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Hundealter berechnen: Hundejahre in Menschenjahren
Sicherlich kennen Sie auch Sie die «Faustregel», dass ein Hundejahr sieben Menschenjahren entspricht? Wissenschaftlich gesehen, ergibt diese Formel keinen Sinn, denn genauso wie bei uns Menschen verändert sich im Laufe des Lebens auch bei Hunden die chemische Struktur der DNA. Hier erfahren Sie, wie Sie das Hundealter richtig berechnen können.
Wer die Faustregel erfunden hat, lässt sich leider nicht zurückverfolgen. Amerikanische Genetiker haben aber nun eine Formel aufgestellt, mit der sich Hundejahre in Menschenjahre umrechnen lassen. Untersucht wurde dabei die DNA-Methylierung von 104 Labrador-Welpen im Alter zwischen 4 Wochen und 16 Jahren. Dabei wurde festgestellt, dass sich die Methylgruppen bei Hunden je nach Alter an den charakteristischen Genomabschnitten anlagerten wie bei uns Menschen. Besonders hoch war die Korrelation dann, wenn sich der Körper stark verändere, z.B. beim Zahnen oder während der Pubertät. Deswegen ist die Berechnung etwas komplexer, als das Hundealter einfach mit sieben zu multiplizieren.
Die neue Berechnung des Hundealters
Die neue Formel, die die Wissenschaftler aufgestellt haben, lautet wie folgt:
Ln (Hundealter) x 16 + 31 = Menschenalter
Man nehme also den natürlichen Logarithmus des Hundealters, multipliziere diesen mit 16 und addiere im Anschluss 31. Die Formel gilt allerdings erst, wenn die Tiere älter als 1 Jahr sind. Ohne Taschenrechner funktioniert das Umrechnen also nicht mehr. Demzufolge ist ein 2 Jahre alter Hund 42 Menschenjahre. Im Laufe der Jahre gleicht sich das Alter der Tiere jedoch den üblichen Annahmen an, der Alterungsprozess verlangsamt sich.
Ein Beispiel: 11-jähriger Dackel
16ln(11) + 31 = 69.36
Laut der Berechnung wäre ein 11-jähriger Dackel also 69 Menschenjahre alt und nicht 77 wie ursprünglich angenommen.
Ob die Formel allerdings auch für andere Rassen gilt, ist dahingestellt. Denn jede Rasse altert unterschiedlich, weshalb es wohl nie eine einheitliche Formel geben wird.
Lebenserwartung Hund: Wie alt wird eigentlich mein Hund?
Die durchschnittliche Lebenserwartung von Hunden hängt vor allem von der Grösse und Gewicht ab, aber auch von anderen Faktoren. Erfahrungsgemäss ist die Regel, dass kleinere Hunde länger leben als ihre grossen Artgenossen, wobei Mischlinge höhere Lebenserwartungen haben als Rassehunde. Bei der Berechnung der durchschnittlichen Lebenserwartung wird die Rasse dabei in kleine, mittlere und grosse Hunderassen eingeteilt:
- Kleine Rassen (bis 15 kg): 14-16 Jahre, wobei einige sogar bis zu 18 Jahre alt werden können
- Mittlere Rassen (15 bis 45 kg): 10-13 Jahre
- Grosse Rassen (mehr als 45 kg): 8-10 Jahre
Hierbei handelt es sich jedoch um das Durchschnittsalter, Hunde können demzufolge auch älter werden. Einer Studie zufolge haben grosse Rassen niedrigere Lebenserwartungen, weil sie schneller altern.
Die Frage nach dem Hundealter kann man schlussendlich nicht pauschal beantworten, denn die Lebenserwartung hängt neben der Grösse auch von verschiedenen anderen Faktoren ab:
Nur um einige zu nennen.
Häufigste Ursachen für früheren Tod
Die Gestaltung des Hundelebens ist ebenfalls ausschlaggebend, denn je gesünder, aktiver und «ausgefüllter» der Hund lebt, desto höher ist auch die Lebenserwartung. Oftmals sind viele Haustierarten stark überzüchtet, was sie anfälliger für Krebs und andere Krankheiten macht und damit die durchschnittlichen Lebenserwartungen senkt. Hier sind die häufigsten Ursachen für einen früheren Tod:
1. Krebs beim Hund
Vor allem bei grossen Rassen ist Krebs die häufigste Todesursache. Warum es so ist, konnte bisher nicht erforscht werden. Allerdings gehen die Wissenschaftler davon aus, dass es an der schnelleren Wachstumsphase liegt, weil die Zellen eher dazu neigen, sich abnormal zu entwickeln.
2. Verletzungen
Besonders kleine Hunderassen und Welpen, aber auch Arbeitshunde sind davon betroffen. Die Bandbreite von Verletzungen, die für unsere Hunde tödlich enden kann, ist dabei sehr vielfältig: Autounfall, Nachfolgen eines Hundebisses etc. Folgende Massnahmen können Sie treffen, um Ihren Liebling zu schützen:
- Immer angeleint Gassi gehen, vor allem an viel befahrenen Strassen.
- Den Hund immer im Auge behalten – auch Zuhause.
- Gefahrenquellen in der Wohnung reduzieren.
3. Erbkrankheiten
Leider sind Erbkrankheiten nicht immer nachweisbar. Umso wichtiger ist es, bei der Auswahl des Hundes besonders aufzupassen. Wie bereits oben erwähnt sind viele Rassen stark überzüchtet. Achten Sie besonders darauf, dass der Züchter verantwortungsvoll mit den Zuchtmethoden umgeht. Ein verantwortungsvoller Züchter lässt seine Zuchthündinnen und -rüden vor dem Einsatz und auch währenddessen regelmässig untersuchen und sie auf Erbkrankheiten prüfen. Tipps zum Hundekauf sowie eine Checkliste finden Sie hier.
4. Infektionen
Ob nach einem unbehandelten Hundebiss oder infolge einer gefährlichen Infektionserkrankung z.B. im Ausland: Zahlreiche Hunde sterben jährlich. Sie können das Risiko mindern, indem Sie Ihren Liebling regelmässig impfen und vom Tierarzt untersuchen lassen.
5. Übergewicht
Forscher haben belegt, dass ein übergewichtiger Hund durchschnittlich 2 Jahre weniger lebt als ein Hund mit Normalgewicht. Zudem ist das Risiko einer Diabetes-Erkrankung, Herz- und Kreislaufstörungen sowie Atembeschwerden höher. Das Übergewicht belastet den Bewegungsapparat des Hundes, Arthrose und Bandscheibenvorfälle können die Folge sein. Tragen Sie also Sorge dafür, dass Ihr Hund genug Bewegung bekommt und ausgewogen ernährt wird.
Natürlich möchten wir alle, dass unsere Lieblinge uns ein Leben lang begleiten. Am Ende des gemeinsamen Weges steht ihnen aber ein Abschied zu, den sie verdienen: Ein Ort der Stille in der Natur: www.tierwald.ch
Quellen:
- Sueddeutsche.de
- Welt.de
- Adobe Stock