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Basel, 1508
H. 72, B. 50 cm
Inv. 1870.1277.
Die mittelalterlichen Zünfte Basels waren in ihrem Ursprung nicht nur gewerbliche Verbände, sondern auch religiöse Bruderschaften mit karitativen und sozialfürsorgerischen Verpflichtungen. Die sogenannten Seelzünfte unterhielten enge Beziehungen zu den Gotteshäusern der Stadt; so hatten auch die Schneider und Kürschner seit 1352 ihren Bruderschaftsaltar in der Spitalkirche. Der almosenspendende hl. Homobonus auf der Kabinettscheibe der Basler Schneiderzunft, dessen deutscher Name St. Gotman hier erstmals bezeugt ist, verkörpert die Wirtschaftsethik und Laienfrömmigkeit der Zunftbrüder. Der Kult des frommen und "guten Menschen" aus Cremona, der laut Legende ein wohlhabender Schneider und Tuchhändler war, beschränkte sich bis zu Beginn des 16. Jahrhunderts auf den lombardisch-venezianischen Raum und gelangte über den cremonesischen Barchent-Tuchhandel nach Basel, wo die Schneiderzunft den Heiligen bald als ihren Schutzpatron verehrte.