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Vor 75 Jahren nahm die APA ihren Betrieb auf
Wien (ots) –
Am 1. September 1946 liefen die ersten APA-Meldungen über den Nachrichten-Ticker – Heute im Tagesschnitt rund 500 Meldungen
Vor 75 Jahren wurde die APA – Austria Presse Agentur gegründet: Am 1. September 1946 nahm die Nachrichtenagentur ihren Betrieb auf. Die allererste Meldung wurde im Wirtschaftsressort ausgegeben. Damals wurden Nachrichten noch über endlose Streifen des sogenannten Hell-Schreibers an die Medien des Landes verteilt, heute werden APA-News in „Realtime“ via Computer und Smartphones verbreitet.
Aus der APA wurde der führende elektronische Informationsprovider des Landes. Die Geschichte der APA-„Vorläuferinnen“ begann freilich schon in der Monarchie. 1849 gründete Joseph Tuvora mit der „Österreichischen Correspondenz“ die erste Nachrichtenagentur in Österreich, die als privates Unternehmen dennoch weitgehend unter staatlichem Einfluss stand. 1859 wurde die „Österreichische Correspondenz“ in das „k.k. Telegraphen Korrespondenz Büro“ umgewandelt. Dieses Konstrukt sollte bis 1922 existieren. Die Agentur stand ebenso wie das Nachfolgeunternehmen „Amtliche Nachrichtenstelle“ (ANA) unter staatlicher Leitung. Die ANA wurde in den Jahren 1938 bis 1945 in die „Zweigstelle Wien“ des in Berlin ansässigen „Deutschen Nachrichten Büros“ umgewandelt und für Nazi-Propagandazwecke missbraucht.
1946 erfolgte auf Initiative der Alliierten die Gründung der Austria Presse Agentur als privatwirtschaftliche Genossenschaft im Eigentum der Tageszeitungen. Zur Unabhängigkeit der APA kam es damals nur auf „Druck von außen“, nämlich seitens der Alliierten gemeinsam mit den Nachrichtenagenturen Reuters und AP. Die österreichische Regierung war gegen eine unabhängige Nachrichtenagentur. Die APA ist heute eine von weltweit nur rund 20 bis 25 unabhängigen Nachrichtenagenturen, der große Rest befindet sich unter staatlicher Kontrolle.
Am 1. September 1946 nahm die APA im Gebäude der Wiener Börse die Arbeit auf. Zu Beginn verfügte die Agentur über eine Auslands-, eine Inlands-, eine Wirtschafts- und eine Sportredaktion. Andere Themenkreise wurden zunächst „mitbehandelt“. Die Kulturredaktion entstand 1957, ein eigenes Chronikressort gibt es seit 1983. Die Bildredaktion wurde 1985 ins Leben gerufen, die Grafik erblickte als eigenes Ressort 1994 das Licht der Welt.
Von 1970 bis 2005 war die APA im Internationalen Pressezentrum in der Gunoldstraße 14 in Wien-Döbling untergebracht. Im August 2005 erfolgte der Umzug in einen der modernsten und größten Newsrooms Kontinentaleuropas an den Naschmarkt in Wien-Mariahilf. Im Corona-Jahr 2020 transferierte die APA viele ihrer Leistungen ins Digitale. Wegen der Zunahme von Fake News wurde der Bereich Faktencheck gestärkt.
Während in der Anfangszeit das Tagesaufkommen bei rund 100 bis 150 Meldungen lag, werden 75 Jahre später täglich an die 500 Meldungen, mehr als 1.000 Fotos sowie zahlreiche Videos und Infografiken zu Themen aus Österreich und der Welt produziert. Die APA stellt mit ihren Nachrichten und multimedialen Angeboten Tageszeitungen, Radio und Fernsehen, aber auch Online-Diensten und Zeitschriften sowie politischen Organisationen und Wirtschaftsunternehmen den Rohstoff für deren tägliche Arbeit zur Verfügung. Sie erbringt damit für die österreichische Gesellschaft eine zentrale Infrastrukturleistung auf dem Sektor der Information. Die APA erfüllt diese Aufgabe nach den Grundsätzen Zuverlässigkeit, Schnelligkeit und Ausgewogenheit und hat damit die Funktion eines „Public Service“, weil der Anspruch erhoben wird, zuverlässig, objektiv, umfassend und zeitnah zu berichten. In privatem Auftrag wird eine „öffentliche Aufgabe“ erfüllt.
Die gesamte APA-Gruppe besteht mittlerweile nicht nur aus mehr als 500 ständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sondern auch aus mehreren erfolgreichen Tochter-Unternehmen: APA-OTS und APA-DeFacto treten am Markt seit 2019 gemeinsam als APA-Comm auf. Darüber hinaus existieren die Tochterunternehmen APA-IT, IT-Supporter der österreichischen Nachrichtenagentur sowie zahlreicher weiterer (Medien-)Unternehmen, die Bildagentur APA-PictureDesk und der international erfolgreiche CMS- und Portal-Hersteller Gentics Software. Dazu kommt eine 30-Prozent-Beteiligung an der Schweizer Nachrichtenagentur KEYSTONE-SDA-ATS AG, womit die APA größter Aktionär ist.
Neben der Arbeit im Nachrichtenjournalismus fungiert die APA als Anbieter von Datenbanken – vom APA-Basisdienst über internationale Nachrichtenagenturen, Zeitungen und Zeitschriften aus Österreich, Deutschland, der Schweiz bis zu den wichtigsten ORF-Nachrichtensendungen sowie relevanten Web- und Social Media-Inhalten – und ist damit auch eines der größten Medienbeobachtungsunternehmen des Landes. Mit dem OTS Originaltext-Service als größtem heimischen Verbreiter von multimedialen Presseaussendungen bietet die APA darüber hinaus eine Plattform für den öffentlichen Diskurs. 2017 startete die von der APA betriebene Austria Videoplattform (AVP) als professionelle Drehscheibe für den Austausch von News-Videos heimischer Medienhäuser. Angeboten werden weiters innovative technische Dienstleistungen.
Genossenschafter bzw. Eigentümer sind die österreichische Tageszeitungen „Kurier“, „Kleine Zeitung“, „Österreich“, „Oberösterreichische Nachrichten“, „Salzburger Nachrichten“, „Der Standard“, „Tiroler Tageszeitung“, „Die Presse“, „Vorarlberger Nachrichten“, „Neues Volksblatt“, „Neue Vorarlberger Tageszeitung“, „Wiener Zeitung“ sowie der ORF. Durch das Genossenschaftsprinzip trägt die APA zur Medienvielfalt in Österreich bei. Die APA erwirtschaftete 2020 einen Umsatz von 67,81 Millionen Euro. Das Konzernergebnis (EGT) betrug 3,72 Millionen Euro.
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