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Das Thal der Melezza bildet auf Schweizer Boden eine lange, tiefe und wilde
Schlucht, die reich an malerischen Punkten ist
und sich erst bei
Intragna auf einen breiten Thalboden öffnet. Hier durchziehen Fluss und Strasse die
Ueberreste eines alten
Bergsturzes. Die
Dörfer liegen auf oft mehrere hundert Meter über dem Flussbett befindlichen Terrassen,
besonders
am sonnenreichen und von einer Strasse durchzogenen linksseitigen Gehänge. Alle weisen durchaus den bekannten
italienischen Charakter auf und bestehen aus eng aneinander sich schmiegenden, weissgetünchten Häuschen,
die von einer üppigen Vegetation umrahmt sind.
Ueberall sieht man Kastanienhaine, mächtige Felsblöcke, schäumende
Bäche und rauschende
Wasserfälle. Die Mauern der
Häuser
und die
Kapellen sind mit vielen Madonnenbildern geschmückt. Zahlreiche
Pilger wallfahren zu der
Kapelle der wundertätigen
Madonna di Rè, die 5 km jenseits der Schweizer Grenze am Ufer der Melezza steht. Hier, auf italienischem
Boden, ist das Thal weiter, fruchtbarer und dichter bevölkert. Es steigt über
Santa MariaMaggiore langsam bis zu einem kleinen
Plateau auf, von dem als Wasserscheide eine andere Melezza nach W. gegen Domo d'Ossola fliesst, um dann in die Tosa zu
münden.
Ausgezeichnete
Weingrotten (vergl. den Art.
Cantine diMelide).
Heimat des berühmten Architekten und Mechanikers Domenico
Fontana († 1607),
der unter Papst Sixtus V. den seit der römischen Kaiserzeit im Zirkus des
Nero zu
Rom liegenden grossen
Obelisken wieder aufrichtete.
Als Ingenieure und Mechaniker haben sich in
Rom und Siena ferner auch die Gebrüder Carlo und
Giovanni
Fontana einen Namen gemacht.