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Die Traditionsschule Mangueira erschien in mehr Rosa als Grün, um die brasilianischen Frauen zu feiern. Die Wagen hatten Schwierigkeiten bei der Einfahrt zur Avenida, jedoch ohne die Schule zu benachteiligen.
Als zweite Schule auf der Marquês de Sapucaí – kurz nach 23:15 Uhr – erschien die “Estação Primeira de Mangueira“ in diesem Jahr vorwiegend in Rosa, um die grossen Damen der brasilianischen Geschichte und der Schule zu ehren.
Diese Parade fand ebenfalls im Regen statt, was einigen Teilnehmern Sorgen bereitete, wie zum Beispiel dem Tänzer Carlinhos de Jesus, verantwortlich für die Front-Kommission. “Das kann uns sehr wohl behindern“, sagte er kurz vor dem Betreten der Avenida.
Mindestens drei Wagen hatten ebenfalls Schwierigkeiten mit dem Eingangstor zur Sapucaí. Einer davon stiess mit einem Pfeiler zusammen und zwei andere brauchten unzählige Manöver, um endlich einfahren zu können. Die Grün-Weisse musste sich deshalb gegen Ende ihrer Parade sputen, die sie mit 1 Stunde und 21 Minuten, nur eine Minute vor der Zeitbegrenzung, gerade noch schaffte.
Einer der allegorischen Wagen, der Probleme an der Einfahrt hatte, war besonders wichtig für die Parade, denn er transportierte die Damen der Mangueira, wie zum Beispiel die Sängerinnen Leci Brandão, Rosemary und Alcione, die ihren Fuss an einer der Lampen des Wagens verbrannte und nach der Parade zum Erste-Hilfe-Posten gebracht werden musste.
Auf demselben Wagen sollte eigentlich auch Beth Carvalho, die Patin der Schule, an der Parade teilnehmen, die aber wegen ihrem fragilen Gesundheitszustand nicht dabei war. Der Schauspieler Ailton Graça, aus der Novela “Império“, legte einen Marathon auf der Sapucaí hin: er paradierte zuerst mit der Viradouro und anschliessend mit der Mangueira, wo er auf dem Boden mitmarschierte. Und noch in derselben Nacht wird er auch in der Parade der “Salgueiro“ mitmarschieren.
Die grosse Leinwand im vierten Wagen, auf der die Gesichter von Frauen der Mangueira als Projektion zu sehen waren, verlosch verschiedene Male während der Parade, so dass dort nur ein schwarzes Quadrat zu sehen war.
So wie es auch bei der Parade der Viradouro passiert war, setzte auch bei der Parade der Mangueira der Ton mehrere Male aus auf der Avenida. Aber die Teilnehmer marschierten weiter unter dem Gesang ihres Themen-Sambas und hielten die allgemeine Hochstimmung aufrecht.
Der Karnevalist Cid Carvalho, der in diesem Jahr zur Mangueira zurückgekehrt ist, demonstrierte seine Präferenz in einer traditionelleren Parade, ohne futuristische Einbindungen. Aber deshalb nicht weniger wirkungsvoll.
Die Front-Kommission wechselte ihre Figuren im Verlauf der Choreografie immer wieder aus, sie repräsentierte die “Marias des Morro“ (der Favelas) und die “Divas des Samba“. Der Eröffnungswagen erschien mit einer 9,5 Meter grossen Skulptur eines Jungen, der im Schatten eines Jequitibá-Baumes schläft. Insgesamt bestand die Parade aus 35 Alas, 7 allegorischen Wagen und 3.900 Komponenten.
Unter den durch die Alas geehrten Personen waren feminine Persönlichkeiten wie Dona Zica, Chica da Silva, Clara Nunes, Carmem Miranda, Maria Bonita, Elis Regina und Tarsila do Amaral. Die Allegorien und die Kostüme waren luxuriös und kreativ, mit Details aus dem femininen Universum, wie Spitzenbesatz, Kleiderbügel und andere.
Die weibliche Schönheit wurde auf der Avenida repräsentiert von der Königin der Percussion, Evelyn Bastos, und Renata Santos, die bereits diesen Posten bei der Grün-Rosa-Schule innehatte, marschierte als Solistin mit – zum ersten Mal mit einem Kostüm in den Vereinsfarben.
Die Mangueira ist einer der traditionellsten Schulen von Rio – sie wird im April 87 Jahre alt – hat bereits 18 Titel im Karneval von Rio de Janeiro gewonnen und versucht in diesem Jahr, eine 12 Jahre lange Pause endlich zu beenden – ihren letzten Sieg errang sie im Jahr 2002.