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Eisenmaltol Arzneimittelgruppen Spurenelemente EisenEisenmaltol ist ein Komplex, der aus dem Eisen(III)-Ion und drei Molekülen Maltol besteht. Der Wirkstoff wird für die orale Behandlung eines Eisenmangels eingesetzt und dazu morgens und abends nüchtern eingenommen. Im Unterschied zu Eisensalzen soll das Eisen aus dem Eisenmaltol gemäss der Literatur besser absorbiert werden und den Verdauungstrakt weniger reizen. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören gastrointestinale Störungen.ProdukteStruktur und Eigenschaften
Eisenmaltol enthält Eisen(III)-Ionen in einem Komplex mit drei Molekülen Maltol (Eisentrimaltol). Aufgrund der Komplexierung wird das Eisen gemäss der Literatur im Vergleich mit den Eisensalzen besser aufgenommen. Aufgrund der besseren Bioverfügbarkeit kann die Dosis reduziert werden. Gleichzeitig sinkt das Potential für gastrointestinale Reizungen, weil das Eisen direkt aus dem Komplex absorbiert wird und kein freies Eisen in den Verdauungstrakt gelangt. Maltol ist ein natürlich vorkommendes Zucker-Derivat, das auch als Lebensmittelzusatzstoff (Geschmacksverstärker) verwendet wird.
Wirkungen
Das zugeführte Eisen (ATC B03AB10 ) substituiert die im Körper fehlende Eisenmenge. Es wird einerseits für den Aufbau von Hämoglobin, Myoglobin und Enzymen verwendet und wird andererseits zum Beispiel in der Leber gespeichert.Indikationen
- Für die Behandlung des Eisenmangels bei Erwachsenen.
- In der Schweiz: Behandlung der Eisenmangelanämie bei erwachsenen Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.
Gemäss der Fachinformation. Die Kapseln werden in der Regel morgens und abends nüchtern eingenommen.Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit
- Hämochromatose und sonstige Eisenüberladungssyndrome
- Patienten, die wiederholt Bluttransfusionen erhalten
Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.Interaktionen
Eisenmaltol soll nicht mit intravenösem Eisen kombiniert werden. Eisen kann die Absorption anderer Wirkstoffe reduzieren und sollte deshalb in einem zeitlichen Abstand von zwei bis drei Stunden eingenommen werden (z.B. Tetrazykline, Levothyroxin, Levodopa). Dadurch kann auch die Absorption des Eisen gehemmt werden. Die Kombination mit Dimercaprol, Chloramphenicol und Methyldopa soll vermieden werden.Unerwünschte Wirkungensiehe auchLiteratur
- Arzneimittel-Fachinformation (EMA, CH, UK)
- Barrand M.A., Callingham B.A., Dobbin P., Hider R.C. Dissociation of a ferric maltol complex and its subsequent metabolism during absorption across the small intestine of the rat. Br J Pharmacol, 1991, 102(3), 723-9 Pubmed
- Schmidt C. et al. Ferric maltol therapy for iron deficiency anaemia in patients with inflammatory bowel disease: long-term extension data from a Phase 3 study. Aliment Pharmacol Ther, 2016, 44(3), 259-70 Pubmed
- Gasche C. et al. Ferric maltol is effective in correcting iron deficiency anemia in patients with inflammatory bowel disease: results from a phase-3 clinical trial program. Inflamm Bowel Dis, 2015, 21(3), 579-88 Pubmed
Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.