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Der französischen Regierung wurden dystopische Fantasien vorgeworfen, nachdem sie die Verwendung von Überwachungskameras genehmigt hatten, um zu zählen, wie viele Reisende eine Gesichtsmaske tragen.
Ein neues Dekret hat den Betreibern öffentlicher Verkehrsmittel die Möglichkeit gegeben, „Smart Video zur Messung der Nutzungsrate von Masken im Verkehr“ zu verwenden.
Frankreichs Datenschutzbeauftragter CNIL sagte, dass „intelligente“ Kameras in Bussen, U-Bahnen und Zügen eingesetzt werden, um zu „beobachten“, ob die Covid-19-Regeln, die einen Mund und Nasenschutz erfordern, eingehalten werden.
Nach Angaben der Regierung werden die Kameras nur tabellarisch angeben, wie viele Personen Masken tragen, ohne die Personen zu identifizieren.
Schon im Dezember wurde eine ähnliche Initiative vorgeschlagen, aber die Regierung stellte die Idee zurück, nachdem die CNIL erklärt hatte, sie riskiere „das ordnungsgemäße Funktionieren unserer demokratischen Gesellschaft zu untergraben“ und es gebe keinen klaren rechtlichen Rahmen, unter dem sie sich rechtfertigen könne.
Die Agentur erklärte, sie habe beschlossen, das Überwachungsprogramm nun ein zweites Mal zu genehmigen, da die Regierung ihren Zweck klar dargelegt habe und die Kameras keine „biometrischen Daten verarbeiten“ und daher „kein Gesichtserkennungsgerät darstellen“.
Die Entscheidung stieß auf heftigen Widerstand von Bürgerrechtsgruppen. Die Quadrature du Net, die die digitalen Freiheiten verteidigt, verurteilte das Dekret als „autoritäre Offensive“. Die Gruppe argumentierte auch, dass die Überwachung einen eindeutigen Verstoß gegen das französische Recht sowie gegen die EU-Vorschriften zur Verarbeitung personenbezogener Daten darstelle.
In den sozialen Medien herrschte ähnliche Empörung. Einige Kommentare enthielten den Hashtag „#BigBrotherIsWatchingYou“.
Ein unbeeindruckter Beobachter scherzte, dass die Regierung darauf bedacht zu sein schien, sicherzustellen, dass die Leute maskiert sind, aber es gibt keine Kameras, um Taschendiebe zu „entlarven“, die sich in der U-Bahn herumtreiben.
Seit Beginn der Covid-19-Krise hat Frankreich einige der strengsten Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des Virus zu verringern.
Am Montag warnte der französische Präsident Emmanuel Macron, dass die Beschränkungen in den kommenden Tagen wieder eingeführt werden könnten, um die steigende Rate an Covid-19-Infektionen in Frankreich einzudämmen.