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Die DorfbewohnerInnen versuchten, Vedanta davon abzuhalten, eine der zwei Zufahrtsstrassen zu ihrem Dorf in Beschlag zu nehmen. Die Strasse ist der direkte Weg sowohl zum Dorf als auch zu einem 60 Hektar umfassenden Auffangbecken für den Rotschlamm der Raffinerie. Dieses Becken ist die zweite Deponie, in der Vedanta ihren giftigen Müll ablagert, der bei der Bauxit-Verarbeitung anfällt.
Das erste Becken, das während der letzten Monsun-Zeit zweimal übergelaufen war, ist mittlerweile voll mit Giftschlamm. Untersuchungen von Amnesty International haben ergeben, dass die Raffinerie und auch ihr Schlammbecken weder nationalen noch internationalen Standards entsprechen.
Amnesty International fordert die Behörden dazu auf, ihren nationalen und internationalen gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen und sich umgehend mit den betroffenen Gemeinschaften in Rengopalli in Verbindung zu setzen, um herauszufinden, welche Auswirkungen die beiden Schlammbecken auf ihr Leben haben.
Rotschlamm-Deponien schädlich für die Umwelt
Vedanta Aluminium ist eine Tochterfirma der in Grossbritannien beheimateten Vedanta Resources. EinwohnerInnen von Rengopalli, einem der zwölf Dörfer, die in der Nähe der Raffinerie liegen, sprechen sich gegen eine Nutzung der Strasse durch Vedanta Aluminium aus. Sie befürchten, dass ihr Land und Wasser durch ein zweites Rotschlammbecken noch mehr verschmutzt wird. Sie behaupten ausserdem, dass die lokalen Behörden es versäumt hätten, sich vorschriftsmässig mit den gewählten Dorfräten zu treffen, bevor sie der Firma die 0,5 Hektar, auf denen die Strasse liegt, übereigneten.
Die Festgenommenen, darunter 38 Angehörige der Adivasi (Indigene) und neun Dalits, sehen sich mit zahlreichen Anklagen wie «Randalieren» und versuchtem Mord an Polizeikräften, die die Sicherheitskräfte der Firma unterstützt hatten, konfrontiert. Bulldozer und anderes schweres Gerät wurden genutzt, um das Gebiet zu räumen. Fünf Adivasi-Frauen wurden verletzt, als die Polizei Schlagstöcke einsetzte.
37 DorfbewohnerInnen angeklagt
Die EinwohnerInnen informierten Amnesty International darüber, dass ein Gericht, bei dem Vedanta einen Antrag auf polizeiliche Unterstützung bei der Räumung des Landstücks eingereicht hatte, weitere Informationen über die Rechtmässigkeit der Übereignung angefordert hatte. Bevor jedoch ein Urteil gesprochen werden konnte, erliessen die lokalen Behörden und die Polizei zahlreiche Verbote rund um das Becken. 37 DorfbewohnerInnen wurden wegen Verstössen gegen diese Verbote angeklagt und am 20. Januar vorgeladen, um sie dazu zu bewegen, ihren Widerstand gegen das Projekt aufzugeben.
Rechte der Indigenen verletzt
Amnesty International ist der Meinung, dass die lokalen Behörden der Firma Vedanta die Aneignung des entsprechenden Landes erleichtert, anstatt die angestammten Rechte der Adivasi auf ihr Land und ihre Bräuche zu schützen, wie es das indische als auch das internationale Recht vorschreibt.
Nachdem das Oberste Gericht von Orsissa letzte Woche den Antrag von Vedanta Aluminium auf eine sechsfache Vergrösserung der Raffinerie ablehnte, wiederholte Amnesty International seine Forderung an die indischen Behörden, die Säuberung der Anlage und des vollen ersten Schlammbeckens anzuordnen.