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Bythotrephes longimanus, Diaphanosoma brachyurum, Leptodora hyalina Lilljeborg, Bosmina longispina, Bosmina longirostris, Sida crystallina, Scapholebris mucronata, Alona guttata, Simocephalus vetulus. b) Copepoda: Cyclops strenuus und C. Leuckarti, Diaptomus gracilis und D. laciniatus.
Die Grosszahl der Individuen lebt in den obern Wasserschichten. Eine Abnahme der Artenzahl ist bis in eine Tiefe von 30 m nicht zu bemerken. Viele Arten haben aber nur untergeordnete Bedeutung für das Zooplankton des Zürichsees. Die ganze Reihe der erwähnten Protozoa, mit Ausschluss der Euflagellaten und Dinoflagellaten, tritt vereinzelt und nur zu bestimmten Jahreszeiten auf. Von grösserer Bedeutung für die Zusammensetzung des Zooplanktons sind die Rotatoria.
Einzelne ihrer Arten treten oft in sehr grosser Individuenzahl auf. Am häufigsten begegnet man folgenden Arten: Notholea longispina, Anurea cochlearis und A. aculeata, Polyarthra platyptera, Triarthra longiseta, Asplanchna priodonta. Alle diese Arten (exkl. Asplanchna) haben ihre Maximalentwicklung in den Sommermonaten und ihr Minimum im Winter. Sie kommen im Zürichsee das ganze Jahr hindurch vor, ihre Individuenzahl schwankt jedoch so sehr, dass man oft Mühe hat, einzelne zu fangen, während sie zu andern Jahreszeiten zu Tausenden ins Netz geraten.
Anuraea aculeata wurde bis zum Jahr 1898 im Zürichsee nie beobachtet, seit dieser Zeit ist dieses Rotatorium ein ständiger, wenn auch nicht häufiger Plankton geworden. Die übrigen Arten der Rotatorien (exkl. die 6 speziell erwähnten) spielen heute quantitativ im Zooplankton keine wesentliche Rolle. Manche von ihnen, darunter besonders auch Conochilus volvox sind nach den Beobachtungen von Prof. Heuscher in frühern Jahren (1886-1890) regelmässig und in Menge aufgetreten und hernach vollständig verschwunden. An Stelle von Conochilus volvox wurde später (1907) Conochilus unicornis von W. Bally vereinzelt gefangen. Die grössten Planktontiere gehören zur Gruppe der Krebse (Entomostraca). Diese bilden im Zürichsee wie in andern Seen die Hauptmenge des Zooplanktons, nicht an Individuenzahl, wohl aber an Gewichtsmasse.
Von diesen sind unter den Cladoceren die häufigsten: Daphnia longispina var. hyalina, Hyalodaphnia Kahlbergensis, Bosmina longispina, Lepiodora hyalina. Die Daphnia longispina var. hyalina des Zürichsees hat im Gegensatz zu Hyalodaphnia Kahlbergensis und Bosmina longispina eine konstante eigenartige Form. Sie wurde deshalb auch von Burckhardt (Revue suisse de Zoologie T. 7. 1899: Studien über d. Zooplankt. der grössern Seen der Schweiz u. ihrer Grenzgebiete) als besondre Form (forma turicensis) aufgestellt und beschrieben.
Die Hyalodaphnia Kahlbergensis, in Form und Grösse sehr variabel, wurde zum erstenmal von Prof. Heuscher im Dezember 1899 im Zürichsee gefunden. Schon ein Jahr später war sie ziemlich zahlreich und ist seither nie mehr aus der Reihe der Planktonten verschwunden; zeitweise bildet sie sogar die Hauptmenge des Krustazeenplanktons. Ihre Maximalentwicklung besitzt sie im September, zu welcher Zeit dann auch die Eier dieser Art in ungezählter Menge auf der Seeoberfläche schwimmen.
Bosmina longispina, eine Cladocere, von der Burckhardt etwa 30 Varietäten unterscheidet, ist ein konstanter Bewohner des Sees, allerdings mit Differenzen in der Individuenzahl. Leptodora hyalina, ein Riese unter den Planktontieren (bis 12 mm lang), tritt im Zürichsee im Vergleich mit den oben genannten Krustazeen in geringer Menge auf, ihre Maximalentwicklung hat sie in den Sommermonaten, im Winter scheint sie vollständig zu verschwinden. Bemerkenswert ist die riesige Muskelentwicklung, sowie die ausserordentliche Durchsichtigkeit dieses Tieres; beides Anpassung an das Leben im offenen Wasser, Schutzmittel gegen Feinde. Die übrigen Cladoceren treten in geringer Zahl und nicht regelmässig allgemein verbreitet im Plankton auf.
Von den Copepoden sind die wichtigsten Cyclops strenuus und Diaptomus gracilis. Jener ist ein ständiger Gast im Plankton. Seine Maximalzahl erreicht er in den Sommermonaten. Weniger häufig trifft man den Diaptomus gracilis, jedoch verschwindet auch er niemals ganz. Diaptomus laciniatus wurde 1899 von Prof. Heuscher zum erstenmal und seither öfters im Zürichsee gefunden. Er scheint jedoch nicht allgemein im See verbreitet zu sein; über die Art und Weise seines Auftretens fehlen genauere Daten.
Die Entomostraken halten sich im allgemeinen tagsüber in grössern Tiefen auf, gegen Abend kommen dann die lichtscheuen Tiere in die obern Regionen hinauf. Vereinzelt kommen Rotatorien (Notholca longispina, Anuraea cochlearis, Hudsonella pigmaea) und Entomostraken (Leptodora hyalina, Bythotrephes longimanus, Cyclops strenuus) noch bis in eine Tiefe von 50-80 m vor.
Die Zusammensetzung des Zooplanktons erfährt im Laufe eines Jahres bedeutenden Wechsel sowohl in der Individuenzahl als auch in den vorherrschenden Arten; die grössten Differenzen sind bedingt durch den Wechsel der Jahreszeiten. Ausser dem jährlichen Wechsel hat das Zooplankton des Zürichsees, wie die mehr als 20jährigen Beobachtungen von Prof. Heuscher nachweisen, auch im Laufe von Dezennien ganz bedeutende Veränderungen erfahren:
1) «Arten, die vorher nicht vorhanden, wenigstens nie gesehen worden waren, treten auf, können sogar eine Zeit lang dominieren und sich unter Umständen jahrelang halten. - 2) Umgekehrt verschwinden Arten vollständig, die früher regelmässige und bedeutsame Glieder der Planktonfauna waren. - 3) Formen, die zwar als Planktonmitglieder eines Sees bekannt waren, die aber in verschwindend geringer Anzahl auftraten, mehren sich plötzlich in verblüffender Weise.»
Nur wenige kosmopolitische Arten aus den Gruppen der Rotatorien (Notholca longispina, Anuraea cochlearis, Triarthra longiseta), der Cladoceren (Daphnia longispina, Leptodora hyalina, Bosmina longispina) und der Copepoden (Cyclops strenuus, Diaptomus gracilis) kehren regelmässig im Zooplankton des Zürichsees wieder und bilden so dessen Grundstock. Die übrigen Formen sind in ihrem Erscheinen einem bald raschen, bald langsamen Wechsel unterworfen.
[H. Heuscher jun.]
13. Schiffahrt.
Das erste Dampfschiff auf dem Zürichsee, die «Minerva», begann seine Fahrten am Den Betrieb führte in den ersten Jahren die «Dampfschiffgesellschaft für den Zürich- und Walensee». Die guten Geschäfte, die diese Gesellschaft machte (schon im Jahre 1837 beförderte sie 41076 Personen) riefen eine Konkurrenzgesellschaft ins Leben, die drei Schraubendampfer, «Taube», «Schwalbe» und «Lerche», und einen Raddampfer, «Biene», erstellen liess. Da nun beide Gesellschaften nicht rentierten, fusionierten sie im Jahre 1867. Hierauf folgte jedenfalls die Blütezeit der Dampfschiffahrt auf dem Zürichsee, denn der Verkehr wuchs immer mehr, und Eisenbahnen führten noch keine dem Ufer entlang. So entschloss man sich, den prächtigen Salondampfer «Helvetia» für 1500 Personen erbauen zu lassen. Aber mit der Eröffnung der linksufrigen Zürichseebahn nahm der Betrieb sehr ab, obschon die Verwaltung der Nordostbahn den ganzen Schiffspark im Jahre 1874 übernommen hatte. Immerhin wurden mit den 6 Schiffen überall Querfahrten und am rechten Ufer Längsfahrten unterhalten. Da kam als zweiter Schlag die Erstellung der rechtsufrigen Zürichseebahn. Nun wurden ¶
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neben den Querfahrten nur noch im Sommer einige Längsfahrten ausgeführt, aber stets mit beträchtlichen jährlichen Defiziten. Erst im Jahr 1892 kam wieder etwas mehr Leben, wenigstens im untern Teil des Sees, zu Stande, durch die Erbauung von 8 kleinen Schraubendampfern, sog. «Dampfschwalben» durch die Dampfbootgesellschaft Zürich. Diese vermittelten den Verkehr Zürichs mit den verschiedenen nahe gelegenen Ortschaften bis hinauf nach Erlenbach und Thalwil.
Eine in Wädenswil 1895 ins Leben gerufene Gesellschaft, welche für den obern Zürichsee etwas Aehnliches bezweckte und zu diesem Zwecke zwei Salonboote, «Wädenswil» und «Speer», erstellen liess, hatte keinen langen Bestand. Schon 1900 verkaufte sie ihre Schiffe um billigen Preis der Zürcher Gesellschaft. Als dann bei Anlass der Uebernahme der Nordostbahn 1902 durch den Bund auch deren ganzer Schiffspark unentgeltlich der gleichen Gesellschaft abgetreten wurde, war die ganze Schiffahrt auf unserm See in der gleichen Hand vereinigt.
Allerdings hat diese Dampfbootgesellschaft einen sehr schweren Stand gegenüber den beiden Uferbahnen, sodass sie vorderhand noch von dem ihr vertraglich zugesprochenen Zuschuss von Fr. 18000 an das Defizit durch die Bundesbahnen Gebrauch machen muss. Immerhin nimmt der Verkehr immer mehr zu, sodass nach Ablauf der 10 Garantiejahre die Verhältnisse der Gesellschaft saniert sein werden. Es wurden befördert und vereinnahmt:
|Jahr||Personen||Einnahmen Fr.|
|1892||154079||40024|
|1895||360692||95730|
|1900||879928||206125|
|1905||913620||311390|
Gegenwärtig verfügt die Gesellschaft über einen Schiffspark von 15 Booten: 2 Salondampfer, 2 Glattdeckschiffe, 5 Salonboote und 6 Dampfschwalben. Mit dieser grossen Zahl von Schiffen wird der Verkehr in vorzüglicher Weise bewältigt, und es ist interessant zu sehen, wie auf die Zeitpunkte 8 und 2 Uhr sowohl zwei Züge als auch zwei Schwalben von der Seeseite her der Stadt zufahren. An schönen Sonntagen fahren in der Zeit von 1½ bis 4½ Uhr Nachm. in Zürich 24 bis 26 Dampfer, gross und klein, ein und aus.
Die Bewohner der Ufer-Ortschaften haben jeden Tag, selbst im Winter, 15mal Gelegenheit, auf dem See nach der Stadt zu fahren. Auch Schulen und Gesellschaften benützen vielfach die Gelegenheit zu Ausflügen auf dem Zürichsee. Im Jahre 1908 z. B. haben 94 kleinere und grössere Schulen von nah und fern die Schiffe benützt und 116 Gesellschaften, Zünfte und Vereine sind befördert worden. In neuester Zeit werden an schönen Sonntagen sowohl morgens wie nachmittags Rundreisen eingeschaltet, welche von einem «Reisemarschall» begleitet werden, der den Fremden jede gewünschte Auskunft erteilt.
Neben den grossen Schiffen der Dampfbootgesellschaft beleben ziemlich viele Privatboote den See, namentlich an schönen Nachmittagen. Schätzungsweise werden angegeben: Privat-Motorboote 22, Privat-Segelboote 10, Ledischiffe (Lastschiffe) mit Motoren 25, solche mit Segel 20 bis 30 (wenig mehr im Gebrauch), Fischerboote 12-15, Ruderboote in Zürich 75 und Rapperswil 18. Dazu kommen in jeder Seegemeinde eine Anzahl Ruderboote, die je nach der Grösse der Ortschaft 2-10 betragen. Alles in Allem mögen daher 250-300 kleinere Schiffe den Zürichsee befahren.
Dies alles gilt nur für den eigentlichen Zürichsee. Auf dem Obersee ist keine regelmässige Schiffahrt eingeführt, nicht einmal zwischen den beiden grössten Ortschaften Rapperswil und Lachen. Der Kontrast zwischen den beiden Seeteilen ist deswegen auch in dieser Hinsicht auffallend. Während auf dem eigentlichen Zürichsee fast immer da oder dort ein grösseres oder kleineres Boot zu sehen ist, ist das auf dem Obersee geradezu eine Seltenheit, wenn nicht etwa gerade eine stolze Reihe von vier bis sechs oder gar 8 Ledischiffen, gezogen von einem Schlepp-Motorschiff, von den Pfäffikoner Kiesgruben herkommend, den Damm passieren will. Diese langen Züge von Ledischiffen fahren zumeist mitten im See hinunter bis Zürich, von wo sie, nachdem sie ausgeladen sind, meist nachts zurückkehren. In stillen Nächten hört man dann weithin den scharfen, regelmässigen Knall der Explosionsmotoren, und ein einsames, langsam südwärts ziehendes Lichtlein über dem See zeigt die jeweilige Stelle des Schleppers an.
14. Bibliographie.
Prof. C. Schroeter. Die Schwebeflora unserer Seen (das Phytoplankton). (Neujahrsblatt nat. Ges. Zür., 1896). - Prof. Alb. Heim. Die Geschichte des Zürichsee. Neujahrsblatt Zürich, 1891. - Direktion der Quaibauten. Die Quaibauten in Zürich, 1881-1888. Zürich 1889. - A. Pfenninger. Beiträge zur Biologie des Zürichsees. Dissertation. Leipzig 1902. - H. Lozeron, La répartition verticale du Plancton dans le lac de Zurich. Dissertation. Zürich 1902. - Zürcher Dampfbootgesellschaft. Der Zürichsee. - W. Bally. Der obere Zürichsee. Dissertation. Zürich 1907. - Prof. Æppli. Erosionsterrassen und Glacialschotter in ihrer Beziehung zur Entstehung des Zürichsee. Bern 1894. - Penck und Brückner. Die Alpen im Eiszeitalter. - O. Herbordt. Geologische Aufnahme der Umgegend von Rapperswil und Pfäffikon am Zürichsee. Dissertation. Zürich 1907. - Prof. Albert Heim. Panorama von Zürich, Zürich 1890.
[Dr. Hans Frey.]