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Phäochromozytom: seltener meist guartiger Tumor der Nebennieren
Das Phäochromozytom ist ein seltener Tumor der Nebenniere, genauer des Nebennierenmarks, der in den meisten Fällen gutartig ist. Im Nebennierenmark werden die beiden Hormone Adrenalin und Noradrenalin gebildet. Bildet sich dort ein Tumor, kann dieser zu einer Überproduktion der genannten Hormone führen.
Die beiden Nebennieren sitzen wie eine Kappe auf der linken und rechten Niere, deshalb die Bezeichnung Nebennieren. Ansonsten haben sie aber nur wenig mit den Nieren zu tun. Die Nebennieren bestehen aus Rinde (aussen) und Mark (innen), die jeweils unterschiedliche Hormone produzieren.
Adrenalin und Noradrenalin haben eine starke Wirkung auf das Herz und die Blutgefässe. Sie regulieren den Blutdruck, den Puls und den Blutzucker. In Stresssituationen werden sie vermehrt ins Blut ausgeschüttet und führen so zur Pulsbeschleunigung und Blutdruckanstieg. Daher werden sie auch als Stresshormone bezeichnet.
Das Phäochromozytom tritt am häufigsten bei Erwachsenen im mittleren Alter zwischen 30 und 50 Jahren auf, bei Kindern ist es selten.
Ursachen
Ursachen eines Phäochromozytoms können sein:
In 90% der Fälle ist die Ursache ein gutartiger Tumor im Nebennierenmark, der unkontrolliert die Hormone Adrenalin und Noradrenalin bildet.
Selten liegt ein bösartiger Tumor vor oder das Phäochromozytom tritt im Rahmen von Erbkrankheiten auf.
Sehr selten kann ein Phäochromozytom auch ausserhalb der Nebennieren auftreten.
Symptome (Beschwerden)
Das Hauptsymptom beim Phäochromozytom ist ein Bluthochdruck, der meist anfallsartig als Blutdruckkrise auftritt. Aber auch ein dauerhaft erhöhter Blutdruck ist möglich. Die Blutdruckkrisen können durch psychischen Stress oder körperliche Anstrengungen (z.B. auch Pressen beim Stuhlgang) ausgelöst werden.
Zusätzliche häufige Beschwerden im Rahmen der Blutdruckerhöhung sind:
Den ersten Hinweis auf ein Phäochromozytom liefern immer wieder auftretende Blutdruckkrisen, die begleitet werden von Kopfschmerzen, Schwitzen und Herzklopfen. Da ein Phäochromozytom meist im mittleren Erwachsenenalter auftritt, muss insbesondere bei 30-50-Jährigen, die unter den genannten Symptomen leiden, an ein mögliches Phäochromozytom gedacht werden.
Die Sicherung der Diagnose erfolgt durch Messung der entsprechenden Hormone (Noradrenalin, Adrenalin), die normalerweise vom Phäochromozytom übermässig gebildet werden.
Laboruntersuchungen: Messung von Adrenalin und Noradrenalin sowie deren Abbauprodukte im Urin, der über 24 Stunden gesammelt wird. Zur weiteren Absicherung erfolgt die Bestimmung der Hormonmengen auch im Blut.
Bildgebende Untersuchungen dienen zur genauen Lokalisation des Tumors: Ultraschall, Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRT) des Bauchraumes und insbesondere der Nebennierengegend.
Therapie (Behandlung)
Ein Phäochromozytom muss immer behandelt werden, egal ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Tumor handelt. Denn unbehandelt können die vom Phäochromozytom ausgelösten starken Blutdruckkrisen zu lebensgefährlichen Folgen wie Hirnschlag, Herzinfarkt oder Nierenversagen führen.
In der Regel wird das Phäochromozytom bzw. die ganze betroffene Nebenniere operativ entfernt. Damit normalisiert sich der Blutdruck wieder und die Erkrankung ist in der Regel geheilt. Vor und während der Operation muss der hohe Blutdruck mit speziellen Blutdruckmedikamenten gesenkt werden. Handelt es sich um einen bösartigen Tumor, kann eine zusätzliche Chemotherapie und/oder Bestrahlung notwendig sein.
Vorbeugemassnahmen (Präventionsmassnahmen)
Für das Phäochromozytom sind keine Risikofaktoren oder Entstehungsursachen bekannt. Daher gibt es auch keine Möglichkeiten zur Vorbeugung. Bei Kindern von Betroffenen sind aufgrund der möglichen Vererbung eines Phäochromozytoms vorbeugende Untersuchungen zur Früherkennung sinnvoll.