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Was tun, wenn man keine Maske auftreibt? Worauf muss man beim Tragen achten? Welcher Stoff ist am besten zum Selbernähen? Kann eine Maske schaden? Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Fast die Hälfte der Infektionen mit dem neuen Coronavirus erfolgt vermutlich, bevor die ansteckende Person überhaupt Symptome zeigt. Vor allem beim Niesen und Husten wird eine «Wolke» aus mehrheitlich unsichtbaren Tröpfchen aus dem Mund ausgestossen. Sie kann innert Sekunden mehrere Meter weit fliegen, wie dieses Video zeigt. Die grösseren Tröpfchen enthalten mehr Viren als die kleinen. Sie landen aber sehr rasch auf dem Boden oder auf Oberflächen entlang ihrer Flugbahn. Kleinere Tröpfchen, die auch beim normalen Sprechen ausgestossen werden, können minutenlang in der Luft verweilen und winzige Virusteilchen freisetzen, die in einem geschlossenen Raum unter Umständen stundenlang als «Aerosol» in der Luft schweben. Bisher gingen Fachleute davon aus, dass von solchen Aerosolen nur ein geringes Ansteckungsrisiko ausgeht. Ob dies auch für die neuen Coronaviren gilt, ist noch nicht sicher.
Die neuen Coronaviren sind kleiner als zweitausendstel Millimeter (0,2 Mikrometer). Die Poren von Masken sind um ein Vielfaches grösser, die Viren können also hindurchschlüpfen. Ihre Wirkung erhalten die Masken aber durch elektrostatische Aufladung. Dadurch werden die Viren förmlich «angezogen». Wäre eine Maske so dicht, dass keine Viren mehr durchpassen, dann würde auch keine Luft mehr durchgehen.
Das ist noch unklar. Etwas Hoffnung, dass sie etwas nützen könnten, gibt eine Episode aus China: Dort fuhr ein Mann, nicht ahnend, dass er an Covid erkrankt war, ohne Maske in einem Bus und steckte auf der gut zweistündigen Fahrt mutmasslich fünf Passagiere an. Während der folgenden rund einstündigen Fahrt in einem Minibus trug er eine Maske – und niemand wurde angesteckt.
Einen Hinweis liefert auch die Stadt Jena, die als erste in Deutschland Anfang April die Maskenpflicht einführte: Ab dann nahmen die Neuansteckungen dort weniger stark zu, verglichen mit Regionen, welche die Maskenpflicht später einführten. Ein Beweis für die Wirksamkeit ist das jedoch nicht.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO kommt zum Schluss, dass Masken auch der Allgemeinbevölkerung nützen. Sie rät gegenwärtig immer dann zur Maske, wenn das Ansteckungsrisiko erhöht ist oder andere Schutzmassnahmen wie Abstand halten nicht möglich sind. Immerhin herrscht in einem Punkt Gewissheit: Wenn überhaupt, sind die Masken nur sinnvoll, wenn sie korrekt angewendet werden.
Vor allem die Personen, die Covid-Kranke betreuen. Denn sie sind der wohl grössten Anzahl an Viren ausgesetzt und haben deshalb das höchste Risiko, sich zu infizieren. Das Bundesamt für Gesundheit rät auch denjenigen zu einer Maske, die besonders gefährdete Personen betreuen sowie allen Menschen, sobald sie den Mindestabstand (am besten 2 Meter oder mehr) zu anderen Personen nicht einhalten können. Ebenfalls sinnvoll sind Masken, wenn jemand im gleichen Haushalt erkrankt (für den Erkrankten und die Pflegeperson) oder wenn man wegen Erkältungssymptomen zum Arzt muss. (Fortsetzung weiter unten…)
Es gibt zwei Typen: Gesichtsmasken (chirurgische Masken) und Atemschutzmasken. Chirurgische Masken sollen zum Beispiel verhindern, dass ein Chirurg bei der Operation den Patienten ansteckt. Sie sind aber eigentlich nicht dafür gemacht, um den Träger selbst vor einer Ansteckung zu schützen. Die Atemschutzmasken dagegen verhindern das Einatmen winziger schädlicher Teilchen grösstenteils. Es gibt sie in drei Varianten: FFP1, FFP2 und FFP3. Je höher die Zahl, desto besser der Schutz. Atemschutzmasken müssen ganz dicht anliegen und funktionieren deshalb bei einem Bart nicht. Sie sind nur nötig, wenn das Ansteckungsrisiko in der Umgebung sehr hoch ist, beispielsweise wenn ein Erkrankter für die künstliche Beatmung intubiert werden muss oder wenn er eine Lungenspiegelung benötigt.
Da widersprechen sich die Fachleute. 2011 befand eine Forschergruppe: Masken bieten einen gewissen Schutz vor grippalen Infekten und senken das Ansteckungsrisiko um etwa 70 Prozent. Die Forscher hatten die wenigen dazu vorhandenen Studien analysiert. Chirurgische Masken schnitten sowohl in dieser, als auch in einer aktuellen Analyse nicht schlechter ab als Atemschutzmasken. Kürzlich meldeten sich die Forscher erneut zu Wort. Nun berücksichtigten sie nur noch besonders aussagekräftige Studien – und schlussfolgern jetzt, dass Masken bei grippe-ähnlichen Erkrankungen nichts bringen. Dennoch würden sie Medizinalpersonen das Tragen von Masken empfehlen.
In einem Experiment mit erkälteten Personen, die eine Maske trugen, waren deutlich weniger Viren in der Atemluft messbar. Aber: Dieses Experiment dauerte nur 30 Minuten und alle Teilnehmer trugen ihre Masken korrekt.
Zuerst die Hände waschen oder desinfizieren, dann die Maske nur oben und unten anfassen und vor Mund und Nase ziehen. Den Nasenbügel so biegen, dass er eng anliegt. Mit den Bändeln befestigen. Die Maske an der Vorderseite nicht mit den Händen berühren, auch nicht beim Abnehmen. Nach dem Abnehmen der Maske die Hände waschen. Hier ist eine Grafik, die zeigt, wie es geht. Bei einer Atemschutzmaske macht man zuerst eine «Dichtigkeitsprüfung»: Strömt beim kräftigen Ausatmen irgendwo am Rand Luft aus, schliesst die Maske nicht dicht genug.
Oft juckt es unter der Maske. Dann ist Selbstdisziplin nötig: Nicht ins Gesicht oder an die Maske fassen! Sonst riskiert man, mit der Hand etwaige Viren genau an diese «Eintrittspforten» zu bringen. Ein Fehler ist auch, die Maske nur über dem Mund zu tragen oder sie gar um den Hals baumeln zu lassen.
Chirurgische Masken sind eigentlich nur für den Einmalgebrauch gedacht. Angesichts der Not benützen aber inzwischen selbst viele Medizinalpersonen ihre Maske wieder, nachdem sie über Nacht getrocknet ist. Wichtig ist, immer nur die eigene Maske zu tragen und sie getrennt von anderen Masken zu trocknen und aufzubewahren (am besten in einer sauberen Papiertüte, nicht in einem luftdichten Behälter). Ist eine Maske durchfeuchtet oder beschädigt, gehört sie ausgewechselt. Deshalb sollte man die Maske zum Beispiel nicht neben dem Schlüsselbund in die Tasche stecken, denn die Schlüssel könnten hineinpiksen. Auch wenn Spucke oder Schmutz auf ihr landet, sollte man sie nicht mehr benützen. (Fortsetzung weiter unten…)
Sie kann Hautreizungen verursachen, zu mehr Kopfschmerzen führen und auch bei der Arbeit stören. Und sie erschwert das Ablesen des Gesichtsausdrucks beim Gegenüber.
Es kann das Risiko für Ansteckungen sogar erhöhen, wenn die Träger deshalb sorgloser werden und darüber die Händehygiene sowie die Abstandsregeln (zum Beispiel im Lift, bei Sitzungen oder im Bus) vernachlässigen. Keinesfalls sollte man die Maske benützen, um trotz Erkältungssymptomen beispielsweise zur Arbeit zu gehen.
Sie ist auch ein Symbol dafür, dass man ansteckend sein könnte und hält andere vielleicht eher auf Abstand. Und sie wirkt für manche Personen ein bisschen wie ein Talisman, von dem sie sich Schutz erhoffen. Aber darauf sollte man sich nicht verlassen.
Angesichts des Mangels an Schutzausrüstungen hat jüngst sogar die renommierte US-amerikanische Ärztezeitschrift «Jama» diese Frage gestellt. Die Vorschläge der Leser: Basteln Sie aus dem Filter der Klimaanlage eine Maske, aus Anti-Allergen-Filtern, aus Staubsaugerbeuteln oder aus einem Kaffeefilter. Benützen Sie eine Taucherbrille mit Schnorchel und stopfen sie oben in den Schnorchel einen Filter hinein. Bitten Sie die Besitzer von Nagelstudios, Werkstätten, Maler oder Zahnärzte um ihre Masken. Stülpen Sie sich einen «Halsschlauch» über wie ihn Skifahrer oft verwenden. Nichts davon ist jedoch wissenschaftlich geprüft und für wirksam befunden worden. Manche dieser Vorschläge könnten sogar schaden, denn bei vielen Filtern ist nicht bekannt, welche Chemikalien sie enthalten und ob diese zum Beispiel die Haut reizen. Unter den rund 275 Ideen war auch: Nähen Sie sich eine Maske aus Stoff.
Verglichen mit Atemschutz- und chirurgischen Masken sind sie die letzte Zuflucht. Teilchen mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometer werden von Stoffmasken kaum abgehalten. In einem Experiment hatten Stoffmasken-Träger sogar mehr grippeähnliche Erkältungen, verglichen mit jenen, die chirurgische Masken benützten. Das ist auch nicht verwunderlich, denn etwaige virenhaltige Tröpfchen auf der Maske können beim Atmen nach innen gesogen werden. Ist jemand ansteckend, kann eine Stoffmaske aber dafür sorgen, dass seine Hustentröpfchen weniger weit fliegen. Der gesunde Menschenverstand besage, dass eine Stoffmaske immer noch besser sei als gar nichts, schreiben drei Ärzte im Fachblatt «Jama». Doch dieser Schutz ist sehr dürftig.
Die einfachste Art, eine Stoffmaske zu basteln, wird hier gezeigt. Auf Youtube und im Internet findet man Nähanleitungen. Die Textilien mit den kleinsten Poren sind Mikrofaservliese wie sie für Brillenputztücher oder Fensterwischtücher verwendet werden. Aber auch diese Poren sind viel grösser als die Coronaviren. Chirurgische Masken bestehen meist aus sogenannten Meltblow-Vliesen. Wichtig ist, dass der Stoff für die Behelfsmaske mindestens bei 60 Grad waschbar ist. Die Maske muss richtig über Mund, Nase und Wangen sitzen, am Rand eng anliegen, um das Eindringen von Luft zu minimieren und sie soll das Atmen möglichst wenig behindern. Ein selbstgebasteltes Modell wurde 2006 sogar getestet. Es besteht aus einem guten Baumwoll-T-Shirt, das zuerst zehn Minuten lang in Wasser gekocht wird, damit sich das Gewebe zusammenzieht. Dann daraus eine Maske nach dieser Vorlage basteln. Im Vergleich zu hochwertigen Atemschutzmasken böte diese Maske deutlich weniger Schutz, betonten die Erfinder. Und wer bereits Atemprobleme hat, sollte dieses Modell nicht benützen, weil das Atmen damit anstrengender wird. Chinesische Veterinäre berichteten kürzlich, dass sich bei ihnen eine Maske aus mehreren Schichten Küchenpapier plus einer Schicht Polyester bewährt habe. Andere Fachleute dagegen raten von künstlichen Textilien wie Polyester vehement ab – das zeigt auch, wie wenig die Wissenschaft dazu weiss.
Die Coronaviren können vermutlich auch über die Augenbindehaut eindringen. Eine normale Brille bietet keinen ausreichenden Schutz, wenn man angehustet oder angeniest wird. Wirksamer ist eine Schutzbrille aus dem Baumarkt. Wer keine ergattert, für den stehen im Fachblatt «Jama» Tipps: Tragen Sie einen Motorradhelm mit Visier oder basteln Sie sich aus einer leeren PET-Flasche eine Schutzbrille.