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1. Überblick
Sonnenbrand (akute Lichtdermatose, Dermatitis solaris) kommt häufig im Sommer oder im Urlaub vor, wenn die nicht ausreichend geschützte Haut zu lange starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt war. Kinder und hellhäutige Personen sind dabei besonders gefährdet.
Medizinisch gesehen ist ein Sonnenbrand eine durch UV-Strahlung verursachte Verbrennung der Haut, die sich durch Rötung, Juckreiz und häufig auch Schmerzen bemerkbar macht. Bei einem schweren Sonnenbrand bilden sich Blasen auf der Haut.
Durch einen ausreichenden Schutz kann man einem Sonnenbrand vorbeugen, so zum Beispiel durch angemessene Kleidung und geeignete Pflegeprodukte mit hohem Lichtschutzfaktor. Die Behandlung eines Sonnenbrands richtet sich nach dem Schweregrad der Verbrennung. In jedem Fall sollte man die direkte Sonneneinstrahlung so lange meiden, bis der Sonnenbrand abgeklungen ist. Kühlende Umschläge bringen zudem Linderung. In schweren Fällen sollte man einen Arzt aufsuchen.
Ein Sonnenbrand (akute Lichtdermatose, Dermatitis solaris) ist eine Verbrennung ersten bis zweiten Grades, die durch ultraviolette Strahlung – vor allem durch die UVB-Strahlung (280 bis 320 nm) – ausgelöst wird. Prinzipiell können jedoch auch UVA- (320 bis 400 nm) und UVC-Strahlung (250 bis 280 nm) zu Sonnenbrand führen, allerdings sind hier höhere Strahlungsdosen notwendig. Starke Sonneneinstrahlung kann zu direkten Zellschäden und zu Entzündungen der Haut führen. Dies äussert sich durch Rötungen, Juckreiz, gegebenenfalls Blasenbildungen und späterem Abschuppen der Haut.
Die Ursache für einen Sonnenbrand (akute Lichtdermatose, Dermatitis solaris) ist eine zu lange und zu intensive Sonneneinwirkung auf die Haut. Der Sonnenbrand wird dabei durch die Ultraviolett-Anteile in der Sonnenstrahlung ausgelöst.
Die Haut verfügt über eine Reihe von Schutz- und Reparaturmechanismen, die einer Schädigung durch UV-Licht entgegenwirken können. Ein Sonnenbrand entsteht, wenn die Pigmentierung der Haut, welche die UV-Strahlung abblocken soll, nicht ausreicht. Dies ist besonders bei sehr hellhäutigen Menschen (vor allem bei Hauttyp I und II), bei Kindern oder bei intensiver Sonneneinstrahlung der Fall. Die Strahlen dringen dann in tiefere Hautschichten vor, wo sie für die Ausschüttung von sogenannten Entzündungsmediatoren verantwortlich sind. Das Resultat sind Entzündungsreaktionen mit den typischen Symptomen des Sonnenbrands.
Ein Sonnenbrand entsteht häufig nach:
- zu langen Sonnenbädern
- Verwendung eines Sonnenschutzproduktes mit zu niedrigem Lichtschutzfaktor
- Unterschätzen der Sonneneinstrahlung durch Reflektion z.B. an bewölkten Tagen bzw. im Schatten
- längeren Aufenthalten auf dem Wasser (z.B. beim Schnorcheln, Surfen oder Segeln) oder auf Schneefeldern, da hier das Licht besonders stark reflektiert wird, sowie in grossen Höhen (höhere UV-Belastung)
- Einnahme bestimmter Medikamente (wie Johanniskraut, Antibiotika) oder ätherischer Öle, welche die Lichtempfindlichkeit erhöhen
Bei einem Sonnenbrand (akute Lichtdermatose, Dermatitis solaris) treten die ersten Symptome innerhalb der ersten sechs bis acht Stunden nach der Sonneneinwirkung auf. Dabei kommt es zu einer entzündlichen Rötung der Haut (UV-Erythem), welche mit einem Hitzegefühl, Brennen und Juckreiz sowie eventuell Blasenbildung auf den sonnenbestrahlten Hautpartien verbunden ist. Die Rötung ist dabei scharf auf die belichteten Hautbezirke begrenzt. Im weiteren Verlauf schuppt sich die Haut ab. Bei einem Sonnenbrand im Gesicht kann es gleichzeitig zu einer Bindehautentzündung (Keratitis) kommen.
Bei einem grossflächigen Sonnenbrand kann es zu Blasenbildung, Fieber, Übelkeit und Kreislaufbeschwerden kommen. In diesem Fall sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden. Kinder mit Sonnenbrand sollten in jedem Fall ebenfalls ärztlich behandelt werden. Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen und Schüttelfrost oder gar ein Kreislaufkollaps können zudem auf einen Hitzschlag oder Sonnenstich hinweisen.
Bei einem Sonnenbrand (akute Lichtdermatose, Dermatitis solaris) ergibt sich die Diagnose in der Regel anhand der Schilderung der typischen Symptome, welche etwa sechs bis acht Stunden nach dem Sonnenbad auftreten.
Wenn es zu Blasenbildungen und stärkeren Hautreaktionen gekommen ist, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Er kann gegebenenfalls weitere Untersuchungen durchführen, um zu prüfen, wie ausgeprägt der Sonnenbrand ist.
Bei Sonnenbrand sollte die Therapie (akute Lichtdermatose, Dermatitis solaris) möglichst frühzeitig erfolgen. Die Behandlung hängt von dem Schweregrad der Verbrennung ab.
In jedem Fall sollte man jegliche weitere Sonnenbestrahlung vermeiden, bis der Sonnenbrand vollständig abgeheilt ist. Kühlende, feuchte Umschläge und Feuchtigkeitsgels und -lotionen, welche mehrmals täglich im Wechsel auf die betreffenden Stellen aufgetragen werden, wirken lindernd. Gegen die Schmerzen helfen Medikamente auf Basis von Acetylsalicylsäure oder Paracetamol, die gleichzeitig entzündungshemmend wirken. Zudem ist es empfehlenswert, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen, zum Beispiel in Form von Wasser oder Saftschorlen. In der Phase der Abheilung sollte man die betroffenen Hautstellen mithilfe einer rückfettenden Creme besonders pflegen.
Bei stärkeren Verbrennungen mit Blasenbildung und Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost oder Kreislaufkollaps sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Um die Entzündung zu hemmen, werden häufig Glukokortikoide in Form von Cremes oder Medikamenten verschrieben.
Bei ausgeprägten, grossflächigen Verbrennungen sollten insbesondere ältere Personen und Kinder stationär im Spital überwacht werden.
Ein Sonnenbrand (akute Lichtdermatose, Dermatitis solaris) tritt in der Regel innerhalb der ersten 6 bis 8 Stunden nach dem Sonnenbad auf und erreicht nach 12 bis 24 Stunden seinen Höhepunkt. Nach etwa 72 Stunden klingen die Symptome wieder ab. Im Verlauf schuppt sich die Haut meist. Für gewöhnlich ist der Sonnenbrand nach ein bis zwei Wochen ausgeheilt.
Ein grossflächiger Sonnenbrand mit Blasenbildung ist Anzeichen für eine Verbrennung zweiten Grades. Dabei können Verdickungen der Haut (sog. Lichtschwielen), aber auch hellere (depigmentierte) Narben zurückbleiben. Insbesondere bei Kindern und älteren Personen besteht die Gefahr eines Schocks.
Sonnenbrände können die Entstehung von Hauttumoren begünstigen, auch dann, wenn sie bereits Jahrzehnte zurückliegen. So sollen häufige Sonnenbrände in der Kindheit ein Risikofaktor für die spätere Entstehung von Hautkrebs (Melanom, Basaliom) sein.
Häufiger Sonnenbrand beschleunigt die Hautalterung, was sich durch äussere Zeichen wie Faltenbildung und Altersflecken bemerkbar macht.
Um einem Sonnenbrand (akute Lichtdermatose, Dermatitis solaris) vorzubeugen, sollten insbesondere hellhäutige Personen, Kinder und alle Personen mit empfindlicher Haut auf ausreichenden Sonnenschutz achten. Direkte Sonneneinstrahlung und die Mittagssonne sind nicht empfehlenswert. Aber auch im Schatten kommt es durch Reflektionen zur UV-Bestrahlung der Haut.
Kleine Kinder sollten besonders gut geschützt werden. Sie sollten zwischen 10 und 15 Uhr möglichst nicht dem prallen Sonnenlicht ausgesetzt werden und sich auch in der übrigen Zeit nie unbekleidet in der Sonne aufhalten. Säuglinge sollten der direkten Sonne gar nicht ausgesetzt werden.
Sonnenschutzmittel mit einem geeigneten Lichtschutzfaktor, ein ausreichender Schutz der Augen vor der Sonne und eine Kopfbedeckung sind besonders wichtig, um sich vor der Sonneneinstrahlung zu schützen. Empfehlenswert sind Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor, die mindestens eine halbe Stunde vor Beginn des Sonnenbads aufgetragen werden. Zu Beginn der Sonnensaison sollten höhere Lichtschutzfaktoren (z.B. 20) verwendet werden. Jeder Sonnenschutz muss gut einmassiert und nach dem Baden erneut aufgetragen werden, auch wenn er als wasserfest deklariert ist. Je höher der Lichtschutzfaktor und je gründlicher das Produkt aufgetragen wurde, desto besser ist auch der Sonnenschutz.
Aber auch wer einen Sonnenschutz verwendet, sollte nicht vergessen: Die ungeschützte Haut kann sich je nach Hauttyp nur etwa 10 bis 30 Minuten selbst schützen. Das Sonnenbaden mit Sonnenschutzlotionen erhöht diese Zeit entsprechend des angegebenen Faktors nur einmalig. Wird ein Lichtschutzfaktor 20 benutzt, kann man bei gleicher Wirkung 20-mal so lange in der Sonne liegen wie ohne Schutz, so die offizielle Definition. Das sind bei empfindlichen Menschen etwas über drei Stunden. Allergiker sollten auf Sonnenschutzcreme ohne Emulgatoren und Konservierungsstoffe achten.
Bei Einnahme von bestimmten Arzneimitteln wie Johanniskraut oder tetrazyklinhaltigen Antibiotika sollte man direkte Sonneneinstrahlung vermeiden, da diese die Lichtempfindlichkeit erhöhen können.