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Übersetzungen bauen Barrieren ab
Ohne Übersetzungen geht es heute kaum mehr. Zu stark ist die Welt vernetzt und zu bedeutend ist es, dass in verschiedensten Sprachen kommuniziert wird. Doch während Übersetzungen heute vor allem Unternehmen stark beeinflussen, reichen ihreAnfänge bis ins Altertum zurück. Schon während des Altertums gab es mehrsprachige Textüberlieferungen, für die vorwiegend Tontafeln und Steine genutzt wurden.
Übersetzungen im Altertum – Älteste Dokumente über 2000 Jahre alt
Die ersten Übersetzungen, die es weltweit gab, sind über 2000 Jahre alt. Sie begründeten quasi den heutigen Übersetzungsmarkt. Dabei enthielten die ersten Übersetzungen zwei- oder zum Teil sogar dreisprachige Inschriften. Sie umfassten Hieroglyphen, antike Sprachen und Keilschrift. Im Nahen Osten sowie in den Ländern rund ums Mittelmeer wurden rund 1000 solcher Schriften entdeckt. Bis heute ist es Forschern nicht gelungen alle Nachrichten vollständig zu entschlüsseln. Eines der bekanntesten Zeugnisse der Übersetzungen ist der Stein von Rosette. Seine Inschriften sind in Hieroglyphen sowie in Akadisch und Griechisch gehalten. Akadisch ist eine mittlerweile ausgestorbene Sprache.
Die besondere Bedeutung der zahlreichen Übersetzungen ist der Sprachenvielfalt geschuldet. So gibt es beispielsweise aus dem asiatischen Raum eine uralte Übersetzung. Der Stein wurde erst im 20. Jahrhundert wiederentdeckt. Er selbst soll jedoch aus dem Jahr 1636 stammen. Auf dem Stein soll eine Inschrift in drei Sprachen zu finden sein. Neben Koreanisch wurde die Botschaft hier in Mongolisch und Chinesisch festgehalten. Auch bei den grossen Religionen spielten übersetzte Texte schon sehr früh eine wichtige Rolle.
Bedeutung der Übersetzungen lange von Religion abhängig
Auch wenn die Übersetzung an sich die Kommunikation der Menschen schon seit Jahrhunderten prägt, gibt es deutliche Unterschiede. So wird die Bedeutung der Übersetzungen in den verschiedenen Religionen ganz unterschiedlich interpretiert. Sowohl das Christentum als auch der Buddhismus schrieben es quasi vor, dass den Menschen die Botschaften in jener Sprache übermittelt wurden, die sie problemlos verstehen. Der Islam agierte hier anders. Er sah von Anfang an ausschliesslich das Arabische als Überlieferungssprache an, die angemessen war.
Eines der ersten weltlichen Dokumente, das schon vergleichsweise früh in allerhand Sprachen vorhanden war, stellten die „Erzählungen aus 1001 Nacht“ dar. Ursprünglich stammten jene Erzählungen aus Indien. Ihre einstige Existenz ging jedoch auf Persien und Arabien zurück. In der Barockzeit wurden die Erzählungen schliesslich auch in europäischer Sprache auf den Weg gebracht. Übersetzungen waren auch
eines der Themen, mit denen sich der weltberühmte deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe auseinandersetzte. Dabei befasste er sich damit sowohl theoretisch als auch praktisch mit der Thematik. Goethe war es, der nicht nur orientalische Gedichte übersetzte, sondern auch Schriften zu verschiedenen Übersetzungstheorien auf den Weg brachte. Darüber hinaus war es Goethe, der die Bezeichnung Weltliteratur prägte.
Literaturnachweis
[1] Ohne Übersetzung kein Verständnis, Nassauische Neue Presse, 31.10.2015