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ein ähnlicher Vorschlag war bereits früher von den Drahtfabricanten Gebrüder Quirin in Kirchberg (Niederösterreich) in Betreff der französischen Drahtlehre gemacht worden, wie bei Besprechung der legteren erörtert werden wird.
Ein Vergleich der englischen Originallehre mit der durch Karmarsch rectificirten ergiebt, wie Col. 2 der Tab. II sowie die betreffenden graphischen Darstellungen zeigen, daß in den oben angeführten Nummern die Anomalien bei den mittleren Sorten bis zu 12,3 pCt., in den dünneren sogar bis zu 30 pCt. steigen.
In Nordamerika haben J. B. Browne und Sharpe einen anderen Vorschlag zu einer rationellen Anordnung der englischen Lehre gemacht, welcher, wie Karmarsch a. a. D. schreibt, nunmehr von den amerikanischen Fabricanten und Ingenieuren allgemein angenommen zu sein scheint. Die Stärken für die einzelnen Nummern dieser „amerikanischen Drahtlehre“ sind — nach Karmarsch nach Karmarsch in Columne k der Tab. II enthalten und zeigen einen constanten Verdünnungsfactor 0,891; dieselbe ist also nach demselben Principe angeordnet, wie die Thomée'sche Vereinslehre, abweichend vom Karmarsch'schen Gescße.
Troß ihrer nicht unwesentlichen Fehler befizt die englische Lehre viele Vorzüge, denn sie hat
1) eine richtige Numerirung mit zweckmäßigem Anfangsund Endpunkte, während z. B. die westphälische Drahtlehre die Nummern mit wenig rationellen Namen belegt, die französische dagegen nicht passend die dicken Sorten mit den höchsten Nummern bezeichnet und für die Classificirung der feinen Drähte nicht ausreicht.
2) Die Abstufung ist, abgesehen von den oben berührten Anomalieen, im Allgemeinen rationell, und die Dicke der Nummern ist in festen Zahlen ausgedrückt.
3) Die englische Lehre ist die am weitesten verbreitete, da sie in England ganz allgemein für Blech, Draht und Bandeisen, sogar auch für die entsprechenden Messingfabricate angewendet wird, während die französischen und deutschen Lehren stets nur für eine dieser 3 Eisensorten gangbar sind; sie gilt auch in Deutschland fast allgemein für Bandeisen, und vielfach z. B. in den Ostseeprovinzen für Draht.
Die Vereinigung dieser verschiedenen Vorzüge dürfte, wie unten weiter zu entwickeln ist, die englische Lehre mit einigen Modificationen mehr als eine andere als Ausgangspunkt für eine Normal- oder Universallehre empfehlen. (Fortsetzung folgt.)
Metermaßstäbe.
Vermischtes.
Die verschiedenen Bemerkungen, welche zur Frage über die von mir aufgestellte Theorie der Dampfkesselerplostonen Bd. IX, S. 657 und Bd. X, S. 129 der Vereinszeitschrift laut geworden sind *), geben den thatsächlichen Beweis, daß meine Hypothese noch von Vielen gar nicht verstanden worden ist, indem sie das Motiv für die den Kessel zerstörende Gewalt ganz anders auffassen, als ich mir dies zu denken im Stande bin.
So sagt z. B. Hr. Schiele: er glaube an keinen zerstörend harten Schlag, welcher etwa durch Aufschäumen des Wassers an dem oberen Theile des Keffels erzeugt werden kann. Nun, ich glaube auch nicht daran, habe aber meines Wissens Aehnliches auch nie behauptet. Wenn Hr. Schiele aber es vielleicht für möglich hält, durch eine im Wafferraume eines Kessels explodirende Petarde den Kessel zu zersprengen (und man wird eine solche Wirkung wohl für möglich halten, wenn man jemals Gelegenheit hatte, die beim Eissprengen mittelst Kanonenschlägen durch den Wasserstoß hervorgebrachte Erschütterung der Ufer kennen zu lernen), so wird er mir zugeben, daß diese Wirkung nur eine Folge der plöglich entwickelten Gase ist, welche bei ihrem Uebertritte in den elastisch flüssigen Zustand mit gewaltiger Erpansivkraft die sie einhüllenden Wassertheile fortstoßen. Ob diese elastisch flüssigen Stoffe nun Pulvergase, oder die Producte einer Nitroglycerinzerseßung,
oder endlich gar nur plöglich gebildete Wasserdämpfe sind, ist dabei ganz gleichgültig; wenn die bei dem Streben nach Raumausdehnung entwickelte Kraft gleich groß ist, wird die Wirkung dieselbe sein.
In dieser Wirkung der plöglichen Dampfentwickelung glaube ich nun die nächste Ursache vieler Dampffesselerplostonen zu er= kennen, und auch Hr. Dufour geht mit seiner Theorie von derselben nächsten Ursache aus, und nur in der Ansicht, durch welche Vorbedingungen diese ursächliche Erscheinung herbeigeführt wird, gehen wir auseinander. Während Hr. Dufour durch den von ihm beobachteten Siedeverzug die Möglichkeit nachweist, daß das Waffer einen höheren Hihegrad eventuell annehmen kann, als es bei dem auf seiner Oberfläche lastenden Drucke nach dem Dalton'schen Geseze haben dürfte, und dann im Stande ist, beim Eintritte zufälliger Nebenursachen plöglich eine große Menge Dampf zu entwickeln, nehme ich an, daß durch eine plögliche Vermin derung der Spannung ein ganz gleicher Zustand herbeigeführt wird. Das Wasser wird bei plöglicher Verminderung der darauf lastenden Dampfspannung auch sich momentan in einer höheren Tem= peratur befinden, als ihm, diesem verminderten Drucke entsprechend, nach der Dalton'schen Regel zukäme, und darum zur plöglichen Entwickelung einer großen Dampfmenge geeignet sein. Man ersicht hieraus, daß die Dufour'sche Hypothese, während sie in Annahme der nächsten Ursache für eine Keffelerploston mit der meinigen identisch ist, nur in der Annahme der Grundursache von derselben abweicht; ohne daß eine Hypothese die andere ausschließt, könnte es nur in Frage kommen, welche Fälle in der Praris die am häufigsten vorkommenden sein möchten, wo die eine oder die andere als zutreffend angenommen werden darf.
Es widerlegt sich hiernach schon der Einwand Derer, welche wohl einem Siedeverzuge nach der Dufour'schen Theorie die Macht zuerkennen wollen, beim darauf erfolgenden Aufwallen des Wassers eine Zerstörung des Kessels zu veranlassen, dagegen in meiner Hypothese dafür keine genügende Erklärung glauben finden zu können.
Ebenso muß ich mich verwahren gegen die von anderer Seite geltend gemachte Anschauung, als erklärte ich die Zerstörung eines Kessels bei der plöglichen Oeffnung der Sicherheitsventile durch) den nothwendigen Rückschlag bei einer einseitigen Entlastung oder
wörtlich: bei einer plöglichen Entlastung eines Theiles der Kesseloberfläche.
Wer meine desfallsigen Erklärungen (siehe S. 131 und 132 des X. Bandes d. 3.) aufmerksam gelesen hat, kann unmöglich glauben, daß ich mir die Zerstörung eines Dampfkessels als Wirkung des Rückschlages gedacht habe.
Zu bedauern bleibt nur, daß die ungünstigen Zeitverhältnisse dieses Sommers, wobei auch noch einige persönliche Behinderungen mit in's Spiel kamen, es bis jezt noch nicht zugelassen haben, durch einen vollen Cyclus von Experimenten der Frage im Wege der Erfahrung näher zu treten. Das erste eigentlich verunglückte Experiment, indem durch die eingetretene Explosion jede Beobachtung unmöglich gemacht wurde, ist viel mehr ausgebeutet worden, als es mit Rücksicht auf diesen Umstand verdient *). Daß die frappante Katastrophe übrigens immerhin der Mittheilung werth war, wird man nicht leugnen können; die verschiedenen Bemühungen aber, ste auf irgend einem anderen Wege, als dem in diesem Falle zunächst liegenden, zu erklären, werden meinerseits keine Erwiderung finden, weil ich, wie dies auch in der Mittheilung bemerkt worden ist, bei diesem ersten Experiment nicht zugegen war, und nur nach dem Modus des Experimentirens, den wir bisher befolgt haben, die Ueberzeugung gewonnen habe, daß von den Voraussetzungen, welche von den Erklärern dabei herangezogen wurden, die meisten nicht zutreffend sind. Um nur die Ansicht zu widerlegen, daß unter den durch das Experiment herbeigeführten Bedingungen gar kein Stoß gegen die Wandungen des Kessels ausgeübt werden kann, will ich hier einer wiederholten Beobachtung erwähnen, die wir bei späteren Versuchen mit dem früher beschriebenen Glas= kessel und unter Anwendung sorgfältiger Sicherheitsmaßregeln zu machen Gelegenheit hatten.
Wenn nämlich im Glasgefäße durch Einleiten der Dämpfe aus dem Siedegefäße hinreichende Spannung erzeugt war, wurde Lezteres abgesperrt, und in dem Augenblicke, wo die wallende Bewegung des siedenden Wassers aufhörte, das Sicherheitsventil geöffnet. Sofort fiel der Zeiger des Manometers zurück, dessen Federplatte in die Stirnfläche des Kessels unterhalb der Wasserlinie eingefügt war, sprang aber im Augenblicke, wo das Wasser sich in stürmischer Wallung erhob, bis zu dem vorher erreichten Marimum **) wieder hinauf, um dann eben so schnell wieder und nun constent zurückzugehen, in dem Maße, als mit den ausströmenden Dämpfen sich die Spannung verminderte. Dieses blizschnelle Hinaufschlagen des Zeigers deutet doch unverkennbar auf einen stoßweisen Druck hin, den in diesem Augenblicke das Wasser auf die Kesselwände ausübt. Leider war ein zweites Manometer, welches nur mit dem Dampfraume correspondirt hätte, nicht vorhanden. Weitere Versuche werden hierauf bezügliche Beobachtungen vervollständigen; das gewonnene Resultat giebt aber schon einen Fingerzeig für Diejenigen, welche nicht recht einsehen wollen, daß ein plözliches Abblasen der Dämpfe, wenn der Kessel vorher in Ruhe war, eine Stoßwirkung des Waffers auf die Keffelwände zur Folge haben muß. Im Allgemeinen bieten die Versuche aber fast gar keine Momente für die Annahme eines sogenannten Siedeverzuges, denn es gelingt nie, das Wasser zu einer absoluten Ruhe kommen zu lassen, sondern es ist nach dem Absperren des Siedegefäßes in Folge der durch die Wandungen des Kessels bewirkten Condensation ein ununterbrochenes leichtes Blasenaufwerfen immer beobachtet worden. Jedenfalls müßte ein viel länger fortgesettes vorhergehendes Abkochen stattfinden, bevor die Bedingungen für einen. Dufour'schen Siedeverzug als eingetreten angenommen werden könnten. Kayser.
* Es würde mir doch außerordentlich interessant sein, wenn neben den vielen Bemühungen, das erwähnte Ereigniß aus irgend einem Grunde, nur nicht nach der von mir aufgestellten Hypothese zu erklären, doch auch irgend Jemand den Versuch gemacht hätte, das Bd. X, S. 129 beschriebene, von mir oft wiederholte Experiment oder das S. 130 aufgeführte beklagenswerthe Ereigniß in anderer Weise, als in der von mir gegebenen, zu erklären. Bis jetzt erscheinen mir diese früheren Erfahrungen noch bei Weitem instructiver, wie die erste Explosion des Glaskessels.
**) Es ist die Frage, ob nicht der Zeiger sogar noch über das frühere Maximum hinaufgegangen wäre, wenn er nicht durch den am Manometer angebrachten Maximumzeiger daran verhindert worden wäre. Die Geschwindigkeit des Heraufschlagens ist so groß, daß man leicht ein federndes Nachgeben der subtilen Manometertheile annehmen kann, bevor sich der Maximumzeiger trotz seiner geringen Maffe nur in Bewegung seyt. Bei späteren Versuchen soll der Maximumzeiger fortgelassen werden.
Die Coksofenanlage am Bergluftschachte der Hänichener Steinkohlenwerke bei Dresden.
Von C. F. Cörner, Bergingenieur und Besizer obiger Anlage. (Hierzu Figur 8 und 9, Tafel IV).
Um die abziehenden Gase der Coksöfen ohne Störung zur Kesselfeuerung zu verwenden, wurde der Bau dieser Oefen an das Kesselhaus des Bergluftschachtes im Jahre 1854 in folgender Weise von mir ausgeführt.
Hinter der Kesselhauswand befinden sich die backofenförmigen Oefen von elliptischem Querschnitte (Fig. 9*)) und dergleichen Herdform, auf die Abführung der Gase berechnet und hierzu mit einem Fuchse B versehen, der durch eine Thonschieberplatte b mehr oder weniger geschlossen werden kann (Fig. 8). Die Schüttöffnung c zum Einsehen der Kohlen wird ebenfalls durch Thonplatten geschlossen; die Zugcanäle a, a.. münden durch die Oeffnungen a,,a, über der Kohlenschicht in die Oefen und dienen zur rascheren Verbrennung der Gase 2c. durch Zuführung atmosphärischer Luft. Die Arbeitsöffnung O wird mit Thonziegeln vermauert, sobald die eingesezten Kohlen geebnet sind.
Der von hier aus 4 Zoll (94) ansteigende Herd ist wie das Gewölbe aus feuerfesten 3 Zoll (71) starken, 5 Zoll (118mm) breiten und 10 3oll (236) langen Chamottesteinen hergestellt, unter denen eine 3zöllige (71"") Rollschicht von rothen Ziegeln auf einer Sandunterlage ruht; der Grund selbst ist mit Sandsteinhorzeln ausgeschlagen, ebenso die Umfassungsmauern aus Sandstein hergestellt und das Gewölbe mit einer Sandschicht bedeckt, über welche bis in das Niveau der Schüttöffnung eine Lehmbecke geschlagen ist.
Aus dem Fuchse B ziehen die Gase durch die Oeffnung K in den Canal A und aus diesem entweder durch die Oeffnung D unter den Kessel oder, wenn dort abgesperrt ist, nach dem DampfKesselschornsteine. Der Canal A, dient für die Zuleitung der Gase von den anderen, hier nicht gezeichneten 7 Defen und A, für die wechselsweise Benugung derselben unter den anderen Keffeln.
Für den gleichmäßigen Betrieb der Wasserhaltung war die Feuerung mit den Coksofengasen recht brauchbar; aber zur Förderung mußten öfters Kohlen auf den Rost geworfen werden, um die Hize zu verstärken, und das öftere Oeffnen und Schließen der Thüren war störend für die Vercokung und die Feuerung.
Zur Vercokung verwendet man hier gewaschene Kohlen vom kleinsten Korne, aber keine staubförmigen Kohlen oder Schlämme; in 48 Stunden werden 30 bis 36 Scheffel (311 bis 374 Hektoliter) Kohlen vercokt, welche pro Dresdener Scheffel à 7900 sächsische Cubikzoll 1,038 Hektoliter: 167 Pfd. Zollgewicht haben. Diese Kohlen enthalten:
Eu
73,92 pCt. Kohlenstoff, 4,28 pCt. Wasserstoff, 8,66 pCt. Stickund Sauerstoff, 13,14 pCt. Asche incl. 2,41 pCt. Schwefel und 3 pCt. Wasser.
Das Gewichtsausbringen von schönem Sintercoks beträgt 70,28 pCt. in der Retorte und 40 bis 45 pCt. im Ofen; die Coks wiegen 75 Zollpfd. pro Scheffel (72,25 Zollpfd. pro Hektoliter) und halten 84,09 pCt. Kohlenstoff, 0,37 pCt. Wasserstoff, 2,11 pCt. Stick- und Sauerstoff, 13,43 pCt. Asche mit 1,42 pCt. Schwefel. Die Asche besteht aus 66,84 Kiefelsäure, 7,37 Thonerde, 16,82 Eisenoryd, 3,22 Kalf, 6,25 Schwefelsäure.
Die Vercokung erfolgt den Anforderungen der Eisenbahnen entsprechend, bei denen die Coks ihre Verwendung finden, und nur beste Qualität von silberweißem Ansehen, feinkörnigem Bruch ohne schwarze Herdschicht gebraucht werden kann; ordinäre Sorten aus geringeren Kohlen von 192 Pfd. Gewicht pro Scheffel (185 Zollpfd. pro Hektoliter) finden selten Verwendung.
Im August 1857 brannten in windstiller Nacht Schuppen und Brennerwohnung nieder, nachdem vorher der ganze Cofsvorrath verladen, und nur ein Ofen gegen Abend ausgenommen, und auch von diesem ein Theil des Coks verladen worden war. Wenn man die Möglichkeit einer Vernachlässigung beim Ablöschen nicht ausschließen kann, so dürfte doch aus verschiedenen Gründen eine Selbstentzündung nicht unmöglich gewesen sein, denn ausgeglühter Cofs ist zwar schwer entzündlich, aber vor Zug geschüßt, feucht und noch warm, durch allmälige Orydation von Schwefeleisen
*) Die dieser Figur eingeschriebenen Maße sind, wie überhaupt die im Texte enthaltenen Fußmaße, sächsische. 1 Fuß sächsisch =283mm. D. Red. (L.)
einer abermaligen Entzündung fähig. Es wäre also zur Verhütung dieser Art von Entzündung Luftwechsel von Vortheil, denn das Ersäufen des Coks in überschüssigem Wasser ist für die Qualität desselben von Nachtheil.
Was den Betrieb der Oefen betrifft, so muß ein neuer Ofen erst allmälig ausgetrocknet werden, wozu man sich eines gelinden Holzfeuers bedient, sodann seht man nach 12 Stunden Steinkohlen in handgroßen Stücken zu und feuert noch weitere 12 Stunden, bis Gewölbe und Wände des Ofens rothglühend werden, worauf man ihn mit 10 Scheffeln (10,38 Hektoliter) gewaschener Cofskohle besezt und das Mundloch mit Ziegelstücken vermauert, die Fuchsöffnung, welche bis jetzt geschlossen war, durch Ziehen des Schiebers zur Abführung der flüchtigen Verbrennungsproducte öffnet. Man steigert nun allmälig, etwa von 5 zu 5 Scheffeln (5,19 Hektoliter) den Einsaß, um namentlich bald die nöthige Herdhiße zu erreichen, die aber kaum nach 4 bis 6 Wochen eintritt, was man aus dem Abbrande von Cindern und der unvollkommen vercokten Herdschicht ersteht.
Bei einem guten Betriebe darf die Herdschicht nur 1 bis höchstens 2 Zoll (24 bis 47TMTM) stark sein; oft ist sie kaum Zoll (12) zu bemerken; der Abfall an Cinders beträgt dann nur 3 pCt., zum großen Theile durch das unvermeidliche Zerkleinen bei der Arbeit selbst.
Hat der Ofen seine gehörige Hize, so muß man sich aber anderntheils hüten, die Oefen zu schnell nach dem Ausnehmen in zu großer Hiße zu beschen, denn dies erzeugt ebenfalls Cinder, die fich festbrennen, sobald die ersten dünnen Lagen frischer Kohlen auf den heißen Ofenherd fallen oder dessen Wände berühren.
Die hohe Esse am Ende der Canäle, mögen die Gase nun zur Dampfkesselheizung benußt werden oder nicht, erfordert ein geregeltes Stellen der Fuchsschieber, je nachdem der Ofen im Anbrennen oder Abbrennen sich befindet, damit er weder erstickt noch zu kalt wird. Um sich hiervon zu überzeugen, ist es am leichtesten, dies mit dem Schüttlochschieber zu prüfen, der, wenn er verschlossen ist, ohne verschmiert zu sein, ein ganz gelindes Bestreben des Rauches zeigen muß, dort eben noch aus dem Ofen entweichen zu wollen, während aber der Zug nach dem Fuchse durch Lüftung des Schiebers b so stark sein muß, daß er vollständig dort entweicht.
Ebenso muß die Ziegelmauer im Mundloche bis zur Höhe des Kohleneinsages ganz und darüber hinaus soviel gegen den Zug verschmiert sein, daß keine kalten Stellen vor derselben im Ofen entstehen, weil dann die Kohlen nicht zusammenbacken, søndern in den einzelnen Theilchen ihrer ursprünglichen Größe vercoken.
Das Zusehen der Oefen mit Ziegelsteinen ist ein wesentliches Erforderniß bei diesen Kohlen, um guten Cofs zu brennen; es erzeugt dies den zu einer guten Rauchverbrennung im Ofen nöthi= gen, warmen Luftzug, und dieser dürfte nur schwer durch jalousie= artige Eisentafeln zu erreichen sein.
Die Zuglöcher a, a.. vermitteln die Verbrennung der Gase an den vom Mundloche entfernteren Stellen des Ofenraumes und müssen bei Beginn des Betriebes ganz offen sein, später zum Theile und endlich ganz geschlossen werden.
Die in der Einleitung beschriebene Ofenform hat eine geeignete Höhe zur Herstellung dichten Coks und hält die Wärme zu= sammen, erleichtert die Entzündung der Kohlen, welche allemal von Oben nach Unten stattfindet, und giebt wenig schwarze Herdschicht. Wenn ein Ofen ausgenommen und aufs Neue besegt ist, macht man anfänglich den Fuchsschieber zu und läßt nur die Schüttöffnung ein wenig geöffnet, damit sich die Wärme nicht verliert, sondern die Kohle entzündet, was durch anfänglich bläulichen, dann dichten gelblichen Rauch zu bemerken ist; sodann öffnet man den Fuchsschieber, damit durch Zutritt frischer Luft aus den Zuglöchern sich die flüchtigen Zersehungsproducte entzünden und nach den Canälen entweichen können. Es brennt natürlich zuerst die Oberfläche der Kohlen, die glatt abgestrichen sein muß, damit der Coks gleichmäßig im ganzen Ofen niederbrennt. Die Hiße im Ofen ist dann eine ganz intensive, und die Vercokung erfolgt ohne Rauch, welcher allemal ein Zeichen eines schlechten Ofenganges ist.
Die zur Coksbereitung dienenden Kohlen müssen möglichst frischgefördert vercokt werden, denn durch längeres Liegen verlieren ste Wasser, Bitumen, Stickstoff und Kohlensäure und dadurch die Eigenschaft, beim Vercoken zusammenzusintern und gute, feste, stänglich abgesonderte, hellklingende Coks zu geben, die am Kopfende silberglänzende Perlen und zwischen den Spalten haarförmige Büschel als charakteristisches Merkmal zeigen.
Sie unterscheiden sich hierin von den aus Backkohlen gebrannten Coks, sowie auch dadurch, daß eine Volumenverminderung gegen den Kohleneinsag stattfindet, während bei jenen oft 25 pCt. Uebermaß, in Folge der blähenden Eigenschaft der Kohlen während der Vercokung, entstehen.
Die Cofs geben nach der Verbrennung eine zähflüssige Schlacke, und die Bestandtheile an kohlensauren Erden gehen mit dem größten Theile des Schwefels eine unschädliche Verbindung zu schwefelsauren Salzen ein; auch durch das Ablöschen der Coks mit Wasser wird noch ein Theil des wenigen freien Schwefels durch Bildung von Schwefelwasserstoff entzogen.
Auf den Coks in den Oefen sowohl, als in den Canälen nach den Kesseln und Schornstein lagern sich solche Schlacken in Folge der Rauchverbrennung ab, für welche die günstigsten Bedingungen vorhanden sind, nämlich der feine Zuzug erwärmter Luft und Entzündung der Verbrennungsproducte in glühenden Räumen. Unter solchen Verhältnissen war auch der Zutritt von etwas Wasserdampf in die Canäle günstig, der sich mit dem Kohlenstoffe zu freiem Wasserstoffe und Kohlenorhdgas zerlegt, welche bei hinreichendem Sauerstoffe unter Weißglühhiße zu Wasser und Kohlensäure verbrennen.
Die Gewinnung der Zerseßungsproducte als Photogen, Ammoniak 2. läßt sich ohne Beeinträchtigung der Vercokung nicht ausführen, denn alsdann darf der Rauch nicht verbrennen, und dies ist, wie im Vorstehenden auseinandergesezt worden, erforder= lich, um feste Coks herzustellen, die von der Oberfläche des Kohleneinsages bis auf den Herd gleichmäßig niedergebrannt sind.
Als Gezähe beim Ausnehmen der Coks dienen die gewöhn= lichen gegabelten Haken, die auf einer eisernen Walze hin- und herbewegt werden; der Herd wird mit einer eisernen Krage vollständig gereinigt, bevor wieder Kohlen eingesezt werden.
Technische Literatur.
Chemie.
Ueber Schwefelcyanverbindungen. Otto Hermes beschreibt in Erdmann's Journal für praktische Chemie" (Nr. 8, 1866) die Schwefelchanwasserstoffsäure und ihre Salze.
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Die vortheilhafteste Bereitung der wasserhaltigen Schwefelchanwasserstoffsäure ist seinen Angaben nach die Zerseßung der Schwefelchanmetalle und besonders des Schwefelchanquecksilbers durch Schwefelwasserstoff. Es gelang ihm auf diese Weise, eine reine Säure von 1,040 specifischem Gewichte bei 17° C. zu erhalten, die 12,7 pCt. wasserfreie Säure enthielt.
Die wasserfreie Schwefelchanwasserstoffsäure stellte Verfasser nach Wöhler's Methode dar durch Zerseßung von Schwefelchanquecksilber mit trockenem Schwefelwasserstoffgas.
Von den Schwefelchanverbindungen sind es hauptsächlich die Quecksilbersalze, die er in oben bezeichnetem Artikel beschreibt.
Außerdem giebt Verfasser eine verbesserte Darstellungsweise der Ueberschwefelblausäure an. Wir verweisen unsere sich für diesen Artikel interesstrenden Leser auf den ausführlichen Bericht in dem Journal für praktische Chemie".
v. H.