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Im März vor genau 10 Jahren begann der Konflikt in Syrien. Er hat das gesamte Land verwüstet und eine humanitäre Krise ohnegleichen in der jüngsten Geschichte ausgelöst. Mehr als 13 Millionen Menschen brauchen in irgendeiner Form humanitäre Hilfe.
Das Leid der Syrierinnen und Syrer wird von Tag zu Tag grösser. 10 Jahre nach Beginn des Konflikts ist die syrische Bevölkerung gleich mit mehreren Krisen konfrontiert: Gefechte, Flucht der Menschen, Wirtschaftskrise, Naturkatastrophen und das Coronavirus. Die Infrastrukturen des Landes sind zerstört. Die Menschen können nicht mal ihren grundlegendsten Bedarf decken aufgrund der schweren Nahrungsmittel- und Wasserknappheit sowie des Mangels an Benzin und Medikamenten. Sie sind heute noch dringender auf Hilfe angewiesen als vor fünf oder zehn Jahren. Millionen von Syrierinnen und Syrern, die zuvor Selbstversorger waren, sind von humanitärer Hilfe abhängig. Schätzungen zufolge leben 90% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Zudem suchen mehr als fünf Millionen Syrierinnen und Syrer in den Nachbarländern Zuflucht.
Das SRK hilft den Verletzlichsten
Das SRK unterstützt den Syrisch-Arabischen Roten Halbmond (SARC) seit Beginn des Konflikts und ist seit 2018 mit einer Delegation in Damaskus vor Ort präsent. Für die kommenden Jahre will das SRK seine Delegation stärken und plant, die vorhandenen Programme fortzuführen sowie neue zu lancieren in den Bereichen: Unterstützung beim Aufbau eines Ambulanzdiensts des SARC, Instandsetzung von Wasserpumpen in der Provinz Deir-Ezzor, um den Trinkwasserzugang zu verbessern, Bau von Bewässerungskanälen, Verteilung von Hühnern und Schafen zum Aufbau einer neuen Lebensgrundlage sowie ein Bargeldprogramm in der Region Latakia. Ausserdem wird das SRK den SARC natürlich weiterhin bei der Bekämpfung des Coronavirus unterstützen, indem es Schutzmaterial für die Freiwilligen und Hygiene-Kits für verletzliche Familien finanziert. Die aus Syrien stammenden Menschen in der Schweiz können auch auf die Unterstützung des SRK zählen, sei dies durch den Beratungsdienst Humanitäre Visa, den Suchdienst oder das Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer. Die Rotkreuz-Kantonalverbände bieten ihnen ausserdem wertvolle Unterstützung durch ihre verschiedenen Dienstleistungen, wie die Integrationsangebote.
Corona-Pandemie
Obwohl die Corona-Pandemie die Situation in Syrien verschärft hat, können es sich die meisten Syrierinnen und Syrer nicht erlauben, sich davor zu fürchten. Trotz der Gefahr, die das Coronavirus darstellt, hat die Mehrheit der Bevölkerung keine Mittel, um sich zu schützen. Sie können nicht einfach zu Hause bleiben, sonst hätten sie nichts zu essen auf dem Tisch. Das Gesundheitssystem wurde dermassen gebeutelt, dass der Zugang der Menschen zu medizinischer Behandlung und Pflege eingeschränkt ist, sollten sie krank werden. Der Benzinmangel beeinträchtigt die Arbeit der Ambulanzen, welche die Patientinnen und Patienten in die Spitäler bringen. Zudem ist nicht ausreichend Strom vorhanden, um die Spitäler und die Beatmungsgeräte zur Behandlung der schwer erkrankten Personen zu betreiben. Ohne Strom ist es ausserdem nicht möglich, Blutprodukte sicher zu lagern – oder gegebenenfalls Impfdosen.
Freiwillige als Heldinnen und Helden
Seit Beginn des Konflikts engagiert sich der SARC an vorderster Front für die humanitäre Bewältigung dieser Krise. Mit finanzieller und technischer Unterstützung seiner Partner der Rotkreuzbewegung, der UNO-Agenturen sowie internationaler NGOs leistet der SARC mit seinem Freiwilligennetzwerk 60% der gesamten humanitären Hilfe. Die Freiwilligen des Roten Halbmonds – die Stützen seines Engagements – haben ihr Leben und ihre Gesundheit riskiert, um Millionen von Menschen mit medizinischer Versorgung und Betreuung zu helfen, unabhängig von deren politischer Überzeugung, deren ethnischer Zugehörigkeit und deren Glauben. 10 Jahre nach Kriegsausbruch ist die syrische Bevölkerung mehr denn je auf unsere Unterstützung und Solidarität angewiesen.