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Auf der Grundlage von individuellen Indikatoren gibt eine von Prof. Philippe Gugler im Auftrag von Fribourg International durchgeführt Studie Aufschluss über die tatsächliche produktive Leistung des Kantons Freiburg.
Fribourg International hat das von Prof. Philippe Gugler geleitete Center for Competitiveness der Universität Freiburg mit der Durchführung einer Studie beauftragt. Untersuchungsgegenstand waren einerseits die unternehmerische Wettbewerbsfähigkeit von im Kanton Freiburg tätigen Unternehmen und andererseits die Wettbewerbsfähigkeit der Rahmenbedingungen, die den Unternehmen im Kanton angeboten werden. Eines der zentralen Ziele der Studie war es, Antworten auf die Frage zu finden, inwieweit die Lokalisierung eines Unternehmens im Kanton Freiburg belegbare Wettbewerbsvorteile bietet, die diese Lokalisierung rechtfertigen.
Zu den erwähnenswerten Ergebnissen der Studie gehört die Erkenntnis, dass der Kanton Freiburg in Bezug auf die Wertschöpfung unter den Top 10 aller Schweizer Kantone figuriert und sich diesbezüglich nahe am Schweizer Durchschnitt bewegt. Um diese Rangliste erstellen zu können, hat das Center for Competitiveness der Universität Freiburg den relativen Wohlstand gemessen. Die Messung erfolgte mittels einer Gewichtung des BIP pro Arbeitsstelle (Vollzeitäquivalenz-Stelle) in jedem einzelnen Kanton. Diese Methode gibt – anders als die Messung des BIP pro Einwohner – auf verlässlichere Weise Auskunft über die tatsächliche produktive Leistung der im Kanton ansässigen Unternehmen. Die nach Arbeitsstellen (Vollzeitäquivalenz-Stellen) gewichtete Bruttowertschöpfung weist eine Produktivität des Kantons Freiburg aus, die im Primärsektor
mit der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft und der Fischerei, im Sekundärsektor
mit dem Handel und der Fahrzeugreparatur, dem Transportwesen, der Beherberung und der Restauration, der Information und Kommunikation sowie im Tertiärsektor
mit dem Finanz- und Versicherungswesen über dem Schweizer Durchschnitt liegt.
Cluster stärken die kantonale Innovation
Die Studie zeigt zudem die starke Innovationsfähigkeit der Freiburger Unternehmen auf. Berücksichtigt man die Anzahl der beim EPO (European Patent Office) von Gesuchsstellern eingegebenen Patentanträge, liegt Freiburg auf dem 8. Rang aller Schweizer Kantone.
Die Analyse der offensichtlichen Technologievorteile – basierend auf den Innovationen von Unternehmen, die im Kanton Freiburg tätig sind – zeigt, dass die leistungsfähigsten Industriekategorien die Innovationsfähigkeit der wichtigsten Cluster im Kanton Freiburg (food and nutrition cluster, building innovation center, Swiss plastic cluster) sowie die Innovationsfähigkeit einer ganzen Reihe von Industriekategorien aus dem Bereich Transportausrüstungen belegen.
Fast 20 % der Arbeitsstellen im Kanton sind von der Exportindustrie abhängig
Die Freiburger Wirtschaft liegt bezüglich der nach dem Wert pro Arbeitsstelle gewichteten Exporte in der Schweiz auf dem 5. Rang. Sie verfügt über 49 spezialisierte exportorientierte Industrien, die 21’935 Stellen (Vollzeitäquivalenz) zur Verfügung stellen, was 10 % der gesamten Arbeitsstellen (Vollzeitäquivalenz) im Kanton entspricht. Zu den wichtigsten Exportbranchen gehören die Präzisionsinstrumente, die Uhren- und Schmuckindustrie, gefolgt von der Maschinenindustrie und elektrischen Apparaten, auf dem dritten Platz liegen die Produkte der chemischen und pharmazeutischen Industrie.
Für die Zeitspanne 2013-2016 weist der Kanton Freiburg in Bezug auf Arbeitsstellen in Unternehmen mit starkem Wachstum eine jährliche durchschnittliche Wachstumsrate von 16.1 % aus. Berücksichtigt man die Unternehmen mit starkem Wachstum in Prozent des Totals von 2016 aktiven Unternehmen mit mindestens 10 Angestellten, weist der Kanton Freiburg eine Quote von 6.8 % aus, was ihn diesbezüglich auf den 11. Platz sämtlicher Schweizer Kantone bringt. Der Anteil neugeschaffener Unternehmen im Verhältnis zu bestehenden Unternehmen beträgt 2016 im Kanton Freiburg 6.43 % und liegt damit ganz knapp unter dem Schweizer Durchschnitt (6.50 %), aber immer noch höher als die Mehrheit der Schweizer Kantone. Der Kanton Freiburg belegt diesbezüglich nämlich den 9. Rang unter allen Schweizer Kantonen. In der Zeitspanne 2013-2016 weist der Kanton Freiburg eine jährliche Wachstumsquote bezüglich dem Verhältnis zwischen neugeschaffenen und bestehenden Unternehmen von 3,69 % aus, dieser Wert liegt deutlich über der Mehrheit der Schweizer Kantone.
An Investitionen in unternehmerische Tätigkeiten mit hoher Wertschöpfung festhalten
Die Studie befolgt strenge wissenschaftliche Standards und gibt deshalb aus einem veränderten Blickwinkel nicht nur Aufschluss über die unternehmerische und territoriale Wettbewerbsfähigkeit im Kanton Freiburg, sondern ermöglicht es auch, Empfehlungen zu den für die Entwicklung des Kantons Freiburg benötigten Rahmenbedingungen zu formulieren. Wegen des Übergewichts, welche die Wertschöpfung in den Branchen Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei im schweizerischen Vergleich aufweist, erscheint es für Fribourg international angezeigt, weiterhin in Tätigkeiten mit hoher Wertschöpfung im Sekundär- und Tertiärsektor in zu investieren. Dasselbe gilt für die Cluster, die als veritable Förderer von Innovationen wirken. Es wird auch nötig sein, die Industrien noch stärker zu unterstützen, damit diese die Innovationen in ihre Produktionsmitteln überführen und ihre Prozesse optimieren können.
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