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Appenzell: die Anfänge
All halb Stond en Löffel voll - der Bahnhof der immer wieder wächst
Vorgeschichte
In Iden frühen 1870er Jahren ergreifen Fabrikantenkreise des Appenzeller Hinterlandes die Initiative zum Bau einer Bahnlinie, vor allem für die Erschliessung ihrer Betriebe. Realisiert werden soll das Projekt durch die “Schweizerische Gesellschaft für Localbahnen” (SLB).
Die SLB ihrerseits ist eine Schöpfung von alt Bundesrat Jakob Dubs. Er will die ländlichen Gebiete der Schweiz zusätzlich zu den grossen Linien mit einem Netz von schmalspurigen Lokalbahnen überziehen. So sollen auch diese Gebiete von der wirtschaftlichen Entwicklung profitieren können. Die Strecke Winkeln – Herisau – Appenzell ist das erste Projekt dieser grosszügig gedachten Gesellschaft. Sie bleibt allerdings auch das einzige.
Als Planer wird Robert Dardier aus St. Gallen verpflichtet. Dardier ist ein bekannter Strassen- und Eisenbahnbau-Ingenieur, der übrigens fast zur gleichen Zeit und durchaus in Anlehnung an das Projekt Winkeln – Herisau – Appenzell auch eine Linie Gais – Teufen – St. Gallen studiert.
Schon während des Baues kommt aber die SLB finanziell ins Schlingern und stellt ihre Aktivitäten faktisch ein. Das Projekt wird durch die “Appenzeller Bahn” aufgefangen.
Die Pläne Urnäsch – Appenzell bleiben vorerst Pläne.
28. Oktober 1886: Eröffnung
Der langsame Tod der “Schweizerischen Gesellschaft für Localbahnen”, und die Umwandlung des Projektes in eine “Appenzeller Bahn” führt zu einem zehnjährigen Projektunterbruch. Erst zwischen dem 23. Juli 1885 und dem 28. Oktober 1886 kann die Strecke bis Appenzell fertig gebaut werden.
Der Bahnhof wird dem ursprünglichen Projekt entsprechend dort gebaut, wo er bereits in den 1870er Jahren vorgesehen war, nämlich zwischen dem eigentlichen “Dorf” und dem “Ried”, südlich angrenzend an die “Kloos”, das Frauenkloster Appenzell.
Die Pläne sind uns erhalten geblieben, sowohl der entsprechende Ausschnitt aus dem Streckenplan Urnäsch - Gonten - Appenzell, wie jener des Bahnhofgebäudes. Auch Bilder aus dieser Zeit natürlich.
Bahneröffnung
Nordfassade des Bahnhofgebäudes
Ausschnitt aus dem Streckenplan
Der Bahnhof in Betrieb
Das scheinbar neue Bahnhofgebäude
In den dreissiger Jahren des 20. Jahrhunderts Verändert sich das Erscheinungsbild des Bahnhofgebäudes grundlegend. Wer aber ein neues Bahnhofgebäude annimmt, liegt falsch. Die Erneuerung ist nur scheinbar. Der Bahnhof erhält ein Walmdach und eine neue Nordfassade. Sonst nichts.
Die Bahnseite ist, von kosmetischen Korrekturen abgesehen, noch heute, wie sie 1886 gebaut wurde.
Bei genauerer Betrachtung fällt auf, wie gering die Veränderung ist. Kein Neubau, ein neuer Dachstuhl und ein Umbau der Nordfassade. Der Mittelteil der Fassade wurde nach aussen Gerückt; die Eingänge und die Fensterachsen blieben, wo sie waren.