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Pantoffelhelden erregen Mitgefühl
Drei Männer stehen unter der Fuchtel ihrer Ehefrauen und begehren auf. Die lustige Seite dieser männlichen Emanzipation bringt das Dorftheater auf die Bühne. Wir besuchten die Vorpremiere am Donnerstag.
Monika von der Linden
Gianni Ceraolo trat vor den Vorhang. Noch vor einem Jahr hatte er die Bühne des Widebaumsaals zur Vorpremiere des Dorftheaters Widnau fegen müssen. «Der Präsident hat mein schauspielerisches Talent erkannt und ich habe eine Rolle bekommen», sagte er vor den etwa 250 Gästen. Die meisten von ihnen erinnerten sich an den Moderator, sie waren wiederholt Gäste der Vorpremiere, eingeladen von der Christian Jakob AG.
In der Rolle des Giorgio Casagrande müsste sich Gianni Ceraolo nicht verstellen. «Ich hätte säuseln können.» Weil er mehrere Wochen lang ausgefallen war, spielte kurzfristig Peter Stäuble den Giorgio, einen Freund der drei Männer, die den «Club der Pantoffelhelden» (von Hans Schimmel) bildeten.
Mit Staubwedel, Zucker und Kaffee
Willi Huber (Roger Frischknecht) zeichnete sich mit Staubwedel in der Hand als Clubmitglied aus. Hans Hitz (Bruno Zahnd) war der Nachbar, der sich Zucker ausleihen kam, damit er seiner Frau einen Kuchen backen konnte. Peter Klein (Daniel Jossi) läutete an der Tür, weil ihm der Kaffee ausgegangen war.
Kaum hatten sich die angetrauten und vom Kommandieren ermüdeten Damen Ricarda Hitz (Susan Gerhäuser), Susanne Klein (Silvia Graf) und Eleonora Huber (Anita Durot) zum «verdienten» Kaffeekränzli getroffen, blühten die unterdrückten Ehemänner auf. Von Übermut getrieben, stimmten sie ein Lied an. Kaffeekannen machten sie wie Handpuppen zum Sprachrohr ihrer Befreiungswünsche. Eine der vielen Pointen lautete: «Habt ihr gewusst, auf dieser Welt geben drei Grossmächte das Kommando an? Die Amerikaner, Chinesen und unsere Frauen.»
Der Übermut kehrte jedoch sofort in Verunsicherung, als die Gattinnen früher als geplant zurückkehrten. In der Zwischenzeit tauchte auch noch Carmen Sie-gel (Ursi Wildhaber) aus dem «Loch» im Keller des Mietshauses auf und machte Willi ihre Aufwartung. Obwohl er sie vor den Augen Eleonoras zu verstecken vermochte, folgte eine Peinlichkeit der anderen. Schliesslich mischte sich auch noch Christine Bünzli (Susi Miara) ein. Ihre Neugier verstand sie bestens, unter dem Vorwand ihrer Fürsorgepflicht gegenüber allen Mietern, zu befriedigen. Moral und Ordnung müssten schliesslich gewahrt bleiben.
Bei all den Reibereien zwischen Männlein und Weiblein, die auch noch von Giorgio angefacht wurden, schien Tochter Simona Huber (Nicole Köppel) unterzugehen. Mehrere Anläufe unternahm sie, um mit ihren Eltern etwas zu besprechen. Ihr schenkte aber niemand Gehör.
Welches ihr Anliegen ist, erfahren die Zuschauer in den noch folgenden Vorstellungen.