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«Lost Generation» ist ein Begriff, den die amerikanische Schriftstellerin Gertrude Stein vor mehr als 100 Jahren prägte. Sie verwendete ihn für alle Kriegsbeteiligten des Ersten Weltkrieges, die sich nach Kriegsende respektlos verhielten und zu viel Alkohol konsumierten. Der Erste Weltkriege hatte ihnen ihre Zukunft gestohlen. In diesem Beitrag verwende ich den Begriff «Lost Generation» in Anlehnung an seine traditionelle Verwendung für eine Generation, die durch ein unbeeinflussbares heftiges Erlebnis, beispielsweise einen Krieg, eine Naturkatastrophe oder vielleicht auch eine Pandemie, in eine neue Lebenssituation gestellt wird, auf die sie nicht vorbereitet ist und die sie auch nicht will. Wenn auch die Pandemie, die derzeit Wirtschaft und Gesellschaft in Atem hält, nicht mit der Brutalität und den Gräueltaten des Ersten Weltkrieges vergleichbar ist, stellt sich für mich doch die Frage, wie stark die teilweise notwendigen harten Massnahmen des Jahres 2020, wie beispielsweise der Lockdown und die grossen Einschränkungen und Veränderungen im Privat- und Berufsleben nachhaltige Einflüsse auf die Zukunft junger Menschen haben, deren Pläne für die Zukunft komplett durcheinander gebracht und in vielen Fällen zumindest für die nahe Zukunft zerstört wurden.
Autor: Tobias Fahse
Datum: 19. November 2020