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Macht Schoggi glücklich?
Es gibt nicht viele Lebensmittel, die für so viele Gerüchte und Falschinformationen herhalten müssen wie die Schokolade. Doch was ist wahr und was nicht? Ist Schokolade gesund oder ungesund? Und waren die Osterhasen mal Samichläuse? Wir klären auf.
1. Schokolade macht dick
Falsch. Dem wohl hartnäckigsten Vorurteil gegenüber Schokolade kommt man nur mit Rechnen bei. Ein Mensch hat einen durchschnittlichen Tagesbedarf von 2000 bis 2500 Kilokalorien. Eine Tafel Milchschokolade (100 Gramm) hat rund 550 Kilokalorien (davon sind 54% Kohlenhydrate, 31,5% Fett und 9% Proteine). Ein einziges «Reiheli» Schoggi von 15 Gramm entspricht somit einem Apfel oder einer Scheibe Vollkornbrot.
2. Schokolade macht süchtig
Ja und Nein. Kakao enthält Theobromin und Koffein. Diese Stoffe wirken zwar leicht stimulierend, reichen aber nicht aus, um süchtig zu machen. Während Theobromin nur in ganz kleinen Mengen vorkommt, enthält eine Tafel Bitterschokolade etwa gleich viel Koffein (nämlich rund 34 mg) wie ein Glas Coca-Cola, aber nur die rund die Hälfte eines Espressos (57 mg). Süchtig machen können uns hingegen das Fett und die Kohlehydrate: Ernährungswissenschaftler sprechen von «hedonischer Hyperphagie», weil unser Gehirn beim Konsum von Schokolade auf den Modus «Weiter! Mehr!» schaltet, obwohl wir schon satt sind.
3. Schokolade macht die Zähne kaputt
Nein. Schokolade enthält Zucker und Stärke – ein idealer Nährboden für Mundbakterien, die Kohlenhydrate in Säure umwandeln, die wiederum den Zahnschmelz angreift. Doch Schokolade enthält auch Tannin, Oxalsäure, das Milchprotein Kasein, Kalzium und Phosphor. Tannin verringert die Aktivität der Bakterien, Oxalsäure die Aktivität von Enzymen und damit die Säurebildung. Das Kasein in der Milchschokolade wirkt dem Plaque entgegen, Kalzium und Phosphor sind gut für die Mineralisation der Zähne.
4. Schokolade ist gut in der Schwangerschaft
Tatsächlich! In einer amerikanischen Studie wurde nachgewiesen, dass der Konsum von Schokolade das Risiko einer Schwangerschaftsvergiftung senken kann. Frauen, die regelmässig Schokolade essen, weisen eine 50 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit auf, während der Schwangerschaft an Präeklampsie zu erkranken.
5. Schokolade macht Kopfweh
Nein. Zwischen Schokolade und Kopfweh gibt es einen Zusammenhang: Bis zu 70 Prozent der Migränepatienten haben vor einer Attacke Lust auf Süsses. Die Forschung geht davon aus, dass dies ein Signal des Gehirns ist, das Energie benötigt für die bevorstehende Attacke. Untersuchungen zeigen, dass 15 Prozent der Betroffenen tatsächlich Schokolade gegessen haben vor einer Kopfwehattacke. Der Schokoladekonsum ist aber nicht die Ursache sondern eine Begleiterscheinung der Migräne.
6. Schokolade verstopft
Nope. Verdauungsstörungen wie Verstopfung sind meist auf allgemein unvorteilhafte Essgewohnheiten zurückzuführen und nicht auf einzelne Lebensmittel, auch nicht auf Schokolade. Der Kakao enthält sogenannte Polyphenole. Diese Pflanzenstoffe können sich sogar positiv auf die Verdauung auswirken.
7. Schokolade macht Pickel
Falsch. Akne oder Pickel sind die Folge verstopfter Talgdrüsen. Verschiedene Studien haben aber keinen Zusammenhang zwischen Akne und dem Konsum von Schokolade ergeben. Akne hat nicht mit falscher Ernährung, sondern mit dem Hormonhaushalt zu tun. Allerdings kann sich ungesunde Ernährung mit zu viel Fett und Zucker sowie zu wenig Vitaminen und Mineralstoffen negativ auf das Hautbild auswirken.
8. Schokolade ist gut fürs Herz
Ja und nein. Schokolade senkt laut einer englischen Studie das Risiko eines Herzinfarkts. Zudem erhöht die Stearinsäure in der Kakaobutter im Gegensatz zu anderen gesättigten Fettsäuren den Cholesterinspiegel nicht. Andererseits sind Zucker und Fett in der Schokolade nicht besonders gesund. In Kombination mit Bewegungsmangel und Übergewicht lassen sie das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko wieder steigen.
9. Weisse Schokolade ist besonders gesund
Nicht wirklich. Weisse Schokolade enthält weder frische Milch noch Vollmilch, und somit auch nicht besonders viel Kalzium oder Ähnliches. Frische Milch könnte bei der Schokoladenherstellung technisch gar nicht verarbeitet werden. Der Milchanteil in der Schokolade kommt von Milchpulver. Die Farbe der weissen Schokolade rührt daher, dass das (dunkle) Kakaopulver durch (helle) Kakaobutter ersetzt wird.
10. Schokolade macht glücklich
Wahrscheinlich schon. Viele Menschen behaupten, dass sie ein Stückchen Schokolade glücklich macht. Bei Kindern mag das wohl stimmen. Dennoch konnte bis jetzt nicht nachgewiesen werden, dass dies an der Schokolade liegt, da sie nur sehr geringe Mengen wirksamer Inhaltsstoffe enthält, die direkt auf das Gehirn wirken würden. Vielmehr geht man davon aus, dass die Belohnung und der Moment des süssen Genusses zur Ausschüttung des «Glückshormons» Dopamin sowie des «Gute-Laune-Hormons» Serotonin führt.
11. Aus Schoggi-Samichläusen werden Osterhasen
Quatsch. Dieses Gerücht hält sich hartnäckig, es ist aber ein Mythos. Übriggebliebene Samichläuse und Osterhasen werden nach Weihnachten, beziehungsweise Ostern, vergünstigt und schliesslich verschenkt, zum Beispiel an karitative Organisationen wie Tischlein Deck Dich oder die Schweizer Tafel. Der Rest wird entsorgt und zu Biogas gemacht. Alleine schon der Aufwand für Einsammeln, Auspacken, Einschmelzen und wieder verarbeiten wäre viel zu gross und zu teuer. Abgesehen davon wäre es aus hygienischen und qualitativen Gründen nicht erlaubt.