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Todesbilder oder Totentanz?
Die Churer Todesbilder
Beim Zyklus der Todesbilder von 1543 handelt es sich um 25 bemalte Bildfelder einer Fachwerkwand mit drei Registern. Die Darstellungen zeigen Begegnungen von Menschen mit dem Tod. Sie sind als Grisaillen ausgeführt, d. h. der Maler verwendete vor allem graue, schwarze und weisse Töne. In der Sockelzone befinden sich Tiere hinter vergitterten Bogenstellungen. Die Churer Todesbilder stehen in der Tradition der mittelalterlichen Totentänze. In diesen Bildzyklen werden Menschen aller Stände und jeden Alters mit dem Tod konfrontiert. Der Tod hat die Gestalt eines Skeletts, das tanzt und häufig auch musiziert. Die Churer Bilder zeigen nun aber nicht den Tod, wie er mit den Menschen tanzt, sondern wie er sie im Alltag überrascht und direkt aus dem Leben reisst. Das ist der Grund, weshalb es sich in Chur nicht um einen Totentanz, sondern um Todesbilder handelt. Sie gehen auf die Holzschnittfolge mit den Bildern des Todes nach Hans Holbein d. J. zurück und sind die ersten grossformatigen Kopien jener kleinen Graphiken aus der Zeit vor 1526.
Die Churer Todesbilder sind ein eigenständiges Werk von hoher künstlerischer Qualität. Abgesehen von den beiden Todesdarstellungen aus der Zeit um 1520 bis 1530 im Beinhaus von Leuk handelt es sich um den ältesten erhaltenen Zyklus in der Tradition der Totentänze in der Schweiz. Er ist mit Ausnahme der Szene der Äbtissin vollständig erhalten. Die Motive sind weder übermalt noch übertüncht worden.