Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03263.jsonl.gz/2383

Wenn die Venen verstopft sind
Thrombose oder Lungenembolie können gefährlich sein. Umso wichtiger ist eine rasche Diagnose.
Thrombose oder Lungenembolie können gefährlich sein. Umso wichtiger ist eine rasche Diagnose.
Am 4. April um 19.30 Uhr wird PD Dr. med. Frédéric Baumann im Spital Schiers einen öffentlichen Vortrag zum Thema halten.
Die veno-thromboembolischen Erkrankungen (VTE) beinhalten die Krankheitsbilder Thrombose und Lungenembolie. Die Thrombose und Lungenembolie haben einen direkten Zusammenhang miteinander und haben in den vergangenen Jahren für viel Aufsehen gesorgt. Verschiedene Risikofaktoren sind für das Auftreten für VTE’s bekannt (u.a. Alter, Tumorerkrankungen, eingeschränkte Mobilisation). Zusätzlich wurde in den vergangenen zwei bis drei Jahren ein gehäuftes Auftreten von Thrombosen / Lungenembolien im Zusammenhang mit einer Covid-19 Infektion beobachtet. In diesem Kontext wurde beobachtet, dass eine Covid-19 Infektion in Kombination mit einer Lungenembolie mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko vergesellschaftet ist.
Mögliche Thrombosesymptome
Die Entstehung einer Thrombose wird durch eine Verletzung der Gefässwand, eine Verlangsamung des Blutflusses oder eine erhöhte Gerinnungsneigung begünstigt. Nicht alle Thrombosen verursachen typische Beschwerden wie Schwellung, Schmerzen, Überwärmung, Ziehen oder Spannungsgefühl in der betroffenen Extremität. Die unterschiedliche Symptomatik hängt zum Teil von der Thrombose Entwicklung und deren Lokalisation ab.
Die Beinvenenthrombosen beginnen meist am Unterschenkel und steigen von dort nach oben in Richtung Kniekehle- / Oberschenkelvene auf. In diesem Fall ist eine Therapie mit Blutverdünnung (Antikoagulation) meist ausreichend. Es gibt aber auch die absteigende Beinvenenthrombose, welche meist links aufgrund einer anatomischen Engstelle auf Höhe der Beckenvene lokalisiert ist. In diesem Fall ist zusätzlich zur Blutverdünnung gelegentlich die operative Einlage eines Stents (Gefässstütze) notwendig, um die mechanische Engstelle auf Höhe Beckenvene auszuschalten.
Entstehung einer Lungenembolie
Durch eine Verschleppung eines Blutgerinnsels aus den Venen (meist den Beinvenen) zum Herzen gelangt dieses über die rechte Herzkammer in die Lungenarterie und führt dort zu Verstopfungen. Dadurch können vergleichbare Symptome wie bei einem Herzinfarkt auftreten. Dazu gehören unter anderem Schmerzen in der Brust, Atemnot und schneller Puls. Ursache dafür ist die Herzbelastung als Folge des verstopften Lungenkreislaufs – das Herz versucht das Blut gegen erhöhten Widerstand (verstopfte Lungenarterien) zu pumpen. Das kann je nach Ausmass der Lungenembolie und den individuellen Reserven zu einem akuten Herzversagen führen. Deshalb ist es wichtig die Diagnose einer Lungenembolie früh und rasch zu stellen. Die Diagnostik einer Lungenembolie beinhaltet verschiedene Parameter wird aber abschliessend mittels Computertomographie gestellt.
Behandlung der Gefässerkrankungen
Die Behandlung der Lungenembolie und Thrombose zielt darauf ab, möglichst rasch die Durchgängigkeit der verstopften Gefässe wiederherzustellen. Hierfür werden blutverdünnende Medikamente eingesetzt.. Bei schweren Thrombosen / Lungenembolien können die Gerinnsel zusätzlich mittels Aspirationskatheter abgesaugt oder mittels Katheter-Einlage und starken Gerinnsel-auflösenden Medikamenten an Ort und Stelle entfernt, respektive aufgelöst werden.