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Von tiefliegenden Wolken hingen Schläuche wie Rüssel auf den See hinunter. Im Gegensatz zu einem Tornado sind die Windgeschwindigkeiten bei Wasserhosen aber viel kleiner. Zum Zeitpunkt der Wasserhosen wurden nur gerade 15 Kilometer pro Stunde gemessen.
Wie kommt es zu einer Wasserhose?
Voraussetzung für eine Wasserhose ist, dass kalte oder zumindest kühle und sehr labil geschichtete Luft über einen warmen See strömt. Über dem See wird die kalte Luft erwärmt und fängt an aufzusteigen, wie man das ja beispielsweise auch von einem Heissluftballon her kennt. Je nach Windverhältnissen fängt nun diese aufsteigende Luft an sich um die eigene Achse zu drehen. Dabei zieht sich der Wirbel immer enger zusammen und wird auch immer schneller. Diese Beschleunigung kann mit der Pirouette eines Eiskunstläufers verglichen werden.
Grosse Temperaturunterschiede
Die Wassertemperatur an der Oberfläche des Zürichsees betrug am Sonntagmorgen rund 23 Grad. Dagegen wurden am Ufer nur Lufttemperaturen um 9 Grad gemessen. Die Lufttemperatur war nicht nur deutlich tiefer als die Wassertemperatur, sondern die Luft war auch extrem labil geschichtet, was auch den Quellwolken über den Bergen anzusehen war. Weil gleichzeitig noch eine Windscherung stattfand, konnten sich die Wasserhosen bilden. Erreicht eine Wasserhose das Ufer, fällt sie sofort in sich zusammen, da der nötige Wasserdampf fehlt.
Wie häufig gibt es Wasserhosen?
In dieser Form kommen Wasserhosen in der Schweiz nur selten vor. Weil sie häufig in Zusammenhang mit Schauern und Gewittern vorkommen, ist manchmal auch die Sicht auf solche Wasserhosen eingeschränkt. Generell kann man sie am häufigsten im Spätsommer sehen, wenn die Seeoberflächen noch warm sind und kühlere Herbstluft über die Seen zieht. In der Schweiz ist der Neuenburgersee am besten für Windhosen prädestiniert. Wenn im Spätsommer vom Jura Kaltluft auf den warmen See stürzt, kommt es häufiger zu Wasserhosen. Unvergessen sind aber auch die Wasserhosen vom 21. Juli 2012 und am 5. September 2015 beide über dem Zürichsee.