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Verstorben am 10. September 2022 im Alter von 94 Jahren.
Ambros Uchtenhagen galt als einer der Begründer der Sozialpsychiatrie in der Schweiz. Schwerpunkte seiner Forschung waren die Epidemiologie von Drogenkrankheiten sowie die Schizophrenie. Zudem engagierte er sich intensiv bei der Bekämpfung von Suchtkrankheiten.
Ambros Uchtenhagen stammte aus einer Handwerkerfamilie aus dem Baselbiet. Er studierte an der Universität Zürich Medizin, Philosophie und Soziologie – 1954 Promotion zum Dr. phil. und 1959 zum Dr. med.. Nach dem Studium wandte er sich der Psychiatrie und Psychotherapie zu und liess sich zum Spezialarzt auf diesen Gebieten ausbilden. Ab 1963 war er als Oberarzt an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich tätig, wo er ab 1970 den Sozialpsychiatrischen Dienst aufbaute und leitete. 1975 habilitierte er sich an der Universität Zürich und wurde zum Privatdozenten ernannt. Seine Antrittsvorlesung hielt er im Januar 1976 zum Thema «Umwelt und psychische Gewalt». Ein Jahr später wurde er zum nebenamtlichen Extraordinarius ad personam und zum Direktor des Sozialpsychiatrischen Dienstes der Psychiatrischen Universitätsklinik gewählt. 1985 erfolgte die Wahl zum vollamtlichen Extraordinarius und 1992 zum Ordinarius ad personam. 1995 wurde Ambros Uchtenhagen emeritiert.
Ambros Uchtenhagen galt als einer der Begründer der Sozialpsychiatrie in der Schweiz. Schwerpunkte seiner Forschung waren die Epidemiologie von Drogenkrankheiten sowie die Schizophrenie. Uchtenhagen engagierte sich intensiv bei der Bekämpfung von Suchtkrankheiten. Eine seiner hervorragenden Fähigkeiten war es, seine ärztliche Tätigkeit mit der klinischen Forschung zu verbinden und aus diesen Erfahrungen Vorschläge zur Prävention und zu gezielten gesundheitspolitischen Massnahmen zu erarbeiten. So spielte er eine prägende Rolle bei der Entwicklung einer wirksamen Drogenpolitik in der Schweiz.
Bis 1998 stand Ambros Uchtenhagen als Präsident der Zürcher Kantonalen Kommission für Drogenfragen vor. Er war Mitglied des Expert Panel on Drugs der Weltgesundheitsorganisation WHO und anderer nationaler und internationaler Expertenkommitees. Für die WHO war er auch in vielen Ländern der Dritten Welt tätig. Uchtenhagen war Mitbegründer und erster Präsident zweier Fachgesellschaften – der Schweizerischen Gesellschaft für Gruppenpsychologie und Gruppendynamik und der Schweizerischen Gesellschaft für Sozialpsychiatrie – und Mitherausgeber verschiedener wissenschaftlicher Zeitschriften. Zudem war er Mitbegründer und Stiftungsratspräsident des mit der UZH assoziierten Instituts für Sucht- und Gesundheitsforschung. Ambros Uchtenhagen war mit der 2016 verstorbenen Politikerin Lilian Uchtenhagen verheiratet, die 1983 als erste Frau für den Schweizer Bundesrat kandidierte.