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Patienten und Patientinnen, die unter den Beschwerden eines chronischen Beckenschmerzsyndroms leiden, zu helfen ist eine Herausforderung, die durch eine multimodale Therapie gelingen kann.
Es bestehen seit mindestens drei Monaten primäre Schmerzsymptome im Beckenbereich, die nicht durch andere Krankheiten wie z.B. Tumorerkrankungen oder Infektionen bedingt sind.
Schmerzsyndrome der Blase, des Hodensacks, der Hoden, des Nebenhodens, des Penis, der Harnröhre, des Beckenbodens sowie das Post-Vasektomie Syndrom. Patienten können die Schmerzen oftmals aber nicht genau lokalisieren. Häufig kommen zu den Schmerzen auch Schwellungs- und Fremdkörpergefühl, Missempfindungen und Sensibilitätsstörungen der Haut, Allodynie (Schmerzempfindung durch leichte Berührung), eine erschwerte Blasenentleerung, sexuelle Funktionsstörungen sowie psychologische Symptome hinzu. Die Krankheit kann chronifizieren, wenn die Schmerzwahrnehmung durch eine gestörte Verarbeitung von Schmerzinformationen im zentralen Nervensystem verändert bzw. verstärkt wird. Stress und Angst insbesondere Depressionen auf Grund der Beschwerden können diese noch weiter manifestieren. Häufig entstehen auch weitere somatische Beschwerden.
Nach Ausschluss organspezifischer Ursachen sollte die UPOINTS-Klassifizierung des CPPPS vorgenommen werden, um die Ausprägung des Falles genauer zu kennen:
Therapiemonitoring durch Psychomotorische Tests:
Bei einer Therapie sollten kontinuierlich folgende Kriterien beobachtet werden:
Therapiekonzept basierend auf einem bio-psychosozialen Modell
Dieses Therapiekonzept sollte durch ein interdisziplinäres und multimodales Team bestehend aus Ärzten (Urologe, Neurologe, Schmerztherapeut), Psychologen und Gesundheitsfachkräften wie Uro- und Physiotherapeuten gemeinsam umgesetzt werden.
Therapiemassnahmen entsprechend der EAU Richtlinie
Es werden unterschiedliche Verfahren empfohlen: Diese beinhalten in körpertherapeutische, psychologische, diätetische, pharmakologische, analgetische, operative und erweiterte neuromodulatorische Verfahren wie z.B. Schmerzedukation.
Eine erste Therapiebeurteilung basierend auf der Entwicklung der Symptome sollte nach sechs Wochen erfolgen.
Ziel der Therapie:
Können die Symptome reduziert werden, sollte das Ziel sein, dass der Patient Methoden erlernt, mit Hilfe derer er die Beschwerden möglichst eigenständig im Selbstmanagement angehen kann.
Quelle:
Kongressausgabe der ÄrzteZeitung 21. September 2022, Dr. Danila Vierheller, Beckenschmerz multimodal begegnen.