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1. Überblick
Ein Astrozytom ist ein Hirntumor, der aus bestimmten Zellen des Stützgewebes des Gehirns entsteht, den sogenannten Astrozyten. Der Fachbegriff für dieses Stützgewebes lautet Glia. Tumoren des Stützgewebes in Gehirn oder Rückmark heissen darum auch Gliome. Astrozytome zählen demnach zu den Gliomen.
Je nach Beschaffenheit der Tumorzellen unterscheidet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vier Grade von Gliomen. Je höher der WHO-Grad ist, desto weniger ähneln die Tumorzellen gesunden Gliazellen. Aus dieser Gradeinteilung ergeben sich die geeigneten Behandlungsmöglichkeiten und auch die Prognose. Der Tumor mit dem höchsten Grad, das Glioblastom, ist das bösartigste Gliom und hat eine ungünstige Prognose. Beim pilozytischen Astrozytom hingegen ermöglicht die Tumorentfernung die komplette Heilung – und Patienten mit niedriggradigen Astrozytomen überleben häufig die Erkrankung über Jahre.
An einem Astrozytom erkranken vor allem Männer im mittleren und höheren Lebensalter. Krampfanfälle (epileptische Anfälle) und Anzeichen erhöhten Hirndrucks (Übelkeit, Erbrechen, etc.) sind häufige Beschwerden. Wenn sich der Tumor ausbreitet und dabei die Nervenbahnen in Gehirn oder Rückenmark quetscht, kann es dazu auch zu neurologischen Ausfallerscheinungen (z.B. Lähmungen) kommen.
Beim Astrozytom und auch beim Glioblastom spielen bei der Diagnose neben der Befragung des Erkrankten und der gründlichen Untersuchung auch die sogenannten bildgebenden Verfahren wie Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) des Kopfes eine entscheidende Rolle.
Bei einem Astrozytom liegt das Ziel der Therapie darin, den Tumor möglichst komplett zu entfernen oder – wenn dies nicht möglich ist – zumindest die Tumormasse zu verkleinern. Bei der Therapie von Astrozytom oder Glioblastom können dazu eine Operation, Strahlenbehandlung oder Chemotherapie notwendig sein. Das jeweilige Vorgehen richtet sich nach der WHO-Gradeinteilung und zusätzlichen Faktoren wie dem körperlichen Allgemeinbefinden, dem Alter oder bestehenden Symptomen.
Allgemeine Massnahmen, die einem Astrozytom oder einem Glioblastom vorbeugen, sind derzeit nicht bekannt.
Ein Astrozytom ist ein Tumor, der aus Zellen hervorgeht, die im Gehirn das Stützgerüst für die Nervenzellen bilden. Die enstprechenden Zellen heissen Astrozyten – daher die Bezeichnung Astrozytom. Das Stützgerüst besteht allerdings nicht nur aus Astrozyten, auch andere Zelltypen (z.B. Oligodendrozyten) kommen vor. Insgesamt bezeichnet man das Stützgewebe auch als Glia. Alle Tumoren, die aus diesem Gewebe hervorgehen, lassen sich daher unter dem Oberbegriff Gliome zusammenfassen.
Am häufigsten treten Astrozytome im Gehirn (hier in den sog. Grosshirnhälften) auf. Seltener kommen diese Hirntumoren in tieferliegenden Gebieten des Gehirns (in den sog. Basalganglien), im Stammhirn oder im Bereich des Rückenmarks vor.
Wenn Zellen unkontrolliert wachsen und entarten, ähneln die so entstandenen Tumorzellen den ursprünglichen, gesunden Zellen in unterschiedlichem Masse: Zellen von ausgeprägter Ähnlichkeit mit gesundem Gewebe bezeichnen Mediziner als «gut differenziert». «Schlecht differenzierte» Tumorzellen ähneln kaum noch den Ursprungszellen. Diese Zellbeschaffenheit spielt eine wichtige Rolle bei der Einteilung der Gliome – und damit auch der Astrozytome – in insgesamt vier Grade der WHO (Weltgesundheitsorganisation). Ein schlecht differenziertes Astrozytom wie das Glioblastom hat einen hohen Grad und ist bösartig. Gut differenzierte Astrozytome haben einen niedrigen Grad.
Das Astrozytom mit dem niedrigsten WHO-Grad, das pilozytische Astrozytom, kommt typischerweise im Kindes- oder Jugendalter vor. Niedriggradige Astrozytomen sind eher bei jüngeren Erwachsenen zu finden, höhergradige Tumoren treten hingegen eher bei älteren Personen auf. Männer sind dabei häufiger betroffen als Frauen.
|Einteilung der Gliome nach WHO-Graden|
|Grad||Gliom|
|Grad I WHO||Pilozytisches Astrozytom|
|Grad II WHO||Differenziertes Astrozytom oder Oligodendrogliom|
|Grad III WHO||Anaplastisches Astrozytom oder Oligodendrogliom|
|Grad IV WHO||Glioblastom|
Ein Astrozytom ist ein Hirntumor, dessen Ursache weitgehend unbekannt ist. Dieser Tumor entwickelt sich aus dem Stützgewebe (auch Glia genannt) des Gehirns. Bei einer Erbkrankheit, der sogenannten Neurofibromatose vom Typ 1, tritt allerdings zum Beispiel das pilozytische Astrozytom gehäuft auf. Auch bei Personen, die eine Strahlenbehandlung erhalten haben, kann es vermehrt zu diesen Hirntumoren kommen.
Ein Astrozytom macht sich häufig durch Symptome wie Krampfanfälle (epileptische Anfälle) und erhöhten Hirndruck bemerkbar. Zeichen für einen erhöhten Hirndruck sind zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen und Schwindel. Wie alle sogenannten Gliome entstehen das Astrozytom und die besonders bösartige Form, das Glioblastom, aus dem Stützgewebe (Glia) des Gehirns, wo es sich weiter ausbreitet. Je nach dem, welche Hirnregion befallen ist, können unterschiedliche Symptome hinzukommen: Sehstörungen, Lähmungen oder Wesensveränderungen.
Befindet sich der Tumor im Rückenmark, das im engen Spinalkanal in der Wirbelsäule liegt, treten die Symptome wegen des Platzmangels meist früh auf. Typischerweise kommt es zu Schmerzen oder Sensibilitätsstörungen (z.B. Taubheitsgefühl oder Kribbeln). Darüber hinaus können Lähmungen bis hin zur Querschnittlähmung auftreten.
Beim Astrozytom und auch beim Glioblastom spielen bei der Diagnose neben der Befragung des Erkrankten und der gründlichen Untersuchung auch die sogenannten bildgebenden Verfahren wie Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) des Kopfes eine entscheidende Rolle. Die Untersuchung mit Kontrastmittel ist dabei fast immer notwendig. In Einzelfällen kann die gezielte Gewebeentnahme (Biopsie) zur mikroskopischen Untersuchung erforderlich sein. Meist lässt sich aber schon anhand des CT- oder MRT-Bildes entscheiden, ob der Tumor operativ entfernt werden muss. Der Pathologe untersucht danach das entfernte Tumorgewebe und kann so den Schweregrad der Erkrankung bestimmen.
Das Astrozytom gehört – wie auch das Glioblastom – zu den Gliomen, deren Therapie aus Operation, Strahlenbehandlung oder Chemotherapie bestehen kann. Das jeweilige Vorgehen richtet sich nach der Beschaffenheit des Tumors (WHO-Grad) und zusätzlichen Faktoren wie dem körperlichen Allgemeinbefinden des Patienten, seinem Alter oder bestehenden Symptomen (z.B. Lähmungen oder Sprachstörungen).
Bei einem Astrozytom liegt das Ziel der Therapie darin, den Tumor möglichst komplett operativ zu entfernen oder – wenn dies nicht möglich ist – zumindest die Tumormasse zu verkleinern.
Insbesondere bei aggressiven Gliomen mit schlechter Prognose wie dem Glioblastom ist während der Therapie auch eine psychisch stützende Begleitung der Betroffenen wichtig.
Medikamentöse Behandlung
Vor einer Operation des Astrozytoms ist eine Behandlung mit Kortisonpräparaten (Dexamethason) nötig. Der Wirkstoff sorgt dafür, dass das den Tumor umgebende, angeschwollene Hirngewebe (Ödem) wieder abschwillt. Die Kortisongabe kann auch während einer Strahlentherapie erforderlich sein, weil diese Behandlungsmethode ein Ödem zunächst verstärken kann. Da ein Grossteil der Erkrankten oft an epileptischen Anfällen (sog. Krampfanfälle) leidet, ist es bei diesen Patienten wichtig, weiteren Anfällen mit Antiepileptika vorzubeugen.
Operation
Eine Operation verfolgt beim Astrozytom meist zwei Ziele: Sie stellt zum einen die Behandlung dieses Hirntumors dar, zum anderen bietet sie dem Pathologen die Möglichkeit, das entfernte Tumorgewebe unter dem Mikroskop genauer zu untersuchen. Damit kann er zum Beispiel feststellen, ob der Neurochirurg den Tumor komplett entfernen konnte. Ausserdem ermöglicht die mikroskopische Untersuchung der Zellen die genaue Gradeinteilung des Tumors.
Sogenannte pilozytische Astrozytome (Grad I) lassen sich meist vollständig operativ entfernen. Auch bei Astrozytomen Grad II ist die Prognose günstig – sofern es gelingt, den Tumor komplett zu entfernen. Bei Grad-III- und Grad-IV-Tumoren wie dem Glioblastom, die sehr rasch ins Nachbargewebe einwachsen, zielt die Operation in erster Linie darauf ab, die Tumormasse zu verkleinern, um den Hirndruck zu vermindern, eine Verschlechterung des Zustands hinauszuzögern und die Bedingungen für die nachfolgende Strahlenbehandlung oder Chemotherapie zu verbessern.
Strahlen- und Chemotherapie
Bei niedriggradigen Astrozytomen (I und II) erfolgt nach der Tumorentfernung eine Strahlentherapie, wenn zum Beispiel Kontrollaufnahmen im CT (Computertomographie) zeigen, dass Tumorreste im Gehirn verblieben sind und eventuell sogar weiterwachsen. Entsprechend ist die Strahlentherapie auch in solchen Fällen sinnvoll, bei denen der Tumor sich von vornherein nur teilweise operativ entfernen lässt. Erkrankte mit höhergradigen Astrozytomen (WHO-Grad III und IV) erhalten sowohl eine Strahlen- als auch eine Chemotherapie, unabhängig von der Resttumormasse.
Bei Hirntumoren wie dem Astrozytom und dem Glioblastom hängt der Verlauf der Erkrankung vom jeweiligen Tumor-Grad ab:
Pilozytische Astrozytome (Grad I) wachsen meist langsam. Sie sind gutartige Geschwulste und wandeln sich selten in bösartige Formen um. Meist sitzen sie im Kleinhirn oder im Verlauf der Sehbahn.
Auch Grad-II-Tumoren wachsen in der Regel langsam. Sie sind oft gut vom gesunden Gewebe abgrenzbar und wachsen entlang vorhandener Gewebestrukturen wie Lymph- oder Blutgefässen. Prognostisch ungünstiger sind Varianten, die ungerichtet («diffus») in das umgebende Gewebe einwachsen.
Höhergradige Gliome (Grad III und IV), zu denen auch das bösartige Glioblastom gehört, wachsen sehr rasch und dringen schnell ins Nachbargewebe ein. Dadurch lassen sich diese Tumoren nicht mehr von der gesunden Umgebung abgrenzen – ein komplettes operatives Entfernen ist nicht mehr möglich.
Die Prognose jeder Tumorerkrankung hängt stets von vielen Faktoren ab. Angaben zur mittleren Überlebenszeit lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres auf den Einzelfall übertragen. Bei Grad-I-Gliomen wie dem pilozytischen Astrozytom ermöglicht die Tumorentfernung die komplette Heilung. Patienten mit niedriggradigen Astrozytomen überleben häufig die Erkrankung über Jahre. Beim bösartigsten Gliomen, dem Glioblastom, ist die Prognose allerdings deutlich schlechter.
Allgemeine Massnahmen, die einem Astrozytom oder einem Glioblastom vorbeugen, sind nicht bekannt. Generell empfiehlt es sich, unnötige Strahlung (v.a. bei Kindern) sowie Kontakt mit krebserregenden Chemikalien und Schadstoffen zu vermeiden. Eine gesunde Lebensweise, abwechslungsreiche, fettarme Ernährung, Verzicht auf Zigaretten und Alkohol sowie regelmässiger Sport unterstützen die Körperabwehr und können das allgemeine Krankheitsrisiko senken.