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Auf den Spuren von Murakami
— 愛書家日誌 (@aishokyo) 10. September 2015
Bob Dylan hat den Literaturnobelpreis gewonnen. Die Wahl des Musikers ist für viele eine positive Überraschung. In Japan war derweil die Hoffnung gross, dass Haruki Murakami endlich die Auszeichnung erhalten würde. Der japanische Schriftsteller gehörte bei den Buchmachern ein weiteres Mal zu den Favoriten, wie die Yomiuri Shimbun berichtete.
Trotz allem wird sich auch Haruki Murakami über die Auszeichnung Bob Dylans gefreut haben, weil ihn einiges mit der Lebenswelt des Musikers verbindet. Der Japaner ist ebenfalls ein Kind der bewegten 60er-Jahre, die in seinen Romanen ein wiederkehrendes Thema sind. Als politisch denkender Mensch gehört er bis heute zu den intellektuellen Taktgebern seines Landes (Asienspiegel berichtete).
Der Jazz stand am Anfang
In seinen Erzählungen ist ausserdem der Einfluss der amerikanischen Literatur und Musik allgegenwärtig. Es war ganz nebenbei Murakami, der den Kultroman «Der Fänger im Roggen» von J.D. Salinger ins Japanische übertrug. Und ganz am Anfang seiner Karriere war der Jazz. Mit seiner Frau Yoko eröffnete er 1974 in Kokubunji bei Tokio eine kleine Jazz-Bar, weil er nach seinem Studium an der Universität Waseda kein Leben als Salaryman führen wollte. Er gab ihr den Namen seiner verstorbenen Katze, Peter Cat. Fotos aus einem Jazz-Magazin erlauben einen Einblick in jene Jahre (siehe Tweet oben).
1977 verlegte er die Bar ins zentraler gelegene Sendagaya in den ersten Stock eines Geschäftshauses (klicke auf den Link für Google Maps, siehe Tweet unten), gleich in der Nähe des Olympiastadions. Hier schrieb er 1979 seinen ersten Roman Hear the Wind Sing, der zuerst im Literaturmagazin Gunzo und später in Buchform erschien. Kurz darauf folgte sein zweiter Roman Pinball 1973. Mit dem Schreiben wurde er so erfolgreich, dass er 1981 die Bar verkaufte. Bereits 1987 folgte mit Naokos Lächeln (Originaltitel: Norwei no Mori, engl. Norwegian Wood) sein ganz grosser Durchbruch (Asienspiegel berichtete).
Eine Kultstätte
Peter Cat mag schon lange nicht mehr existieren. Doch das Gebäude in Sendagaya, wo die Jazz-Bar war, gibt es noch immer und hat sich für viele Murakami-Fans zu einer Kultstätte entwickelt. Heute befindet sich hier ein Café, das mehr als einmal den Besitzer gewechselt hat. Man kann nur noch erahnen, wie das Lokal zu Murakamis Zeiten ausgesehen haben muss. Fotos einer Reportage des Magazins Brutus von 1980 sowie Inserate von damals sind die lebendigsten Erinnerungsstücke an das Peter Cat. Für Murakami-Fans reichen sie aus, um sich von diesem Ort magisch angezogen zu fühlen. Und irgendwann, da sind sie sich sicher, wird auch ihrem Rockstar der Literaturszene die Ehre eines Nobelpreises zuteil werden.
Im ersten Stock dieses Gebäudes war das «Peter Cat» zuhause:
— 阿佐ヶ谷 (@kita_asagaya) 18. Oktober 2015
So sieht es heute darin aus:
東京新聞の文学さんぽ取材で旧ピーターキャットへ。千駄ヶ谷は、いろいろ感慨深い場所です。今週日曜日の朝刊ぜひ。 pic.twitter.com/2NdFbFXdeG
— ナカムラクニオ（6次元） (@6jigen) 3. Oktober 2014
Die Murakami-Fans besuchen gerne diesen Ort:
千駄ヶ谷のピーターキャット跡地にパスタバル『ADONE』が、オープン！『さんぽで感じる村上春樹』おさんぽ会にて。 pic.twitter.com/79BmOUqigY
— ナカムラクニオ（6次元） (@6jigen) 7. April 2014
Ein altes Inserat für das Peter Cat 2:
【ジャズ喫茶の雑誌広告#3】
アウトバック、NARU、いーぐる、アルフィー、マイルス、びざーる、メアリージェーン、しあんくれーる、REMA、ピーターキャット、A&F、DIG、DUG、ファミリーetc.〔jazz1975年7月号〕 pic.twitter.com/XZxoegr7hy
— ジャズ研ジャズ喫茶部さん (@jazz_kissa_) 24. Mai 2015
Ein altes Inserat für das Peter Cat 1:
『ジャズランド』創刊号（1975年8月）に掲載された国分寺「ピーター・キャット」の広告。 pic.twitter.com/k80csBVBeW
— ジャズ研ジャズ喫茶部さん (@jazz_kissa_) 3. Dezember 2013
In diesem Gebäude in Kokubunji befand sich das erste Peter Cat, das er zwischen 1974 und 1977 führte:
国分寺のジャスバー「ピーターキャット」跡を調査してきました。なんと現在はバレエ教室になってました。 pic.twitter.com/Fbi1zTtGx6
— ナカムラクニオ（6次元） (@6jigen) 28. Januar 2016
Ebenfalls ein altes Inserat für das Peter Cat 1: Darin steht, dass die Bar über eine Sammlung von 1200 Platten verfügt. Beim grössten Teil handelte es sich um Jazz aus den 50ern:
国分寺時代のピーターキャット（村上春樹氏経営）。ジャズ批評「ジャズ日本列島51年版」1976年。 pic.twitter.com/aMEyXSNya7
— 楠瀨克昌 (@jazzcity_LLC) 30. Juni 2013