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Das Humanitäre Völkerrecht und die Gründung der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung sind eng miteinander verbunden. 1859 wurde der junge Schweizer Henry Dunant auf einer Reise nach Solferino Zeuge einer blutigen Schlacht zwischen der Armee des Kaiserreichs Österreich und den Franko-Sardinischen Truppen. Über 40 000 Männer lagen tot oder sterbend auf dem Schlachtfeld. Die Verwundeten wurden von niemandem medizinisch versorgt.
Der junge Dunant rief die lokale Bevölkerung zur Hilfe auf, um die Wunden der Soldaten zu verbinden und sie mit Nahrung zu versorgen. Zurück in der Schweiz hatte er zwei Ideen: erstens schlug er vor, nationale Hilfsgesellschaften zu gründen, welche die Sanitätsdienste der Armee in Kriegszeiten unterstützen und zweitens empfahl er, einen verbindlichen Vertrag für Staaten zu entwerfen, der den Schutz der Helfenden auf dem Schlachtfeld festhält. Um diese Ideen bekannt zu machen, gründeten Henry Dunant und vier weitere Schweizer Bürger im Jahr 1863 das Internationale Komitee vom Roten Kreuz. Ein Jahr später wurde die erste Genfer Konvention (von 12 Staaten) verabschiedet, welche die Pflege von Verwundeten in bewaffneten Konflikten regelt und den Sanitätsdienst als neutrale Einheit auf dem Schlachtfeld beschreibt.