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Es war der wohl schlimmste Tag seines Lebens. Im Februar 2009 musste Hollywood-Star Liam Neeson den viel zu frühen Tod seiner Frau Natasha Richardson, †45, verkraften. In der US-Talkshow «60 Minutes» verrät der 61-Jährige, wie es ihm heute geht. Und er spricht mit US-Journalist Anderson Cooper, 46, im Interview offen wie nie über den schweren Schicksalsschlag.
Erst lief alles wie im Bilderbuch ab. 1993 verliebten sich Neeson und Richardson Hals über Kopf, als sie sich am Broadway kennenlernten. «Sie war eine strahlende Schönheit mit wallendem Haar. Das fand ich sehr, sehr attraktiv. Ich hatte noch nie so eine gute Chemie mit einem Schauspieler oder einer Schauspielerin», erinnert sich Liam Neeson. Ein Jahr später heiratete das Paar bereits - 1995 und 1996 kamen ihre Söhne auf die Welt. Dann, im Februar 2009, als Liam gerade auf einem Filmset bei der Arbeit war, rief ihn seine Frau an. «Sie sagte ‹Oh Liebling, ich bin im Schnee hingefallen›. So hat sie es beschrieben», erzählt der gebürtige Ire dem Journalisten.
Was war vor dem Anruf passiert? Die britische Schauspielerin stürzte beim Skifahren im kanadischen Mont-Tremblant - sie trug keinen Helm. Da sie sich aber gut fühlte, lehnte sie jegliche medizinische Hilfe ab. Natasha habe keine sichtbaren Verletzungen gehabt. Sie sei ohne fremde Hilfe «lachend und scherzend» auf ihr Hotelzimmer gegangen. Drei Stunden später jedoch musste die damals 45-Jährige ins Krankenhaus eingeliefert werden. Liam Neeson machte sich sofort auf den Weg. Als er ankam, zeigten ihm die Ärzte eine Röntgenaufnahme. Ein Blutgerinnsel hatte sich in der Hirnhaut gebildet. «Man muss kein Experte sein, um zu sehen, was das bedeutete. Mir wurde ihr Hirntod bestätigt», erzählt der Schauspieler.
Der schockierte Ehemann eilte nach dieser erschütternden Nachricht sofort an das Bett seiner Frau. «Ich bin zu ihr gegangen und sagte, dass ich sie liebe. ‹Süsse, davon wirst du dich nicht mehr erholen. Du hast dich am Kopf verletzt. Ich weiss nicht, ob du mich hören kannst. Wir bringen dich zurück nach New York. Die ganze Familie und alle Freunde werden kommen›. Das war es mehr oder weniger.»
Der Journalist hakt nach: Hatte Liam Neeson zu diesem Zeitpunkt bereits keine Hoffnung mehr? «Wir hatten eine Abmachung», sagt der Witwer. «Wenn einer von uns beiden in diesen aussichtlosen Zustand (mit lebenserhaltenden Massnahmen, Anm. d. Red.) geraten würde, muss der Stecker gezogen werden.» Der Pakt wurde eingehalten. Doch seine Frau habe damit auch Gutes vollbracht. «Sie spendete ihr Herz, ihre Nieren und ihre Leber und rettete somit drei anderen Menschen das Leben.»
Wie es dem erfolgreichen Schauspieler, der bereits wieder eine zweijährige Beziehung hinter sich hat, heute geht? Der Trauerschmerz komme in Wellen, sagt der 61-Jährige. «Dieses überwältigende Gefühl der Instabilität ergreift von dir Besitz. Das vergeht dann wieder und kommt immer seltener zurück, aber ich werde manchmal immer noch davon getroffen.» Nach dem Tod seiner Frau habe er sich in die Arbeit gestürzt, ohne die er «nicht viel taugen» würde, wie er sagt. «Ich möchte einfach nicht - vor allem meinen Jungs zuliebe - in Selbstmitleid zerfliessen und depressiv sein.»