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Gasthaus zum Schwanen
Die Liegenschaft „Gasthaus zum Schwanen“ an der Hauptstrasse 53 steht gegenüber dem Häringhaus am Schwanenplatz. Das Gebäude wurde 1857 gebaut und war ein Betrieb mit Bäckerei und Restauration. Unter den Wirten Springmann, Borgeaud und Schober erlebte das Gasthaus florierende Zeiten. 1932 reichten die damaligen Besitzer, Familie Springmann-Wager, ein Baugesuch zur Errichtung eines Wasch- und Schlachthauses ein. Das Schlachthaus befand sich hinter dem Restaurant angebaut an die Liegenschaft Mühlegasse 1, die im Besitz des Frauenvereins war. Darin wohnten die Ordensschwestern, welche im Dorf als Krankenschwestern und in der Hauspflege tätig waren. 1952 stellten sie in ihrer Wohnung fest, „dass eine Lache Blut durch die Mauern vom Schlachthaus der Familie Springmann eingedrungen war.“ Das ehemalige Schlachthaus steht auch heute noch an der Hauptstrasse 53a.
1945 wurde der Ökonomieteil vollständig umgestaltet und ein Laden sowie eine Wohnung eingebaut. Ausgeführt wurden die Arbeiten von Theophil Seiler Baugeschäft Oberwil. Vor dem Eingang zur Wirtschaft befanden sich auf der rechten Seite Eisenstangen, an welchen die Gäste ihre Pferde anbinden konnten. Sie scharrten vor der Türe, bis die Fuhrleute wieder hinaus kamen. Einst waren es drei Treppenstufen, welche die durstigen Besucher zu überwinden hatten, seit der Umgestaltung des Schwanenplatzes sind es nur noch deren zwei. Nach dem Eingang befindet sich auf der linken Seite ein Sääli, das unter Fritz Schober mit Spielautomaten ausgestattet und ein beliebter Treffpunkt der Jugendlichen war. Die Gaststube bot Platz für 44 Gäste, dahinter folgte das Buffet mit einem Tisch von 6 Plätzen. Ganz hinten befand sich ein Stübli für rund 20 Personen.
1982 kam es zweimal zu einem Brand im Restaurant Schwanen. Der Brand im Januar richtete vorab Schäden im Wohnteil an, der zweite Brand verwüstetete das Innere der bereits geschlossenen Gaststätte total. Der gegen 22.45 Uhr alarmierte Oberwiler Kommandant, Werner Zimmermann, liess rund zwanzig Mann der Ortsfeuerwehr aufbieten. Bei seinem Eintreffen am Brandort schlugen die Flammen bereits an zwei Hausfronten aus den Fenstern bis unter das Dach. Der dicke Qualm im ganzen Gebäude verunmöglichte vorerst ein Vordringen ins Innere. Mit Unterstützung des Tanklöschfahrzeuges kämpfte die Feuerwehr in der Folge mit drei Schlauchleitungen gegen den Brand an. Obwohl das Feuer innert weniger Minuten unter Kontrolle gebracht werden konnte, wurde das Restaurant von den Flammen total zerstört. Das Gebäude erlitt auch im Innern des ersten und zweiten Stockwerkes und an der Fassade erhebliche Schäden durch die Rauchentwicklung. Glücklicherweise befand sich zur Zeit des Brandes niemand in den Wohnräumen. Im August 1982 waren die Wiederherstellungsarbeiten abgeschlossen und das Gasthaus konnte wieder seine Türen öffnen.
In den vergangenen Jahren hat das Restaurant eine wechselvolle Geschichte und zahlreiche Wechsel erlebt. Mehrere Wirtsleute wechselten sich innerhalb einer kurzen Zeit ab, Remo Mock und seine Frau Chinesar warfen sogar nach nur einem Jahr das Handtuch. Seit Herbst 2016 führen Emanuele Perticone und Simone Pennica erfolgreich die Osteria Schwanen und haben die Dorfbeiz wieder zu einer beliebten Wirtschaft gemacht.
Das 1857 erbaute Gasthaus zum Schwanen. Der Ökonomieteil links wurde 1945 umgebaut (A Ry)
Die Bäckerei Müller ist die letzte traditionelle Bäckerei im Dorf. Etlichen Schülerinnen und Schülern werden die „Schoggiweggli“ des Schwanenbecks in legendärer Erinnerung bleiben, 2012 (Ry)
Warten macht durstig. Das Pferd hätte vielleicht an den Eisenstangen links und rechts des Eingangs angebunden werden müssen (AG Ob)