Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/243761

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt Alternativen zur Isofluran-Betäubung von Ferkeln zu prüfen und praxistaugliche Alternativen vorzuschlagen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Probleme, die durch die Narkose von Ferkeln vor der Kastration entstehen, sind bekannt und dokumentiert. Aus diesem Grund haben das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) und die kantonalen Veterinärdienste gemeinsam mit allen involvierten Organisation seit 2019 Massnahmen zur Optimierung der Isofluranmethode erarbeitet und laufend umgesetzt. Es sind dies Sensibilisierungskampagnen (blv.admin.ch &gt; Tiere &gt; Tierschutz &gt; Nutztierhaltung &gt; Schweine &gt; Eingriffe &gt; schmerzfreie Ferkelkastration), Stallmerkblätter, regelmässige Wartung der Narkosegeräte, Betriebsbesuch der Bestandestierärztinnen und -tierärzte im Rahmen der Tierarzneimittelkontrolle während der Kastration sowie Weiterbildung der kantonalen Vollzugsorgane.</p><p>Alternative Betäubungsmethoden lösen die Hauptprobleme, die mit einer chirurgischen Kastration einhergehen, aus Sicht des Tierwohls nicht. Sie haben aber zusätzliche Nachteile: Die Injektions-Narkose darf nur durch Tierärztinnen und Tierärzte durchgeführt werden, verlängert die Aufwachphase und führt zu höheren Ferkelverlusten im Vergleich zur Isofluranmethode, die mit einer Maske verabreicht wird. Die Lokalanästhesie ist ähnlich schmerzhaft wie die Kastration ohne Anästhesie, verhindert die Schmerzausschaltung jedoch nicht zuverlässig und ist aus Tierschutzgründen abzulehnen.</p><p>Mit einem "Impfstoff" wie dem im Postulat erwähnten Improvac existiert eine praxistaugliche, in vielen Ländern bereits angewendete und in der Schweiz zugelassene Methode. Diese reduziert die Produktion von Geschlechtshormonen und verhindert dadurch die Entwicklung des für den Fleischkonsum störenden "Ebergeruchs". Sie schneidet im Hinblick auf das Tierwohl und die Wirtschaftlichkeit am besten ab. Allerdings wird diese Methode vom Handel nicht akzeptiert, weil befürchtet wird, dass die Konsumentinnen und Konsumenten Fleisch von so behandelten Tieren nicht kaufen. Für die Kundschaft besteht jedoch keinerlei gesundheitliches Risiko.</p><p>Die Möglichkeiten zur Verbesserung der Isoflurannarkose sind erarbeitet, umgesetzt und ausgeschöpft. Mit dem Impfstoff existiert eine aus Sicht Tierwohl, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit geeignete Alternativmethode. Ein Bericht vermag keine neuen Elemente beizutragen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.