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Einer der häufigsten Gründe, warum Hunde in der tierärztlichen Praxis vorstellig werden, ist Durchfall.
Durchfall, ebenso wie Erbrechen, ist eine Schutzfunktion des Körpers, der dadurch Substanzen loswerden will, die ihm schaden können. Ein erwachsener Hund, der breiigen Kot absetzt, aber ansonsten von ungestörtem Allgemeinbefinden ist und nicht erbricht, muss nicht unverzüglich in die Tierarztpraxis gebracht werden.
Es ist aber strikt von jeglicher Selbstmedikation mit humanmedizinischen Mitteln abzuraten. Kohletabletten schaden zwar nicht, färben den Kot allerdings so, dass unter Umständen verdautes Blut nicht gesehen wird; dieses Blut ist fast schwarz und weist auf ernst zu nehmende Blutungen im vorderen Darmabschnitt hin. Regelrecht gefährlich ist die Verabreichung von Medikamenten mit dem Arzneistoff Loperamid, die die Darmbewegung beeinflussen bzw. lähmen, da sie so Alarmsignale verschleiern.
Hunde nehmen oft Fremdkörper auf
Kastanien, Eicheln, Steine, Teile von Spielzeug, Schnuller u.v.m. können von Hunden verschluckt werden. Gibt ein Halter seinem Hund, der z.B. einen Stein verschluckt hat, ein Mittel gegen Durchfall dann hört der Darm mit seinen verzweifelten «Auswurf-Versuchen» zwar auf, aber der Stein sitzt noch immer im Darm und kann jetzt in aller Ruhe unbemerkt die Darmwand perforieren, was zu lebensbedrohlichen Zuständen führt.
Absolut kein Aufschub ist erlaubt bei einem Welpen mit Durchfall: Diese kleinen Kerle haben zu wenig Flüssigkeitsreserven im Körper und geraten sehr schnell in einen kreislaufbedrohlichen Zustand der Dehydratation (Austrocknung). Darüber hinaus sind bei Welpen die Darmabschnitte oft noch von unterschiedlicher Beweglichkeit, was die gefürchtete «Invagination», das Ineinanderschieben von Darmteilen, hervorrufen kann. Diese muss zwingend chirurgisch behoben werden, wobei die Welpen oft schon zu sehr geschwächt sind, um eine Operation zu überstehen.
Die Ursachen von Durchfall sind zahlreich, dazu gehören die Aufnahme von verdorbenem Futter oder was immer der Hund für Fressen hält, Fremdkörper, Gift, Parasitenbefall, Futtermittelunverträglichkeit, aber auch virale Ursachen (Parvovirose, Staupe) oder Krebserkrankungen.