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Informationen über das Störungsbild („Psychoedukation“):
Idealerweise wird die gesamte Familie über die psychologischen und medizinischen Aspekte der Zwangsstörung informiert, um
falsche Erwartungen oder Schuldgefühle zu vermeiden.
Veränderungen („Intervention“) in der Familie:
Stärker als bei Erwachsenen werden die Zwangssymptome von Kindern und Jugendlichen oft durch das Verhalten der anderen
Familienmitglieder beeinflusst. Insofern ist es wichtig, die auslösenden und aufrechterhaltenden Faktoren der Störung zu
erkennen und entsprechend zu verändern. Eltern und Geschwisterkinder werden beispielsweise angeleitet, sich von dem betroffenen
Kind nicht in die Zwangshandlungen einbinden zu lassen.
Die Behandlung, die die besten Ergebnisse zeigt, ist auch im Kindes- und Jugendalter die Exposition mit Reaktionsmanagement
(ERM) bzw. Reaktionsverhinderung. Sie ist ein wesentlicher Teil der Kognitiven Verhaltenstherapie. Der Patient konfrontiert
sich mit dem gefürchteten Gegenstand oder der gefürchteten Situation, ohne danach Zwangshandlungen auszufuhren oder die
Situation zu vermeiden. Die dadurch entstehenden negativen Gedanken, Gefühle (z. B. Angst oder Ekel) aber auch körperlichen
Symptome werden so lange bewusst zugelassen, bis diese von selber in ihrer Intensität abnehmen. Der Patient lernt, dass die
gefürchtete Konsequenz nicht eintritt und gewöhnt sich langsam an die Situation. Bei diesen Interventionen wird das Kind zu
Beginn vom Therapeut, später vielleicht auch von den Eltern begleitet. In einem nächsten Schritt können auch Hausaufgaben mit
Konfrontationen erfolgen. Bei Kindern und Jugendlichen wird eine solche Konfrontation, auch Exposition genannt,
schrittweise mit ansteigendem Schweregrad druchgeführt.
Veränderungen(„Intervention“):
Kognitive Prozesse (Gedanken, Wahrnehmungen, Befürchtungen) spielen bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von
Zwangsstörungen eine zentrale Rolle. Aus diesem Grund müssen die Kinder und Jugendlichen lernen, wie sie diese Prozesse besser
steuern und umgestalten können. Häufig stecken hinter Zwangsstörungen überzogene Ansprüche oder Selbsteinschätzungen wie etwa
ein übertriebenes Verantwortungsbewusstsein, ein übergrosser Wunsch nach Perfektion oder eine generelle Überschätzung drohender
Gefahren. Diese sollten im Rahmen der Therapie aufgedeckt und durch realistischere Annahmen ersetzt werden.
Ein ganz zentrales Ziel der Behandlung besteht darin, dass das betroffene Kind zum „Chef“ seiner Zwangsstörungen wird und sich
nicht länger von ihr beherrschen lässt.