Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03360.jsonl.gz/1025

Der staatsanwaltschaftliche Untersuchungsausschuss von Tokyo will am 29. Februar gegen den ehemaligen Tepco-Verwaltungsratsvorsitzenden und zwei Ex-Vizepräsidenten wegen der fahrlässigen Tötung bei geschäftlicher Tätigkeit erzwungene Anklage erheben.
Die Anwälte des Ausschusses sind der Meinung, dass es Pflicht der Angeklagten ist, sich auch für einen Jahrzehntausend-Unfall vorzubereiten. Sie wären in der Lage gewesen, es vorauszusehen, dass ein riesiger Tsunami einen schweren Unfall hervorrufen kann. Um dies auszuweichen, hätten sie Massnahmen, einschliesslich Betriebseinstellung des AKW, treffen sollen.
Die Staatsanwaltschaft Tokyo liess im September 2013 eine Anklage gegen die drei Top-Manager fallen, weil „es für sie schwierig war, den Unfall vorauszusagen“. Der staatsanwaltschaftliche Untersuchungsausschuss sprach jedoch im Juli 2014 für eine Anklage aus. Daraufhin untersuchte die Staatsanwaltschaft Tokyo wieder den Fall und kam zum Schluss, das Verfahren einzustellen. Ein Jahr später beschliess der Ausschuss zum zweiten Mal zur Anklageerhebung.
In Kyoto wies das Landgericht Tepco an, einem Ehepaar, das nach eigenem Willen von Fukushima nach Kyoto umgezogen war, eine Entschädigung von rund 260’000 Franken zu zahlen. Laut Hokkaido-Zeitung ist es das erste Urteil zugunsten Menschen, die nach eigenem Willen und auf eigene Faust von Fukushima weggezogen sind.
Der Ehemann führte vor der Atomkatastrophe ein Restaurant in Fukushima. Nach dem Unfall zog er mit seiner Frau und Kindern nach Kyoto um, er litt unter Schlaflosigkeit und Depression und wurde arbeitsunfähig.
Tepco zahlte ihn allerdings bloss rund 26’000 Franken, danach beantragte er eine alternative Streitbeilegung. Der Betreiber vom AKW Fukushima Daiichi bot ihm daraufhin rund 96’000 Franken an, aber er war damit nicht einverstanden.
Das Gericht anerkannte, dass der AKW-Unfall seine Krankheiten verursacht hat. Die Kausalität zwischen den geschäftlichen Schaden und dem Unfall ebenfalls.
Rund 100’000 Menschen wohnen heute noch in einem anderen Ort, davon schätzungsweise 18’000 haben nach eigenen Willen ihre Heimat verlassen.
Japanische Atomenergiebehörde hat vor einem Jahr eine neue Seite erstellt. Hier sind verschiedene Messdaten zu sehen.