einer zu diesem Zeitpunkt ablaufenden Infektion ziemlich hoch. Allerdings bleibt die Antikörperkonzentration auch lange Zeit nach einer erfolgreichen Behandlung der Infektion erhalten und ist somit bei der Zwölffingerdarmgeschwür-Diagnose nur bedingt aussagekräftig.
Eine weitere Möglichkeit, Helicobacter pylori nachzuweisen, ist der sogenannte 13C- oder 14C-Harnstoff-Atemtest. Hierbei nehmen die Betroffenen eine Testmahlzeit zu sich, die radioaktiv markierten Harnstoff enthält. Liegt eine Infektion mit Helicobacter pylori vor, spaltet das vom Bakterium produzierte Enzym Urease den Harnstoff und setzt dabei 13C- oder 14C-markiertes Kohlendioxid frei. Beim Ausatmen sammelt man die abgeatmete Luft in einem Behälter und bestimmt die Menge des darin enthaltenen Kohlendioxids. Auf diese Weise lässt sich der für das Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) möglicherweise verantwortliche Erreger mit einer hohen Wahrscheinlichkeit nachweisen. Die Strahlenbelastung durch den radioaktiv markierten Harnstoff ist als äusserst gering einzustufen.
Daneben ist die bei einem Zwölffingerdarmgeschwür meist bestehende Helicobacter-pylori-Infektion mithilfe einer bei der Magen-Zwölffingerdarm-Spiegelung gewonnenen Gewebeprobe nachweisbar: Sind Bakterien vorhanden, lässt sich aus der Probe eine Bakterienkultur züchten. Darüber hinaus kann zur Diagnose ein Test auf Urease in der Biopsieprobe erfolgen.
Zusätzlich können die Laborwerte zur Diagnose von dem Zwölffingerdarmgeschwür möglicherweise zugrunde liegenden Erkrankungen beitragen.
Bei einem Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) besteht der erste Schritt der Therapie darin, Ihre Beschwerden durch allgemeine Massnahmen zu lindern. Dies betrifft unter anderem die Ernährung: Empfehlenswert ist bei einem Zwölffingerdarmgeschwür eine Diät, bei der Sie den Konsum von magenbelastenden Nahrungsmitteln wie Kaffee, Alkohol, scharfen Gewürzen und fettreichen Stoffen, zum Beispiel Schokolade, einschränken. Rauchen sollten Sie zumindest vorübergehend vollständig einstellen. Darüber hinaus müssen Sie selbst herausfinden, welche Nahrungsmittel besondere Beschwerden auslösen. Ausserdem ist es bei einem Zwölffingerdarmgeschwür ratsam, Stress nach Möglichkeit abzubauen oder geeignete Bewältigungsstrategien für Stresssituationen zu entwickeln. Schleimhautschädigende Medikamente wie Acetylsalicylsäure sind, wenn möglich, abzusetzen.
Die grössten Heilungserfolge bei einem Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) lassen sich mit einer Therapie durch Medikamente erzielen, die die Magensäureproduktion hemmen, denn: Der übermässigen Absonderung (Hypersekretion) von saurem Magensaft kommt bei der Entstehung von Zwölffingerdarmgeschwüren die grösste Bedeutung zu. Zu diesen für die Zwölffingerdarmgeschwür-Behandlung geeigneten Medikamenten gehören vor allem die Protonenpumpenhemmer und die H2-Rezeptorenblocker. Durch die verminderte Magensäureproduktion lassen Ihre Beschwerden innerhalb weniger Tage nach. Nachdem die Symptome abgeklungen sind, ist es ratsam, die Therapie noch bis etwa acht Wochen fortzusetzen, damit die Schädigungen der Schleimhaut vollständig abheilen können.
Auch sogenannte Antazida (Aluminium- bzw. Magnesiumhydroxid), die die von den Drüsen bereits abgesonderte Magensäure neutralisieren, sind bei einem Ulcus duodeni oder Zwölffingerdarmgeschwür zur Therapie anwendbar. Es ist allerdings ratsam, Antazida nicht längerfristig einzunehmen, denn: Nach einiger Zeit steigert der Magen als Reaktion auf die Behandlung die Säureproduktion. Ausserdem stehen mit den Protonenpumpenhemmern und H2-Rezeptorenblockern alternative hochwirksame Medikamente gegen das Zwölffingerdarmgeschwür zur Verfügung.
Liess sich bei Ihnen eine Infektion mit Helicobacter pylori nachweisen, ist ein gezielter Einsatz von Antibiotika empfehlenswert, um Ihr Zwölffingerdarmgeschwür zu behandeln.
Stellen sich nach etwa zwei bis drei Versuchen, das Zwölffingerdarmgeschwür zu therapieren, keine dauerhaften Behandlungserfolge ein (in etwa 5% aller Fälle) oder treten schwerwiegende Komplikationen auf, ist eine Operation notwendig. Häufig entfernt der Operateur dabei eines Teils des Magens (Resektion), um die Bildung von Magensäure zu reduzieren. Nur in Einzelfällen besteht die operative Therapie von Zwölffingerdarmgeschwüren noch darin, die Nervenversorgung der säureproduzierenden Belegzellen in der Magenschleimhaut durch eine sogenannte Vagotomie (operative Durchtrennung der Nerven) auszuschalten.
Ein mit Medikamenten behandeltes Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) nimmt überwiegend einen guten Verlauf: In über 90 Prozent der Fälle lässt es sich erfolgreich behandeln. Allerdings tritt das Geschwür nach einer gewissen Zeit in vielen Fällen wieder auf (Rezidiv). Vorbeugemassnahmen können das Risiko hierfür jedoch erheblich senken.
Bei einem Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) können im weiteren Verlauf verschiedene Komplikationen auftreten: Häufig neigen Zwölffingerdarmgeschwüre zur Blutung, die verschiedene Ausmasse annehmen kann. Kleinere, dauerhaft anhaltende Blutungen bleiben häufig unbemerkt und führen schliesslich zur Blutarmut (Anämie). Daneben können auch grössere Blutungen aus dem Zwölffingerdarmgeschwür in Form von sogenannten schwarzgefärbten Teerstühlen (Melaena) bis hin zu grossen akuten Massenblutungen auftreten, die zu einem Blutvolumen-Mangel-Schock führen können.
Weitere Komplikationen sind möglich, wenn ein Zwölffingerdarmgeschwür in benachbarte Organe wie Bauchspeicheldrüse, Dickdarm und Leber einbricht (Penetration) und Verbindungsgänge, sogenannte Fisteln, bildet. Dies führt zu starken Schmerzen, die bevorzugt in den Rücken ausstrahlen. Bei einer Beteiligung der Bauchspeicheldrüse kommt es häufig zu einer begleitenden Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis).
Eine lebensbedrohliche Komplikation, die bei einem tief reichenden Zwölffingerdarmgeschwür auftreten kann, ist dessen Durchbruch durch alle Wandschichten des Darms (Perforation). Dabei treten der Inhalt des Darms und Luft aus dem Magen in die Bauchhöhle über. Im weiteren Verlauf bildet sich dann eine schwere Bauchfellentzündung (Peritonitis) aus.
Liegt das Zwölffingerdarmgeschwür beziehungsweise Ulcus duodeni nahe am Magen, können im Verlauf der entzündlichen Erkrankung stattfindende Vernarbungsprozesse zu einem verengten Magenausgang führen. Dies behindert die Nahrungspassage, weshalb die Betroffenen nur kleine Nahrungsportionen aufnehmen können und häufig erbrechen und Gewicht verlieren. Im fortgeschrittenen Stadium bildet sich ein sogenannter Sanduhrmagen, der durch einen extrem gedehnten Körper und einen stark verengten Ausgang gekennzeichnet ist.
Sie können einem Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) am besten vorbeugen, indem Sie allgemeine Massnahmen ergreifen, um eine zufriedenstellende Lebenssituation zu schaffen. Dazu gehört vor allem die Bewältigung von täglichen Stresssituationen. Bestimmte Strategien wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung können dabei sehr helfen. Auch häufige körperliche Bewegung – etwa durch Spaziergänge, Radfahren, Joggen oder Schwimmen – hilft, schädigende Stresshormone abzubauen, und sorgt für grössere Ausgeglichenheit.
Um ein Zwölffingerdarmgeschwür zu vermeiden, ist auch eine ausgewogene Ernährung empfehlenswert. Dabei ist es wichtig, dass Sie alle Speisen und Getränke, die Beschwerden verursachen, weitgehend vermeiden. Schränken Sie den Genuss von Nikotin, Alkohol, scharfen Gewürzen und Fett zugunsten anderer Lebensmittel ein, die den Magen weniger stark belasten.
Wenn Sie mit immer wiederkehrenden Geschwüren im Zwölffingerdarm zu kämpfen haben, ist eine zusätzliche Vorbeugung durch Medikamente möglich. Zum Einsatz kommen dabei Protonenpumpenhemmer oder H2-Rezeptorenblocker in einer geringeren Dosis als bei der Behandlung eines bestehenden Zwölffingerdarmgeschwürs. Auch wenn Sie aufgrund einer anderen Erkrankung ein hohes Risiko haben, ein Ulcus duodeni oder Zwölffingerdarmgeschwür auszubilden, ist eine solche medikamentöse Prophylaxe empfehlenswert. Dies gilt zum Beispiel, wenn Sie eine rheumatische Gelenkerkrankung haben, aufgrund derer Sie dauerhaft nicht-steroidale Antirheumatika einnehmen.