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Welche Krampfadern sollten baldmöglichst therapiert werden?
Diagnose und Therapie
Die zeitliche Planung der Therapie von Krampfadern ist üblicherweise über Monate oder Jahre möglich, ausser, wenn in kurzer Zeit Komplikationen wie Thrombosen, Spontanblutungen oder „offene Beine“ (lat. = Ulcus cruris ) sehr wahrscheinlich sind. In diesen Fällen sollte eine Therapie möglichst zeitnahe der spezialärztlichen Diagnose erfolgen. Denn die meisten Komplikationen vom Krampfaderleiden bedürfen später einem deutlich grösseren therapeutischen Aufwand als die frühzeitige Behandlung mit minimal invasiven chirurgischen Eingriffen, einem modernen Katheter technischen Verfahren (Laser, Radiofrenquenz, Kleber) oder einer Schaumverödung. Denn sind die Folgen einer Komplikation in einem weit fortgeschrittenen Zustand, ist deren Abheilung mit allen gängigen Therapieverfahren nicht-, oder nur mehr teilweise korrigierbar. Die Folge sind langjährig wiederauftretende „offene Beine“ (= Ulcus cruris), welche neben einem grossen pflegerischen Aufwand auch hygienische Probleme und Schmerzen verursachen.
Beispiel:
55 jährige Patientin mit seit über 20 Jahren gut sichtbaren, grossen Krampfadern. Langsame Braunverfärbung im Bereich des Unterschenkels (Abb.1 roter Pfeil).
Seit drei Monaten erstmalig starke Schmerzen und Überwärmung entlang dem Schienbein. Über das Schienbein sind grosse Krampfadern ( Abb.1 blaue Pfeile) sichtbar, welche von der defekten oberflächlichen Stammvene, der Vena saphena magna gespiesen werden (Abb.2: Farbultraschall Untersuchung mit insuffizienter Vena saphena magna).
Als Folge der langjährigen krankhaften Druckerhöhung in den Krampfadern (=chronisch venöse Hypertonie) entstand mit der Zeit eine Zunahme der Braunverfärbung als auch eine Verhärtung (Induration) der Haut am Unterschenkel (= Dermatosklerose).
Im Bereich der Braunverfärbung (= trophischen Hautveränderung) sind kleinere Seitenastkrampfadern thrombosiert (= Varikophlebitis-/Thrombose) und auf Druck stark schmerzhaft (Abb.3 blaue Pfeile). In der Umgebung sichtbare Hautschuppen und leichte Rötung als Folge eines beginnenden Ekzems wegen Unverträglichkeit / Allergie einer Venensalbe.
Zusammenfassung:
Grössere Krampfadern, unabhängig ob schmerzhaft oder nicht, sollten frühzeitig therapiert werden. Insbesondere, wenn Hautveränderungen wie Braunverfärbung (Hyperpigmentation), Verhärtung, Ekzeme, Blutungen, Thrombosen usw. auftreten. Eine Salbentherapie ist in den meisten Fällen kontraproduktiv und fördert die Bildung von Ekzemen, welche zusätzlich Wegbereiter zum „offenen Bein“ sind.
Dr. med. Bruno P. Schwarzenbach 2. September 2015
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