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Gemäss einem UNO-Bericht führen Klimawandel und Überfischung zu einer Abnahme der Biomasse in den Meeren (1). Der renommierte Fischereiökonom Rashid Sumaila vom Meeres- und Fischereiinstitut der Universität von Britisch-Kolumbien in Westkanada bestätigt diesen Trend in einer eigenen Studie. «Wenn ein Umweltsystem eh schon auf den Knien ist und dann zusätzlich unter Druck gerät, wie Klimawandel oder Überfischung, nimmt die Widerstandskraft der Fischbestände noch mehr abnehmen», so Sumaila. Die Erwärmung der Meere gefährde das Überleben manchen Fischarten, weil sie langsamer wachsen und sich weniger vermehren, und viele Arten wichen in höhere Breitengrade aus. Umso wichtiger wäre es, den Fischereidruck und die Fischereimethoden endlich den Herausforderungen anzupassen. Würde man den Fischereidruck reduzieren und so den Beständen ermöglichen, sich zu erholen, könnte die zunehmende Biomasse einen Teil der zu hohen Konzentration von Kohlendioxid (CO2) absorbieren (2).
Doch bis jetzt fährt die Fischindustrie weiter wie bisher. Europa gibt nach wie vor ein schlechtes Beispiel: 40% der Bestände im Nordostatlantik und 87% im Mittelmeer und im Schwerzen Meer sind überfischt. Die Reform der EU-Fischereipolitik hatte als Ziel festgelegt, dass die Bestände ab 2020 nur noch nachhaltig befischt werden, doch die Mitgliedsstaaten sind noch weit von diesem Ziel entfernt, kritisiert die britische Umweltorganisation Our Fish. (3)
Es gibt mehrere Wege, die Überfischung zu beenden, sagt Sumaila: Die Verbesserung des Fischereimanagements auf globalem, regionalem und nationalem Niveau, die Bekämpfung der illegalen Fischerei, die Schaffung von Meeresschutzgebieten und ein Ende der Subvention von schädlichen Fischereipraktiken. Von den fast 40 Milliarden Euro Subventionen pro Jahr fliessen 84% an grosse industrielle Fischereien. Und da diese die Fischereipolitik in vielen Ländern beeinflussen, werden die Subventionen angesichts der Einbussen wegen des Klimawandels noch ansteigen, so Sumaila, wo doch das genaue Gegenteil längst fällig wäre.
Quellen:
(1) UNO-Bericht
(2) Studie von Sumaila et al. und statement von Our Fish