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Weil ihm in Kanada der Sieg aberkannt wurde, wütete Sebastian Vettel nach dem Rennen und wies jegliche Schuld von sich. Ex-Weltmeister Nico Rosberg fordert von seinem Landsmann mehr Fokussierung.
«Man muss schon komplett blind sein, zu denken, dass man durch das Gras fährt und dann auch noch das Auto unter Kontrolle behält», schimpfte Sebastian Vettel in Richtung der Rennleitung, nachdem diese ihn um den sicher geglaubten Sieg beim Grand Prix von Kanada brachte.
Nach einem Fahrfehler drängte sich der Ferrari-Pilot vor Verfolger Lewis Hamilton und verhinderte so, dass ihn der Mercedes-Fahrer überholen konnte (s. Video oben). Die Regelhüter ahndeten die Aktion mit einer Fünf-Sekunden-Zeitstrafe, am Ende betrug Vettels Rückstand auf Hamilton 3,658 Sekunden.
Noch während des Rennes beklagte sich der Ferrari-Fahrer via Funk: «Sie wollen uns den Sieg stehlen.» Vettel liess seinem Frust nicht nur verbal freien Lauf. Im Parc Fermé tauschte der stinksaure Deutsche sogar die Tafeln vor den Siegerautos und sorgte mit seinem Protest für eine der denkwürdigsten Szenen in der jüngeren Formel-1-Historie.
Rosberg: «Eine Schwäche von Vettel»
Nico Rosberg kann Vettels Ärger nicht nachvollziehen. Der frühere Mercedes-Pilot beschreibt die Strafe in einer Videobotschaft als «in Ordnung und hundertprozentig verdient. Es gibt diese Regel, dass man nach einem Ausrutscher sicher auf die Strecke zurückkehren muss. Das hat Vettel nicht getan».
Der Weltmeister von 2016 meint, sein Landsmann müsse den Fehler bei sich selbst suchen, statt andere dafür verantwortlich zu machen. «Aber es ist eine Schwäche von Vettel, dass er sich selbst nie in Frage stellt und immer anderen die Schuld gibt», so Rosberg. Dennoch sieht er in Vettel einen «hervorragenden Fahrer». Er würde ihn auch gerne gewinnen sehen. «Ich wünsche mir nichts mehr, als dass Vettel einen tollen Job macht, siegt und sich einen tollen Kampf um die WM mit Lewis liefert.»
Statt sich über die Strafe zu beschweren, hätte er einfach weiterfahren sollen und versuchen, einen noch grössenen Vorspring herauszuholen, meint Rosberg, der dem Ferrari-Piloten rät, sich auf das Wesenstliche zu konzentrieren: «Fokussiere dich einfach und krieg diese Runden richtig hin, dann hast du eine Chance, dieses Ding zu gewinnen.»