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Wir erhalten folgendes Schreiben:
Bd. X, S. 411 Ihrer geschäßten Zeitschrift befindet sich ein Artikel der HHrn. Maréchal Sohn und Lessie du Mothay, entnommen den „Comptes rendus de l'Académie des Sciences de Paris", über das Aeßen auf Glas oder Krystall vermittelst einer Mischung von Fluoralkalien mit Salzsäure, Effigsäure 2c.
Ich nehme mir die Freiheit, Sie auf einen Brief aufmerksam zu machen, den ich in Gemeinschaft mit den HHrn. Maréchal und Tessie in meinem wissenschaftlichen Journale Les Mondes" den 28. Juni d. J., S. 337 veröffentlichte, in welchem diese Herren mir die Priorität der Anwendung dieser Mischungen zuerkennen,
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wofür ich schon im Jahre 1858 ein Brevet nahm. Ich erhielt je nach der Stärke und Menge der angewendeten Säuren matte oder glänzende Gravuren.
In der Hoffnung, meine Zeilen in Ihr geschäßtes Journal einrücken zu sehen, zeichne
achtungsvoll
Werkzeug zum Abschneiden der kupfernen Stehbolzen an Locomotivfeuerbüchsen
von A. Groß, Werkführer in der Königl. Locomotivreparaturwerkstätte in Eßlingen.
(Hierzu Figur 11 bis 18, Tafel III.)
Bekanntlich werden die kupfernen Stehbolzen an den Feuerbüchsen der Locomotiven eingeschraubt und sind dieselben zu diesem Zwecke ihrer ganzen Länge nach mit einem Gewinde und an ihrem oberen Ende mit einem viereckigen Kopfe versehen; mittelst des Leßteren werden die Bolzen eingeschraubt.
Nachdem nun alle Bolzen fizen und mit ihren Köpfen über die Blechwand hervorstehen, handelt es sich darum, sie soweit abzuschneiden, daß aus dem noch überstehenden Theile ein Nietkopf geschlagen werden kann.
Die Anwendung des Meißels und Hammers zum Abschneiden. der Bolzen ist nicht möglich, da hierdurch das Gewinde Noth leiden würde. Man hat nun in den meisten Werkstätten seither die Bolzen mittelst kleiner Handbogensägen abgesägt, eine sehr langwierige Arbeit.
Das durch die Zeichnungen (Fig. 11 bis 18) vollständig dargelegte Werkzeug verrichtet diese Arbeit weit schneller. Es besteht im Wesentlichen aus dem Führungsstücke einer Schneidekluppe, in welches statt der Backen zwei Stahlmesser a, a eingesezt sind. Wie aus Fig. 18 in natürlicher Größe ersichtlich ist, wird auf den Bolzen ein Ring s gesteckt von der Dicke, welche der Höhe des Nietkopfes entspricht.
Ist nun das Werkzeug über den Bolzen hergeschoben, so daß es auf der vorhin genannten Scheibe s auffist, so wird mittelst der Schraube b das eine der Stahlmesser gegen das zweite bewegt, und dadurch der Volzen abgeschnitten in ähnlicher Weise, wie cin Draht von einer Drahtzange abgezwickt wird. Die Bolzen werden so bis auf ca. 6mm eingedrückt und dann abgebrochen. Der Theil m nimmt das Gleitstück g mit dem oberen Messer beim Schrauben. nach der entgegengesezten Richtung wieder zurück.
Erfahrungsgemäß ist unter Anwendung dieses Werkzeuges ein Arbeiter im Stande, so viele Stehbolzen abzuschneiden, als durch das frühere Verfahren mittelst der Säge 3 Arbeiter fertig zu bringen vermochten. Kluppe und Gleitstück g müssen durch Einsehen hart gemacht werden; die Meißel läßt man beim Härten bis zu Blau anlaufen.
Dh.
Maschine zum Rollen der Thürbänder.
Seit neuerer Zeit sind in mehreren Schlosserwerkstätten zu Berlin Vorrichtungen eingeführt, mittelst deren die Thürbänder kalt gerollt werden können.
Fig. 11 giebt die Maschine im Aufriß, Fig. 10 im Grundriß. Auf der Platte aa bewegt sich in den Geleisen b,b ein Preßstück c, welches an seinem vorderen Ende durch Schwalbenschwanz mit einer Stahlstanze d verbunden ist, deren Profil in Fig. 12 in natürlicher Größe aufgezeichnet ist. Die Hohlkehle h richtet sich nach der Größe des zu rollenden Bandes.
Die Hin- und Herbewegung von c geschieht von dem um eine Achse o drehbaren Hebel f aus durch die Zwischenstücke g,g. Zur besseren Uebertragung der Bewegung dient außerdem das Stahlstück i, welches in den in g,g befindlichen Schligen m frei beweglich ist. Die Bewegung wird nach der einen Richtung dadurch begrenzt, daß, wie gezeichnet, g sich auf n aufseßt, während bei der Bewegung nach der anderen Richtung die im Hebel f befindliche Hohlkehle n auf den Vorsprung bei 1 stößt.
Das zu biegende Blech stößt mit der einen Kante wider e, während auf die andere etwas abgerundete Kante die Stanze d wirkt, wodurch das Rollen stattfindet. Bis auf die wenigen angeführten Stahltheile ist sämmtliches Material Schmiedeeisen, so daß jeder Schlossermeister im Stande ist, die Maschine sich selbst anzufertigen. Dieselbe wird gegen eine Wand geschraubt, und der Hekel f zum Abnehmen eingerichtet.
E. Blum.
Bei dem Richten auf der Horizontal-Richtepresse liegt das Flacheisen auf einer gehobelten Fläche der Richtepresse und zwar mit seiner concaven Seite gegen zwei verschiebbare Widerlager c, c und wird an der anderen Kante mitten zwischen den Widerlagern durch eine feingängige Spindel d mit Hebel gedrückt, während es gegen das Ausweichen nach Oben durch 2 übergelegte Stangen b,b (durch die Oeffnungen e, e gesteckt) mit zwischengetriebenen Keilen (Fig. 7) geschützt wird. Der auf diese Weise gespannte Stab wird auf der concaven Hälfte seiner Breite gehämmert, während der Hebel im Windekopfe f durch sein Gewicht die Spindel nachdrückt. Auf diese Weise hat der Arbeiter das Richten des Flacheisens so in seiner Gewalt, und ist ihm die Arbeit so erleichtert, daß gegen die frühere Methode nur die Hälfte der Arbeitszeit erforder= lich ist, um den Stab gerade, oder falls dies gewünscht wird, nach gegebener Schablone krumm zu richten. Die flachen Krümmungen werden, während der Stab eingespannt ist, auf der gehobelten Fläche der Richtepresse mit großer Leichtigkeit entfernt.
Die in Fig. 7 bis 10 dargestellte Richtepresse ist in der oben angegebenen Weise mit vielem Vortheil in Benutzung und besteht aus einer gußeisernen Platte von 4 Zoll (105mm) Dicke mit angegossenem Widerlager a und Mutterlager für die Preßspindel d. In Beiden sind correspondirende Löcher e, e.. ausgespart für die zum Niederdrücken des Flacheisens bestimmten Stangen b, b. Die Platte ist in derjenigen Fläche gehobelt, welche den Flacheisen zum Auflager dient. An der unteren Fläche trägt die Platte zwei kräftige Rippen g, g zum Uebertragen des Druckes.
Die Preßspindel d ist von Gußstahl, 4 Zoll (105mm) Durchmesser mit flachem Gewinde von Zoll (10) Ganghöhe, und trägt am äußeren Ende einen Windekopf f mit vielen Löchern für den Hebel. Für 10 Zoll (262) bis 16 3oll (418TMTM Flacheisen wird als Hebel zum Anspannen eine eiserne Stange, 3 3oll (79) breit, 2 3oll (52) dick und 8 Fuß (2,5) lang, benußt, welche, während des Hämmerns des Flacheisens in den Windekopf gesteckt, durch ihr eigenes Gewicht das Pressen des Stabes fortsett.
Zwischen Spindel und Flacheisen befindet sich ein loser Druckkopf h von Schmiedeeisen, welcher das Verlegen des Flacheisens durch die Spindel verhindert. Die Mutter für die Preßspindel wurde aus Metalllegirung von Kupfer, Zinn und Antimon um die Spindel in dem Gestelle gegossen. Die ganze Richtepresse ruht und ist mit Ankern befestigt auf einem zum Theile eingegrabenen Holzgestelle, so, daß die gehobelte Fläche 21 Zoll (550) über dem Fußboden liegt.
Technische Literatur.
Chemie.
Darstellung von Sauerstoffgas aus Chlorkalk von Stolba. Stolba empfiehlt die von Fleitmann *) angegebene Bereitung des Sauerstoffgases aus Chlorkalk, schlägt aber das von Böttger angegebene salpetersaure Kupfer vor, da daffelbe viel billiger ist, als Kobaltsuperoryd. Um die so sehr zeitraubende und umständliche Anwendung einer klaren Chlorkalklösung zu ers sparen, sezt Stolba dem Gemische einige Stücke Paraffin bei. Er zerreibt den Chlorkalk mit etwas Wasser, damit alle Klümpchen zertheilt werden, und giebt so viel Wasser bei, daß die ganze Masse einen dicken Brei bildet. Diesen bringt er in einen großen Glaskolben, sezt eine kleine Menge einer Lösung von salpetersaurem oder salzsaurem Kupferoryd bei und hierauf einige Stückchen Paraffin. Beim Erwärmen schmilzt das Paraffin und bedeckt den Brei mit einer Schicht, welche jedes unangenehme Aufschäumen. und Ueberlaufen verhindert.
Obgleich man aus dem Chlorkalk nur geringe Mengen Sauerstoff erhält, d. h. eine dem sogenannten freien Chlor äquivalente Menge Sauerstoff, z. B. bei Chlorkalk von einem Gehalte von 25 pCt. Chlor 5,6 pCt. Sauerstoff frei wird, ist die Methode wegen der Bequemlichkeit und Reinheit des erhaltenen Gases allen anderen Methoden vorzuziehen.
(„Journal für praktische Chemie", 1866, Nr. 5.)
1.
Trennung des Kobalts vom Nickel*) nach Dr. H. Fleck. Verfasser untersuchte die Löslichkeit des Schwefelkobalts und Schwefelnickels in einer Chankaliumlösung und beobachtete, daß, sobald man zu einer ammoniakalischen Kobalt- und Nickellösung gelbes Schwefelammonium giebt, die Flüssigkeit darauf bis zur Entfernung des freien Ammoniaks verdunstet und dann eine Chankaliumlösung beigiebt, das Schwefelkobalt um so weniger gelöst wurde, je länger die ammoniakalische Lösung vor dem Zusage des Schwefelammonium der Luft ausgesezt war. Dr. Fleck fand, daß durch die Ueberführung des CoS in Co, S, die Unlöslichkeit des Schwefelkobalts hervorgebracht werde, da das frisch gefällte Schwefel= kobalt in Chankaliumlösung vollständig löslich ist. Verfasser schlägt diese Unlöslichkeit des veränderten CoS zur Trennung von NiS vor.
Man löst das Gemisch von Schwefelkobalt und Schwefelnickel in Königswasser, übersättigt mit Ammoniak, läßt so lange an der Luft stehen, als noch eine Farbenveränderung der Flüssigkeit erfolgt, was je nach dem Gehalte an Kobaltsalz bis 12 Stunden dauert, giebt dann eine Schwefelammoniumlösung bei, dampft das Ganze im Wasserbade ein, bis Curcumapapier, in die Dämpfe gehalten, noch gebräunt wird und übergießt dann die erkaltete Lösung mit einer Lösung von Chankalium (1:12) und läßt damit längere Zeit in Berührung. Bestand der Niederschlag aus Schwefelnickel, so erfolgt vollständige Auflösung desselben; war Schwefelkobalt zugegen, so bleibt Co, S, zurück, welches man durch Filtration und Auswaschen trennt. Kobalt ist mit der Borarperle leicht nachzuweisen. Die filtrirte Lösung giebt, mit Salzsäure angesäuert, alles Nickel als Channickel, welches durch seine grüne Farbe in der Borarperle leicht zu erkennen ist.
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(„Journal für praktische Chemie“, 1866, Nr. 5.)
v. H.
der Luft getrocknet, ergaben 88 bis 92 pCt. Eine 3. Probe, bei 100° getrocknet, gab 95 þCt. MnO2.
Pyrolusite von comté de Cumberland, enthält, bei 100° getrocknet, 97,04 pбt. MnO2.
v. H.
Bereitung des Zinkweiß auf naffem Wege, von Germain. Man röstet Zinkmineralien oder altes Zink, um es zu orydiren. Dieses Oryd kocht man mit einer Lösung von Chlorammonium, welche das Zinkorhd leicht löst, während die anderen Oryde ungelöst bleiben. Sollte die Lösung gelb sein, so hat man nur einc Lösung von kohlensaurem Natron beizugeben, um dieselbe zu ent färben. Hierauf filtrirt man und läßt erkalten. Das Zinkoryd fällt beim Erkalten aus der Lösung in Verbindung mit einem Doppelsalze von Ammonium und Zink. Den Niederschlag wäscht man und zersetzt ihn durch kochendes Wasser, wobei das Zinkoryd zu Boden fällt. Dieses Oryd deckt, nachdem es gewaschen und getrocknet ist, ebenso gut, wie das auf trockenem Wege bereitete.
(Bulletin de la Societé chim. de Paris", Avril 1866.) v. H.
Bestimmung des Paraffingehaltes des Wachses. — LièsBodart („Compt. rend.", T. 62, S. 749) löst zur Bestimmung des Paraffingchaltes im Wachse, Lezteres in Amylalkohol auf, sezt verdünnte Schwefelsäure zu, erhißt so lange, als noch Blasen fortgehen und behandelt die beim Erkalten erstarrende Masse bei 1000 mit concentrirter Schwefelsäure, wodurch nach ca. 2 Stunden mit Ausnahme des Paraffins Alles verkohlt ist. Die verkohlte Masse wird mit Amylalkohol ausgezogen, heiß filtrirt und mit concentrirter Schwefelsäure erhigt, wobei sich der Amylalkohol in Amhlschwefelsäure umwandelt. Beim Erkalten scheidet sich das Paraffin, welches in Amylschwefelsäure unlöslich ist, vollständig aus und muß dann noch nach dem Roard'schen Verfahren ge= reinigt werden.
(Journal für praktische Chemie", Nr. 13, 1866.)
v. H.
Bauwesen.
Ueber Ent- und Bewässerung der Ländereien von F. A. Treuding, Professor an der polytechnischen Schule in Hannover. (Ertraabdruck aus der Zeitschrift des Architekten- und Ingenieurvereines für das Königreich Hannover. 103 S. Fol.) Hannover, 1866. Schmorl & v. Seefeld.
Die vorliegende Schrift enthält die im Titel bezeichneten Gegenstände, welche mit Recht gemeinsam behandelt find, in übersichtlicher Weise. Ueberflüssige Details sind vermieden; dagegen hat der Verfasser mit großer Sorgfalt diejenigen Materialien zusammengestellt, welche die nöthige Anleitung geben, unter den verschiedenartigsten Verhältnissen die allgemeine Anlage richtig zu treffen. Zahlreiche Beispiele erleichtern das Verständniß und ermöglichen ein richtigeres Urtheil über den muthmaßlichen Erfolg neuer Unternehmungen.
Es liegt in der Natur der Sache, daß der Trockenlegung größere Aufmerksamkeit geschenkt werden mußte, als den Bewässerungsanlagen. Lestere können, unter Umständen, vorzügliche Dienste leisten, und nicht selten kommt man in den Fall, nachdem man aus dem Boden die culturschädliche Feuchtigkeit herausgebracht hat, theilweise und zu geeigneter Zeit wieder zu bewässern, so daß Anlagen, welche beidem zugleich dienen, wie sic 3. B. im Petersen'schen Systeme beschrieben sind, unter Um= ständen am Plage sind. Allein das sind Ausnahmefälle, und im Allgemeinen muß den Entwässerungsanlagen viel größere Wichtigkeit beigelegt werden, wie aus den geschichtlichen Bemerkungen des Hrn. Treuding entnommen werden kann.
Nach Angabe der verschiedenen Ursachen zur Versumpfung der Ländereien, geht der Verfasser zu den Projecten für die Entwässerung über. Die Anhaltspunkte, welche er dabei für BeBc= stimmung der Dimensionen und Gefälle der Abzugsgräben giebt, sind werthvoll, weil mit Bezug auf die Regenmengen und Verdunstung des im Erdboden befindlichen Wassers die Resultate aus verschiedenen Gegenden zusammengestellt wurden.
Neben der Beschreibung größerer Anlagen findet auch die Erstellung unterirdischer Abzugscanäle (drains) gebührende Berück
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Fabrication von feuerfesten Quarzziegeln. In der Zeitschrift des österreichischen Ingenieur- und Architektenvereines" (Jahrgang 1865, Heft XII, S. 249) giebt der Hütteningenieur Josef Khern in Kapfenberg eine detaillirte und durch Zeichnungen erläuterte Beschreibung der von ihm eingerichteten Fabrication von feuerfesten Quarzziegeln, welche sich weniger durch eine bedeutende Production hervorthut, als durch die sorgfältigste Beobachtung aller Umstände, welche die Erzielung eines möglichst feuerfesten und haltbaren Productes sichern.
Veranlaßt wurde dies Verfahren durch den Umstand, daß bei den vom Verfasser eingeführten Siemens'schen Regenerativgasöfen die zu den Regeneratoren und dem Schmelzraume verwendeten Ziegel, selbst anerkannt gute und berühmte Marken, von so geringer Dauer waren, daß mit keiner derselben nur ein einwöchentlicher fortgesetter Betrieb erzielt werden konnte. Referent, welcher doch auch mehrfach Gelegenheit hatte, Gasfeuerungen mit Regeneratoren auszuführen, muß hier gestehen, daß er eine derartige kurze Dauer der Regeneratorsteine, selbst beim Stahlofen, noch nicht beobachtet hat. Dieselben hielten, wenn auch nicht gerade die theuersten Sorten dazu verwendet wurden, ganz gut wenigstens 3 Wochen aus, und kann die Ursache der oben erwähnten schnellen Zerstörung wohl nur in einer nicht ganz richtigen Construction der Oefen gesucht werden.
Wenn freilich Hr. Khern seine Stahlöfen nach dem Muster baut, wie es als Siemens'scher Stahlschmelzofen in der Sammlung von Zeichnungen für die Hütte“ (Jahrg. 1864) abgebildet ist, so darf er sich nicht wundern, daß er die höchste Temperatur im abgehenden Regenerator erhält, und daß in einem Regenerator, welcher fast bis zu seinem Uebergange in den Luftcanal Stahlschmelzhige enthält, beim Wechseln der Flamme durch die eintretende verhältnißmäßig falte Luft Sprünge in den Gittersteinen entstehen, ist auch nichts Merkwürdiges. Für richtig construirte Oefen wäre es wahrscheinlich nicht nöthig gewesen, Ziegel auf so umständliche und nicht billige Art für die Regeneratoren anzuwenden.
Gerade die bei der in Rede stehenden Ziegelfabrication angewendete Sorgfalt zur Vermeidung aller Umstände, welche auf die Feuerfestigkeit ungünstig einwirken könnten, läßt eine auszügliche Wiedergabe der Beschreibung als von Interesse erscheinen, und
Hüttenwesen.
Ueber die jährliche Metallproduction in Europa bringt die Berg- und Hüttenmännische Zeitung", 1866, Nr. 30, nach „D. Hausner's vergleichende Statistik in Europa“, 1865, Bd. 1, folgende Uebersicht:
Zink
Blei
Zollctr.
Zollctr.
2,302,700 4,884,100
43,000 5,000
8,000 37,000
166,000 2,000 1,000
1,380,000 820,000
403,000 107,000
147,000
15,000
36,000 1,695,000
118,000
85,000 47,000
L8.
find bei derselben die Maßangaben des Originaltertes auf Meter= maß umgerechnet.
Als das beste Material zur Herstellung von feuerfesten Ziegeln zeigte sich reiner Quarz, mit nur so viel feuerfestem Thone, gemengt, daß eben die nöthige Bindung der Quarztheile unter einander erzielt wird. Es kommt also darauf an, ein an reiner Kieselsäure möglichst gehaltreiches Material zu erlangen, und die erste Grundbedingung hierzu ist somit die Verwendung eines sehr reinen, namentlich von allen jenen Bestandtheilen möglichst freien Quarzes, welche als Basen die Bildung eines leichtschmelzenden Silicates begünstigen würden. Zu vermeiden sind also Quarze, welche Glimmer, Feldspath, Eisenadern 2c. enthalten, und nur jene Sorten zu verwenden, welche durch ihr dichtes, reinweißes oder glashelles Ansehen und den dem Quarze eigenthümlichen Glanz sich als rein bekunden.
Besonders um die Zerkleinerung des Quarzes zu erleichtern, dann auch, um allenfalls vorkommenden Schwefelkies, Kupferkies 2c. wegzubringen, wird der Quarz in der Regel gebrannt. Dazu dient am besten ein Rumford'scher Kalkbrennofen mit drei oder vier Feuerungen am Umfange, oder aber einer der später zu beschreibenden Ziegelöfen. Beim Einsezen muß jedenfalls auf Bildung der nöthigen Durchzüge für die Flamme Rücksicht genommen, und namentlich im Rumford'schen Ofen auch ein Quandelschacht aus den größeren Blöcken hergestellt werden. 10 bis 12 Stunden scharfer Feuerung genügen, um den ganzen Einsaß von 200 bis 300 Ctr. in helle Rothgluth zu bringen. Um die beim Brennen eingebrachte Asche, sowie andere nunmehr aufgeschlossene Unreinigkeiten zu entfernen*), werden die noch glühenden Blöcke in's Wasser geworfen und hier auf irgend eine Art gewaschen.
Hierauf folgt eine Handscheidung, welche sowohl dazu dient, die in ihrem Gefüge gelockerten Stücke für die Zerkleinerung vorzubereiten, als auch namentlich um eine nochmalige, sehr sorgfältige Sortirung vorzunehmen, wobei alle, nur im geringsten verunreinigten Stücke als zweite Sorte ausgehalten und nur die
*) Wohl hauptsächlich, um durch das Abschrecken die Zerkleinerung zu erleichtern. R. 3.
reinsten Stücke für die erste Sorte, die besten feuerbeständigsten Ziegel, bestimmt werden.
Die nöthige Zerkleinerung dieses Materiales, sowie der Scherben von bereits gebrauchten Ziegeln, geschieht am vortheilhaftesten unter Pochhämmern, welche sowohl als Schwanzhämmer oder, ähnlich einem Stampfwerke, mit senkrechtem Schlage construirt sein können. Ein Schwanzhammer, von 250 Pft. Gewicht und von einem Manne bedient, lieferte in 12 Stunden beiläufig 13,5 bis 13,6 oder 7000 Pfd. Quarzmehl. Die Korngröße wird durch ein Sieb bestimmt, welches ungefähr 10 Maschen auf 1 Quadrat centimeter enthält.
Der als Bindemittel verwendete Thon soll einerseits so fett sein, daß ein Minimum genügt, um die nöthige Bindung, Formbarkeit, Plasticität der Masse hervorzubringen, anderseits, mit dem Quarz gemengt, nur ein sehr schwer schmelzbares Silicat geben. Am besten haben sich Thone von Göttweih in Niederösterreich und von Blansko in Mähren bewährt. Der Thon wird vor Allem gut getrocknet, wozu in guter Jahreszeit ein luftiger Boden, im Winter ein heizbarer Raum mit Bühnen dient; dann kommt er zum Stampfwerke. Ein Stampfer von 145 bis 150 Pfd. und 0,3 Hubhöhe kann bei ordentlichem Gange 03,16 Thonmehl pro 12 Stunden liefern.
Nach dem Stampfen wird der Thon auf einem Kollergange vollständig zerkleinert und durch seine Siebe bis 100 Maschen pro 1 Quadratcentimeter geschlagen.
Um die Abfälle von den gebrauchten Ziegeln zu benußen, werden dieselben von Schlacken u. s. w. gereinigt und ebenfalls auf die Korngröße des Quarzes unter Pochhämmern gestampft.
Sämmtliche Materialien, nämlich: Quarzmehl, erster und zweiter Sorte, Ziegelmehl und die verschiedenen Thonsorten müssen sowohl beim Pochen wie beim Aufbewahren sehr sorgfältig auseinander gehalten werden. Der Aufbewahrungsraum für die Vorräthe muß trocken gelegen, gegen Wind und Wetter geschüßt und mit einem guten Boden aus Ziegelpflaster versehen sein, auf welchen die verschiedenen Mehle in ihren Abtheilungen aufge= schüttet werden.
Mischung der Materialien.
Die angewendeten Mischungsverhältnisse waren nun für die erste Sorte:
16 Raumtheile reinsten Quarzmehles,
1 Theil Thonmehl, bei Verwendung von Göttweiher Thon, oder 14 Theile reinsten Quarzmehles,
1 Theil Thonmehl, bei Verwendung von Blanskoer Thon. Die Verhältnisse für die zweite Sorte bleiben dieselben; jedoch wird der reinste Quarz hier durch den wegen geringer Verunreinigungen ausgehaltenen Quarz oder durch das Mehl aus gebrannten Ziegeln der ersten Sorte ersetzt. In dem lehteren Falle wird die Mischung jedenfalls nur im Verhältnisse von 16 Theilen Ziegelmehl und 1 Theil Thonmehl
hergestellt.
Zur dritten Sorte, welche weniger feuerfest als mechanisch fest sein soll, wird nur Ziegelmehl mit größerem Thonzusaze_ge= braucht, umsomehr, als auch schon das Ziegelmehl Thon enthält. Auch wird derselbe von einer untergeordneten, minder kostspieligen Sorte gewählt. Das Verhältniß ist:
8 Theile Ziegelmehl von Ziegeln der zweiten und dritten Sorte,
1 Theil Thonmehl.
Das auf einmal zu verarbeitende Quantum wird am besten mit 03,5 bis 03,6 angenommen, indem größere Mengen schwer gut durchzuarbeiten, kleinere aber nicht ökonomisch find. Die vorgemessenen Materialien können entweder gleich auf dem für das Abkneten bestimmten Fußboden der Werkstätte oder aber in einer Mischtrommel trocken gemengt werden. Als solche diente eine horizontal liegende hölzerne Tonne, in welcher sich eine mit etwa zwanzig schiefgestellten Blechschaufeln besezte Welle dreht. Während der Operation des Füllens und der etwa 10- bis 15 maligen Umdrehung der Welle liegt die Tonne fest und wird nachher einfach gewendet, um das Mehl durch die Eintragklappe in einen untergestellten Trog auszuschütten. Das so trocken gemengte Mehl wird auf dem Fußboden der Werkstätte, welcher jedenfalls aus Dielen bestehen muß, in Gestalt eines ringförmigen Haufens aufgeschüttet, das nöthige Wasser, ca. 60 Liter, in die Mitte dieses Haufens gegossen und das Mehl nach und nach so in dasselbe geworfen, daß alles Wasser durch das Mehl aufgesaugt wird. Dann wird
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Die Formen für die Handziegelfabrication bestehen aus Blech von 4mm Stärke mit Quadrateisen von 16mm Stärke armirt und einem Boden aus Stäben von derselben Dicke versehen, auf welchen die 4 starke Bodenplatte lose zu liegen kommt. Die Masse wird durch einen Stößel in Lagen von ca. 20TM eingestampft, nachdem vorher die untere Schicht der besseren Verbindung halber aufgerauht war. Die fertigen bepuzten Steine kommen auf ein besandetes Brettchen zum Trocknen. Die für die Fabrication von Preßziegeln bestimmten Formen sind aus dichtem und festem Gußeisen hergestellt, an der Innenseite und den Stößen gehobelt und polirt. Die Conicität der Form beträgt etwa 2mm. Außen sind die Formen mit zwei heiß aufgetriebenen schmiedeeisernen Ringen verstärkt, mit Handhaben und kleinen Rinnen für den Austritt der Feuchtigkeit versehen. Auf den oberen Rand paßt ein eiserner Auffahring von 32mm Höhe. Als Boden dient eine 26mm dicke Eisenplatte, welche genau in die Form paßt. Die Form wird in der oben beschriebenen Art lagenweise vollgestampft, dann zwei, 26mm dicke Platten von Gußstahl, deren jede eine Hälfte des Ziegels bedeckt, aufgelegt und das ganze unter die Presse gebracht.
Die Presse für diese Steine ist eine gewöhnliche Spindelpresse mit zwei Schrauben in Metallmuttern laufend, welche nach dem Einschieben der Form abwechselnd so angezogen werden, daß kein zu abweichender Druck auf eine der beiden Breßplatten stattfindet, der Arbeiter aber mit seiner ganzen Kraft auf jede Hälfte des Ziegels wirken kann. Der auf diese Weise hervorgebrachte Druck betrug ungefähr 709 Zollpfd. auf den Quadratcentimeter. Die Schrauben der Presse werden, soweit die Kraft des Arbeiters reicht, angezogen und nach jedesmaliger Ruhe von 12 bis 15 Minuten zwei- bis dreimal wiederholt, so daß jeder Ziegel 4 Stunden unter der Presse bleibt. Danach wird der Ziegel auf ein besandetes Brettchen gestürzt, gepugt und zum Trocknen gebracht. Mit 3 Preffen und 4 Formen ist 1 Mann im Stande, in 12 Arbeitsstunden 45 bis 50 Stück Preßziegel zu erzeugen. Da übrigens die Arbeit des Pressens selbst sowohl, als auch die Behandlung der schweren Formen, sehr anstrengend ist, so sind hierfür nur die kräftigsten Leute tauglich. *)
Mit den Brettchen, auf welche die Ziegel aus den Formen gestürzt werden, kommen sie auf die Trockengestelle, welche, aus Ständern mit Querhölzern und darüber gelegten Latten bestehend, in einer 2,8 hohen Stube pro Quadratmeter Grundfläche 55 bis 60 Ziegel von 316 × 158 × 79mm aufnehmen können.
Nach 24 bis 30 Stunden werden die Ziegel auf die Kante gestellt und nach 4- bis 6tägiger Trocknung in den Ziegelofen gebracht. Im Sommer genügt die Trocknung mittelst Luftzug; im Winter müssen die Trockenräume geheizt werden.
Das Brennen der Ziegel erfolgt mit Benugung des billigsten Brennstoffes und mit einem äußerst geringen Arbeitsaufwande, dabei sehr schön gleichförmig in einem nach Art der Casseler Oefen construirten liegenden Ofen.
Die auf den zwei an dem einen Ende angebrachten Treppenrosten von 632TMm Breite mit 8 Stufen erzeugte Flamme tritt in den mit einem festen Gewölbe geschlossenen Brennraum und giebt
*) Man sieht also, daß die Production bei diesem Verfahren eine äußerst geringe im Verhältnisse zu dem angewendeten Anlagecapitale ist, und dürfte die hieraus sich ergebende Kostspieligkeit die schwache Seite des ganzen Verfahrens sein. N. 3.