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Daniel Hope, Daishin Kashimoto, Amihai Grosz, Claudio Bohórquez und David Greilsammer spielen Kammermusik von Beethoven, Schumann und Brahms.
Mozart hatte als erster mit der kammermusikalischen Form des Streichtrios experimentiert, aber sein Divertimento KV 563 wurde erst posthum veröffentlicht. Also knöpfte sich Beethoven diese Besetzung noch einmal vorzuknöpfen: Opus 3, Opus 8 und Opus 9 sind dieser Gattung gewidmet. Während die ersten beiden Versuche noch Experimente waren, gelang ihm mit dem Opus 9 «das beste meiner Werke», wie er damals selber schrieb. Ein Trio, das nur möglich wurde, weil die Kammermusik in jener Zeit aus den Salons der Liebhaber und Laien in den Konzertsaal wanderte, wo die professionellen Musiker in der Lage waren, die komplexen und technisch anspruchsvollen Ideen des Komponisten umzusetzen.
Der Kammermusikabend im Maag-Areal ist deshalb auf Weltklasse-Musiker angewiesen. Neben Daniel Hope, dem Music Director des ZKO, wird auch Daishin Kashimoto, der seit 2009 erster Konzertmeister der Berliner Philharmoniker ist, zur Geige greifen. Ebenfalls Stimmführer bei den Berliner Philharmonikern ist der Bratschist Amihai Grosz. Das Cello spielt Claudio Bohórquez. Der in Deutschland geborene Musiker mit peruanisch-uruguayischer Abstammung feiert als Solist grosse Erfolge, unter anderem an der Seite von Daniel Barenboim, Christoph Eschenbach und David Zinman. Ausserdem dabei: der Pianist David Greilsammer, der durch seine grenzüberscheitende Musikauffassung begeistert. Er ist vom Barock bis zu Cage zuhause, vom Konzertsaal bis zum Tanz.
Gemeinsam werden sie an diesem Abend dem Erbe Mozarts und Beethovens nachhorchen, wenn sie das Klavierquintett von Brahms und das Klavierquartett von Schumann spielen. Robert Schumann komponierte lediglich ein Werk für diese Konstellation, und zwar in seinem sogenannten «Kammermusikjahr» 1842. Ein Werk, in dem das klassische Erbe immer wieder durchschimmert, gleichzeitig aber auch dunkle, ja gespenstische Romantik, etwa im Scherzo, in Szene gesetzt wird. Mit dem wunderschönen Cellothema erinnert das Quartett an Schumanns eigene Lieder. Anders als Beethoven, der versuchte, die Spannungen in eine Form zu pressen, klingt bei Schumann der andauernde Gegensatz der Gefühle beinahe harmonisch.
Ein ewiger Tüftler im Weinberg seiner eigenen musikalischen Ideen war Johannes Brahms. Es dauerte lange, bis er die passende Form für jenes Notenmaterial fand, das er zuvor Clara Schumann geschickt hatte, die ihn umgehend aufforderte, diese «wundervoll grossartigen» Ideen «mit einem Füllhorn über das ganze Orchester auszustreuen.» Das Ergebnis war das Klavierquintett in f-Moll op. 34: eine Hommage an die Musik Robert Schumanns, gleichsam aber auch ein für Brahms eher seltenes Schielen auf Richard Wagner – und am Ende, in der fulminanten Stretta, dann doch wieder ein ureigener Brahms-Sound.
Ein Kammermusikabend mit ausserordentlicher Musik, die ausserordentliche Virtuosen benötigt, welche die Vielfalt, Tiefe und Entwicklung der musikalischen Strukturen von der Klassik bis zur Romantik nachzeichnen.
Den Artikel lesen Sie auch im aktuellen OPUS.