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Die Fans im Stadion von Gimnasia y Esgrima feierten, als ob sie den Meistertitel gewonnen hätten. Dabei muss der argentinische Erstligist viele Punkte gewinnen, um nur schon den Abstieg zu verhindern. Der Jubel auf der mit 26'000 Menschen voll besetzten Tribüne galt am Sonntag dem neuen Coach, Diego Maradona. Der Ex-Weltmeister stellte sich als Hoffnungsträger mit einem offenen Training des Teams in La Plata vor, 60 Kilometer südlich von Buenos Aires.
Und Maradona wäre nicht Maradona, wenn er sein neues Amt nicht mit einer Rede voller Pathos angetreten wäre. "Ich konnte es nicht glauben, als ich dies alles sah", sagte er mit Tränen in den Augen zum euphorischen Empfang. Dass seine argentinischen Fans so lange Zeit auf seine Rückkehr warten mussten, sei indes die Schuld von Ex-FIFA-Präsident Sepp Blatter und dem langjährigen argentinischen Verbandschef Julio Grondona. Von ihnen sei Maradona nach der Viertelfinal-Niederlage der von ihm als Coach geführten argentinischen Nationalmannschaft gegen Deutschland an der WM 2010 als Trainer verbannt worden, erklärte er gegenüber der Presse.
Auch der Dopingfall, der ihn von der WM 1994 in den USA ausschloss, sei nicht einmal für ein Kind glaubhaft, erklärte Maradona auf der Pressekonferenz, in der er nach dem Training als Trainer vorgestellt wurde. Man habe ihn ausschliessen wollen, nachdem dank seiner Teilnahme an der WM bereits alle Tickets gut verkauft worden waren.
An ein Training in geregelten Bahnen war bei Maradonas Rückkehr nach Argentinien nicht zu denken. Zu Beginn des Trainings stürmten vier Fans das Spielfeld. Einer von ihnen schaffte es bis zu Maradona, küsste den ihn und kniete sich ehrfürchtig vor ihm nieder, bevor er vom Sicherheitspersonal abgeführt wurde. Rund 2200 Menschen hatten sich in den Tagen nach Bekanntgabe des neuen Trainers als Vereinsmitglieder eingetragen lassen, um Tickets für die Heimspiele Gimnasias kaufen zu können.
Auch die Politik blieb dem Comeback des Idols nicht fern. Die Schwester der in La Plata geborenen Ex-Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner schenkte Maradona zum Abschluss der Pressekonferenz einen Rosenkranz ihrer im April gestorbenen Mutter, die als Ginmasia-Fan bekannt war. Cristina Fernandez bewirbt sich bei den Wahlen vom 27. Oktober als Vizepräsidentin des Oppositionspolitikers und Favoriten Alberto Fernandez. Maradona sagte, er sehe in Argentinien nicht mehr die Menschen lächeln. Das Land steht unter der Regierung des konservativen Präsidenten Mauricio Macri in einer schweren Wirtschaftskrise.
Bis Juni war Maradona als Trainer des mexikanischen Zweitligisten Dorados de Sinaloa im Amt gewesen. Er gab den Posten wegen Gesundheitsproblemen auf. Im Juli unterzog er sich in Buenos Aires einer Knie-Operation. In seiner kurzen Zeit in Mexiko gelang es dem Weltmeister von 1986, die Dorados vom Tabellenende an die Spitze und bis ins Finale im Aufstiegskampf zu bringen. Ein vergleichbares Wunder soll er nun beim Tabellenletzten Gimnasia y Esgrima vollbringen. Das erste Spiel des argentinischen Erstligisten unter der Führung Maradonas ist für den 15. September gegen Meister Racing Club angesetzt.