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Es tönt so einfach und ist so wichtig: Jedes Kind bekommt täglich eine Portion zu lesen. Oft geschieht dies schon freiwillig und in genügendem Umfang. Nicht alle Buben lesen gleich ring. Nicht alle interessieren die gleichen Themen. So ist es wichtig, immer wieder Bücher mit Inhalten zu finden, die sie ansprechen. Zuerst lesen sie einen Abschnitt – in der Regel ein, zwei Kapitel – für sich. Dann bieten sich mehrere Möglichkeiten an: Den Abschnitt nochmals lesen; unbekannte Worte anstreichen oder herausschreiben; Wortarten bestimmen.
Der Klassiker ist jedoch die Zusammenfassung: Der Bub fasst mir das Gelesene in eigenen Worten zusammen. Ich unterbreche ihn dabei nicht. Am Schluss stelle ich einige Verständnisfragen. Eine Steigerung dazu ist das Notieren von Stichworten und das Schreiben eines kleinen Aufsatzes. Meistens baue ich das schrittweise auf: Zuerst lesen, dann mündlich zusammenfassen, dann Stichworte notieren, am Schluss einen Text (z. B. fünf Sätze) schreiben. Zum Schluss begutachten wir den Text: Wird ein unbeteiligter Leser schlau (Thema)? Gibt es einen Anfang und einen Schluss? Um welche Teilaspekte ging es? Was kann ich für den nächsten Schreibanlass mitnehmen?