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Die Sneaker, das Smartphone, der Sonnenschirm – so gut wie alles, das nicht in der Schweiz hergestellt wird, erreicht hiesige (Online-)Regale über den Seeweg. 80 bis 90% des internationalen Warenverkehrs geschieht über Gewässer, davon wird ein Grossteil der Ware in Schiffscontainern transportiert.
Die Container sind seit Mitte des 20. Jahrhunderts standardisiert, was die Globalisierung vorantrieb. Die bekannteste Standardgrösse läuft unter dem Namen TEU («twenty-foot equivalent unit»). So ein Container wiegt leer zwei Tonnen, gefüllt werden kann er zum Beispiel mit etwa 25’000 Blechdosen oder 48’000 Bananen.
Während 1970 noch zwei Milliarden Tonnen an Frachtvolumen (nicht nur in Containern) über die Weltmeere geschifft wurden, waren es 2020 über elf Milliarden. Die OECD geht davon aus, dass sich das Handelsvolumen im Seeverkehr bis 2050 weiter steigern respektive verdreifachen wird.
Wie das Bedürfnis gewachsen ist, wachsen auch die Schiffe und Häfen mit. Das aktuell grösste Containerschiff der Welt, die HMM Algeciras, kann beinahe 25’000 TEU-Container transportieren. Sie ist seit 2020 auf den Weltmeeren unterwegs. In der Kategorie Hafen gehört Shanghai zu den grössten: 2019 wurden dort 43 Millionen TEU-Container umgeschlagen.
Zu den grössten Schiffen der Welt gehört auch die Ever Given, fast 20’000 TEU-Container finden auf ihr Platz. Sie lief im Frühjahr 2021 im Suez-Kanal auf Grund und blockierte die Passage für mehrere Tage. Fast 370 Schiffe kamen in den Stau. Die Blockade kostete die zuständige Behörde nach eigenen Angaben täglich 14 bis 15 Millionen US-Dollar.
Diese Blockade verdeutlichte die Fragilität des globalen Systems. Das Gleichgewicht der Container ist weltweit unter anderem aufgrund der Corona-Pandemie gestört. Häfen sind verstopft und kommen mit Entladen der Schiffe nicht hinterher, andernorts fehlen die leeren Container. Kurz: Es dauert wesentlich länger, bis eine Ware von A nach B kommt, wenn sie überhaupt in einen Container findet.
Das Container-Chaos fordert nicht nur die Geduld, sondern auch den Geldbeutel. Das Verschiffen eines FEU-Containers (doppelt so gross wie ein TEU) von Shanghai nach Rotterdam kostete im Juni 2020 über 10’000 US-Dollar, im Vergleich 547% mehr als der Schnitt der letzten fünf Jahre. Eine Entspannung der Lage erwarten Expert*innen erst im kommenden Jahr.