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Krebs ist ein Begriff für eine Erkrankung, die in über 300 verschiedenen Formen auftreten kann. Denn bösartige Tumore können sich aus beinahe jedem Zelltyp des menschlichen Körpers entwickeln. Von der Art und der Lage des Tumors hängt es ab, wie offensiv Ärzte gegen die Krankheit vorgehen können. Dabei können Ärzte auch auf Therapien zurückgreifen, die nicht nur die Lebenszeit der Patienten verlängern, sondern auch ihre Lebensqualität verbessern.
Prostatakrebs
Das Prostatakarzinom ist der häufigste Krebs bei Männern in der westlichen Welt. Es macht zirka 30% aller Krebsdiagnosen bei Männern aus und belegt nach Lungenkrebs den zweiten Platz bei allen krebsbedingten Todesfällen.
Die Prostata oder Vorsteherdrüse ist ein etwa baumnussgrosses Organ. Seine Hauptaufgabe besteht in der Produktion von Samenflüssigkeit.
Prostatakrebs kann sich durch verschiedene Anzeichen erkennbar machen, wie zum Beispiel Probleme beim Wasserlassen, häufiger Harndrang oder Blut im Urin.
Man unterscheidet verschiedene Stadien des Prostatakrebses. Im fortgeschrittenen Stadium kann sich die Erkrankung ausbreiten, etwa auf die Blase, und Metastasen bilden, wie zum Beispiel in den Knochen oder anderen inneren Organen. Je früher der Prostatakrebs entdeckt wird, desto besser sind die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung.
Je nach Stadium und Ausbreitung des Prostatakrebses werden verschiedene Therapien eingesetzt. Sie reichen von Hormontherapie, über die Chirurgie bis hin zur Strahlenbehandlung und Chemotherapie.
Dickdarmkrebs
Dickdarmkrebs, in der Fachsprache Kolorektalkarzinom genannt, ist bei Männern die dritthäufigste, bei Frauen die zweithäufigste Krebsform. Jährlich sind in der Schweiz über 4000 Menschen neu davon betroffen, die meisten ab dem 50. Altersjahr.
Ein Dickdarmkrebs entwickelt sich meist aus gutartigen Wucherungen der Schleimhaut, sogenannten Polypen. Bis daraus eine bösartige Krebsgeschwulst entsteht, dauert es rund zehn Jahre. Während dieser Zeit können Anzeichen, wie zum Beispiel unklarer Gewichtsverlust, Blut im Stuhl und Bauchschmerzen, auf eine mögliche Krebserkrankung hinweisen.
Man unterscheidet verschiedene Stadien. Im fortgeschrittenen Stadium kann der Krebs aus dem Darm ausbrechen und auch Metastasen (Ableger) bilden.
Die Darmkrebssterblichkeit ging in den letzten Jahrzehnten stetig zurück – nicht zuletzt dank effizienten Früherkennungsuntersuchungen.
Zur Behandlung stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, die je nach Stadium und Lokalisation des Krebses eingesetzt werden. Das können ein chirurgischer Eingriff, eine Bestrahlung, eine Chemotherapie oder eine andere medikamentöse Behandlung sein, gewisse Behandlungen werden auch in Kombination angewandt.
Gastrointestinale Stromatumore (GIST)
Gastrointestinale Stromatumore (GIST) sind seltene Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt. In der Schweiz wird GIST schätzungsweisen bei 120 Personen pro Jahr neu diagnostiziert.
Nach bisherigen Erkenntnissen treten GIST durch Veränderungen in den Genen gewisser Körperzellen auf. Die Erscheinungsformen reichen von sehr kleinen Tumoren, über abgekapselte, operable Tumore bis hin zu grossen, blutig wirkenden Gewebewucherungen oder Metastasierungsformen, die das Bauchgewebe perlenartig – mit vielen Metastasen (Ablegern) – durchziehen.
Typische Symptome sind zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Gewichtsverlust oder dunkler Stuhl. Zunächst verlaufen viele GIST-Erkrankungen ohne spürbare Anzeichen. Aus diesem Grund wird rund ein Drittel der Erkrankungen zufällig entdeckt, etwa während einer Operation aufgrund einer anderen Diagnose.
Generell gilt jedoch, wie bei anderen Tumorarten auch: Je früher ein GIST entdeckt wird, desto günstiger ist die Prognose für die Patienten.
Abhängig von der Tumorgrösse, der Art der Veränderung in den Genen der Körperzellen und der Lokalisation im Magen-Darm-Trakt stehen operative Eingriffe sowie medikamentöse Therapien zur Verfügung.
Leberkrebs
Die häufigste Form von Leberkrebs ist der Leberzellkrebs, auch hepatozelluläres Karzinom genannt. Bei Erwachsenen macht es etwa 90 Prozent der sogenannten primären (also nicht durch Metastasen ausgelösten) bösartigen Lebertumoren aus.
Ein Leberzellkarzinom kann die Folge einer chronischen Hepatitis B (bei acht von zehn Patienten), einer Hepatitis C oder einer krankhaften Veränderung des Lebergewebes sein. Bis zum Auftreten des Karzinoms können viele Jahre vergehen, im Fall einer chronischen Hepatitis C 20 bis 30 Jahre. Weitere Risikofaktoren wie übermässiger Alkoholgenuss oder krankhafte Fettleibigkeit erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Tumor entwickeln kann.
In vielen Fällen wird der Leberzellkrebs erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt, weil Beschwerden üblicherweise erst spät auftreten und eher unspezifisch sind. Dazu zählen Appetitlosigkeit, Übelkeit sowie Druck und Schmerzen im Oberbauch.
Doch ist auch bei dieser Krebsart ein frühes Erkennen eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Heilung. Denn im Anfangsstadium kann der Tumor in der Regel operativ entfernt werden. In späteren Stadien werden Bestrahlung oder medikamentöse Therapien eingesetzt, um das Fortschreiten des Leberzellkarzinoms aufzuhalten.
Nierenzellkrebs
Bösartige Veränderungen von Nierenzellen gehören zu den selteneren Krebsarten mit etwa drei Prozent aller Krebsdiagnosen. Die mit Abstand häufigste Form von Nierenkrebs ist das Nierenzellkarzinom.
Beim Nierenzellkarzinom geht die Tumorbildung von entarteten Zellen des Nierengewebes aus. Eine chronische Niereninsuffizienz, also eine dauerhafte Nierenschädigung, begünstigt unabhängig von ihrer Ursache Krebsgeschwulste in der Niere. Bei einem Teil der Betroffenen findet sich in der Vorgeschichte ein meist beruflicher Kontakt zu nierenschädigenden chemischen Substanzen.
Da typische Anzeichen wie Blut im Urin oft relativ spät zu beobachten sind, wird der Krebs häufig zufällig entdeckt, zum Beispiel bei einer Ultraschalluntersuchung. Deshalb weist rund ein Drittel der Patienten bei Diagnosestellung bereits Ableger auf.
In der Regel ist das operative Entfernen des Tumors oder der ganzen Niere die Behandlung der Wahl. Zusätzliche Massnahmen können Bestrahlungen oder medikamentöse Therapien sein.
Je früher die Diagnose eines Nierenzellkrebses gestellt wird, desto besser sind die Heilungsaussichten.
Schilddrüsenkrebs
Schilddrüsenkrebs ist eine seltene Krankheit und betrifft oft auch jüngere Erwachsene. Bei Diagnosestellung ist knapp die Hälfte der Patienten jünger als 50 Jahre. In der Schweiz erkranken pro Jahr rund 600 Personen an Schilddrüsenkrebs, überwiegend Frauen.
Die Schilddrüse ist ein kleines Organ, das sich am Hals unterhalb des Kehlkopfs befindet. Ihre Hauptaufgabe ist die Produktion von Hormonen, die für den Energiestoffwechsel und das Zellwachstum nötig sind. Aus den Zellen der Schilddrüse können sich verschiedene Arten von Krebs entwickeln.
Im Anfangsstadium spüren betroffene Menschen in der Regel keine Symptome. Deswegen wird die Krankheit häufig erst entdeckt, wenn zum Beispiel durch Abtasten oder Ultraschall ein Knoten gefunden wird. Im weiteren Verlauf können Anzeichen auftreten, wie zum Beispiel Schmerzen im vorderen Nackenbereich oder Hals, Schluck- und Atembeschwerden, anhaltender Husten, Heiserkeit oder andere Stimmveränderungen.
Mit einem kombinierten Behandlungsansatz aus Chirurgie, Hormontherapie, Bestrahlung und weiteren medikamentösen Behandlungen können die meisten Patienten viele Jahre überleben.
L.CH.COM.ONC.08.2015.0299-DE/FR