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Giovan Pietro Panigarola war der Vertreter Mailands bei Herzog Karl dem Kühnen. Der Diplomat erlebte auf dem Bodemünzi, wie Karl seinem Nachrichtendienst mit äusserstem Misstrauen begegnete. Die vorgefasste Meinung des Herzogs trug entscheidend zu seiner Niederlage bei.
Die Erzählung von Panigarola beginnt am Abend des 21. Juni 1476.
„Nach dem Abendessen verschob der Herzog die Sache auf den Morgen, indem er ja, wie gesagt, es als sicher voraussetzte, dass der Feind nur eine Demonstration mache.
In der Nacht [vom 21. auf den 22. Juni], um Mitternacht, begann es zu regnen, und es regnete auch den Morgen hindurch bis fast zur Mittagszeit. Als der Herzog am Morgen sah, dass sich die Feinde während der Nacht nicht gezeigt hatten, … betrachtete er es mit verstocktem Sinn als einen … unumstösslichen Satz, dass sie nicht kommen würden, und er setzte sich dies umso mehr in den Kopf, als ihm gemeldet wurde, dass die Schweizer ihre … Geschütze entladen hätten. Sie taten es, weil das Pulver durch den Regen feucht und schwer entzündlich geworden war. Sie luden sie … wieder, und von Mitternacht an begannen sie durch jene Waldungen sich uns Schritt für Schritt zu nähern, ohne sich zu zeigen und ohne Lärm zu machen.
Je mehr dem Herzog berichtet wurde, umso weniger glaubte er, … er wollte sein Wort verpfänden, dass sie nicht kommen würden. Er behauptete, man melde ihm dies, damit er die Belagerung des Platzes aufhebe; das aber würde er nie tun; sie … seien französische Verräter. … Es war nicht möglich, ihn zu überzeugen, dass die Feinde so nahe seien, und er zögerte so lange mit der Besteigung des Pferdes, dass, als er endlich aufgesessen war, die Unsrigen sich schon zur Flucht wandten.“
Quelle/Source: Johannes Dierauer, Panigarola’s report of The Battle of Murten, Frauenfeld: J. Hubers printing house, pages 8-10. Compare especially Gigliola Soldi Rondinini, Giovan Pietro Panigarola e il “reportage” modern, in: Historical notes 60 book 60 (1976) pages 135-154)