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Der Begriff Frühjahrsmüdigkeit bezeichnet kein definiertes Krankheitsbild. Es handelt sich um eine jahreszeitabhängige Veränderung des Allgemeinbefindens, die von vielen Menschen in unseren Breitengraden wahrgenommen wird.
Die Beschwerden treten meistens im zeitigen Frühjahr auf, wenn ab März die Tage wieder deutlich länger werden. Betroffene klagen über Müdigkeit, Kreislaufbeschwerden, Antriebslosigkeit, Gereiztheit und Kopfschmerzen.
Diese Befindlichkeitsstörungen haben wenig mit leeren Vitamin- und Mineralstoffspeichern nach dem Winter zu tun. Vielmehr scheint das Ungleichgewicht zweier Hormone hauptverantwortlich zu sein: Das Schlafhormon Melatonin sorgt für einen erholsamen Schlaf. Das Glückshormon Serotonin wird unter Lichteinfluss produziert und ist für die Aktivierung des Körpers und für gute Stimmung zuständig.
Im zeitigen Frühjahr hat sich das Verhältnis der beiden Botenstoffe noch nicht an die längere Helligkeit angepasst. Die Zirbeldrüse produziert im Verhältnis noch zu viel Melatonin. Es dauert zwei bis vier Wochen, bis das Hormongleichgewicht wiederhergestellt ist. Sobald die innere Uhr justiert ist, lassen die Beschwerden nach.
Kurzantwort
Die Frühjahrsmüdigkeit ist keine Krankheit. Vitamin- und Mineralstoffmangel sind nicht hauptverantwortlich. Grund ist vermutlich ein Ungleichgewicht der Botenstoffe Melatonin und Serotonin. Regelmässige Aufenthalte im Freien mit Bewegung und Sport schafft Abhilfe. Das füllt die Vitamin-D-Speicher wieder auf und wirkt der Müdigkeit entgegen.