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In Lausanne finden am Wochenende die Triathlon-Weltmeisterschaften statt. Die Stadt der Olympischen Spiele organisiert den Gross-Anlass nach 1998 zum zweiten Mal.
Seit damals hat sich viel geändert. Triathlon wurde 2000 olympische Disziplin und hat sich laufend professionalisiert. Für die Organisatoren eine neuartige Herausforderung.
"Alles begann mit einer vielleicht etwas verrückten Wette unter Polizei-Kollegen, die einen Anlass für die Bevölkerung organisieren wollten", sagt Claude Thomas gegenüber swissinfo.
Der Vizepräsident des Organisations-Komitees (OK) der Triathlon-WM 2006: "So haben wir vor zwölf Jahren der ersten Triathlon in Lausanne lanciert." 1998 hätten sie die Weltmeisterschaften durchgeführt. "Doch der damalige Anlass hat nur noch wenig gemeinsam mit der diesjährigen Austragung."
Denn innert acht Jahren hat sich diese Sportart stark verändert und insbesondere an Professionalität zugelegt. Organisatoren von Anlässen mussten dem ständig Rechnung tragen, um den neuen Bedürfnissen nachzukommen.
Am 16. September 2000 erlebte Triathlon in Sydney seine – aus Schweizer Sicht sehr erfolgreiche - Feuertaufe als olympische Disziplin: Brigitte McMahon (inzwischen nach Doping-Betrug gesperrt) gewann Gold, Magali Di Marco Messmer Bronze.
Vier Jahre später, in Athen, gelang es Sven Riederer, die Bronzemedaille zu erringen.
Ein Auge schon auf Peking gerichtet
Nach einem dreijährigen Unterbruch befindet sich Magali Di Marco Messmer heute von neuem in Hochform. Sie ist überzeugt, mit den momentan stärksten Triathletinnen mithalten zu können. Während des Weltcups sind sich die Portugiesin Vanessa Fernandez und die Deutsche Joelle Franzmann bisher aus dem Weg gegangen.
"Seit meinem Comeback im August 2003 ist der Triathlon von Lausanne derjenige Wettkampf, auf den ich mich am sorgfältigsten vorbereitet habe", sagt die Neuenburgerin. Sie hofft, bis in zwei Jahren für die Olympischen Spiele von Peking ihre Höchstform erreicht zu haben.
Die Zürcherin Nicola Spring, 19. an den Olympischen Spielen von Athen, hat sich vor ein einhalb Monaten das Schienbein gebrochen. Deshalb wird sie in Lausanne nicht am Start sein. Wie Di Marco Messmer hat Spirig auch die Spiele in China im Visier, und möchte kein verfrühtes Comeback riskieren.
Keine Favoriten aus der Schweiz, aber...
Als Favoriten bei den Herren sind der Australier Brad Kahlefeldt und der Amerikaner Hunter Kemper gesetzt. Doch die Schweizer haben das Zeug, sie auszustechen.
Um möglichst erfolgreich zu sein, werden Sven Riederer, Reto Hug und Olivier Marceau ihre Ortskenntnisse einsetzen und zusammenspannen. Riederer hat in Athen Bronze geholt, Hug ist ein ehemaliger Europameister.
"Die Schweizer haben verschiedentlich auf dem WM-Parcours trainiert", so Thomas. "Das Publikum hat sie deshalb auf der Rechnung."
Überraschung nicht ausgeschlossen
Der grosse Vorteil der Schweizer besteht laut OK-Vize Claude Thomas darin, dass sie den Wettkampf als Equipe bestreiten können, was im Triathlon äusserst rar sei. "Ich denke, sie könnten uns eine veritable Überraschung bieten", so der Coach.
Umso mehr als der Parcours reich an Kurven und Kuppen ist. Die Organisatoren haben sich für eine Strecke unter Ausnützung des Geländes entschieden, anstatt sich für einen flachen Parcours festzulegen.
Etliche kleine Erhöhungen erlauben es den Tausenden von Zuschauenden, den Wettkämpfer ständig im Auge zu behalten.
swissinfo, Mathias Froidevaux
(Übertragung aus dem Französischen: Alexander Künzle)
In Kürze
Der WM-Triathlon wird über die olympische Distanz ausgetragen.
Das sind 1,5km Schwimmen, 40km Radfahren, 10km Laufen.
Die Schweizer Teams in der Kategorie Elite umfassen Sven Riederer, Olivier Marceau, Reto Hug, Mike Aigroz, Sébastien Gacond bei den Männern und Magali Di Marco Messmer sowie Sibylle Matter bei den Frauen.
Fakten
Das WM-Budget in Lausanne beträgt 1,5 Mio. Franken.
400 freiwillige Helfer sind im Einsatz.
Am Start sind fast 4000 Athletinnen und Athleten, davon rund 180 aus der Weltelite.
2006 gehören 33 Athleten und Athletinnen zum Schweizer Triathlon-Nationalteam.
12 Jahre Triathlon in Lausanne
Die Durchführung der diesjährigen Triathlon-WM kommt für Lausanne einer Krönung gleich, nachdem die Stadt bereits 1998 die WM, 2004 die Jugend- und 2005 die Elite-Europameisterschaften organisiert hatte.
Neben der WM am Sonntag wurden bereits während der Woche zahlreiche andere Meisterschaften durchgeführt (Hochschulen, Feuerwehr, U-23, verschiedene Alters-Kategorien, Behinderte).