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Borkenkäfer sind Insekten, die sich unter der Rinde von Bäumen entwickeln. Während ihrer Wachstumsphase benötigen sie besonders viel Nahrung und fressen Gänge im weichen Rindenbast. Damit unterbrechen sie den Saftstrom im Baumstamm, was die Bäume zum Absterben bringen kann.
Borkenkäfer kommen an Laub- und Nadelbäumen auf der ganzen Welt vor. Sie gehören zum Wald wie andere Tiere auch.
Meist sind sie auf eine oder wenige Baumarten spezialisiert, so wie die bekannteste Borkenkäferart, der Buchdrucker. Er ist knapp 5 mm gross und befällt fast ausschliesslich Fichten.
Der Buchdrucker: ein kleiner Käfer, der bedeutende Spuren hinterlässt
Der Name Buchdrucker, in der Fachsprache Ips typographus, leitet sich vom Bild der Frassspuren in der Rinde ab. Die deutlichste Spur, auch Muttergang genannt, wird von den Käferweibchen gefressen und verläuft senkrecht im stehenden Baumstamm.
Dieser Muttergang sieht aus wie die Mitte eines aufgeschlagenen Buches. Seitlich davon zweigen kürzere und schmalere Gänge ab, die von den Larven hinterlassen werden. Sie ähneln den geschriebenen Zeilen im Buch.
Von aussen erkennt man den Käferbefall durch kleine Bohrlöcher und Spuren von braunem Bohrmehl am Stamm.
Gesunde und befallene Fichten können sich wehren, wenn sich Borkenkäfer in die Baumrinde einbohren. Sie geben klebrige Harze nach aussen ab, in denen die Käfer stecken bleiben. Gefährlich werden die Eindringlinge für Bäume erst, wenn sie sich massenhaft vermehren und die Bäume in grosser Zahl angreifen.
Die vom Baum abgegebenen Harze duften stark und locken dadurch noch mehr Käfer an. Ist die Schar der Angreifer zu gross, kommt der Baum mit der Harzproduktion nicht mehr nach. Die Käfer bohren sich durch die Rinde hindurch und beginnen, Gänge hineinzufressen. Dabei unterbrechen sie die Saftstromleitungen im Baumstamm.
Der Zucker, der in den Nadeln produziert wird, kann nicht mehr zu den Wurzeln transportiert werden. Ohne Zucker können die Wurzeln kein Wasser mehr aufnehmen. In der Folge vertrocknen die Nadeln in der Krone und färben sich rotbraun. Dann stirbt der Baum, weil er „verdurstet“.
Wissenschaftler schätzen, dass etwa 200 Buchdruckerkäfer gleichzeitig eine gesunde Fichte angreifen müssen, um sich erfolgreich einbohren und Nachkommen produzieren zu können. Wenn aber der Baum geschwächt ist, weil er zum Beispiel wegen Trockenheit nur wenig Harz produziert, dann haben die Käfer leichtes Spiel.
Abgestorbene Bäume geben gar kein Harz mehr ab. Wenn sie nach einem Sturm, Blitzschlag oder wegen zu grosser Schneelast frisch am Boden liegen, werden sie zu wahren Brutstätten. Sehr schnell vermehren sich die Käfer in diesen Baumstämmen und ihre Nachkommen fallen danach über lebende Bäume in der Nachbarschaft her. Innerhalb kurzer Zeit können ganze Waldteile betroffen und enorme Schäden angerichtet sein.
Um die Schädlingsausbreitung in Grenzen zu halten, müssen die Forstarbeiter befallene Baumstämme rechtzeitig aus dem Wald entfernen und verarbeiten.
Der Lebenslauf vom Ei zum Käfer
Buchdruckermännchen suchen für die Besiedlung einen geeigneten Baum aus und bohren sich in die Rinde. Dort legen sie eine Kammer an, worin sie sich mit den mit Duftstoffen angelockten Weibchen paaren. Von dieser Kammer aus frisst das Weibchen den Muttergang und legt abwechselnd rechts und links davon Eier in kleinen Nischen ab.
Die frisch geschlüpften Larven hinterlassen durch Fressen ebenfalls kleine Gänge. An den Enden dieser Frassgänge verpuppen sie sich. Aus den Puppen schlüpfen die Käfer, die zuerst noch zwei bis drei Wochen vom Bast fressen und darauf entweder ausfliegen oder unter der Rinde überwintern.
In einem normalen Jahr entstehen im Mittelland zwei Käfergenerationen. Wenn der Sommer besonders warm und trocken ist, kann es sogar drei Generationen geben. Mehr dazu erfährst du in diesem Fernsehbeitrag:
Es sind nicht nur die Buchdrucker, die den Fichten zusetzen. Die Käfer übertragen auch Pilze von Baum zu Baum. Aus den Frassgängen der Käfer wachsen sie in das Holz und verstopfen dort die Wasserleitungsgefässe. Die Pilze können Bäume dadurch nicht nur zum Absterben bringen, sie verfärben auch das Holz blau. Sie sind deshalb als Bläuepilze bekannt.
Auch Borkenkäfer haben Feinde
Spechte sind typische und natürliche Feinde von Borkenkäfern. Sie picken die kleinen Insekten nicht nur von der Rindenoberfläche. Mit ihrem Schnabel lösen sie Rindenstücke oder hacken Löcher hinein, um an die Larven und Jungkäfer zu kommen, von denen sie sich und ihre Nachkommen ernähren. Die Larven von Borkenkäfern stehen auch auf dem Speiseplan vieler räuberischer Larven anderer Käfer und Fliegen.