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Verwirrung um den Börsengang: Saudi-Arabien habe den geplanten Börsengang des staatlichen Ölkonzerns Aramco abgeblasen, sagten Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Diese Meldung hat Saudi-Arabien später zwar dementiert. Der saudische Energieminister Khalid al-Falih sagte aber, der Börsengang werde sich verzögern.
Grund für die Verschiebung: Der Börsengang sei vorerst gescheitert, weil die Erwartungen unrealistisch gewesen seien, sagt Cornelia Meyer, Ökonomin und Unternehmensberaterin unter anderem im Öl-Geschäft. «Man hat sich vorgestellt, den Börsengang auf die Schnelle hinzukriegen, aber einer dieser Grössenordnung braucht sehr viel Vorbereitung.»
Weitere Schwierigkeiten für Aramco: Ein Börsengang in New York, London oder an einer anderen westlichen Börse setze viel Transparenz voraus, erklärt Meyer. «Aber Aramco ist ein Unternehmen, das sich gewohnt ist, nicht besonders transparent sein zu müssen, weil es nur einen Aktionär – den König – hat.» Ausserdem könnte die Firma auf dem Papier an Wert verlieren, etwa wenn die ganze Börse abstürzt. Das könne ein Problem darstellen, obwohl nur fünf Prozent von Aramco an die Börse sollen.
Nutzen des Börsengangs: Der Kronprinz wollte mit dem Börsengang Geld für seine Reformpläne erhalten. Saudi-Arabien will unabhängiger werden vom Öl. Rund 100 Milliarden Dollar sollten zusammenkommen. Nach Meyers Einschätzung kann der Kronprinz diese Mittel auch anders beschaffen. «Das Geld fehlt nicht, aber diese offensichtliche Quelle ist jetzt auf absehbare Zeit geschlossen.»
Neuer Zeitpunkt: Die saudische Regierung will den Börsengang durchführen, wenn der Zeitpunkt optimal dafür ist. Der Kronprinz hat die Marktkapitalisierung zu einem früheren Zeitpunkt mit zwei Billionen Dollar angegeben. «Das ist eine sehr aggressive Bewertung», sagt Meyer. Für den neuen Zeitpunkt schaue Saudi-Arabien auf zwei Faktoren: Zum einen müsse der Ölpreis nach oben gehen. Zum anderen sollten die Börsen gut laufen. «Jetzt wäre deshalb ein gutes Fenster gewesen.»