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Verwandte Reaktionen: Reformatzki-Reaktion
Organic Chemistry Portal: Blaise-Reaction
Blaise-Reaktion
Die Blaise-Reaktion ermöglicht je nach Aufarbeitungsbedingungen die Synthese von β-Enaminoestern oder β-Ketoestern mittels einer Zink-vermittelten Reaktion von α-Haloestern mit Nitrilen.
Mechanismus
Die Bildung einer Organozinkverbindung aus dem α-Haloester wird gefolgt von der Addition zum Nitril, die zum Blaise-Zwischenprodukt führt:
Dieses Zwischenprodukt kann entweder zum β-Enaminoester oder β-Ketoester hydrolysiert werden. Aufarbeitung mit 50% aq. K2CO3 führt zu β-Enaminoestern in der organischen Phase. Wird die Produktphase dann mit 1 M aq. HCl angesäuert, so hydrolysiert der β-Enaminoester zum β-Ketoester.
Eine Derivatisierung des Blaise-Zwischenproduktes ist möglich, auch wenn dies nur selten durchgeführt wird. Einige Beispiele finden Sie bitte in der Literatursektion.
Probleme bei der ursprünglich beschriebenen Blaise-Reaktion wie niedrige Ausbeute; beschränkte, synthetische Möglichkeiten; und eine Vielzahl an Nebenreaktionen wie z.B. Selbstkondensation des α-Haloesters, konnten mit modifizierten Reaktionsbedingungen umgangen werden:
Verwendung von aktiviertem Zink, Tetrahydrofuran als Lösungsmittel und einem Überschuss α-Haloester, der über einen Zeitraum von 30-60 Minuten zugegeben wird, erhöht die Ausbeute signifikant:
In der Aufarbeitung ist wichtig, dass die Reaktionsmischung pro mmol α-Haloester mit THF auf ein Volumen von 3 ml verdünnt wird. Dann wird unter starkem Rühren 1/3 ml 50% aq. K2CO3 zugegeben, und die Mischung eine halbe Stunde weiter schnell rühren gelassen. Dadurch trennen sich zwei Phasen sauber voneinander ab. Wenn das Protokoll nicht exakt befolgt wird, kann eine Emulsion entstehen, welche die Aufarbeitung erschwert und die Ausbeute verringert. Der β-Enaminoester in der organischen Phase kann mittels Säulenchromatographie aufgearbeitet werden. Für die Isolierung des β-Ketoesters wird die organische Phase zuerst mit 1 M aq. HCl bei Raumtemperatur für 30 Minuten angesäuert.
Die Nutzung von Ultraschall ermöglicht eine einfachere Synthese mit Zinkpulvern ohne spezielle Aktivierung. Die Menge an Selbstkondensationsprodukt ist auch verringert, was durch den geringen Überschuss von Bromacetat zum Ausdruck kommt:
Weitere Beispiele aktueller Synthesen, die die Blaise-Reaktion zu einer nützlichen Methode zur Herstellung von β-Enaminoestern, β-Ketoestern und verwandten Verbindungen machen, finden Sie auch in der Literatursektion.