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Die Region um den Aralsee (Usbekistan), welche als niederschlagsarm gilt, wird im grossen Stil für den Anbau von Baumwolle genutzt (vgl. Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V., o. J.). Die Auswirkungen des Baumwollanbaus im Aralseegebiet haben weitreichende Konsequenzen: Aufgrund von militärischen Zwecken wurden ab 1919 riesige Baumwollanbauflächen erschlossen. Dadurch waren weniger Nahrungsmittelanbauflächen möglich und Mittelasien wurde von Nahrungsmittelimporten abhängig. Der intensive Baumwollanbau führt zum Rückgang des Seewassers und lässt ihn nach und nach austrocknen. Die intensive Bewässerung, welche vor allem durch das Wasser der Zuflüsse des Sees gewährleistet wurde und wird, sorgte unter anderem auch dafür, dass der See selbst nicht mehr genügend Wasser erhält. Der Aralsee schrumpfte bisher auf einen Drittel seines Volumens und der Salzgehalt des verbleibenden Sees verdreifachte sich, was zu einer Versalzung der Böden führte (vgl. Seewer, 2013). Durch weitere extensive Nutzung des Zulaufwassers sowie der Umleitung von Zuflüssen wurde das ökologische Gleichgewicht des Sees sowie der Umgebung empfindlich verändert (vgl. Paulitsch et al., 2004; UNEP 2008). Da weiterhin Anbau betrieben werden musste, wurde den bereits ausgelaugten Flächen immer höhere Düngemengen und Herbizide zugeführt. Aus politischen Gründen wurden die Bauern schliesslich gezwungen, auch die privaten Ackerflächen dem Baumwollanbau zur Verfügung zu stellen. Dadurch entstand Konkurrenz in der Flächennutzung und daraus ein Kampf um das knappe Wasser. Die Bevölkerung in der Aralsee-Region ist zudem durch die Umweltbelastung und die verschiedenen Schadstoffe in der Luft von Krankheit und erhöhter Mütter- und Säuglingssterblichkeitsraten betroffen. Die UNEP (United Nations Environmental Programme) hat das Gebiet zum Katastrophengebiet erklärt. Mit Investitionen aus dem Ausland werden zukunftsfähige Anbaumethoden erhofft, allerdings bleiben diese aus, solange die Regierung das Monopol für die Vermarktung von Baumwolle ist (vgl. Paulitsch, Baedeker & Burdick, 2004, S. 33-35).
Literatur: