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von Jonathan Frey
Der bei Sondierungen auf der Burgruine Hünenberg inmitten eines Mauerschuttpaketes geborgene Panzerhandschuh kann aufgrund von Vergleichen mit archäologischen Funden und Bildquellen ins dritte Viertel des 14. Jh. Datiert werden. Er ist somit einer der wenigen Harnischteile dieser Art in der Schweiz.
Aufgrund der Schriftquellen und der Datierung des bisherigen Fundbestands dürfte die Burg Hünenberg 1388 nach einem Gefecht zerstört worden sein, wobei der Panzerhandschuh von den Mauertrümmern verschüttet wurde. Seine Konstruktion aus relativ wenigen Platten und Fingerfolgen, die direkt mit Nieten verbunden sind, veranschaulicht die allmähliche Vergrösserung der Platten und die damit einhergehende Versteifung der Panzerhandschuhe während des 14. Jh. Zudem dürfte er einer der frühesten Beispiele für die Verzierung von Panzerhandschuhen sein, die von der Konstruktion und der menschlichen Anatomie losgelöst sind.
Im Weiteren zeigt der Vergleich des Hünenberger Panzerhandschuhs mit jenen der Liegefigur des Ritters Hüglin von Schönegg (St. Leonhard, Basel) die methodischen Probleme, die beim Datieren von Harnischteilen anhand von vermeintlich exakt datierten Grabmälern auftreten können. Absolut datierte Funde sind deshalb nicht nur für die typologische Entwicklung von Harnischteilen von Bedeutung, sondern können auch zur Datierung von Bildwerken einen wichtigen Beitrag leisten.
, Jonathan : Der Neufund eines Panzerhandschuhs aus der Burgruine Hünenberg ZG: ein Beitrag zur typologischen Entwicklung der mittelalterlichen Schutzbewaffnung im 14. Jahrhundert
Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 14. Jahrgang 2009, Heft 3, 91 - 102.