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(Ergänzt um Details zu den Regionen und Veränderungen im Verwaltungsrat und Konzernleitung)
Jona (awp) - Der Zementhersteller Holcim hat im Geschäftsjahr 2009 unter den markanten Einbrüchen in der Bauindustrie gelitten. Insbesondere die Rezession in Europa und Nordamerika setzte dem Konzern zu und führte zu einem deutlichen Rückgang der Verkäufe und des Gewinns. Mit einem kräftigen Tritt auf die Kostenbremse wurden die Fixkosten deutlicher gesenkt als angekündigt.
Der Umsatz sank um 16% auf 21'132 Mio CHF. Die verkauften Volumen gingen in allen Segmenten zurück, heisst es am Mittwoch in einer Medienmitteilung. Vereinzelt standen auch die Verkaufspreise stärker unter Druck. Das Ziel, die Abläufe und Strukturen zu verschlanken und die Fixkosten um mindestens 600 Mio CHF zu senken, wurde mit 857 Mio CHF übertroffen.
Dass sich die Sparmassnahmen zunehmend auswirkten, widerspiegle sich in der Entwicklung des betrieblichen EBITDA: Ging dieser im ersten Semester noch stark zurück, verbesserte er sich im zweiten Halbjahr wieder deutlich. In der Summe sank der betriebliche EBITDA 2009 um 13,2% auf 4'630 Mio CHF, der Betriebsgewinn ging um 17,2% auf 2'781 zurück.
Unter dem Strich verblieb ein Konzerngewinn nach Minderheitsanteilen von 1'471 Mio CHF, Das sind 17,5% weniger als im Jahr 2008. Nach diesem Ergebnis sollen sie Aktionäre eine Bardividende von 1,50 CHF erhalten.
Den stärksten Rückgang des betrieblichen EBITDA erlitt der Konzern in Europa. Aggregate Industries UK verzeichnete in allen Segmenten einen Volumenrückgang. Zuschlagstoff- und Transportbetonlieferungen für Bauvorhaben der Olympischen Spiele 2012 in London sowie Infrastrukturbauten in Schottland dämpften jedoch den Rückgang. In Nordfrankreich wurde weniger Zement für Wohnhäuser und kommerzielle Bauten verkauft. Im Osten des Landes belasteten Importe den Absatz. Nach der Fertigstellung des Hochgeschwindigkeitstrassees des TGV Est nahmen auch die Verkäufe von Zuschlagstoffen ab.
In Ost- und Südosteuropa zog die Wirtschaftskrise die Zementverkäufe überall stark in Mitleidenschaft. Besonders heftig war der Inlandabsatz in Bulgarien und der Slowakei betroffen. In Ungarn, der Tschechischen Republik und in Rumänien ging der Baustoffversand deutlich zurück. Etwas besser behauptete sich Holcim in Kroatien und Serbien. In Deutschland stützte der Baubeginn an der Ostseepipeline und der Ausbau der Autobahn Bremen-Hamburg den Umsatz.
Holcim US erlitt eine signifikante Abnahme der Zementlieferungen. Neben der Wirtschaftslage beeinträchtigten ein harscher Winter und wiederholte Überschwemmungen entlang der Flüsse Mississippi und Missouri die Nachfrage.
Die beiden indischen Konzerngesellschaften ACC und Ambuja Cements waren gut ausgelastet und verkauften mehr Zement als im Vorjahr.
Lateinamerika hielt sich gut: Unter Ausklammerung der Dekonsolidierungen infolge der Verstaatlichung in Venezuela wuchs die Region weiter. Auch die Konzernregion Afrika, Naher Osten schnitt im Vorjahresvergleich leicht besser ab.
Im laufenden Jahr stehen Veränderungen im Verwaltungsrat und der Konzernleitung an. So wird Onno Ruding, an der kommenden Generalversammlung altershalber austreten. Beat Hess, seit 2003 Chefjurist und Mitglied der Konzernleitung der Royal Dutch Shell Gruppe, soll sein Nachfolger werden.
Zudem wurde Roland Köhler, Mitglied der Geschäftsleitung, in die Konzernleitung berufen. In dieser Funktion werde er künftig die zentralen Service- und Support-Funktionen des Konzerns leiten.
Die Zukunft malt Holcim wenig rosig und geht von einer unklaren Entwicklung der Baustoffmärkte im laufenden Jahr aus. Die Unsicherheiten seien insbesondere bezüglich der Entwicklung in Europa und Nordamerika gross. Dabei hänge viel davon ab, dass die Stimulusprogramme zum Ausbau der Infrastruktur tatsächlich wie vorgesehen realisiert würden. Für die Belebung der Bautätigkeit auf breiter Front seien ausserdem Impulse im Wohn- und Gewerbebau notwendig. Verwaltungsrat und Konzernleitung sehen daher davon ab, detaillierte Prognosen abzugeben.
ps/ra
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