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Neophyt heisst übersetzt „neue Pflanze“ oder nach Duden - aus dem Spätgriechischen - „neu gepflanzt“. Der Ausdruck wird für Pflanzen verwendet, die sich in einem Gebiet angesiedelt haben, wo sie ursprünglich nicht vorkamen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Pflanzen durch den Menschen bewusst eingeführt oder versehentlich eingeschleppt wurden. Als zeitliche Grenze wurde das Jahr 1492 gewählt.
1492 ist das Jahr in dem Christoph Kolumbus Amerika entdeckte. Über die neuen Handelswege wurden Pflanzen nach Europa eingeführt, indem sie zum Beispiel mit Schiffen von Amerika oder Südostasien mitgebracht wurden. Entweder als Samen oder kleinen Pflänzchen in der Fracht oder auch auf Containern. Teilweise kamen gebietsfremde Pflanzen als sogenannte " blinde Passagiere" in ihre neue Heimat.
Viele bekannte Nutzpflanzen wie Kartoffel, Tomaten und Mais waren ursprünglich bei uns nicht heimisch. Sie wurden absichtlich für die Landwirtschaft und den Gartenbau eingeführt. Die Sonnenblume haben zum Beispiel spanische Seefahrer als Kerne von Amerika nach Europa mitgebracht. Die Kartoffel kam erst im siebzehnten Jahrhundert aus Italien in die Schweiz. Mit dem weltweiten Reiseverkehr und Handel werden auch heute noch Pflanzen in andere Gegenden transportiert. Viele dieser gebietsfremden Pflanzen sind verwildert und haben sich an ihre neue Umgebung angepasst.
Faktoren wie etwa die Lage, Klimazone oder Bodenbeschaffenheit spielen eine Rolle, ob sich neue Pflanzenarten in einer Region dauerhaft ansiedeln können. Viele eingeführte Pflanzenarten, wie zum Beispiel die Rosskastanie, haben sich bei uns gut integriert und ergänzen die einheimische Pflanzenwelt, bieten Nektar für Insekten oder dienen als Heilpflanzen. Es gibt aber Arten, die sich invasiv verhalten und die einheimische Flora verdrängen.
Die invasive Neophyten breiten sich stark aus, verdrängen die einheimische Flora und reduzieren so die Artenvielfalt. Gewisse dieser Pflanzen sind auch schädlich für unsere Gesundheit, sie können Bachufer destabilisieren oder Bauten schädigen. Da sie aus anderen Gebieten stammen, haben sie häufig wenig natürliche Feinde, wachsen und verbreiten sich gut und konkurrenzieren mit der ursprünglich vorkommenden Vegetation. Dies sind Gründe warum invasive Arten heute als grosse Bedrohungen für die Biodiversität gelten.
In der Schweiz haben sich bis jetzt etwa 500 bis 600 Arten angesiedelt, wobei die Mehrheit dieser Arten gut integriert ist. Einige verhalten sich jedoch invasiv, verdrängen einheimische Arten und tragen zum Rückgang der biologischen Vielfalt bei. Beispiele invasiver Neophyten sind:
Der austretende Milchsaft des Riesenbärenklaus kann bei Sonnenschein die Haut verätzen. Das hübsch blühende Drüsige Springkraut überwuchert an vielen Orten die Bachufer, was sich auf die Tierpopulation auswirkt, welche am Bachufer im Gehölz Brutplätze findet, wie zum Beispiel die Stockente.
Im Garten sollte man darum keine invasiven Arten anpflanzen und stattdessen lieber einheimische Arten verwenden. Falls man invasive Arten im Garten erkennt, sollte man sie ausreissen, aber nicht im eigenen Kompost, sondern sachgerecht entsorgen.
Abgeblühte Blütenstände sollte man abschneiden, da die Pflanzen oft eine grosse Menge Samen haben. Die Rhizome sollten man ausstechen. Mehr Informationen über invasive Neophyten findet man hier oder auch hier.
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