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Ohne Wasser, zu wenig Strom: Damit das nicht eintrifft, will die Elektrizitätskommission Elcom eine Wasserreserve schaffen. Die Produzenten sollen eine gewisse Menge Wasser in ihren Stauseen zurückhalten, um die Turbinen anzuwerfen, wenn der Strom knapp ist.
Der Geschäftsführer der Elcom, Urs Meister, sagt zum Ziel der Wasserreserven: «Sie ist für ein unvorhergesehenes Ereignis am Ende des Winters konzipiert.» Denn zu Beginn des Winters sind die Stauseen voll und werden während der Wintermonate nach und nach geleert.
Latent besteht natürlich die Möglichkeit, dass im frühen Winter ein Grossteil der Reserven bereits turbiniert wird, sodass es am Ende keine Wasserreserven mehr hat.
Sprich: Es wird Strom damit produziert. Im April oder Anfang Mai sind die Speicher dann meist praktisch leer. Mit dieser Reserve soll nun sichergestellt werden, dass die Energieunternehmen ihr Wasser nicht schon vorzeitig für die Stromproduktion verwenden. «Latent besteht natürlich die Möglichkeit, dass gerade bei hohen Preisen im frühen Winter ein Grossteil der Reserven bereits turbiniert wird, sodass es am Ende keine Wasserreserven mehr hat», gibt Meister zu bedenken.
«Und wenn es dann zu einer kritischen Situation kommen würde, die eben nicht vorhergesehen wurde, dann fehlt der Speicher.» Etwa dann, wenn es nochmals einen Kälteeinbruch gibt und gleichzeitig noch kaum Schmelzwasser fliesst. Umgekehrt heisst das aber auch: Wenn Strom während Wochen oder gar Monaten in ganz Europa fehlt, dann hilft auch diese Reserve nicht weiter, betont der Chef der Elcom.
Aufsparen statt jetzt verbrauchen
«Diese Reserve wird eine Energieknappheit nicht generell überbrücken können», warnt er. «Ganz einfach deshalb, weil sie nicht zusätzliche Energie in den Markt hineinbringt. Im Grunde nehmen wir zuerst Energie aus dem Markt raus und sparen diese bis Ende des Winters auf.»
Die Wasserreserven in den Alpen wären auch nicht genügend gross, um während Wochen und Monaten die Schweiz flächendeckend und rund um die Uhr mit Strom zu versorgen. Die Elcom plant deshalb nun eine Reserve im Umfang von 300 bis 600 Gigawattstunden. Das entspricht dem Stromverbrauch von bis zu 150'000 Haushalten pro Jahr.
Diese Reserve kann die Elcom allerdings nicht selber beschaffen, stattdessen ist die Behörde hier auf Schweizer Energieunternehmen angewiesen.
Verkauf der Reserven ist verlockend
Diese müssen sich jetzt überlegen, ob sie einen Teil des Wassers als Reserve zurückbehalten wollen oder nicht – selbstredend gegen eine Entschädigung. «Sie werden etwas verlangen für das, was sie in diesen Speichern vorhalten und eben nicht turbinieren», so Meister.
«Und dafür wollen sie entschädigt werden. Und diese Entschädigung basiert letztlich auf dem Marktwert dieses Speichers.» Die Elcom rechnet aktuell mit Kosten im dreistelligen Millionenbereich. Allerdings könnte die Reserve angesichts der steigenden Preise noch deutlich teurer werden.
Die Energieunternehmen werden etwas verlangen für das, was sie in diesen Speichern vorhalten.
Aktuell geht die Elcom davon aus, dass die nötige Menge für die Reserve zusammenkommt. «Das ist allerdings eine Momentaufnahme.» Denn für einige Unternehmen stellt sich die Frage, ob sie überhaupt Wasser reservieren können. Das hängt auch stark vom Füllstand ihrer Seen ab.
Andere Energieproduzenten werden sich zudem überlegen, ob sich eine Reserve rechnet oder ob sie nicht lieber den Strom am freien Markt verkaufen. Denn die Verlockung ist gross. Die nächsten Wochen werden Klarheit bringen. Die Energiekonzerne haben nun Zeit, anzugeben, wie viel Reserve sie anbieten können oder wollen und zu welchem Preis.
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