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(griech.), »Beschwörung«, besonders
Beschwörung und Austreibung böser Geister, Teufelsbannung. Aus Tertullian
und Origenes erhellt, daß in der christlichen Kirche jahrhundertelang die Gabe, Teufelaustreiben zu können, zu den Privilegien
jedes Christen gerechnet wurde. Ja, es gab hierfür seit Mitte des 3. Jahrh. auch ein eignes
Kirchenamt, welches zu den vier ordines minores gerechnet ward und in der Fiktion der katholischen Kirche noch heute besteht.
Am bekanntesten wurde der Exorzismus bei der Taufe, wo er seinen Ursprung der Voraussetzung verdankt, daß der
bisher von den Täuflingen geübte GötzendienstTeufelswerk sei.
Zunächst entstand hieraus nur die Renuntiatio oder Abrenuntiatio diaboli, d. h. die Teufelsentsagung oder die feierliche
Verzichtleistung des Täuflings auf alles Heidnische; bald aber kam als Ergänzung derselben die Beschwörung des Teufels durch
den Taufenden hinzu, welch letztere man mit den Dämonenaustreibungen im NeuenTestament rechtfertigte.
Mit dem 4. Jahrh. kam der Exorzismus auch bei der Kindertaufe in Gebrauch, indem der Priester oder der ihm assistierende Exorzist den
unsaubern Geist erst aus dem Täufling aushauchte (exsufflatio) und ihm alsdann den HeiligenGeist symbolisch einhauchte (insuffiatio),
wie dies noch jetzt die Praxis der katholischen Kirche ist.
die Lutheraner dagegen behielten und verteidigten ihn mit großer Hartnäckigkeit, obwohl Luther
ihn nicht geradezu für unerläßlich erklärt hatte und selbst streng orthodoxe Theologen, wie Ägidius
Hunnius, Baier, Chemnitz,
[* 4] Gerhard und Hollaz, in ihm lediglich eine nützliche Mahnung an die geistige Herrschaft des Satans und
an die heilsame Wirksamkeit der Taufe sahen;