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Hochwasser in der Region Basel
Artikel auf der Webseite regionatur.ch
Bericht SRF vom 22. Januar 2018
Wasserstand bei Basel
Wie tief ist der Rhein bei Basel? Das hängt natürlich von der Wassermenge ab, die konstant beim Pegelmessgerät Rheinhalle und bei Rheinfelden gemessen wird. Hier der aktuelle Stand:
Die Wassertiefe des Rheins ändert sich ständig. Ein «normaler» Wasserstand bei Basel ist gegeben, wenn bei Rheinfelden eine Tiefe von 1,75 Meter gemessen wird. Dann ist die Tiefe des Flusses bei der Eisenbahnbrücke ca. drei Meter, beim Münster ca. fünf Meter und im Gebiet des Stadtteils St.-Johann circa sieben Meter, lautet die Auskunft des zuständigen Wasserbauamtes Basel-Stadt. Im Normalfall fliessen rund eintausend Kubikmeter mit einer Geschwindigkeit von zwei bis vier Metern pro Sekunde durch Basel. Von Passanten wird der Rhein vor allem bei aussergewöhnlichen Verhältnissen wahrgenommen. Was das bedeuten kann, wollen wir nun ein wenig genauer anschauen.
Basel erlebte in der Vergangenheit viele zerstörerische Hochwasser. Seit 1500 sind über 50 Hochwasser nachgewiesen, die auf Grund der Höhe des Rheins in Basel als extrem oder schwer eingestuft werden können.
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Wie im «Historischen Lexikon der Schweiz» zu erfahren ist, trat der Rhein bei Basel zum Beispiel auch 1342 über die Ufer. Die Überschwemmung ging als «Jahrtausendflut» in die Geschichte ein. Ganz Mitteleuropa war damals betroffen. Genaue Messungen aus jener Zeit liegen allerdings nicht vor; konkrete Schäden in Basel sind nicht überliefert. Es gilt aber als sicher, dass damals auch die Alte Brücke (Mittlere Brücke) schwer beschädigt wurde – wie so oft in der langen Zeit von 1225 bis 1905, als sie noch zur Hälfte aus Holz bestand.
Bis 1762 trat der Rhein bei Basel durchschnittlich alle 10 Jahre über die Ufer. In den folgenden 120 Jahren verlangsamte sich dieser Rhythmus; im 19. Jahrhundert erreichte der Rhein fünf Hochwasserstände. Ab 1808 liegen tägliche Pegelmessungen vor. Im 20. Jahrhundert trat der Rhein bei Basel 1910, 1978, 1994 und zum letzten Mal am 12. Mai 1999 über die Ufer. Damals flossen 5090 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ab, also beinahe viereinhalb Mal soviel wie normal!
Die Gewässerkorrektionen, nicht nur des Rheins, sondern auch im Jura, die Waldzunahme in den Alpen und im Mittelland, sowie der Bau von Speicherseen in den Alpen haben die Hochwasser tendenziell vermindert. Nach der Korrektion des Rheins grub sich der Fluss tiefer in sein Bett ein und beschränkte so die Wucht der Wassermassen. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren wirtschaftliche Interessen das Hauptmotiv für die Beobachtungen der Wasserspiegelhöhe. So sammelten Pioniere in Basel bereits ab 1808 Wasserstandsdaten für die Rheinschifffahrt. In diese Zeit fallen auch die ersten Gewässerkorrektionen zur Eindämmung der katastrophalen Überschwemmungen.
Aber es gibt auch das umgekehrte Szenario. Wegen Niedrigwasser kam der Schiffsverkehr im Trockensommer 2003 fast zum Erliegen. Zwischen Basel und Rotterdam konnten die Frachter nur etwa dreissig Prozent ihrer gewohnten Ladung aufnehmen.
Geschichtliche Informationen zu Niedrigwasser in Basel sind nur spärlich vorhanden, weil sie natürlich weniger offensichtliche Probleme verursachten – die Probleme in Trockenperioden machen sich auch heute noch zuerst in der Landwirtschaft bemerkbar. Einzig bei Laufenburg (ca. 35 km rheinaufwärts) finden wir historisch weiter zurückreichende Anhaltspunkte, weil dort die Niedrigwasserstände in einen Stein, den sogenannten Laufenstein, gemeisselt wurden und die dortigen hydrologischen Voraussetzungen mit jenen in Basel weitgehend vergleichbar sind. Dieser Stein kam nur bei Niedrigwasser zum Vorschein. Die Daten waren jedoch teilweise verwittert und nicht eindeutig identifizierbar. Kurz bevor der Laufenstein im Zusammenhang mit dem Kraftwerkbau (1908–1912) gesprengt wurde, hat man die angegebenen Jahreszahlen zu Papier gebracht. Eine Überprüfung der Zahlen mit anderen Berichten legt allerdings die Vermutung nahe, dass ein Teil der Zahlen falsch abgeschrieben worden sind oder unkenntlich waren.
Heute ist es kaum vorstellbar, dass der Rhein früher immer wieder mal zugefroren war. Die Urgrosseltern erinnern sich vielleicht noch an das Ereignis im Jahr 1929: Damals war der Fluss über weite Strecken begehbar. Auch die Winter 1947 und 1956 waren sehr hart. Im Winter 1962/63 war der Rhein das letzte Mal streckenweise zugefroren, so auch Teile des Basler Hafens. Eine Geschichte dazu von barfi.ch vom 29.9.2016
Die globale Erwärmung macht sich also auch in der Temperatur des Rheins bemerkbar. Bei Basel wurde eine Temperaturzunahme von zwei Grad in den letzten fünfzig Jahren registriert, wie das Bundesamt für Wasser und Geologie auf Anfrage mitteilt. Wobei sich der Anstieg in den Achtzigerjahren akzentuiert hat. Unabhängig von der Wasserführung lag das Jahresmittel seit 1988 durchwegs bei über zwölf Grad und damit deutlich höher als in den Jahrzehnten davor. 2003, im Jahr des legendären Hitzesommers, wurden sogar dreizehn Grad deutlich überschritten. So lange die Natur aber nur relativ kurze Zeit einem solchen Stress ausgesetzt ist, kann sie es gut verkraften, sagt das Bundesamt.
Die hydrologischen Daten der Neuzeit sind auf der Internetpräsenz des Bundesamt für Umwelt BFU nachzulesen. Dort finden Sie nicht nur die Möglichkeit sich die Wasserstände per SMS zuschicken zu lassen, sondern auch ein hydrologisches Jahrbuch, kantonale und internationale Daten, aktuelle Pegelstände und eine Seite für Vorhersage und Alarmierung.
Eintrag zum Hochwasser auf der Facebook Seite vom Basler Stadtbuch
Artikel über Messstation Rheinhalle.
Mehr zu nachstehender Hochwassermarke in diesem PDF.