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Schweizer Filmpreis 2013: Die Schwester, die Bienen und ein Hund
- Aktualisiert am Sonntag, 24. März 2013, 10:08 Uhr
Die begehrten Trophäen für die Besten des Schweizer Filmschaffens gehen an die Favoriten: Als bester Spielfilm wurde «Sister» von Ursula Meier ausgezeichnet. Markus Imhoofs «More Than Honey» wurde zum besten Dokumentarfilm gekürt.
Erstmals fand die Verleihung der Schweizer Filmpreise in Genf im schönen Bâtiment des Forces Motrices statt. Wie erwartet wurde es die Nacht der schweizerisch-französischen Doppelbürgerin Ursula Meier.
Sie wiederholte, was sie bereits 2009 mit ihrem Débutfilm «Home» erreichte. Ihr zweiter Film «Sister» über einen jugendlichen Ski-Dieb wurde wiederum als bester Spielfilm und für das beste Drehbuch ausgezeichnet.
Mit 14 Jahren bester Schauspieler
«Sister» galt als Favorit für den Filmpreis. Ursula Meier hatte zuvor für den Film schon einen silbernen Bären an der Berlinale erhalten. Zudem schaffte es «Sister» unter die neun besten nicht-englischsprachigen Filme bei den diesjährigen Oscars.
Kacey Mottet Klein, der erst 14jährige Hauptdarsteller von «Sister», gewann zudem die Trophäe für den besten Schauspieler. Er schnappte damit dem zweifach nominierten und 23 Jahre älteren Schauspieler Fabian Krüger («Verliebte Feinde» und «Rosie») die Auszeichnung vor der Nase weg.
Eine bärbeissige Alte spielt alle an die Wand
Mehr als verdient hat sich die 73jährige Schauspielerin Sibylle Brunner ihren ersten Schweizer Filmpreis. Als bärbeissige Alte, die gegen ihren Willen ins Altersheim abgeschoben werden soll, brilliert sie in Marcel Gislers Tragikomödie «Rosie», die Ende Mai in die Schweizer Kinos kommt.
Sibylle Brunner setzte sich gegen starke Konkurrentinnen durch. Nominiert waren Mona Petri, die im Film «Verliebte Feinde» die Frauenrechtlerin Iris von Roten spielte, und Sabine Timoteo («Cyanure»), die schon mehrere Filmpreise als Darstellerin erhalten hat.
Die Bienen fliegen hoch
In der Kategorie bester Dokumentarfilm setzt «More Than Honey» von Markus Imhoof seinen Höhenflug fort. Der optisch und inhaltlich spektakuläre Film über das Sterben der emsigen Arbeitstierchen trifft den Nerv der Zeit.
In der Schweiz avancierte der Film mittlerweile zum meistgesehenen helvetischen Dokumentarfilm aller Zeiten mit über 200'000 verkauften Kinoeintritten. Aber auch weltweit begeistert das neue Werk von Markus Imhoof.
Der Filmpreis ist auf den Hund gekommen
Überreicht wurden die Couverts mit den Namen der Filmpreis-Gewinner übrigens von einem Hund mit Namen Jamie Lee. Nur den Ehrenpreis an Dokumentarfilmerin Jaqueline Veuve übergab nicht der Hund, sondern Bundesrat Alain Berset höchstpersönlich.
Die 16. Verleihung des Schweizer Filmpreises war die erste, die in Genf stattfand. Die Stadt wird die Zeremonie künftig im jährlichen Wechsel mit Zürich ausrichten.