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Am Donnerstag war beim Wetter von allem etwas dabei. Der Tag begann mit einem Hauch von Spätwinter und endete fast im Frühsommer.
Wetter
Am Donnerstag war beim Wetter von allem etwas dabei. Der Tag begann mit einem Hauch von Spätwinter und endete fast im Frühsommer.
Verantwortlich für das bisschen Wetter war am Donnerstag eine flache Druckverteilung über den Alpen. Eingeklemmt zwischen zwei Hochdruckgebieten erstreckte sich eine Tiefdruckrinne von der Iberischen Halbinsel über Frankreich bis nach Norddeutschland und Dänemark.
Im Vorfeld des Tiefausläufers befand sich der Alpenraum in einer relativ feuchten und für die Jahreszeit weiterhin milden Luftmasse. Diese wurde im Tagesverlauf von Westen her vorübergehend abgetrocknet und später von Südwesten her labilisiert.
Bereits in der Nacht zum Donnerstag hat eine schwache Störung die Alpennordseite und das Wallis überquert. Sie brachte nach einer längeren trockenen Periode meist wenige Millimeter Niederschlag. Der grosse Wurf war es nicht, insbesondere nicht vor dem Hintergrund des mittlerweile beträchtlichen Niederschlagdefizits in weiten Teilen der Schweiz (siehe auch Klima-Blog).
Die Schneefallgrenze lag hoch bei rund 1400 bis 1700 Metern. Darüber fielen ein paar Zentimeter Schnee. In Arolla im südlichen Wallis wurden am Donnerstagmorgen auf 2070 Meter Höhe immerhin 9 cm Neuschnee gemessen – ein Hauch von Spätwinter, zumindest in den hohen Lagen.
Mit der südwestlichen Strömung gelangte am Mittwoch etwas Saharastaub nach Mitteleuropa. Die Staubkonzentration war recht gering (Grafik links) und auch am Boden hielt sich nur wenig Staub (Grafik rechts). Der wenige Saharastaub wurde in der Nacht mit dem Niederschlag grösstenteils ausgewaschen. Hinter der Störung kam im Laufe des Donnerstags mit der nach wie vor südwestlichen Strömung erneut etwas Saharastaub zu den Alpen.
Das letzte, auf dem Jungfraujoch gemessene Saharastaub-Ereignis datiert am 10.02.2023. Damals hielt sich der Staub mehrheitlich in höheren Luftschichten auf. Beim Ereignis am 21./24.11.2022 kam Saharastaub letztmals (mit Niederschlägen ausgewaschen) auch ins Schweizer Flachland.
Tagsüber trocknete die Luftmasse von Westen her vorübergehend ab. Die Strömung verlief in der Höhe leicht antizyklonal. Dementsprechend wirkte schwacher Zwischenhocheinfluss, die Wolken lockerten auf und es schien im Norden und in den Alpen zeitweise, im Süden zumindest ein bisschen die Sonne. Eine Vielzahl aktueller Messwerte gibt es unter anderem hier.
Die Sonne steht mittlerweile tagsüber wieder höher am Himmel. Dementsprechend gewinnt die Sonneneinstrahlung zunehmend an Kraft und vermag die Luft im Tagesverlauf wieder besser zu erwärmen. Sichtbar wurde dies heute vor allem über dem Jura und den Voralpen. In der leicht labilen Luftmasse löste die Sonneneinstrahlung vor allem über den Bergen hochreichende Konvektion aus. Sie zeigte sich in teils grossen Quellwolken, vereinzelt bildeten sich auch Schauer, ennet der Grenze über Frankreich sogar Gewitter: Ein Bild und Wettermuster, das eigentlich eher an das Sommerhalbjahr erinnert.
Auch die Tageshöchsttemperatur erinnerte heute eher an Frühling als an Spätwinter. Höchstwerte um 14 oder 15 Grad wären im Flachland eigentlich typisch für den April (siehe auch Klimanormwerte). Doch die milde Wetterperiode wird am Wochenende markant unterbrochen. Hinter einer Kaltfront dreht die Strömung auf Nord und bringt polare Kaltluft zur Alpennordseite. Mit teils starker Bise wird sich die Luft dann noch kälter anfühlen.