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wohl Basel, Mitte 19. Jh.
Buchsbaumholz, geschnitzt
H. 15,7 cm, B. 10,7 cm, D. 2,2 cm
2004.349.
Das Model aus Buchsbaumholz ist auf beiden Seiten mit eingeschnitzten Darstellungen versehen. An der Biegung und dem verbliebenen Stück Rinde an der oberen Kante ist deutlich zu sehen, dass die ganze Breite des zur Verfügung stehenden Holzstückes genutzt wurde. Die eine Seite zeigt einen heftig gestikulierenden Dirigenten (mit aus der Hosentasche hängendem Taschentuch), die andere einen ruhig stehenden Fagottisten. Beide Figuren gehen auf Zeich-nungen des Basler Malers und Zeichners Hieronymus Hess zurück. 1828 hatte er mehrere Zeichnungen von Orchestermusikern angefertigt, das sog. «Grosse Orchester». Diese 13 Figuren dienten Anton Sohn, der in Zizenhausen am Bodensee (bei Stockach) eine kleine Manufaktur betrieb, als Vorlagen für die Anfertigung von kleinformatigen Tonfiguren, die farbig bemalt wurden. Den Vertrieb dieser sehr populären Aufstellfiguren übernahm der Kunsthändler J. C. Schabelitz in Basel.
Der Verwendungszweck dieses Models ist nicht ganz eindeutig. Zur Ausformung von Zizenhausener Terrakottafiguren hat es sicherlich nicht gedient, da die Relieftiefe dafür zu gering ist. Auch zum Ausformen von Änisbrötli ist es vermutlich nicht verwendet worden: Es fehlen in der eingeschnittenen Darstellung jeweils die vorderen Füsse der Personen, und auch die vertiefte, glatte Fläche darunter ergibt dabei keinen Sinn. Diese beiden Details sprechen dafür, dass das fertige Objekt noch durch Bemalung vervollständigt werden sollte und zum Aufstellen vorgesehen war. Denn die untere Fläche könnte, wenn man sie längs knickt und einen Teil nach hinten umbiegt, bei den ausgeformten Figuren als Stand- und Beschriftungsfläche gedient haben. Die fehlenden Füs-se wären dann zusammen mit einer erläuternden Beschriftung aufgemalt worden. Das spricht dafür, dass mit diesem Model vermutlich Papiermaché-Figuren ausgeformt wurden, die als preiswertere Alternativen zu den Terrakottafiguren in den Handel kamen.