Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03331.jsonl.gz/2407

2011/12
2,5 Sekunden vor Schluss...
Die dritte Saison unter Headcoach Larry Huras begann sportlich einigermassen zufriedenstellend, allerdings konnte die Spielweise die eigenen Zuschauer in keiner Weise mehr überzeugen. Zunehmend fernbleibende Saisonkartenbesitzer veranlassten die Clubleitung am 21. Oktober 2011, den Headcoach nach 17 Runden und einer 1:2-Heimniederlage nach Verlängerung gegen die wenig überzeugenden ZSC Lions freizustellen.
Huras’ Assistent Antti Törmänen, der den zu Gottéron gezogenen Hans Kossmann im Sommer abgelöst hatte, wurde neuer Headcoach. Lars Leuenberger, bis dahin Cheftrainer der Elite Junioren, wurde Assistent des Finnen. Der SCB startete nun zu einer schwungvollen Phase und gewann neun der folgenden elf Spiele. Dank kreativerer Spielweise kehrte auch die Freude im Publikum zurück. Ein längeres Zwischentief mit fünf Niederlagen in Serie in der Weihnachtszeit liess dann jedoch Zweifel aufkommen. Der SCB schloss die Qualifikation mit einer 1:4-Heimniederlage gegen Ambri Piotta nach sehr mässiger Darbietung ab und klassierte sich nur auf dem fünften Schlussrang. Erneut traf der SCB in den Playoffs auf die Kloten Flyers, diesmal schon im Viertelfinal.
Dem SCB schien es zu gelingen, den Schalter von einem Spiel aufs andere umzukippen und das Team zeigte nun überzeugende, teilweise begeisternde Leistungen. Nach dem 4:1-Sieg gegen Kloten (3:2, 6:3, 0:3, 4:1, 3:2) besiegte das Team von Antti Törmänen im Halbfinal den HC Fribourg-Gottéron ebenso souverän mit 4:1 (4:2, 3:2, 6:1, 1:2 n.P., 3:0). Es kam zum Final gegen die ZSC Lions, die in der Regular Season nur den siebten Rang erreicht hatten. Der SCB blieb souverän, lag nach vier Spielen mit 3:1 Siegen (4:2, 1:2, 3:0, 2:0) in Führung und besass die Chance, im fünften Spiel vor eigenem Publikum den 13. Meistertitel der Clubgeschichte zu gewinnen. Doch es sollte nicht sein.
Der «Z» siegte in Bern mit 2:1 n.V. und gewann auch Spiel 6 zuhause mit 6:3. Es kam wie schon zwei Jahre zuvor in der PostFinance-Arena erneut zum alles entscheidenden siebten Spiel um die Meisterschaft. Wie schon in den fünf vorangegangenen Playoff-Heimspielen war die PostFinance-Arena mit 17'131 Zuschauern ausverkauft. Der SCB dominierte in der Finalissima während über 50 Minuten, doch es stand auch wenige Minuten vor Schluss aus Berner Sicht nur 1:1. Die Zürcher kamen in der Schlussphase verstärkt auf, und als sich Publikum und wohl auch die meisten der Protagonisten bereits auf die Verlängerung eingestellt hatten, passierte das Unglaubliche: 2,5 Sekunden vor Schluss erzielten die Zürcher das 2:1 durch einen höchst umstrittenen Treffer und gewannen damit den Titel. Die Berner Spieler und das Publikum zeigten Grösse in der Niederlage und bewahrten vorbildliche Fairness.