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Curcuma
(Gelbwurz, rhizoma
Curcumae, radix
Curcumae) ist die Wurzel, richtiger der Wurzelstock (Rhizom), der zu den
Scitamineen (Gewürzlilien) gehörenden Pflanze
Curcuma longa, die im östlichen Asien einheimisch ist und in Ostindien,
China, Japan, wahrscheinlich nebst einigen verwandten Arten kultiviert wird und auch nach Réunion und Westindien verpflanzt
wurde. Die sog. runde und lange C. kommen von derselben Pflanze, indem erstere
die rundliche nußgroße Hauptknolle, letztere die abgeschnittnen bis fingerdicken Nebenknollen bildet.
Verschiedenheiten in den Eigenschaften bestehen zwischen beiden nicht. Man unterscheidet im Handel die Ware nach ihren Erzeugungsländern, und hiernach zeigt sie allerdings wesentliche Verschiedenheiten. Die beste und teuerste Sorte ist die chinesische, meist in Stücken wie ein kleiner Finger, äußerlich goldgelb, innen orange oder rotgelb wie Gummigutt. Gepulvert erscheint sie feurig hochgelb. Die gangbarsten, unter sich weniger verschiednen Sorten sind Bengalische, Java, Madras; öfter kurze und lange gemischt, außen graugelb oder schmutzig weißstaubig, innen blaßgelb bis bräunlich (verdorbene fast schwarz), durchschnitten wachsglänzend, gepulvert nicht so schönfarbig wie die chinesische, die deshalb vorzugsweise als Farbstoff benutzt wird.
Der Geruch der C. ist dem des Ingwers ähnlich, aber schwächer, der Geschmack bitter gewürzhaft. Beim Kauen färbt sie den Speichel stark gelb. Als charakteristischen Bestandteil enthält die Wurzel neben einem ätherischen Öle einen gelben Farbstoff, das Curcumin, der bei seiner harzigen Beschaffenheit vom Wasser nicht, aber leicht von Weingeist, ätherischen Ölen und Alkalien gelöst, von letztern aber dabei in Braunrot umgewandelt wird. Medizinisch wird die C. jetzt nicht mehr verwendet und auch in der Färberei nur noch wenig; zum Färben von Buntpapier, Kuchen und anderm Gebäck, von Butter, Käse, Ölen, Firnissen, Salben etc. wird sie noch benutzt. Mit C. gelb gefärbtes Papier dient in der Chemie als Reagens auf Alkalien und sich wie diese verhaltende Stoffe, indem es von solchen in Rotbraun umgefärbt wird. Als neue Ware erscheint afrikanische C., die von der in Westafrika häufig wachsenden prächtigen Canna speciosa kommt und lange bandförmige Knollen bildet. Geruch und Geschmack wie sonstiges Verhalten stimmt mit der indischen C. überein. - Die C. kommt meist gepulvert zum Verkauf und ist nicht selten der Vermischung mit fremden Substanzen unterworfen, die am besten durch das Mikroskop gefunden werden. Der Wert der Einfuhr von C. in das Deutsche Reich belief sich 1880 auf 239000 Mk. Bengal C. kostet 30 Mk. pr. 100 kg, Madras 50 Mk. -
Zollfrei.