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Der EUCOR-Vertrag wurde am 13. Dezember 1989 in Basel in einem ehemaligen Post- und Handelshaus des 18. Jahrhunderts vor laufenden Kameras feierlich unterzeichnet. Die Unterzeichnung des Dokuments erfolgte nach dem Alter der Universitäten: zuerst die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Br., dann die Universität Basel, dann die Université Louis Pasteur de Strasbourg etc. zuletzt die 1975 gegründete Université de Haute Alsace de Mulhouse.
Hinter dem Namen EUCOR steht die 1989 geschaffene Conföderation der Oberrheinischen Universitäten. In EUCOR verbinden sich die sieben sehr unterschiedlich strukturierten und unterschiedlich grossen Universitäten des oberrheinischen Raums zu einer «Europäischen Konföderation». Das Kürzel EUCOR kann bei klassisch Gebildeten zwei positive Assoziationen auslösen: COR erinnert an das lateinische Herz, und EU an das griechische Gut.
Die Zusammenarbeit in universitärer Lehre und Forschung im «espace rhenan» steht dabei im Mitteilpunkt. In den zwei Jahrzehnten seit ihrer Gründung lässt sich ein Wandel der Aktivitäten, der Rahmenbedingungen und der Promotoren feststellen. Besondere Interessen betreffen das Verhältnis dieser grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu den je nationalen Hochschulpolitiken sowie das Verhältnis dieser regionalen Kleinkooperation im Rahmen der europäischen Grossstrukturen.
Das Spezifische an EUCOR ist, dass man kooperieren will, ohne vereinigen zu wollen, und die Grenzen überwinden will, ohne sie aufheben zu wollen. Der dem Schweizerischen entliehene Terminus der Konföderation schien dies zum Ausdruck zu bringen. Bestehendes Potenzial sollte weitere Entfaltungschancen bekommen, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Auch wenn in frühen Momenten weitergehende Ambitionen da und dort zum Ausdruck kamen und einzelne Pressestimmen angesichts der Kooperation von Regio-Uni sprachen, sollte EUCOR keine Super-Universität und auch keine fusionierte «université européenne» sein. Aber europäisch sollte EUCOR insofern doch sein, als sie die Vielfalt der Traditionen und Kulturen respektiert.
Erweiterung der Kooperation
Im Jahre 2009 konnte EUCOR das 20jährige Bestehen feiern und dabei zahlreiche Erfolge in der überregionalen Zusammenarbeit präsentieren. Ein wichtiges Kooperationsbeispiel ist die Schaffung trinationaler Studiengänge. So kann seit 1989 in Strassbourg etwa Biotechnologie grenzüberschreitend studiert werden: Dozierende der fünf an EUCOR beteiligten Universitäten bieten mehrsprachigen Unterricht an und die Studierenden erwerben einen in allen drei Nationen anerkannten Abschluss. Erfolgreich läuft auch der Joint Master in Neurowissenschaften, ein trinationaler Studiengang der Universitäten Basel, Freiburg und Strasbourg. 2010 wurde zudem mit dem Bachelor «Regio Chimica» ein neuer Studiengang geschaffen, der in Mulhouse angeboten wird und der insbesondere der überregionalen Vernetzung von Lehre, Forschung und Industrie dienen soll. Mit solchen Angeboten wird der zunehmend globalen Ausrichtung lokaler Unternehmen Rechnung getragen und die Studierenden auf den internationalen Arbeitsmarkt vorbereitet. Auch in den Geisteswissenschaften trägt die überregionale Zusammenarbeit Früchte. Besonders hervorzuheben ist etwa der zweisprachige trinationale Master in Altertumswissenschaften, der durch den Zusammenschluss der altertumswissenschaftlichen Instituten der Universitäten Basel, Freiburg, Mulhouse und Strasbourg zum Lehr- und Forschungsbund Collegium Beatus Rhenanus zustande kam.
Trotz der ausgewiesenen Erfolge bleibt EUCOR ein Projekt, das noch optimiert werden kann und soll. Ein wichtiges Anliegen für das nächste Jubiliäumsjahr 2019 ist die bessere Zusammenarbeit in den Nachwuchsprogrammen und die Schaffung eines gemeinsamen Rahmens für das Promotionswesen. So sollen etwa gemeinsame Doktorandenkolloquien und Promotionskollegs geschaffen werden und längerfristig die Promotionsordnungen harmonisiert werden. Dass das oberrheinische Mobilitätsangebot von Studierenden gesamthaft in vergleichsweise bescheidenem Masse genutzt wird, mag aber vielleicht an anderen Dingen liegen: So haben die Rektoren und Präsidenten der fünf beteiligten Universitäten im Jubiläumsjahr 2009 in einer gemeinsamen Erklärung festgehalten, man wolle vermehrt etwas für die Überwindung der Sprachbarrieren tun, sich für eine Senkung der Transportmittelpreise einsetzen und nicht zuletzt die Harmonisierung der Semesterdaten anstreben.