Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03458.jsonl.gz/2518

Mein lieber Freund!
Von Anstrengungen aller Art für Realisirung unsers Eisenbahnprojectes bis zur Erschöpfung in Anspruch genommen, wird es mir nur möglich, Dir in Erwiederung auf Dein letztes werthes Schreiben1 die Zusicherung zu geben, daß die Direction der N.O.B. dem Reppischcomité die Baarauslagen, die ihm für Planarbeiten us. f. erlaufen sind, bonifiziren wird. Sie kann den daherigen Betrag auf Rechnung der Kosten der Bauverwaltung der Eisenbahnlinie Zürich– | Zug– Luzern nehmen.
Es gereicht mir zum Vergnügen, Dir mittheilen zu können, daß die Gemeindeversammlung der Stadt Zürich so eben mit sehr überwiegender Mehrheit die von ihr verlangte Betheiligung bei unserer Eisenbahnunternehmung mit einer halben Million Franken beschlossen hat.2
In Beilage schicke ich Dir noch ein Exemplar der einschlägigen Verträge, Conzessionen us. f., wie sie aus den Schlußberathungen der Conferenz hervorgegangen sind. Du wirst Dich aus denselben überzeugen, daß die Direction | der N.O.B. noch sehr erhebliche Zugeständnisse gemacht hat.3
Am rechten Seeufer scheint jetzt für eine Verbindung des Bahnhofes mit dem See & für eine Verbesserung der Dampfschifffahrten agitirt werden zu wollen. Obgleich ich glaube, daß dieß die rechte Richtung für die Thätigkeit des See's wäre & obgleich die N.O.B. wohl nicht ungeneigt sein würde, dabei dem See Hülferische Hand in der einen oder andern Weise zu bieten, so wäre es doch zu bedauern, wenn das rechte Seeufer diese noch ganz unreife Angelegenheit etwa als Beding| ung an unser Project anhängen wollte. Wirke doch bei Deinen Freunden am rechten Seeufer dagegen!4
Mit freundschaftlichen Grüßen
Dein
A Escher
Zürich
19 Dezbr 61.