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Wird die Hagia Sophia eine Moschee?
(idea/Livenet) - Das oberste Verwaltungsgericht der Türkei prüft derzeit den Museumsstatus der Hagia Sofia - und ob diese in eine Moschee umgewandelt werden kann. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Andalou soll der Entscheid demnächst fallen. Der türkische Präsident Recep Erdogan (66) kündigte bereits an, aus der berühmten ehemaligen Kirche Hagia Sophia eine Moschee zu machen; derzeit wird sie als Museum genutzt. Bislang hat sich Erdogan immer gegen eine Veränderung des 1'500 Jahre alten Bauwerks ausgesprochen. Jetzt hat er seine Meinung geändert. Schon lange fordern islamistische Kreise, dass die Hagia Sofia wieder zur Moschee wird und auch in der allgemeinen Bevölkerung scheint dieser Gedanke grosse Akzeptanz zu haben. Laut einer Umfrage des Forschungsinstituts "Areda Survey" forderten 73 Prozent der türkischen Bürger (befragt wurden 2'500 Personen), die Hagia Sofia solle wieder als Moschee genutzt werden.
Griechenland dagegen
Gegen diesen Vorgang gibt es aber auch innerhalb der Türkei Widerstand. Die säkulare Opposition des Landes wehrt sich gegen eine Umnutzung. Ebenso der Nachbarstaat Griechenland und die USA. Das amerikanische Aussenministerium erklärte inzwischen, dass die Hagia Sofia für alle zugänglich sein solle. Die Regierung in Ankara müsse, so das US-Aussenministerium weiter, die Hagia Sophia weiterhin als Musterbeispiel für ihr Engagement, die Glaubenstraditionen und die vielfältige Geschichte des Landes beibehalten. 1985 wurde der Bau ins Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen.
Wie im Osmanischen Reich
Die Hagia Sofia war schon einmal eine Moschee. Die Osmanen machten aus der im Jahr 537 erbauten Basilika - also in vorislamischer Zeit - eine Moschee, nachdem sie Konstantinopel (heute Istanbul) anno 1453 erobert hatten. Bis ins Jahr 1923 wurde der imposante Kuppelbau als Moschee genutzt, ehe Kemal Atatürk - der Gründer der modernen Türkei - sie am 24. November 1934 nach einem Entscheid des Ministerrats in ein Museum umwandelte. (Autor: Daniel Gerber/Livenet)