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Das Friedensniveau sinkt weltweit – die Wirtschaftskosten sind enorm
Die Corona-Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen könnten sich in vielen Ländern negativ auf den sozialen Frieden auswirken. Der Global Peace Index des Insitute for Economics and Peace ist 2020 ein weiteres Mal gesunken.
Das Niveau des globalen Friedens ist 2020 erneut gesunken, wie der «Global Peace Index 2020» zeigt, der am Mittwoch in London von der Denkfabrik ‘Institute for Economics and Peace’ (IEP) veröffentlicht wurde. Das Friedensniveau in jedem Land ist demnach um durchschnittlich 0.34% gesunken. Es ist die neunte Verschlechterung des Friedensniveaus in den letzten 12 Jahren, so die Autoren.
Konflikte sind wegen der Corona-Pandemie erneut aufgetreten
Insgesamt haben 81 Länder während der letzten 12 Monate eine Verbesserung des Friedensniveaus erfahren, während 80 Länder eine erneute Verschlechterung verzeichnen. Laut den Autoren zeichnet der diesjährige Peace Index eine Welt, in der die Konflikte und Krisen, die im letzten Jahrzehnt aufgetaucht waren, abzuklingen begannen, nur um von einer erneuten Welle der Ungewissheit und der Gewalt aufgrund der COVID-19 Pandemie abgelöst zu werden.
Nur zwei der neun Weltregionen sind im letzten Jahr friedlicher geworden. Eine starke Verbesserung verzeichnen etwa die russische und die eurasische Region, gefolgt von Nordamerika.
Friedensniveau ist seit 2008 um 2.5% gesunken
In den letzten 12 Jahren ist das Friedensniveau um 2.5% gesunken, wobei 81 Länder eine Verschlechterung und 79 eine Verbesserung erfahren haben. Verglichen mit 2008 zeigen dieses Jahr 15 der 23 GPI-Indikatoren weniger Frieden an.
Terrorismus und interne Konflikte sind hauptverantwortlich für die Verschlechterung
Zwei der drei GPI-Bereiche zeigen über das letzte Jahrzehnt eine Verschlechterung an: So nahmen ‘Anhaltende Konflikte’ um 6.8% zu und die ‘Sicherheit’ der Bürger um 3.3% ab. Den grössten Anteil an der globalen Verschlechterung des Friedensniveaus haben Terrorismus und interne Konflikte. 97 Länder verzeichnen steigende Terrorismus Aktivität, während nur 43 weniger Terrorismus erfuhren. Die Zahl der Terrorismus-Toten ist – nach einer Spitze 2014 während des syrischen Bürgerkriegs – allerdings in jedem der letzten fünf Jahre zurückgegangen.
Militärische Ausgaben sind gesunken
Der Bereich Militarisierung hat sich seit 2008 hingegen um 4.4% verbessert. So ist die Zahl der bewaffneten Militärs pro 100’000 Einwohner in 113 Ländern zurückgegangen. Die Militärausgaben in Prozent des Bruttoinlandprodukts sind in 100 Ländern gesunken.
Zivile Unruhen und Generalstreiks haben stark zugenommen
Der diesjährige Report befasst sich auch mit den Trends in zivilen Unruhen während der letzten 10 Jahre. Tatsächlich haben zivile Unruhen seit 2011 stark zugenommen, wobei über 96 Länder 2019 mindestens eine gewaltvolle Demonstration sahen. Zwischen 2011 und 2019 stieg die Zahl der zivilen Unruhen um 282% an, während Generalstreiks um 821% zunahmen.
Europa erlebte den grössten Anstieg an Unruhen
Europa hat in dieser Zeit die grösste Zahl an Protesten, Unruhen und Streiks gesehen, mit insgesamt 1’600 Zwischenfällen von 2011 bis 2018. Davon verliefen 65% friedlich.
Soziale Unruhen in der Sub-Sahara von Afrika stiegen indes um mehr als 800% an, von 32 Protesten und Streiks im Jahr 2011 auf 292 im Jahr 2018.
Gewalt hat signifikante Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung
Die Auswirkungen von Gewalt kosteten die Weltwirtschaft 2019 kaufkraftbereinigt 14,5 Billionen US-Dollar. Das ist gleichzusetzen mit 10.6% der weltweiten Wirtschaftsaktivität (gross world product), oder 1’909 Dollar pro Person. Damit hat sich die wirtschaftliche Auswirkung von Gewalt zwischen 2018 und 2019 um 0.2% verbessert.
Die grösste Verbesserung zeigt sich in bewaffneten Konflikten, welche um 29% bzw. auf 521 Milliarden Dollar Kosten zurückgegangen sind. Dies ist der abnehmenden Intensität an Konflikten in den Regionen des Nahen Ostens und Nord Afrikas zuzuschreiben.
Auch die substanzielle Abnahme der wirtschaftlichen Folgen aus Terrorismus, welche zwischen 2018 und 2019 um 48% sanken, trugen zu einer Verbesserung bei.
Dennoch – Gewalt und Konflikte haben auch weiterhin signifikante Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung rund um den Globus.