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Antoninus (Karl Franz) von Beroldingen aus Altdorf. Geboren am 11. März 1634 als Sohn des Hauptmanns Johann Rudolf von Beroldingen und der Barbara Schmid. Er war im dritten Grade verwandt mit P. Victorin Reding, weshalb seine Aufnahme in St. Gallen auf Schwierigkeiten stiess. So baten sein Grossoheim, Sebastian von Beroldingen, Provinzial der Kapuziner, der bekannte Sebastian Pilgrim Zwyer von Evibach und Johann Heinrich Zumbrunnen für ihn um Aufnahme.[1] Profess 4. Mai 1653. Subdiakon 23. Dezember 1656; Diakon 17. März 1657; Priester 21. Dezember 1658. Primiz 27. Dezember 1658.
P. Antonin wirkte jedenfalls zuerst an der Schule in St. Gallen; dort wurde er auch am 15. Juni 1661 zum Caeremoniar bestimmt. Doch schon zwei Tage später kam er als Rhetorikprofessor nach Rorschach. Seit dem 4. November 1665 finden wir ihn als Küchenmeister in St. Gallen, von wo er am 7. Juni 1669 als Statthalter nach Pfäfers bestimmt wurde. Er ging am 24. Juni hin, wurde aber schon am folgenden 10. Juli Dekan daselbst. Bis zur Neuregelung der Dinge in Pfäfers (1677) blieb er dort, kam dann am 8. Mai heim. Er kam neben dem Dekan von Einsiedeln, Bonifaz Tschupp, in Frage als Abt von Pfäfers. Daheim wurde er am 18. Februar 1678 Subprior und am folgenden 8. Juli Dekan. Am 26. Januar 1683 erbat man ihn von Murbach aus, nach dem Tode des P. Anselm (s. o.) als Dekan. P. Antonin ging aber zuerst einmal hin, um sich die Lage persönlich anzusehen. Am 3. April kam er wieder zurück, worauf am folgenden Tage seine Ernennung zum Dekan von Murbach erfolgte. Am 29. April verreiste er. Am 3. Juli 1688 erfolgte aber auf französischen Befehl seine Ausweisung aus Murbach, da man dort nicht den vom französischen König vorgeschlagenen Grafen von Löwenstein zum Abte wählen wollte, weil Rom eine solche Wahl verboten hatte. Ob er wieder dahin zurückkehrte, steht nicht fest. 1692 finden wir ihn in Kempten; am 24. Februar 1699 wurde er Statthalter in Wil. Noch 1708 wird er als solcher erwähnt. Abt Leodegar gab viel auf seinen Rat. Als Senior starb er am 8. Mai 1713, 80 Jahre alt, in Kempten, wo er während des Exils wirkte. Sein Bruder, P. Anton, Dekan in Einsiedeln, starb im gleichen Jahre.[2]
P. Rudolf Henggeler 1929
Textübernahme aus Henggeler, P. Rudolf: Professbuch der fürstl. Benediktinerabtei der Heiligen Gallus und Otmar zu St. Gallen. Einsiedeln 1929. (Monasticon-Benedictinum Helvetiae I), Professen unter Abt Pius Reher (1630–1654).
Das Wappen Beroldingen:
Das Wappen der Familie von Beroldingen ist seit der Verleihung des Adelsdiploms (1521) quadriert: «1 und 4 in Gold ein blauer Reichsapfel mit schwarzem Ring und Kreuz und von zwei goldenen Sternen belegt. 2 und 3 in Gold aufrechtgehender schwarzer Löwe mit aufgeschlagenem Schwanz und heraushängender Zunge, um die Brust eine blaue Binde tragend. Als Helmzier ein halber schwarzer Löwe mit ausgeschlagener Zunge, zwei goldene Pranken und blauer Binde um Brust» (nach KDM Uri Band II 1986).
Anmerkungen (Henggeler):
[1] Original bei Stipplin, Band 234, p. 351ff.
[2] Vgl. Wettach Notker, Die Urner Kapitularen im Kloster St.Gallen, Urner Neujahrsblatt 1918, p. 67ff.
Ursprünglich am Konventbau und heute im Treppenhaus der Psychiatrie befindet sich der Wappenstein des ersten barocken Bauherrn von Pfäfers.
Die Inschrift (Bild vergrössern!) lautet: ADMIN(ISTRATO)R : P : ANTONIN : A BEROLDING : PROF : S GALLI DECA(NUS) FABARIAE EXTRUXIT. ANO 1676
(P. Antonin von Beroldingen, Konventuale von St. Gallen und Dekan in Pfäfers, hat diesen Bau 1676 errichtet).
Bildquelle: 10.5169/seals-163682.
Zum Wappeninhalt siehe Blasonierung im Text unten.
|P. Antoninus von Beroldingen (1634–1713), Administrator in Pfäfers|
|Biografische Daten||Zurück zum Bauwerk|
|Geburtsdatum||Geburtsort||Land 18. Jahrhundert|
|11. März 1634||Altdorf Uri CH||Eigenössischer Stand Uri|
|Titel und Stellung||Regierungszeit|
|Administrator der Benediktinerabtei Pfäfers||1669–1677|
|Sterbedatum||Sterbeort||Land 18. Jahrhundert|
|8. Mai 1713||Kempten Bayern D||Herrschaft Fürstabtei Kempten|
|Kurzbiografie|

Der aus einer führenden Innerschweizer Familie stammende St. Galler Konventuale führt die Abtei Pfäfers an Stelle des von der Schweizerischen Benediktinerkongregation 1665 abgesetzten Abts Justus Zink. Während der achtjährigen Administration ist er vor allem mit dem Wiederaufbau der schon vor seiner Einsetzung abgebrannten Abtei beschäftigt. 1672–1676 baut er mit Misoxer Baumeistern zwei Konventflügel an neuer Lage. 1677 resigniert der abgewählte Abt und macht den Weg zu einer Neuwahl frei, die zu Gunsten eines Einsiedler Konventualen ausgeht. Antonin von Beroldingen kehrt nach St. Gallen zurück. Der vom St. Galler Abt 1712 ausgelöste Toggenburgerkrieg zwingt ihn zum Exil in Kempten. Von dort kehrt er nicht mehr zurück.
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