Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/219795

<h2>SubmittedText<h2><p>In einem Fernsehinterview des Schweizer Fernsehen sprach Aussenminister Ignazio Cassis davon, dass eine Schliessung der Grenze vor Ausbruch einer Epidemie sinnvoll sei. Jetzt, wo die Corona-Epidemie bereits in der Schweiz ist, sei es zu spät.</p><p>Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage:</p><p>Warum hat der Bundesrat nicht frühzeitig gehandelt und zum Schutz der Schweizer Bevölkerung vor Ausbruch der Corona-Epidemie die Grenzen geschlossen, vor allem zu Italien? </p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Eine generelle Grenzschliessung stellt aus Sicht des Bundesrates grundsätzlich nicht das geeignete Mittel dar, um eine epidemische Infektionskrankheit zu bekämpfen. Er hat sich bei jeder Lagebeurteilung auf eine umfassende Analyse gestützt und jeweils versucht, die geeignetsten Massnahmen zu ergreifen, um die Bevölkerung zu schützen. Er hat sich dabei vom Prinzip der Vorsicht und der Verhältnismässigkeit leiten lassen, um das Gesellschaftsleben und die Wirtschaft nicht unverhältnismässig einzuschränken. Gerade für das Gesundheitswesen des Kantons Tessin hätte eine Schliessung der Grenzen gravierende Folgen, da rund 4000 Personen aus Norditalien in diesem Bereich arbeiten.</p><p>Zudem möchte ich daran erinnern, dass sich die ersten Fälle des Coronavirus in der Schweiz bei einem Aufenthalt im Ausland angesteckt hatten. Eine einseitige Grenzschliessung hätte diese nicht verhindert. Die in der Schweiz wohnhafte Bevölkerung soll durch die empfohlenen Verhaltens- und Hygienemassnahmen vor dem Coronavirus geschützt werden. Das Veranstaltungsverbot sowie Empfehlungen für die Arbeitswelt bieten einen zusätzlichen Schutz vor Ansteckung.</p>