Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/16233

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird eingeladen, bei den SBB zu intervenieren, dass die Zugshalte des Personenverkehrs auf der Station Zweidlen der SBB-Linie Bülach-Koblenz wiederaufgenommen werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die SBB sind verpflichtet, ihr Unternehmen nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen zu führen. Verstärktes unternehmerisches Handeln ist ein Anliegen, das von der Politik regelmässig an die SBB herangetragen wird. Das vom Postulanten geäusserte Ansuchen, die Zugshalte des Personenverkehrs auf der Station Zweidlen der SBB-Linie Bülach-Koblenz wiederaufzunehmen, berührt einen Bereich der SBB, für den der Bundesrat nur bedingt zuständig ist.</p><p>Die SBB äussern sich zum Anliegen des Postulanten wie folgt:</p><p>"Im Hinblick auf den Fahrplanwechsel 1995 wurden für die Linie Bülach-Koblenz neue, kostengünstigere Angebotsvarianten geprüft. Dabei stand auch eine Busumstellung zur Diskussion. Als Variante mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis wurde unter massgeblicher Mitwirkung des Kantons Aargau dann aber ein neues Angebotskonzept auf der Schiene mit folgenden Stossrichtungen realisiert:</p><p>- Näher zum Kunden: Die zwischen den Siedlungen gelegenen zwei Stationen Rümikon-Mellikon und Weiach-Kaiserstuhl wurden durch drei zentraler gelegene und durch den Kanton Aargau finanzierte Haltestellen in Kaiserstuhl, Rümikon und Mellikon ersetzt.</p><p>- Verbesserungen der Wirtschaftlichkeit: Die Züge wenden wegen geringer Nachfrage in Zurzach statt Koblenz. Es zeigte sich, dass dadurch eine Zugskomposition eingespart werden kann, vorausgesetzt, man beschränkt sich auf vier statt fünf Halteorte zwischen Eglisau und Zurzach. Die Abfahrtszeiten in Eglisau (Anschluss an/von S 5) und Zurzach (minimale Wendezeit von 6 Minuten) sind dabei gegeben.</p><p>Der dadurch notwendig gewordene Entscheid für die Haltepunktaufhebung Zweidlen ist aufgrund folgender Tatsachen gefällt worden:</p><p>- geringe und im Vergleich kleinere Nachfrage als die alternative Aufhebung des Haltes in Rekingen/AG;</p><p>- einfach zu realisierendes Ersatzangebot mit Verlängerung der bestehenden Buslinie Glattfelden Bahnhof-Glattfelden Post bis nach Zweidlen. Dadurch konnte auch eine gewünschte Innerortsverbindung realisiert werden.</p><p>Seit Inkrafttreten des neuen Eisenbahngesetzes am Januar 1996 bestimmen Bund und Kantone als Besteller abschliessend über das Angebot im regionalen Personenverkehr. Auf Wunsch der Besteller kann ein zusätzlicher Halt in Zweidlen geprüft werden. Dadurch wird aber, wie erwähnt, ein zusätzlicher Zugsumlauf mit entsprechenden Mehrkosten ausgelöst. Aufgrund dieser Tatsache hat es der Zürcher Verkehrsverbund bisher abgelehnt, den Haltepunkt wieder einzuführen."</p><p>Wie die SBB im letzten Absatz darlegen, wäre es grundsätzlich möglich, mittels des im Eisenbahngesetz und im Transportgesetz vorgesehenen Bestellverfahrens einen Halt der Züge in Zweidlen durchzusetzen. Allerdings beteiligt sich der Bund an den dabei entstehenden Kosten erst, wenn der Kanton sich bereit erklärt, den ihm zu Lasten fallenden Beitrag an den ungedeckten Kosten abzugelten. Zudem sind die für das Gebiet eines Kantons insgesamt zur Verfügung stehenden Mittel beschränkt. Mehrkosten an einem Ort bedingen Einsparungen an einem anderen Ort.</p>  Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.