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Auf, lass mich ein Loblied dieses Buches singen. Das Gütesiegel bekam es dadurch, dass ich es im Flugzeug neben einem schreienden Kleinkind lesen konnte.
Obwohl er dies nicht mögen würde, muss ich für meine Empfehlung auch einiges über den Autor sagen:
- Der Gattung nach handelt es sich um Essays bzw. um eine Art verlängerte Kolumnen. Die Struktur der Texte verflüchtigt sich deswegen nicht. In der Regel gibt es pro Aufsatz drei Aspekte.
- Diese Essays stammen von einem „ausgesiedelten“ Briten, der von St. Andrews (Schottland) nach Westminster (Pennsylvania) wechselte. Er vergleicht immer wieder die Staatenerfahrung mit der Kontinenterfahrung.
- Dieser Brite ist ordinierter Pastor der Orthodox Presbyterian Church, einer konfessionellen reformierten Gemeinde. Er steht nicht nur zu seiner Gemeindeidentität, er teilt sie freudig der Welt mit.
- Der Pastor ist gleichzeitig Professor für Kirchengeschichte. Er ist ein anerkannter John Owen- und Martin Luther-Kenner. Und, was ich neu erfahren habe, ein Kierkegaard-Nicht-Verächter.
- Der Professor ist den sozialen Medien gegenüber gar nicht aufgeschlossen. Er ist der „Generation offline“ zuzurechnen, was ihn berechtigt, ein scharfzüngiger Kritiker zu sein.
- Der Offliner wagt sich auch, politisch zu sein. Seine These lautet: Wir haben es verlernt, echten Humor zu schätzen. Stattdessen fühlen wir uns dauernd beleidigt.
- Gerade durch diese „political incorrectness“ kann Trueman humorvoll seine Beobachtungen über gesellschaftliche Entwicklungen mitteilen.
- Der Gesellschaftskritiker ist ein Mann, der wenige Freundschaften intensiv pflegt. Er liebt das reale Leben.
- Deshalb erstaunte es mich nicht, dass er „Mittelalterliche“ (wie er sich selber bezeichnet) auch Läufer ist. Er muss schliesslich seinen alternden Körper fit halten.
Damit habe ich schon viel dazu gesagt, über was er in diesem Buch schreibt. Ich ergänze:
- Über die scheussliche „Self-Promotion“ in den sozialen Medien,
- den US-amerikanischen Konsumismus und Individualismus,
- über echte Begegnungen bei einem Glas Bier,
- den Personenkult der Megakirchen,
- die Gottesdienstkultur von evangelikalen Gemeinden,
- das Schuld-Zuschiebe-Spiel nach dem Finanzcrash,
- die verdeckte Motivation von Theologen, die Theologie ihrer Väter zu zerstören und
- über die Macht des Wortes bei Martin Luther.
Neugierig geworden? Lesen!