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Damit hatten die Ärzte nicht gerechnet!
Die Studienleiter untersuchten jeweils nach sechs und nach zwölf Monaten, ob sich die Schulterschmerzen bei den Patienten der unterschiedlichen Gruppen verringert hatten. Eigentlich hatten sie erwartet, dass diejenigen, die tatsächlich eine Operation bekommen hatten, auch weniger Schulterschmerzen haben. Doch es kam ganz anders:
Zwischen der Gruppe, die eine Operation erhalten hatte, und der Gruppe, bei der nur ein Placebo-Eingriff vorgenommen wurde, konnte KEIN Unterschied festgestellt werden.
Dass bei der ersten Gruppe Knochen- und Bindegewebe zur Vergrößerung des Gelenkspaltes ausgeräumt wurde, war also völlig unnötig! Die Placebo-Operation hatte die gleiche Wirkung auf die Schmerzen.
Aber es kam noch heftiger, als die Studienleiter die Ergebnisse der dritten Gruppe untersuchten:
Die Patienten, die überhaupt keinen Eingriff erhalten hatten und wegen Terminverschiebung einfach wieder nach Hause geschickt wurden, hatten am Ende fast genauso geringe oder starke Schulterschmerzen wie die Gruppe, die eine Operation bekommen hatte. Es konnte lediglich ein leichter, klinisch nicht relevanter Vorteil der ersten beiden Gruppen gegenüber der dritten festgestellt werden. Gar keine Operation durchzuführen hatte also nahezu genauso viel Auswirkung auf die Schulterschmerzen wie eine tatsächlich durchgeführte Operation. Die Studienleiter konnten es kaum glauben!
„In der Schmerztherapie muss sich unbedingt etwas ändern!“
Einer der leitenden Ärzte, David Beard, kam nach diesen Studien-Ergebnissen zu einem eindeutigen Fazit:
„Bei Schulter-Beschwerden durch Impingement sollten im Lichte unserer Studie künftig andere Behandlungsoptionen erwogen werden!“
Wir freuen uns natürlich, dass dies nun endlich erkannt wurde, und sind über die Ergebnisse der Studie auch keineswegs verwundert. Wir wissen schon lange, dass die Schmerzen durch überspannte, unnachgiebige Muskeln und Faszien entstehen. Wenn diese Spannungen nicht normalisiert werden, bleiben auch die Schmerzen weiterhin bestehen. Durch die Narkose bei der Operation kann es zwar zu temporären Verbesserungen der Schmerzen kommen, da so auch die Muskeln und Faszien entspannt werden, jedoch halten diese Verbesserungen nicht dauerhaft an.
Chirurg: „Wir schneiden manchmal nur, weil wir daran glauben wollen!“
Trotz dieser Ergebnisse raten viele Ärzte bei Schulterschmerzen immer wieder zur Arthroskopie, weil sie meist keine sinnvolle Alternative kennen. Hartwig Bauer, langjähriger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, gibt dies in der Süddeutschen Zeitung auch offen zu:
„Wir schneiden manchmal nur, weil wir daran glauben wollen und die Patienten überzeugt sind, dass der Eingriff hilft.“ (Süddeutsche Zeitung Nr. 268, 2017)
Umso wichtiger ist es, dass die Liebscher & Bracht-Schmerztherapie immer mehr Menschen erreicht, um ihnen eine wirklich effektive Behandlung gegen ihre Schmerzen zu ermöglichen — ohne Operationen oder Medikamente.