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Gürtelrose (oder Herpes zoster) ist die Folge der Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus (VZV). Jeder, der Windpocken hatte, kann eine Gürtelrose bekommen. Man schätzt, dass jeder Vierte im Laufe seines Lebens mindestens einmal an einer Gürtelrose leidet.
Foto: Burntfingers, Licence Creative Commons
Die Reaktivierung des Virus tritt häufiger bei älteren Personen oder bei älteren Personen mit einer Schwächung des Immunsystems auf. Die Schwere der Gürtelrose und ihrer Komplikationen nimmt bei über 50-Jährigen ebenfalls zu.
Gürtelrose manifestiert sich durch einen schmerzhaften Hautausschlag, der nach einigen Tagen abtrocknet und einen Schorf bildet, der schliesslich abfällt. Der Ausschlag wird von starkem Brennen und/oder Schmerzen begleitet.
Die Komplikationen der akuten Gürtelrose können schwerwiegend sein, insbesondere bei Augeninfektionen. Ohne Behandlung besteht hier das Risiko der Erblindung. Ausserdem können Wochen oder Monate nach einer Gürtelrose chronische Schmerzen auftreten. Bei 20% der über 65-jährigen Patientinnen und Patienten dauert dieser Zustand mehr als drei Monate an (Post-Zoster-Neuralgien). In der Schweiz stehen mehr als 20'000 Konsultationen pro Jahr mit Gürtelrose im Zusammenhang, die Hälfte davon betrifft Personen über 65 Jahre.
Weitere Informationen:
Der Impfstoff gegen Gürtelrose enthält das Varicella-Zoster-Virus in sehr starker Dosierung. Dadurch soll die Immunität der Personen reaktiviert werden, die in der Vergangenheit an Varizellen (Windpocken) erkrankt waren, aber keine ausreichende Abwehr mehr haben.
Für die Impfung ist nur eine Impfdosis erforderlich.
Dieser Impfstoff wird von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nicht erstattet und kostet ca. 160 Franken.
Die Impfung gegen Gürtelrose wird seit 2018 den 65- bis 79-Jährigen empfohlen, die ihr Gürtelrose-Risiko senken möchten.
Empfehlungen für Personen mit einem erhöhten Komplikationsrisiko
- Die Impfung wird Personen von 50 bis 79 Jahren empfohlen, bei denen in naher Zukunft eine immunsuppressive Therapie geplant ist.
Damit diese Empfehlung gegeben werden kann, muss eine genaue Abwägung der Risiken (Alter, vorliegende Polymorbidität und Polymedikation, das heisst mögliche Mehrfacherkrankung und Mehrfachverordnung von Medikamenten) und des von der Impfung gegen Gürtelrose erwarteten Nutzens vorgenommen werden. Ausserdem sollte bei Bedarf eine Beratung durch einen Spezialisten für Immunologie und/oder Vakzinologie erfolgen.
Es ist nie zu spät eine oder mehrere Impfungen nachzuholen: Zögern Sie nicht Ihren Impfausweis überprüfen zu lassen. Sie können mit dieser Überprüfung sofort beginnen, wenn Sie einen elektronischen Impfausweis erstellen auf www.meineimpfungen.ch. Geben Sie Ihre persönlichen Daten ein und registrieren Sie die Impfstoffe, die Sie bisher erhalten haben. (Das kann auch DATAVAC für Sie erledigen.) Eine Experten-Software zeigt Ihnen mit roten Punkten automatisch die Krankheiten an, gegen die Sie noch nicht – oder nicht mehr – geschützt sind.
Drei Jahre nach der Impfung werden etwa 51% der Fälle von Gürtelrose und 67% der Fälle von Post-Zoster-Neuralgien bei gesunden Personen über 60 Jahre vermieden. Zwischen vier und sieben Jahre nach der Impfung sinkt die Wirksamkeit des Impfstoffs auf etwa 40% der vermiedenen Fälle von Gürtelrose und 60% der vermiedenen Post-Zoster-Neuralgien. Sieben bis zehn Jahre nach der Impfung sinken diese Schutzraten auf 21% bzw. 35%.
Weltweit sind bereits über 30 Millionen Dosen Zostavax® verkauft worden. Bei jedem Zweiten treten lokale Reaktionen an der Einstichstelle auf (Schmerzen, Ödem oder Rötung), aber diese Reaktionen verschwinden grösstenteils vollständig innerhalb von vier Tagen. Etwa 6% der geimpften Personen spüren vorübergehende Kopfschmerzen.
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