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Auf Grund einer Idee, die Simone Reiss und Cindy Meister an der Mountain Horse Show im Wallis spontan hatten, entwickelte sich ein Set von Pattern für Trail und eine "neue" Prüfung "Western Horse". Weil der Richterin Simone und der Turnierorganisatorin Cindy aufgefallen ist, dass es an der Basis an Entwicklungsmöglichkeiten für Pferd und Reiter mangelt, haben sie das Stufenprogramm ins Leben gerufen. Ein Pilot Projekt, das vielleicht auch von anderen Verbänden aufgenommen wird.
Es bietet in den beiden Disziplinen Trail und Western Horse Prüfungen an, die sich von Stufe zu Stufe in den Anforderungen steigern. Sie sind offen für wirklich ALLE: ob älteres Pferd, Reitanfänger oder Profi. Denn es geht einfach um die Entwicklung von Pferd-Reiter-Paaren unabhängig von Alter oder Ausbildungsstand.
Die Turnierdisziplinen im Western Reiten, die in Europa am meisten verbreitet sind, bestehen
grundsätzlich aus der Bewältigung von Hindernissen beritten oder an der Hand sowie
Rittigkeitsprüfungen mit einfachen bis zu schwierigeren Lektionen. Die nachfragestärksten
Disziplinen der Basisreiterei an den Westernreitturnieren mit den grössten Starterzahlen sind
„Trail“, „Trail In Hand“ (Bewältigung von diversen Hindernissen beritten oder an der Hand) und
Western Horsemanship (berittene Lektionen). Diese Prüfungen werden von den verschiedenen
Verbänden an ihren Turnieren angeboten. Die Hindernisse, Aufgaben und Lektionen für diese
Prüfungen sind in den jeweiligen Regelbüchern der Verbände geregelt. Es finden sich jedoch
keine Angaben zu den Anforderungen für den jeweiligen Ausbildungsstand von Pferd und/oder
Reiter. Sowohl der Veranstalter wie der Richter erhalten keine klaren Anhaltspunkte für die
Ausgestaltung der Prüfungen für die verschiedenen Ausbildungsniveaus von Pferd und/oder
Reiter, um den entsprechenden Fähigkeiten gerecht zu werden.
Auf diesem Hintergrund ist die Idee für ein Stufenprogramm für Western Pferde entstanden. Es
soll Reitern und Pferden den Einstieg ins Turnierreiten erleichtern und so zur Entwicklung des
vorhandenen Potentials aktiv beitragen. Die Anforderungen der Hindernisse und Lektionen
werden dabei schrittweise erhöht. Insofern verbindet dieses Programm die gängigen Kategorien
„Green Horse“ und „Green Horn“.
Schwerpunkt bei der Bewertung bildet ein ausbalanciertes, in der Selbsthaltung gehendes Pferd
unabhängig von Rasse oder Alter, das entsprechend seiner Biomechanik, bedingt durch den
anatomischen Körperbau eines jeden individuellen Pferdes, von einem einfühlsamen Reiter mit
balanciertem Sitz und feinen Hilfen vorgestellt wird.
Dies ist ein Pilot Projekt und kann von jedem Verein und Veranstalter freiwillig übernommen
werden. Die Einführungsphase ist im 2013 vorgesehen. Am Ende des Jahres wird über die
weitere Entwicklung dieses Programms diskutiert.
Das Projekt sieht in einer ersten Phase die Einführung von 3 Stufen in den Disziplinen Trail und
Western Horse Basis vor.
Patternsätzen (Hindernis- resp. Lektionenfolgen) für Trail und drei für Western Horse Basis
vorgesehen, die für eine Reitplatzgrösse von 20x40m konzipiert sind. Dies entspricht in etwa
den Stufen Beginner, Rookie und Novice. Das System kann auf vier oder mehr Stufen in die
Höhe und mit weiteren Pattern pro Stufe in die Breite ausgebaut werden. Die jeweiligen Pattern
pro Stufe im Trail bauen jeweils auf dem vorangehenden auf (Bsp: Die Hindernisse von Pattern
1 von Level I und II unterscheiden sich nur durch ein paar Anpassungen). So können
Teilnehmer in mehreren Stufen starten bei möglichst wenig Parcoursveränderung und -umbau.
Um auch die Bodenarbeit mit Hindernissen einzubeziehen, sind dem Stufenprogramm Trail
jeweils noch ein Pattern „Trail in Hand“ sowie ein Walk Trot Trail angehängt.
Es können an einem Turnier nur eine oder beide Disziplinen Trail und Western Horse Basis
sowie eine, zwei oder alle drei Stufen ausgeschrieben werden. Dies ermöglicht mehrere
Startgelegenheiten in der gleichen Disziplin am gleichen Tag. Bei der Kombination mit anderen
Westernprüfungen ist die Anzahl Starts u.U. zu begrenzen.
Die Pattern und Anforderungen werden jährlich überprüft und angepasst.
Ziel ist es, Pferd und Reiter im Gleichgewicht und in der Selbsthaltung so zu fördern und die
Hilfengebung zu verfeinern, dass das Paar zu einer harmonischen Einheit findet. Dies bildet die
Basis für das einhändige Reiten am Bit. Ausgangslage bildet die aus dem klassischen Reiten
stammende Ausbildungsskala, die mit leichten Anpassungen für das Western Reiten angewandt
wird. Im Zuge der Ausbildung wird die Anlehnung möglichst reduziert und die Selbsthaltung des
Pferdes gefördert. Dies bedingt einen ausbalancierten und zügelunabhängigen Sitz des Reiters
mit feiner Hilfengebung. Die Zügelführung richtet sich nach der Zäumung (Snafflebit und
Hackamore zweihändig, Bit einhändig).
Das Bewertungssystem für Trail richtet sich nach dem aktuellen Regelbuch der American
Quarter Horse Association (AQHA). Beim Western Horse Basis wird das Programm in drei Teile
geteilt mit einem Punkte-System von 0-10 Punkte/Lektionenteil und zwei zusätzlichen Noten für
„Sitz und Einwirkung“ sowie „Hilfengebung“.
Am Anfang können alle Pferd/Reiterpaare auf einer beliebigen oder auch mehreren Stufen
reiten; das Ehrensystem soll gelten, ob ein Paar zu fortgeschritten ist, um auf einer Stufe zu
starten. Die Resultate werden über das Jahr gesammelt. Nach der Einführungsphase wird Bilanz gezogen, wie die Startberechtigung in den einzelnen Stufen definiert werden kann.
Das Stufenprogramm greift, wenn möglichst viele Turnierveranstalter dieses durch die
Aufnahme und Durchführung der Disziplinen sowie Rückmeldung der Resultate in ihre Turniere
einbauen. Somit können die Initiantinnen dieses Stufenprogramms am Ende des ersten
Durchführungsjahres 2013 Bilanz ziehen und die weitere Entwicklung planen.
Dieser Entwurf geht zur Stellungnahme an verschiedene Fachleute und Verbände.
Besten Dank für eure Mitarbeit zur Entwicklung der Schweizer Westernturnierreiter!
Im Januar 2013,
Simone Reiss & Cindy Meister
Entwicklung Administration
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