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27 cm.
29,5 cm.
Yoruba, Ijebu-Ode
Nigeria
Gelbguss
Galerie Walu, Zürich (1990).
Museum der Völker, Schwaz. Sonderausstellung Yoruba - Meisterwerke einer Afrikanischen Hochkultur (07.05-25.10.2016).
Chemeche, George / Ezra, Kate /Arnoldi, Mary Jo / Pemberton III, John / de Grunne, Bernard (2011). The Horse Rider in African Art. Woodbridge: Antique Collectors Club. Seite 287.
Thermolumineszenz-Altersbestimmung: 200 Jahre (+/- 20 %).
Mit Sockel / with base
20,000.00 CHF
30,000.00 CHF
Dieser Reiter wurde von Hans Witte (1928-2006) im 2005 wie folgt beschrieben:
„Ich kenne nur sieben oder acht Reiterfiguren in Kupferlegierung, die in Ijebu-Ode gefertigt wurden. Fünf davon sind in der Literatur veröffentlicht. Wir wissen nicht, für welchen genauen Zweck diese Reiterfiguren geschaffen wurden, doch ist ihre Verbindung zum Oshugo-Bund dank der Halbmonde auf der Stirn offensichtlich. Das Pferd sowie bisweilen die Darstellungen von Dienern und abgeschlagenen Menschenköpfen rund um die Figur zeigen, dass der Reiter ein Herrscher oder Häuptling ist – und wahrscheinlich ein Ahne der Gründerlineage der Gemeinde. Vielleicht standen die Reiterfiguren in den persönlichen Schreinen von Königen und Häuptlingen.
Ihr Ijebu-Ursprung ist am Stil der Pferdeköpfe mit den sehr grossen Augen erkennbar. Den Hals des Pferdes scheint fast immer ein mit Kauris besticktes Tuch zu bedecken, vielleicht aber auch die lockige Mähne des Pferdes. Die Pferdebeine sind immer ziemlich kurz. Die Reiter verwenden grosse, eckige Steigbügel aus dem Norden. Oft sind kleine Glocken an den Zügeln oder dem Hinterkopf des Reiters befestigt. Ist keine Messingsockelplatte vorhanden, kann man die Figuren mit kleinen Ringen oder Messingstreifen an den Pferdehufen beispielsweise auf einem hölzernen Sockel befestigen. Diese Vorrichtungen und die Glocken deuten darauf hin, dass die Figuren manchmal in Prozessionen mit getragen wurden.
Am bekanntesten sind die beiden von Dobbelmann publizierten Reiterfiguren (1976: Abb. 117 und 118, veröffentlicht auch in Witte 1988: Abb. 24 und 25) von denen eine dem Afrika-Museum in Berg en Dal gehört (Sammlung Nr. 333-1; vgl. Witte 2004: 152, Abb. 139). Sie verkörpert mit ihrem grossen Kopf, ihren hervortretenden Augen und den beiden schlichten edan-Stäben um den Hals wahrscheinlich einen archaischen Typus. Das Pferd steht auf einer rechteckigen Sockelplatte aus Gelbguss und war früher von Dienerfiguren umringt, die jedoch abgebrochen sind. Nur die Reste ihrer Füsse sind verblieben. William Fagg vermutet (Persönliches Gespräch im November 1977), dass diese «Füsse» vielleicht nicht zu Menschen-, sondern zu Leopardenfiguren gehörten, da Spuren von drei nebeneinander stehenden Füssen vorhanden sind.
Der vorliegende Reiter besitzt eine grosse Ähnlichkeit mit der Reiterfigur in der Sammlung von Lucien van de Velde (Veröffentlicht in Dobbelmann 1976: Abb. 117, und Witte 1988: Abb. 24) und eine weitere Figur in einer Mailänder Sammlung (Hélène Joubert, 1998: Abb. 183) ist sicherlich verwandt. Wie üblich sitzt der Reiter wie ein Jockey mit extrem angezogenen Beinen fast über und weniger auf dem Pferd. Seine Hände formen den Oshugbo-Gruss, bei dem die linke Faust auf der rechten gehalten wird. Die Füsse stecken in grossen Steigbügeln. Den langen Hals des Pferdes bedeckt wie so oft ein mit Kauris besticktes Tuch.
Sein Schweif wird kreisförmig von der Spitze bis zur Schwanzwurzel zurück gebogen. Mit den kleinen Ringen an den Pferdehufen konnte die Statue wahrscheinlich auf einer Sockelplatte befestigt werden. Der Reiter trägt eine dreispitzige Krone an einem Band mit einer grossen Perle. Sein Gesicht weist eine gewisse Ähnlichkeit mit dem der Männerfigur eines edan-oshugbo-Paares auf, das Dobbelmann veröffentlichte (1976: Abb. 44).“