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Das imposante Urbachtal mit seinen eindrücklichen Felsflanken, liegt SW von Innertkirchen. Gleich zu Beginn des Tales, auf der linken Seite am Fusse der Engelhörner, ist der Blegioolith (Eisenoolith) auf einer Länge von ca. 200 m aufgeschlossen.
Im anstehenden Erz finden sich sterile, hellere Schiefereinlagerungen und zuoberst eine 3 cm mächtige Schicht grünem Chamositoolith. Gegen NE, in Richtung Innertkirchen nimmt der Oolithgehalt ab und das Lager verschwindet mit einer Mächtigkeit von 1.8 bis 2.6 m unter Vegetation und Schutt. Am SW-Ende taucht das Lager unter die Talsohle. Bei Rohrmatten, ca. 3 km taleinwärts, ist der Blegioolith nochmals aufgeschlossen, besitzt dort aber nur noch eine sehr geringe Mächtigkeit. Der Eisengehalt variiert sehr stark, so dass der Oolith nicht immer als Erz bezeichnet werden kann. Zwei bessere Proben ergaben einen Eisengehalt von 34.12 und 22.56 %.
Über dem Gehängeschutt, der den Rötidolomit der Trias verdeckt, kann folgendes Profil beobachtet werden:
Malmkalk, gefaltet, bildet die hohen Felsflanken und darunter gut getrennt der Dogger.
Blegioolith (Eisenoolith) 2 – 3 m
Schieferlage 0.1 – 1.3 m
Oolithischer Kalk, rot und schwarz anwitternd, 6 m
Echinodermenbrekzie
Schiefer, schwarz, flaserig
Historisches:
Bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde mit dem Abbau des Erzes begonnen. Am Fusse der imposanten Malmkalkwand wurde eine ca. 100 m lange Abbaunische erstellt. Diverse Sondierstollen von wenigen Metern länge würden im Dogger vorgetrieben, der längste erreicht ca. 9 m.
Déverin (1945) vermutete, dass die damaligen Bergwerksbetreiber grosse Hoffnungen in dieses neugefundene Erzlager steckten, denn 1728 wurden die Hüttenwerke des Oberhasli von Mühletal ins Urbachtal verlegt. Aber bereits im Jahr 1736 wurde dieser Schritt wieder rückgängig gemacht.
Das Bergwerk heute:
Die 200 m lange Balm mit dem anstehende Blegioolith ist vom Talgrund aus gut sichtbar und zu Fuss in einem kurzen Marsch erreichbar (ca. 15 min). Bei der Balm angekommen erkennt man schnell das Lager mit dem dunkelroten Blegiooolith. Noch heute sind Schrämspuren und Bohrlöcher des früheren Abbaus im Felsen sichtbar.
20. September 2013 Roger Widmer