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Die Ruder-Weltmeisterschaften auf dem Luzerner Rotsee haben für die Schweiz erfreulich begonnen: Der Olympia-Zweite Xeno Müller erreichte im Skiff direkt die Halbfinals, die zweifache Weltmeisterin Pia Vogel steht mit dem leichten Skiff gar schon im A-Final.Dieser Inhalt wurde am 19. August 2001 - 20:24 publiziert
Xeno Müller hinterliess am Sonntag (19.08.) sowohl während als auch nach dem Rennen einen lockeren und gelösten Eindruck: "Da ich einen der einfacheren Vorläufe in meiner Kategorie bestreiten konnte, habe ich erwartet, mein Rennen zu gewinnen. Das gelang mir denn auch mit einer kontrollierten Fahrt, ohne stark forcieren zu müssen."
Müller gewann den vierten und letzten Vorlauf im Skiff mit einem Vorsprung von 4 Sekunden auf den Kanadier Todd Hallet. Der Dritte, Ivo Janakiev (Bul), lag bereits über zwölf Sekunden zurück.
Insgesamt schaffte der Schweizer die fünftschnellste Zeit. Die mitfavorisierten Marcel Hacker (De), Duncan Free (Au), Vaclav Chalupa (Tsch) und Olaf Tufte (No) waren schneller, der Slowene Iztok Cop etwas langsamer. Tufte und Free haben die Halbfinal-Teilnahme als Serien-Zweite allerdings verpasst und müssen am Dienstag in die Hoffnungsläufe.
Müller will die Wettkampf-Pause bis zum Donnerstag nutzen: "Das gibt mir noch mehr Zeit, mich auf mein neues Superboot einzustellen."
Leicht überraschend hat auch Pia Vogel im Leichtgewichts-Einer ihren Vorlauf gewonnen. Die Luzernerin bekam es in ihrer Serie mit der amtierenden Weltmeisterin Laila Finska (Fi) und der mitfavorisierten Holländerin Mirjam Ter Beek zu tun. Nach dem drittschnellsten Start lag sie aber vor Streckenhälfte bereits eine Sekunde vor der Holländerin und verwaltete diesen Vorsprung souverän.
"Es lief mir sensationell. Ich weiss nicht, wann ich mich letztmals derart gut in Form fühlte. Das ist schon lange zurück."
Im Ziel hatte die Schweizer Skullerin einen Vorsprung von über drei Sekunden auf Ter Beek und über 16 Sekunden auf die Finnin. Respekt zeigte sie vor der Leistung der Irin Sinead Jennings, die den zweiten Vorlauf mit über zwölf Sekunden Vorsprung auf die Bulgarin Victoria Dimitrova überaus souverän gewann.
Während Müller und Vogel nun Pause haben, müssen erwartungsgemäss die beiden anderen Schweizer Boote, die bisher im Einsatz standen, in den Hoffnungsläufen ihr Weiterkommen erkämpfen. Der Frauen-Doppelzweier mit Caroline Lüthi und Bernadette Wicki belegte den vierten Vorlauf-Platz, die beiden waren damit aber zufrieden.
Die Olympia-Siebten von Sydney bekamen es in ihrer Serie mit der deutschen Olympiasiegerin Kathrin Boron, die neu mit der Doppelvierer-Olympiasiegerin Kerstin Kowalski zusammenfährt, und den Bronzemedaillen-Gewinnerinnen Birute Sakickiene/Kristina Poplavskaja (Lit) zu tun.
Zudem figurierten auch die Weltcupsiegerinnen von Wien, Frances Houghton/Deborah Flood (Gb) in ihrer Serie. Dank der schnellsten letzten Abschnittszeit fuhren Lüthi/Wicki noch vom fünften auf den vierten Platz vor und liessen dabei das litauische Boot hinter sich.
Die beiden Innerschweizerinnen hatten erst vor einer Woche entschieden, ihre Positionen im Boot wieder zu wechseln und so zu fahren wie in Sydney. "Wir fühlen uns sicherer so", sagte Lüthi dazu.
Im Hoffnungslauf am Dienstag müssen sie nun mindestens Zweite werden, um direkt den A-Final vom Samstag zu erreichen.
Klar hinter den Erwartungen blieb der Männer-Doppelzweier André Vonarburg/Christian Stofer. Die beiden Sempacher kamen überhaupt nicht auf Touren, ein Phänomen, das die Weltcup-Zweiten in dieser Saison schon mehrfach erlebt haben. Sie fuhren konstant auf dem letzten Platz und erreichten das Ziel schliesslich über 20 Sekunden hinter den Weltcupsieger aus Ungarn, Akos Haller und Tibor Petö.
"Als wir merkten, dass es nicht läuft, haben wir bald einmal nicht mehr forciert und Kräfte für den Hoffnungslauf vom Dienstag gespart. Nachdenklich macht uns die Baisse allerdings schon, denn wir haben uns vor dem Start sehr gut gefühlt", sagte Vonarburg sichtlich enttäuscht. Am Dienstag im Hoffnungslauf gilt es nun, unter den ersten drei ins Ziel zu kommen, um sich für die Halbfinals vom Donnerstag zu qualifizieren.
swissinfo und René Baumann, Luzern (Si)
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