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Mehr als 70% der Landfläche Kenias besteht aus ariden und semiariden Gebieten. Ein Grossteil der Menschen, die in diesen Gebieten leben, ist von der Nutztierhaltung, speziell von der Rindviehhaltung, abhängig. Diese leidet jedoch unter den veränderten Wetterbedingungen und viele der Kühe sterben aufgrund des Wassermangels. Das hat verheerende Folgen für die Besitzer. Kamele eignen sich ausgezeichnet für die Haltung in diesen von Dürreperioden geplagten Regionen.
Verbesserung der Widerstandsfähigkeit von pastoralen Gemeinschaften in Kenia gegenüber Dürren und weiteren Problemen.
Kamele sind besonders gut angepasst an die harschen Bedingungen und zeichnen sich durch ihre grosse Trockenheitsresistenz aus. Sie sind, was ihre Nahrung angeht, ausserdem weniger anspruchsvoll als Kühe und fressen selbst die Blätter der dornigen Akazienbäume. Da sich die Kamelhaltung sehr von der Zucht von Ziegen und Kühen unterscheidet, engagiert sich Biovision, die Menschen in der korrekten Kamelwirtschaft auszubilden.
Projektaktivitäten finden in verschiedenen Dörfern im Bezirk Isiolo in Kenia statt. Die Armut in der Region sowie die Anzahl mangelernährter Kinder sind hoch. Die Mehrheit der dort lebenden Bevölkerung ist von der Landwirtschaft und der Viehhaltung abhängig. Der Bezirk ist zudem ein sehr wichtiges Zentrum für die Kamelmilchproduktion: Die in Nairobi angebotene Kamelmilch stammt ausschliesslich aus Isiolo. Die Kamelhaltung ist bei der Borana, einer ethnischen Gruppe, zu welcher auch die vorliegend Begünstigten zählen, nicht neu. Bereits frühere Generationen waren in der Kamelwirtschaft tätig.
5‘520 Personen im Projektgebiet Isiolo sind direkt begünstigt, davon 1‘490 Frauen. Dabei handelt es sich um 5‘000 Viehzüchter und -züchterinnen, 135 KamelmilchhändlerInnen und 355 Personen, die dank des Projekts neu Kamele halten, sowie 35 staatliche Angestellte im Bereich der Veterinärmedizin. Indirekt sind 23‘100 Personen begünstigt, die innerhalb der Einflusszone des Projektgebiets leben. Das sind einerseits Haushaltsmitglieder der Direktbegünstigten, die von der verbesserten Ernährungs- und Einkommenssituation durch die verkaufte Kamelmilch und das Kamelfleisch profitieren. Andererseits handelt es sich bei den indirekt Begünstigten um Fachpersonal der Tiermedizin, die durch das Projekt in Sachen Nutztierkrankheiten weitergebildet werden und Beziehungen zu neuer Kundschaft aufbauen können.
- Verbesserung der Lebensbedingungen von 355 pastoralen Haushalten durch das Verteilen von Kamelen und ergänzendem Training zu deren Haltung
- Verbesserung der Lebensbedingungen von mindestens 135 pastoralen Haushalten durch die Unterstützung in der Produktion und Vermarktung der Kamelmilch
- Verbessertes Wissen innerhalb der Bevölkerung über die Gesundheit der Nutztiere in Regionen mit aridem und semiaridem Klima in Kenia.
Es wurden 50 Kamelstuten verteilt sowie 3 tägige Schulung in der Kamelhaltung abgehalten. 32 Frauen der Eastleigh Frauengruppe erhielten eine Schulung in der Kamelmilchhygiene und -vermarktung auf dem Markt in Nairobi. Für die Anolei Frauenkooperative wurden eine Pasteurisierungsmaschine, ein Kühltank, 250 Milchkannen, Fülltrichter, ein rostfreier Stahltisch zum Abfüllen der Milch sowie eine Milch- und eine Wasserpumpe beschafft. 25 Feld-Mitarbeiter des Ministry of Agriculture im Bezirk Isiolo erhielten in 3-tägigen Workshops alle wichtigen Informationen zur Kamelhaltung und zu Kamelkrankheiten. Es wurde Informationsmaterial über Tierkrankheiten entwickelt und auf Infonet (Informationsplattform von Biovision) hochgeladen. Insgesamt konnten 2‘207 Viehhalter und -halterinnen über Nutztierhaltung und verschiedene Tierkrankheiten informiert werden.
Die Kamelbesitzerinnen werden mit den staatlichen Mitarbeitern für Veterinärmedizin vernetzt, um die Kontinuität der medizinischen Behandlung der Tiere auch nach dem Projektende sicherzustellen. Das Projekt zielt darauf ab, dass die Kamelbesitzerinnen nach dem Ende des Projekts die Kosten für die medizinische Behandlung durch den Verkauf der Kamelmilch selber tragen können. Mit der Förderung einer Teilnahme an der Wertschöpfungskette für Kamelmilch inklusive deren Vermarktung wird sichergestellt, dass die Begünstigten dazu fähig sind, ihre Produkte in lokalen und urbanen Märkten eigenständig zu verkaufen. Das Projekt ist so aufgebaut, dass die verschiedenen Frauen-Kooperativen alle Teile der Wertschöpfungsketten abdecken, sodass sie nicht von Geschäftsbeziehungen mit Dritten abhängig sind. Bezügliche der Gesundheit der Tiere haben die Viehzüchter und -züchterinnen nach dem Ende des Projekts das nötige Wissen, deren allfällige Krankheiten zu erkennen, zu behandeln und an die Behörden zu rapportieren. Die Bezirksbehörden haben das webbasierte Krankheitsüberwachungssystem in ihre Planung und Finanzierung aufgenommen, um die Tierkrankheiten durch die Erfassung zu überwachen. Damit können drohende Epidemien schneller erkannt und verhindert werden.