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Montreal – französische Metropole Kanadas
Es war das Jahr 1642, als französische Kolonisten auf einer Insel zwischen dem St.-Lorenz-Strom und Mündungsarmen des Ottawa eine Siedlung errichteten. Sie sollte die Keimzelle des heutigen Montreal werden, der zweitgrössten Stadt Kanadas, die das urbane Zentrum der frankofonen Provinz Quebec im Osten des Landes bildet.
Der Name der Stadt leitet sich vom Mont Royal ab, einem grösseren Hügel, der sich auf der Île de Montréal inmitten eines Parks erhebt und das Stadtbild mit bestimmt. Montreal und Quebec sind mit ihrer französischen Prägung eine Ausnahme im sonst eher angelsächsisch beeinflussten Nordamerika. Das starke Eigenbewusstsein der Québécois ist eine feste Konstante der kanadischen Politik.
Als grösste Metropole Quebecs – die Stadt hat über 1,6 Mio. Einwohner – ist Montreal auch immer der kulturelle und wirtschaftliche Mittelpunkt des französischsprachigen Kanada gewesen. Dennoch wäre es verfehlt, die Stadt als rein französisch zu bezeichnen. Englisch hat hier ebenfalls seinen Platz, und nicht zuletzt als Ort der Expo 1967 und der Olympiade 1976 ist Montreal auch multikulturell geprägt.
Sehenswert: Vieux-Montréal
Die Architektur Montreals vereint französische, britische und amerikanische Bautraditionen. Die Skyline in der Centre-Ville mit ihren Wolkenkratzern unterscheidet sich kaum von ihren Pendants in anderen nordamerikanischen Grossstädten. Am ursprünglichsten wirkt Vieux-Montréal, die Altstadt.
Typisch für sie sind die grauen Kalksteinhäuser, die dem Stadtviertel einen eigenen Charme und historisches Flair geben. Hier finden sich Montreals älteste Bauwerke, die teilweise noch aus der französischen Kolonialzeit stammen. Daneben gibt es auch moderne Architektur in der Metropole zu bestaunen, zum Beispiel das futuristische Habitat 67 am St.-Lorenz-Strom.
Französische Kulturtradition
Der französische Einfluss macht sich vor allem im Kulturleben bemerkbar. Wie keine andere Stadt Kanadas steht Montreal für kulturellen Reichtum. Das fängt bei der Museumslandschaft an. Die Stadt besitzt gut drei Dutzend Museen, am bekanntesten davon ist das Musée des beaux-arts de Montréal. Es gibt zahlreiche Theater, zum Beispiel am Place des Arts oder im angrenzenden Universitätsviertel Quartier Latin.
Auch für Musik und Tanz besitzt die Stadt einen international hervorragenden Ruf. Sowohl klassische als auch moderne Musik werden hier gepflegt. Die Opéra de Montréal als Institution und das Festival International de Jazz de Montréal sowie das Festival Pop Montréal als Veranstaltungen stehen für die vielfältige Musikszene der Stadt.
Ziel für Gourmets
Auch beim kulinarischen Angebot hebt sich Montreal dank seiner französischen Tradition vom übrigen Kanada ab. Nirgendwo sonst in dem riesigen Land gibt es so viele Spitzenrestaurants wie hier. Wer bescheidener bleiben, aber nicht auf Qualität verzichten möchte, findet ebenfalls Passendes für sich.
Oberstes Bild: Skyline von Montreal (© Bildpixel / pixelio.de)