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Geschichte: Zofingen von einst bis jetzt
Zofingen wurde 1201 durch die Grafen von Frohburg gegründet. Aufgefundene Steinwerkzeuge lassen auf eine Besiedlung durch Jägerstämme schon im Neolithikum schliessen. Im dritten vorchristlichen Jahrhundert nahmen die Helvetier vom Land Besitz.
Die Überreste eines römischen Gutshofes aus dem ersten Jahrhundert n. Chr. zeugen von der späteren Herrschaft der Römer. Ab fünftem Jahrhundert wurde Zofingen der kirchliche Mittelpunkt einer alemannischen Mark. Archäologische Grabungen unter der Stiftskirche St. Mauritius (heutige Stadtkirche aus dem späten 12. Jh.) förderten Gräber von Adeligen mit prachtvollen goldenen Beigaben aus der Mitte des 7. Jh. zutage. Am gleichen Ort müssen mindestens drei Vorgängerkirchen der heutigen Stadtkirche gestanden haben.
Der am Handelsweg von Basel nach Luzern gelegene Ort wurde mit Mauern und Gräben geschützt und zu einem Markt- und Verwaltungszentrum ausgebaut. Gegen Ende des 12. Jh. wurde die heutige Zofinger Stadtkirche in ein Chorherrenstift umgewandelt; Stift und Dorf wurden zur Stadt mit Markt- und Münzrecht erhoben. Die spätere Handveste von Herzog Rudolf IV. von Österreich weist Stadtrecht mit Marktrecht, Münzrecht und Blutbann aus. 1299 musste Graf Ludwig V. von Frohburg Zofingen an die Habsburger verkaufen. Die Stadt hielt hierauf treu zum Hause Habsburg, so beim Guglereinfall und auch am 9. Juli 1386, als in der Schlacht bei Sempach Alt-Schultheiss Niklaus Thut und zwölf Bürger unter Herzog Leopold III. fielen. Sterbend rettete Thut das Zofinger Fähnlein; dieses wurde bei der Aufbahrung der Leiche in der heimatlichen Kirche bei ihm gefunden. Niklaus Thut wurde so zum Stadthelden.
Handwerk und Gewerbe gediehen; die Wigger floss dicht an der westlichen Stadtmauer vorbei; Flösser und Fischer hatten reiche Beschäftigung. Die ersten Zünfte entstanden. 1393 wurde die Unterstadt durch einen Brand vernichtet; 1396 legte ein weiterer Brand fast die ganze Stadt in Schutt und Asche. Beim Übergang an Bern 1415 konnte Zofingen seine von den Habsburgern verbriefte Autonomie bewahren. Um 1430 existierten bereits die Schneider-, Schützen-, Ackerleute- und Metzgernzunft. Zinngiesser, Glockengiesser und Glasmaler freuten sich eines guten Rufes. Der Markt, die Mauritiusmesse, lockte Käufer und Händler selbst aus Frankfurt am Main, aus dem Wallis und dem «Frankenrych» an.
1528 beschloss der Rat von Bern die Einführung der Reformation. Das Chorherrenstift fiel der Säkularisation zum Opfer. Die bernische Herrschaft erlosch 1798 mit der Bildung des helvetischen Kantons Aargau, zu welchem Zofingen 1803 kam.
Zu Beginn des 19. Jh. blühten Handel und Gewerbe; die Ringmauern engten die Stadt ein und an den Toren staute sich der Verkehr. Ab 1820 wurden deshalb die Ringmauern abgerissen und die Gräben eingeebnet.
Zu den ältesten kulturellen Einrichtungen Zofingens gehört die Stadtbibliothek. Die Anfänge der städtischen Bücherei reichen bis in das neunte Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts zurück. Nach dem erhaltenen sogenannten Fundationsbrief (Stiftungsurkunde) von 1731 ist 1693 der eigentliche Grundstein gelegt worden. Das Museum bietet mit seiner historischen und naturhistorischen Abteilung ein breites Spektrum an historischen und zeitgenössischen Ausstellungsobjekten.
Weitere Informationen: Historisches Lexikon der Schweiz