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Bestehende Anlagen in Europa
Das älteste geothermische Kraftwerk in Europa ist dasjenige von Larderello in Italien (Abb. 1). Dieses Kraftwerk produziert seit 1904 Strom. Heute weist das Kraftwerk eine Gesamtleistung von 840 MWe auf. Aufgrund der schon in geringer Tiefe auftretenden hohen Temperaturen von 200°C konnte ein Trockendampfkraftwerk erstellt werden, bei welchem der heisse Trockendampf direkt auf die Turbinen geleitet wird und so am effizientesten Strom erzeugt werden kann. Auf deutsch-französischer Seite entstanden oder entstehen im Oberrheingraben, in Bayern und in Norddeutschland mehrere geothermische Kraftwerke. Genannt seien: Soultz-sous-Forets (F), Landau, Bruchsal, Unterhaching und Neustadt-Glewe (alle D, Abb. 1 und 2). Da sich die geförderten Temperaturen bei diesen Anlagen im Bereich von 100° bis 170°C bewegen, kommen bei diesen Kraftwerkstypen binäre Systeme zum Zug, bei welchen die geförderte Wärme an ein niedriger siedendes Medium, z.B. Isobutan, Isopentan (ORC-Anlage) oder ein Ammoniak-Wassergemisch (Kalina-Anlage) abgegeben wird, welches in der Folge die Turbinen antreibt. Die Gesamtleistungen dieser Anlagen bewegen sich zurzeit noch im Bereich von wenigen MWe. Hierzu muss gesagt werden, dass all diese Kraftwerksanlagen mit nur einer Produktions- und einer Reinjektionsbohrung betrieben werden. Bei gesamthaft niedrigen Temperaturen (Neustadt-Glewe) wird in den Kraftwerksanlagen im Winter mittels eines Fernwärmenetzes ausschliesslich Wärme verteilt und im Sommer Strom erzeugt.
Bestehende Anlagen in Afrika
Die drei im Rift Valley im Bereich von Naivasha (westlich von Nairobi) gelegenen geothermischen Kraftwerke Olkaria I, II und III produzieren zurzeit total 170 MWe (Abb. 3 - Abb. 6). Das gesamte goethermische Produktions- und Reinjektionsfeld erstreckt sich auf einer Fläche von rund 70 m². Insgesamt wurden bis jetzt für die Wärmeproduktion 110 Bohrungen realisiert. Hiervon fördern insgesamt 50 Bohrungen heissen Dampf. Ein Teil der restlichen Bohrungen wird für die Reinjektion des abgekühlten Wassers gebraucht. Die Fördertemperaturen im Bereich von 700 bis 3'000 m Tiefe liegen zwischen 250 bis 350°C. Es existieren sowohl Nassdampf- (Olkaria I und II) als auch ORC-Kraftwerkanlagen (Olkaria III).