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Die Holzverzuckerungs-AG stand mitten in der Inbetriebnahme der neu erstellten Produktionsanlagen, als sich am 9. April 1942 Herr Thomas Caluori für seinen Sohn Daniel um eine Ausbildung zum Laboranten bewarb. Natürlich hatte man in der Hovag noch keine Erfahrung in der Lehrlingsausbildung und die Grundsatzdiskussion, ob eine Lehrlingsausbildung sinnvoll ist, wurde noch sehr kontrovers geführt.
So kam es, dass der 16 Jahre alte Daniel Caluori nach seiner Schulzeit zuerst im Bahnpostamt in Chur als Aushelfer Arbeit fand. Er arbeitete dort von Oktober 1942 bis Mai 1943.
Per 14. Mai 1943 wurde Caluori dann in der sogenannten «Gasfabrik» der Hovag als Laborgehilfe eingestellt. Man wollte zuerst feststellen, ob er sich für eine Ausbildung eignete. Bald war Caluori ein brauchbarer Arbeiter, und sein Vater machte Druck auf die Hovag, seinen Sohn endlich in ein Lehrverhältnis zu übernehmen. Die Betriebsdirektion wies den damaligen Personalchef W. Grob an, in der Sache vorwärtszumachen, und am 6. Oktober 1943 präsentierte dieser das erste Lehrlingskonzept für die Holzverzuckerungs AG. Es umfasste elf Seiten Text und regelte alles Wesentliche. Auf dieser Basis wurde im Herbst 1944 Daniel Caluori rückwirkend per 1. Oktober 1943 ein Lehrvertrag ausgestellt. Dieser beginnt mit dem Satz: «Der Vater, Johann Thomas Caluori, (...) gibt als gesetzlicher Vertreter seinen Sohn Daniel Caluori (...) der Holzverzuckerungs- AG, Domat/Ems, zur Erlernung des Laborantenberufs in die Lehre.» Diese sollte drei Jahre, nämlich bis zum 1. Oktober 1946, dauern. Die Arbeitszeit betrug 44 Stunden, von Montag bis Freitag von 8 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr sowie an Samstagen von 8 bis 12 Uhr. Dafür wurden im ersten Lehrjahr sechs und in den übrigen beiden Lehrjahren neun Ferientage (ohne Lohnabzug!) gewährt. Der monatliche Lehrlingslohn betrug 40 Franken im ersten, 60 Franken im zweiten und 80 Franken im dritten Lehrjahr. Auch wurde eine Busse für die Auflösung des Lehrvertrags vereinbart, je nach Lehrjahr zwischen 100 Franken und 200 Franken.
Caluori besuchte die normale Gewerbeschule, welche damals noch in Domat/Ems war. Allerdings fehlte ihm Unterricht in Physik und Chemie. Für diesen zu sorgen war gemäss einem Entscheid des Kantonalen Lehrlingsamtes Aufgabe des Lehrbetriebs. So versuchte die Hovag zuerst durch einen eigenen Mitarbeiter die vorgeschriebenen Lektionen für Caluori zu organisieren. Da diese immer wieder ausfielen, weil die Arbeit Vorrang hatte, gelangte die Hovag an den damaligen Rektor der Kantonsschule Chur, Herr Prof. Dr. J. Michel, welcher Caluori für das letzte Lehrjahr an seiner Schule aufnahm.
Nun erhielt Caluori vier Monate vor Lehrabschluss auch noch das Aufgebot für die Rekrutenschule. Damit wäre die ohnehin schon strapazierte Ausbildung von Caluori nochmals um vier Monate verkürzt worden, und es konnte glücklicherweise eine Dienstverschiebung erwirkt werden.
Im Oktober 1946 schloss Caluori seine Lehre erfolgreich ab und die Holzverzuckerungs- AG attestierte ihm im Lehrzeugnis: «Wir sind mit der Aufführung, dem Arbeitseifer und den Leistungen von Herrn Caluori sehr zufrieden. Er zeigte Interesse für seinen Beruf, arbeitete sauber und exakt und ist uns ein gut brauchbarer Laborant.»
Nach der Lehre wurde Daniel Caluori denn auch als Laborant weiterbeschäftigt. Im Januar 1949 kündigte er seine Stelle, um sich bei der Sandoz in Basel weiterzubilden.