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Strafprozesstheorie und materielle Rechtskraft.
Grundlagen und Dogmatik des Tatbegriffs, des Strafklageverbrauchs und der Wiederaufnahme im Strafverfahrensrecht.
Beschreibung
Warum müssen Strafverfahren ein Ende finden – und dies teilweise selbst dann, wenn ihre Ergebnisse Wahrheit und Gerechtigkeit verfehlen? Die Arbeit untersucht das klassische Problem der materiellen Rechtskraft bzw. des ne bis in idem-Grundsatzes in seinen wichtigsten Dimensionen, d.h.: die Frage nach dem Gegenstand des Strafverfahrens, also des sog. prozessualen Tatbegriffs; die Problematik der Bestimmung der einzelnen in Rechtskraft erwachsenden Entscheidungen; die Legitimitätsbedingungen einer Auflösung der materiellen Rechtskraft, also einer Wiederaufnahme des Verfahrens. Die Antworten auf diese Fragen werden aus einem Ansatz gewonnen, der einen engen Zusammenhang zwischen dem Grund, weshalb Strafverfahren enden müssen, und dem Grund, weshalb sie überhaupt beginnen dürfen, postuliert – also aus einer Strafprozesstheorie, die sich die fundamentale Frage nach der Legitimierbarkeit des Verfahrens gegenüber dem (ggf. unschuldigen) Verfolgten stellt.
Luís Greco ist 1978 in Rio de Janeiro, Brasilien, geboren und hat im Jahr 2000 an der dortigen Bundesuniversität sein Studium der Rechtswissenschaften abgeschlossen. Seit 2001 in München, hat er dort unter der Betreuung von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Claus Roxin den LL.M. (2003) und die Promotion (2008), welche mit dem Max Weber-Preis der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet wurde, absolviert. Von 2004 bis 2013 hat er als wissenschaftlicher Assistent bei Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Bernd Schünemann gearbeitet, unter dessen Leitung er sich 2014 habilitiert hat. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Grundlagen des Straf- und Strafprozessrechts.