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Die Entwicklung des Drogenkonsums und der Drogenabhängigkeit im Feld der Sexarbeit und die Rolle der aufsuchenden Sozialarbeit
In der vorliegenden Bachelor-Thesis erfolgt eine Auseinandersetzung damit, wie sich der Zusammenhang zwischen Drogenkonsum bzw. Drogenabhängigkeit und dem Prostitutionsmilieu gestaltet. Dabei sollen die Fragen beantwortet werden, wie sich Suchtmittelkonsum und -abhängigkeit im Feld der Sexarbeit in der Schweiz in den letzten 30 Jahren entwickelt hat und was dieser Wandel für die Rolle der aufsuchenden Sozialarbeit in der Unterstützung von drogenkonsumierenden und drogenabhängigen Sexarbeitenden bedeutet. Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche sowie einem Fachinterview mit einer in diesem Bereich tätigen Sozialarbeiterin.
In der Bachelorarbeit wird die Verlinkung zwischen Drogenkonsum und -abhängigkeit und dem Feld der Sexarbeit auf drei Arten dargelegt. Erstens zeigt sich der Zusammenhang in der Beschaffungsprostitution. Zweitens gehören Substanzmittel zum Arbeitsalltag einer Sexarbeiterin und drittens werden Drogen von den Sexarbeitenden als Bewältigungsstrategie konsumiert. Eine Entwicklung zeigt sich vor allem in der Beschaffungsprostitution, die sich primär durch politische Veränderungen seit den 1990er-Jahren gewandelt hat. Die Einführung des Vier-Säulen-Prinzips, des Personenfreizügigkeitsabkommens sowie von neuen Verordnungen in Bezug auf das Prostitutionsgewerbe führten zu einer Abnahme der Beschaffungsprostitution. Mit den migrierenden Sexarbeiterinnen aus Osteuropa rückten im schweizerischen Prostitutionsmilieu neue Herausforderungen, wie beispielsweise die Armutsprostitution oder der Menschenhandel zum Zweck sexueller Ausbeutung, in den Fokus.
In der Erforschung der Thematik wird klar, dass Drogenkonsum und -abhängigkeit im Feld der Sexarbeit auch heute noch eine Rolle spielen. Die Problematiken, die die drogenabhängigen Sexarbeitenden aufgrund ihrer Sucht erfahren, haben sich dabei in den letzten 30 Jahren nicht gross gewandelt. Ein grösseres Risiko von Gewalterfahrungen und Ansteckung von sexuellen Krankheiten, gesundheitliche Probleme, multiple Abhängigkeiten, Stigmatisierung sowie die Vielschichtigkeit der Problemlagen sind heute wie damals im Leben von suchtmittelabhängigen Sexarbeiterinnen präsent. Auch die aufsuchende Sozialarbeit musste sich an die veränderte Situation aufgrund des politischen Wandels und der damit einhergehenden Migration anpassen sowie ihre Arbeitsweisen und Angebote weiterentwickeln. In der Arbeit mit drogenkonsumierenden und drogenabhängigen Sexarbeitenden ist jedoch die Rolle der aufsuchenden Sozialarbeit in den letzten 30 Jahren ähnlich geblieben. Präventionsarbeit sowie die gesellschaftliche Entstigmatisierung spielen auch heute noch eine zentrale Rolle. Weiter sind eine akzeptierende Haltung, niederschwellige und konstante Beziehungsarbeit, Ressourcenorientierung sowie Empowerment und Lebensweltorientierung wichtige Arbeitsprinzipien im Kontakt mit drogenkonsumierenden Sexarbeitenden.