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Martin Luther hat hier im Augustinerkloster Erfurt von 1505 bis 1511 als Mönch gelebt. Auch Johann Sebastian Bach war hier, um die Orgel zu prüfen.
Augustiner-Eremiten haben das Kloster um 1277 erbaut. Nach der Reformation ging das Kloster 1525 in den Besitz der Evangelischen Kirche über; 1559 wurde es von der Stadt Erfurt säkularisiert. 1945 wurden Teile des Klosters bei einem Luftangriff zerstört. Seit 1994 ist das Augustinerkloster Dienstsitz der Propstei Erfurt-Nordhausen. 1996 bezogen Schwestern der evangelischen Communität Casteller Ring einen Teil des Gebäudes, das ansonsten unter dem Namen "Evangelisches Augustinerkloster zu Erfurt" vor allem als Tagungs- und Begegnungszentrum genutzt wird, das auch Pilger aufnimmt.
Das Augustinerkloster, Rückansicht von der Comthurgasse
gotischer Kreuzgang
Renaissance Hof. Hier befinden sich die Gästezimmer und auch die Unterkunft für Pilger (im Untergeschoss).
Die Chorfenster der Augustinerkirche entstanden zwischen 1300 und 1320 in der Symbolsprache des Mittelalters. Im Löwen- und Papageien-Fenster befindet sich das Vorbild der Lutherrose. Auf dem Fenster lösen sich Tierpaare und Blattwerkrosetten ab. Lilie und Rose stehen für die Reinheit Mariens, die Darstellung der Papageien sind eine Aufforderung, die Stimme der Apostel nachzuahmen, also im rechten Glauben zu bleiben. Die Weinstöcke und Löwen des Fensters wiederum verweisen auf Christus selbst, den „Löwen aus Juda“ und die fruchtbringenden Eigenschaften des Weinstocks, die Christus zugeschrieben werden.
Martin Luther trat 1505 im Augustinerkloster zu Erfurt in den Orden ein. Er blieb bis Herbst 1511 im Erfurter Kloster. Hier erhielt er seine grundlegende theologische Prägung.
Die Lutherrose verwendete Martin Luther seit 1530 als Siegel für seinen Briefverkehr. Sie ist zum Zeichen lutherischer Christen in der ganzen Welt geworden.