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Alma & Oskar
Regie: Dieter Berner
Darst.: Emily Cox, Valentin Postlmayr, Anton von Lucke, Brigitte Karner, Tatiana Pauhofová, Wilfried Hochholdinger, Marcello De Nardo, Mehmet Atesci, Gerald Votava u.a.
New York 1911. Alma Mahler sitzt im Auditorium der Philharmonie, wo ihr Mann, der berühmte Komponist Gustav Mahler, mit dem Orchester seine 9. Sinfonie probt, die demnächst uraufgeführt werden soll. Als die Probe zu Ende ist, wendet Mahler sich wütend an seine Frau. Er hat einen Liebesbrief von Walter Gropius erhalten, den dieser versehentlich an ihn statt an Alma adressiert hat. Seine Frau, die selbst künstlerische Ambitionen hat, leugnet die Affäre mit dem aufstrebenden Architekten nicht, sie antwortet ihrem 19 Jahre älteren Gatten nur: «Er ist ein Mann, ich bin eine Frau, ich bin 31. Ich will leben und er ist jung.» Kurze Zeit später ist das Ehepaar zurück in seiner Heimatstadt Wien, als Gustav Mahler stirbt. Alma organisiert die Bestattungszeremonie und beauftragt einen jungen Künstler namens Oskar Kokoschka, die Totenmaske des Verstorbenen anzufertigen. Bereits bei dieser ersten Begegnung ist sie von dem sieben Jahre jüngeren Mann fasziniert, der als Enfant terrible die Wiener Kunstszene aufmischt. Nachdem die prominente Künstlerwitwe und begehrte Gesellschaftsdame den Thronfolger Franz Ferdinand in eine Ausstellung mit Werken von Kokoschka begleitet hat, beauftragt sie den Künstler, ein Porträt von ihr zu malen. Es ist der Beginn einer Amour fou voll dramatischer Beziehungsabbrüche und Versöhnungen. Doch irgendwann hat Alma, die sich auch Gropius verbunden fühlt, genug von den Projektionen und Besitzansprüchen des bisweilen gewalttätigen Künstlers. Der österreichische Regisseur Dieter Berner, dessen Film «Egon Schiele: Tod und Mädchen» 2017 im Kinok zu sehen war, hat mit seiner Ehefrau, der Autorin Hilde Berger, deren 2020 erschienenen biografischen Roman Die Windsbraut zu einem faszinierenden Drehbuch über eine Beziehung umgearbeitet, die man heute als toxisch bezeichnen würde. Getragen vom grossartigen Spiel der Britin Emily Cox und des Österreichers Valentin Postlmayer, ist «Alma & Oskar» ein faszinierendes Biopic über eine emanzipierte, lebenshungrige Frau, die zu Lebzeiten Gustav Mahlers immer in dessen Schatten stand und als Witwe begann, ihren eigenen Weg zu gehen, der sie zu einer berühmten Persönlichkeit verschiedener Künstler:innenmilieus in Wien, Los Angeles und New York machte.