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Schlaftrunken tastete Michael auf die Seite seines Bettes, auf der er Monika vermutete. Seine Hand griff ins Leere. Fuck! Er richtete sich auf und starrte auf die zerknautschte Bettdecke. „Monika?“, hört er sich in die leere Wohnung rufen. Nichts. Kein Ton. Er legte sich wieder hin und packte das Kissen, auf welchem Monikas Kopf gelegen hat, und drückte es sich auf sein Gesicht. Er atmete tief ein und genoss den Duft, den sie hinterlassen hatte. Sie roch so gut. Gepackt von einer grossen Wut, weil sie einfach mir nichts dir nichts abgehauen ist, schleuderte Michael das Kissen an die gegenüberliegende Wand. Fluchend stand er auf, kickte das Kissen unter das Bett und ging ins Wohnzimmer. Seine Kleider lagen verstreut im Wohnzimmer herum. Ihre Sachen waren verschwunden. Er schaute sich um, ob sie irgendwo eine Nachricht hinterlassen hatte. Nichts. Rein gar nichts. Frustriert ging er ins Badezimmer und stellte sich unter die Dusche. Er musste sich wieder einkriegen.
Was hatte diese Frau an sich, dass sie ihm einfach nicht aus seinen Kopf ging? Schon nur die Erinnerung an die Nacht mit Monika liess ihn wieder erregt erschaudern. Was für eine Scheisse! Er müsste froh sein, dass sie ohne Theater gegangen war. Es gab Frauen, die brachte er nur mit dem Versprechen, dass er sich bei ihnen melden wird, aus seiner Wohnung. Gemeldet hatte er sich aber noch nie. Wieso auch? Er hatte ja schliesslich bekommen, was er wollte: heissen und bedeutungslosen Sex. Eine Beziehung kam für ihn nicht in Frage. Zu schnell langweilte er sich. Michael liebte seine Unabhängigkeit und sein Leben als ewiger Junggeselle. Seine Freunde in festen Beziehungen, machten auf ihn jedenfalls nicht den Eindruck, dass das eine erstrebenswerte Lebensform wäre.
Nach der Dusche fühlte er sich wieder wie ein Mensch. Die Erinnerungen an Monika liess er nicht mehr zu. Er musste noch Besorgungen tätigen, also zog er seine Jeans und ein weisses Hemd an. Nach dem obligaten Espresso verliess er seine Wohnung. Es war bereits elf Uhr und auf den Strassen tummelte sich das Volk. Als Michael bei der, um diese Zeit noch geschlossene, Wunder-Bar vorbei ging, blieb er stehen, schaute hinein und sah wieder Monika vor seinem geistigen Auge. Fuck! Fuck! Fuck! Sie soll endlich aus seinen Gedanken verschwinden! Eilig ging er weiter, um nicht nochmals an dieses wunderbare Geschöpf erinnert zu werden. Sie fühlte sich so verdammt gut an. Ihr Körper war einsame Klasse und ihre leidenschaftliche Hingabe verschlug ihm fast den Atem. Genug! Er musste sich wieder auf das Hier und Jetzt konzentrieren.
Unterwegs traf er auf einen alten Freund und dessen Ehefrau. Gerne wäre er mit ihm auf ein Bier in ein Pub in der Nähe gegangen. Aber dieser hatte keine Zeit und musste mir seiner Frau weiter ziehen. Als Michael alle Besorgungen für diesen Tag erledigt hatte, ging er zurück in seine Wohnung. Sie kam ihm leer und verlassen vor. Er dachte kurz daran, in die Wunder-Bar zu gehen. Vielleicht war ja Monika wieder dort. Er hasste den Duft seiner Verzweiflung. Also verbrachte er den ganzen Abend vor dem Fernseher.
…
Fortsetzung folgt! Stay tuned for more!