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Cartographica Helvetica
Zusammenfassung
Ingrid Kretschmer:
Österreichische Expeditionskartographie in Südamerika
Cartographica Helvetica 28 (2003) 13–23
Zusammenfassung:
Vom 18. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg verzeichneten österreichische Gelehrte, gestützt auf wohlwollende Förderung seitens des Kaiserhauses, beachtliche Erfolge in der Erforschung Mittel- und Südamerikas, wobei botanische, zoologische, geologische wie ethnographische und archäologische Forschungen im Mittelpunkt standen.
Ab der Zwischenkriegszeit wurde die Verbindung von Alpinismus und wissenschaftlicher Forschung erfolgreich. Der 1862 gegründete Österreichische Alpenverein erweiterte 1927 seine Aufgaben auch auf aussereuropäische Hochgebirge und seit 1928 lag ein Schwerpunkt österreichischer Kartenaufnahme und geographischer Erforschung in den Anden Boliviens und Perus, wo bis dahin grossmassstäbige topographische Kartenwerke fehlten. Unter Einsatz terrestrischer Stereophotogrammetrie entstanden ab 1935 qualitativ hochstehende, grossmassstäbige Kartenblätter der Cordillera Real (Bolivien), später der Cordillera Blanca und Cordillera Huayash (Peru).
Seit 1939 wurden diese Blätter im Stil des Österreichischen Alpenvereins erstellt. In den 1950er-Jahren gehörte diese Region der südamerikanischen Anden zu den weltweit bestbekannten Hochgebirgsregionen. In den 1960er-Jahren beschäftigten sich Österreichs Wissenschaftler mit der Aufgabe, die durch Naturkatastrophen heimgesuchten Gebiete (Gletschersturz) am Huascarán, dem höchsten Berg Perus, zu kartieren. Daraus resultierten zwei grossmassstäbige Karten (1:25 000 und 1:15 000) dieser charakteristischen tropischen Gletscherregion.