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Hohe Raumtemperaturen lassen sich auch mit Kopfschmerzen sowie Augen-, Nasen-, Ohren- und Rachenbeschwerden in Verbindung bringen. Bei hoher Luftfeuchtigkeit wiederum können sich Schimmelpilze vermehren, was bestimmte gesundheitliche Probleme wie Asthma verursachen oder verschlimmern kann.
In allen europäischen Ländern gibt es Richtlinien für eine Mindestraumtemperatur in Schulzimmern, die per Gesetz oder in Normen festgelegt sind. Diese Mindestanforderungen variieren von Land zu Land und je nach Jahreszeit. Diese liegen jedoch in einer Spanne von 17 C bis 20 C. Eine Vorgabe für die maximale Temperatur in Schulzimmern ist weitaus seltener anzutreffen. Diese liegt dann zwischen 22 C und 29 C.
Bei der Modernisierung älterer Schulgebäude sowie auch bei Neubauten bekommt die Schaffung guter thermischer Bedingungen durch energieeffiziente Technologien, aber auch die natürliche Lüftung, Sonnenschutz und der intelligenten Gebäudegestaltung eine zentrale Rolle.
Lüftung
Eine natürliche Lüftungskühlung kann tagsüber ganz einfach durch Öffnen der Fenster und Tageslicht-Systeme im Dach erzielt werden. Einige Schulen nutzen auch die Nachtlüftung. Dabei wird die kühle Nachtluft genutzt, um die Temperatur der thermischen Masse eines Gebäudes (Wände, Böden etc.) abzusenken, sodass am Folgetag weniger Kühlenergie im Gebäude benötigt wird.
Die Zurückhaltung vom Einsatz der Nachtkühlung basiert wohl auf Sicherheitserwägungen sowie auf der Möglichkeit, dass Regen einsetzen könnte und niemand anwesend wäre, um Fenster und Öffnungen in der Dachverglasung zu schliessen. Eine Lösung ist der Einbau von Fenstern und Glasdach-Systemen, die geöffnet werden können, um den Eintritt kühler Luft zu ermöglichen und gleichzeitig das Eindringen von Personen oder auch Feuchtigkeit durch Regen verhindern.
Weitere Lösungen
In Ländern mit Temperaturen ab 30 C während der Sommermonate reicht die natürliche Lüftungskühlung eventuell nicht aus, um ein Schulzimmer dauerhaft angenehm zu temperieren.
In solchen Fällen sind zusätzliche Kühleinrichtungen wie Deckenventilatoren und Klimaanlagen ratsam.
Feldstudien zeigen jedoch, dass Menschen in natürlich belüfteten Gebäuden höhere Temperaturen tolerieren (de Dear und Brager, 1998). Die dadurch hervorgerufene Anpassung des Körpers an seine Umgebung wird adaptive thermische Behaglichkeit genannt. Diese setzt voraus, dass der Mensch seine Kleidung beliebig anpassen und Fenster nach Bedarf bedienen kann. So kann thermische Behaglichkeit durch natürliche Lüftung, Sonnenschutz und intelligente Gebäudegestaltung auch in warmen Klimazonen ohne Klimatisierung erreicht werden.
Unabhängig davon, wie sie erreicht wird, ist die thermische Behaglichkeit in Schulzimmern entscheidend für das Wohlbefinden und letztendlich den Lernerfolg der Kinder. Wie die Breischüsselchen im bekannten Märchen von Goldlöckchen und den drei Bären sollte das Schulzimmer weder zu warm noch zu kalt sein, sondern genau die richtige Temperatur haben.
Quellen
- de Dear and Brager (1998). Developing an Adaptive Model of Thermal Comfort and Preference. ASHRAE Transactions