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Die Grafen von Waldburg in Kisslegg und Baumeister Johann Georg Fischer
Maria Anna Amalia Renata, Freiin von Schellenberg, verheiratet sich 1700 mit Truchsess und Graf Ferdinand Ludwig von Waldburg-Wolfegg-Wolfegg.[1] Sie kommt 1708 durch Erbschaft in den Besitz der Hälfte der Herrschaft Kisslegg. Die zweite Hälfte der Herrschaft ist seit 1625 im Besitz eines anderen Familienzweiges, den Truchsessen und Grafen von Waldburg-Trauchburg. Nach einer Erbteilung erhält 1719 Johann Ernst II. diese Hälfte. Seine Familie führt ab jetzt den Titel «Grafen und Truchsessen von Waldburg-Trauchburg-Kisslegg».[2] Seit 1722 sind die beiden Truchsessen und Grafen auch verschwägert, denn Johann Ernst II. heiratet die Tochter von Ferdinand Ludwig. Baumeister beider Familienzweige ist Johann Georg Fischer aus Füssen.[3] Wahrscheinlich leitet er schon 1717 den Umbau des Alten Schlosses im Auftrag des Grafen Waldburg-Wolfegg-Wolfegg. Für die Grafen von Waldburg-Trauchburg plant er 1718 die St. Annakapelle am Gottesacker. 1721–1727 baut er für Graf Johann Ernst II. den stattlichen Dreiflügelbau des Neuen Schlosses in Kisslegg. Auf Schloss Wolfegg kann er für Graf Ferdinand Ludwig ab 1725 den Neubau der Chorherren-Stiftskirche erstellen.[4] 1734–1737 arbeitet er ein weiteres Mal für die Familie, nun im Auftrag der Gräfin Maria Anna Amalia Renata. Sie lässt die Kirche St. Gallus und Ulrich in Kisslegg durch Fischer umbauen.
Der Markflecken Kisslegg
1825 wird der Marktflecken erstmals topografisch exakt erfasst. Noch zeigt der Ortsplan die Gebäude- und Strassenstruktur des 18. Jahrhunderts, wie sie seit dem Stadtbrand von 1704 besteht. Städtebauliches Rückgrat der rund 80 Wohnbauten[5] bildet der breite Markt, die heutige Herrenstrasse. Nördlich angrenzend, an der Strasse nach Immenried und Wurzach, liegt das Neue Schloss [1]. Das östliche Ortsende ist durch das Heiliggeist-Spital [2] geprägt. Westlich schliesst die dominierende Pfarrkirche St. Gallus und Ulrich [3] den Markt ab. Sie steht erhöht auf einer ummauerten Terrasse,[6] an die südlich das Kloster der Franziskanerinnen [4] angebaut ist. Südlich des Ortes, jenseits des Ausflusses der Wolfegger Ach aus dem Zellersee, liegt das Alte Schloss [5].
Eine Ansicht in der Karte der Herrschaft von 1720 zeigt den Marktflecken aus Süden, links beginnend mit dem Alten Schloss, gefolgt von der Pfarrkirche,[7] dahinter erhöht die (in Wirklichkeit bedeutend westlicher liegende) Kapelle St. Anna, gefolgt vom Neuen Schloss und rechts mit dem Heilig-Geist Spital abschliessend.
|Die Dorfansicht von Kisslegg ist ein Ausschnitt aus der 1720 von Johann Rudolf Mohr (Konstanz) gemalten Karte der Herrschaft Kisslegg. Erläuterung der Ansicht aus Süden im Text oben. In der Begleitinschrift der Karte ist die Widmung an die beiden Bauherren der Pfarrkirche, der Erbtruchsessin Maria Anna Amalia Renata, Freiin von Schellenberg und des Erbtruchsessen Ferdinand Ludwig Graf von Waldburg-Wolfegg-Wolfegg zu lesen. Bildquelle: Andreas Praefcke 2013.|
Die Baugeschichte
Vorgängerbau
Als Lehen der Abtei St. Gallen sind seit 1353 die Herren von Schellenberg Patronatsherren der Pfarrkirche St. Gallus und Ulrich. Die Fundamente des heutigen Kirchen-Langhauses stammen aus dieser Zeit. Noch älter ist der westliche Frontturm. Seine unteren Geschosse stammen aus dem 12. oder 13. Jahrhundert. 1548 wird die romanische Kirche nach einer Feuersbrunst wiederhergestellt. Vom Aussehen dieser Vorgängerkirche ist nur ein polygonaler gotischer Chorabschluss überliefert. Man muss sich ihr Langhaus als Pseudobasilika ohne Obergadenfenster und mit flachgedecktem Mittelschiff vorstellen. Derart, noch mit dem alten Dachstuhl und mit Scheinfenstern im Obergadenbereich, zeichnet Johann Georg Fischer 1734 ein erstes Projekt, in dem aber die Ostpartie bereits ein Neubau ist.
Bauverlauf des Um- und Neubaus 1735–1737/47
Maria Anna Amalia Renata, Gräfin zu Wolfegg, erteilt 1734 an Johann Michael Fischer aus Füssen den Auftrag zur Neugestaltung der Pfarrkirche von Kisslegg. Treibende Kraft hinter dem Umbau ist der Pfarrherr Franz Joseph Lohr.[8] Fischer plant 1734 einen Neubau des Chor-Querschiffes mit überkuppelter Vierung und einem gerade geschlossenen Altarjoch. In den Seitenschiffen des vordersten Langhausjoches fügt er zwei nach aussen halbrund vorstehende Kapellen an. Im April 1735 stirbt der Ehemann der Bauherrin. Baubeginn ist deshalb erst im Juni 1735. Fischer ist in den drei Jahren Bauzeit dauernd anwesend und leitet auch die Ausbauarbeiten. Palier ist Franz Xaver Kleinhans.[9] Vorerst wird der neue Chorbereich mit dem Querhaus gebaut. Schon im Oktober 1735 kann der Dachstuhl aufgerichtet werden. Entgegen der ersten Planung von 1734 lässt Fischer den Dachstuhl nicht nur im Chorbereich, sondern 1736 in gleicher Ausführung auch über das Langhaus ziehen. Er ummantelt die Säulen des alten Langhauses, erhöht und baut die Arkadenbögen neu. Anstelle der Flachdecke erhält das Mittelschiff jetzt eine Rundtonne in gleicher Ausführung wie die neuen Tonnengewölbe der Kreuzarme und des Altarraums.[10] Im Juli 1736 wird mit dem Stuckateur Johannes Schütz[11] der Akkord über die Stuckierung des Chors geschlossen. Schütz setzt seinen bewährten Palier und Schwager Joseph Wagner ein.[12] Bauherrschaft und Baumeister kennen Schütz und Wagner von den 1736 noch immer laufenden Arbeiten in der Stiftskirche Wolfegg. Auch der Maler Franz Anton Erler,[13] der in Wolfegg die Deckenfresken erstellt, kommt 1737 mit den Stuckateuren nach Kisslegg.[14] Sein Geselle ist Benedikt Gambs.[15] Schon im Oktober 1736 schliesst Erler auch einen Akkord über die gemeinsame Ausführung des Hochaltars, zusammen mit dem Sontheimer Bildhauer Johann Michael Bertele.[16] Beide arbeiten unter der Leitung und nach Modell des berühmten Altarbauers Judas Thaddäus Sichelbein.[17] Die beiden Stuckmarmor-Altäre in den Kapellennischen erstellt 1738 Johannes Schütz. In diesem Jahr richten einheimische Schreiner auch das Kirchengestühl ein, dessen Docken der Bildhauer Franz Martin[18] aus Mariazell fertigt. Martin ist 1738 auch Schnitzer des Nonnenemporen-Gitters[19] und 1740 Bildhauer des Chorgestühls. Er ist zudem Bildhauer des Orgelprospektes der Emporenorgel, die schon 1736 beim Orgelbauer Jakob Hör[20] aus Ochsenhausen bestellt wird. Die Fassarbeiten dieser Ausstattungen und auch die Marmorierung der Säulen führt 1738–1740 der Kisslegger Maler Anton Widmann aus.[21]
Im Mai 1742 wird die Kirche geweiht, vielleicht durch den Konstanzer Weihbischof Graf Fugger, der am 7. Mai auch die ebenfalls fertiggestellte Stiftskirche Wolfegg weiht.
1741 erhält der Altarbauer Judas Thaddäus Sichelbein auch den Auftrag für die beiden Seitenaltäre. Johann Michael Weissenhorn[22] aus Ottobeuren fertigt die Schreiner- und Bildhauerarbeiten. Nachdem Pfarrer Löhr 1744 die Gebeine von vier Katakombenheiligen erwerben kann, finden die Heiligen Leiber von Constantia und Clemens 1746 auf den beiden Seitenaltären Aufstellung.[23] Diejenigen von Severinus und Amatus sind seither auf den Mensen der beiden Kapellenaltäre platziert.
Um 1745 versetzt Bildhauer Johann Wilhelm Hegenauer[24] aus Türkheim die Kanzel als letztes Stück der barocken Ausstattung.
Bis 1744 kostet der Umbau 18 535 Gulden.
Das noch immer spätgotische Turmobergeschoss mit dem «Käsbissen»-Firstabschluss wird 1781 durch eine neue Glockenstube mit geschweifter Haube ersetzt.[25] Die Meister dieser letzten Baumassnahme des 18. Jahrhunderts sind nicht bekannt, auch nicht, warum schon 1836 über eine Turmerneuerung berichtet wird.
Veränderungen im 19. und 20. Jahrhundert
1836 erfolgt eine «Turmerneuerung», dann nochmals 1886. Was damals wirklich erneuert wird, bleibt unklar. Die letzte Turmrestaurierung erfolgt 2012. Chorquerschiff, Vierung und Altarraum werden schon 1883 im Sinne der Renaissance (man betrachtet den Barock noch immer als entartete Renaissance) farblich überarbeitet, die Malereien «verbessert» und auch der Sichelbein-Hochaltar zu einem Rumpfstück verändert. Leider fehlen Aufnahmen des Sichelbein-Altars vor diesem barbarischen Akt. 1899 wird die Restaurierung im Langhaus fortgesetzt, jetzt aber schon mit mehr Respekt vor der spätbarocken Substanz. Die Langhaus- und Seitenschiffbilder gelten zu dieser Zeit noch als Werke von Franz Joseph Spiegler, was Übermalungen trotzdem nicht verhindert.[26] Eine grosse Restaurierung erfolgt 1936/37. Damals wird der heutige neobarocke Hochaltar erstellt. Eine erneute Restaurierung erfolgt 1977/78. Nun wird die Raumfarbigkeit (nach Befund?) der barocken angenähert und die Deckenbilder soweit noch möglich von den Übermalungen befreit. Nach einer erneuten, offenbar nochmals umfassenden Restaurierung 2011/12 ist heute der Raum wieder annährend so zu sehen, wie ihn wahrscheinlich auch die Pfarrkinder des 18. Jahrhunderts erlebt haben.[27]
Das Bauwerk
Der Baukörper
Johann Georg Fischer baut das Langhaus auf romanischen Grundmauern. Er fügt an das sechsjochige und dreischiffige Langhaus ein neues Querhaus mit Vierung und gerade geschlossenem Altarjoch an. Im sechsten Langhaus-Joch erweitert er die Seitenschiffe mit zwei runden Kapellenausbauten. Ein «Deutsches Dach» überspannt die drei Schiffe und, in gleicher Firsthöhe, auch Querhaus und Chor.
Der Glockenturm der Westfront zeigt in den unteren Geschossen mit der geschlämmten Oberfläche seine mittelalterliche Herkunft. Die frühklassizistische, leicht zurückgesetzte Glockenstube über kräftigem Kranzgesims hat abgeschrägte Ecken mit Pilastergliederung. Das Gesims ist über den Zifferblättern aufgebogen. Die Glockenstube ist mit einer leicht eingeschnürten und oben zwiebelförmigen Haube gedeckt.
Die Lang- und Querhaus-Fassaden enthalten keine Gliederungen. Die Rundbogenfenster der Seitenschiffe sind auf das mögliche Maximum verlängert. Die breiteren Fenster der Querschiff-Arme und des Altarraums setzen über den Seitenemporen an. Nur die Giebelfassade Ost besitzt eine Gliederung mit Eckpilastern und Blendnischen.[28]
Der Innenraum
Mit dem tonnengewölbten, in den Dachraum ragenden Mittelschiff ist der Innenraum weiterhin eine Staffelhalle oder Pseudobasilika.[29] Die Seitenschiffe sind flachgedeckt. Die Querschiffarme und das Altarraum-Joch übernehmen den Querschnitt der Mittelschiff-Tonnenwölbung. Auf den Rundbögen der Vierung ist die Pendentifkuppel aufgebaut. Sie füllt den Dachraum völlig aus. In den Querschiffarmen sind über den Erdgeschossräumen (Sakristei, Aufgänge) Seitenemporen ausgebildet. Ihre Brüstungen springen geschwungen in die Vierung vor. Darunter bilden die Chorgestühle eine optisch geschlossene Wand. Die darüber offenen Querschiffarme und das Altarjoch sind wie das Mittelschiff tonnengewölbt. Die Westempore ist auf gleicher Höhe über alle Schiffe durchgezogen. Diese frühere Nonnen- und Orgelempore hat heute ihre barocke Brüstung eingebüsst.
Die Stuckaturen
Der Innenraum lebt vom Zusammenspiel der Deckenmalereien mit dem ausgeprägten Régencestuck des Johannes Schütz und seiner Wessobrunner Mitarbeiter. Das kommende Rokoko ist in Kisslegg, anders als in Wolfegg, noch wenig spürbar. Die sprühende Phantasie der Wolfegger Kapitelle und Bildrahmungen ist in Kisslegg einer zwar noch immer hochkünstlerischen, aber zurückhaltenden Arbeit gewichen. Dies, obwohl beide Kirchen praktisch gleichzeitige Arbeiten des gleichen Stuckateurtrupps sind. Die Stuckfarbigkeit ist kräftiger. Sie soll aber selbst bei den unüblichen Goldfassungen dem barocken Befund entsprechen. Der Stuck ist nur in den Seitenschiffen ohne Gold, wirkt dafür umso originaler. Sicher nicht original ist die Wappenkartusche über dem Chorbogen. Es ist das Allianzwappen Waldburg-Wolfegg und Schellenberg.[30] Unter der unnötig kräftigen Vergoldung verschwinden die plastischen Feinheiten der Stuckatur. Es scheint, dass nicht nur die Goldfassung, sondern auch die Wappenvermehrung durch den Stauferadler und einen Fürstenhut ein Erbe der Restaurierung von 1883 ist.[31]
Die Deckenmalereien
Übermalungen und mehrfache Restaurierungen, dann auch die späteren Freilegungen mit ihren notwendigen Retuschen haben den Deckenbildern von Franz Anton Erler mit Sicherheit zugesetzt. Dass sie noch immer authentisch wirken, ist eher den Restauratoren des 20. Jahrhunderts als der vermeintlichen Originalsubstanz zu verdanken.[32] Wie bei den Stuckfassungen dürfte das Kolorit vor allem in den Seitenschiffen dem barocken Original am ehesten entsprechen. Hauptverdienst an der noch immer eindrücklichen Gesamtwirkung hat die meisterhafte Umsetzung des Bildprogramms durch Erler. Das Programm dürfte ein Werk des Pfarrers Franz Joseph Lohr sein.
Im Mittelschiff dominiert das grosse Mittelbild mit dem Thema des Triumphs der Kirche über die Häresie. Erler setzt den Kirchenraum scheinarchitektonisch in das Tonnengewölbe fort. Er gruppiert die Heiligen der Kirche hinter die jochweise vorkragende Scheinbalustrade. Sie blicken von beiden Seiten des Tonnengewölbes in den Kirchenraum hinunter.
Auch die Vierungskuppel enthält die Scheinarchitektur einer Baldachinkuppel mit grossen Bogenöffnungen. Paarweise tragen Atlanten den Baldachin. Die eigentlichen Abendmahlszenen legt Erler an den unteren Kuppelrand in die vier Baldachinöffnungen.
Die weiteren Deckenbilder im Altarraum, in den beiden Querhausarmen und auch die 12 Darstellungen der Josefs- und Marienvita der Seitenschiffe sind in Stuckrahmungen eingebunden.
Die Bildthemen aller Deckengemälde sind im hier beigelegten Grundriss beschrieben.
Ausstattung
Hochaltar
Der barocke Altar des Altarbauers Judas Thaddäus Sichelbein von 1737 wird 1882 ohne vorgängige Dokumentation zerstört.[33] 1936 wird der jetzige neubarocke Altar mit einigen noch erhaltenen Versatzstücken geschaffen. Nach der Meisterleistung des Sichelbein-Hochaltars in Rheinau (1723) darf nur vermutet werden, dass der Künstler in Kisslegg nie zu einem derart kümmerlichen Werk Hand geboten hätte. Die Neuschöpfung von 1936 ist zudem penetrant buntfarbig gefasst. Das Altarblatt mit der Kreuzigung Christi soll noch aus dem alten Altar stammen, es müsste dann ein Werk Erlers sein. Denn Sichelbein übernimmt 1736 den Hochaltar wie üblich als Entwerfer, Leiter der Arbeiten und auch als Fassmaler. Die Ausführung übernimmt der Maler Erler und der Bildhauer Bertele.
Seitenaltäre
Wie Sichelbein wirklich arbeitet, zeigen die beiden Rokoko-Seitenaltäre von 1744. Ausführender Altarbauer ist Johann Michael Weissenbach. Die Zahlungen von 756 Gulden an Sichelbein und 250 Gulden an Weissenbach belegen die Führung durch Sichelbein, dies trotz der reichen Bildhauerarbeiten Weissenbachs. Das Schnitzwerk der Auszüge ist vom dahinterliegenden Oratorium der Querhausarme hinterleuchtet. Die beiden Altarblätter sind noch dem Hochbarock verpflichtete Darstellungen der Rosenkranzspende (nördlich) und der Heiligen Familie (südlich).
Kapellenaltäre
Die Stuckmarmor-Altäre in den beiden Seitenschiff-Kapellen fertig Johannes Schütz 1738. Er bindet die einfachen Retabel mit seitlichem Gitter- und Muschelwerk der Régence in die Kapellenrundung ein. Auf den Mensen liegen die «Heiligen Leiber» der Katakombenheiligen Severinus und Amatus. Das Altarblatt der südlichen Kapelle ist ein vorzügliches Rokokogemälde. Im Bild rettet der Schutzengel einen Knaben vor den Versuchungen der Liebe. Im Oberblatt ist der Eichstätter Bischof Willibald mit den Geschwistern Wunibald und Walburga dargestellt. Das dunkle Altarblatt der nördlichen Kapelle ist kaum lesbar. Es soll Christus am Ölberg darstellen, im Oberblatt ist die hl. Theresia gemalt.
Die Maler der Altarblätter
Bisher ist mit Ausnahme des Blattes im ehemaligen Hochaltar für kein weiteres Altarblatt die künstlerische Urheberschaft gesichert. Noch 1996 wird entgegen besseren Wissens der Altarbauer Sichelbein als Maler aller Altarblätter bezeichnet.[34] Heute werden alle fünf Altarblätter Franz Anton Erler zugesprochen. Diese Zuschreibung ist derart generell zu hinterfragen.[35]
Kanzel
Die Kanzel, die Johann Wilhelm Hegenauer um 1745 versetzt, ist ein Meisterwerk des Rokokos. Sie hängt an der vierten nördlichen Rundsäule. Elegant führt Hegenauer den Aufgang um die Säule zum gebauchten Korb. An der Brüstung des Aufgangs und am Korb sind in Rocaillekartuschen ovale Reliefs eingefügt, Putti beleben Korb und Schalldeckel, dort das Auge Gottes im Strahlenkranz haltend.
Orgel
Werk und Gehäuseprospekt der Barockorgel von Jakob Hör sind heute nicht mehr vorhanden. In das Gehäuse von 1736/38 mit den Schnitzereien von Franz Martin kommt 1821 ein Werk (II/P/23) von Franz Anton Kiene. Vermutlich folgen im 19. Jahrhundert die üblichen Veränderungen der noch nach barocken Prinzipien gebauten Kiene-Orgel. Nur ihr barocker Prospekt bleibt bis 1927 unangetastet. In diesem Jahr wird er für ein neues Werk mit 40 Registern und pneumatischer Traktur zerstört. Er weicht dem unsensibel vergrösserten Gebilde, das heute die Westempore beherrscht. Die vom riesigen, zweigeschossigen und kastenförmigen Mittelteil abgetrennten seitlichen Türme stammen vielleicht noch vom Barockprospekt. Pseudobarocke Schleierbretter und das Wappenschild Waldburg am neobarocken Brüstungspositiv ändern wenig an der Tatsache, dass noch im 20. Jahrhundert mit der Orgel wie 1882 mit dem Hochaltar umgegangen wird.[36] Das Orgelwerk von 1927 überdauert nur bis 1965. Dann erfolgt wieder ein Neubau (III/P/41), jetzt im Gehäuse von 1927.
Chorgestühl
Das Chorgestühl ist unter den beiden geschweift vorspringenden Brüstungen der Querhausemporen angeordnet. Es bildet die Trennung zu den Erdgeschoss-Nebenräumen der Querarme. Der Zugang ist formal in das Gestühl eingebunden und trennt dieses in zwei Blöcke zu je vier Stallen. Damit gleicht seine Anordnung dem Rokokogestühl von Wolfegg. Allerdings sind in der Pfarrkirche Kisslegg mit 16 Stallen vier Plätze mehr als in der Chorherren-Stiftskirche Wolfegg vorhanden. Dies könnte auf eine damals vorhandene Bruderschaft hinweisen, ist aber vielleicht nur architektonisch motiviert. Heute fehlen den beiden westlichen Blöcken die Stallen, obwohl die beiden ersten Dorsale mit ihrer Verbreiterung Vorstehersitze sein könnten. Ob dies eine Folge der Eingriffe von 1882/83 ist?[37]
Für die Ausführung wird auch in Kisslegg der Bildhauer Johann Michael Bertele beigezogen, der 15 Jahre später das wertvolle Rokokogestühl von Wolfegg verwirklicht. In Kisslegg ist aber die Figuralplastik sehr zurückhaltend. «Die technische Ausführung folgt nicht den hohen Ansprüchen des Gestühls. Es ist ganz mit Furniermalerei mit Bandelwerkintarsien ausgestattet».[38]
Pius Bieri 2020
|Literatur

Schahl, Adolf: Kisslegg, in: Die Kunstdenkmäler des ehemaligen Kreises Wangen, bearbeitet 1944. Stuttgart 1954.
|Krieger, Helmut: Kirchen der Pfarrei Kisslegg im Allgäu. Kleiner Kunstführer 336. Regensburg 1996.|
|Web

«Die Weihe der Pfarrkirche Kisslegg im Jahr 1742». (Sehr gute und quellenbelegte Dokumentation zur Baugeschichte, ohne Autorenangabe, abgerufen 2021-04-16).
Anmerkungen:
[1] Ferdinand Ludwig, Erbtruchsess und Graf von Waldburg-Wolfegg-Wolfegg (1678–1735), heiratet 1700 Maria Anna Amalia Renata, Freiin von Schellenberg (1681–1754). Sie ist 1708 Erbin der Hälfte der Herrschaft Kisslegg mit Rötsee. In Kisslegg lässt das Ehepaar 1717–1721 das Alte Schloss umbauen und 1734–1738 die Kirche St. Gallus und Ulrich neu erstellen. Baumeister ist Johann Georg Fischer, der ab 1725 auch in Wolfegg wirkt. Ihm wird auch der Umbau des alten Schlosses zugeschrieben.
[2] Johann Ernst II. von Waldburg-Trauchburg-Kisslegg (1695–1737). Er heiratet 1722 Maria Theresia von Waldburg–Wolfegg-Wolfegg (1702–1755), Tochter von Ferdinand Ludwig. Er lässt Johann Georg Fischer 1721–1727 das Neue Schloss in Kisslegg bauen.
[3] Johann Georg Fischer (1673–1747) aus Oberdorf, ist Neffe des Füssener Baumeisters Johann Jakob Herkomer, mit dem er 1695–1697 in Italien ist. 1697–1717 arbeitet Fischer in Arbeitsgemeinschaft mit Herkommer. Erstes grosses Bauwerk ist die Stadtpfarrkirche St. Jakob in Innsbruck, die er 1717 gleichzeitig mit der Klosterkirche Fultenbach in der Nachfolge Herkomers baut. Im gleichen Jahr wird ihm der Umbau des Alten Schlosses zu Kisslegg zugeschrieben. Seit 1722 ist Johann Ernst II. von Waldburg-Trauchburg-Kisslegg zudem Schwiegersohn des Wolfegger Grafen Ferdinand Ludwig. Johann Georg Fischer ist damit Baumeister beider Familien, die ihn vermutlich nach Referenzen der am Innsbrucker Hof tätigen Angehörigen beiziehen. Zu Johann Georg Fischer siehe die Biografie in dieser Webseite.
[4] Das Chorherrenstift und die Stiftskirche St. Katharina auf Schloss Wolfegg sind in dieser Webseite ausführlich beschrieben. Dort sind auch zusätzliche Informationen zu den Herren von Waldburg-Wolfegg enthalten. Gehe zur Seite «Wolfegg».
[5] 1841: 86 Haupt- und Wohnbauten und 444 Einwohner (Pauly, Beschreibung des Oberamts Wangen). Andere Quellen sprechen von 2120 Einwohnern im Jahr 1747 (Krieger, Kleiner Kunstführer 1996), was bei der geringen Häuserzahl nicht stimmen kann. Wahrscheinlich bezieht sich die Einwohnerzahl auf die heutige Gemeindegrenze (1852: 2630 Einwohner).
[6] Bis 1786 ist die Terrasse ummauerter Friedhof. Dann wird dieser zur Kapelle St. Anna verlegt. Sie wird seither Gottesacker-Kapelle genannt.
[7] In der Legende des Herrschaftsplanes wird vermerkt, dass die Herrschaft hier in ihren Grenzen von 1720 gezeichnet ist. In der begleitenden Ortsansicht ist die Pfarrkirche bereits mit dem neuen Chorabschluss und der Rundkapelle von 1734 gezeichnet. Nur das Querschiff zeigt die höher gelegten Fenster nicht korrekt. Auch das Neue Schloss, gebaut 1721–1727, ist schon in der Gestalt von 1727 dargestellt. Die Dorfansicht kann deshalb erst in den 1730er-Jahren eingefügt worden sein.
[8] Franz Joseph Lohr (1702–1775) ist seit 1732 Pfarrer in Kisslegg. Lohr ist für viele gedruckte Predigtwerke bekannt. Sein Engagement für den Kirchenneubau ist auch finanzieller Art.
[10] Das Gewölbe ist eine Zimmermannsarbeit (Quelle: Pfarrarchiv), wahrscheinlich eine Bohlenlamellen-Konstruktion. Keine Information ist über die Chorgewölbe verfügbar. Hier wären im Gegensatz zum Langhaus Massivgewölbe statisch möglich. Gemäss Adolf Schal (1954) ist die Kuppel gemauert.
[11] Johannes Schütz (1704–1752) aus Matsch im Südtirol. Er arbeitet schon längere Zeit für die beiden Waldburger Grafenfamilien, seit 1735 an der Stiftskirche Wolfegg. Hier und auch in Kisslegg ist allerdings wegen der vielen Aufträge dieser Zeit sein Palier und Schwager Joseph Wagner praktisch Alleinverantwortlicher. Den Akkord für Kisslegg schliesst Schütz im Juli 1736. Wie üblich verwechseln die Kunsthistoriker das Vertragsdatum mit der Aufnahme der Stuckaturarbeiten, die wahrscheinlich erst im Frühjahr 1737 erfolgen. Genannt sind nebst Schütz und Wagner folgende Stuckateure: Michael Schütz, Gottfried Wagner, Joseph Winkler, Leonhard Vogel und Andreas Tannenbach. Zu Johannes Schütz siehe die Biografie in dieser Webseite.
[12] Joseph Wagner (1707–1764) aus Wessobrunn. Er heiratet 1733 Maria Schütz, die Schwester von Johannes Schütz, und ist bis zum Tod von Johannes Schütz ständiger Mitarbeiter seines Schwagers.
[13] Franz Anton Erler (1700–1745) aus Eglofs, wohnhaft seit 1721 in Ottobeuren, wo er 1727–1735 als einer der meistbeschäftigten Maler und Freskanten am Klosterneubau tätig ist. In Ottobeuren arbeitet bis 1728 auch Jacopo Amigoni, der dem jungen Erler offensichtlich Vorbild ist. Ein kurzer Italienaufenthalt (1726 ?) wird vermutet.
Erlers Lehrmeister ist der Fassmaler Joseph Spiegler aus Waldsee, mit dem er 1718 im Schloss Wolfegg arbeitet. Die immer wieder genannte Lehr- oder Gesellentätigkeit bei Franz Joseph Spiegler ist eine Verwechslung.
Erler malt nicht immer «al fresco» in den nassen Putz, sondern wendet auch eine Öl-Temperatechnik an, die er in Ottobeuren vielleicht bei Amigoni gelernt hat. Seine Deckengemälde: Ottobeuren, Irsee, Osterzell, Wolfegg, Kisslegg.
[14] Die ersten Zahlungen an den Maler erfolgen am 11. August 1737, zwei Monate nach den ersten Zahlungen an die Stuckateure. Dies deutet auf die übliche gleichzeitige Tätigkeit der Stuckateure und des Malers bei Freskoarbeiten hin.
[15] Benedikt Gambs (um 1703–1751) aus Gestratz bei Lindau. Er wird als Lehrling von Franz Benedikt Hermann in Kempten vermutet, und soll auch Schüler dessen Sohns Franz Georg Hermann sein. Erstmals aktenkundig wird er 1737 in Kisslegg als Geselle bei Franz Anton Erler. Seit 1740 ist Gambs im Breisgau tätig. Seine Fresken in der Bibliothek von St. Peter im Schwarzwald ist auch sein letztes Werk. Er stirbt in Freiburg mit 48 Jahren.
[16] Johann Michael Bertele († 1772), Kunstschreiner und Altarbauer in Sontheim (Unterallgäu). Er arbeitet 1731–1732 in Ottobeuren, wo er den Maler Franz Anton Erler kennenlernt. In Wolfegg ist er 1736 am Hochaltar von Sichelbein beteiligt und erstellt 1755 das wertvolle Chorgestühl.
[17] Judas Thaddäus Sichelbein (1684–1756) aus Wangen im Allgäu. Altarbauer und Fassmaler. Letzter Spross der berühmten Malerfamilie Sichelbein aus Memmingen. Er entwirft die Altäre, übernimmt deren Ausführung als Unternehmer und führt nur die Fassarbeiten selbst aus. Höhepunkt ist sein Hochaltar in der Stiftskirche Rheinau (1720). 1726–1738 arbeitet er in Ottobeuren als Fassmaler. In Kisslegg erstellt er den heute zerstörten Hochaltar 1738 für 1050 Gulden. Für die beiden Seitenaltäre werden ihm (1745) 756 Gulden vergütet, dem Schreiner und Bildhauer Johann Michael Weissenbach aber 250 Gulden. Das dürfte Hinweis genug sein, dass Sichelbein der Altarbauer ist. Warum ihm die Kunstgeschichte bis vor kurzem statt der Altäre ausschliesslich ihre Blätter zuschreibt, bleibt unerklärbar. Denn von Johann Thaddäus Sichelbein sind kein Gemälde oder Altarblätter bekannt.
[18] Franz Martin (1683–1750) aus Frauenzell im Allgäu, Fürstabtei Kempten, heute Bayern.
[19] Die Westempore dient bis zur Säkularisation auch als Nonnenempore des Franziskanerinnenklosters. Von diesem kann sie über einen gedeckten Brückengang erreicht werden. Dieser wird nach der Säkularisation abgebrochen. Das gleiche Schicksal blüht dem Rokokogitter von Franz Martin (mit Fassung Anton Widmann) auf der Brüstung der Westempore.
[20] Jakob Hör (1702–1742), aus Reinstetten bei Ochsenhausen, seit 1735 Orgelbauer in Ochsenhausen. Nach seinem frühen Tod heiratet die Witwe den Orgelbauer Joseph Laubeck, den früheren Lehrling von Joseph Gabler. Hör baut die Orgel für 445 Gulden. Die Disposition ist unbekannt. Hör erstellt 1740 für Kisslegg auch das Chorpositiv.
[12] Anton Widmann (Lebensdaten unbekannt), Maler mit Werkstatt in Kisslegg. Er wirkt 1725–1726 im Neuen Schloss Kisslegg und ist 1726–1728 Fassmaler in Einsiedeln. Sein Hauptwerk als Maler ist das Deckenfresko der Kirche Maria Königin der Engel in Rötsee (1748). Noch bis in die 1760er-Jahre ist er mit Arbeiten nachgewiesen.
[22] Johann Michael Weissenbach (Lebensdaten unbekannt) aus Ottobeuren, tätig 1734–1755. In Kisslegg ist er im Auftrag von Sichelbein als Kunstschreiner und Bildhauer tätig (250 Gulden). Helmut Krieger schreibt ihm im Kleinen Kunstführer 1996 irrtümlich die beiden Sichelbein-Altäre zu. Noch 2011 wird dies von Gabriel Dischinger übernommen («Ottobeuren», Band I).
[23] «Da sie die Aufmerksamkeit der Besucher zu sehr beanspruchten» (Kunstführer 1996) werden die «Heiligen Leiber» 1980 von der Mensa entfernt und versteckt.
[24] Johann Wilhelm Hegenauer (1719–1754) aus Pfullendorf, Bildhauer-Werkstatt in Türkheim. Er liefert gleichzeig auch zwei Holzplastiken zum Hochaltar.
[25] In der Literatur wird das Jahr nicht genannt. Ich habe das Datum der Webseite des Pfarrarchivs entnommen.
[26] Die Langhausfresken werden 1899/1900 von Kunstmaler Gallus Roth aus Rempertshofen trotzdem neu interpretierend übermalt, wenn auch im Arbeitsstil des vermeintlich ursprünglichen Freskanten Spiegler.
[27] Öffentlich zugängliche Berichte zu diesen Eingriffen des 20.-und 21. Jahrhunderts fehlen.
[28] Seitlich der grossen mittleren Blendnische mit dem Kreuz sind (2012?) zwei Rundbogennischen vertieft und mit steifen modernen Statuen versehen worden: Ein denkmalpflegerischer Sündenfall der neuesten Zeit.
[29] Zum Begriff siehe das Glossar in dieser Webseite, Buchstabe H (Hallenkirche) oder S (Staffelhalle).
[30] Die zwei Schilde sind quadriert.
• Die nördliche Kartusche enthält den quadrierten Wappenschild Waldburg-Wolfegg-Wolfegg. In Feld 1 und 4 sind in Gold die laufenden schwarzen Löwen zu sehen. Sie unterscheiden sich vom Stauferwappen nur durch den Doppelschwanz. In Feld 2 liegt das Wappen Sonnenberg, das in Blau über einem Dreiberg eine goldene Sonne enthält. In Feld 3 ist ein bis zum Ende des 18. Jahrhunderts im Waldburger Wappen nicht bekanntes Sujet, in Silber ein schwarzer Stauferadler zu sehen. Wie auch der Fürstenhut über dem Herzschild ist dieses Feld ein erst später zugefügter Fremdkörper. Im Herzschild ist das älteste Wappen Waldburg (in Blau drei stehende goldene Tannzapfen) enthalten. Am Schildkopf ist ein weiteres Feld angefügt. Es zeigt in Rot den goldenen Reichsapfel, als Zeichen der Reichserbtruchsessen-Würde.
• Die südliche Kartusche enthält den Wappenschild Schellenberg der Bauherrin Maria Anna Renata von Schellenberg. Der quadrierte Schild der Herren von Kisslegg zeigt seit 1545 in Feld 1 und 4 das Wappen der Herren von Schellenberg, das von Schwarz und Gold zweimal geteilt ist. In Feld 2 und 3 liegt das Wappen der (ausgestorbenen) Herren von Kisslegg, das die Herren von Schellenberg-Kisslegg seit 1545 führen dürfen. Es ist in Gold ein schwarzes Panthertier mit Ochsenhörnern.
[31] Restaurierungsberichte fehlen oder sind nicht zugänglich.
[32] Der Vergleich mit Kisslegg zeigt die Interpretationsmöglichkeiten einer Restaurierung vor allem im Kolorit. Auch für die Restaurierungen des 20. Jahrhunderts fehlen zugängliche Berichte. Ich verwende hier das Wort Fresken zurückhaltend, da die Maltechnik Erlers in Kisslegg («al secco» als «al fresco») nicht dokumentiert ist.
[33] Zur verfehlten kunsthistorischen Einordnung des barocken Hochaltars von 1737 an Erler siehe die Anmerkung 17.
[34] Helmut Krieger schreibt im Führer 1996, Sichelbein und sein Sohn seien die Maler aller Altarblätter. Die Verschiedenheit der Blätter erklärt er sich damit, dass «Vater und Sohn sich je ihren eigenen Stil erwarben». Dazu ist zu bemerken, dass von Sichelbein kein Sohn bekannt ist, der als Maler arbeitet. 1997 schreibt Dagmar Zimdars im «Dehio» alle Blätter Franz Anton Erler zu.
[35] Man vergleiche nur das Blatt der Rosenkranzspende mit dem Schutzengelbild. Nur für die Kreuzigungsszene des ehemaligen Hochaltars darf Erler aufgrund des Auftrags von 1736 als gesichert gelten.
[36] Meine Beurteilung des Orgelprospektes von Kisslegg erfolgt hier auf Grund der zur Verfügung stehenden Veröffentlichungen, die leider weder eine Fotografie des Prospektes vor 1927 noch weitere Angeben zur heutigen Orgel (Orgelbau Karl, Aichstetten) enthalten.
[37] «Auch das Chorgestühl musste sich dieser ganz verfehlten Restauration unterwerfen» schreibt 1901 Pfarrer Hinrich Detzel.
|Zwei Heiligengruppen am Tonnengewölbe-Fresko des Mittelschiffs

|An der Balustrade des vierten Joches Nord [N 1.4] predigt der hl. Petrus (mit Schlüssel). Links ist er vom kreuztragenden hl. Andreas und dem hl. Thomas (mit Kreuz) flankiert. Rechts stehen Judas Thaddäus (mit Keule), Jakobus d. Ä. (mit Wanderstab) und Jakobus d. J. (mit Buch), dieser ausserhalb der Balustrade stehend. Foto: Bieri 2020.||Eine illustre Frauengruppe steht an der Balustrade des sechsten Joches Süd [S 1.6]: Die hl. Barbara in der Mitte, links, schon ausserhalb der Balustrade, die hl. Ursula, rechts die hl. Katharina mit dem Schwert und die hl. Agatha mit der Kerze. Zusätzlich zu den fünf Heiligen halten sich fünf weitere Frauen aus dem Volk auf der Galerie auf. Foto: Bieri 2020.|
|Eine weitere Heiligengruppe [N 1.5] mit Sebastian, Laurentius, Georg, Stephanus und Johann Nepomuk ist im Titelbild erläutert.|
|Bilder aus der Marienvita im nördlichen Seitenschiff|
|N2
||N4||N5||N6|
|Mariä Verkündigung
||Jesus erescheint seiner Mutter
||Tod Mariens
||Aufnahme Mariens in den

Himmel

Bilder aus der Josefsvita im südlichen Seitenschiff
|S2||S4||S5||S6|
|Erscheinung des Engels bei

Josef
|Engelmahnung zur Flucht nach

Ägypten
|Josef auf dem Sterbebett mit

Jesus und Maria
|Aufnahme Josefs in den

Himmel
|Ort, Land (heute)||Herrschaft (18. Jh.)|
|Kisslegg

Baden-Württemberg D
|Herrschaft Waldburg-

Trauchburg-Kisslegg
|Bistum (18. Jh.)||Baubeginn|
|Konstanz||1735|
|Bauherr und Bauträger|
|Maria Anna Amalia Renata, Freiin von Schellenberg (1681–1754)|
|Ferdinand Ludwig, Erbtruchsess und Graf von Waldburg-Wolfegg-Wolfegg (1678–1735)|
|Pfr. Franz Joseph Lohr (1702–1775)|