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Paidol ®
In Kürze
Paidol ist ein sehr feines Mahl-Produkt, das sich aus Weizengriess, Hirsegriess und Weizenkeimen zusammensetzt. Paidol ist vielseitig als Hilfsmittel und Zusatz in der Küche einsetzbar.
Über den Grosshandel ist Paidol in der ganzen Schweiz erhältlich. Bekannt ist es vor allem als Back-Hilfsmittel, aber auch als Zusatz für Baby-Nahrung.
Ein naher Verwandter des Paidols ist Maizena, das allerdings nicht aus Weizen und Hirse, sondern aus Mais gewonnen wird und entsprechend zur Hauptsache aus Maisstärke besteht.
Der Name Paidol leitet sich vom altgriechischen Begriff „pais“ für Kind ab. Ursprünglich war Paidol als Ernährungsergänzung für Kleinkinder lanciert worden, deshalb dieser Bezug.
Beschreibung
Paidol ist ein ungemein feines Mahl-Produkt, das sich aus Weizengriess, Hirsegriess und Weizenkeimen zusammensetzt.
Zutaten
Weizengriess, Hirsegriess und Weizenkeime.
Geschichte
Die Geschichte von Paidol beginnt im ausgehenden 19. Jahrhundert. „Der Erfinder des Paidols, Dr. Jacob Weber, ein Oberfeldarzt der Schweizer Armee, hatte erkannt, dass besonders Kinder an Vitamin- und Nährstoffmangel litten, weil den damaligen Baby-Breien wichtige Stoffe fehlten“, beschreibt der Geschäftsführer der Firma, die Paidol heute exklusiv herstellen lässt, die Entstehung des Mahl-Produktes. „Dr. Weber begann in der Folge ein vitaminreiches Nahrungsmittel auf der Basis von Weizengriess zu entwickeln, dass im Jahre 1886 erstmals in grösseren Mengen produziert wurde.“ Und offensichtlich erfolgreich: Eine schwarz-weiss Fotografie aus dem Jahre 1900 zeigt, wie das „Kindernährmittel“ Paidol an einer Messe in Frankfurt am Main mit der „Goldenen Medaille“ prämiert wurde.
Im Gegensatz zu heute, wo Paidol vorwiegend als Back- und Kochhilfsmittel verwendet wird, war das Mahl-Produkt bis weit ins 20. Jahrhundert hinein vor allem als Grundlage für Baby- und Kinder-Nahrung bekannt. Der besuchte Geschäftsführer kann sich sogar erinnern, dass in seiner Kindheit schwächliche Kinder als „Paidol-Bubeli“ bezeichnet wurden, da ihnen zur Stärkung offensichtlich ein Paidol-Brei vorgesetzt wurde.Ebnat-Kappel blieb in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Produktionsort des Paidols. Man nannte den Paidol-Betrieb schlicht „Paidoli“. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts folgte eine kleine Odyssee des Produktes, dessen Produktionsrechte erst einem St. Galler und dann einem Wädenswiler Betrieb gehörten. In dieser Zeit ging auch der Absatz des Produktes zurück, was vor allem auf das Aufkommen von Fertigprodukten und Conveniencefood zurückzuführen war. Im Jahre 2002 brachte der Kauf der Produktionsrechte durch die von uns besuchte Firma, die eine breite Palette von Tee-, Reform- und Bioprodukten herstellt und vertreibt, das Paidol zurück in die alte Heimat Ebnat-Kappel.
Produktion
Über die genaue Produktion des Mahlproduktes in der Mühle ist Stillschweigen vereinbart worden. Bekannt sind aber die Zutaten von Paidol. Es setzt sich aus Weizengriess, das neben Kohlehydraten auch wichtige Eiweiss- und Fettstoffe enthält, eisenhaltigem Hirsegriess und Weizenkeimen, die reich an Vitamin E sind, zusammen. Diese drei Zutaten werden ungemein fein ausgemahlen, das schneeweisse Pulver hat eine fast pudrige Konsistenz.
Konsum
Paidol kann in ganz verschiedenen Bereichen als Hilfsmittel und Zusatz verwendet werden: Beim Backen sorgt es für luftige Teige und hält diese länger feucht. Es bindet Saucen oder Crèmes und kann auch für Fondue verwendet werden. Zudem eignet es sich als Beigabe für Babynahrung ab dem vierten Monat und wird auch für Diät- und Schonkost eingesetzt.
Wirtschaftliche Bedeutung
Die Jahresproduktion von Paidol beträgt zwischen 60'000 und 80'000 Packungen à 500 Gramm. Paidol wird in der ganzen Schweiz über den Grosshandel, aber auch über Apotheken und Drogerien sowie Lebensmittelgeschäfte vertrieben. Der Absatz ist in den letzten Jahren konstant geblieben.
Eine Packung à 500 Gramm kostet aktuell (Stand 2008) 3.70 Franken.
Produktionsepizentrum
Paidol wird exklusiv von der Firma Morga AG in Ebnat-Kappel (SG) hergestellt.