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St. Michaelsvereinigung
Andere Namen: St. Michaelswerk, St. Michaelskirche
1962 begann Paul Kuhn (1920-2002), Gärtner und Lehrer der Coué-Methode (Autosuggestions-Methode), Abendkurse in positiver Lebensgestaltung zu geben und den Menschen eine volkstümliche Psychologie zu vermitteln. 1964 nahm Maria Gallati (1920-1988) erstmals teil und erlebte in den Entspannungsübungen geistige Phänomene. Bald wirkte sie für Paul Kuhn als Medium. Im Jahr 1965 besuchten Kuhn und Gallati den Marienerscheinungsort Garabandal, wo ihnen Maria erschienen sei und sie beauftragt habe, eine Muttergottes-Grotte einzurichten, was Kuhn im Garten seines Hauses in Dozwil TG umsetzte. Im Jahr 1968 erhielt Kuhn durch Gallati den Auftrag, eine Kirche mit 1’000 Plätzen zu bauen. Diese wurde 1970 innert einem halben Jahr zu 90% im Frondienst der Anhänger erbaut und 1986 erweitert.
Nach den Tod von Maria Gallati im Januar 1988 trat Paul Kuhn mit verschiedenen drastisch-apokalyptischen Ankündigungen an die Öffentlichkeit, welche in Kürze bevorstehende Katastrophen beinhalteten. Eine Botschaft, welche die Rettung der Kinder der Gemeinschaft um den Muttertag 1988 herum andeutete, führte in Dozwil zu krawallartigen Szenen. Seither werden apokalyptische Themen vorsichtiger behandelt.
Heute wird Paul Kuhn von seinen Anhängern als wiedergekommener Apostel Paulus verehrt.
Nach dem Tod von Maria Gallati wirkte Ulrich Aeberhard (1942-2003), Musiklehrer an der Kantonsschule Olten, als Medium der Gemeinschaft, allerdings nicht durch mündliche Botschaften wie Gallati, sondern durch sog. automatisches Schreiben. Aeberhard soll der wiedergekommene Matthäus sein.
In der etwa 1000 Personen fassenden Kirche feierte der ursprünglich aus reformiertem Elternhaus stammende Paul Kuhn Gottesdienste mit Predigt und Messfeier. Er verwendete dazu alte und neue römisch-katholische Messtexte. Er teilte seinen Anhängern auch die Kommunion aus. Daneben führte er an verschiedenen Orten der Ost- und Zentralschweiz Einführungskurse durch, in denen er auch auf die «wunderbaren Geheimnisse Gottes» zu sprechen kam.
Als Reaktion auf kritische Stellungnahmen kirchlicher Kreise hin rief Paul Kuhn im Jahr 1991 zum Austritt aus den Kirchen auf.
Nach dem Tod von Paul Kuhn im Jahr 2002 leitete Ulrich Aeberhard die Gemeinschaft.
Im September 2003 verstarb auch Ulrich Aeberhard. Zuvor weihte er am 8. Februar 2003 Willy Bolliger und Thomas Graber zu Priestern. Sie führen die Gemeinschaft im gleichen Sinn und Geist weiter. Seit dem Tod von Ulrich Aeberhard gibt es keine neuen Offenbarungen mehr, stattdessen werden in Gottesdiensten und in der Vierteljahresschrift „Benedicite“ die alten Botschaften wiederholt.
Zu den Quellen Paus Kuhns gehören die auf seine Art ausgelegte Bibel und die durch Medien vermittelten Botschaften, die vom Erzengels Michael und von anderen himmlischen Gestalten und biblischen Figuren stammen sollen. Die Botschaften betonen die moralische Reinheit als Voraussetzung der Erlösung und empfehlen den regelmässigen Besuch der Messgottesdienste der Gemeinschaft.
Zur Vervollkommnung müsse der Mensch viele Male wiedergeboren werden. Grosse Geister Gottes hätten sich freiwillig inkarniert, um die Menschheit zu führen. Besonders hervorgehoben wird Maria, welche als reinster Geist aus der Heiligen Dreifaltigkeit hervorgegangen sei.
Zentrum der Gemeinschaft ist die Kirche in Dozwil TG.
Geleitet wird das Michaelswerk von Willy Bolliger und Thomas Graber, welche im Jahr 2003 von Ulrich Aeberhard zu Priestern geweiht wurden.
Eine offizielle Mitgliedschaft besteht nicht. Die Gemeinschaft finanziert sich durch Spenden. Die Zahl der Besuchenden, welche zu besten Zeiten rund 3’000 Personen betrug, war in den letzten Jahren rückläufig.