Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03278.jsonl.gz/1846

Der Norweger Johannes Hösflot Klaebo liess seinen letzten Begleiter, den Russen Sergej Ustjugow, zu seiner eigenen Verwunderung rund vier Kilometer vor dem Ziel stehen. Eigentlich war das umgekehrte Szenario erwartet worden. Angesichts der Sprintstärke Klaebos hätte Ustjugow die Differenz vor der Zielgeraden schaffen müssen. Der Russe war jedoch völlig platt, Klaebo kam weg, ohne richtig angreifen zu müssen. Er schaute immer wieder zurück, doch der nun dreifache Weltmeister konnte gemütlich und mit norwegischer Flagge in der Hand die Ziellinie überqueren.
Die norwegischen Männer haben in den letzten 28 Jahren an 14 von 15 Weltmeisterschaften die Staffel gewonnen. Einzig 1999, bei der letzten WM auf österreichischem Boden, mussten sich die Skandinavier den Österreichern geschlagen geben. Norwegen bleibt damit in bislang fünf Männerrennen in Seefeld ungeschlagen. Während Klaebo seine dritte Goldmedaille gewann, war es für Emil Iversen, Martin Johnsrud Sundby und Sjur Röthe jeweils die zweite.
Spannend war so nur der Kampf um Bronze, den der starke französische Sprinter Richard Jouve gegen den Finnen Perttu Hyvärinen aber klar für sich entschied.
Die Schweizer Staffel mit Ueli Schnider, Jonas Baumann, Dario Cologna und Toni Livers zeigte eine solide Leistung und lief knapp hinter Deutschland und Kasachstan auf den 8. Platz. Schnider hielt zum Auftakt gut mit der Spitze mit, doch Baumann verlor danach etwas viel Boden. Cologna brachte die Schweizer auf der dritten Ablösung zwischenzeitlich auf Position 6 und durfte feststellen, dass die Form für den 50er vom Sonntag nicht schlecht stimmt. Livers konnte sich dann aber nicht von den Deutschen und Kasachen absetzen und hatte im Endspurt um den 6. Rang das Nachsehen. «Das ist schon eine Niederlage, gleich gegen beide im Sprint zu verlieren», meinte der routinierte Bündner, der zuletzt noch erkrankt war.
Cologna war mit seiner Leistung hingegen zufrieden. «Das war nicht schlecht, ich konnte doch ein paar Positionen gutmachen», meinte der vierfache Olympiasieger. «Ich bin auf einem nicht so schlechten Weg und hoffe, dass ich bereit bin für den 50er.»