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Im Herbst der Sieg beim Junioren-Turnier der French Open, Ende März der Triumph beim ersten Challenger-Turnier in Lugano und nun gibt der 18-jährige Dominic Stricker in Genf sein Debüt auf der ATP-Tour.
Im Dunstkreis der Grössten im Welttennis bewegt sich der Berner Dominic Stricker schon lange. Er trainierte in Dubai mit Roger Federer, in London mit Stefanos Tsitsipas, Andrei Rublew und Dominic Thiem, neben Novak Djokovic und Rafael Nadal. Der Türöffner in die Welt der Grossen war der Erfolg im Junioren-Tableau der French Open im Herbst, wo Stricker neben dem Einzel (im Final gegen Leandro Riedi) auch das Doppel gewann.
Der Sprung von den Junioren zu der Elite ist gross und die Liste jener, die eine glanzvolle Karriere im Nachwuchs hinlegten, danach den Sprung aber nie schafften, ist lange, ein Erfolg bei einem Junioren-Grand-Slam-Turnier keine Garantie. Roger Federer und Stan Wawrinka gelang das, anderen Schweizern wie Roman Valent, der 2001 in Wimbledon gewann, nicht. Stricker sagt: «Es ist schon ein extrem langer Weg bis zu diesem Niveau.»
Stricker scheint der Übergang bisher fast mühelos zu gelingen. Im März stürmte der Linkshänder in Lugano mit einer Wildcard zu seinem ersten Profi-Titel. Als Weltnummer 874 angetreten, schlug er die Nummern 203 (Jay Clarke), 333 (Tim van Rijthoven), 213 (Daniel Masur), 109 (Yuichi Sugita) und 389 (Satschko). Dabei legte er eine bemerkenswerte Reife an den Tag, wehrte Matchbälle ab und schlug Ass im Akkord, 59 insgesamt.
Inzwischen liegt der Berner im 421. Rang der Weltrangliste und gibt nun am Montag in Genf sein Debüt auf der ATP-Tour. Sein Gegner dort? Der Kroate Marin Cilic (32, ATP 42), der US-Open-Sieger von 2014, die ehemalige Nummer 3 der Welt. Traumlos oder Albtraum? Stricker stellt sich die Frage nicht, weil er weiss, dass er erst am Anfang steht. Er sagt: «Ich weiss nicht genau, was auf mich zukommt. Aber ich werde sicher versuchen, es zu geniessen.»
Etwas, das ihm auch Roger Federer geraten hat, mit dem er auch in der jüngeren Vergangenheit regelmässig trainiert hat, zuletzt in Dubai drei ganze Wochen vor Federers Rückkehr in den Tennis-Zirkus. Von den Tipps des mehr als doppelt so alten Baselbieters profitiere er jedes Mal. «Er hat mir zum Beispiel gesagt, dass ich an meinem Aufschlag arbeiten soll.» Was er beherzigt habe. Das sind gute Voraussetzungen für eine grosse Karriere.
Andere Qualitäten sind Geduld und Demut. Stricker sagt, die Konkurrenz koche auch nur mit Wasser. Aber sie seien körperlich weiter als er, «daran kann ich noch arbeiten», sagt Stricker. Auch im Kopf seien die Gegner bei der Elite stärker. Etwas, das nicht auf Dominic Stricker zuzutreffen scheint. Als er nach den Trainings mit Roger Federer gefragt wird, sagt er: «Die sind ziemlich ausgeglichen.» Im Match sei das dann vielleicht wieder anders.