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Vieles deutet darauf hin, dass die globale Erwärmung in den vergangenen 50 Jahren zum grössten Teil durch den Menschen verursacht wurde, schreiben die Autoren, insbesondere durch die Emission von Treibhausgasen wie CO2 bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe. Die Konzentration von CO2, dem wichtigsten Treibhausgas, in der unteren Atmosphäre hat ihren höchsten Stand seit mindestens 420'000 Jahren - vielleicht sogar seit 20 Mio. Jahren - erreicht und liegt 34 % über dem Niveau vor Beginn der industriellen Revolution. Der Anstieg hat sich seit 1950 beschleunigt.
Ausmass und Geschwindigkeit der derzeit ablaufenden Klimaänderungen dürften alle natürlichen Klimaschwankungen der letzten 1000 Jahre und vielleicht darüber hinaus übertreffen. Die 1990er-Jahre waren das wärmste Jahrzehnt seit Beginn der Aufzeichnungen, und die drei heissesten Jahre (1998, 2002 und 2003) dieses Zeitraums lagen in den letzten sechs Jahren. Das Tempo der globalen Erwärmung hat jetzt fast 0,2 °C pro Dekade erreicht. In Europa verläuft die Erwärmung zudem schneller als im weltweiten Durchschnitt. Der Temperaturanstieg betrug hier in den letzten 100 Jahren 0,95 °C, und für dieses Jahrhundert rechnet man sogar mit 2,0 °C -6,3 °C, weil der Ausstoss von Treibhausgasen weiter zunimmt.
Die schweren Überschwemmungen, zu denen es im August 2002 in elf Ländern kam, kosteten etwa 80 Menschen das Leben. Mehr als 600'000 Menschen waren von den Folgen betroffen, und der wirtschaftliche Schaden belief sich auf wenigstens USD 15 Mrd. Die Hitzewelle, die im Sommer 2003 West- und Südeuropa heimsuchte, forderte mehr als 20'000 Todesopfer, unter ihnen vor allem ältere Menschen. In vielen südlichen Ländern gingen bis zu 30% der Getreideernte verloren. Durch Abschmelzen nahm die Masse der Alpengletscher allein 2003 um ein Zehntel ab.
"Dieser Bericht belegt mit einer Fülle von Fakten, dass die Klimaänderung bereits im Gange ist und weit reichende Auswirkungen auf Menschen und Ökosysteme in ganz Europa hat, häufig verbunden mit erheblichen wirtschaftlichen Verlusten", so Professor Jacqueline McGIade, Exekutivdirektorin der EUA.
Sie fügte hinzu: "Europa muss weiter an der Spitze der weltweiten Bemühungen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen stehen. Aber in diesem Bericht wird auch darauf hingewiesen, dass wir Strategien brauchen, und zwar auf europäischer, regionaler, nationaler und lokaler Ebene, um uns der Klimaänderung anzupassen. Dieses Phänomen wird sich über Jahrzehnte und Jahrhunderte spürbar auf unsere Gesellschaften und unsere Umwelt auswirken."
Quelle
D.S. nach EUA, 18. August 2004