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Wie reagiert das Ungeborene auf mütterliche Entspannungsübungen?
Die Auswirkung mütterlicher Erlebnisse und Gefühle auf das ungeborene Kind sind in der Forschung und Literatur viel beschrieben worden. Die meisten Studien in diesem Forschungsgebiet konzentrieren sich vor allem auf die negativen Folgen von mütterlichem Stress auf den Fetus. Könnte es nun aber nicht auch sinnvoll sein, umzudenken und sich beispielsweise auf den möglichen Einfluss psychologischer Ressourcen der schwangeren Frau auf die fetale Entwicklung zu konzentrieren?
Dieser Ansatz wurde in einer Studie der Forscherin Janet DiPietro und ihren Kollegen (2008) an der Johns Hopkins Universität, in Baltimore, Maryland verfolgt. Das Team überprüfte, wie sich mütterliche Entspannung während der Schwangerschaft unmittelbar auf den Fetus auswirkt.
In der Untersuchung wurde den schwangeren Frauen über Kopfhörer und bei gedämpftem Licht während 18 Minuten eine Entspannungsübung abgespielt. Die Frauen wurden dabei angeleitet, innere Anspannung bewusst zu lösen. Während der Übung wurden unter anderem die Herz- und Atemfrequenz der schwangeren Frauen und gleichzeitig die Herzfrequenz und Bewegungen der ungeborenen Kinder aufgezeichnet.
Die schwangeren Frauen zeigten einen deutlichen Anstieg psychologischer und körperlicher Entspannung unmittelbar nach der experimentellen Entspannungsphase. Gleichzeitig nahmen auch während dieser 18 Minuten der Herzschlag der Feten und die Häufigkeit ihrer Bewegungen ab, was auch bei ihnen auf eine Entspannung schliessen lässt.
Auf diese Weise konnte das Team von Janet DiPietro nachweisen, dass Entspannungsübungen während der Schwangerschaft sich unmittelbar positiv auf das ungeborene Kind auswirken. Regelmässige und systematisch durchgeführte Entspannungsphasen können vermutlich auch längerfristig eine beruhigende und somit vor Stress schützende Wirkung auf das ungeborene Kind aufweisen.
Verfasserin: Gianna Nabuurs