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Weg-Wort vom 17. August 2021
Ein Freund hat auf Facebook von einem Erlebnis auf einer Bergtour berichtet:
«Zum Glück muss man in der Glärnischhütte vor die Haustüre, um nachts auf die Toilette zu gehen, sonst hätte ich den unsagbar tollen Sternenhimmel verschlafen, der sich am Firmament zeigte: So viele Sterne, dass ich Mühe hatte, einzelne Sternbilder zu erkennen. Und die Milchstrasse zog sich als helles Band über den Nachthimmel. Ich vergass die Toilette und staunte in der milden Nacht vor mich hin.
Ich kenne beide Gefühle: Angesichts der Weite und der Dunkelheit zwischen den Sternen und der Kälte im endlosen Universum den Eindruck zu haben, selber Teil des Dunkels und der Kälte zu sein, ein namenloses Nichts in der Weite des Weltalls, eine Sternschnuppe, die kurz über die Erde flimmert und dabei verglüht. Ich kenne aber auch das Gefühl, mich angesichts eines solchen Nachthimmels aufgehoben und eingeordnet zu erfahren als Teil eines grossen Ganzen, in dem ich gewollt bin und meinen Platz habe.»
Mich hat das inspiriert, in der vergangenen Woche in einer sternklaren Nacht wieder mal nach Mitternacht rauszugehen und einen Ort möglichst ohne störende Lichtquellen zu suchen. Die Sternschnuppen des Perseidenstroms liessen mich fast eine Stunde in den Himmel schauen. Und obwohl der Sternenhimmel bestimmt nicht so beeindruckend war wie auf dem Glärnisch, ging auch ich mit beiden dieser sich scheinbar widersprechenden Gefühlen ins Bett.