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Microsoft will den Internetdienstleister Yahoo laut Medienberichten zwar nicht unbedingt komplett übernehmen, aber Teile von Yahoo aus dem Konzern lösen. Ein neuer Vorschlag an die Yahoo-Führung sieht nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters vor, dass der Softwareriese nur das Suchmaschinengeschäft des Internetkonzerns übernimmt. Ausserdem könnte Microsoft einen Minderheitsanteil an Yahoo kaufen, sobald sich das Internetunternehmen von seinen Vermögenswerten in Asien getrennt habe.
Microsoft wolle von Yahoo das Geschäft mit Internetwerbung übernehmen, berichtete dagegen das «Wall Street Journal» in seiner Online-Ausgabe. Weiter solle Yahoo seine Aktivitäten in Asien an Microsoft abtreten. Microsoft und Yahoo wollten sich zunächst nicht äussern. Microsoft hatte erklärt, Yahoo eine Alternative zu einem vollständigen Kauf vorgeschlagen zu haben. Der Software-Konzern nannte allerdings bisher offiziell keine Details.
Anfang Mai hatte Microsoft seine 47,5 Mrd Dollar schwere Übernahmeofferte nach drei Monaten intensiven Werbens zurückgezogen. Das Management von Yahoo lehnt die Übernahme mehrheitlich ab. Inzwischen sind die Yahoo-Chefs aber in die Kritik einiger Grossaktionäre geraten, darunter des US-Milliardärs Carl Icahn. Er will unter anderem den Verwaltungsrat bei Yahoo mit eigenen Kandidaten neu besetzen und dadurch ein Zusammengehen mit Microsoft erzwingen. Icahn hält bisher etwa 4% der Yahoo-Aktien und hat angekündigt, weitere Anteile zu kaufen.
Abseits der diskutierten Alternativen ist bei Microsoft eine Übernahme Yahoos noch nicht vom Tisch, wie der Chef des Konzerns erklärte. «Der Komplett-Aufkauf von Yahoo bleibt weiterhin eine Option», sagte Steve Ballmer, Chef des Software-Giganten, in einem Interview mit der ungarischen Wirtschaftswochenzeitung «Figyelö». Zu diesem Zweck werde Microsoft möglicherweise auch mit dem Yahoo-Investor Carl Icahn gesondert verhandeln.
«Derzeit sprechen wir nicht über einen Komplettaufkauf von Yahoo, sondern suchen nach anderen Lösungen», bestätigte Ballmer der Zeitung. «Doch wir halten uns die Option offen, dass wir ein Angebot für Yahoo als Ganzes unterbreiten, oder wir verhandeln mit Aktionärsrebellen wie zum Beispiel Carl Icahn.»