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Wer einmal versucht, auch nur einen Tag zu verbringen, ohne Plastik zu verbrauchen, kommt schnell an seine Grenzen.
Plastik- und Kunststoffprodukte sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Deshalb wird auch der Plastikmüll unseren Planeten noch lange verunstalten. 200 Jahre dauert es etwa, bis sich eine Plastiktüte zersetzt hat.
Wir verbrauchen weltweit Jährlich Milliarden von Tonnen an Plastik.
Nur ein winziger Teil wird wiederverwertet oder in Kehrichtverbrennungsanlagen verbrannt und so wenigstens zur Energieproduktion genutzt
Der Rest landet irgendwo - in menschenleeren Wüsten oder in den Weltmeeren.
Es gibt zahlreiche Dokumentationen, die zeigen, welche ungeheuren Mengen an Plastik sich in den Ozeanen befinden und welcher immense Schaden damit angerichtet wird.
Empfohlen sei vor allem der Film Plastic Planet von Werner Boote.
Nicht nur die Tatsache, dass Plastik in der Natur nicht abgebaut wird, ist problematisch, sondern die vielen giftigen Inhaltsstoffe.
Dazu gehören:
Quecksilber,
Antimon,
Bisphenol A (hormonaktive Substanz, die die Fruchtbarkeit männlicher Säugetiere verringern kann) ,
Phthalate, ( Weichmacher)
PCB (Polychlorierte Biphenyle - krebsauslösende chemische Chlorverbindung).
Diese Stoffe gelangen in den Boden, ins Wasser und damit in den gesamten natürlichen Kreislauf und damit auch in das menschliche Blut.
Ein Kunststoff, der sich in der Natur zersetzen würde, ohne schädliche Stoffe freizusetzen, wäre ein Segen.
Cellophan etwa gilt als «bio», da es aus nachwachsenden Rohstoffen statt aus Erdöl hergestellt wird.
Doch auch Cellophan wird meist beschichtet und verrottet deshalb nicht.
Die meisten biologisch abbaubaren Kunststoffe werden mit normalen Kunststoffen gemischt. Dadurch wird das Kompostgut durch viele nicht abbaubare Stoffe kontaminiert.
«Kompostierbarer» Biokunststoff ist nach der europäischen Norm EN 13432 zertifiziert.
Diese Norm besagt aber nur, dass die Produkte unter gewissen industriellen Bedingungen kompostierbar sind.
Bio-Kunststoffe wie Compobags, deren Verrottung im Labor klappt, lassen sich im Kompost noch nach einem Jahr nachweisen.
Wäre "Jute statt Plastik" die Lösung? Ja und Nein, denn es gibt keinen Stoff, der Plastik umfassend ersetzen könnte. Plastik ist der Stoff des 20. und 21. Jahrhunderts. Kein einzelner nachwachsender Rohstoff kann die Massen an benötigtem Kunststoff einfach ersetzen. Erst die zu erwartende Ölverknappung wird uns dazu zwingen, uns ein grundsätzlich anderes Verhältnis zu Verpackung und Verbrauch anzueignen.
Aber schon jetzt könnte ein bewusster Umgang mit Materialien z.B. im Gartenbau, im Katastrophenschutz oder im Straßenbau ein Beitrag zu einer sauberen Umwelt sein. Und nicht nur das, Jute ist in vielen Anwendungen auch zweckdienlicher und praktischer.
So sind Jutesäcke als Hochwasserschutz nicht nur biologisch abbaubar, sondern liegen aufgrund ihrer Quellwirkung bei Belastung durch Hochwasser sicher aufeinander. Im Gegensatz dazu sind PP-Säcke in Gefahr durch Nässe ineinander zu rutschen.
Fraglich ist auch, wieso im Gartenbau weiterhin auf Plastik z.B. als Ballenschutz gesetzt wird. Der Kunststoff bleibt dauerhaft im Boden, während Jute oder Kokos sich nicht nur zersetzen, sondern auch noch als Dünger dienen würden.
Beim großen Tsunami in Asien im Jahr 2002 hauptsächlich Plastiksäcke verwendet, die noch lange als Zeugen dieser Katastrophe die Strände, Korallenriffe und Meere verunstalten werden. Obwohl Jute in diesen Ländern direkt angebaut und verarbeitet wird, haben vermutlich europäische oder amerikanische Plastikhersteller damit gute Geschäfte gemacht.
Jute ist ein nachwachsender Rohstoff und kann deshalb nur in gewissem Masse als Ersatzstoff genutzt werden.
Jute ist also nicht geeignet um die Welt zu retten, aber sie ein klein wenig sauberer zu halten.