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Nachfolgend wird eine strukturierende Inhaltsanalyse nach Mayring durchgeführt. Wichtig ist hier die Fragestellung der Untersuchung, die nun dabei hilft, die niedergeschriebene Version des Interviews zu untersuchen. Dabei werden Kategorien anhand bestimmter Themen und Aussagen gebildet. Die Kategorienbildung kann auf zwei Wegen erfolgen: entweder deduktiv, das bedeutet, die Ausgangshypothesen bilden die Grundlage der Kategorien, oder induktiv, wobei hier die Kategorien dem Interviewmaterial entstammen. Es sind auch Kombinationen möglich, zum Beispiel, wenn vorab Kategorien formuliert werden, die dann im Laufe der Untersuchung mit induktiv gewonnenen Kategorien aufgewertet werden. Im nächsten Schritt wird das Material codiert. Dabei werden die Informationen und Aussagen des Interviews in die bestehenden Kategorien eingeordnet.
Hinweis
Wichtig ist in diesem Schritt, dass das Textmaterial systematisch ausgewertet und für die folgende Interpretation nutzbar gemacht wird. Bei induktiver Kategorienbildung erfolgt die Codierung zeitgleich mit der Kategorienbildung.
Nach Abschluss der Codierung werden die gewonnenen Erkenntnisse ausgewertet, die Aussagen des Experten werden in diesem Schritt interpretiert. Dies sollte Schritt für Schritt erfolgen und sich an den gebildeten Kategorien orientieren. Über die strukturierende Inhaltsanalyse hinaus können fragliche Aussagen des Experten überprüft und schwer verständliche Teile noch genauer erklärt und eingeordnet werden. Dieser Teil der Arbeit weist häufig stark deskriptive Elemente auf, vor allem dann, wenn die Sichtweise des Experten wiedergegeben wird. Einen normativen Einfluss erhält die Auswertung, wenn die Sichtweise des Experten zusätzlich noch bewertet wird. Wichtig ist dabei, dass der Sinngehalt der Aussage des Experten nicht verfälscht wird. Mithilfe einer Zusammenhangsanalyse können darüber hinaus auch Wirkungen zwischen Kategorien, Variablen, Hypothesen und Theorien geprüft werden. In umfangreicheren Untersuchungen wird die Auswertung des Experteninterviews von mehreren Personen vorgenommen. Dabei interpretieren möglichst viele Teilnehmer bestimmte Textstellen auf die gleiche Weise, was dazu führt, dass diese Deutung an Gewicht gewinnt. Besteht hingegen kein Konsens, muss die Interpretation noch einmal überarbeitet werden.
Hinweis
Bei qualitativen Analysen werden für die Ergebnisse Verallgemeinerungen anhand von Einzelfallentscheidungen vorgenommen. Dabei werden repräsentative Fälle herangezogen, wenn deren Entwicklung typische Muster erkennen lässt.
Bei qualitativen Untersuchungen ist die Anzahl der Fälle eher gering, weshalb zur Beurteilung dahin gehend, ob es sich um einen repräsentativen Fall handelt oder nicht, weitere Literaturhinweise oder Theorien herangezogen werden müssen. Diese Vorgehensweise führt nicht selten zu Problemen. Wird in der Auswertung eine vergleichende Position eingenommen, kann die Analyse einfacher durchgeführt werden. Die Interpretation und Beurteilung können erfolgen, wenn ähnliche Fälle zusammengefasst, erklärt und dann mit denen verglichen werden, die andere Merkmale aufweisen.