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Im alten Flarzhaus an der Hertensteinstrasse, dem ehemaligen Kellhof von Seebach, gab es in den mittleren 1950er Jahren einen Mieter namens Gottfried Zöbeli. 1957 wurde dieser Ehrenmitglied im Sportverein Seebach. Im gleichen Haus wohnten auch die Rigerts, die Zahnds, die Christens, eine Frau Kible und eine Frau Rymann sowie die Zöbelis, allerdings nicht gleichzeitig. Von den Zöbelis, Rigerts und Zahnds ist lediglich noch bekannt, dass sie erst um etwa 1952 oder noch später zuzogen.
Die Zöbelis hatten vor den Fenstern keine Geranien und auch sonst waren diese Fenster viel weniger versteckt als diejenigen der anderen Mieter. Der knapp 10 Jahre alte Alois Rigert war damals ein Lausbub, wie viele andere Buben auch in diesem Alter. Ausserdem war er auch noch frech oder mutig, je nach Umständen. Alleine jedoch blieb er recht zahm, kritisch wurde es erst, wenn noch so ein Schlingel sich zu ihm gesellte. Dann sannen die beiden nach Abenteuer und waren auch sehr lernbegierig.
An einem schönen Sommertag ergab es sich, dass sich ein Bub jener Sorte zu Alois gesellte, welcher im Stande war, das Potenzial des Alois zu steigern. Gemeinsam berieten sie beide, wie stark eine Fensterscheibe wäre und welchem Druck sie zu widerstehen vermöge. Ihr Lerneifer steigerte sich immer mehr und schon hob Alois einen mittelgrossen Stein vom gekiesten Vorplatz des Bauern Huber auf und suchte ein geeignetes Fenster, um dessen Bruchlastvielfaches zu testen.
Wie nicht anders zu erwarten, fiel den beiden Buben das Fenster der Zöbelis am meisten auf und man beschloss, dass Alois den ersten Probewurf genau auf dieses Fenster richten sollte. Ein kurzer Anlauf und etwas Schwung halfen, dass Alois den Stein mit erstaunlicher Präzision auf eine Flugbahn beförderte, welche die besagte Zöbelische Fensterscheibe schön sauber in der Mitte kreuzte.
Allerdings prallte der Stein nicht an der Scheibe ab, sondern durchflog sie getreu der physikalischen Regel, wonach ein sich in Bewegung befindlicher Körper seine Flugbahn so lange beibehält, bis äussere Kräfte ihn daran hindern. Dabei hatte der Luftwiderstand nur einen geringen Einfluss und die Fensterscheibe einen etwas grösseren. Um es kurz zu machen. Nur wenige Millisekunden nach Kreuzung von Stein und Fensterscheibe erscholl ein harter Knall und dann begann die Scheibe, sich in ihre Bestandteile aufzulösen und klirrend zu Boden zu fallen.
Natürlich waren die Zöbelis sofort zur Stelle und sahen auch die beiden Buben auf der Strasse, welche etwas betretene Gesichter machten. Klar, dass es etwas setzte. Strafe muss sein. Wie auch immer diese ausfiel: Ganz entgegen einem juristischen Grundsatz, wonach man für das gleiche Vergehen nur einmal bestraft werden kann, bekam Alois als zweite Strafe von den Buben den Übernamen Zöbeli, den er mehrere Jahre lang nicht mehr los wurde.