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AUF DER SUCHE NACH EINIGEN WALSER "MERKMALEN"
Der Historiker Georg Jäger, langjähriger Präsident der Bündner Walservereinigung, hat erklärt, als Walser gelte, "wer einen Walserdialekt im Dorf, im Tal" spreche und benutze und auch "wer sich subjektiv von Herkunft und Umgebung als Walser oder Walserin" verstehe. Diese sehr liberale Definition grenzt sich ganz bewusst von nationalistisch-ethnischen Ideologien ab. Immer wieder taucht die Frage auf, ob es denn bestimmte Familiennamen gebe, die auf eine walserische Herkunft schliessen lassen. Die ersten Siedler trugen nur einen Vornamen, der meist mit dem Herkunftsort verbunden war. Später wurde dann der Name des Vaters oder der Mutter, jener des Berufs oder der Hofname zum Familiennamen.
Natürlich gibt es diverse Geschlechternamen, die sich über Jahrhunderte in bestimmten Walserregionen nachweisen lassen, wie etwa die Guler in Klosters, die Flütsch in St. Antönien, die Bärtsch in Furna, die Buol, Meisser und Kindschi in Davos, die Brunold, Sprecher und Mettier im Schanfigg, die Lorez, Trepp, Meuli, Hössli und Mengelt im Rheinwald, die Gredig, Buchli, Bandli, Hunger, Gartmann und Zinsli in Safien, die Jörger und Furger in Vals, die Hitz und Hemmi in Churwalden, die Engi in Tschiertschen, die Stoffel und Heinz in Avers, die Wyss und Elsa in Mutten, die Alig und Mirer in Obersaxen, um nur einige der Walser Familiennamen aus Graubünden aufzuzählen.
Die Walser waren während Jahrhunderten vor allem als Bauern und Säumer tätig. Dies führte dazu, dass in den Walser gebieten ähnliche Arbeitsweisen und -geräte entwickelt wurden. Die Rede ist z.B. von der ge krümmten Sense, vom System der Heutrocknung und des Heuzugs im Winter, von ver schiedenen Holzgeräten in der Milchverarbeitung oder von Transportmitteln. Zu den letz teren gehörte u.a. das sog. "Riitbrätt", aus dem sich letztlich das heutige "Snowboard" entwickelt hat. Die private Einzelsennerei, die heute zugunsten des rentableren Genossenschaftsbetriebes bei nahe verschwunden ist, kann als «Walser Merkmal» bezeichnet werden, das von der Walliser Urheimat bis in die östlichsten Niederlassungen Vorarlbergs anzutreffen war. Wir kennen zudem übereinstimmende Sagenmotive und -gestalten wie etwa die wilden Mannli, das Toggi oder die Totenzüge. Zudem war den Walsern die Verehrung des heiligen Theodul, eines der ersten Walliser Bischöfe, gemeinsam.