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Vom wunderschönen Yosmite Valley fuhren wir nördlich Richtung Lake Tahoe. Die Landschaft war weiterhin frühlingshaft grün, die Temperaturen sanken aber wieder mit jedem Höhenmeter den wir vorwärts kamen. Bis wir dann die ersten Schneefelder sahen... Diese konnten wir immer noch sehen, als wir bereits den Lake Tahoe erreichten. Unser Ziel war, ein Übernachtungsplatz zu finden und am nächsten Tag eine Wanderung dem See entlang zu machen, wir fuhren dann aber von einem geschlossenen Campingplatz zum anderen. So kam es, dass wir an diesem Tag fast schon um den ganzen See fuhren - was eigentlich auch für den nächsten Tag geplant war. Schliesslich fanden wir ein schönes Plätzli zum Schlafen, in den Präriehügeln in der Nähe von Carson City. Eine Bergkette trennt den Lake Tahoe und die genannte Hauptstadt von Nevada. Die Landschaft ist ebenfalls sehr differenziert. Der Lake Tahoe, umgeben von viel Wald und Schneebergen und Carson fast schon eine Oase in den weiten der Prärie.
Am nächsten Tag ging es den Pass wieder hinauf und wir machten die geplante Wanderung dem wunderschönen, teils türkisblauen See entlang. Es roch herrlich nach frischem Tannkries und Pinienbäumen!
Gegen Abend kamen wir auf einem Walmartparkplatz an, wo sich Luki noch um Baluu kümmerte. Wir fanden nämlich wieder zwei Öllecks.
Vor knapp 10 Jahren besuchte ich mit meiner Familie und Grosseltern die Geisterstadt Bodie. Ich habe die verlassene Stadt immer noch als ein Highlight in Erinnerung und wollte dies unbedingt mit Luki teilen. So kamen wir dann über eine teils geteerte, später holprige Kiesstrasse, inmitten von Prärie Hügeln, in Bodie an. 1859 wurde dort das erste Gold gefunden und die kleine Ortschft Bodie entstand. 1879 wurde eine profitable Goldader entdeckt und das Städtchen wuchs explosionsartig auf über 8000 Einwohner. Der Boom dauerte nur gut 2 Jahre, danach mussten einige Minen schliessen, da kaum noch von dem wertvollen Metall vorhanden war und der Goldpreis sank.
Da es sonst keine nennenswerte Einnahmequellen gab, verliessen viele Menschen den Ort genauso schnell wie sie gekomen sind.
In Bodie gab es während seiner Blütezeit der Stadt 65 Saloons entlang der Hauptstraße, zahlreiche Bordelle, ein Chinesenviertel mit und einer Opiumhöhle, eine Eisenbahn, mehrere Zeitungen, sieben Brauereien und Kirchen verschiedener Religionen.
Die Goldgräberstädte hatte einen sehr rauen und schlechten Ruf. Die nur noch spärlich belebte Stadt erlitt 1932 einen Grossbrand und die meisten Häuser und Gebilde wurden zerstört - bis auf die geblieben die man heute noch betrachten und bestaunen kann. Nach dem Brand lebte niemand mehr dort. Bodie gilt als die best erhaltene Geisterstadt der USA.
Wenn man dem Highway 395 Richtung Süden folgt, erreicht man den Mono Lake. Ein Besuch im Visitorcenter lehrte uns, dass das Wasser des Sees aus über 10% Salz besteht. Nur wenige Schalentiere können darin leben und dienen als Nahrungsquelle für tausende von Wasservögeln, die zum Nesten in diese Regionen fliegen.
Die Stadt Los Angeles wird seit 1941 von zuführenden Wasserquellen des Sees versorgt. So kam es, dass der Wasserspiegel drastisch sank und sich der Salzgehalt des Sees weiter konzentrierte. Dies führte zu Kalktuff-Gebilde, welche bis heute als Sehenswürdigkeiten gelten. Viele von diesen Gebilden, stehen nun aber hunderte Meter vom Wasser entfernt auf dem trockenen, dort vo noch vor einigen Jahren tiefes Wasser war. Seit Mitte der 1990er Jahre steigt der Wasserspiegel langsam wieder an, dank einigen Naturschützern, die sich für den See und die Wasservögel einsetzen. Sie haben eine Begrenzung der Ableitung der zuführenden Wasserquellen errungen.
Gut 180km südlich vom Mono Lake, liegt das historische Manzanar am Highway 395. Im 2. Weltkrieg, nachdem Pearl Harbour von den Japanern angegriffen wurde, liess man alle japanischen Ausländer sowie japanisch-abstämmende Amerikaner der US Westküste und Alaska, festnehmen und sperrte sie in 16 verschiedene Reservoirs. Das Manzanar Relocation Center bestand aus 36 Blöcken mit jeweils 12 Baracken. In jedem Block waren bis zu 300 Personen untergebracht. Die primitive eingerichteten Baracken Siedlung war von einem rund 9km langen Zaun umgeben, der mit acht Wachtürmen ausgestattet war und von einer Einheit der Militärpolizei bewacht wurde. Bevor die Betroffenen in diese Reservate kamen, hatten sie 48h alles zu packen- sie durften aber nur das mitnehmen, was sie selber tragen konnten. Die Unterkünfte waren im Sommer warm und der stetige Wind brachte im Sommer ständig Sand in die „Wohnungen“, im Winter die eisige Kälte. Für Essen, Trinken, Toilettenartikel und die Kleider wurde gesorgt, wenn auch nicht im Überschwang.
Ich habe noch nie zuvor davon gehört, so war das Museum sehr lehrreich und interessant.
Ganz in der Nähe von Manzanar liegen die Alabama Hills. Sie sind bekannt für viele Filmszenen die dort gedreht wurden. Die schönen Steinformationen dürfen teilweise erklimmt werden und auch gratis Campen ist in dieser Area erlaubt. Das Angebot wird sehr rege genutzt, haben wir am Sonntag Abend bemerkt, als wir fast 45minuten für einen einigermassen ebenen Schlafplatz gesucht haben...
Diesen fanden wir schlussendlich und durften wie auch die Nächte zuvor, einen wunderschön klaren Nachthimmel mitten im Wüstengebiet geniessen.