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Tadesse Abraham gibt Marathon auf
Enttäuschung für Tadesse Abraham: Der letzte Schweizer Starter an den Sommerspielen in Tokio musste im Marathonlauf nach rund zwei Dritteln der Distanz aussteigen.
Vier Tage vor seinem 39. Geburtstag hat Tadesse Abraham nicht seinen besten Tag erwischt. Nach Silber an den Europameisterschaften 2018 in Berlin und Top-10-Klassierungen 2016 in Rio (7.) und an den Weltmeisterschaften 2019 in Doha (9.) gelang ihm an den Olympischen Spielen in Tokio keine weitere Top-Platzierung. Der Athlet des LC Uster gab den Marathon auf.
Nach einer problemlos verlaufenen ersten Streckenhälfte bekam der Schweizer Probleme mit der Atmung. «Ich habe zweimal gestoppt, aber irgendwann war ich am Limit», sagte er.
Eine Erklärung für die Probleme bei heiss-feuchten Bedingungen hatte Abraham nicht, das Training in der Vorbereitung sei gut verlaufen. «Das ist der Sport, es gibt Hochs und Tiefs.»
Abraham hatte sich in der Anfangsphase sporadisch vorne gezeigt, beispielsweise als Fünfter nach 10 Kilometern. 25 km lang hielt er sich in der grossen Spitzengruppe, danach musste er abreissen lassen.
«Das Tempo war überhaupt kein Problem.»
Tadesse Abraham
Nach 26,7 km hielt er ein erstes Mal an, wenig später gab er das Rennen auf. Die Spitze hatte bis zu diesem Zeitpunkt keine überaus hohe Pace angeschlagen. «Das Tempo war überhaupt kein Problem», sagte Abraham.
Obwohl er am Donnerstag 39 wird, plant Abraham drei weitere Jahre bis zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris weiterzulaufen. Ein Rücktritt ist für ihn noch kein Thema.
Trotz der Aufgabe sei die Teilnahme an seinen zweiten Olympischen Spielen eine positive Erfahrung gewesen. «Ich werde stärker zurückkommen», versprach er.
Kipchoge verteidigt seinen Titel
Im Rennen um die Goldmedaille fiel die Vorentscheidung kurz nach Abrahams Ausstieg aus dem Rennen. Der 36-jährige Kenianer Eliud Kipchoge, der Weltrekordhalter, setzte sich nach etwas mehr als 30 km ab und lief auf dem letzten Streckendrittel der Konkurrenz davon.
18 Jahre nach seinem ersten WM-Titel (Paris 2003) gewann er zum zweiten Mal hintereinander nach Rio 2016 den Olympia-Marathon. 2004 in Athen (Bronze) und 2008 in Peking (Silber) hatte Kipchoge schon über 5000 m Olympiamedaillen gewonnen.
80 Sekunden nach Kipchoge sicherten sich im Schlussspurt einer Vierergruppe nach 42,175 km der Niederländer Abdi Nageeye (Silber) und der Belgier Bashir Abdi (Bronze) die weiteren Medaillen.