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Ab- und Ausleitverfahren
Wo die Natur einen Schmerz erzeugt, dort hat sie schädliche Stoffe angehäuft. Schafft sie es nicht, sie zu entleeren, so muss der Arzt eine Öffnung schaffen, um sie zu entlasten durch Schröpfen, Baunscheidtieren und dergleichen.
(nach Paracelsus)
Der Ursprung von Ab- und Ausleitmethoden liegt in der empirischen Erkenntnis, dass überschüssige und pathogene Stoffwechselprodukte (auch Schlacken oder Säuren genannt) in Form von Ausschlägen (Ekzemen) aus dem Körper «heraus»transportiert werden können, wenn natürliche Ausscheidungsmechanismen diese Entgiftungsaufgabe nicht zu Genüge erfüllen.
Ableitende Verfahren wie Schröpfen, Baunscheidtieren oder auch Nasenrödern (Nasenreflextherapie) dienen dazu, die körpereigenen Ausscheidungsorgane zu stimulieren. Sie werden für Lokalanwendungen eingesetzt oder wirken durch gezielte Hautreizung im Sinne einer Reflexzonentherapie. Dabei werden durch wechselseitige Nervenverbindungen (kutiviszerale Reflexbögen) die an der Haut vorgenommenen Reize an reflektorisch verbundene Gewebe und innere Organe übertragen, wodurch sie auch dort eine entsprechende Wirkung auslösen.
Eine Ableitung kann ausserdem durch die Einnahme spezifischer Arzneimitteln herbeigeführt werden.
Ausleitende Verfahren haben eine systemische Wirkung und werden über eine künstliche Öffnung in die Haut gemacht. Sie wirken dadurch umstimmend, den Stoffwechsel stimulierend. Als Beispiel können hier das blutige Schröpfen oder die Blutegeltherapie genannt werden.