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Playboy, Lebemann und Bürger von Surcuolm
Der Schweizer Unternehmer und Fotograf Gunter Sachs hat sich am Samstag das Leben genommen. Der 78-Jährige erschoss sich in seinem Haus in Gstaad.
Simone Pfeuti und Kerstin Hasse
Gunter Sachs wurde am 14. November 1932 im fränkischen Mainberg in eine Industriellenfamilie hineingeboren. Sein Vater Willy Sachs war Inhaber der Kugellager- und Motorenwerke Fichtel & Sachs. Noch vor Gunter Sachs' drittem Geburtstag trennten sich seine Eltern, und er wuchs, nach einiger Zeit im Waisenhaus, mit seinem älteren Bruder bei seiner Mutter, Elinor von Opel, in der Schweiz auf. Die frühen Lebensjahre verbrachte er im Welschland, ausserdem verbrachte er schon in jungen Jahren viel Zeit in Graubünden. In Zuoz besuchte Sachs das Lyceum Alpinum, studierte anschließend Wirtschaftswissenschaften in San Francisco und London. Er absolvierte zudem eine Feinmechaniker- sowie eine Banklehre und erwarb ein französisches Dolmetscherdiplom. Im Jahr 1959 gewann Gunter Sachs als Mitglied des St. Moritz Bobsleigh Club den Junioren-Europameistertitel im Zweierbob. Bereits zehn Jahre danach übernahm er das Präsidentenamt des St. Moritz Bobsleigh Club, dem er bis zu seinem Tod vorstand. 2009 wurde er für sein 40-jähriges Dienstjubiläum geehrt, und ein Platz oberhalb der Bobbahn wurde in «Plazza Gunter Sachs» umbenannt. 1974 gründete Gunter Sachs in St. Moritz den «Dracula-Club», indem er auch das «Festival da Jazz» organisierte. Im Jahr 1977 wurde Gunter Sachs Bürger von Surcuolm, oberhalb von Ilanz.
Ausschweifendes Leben
Auch für seine Kunstsammlung war Sachs bekannt. Bereits als junger Mann begann er Werke zu sammeln. Weil er zu Salvador Dalí, Yves Klein und Roy Lichtenstein enge persönliche Kontakte pflegte, zählte seine Sammlung zeitgenössischer Kunst zu den bedeutendsten in Europa. Viele dieser Künstler waren 1969 an der Gestaltung der legendären Pop-Art-Wohnung im Turm des «Palace-Hotels» in St. Moritz beteiligt, die in der Kunstwelt nachhaltig Beachtung fand.
Zeit seines Lebens war Gunter Sachs zudem für sein ausschweifendes Liebesleben berüchtigt. Seit im Sommer 1962 seine Liaison mit der persischen Exkaiserin Soraya Schlagzeilen machte, verfolgten die Fotografen ihn auf Schritt und Tritt. Er propagierte die freie Liebe und trumpfte mit seinen Liaisons und Affären auf, bis er 1966 die umschwärmte Filmdiva Brigitte Bardot in Las Vegas ehelichte.Drei Jahre später trennte sich das Paar aus bisher unbekannten Gründen. Nur einen Monat nach der Scheidung, heiratete Sachs das schwedische Fotomodell Mirja Larsson in dritter Ehe. Aus dieser Ehe stammen seine Söhne Christian Gunnar und Claus Alexander.
Gunter Sachs hat sich wegen einer Krankheit das Leben genommen. Er habe erkannt, dass er «an der ausweglosen Krankheit A.» erkrankt sei, schrieb der 78-Jährige in einem Abschiedsbrief, deren Veröffentlichung Sachs persönlicher Wunsch gewesen sei, wie die Familie gestern mitteilte.