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Archiv der Familie Potulicki in Polenmuseum in Rapperswil
Sehr geehrte Damen und Herren
Im Rahmen des Programms „Kulturelles Erbe 2018“ aus dem Kulturförderungsfonds des Ministeriums wurden in unserem Archiv alle Dokumente der Familie Potulicki durchsichtet und digitalisiert. Das ermöglicht den Geschichtsforschern und Wissenschaftlern den leichten Zugang zu unseren Dokumenten.
Die Geschichte der Familie Potulicki
Die Potulickis sind eine Adelsfamilie aus der Region „Wielkopolska“, deren Gründer 1485 gestorben ist. 1780 erwarb Michal Potulicki von König Fryderyk II. das Recht, den erblichen Titel eines Grafen zu verwenden. Seine Söhne begannen zwei Potulicki-Linien. Die Linie des jüngeren Sohns Kazimierz (1793-1871) erlosch 1947 mit Aniela Potulicka. Sie war bekannt für ihre sozialen Aktivitäten. Vor ihrem Tod hat sie dem polnischen Primas Hlond ihr Anwesen und Palast vermacht. Die Nachkommen des älteren Sohns Kasper (1792-1853) leben noch heute im Ausland und in den USA. Der Sohn Kaspers hiess Josef (1828-1870) und war Landbesitzer, Industrieller sowie Erfinder. Sein Sohn Karol (1861-1931) war Jurist, Diplomat, Leiter des Polnischen Roten Kreuz und Mitglied von verschiedenen Organisationen während des Ersten Weltkriegs. Er schrieb diverse Publikationen über die politische Zukunft Polens. Weiter war er Ehrenattaché der polnischen Delegation im Völkerbund. Ab 1909 lebte er in der Schweiz und später in Frankreich, wo er ein Anwesen in Prebailly in Gex gekauft hat. Karol war mit Ewelina aus dem Haus Chłapowski verheiratet, hatte zwei Kinder: Marie „Muszka“ und Michal. Beide blieben kinderlos.
Michał Graf Potulicki
Michał Potulicki (1897-1984): Er schloss das Gymnasium „Stella Matutin“ im französischen Feldkirch mit Auszeichnung ab. Dann studierte er in Genf Rechtswissenschaften. 1927 erlang er den Doktortitel. Zwischen 1921-1922 war er als Sekretär von Premierminister Adam Ponikowski tätig. Von 1922 bis 1945 arbeitete er im Außenministerium (mit Unterbrechung von 1925 bis 1935, als er im Internationalen Arbeitsamt in Genf tätig war). Nach dem 2. Weltkrieg war er bei internationalen Organisationen in Genf tätig bis 1967. Darüber hinaus verfasste er zahlreiche Werke, vor allem auf dem Gebiet des Rechts. Sein Leben verbrachte er in der Emigration, hauptsächlich in Frankreich und der Schweiz.
Er widmete viel Zeit der Familiengenealogie und sammelte dazu viele Erinnerungsstücke über die Familie und ihren Besitztümern.
Erbbestandteile
Das Erbe umfasst typisches Material, das das Leben von Michał Graf Potulicki dokumentiert: Eigene Schriften, biographisches Material, Korrespondenzen und Zeugnisse von Drittpersonen. Diese Dokumente zeigen wichtige Lebensabschnitte von ihm. Während des 2. Weltkriegs lebte er in London. Fürs Aussenministerium der Londoner Regierung hat er die polnisch-russischen Verhandlungen zwischen Juni und Juli 1941 geführt, was viele Dokumente im Besitz des Polenmuseums belegen. Der zweite Teil der Archive über die Potulickis enthält Dokumente von verschiedenen Familien. Diese betreffen Michal, seinen Vater Karol, Adam und seinen Cousin Stanislaw Potulicki. Das Familienarchiv umfasst persönliche Schriften und alle Schriften, die die Tätigkeit aller Familienmitglieder und ihnen verwandten Familien dokumentieren.
Sie umfassen Familienwappen, Notizen dazu und Familienbesitztümer. Ergänzend gibt es dazu die Monografie von Professor Dworaczek.
Das Familienarchiv zeigt nicht nur den Lebenslauf eines Diplomaten sondern dokumentiert das Leben einer Adelsfamilie im Ausland.
Das Projekt wurde durch die Unterstützung des Ministeriums für Kultur und Nationales Erbe durchgeführt.
Verantwortlich für die Digitalisierung des Archivs der Familie Potulicki ist der diplomierte Historiker und Leiter des Archivs in Rapperswil Radosław Pawłowski.