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Das Herrengässli wird jener Theil des Dorfes Wettingen genannt, in welchem die Klostergeistlichkeit des zunächstgelegenen Stiftes Wettingen einige Häuser besass. Hier hält sich der Dorfpudel auf, den man für den Geist eines Selbstmörders hält. Er läuft mehrere Wege, jedoch in sehr regelmässiger Richtung. Er geht auf dem Fusswege im Bifang nach dem Wirthshaus zur Sonne, dann vom Steingässli her am Abhange des Lägerenberges bis zur Neuen Trotte, endlich vom Ackerfelde Langenstein in die Landstrasse. Von da aus läuft er gegen die Stadt Baden bis zur alten Brücke beim ehemaligen Kreuz, wo ein ähnlicher Nachthund mit ihm zusammentrifft, welcher von den Kleinen Bädern in der Unterstadt herkommt. Der Dorfpudel ist gross und schwarz und seine Augen leuchten.
Nicht mehr einig ist man über die Gestalt des Wettinger Bachflotschi; er gilt jedoch auch für einen Hund, hält sich aber nur im Dorfbache auf und macht sich da durch Schnauben und Plätschern bemerklich.
E. L. Rochholz, Schweizer Sagen aus dem Aargau, Band 2, Aarau 1856
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch.