Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/114207

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine Prospektivstudie zum Fachkräftebedarf in den einzelnen Wirtschaftssektoren nach Branchen und Berufsprofilen zu erstellen. Die Ergebnisse dieser Studie sollen Bundesrat und Parlament als Ausgangslage dienen, um die Politik in Sachen Bildung, wirtschaftliche Entwicklung, Migration und Integration bestmöglich auszurichten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist sich der Relevanz der Fragestellung bewusst. Die Informationen über angebotene und nachgefragte Qualifikationen sind vielfältig:</p><p>- Das Bundesamt für Statistik (BFS) publiziert Indikatoren zu den Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Arbeitskräften nach Ausbildungsniveaus und zur Erwerbslosigkeit nach Ausbildungsniveaus. Beide Indikatoren erlauben Rückschlüsse auf den Bedarf der Wirtschaft nach bestimmten Qualifikationen.</p><p>- Das BFS publiziert zudem Langzeitszenarien über das Ausbildungsniveau der Bevölkerung und die Rekrutierungsbedürfnisse im Bildungswesen.</p><p>- Weiter wurden punktuell für einzelne Problemstellungen Studien erstellt. Das Staatssekretariat für Bildung und Forschung hat 2010 eine Studie "Ausmass und Ursachen des Fachkräftemangels in Mint (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik)" publiziert. Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie hat verschiedene Studien zu den Pflegeberufen publiziert.</p><p>Die Strategie der Verwaltung geht in Ergänzung zu den umfassenden Daten des BFS dahin, gezielt für verschiedene Fragestellungen das notwendige Wissen zu generieren. Dies hat sich als erfolgreich erwiesen.</p><p>Das Postulat verlangt dagegen eine flächendeckende Analyse für alle Berufe und Qualifikationen. In Anbetracht der Unsicherheit über die zukünftigen weltwirtschaftlichen und technologischen Entwicklungen hätte eine derartig generelle Studie wenig Aussicht auf Erfolg. Im Gegenteil, sie liefe Gefahr, eine zu grosse Planbarkeit vorzuspiegeln und die Auszubildenden in trügerischer Sicherheit zu wiegen oder gar fehlzuleiten. Zudem würde sie in hohem Masse Ressourcen binden, welche für wirtschaftspolitisch dringende Studien eingesetzt werden könnten.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.