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1999 stand ein Restaurant zum Verkauf: Es war der Raddampfer Neuchâtel! Seit der Einstellung des Betriebs der Neuchâtel hatten mehrere Wirte unser Schiff am Leben erhalten, indem sie es als Weinstube, Räucherei oder Gourmetrestaurant betrieben. Als das Restaurant 1999 verkauft wurde, kam eine Gruppe von Enthusiasten auf die verrückte Idee, das Schiff zu erwerben, um es wieder segeln zu lassen. TRIVAPOR war geboren! Auf Anhieb sollte es nicht klappen, der Verkauf ging am neu gegründeten Verein vorbei und es sollte noch weitere zehn Jahre dauern, bis der Kauf des Restaurants gelang. Während dieser zehn Jahre des Wartens war TRIVAPOR sehr aktiv und wuchs von neun Mitgliedern auf über 4000 Personen an. Sie begeisterten sich für Geschichte, Technik, Schifffahrt oder schlicht für eine sinnvolle Freizeitgestaltung auf unseren Seen. Zu den technischen Aspekten hatten zwei Schiffswerften Machbarkeitsstudien geliefert. Zwei unabhängige Berichte bestätigten die Möglichkeit einer Instandsetzung und Wiederinbetriebnahme. Auch wirtschaftliche Aspekte wurden untersucht. Ein Dozent der Universität St. Gallen erstellte einen Geschäftsplan und kam zum Schluss, die Neuchâtel könne so betrieben werden, dass die gesamten Kosten gedeckt und sogar ein Betriebsgewinn erzielt würde. Die entscheidende Fügung im Bereich Technik ergab sich 2005. TRIVAPOR erwarb eine passende Dampfmaschine, obschon der Verein nicht Eigentümer des Schiffes war und es völlig ungewiss blieb, ob er es je werden würde. Ab diesem Zeitpunkt wurde das Vorhaben der Renovierung der Neuchâtel glaubwürdiger, denn eines der grössten Hindernisse bestand bisher im Fehlen einer Dampfmaschine. Diese war bei der Umwandlung der Neuchâtel in ein Restaurant verschwunden. Nach langen Verhandlungen erwarb TRIVAPOR das «Restaurant» schliesslich im Jahr 2007. Nun beauftragte der Verein die Firma Shiptec/Luzern, einen detaillierten Plan für den Wiederaufbau des Dampfers zu erstellen. In drei Phasen gegliedert, sollten die Renovationsarbeiten je nach den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln vorangetrieben werden. Zahlreiche Arbeiten wurden in den vier Kantonen im Drei-Seen-Land, Bern, Freiburg, Waadt und Neuenburg ausgeschrieben und das Komitee berücksichtigte nach Möglichkeit regionale Unternehmen. So wurden beispielsweise die Bänke auf dem Vorderdeck der Neuchâtel in Boudry (NE) gefertigt, die Sessel des Salons Marc Oesterle in St-Aubin (FR) und der Salon in der Nähe von Bern (BE). Den provisorischen Hangar zum Wiederaufbau erstellte ein Unternehmen aus Cudrefin (VD).
Fast vier Jahre lang fanden die Renovierungsarbeiten in Sugiez (FR) statt. Tausende von Menschen kamen zur Baustelle, um die laufenden Arbeiten zu bewundern. Gleichzeitig wurden Tausende von freiwilligen Arbeitsstunden durch Mitglieder des Vereins – die Jeudistes – geleistet. Schliesslich konnte mit dem Stapellauf im Herbst 2013 die Ausbildung des Personals beginnen, das für den Betrieb der Neuchâtel erforderlich ist. Seit 2014 steht die Neuchâtel wieder in fahrplanmässigem Dienst.
Zum Abschluss dieser fünfzehn Jahre voller Abenteuer, anlässlich der Einweihungsfeier der Neuchâtel im Mai 2014, eröffnete der Präsident der Stiftung TRIVAPOR seine Rede mit einem Zitat von Mark Twain: