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FREIZÜGIGKEIT
Personenfreizügigkeit und Bewilligungen
Die Schweiz ist ein souveräner Staat inmitten der EU. Sie ist kein Teil der Europäischen Union, wohl aber des Schengen-Raumes. Dies bedeutet, dass für EU-Bürger in der Schweiz keine Visumpflicht besteht. Zudem ist es Bürgern aus fast allen EU-Staaten grundsätzlich erlaubt, in der Schweiz zu leben und zu arbeiten. Allerdings sind dazu bestimmte Bewilligungen notwendig, namentlich entweder eine Aufenthaltsbewilligung, eine Niederlassungsbewilligung oder eine Grenzgängerbewilligung.
Wer in der Schweiz Arbeit findet und hier leben möchte, der kann eine Aufenthaltsbewilligung beantragen, die sogenannte "B-Bewilligung". Diese wird zunächst für 5 Jahre erteilt. Voraussetzung sind eine unbefristete oder auf mindestens 12 Monate befristete Anstellung (oder eine selbstständige Tätigkeit) und ein fester Hauptwohnsitz in der Schweiz. Nach Erteilung der C-Bewilligung besteht während deren Geltungsdauer innerhalb der Schweiz jedoch völlige Freiheit bezüglich des Wohnortes und der Arbeitsstelle. Die B-Bewilligung kann um jeweils 5 Jahre verlängert werden, solange die oben genannten Kriterien erfüllt bleiben.
Die sogenannte Niederlassungsbewilligung, die "C-Bewilligung", kann beantragt werden, wenn man als EU-Bürger ohne Unterbrechung 5 Jahre in der Schweiz gelebt hat (bei einigen EU-Staaten beträgt die Frist 10 Jahre). Mit einer C-Bewilligung ist man Schweizer Bürgern in Vielem nahezu gleichgestellt, hat jedoch zum Beispiel kein Wahlrecht.
Wer in der Schweiz Arbeit findet aber nicht in der Schweiz leben, sondern pendeln möchte, der kann eine Grenzgängerbewilligung beantragen, die sogenannte "G-Bewilligung". Diese wird zunächst für 5 Jahre erteilt. Voraussetzung sind eine unbefristete oder auf mindestens 12 Monate befristete Anstellung. Bei 3-12 Monaten Befristung ist auch die G-Bewilligung entsprechend befristet und bei unter 3 Monaten gilt das normale Meldeverfahren. Wer eine G-Bewilligung besitzt darf zwar eine Zweitwohnung in der Schweiz bewohnen, Muss aber mindestens einmal pro Woche zu seinem Hauptwohnsitz ausserhalb der Schweiz zurückkehren.
STEUERN
Steuerparadies Schweiz
Die Schweizer und in der Schweiz arbeitende Ausländer haben im Schnitt deutlich mehr Geld zur Verfügung als die Bürger Deutschlands oder der anderen Anrainerstaaten. Dies liegt nicht nur am deutlich höheren Lohnniveau, sondern auch daran, dass die Steuerlast in der Regel deutlich geringer ausfällt.
In der Schweiz gibt es keine einheitliche Steuerbelastung. Durch die Steuerautonomie der Kantone und Gemeinden gibt es zwischen diesen einen recht deutlichen Steuerwettbewerb. Einheitlich sind lediglich die schweizweiten Bundessteuern, bei denen der Spitzensteuersatz bei 11,5% liegt (ab einem Einkommen von 843'000 CHF für Verheiratete). Dazu kommen noch die Kantons und Gemeindesteuern, wodurch sich teils beträchtliche Unterschiede ergeben. Die Spanne reicht von alles in allem 22% in der Gemeinde Baar (Kanton Zug) bis zu insgesamt 46% in einigen Gemeinden des Kantons Genf. Im Durchschnitt liegt der Spitzensteuersatz bei 34-35%, bei einer zudem auch noch deutlich günstigeren Steuerprogression als zum Beispiel in Deutschland.
So wird der Spitzensteuersatz von 42% in Deutschland zum Beispiel bereits ab einem Jahreseinkommen von 52.882 € erreicht. Dazu kommt dann ab 250.731 € noch der als "Reichensteuer" bekannte Aufschlag von 3%, was effektiv einen deutschen Spitzensteuersatz von 45% bedeutet.
Als in der Schweiz lebender Arbeitnehmer mit Aufenthaltsbewilligung ("B-Bewilligung") zahlen Sie bei einem Einkommen von unter 120'000 CHF nur die sogenannte Quellensteuer, die der Arbeitgeber direkt abführt. Deren Höhe schwankt sehr stark, liegt gemeinhin aber eher unter der entsprechenden Einkommenssteuer.
Auch bei Grenzgängern führt der Arbeitgeber 4,5% Quellensteuer ab.