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Am 4. Juni 1904 gründete August Hausmann-Blank, der während 13 Jahren als Werkmeister in der Sägenfabrik Beglinger & Cie in Hombrechtikon gearbeitet hatte, zusammen mit seiner Frau die Firma Hausmann & Co., Sägen- und Messerfabrik, in der Rietliau, Wädenswil. Die ersten Arbeitsräume waren bescheiden. Sie hatten zuvor einem Huf- und Wagenschmied gedient, so dass bereits eine Esse und ein Amboss zur Verfügung standen. Es mussten noch zwei Handstanzen und ein Richtamboss dazugekauft werden, damit man das noch wenig spezialisierte Fabrikationsprogramm, wie Stroh-, Häcksel- und Rübenmesser, für die Landwirtschaft herstellen konnte.
Da in der Branche noch wenig Konkurrenz bestand, waren die Aussichten auf vermehrten Absatz und auf eine Sortimentserweiterung günstig. 1906 entstand der erste Anbau für einen Härteofen und einen Schleifstein von 2 m Durchmesser. Ein schwerer Petrolmotor dessen Auspuffrohr bis übers Dach hinausragte, war der erst mechanische Antrieb. Dank diesen verbesserten Einrichtungen war es möglich, nebst landwirtschaftlichen Messern auch Kreis- und Gattersägen herzustellen, die bald einen guten Namen hatten. Bereits im Jahre 1908 entschloss man sich, wieder einen Neubau zu erstellen. Bei dieser Gelegenheit wurden im Betrieb das elektrische Licht und die elektrische Kraft eingerichtet, was einen grossen Fortschritt bedeutete. Haus und Betriebsräume in der Firma Hausmann & Co. gehörten zu den ersten Häusern in der Au, in denen die alten Petrollampen einem bequemeren und besseren Licht Platz machen mussten. Dann dem erhöhten Platzangebot liessen sich ein weiterer Härteofen, zwei neue Schleifsteine, eine automatische Kreissägenstanze, Hobelmaschinen und Bohrmaschinen installieren. Bereits waren in der Firma elf Mitarbeiter und Angestellte beschäftigt. Das hatte die Unterstellung unter das Eidgenössische Fabrikgesetz zur Folge.
Mit Ausnahme von zwei Lehrlingen produzierte nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Sommer 1914 in der Firma Hausmann niemand mehr; der Betrieb wurde vorübergehend geschlossen. Nach und nach konnte die Arbeit wieder aufgenommen werden. Die Verknappung des Rohmaterials bereitete aber grosse Sorgen.
Am 13. September 1921 starb der Gründer und Firmeninhaber August Hausmann-Blank im besten Mannesalter von erst 49 Jahren. Ausserordentlich schwer war es für die beide Söhne, den 21jährigen Karl und den 19 Jahre alten August, das vom Vater gegründete Unternehmen im gleichen Sinn und mit Erfolg weiterzuführen. Treue Angestellte und gute Kameradschaft halfen, die schwere Zeit zu überwinden. Eine grosse Stütze hatten die Söhne an ihrer Mutter, die bei allen Arbeiten tatkräftig mithalf.
Fabrikliegenschaft Hausmann, 1906
Belegschaft der Firma Hausmann & Co., 1957
Gegen Ende der zwanziger Jahre belebte sich der Geschäftsgang wieder. 1929/30 konnte ein weiterer Fabrikanbau erstellt werden. Dann folgten Beschäftigungskrisen; die Abwertung des Schweizer Frankens brachte 1936 eine Besserung der Lage. Auch während des Zweiten Weltkrieges blieben die der Firma Hausmann & Co. die Schwierigkeiten nicht erspart. Dank guten Beziehungen zu den Stahlwerken, welche das Unternehmen zum Teil seit der Gründung belieferten, konnte die Fabrikation aufrecht erhalten werden. Schlimm war die Nachkriegszeit. Die Nachfrage nach Stahl war gross, und die ausländischen Werke hatten Lieferschwierigkeiten. Ab 1948 stieg die Nachfrage nach Messern und Sägen aus der Firma Hausmann. Laufend musste der Maschinenpark angepasst werden. 1950 wurde die Härterei modernisiert; 1961 folgten Umstellungen in der Schleiferei, Schärferei und Zahnerei.
1961 schied der unbeschränkt haftende Gesellschafter August Hausmann-Blattmann altershalber aus der Firma aus. An seine Stelle trat Karl Hausmann-Annen als Spross der dritten Generation. Er übernahm die technische Leitung des Betriebes, sein Vater Karl Hausmann-Isler (1899-1978) die kaufmännische.
In der Hochkonjunktur der 1970er Jahre entwickelte sich das Geschäft in voller Blüte. Verschiedene technische Umstellungen drängten sich auf. So wurde 1970 eine Hochleistungspräzisionsmaschine gekauft, welche es erlaubte, die Hobelmesserproduktion zu vervierfachen. Nach der Anschaffung einer hydraulischen Spannungswalzmaschine im Jahre 1973 konnten diese Arbeitsgänge in Bruchteilen der bisher aufgewendeten Zeit ausgeführt werden. Im Jahre 1978 wurden sämtliche Maschinen in der Blockbandsägen-Abteilung durch leistungsfähigere ersetzt. Bereits ist die Projektierung eines Fabrikneubaus in der Rietliau in Auftrag gegeben. Dies zeigt, dass die nun 75 Jahre alt gewordene Firma Hausmann & Co. dynamisch geblieben und zukunftsgerichtet ist.
(nach der Festschrift «Hausmann & Co., 75 Jahre Qualitätswerkzeuge, Wädenswil 1979)
Peter Ziegler