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Diese Definitionen sind bewusst weit gefasst. Wir empfehlen, sie anzupassen und zu präzisieren, wie sie sich in den Rahmen der jeweiligen Institution einfügt
WHO (2017)
Demenz ist ein in der Regel chronisches oder fortschreitendes Syndrom, bei dem eine stärkere Beeinträchtigung der kognitiven Funktion (Fähigkeit zur Ausführung von Denkprozessen) beobachtet wird, als im Rahmen der normalen Alterungsprozesse zu erwarten wäre. Betroffen sind Erinnerungs-, Denk-, Orientierungs-, Verständnis-, Rechen-, Lern-, Sprech- und Urteilsvermögen. Das Bewusstsein ist nicht beeinträchtigt. Mit der Beeinträchtigung der kognitiven Funktion einher oder ihr bisweilen voraus geht häufig eine Verschlechterung der emotionalen Kontrolle, des Sozialverhaltens oder der Motivation. Demenz wird durch eine Reihe von Krankheiten und Verletzungen verursacht, die in erster Linie das Gehirn betreffen oder mit einer Gehirnbeteiligung einhergehen, z. B. Alzheimer-Krankheit oder Schlaganfall. Demenz ist eine der häufigsten Ursachen von Behinderung und Fremdhilfeabhängigkeit älterer Menschen weltweit. Sie stellt nicht nur für die erkrankten Personen selbst eine starke Belastung dar, sondern auch für die Betreuungspersonen und Angehörigen. Demenz wird oft verkannt und ruft Unverständnis hervor, was zu einer Stigmatisierung führt und die Diagnose und die fachgerechte Pflege behindert. Die Krankheit kann physische, psychische, soziale oder wirtschaftliche Folgen für Pflegende, Familien und Gesellschaft nach sich ziehen. (Weltgesundheitsorganisation WHO, 2019)
Nationale Demenzstrategie
Demenz ist ein Oberbegriff für Hirnleistungsstörungen mit unterschiedlichen Ursachen:
· Degenerative Hirnveränderungen, deren Entstehung bis heute nicht vollständig erklärt werden kann. Die Alzheimer-Krankheit ist in dieser Kategorie die häufigste Form.
· Vaskuläre Demenz, die durch Durchblutungsstörungen im Hirn bzw. durch häufig aufeinanderfolgende Hirninfarkte (Multi-Infarkt-Demenzen) ausgelöst wird. (BAG, 2019)
Eine Kombination mehrerer Ursachen ist möglich und sogar häufig: Bei vielen Betroffenen lassen sich sowohl degenerative als auch vaskuläre Elemente feststellen.
Die Pathologie der Demenz ist gekennzeichnet durch eine fortschreitende Beeinträchtigung des Gedächtnisses in Kombination mit einer der folgenden Funktionsstörungen: Sprachstörungen (Aphasie), Gestikstörungen bzw. Probleme beim Ausführen von Bewegungen (Apraxie), optisch-räumliche Orientierungsstörung (Agnosie) oder Verminderung der Exekutivfunktionen (Verlust der Planungs- und Handlungsfähigkeit). (Monsch et al., 2013; Bassetti et al., 2011)
Infolge dieser kognitiven Defizite nimmt die Autonomie der Menschen mit demenziellen Erkrankungen ab, sodass sie bei den Aktivitäten des täglichen Lebens auf Fremdhilfe angewiesen ist. Der Schweregrad wird nach dem Ausmass der Betreuungsbedürftigkeit bestimmt. (Monsch et al., 2012) Mit der Beeinträchtigung der kognitiven Funktion einher oder ihr bisweilen voraus geht häufig eine Verschlechterung der emotionalen Kontrolle, des Sozialverhaltens oder der Motivation.
Die Erkrankung verläuft in mehreren Phasen, die unter Umständen sehr unterschiedlich ausgeprägt sind und auch von den Betroffenen unterschiedlich erlebt werden können; ihre Auswirkung auf das tägliche Leben und die Lebensqualität variieren ebenfalls. (Zentrum für Gerontologie der Universität Zürich, 2013)
Mit dem Begriff «Demenz» wird ein Syndrom umschrieben, dem verschiedene Krankheiten zugrunde liegen können. Gemeinsames Kennzeichen ist das Auftreten von einer oder mehreren kognitiven Störungen in verschiedenen Bereichen (Aufmerksamkeits- und Exekutivfunktionen, Lernen und Gedächtnis, Sprache, höhere perzeptive und motorische Funktionen, soziale Kognition), die vorher nicht vorhanden waren und auch ausserhalb eines Delirs anhalten. Diese Störungen führen zu einer Beeinträchtigung zumindest der komplexen täglichen Aktivitäten und werden in der Regel von Veränderungen der sozialen Beziehungen und von oft fluktuierenden emotionalen und Verhaltensstörungen begleitet. Zu einem Demenzsyndrom führen neurodegenerative Krankheiten (z. B. Alzheimer-Krankheit, Lewy-Body-Demenz/Parkinson-Demenz, frontotemporale Demenz), aber auch gewisse Gefässerkrankungen (vaskuläre Demenz), externe Schädigungen (z. B. chronischer Alkoholüberkonsum) und viele weitere. Per definitionem werden primäre psychiatrische Erkrankungen wie Depression oder Psychosen nicht zu den Demenzen gezählt, auch wenn diese in einzelnen Fällen (insbesondere im Langzeitverlauf) zu ähnlichen Symptomen führen können. (SAMW/ASSM, 2017)