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Tu es partie pour faire ton art. Du bist ausgezogen, deine Kunst zu machen; so der Kommentar einer Freundin zu meinem Auszug aus Paris. Ich bin im Juni 1977 am Kennedy Airport in New York City angekommen und eingezogen an der Chambers Street Nr. 142, wo West Broadway, Hudson Street, Reade Street und Chambers Street zu einem Dreiecksplatz zusammenlaufen. Unter den beiden Türmen des World Trade Center.
New York City hat mir das Selbstvertrauen gegeben zu malen, zu malen mit Ölfarbe auf grossformatiger grundierter Leinwand, Gemälde eben, und ich habe dabei eine Selbstverständlichkeit gefunden, mit dem Medium umzugehen. Doch vorerst waren es Schwarzweisszeichnungen, viele, sehr viele, Denkarbeiten und Vorboten zur Malerei.
Mit freien, autonomen Zeichnungen habe ich angefangen. Gezeichnet habe ich Strukturen, Additionen, Rhythmen, das vage Einfangen eines Gegenstandes oder die Umrisse einer Form. Später habe ich mich mit der Naturstudie beschäftigt, geschult am Objekt bei mir im Loft, im Aussenbereich und vor den vielen Ausstellungsstücken im Museum of Natural History of New York City.
PANEEL 1996 – 2006
Mit Fragen an die Malerei bin ich vor zehn Jahren ins Atelier in Gerlafingen eingezogen. Es sollte ein Ort nur fürs Malen sein. Mit selbstauferlegten Einschränkungen in Material (Öl auf Leinwand), Format (155 cm x 105 cm), Flächenaufteilung (ausgehend von immer derselben Komposition) und Farbe (Braun) wollte ich eine Antwort finden.
Nicht von ungefähr lassen die ersten Paneele urbane Landschaften erahnen. Jahrzehntelange Aufenthalte in Grossstadtzentren am Wasser (z.B. New York City) und mein allererstes Verständnis für Siedlungskonstruktionen (Pfahlbauten am Aeschisee) bestimmten die in den ersten Paneelen noch vorhandene Thematik. Mit dem Farbwechsel von Braun zu Grau, Orange oder Ocker verflüchtigte sich in den Bildern die Suggestion einer urbanen Konstruktion.
Schon bald suchte ich nach einer flächigen Lösung im Bild, zunächst noch im Versuch, die Komposition aufzulösen oder Ornamentik einzufügen. Der Zugang zu einer konsequenten Flächengliederung ergab sich bei einem Frankreichaufenthalt im Departement Haute-Loire. Die Intensität von Chiaroscuro beim Besuch der romanischen Architektur der Auvergne (St. Nectaire XII Jh.) ist im Helldunkel der Paneelen nach 2003 zu finden, und zwar so weit, dass sich die Beispiele in Schwarz/Weiss mit pastosem Auftrag von der Malerei entfernt und zu Objekten an der Wand verselbständigt haben.
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1967 habe ich zum ersten Mal mein tiefes Interesse an Museen erlebt. Über die Luftbrücke flog ich von Stuttgart nach Berlin-Tempelhof. Der Städteflug wurde damals von den Amerikanern und der Kunstakademie Stuttgart finanziert.weiterlesen
Mein Aufenthalt von sieben Tagen wurde zu einer Reise in die Museen West-Berlins: Neue Nationalgalerie, Staatliche Museen Dahlem, Museum für Vor- und Frühgeschichte, Ethnologisches Museum, Museum für Asiatische Kunst, Ägyptisches Museum, Kupferstichkabinett, Museum im Botanischen Garten, Kulturforum im Tiergarten, Galerie der Romantik im Schloss Charlottenburg, die Sammlung Berggruen. Gestanden bin ich vor Kunstwerken, Gemälden und Skulpturen, vor gläsernen Schaukästen mit all den gesammelten Objekten, Gebrauchsgegenständen und Kleinskulpturen aus fernen Ländern, viele beschriftet in fremden Sprachen. Ich erlebte diese Besuche als manche Reise innerhalb der kurzen Städtereise.
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Beim Farbmischen von Brauntönen stolperte ich in die Farben Kobalt Violett Hell (Rotviolett) und Kobalt Violett Dunkel (Blauviolett). Sehr rasch habe ich mich für die beiden Kobaltpigmente begeistert, ihrer Sättigung und Farbintensität wegen. Während vier Jahren habe ich erfahren, wie schwierig es ist, diese Farbe zu kontrollieren (z.B. der Auftrocknungsprozess) und wie schlecht etwas im Nachhinein zu korrigieren ist. Konzentration und agiles Handwerk waren gefragt. Erleichtert wurde der Malvorgang damit, dass ich die Leinwand nicht in Weiss grundierte, sondern in einem grünlichen Grauton.weiterlesen
KOBALT VIOLETT — DIE BESETZUNG EINER FARBE
Das Kobalt ist den Metallen Eisen und Nickel verwandt und kommt in Europa nur im sächsischen Erzgebirge vor. Von allen Pigmentfarben, die daraus gewonnen werden können, ist das Pigment «Violett dunkel» erst 1859 entdeckt worden. Das äusserst giftige Arsenat «Kobalt violett hell» taucht um 1800 auf. Vorher waren lichtechte Violetttöne nicht bekannt und spielten in der Malerei keine nennenswerte Rolle. Nachgewiesen ist «Kobalt violett dunkel» in Claude Monets Gemälde «Baden in la Grenouillère» (1869).
Die emotionale Wahrnehmung von Violett soll anhand des Mediums Malerei hinterfragt werden. Bei der Wahrnehmung von Violett spielen persönliche Interpretationen, völkerkundliche Traditionen sowie religiöse, esoterische und politische Anschauungen eine Rolle. Auch beim Marketing werden das brillante Violett und Lilatöne häufig eingesetzt.
Auf die Farbe Kobaltviolett bin ich nicht aus Vorliebe, sondern im Laufe meiner Arbeit mit hellrosa und hellblau-violetten Pastelltönen gestossen. Später sind ein öliger und dicker Farbauftrag sowie Pigmentbearbeitungen dazugekommen. Die breit angelegte tonale Farbpalette entsteht durch die Verwendung spezifischer Bindemittel (fett/mager), durch unterschiedlich präparierte Malgründe, durch die Pinselführung und den Spachtelauftrag.schliessen
Der Einstieg war unvoreingenommen. Wie in einem klassischen Reisebericht sollten die täglichen Fernsehnachrichten während eines Jahres aufgezeichnet werden.
Mit Fernseher, Stift, Skizzenblock, mit Kalendarien, Fotoapparat und Tonerde habe ich mich Mitte November 2005 aufgemacht, den internationalen Aktualitäten nachzugehen und das flüchtige Fernsehbild in modellierte Kleinskulpturen zu übersetzen.weiterlesen
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VON BRAUN ZU BLAU
Seit 1996 kehre ich immer wieder zum Tafelbild «Paneel» zurück. Format, Komposition, Technik und Material bleiben sich gleich. Für Jahre wurde eine Stetigkeit beibehalten.
2014 hat sich bei mir das Bedürfnis eingestellt, das Paneelbild anstatt in Braun in Blau zu malen. Die Blautöne übernehme ich aus den den drei Aquarellstudien aus dem Jahr 1966, Kunstakademie Stuttgart und aus den expressiven Zeichnungen aus den Jahren 1977/1978, New York City.
Zur Zeit entstehen Aquarellblätter in Blau und Lichtblau, die Blattaufteilung vage angelehnt an die der Paneele.
TULPEN UND DIE EDELTULPE
Tulpen, Stillleben
Seit ich in der Schweiz wohne, habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, im Winterhalbjahr regelmässig einen Zehnerstrauss frisch eingeflogener Schnitttulpen zu kaufen, ins Wasser zu stellen und zuzuschauen, wie sich die zehn Blütenkelche in neue Formationen bringen. Wie Gestirne bewegen sie sich, verschieben sich zu Knäueln und linearen Anordnungen. Die Abfolge der Blütenkelchpositionen halte ich auf Papier fest.
Zeichnungen in verschiedenen Techniken und Formaten
Ölgemälde «Stillleben Tulpen», 240 cm x 360 cm, ab 2013
Die Edeltulpe
Die Edeltulpe habe ich in der Tulpensaison 2014 auf dem lokalen Wochenmarkt in Solothurn gekauft. Die Einzelblumen stellte ich ins Wasser und drehte sie auf 24 Positionen Schritt für Schritt im Uhrzeigersinn. Die Abfolge der 24 Positionen hielt ich mit Stift und Farbe auf Papier fest.
Zeichnungen in verschiedenen Techniken und Formaten
Schwarzweiss und Rot (Rötel bis Red-Lipstick-Rot), ab 2014