Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03577.jsonl.gz/1627

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.
Zum Kontaktformular
Stürmischer Wochenstart
Eine Kaltfront erreichte im Laufe des Vormittages von Nordwesten her unser Land. Diese Kaltfront hatte einiges im Gepäck: Viel Regen und stürmischer Wind prägten das heutige Wettergeschehen bei uns.
Kaltfrontdurchgang am Vormittag
Nachdem gestern die zum Sturmtief "Mike" gehörende Warmfront bei uns wetterbestimmend gewesen ist, erreichte die zu diesem Störungssystem gehörende Kaltfront heute Vormittag unser Land. Diese Kaltfront kam sehr schön als Linie organisiert daher und hatte durchaus Ähnlichkeiten mit einer sommerlichen Böenlinie (einer sogenannten "squall line"). Es fehlte jedoch (der Jahreszeit entsprechend) etwas die Gewitteraktivität.
Nach wie vor windig
Der starke, auf den Berggipfeln stürmische Wind hielt auch heute an. Der Jetstream, (ein Starkwindband auf etwa 9 km Höhe) kam heute im Tagesverlauf genau über der Schweiz zu liegen. Dieser Jet war unter anderem dafür verantwortlich, dass auf dem Titlis bis zu 149 km/h gemessen wurden. Auf dem Gütsch ob Andermatt konnte sogar eine Böe von 156 km/h registriert werden.
Mit der oben erwähnten Kaltfront ging wie meistens bei einem Kaltfrontdurchgang ein markanter Druckanstieg einher. Dieser war vor allem für die Winde im Mittelland und insbesondere in den Alpentälern verantwortlich. In Glarus gab es Böen bis zu 77 km/h, und in Altdorf reichte es sogar für 88 km/h (alle Werte bis 16:30 Uhr).
"Aprilwetter" auf der Rückseite, kein Joran am Jurasüdfuss
Hinter der Kaltfront stellte sich am Nachmittag Rückseitenwetter ein. Dieses war - typischerweise - durch Aufhellungen, Sonnenschein und eine ausgeprägte Schauertätigkeit geprägt. Der Wind setzte sich in der äusserst labilen Schichtung der Grundschicht auch im Mittelland gut durch. Verbreitet wurden 60 bis über 80 km/h (am Flughafen Zürich) gemessen.
Der Joran, das heisst der Fallwind am Jurasüdfuss, welcher sich hinter einer Kaltfront gerne einstellt, konnte sich heute nicht etablieren. Zu stark war der Gradientwind, so dass der Joraneffekt quasi vom grossräumigen Druckgradienten übersteuert wurde.
Insgesamt gab es im Mittelland etwa eine, im Berner Seeland sogar mehr als zwei Stunden Sonnenschein.
Westföhneffekte in der Zentralschweiz
In Luzern und Umgebung hatte der starke Westwind föhnartige Effekte zur Folge. Einerseits fiel nur wenig Niederschlag ( bis um 16 Uhr 3 mm). Anderseits schien die Sonne während über 2 Stunden. Der Wind erreichte auf der Luzerner Allmend bis zu 85 km/h.
Markant war die Temperatur: Am Nachmittag stieg die Quecksilbersäule auf über 15°C. An den allermeisten Orten im Mittelland gab es nicht mehr als 12°C.