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Prof. Dr. David J. Gerber, Gastprofessor HS 2015
David J. Gerber ist der weltweit führende Rechtsvergleicher auf dem Gebiet des Kartellrechts. Er lehrt Rechtsvergleichung, Wettbewerbsrecht und Internationales Wirtschaftsrecht am Chicago-Kent College of Law (Kooperationspartner der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich seit 2007) und ist dort Kodirektor des Programms im Internationalen Recht und der Rechtsvergleichung. Ausserdem ist er Präsident der American Society of Comparative Law sowie Mitglied der International Academy of Comparative Law. Gerber erwarb den Bachelor am Trinity College (Conn.), den Master an der Yale University und seinen Jus-Abschluss (JD) an der University of Chicago. Bevor er die akademische Laufbahn einschlug, arbeitete er für Anwaltskanzleien in Frankfurt am Main und in New York. Gastprofessuren führten ihn später an die University of Pennsylvania, die Northwestern University und die Washington University sowie in Europa an die Universitäten Stockholm, Uppsala, Freiburg i.Br. und München. Als Visiting Fellow forschte er u.a. an der Woodrow Wilson School of Public and International Affairs (Princeton University), am Bonner Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern und an der Meiji University in Tokyo.Gerbers wissenschaftliches Werk ist durch die intensive Auseinandersetzung mit der Rolle des Staats in der Wirtschaft gekennzeichnet, wobei Europa und Asien im Mittelpunkt seiner Forschungen stehen. Für grosses Aufsehen – weit über die Fachgrenzen hinaus – sorgte sein Buch "Law and Competition in Twentieth Century Europe: Protecting Prometheus" (1998). Zum ersten Mal wurde der englischsprachigen Leserschaft die eigenständige Entwicklung des Kartellrechts in Europa vermittelt. Vorher herrschte die Auffassung vor, dass die Entwicklung des Kartellrechts weltweit im Wesentlichen von den USA beeinflusst sei. Gerber stellte die Wege in verschiedenen europäischen Ländern und in der EGKS/EWG/EG vor. Er arbeitete damit die Diversität wettbewerbspolitischer Ansätze und deren Legitimität heraus.Das zweite Hauptwerk von Gerber ist "Global Competition – Law, Markets, and Globalization" (2010). Während das erste Buch die Entwicklung in Europa betraf, geht es in diesem Werk um die Entwicklung des Kartellrechts weltweit, also auch in den Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsländern. Auch hier relativiert er den Einfluss des US-amerikanischen Rechts und weist darauf hin, dass für viele Länder bzw. Ländergruppen die Erfahrungen in Europa von grösstem Nutzen seien. Auf der Grundlage der internationalen Bestandesaufnahme legt er wegweisende Vorschläge für ein weltumspannendes Kartellrecht vor.Gerber hat zahlreiche Aufsätze publiziert, die sich mit der rechtsvergleichenden Methode und dem Wirtschaftsrecht in Amerika, Europa und Asien beschäftigen. Er ist die Autorität für Fragen der historischen und kulturspezifischen Bedingtheit wirtschaftspolitischer Grundansätze geworden.
Herman Cousy wurde 1946 in Zottegem geboren. Er studierte Rechtswissenschaften an der Katholischen Universität Leuven und erwarb dort im Jahr 1969 den Grad eines „Doctor iuris“ und das „Licenciaat in het Notariaat“. Anschliessend studierte Herman Cousy an der Universität Chicago und erwarb 1970 den Grad eines „Master of Comparative Law“. 1975 wurde er an der KU Leuven zum Dr. iur. (PhD) promoviert. Nachdem er 1976 zum Assistenz Professor ernannt wurde, wurde er im Jahr 1982 an der KU Leuven als ordentlicher Professor berufen und unterrichtet seither u.a. in den Bereichen Handelsrecht, Versicherungsrecht und europäisches Versicherungsrecht. Sein Forschungsgebiet umfasst hauptsächlich das Schadensersatzrecht, insbesondere Produkthaftung und Versicherungsrecht. Zurzeit unterrichtet Herman Cousy als emeritierter Professor an der KU Leuven und ist dort Vorsitzender der Kommission wissenschaftliche Integrität. Daneben ist er Direktor des Zentrums für Risiko- und Versicherungsstudien (C.R.I.S.) an der KU Leuven, Mitglied des Präsidialrates der AIDA (Association Internationale de Droit des Assurances) sowie Präsident des Wissenschaftlichen Rates von AIDA, belgisches Mitglied der Projektgruppe “Restatement of European Insurance Contract Law”, belgisches Mitglied der Tilburg-Vienna Group on European Tort Law sowie Mitglied des Europäischen Zentrums für Schadenersatz- und Versicherungsrecht (ECTIL) und Mitherausgeber verschiedener Zeitschriften und Sammelbänden. Neben seiner akademischen Tätigkeit war Herman Cousy von 1984 bis im Juli 2003 Präsident der belgischen „Commission des Assurances“ (Commissie voor verzekeringen) und ist seit 1997 Gutachter für die Gesetzgebungsabteilung des belgischen Staatsrates (Raad van State) sowie seit 2004 Mitglied des “Conseil de Surveillance” (Raad van Toezicht) der belgischen CBFA (Commission bancaire, financière et des assurances, Commissie voor het bank-, financie- en assurantiewezen). Weiter ist er seit 2002 Mitglied der „Royal Flemish Academy of Belgium for Sciences and Arts“, seit 2004 Mitglied der Academia Europea und seit 2006 Mitglied der „International Academy of Comparative Law“.
David Marcellos Fokus auf öffentlichem Recht stammt insbesondere von seiner ausgeprägten Erfahrung im Bereich des Öffentlichkeitsprinzips (‚open meetings and public records‘), der politischen Ethik, des Bau- und Bauplanungsrecht, der Legistik sowie der Ausarbeitung privater Regulierungen. Während der Siebzigerjahren war er Koordinator der „Conservation Coalition“, der ersten bundesstaatsweiten Umweltlobby von Louisiana; er gründete und leitet das „Louisiana Center for the Public Interest“, die erste Anwaltskanzlei des Bundesstaates, die sich dem öffentlichen Interesse widmete; zudem war er als Rechtsberater des Bürgermeisters von New Orleans, Ernest N. Dutch Morial, tätig, wo er insbesondere als Vertreter der städtischen Verwaltung und deren Mitarbeitenden im Beschaffungswesen, bei bauplanerischen Angelegenheiten und weiteren Geschäften im öffentlichen Sektor fungierte. Von 1994-95 übernahm er den Vorsitz des 40-köpfigen „Charter Revision Advisory Committee“ von Bürgermeister Marc H. Morials, welches die erste umfassende Revision der Verfassung von New Orleans („New Orleans’ Home Rule Charter“) seit dem Inkrafttreten 1954 ausarbeitete und umsetzte. Als Rechtsberater der „Regional Transit Authority“ (RTA) war er von 1980-87 für die Verstaatlichung und Übernahme des ursprünglich privaten Transportunternehmens zuständig und stand der RTA bei deren erfolgreichen Besteuerungskampagne beratend zur Seite. Er stellte zudem sicher, dass im Rahmen der Weltausstellung 1984 für die $60 Mio. teure Entwicklung des „Riverwalks“ an der Wasserfront New Orleans‘ entsprechend Grundeigentum an das Unternehmens „Rouse Corporation“ transferiert wurde. Später vertrat er Rouse auch hinsichtlich der Beibehaltung einer Ausnahmeberechtigung vom Sonntagsverkaufsverbot für den „Riverwalk“. Er arbeitete ferner als Anwalt für die „New Orleans Legal Assistance Corporation“, als Rechtskonsulent für ein Stadtplanungsunternehmen sowie als Berater für diverse Nachbarschaftsorganisationen. Als Direktor des „Public Law Centers” in New Orleans leitet er den Fachbereich für öffentliches Recht und lehrt zudem private und staatliche Rechtsetzung – wie in seinem Artikel Clarity (Winter 2013) beschrieben: „Teaching Plain Language Drafting in a Legislative and Administrative Advocacy Clinic.” Zu seinen Publikationen gehören u.a. "The Ethics and Politics of Legislative Drafting" (Tulane); "Housing Redevelopment Strategies" (Loyola); "Administrative Practice Under the 1974 Constitution" (LSU); und "Community Benefit Agreements" in The Urban Lawyer. Marcello war als Dozent für Rechtsetzungslehre in Bulgarien, der Dominikanischen Republik, Georgien, Moldawien, der Mongolei, den Niederlanden, Nigeria und Südafrika tätig. Seit 1995 organisiert und leitet er einen internationalen 2-wöchigen Rechtsetzungskurs an der „Tulane Law School“.