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<h2>SubmittedText<h2><p>Angesichts der vielen finanziellen Mittel, die in das europäische Forschungsprogramm fliessen und damit vor allem den Naturwissenschaften sowie den medizinischen und technischen Wissenschaften zukommen, stellt sich die Frage, ob für die Geistes- und Sozialwissenschaften in der Schweiz nicht spezielle Massnahmen getroffen werden müssten, damit sie auch international konkurrenzfähig werden. Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Teilt er die Beurteilung des Zustandes der Geistes- und Sozialwissenschaften und der Forschungsinfrastrukturen durch SWTR und SAGW?</p><p>2. In der BFI-Botschaft 2003-2007 wurden bereits gewisse Fördermassnahmen für die Geistes- und Sozialwissenschaften vorgesehen. Welche Wirkung wurde damit erreicht?</p><p>3. Wie erklärt er sich diese unterschiedliche internationale Konkurrenzfähigkeit von Natur- und technischen Wissenschaften auf der einen, Geistes- und Sozialwissenschaften auf der andern Seite?</p><p>4. Wie gedenkt er die schlechten Betreuungsverhältnisse an den Universitäten zu beheben?</p><p>5. Gibt es einen Zeitplan und konkrete Zielsetzungen für die Verbesserung der Situation in den Geistes- und Sozialwissenschaften an schweizerischen Hochschulen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Stärkung der Geistes- und Sozialwissenschaften in der Schweiz erfordert Zeit und liegt nicht in der alleinigen Kompetenz des Bundes. Gemäss den vorliegenden Untersuchungen liegen die Probleme vor allem im Hochschulbereich, namentlich bei den Betreuungsverhältnissen. In der Forschungs- und Nachwuchsförderung, für die der Bund direkt zuständig ist, präsentieren sich die Geistes- und Sozialwissenschaften insgesamt in einem guten und international konkurrenzfähigen Zustand. Vor diesem Hintergrund können die Fragen der Interpellation wie folgt beantwortet werden:</p><p>1. Der Analyse des 2006 publizierten Berichts des SWTR "Perspektiven für die Geistes- und Sozialwissenschaften in der Schweiz" wird in der vom Bundesrat am 24. Januar 2007 verabschiedeten BFI-Botschaft 2008-2011 Rechnung getragen.</p><p>2. Die in der BFT-Botschaft 2004-2007 formulierten Ziele zur Stärkung der Geistes- und Sozialwissenschaften haben bei der Problematik der Betreuungsverhältnisse die erhoffte Wirkung noch nicht vollumfänglich gezeigt. Bei der Forschungs- und Nachwuchsförderung konnten hingegen beachtliche Ergebnisse erzielt werden, namentlich:</p><p>a) Nachwuchsförderung: </p><p>- In den Jahren 2000 bis 2006 wurden 247 SNF-Förderungsprofessuren zugesprochen, davon 105 (43 Prozent) im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften. </p><p>- 2006 wurde das SNF-Graduiertenprogramm Pro*Doc lanciert, das namentlich in den Geistes- und Sozialwissenschaften dazu beitragen wird, die Qualität der Doktorandenausbildung zu verbessern.</p><p>b) Forschungsförderung: </p><p>- 2005 wurden sechs Nationale Forschungsschwerpunkte (NFS) im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften lanciert.</p><p>- Der Anteil der Geistes- und Sozialwissenschaften an der SNF-Projektförderung der Grundlagenforschung hat 2006 die vom Bund vorgegebene Mindest-Zielgrösse von 18 Prozent erreicht.</p><p>3. Die unterschiedliche internationale Konkurrenzfähigkeit ist kein spezifisches Problem der Schweiz. Ein wichtiger Unterschied betrifft den Umstand, dass sich die exakten und technischen Wissenschaften in der Regel auf internationaler Ebene leichter auf Fragestellungen und Ansätze einigen können, da ihre Themen im Vergleich zu den Themen der Geistes- und Sozialwissenschaften viel weniger an nationalstaatliche und kulturelle Grenzen respektive an lokal und regional entstehende Fragestellungen gebunden sind. Dies hat u. a. zur Folge, dass sich die kooperative Forschung, wie sie vor allem in international ausgerichteten Fördergefässen unterstützt wird, in den Bereichen der Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie in der Medizin und Biologie leichter organisieren lässt. Trotz dieses gewichtigen Unterschiedes kann jedoch betont werden, dass die Geistes- und Sozialwissenschaften in der Schweiz Forschungsleistungen von höchster Qualität erbringen und diesbezüglich insgesamt sehr wohl international konkurrenzfähig sind. So wird die im Rahmen der sechs NFS im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften betriebene Forschung unter Beizug internationaler Panels laufend evaluiert. Ihr wird eine im internationalen Vergleich höchste Qualität attestiert.</p><p>4./5. Für die zukünftigen Zielsetzungen verweist der Bundesrat auf die BFI-Botschaft 2008-2011, die im Wesentlichen folgende Massnahmen für die Förderung der Geistes- und Sozialwissenschaften vorsieht:</p><p>a) Hochschulbereich: </p><p>Zur Verbesserung der Betreuungsverhältnisse in den Geistes- und Sozialwissenschaften an den kantonalen Universitäten soll weiterhin ein Teil der Grundbeiträge zweckgebunden ausbezahlt werden. </p><p>b) Forschungsförderung: </p><p>- Die sechs NFS im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften werden fortgeführt. </p><p>- Der SNF wird die Aktionslinie Sinergia, mit der die Zusammenarbeit von mehreren Forschungsgruppen unterstützt werden kann, lancieren. Diese Aktionslinie wird sich sowohl für Forschungsgruppen des gleichen Fachgebiets als auch für inter-, multi- und transdisziplinäre Vorhaben eignen, was der Forschungspraxis in den Geisteswissenschaften entgegenkommt.</p><p>- Verschiedene wissenschaftliche Hilfsdienste und Langzeitprojekte im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften sollen weiterhin gezielt gefördert werden.</p>  Antwort des Bundesrates.