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Nachdem wir Ihnen bereits die Teile Vorbehandlung der Felle und die Wasserwerkstatt erläutert haben, folgen nun die mechanischen, meist maschinellen Arbeitsgänge, welche im Anschluss an ein nur nass gegerbtes Fell folgen.
Nachdem die Felle eine Zeit gelagert wurden (Verolung), werden sie entwässert und anschliessend bei Bedarf auf Stärke gefalzt (gehobelt). Das Entwässern geschieht in Form einer Schleuder (Zentrifuge) oder einer Mange (Abwelkmaschine). Getrocknet wird relativ mild, um ein zu hartes Trocknen (Verkleben der Fasern) zu vermeiden. Es gibt viele Möglichkeiten, so z.B. die normale Hängetrocknung, die Spannrahmentrocknung, die Vakuumtrocknung usw. Ist jedes Fell einmal gut ausgetrocknet, wird es klimatisiert. Durch ziehen, dehnen und stossen der Faser wird das Leder wieder weich. Diesen Arbeitsprozess nennt man Stollen, Bakeln oder Umziehen, je nach Artikel.
Da auf einer Maschine die Fläche bei einem Fell nie gleichmässig bearbeitet werden kann, weil die Bäuche meist dünner sind, müssen die Ränder noch nachgestollt oder gebakelt werden. Fast alle diese Effekte könnte man erhalten, wenn man das Leder der Felle von Hand rubbeln würde wie früher die Wäsche auf dem Waschbrett.
Nachdem die Felle gestollt sind, muss die Restfeuchtigkeit wieder durch Ablüften entfernt werden. In diesem Zustand werden fast alle Felle von überschüssigem Naturfett durch chemische Reinigung (entfettet) befreit. Leicht zerknüllt werden alle Felle nochmals gestollt oder umgezogen, damit das Leder eine plane Oberfläche aufweist. Noch anhaftendes, überschüssiges Gewebe wird mittels Bandschleifmaschine abgeschliffen. Auch hier werden die Bäuche mit einer Spezialmaschine nachgeschliffen, vom Schleifstaub gesäubert mit einer Bürstmaschine, einer Rauhmaschine. Dieser Arbeitsprozess muss je nach Artikel 2 bis 6 Mal durchgeführt werden. Auf speziellen Wunsch kann in diesem Zustand die Wolle auf eine bestimmte Länge geschoren werden.
Um der Wolle oder dem Haarkleid ein gewisses «Spiel» zu verleihen, wird die Ware noch gebügelt. Dieser Vorgang verleiht dem Fell auch spezielle Weichheit und Gland in der Wolle. Die Haut soll auch nach etwas aussehen und wird an dieser Stelle in Tierform geschnitten. Sind die Bäuche noch nicht sauber gekardet oder noch voll Staub, muss die Ware noch ausgeputzt, von Hand nachgekardet werden. Nun liegt das fertige Pelzfell vor uns. Nicht alle Felle sind gleich gross und deshalb werden vor allem die Schaffelle wie auch die Wildfelle gemessen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Für geschorene Ware wird meist die Fläche mit einer Messmaschine in Quadratfuss bestimmt, für langwollige Felle wird eine einfachere Art angewandt. Sämtliche Felle werden vom Hals bis zum Schwanz gemessen. Damit kann die Ware der Spedition übergeben werden, wo sie sortiert und jedem Kunden zugeordnet wird, bevor die fertigen Felle versandt werden.
Wir hoffen, dass Sie mit unseren Ausführungen einen Einblick in die Tätigkeiten einer Pelzgerberei erhalten haben.
Haben Sie selber Felle (aller Art), welche gegerbt (gelidert) werden sollten, empfehlen wir uns höflich. Unsere Spezialität, ist die Zurichtung (Liderung) aller Felle im Lohn, besonders die Verarbeitung von Schaffellen, Fuchsfellen, Kaninfellen, Kuhfellen und der Verkauf von allen diesen Fellen im Fellshop. Dazu auch unsere beliebten Hausschuhe aus Lammfell und Lammfelle für Babys.
Die Rohfellannahme ist 24 Stunden geöffnet (Schiebetüre). Im Fellshop bedienen wir Sie gerne von Montag – Freitag, 13.30 – 17.30. Für Fragen rufen Sie uns an 062 752 32 62