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Véronique Zakro (23)
Dank Sozialhilfe zurück in die Eigenständigkeit
Ein immer stärker spürbarer Sozialabbau bedroht die Situation von Armen in der Schweiz. Wenn immer mehr soziale Leistungen gekürzt werden oder wegfallen hat das fatale Auswirkungen, denn viele armutsbetroffene Menschen finden nur dank solchen Unterstützungsleistungen den Weg zurück in die Eigenständigkeit. Wie wichtig ein gut funktionierendes Sozialsystem ist, zeigt sich am Beispiel der 23-jährigen Véronique, die mit ihrem Mann und den beiden gemeinsamen Kindern im Kanton Waadt lebt.
«Meine Jugend war für mich eine schwierige Zeit», erzählt Véronique. «Ich war auf der Suche nach mir selbst.» Wir treffen Véronique wenige Tage nach der Geburt ihres zweiten Kindes. Die junge Mutter ist glücklich über den Nachwuchs und freut sich auf das Leben in der grösser gewordenen Familie – auch wenn nichts einfach und das Leben schwierig ist. Die Familie wohnt in einer kleinen Sozialwohnung und bezieht ein sogenanntes Integrationseinkommen, eine Unterstützungsleistung, die es im Kanton Waadt seit dem Jahr 2006 gibt.
Junge Mutter ohne Ausbildung
Die obligatorische Schulzeit absolvierte Véronique in Lausanne. Nach Abschluss der Schulzeit suchte die junge Frau ihren Weg und machte verschiedene Praktika. Da sie sich sehr für Mode interessierte, begann sie eine Ausbildung an der École de couture in Lausanne. Aber als sie im ersten Studienjahr schwanger wurde, war sie nicht mehr in der Lage, den Unterricht zu besuchen. «Nach der Geburt meines Sohnes war ich überfordert mit all den Tests und Prüfungen», bedauert Véronique. Sie bricht die Ausbildung ab.
Die junge Frau zog mit ihrem Partner Claude in eine Wohnung und lebte von Gelegenheitsjobs. Einmal arbeitete sie 6 Monate in einem Supermarkt. Im Anschluss daran machte sie ein Praktikum in einer Konditorei. Dieses Praktikum gefiel ihr so gut, dass sie jetzt daran denkt, eine Ausbildung als Konditorin zu machen.
«Mein Traum ist, meine eigene kleine Patisserie zu eröffnen», schwärmt Véronique. Im Moment ist das noch ein Zukunftstraum, denn mit den beiden kleinen Kindern gibt es zunächst einmal mehr als genug zu tun.
Enge Begleitung durch das Sozialamt
Zurzeit wird Véronique sehr von Claude unterstützt. Er ist aufgrund von schweren gesundheitlichen Problemen seit 3 Jahren arbeitslos und viel zuhause. Das junge Paar bezieht das Integrationseinkommen und wird eng vom Sozialamt betreut. Diese Form der Sozialhilfe erhalten im Kanton Waadt alle Personen, deren Einkommen unter dem Existenzminimum liegt und die eine Unterstützung für die berufliche und soziale Integration benötigen. Die Empfänger dieser Unterstützungsleistung verpflichten sich dazu, alles zu tun, um den Weg zurück in die Eigenständigkeit zu finden.
Das Integrationseinkommen ist an ein Coachingangebot gekoppelt. Claude wird von einem Coach betreut, der ihn bei der Suche nach einer neuen Ausbildung unterstützt. Er hat ein Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis im kaufmännischen Bereich und möchte gerne Programmierer werden. Jetzt geht es darum, die Finanzierung dieser zweijährigen Ausbildung zu ermöglichen. Claude und sein Coach setzen alles daran, dafür eine Lösung zu finden.
Über Véronique und ihre Familie
Name:
Véronique Zakro*
Nationalität:
Schweizerin
Kinder:
zwei Söhne (zweieinhalb Jahre und zwei Monate)
Wohnort:
kleine Sozialwohnung im Kanton Waadt
Beruf:
keine Ausbildung, macht kleine Jobs, würde gerne eine Ausbildung zur Konditorin machen
Zivilstand:
verheiratet
*Namen aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes geändert
Caritas setzt sich dafür ein
- dass das soziale Sicherungsnetz nicht demontiert wird
- dass jeder Mensch die Unterstützung bekommt, die er braucht, um in Würde zu leben (Bundesverfassung Art. 12)
- dass die Schweiz in die Vermeidung von Armut investiert
- dass der soziale Ausgleich und damit der soziale Zusammenhalt als Stärke der Schweiz fortbesteht