Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03524.jsonl.gz/2373

«Zuerst habe ich der Stiftung vorgeschlagen, einen Dokumentarfilm von dreissig Minuten über Pater Girard zu drehen», sagte der Journalist und Historiker Jean-Marc Angéloz gestern vor den Medien.
Die Pater-Grégoire-Girard-Stiftung habe ihm vorgeschlagen, den Film doch auf 45 Minuten zu verlängern. «Das Leben von Gregor Girard ist aber so spannend, dass es schliesslich 95 Minuten geworden sind», so Angéloz. Ab Freitag ist der Film «Qui a éteint le Père Girard, Lumière de Fribourg?» im Kino Rex in Freiburg zu sehen. Gestern fand vor den Medien die Vorpremiere statt.
Rund 30 000 Franken und viele Stunden unentgeltlicher Arbeit hat die Realisierung des Dokumentarfilms laut Angéloz gekostet. Der Grossteil des Betrags sei durch Sponsorenbeiträge abgedeckt. Noch ist der Film nur auf Französisch zu sehen, eine deutsche Übersetzung sei jedoch geplant.
«Wie ein Actionfilm»
Der Film ist in zwei Teile gegliedert. «Der erste Teil widmet sich der Frage: Wie konnte Freiburg einen so genialen Mann einfach vertreiben?», erklärt Angéloz. Der zweite Teil konzentriert sich auf das Leben des Freiburger Pädagogen. Einstieg in den Film ist eines der prägendsten Daten in Girards Leben: Der 4. Juni 1823: der Tag, an dem der Grosse Rat von Freiburg seineUnterrichtsmethode, den graduierten wechselseitigen Unterricht, verbot, und so seinen Weggang besiegelte. Danach wird aufgerollt, wie es zu diesem Entscheid kam. «Es ist wie ein Actionfilm. Und es war nicht mal nötig, etwas zu erfinden. Es ist alles wahr», sagt Jean-Marc Angéloz.
Porträts, Bilder und Briefe
Filmsequenzen gibt es im Film kaum, nur wenige Szenen sind nachgespielt. Häufig im Bild sind daher verschiedene Porträts von Pater Girard oder anderen Personen sowie Bilder und Stiche, die das Gesagte illustrieren. Auch Briefe und Schriftstücke werden eingeblendet und zitiert.
Eine Stimme im Off erzählt und kommentiert die Geschehnisse, daneben sprechen auch Pater Girard und weitere historische Personen.
Und schliesslich kommt auch eine ganze Reihe von Experten zu Wort: Stadtarchivar Jean-Daniel Dessonnaz, die beiden Historiker Pierre-Philippe Bugnard, Georges Andrey, Jean-Pierre Dorand und Alain-Jacques Tornare, Jean-Marie Barras, ehemaliger Direktor des kantonalen Lehrerseminars, sowie Pater Pascal Marquard, Guardian des Franziskanerklosters in Freiburg, erzählen abwechslungsweise vom Leben des Freiburger Pädagogen.
Zuhören gefragt
Es ist keine einfache Kost, die Jean-Marc Angéloz in den 95 Minuten bietet. Da kaum je Filmsequenzen die Handlung aufzeigen, ist vor allem Zuhören gefragt. Zwar mag die Konzentration gegen Ende des Films etwas nachlassen. Für alle, die mehr über Girards Leben und vor allem die Gründe für seinen Weggang wissen möchten, lohnt sich ein Kinobesuch aber allemal.