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Die Opioid-Krise hat in den USA millionenfaches Leid verursacht. Die als hauptverantwortlich geltende Pharma-Familie Sackler, die die Gefahren des Schmerzmittels OxyContin jahrelang herunterspielte, sah sich in Folge Klagen über mehr als zwei Billionen Dollar gegenüber.
Am 1. September ging die Insolvenzverhandlung ihres Unternehmens Purdue Pharma zu Ende. Zehn Milliarden Dollar wurden unter US-Bundesstaaten, Gemeinden und anderen Gläubigern verteilt. Auf die etwa 130’000 klagenden Geschädigten entfallen 750 Millionen Dollar, 7,5 Prozent des Gesamtvergleichs. Fast nichts.
Hinterbliebene erhalten nun eine bei 48’000 Dollar gedeckelte Entschädigung. Menschen, die Purdue mit seinen Geschäftspraktiken abhängig gemacht hat, die Mindestsumme von 3500 Dollar. Der grosse Rest geht an Unternehmen und Regierungen.
Money, not justice, won the dayRyan Hampton
Nicht die Gerechtigkeit, das Geld habe gewonnen, schreibt Ryan Hampton, der zwei Jahre lang die Geschädigten vertrat, in einem Meinungsbeitrag der «New York Times». Im September 2019 war er vom US-Justizdepartement zum Mitglied des «Official Unsecured Creditors Committee» bestimmt worden, das mehr als 60‘000 Parteien mit Klagen gegen Purdue im Insolvenzverfahren vertrat.
Hampton ist selbst ein Überlebender der Opioid-Krise und kämpft mit überstandener Abhängigkeit. Seit er am 31. August aus dem Ausschuss ausgetreten sei, könne er frei sprechen, sagt er. Die Opfer des Opioid-Skandals seien von Anfang an im Nachteil gewesen. Im Ausschuss waren von Beginn an Anwälte, Regierungs- und Unternehmensvertreter in der Überzahl und hätten ihre Interessen durchgesetzt.
Tausende Klagen von geschädigten Einzelpersonen, Städten und Staaten hatten bereits dazu geführt, dass die Sacklers die Kontrolle über Purdue abgeben mussten (Infosperber berichtete). Das Vermögen der Sackler-Familie blieb dabei weitestgehend unangetastet, Purdue Pharma hatte bereits 2019 Gläubigerschutz beantragt und viel Geld ins Ausland gebracht.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine