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Basisbedürfnisse und implizite Motive
Die Selbstbestimmungstheorie (SDT, Deci & Ryan, 1985, 2000) besagt, dass alle Menschen gleich stark ausgeprägte psychologische Basisbedürfnisse nach Kompetenz, Autonomie und sozialer Eingebunden haben und dass die Befriedigung dieser Bedürfnisse für alle gleichermassen zu positiven Konsequenzen führt. Im Gegensatz dazu vermutet der dispositionelle Motivansatz (MDT, McClelland, 1985), dass sich Menschen in der Ausprägung ihrer Leistungs-, Macht- und Anschlussmotive unterscheiden. In korrelativen und experimentellen Feldstudien und Experimenten untersuche ich, ob die Auswirkungen der Basisbedürfnisbefriedigung (nach SDT) durch individuelle Motivunterschiede (nach MDT) moderiert werden. In einem Forschungsprojekt von Schüler und Brandstätter (in Druck) untersuchten wir beispielsweise diese Moderationshypothese im Sport. Wir nahmen an, dass eine Sportumgebung, die die Befriedigung der Basisbedürfnisse nach Kompetenz und sozialer Eingebundenheit begünstigt, zu Flow-Erleben führen sollte. Zusätzlich nahmen wir an, dass diese Beziehungen durch das Leistungs-, beziehungsweise Anschlussmotiv moderiert werden. Vier Studien bestätigten den erwarteten Haupteffekt der Basisbedürfnisbefriedigung auf das Flow-Erleben und zeigten zudem, dass Personen mit einem hohen Leistungsmotiv stärker von Kompetenzerleben und Personen mit einem hohen Anschlussmotiv stärker vom Erleben sozialer Eingebundenheit profitierten als Personen mit entsprechender tiefer Motivausprägung. Neuere Studien zeigen, dass das implizite Motive nur dann die Beziehung zwischen Basisbedürfnisbefriedigung und ihren positiven Effekten auf Flow und Wohlbefinden moderiert, wenn sich Personen beim Beurteilen ihres Flow-Erlebens und Wohlbefindens in einem erfahrungsbasierten (experiential) und nicht in einem rationalen (rational) Verarbeitungsmodus befanden, der durch die konkrete Imagination spezifischer Situationen angeregt wurde.