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Wandmalerei "Bern-Reich"
Diese Malerei befindet sich über dem Eingang des Wappensaals (Raum Nr. 18). Im Auftrag des Berner Landvogtes – Gouverneurs – Hans Wilhelm von Mühlinen drückt sie die Privilegien aus, die die Berner Bürger aus dem Heiligen Römischen Reich erhalten haben, zu dem ihre Stadt noch im 19. Jahrhundert gehörte.
Auf der Malerei tragen zwei Berner Wappen den zweiköpfigen Adler, der das Heilige Römische Reich symbolisiert. Diese sehr spezifische ikonographische Komposition ist nach Bern Reich benannt. Die Stadt genoss ein aus dem Mittelalter stammendes Privileg, das als „kaiserliche Unverzüglichkeit“ bezeichnet wird. Erteilt vom Kaiser ermöglichte sie es, die Unterwerfung unter andere Fürsten zu vermeiden und in Bezug auf Steuern und Gerechtigkeit direkt von ihm abhängig zu sein.
Auf beiden Seiten befinden sich zwei Löwen, Symbole der Familie Zähringer, die Bern gegründet haben. Der linke hält ein Schwert und der rechte eine Cruciger Kugel, zwei Attribute der Autorität. Sie erheben eine Krone über den kaiserlichen Adler, um die Rechte der Stadt stark zum Ausdruck zu bringen.
Unter den Berner Wappen befinden sich die Initialen und das Wappen des Landvogtes Hans Wilhelm von Mühlinen. Als Beauftragter für Malerei im Jahr 1586 wollte er sein persönliches Prestige und die Legitimität von Bern in der Region vertreten.
Die Unabhängigkeit der Eidgenossenschaft vom Heiligen Reich wurde erst 1648, am Ende des Dreißigjährigen Krieges, anerkannt. Bern malte das Berner Reich jedoch bis zum Ende des 17. Jahrhunderts weiter.
Andreas Stoss
Bern Reich Wandmalerei
1586
Polychromatische Malerei