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1. Wer hat den Wissenschaftspreis ins Leben gerufen?
Der Nobelpreis geht an kluge Köpfe und grosse Denker – wie es einst der schwedische Wissenschaftler Alfred Nobel war. Unter anderem erfand er den Sprengstoff Dynamit und gab dem chemischen Element Nobelium einen Namen.
In seinem Testament verfügte er, dass aus seinem Nachlass (31.5 Millionen Schwedische Kronen) ein Preis hervorgehen soll. An all diejenigen, die etwas «ganz besonderes» für die Menschheit leisteten.
2. Wer bestimmt Gewinnerinnen und Gewinner?
Seit 1901 gehen zu Beginn des Jahres Einladungen von der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften an bis zu 3'000 wissenschaftliche Einrichtungen aus Medizin, Physik und Chemie. Diese müssen ihre Vorschläge einreichen: handschriftlich und mit Begründung per Post (E-Mails nicht erlaubt). Man pflegt Traditionen.
Wer einen Nobelpreis erhält, entscheiden verschiedene Expertinnen und Experten aus den Bereichen Physik, Chemie und Wirtschaft. So etwa die Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften oder das Karolinska-Institut.
3. Gab’s auch schon Nobel-Fails?
Die Gewinner werden telefonisch benachrichtigt. «Einmal hatten wir aber die falsche Nummer», so Astrid Gräslund, Ständige Sekretärin der Chemie-Jury gegenüber ARD. «Der Mann am anderen Ende sagte: ‹Wieso nennen Sie mich Professor Smith? Was für ein Preis?›» Nach einer diskreten Entschuldigung habe man aufgelegt.
Auch der Anruf beim auserwählten Preisträger für Medizin, Ralph Steinman, im Jahr 2011 lief nicht wie geplant. Der Immunologe war drei Tage zuvor gestorben, was im Komitee niemand wusste. Der Preis ging später – trotz anderslautender Regeln – posthum an Steinman.
4. Was erhalten Preisträger und Preisträgerinnen?
Neben Anerkennung winkt auch ein Preisgeld: Seit 2020 sind das zehn Millionen schwedische Kronen (etwa 879’600 Franken). Damit hat die Preissumme in realem Wert das Niveau der ersten Verleihung 1901 erreicht, als der Preis 150'000 Kronen wert war.
Sind Sie fit für den Nobelpreis?
So – und jetzt, wo Sie die Basics über den renommierten Wissenschaftspreis kennen, sind Sie dran: Testen Sie Ihr Nobelpreis-Wissen!
5. Wie steht’s um die Schweizer Wissenschaft?
Bereits bei den ersten beiden Vergaben der Nobelpreise wurden drei Schweizer mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet: 1901 Henry Dunant, der Gründer des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz. 1902 Elie Ducommun und Charles Albert Gobat zusammen. Insgesamt 30 Preise gab es bislang für Einzelpersonen aus der Schweiz.
6. «Curie»... Wer war das noch gleich?
Gleich fünfmal taucht er in der Liste der Preisträger auf: der Name Curie. Marie Curie, die allererste Frau, die einen Nobelpreis erhielt, und Mann ihr Pierre, wurden 1903 für ihre Arbeiten über Radium und Polonium mit dem Nobelpreis in Physik ausgezeichnet. Auch ihre Tochter Irene, erhielt mit ihrem Mann Frédéric 1935 den Nobelpreis für Chemie, weil sie einen neuen Typ von Radioaktivität entdeckt hatten.
7. Warum kommen Frauen oft zu kurz?
Erst 22 Frauen erhielten einen naturwissenschaftlichen Nobelpreis: zwölfmal für Medizin, fünfmal für Chemie, dreimal für Physik und zweimal für Wirtschaft. Mangelnde Kompetenz? Wohl kaum.
Dass die Mitglieder des jeweiligen Komitees und vorherige Preisträger über die Nominierungen bestimmen – und das meistens Männer sind – hilft wohl nicht bei der Gleichberechtigung. Weitere mögliche Gründe finden Sie hier.