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Als Jia Zhang-Ke vor fünf Jahren mit A Touch of Sin in Cannes am Wettbewerb teilnahm, wirkte der episodisch aufgebaute Film wie eine Abkehr von seinem bisherigen Werk. Zeitgenössischer, bissiger, satirisch gar.
Aber nun macht er einen Schritt vorwärts und zugleich einen zurück, im besten Sinn. Zhao Tao, seine Schauspielerin in Unknown Pleasures von 2002 spielte damals eine Frau namens Qiao Qiao. Und 2006 in Still Life, der vor dem Hintergrund des wachsenden Drei-Schluchten-Staudamms spielte, war sie Shen Hong. Nun hat er die zwei Frauenfiguren und ihre Geschichten kombiniert und erzählt sie über etliche Jahre hinweg mit einer anderen Perspektive.
Das ist beileibe nicht der erste Dokumentarfilm, der einen Menschen beim Sterben begleitet. Aber Sterben in China, das unterscheidet sich offenbar doch wesentlich vom Sterben in der Schweiz.
Neun Jahre, nachdem bei der Bäuerin Fang Xuying eine Form von Alzheimer diagnostiziert worden ist, liegt sie nun mit geöffnetem Mund und meist geöffneten Augen auf dem Bett, permanente umgeben von einem grossen Teil ihrer Familie. Es sind die letzte zehn Tage ihres Lebens. „Locarno 17: MRS. FANG von Wang Bing“ weiterlesen