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Über dem östlichen Atlantik wütet derzeit Hurrikan «Lorenzo». Der Sturm erreicht Windspitzen von knapp 300 km/h und ist somit der höchsten Kategorie 5 zuzuordnen. Lorenzo befindet sich momentan knapp 2000 Kilometer südwestlich der Azoren.
Es wird erwartet, dass er die Inseln, allen voran die nordwestliche Insel Flores, in der Nacht auf Mittwoch erreicht. Dort wird er wahrscheinlich nur noch ein Kategorie-2-Hurrikan sein, was jedoch immer noch Windböen von bis zu 200 km/h und starken Regen mit sich bringen kann. Eine weitere sehr grosse Gefahr geht von der erwarteten Sturmflut aus, diese dürfte die Küstengebiete und tiefer gelegene Orte unter Wasser setzen. Es ist von sehr grossen Schäden an Natur und Infrastruktur auszugehen.
Ja. Der Schlepper Bourbon Rhode ist am Donnerstag in der Nähe des Hurrikans gesunken. Elf der vierzehn Besatzungsmitglieder werden zurzeit noch vermisst, drei konnten gerettet werden.
Schiffe, die sich in der Nähe des Hurrikans aufhalten, machen zurzeit einen grossen Bogen um den Sturm. Eine Karte von MarineTraffic zeigt eindrücklich, wie die Schiffe versuchen, dem Hurrikan auszuweichen.
Voraussichtlich schon. Nachdem er die Azoren hinter sich gelassen hat, wird er laut aktuellen Berechnungen in Richtung britische Inseln und Irland ziehen und dort im Südwesten am Freitag als Tiefdruckgebiet noch teils stürmische Winde und grössere Niederschlagsmengen mit sich bringen.
Danach sieht es aktuell so aus, als würde der Sturm über dem Nordatlantik verschluckt werden und rasch zerfallen.
Das ist tatsächlich etwas aussergewöhnliches. Hurrikan Lorenzo entwickelte sich am 23. September aus einer tropischen Welle an der Küste Westafrikas zu einem veritablen Kategorie-5-Hurrikan. Möglich war dies aufgrund der warmen Wassertemperaturen von bis zu 28 Grad im östlichen Atlantik.
Lorenzo gilt bereits jetzt als einer der grössten Hurrikans, die jemals im zentralen Atlantik gesichtet wurden. In vielen Hinsichten ist der Sturm aussergewöhnlich:
Nein. Einen Einfluss auf das hiesige Wetter kann er jedoch durchaus haben. Roger Perret von Meteonews sagte gegenüber dem Blick, dass es momentan zwei Möglichkeiten für Lorenzo gäbe. Eine wäre, wie oben bereits beschrieben, dass der Hurrikan weiter richtig Grossbritannien und Irland zieht.
Die andere wäre ein Richtungswechsel Richtung Osten, so würde Lorenzo auf das Festland von Europa treffen – auch auf die Schweiz. Dabei würde er massiv an Geschwindigkeit verlieren und zu einem normalen Tief werden. Mit Wind und Regen müsste jedoch trotzdem gerechnet werden.