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Arkebuse mit Luntenschloss
Im Juli 1913 vererbte der Doktor Eugène Aunant aus Lausanne dem Schloss Chillon™ insgesamt rund dreissig Gegenstände, darunter diese Arkebuse. Das Erbe wurde vom damaligen Kantonsarchäologen Albert Naef zuerst auf zwei Institutionen aufgeteilt: das Schloss und die „Association du Vieux-Lausanne“ (aus der später das historische Museum von Lausanne hervorging). Der Grossteil der Waffen und Rüstungen wird heute im kantonalen Museum für Archäologie und Geschichte aufbewahrt. Nur diese Arkebuse und ein Kettenhemd aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert sind in Chillon ausgestellt.
Auf dem achteckigen Lauf der Arkebuse sind die Wappen der Stadt Luzern und des Luzerner Büchsenmachers Hans Horwer zu sehen. Dieser wird auch in den Quellen von 1605 bis 1620 erwähnt, was darauf schliessen lässt, dass die Waffe zwischen 1600 und 1620 hergestellt wurde. Sie wurde vermutlich in Schiessständen und zur Hirschjagd verwendet. Da der Lauf über Drall verfügt, konnte extrem präzise gezielt werden. Die Arkebuse gehört zu der Sorte von Waffen, die Anfang des 15. Jahrhunderts entstanden. Sie waren schwierig handzuhaben, schwer und benötigten deshalb eine gegabelte Stütze.
Die Arkebusen wurden schon bald reich verziert und so zu regelrechten Luxusobjekten. Unsere Arkebuse ist ein gutes Beispiel dafür mit ihrer üppigen Verzierung aus eingelegten Gold und geprägtem Perlmutt auf dem Kolben und dem Schaft. Der Kolben ist mit Blumen, Laubenornamenten, Federn, den gejagten Tieren, Genrebildern und Landschaften geschmückt.
Der Schaft zeigt hingegen eine berühmte Szene aus der griechischen Mythologie : das Urteil des Paris. Die drei Göttinnen Aphrodite, Hera und Athena wurden von Hermes zusammengerufen, der sich in ihrer Mitte befindet und an seinem Äkulapsstab erkennbar ist. Über dem Griff thront Paris, der nach der Mode des 17. Jahrhunderts gekleidet ist und von seinem Pferd und seinen Hunden umgeben ist. Er schickt sich an, Aphrodite – der Göttin der Liebe – einen Apfel zu übergeben – Zeichen dafür, dass sie die schönste der Göttinnen ist.