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Das Wichtigste in Kürze
- Die Polizei hat das Filmset von «Rust» durchsucht und Schauspieler Alec Baldwin vernommen.
- Anonyme Zeugen berichten währenddessen von mangelnden Sicherheitsvorkehrungen.
- Schon eine Woche zuvor soll es einen Zwischenfall mit einer Waffe gegeben haben.
Der tödliche Schuss aus der Requisitenwaffe von Alec Baldwin auf eine Kamerafrau am Set eines Western-Films gibt weiter Rätsel auf. Zu den genauen Umständen des Vorfalls und dem fatalen Projektil gebe es noch immer offene Fragen. Das teilte die Polizei am Freitagabend (Ortszeit) der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Ermittler hätten den Drehort durchsucht.
Auch Alec Baldwin wurde bereits von der Polizei befragt: «Er hat Erklärungen abgegeben und die Fragen (der Ermittler) beantwortet.» Das sagte der Sprecher des Sheriffs von Santa Fe, Juan Rios, der Nachrichtenagentur AFP. «Er kam freiwillig und verliess das Gebäude, nachdem er seine Befragung beendet hatte. Es wurde keine Anklage erhoben und es gab keine Festnahmen.»
Mehrere US-Medien, darunter etwa die «New York Times», zitierten währenddessen aus dem Polizeibericht. Dabei hiess es, dass ein Regieassistent die Prop-Waffe an Baldwin übergeben habe. Dabei soll er gesagt haben, die Waffe sei «cold» («kalt»). Das bedeutet in etwa so viel, wie die Waffe sei nicht geladen und enthalte keine scharfe Munition.
Doch als Alec Baldwin die Waffe am Donnerstag abfeuerte, kam es zur Tragödie: Die 42-jährige Kamerafrau Halyna Hutchins erlitt tödliche Verletzungen. Auch Regisseur Joel Souza (48) wurde getroffen und mit einer Schulterverletzung ins Krankenhaus gebracht.
Er konnte aber später entlassen werden, wie US-Medien berichteten. Der Assistent hatte laut der «NYT» nicht gewusst, dass die Waffe geladen war. Das ging aus der eidestattlichen Erklärung hervor.
Alec Baldwin: Mangelnde Sicherheitsvorkehrungen am Set?
Die Dreharbeiten zu dem Low-Budget-Western «Rust» hatten Anfang Oktober auf der Bonanza Creek Ranch begonnen. Alec Baldwin wirkte bei dem Film auch als Produzent mit. Auf dem Gelände nahe einer früheren Goldgräberstadt in der Wüste New Mexicos wurden bereits zahlreiche Filme produziert.
Laut einem Bericht der «Los Angeles Times» vom Freitag sollen sich Mitarbeiter am Set über mangelnde Sicherheitsvorkehrungen. Auch schlechte Bedingungen wie lange Arbeitszeiten werden beschrieben.
Besonders brisant: Mehrere Mitarbeiter der Kamera-Crew hätten wenige Stunden vor dem tödlichen Vorfall aus Protest gegen die Arbeitsbedingungen den Drehort verlassen. Die Zeitung berief sich dabei auf ungenannte Quellen.
Weiter hiess es, die in Hollywood üblichen Sicherheitsprotokolle seien nicht strikt befolgt worden. Mindestens einer der Kameraleute habe sich zuvor schon über die Waffensicherheit beschwert.
Bereits letzte Woche soll es nämlich einem Zwischenfall gekommen sein, als Baldwins Stunt-Double gesagt wurde, die Waffe sei «kalt». Dennoch sei es zu einer versehentlichen Entladung gekommen, wie «Los Angeles Times» einen weiteren Zeugen zitiert. «Es hätte eine Untersuchung geben sollen», doch die gab es nicht.
Laut der Zeitung ist üblicherweise ein Requisiteur oder ein lizenzierter Waffenmeister für die am Set benutzten Waffen zuständig. Zu dessen Aufgaben gehöre es auch, diese mit Platzpatronen zu laden. Zudem müssten diese den Schauspielern und Regieassistenten den Umgang damit erklären. Scharfe Munition sei am Set verboten.