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Tiberius, Domitius Ahenobarbus und M. Vincius führten das von Drusus begonnene Werk fort, und die bildeten
seitdem ein Vorland des römischen Reichs, eine Art von Militärgrenzland gegen die noch unbezwungenen Germanen. Seit der Regierung
des KaisersClaudius gerieten zwar die dortigen Ansiedelungen in Verfall; aber Trajan stellte sie wieder her, und Hadrian erneuerte
auch den schadhaft gewordenen Grenzwall, der deshalb VallumHadriani genannt wurde. Derselbe war 600 km
lang, teilweise doppelt und dreifach und bestand aus Kastellen und Wachttürmen, welche durch Dammbauten und Fahrstraßen
in Verbindung gesetzt waren.
Außer römischen Veteranenkolonien wurden gallische Ansiedler nach den verpflanzt, welche einen Pachtzehnten zu zahlen
hatten, nach dem das Land seinen Namen erhielt. Zahlreiche Straßen, Wohngebäude, Villen, Badeanlagen mit
Statuen und Mosaikfußböden zeugen von der frühern Kultur. Dies währte bis 234 n. Chr., als die Alemannen ihre Angriffe auf
dies römische Grenzland begannen. Schon zur Zeit des Kaisers Valerian (253) hatten sie sich desselben großenteils bemächtigt,
und nach Aurelians Tod (275) fiel es ihnen ganz zu. Dem KaiserProbus gelang es zwar, sie wieder über die
Rauhe Alb und den Neckar zurückzutreiben; aber gleich nach seinem Tod (282) drangen sie aufs neue in das Land ein, um es nicht
wieder zu verlassen.