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03.01.2008 - Artikel
30 Jahre Entwicklung in zahlreichen Sektoren
Schweizer Zusammenarbeit in Mali
Dreissig Jahre Entwicklungszusammenarbeit zwischen Mali und der Schweiz wurden mit drei Anlässen gefeiert: mit einer Foto-Wanderausstellung zu den Auswirkungen der Globalisierung, mit verschiedenen Treffen zwischen der Regierung Malis und der DEZA zum bilateralen Zusammenarbeitsprogramm und mit einem Ausstellungsdorf, das die verschiedenen Arten der Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Mali veranschaulicht. Diese Veranstaltungen gaben einen Einblick in die vielen Initiativen, die in dieser Zeit von Partnern in Mali und der Schweiz im kulturellen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Bereich ausgingen.
Am Rand der Festivitäten stellt sich die Frage, was die DEZA seit dreissig Jahren in Mali macht, mit welchen Partnern sie arbeitet und wie die Hauptergebnisse dieser langjährigen Zusammenarbeit aussehen.
Die Ursprünge der Partnerschaft zwischen den beiden Ländern gehen auf die grossen Dürren in den Jahren 1973/74 zurück, unter denen die gesamte Sahel-Region litt. Im Rahmen der ersten Einsätze der Schweiz in der Region wurde vor allem humanitäre Hilfe geleistet. Auf das Nothilfeprogramm folgte dann ein Entwicklungsprogramm. 1977 kam es in diesem Zusammenhang zur Unterzeichnung des ersten Rahmenabkommens für technische und wissenschaftliche Hilfe zwischen Mali und der Schweiz. Die darin zugesicherte Unterstützung umfasste Entwicklungsprogramme in den Bereichen Umweltbewirtschaftung, lokale Wasser- und Gesundheitsversorgung und Förderung des Handwerkgewerbes.
Die Ziele
Hauptziele dieser Programme waren eine nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen, eine ausreichende Trinkwasserversorgung, bessere Hygienebedingungen und die Förderung des lokalen Gewerbes.
Später unterstützte die DEZA auch die Umsetzung der nationalen Dezentralisierungspolitik, die Berufsbildung in Form einer Lehre und in jüngerer Zeit die Dezentralisierung des Bildungswesens.
Wichtigste Partner der Schweizer Zusammenarbeit waren im Laufe der dreissig Jahre Ministerien, technische Dienste, lokale Gemeinwesen (Regionen, Gemeinden), Berufsorganisationen wie die nationale Handwerkervereinigung Malis oder die Koordinationsstelle der Bauernorganisationen sowie malische und schweizerische Nichtregierungsorganisationen und andere Schweizer Akteure (Intercooperation, Helvetas, Institut für Entwicklungsstudien der Universität Genf (IUED), Swissconctact).
Die wichtigsten Ergebnisse
- Im Bereich Wasserversorgung in den Dörfern hat die DEZA zur Deckung des Trinkwasserbedarfs von rund 600 000 Menschen in 869 Orten beigetragen. Dazu wurden über 1 500 moderne
Wasserbezugsstellen und Unterhaltsnetze mit 1 200 Reparateuren in den Dörfern geschaffen. Unterstützung erhielt auch die nationale Direktion für Wasserversorgung bei der Reorganisation des
Wassersektors und beim Aufbau und der Ausrüstung der lokalen Wasserversorger in zwei Regionen.
- Im Bereich lokale Wirtschaftsförderung leistete die DEZA einen Beitrag zur Entwicklung und Förderung neuer Wirtschaftszweige (Mangos, Fleisch, Karité-Nüsse usw.), zum Ausbau der
Infrastruktur (Lagerräume, Verkehrswege in ländlichen Gebieten, Verkaufsläden) und zur Agrarforschung. Dank dieser neuen Branchen konnten Tausende von Produzenten und Bauernfamilien die Baumwollkrise
überwinden.
- Im Umweltbereich unterstützte die DEZA die Planung der Waldbewirtschaftung in der Region Sikasso (mit einer Fläche von 36 000 km²), die Erarbeitung lokaler Vereinbarungen zur
Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen, Ausbildungen im Bereich Raumplanung, Forstwirtschaft und Bienenzucht sowie die Forschung zum Anbau lokaler Pflanzenarten.
- Im Gesundheitsbereich hat die Schweizer Zusammenarbeit dazu beigetragen, dass die Region Sikasso heute über die beste medizinische Grundversorgung des Landes verfügt. Die
Verantwortung für die Gesundheitsversorgung wurde weitgehend den lokalen Gemeinschaften übertragen. Dazu wurden lokale gemeinschaftliche Organisationen gestärkt sowie 50 gemeinschaftliche
Gesundheitszentren, eine der wichtigsten Pflegeschulen in Mali und mehrere Abteilungen im Regionalspital von Sikasso gebaut, renoviert und ausgestattet. Hinzu kamen die Schaffung von Umlauffonds zum
Kauf wichtiger Medikamente und die Suche nach alternativen Finanzierungsmodellen zur Deckung der Gesundheitskosten.
- In der Berufsbildung realisiert Swisscontact im Auftrag der DEZA seit 1989 ein Unterstützungsprogramm im Bereich Lehrlingsausbildung. Dank diesem Programm erhalten jedes Jahr über 2 000 Lehrlinge Zugang zu einer Berufsausbildung in 15 Fachrichtungen und an 12 verschiedenen Orten. Es wurden Hunderte von Lehrmeistern ausgebildet, die neue Kenntnisse im Finanz- und Kundenbereich erwarben. Dank eines neu geschaffenen Finanzierungsinstruments für die Berufsbildung (Unterstützungsfonds für die Lehrlingsausbildung) verfügt Mali nun über ein qualitativ gutes, anerkanntes Berufsbildungssystem. Die Schweiz hat überdies die institutionelle Stärkung der Handwerksorganisationen und der FNAM (nationale Handwerkervereinigung von Mali) gefördert. Diese landesweite Berufsorganisation, der heute 50 000 Mitglieder angehören, hat sich im politischen Dialog auf nationaler Ebene als einflussreicher Partner etabliert.
Heute ist die Hilfe aus der Schweiz in der nationalen Dezentralisierungspolitik von Mali verankert. Die DEZA orientiert sich für ihre Aktivitäten zugunsten regionaler Vereinigungen und Gemeinden
an diesem Ansatz. Ziel ist die Stärkung der Kapazitäten der Gemeinwesen im Bereich der Planung und Umsetzung von regionalen und lokalen Entwicklungsstrategien, die den sozialen, wirtschaftlichen und
kulturellen Realitäten in den betroffenen Regionen Rechnung tragen.
Der finanzielle Beitrag der Schweiz für die Zusammenarbeit mit Mali beläuft sich seit 1977 auf insgesamt rund 305 Millionen Franken.
Weiterführende Informationen und Dokumente
- 2 Projektbeispiele: Die Zwiebeln von Accra - Die Handwerker der Entwicklung
Download (PDF, 104 KB) : [de] [en] [fr] [it]
- Interview mit der Präsidentin der Genossenschaft Saniyaton
Download (PDF, 27 KB) : [de] [en] [fr] [it]
- Mali
Der Konflikt in Mali, der im März 2012 mit einem Staatsstreich begann, hat gezeigt, wie fragil das L...