Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/148037

<h2>SubmittedText<h2><p>Das SBFI hat im Juni 2014 den Grundlagenbericht "Berufsabschluss und Berufswechsel für Erwachsene" veröffentlicht. Die darin vorgeschlagenen Massnahmen sind leider wenig konkret.</p><p>1. Warum nimmt nur ein sehr kleiner Teil der 619 000 Erwachsenen ohne nachobligatorische Ausbildung das Nachholen des Berufsabschlusses in Angriff?</p><p>2. Welche finanziellen Mittel stehen dem Bund zur Förderung der Nachholbildung für Erwachsene im Rahmen der Fachkräfteinitiative zur Verfügung? Welche Erhöhung ist im Hinblick auf die BFI-Botschaft 2017-2020 vorgesehen?</p><p>3. Wie können die 619 000 Erwachsenen ohne nachobligatorischen Berufsabschluss in Zielgruppen unterteilt werden, um Handlungsfelder für eine passende Nachholbildung zu definieren? Wie viele dieser Personen sind bereit, in eine Nachholbildung einzusteigen?</p><p>4. 30 Prozent der Personen ohne Berufsabschluss verfügen gemäss der ALL-Studie nicht über ausreichende Grundkompetenzen im Bereich Lesen, um in eine Nachholbildung einsteigen zu können. Welche Massnahmen sind vorgesehen, um diesen Personen den Zugang zu einer Nachholbildung zu ermöglichen?</p><p>5. In welchen Branchen und Berufen besteht ein Fachkräftemangel, der durch eine Nachqualifizierung von Erwachsenen entschärft werden könnte? Mit welchen Anreizen können Arbeitgeber motiviert werden, in die berufliche Nachholbildung für unqualifizierte Mitarbeitende zu investieren?</p><p>6. Wie kann der Bund die Organisationen der Arbeitswelt (OdA) verstärkt darin unterstützen, individualisierte und flexible Bildungsangebote für die Nachholbildung einzuführen? </p><p>7. Wie kann der Bund die Einführung von weiteren Validierungsverfahren und solchen mit mehr praktischer Ausrichtung unterstützen? </p><p>8. Beiträge zur Deckung der Lebenshaltungskosten sowie Ausbildungsbeiträge sind bei Erwachsenen während einer Nachholbildung besonders wichtig. Welche Möglichkeiten bestehen für den Bund, in Ergänzung zu den Kantonen, eine Nachholbildung finanziell zu unterstützen? </p><p>9. In der Nachholbildung ist in allen Kantonen sowie auf Bundesebene eine enge Zusammenarbeit unter den betroffenen Institutionen und Ämtern dringend nötig. Wie kann der Bund diese Zusammenarbeit stärken? </p><p>10. Im Bericht wird auf die Bedeutung der individuellen Betreuung während der Ausbildung von Erwachsenen hingewiesen. Wer soll innerhalb der Kantone diese Betreuung gewährleisten, und wie kann sie finanziert werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Mit der Veröffentlichung des Grundlagenberichtes hat das SBFI die erste Phase des Projektes "Berufsabschluss und Berufswechsel für Erwachsene" abgeschlossen. In der zweiten Phase nimmt das SBFI zusammen mit den Verbundpartnern die Umsetzung der Empfehlungen des Berichtes und damit auch eine Konkretisierung an die Hand.</p><p>Dem Bundesrat ist es ein grosses Anliegen, die aufgeworfenen Fragen zu klären. Angesichts der Komplexität der Fragen und aus Respekt vor den Zuständigkeiten der Verbundpartner wird der Bund aber nicht allein entscheiden und kann darum zum jetzigen Zeitpunkt auch noch keine detaillierten Antworten geben. Der Einbezug der Kantone, der Organisationen der Arbeitswelt und interessierter Bundesämter ist - wie schon in der ersten Projektphase - sinnvoll und nötig.</p><p>Die zweite Projektphase hat zum Ziel, die Thematik in den politischen Zielen zu verankern (Ziffer 9), den Ausbau und die Entwicklung erwachsenengerechter Angebote inkl. Grundkompetenzen zu fördern (Ziffern 4, 6, 7), die Information mit einem gesamtschweizerischen Konzept zu verbessern und die Fragen rund um Finanzierung und Begleitung zu klären. Im Bereich Grundkompetenzen bietet das Weiterbildungsgesetz (WeBiG), das am 20. Juni 2014 vom Parlament verabschiedet wurde, die Grundlage für ein koordiniertes Vorgehen. Zu den entsprechenden Gesetzesbestimmungen (Art. 13 bis 16 WeBiG) wird derzeit eine Bundesratsverordnung erarbeitet (Ziffern 2, 8, 10).</p><p>Unterstützend sollen Studien vertieft Aufschluss über die Zielgruppen, das Potenzial, die Hürden und die Erfolgsfaktoren geben (Ziffern 1, 3, 5).</p><p>Die getroffenen Massnahmen sollen dazu beitragen, die Rahmenbedingungen für Berufsabschlüsse und Berufswechsel für Erwachsene effizient und erwachsenengerecht zu gestalten mit dem Ziel, die Abschlussquote zu erhöhen. Sie werden koordiniert mit den Massnahmen im Rahmen der Fachkräfteinitiative des Bundes sowie der Umsetzung von Artikel 121a der Bundesverfassung.</p>  Antwort des Bundesrates.