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Ling Zhi in der überlieferten Anwendung
Im Shen Nong Ben Cao (erstes chin. Kräuterbuch 500-200 v. Chr.) liest man über Ling Zhi:
Ling Zhi : Protracted taking may make the body light, prevent senility, and prolong life so as to make one an immortal.
zu Deutsch:
Über längere Zeit genommen macht Ling Zhi den Körper leicht, schützt vor Senilität, verlängert das Leben und kann so zu einem Unsterblichen führen.
Moderne Einsatzgebiete für Ling Zhi
- Immunstimulierend dafür verantwortlich sind die beta-Glucane, also Zellwandbestandteile in Pilzen. Chemisch sind es verzweigte Polysaccharide, komplexe Zuckermoleküle.
- Entgiftend hier werden die sog. Exoenzyme activ und
- Regulierend durch Triterpene und andere Inhaltsstoffe.
Name und Herkunft
Seit über 4000 Jahren werden Pilze, vor allem in Ostasien, als gesundheitsfördernde Mittel hochgeschätzt. Ling Zhi ist der chinesische Name für einen grossen, trockenen, holzartigen Pilz, der an abgestorbenen Bäumen wächst. Sein japanischer Name ist Reishi, lateinisch heisst er Ganoderma lucidum, zu deutsch glänzender Lackporling. Sein Wachstum beginnt mit weissen Knospen, die dann hellgelb werden. Später nimmt der Pilz eine hell-rote Farbe mit gelben Rändern an, um schliesslich ziegelrot zu werden.
Das Fleisch des Ling Zhi ist holzig und deshalb nur bedingt, z. Bsp. als Tee, geniessbar. Ling Zhi hat sowohl in China als auch in Japan eine Jahrtausend alte Tradition und könnte als das Nahrungsergänzungsmittel der ersten Stunde bezeichnet werden. Allerdings war er wegen seiner Seltenheit stets nur den Reichen und Mächtigen vorbehalten.
Pilze im Shen Nong Ben Cao (erstes chin. Kräuterbuch 500-200 v. Chr.)
Der Heilige Kaiser Shen Nong unterteilt drei Klassen von Kräutern, die als hoch-wertig (120), neutral (120) und minderwertig (125) charakterisiert werden und der philosophischen Trias Himmel, Mensch und Erde entsprechen. In der alten chinesischen Überlieferung gehörte Ling Zhi zur höchsten Kategorie, zu den „Kräutern Gottes“.
An erster Stelle stehen 6 verschiedene, in Form und Farbe unterschiedliche Ling Zhi (Ganoderma lucidum) Pilze: grüne, gelbe, weisse, schwarze, rote und purpurfarbene, die auch den entsprechenden Wechselphasen (Winter, Frühling, Sommer, Spätsommer, resp. Wasser, Holz, Feuer, Erde, Metall) zugeordnet wurden. Ling 靈bedeutet magische Kraft und bezeichnet als daoistischer Terminus die magische Kraft, die vom Himmel kommt und auf Gegenstände wirkt oder sie verwandelt. Ling Zhi wurde für die Taoisten bald zu einem Zeichen und Symbol für ein langes, gesundes Leben voll Dynamik und Agilität, frei von Krankheiten, Beschwerden und Schmerzen.
Kräuter dieser „himmlischen“ Gruppe stärken den Körper, zeigen keinerlei Nebenwirkungen und können regelmässig eingenommen werden. Sie sind geeignet, das Yin Yang Gleichgewicht zu stabilisieren, Defizite auszugleichen und das Qi, die vitale Energie, zu bewegen. Nach daoistischem Denkansatz ging es nicht nur darum die körperliche Gesundheit zu erhalten, sondern vielmehr darum, dem Körper das „materielle Gewicht“ zu nehmen, den Geist zu entwickeln, die Weisheit zu stärken und sich mit den Göttern des Himmels zu verbünden.
So zu verstehen ist denn auch die Interpretation der Zeichen für Ling Zhi Cao als „das Kraut der Unsterblichkeit, des langen Lebens, der spirituellen Macht oder der Erhebung der Seele“.
Charakterisierung in der Chinesischen Medizin
- Geschmack: süss
- Energie: neutral
- Meridian: Niere, Magen, Milz, Lunge, Herz
- Wirkung nach TCM: stärkt das Qi, nährt das Blut, beruhigt den Geist
Die Wirkungen von Ling Zhi (westlich betrachtet)
Aus ganzheitlicher Sicht ist wichtig, dass Ling Zhi die Haupteigenschaften aller wichtigen gesundheitsfördernden Mittel teilt. Er wirkt entgiftend, stärkend und regulierend zugleich, wobei die regulierende Wirkung bei ihm besonders ausgeprägt ist.
Die Inhaltsstoffe von Ling Zhi
In der Natur besitzen Pilze die Fähigkeit, Schwermetalle und andere Schadstoffe zu binden und komplexe, „unverdauliche” organische Moleküle mit Hilfe von Exoenzymen aufzuspalten. Diese detoxifizierenden Eigenschaften sind auch für den Menschen im Hinblick auf die zunehmende Belastung unserer Umwelt besonders willkommen. Man denke nur an all die Zusatzstoffe, die wir mit der industriellen Ernährung täglich zu uns nehmen. Scheinbar untoxische Substanzen verbleiben im Organismus und werden über Jahre und Jahrzehnte darin abgelagert.
Sie belasten vor allem die Grundregulation und das Immunsystem. So kann es zu Regulationsstörungen und -blockaden kommen, die ihrerseits zu chronischen Erkrankungen führen. Besonders ausgeprägt ist die Belastung beim Krebspatienten.
Bei jedem ganzheitlichen Vorgehen steht die Entgiftung des Körpers
an erster Stelle!
Eine der hervorragendsten Eigenschaften der Pilze ist ihre stark immunstimulierende Wirkung. Sie ist auf einen hohen Gehalt an Beta-Glucanen (heterogene Polysaccharide) zurückzuführen. Pilze enthalten auch Terpene, Steroide und Lektine, die ebenfalls antitumorale Wirkungen entfalten können. Gemeinsam werden diese Substanzen als Host Defense Potentiators (Abwehrkraft-Verstärker) bezeichnet.
Anwendungsgebiete des Ling Zhi wie ihn die Schweizerische Krebsliga beurteilt
Wirkungen in Zusammenhang mit einer Krebserkrankung
Der japanische Arzt Dr. Fukumi Morishige vom Linus Pauling Institut (USA) hat u. a. die Wirkung der Inhaltsstoffe auf Krebszellen untersucht. Sein Fazit: Die Einnahe von Ling Zhi kann Krankheiten, die mit einem verringerten Immunstatus einhergehen, günstig beeinflussen. Besonders wohltuend wirkt der Pilz bei Menschen, die an einer fortgeschrittenen Krebserkrankung leiden; zudem kann er zum Teil unerwünschte Nebenwirkungen einer Chemo- oder Radiotherapie lindern.