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Man stelle sich die Sahara vor. Wir machen einen Ausflug mit einer Reisegruppe, just an dem Tag regnet es. Ein zwar sehr seltenes Ereignis – in der Sahara fallen durchschnittlich etwa dreimal weniger Niederschläge als in der Schweiz – aber es regnet. Würde da irgendjemand behaupten, in der Wüste sei es nicht trocken?
Genauso erklärt sich die Sache mit Wetter und Klima. Als «Wetter» bezeichnet man das, was sich in der Atmosphäre zu einem bestimmten Zeitpunkt abspielt. Es regnet oder stürmt, es herrscht Windstille oder weht der Föhn, es gibt Trockenperioden oder Kältewellen. All das sind zeitlich und auch mehr oder weniger räumlich beschränkte Ereignisse.
«Klima» hingegen ist kein Ereignis. Mit Klima beschreibt man Durchschnittswerte über einen längeren Zeitraum: zum Beispiel durchschnittliche Niederschläge – in der Sahara, die fast so gross ist wie ganz Europa, sind sie sehr gering. Oder die durchschnittliche Lufttemperatur – diese steigt im globalen Mittel seit Beginn der Industrialisierung kontinuierlich an.
Gerade kürzlich hat eine in Nature veröffentlichte Studie mit bisher nie erreichter Präzision rund um den Globus die Temperaturen der letzten 10 000 Jahre rekonstruiert. Das Resultat ist eindeutig.
Seit der letzten Eiszeit war es auf der Erde nie so warm wie heute. Die Temperaturen hat man rekonstruieren können aus Messgrössen in Seesedimenten, Eisbohrkernen, Jahresringen und so weiter. Und diese aktuelle Rekonstruktion ist genauer als alles, was man bisher über die Temperaturentwicklung der letzten 10 000 Jahre gewusst hat.
Eindeutig sind auch die Messungen der Temperaturen seit 150 Jahren. Die 21 wärmsten gemessenen Jahre liegen in den letzten 23 Jahren, und die sechs wärmsten Jahre waren in absteigender Reihenfolge 2020, 2016, 2019, 2015, 2017 und 2018.
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Selbst wenn es dieses Jahr der kälteste Winter seit Menschengedenken würde – wovon wir noch weit entfernt sind – würde das am langfristigen Klimatrend nichts ändern. Nur wegen ein paar kalten Tagen auf den Klimawandel zu spotten, zeugt also von wenig fundiertem Wissen über Wetter und Klima.
Oder anders gesagt: Eine Kältewelle im Februar 2021 fegt den globalen Klimawandel nicht beiseite.