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In unregelmäßigen Abständen erzählen Ute und Martin Tomatengeschichten der besonderen Art. Heute erzählen sie, die wahre Geschichte der Tomatensorte Marmande.
Wenn eine Geschichte in einer Statue endet, die vor dem Bürgermeisteramt steht, dann ist es in der Regel eine offizielle und damit wahre Geschichte. Die Statue heißt «Pomme d’amour», zeigt eine junge, hübsche Frau und steht auf dem Hauptplatz von Marmande, einer kleinen, südfranzösischen Stadt zwischen Bordeaux und Toulouse. Und das ist die Geschichte:
Ferlinde Giraudeau, Tochter eines vermögenden Bürgers von Marmande, wollte sich einfach nicht verheiraten lassen, weil, wie sie sagte, sich der Richtige noch nicht gemeldet habe. Es gab zwar einen, der eigentlich gerne der Richtige gewesen wäre, aber er war von niedrigem Stand und hatte daher seines Erachtens weder Recht auf Werbung noch Chancen, von der Angebeteten anerkannt zu werden. So packte er seine Sachen, nahm in Bordeaux das Schiff und fuhr in die Antillen. Als er Jahre später als reicher Mann zurück nach Marmande kam, hatte er Samen der rotglänzenden Tomaten dabei, die er sogleich aussäte und – als die ersten Früchte reiften – sie der immer noch Angebeteten und Unverheirateten heimlich aufs Fensterbrett legte. Sie aber wollte wissen, woher die wunderbaren, roten Früchte kamen, wartete, bis sie ihn in flagranti erwischte, erwiderte seine Liebe augenblicklich und meinte, der rote «Apfel» müsse von nun an «pomme d’amour», Liebesapfel heißen. Hier endet die offizielle Geschichte. Wie wir inzwischen wissen, sollte die Paradiesfrucht weder in Frankreich noch in Deutschland nach der Liebe oder gar dem Paradies genannt werden. Die schönglänzende Rote aus den Antillen hat dafür den Namen der Stadt der beiden Liebenden erhalten und wurde als Tomate Marmande zu einer der beliebtesten Sorten in Frankreich.
Quelle: www.ventmarin.free.fr