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Um aus der Vergangenheit etwas über die Zukunft zu lernen werden häufig statistische Verfahren, insbesondere Wahrscheinlichkeitsberechnungen, angewendet. Statistische Aussagen zu extremen Niederschlagsereignissen sind jedoch mit grossen Unsicherheiten behaftet, da diese sehr selten auftreten. Eine Möglichkeit mit den Unsicherheiten umzugehen ist, in Szenarien zu denken. Dazu entwickeln wir Storylines; das sind zeitliche Abfolgen von physikalisch plausiblen Ereignissen und deren Auswirkungen. In hochwasserdynamik.ch – ein Online-Tool des Mobiliar Labs – werden Karten von Storylines, sogenannte Storymaps, möglicher, extremer Hochwasser dargestellt. Die Storymaps basieren auf physikalischen Modellen, welche miteinander verknüpft werden: angefangen bei extremen Niederschlagsszenarien, über schweizweite Abfluss- und Überschwemmungsmodelle, bis hin zur Abschätzung der Auswirkungen auf Personen, Gebäude (Gebäudeschäden, Spitäler, Schulen, Alters- und Pflegeheime) sowie Strassen.
Naturrisiken und die Auswirkungen des Klimawandels werden bei konkreten Ereignissen wahrgenommen. Die Darstellung möglicher Ereignisse in Szenarien ist deshalb den meisten Menschen näher als die statistische Herangehensweise. Mit Storylines können wir Hochwasserrisiken mit Blick auf mögliche Ereignisse (anstatt auf Wahrscheinlichkeiten) aufzeigen und solche Risiken an professionelle Anwender, politische Entscheidungsträger und weitere interessierte Personen vermitteln. Der verwendete Ansatz ist ein Weg, eine Brücke von der Wissenschaft in die Praxis zu schlagen.