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Der Geiger Ralph Orendain ist mexikanisch-deutscher Abstammung und wurde in Berlin geboren.
Schon früh entwickelten sich seine Leidenschaften für die Musik und für die Violine; seine Mutter lehrte ihn die ersten Grundlagen des Geigenspiels.
Er hatte bald Erfolge bei Jugendwettbewerben und wurde bereits mit neun Jahren Jungstudent am Julius-Stern-Institut der Berliner Hochschule der Künste.
Obwohl er sich auch für Naturwissenschaften interessierte – seine Schwerpunktfächer am Gymnasium waren Mathematik und Physik – entschied er sich für das Musikstudium.
Zunächst studierte er beim Philharmoniker Emil Maas in Berlin, dann beim namhaften Violinpädagogen Igor Ozim in Bern und in Köln.
Er wurde Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes und erhielt – als Gewinner des Bundeswettbewerbs «Jugend musiziert» mit seinem «Lankwitzer Streichquartett» – auch Einladungen zu ersten internationalen Auftritten.
Sein Berufsstudium schloss er 1990 «mit Auszeichnung» ab und erlangte nach einem Aufbaustudium 1992 das Konzertexamen (heute: Master Specialized Performance Solist). Noch im selben Jahr wurde er vom Musikkollegium Winterthur zum zweiten 1. Konzertmeister des Orchesters gewählt.
Als Kammermusiker spielte er von 1992 bis 1996 auch im Streichsextett Zürich; seit 2001 ist er ausserdem Dozent an der Züricher Hochschule der Künste. Seine Violine wurde 1694 in Mailand von Carlo Giuseppe Testore gebaut.
«Mir ist bewusst, dass es ein grosses Privileg darstellt, mit dem Spielen von Musik meinen Lebensunterhalt verdienen zu dürfen. Mein Weg zum Berufsmusiker war eigentlich eine Mischung aus glücklichen Fügungen und gut genutzten Chancen. Es gab und gibt aber immer wieder Momente oder Situationen, in denen klar wird, wie fragil Erfolg und Motivation in diesem Berufsleben sein können – vielleicht auch: sein müssen.
Für mich persönlich ist es wichtig, dass mein musikalisches Leben ein Teil von meinem ganzen Leben ist. Meine Berufung, Musik sinnvoll zu gestalten, kann ich nur erfüllen, solange ich mein Leben als Ganzes als sinnvoll und produktiv empfinde. Die Gratwanderung zwischen Ehrgeiz und Demut, Anspruch und Grosszügigkeit oder einfach nur zwischen Können und Wollen ist dabei jeden Tag aufs Neue eine Herausforderung.«Ralph Orendain