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Von der Sattlerei zur Doppelkupplung: 70 Jahre Skoda in Vrchlabi
Skoda feiert das 70-jährige Bestehen seines Werks in Vrchlabí. Dort rollten 1946 die ersten Autos vom Band, heute wird dort seit vier Jahren das Doppelkupplungsgetriebe DQ 200 für eigene Fahrzeuge und andere Modelle des Volkswagen-Konzerns montiert.
Der Standort war ursprünglich eine Sattlerei der Firma Petera und Söhne, später wurden dort Fahrzeuge, einschließlich Luxuskutschen und Schlitten produziert. Das im Jahre 1864 von Ignatz Theodor Petera gegründete Unternehmen hatte 1908 erste Automobilkarosserien hergestellt, bereits drei Jahre später erhielt das Werk einen prestigeträchtigen Auftrag für den Österreichisch-Ungarischen Kaiser Franz Josef I.
Noch im Jahr der Skoda-Übernahme wurde das tschechoslowakische Karosseriewerk verstaatlicht und in das Unternehmen AZNP eingegliedert. Die Mitarbeiter beteiligten sich maßgeblich an der Entwicklung der speziellen Nutzfahrzeug-Ausführungen des Skoda 1101 ,Tudor‘. Von der damals modernen Produktionsstraße wurden auch die offenen Karosserien und die so genannten STWs produziert – die Vorgänger der heutigen Kombis. Bis 1981 wurden in Vrchlabí insbesondere Spezialkarosserien auf Basis der Baureihen 1200, 1201, 1202 und 1203 gefertigt. Diese wurden durch die Modelle 105/120, Favorit, Forman, Felicia, Felicia Combi und Felicia sowie durch teil-zerlegten (SKD) Octavia für den Export nach Polen abgelöst.
Die Umwandlung des Standortes vom Fahrzeugbau-Werk zum modernen Komponentenwerk erfolgte im Jahr 2012. Binnen 18 Monaten wurden eine neue Werkshalle errichtet und bestehende Produktionshallen modernisiert. Für die schnelle Vorbereitung der DQ-200-Produktion und die dynamische Entwicklung des Standortes wurde das Werk im vergangenen Jahr als „Fabrik des Jahres“ ausgezeichnet.
Bis heute investierte Skoda zusammen mit dem VW-Konzern insgesamt rund 250 Millionen Euro in den Umbau der Produktionshallen, in technische Anlagen, in das Trainingscenter der Getriebefertigung und den Logistikbereich. Das Werk zählt mit seinen rund 1000 Mitarbeitern zu den bedeutendsten Arbeitgebern in der Region Hradec Králové. Die tägliche Fertigungskapazität wurde in diesem Jahr auf 2000 Direktschaltgetriebe ausgebaut. Bis heute wurden dort rund 1,4 Millionen DQ-200-Getriebe gebaut. (ampnet/nic)