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Eine offizielle Bestätigung der saudischen Behörden oder der Regierung gab es zunächst nicht. Offenbar zielt das neue Geschäft aber darauf ab, den Alkoholkauf und -konsum von Diplomaten und deren Gästen im Land strenger zu regulieren. In dem Königreich können Diplomaten Alkohol bisher aus ihren Entsendungsländer importieren, ihn im Diplomatengepäck selbst einführen oder auch in Geschäften der eigenen Botschaft kaufen. Auf Empfängen von Diplomaten wird Alkohol oft normal ausgeschenkt, zudem existiert ein Schwarzmarkt. Örtliche Medien berichteten zuletzt, dass die Regierung die Einfuhren im Diplomatengepäck stärker beschränken wolle.
Der Konsum von Alkohol ist in Saudi-Arabien seit Jahrzehnten verboten und kann mit Körperstrafen, Bussgeldern und Haft bestraft werden. Die Körperstrafen wie Auspeitschen wurden in den meisten Fällen inzwischen durch Haftstrafen ersetzt. Ausländer können für den Konsum von Alkohol des Landes verwiesen werden.
Unter der faktischen Herrschaft von Kronprinz Mohammed bin Salman wurden in Saudi-Arabien in vergangenen Jahren viele gesellschaftliche Regeln gelockert. Immer wieder gab es dabei Spekulationen, ob bald auch der Verkauf von Alkohol erlaubt sein könnte, etwa in der Zukunftsstadt «Neom», die derzeit am Roten Meer entsteht. Der Kronprinz will das Land zu einem regionalen Knotenpunkt unter anderem für Handel und Finanzen machen und es für den internationalen Tourismus öffnen.
In anderen Golfstaaten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten ist der Verkauf von Alkohol für Nicht-Muslime etwa in Hotels oder bestimmten Restaurants teilweise erlaubt. In Saudi-Arabien bieten viele Cafés, Restaurants und auch Händler inzwischen eine breite Auswahl an nicht-alkoholischen Cocktails sowie nicht-alkoholischen Bier- und Weinsorten an.