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Spricht man vom Musiktheater von Bertolt Brecht und Kurt Weill, müsste man eigentlich im selben Atemzug von Lotte Lenya sprechen. Denn sie prägte Stücke wie die «Dreigroschenoper» oder das «Mahagonny Songspiel» mit ihrem unverwechselbaren Gesang massgeblich mit.
Lotte Lenya, die in Wien in armen Verhältnissen aufwächst, kommt als 15-Jährige nach Zürich und wird Balletttänzerin und Schauspielerin. Als sie in den 1920er-Jahren nach Berlin wechselt und dem Komponisten Kurt Weill begegnet, nimmt ihre Karriere so richtig Fahrt auf. Die beiden verlieben sich, Weill erkennt Lenyas sängerische Begabung und konzipiert Rollen speziell für sie. Besonders mit der «Seeräuber-Jenny» der «Dreigroschenoper» schreibt sie Theatergeschichte und wird zu einer Ikone der Goldenen Zwanziger Jahre. 1935 flieht das Paar nach New York, wo Weill kommerzielle Erfolge am Broadway feiert. Doch erst durch die Darbietung von Lotte Lenya werden Lieder wie «September Song» oder «Speak Low» zu Klassikern. Stets bringt sie ihre eigenen, auch tragischen Lebenserfahrungen mit auf die Bühne, ungeﬁltert und direkt. Nach Weills frühem Tod 1950 spielt Lenya am Broadway und in Hollywood, zum Beispiel die KGB-Agentin Rosa Klebb im Bond-Film «Liebesgrüsse aus Moskau». Der Film lässt die Sängerin und Schauspielerin selbst zu Wort kommen, in Fernsehinterviews und Briefen, die von der Lenya-Verehrerin Meret Becker vorgetragen werden.