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Gertrud Leutenegger, geboren 1948 in Schwyz. Sie studierte Regie an der Schauspielakademie in Zürich. Seit 1975 veröffentlicht sie Romane, Essays, Gedichte und Theaterstücke. Nach zahlreichen Aufenthalten in Florenz und Berlin lebte sie längere Zeit in Japan.
Es dunkelt schon, als ich den ovalen Platz unter den Bäumen betrete. Nichts rührt sich, nur der Kies knirscht unter meinen Schritten. Kein Luftzug geht hier oben, ein klarer Februarabend, in der Tiefe liegt über der Lombardei ein von diffusen Lichtern erhellter Nebelschleier. Lange lehne ich auf dem Friedhof den Kopf an die verriegelte Tür der Totenkapelle, im Sommer von Schwalbengezwitscher erfüllt, undurchdringliche Schwärze schlägt mir durch die zwei Türfenster entgegen, nicht den geringsten Umriß des Sargs kann ich erkennen.
Lesung und Gespräch
Podium