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Unterlagsböden (Estriche) werden feucht oder nass hergestellt und eingebaut. Je nach Produkt werden unterschiedliche Mengen Wasser beigemischt und nach dem Einbau wieder freigesetzt, resp. trocknen aus und verdunsten. Neue Unterlagsböden können nur von der Oberseite her austrocknen. Durch das Austrocknen entsteht ein Schwund, d.h. die Unterlagsbodenplatten ziehen sich zusammen. Da anfänglich die Estriche oberseitig trockener vorliegen als unten, resultieren Aufwölbungen/Schüsselungen.
Die verschiedenen Grundmaterialien und Qualitäten der Herstellung führen zu unterschiedlichen Verformungen der neuen Untergründe während der Trocknungsphase:
- Normale Zementestriche wölben sich am intensivsten auf, d.h. die Ecken und Randbereiche erhöhen sich stark.
- Zement-Unterlagsböden mit speziellen Zusätzen (z. B. zur Verringerung des Anmachwassers) weisen in der Regel kleinere Aufwölbungen auf.
- Kalziumsulfatgebundene Unterlagsböden (Anhydrit-Mörtel oder Anhydrit-Fliessestrich) dagegen verformen in der Austrocknungsphase kaum bis gar nicht.
Häufig werden die Endbeläge (z. B. Parkett) verlegt, wenn der Unterlagsboden die geforderte maximal zulässige Restfeuchte erst knapp erreicht hat. Zu diesem Zeitpunkt können auch die grössten Aufwölbungen gemessen werden. In den nächsten 1–2 Jahren treten die Rückverformungen ein und sind abgeschlossen, wenn durch die ganze Bodenkonstruktion die Eigenausgleichsfeuchte erreicht ist.
Die Norm SIA V251/1 «Schwimmende Unterlagsböden», Kapitel 5.83 regelt Folgendes:
- Die Aufwölbung darf bei zementgebundenen Unterlagsböden maximal 5 mm, die Rückverformung maximal 7 mm betragen.
- Die Rückverformung wird bestimmt, indem die Fugenöffnung zwischen Fussleiste und Bodenbelag gemessen wird. Massgebend ist die Differenz zwischen der maximalen und der minimalen Fugenöffnung. Die Absenkung wird mit einer Genauigkeit von 1 mm gemessen.
Folge:
Zwischen Sockelleisten und Bodenbelag entstehen Fugen, welche maximal 7 mm messen dürfen und keinen Ausführungsmangel seitens Endbelagsverleger oder Sockelleistenmonteur darstellen. Das Gleiche gilt für abgerissene Kittfugen bei Sichtanschlüssen.
Eine Korrektur nach frühestens 2 Jahren, z. B. durch Ersetzen der geschraubten Fussleisten (ein Tiefersetzen ist in der Regel nicht möglich, da die Bohrlöcher zu wenig weit auseinander zu liegen kommen) oder Neuerstellen von elastischen, silikonfreien Kittfugen, stellt somit eine bezahlte Leistung dar und ist nicht als Garantiearbeit auszuführen.