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Ein Referat von Ursula von Keitz
Als die Rote Armee am 22. Juli 1944 die Stadt Lublin und das nahegelegene Vernichtungslager Majdanek einnahmen und die überlebenden Häftlinge befreiten, entstanden in Majdanek die ersten, von einem sowjetisch-polnischen Filmteam gemachten Aufnahmen von der massenhaften Ermordung der europäischen Juden und einer Vielzahl anderer Opfer, die die SS in diesem Lager begangen hatte.
Der Vortrag zeichnet anhand kanonisierter dokumentarfilmischer Schlüsselwerke nach, wie und unter welchen politischen sowie auch technisch-ästhetischen Vorraussetzungen sich die filmischen Modi und Praktiken der Darstellung und des In-Erinnerung-Rufens dieses singulären Menschheitsverbrechens seither gewandelt haben und wirft die Frage auf, wie angesichts der elementaren historischen Zäsur vom kommunikativen zum kulturellen Gedächtnis, in das dieses Verbrechen gegenwärtig “übergeht”, neue dokumentarfilmische Formen dem Vergessen entgegenwirken (können) und auch, welche Rolle die Forschung zum Filmerbe ggf. dabei spielen kann.