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"Das Frontispiz ist eine dekorative und informative Abbildung in alten bibliophilen Werken, die sich auf der zweiten, dem Titelblatt (S. 3) gegenüberliegenden Seite eines Buches befindet. Es ist in der Regel auf die Rückseite des Schmutztitels eines Buches gedruckt (Quelle: Wikipedia).
So weit, so gut. Bibliophile Spezialisten brauchen wahrscheinlich diese Deutung nicht, andere (wie auch der Autor) sind unter Umständen für diese Ausdeutschung dankbar.
"Auch hier fehlte das Frontispiz" ist ein Original-Zitat aus dem Kriminalroman "Tod zwischen den Zeilen" von Krimi-Altmeisterin Donna Leon. Diese hat den Roman in einer für Schwarzkünstler, Bibliophilen-Freunde und dazugehörende Fans spannenden Umgebung eingebettet. In einer veritablen Bibliothek der Stadt Venedig wurden historische - und äusserst wertvolle - Bücher geschändet (Seiten herausgerissen) und auch gestohlen. In diesem Umfeld hat Kommissar Brunetti einen handfesten Mord aufzuklären.
Hierbei geht es nicht um eine oberflächliche Rahmenhandlung, sondern um gut recherchierte Fakten des Umfelds. Bei den inkriminierten Werken geht es - neben anderen - zum Beispiel um das 1507 in Vicenza erstmals gedruckte Werk "Paesi novamente retrovati" von Autor Tracanzone Montalboddo oder um das 1556 in Vendedig erstmals herausgegebene Buch "Delle Navigationi et Viaggi" von Giovan Battisto Ramusio.
Welche Rolle diese bedeutenden Kulturgüter im 21. Jahrundert spielen könn(t)en, liest man am besten in spannenden Lesestunden im Roman von Donna Leon selber nach.
|(Bild: Diogenes Verlag Zürich)|