Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03157.jsonl.gz/731

Agrippina tat alles, um ihren Sohn Nero auf den Thron zu bringen. Nur, skrupelloser als die Männer in ihrem Umfeld war sie nicht. Birgit Schönau beschreibt Frauenschicksale im alten Rom – und räumt auf mit ein paar Vorurteilen.
Zurückhaltend, stets im Hintergrund und im Dienst der Familie: Das Rollenbild der römischen Frau ist klar festgelegt. Fresko aus der Villa dei Misteri in Pompeji.
Zwischen der Beschwörung von «edler Einfalt und stiller Grösse» und der scheinbar alles durchdringenden Erkenntnis, dass Roms Untergang nur durch Dekadenz und Zügellosigkeit der damaligen Gesellschaft zu erklären sei, schien lange kaum Platz für eine nüchterne Erkenntnis der römischen Antike zu bleiben. Nietzsche erfasste diesen Widerspruch und erkannte, dass die Art, wie die Antike dargestellt wird, mindestens genauso viel über die Zeit und die Intentionen der Menschen verrät, die sich über die antiken Verhältnisse äussern, wie über die Antike selber.