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Europäischer Wolf
Canis lupus
Kaum ein Tier lebt in einem solch komplexen Sozialsystem wie der Wolf in seinem Rudel. Er besitzt nebst seiner Körpersprache mit Schwanz (Rute), Ohren und Gesichtsausdruck auch die Möglichkeit, mit Düften und einer Vielzahl von Lauten zu kommunizieren. Das Heulen eines Wolfes beispielsweise ist bei günstigen Windverhältnissen über mehrere Kilometer weit zu hören. Die beiden Leittiere des Rudels, ein Weibchen und ein Männchen (Fähe und Rüde), bezeichnet man als Alpha-Tiere. Meist erlauben die Alpha-Tiere keinem anderen Mitglied im Rudel eine Paarung. Ihre Jungen jedoch werden vom Rudel gemeinsam aufgezogen.
Je nach Nahrungsangebot jagen Wölfe einzeln oder im Rudel, wobei der Zusammenhalt eines Rudels zu knappen Zeiten wie im Winter stärker ist, als im Sommer. Die Beute variiert je nach Gegend und Jahreszeit, von Kleinsäugern wie Mäusen bis zu Huftieren wie Hirsch, Elch und Bison. Ein Rudel kann auf seiner Nahrungssuche täglich über 50km zurücklegen und Territorien von 100km2 bis zu 2’500km2 beanspruchen, wobei in Europa die Territoriumsgrösse eher am unteren Ende der Skala rangiert.
Einst waren die Wölfe auf der Welt sehr weit verbreitet und man zählte über 40 Unterarten. Starke Bejagung und Lebensraumeinschränkung durch den Menschen führten zur Ausrottung einiger Arten, so dass heute nur noch zwischen 5 und 10 Unterarten aufgeführt werden. In der Schweiz verschwand der Wolf Mitte des 19. Jahrhunderts. Seit einigen Jahren nun wandern immer wieder Einzeltiere von Italien her ein. In die Schlagzeilen geriet der Wolf seither durch einige Risse bei Haustieren (vorwiegend Schafe). Durch geeignete Schutzmassnahmen wie z.B. Herdenschutzhunde kann man jedoch solche Übergriffe verhindern.
Die Wölfe des Natur- und Tierparks Goldau befinden sich im 2009 neu erstellten Ausbaugelände. Die fünf Wölfe leben gemeinsam mit den Syrischen Braunbären in einer Gemeinschaftsanlage. Diese umfasst 2 ha.
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