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HISTORY OF VINYL
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Wissenswertes vom Beginn der akustischen Aufnahme-Ära bis zur Verdrängung der Schallplatte durch CD und MP3 und dem Comeback der Vinyl-Schallplatte.
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Bewertungssystem für Schallplatten.
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Liste der wertvollsten Schallplatten, die bisher verkauft wurden.
THEMEN
1877
Am 18. Juli 1877 gelang es Thomas Alva Edison zum ersten Mal, die menschliche Stimme einzufangen und wiederzugeben. Er benutzte eine mit einer Nadelspitze versehene Membran, die er über einen mit Paraffin überzogenen Papierstreifen zog. Er sprach dabei laut das Wort «Hello» in die Membran. Als er die Nadel erneut über den Papierstreifen zog, konnte er leise das zuvor Gesprochene vernehmen.
Den Schweizer Feinmechaniker Kruesi bat er, nach seinen Skizzen den ersten Phonographen zu bauen. Als Tonträger diente eine mit Zinnfolie bespannte Stahlwalze. Einige der Geräte funktionieren auch heute noch: Dreht man die Kurbel und spricht gleichzeitig in den Trichter, drückt die Nadel eine Punktschrift in die Walze, die sich dann wieder abspielen lässt.
1888
Der deutsche Auswanderer Emil Berliner entwickelte 1888 in den USA einen anderen Tonträger: die Schallplatte aus Hartgummi. 1897 kamen die ersten Schellackplatten auf den Markt. Diese runde Scheibe bestand aus einem Gemisch aus Schellack, Gesteinsmehl, Russ und Pflanzenfasern.
Die Schallplattenherstellung blieb für viele Jahre eine kostspielige Technik. 1904 betrug der Preis für eine Grammophon-Platte stolze 2,50 Mark. Das war viel Geld zu einer Zeit, in der das Kilo Rindfleisch 1,42 Mark kostete und das durchschnittliche Monatsgehalt bei 50 Mark lag. Trotzdem markierte die Erfindung der Schellackplatte die Geburtsstunde eines neuen Industriezweigs.
1948
Vinyl – das Ende der Schellackplatten
Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Tonträger war die Erfindung der Vinyl-Schallplatte 1948 durch den ungarisch-amerikanischen Physiker Dr. Peter Carl Goldmark. Im gleichen Jahr stellte die US-Plattenfirma Columbia die erste Kunststoffplatte mit Mikrorille und 33-ein-Drittel Umdrehungen pro Minute vor. Diese 30-Zentimeter-Platte wurde als «long playing record» oder in der deutschen Übersetzung als Langspielplatte (LP) bezeichnet.
1949
1949 folgte die Markteinführung der Single-Platte durch die US-Firma RCA Victor. Sie hatte einen Durchmesser von 17,5 Zentimetern bei 45 Umdrehungen pro Minute. Die Einführung von Vinyl als Tonträgermaterial bedeutete das Ende der Schellackplatten, die weitaus empfindlicher und teurer waren. Als letztes Unternehmen stellte EMI die Produktion im Jahr 1958 ein.
Im gleichen Jahr wurde bei der Deutschen Grammophon die Stereophonie zur obligatorischen Aufnahmetechnik erklärt.
1960
1960 betrug der Anteil der Stereo-LPs bereits 25 Prozent am gesamten Schallplattenumsatz. Ab 1967 stellte die englische EMI alle Neuerscheinungen nur noch in Stereo her.
Da die neuen Stereo-Platten monokompatibel waren und zudem ein räumliches Klangerlebnis vermittelten, gab es keine Probleme bei der Markteinführung. Man konnte ohne Probleme Stereoplatten auf einem Monoplattenspieler hören und umgekehrt.
1983
Die Compact Disc CD
Seit 1983 werden in Europa «Compact Discs» (CDs) verkauft. Mit der schillernden Scheibe verbreitete sich eine neue Technologie: die optische Speicherung digitaler Daten. Von Musikfans anfänglich kritisch beäugt, lief die CD schon bald der Vinylscheibe den Rang ab.
2005
MP3 verdrängt die CD
In den vergangenen Jahren hat sich die Situation auf dem Musikmarkt erneut verändert. Externe Festplatten, Musik-Streaming-Dienste und Cloud-Speicher drängen die CD als Speichermedium immer mehr in den Hintergrund. Wurden 2005 in Deutschland rund 600 Millionen Rohlinge verkauft, waren es 2018 noch 50 Millionen, also weniger als ein Zehntel.
2010
Das Comeback der Vinyl-Schallplatte
Vinyl erlebt einen Boom. Es sind nicht nur die älteren Jahrgänge, die Schallplatten kaufen, auch die Generation Streaming entdeckt den Reiz der Rillen. Gründe sind der Wunsch nach einem selbstbestimmten Musikgenuss und eine neue Lust am Analogen in einer zunehmend digitalisierten Welt.
Schallplatten sind Gesamtkunstwerke und manches Plattencover hat sich ins Gedächtnis ganzer Generationen eingebrannt.
Fans lieben das Knistern einer Schallplatte und die Emotionen, die oft mit einer Schallplatte verknüpft sind: An seine erste LP erinnert sich fast jeder, aber an seine erste Musik-Datei?
Vinyl liegt im Trend. Seit 2010 steigen die Verkaufszahlen wieder jedes Jahr an – 2022 gingen 4,5 Millionen Schallplatten über deutsche Ladentheken. Im selben Jahr wurden in den USA erstmals wieder mehr LPs als CDs verkauft.
Ein Treiber ist die Digitalisierung: Viele Vinyl-Fans wollen bewusst Musik hören und schätzen die Schallplatte als Gesamtkunstwerk aus Musik und Cover-Kunst und als Wertschätzung der Künstler.
Quelle: planet-wissen.de
BEWERTUNG (europäisches Schallplatten-Bewertungssystem)
Mint (M)
Vinyl: Neue (unbenutzte) bzw. neuwertige Schallplatte. Die Platte ist manchmal sogar noch komplett eingeschweisst. Hin und wieder kann es auch vorkommen, dass das Innencover noch mit einem Siegel des damaligen Plattenhändler des Vertrauens verschlossen ist (solche Platten konnten damals beim Händler umgetauscht werden).
Cover: Neuer bzw. absolut neuwertiger Zustand. Es kann aber durchaus vorkommen, dass Plattencover, die nie eingeschweisst waren, dennoch aufgrund ihres Alters leichte Spuren der Aufbewahrung nachweisen.
M- bis M--- / oder: NM (Near Mint) bis NM-
Vinyl: Diese Exemplare befinden sich ebenfalls immer noch in einem sehr neuwertigen Zustand. Sie haben mitunter lediglich kleine optische Spuren auf dem Vinyl selber oder auf dem Label (z.B. ein kleiner Fleck).
Cover: Kleine optische Spuren der Aufbewahrung sind auf dem Plattencover sichtbar. Es können alternativ auch klitzekleine (nicht entfernbare) Aufkleber bzw. Aufkleberreste vorhanden sein.
VG+++ bis VG (Very Good)
Vinyl: Kleine Fremdgeräusche sind beim Abspielen hörbar. Es sind leichte optische Spuren der Nutzung sichtbar und hin und wieder ist ein Knackser zu hören.
Cover: Leichte sichtbare Spuren der Aufbewahrung. Kleine Knicke, etwas angestossene Ecken und/oder über einen kleinen Preisschildabriss bzw. eine kleine Markierung. Das Cover insgesamt ist aber nicht stark beschädigt.
VG- bis VG---
Vinyl & Cover: Um einige Nuancen stärker auftretende Symptome (auf Platte wie auch auf dem Cover) als wie in Stufe VG. Hinzu kommt mitunter ein leichtes Grundrauschen. Die Schallplatte befindet sich aber immer noch in einem hörbaren Zustand.
Hinweis:
Das angloamerikanische System setzt zwischen den Stufen M und VG noch den Wert EX (Excellent) ein. Ein VG++ Zustand ist in etwa mit einer EX Bewertung vergleichbar.
Werte für eine sehr schlechte bis unspielbare Schallplattenqualität:
G (Good)
Vinyl: Deutlich hörbare Fremdgeräusche beim Abspielen: viele Knackser und mitunter tiefe Kratzer sowie ein leichtes Grundrauschen.
Cover: Deutlich sichtbare Abnutzungserscheinungen: kleine Risse, Farbflecken, Klebespuren und sichtbare Beschriftungen.
W (Worn)
Vinyl: Kratzer, Grundrauschen und andere Fremdgeräusche sind fester Bestandteil. Meistens sind solche Schallplatten kaum noch anzuhören.
Cover: Es ist noch zu erkennen, sieht aber nicht schön aus. Es ist aber stark eingerissen, beschriftet, befleckt etc.
F (Fair)
Vinyl: Solche Platten sind akustisch (nahezu) wertlos und nur noch für das private Archiv nutzbar.
Cover: Eingerissen bzw. nicht mehr ganz vollständig und kaum noch verwendbar.
LISTE DER WERTVOLLSTEN SCHALLPLATTEN
Was sind die wertvollsten Schallplatten, die je verkauft wurden?
Auf dem absoluten Spitzenplatz landet das Album «Once Upon a Time in Shaolin» der New Yorker Hip-Hop-Gruppe Wu-Tang Clan, von dem weltweit nur eine einzige Platte hergestellt wurde. Verkaufspreis: 2 Mio. US$.
Wu-Tang Clan, Once Upon a Time in Shaolin im Ornate casing
Ebenfalls rekordverdächtig ist das erste Exemplar des Beatles «White Album» mit der legendären Nummer 0000001, das Ringo Starr persönlich im Jahr 2015 für satte 790.000 US$ bei Julien’s Auctions versteigern liess.
Beatles, White Album No. 0000001
Im selben Jahr kam anlässlich des 80. Geburtstags Elvis Presleys sein erster jemals aufgenommener Song «My Happiness» unter den Hammer. Auf seinem ehemaligen Anwesen Graceland auktioniert, brachte es die Ballade immerhin auf 300.000 US$.
Elvis Presley, My Happiness
Natürlich sind sechs- oder fünfstellige Regionen auf dem Plattenmarkt absolute Ausnahmen, aber unterhalb der 10.000er-Grenze eröffnet sich ein ganzes Universum wertvoller Schallplatten. Jeden Monat wechseln allein auf Internetauktionen dutzende Tonträger für vierstellige Beträge ihren Besitzer, was die enorme Aktivität des Marktes demonstriert.