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«Olympia-Teilnahmen waren das Grösste für mich»
Gemeinsam mit seinem Bruder Bruno schrieb Peter Jutzeler ein grosses Stück Glarner Sportgeschichte. Derweil sein um sechs Jahre jüngerer Bruder hauptsächlich im Schwingen zuhause war, betätigte sich Peter gleich in drei Sportarten sehr erfolgreich.
Je zehn Schweizermeistertitel im griechischen sowie im Freistil errang er in seiner Karriere im Ringen. Zweimal nahm er an olympischen Spielen teil. 1964 in Tokio erreichte er zwei fünfte Ränge im Greco und im Freistilringen. Und vier Jahre später 1968 in Mexiko gesellte sich ein sechster Rang im Grecoringen dazu. An den Weltmeisterschaften 1969 in Argentinien hätte es beinahe eine MW-Medaille gegeben. In Mar del Plata wurde Jutzeler als bester Schweizer Vierter. Punktgleich mit dem drittplatzierten Bulgaren Abolfazl Anvari belegte er Rang vier. Wohlverstanden, dass man es gegen die Übermacht aus dem Osten nicht einfach hatte als Schweizer. Jutzeler sagte dereinst darüber: «Es waren Auswirkungen der verbündeten Ostmächte. Denn erst durch einen abgekarteten Kampf schaffte es der spätere Medaillengewinner, mit mir gleich zu ziehen. Fast alle Kampfrichter und Juoren stammten damals 1969 aus dem Osten, dagegen konnte man nichts ausrichten. Obwohl ihm eine Medaille versagt blieb, blickte er mit guten Gefühlen auf die Grossanlässe zurück und sagte einmal: «Olympische Spiele sind, so glaube ich, für jeden Sportler das Grösste.»
Zwei Eidg. Turnfestsiege
Dazu kommen ein weiterer vierter sowie ein fünfter Schlussrang an Weltmeisterschaften im Ringen. Auch glückte ihm auf nationaler Ebene ein Sieg an einem eidgenössischen Ringerfest. Gleich zweimal siegte der Näfelser an Eidgenössischen Turnfesten: 1963 in Luzern und 1967 in Bern. Zwei Mal gewann der Metzgerssohn auch den Eidg. Nationalturntag und zwar 1965 in Grenchen und 1969 in Siebnen. Total siegte er 35-mal an Nationalturnwettkämpfen.
Nicht minder erfolgreich kämpfte er im Sägemehl. Zwei Siegen am Glarner Kantonalen (1968 in Oberurnen und 1970 in Engi), einen am Bündner (1969 in Untervaz), und der Triumph 1970 auf der Rigi zeugen von seiner Klasse. Jener Triumph auf der Rigi war speziell. Nachdem sich der Glarner am Eidgenössischen 1969 in Biel das Kreuzband riss, trat er zurück. Telefonisch erhielt er eine Einladung fürs Innerschweizerische 1970 in Siebnen. Der Glarner TK-Chef sagte zu ihm, dass er nur ans Innerschweizerische dürfe, wenn er auch das Glarner, Bündner Nordostschweizer und die Rigi besuche. So gab er sein Comeback, was überaus erfolgreich verlief und durfte in diesem Jahr erstmals auf der Rigi teilnehmen. Nach gestelltem Schlussgang zwischen Karl Meli und Max Wolfensberger erbte er gemeinsam mit Ady Zurfluh den Festsieg.
Um den Schlussgangeinzug gekämpft
Über all den erwähnten Erfolgen thronen die zwei Eidgenössische Kränze und die Schlussgangteilnahme am Kilchberger Schwinget 1962. 1966 am Eidgenössischen in Frauenfeld belegte «Peti» wie er allseits genannt wurde, den sechsten Schlussgang. Drei Jahre später kämpfte er im siebten Gang gegen Ruedi Hunsperger um den Schlussgangeinzug. Eigentlich wollte er den Wettkampf nach einem Kreuzbandriss im sechsten Gang aufgeben, doch die gute Ausgangslage und das Zureden seiner Kameraden bewogen ihn zum Weitermachen. Diesen Gang gegen den Berner Ausnahmekönner verlor er, doch zuletzt kehrte er gegen Anton Fuchs auf die Siegerstrasse zurück. Am Ende belegte er in Biel Rang drei. Die beste Platzierung eines Glarners an einem Eidgenössischen Schwingfest. Beide Male 1966 und 1969 gewann er den Kranz gemeinsam mit seinem Bruder Bruno.
Vom Grillstand in den Schlussgang
Bei seiner Schlussgangteilnahem am Kilchberger 1962 war er nur Ersatzmann. Erst als ein Ostschweizer Schwinger seinen Verzicht erklären musste, rückte er nach. Das Spezielle an diesem Fest: Zwischen den Gängen grillierte Jutzeler für seinen Arbeitgeber, einen Metzgermeister aus Zürich, Würste. Im alles entscheidenden Gang unterlag er dem Luzerner Hans Bühler. Total glückten ihm 33 Schwingfestsiege. Frühzeitig trat Jutzeler nach seinem kurzzeitigen Comeback Ende 1970 zurück. Beruf und Gesundheit gingen vor.
Jutzeler übernahm schon in den jungen Jahren die Metzgerei seines allzu früh verstorbenen Vaters Beda. «Ich arbeitete zwischen 12 und 14 Stunden am Tag. Einmal hatte ich während eines ganzen Jahres nur einen einzigen Sonntag frei», liess er sich dereinst zitieren. Peti war der Sport immer nur ein Ausgleich zu seiner strengen Arbeit. Dort holte er sich auch seine Kraft für sein Hobby. Für dieses hatte er meist nur an den Abenden und an den Wochenenden Zeit. Im 81. Altersjahr hörte das Herz eines grossen Sportlers für immer auf zu schlagen.