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Social Distancing: Der 1.5-Meter-Abstand und die gebaute Umwelt
Zum Schutz vor dem Corona-Viurs wird in den meisten Ländern empfohlen, einen Abstand zwischen 1,5 und zwei Metern einzuhalten. Wie verändert dies die Welt und die gebaute Umgebung? In einer achtteiligen Videoserie fragt MVRDV nach.
Was braucht eine Welt, in der der 1.5-Meter-Abstand überall die Norm sein soll? Ausgehend von der Annahme, dass ein aufrecht stehender Mensch 0.2 Quadratmeter beansprucht, will das Büro MVRDV in einer achtteiligen Videoserie den 1.5-Meter-Abstand in einer Reihe von unterschiedlichen Massstäben ergründen, von der Skala des Einzelnen bis zur Skala der gesamten Erde.
Die Inspiration zu den kurzen Filmen lieferte das Video „Powers of Ten“, das Charles und Ray Eames 1977 für IBM erstellt hatten. - Die Videos erscheinen in loser Folge auf dem Youtube-Kanal der Rotterdamer Architekten, die erste Folge erschien in diesen Tagen.
Angesichts der Befürchtungen vor einer zweiten Pandemiewelle und einem noch fehlenden, möglichen Impfstoff dürften die Social-Distancing-Abstände von ein bis zwei Metern ein Standard bleiben, der auf die eine oder andere Weise während Monaten oder möglicherweise Jahren erhalten bleibe, schreibt MVRDV in der Medienmitteilung. Und dieser Standard wirkt sich wiederum auf die gebaute Umwelt aus: „Die gebaute Umgebung basiert auf der Grösse des menschlichen Körpers. Wir sind alle 1,5 Meter breiter geworden“, heisst es weiter. Diese neue Normalität verändere die Auswirkungen eines einzelnen Körpers und erzeugt einen Welleneffekt der Veränderung.
Wenn sich die Normalität wandelt
Dabei geht es etwa darum, wie schmale Trottoirs genutzt werden müssten, ohne dass sich Passanten zu nahe kommen. Oder darum, ob Städte rund um die Uhr geöffnet sein sollten, damit Menschenmassen vermieden werden können? Und darum wie der öffentliche Verkehr funktionieren sollte und gleichzeitig Autostädte verhindert werden?
„Die neue Normalität wird signifikante Änderungen sowohl was unsere Gewohnheiten betrifft, als auch unsere physischen Umgebung“, erklärt Sanne van der Burgh von MVRDV, Leiterin des der Taskforce MVRDV Next, die sich mit neuen Technologien befasst. „Die meisten Menschen haben noch nicht begonnen zu verarbeiten, wie groß diese Änderungen sein könnten.“ (mai)