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Ein Mann sitzt am Meer und sinnt über sein Leben nach. Er hat die Scheinwerfer der Politik und die Lichtfluten der medialen Welt satt. Von den Wahlen trennen ihn neun Monate. Eine Ewigkeit für den, der durch die Hölle muss. Um sich vor der zunehmenden Verzweiflung zu retten, schreibt er. Meist kurze Notizen, Gedanken, Betrachtungen und immer wieder Gedichte als Grundlage für ein zukünftiges Buch. Diese Schreibtätigkeit wird ihn bis zum abrupten und brutalen Ende seiner politischen Laufbahn begleiten und seine Wiedergeburt als Mensch begründen.
Als der 46-jährige Protagonist von SEROTONIN, dem neuen Roman des Goncourt-Preisträgers Michel Houellebecq, Bilanz zieht, beschliesst er, sich aus seinem Leben zu verabschieden – eine Entscheidung, an der auch das revolutionäre neue Antidepressivum Captorix nichts zu ändern vermag, das ihn in erster Linie seine Libido kostet. Alles löst er auf: Beziehung, Arbeitsverhältnis, Wohnung. Wann hat diese Gegenwart begonnen? In der Erinnerung an die Frauen seines Lebens und im Zusammentreffen mit einem alten Studienfreund, der als Landwirt in einem globalisierten Frankreich ums Überleben kämpft, erkennt er, wann und wo er sich selbst und andere verraten hat.