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Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist ein Zusammenschluss von Erdölförderstaaten mit dem Ziel, ihre Fördermengen zu koordinieren, um so die Preise auf dem internationalen Ölmarkt stabil zu halten. Zu den Hauptzielen der OPEC gehört die Sicherung eines stetigen Einkommens für die zusammengeschlossenen Förderländer.
Neben den fünf Gründungsmitgliedern Saudi-Arabien, Iran, Irak, Kuwait und Venezuela gehören der OPEC heute noch sieben weitere Staaten an: Algerien, Angola, Ekuador, Katar, Libyen, Nigeria und die Vereinten Arabischen Emirate (VAE).
Bevor die OPEC im Jahr 1960 gegründet wurde, waren die ärmeren erdölerzeugenden Länder von den Investitionen der grossen Konzerne abhängig (den «Seven Sisters», darnter Exxon, Chevron, Shell und BP), die zu dieser Zeit den Erdölmarkt beherrschten. Diese Länder verfügten zwar über grosse Erdölreserven, im Gegensatz zu den Erdölkonzernen aber nicht über die Technologie und das nötige Kapital sowie betriebswirtschaftliche Know-How, um ihre Erdölvorkommen zu kommerzialisieren.
Um ein staatliches Gegengewicht zu den grossen internationalen Erdölkonzernen zu bilden, schlossen sich die fünf Gründungsmitglieder zu einem Kartell zusammen und beschlossen, mittels staatlichen Erdölfirmen die Kontrolle über die nationalen Erdölreserven zu gewinnen. Die OPEC bildete also sozusagen ein Gegenkartell zur Bekämpfung des bis da dominierenden Kartells der internationalen Erdölkonzerne.
Die ersten zehn Jahre war die OPEC wenig erfolgreich. In den 70-Jahren und Anfang der 80er-Jahre reduzierte die OPEC dann jedoch aus politischen Gründen die Fördermengen massiv, was im Westen zu einem starken Anstieg des Ölpreises führte (bekannt als die zwei «Ölpreisschocks»). Erdölintensive Produktionen wurden unprofitabel und mussten eingestellt werden – mit erheblich negativen Folgen für die Wirtschaft.
Die Machtdemonstration der OPEC führte in den Industriestaaten zu einer Entwicklung hin zu weniger erdölintensiven Produktionsmethoden. Zudem haben seit der Gründung der OPEC auch andere Staaten grosse Erdölvorkommen entdeckt, sind aber nicht der OPEC beigetreten, wie z.B. Kanada, Australien und die skandinavischen Länder.
Schliesslich droht einem Kartell auch aus dem Innern Ungemach: Für die Mitglieder eines Kartells besteht der Anreiz auszuscheren und tiefere Preise zu verlangen bzw. die Mengenziele zu überbieten. Solange dies nur ein Mitglied tut, kann es höhere Einnahmen generieren. Wenn sich mehrere Mitglieder nicht an die Vereinbarungen halten, sinken die Preise bzw. Einnahmen für alle. Ein Kartell ist somit inhärent instabil.
Der Erdölmarkt und dessen Struktur sind übrigens Thema eines neuen Bausteins von iconomix, entstanden in Kooperation mit dem Lehrbuchautor Peter Eisenhut.
Und das iconomix-Modul «Gefangenendilemma» stellt das gleichnamige spieltheoretische Konzept vor, mit dem sich erklären lässt, weshalb Preisabsprachen in Kartellen oft scheitern und warum solche Absprachen instabil sind.
Für das iconomix-Team
Marc Schiesser
Weitere Links zum Thema:
- : ein kurzer Überblick über die Geschichte der OPEC (Investor Verlag, 18.12.2008)
- : beschreibt den schleichenden Machtverlust des Ölkartells (Zeit Online, 17.3.2010)
- : Trotz hohen Erdölpreisen hat die Opec bei ihrem Treffen in Wien keine Anhebung der Produktion beschlossen. Zwischen Iran und Saudiarabien nehmen die Spannungen zu. (NZZ Online, 9.6.2011)
- : Begriffserklärung von Vimentis.ch (31.12.2011)