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Chester Bennington bei einem Auftritt von Linkin Park in Interlaken 2014. Der Sänger ist nun tot in seinem Haus aufgefunden worden. (Archiv)
KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER(sda-ats)
Chester Bennington, der Sänger der amerikanischen Rockband Linkin Park, ist tot. Wie ein Sprecher der Gerichtsmedizin in Los Angeles der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag bestätigte, wurde Bennington tot in seinem Haus in Palos Verdes, nahe Los Angeles, gefunden.
Es handle sich möglicherweise um einen Suizid, sagte Sprecher Brian Elias. Der Vorfall werde aber noch untersucht. Linkin Park ist eine der erfolgreichsten Rock-Bands der Welt mit vielen Millionen verkauften Tonträgern und zahlreichen Auszeichnungen.
Ein Anruf bei der Polizei aus dem Haus Benningtons in Palos Verdes Estates sei am Donnerstagmorgen (Ortszeit) eingegangen, hiess es. "Schockiert und untröstlich", reagierte Band-Kollege Mike Shinoda in einem Tweet auf die Todesnachricht. Fans reagierten im Netz mit Trauer und Fassungslosigkeit. Bennington war sechsfacher Vater und verheiratet.
Depressionen und Suchtprobleme
Soundgarden-Sänger Chris Cornell, ein enger Bekannter Benningtons, hatte sich Mitte Mai das Leben genommen. Seine Leiche wurde nach einem Konzert in Detroit in einem Hotelzimmer gefunden. Benningtons Todestag am 20. Juli war zugleich der Geburtstag Cornells.
Bennington hatte in der Vergangenheit offen über Depressionen und Suchtprobleme gesprochen. In Interviews gab er auch an, als Junge von einem älteren Bekannten sexuell missbraucht worden zu sein.
Erst im Mai hatte die 1996 in Los Angeles gegründete Band ihr neues Album "One More Light" auf den Markt gebracht. Es war ihr siebtes Studioalbum. In der Single "Heavy" singt Bennington schwermütig über seine Gedanken. Im Refrain fragt er, warum alles so schwer sei. In der kommenden Woche sollte die neue Tour der Band starten.
Sanftere Töne
Linkin Park war einer der prominentesten Vertreter des so genannten Nu Metal - in dem Musikstil werden harte Elemente des Metal-Rock durch weiche Melodien ergänzt. Das im Jahr 2000 erschienene Debütalbum von Linkin Park, "Hybrid Theory", wurde über zehn Millionen Mal verkauft.
Die Rock-Band schlug mit ihrem neuen Album nun sanftere Töne an als in früheren Jahren. Das brachte ihnen auch Kritik von Fans ein. Sein Ziel sei nie gewesen, möglichst viele Platten zu verkaufen oder Stadien zu füllen. "Unsere Absicht ist, Musik zu machen, die wir lieben", sagte Bennington im Mai im Interview der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.
Erstmals hat die Band die Aufnahmen nicht mit musikalischen Proben begonnen, sondern mit Gesprächen. "Worüber mache ich mir Gedanken? Was ist für mich gerade am wichtigsten?", seien Fragen dieser Gespräche gewesen, aus denen sich die Ideen für neue Lieder ergeben hätten: Depression und Tod, aber eben auch das manchmal banale Familienleben mit Kindern. Aber dies seien auch Themen, die vor 15 Jahren niemand in der Band verstanden hätte.
SDA-ATS