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Gartner empfiehlt sieben Methoden, mit denen die Kosten im Rechenzentrum reduziert werden können.
Der US-Marktforscher Gartner hat eine kurze Zusammenfassung seiner Empfehlungen zur Reduktion der Kosten im Rechenzentrum veröffentlicht. Die Empfehlungen von Gartner sind zwar nicht grundsätzlich neu, scheinen uns aber nachvollziehbar und vernünftig, weshalb wir sie an dieser Stelle zusammenfassen.
1. Hardware konsolidieren: Jede einzelne Einheit (Server oder Storage), die wenig benützt und deshalb ausgeschieden werden kann, hilft, die die Kosten zu senken. Weniger Maschinen zu haben, erleichtert erstens den Überblick (Asset- und Inventar-Management), senkt zweitens die Kosten für den Unterhalt und Support und hilft drittens mit, die Energiekosten zu senken. Gartner rechnet mit durchschnittlich etwa 400 Dollar Energiekosten pro Server. Die konsequente "Hardware-Rationalisierung", wie Gartner sich ausdrückt, soll die Hardware-Kosten im RZ um jährlich fünf bis 10 Prozent reduzieren.
2. Rechenzentren konsolidieren: Es lohnt sich, so Gartner, mehrere kleinere Rechenzentren in wenige, grosse Zentren zu fusionieren. Neben Einsparungen bei Hard- und Software sowie überflüssigen Unterhaltsverträgen kann oft auch Personal abgebaut werden. Gartner empfiehlt, die Leute nicht einfach zu entlassen, sondern für andere Aufgaben im Rechenzentrum umzuschulen. Die Konsolidierung verschiedener Rechenzentren führt gemäss Gartner zu Einsparungen von fünf bis 15 Prozent der RZ-Kosten jährlich.
3. Energie- und Gebäudekosten bewirtschaften: Je knapper der Raum in den Rechenzentren wird, desto mehr Hardware (womoglich Blade-Server) wird hineingestopft, was wiederum den Kühlbedarf erhöht. Gartner empfiehlt verschiedene Massnahmen, um die Mehrkosten im Griff zu behalten. So soll man die Temperatur des RZs auf 24 Grad erhöhen, Aussenluft zur Kühlung verwenden, das RZ neu auf das Konzept "hot aisle, cold aisle" (Gänge mit kalter und Gänge mit warmer Luft) umstellen sowie serverseitige Software für Energiemanagement einsetzen.
4. Verträge neu verhandeln: RZ-Manager sollen mit den Finanz- und Beschaffungsteams in ihrer Firma zusammenarbeiten und die Leasing-, Hardware-, Software-, Support- und Unterhaltsverträge neu verhandeln. Die Lieferanten seien es, so Gartner, gewöhnt, dass ihre Kunden in Krisenzeiten bessere Vertragsbedingungen verlangten (und erhielten).
5. Personalkosten managen: Personalkosten machen bis zu 40 Prozent der Gesamtkosten eines Rechenzentrums aus. Gartner empfiehlt, den Personalbestand und die nötigen Qualifikationen der Mitarbeitenden in den Rechenzentren für die nächsten zwei Jahre zu überprüfen und wo möglich von günstigeren Arbeitskosten in Billiglohnländern zu profitieren.
6. Assets ausquetschen: Neubeschaffungen zu verschieben, sollte für jeden RZ-Manager eine Option sein, so Gartner. Zwar könne es zu Nachteilen bei Performance und Energieverbrauch führen, wenn man Erneuerungen der Infrastruktur über den Abschreibungszeitpunkt hinausschiebt, doch werde eben auch der Zeitpunkt des Kapitalbedarfs verschoben. Wer Neubeschaffungen herausschiebt, solle aber Supportverträge neu verhandeln und darauf achten, dass die Software weiterhin unterstützt wird.
7. Virtualisierung: Obwohl Virtualisierungsprojekte Lizenz- und Projektkosten verursachen, könne man diese innert 24 Monate wieder herausholen und zudem Einsparungen beim Energieverbrauch von bis zu 82 Prozent und beim Platzbedarf von bis zu 86 Prozent erwarten, schreibt Gartner.
Der Marktforscher hat eine kostenpflichtige Studie ("How to Cut Your Data Center Costs") zum Thema veröffentlicht. Kosteneinsparungen für RZ-Verantwortliche sind zudem ein Thema an der 'Gartner Data Center Conference' im Oktober in London. (Christoph Hugenschmidt)