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Anatomie einer Eruptionssäule
Im November 2007 war ein rund 100m breiter Schlot an der Südseite des 350m hohen Kegels auf Anak Krakatau tätig. Wir zeigen hier Einzelheiten der phreatomagmatischen Aktivität, wie wir sie von einem Boot aus wahrnahmen, das etwa 500 Meter vom Krater entfernt stationiert war. Gelegentlich flogen die Bomben in unsere Richtung, und manche fielen unangenehm nahe bei uns ins Meer...
Phreatomagmatische Eruptionen werfen einen "Cocktail" aus Bomben, Lapilli und Asche aus.
Grosse Bomben fliegen zwar in unsere Richtung, erreichten aber nie das Meer.
Einige rotglühende Bomben sahen mit ihren Aschespuren aus wie faseroptische Lichtleiter.
Von herunterfallenden Bomben aufgewirbelter Staub verdeckt grosse Teile des Kegels.
Gelegentlich werden so grosse Mengen heisser Asche ausgeworfen, dass sich kleine Glutlawinen bilden können.
Häufig ziehen die grösseren Bomben auffällige Asche-Schweife hinter sich her.
Zunächst erfolgt immer ein explosionsartiger Knall, dann steigt die Eruptionswolke in die Höhe, und zum Schluss regnen die Bomben herunter.
Die Aschewolke steigt weiter auf, während Blöcke bis Autogrösse rechts herunterstürzen.
In der späteren Morgendämmerung leuchten nur noch vereinzelte Bomben rötlich, während andere bereits schwarz aussehen.
Immer wieder faszinierend sind die Schweife, welche die ausgeschleuderten Bläcke in der Wolke aus Asche und Lapilli hinter sich herziehen.
Am 23. November steigt vermehrt frisches Magma auf, und die Explosionen werden heftiger.
Wiederum eine heftige Explosion: dichte Asche absorbiert weitgehend das Glühen der Blöcke im Innern der Eruptionssäule.
Dieses erste Foto einer Dreiersequenz zeigt den Ablauf einer typischen Eruption.
Nach etwa zwei Sekunden beginnen die ersten Bomben zu fallen.
Während die ersten bereits gelandet sind und den Abhang hinunter rollen, folgen noch kleinere nach.
Manchmal sind die Ascheschweife so dicht und lange anhaltend, dass sie aussehen wie Luftwurzeln eines tropischen Baums.
|Fotos von Marco Fulle, aufgenommen auf verschiedenen Booteskursionen vom 21. bis zum 24. November 2007. Alle Aufnahmen entstanden mit einem 135mm-Tele und Digitalkamera (Äquivalentbrennweite von 200mm auf 24x36-Film).|