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Sony Corporation, Tokyo
ICF - 7600 DS

überarbeitet am 26.9.2010

Der kleine Sony ICF-7600D kam 1983 auf den Markt und
war als Nachfolger des Sony ICF-2001 der allererste Doppelsuperempfänger
mit digitaler PLL-Frequenzsynthese im Taschenbuchformat, in den Jahren
zuvor wurde vom WRTH die "Reisefreundlichkeit" noch daran gemessen, ob
der Kofferempfänger unter einen Flugzeugsitz passte, der kleine Sony passt
in die Manteltasche. Er verfügte über eine digitale Frequenzanzeige,
einen BFO zum einfachen SSB-Empfang und zehn Senderspeicher.
Das Kunststoffgehäuse des ICF-7600 DS ist im Gegensatz zu seinem Vorgänger anthrazitfarben, das mit 18 x 12 x 3,5 cm grosse Gerät bringt 650 g auf die Waage und hat die Grösse eines kräftigen Taschenbuchs, zum Schutz lieferte Sony eine graue Filzhülle mit. Das Gerät wird liegend betrieben, um es in Schräglage betreiben zu können betätigten sich viele Hörer bastlerisch, es wurden speziell zu den Sony-Geräten der 7600er-Reihe auch Plexiglasständer gebaut. Die Teleskopantenne ist schwenkbar auf der Geräteoberseite angebracht, eine Klinkenbuchse erlaubt den Anschluss einer Aussenantenne, gleich oberhalb davon ist der winzige Abschwächerschalter, auf eine Regelung der HF-Verstärkung wurde beim ICF-7600 DS verzichtet, was zu Überladungserscheinungen beim Betrieb an Langdraht- oder breitbandig verstärkenden Aktivantennen führen kann.
Die linke Hälfte der Frontplatte wird vom Lautsprechergrill eingenommen, oben rechts finden sich in einem Feld das Frequenz- und Uhrzeitdisplay und der Einschalter. Der untere Teil der rechten Hälfte der Frontplatte wird von den Zahlentasten zum Speicherabruf resp. der direkten Frequenzeingabe und den AM / FM / EXECUTE - Tasten belegt.
Oben rechts finden sich drei grosse Tasten, die den Empfänger
ein- resp. ausschalten und den Sleep-Timer - eine Einschlafautomatik für 65 Minuten -
aktivieren.
Unter dem Zeitdisplay - im Gegensatz zu zahlreichen teuren Stationsempfängern kann hier beim Empfang dauernd die Zeit abgelesen werden - liegt das Frequenzdisplay, auf eine Hintergrundbeleuchtung wurde leider verzichtet. Die Frequenz wird auf 5 kHz genau angezeigt, bei Frequenzen die innerhalb der Grenzen eines Kurzwellenrundfunkbands liegen, werden zudem auch das entsprechende Meter-Band angezeigt. Eine kleine rote Leuchtdiode neben dem Display dienst als Feldstärkeindikator und leuchtet bei starken Signalen auf.
Durch Druck auf die Taste ON wird das Gerät eingeschaltet, wenn sich nichts
regt, muss oben der Schiebeschalter MAIN POWER auf "on" gestellt werden.
Spätestens dann sollte ein Rauschen aus dem Lautsprecher hörbar werden.
Ein +/- -Wippenschalter zur Linken dient dazu, den Empfänger in 5 kHz- Schritten
nach oben und unten weiterabzustimmen. Wird zusätzlich
noch die kleine Band Select- Taste gedrückt, springt man
gleich auf die untere Grenze des nächsten Kurzwellen-
Rundfunkbandes. Der ICF-7600 DS berückrichtigt auch das 21m-Band.
Weitere wichtige Bedienelemente, die ebenfalls mit spitzen Fingern bedient werden müssen, finden sich an den Geräte- Schmalseiten:
Zur Rechten der Lautstärke- Schieberegler, ein Tonblendenschalter und der
Betriebsartenschalter.
Auf der linken Geräteschmalseite finden sich von unten der Netzteilanschluss (auf die Sony-typischen Steckerdimensionen und vor allem Polung achten !), ein Ohrhörer- und ein Anschluss für ein Tonbandgerät zum Mitschneiden von Sendungen.
Der kleine Sony wird mit insgesamt 6 UM-3 Batterien betrieben, zwei davon für die Speicher- und Uhrfunktionen, halten lange durch. Die anderen 4 Batterien für den Radiobetrieb lassen das Gerät etwa 12 Stunden lang spielen. Um den Batterienverbrauch in den Griff zu bekommen, kann der mitgelieferte Netzadapter eingesetzt werden.
Die Empfangsleistungen des Sony 7600D waren zur Zeit
seines Erscheinens für einen Kleinstempfänger überragend;
auch heute kann das Gerät problemlos auf Reisen zum
Empfang der internationalen Auslandsdienste zum Zug
kommen. Die nicht maximale Empfindlichkeit macht sich in
Europa mit der hohen Senderdichte und hohen Feldstärken
weniger bemerkbar, als in Afrika oder im Pazifikraum. Mit
dem eingebauten ZF-Filter können Sender im 5 kHz-Raster,
vor allem bei Einsatz der Feinabstimmung und Ausweichen
auf eine 1 - 2 kHz tiefere oder höhere Frequenz,
getrennt werden.
© Martin Bösch