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Der Kinderarzt Remo Largo hat mit dem sogenannten «Zürcher Fit-Konzept» den Begriff im Kontext der Schweiz bekannt gemacht. Das Konzept zielt darauf ab, dem Kind zu helfen, seine Stärken zu verwirklichen, seine Schwächen zu akzeptieren und damit umgehen zu lernen sowie ein gutes Selbstwertgefühl zu entwickeln. Dazu müssen die drei Hauptbedürfnisse nach emotionaler Sicherheit, nach sozialer Akzeptanz sowie nach Entwicklungsmöglichkeiten und Lernerfahrungen erfüllt werden. Das Fit-Konzept strebt in diesem Sinne eine Übereinstimmung zwischen Kind und sozialer Umwelt an. Ist die Übereinstimmung zwischen kindlichen Bedürfnissen und den Angeboten aus seiner Umgebung nicht vorhanden, kommt es zu einem Misfit.
Ursula Hoyningen-Süess und Dominik Gyseler (2006) haben das Konzept des Misfits auf den pädagogischen und sonderpädagogischen Bereich angewendet. Sie unterscheiden drei Formen:
- interner Misfit: mangelnde Übereinstimmung zwischen verschiedenen Entwicklungsmerkmalen des Kindes (z.B. Perfektionismus als Misfit zwischen individuellen Bedürfnissen und Kompetenzen oder sozio-emotionale Schwierigkeiten als Misfit zwischen kognitiven und sozio-emotionalen Kompetenzen);
- klassischer Misfit: mangelnde Übereinstimmung zwischen bestimmten Entwicklungsmerkmalen des Kindes und bestimmten Umweltmerkmalen (z.B. schulische Unterforderung als Misfit zwischen kognitiven Kompetenzen bzw. Bedürfnissen und Anforderungen des Unterrichts oder Kontaktschwierigkeiten als Misfit zwischen kognitiven bzw. sozialen Kompetenzen und sozialen Erwartungen);
- externer Missfit: mangelnde Übereinstimmung zwischen verschiedenen Umweltmerkmalen (z.B. didaktische Differenzen als Misfit zwischen methodisch-didaktischen Vorstellungen der Eltern und dem Unterrichtsstil der Lehrperson).
Besteht ein Misfit über längere Zeit kann es zu Entwicklungsbeeinträchtigungen des Kindes, Verhaltensauffälligkeiten oder psychosomatischen Symptomen kommen.