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Anhand von Zeichnungen des französischen Illustrators Gustave Doré (1832-1883) erzählt Walter Moers in Wilde Reise durch die Nacht eine skurrile Geschichte.
Gustave, mit seinen zwölf Jahren bereits Kapitän des Schiffes Aventure, erlebt etwas Merkwürdiges. Als sein Schiff eines Nachts in einen Siamesischen Zwillingstornado gerät und sinkt, macht er die Bekanntschaft des Todes und von dessen Schwester Dementia. Der Tod ist bereit, Gustave dieses eine Mal laufen zu lassen – unter der Bedingung, dass der Junge eine Reihe von Aufgaben bewältigt. So macht Gustave sich auf den Weg, angetan mit einer prachtvollen Ritterrüstung, bewaffnet mit Schwert und Lanze und getragen von einem sprechenden Pferd (beziehungsweise einem gesprächigen Gaul) namens Pancho Sansa. Die Aufgaben des Todes haben es in sich; Gustave muss zum Beispiel eine Jungfrau vor einem feuerspeienden Drachen retten (auch wenn, wie sich herausstellt, in diesem speziellen Fall das Umgekehrte näher liegen würde) und dem Schrecklichsten Aller Ungeheuer einen Zahn ziehen (allerdings ist das „Schrecklichste Aller Ungeheuer“ nicht das, was man erwarten würde). Ferner stehen noch eine Reise zum Mond (dort wohnt nämlich der Tod; es ist der einzige Ort, wo er noch vor den Menschen Ruhe hat) und ein Ausflug in die Verwaltung des Universums (mit den futuristischen Eventualitätswaben und den – bitte Luft holen! – raumzeitkontinuierlichen Möglichkeitsprojektionen) auf dem Programm. Und das alles wohlgemerkt in einer einzigen Nacht! Wird Gustave es schaffen?
Dorés Zeichnungen stammen aus Illustrationen für Don Quichote, Orlando Furioso und andere Werke. Üblicherweise ist ja das Buch zuerst da, dann kommen die Illustrationen. Hier ist es ausnahmsweise einmal umgekehrt.