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Entsprechend dem Burgrechtsvertrag griff Lausanne zu den Waffen, um die Stadt Bern zu unterstützen, die zum Protestantismus übergetreten war. Um das von Savoyen umschlossene Genf zu verteidigen, eroberte Bern das Waadtland. Lausanne wurde somit einem Raum zugeordnet, für den die Berner ihre alleinige Herrschaft geltend machten und eine Verwaltungsorganisation mit Vogteien einrichteten. Am 13. Mai 1536 liess sich der erste Berner Vogt in Lausanne nieder. Als einziger Vertreter der neuen Macht stützte er sich auf das Lausanner Bürgertum und auf den lokalen Adel. In der Folge gründete die reformierte Republik in Lausanne eine Theologieschule, und Pierre Viret evangelisierte die Stadt. Doch Bern zwang Lausanne nicht unter sein Joch. Mit entsprechenden Dekreten (1536 und 1548) wurden der Stadt durch die Übertragung von Vermögenswerten der Kirchen und Klöster aus der Region beträchtliche Einkünfte ermöglicht. Dadurch wurde Lausanne zum grössten Grundbesitzer des Waadtlands und verfügte über ganz neue Kompetenzen im Bereich der Gerichtsbarkeit und Steuerhoheit.
Die Herrschaft der Berner
In der Zeit der Berner Herrschaft von 1536 bis 1798 blieb Lausanne hauptsächlich ein regionales Zentrum. Zugleich kamen ihm jedoch die Fähigkeiten der Hugenotten zugute, die nach der Widerrufung des Edikts von Nantes im Jahr 1685 aus Frankreich geflüchtet waren. Die Bevölkerung nahm von 5000 Einwohnern um 1600 auf über 9000 Einwohner im Jahr 1798 zu. Die oligarchische Staatsgewalt lag in den Händen eines 24-köpfigen Rates. Die Vertretung des Bürgertums wurde nicht durch einen Generalrat, sondern durch den Rat der Zweihundert gewährleistet. Um einen auf Lebenszeit gewählten Bürgermeister entstanden erste Ansätze einer Verwaltung. Im 17. Jahrhundert wurden einige spezialisierte Kammern gebildet (Holz, Waisenversorgung, Armenwesen…), doch Bern sorgte dafür, dass sich keine lokale Gegenmacht entwickeln konnte. Da sich die Lausanner Elite alles in allem in einer komfortablen Lage befand, stellte sie sich nicht gegen die Berner. So erhielt Major Davel bei seinem bewaffneten Aufstand gegen Bern keine Unterstützung vom Lausanner Stadtrat. Der gescheiterte Davel starb 1723 auf dem Schafott.
Die Aufklärung
Im 18. Jahrhundert verhalfen die Intellektuellen der 1537 gegründeten Akademie rationalen Ideen zum Durchbruch. Die reichsten Familien von Lausanne trafen sich in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts in ihren Salons und vertraten die kosmopolitische Haltung der Republik des Geistes, die sich um den Philosophen Voltaire, den Historiker Gibbon oder auch den Arzt Tissot herausbildete. Diese Vorliebe der Ausländer für Lausanne zeugt von den Anfängen des Fremdenverkehrs: Auf der Suche nach dem Malerischen wurden die Alpen entdeckt. Lausanne wurde zwar nicht zu einem eigentlichen Industriezentrum, bildete jedoch nun Teil eines grösseren Wirtschaftsraums. Gerber, Textilfachleute, Uhrmacher, Steinschneider, Drucker und sogar einige Banquiers unterhielten Ende des 18. Jahrhunderts Handelsbeziehungen zu Savoyen und Genf, aber auch im übrigen Europa und in Übersee.
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