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Die ersten Menschen, die materielle Hinterlassenschaften aus frühgeschichtlicher Zeit sammelten,
waren Laien aus dem 17. Jahrhundert. Sie sammelten auf der Erdoberfläche auffindbare oder bei Erdaushebungen erscheinende Zufallsfunde wie „Donnerkeile“ (Steinäxte) und Urnen, welche als Kuriositäten und Erzeugnisse der Natur abgetan wurden. Ein bekannter Sammler, der später bewusst nach diesen Funden zu graben begann, war der Däne Ole Worm. Er dokumentierte seine Funde zwar, tat dies jedoch noch ohne wissenschaftlichen Hintergrund.
Der Franzose Jacob Spon prägte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts das heutige Verständnis von Archäologie als Untersuchung materieller Hinterlassenschaften zum Erkenntnisgewinn über vergangene Gesellschaften. Als man infolge von Grabungen vermehrt auf Goldschätze stieß, wurde bei vielen Menschen das Interesse geweckt. Doch anstatt Archäologie zu betreiben, unternahmen die meisten sogenannte Raubgrabungen.
Der Däne Christian Jürgensen Thomsen prägte durch seine Beobachtungen als Museumsdirektor in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Dreiperiodensystem von Stein-, Bronze- und Eisenzeit. Weitere bedeutende Archäologen dieser Zeit waren Johann Friedrich Danneil und Georg Christian Friedrich Lisch.
1859 fand Sir Joseph Prestwich mit seinen Kollegen einen eindeutig von Menschenhand hergestellten Flintstein, der alle Kriterien erfüllte um die Existenz eines Paläolithikums zu beweisen und so den Glauben der Kirche, die Menschheit sei mit Adam und Eva entstanden, in Frage stellte. Im selben Jahr stellte Charles Darwin in seinem Buch “The origin of species” die Evolutionstheorie vor. 1856 war bereits der Neandertaler gefunden worden, der jedoch noch nicht als eine menschliche Spezies aus der Urzeit anerkannt wurde. 1864 gab dann der Engländer William King dem Neandertaler seinen Namen.
In der Folgezeit machten Archäologen wie John Lubbock, Édouard Lartet und Gabriel de Mortillet bedeutsame Entdeckungen und Beobachtungen zur Geschichte und feineren Unterteilung der Steinzeit. 1869 wurde durch einen Zufall die Höhle Altamira mit ihren archäologisch bedeutsamen Höhlenmalereien aus der Jungsteinzeit entdeckt.
Die kulturgeschichtliche Archäologie wurde im frühen 20. Jahrhundert von Gustaf Kossinna und Vere Gordon Childe geprägt, bis diese von der sogenannten Neuen Archäologie in den 1960er Jahren abgelöst wurde.