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Im Jahr 1994 fand die historische Volksabstimmung zum Bau des Kultur- und Kongresszentrums am See statt und wurde mit 65.7 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Somit stand dem Bau von Jean Nouvel und Russel Johnson nichts mehr im Weg. Der Spatenstich ging im Januar 1996 von statten. Am 18. August 1998 fand der Festakt zur Eröffnung des Konzertsaals mit dem Luzerner Sinfonieorchester (LSO), dem Luzerner Trompeten-Ensemble und dem damaligen Bundespräsidenten Flavio Cotti statt.
Am 19. August 1998 traten zum Eröffnungskonzert der internationalen Musikfestwochen (heutiges Lucerne Festival) der Dirigent Claudio Abbado und die Berliner Philharmoniker auf. Zwei Jahre später folgte dann die Eröffnung des gesamten Kultur- und Kongresszentrums Luzern und auch des Kunstmuseums Luzern.
Der französische Architekt Jean Nouvel hat das KKL Luzern entworfen und zwischen 1995 und 2000 nach seinen Plänen bauen lassen. Ursprünglich war ein schiffsartiger Bau im See geplant, was aber aus städtebaulichen und ökologischen Gründen nicht möglich war. Unter dem Begriff "Inclusion", holt Jean Nouvel das Äussere mittels Wasserkanälen ins Gebäude und das Innere, mit dem über den See hinausreichenden Dach, nach aussen. Ein weiteres Element ist die "Reflexion", welche durch verwendete Materialien ausgelöst wird. So spiegelt sich der See im Dach und je nach Lichtinfall und Blickwinkel verändern sich die Ansichten und Eindrücke des Gebäudes.
Durch die beiden Wasserkanäle entstehen drei eigenständige Gebäudetrakte, welche sich wie Schiffe in der Werft aneinanderreihen. Im Trakt A, direkt neben dem Bahnhof, finden Sie das Auditorium, das Deuxième, kleinere Meetingräume, das Kunstmuseum Luzern, sowie die Restaurants Lucide und Le Piaf. Im Trakt B finden Sie den Luzerner Saal und im Trakt C den Konzertsaal.
Der New Yorker Russel Johnson (1924-2007) galt als führender Akustiker überhaupt. Trotzdem war das KKL Luzern für ihn ein Meilenstein, in welchem er sämtliche Errungenschaften seiner Arbeit zusammenfassen konnte. So erhält der Konzertsaal die optimale Akustik durch das Verhältnis von Raumhöhe, Breite und Länge von 1:1:2. Weiter brechen die 24'000 quadratischen Gips-Reliefs die Schallreflexion auf, multiplizieren sie und verteilen sie in alle Richtungen. Die Echokammern geben die Möglichkeit das Saalvolumen von 19'000m3 um 6'000m3 zu vergrössern und damit den Klang zu variieren. Ein weiteres akustisches Element ist das Canopy, welches sich über der Bühne befindet und als Schallreflektor dient. So hören sich Musiker:innen ohne Klangverzögerung. Im Konzertsaal herrscht ausserdem absolute Stille. Der Geräuschpegel liegt bei 18 Dezibel, was für das menschliche Ohr nicht hörbar ist. Diese Eigenschaft ermöglicht eine Wahrnehmung der Musik in ihrer gesamten Dynamik - vom tiefsten Pianissimo bis zum ohrenbetäubenden Fortissimo.