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Gletscher im Untergrund: Geschichte der natürlichen Eiskeller im Jura und ihrer Bedeutung im Lauf der Zeit
Nur einige wenige der zahlreichen Höhlen im Juramassiv enthalten das ganze Jahr über Gletschereis, sogar im Sommer. Die Nutzung und Ausbeutung dieser natürlichen Eiskeller (frz. Glacières) geht, wie bei Höhlen allgemein, bis in die Vorgeschichte zurück. Zweifellos dienten sie damals gleichzeitig als Fallen für die Jagd und zur Aufbewahrung der Jagdbeute am Grund der Höhle. Das Interesse an den Eiskellern in späterer Zeit ist vor allem wissenschaftlich, ökonomisch und denkmalpflegerisch begründet.
Nach langen Debatten – so wurde etwa vorgeschlagen, dass es sich um ein Überbleibsel der letzten Eiszeit handle – kamen die Wissenschaftler in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Schluss, dass sich das Eis in den Höhlen während der kalten Jahreszeit bildet, durch Anhäufung von Schnee und Gefrieren des Schmelzwassers. Dank der am Höhlengrund gefangenen Winterkälte, schmilzt das Eis nicht. Im Lauf des 18. Jahrhunderts wird der Handel mit Eis, welcher bislang den Eliten vorbehalten war, in Europa für breitere Bevölkerungsschichten zugänglich. Trotz ihrer Abgeschiedenheit wecken die Glacières im Jura das Interesse von Kleinbauern. In Monlési (NE) wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Teil der Eisproduktion gar bis nach Paris exportiert. Diese Glacière scheint derzeit als einzige der Klimaerwärmung noch zu widerstehen. Sie ist auch diejenige, welche wissenschaftlich am besten beschrieben und dokumentiert wurde.
Bild: Alte Postkarte
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