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Unsere Übersicht zeigt klar, dass Evidenz für die Wirkung von NIS auf Arthropoden bis zu 6 GHz bei gutem Verlässlichkeitsgrad auf Fortpflanzung, Fortbewegung, Verhalten, Nahrungssuche und DNA-Schädigung vorliegt.
Wichtig: Die meisten dieser Wirkungen wurden bei Intensitäten gemessen und beobachtet, die unterhalb der von der ICNIRP festgelegten regulatorischen Schwellenwerte liegen.
Zusammenfassung der Ergebnisse
Insgesamt wurden zahlreiche Studien durchgeführt, um die Wirkung von NIS auf Arthropoden (76 von 0 Hz bis 100 kHz, 47 von 100 kHz bis 6 GHz) zu ermitteln. Es liegen aber nur wenige (neun) Studien für Frequenzen oberhalb von 6 GHz vor und aufgrund des Mangels an qualitativ hochwertigen Studien in diesem Frequenzbereich kaum Belege für irgendwelche Auswirkungen. Wenn dies getestet wird, nimmt das Ausmass der Wirkungen mit der Intensität der Exposition zu, z.B. bei Panagopoulos 2007 [96].
In Abbildung 4 werden die Informationen zusammengefasst. Die Verlässlichkeit spiegelt die Zuverlässigkeit der Beobachtung wieder, weitestgehend unabhängig davon, ob die Wirkung negativ, positiv oder gar nicht vorhanden ist. Ein hohes Mass an Verlässlichkeit in das Fehlen einer Wirkung bedeutet also, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass die Wirkung tatsächlich nicht eintritt. In der Praxis sind alle hier berichteten Wirkungen negativ, mit Ausnahme der Wirkung von NIS zwischen 0–100 kHz auf Populationen, oder das Vertrauen bezieht sich auf eine ausbleibende Wirkung. Die Kategorien der Verlässlichkeit haben folgende Bedeutung:
- Hoch: Hohe Verlässlichkeit in den Zusammenhang zwischen NIS–Exposition und Ergebnis. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die in den Studien beobachtete Wirkung die tatsächliche Wirkung widerspiegelt.
- Mittel: Mittlere Verlässlichkeit in den Zusammenhang zwischen NIS–Exposition und beobachtetem Ergebnis. Die beobachtete Wirkung spiegelt vielleicht die tatsächliche Wirkung wider.
- Gering: Geringe Verlässlichkeit in den Zusammenhang zwischen NIS–Exposition und Ergebnis. Die Studien lassen keinen Schluss darüber zu, ob die beobachtete Wirkung der tatsächlichen Wirkung entspricht oder nicht
NIS–Wirkungen wurden mit einer akzeptablen Verlässlichkeit (mindestens mittel) für Fortbewegung, Fortpflanzung, Nahrungssuche, Orientierung, DNA–Schädigung, Zellstress, Verhalten und verschiedene Körperfunktionen für Frequenzen bis 6 GHz ermittelt. Von 0 bis 100 kHz gibt es eine hohe Verlässlichkeit für negative Wirkungen von NIS auf Fortpflanzung, Körperfunktionen, Verhalten und Flugfähigkeit. Von 100 kHz bis 6 GHz gibt es eine hohe Verlässlichkeit für negative Wirkungen von NIS auf die Fortpflanzung und in Form von DNA–Schädigungen. Für eine Wirkung von NIS auf Arthropoden oberhalb von 6 GHz liegen keinerlei Arbeiten mit hoher oder mittlerer Verlässlichkeit vor. Die niedrige Verlässlichkeit für eine bestimmte Wirkung und einen bestimmten Frequenzbereich wird auf den Mangel an verfügbaren Studien von guter Qualität zurückgeführt. Das heisst: Selbst, wenn es derzeit keinen Beweis für eine bestimmte Wirkung bei einer bestimmten Frequenz gibt, so ist dies kein Beweis dafür, dass es diese Wirkung nicht gibt. Oberhalb von 6 GHz gibt es nur wenige Studien und es ist nahezu unmöglich, Schlussfolgerungen über die Wirkungen von NIS in diesem Frequenzbereich zu ziehen.
Ein wichtiger Aspekt bei diesen hier vorgestellten Ergebnissen ist, dass alle Wirkungen, die mit einer angemessener Verlässlichkeit (mittel oder hoch) ermittelt wurden, mitunter auch bei Expositionswerten unterhalb der regulatorischen Schwellenwerte beobachtet wurden, obwohl die in den verschiedenen Studien verwendeten Expositionen nicht unbedingt die tatsächlichen Expositionsbedingungen in der Umwelt widerspiegeln (weiter Infos siehe PDF).
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Auftraggeber: Bundesamt für Umwelt (BAFU), Abteilung Lärm und NIS, CH-3003 Bern Das BAFU ist ein Amt des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK).
Auftragnehmer: Universität Neuenburg
Verfasser und Redaktion: Matthieu Mulot, Thomas Kroeber, Martin Gossner, Jürg Fröhlich Betreuung durch das BAFU: Maurane Riesen, Christopher Gerpe Unterstützung/Finanzierung: Dieser Bericht wurde vom Bundesamt für Umwelt (Abteilung Lärm und NIS) in Auftrag gegeben und finanziert.
Anmerkung: Diese Studie/dieser Bericht wurde im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU) erstellt. Der Auftragnehmer haftet allein für den Inhalt.
Empfohlene Zitierweise: Mulot M., Kroeber T., Gossner M., Fröhlich J. (2022) Wirkung von nichtionisierender Strahlung (NIS) auf Arthropoden, Bericht im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU), Neuenburg, Juli 2022.
Vervielfältigungsrecht: CC-BY-NC-ND