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Wärmepumpen

Laute Wärme sorgt für erhitzte Gemüter.
Wärmepumpen sind der Verkaufsrenner beim Heizen und der Dauerbrenner bei den Klagen. Was ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist, tut der Umgebung manchmal nicht nur Gutes.

Wärmepumpen erzeugen auf verschiedene Weise Schall. Hauptquellen sind Verdichter, Ventilatoren und Rohrleitungen. Grundsätzlich ist bei der Abstrahlung zwischen Luft- und Körperschall zu unterscheiden.
Bei im Freien aufgestellten Wärmepumpen ist in der Regel der abgestrahlte Luftschall von Bedeutung, während bei Wärmepumpen im Innern von Gebäuden sowohl der Luft- als auch der Körperschall beachtet werden muss.

Situation
Körper- und Luftschall von Wärmepumpen
In der untenstehenden Abbildung wird der Luft- und der Körperschall einer Wärmepumpe im Innern eines Gebäudes dargestellt:

Emissionen
Es gibt grosse Unterschiede bei den verschiedenen Wärmepumpen. Diese hängen sowohl vom Typ als auch vom verwendeten Gerät ab.
- Luft-Wasser-Wärmepumpen erzeugen Innenlärm und Aussenlärm. Mit einer aussen installierten Wärmepumpe kann der Innenlärm vermieden werden. Eine laute Luft-Wasser-Wärmepumpe kann aber mehrere Häuserblocks mit ihrem Lärm belästigen. Luft-Wasser-Wärmepumpen dürfen überall installiert werden.
- Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen (Erdsonden) haben den Vorteil, dass in der Regel nur die unmittelbare Umgebung betroffen ist. Für eine innen montierte Erdsonde muss also nur der Innenlärm berücksichtigt werden, für aussen montierte dementsprechend nur der Aussenlärm. Für die Installation wird eine Genehmigung des zuständigen Amtes benötigt; es ist nicht überall möglich, eine Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe zu installieren.
- Gewässer-Wärmepumpen und Grossanlagen erfordern eine Beurteilung durch das zuständige Amt.
Die Lärmemission von Wärmepumpen bewegt sich zwischen 45 und 80 dB, unabhängig von der Wärmeleistung der Pumpe. Der Luftschall von Wärmepumpen kann relativ einfach gemessen und berechnet werden, im Gegensatz zum Körperschall. Die Körperschallabstrahlung wird nicht bei jedem Bauprojekt berechnet, muss aber immer durch bauliche Massnahmen unterdrückt werden.

Beurteilung und Grenzwerte
Wärmepumpen gelten als Industrie- und Gewerbeanlagen und werden dementsprechend anhand der Grenzwerte aus Anhang 6 LSV beurteilt. Unabhängig von der Einhaltung der Belastungsgrenzwerte ist dem Vorsorgeprinzip Rechnung zu tragen. Bei neu eingebauten Wärmepumpen heisst dies, dass der Aufstellungsort zweckmässig gewählt wird, die Betriebszeiten soweit als betrieblich möglich eingeschränkt werden und die Lärmemissionen im Bereich des Standes der Technik liegen. Das alles sind Massnahmen, welche die Schallemissionen wirksam zu begrenzen vermögen, am Markt verfügbar sind und sich - unter Wahrung der Verhältnismässigkeit zwischen Aufwand und Nutzen - in der Praxis bereits bewährt haben.
Massnahmen
Je früher lärmreduzierende Massnahmen bei der Planung berücksichtigt werden, desto geringer sind die zusätzlichen Kosten.
Der Lärm kann entweder an der Quelle oder auf den Ausbreitungspfaden bekämpft werden. Im Normalfall sind Massnahmen an der Quelle günstiger und mit weniger Aufwand verbunden. Durch die Beachtung von lärmrelevanten Faktoren bereits beim Kauf und dem Einbau der Wärmepumpe kann dem Problem gut entgegengewirkt werden.
So kann durch die Wahl einer lärmarmen Wärmepumpe eine Reduktion von 10 dB und mehr herbeigeführt werden. Eine Reduktion um 10 dB entspricht etwa einer Halbierung der Lärmbelastung. Auch der Aufstellungsort hat einen erheblichen Einfluss auf die Lärmbelastung. Mit jeder Verdoppelung des Abstands vom Gerät reduziert nimmt der Schalldruckpegel um etwa 6 dB ab. In 2 m Abstand ist der Schalldruckpegel also 6 dB geringer als in 1 m Abstand, in 4 m Abstand ist der Schalldruckpegel bereits 12 dB geringer als in 1 m Abstand, und in 8 m Abstand ist der Schalldruckpegel etwa 18 dB geringer als in 1 m Abstand. Geringe Abstände von weniger als 8 m sind daher ungünstig, und Abstände unter 5 m sind wenn immer möglich zu vermeiden, da mit auch mit nur 1 m Abstand bereits eine wahrnehmbare Reduktion der Lärmbelastung erzielt werden kann.
Nachdem die Wärmepumpe in Betrieb genommen wurde, kann anhand betrieblicher Massnahmen eine weitere Reduktion der Emissionswerte erreicht werden. Das Herabsetzen der Drehzahl oder die Aktivierung des Flüstermodus können jeweils eine Reduktion von bis zu 6 dB bewirken. Allerdings muss beachtet werden, dass diese beiden Massnahmen in der Regel zu einer Erhöhung der tieffrequenten Lärmanteile führen, und damit nebst der Lärmbelastung auch die Heizleistung reduziert wird.
Diese Vorkehrungen können ergänzt werden durch Massnahmen, welche gezielt den Körper- oder den Luftschall reduzieren.

1.Massnahmen gegen Körperschall:
- Elastische Lagerung des Kompressors
Der Kompressor wird anhand elastischer Befestigungselemente auf dem Boden angebracht. Im Idealfall steht die Kompressor-Kapsel getrennt davon auf dem Boden.
- Körperschallisolation des Ventilators
Durch eine elastische Lagerung des Ventilators kann der von diesem erzeugte Körperschall reduziert werden. Alternativ kann die Körperschallisolation auch zwischen Wandringplatte und Wärmepumpenrahmen erfolgen.
- Kompensatoren
Die Verbindungsleitungen sollten nur durch Gummielemente mit der Wärmepumpe in Kontakt kommen. Dadurch kann die Ausbreitung von Körperschall über die Leitungen reduziert werden. Dies kann ergänzt werden durch den Einsatz von Kompensatoren, wie zum Beispiel gebogenen Schläuchen.
2. 2.Massnahmen gegen Luftschall:
a) Wärmepumpe innerhalb des Gebäudes
- Kapseln/Schallschutzhauben
Die Wirkung einer Kapsel hängt hauptsächlich von zwei Faktoren ab. Zum einen von der Schalldämmung der Wandung und zum anderen von dem Schallabsorptionsgrad der Auskleidung. Typische Wirkungen liegen bei 5-10 dB.
- Schalldämpfer
Schalldämpfer gibt es in verschiedenen Bauarten und Wirkungsprinzipien. So gibt es unter anderem Absorptionsschalldämpfer ("schlucken" die Schallenergie) oder Reflexions-Schalldämpfer ("reflektieren" die Schallenergie). In folgenden Komponenten kann der Einbau von Schalldämpfern nützlich sein:
- Auskleiden der Schächte/Kanäle mit schallabsorbierendem Material
- Schalldämpfer in Lüftungskanälen
- Schalldämpfendes Wetterschutzgitter
- Kulissenschalldämpfer im Lichtschacht
- Tiefe des Lichtschachts
Die Tiefe des Lichtschachts hat einen Einfluss darauf, wie viel Schallenergie nach aussen tritt. Durch einen Lichtschacht mit einer Tiefe von 2 Metern kann eine Reduktion von bis zu 6 dB erreicht werden.
- Abschirmwand vor Lichtschacht
Eine Abschirmwand vor dem Lichtschacht kann die Lärmbelastung um bis zu 8 dB senken.
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b) Wärmepumpe ausserhalb des Gebäudes
- Schalldämmhaube
Eine Schalldämmhaube ist von der Funktionsweise gleich wie eine Kapsel.
- Hutzen
Das Anbringen von Hutzen kann zu einer Reduktion von bis zu 6 dB führen.
- Lärmschutzwand
Die Wirkung einer Lärmschutzwand ist stark abhängig vom Überdeckungsgrad der Sichtlinie zwischen Emissions- und Immissionspunkt.

Zuständigkeit
Für diese Kategorie von Lärm mit Grenzwerten ist die jeweilige kantonale Fachstelle und in grossen Städten die entsprechende städtische Amtsstelle zuständig.
Lärmschutzfachstellen

Rechtsprechung

Bundes- und Verwaltungsgerichtsentscheide zu Lärm von Wärmepumpen
In der Rubrik «Lärmlinks» ist eine Sammlung mit Bundes- und Verwaltungsgerichtsentscheiden zu verschiedenen Lärmarten zu finden. Die Liste wird laufend aktualisiert.
Industrie- & Gewerbelärm - Wärmepumpen

Vollzugsordner des Cercle Bruit Schweiz

Die Vereinigung der kantonalen Lärmschutzfachleute (Cercle Bruit) stellt Vollzugshilfen und weitere Unterlagen zu lärmspezifischen Themen zur Verfügung. Die Dokumente stammen von Bund, Kantonen, Fachstellen und Verbänden.
Vollzugsordner: 6.21 Wärmepumpen

Weiteres
Eidgenossenschaft / Confédération / Confederazione
- EMPA (Materials Science and Technology)
- BFE / OFEN / UFE