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Das Schlossgut Münchenwiler gehört einer speziellen Gattung von Gutshöfen an. Als Küherhaus mit angebautem Stall diente es einst Kühern (Fachleuten der Milchverarbeitung) als Wohnhaus und Käserei sowie als Stallungen für ihre Nutztiere.
Verfügbarkeit
Beschreibung und Geschichte
Nach der Einführung der Reformation im Jahre 1528 wurden vielerorts Klöster aufgehoben. So auch das im 12. Jahrhundert erbaute Cluniazenserkloster, das 1535 der Berner Schultheisse Hans Jakob von Wattenwyl erwarb. Die Patrizierfamilie von Wattenwyl liess das Kloster abreissen und aus dessen Steinen das Schloss Münchenwiler als feudalen Landsitz errichten. Zum herrschaftlichen Anwesen gehörten nebst einem Kräuter- und Gemüsegarten, ein Forellenteich und ein Gutshof, das sogenannten Küherhaus.
Das Küherwesen war zwischen 1550 und 1900 eine spezielle Form der Alpwirtschaft im Voralpengebiet und besonders im Kanton Bern. Küher waren Fachleute der Milchverarbeitung, die unter anderem Käse, Butter, Ziger und weitere Milchprodukte herstellten. Die Kuhherde und andere Nutztiere sowie das Weideland pachteten sie von Patriziern und Grossgrundbesitzern. Den Sommer verbrachten die Küher mit ihren Gehilfen auf der Alp und bezogen im Winter Quartier in den Talhöfen, wie im Küherhaus in Münchenwiler.
Das «Schlossut Münchenwiler» wurde bis in die 1980er Jahre als Küherhaus, bzw. ab 1928 nur noch als Milchwirtschaftsbetrieb genutzt. Der neue Eigentümer liess das Küherhaus sowie den angrenzenden Stall originalgetreu restaurieren und richtete in den beiden Gebäuden Wohnungen ein. Das Schloss selbst wird seit 2001 als Parkhotel Schloss Münchenwiler betrieben.
Das Schlossgut Münchenwiler ist in Privatbesitz und wird über die Stiftung Ferien im Baudenkmal vermietet.
- Historisches Bild des Küherhauses
- Alte Luftaufnahme des Anwesens Münchenwiler
Baukulturelle Besonderheiten
Der an der Kühergasse anstossende niedrigere, östliche Teil des Gebäudes ist ins frühe 17. Jahrhundert zu datieren, was die nachgotisch gekuppelten Fenster bezeugen. Er diente ursprünglich dem Küher als Wohnhaus und Käserei. Die schön behauenen Gewände bestehen aus ockergelbem Neuenburgerstein. Später wurde das Gebäude ostseits erweitert, was eine durchgehende Mauer mit der Jahrzahl 1672 und das einzelne schmale Fenster zeigen.
An der Westseite schliesst eine riesige Scheune mit grossen Ställen und einem Heustock an. Die um 1830 auf alten Fundamenten neu errichte Scheune war damals die grösste Scheune im Kanton Bern. Seither weist die Küherscheuer ihre charakteristische Zweiteilung (Heuboden und Scheune) auf. Die ganze Anlage ist laut Denkmalpflege des Kantons Bern ein bauhistorischer Vertreter einer einzigartiger Gattung und wurde als schützenswertes Objekt eingestuft.
Ein Landschaftsarchitekt kaufte der Erbengemeinschaft Kämpfer die Scheune samt Wohnhaus ab und liess 2018 von den Zürcher Architekten Bernath + Widmer den Umbau umsetzen. Dabei wurden sieben unterschiedlich grosse Wohnungen eingepasst. Für den Einbau der Wohnungen in der Scheune haben die Architekten eine autonome Holzkonstruktion errichtet, die nur an wenigen Punkten mit der alten Aussenhaut verbunden ist, sozusagen ein Haus im Haus. Die äussere Erscheinung des Baus blieb aussen unangetastet. Der historische Wohnteil, in dem sich die Ferienwohnung befindet, wurde sanft restauriert und mir modernen Küchen- und Sanitärangen ergänzt.
- Beispiel des modernen Einbaus, der nur an wenigen Punkten mit der alten Bausubstanz verbunden ist
- Die nachgotisch gekuppelten Fenster im Küherhaus
Informationen zur Ferienwohnung
- Grundriss
Die 3,5-Zimmerwohnung für vier Personen befindet sich im Erdgeschoss des Küherhauses, mit Blick auf den barocken Ziergarten. Der historische Kachelofen in der Stube kann an kalten Tagen zusätzlich eingeheizt werden.Die Ferienwohnung oben, ebenfalls für vier Personen, kann hinzugemietet werden.
Das Schlossgut Münchenwiler befindet sich direkt neben/gegenüber von dem Schlossgelände mit grosszügiger Gartenanlage, einem Kräuter- und Gemüsegarten, einer kleinen Kapelle sowie einem Schlossteich, in dem man in den warmen Monaten auch schwimmen kann.
Das Schlossgut Münchenwiler ist ein historisches Haus, ein Baudenkmal. Obwohl im Übrigen technisch zeitgemäss ausgestattet, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass gewisse funktionelle Details wie Fenster- und Türöffner, Treppenhandläufe und Stufenhöhen nicht der gängigen Norm entsprechen und eine eventuelle Gefahrenquelle bergen können.
Personen: 4
Schlafzimmer: 2 Doppelzimmer (die beiden Zimmer sind durch das Bad voneinander getrennt, mit offenen Zwischenräumen).
Saison: ganzjährig
Kurzferien: Ostern, Auffahrt, Pfingsten
Höhe: 508 m ü. M.
Haustiere: auf Anfrage erlaubt
ÖV: mit SBB bis Bahnhof Murten, dann weiterfahren mit dem Zug nach Münchenwiler-Courgevaux (danach ca. 16 Minuten zu Fuss) oder mit dem Bus nach Münchenwiler bis Haltestelle Münchenwiler Dorf (Fussweg ca. 10 Minuten). Anfahrt von Murten auch mit dem Taxi möglich.
Parkplatz: Privater Parkplatz
Aussenbereich: Garten
WLAN: ist vorhanden
Heizung: Zentralheizung mit Erdsonde.
Ofen / Cheminée: Kachelofen
Küche: Kapselmaschine, Geschirrspülmaschine vorhanden.
Badezimmer: 1 (halboffen im Raum)
Waschmaschine: vorhanden
Extras: Die Böden bestehen aus Holz und Stein, weshalb wir gute Hausschuhe empfehlen. Bitte beachten Sie: die beiden Schlafzimmer sind durch das Bad voneinander getrennt, mit offenen Zwischenräumen.
Das historische Haus verfügt über keine Schallschutzdecke. Es kann vorkommen, dass die Gästepartei in der oberen Wohnung gehört wird. Hinter dem Haus führt eine Strasse vorbei.
Lage
Lage
Münchenwiler ist eine bernische Enklave im Seebezirk des Kantons Fribourg. Das Dorf liegt ca. zwei Kilometer südlich von Murten und wird von den Gemeinden Murten, Cressier und Courgevaux umgeben. Nach Freiburg beträgt die Distanz 15 Kilometer, nach Bern 30 Kilometer, nach Neuenburg 28 Kilometer.
Geschichte
Im Jahr 1080 vermachten die Brüder von Vilar ihren ganzen Besitz dem Kloster Cluny, das zu Beginn des 12. Jahrhunderts auf den Ländereien ein Prioriat (Tochterkloster) errichte. Nach den Burgunderkriegen wurde die Herrschaft Murten, zu der auch das Kloster gehörte, abwechslungsweise von Bern und von Freiburg verwaltet. Aufgrund von Reformationsstreitigkeiten beanspruchte Bern die alleinige Herrschaft über Münchenwiler und führte schliesslich 1528 die Reformation ein. Nach verschiedenen Besitzerwechseln und erneuten Besitzansprüchen von Freiburg, wurde das Gebiet 1807 dem Amtsbezirk Laupen einverleibt und ist seit 2010 Bestandteil der Verwaltungsregion Bern-Mittelland.
Ausflüge
Sicherlich werden Feriengäste einen Blick in das Schloss Münchenwiler werfen sowie im Schloss Restaurant herrschaftlich Speisen. Die Zähringer-Stadt Murten liegt nur einige Autominuten entfernt und lässt sich hervorragend zu Fuss erkunden. Ein kühles Bad bietet sich im Murtensee an. Empfehlenswert ist auch ein Ausflug ins etwas grössere Freiburg, wo man in der mittelalterlichen Altstadt einen Kaffee trinken, die alten Fassaden und schönen Brunnen bestaunen kann.