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Dorf im russ.
GouvernementKasan,
[* 2] am rechten
Ufer der
Wolga zwischen Spaßk und Tetjuschd gelegen, mit etwa 150
Höfen
und einer steinernen
Kirche, die vormals zu dem eingegangenen Uspenskischen
Kloster gehörte, von welchem noch jetzt das Dorf
gleichzeitig den
Namen Uspenskoje Selo führt. Der große
Ort steht innerhalb der noch großenteils erhaltenen
Walllinien der berühmten alten Bulgarenresidenz Bolgar, von welcher noch
Türme (am besten der sogen.
Turm
[* 3] Misgir) und Mauertrümmer
übrig sind. Es finden sich daselbst noch eine
Menge Grabsteine, mit tatarischen, arabischen und armenischen
Inschriften und
Bildwerken bedeckt, alte
Waffen,
[* 4]
Münzen
[* 5] und Gerätschaften aller Art.
Schon auf BefehlPeters d. Gr. wurden 49 der
auf den
Gräbern befindlichen
Inschriften abgeschrieben und eine
Erklärung derselben versucht.
Dorf im Gouvernement Kasan, 27 km südwestlich von der Kreisstadt Spaßk und 6 km von der Wolga
unterhalb der Mündung der Kama entfernt (nach dem ehemaligen Uspenskij-Kloster auch Uspenskoje Selo genannt). Daselbst befinden
sich die Ruinen und frühern Befestigungswerke der alten Hauptstadt des Bulgarenreichs, Bolgara oder Bulgar, die in den russ.
Chroniken unter dem NamenWelikij Gorod,d. h. Große Stadt, vorkommt. Die Zeit der Gründung B.s ist unbekannt,
doch hatte es schon im 10. Jahrh. über 10000 E. Im 14. Jahrh.
wurde Bolgary durch Tamerlan zerstört und geriet nach der Auflösung der Goldenen Horde (1480) gänzlich in Verfall.
Pallas und Oserezkowstij fanden hier Ende des 18. Jahrh. noch 44 steinerne, ziemlich wohlerhaltene
Gebäude, von denen gegenwärtig u. a. nur noch vorhanden sind: ein 34 m hohes Minaret, die Fundamente
von 4 Türmen, die wahrscheinlich zur Moschee der Chane gehörten;