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Heute beschreibt der Militärhistoriker Hagen Seehase deutsche Panzer im Dienst der finnischen Armee.
Zu den Exportkunden des Sturmgeschützes III zählte neben Spanien, Bulgarien, Italien auch Finnland, das 1943 30 Stück und 1944 29 Stück erhielt. Während die letzteren nicht mehr zum Kampfeinsatz kamen, standen die 1943 gelieferten Sturmgeschütze im Brennpunkt der Abwehrkämpfe, als am 9. Juni 1944 der sowjetische Angriff an der Karelischen Landenge begann. Nachdem sieben Sturmgeschütze verloren gingen (vier konnte man wieder einsatzfähig machen), wurden schnell die Einsatztaktiken geändert und Zusatzpanzerungen angebracht: Betonplatten am Bug und Baumstämme an den Seiten der Wanne. Später ging nur noch ein Sturmgeschütz verloren.
Dagegen konnten die finnischen Sturmgeschütze 87 Sowjetpanzer abschießen, neben etlichen Lkw, Geschützen, Zugmaschinen usw. Viele der heute noch erhaltenen Sturmgeschütze III sind aus finnischen Beständen. So auch Ps.531-10 „Bubi“, dem unter der Führung von Leutnant B. Brotell der Abschuss von elf Sowjetpanzern gelang. Es steht heute bei der Panzertruppenkaserne in Parola. Ps.531-8 „Aili“ konnte unter der Führung von Leutnant Peltonen und später Hauptmann Talvitie sieben T-34 abschießen und steht heute im Museum in Hamina.
Zwei Sturmgeschütze wurden zu Fahrschulpanzern modifiziert (Ps. 531-21 und Ps. 531-52). Später wurden beide Fahrzeuge wieder zu Sturmgeschützen zurückgebaut. 1958 kaufte Finnland von Norwegen eine Reihe von Panzern III, die zur Ersatzteilgewinnung für die Sturmgeschütze kannibalisiert wurden.
1959 wurden die Sturmgeschütze für obsolet erklärt, da waren noch alle 45, die den Weltkrieg überstanden hatten, vorhanden. 1966 begann man, einige als Bunker zum Schutz wichtiger Anlagen zu benutzen, diese Rolle erfüllten sie dann bis in die 1980er-Jahre. Damit war die Karriere der finnischen „Sturmi“ aber noch nicht ganz beendet. Einige stehen in Museen oder als „Torwächter“ vor Kasernen. Bei Film- und Fernsehproduktionen wurden sie bisweilen eingesetzt, so im Kriegsfilm „Der Adler ist gelandet“.
Die Sturmgeschütze waren bei den Finnen ausgesprochen beliebt, im Gegensatz zu dem im August/September 1944 gelieferten Panzern (15 Stück) des Typs Panzer IV Ausf. J. Ursprünglich war eine Lieferung von 40 Fahrzeugen (zum Stückpreis von jeweils 250.000 Reichsmark) vorgesehen, auf die Nachricht vom sowjetisch-finnischen Waffenstillstand wurden alle weiteren Lieferungen aber gestoppt.
Die nach Finnland gelieferten Panzer IV erhielten die Kennummern Ps. 221-1 bis Ps. 221-15. Angelehnt an die deutsche Bezeichnung gaben ihnen ihre finnischen Besatzungen den Namen „Nelonen“ („Vier“). Alle Panzer kamen zum 2. Bataillon der Panzerbrigade, die auch noch durch ein paar Sturmgeschütze verstärkt wurde. Die Panzer wurden nicht mehr gegen die Sowjets eingesetzt.
Und obwohl das 2. Panzerbataillon im Lapplandkrieg gegen die deutsche Wehrmacht zu Verwendung kam, sahen die Panzer keinen aktiven Kampfeinsatz. Die Besatzungen mochten den Typ nicht, der Panzer IV hatte gegenüber dem Sturmgeschütz ein weniger geländegängiges Laufwerk.
- Trotzdem liefen die Fahrzeuge auch noch nach Kriegsende bei der finnischen Armee. 1947 wurden vier Fahrzeug bei einem Brand in einem finnischen Depot zerstört.
- 1951 ersetzte man die MG34 durch Bord-MG sowjetischer Herkunft.
- Ab diesem Zeitpunkt wurden die Panzer IV nur noch zu Ausbildungszwecken verwendet. Die letzten neun verblieben strich man 1962 aus dem Inventar.
- Drei Fahrzeuge sind noch erhalten (Ps. 221-2 und Ps. 221-6 im Parola Tank Museum und Ps. 221-12 in Mikkeli). Den Rest nutzte man als Hartziele auf Schiessbahnen und verschrottete die kläglichen Überreste schließlich.