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Zusammenarbeit und Entwicklung: Gute Geschäftsgelegenheiten für KMU
Von der Schweiz organisierte Projekte im Ausland bieten Schweizer Unternehmen attraktive Absatzmöglichkeiten. Erläuterungen.
Die Schweiz verfügt über ein beachtliches Budget für Entwicklungshilfe. Zwischen 2017 und 2020 sind dafür CHF 11 Milliarden eingeplant. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) und das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) rufen Schweizer Firmen dazu auf, ihre Projekte im Ausland umzusetzen.
Der Leistungsbereich Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung des SECO arbeitet bei der Planung, Umsetzung und Auswertung seiner Projekte häufig mit Unternehmen zusammen. In der Regel handelt es sich dabei um öffentliche Beschaffungen. Auch das EDA überträgt Aufträge für die Umsetzung konkreter Projekte an privatwirtschaftliche Firmen, insbesondere im Bereich der internationalen Zusammenarbeit (Entwicklungszusammenarbeit, Zusammenarbeit mit Osteuropa und humanitäre Hilfe).
Von 2006 bis 2010 betraute die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) den Schweizer Privatsektor auf diese Weise mit Bestellungen und Aufträgen im Wert von CHF 95,5 Millionen.
Ausschreibungen
Öffentliche Ausschreibungen werden regelmässig lanciert. Die Projekte des SECO werden auf seiner Website (SECO Start-up Fund SSF) vorgestellt und auf der Plattform des Informationssystems über das öffentliche Beschaffungswesen in der Schweiz (simap.ch) publiziert:
Das SECO wählt die wirtschaftlich günstigsten Angebote aus, damit die öffentlichen Mittel effizient genutzt werden. An erster Stelle stehen die Grundsätze Transparenz, Gleichbehandlung der Bieter und Wettbewerb. Bei Beschaffungen mit geringem Auftragswert und unter bestimmten Umständen können die Aufträge manchmal direkt oder über ein Einladungsverfahren vergeben werden.
Das EDA geht ähnlich vor. Aufträge mit einem Wert von über CHF 230'000 (Güter und Dienstleistungen) oder CHF 2 Millionen (Bauten) werden grundsätzlich auf simap.ch publiziert. Bei Dienstleistungen und Bauten können Aufträge mit einem Wert von unter 150'000 freihändig vergeben werden, bei Gütern liegt der Schwellenwert bei CHF 50'000.
Aufträge für Dienstleistungen unter CHF 230'000, für die man eine Offerte einreichen kann, werden auf der Website des EDA aufgelistet:
Die Aufträge werden gemäss den Bestimmungen des Bundesgesetzes und der Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen sowie gemäss den internen Richtlinien des EDA und des SECO vergeben:
Wie kann man an einer öffentlichen Ausschreibung teilnehmen?
Um sich an den Ausschreibungen auf simap.ch zu beteiligen, reicht es, sich online zu registrieren. Die Anmeldung bringt keine Verpflichtungen mit sich. Sie gewährt den Zugang zu den Dokumenten, die für die Teilnahme erforderlich sind, sowie zum Forum, in dem man Fragen zum Projekt stellen kann.
Bei Dienstleistungsaufträgen des EDA unter CHF 230'000 werden Interessierte aufgefordert, ihre Offerte an die im Projekt angegebene E-Mail-Adresse zu schicken.
Die rechtlichen Anforderungen an die Vergabeverfahren, die Offerten und die Konsulenten sowie deren Einsatzbereiche stehen auf der Website des EDA. Zudem finden sich dort detaillierte Informationen für Beauftragte:
Aufträge in Verbindung mit internationalen Institutionen
Schweizer KMU können im Bereich der Zusammenarbeit auch mit ausländischen oder internationalen Institutionen kooperieren. Die schweizerische Exportförderung Switzerland Global Enterprise (SGE) organisiert regelmässig Informationsveranstaltungen zu öffentlichen Ausschreibungen, die von den multilateralen Finanzinstituten publiziert werden, um den Schweizer Unternehmen bei ihrer Positionierung zu helfen:
Die Ausschreibungen der internationalen Institutionen sind unter anderem auf deren Websites zu finden.
Spitzenleistungen und zentrale Branchen
Schweizer KMU stehen bei nationalen und internationalen Aufträgen im Dienstleistungssektor ausserordentlich gut dar, aber auch in den Branchen Energie, Verkehr, Wasser, Gesundheit, Landwirtschaft und Bildung. Landwirtschaft und Ernährungssicherheit sowie Wasser gehören zu den drei Bereichen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit, in denen die DEZA 2015 am meisten investiert hat, neben dem Bereich Staatsreformen, Dezentralisierung und Beteiligung der Bevölkerung. Diese Themen stellen daher für Schweizer Firmen besonders attraktive Absatzmöglichkeiten dar.