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"Das Heilige und das Profane" sind zwei existentielle Situationen, die der Mensch im Laufe seiner Geschichte ausgebildet hat. Die ganze Vielfalt der geheiligten physischen und psychischen Erfahrungen und Handlungen der Menschen vor Augen zu führen und damit zugleich das Wesen des Heiligen verstehbar zu machen, ist Eliades Anliegen. Anhand zahlreicher Beispiele zeigt er, wie räumlich und zeitlich voneinander entfernte Völker und Kulturen strukturell identische religiöse Symbole entwickelt haben. Die Gründung und Gestaltung des menschlichen Lebensraums, die mythische Deutung und Periodisierung der Zeit und Geschichte, die Ritualisierung menschlichen Tuns - dies alles gibt der menschlichen Existenz sakrale Bedeutung auch in den industriellen Gesellschaften, denn Elemente archaischer Religiosität bestimmen sogar das Denken und Verhalten des areligiösen Intellektuellen. Für Eliade ist "Das Heilig und das Profane" ein Beitrag zum Selbstverständnis des Menschen als eines historischen Wesens.
Portrait
Mircea Eliade, geboren 1907 in Bukarest, studierte von 1925 - 31 in Bukarest und Kalkutta; längerer Aufenthalt im Himalaya-Gebiet, ausgedehnte Asien-Reisen. Seit den fünfziger Jahren bis zu seinem Tod, 1986, Professor für Religionswissenschaft in Chicago. Eva Moldenhauer, 1934 in Frankfurt/Main geboren, ist seit 1964 als Übersetzerin tätig. Sie übersetzte u.a. Claude Simon, Jorge Semprun, Agota Kristof, Jean Paul Sartre und Lévi-Strauss. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. 1982 mit dem "Helmut-M.-Braem-Preis" und 1991 mit dem "Celan-Preis". 2005 wurde sie für ihre Neu-Übersetzung von Claude Simons "Das Gras" für den "Preis der Leipziger Buchmesse" nominiert. 2012 wurde Eva Moldenhauer mit dem "Prix de l'Académie de Berlin".ausgezeichnet.