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die aus dem
Stengel
[* 2] von AbelmoschustetraphyllosGrah. (in
IndienRai bhendá genannt) abgeschiedene
Gespinstfaser, im europ.
Handel zuweilen mit der ähnlichen Jute
[* 3] verwechselt und als solche verkauft.
Diese Abelmoschusart findet sich in den gebirgigen Gegenden
Hindustans, die Ernte
[* 4] erfolgt
vor der Fruchtreife; die abgesonderte
Faser hat eine Länge von etwa 0,7 m. Die
Farbe der Bastfaser ist flachsgelb, stellenweise hellbraun, namentlich an den untern
Teilen.
Der Feuchtigkeit ausgesetzt, tritt ein allgemeines Braunwerden und zwar viel schneller als bei der Jute
ein. Von der Jutefaser ist die Abelmoschusfaser leicht durch das Mikroskop
[* 5] zu unterscheiden, indem in den Bastbündeln
der Abelmoschusfaser neben Bastzellen auch Bastparenchymzellen (gefächerte Bastzellen) vorkommen, welch letztere
in der Jute fehlen. Diese Parenchymzellen enthalten Kristalle
[* 6] von oxalsaurem Kalk.
Mittels chem. Hilfsmittel
läßt sich dagegen die von der Jutefaser nicht unterscheiden.
bei den span.
Chronisten und Romanzendichtern
Name eines edlen maur. Geschlechts im Königreiche Granada,
[* 8] das während der innern Kämpfe sowie in den
Kriegen mit den christl. Königen von
Castilien eine hervorragende Rolle spielte.
Das Geschlecht führt seinen
Namen nach Jussuf ibn Zerragh, dem Vertrauten des Königs Mohammed Ⅶ. Als letzterer Fürst 1427 von
seinem Vetter Mohammed al-Zaghir gestürzt worden war, mußte Jussuf mit dem größten
Teile seiner
Angehörigen nach
Castilien
flüchten. Er wußte dort den König
Johann Ⅱ. sowie auch den König von
Tunis
[* 9] für die Sache seines
gestürzten Gebieters zu gewinnen, durch deren Hilfe denn auch Mohammed Ⅶ. wieder auf den
Thron
[* 10] gelangte.
Al-Zaghir wurde hingerichtet; Jussuf ibn Zerragh hingegen fiel als treuer
Anhänger des maur. Königshauses 1436 in einer
Schlacht gegen einen neuen Thronprätendenten, den vom König von
Castilien unterstützten Jussuf ibn Alhamar.
Dieser siegte zwar und kam auf den
Thron von Granada, starb aber schon sechs
Monate nachher, worauf Mohammed Ⅶ. zum drittenmal
als König in Granada einzog. Nachdem Mohammed Ⅶ. 1444 nochmals vom
Throne gestoßen war und auf demselben Osmin ibn Ahnaf
und seit 1453 Mohammed ibn Ismail gefolgt waren,
Sollen nach spanischen, aber
durch die arab. Geschichtschreiber
nicht bestätigten
Berichten die den Versuch gemacht haben, die
Krone von Granada für ihr Geschlecht zu gewinnen.
Durchaus nur der
Romanzen-
Poesie gehören jener Kampf der Abencerragen mit der Familie der Zegris und der tragische
Untergang der erstem
in derAlhambra in den letzten Jahren der maur. Herrschaft in Granada an, welche besonders durch die
«Historia
de las guerras civiles de Granada» des
Gines Perez de Hita (s. d.) in der Litteratur berühmt geworden sind. Der
Verfasser dieses mit vielen
Romanzen durchwebten histor.
Romans will seine Erzählung arab.
Berichten entnommen haben;
doch ist nur ein
Teil der Heldengestalten historisch.
Schack hat im 2.
Bande seiner
«Poesie und Kunst der
Araber in
Spanien
[* 11] und
Sicilien» die auf arab.
Quellen zurückgehenden
Momente im Werke des Hita kritisch beleuchtet. Aus dieser
Dichtung entnahm Châteaubriand
den
Stoff zu dem
Roman «Les aventures du dernier des Abencérages»,
wonach Jouy das Textbuch zu Cherubinis
Oper «Les Abencérages» bearbeitete. –
Vgl. Conde,Historia de la dominacion de los
Arabes en España (Madr. 1829).
Ausläufer der Morgenberghornkette am obern (südöstl.) Ende des
Thuner Sees
im Kanton Bern,
[* 12] früher bekannt durch die 1841 von Dr. Jul. Guggenbühl gegründete,
aber bei seinem
Tode 1863 aufgelöste Kretinenheilanstalt;
Nach den
Berichten der drei ersten Evangelisten (der vierte erwähnt die Feier nicht) war das
Mahl ein Passahmahl, das
Jesus
mit seinen
Jüngern feierte. (S. Passah.) Aber im Hinblick auf seinen nahen
Tod fühlte er sich an demselben
Abend zu einer Handlung gedrungen, die der ganzen Feier eine wesentlich neue
Beziehung gab. Nach Beendigung des jüd. Passahmahles
reichte er den Seinen
Brot
[* 15] und
Wein dar, mit symbolischen Handlungen und Worten, welche die Bedeutung seines
Todes veranschaulichen
sollten. Wie das Passahmahl die Verschonung der Israeliten vor dem Würgengel und die Errettung aus
Ägypten
[* 16] symbolisch darstellte,
so sollte auch sein
Tod den Seinen Verschonung und Rettung bringen, nämlich von dem bevorstehenden göttlichen
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mehr
Strafgericht. Daher vergleicht er seinen Leib mit dem Passahlamm, sein Blut mit dem Blute des Lammes, das an die Thürpfosten
der israel. Häuser gestrichen zu werden pflegte. Die Symnbolik der Handlung hat ihre Vorgänge an zahlreichen Beispielen
des Alten Testaments, aus denen auch die vielumstrittenen Ausdrücke Jesu: «Dies ist mein Leib», «Dies
ist mein Blut», ihre einfache sprachliche und sachliche Erklärung finden. (Vgl. z. B.
1Kön.
11, 29. fg.; 22, 11; 2 Kön.
13,15-17;
Jes. 8, 1-4-,. 20, 1 fg.; Jerem. 13, 1 fg.; 19, 1 fg.;
Kap. 27 und 28; Ezech. 5,1-5 u. ö.) Nicht die Worte als solche, die
ganze Handlung bat symbolische Bedeutung: das Brotbrechen, das Erheben des Kelchs mit Wein, die Darreichung von Brot und Wein.
«Das Gebrochene», dies ist der Sinn seiner Worte, «und euch Dargereichte ist mein Leib», «das
(Ein- oder Ausgegossene), was ich euch allen zu trinken gebe, ist mein Blut, das für viele vergossen
wird». Das heißt: «Wie ich euch (symbolisch) das Brot breche und den mit Wein gefüllten Kelch erhebe und euch beides darreiche
zum Genuß, so wird mein Leib im Tode gebrochen, mein Blut vergossen zu euerm Besten.» Von einer eigentlichen «Einsetzung» des
Abendmahl wissen die ältesten Berichte (bei Matthäus und Markus) nichts; die Worte: «Dies thut zu meinem Gedächtnis»,
hat zuerst Paulus und nach ihm Lukas hinzugefügt;
doch entspricht diese Wiederholung dem Geiste und der ursprünglichen Bedeutung
der Feier.
Auch die Zusätze: «Der (das) für euch gegeben (gebrochen) wird» und «Zur
Vergebung der Sünden», sind spätern Ursprungs, ebenso der Ausdruck: «Dies ist das Neue Testament in meinem
Blut», wofür die ältern Texte «mein Bundesblut» lesen.
Der Eindruck dieses letzten Mahles führte nach dem Hingange Jesu zur täglichen Wiederholung der Feier, durch welche die
Gemeinde, wie Paulus sich ausdrückt, «den Tod des Herrn verkündigte, bis daß er komme». Indem die ältesten
Cbristen täglich in den Häusern zusammenkamen, das Brot zu brechen, ward ihnen jede gemeinsame Mahlzeit von selbst zu einer
Gedächtnisfeier von Christi Abendmahl. Auch in den neugestifteten Christengemeinden erhielt sich die Sitte dieser Liebesmahle (s. d.).
Als die förmlichen Mahlzeiten wegen Mißbrauchs beseitigt werden mußten, wurde doch das Mahl des Herrn als
Höhe- und Schlußpunkt jeder gottesdienstlichen Feier beibehalten und bald als das heiligste Geheimnis des Christenbundes
betrachtet, von dem man Ungetaufte und Unwürdige ausschloß. Die Beziehung der heiligen Handlung auf den Mittelpunkt des
christl. Glaubens gab den Anlaß, daß man das Abendmahl bei jeder wichtigern Handlung des Lebens beging.
Im Zusammenhange mit dieser gesteigerten Bedeutung der Abendmahlsfeier steht die früh damit verbundene
Vorstellung des Mystischen und Wunderbaren. Die Jünger hatten bei dem letzten Mahle Jesu seine Worte und Handlungen nur svmbolisch
verstehen können; weder an eine wirkliche Verwandlung von Brot und Wein in Leib und Blut, noch an eine geheimnisvolle
Gegenwart des «verklärten» Leibes in und unter den Abendmahlsstoffen erlaubte
ihnen die ganze Sachlage bei der Feier zu denken. Auch Paulus sieht in der Abendmahlshandlung nur eine geistige Gemeinschaft
der Abendmahlsgenossen mit dem gekreuzigten Leibe und dem am Kreuze vergossenen Blute Christi, woran sich ganz von selbst
der Gedanke anschließt, daß die heilige Feier zugleich eine Gemeinschaft sei mit dem «my-
stischen"
Leibe des Herrn, oder daß der gemeinsame Genuß des Einen Brotes die Tischgenossen zu Gliedern des Einen Leibes
mache, dessen Haupt Cbristus sei (vgl.
1 Kor. 10, 16. 17). Noch der Verfasser des Johannes-Evangeliums
läßt Jesum in Worten, die sich nur auf das Abendmahl beziehen können, die Vorstellung eines leiblichen Essens
und Trinkens seines Fleisches und Blutes ausdrücklich zurückweisen und den dunkeln Ausdrücken geistige Bedeutung unterlegen,
da das Fleisch nichts nütze sei (Job. 6, 53-63, vgl. mit V. 27 fg., 48 fg.).
Daneben findet sich noch die figürliche Auffassung des Abendmahl im 3. Jahrh. bei Origenes, Tertullian und Cyprian,
und noch im 5. Jahrh. bei Augustin. Aber die magische Vorstellung ward noch gesteigert durch die seit der Mitte des 3. Jahrh.
aufgekommene Vorstellung von der Darbringung des gesegneten Brotes und Weines auf dem Altar
[* 19] als einer unblutigen Wiederholung
des blutigen Opfers Christi am Kreuze («Meßopfer»). Der insbesondere durch
Papst Gregor d. Gr. (590 -604) sich entfaltende Glanz der«Messe» (s. d.) ließ immer mehr in diesem Meßopfer den Höhepunkt
aller kirchlichen Wunder erblicken.
Doch blieb die Lehre
[* 20] der Kirche noch längere Zeit zwischen der entschiedenen Verwandlungslehre und der andern Ansicht
geteilt, daß Brot und Wein, ohne ihre Eigentümlichkeit aufzugeben, auf geheimnisvolle Weise mit Leib und Blut Christi verbunden
sei (wie auch Gelasius I. lehrte). Ein förmlicher Lehrstreit entbrannte gegen die Mitte des 9. Jahrh.
zwischen dem Abt zu Corbie, Paschasius Radbertus (s. d.) und dem Mönche Ratramnus (s. d.) und im 11. Jahrh.
zwischen dem Erzbischof Lanfranc und Berengar von Tours (s. d.). Der offizielle Sieg der konsequenten Verwandlungslehre (transsubstantiatio
seit dem 12. Jahrh.) erfolgte auf der Synode zu Rom
[* 21] (1079). Auf der vierten Lateransynode (zu Rom 1215) wurde unter Innocenz
III. die Transsubstantiation sanktioniert. Die morgenländ.-orthodoxe Kirche hat sich derselben Ansicht 1072 auf
der Synode zu Jerusalem
[* 22] angeschlossen.
Durch die Reformation trat der Streit über den Sinn des Abendmahl wieder in den Mittelpunkt des theol. Interesses. Schon einige der
sog. Vorreformatoren, namentlich Wiclif, ihm folgend Hieronymus von Prag,
[* 23] ebenso Wessel (s. d.), hatten Einwände gegen die
Transsubstantiationslehre erhoben. Die Reformatoren, obwobl einig in der Verwerfung der kath. Abendmahlslehre,
gingen wieder auseinander in ihren eigenen positiven Anschauungen. Luther lehrte eine leibliche Gegenwart des Leibes und Blutes
Christi in und unter dem in seiner Substanz unveränderten Brote und Weine und einen mündlichen Genuß von Leib und Blut, der
den gläubig
¶