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Reden statt röntgen
Wenn sie einen schmerzgeplagten Rückenpatienten untersuchen, dann lassen 80 Prozent aller niedergelassenen Ärzte ein Röntgenbild der maladen Wirbelsäule anfertigen. Indes: Das Durchleuchten bringt dem Kranken keinerlei Nutzen, sondern es scheint ihm sogar zu schaden. Das melden jetzt englische Heilkundler im "British Medical Journal". Sie verglichen 210 Patienten, die man zum Röntgen ins Krankenhaus geschickt hatte, mit 211 Patienten, die nicht durchleuchtet wurden. Ansonsten war die medizinische Behandlung ähnlich. Ergebnis: Die geröntgten Menschen fühlten sich zwar kompetenter behandelt, hatten der Studie zufolge jedoch "keinen klinischen Nutzen". Im Gegenteil: "Die Ergebnisse deuten daraufhin, dass ihre Schmerzen länger andauern." Schuld daran sei das Röntgenbild: Der Anblick zermürbter Bandscheiben bestärke Patienten nur in ihrem Glauben, wie elendig es ihnen doch ergehe.