Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03372.jsonl.gz/13

Im Ersten von vier Vorträgen beleuchtete Walter Labhart am Montag den Lachner Komponisten Joachim Raff als Anreger von Tschaikowsky, Mahler und Debussy.
Hypothesen zum Wirken von Joachim Raff und musikalische Beispiele erwarteten am Montagabend die gut 30 Zuhörer im «Marina» am Vortragsabend des Musikforschers Walter Labhart aus Endingen. Musikalische Kostproben aus Raffs umfangreichem Werk spielten das Klavierduo Vilma und Daniel Zbinden aus Glarus, darunter zwei Schweizer Erstaufführungen. 1965 stiess Walter Labhart auf Teile von Raffs Werk. Diese lösten eine jahrzehntelange Suche nach Details in vielen Ländern Europas und Südamerikas aus. Heute verfügt Labhart wohl über die umfangreichste Sammlung in Bezug auf den in Lachen geborenen Komponisten. Detailreich zeigte er im Referat auf, wie sich das Schaffen und die Anregungen von Raff auf andere Musiker seiner Zeit auswirkten. Im Besonderen wurden Details zu den Auswirkungen auf Tschaikowsky, Mahler und Debussy aufgezeigt. «Raffs Werke wurden zu seiner Zeit oft gespielt, er wurde geschätzt und war populär», sagte Labhart.
Seiner Zeit voraus
Dass Raff wohl seiner Zeit voraus war, lässt sich daran erkennen, dass dieser lange vor anderen Komponisten Werke in Abteilungen zu unterteilen begann. Seine Popularität dürfte zum Teil darauf beruhen, dass er sehr melodiös komponierte. Trotzdem sind viele seiner Werke für die Musiker eine echte Herausforderung. Für seine Art, zu polarisieren, wurde Raff zum Teil geliebt, zum Teil gehasst. Dass Raff über längere Zeit eher vergessen ging, könnte laut Res Marty, dem Präsidenten der Joachim Raff Gesellschaft Lachen daran gelegen haben, dass dieser kein Selbstdarsteller war und als disziplinierter, bescheidener Mann lebte. Labhart fügte an, dass es nebst Dirigenten und Produzenten zur Neuerweckung von musikalischen Werken auch Förderer wie die Joachim Raff Gesellschaft brauche. Massgeblich am Aufschwung Raffs beteiligt sind unter anderen der Englische Pianist Mark Thomas. Dieser bringt demnächst eine dritte CD mit Klavierwerken von Raff auf den Markt und betreibt eine umfangreiche Homepage über Raff. Auch der Stuttgarter Verleger Volker Tosta leistet einen wichtigen Beitrag zur neuen Popularität von Joachim Raff.
Konzert am Freitag
Wer Raff-Werke hören möchte, kommt am Freitag um 19.30 Uhr in der Pfarrkirche Lachen auf seine Rechnung. In Zusammenarbeit mit dem Musiksommer am Zürichsee spielt die Süddeutsche Philharmonie Konstanz (Dirigent Giovanni Bria) ein Jubiläumskonzert.
Weitere Vorträge
Die Vortragsreihe zu Raff wird am 5.November um 19.30 Uhr im «Marina» in Lachen fortgesetzt. Rainer Bayreuther von der Albert-Ludwigs- Universität Freiburg spricht über Raffs Oper König Alfred und die nationale Bewegung in Deutschland. Weitere Vorträge folgen am 23. Januar und 27. Februar.
March-Anzeiger und Höfner Volksblatt
Autor
Höfner Volksblatt & March Anzeiger
Kategorie
- Musik
Publiziert am
Webcode
schwyzkultur.ch/8fjrKu