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Wohin treibt die europäische Gesellschaft, die es doch noch gar nicht gibt? Welche Blüten treibt die Angst, tatsächlich zu einer offenen Gesellschaft zu werden, hervor? Welche Formen nationaler Paranoia werden uns noch begegnen? Und das nun auch im Namen der «Verteidigung der Aufklärung»?
Für die Juden Europas stellt sich die immer mehr die Frage, ob es gelingt, eine europäische, übernationale Utopie der Diaspora zu verteidigen oder sich auf die eigene Paranoia und die Verteidigung Israels gegen den „Rest der Welt» zurückzuziehen.
Gemeinsam beginnen wir einen Versuch, die europäischen Paradoxien der Gegenwart zu verstehen.
Susan Neiman, Philosophin und seit 2000 Direktorin des Einstein Forums ins Potsdam, wurde 1955 in Atlanta in den USA geboren, promovierte an der Harvard Universität, verbrachte in den 1980er Jahren einige Zeit in Berlin, wurde Professorin an der Yale Universität und an der Tel Aviv Universität. Zu ihren viel beachteten Büchern zählen Das Böse denken: Eine andere Geschichte der Philosophie (2004) und Moralische Klarheit. Leitfaden für erwachsene Idealisten (2010). Sie lebt in Berlin.
Hanno Loewy, Literatur- und Filmwissenschaftler, seit 2004 Direktor des Jüdischen Museums Hohenems. In seinen Ausstellungen und Publikationen geht es immer wieder um einen illusionslosen und neugierigen Blick auf die jüdische Diaspora in Europa, den USA und Israel.