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Das Forschungsprojekt untersucht die aktuellen wirtschaftsräumlichen Strukturen und Trends in der "S5-Stadt" - dem Lebens- und Wirtschaftsraum entlang der Zürcher S-Bahnlinie S5 zwischen Zürich-Stadelhofen und Pfäffikon SZ. Die "S5-Stadt" bezeichnet einen Ausschnitt aus der Metropolitanregion Zürich. Sie steht für Dynamik und Wandel und repräsentiert einen Lebensraum von morgen. Das Ziel ist, aufzuzeigen, welche Pfadabhängigkeiten die wirtschaftliche Entwicklung in der "S5-Stadt" geprägt haben und durch welche Bedingungen und Massnahmen es gelungen ist, neue Entwicklungspfade einzuschlagen.
Relevanz
Die "S5-Stadt" hat sich in den letzten zwanzig Jahren zu einem zusammenhängenden kantonsübergreifenden Siedlungsraum entwickelt, der durch ein dynamisches Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum gekennzeichnet ist. Die wirtschaftliche Entwicklung von Regionen ist nur zu verstehen und zu erklären, wenn sowohl die örtliche Kontextualität wirtschaftlicher Phänomene als auch die Pfadabhängigkeit, d. h. die historische Entwicklung regionaler Wirtschaftszusammenhänge berücksichtigt wird. Die Idee der Pfadabhängigkeit ist, dass eine Folge von Ereignissen einen selbstverstärkenden Prozess auslösen kann, dessen Ergebnis kontingent ist. Pfadabhängigkeit kann sowohl positive Rückkopplungen zur Folge haben als auch Selbststeuerungs- und Anpassungsprozesse be- oder verhindern, weil es in einem bestimmten Entwicklungspfad eingeschlossen ist (lock-in). In Bezug auf die "S5-Stadt" ist von Interesse, durch welche Aktivitäten, Massnahmen und Gelegenheiten (windows of opportunity) neue regionale Entwicklungspfade eingeschlagen wurden und was den Strukturwandel von der historisch durch die Landwirtschaft und die Textilindustrie geprägten Region zum eigenständigen, wissensintensiven High-Tech-Standort herbeigeführt hat.
Vorgehen
Die Empirie des Projektes gliedert sich in zwei methodisch unterschiedlich vorgehende Module:
In Modul 1 "Regionalanalyse" wird die Struktur und Entwicklung der Wirtschaft in der "S5-Stadt" quantitativ-deskriptiv untersucht. Es werden sekundärstatistische Daten auf Gemeindeebene analysiert, mit Hilfe statistischer Methoden und geographischer Informationssysteme (GIS) ausgewertet und als thematische Karten dargestellt.
In Modul 2 "Standortbiographien" wird am Beispiel der Biographien ausgewählter Akteure (Personen, Unternehmen) und Flächen (Unternehmensstandorte) die Entwicklung der "S5-Stadt" charakterisiert. Es soll standortbezogen deutlich werden, wann und wie welche Entwicklungspfade betreten oder verlassen wurden.
Projektpartner
Gemeinsam mit Akteuren aus der Region beteiligen sich an dem Projekt neben der WSL verschiedene Fachinstitute der ETH Zürich, der Universität Zürich, der Pädagogischen Hochschule Zürich und der Hochschule für Technik Rapperswil. Der interdisziplinäre Verbund aus elf Forschungsprojekten wird koordiniert durch das ETH Wohnforum – ETH CASE Centre for Research on Architecture, Society & the Built Environment.
Transfer
Vortrag im Städtebau-Seminar der HSR Rapperswil, 30.11.2010: Wirtschaftsraum S5-Stadt: Entwicklungspfade, Strukturen und Vernetzung (Marco Pütz).
- Podiumsdiskussion "Standortqualitäten im Wirtschaftsraum S5-Stadt", Wetzikon, 22.09.2010.
- Vortrag an der Kantonsschule Zürcher Oberland, Wetzikon, 4.02.2010: Wirtschaftsräumliche Entwicklung, Strukturen und Trends in der S5-Stadt. Staatsbürgerliche Tage "Krise in der Region – Region in der Krise?" (Marco Pütz)
Publikation
- Gallati, D., Pütz, M. (2010): Der Wirtschaftsraum S5-Stadt im Wandel. In: ETH Wohnforum - ETH CASE (Hrsg.): Die Agglomeration im Zentrum. Chancen der S5-Stadt. Baden. 113-131. doi:10.3929/ethz-a-006164507 [PDF]
Finanzierung
Das Teilprojekt "Der Wirtschaftsraum S5-Stadt im Wandel" wurde im Auftrag des ETH-Wohnforums bearbeitet. Das Gesamtprojekt S5-Stadt wurde von diversen öffentlichen und privaten Geldgebern komplett aus Drittmitteln finanziert. Eine Übersicht findet sich hier.
Projektteam WSL
- David Gallati
- Marco Pütz