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BEIM KANI-WEBVERFAHREN WERDEN AUF EINEM HAND-WEBSTUHL FILIGRANE MUSTER AUS FEINEM PASHMINA-GARN GEWOBEN
Der Name des Handwerks leitet sich von der lokalen Bezeichnung für die nadelartige, augenlose Holzspule kani ab, um die die farbigen Schussfäden gewickelt werden. Der Name ist auch ein Hinweis auf das Dorf Kanihama, in dem die früheste Form des Kani entstanden sein soll.
Die kunstvolle Webtechnik entwickelte sich im 18. und 19. Jahrhundert und ist ein zeitaufwändiger Prozess, der mehrere Arbeitsschritte umfasst. Zunächst wird das Design des Schals, typischerweise geometrische oder florale Motive, vom Musterzeichner vorbereitet. Der tarah-guru legt anschliessend die Farbkombinationen fest und berechnet die für jeden Farbton erforderlichen Garne. Danach werden die Kettfäden auf dem vierschäftigen Tretwebstuhl vorbereitet. Je nach Komplexität der Entwürfe benötigen zwei Weberinnen bis zu mehreren Monaten für die Herstellung eines Schals.
Mit dem Niedergang der höfischen Kultur und dem königlichen Mäzenatentum während der Mogulperiode ging die Nachfrage nach Kani-Schals erheblich zurück. Mit der Einführung des Jacquardwebstuhls begannen europäischen Hersteller dieses seltene und teure Produkt zu imitieren. Nachdem die junge Königin Victoria 1842 17 Paisley Schals gekauft haben soll, war der Trend nach den feingemusterten Schals aus Europa nicht mehr zu bremsen.
Dank Bemühungen um eine Wiederbelebung steigt die Nachfrage nach Kani-Schals seit Anfang der 2000er Jahre wieder.
Seit Jahrhunderten wird hand-gewobener Stoff aus der Region Kaschmir wegen seiner exquisiten Weichheit und dekorativen Muster verehrt