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Zwei grosse muslimische Dachorganisationen in der Schweiz wollen eine neue Gemeinschaft gründen, die alle hierzulande lebenden Muslime vertritt. Ziel ist Anerkennung des Islams als öffentlich-rechtliche Glaubensgemeinschaft.
Die neue Gemeinschaft solle "Umma Schweiz" heissen, bestätigte Hisham Maizar einen Bericht der Zeitung "Der Sonntag". Maizar ist Präsident der Föderation islamischer Dachorganisationen der Schweiz (FIDS). Zusammen mit der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz (KIOS) werde die neue Gemeinschaft derzeit diskutiert.
Dabei werde auch die Basis der beiden Dachorganisationen miteinbezogen, sagte Maizar. Ziel sei die Gründung einer islamischen Glaubensgemeinschaft analog der christlichen und jüdischen Religionsgemeinschaften. "Umma" ist arabisch und bedeutet "Gemeinschaft aller Muslime".
Image des Islams verbessern
Muslime gebe es schon seit vielen Jahren in Europa, sagte Maizar. Man können nicht so tun, als ob der Islam in der Schweiz nicht existieren würde. Die neue Gemeinschaft würde es den Muslimen erlauben, mit einer Stimme zu sprechen.
Die zukünftige Gemeinschaft solle offen sein für alle Muslime, sagte Maizar weiter. Radikale Gruppen müssten aber auf ihre extremen Positionen verzichten, wenn sie mitmachen möchten, sagte Maizar.
"Wir möchten das Bild des Islams verbessern - unsere Gemeinschaft leistet ebenso ihren Beitrag zur Gesellschaft wie die anderen", sagte Maizar.
Eine Art Parlament
Die beiden Dachorganisationen FIDS und KIOS wollen eine Art Parlament aufstellen, gewählt von den rund 400'000 Musliminnen und Muslimen in der Schweiz. Die Wahl soll spätestens Anfang 2012 stattfinden, wie Maizar weiter sagte.
Eine Kommission, zusammengesetzt aus Experten des öffentlichen Rechts und des islamischen Rechts, sei bereits daran, die Statuten der neuen Gemeinschaft zu erarbeiten, sagte Maizar. Die Gemeinschaft solle im Einklang stehen mit eidgenössischem und kantonalem Recht.
SDA-ATS