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Eine Maschine der algerischen Fluggesellschaft Air Algérie mit gegen 116 Menschen an Bord ist vermutlich über dem westafrikanischen Krisenland Mali abgestürzt. Nach Angaben der Fluggesellschaft war die Maschine auf dem Weg von der Hauptstadt Burkina Fasos, Ouagadougou, in die algerische Hauptstadt Algier. 50 Minuten nach dem Start sei der Kontakt zu Flug AH 5017 abgebrochen.
Der Präsident Malis, Ibrahim Boubacar Keita, teilte am Abend mit, dass das Wrack der vermissten Maschine in der Wüste im Norden des Landes gesichtet worden sei. «Das Wrack wurde zwischen den Städten Aguelhoc und Kidal gefunden.» Weiter Informationen hatte Keita nicht.
Zuvor hatte bereits der Kommandant der UNO-Mission in Mali mitgeteilt, dass die Maschine im Zentrum des Landes zwischen den Städten Gao und Tessalit abgestürzt sei.
Ein Schweizer Passagier vermisst
Laut dem Vertreter von Air Algérie in Burkina Faso standen auf der Passagierliste auch die Namen von 51 Franzosen und eines Schweizer Staatsbürgers.
Frankreichs Aussenminister Laurent Fabius bestätigte in Paris, dass gemäss den Informationen aus Burkina Faso 51 Franzosen an Bord gewesen seien. Nach einem Kontakt mit seinem algerischen Amtskollegen habe dieser ebenfalls von 50 französischen Staatsangehörigen und Passagieren aus 14 weiteren Staaten gesprochen.
Frankreich leitet die Suchmassnahmen
Für die Suche habe Frankreich «alle verfügbaren militärischen Mittel in Mali» aufgeboten, erklärte Präsident François Hollande. Er sagte auch eine geplante Reise zu den französischen Übersee-Territorien ab.
In N'Djamena in Tschad starteten zwei französische Mirage-2000-Kampfflugzeuge für einen Suchflug nach der verschollenen Maschine. Im Tschad unterhält Frankreich eine Militärbasis. In Mali ist es seit eineinhalb Jahren federführend an einem Anti-Terror-Einsatz gegen aufständische Islamisten beteiligt.
Auch in Niger starteten Flugzeuge zu Suchflügen in der Grenzregion zu Mali.
Es gibt nur wenige Anhaltspunkte über eine mögliche Absturzursache. Der Transportminister von Burkina Faso sagte, dass die Piloten eine Anfrage für eine Routenänderung gestellt hätten. Auf der ursprünglichen Flugroute hätten sie sich sonst einem Sturm genähert.
Flugzeug von Swiftair geleast
Bei der Maschine soll es sich um eine zweistrahlige McDonnell Douglas MD-83 handeln. Air Algérie hat das Flugzeug von der spanischen Fluggesellschaft Swiftair geleast. Nach Angaben der spanischen Pilotengewerkschaft Sepla sind auch die sechs Besatzungsmitglieder Spanier. 2007 bis 2008 gehörte das Flugzeug dem Fussballverein Real Madrid.
Air Algérie bietet pro Woche vier Verbindungen auf der Strecke Ouagadougou-Algier an.