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In den «roaring sixties» wuchs der Druck der Stadt Bern auf erschliessbares Bauland. Nachdem die ersten Grossüberbauungen im Westen erstellt waren, sollte auch im Osten der Stadt im grossen Stil Wohnraum entstehen. Im Oberen Murifeld hatte eine qualitätsvolle Planung dank einer kleinen Anzahl von Grundeigentümern eine Chance. Auf die Initiative der Erbengemeinschaft v.Wurstemberger wurde auf den Rat von Prof. Dr. Paul Hofer, Inhaber des Lehrstuhls für Städtebau an der ETH Zürich und profunder Kenner der bernischen Architekturgeschichte, der renommierte Basler Architekt Otto Senn – er war der einzige Schweizer Architekt, der zur Realisierung des Vorzeige-Projekts «Interbau (1957) Berlin» eingeladen wurde – beauftragt, ein Projekt für die Überbauung des Oberen Murifeldes auszuarbeiten. Es umfasste fünf Quartiere mit einem kirchlichen und einem Einkaufszentrum, wovon nur das Saali-Quartier verwirklicht wurde.
Zwei Besonderheiten zeichneten diese Planung aus: Der gesamte Privatverkehr sollte in eine unterirdische Ebene verlegt werden und die Satellitenstadt ein ökumenisches kirchliches Zentrum erhalten. Im Unterschied zum Westen erschloss von Anfang an das Tram die Überbauung.
Das Gesamtprojekt wurde sogar als vorbildliche schweizerische Planung an der Expo 64 in Lausanne ausgestellt.
Zur Realisierung des Saali-Quartiers gründeten die beiden beteiligten Grundeigentümerinnen – die Burgergemeinde der Stadt Bern und die Miteigentümer des Schlossgutes Wittigkofen – die Überbauungsgenossenschaft Murifeld-Wittigkofen. Diese bezweckt «den Betrieb, den Unterhalt und die Erneuerung der Gemeinschaftsanlagen der auf einer Gesamtplanung beruhenden städtebaulich und architektonisch einheitlichen Überbauung Oberes Murifeld-Wittigkofen» und sorgt bis heute dafür, dass die einheitliche Planung in Idee, Form und Farbe gewährleistet wird.
Natürlich ist es nicht möglich, die Entwicklung des Quartiers und dessen Umgebung im Voraus zu wissen. Das Autobahnprojekt Bypass Bern Ost ermöglicht es, dass der Osten von Bern neu überdenkt wird. Mit der Unterzeichnung des Leitbilds Fokusraum Bern-Ost bekräftigen die Planungsträgerinnen und Planungsträger (Bundesamt für Strassen, Kanton Bern, Regionalkonferenz Bern-Mittelland, Stadt Bern, Gemeinden Muri bei Bern und Ostermundigen) ihre Absicht, den Osten von Bern gemeinsam und koordiniert zu entwickeln. Hiermit werden sich neue Möglichkeiten ergeben, indem sich das Quartier gegen Süden öffnen könnte und eine Weiterentwicklung Richtung Ostern möglich wäre. Oberstes Ziel dieses Projektes ist, die Lebensqualität der im Raum lebenden Bevölkerung zu verbessern.
Der Autobahnabschnitt Bern-Wankdorf – Muri ist regelmässig überlastet. Bis der «Bypass Bern-Ost» in rund 20 bis 25 Jahren diesen Engpass beseitigen wird, soll der Verkehrsfluss mit einer Pannenstreifenumnutzung PUN erhöht werden. Mit PUN können die Fahrzeuge in den Spitzenzeiten den Pannenstreifen als Fahrstreifen nutzen.
Dies verbessert den Verkehrsfluss auf der A6, vermindert Ausweichverkehr auf das städtische Netz, erhöht die Verkehrssicherheit und reduziert die Umweltbelastung. Im selben Zug wird der Lärmschutz durch die Installation wirkungsvollerer und zusätzlicher Lärmschutzwände und den Einbau eines lärmmindernden Belags deutlich verbessert.