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Klappertopfarten, Rhinanthus alectorolophus und Rhinantus minor
Wuchshöhe:
10 bis 50 cm
Stängel:
aufrecht, je nach Blütezeit einfach oder verzweigt, im oberen Bereich dicht abstehend behaart, aber nicht schwarz gestrichelt (R. alectorolophus), resp. kahl und oftmals dunkel gepunktet oder gestreift (R. minor)
Laubblätter:
gegenständig, eilanzettlich bis eiförmig, mit scharf gesägtem Blattrand
Blüten:
gelb, am Stängel-Ende in einer Traube, aus einer helmförmig gebogenen Oberlippe und eine dreizipfelige Unterlippe. Auf der Oberlippe sitzen zwei kleine violette "Zähnchen", die den Bestäubern als Wegweiser zum Nektar am Blütengrund dienen.
Blütezeit:
Mai bis August
Bestäubung: hauptsächlich durch langrüsslige Hummeln, Bienen und Falter,
Früchte:
wenig-samige, breit geflügelte Kapselfrüchte
Ausbreitung: Stossausbreitung ("Herausfallen" der Samen, wenn die "Klapper" angestossen wird), Windausbreitung, Menschen (z.B. durch Ackerbau).
Standorte:
auf mageren, eher basischen (zottiger K.), respektive leicht sauren (kleiner K.) Böden, hauptsächlich auf sonnigen, grasreichen Wiesen, sowie auf Magerwiesen
Diverses:
Da Ober- und Unterlippe der Blüten sehr eng aneinanderliegen, bleibt der Zugang zum Nektar nur langrüsseligen Insekten offen. Kurzrüsselige Bienen und Hummeln behelfen sich manchmal zu dem begehrten Gut, in dem sie sich von aussen über Kelch und Kronröhre bis hin zur Nektarquelle durchbeissen. Eine Bestäubung findet hier nicht statt.
Alle Klappertopfarten sind Halbschmarotzer, das heisst, sie entziehen den Wirtspflanzen über die Wurzeln Nährstoffe und Wasser. Im Gegensatz zu den Vollschmarotzern betreiben sie aber nach wie vor Photosynthese. Klappertöpfe befallen hauptsächlich Süssgräser, in geringerem Mass aber auch andere Pflanzen, wie etwa Leguminosen. Auch Selbstparasitismus kommt unter Klappertopfarten recht weit verbreitet vor.
Der Klappertopf kann auf Wiesen massenhaft auftreten. Je nach Befallsstärke geht der Ertrag der betroffenen Wiese spürbar zurück, vor allem weil in erster Linie die Gräser stark geschwächt werden. Die Wiese „magert“ aus. Es entstehen mehr Lücken, die von konkurrenz-schwachen Arten, zu denen viele Wiesenblumenarten gehören, besetzt werden können, sofern diese in solchen Wiesen bereits vorkommen. Wenn solche Arten fehlen, besteht durch die vom Klappertopf geschaffenen Lücken eine gute Gelegenheit, die entsprechenden Wiesenblumen hinein zubringen, z.B. mittels Saatgut oder einer Heugraseinsaat.
Alle Klappertopfarten enthalten Aucubin, welches auch in Spitzwegerich enthalten ist. Aucubin wirkt antibiotisch, sowie entzündungshemmend und dient der Pflanze als Frassgift gegen Schnecken und Insekten.