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65-jährige Patientin mit stark schmerzhaften Verhärtungen und Weichteilatrophie an beiden Oberarmen und Oberschenkeln, bei im Übrigen unauffälligem Integument wie auch blander Systemanamnese. Kalzium, Phosphat, Creatininkinase sowie Entzündungswerte im Serum allesamt normwertig, ANA 1:320.
Was ist die Ursache der Verkalkungen in den Weichteilen?
Auflösung
Die Patientin hat sich während 5 Jahren wegen chronischer Schmerzen nach einer Knie-TP auf ärztliche Verordnung regelmässig Pethidin subcutan in die Oberarme bzw. Oberschenkel gespritzt(!). Die ebenda lokalisierten Weichteil-Verkalkungen entsprechen iatrogenen dystrophen Kalzifikationen. Dystrophe Kalzifikationen gehen mit normalen Kalzium- und Phosphatwerten im Serum einher. Die positiven ANA sind unspezifisch bei ausgedehnter Gewebsnekrose, die spezifischen Autoimmunantikörper waren normal. Auch bei der systemischen Sklerose, der Dermatomyositis, insbesondere der juvenilen Form bzw. bei einem SLE können dystrophe Verkalkungen auftreten, möglicherweise ebenfalls einer Gewebeschädigung entsprechend. Metastatische Kalzifikationen, wie z.B. bei einem Hyperparathyreoidismus, einer chronischen Nierenerkrankung u.a., sind hingegen auf einen abnormen Kalzium- und/oder Phosphatmetabolismus zurückzuführen. Eine Kalziphylaxie ist durch Verkalkungen der kleinen und mittleren Gefässe charakterisiert, meist bei dialysepflichtiger Niereninsuffizienz bzw. bei Nierentransplantierten Patienten vorkommend.
Iatrogen bedingte Kalzifikationen sind bisher nur im Zusammenhang mit Calciumhaltigen Infusionen bzw. mit Vancomycin beschrieben worden, nicht jedoch im Zusammenhang mit subcutanen Pethidininjektionen.
Als Ursache der «therapierefraktären» Knieschmerzen wurde übrigens im Verlauf eine Prothesenlockerung gefunden…