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Kundgebungen in der Schweiz gegen Waldzerstörungen in Brasilien
Vor dem Hintergrund der verheerenden Waldbrände in Brasilien haben am Freitag mehrere hundert Personen in verschiedenen Schweizer Städten an Kundgebungen gegen die Zerstörung grosser Waldgebiete teilgenommen.
In Zürich nahmen laut Angaben der Organisatoren gegen 300 Menschen an der Kundgebung teil. Sie zogen vom Platzspitz-Park beim Hauptbahnhof vor das brasilianische Konsulat im Kreis 6. Weil der Protestmarsch so kurzfristig angesetzt wurde, reichte die Zeit nicht für ein reguläres Bewilligungsgesuch. Die Polizei erteilte aber eine Notbewilligung.
In Genf demonstrierten rund 100 Personen vor dem brasilianischen Konsulat gegen die Politik von Präsident Jair Bolsonaro und forderten die Rettung des Amazonas-Urwaldes. Die Polizei war mit einem grösseren Aufgebot präsent und versperrte den Zugang zum Eingang des Konsulats.
Auch in Basel, Bern und Lausanne fanden Kundgebungen statt. In Bern beteiligten sich am Mittag rund 100 Personen an der spontanen und friedlichen Kundgebung, die vom Berner Bahnhof bis in die Nähe der brasilianischen Botschaft im Monbijouquartier führte. Der Protest richtete sich gegen die Missstände und Menschenrechtsverletzungen im Amazonasgebiet. Um 13 Uhr wurde die Kundgebung mit einer Schweigeminute beendet.
In Basel gingen etwa 50 Personen auf die Strasse. Die Kundgebung sei ruhig verlaufen, liess die Polizei verlauten. In Lausanne demonstrierten über 100 Personen gegen die Waldzerstörungen in Brasilien.
«Die ganze Welt schaut zu»
Die brasilianische Regierung unterstütze aktiv die Zerstörung der grossen Waldgebiete, hiess es in einer Medienmitteilung zum Aktionstag der internationalen Klimabewegung. Die Brände zerstörten wertvolle Ökosysteme, setzten erhebliche Mengen an Treibhausgasen frei und «die ganze Welt schaut zu». Zudem würden dadurch Lebensräume indigener Völker zerstört.
Die Schweiz sei mitverantwortlich für die weitreichende Zerstörung der amazonischen Wälder, wenn sie das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten abschliesse, indem sie zum Beispiel grosse Mengen an Futtermittel aus Brasilien importiere, liess sich ein Zürcher Aktivist in der Medienmitteilung zitieren.
Weltweit fanden am Freitag spontan koordinierte Streiks und Aktionen der «Fridays for Future»-Bewegung vor den Konsulaten und Botschaften Brasiliens statt.