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Ford: Eine Erfolgsgeschichte
Ford zählt neben Mercedes-Benz und Peugeot zu den ältesten Autobauern der Welt. Bereits im Jahr 1899 rief Henry Ford, der dem Konzern seinen Namen gab, die Detroit Automobile Company ins Leben. Zwei Jahre später wurde das Unternehmen reorganisiert und firmierte fortan unter der Bezeichnung Henry Ford Company.
Im Frühjahr 1902 gab es im Ford-Management Unstimmigkeiten über die Ausrichtung des Unternehmens. Während der Firmengründer ein Auto für die Massen konstruieren und vermarkten wollte, wollten seine Partner sich lieber dem profitablen Luxussegment zuwenden. Am Ende verließ Ford die Firma, um nach Geldgebern für seine Pläne zu suchen. Die Geschäftsführung übernahm Henry M. Leland, der später den Lincoln-Konzern mitbegründete. Die Henry Ford Company wurde in “Cadillac” umbenannt.
1903: Der Neuanfang
Im Juni hatte Henry Ford genügend Kapital gesammelt, um erneut eine eigene Firma gründen zu können. Die Ford Motor Company stellte zunächst nur wenige Autos pro Tag her: Die Gesamtproduktion der ersten beiden Jahre belief sich auf 1.700 Fahrzeuge. Bei der Namensgebung orientierte man sich am englischen Alphabet – die drei angebotenen Modelle trugen die Bezeichnungen “A”, “C” und “AC”.
Die Firmengeschichte nahm eine glückliche Wendung, nachdem 1908 die Fabrik “Piquette Avenue Plant” in Betrieb genommen wurde. Hier ließ Ford das Model T produzieren, das schnell zum Bestseller avancierte. “Tin Lizzy”, wie das 20 PS starke Gefährt im Volksmund genannt wurde, erreichte eine Spitze von 67 km/h. Der Markterfolg war so groß, dass die enorme Nachfrage schließlich nicht mehr befriedigt werden konnte.
Um lange Lieferzeiten zu vermeiden und den Profit des Unternehmens in die Höhe zu schrauben, zog Ford in eine größere Fabrik (“Highland Park Ford Plant”) um. Hier wurde das bahnbrechende Prinzip der Fließbandproduktion perfektioniert. Obgleich es sich bei einem Großteil der Belegschaft um angelernte Kräfte handelte, konnten die Fahrzeuge schnell und kostengünstig hergestellt werden. Für die Montage eines Chassis wurden nun nicht mehr 12, sondern lediglich 1,5 Stunden benötigt. Nachdem weltweit mehr als 15 Millionen Fahrzeuge abgesetzt werden konnten, endete die Produktion des Model T im Jahr 1927.
Die Nachkriegsjahre
Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war Ford zu einer festen Größe in der US-amerikanischen Wirtschaft geworden. Zeitweise stammte die Hälfte aller in den USA gefahrenen Fahrzeuge von Ford – ein Marktanteil, den nie wieder ein Hersteller erreichte. Ermutigt von diesen Erfolgen begann der Konzern, seine geschäftlichen Aktivitäten auf den europäischen Kontinent auszudehnen. In der Kompaktklasse wurden die beiden Modelle Prefect und Anglia angeboten, in der Oberklasse der Pilot. Später folgten Klassiker wie der Taunus G93A (“Buckeltaunus”) und das Coupé Comète.
Die Sportwagen Capri, GT40 und Mustang wurden zwischen 1965 und 1968 in Europa eingeführt. Der Capri hatte bereits nach kurzer Zeit eine treue Fangemeinde, während der Mustang als Importwagen einer kleinen Käuferschicht vorbehalten blieb. Das Rennauto GT40 verfügte in der Top-Variante über einen 7-Liter-Motor und galt in den 1960er Jahren als das Traumauto schlechthin. Von 1964 bis 1968 wurden insgesamt 134 Exemplare des GT40 gebaut.
Die 1970er Jahre waren die Zeit von Modellen wie dem Escort, dem Popular und dem Granada, der vor allem als Kombiversion viele Freunde fand. Das Ladevolumen des Granada war so groß, dass eine fünfköpfige Familie mit dem Wagen in den Sommerurlaub fahren konnte. Der Escort war in Europa ebenfalls höchst erfolgreich und wurde erst im Jahr 1998 durch den Focus ersetzt.
In den 80er Jahren setzte Ford seine stringente Modellpolitik weiter fort. Während andere Hersteller mehr als 10 unterschiedliche Fahrzeugtypen im Programm hatten, konzentrierte man sich in Europa auf die Modelle Fiesta, Escort, Sierra und den Scorpio, welcher in den frühen 90er Jahren durch den Mondeo ersetzt wurde. Der Sportwagen Probe und der Kastenwagen Courier spielten auf dem Schweizer Markt eine eher untergeordnete Rolle.
Die 90er Jahre: Änderung des Markendesigns
In der Mitte der 1990er Jahre begann Ford, das Äußere seiner Wagen dem veränderten Zeitgeist anzupassen. Das erste Modell, welches das “New Edge”-Design trug, war der Kleinstwagen Ka. Wenig später wurde die von Jack Telnack entwickelte Designlinie auch für den Focus, den Fiesta sowie für die Modelle Galaxy, Mondeo, Puma und Cougar übernommen. Wesentliche Merkmale des “New Edge”-Designs sind eine sachliche Linienführung und polygonal gestaltete Komponenten im Innen- und Außenbereich.
Die 2000er Jahre: Das Kinetic Design hält Einzug
Rund zehn Jahre nach der Einführung des “New Edge”-Designs wurde die Linienführung der Modelle abermals geändert. Ein bestimmendes Merkmal des “Kinetic Design” ist der trapezförmige Kühlergrill, welcher von vertikalen und horizontalen Linien durchzogen wird. Der erste Ford im neuen Gewand war der Großraumvan Galaxy, gefolgt vom Mondeo, dem SUV Kuga und dem Focus. Die Modelle Fiesta und Ka wurden erst zum Modelljahr 2008 mit dem neuen Design versehen.
Sanierungsphase 2006 – 2011
Im Jahr 2006 beschloss der damalige Ford-Chef Alan Mulally ein tief greifendes Sanierungsprogramm, dem Tausende von Arbeitsplätzen zum Opfer fielen. Diese drastische Maßnahme war nötig geworden, weil sich Ford auf dem US-amerikanischen Heimatmarkt zu sehr auf die renditestarken SUV- und Pick-up-Segmente konzentriert hatte.
Mulally richtete die Modellpolitik fortan auf Kompaktwagen und Crossover-Geländewagen aus. Der ehemalige CEO der Boeing Commercial Airplanes schaffte es, das Vertrauen der Käufer und Aktionäre zurückzugewinnen: Ende 2011 gab Ford bekannt, im Folgejahr nach einer fünfjährigen Pause erstmals wieder eine Dividende an die Eigner ausschütten zu wollen.
Dank Modellen wie dem S-Max und dem Tourneo ist Ford in die Erfolgsspur zurückgekehrt und steht heute besser da als je zuvor. Mit dem C-Max Energi stieg man zu Beginn des Jahres 2014 in den lukrativen Hybridmarkt ein – ein kluger Schachzug, da dieser Sektor bisher noch wenig entwickelt ist. In den USA konnten bereits 300.000 Fahrzeuge mit Hybridantrieb verkauft werden. Sollte sich diese positive Tendenz in Europa fortsetzen, wird Ford seine Spitzenposition hinter Toyota zweifellos verteidigen können.