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Brauchen Kinder und Jugendliche Nahrungsergänzungsmittel für eine gesunde Entwicklung?
Nach US-amerikanischen Daten können vor allem Kalzium- und Vitamin-D-Präparate helfen, Mängel auszugleichen. Bei zahlreichen Supplements drohen jedoch Überdosierungen.
In der Studie von Regan L. Bailey von den National Institutes of Health in Bethesda (Maryland) lag die tägliche Zufuhr von Kalzium und Vitamin D bei über einem Drittel der befragten Kinder und Jugendlichen unterhalb der empfohlenen Werte. Bei der Mehrzahl der Kinder zwischen zwei und acht Jahren gelang es ohne Supplementeinnahme nicht, den Tagesbedarf an Kalzium, Vitamin D und E zu decken, etwa 30% der Kinder nahmen allein über die Nahrung zu wenig Magnesium und Vitamin A auf. Allerdings blieben auch die Kinder, die von ihren Eltern Tabletten, Pulver und Säfte zur Nahrungsergänzung erhielten, beim Kalzium und beim Vitamin D unter den von den US-Behörden empfohlenen unteren Grenzwerten.
Teenagern mangelt es oft an Magnesium
Kritisch sahen die Autoren die Nährstoffversorgung vor allem bei den Teenagern: Hier mangelte es an Magnesium, Phosphor und an den Vitaminen A, C und E. Selbst mithilfe von Magnesiumpräparaten blieb die Hälfte der Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren unterhalb des Richtwerts. Magnesium ist an über 300 biochemischen Reaktionen im Körper beteiligt und wird vor allem für die Energiegewinnung, die Proteinsynthese und für die Muskeltätigkeit benötigt.
Unter den Zwei- bis Achtjährigen erhielten 42% regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel. In dieser Altersgruppe schien der Bedarf an Phosphor, Kupfer, Selen, Folsäure sowie an den Vitaminen B6 und B12 über die Nahrung weitgehend gedeckt zu sein. Der Konsum von Supplementen sank mit zunehmendem Alter deutlich ab: In der Gruppe der 9- bis 13-Jährigen schluckten 29% Tabletten, Pulver und Säfte zur Nahrungsergänzung, bei den 14- bis 18-Jährigen noch 26%.
Die Ergebnisse stützen sich auf den National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES), in dem zwischen 2003 und 2006 repräsentative Daten zur Gesundheit und Ernährung von rund 18.000 US-Bürgern gesammelt wurden. Aus diesen hatten die Autoren die Daten von über 7000 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen zwei und 18 Jahren herausgefiltert.
Die Kehrseite des Kunstnährstoffkonsums war die erhöhte Gefahr einer Überdosierung, vor allem in Bezug auf Eisen, Zink, Folsäure und Vitamin A in allen Altersgruppen. Speziell bei den Zwei- bis Achtjährigen drohten Überdosierungen auch bei Einnahme von Kupfer- und Selenpräparaten.
Die Studienautoren appellieren an die Hersteller, die Konzentrationen von Mikronährstoffen in den jeweiligen Präparaten besser an den Bedarf anzupassen. Damit könne man dazu beitragen, Überdosierungen zu vermeiden.