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Stimmrecht,
die Befugnis, durch Teilnahme an der Abstimmung (s. d.) über öffentliche Angelegenheiten seinen Willen kundzugeben. So wird der Wille der Gesamtheit gefunden bei der Ausübung des allgemeinen S. (s. Plebiscit und Referendum), bei den öffentlichen Wahlen (s. Wahl), bei den Beschlüssen des Bundesrats, des Reichstags, des Landtags, der Gemeindevertretungen u.s.w., der öffentlichen Behörden und Richterkollegien, der Korporationen, Vereine u.s.w.
Nicht immer hat jeder einzelne, welcher zu einer Gesamtheit gehört, ein S. Auch bei einer ganz demokratisch eingerichteten Gesellschaft pflegen Frauen und Personen, welche Armenunterstützungen aus öffentlichen Fonds erhalten oder welche zu entehrenden Strafen verurteilt sind, ausgeschlossen zu sein; ebenso haben hier Unmündige oder Entmündigte kein S. Bei den bureaukratisch eingerichteten Behörden giebt es Beamte, welche ein beratendes Votum, Sitz, aber keine Stimme haben; bei Korporationen und Gesellschaften des Privatrechts giebt es Mitglieder, welche an den Vermögensnutzungen teilnehmen, ohne daß sie ein S. haben.
Namentlich aber finden sich bei Personengesamtheiten des öffentlichen wie des Privatrechts Unterscheidungen in der Zahl der Stimmen, welche dem einzelnen Mitgliede nach den Machtverhältnissen, der Höhe der Beteiligung, dem Vermögen, der socialen Stellung u.s.w. zugemessen sind. Auch die Erscheinung findet sich, daß mehrere Personen zusammen eine Stimme haben (bei Personengesamtheiten des öffentlichen Rechts, Kuriatstimme [s. d.] im Gegensatz zu der Virilstimme, die einer Einzelperson zusteht); mehrere Personen, die eine Aktie, einen Gesellschaftsanteil zusammen haben, stellen einen Vertreter, der die Stimme für diesen Anteil abgiebt.