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ein zweiter Versuch vorgenommen. Der Anfang desselben wurde auf 10 Uhr 20 Min. Vorm. festgesetzt, als das Manometer 4/2 Atm. Dampfdruck anzeigte. Wie beim ersten Versuche wurden auch jetzt Rost und Aschenfall gründlich gereinigt, die Wasserstandshöhe genau gemessen und notirt und im Uebrigen so verfahren, wie es bei einem geregelten Betriebe erforderlich ist. Da die Dampfmaschine, als zum Betriebe einiger Patronenpressen dienend, noch nicht genügend angestrengt war, so wurde dieselbe durch einen stark belasteten Holzhebel an der etwa 1“,200 grossen Riemenscheibe gehörig gebremst und so regulirt, dass sie constant 50 Umgänge machte. Nachdem wir so volle 6 Stunden einen ganz regelmässigen Betrieb hatten, wurde der Versuch plötzlich dadurch beendet, dass die gebremste Riemenscheibe platzte. Ein Weiterheizen hatte keinen Zweck, weil keine Verwendung für den Dampf mehr da war. Nach unseren Notizen waren bis zu dieser Zeit (4 Uhr 20 Min.) im Ganzen 288* Kohlen verbrannt bei einem Verbrauch an Speisewasser von 2720“. Hiernach ergiebt sich eine 9,44fache Verdampfung. Das Speisewasser hatte eine Anfangstemperatur von 69 C. und wurde durch den Abdampf der Maschine auf etwa 50% vorgewärmt. Die Temperatur der Verbrennungsgase, welche häufig und in verschiedenen Zeiten diesmal mit einem zuverlässigen Quecksilberthermometer gemessen wurde, schwankte zwischen 180 und 1859 C. Im Uebrigen ist noch zu bemerken, dass sich der Kessel sehr leicht heizt und man sehr vorsichtig zu Werke gehen musste, um trotz des schon bedeutenden Dampfverbrauches der Maschine nicht fortwährend das Sicherheitsventil am Blasen zu halten. Die sämmtlichen Rohrverbindungen sowie Mannlochverschlüsse u. s. w. waren absolut dicht. – « Die ferner untersuchten, auf Grube Häuslingstiefe bei Siegen aufgestellten zwei Kessel, von denen
stets einer in Betrieb ist und der andere als Reserve
dient, sind gewöhnliche Vorwärmerkessel mit Ueberhitzer. Der Hauptkessel hat 1“,250 Durchm. und 7“,500 Länge, jeder der beiden Vorwärmer hat 700“ Durchm. und 6“,800 Länge und der Ueberhitzer bei gleichem Durchmesser nur 4“,200 Länge. Die Kessel sind als Gegenstromapparate eingemauert. Die vom Wasser berührte Heizfläche beträgt 44",5, die vom Dampf bespülte 15", also die totale vom Feuer umspülte Kesselfläche 59",4. Die Rostfläche ist 1,6 >< 1,2 = 1",92, der für
beide Kessel gemeinschaftliche Schornstein hat 25“
Höhe und 900“ obere lichte Weite. Der Versuchskessel wurde innen und aussen gründlich gereinigt und einen Tag schwach geheizt, bevor mit den Versuchen begonnen wurde. Der erste derselben begann Morgens 9 Uhr 55 Min. bei offenem Mannloch, nachdem vorher das Wasser zum Sieden gebracht, der Rost und Aschenfall gereinigt und Alles zum regelrechten Betrieb vorbereitet war. Der Wasserstand wurde an beiden Gläsern gemessen und dafür gesorgt, dass derselbe möglichst constant erhalten blieb,
also nur so viel Wasser eingepumpt, als verdampft wurde. Abends 10 Uhr 55 Min., also nach 13stündigem ununterbrochenem Betriebe stellte sich bei einer vorgenommenen Vergleichung der Notizen heraus, dass der Verbrauch an Kohlen und Wasser in gleichen Zeiten ziemlich genau derselbe war, und wurde deshalb nicht für nöthig gehalten, die Nacht mit zu Hilfe zu nehmen. Der Verbrauch an Steinkohlen war bis dahin 1 132“, an Speisewasser 8322“, so dass auf 1* Kohlen 7“,35 Wasser kommen. Die Temperatur des Speisewassers schwankte zwischen 5 und 89 C., je nachdem das Wasser schon längere Zeit in dem über Tage gelegenen Reservoir gestanden, oder direct aus der Grube gehoben war. Die Temperatur der Verbrennungsgase, gemessen in dem zum Schornstein führenden Zugcanal, betrug 250 bis 3009. Die von den Kohlen übrig gebliebenen Rückstände an Schlacken und Asche wogen 144“. Nachdem am folgenden Tage das Mannloch verdichtet war, wurde der eine Kessel kalt gelegt und der Versuchskessel in Betrieb genommen. In der Grube war Alles darauf eingerichtet, dass am nächsten Tage möglichst regelmässig gefördert und also eine fortwährende Dampfentnahme stattfinden konnte. Der Anfang des zweiten Versuches wurde auf 9 Uhr 55 Min. Vorm. festgesetzt, als die Dampfspannung 4*/2 Atm. betrug. Es wurde dafür gesorgt, dass diese wie auch die Höhe des Wasserstandes möglichst constant erhalten blieb, und im Uebrigen Alles genau notirt und beobachtet und gearbeitet wie bei einem geregelten Betriebe erforderlich. Nachdem wir uns gegen 4 Uhr 30 Nachm. überzeugt, dass auch hier das eigentliche Resultat ziemlich unabhängig von der Dauer des Versuches blieb und bezüglich der Wasserstandshöhe, Dampfdruck u. s.w. der jetzige Zustand mit dem vermerkten Anfangszustande ziemlich übereinstimmte, wurde abgeschlossen und nach weiteren 4 Stunden mit verkleinertem Rost gearbeitet. Zu dem Ende wurde der hintere Theil des Rostes auf eine Länge von 0“,5 mit Schlacke und Steinen belegt und eine neue Feuerbrücke geschaffen, so dass nunmehr die Rostfläche nur 1,1 >< 1,2 = 1”,32 betrug. Es zeigte sich auch sehr bald, dass diese Veränderung recht vortheilhaft wirkte, indem in den 4 Stunden mit 275“,5 Kohlen 2250* Wasser verdampft, also eine etwa 8fache Verdampfung erzielt wurde, während beim anfänglichen Rost in 6 Std. 40 Min. mit 551* Kohlen 4105* Wasser verdampft wurden, was einer 7,45fachen Verdampfung entspricht. Die Temperatur des Speisewassers war 15 bis 16° C., die der Verbrennungsgase 270 bis 330° C. bei einer äusseren Lufttemperatur von 2 bis 49 C. Der Zug war sehr lebhaft, so dass die gewöhnliche Schieberöffnung 0°,13 betrug. Die Beobachtung der Rauchfarbe ergab, dass dieselbe vom Moment der Beschickung an 80 bis 100 Secunden tief schwarz war, dann allmälig in grau überging und etwa nach 10 Min. eine weisslich graue Farbe annahm. An Schlacke und Asche wurden nach beendigtem Versuch 90* zurückgewogen. "
XXII.
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