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Nach den ersten Hochrechnungen von ARD und ZDF legten die Sozialdemokraten mit ihrer Spitzenkandidatin Anke Rehlinger am Sonntag um mehr als 13 Punkte zu und kamen auf 43,1 bis 43,8 Prozent. Die CDU von Ministerpräsident Tobias Hans schnitt mit 27,5 bis 27,6 Prozent historisch schlecht ab.
Die rechtspopulistische AfD erreichte 5,5 Prozent, die Grünen 5,6 bis 5,8 und die Liberalen (FDP) 4,9 bis 5,0. Vor allem die Freidemokraten müssen um den Einzug in den Landtag bangen. Die Linke dürfte mit 2,6 bis 2,7 Prozent aus dem Landtag in Saarbrücken fliegen.
Mit diesem Ergebnis zeichnet sich ein Wechsel im Amt des Regierungschefs in dem kleinen Bundesland ab: Die bisherige Vize-Regierungschefin, die 45-jährige Wirtschaftsministerin Rehlinger, hat nun gute Chancen, Ministerpräsidentin zu werden. Ihre SPD war zuletzt der kleinere Partner in einer grossen Koalition mit der CDU.
Die Abstimmung in dem Bundesland mit seinen rund 985'000 Einwohnern war die erste seit der Bundestagswahl im vergangenen September. Sie galt daher als erster Stimmungstest für die neue deutsche Regierung unter Scholz. Dieser regiert in Berlin seit Dezember mit einer Koalition aus SPD, Grünen und Liberalen, die wegen der Parteifarben (Rot, Gelb, Grün) als «Ampel»-Koalition bezeichnet wird.
Rund 750'000 Bürgerinnen und Bürger waren im Saarland zur Wahl aufgerufen. Die Abstimmung war zudem der Auftakt für das Wahljahr 2022, in dem auch in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gewählt wird.