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Am 27. Januar 2012 beschloss die Generalversammlung die Auflösung des Quartiervereins Süd-Ost, der damals rund 90 Mitglieder zählte. Trotz grossen Bemühungen war es in den vergangenen Jahren nicht gelungen, den Verein zu verjüngen und für die seit 1996 amtende Präsidentin Doris Bircher, welche damals den Gründungspräsidenten Walter Stocker abgelöst hatte, einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu finden. Die Mitglieder waren zudem älter geworden und die Beteiligung an den Anlässen nahm ab. Das Vereinsvermögen ging nach der Auflösung an die Stiftung Bühl, die Vereinsakten kamen in die Dokumentationsstelle Oberer Zürichsee am Hoffnungsweg 5 in Wädenswil. Sie sind Grundlage für diesen Rückblick.
Gegründet wurde der Quartierverein Süd-Ost am 24. November 1983 im Hotel Du Lac. Gemäss Artikel 2 der damals verabschiedeten Statuten setzte er sich zum Ziel, die im allgemeinen Interesse des Quartiers liegenden Bestrebungen zu fördern sowie ihre Anliegen gegenüber der Behörde zu vertreten. Überdies sollten Vorträge und gesellige Veranstaltungen das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Bewohnern vertiefen.
Der erste Vorstand zählte fünf Mitglieder:
Walter Stocker, Präsident
Urs Jäger jun., Vizepräsident
Elisabeth Graber, Kassierin
Käthy Furrer, Aktuarin
Prof. Hans Glinz, Beisitzer
Das Quartier im Südosten von Wädenswil befand sich damals im Umbruch. Im Hinblick auf einen Ausbau der Seestrasse auf vier Spuren hatte der Kanton in den 1950er Jahren viele Liegenschaften entlang der Seestrasse aufgekauft. Mit dem Verzicht auf dieses Strassenprojekt wurden die jahrelangen Baubeschränkungen zu Beginn der 1980er Jahre aufgehoben. Das Quartier stand damit an einem Neubeginn. Der Quartierverein wollte sich gegen eine Vernachlässigung der Gebäude und gegen eine Verschandelung durch spekulative Neubauten einsetzen.
Der erste Präsident, Walter Stocker, erinnert sich an die Gründungszeit des Quartiervereins: «Im Quartier gab es damals eine ältere Bevölkerungsschicht von eingesessenen Wädenswilern und daneben – vor allem in den Walfischblock-Wohnungen – neu zugezogene Familien mit einer Kinderschar. Diesem kleinen, zusammengewürfelten Kreis schien es naheliegend, sich im neugegründeten Verein kennenzulernen und sich, falls nötig, gegenüber der Gemeinde als Einheit zu präsentieren. Das Wissen um die Befindlichkeit der Nachbarn schränkte die Anonymität zwar ein, gab aber den Bewohnern eine gewisse Geborgenheit sowie eine erhöhte Sicherheit, welche in der Individualgesellschaft das Zusammenleben erleichterte.»
1984 nahm der Verein seine Tätigkeit auf. Der im Quartier Luftstrasse aufgewachsene Senior Jakob Baumann berichtete aus seiner Jugendzeit. Im Mai folgte ein Quartierrundgang mit historischen Erläuterungen von Professor Dr. Albert Hauser. Der Plan auf der Einladung bezeichnete die Grenzen, innerhalb derer der junge Verein aktiv werden wollte: Seestrasse – Schlossgass – Etzelstrasse – Eintrachtstrasse. Im Juli liessen sich die Mitglieder durch die Stadträte Hans Schulthess und Johannes Zollinger über das geplante Jugendzentrum Sust orientieren. Der Geselligkeit diente das erste Quartierfest mit Spielen für die Kinder und mit Musik und Verpflegung im Walfischpark an der Ecke Schlossbergstrasse/Luftstrasse. Ein an die Generalversammlung anschliessender Chlaushock beendete das erste Vereinsjahr.
Von Anfang an wollte der Quartierverein das Wachstum in seinem Einzugsgebiet mitverfolgen und mitbestimmen. 1986 wehrte er sich zusammen mit der «IG – Pro Seestrasse» erfolgreich gegen die Einrichtung eines Spielsalons im Erdgeschoss des Hauses Seestrasse 91. Die Baukommission erteilte keine Bewilligung. 1987 forderte der Vorstand vom Stadtrat Massnahmen zur Verkehrsberuhigung an der Buckstrasse. Der Wunsch nach einer Einbahnstrasse wurde jedoch abgelehnt. 1989 unterstützte der Verein mit einem Schreiben an die Stadt eine private Interessengemeinschaft im Bestreben, den Walfischpark mit neuen Spielgeräten für Kinder auszustatten.
Auf Initiative eines Mitgliedes leistete der Quartierverein 1988 mit dem Projekt Quartierkompost einen Beitrag zum Umweltschutz. Der im Herbst umgeschaufelte tonnenschwere Kompost wurde Privatgärtnern zur Verfügung gestellt.
Zwei Veranstaltungen durften in keinem Jahresprogramm fehlen: das Walfischparkfest und seit 1987 für viele Jahre ein Besuch im Theater Ticino. Zum Walfischparkfest 1986 wurde auch der FC Meierhof eingeladen, mit dem man gerne fusioniert hätte. Doch deren Mitglieder waren dazu nicht bereit. Geschätzt wurden an allen Sommerfesten das Salatbuffet des Vorstandes und das reichhaltige Dessertbuffet der Mitglieder. Um 17 Uhr begann das Fest traditionsgemäss mit Spielen für die Kinder. Um 18 Uhr öffnete die Festwirtschaft und es folgte das gemütliche Beisammensein, oft bis nach Mitternacht.
Da im Quartier nur noch wenige Kinder lebten, wurde im Sommer 2000 erstmals auf Kinderspiele verzichtet. Als im August 2006 die Gebäude der OWG abgebrochen wurden, verlegte der Quartierverein das Sommerfest ins Werkstattgebäude Schlossbergstrasse 14 gegenüber der Alterssiedlung Bin Räbe. Dieser Festort wurde auch 2007 beibehalten. Seit 2008 feierte der Quartierverein im Rosenmattpark bzw. bei Regenwetter im Kirchgemeindehaus Rosenmatt.
Im Laufe der Zeit entwickelten sich neben dem Sommerfest im Walfischpark drei weitere Traditionen: Beliebt wurden die 1990 eingeführten Kegelabende, die gegen Jahresende im Landgasthof Halbinsel Au stattfanden. Am Nachmittag des 1. Januar 1999 lud der Quartierverein seine Mitglieder erstmals zu einem Neujahrsapéro in den Walfischpark ein. Im gleichen Jahr führte der Verein einen monatlichen Quartierstamm im Restaurant Gambrinus ein.
Vorträge waren folgenden Themen gewidmet:
1987 Staudammbau in Indien
1988 Ferienparadies Kenya
1990 Reiseerlebnisse in der UdSSR
1991 Reise nach Mexiko
1992 Alt-Wädenswil
1995 Film «Wädenswil, da wo wir zuhause sind»
2008 Geschichte des Luft-Quartiers
2010 Die Sust früher und heute
Besichtigungen galten folgenden Zielen:
1985 Firma Standard in der Au
1986 Zürcher S-Bahn
1988 Verkehrshaus Luzern
1989 Zirkus Royal
1996 Kinderzoo Rapperswil; Werkhof Neubüel der Autobahnpolizei; Zeppelinmuseum Friedrichshafen
1997 Bergwerk und Bergbaumuseum Käpfnach
1998 Firma Flachsmann, Wädenswil
1999 Kernkraftwerk Beznau
2000 Weinbaumuseum auf der Halbinsel Au
2007 Logistikzentrum der Post in der Hinteren Rüti
2008 Bürstenfabrik Erzinger, Wädenswil
2009 Botanischer Garten in Grüningen
2010 Wohn- und Porzellanmuseum im Agentenhaus Horgen
Alljährlich begaben sich die Mitglieder des Quartiervereins auch auf mindestens einen Ausflug oder eine Wanderung. Dies waren die aufgesuchten Orte:
1986 Kittenmühle ob Erlenbach
1987 Wanderung entlang dem Walensee von Weesen nach Quinten; von Höngg zum Kloster Fahr
1989 Kyburg; Braunwald; von Rigi-Kaltbad zum Rigi-Klösterli
1991 Vom Utokulm zur Felsenegg
1992 Auf dem Weg der Schweiz von Flüelen nach Bauen; Wettbewerb «Wer kennt Wädenswil am besten?» Postenlauf zu Bau- und Kunstwerken in Wädenswil anhand von Fotoausschnitten; Dampfzugfahrt
1993 Von Brunni auf die Holzegg; Bürgenstock (10-Jahr-Jubiläum)
1994 Malbun im Fürstentum Liechtenstein
1995 Ballenberg
1997 Morgenessen im Gasthaus St. Meinrad auf dem Etzelpass; Schaffhausen
1998 Morgenessen im Gasthaus St. Meinrad; Pax-Mal Walenstadtberg; Hallau
1999 Morgenessen im Gasthaus St. Meinrad; Minigolfspiel auf der Schönegg
2000 Morgenessen auf dem Raten; Carfahrt ins Greyerzerland
2001 Morgenessen in Menzingen; Carfahrt ins Appenzellerland
2002 Morgenessen in Menzingen; Carfahrt ins Emmental
2003 Morgenessen auf dem Gubel; Konstanz und Insel Mainau
2004 Morgenessen auf dem Gubel; Carfahrt ins Unterengadin; Wanderung auf dem Holzsteg von Hurden nach Rapperswil
2005 Morgenessen in Rapperswil; Wanderung auf die Holzegg; Carfahrt in den Schwarzwald
2006 Morgenessen auf dem Gubel; Weindegustation in Hallau; Schifffahrt zur Ufnau
2007 Morgenessen in Einsiedeln; Carfahrt ins Berner Seeland; Amden
2008 Morgenessen in Einsiedeln; Carfahrt nach Flawil und St. Gallen; Stoos – Fronalpstock (25-Jahr-Feier)
2009 Morgenessen in Einsiedeln; Winzerfest in Maienfeld
2010 Morgenessen in Einsiedeln; Römerlager Vindonissa; Carfahrt ins Zürcher Oberland
2011 Morgenessen im Restaurant Sternensee Samstagern; Wanderung in der Region Hochstuckli.
Peter Ziegler