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"Benji's Memorial Malteser-Zucht"
Für jeden, der an Welpen interessiert, ist es sehr wichtig, dass die Hunde des Züchters angekört sind. Was meint man damit?
Die Kynologie, wie sich das Hundewesen fachlich bezeichnet, hat in ihren Anfängen die Grundsätze der Pferdezucht übernommen und dabei auch weitgehend ihr Wortschatz. So hat der Hund kein Bein, sondern eine Hinterhand und ein Hund, der zur Zucht zugelassen ist, hat eine Körung bestanden, ist eben angekört. Solche Begriffe stammen noch aus dem 19-ten Jahrhundert und gehören eigentlich, seien wir ehrlich, zu einer Art Jägerlatein.
Uns geht es hier nicht um Wörter, sondern um dessen Sinn. Darum, was wir – d.h. die organisierte Kynologie (auf Deutsch: Hundewesen) in der Schweiz - mit der Ankörung, also mit der Zuchtzulassung, anstreben.
Grundsätzlich ist es so, dass ein Hund als "reinrassig" gilt, wenn seine beiden Eltern bekannt und nachweislich direkte Nachkommen von nur reinrassigen Tieren sind. Diese Eltern, Gross- Urgross- usw. -eltern werden in einem Dokument, genannt Stammbaum (oder Pedigree) festgehalten. Diese Dokumente sind allerdings wertlos, wenn sie nicht von einer international anerkannten Organisation (bei uns: SKG) herausgegeben oder verifiziert sind.
Noch bis die 1980-e Jahre genügte, dass man reinrassige Hunde züchtete und es war eine Ehrensache, nur gesunde und "richtige" (dem Standard entsprechende) Hunde heranzuzüchten. Leider war es mit der Zeit um die Ehre eher schwammig. Es mussten Vorschriften erstellt werden, um Auswüchse zu bekämpfen. Gleichzeitig übte auch die Gesellschaft – der Tierschutz und die Politik – Druck auf die Hündeler, strenge Regeln aufzustellen. Ausser guten Tierhaltungskontrollen führten wir, d.h. SKG (Schweizerische Kynologische Gesellschaft), die Zuchtzulassungsprüfung ein und diese seit 1990 mehrmals verschärften.
In der Schweiz wird eine Zucht und ihre Welpen nur anerkannt, wenn der Zuchtrüde und die Zuchthündin die entsprechende
Prüfung, d.h. die Ankörung, bestanden haben (bei ausländischen Zuchtrüden gilt die Ankörung in dessen Heimatland). Diese
Zuchtzulassungs-Prüfung besteht (Stand 2016) aus drei Teilen:
Diese Regeln sind streng und so gibt es viele Züchter, welche die Ankörung als Quatsch, Schikane, Bürokratie und Geldmacherei abtun, bei der sie lieber nicht mitmachen. Dabei sind es immer die Gleichen, die auch keine Kontrollen ihrer Zuchtstätte erlauben. Sagen wir es so: Ein Restaurantbesitzer, der den Koch ohne Ausbildung beschäftigt und Hygienekontrollen in seinem Betrieb immer verweigert, kann vielleicht gleich gutes Essen wie sein ordentlicher Kollege anbieten, aber ich gehe lieber zu dem letzteren essen.
Bei Welpen mit Stammbaum von der SKG sind seine Eltern angekört. Die bestandene Zuchtzulassungs-Prüfung ist zwar nur ein Kriterium bei der Welpen-Auswahl, aber ein wichtiges. Deshalb schreiben wir über sie.
Ein Hinweis zum Schluss. Strenger als in der Schweiz ist die Zulassungsregelung in keinem anderen Land. Es gibt auch einige europäische Länder, die nur eine einfache oder gar keine Zuchtzulassungs-Prüfung kennen.
(03.05.2016)