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Bernhard erinnert sich an seine Jugend im Zweiten Weltkrieg
Bernhard Seiler wurde 1930 auf einem gutsituierten Bauernhof in Bibern, nahe an der deutschen Grenze, geboren. Wie viele Nachbarn hatten auch Bernhards Eltern zusätzlich zu ihrem eigenen Betrieb Agrarland in Deutschland gepachtet. Das Verhältnis zwischen den Deutschen und Schweizer Bauern war freundschaftlich. In der Familie arbeitete sogar eine Melkerin aus dem Schwarzwald und ein Knecht aus dem Nachbarland half dem Vater bei den täglichen Arbeiten. Bernhards Vater war sehr aktiv und amtete neben der Arbeit auf dem Hof als Kantonsrichter in Schaffhausen.
Als der Krieg 1939 ausbrach, wurde der Vater aufgrund seines Alters nicht mehr ins Militär abberufen. Bernhard besuchte zu diesem Zeitpunkt die Gesamtschule in Bibern, die während dem Krieg von vielen wechselnden weiblichen Aushilfen geführt wurde. Neben der Schule half Bernhard auf Hof oder Feld. Am Samstagnachmittag besuchte er die „Pfadi“ was für einen Bauernjungen zu dieser Zeit eher die Ausnahme war.
Oftmals beobachtete Bernhard mit seinen Kameraden die fremden Flugzeuge am Himmel. In Bibern versteckte sich bei Fliegeralarm niemand in Kellern oder Luftschutzräumen. Obwohl die Menschen die Detonationen der in Deutschland abgeworfenen Bomben hörten, weckten die fremden Flieger eher ihre Neugierde.
Auch am 1. April 1944 beobachtete Bernhard kurz vor dem Mittag eine Flugzeugstaffel am wolkenverhangenen Himmel. „Wo die wohl hinwollen?“, fragte er sich. Sein Vater war an diesem Vormittag in Schaffhausen als Kantonsrichter tätig. Als kurze Zeit später eine starke Bomben Detonation zu hören war, machte er sich grosse Sorgen. Die Bomben waren tatsächlich über Schaffhausen abgeworfen worden!
Seine Mutter telefonierte den ganzen Nachmittag um herauszufinden, ob ihr Mann vom Unglück betroffen sei. Erst am Abend wurde klar: Der Vater war eines der zahlreichen Opfer.
Amerikanische Bomber hatten bei schlechter Sicht fälschlicherweise Bomben auf Schweizer Territorium abgeworfen. Für Bernhard und seine Familie war dies eine Tragödie.