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Die Eliteuniversität Harvard hat am Freitag ein Gaststipendium für Chelsea Manning, die kürzlich frei gelassene Whistleblowerin und Transgender, zurückgezogen.
In einer Stellungnahme bezeichnete der Dekan der Harvard Kennedy School of Government die erst am Mittwoch ausgesprochene Fellow-Einladung an Manning als Fehler. Manning sei aber weiterhin zu einem Vortrag eingeladen.
Am Vortag hatte CIA-Direktor Mike Pompeo eine Rede in Harvard abgesagt und auf Manning Bezug genommen. Medienberichten zufolge nannte er sie «eine amerikanische Verräterin».
Die 29-jährige Manning reagierte auf Twitter, sie sei geehrt, als erste Trans-Frau von einem Gaststipendium in Harvard ausgeladen zu werden. Die Universität sei auf Druck der CIA vor der Einladung zurückgeschreckt.
Sie war im Mai nach fast sieben Jahren aus US-Militärhaft entlassen worden. Vor ihrer Geschlechtsumwandlung war sie unter dem Vornamen Bradley bekannt.
Manning hatte als Computerexperte für die US-Streitkräfte gearbeitet und hunderttausende geheime Dokumente aus Armeebeständen an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergegeben. Darunter war Material, das unter anderem schwere Verfehlungen und Menschenrechtsverstösse von US-Soldaten in den Kriegen im Irak und in Afghanistan zeigte.
Unter anderem wegen Spionage war Manning zu 35 Jahren Militärhaft verurteilt worden und hat davon knapp sieben Jahre abgesessen. Präsident Barack Obama hatte die Strafe kurz vor dem Ende seiner Amtszeit verkürzt. (sda/dpa)