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Mit Unverständnis und Empörung nimmt der Verein Neufrankenschneise NEIN zur Kenntnis, dass die EigentümerInnen des Tessinerkellers („Räuberhöhle“) gemäss Äusserungen ihrer Vertreterin, der Architektin Vera Gloor, die historische Beiz an der Neufrankengasse im Januar 2011 abreissen wollen.
Als Verein „Neufrankenschneise Nein“, der sich 2008 unter anderem mit einem Referendum gegen die Verschiebung der Baulinien an der Neufrankengasse gewehrt hat und sich für ein Quartier für dessen aktuelle BewohnerInnen engagiert, sind wir entrüstet über diese Absicht.
Wir stellen fest:
dass die Eigentümerschaft des Tessinerkellers und ihre Architektin Vera Gloor für die betreffende Parzelle zum momentanen Zeitpunkt WEDER ein fertiges Neubauprojekt haben NOCH eine Baubewilligung besitzen NOCH eine Baueingabe gemacht haben.
dass die Begründung für den notwendigen sofortigen Abbruch des Tessinerkellers ein Vorwand ist: Weder gibt es eine dringende Notwendigkeit, das Gebäude vorschnell abzureissen, noch ist das Areal der Räuberhöhle unbedingt als Baustellenzufahrt der spekulativen SBB-Überbauung „Urban Home“ (www.urbanhome-zurich.ch) notwendig (Züri-Tipp 14. Dezember 2010). Für die notwendige Zu- und Wegfahrt der Baufahrzeuge des SBB-Projekts gibt es mit der Weichengasse eine genügende und passable Alternative, die auch funktioniert ohne einen Abbruch des Tessinerkellers. Soll das Quartier bis zum eventuellen Baubeginn des Neubaus auf der Tessinerkeller-Parzelle mit einer Brache anstelle einer intakten Gebäudestruktur leben?
dass die verantwortliche Architektin Vera Gloor am 3. November 2008 im Tages-Anzeiger (noch vor der Abstimmung über die neuen Neufrankengasse-Baulinien!) folgendes gesagt hat: „Wir sind der Ansicht, dass der Tessinerkeller ein Zeitzeuge ist, obwohl die Stadt das Gebäude als nicht schützenswert einstuft. Wir möchten den Tessinerkeller gerne erhalten und dahinter einen Neubau errichten.“ Das gilt heute offensichtlich nicht mehr, obwohl das Gebäude bis zur Realisierung der Neufrankenschneise ohne Probleme weiterbestehen könnte. Der geplante Abriss stellt einen Abbruch auf Vorrat dar und steht in einem eklatanten Widerspruch zu den damaligen Äusserungen Vera Gloors.
dass Bauten ohne Baubewilligung abgerissen werden können, wogegen sich der Verein Neufrankenschneise Nein wehrt. Wir fordern das Ende der Möglichkeit des Abbruchs auf Vorrat für Gebäude ohne bewilligtes Bauprojekt.
dass die im November 2008 beschlossenen Baulinien und die damit ermöglichte Verkehrsschneise Neufrankengasse auf absehbare Zeit nicht realisiert werden wird.