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Kirche Masein
Baugeschichte
Die evangelische Kirche befindet sich umgeben vom Dorffriedhof auf einer Anhöhe nördlich des Dorfes in freier Lage und mit schöner Aussicht auf das Domleschg. Das Dorf wird von Thusis aus oder der neuen Heinzenberstrasse ab der Kreuzung nahe von Summaprada auf geteerten Strassen leicht erreicht. Zum Dorf Masein gehören zehn grössere Höfe.
Die Gegend war schon vor 3000 Jahren besiedelt. Im Jahr 1880 fand man beim Hof Tagstein einige Steinkistengräber. Auf Cresta, rund 600m nördlich von St. Florinus, befand sich während der Bronzezeit von ca. 1700-300 v. Chr. eine bewohnet Siedlung. Der um 451 in Chur bezeugte Bischof Asinio förderte das Urbarisieren des Landes und das Anlegen von Bauernhöfen. Masein nannte sich „Medezena“ und es befanden sich dannzumal hier zwei Grosshöfe. Der untere hiess Medezena und der obere Serlas, aus welchen sich später die heutigen Dorfteilen Ober- und Unterdorf entwickelten. Um 1200 nannte sich das Dorf „Mizins“. Es gehörte kirchlich bis 1505 zu St. Johann Baptist auf Hohenrätien. Es besass eine Kapelle, die schon 1394 als Filiale von Thusis urkundlich erwähnt wird. Ihr Patrozinium St. Florinus wird urkundlich 1441 genannt, als Freiherr Jöri von Rhäzüns der Kapelle Vogt vorstand. Im Jahr 1501 wurde die Kapelle von Andreas Bühler aus Gmündt in Kärnten zur heutigen Kirche umgebaut. Masein bildete mit Thusis zusammen mit Rongellen eine selbständige Kirchgemeinde.
1521 begann Pfarrer Blasius Prader in der Kirchgemeinde mit Hinweisen auf den neuen Glauben. Er liess sich 1523 in seinen Heimatgemeinde Valendas wählen. Sein Nachfolger Christian Hartmann setzte die begonnenen Vorarbeiten fort, un 1525/1526 trat Masein gleichzeitig mit Thusis der Reformation bei. 1559 entstanden Differenzen mit Thusis wegen Behebungen von Schäden an der Kirche nach einem Brand. 1562 wird als Folge davon dokumentiert, dass Kirche und Friedhof Eigentum der Gemeinde Masein sei und dieser auch der Unterhalt obliege. 1979 erhielt der Turm eine neue Glocke mit der Inschrift: + Caspar Bonorand Pfarrer – Jörg Felscher, Christian Florin, Christian Bühler Geschorene. Hans Weisstaner Kirchenvogt, Jacob Florin Schreiber – Gross mich Gaudentz Hempel in Chur 1679+
1698 wurden die Kirchenstühle eingebaut und 1731-1873 besass Masein eigene Pfarrer. 1747 erhielt die Kirche gemäss Inschrift am Schalldeckel eine neue Kanzel. Im Jahr 1765 wurde die Kirche renoviert. 1811 erhielt sie einen neuen Abendmalstisch. Eine weitere Renovation wurde 1859 durchgeführt und 1873 vereinigte man sich mit Thusis zu einer Pastrisationsgemeinschaft. Nach der letzten Kirchenrenovation von 1953 erfolgte 1954 die Anschaffung einer neuen Orgel von der Firma Metzler Dietikon/Felsberg. 1995 wurde unter dem Chor mit separatem Eingang von der Ostseite her eine WC-Anlage eingebaut.
Quelle: Die Kirchen und Kapellen des Kantons Graubünden, Hans Batz
Ausstattung
Der Chor ist nach (Nord-) Osten gerichtet und um eine Stufe erhöht. Er besitzt ein zweijochiges Netzgewölbe aus Tuffstein mit sternförmiger Figuration und zwei runden Schlusssteinen. Die einfach gekehlten Rippen wachsen aus Konsolenstümpfen in der Wandmitte heraus.
Fünf von ihnen sind mit Schildchen geschmückt. Im geraden Mittelteil des Chorabschlusses und in der rechten Chorwand befinden sich zwei grosse Spitzbogenfenster mit Fischblasenmasswerken, Mittelstützen und weisser Rautenverglasung. In einem Feld der Chordecke steht das Baudatum 1501 und darunter das Meisterzeichen von Andreas Bühler. Der Chor ist von einem Brüsttäfer umgeben. Der hintere Chorbodenteil ist aus Holz. Der vordere Chorbodenteil ist mit gefugten Steinplatten belegt, auf welchen der achteckige Abendmahlstisch von 1811 steht. An der linken Chorwand ist ein Steinbalken mit der eingehauenen Inschrift: 17 IF 23 zu sehen. Darunter sind die Renovationsdaten aufgemalt. Das Schiff ist mit einer flachen Kassettendecke in 30 Feldern aus Rundprofilen bedeckt. An der seiner rechten Wand befindet sich ein breites Spitzbogenfenster in gleicher Ausführung wie die Chorfenster. An der linken Chorschulterwand steht auf einem Holzfuss die Kanzel aus Nussbaumholz. Der Korpus wird von fünf umschlungenen Halbsäulen in Felder geteilt, deren Flöchen mit Muscheln bekrönt sind. Der Schalldeckel ist kassettiert. An der der rechten Chorschulterwand steht vor dem zugemauerten alten Turmeingang die Orgel von Metzler Diekon/Felsberg. Sie wurde in den Jahren 1973 und 1988 revidiert. Das Schiff ist von einem Brusttäfer umgeben. An der Westseite befindet sich das Portal mit einem Windfang. Der Mittelgang ist mit gefugten Natursteinplatten belegt. Ihm zur Seite stehen auf Holzunterlagen insgesamt 22 Bänke. Das zweiflüglige Portal besitzt ein spitzbogiges Gewand aus Tuffstein, das von einem geschindelten Satteldach geschützt wird. Die Fassade der Kirche sind hell verputzt, die Kanten mit Sgrafittoquadern verziert und die Fensterleibungen weiss ausgemalt. Im Giebelfeld der Kirchenfront sieht man ein rundes Lüftungsfenster und die Jahreszahl 1723. Das über dem Chor abgewalmte Satteldach ist mit kleinen Eternitplatten belegt. Der Turm ist auf der Südseite an das Schiff angebaut. Er besitzt einen eigenen Eingang. Am glatten Schaft befinden sich oben vier rundbogige Schallfenster. Der Turm hat einen spitzen achteckigen Helm mit Bruch, der mit Kugel, Kreuz und Wetterhahn bekrönt ist. In der Glockenstube, die über eine eiserner Wendeltreppe bestiegen wird, hängen in einem Gestell aus Winkeleisen drei elektrisch angetriebene Glocken.
Quelle: Die Kirchen und Kapellen des Kantons Graubünden, Hans Batz