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Das ehemalige Doppelbauernhaus befindet sich im Dorfteil Vorderdorf direkt an der Seestrasse, mit wunderbarer Sicht auf den Thunersee und den Niesen. Das Gelände steigt steil an und endet oberhalb Merligens mit der „Spitzenfluh“. Westlich fliesst der Stillenbach vorbei und mündet dort, wo früher die ehemalige Schiffsscherme gestanden hat, in den Thunersee.
Zur westlichen Haushälfte gelangt man über einen gepflästerten Vorplatz. Das Weinbauernhaus wurde 1796 durch Zimmermeister Ulrich Graber erbaut. Es handelt sich um einen im Strassenraum dominierenden Blockbau unter geknicktem Viertelwalmdach. Das ehemalige Weinbauernhaus dient heute als Wohnhaus. Im Zuge der Sanierung wurden mit dem Waschhaus, der offenen Garage und dem ehemaligen Ziegenstall drei kleine An- resp. Nebenbauten abgebrochen. Stattdessen strukturieren nun neue Stampfbetonmauern die unmittelbare Umgebung. Eine Aussentreppe mit filigran geschmiedetem Staketengeländer führt zur Haustüre. Der verwinkelte Eingangsbereich liegt zwischen dem zum Atelier ausgebauten Schopf und der sanierten Haushälfte. Der beinahe städtisch anmutende Zwischenraum erinnert aufgrund seiner Engnisse sowie den Ein- und Ausblicken stark an einen Gassenraum eines südeuropäischen Dorfes.
Wie in alten Bauernhäusern üblich, tritt man durch die Haustür direkt in die Küche. Passend zur schwarzgebrannten Holzbalkendecke wurden die bestehenden Oberflächen und sämtliche neuen Einbauten in schwarz gehalten. Eine Treppe mit Tritten aus Weisstanne führt in das Dachgeschoss. Im Gegensatz zu den hangseitig gelegenen und dunkel gehaltenen Küche und Schlafzimmer, sind die zum See orientierten Zimmer in einem gebrochenen Weiss gestrichen.
Bei der Sanierung wurde darauf geachtet, dass Bauteile nur ersetzt oder verändert werden, wenn dadurch ein Mehrwert oder eine gestalterische Verbesserung entsteht. Die originale Bausubstanz konnte weitgehend erhalten und sichtbar gemacht werden.