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Ein »spezieller Dank« 19.01.2008 18:46

politonline d.a. Der nachfolgend wiedergegebene Artikel von Freace sei mit folgenden Fakten zum Irak eingeleitet: Industrie und Infrastruktur des aufstrebenden Landes mit seinem damals als vorbildlich geltenden Bildungs- und Gesundheitswesen wurden 1991 durch die wochenlangen Bombardierungen zerstört; das dem Land auferlegte, 12 Jahre währende Embargo führte zum Tod von 2 Millionen Irakern. Selbst für die medizinische Versorgung der Bevölkerung notwendige Importe wurden während des Embargos weitestgehend unterbunden.
Seit dem zweiten, völkerrechtswidrigen Überfall auf den Irak im März 2003 sind Hunderttausende auf der Flucht; allein Syrien und Jordanien haben 1,2 Millionen resp. 750 000 irakische Flüchtlinge aufgenommen, von der Unzahl der Toten gar nicht zu reden. Das Erbe dieses Kriegs besteht in Gewalt und Anarchie. Dazu gehören 1 die radikale Privatisierung der irakischen Wirtschaft und der Ausverkauf lukrativer Teile an US-Konzerne, trotz der offensichtlichen Illegalität und Völkerrechtswidrigkeit dieses Vorhabens. Am 19. September 2003 hatte Bremer mit seiner »Order 39« die Privatisierung irakischer Staatsunternehmen verfügt. Diese erlaubt es ausländischen Unternehmen, bis zu 100 % der Anteile an irakischen Banken, Minen und Fabriken zu übernehmen, sowie 100 % der künftigen Profite ausser Landes zu schaffen. Bremers »Order 39« steht auch in eindeutigem Widerspruch zum Haager Abkommen von 1907 und den Genfer Konventionen von 1949, die die Rechte und Pflichten von Besatzungsmächten regeln, und die auch von der USA ratifiziert wurden.
»Danke« für 1,2 Millionen Tote - Israelischer Oberrabbiner bedankt sich bei Bush
Bereits im September des vergangenen Jahres war eine Studie zu dem Ergebnis gekommen, daß im Irak infolge des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges der USA mindestens 1,2 Millionen Menschen getötet worden sind. Am 10. 1. 08 nun berichtete die Jerusalem Post, daß sich der Oberrabiner für ganz Israel der aschkenasischen Juden, Yona Metzger, am 9. 1. 08 bei US-Präsident George W. Bush ausdrücklich für den Krieg gegen den Irak bedankt hat. »Ich möchte Ihnen für Ihre Unterstützung Israels und insbesondere für das Führen des Krieges gegen den Irak danken«, sagte Metzger seinem Sprecher zufolge bei einem kurzen Treffen mit Bush im Flughafen Ben-Gurion in Tel Aviv. Metzgers Sprecher zufolge antwortete Bush daraufhin, er sei von Metzgers Worten »gerührt«. Etwa 52 % des jüdischen Anteils von rund 76 % der israelischen Gesamtbevölkerung - also annähernd 2,8 Millionen Menschen - gelten als den Ashkenazim zugehörig. Auch wenn zweifellos nicht alle hiervon als gläubige Juden bezeichnet werden können, so ist Metzgers Einfluß in Israel doch unübersehbar. Zu diesem Schluß kam denn auch die am 23. Dezember des vergangenen Jahres von dem Sender CBS ausgestrahlte Sendung »In God's Name« (»Im Namen Gottes«). Dort wurde Metzger als einer der zwölf weltweit einflußreichsten geistigen Führer bezeichnet.
Bei genauerer Betrachtung lag der Krieg gegen den Irak nur dann im Interesse Israels, wenn hier in größeren Dimensionen gedacht wird. Von dem Irak ging zu jener Zeit zweifellos keine Gefahr für Israel aus, war er doch durch die von den Vereinten Nationen verhängten verheerenden Sanktionen - dem Willen der USA folgend - äußerst geschwächt. Andererseits ist die ganze Region durch den Krieg und die anhaltende Besatzung massiv destabilisiert worden. Darüber hinaus bluten die USA, der »Beschützer« Israels, durch die anhaltenden und weiter steigenden Kosten des Krieges finanziell immer weiter aus. Mehr noch wächst weltweit, aber insbesondere in der arabischen Welt, die Wut auf die USA und auch Israel, da diesem - wie Metzgers Worte belegen, kaum zu Unrecht - ein starkes Interesse am Krieg gegen den Irak nachgesagt wird. Auf der anderen Seite war aber die Eroberung des Iraks durch die USA nicht nur ein wichtiger Schritt bei der seit langem geplanten »Neuordnung des Mittleren Ostens«, sondern auch für die Vorbereitung eines Angriffs auf den Iran. Insbesondere letztere Überlegung dürfte Metzger keineswegs fremd sein, hatte er es im israelischen Militär doch bis zum Rang eines Hauptmanns gebracht und »in mehreren Kriegen gekämpft«.
Quellen: http://pqasb.pqarchiver.com/jpost/access/1412315291.html?dids=1412315291:1412315291&FMT=ABS&FMTS=ABS:FT&date=Jan+10%2C+2008&author=MATTHEW+WAGNER&pub=Jerusalem+Post&edition=&startpage=06&desc=Chief+rabbi+thanks+Bush+for+%27war+against+Iraq%27 Chief rabbi thanks Bush for »war against Iraq«; Jerusalem Post, Jerusalem
Author: Matthew Wagner, Jan. 10, 2008; Start Page: 06; Section: News
Metzger's stand on the Iraqi war, while reflecting the Israeli majority and Orthodox Jewry, is not shared with most US Jews. The American Jewish Committee's annual Survey of American Jewish Opinion, published last year, found that 70 percent of US Jews disapprove of the Iraq war, with 28 % backing it.
http://www.freace.de/artikel/200801/130108a.html vom 13. 1. 08
1 WOZ vom 5 29.1.04