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Der Taifun «Phanfone», auch «Ursula» genannt, hat über Weihnachten auf den Philippinen gewütet. Millionen Menschen waren vom Tropensturm betroffen, der an Heiligabend und am Weihnachtstag über die zentrale Inselgruppe der Visayas nach Westen gezogen ist. Die Sturmböen erreichten Geschwindigkeiten von bis zu 195 Kilometern pro Stunde.
16 Tote, mehrere Vermisste
Infolge des Taifuns «Phanfone» seien mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen, erklärten die Behörden am Donnerstag. Das Unwetter hatte vor allem die östlich und zentral gelegenen Provinzen des Inselstaats getroffen.
Die Todesopfer wurden ohne nähere Angaben aus den Provinzen Iloilo, Leyte und Capiz gemeldet. Zudem galten in Iloilo weitere Menschen als vermisst.
Zehntausende gestrandet
Laut der Küstenwache strandeten über 35'100 Menschen auf der Reise zu ihren Familien für das Weihnachtsfest in Fährhäfen. 2700 Fähren und 169 Motorschiffe durften die Häfen nicht mehr verlassen.
Dutzende Inlandflüge wurden gestrichen. Die Behörden hatten für einige exponierte Küstengebiete Zwangsevakuierungen angeordnet und die Menschen im Landesinneren aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben.
In mehreren Ortschaften ist die Stromversorgung beschädigt worden. Zahlreiche Häuser wurden zerstört und Bäume entwurzelt. Aus vielen abgelegenen Regionen gibt es keine Informationen, weil Mobiltelefonie-Masten beschädigt worden sind.
Weihnachten in der Notunterkunft
Mehr als 16'000 Menschen verbrachten die Nacht zum Weihnachtstag in provisorischen Notunterkünften, wie der Zivilschutz mitteilte. Die Rettungskräfte erklärten jedoch, viele abgelegene Gebiete hätten wegen schwerer Überschwemmungen noch nicht erreicht werden können.
Viele Menschen hätten die Notunterkünfte am Weihnachtstag vorübergehend verlassen und ihre Häuser beschädigt vorgefunden, sagte ein Vertreter des Zivilschutzes. Heiligabend hätten sie gemeinsam in den Notunterkünften verbracht. Die Mehrheit der Bevölkerung ist katholisch und Weihnachten mit vielen familiären und kirchlichen Feierlichkeiten verbunden.
21. Taifun des Jahres
Das tropische Tiefdruckgebiet brachte in den östlich und zentral gelegenen Provinzen der Visayas «sehr zerstörerische Winde und heftige Regenfälle». Das teilte die Wetterbehörde PAGASA (Philippine Atmospheric, Geophysical and Astronomical Services Administration) mit. Für einige Regionen wurde die Warnstufe «Signal #3, Link öffnet in einem neuen Fenster» auf der Skala von 1 bis 5 ausgerufen. Bei der Gefahrenstufe 3 können einfach gebaute Häuser zerstört und Dächer abgedeckt werden.
«Phanfone» ist laut PAGASA bereits der 21. Zyklon in diesem Jahr. Der Name des Taifuns «Phanfone» stammt aus Laos und bedeutet «Tier».
Einer der stärksten Stürme, die in jüngerer Vergangenheit auf den Philippinen wüteten, war der Taifun «Haiyan» («Yolanda») im November 2013. Mehr als 7000 Menschen wurden damals getötet oder gelten immer noch als vermisst. Mehr als vier Millionen Menschen verloren ihre Häuser.