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Oskar Freysinger präsentierte seinen neuen Roman, als hätte es den Bruch in seinem Leben nie gegeben. Braungebrannt gab er mit seiner Gitarre ein neues Lied zum besten und signierte später zahlreiche Exemplare von «Bergfried». Vor den rund 70 Besuchern schwärmte er von seiner neugewonnenen Freiheit.
Der letzte Sommer war der schönste meines Lebens.
Allerdings verschwieg er nicht, dass er sich nach der Abwahl erst habe wiederfinden müssen. Als SVP-Politiker liess er früher keine Gelegenheit aus, um sich zu inszenieren. In den letzten Monaten trat er kaum öffentlich in Erscheinung.
Das änderte sich jetzt: Im Zusammenhang mit seinem neuen Buch gab der frühere Politiker einige Interviews, bei denen er aber vor allem über den Roman und kaum über seine Abwahl sprach.
Keine politische Abrechnung
Wer einen Polit-Thriller erwartet hatte, wurde enttäuscht: Der Roman handelt von einer Frau, die sich verbissen wehrt gegen einen Immobilieninvestor. Dieser plant eine Überbauung auf dem Friedhof, auf dem ihr längst verstorbener Ehemann begraben liegt. Die kämpferische Frau trage seine Züge, sagte Freysinger an der Buchvernissage zur Frage, was diese Geschichte mit ihm zu tun habe.
Der ehemalige SVP-Staatsrat will sich vorerst ganz der Schriftstellerei widmen. Zwei weitere Bücher sind bereits geschrieben, ein weiteres in Planung. Wie politisch sie sein werden, liess er offen. Eines trägt den vielversprechenden Titel «Cendre rouge», rote Asche.