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Das Wichtigste in Kürze
- Der britische Dramatiker und Drehbuchautor Tom Stoppard sucht verzweifelt nach einem Stoff für ein weiteres Projekt.
«Wenn ich einige Zeit lang nichts geschrieben habe, komme ich mir nutzlos vor», sagte der 84-jährige Oscarpreisträger («Shakespeare in Love») vor der deutschsprachigen Erstaufführung seines jüngsten Stückes «Leopoldstadt» (deutsch von Daniel Kehlmann) am Donnerstag im Theater in der Josefstadt in Wien.
«Es gibt heutzutage so viele vielversprechende Themen», sagte Stoppard der Deutschen Presse-Agentur am Telefon. Dazu zählt er unter anderem soziale Netzwerke, Gender-Themen, das sogenannte Canceln von Andersdenkenden oder den Zustand des Planeten. Eine Bearbeitung des Konflikts in der Ukraine würde er sich nicht zutrauen. «Der Krieg ist für mich als Schriftsteller zu gross. Ich müsste vor Ort sein, um etwas zu schreiben.» Aber für ein Stück brauche er nicht nur ein Thema, sondern auch die richtige Geschichte, betonte Stoppard.
«Leopoldstadt» ist laut Stoppard nicht autobiografisch, aber von seiner Familiengeschichte inspiriert. Das 2020 in London uraufgeführte Stück erzählt von einer jüdischen Grossfamilie in Wien von 1899 bis 1955. Stoppard selbst stammt aus Mähren in der heutigen Tschechischen Republik. Als Kind konnte er dem Holocaust entkommen und wanderte über Umwege mit Mutter und Bruder nach Grossbritannien aus. Erst nach dem Fall des Kommunismus habe er erfahren, wie viele seiner jüdischen Verwandten dem Nationalsozialismus zum Opfer gefallen waren. Seine Mutter wollte nicht an der Vergangenheit rühren, und auch er selbst habe immer nach vorne statt zurück geblickt. «Ich habe Fragen unterdrückt», sagte er.