Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03478.jsonl.gz/17

Nachdem Rosberg die ersten vier Saisonrennen gewonnen hatte, kam Weltmeister Hamilton mit zwei Triumphen in Monaco und Kanada wieder bis auf 9 Punkte heran. Doch im ersten Formel-1-Rennen in Aserbaidschan machte der dreifache Champion vor allem am Samstag zu viele Fehler.
Der Brite startete nach einem Crash im Qualifying nur von Rang 10 aus und kam im Rennen mit 56 Sekunden Rückstand als Fünfter ins Ziel, nachdem er zwischendurch ein Problem mit der Konfiguration der Schalter am Lenkrad bekundet hatte. Mercedes-Teamchef Toto Wolff: «Wir dürfen den Fahrern in einer solchen Situation nicht mehr über Funk erklären, was sie machen sollen. Doch Lewis konnte zum Glück die Elektronik selber resetten.»
«Ein super Wochenende»
Nach dem 8. von 21 Saisonrennen führt Rosberg in der Gesamtwertung mit 141:117 Punkten. Ihm gelang zum zweiten Mal in seiner Karriere der «Formel-1-Grand-Slam» (Poleposition, Sieg, schnellste Rennrunde). «Es war ein super Wochenende, und ich fahre mit einem ganz tollen Gefühl zum nächsten Rennen nach Österreich», erklärte der strahlende Sieger. «Mein Auto lief wie auf Schienen. Ich konnte machen, was ich wollte, es funktionierte.»
16 Sekunden hinter Rosberg erreichte Sebastian Vettel im Ferrari mit Rang 2 seinen 84. Podestplatz und überholte in dieser Statistik wieder seinen Teamkollegen Kimi Räikkönen. Der Finne, der wegen Überfahrens der weissen Linie bei der Boxengassen-Einfahrt mit einer 5-Sekunden-Strafe bedacht wurde, klassierte sich im 4. Rang.
Zum zweiten Mal in dieser Saison nach dem Rennen in Monaco stand Sergio Perez als Dritter auf dem Podest. Der Mexikaner hatte im Qualifying im Force-India-Mercedes zwar Rang 2 erreicht, wurde aber wegen eines Getriebewechsels um fünf Startplätze strafversetzt.
Nasr flirtete mit WM-Punkt
Die beiden Sauber-Fahrer Felipe Nasr und Marcus Ericsson, die in Monaco nach einer teaminternen Kollision für rote Köpfe gesorgt hatten, beendeten das Rennen in den Rängen 12 und 17. Dem Brasilianer, der einmal mit dem rechten Hinterrad eine Mauer «küsste», fehlten weniger als 30 Sekunden zum ersten WM-Punkt in dieser Saison für den Hinwiler Rennstall. Rang 12 hatte Sauber in dieser Saison schon zweimal erreicht–durch Ericsson in Bahrain und in Spanien. Die letzten zwei WM-Punkte für das finanziell und sportliche angeschlagene Team gewann Nasr im vergangenen Oktober mit Rang 9 im GP der USA in Austin.
Keine Safety-Car-Phase
Nach den vielen Zwischenfällen in den Trainings und vor allem den zahlreichen Unfällen in den GP2-Rennen wurde befürchtet, auch das Formel-1-Rennen könnte mehrmals wegen einer Safety-Car-Phase unterbrochen werden. Doch die Fahrer gingen auf dem 6,003 km langen City Circuit mit den vielen Mauern und einer nur 7,5 m engen Altstadt-Passage vorsichtig genug ans Werk.
Im Rennen, das bei sommerlichen Temperaturen von 33 Grad ausgetragen wurde, gab es nur vier Ausfälle. Die beiden Toro Rosso-Fahrer Daniil Kwjat und Carlos Sainz mussten mit einer gebrochenen Aufhängung aufgeben, bei Pascal Wehrleins Manor-Mercedes gaben die Bremsen ihren Geist auf, und Fernando Alonso gab das Rennen mit Getriebeproblemen am McLaren-Honda auf. sda