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Auch bekannt als saisonale allergische Rhinitis – Entzündung der Nase. Einige Pflanzen und einige Bäume produzieren ein Pulver namens Pollen. Menschen reagieren allergisch auf verschiedene Pollen. Baumpollen im Frühjahr, Gräserpollen im Sommer und Unkrautpollen im Herbst. Häufige Symptome sind juckender Hals, rote juckende tränende Augen, Niesen, Husten, laufende Nase und Schwellungen um die Augen. Wenn Sie diese Symptome bemerken, empfehlen wir Ihnen, einen Arzt aufzusuchen, um festzustellen, auf welche Pollen Sie allergisch sind. Der Arzt wird einen Haut-Prick-Test oder SPT-Test durchführen. Nach ca. 20 min haben Sie Ihr Ergebnis. Möchten Sie mehr wissen? Weiter lesen!
POLLEN: WAS IST DAS?
Pollen oder Blütenstaub dient der Reproduktion von Nadelbäumen und Blütenpflanzen. Bei letzteren wird er in den Staubblättern der Blüten gebildet. Jedes Pollenkorn enthält neben einer sogenannten vegetativen Zelle die beiden männlichen Keimzellen (Gameten) für die doppelte Befruchtung : in der einen entsteht der Embryo, in der anderen ein vergängliches Gewebe (Nährgewebe). Die Pollenkörner sind von einer festen, sehr widerstandsfähigen Zellwand umgeben, die schwer abbaubar ist und daher lange Zeit überdauern kann. Diese stabile Schutzhülle weist ja nach Pflanzenart besondere Merkmale und eine bestimmte Grösse auf, mit der die Pflanze genau bestimmt werden kann. Sie ist damit eine Art «Identitätskarte» der Pflanzen.
Durch die Untersuchung der Pollen kann man somit die Pflanze bestimmen, welche sie produziert hat. Die vollständige Beschreibung eines Pollenkorns nennt man Palynogramm. Es enthält Angaben zu Grösse und Form sowie zur genauen Anzahl und dem Aufbau der Merkmale seiner Wand (Sporoderm), namentlich Informationen zu den Aperturen (Öffnungen) und der Oberflächenstruktur. Pollenkörner werden unter einem optischen oder rasterelektronischen Mikroskop untersucht. Je nach Art können sie wenige tausendstel oder bis zu mehr als ein zehntel Millimeter gross sein. Die Allergene befinden sich im Inneren und an der Wand der Pollenkörner.
GEGEN WELCHE POLLEN SIND WIR ALLERGISCH UND IN WELCHER JAHRESZEIT?
Pollen werden meistens durch den Wind (Anemogamie) oder Insekten (Entomogamie) verbreitet. Um ihre Befruchtung sicherzustellen, setzen sogenannte Windbestäuber grosse Mengen Pollen frei, die in die Luft gelangen. So produziert ein Haselkätzchen beispielsweise drei bis vier Millionen Pollenkörner und eine Roggenähre kann täglich fünfzigtausend freisetzen.
Die mit blossen Auge unsichtbaren Pollenkörner kommen über die Luft in Kontakt mit den Schleimhäuten und – durch Einatmen – mit den Atemwegen von Menschen und Tieren und können Allergien (auch Pollinosen genannt) auslösen, die vorwiegend die Augen und die Atemwege betreffen. In der Natur gibt es im Pflanzenreich verschiedenste Zwischentypen zwischen jenen Pflanzen, die strikt durch Insekten (entomogame Pflanzen) oder strikt durch den Wind (anemogame Pflanzen) bestäubt werden. Manchmal, wenn man regelmässig mit ihnen in Berührung kommt, wie dies zum Beispiel bei Floristen der Fall ist, können auch Allergien gegen Pollen von entomogamen Pflanzen auftreten. In gemässigten Klimazonen folgt die Vegetation jährlichen Entwicklungsrhythmen. Die Bestäubung und die damit verbundenen Allergien sind daher im Wesentlichen jahreszeitabhängig.
Das Wachstum und die Entwicklung zahlreicher Pflanzen werden stark von der Temperatur beeinflusst. Je nach Region im Land beginnt die Blütezeit früher oder später. Im Frühling kann sich ihr Beginn von einem zum anderen Jahr um mehr als einen Monat nach vorne oder nach hinten verschieben. Im Süden beginnt sie im Allgemeinen früher als im Norden und im Flachland früher als in Höhenlagen. Zwischen der Blütezeit einer Art in der Ebene und in den Bergen kann häufig ein Unterschied von einem Monat beobachtet werden.
Oft wird die Pollensaison in drei Abschnitte unterteilt:
• Blütezeit von Bäumen – Ab Jahresbeginn bis Mai sind Pollen von verschiedenen Baumarten in der Luft vorhanden.
• Blütezeit von Gräsern – von Ende April bis Juli oder sogar August
• Blütezeit verschiedener anderer krautiger Pflanzen – (vor allem Korbblütler) von Juli bis September
WELCHE BEDINGUNGEN BEGÜNSTIGEN DIE PRÄSENZ VON POLLEN IN DER LUFT?
Die Freisetzung und die Verteilung von Pollen in der Luft werden besonders durch trockenes, warmes und leicht windiges Wetter gefördert. Regnerisches und kaltes Wetter hingegen führt zu einem Rückgang der Pollenkonzentration in der Luft. Die 24 Wetterbedingungen spielen daher während der Pollensaison eine wesentliche Rolle und können die Anzahl Pollenkörner in der Luft in nur wenigen Stunden massgeblich verändern. Die Blüten zahlreicher Pflanzen setzen ihre Pollen vor allem morgens und im Laufe des Tages frei. Trotzdem kann es durch Wind und Luftströmungen vorkommen, dass zu jeder Tages- und Nachtzeit hohe Pollenkonzentrationen gemessen werden. Logischerweise sind in der Nähe von Pflanzen, die Pollen produzieren, mehr Pollenkörner in der Luft vorhanden, und die Pollenkonzentration steigt mit der Anzahl der vorhandenen Pflanzen.
WIE FINDE ICH HERAUS, OB ICH AN EINER POLLENALLERGIE LEIDE?
Durch die Luft kommen Pollen in Kontakt mit Augen, Nase und Atemwegen. Am häufigsten verursachen sie Bindehautentzündungen und allergische Rhinitis, den klassischen «Heuschnupfen». Wenn die Atmung pfeifend und beschwerlich wird, ist die Lunge betroffen (allergisches Asthma). Das saisonale Auftreten der Symptome während der Blütezeit bestimmter Pflanzenarten ist häufig charakteristisch für eine Pollinosis. Um herauszufinden, auf welches Allergen Sie reagieren, muss Ihr Arzt den genauen Zeitraum kennen, in dem die Symptome auftreten. So kann er die Allergene, auf die er Sie mit Hauttests (Pricktests) oder durch die Messung von spezifischen Antikörpern (IgE) im Blut testen wird, gezielt auswählen.
WIE WIRD EINE POLLENALLERGIE BEHANDELT?
Der Pollenkalender und die Vorhersagen ermöglichen es Allergiepatienten und ihren Ärzten, das Auftreten und die Dauer der Symptome vorauszusagen. Somit besteht die Möglichkeit, die medikamentöse Behandlung zu optimieren und die Pollenexposition der allergischen Person zu reduzieren. Letztere kann beispielsweise ihre Ferien in einer Region und einem Zeitraum ausserhalb der Blütezeit der betroffenen Pflanzen planen. Die spezifische Desensibilisierung kann bei einer Pollenallergie sehr hilfreich sein, um die allergischen Symptome zu reduzieren oder gar zu beseitigen und den Rückgriff auf Antiallergika zu verringern. Die Art von Pollen, für die ein Patient desensibilisiert wird, hängt von den Ergebnissen der allergologischen Abklärung und der Jahreszeit der Symptome ab.
DIE WICHTIGSTEN ALLERGIEAUSLÖSENDEN POLLEN
Manche Personen sind gegen die Pollen einer bestimmten Art oder einer bestimmten Artengruppe allergisch, andere – und das ist leider eine steigende Tendenz – reagieren auf mehrere Pollenarten.
DAS SOLLTEN SIE WISSEN:
In der Schweiz sind Gräser-, Birken-, Eschen-, Hasel-, Erlen- und Beifuss-Pollen die Hauptauslöser von Allergien. Die Pflanzen einer kleinen Anzahl botanischer Familien produzieren die Pollen, welche die meisten Allergien verursachen. Bei den Bäumen handelt es sich dabei um die Familie der Birkengewächse, zu deren Vertretern die Birke, die Hasel, die Erle, die Hagebucheund – im Tessin – die Hopfenbuche zählen, die mit ihr verwandte Familie der Buchengewächse, mit der Buche, der Eiche und der Edelkastanie, und die Familie der Ölbaumgewächse mit der Esche und dem Olivenbaum.
Unter den krautigen Pflanzen belegt die Familie der Gräser in der Schweiz und weltweit den ersten Platz auf der Liste der Ursachen für Pollinosen. Wildhafer, Trespe, Knäuelgras, Schwingel, Lieschgras und Raygras sind beispielsweise weit verbreitete Allergieauslöser in unserem Land. Pollen von kultivierten Gräserpflanzen (Getreide, Mais) lösen ebenfalls Allergien aus, ihre grossen und schweren Pollenkörner verbreiten sich jedoch nur in unmittelbarer Nähe der Anbaugebiete. Die Pollen der Familie der Korbblütler sind ebenfalls stark allergieauslösend. Die Windbestäuber Beifuss und Beifussblättriges Traubenkraut (Ambrosia) spielen eine wichtige Rolle. Die Pollen der entomogamen Korbblütler können ebenfalls Allergien auslösen, sind aber in der Regel nicht in der Luft vorhanden. Die in Nordamerika stark verbreitete Ambrosia hat sich schrittweise auch in Europa ausgebreitet.
Die Pflanze hat auch in der Schweiz, vor allem im Tessin und im Westen des Genfersees, Wurzeln geschlagen. Unter Verantwortung der Kantone und mit gesetzlicher Unterstützung des Bundes wird ein Bekämpfungsprogramm gegen diese invasive Art durchgeführt, mit dem ihre Verbreitung bisher eingedämmt werden konnte. Seit dem Jahr 2013, breitet sich im Norden Italiens und im Tessin ein Käfer namens Ophraella communa aus. Er ernährt sichvor allem Ambrosiapflanzen, was zu einem starken Rückgang der im Süden der Alpen gemessenen Pollenmenge dieser Art geführt hat. Auch andere Pollen lösen zahlreiche Allergien aus, zum Beispiel Trauerweide, Ulme, Sauerampfer und Wegerich. Manche Pflanzen, deren Pollen in anderen Ländern viele Allergien auslösen, sind auch bei uns vorhanden, zum Beispiel Platanen-, Zypressen- und Glaskrautpollen.
Diverse Broschüren erhältlich bei aha!
Allergiezentrum Schweiz
Infoline 031 359 90 50
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