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A1952 Artilleriewerk Krattigen
Der Stellungsraum Krattigen hat an der Schüpfgasse drei verbunkerte Geschütze (A1952), zu denen ebenfalls ein Einstiegsgebäude gehört. Die Lüftungen verraten, dass diese drei Bunker unterirdisch verbunden sind - ähnlich wie die Stellung in Faulensee.
Die Tarnungen als Scheunen sind ausgezeichnet. Ausgerüstet war die Anlage mit 10,5 cm Kanonen 35 L42 auf Hebellafetten. Erstellt wund die Bunker in den Jahren 1941/42, die Schussbereitschaft wurde Mitte 1942 erreicht. Bereits 1947 hatten diese Bunker ausgedient, in den 1960-er Jahren war definitiv Ende mit der Artillerie-Nutzung. Später waren neben den Artilleriebunkern (ähnliche Bauart wie auf dem Jaunpass und in Aeschiried) noch mehrere Holzbaracken aufgestellt (bis ca. 1995). Heute ist die Anlage in Privatbesitz und kann auf Anfrage besichtigt werden.
- Geschütz G1 - 621'785/167'929
- Geschütz G2 - 621'816/167'897
- Geschütz G3 - 621'756/167'886
Nicht-artilleristische Nutzungen
Die Anlage wurde spätestens Ende der 1960-er Jahre desarmiert (wobei wohl kaum je fest Waffen eingebaut waren), da sich diese Art der Artilleriestellung als sehr exponiert herausgestellt hat. Eine neue Nutzung wurde bald gefunden, zumindest in den Jahren 1970-76 war hier ein Armeestabsteil untergebracht. Dieser bezog jeweils die leeren Bunker und Baracken und baute seine Geräte auf. Laut einem damaligen AdA war hier eine nicht permanente Übermittlungszentrale für Verbindungen zu den Militärattaches im Ausland beheimatet. Neben der gesicherten früheren Artilleriestellung waren im selben Raum angeblich auch permanente verbunkerte Funkanlagen vorhanden (Krattigen, Aeschiried), um die Übermittlung ohne Draht sicherzustellen. Direkte Leitungen bestanden offenbar zu den damaligen Hauptquartieren der Armee in der Innerschweiz und im Raum Bödeli.
Die platzmässig für diesen Zweck knapp bemessene Anlage wurde nicht fix ausgerüstet, da Mitte der 1970-er Jahre eine neu erstellte Anlage bezogen wurde. Zudem nutzte gemäss bestätigten Berichten die Widerstandsorganisation P26 diese Anlage in Krattigen. Durch einen Bericht im Schweizer Soldat wurde bestätigt, dass es sich dabei um das ehemalige Artilleriewerk Krattigen unter der Bezeichnung «Alpengarten» handelt. Ein Kenner hat bestätigt, dass bereits ab 1976 - sicher aber ab 1977 - die Artilleriebunker Krattigen für die Ausbildung des Spezialdienstes der Untergruppe Nachrichten und Abwehr (UNA) von Oberst Albert Bachmann benutzt wurden. Mitte der 1980-er Jahre war die Anlage nur kurze Zeit für die Nachfolgeorganisation P26 in betrieb. Die P26-Leute wurden mit einem VW-Bus in eine neu erstellte Garage hinter einem der Geschützbunker gefahren und dort verdeckt direkt in die Anlage hinunter gelassen. Gemerkt, wo diese Leute sind, haben die wenigsten. Ebenso merkten die Krattiger wahrscheinlich kaum etwas von diesem Betrieb. Es wurde in der Anlage auch Schiessausbildung betrieben, ein Verbindungsstollen wurde zu einem 25m-Schiesskanal ausgebaut.
Die geheime Kaderorganisation zum Aufbau eines Widerstandsnetzes nach einem feindlichen Angriff nutzte die Anlage solange, bis sie in Gstaad eine grössere Anlage mit der Tarnbezeichnung «Schweizerhof» beziehen konnte. Es handelt sich dabei um den ehemaligen KP der 1. Division.
Für beide nicht-artilleristischen Nutzungen sind heute noch verschiedene Indizien vorhanden: Zum Beispiel stehen in einem der Geschützstände zwei Notstromaggregate, die für die sichere Stromversorgung der Funker dienten. In der Anlage sind neben den Resten des Schiesskanals Signalanlagen vorhanden, die mit Rot-Grün-Lampen verhinderten, dass sich P26-Mitglieder in den Gängen trafen und sich sahen. Auch andere noch vorhandene Installationen machen für die Artillerie keinen Sinn.
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