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- In den 1950er-Jahren musste sich das Kino in Abgrenzung zum Fernsehen neu erfinden.
- Jack Arnold realisierte seine Science-Fiction- und Horror-Filme in kurzer Zeit und mit kleinem Budget – aber mit Sorgfalt.
- Arnolds Filme sind gespickt mit Andeutungen auf die Ängste der US-Amerikaner der 1950er-Jahre.
Als 3D in die Kinos kam
Anfang der 1950er-Jahre war die Lage desolat für die Filmstudios: Das Fernsehen stand vor der Tür, die Kinos verwaisten. Gegen den Zuschauerschwund sollten nun neue Kinoformate helfen.
Der Gruselfilm «House of Wax» von André de Toth aus den Warner Studios machte den Anfang: Er löste eine kurze und heftige «dreidimensionale» Modewelle aus. Jungtalent Jack Arnold produzierte den ersten 3D-Film für seinen Arbeitergeber Universal.
Mit Ausserirdischen zum Erfolg
«Gefahr aus dem Weltall» (1953) war Jack Arnolds erster Science-Fiction-Film. Es ist die Adaption einer Geschichte von Ray Bradbury über Ausserirdische, die auf der Erde notlanden müssen.
Die Geschichte einer unheimlichen Begegnung der dritten Art drehte Arnold für 700‘000 Dollar, ohne Blutvergiessen und mit aufregenden 3D-Effekten. Es wurde ein Erfolgsfilm.
Nicht wie Ed Wood
Jack Arnold, der zunächst Luftwaffenpilot und Kameramann werden wollte, war ein talentierter Film-Handwerker. Seine Filme zimmerte Arnold, anders als die B-Movie-Kollegen Roger Corman oder Ed Wood, nicht rasch zusammen. Er plante in kurzer Zeit und mit kleinem Budget und führte seine Filme sorgfältig aus.
Berühmt wurde Jack Arnold als Meister des Schreckens. In Hollywoods Studiosystem der 1950er-Jahre war er eine feste Grösse. Jack Arnolds Filme sind ein Spiegel ihrer Zeit und gespickt mit Andeutungen über das politische Klima der Angst in den USA.
Immergleiche Themen
Die Aliens, so könnte ein Subtext von Arnolds Filme lauten, das sind die «Fremden», die «Feinde», die anders sind als der Durchschnittsamerikaner. 1953 ging der Koreakrieg zu Ende.
Der in Fernost geführte Krieg gegen den Kommunismus hatte eine allgemeine Hysterie vor der «gelben» und «roten» Gefahr entfesselt. Hunderte Filme über atomar verseuchte Rieseninsekten, unheimliche Ausserirdische und andere Störenfriede überschwemmten den US-amerikanischen Kinomarkt. Jack Arnold lieferte die besten.
Wenn die Angst grassiert
«Ich schrieb den Namen Tarantula auf ein Blatt Papier und dachte mir, dass könnte ein ganz interessanter Film werden. Denn Menschen haben furchtbare Angst vor Spinnen», erinnerte sich Jack Arnold in einem Interview.
Mit dem Monsterfilm «Tarantula» von 1955 schlug Jack Arnold ganz allgemein Kapital aus der Angst vor Spinnen. Ausserdem griff er die in den USA grassierende Angst vor der Atombombe und einer kommunistischen Invasion auf.
Achtung: Riesenspinne!
«Tarantula» variiert den Stoff eines missglückten Wissenschaftsexperiments. Ein Wissenschaftler will den weltweiten Hunger mit einer Superformel bekämpfen. Er wird Opfer seiner Versuche mit atomar stabilisierten Nährstoffen. Aus seinem rauchenden Labor stampft nun eine mächtige Riesenspinne in die verängstigte Zivilisation und richtet Unheil an.
«Tarantula» ist mittlerweile ein Kult-Film und ein «echter Arnold» mit einem beeindruckenden Monster, unfreiwilligem Humor und einer Prise Zivilisationskritik.
Dieser Film hätte ihn reich gemacht
«The Gill Man», der schuppige Kiemenmann ist vielleicht die populärste Kreatur des Science-Fiction- und Horror-Genres der 1950er-Jahre. «The Creature from the Black Lagoon – Der Schrecken vom Amazonas» wurde Jack Arnolds berühmtester Film. Dieser hätte ihn sogar reich gemacht – wäre er kein Vertragsregisseur bei Universal gewesen.
Neben den Horror-Klassikern der 1930er-Jahre aus den Universal-Studios wie «Dracula», «Frankenstein» und «Wolf Man» avancierte der Kiemenmann-Film nach seiner Uraufführung 1954 zu einem beliebten und erfolgreichen Film-Markenartikel.
Zaubermeister der Ängste
Jack Arnold hat auch Western und Krimis gedreht und die Peter-Sellers-Komödie «The Mouse that roared» erfolgreich inszeniert. Sein Name wird jedoch immer mit dem bizarren Gruselfilm der 1950er-Jahre in Verbindung bleiben.
Er hatte das Talent aus mittelmässigen Drehbüchern, steifen Dialogen und wenigen, aber effektiv genutzten Requisiten ein schauriges Horror-Abenteuer zu zaubern. Das hat ihn unsterblich gemacht. Der Jack Arnold-Touch ist die besondere Mischung aus Atmosphäre und einem Gefühl für tiefsitzende Ängste des beginnenden Atomzeitalters.