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Pilatus steht zur Zeit nicht nur wegen den vermeintlichen Söldnerdiensten durch die Wartung von Flugzeugen in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten unter Druck. Auch eine alte Korruptionsgeschichte aus Indien, die den Stanser Flugzeugbauer eine Option auf 38 Flugzeuge kostete, kocht wieder auf.
Die neuste Wendung: Das indische Verteidigungsministerium hat die Zusammenarbeit mit Pilatus für ein Jahr auf Eis gelegt, wie die Behörde auf ihrer Webseite mitteilt. Hintergrund sind Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit dem Verkauf von 75 Trainingsflugzeugen. Pilatus habe im Jahr 2010 dem Waffenhändler Sanjay Bandari und Bimal Sareen für die Beeinflussung des Geschäfts eine Million Franken bezahlt, berichtet die «Hindustan Times».
Regeln zur Waffenbeschaffung verletzt
Durch die Zusammenarbeit mit Offset India Solution Private Limited, der Firma der beiden Inder, habe Pilatus die Regeln zur Waffenbeschaffung verletzt, so das indische Central Bureau of Investigation (CBI).
Für den Fall interessieren sich in Indien verschiedene Stellen: Neben dem CBI seien auch das Enforcement Directorate, die Polizei von Delhi und die Steuerbehörde an der Untersuchung «wegen korrupten Praktiken, unfairen Mitteln und illegalen Aktivitäten von Pilatus» beteiligt, schreibt das Verteidigungsministerium. Der Flugzeugbauer habe am 13. Juni «nicht befriedigend» auf die Vorwürfe geantwortet.
Schon am Freitag war bekannt geworden, dass die indische Luftwaffe den geplanten Kauf von 38 zusätzlichen Flugzeugen storniert hat; darüber berichtete auch die «Sonntagszeitung» (Paywall). Statt weitere PC-7 MkII von Pilatus zu besorgen, machen sich die Inder auf die Suche nach einem neuen Hersteller für Trainingsflugzeuge.
Keine Stellungnahme
Pilatus will sich auf Anfrage nicht zu den Vorwürfen und den Konsequenzen des Entscheids aus Indien äussern. Die Angelegenheit werde seit mehreren Jahren immer wieder in indischen Medien thematisiert, doch bis heute seien die Flugzeugwerke nicht vom CBI kontaktiert worden, so ein Firmenvertreter.