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Unser Lebensstil mit zu vielen Kalorien und zu wenig Bewegung hat Folgen; eine davon ist Übergewicht. Als Messgrösse dafür wird seit mehr als 100 Jahren der Body-Mass-Index (BMI) verwendet. In den 1960er-Jahren lag der durchschnittliche BMI in westlichen Industrienationen im Normbereich, also bei etwas über 20. Bis zu Beginn dieses Jahrhunderts hat er auf über 25 zugelegt – die Prognosen für 2040 gehen Richtung 30. Doch wie berechnet man den BMI?
Der BMI ist ein sinnvoller erster Indikator für Über- und Untergewicht. Man nimmt das Gewicht und teilt es durch die quadrierte Grösse in Metern (oder teilt zweimal hintereinander durch die Grösse in Metern). Wenn eine Person also 80 Kilogramm schwer und 1,8 Meter gross ist, dann beträgt ihr BMI 80 : 1,82 = 24,7 (die Einheit ist kg/m2). Die Weltgesundheitsorganisation WHO betrachtet für Erwachsene Werte von 18,5 bis 25 als normal. Über 25 gilt als übergewichtig, über 30 als fettleibig.
Wie bei allen einfachen Massen, mit denen man komplexe Fragen beurteilen will, gibt es auch beim BMI berechtigte Kritik und Einschränkungen. Ein geometrischer Einwand lautet: Wir sind dreidimensionale Wesen. Wenn man eine Person in allen drei Dimensionen (Höhe, Breite, Tiefe) um den gleichen Faktor, zum Beispiel 10 Prozent, streckt, sieht sie von der Statur her genau gleich (sportlich) aus. Aber was passiert mit dem BMI? Nehmen wir die obigen Zahlen: Der Zähler von 80 Kilogramm wird mit 1,13 multipliziert, der Nenner nur mit 1,12. Das heisst, der BMI nimmt um den Faktor 1,1, also 10 Prozent, zu, in diesem Fall von 24,7 auf 24,7 mal 1,1 = 27,2 – damit ist die Person neu übergewichtig!
Für grossgewachsene oder auch sehr muskulöse Personen sollte man den BMI also vorsichtig interpretieren. Auch haben Männer tendenziell einen höheren BMI als Frauen, weil sie mehr Muskeln haben. Der BMI ist nur eine von vielen möglichen Grössen, welche man betrachten kann. Eine weitere ist der Bauchumfang. Er sollte bei Männern nicht mehr als 94 und bei Frauen nicht mehr als 80 Zentimeter betragen. Aber selbst diese beiden Masse zusammen ersetzen den geübten Blick des Mediziners nicht.