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Einleitung Zusatz
Neben diesen Gemeinsamkeiten sind auch Unterschiede möglich:
- In vielen Kulturen ist die aktive Begleitung des Bildungsweges der Kinder durch die Eltern eher unüblich und die Distanz zwischen Elternhaus und Schule grösser.
- Teilweise haben Migrantinnen und Migranten andere Wertesysteme. Traditionelle Werte wie Autorität oder Familienzusammenhalt besitzen oft einen höheren Stellenwert als Selbstverwirklichung und Freiheit. Damit verbunden ist häufig ein anderes Verständnis der Geschlechterrollen.
- Unzureichende Deutschkenntnisse und in gewissen Fällen auch eine geringe eigene Schulbildung machen es schwierig, die Kinder beim Lernen zu unterstützen.
- Teils bestehen andere Auffassungen von Erziehungsstilen als bei jenen Eltern ohne Migrationshintergrund. In gewissen Kulturen und Schichten ist ein ausgesprochen autoritärer Erziehungsstil üblich, während bei anderen kaum Strukturen und ein geregeltes Familienleben auszumachen sind - insbesondere dann, wenn Eltern arbeitsbedingt meist abwesend und die Kinder sich selbst überlassen sind.
Sacher (2014) stellt fest, dass viele Schulen mit hohem Migrantenanteil ihre Kontaktangebote intensivieren, dass diese dann aber vor allem von Eltern ohne Migrationshintergrund wahrgenommen werden. Ob die Kontaktangebote zu wenig auf die Bedürfnisse von Eltern mit Migrationshintergrund abgestimmt sind, wäre zu überprüfen. Jedenfalls reicht es nicht aus, einfach mehr Kontakte anzubieten und gegebenenfalls festzustellen, dass sie unzureichend wahrgenommen werden.
Sozioökonomische Benachteiligung
Die sozioökonomische Familensituation hat Auswirkungen auf die Schulleistung der Kinder und Jugendlichen. Diese wenig erforschte Ursache kann sich überlappend zur sprachlichen respektive kulturellen Herkunft kumulieren. Um die sozioökonomische Benachteiligung auszugleichen, ist es wichtig, die Eltern für die schulische Unterstützung ihrer Kinder zu gewinnen.