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Der Stifter
Die Vierzigerjahre des 19. Jahrhunderts waren besonders auch in Grossbritannien eine Zeit der wirtschaftlichen Härten. Hungersnöte zwangen an die zwei Millionen Menschen zur Emigration. Unter ihnen war die Familie Carnegie aus Dunfermline in Schottland. Andrew Carnegie war dort als Sohn eines armen Handwebers am 25. November 1835 zur Welt gekommen.
Einer der erfolgreichsten Unternehmer seiner Zeit
1848 verliess die Familie ihre Heimat mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft in der Neuen Welt. Andrew Carnegie konnte diese Hoffnung wahr machen. Er erwarb in der Zeit vom amerikanischen Bürgerkrieg bis zur Jahrhundertwende ein immenses Vermögen – vorwiegend in der Eisen und Stahlindustrie. Er war mit John D. Rockefeller, J.P. Morgan und Cornelius Vanderbilt einer der erfolgreichsten Unternehmer seiner Zeit.
Der edle Spender
Als sich Carnegie 1901 aus seiner aktiven Tätigkeit zurückzog, verfügte er über eines der grössten privaten Handelsvermögen der Welt, das er in seiner eigenen Bank in Hoboken, New Jersey, geschickt verwaltete. Zwischen 1901 und 1914 gründete er zahlreiche Stiftungen, die er mit annähernd 350 Millionen Dollars dotierte. Der heutige Wert seiner Anlagen beziffert sich auf 75 Milliarden Dollars (2008).
Philanthropische Grundhaltung
Stiftungen vermögender Leute waren zu seiner Zeit durchaus üblich. Carnegie war aber möglicherweise der Erste, der seiner Überzeugung öffentlich Ausdruck verlieh, dass für den Vermögenden auch die moralische Verpflichtung zur Wohltätigkeit besteht. „Jegliches Vermögen, das über die persönlichen und familiären Bedürfnisse hinausgeht, soll treuhänderisch verwaltet und zum Wohl der Allgemeinheit eingesetzt werden“, schrieb er 1889 in seinem Buch „The Gospel of Wealth“.
Das auslösende Moment
Als 1904 in Harwick, Pittsburgh, bei einem Minenunglück 178 Arbeiter umkamen, wurde Carnegie auf den mutigen Einsatz eines Mineurs und eines Ingenieurs aufmerksam. Die beiden hatten im Bewusstsein der Einsturzgefahr des Bergwerks das Leben zahlreicher Verschütteter gerettet. Beeindruckt von diesen „heldenmütigen Taten“ gründete er in der Folge in elf Ländern – darunter auch in der Schweiz – Stiftungen zur Auszeichnung selbstloser Personen, die ihr Leben einsetzen, um das ihrer Mitmenschen zu retten.