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Wenn Grossbritannien die Ziele des Kyoto-Klimaschutzprotokolls erreichen will, ist neben der Förderung der erneuerbaren Energien und verbesserter Energieeffizienz mit hoher Sicherheit auch der Bau neuer Kernkraftwerke nötig. Der Bericht ist das Ergebnis eines Treffens, das in London am 12. und 13. Oktober 2005 unter der Leitung der Geological Society stattgefunden hat und von zahlreichen wissenschaftlichen Partnerinstitutionen mitfinanziert wurde.
Die Experten halten fest, dass die unterschiedlichen Haltungen zur Kernenergie weitgehend philosophischer Natur sind. Faktum sei aber, dass sich die Kernenergie als zuverlässige Energiequelle bewährt habe und ihre Kostenstruktur gut bekannt sei. Der Neubau von Kernkraftwerken erfordere jedoch eine aktive Rolle der Regierung bei der Schaffung der nötigen rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen. Wenn neue Kernkraftwerke privat finanziert und während vieler Jahrzehnte betrieben werden sollen, sei zwingend ein langfristig garantierter rechtlicher Rahmen nötig.
Die Fachleute warnen zudem vor Lieferengpässen, falls auch in anderen Ländern der Bau von Kernkraftwerken in Schwung kommt. Im schlimmsten Fall rechnen sie bei den Reaktordruckgefässen mit Produktionsvorlaufzeiten von bis zu zehn Jahren, da gegenwärtig weltweit nur zwei Lieferanten vorhanden sind. Der heutige Zeitplan für die Stilllegung der bestehenden britischen Kernkraftwerke zwinge zu einer raschen Entscheidung, so wie das die britische Regierung bereits im Oktober 2005 angekündigt und Ende November 2005 bestätigt hat. In Grossbritannien stehen gegenwärtig 23 Reaktorblöcke in Betrieb, die rund 20% des Stroms produzieren.
Quelle
M.S. nach Geological Society, News Release PR60, 10. November 2005