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Eine Wissenschaftlerin und zwei Wissenschaftler erhalten den Prix de Quervain, der dieses Jahr für herausragende Polarforschung vergeben wurde. Ihre Arbeiten tragen dazu bei, Klimamodelle und Vorhersagen zum Klimawandel zu verbessern.
Drei junge Forschende erhalten für ihre Beiträge zur Polarforschung den diesjährigen Prix de Quervain. Mit dem Preis zeichnet die Schweizerische Kommission für Polar- und Höhenforschung der Akademien der Wissenschaften und die Kommission für die hochalpine Forschungsstation Jungfraujoch der Akademie der Naturwissenschaften herausragende Arbeiten in der Polar- und Höhenforschung aus.
Wie bilden sich Eiskristalle in arktischen Wolken?
Julie Pasquier untersuchte in ihrer Dissertation am Institut für Atmosphäre und Klima der ETH Zürich, wie sich in arktischen Wolken Eiskristalle bilden und welche Formen diese aufweisen. Dazu liess sie einen Fesselballon mit Messinstrumenten in den Himmel steigen. Die Meteorologin fand heraus, dass in den Wolken bereits vorhandene Eiskristalle ausreichen, damit sich weitere bilden. Damit konnte sie die klassische Theorie widerlegen, der zufolge es für die Kristallbildung ausschliesslich bestimmte Aerosole als Keime braucht. Zudem entdeckten Pasquier und ihre Kollegen eine neue Form von Eiskristallen, die nur entstehen kann, wenn die Kristalle durch spezifische Temperaturbereiche innerhalb einer Wolke zirkulieren.
Wie entstehen Aerosole in Antarktis und Arktis?
Andrea Baccarini erforschte in seiner Doktorarbeit am Labor für Atmosphärenchemie des Paul-Scherrer-Instituts, wie sich in der Antarktis und Arktis neue Aerosolpartikel bilden. Dazu analysierte er die chemische Zusammensetzung der keimbildenden Dämpfe über den polaren Ozeanen. Für das Südpolarmeer konnte der Wissenschaftler zeigen, dass Schwefelsäure die Bildung von Aerosolpartikeln verursacht. Da dieser Prozess nur sporadisch abläuft, beeinflusst er die Wolkenbildung wahrscheinlich nicht. Im Gegensatz dazu entstehen aufgrund von Jodsäure über dem Nordpolarmeer häufig neue Partikel, welche die Bildung und die Eigenschaften von Wolken beeinflussen. Baccarini fand heraus, dass dies vor allem im Herbst geschieht und nicht, wie man angenommen hatte, im Frühjahr.
Wie viel CO2 speichert das Südpolarmeer?
Das Südpolarmeer dämpft als grösste ozeanische Kohlenstoffsenke die Klimaerwärmung. Wie wieviel CO2 das Gewässer speichert, ist allerdings unsicher: Messungen vor Ort sind schwierig und mathematische Modelle erfassen die komplexe Ozeanzirkulation bislang nur unzureichend. Jens Terhaar hat im Rahmen seines Postdoktorats am Physikalischen Institut der Universität Bern nun aber eine Methode entwickelt, mit der sich die Speicherwirkung genauer berechnen lässt. Entscheidend ist dabei der Salzgehalt an der Wasseroberfläche. Durch Messungen des Salzgehalts im Südpolarmeer konnte Terhaar die CO2-Aufnahmen genauer bestimmen. Gemäss den verbesserten Berechnungen nimmt der antarktische Ozean bis Ende des 21. Jahrhunderts rund 15 Prozent mehr CO2 auf als gedacht.
Verbesserte Klimamodelle
«Die drei Forschenden tragen mit ihren herausragenden Arbeiten dazu bei, die polaren Klimasysteme besser zu verstehen», sagt Samuel Jaccard von der Jury des Prix de Quervain. «Sie ermöglichen damit präzisere Klimamodelle und genauere Vorsagen zum Klimawandel.» Der mit insgesamt 5000 CHF dotierte Preis zu Ehren des Schweizer Polarforschers Alfred de Quervain wurde im Rahmen eines öffentlichen Symposiums im Alpinen Museum der Schweiz in Bern überreicht.
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Preisträgerin und Preisträger
Contact
Dr. Christoph Kull
Swiss Academies of Arts and Sciences
Swiss Commission on Polar and High Altitude Research (SKPH)
House of Academies
PO Box
3001 Bern
Switzerland