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Das Forschungsprojekt ergründet den Mythos der Alpen im Lied der viersprachigen Schweiz. Dabei werden kulturelle Unterschiede oder Gemeinsamkeiten zwischen den Landessprachen herausgearbeitet.
Historisch liegt ein erster Fokus vor und im Ersten Weltkrieg, also auf einer Zeit der kulturellen Zerrissenheit und existentiellen Bedrohung des schweizerischen Nationalstaats. Widerspiegelte sich diese besondere, angespannte Situation im Liedgut der französischen, deutschen, italienischen und romanischen Schweiz? Traten in der gelebten Alltagskultur sprachpolitische Abgrenzungen zutage? Inwiefern bestand in den jeweiligen Sprachregionen überhaupt ein Interesse für die Liedkultur anderer Landessprachen, oder fand ein bewusstes Verharren im eigenen Sprachraum statt?
Ein zweiter Fokus liegt auf der geistigen Landesverteidigung und ihren Nachwehen nach dem Zweiten Weltkrieg. Hier ist eine Konsolidierung des Eigenen und eine zunehmende Entwicklung hin zu einem gemeinsamen, mehrsprachigen Liedgut denkbar. Begünstigte die Geistige Landesverteidigung den sprachkulturellen Gegenpol zur Situation vor und im Ersten Weltkrieg?
Das Ziel des Forschungsprojekts besteht darin, Kontinuitäten und Brüche im Schweizer Selbstverständnis am Volksliedgut der vier Landessprachen festzumachen und abschliessend zu ergründen, inwiefern die Situation von heute historische Kontinuitäten aufweist oder ob völlig neue, unvorhersehbare Aspekte (z. B. Immigrationssprachen, Einflüsse neuer Musikgenres) richtungsweisend auf die Liedkultur Einfluss nehmen.