Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03184.jsonl.gz/1352

Kanton Wallis: Wolfsmonitoring und Herdenschutz
Schadensbilanz und investierte Beträge im Jahr 2022
Die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere und die Dienststelle für Landwirtschaft präsentieren die Bilanz der Auswirkungen der Wolfspräsenz im Kanton Wallis im Jahr 2022. 51 Wölfe wurden formell identifiziert. Bei 139 Angriffen wurden 415 Nutztiere gerissen. Fast 2,5 Millionen Franken wurden für den Herdenschutz auf den Alpen investiert.
Medienmitteilung der Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere, Kanton Wallis, 26.01.2023
2022 wurden 51 Wölfe formell über DNA-Analysen identifiziert (36 im Jahr 2021): 21 Weibchen und 30 Männchen. Die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere (DJFW) bestätigte acht Rudel mit Reproduktion. Im Jahr 2022 wurden im Wallis 415 Nutztiere vom Wolf gerissen, davon 249 im Oberwallis (77 Angriffe) und 166 im Unterwallis (62 Angriffe). 117 der gerissenen Tiere wurden auf geschützten Alpen, 110 auf nicht schützbaren Alpen und 188 auf ungeschützten Alpen gerissen. Somit wurden 227 Tiere für eine Abschussbewilligung berücksichtigt.
Die Voraussetzungen wurden erfüllt für die Erteilung von drei Bewilligungen für Einzelabschüsse (Goms-Aletsch, Augstbord und Val d'Illiez). So konnten zwei Wölfe abgeschossen werden, einer in der Augstbordregion und der andere im Val d'Illiez. Ein Regulierungsgesuch für das Rudel im Val d'Hérens ist Gegenstand eines Beschwerdeverfahrens. Aus diesem Rudel wurden zwei Wölfe erlegt. Die bisherigen Entschädigungszahlungen belaufen sich auf rund 182‘000 Franken (124‘000 Franken im Jahr 2021). Die DJFW leistete mehr als 11‘400 Arbeitsstunden für das Wolfsmanagement (8‘100 Stunden im Jahr 2021), was fünf bis sechs Vollzeitstellen (VZE) entspricht. Zu dieser Stundenabrechnung kommt noch der Aufwand der Dienststelle für Landwirtschaft hinzu, die für den Herdenschutz zuständig ist. Sie leistete knapp 3‘000 Stunden, was 1,65 VZE entspricht.
In Bezug auf den Herdenschutz wurden in der Sommersaison 2022 fast 2,5 Millionen Franken investiert, wovon 1 Million vom Kanton finanziert wurde. Dieser Betrag wurde hauptsächlich zur Finanzierung konkreter Massnahmen auf den Alpen verwendet, z. B. für das Aufstellen von Zäunen, die Einrichtung von Nachtpferchen, den Kauf von mobilen Unterkünften, die Anstellung von Hilfshirten oder auch den Einsatz von Herdenschutzhunden.
Im Wallis gibt es 157 Alpen, die während des Sommers von Schafzüchtern bewirtschaftet werden. Im vergangenen Winter aktualisierte und validierte der Kanton alle Schutzprotokolle, wodurch diese Alpen in zwei Kategorien eingeteilt wurden: schützbar (81) und wirtschaftlich nicht schützbar (76). Im Juni 2022 erliess das Bundesamt für Umwelt neue Kriterien für die Beurteilung, welche Alpen zumutbar schützbar sind und welche nicht. Diese Kriterien werden für alle Walliser Alpen übernommen und die Protokolle werden im Hinblick auf die Sömmerungssaison 2023 nötigenfalls entsprechend angepasst.
In der kommenden Saison wird der Kanton Wallis erneut einen Betrag von 1 Million Franken für den Herdenschutz einsetzen. Die Bundesmittel, die unter den Kantonen aufgeteilt werden, dürften sich auf über 4 Millionen Franken belaufen. Darüber hinaus wird ein besonderer Schwerpunkt auf die Validierung eines neuen Protokolls zur Anerkennung von Herdenschutzhunden im Wallis gelegt, um den Mangel an offiziell vom Bund anerkannten Hunden auszugleichen.