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Projektleitung: Prof. Dr. Ulrike Ehlert, Eszter Pataky, MSc
Projektlaufzeit: 2017 - 2018
Projektbeschreibung
Leider sind depressive Symptome, Sorgen und Ängste während der Schwangerschaft und nach der Geburt keine Seltenheit. Bis zu 15% der frischgebackenen Mütter erkranken nach der Geburt an einer Postpartalen Depression (PPD). Dabei ist nicht nur die psychische Gesundheit der Mutter beeinträchtigt, sondern auch für die Partnerschaft, die Entwicklung des Kindes und das gesamte Familiensystem kann dies weitreichende Folgen haben. Eine möglichst frühzeitige Erkennung depressiver Symptomen ist daher prioritär. Jedoch werden depressive Symptome in der Peripartalzeit in der medizinischen Versorgung oft nicht erkannt, da die typischen depressiven Symptome wie Schlaf-, Appetitverminderungen und Energielosigkeit von den üblichen Schwangerschaftsbeschwerden überlagert werden. Eine möglichst valide Erhebung der mit depressiver Gestimmtheit assoziierten psychologischen Konstrukte ist daher äusserst bedeutsam. Zahlreiche biologische und psychosoziale Risikofaktoren für eine PPD wurden weltweit untersucht, wobei spezifische Risikofaktoren als Auslöser bisher nicht eindeutig identifiziert wurden. Die Ergebnisse aus der Forschung weisen darauf hin, dass für die Entwicklung einer PPD ein multifaktorielles Zusammenspiel von biologischen und psychosozialen Faktoren ausschlaggebend ist, die Entstehungsmechanismen konnten bislang jedoch noch nicht eindeutig geklärt werden.
Das Ziel dieser Online-Studie ist es daher längsschnittlich zu untersuchen, weshalb einige Frauen nach der Geburt depressive Symptome entwickeln und andere nicht. Dafür erheben wir zu drei Zeitpunkten (1x während der Spätschwangerschaft und 2x nach der Geburt) unterschiedliche psychosoziale Risikofaktoren, die mit der Entstehung einer PPD im Zusammenhang stehen können. Dabei interessieren wir uns für das psychische Wohlbefinden, schwangerschafts- und geburtsbezogene Aspekte, Einstellungen, Persönlichkeitsstrukturen, kritische Lebensereignisse und kognitive Funktionen während der Schwangerschaft und nach der Geburt. Die Ergebnisse dieser Studie sollen zu einem besseren Verständnis der Entstehung depressiver Symptome während und nach der Schwangerschaft beitragen und sollen für Prävention und Behandlung genutzt werden können.