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Anfang des 19. Jahrhunderts
Karton
mit Gouache bemalt und lackiert
H. 11,3–15,2 cm
Inv. 1901.107.
Kindertheater
Basel, Anfang des 19. Jahrhunderts
Holz, Karton, mit Gouache bemalt
am Sockel Tapetenborte aufgeklebt
H. 76 cm, B. 70 cm, T. 57 cm
Inv. 1957.25.
Grosses Theater auf kleiner Bühne
Das stattliche Theater mit der klassizistischen Front, ausgestattet mit neugotischen Kulissen, leuchtend roten Vorhängen und korinthischen Säulen, ist eine prachtvolle Einzelanfertigung. Der Schmuck des Giebelfeldes, in dem ein Wappenschild mit dem Baselstab von zwei Basilisken gehalten wird, macht die Entstehung in Basel deutlich. Als einer frühen, individuellen Einzelanfertigung von hoher Qualität kommt diesem Theater eine besondere Bedeutung zu.
Bei den Figuren handelt es sich ebenfalls um gemalte Einzelstücke, die aber nicht ursprünglich zu diesem Theater gehörten. Sie spiegeln in ihren Beschriftungen deutlich das Repertoire der Stücke, die am Ende des 18. und im frühen 19. Jahrhunderts auf den Bühnen der Kinder zur Aufführung gelangten. Es sind die grossen Dramen des Theaters, seien sie aus der Antike überliefert oder aktuelle Stücke, welche die Theaterbegeisterung des Bürgertums entzündeten und in der Folge auch die Faszination der Kinder weckten.
Die serienmässige Produktion von lithographierten Papiertheatern in den grossen Verlagen in Esslingen, Mainz, Wien, Neuruppin und Épinal setzte mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts ein. Auf diesen in grosser Zahl hergestellten Bühnen wurden eigens für Kinder geschriebene Stücke mit Märchenthematik oder Adaptionen klassischer Theaterstücke aufgeführt. Neben dem Bekanntwerden mit klassischem Bildungsgut sprachen weitere Überlegungen für die Papiertheater: Beim vorbereitenden Ausschneiden, Bemalen und Aufbauen, dem Auswendiglernen der Rollen und schliesslich dem Aufführen wurden sehr unterschiedliche Fähigkeiten der Kinder gefördert.