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reitsport.ch Botschafterin reitet ihre Sprünge gut kalkuliert an und überlegt sich genau, welche Linie sie im Parcours wählt. Wir haben sie gefragt, was ihr beim Springreiten durch den Kopf geht.
Larissa: Welchen Sprung überspingst Du am liebsten - und weshalb? Ich selber habe keinen eigentlichen Lieblingssprung, denn ich finde es kommt sehr aufs Pferd drauf an. Zum Beispiel mit Lino finde ich Oxer fast einfacher anzureiten als Steilsprünge. Mit Guidi kann ich immer sehr sicher in alle Arten von Kombinationen reiten, weil er dass immer ganz gut meistert. Und mit Horni springe ich ganz gerne die Tripple-Barre.
Welcher Sprung ist für Dich am schwierigsten? Auch hier finde ich es kommt sehr aufs Pferd drauf an. Mit jungen Pferden mit grosser Galoppade ist es manchmal schwieriger einen Doppel auf 2 Galoppsprünge zu reiten als eine Kombination auf einen Galoppsprung, weil man sehr ruhig rein reiten muss, da das Pferd noch keine Erfahrung hat und im Doppel zu viel nach vorne springt.
Was ist der Unterschied beim Anreiten eines Oxers im Vergleich zu einer Kombination? Grundsätzlich versuche ich immer beide dieser Hindernisse gleich anzureiten. Danach kommt es natürlich darauf an wie der Parcours gestellt ist. Ist die Kombi eher lang oder kurz? Ist sie lang versuche ich mit mehr Schwung und mit einer etwas grösseren Distanz rein zu reiten. Ist sie kurz reite ich etwas ruhiger und dichter in die Kombi. Beim alleinstehend Oxer spielt das nicht so eine Rolle es sei denn der Oxer ist Bestandteil einer Linie. Des Weiteren kommt es auf die Breite des Sprunges an, wenn der Oxer sehr breit ist muss ich mehr Druck machen als bei einem Steil.
Wie fühlt es sich an, einen Wassergraben von über 2m anzureiten? Was ist anders, wenn man einen breiten Sprung anreitet, als wenn er hoch ist? Ich finde den Wassergraben eigentlich kein besonders schwierigen Sprung. Die Pferde mit denen ich bisher Wassergraben gesprungen bin haben das alle ganz gut hingekriegt. Aber wenn man ein Pferd hat, dass entweder keinen Wassergraben springt weil es zu guckrig ist oder das Wasser nicht respektiert und rein steht ist es natürlich schon ein sehr tückischer Sprung der einem schon mal Probleme bereiten kann. Ich persönlich hatte zum Glück noch nie ein Pferd mit einer Wasserschwäche, aber auch dann bin ich der Meinung, dass man das mit viel Geduld und Übung bei fast allen Pferden gut kommen kann. Beim Wassergraben anreiten kann man viel mehr zureiten als bei einen Steil oder Oxer. Der Wassergraben ist der einzige Sprung den man sozusagen "überreiten" kann. Beim Anreiten finde ich es immer wichtig, das Pferd nicht abzuschiessen. Man sollte trotz höherer Kadenz versuchen, nicht zu gross abzuspringen (sonst wird der Wassergraben ja noch breiter) sondern einfach eine normale Distanz versuchen hinzukriegen. Des Weiteren finde ich es ganz wichtig, beim Sprung nach oben zu schauen - ja nicht nach unten. Das hilft mir persönlich immer sehr um den Wassergraben so weit wie möglich zu überspringen.
Worauf achtest Du, wenn Du einen Parcours anschaust? Wie kannst Du Dir den Weg merken? Ich schaue mir den Parcours meistens erst mit meinem Trainer (also meinem Vater ;-) ) und dann nochmals alleine an. Ich messe die Linien bis zu 7 oder 8 Galoppsprüngen Länge. Sind die Linien weiter Messe ich nicht mehr. Dann nehme ich mir 2-3 Minuten Zeit, ich ziehe mich ein wenig zurück und gehe an einen ruhigen Ort. Dort visualisiere ich den Parcours. Ich stelle mir genau vor wie ich den Parcours reiten werde führe mir die Klippen des Parcours und wie ich diese meistern werde vor Augen.
Welchen Tipp kannst Du unseren Leserinnen noch auf den Weg geben, wenn sie sich für den nächsten Parcours vorbereiten? Ich finde es immer wichtig den Parcours blind zu kennen. Erstens ist es immer schade wenn man sich verreitet und zweitens gibt es einem viel Sicherheit, wenn man mit vollem Vertrauen über die Kenntnis des Parcours einreitet. Ein Trick der mir immer sehr hilft ist die Visualisierung! Z.B Sprünge 2 und 3 sind eine gebrochene Linie, Steil - Oxer (wem's hilft vielleicht noch die Farbe des Sprunges dazu nehmen), die Linie ist 5 Galoppsprünge vorwärts. Also wie will ich hinreiten? Ich will mit ein bisschen mehr Kadenz, einer etwas grossen Distanz abspringen und die Linie direkt anreiten damit die 5 Galoppsprünge nicht mehr weit sondern normal kommen. Ich finde es immer wichtig jede Art von Linien sehr Bewusst zu reiten. Ist es weit ein direkter Weg wählen, ist es kurz einen weiteren Weg wählen (bei gebrochenen Linien). Ansonsten kurze Linien eher langsam anreiten und lange Linien mit mehr Galopp anreiten.