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Französische und englische Siedler fanden damals entlang des St. Lorenz Stromes in der heutigen USA die Himbeererdbeere.
Die rote, aromatische Beere war im Verglich zur Walderdbeere bedeutend grösser. 1623 gelangte diese Beere nach Frankreich und England und wurde dort als Kulturpflanze vermehrt und angebaut.
Eine weitere Erdbeerenart, die ‚Chile-Erdbeere’, brachte der Franzose ‚Frèzier’ aus Südamerika anfangs des 18. Jahrhunderts nach Europa.
„Die Früchte sind rot und gross wie eine Nuss oder gar wie ein kleines Hühnerei“, schrieb er in seinem Reisebericht.
Der Anbau dieser Erdbeere in Europa erlebte in der Folge einen richtigen Boom. Aber erst mit dem Kreuzen der ‚Himbeer-Erdbeere’ mit der ‚Chile Erdbeere’ durch den französischen Professor für Naturgeschichte, Nicholas Duchesne, entstand unsere Gartenerdbeere. Sie ist also nicht ein Züchtungsresultat mit unserer Walderdbeere. Erst in jüngster Zeit wurde die Walderdbeere mit der Gartenerdbeere gekreuzt. Das Resultat ist eine robuste, süsse Erdbeere mit einem herrlichen Aroma.
Der Anbau von Erdbeeren
Erdbeeren werden heute überall angebaut. Zum Erwerb auf Feldern, in Gärten ja bis auf den Balkon in Ampeln oder anderen Gefässen wird die herrliche Frucht angebaut. Entgegen dem Erwerbsanbau richtet sich der Erdbeeranbau im Garten ganz nach der Saison aus. Die Pflanzung der jungen Erdbeersetzlinge fällt mit der Ernte der Frühgemüse und der Zwiebelernte Ende Juli/Anfang August zusammen. Zwiebeln oder Kohlgewächse sind ausgezeichnete Vorkulturen für Erdbeeren. Aber auch auf Bohnenbeeten lassen sich Erdbeeren kultivieren.
Bei einer Neupflanzung sollte folgendes beachtet werden:
- Vor dem Pflanzen Boden tiefgründig (mit der Grabgabel) lockern.
- Eine Mist- oder Kompostgabe bietet eine gute Voraussetzung für den Start einer Erdbeerkultur.
- Nur zwei Reihen pro Beet mit Erdbeeren bepflanzen. Wenn möglich in der Mitte Salat, Knoblauch (nicht nach Zwiebeln) o.a. pflanzen.
- Erdbeeren nicht zu tief pflanzen. Der Blattansatz darf nicht mit Erde zugedeckt sein.
- Kopfdüngung nach sichtbarem Wachstum mit tierischer oder pflanzlicher Gülle, oder Hornmehl bez. Naturstickstoffdünger.
- Erdbeerbeet im Herbst mit alten Holzschnitzeln oder Rinde abdecken.
- Im Frühjahr, bei Wachstumsbeginn mit organischem Beerendünger düngen. (Mengenangabe auf der Packung beachten, nur halbe Menge)
- Nach der Ernte (Juli bis Mitte August oder ganz spät im Oktober) Laub auf ca 5 cm zurückschneiden, Beet säubern und lockern.
- Kopfdüngung mit tierischer oder pflanzlicher Gülle.
- Erdbeerkultur nur zwei Jahre stehen lassen.
Erdbeeren in Ampeln
- Im August in gute Geranienerde (2/3 Erde/Komposterde, 1/3 Torf/Torfersatz, 2 % Sand o.a.) einpflanzen. In ein 25cm Ampelgefäss 2 Erdbeerpflanzen.
- Nach sichtbarem Wachstumsbeginn zwei Mal mit Gülle oder einem Flüssigdünger giessen.
- Spätestens ab M September kein Dünger mehr, nur noch Wasser.
- Zum überwintern ab E. November die gut durchfeuchtete Ampel in Treibbeet (im Garten oder auf der Terrasse) stellen, mit trockenem Laub abdecken und vor Niederschlägen schützen (nicht warm halten!). Während des Winters nie austrocknen lassen. Erdbeerampeln lassen sich auch im Keller überwintern wenn der Keller ein Fenster hat.
- Im Frühjahr zwei Esslöffel organischer Beerendünger oder entsprechende Menge Langzeitdünger (Osmocote) auf die Oberfläche streuen. Erdoberfläche mit einem Holzstück etwas aufreissen. Regelmässig und gut giessen.
- Wenn die Ernte vorbei ist, Ausläufer wegnehmen, bewurzeln und die Ampel neu bepflanzen.
Erdbeeren in Etagengefässen oder Erdbeerturm
Um eigene Erdbeeren auf kleinstem Raum (Terrasse, Balkon) zu produzieren, werden im Norden schon lange Erdbeeren in Etagengefässe gepflanzt. Beim so genannten Erdbeerturm werden verschieden grosse Pflanzgefässe mit Geranienerde gefüllt und aufeinander oder ineinander gestellt. Eine wettergeschützte Terrasse oder Balkon mit Ost-Süd-Westlage bieten als Standort die besten Voraussetzungen.
Auch bei den Etagenpflanzungen sollte folgendes beachtet werden:
- Die Gefässgrösse sollte pro Etage mindestens 15cm differieren, d.h. von unten nach oben kleiner sein
- Das unterste Gefäss sollte wo möglich in einem Untersatz stehen der mit Kies randvoll gefüllt ist damit überflüssiges Wasser abfliessen kann.
- Erde und Herbstdüngung gleich wie bei der Ampel
- Bei der Pflanzung sind Abstände von mindestens 30cm von Pflanze zu Pflanze einzuhalten. Die oberen Etagen immer versetzt zu der unteren bepflanzen.
- Zum überwintern Gefässe gut durchgiessen und ab November mit aufgestellten Reisigästen oder Wintervlies gegen starke Temperaturschwankungen und direkte Sonnenbestrahlung im Winter schützen.
- Im Frühjahr, bei Wachstumsbeginn, mit organischem Beerendünger düngen, 1 Esslöffel pro Pflanze. Wo Langzeitdünger verwendet wird (Osmocote) Weisung auf der Packung beachten.
- Nach der Ernte gleich vorgehen wie bei der Ampel.
Sorten
Ausgezeichnete Hausgartensorten mit kleiner Krankheitsanfälligkeit sind nach wie vor Wädenswil 6.
Florika ist mit der heimischen Walderdbeere gekreuzt und deshalb besonders robust mit einem hohen Ertrag. Die Beeren sind fein im Geschmack. Alle drei sind geeignet für Garten, Ampeln und Etagenpflanzungen.
Simida ist eine viel versprechend Sorte für den Garten und den Balkon.
Bei den grossfrüchtigen Monatserdbeeren ist Siskeep sehr empfehlenswert. Sie eignet sich für den Garten und Etagenpflanzungen, weniger für Ampeln.
Eigene Erdbeeren von der Pflanze in den Mund gepflückt sind immer ein Erlebnis und lassen die Mühe der Kultur vergessen .