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George Preston Marshall bekamm 1932 von der NFL, die seit der Auflösung der Boston Bulldogs 1929 inaktive Franchise für die Metropole Neuenglands zugesprochen. Sein neues Team, welches im Braves Field spielte, nannte Marshall anfänglich Boston Braves, nach dem Wechsel in den Fenway Park ein Jahr später, änderte er den Namen in Boston Redskins. Marshall erwies sich schnell als sehr aufbrausender Besitzer. Weil er sich von den Fans nicht genügend unterstützt fühlte, verlegte er 1936 das Championship Game nach New York. Die Redskins, durch ihren Besitzer des Heimvorteils beraubt, verloren gegen die Green Bay Packers den schon sicher geglaubten Titel.
Wenig überraschend kehrten die Redskins aus New York nicht nach Boston zurück, sondern liessen sich neu in Washington DC nieder, wo sie künftig im Griffith Stadium spielten. Und Marshall erwies sich weiter als umtriebiger Besitzer: Er stellte 1937 die erste Blaskapelle auf, welche im Stadion für Stimmung sorgte. Marshall erkannte auch sehr früh den Wert von Radio- und Fernsehübertragungen und schloss entsprechende Verträge ab. Der Redskins-Besitzer blieb trotz seiner Innovationen Zeit seines Lebens sehr umstritten, insbesondere aber wegen seiner rassistischen Einstellung: Noch in den 1950er Jahren verkündete er, dass sein Team erst «Neger» verpflichten werde, wenn die Harlem Globetrotters weisse Spieler in ihr Team aufnähmen.
Herausragendste Spielerpersönlichkeit der Anfangszeit war Quarterback Sammy Baugh. In einer Zeit, in welcher noch mehrheitlich auf das Laufspiel gesetzt wurde, etablierte Baugh den Forward-Pass als wichtigen Bestandteil des Angriffsspiels. Bereits als Rookie führte Baugh 1937 die von Head Coach Ray Flaherty trainierten Redskins zu ihrem ersten NFL-Titel, 1942 sollte ein weiterer folgen.
Nach 1945 sollte für die Fans der Washington Redskins eine lange Durststrecke beginnen: Bis 1971 erreichten die Redskins kein einziges Mal die Playoffs. Daran konnte weder der Umzug ins D.C. Stadium – welches 1969 in Robert F. Kennedy Stadium umbennant wurde – im Jahre 1961 etwas ändern, noch die Verpflichtung eines Erfolgstrainers wie Vince Lombardi 1969. Mit der Verpflichtung von Head Coach George Allen ging es aber mit den Redskins wieder aufwärts: Allen führte die Hauptstädter 1972 zum erstenmal in die Super Bowl und erreichte in sechs Jahren Tätigkeit viermal die Playoffs.
Noch besser erging es den Redskins unter der Führung von Head Coach Joe Gibbs: Unter dem Don Coryell-Schüler erreichten die Redskins in zwölf Jahren neunmal die Playoffs und standen viermal in der Super Bowl, wobei sie drei der Endspiele für sich entscheiden konnten. Besonders bemerkenswert ist dabei der Umstand, dass die drei Erfolge mit drei unterschiedlichen Spielführern erreicht wurde: Joe Theismann, Doug Williams und Mark Rypien zeugen von der glücklichen Hand Gibbs‘ bei der Auswahl seiner Quarterbacks.
1997 bezogen die Washington Redskins mit dem FedEx Field in Landover, Maryland, ein neues Stadion. Doch in der neuen Heimat vor den Toren der Hauptstand ist der grosse Erfolg bislang noch nicht eingekehrt, daran konnte auch Joe Gibbs nichts ändern, der zwischen 2004 und 2007 für eine zweite Amtszeit an die Seitenlinie zurückgekehrt war.
Das Jahr 2020 brachte für das Team dann einen grossen Wechsel: Nach neuaufflammenden Diskussionen rund um Rassendiskriminierung legte das Team seinen traditionsreichen Spitznamen, der von vielen amerikanischen Ureinwohnern schon seit langer Zeit als verletzend kritisiert worden war, nach 87 Jahren ab. Bis ein neuer Name gefunden wurde, trägt das Team die Bezeichnung «Washington Football Team».
REDSKINS FACTS
Mitglied der NFL:
9. Juli 1932
1932 Boston Braves
1933-1936 Boston Redskins
1937-2019 Washington Redskins
Seit 2020 Washington Football Team
Erste Saison:
1932
Super Bowl-Sieger:
XVII, XXII, XXVI
Super Bowl-Verlierer:
VII, XVIII
NFL/NFC-Meister:
1937, 1942, 1972, 1982, 1983, 1987, 1991
NFL/NFC-Vizemeister:
1936, 1940, 1943, 1945, 1986
Divisions-Meister:
1936, 1937, 1940, 1942, 1943, 1945, 1972, 1983, 1984, 1987, 1991, 1999, 2012, 2015, 2020
Hall of Fame-Mitglieder:
George Allen (Coach)
Cliff Battles
Sammy Baugh
Bobby Beathard (Manager)
Bill Dudley
Albert Glen «Turk» Edwards
Ray Flaherty (Coach)
Joe Gibbs (Coach)
Darrell Green
Russ Grimm
Chris Hanburger
Ken Houston
Sam Huff
Sonny Jurgensen
George Preston Marshall (Besitzer)
Wayne Millner
Bobby Mitchell
Art Monk
John Riggins
Charley Taylor