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Schon die Fragestellung liess manchen Gesprächspartner verwundert oder kopfschüttelnd stehen bleiben. Was um alles in der Welt haben die beiden Themen miteinander zu tun? Ich habe mich in einer längeren Arbeit mit dem Thema auseinander gesetzt. Weil das Thema Lernen so stark mit der Frage zusammenhängt, was das Menschsein ausmacht, ist die Frage zentral. Die Pädagogik – und in deren Fahrwasser auch die Andragogik (Erwachsenenbildung) – haben die Sünde aus den Lernkonzepten ausgeblendet bzw. umgedeutet.
Der Aufsatz ist am Martin Bucer Seminar veröffentlicht worden. Er kann hier heruntergeladen werden.
Seit dem 5. Jahrhundert ist sie angezweifelt, doch erst in Renaissance und Aufklärung konsequenterweise abgeschafft worden: Die sogenannte Erbsünde, in diesem Aufsatz „Ursprungssünde“ genannt. Wer heute von ihr spricht, erntet bestenfalls einen verständnislosen Blick. Meine Fragestellung lautet darum: Was ändert sich, wenn die Ursprungssünde aus einem Metamodell des Lernens ausgeblendet wird?
Ich antworte mit folgender These: Die Leugnung der Ursprungssünde im Metalernmodell führt zunächst zu einer Idealisierung des Lehrenden, des Lernenden und seiner Umgebung, um sich später ins Gegenteil zu verkehren – in Enttäuschung. Ich verifiziere diese These durch eine historisch-systematische Aufarbeitung der Ursprungssünde mit besonderem Augenmerk auf dem sogenannten Pelagianischen Streit. Dann wende ich die Erkenntnisse auf das Metamodell des Lernens an. Im Anhang habe ich die Sichtweise von Augustinus sowie einige Deutungsversuche aus der Theologie des 19. und 20. Jahrhunderts dargestellt.