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Bald ist es wieder so weit und es wird im Rahmen der Fussball-WM haufenweise Public Viewings geben. Auf «Deutsch» versteht man darunter ein «gemeinsames Sichansehen von auf Grossbildleinwänden im Freien live übertragenen Sportveranstaltungen», so der Duden. In den USA wird darunter die öffentliche Aufbahrung eines Toten verstanden. Das wissen Sie bereits, Public Viewings werden hierzulande auch schon seit einer Weile praktiziert. Es gibt auch noch andere Begriffe, die sich hier einreihen (Handy kennen Sie schon).
Hässliche Rucksäcke und alte Autos
Wenn ich auf Google «Body-Bag» eingebe, erscheint zuoberst Zalando und will mir hässliche Rucksäcke und Taschen verkaufen. Im englischsprachigen Raum steht dieses Wort aber weniger für eine hässliche Tasche, sondern viel eher für einen Leichensack. Auch nicht unbedingt eine schöne Angelegenheit aber vor allem etwas ganz anderes. Ähnlich verhält es sich mit «Whirlpool»: Auf Englisch wird die Sprudelwanne Jacuzzi oder Hot Tub genannt, «whirlpool» heisst eigentlich Wasserstrudel (obwohl inzwischen auch der Jacuzzi darunter verstanden wird). Wenn Sie keine Lust auf ein Public Viewing haben, dann können Sie sich einen «Beamer» für zu Hause kaufen und die Freunde, die Sie sich mit dem Gerät machen, zu sich nach Hause einladen. Verkünden Sie in den USA, dass sie einen «Beamer» kaufen wollen, haben Sie vielleicht auch ein paar neue Freunde, geben aber wesentlich mehr Geld aus, denn auf der anderen Seite des Atlantiks versteht man unter «Beamer» einen BMW. Wenn Ihr BMW älter als zwanzig Jahre ist, reden Sie auf Deutsch von einem «Oldtimer», im englischsprachigen Raum sollten Sie in so einem Fall eher von einem «vintage car» sprechen.
Falsche Kundschaft
Es ist merkwürdig, wie wir im Deutschen Begriffe fabrizieren, die Englisch klingen und auch aussehen, aber von der Bedeutung her überhaupt nicht zusammenpassen. Obwohl Sie es manchmal durchaus könnten. Und hier liegt auch eine Gefahr: Wenn ein deutscher Body-Bag-Hersteller seinen Handel auf die USA ausweiten möchte, sollte er ein seriöses Übersetzungsbüro mit der Übersetzung seiner Texte beauftragen. Sonst läuft er Gefahr, eventuell nicht die richtige Kundschaft zu erreichen. Ein extremes Beispiel, ja. Aber undenkbar ist es nicht. Doch zum Glück sind wir mit den Scheinanglizismen nicht alleine, es gibt auch noch andere Fans davon.
Bild: Flickr (CC BY-NC-SA 2.0)