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Ein Mentor/eine Mentorin unterstützt eine/n Mentee in der Selbstverwirklichung innerhalb eines Kontextes (einer Institution, eines Fachbereichs, etc). Dies mit dem Ziel, dass die/der Mentee lernt, sich selbst weiter zu entwickeln. Der Begriff «Mentor» stammt aus der griechischen Mythologie: Der Weise Mentor wurde von Odysseus gebeten sich während seiner Abwesenheit seines Sohnes Telemachos anzunehmen. Mentoren sind Rollenmodelle. Sie sind sowohl Fachexperten wie «väterlicher Freund» (Mythologie). Sie verbinden Expertise in ihrem Fach mit Lebenserfahrung und Praxis in ihrem Spezialgebiet und dem Wohlwollen, einen jungen Menschen zu seiner Bestimmung hin (fachlich und persönlich) zu begleiten.
Mentorate basieren auf Freiwilligkeit, gegenseitiger Anerkennung von Mentor und Mentee, Verschränkung von Leben und Lernen, sowie auf einer reflektierten Vorbildkultur. Mentoren widmen sich den persönlichen Begabungen und Interessen ihrer Mentees, helfen bei Zielfindung, Orientierung und Prioritätensetzung und versuchen, Fehlverhalten oder ungünstige Lernbedingungen zu korrigieren. Sie regen an und eröffnen neue Horizonte.
Mentoring ist ein Prozess, in dem Mentor/innen die Entwicklung von Mentees ausserhalb der normalen Unterrichtsbeziehung unterstützen. In der schulischen Begabungsförderung kann sich dies sehr unterschiedlich ausgestalten. Mentor/in kann etwa eine Lehrperson aus einer höheren Schulstufe für einen Primarschüler sein, die in einem spezifischen Fachgebiet Expertin ist; das können aber auch ausserschulische Künstler, Forscher oder Berufsleute mit überdurchschnittlichem Engagement und Expertise sein (auch Senioren).
In deutschen und niederländischen Schulen sind sogenannte Betreuungslehrer/innen (Mentor/innen) in Schulen der Begabungsförderung der Normalfall. Auch in der angelsächsischen Begabungsförderung nimmt Mentoring einen grossen Stellenwert ein; viele Schulen haben Mentoringprogramme und feste lokale Mentorengruppen, die – in Zusammenarbeit mit der Schule – einzelne Schüler/ innen individuell in ihren Begabungen fördern. Dazu gehört auch das Wissen darum, dass Schule nicht in allen Begabungsdomänen über Exzellenz und Expertise verfügen kann, und dass Begabungsförderung im «real life» und mit «professionals» authentisch und gerade deshalb eine wirksame Ergänzung zu schulischen Förderprogrammen sein kann (nicht nur im Leistungssport und Musikunterricht). Mentoring kann deshalb sowohl innerhalb einer Schule stattfinden – aber auch über die Schule und die Schulprogramme hinausführen.