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Erstmals seit dem Tod des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il haben Nordkorea und die USA wieder direkte Verhandlungen geführt. Nach einem guten Start am Donnerstag in Peking wurden die Gespräche überraschend um einen Tag verlängert.
"Wir stecken noch mitten in den Verhandlungen", sagte US-Unterhändler Glyn Davies vor Journalisten. Die Gespräche seien "substanziell und ernsthaft" gewesen. Viele Fragen seien angesprochen worden.
Im Mittelpunkt stehen die Bemühungen um eine Wiederaufnahme der seit drei Jahren ausgesetzten Sechser-Gespräche über ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms. China begrüsste die neuen Gespräche, die Experten als "positives Signal" werteten.
Der US-Unterhändler hatte sich zu zwei Gesprächsrunden mit dem nordkoreanischen Vizeaussenminister Kim Kye Gwan jeweils in den Botschaften der USA und Nordkoreas in Peking getroffen. Die USA sondierten vor allem, ob der neue Machthaber Kim Jong Un, der junge und unerfahrene Sohn des im Dezember gestorbenen Diktators, vielleicht einen neuen Kurs fährt.
"Dialog ist der einzige Weg"
China äusserte die Hoffnung, dass sich die Beziehungen der beiden Hauptakteure verbessern. "Dialog ist der einzige Weg, das Problem zu lösen", sagte ein Sprecher des Aussenministeriums.
Im Januar hatte Nordkorea angedeutet, möglicherweise die Anreicherung von Uran zum Bau von Atombomben aussetzen zu wollen. Die USA hätten im Gegenzug vertrauensbildende Schritte wie eine Aussetzung von Sanktionen und Nahrungshilfe angeboten.
Die Einstellung der Urananreicherung war bisher eine der Bedingungen der USA für einen Neuanfang in den Sechser-Gesprächen, an denen auch China, Südkorea, Japan und Russland teilnehmen. Nordkorea hatte die Gespräche im April 2009 offiziell abgebrochen.
"Der Schlüssel für die Wiederaufnahme der Sechser-Gespräche liegt in den Händen der USA und Nordkoreas", sagte der Experte Yang Xiyu vom Chinesischen Institut für Internationale Studien in Peking. "Nordkorea will die Gespräche ohne Vorbedingungen wieder aufnehmen, aber die USA lehnen das ab."
Eine Rückkehr an den Verhandlungstisch hänge von Nordkorea ab, bekräftigte US-Unterhändler Davies in Peking. Die USA seien nicht an "Gesprächen um der Gespräche willen" interessiert. Nordkorea müsse Ernsthaftigkeit beweisen, bisher eingegangene Verpflichtungen auch zu erfüllen.