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Nikolaus Eigenmann
Inhaltsverzeichnis
Lebensdaten
Profess: 14. September 1904
Küchenbruder: 1904–1923
Pförtner: 1923–1942
Beziehungsnetz
Verwandtschaft
Sohn des Johannes Eigenmann und der Maria Agatha Zingg.
Lebensbeschreibung[1]
Br. Nikolaus stammte aus einer Bauernfamilie des Fürstenlandes (SG), die in Waldkirch heimatberechtigt, 1863 nach Enggetschwil und 33 Jahre später nach Niederdorf in der Gemeinde Gossau übersiedelte. Er war das viertjüngste von vierzehn Kindern und wurde auf den Namen Josef getauft. Nachdem er die Primar- und Realbildung in Gossau genossen hatte, ging er nach Waldkirch, um den Beruf des Bäckers zu erlernen, und arbeitete darauf in diesem Beruf mehrere Jahre in Häggenschwil.
Nach gründlicher Beratung mit dem damaligen Pfarrer von Gossau, dem späteren Bischof Robert Bürkler, reifte der Entschluss, in ein Kloster einzutreten. Doch starb der Ehemann seiner Schwester, die sechs noch unmündige Kinder hatte. Der Berater, der den Eintritt ins Kloster gebilligt hatte, wies den jungen Mann darauf hin, dass es vielleicht besser sei, die Klosterpläne zurückzustellen und in die Lücke zu treten. Wohl mit schwerem Herzen folgte Josef dieser Weisung und wurde für acht Jahre als Bewirtschafter des Bauernhofes Ernährer der verwaisten Familie und ein väterlicher Erzieher seiner kleinen Neffen und Nichten. Trotz der vielen Arbeiten und Sorgen betätigte er sich aber während dieser Zeit auch eifrig als Mitbegründer des Gossauer Jünglingsvereins, und der Weg war ihm nach der Arbeit nie zu weit, um seinen Pflichten als Mitglied des Vorstandes nachzukommen. Eine treue Freundschaft verband ihn von da an mit dem einige Jahre jüngeren nachmaligen Nationalrat und Zürcher Stadtrat, Redaktor Dr. Emil Buomberger.
Doch die Sehnsucht nach dem Ordensleben blieb stets wach und noch gesteigert und mehr abgeklärt, und so trat er, als seine Hilfe nicht mehr nötig war, mit 32 Jahren noch ins Noviziat in Engelberg ein. Am 14. September 1904 legte er seine Ordensprofess ab. Als gelernter Bäcker arbeitete Br. Nikolaus zwanzig Jahre in der Klosterküche. Als dann aber im Sommer 1923 die Stelle des Klosterpförtners neu zu besetzen war, fiel die Wahl der Oberen auf ihn, wohl nicht zuletzt wegen seines freundlichen und heiteren Wesens, das ihn nicht selten ein harmloses Spässchen machen liess. Die Übertragung des neuen Amtes bedeutete indes keine Versetzung an einen Ruheposten. Der Pförtner hatte nämlich nicht bloss den Ankömmlingen das Klosterportal zu öffnen, Rede und Antwort zu geben, sowie mancherlei Botengänge ins Innere des Klosters und des Kollegiums zu machen. Er hatte ausserdem die zahlreichen Gäste des Klosters zu bedienen, all die Gastzimmer und ebenso die viel betretenen Räumlichkeiten des Gastrefektoriums, der Sprechzimmer, der Grosskellnerei, des Pfarramtes usw. stets in gutem und sauberem Zustand zu halten. All das besorgte Br. Nikolaus bis in die letzten Wochen vor seinem unerwarteten Hinschied.
Mitte Februar zwangen plötzlich auftretende Abszesse am Nacken und Schmerzen im Knie zur unfreiwilligen Ruhe und Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe im Sanatorium St. Anna in Luzern. Es war nicht mehr möglich die stark fortgeschrittene Blutzersetzung bei dem zweiundsiebzigjährigen Greis nochmals zu überwinden. Am 16. April 1842 starb er.
Professnummer
- Nr. 691
Einzelnachweise
- Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Nachruf in den Titlisgrüssen 28, 1941/42, S. 89-91, übernommen.
Bibliographie
- Nachruf von Br. Nikolaus Eigenmann in: Titlisgrüsse 28, 1941/42, S. 89-91.