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Donischer
Bezirk (Donische Steppe, Donisches Kosakengebiet, Provinz des Donischen Heers), eine weite Ebene im südlichen Teil des europäischen Rußland, im O. von den Gouvernements Astrachan und Saratow, im N. und NW. von Woronesh, im W. von Charkow und Jekaterinoslaw, im S. vom Asowschen Meer, dem Kubangebiet und dem Gouvernement Stawropol begrenzt, 160,277 qkm (2911 QM.) mit (1882) 1,474,133 Einw. In dieser riesigen Ausdehnung, [* 2] in welcher der D. B. fast stets den gleichen Charakter bewahrt, schließt er sich einerseits an die Jekaterinoslaw-Taurische Steppe am Dnjepr, anderseits an die Astrachanische Steppe an der Wolga und an die Kaukasische an den Flüssen Kuma und Kuban an. Er stellt eine nur an den Flußeinschnitten (Choper, Medwjediza, Ilawla, Ssal, Manytsch etc.) bewohnte und angebaute, sonst wüst liegende, nur von Nomaden durchzogene, trockne, thonig-sandige Fläche dar, welche bloß stellenweise humushaltig ist, meist aber aus kleinen, oasenartigen Sandrevieren mit Salzseen, träge schleichenden Steppenbächen und Salzpflanzen besteht.
Laubhölzer sieht man nur an den Rändern derselben oder an den Niederungen der größern Flüsse. [* 3] Als besonders dürr und recht eigentlich den Charakter der russischen Steppen abspiegelnd erscheint der südliche Teil des Landes der Donischen Kosaken, wo der D. B., je weiter man nach S. rückt, desto magerer, sandiger und salziger und zuletzt für die Kultur völlig ungeeignet wird, und wo einzig das Donthal noch für den Anbau brauchbar erscheint. Daher drängt sich an dem Don entlang auch die ganze Bevölkerung [* 4] der Provinz dicht zusammen.
Was die überaus spärliche Vegetation betrifft, so findet man am Ssal und Manytsch vorzüglich Heidekräuter, in den übrigen Teilen der Steppe fast nur Sodapflanzen. Überall aber ist die Weide [* 5] für das Vieh vortrefflich und gesund; nur erfordern die Herden, weil die Steppengräser und Pflanzen nicht so dicht wie auf Wiesen zusammenstehen, ein weit ausgedehntes Weiderevier. Am Ssal, Manytsch und am Bolschoisee nomadisieren Kalmückenstämme; nördlich vom Kuban ist die Steppe von Tschernomorzen, zwischen Inja und Don von Asowschen Kosaken, gegen das Gouvernement Jekaterinoslaw hin von Nogaiischen Tataren, im übrigen meist von Donischen Kosaken und Kleinrussen bewohnt. Auch haben sich hier und da fremde Kolonisten aus dem Westen Europas angesiedelt, was meist schon zur Zeit der Kaiserin Katharina II. geschehen ist. In den Nachbargouvernements Stawropol; Jekaterinoslaw und Saratow, wo die Steppe von sandigen und kalkigen Flözgebirgen begrenzt ist, finden sich auch in der Regel Steinkohlen, Schwefelkiese und warme Quellen, die zum Teil zu Bädern benutzt werden. Hauptstadt ist Nowo-Tscherkask.