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Eine Krampfaderoperation besteht im Wesentlichen aus dem Entfernen der erkrankten Vene, oftmals mit Hilfe einer sogenannten Crossektomie. Hierfür erfolgt während der OP ein kleiner Schnitt in der Leiste, falls die grosse Stammvene (Vena saphena magna) betroffen ist, oder in der Kniekehle, wenn die kleine Stammvene (Vena saphena parva) betroffen ist.
Bei der Operation wird die Mündung der oberflächlichen Vene von der tiefen Vene abgetrennt. Zusätzlich trennt man alle übrigen Seitenäste, die auf dieser Höhe in die tiefe Vene einmünden, ab. Anschliessend kann die Stammvene auf der vorher bestimmten Länge entfernt werden. Dieses Verfahren nennt man Stripping. Es erfolgt mittels einer speziellen Sonde. Die übrigen oberflächlichen Krampfadern werden über winzige Stiche minimal invasiv entfernt (Miniphlebektomie/Seitenastexhairese).
Die Krampfaderoperation ist die bislang bestdokumentierte Behandlung mit jahrzehntelanger Erfahrung.
Die Operation kann in Narkose oder im Sinne einer Teilnarkose (Spinalanästhesie) ambulant oder kurzstationär (1- 2 Tage) durchgeführt werden.
Bei einer operativ behandelten Krampfader empfehlen wir das Tragen von elastischen Binden, Tag und Nacht während einer Woche, anschliessend während einer Woche tagsüber. Nach der Fadenentfernung bzw. Steristripentfernung raten wir zum Tragen eines Unterschenkelkompressionsstrumpfes der Klasse II für 2-4 Wochen.
Eine Thromboseprophylaxe mit Spritzen (Verhinderung von Blutgerinnselbildung) ist bei mobilen Patienten nicht empfohlen. Sollten aber Risiken vorhanden sein (wiederholte Blutgerinnselbildung in den Beinen oder Lungenembolien), ist bei einem leicht erhöhten Risiko einer erneuten Blutgerinnselbildung eine Thromboseprophylaxe mit kleinen Spritzen unter der Haut (Fragmin®) für zwei Wochen ratsam.
Die Aufnahme von Sportaktivitäten richtet sich nach dem Heilungsprozedere. Bei vollständig abgeheilter Haut und entfernten Steristrips bzw. entfernten Fäden ist eine Aufnahme aller sportlichen Aktivitäten erlaubt bzw. empfohlen. Regelmässiges Gehen und auch kurze Velofahrten sind bereits nach 1 – 2 Tagen erlaubt.
Die Wiederaufnahme der Arbeit richtet sich nach den Anforderungen bei der Arbeitsstelle (sitzende Tätigkeiten können rasch wieder aufgenommen werden, mit der Bedingung, regelmässige Spaziergänge bzw. aktive Mobilisation zu unternehmen). Grundsätzlich stellen wir eine Arbeitsunfähigkeit nach operativ behandelten Patienten für 7 – 10 Tage aus.
Nach der OP können entlang des Strippingkanals kurzstreckige Ausfälle von Hautnerven erfolgen, welche zur Folge haben, dass ein stumpfes Gefühl bzw. ein Taubheitsgefühl in der Haut entsteht. Verletzungen von Muskelnerven sind bei der langen Stammvenenbehandlung äusserst selten, bei der Entfernung der kurzen Stammvene (Vena saphena parva) zu 1 – 2 % möglich. Diese Verletzung des Muskelnervs (Nervus tibialis) hat zur Folge, dass vorübergehend die Muskulatur im Unterschenkel bzw. Fussbereich gelähmt ist, so dass das Gehen schwerfallen kann. Langzeitschäden sind sehr selten (weniger als 1 pro 10.000).
Während der Behandlung einer Krampfader mit Laser, bzw. Radiofrequenz-Ablation, entsteht Hitze. Zur Kühlung und damit Hitzeschäden an der Haut verhindert werden, entfernt der Behandelnde die Haut von der Stammvene, indem er gezielt ein Lokalanästhetikum injiziert (Tumeszenz).
Ganz selten können auch hier Hautnerven geschädigt werden, so dass ein Taubheitsgefühl im Hautbereich entsteht (Hypästhesie). Die Bildung von Thrombosen und Restvenenentzündungen (Thrombophlebitis) ist ebenfalls eine seltene aber beschriebene Komplikation, welche mit einer Blutverdünnung (Xarelto®) behandelt werden kann.
Bei den operativ behandelten Patienten kann eine Schwellung im Bereiche des Leistenschnittes entstehen. Dies ist häufig auf vermehrtes Wundwasser zurückzuführen und ebenfalls eine gut behandelbare Komplikation. Sollte diese auftreten, muss die Wunde eröffnet werden (d.h. meist vor der regulären Fadenentfernung) und anschliessend offen behandelt werden. Selten ist die Gabe von einer Antibiotikatherapie notwendig, dies insbesondere dann, wenn Anzeichen einer Infektion bestehen.
Einmal bei einer Operation entfernte Venen wachsen grundsätzlich nicht nach, aber es können aus lang belassenen Venenstümpfen kleine Ästchen wachsen, die sich mit nahe gelegenen Venen verbinden und zusammenwachsen. Diese Venen können dann zur sogenannten Rezidivvarikosis führen („wieder erkrankte Venen“). Die Beschwerden, die daraus entstehen, sind dieselben, wie bei den primären Krampfadern.
Anfänglich gesunde Venen können sich, bei einer Neigung dazu Krampfadern zu entwickeln, jederzeit verändern bzw. erkranken. Insbesondere dann, wenn Risikofaktoren nicht behoben werden.
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