Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/85067

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Einführung einer Belastungsanalyse der Schweizer Bevölkerung auf verschiedene chemische Stoffklassen (Pestizide, PCB, Hormone, chemische UV-Filter usw.) zu prüfen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist sich der durch die heutige Lebensweise bedingten Exposition der Bevölkerung gegenüber chemischen Stoffen bewusst. Er anerkennt deshalb das Anliegen, frühzeitig auf Veränderungen in der Belastungs- und Gesundheitssituation spezifischer Bevölkerungsgruppen reagieren zu können. Verschiedene Erlasse enthalten bereits heute Regelungen zum Schutz der menschlichen Gesundheit vor negativen Wirkungen chemischer Stoffe, so z. B. das Chemikalien-, das Lebensmittel- und das Umweltrecht. Der Bund erhält mit Artikel 37 des Chemikaliengesetzes (SR 813.1), mit Artikel 34 des Lebensmittelgesetzes (SR 817.0) und mit Artikel 44 des Umweltschutzgesetzes (SR 814.01) die Möglichkeit, Erhebungen zur Beschaffung der notwendigen Grundlagen zum Schutz der Gesundheit durchzuführen. </p><p>Repräsentative Belastungsdaten der Schweizer Bevölkerung und verschiedener Umweltmedien wurden in der Vergangenheit für spezifische Substanzen erhoben. Regelmässig werden z. B. Muttermilchproben auf deren Belastung mit schwer abbaubaren, fettlöslichen Substanzen wie Dioxine oder PCB überprüft. Weitere Untersuchungen sind denkbar und könnten unter Berücksichtigung neuer internationaler Erkenntnisse und Entwicklungen geplant werden. Ausserdem trat die Schweiz am 1. April 2006 der Europäischen Umweltagentur (EUA) bei und erhielt damit vollen Zugang zum Netzwerk der EU für Umweltinformation und Umweltbeobachtung. </p><p>Der Bundesrat ist bereit, in einem ersten Schritt abzuklären, wie die bereits bestehenden, punktuell durchgeführten Forschungsaktivitäten auf kantonaler und nationaler Ebene koordiniert und im Sinne der Postulantin ausgedehnt werden könnten. Dazu wird eine interdepartementale Arbeitsgruppe, unter Mitwirkung der zuständigen Ämter im Gesundheits-, Umwelt-, Landwirtschafts- und Forschungsbereich, ein Grobkonzept erarbeiten, welches die Möglichkeiten einer umfassenden gesundheitsbezogenen Umweltbeobachtung in der Schweiz aufzeigt. Sowohl die Aktivitäten des Informations- und Koordinationsorgans Umweltbeobachtung als auch die aktuellen, internationalen Bestrebungen z. B. hinsichtlich des möglichen Gesundheitsabkommens mit der Europäischen Gemeinschaft sollen von der Arbeitsgruppe mitberücksichtigt werden.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.