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Das bestehende Logistikzentrum eines großen Möbelhauses in der Schweiz ist ein mehrstöckiges Stahlbetongebäude aus dem Jahre 1971. Die mit 18 cm Dicke sehr schlanken Geschossdecken sind als mehrfeldrige Plattenbalken-Rippendecken auf Stützen und Wänden gelagert. Die bestehenden Unterzüge sind 50 cm breit und 57 cm hoch, die Decke ist durch Dilationsfugen segmentiert. Durch Umstellung des Betriebs der Lagerhalle von fahrerlosen automatischen Staplern auf manuell gefahrene Stapler mit einer höheren Nutzlast und höherer Fahrgeschwindigkeit ergibt sich rechnerisch eine ungenügende Ermüdungssicherheit der Rippendecke in stegnahen Bereichen. Die Rippendecke ist ein Durchlaufträger, bei dem die Lage des Momentennullpunktes stark von der Steifigkeit der Platte und der Unterzüge abhängt. Das statische Modell ergab rechnerisch ein großes Defizit an unterer Plattenbewehrung. Der Ermüdungsnachweis konnte in den stegnahen Zonen nicht erbracht werden. Durch die Messung der effektiven Spannung an den Bewehrungsstäben mittels der MME-Messung konnte die reale Situation unter ständiger Last und infolge unterschiedlichen Staplerverkehrs gemessen und exakt bewertet werden.
Es konnte nachgewiesen werden, dass die Momentennullpunkte wesentlich weiter Richtung Plattenmitte lagen als im statischen Modell ermittelt. Die Bereiche mit ermüdungsrelevanten Zugspannungen konnten genau definiert werden. Auf Grundlage dieser Zustandsanalyse konnte die zwar notwendige Verstärkung der Plattenbewehrung mit CFK-Lamellen zum einen in ihrer Lage optimiert und zum anderen wesentlich verringert werden. Da es sich um ein sehr großes, mehrgeschossiges Lagerhaus handelte bei denen ein redundantes Problem mit wenigen Messungen behandelt werden konnte, sparte der Eigentümer mehrere Hunderttausend Schweizer Franken an Kosten für Verstärkungsmaßnahmen ein.