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Biographie
Max Ernst, 1891 – 1976
Deutschland 1891 – 1922
1891 Max Ernst wird am 2. April in Brühl bei Köln geboren. Er ist das dritte von insgesamt neun Kindern des Taubstummenlehrers und Amateurmalers Philipp Ernst und seiner Frau Luise.
1910 – 1914 Studium an der Universität Bonn: Klassische Philosophie, Psychologie, Psychiatrie und Kunstgeschichte.
1913 Teilnahme an der Ausstellung Rheinischer Expressionisten und erster kurzer Aufenthalt in Paris. Im Haus von August Macke begegnet er Guillaume Apollinaire und Robert Delaunay.
1914 Beginn der Freundschaft mit Hans Arp, dem er in der Kölner Galerie Feldmann begegnet. Im ersten Weltkrieg Einberufung als Artillerist.
1918 Heirat mit der Kunsthistorikerin Luise Straus.
1919 Gründet mit Hans Arp und Johannes Theodor Baargeld die Kölner Dada-Gruppe. Dada-Ausstellung in Köln. Max Ernst fertigt seine ersten Collagen an. Besuch bei Paul Klee in München.
1920 Geburt seines Sohnes Hans-Ulrich Ernst, genannt Jimmy.
1921 Erste Ausstellung von Collagen in Paris. Ferienaufenthalt mit Hans Arp, Sophie Taeuber, Tristan Tzara und André Breton in Tarrenz (Tirol).
Frankreich 1922 – 1941
1922 Übersiedlung von Max Ernst nach Paris und Trennung von Frau und Sohn.
1923 Max Ernst zieht nach Eaubonne bei Paris mit Paul und Gala Éluard und übernimmt die Ausmalung der Räume. Er stellt im Pariser Salon der Indépendants aus.
1924 André Breton veröffentlicht sein erstes surrealistisches Manifest.
1925 Der Pariser Galerist Jacques Viot nimmt Max Ernst unter Vertrag. Erste Frottagen entstehen.
1926 Scheidung von Luise Straus.
1927 Heirat mit Marie-Berthe Aurenche. Max Ernst beginnt mit den Serien der Horden, Wälder, Muschelblumen und Vogeldenkmäler.
1929 Veröffentlichung des ersten Collage-Romans La femme 100 têtes.
1930 Kurze Rolle in Luis Buñuels Film L’âge d’or. Gründung der Zeitschrift Le surréalisme au service de la révolution. Begegnung mit Alberto Giacometti.
1932 Erste Einzelausstellungen in den USA in der Julien Levy Gallery, New York.
1934 Sommeraufenthalt in Zürich, um in der Corso Bar ein Wandbild zu realisieren. Lernt den Schriftsteller James Joyce kennen.
1936 Verlässt Marie-Berthe Aurenche. 48 seiner Gemälde sind in der New Yorker Ausstellung Fantastic Art, Dada, Surrealism zu sehen.
1937 Veröffentlichung des Aufsatzes Au-delà de la peinture in der Zeitschrift Cahiers d’art. Die Sondernummer ist Max Ernst gewidmet. Das Gemälde „Der Hausengel (Der Triumph des Surrealismus)“ entsteht. In Deutschland werden zahlreiche Bilder konfisziert und ein Gemälde wird in der Münchner Feme-Ausstellung Entartete Kunst gezeigt.
1938 Max Ernst verlässt die Surrealistengruppe und zieht mit seiner Geliebten, der Künstlerin Leonora Carrington, nach Saint-Martin d’Ardèche in Südfrankreich.
1939/40 Als „feindlicher Ausländer“ wird Max Ernst zweimal interniert. Freilassung auf Fürsprache Paul Éluards. Zahlreiche Werke in Abklatschtechnik (Dekalkomanie) entstehen.
Amerika 1941 – 1953
1941 Peggy Guggenheim ermöglicht seine Flucht in die USA. Mit ihr reist er nach Kalifornien, Arizona, New Mexico, New Orleans. Heirat mit Peggy Guggenheim im Dezember.
1941 Teilnahme an der von André Breton und von Marcel Duchamp inszenierten Ausstellung First Papers of Surrealism in New York und Herausgabe der Zeitschrift VVV. Lernt die Künstlerin Dorothea Tanning kennen. Entwickelt die Technik der Oszillation.
1943 Scheidung von Peggy Guggenheim. Verbringt den Sommer mit Dorothea Tanning in Arizona.
1944 Max Ernst arbeitet in Great River, Long Island, und schafft eine neue Serie von Skulpturen.
1945 Schreibt ein Drehbuch für eine Episode in Hans Richters Film Dreams That Money Can Buy in der er als Darsteller mitwirkt.
1946 Zieht mit Dorothea Tanning nach Sedona, Arizona, wo sie ein Haus bauen. Doppelhochzeit in Beverly Hills: Max Ernst heiratet Dorothea Tanning, Man Ray heiratet Juliet Browner.
1947 In der Galerie Maeght, Paris, findet die letzte grosse Surrealistenausstellung statt.
1948 Beginn der Arbeit an der Plastik Capricorne (Steinbock). Robert Motherwell veröffentlicht Max Ernst. Beyond Painting, and Other Writings by Max Ernst and his Friends. Max Ernst erhält die amerikanische Staatsbürgerschaft.
1950 Reise nach Europa mit Dorothea Tanning. Mietet ein Atelier in Paris.
1951 Anlässlich seines 60. Geburtstags wird in seiner Geburtsstadt Brühl die erste deutsche Retrospektive gezeigt.
1952 Yves Tanguy zu Besuch in Sedona Max Ernst hält eine Serie von Vorlesungen in Honolulu.
Europa 1953 – 1976
1953 Dorothea Tanning und Max Ernst kehren nach Paris zurück. Er arbeitet in der Impasse Ronsin neben dem Atelier von Constantin Brancusi. Das mit acht Lithografien illustrierte Gedicht Das Schnabelpaar erscheint im Verlag Ernst Beyeler.
1954 Auf der 27. Biennale in Venedig erhält Max Ernst den Grossen Preis für Malerei. Daraufhin wird er von André Breton von der Surrealistengruppe ausgeschlossen.
1955 Gemeinsam mit Dorothea Tanning zieht er nach Huismes bei Chinon (Touraine). Erste Einzelausstellung in der Galerie Beyeler.
1956 Max Ernst wird Mitglied der Berliner Akademie der Künste. Die Kunsthalle Bern widmet Max Ernst eine Retrospektive.
1957 Max Ernst erhält den Grossen Preis für Malerei des Landes Nordrhein-Westfalen. Erneute Zusammenarbeit mit Regisseur Hans Richter für dessen Film 8 x 8.
1958 Er wird französischer Staatsbürger. Im September ist er mit 40 Werken in der Ausstellung DADA. Dokumente einer Bewegung in der Düsseldorfer Kunsthalle und im Stedelijk Museum in Amsterdam vertreten.
1959 – 1962 Grosse Retrospektiven in Paris, New York, Chicago, London, Köln und Zürich.
1963 Peter Schamoni dreht den Film Entdeckungsfahrten ins Unbewusste über Max Ernst. Zwei Jahre später wird er den Film über Ernsts Leben: Mein Vagabundieren – meine Unruhe realisieren.
1964 Max Ernst und Dorothea Tanning lassen sich in Südfrankreich (Seillans) nieder. Teilnahme an der documenta III.
1966 Ernennung zum Offizier der Ehrenlegion. Teilnahme an Ausstellungen in Venedig, Zürich, Bern. Begegnung mit Werner Spies.
1967 Farbradierungen für Samuel Becketts Aus einem aufgegebenen Werk. Goldschmiedearbeiten in der Galerie Le Point Cardinal nach Entwürfen von Ernst, Arp, Derain, Hugo, Picasso, Tanning u.a.
1968 Entwicklung des Bühnenbilds zu La Turangalîla von Olivier Messiaen für die Pariser Oper.
1969/70 Grosse Ausstellungen in Stockholm, Amsterdam und Stuttgart. Die wiederentdeckten Wandbilder aus Eaubonne sind bei François Petit in Paris zu sehen.
1972 Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Bonn. Teilnahme an der documenta 5.
1974 Zweite Einzelausstellung in der Galerie Beyeler.
1975 Reise nach New York anlässlich der grossen Retrospektive im Solomon R. Guggenheim Museum, die anschliessend im Grand Palais in Paris gezeigt wird. Die ersten beiden Bände des Oeuvrekatalogs erscheinen.
1976 Max Ernst stirbt am 1. April, in der Nacht zu seinem 85. Geburtstag, in Paris. Er wird auf dem Friedhof Père Lachaise beigesetzt. Posthum wird ihm der Kaiserring, der Kunstpreis der Stadt Goslar, verliehen.