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Seit Jahrzehnten schauen wir zu, wie unsere Gletscher abschmelzen und karge Landschaften zurück lassen. Ein Teil dieses Schmelzwassers ist normal und notwendig zum Erhalt von Leben an und in Flüssen und Seen und wird auch immer wieder durch Niederschläge erneuert; aber zu viel Wasser fliesst ungenutzt dem Meer zu. In wenigen Jahrzehnten verbleiben hässliche Steinwüsten in den Alpen, aber auch ein Bedauern über das leichtsinnig verschwendete Wasser.
Wie wärs, wenn bei einigen grossen Gletschern «Vorrichtungen» erstellt würden, um einen Teil des Schmelzwassers zu erhalten? Zurück bleiben Seen, die als Energiespeicher, als Wasservorrat, Alpversorgungen für Mensch und Tiere usw. genutzt werden könnten? Einsprachen von Landschaftsschützern sind da wohl kaum zu erwarten; im Gegenteil, dies führte zu einer Aufwertung der Landschaft und schützt vor Verödung. Es wäre nicht ein Ersatz von bereits geplanten Stauseen in naturbelassenen Tälern, sondern eine Schutzmassnahme gegen den durch Klima bedingten Gletscherschwund.
Schmelzwasser in den Alpen enthält physikalisch auch «potenzielle Energie». Die Verbannung von fossilen Energiequellen bis 2050 ist ein wichtiges juristisches Konstrukt, aber es stoppt den irreversiblen Abfluss des vergeudeten Gletscherwassers nicht.
Ich ahne schon die verwerfenden Hände: Utopie! Nicht möglich! Nicht bezahlbar! Die Forschung steht nie still. Wie viele Utopien vor 20 Jahren wurden bis heute weit übertroffen. Taten statt jammern! Nachdenken.