Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03183.jsonl.gz/172

Jedes dritte Kind der Welt ist unterernährt oder übergewichtig. Viele weitere essen nicht gesund. In einem neuen Bericht appelliert UNICEF an Regierungen, Privatwirtschaft und Gesellschaft, sich für eine bessere Ernährung von Kindern einzusetzen.
Der neue UNICEF Bericht zur Lage der Kinder der Welt konzentriert sich auf das Thema Mangelernährung in all ihren Ausprägungen – von akuter Unterernährung über chronischen Nährstoffmangel bis hin zu Übergewicht. Es sind beunruhigende Zahlen, die der Bericht zutage fördert: Weltweit ist mindestens jedes dritte Kind unter fünf Jahren unterernährt oder übergewichtig. Fast zwei Drittel der unter 24 Monate alten Kinder erhalten nicht die Nährstoffe, die sie für ihre körperliche und geistige Entwicklung benötigen.
«Bei allen technologischen, kulturellen und sozialen Fortschritten der letzten Jahrzehnte haben wir diese grundlegende Tatsache aus den Augen verloren: Wenn Kinder schlecht essen, leben sie schlecht», sagt UNICEF Exekutivdirektorin Henrietta Fore. «Wir müssen neu definieren, was wir unter Mangelernährung verstehen und wie wir darauf reagieren. Es geht nicht nur darum, dass Kinder genug zu essen bekommen; es geht vor allem darum, dass sie das Richtige essen.»
Der Bericht «The State of the World’s Children 2019: Children, food and nutrition» wurde im Vorfeld des Welthungertags vom 16. Oktober veröffentlicht. Er bietet die bisher umfassendste Untersuchung von Mangelernährung bei Kindern im 21. Jahrhundert. Für Kinder unter fünf Jahren hat die Studie folgende Kennzahlen ermittelt:
- 149 Millionen Kinder leiden wegen chronischer Mangelernährung unter Entwicklungsverzögerungen oder sind zu klein für ihr Alter («stunted»).
- 50 Millionen Kinder sind wegen akuter Mangelernährung zu leicht für ihre Körpergrösse («wasted»).
- 340 Millionen Kinder – jedes zweite Kind der Welt – sind nicht ausreichend mit wichtigen Vitaminen und Nährstoffen wie Vitamin A oder Eisen versorgt.
- 40 Millionen Kinder sind übergewichtig oder adipös.
Die Autoren der Studie geben zu bedenken, dass schlechte Essgewohnheiten bereits in den ersten Lebenstagen eines Säuglings beginnen. So werden beispielsweise nur 42 Prozent der Kinder sechs Monate lang ausschliesslich gestillt, während Milchersatzprodukte immer grösseren Absatz finden. Fast 45 Prozent der Kinder zwischen 6 und 24 Monaten erhalten kein Obst oder Gemüse, und mit zunehmendem Alter konsumieren die Kinder immer mehr industriell verarbeitete Lebensmittel, Fast Food und Süssgetränke.
«Wir verlieren im Kampf für eine gesunde Ernährung an Boden», sagt Henrietta Fore. «Das ist eine Herausforderung, die wir nicht allein bewältigen können. Wir brauchen die Regierungen, die Privatwirtschaft und die Zivilgesellschaft, um der Ernährung von Kindern Priorität einzuräumen und gemeinsam die Ursachen für ungesunde Essgewohnheiten in all ihren Formen zu bekämpfen.»
ALDI SUISSE erweitert sein Engagement für Kinder
Seit 2017 setzt sich ALDI SUISSE gemeinsam mit UNICEF Schweiz und Liechtenstein dafür ein, dass Kinder gesund aufwachsen und sich optimal entwickeln können. Gestern wurde die Zusammenarbeit um drei Jahre verlängert.
Verheerende Überschwemmungen im Südsudan
Im Südsudan sind fast eine halbe Million Kinder von schweren Überschwemmungen betroffen. Malaria und Durchfallerkrankungen breiten sich aus. UNICEF ist vor Ort und leistet Nothilfe – während es weiter regnet.