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Fruchtbare Frauen kleiden sich attraktiver
Was eine junge Frau morgens aus ihrem Kleiderschrank holt, hängt nicht nur vom Wetter, vom Anlass und von der Stimmung ab. Es ist vielmehr ein unbewusstes Signal für ihre fruchtbaren Tage. Einer jetzt veröffentlichten Studie zufolge sind fruchtbare Frauen an ihrer modischeren Kleidung zu erkennen. Zu diesem Schluss kommen jedenfalls Martie Haselton und eine Gruppe von amerikanischen Psychologinnen von der University of California in Los Angeles nach einer Studie mit 30 Teilnehmerinnen.
Per Urintest bestimmten die Forscherinnen, in welcher Zyklusphase sich die Teilnehmerinnen befanden, und fotografierten sie einmal in der besonders fruchtbaren Phase um den Eisprung herum und einmal in der wenig fruchtbaren Phase zwei Wochen später. Nachdem sie die Gesichter geschwärzt hatten, legten sie die Bildpaare 42 Männern und Frauen vor und fragten sie: „Auf welchem Foto möchte die Frau attraktiver wirken?“ In knapp 60 Prozent der Fälle fiel die Wahl auf das Bild aus der fruchtbaren Phase. Das schliesst ein zufälliges Ergebnis aus", sagte Haselton.
Der Unterschied im Kleidungsstil sei jedoch nicht extrem; Frauen griffen während der Menstruation keineswegs ausschliesslich zu Schlabberpullis und farblosen T-Shirts. "Wir haben zum Eisprung ein bisschen mehr Haut gesehen. Ich habe den Eindruck, dass sich die Frauen nur ein bisschen modischer, aber nicht unbedingt sexyer kleideten." Manchmal waren die Unterschiede im Outfit so deutlich wie Cargohosen mit Bikerstiefeln gegenüber Rock und Twinset. Manchmal ganz subtil, wie bei einer Studentin in derselben schwarzen Hose mit Tanktop. Das Oberteil war allerdings in der unfruchtbaren Zeit weiss und schlicht - in den fruchtbaren Tagen dagegen bunt, tiefer ausgeschnitten und mit einem Spitzenrand verziert.
Haselton hatte in einer vorhergehenden Studie herausgefunden, dass Frauen während des Eisprungs mehr flirten und verstärkt attraktiven Männern hinterher sehen. „Irgendwie ‚wissen’ Frauen, wann sie besonders fruchtbar sind, auch wenn sie wie unsere Studentinnen ihren Zyklus nicht besonders beobachten“, meint Martie Haselton. „Und ihre Männer scheinen es auch zu ‚wissen’, wie neuere Studien zeigen. Sie kümmern sich besonders liebevoll um ihre Partnerinnen, wenn diese ihren Eisprung haben.“
Damit ist die Annahme widerlegt, Menschen unterscheiden sich von Tieren dadurch, dass sie ihre fruchtbarste Phase nicht einmal selbst kennen. Viele Tiere zeigen ihre Paarungsbereitschaft durch auffällige Federn oder einen eindeutig erkennbaren Geruch an. Bei Menschen sind diese Signale dagegen nicht so deutlich - weswegen es immer wieder zu ungewollten Schwangerschaften kommt.
Quelle: Haselton, M. Hormones and Behavior, Oct. 10, 2006; online edition.
Stand: 10/06, BH