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Aus Schwarzenburg soll Strahlenburg werden – Ein Rachefeldzug der Telekommunikationsindustrie?
Aus Schwarzenburg soll Strahlenburg werden. Ein Rachefeldzug der Telekommunikationsindustrie?
Mit der neuesten Attacke von Sunrise auf das Dorf Schwarzenburg entstehen im ganzen Dorfgebiet E-Feldstärken von 0.75 bis 6V/m, also wesentlich über denjenigen, die seinerzeit in den an den Kurzwellensender angrenzenden Weilern Brünnen-Elisried, Schönenbuchen, Hostatt, Henzischwand und im Dorf Mamishaus zu messen waren.
Hans-U. Jakob, 26.2.06
Wie jetzt neue verheerende E-Feldstärken, diesmal jedoch mitten im Dorf Schwarzenburg, zustandekommen, zeigt die Verstrahlungskarte in untenstehendem Bild.
Diese enthält alle 4 Mobilfunksender mit je 3 resp.4 Hauptstrahlrichtungen.
Dunkelblau und hellblau eingezeichnet sind die 2 neu von Sunrise projektierten Sender.
Aus Schwarzenburg wird Strahlenburg
Ausgehend vom Dorfzentrum am Bühlplatz mit 6V/m, (Volt pro Meter) bis zum Behindertenheim Bernaville, 700m vom Dorfrand entfernt, nimmt die Feldstärke nie mehr unter 0.75V/m ab (Summe aller Sender).
Was diese 0.75V/m bis 6V/m zu bedeuten haben, beweist klipp und klar die Bamberger Ärztestudie von 2005, welche unter
Es gibt Aerzte und Aerzte (unter Gesundheit und Leben)
zu finden ist.
Die Bamberger Studie von 2005 mit Messungen und Befragungen durch Aerzte bestätigt übrigens auch sehr schön die Werte der Untersuchungen rund um den Kurzwellensender Schwarzenburg von 1995. Der Kurzwellensender von Schweizer-Radio-International musste 1998 auf Druck der Bevölkerung abgebrochen werden. In den durch den Kurzwellensender verstrahlten Zonen gab es
5 mal mehr Schlafstörungen
4 mal mehr Depressionen
3 mal mehr Krebskranke
2 mal mehr Zuckerkranke
als in den unbestrahlten Zonen und dies bei E-Feldstärken von nur 0.4 bis 4V/m !!
(siehe Study on Health Effects of the Shortwave Transmitter Station of Schwarzenburg, UNI Bern 1995, Seiten 50 und 62)
Mit der neu vorgesehenen Bestückung von Mobilfunksendern wird Schwarzenburg zu den 10 meistbestrahlten Orten der Schweiz aufrücken. Durchaus vergleichbar mit den Städten Genf Lausanne und Zürich, sowie mit der landesweit bekannten und berüchtigten Verstrahlung von Thalwil.
Es scheint, dass sich die Telekommunikationsindustrie für den erzwungenen Abbruch des Kurzwellensenders von Schweizer-Radio-International hier rächen will.
Kriminell tief unten angebrachte Antennen an der Thunstrasse
An der Anlage Thunstrasse sind die Antennenkörper viel zu tief, das heisst unmittelbar über dem Dachfirst angebracht und gefährden die Nachbarhäuser mit einer bisher nirgendwo festgestellten Strahlenstärke.
Bei der NIS-Fachstelle von Gigaherz wurden bis anhin über 500 Antennendossiers bearbeitet, ohne dass ein solch übles Treiben je beobachtet werden konnte. Dies ist auch der Grund, weshalb die Antennenkörper in einem falschen Kamin versteckt werden sollen.
Offenbar geht die Bauherrschaft von der Annahme aus, wenn die Menschen die Antennen nicht sähen, würden sie auch nicht krank. Reichlich blauäugig und frech, diese für so dumm zu halten.
Bei Handänderungen von Gebäuden ??? und zu dieser wird es nach zahlreichen Krankheitsfällen unweigerlich kommen ??? werden Kaufinteressenten arglistig getäuscht, weil sie das gesundheitsgefährdende Objekt so nicht sehen können.
Unklarheit über die Bauherrschaft
Wer hier als verantwortlicher Bauherr auftritt, ist höchst unklar und dubios.
Baupläne und Standortdatenblätter sind mit verschiedenen Unterschriften von verschiedenen Firmen versehen und das Titelblatt des Standortdatenblattes lässt mit einiger Sicherheit darauf schliessen, dass der Standort Thunstrasse von einem sogenannten Standorthändler akquiriert, baureif entwickelt, und dann der Firma Sunrise verkauft oder vom Händler eventuell nur an Sunrise vermietet wurde.
Vorsicht vor Standorthändlern! Die NIS-Fachstelle von Gigaherz hat die Erfahrung gemacht, dass diese nicht vor kriminellen Aktivitäten, wie Gewalttätigkeiten gegen Antennenkritiker, Drohungen, Nötigungen, Erpressungen, sowie Schwarz- und Schmiergeldzahlungen an Immobilienverwaltungen resp. Verwalter zurückschrecken. Ob der an der Thunstrasse 6 involvierte Standorthändler auch zu dieser Sorte Geschäftemacher gehört, lässt sich zur Zeit nicht sagen. Sein Name taucht erstmals in den Akten von Gigaherz auf.
Missachtung von neuem Bundesrecht
Das Bundesgerichtsurteil 1A.160/2004 vom 10.3.2005 wird in Schwarzenburg in einer Art und Weise missachtet, die über die Grenze des Amtsmissbrauchs (Art.312 StGB) hinausgehen würde, falls eine Behörde dieses Baugesuch bewilligen sollte!
Das oben zitierte Bundesgerichtsurteil ist jetzt 11 Monate alt. Sowohl das BAFU (früher BUWAL), wie die kantonalen Behörden und die Mobilfunkbetreiber hätten dieses in Form von neuen Standortdatenblättern längstens umsetzen müssen.
Das hier zitierte Bundesgerichtsurteil verlangt hardware-seitige Leistungsbegrenzungen an den Senderendstufen und hardware-seitige Begrenzung der vertikalen Abstrahlwinkel an den Antennenkörpern. Beides wurde in beiden Projekten in Schwarzenburg völlig ignoriert.
Allein durch Einsetzen der richtigen Neigungswinkel in die Berechnungsformeln, kann es in den umliegenden Wohnungen und Arbeitsplätzen zur Verdoppelung bis zur Verdreifachung der deklarierten Strahlenbelastung und somit zu massiven Grenzwertüberschreitungen kommen.
Zitat Bundesgericht:
Die Sendeleistung der Mobilfunkstationen kann vom Netzbetreiber mittels Fernsteuerung reguliert werden, allerdings nur bis zur Maximalleistung der verwendeten Senderendstufen (vgl. BGE 128 II 378 E. 4.2 S. 380). Ist die im Standortdatenblatt deklarierte ERP niedriger als die maximale Strahlungsleistung der Anlage, so besteht keine Gewähr dafür, dass die Grenzwerte im Betrieb tatsächlich eingehalten werden, da die Strahlungsleistung jederzeit mittels Fernsteuerung erhöht werden könnte. Die Anwohner von Mobilfunkanlagen haben jedoch ein schutzwürdiges Interesse daran, dass die Einhaltung der NIS-Grenzwerte durch objektive und überprüfbare bauliche Vorkehrungen gewährleistet wird. Zitat Ende.
Die vorliegenden Standortdatenblätter von Sunrise sind also höchst unglaubwürdig, denn die Angaben des deutschen Antennenherstellers Kathrein lassen eine immens höhere Antennenleistung zu, als von Sunrise deklariert wurde.
Der Gemeinderat von Wahlern (Schwarzenburg) probt den Aufstand
Nachdem gegen die beiden Antennenprojekte von Sunrise etwas mehr als 700 Einsprachen eingegangen sind, was in der Geschichte des Dorfes ein historisches Ereignis bedeutet, probt jetzt der traditionell sehr stark obrigkeitsgläubige Gemeinderat etwas zögernd den Aufstand.
In einer offiziellen Mitteilung heisst es:
Zitat: Am 6.2.06 hat der Gemeinderat die Hochbaukommission angewiesen, die vorliegenden wie künftigen Baugesuche für Mobilfunkantennen so lange zu sistieren, bis die zur Zeit laufende Studie der ETH Zürich über die Auswirkungen von Handy-Strahlung vorliegt und ggf. die zuständigen eidgenössischen und kantonalen Amtsstellen entsprechende Vorschriften erlassen haben.
Schade, dass sich der Gemeinderat für die Sistierung ausgerechnet das schwächste und kurzfristigste Argument ausgesucht hat.
Die Studie, die der Gemeinderat meint, wird nämlich nicht von der ETH durchgeführt, sondern an der UNI Zürich und wird von der aussenstehenden privaten Forschungsstiftung Mobilkommunikation gemanagt welche zu 100% den Mobilfunkbetreibern und ihren Zulieferern gehört. Die Studie wird denn auch zu 40% durch diese Forschungsstiftung bezahlt. Einer Forschungsstiftung, die mit der ETH nur insofern etwas zu tun, als sie hier Räumlichkeiten gemietet hat. Und die Studie wäre längst zur Veröffentlichung fällig.
Der Gemeinderat hätte ganz andere Möglichkeiten gehabt, die Sistierung viel wirkungsvoller zu begründen resp. die Baugesuche ganz abzulehnen.
1) Fehlende Leistungsbegrenzung an den Senderendstufen
2) Fehlende Begrenzung der vertikalen Abstrahlwinkel
3) Fehlende Messbarkeit von UMTS-Strahlung
Das hätte jedoch bedingt, dass sich der Gemeinderat eingehend mit der Materie hätte befassen und sich die Meinung mobilfunkkritischer Fachleute hätte anhören müssen. Zudem hätte es auch genügt, wenn der Gemeinderat die wichtigsten Einsprachen nur gelesen hätte, denn da stand alles fein säuberlich drin.
Mit den Argumenten 1 und 2 hat die Stadt Bern immerhin über 100 Antennenbaugesuche blockiert und mit Argument 3 bewilligt der Kanton Wallis seit November 05 auf Antrag hin überhaupt keine Antennen mehr.
Bleibt zu hoffen, dass die verpasste Gelegenheit während der angekündigten Gespräche zwischen der Hochbaukommission Wahlern (Schwarzenburg) und dem Verein für einen gesundheitsverträglichen Mobilfunk in Schwarzenburg (VGMS) nachgeholt und das Fachwissen der Schwarzenburger Behörden auf den neuesten Stand gebracht werden kann.
Übrigens: An mobilfunkkritischen Kongressen, Symposien und Podiumsgesprächen sucht man Vertreter der Bewilligungbehörden, deren Pflicht es als erstes wäre, sich eingehend zu informieren, stets vergebens. Sie haben auch an den drei bisher von Gigaherz organisierten nationalen Kongressen mit hochkarätigen Referenten aus 6 Ländern durch Abwesenheit geglänzt.
Weitere Informationen unter:
Retourkutsche oder Mistkarren? (unter WHO/ICNIRP/CH-Behörden)