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Hydrologie: Der Schanzengraben ist ein zweiter Abfluss des Zürichsees. Im späteren Mittelalter gab es mit dem Fröschengraben sogar noch einen dritten Ablauf, der zeitweise bis zum Rennwegtor sogar schiffbar war. Der Schanzengraben ist knapp 2 km lang, hat ein Einzugsgebiet von 1-1.5 km² und eine Wasserführung bei der Einmündung in die Sihl von 6 m³ pro Sekunde. Er nimmt heute allerdings kein Abwasser auf, sondern wird ausschliesslich durch See- und Meteorwasser gespiesen. Er ist im Prinzip das Überbleibsel einer alten Wehranlage um die Altstadt von Zürich. Sein gezackter Lauf rührte daher, dass er um die sternförmig angelegten Wehranlagen, den sogenannten Schanzen floss, welche mit einer Stadtmauer miteinander verbunden waren. Zwischen den insgesamt 6 Wehranlagen war der Schangraben stark verbreitert, sodass sich dort kleine aber befestigte Weiher bildeten. Da der Zürichseespiegel beim Letten-Stauwerk der Limmat reguliert wird, besitzt auch der Schanzengraben heute Stauwehre, da die Einmündung in die Sihl etwa 3 Meter tiefer liegt als der Zürichseespiegel. Mit dieser Regulierung erreicht man, dass der Seespiegel nur wenig schwankt. Früher gab es Schwankungen von über 3 Metern.
Namensentwicklung: keine, der Fluss hiess seit seinem Bau immer Schanzengraben.
Etymologie: Der Name ist selbsterklärend. Graben deutet an, dass er ausgehoben wurde und kein natürlich entstandener Wasserlauf ist und die Schanze leitet sich, wie weiter oben bereits angedeutet, von den zackenförmigen Wehranlagen entlang der Stadtmauer ab.
Flussnamentyp: Die Flussbezeichnung Schanzengraben ist eine spätere alemannische Bildung.
Geologie: Der gesamte Flusslauf befindet sich auf dem Untergrund einer alluvial überschotterten ehemaligen Gletscherzunge des Zürichseearmes des Linthgletschers. Im Mündungsgebiet ist es dann der Geschiebeschotter der Sihl.
Flussgeschichte: Er wurde zwischen 1642 bis 1750 als dritte Stadtbefestigung erbaut. Linksseitig wurde die Papierwerd beim heutigen Bahnhofplatz in die Befestigung integriert. Als die Stadt 1830 beschloss, die Schanzen wieder abzubrechen, erkannte man, dass er als zweiter Seeabfluss durchaus seine Berechtung hatte. Und so überlebte er den Abbruch der Stadtmauern und die Stadt ersparte sich die Kosten für das Hinterfüllen des Wasserlaufs mit seinen gut 100'000 m³ Volumen. Bei der Gelegenheit verlegte man das letzte Teilstück zur Papierwerd gegen die Sihl hin. Während der Industrialisierung wurden entlang des Flusslaufs verschiedene Fabriken angesiedelt, sodass er während den nächsten rund hundert Jahren zu einem unansehlichen Fabrikkanal verkam. Dies änderte sich 1952, als die Idee geboren wurde, entlang dem Schanzengraben einen hölzernen Steg zu bauen, der mit vielen Zugängen zur Stadt leicht erreichbar war. Der Bau wurde nach 25 Jahren Planung dann schrittweise vorangetrieben und 1984 abgeschlossen. So hat der Besucher der Stadt trotz viel Mauerwerk eine attraktive Promenade und dank reichlicher Begrünung eine Naturoase erhalten. Informationstafeln, Schaukästen und Holzbänke sind reichlich vorhanden und laden zum Verweilen ein.