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Bekannt sind drei Unterarten des Afrikanischen Wildesels (Equus africanus): der ausgestorbene Atlas-Wildesel (E. a. atlanticus), der höchstwahrscheinlich ebenfalls ausgestorbene Nubische Wildesel (E. a. africanus) und der Somali-Wildesel (E. a. somalicus).
Die beiden letzteren sind unter CITES I (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Flora and Fauna) registriert und gelten gemäss Roter Liste der IUCN (International Union for the Conservation of Nature) als hochgradig vom Aussterben bedroht ("critically endangered“).
Die Situation in der Wildbahn
Der Somali-Wildesel ist in freier Wildbahn höchst gefährdet. Die genaue Restverbreitung in der Wildbahn ist nicht bekannt, aber man kann davon ausgehen, dass seit 1970 über 90% der Somali-Wildesel-Population verschwunden ist.
Nur noch wenige hundert Individuen leben in Restpopulationen in Teilen von Eritrea, Äthiopien und Somalia. Konkurrenz mit Haustierherden um Wasserstellen und Nahrung erschweren das Überleben der Wildesel beträchlich.
Illegale Bejagung und Hybridisierung mit Hauseseln sind weitere Ursachen für den dramatischen Rückgang.
Die Zoo-Population
Seit 1973 gibt es ein Internationales Zuchtbuch, in dem die weltweite Somali-Wildesel-Population aufgelistet ist, und seit 1990 ein formelles EEP (European Endangered Breeding Programme = europäisches Erhaltungszuchtprogramm), beides bis 2003 geführt und koordiniert vom Tierpark Berlin.
2004 wurde die Koordination des EEP dem Zoo Basel übergeben und das Artkomitee für den Somali-Wildesel gegründet, dessen Federführung ebenfalls beim Zoo Basel liegt. Dieses Gremium, in dem die Werner Stamm-Stiftung Einsitz hat, hat einigen frischen Wind zugunsten dieser Tierart gebracht. Seither wurden neue Halter gefunden, einige Junghengste-Gruppen ins Leben gerufen und die genetische Abklärung der Zoo-Population in Angriff genommen.
Ende 2009 lebten 183 Tiere, 78 Hengste und 105 Stuten, in weltweit 34 Institutionen. Dazu gab es noch 3 (2.1) Tiere in Hai-Bar in Israel.
Erhaltungswert der Art
Als höchstwahrscheinlich einziger überlebender Wildesel-Repräsentant Afrikas hat der Somali-Wildesel einen sehr hohen Erhaltungswert mit grosser taxonomischer und kultureller Bedeutung.
Diese Art ist von allen noch lebenden Equidenarten die am stärksten vom Aussterben bedrohte. Ohne Schutz- und Erhaltungsmassnahmen wird diese Art aussterben.
Von besonderer kultureller Bedeutung ist der Afrikanische Wildesel auch, weil er als Vorfahre der heutigen Hausesel gilt.
Empfehlungen der EAZA Equid TAG (Taxon Advisory Group)
Das Europäische Zuchtprogramm (EEP, European Endangered Breeding Programme) muss intensiviert werden. Die Zoo-Population muss vergrössert werden, um eine genetisch lebensfähige und gesunde Population zu garantieren.
Es braucht dringend neue Halter, die weitere Zuchtgruppen oder Junggesellen-Gruppen ins Leben rufen. Die genetische Basis der Gründertiere ist so schmal, dass ein behutsames und konsequentes genetisches Management unter Einbezug aller Halter dieser Art weltweit gefordert ist.
Der Somali-Wildesel an der Werner Stamm-Stiftung
Die Werner Stamm-Stiftung ist eine führende Institution in der Zucht des Somali-Wildesels und stellt ihre Ressourcen und ihr Wissen prioritär in den Dienst der von der EAZA Equid TAG formulierten Ziele.
Die ersten beiden Tiere kamen 1975 resp. 1977 in unsere Gehege. Die erste Geburt erfolgte 1979. In den rund 30 Jahren von 1979 bis Ende 2010 wurden 67 Somali-Wildesel geboren, 37 Stuten und 30 Hengste.
In den letzten 10 Jahren wurde die Zuchtgruppe vergrössert und die Zucht forciert. Zurzeit (Dezember 2010) leben 17 Somali-Wildesel in unserer Institution, 4 Hengste und 13 Stuten, wobei unsere Zuchtgruppe aus einem Hengst und 9 Stuten zwischen 4 und 15 Jahren besteht.
In den letzten 3 Jahren (2008-2010) wurden 15 Jungtiere geboren, 10 davon waren Stütchen! Die Tragezeit einer Stute beträgt ungefähr 13 Monate. Bisher konnte die Werner Stamm-Stiftung einen wichtigen Beitrag leisten in der Verbreitung und der Vergrösserung der Zoo-Population dieser Art.