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Anwendung
Wichtige Informationen vor dem Training
Aniball darf ab Ende der 36. Schwangerschaftswoche verwendet werden. Empfohlen wird eine Trainingszeit von jeweils ca. 15-30 Minuten; hierbei handelt es sich jedoch nur um einen Richtwert, da jede Frau individuell ist und die Zeit zur Erholung variieren kann. Nehmen Sie am Anfang des Trainings die Position ein, die für Sie am bequemsten ist. Sie können zum Beispiel auf Ihrem Rücken liegen und die Knie leicht anwinkeln, auf der Seite liegen, stehen oder hocken. Auch die einfachste und sicherste Geburt findet normalerweise in der Position statt, die für Sie am bequemsten ist.
Das Einführen des Ballons
Entspannen Sie sich und nehmen Sie sich Zeit für das Einführen des Ballons. Denken Sie auch während des Trainings daran, ganz locker zu bleiben und vermeiden Sie Muskelanspannungen in Nacken, Armen, Händen oder Ihrem Ges… Die Fähigkeit, ruhig und entspannt zu bleiben (nicht nur während des Trainings, sondern auch während der Geburt), wird Ihre Geburt positiv beeinflussen.
Sie können den Silikonballon vor dem Einführen zunächst durch ein- oder zweimaliges Betätigen der Handpumpe etwas aufblasen oder auch unaufgeblasen einführen. Es ist empfehlenswert, den Ballon an der Oberfläche mit einem ausschliesslich wasserbasierten Gleitmittel für die innere Anwendung zu befeuchten. Fassen Sie den Ballon an seinem Kunststoffhals und führen Sie den längeren runden Teil in die Scheide ein. Verursacht der Ballon nach dem Einführen weder Schmerzen noch andere unangenehme Gefühle, können Sie mit dem Aufblasen beginnen. Mit Hilfe der Handpumpe können Sie den Ballon bequem auf die von Ihnen gewünschte Grösse aufpumpen. Während des Aufpumpens vergrössert sich das Volumen des Ballons und somit auch der Druck in der Scheide. Dieser Druck wird ausgel.st, da der Ballon gegen die Scheidenwand presst und die umliegenden Muskeln dehnt. Während der Geburt werden Sie einen vergleichbaren Druck erleben. Wie stark Sie Aniball aufpumpen, hängt ganz von Ihnen und Ihrem Körper ab. Beim ersten Training sollten Sie maximal fünf Mal pumpen, einschliesslich der Male, die Sie vor dem Einführen in die Scheide gepumpt haben. Wenn Sie sich an den Ballon gewöhnt haben, können Sie ihn stärker aufpumpen, aber seien Sie immer sehr vorsichtig und hören Sie unmittelbar auf zu pumpen, wenn Sie Schmerzen spüren. Sie können jederzeit das Ventil benutzen, um Luft abzulassen und somit das Volumen zu reduzieren.
Trainingsanleitung
Bleiben Sie in der Position, die Sie für das Training gewählt haben.
1. Bewusste Kontrolle der Bewegung des Ballons
Sie werden lernen, die Bewegung des Ballons in Ihrer Scheide zu kontrollieren. Dies erfordert eine bewusste Anstrengung und Konzentration auf Ihren Körper; durch regelmässiges Training werden Sie sich hierbei selbstsicherer fühlen. Der Ballon kann sich, je nach Aktivit.t Ihrer Beckenbodenmuskulatur, in Ihrer Scheide bewegen, entweder rein oder raus. Wenn die Beckenbodenmuskulatur aktiv zurückgezogen wird, sitzt der Ballon tiefer. Wenn Sie es aber schaffen, diese Muskeln bewusst zu entspannen, dann kann sich der Ballon näher zum Scheideneingang bewegen. Das Training der kontrollierten Bewegung aus der Scheide heraus hilft Ihnen dabei, sich auf die bevorstehende Geburt vorzubereiten.
Sie können sich nun langsam an diese bewussten Bewegungen herantasten. Versuchen Sie während des Ausatmens den Ballon mit Ihren Beckenbodenmuskeln zusammen zu drücken und fühlen Sie seine Bewegung (er sollte nun tiefer in die Scheide rutschen). Atmen Sie dann ein und entspannen Sie Ihre Muskeln (fühlen Sie, wie der Ballon fast aus der Scheide herausrutscht). Das Wichtige hierbei ist, Kontrolle über diese Bewegungen zu haben und zu merken, dass alleine die Beckenbodenmuskulatur den Ballon (und das Baby) den Geburtskanal entlang nach draussen schieben kann. Das Ziel dieser Übung ist es, den Ballon noch nicht vollständig aus der Scheide herausrutschen zu lassen. Wiederholen Sie die gesamte Übung und führen Sie den Ballon zehn Mal ein und aus.
2. Das Herausnehmen des Ballons
Entspannen Sie sich wieder und konzentrieren Sie sich nun darauf, den Ballon aus der Scheide zu entfernen. Nutzen Sie Ihre Erfahrung aus der vorherigen Übung. Atmen Sie ein, entspannen Sie Ihre Beckenbodenmuskulatur und fühlen Sie, wie der Ballon ganz ohne Druck aus Ihrem Körper kommt. Das Ziel dieser Übung ist es, den Ballon nur durch Ihre Atmung (einatmen) und die bewusste Entspannung der Beckenbodenmuskulatur auszutreiben. Versuchen Sie den Ballon beim Ausatmen in derselben Position zu behalten, wie in der Einatmungsphase und ziehen Sie ihn nicht tiefer in die Scheide. Atmen Sie erneut ein, entspannen Sie Ihren Beckenboden und bewegen Sie den Ballon etwas tiefer. Sie treiben den Ballon nun ganz bewusst aus, bis sich der Damm leicht weitet und der Ballon aus der Scheide herauskommt. Der Ballon sollte nicht zu schnell aus der Scheide herauskommen; halten Sie ihn deswegen am Kunststoffhals fest (wie auch beim Einführen). Wenn der Ballon zu schnell aus der Scheide herauskommt, deutet das auf einen Kontrollverlust hin und könnte zu Verletzungen führen. Auch Ihr Baby wird während der Geburt gehalten, halten Sie den Aniball also gerne fest. Der Druck, den Sie während der Austreibung ausüben, sollte ausschließlich von Ihrem Beckenboden kommen. Die Anspannung von Nacken, Schultern und Händen, sowie das Zusammenziehen des Bauchs und der Gesässmuskulatur sollte vermieden werden und deutet auf eine Fehlfunktion des Beckenbodens während der Austreibungsphase hin. Wenn Ihr K.rper dies automatisch tut, machen Sie sich keine Sorgen. Es ist gut, dass Sie sich mit Aniball langsam und sicher auf die Geburt vorbereiten.
3. Vergrösserung des Ballons
Sie haben mit dem Training am Ende der 36. Schwangerschaftswoche begonnen und Sie kommen der Geburt jeden Tag ein Stückchen näher. Es ist daher ratsam, sich allmählich daran zu gewöhnen, den grösseren Umfang des Ballons auszutreiben. Seien Sie jedoch vorsichtig! Vergrößern Sie das Volumen des Ballons nicht, wenn dies Schmerzen oder ein starkes Unwohlsein verursacht. Klinische Daten zeigen, dass es für eine wirksame Prävention von Geburtsverletzungen ausreichend ist, den Umfang des Ballons auf 25 cm (ca. 10 Pressen) zu erreichen. Wir empfehlen diesen Schaltkreis nicht zu überschreiten, um Verletzungen zu vermeiden! Wenn Sie sich Sorgen machen, dass der Ballon zu gross ist oder Sie sich nicht wohl damit fühlen und Sie mit dem jetzigen Volumen zufrieden sind, dann ist das vollkommen in Ordnung und Sie müssen sich nicht dazu zwingen, das Volumen des Ballons zu vergrössern. Das Wichtigste ist die bewusste Kontrolle über die Bewegung des Ballons in der Scheide und die Gewohnheit des Geburtskanals für den zukünftigen Durchgang des Kindes. Dasselbe gilt, wenn die Austreibung eines grösseren Ballons Schmerzen hervorruft, oder sogar die Gefahr, das umliegende Gewebe zu verletzen. In diesem Fall besteht ebenfalls kein Grund, das Volumen des Ballons zu vergrössern.
Trainieren Sie immer mit einem Volumen, das für Ihren Körper und Ihren Geist tolerierbar und relativ angenehm ist. Trainieren Sie nie mit einem für Sie zu grossen Volumen und fügen Sie Ihrem Körper keine Schmerzen oder Verletzungen zu. Vergleichen Sie sich nicht mit anderen Müttern in derselben Schwangerschaftsphase. Wir sind alle einzigartig und es ist wichtig, dass wir die Grenzen unseres Körpers beachten und respektieren. Denken Sie daran, dass während der Geburt Hormone freigesetzt werden, die unseren Körper stark beeinflussen – wenn Sie also nicht mit einem grösseren Ballonvolumen trainieren können, bedeutet das nicht, dass Sie bei der Geburt Probleme haben werden. Sie können das beigefügte Massband nutzen, um das Volumen Ihres Ballons zu messen. Aber noch einmal: Zahlen sind hier nicht das Ziel! Ihr Ziel ist es, eine gesunde, ruhige und vorbereitete Mutter zu sein, die ihren Beckenboden kontrollieren kann, um eine einfache Geburt für das Baby zu ermöglichen und Verletzungen des eigenen Körpers zu vermeiden.