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EDF Lao (Education for Development Fund)
EDF Lao steht für pragmatische, einfache und effiziente Hilfe in Sachen Bildung. Und Bildung ist in Laos ein äusserst rares Gut. Ein unterfinanziertes, bürokratisiertes Schulsystem, schlechtes und vor allem fehlendes Schulmaterial, vernachlässigte Infrastrukturen und unterbezahlte Lehrer sind eine schwere Hypothek für das unterentwickelte Land, welches zwischen den Wirtschaftsmächten China, Thailand und Vietnam eingeklemmt ist.
Zu den Projekten, die EDF Lao betreibt, zählen: Der Bau oder die Finanzierung von Schulen und Bibliotheken, die Ausbildung von Lehrern und anderem Bildungspersonal, die Bereitstellung von genügend Schulmaterial sowie die Vergabe von Stipendien. Das klingt fantastisch. Nur leider muss EDF in Laos hier nach wie an den Grundfesten des Bildungssystems zimmern, welches der laotische Staat nicht alleine zu errichten vermag.
So leiden etwa Bibliotheken (so es sie denn überhaupt gibt) darunter, dass sie praktisch unbenutzt bleiben, weil die Lehrerschaft gar nicht weiss, wie man den Schülern den Zugang zu Büchern ermöglicht. Als wir im Sommer 2011 eine Primarschule besuchten, die gerade dabei war, vom alten Holzverschlag in das neue, durch einen koreanische Firmenspende finanzierte Gebäude umzuziehen, fiel uns auf, dass in diesem neuen Gebäude keine Toilette eingebaut wurde. Als wir den Schulleiter fragten, womit wir ihn unterstützen könnten, sagte er: «Egal was. Uns fehlt es an allem.»
EDF Lao hat neben seiner ursprünglichen Kernaufgabe, der Vergabe von Stipendien für Sekundarschüler (das Schulgeld ist in Laos von den Schülern bzw. der Familie zu entrichten), in den letzten Jahren immer wieder mit spannenden Ideen überzeugt. Dazu zählen wir etwa die sogenannte Library Box – ein aus Holz gezimmerter Koffer, der mit über 60 Büchern aller Art gefüllt ist. Eine Library Box kostet gerade mal 150 Dollar – versorgt aber eine ganze Schule mit Lesematerial für Monate. Seit 2011 versucht EDF ausserdem gezielt, den gravierenden Mangel an Schulbüchern zu beheben, indem Sie dem Staat zusätzliche Bücher finanziert. Bei konkret mehreren Zehntausend Primar- und Sekundarschülern ohne eigene Schulbücher und Kosten von rund 20 Dollar pro Schüler und Jahr ist das allerdings eine echte Herkules-Aufgabe.