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Die meisten Menschen in Kambodscha sind so arm, dass es knapp für das Essen reicht. Um eine Familie zu ernähren, braucht es etwa 200 US-Dollars monatlich. Wer Arbeit findet, kann sich glücklich schätzen, selbst wenn der Tageslohn nur ein oder zwei Dollars beträgt.
Viele Leute wären willig und fähig, mehr für ihren Lebensunterhalt zu leisten, doch fehlt es ihnen an Geld, um eine Existenz aufzubauen. Oft genügen 100 oder 200 Dollars Grundkapital, um einen erfolgreichen Kleinhandel anzufangen, eine Reparaturwerkstätte zu eröffnen oder für einen Handwagen, um Haushalte mit Trinkwasser zu versorgen. Doch in Kambodscha ist es nicht anders als anderswo: Wer keinen Besitz hat, bekommt kein Geld geliehen oder nur zu einem horrenden Jahreszins von 200% oder mehr.
Zwischen 2003 und 2006 offerierte HOPE FOR ALL zinsgünstige Darlehen an arbeitswillige Frauen und Männer, die eine eigene Existenz aufbauen wollten und dafür eine brauchbare Idee entwickelt haben. Diese Kredite kosteten 5% Jahreszins und wurden in der Regel nach einem Jahr zurückbezahlt. Bei Härtefällen wie schwerer Krankheit wurde auf eine Rückzahlung verzichtet.
Aus organisatorischen Gründen hat HOPE FOR ALL sein Micro-Kreditprogramm Ende 2006 eingestellt. Kreditbewerber werden jetzt durch eine andere schweizerische Organisation betreut, die mit der Vergabe von Kleinkrediten begonnen hat.
Die Kredite von HOPE FOR ALL waren sehr begehrt und haben bereits vielen Menschen geholfen, besser für sich und ihre Familie zu sorgen.
Die Kreditempfänger wurden jeden Monat zu einer Versammlung aufgeboten, an der sie über ihre Erfahrungen berichten und sich gegenseitig motivieren.
In Kambodscha stehen die Häuser und Hütten oft auf Pfählen, denn zur Regenzeit fliesst das Wasser schlecht ab. Mit wenig Aufwand lässt sich unter dem Haus ein Tiergehege einrichten. Wenn eine Familie ein solches Gehege gebaut hat, kann sie sich bei HOPE FOR ALL um ein Ferkel bewerben. Zugleich wird ein Kredit von 30 Dollars für Futter vergeben, denn die Speiseabfälle einer armen Familie reichen nicht aus, um ein Schwein grosszuziehen. Nach 8 Monaten kann das Tier für 120 Dollars verkauft werden. Mit dem Erlös werden der Futterkredit zurückbezahlt und weitere Ferkel erworben.
Menues werden zuhause vorgekocht und später auf der Strasse angeboten. Ein weiteres Beispiel für ein erfolgreiches Microkreditunternehmen findet sich auf der Fotoalbum-Seite.