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Interview mit Buddy Dee
© April 1997 / Bruno
Michel
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April 1997 / Bruno Michel
bm: Wer ist Buddy Dee ausserhalb seines Musikerlebens ?
BD: Ja, da gibt es, glaube ich, noch einen Teil meines Lebens, der sich nicht um Musik dreht. Dann bin ich in erster Linie Hausmann und Ehemann. Meine Frau Jacqueline ist Lehrerin. Somit erggibt sich eine ideale Kombination. Wenn sie tagsüber arbeitet, bin ich vielfach zu Hause. Vor einiger Zeit habe ich zudem herausgefunden, dass ich nicht nur gern koche, sondern auch noch gut. Also bekoche ich meine Familie. Und mit Haushalt, Kochen und Büroarbeiten bin ich eigentlich ganz gut ausgelastet.
bm: Was waren Deine bisherigen Highlights in Deiner Karriere ?
BD: Ich mache seit Ende 1984 Country Musik, seit 1991 sogenannt “professionell”, d.h. ohne einen andern, bezahlten Job. Am Anfang waren wir die Ghostriders, dann kam der Zusatz “Buddy” und letztlich dann vor einiger Zeit “Buddy Dee”, wobei da einfach mein Nachname, Dauwalder, abgekürzt wurde. In dieser Zeit gab es viele Highlights, und ich nuss aufpassen, dass ich hier niemanden vergesse. Ein wichtiges war sicher, dass mich Albi Matter unter seine Fittiche genommen hat. Dies hat für mich viel geändert und gebracht. Aber um einige musikalische Hughlights zu nennen, da war der Auftritt im Hallenstadion mit “New Country Project”, dann in Grindelwald 1995 oder am Wettbewerb im Eurodisney, Paris. Das Albisgüetli sollte auch nicht vergessen werden. Seit ich - 1992 glaube ich - den dritten Platz an der Award-Show belegt habe, bin ich immer wieder gerne mit dabei. Auch der Pokalgewinn in der Fernsehsendung “Risiko” mit Gabriela Amgarten war ein tolles Erlebnis.
bm: Wie kamt ihr damals auf die Idee, Country zu spielen und nicht Heavy Metal oder Hardrock ?
BD: Am Anfang, 1984/85 waren die Ghostriders eigentlich ein Duo, das vorwiegend auf der Strasse spielte, bestehend aus Max Oberholzer und mir. Und das erste Lied, das ich in meinem Leben “öffentlich”, sprich auf der Strasse gespielt habe, war “I Walk The Line”. Nach einigen “Tourneen”, wo wir an einem Nachmittag mal wieder in Biel oder Solothurn auf den Strassen musiziert haben, kamen dann die ersten Engagements. Ruedi Schafroth, der Wirt der Country Ranch Biel fragte uns mal, ob wir nicht auf der Bühne mal einen Auftritt wagen wollten. Mit der Zeit kamen ein Bassist und eine Schlagzeugerin dazu, und so waren die Ghostriders auf einmal eine Country Band.
bm: Du hattest schon früh das Image, Dwight Yoakam zu kopieren. Pflegst Du dieses Bild heute noch, oder versuchst Du, ein eigenes Image aufzubauen ?
BD: Der Witz dabei ist, dass ich eigentlich ein bisschen zu dem gemacht wurde, was Du gerade sagtest. Meine Bewegungen und meine Kleidung (zerrissene Jeans) hatte ich schon, bevor ich überhaupt wusste, wer Dwight Yoakam war. Wenn schon, dann wurden meine Bewegungen von Elvis beinflusst, den ich schon als Jugendlicher imitiert habe. Natürlich ist es richtig, dass ich nichts unternommen habe, um dieses Image zu verändern, im Gegenteil, mir war das recht. Ich habe mit der Zeit sogar noch einiges bei Dwight Yoakam abgeguckt. Aber pflegen tue ich dieses Image heute sicher nicht mehr. Ich versuche heute eher, etwas davon loszukommen, was sich auch auf meiner neuen CD reflektieren wird.
bm: Wer hat Dich - ausser Elvis und Dwight Yoakam - sonst noch musikalisch beeinflusst ?
BD: Ich habe in den vergangenen zwölf Jahren verschiedene Interpreten immer wieder bevorzugt. Mal war es auf der traditionellen Seite Johnny Cash, Willie Nelson oder Hank Williams sr., mal oder auf der moderneren Seite der Country Music Marty Stuart oder Travis Tritt. Marty durfte ich übrigens persönlich kennenlernen, und ich war erstaunt, was für ein einfacher Typ er ist, ohne jegliche Starallüren. Er ist für mich momentan einer der Grössten. Ausserhalb dieses Spektrums mag ich aber auch J.J. Cale oder John Mayall besonders gern.
bm: Wer hatte auf Deine Karriere bisher den grössten Einfluss ?
BD: Privat sicher meine Frau, Jacqueline. Sie gibt mir ab und zu wieder einen Schubs, damit mein Motor schneller läuft. Dann mein Grossvater Miggu (Emil). Obwohl er auf meine Karriere nicht direkt Einfluss hatte, erwähne ich ihn, weil er so etwas wie das Maskottchen unserer Band geworden ist, und uns überall hin begleitet, zum Teil noch heute mit seinen 75 Jahren. Vom Business her gesehen hat sicher Albi Matter den grössten Einfluss.
bm: Was willst Du Deinem Publikum mit Deiner Musik mitteilen ? Welche Message hast Du ?
BD: Das hängt etwas vom Ort ab, an dem Du spielst. An einigen Anlässen wollen die Leute Fun. Da musst Du keine Message rüberbringen. Ich mache einfach die Musik, die ich liebe. Es gibt wohl Lieder, deren Inhalt vom Text her wichtig wäre. Aber wieviele hören dann wirklich zu, was Du singst. An Orten wie zum Beispiel im Albisgüetli hören die Leute eher Deiner Musik zu, da kannst Du auch mal anspruchsvollere Lieder bringen. Als Musiiker bin ich auf beide Art von Anlässen angewiesen und freue mich auf jeden Auftritt, egal wo er stattfindet. Ich stelle vor dem Auftritt meine Sets eben entsprechend zusammen.
bm: Nach welchen Kriterien hast Du die Songs für Dein kommendes Album ausgesucht ?
BD: Da mache ich eigentlich den kleinsten Teil der Arbeit. Einerseits
habe ich meine eigenen Songs - ich arbeite mit einer Texterin zusammen - an
meinen Produzenten geschickt, an
bm: Wenn wir schon gerade von der neuen CD sprechen : Was ist speziell daran und wo steht ihr mit der Realisierung ?
BD: Wir haben ein bisschen experimentiert. Bei zwei Songs
haben wir Bläser engagiert. Sowohl ich als auch
bm: Was hat Dir bisher der Erfolg gebracht ?
BD: Reich bin ich nicht, aber das ist mir auch nicht das Wichtigste. Ich bin zufrieden mit dem, was ich erreicht habe. Ich habe viele interessante Menschen kennengelernt, sei es im Business oder aus dem Publikum. Ich lerne viel dazu, bin aber nicht ein anderer Mensch geworden, als ich früher war. Gewisse Dinge gehen heute sicher einfacher oder schneller als früher, dadurch dass ich etwas Erfolg habe. Allerdings sollte man Erfolg nicht überbewerten. Ich habe ziemlichen Respekt vor Worten wie Erfolg, Star oder Ruhm und möchte keinen dieser Begriffe für mich in Anspruch nehmen.
bm: Hat Dir der Erfolg etwas weggenommen ?
BD: Eigentlich nicht. Ausser dass ich immer rasiert sein sollte (lacht). Ich bin sozusagen “rasierfaul”. Und seriöser leben sollte ich auch, was mir aber eigentlich mehr nützt als schadet. Aber sonst hat er mir nichts genommen, im Gegenteil.
bm: Wenn Buddy Dee drei Wünsche frei hätte, welche wären das ?
BD: Es hat sich vieles so entwickelt, wie ich mir das gewünscht habe. Im Grunde genommen bin ich zufrieden. Ein Wunsch wäre vielleicht, eine goldene CD zu erreichen, das würde mich sicher stolz machen. Das ist aber materiell. Andererseits würde ich mir wünschen, dass ich den Fernseher auch mal anstellen könnte, ohne Bilder von einer neuen Bombenexplosion oder einem kriegerischen Konflikt zu sehen. Dritter und letzter Wunsch : Gesund zu bleiben, so dass ich mit 60 oder 70 Jahren immer noch das tun kann, was mir heute am meisten Spass macht : Country Music.
bm: Auf welches musikalische Ziel hin arbeitest Du ?
BD: Es kommt darauf an, Träume und realistisch erreichbare Ziele zu unterscheiden. Jeder Schweizer Country Musiker hat wohl den Wunsch, mal in den USA auf einer Bühne zu stehen, als ultimativen Höheppunkt vielleicht sogar die Bühnen der Fan Fair oder der Grand Ole Opry. Aber dies ist, wie gesagt, eher ein Traum. Ein Ziel wäre, einmal eine längere Tournee in unseren Regionen durchführen zu können. Ich hatte mal so was ähnliches, als ich vor einigen Jahren die Tour de Suisse begleitet habe. Mit meiner heutigen Band wäre ich gerne mal länger unterwegs. Wir verstehen uns sehr gut.
bm: Welche Frage würdest Du Buddy Dee in einem Interview stellen, die ich heute nicht gestellt habe ?
BD: (lacht) Oh je, eine schwierige Frage. Was soll ich da sagen ? Ich weiss es nicht....oder doch, halt. Ich würde mich fragen, was mein Leibgericht ist.
bm: Und was ist Dein Leibgericht ?
BD: Ich esse enorm gerne alles, was Käse in irgendeiner Form beinhaltet und möglichst scharf gewürzt ist. Das sieht man mir auch langsam an, daher muss ich seit einiger Zeit schon auf meine Linie achten - übrigens wieder etwas, das mich von Dwight Yoakam unterscheidet.
bm: Ein guter Abschluss. Freuen wir uns auf die neue CD mit neuen Stilelementen. Wir wünschen Dir viel Erfolg bei Deinen weiteren Projekten und danken Dir für dieses Gespräch.
BD: Ich bedanke mich und freue mich auf die Plattentaufe am 14. Mai beim CMC.