Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03478.jsonl.gz/123

Auf den Hebriden ist das Wetter rau und die Landschaft schroff. Die Menschen sind widerstandsfähig, auch dank ihrer besonderen Kleidung. Inspiriert von den Farben der Landschaft ist Harris Tweed der Aristokrat unter den Tweed-Stoffen. Seit Jahrhunderten wird er auf den Inseln gewebt.
Harris Tweed wird seit Jahrhunderten auf den Hebriden vor der Nordwestküste Schottlands gewebt. Ende des 19. Jahrhunderts diente der raue Wollstoff den Landwirten und Fischern als Schutz vor Nässe und Kälte. Danach wandelte sich der Stoff zum noblen Tuch der britischen Aristokratie. Bis in die 1960er-Jahre herrschte Hochkonjunktur. Danach geriert der Stoff in Vergessenheit. Viele Bewohner mussten die Inseln verlassen, um anderswo Arbeit zu finden. Heute erlebt der Stoff ein Comeback, auch dank neuer Kunden wie Nike oder Chanel. Mehr als 200 Frauen und Männer weben wieder Tweed. So auch Rebecca Hutton, die auf den Inseln lebt. Wie alle Weber webt sie von Hand bei ihr zu Hause. So ist es vorgeschrieben. Denn der Name Harris Tweed ist seit 1993 per Gesetz geschützt. Der Stoff muss aus reiner Schurwolle sein und das Garn darf nur auf den Äusseren Hebriden gesponnen und gefärbt werden.