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Fraktionsbericht zur Einwohnerratssitzung vom 5. Dezember 2023
2021/2022 gelang dem FC Baden der Aufstieg aus der 1. Liga in die Promotion League. Die erste Saison in der neuen Liga beendete die Mannschaft im oberen Mittelfeld, mit 58 Punkten gegenüber dem Erstplatzierten FC Luzern U21 mit 74 Punkten, auf dem 3. Platz. Zwei Besonderheiten ermöglichten dem FC Baden schon am Ende dieser Saison den nächsten Aufstieg in die Challenge League. Einerseits ist die Super League auf die Saison 2023/2024 auf 12 Mannschaften vergrössert worden, was zur Folge hatte, dass aus der Promotion League zwei Mannschaften aufsteigen konnten. Dann kann gemäss dem Reglement eine U21 Mannschaft, also der Sieger in der Promotion League, der FC Luzern U21, nicht aufsteigen. Das ergab für die drittplatzierte Mannschaft, den FC Baden, eine Aufstiegsmöglichkeit. Bedingung für die Erteilung der nötigen Lizenz war allerdings die Ausstattung des Fussballplatzes mit genügend Licht für Fernsehaufnahmen. Das war dem FC Baden bekannt. Die Forderung hat der Stadtrat erfüllt mit der Bedingung allerdings, dass das Geld für die Beleuchtung lediglich als Darlehen vorgeschossen werden könne. Der FC Baden hat das akzeptiert und konnte die Aufstiegschance packen.
An der nächsten Einwohnerratssitzung ist nun ein Traktandum vorgesehen, das die Ertüchtigung des Stadions Esp für die weiteren Anforderungen an ein Stadion einer Mannschaft der Challenge League betrifft. Es geht um einen Planungskredit von Fr. 240 000.-, einen Kredit für die Ausstattung der Tribüne mit Klappsitzen und um die Verteilung der Kosten der neuen Beleuchtung.
Ausführlich hat der Präsident des FC Baden, Heinz Gassmann, der Fraktion die Sicht des Fussballclubs erläutert. Die Herausforderung in der Challenge League ist gross und der FC Baden ist nicht sehr finanzkräftig. Dank des Aufstieges ist es ihm allerdings gelungen, weitere Sponsoren anzuwerben. Dass der FC Baden die Planung befürwortet, die Ausstattung der Tribüne mit Klappsitzen sowieso und sich eine andere Verteilung der Kosten für die Beleuchtung wünscht, ist nachvollziehbar. Die SP-Fraktion ist eher etwas skeptisch. Unbestritten ist der Ersatz der Schalensitze durch Klappsitze. Die Verteilung der Kosten für die Beleuchtung diskutierte die Fraktion kontrovers. Bleibt der FC Baden in der höheren Liga, müsste er bis am 5. März 2024 ein baueingabereifes Projekt für das Stadion vorlegen. Ist das überhaupt realisierbar? Im Jahresbericht 2022/23 (als Podcast auf der Website der Swiss Football League zugänglich) meint Philipp Studhalter (Präsident des Komitees der Schweizerischen Fussballliga), die einzige Bedingung, die man von den aufsteigenden Clubs zwingend einfordern müsse, sei die fernsehkonforme Beleuchtung. Demnach würden weiterhin Spiele in der Challenge League im nicht ertüchtigten Esp möglich sein. Im Sportanlagenkonzept der Stadt Baden vom September 2020 ist bereits angemerkt, dass das Stadion sanierungsbedürftig sei, was eine umfassendere Planung notwendig machen würde.
Mit einer Solidarbürgschaft der Stadt Baden liesse sich der Finanzaufwand der Trafo Baden Betriebs AG, an der die Stadt zusammen mit dem Stadtcasino Baden und Eglin Immobilien zu je einem Drittel beteiligt sind, deutlich senken. Gegen diese Bürgschaft hat die SP Fraktion keine Bedenken. Von der Reduktion der Hypothekarzinsen profitiert auch die Stadt. Die Kaufabsicht der Liegenschaft Trafo 2 entfällt, die Stadt sichert sich aber ein unbefristetes Vorkaufsrecht. Diskutiert wurde, ob allenfalls vertragliche Ergänzungen nötig wären, da sich das Risiko dieser Unternehmung mit dieser Bürgschaft auf die Stadt verschieben wird.
Es ist eine beeindruckende Zahl von Bauvorhaben in der Innenstadt, die demnächst angepackt werden. Dass sich da eine Gesamtkoordination aufdrängt, leuchtet der SP ein. Wir unterstützen diesen Verpflichtungskredit.
Die Stellungnahme des Stadtrates zum Bau eines Spielplatzes im Quartier Kappelerhof überzeugt die SP nicht. Da wird unseres Erachtens zu stark auf die Zukunft verwiesen und zu wenig nachgedacht, ob nicht doch viel rascher ein Standort für einen dringend erforderlichen Spielplatz im Quartier gefunden werden könnte.
Die Anbindung des Bahnhofes Turgi an das RVBW-Netz ist schon in Planung, unabhängig vom Postulat, das dazu eingereicht worden ist. Wir freuen uns über die neuen Busverbindungen.
Entsiegelung ist ein wichtiges Thema. Wir meinen, eine Erarbeitung einer Übersicht über mögliche Entsiegelungen könnten die Aktivitäten in diesem Bereich beschleunigen.
An der Einwohnerratssitzung werden die Präsidien für die nächste Hälfte der Legislatur gewählt und zurückgetretene Kommissionsmitglieder ersetzt. Wir hoffen sehr, dass die offenen Sitze tatsächlich besetzt werden können.
Gefreut hat sich die Fraktion über den Wahlerfolg in Turgi. Mit 30% der Parteistimmen steht die SP mit Abstand an der Spitze. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den beiden neuen SP-Einwohnerratsmitgliedern aus Turgi.
Verfasser: Hansruedi Stauffacher