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Die Soziologin Saskia Sassen sprach am 22. Oktober 2013 im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wachstumsschmerzen“ der Universität Zürich und der Stadtentwicklung der Stadt Zürich zum Thema «Global Cities».
Global Cities sind Städte, die im Zentrum eines transnationalen Städtesystems stehen, wobei sich Städte auf einen Bereich spezialisieren, z.B. als Sitz von Banken, transnationalen Konzernen, Buchprüfungsfirmen oder anderen Dienstleitstungsunternehmen. Zürich zählt aufgrund der grossen Bedeutung des Finanzplatzes zu den «Global Cities».
Die Konzentration wirkt sich auf die lokale Wirtschaftsstruktur aus. So bilden sich z.B. vermehrt kleine Dienstleister heraus (Wäschereien, Putzinstitute, Gärtner, Hundestitter, …), die von Mitarbeitern der grossen Dienstleistungsunternehmen in Anspruch genommen werden.
Eine Folge des Massstabsprungs vom nationalen zum internationalen Spitzenrang ist eine vermehrte Migration. Einerseits werden hochqualifizierte spezialisierte Arbeitskräfte angezogen, aber auch niedrigqualifizierte Migranten, die die erwähnten Dienstleistungen anbieten.
Abstrakter gesprochen sind «Global Cities» komplex und unvollständig («complex but incomplete system»). Sassen macht auf den äussert der Intuition und den Tatsachen widersprechenden Sachverhalt aufmerksam, dass Firmen territorial gebunden sind, obwohl die Digitalisierung und neue Technologien die Arbeitswelt derart verändern könnte, dass man annehmen kann, dass die räumlichen Begrenzungen durchbrochen sein müssten.
Sassen führt diese Standortrelevanz auf die Einbindung Zürichs in ein Netzwerk globaler Städte zurück und weniger auf Wettbewerbsvorteile. Zugleich sind global Cities nie perfekte global Cities. Jede Stadt hat ihr Spezialwissen und eine eigene Wirtschaftsgeschichte, die sich als spezifischer Vorteil erwiesen haben.
Sassen geht nochmals auf die Komplexität und Unvollständigkeit von Städten ein. Diese Unvollständigkeit bringt die Städte dazu, sich immer wieder neu zu erfinden (gleichzeitig der Hinweis darauf, dass Städte in der Regel andere Institutionen wie mächtige Firmen, Republiken oder Königreiche überleben). Die Soziologin warnt denn auch davor, den Raum überzudeterminieren, wie dies in ihren Augen im Falle des Prime Towers geschehen sei.
Video: NZZ: „Global City“ Zürich, 5’58“