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Wasser
Täglich werden Milliarden Liter Wasser (127 Liter pro Person und Tag) für die privaten Haushalte aufbereitet. Aber nur ca. 4 % des Wassers wird als Trinkwasser zum Essen und Trinken effektiv genutzt. Angesichts des geringen Anteils (4 %), der vom Gesamtwasserverbrauch als Trinkwasser verwendet wird, wären die Kosten für dessen Aufbereitung wohl auch in keiner Relation. Daher kann man niemandem einen Vorwurf machen, denn für die Verschmutzung des Grund- und Oberflächenwassers und damit unseres Trinkwassers, sind wir alle selbst verantwortlich. Doch gesundes, reines und sauberes Wasser ist ein Grundbedürfnis jedes Menschen! Wir überleben ca. 3 Tage ohne Wasser. Der Wasseranteil ändert sich mit dem Lebensalter von bis zu 85 % beim Kleinkind, über 70 % beim Erwachsenen und bis runter auf 50 % im Alter. Man könnte sagen: Du bist was du trinkst. Deshalb haben wir uns intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt und eine Lösung gefunden, um jedem Menschen wieder den Zugang zu reinem, sauberem und gesundem Wasser ermöglichen zu können.
Trinkwasser & Qualität
- Parameter für die Qualität
- Pestizide im Trinkwasser
- Medizin und Schadstoffe
- Test in 69 Städten
- Arzneimittelrückstände und Hormoncocktail
- Fremdstoffe aus dem Wasserhahn
- Unerwünschte Lebewesen im Trinkwasser
Was bedeutet elektrische Leitfähigkeit?
Je höher die Fremdstoffdichte (Metalle, Salze, Mineralien etc.) ist, desto höher ist die Leitfähigkeit. Sie wird in µS oder ppm (parts per million) gemessen.Je niedriger der Wert, desto reiner und besser ist die Wasser-Qualität.
“Einwandfreies und sauberes Trinkwasser hat einen Wert deutlich unter 80 µS/cm, wie es zum Beispiel Regen- oder reines Quellwasser hat.“
Der Grenzwert für die Leitfähigkeit von Wasser wurde in Deutschland in den letzten Jahren von 280 µS auf 2500 µS „angepasst“.
Ist Mineralwasser besser als Leitungswasser?
- Mineralwasser wird bis max. 12 Stunden nach der Abfüllung auf Keime geprüft. Danach nie wieder. Trinkwasser wird vom Wasserwerk regelmäßig geprüft.
- Für Mineralwässer gelten teilweise wesentlich höhere Grenzwerte als für Leitungswasser.
∅ Zwischen der Trinkwasserverordnung und der Mineralwasserverordnung besteht ein erheblicher Unterschied.
- Während bei der Trinkwasserverordnung 55 Stoffe ständig geprüft werden, sind es bei Mineralwasser 16.
∅ Es gibt bis heute keine weltweit keine einzige Studie, die den gesundheitlichen Wert von Mineralwasser belegt.
- Würde man Mineralwasser mit denselben Maßstäben messen wie Leitungswasser, wäre ein Großteil der Mineralwässer nicht als Trinkwasser zugelassen.
- Unser Mineralwassertipp: Wenn Sie Wasser in Flaschen kaufen möchten, empfehlen wir beispielsweise Plose, Lauretana oder Black Forest Mineralwasser in Glasflaschen, da es Wassersorten mit wenig Fremdstoffen sind.
Da Mineralwasser gegenüber Leitungswasser also nicht zwangsläufig besser ist und Leitungswasser mannigfaltigen Belastungen aufweisen kann, stellt sich die Frage nach einem Ausweg:
∅ Wie kann der gesundheitsbewusste Konsument sein Nahrungsmittel Nummer 1 wieder zu einem echten Lebensmittel machen?
Fachleute schlagen Alarm: Zu viele Pestizide im Schweizer Trinkwasser
Das Schweizer Hahnenburger ist gefährdet. Gemäss den Wasserversorgern weist jede fünfte Trinkwasserfassung eine zu hohe Konzentration auf. Wer Durst hat, öffnet kurz den Wasserhahn und schon ist der Durst gelöscht. Für das überall verfügbare saubere Trinkwasser ist die Schweiz bekannt. Ein Luxus. Doch genau dieses soll gefährdet sein. Die Schweizer Wasserversorger schlagen Alarm. An jeder fünften Trinkwasserfassung würden mittlerweile zu hohe Pestizid-Konzentrationen gemessen, schreiben sie in einem neuen Positionspapier, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Und weiter: «Die festgestellte Trendentwicklung ist besorgniserregend.»
Gemäss «NZZ am Sonntag» verwenden die Bauern jährlich über 2000 Tonnen Pestizide, um ihre Ernten vor Schädlingen und Krankheiten zu schützen. Gewisse Giftrückstände würden nicht nur in Bächen und Seen landen, sondern nachweislich auch im Grundwasser, welche die Hauptquelle für das Trinkwasser in der Schweiz ist. «Organische Pestizide, deren Abbauprodukte und andere Spurenstoffe können in der Schweiz in vielen Messstellen und auch in gewissen Trinkwasserfassungen nachgewiesen werden», warnt der Fachverband der Wasserversorger gemäss der Zeitung in einem neuen Positionspapier.
Wenn nicht vermieden werde, dass immer mehr und auch neue Stoffe ins Wasser gelangen, werde man künftig kein naturnahes Trinkwasser mehr anbieten können, so Martin Sager, Direktor des Vereins des Gas- und Wasserfaches. Ausser dieses werde zuvor für viel Geld aufbereitet, äussert sich Sager in der «NZZ am Sonntag».
Wasserversorger fordern Verbote
Als Gegenmassnahme sollen gezielte Verbote von Pestiziden helfen. Die Fachleute fordern, dass zumindest in den Schutzzonen – bisher sind nur 60 Prozent der Grundwasserzonen effektiv als solche ausgeschieden – um die Wasserfassungen den Einsatz von Pestiziden künftig komplett untersagt werden soll.
Zusätzlich soll genauer darauf geachtet werden, dass die schon geltenden Vorschriften konsequent vollzogen werden. Denn auch bei den Schutzzonen lasse das Schutzniveau häufig zu wünschen übrig, sei es wegen durchführender Strassen, der Industrie oder der Landwirtschaft.
All die gewünschten Verbesserungen und Forderungen der Wasserversorger soll der Bund nun in den Aktionsplan Pflanzenschutzmittel aufnehmen, der bald verabschiedet werden soll. (foa)
18.06.2017, Quelle: http://m.20min.ch/schweiz/news/story/29985927
Medizin und Schadstoffe: Kaum noch intakte Gewässer
Wer alte Medikamente ins Klo kippt, macht sich keine Gedanken über die Folgen für die Gewässer. Doch die Natur ist nachtragend: Der Chemie-Cocktail kommt auf Umwegen zu uns zurück.
Lediglich sechs Prozent der Gewässer in Nordrhein-Westfalen verfügen noch über ein intaktes Ökosystem. Insbesondere Arzneimittel und Mikroschadstoffe belasten Flüsse und Seen. Ein Expertenkongress setzt sich heute in Düsseldorf auf Einladung des nordrhein-westfälischen Umweltministers Johannes Remmel (Grüne) mit der Problematik auseinander. Nordrhein-Westfalen ist „Wasser-Land“: Auf einer Länge von mehr als 50 000 Kilometern bilden Flüsse und Bäche natürliche Lebensadern.
Arzneien und Mikroschadstoffe gefährden allerdings Flora und Fauna. In einem Durchschnittshaushalt sind nach Angaben des Ministers bis zu 5000 Chemikalien vorhanden. Dazu gehören neben Medikamenten Wasch- und Reinigungsmittel, Kosmetik, Duft- und Süßstoffe, Farben und Lacke, Pflanzenschutzmittel und Pestizide. Ihre Rückstände werden mit dem Abwasser entsorgt und führen zu Mikroverunreinigungen mit gravierenden Auswirkungen auf das Ökosystem. So führen etwa bestimmte Betablocker, Anti-Epileptika und Empfängnisverhütungsmittel, die in die Gewässer gelangen, bei Fischen zu Schädigungen und Veränderungen von Organen, Geschlechtsmerkmalen und Verhalten.
Test in 69 Städten - So dreckig ist unser Trinkwasser
Metalle, Pestizide und Antibiotika: Die Zeitschrift Öko-Test hat im Trinkwasser mehr Schadstoffe gefunden als gedacht. Wie gefährlich viele Verunreinigungen sind, ist unklar. Wo das Wasser besonders stark belastet ist.
Düsseldorf
Wasser aus dem Wasserhahn sieht klar und sauber aus, doch laut Öko-Test ist es genau das nicht. Bei Stichproben von Trinkwasser in 69 deutschen Städten wurden oft Rückstände von Gadolinium gefunden, das als Kontrastmittel in der Magnetresonanztomografie (MRT) angewendet wird.
Doch nicht nur dieses Metall tummelt sich im deutschen Trinkwasser. Mitunter wird das Wasser auch durch Pestizide und Antibiotika belastet. Besonders betroffen sind Städte an Rhein und Ruhr, aber auch in Nürnberg, Münster und Fürth wurden die Tester fündig.
Krankenhäuser haben an der Trinkwasserbelastung in Deutschland allerdings nur eine Teilschuld. Auch so, wie viele von uns sich verhalten, hinterlassen wir Verunreinigungen im Trinkwasser. So sollen laut Dagmar Vohburger von der Deutschen Krankenhausgesellschaft rund 80 Prozent Arzneimittelrückstände im Abwasser von den privaten Haushalten stammen, in denen abgelaufene Medikamente oft über die Toilette und den Ausguss entsorgt werden.
Dieses Entsorgungsverhalten stellt die Kläranlagen vor enorme Herausforderungen, die kaum zu bewältigen sind. Sie können Medikamente nur schwer abbauen, weil die genau dafür gedacht sind, im menschlichen Körper zunächst der Magensäure und anschließend den Verdauungsenzymen zu widerstehen.
Der Grund: Die Konzentrationen von Medikamenten und Kontrastmittelrückständen im Trinkwasser sind allgemein sehr niedrig. Doch die langfristigen Folgen sind nahezu unerforscht. Auch die Kombinationswirkung verschiedener Stoffe im Wasser wirft Fragen auf.
von Roman Tyborski, 02.09.2014
Wo das Trinkwasser am stärksten belastet ist
Duisburg
Anbieter: Stadtwerke Duisburg
Herkunft: Grundwasser, Uferfiltrat (Rhein)
Untersuchung auf Arzneimittelrückstände: (ja, laut Versorger)
Gadolinumbelastung: gering
Essen
Anbieter: Stadtwerke Essen
Herkunft: Uferfiltrat (Rhein)
Untersuchung auf Arzneimittelrückstände: ja
Gadolinumbelastung: erhöht
Fürth
Anbieter: Infra Fürth
Herkunft: Grundwasser
Untersuchung auf Arzneimittelrückstände: nein
Gadolinumbelastung: erhöht
Dortmund
Anbieter: Wasserwerke Westfalen
Herkunft: künstliche Grundwasseranreicherung, Uferfiltrat (Ruhr)
Untersuchung auf Arzneimittelrückstände: ja
Gadolinumbelastung: erhöht
Bochum
Anbieter: Stadtwerke Bochum
Herkunft: Grundwasser, Uferfiltrat
Untersuchung auf Arzneimittelrückstände: ja
Gadolinumbelastung: erhöht
Berlin (Tegel)
Anbieter: Berliner Wasserbetriebe
Herkunft: Grundwasser
Untersuchung auf Arzneimittelrückstände: k.A.
Gadolinumbelastung: erhöht
Münster
Anbieter: Stadtwerke Münster
Herkunft: Grundwasser
Untersuchung auf Arzneimittelrückstände: nicht regelmässig
Gadolinumbelastung: erhöht
Bonn
Anbieter: Wahnbachtalsperrenverband
Herkunft: Wahnbachtalsperre, Grundwasser
Untersuchung auf Arzneimittelrückstände: ja
Gadolinumbelastung: leicht erhöht
Arzneimittelrückstände und Hormoncocktail
Medizinprodukte sind die neuen Risikostoffe, die große Sorgen bereiten: In Abwässern von Krankenhäusern sind z.B. nicht nur Antibiotika sondern auch krebserregende Zytostatika nachgewiesen worden, die der Umwelt schaden können. Röntgenkontrastmittel, Antibiotika, Zytostatika, Psychopharmaka – Patienten in Krankenhäusern schlucken viele Medikamente. Ein Teil davon wird ausgeschieden und landet im Abwasser.
Auch synthetische Hormone wie Estradiol aus der Anti-Baby-Pille konnten in hohen Konzentrationen in Abwässern nachgewiesen werden. Selbst nach der Behandlung in der Kläranlage sind sie im Wasser teilweise nachweisbar, da sie nicht biologisch abgebaut werden. Sie gelangen ins Grund- und auch leider ins Trinkwasser. Noch können die Experten die Auswirkungen für die Umwelt nicht vollständig absehen.
Vieles deutet jedoch darauf hin, dass verweiblichte Fische, die nachlassende Wirkung von Antibiotika und sogar abnehmende Spermienzahlen bei jungen Männern auf diese Rückstände im Wasser zurückzuführen sind. Untersuchungen auf Medikamente finden nicht routinemäßig statt, da sie nicht vorgeschrieben sind. Stichprobenuntersuchungen zeigen jedoch, wie verbreitet dieses Problem ist. Eine Analyse wissenschaftlicher Literatur, die alle bis zum Jahre 2002 in der Bundesrepublik veröffentlichten Wasserauntersuchungen aufführt, unterstreicht dies:
„Ein großer Teil der nicht verbrauchten Medikamente landet im Hausmüll und gelangt so ins Grundwasser. Dort wurde in den vergangenen Jahren eine Besorgnis erregende Vielfalt von Arzneiwirkstoffen nachgewiesen.“
Umweltgifte verändern das Verhalten von Fischen!
Eines der häufigsten Umweltgifte, das so genannte Nonylphenol, steht im Verdacht, das soziale Verhalten von Fischen empfindlich zu stören. Bereits geringe Konzentrationen der Substanz reichen aus, um die chemischen Duftnoten von Fischen aus dem Gleichgewicht zu bringen oder sie zu übertünchen. Bereits geringe (und längst nicht tödliche) Mengen dieser chemischen Substanz rauben den Fischen offensichtlich den Sinn für ein Leben im Fischschwarm. Dadurch schwimmen die Fische in größeren Abständen zueinander und können so einerseits schneller zur Beute von Fressfeinden werden, andererseits erkennen sie sich nicht mehr als Partner: Chemische Signale haben unter Wasser manchmal eine wesentlich größere Bedeutung als visuelle.
Fachleute wissen inzwischen, dass auch andere Umweltgifte wie etwa Schwermetalle den Geruchssinn von Fischen empfindlich stören können. Nonylphenol hat im Tierversuch die Reifung von Spermien beeinträchtigt und auch die Gehirnentwicklung.
Quelle: „Die Apotheke im Untergrund“ Titel des Greenpeace-Magazins 5/01, September 2001
Fremdstoffe aus dem Wasserhahn
Wasser aus dem Hahn enthält viele Stoffe, unter anderem Umweltgifte, die zum Teil auch erst nach dem Wasserwerk ins Trinkwasser gelangen.
Die meisten von ihnen werden ohnehin nicht untersucht. Bislang existieren auch für viele Stoffe keine die gesundheitliche Belastung beschreibenden Wirkstoffwerte.
Die wichtigsten Schadstoffe aufgelistet
– Blei und Kupfer aus den Rohrleitungen
– Asbestfasern aus den Hauptrohrleitungen, die dem Wasserwerk nachgeschaltet sind
– Pestizide, Nitrate/Nitrit und Phosphate aus der Landwirtschaft
– Arzneimittelwirkstoffe aus Antibiotika, Cholesterinsenkern, Schlankheitsmitteln, Chemotherapeutika
– Hormone aus der „Pille“
– Tenside aus Farb- und Waschmitteln
– Phtalate (Weichmacher) aus Kunststoffen
– Chlor und andere Verbindungen, die aus der Chlorierung des Trinkwassers selbst entstehen
– Keime aus den Rohrleitungen (Biofilm mit gesundheitsgefährdenden Erregern), Giardia Lamblia u.a. Erreger
– organische Verbindungen wie PCBs
Leider gilt bei Schadstoffen aus dem Wasser weder der (viel zu häufig) strapazierte Satz „Dreck reinigt den Magen!“ noch der Irrglaube, dass die Konfrontation mit Erregern das Immunsystem trainiere.
Denn das Immunsystem erkennt nur organische Feinde. Gegen die meisten Schadstoffe und gegen viele Erreger hingegen ist es blind.
Das Immunsystem gilt dann als trainierbar, wenn es Fremdstoffe oder Erreger als solche erkennen kann. Gibt es aber im System Körper blinde Stellen oder fehlen Sensoren für ganz bestimmte Feindstoffe, dann findet keine Meldung an das Immunsystem statt. Wenn dieses nichts von den Eindringlingen erfährt, kann es auch nicht aufrüsten durch Bildung von Antikörpern zum Beispiel oder durch Anlocken von immunmodulierenden Mediatoren (u.a so genannte Fresszellen). Zahlreiche Schadstoffe, die man bereits heute im Wasser findet, treffen somit auf einen Organismus, der sie ungefiltert aufnimmt. In der Folge entwickeln sich Krankheiten in dem sich immer noch geschützt fühlenden Organismus.
Zahlreiche Bestandteile in unserem Leitungswasser „schleichen“ sich in den Körper hinein: Sie passieren ungehindert die Wachen und werden als Gefahrenquelle nicht erkannt. Ganz im Gegenteil, sie können sogar völlig ungeniert ihre zerstörerische Kraft ausüben.
Unerwünschte Lebewesen im Trinkwasser
Ein Tropfen Meereswasser ist voller Leben. Unter dem Mikroskop betrachtet wimmelt es darin von Bakterien und Schwebestoffen unterschiedlichster Herkunft. Sie machen den Tropfen zu einem Nahrungslieferanten für viele Lebewesen des Meeres. Trinkwasser soll diese Aufgabe aber nicht erfüllen. Es soll möglichst frei von Lebewesen sein, da diese für den menschlichen Organismus gesundheitsschädlich sein können.
Auch ist das Trinkwassersystem viel anfälliger als das Meer, wenngleich auch dessen Gleichgewicht durch den Eingriff des Menschen längst nicht mehr sicher ist.
Die Trinkwasserverordnung regelt das Vorhandensein von Lebewesen im Wasser mit strengen Grenzwerten, deren Einhaltung durch aufwändige Verfahren gewährleistet wird. Allein das viele tausend Kilometer lange Leitungsnetz entzieht sich der lückenlosen Überwachung. Da sie nicht hundertprozentig eliminiert werden können, gelangen Bakterien und andere Kleinstorganismen in das Trinkwasser. Auch mangelnde Kenntnis über das Vorkommen von bestimmten tropischen Lebewesen im heimischen Trinkwasser verhindert deren Identifikation und somit auch ihre Elimination. Mit der Mobilität der Menschen rücken eben nicht nur ferne Länder näher sondern auch fern geglaubte Parasiten ins mitteleuropäische Trinkwassernetz.
Lamblien gibt es nicht nur in Tropen
Lange Zeit hielt man Lamblien (Gardia Lamblia) für ein Problem der Südhalbkugel. In Tropeninstituten schon länger bekannt rückt der Parasit nun aber auch mehr und mehr in den allgemeinen Fokus der Gesundheit: Denn inzwischen sind die der Gruppe der Flagellaten zugehörigen Parasiten weltweit nachgewiesen: Von St. Petersburg (mit einer extrem hohen Belastung) bis in die reinen Bergflüsse der Rocky Mountains finden sie ihr Zuhause – und schlimmstenfalls ihren Weg in den Menschen. Längst sind nicht mehr nur Tropenreisende betroffen.
Die Flagellaten leben im Dünndarm. Dort kommt es zur Ausbildung von Zysten, die mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Durch Regenwasser werden die Fäkalien von Waldtieren in die Seen eingeschwemmt. Der Genuss von augenscheinlich reinem Wasser aus der Natur kann dann zu einer Infektion mit Durchfällen, Blähungen, Übelkeit führen. Opfer werden vor allem Kinder, immungeschwächte und alte Menschen.
Doch nicht nur die unerwünschten Kleinstlebewesen im Trinkwasser sind problematisch: Ein unberechenbarer Faktor sind die Einflüsse der im Wasser nachzuweisenden Medikamente auf diese Organismen, zu denen Bakterien, Pilze, Viren und andere zählen: Wenn zum Beispiel Bakterien unter dem Einfluss der ins Wasser gelangten Antibiotika resistent werden, steigt das Gesundheitsrisiko für Menschen mit einem geschwächten oder instabilen Immunsystem (Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen, Menschen mit Immundefiziten allgemeiner Ursache wie zum Beispiel Stress und Infekte oder spezieller Art, zu denen Krebserkrankungen und generelle Schwächen des Immunsystems zählen). Denn Antibiotika resistente Stämme, also Bakterien die mit für sie typischerweise eingesetzten Antibiotika nicht mehr bekämpft werden können, sind sehr langwierig und aufwändig zu behandeln, so dass eine Infektion zu einem ernsten Risiko mit bisweilen ungewissem Ausgang werden kann.