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Uralte Mysterien-Kulte und geheime religiöse Praktiken faszinieren mich. Ein Beispiel ist der so genannte Mithras-Kult, der auch in der Schweiz Anhänger hatte. Laut dem Wissensmagazin Spektrum ist Mithras «ein altpersischer Gott, der in der römischen Kaiserzeit insbesondere bei sozialen Aufsteigern der Gesellschaft Anhänger fand – zum Ärger der jungen christlichen Kirche».
In den 90er-Jahren stiessen Bauarbeiter in Martigny auf einen unterirdisch angelegten Mithras-Tempel, ein so genanntes Mithräum. «Die Ruinen wurden gründlich archäologisch untersucht, konserviert – und als kleines Museum in das Erdgeschoss des anschließend errichteten Wohngebäudes integriert», steht im Artikel. Gemäss Website des lokalen Tourismusbüros ist es das «einzige Heiligtum für den iranischen Sonnengott Mithra, das auf Schweizer Boden öffentlich zugänglich ist».
Wie auf Wikipedia zu lesen ist, herrscht über den Inhalt der Glaubenslehre des Mithraismus weitgehende Unklarheit, da nur bildliche Darstellungen und keine literarischen Zeugnisse existieren.
Der Mithraismus oder Mithraskult war ein seit dem 1. Jahrhundert n. Chr. im ganzen Römischen Reich verbreiteter Mysterienkult, in dessen Zentrum die Gestalt des Mithras stand. Ob diese Gestalt mit dem iranischen Gott oder Heros Mithra identifiziert oder aus ihr abgeleitet werden kann, wie bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts noch allgemein angenommen wurde, ist ungewiss, denn der römische Mithraskult weist in seiner Mythologie und religiösen Praxis deutliche Unterschiede zur indisch-iranischen Mithra-Verehrung auf.
Und weiter:
Der Mithraskult war zu seiner Blütezeit im ganzen Römischen Reich verbreitet und war insbesondere in den Grenzprovinzen populär. Die Mithras-Heiligtümer wurden Mithräen genannt und waren oft unterirdisch angelegt oder höhlenartig in Fels gehauen. Die Zeremonien fanden allerdings nicht öffentlich statt. Wie die übrigen Mysterienkulte der griechisch-römischen Welt kreiste auch der Mithraismus um ein Geheimnis, das nur Eingeweihten enthüllt wurde. Bei Eintritt in den Kult wurde jedes neue Mitglied zum strengsten Stillschweigen verpflichtet. Deshalb gründet sich unser Wissen über den Mithraismus nur auf die Beschreibungen außenstehender Chronisten und auf die zahlreich erhaltenen Bildwerke der Mithras-Heiligtümer. Der Mithraismus erfreute sich vor allem unter den römischen Legionären großer Popularität, umfasste jedoch auch sonstige Staatsdiener, Kaufleute und sogar Sklaven. Dagegen waren Frauen strikt ausgeschlossen. Die Organisation des Kults bestand aus sieben Weihestufen oder Initiationsebenen, die das Mitglied bei seinem Aufstieg durchlief.
Bild: Wikimedia Commons