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Richard Rorty, Postmodernist aus dem Bilderbuch, umschreibt scharf das Anliegen der Postmoderne. Es gehe darum, dass wir
…die Korrespondenztheorie der Wahrheit aufgeben und damit anfangen, moralische und wissenschaftliche Überzeugungen als Werkzeuge zur Herstellung größeren menschlichen Glücks aufzufassen und nicht als Darstellungen des Wesens der Wirklichkeit.Richard Rorty. Stolz auf unser Land. Die amerikanische Linke und der Patriotismus, übers. von Hermann Vetter, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1999, S. 93.
Überaus klug kommentiert dazu Eva Illouz:
Dies ist eine treffende Einschätzung des Projekts, das hinter der politischen Korrektheit steht. Seine Übertragung in die allgemeine Kultur führte allerdings zu einer unbedachten, leichtfertigen Auffassung von »Wahrheit als Macht« und zu einem allgemeinen Skeptizismus.Eva Illouz in: Political Correctness. Ein Streitgespräch. Nagel & Kimche, 2019.
Ich beobachte bei den heranwachsenden Generationen genau diese Leichtsinnigkeit: Skeptizismus als Garantie für Widersprüchlichkeit; situativer Einsatz von “Wahrheit(en)”.