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Die Grundprinzipien liegen in der Organisation und Selbstverwaltung der Basis. Seit 1997 ist die Posener Sektion der Anarchistischen Föderation in Rozbrat ansässig. 1997 wurde die Anarchistische Bücherei und 2000 der Anarchister Klub gegründet. In Rozbrat finden sich auch zahlreiche Basisinitiativen, darunter der unabhängige anarchistische Verlag der „Trojka-Bruderschaft“ („Bractwo Trojka“), der die Zeitschrift „Anarchistische Review“ („Przegląd Anarchistyczny“) herausgibt.
Die an Rozbrat beteiligten Aktivist*innen waren und sind massgeblich an den lokalen und darüber hinausgehenden Projekten beteiligt, darunter das anarchistische ABC („Anarchist Black Cross“), das „Freie Kaukasus-Komitee“ („Komitet Wolny Kaukaz“) und die Gewerkschaft „Arbeiter*innen-Initiative“ („Inicjatywa Pracownicza“, IP).
In Rozbrat befindet sich u.a. eine Druckwerkstatt, Initiativen zur Selbstbildung, eine Fahrradwerkstatt, ein Sportverein und ein Proberaum für Musiker*innen. Im Laufe der Jahre wurden in Rozbrat Tausende von Veranstaltungen organisiert, darunter Konzerte, Ausstellungen, Theaterstücke, Vorträge, Seminare, Tagungen und Workshops.
In Rozbrat haben sich mehrere Generationen von Aktivist*innen niedergelassen, die bei vielen sozialen Mobilisierungen und Debatten über soziale Themen eine entscheidende Rolle gespielt haben und spielen. Die Aktivist*innen von Rozbrat und der Anarchistischen Föderation von Posen kritisieren die Politik und Aktivitäten der Stadtverwaltung von Posen, wie z.B. die Reprivatisierungspolitik, die u.a. Kranken, Menschen mit Behinderung, Senioren und Familien in die Obdachlosigkeit zwingt. Die Anarchist*innen setzen sich für würdigen und bezahlbaren Wohnraum für alle ein und beteiligen sich an der Mieter*innen-Bewegung um u.a. die Zwangsräumungen zu verhindern und das Problem an die Öffentlichkeit zu bringen. Rozbrat-Aktivist*innen haben Dutzende von Mieter*innen- und Umwelt-Proteste, aber auch Arbeitskämpfe, unterstützt und initiiert.
Nun brauchen sie selbst Unterstützung. Unter dem Motto „Wir waren hier, wir sind hier und wir werden hier sein“ rufen sie zur finanziellen Solidarität auf, angesichts der zu erwartenden längeren juristischen Auseinandersetzung.
Es folgt ein Aufruf der Aktivisten:
ROZBRAT BLEIBT!DAS ÄLTESTE BESETZTE HAUS IN POLEN STEHT VOR DER ZWANGSRÄUMUNG.
Im Oktober feiert das Rozbrat-Squat sein 25. Jubiläum, doch seine Zukunft ist ungewiss. Ein Gerichtsvollzieher plant die Versteigerung des von uns besetzten Grundstücks. Doch wir werden es nicht kampflos hergeben!
Vor einigen Jahren reichte Rozbrat eine Klage ein, um wegen offensichtlicher Inbesitznahme die Rechte an dem von uns besetzten Grundstück zu bekommen. Der Fall ist weiterhin offen. Trotzdem hat der Gerichtsvollzieher am 15. Mai 2019 einen Schätzwert für das von uns besetzte Grundstück festgelegt, was eine Versteigerung und potentielle Zwangsräumung von Rozbrat drohen lässt. Das Datum der Versteigerung ist noch unbekannt, doch das kann sich schnell ändern.
Die Geschichte des Geländes ist komplex: Es wurde 1948 verstaatlicht, aber mit dem Übergang zum Kapitalismus wurde es in einer zweifelhaften Reprivatisierung durch ein privates Unternehmen übernommen. Diese Firma nahm hohe Kredite auf doch ging bankrott. Die Bank verkaufte das Darlehen an ein Schuldenhandelsunternehmen, das nun den Verkauf des Grundstücks durch den Gerichtsvollzieher fordert. Der Wert des Grundstücks wurde jetzt auf 6 Millionen PLN (1,4 Millionen Euro) geschätzt.
Der Bürgermeister von Poznan hat verkündet, dass er keine Instrumente habe, um die Bank zu zwingen, auf den Anspruch auf das Grundstück zu verzichten und den Anarchist*innen den Besitz zu belassen. Doch wir wissen, dass die staatlichen und lokalen Regierungen Möglichkeiten haben, den sozialen Besitz des Grundstücks zu verteidigen. Sie weigern sich schlichtweg, von diesem Recht Gebrauch zu machen und die Bodenspekulation zu stoppen. Der Gerichtsvollzieher, die Immobilienspekulanten und ihre politischen Verbündeten haben wieder einmal rechtliche Schritte eingeleitet, um uns loszuwerden.
Es ist unsere Überzeugung, dass dieses Areal nach nun 25 Jahren Nutzung der Rozbrat-Community gehört und kollektives Eigentum der Bewegung bleiben muss. Wir werden es nicht ohne Kampf aufgeben. Rozbrat hat sich unzählige Male als gemeinnützig erwiesen – im Gegensatz zu den Behörden, die sich in den Dienst der privaten Interessen von Wohnungsunternehmen stellen.
Im Laufe der letzten 25 Jahre wurden bei Rozbrat Tausende Veranstaltungen organisiert: Konzerte, Ausstellungen, Theateraufführungen, Vorträge, Seminare und Workshops. Rozbrat hat etliche Graswurzelinitiativen unter einem Dach vereint: die anarchistische Bibliothek und den dazugehörigen Verlag, die kostenlose Fahrradwerkstatt, verschiedene autodidaktische Initiativen, eine Druckwerkstatt, einen Sportverein, die Küche von Food not Bombs, einen Proberaum für Musiker*innen und vieles mehr.
Rozbrat ist auch das Zuhause mehrerer Generationen von Aktivist*innen, die bei vielen bedeutenden Mobilisierungen und Debatten über gesellschaftliche Themen eine entscheidende Rolle gespielt haben. Aktivist*innen von Rozbrat und der Poznaner Anarchistischen Föderation haben offensiv die am meisten ausgegrenzten Bewohner*innen unserer Stadt verteidigt. Sie haben Dutzende von Arbeits-, Mieter- und Umweltprotesten unterstützt und angestossen. Wir waren es, die die Wielkopolskie Stowarzyszenie Lokatorów, den regionalen Mieterverein, mitgegründet haben. Wir waren es, die das Problem der illegalen Vertreibungen ans Licht brachten, indem wir Zwangsräumungsblockaden organisierten, die es unmöglich machten, kranke, oft behinderte Menschen, ältere Menschen und Eltern mit Kindern auf die Strasse zu werfen. In Rozbrat fanden vor 15 Jahren die ersten Treffen der Basisgewerkschaft Inicjatywa Pracownicza (IP) statt, an denen der legendäre Gewerkschafter Marcel Szary teilnahm. Rozbrat war auch der Ausgangspunkt für unzählige Demonstrationen zur Verteidigung von Parks und Grünanlagen in unserer Stadt.
Wir haben Tausende durch Kapitalismus und Staat Geschädigte organisatorisch, rechtlich und moralisch unterstützt und auch anderen unabhängigen Gruppen in Polen zur Seite gestanden. Wir haben Hunderte Kundgebungen und Demonstrationen organisiert, die die Verachtung von Menschen mit niedrigerem materiellen Status, einer anderen Hautfarbe oder abweichenden Sichtweisen verurteilten. Dieser Ort ist zudem zu einem temporären und dauerhaften Zufluchtsort für zahlreiche Menschen ohne Obdach geworden.