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Kultur
Geschichte
Das offizielle Thailand begann mit dem Sukhothai-Reich im 13. Jahrhundert, bei welchem der Gründerkönig geschickt aus verschiedenen kulturellen Einflüssen ein einheitliches Staatsgebilde formte. Dieses wurde etwas später durch das Ayutthaya-Reich abgelöst, deren Könige bis ins 17. Jahrhundert regierten. Danach folgte die Chakri-Dynastie mit König Rama I – VII. Während dieser Zeit wurden andere Länder aus Südostasien durch die Europäer kolonialisiert.
Im zweiten Weltkrieg wurde Thailand mehrheitlich von Japan besetzt und es wurde die Eisenbahn durch Kanchanaburi gebaut (“River Kwai”), bei welcher zehntausende von Arbeitern starben. Um 1946 bestieg König Bhumibol (Rama IX) den Thron, und er ist inzwischen nach 60 Jahren das derzeit am längsten amtierende Staatsoberhaupt der Welt. Während dem Vietnamkrieg in den 60er- und 70er Jahren war Thailand einer der Hauptstützpunkte der amerikanischen Streitkräfte, was auch als Hauptgrund für die Massenprostitution in Thailand gesehen wird. In den folgenden Jahrzehnten wechselten sich verschiedene demokratische Regierungen und militärische Putschversuche ab, Thailand wurde zu einer Art Halbdemokratie.
Über die letzten 10 Jahre wurde die Situation in Thailand vor allem durch den Konflikt zwischen den Rothemden und Gelbhemden beherrscht. Die Rothemden stammen vorwiegend von den ländlichen Regionen und sind Anhänger des ehemaligen Regierungschefs Thaksin Shinawatra, welcher 2006 vom Militär gestürzt wurde. Die Gelbhemden sind eine Protestbewegung gegen den umstrittenen Thaksin und kommen vorwiegend aus der oberen Schicht Thailands. Diese Proteste führten 2008 – 2010 teilweise zur Sperrung des Flughafens und der Innenstadt um den Siam Square, haben sich aber immer nur auf Bangkok konzentriert und die anderen Tourismusdestinationen nicht tangiert. In den letzten Jahren blieb die Situation ziemlich ruhig.
Bevölkerung
Die grösste Bevölkerungsgruppe sind die ethnischen Thais, welche etwa drei Viertel der Bevölkerung in Thailand ausmachen. Die nächst grössere Gruppe ist die der ethnischen Chinesen, und der Rest verteilt sich auf Einwanderer der umliegenden Länder sowie verschiedene Bergvölker.
Die Bergvölker siedeln vor allem in Nordthailand im Gebiet rund um Chiang Mai und Chiang Rai. Die wichtigsten Gruppen sind die Hmong, Karen, Lahu oder Lisu, welche sich vor allem anhand der farbigen Kleider und den unterschiedlichen Kopfbedeckungen unterscheiden. Einige dieser Völker leben schon seit Jahrhunderten in Thailand, andere wurden durch politische Wirren aus anderen Ländern vertrieben (v.a. Myanmar). Fast alle dieser Völker betreiben traditionelle Landwirtschaft, und nutzen oft Brandrodung zur Erschliessung von neuen Feldern. Diese Art der Abholzung führte in den letzten Jahren zu einer beträchtlichen Reduktion des Waldes und zu grösseren Umweltproblemen. Die Minoritäten haben in der Regel eine eigene Sprache und eigene Schrift, weshalb sie in der thailändischen Kultur oft überhaupt nicht integriert werden.
Religion
Die Religion spielt in Thailand eine sehr grosse gesellschaftliche Rolle. Über 90% der Thailänder gehören dem Theravada-Buddhismus an. Der Theravada-Buddhismus (“Schule der Älteren”) hat das Ziel, das Leiden auf der Welt mit der Aufhebung von Gier, Hass und Wahn zu erreichen. Es handelt sich hier nicht wirklich um eine Religion, sondern eher eine Philosophie oder Lebensweise. Die Buddhisten beten eigentlich keinen Gott an, sondern folgen dem Weg Buddhas, um dafür später eine Erlösung zu erlangen.
Der Theravada-Buddhismus ist nebst Thailand auch in Kambodscha, Laos und Myanmar sehr stark verbreitet. Buddhistische Möche in roten Roben, goldigen Tempel und unzählige Buddhastatuen sind ein typisches Zeichen für Theravada-Buddhismus. Demgegenüber steht der Mahayana-Buddhismus, wie er in China, Japan und teilweise auch in Vietnam gelebt wird. Der Mahayana-Buddhismus ist weniger streng und wir oft mit Elementen anderer Volksreligionen vermischt (z.B. Ahnenkult). Das Konzept der Meditation als Weg zur Erleuchtung ist im Mahayana-Buddhismus weniger nicht bekannt, und Buddha wird oft anders dargestellt.
Buddhistische Mönche sind in Thailand sehr verbreitet und geniessen ein hohes Ansehen die der Bevölkerung. Es ist durchaus üblich, dass ein thailändischer Mann vom Land zumindest einige Zeit seines Lebens als Mönch in einem Tempel verbringt. Mönche sammeln Almosen, meditieren und lesen die die buddhistischen Schriften. Gerade auf dem Land übernehmen die Mönchsschulen teilweise auch einen Ersatz für öffentliche Schulen.