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Geschichte
In den früheren Jahrhunderten hatten oft die Städte und Dörfer unserer Landschaft unter der zerstörenden Macht des Feuers schwer zu leiden. Wenn einmal an einem Ort Feuer ausbrach, so stand man kopflos da und wusste sich nicht zu helfen, denn nirgends hatte man eine geordnete Hilfstruppe und Gerätschaften um den bösen Feind zu bekämpfen. Ganze Dörfer und Städte wurden oft eingeäschert. Bis ins 16. und 17. Jahrhundert, als die Feuerspritze den Wassereimer ablöste, standen die Menschen machtlos dem verheerenden Feuer gegenüber.
Über die Gemeinde Kriens finden wir einige Notizen aus der Originalchronik von Melchior Schnyder: „1642, den 3. Juli ist dem Kirchmeyer Kaspar Haas im Reinacher sein Haus von vier Gaunerknaben aus Burgund verbrennt worden. Wobey der Kirchmeyer sein Hab und die Gemeinde Kriens viele wichtige Schriften verloren hatte. Diese Knaben, wovon der älteste 15, der jüngste 9 Jahre alt war, wurden zu Luzern gehenkt. Im Jahre 1793 ist das zweyt oberste Haus im Dorf No. 29 mit 2 Weibspersonen verbrannt“. (Anmerkung: Es handelt sich um das heute stehende Haus an der Fenkernstr. 17)
Aus dem Amts-Rechnungsbuch Kriens 1790 wurde dem Wirth zur Linde für das Fürrgeschirr zu schirmen 1 Gulden 20 Schillinge gezahlt. Dort findet man auch: „1793 wegen der Brunst ob dem Dorf für 4 Wächter für Tag und Nacht und in der 2. Nacht Wächtern etwas Speis und Drank und für die Eimer aufschreiben zusammen 6 Gulden 24 Schillinge bezahlt.“
Im Jahre 1840 kaufte Bläsi Buholzer um 300 Franken eine Feuerspritze mit Zubehör, die früher der Gemeinde Luzern gehörte. Vorher besass die Gemeinde Kriens keine eigene Spritze. Im Jahr 1872 schufen die Behörden von Kriens das erste Reglement für das Löschwesen. Im Jahre 1886 wurde es erneuert und verbessert. Damals wurde die Dienstpflicht so umschrieben, dass jeder arbeitsfähige Einwohner bei Brandfällen zur Dienstleistung herbeigezogen werden konnte. Wer einer von kompetenter Seite an ihn ergangenen Aufforderung zur Ausübung der Bürgerpflicht nicht Folge leistete, war strafbar. Innerhalb des Feuerwehrkorps unterschied man Feuerrath, Feuerwehrkommandant und Stellvertreter, Adjutant, Ordonnanzen, Pompierkorps, Baukorps und Brandwache.
Bei einem Brand innerhalb der Gemeinde besammelte sich der Gemeinderat als „Feuerrath“ in der Nähe der Brandstätte, bezeichnete seinen Versammlungsort durch Aufstellen eines Windlichtes und machte dem Feuerwehrkommandanten hievon Anzeige. Der Feuerrath bildete in allem, was auf Lösch- und Sicherheitsmassregeln Bezug hatte, die erste Gewalt. Unter seinem Befehl stand der Kommandant mit seinem Korps. Aus Vorschriften ist zu entnehmen, dass bei einem Brandfall alle nichteingeteilten, arbeitsfähigen Bewohner der Gemeinde Kriens mit Brenten, Eimer und Zuber zu versehen und in der Nähe der Brandstätte einzufinden hatten. Da standen sie dem Kommandanten zur Verfügung. Dem Feuerrath stand das Recht zu, nötigenfalls auch vom Brand noch nicht ergriffene Gebäude oder grössere Teile derselben niederreissen zu lassen.
Nach dem Motto: „Vereinte Kraft macht stark“, ergriff das Kader der Kompanie Steiger (Luzern) im Jahre 1894 die Initiative zur Gründung eines Kantonalen Feuerwehrverbandes. Von 111 Wehren waren jedoch nur 16 mit 35 Delegierten erschienen. Kriens zeigte von Anfang an ein reges Interesse und stellte 5 Delegierte an der Gründungsversammlung im Hotel Rebstock in Luzern. Als erster Aktuar wurde Kommandant R. Scherer aus Kriens gewählt.
1894 zählte die Gemeinde Kriens 1003 Firsten, wovon 11 mit weicher Bedachung. Der Brandversicherungswert betrug total Fr. 17'088'500.--. Eine 75köpfige Mannschaft, 3 Löschgeräte, 5 Steigergeräte, 350 Meter Schlauchmaterial und 43 Hydranten standen im Dienst der Feuerwehr. Die jährlichen Ausgaben beliefen sich auf Fr. 1000.--.
Die erste mechanische Leiter wurde im Jahr 1903 angeschafft., 1925 folgte die erste Motorspritze für das Dorf. Das erste Feuerwehrauto erhielt die Feuerwehr Kriens 1934, welches von der einheimischen Firma E. Hahn aus einem alten Postwagen umgebaut wurde. Das zweite, im Jahr 1949 erstellte Ford-Pikettfahrzeug kostete damals 34'000.-- Franken und wurde zur Hälfte von der Brandversicherungsanstalt (heutige Gebäudeversicherung GVL) subventioniert. Dieser Wagen steht noch heute als gepflegter Oldtimer der Feuerwehr zur Verfügung.
In den letzten 50 Jahren erlebte die Feuerwehr einige umfassende Umorganisationen. So wurden 1965 die Lösch- und Rettungszüge aufgehoben und der Feuerwehreingeteilte als Einheitssoldart im Löschdienst und im Rettungswesen ausgebildet. Mitte der 80-er Jahre wurde der Zug Oberdorf aufgelöst, was zu einigen Spannungen und vielen Austritten in der Feuerwehr sorgte.
Den letzten Schritt zu einer modernen, schlanken und doch effizienten und schlagkräftigen Feuerwehr wurde 1996 mit einer kompletten Umorganisation vollzogen. Die heutigen Strukturen haben sich in der Ausbildung und bei Ernstfalleinsätzen ausgezeichnet bewährt!