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Im Jahr 2009 beschlossen die Kinder von Raymond Boulard, ihre beruflichen Wege getrennt voneinander zu gehen. Francis Boulard, seine Frau Jeanne und seine Tochter Delphine gründeten daraufhin das Weingut, das ihre Namen trägt. Am Anfang dieser Gründung stand eine Leitlinie: Schon seit vielen Jahren hatte Francis Boulard seiner Produktion einen Bio-Impuls gegeben, wobei einige Weinberge umgestellt und zertifiziert worden waren. Als Liebhaber des gesunden Bauernverstandes haben Francis und Delphine, wie man so schön sagt, einiges zu bieten, denn sie gehören einer Familie von Winzern und Weinbauern an, die seit mindestens sechs Generationen besteht. Das älteste Mitglied, dessen Spuren bislang gefunden wurden, wurde nämlich während der Französischen Revolution im Jahr 1792 geboren.Die Weinberge des Weinguts befinden sich größtenteils in Cormicy, nordwestlich von Reims, im Massif de Saint-Thierry, das auch als "Petite Montagne de Reims" bezeichnet wird, auf kalkhaltigen Silikatböden. Weinberge gibt es auch in Paradis (Hameau de Belval, im Marne-Tal), Cuchery, Cauroy-lès-Hermonville und Mailly-Champagne, einem Dorf, das als Grand Cru der Montagne de Reims klassifiziert ist. Die Ausrichtung der Weinberge ist hauptsächlich Ost/Nordost, im Marne-Tal sogar Süd. Die Orientierung auf den biologischen Anbau geht hier auf mehrere Jahre zurück: Um charaktervolle und möglichst natürliche Weine zu erzeugen, wird ein Großteil der Weinberge von Cormicy seit 2001 ohne Unkrautvernichtungsmittel oder synthetische Produkte bearbeitet und seit 2004 von Ecocert in der Umstellung kontrolliert. Seitdem werden sie biodynamisch bewirtschaftet und sind ebenfalls zertifiziert. Natürlich zielt die Biodynamik (wie auch der "Bio"-Anbau) darauf ab, die negativen Auswirkungen chemischer Substanzen auf die Umwelt und die Gesundheit zu vermeiden. Der Mondkalender hilft auch dabei, den besten Zeitpunkt für Eingriffe in die Weinberge zu kennen. Die Reben werden kurz geschnitten, um die Erträge zu kontrollieren und Trauben zu erhalten, die mit Aromen und Geschmack gefüllt sind. Darüber hinaus wird der Großteil der Parzellen, etwa zwei Drittel, mit auf dem Weingut erzeugten Massenselektionen bepflanzt. Die Weinberge werden vier- bis sechsmal im Jahr gepflügt: im Herbst nach der Lese, im Frühjahr und bis Juli. Diese leichten Pflüge ermöglichen eine gute Kontrolle der natürlichen Begrünung, die das Bodenleben fördert und die Erosion verhindert. Biodynamie oblige: Um Krankheiten zu bekämpfen, werden die Reben - zusätzlich zu Schwefel und Bordeaux-Brühe - mit Schachtelhalm, Weide, Brennnessel, Baldrian und Kieselerde geschützt.Im Gegensatz zur lokalen Tradition wird der Zeitpunkt der Weinlese hier so gewählt, dass der natürliche Alkoholgehalt so hoch wie möglich ist, ohne sich um den Säuregehalt zu kümmern, wobei natürlich ein guter Gesundheitszustand erhalten bleibt. Die Trauben werden sehr schnell nach der Lese gepresst. Dies geschieht mit einer 2.000 kg schweren Membranpresse, die eine feine und schonende Quetschung und eine präzise Fraktionierung des Mostes ermöglicht. Francis Boulard ist in dieser Hinsicht ein Anhänger der parzellenweisen und vergleichenden Vinifikation. Ziel ist es, eine größere Komplexität der Weine zu erreichen. Bereits beim Pressen werden die Trauben also differenziert, um je nach Parzelle, Terroir und Rebsorte gepresst zu werden. Der Most wird nur sehr schwach geschwefelt, um die Frucht zu erhalten und die Gärung schnell in Gang zu bringen. Die Weinbereitung erfolgt so weit wie möglich ohne Eingriffe, was eine aufmerksame und sehr regelmäßige Überwachung erfordert. Die alkoholische Gärung beginnt spontan: Es sind die einheimischen Hefen, die wirken. Die alkoholische und die malolaktische Gärung finden in 20-Hektoliter-Fässern, in 5- und 6-Hektoliter-Halbfässern oder in 300-Liter-Eichenfässern statt. Es handelt sich um alte Stücke mit einem Durchschnittsalter von 12 Jahren, die für eine ausgewogene Sauerstoffzufuhr sorgen, um geschmeidige und runde Weine zu erhalten, die gleichzeitig ein schönes Gerüst bewahren. Diese differenzierten Behälter bieten zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten und ermöglichen es, nach Rebsorten und Parzellen zu arbeiten. Die Weine werden auf der Feinhefe gelagert und alle 10 bis 12 Tage aufgerührt, um die Komplexität zu erhöhen und den ganzen Reichtum der Materie zu nutzen. Diese Aufarbeitung der Stoffe, die sich am Boden der Fässer absetzen, erfolgt an den "Fruchttagen" und den "Blumentagen" des Mondkalenders. Die Häufigkeit des Aufrührens hängt von den Eigenschaften des Jahrgangs ab. Die Abfüllung in Flaschen und das Degorgieren erfolgen auf dem Weingut. Seit mehreren Jahren bietet dieses einige Cuvées in einer sehr leicht dosierten Version und in einer Version ohne Dosage an. Die Bezeichnung "Brut Nature" bedeutet, dass keine Dosage hinzugefügt wurde. Diese ästhetische Entscheidung ermöglicht es, das Terroir der Champagnerweine besser zur Geltung zu bringen. Die Möglichkeiten, bei Tisch mit Speisen zu harmonieren, werden dadurch noch erweitert.