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Die Hebammen gaben ihr Wissen mündlich weiter, bis es ab dem 16. Jahrhundert in Lehrbüchern zusammengefasst und an neugegründeten Hebammenschulen gelehrt wurde. Dies nicht etwa in Latein, der Sprache der Gelehrten, sondern in den Volkssprachen. Eines der ersten deutschsprachigen Lehrbücher ist der Rosengarten von Eucharius Rösslin. Dieser beinhaltet die als wichtig angesehenen Fachtexte seiner Zeit. Solche Textsammlungen wurden auch als Rosengärten bezeichnet, weil sie wertvolle Texte, edlen Blumen ähnlich, enthielten. Das Ziel war es, die Geburtshilfe zu professionalisieren und die Hebammen unter staatliche Kontrolle zu bringen. Noch immer war ihr Arbeitsfeld von vielen Aberglauben und Mythen besetzt, die sich auch auf das gesellschaftliche Bild der Hebamme auswirkten, z. B. durch den Vorwurf der Hexerei. Mit dem Buchdruck geriet die Geburtshilfe zunehmend in den Fokus der akademischen Betrachtung. So etwa im Fachgebiet Anatomie: Sie lüftete die Geheimnisse der Schwangerschaft und Geburt nach und nach durch die Sektion von Leichen.