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In englischer SpracheEinen Moment lang dachte sie, sie könnte heute Abend nicht auftreten. Sie dachte wirklich, ihr Körper stünde ihr nicht zur Verfügung. So organisierte sie einen Ersatz, eine Art Körper-Double oder einfach jemand, der ihren Platz einnimmt. Diese Ersatzperson könnte sogar noch weiter gehen, voran geschickt werden wie ein Pfadfinder oder Testpilot, eine Art persönlicher «Avantgarde».In «You Should Have Seen Me» wird das Double zu einem Phänomen, das sich im Spannungsfeld zwischen Abhängigkeit und Autonomie, zwischen Reproduktion und Sinnerzeugung zum Original bewegt. Auf der Bühne werden die zwei Performer zu gegenseitigen Spiegeln. Sie begeben sich in temporäre Identitäten, verstricken sich in Momente des Zögerns und der Unsicherheit. Das Original wird hinterfragt und neu definiert, wobei Anleihen gemacht werden und das Stück neu erfunden wird. Das kann riskant oder sogar ärgerlich sein. Oder es könnte passieren, dass man das Remake nicht für eine schlechte Kopie oder Kompromiss hält, sondern für viel besser als das Original!Nach ihrem ersten Solo «My Body is an Island» (2008) vertieft die Choreografin Emma Murray ihre Reflexionen über Selbstbilder und wie wir diese erfinden, ausleben, wiederholen und manipulieren. Emma Murray, ehemalige Tänzerin des Bern:Ballett, arbeitet für ihr neues Projekt «You Should Have Seen Me» zusammen mit dem Tänzer und Choreografen Joshua Monten und der englischen Performance-Künstlerin und Schriftstellerin Fiona Wright.