Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/108707

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht zu verfassen über das Volumen und mögliche Recyclingarten von aufgeschäumtem Polystyrol (Styropor oder Sagex genannt) aus Haushalten. Insbesondere soll er aufzeigen, wie das Sammeln und Recycling von aufgeschäumtem Polystyrol aus Haushalten erhöht und verbessert werden kann.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Über den Verbrauch an aufgeschäumtem Polystyrol (Styropor) als Verpackungsmaterial in der Schweiz liegen keine verlässlichen Zahlen vor, da ein grosser Anteil zusammen mit den entsprechenden Produkten importiert wird. Eine Erfassung dieser Verpackungsmengen ist mit verhältnismässigem Aufwand nicht möglich. In der Schweiz existiert jedoch ein flächendeckendes, gut funktionierendes Sammelsystem für Styroporabfälle aus Industrie und Gewerbe. Im Jahr 2009 wurde mit rund 1800 Tonnen mehr Styropor gesammelt und verwertet als je zuvor. </p><p>Dieses Sammelnetz steht prinzipiell auch für die Sammlung von Styropor aus privaten Haushalten und Kleingewerbe zur Verfügung, wird aber bisher nur punktuell von einzelnen Gemeinden genutzt. Bei einzelnen Produktgruppen, wie etwa bei elektronischen Geräten, besteht bereits die Möglichkeit, das gesamte Verpackungsmaterial in den Geschäften zurückzugeben. Zudem kann aufgrund genereller Entwicklungen auf dem Markt davon ausgegangen werden, dass Styropor als Verpackungsmaterial zunehmend durch Polstermaterial aus Karton und durch Luftpolster ersetzt wird.</p><p>Die Erfahrungen der mit der Sammlung und Verwertung beauftragten Firmen haben gezeigt, dass das Recycling von Styropor ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist. Bei der Sammlung von Kleinmengen aus Haushalten ist das wesentliche Problem sowohl bei Gemeindesammelstellen als auch bei der Rückgabe der Verpackungen an den Verkaufsstellen die Verhältnismässigkeit bezüglich der gesammelten Mengen und der Kosten der Sammel- und Transportlogistik. </p><p>Aufgrund des heutigen Kenntnisstandes wäre die Sammlung von Styropor aus Haushalten aus ökologischer Sicht zwar sinnvoll, die Wirtschaftlichkeit ist jedoch noch nicht überall gewährleistet. Eine Studie über Stoffflüsse, Recyclingmöglichkeiten und Ökobilanzierung der Sammlung, wie sie das Postulat fordert, ist wenig zielführend, da eine Rücknahmelogistik bereits existiert und der jetzige Kenntnisstand zur Beantwortung der Grundsatzfragen ausreicht. Die Studie wäre im Verhältnis zum zu erwartenden Ertrag ein unverhältnismässiger Aufwand.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.