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Wie bereits bei der Einführung angekündigt, wurde der dem Nutri-Score zugrunde liegende Algorithmus auf Anfang 2024 aktualisiert. Ziel ist es, die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu integrieren, als auch den Ernährungsempfehlungen der verschiedenen Länder und der Realität der Nahrungsmittelangebote noch besser gerecht zu werden. Keinesfalls sollte das System dadurch weniger transparent oder weniger nachvollziehbar werden. Diese Arbeit wurde vom wissenschaftlichen Gremium der sieben Länder, die den Nutri-Score anwenden, durchgeführt, zu dem zwei Expert:innen aus der Schweiz gehören.
Die Expert:innen zielten vorrangig darauf ab, die Unterscheidung verschiedener Produkte innerhalb der Kategorien Fisch, Brot, pflanzliche Öle sowie zwischen Produkten mit unterschiedlichem Salz- oder Zuckergehalt zu verbessern.
Was das Update ändert
Der aktualisierte Algorithmus unterscheidet noch besser zwischen sehr zucker- oder salzhaltigen Produkten und solchen, die davon weniger enthalten. Insgesamt fällt der aktualisierte Score für zucker- oder salzreiche Lebensmittel und Getränke schlechter aus. So erhalten die meisten süssen Frühstückszerealien, die sich an Kinder richten, einen deutlich schlechteren Score als zuvor. Auch zusammengesetzte Produkte, die nur wenig gesundheitsfördernde Bestandteile enthalten, weisen eine neue, ungünstigere Bewertung auf (z.B. gewisse Fertiggerichte).
Der Gehalt an gesundheitsfördernden Nahrungsfasern spiegelt sich ebenfalls besser im aktualisierten Score wider. Es wird leichter sein, tatsächlich vollwertige Brote von den anderen zu unterscheiden, auch wenn diese so aussehen oder als «dunkel» ausgelobt werden.
Durch die Aufnahme von Milch und Milchmischgetränken in die Kategorie der Getränke, in der nur Wasser einen Nutri-Score A erreichen kann, bekommen nun alle fettarmen oder teilentrahmten Milchsorten ein B. Milchmischgetränke erhalten je nach Menge des zugesetztem Zuckers einen Score C oder D. Ihr Nutri-Score ist somit leicht von dem einer ungesüssten Naturmilch zu unterscheiden.
Eine weitere Neuerung in der Getränkekategorie ist, dass der Algorithmus nun auch zugesetzte Süssstoffe berücksichtigt. Ein künstlich gesüsstes Getränk erhält immer einen schlechteren Score als eine Variante ohne solchen Zusatzstoff. Der beste Score für künstlich gesüsste Getränke ist also höchstens ein Nutri-Score C.
Andere Lebensmittelkategorien verzeichnen eine Verbesserung ihres Scores. Pflanzliche Öle mit einem niedrigen Gehalt an gesättigten Fettsäuren wie Raps-, Baumnuss- und Olivenöl schneiden so besser ab (Nutri-Score B), ebenso ungewürzte Samen und Nüsse (meist Nutri-Score A), sowie wenig gesalzener Käse wie Emmentaler (Nutri-Score C statt D) und ungewürzter fettreicher Fisch wie Omega-3-reiche Sardinen (Nutri-Score A).
Wie es weitergeht
Die Unternehmen haben zwei Jahre Zeit, um die Etiketten ihrer Produkte anzupassen. Während dieser Zeit müssen die Konsument:innen darauf gefasst sein, dass der Score nach der neuen oder noch nach der alten Methode berechnet sein kann. Allerdings sind die Änderungen überschaubar und gut nachvollziehbar.
Für Hersteller, die auf Grund der angekündigten Aktualisierung zögerten, den Nutri-Score einzuführen, ist jetzt der ideale Zeitpunkt, um einzusteigen. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) ist bereit, die Unternehmen bei der Anwendung zu unterstützen und den Einstieg zu erleichtern.
Literatur
Nutri-Score 2023 update, Nature Food, Februar 2024