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Friso Kramer wurde 1922 geboren und gehört zu der ersten Generation niederländischer Industriedesigner. Mit seinen Designs beeinflusste er nachhaltig die Entwicklung des modernen Designs der Niederlande. Kramer studierte Innenarchitektur am Institute for Education in Arts and Crafts in Amsterdam und arbeitete in den renommierten Architekturbüros Bureau J.P. Kloos und Frans Paulussen bevor er als Designer bei Ahrend de Cirkel eingestellt wurde.
Während seiner Zeit bei Ahrend de Cirkel entwarf Friso Kramer sein wohl bekanntestes Design – den Revolt Stuhl von 1953. Der mit Stahl überzogene Rahmen ist längst zum Sinnbild für niederländisches Design der Nachkriegszeit geworden. Die Form des Stuhl ist eindeutig von den geformten Sperrholz Kreationen vonbeeinflusst worden. Der Revolt Stuhl war einer der ersten Stühle, die industriell gefertigt worden konnten und fand so schnell seinen Platz in Klassenräumen, Büros oder Wohnräumen. Er wurde nicht nur in den Niederlanden, sondern weltweit zu einem Verkaufsschlager. Bei der Herstellung verwendete Kramer nicht wie für die Zeit üblich Stahlrohr, sondern Kunststoff, der mit Stahl überzogen wurde. Durch die Wahl dieses Materials konnte der Stuhl kostengünstig hergestellt werden und wurde noch robuster. Sein Mut mit Materialien und Formen zu experimentieren, beeinflusste viele Designer nach ihm. 1990 wurde Kramer von Ahrend damit beauftragt eine größere, umgestaltete Version des Designklassikers zu entwerfen.
1963 war Friso Kramer Gründungsmitglied der Total Design Group, die Fachleute aus allen möglichen Fachbereichen vereinte. Darunter waren Grafikdesigner, Raumgestalter und viele weitere kreative Köpfe. Das Ziel der Total Design Group war es Design in allen Bereichen zu vereinen und so eine Gesamtheit von Ideen zu schaffen, eben 'totales Design'. Bevor Total Design gegründet wurde, gingen alle großen Aufträge ins Ausland, da es in den Niederlanden bis dato keine großen Designagenturen gab. Total Design füllte diese Lücke und übernahm einige Aufträge und Projekte bevor Kramer letztendlich 1967 die Gruppe verließ. Auf Grund der verschiedenen Talente, die jedes Mitglied mitbrachte, zeichnete sich die Gruppe für Projekte in Bereichen der Industrie, Transport, der Regierung und kulturellen Einrichtungen, wie das Amsterdam Stedelijk Museum, den Schiphol Flughafen, De Bijenkorf, Steenkolen Handelsvereeniging und Stichtign Kunst en Handel, verantwortlich.
Kramer kehrte 1971 zu der Ahrend Gruppe zurück, wo er bis 1983 als künstlerischer Leiter fungierte. Im Jahr 1972 entwarf er für Ahrend/Oda eine Reihe an Büromöbeln, die er MEHES nannte. Der Begriff setzt sich aus den englischen Begriffen für Mobilität, Effektivität, Humanisierung, Umgebung und Standardisierung zusammen. Die minimalistischendieser Reihe haben dünne, L-förmige Beine auf denen eine Tischplatte angebracht ist, die nahezu schwebt. Bei Kreationen wie diesen wird deutlich wie Kramer mit minimalistischen Materialien einen maximalen Effekt erzielt. Im Jahr 1979 wurde Friso Kramer von der RSA (Royal Society for the Encouragement of Arts, Manufactures and Commerce) als 'Royal Designer for Industry' ausgezeichnet.