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Marc Forster wuchs wohlbehütet in einer Familie in Davos auf, die ein Leben wie Hollywood-Stars führte: Privatjets, teure Autos, Bedienstete. Eines Tages stellte sich heraus, dass sein Vater das gesamte Familienvermögen mit riskanten Geschäften verspielt hatte. Auch das Geld für ein Studium an einer New Yorker Filmschule war weg. Doch Marc Forster gab seinen Traum nicht auf. Freunde gewährten ihm ein Darlehen, damit er das Studium an der New York University absolvieren konnte.
Langer und steiniger Weg zum Erfolg
Der Durchbruch gelang Marc Forster mit dem Südstaatendrama «Monster‘s Ball», für das Hauptdarstellerin Halle Berry 2002 einen Oscar gewann. Der Weg zum Erfolg war für Forster allerdings lang und steinig: Nach dem Studien-Abschluss schrieb Marc Forster Drehbücher, entwickelte Projekte – doch niemand hatte auf den frischgebackenen Schweizer Regisseur gewartet. Er nahm Schulden auf, lebte unter dem Existenzminimum und arbeitete weiter.
Mit dem Drama «Everything Put Together» gewann Forster schliesslich einen Preis am renommierten Sundance-Festival. Der Film ebnete den Weg für grössere Projekte und den grossen Erfolg.
Kein Gefangener eines Stils
Marc Forsters nächster Film, «Finding Neverland» mit Johnny Depp in der Hauptrolle, erhielt gleich sieben Oscar-Nominationen. Der Schweizer hat es geschafft, sich in Hollywood zu etablieren. Mit jedem weiteren Film wechselte Forster das Genre, experimentierte mit neuen filmischen Ausdrucksmitteln. «Ich möchte mich nicht an einen Stil binden», sagt Forster. «Denn in dem Moment, wo man sich an einen Stil anlehnt, wird man Gefangener dieses Stils.»
Hoher Erwartungssdruck
2008 wurde ihm die Regie des Bond-Abenteuers «Quantum of Solace» angeboten. Marc Forster inszenierte den Agenten-Klassiker als knallharten Actionfilm. Forsters Bond-Film fiel zwar bei den Kritikern durch, wurde aber zu einem Erfolg an der Kinokasse.
Mittlerweile muss sich Marc Forster mit dem Problem erfolgreicher Regisseure auseinandersetzen: mit dem Erwartungsdruck. «Eigentlich muss man diesen Erwartungsdruck vergessen», sagt Forster. «Es geht darum, meiner Passion zu folgen und nur noch die Drehbücher zu verwirklichen, die mir wirklich am Herzen liegen.»
CINEMAsuisse
Zehn grosse Schweizer Filmschaffende und jeder ein Meister seines Fachs: Ihnen widmete CINEMAsuisse, die Fernsehreihe der SRG SSR, 2012 je einen Porträtfilm. Zehn weitere Porträtfilme folgen ab Juni 2013.