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«Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann. Fragt, was ihr für euer Land tun könnt.» Diesen denkwürdigen Satz des früheren US-Präsidenten John F. Kennedy müssten sich auch Versicherte von Pensionskassen zu Herzen nehmen.
An der Delegiertenversammlung der Bernischen Lehrerversicherungskasse (BLVK) von vergangener Woche skizzierte ein Delegierter folgendes Szenario an die Wand: Er schilderte, wie hüben und drüben Milliarden in die Wirtschaft gepumpt wurden und damit die Geldmenge ausgeweitet wurde. Eine zu hohe Geldmenge berge eine grosse Inflationsgefahr, sagte der Delegierte zu Recht. Preissteigerungen im zweistelligen Prozentbereich würden prognostiziert. «Was heisst das für unsere künftige Renten? Hat die Verwaltungskommission der BLVK für dieses Szenario einen Plan?», wollte der Delegierte wissen.
Nun, wie nicht anders zu erwarten, konnte der Sprecher der Verwaltungskommission für ein solches Szenario keine Gebrauchsanleitung aus dem Hut zaubern. Wenn man aber schon heute davon ausgeht, dass die Altersrente in der beruflichen Vorsorge der Teuerung kaum angepasst wird, und wenn man heute mit höheren Inflationsraten rechnet, so wäre es sicher nicht falsch, man würde selber Vorkehrungen treffen, statt auf die Hilfe der anderen zu hoffen. Der Staat bietet Hand dazu. Wie in Artikel 111 der Bundesverfassung geschrieben, fördert der Bund die Selbstvorsorge namentlich mit Massnahmen der Steuerpolitik. Und ebenfalls in Artikel 111 steht, dass die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge auf drei Säulen beruht: der AHV, der beruflichen Vorsorge und – eben – der Selbstvorsorge.
Die 3.Säule der Selbstvorsorge wird in die Säulen 3a und 3b aufteilt. 3b ist die freie , 3a ist die gebundene, steuerbegünstigte Vorsorge. Angestellte mit einer Pensionskasse können jährlich derzeit bis 6566 Franken auf ein Konto 3a überweisen und vom steuerbaren Einkommen in Abzug bringen. Für Selbstständigerwerbende ist dieser Betrag auf 32832 Franken limitiert.
Frei nach Kennedy: «Fragt nicht, wie hoch Rente und Teuerung ausfallen werden. Fragt, was Ihr heute dagegen tun könnt.» Meine Antwort: eine starke 3.Säule aufbauen.
Erschienen in der BZ am 26. Mai 2009