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Ein Tag im Leben einer Zehnjährigen in TFI 2007-2008
Kaylena Steiner
Von September 2007 bis Juni 2008 besuchte ich als Zehnjährige die sechste Klasse. Ich lebte in einem Skyhome genannten Haus der Gemeinschaft The Family International (TFI) in einem kleinen Dorf namens Juckern (in der Nähe von Saland) im Kanton Zürich. Wir zogen dort ein, kurz bevor ich neun wurde, und verliessen Juckern wieder, als ich etwa elfeinhalb war, also umfasste mein 11. Altersjahr ungefähr den mittleren Teil meiner Zeit dort.
Die Anzahl Bewohner des Hauses variierte, was für Häuser der TFI üblich war, aber wir waren meist so um die zwanzig Leute. Acht bis zehn von ihnen waren Kinder: Vier meiner Geschwister und ich, zwei andere Geschwister, ein kleines Mädchen, welches ohne ihre Eltern vorübergehend bei uns war, und ein oder zwei andere Kinder, je nach dem, wer zu einer bestimmten Zeit im Haus lebte. Unter den Erwachsenen waren meine Eltern, die allein erziehende Mutter der beiden anderen Geschwister, andere Eltern von anderen Kindern, zwei Heimleiter, vielleicht drei ältere Onkel und Tanten und zwischen zwei und fünf Teenagern oder YAs (young adults = junge Erwachsene).
Als Kind nannte man jeden Erwachsenen, der nicht der eigene Vater oder die eigene Mutter war, „Uncle“ also Onkel oder „Auntie“ also „Tante“, gefolgt von seinem oder ihrem TFI- Namen: Zum Beispiel „Uncle David“ oder „Auntie Maria“. Wenn ein Name sehr häufig war, wie David, fügte man eine Beschreibung an, um die Person von anderen Trägern desselben Namens zu unterscheiden. Oft waren das die Bezeichnungen des Hauses oder des Landes, wie beispielsweise „Skyhome David“ oder „Polish Chris“.
Mein Tag begann eine halbe Stunde früher als derjenige der jüngeren Kinder, trotzdem schliefen wir alle im selben Raum. Während die meisten Erwachsenen Devotions (Andacht) hielten, kam jemand um sieben in unseren Raum, um uns aufzuwecken und dafür zu sorgen, dass wir uns anzogen. Wir liebten es immer, wenn mein Onkel diese Aufgabe übernahm – er kam früher und spielte Computerspiele, und wir schauten ihm gerne zu.
Ich stand jeweils um sieben auf, zog mich an und machte mein Bett. Unsere Betten zu machen war sehr wichtig – wir wurden häufig ermahnt, dass System-Soldaten ihre Betten perfekt machen müssten und wir das auch tun sollten, da wir ja Endzeit-Soldaten seien.
Als System bezeichneten wir alles ausserhalb von TFI. Aussenstehende Menschen waren die Systemites, also Menschen des Systems. Normale Schulen, Musik, Jobs und Filme waren „system schools“, „system music“, „system jobs“ und „system movies“.
Ich musste um 7.30 Uhr für das Frühstück und Devotions unten sein. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich Devotions für mich alleine – falls es neues Devotions-Material für Kinder gab, las ich das. Andernfalls blieb mir nichts anderes als Good Thots (Gute Gedanken) oder Junior Daily Breads (Tägliches Brot für junge Leute), Literatur für Erwachsene, welche ich nicht mochte, da ich sie langweilig fand. Einmal hat mich dieses Material so frustriert, dass ich die gesamten MLKs (Mo Letters for Kids = Mo-Briefe für Kinder) erneut las. Diese waren für YCs (younger children = jüngere Kinder) und ich war ein OC (older child = älteres Kind), also waren sie für mein Alter zwar auch nicht besonders spannend, aber sie enthielten mehr Bilder.
Good Thots, Gute Gedanken – den Grund der eigenartigen Schreibung kenne ich nicht – waren ein paar Bücher zusammengestellt aus christlichen Geschichten, Anekdoten und Zitaten von religiösen Menschen innerhalb und ausserhalb von TFI und geordnet nach Themen von Gebet über Lobpreis zu Glaube.
Junior Daily Breads waren eine andere Buchreihe, welche eine zusammengefasste und vereinfachte Version der Daily Breads für junge Leute darstellte. Die Daily Breads waren eine komprimierte Version der Mo Letters, aber für Erwachsene.
Mo Letters, auf Deutsch Mo-Briefe genannt, waren aufgemacht wie Zeitschriftenartikel, in welchen der Gründer von TFI, David Berg alias Mo, über alle möglichen Themen schrieb. Wir lasen sie als Feeding Material neben der Bibel.
Devotions war ein Synonym für Word Time und meinte, Zeit mit Gott zu verbringen; sei es, indem man sein Wort las, betete, ihn pries oder Prophezeiungen erhielt. Zeitlich gesehen war gewöhnlich die erste Stunde am Morgen gemeint, zu der alle zusammenkamen, mit Gott kommunizierten und Mo-Briefe, tieferes TFI-Material oder die Bibel lasen. Diese Art von Literatur betrachtete man als „feeding“ (nährend). Biblische oder christliche Filme, religiöse Dokumentationen oder TFI-Romane und -Magazine galten als „non-feeding material“ (nicht nährendes Material) und waren deshalb nur für die Lektüre ausserhalb von Andachten oder bei Andachten zu besonderen Anlässen zulässig.
2010 versuchte TFI ihren Umgang mit Systemites zu verbessern, indem sie ein paar der grundlegenden Begriffe änderte. (Updating Family Terminology, May 2010) Zum Terminus Word Time war hier das folgende zu lesen (aus dem Englischen übersetzt):
„Word Time: Obwohl dies nicht-Family-Mitgliedern erklärt werden kann, wird es vielfach nicht verstanden, besonders von denen, die keine Christen sind. Daher ist es in den meisten Fällen besser, andere Begriffe zu verwenden, wie beispielsweise Andacht, Bibelstudium, Lesen des Wortes Gottes, mit Gott sprechen etc.“
Devotions waren um 8.30 Uhr vorüber, wonach ich meine Morgen JJT erledigte. JJT stand für Jesus Job Time, die TFI-Abkürzung für Hausarbeit. Meine morgendliche Hausarbeit bestand darin, das Bad im oberen Stockwerk zu reinigen. Das musste ich jeden Tag tun. Normalerweise hasste ich es; vermutlich, weil ich eine Perfektionistin war und es mich zwischen 45 Minuten und einer Stunde kostete, das Badezimmer vollständig zu putzen.
Um 9.00 Uhr sollte die Schule beginnen. Unser Kinderzimmer diente auch als mein Klassenzimmer. Es hatte dort einen Schreibtisch für mich und einen kleinen Tisch für zwei Vorschulkinder, die im selben Raum Unterricht hatten. Für YCs begann die Schule eine halbe Stunde später, und ihre drei Schreibtische befanden sich im Nachbarraum. Dieser Raum wurde manchmal als Zimmer meiner Eltern und manchmal als Zimmer der alleinerziehenden Mutter genutzt. Meine Mutter und die alleinerziehende Mutter waren verantwortlich für die Kinder und unsere Bildung; sie hatten immer die beiden Zimmer neben unserem, und im grösseren Raum war stets unser Schulzeug.
Die Schule dauerte bis 10.30 Uhr, dann machten wir eine kurze Pause und bekamen eine Frucht als Snack. 15 Minuten später ging es zurück auf die Schulbank bis 12.15 Uhr. Daraufhin räumten wir auf und machten uns bereit für das Mittagessen. Am Morgen behandelten wir die anstrengenden Fächer: Mathe, Englisch, Naturwissenschaften, was Physik, Chemie und Biologie beinhaltete, Geschichte und Sozialkunde.
Als ich zehn war, bestand das Hauptproblem in meinem Leben darin, dass ich mit den Schulaufgaben zu schnell fertig wurde. Wenn ich mit der Schule früher durch war, hiess das für mich, dass ich mehr JJTs, Word Time, Bewegung im Freien oder Arbeiten in der Scheune bekommen würde – nichts davon mochte ich wirklich. Glücklicherweise erhielt ich im selben Jahr meinen MP4-Player. Der Bildschirm war klein, doch ich fand bald heraus, dass ich Notepad-Dateien hinzufügen und auf diese Weise Bücher lesen konnte. Ich fing an, so zu tun, als ob ich für meine Schulaufgaben länger bräuchte, und las stattdessen im Geheimen Bücher. Meine Naturwissenschafts- und Sozialkundeaufgaben waren auf dem Computer, also brachte ich mir selbst Tastenkombinationen bei, um schnell zwischen Schularbeiten und Büchern oder Computerspielen hin und her zu wechseln. Dies alles half, mir zusätzliche Arbeit zu ersparen.
Arbeiten in der Scheune: Das Haus, in dem wir lebten, bestand aus zwei Teilen – einem Teil, in dem wir wohnen konnten, und einem Teil, der nicht isoliert und deswegen zu kalt war. Diesen Teil nannten wir the barn, die Scheune. Hier lagerte das Haus alle uns zur Verfügung gestellten Kleider, Esswaren, Rollstühle etc. In der Scheune zu arbeiten bedeutete, die Waren nach Kategorien zu sortieren. Am häufigsten galt dies für Kleidung, die man in Kinder- und Erwachsenenkleider aufteilen musste, sowie in Sommer- und Winterkleider. Manchmal gab es bestimmte Gegenstände, die an andere Häuser und in andere Länder geschickt werden sollten, dann musste man diese einpacken.
Das Mittagessen dauerte eine halbe Stunde. Einige Leute in unserem Haus waren Outreachers (Öffentlichkeitsarbeiter), also waren sie zu Mittag nicht zu Hause, wodurch wir weniger waren. Quiet Time fing jeweils um 13.00 Uhr an, es sei denn, ich musste das Geschirr spülen. Damals war ich dreimal in der Woche für den Abwasch am Mittag zuständig. Ich war klein, deshalb wurde meistens ein Jugendlicher mit mir zusammen eingeteilt. Der Jugendliche kümmerte sich gewöhnlich um die Küche und ich mich um das Esszimmer: Dazu gehörte es, den Tisch abzuräumen und zu putzen und danach den Boden zu wischen und feucht aufzunehmen. Als ich älter war, musste ich auch die Küche übernehmen – das Geschirr zu spülen, machte mir nichts aus, aber ich hasste es, abzutrocknen.
Outreachers waren Leute, die sich um den Outreach kümmerten, indem sie mit Menschen ausserhalb von TFI in Kontakt traten. Beispiele für Outreach sind Provisioning und Tracting.
Provisioning bedeutete, Leute zu fragen – in der Schweiz hiess das normalerweise grössere Firmen – ob sie uns unterstützen würden, indem sie uns Dinge umsonst gaben. Zum Beispiel kannten wir eine Bäckerei, welche uns Brot, Sandwiches und übriggebliebene Kuchen und Süssigkeiten gab, die sie nicht verkaufen konnte, oder Kleiderläden, die uns Kleider überliessen, welche nicht mehr in Mode waren. Obst, Gemüse, Schokolade, Rollstühle, Fahrräder – auf diese Weise haben wir das alles bekommen. Die gesammelten Dinge wurden dann direkt an die Armen und Bedürftigen oder ans Rote Kreuz oder an andere TFI-Häuser weitergegeben, die sie in ihren Gebieten verteilten. Das Geld für Dinge, die wir nicht mit Provisioning erhalten konnten, wie Autos und Miete, erlangten wir ebenfalls durch Provisioning und indem wir um Spenden baten.
Tracting hiess Traktate zu verteilen. Traktate sind Broschüren mit christlichen Botschaften. Unsere Traktate enthielten für gewöhnlich Bibelverse und Cartoongeschichten, die den Weg zur Rettung zeigten oder Botschaften von Jesu Liebe überbrachten. Der meistverteilte Traktat war der Salvation Tract. Er zeigte das Bild eines Herzens und eines Schlüssels, die Verse Offenbarung 3,20: „Behold I stand at the door and knock: if any man hear my voice and open the door, I will sup with him and he with me.”- „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. So jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.“ (Luther) und Johannes 3,16: „For God so loved the world, that he gave his only begotten Son, that whosoever believeth in him should not perish, but have everlasting life” – „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ Der Salvation Tract schloss mit unserem Salvation Prayer, unserem Übergabegebet.
Die Lesenden bemerken vielleicht, dass die Bibelverse in antiquiertem Englisch geschrieben sind – das liegt daran, dass in TFI die King- James-Bibel aus dem 17. Jahrhundert verwendet wurde. Die King-James-Bibel wurde in allen Mo-Briefen und anderen Texten zitiert und war ausserdem die Variante, aus der wir Verse auswendig lernen mussten. Sie wurde als die „originale“ oder „beste“ Übersetzung angesehen, und uns Kindern wurde beigebracht, dass Shakespeare dafür verantwortlich war.
Von 13.00 Uhr oder 13.30 Uhr bis 14.30 Uhr war Quiet Time (QT, Stille Zeit). Sie bestand normalerweise aus PnP (Prayer and Prophecy, Gebet und Prophetie), MnR (Memory and Review, Auswendiglernen und Repetieren von Bibelversen) und Word Time. Ich habe etwa sechs Mappen mit meinen alten QT-Leseaufgaben gefunden – eine Riesenmenge an Lesematerial. Ich kann aber nicht behaupten, dass ich es immer gelesen hätte. Ich bevorzugte unsere Romane und Heaven’s Library (Himmelsbibliothek) Geschichten. Der mir zugewiesene Stoff bestand oft aus Magazinen, die ich bereits gelesen hatte, sortiert nach Themen und Bereichen. Einige davon waren sogar Heaven’s Library Geschichten, aber ich durfte sie nicht selbst auswählen.
Als ich zehn war, „erblühte“ meine Gabe der Prophetie. In diesem Jahr setzte ich mich oft hin, um mit Jesus oder meinen Spirit Helpers (Geisthelfern) zu sprechen, indem ich in mich hineinhörte und meine Wahrnehmungen als Antwort von Jesus notierte. Diese Unterhaltungen schrieb ich dann in mein Prophecy-Buch. Oft handelte es sich um Ermahnungen, die mein Gewissen mir vorgab.
So hatte ich im Alter von zehn Jahren Mühe, meine Lektüre beiseitezulegen. Ich liebte Bücher wie verrückt und darunter „litt“ mein spirituelles Leben. Dies spiegelte sich in den vielen Prophezeiungen, die mich ermahnten, weniger zu lesen und mehr Zeit für Gebet, Prophetie und Word Time aufzuwenden.
Gemäss den Überzeugungen von TFI waren Spirit Helpers (Geisthelfer) den Engeln ähnlich, insofern sie geistige Wesen waren, die Gottes Kindern helfen. Bei den Spirit Helpers handelte es sich jedoch zum Teil um Menschen, die nach ihrem Tod vom Himmel aus den Gläubigen zur Seite standen, wie etwa Jeanne d’Arc oder natürlich David Berg alias Mo, den wir allgemein Grandpa nannten.
Zu den Spirit Helpers zählten aber auch mythologische Gestalten wie Merlin oder Aphrodite sowie Figuren, die der Phantasie von David Berg entsprangen und in seinen Mo-Briefen vorgestellt wurden.
Nicht alle mythologischen Gestalten galten als Spirit Helpers, manche gehörten zu den Dämonen, wie etwa Pan oder Bacchus.
Meine Prophezeiungen enthielten oft Ermahnungen, mich um meine Verpflichtungen zu kümmern: Bete mehr, höre besser auf Jesus, ruf die Spirit Helpers häufiger an, kommuniziere mehr mit Jesus. In vielen von meinen Prophezeiungen wurde ich ausgeschimpft, in ganz ähnlichem Sinne, wie die Erwachsenen mich ausschimpften. „Du wolltest spielen, anstatt dich segnen zu lassen. Du hättest dir Segen holen können, aber stattdessen hast du dich entschieden zu spielen.“ Offenbar hatte ich dies sehr verinnerlicht, genauso wie die oft wiederkehrenden Versprechen: „Wenn du auf mich hörst, wird es dir besser gehen.“ Viele meiner Gebete und Prophezeiungen handelten aber auch davon, dass ich traurig war, und dafür betete, dass es mir wieder besser ginge, worauf „Jesus“ versprach, dass dies geschehen würde.
Als ich zehn war, begann ich meinen ersten Roman zu schreiben – einen Weltraumroman, der in einer anderen Galaxie spielte und viele Elemente aus Star Wars enthielt. Es ging um eine Gruppe Kinder, die lernten, Endzeit-Soldaten und Jedi-Ritter zu sein. Ich verband unsere TFI-Verpflichtungen mit dem Star-Wars-Universum – dem Benutzen der Macht entsprach das Gebet, dem Kampf der Lobpreis, der Bautätigkeit die Word Time, dem Fliegen der Glaube, der Energie die Prophetie. Ich schuf eine Schule und verwandelte die Verpflichtungen in Fächer, welche die Kinder in der Schule belegten, in einer weit, weit entfernten Galaxis, welche sie mit einem magischen Bus erreichten.
Vermutlich suchte ich nach einem Weg, um mein Alltagsleben interessanter und bedeutsamer zu gestalten. Damals durfte ich noch nicht mal Witnessing (evangelisieren) gehen, was nach der Überzeugung von TFI der wichtigste Teil von Gottes Arbeit war – so steckte ich zu Hause fest. Ich stellte mir gerne vor, dass ich eines Tages eine Heldin sein könnte: Eine Jedi-Ritterin, welche die Welt mit ihrem unglaublichen Wissen an Bibelversen beschützen würde.
Witnessing bedeutete hinauszugehen und den Menschen von Jesus zu erzählen, manchmal mit CDs oder Postern, aber meist mit Traktaten. Das eigentliche Ziel war es, mit einer Person zu beten, damit sie Jesus in ihr Herz aufnimmt. Dies bezeichneten wir als winning a soul (eine Seele gewinnen).
Von 14.30 Uhr bis 15.45 Uhr (und oft noch länger) war Get-Out (Geht raus!) Zeit. Normalerweise passte einer der Jugendlichen auf die Kinder auf, wenn wir nach draussen gingen. Wir spielten Fangen, Verstecken, Heiss-oder-Kalt, Mother May I (Mutter darf ich), Krokodil-Krokodil, Jaques-a-dit und unzählige andere Spiele… oder einfach nur Kings and Queens (Könige und Königinnen), wobei mit Stöcken als Schwerter gekämpft wird, auch bekannt als So tun, als ob. Wir gingen oft wandern oder fuhren mit dem Fahrrad zum nächsten Spielplatz. Es gab viele Wege, uns zu beschäftigen.
Get-Out oder Get-Out Time war der TFI-Ausdruck für Sportunterricht. Gemäss der Terminologie-Revision von 2010 sollte der Begriff für die Zeit für Sport und Bewegung der Kinder stehen. Ursprünglich stammt der Begriff Get-Out von einem Mo-Brief mit demselben Titel, in welchem Mo alle aufforderte, nach draussen zu gehen, da er bemerkte, dass Family-Mitglieder nicht genug Bewegung im Freien hatten. Nach diesem Mo-Brief blieb der Begriff hängen, obwohl mehrere Male versucht wurde, ihn durch „Sport“ zu ersetzen.
Von 15.45 Uhr bis 16.00 Uhr gab es Snacks! Wir hatten jeden Nachmittag Snacks. Normalerweise handelte es sich um etwas Kleines wie eine Frucht, aber zur Weihnachtszeit bekamen wir frisch gebackene Kekse mit Milch – ein Ereignis, das Weihnachten zu unserer Lieblingszeit machte. Um 16.00 Uhr war Duschen vorgesehen.
Zwischen 16.30 Uhr und 19.00 Uhr hatten wir wieder Schule. Nun folgten die leichteren Fächer: Sprachen, Musik, Kunst, Gesundheit, Tanzen und Life Skills (Lebenskompetenzen). Wir hörten normalerweise um 18.00 Uhr auf zu arbeiten, um noch etwas Freizeit zu haben – bis 19.00 Uhr dauerte die Schularbeit nur, wenn wir nicht vorher fertig wurden.
Die offizielle Abendessens-Zeit dauerte von 19.00 Uhr bis 20.00 Uhr, aber wir Kinder verliessen den Tisch so früh wir konnten. Eine Zeit lang durften wir nur aufstehen, wenn alle fertig waren mit essen, aber wir hassten das. Einige Erwachsenen assen so langsam und redeten so viel; es war ungerecht – sie durften so lange aufbleiben, wie sie wollten, aber wir hatten nur bis 20.30 Uhr Zeit, um bei unseren Eltern zu sein und zu spielen.
Direkt nach dem Abendessen gingen die kleinen Kinder ins Bett, während meine Zu-Bett-Geh-Zeit um 20.30 Uhr war. Zumindest sollte ich um 20.30 Uhr im Bett sein. Stattdessen ging ich oft mit einem Buch ins Bad und las dort, wo es Licht hatte. Ich versuchte, die Bücher unter meinem Pyjama zu schmuggeln, aber das funktionierte nur selten. Wer nach der Bettgehzeit das Bad aufsuchte, bekam ohnehin Ärger, und zu lesen statt zu schlafen wurde als noch schlimmer angesehen.
Das war eine weitere Gelegenheit, in der mein MP4-Player nützlich war – er verfügte über sein eigenes Licht. So konnte ich bis spät in die Nacht aufbleiben und im Bett lesen, anstatt Bücher ins Badezimmer schmuggeln zu müssen.
Freitags war die Schule lockerer, während die Samstage und die Sonntage Wochenendtage waren. Jedem Tag der Woche wurden spezifische Fächer zugeordnet, sodass sie sich diesbezüglich unterschieden.
Meine wichtigsten Fächer waren Mathe und Englisch, was ich zweimal in der Woche hatte. Die restlichen Fächer hatte ich einmal die Woche, abgesehen von lokalen Sprachen, an welchen ich jeden Tag ein bisschen arbeitete.
Montags ging es um Mathe und Naturwissenschaften, welche ich am Morgen behandelte. Ich arbeitete mich durch fünf Seiten Mathe und machte entweder drei Lektionen Naturwissenschaften, oder zwei Lektionen und einen kurzen Test. Am Nachmittag hatte ich lokale Sprachen, entweder Französisch oder Deutsch, jeweils mit Hilfe einer Sprachprogramm-CD. Deutsch wurde bevorzugt, da es im Kanton Zürich wichtiger war.
Am Montag Mittag kümmerte ich mich um das Geschirr, und am Abend war Zeit mit meinen Eltern eingeplant. Manchmal las ich mit meiner Mutter Geschichten, aber meist liess ich meine Eltern sich um die anderen Kinder kümmern und nahm mir dann alleine ein Buch vor, anstatt Elternzeit zu haben.
Dienstags hatte ich Geschichte, Rechtschreibung und Englisch. Geschichte und Englisch setzten sich ebenfalls aus fünf Seiten pro Tag zusammen, während die Rechtschreibung mit einer Rechtschreibeliste eingeübt wurde. Das war alles vormittags, während ich am Nachmittag jeweils ein paar Seiten in einem Deutschbuch durcharbeiten musste. An Dienstagen wurde daneben häufig spontan Musik gespielt.
Am Dienstagabend wurde gebadet, eine unserer zwei wöchentlichen Gelegenheiten, uns die Haare zu waschen und ordentlich zu baden. Der andere Badeabend war mittwochs, den ich widerwillig mit Duschen absolvierte. Damals verstand ich nicht, warum duschen wichtig war. Wir würden sowieso am darauffolgenden Tag wieder nach draussen gehen und schmutzig werden.
Dennoch mochte ich den Mittwoch. Abgesehen von dem Mittagsgeschirr und dem Bad war er gut. Ich hatte Mathe, was ich liebte. Lesen war abhängig vom Glück, aber oft unterhaltsam, Gesundheit war cool – ich fand unsere Gesundheitsbücher faszinierend und las sie mit grossem Vergnügen.
Während jenes Jahres hatte ich Deutschunterricht im Schulhaus, an welchem ich auf Geheiss der Ortsgemeinde teilnehmen musste. Er fand jeden Mittwochnachmittag statt zusammen mit ein paar anderen fremdsprachigen Kindern in meinem Alter. Es war eigenartig, mit einem echten Schulranzen und einem echten Schulbuch zur Schule zu gehen. Ich konnte mit den Schweizer Kindern noch nicht richtig sprechen, und ich befürchtete, dass sie sich über mich lustig machen würden, also tat ich so, als ob ich ein Spion oder ein Ninja wäre und schlich umher, so dass ich ihre Pausen verpasste und mit niemandem ausser meinen eigenen Klassenkameraden sprechen musste.
Donnerstag war der zweite Tag, an dem ich Englisch hatte; nochmals fünf Seiten. Danach folgte Sozialkunde am Computer, womit Geschichte und Geografie gemeint war. Die Donnerstagnachmittage waren für die Hausaufgaben des Deutschunterrichts vorgesehen. Danach machte ich oft Musik.
Der Donnerstag fühlte sich wie das Ende der Arbeitswoche an. Er war der letzte lange Schultag und am Abend durfte ich lesen. Die Freitage brachten nicht mehr viel Arbeit – ich hatte die Fächer Life Skills und Kunst. Life Skills lehrte uns, wie man verschiedene Hausarbeiten machte: Wäsche waschen, Geschirr spülen, den Boden wischen und feucht aufnehmen, das Haus gründlich reinigen, kochen, backen, nähen,… es machte Spass und war interessant. Nach Life Skills machte ich im Fach Kunst ein Bastel-projekt aus einem meiner Bastelbücher.
Das Nervige an den Freitagen waren die Reinigung des Mittagsgeschirrs und die Tests. Falls ich die Woche über in irgendeinem Fach ans Ende des Kapitels kam, fand der Test dazu am Freitag statt. Und wenn ich meine Deutsch-Hausaufgaben am Donnerstag nicht fertig bekam, wurden sie auf Freitag verschoben.
Am Samstag waren die Erwachsenen mit einem eigenen Programm beschäftigt, daher kümmerten sich die Jugendlichen um uns. Wir standen eine Stunde später auf, assen Frühstück und hatten spezielle Devotions um 9.00 Uhr.
Während dieser Devotions lernten wir Bibelverse auswendig, die für diesen Zweck nach Themen geordnet in einem Büchlein mit dem Titel MB2K oder Memory Book 2000 notiert waren. Anschliessend wurden die bereits gelernten Verse repetiert. Dann hielten wir Lobpreis mit christlichen Liedern, beteten und empfingen Prophetien. Und wir durften an Samstagen Videos schauen, z.B. Family Fun, Treasure Attic, Cherub Wings, Veggie Tales, oder unsere Lieblingsserie: The Storykeepers.
Die Dauer der Devotions war abhängig davon, was wir lasen und wie lange der Feeding-Teil ging. Nach den Devotions spielten wir, lösten Puzzle und machten Bastelarbeiten bis 11.30 Uhr. Dann war Zeit für Get-Out bis 12.30 Uhr, darauf folgte das Mittagessen bis 13.00 Uhr. Quiet Time dauerte an Samstagen länger, nämlich von 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr. Wir mussten mindestens eine Stunde lang schlafen oder lesen, anschliessend durften wir still alleine spielen.
Von 15.00 bis 17.00 Uhr war Get-Out und Snack Zeit. Wir nahmen oft Snacks mit und hielten während Get-Out Mini-Picknicks ab. Im Allgemeinen waren wir rechtzeitig wieder zu Hause, denn um 17.00 Uhr wurde geduscht und dann kam der beste Teil der Woche: der Filmabend! Ob- wohl wir nur alle zwei Wochen einen Film schauten, zählte der Samstag als Filmtag. Ansonsten blieb abends alles gleich, Abendessen war wie immer um 19.00 Uhr, Bettgehzeit um 20.30 Uhr. Während der Elternzeit am Samstag war Gelegenheit, um mit meiner Mutter Brettspiele zu spielen. Allerdings habe ich sie öfter sitzen lassen, um Bücher zu lesen.
Der Sonntag war Family Day (Familientag). Er begann mit Pancakes oder Kuchen, welche entweder meine Mutter oder ich zubereitete. Ich war nicht so gut im Pancakes machen, aber manchmal backte ich zwei riesige Kuchen am Freitag oder Samstag – zum Spass oder als Life Skills –, die wir dann am Sonntag zum Frühstück hatten.
Die Aktivitäten für den Family Day wurden von unseren Eltern am Samstag oder unter der Woche geplant. Nach dem Frühstück und den anschliessenden Devotions ging es zwischen 9.00 und 10.00 los, entweder zu einem Picknick, zum Wandern, an den Fluss, oder, wenn wir Glück hatten, in ein Schwimmbad. Manchmal besuchten wir auch den Park oder gingen grillen. Normalerweise waren die beiden Hauptfamilien und alle Kinder dabei. Manchmal kam das gesamte Haus mit, um am Fluss zu grillen.
Einmal die Woche, am Montag, hatten die Erwachsenen Home Council (Haus-Besprechung). Die Traktanden für den Home Council wurden in der Vorwoche auf einer Liste an der Pinnwand im Esszimmer notiert. Von 2007 bis 2008 war ich oft auf dieser Liste. Ich war auf meine eigene Art und Weise rebellisch: Ich hinterfragte alles, was mir die Erwachsenen sagten, und ihre grösste Klage war mein „freches Antworten“. Meine Mutter überlegte sich unzählige Methoden, um mir zu helfen, nicht mehr frech zu sein, aber sie funktionierten kaum. Nichtsdestotrotz fühlte ich mich schrecklich, sobald ich mich hinsetzte und Prophecy Time hatte. Bei vielen Prophezeiungen ging es darum, gehorsam zu sein und Dinge zu tun, selbst wenn ich es nicht wollte. Eine Prophezeiung lautete: „Listen to her! Just do it! It doesn’t matter what you think. You need to do it!” – „Hör auf sie! Tu es einfach! Es ist egal, was du denkst. Du musst es machen!“
Jedes Jahr so gegen Juni hatten wir eine Abschlussfeier. Wir bekamen Diplome und Abschlusshüte, die wir aus Papier machten. Es war nichts Grossartiges, aber in manchen Jahren nutzten die Erwachsen die Gelegenheit, um eine richtige Feier mit Kuchen und Grillen zu veranstalten. Wir konnten all unsere Freunde treffen und das war ziemlich cool. Ich habe immer noch einige meiner Diplome.
Im Sommer hatten wir keine Schule, aber unsere Tage waren vollgestopft mit Aktivitäten. Meine Mutter machte ganze Summer Word Time and Activity Pläne, also Pläne für Word Time und Aktivitäten für den ganzen Sommer; zum Beispiel lernten wir im Sommer 2008 etwas über das TFI-Symbol und dessen Bedeutung. Wenn wir je Witnessing oder Tracting gingen, war das auch im Sommer. Wir hatten mehr Zeit und es war warm, also gingen wir um den Zürichsee „tracten“. Typisch für den Sommer waren ausserdem lange Tage draussen, Schwimmen, Radfahren und alle Arten von Get-Out.
Die mit Abstand beste Zeit des Jahres war aber Weihnachten. Ich gab früher damit an, dass meine Geburtstagpartys mit Weihnachtsschmuck ausgestattet waren, denn so wichtig war Weihnachten – Dekorationen wurden bereits Mitte Oktober aufgehängt. Sobald November war, hatten unsere Bastelarbeiten Weihnachten und Winter zum Thema. Ab Oktober übten wir Lieder und Tänze, die wir als Weihnachts-Dankeschön denjenigen vortrugen, die uns mit Essen, Kleidung und allem anderen belieferten.
Spätestens ab der ersten Dezemberwoche hatten wir keine Schule mehr. Wir verbrachten die Zeit draussen oder mit Backen und Basteln. Die Kinder machten für jedes Familienmitglied (und die meisten von uns hatten riesige Familien) und für jeden Contact (Kontakt; Systemites, welche TFI-Mitgliedern in irgendeiner Weise halfen) Karten. Natürlich machten wir jedes Jahr Weihnachtsketten, welche wir im Haus verteilt aufhängen durften. Da wir unseren Contacts zu den Karten auch noch Keksbeutel gaben, backten wir dutzende Kekse verschiedener Geschmacksrichtungen, Formen und Sorten.
Im Winter hatten wir so viel Freizeit, dass wir oft Get-Out machten. Wir unternahmen einen Nachmittag dauernde Wanderungen im Wald durch den Schnee. Manchmal waren wir froh darüber, manchmal wurde uns kalt und wir hassten es. Wir gingen Schlitten und Ski und Snowboard fahren (was Spass machen könnte, aber wir hatten oft nicht das Geld, um den Skilift zu bezahlen, also mussten wir den Hügel wieder hoch laufen, was weniger Spass machte). Auf kleinen Hügeln im Dorf zu schlitteln war aber cool. Wir machten riesige Schneeballschlachten, bauten Schneemänner, und einmal machten wir sogar ein Iglu, worin einer der Jugendlichen eine Nacht verbrachte.
Die Aktivitäten des Dezembers hatten meist Weihnachten oder Dankbarkeit zum Thema, und alle Devotions handelten von Christi Geburt. Wir hatten Christmas Gift Wheels (Weihnachtsgeschenkräder) und Gifts For Jesus (Geschenke für Jesus). Christmas Gift Wheels war ein Papierrad mit einem Papierpfeil, das man drehte. Es gab sechs Optionen: „Teile mit anderen!“ – „Schenke ein Lächeln!“ – „Sprich ein Gebet!“ – „Lobpreise für fünf Dinge!“ – „Gib eine Umarmung!“ und „Hilf aus!“ Worauf auch immer der Pfeil landete, war das Geschenk, das man Jesus an dem Tag machte. Die Gifts For Jesus waren Karten, auf die wir aufschrieben, was wir für Jesus am jeweiligen Tag Gutes taten. Unsere Ausmalbilder zeigten Engel, Glocken, Weihnachtskugeln und Schleifen, ausserdem hatten wir ein von TFI hergestelltes Ausmalbuch: The Joy of Christmas (Die Freude an Weihnachten). Wir lasen die Weihnachtsgeschichte immer und immer wieder und sangen viele Weihnachtslieder, lasen Weihnachtsgeschichten und Zeugnisse, und spielten Reise nach Bethlehem. Während einige Kinder Adventskalender mit Schokolade bekamen, machten wir unsere eigenen mit Devotions-Aktivitäten, die wir jeden Tag tun sollten – es gab keine Preise für uns.
Weihnachten bedeutete Weihnachtsessen, was ein grosses, köstliches Ereignis war. Ein paar Erwachsene kochten (normalerweise meine Mutter) zur Vorbereitung zwei Tage lang. Meine Familie feierte zwei- bis dreimal Weihnachten. Einmal mit dem Haus, einmal mit meinen Grosseltern (wo ich jeweils Geschenke bekam) und einmal mit meinen Urgrosseltern, wo nur einige von uns hingingen. Ich wurde als brav genug eingeschätzt, sodass ich mitreisen durfte, was unglaublich war – es war eine der grossartigsten Feste des Jahres. Meine Urgrossmutter ist vermögend und sie gab uns wundervolle Geschenke. Sie hatte tolles Essen, das normalerweise verboten war, und Filme, die wir liebten, aber normalerweise nicht schauen durften. Die meisten Gäste bei meiner Urgrossmutter waren nicht von TFI, daher ergab sich eine spannende Gelegenheit, mit Systemites zu sprechen.
Neujahr wurde mit dem Haus verbracht. Wir hatten einen Kerzenlicht-Gottesdienst: Jeder erhielt eine Kerze, wir beteten alle, sagten, wofür wir dankbar waren, und wählten danach ein Gebetsanliegen für das nächste Jahr. Anschliessend gingen wir ins Bett.
Für uns Kinder wichtig waren auch die Lager. Lager waren selten, aber schön – ich konnte bei vier Lagern dabei sein. Ein OC-Lager, als wir in Zofingen lebten, ein OC-Lager zum Thema Arabien, das in Spanien stattfand, als ich neun war, ein Lager im Jahr 2007 und schliesslich im Jahr 2011 ein riesiges Lager für ganz Europa ohne Altersbegrenzung. Lager waren voll mit christlichen Aktivitäten – falls wir je etwas Nicht-Christliches machten, musste irgendeine Erklärung gefunden werden, wieso das doch christlich sei. Das Beste an den Lagern war, dass ich andere Kinder in meinem Alter traf. Ich war zu Hause oft allein, da ich das einzige Kind in meiner Altersgruppe war, daher war es unglaublich, mehrere Tage mit Gleichaltrigen zu verbringen.
Das war das Jahr 2007 – 2008. Jedes Jahr war anders, besonders während meiner Kindheit. Es gab in TFI damals alle paar Jahre eine Änderung, Erneuerung oder Anpassung, bis die TFI-Häuser im Jahr 2010 aufgelöst wurden. Ich kann auch nicht behaupten, dass mein Jahr repräsentativ für alle anderen Kinder in TFI steht – meiner Mutter war Bildung wichtig, daher lag für mich ein starker Fokus auf der Schule. Das war aber nicht bei allen Eltern so. Einige Kinder lebten in Outreach-Heimen und verwendeten ihre gesamte Zeit darauf, Witnessing zu gehen. Ich verbrachte meine Zeit mit der Schularbeit, mit Putzen, Bücher Lesen und mit Träumen von einem Ort, an dem ich ein wenig nützlicher und das Leben ein wenig fantasievoller sein würde.