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Es handle sich um den ersten weltweit bekannten Fall eines HIV-infizierten Kindes, bei dem eine sogenannte Langzeit-Remission, also das Ausbleiben von Krankheitssymptomen, festgestellt worden sei, hiess es am Montag in einer in Vancouver vorgestellten Studie des Pariser Pasteur-Instituts.
Die Familie des Mädchens entschied der Studie zufolge, die Behandlung im Alter von sechs Jahren einzustellen. Als sie ein Jahr später erneut behandelt werden sollte, sei eine «nicht nachweisbare Virenlast» festgestellt worden. Die Ärzte entschieden daraufhin, die Behandlung nicht fortzusetzen und das Kind stattdessen zu beobachten.
Den Wissenschaftlern zufolge könnte der Fall zeigen, dass eine sofortige Behandlung nach einer HIV-Infektion essenziell ist. Das Mädchen hatte sich entweder im Mutterleib oder bei der Geburt infiziert.
Der Studie zufolge lässt der Fall die Hoffnungen für die Aussichten einer frühzeitigen Behandlung steigen. Allerdings mahnten die Forscher zur Vorsicht bei der Interpretation der Ergebnisse. Ärzte sollten ihren Patienten vorerst nicht zur Einstellung ihrer Behandlung raten.
Bereits 2013 hatte der Fall eines Mädchens in den USA für Aufsehen gesorgt. Nach mehreren Monaten ohne Medikamente konnten die Ärzte in seinem Körper keine HI-Viren mehr nachweisen. Das als «Mississippi-Mädchen» bekannt gewordene Baby hatte damals als «funktionell geheilt» gegolten - eine medizinische Sensation.
Das Kind einer HIV-infizierten Mutter war nach der Geburt 2010 mit einer für Kinder optimierten Kombination aus drei HIV-Medikamenten hochdosiert behandelt worden. 18 Monate wurde es behandelt, dann aber entzog die Mutter es einer weiteren Therapie. Trotzdem war das Kind auch im Oktober 2013 noch virenfrei.
Im Juli 2014 kehrte der Erreger dann allerdings zurück. «Dies ist natürlich eine enttäuschende Wende für das junge Kind, für seine Ärzte und für die gesamte Aids-Forschung», sagte der Direktor des US-Aidsforschungsinstitutes NIAID, Anthony Fauci, damals. (SDA)Publiziert am 21.07.2015 | Aktualisiert am 21.07.2015