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Im Jahr 2021 hat der Amazonas-Regenwald gemäss wissenschaftlichen Studien zum ersten Mal mehr Kohlendioxid ausgestossen, als er aufnehmen konnte. Der Anstieg der Emissionen ist hauptsächlich der Zunahme von Waldbränden geschuldet, viele absichtlich gelegt zur Landgewinnung für die Rindfleischund Sojaproduktion. Klimawandeleffekte wie lange Dürreperioden sowie fehlende Kontrollmechanismen und mangelnder politischer Wille tragen zum weiteren Verlust von Waldflächen bei.
Die Abholzungsrate Pro-Kopf in Bolivien ist eine der höchsten der Welt. Der Staat unterstützt einerseits die Ausweitung von Acker- und Weideland grosser Unternehmen, fördert aber auch die Wieder-Aufforstung. Im Nordosten Boliviens, im dünn besiedelten Department Pando im Amazonaswald, ist die Abholzungsrate pro Kopf besonders hoch.
Die indigenen Gruppen und Kleinbauern, die in den weit verstreuten Siedlungen leben, sind von der Nutzung und dem Zugang zu den Ressourcen des Waldes abhängig. Die Bevölkerung ist arm und es gibt kaum alternative Eink mmensmöglichkeiten. Viele junge Menschen, vor allem Männer, wandern ab in die Städte. Brandrodungstechniken werden häufig angewendet. Der Anreiz für nachhaltige Waldnutzung ist aber gegeben, als Voraussetzung für langfristige hohe Erträge bei Waldfrüchten. Das grösste Vermarktungs- Potential zur Verbesserung der Einkommen der lokalen Bevölkerung haben Paranüsse, Acai und, meist wilder, Kakao.