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Während der Restauration außer Thätigkeit, wirkte er in seinem Departement (Dordogne) für Verbesserung
des Ackerbaues und der Lage des Bauernstandes. Nach der Julirevolution erfolgte 1831 seine Ernennung zum Maréchal-de-Camp.
In demselben Jahre trat er als Deputierter von Perigueux in die Kammer, wo er sich fortan als eifrigster Verteidiger der
Juliregierung erwies. Er wurde 1832 Brigadekommandant in Paris und zu Anfang 1833 Oberkommandant der Feste
Blaye bei Bordeaux,
[* 13] wo er die daselbst gefangen gehaltene Herzogin von Berry bewachen mußte.
Wegen der Ausführung dieses Auftrags vom Abgeordneten Dulong in der Kammer beleidigt, erschoß er diesen 1834 im Zweikampf.
In der Kammersitzung von 1834 verteidigte Bugeaud namentlich die Gesetze gegen die geheimen Verbindungen und
gegen den Besitz von Waffen,
[* 14] sowie die Zuschußkredite zum Kriegsbudget. Im folgenden Jahre erhob er sich gegen die Wahlreform
wie gegen das allgemeine Stimmrecht und verfocht alle im Geiste des Widerstandssystems vom Ministerium beantragten Maßregeln. 1836 nach
Afrika
[* 15] gesandt, stieg er nach Entsetzung der an der Tafna von Abo el-Kader eingeschlossenen Truppen und andern
ausgezeichneten Diensten, besonders durch den Sieg am Sitta(6. Juli), zum Generallieutenant empor. 1837 ward ihm abermals mit ausgedehnten
Vollmachten das Kommando der Provinz Oran übertragen. Er schloß 30. Mai im Auftrage des Generalgouverneurs Damrémont mit Abd el-Kader
den Vertrag
an der Tafna (s. Algerien, Bd. 1, S. 394 b) und erwarb sich durch zweckmäßigere Organisation
der bis 1838 von ihm verwalteten Provinz dankenswerte Verdienste.
Nach seiner Rückkehr im Febr. 1833 nahm er wieder seinen Sitz im Centrum der Kammer und sprach namentlich 1840 für die
Befestigung von Paris. Im Dez. 1840 ward er zum Generalgouverneur von Algerien ernannt, wo er durch rastlose
und energische Thätigkeit sowie durch das von ihm befolgte System der Verwaltung und des Kriegswesens selbst einen Teil der
Opposition einigermaßen mit sich versöhnte. Nach Ausbruch der Feindseligkeiten mit Marokko drang Bugeaud ins marokk. Gebiet und
schlug den Feind entscheidend am Isly, wofür er den Marschallstab und den Titel
eines Herzogs von Isly erhielt.
In den folgenden Jahren arbeitete Bugeaud unermüdlich an der Verbesserung der algerischen Zustände; er gründete
nicht nur militärisch eingerichtete Kolonien, sondern rief am auch eine Civilorganisation ins Leben. Im Mai 1847 wurde
er nach Frankreich zurückgerufen. Nach Ausbruch der Februarrevolution 1848 erhielt er in der Nacht vom 23. zum 24. Febr. den Befehl
über die Armee vonParis, doch wurde ihm derselbe vom Könige schon am andern Tage abgenommen. Nach der Proklamation der Republik
unterwarf er sich derselben förmlich, zog sich aber auf sein Landgut nach Exideuil zurück.
Eine Nachwahl brachte ihn in die Nationalversammlung, wo er sich zur äußersten Rechten hielt. Louis Napoleon übertrug ihm 1849 den
Oberbefehl über die Alpenarmee, doch starb Bugeaud schon zu Paris an der Cholera. Ihm wurde im Aug. 1852 ein Denkmal
in Algier gesetzt und ein anderes in Perigueux. Bugeaud schrieb: «Essai sur quelques manœvres d'infanterie» (1815),
«Mémoire
sur l'impôt du sel» (1831),
«Aperçus sur quelques détails de la guerre» (1832),