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Die Gründungsjahre des EHCA
Die ersten Statuten unseres Vereins stammen vom Januar 1930. Zur beabsichtigten Gründungsversammlung am 14.Januar 1930 kam es dann allerdings aus unerklärlichen Gründen nicht. Erst im November 1931 trafen sich sieben Mann – allesamt Aktive – im Hotel Beau-Site, wählten in aller Form einen vierköpfigen Vorstand aus ihrer Mitte und beschlossen gleich den Kauf neuer Spielerausrüstungen. Der EHCA war geboren und wurde alsogleich – warum wohl? – ins Handelsregister der Gemeinde Adelboden eingetragen. Statuarischer Zweck des Vereins war „die körperliche Ertüchtigung der Mitglieder durch Bewegungsspiele im Freien, wie Eishockey und Turnen“, und freundlicherweise hielt man daselbst auch gleich fest, die Passivmitglieder seien „von den Übungen (Training) befreit“.
Schwierigkeiten und Glanzzeiten
Aus Mangel an Spielern stand der Club in der Saison 34/35 kurz vor der Auflösung. Soweit kam es allerdings nicht, im Gegenteil. In den folgenden Jahren beteiligte man sich mit unterschiedlichem Erfolg an der Meisterschaft der Serie B und stieg in der Saison 1936/37 sogar für zwei Jahre in die Serie A auf – als einziger Club im ganzen Berner Oberland. Es wurden auch zahlreiche gross aufgezogene Freundschaftsspiele im Ort ausgetragen.
Die Nachkriegsjahre
Zu Beginn des Krieges wurden noch ein paar wenige Freundschaftsspiele ausgetragen, doch das eigentliche Vereinsleben fiel den Wirren der Zeit zum Opfer und sollte erst nach dem Krieg wieder erwachen. Auf Anstoss des damaligen Sportsekretärs Dr. Stalder wurde an einer Versammlung im September 1946 ein Neubeginn beschlossen. Dank beständigem Engagement einiger Einheimischer und ein paar englischer Studenten, welche ihre Winterferien in Adelboden verbrachten, konnte der Hockeybetrieb zu neuem Leben erweckt werden. Im Oktober 1949 trat man dem Kantonalbernischen Hockeyverband bei und bestritt erstmals wieder offizielle Meisterschaftsspiele in der „Serie B“
Neuorientierung und Englische Spielertrainer
Im Jahre 1951 fand eine bewegte Hauptversammlung statt. Der Präsident Fredy Oester trat entschlossen zurück. Laut Protokoll zeigten sich abermals ernsthafte Auflösungserscheinungen im Club, doch wieder waren andere bereit, in die Lücken zu springen. Jean Neuhaus übernahm das Präsidium, Hans Koller wurde Vizepräsident und Paul Petzold übernahm die Vertretung des Kurvereins und der Hoteliers. Von Petzold erhoffte man sich eine engagiertere Unterstützung seitens der beiden Institutionen. Auch sportlich strebte man Höheres an. Als Ziel wurde der Aufstieg in die „Serie A“ festgelegt. Zu diesem Zweck wurden auch zwei Engländer als Spielertrainer angeworben. Die daraus entstehenden Kosten wurden tatsächlich vom Kur- und Verkehrsverein und von den Hoteliers übernommen. Die Anstrengungen zahlten sich aus. Die Finalpoule mit den Gegnern Polar Bern, Rohrbach und Langnau wurde erreicht, und zusammen mit dem SC Langnau stieg man in die höhere Klasse auf.
Stadionwechsel
Der Platz in der „Serie A“ konnte gehalten werden. Die Aera der britischen Spielertrainer ging aber zu Ende. Die Vereinsleitung wollte fortan vermehrt auf eigene Kräfte bauen. Jürg Aellig erwähnte erstmals die Junioren-Frage. Er wollte junge Adelbodner zum Hockeyspielen bewegen, um nicht mehr auf Ausländer angewiesen zu sein.
Die Spiele wurden nun nicht mehr beim Hotel „Nevada“ ausgetragen, sondern neu auf dem Areal des Hotel „National“. Samt Lichtanlage zügelte man vom einen zum andern Hotel um. Leider nur für kurze Zeit. Auf Grund anstehender Landverkäufe am neuen Spielort, musste schon nach drei Saisons leider erneut umgezogen werden. Fortan war die Eisbahn beim Hotel „Adler“ Austragungsort der Hockeyspiele.
Turbulente Zeiten
Die Mannschaft aus Adelboden wurde nach und nach zur festen Grösse in der „Serie A“. Sie hatte den Ruf, mit den Gegnern nicht gerade zimperlich umzugehen. Aus einem Sitzungsprotokoll lässt sich ein eindeutiges Beispiel entnehmen: „Das Spiel gegen Länggasse dürfte nicht so schnell vergessen werden. Es kam zu verschiedenen Keilereien vor, während und nach dem Spiel. Gottseidank war Schwab auf der Hut.“ Mit Schwab war natürlich der so heissende damalige Dorfpolizist gemeint!
Nach einem zweiten Platz in der Spielzeit 55/56 kam Mitte Februar 58 leider der Abstieg. Vom Hockeyverband wurde die Bezeichnungen der Spielklassen geändert, und so spielte man nun in der 2. Liga.
Gute Vorsätze
Die Vereinsverantwortlichen wollten den Abstieg nicht einfach nur hinnehmen, sondern wieder einen Schritt nach vorne tun. Der ehemalige Nationalmannschafts-Torhüter, Paul Wyss, konnte als Trainer verpflichtet werden. Er stand allerdings nur übers Wochenende zur Verfügung. Dr. Paul Wyss und der Vorstand hatten anscheinend immer wieder mit Disziplinar-Problemen zu kämpfen, was zu einigen Austritten von Aktiven führte und durch etliche Briefwechsel aus dieser Zeit belegt wird.
An der Hauptversammlung 1960 legte der langjährige Präsident Jean Neuhaus sein Amt aus gesundheitlichen Gründen endgültig ab, nachdem er schon Jahre zuvor von einem solchen Vorhaben zurückgehalten werden konnte. Auch der Trainer gab seinen Rücktritt bekannt. Bei seinem Abschied machte er die durchaus positive Feststellung: „ Die Disziplin ist besser geworden, besonders auf der Spielerbank. Adelboden ist von einer berüchtigten Schlägermannschaft zu einer anständig spielenden Equipe geworden.“ Er empfahl eine straffe, zielbewusste Clubführung, möglichst wenig auswärtige Spieler und einen ortsansässigen Trainer. Die Förderung der eigenen, im entstehen begriffenen Juniorenbewegung war für ihn selbstverständlich.
Die Saison 1960/61 war der Beginn einer neuen Epoche in der Clubgeschichte: Eine Kunsteisbahn sollte Wirklichkeit werden.
Nach dem Bau der Kunsteisbahn
Mit dem Bau der Kunsteisbahn ging ein Wunschtraum in Erfüllung. Im Jahre 1960 konnte die neue Anlage mit einem Freundschaftsspiel gegen Gstaad feierlich eröffnet werden. Niemand hätte Mitte der fünfziger Jahre ernsthaft daran geglaubt, dass der EHC Adelboden als erster Klub im Berner Oberland in Zukunft seine Spiele auf Kunsteis austragen würde. Im Hinblick auf die neue Epoche richtete der damalige Vorstand von 1960 ein Rundschreiben an seine Spieler. Es wurde darauf hingewiesen, dass jetzt auch noch die körperliche Verfassung jedes Einzelnen zu verbessern sei -jeder solle sich täglich mit Rumpfbeugen und Seilspringen auf die neue Saison vorbereiten.
Scheinbar war man sich aber seitens der Spieler der Sache zu sicher und die Worte des Vorstandes wurden nicht ernst genommen. Der EHC Adelboden hatte in seiner ersten Kunsteissaison gegen den Abstieg in die 3. Liga zu kämpfen. In einem Relegationsspiel konnte mit einem 7:2 Erfolg über Schwarzenburg der Ligaerhalt gesichert werden.
Die Klubverantwortlichen liessen sich aber nicht entmutigen und man wollte sich an die Ratschläge des früheren Trainers P. Wyss halten. Der Aufbau einer echten Nachwuchsabteilung wurde endlich Tatsache. Peter Grunder, Sekundarlehrer, nahm sich den jungen Spielern an und veranstaltete vorerst wöchentlich ein Training. Später sollten es dann mehr werden. Ab der Saison 66/67 wurden erstmals Novizen zur eigentlichen Meisterschaft gemeldet. Bis zu diesem Zeitpunkt organisierte Peter Grunder jeweils ein oder zwei Freundschaftsspiele pro Saison.
Auf- und Abstieg
Mit dem Engagement des jungen Ferdinand Scheidegger, – er kehrte eben von Genf zurück ins Heimatdorf, wurde die erste Mannschaft des EHC Adelboden wieder langsam stärker. Ferdi brachte Spielerfahrung vom HC Genf-Servette mit, und er hatte sich auch ein Diplom als Trainer erworben. Im März 1967 feierte man den Aufstieg in die erste Liga, nachdem man zuvor im Frühling 65 noch knapp an Wiki gescheitert war. Ein Höhepunkt der Meisterschaft war das Heimspiel gegen den EHC Biel. Dank einer spektakulären Leistung von Hüter Walter „Büebs“ Bärtschi ging der Match nur knapp mit 2:4 verloren. Leider gab es nur ein kurzes Gastspiel in der ersten Liga. Bereits nach der ersten Saison musste der Schritt nach unten wieder vollzogen werden. Nicht nur die mangelnde Leistungsbereitschaft einiger Spieler, sondern auch ein allzu kleines Kader und verletzungsbedingte Ausfälle waren, laut Bericht des damaligen Präsidenten Dr. Fred Rubi, die Gründe, welche zum Abstieg führten.
Ein Neubeginn
Wiederum gab es einige Mutationen im Verein. Ferdi Scheidegger verzichtete auf eine weitere Trainerarbeit und auch der Präsident stellte seinen Posten zur Verfügung. Fortan kümmerte sich Fred Inniger um die Geschehnisse im EHC Adelboden. Mit Gian Bazzi, einem ehemaligen internationalen Spieler aus Langnau, wurde erneut ein Trainer aus dem Unterland verpflichtet. Die Trainings mit Bazzi fanden jeweils am Freitagabend statt. Wenn der Trainer in Adelboden in den Ferien weilte, wurden auch während der Woche mit ihm trainiert, sonst wurde er von einem einheimischen Spieler vertreten.
Das Spielerkader wurde nun extrem verjüngt. Unter Applaus wurden an der Versammlung von 1968 mehrere Spieler im Alter von 16 und jünger ins Kader der 1. Mannschaft aufgenommen. Nun wurde das Sommertraining, welches Scheidegger realisiert hatte, noch intensiviert. In der Garage der Firma Stucki kam es zu einem regelmässigen Schusstrainig. Die Torhüter waren in voller Montur – geschossen wurde ab einer harten Pavatex-Platte. Noch war aber diese Mannschaft zu schwach, um in der 2. Liga problemlos bestehen zu können. Mit knapper Not entging man einmal mehr dem Abstieg und man musste zur Kenntnis nehmen, dass ein berühmter Trainer auch nicht gleich Wunder bewirken kann. Gian Bazzi verliess nach einem Jahr den EHC Adelboden wieder, und auf ihn folgte mit Arthur Hari für eine Saison wieder ein bewährter Mann aus den eigenen Reihen als Spielertrainer. Langsam stellte sich der Erfolg wieder ein. Unter Jürg Blum, – auch er war langjähriger Stammspieler in Adelboden, wurde die Mannschaft in der Saison 71/72 dritte der Meisterschaft. Die bessere Vorbereitung gegenüber früher trug unverkennbar Früchte. (Konditionstraining, Eistrainings in Lyss und Kandersteg in der Vorsaison). Da Grindelwald und Lauterbrunnen auf die Aufstiegsspiele verzichteten, nahm Adelboden an dieser Finalrunde teil. Es reichte noch nicht zum Aufstieg, das junge Team blieb von der ersten Liga noch „verschont“.
Wieder in die erste Liga
Für die Saison 73/74 wurde der 20-jährige Emilio Marcon vom Präsidenten als Spielertrainer eingesetzt. Gecoacht wurde das damalige Team von Peter Loosli. In der Mannschaft hatte es inzwischen zahlreiche Spieler, welche unter Peter Grunder das ABC des Hockeys gelernt hatten. Im Frühling 75 kam es erneut zu in einer packenden Aufstiegsrunde. Als Gegner traten Ajoie und Hasle-Rüegsau/Lützelflüh (heute Brandis) an. Die Serie verlief ausgeglichen, erst in der letzten Runde konnte der Aufsteiger ermittelt werden. Ajoie erwies sich als sehr starke Mannschaft, konnte aber hier zu hause vor über 600 Zuschauern mit 4:3 besiegt werden. Die Entscheidung viel dann in der Auswärtspartie gegen Lützelflüh in Burgdorf. Mit dem Schlussresultat von 5:3 wurde der Aufstieg in die 1. Liga Tatsache.
Der jungen Mannschaft aus Adelboden wurde in der ersten Liga nicht viel Kredit eingeräumt. In der Presse galten die Oberländer klar als Abstiegskandidat Nummer eins. Ferdi Scheidegger stellte sich erneut als Trainer/Coach zur Verfügung. Wider erwarten der Allgemeinheit konnte sich Adelboden in der oberen Spielklasse behaupten. Prominentester Gegner war damals die Mannschaft von Fribourg-Gottéron, welche gerade für eine Saison einen Taucher in die erste Liga in Kauf nehmen musste. Auch in der nächsten Saison konnte der Ligaerhalt gesichert werden, und so reifte Adelboden langsam zu einem ernst zu nehmenden Gegner heran.
Die Trainer als Angestellte
Zwei Jahre später leisteten die Klubverantwortlichen von Adelboden wieder Pionierarbeit. Mit Emilio Marcon wurde in der Saison 1977/78 erstmals während der Wintermonate ein vollamtlicher Trainer für den EHC Adelboden angestellt. Seine Aufgabe war es, die Mini-Novizen, Novizen, Junioren, sowie die 1. und die 2. Mannschaft zu trainieren. Nach zwei Jahren erfolgreicher Arbeit mit allen Teams kam es zum nächsten Trainerwechsel. Der zeitliche Aufwand um mit allen Mannschaften arbeiten zu können wurde zu gross, zumal auch noch ein Moskito-Team am Entstehen war. Der Vorstand, und eine in den letzten Jahren eingeführte Technische Kommission, schauten sich nach einer besseren Lösung um. Vor allem die Aufgabe als Spielertrainer sollte nicht mehr praktiziert werden. In der Person von Reto Koller fanden sie einen dynamischen jungen Trainer, welcher bereit war, die Förderung des EHC Adelboden weiter voran zu treiben. In Arosa und in Kloten war Reto bereits als Trainer im Junioren-Bereich tätig gewesen. Seine Erfahrungen in NL Vereinen sollte er nun an seinen Stammverein weitergeben. Auch er wurde vollamtlich angestellt und brachte diverse Umstrukturierungen und Verbesserungen in das Clubgeschehen. Ein weiteres Jahr verblieb man ohne grosse Sorgen in der ersten Liga. Im Sommer 1980 konnte der EHC Adelboden sein 50 jähriges Bestehen als sportlich und finanziell gesunder Verein feiern.
Die Sensation
Nach einer turbulenten Saison mussten die Verantwortlichen auf Trainersuche. Zur Wahl standen der Einheimische Emilio Marcon und der Kanadier Ted Snell. Nach Rücksprache mit der Mannschaft entschied man sich in erwarteter Weise für den Kanadier. Leider sagte dieser kurz vor Vertragsabschluss ab, und dass Emilio noch Einspringen würde konnte auch nicht angenommen werden. So musste die Suche neu beginnen. Es kam nun aber doch noch zum Kanadier. Nach zwei Jahren beim SC Langenthal wechselte Jack Holmes zu Adelboden.
Ein neuer Abschnitt
Mit Jack Holmes wurde ein ehemaliger Profispieler aus dem Mutterland des Eishockeys engagiert. Damit wurde Adelboden als Club überall noch mehr respektiert. Es war bekannt, dass bereits einige Nationalligaspieler ehemals aus unserem Verein stammten. Allen voran natürlich Urs Bärtschi, Marco Koller und Bernhard Lauber, welche sogar die Schweiz auf dem Eis vertreten durften. Auch im Dorf brach eine Euphorie aus. Immer mehr Buben kamen zum Eishockey und Jack verstand es bestens, sie alle zu motivieren und für das Eishockey zu begeistern. Die schon zuvor gut geführte Nachwuchsbewegung wurde grösser und grösser. Der Kanadier beschränkte sich aber nicht nur auf seine eigentliche Hockeyarbeit. Für jeden Anlass hatte er noch eine Hand frei und war stets hilfsbereit.
Freud und Leid
Nicht nur in Adelboden wurde viel für den Hockeysport getan. In der ganzen Schweiz wurden zahlreiche Eishallen gebaut und das Leistungsniveau stieg ständig. Dank guter Arbeit fanden aber weiterhin hiesige Spieler den Weg in höhere Ligen. Jahr für Jahr wurden Spieler-Transfers getätigt, die Abgänge mussten so gut als möglich kompensiert werden. Dies gehörte nun zum Hockeyalltag. Mit Peter Bärtschi, welcher im Frühling 1986 abwanderte, schaffte es später noch einmal ein Adelbodner, das Schweizertrikot zu tragen. Trotz grossen Anstrengungen kam die erste Mannschaft jedoch nie über einen Mittelfeldplatz hinaus. Neben Wiki zählte man nun aber bereits als Traditionsverein in der höchsten Amateurliga.
Ein Höhepunkt in der Zeit von Jack waren sicher die Spiele gegen den SC Langnau.
Das Schlussresultat von 2:2 in der Ilfishalle blieb noch lange unvergessen. Die Emmentaler gaben nämlich während der ganzen Meisterschaft nur gerade mal 2 Punkte ab. Dass beim Heimspiel gegen diesen Gegner in der Saison 1991/92 über 1000 Zuschauer auf unserer Eisbahn Platz fanden, kann man sich heute kaum mehr vorstellen. Ein schwerer Schicksalsschlag traf die Hockeygemeinschaft, als im Alter von 18 Jahren das Nachwuchstalent Michiel den Hartog 1990 bei einem Skiunfall tödlich verunglückte.
Wechsel im Vorstand
Christian Gempeler hatte im April 1989 die Geschicke des Clubs inzwischen acht Jahre geleitet. Seine kompetente Führung wurde von allen Mitgliedern sehr geschätzt. Es war ihm und seiner Geschäftsleitung gelungen, 1986 einen bedeutenden Gönnerclub auf die Beine zu stellen. Die Mitglieder dieses Clubs waren bereit, pro Saison 555 Franken an den EHC zu überweisen. Christian wünschte nun zurückzutreten und übergab das Präsidialamt an Felix Hari. Dieser war zuvor Kassier gewesen und kannte die Vorstandsarbeit. Bereits nach drei Saisons kam es erneut zu einem Wechsel. Als neuer Präsident stellte sich ab 1992 nun Patrick Maeder, seit drei Jahren Sekretär des Clubs, zur Verfügung. Da er nicht in Adelboden wohnte, war für ihn die Arbeit nicht gerade einfach. Erschwerend kam hinzu, dass sich in Sachen Trainerstab langsam eine Änderung abzeichnete. Das Vereinsleben verlief leider nicht mehr so reibungslos wie auch schon. Die erste Mannschaft war dem Abstieg in die zweite Liga nur knapp entgangen. Bei den Junioren wurde er sogar Tatsache.
Ein neues Konzept sollte die Verantwortung in der Förderung junger Spieler wieder auf mehrere Schultern verteilen. Im Nachwuchsbereich wurden vermehrt einheimische Trainer aktiv. Nach seinem ersten Amtsjahr konnte Patrick Maeder aber wieder sportliche Erfolge feststellen. Rang fünf von elf Teams in der ersten Liga und die Rückkehr der Junioren in die A Klasse unter Coach Dani Guadalupi waren die Ergebnisse.
Ein neuer Trainer
Jack Holmes suchte nun eine neue Herausforderung. Nach zehn Jahren intensiver Trainertätigkeit verliess er 1993 den Verein und wechselte zum 1. Liga Club Solothurn. Sein Nachfolger als Trainer unserer stärksten Mannschaft hiess Hans Wenger. „Housi“ brachte Erfahrungen als NLB Spieler und als ehemaliger Trainer des SC Thunerstern mit.
In der Saison 1993/94 wurden in der ersten Liga erstmals 32 Runden gespielt. Zuvor waren es jeweils 10 bis 12 Partien weniger. Nach der langen Meisterschaft fehlte dem Team ein einziger Punkt, um sich in einem Entscheidungsspiel aus eigener Kraft retten zu können. Der Abstieg musste nach sage und schreibe neunzehn 1. Liga-Jahren akzeptiert werden.
Ein neuer Präsident
Noch während der Saison musste Patrick Maeder leider zur Kenntnis nehmen, dass seine Führungsarbeit viel mehr Zeit in Anspruch nehmen würde als er überhaupt investieren konnte und stellte daraufhin an Weihnachten sein Amt zur Verfügung.
An der darauf folgenden Hauptversammlung im Juni 1994 wurde Dr. Werner Schmid unter Applaus als Nachfolger gewählt.
Nach der Wende
Für den neuen Präsidenten gab es von Beginn weg viel Arbeit. Werner Schmid bemängelte die zeitweilige Disziplinlosigkeit und pochte bei einigen Spielern auf Ihre Vorbildsfunktion. Die erste Saison in der 2. Liga verlief mit Hochs und Tiefs. Anfängliche Überheblichkeiten, gepaart mit dem Unterschätzen von Gegnern wie Schaffhausen, Polar Bern oder Mirchel wichen spätestens nach dem Regional-Derby gegen Grindelwald. Gegen Ende der Saison war die Luft aber wieder draussen und es folgten weitere vermeidbare Niederlagen. Schlussendlich resultierte der 5 Tabellenrang. Hans Wenger legte sein Amt als Trainer nieder und als Nachfolger konnte Marco Koller gewonnen werden.
Die mageren Jahre
Zwischen 1996 bis 2000 war das Fanionteam der 1. Mannschaft von vielen negativen Ereignissen geprägt. Man musste sich zwei Jahre nur mit dem drittletzten Rang begnügen und in der Saison 1997/98 entkam das Team dem Abstieg in die 3. Liga nur knapp. Aktive Spieler im guten Hockey-Alter zwischen 20 und 30 Jahren fehlten dem Team, aber auch das Verletzungspech oder die nonchalante Einstellung zum Sport waren Gründe, warum sich die Zuschauerränge bei den Heimspielen mehr und mehr lichteten. Auf die Saison 1998/99 nahm Roger Galli als neuer Präsident die Geschicklichkeiten der Vereinsführung in die Hand. Sein Einstand begann mit der unerwarteten Niederlegung des Traineramtes durch Marco Koller und Putz Schranz im Trainingslager in Engelberg Differenzen zwischen dem Team und dem Trainerduo hatten zu diesem Entscheid geführt. Benel Künzi, Mitglied der Technischen Kommission übernahm die Mannschaft und führte diese schlussendlich auf Rang zwei und an die erfolglose Teilnahme der Aufstiegspiele in die 1. Liga. Wegen elf Abgängen routinierter Spieler musste man sich jedoch ein Jahr später erneut mit dem drittletzten Rang zufrieden geben. Das Durchschnittsalter der Spieler lag knapp unter 20 Jahren!
Der Wiederaufstieg
Mit dem Trainerwechsel hin zu Hans Bosshard und dem Zuzug des Ex-Nationalspielers Bruno Maurer wurde das anvisierte Ziel, der Wiederaufstieg in die höchste Amateurklasse nach sieben Jahre 2. Liga, in der Saison 2000/01 erreicht. Es ging ein regelrechter Aufschwung durch das Dorf und es herrschte Hockeyfieber. Dass auch die Nachwuchsbewegung von diesem Virus befallen wurde, schlug sich in zwei 1. Rängen der Junioren und der Novizen nieder. Die Novizen-Mannschaft gab in allen 18 Spielen keinen einzigen Punkt ab. Dieser Erfolg im Nachwuchsbereich war auch für alle Trainer und Betreuer eine Bestätigung ihres Schaffens. Seit Jahren wird der sinnvollen Beschäftigung unserer Jugend im Tal ein sehr hohes Augenmerk beigemessen. Nicht weniger als gegen 60 Buben (aber auch Mädchen) finden Jahr für Jahr beim EHCA eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, in welcher Teamgeist, Gesundheit und nicht zu letzt der Spass am Spiel gefördert wird.
Die erste Saison in der 1. Liga endete mit Rang 9. Hans Bosshard entschied sich kurz vor Weihnachten, den Hut zu nehmen. Seiner Meinunung nach, konnte er dem Team nicht mehr die nötigen Impulse geben, um erfolgreich zu sein. Als Nachfolger konnte nach einigem Suchen Jack Holmes gefunden werden. Da auch Präsident Roger Galli sein Amt zur Verfügung stellte, übernahm sein Vizepräsident Peter Loosli die Vereinsführung, bis auf die Saison 2002/03 hin Beat Spiess als neuer Präsident gewählt werden konnte. Die Play-Offs im Jahr zwei nach dem Aufstieg wurden nur knapp verpasst und in der Abstiegsrunde wurden die nötigen Punkte für den Ligaerhalt bald eingespielt. Kurios war sicher die Konstellation, dass im Fanionteam zwischen dem jüngsten Aktiven Spieler (Kaspar Schmid) und dem ältesten (Putz Schranz) sage und schreibe 30 Jahre Altersunterschied zu verzeichnen waren.
Die erneute Relegation
Das Glück verliess die erste Mannschaft 2003/04 vollends. Im letzten, entscheidenden Spiel der Abstiegsrunde gegen den SC Thun wurde mit einer Niederlage der Abstieg in die zweite Liga nach drei Jahren Zugehörigkeit in der oberen Spielklasse wieder besiegelt. Im Vorstand war man sich bewusst, dass angesichts der sich bietenden Möglichkeiten an Spielerpotential dies der richtige Ort war, wo die sportlichen Tätigkeiten zu suchen sind.
Mit Peter Bärtschi konnte als Trainer eine neue Integrationsfigur für den Club gewonnen werden. Er führte die junge Mannschaft in der Qualifaktion 2004/05 auf Rang eins und stiess in den Play-Offs bis in den Halbfinal vor, wo man gegen Belp scheiterte.
Im Jahr 2008 gelingt der Wiederaufstieg in die 1. Liga.Die Junioren absolvieren in der gleichen Saison 17 Spiele ohne Niederlage und steigen in die „Junioren Top“-Liga auf. Die erste Mannschaft startet nach dem Aufstieg gut und beendet die Saison auf Platz 7 – ein Rang höher, und man wäre in die Playoffs gestiegen. Im Folgejahr findet man sich am Schluss der Rangliste. Nur weil „Rot-Blau Bern“ freiwillig absteigt, kann der EHC Adelboden die erste Saison in der neuen Eissporthalle in der 1. Liga bestreiten. Mit dem Verlassen der alten Kunsteisbahn übernimmt Hansjürg „Housi“ Thüler mit Adrian Zurbrügg das Coaching. Nun möchte man in der „Sportarena“ brillieren – die erste Saison hier fällt aber wieder enttäuschend aus: „Mit dem Gegner mitgehalten, aber am Ende doch erfolglos“, so das Fazit Thülers in der „EHC-Zytig“ vom April 2012.
Nationalliga-Rückkehrer David Maurer sowie Zuzüger aus dem Nachwuchs von NLA-Clubs sollen nun den Ligaerhalt sichern. In der Saison 2012/2013 hofft man nach gutem Beginn auf die Playoffs, muss dann jedoch – wie im Jahr darauf – erneut um den Verbleib in der 1. Liga kämpfen.
Der Vorstand reagiert, er will die Arbeit effizienter auf mehreren Schultern verteilen. Putz Schranz wird Coach und soll der Sportkommission helfen, „die Durchgängigkeit vom Nachwuchs bis in die 1. Mannschaft zu optimieren“ (Präsident Pascal von Allmen in der „EHC-Zytig“ vom September 2013).
Der Weg zu einer soliden Erstliga-Mannschaft führt über kontinuierliche Nachwuchsförderung. Adelboden gelingt es bisher, alle Abteilungen von den Mini-Novizen bis zu den Junioren intakt zu halten.
Wie sich Hochs und Tiefs abwechseln, zeigen auch die Schlussranglisten vom April 2015; die Vielfalt der Teams verweist auf die grosse Arbeit hinter dem Spielbetrieb: Die erste Mannschaft findet sich auf dem zweitletzten Rang, die Junioren dagegen sind Erstplatzierte in der Leistungsklasse A, dies nach dem Abstieg aus der Top-Klasse im Vorjahr. Novizen und Mini-Novizen A beenden die Wettkämpfe je als zweite von elf Teams, und die Moskitos B, im Verbund mit Kandersteg, glänzen an der Spitze von acht Konkurrenten.
Von der selbst betriebenen Kunsteisbahn zur neuen Eishalle
Eine wichtige Episode der Vereinsgeschichte, jenseits von Stock und Scheibe: Mit den „Alpenbad“-Plänen kündet sich anfangs des Jahrtausends das Ende der ausgedienten Kunsteisbahn auf dem Nevada-Areal an. Während einiger Jahre betreiben der Hockey- und der Curlingklub die alten Anlagen zu je 50 Prozent in Eigenverantwortung. Aber wohin künftig mit dem Eis? EHC-Persönlichkeiten entwickeln allerlei Visionen, bis die von der Gemeinde eingesetzte Planungsgruppe „Neue Eissportanlagen“ ein Projekt für die Zelgmatte erarbeitet hat. Eishockeyclub-Exponenten geben alles, um Behörden und Bevölkerung zu überzeugen. Im November 2006 genehmigt das Stimmvolk einen Baulandkredit von 1,5 Millionen, einen Aktienanteil von einer Million und einen auf zehn Jahre beschränkten jährlichen Betriebsbeitrag von 200’000 Franken. Darüber hinaus müssen Publikumsaktien im Wert von 3,5 Millionen unter die Leute gebracht werden. Mit weiteren Abstimmungen gewährt die Gemeinde eine Erhöhung ihres Aktienanteils um eine Million und bürgt zusätzlich für weitere drei Millionen Franken Darlehen. In der „EHC-Adelboden-Zytig“ vom April 2009 ruft Präsident Beat Spiess auf, weiterhin Aktien für die neue Sportarena zu zeichnen, da die „Finanzierung noch nicht sichergestellt“ sei. Es gelingt – am 26. August 2009 erfolgt im Mühliport der Spatenstich für die „Freizeit- und Sportarena“ mit Eishockey- und Curlinghalle, Bowling- und Kletteranlagen samt Restaurant, welche im Februar 2011 eröffnet wird.
Motivation und Super-1.Liga
Motivation ist alles: dafür sorgt derzeit etwa das Projekt „Sport und Atmospäre“, wo sich auch der Künstler Björn Zryd engagiert.
Im Cluborgan vom April 2014 sinniert der neue Präsident, Eric Graf, über die Zukunft der „kleinen“ Erstligisten: „Mittelfristig ist der immer grösser werdende Aufwand … nur schwer zu bewältigen.“ Die Swiss Ice Hockey Federation (SIHF) sei bestrebt, den aktuellen Abstand zwischen der 1. Liga und der Nationalliga B zu „optimieren“ – will heissen, junge Talente schneller an die Nationalliga heranzuführen und den verbleibenden „alten“ Spielern dennoch eine sportliche Herausforderung zu bieten. Am 23. Januar 2016 meldet die Nachrichtenagentur sda: „Die neue Super-1.Liga, zwischen NLB und 1. Liga angesiedelt, startet in der Saison 2017/2018.“
Grosse Unterstützung und Ausblick
Wie dem auch sei: Das Bestehen unseres Hockeyclubs in der 1. Liga hängt davon ab, ob immer wieder genügend Kinder dafür zu begeistern sind – und ob weiterhin so zahlreiche Menschen freiwillige Mitarbeit leisten. Nicht zuletzt bedarf es auch des Willens der Gemeinde, den Unterhalt der Sportanlage mitzufinanzieren. Wenn weiterhin hochstehender Sport geboten wird und der Verein gute Jugendarbeit leistet, werden auch Sponsoren und lokales Gewerbe dem Eishockeyclub Adelboden die Treue halten.
(Einige Eishockeyspieler und -spielerinnen aus Adelboden, die in jüngerer Zeit in Nationalliga-Equipen spielen oder gespielt haben: Markus Wüthrich, Urs Bärtschi, Marco Koller, Lorenzo Marcon, Peter «Putz» Schranz, Bernhard Lauber, Peter Bärtschi, Bruno Maurer, David Maurer, Peter Trummer, Martin Allenbach, Bruno Marcon, Miro Zryd und Andrea Schranz.)
Die Redaktoren: Reto Koller, Emilio Marcon, Hans Baumann und Res Kallen