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- Auf den Färöer-Inseln sind Medienberichten und Tierschützern zufolge rund 100 Delfine getötet worden.
- Die Tiere seien am Freitag im Skálafjord gesichtet und in den Morgenstunden getötet worden, berichtete der färöische Rundfunk.
- Laut der Wal- und Delfinschutzorganisation WDC handelt es sich bei den getöteten Tieren um Grosse Tümmler.
Grosse Tümmler leben in engen sozialen Einheiten aus 100 bis 200 Tieren. Die Jagd hat laut Tierschutzorganisationen wohl eine solche soziale Einheit ausgelöscht.
Die Tiere stehen in der EU unter Schutz – weil die Färöer zwar zu Dänemark gehören, jedoch weitgehend autonom und nicht EU-Mitglied sind, gelten diese Regeln für die Inseln nicht.
Fangquote für Delfinart von 500 Tieren
Für die Meeresschutzorganisation OceanCare ist die Treibjagd auf die Tiere eine «weitere Eskalationsstufe». Die Grossen Tümmler seien an den Strand getrieben und brutal getötet worden.
Der wissenschaftliche Direktor, Mark Simmonds, kritisierte die Jagd: «Den Aufzeichnungen zufolge gab es in den letzten zehn Jahren nur eine Tötung von Grossen Tümmlern auf den Färöern. Es handelt sich also um eine dramatische und tragische Wendung.»
«Alle Delfinarten sind höchst empfindungsfähig und ihre Intelligenz ist bekannt. Daraus folgt, dass es den Mitgliedern dieser grossen Gruppe völlig bewusst war, dass sie gejagt werden und dass sich ihre Gefährten rund um sie im Todeskampf befinden», kritisierte Mark Simmonds weiter.
Walfang auf den Faröern
Der Walfang («Grindadráp») ist auf den zum dänischen Königreich gehörenden, aber weitgehend autonomen Inseln im Nordatlantik eine jahrhundertealte Tradition. Hauptsächlich werden Grindwale erlegt, manchmal aber auch Delfine. Färöischen Zählungen zufolge wurden 2020 insgesamt 576 Grindwale und 35 Weissseitendelfine getötet, Grosse Tümmler deutlich weniger.
Erst vor kurzem hatte die färöische Regierung angekündigt, für die Jagd auf Weissseitendelfine eine Fangquote einzuführen. Von diesen Tieren dürfen im laufenden und im nächsten Jahr pro Jahr maximal 500 gefangen werden.