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Neue und teure Antimykotika: Echinocandine
Candida spp. gehoeren zu den vier haeufigsten Ursachen nosokomialer Blutbahn-Infektionen. Der zu haeufige Einsatz von Azol-Antimykotika hat in den letzten Jahren zu einer relativen Abnahme von C. albicans und Zunahme von C. glabrata, C. krusei und C. tropicalis gefuehrt, welche in der Regel resistent gegen Azole sind. Neben dem (glegentlichen schlecht tolerierten) Amphotericin B gibt es seit wenigen Jahren eine neue Antimykotika-Klasse: Echinocandine.
Zu den Echinocandinen gehören Caspofungin (Cancidas®, MSD), Micafungin und Anidulafungin (letztere zwei in der Schweiz nicht auf dem Mark). Es handelt sich um nicht-kompetitive Inhibitoren der beta-1,3-Glukan-Synthese, welches ein wichtiger Bestandteil der Candida-Zellwand darstellt. Die Hemmung der beta-1,3-Glukan-Synthese führt zu einer osmotischen Instabilität der Zellwand und konsekutivem Tod der Hefepilzzellen. Eine hohe in vitro-Aktivität der Echinocandine wurde wiederholt für C. albicans, C. glabrata, C. krusei und C. tropicalis gezeigt, für C. parapsilosis liegt die MHK höher, wobei die klinische Relevanz hiervon nicht klar ist. Es gibt bisher nur wenige Verleichtsstudien: Eine 2002 publizierte Arbeit von J. Mora-Duarte et al. zeigte eine Ansprechrate von 73.4% für Caspofungin im Vergleich zu 61.7% für Amphothericin B. Resultate zu den anderen Echinocandinen liegen nur als Abstracts vor. An Nebenwirkungen sind Fieber (16%), Thrombophlebitis (14%), Leberenzymerhöhungen (11%) sowie Kopfschmerzen (8%) zu erwähnen. Bei rascher Infusion wurde über Histamin-ähnliche Reaktionen berichtet, anaphylaktische Reaktionen sind selten. Kostenpunkt: Caspofungin ist gut 10x so teuer wie Amphotericin B (3 Wochen Therapie kosten 18’224 CHF). Wann soll Caspofungin eingesetzt werden? Bei Resistenz gegen Azole und Amphotericin B-Unverträglichkeit ist Caspofungin eine mögliche Wahl. Gemäss Richtlinien der Infectious Diseases Society of America (IDSA) wird an Tag 1 eine Dosis von 70mg iv verabreicht, gefolgt von 50mg an den folgenden Tagen.
Eine gute Übersicht zum Thema findet sich im NEJM vom 14.9.2006.