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Beschreibung
Regula Schmid: Gelegenheit macht Söldner. Kriegsdienst als Möglichkeit und Beruf im Spätmittelalter
Mathijs Roelofsen: In Gesellschaft Krieg führen: die Freiburgischen Reisgesellschaften im 15. Jahrhundert
Peter Niederhäuser: Schweizer Adlige im Fürstendienst
André Holenstein: Der Solddienst der Eidgenossen im Licht der Allianzpolitik des Corpus Helveticum in der frühen Neuzeit
Gelegenheit macht Söldner. Kriegsdienst als Möglichkeit und Beruf im Spätmittelalter
Im Spätmittelalter häuften sich die Möglichkeiten, mit Krieg Geld zu verdienen. Zusätzlich zur rechtlich verankerten Pflicht, den Krieg körperlich und finanziell mitzutragen, richteten Männer und Frauen in Stadt und Land ihre Erwerbstätigkeit vermehrt auf den Krieg aus. Dazu gehörte auch der Kriegsdienst auf Vertragsbasis. Im Übergang zur frühen Neuzeit wurde der Kriegsdienst von einer Gelegenheit, vorübergehend Geld zu verdienen zu einem Kriegshandwerk, das als Alternative zu den herkömmlichen Arbeitsbereichen zur Verfügung stand.
In Gesellschaft Krieg führen: die Freiburgischen Reisgesellschaften im 15. Jahrhundert
Die Stadt Freiburg im Üechtland stellt ein interessantes Beispiel militärischer Entwicklung in der zweiten Hälfte des 15. Jh. dar. In dieser Zeit gaben die städtischen Obrigkeiten der militärischen Rolle der sogenannten Reisgesellschaften, die an Zünfte und ländliche Pfarreien gebunden waren, immer mehr Gewicht. Diese Gesellschaften funktionierten nach den Prinzipien der Solidarität und der gemeinsamen Nutzung von Ressourcen. Die Untersuchung der Dokumente im Bestand «Kriegssachen» des Staatsarchivs Freiburg zeigt, dass diese umfassende Reform u.a. eine bisher kaum untersuchte geographische Komponente beinhaltet: Die ländlichen und peripheren Gebiete bildeten Ende des 15. Jh. einen wichtigen Teil der Freiburger Truppen.
Schweizer Adlige im Fürstendienst
Auch wenn der militärische Charakter des mittelalterlichen Adels unbestritten ist, fehlen umfassendere Untersuchungen zur Situation in der Schweiz. Das sich im ausgehenden 15. Jh. etablierende Soldunternehmertum wirft die Frage nach dessen adlig-mittelalterlichen Wurzeln auf. Die spärlichen Hinweise auf das Soldwesen verdichten sich ab dem frühen 14. Jh. zu einem klaren Bild eines adligen Kriegsdienstes, der über Geld geregelt wurde. Vor allem habsburgische Quellen geben einen spannenden Einblick in Soldverträge, wo Adlige gegen klingende Münze teilweise erstaunlich grosse Truppen rekrutierten. Gerade in Kriegs- und Krisenzeiten waren die Habsburger auf solche Hilfe angewiesen, mussten dafür aber enorme Geldsummen aufbringen, die über Pfänder gedeckt wurden. Ab dem 15. Jh. banden Fürsten Adlige zunehmend über befristete Dienstverträge enger an sich, ehe dann im ausgehenden Mittelalter Provisionen und Pensionen zu neuen Formen von Diplomatie und Kriegspolitik führten.
Der Solddienst der Eidgenossen im Licht der Allianzpolitik des Corpus Helveticum in der frühen Neuzeit
Die Allgegenwärtigkeit von Söldnern aus dem Corpus Helveticum auf den europäischen Kriegsschauplätzen des 15. bis frühen 19. Jh. ist eine bekannte Tatsache der Schweizer Geschichte und ein zentrales Kapitel ihrer Migrations- und Verflechtungsgeschichte mit dem europäischen geopolitischen Umfeld. Weshalb wurde ausgerechnet das Corpus Helveticum ein grosses Söldnerreservoir und warum blieb es dies für so lange Zeit? Die Antwort muss den Solddienst aus dem Corpus Helveticum in den grösseren Zusammenhang der Mächtebeziehungen in Europa und in die Allianzpolitik der Orte einordnen.