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Die letzte Zen-Geschichte die du heute zu diesem Yogaleicht-Zyklus empfängst, heisst:
Sollte ich etwas tun?
Vor langer Zeit lebte ein Mann auf einer kleinen abgelegenen Insel im Süpazifik. Er genoss die Einsamkeit und das faule Nichtstun.
Die Tage vergingen ohne, dass sich etwas Nennenswertes ereignete. Doch eines Morgens überraschte den Aussteiger ein kurzes Erdbeben. «Sollte ich etwas tun?», dachte der Mann etwas zögerlich nach, schob diesen Gedanken aber rasch zur Seite, nachdem die Erde sich wieder beruhigt hatte. So beschloss er in heiterer Musse abzuwarten.
Am Mittag beobachtete der Einsiedler, wie ein grosses Stück Fels von der Küste in das aufgebrachte Meer hinabfiel. Das liess nichts Gutes hoffen. Der Mann war sichtlch beunruhigt. «Sollte ich etwas tun?», dachte er erneut. Als er aber sah, dass die Insel noch gross genug war, um gut darauf zu leben, beschloss er, abzuwarten.
Am frühen Abend rumpelte es gewaltig, und die Insel fiel in zwei Teile auseinander. Nun war der Mann wirklich besorgt. «Sollte ich etwas tun?», dachte er wirklich ängstlich. Als er aber sah, dass er auf dem grösseren Stück der Insel sass, meinte er gelassen: «Da ist ja alles noch einmal gut gegangen!»
Ein paar Augenblicke später versank die Insel, auf der der Mann so zufrieden sass, im Meer. Die Wellen tobten, und die Möwen kreischten. Die letzten Worte des Mannes waren: «Verdammt, vielleicht hätte ich doch etwas tun sollen!»
Quellenangaben: Aus dem Buch «Im Schatten der Kiefer» von Sandy Taikyu Kuhn Shimu
Auf dass auch diese Geschichte dich in deinem Inneren anregt und vielleicht auch etwas in Bewegung setzt.
Ich wünsche dir beim Yogaüben und in Bewegung bleiben weiterhin vor allem viel Freude und Leichtigkeit, damit du es noch lange liebst und geniessen darfst etwas für dich selbst zu tun.
Namasté Corinne