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Hodgkin-Lymphom – Definition und wichtigste Informationen
Das Hodgkin-Lymphom (Lymphdrüsenkrebs) zählt zu den seltenen Krebserkrankungen.
06.04.2021
Ein Lymphom entsteht aus einer bösartigen Umwandlung von weissen Blutkörperchen, den sogenannten «Lymphozyten», die Teil des Immunsystems sind. Meistens entsteht es in den Lymphknoten der Achselhöhlen, der Brust oder im Nacken, von wo aus es sich im ganzen Körper ausbreiten kann. In der Schweiz wird jährlich bei rund 270 Personen ein Hodgkin-Lymphom diagnostiziert. Betroffen sind vor allem Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 30 Jahren und etwas häufiger Männer als Frauen. Ab 55 Jahren steigt das Erkrankungsrisiko wieder an. Das Hodgkin-Lymphom hat gute Aussichten auf langfristige Heilung. Rund 85% der Betroffenen sind fünf Jahre nach der Diagnose noch am Leben.
Um zu verstehen, was ein Hodgkin-Lymphom ist, ist es hilfreich, etwas über das Lymphsystem zu wissen
Das Lymphsystem (auch bekannt als das lymphatische System) ist ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems, das den Organismus vor Infektionen und Krankheiten schützt. Es durchläuft den gesamten Körper und besteht aus einem Netzwerk von Lymphgefässen, Lymphknoten und lymphatischen Organen. Die Lymphknoten bestehen aus bestimmten Typen von Lymphozyten.
Es gibt zwei Haupttypen von Lymphozyten:
- B-Lymphozyten (B-Zellen): B-Zellen stellen Proteine her, die Antikörper genannt werden, um den Körper vor Krankheitserregern, wie z.B. Bakterien und Viren zu schützen.
- T-Lymphozyten (T-Zellen): Es gibt viele Arten von T-Zellen. Einige T-Zellen zerstören Keime oder abnorme Zellen im Körper. Andere T-Zellen helfen, die Aktivität anderer Zellen des Immunsystems zu verstärken oder zu verlangsamen.
Das Hodgkin Lymphom beginnt normalerweise in B-Lymphozyten.
Das Hodgkin-Lymphom – Definition und häufigste Formen
Das Hodgkin-Lymphom ist nach dem britischen Arzt Thomas Hodgkin (1798–1866) benannt, der die Krankheit im Jahr 1832 zum ersten Mal beschrieb. Rund 95 Prozent aller Fälle sind klassische Hodgkin-Lymphome (cHL). Die Krebszellen bei dieser Form sind in der Regel eine abnorme Art von B-Lymphozyten und werden Reed-Sternberg-Zellen genannt.
Unterschieden werden 4 Formen des klassischen Hodgkin-Lymphoms:
- Das noduläre sklerosierende Hodgkin-Lymphom, das im Allgemeinen in den Lymphknoten von Hals und Brustkorb beginnt.
- Das gemischtzellige Hodgkin-Lymphom, das häufig bei Personen mit einer HIV-Infektion auftritt und oft die Lymphknoten der oberen Körperhälfte befällt.
- Das seltene lymphozytenreiche Hodgkin-Lymphom, das meist in der oberen Körperhälfte auftritt und in der Regel nur wenige Lymphknoten befällt.
- Das lymphozytenarme Hodgkin-Lymphom, das vor allem bei älteren Menschen und solchen mit einer HIV-Infektion auftritt. Es ist aggressiver als die anderen Arten und kommt am häufigsten in den Lymphknoten im Bauchraum sowie in der Milz, der Leber und dem Knochenmark vor.
Die meisten Betroffenen zeigen eine leicht tastbare und oft schmerzlose Schwellung eines oder mehrerer Lymphknoten am Hals, in der Achselhöhle oder in der Leistenbeuge. Die betroffene Stelle kann nach dem Genuss von Alkohol schmerzhaft werden. Sie kann sich im Laufe der Zeit vergrössern oder es können neue vergrösserte Lymphknoten in der Nähe oder in anderen Teilen des Körpers auftreten.
Dennoch: Die meisten vergrösserten Lymphknoten sind kein Anzeichen für ein Hodgkin-Lymphom. Besonders bei Kindern sind die meisten vergrösserten Lymphknoten durch eine Infektion verursacht. Die betroffenen Lymphknoten schmerzen in der Regel, wenn sie berührt werden.
Weitere, sogenannte B-Symptome, sind:
- Fieber (das über mehrere Wochen kommen und gehen kann), ohne dass eine Infektion vorliegt
- starkes nächtliches Schwitzen
- Gewichtsverlust ohne Anstrengung (mindestens 10% Ihres Körpergewichts über 6 Monate)
Weitere mögliche Symptome sind:
- Juckreiz am ganzen Körper
- Müdigkeit
- Appetitlosigkeit
Diese Symptome können auch andere, harmlosere Ursachen als eine Krebserkrankung haben. Sie sollten jedoch immer ärztlich abgeklärt werden. Je früher ein Tumor entdeckt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten und Heilungschancen.
Risikofaktoren des Hodgkin-Lymphoms
Die Risikofaktoren für die Erkrankung an einem Hodgkin-Lymphom sind bis heute noch unklar und das Vorhandensein eines oder mehrerer Risikofaktoren bedeutet nicht, dass die Krankheit auch wirklich auftritt. Viele Menschen, die am Hodgkin-Lymphom erkranken, haben nur wenige oder keine bekannten Risikofaktoren.
Zu den bekannten Risikofaktoren zählen:
- chronische Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus, der die Mononukleose verursacht
- geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel bei einer HIV-Infektion
- familiäre Vorbelastung
Weitere mögliche Risikofaktoren sind:
- Mononukleose oder die Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus
- geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel bei einer HIV-Infektion
- Autoimmunkrankheiten, wie z.B. rheumatoide Arthritis
- Tabakkonsum.
Vorbeugung des Hodgkin-Lymphoms
Only a few of the risk factors for Hodgkin’s lymphoma can be influenced. Therefore, it is not possible to prevent most cases of the disease at this time.
One risk factor that can be influenced is smoking. Avoiding tobacco can minimize the risk of developing Hodgkin’s lymphoma.
Therapieoptionen
Nach einer Hodgkin-Lymphom-Diagnose bestehen gute Aussichten auf langfristige Heilung. Zur Behandlung des Hodgkin-Lymphoms kommen generell die Chemotherapie mit oder ohne Strahlentherapie zum Einsatz. Mögliche Optionen bei Wiederauftreten der Erkrankung oder wenn die Therapie nicht anschlägt, sind die Stammzelltransplantation, die zielgerichtete Therapie oder die Immuntherapie.
CH-NON-01116, 04/2021