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Strassenkinder
Strassenkinder in der Schweiz
C. Braun, T. Siegenthaler und T. Niederhauser (Strassenkinder in Zürich, Zürich 2002) untersuchten die Lebenssituationen schulpflichtiger Kinder und Jugendlicher, die einen grossen Teil ihrer Freizeit auf der Strasse verbringen, sich dort in ihrer Peer-Group bewegen und nachts nicht regelmässig nach Hause kommen, wobei ihre Eltern tagelang nicht wissen, wo sich ihre Sprösslinge herumtreiben. Es handelt sich also um junge Menschen, die zwar im klassischen Sinne nicht obdachlos waren, bei denen aber die Integrationsversuche verschiedener Sozialisationsinstanzen mit Hilfesysteme versagt hatten.
Zur Kennzeichnung von „Kindern und Jugendlichen der Strasse" legten die Verfasser die gleichen Kategorien zugrunde, die auch bei anderen Untersuchungen (z.B. Deutschland) massgeblich waren:
- Die Betroffenen sind in der Regel über 12 Jahre alt, die meisten sind sogar älter als 15 Jahre.
- Während Armut und Elend Hauptgründe für die Existenz des Strassenkinderphänomens in der Dritten Welt darstellen, sind es in Mitteleuropa vielfältige Problembelastungen auch psychologischer und sozialer Art.
- Mitteleuropäische Strassenkarrieren sind meist „Pendelkarrieren": Zwar ist die Straße der eigentliche Lebensmittelpunkt der Betroffenen, aber die wenigsten Jugendlichen werden dort dauerhaft leben.
- Die Jugendlichen versuchen durch Gelegenheitsarbeiten, Bettel, Diebstahl, Raub, Prostitution und Drogenhandel die Mittel zu beschaffen, die sie zum Überleben brauchen.
Die Belastungen, denen die jungen Menschen ausgesetzt waren, sind vielfältig und gravierend. Am häufigsten wurden Konflikte in der Familie genannt. Oft wurde auf passiv erlebte, aber auch auf selbst ausgeübte Gewalt verwiesen. Viele Jugendliche hatten Probleme mit weichen und harten Drogen. Auch Kulturkonflikte, Migrationserfahrungen und Kriegstraumata spielten in ihrem Leben eine grosse Rolle. Gründe, um auf die Strasse zu gehen, waren darüber hinaus Konflikte in der Schule, bei der Arbeit und in der Lehre. Die jungen Menschen litten häufig unter gesundheitlichen Problemen und Depressionen. Sie glaubten, dass es in der Gesellschaft für sie keinen Platz gäbe.
Diesen Kindern wollen wir, so Gott will, die wahre Hoffnung von der Erlösung/Befreiung bringen. Gerne stehen wir für weitere Fragen zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns.
Literatur:
A.Staub (Läbe uf dr Gass – Eine qualitative Studie über Straßenkinder in der Stadt Bern, Bern 2002
C. Braun, T. Siegenthaler und T. Niederhauser (Strassenkinder in Zürich, Zürich 2002)