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Bei der Patellaluxation (Verrenkung der Kniescheibe) kommt es durch eine plötzliche Verdrehung des Kniegelenkes zu einem Herausspringen der Kniescheibe aus ihrem normalen Gleitlager, welches sich in der Mitte der Kniebänder befindet.
Oft hat sich die Kniescheibe beim Eintreffen der Patientin oder des Patienten in der Klinik bereits entweder spontan oder aber unter Mithilfe der Patientin oder des Patienten selbst wieder eingerenkt. Die nicht reponierte Patellaluxation ist eine “Blickdiagnose”. Nachdem die Kniescheibe durch leichten Druck von aussen wieder eingerenkt wurde, lässt sich häufig ein blutiger Kniegelenkserguss nachweisen. Wenn der Bluterguss sehr ausgeprägt ist, kann man diesen zur Schmerzreduktion abpunktieren.
Bei der Patellaluxation kommt es regelmässig zu einer Zerreissung des inneren Kapselapparates. Zusätzlich können durch das Luxieren der Kniescheibe knorpelige oder knöcherne Defekte, entweder an der Kniescheibe oder am Oberschenkelknochen, entstehen. Ziel der Untersuchung und Diganostik (Röntgen und gegenenfalls Kernspinuntersuchung) ist es, das genaue Ausmass der Verletzungen, die bei dem Ereignis der Patellaluxation aufgetreten ist, festzustellen. Liegen solche knöchernen oder knorpeligen Verletzungen vor, sollte das Kniegelenk in der Regel mit Hilfe der Arthroskopie (Schlüssellochtechnik) operiert werden. Hierbei können die herausgelösten Knochen- bzw. Knorpelstückchen entweder refixiert werden oder sollten zur Vermeidung von Gelenkblockaden entfernt werden. Liegen knöcherne bzw. knorpelige Verletzungen nicht vor, muss die Patientin oder der Patient mit einer erstmaligen Patellaluxation meistens operiert werden, da es oft zu begleitenden Knorpelschäden kommt. Ziel ist es trotzdem, durch intensive Gymnastik mit Training, insbesondere der Quadrizepsmuskulatur, den Streckapparat zu kräftigen.
Zusätzlich zu den gymnastischen Behandlungsansätzen wird die Kniescheibe mit Bandage bzw. später Tape-Verbänden ruhiggestellt, bzw. nach medial gezügelt. Hiermit versucht man, eine dauerhafte Stabilität zu erreichen. Die Sporttauglichkeit nach einer Patellaluxation ist zunächst erheblich eingeschränkt, und zwar sowohl bei konservativer als auch operativer Behandlung. Eine Teilnahme am Schulsport ist in der Regel frühestens wieder nach 3 Monaten möglich.
Bei Patientinnen und Patienten mit einer immer wieder auftretenden Patellaluxation (rezidivierende Patellaluxation), bei denen es trotz intensiver gymnastischer Beübung zu einem erneuten Verrenken der Knieschiebe kommt, sollten operativ behandelt werden. Auch für diese Patientinnen und Patienten gilt, dass sie nach der Operation einer intensiven gymnastischen Behandlung bedürfen, um einen Muskelaufbau der Oberschenkel zu erreichen.
Vor einer Operation muss man zunächst feststellen, welche prädisponierenden Faktoren, die die immer wieder auftretende Patellaluxation begünstigen, vorliegen. Bei der minimalinvasiven, arthroskopischen Operation (Schlüssellochtechnik) wird in der Regel der innen zerrissene bzw. geschwächte Kapselbandapparat durch Nähte gestrafft. Zusätzlich kann im Einzelfall der häufig dominantere äussere Kapselbandapparat (lateraler Kapselbandkomplex) bewusst geschwächt werden (lateral release). Sind diese hier aufgeführten Massnahmen nicht ausreichend, um eine Zentrierung der Kniescheibe zu erreichen, gibt es weitere Verfahren, mit denen die Kniescheibe zentriert wird (Zügelungsoperation bzw. Tuberositas-Versatz).
Liegen extreme knöcherne Fehlstellungen als eigentlicher Auslöser für die rezidivierende Patellaluxation vor, müssen auch Korrekturoperationen zum Ausgleich dieser Achsenfehler durchgeführt werden. Dies ist jedoch nur in den seltensten Fällen notwendig und kann bereits durch die Voruntersuchungen vor der Operation festgestellt bzw. ausgeschlossen werden.
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Universitätsspital Zürich
Klinik für Traumatologie
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