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- Die Strecke: Der gut 16 km lange Rundkurs in der Bundeshauptstadt Virginia wird vom knapp 200-köpfigen Feld 16 Mal befahren. Das macht insgesamt rund 260 km. Drei kurze, giftige Steigungen mit finalen Pavé-Passagen werden im Verlauf des Rennens für eine Selektion sorgen. Der Parcours ist mit jenem eines klassischen Eintagesrennens zu vergleichen und auf kräftige Sprinter zugeschnitten.
- Das deutsche Top-Duo: Nach Tony Martins Enttäuschung im Zeitfahren (7. Rang) wollen sich die Deutschen rehabilitieren. Mit John Degenkolb, der heuer die Classiques Mailand-Sanremo und Paris-Roubaix gewann, sowie André Greipel sind die Aussichten glänzend. Der 26-jährige Degenkolb ist der Captain. Sollte es zu einem Massenspurt kommen, könnte das Team mit dem 7 Jahre älteren Greipel auf den Plan B zurückgreifen.
Ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, mir am Dienstag eine Harley Davidson auszuleihen.
Degenkolb wird eine offensive Strategie verfolgen: «Ich brauche keine Körner zu sparen oder auf etwas zu warten. Das ist auch die Art und Weise, wie ich in diesem Frühjahr meine Siege einfahren konnte.» Der 10-fache Vuelta-Etappensieger hat seine gesamte Familie um sich, seine Schwägerin und sein Schwager leben in Richmond. Deshalb wird er ein paar Ferientage anhängen.
Und er hat auch schon eine Idee, wie er sich für einen allfälligen Triumph belohnen würde: «Ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, mir am Dienstag eine Harley Davidson auszuleihen und hier auf den Strassen herumzucruisen.»
- Die weiteren Favoriten: Zu berücksichtigen ist weiter Alejandro Valverde (Sp), der schon 6 Mal in einem Strassenrennen auf einem WM-Podest stand – aber noch nie zuoberst. Peter Sagan (Slk), Alexander Kristoff (No) und Michael Matthews (Au) werden ebenso hochgehandelt wie die starke belgische Equipe mit Philippe Gilbert, dem Weltmeister von 2012, und Greg van Avermaet.
- Die andere Prognose: Mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit soll es am Sonntag regnen. Mitunter sind heftige Gewitterschauer angesagt. Damit könnte das Wetter den Ausgang massgeblich beeinflussen.
Wir haben keinen Topfavoriten in unseren Reihen und müssen das Rennen deshalb nicht kontrollieren.
- Die Schweizer: Für das Trio mit Michael Albasini, Grégory Rast und Silvan Dillier gilt es, möglichst lange Kräfte zu sparen und den richtigen Moment abzuwarten. «Wir haben keinen Topfavoriten in unseren Reihen und müssen das Rennen deshalb nicht kontrollieren», folgert Rast. Im Finale könnte vor allem der 34-jährige Albasini seine Qualitäten ausspielen. Sein 3. Rang an der Flèche Wallone 2015 kam auch im steilen Schlussanstieg zustande.
- So war es 2014: Vor einem Jahr im spanischen Ponferrada eroberte der Pole Michal Kwiatkowski den Titel. Er griff in der letzten Steigung an und verwaltete seine knappe Reserve vor Simon Gerrans (Au) und dem erneuten Bronzegewinner Alejandro Valverde (Sp). Fabian Cancellara musste in dieser entscheidenden Phase abreissen lassen. Als bester Schweizer kam er mit 7 Sekunden Rückstand ins Ziel. Der Berner verpasste damit nicht nur sein ambitioniertes Goldziel, sondern auch die Top 10 um einen Rang.
Wie SRF-Experte David Loosli die Lage vor dem Strassenrennen einschätzt und welche Chancen er den Schweizern einräumt, erfahren Sie im Skype-Interview:
Sendebezug: SRF zwei/info, sportlive, 23.09.2015 19:00 Uhr
TV-Hinweis
Verfolgen Sie das Strassenrennen am Sonntag ab 19:25 Uhr live auf SRF zwei, im Stream oder Ticker.