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Am Anfang war das Meer.
Vor zwischen 245 und 230 Millionen von Jahren, während der sogenannten Mittleren Trias, lag der Monte San Giorgio am Rande eines weiten Ozeans, der sich wahrscheinlich für etwa Tausend Kilometer zwischen „Mailand“ und „Basel“ und östlich bis zum heutigen südlichen China ausbreitete.
Die Tethys, so hiess dieses Ozean, trennte den afrikanischen Kontinent auf der südlichen Seite vom euroasiatischen Kontinent auf der nördlichen Seite. Die Geschichte des Monte San Giorgio in der mittleren Trias spielt sich in einer beschränkten Umgebung an der Meeresküste am nördlichen Rande eines Teils des afrikanischen Kontinents ab. Durch die mittelgrossen Inseln und feinen Sandbänke ähnelte diese Umgebung fast einer Lagune, die mehr oder weniger getrennt von der offenen See war. Bei diesen besonderen Bedinungen, in seichten Gewässern und in einem subtropischen Klima hatten sich zahlreiche und vielfältige Meerestiere entwickelt und angepasst. Über einen Zeitraum von über 10 Millionen Jahren fanden sie in diesem Meeresstrich die optimalen Lebensbedigungen für eine schnelle Entwicklung aber auch die optimalen Voraussetungen für eine ausgezeichnete Erhaltung auf dem Boden der Lagune nach ihrem Tod. So wurde der Monte San Giorgio weltweit zu einer Mekka der Fossilien.
Seltener aber sehr bedeutsam sind auch die irdischen Lebensformen, die vom Vorkommen eines nicht weit entfernten Festlandes zeugen.
Es handelt sich um einen faszinierenden Kapitel des Grossen Buches der Erdgeschichte mit Seiten, die ins Stein eingeritzt wurden. Dieser Kapitel ist entscheidend für die Evolution der Meeresorganismen, insbesondere von Fischen und Reptilien während der mittleren Trias.
Die Steinschichten, die zuerst ab 1850 durch den industriellen Abbau und anschliessend mittels wissenschaftlicher Recherchen ans Licht gebracht wurden, zeugen nicht nur von den aussergewöhnlichen Lebensbedingungen, sondern auch von der ausserordentlichen Erhaltung der Fossilien. Bis heute wurden Dutzende von Tausenden von Fossilien entdeckt: etwa achtzig Fischarten, dreissig Reptilienarten und zahlreiche wirbellose Tiere und Pflanzenreste. Diese können in mindestens 6 Fossilienschichten unterteilt werden, die ebenso vielen Evolutionszeiträumen entsprechen. Es handelt sich um perfekt erhaltene Fossilien, die ausserordentlich und selten wenn nicht gar weltweit einzigartig sind.
Die UNESCO hat diesen ausserordentlichen und universellen Wert anerkannt und den Schweizer Teil des Monte San Giorgio 2003 ins Weltnaturerbe aufgenommen. Die Anerkennung der italienischen Seite des Bergs folgte 2010.
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