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Mit leicht erhobenem Blick rechts über den Bildrand hinaus, schaut die Frau auf dem «Brustbild mit Haarbändern» von Marguerite Frey-Surbek nach etwas, was wir nicht sehen. Oder sie denkt über die Zukunft nach, die ebenso im Unbestimmten liegt. Der besonnene und gleichzeitig heitere Gesichtsausdruck des Aktmodells im Dreiviertelprofil scheint bewusst gewählt. Beim Vergleich mit Selbstbildnissen jener Zeit ist gar eine Ähnlichkeit mit der Künstlerin auszumachen. Auf Anraten von Paul Klee geht Frey-Surbek 1906 nach Paris, wo sie bis 1911 an verschiedenen Akademien Kurse und Studien belegt. Hier wird sie vor allem von den Nabis, einer Gruppe moderner Künstler, inspiriert, was sich auch bei ihrem Brustbild erkennen lässt. Dank des malerischen Farbauftrags und der reduzierten, aber prägnanten Farbpalette erhält die Figur ihre ausgeprägte Körperlichkeit. Schon Klee hatte sie dazu angeleitet. Demnach mag sich im Blick des Modells der «Ausblick» der Künstlerin widerspiegeln: Als eine von wenigen hat sie sich in Paris als Künstlerin Respekt verschafft.
Marc Munter
Aufmerksam blickt die Frau aus dem Bild heraus.
Wir sehen nicht, was ihr Interesse weckt.
Die Frau sieht der Künstlerin ähnlich.
Von ihr gibt es einige Selbst-Bildnisse.
Die Künstlerin wählt eine reduzierte Farb-Palette.
Beige, Braun und ein paar dunkle Töne im Hinter-grund.
Wir sehen noch die Pinsel-Striche.
Dadurch wirkt die nackte Frau besonders körper-betont.
Aktuelle Kunst in Paris inspiriert die Künstlerin zu diesem Bild.
Sara Smidt