Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03213.jsonl.gz/1353

Einmalig, wie er zwei Brötchen kurzerhand auf zwei Gabeln aufspiesst und diese dann als Beine und Schuhe auf dem Esstisch tanzen lässt. Und zuvor findet sich die Szene, in der er für sich und seinen Mitbewohner einen Schuh kocht. Während sein Kollege das zartere Oberteil erhält, behält der Tramp die Schuhsohle mit den Nägeln für sich. Die Schnürsenkel dreht er wie Spaghetti mit der Gabel, und an den Nägeln nagt er wie an einem saftigen Knochen. Man verfällt augenblicklich der Illusion, dass es bestimmt kein köstlicheres Mahl geben kann als ein sorgfältig gekochter Schuh.
Der Schuh bestand in Wirklichkeit aus Lakritze und die Dreharbeiten für diese Szene dauerten drei Tage. Mit anderen Worten: die Darsteller assen drei Tage lang Lakritze in rauen Mengen. Aber selbst wer Lakritze mag, wird irgendwann genug haben von diesem süssen Zeug. Es wird berichtet, dass der Mitbewohner in dieser Szene schliesslich den angewiderten Gesichtsausdruck gar nicht mehr spielen musste. Zudem machte sich auch die abführende Wirkung von Lakritze bemerkbar. Und weil die Dreharbeiten nur zu Beginn im verschneiten Alaska durchgeführt wurden, musste der Grossteil des Films in den Studios in Hollywood gedreht werden. Der Schnee wurde dann u.a. mit grossen Mengen Salz ersetzt.
Der Film hatte heute vor 95 Jahren Premiere und ist ein riesiger Erfolg geworden. Der Korrektheit halber sei noch angemerkt, dass der Film nicht nur wegen der oben erwähnten Zutaten erfolgreich wurde. Es brauchte noch mindestens eine weitere: Chaplins Genie.