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Von Paul Furrer-Bischofberger, Chur
1. Als Sternbeobachter interessiert den Leser in erster Linie der offene Sternhaufen am nördlichen Himmel. Die Plejaden (auch Atlantiden, Atlantiaden, Siebengestirn, Taube, Sieben Schwestern, Gluckhenne genannt) können mit blossem Auge gesehen werden. Im Messier-Katalog hat er die Bezeichnung M45. Sie sind Teil unserer Galaxie, der Milchstrasse.
Beobachtet wurden die Plejaden schon vor rund 6000 Jahre. Wenn in Punkt 3 dieses Beitrages nur von sechs Sternen die Rede ist, basiert dies auf historische Darstellungen. Grundlage bietet Pleione, der ein veränderlicher Stern ist.
Kopiert aus Wikipedia.
Seine scheinbare Helligkeit schwankt langsam, aber unregelmässig zwischen der von Taygeta und Celaeno, so dass Pleione manchmal erst dann gesehen wird, wenn Celaeno auch schon erkannt werden kann. Mit blossem Auge sind daher, je nach Sichtbedingungen, sechs bis neun Sterne zu erkennen. Doch diese Zahl ist um ein Vielfaches grösser, wenn mit präzisen Teleskopen beobachtet werden kann. Die Plejaden umfassen mindestens 1200 Sterne, sind etwa 125 Millionen Jahre* alt und liegt als Sternhaufen knapp 135 Parsec entfernt im Sternbild Stier. Er ist somit rund 400 Lichtjahre von uns entfernt.
Andere Literaturangaben sprechen von 80 bis 250 Millionen Jahre.
In der griechischen Mythologie waren die Plejaden die sieben Töchter des Atlas (Titanensohn und Bruder des Prometheus) und der Pleione. Ihren Namen finden sich entsprechend in den Sternnamen (Alkyone, Merope, Kelaino, Elektra, Sterope, Taygete und Maia). Orion** versank einst in Liebe zu den Schwestern, verfolgte und jagte sie. Irgendwann konnte Zeus dies nicht mehr ansehen, setzte sie alle als «Sternbilder» an den Himmel, wo Orion sie noch heute verfolgt, aber nie erreichen kann. Die Mythologie hält fest, dass Merope den Fehler begann, die Gattin eines sterblichen Menschen (Sisiphos) zu werden und schämte sich dafür so sehr, dass sie ihr Antlitz verhüllte, beziehungsweise durch Zeus ihres Glanzes beraubt wurde, wodurch sie weniger hell als die anderen leuchtet.
Grössenvergleich Mond und Plejaden.
Symbold der Plejaden, Deutschland 1533.
**Artemis als «Jägerin der sieben Sterne»
Eine andere Überlieferung berichtet, dass nicht Orion der Jäger sondern Gejagter der Plejaden gewesen sein soll, bis ihn schließlich die «Jägerin der sieben Sterne», die Göttin Artemis mit einem Pfeil niedergestreckt hätte. Das Ganze soll sich im Meer abgespielt haben, Orion wurde danach dem Meeresgrund übergeben. Dies könnte auf eine rituelle Handlung hinweisen, in dem zu einem bestimmten Zeitpunkt im Jahr der «Held» geopfert wird, um in die grosse Mutter (in diesem Fall das Meer) hinein zu sinken, um dann wiedergeboren zu werden « (aus artedea.net).
2. Les Pléiades
Hoch über dem Genfersee, über Vevey, strahlen nicht nur in den fortgeschrittenen Wintermonaten die Plejaden dem Beobachter entgegen. Ein Höhenzug mit hervorragender Sicht in die Alpen, nach Frankreich und an die Schweizer Riviera, mit dem Namen «Les Pléiades» erhebt sich über den Orten Vevey und Montreux, erreichbar mit einer Zahnradbahn ab Vevey über Blonay. Es war mein Ziel, mich auf einen Sternenrundgang zu Ehren von Claude Nicollier zu begeben. Die für Kinder, Erwachsene und Fachleute gleichermassen spannenden vier Etappen des 1,5 Stunden dauernden Rundgangs beschreiben die Beobachtung der Sterne von der Erde aus, das Sonnensystem, die Planeten und die Milchstrasse. Dieser interaktive Lehrpfad steht unter dem Patronat von Claude Nicollier, dem ersten Schweizer Astronauten, der an vier Weltraumflügen teilgenommen hat und heute an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) unterrichtet.
(Bemerkung: Leider lenkt die «heutige» Astronomie die Interessierten zu oft auf all die seriösen und unseriösen Fakten auf den unzähligen Internetseiten und vergisst, dass nicht alle Personen Zugriff und entsprechende Vorstellung mitbringen. Umso wichtiger sind entsprechende räumliche Darstellungen in der Natur. Insbesondere kann mit räumlichen Darstellungen viel Interesse bei der jüngsten Generation geweckt werden.)
3. Die Plejaden fanden auch Einzug in der Meditation.
So zitiere ich einen Ausschnitt aus www.plejaden.de: Nach Aussage verschiedener esoterischer Quellen stellen die Plejaden den Schlüssel zur physischen Proto-Schöpfung dar. Sie stellen den galaktischen Anfang des physischen Menschen dar. Viele Legenden in der kulturellen Anthropologie der Erde beziehen sich auf die Plejaden. In der griechischen Mythologie sind die Plejaden bekannt als die sieben Töchter von Atlas und Pleione. Atlas und Pleione sind Nachbarsterne und viele griechische Tempel richteten sich nach dem Auf- und Untergang der Plejaden aus. Die früheste erhalten gebliebene Aufzeichnung über die Plejaden dürfte sich jedoch in der chinesischen astronomischen Literatur von 2357 v. Chr. finden. Sie zeigten den Ackerbau betreibenden Stämmen der nördlichen Hemisphäre durch den Lauf der Plejaden Anfang und Ende der Wachstumsperioden an.
Weiteres siehe unter oben angegebener Quelle.
4. Subaru
Firmenzeichen entstehen nicht über Nacht. Firmenzeichen haben eine Geschichte. Die Geschichte der «Subarusterne» reicht zurück bis in das Jahr 1917. Doch der Name entstand 1953, als nach dem 2. Weltkrieg den Japanern erlaubt wurde, sechs der einst 12 Firmen unter einem Dach zu vereinen.
Vier Jahre später läuft der erste Subaru vom Band. Der Name «SUBARU» ist ein Denkmal der Vereinigung, sechs -Sterne sind das Symbol: Aus sechs Firmen ist Fuji Heavy Industrie hervorgegangen. (siehe oben).
Das Sternenbild der Plejaden besteht aus sechs Sternen ,die mit blossem Auge sichtbar sind. Und Subaru bedeutet «Vereinen» . Hier kommt die Mythologie ins Spiel. Die Plejaden – wie eingangs erwähnt- sind die Töchter des Atlas und der Plaione. Sie heißen Alcylone, Celaens, Electra, Maia, Asterope und Taygeta. Die Mädchen sind so wunderschön, dass der Jäger Orion ihnen jahrelang nachstellt, bis Göttervater Zeus sie von ihrer Gestalt erlöst und als Sterne vom Himmel leuchten lässt.
Fuji Heavy Industrie hat alle Namen der Plejaden als Warenzeichen in Japan schützen lassen, und der erste Subaru, der Sedan 360, bekommt 1958 den Namen Maia. Seither ziert das Oval mit sechs Sternen alle Subarus, die seit 1972 ausschliesslich allradangetrieben sind.
5. Schlussbemerkung
Was so ein Ausflug von Chur in die Erinnerungsstätte unseres einzigen Schweizer Weltraumfahrers, Claude Nicollier, auslösen kann. Ich behaupte, dass es für mich faszinierender war, diesen Ort mit den wissenschaftlichen Angaben – verbunden mit den Träumen ins weite Weltall – zu verbinden mit der wunderschönen Umgebung um diese Plejaden/ «ces pléiades, um mich nachher rudimentär weiter zu vertiefen in die Mythologie, in die Esoterik und in die Neuzeit mit den «schnelllebenden Errungenschaften».
Paul Furrer-Bischofberger ist Mitglied der Astronomischen Gesellschaft Graubünden.