Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03117.jsonl.gz/1192

geschrieben von Renate Cavelti geb. Endl (Enkelin)
Kapusta Anton war mein leiblicher Grossvater, der schon lange vor meiner Geburt im Krieg gefallen war.
Er ist am 24.05.1914 in Wien geboren und mit drei Brüdern aufgewachsen.
Aus Erzählungen weis ich, dass Anton es liebte Motorrad zu fahren.
Am 29.08.1939 heiratete er Stefanie Stropek und am 10.03.1942 kam seine Tochter Trude zur Welt.
Er arbeitete an der alten Donau als Badeaufsicht und Rettungsschwimmer. In den alten Dokumenten habe ich gesehen, dass er bei der Bundesbahn angestellt war, als er in den Krieg eingezogen wurde.
Leider kehrte er vom Krieg nicht mehr zurück und meine Grossmutter stand in Kriegszeiten mit einem kleinen Kind alleine da. Es begann ein jahrelanger Papierkrieg bis er für tot erklärt wurde, da er in allen Dokumenten als vermisst aufgeführt wurde.
Aus einem Schreiben seines Leutnants war uns nur bekannt, dass sich die Kompanie ohne Kampf auf den Rückzugsmärschen aus Südfrankreich befand. Jedoch wurde der Grenadier Anton Kapusta von der Kompanie vermisst und trotz aller Bemühungen, konnte nichts über seinen Verbleib in Erfahrung gebracht werden.
Bei meiner Forschung habe ich 2019 im Programm „Geneanet“ bei „Finden Sie Ihre Vorfahren“, seinen Namen eingegeben und habe meinen Augen nicht getraut. Auf dem Kriegsfriedhof Gemeinde Dagneux Frankreich habe ich das Grab meines Grossvaters Kapusta Anton gefunden. Er ist Ende August 1944 in Salindres Frankreich verschollen und niemand von der Familie wusste, dass es eine Grabstätte gibt, da in allen seinen Dokumenten „Grablage unbekannt“ aufgeführt ist.
Es war geplant, dass ich mit meiner Mutter bei ihrem nächsten Besuch in der Schweiz einen Ausflug zum Grab ihres Vaters machen werde. Leider kam Corona dazwischen. Aber ich bin mir sicher, wir holen das nach, und er wird nach so vielen Jahren das erste mal Besuch von seiner Familie bekommen.