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30. Januar 2019
Im April erwachen sie wieder - die Zecken und suchen ihre Blutmahlzeit. Dazu benutzen sie auch den Menschen. Der Stich allein wäre harmlos, wenn sie dadurch nicht krankheitsverursachende Erreger (Bakterien und Viren) übertragen würden.
Durchschnittlich jede dritte Zecke in der Schweiz kann Borrelien (Bakterien) übertragen. Gegen diese Infektion (Borreliose) gibt es keine Impfung, aber eine einfache und wirksame antibiotische Therapie. Im Falle einer Infektion mit Borrelien bildet sich an der Stelle des Zeckenstiches eine kreisförmig grösser werdende Rötung der Haut. In diesem Stadium ist eine antibiotische Behandlung am wirksamsten.
Das FSME – Virus tragen nur ein kleiner Teil der Zecken in Risikogebieten oder in Hochrisikogebieten. Das Rheintal ist ein Risikogebiet, gewisse Regionen gelten als Hochrisikogebiete (St.Margrethen, Balgach, Mels, Sargans Vilters, Vaduz, Nendeln, Balzers). FSME (Frühsommermeningoenzephalitis) ist eine Hirnhautentzündung, die tödlich verlaufen kann oder bleibende gesundheitliche Schäden hinterlassen kann. Eine Behandlung gibt es nicht, aber eine wirksame Impfung.
Die Impfung besteht aus 3 Injektionen. Die ersten beiden erfolgen im Abstand von einem Monat, die dritte je nach Impfstoff 5-12 Monate nach der 2. Impfung. Der Impfschutz hält nach 3 Injektionen mindestens 10 Jahre. Nach den ersten beiden Impfungen besteht bereits ein voller Impfschutz. Deshalb ist es sinnvoll, die ersten beiden Impfungen jetzt in den Wintermonaten zu machen, damit ein voller Impfschutz besteht, wenn im April die ersten Zecken erwachen und ihre Opfer suchen. Empfohlen wird die Impfung Personen ab 6 Jahren, die sich in Hochrisikogebieten aufhalten und generell Personen die sich von April bis Oktober gerne in der freien Natur (Wiesen und Wälder) aufhalten und bewegen.
Nach dem Aufenthalt in der freien Natur ist am Abend eine Kontrolle der Haut nach allfälligen Zecken sinnvoll. Bevorzugte Körperstellen sind Körperfalten wie Kniekehlen, Leistenregion, Achselhöhlen, hinter den Ohren und im Schulterbereich. Entfernt werden die Zecken am besten mit einer Pinzette, indem sie möglichst hautnah gefasst werden. Allenfalls zurückbleibende Zeckenteile können belassen werden. Die Haut stösst diese von selbst ab. Das Infektionsrisiko wird dadurch nicht erhöht.
FSME-Impfungen und entsprechende Beratungen bekommen Sie bei Ihrem Hausarzt.
Dr.med. Ignaz Hutter