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Mode der Sechzigerjahre: ein signalgelber Regenschutz
Die wetterfeste Oberbekleidung der Seeleute war ursprünglich ein mit Öl imprägnierter unbunter Leinenstoff. Nachdem Charles Goodyear 1845 die Vulkanisation von Kautschuk erfunden hatte, konnten wirklich wasserdichte Textilien gefertigt werden. An leuchtendes Gelb war damals noch nicht zu denken. Mit der Entwicklung von synthetischen Kunststoffen kam das gummierte Gewebe allmählich aus der Mode. Erst in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts wurde das Polyester-Trägermaterial mit einer PVC-Beschichtung in unterschiedlichen Stärken erzeugt.
Die signalgelbe Farbe der Regenschutzbekleidung wurde 1965 vom dänischen Sportbekleidungsunternehmen Jeantex lanciert und fand in Deutschland gleich reissenden Absatz. Trotz moderner Textilien blieb die alte Bezeichnung „Ölzeug“ erhalten. Zwischen 1970 und 1985 kam auch die metaphorisch-ironische Bezeichnung „Friesennerz“ bzw. „Ostfriesennerz“ auf.