Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03509.jsonl.gz/1308

Soll ich ausziehen?
bei mir ist ein ähnliches schema wie beim "traurigen mädchen", die notankerüberschrift "streit mit mutter - alles aufgeflogen" hatte. sie ist 21 und ich ein jahr jünger. ihr wurde geraten selbstständig zu werden und rebecca hat ihr zurück geschrieben.
bei mir ist es so .... ich durchschaue das schema zw. mir und meiner mom und ich will ihr helfen .... deshlb habe ich an psychotherapie gedacht ...... über die vorteile vom ausziehen muss ich wohl nicht reden. die nachteile wäre, dass sie dann all die rechnungen und dergleichen selber erledigen müsste, wo ich ihr normalerweise helfe und naja wie es ihr dann geht ..... >.>
es ist schon sehr lange her, aber es bleibt trotzdem bei mir hängen, dass sie einige male von selbstmord erzählt hat und ja ich sie nicht verlieren will und so >.>
außerdem ist sie körperlich labil.
die frage ist jetzt, soll ich ausziehen? soll ich ne psychotherapie machen lassen?
zu denken: arbeiten und ausziehen alleine ist keine lösung.
Frage gestellt zu: Liebe, Sex und Freunde
Psychotherapie als Unterstützung
Liebe Blubb
Du bist sehr selbstreflektiert und hast schon viel über das Muster zwischen dir und deiner Mutter erfahren. Das ist sehr belastend für dich, dass deine Mutter von Selbstmord gesprochen hat und du willst für sie da sein - ihr helfen im Alltag. Andererseits ist auch das selbstständig werden und das Ausziehen ein Thema für dich.
Wenn du von einer Psychotherapie redest, meinst du da eine Therapie für dich, deine Mutter oder eine, in die ihr zwei gemeinsam geht? Alle drei Möglichkeiten hätten sicher Vorteile. Wenn du in eine Therapie gehen würdest, könntest du zum Beispiel lernen, dich abzulösen und die Verantwortung für deine Mutter abzugeben. Für deine Mutter wäre eine Therapie möglicherweise auch gut. Wie du schreibst, ist sie körperlich labil und auch psychisch geht es ihr nicht gut, wenn sie schon von Selbstmord geredet hat. Wenn ihr zusammen in eine Familientherapie gehen würdet, könntet gemeinsam an eurem Schema arbeiten. Du könntest das Thema Ausziehen ansprechen und ihr könntet mit einer neutralen Person darüber reden und eine Lösung finden.
Wäre deine Mutter denn dabei bei einer Therapie? Hast du mal mit ihr darüber geredet?
Du sagst, dass Ausziehen und Arbeiten alleine keine Lösung ist. Wie meinst du denn das? Jetzt in Bezug auf deine Mutter – für sie wäre es bestimmt schwierig, wenn du ausziehen würdest, da du sie sehr unterstützt. Auch für dich wäre es sicherlich eine grosse Umstellung. Bist du denn bereit fürs Ausziehen? Wenn du so weit bist, ist es bestimmt gut, wenn du mit deiner Mutter darüber redest und sie darauf vorbereitest. Vielleicht könntet ihr jemanden finden, der ab und zu bei ihr vorbeigeht und ihr hilft, mit Rechnungen und so weiter. Das wäre für dich bestimmt eine Entlastung zu wissen, dass sich jemand um deine Mutter kümmert, wenn du nicht mehr zu Hause wohnst. Es ist schön, dass du für deine Mutter da bist und sie unterstützt , aber – auch wenn es hart klingt – musst du dich nicht für sie verantwortlich fühlen. Du bist das „Kind“ und sie die Mutter. Wenn du bereit bist auszuziehen und selbstständig werden willst, sollst du dies auch tun. Es ist eine normale Entwicklung, wenn man sich mit der Zeit von zu Hause ablösen will. Vielleicht könnte eine Psychotherapeutin dich und/oder deine Mutter dabei begleiten.
Rebecca