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Die Aareschlucht ist ein Flussdurchbruch der Aare in der Stadt Brugg im Kanton Aargau. In einer 1400 Meter langen und bis zu 15 Meter schmalen Felsrinne durchquert der Fluss die Stadt am Rande des Bruggerberges. Die Schlucht besteht vorwiegend aus harten Malmkalken des Tafeljuras. Trotz ihrer Lage im Brugger Stadtgebiet blieb die Aareschlucht weitgehend unberührt und gilt seit 1996 als Naturdenkmal von nationaler Bedeutung. Bild; Staatsarchiv Aargau, unbekannter Künstler. Aareschlucht mit Schloss Altenburg.
Als Tor zur Aareschlucht darf die 1875 errichtete Eisenbahnbrücke der Bözberglinie bezeichnet werden. Unter der Brücke erreicht die Aare mit etwa 10 Metern bereits eine beachtliche Wassertiefe.
In Brugg hat die Aare bereits den Grossteil ihres Weges bis zum Rhein zurückgelegt. Mit einem durchschnittlichen Abfluss von 314 Kubikmeter pro Sekunde gehört sie bereits zu den wasserreichsten Flüssen des Alpenvorlands.
In Brugg lässt sich der Fluss noch in seiner ungezähmten, weitgehend ursprünglichen Gestalt erleben.
Stromab der Eisenbahnbrücke wird der Fluss zunehmend unruhig. Zu beiden Seiten ragen nun Felsformationen ins Wasser, welche zur Entstehung von unberechenbaren Strömungen, Schwällen und Kehrwasser führen.
Zwischen dem alten Elektrizitätswerk und der Brunnenmühle zwängt sich der Fluss in eine schmale, klammähnliche Felsrinne, die sich bis zum Schlucht Ende fortsetzt.
Bereits in römischer Zeit war Brugg – wie der Name bereits andeutet – ein wichtiger Brückenstandort. Der strategisch bedeutsame Übergang an der Engstelle war gut vor Hochwasser geschützt und bescherte der Stadt während Jahrhunderten reiche Brückenzölle. Die heutige Steinbrücke stammt aus dem Jahr 1925 und liegt etwas höher als ihre zahlreichen Vorgängerinnen. Von den ersten Brücken wird übrigens angenommen, dass sie noch aus Holz bestanden.
Am Schlucht Ende folgt die Engstelle am Schwarzen Turm, wo sich die Felsrinne bei tiefem Wasserstand bis auf 11 Meter verengt. Mit einer Wassertiefe von etwa 17 Metern ist die Aare nun tiefer als sie breit ist, was gerade bei einem solch grossen Fluss eindrücklich ist. Wie ein ehemaliger Armeetaucher zu berichten weiss, gibt es dort – entgegen von Gerüchten – keine nennenswerten Unterspülungen.
Als geologische Sensation darf die Tatsache bezeichnet werden, dass ein solch wasserreicher Fluss seit Jahrtausenden eine derart schmale Felsrinne benutzt. Wie und warum selbige entstanden ist, liegt allerdings noch weitgehend im Dunkeln.
Im ersten Szenario wird davon ausgegangen, dass die Schlucht gegen Ende oder nach der letzten Eiszeit durch Flusserosion eingesägt wurde. Vor etwa 17’000 Jahren – als in der Nordschweiz die letzte Eiszeit endete – begannen die Flüsse damit, Teile dieser Schotter wieder abzutransportieren. Dabei geriet die Aare irgendwann auf den anstehenden Fels und begann sich von oben her in diesen einzuschneiden.
Weit spektakulärer ist das zweite Szenario, bei dem angenommen wird, dass die Schlucht vor über 150’000 Jahren, während der Beringen-Eiszeit unter dem Gletschereis entstand. Im Raum Brugg betrug die Mächtigkeit des Eises wohl zeitweise bis zu 200 Meter.