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Der Netzwerkspezialist ZyXEL Communications folgt anderen Unternehmen Taiwans und hat angekündigt, sein OEM/ODM-Business (Original Equipment/Design Manufacturing) am 1. Januar 2011 unter dem Namen Mitrastar Technology vom Markengeschäft zu trennen. Diese Entscheidung wurde Mitte Oktober 2010 auf einer Verwaltungsratssitzung von ZyXEL und seiner Muttergesellschaft Unizyx getroffen. Da letztere 100 Prozent der Anteile an ZyXEL hält, wird sie auch voll im Besitz von Mitrastar sein.
Für die Abspaltung der Auftragsfertigung wird ZyXEL an Mitrastar Vermögenswerte von 5,026 Milliarden NT Dollar (umgerechnet 156,9 Millionen SF) und Verbindlichkeiten von 1,496 Milliarden New Taiwan (NT) Dollar übertragen, so Chu Shun-i, Chairman von ZyXEL und Unizyx. Mitrastar wird so ein Einlagekapital von 3,361 Milliarden NT Dollar (104,92 Millionen SF) erhalten, während sich das von ZyXEL um 65 Prozent auf 1,181 Milliarden NT Dollar reduziert, wie der Newsservice 'Digitimes' Chu zitiert.
Ein Grossteil der Forschung und Entwicklung sowie der Ressourcen für Telekommunikations- und Consumer-Produkte sollen an Mitrastar übergehen, während das bei ZyXEL verbleibende R&D-Team sich hauptsächlich auf die Entwicklung von Routern und Switches für das B2B-Markengeschäft konzentrieren soll.
Die Erfahrung, dass sich das Marken- und das OEM/ODM-Geschäft teilweise empfindlich beissen können, haben schon etliche Unternehmen aus Taiwan gemacht und die Konsequenz daraus gezogen. Acer hat sich Anfang des Millenniums deshalb schon früh von der Produktion getrennt und diese komplett auf eigene Füsse gestellt. Das erwies sich für beide Seiten von Vorteil. Acer war nicht mehr auf Acer-eigene Produkte angewiesen, und der OEM/ODM-Hersteller mussten sich nicht mehr mit Eigenmarkenlasten herumquälen, sondern konnten frei davon Angebote an mögliche Auftragsfertiger erstellen. Ohne dies wäre es wohl nicht möglich gewesen, dass Acer zu einer der Top-PC-Marken geworden ist und aus Acer Design and Manufacturing Services (DMS) unter dem neuen Namen Wistron der drittgrösste Notebook-Auftragsfertiger. Dieser ist heute übrigens kaum noch von Acer als Kunden abhängig.
Die einstige Peripherietochter von Acer, BenQ, hat den Schritt, das Marken- vom OEM-Geschäft zu trennen, erst gemacht, nachdem das Kind mit der Siemens Mobile-Pleite in den Brunnen gefallen war. Schon vor Unterzeichnen des Deals mit Siemens sind BenQ 2006 mit Motorola und anderen bekannten Handy-Markenunternehmen wichtige Auftragsfertiger abgesprungen. Der Rest ist Geschichte. Unter dem völlig unbeleckten Namen Qisda hat BenQ 2007 den Scherbenhaufen zusammengekehrt und die OEM/ODM-Produktion neu aufgestellt.
Asus (Asustek) hat sich schon im März 2006 entschiedenen, die Eigenmarke vom OEM/ODM-Geschäft abzuspalten. Der eigentliche Schritt der Aufteilung in drei rechtlich getrennte Unternehmen ist erst Anfang 2008 erfolgt. Asus ist rein für Eigenmarkenprodukte zuständig. Aus dem OEM-Business mit Motherboards, Komponenten und Notebooks wurde Pegatron, nicht unmittelbar in PCs eingesetzte Produkte wie etwa Gehäuse werden von Unihan produziert. (Klaus Hauptfleisch)