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Am 23. September ist die Geburt des zweiten Kindes von Ruby Graupera-Cassimiro (40) geplant. Der Kaiserschnitt im Boca Raton Regional Hospital verläuft problemlos und das Baby ist gesund.
Die frisch entbundene Frau unterhält sich nach der Operation im Erholungsraum mit dem Spitalpersonal und bricht auf einmal zusammen. Drei Stunden Herzmassagen und Elektroschocks bringen sie nicht wieder zum Atmen. Nachdem ihr Herz 45 Minuten nicht mehr geschlagen hat, erklären sie die Ärzte für tot.
Sie schalten die Geräte ab und holen die Familie. «Wir mussten ihnen mitteilen, dass wir alles Mögliche getan haben», erinnert sich Thomas Chakurda, Sprecher des Spitals, gegenüber «ABC News». Ein paar Stunden nachdem sie die kleine Taily in der Welt begrüssen konnten, mussten sie sich von Ruby verabschieden.
Während des Gebets, fing das Herz wieder an zu schlagen
Die Krankenschwester Julie Ewing begleitet die Familie zur Toterklärten und beginnt, mit ihnen zu beten. Da hören alle ein Piepen vom Überwachungsmonitor. Obwohl die Ärzte sie für mehrere Minuten nicht angefasst haben, schlägt ihr Herz wieder. «Ich habe noch nie eine Gruppe Menschen dermassen geschockt gesehen», sagt Chakurda.
Graupera-Cassimiro erzählt: «Ich war tot. Mein Mann sagte mir, ich war grau und eiskalt, ohne Farbe auf den Lippen.» Während ihr Körper leblos war, sah ihr Geist eine Gestalt, die sie vor dem letzten Schritt abhielt. «Ich denke, das war mein Vater. Er stand neben anderen spirituellen Wesen und vor einem hellen Licht. Er sagte mir, es sei noch nicht meine Zeit.»
Tödliche Fruchtwasserembolie
Spätere Abklärungen zeigen, dass während der Operation Fruchtwasser in den Blutkreislauf gelang. Eine sehr seltene Komplikation. Eine Fruchtwasserembolie ist für etwa 10 Prozent der Muttertode in entwickelten Ländern verantwortlich, sagen Studien der Mayo Clinic. Der Tod tritt innerhalb einer Stunde nach den ersten Symptomen auf.
Bei Graupera-Cassimiro wurden trotz des langen Herzstillstandes keine neurologischen Schäden festgestellt. Sie zeichnen weder blaue Flecken von der Herzdruckmassage noch Brandmale des Elektroschockgeräts. Das einzige, was ihr von dieser Erfahrung bleibt, ist die Erkenntnis, dass der Todestag vorbestimmt ist. «Wir haben keine Kontrolle über unsere Leben.»
Bei einer Nachkontrolle schaute sie dem Arzt in die Augen und sagte: «Du brauchst keine Angst vor dem Tod zu haben.» Ihre Tochter Taily wird heute sieben Wochen alt, ist gesund und hat später eine unglaubliche Geschichte zu erzählen. (liv)Publiziert am 11.11.2014 | Aktualisiert am 24.01.2015