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Einfach gut unterrichten
Von Hans Berner, Rudolf Isler und Wiltrud Weidinger (1. Aufl. 2018, 2. Aufl. 2019)
Dieses Lehr-, Arbeits- und Praxisbuch zur allgemeinen Didaktik vereint zeitgemässe Konzepte, Methoden und Reflexion. Es folgt selbst der Struktur guten Unterrichts: vom Vorwissen zum Wissen, vom Anwenden zum Üben, vom Üben zum Reflektieren. Angehende und erfahrene Lehrpersonen finden Anregungen, Praxistipps und theoretische Impulse für einen Unterricht, der aktuellen Standards gerecht wird und auf situative Bedingungen anpassbar bleibt.
Was kann man tun, damit ein Buch über das Unterrichten nicht bloss passiv-rezeptiv konsumiert wird – mit dem Ergebnis, dass träges Wissen entsteht («inert knowledge»), das nicht nutz- und anwendbar ist? In Umkehrung des bekannten Bibelzitats «Denn sie wissen nicht, was sie tun» (Lukas 23, 34) könnte man den Sachverhalt auch so charakterisieren: «Denn sie tun nicht, was sie wissen»: Es gibt keinen Zugriff zum Wissen, weil es in einer Weise erworben wurde, die seine praktische Anwendung blockiert. Das Autorentrio zeigt in diesem Buch, wie man didaktisch vorgehen kann, um träges Wissen nach Möglichkeit zu vermeiden: durch den Einbau zahlreicher Aufgaben einer kriteriengeleiteten Selbstreflexion und Selbstbeobachtung, gekoppelt mit Aufforderung zum Austausch. Die Kapitel zu den Szenarien und Methoden des Unterrichtens sind alle so aufgebaut, dass sie die folgende gleichbleibende Struktur auf- weisen: (1) Knappe Einführung in die Thematik, (2) ausführliche Arbeitsaufgaben mit dem Ziel, einen Bezug zum eigenen Vorwissen und den eigenen Erfahrungen her- zustellen («Das ist Ihre Aufgabe»); (3) Vermittlung von Grundkonzepten und Ergebnissen empirischer Forschung («Das müssen Sie wissen»); (4) Anregungen für die praktische Umsetzung («So können Sie das anwenden») und (5) ausführliche und vielfältige Aufgaben zur Übung und Vertiefung.
Andreas und Tuyet Helmke, Vorwort «Einfach gut unterrichten», 2018
Einfach gut unterrichten? Ganz einfach sieht es tatsächlich aus, wenn Unterricht gut funktioniert. Aber alle, die sich eingehend mit Lehren und Lernen befasst haben, wissen nur zu genau, dass gerade jener Unterricht, der in einer angenehmen und angeregten Atmosphäre stattfindet und in dem Bedeutendes vermittelt und gelernt wird, zwar leicht und locker daherkommt, in Tat und Wahrheit aber ein Ausdruck und ein Zusammenspiel vielfältigster didaktisch-methodischer und sozialer Kompetenzen ist. Gut zu unterrichten, scheint dagegen auf den ersten Blick relativ und vor allem eine Frage des Standpunktes zu sein, aber Andreas Helmke belegt mit seinen Publikationen, dass Qualitätsmerkmale von Unterricht bestehen, die fraglos Gültigkeit beanspruchen können, und dass es wohlbegründbare Merkmale der Expertise von Lehrkräften gibt, über die man sich in der Unterrichtsforschung weitgehend einig ist.
Mit unserem Buch wenden wir uns zum einen an angehende Lehrerinnen und Lehrer, die lernen wollen, wie man gut unterrichtet. Gleichzeitig sprechen wir aber auch Kolleginnen und Kollegen an, die erfolgreich unterrichten und sich auf der Basis einer bewährten Erfahrung erneut mit didaktisch-methodischen Fragen auseinandersetzen und ihrem Unterricht neue Impulse vermitteln möchten. Für beide soll die vorliegende Publikation eine theoriegestützte und praxisorientierte Hilfe sein, um in Übereinstimmung mit pädagogisch begründeten Standards einfach – im oben angedeuteten Sinn – und gut zu unterrichten. Dass dadurch auch das Wohlbefinden und die Zufriedenheit aller Beteiligten wächst, möchten wir speziell hervorheben. Denn sowohl für eine erfolgreiche Schulkarriere von Lernenden als auch für eine fortdauernde Berufskarriere von Unterrichtenden sind Wohlbefinden und Zufriedenheit von zentralster Bedeutung.