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Am Montag hat Dr. Stuart Finkelstein ausgesagt bzw. die Anwälte zeigten den Geschworenen seine eidesstattliche Zeugeneinvernahme vom Februar via Video. Dr. Finkelstein, der jetzt ein Facharzt für Suchverhalten ist, war während der Dangerous Tour 1993 dabei und sein Job war es, sich um die Crew zu kümmern. Zur Erinnerung: Paul Gongaware, der jetzige (Co-)CEO von AEG Live war damals der zuständige Tour Manager.
Gemäss Aussage traf Dr. Finkelstein Michael Jackson zum ersten Mal, als er während des Aufenthalts 1993 in Bangkok in Michaels Suite gerufen wurde. Michael hatte Schmerzen und man (es wurde nicht spezifiziert, wer damit konkret gemeint war) setzte ihn mit Michaels Arzt, Allan Metzger, in Los Angeles telefonisch in Verbindung. Metzger sagte Finkelstein, dass Michael heftige Kopfschmerzen hatte und Finkelstein ihm ein entsprechendes Schmerzmittel verabreichen solle. Dieser wollte Michael Jackson Demerol spritzen, was jedoch aufgrund von harten Vernarbungen (aufgrund früherer Injektionen, so Finkelstein) am Gesäss nicht möglich war. Da eine Spritze zu dem Zeitpunkt nicht möglich war, verabreichte der Arzt Michael während den nächsten 24 Stunden Morphium über einen IV-Drip . Danach konnte Michael wieder auftreten.
Nachdem jedoch ein zweites Konzert in Bangkok verschoben worden war (die tragischen Hintergründe dafür sind uns allen ja bestens bekannt), traf Dr. Finkelstein sich mit dem Promoter Marcel Avram und einem Pressesprecher. Letzterer sagte Finkelstein, dass die offizielle Version laute, dass Michael Jackson dehydriert sei, was gegenüber CNN dann auch als Erklärung abgegeben wurde.
Finkelstein sagte auch aus, dass er damals den Konzertveranstaltern gesagt hatte, dass Michael Jackson medikamentensüchtig war, ihm aber niemand geglaubt hatte. Insbesondere hatte er Gongaware gesagt, dass Michael Jackson von Opiaten abhängig war. Daraufhin hatte Gongaware ihm gesagt, er solle sich nicht wie ein Dr. Nick aufführen — eine Anspielung auf den Arzt, der Elvis Presley mit rezeptpflichtigen Medikamenten belieferte, die am Ende zu seinem Tod führten.
Finkelstein sagte aus, dass Gongaware und er im 2009 fünf bis zehn Gespräche geführt hätten, wobei es darum ging, ob Finkelstein bei der „This Is It“ Tour mitarbeiten würde. Finkelstein sagte, er habe für diesen Job ein Gehalt von USD 40’000 pro Monat verlangt; er wurde jedoch am Ende (wie wir bestens wissen) nicht angestellt.
Seit Montagnachmittag ist Kenny Ortega im Zeugenstand. Thema am Montag war erst einmal Michael Jacksons kreative Seite, seine Stimme, seine Lieder und seine Tänze. Am Dienstagnachmittag wurde mit Ortegas Befragung fortgefahren. Wir werden morgen darüber berichten. Gespannt sein dürfen wir insbesondere was Kenny Ortega betreffend das „Notfalltreffen“ bei Michael zu Hause, wenige Tage vor dessen Tod, zu sagen hat. Denn Randy Phillips sagte zuvor aus, dass er sich nicht mehr so genau daran erinnern könne, Conrad Murray hat sich auf den Verfassungszusatz betreffend sein Aussageverweigerungsrecht berufen und Frank DiLeo, der damals auch anwesend war, ist mittlerweile verstorben.
A propos Frank DiLeo. Im Laufe des heutigen Prozesstages wird auch das Thema von Frank DiLeos Computer (nochmals) besprochen werden. Ihr mögt Euch erinnern? Wenn nicht, hier unsere damalige Meldung. Scheinbar ging das Ganze nicht ganz so reibungslos zu und her. Der Computer wurde dem Gericht bis Ende letzte Woche noch immer nicht übergeben. Die Witwe und Tochter von Frank DiLeo hatten nun bis Montag Zeit, dem Gesuch nachzukommen und dem Gericht den Computer auszuhändigen oder sie müssen wegen Missachtungs des Gerichts damit rechnen, dass sie ins Gefängnis kommen. Auf die Daten/E-Mails von DiLeos Computer darf man wahrlich sehr gespannt sein.