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Ich heisse Dominik, bin 1996 geboren und bin homosexuell. Ich wohne in einem kleinen Dorf im Kanton Aargau und studiere Rechtswissenschaften in Bern.
Ich bin in einer sehr ländlichen Gegend aufgewachsen. Homosexualität war ein Tabu und es wurde grundsätzlich nicht darüber gesprochen. Schon zu Beginn meiner Zeit in der Oberstufe habe ich gemerkt, dass ich mich mehr für Jungs interessiere und weniger für die Mädchen. Zuerst dachte ich, es sei eine Phase und habe mir nicht weiter Gedanken darüber gemacht. Als jedoch diese Gefühle immer stärker wurden, begann ich mir Sorgen zu machen. Ich stellte mir Fragen wie, Wieso ich? Was wird mein Umfeld über mich denken? Was soll ich nur tun? Fast jeder meiner Gedanken drehte sich nur noch um diese Fragen. Ich begann mir selbst einen grossen Druck aufzuerlegen, mich sobald wie möglich outen zu müssen. Wie sollte ich dies jedoch anstellen? Durch diesen Druck outete ich mich mit 14 bei meinem damaligen besten Freund. Nach diesem Outing habe ich nie mehr mit ihm darüber gesprochen. Bis ich mich bei weiteren Personen geoutet habe, sind zwei Jahre vergangen.
Diese zwei Jahre haben mir geholfen, mir klar zu werden, was ich gerne möchte und wer ich bin. Sie haben mir Sicherheit gegeben. Mit 16 habe ich mich bei meiner besten Freundin geoutet und gleich darauf bei einer weiteren. Die positiven Feedbacks haben mir Kraft gegeben und mich motiviert, mich auch bei meiner Familie zu outen. Das Outing bei meiner Familie verlief weitgehend gut. Für meinen Vater war es zuerst einmal überraschend und etwas schockierend, doch auch für ihn ist es sehr schnell zur Selbstverständlichkeit geworden.
Das Outing hat mir die Freude am Leben wiedergegeben und ich habe viele neue Freunde gefunden.
Ich engagiere mich bei du-bist-du, weil ich die Erfahrungen, die ich gemacht habe, gerne weitergeben würde und weil ich jungen Menschen zeigen möchte, dass, egal wie aussichtslos eine Situation scheint, es immer eine Lösung gibt.
Schreibe mir doch, wenn du Fragen hast oder ich dich unterstützen kann.