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Videos zu Tschernobyl
Chronologie des Unfalls – und des Schweigens
Tagelang erfährt die Öffentlichkeit nichts vom Atom-Desaster. Michail Gorbatschow nimmt erst nach 19 Tagen Stellung zur Katastrophe und gibt dann zu: «Unsere Informationen waren ungenügend.»
29. April 1986: Direktor der Atomenergie-Organisation unbekümmert
Hans Blix, damaliger Direktor der Internationalen Atomenergie-Organisation, gibt sich wenige Tage nach dem Unfall noch sorglos. Man sei informiert worden und habe Hilfe angeboten. Am 5. Mai 1986 besichtigt Blix schliesslich als einer der ersten westlichen Politiker den zerstörten Kernreaktor.
30. April 1986: So dehnt sich die radioaktive Wolke aus
Aufgrund der Windverhältnisse kommt die giftige Wolke am 28. April in Schweden an, wo die Strahlenwerte in die Höhe schnellen. Die Regierung schlägt Alarm. Erst zu diesem Zeitpunkt gibt die staatliche sowjetische Nachrichtenagentur TASS eine kurze Meldung zu einem Unfall in Tschernobyl heraus. Wenige Tage später ist auch in der Schweiz die Radioaktivität mehr als doppelt so hoch wie üblicherweise.
5. Mai 1986: «Andere Länder unbeeinträchtigt»
Es sei zwar ein schlimmer Unfall gewesen, erklärt Regierungssprecher Georgi Arbatow am 5. Mai in einem Radiointerview. Auf andere Länder habe dieser allerdings keinen Effekt. Auch zwei amerikanische Wissenschaftler betonen, gefährdet seien lediglich Menschen, die sich in der unmittelbaren Umgebung des Reaktors bewegten.
6. Mai 1986: So reagiert die Schweiz
Knapp zwei Wochen nach der Katastrophe ergriffen umliegende Regierungen Massnahmen, die bis zum Verbot des Verzehrs von Frischgemüse reichten. In der Schweiz stufte die Nationale Alarmzentrale die Gefahr zu diesem Zeitpunkt als «unbedenklich» ein, doch die Drähte bei der Behörde liefen heiss. Viele Konsumenten zeigten sich zusehends besorgt.
1. Juni 1986: Die Qual der Arbeiter
Unter Einsatz ihres Lebens versuchen Tausende Arbeiter, sogenannte Liquidatoren, der Strahlung Herr zu werden. Unter anderem entfernen sie die radioaktive Staubschicht, bauen ein Kühlsystem sowie einen gigantischen Sarkophag, der den Reaktor völlig ummanteln soll. Die Arbeiter sind teilweise nur stundenweise im Einsatz, danach müssen sie erbrechen oder kollabieren.