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Ein halbes Jahr nach dem verheerenden Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami haben die Japaner der Opfer der Naturkatastrophe vom 11. März gedacht.
In der Hafenstadt Minamisanriku, deren Küstengebiete von der 15 Meter hohen Flutwelle weggespült wurden, und in anderen Gemeinden im am schwersten betroffenen Nordosten des Landes kamen am Sonntag zahlreiche Menschen zu Gedenkveranstaltungen zusammen.
Um 14.46 Uhr (Ortszeit), dem Zeitpunkt, als das verheerende Erdbeben die Region erschütterte, wurde in zahlreichen Städten eine Schweigeminute abgehalten. Familienangehörige und Gemeindemitglieder kamen zu Gebeten zusammen und erinnerten an die Toten und Vermissten.
Am 11. März hatten ein Erdbeben der Stärke 9,0 und eine nachfolgende Flutwelle im Nordosten Japans verheerende Schäden angerichtet. 20'000 Menschen starben oder gelten als vermisst. Mehr als 800'000 Häuser wurden vollständig oder teilweise zerstört. Nach Schätzungen des japanischen Roten Kreuzes verloren 400'000 Menschen ihr Zuhause.
Die Katastrophe beschädigte auch Teile des Atomkraftwerks Fukushima, in mehreren Reaktoren kam es zur Kernschmelze. Das Unglück gilt als der schwerste Reaktorunfall seit der Katastrophe von Tschernobyl vor 25 Jahren. Zehntausende Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, weite Teile der Gegend um das Atomkraftwerk wurden radioaktiv verseucht.
Kritik an der Regierung wächst
Ein halbes Jahr nach der Naturkatastrophe sind die Trümmer weitgehend geräumt oder zumindest sortiert. Die meisten Obdachlosen und Evakuierten konnten aus Notunterkünften wie Sporthallen in Übergangswohnungen umziehen.
Bei vielen Betroffenen wächst aber die Kritik an der Regierung, deren Vorgehen sie als zu langsam und ziellos bezeichnen. Der ehemalige Ministerpräsident Naoto Kan musste seinen Posten räumen. Sein Nachfolger Yoshihiko Noda, der sein Amt Anfang September antrat, ist bereits der sechste japanische Ministerpräsident in fünf Jahren.
Noda besuchte am Samstag die im Nordosten des Landes gelegenen Präfekturen Miyage und Iwate. Er versprach, die Wiederaufbauarbeiten zu beschleunigen.