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Ich war vier Wochen in Nepal. Vormittags war ich in einem Women Empowerment Projekt tätig. Mit Hilfe diverser Lehrunterlagen wie Worksheets, Bilder aber auch Mimik und Gestik versuchte ich den Frauen Grundkenntnisse in Englisch beizubringen. Am Nachmittag half ich die meiste Zeit beim Verschönern zweier Schulen. Einen Alltag in dem Sinne hat es nicht gegeben, da jeder Tag ein bisschen anders gestaltet wurde und alles eher spontan ablief, aber grundsätzlich sah mein durchschnittlicher Arbeitsalltag ungefähr so aus: Um 10 Uhr morgens gingen wir vom Camp zur Hauptstraße zum lokalen Bus. Mit dem fuhren wir ca. 40 min zum Projektort. Der Unterricht wurde in einem Zimmer einer Wohnung geführt, die von einer Familie zur Verfügung gestellt wurde. Das Zimmer fungierte als Klassenzimmer, auf den Wänden waren Bilder, Wörter und Phrasen auf Englisch aufgehängt, die als Lernstütze verwendet wurden. Um ca. 11 Uhr kamen dann die ersten Frauen an. Wir starteten mit einem Good-morning song, danach kontrollierte ich die Hausaufgaben und wiederholte den Stoff vom Vortag. Je nach Bedarf machten wir mit dem Stoff weiter oder fingen ein neues Thema an. Die Frauen haben unterschiedliche Sprach- und Schreibkenntnisse, daher braucht es manchmal viel Geduld und Zeit um ein Thema abzuschließen. Ich hatte auch eine Übersetzerin, die eine wichtige Funktion hatte. Da das Projekt noch im Aufbau ist und zu dem Zeitpunkt die Vorbereitungen für das große Darsain Festival anfingen, waren im Schnitt nur 6 Frauen anwesend. Normalerweise kommen um die 15 Frauen. Um 13 Uhr wurde der Unterricht mit einem goodbye song abgeschlossen. Das Mittagessen bekam ich in die Klasse geliefert. Meine Nachmittage waren unterschiedlich, die meiste Zeit aber ging ich um 13.30 Uhr zur "Milkyway Schule", die 5 Minuten von meinem Projekt entfernt war und in der andere Volontäre eingesetzt waren. Da half ich dann beim Verschönern des Schulgebäudes und Spielhofs. Beispielsweise malte meine Gruppe die Flaggen der Länder, aus denen sie stammen. Die Arbeit endete um 15:30 Uhr und wir fuhren wieder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln 40 min zurück zum Camp. An anderen Nachmittagen war ich in einem Mädcheninternat tätig, wo ich mit den Mädchen Spiele spielte, tanzte, Fotos machte, Badminton spielte etc.
Leider konnte ich nach dem Projekt nicht mehr durch das Land reisen, allerdings habe ich trotzdem einiges gesehen und erlebt. Jedes Wochenende machten wir Ausflüge. Die ersten zwei habe ich im Voraus dazu gebucht: Pokhara und Chitwan. In Pokhara gibt es jede Menge Unterhaltungsmöglichkeiten: wir waren Kanu fahren, haben uns den Sonnenaufgang über dem Anapurna Gebirge angesehen (unglaublich!), Wasserfälle und Caves, waren in einem buddhistischen Tempel und einem tibetischen Flüchtlingslager, nachher gingen einige von uns Paragliden. Chitwan ist ein Nationalpark, in dem mit etwas Glück Elefanten, Rhinos, Bären, Wildschweine etc. sehen kann. Es ist eine schöne Abwechslung zu Kathmandu Stadt. Es kann aber auch gefährlich werden; wir mussten uns vor Rhinos am Baum verstecken. Ich fand die Situation allerdings sehr amüsant! Die Reise nach Chitwan sowie Pokhara ist gewöhnungsbedürftig, da die Straßen nicht ausgebaut sind. Die Reise ist lang und anstrengend, aber es lohnt sich. Ein Wochenende machte ich ein 3-Tages-Trekking im Sundarijal Gebiet - Chisapani - Nagarkot. Ebenfalls eine tolle Abwechslung zur Stadt: frische Luft, Sicht auf die Bergkulisse, kleine Dörfer, grüne Hügellandschaften, freundliche Menschen uvm. In Bezug auf Kultur war ich in allen drei Durba Squares: Kathmandu, Bhaktapur und Patan. Hier wird man an das traditionelle, alte Nepal erinnert, mit all seinen Tempeln und religiösen Stätten.
Der gesamte Aufenthalt war ein tolles Erlebnis, welches ich jederzeit wiederholen würde! Die Menschen die ich auf dieser Reise kennengelernt habe, Volontäre und Nepali, waren herzlich, freundlich, hilfsbereit und sind mir zum Teil gute Freunde geworden, mit denen ich auf jeden Fall den Kontakt pflegen möchte. Die Freiwilligenarbeit ist eine einmalige Erfahrung, die eine Menge zum eigenen Leben beiträgt. Sei es indem man Dinge zu schätzen beginnt, die für einen selbstverständlich waren oder gewisse Themen aus einer anderen Perspektive betrachtet. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieser Aufenthalt für mich wichtig gewesen ist und ich bin dankbar dafür, diese Erfahrung gesammelt zu haben.