Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03126.jsonl.gz/1525

Schande für Wil
Beim Lesen des Berichtes erhält man den Eindruck, das neue Baureglement und damit die Stadt bzw. der Kanton seien an den beiden hässlichen Bauruinen schuld, die seit 2 ½ Jahren den Stadtkern und das Wohnquartier am Hang verunstalten. Dem ist überhaupt nicht so. Die beiden Bauten hätten längst regulär zu Ende geführt werden können, denn der Architekt und gleichzeitige Bauherr verfügt über eine rechtskräftige Baubewilligung. Mit einem neuen Reglement kann man bestehende Baubewilligungen nicht stoppen oder gar annullieren. Im Wissen, dass ein neues Reglement in Bearbeitung ist, spekulierte der Architekt/Bauherr auf mehr Bauvolumen und lässt seither die angefangenen Arbeiten zum grossen Ärger der Anwohner und der Öffentlichkeit dahin dümpeln. Bei der Bauruine Sonnenhofstrasse beansprucht das Gerüst sogar noch das öffentliche Trottoir. In diesem Zusammenhang fragt es sich, ob es kein Gesetz gibt, das den Vollzug einer Baubewilligung innert einer nützlichen Frist vorschreibt. Denn ohne eine solche Möglichkeit könnte eine Stadt vor lauter Bauruinen zur Geisterstadt vergammeln. Es kann doch nicht sein, dass das öffentliche Interesse an einer schönen Stadt durch ein egoistisches, rücksichtsloses Individualinteresse derart strapaziert wird.
Kurt Leuenberger, Wil