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Sinnerfüllt am unteren Rand des Arbeitsmarkts?
Eine qualitative Untersuchung, wie Männer am unteren Rand des Arbeitsmarkts die Sinnproblematik in ihrem Leben lösen
Menschen ohne Zugang zu einem Normalarbeitsverhältnis besitzen eine höhere Wahrscheinlichkeit, psychisch zu erkranken. Ein Faktor dabei ist ein durch ihre Lebenslage beeinflusstes Minderempfinden von Sinn. Die vorliegende Masterthesis leistet einen Beitrag zur Beantwortung der folgenden Fragestellung: Wie lösen arbeitsfähige und arbeitsberechtigte Männer, welche ohne Normalarbeitsverhältnis und am unteren Rande des Arbeitsmarkts sind, die Sinnproblematik in ihrem Leben? Die theoretische Grundlage für die Beantwortung dieser Frage bilden die Sinnforschung von Tanja Schnell, Aspekte der ‹Theorie des kommunikativen Handelns› von Jürgen Habermas und die Typen der Anpassung an anomische Spannungen von Robert Merton. In einer qualitativen Studie wurden mittels fünf narrativer Interviews Daten gesammelt, welche, unter Einbezug der Theorie und angelehnt an das hermeneutische Analyseverfahren von Christian Vogel, analysiert wurden.Zentrale Erkenntnisse sind, dass die Männer des Untersuchungssegments die Sinnproblematik in ihrem Leben auf individuelle Weise lösen. Die potentesten Sinnstifter dabei sind soziale, beziehungszentrierte Sinnquellen, welche in Verbindung mit Selbsttranszendenz stehen. Empirische Ergebnisse aus der Sinnforschung haben für die Untersuchungsteilnehmer weitgehend Geltung, ihre Sinnstiftung ist jedoch durch die Problematik gesellschaftlicher Abwertung und Ausgrenzung besonders herausgefordert. Die Abwehr dieser Abwertung beeinflusst das Konstruieren von Sinn und hat einen hinderlichen Einfluss auf die Sinnstiftung und damit auf die Sinnempfindung insgesamt. Es hat sich gezeigt, dass die Agenten der Sozialen Arbeit einen massgebenden Einfluss auf die Bedingungen von Sinnerfüllung haben. Zentral ist dabei, ob in Interventionen Verständigungs- oder Zielorientierung massgebend ist, ob soziale Integration gelingt und eine Entlastung gegenüber der gesellschaftlichen Abwertung und Ausgrenzung geleistet werden kann.