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Die Osteopathie als ganzheitliches Therapiesystem wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Dr. A. T. Still entwickelt.
Ziel der Therapie ist es, die körpereigenen Selbstheilungskräfte eines Individuums zu aktivieren. Mit sanften Techniken werden Dysfunktionen gelöst und die Körpersysteme in Balance gebracht. Osteopathie ist eine ganzheitliche Heilmethode, bei der die Hände des Therapeuten eine entscheidende Aufgabe erfüllen: Diagnostik und Therapie an allen Organsystemen des Tieres.
Die vier osteopathischen Prinzipien
1. Der Körper ist eine ganzheitliche Einheit aus Körper, Geist und Seele
2. Der Körper verfügt über Selbstheilungskräfte, Selbstregulationsmechanismen und Gesunderhaltungssysteme
3. Die Körperstrukturen sind an ihre Funktion angepasst
4. Die osteopathische Therapie ist eine Synthese aus den drei vorangegangenen Prinzipien, aus der Körper-Geist-Seele-Einheit, der Aktivierung der Selbstheilungskräfte und der untrennbaren Beziehung zwischen Gewebeform und Gewebefunktion
Die drei osteopathischen Systeme
Das parietale System
Parietal leitet sich vom lateinischen Wort paries (=Wand) her und bezeichnet das Stützsystem des Körpers. Es umfasst alle muskuloskelettalen Anteile, wie z.B. Knochen, Muskelgewebe, Bindegewebe, Sehnen und Bandverbindungen.
Das craniosacrale System
Zum craniosacralen System gehören der Schädel (Cranium), das zentrale und periphere Nervensystem, der Liquor, Durasack mit Bindegewebshäuten und das Sacrum (sacral). Der cranio-sacrale Rhythmus ist ein wiederkehrendes leichtes Ausdehnen und Zusammenziehen der Schädelknochen bedingt durch Produktion und Resorption der cerebrospinalen Flüssigkeit.
Das viszerale System
Visceral stammt vom lateinischen Begriff viscera ab und bedeutet Eingeweide. Zum visceralen System zählt man die inneren Organe mit ihren bindegewebigen Hüllen, das dazu gehörige Gefäß – und Nervensystem.
Eine Struktur, die alle drei anatomischen Systeme miteinander verbindet, sind die Fasziensysteme. Über die Fasziensysteme kann eine Störung in alle anatomischen Teilbereiche getragen werden.
Die somatische Dysfunktion
Eine somatische Dysfunktion ist in der osteopathischen Definition eine fehlende Regulation oder eine Fehlregulation einer Struktur, eines Gewebes, eines Gelenks, eines Organs oder eines Organsystems.
Meist betrifft eine somatische Dysfunktion viele, wenn nicht alle Gewebsschichten gleichzeitig.
Diese Definition basiert auf der Theorie, dass der Körper immer versucht, Belastungen jeder Art auszugleichen oder zu kompensieren. Solange die Gesamtfunktion des Patienten aufrechterhalten bleibt, ist der Patient kompensiert oder reguliert. Wenn er nicht mehr kompensieren kann, gerät er in Dekompensation und ist dysreguliert, dies ist dann eine somatische Dysfunktion.
(Zitiert nach Peter Adler-Michaelson aus Osteopathische Medizin, Elsevier-Verlag 2011)
Verhaltensregeln nach der osteopathischen Behandlung: • 5 – 10 min. gehen, insbesondere wenn eine längere Rückfahrt ansteht. • 2 – 3 Tage Sport, spielen, toben oder übermäßig lange Spaziergänge vermeiden • viel trinken
Mögliche Reaktionen nach einer osteopathischen Behandlung: • vermehrte Müdigkeit
• kann 1 – 2 Tage etwas schwerer aufstehen und braucht Zeit zum einlaufen