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Potsdam, den 10. September 1843.
Herr Kupffer, unser gelehrter Freund, hat die Errichtung eines zentralen physikalischen und meteorologischen Observatoriums erwirkt. Der Geist der Genauigkeit, bei allen astronomischen Arbeiten unabdingbar, hat bisher zweifellos für zuverlässige Präzision in den magnetischen und meteorologischen Beobachtungen gesorgt, die regelmäßig in unseren Sternwarten durchgeführt werden: Ist allerdings dort die Zahl der Assistenten und Mitarbeiter nur gering, so steht zu befürchten, daß einer der beiden Zweige, die astronomische oder die meteorologische Arbeit, mit weniger Hingabe gepflegt wird. Wieviel Zeit nimmt die Vielzahl von Daten über Sternschnuppen in Anspruch, deren unterschiedliche Epochen eine Ungewißheit von zwei bis drei Nächten ergeben! Wieviel Sorgfalt verlangen die Schwankungen der Deklination, der Inklination und der Intensität der Magnetkräfte, die Beobachtung der unterirdischen Wärme in verschiedenen Tiefen, der hygrometrische und elektrische Zustand der Luft, die Abnahme der Wärme in den oberen Schichten des Luftkreises! Ich hatte vermutet, daß in der Schweiz und in den Vereinigten Staaten, wo zahlreiche meteorologische und magnetische Stationen über die riesige Ausdehnung des Landes verteilt sein müssen, die Wissenschaften durch die Einrichtung von meteorologischen und physikalischen Observatorien gefördert würden, Zentren, in denen die Instrumente und die Methoden entwickelt werden zur Verbesserung der Forschung und der Resultate, deren numerische Mittelwerte in einheitlicher Weise erfaßt werden müssen. Durch die Trennung der astronomischen und der meteorologischen Observatorien würden in den ersteren jene Beobachtungen nicht aufgegeben werden, welche unerläßlich sind für die Berechnungen von Refraktionen und für die optischen Forschungen, die so eng mit allem verknüpft sind, was die Theorie der Fernrohre betrifft, den Vergleich der Lichtstärken der Sterne, die Beschaffenheit dieses Lichtes selbst… Dies ist der Auszug aus dem offiziellen Schreiben, das Herr Graf von Cancrin mit Datum vom 22. Mai an mich richtete:
„Es ist mir eine besondere Freude, Ihnen bekanntzugeben, daß der Kaiser, ganz den Vorstellungen folgend, die Sie mir vor einiger Zeit übermittelt haben, das Projekt genehmigt hat, welches ich ihm zu unterbreiten die Ehre hatte, nämlich dasjenige der Errichtung eines speziellen physikalischen Observatoriums am Corps des mines [Bergakademie] von St. Petersburg. Diese Einrichtung wird ihren Ort in einem Gebäude haben, das ad hoc mit den für die Instrumente und Versuche notwendigen Sälen und Kabinetten errichtet werden wird. Ein Direktor, ein Konservator und ein untergeordneter Mitarbeiter werden in dem Gebäude wohnen. Die Einrichtung wird mit allen für die verschiedenen Zweige der Beobachtung notwendigen Instrumenten ausgestattet werden. Die bereits erbaute magnetische Station wird erhalten und vergrößert werden.“
Herr Arago stellt der Akademie im Namen von Herrn von Humboldt die sehr interessante Beobachtung einer Nebensonne vor, die Herr Stechow am 16. Juni 1843 in Greifswald gemacht hat. Leider wäre es uns ohne die Hilfe von Zeichnungen unmöglich, eine genaue Vorstellung von dem Phänomen zu vermitteln.
Gründung eines physikalischen und meteorologischen Observatoriums in Sankt Petersburg (Auszug aus einem Brief von Herrn von Humboldt an Herrn Arago)