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Münzen sammeln – ein glänzendes Hobby
Manchmal liegt im Geldbeutel eine besondere Münze, die anders als die anderen Geldstücke aussieht. Schon ist die Neugier geweckt: Besitze ich eine wertvolle Münze, was ist das gute Stück eigentlich wert?
Die Leidenschaft für das Münzsammeln beginnt bei passionierten Sammlern schon von Kindesbeinen an. Die Möglichkeit, sich auf einzelne Sammelgebiete zu spezialisieren, macht die Numismatik so einzigartig.
Aufgrund der grossen Vielfalt entscheiden sich die meisten Sammler für ein spezielles Sammelgebiet. Einige Numismatiker haben sich auf bestimmte Länder, Epochen oder Ausgabejahre spezialisiert. Beliebt sind Gedenkmünzen, antike Münzen oder auch Medaillen. Sehr schön sind Münzserien mit Tieren, die in vielen Ländern geprägt werden. Zunehmend gibt es begeisterte Euromünzen-Sammler, die versuchen, in den Besitz der Geldstücke aus allen Euroländern zu gelangen.
Krösus – der erste reiche Münzsammler
Während in früheren Zeiten ausschliesslich Naturalien getauscht wurden, gab es im Reich der Lyder die ersten Münzen zwischen 650 und 600 vor Christus als Zahlungsmittel. Der unglaubliche Reichtum des damaligen Herrschers Kroisos prägte unseren heutigen Ausdruck „reich wie Krösus sein“. Von Kleinasien aus breitete sich die Zahlmöglichkeit über Griechenland und Rom auch in der restlichen Welt aus.
Die Schweizer Münzgeschichte
In der Schweiz begann die Münzgeschichte nach Angaben des Verbandes Schweizer Berufsnumismatiker etwa 200 vor Christus. Zunächst gab es keltisch und römisch geprägte Münzen. Im Mittelalter kamen einseitig geprägte Pfennige dazu, die in zahlreichen Schweizer Städten ausgegeben wurden. Anfang des 16. Jahrhunderts gab es grosse Silbermünzen, die zunächst als Guldiner, dann als Taler bezeichnet wurden. Damals kursierten unendlich viele verschiedene Münzen, da mehrere verschiedene Münzherren das Recht hatten, Münzen zu prägen.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts waren dem Verband der Schweizer Numismatiker zufolge Münzen im Wert von 115 Millionen Franken im Umlauf. Im Jahr 1848 bestimmte man daher, dass einzig der Bund das Recht habe, Münzen zu prägen und auszugeben.
Münzsammeln als Hobby
Bereits der erste römische Kaiser Augustus soll Münzen gesammelt haben. Auch in der folgenden Zeit war die Numismatik vor allem Adligen und Herrschern vorbehalten. Zahlreiche europäische Herrscher sollen sich im 14. und 15. Jahrhundert eine Sammlung angelegt haben. Damals beschäftigten sich die Sammler vorwiegend mit antiken Münzen. Wikipedia zufolge entstanden in der Schweiz im 16. Jahrhundert Bürgerbibliotheken, aus denen sich später Münzkabinette entwickelten.
Münzkabinett und Antikensammlung der Stadt Winterthur
Münzkabinett und Antikensammlung der Stadt Winterthur präsentieren heute eine umfassende Sammlung mit mehr als 55’000 Münzen. Die Geschichte des Museums geht zurück auf die Bürgerbibliothek Winterthur aus dem Jahr 1660. Zahlreiche Spenden sorgten für ein rasches Anwachsen der Sammlung, so dass sich im Jahr 1755 bereits mehr als 4800 Münzen in der Sammlung befanden. Heute bietet das Münzkabinett wechselnde Ausstellungen, die nicht nur Münzsammler begeistern.
Münzen – Wertbestimmung und An- und Verkauf
Der Wert der Münze richtet sich nicht nur nach dem reinen Metallwert, sondern nach der Nachfrage auf dem Markt. Hier kommt es auf die Prägeanstalt und das Prägejahr an. Einige Münzen wurden nur in geringen Auflagen geprägt, diese erzielen auf dem Markt in der Regel sehr gute Preise. Der Wert gängiger Gold- und Silbermünzen lässt sich recht einfach im Internet bestimmen. Bei seltenen Münzen ist jedoch oftmals der Gang zum Experten notwendig. Münzsammler kaufen und verkaufen in der Regel über Online-Plattformen oder Kleinanzeigen. Zudem gibt es in vielen Städten regelmässige Treffen passionierter Sammler, bei denen nicht nur Münzen, sondern auch Erfahrungen ausgetauscht werden.
Beliebte Münzen
Welche Münzen gesammelt werden, hängt natürlich vom Geschmack und vom Geldbeutel des Sammlers ab. Bei den Goldmünzen liegt der Krügerrand im Ranking weit vorn. Die südafrikanische Münze ist eine der bekanntesten Münzen der Welt und wird bereits seit 1967 von der South African Mint geprägt. Der Wert der Münze mit dem südafrikanischen Springbock orientiert sich am täglichen Goldpreis und liegt in der Regel um 1000 Euro für eine 1-oz-Münze. Bei seltenen Auflagen klettert der Preis deutlich in die Höhe. Die kanadische Maple-Leaf-Münze zählt ebenfalls zu den beliebtesten Anlageobjekten. Bereits seit 1979 gibt die Royal Canadian Mint die Münze mit dem kanadischen Ahornblatt heraus. Auch hier richtet sich der genaue Wert nach der Auflage und dem Goldpreis.
Sehr gefragt sind Münzen der australischen Prägeanstalt Perth Mint. Die Nugget-Känguru-Goldmünze präsentiert mit jeder Ausgabe ein neues Känguru-Motiv. Ebenfalls aus Australien stammt die Lunar-Serie, die wechselnde Motive der chinesischen Tierkreiszeichen zeigt. Jene orientieren sich am chinesischen Mondkalender und sind bei Sammlern ein Hit. Diese Serien gibt es in der Regel auch als Silbermünzen, hier wird der Geldbeutel nicht so arg strapaziert wie bei den Goldmünzen.
In der Schweiz ist das Goldvreneli eine der beliebtesten Sammlermünzen. In den Jahren zwischen 1897 und 1949 wurde die 20-Franken-Münze als Nachfolgerin der Helvetia-Münze herausgegeben. Nach Angaben der Prägestätte Swissmint wurden in dieser Zeit 58,6 Millionen Münzen geprägt. Zwar gibt es auch Vreneli-Münzen mit anderen Nennwerten, als klassische Variante gilt jedoch die 20-Franken-Münze mit der bekannten Frauenbüste.
Die Euromünzen
In den letzten Jahren haben die Euromünzen einen wahren Boom unter den Sammlern ausgelöst. Durch die Einführung der neuen Währung sind viele Menschen erst zu ihrem neuen Hobby gekommen. Die Länder der Eurozone entscheiden selbst über das Bildmotiv auf der Vorderseite der Münze, und so gibt es vielfältige Euromünzen. Besonders spannend ist es, in den Ferien einfach einmal auf die Münzen zu achten und so die Sammlung zu komplettieren. Viele passionierte Sammler durchwühlen regelmässig die Geldbeutel von Freunden und Bekannten, um neue Münzen zu finden. Besonders Kinder haben viel Spass am Sammeln der Euro-Geldstücke.
Fazit: Das Münzsammeln ist ein vielfältiges und interessantes Hobby. Jede Münze blickt auf eine interessante Geschichte zurück und gerade um seltene Münzen ranken sich einige Geschichten und Legenden. Natürlich eignen sich die Münzen auch als Geld- und Wertanlage, die meisten Numismatiker sammeln jedoch vor allem aus Spass und knüpfen dabei viele neue Kontakte.
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