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Ziel: Die Kinder beschäftigen sich mit ihren Vorurteilen.
Gedanke: Herbstzeit ist Drachenzeit! Ein Drache ist böse und muss bekämpft werden, so die überwiegende Vorstellung. Ist das aber wirklich zwingend? Kann ein Drache – wie jeder Mensch oder jede Sache – auf den zweiten Blick nicht ganz anders sein?
Text: DER SCHLAFENDE DRACHE Vor über 1000 Jahren lebte der kleine Ritter Kunibert in einem wunderschönen Schloss in den tiefen Wäldern von England. Er bekam vom damaligen König den Auftrag, eine Höhle zu suchen, die von einem gewaltigen grünen Drachen bewacht wurde. Die Höhle verbarg ein noch nie gelüftetes Geheimnis, welches nur der Drache kannte. Der Ritter fragte den König, ob er den Drachen bekämpfen sollte. Doch der König antwortete: «Nein, das ist nicht nötig. Der Drache schläft ganz tief und fest mitten im Eingang des Felsens. Deine einzige Aufgabe ist es, den Drachen nicht aufzuwecken, dann kannst du die Höhle gefahrlos betreten!» Der Ritter machte sich auf die Suche. Es dauerte drei Tage und drei Nächte, bis er endlich den geheimnisvollen Ort entdeckte, vor dessen Höhle der übermächtige Drache auf dem Boden lag und schlief. Ritter Kunibert stellte sich auf die Zehenspitzen und bewegte sich ganz langsam auf die Öffnung zu, die durch den Drachen versperrt wurde. Wenige Meter bevor er sein Ziel erreichte, öffnete sich das linke Auge des Ungeheuers, welches allein schon grösser war als der gesamte Kopf des Ritters. Kunibert erschrak und lief zurück in den Wald. Am nächsten Morgen versuchte er es wieder. Dieses Mal hatte er sich besonders weiches Stroh um die Füsse gewickelt, damit es auch wirklich kein Geräusch gab, wenn er sich bewegte. Er hatte sich dem Drachen schon bis auf einen Meter genähert, als ihn ein lautes Schnaufen erzittern liess. Im letzten Moment ergriff er die Flucht. Dennoch kehrte er auch am nächsten Tag in aller Frühe zurück. Er hatte sich dieses Mal seine schweren Stiefel mit Daunen federn beklebt. Nun hörte man wirklich keinen einzigen Ton mehr, wenn sich Ritter Kunibert bewegte. Und siehe da, es funktionierte! Der Ritter quetschte sich am schlafenden Drachen vorbei und betrat die Höhle. Sein Blick fiel auf ein goldenes Kästchen. Das musste es sein, das Geheimnis der Höhle! Noch ehe er es berühren konnte, fing das Kästchen plötzlich laut an zu klingeln. Der Ritter bekam einen Riesenschreck. Hinter ihm hob der Drache seinen Kopf und schaute in die Höhle hinein. Kunibert erstarrte und sah direkt in die Augen des grünen Ungetüms. «Guten Morgen», sagte der Drache, «mein Wecker hat gerade geklingelt. Es ist acht Uhr. Ich muss jetzt in die Drachenschule. Vielleicht hast du ja nachher noch Zeit, kleiner Ritter, dann können wir zusammen spielen. Es trauen sich nämlich nur sehr wenige, mich zu besuchen. Und ich freue mich über jeden neuen Freund!» Kunibert war erleichtert und wartete, bis der Drache aus der Schule zurück war. Von da an trafen sie sich fast jede Woche und unternahmen gemeinsam die schönsten Sachen.
Lamp und Leute
Animation: Die Kinder basteln aus Knetmasse ihren eigenen Drachen. Dieser soll nicht einfach das herkömmliche Aussehen und die bekannten Eigenschaften haben, sondern auch überraschende. Die Kinder sollen sich mehr von ihrer Fantasie als von ihren Vorstellungen leiten lassen. Anschliessend können sie mir ihren gebastelten Drachen spielen.
Ausklang: Nachdem die Kinder im Spiel herausgefunden haben, für was die besonderen und überraschenden Eigenschaften ihrer Drachen hilfreich sind, erfinden sie gemeinsame eine Drachengeschichte mit ihren Drachen als Hauptdarsteller*innen. Reihum spinnt jedes Kind die Geschichte weiter. Sie beginnt, wie Drachengeschichten beginnen: «Es war einmal ein Ritter, der auszog, um im tiefen, unbekannten Wald einen Drachen zu jagen.»Dieses Anispi stammt aus konturen Drache.