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Im 19. Jahrhundert wurden im Zuge des aufkommenden Reisetourismus und der bergsteigerischen Entdeckung der Alpen vermehrt auch Panoramen hergestellt. Seit Anfang Jahr wird diesem kartografischen Mittel auf e-rara eine eigene Kollektion gewidmet. Warum Panoramen auch heute noch einen interessanten Blick in die Vergangenheit ermöglichen, wird anhand des Panoramas vom Männlichen aus erklärt.
Mit dem aufkommenden Alpinismus als Zeichen des Sports und des Tourismus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die «Goldene Zeit des Alpinismus». Viele Schweizer Berggipfel erlebten ihre Erstbesteigung durch britische Alpinisten, die 1857 den weltweit ersten Alpen-Club gründeten.
Sechs Jahre später gründete sich 1863 der Schweizer Alpen-Club (SAC) mit dem Ziel, den Alpinismus zu fördern und den Alpenraum wissenschaftlich zu erschliessen. Ihre Erfahrungen und Ergebnisse publizierten sie in den Jahrbüchern des Schweizer Alpenclub, welche ab 1864 erschienen sind. In Band 10 befand sich unteranderem auch dieses Panorama vom Männlichen im Berner Oberland.
Abb. 1: Panorama vom Maenlichen (Rar K 900).
Gezeichnet wurde es von Wilhelm Bernhard Benteli (1839 – 1924) nach den Angaben von Gottlieb Samuel Studer (1804 – 1890). Studer gilt als Pionier des Alpinismus und zeichnete selbst rund 900 Bergpanoramen, wie z. B. wie z. B. die “Aussicht vom Studerhorn“, welches nach ihm benannt wurde.
Abb. 2: Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau.
Dabei zeigt das Panorama den umwerfenden Blick auf das berühmte Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau. Der Erzählung nach soll der Unhold Eiger seine lüsternen Pranken auf die Jungfrau legen wollen, wird dabei aber vom fröhlichen Mönch gehindert. Dominiert von der berüchtigten Nordwand des Eigers bilden diese drei Gipfel eines der beliebtesten Touristenziele in der Schweiz.
Links der drei Gipfel findet sich auch das Örtchen Grindelwald, bei dem noch die damals imposanten Grindelwaldgletscher zu sehen sind. Der Untere Grindelwaldgletscher gehörte einst zu den grössten Gletscher der Schweiz, zog sich aber bereits bei der Entstehung dieses Panoramas in höhere Lagen zurück. Die ursprüngliche Gletscherzunge ist heute leider komplett weggeschmolzen. Der Obere Grindelwaldgletscher hingegen existiert noch, hat aber im Vergleich mit den gezeigten Ausmassen im Panorama ebenfalls einen Grossteil seiner Ausmasse verloren.
Abb. 3: Blick auf Grindelwald mit dem Oberen und Unteren Grindelwaldgletscher.
Das Panorama vom Männlichen ermöglicht so nicht nur einen spannenden Blick in eine Region, welche durch den Tourismus und Alpinismus geprägt wurde, sondern auch die Veränderungen in Natur und Umwelt. Und schön anzusehen sind sie auch noch!
In der Kollektion Panorama auf e-rara finden Sie noch weitere spannende Panoramen der Schweizer Bergwelt.