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Douro
Douro: Vom Portwein zum Kultwein
Der legendäre Ruf des Douro-Tales basierte über Jahrhunderte hinweg auf dem Portwein. Ab 1970 wurden aus Dutzenden von alteingesessenen Rebsorten gezielt die fünf besten selektioniert und im grossen Stil angebaut. Damit schufen die Douro-Winzer auch die Voraussetzungen dafür, dass sie heute neben den Portweinen auch mit konzentrierten und fruchtbetonten Rotweinen die Exportmärkte erobern. Die einmaligen Terrassen-Rebberge entlang des Douro wurden schon 2001 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.
Weissweine aus Douro
Rotweine aus Douro
Es war ein berühmter Adeliger, der den guten Ruf der Douro-Weine begründete. Wegen der schlechten Beziehungen zwischen England und Frankreich, kauften englische Geschäftsleute im 18. Jahrhundert immer mehr Douro-Wein. Doch aufgrund der enormen Nachfrage wurde die Qualität der Weine immer schlechter, oft wurden sie sogar mit Holundersaft vermischt. 1756 schritt der portugiesische Premierminister, der legendäre Marquês de Pombal, persönlich ein und gründete eine Gesellschaft, welche die Einhaltung von strengen Qualitätskriterien bei der Produktion von Douro-Weinen garantieren sollte. Ein Katasterplan legte unter anderem fest, dass Douro-Weine nur auf Schieferböden produziert werden dürfen. Dieses von oberster Stelle diktierte Dekret gilt heute als eine der ersten kontrollierten Ursprungsbezeichnungen in der Weinbaugeschichte.
Auf Schiefer gewachsen
Tatsächlich sind die Schieferböden ein entscheidender Faktor für die Qualität der Douro-Weine. Denn im kargen Schiefer müssen die Reben tiefe Wurzeln bilden, um genügend Nährstoff zu bekommen. Wegen dem unterschiedlichen Klima im Tal, ist das Anbaugebiet in drei Subzonen unterteilt. Im westlichsten Teil, dem Baixo Corgo herrscht ein vergleichsweise kühles, vom nahen Atlantik beeinflusstes Klima. Der trockene Cima Corgo mit seinen spektakulären Rebterrassen gilt als das Herz des Anbaugebietes. Hier reifen die prestigeträchtigsten Port-, vermehrt aber auch rote Spitzenweine. Der unwegsame, heisse Douro Superior nahe der spanischen Grenze gilt als neues El Dorado für konzentrierte Rotweine.
Spezialität Portwein
Im Douro-Tal wird ausgehend vom Douro-Fluss bis in die hohen Talflanken, von 200 bis 900 Meter über Meer, Weinbau betrieben. Entsprechend gross ist das Spektrum der Weine, die hier erzeugt werden. Frische Weissweine reifen hier ebenso wie voll strukturierte Rotweine. Die besondere Spezialität des Tals sind nach wie vor die Portweine. Während die Vintage Ports schon zwei Jahre nach der Ernte abgefüllt werden, sich aber in der Flasche jahrzehntelang weiter entwickeln können, reifen die sogenannten Tawnys jahrelang im Eichenholzfass, bevor sie auf den Markt kommen.