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Riesen-Frust bei den Skicrossern: Statt der erhofften Medaille geht das erfolgsverwöhnte Schweizer Team leer aus. Der französische Olympiasieger tröstet, dass der Titel zur Hälfte auch der Schweiz gehöre.
Bis vor vier Jahren war Jean-Frédéric Chapuis noch ein «gewöhnlicher» Skirennfahrer – und für die Schweiz am Start. 2010 war diese Karriere vorbei, nach Rang 71 in der Europacup-Abfahrt am Lauberhorn. Der Abfahrts-Olympiasieger von Sotschi, der Österreicher Matthias Mayer, wurde in jenem Rennen übrigens Zwölfter.
Chapuis beschloss, sein Glück fortan als Skicrosser zu versuchen. Gerade erst war der Sport olympisch geworden, Mike Schmid der gefeierte Goldmedaillengewinner von Vancouver. Weil es einfacher war, einen Platz im französischen Team zu ergattern, entschied sich Doppelbürger Chapuis, unter neuer Flagge anzutreten. Schon in seinem ersten Weltcup-Rennen belegte er Rang 8. Vorläufiger Höhepunkt war im Jahr 2013 der Weltmeistertitel.
Den Nationenwechsel möglich machte Chapuis' Mutter. Käthi Chapuis-Güller ist im zürcherischen Hüttikon aufgewachsen. Der Olympiasieger ist Bürger der Gemeinde im Furttal, seine Grossmutter und auch seine Schwester leben nach wie vor in der Schweiz.
Mutter Käthi verdankt Jean-Frédéric, der im französischen Alpenort Val Thorens lebt, auch die Zweisprachigkeit. Im Sieger-Interview mit dem SRF wies der knapp 25-Jährige deshalb in akzentfreiem Dialekt darauf hin, dass die Goldmedaille «halb halb» sei, dass also auch die Schweiz ihren Anteil am Erfolg habe.
Der Medaillenspiegel kennt allerdings keine halben Sachen, weshalb die Schweiz auf zehn Medaillen sitzen bleibt. Und für die enttäuschten Skicrosser ist der Triumph ihres Landsmanns ebenfalls nur ein schwacher Trost. Ihnen bleibt bloss die Freude darüber, dass Armin Niederer dank der vielleicht spektakulärsten Szene der Winterspiele von Sotschi den Einzug in den Halbfinal schaffte. Am Ende wurde er als bester Schweizer 7.