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Ein österreichischer Augustinermönch entdeckte um das Jahr 1865 die Gesetze der Vererbung. Gregor Mendel führte seine Versuche im Klostergarten anhand von verschiedenen Sorten der Gartenerbse durch, welche sich durch eindeutige von Auge erkennbare Merkmale unterschieden, zum Beispiel der Farbe der Blüten. Mendel kreuzte, indem er die Pollen der einen Sorte auf die Narben der anderen brachte. Dabei entdeckte er grundlegende Gesetzmässigkeiten bei der Verteilung von Erbanlagen auf die Nachkommen, welche heute als Mendelsche Gesetze bekannt sind. Mendel veröffentlichte seine Entdeckungen in zwei wissenschaftlichen Arbeiten, die aber keinerlei Einfluss auf die Biologie seiner Zeit hatten. Niemand erkannte damals den Wert seiner Forschung. Erst im Jahre 1900 entdeckten drei Biologen bei ihren Kreuzungsversuchen ähnliche Gesetzmässigkeiten und stiessen bei ihren Recherchen auf Mendels Versuche.
Im Verlauf des 20. Jahrhunderts entdeckten Forschende immer mehr über die Gesetzmässigkeiten der Vererbung, über den Aufbau der Chromosomen, über das Erbmaterial DNA. Die klassische Genetik entwickelte sich insbesondere in den letzten zwanzig Jahren immer mehr in Richtung molekulare Gentechnik. Genetik und Gentechnik verfolgen eigentlich die gleichen Ziele, jedoch mit anderen Methoden. Mittels Kreuzungen hat der Mensch bei Tieren und Pflanzen seit Jahrhunderten versucht, favorisierte Merkmale herauszukreuzen. Allerdings hat dieser Prozess einen Haken, denn bei Kreuzungen wird nicht nur das gewünschte Gen gekreuzt, sondern das ganze Genom. Mit Hilfe der Gentechnik haben Forscherinnen und Forscher heute die Möglichkeit, ganz gezielt ein Gen für ein bestimmtes Merkmal aufzuspüren und zu verändern.