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Karzinomzellen können sich jederzeit aus dem Tumorverbund lösen und in die Blutstrombahn gelangen und damit an einen anderen Ort gelangen, wo möglicherweise eine Metastase gebildet wird. Daher ist es nicht erstaunlich, dass immer mehr Studien zeigen, dass die Präsenz von zirkulierenden Tumorzellen (CTC) mit einer eher ungünstigen Prognose korreliert. Insbesondere während der operative Entfernung eines Tumors ist damit zu rechnen, dass durch die Manipulation Tumorzellen freigesetzt werden und in die Blutbahn gelangen. Dies ist jedoch bis anhin kaum untersucht worden, ebenso nicht der mögliche Einfluss der Anästhesie auf diese CTC.
Es ist bekannt, dass Narkosemittel die Immunabwehr beeinflussen. In früheren klinischen Studien in der Anästhesie konnte unser Forschungsteam zeigen, dass Narkosegase (volatile Anästhetika wie zum Beispiel Sevofluran) im Gegensatz zu Anästhetika, die in die Vene appliziert werden wie Propofol, einen entzündungshemmenden Einfluss nach ausgedehnter Chirurgie ausüben, und somit die Komplikationsrate positiv beeinflussen. Hingegen ist nicht bekannt, ob sich dieser positive Einfluss auch auf die Präsenz von Tumorzellen auswirkt.
Dieses Gesuch enthält eine klinische Studie sowie ein Entwicklungsprojekt, beim dem einerseits Kliniker sowie translationale und Materialwissenschaftler involviert sind. Ziel der klinischen Studie ist es, bei 232 Frauen mit Mamma Karzinom, die sich in Allgemeinänästhesie einer operativen Entfernung des Tumors unterziehen, entweder Sevofluran oder aber Propofol als Anästhetikum einzusetzen. Dabei wird untersucht, ob die Art des Anästhetikums die Anzahl CTC nach der Operation beeinflusst. In einem Teilprojekt sollen zudem magnetische Nanopartikel hergestellt werden, die im Labor getestet werden. Sie könnten eingesetzt werden, um CTC, insbesondere solche, die während der Operation von Karzinomen entstehen, aus dem Blut zu entfernen.