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Angesichts der Anerkennung der ostukrainischen Separatistengebiete durch Russland werden Forderungen nach einer Verlegung diverser Sportanlässe laut.
Beim Fussball steht St. Petersburg, die Heimatstadt des russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin, im Fokus. Dort soll im Mai der Champions-League-Final stattfinden. Die Uefa teilte mit, es gebe «derzeit keine Pläne, den Austragungsort zu ändern». Die Situation werde aber genau beobachtet.
Vor allem von der britischen Insel gab es harsche Töne. Der britische Aussenpolitiker Tom Tugendhat kritisierte die Uefa scharf. «Das ist ein beschämender Entscheid. Die Uefa sollte einer gewalttätigen Diktatur nicht Deckung bieten», twitterte der konservative Politiker am Dienstag. Stunden später brachte sich auch Premierminister Boris Johnson in die Debatte ein. «Ich halte es für unvorstellbar, dass grosse internationale Fussballturniere in Russland stattfinden können, nach (…) dem Einmarsch in einen souveränen Staat», sagte er.
Wembley statt St. Petersburg?
Die auch für Sport zuständige Ministerin Nadine Dorries erklärte auf Twitter, dass Grossbritannien das Thema mit den dafür relevanten Behörden diskutieren werde. «Wir werden Präsident Putin nicht erlauben, Ereignisse auf der Weltbühne auszunutzen, um seine illegale Invasion in der Ukraine zu legitimieren», schrieb Dorries. «The Sun» brachte schon das Wembley-Stadion als Ersatzschauplatz für den Final ins Gespräch. Die Chancen für die Londoner Arena würden deutlich steigen, wenn zwei englische Teams das Endspiel erreichen. Derzeit sind noch Manchester City, Chelsea, Liverpool und Manchester United im Rennen.
Aus Strassburg meldeten sich Mitglieder des Europaparlaments zu Wort. Die Uefa solle Russland den Final in St. Petersburg entziehen und die Kooperation mit dem russischen Hauptsponsor Gazprom beenden, hiess es in einem Brief. Die Zeiten, in denen man die Situation nur kontinuierlich beobachte, seien vorbei.
Mit Blick auf internationale Spiele des russischen Meisters Zenit St. Petersburg teilte die Uefa mit, sie sei in engem Kontakt mit den betroffenen nationalen Verbänden und Vereinen. «Derzeit ist vorgesehen, dass alle Spiele wie geplant stattfinden», hiess es. Zenit trifft am Donnerstag im Europa-League-Rückspiel in Spanien auf Betis Sevilla.
Volleyballer bleiben passiv
Der Weltverband der Volleyballer (FIVB) denkt aktuell nicht darüber nach, Russland die Männer-WM 2022 zu entziehen. «Der FIVB ist der Meinung, dass Sport immer von Politik getrennt bleiben sollte, aber wir beobachten die Situation genau, um die Sicherheit und das Wohlergehen aller Teilnehmer an unseren Veranstaltungen zu gewährleisten, was unsere oberste Priorität ist», teilte der Weltverband auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.
Die Männer-WM ist vom 26. August bis zum 11. September in Russland terminiert. Gespielt werden soll in zehn Städten.