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100 Jahre Druckerei Stutz
Quelle: Jahrbuch der Stadt Wädenswil 1983 von Peter Ziegler
1883
Am 15. Juni eröffnet Adolf Stutz-Spühler (1854–1938) im Hause des Schuhmachers Bürgin (heute Absatzbar Huwyler) an der Zugerstrasse in Wädenswil eine Druckerei. Am 24. November erscheint hier die erste Nummer der fortan am Mittwoch und Samstag herausgegebenen «Nachrichten vom Zürichsee», eines «Volksblattes für Politik, Handel und Landwirtschaft».
1887
Umzug der Firma in das dem Kanton Zürich abgekaufte Haus «Frieden» an der Seestrasse (abgebrochen 1963). Eröffnung einer Papeterie und Buchhandlung.
1900
Die Geschäftsräumlichkeiten im «Frieden» sind wieder zu eng und werden deshalb um einen Zinnenanbau erweitert. Der Maschinenpark besteht aus zwei Schnellpressen, einem Tiegel, einer Schneidmaschine und einer Loch- und Ösenmaschine. Ein Elektromotor von 1 PS und ein Wassermotor liefern die Antriebskraft.
1902
Anschaffung einer Setzmaschine («Typograph»), der ersten am linken Zürichseeufer.
1905
Adolf Stutz, seit kurzer Zeit Wädenswiler Bürger, kauft einen Teil der Diezingerschen Liegenschaft und errichtet darauf ein neues Druckereigebäude.
1911
Druckerei, Papeterie und Wohnung werden in die neu erworbene «Gerbe» verlegt, die bis 1909 die Hut- und Mützenfabrik Felber beherbergt hat.
1922
Dr. Adolf Stutz (1895–1967) kehrt von München nach Wädenswil zurück und übernimmt, gemeinsam mit der Schwester Anna (1883–1950), die Leitung des elterlichen Geschäfts. Daneben betätigt er sich redaktionell an den im Verlag Stutz erscheinenden «Nachrichten vom Zürichsee».
1927
Renovation der Liegenschaft «Gerbe» durch Baumeister Alfred Dietliker. Die Bauleitung hat Architekt Hans Streuli, der nachmalige Bundesrat.
1936
Die Krise der dreissiger Jahre geht auch an der Buchdruckerei Stutz nicht spurlos vorüber. Das Verlags- und Akzidenzgeschäft werden stark in Mitleidenschaft gezogen. Nach reiflicher Überlegung kommt man schweren Herzens überein, die im 5 3. Jahrgang erscheinenden «Nachrichten vom Zürichsee» auf den 1. Januar 1937 dem Verlag Baumann zu verkaufen.
1937
Der «Anzeiger», die demokratische Presse, und die liberales Gedankengut verbreitenden «Nachrichten» sind bisher wöchentlich viermal erschienen.
Nordwestseite der Gerbe. Im Vordergrund der Zinnenanbau, in welchem eine Duplex-Druckmaschine installiert war, auf welcher bis vor Jahresfrist der «Zürcher Bauer» gedruckt wurde.
Typograph-Setzmaschine, angeschafft: 1902.
Haus zur Gerbe vor dem Ladeneinbau im Jahre 1911.
Fotosetzmaschine (links) und Repro-Kamera (rechts), zwei wichtige Vertreter der neuen Technologie, seit 1980 in Betrieb.
Mit dem Verkauf des Verlagsrechts kann auch dem vielfach geäusserten Wunsch nach einer Wädenswiler Tageszeitung entsprochen werden. Die Firma Stutz spezialisiert sich auf den Druck von Fachzeitschriften.
1951
Der Schwiegersohn von Dr. Adolf Stutz-Brupbacher geb. Hauser, Max Möhr-Brupbacher, tritt als Kommanditär in die Druckerei Stutz & Co. ein. Die Jahre nach 1960 bringen viele technische Neuerungen: die Installation einer Duplex-Druckmaschine im ausgebauten Zinnentrakt, die Totalrenovation der Papeterie und Buchhandlung, die Anschaffung einer lochbandgesteuerten Setzmaschine, den Kauf von Offsetmaschinen.
1974
Verena Möhr-Brupbacher verlegt die anfangs der siebziger Jahre in der Gerbe eröffnete KellerBoutique in das Haus zum Talgarten. Die frei werdenden Räume bieten Platz für eine Bastelabteilung.
1975
Der Verlag Stutz & Co. gibt das erste «Jahrbuch der Stadt Wädenswil» heraus.
1976
Aussenrenovation des 1813 von der Familie Hauser als Gerberei erstellten Hauses Gerbe; Erneuerung des Treppenhauses und des Daches.
1978
Hinschied von Martha StutzBrupbacher, geb. Hauser. Am 31. August wird in der «Alten Fabrik», dem Verkaufszentrum der Gessner AG, unter dem Namen Pa-Ba-Markt (Papeterie/Bastelmarkt Stutz & Co.) das neue Papeteriegeschäft mit Bastelabteilung und angegliederter Fachbuchhandlung eröffnet. Der Laden an der immer weniger befahrenen Gerbestrasse wird aufgegeben.
1983
Die Kollektivgesellschaft Stutz & Co. wird in eine Familienaktiengesellschaft umgewandelt. Der Verwaltungsrat setzt sich zusammen aus Max Möhr, als Präsident, und den Mitgliedern Verena Möhr-Brupbacher und Markus Möhr. Die Geschäftsführung wird Räto Möhr übertragen, Prokurist Peter Fuhrer amtet als. Betriebsleiter, Karl Bisig als Druckereichef, Richard Pfister als Setzereileiter. Sämtliche Fachzeitschriften werden heute im Fotosatz hergestellt. Aus den «Schwarzkünstlern» von einst sind Arbeitsvorbereiter, Bildschirmoperateure, Fotosetzer, Montierer und Offsetdrucker geworden, die an computergesteuerten Tastgeräten, an Leuchtpulten, an Kameras und an Reprogeräten arbeiten. Für gewisse Gebrauchsdrucksachen wird aber nach wie vor Bleisatz verwendet.