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Verschiedene Nachfahren verweisen auf eine Hugenotten-Abstammung des Stahlschmidt-Geschlechtes, die jedoch aufgrund des Zeitpunktes der Einwanderung von Urahne Hans ins Siegerland, ausser als Mitstreiter Calvins, nicht möglich ist.
In Herscheid hat es auf dem Ebbekamm – südöstlich der Nordhelle – in einer Höhenlage von 602 m eine kleine Ortschaft gegeben, die im Herscheider Volksmund als Hugenotten-Siedlung bezeichnet wird. Die betagten Häuser, in deren Nähe sich Rennfeuerhütten befunden haben, sind bis zum Anfang des vorigen Jahrhunderts in Privatbesitz, werden später vom Staat aufgekauft und abgebrochen. Lediglich ein Brunnen erinnert noch daran, dass hier am Verbindungsweg von Meinerzhagen/Valbert nach Herscheid Menschen gelebt haben.
Im 19. Jahrhundert betreibt eine Familie Stahlschmidt dort eine Wirtschaft mit Gärtnerei1.
Der Name “Stahlschmidt” ist heute noch in der örtlichen Wanderkarte verzeichnet (siehe auch dieses Foto, das Forscherfreundin Mechthild Sieg freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat).
Die Zusammenstellung der Stahlschmidt Daten aus dem Archiv der evangelischen Kirchengemeinde Herscheid weist eine auffallend starke Verbindung mit der Kirche auf 2.
Neben meinem Vorfahren Jacobus Stahlschmidt in Herscheid-Verse wird weiterhin Peter Stahlschmidt vor der Becke (Kirchmeister 1720/21 und 1739/40, +21.5.1757) unter den Osemundschmieden und Hammerzögern in Stadt und Kirchspiel Lüdenscheid und in den Kirchspielen Herscheid und Hülscheid erwähnt3.
Peters Sohn Jacobus vor der Becke, Kirchmeister im Jahr 1762, heiratet am 24. November 1746 Anna Maria Hagedorn aus Meinerzhagen.
Die Übernahme von öffentlichen Ämtern durch die Herscheider Stahlschmidts betrifft nicht nur kirchliche Funktionen, sondern auch Tätigkeiten auf unteren kommunalen und politischen Verwaltungsebenen. So unterschreibt Jacobus vor der Becke das Schlußblatt des Amtsausschlags des Amtes Altena, datiert Lüdenscheid 29.6.1769 (siehe unten).
Möglicherweise ist Jacobus in zweiter Ehe mit Anna Marg. Bremicker verheiratet, denn gemäss Herscheider Archiv stirbt diese am 30.10.1788 im Alter von knapp 42 Jahren als Ehefrau des Jacob Stahlschmidt vor der Becke. Der Name Bremicker taucht im Zusammenhang mit Stahlschmidt auch im Meinerzhagener Kirchenbuch auf, als Johann Eberhard Stahlschmidt, nachgelassener Sohn des Meinerzhageners Anton Stahlschmidt am 18.11.1750 Anna Gerdruth Bremicker heiratet.
Der Dritte im Bunde ist Johann Hermann Stahlschmidt, der das Küsteramt in Herscheid von 1725 – 1747 innehat und am 6. Mai 1748 stirbt. Sein Sohn Leopold heiratet am 23. 11. 1746 Anna Christina Grüber aus Meinerzhagen, die Tochter des Meinerzhagener Provisors und Vorstehers Joh. Henr. Degenhard Grüber. Leopold übernimmt das Küsteramt von seinem Vater, und als er am 23.01.1783 im Alter von knapp 61 Jahren stirbt, ist er 35 Jahre lang Küster in Herscheid gewesen. Auch Hermanns Sohn Diedrich Henrich, Zimmermann von Beruf, heiratet eine Meinerzhagenerin, und zwar Anna Maria Kleine am 18.06.1732. Anna Maria stirbt am 24.09.1770 im Alter von 35 Jahren und Diedrich Hendrich am 4. April 1778 im Alter von 48 Jahren in der Küsterei.
Unter den vielen Herscheider Stahlschmidt Nachfahren ist auch Caroline Stahlschmidt, die Tochter des am 3.2.1814 in Herscheid geborenen Peter Caspar St. und seiner Ehefrau Elisabeth Schulte. Caroline bekommt am 6.9.1867 in Werdohl den am 13.6.1844 auf dem Nettenscheid zur Welt gekommenen Carl Heinrich Kirchhoff zum Ehemann, dessen Vater Peter Diedrich Friedrich Wilhelm K. am 12.5.1820 in meinem Geburtsort Himmelmert im “Viegen Gut” (siehe 5. Haus unter diesem Link: <http://www.plettenberg-lexikon.de/haeuserbuch/himmelmert/urkataster.htm>) als Sohn von Johannes Heinrich K. und seiner Frau, der gebürtigen Landemerterin Anna Catharina Käsebrinck, das Licht der Welt erblickt. P.D.F. Wilhelm geht nach dem Tod seiner Eltern von Himmelmert nach Werdohl und heiratet dort die auf dem Nettenscheid wohnende Catharina Elisabeth Maiweg, Tochter des dortigen Fuhrknechts Johann Diedrich Maiweg. Leider dauert das Eheglück von Caroline Stahlschmidts Schwiegereltern nur vier Jahre, da der sechsundzwanzigjährige P.D.F. Wilhelm Kirchhoff am 14.11.1846 beim “Unterminen eines Ufers” auf dem Nettenscheid tödlich verunglückt. Wahrscheinlich ist er beim Bau eines Stollens der Grube Kronos II zu Tode gekommen (<http://www.plettenberg-lexikon.de/bergbau/mk/kronos.htm>).
Birgit Hüttebräucker, Familienforscherin, geschätzte Kontaktperson und eine Nachfahrin aus der Stammfolge, die Anton mit seiner ersten Ehefrau Catharina Jüngermann begründet, hat ihre Herscheider Stahlschmidt-Vorfahren erforscht, Erkenntnisse und Stammfolgen auf ihrer Homepage veröffentlicht, deren Adresse unter “Links” zu finden ist. Der von mir zusammengetragene Herscheider Stammbaum wird dort mit meinem Einverständnis dargestellt.Fussnoten
- Pressebericht (1901) Wanderung zur Erdbeerbowle auf dem Stahlschmidt aus 100 Jahre SGV Abteilung Herscheid [↩]
- H. Schulte, Auf den Spuren der Stahlschmidts zu Beginn des 18. Jahrhunderts in der Gemeinde Herscheid, Herscheid 2004 [↩]
- H. Vollmerhaus, Das Eisengewerbe in den süderländischen Ämtern Altena, Iserlohn, Neuenrade und Plettenberg im Jahre 1734 [↩]