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Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit von Japan wegen ausbleibender Strukturreformen um eine Stufe gesenkt. Die Bonitätsnote werde von «A+» auf «A» reduziert, teilte Fitch am Montag mit. Es drohen zunächst keine weitere Herabstufungen: Der Ausblick sei stabil.
Fitch bemängelt mangelnde Strukturreformen, mit denen man die verschobene Mehrwertsteuererhöhung hätte ausgleichen können. Die Agentur hatte bereits Ende 2014 dem Land eine kurzfristige Herabstufung angedroht, nachdem die Verschiebung der Steuererhöhung angekündigt wurde. Die Mehrwertsteuererhöhung war ursprünglich das Herzstück der mittelfristigen Konsolidierungsbemühungen des Landes.
Höchste Staatsverschuldung der Welt
Die hohe und wachsende Verschulden des Landes laste auf dem Rating, schreibt Fitch. Die Staatsverschuldung dürfte im laufenden Jahr auf 244 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) klettern. Dies ist der höchste Wert aller Staaten weltweit. Bis zum Jahr 2020 dürfte der Wert bis auf 250 Prozent steigen und sich dann stabilisieren.
Die Finanzsituation des Landes sei wegen des hohen Schuldenstands sehr anfällig für Veränderungen beim Wirtschaftswachstum, dem Haushaltsdefizit und Renditen von Staatsanleihen, schreiben die Fitch-Experten. Japan kann sich derzeit trotz der hohen Schulden zu sehr niedrigen Zinsen am Markt refinanzieren. Dazu trägt auch die sehr expansive Geldpolitik der japanischen Notenbank bei.
(awp/gku/ama)