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Weinregion Champagne
Die Champagne ist das nördlichste Weinbaugebiet Frankreichs und erstreckt sich vom Marnetal und der Montagne de Reims bis in die Île de France. Das durch atlantischen Einfluss abgemilderte Kontinentalklima und die kreide- und kalkhaltigen Böden bilden ideale Voraussetzungen für die klassischen Rebsorten des Champagners.
Die Weinstile der Champagne
Mit drei Prozent der französischen Rebfläche zählt die Region zu den kleineren Weinbaugebieten des Landes. Rund 320 Crus (Lagen) mit mehr als 275.000 Parzellen bringen eine unfassbare Vielfalt an köstlichen Schaumweinen hervor - vom eleganten Champagner Extra Brut (Champagne Irroy) über den fruchtig-ausbalancierten Blanc de Blancs Grand Cru (Champagne Lallier) bis zum mehrfach preisgekrönten Jahrgangschampagner Comtes de Champagne Rosé 2007, einem Spitzenprodukt des Hauses Taittinger. Hier eine Reihe Kriterien, die Sie bei der Auswahl eines Champagners zurate ziehen können:
Jahrgangscuvée oder Vintage:
Non-Vintage-Champagner (ohne Jahrgang; auf dem Etikett meistens als NV gekennzeichnet) spiegeln den Stil eines Champagnerhauses auch langfristig wider. Dagegen charakterisiert ein Champagne millésimé (auch Jahrgangs- oder Vintage Champagner) ein bestimmtes Erntejahr.
Rebsorten: Cuvée oder reinsortig
Die meisten Champagner sind Cuvées aus zwei oder drei Rebsorten. Die roten Sorten Pinot Noir, Pinot Meunier und der weiße Chardonnay nehmen beinahe die gesamte Anbaufläche ein. Ein Blanc de Blancs dagegen besteht reinsortig aus Chardonnay, während Blanc de Noirs nur aus roten Trauben erzeugt wird.
Farbe: Weiß oder Rosé
In der Champagne werden Trauben ausschließlich von Hand gelesen - ein Verfahren, das eine Vorauswahl zulässt und verhindert, dass die Schalen roter Beeren schon während der Lese platzen und sich mit dem hellen Fruchtfleisch vermischen. So können aus dunklen Trauben hellgolden bis intensiv gelb schimmernde Grundweine gewonnen werden. Für die Herstellung von Rosé-Champagner gibt es zwei Verfahren (siehe unten).
Dosage: von Brut nature bis Doux
Den Abschluss der Champagner-Herstellung bildet die Dosage, also die Zugabe einer Rohrzuckerlösung in gleichwertigem Wein, die die kräftige Säure des frischen Champagners modifiziert. Für hochwertigen Champagner wird anstelle der Zuckerlösung häufig ein sorgfältig ausgewählter, nicht selten seit mehreren Jahrzehnten gelagerter süßer Reservewein(Réserve) verwendet, der dem Schaumwein den letzten Schliff verleiht. Die Dosage für Champagne "Brut Zéro" oder "Nature" enthält keinen zusätzlichen Zucker; der Flüssigkeitsverlust beim Degorgieren wird mit trockenem Stillwein ausgeglichen. Für den Süßegrad "Doux" dürfen bis zu 50 Gramm Zuckerlösung pro Liter zugegeben werden.
Das Klima der Champagne - perfekt für langsames Reifen
Ihrer Lage im Nordosten Frankreichs mit relativer Nähe zum Ärmelkanal verdankt die Champagne einen komplexen Mix aus kontinentalem Klima und ozeanischen Einflüssen. Maritime Luftströmungen bescheren der AOC regelmäßig ausreichende Niederschlagsmengen und gleichen die an sich extremen kontinentalen Temperaturschwankungen weitgehend aus. Das kühle Klima begünstigt den langsamen Wachstumsprozess der hier überwiegend angebauten Rebsorten Pinot Noir(Spätburgunder), Pinot Meunier (Schwarzriesling) und Chardonnay.
Hanglagen mit Kalkböden für Drainage, Wasserspeicher und subtile Mineralität
Die Rebstöcke an den überwiegend nach Süden, Südosten und Osten ausgerichteten Hängen des Pariser Beckens profitieren von gleichmäßiger und optimal dosierter Sonneneinstrahlung. Kreideböden aus fossilen Mikroorganismen, zum Teil durchsetzt mit Mergel, Ton und Sand, bilden die Basis der größeren Anbaugebiete Côte des Blancs, Côte de Sézanne, Montagne de Reims und Vallée de la Marne. Wie ein Schwamm saugt die Kreide Wasser von der Oberfläche ab und speichert es als natürliches Reservoir. Selbst während der langen, heißen Dürreperiode 2019 standen die Rebstöcke der Champagne "voll im Saft".
Wissenswertes über die Champagne
Worauf beruht die Unterteilung in Grands Crus, Premier Crus und andere Lagen?
Zur AOC Champagne gehören über 300 Weinbaugemeinden. 17 davon dürfen die Bezeichnung "Grand Cru" tragen, weitere 43 sind "Premiers Crus". Alle übrigen rangieren als "terroir non classé". Trauben aus Orten, die keiner dieser Gruppen angehören, sind nicht für die Herstellung von Champagner zugelassen. Zu relevanten Kriterien der Einstufung zählen unter anderen Terroir (Lage, Bodenbeschaffenheit, Klima, Bepflanzung, Weinbau und Weinlese) und technische Faktoren (Pressung, Weinbereitung, Etikettierung).
Wer hat den Champagner erfunden?
Erste wohlmeinende Erwähnungen spritziger Weine finden sich seit dem 13. Jahrhundert. Champagner, wie wir ihn heute genießen, entstand in vielen Einzelschritten über mehrere Jahrhunderte hinweg. Einige Pioniere bei der Entwicklung der "Méthode champenoise":
- Christopher Merret (1614 - 1695), ein englischer Arzt und Erfinder, legte der Royal Society in London 1662 die erste Rezeptur zur kontrollierten Herstellung spritziger Weine vor.
- Der Benediktinermönch Dom Pierre Pérignon (1638-1715) perfektionierte die Assemblage, indem er den seinerzeit ausschließlich verwendeten weißen Rebsorten rote hinzufügte.
- Das Geheimnis der optimalen Zuckermenge in der Dosage fand der Apotheker Jean-Baptiste François (1792-1838) heraus.
- Barbe-Nicole Clicquot (geb. Ponsardin; 1777 - 1866), übernahm als junge Witwe den Betrieb ihres Mannes und leitete als erste Frau ein Champagnerhaus. Veuve ("Witwe") Cliquot verwandelte köstlichen, bis dato aber trüben Schaumwein in ein Getränk von nobler Klarheit, indem sie die "Méthode classique" entwickelte - das Rütteln und Degorgieren der Flaschen, um den Hefesatz aus dem Wein zu entfernen.
Wie wird Rosé Champagner hergestellt?
Sowohl weiße als auch die für Champagner verwendeten roten Rebsorten haben von Natur aus farbloses Fruchtfleisch. Die mehr oder weniger kräftige Farbe eines Rotweins entsteht durch Farbpigmente, die sich während der Gärung aus den Traubenschalen lösen und den Most einfärben. Bei der Herstellung von weißem Champagner verhindern Handlese, zügige, aber schonende Pressung und ein schneller Abzug des Mosts, dass Farbstoffe aus den Schalen dunkler Trauben ausbluten und den Grundwein rot färben.
Rosé Champagner verdanken ihre delikaten Farbnuancen einer von zwei zugelassenen Methoden: Entweder wird bei der Assemblage etwas Rotwein zugegeben, oder ein kleiner Anteil der Schalen von Pinot Noir/Pinot Meunier bleibt während der Gärung in Kontakt mit dem Most und beschert dem Grundwein einen Roséton.
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