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Jonas Lüscher
Geboren 1976, wuchs in Bern auf. Er war einige Jahre als Lektor sowie Stoffentwickler in der Münchner Filmwirtschaft tätig, bevor er Philosophie studierte. Zur Zeit arbeitet Lüscher an der ETH Zürich. Nominiert 2013.
«Kraft»
Richard Kraft, ein neoliberaler Rhetorikprofessor in Tübingen, ist unglücklich verheiratet und finanziell gebeutelt. Die wissenschaftliche Preisfrage eines Silicon Valley-Milliardärs, weshalb alles, was ist, gut ist und wir es dennoch verbessern können, scheint der Ausweg aus seiner Misere zu sein. Jonas Lüscher erzählt klug, komisch und mit einer erfrischenden Bösartigkeit nicht nur von einem Mann, der vor den Trümmern seines Lebens steht und versucht, sich mit dem Preisgeld von einer Million Dollar freizukaufen, sondern auch von den grossen ideologischen Auseinandersetzungen unserer Zeit.
Christian Kracht
Geboren 1966, studierte in den USA und war als Journalist für deutsche Medien tätig, u. a. Als «Spiegel»-Korrespondent in Delhi. Seine Romane «Faserland», «1979», «Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten» und «Imperium» sind in 30 Sprachen übersetzt. Preisträger 2016.
«Die Toten»
Christian Kracht führt in «Die Toten» mitten hinein in die frühe Blüte der Filmkultur. Ein Schweizer Regisseur will im Berlin der Weimarer Republik den UFA-Tycoon Hugenberg zur Finanzierung eines Films überreden. Sein Anliegen ist eher ungewöhnlich, handelt es sich doch um einen Gruselfilm in Japan. Das käme wiederum den dortigen Machthabern zupass, die sich gegen Hollywood in Position bringen möchten. Ein virtuoses Spiel mit fiktiven und realen Figuren um die Frage, wie das Neue in die Welt kommt.
Monique Schwitter
Geboren 1972, hat Schauspiel und Regie studiert und war unter anderem an den Schauspielhäusern Zürich und Hamburg engagiert. Die Autorin hat neben Erzählungen und Theaterstücken bisher einen Roman veröffentlicht: «Ohren haben keine Lider» (2008). Preisträgerin 2015.
«Eins im Andern»
Eines Abends erfährt die namenlose Ich-Erzählerin beim Surfen im Internet, dass ihre erste Liebe sich vor fast fünf Jahren in den Tod gestürzt hat. Schreibend beginnt sie, ihre Beziehungsbiographie aufzurollen. Dabei entsteht ein Reigen aus 12 Männern, die mit den 12 Aposteln weit mehr gemeinsam haben als nur ihre Namen. Und je länger sie schreibt, desto stärker schiebt sich ihre aktuelle Liebessituation ins Zentrum, bis diese die Handlung ganz übernimmt.
Lukas Bärfuss
Lukas Bärfuss, geboren 1971, ist einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Dramatiker, dessen Stücke weltweit gespielt werden. Nach «Hundert Tage» (Wallstein Verlag, 2008) ist «Koala» sein zweiter Roman. Nominiert 2008 und Preisträger 2014.
«Koala»
Sie kannten sich nicht gut und wussten wenig voneinander. Als der eine Bruder Suizid begeht, versucht der andere, mehr über dessen Leben zu erfahren. Seine Suche führt ihn bis in die Kolonialgeschichte Australiens und zur Ausrottung der Tierart, deren Pfadfinder-Name der Bruder trug: Koala. Über die Frage, warum jemand willentlich den Tod gesucht hat, dringt Lukas Bärfuss zu einer anderen vor: Welche Gründe gibt es, sich für das Leben zu entscheiden?
Jens Steiner
Geboren 1975 in Zürich, studierte Germanistik und Philosophie in Zürich und Genf. 2011 ist sein Debütroman «Hasenleben» erschienen. Preisträger 2013.
«Carambole»
Jugendliche, die zu Beginn der Sommerferien Pläne schmieden und eigentlich schon wissen, dass nichts passieren wird. Zwei Brüder, die wegen eines Erbschaftsstreits seit Jahren nicht mehr miteinander sprechen. Eine Troika, die sich regelmässig zum Carambole-Spiel trifft. In zwölf Runden, in immer neuen Tonlagen entwirft Jens Steiner einen dörflichen Kosmos zwischen Erstarrung und Aufbruch.
Peter von Matt
Der Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Peter von Matt, geboren 1937, ist einer der prägendsten Intellektuellen der Schweiz. Er lebt in Dübendorf. Preisträger 2012.
«Das Kalb vor der Gotthardpost»
Peter von Matt liebt die Schweiz, ein Land zwischen Idylle und Globalisierung, zwischen alpiner Tradition und Hightech-Tunnel. Reich an Bildern und Weisheit, mit Witz und kämpferischer Vehemenz erhellt er die Seelenlage der Nation, wirft er aber auch einen kritischen Blick auf die Gesellschaft. Dieses Buch führt uns vor Augen, dass und warum die Beschäftigung mit Literatur mitten ins Herz des Bewusstseins eines jeden Staatsbürgers trifft.
Catalin Dorian Florescu
geboren 1967 in Rumänien, studierte Psychologie und Psychopathologie an der Universität Zürich. Danach arbeitete er als psychotherapeutischer Begleiter in einem Rehabilitationszentrum für Drogenabhängige. Seit 2001 ist er als freier Schriftsteller tätig. Er lebt in Zürich. Preisträger 2011.
«Jacob beschliesst zu lieben»
Die abenteuerliche Lebensgeschichte des Jacob Obertin weitet sich zu einem Familienepos, in dem temporeich und in dichten, fantastischen Bildern das Schicksal seiner Familie über 300 Jahre hinweg – beginnend mit dem 30jährigen Krieg in Lothringen – erzählt wird. Die Geschichte der Familie ist mit der wechselhaften Geschichte Europas eng verwoben und beschreibt eine Welt, die in dieser ganzen Zeit nicht zur Ruhe gekommen ist.
Melinda Nadj Abonji
Geboren 1968 in Becsej/Vojvodina, studierte an der Universität Zürich Deutsche Literatur und Geschichte. Sie ist Verfasserin literarischer Texte, Solo-Performerin, Musikerin und Leiterin einer freien Schreibwerkstatt. 2004 erschien ihr erster Roman «Im Schaufenster Im Frühling». Sie lebt in Zürich. Preisträgerin 2010.
«Tauben fliegen auf»
Es ist ein schokoladenbrauner Chevrolet mit Schweizer Kennzeichen, mit dem sie zur allgemeinen Überraschung ins Dorf einfahren und die Dorfstrasse ist wirklich nicht gemacht für einen solchen Wagen. Sie, das ist die Familie Kocsis, und das Dorf liegt in der Vojvodina im Norden Serbiens. Die Familie lebt zwar in der Schweiz, aber zu ihrer Heimat ist sie nicht geworden. Ein Roman über ein seltsames Europa, das einander nicht wahrnehmen will.
Ilma Rakusa
Geboren 1946 in der Slowakei. Volksschule und das Gymnasium in Zürich, danach Studium der Slawistik und Romanistik in Zürich, Paris und St. Petersburg. Seit 1977 hat die Autorin einen Lehrauftrag an der Universität Zürich. Daneben ist sie freiberuflich als Schriftstellerin, Übersetzerin und Publizistin tätig. Sie lebt in Zürich. Preisträgerin 2009.
«Mehr Meer»
«Erinnerungspassagen» ist der Untertitel des Buches, das in vielen kurzen Kapiteln vom Werdegang des kleinen, auf die Welt neugierigen Mädchens zur europäischen Intellektuellen erzählt. Als Tochter eines slowenischen Vaters und einer ungarischen Mutter verbringt sie ihre Kindheit in einem Mitteleuropa, das nach dem Zweiten Weltkrieg gerade seine politischen und kulturellen Konturen neu eingeschrieben bekommt.
Rolf Lappert
Geboren 1958 in Zürich. Er machte eine Ausbildung zum Grafiker und gründete mit einem Freund einen Jazz-Club. Zwischen 1996 und 2004 arbeitete er als Drehbuchautor, unter anderem für eine Serie des Schweizer Fernsehens. Heute lebt Rolf Lappert als Autor in Listowel, County Kerry, Irland. Preisträger 2008.
«Nach Hause schwimmen»
Wilbur ist kein Glückskind. Ohne Eltern bei der Grossmutter aufgewachsen, die verstirbt und mit einem besten Freund, der in einer Erziehungsanstalt lebt, bleibt Wilbur ein Verlierer. Erst die charmante Aimee bringt ihm etwas anderes bei. Wilbur muss endlich lernen zu leben – ob er will oder nicht.