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Bolivianisches Tiefland und Amazonasbecken
Juni 2009
Durchfahrtsverweigerung
Eingangs Warnes auf der Hauptstrasse hält uns ein Polizist auf und weist uns auf das Fahrverbot für LKWs hin. Wir seien mit unseren drei Achsen viel zu schwer. Während der Diskussion passieren einige 40-Tönner mit Anhänger und fahren in den Ort hinein. Uns wies er rund 30 Meter gegen den Verkehr zurück, damit wir rechts in eine Umfahrung einbiegen konnten. Wir setzten zurück, er regelte den Verkehr auf die Gegenfahrbahn. Als wir genügend Raum hatten, um in die Umfahrung einbiegen zu können, gaben wir Gas. Sein Pfeifen und Gestikulieren ignorierten wir - nichts mit Busse oder einfacher gesagt, Lohnaufbesserung.
Gleich bei der ersten Querstrasse bogen wir wieder links ab; viel zu früh, stellten wir einige Minuten später fest. Wir kamen ins Zentrum des Ortes direkt auf einen Markt zugefahren: uns blieben nur noch der Weg und die Flucht durch die Fussgängerzone. Leider veränderten wir dabei auch die Position eines zu tief hängenden Stromkabels. Verflucht, das passiert, wenn ein Polizist Touristen ausnehmen will!
Wieder auf der Hauptstrasse fahren wir zügig die rund 15 Kilometer bis zu Delikatessen Austria. In der Österreichischen Metzgerei kaufen wir ausreichende Mengen an Trockenfleisch, Speck und Würsten. Das Angebot, auch auf dem Farmgelände zu campieren, kam uns sehr gelegen.
Wie heisst dieser Ort?
Auf der Fahrt zwischen Pailon und Los Troncos im Ostbolivianischen Tiefland sehen wir an der Strasse in einem kleinen Ort eine Internetstation. Eigentlich ist es ein Gemischtwarenladen mit vier alten Computern. Kaum sitzen wir an zwei Bildschirmen, füllt eine Gruppe von rund 15 Jugendlichen, welche gerade Schulpause haben, den Laden. Brigitte fragt ein Mädchen, wie dieser Ort heisse. Im lauten Trubel versteht sie den Ortsnamen nicht richtig und schreibt ihn mehrmals falsch, begleitet von lautem Lachen und Korrekturen der Gruppe. Als ich den jungen Leuten dann sage, sie müssten entschuldigen, aber die Señora sei eben nicht zur Schule gegangen, haben wir die Sympathien der Mädchen und Burschen auf unserer Seite. Wir durften dann noch für die darauffolgende Sprachstunde englische Ausdrücke ins Spanische übersetzten - ein nettes, verbindendes Erlebnis.
Chiquitos-Reduktionen
San Javier:
Diese Reduktion wurde am 31.12.1691 als erste Jesuitenreduktion in Chiquitania gegründet. Die Kirche wurde erst später, 1749-1752 vom Schweizer Jesuitenpadre Martin Schmid fertig gestellt und vom Schweizer Hans Roth von 1987 bis 1993 sehr aufwendig restauriert.
Im Reise Know-How wurde er fälschlicherweise als Deutscher bezeichnet. Ihr lieben Deutschen, entschuldigt meinen Patriotismus, aber wir sagen ja auch nicht, Herr Peer Steinbrück sei Schweizer.
Die Kirchenanlage mit ihren bemalten Holzdecken fasziniert auch als Ganzes und ist ein tolles Meisterwerk.
Concepción:
Diese Kirche an der Plaza ist ein architektonisch beeindruckender Holzbau. Sie wurde 1756 auch von Martin Schmid beendet und von Hans Roth 1975-1982 restauriert. Das grosszügig verwendete Blattgold sticht besonders hervor.
Rund um die Plaza fallen die damals grosszügig, einheitlich erstellten eingeschossigen Hausbauten mit den Laubengängen positiv auf. Alle Dächer mit den herrlich alten Ziegeln befinden sich auf gleicher Höhe. Nun wird diese wunderschöne Harmonie durch einen im Bau befindlichen Dachaufbau auf der Polizeistation, direkt neben der Kirche zerstört. Sicher waren die zuständigen Leute früher architektonisch sensibler und konsequenter.
Uns haben die Reduktionen beeindruckt. Wenn man bedenkt, dass diese Missionsdörfer unter der Aufsicht von meistens nur zwei Jesuiten von den Guarani erstellt und bis zu Dreitausenden von ihnen bewohnt wurden, ist dies eine einducksvolle Geschichte.
Bolivianisches Amazonasbecken
Die rund 400km lange Fahrt von Trinidad über San Borja nach Rurrenabaque führte uns über eine anspruchsvolle Piste im Sumpf- und Überschwemmungsgebiet. In diesem tropischen Tiefland des Benis wurden wir aber für die langsame Reise mit einer herrlichen Pflanzen- und Tierwelt reichlich entschädigt.
Rurre ist idealer Ausgangspunkt für Pampa- oder Urwaldstouren. Und hier lebt der Schweizer Jörg Steiger auf einem Hügel mit einmaliger Fernsicht und einer Cabaña-Anlage, Restaurant, grosszügigem Pool und aussichtsreichen Campingplätzen. Jörg ist als ehemaliger Ingenieur auf seinem riesigen Grundstück sehr aktiv mit Bauen beschäftigt und hat in den letzten 11 Jahren schon über 10 Häuser aufgestellt. Wir genossen diesen herrlichen Platz und die Umgebung während 2 Wochen.
Dann fuhren wir die 600km schlammige, wellige Tropenpiste über Riberalta nach dem bolivianischen, brasilianischen Grenzort Guayaramirim.
Mautkontrolle
Der Uniformierte sagt, er werde vom Staat bezahlt, aber der arme Kerl, welcher das Absperrseil bediene bekomme nichts. Ausser dem normalen Betrag will er für diesen noch ein Trinkgeld. Wir denken, dass es eher für den Nachschub seiner eigenen, dicken Coca-Backe ist und geben entsprechend wenig.
Reiseroute Bolivien
Grenzübertrtitt von Salvador Mazza/Argentinien nach Yacúiba - Villa montes - Boyuibe - Ababó - Santa Cruz - Samaipata - Santa Cruz - Warnes - Puerto Pailas - San Ramón - San Javier - Concepción - Trinidad - San Borja - Yucumo - Rurrenabaque - Santaa Rosa - Yata - El Choro - Riberalta - Guayaramerín.
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