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Der stattliche Webernbrunnen mit dem vermutlich von Balthasar Hüglin 1672 geschaffenen Bannerträger steht in der Steinenvorstadt vor dem heutigen Kino Rex. Der Bannerträger soll Graf Oswald von Thierstein darstellen, der im Burgunderkrieg Adel und Bürgerschaft gemeinsam gegen Karl den Kühnen führte. Auf dem Schild stehen die vier Buchstaben SPQB, was "senatus populusque Basiliensis" heisst und bedeutet, dass Rat und Volk den Brunnen errichteten. Die eine Seite der Fahne ist mit dem Wappen der Webernzunft und die andere mit dem Baslerstab verziert. Der Brunnen war im Winter 1837 in einem "so erbärmlichen Zustande, dass sämtliche angrenzende Häuserbesitzer die Keller einige Schuh hoch mit Wasser angefüllt hatten und dadurch an ihren Häusern und Vorräthen beträchtlichen Schaden erlitten". Der Trog wies derart viele Defekte auf, dass er nicht mehr zu reparieren war und ersetzt werden musste. Der Stock dagegen, "schön gearbeitet und mit einem Eidgenossen als Standbild, war noch recht wohl erhalten und konnte wieder gebraucht werden".
Der mächtige Brunnentrog stand 1884 der Umpflästerung der Steinenvorstadt im Weg, weshalb man ihn "am liebsten ganz entfernt" und durch einen kleineren ersetzt hätte. Auch den Anwohnern passte der "altertümliche Brunnen, ein Überbleibsel eines Dorfbrunnens, der täglich von durstigem Grossvieh umlagert und als Versammlungsort vieler klatschsüchtiger Mädchen benützt wird", nicht mehr. Denn "seitdem die Stallungen für Grossvieh in den innern Stadttheilen meistens beseitigt werden müssen, wird auch das Tränken von Vieh an öffentlichen Brunnen untersagt und somit ist dieses enorme Bassin ein unnützes Möbel geworden, das nur den Verkehr hindert". Dem Regierungsrat aber erschien die Beseitigung des Brunnens untunlich, weil "für das Vorhandensein ein Bedürfnis vorhanden ist!".
Dieser klare Entscheid wurde 1925 bestätigt, als die Existenz des Webernbrunnens erneut in Frage gestellt wurde. Viel Liebe ist aber dem "Kriegerbrunnen" nie entgegen gebracht worden; dringend notwendige Renovationen gaben Anlass zu komplizierten Diskussionen. "Im Jahr 1898 wurde der Ritter geflickt, die Figur grau gestrichen, das Fähnchen mit Baselstab und Greif neu gemalt, der Igel (das zu Füssen des Bannerherrn kauernde Wahrzeichen der Webernzunft) sogar vergoldet. Auf die Bundesfeier 1901 wurden Ritter und Brunnstock polychron angestrichen. Als aber das Decorationskomite dem Ritter eine etwas grössere Fahne zu tragen gab, da brach der eine Arm desselben und ist seither nur ganz provisorisch mit Drähten und Schnüren zusammengehalten", so liess sich der Zunftvorstand zu Webern 1911 sichtlich ungehalten vernehmen. Der wackere Ritter Oswald - 1925 durch Carl Gutknecht nachgebildet und 1968 neu bemalt - aber wusste seinen Standort mit dem weiten Blick gegen den Barfüsserplatz trotz allen Widerwärtigkeiten bis auf den heutigen Tag zu behaupten. Das Original des Brunnenstocks mitsamt dem Bannerträger wird seit 1925 im historischen Museum aufbewahrt.