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43 Mal war Wendy Holdener bis zu ihrem 29. Geburtstag vor anderthalb Jahren im Weltcup auf das Podest gefahren. Und doch zweifelte sie. Weil es mit dem längst fälligen ersten Sieg im Slalom, ihrer Paradedisziplin, einfach nicht klappen wollte. Fünf Weltcupsiege standen ihr zwar zu Buche, allerdings solche in Kombinationen, Parallelrennen und einem City Event.
Natürlich war da eine Mikaela Shiffrin, gegen die im Slalom auch an den besten Tagen nur schwer anzukommen ist. Und natürlich musste meist auch Petra Vlhova geschlagen werden, die im Stangenwald oft auf einem ähnlichen Niveau wie die Rekordweltcupsiegerin Shiffrin fährt. Aber es gab auch Rennen, da stand die Tür zum Sieg offen, und Holdener schaffte es nicht. «Ich habe nicht viele Rennen selber verloren, vielleicht fünf oder sieben», sagt Holdener. Doch diese nagten an ihr.
Die Erlösung kam im 247. Weltcuprennen in Killington. Der 31. Podestplatz im Slalom, der 45. im Weltcup, war der erste Sieg.
Erlösung in Killington
Camille Rast sagt, sie bewundere Holdeners mentale Stärke. Holdener begründet diese mit den Erfolgen, die ihr Ruhe gebracht hätten. Dabei streicht sie die Heim-WM 2017 in St. Moritz heraus, als sie «nach einigen in die Hose gegangenen Grossanlässen» Gold in der Kombination und Silber im Slalom gewann.
Beruhigende und vor allem befreiende Wirkung hatte aber auch der gebrochene Bann im Slalom. Sie sei froh, die ständige Fragerei nach dem ersten Slalomsieg endlich los zu sein, meinte sie nach dem Triumph in Killington, den sie sich mit Anna Swenn Larsson teilte. Dass damit eine Last von Holdener abfiel, zeigte auch der nächste Slalom zwei Wochen später in Sestriere, in dem sie eine halbe Sekunde vor Shiffrin sogleich nachdoppelte. Fünf Podestplätze kamen über die ganze Saison verteilt in ihrer stärksten Disziplin zusammen und damit mindestens zwei mehr als in den drei vorangegangenen Wintern.
Vielversprechende Vorbereitung
An die Erfolge von 2022/23 will Holdener in den elf Slaloms dieses Winters anknüpfen. «Ich fühle mich gut, bin motiviert und will auch diese Saison wieder auf Sieg fahren. In den letzten zwei Jahren habe ich im Slalom einen grossen Schritt gemacht», sagt sie. Die Vorbereitung sei trotz schwieriger Bedingungen im Trainingslager in Ushuaia und improvisierten Tests und Trainings in einer Skihalle in Norddeutschland gut verlaufen.
Worte, die klingen, als könnte Holdener Shiffrin und Vlhova auch in diesem Winter wieder Paroli bieten.