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Zur Gründung der Pfarrei Baden gibt es keine näheren Angaben. Wie eine archäologische Untersuchung ergab, datiert der Bau der ersten nachweisbaren Kirche frühestens ins 9. Jahrhundert. Es war die Zeit, als im grossen Bistum Konstanz die sogenannten Pfarrsprengel entstanden. Die Kirche war Eigentum eines weltlichen Grundherrn und der Mittelpunkt eines Pfarrsprengels, dessen Grösse mit den Grenzen des Bezirks zusammenfallen konnte.
Dem Grundherrn gehörte das Patronats- und Zehntrecht. Aus der Zeit der Kyburger stammt die erste überlieferte Jahrzeitstiftung von 1241 und eine Urkunde von 1253 des Klosters Wettingen, in welcher der Viceplebanus Albertus de Baden als Zeuge auftritt. Die Dokumente bezeugen erstmals die Existenz der Pfarrei. 1406 übertrug Herzog Friedrich von Österreich die Kirche mit allen Rechten und Nutzungen dem Zisterzienkloster Wettingen als Entschädigung für erlittene Brandschatzungen und Plünderungen während des Krieges zwischen Österreich und Zürich in den Jahren 1351 und 1352, beim Einfall der Gugler 1375 und während des Sempacher und Näfelser Krieges 1386/89. Damit flossen die Erträge aus der Pfarrpfründe an das Kloster.
Gleichzeitig verlor der Rat zu Baden seinen Einfluss bei der Wahl des Pfarrers. Die Stadt bemühte sich lange Zeit um die Loslösung von Wettingen. Mit der Errichtung des Chorherrenstifts 1624 erreichte man, sich dem Einfluss Wettingens bei der Bestellung des Pfarrers zu entziehen. Erst 1875 hob die Ortsbürgergemeinde im Zuge des Kulturkampfes und mit Einverständnis der aargauischen Regierung das Stift auf.
Das Kirchenpatrozinium
Die erste Erwähnung des Marienpatroziniums reicht ins 14. Jahrhundert zurück. Aus dem Jahr 1316 stammt das Siegel an einer Wettinger Urkunde des Badener Kilchherrn Johannes mit dem Bild der Maria mit Kind und Rosenstock. 1364 erfolgten Vergabungen zugunsten des Kirchenbaus «an der frowen bu». Das Patrozinium wird jeweils am 15. August, am Fest der Himmelfahrt und Krönung Mariens, begangen.
1650 schenkte Papst Innozenz X. der Stadtkirche die Gebeine des Katakombenheiligen Damian. Seine Reliquien werden in der Predella des rechten Mittelschiff-Seitenaltars aufbewahrt. Seit dieser Übertragung ist der heilige Damian der zweite Kirchenpatron.
Ebenso wie der heilige Damian wird in Baden auch die heilige Cordula verehrt, von der sich laut Überlieferung im 17. Jahrhundert eine Darstellung in der Kirche befunden haben soll. Sie gehörte möglicherweise zum Gefolge der heiligen Ursula. Ihre Verehrung als Stadtpatronin ist bereits im 15. Jahrhundert bezeugt, als sie in den Kriegswirren der 1440er Jahre ihre Hand schützend über die Stadt hielt.
(Quelle: «Die Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt und die Sebastiankapelle in Baden», Schweizerische Kunstführer GSK, ISBN 3-85782-703-3)