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mußte. Man hat sie zur Pottaschenbereitung empfohlen, da 1 Ztr. frisches Kraut 0,5 kg Pottasche liefert. Blumistisch sehr
wertvoll sind die HerbstchrysanthemenChrysanthemum indicumL. und Chrysanthemum sinenseSabin., zwei einander sehr ähnliche Pflanzen mit oft gefüllten,
verschiedenfarbigen Blüten, welche teils nur Zungen-, teils nur Scheibenblüten tragen. Sie gehören zu
den beliebtesten Zierpflanzen, gelangen erst im Spätsommer oder Herbst zur Blüte
[* 10] und eignen sich trefflich zum Winterflor
fürs Zimmer und Kalthaus. Man kultiviert sie in ungemein zahlreichen Varietäten und erzielt Blüten von 8 cmDurchmesser. Namentlich
in England sind die Herbstchrysanthemen zu sehr großer Vollkommenheit gebracht worden. Chrysanthemum frutescensL. und Chrysanthemum grandiflorumBrous., von den Kanarischen Inseln, sind in Frankreich sehr beliebte Zierpflanzen mit
gelben Scheiben- und weißen Randblüten.
Vgl. Burbidge, The Chrysanthemum, its history, culture etc. (Lond.
1884).
L., Goldblume, Pflanzengattung aus der Familie der Kompositen (s. d.). Man kennt gegen 100 Arten, die
größtenteils in der nördlichen gemäßigten Zone vorkommen. Es sind einjährige oder ausdauernde,
selten strauchartige Gewächse mit großen, lebhaft gefärbten Blütenköpfchen. Die bekannteste in Deutschland wachsende
Art ist die Wucher- oder Gänseblume, Chrysanthemum leucanthemumL., mit großen, weißen Strahl- und gelben Scheibenblüten, sie findet
sich auf Wiesen und Äckern sowie in lichten Wäldern sehr häufig; da sie als schlechte Futterpflanze
gilt, so bildet sie oft ein lästiges Unkraut. Chrysanthemum segetumL. ist in manchen Gegenden ein gefährliches
Saatunkraut, dessen Vertilgung hie und da vorgeschrieben wird.
Mehrere andere Arten dieser Gattung werden häufig als Zierpflanzen in Gärten kultiviert. Besonders hervorzuheben
ist die strauchartige Wucherblume Chrysanthemum (Pyrethrum) indicumL., mit gefüllten Blüten, in Gärten bei uns sehr beliebt und auch
in ihrer Heimat, in Japan
[* 12] und China, vielfach als Zierpflanze angepflanzt. Ihre Blütezeit fällt in den Spätherbst. Die Blumen
sind dunkel-purpurrot, lila, rosenrot, weiß, gelb oder orangefarben, auch zweifarbig. Dabei sind bald
nur die Randblüten zungenförmig, bald auch die Scheidenblüten zum Teil oder sämtlich in zungenförmige umgewandelt, deren
Zunge flach oder zusammengerollt ist; oder auch die Blüten sind zur Hälfte oder alle röhrenförmig, mit kurzen oder verlängerten
Röhren,
[* 13] weshalb die Pflanze bei uns oft mit dem NamenRöhrenaster bezeichnet wird.
Von dieser Pflanze giebt es zahllose Varietäten, welche nach der Form, Farbe u. s. w. der Blüte in mehrere Abteilungen zerfallen.
Man unterscheidet früh- und spät-, einfach- und gefülltblühende, klein- und großblumige, japanisch und anemonenblütige
Sorten. Es sind prächtige, in neuester Zeit sehr beliebt gewordene Zierpflanzen, welche vom Herbst an
bis in den Winter hinein blühen und sich deshalb zu Zimmerzierpflanzen, zur Ausschmückung von Orangeriehäusern und
namentlich Wintergärten ungemein eignen. In geschützter Lage halten sie selbst in Deutschland in nicht zu kalten Wintern
im Freien aus; besser ist es jedoch, sie im Kalthaus oder im Zimmer zu überwintern.
Manche Sorten lassen sich leicht zu kleinen Bäumchen ziehen, die dann mit ihren zierlich gelappten Blättern
und schön gefärbten Blumen, die mitunter 8 cm Durchmesser erreichen, einen herrlichen Anblick gewähren. Sie lassen sich
durch Stecklinge und Teilung leicht vermehren. Zwei einjährige Arten, Chrysanthemum carinatum Schousb.
aus der Berberei und ChrysanthemumcoronariumL. aus Südeuropa, sind beliebte Sommerziergewächse
unserer Gärten, von denen zahlreiche Spielarten kultiviert werden. Sie werden im April in Töpfe oder in ein Mistbeet gesät
und im Mai auf die Blumenbeete gepflanzt. ‒