Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/92594

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Alterung der Bevölkerung wird oft als eine wirtschaftliche Belastung betrachtet. Eine von Philippe Aghion gemeinsam mit Fabrice Murtin durchgeführte Studie der OECD hat jedoch gezeigt, dass sich die Verlängerung der Lebensdauer positiv auf das Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) pro Kopf auswirkt. Laut Aghion würde das BIP um einen Prozentpunkt wachsen, wenn sich der Rhythmus, in dem die Lebenserwartung steigt - zurzeit drei Monate pro Jahr -, verdoppeln würde.</p><p>Vor diesem Hintergrund stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Ist ihm diese Studie bekannt?</p><p>2. Ist er nicht der Meinung, dass diese Studie die pessimistischen Prognosen bezüglich der Bevölkerungsentwicklung und der Zukunft der Sozialversicherungen, insbesondere der AHV, infrage stellt?</p><p>3. Ist er nicht der Ansicht, dass eine solche Studie auch in der Schweiz durchgeführt werden sollte?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Ja, der Bundesrat hat Kenntnis dieser Studie.</p><p>2. Entgegen weitverbreiteter Meinung, dass die demografische Alterung in erster Linie negative Auswirkungen nach sich zieht, belegt die Studie von Aghion, Howitt und Murtin positive Effekte der Alterung auf eine Volkswirtschaft. Die Perspektiven der schweizerischen Sozialwerke tragen diesen positiven Effekten der Alterung Rechnung.</p><p>Das ändert nichts daran, dass die Sozialwerke eine nachhaltige Entwicklung sicherstellen und allenfalls negative finanzielle Auswirkungen der höheren Lebenserwartung, die sich durch zusätzliche und höhere Rentenanwartschaften ergeben, abfedern müssen. Dies kann nur durch gesunde Sozialwerke gewährleistet werden, weswegen die Diskussion nach der künftigen Finanzierung der AHV/IV legitim und nicht etwa pessimistisch ist. Die Studie hingegen gibt keine Antwort auf die negativen Auswirkungen der steigenden Lebenserwartung.</p><p>3. Mit einer Studie liesse sich herleiten, wie gross die ökonomischen Effekte der steigenden Lebenserwartung sind und in welche Richtung diese Effekte zeigen. Wie oben dargestellt, ginge eine solche Studie zu wenig spezifisch auf die aus heutiger Sicht zu erwartende finanzielle Situation der Schweizer Sozialwerke ein, insbesondere was die künftigen Ausgaben anbelangt. Aus diesem Grund lehnt es der Bundesrat ab, eine Studie zu diesem Thema durchzuführen.</p>  Antwort des Bundesrates.