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Nach seiner Zeit als Co-Trainer sowie als Cheftrainer der zweiten Mannschaft übernimmt Zinédine Zidane bei Real Madrid seinen ersten grossen Posten im Trainer-Business. Doch Erfolg an der Seitenlinie ist für ehemalige Top-Fussballer längst nicht garantiert.
Als Spieler kann Zinédine Zidane auf eine äusserst erfolgreiche Karriere zurückblicken. Mit der französischen Nationalmannschaft wurde er Welt- und Europameister. Beim WM-Titelgewinn 1998 im eigenen Land war «Zizou» mit zwei Kopfballtoren im Finale der entscheidende Mann. Mit Real Madrid gewann der Spielmacher 2002 zudem die Champions League. Von der FIFA wurde der 43-Jährige dreimal als Weltfussballer des Jahres ausgezeichnet.
Für immer in Erinnerung bleiben wird Zidane auch wegen seines legendären Kopfstosses gegen Marco Materazzi im WM-Finale 2006. Ob er als Trainer etwas taugt, muss sich erst noch zeigen. Die folgenden Beispiele demonstrieren aber, dass ehemalige Weltstars als Trainer sowohl top als auch flop sein können.
Kaum ein Spieler hat die Geschichte des deutschen Fussballs so geprägt wie der «Kaiser». 1974 führte er die Nationalmannschaft als Captain zum zweiten Weltmeistertitel. Auf Clubebene gewann Beckenbauer alles, was es zu gewinnen gibt: die deutsche Meisterschaft, den Cup, den Europapokal der Pokalsieger, den Europapokal der Landesmeister und den Weltpokal.
1990 triumphierte Beckenbauer auch als Trainer bei der Weltmeisterschaft. Er ist damit neben Mario Zagallo der Einzige, der den wichtigsten Titel im Fussball sowohl als Spieler und als Trainer gewinnen konnte. Mit Bayern München wurde er 1994 deutscher Meister und 1996 UEFA-Cup-Sieger.
Im Sommer übernimmt Guardiola wohl Manchester City und wird mit angeblich 25 Millionen pro Jahr neuer Rekordverdiener unter den Trainern. Nach seinen Engagements bei Barcelona und Bayern München wird der Posten bei den Engländern seine dritte grosse Station. Besonders erfolgreich war er bei Barcelona. Mit den Katalanen gewann er in vier Spielzeiten sagenhafte 14 Titel. Mit den Bayern wurde er zweimal deutscher Meister und stand in der Saison 2013/14 bereits am 27. Spieltag als Sieger fest. So früh war das vor ihm noch niemandem gelungen.
Schon als Spieler hatte Guardiola äusserst erfolgreich agiert. Mit Barcelona gewann er in elf Profijahren 16 Titel. Darunter sechsmal die spanische Meisterschaft und einmal den Europacup der Landesmeister.
Der begnadete Spielmacher war in der erfolgreichsten Zeit von Ajax Amsterdam der Star der Mannschaft. Mit den Holländern wurde er als Spieler gleich achtmal Meister und fünfmal Pokalsieger. In seiner Zeit beim FC Barcelona gewann er ausserdem je einmal die Meisterschaft und den Cup. Erfolge feierte Cruyff auch mit der Nationalmannschaft. Bei der WM 1974 wurden die Holländer Zweite und bei der EM 1976 Dritte. Aber nicht nur mit seinen Mannschaften war Cruyff erfolgreich. Er wurde auch Europas Fussballer des Jahrhunderts und Europas Fussballer des Jahres (1971,1973 und 1974).
Nach seiner Aktivkarriere übernahm er als Trainer zuerst Ajax und anschliessend den FC Barcelona. Dabei sammelte er fleissig Titel auf nationaler und internationaler Ebene. Seinen letzten Posten hatte der Holländer von 2009 bis 2013 als Trainer der katalonischen Nationalmannschaft. Diese ist jedoch von der FIFA nicht anerkannt und darf deshalb nur Freundschaftsspiele bestreiten.
Insgesamt fünf Mal gewann der neue Bayern-Trainer bereits die Champions League. Zweimal war er als Spieler erfolgreich und dreimal als Trainer. Zuletzt führte er Real Madrid 2014 zur lang ersehnten «Decima». Auch auf nationaler Ebene agierte der Italiener bisher sehr erfolgreich. Als Trainer war er schon Meister in England, Italien und Frankreich. Mit der AS Rom und dem AC Mailand gewann er als Spieler zudem insgesamt dreimal die italienische Meisterschaft.
Viermal Weltmeister und einmal Vize-Weltmeister: Dieses Kunststück gelang keinem anderen Fussballer. 1958 und 1962 war Zagallo als Stammspieler Teil der brasilianischen Mannschaft, die den Titel zweimal hintereinander gewinnen konnte. Im Finale 1958 reihte er sich beim 5:2 gegen Schweden sogar als Torschütze ein. Nach seiner aktiven Karriere wurde Zagallo unter anderem Trainer der brasilianischen Nationalmannschaft. Mit ihr gewann er 1970 zum dritten Mal die Weltmeisterschaft und wurde 1998 Vize-Weltmeister. Beim Titel 1994 war er als Assistenztrainer dabei.
Niemand hat als Spieler oder Trainer in der Bundesliga mehr Spiele gewonnen als Heynckes. Als Spieler wurde er mit Gladbach unter anderem viermal deutscher Meister und einmal Pokalsieger. Ausserdem triumphierte der 70-Jährige mit Deutschland je einmal an der Welt- und der Europameisterschaft.
Als Trainer gewann Heynckes mit Real und den Bayern je einmal die Champions League. In der Saison 2012/13 gelang ihm mit den Bayern als erster Deutscher Trainer sogar das «Triple». Bemerkenswert: Acht Tage nach dem Champions-League-Sieg 1998 mit Real Madrid entliessen die Königlichen den Deutschen aufgrund von Erfolglosigkeit. In der Liga hatten die Madrilenen nur den vierten Rang erreicht.
Unter Deschamps hat die französische Nationalmannschaft wieder zu alter Stärke zurückgefunden. Mit der «Equipe Tricolore» ist an der EM im Sommer definitiv zu rechnen. Als Trainer erreichte er 2004 bereits den Champions-League-Final mit Monaco, 2010 gewann er mit Marseille die französische Meisterschaft.
Als Spieler war Deschamps gar noch erfolgreicher. Mit Frankreich gewann er die Welt- und die Europameisterschaft. Ausserdem triumphierte er in den 90er-Jahren mit Marseille und Juventus zweimal in der Champions League.
Der Holländer war neben Marco van Basten und Ruud Gullit eine der prägenden Figuren beim Europameistertitel 1988. Mit Ajax gewann Rijkaard in den 80er- und 90er-Jahren fünfmal die Meisterschaft und je einmal den Europacup der Cupsieger sowie die Champions League. 1985 und 1987 wurde er zudem in Holland als Fussballer des Jahres ausgezeichnet.
Seine grössten Erfolge als Trainer feierte der Holländer beim FC Barcelona. Mit den Katalanen wurde er zweimal Spanischer Meister und siegte einmal in der Champions League. Seither sind seine Referenzen allerdings eher bescheiden.
Keine Frage: Der Argentinier war einer der besten Fussballer, die es je gegeben hat. 1986 führte er sein Land als Captain zum zweiten Weltmeistertitel. Mit fünf Toren und fünf Assists war Maradona der überragende Akteur seines Teams. Sein zweites Tor im Viertelfinal gegen England wurde später zum WM-Tor des Jahrhunderts gekürt: Bei einem Dribbling über das halbe Spielfeld, nahm der Argentinier die ganze englische Abwehr auseinander und schoss anschliessend ein.
Nach seiner Aktivkarriere machte Maradona vor allem mit Drogenproblemen auf sich aufmerksam. Trotzdem betreute er an der WM 2010 als Trainer die argentinische Nationalmannschaft. Das Turnier verlief allerdings enttäuschend und war nach der 0:4-Niederlage gegen Deutschland im Viertelfinal vorzeitig beendet.
Als Spieler war Ruud Gullit eine Riesennummer. Mit Holland gewann er 1988 den Europameistertitel. Im Final erzielte er die 1:0-Führung. Mit verschiedenen Vereinen wurde Gullit holländischer Meister und mit dem AC Mailand triumphierte er auch in Italien und zweimal im Meistercup. 1987 und 1988 wurde er mit dem Ballon d'Or ausgezeichnet.
Den einzigen Erfolg in seiner Trainerkarriere feierte er mit dem Gewinn des FA-Cup 1997 mit Chelsea, damals noch als Spielertrainer. Seinen letzten Trainerposten hatte der Holländer 2011 beim russischen Erstligisten Terek Grosny. Nach knapp fünf Monaten musste er dort allerdings bereits wieder gehen.
Als Spieler gewann Matthäus sowohl die Welt- als auch die Europameisterschaft. Auf Klub-Ebene wurde er unter anderem siebenmal deutscher und einmal italienischer Meister. Weit weniger erfolgreich verlief die Trainerkarriere des Deutschen. Zuletzt betreute er von 2010 bis 2011 die bulgarische Nationalmannschaft. Nachdem seine Mannschaft in der Qualifikation zur EM 2012 auf dem letzten Platz landete, wurde Matthäus aber entlassen. Seine grössten Erfolge lesen sich nicht besonders eindrucksvoll. Serbischer Meister mit Partizan Belgrad und österreichischer Meister mit Red Bull Salzburg als Co-Trainer.
In seiner aktiven Zeit konnte Berti Vogts grosse Erfolge feiern. Mit der Nationalmannschaft wurde er 1972 Europa- und 1974 Weltmeister. Mit Gladbach gewann er ausserdem fünfmal die deutsche Meisterschaft.
Als er 1990 Bundestrainer wurde, schien es zunächst so, als könne er an seine früheren Erfolge anknüpfen. 1992 wurde Vogts Vize-Europameister und 1996 sogar Europameister. Allerdings scheiterte er an der WM 1994 bereits im Viertelfinale an Bulgarien. Nachdem die Deutschen auch 1998 bereits im WM-Viertelfinale ausschieden, wurde Vogts entlassen. Die weiteren Trainerstationen hiessen Leverkusen, Kuwait, Schottland, Nigeria und Aserbaidschan. Erfolge konnte er aber keine mehr feiern.
1990 erzielte Brehme im Finale der Weltmeisterschaft gegen Argentinien den entscheidenden Treffer. Auf Klub-Ebene wurde er zudem deutscher und italienischer Meister und gewann den UEFA-Cup. 2000 übernahm er als Trainer den 1. FC Kaiserslautern. Nach knapp zwei Jahren wurde er aber überraschenderweise entlassen. Bei seinen weiteren Stationen, Unterhaching und Stuttgart (als Co-Trainer) musste er wegen Erfolglosigkeit vorzeitig gehen.
Erfolgreich war van Basten eigentlich nur als Spieler. Mit Ajax und dem AC Mailand wurde er mehrfach Meister und mit den Italienern gewann er zweimal den Meistercup. Der grösste Erfolg des Holländers war aber ganz klar der Europameistertitel 1988. Im Finale gegen Deutschland gelang ihm dabei ein Zaubertor.
Als «Bondscoach» der holländischen Nationalmannschaft konnte er nie an seine früheren Erfolge anknüpfen. Sowohl an der WM 2006 als auch an der EM 2008 musste die «Elftal» frühzeitig die Segel streichen. Auch auf Klub-Ebene konnte er keine grossen Stricke zerreissen. Bei seinem Stammverein Ajax trat er aufgrund mangelnden Erfolgs sogar zurück.
Der Finne ist in der Schweiz das aktuellste Beispiel, dass ein guter Ex-Spieler als Trainer nicht unbedingt Erfolg garantiert. In seiner Aktivzeit gewann er mit Liverpool unter anderem die Champions League, den UEFA-Cup und den FA-Cup. Als Trainer betreute er zunächst Bayer Leverkusen und den englischen Zweitligisten Brighton & Hove Albion, bevor er zu Beginn dieser Saison die Nachfolge von Urs Meier beim FCZ antrat. In bisher elf Spielen in der Meisterschaft gewann er nur zwei Partien und liegt mit den Zürchern derzeit auf dem zweitletzten Platz. Immerhin konnte er sich im Cup für das Halbfinale qualifizieren.
Filippo Inzaghis Engagement ist von der Ausgangslage her wohl am ehesten mit Zidanes Situation zu vergleichen. Für die Mailänder bestritt der Italiener 202 Spiele und erzielte dabei 73 Tore. Er gewann je zweimal die Champions League und die italienische Meisterschaft. Ähnlich wie Zidane übernahm Inzaghi 2014 als Klublegende und ohne viel Erfahrung das Amt als Cheftrainer bei den Mailändern. Nach nur einer Saison und dem zehnten Platz in der Liga musste er seinen Platz aber bereits wieder räumen.