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Bern, ein rechtgläubiges Troja
Der Name einer berühmten Stadt, neu analysiert
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Die folgenden Darlegungen finden sich auf dem neuesten Stand in dem Buch des Autors:
Die Ursprünge Berns. Materialien für eine Neubetrachtung. Mit besonderer Berücksichtigung der Burgen (2013)
Das Berner Banner
Ausschnitt aus einer Illustration in Diebold Schillings Spiezer Bilderchronik = illustrierte Justinger-Chronik. Angeblich „um 1483" entstanden. - Auf Grund quellenkritischer Überlegungen aber um etwa um 1750 anzusetzen.
Über den Ortsnamen von Bern und Umgebung vergleiche neuerdings auch:
Die Ortsnamen der Schweiz
Kommt der Ortsname BERN von Bär oder von Priamus?
Wissenschaftliche Erkenntnisse bleiben nie stehen. Das gilt auch für Ortsnamen-Erklärungen. - Bern (PRM) ist nach dem untenstehenden Artikel also von dem trojanischen Oberkönig Priamus (PRM) zu erklären. - Der Bär, der sich auch im Wappen der Stadt findet, stelle nur einen gewollten Anklang dar.
Die Erklärung ist richtig, bedarf aber heute (Herbst 2005) einer Ergänzung: Bern enthält sowohl Priamus wie Bär! - Nicht nur die Ortsnamen, die Wörter der Sprachen selbst wurden zu einer gewissen Zeit vesuvianisch geprägt. Aus dem Baustein Priamus bildete man im Deutschen Hauptwörter wie Frau, Fron und Adjektive wie froh, fromm, fröhlich, frei.
Doch auch das Wort Bär ist von Priamus abgeleitet! Jenes Tier galt demzufolge als ein Wappentier des trojanischen Oberkönigs.
Der Ortsnamen BERN ist also sowohl von Priamus wie von Bär abgeleitet. Wobei der Name des Sagenkönigs natürlich zuerst geschaffen wurde. - Aber als Bern gegründet oder so benannt wurde, gab es bereits das deutsche Wort BÄR.
Einleitung
Mit dem Namen Bern haben sich bereits etliche Gelehrte befaßt (Zusammenfassung der älteren Literatur bei: Strahm, 106 f.). – Im Unterschied zu vielen anderen Herleitungen gibt es bei diesem Städtenamen schon seit langem brauchbare Ergebnisse. – Man kann sogar sagen, daß der Name richtig gedeutet ist. Allerdings fehlte bisher eine Untersuchung, welche die Geschichtskritik und die damit verbundenen neuen Methoden anwendete.
Wie ich in meinem Buch Die Matrix der alten Geschichte erläutert habe, muß jeder Personen- oder Ortsname der erfundenen Geschichte eine Sinnbedeutung haben, welche sich durch Entschlüsselung ergibt.
Ebenfalls ergab sich, daß die gesetzten Namen aus wenigen Themenbereichen genommen wurden. Vor allem wurden die Namen aus der christlichen Theologie genommen. Daraus ergibt sich eine auffällige Häufung von Christus-Namen.
Aber auch der Sagenkreis um Troja muß vor dem Anfang der Geschichte den Charakter einer universellen historischen Blaupause gehabt haben. Nicht nur die Geschichten, auch viele Ortsnamen und ganze Namenlandschaften sind nach der Troja-Matrix benannt.
Wichtig ist die Erkenntnis, daß die Ortsnamen gesetzt wurden, sie einen bestimmten Sinn enthalten, dieser aber häufig verschleiert und in anderen Anklängen versteckt oder bewußt verdreht wurde.
Grundlegend zur Namenanalyse ist die Technik der Entvokalisierung. Wie im Hebräischen werden dabei nur die Konsonanten betrachtet. – Und diese selbst sind veränderbar. Ein C kann als S gelesen werden. Ein T ist manchmal ein umgekehrtes L oder umgekehrt. – Daß P zu F oder V wird und umgekehrt, ist eine anerkannte philologische Tatsache.
Oft können ganze Konsonantenreihen anagrammatisch vertauscht werden. – Und vor allem läßt sich jede Reihe wie im Hebräischen von rechts nach links lesen.
Man kann mutmaßen, daß vor der Geschichtszeit überhaupt nur Konsonantenreihen geschrieben wurden. Der Variantenreichtum einer beschränkten Anzahl Wörter ist auf jeden Fall erstaunlich.
Die Namenanalyse nach der geschichtskritischen Methode erlaubt es unter anderem, verborgene oder verloren gegangene historische und theologische Bezüge herauszufinden. Somit ist dies eine der wenigen Mittel, um gewisse Aussagen über die Zeit vor dem Einsetzen einer schriftlichen Überlieferung zu machen. – Nach meinen Untersuchungen setzte die plausible Geschichte erst am Anfang des 18. Jahrhunderts ein.
Der Ortsname Bern verdient eine eigene Betrachtung.
Bern und der Bär
Bern hat einen Bären im Wappen. In der Namensforschung ist die Assoziation eines Orts- und Personennamens mit einem bekannten Wort die erste, weil einfachste etymologische Methode. Aber Assoziationen sind eine gefährliche Sache und entarten leicht in volkstümliche und unwissenschaftliche Interpretationen.
Zur Ehrenrettung der Namendeutung mittels Anklängen muß gesagt werden, daß schon die Alten bei der Schaffung von bestimmten Namen häufig bewußt auf Assoziationen geachtet haben. Also war die Herleitung Berns vom Bären sogar gewünscht.
Zuerst ist der Fund der Statuettengruppe der DEA ARTIO von Muri um 1830 zu erwähnen. Das bekannte bronzene Kunstwerk, das sich im Historischen Museum Bern befindet, zeigt einen Bären, der einer sitzenden Frau zugewandt ist – eben der Dea Artio, der Bärengöttin. Der Bärenstern heißt noch heute ARKTURUS.
Wenn der Fund echt ist, so kann man behaupten, daß in der REGIO ARURENSIS, der Aare-Region, wie sie inschriftlich genannt wurde, der Bär die Funktion eines Totemtieres innehatte. Eine ähnliche Beobachtung hat man in dem gallorömischen Tempelbezirk in der Nähe von Trier gemacht.
Vom gallorömischen Tempelbezirk Gumpboden auf dem östlichen Jensberg südlich von Biel ist bekannt, daß dort das Pferd, personifiziert in der keltischen Pferdegöttin Epona, als heiliges Tier verehrt wurde.
Durch eine Reihe von Hinweisen konnte ich die begründete Vermutung aufstellen, daß die ausgegrabene und konservierten Reste der rätselhaften Arena auf der Engehalbinsel ebenfalls etwas mit dem Bären zu tun gehabt hatte: Die Arena lag am Rande eines gallorömischen Tempelbezirkes mit drei Umgangstempeln. In der Umgebung dieser Sakralbauten wurden bei Ausgrabungen auch Bärenknochen gefunden.
Es macht den Anschein, als ob die gallorömische Arena auf dem Roßfeld einen Bärenzwinger darstellte, gewissermaßen den „antiken" Bärengraben von Bern.
Unter Berücksichtigung der Zeitkürzung kann angenommen werden, daß die Stadt Bern in der Aareschlaufe ihr Wappentier tatsächlich von der Engehalbinsel hergeholt und für sich vereinnahmt hatte.
Bekannt ist auch, daß die Gründungssage Berns, die der Chronist „Justinger" erzählt: An der Stelle der späteren Stadt soll ein Eichenwald gestanden haben. Und Herzog Berchtold von Zähringen habe darin eine Jagd veranstaltet und gesagt, daß das erste Tier, welches man erlegen werde, der künftigen Stadt den Namen geben solle. Da man einen schwarzen Bären tötete, wurde der Gründungsort Bern genannt. – Justingers Chronik ist nach meinen Erkenntnissen ins 17. Jahrhundert zu setzen. Aber die Erinnerung an den wahren Ursprung des Bären in der Region Bern muß damals noch bestanden haben.
Bern und der Bär sind mehr als nur zufällig verbunden. Gleichwohl leitet sich der Ortsnamen von einer anderen Geschichte ab.
Brenodurum: Bremgarten oder Bern?
1990 ist ein außergewöhnlicher Fund bekannt geworden, welcher der Diskussion um den Ursprung des Ortsnamens Bern zusätzliche Impulse geliefert hat.
1984 fanden zwei Amateure im Thormannbodenwald auf der Engehalbinsel nördlich von Bern ein kleines Zinktäfelchen mit einer Inschrift aus vier Wörtern. Die Forscher hielten die Worte zuerst für unverständlich, bis sich der Althistoriker Rudolf Fellmann des Fundes annahm. Dieser erkannte bald die große Bedeutung des Metallplättchen und widmete dessen Erforschung und Interpretation ein ganzes Jahrzehnt.
1990 stellte Fellmann in seiner Abschiedsvorlesung an der Universität Bern die provisorischen Ergebnisse seiner Untersuchungen über das Zinktäfelchen vom Thormannbodenwald vor. Das Plättchen enthielt in griechischen Buchstaben folgende Inschrift eingepunzt:
DOBNOREDO GOBANO BRENODOR NANTAROR.
Die sakrale Widmung ist keltisch geprägtes Latein und läßt sich etwa so übersetzen:
Dem Schmiedegott Gobanus die Leute von Brenodurum im Aaretal.
In den nachfolgenden Jahren hat Fellmann durch technologische Untersuchungen des Zinktäfelchens zweifelsfrei feststellen können, daß der Fund echt ist, also tatsächlich aus einer behaupteten gallorömischen Epoche stammt.
Die richtige Lesung und noch mehr die korrekte Interpretation der Inschrift von der Engehalbinsel wird natürlich immer ein Problem bleiben. Doch an der Erwähnung eines Brenodurum an der Aare ist nicht zu zweifeln.
Für mich ist klar, daß mit Brenodurum Bremgarten gemeint ist. Und weil ich diesen Ort in der Flußschleife nordwestlich von Bern als das Zentrum der gallorömischen Engehalbinsel erkannt habe, sehe ich mich in der Annahme bestätigt, daß diese große Halbinsel ein Teil des Oppidum-Systems von Bremgarten war.
Ehrlicherweise ist zu ergänzen, daß man in der ersten Silbe BREM/BREN durch Umstellung auch BERN herauslesen kann. – Die Stadt in der Aareschlaufe hätte also den Namen von der gallorömischen Engehalbinsel geholt und für sich usurpiert.
Trotzdem halte ich dafür, die Namen Bremgarten und Bern zu trennen und je eine eigene Etymologie zu mutmaßen.
Ortsnamen im Lichte der Geschichtsanalyse
In meinen Büchern über die ältere Geschichte widmete ich mich mit immer größerer Intensität der Analyse von Ortsnamen. Dabei stellte sich heraus, daß ein großer Teil der bisherigen Annahmen über deren Herkunft und Alter falsch waren.
Im Allgemeinen haben die Ortsnamen einen Altershorizont, der nicht viel weiter als die sichere Geschichtszeit zurückreicht. Anders gesagt wissen wir nicht, wie die Orte, Landschaften und Völker der Vorzeit geheißen haben. Die „uralten" und indogermanischen Namen zeigen sich als wissenschaftlicher Mythos.
Dann sind die Ortsnamen mitnichten organisch oder zufällig entstanden, wie dies eine noch immer wirksame romantische Auffassung meint. Die meisten Namen sind vielmehr bewußt und nach bestimmten Vorgaben gesetzt worden. Europaweit hat zu einer bestimmten Zeit ein systematischer Namengebungs-Prozeß stattgefunden.
Und dieser Vorgang muß kurz vor und während der Grossen Aktion gewesen sein. Denn die Namensinhalte entsprechen vollständig den Inhalten dieses radikalen Paradigmenwechsels.
Wie schon gesagt, wurden die Namen aus wenigen Begriffen und Themenkreisen genommen: Die Troja-Sage ist ungemein wichtig, dann Namen wie Christus, Christianus; aber auch theologische Begriffe wie Paraklet, Wörter wie Kalamität und der Name der Namen, nämlich Rom. - Die Monopolisierung des griechischen Namens Rom auf die Stadt am Tiber in Italien erweist sich als falsch: Dieser Name findet sich überall in Europa.
Latein ist die wichtigste Grundsprache für die Ortsnamens-Schöpfung. Aber auch Griechisch kommt vor. – Und Hebräisch ist noch fast wichtiger als Griechisch.
Sogar französische und selten italienische und spanische Wörter finden sich in den Ortsnamen. Das beweist wie jung die Schöpfungen sein müssen.
Die Berner Namenlandschaft zeigt auf, daß alle die aufgezählten Elemente in einem relativ kleinen Gebiet vorkommen.
Bern ist Deutsch-Verona
Schon im 19. Jahrhundert haben sich Gelehrte mit dem Namen Bern befaßt und Deutungen vorgeschlagen (Zusammenfassung dieser Diskussionen bei F. Vetter, 1908). - Gleichsam als Allerwelts-Deutung wurde Bern als „keltischer Appellativ" vorgeschlagen.
Doch auch Hans Strahm in seiner interessanten Untersuchung über die Ursprünge Berns von 1935 wagte eine Erklärung, indem er Bern von lateinisch TABERNAM, taberna = Schenke ableitete (Strahm, 106). – Der Forscher hat diese Deutung allerdings später widerrufen.
Bern als keltischen Rufnamen zu erklären, ist sicher zu einfach.
Den Ortsnamen Bern von „Taverne" herleiten zu wollen, überzeugt auch nicht. - Immerhin ist Strahms Vorschlag zu Gute zu halten, daß vielleicht tatsächlich ein Anklang an das lateinische Wort für Kneipe gesucht wurde: Der Apostel Paulus hat bekanntlich nach seiner Landung in Kampanien auf dem Weg nach Rom bei einem Ort namens TRES TABERNAE Station gemacht.
Der bereits erwähnte Ferdinand Vetter ist in seiner 1908 veröffentlichten Arbeit für die andere Deutung des Namens Bern eingestanden, die ich auch hier für richtig halte: BERN ist DEUTSCH-VERONA.
Die weitschweifigen Darlegungen Vetters sollen hier übergangen und statt dessen der Kern der Aussage verdeutlicht werden:
Verona war neben Pavia und Ravenna eine der drei Hauptorte des angeblichen Ostgotenreiches von Theoderich dem Grossen. – Dieser bedeutende Barbarenkönig wurde in der deutschen Heldensage zu DIETRICH VON BERN. – Die zu gründende Stadt an der Aare entlehnte sich einen prestigeträchtigen Namen. Und nichts bot sich mehr an als die Anspielung an die genannte Sagengestalt.
Daß diese Erklärung richtig ist, beweisen die ältesten Berner Chroniken, besonders "Valerius Anshelm". Dieser nennt Verona ausdrücklich Dietrich-Bern (III, 201). – Anders ausgedrückt galt die Stadt an der Aare als Deutsch-Bern, die Stadt an der Etsch als Welsch-Bern.
Bern holte für sich also den Namen des Wohnortes des Sagenhelden Dietrich. Denn schließlich bedurfte eine nachmals mächtige Stadt auch einer bedeutungsgeladenen Bezeichnung.
Die Deutung Berns als Deutsch-Verona ist einsichtig und wurde von mir bei meinen Überlegungen zur Vorgeschichte Berns anerkannt (Pfister: Der antike Berner Bär, 179).
Es bedurfte der Anstöße durch die Geschichts- und Chronologiekritik, damit ich diese an und für sich überzeugende Erklärung des Namens von Bern hinterfragte und als unzureichend erkannte.
Bern soll nach der konventionellen Ansicht „um 1200 AD" gegründet worden sein. – Aber um diese Zeit war die deutsche Heldensage noch gar nicht bekannt.
Und weshalb hat sich im Schweizer Raum nur Bern einen solchen Namen aus der Sage zugelegt? – Und wo blieb bei dieser Namengebung der christliche Bezug, den man doch bei „mittelalterlichen" Namen zwingend annehmen müßte?
Je mehr Fragen man stellt, desto mehr wird offenkundig, daß der Name Deutsch-Bern zwar richtig ist, aber einer Korrektur im Lichte der Geschichts- und Chronologiekritik bedarf.
Ein erster Ansatzpunkt kommt von der Zähringer-Sage, welche mit Bern verbunden ist. Das Herzogsgeschlecht soll Bern gegründet haben. Aber ich meine, daß sich die Stadt die Zähringer gewissermaßen als weltliche Stadt-Heilige zugelegt hat. Diese Herzöge werden nämlich auch für Kärnten behauptet, ihre Vertreter trugen fast alle den Namen Berchtold und sie waren im Nebenamt auch Markgrafen von Verona: Ein Geschlecht, das angeblich aus Freiburg im Breisgau stammt, soll zur gleichen Zeit in Bern, in Kärnten und in einer oberitalienischen Stadt geherrscht haben!
Wir sind hier mitten in der Geschichtserfindung und lösen die absurde Geschichte mit folgendem Sinn auf: Berchtold (PRCLT) ist ein Paraklet. Zähringer (CRNC) und Kärnten (CRNT) haben die gleiche Erklärung als CHRISTIANUM. Berchtold von Zähringen ist also der christliche Paraklet einer Stadt, die Bern heißt – gleich ob diese nun an der Aare oder an der Etsch liegt.
Und erst jetzt bemerkte ich, daß ich bisher bei Bern unterlassen habe, die Methode der Entschlüsselung von Namen anzuwenden. Denn zweifellos ist Bern auch ein Sinn-Namen, wie alle wichtigen Orts-, Länder- Völker- und Personennamen der erfundenen Geschichte. Der Name kann deshalb erstens nicht alt sein und zweitens hat er zweifellos eine Bedeutung im Zusammenhang der Grossen Aktion.
PRIAMOS-Stadt = BERN = Troja
Mit der Methode der Entvokalisierung und anschließenden Revokalisierung von Namen ist Bern bald gedeutet: Die lateinische Akkusativ-Form BERNAM ergibt PRNM oder einfacher PRM.
Seit meiner Arbeit an der Analyse der Geschichte der alten Eidgenossen erkenne ich in dem Sagenkreis um Troja in einem gewissen Sinne die Blaupause der gesamten erfundenen Geschichte. Also braucht es keiner langen Überlegungen mehr, um in der Konsonantenfolge PRM den Namen des berühmten trojanischen Oberkönigs PRIAMUM, Priamus zu erkennen. Bern – und damit auch Verona – bedeutet Priamos-Stadt!
Priamos aber ist ein Synonym für Troja. Eine Stadt, die sich nach diesem König benennt, will auch als solcher Ort gelten.
Aus der Analyse der erfundenen Geschichte Berns bei "Justinger" ergibt sich, daß Bern als Troja gelten wollte, jedoch mit der Betonung einer rechtgläubigen Stadt. – Die Geschichtserfindung war darauf bedacht, jeden Anklang zu vermeiden, welcher Troja mit den Altgläubigen oder den Arianern hätte in Verbindung bringen können.
Bekanntlich existiert die trojanische Erzählung in mehreren Variationen, und eine ist die Geschichte der Ostgoten in Italien. – Wir ahnen jetzt den Zusammenhang: Theoderich der Ostgotenkönig ist eine Parallelität für Priamos, der in seiner Stadt Troja oder Verona – Bern residierte.
Wir berichtigen also Ferdinands Vetters Auffassung von Bern als Deutsch-Verona: Die Stadt heißt so, weil die Sage von Dietrich von Bern eine Variante des trojanischen Krieges darstellt. – Und wie alle alten Erzählungen muß auch diese einen christlichen und religiösen Kerngehalt haben.
Bern heißt Priamos-Stadt, damit Troja. Und Troja in der Form Pompeji (POMP-ILJON = ROMANUM ILJUM) wird auch zum Synonym für Rom. Die Stadt des Priamus versteht sich als ein christlich-römischer zentraler Ort.
Die Grosse Aktion, welche diese Namen geschaffen hat, war bestrebt, die Bedeutungen der meisten Namens-Schöpfungen zu verschleiern. Also war ihr zum Bespiel der Anklang des Namens Bern an den Namen des Tiers mehr als willkommen. Und unterstützt wurde dies bekanntlich dadurch, daß man ein Wappen schuf, welches einen Bären abbildete.
Gleichlaufend und paradoxerweise hat die Geschichtserfindung bei wichtigen Namensgebungen – wie eben Bern – die wahre Bedeutung dadurch unterstrichen, indem sie in der Umgebung des Ortes Namen von ähnlicher oder gleicher Bedeutung legte.
Verona als Priamos-Stadt
Aus dem Gesagten geht hervor, daß sowohl Bern an der Aare wie Verona an der Etsch die gleiche Etymologie haben müssen. Was für Bern gilt, muß auch für die oberitalienische Stadt zutreffen.
Verona galt als Hauptort von Theoderich dem Grossen und seinem Ostgotenreich. Der Barbarenkönig regierte lange, er starb als alter Herrscher. Theoderich ist eine Parallelität in der spätrömischen Geschichte zur Severer-Dynastie, also zu Septimius Severus und Caracalla. – In der mittelalterlichen deutschen Herrscher-Geschichte ist König Rudolf von Habsburg ein Isomorphismus zu Septimius Severus und zu Theoderich.
Beispielsweise hat sowohl der Ostgotenkönig Byzanz angegriffen wie auch Septimius Severus. Und Rudolf von Habsburg hat bekanntlich zwei Mal vergeblich Bern belagert und nachher Besançon = Byzanz in der Freigrafschaft erobert.
Der Oberkönig Priamos wurde zuletzt sogar als Gottvater in der Rolle eines Gottkönigs angesehen. Daraus erklärt sich zum Beispiel, daß das altdeutsche FRO = Herr von Priamos abgeleitet ist. – Dieses Wort lebt bekanntlich noch heute in den Zusammensetzungen FRON-Arbeit und FRON-Leichnam.
Priamos-Stadt selbst hat als Synonyme: Neapel, Troja, römisches Troja, letztlich auch Rom.
Wie ich ebenfalls mit zahllosen Beispielen bewiesen habe, ist die Priamos-Stadt ein Pompeji, also eine Stadt, welche am Fuße eines unheilvollen Berges namens Vesuv liegt. Und am Fuße dieses Vulkan-Berges fließt der SARNO. – Wo Troja = Neapel liegt, kann ein Sarno und ein Vesuv nicht weit sein. – Ebenfalls sind häufig andere wichtige Namen aus der Troja-Erzählung wie PARIS zu finden.
Verona nun liegt an der Etsch, heute Adige, lateinisch ATESTIM, ATESTE. – Mit diesem Namen ist in diesem Zusammenhang nichts anzufangen.
Die Etsch jedoch entspringt in den Tiroler Bergen, entweder im Vintschgau oder am Brenner.
Bei Paßnamen BRENNER (PRM) braucht nicht besonders erklärt zu werden, daß dort PRIAMUM, Priamos dahinter steht – so wenig wie bei dem Bündner Bergnamen BERNINA (PRM).
Und auch der VIN(T)SCH-Gau (VNTS = PNLS = NPLS = NEAPOLIS), italienisch Val VENOSTA hat eine neapolitanische, damit trojanische Namenswurzel.
Die Etsch könnte und müßte früher Sarno geheißen haben.
Auf der pseudo-antiken Peutingerschen Straßenkarte ist östlich des Gardasees tatsächlich ein SARNIS eingetragen. Der Ort ist zu identifizieren, liegt bei Rovereto an der Etsch und heißt heute San Bernardo in SARNIS. – Verona ist also tatsächlich ein Neapel am Sarno.
Von Verona blickt man nordwärts auf die Lessinischen Alpen. Und dieser Teil von Südtirol hat als höchsten Berg den 2200 Meter hohen Monte PASUBIO. – Auch hier braucht man keine lange Erklärung: Der Berg-Name ist eine nur leichte Verschleierung für Monte VESUVIO. – Verona als neapolitanisches Troja liegt auch am Fuße eines Vulkan-Berges.
Die trojanische Namenlandschaft von Verona
Plan: Autor
Die trojanische Berner Namenlandschaft
Was für Verona gut ist, muß auch für Bern zutreffen. Das beweisen zum Ersten die alten Chronisten, die ausdrücklich von Deutsch-Bern und Welsch-Bern sprechen. Auch die erfundene Geschichte, welche diesen Städten einen umfangreichen trojanischen Hintergrund unterlegt, belegt diesen Zusammenhang. – Und die "Zähringer" sind deshalb Schirmherren sowohl von Bern als auch von Verona.
Bern wird „1288 AD" zweimal von der Priamos-Duplizität Rudolf von Habsburg erfolglos belagert. – Auch die Belagerung Trojas war bekanntlich lange Zeit erfolglos.
„1298 AD" widerstand Bern einem Ansturm aus Westen bei einem unbestimmbaren Ort namens TORNBÜHL, DORNBÜHL oder DONNERBÜHL. Darin verbirgt sich TROJANUM NEAPOLITANUM, also neapolitanisches Troja. – Und „1339 AD" erringt Bern gegen einen Sieg in der Nähe des von den Feinden belagerten Städtchens LAUPEN = LPN > NPL = NEAPOLIS, Neapel.
Bern war stolz darauf, ein unbesiegbares und rechtgläubiges Troja zu sein und ruhmreiche Helden wie Achilles und Hektor als Burger zu haben. – Der berühmte Niklaus von Diesbach, das angebliche Oberhaupt der Kriegspartei in Bern zur Zeit der „Burgunderkriege", wurde zum Beispiel mit den genannten zwei Helden aus der trojanischen Sage verglichen.
Es geht nur noch um den Nachweis, daß Bern auch in seiner näheren Landschaft einen Teppich von Ortsnamen gelegt hat, die auf eine trojanische Bedeutung zielen.
Hier soll mit dem Gurten, dem Hausberg Berns im Süden der Stadt begonnen werden.
Der Gurten als Burgberg des Priamos
Bei meinen Überlegungen zu einer vermutlichen Struktur des keltischen Berns und der Engehalbinsel mit Bremgarten wurde für mich der Gurten immer bedeutender. Immer mehr war ich überzeugt, daß der Gurten das älteste Bern war – und nicht Bremgarten und die Engehalbinsel, wie man meinen könnte. Der Berner Hausberg ist als Burgberg anzusehen, der in einer festen Beziehung zu dem Ort der späteren Stadt stand (Pfister: Der antike Berner Bär, 31).
Mit vielen Beispielen läßt sich die Erkenntnis belegen, wie keltische Oppida häufig durch einen Dualismus zwischen „Stadt" und Burg gekennzeichnet waren.
Und ebenso auffällig ist ein anderer Dualismus in den ältesten zentralen Orten, nämlich derjenige zwischen Ober- und Unterstadt. Die Oberstadt war der Burgberg oder die Akropolis und ursprünglich bedeutender als die befestigten Teile am Fuße des Hügels.
Der beste Vergleich zu Bern bildet Zürich. Dort bildete das ausgedehnte Befestigungssystem des Üetlibergs eine eigentliche Höhenstadt. Die Siedlung am Auslauf der Limmat ist später anzusetzen – mit der Ausnahme des Lindenhofs.
Der Gurten nun war in alten Zeiten befestigt. Ich habe dies in meinem Artikel Der Gurten als alter Burgberg von Bern dargelegt.
Die Etymologie bestätigt den Gurten als frühe Höhenburg. Der Name ist einfach zu erklären. GURTEN, das ist das lateinische CURTIM, curtis, was Hof, besonders Fürstenhof bedeutet. Die Bezeichnung wurde so geläufig, daß zum Beispiel die slawischen Sprachen daraus die Bezeichnung für Stadt (gorod, grad) übernahmen.
Der Hof eines Herrschers ist meistens befestigt und häufig auf beherrschender Höhe angelegt.
Aber beim Berner Gurten-Berg ergibt sich ein weiter gehender Sinn, der wiederum zur Troja-Bedeutung hinführt.
In der Troja-Sage wird unter anderem erzählt, daß sich Priamos auf dem Burgberg der Stadt einen großen Palast habe erbauen lassen. Damit wird die Bedeutung Gurten = Fürstenhof einsichtig: Der Berg wurde tatsächlich als Oberstadt von Troja angesehen.
Die übrige Berner Namenlandschaft: von Bümpliz bis Muri und Worb
Bern bedeutet Priamos-Stadt oder Troja, und der Gurten ist der Burgberg des Priamos oder der Burghügel von Troja. Der Zusammenhang reicht aus, um den Sinn zu bestätigen.
Aber wie schon gesagt, legten die Erfinder dieser Ortsnamen ganze Namenlandschaften an, welche einer bestimmten Sage ihren geographischen Raum gaben. Bei Bern ist das nicht anders.
Am Fuße des Gurtens liegt die Ortschaft Wabern. Ihr Name scheint unverdächtig, wenn man nichts ahnt. So konnten denn die bisherigen Etymologen schöne Zusammenhänge herstellen zwischen Wabern und vornehmlich französischen Ortsbezeichnungen wie Wavre. – Also soll als Sinn „Bodenwelle" dahinterstehen – ganz als ob die Alten Romantiker gewesen wären und ihre Namen nach ästhetischen Kriterien verteilt hätten.
Wenn man aber Wabern als Ort am Fuß des Priamos-Berges erkennt, so muß eine andere, trojanische Bedeutung drinstecken. Entvokalisiert man den Namen, so ergibt sich VPRM.
Die Entschlüsselung ist hier etwas vertrackt. Vor allem muß ein Vergleichswort zu Hilfe genommen werden. Dieses fand ich in WIFLISBURG, dem deutschen Namen der Stadt Avenches – Aventicum. – Mit der Analyse des letzteren Ortsnamens habe ich die historische Etymologie der Schweiz um 2000 begonnen (vgl. meinen Artikel Avenches – Aventicum – Wiflisburg – Neapolis. Eine besondere Römerstadt nördlich der Alpen und ihr Name.
Danach steckt in WIFLIS-Burg – auch WIBELS-Burg geschrieben – die Konsonantenfolge VPLS. Diese läßt sich mühelos als NEAPOLIS, Neapel lesen. - Entscheidend war für mich dabei die Erkenntnis, daß das initiale W oder V als umgestürztes N zu lesen ist.
Das Gleiche ist bei WABERN (VPRM) anzunehmen, wobei eine ursprüngliche Form WABEL/N anzunehmen ist. Wabern ist Neapel, NEAPOLIS und hat für den Gurten die Bedeutung eines Trojas am Fuße des Burgberges. – Bern liegt weiter weg und ist deshalb die zweite Unterstadt.
Wabern war in alten Zeiten ein kleiner Vorort. Aber die Größe des Ortes spielte keine Rolle. – Und es ist auch gleichgültig, ob in geringer Distanz ein zweiter Name mit der gleichen Bedeutung vorhanden war.
Die Berner Namenlandschaft ist dicht gestrickt, wie auch der nächste Ortsname zeigen wird.
Bümpliz liegt im Westen der Stadt, Ort einer alten Kirche, einer alten Wasserburg und der Sage nach in alten Zeiten Platz eines burgundischen Königshofs. – Auf diese Legende könnte vielleicht der römische Gutshof anspielen, der in jener Gemeinde entdeckt wurde, desgleichen die Gräberfelder.
Der Name Bümpliz gibt Rätsel auf, solange man nicht die Matrix der alten Geschichte kennt. Dann jedoch bietet die Entschlüsselung keine Probleme: BÜMPLIZ ergibt PMPLS; und dies liest man ohne Mühe als POMPILIUS.
In der altrömischen Geschichte gab es einen religiösen Kaiser namens Numa POMPILIUS; und POMPEJUS ist ebenfalls nahe. Damit aber haben wir schon den Namen POMPEII gefunden, was bekanntlich ROMANUM ILIUM, Römisches Ilion bedeutet.
Bümpliz heißt also Pompeji. – Der vordergründig verblüffende Name wurde jedoch hier ohne besondere Bewandtnis vergeben. Bümpliz sollte den trojanischen Namen Berns unterstützen. – Ein römisches Troja muß nicht unbedingt auf ein Verhängnis hindeuten. – Im Gegenteil verwendete die Berner Geschichtserfindung große Mühe, um die Stadt als ein siegreiches Troja hinzustellen.
Beiläufig soll erwähnt werden, daß die gleiche Etymologie wie bei Bümpliz in dem waadtländischen Ortsnamen POMPAPLES (PMPLS) bei La Sarraz drin steckt. – Wie einfältig nehmen sich die bisherigen Versuche aus, welche jenen Ort als pons populi = Pappel-Brücke erklären wollten!
Im Osten der Stadt liegt der wichtige Ort Muri, in römischer Zeit ebenfalls von einem Gutshof bestanden und sehr wahrscheinlich auch von einem Heiligtum. – Aus Muri stammt die bereits erwähnte Statuetten-Gruppe der Dea Artio.
Bei der keltischen Landvermessung habe ich festgestellt, daß der Hügel der Egg – gegenüber dem Schloß - ein wichtiger Fixpunkt darstellte. Also muß auf diesem heute überbauten Hügel etwas gewesen sein – vielleicht ein bedeutender Findling oder eine keltische Viereckschanze.
Der Name Muri ist einfach zu erklären und hat nichts mit Mauer zu tun, wie die Volksetymologie geneigt wäre anzunehmen. MURI besteht aus den Konsonanten MR, welche sich in vertauschter Reihenfolge als RM lesen und dabei mühelos ROMA ergeben. – Der Name Rom ist überall in der europäischen Namenlandschaft anzutreffen. Die versuchte Monopolisierung der Bezeichnung auf die italienische Stadt am Tiber wird entlarvt.
Der Sinn des Ortsnamens Muri ist ebenfalls im Zusammenhang mit der nahen Stadt zu suchen: Bern wollte sich als ein rechtgläubiges, ein römisches Troja (ROMANUM ILJUM) darstellen.
Bern wollte Troja sein, aber auch Rom. Und in der Nähe jeder Stadt, welche diesen Namen in Anspruch nahm, mußte es auch einen Geburtsort des Heilands geben. – Außerhalb von Rom war dies VELLETRI. Dort wurde Octavianus Augustus in einem Stall geboren. – Südlich von Jerusalem liegt BETHLEHEM. Doch der angeblich rein hebräische Name des Ortes täuscht, denn er versteckt das italienische Velletri.
Wie wir BETHLEHEM bei Bern genannt haben, müssen wir in der Umgebung Berns nicht mehr suchen. Der Ortsname haftet nördlich von Bümpliz und war in alten Zeiten nicht mehr als ein Weiler am Südrand des Bremgartenwaldes. –Man kann annehmen, daß man in altchristlichen Zeiten von Bern aus Wallfahrten zu diesem Ort im Westen gemacht hat.
Wo ein Bethlehem, da ist auch ein JERUSALEM nicht weit: Südwestlich des alten Dorfzentrums von Bümpliz gab es tatsächlich einen Hof dieses Namens.
Südlich von Köniz liegt der Ort GASEL. Der Name wird von lateinisch casale = zu einem Haus gehörig hergeleitet. Das scheint einleuchtend, ignoriert aber die religiöse Bedeutung, welche in allen wichtigen Ortsnamen drinsteckt.
Gasel liegt auf dem Pilgerweg nach Oberbalm und weiter zum Kloster Rüeggisberg.
So sehr es erstaunt, aber GASEL leitet sich nicht vom Lateinischen, sondern vom Italienischen her: CASOLARE, das bedeutet Bauernhof, ursprünglich einfacher Hof. Die gleiche Bedeutung steckt auch im Namen der deutschen Stadt GOSLAR am Fuße des Harz (vgl. meinen Online-Artikel Der Harz als heiliges Land). Und casolare ist ein weiteres Wort für Hütte oder Stall, also sinnbildlich für die Geburtsstätte des Heilands.
Das italienische Wort nördlich der Alpen stellt einen weiteren Beweis dar, wie jung die behandelten Namensschöpfungen sein müssen. – Man könnte sogar an die Zeit nach 1600 denken.
Bern als Priamos-Stadt ist eine königliche Stadt. Und diese Bedeutung verbirgt sich im Namen des Weilers MELCHENBÜHL westlich von Gümligen und nördlich von Muri. Darin steckt das hebräische Wort melech = König. Die Bezeichnung ist in der Schweiz mehrfach vertreten: in der Berner Landschaft MÜLCHI im Limpachtal und MILKEN im oberen Schwarzenburgerland; in der Innerschweiz das MELCH-Tal in Obwalden.
Aber gleich südlich der Aare-Schlaufe von Bern, am östlichen Ufer der Aare und am Westrand des Kirchenfelds haftet ein besonderer religiöser Name:
Gegenüber dem Marzili liegt das DALMAZI, heute ein Quai, der sich vom Tierpark Dählhölzli bis zum Schwellenmätteli hinzieht.
Dalmazi enthält DALMATIEN. Dieses Land aber ist die Anlegestelle von Julius Caesar auf seinem Feldzug gegen Pompejus. Und auch im Evangelium von Markus kommt die Küstenlandschaft vor, dort als DALMANUTHA.
Darüber gibt es in diesem Gefäß den Artikel Das Dalmazi in Bern: Hier landete Jesus Christus.
Wo liegt der Berner Vesuv?
Am Fuße des Vesuvs fließt der Sarno an Pompeji vorbei. Deshalb hat jeder Vesuv, jedes Pompeji, jedes Troja oder Neapel gewöhnlich einen Fluß dieses Namens.
Bern jedoch liegt an der Aare. Und es läßt sich nirgends nachweisen, daß dieser Flußname früher anders gelautet hätte.
Jedoch habe ich nachgewiesen, daß an Laupen - das bekanntlich Neapel bedeutet - eine Saane, französisch SARINE = SRN vorbeifließt. Es gibt also unweit von Bern im Westen einen SARNO.
Aber einen Vesuv sollte man in der näheren Umgebung finden. Denn ein solcher Unheilsberg gehörte einfach zu einer trojanischen Namenlandschaft.
Der Ulmizberg, der eigentlich Gulmiz- oder Galmiz-Berg heißen sollte, nach den beiden Ortschaften Ulmiz und Galmiz östlich von Murten, ist ein Kalamitätenberg. Ein solcher Unglücksberg kann manchmal die Bedeutung eines Vesuvs haben.
Doch es gibt in der näheren Umgebung Berns eine Erhebung, die viel eher auf einen Vesuv hindeutet.
Von verschiedenen, auch weit entfernten Blickrichtungen fällt östlich von Bern, zwischen Muri und Allmendingen der Hü(h)nlibühl auf (vgl. das Foto). Dieser wird heute nicht einmal als Berg bezeichnet, sondern ganz einfach als Hünliwald. Doch die ovale, nach Südosten orientierte bewaldete Erhebung ist einfach zu auffällig, um als normaler Berg angesehen zu werden.
Der Hünlibühl = Frumberg von Westen her gesehen
Foto: Autor, 2003
Vergleiche über den Frumberg den Web-Artikel:
Die Erdburg Frumberg im Hünliwald bei Allmendingen (Bern)
Die Kuppe des Hünlibühls trug eine Erdburg, von welcher ein rechteckiger Burghügel und zwei Abschnittsgräben an den Schmalseiten noch gut erkennbar sind.
Der Name HÜNLI leitet sich nicht von dem Haustier ab, sondern hat einen Zusammenhang mit der keltischen Bezeichnung HUNNO für einen Heerführer. – Das von der Geschichtserfindung konstruierte fremde Reitervolk der HUNNEN hat den gleichen Ursprung.
Die Erhebung im Hünliwald hat also nicht einmal mehr einen besonderen Namen, was doch sehr merkwürdig anmutet: Ein solch markanter Hügel soll namenlos gewesen sein? – Wenn man sich vergegenwärtigt, wie bedeutungsvoll die Berner Namenlandschaft ist, kann man das einfach nicht glauben.
Bei einem fehlenden Bergnamen kann man aber manchmal nachweisen, daß die ursprüngliche Bezeichnung hinabgestiegen ist und sich irgendwo im Umkreis findet.
Südwestlich des Hünlibühls oder Hünliwalds, heute eingeklemmt zwischen Hauptstrasse und Autobahn, findet sich östlich von Muri ein Waldstück, das FRUM-Holz heißt. Es geht die Sage, daß dort einmal ein Schloß namens FRUM-Berg gestanden sei.
Aber in dem besagten Waldstück finden sich keine Spuren einer Burg; diese sind dort auch nicht anzunehmen.
Aber der Name FRUM (PRM) oder FRUM-Berg sagt alles: Hier steckt PRIAMOS drin! Und diese Bezeichnung steht nicht nur als Chiffre für Troja, sondern auch für den Vesuv. Die Berner hatten Recht, wenn sie die auffällige Kuppe des Hünlibühls als Priamos-Berg, eben Frum-Berg bezeichneten. Der Berg sieht wirklich wie ein kleiner Vulkankegel aus – abgesehen davon, daß darauf tatsächlich eine Burg stand.
Ein Vesuv gilt als Unheilsberg. Deshalb findet sich im Süden ein Weiler, der MÄRCHLIGEN heißt. Darin kann aber nur CALAMITATEM, die altbekannte Kalamität stecken. – Der Hünlibühl ist durch zwei Namen als Vulkanberg gesichert.
Weiter im Nordwesten von Muri steht das Patrizierschloß Saali oder Wittigkofen (vgl. das Foto). Die richtige Schreibweise des letztgenannten Namens aber ist WITTIKOFEN. Trennt man das –kofen ab, so bleibt WITTI übrig, entvokalisiert als MTT zu lesen. – Initiales W verbirgt häufig ein ursprüngliches M.
Schloß Wittikofen östlich von Bern
Aufnahme des Autors, 1988
Dieses MTT aber ist mir im Laufe meiner Betrachtungen zur historischen Namenskunde der Schweiz viele Male begegnet: MTT, das ist METTIUS, der Gewaltherrscher von Alba in der römischen Geschichte des Livius. Und Mettius wie Alba sind gleichlautende Begriffe; sie bedeuten beide Vesuv.
Man möchte meinen, daß der große Berner Burgenmaler Albrecht Kauw noch von diesen Zusammenhängen wußte. – Der Künstler stellte auch dieses Saali oder Wittikofen in einem Aquarell dar. Dabei wählte er eine Ansicht von Westen. Das Schloß wird von ihm durch einen auffälligen Waldberg schön umrandet. Der Berg ist der Hünlibühl oder Frumberg. Die Art, wie der Hügel in das Bild gesetzt wurde, scheint kaum zufällig zu sein.
Vgl. über die Zusammenhänge Hünliwald - Frumberg - Wittikofen meinen Online-Artikel Die heiligen Berge des Bernbiets. - Dort findet sich auch eine Abbildung des Aquarells von Kauw.
Bei einer Abbildung des Schlosses Muri zeichnete der gleiche Kauw im Hintergrund die Waldkuppe des Frumberges, obwohl in der gewählten Sicht der Hügel im Rücken des Betrachters zu finden wäre.
Alte Bilder waren aber häufig enigmatisch angelegt.
Bei meiner Betrachtung der heiligen Berge des Bernbiets habe ich einen anderen Priamos-Berg in der Nähe der Stadt bestimmt: Es ist der FRIENIS-Berg, nordwestlich von Bern. Der große Waldberg mit dem Chutzenhubel als höchste Erhebung ist leicht als Vesuv zu bestimmen, der Name FRIENIS = PRMS = PRIAMUS mehr als einsichtig.
Bern hat sich also sogar zwei vesuvianische Waldberge zur Verdeutlichung des trojanischen Zusammenhangs zugelegt.
Berns Name beweist seine historische Bedeutung
Zusammenfassend staunt man über die Folgerichtigkeit, mit welcher Bern seinen trojanischen Namen zu einer dicht gestrickten Namenlandschaft ausgestaltet hat. Allein diese Tatsache läßt historische Hintergründe erahnen.
Bern war kurz vor der Geschichtszeit zu einem politisch bedeutenden Ort geworden, der weit ausstrahlte. Nun aber war die Konkurrenz um prestigeträchtige Siedlungsnamen zu einer gewissen Zeit groß. In diesem Wettkampf um strahlende Ortsnamen konnte Bern der ganzen Westschweiz seine Bedingungen diktieren. – Es ist mehr als auffällig, daß städtische Nebenbuhler der Aare-Stadt sich mit im Grunde genommen einfallslosen Namen begnügen mußten. Man denke etwa an Neuenburg oder Freiburg, aber auch an Aarau und Brugg.
Zusammen mit den anderen bedeutenden Städtenamen wie Basel und Zürich muß Bern die tragende Kraft bei der Entstehung der Eidgenossenschaft gewesen sein. Die übrigen Orte und Landschaften scheinen demgegenüber mehr Objekte der städtischen Politik gewesen zu sein. – Das gilt besonders auch für die großen Westschweizer Städte Lausanne und Genf.
Troja war an vielen Orten. Aber nicht jedermann durfte sich dieses Namens bedienen.
Dennoch gibt es eine große Anzahl von weiteren Bern-Namen im deutschen Sprachgebiet: Bern-Au, Bern-Kastel, usw. - Grundsätzlich müssen diese den gleichen Ursprung haben. Ob ein prestigeträchtiger Name wie Bern verliehen wurde, entschieden Umstände, die wir nicht kennen.
Doch in Ausnahmefällen ergibt sich manchmal sogar ein Zusammenhang mit Bern an der Aare. – In Der antike Berner Bär (90) erwähne ich eine Erdburg bei Kreuzlingen, die BERN-Rain heißt. Bei diesem Ort läßt sich sogar nachweisen, daß dies eine Priamus-Burg ist: Die Wehranlage liegt auf einer Linie des ersten Sonnenaufgangs von 58° NE von Bern aus und zeigt somit eindeutig, daß die Stadt ihr den Namen gegeben hat.