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Grundsätzlich unterscheidet man bei den Fruchtbarkeitsbehandlungen zwischen den konservativen Therapien, bei denen die Befruchtung der Eizelle im Körper der Frau stattfindet und der künstlichen Befruchtung, wo die Eizellen im Labor, also ausserhalb des weiblichen Körpers befruchtet werden. Diese Unterscheidung ist auch deshalb so wichtig, weil in der Schweiz die konservativen Behandlungen von den Krankenkassen übernommen werden, die künstliche Befruchtung jedoch nicht. Welche Behandlung letztlich notwendig wird, hängt von der Art und Dauer der Fruchtbarkeitsstörung ab. Eine absolute Vorbedingung für eine konservative Therapie sind einerseits funktionsfähige Eileiter, da sonst die befruchtete Eizelle nicht in die Gebärmutter transportiert werden kann. Andererseits muss eine ausreichende Anzahl beweglicher Spermien vorhanden sein, damit die Befruchtung der Eizelle selbständig stattfinden kann.
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Konservative Therapien
Die einfachste konservative Fruchtbarkeitsbehandlung ist der zeitlich optimal geplante Geschlechtsverkehr. Diese Behandlungsmethode wird meist dann angewendet, wenn bei der Frau Zyklusstörungen vorliegen und der Mann unauffällige Spermien hat. Mit Hilfe von Hormonbehandlungen kann bei der Frau die Zyklusstörung behandelt und ein Eisprung ausgelöst werden. Wenn dann zum Zeitpunkt des Eisprungs Geschlechtsverkehr stattfindet, können die Chancen auf eine Schwangerschaft deutlich gesteigert werden. Falls beim Mann eine leichte bis mittelschwere Störung der Samenqualität vorliegt, kann die Hormonbehandlung der Frau mit einer Insemination kombiniert werden. Hierbei gibt der Mann zum Zeitpunkt des Eisprungs eine Samenprobe ab. Diese wird im Labor aufbereitet. Danach wird die Probe der Frau über einen dünnen, flexiblen Katheter in die Gebärmutter gegeben. Auf diese Weise kann die Konzentration der qualitativ hochwertigen Spermien im weiblichen Genitaltrakt erhöht und so die Chancen auf eine Schwangerschaft verbessert werden.
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Künstliche Befruchtung
Eine künstliche Befruchtung wird dann notwendig, wenn entweder die Samenqualität des Mannes so schlecht ist, dass eine künstliche Insemination nicht mehr durchführbar ist, oder wenn die Eileiter der Frau geschädigt sind und so der Embryo nicht mehr zur Gebärmutter transportiert werden kann. Bei der künstlichen Befruchtung werden der Frau unter Ultraschallkontrolle und meist unter einer Kurznarkose mit einer dünnen Nadel die Eizellen entnommen. Dann werden die Eizellen im Labor im Rahmen der sogenannten In-vitro-Fertilisation (IVF) mit dem Samen des Mannes zusammengebracht, so dass eine Befruchtung im Reagenzglas stattfinden kann. Eine zusätzliche Massnahme ist bei höhergradigen Veränderungen der Spermien notwendig, die sogenannte ICSI-Methode. Dabei wird ein bestimmtes Spermium im Labor unter dem Mikroskop direkt in die Eizelle eingebracht. Normalerweise bildet eine Frau mit regelmässigen Zyklen jeden Monat eine Eizelle. Man kann diese entweder im Rahmen eines natürlichen Zyklus für die künstliche Befruchtung entnehmen oder aber die Eierstöcke mit Hormonen stimulieren, um mehr Eizellen zu gewinnen und so die Schwangerschaftsraten pro Behandlungszyklus zu erhöhen. Im Labor wird dann die Entwicklung der Embryonen beobachtet, um nach zwei bis fünf Tagen jeweils einen oder zwei von ihnen in die Gebärmutter zu transferieren. Der Transfer ist ein einfacher, schmerzloser Eingriff. Mit Hilfe eines dünnen, flexiblen Katheters werden die Embryonen unter Ultraschallkontrolle an den richtigen Ort in die Gebärmutter gebracht, wo sie sich dann nur noch einnisten können und sollen.