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Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
Die Meisternovelle „The Heart of Darkness“ stammt von Joseph Conrad (1857‒1924), polnischer Herkunft. Conrad gewann weltweit Ruhm als englischer Novellist. Die erwähnte Novelle ist stark autobiographisch angereichert. Er zehrt von seinen Erinnerungen als Kapitän einer Fähre auf dem Kongo, der sich im Herzen des Schwarzen Kontinents durch den Dschungel schlängelt. Unter dem Namen „Marlow“ war sein Auftrag, im Dienste einer belgischen Handelsgesellschaft Elfenbein stromabwärts zu schiffen und zugleich den legendären Elfenbeinhändler Kurtz in Sicherheit zu bringen. Kurtz wiegelte im unzugänglichsten Teil des Kongo Stämme gegen einander auf, um Elfenbein zusammenzuraffen. Der Kongo wurde ausgebeutet und die „Wilden“ grausam wie Dreck behandelt. Das ist nichts Neues in der apokalyptischen Welt und wiederholt sich laufend, gegenwärtig in Irak und Afghanistan und in vielen Teilen von Afrika und anderswo. Die Versklavung der Menschen nimmt kein Ende, besonders dort, wo es etwas zu rauben und auszubeuten gibt.
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Ich angelte diese Novelle aus der Bibliothek meiner Söhne, von Mark ausgiebig annotiert, als Teil seines Englischstudiums. Als ich das Buch anblätterte, war ich unschlüssig, ob ich sie lesen oder weglegen sollte, da ich heute nicht mehr auf Abenteuer-Romane erpicht bin. Das Resultat: Ich habe „Das Herz der Dunkelheit“ in einem Zuge gelesen. Das Herz blutete mir dabei. Doch hier will ich nur einige Ausschnitte zitieren (von mir gekürzt und von Englisch ins Deutsche übersetzt), und ich empfehle dem Leser, diese Novelle unter „books.google.co.uk“ in der englischen Version zu lesen und über „Wikipedia“ Einblick in den Hintergrund dieses Werks zu gewinnen. (Es genügt, die Suchwörter „Josef Conrad The Heart of Darkness“ einzugeben.)
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Marlow hatte seine Fähre verankert und strebte zum „Camp“ auf der Anhöhe zu. Sklaven schufteten beim Bau einer Eisenbahnlinie. Unterwegs musste Marlow eine Schlucht überqueren, nicht mehr als ein enger Kratzer im Dschungel, voller zerbrochenen Abwasserleitungen.
„Schwarze Gestalten lagen geduckt zwischen Bäumen, an Stämme gelehnt, teils in die Erde verkrallt … vom Schmerz gepeinigt, verlassen und verzweifelt. Sie darbten, siechten und starben langsam dahin. Sie waren keine Feinde, keine Kriminelle … nichts ausser schwarze Schatten, verseucht und ausgehungert. Zur Arbeit unfähig geworden, durften sie sich verkriechen. Diese Sterbenden waren so frei wie die Luft und fast gleich dünn.“
Unter ihnen gewahrte Marlow „… ein Gesicht ganz nahe. Die schwarzen Knochen lagen ausgebreitet, eine Schulter gegen den Baumstamm gelehnt, und langsam öffneten sich die Lider seiner versunkenen Augen, und er schaute zu mir ausdruckslos und abwesend wirkend empor … Er mochte jung sein – ein Bursche – aber wer kann das bei ihnen feststellen? Ich reichte ihm einen Zwieback. Seine Finger umschlossen ihn langsam – sonst bewegte er sich nicht … 2 oder 3 Elendsfiguren lagerten neben ihm … einem war das Kinn auf die Knie gesunken, und er starrte ins Nichts.“
„Bei der Station war alles im Wirrwarr – Köpfe, Dinge, Baracken. Ketten von staubigen Niggern mit Spreizfüssen kamen und gingen; ein Strom von Fabrikware, schuttbedeckte Baumwolle, Glasperlen, Kupferdraht (ein Zahlungsmittel für Sklavendienste) wurden in der Tiefe der Nacht gegen wertvolles Elfenbein ausgetauscht.“
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H.W. Longfellows Sklavengedicht
Vor einer Woche hatte ich aus einem Eimer „The Poetical Works“ von H.W. Longfellow, aufgelesen, 1861 von T. Nelson and Sons veröffentlicht, in geprägtes Leder mit Goldschnitt gebunden. Daraus zitiere ich 2 Verse dieses amerikanischen Poeten (1807–1882) im Original und verdeutscht, betitelt:
The Slave in the dismal Swamps (Der Sklave im düsteren Sumpf)
In the dark fens of the Dismal Swamp / The hunted negro lay; / He saw the fire of the midnight camp, / And heard at times a horse’s tramp / And a bloodhound’s distant bay.
(Im dunklen Moore des düsteren Sumpfs / Der gejagte Neger lag: / Er sah das Feuer des Mitternacht-Camps / Und hörte den Hufschlag eines Pferds / Und das entfernte Gebell eines Bluthunds.)
A poor old slave, infirm and lame; / Great scars deformed his face; / On his forhead he bore the brand of shame, / And the rag, that hid is mangled frame, / Were the livery of discrace.
(Ein armer alter Sklave, krank und lahm; / Grosse Narben entstellten sein Gesicht; / Auf seiner Stirne trug er das Brandmal der Schande. / Und die Lumpen, die sein verbogenes Glieder verbargen, / Waren das Gewand der Schande.)
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