Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/94714

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, einen Massnahmeplan zur vollständigen Umstellung auf Jungebermast in der Schweiz bis 2015 vorzulegen. Der Massnahmeplan muss sowohl einen Fahrplan für die Umstellung, die gezielten Fördermassnahmen und deren Finanzierung sowie die Zusammenarbeit unter allen Akteuren beinhalten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat begrüsst die Bestrebungen für eine Umstellung der Schweineproduktion auf Jungebermast. Aus heutiger Sicht ist allerdings völlig offen, ob die fachlichen Voraussetzungen, wie z. B. die züchterischen Anpassungen, bis zu dem von der Motionärin geforderten Zeitpunkt erfüllt sein werden. Insbesondere wird die Jungebermast in der Schweiz erst erfolgreich sein, wenn eine objektive Erkennungsmethode für geruchsbelastetes Fleisch zur Verfügung steht. Die elektronische Nase für Ebergeruch steht jedoch erst am Anfang der technologischen Entwicklung. Zudem sollte eine völlige Umstellung auf Jungebermast in Abstimmung mit der diesbezüglichen Entwicklung in der EU erfolgen, da diese Thematik den Handel mit der Europäischen Union tangiert. </p><p>Die Förderung der Jungebermast muss primär über die schweizerische Schweinebranche (Produzenten und Abnehmer) und mit der Weiterentwicklung der elektronischen Spürnase für Ebergeruch erfolgen. Gestützt auf die Verordnung über die Tierzucht (SR 916.310) unterstützt der Bund die schweizerische Schweinezucht mit jährlich höchstens 3,4 Millionen Franken. Im Rahmen der Festlegung der züchterischen Massnahmen durch die Zuchtorganisationen können diese Mittel auch dazu verwendet werden, um für die Jungebermast geeignete Zuchtlinien gezielt zu fördern.</p><p>Ein staatlicher Massnahmeplan für eine völlige Umstellung auf die Jungebermast auf das Jahr 2015 ist unter diesen Gegebenheiten nicht angezeigt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.