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Das Landgericht Regensburg hat den wegen Holocaust-Leugnung heftig umstrittenen Bischof Richard Williamson in zweiter Instanz zu einer Geldstrafe in Höhe von 6500 Euro verurteilt. Der 71-jährige Brite habe sich mit seinen Aussagen der Volksverhetzung schuldig gemacht.
Der Staatsanwalt hatte in dem Berufungsverfahren eine Strafe von 12'000 Euro gefordert, die Verteidigung plädierte auf Freispruch. Das Landgericht kam am Montag zum gleichen Schluss wie schon im vergangenen Jahr das Regensburger Amtsgericht und sprach Williamson der Volksverhetzung schuldig.
Die Geldstrafe wurde aber von 10'000 auf 6500 Euro gesenkt, aus Rücksicht auf die finanziellen Verhältnisse von Williamson, wie das Gericht erklärte.
Urteil nicht akzeptiert
Williamsons Anwälte kündigten noch am Montag an, Rechtsmittel gegen den Richterspruch einzulegen. Der in London lebende Williamson nahm nicht persönlich an dem Prozess teil.
Der Bischof der erzkonservativen Piusbruderschaft hatte in einem Interview die Existenz der Gaskammern und die millionenfache Judenvernichtung bestritten.
Diese Interview-Äusserungen des Bischofs hatten Papst Benedikt XVI. 2009 in die bislang grösste Krise seines Pontifikats gestürzt. Nahezu zeitgleich mit Bekanntwerden des Interviews hatte der Papst die seit Jahren bestehende Exkommunikation des Bischofs und dreier weiterer Pius-Bischöfe aufgehoben. Benedikt war dafür weltweit heftig kritisiert worden.
Die vor rund 40 Jahren von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründete Bruderschaft lehnt das zweite Vatikanische Konzil ab, bei welchem die römisch-katholische Kirche unter anderem ihr Verhältnis zu anderen Religionen revidiert und die Messen auf lateinisch aufgegeben hatte. Das Zentrum der Piusbruderschaft ist in der Unterwalliser Gemeinde Ecône.