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Der viel- und weitgereiste amerikanische Schriftsteller Truman Capote weilte in den 50er und 60er- Jahren mehrfach in der Schweiz. Das Bild zeigt ihn bei der Ankunft in Zürich Kloten, vermutlich im Jahr 1956.
Truman Capote bei der Ankunft in Zürich Kloten, vermutlich 1956 (Com_L05-0048-0027)
Der Fotograf der Agentur Comet dachte damals leider nicht an das Archivpersonal, welches seine Fotos in der fernen Zukunft verwalten würde. So steht denn auf dem Umschlag mit den Negativen lediglich: „Truman Capote in Klosters + Zürich/Gerber/Negativ-Kartei Nr. L5/48“. Wir wissen nun wenigstens den Namen des Fotografen (Hans Gerber) und können aufgrund der Nummerierung der Negativtasche das Jahr 1956 als ungefähres Entstehungsjahr des Bildes festlegen, allein der genaue Zweck von Capotes Reise nach Zürich bleibt im Verborgenen.
In der umfangreichen Capote-Biographie von Gerald Clarke findet sich zwar kein konkreter Hinweis auf einen Aufenthalt Capotes in Klosters im Jahr 1956, wohl aber die Erwähnung mehrerer Besuche bei Charles Chaplin und Oona o‘ Neill in Verbier zwischen 1953 und 1973. Das fragliche Jahr 1956 war für Capote besonders reich mit Reisen befrachtet. So reiste er am 19. Dezember 1955 von Berlin über Leningrad nach Moskau, wo er am 10. Januar 1956 der Premiere von George Gershwins Porgy and Bess beiwohnte. Ende Februar kehrte er zurück nach New York, hätte also vorher gut einen Abstecher nach Zürich und Klosters machen können. Aus New York reiste er alsbald wieder ab und begab sich nach Venedig, wo er bei Peggy Guggenheim logierte. Schon Anfang Mai war er wieder in Manhattan und bereits Mitte Juni verlegte er seinen Haushalt vorübergehend ans Meer nach Stonington (CT). Das Jahr endete mit einer längeren Reise nach Japan, Hongkong, Thailand und Kambodscha.
Literatur: