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(Kt. Wallis,
Bez.Brig).
Seit 1902 ist Brig mit
Naters durch eine neue Brücke über die
Rhone näher verbunden
worden, die sich oberhalb der alten, in der Nähe des geräumigen Bahnhofs befindet, der gleichfalls die Holzbauten der ehemaligen
Endstation der Simplonbahn ersetzt hat, welche bis zur Eröffnung des
Tunnels da standen. Kreisspital für das
Oberwallis, eröffnet 1908. Telephon.
Bequemer Fussweg, der den Weg auf den
Sonnenberg im NW. vom Dorfe, gegen
die erste Windung hin, verlässt und den schönen Tannenwald, der den sehr steilen S.-Abhang des
Sonnenbergs schmückt, schief
ansteigend in wnw. Richtung durchschneidet, dann auf das
PlateauChez l'Assesseur und zur Molkerei von
Sonvilier und endlich nach
La Chaux d’Abel gelangt. Es ist für Fussgänger der direkteste Weg von
Saint Imier nach
Les Bois.
Mit dem industriellen Vororte
Vers les Moulins zählt Broc etwas über 100
Häuser und 1800 Ew. Ein Beschluss des Grossen Rates
des Kantons Freiburg
vom sieht aus
Gründen der Gemeinnützigkeit die Erstellung einer Schmalspurbahn zwischen
Bulle und Broc vor.
Alle Zweige landwirtschaftlicher Tätigkeit sind im Bezirk vertreten: Futterproduktion für die Viehzucht, Gemüsebau, Anbau
von Kartoffeln zum Brennen, Tabakbau, Weinbau, Zuckerrübenpflanzungen, Bienenzucht. Der Bezirk ist auch reich an Obstbäumen.
Die 62 ha Rebberge des Bezirks haben im Jahre 1908 207000 hl weissen und 28000 hl roten Wein ertragen.
Die Tabakkultur hat eine Produktion von 2400 q ergeben. Die Milchproduktion ist auf 79806 hl gestiegen, von denen 59906 hl
in die Milchsiederei zu Payerne
geliefert wurden. Die Viehzucht hat noch nicht die wünschenswerte Entwicklung erreicht.
Die Viehzählung von 1906 hat folgende Ziffern ergeben:
1906
Rindvieh
12199
Pferde
1226
Schweine
6475
Ziegen
1256
Schafe
610
Bienenstöcke
-
Die ausserordentliche Zerstückelung des Bodens bildet ein Hindernis für die Entwicklung der Landwirtschaft. Für 49% der
ländlichen Betriebe, deren Gesamtzahl 1815 beträgt, macht der Flächeninhalt weniger als 5 ha aus;
bei 60% der Betriebe ist der Grundbesitz in kleine Parzellen zersplittert, deren Zahl bei den einzelnen Betrieben auf 10-31
und darüber steigt. Es ist leicht begreiflich, welcher Verlust an nutzbarem Grund, welche Unbequemlichkeit bei der Bearbeitung,
welche Schwierigkeiten bei der Verbesserung des Bodens durch Drainage oder Bewässerung, welche Hindernisse
für kulturellen Fortschritt im allgemeinen durch einen solchen Zustand der Dinge entstehen.
Deshalb hat auch der Grosse Rat 1906 ein Gesetz angenommen, wonach der Umtausch des bäuerlichen Grundeigentums zum Zwecke
der Zusammenlegung der Parzellen zu den Bodenverbesserungen gerechnet wird, die auf Staatsunterstützung Anspruch haben.
Die erste Anwendung dieses Gesetzes fand soeben auf einem Gebiet von 225 ha statt, das bisher 2560 Parzellen
umschloss; der Umtausch hatte eine Reduktion der Parzellen auf 260 zur Folge. Vier Fünftel des Bodens werden von ihren Eigentümern
bebaut. In keinem Bezirke ist der Gebrauch landwirtschaftlicher Maschinen so verbreitet, wie im Bezirk Broye:
70% der
bäuerlichen Betriebe sind mit solchen versehen;
auch die Anwendung der Elektrizität für landwirtschaftliche Arbeiten ist
sehr beliebt: man zählt 88 Motoren, die 419 elektrische Pferdekräfte liefern.
Die Gemeinden am Ufer des Neuenburgersees
haben durch bedeutende Opfer zu der grossen Unternehmung der Juragewässer-Korrektion das ihrige beigetragen. Eine ziemlich
lange Ruhepause folgte auf diese Anstrengung; seither warf sich die Initiative auf die Verbesserung des
Bodens. Grosse Entwässerungsarbeiten, die sich auf eine Fläche von 120 ha erstreckten, wurden in den Jahren 1906 und 1908 in den
Gemeinden Menières und Fétigny ausgeführt.
Die hydraulischen Einrichtungen für Wasserversorgung und für Feuerlöschzwecke sind leider noch selten.
Die Bevölkerung des Bezirks Broye
hat einen offenen und scharfen Verstand; sie leidet aber unter der Isolierung, in die sie durch
die Kärglichkeit der Verkehrsmittel versetzt ist. Die Belebung durch das politische und administrative Zentrum ist infolge
der topographischen Verhältnisse der Gegend unmerklich. Die Stationen sowohl der sog. Längsbahn (Palézieux-Lyss),
als der Querbahn (Freiburg-Yverdon) stehen in der Statistik in Bezug auf den Reisendenverkehr im letzten Rang, Estavayer-le-Lac
ausgenommen. Viele junge Leute ziehen in die Fremde. Wie das fast immer vorkommt, werden die Lücken durch fremde Zuwanderung
ausgefüllt, die sich in anerkennenswerter Weise in Industrie und Handel bemerkbar macht.
Der Bezirk besitzt 72 Primarschulen, eine Bezirksschule zu Domdidier, 3 Haushaltungsschulen und eine Sekundarschule.
Es besteht eine freie höhere Töchterschule zu Léchelles, eine freie weibliche Akademie zu Estavayer, zwei oder drei Privatinstitute
für Sprachen und Handel in derselben Stadt und zwei professionelle Waisenanstalten zu Montet und
Montagny. An den Rekrutenprüfungen
des Jahres 1907 war die Durchschnittsnote des Bezirks 6,73. Das Bezirkskrankenhaus, das sich in Estavayer
befindet, hat ein Vermögen von Fr. 379000; der Betrieb kostete im Jahre 1907 Fr. 115000. Dieser Bezirk hat das mildeste
Klima im Kanton; mittlere Temperatur 8,5-9° C.
Die mittlere Sterblichkeit, auf die Periode 1902-1906 berechnet, betrug 22,5 Todesfälle auf 1000 Einwohner
(Mittel des Kantons Freiburg
21,3).