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Häufig wird behauptet, dass Brillengläser mit Entspiegelung stärker verschmutzen als nichtentspiegelte Brillengläser. Das ist jedoch nicht richtig, die Schmutzbelastung ist absolut identisch. Allerdings werden Verunreinigungen wie beispielsweise Fingerabdrücke oder Wasserflecken auf entspiegelten Brillengläsern eher wahrgenommen, weil sie die Reflexionseigenschaften der Entspiegelung beeinträchtigen. Dieser Effekt wird umso deutlicher, je besser die Entspiegelung, d.h. je besser die Reflexminderung ist.
Aus diesem Grund wurde eine hydrophobe (wasserabstoßende) Beschichtung für superentspiegelte Brillengläser entwickelt, die das Anhaften von Verunreinigungen vermindert. Dadurch wird der Reinigungsaufwand beim täglichen Gebrauch der Brille deutlich verringert.
Die auf der Entspiegelungsschicht aufgebrachte Clean-Coat Beschichtung bewirkt eine Glättung der Brillenglasoberfläche, so dass Staub- und Schmutzpartikel weniger stark haften.
Außerdem besitzt die Clean-Coat Beschichtung im Vergleich zur Entspiegelungsschicht günstigere Benetzungseigenschaften. Diese können am einfachsten anhand des Auftropfens von Wasser erklärt werden.
Ein Wassertropfen hat die Eigenschaft, sich zusammenzuziehen und eine Kugelform anzunehmen. Verantwortlich hierfür sind die Anziehungskräfte (Kohäsionskräfte) zwischen den Wassermolekülen, die den intermolekularen Zusammenhalt bewirken.
Ist die Anziehungskraft (Adhäsion) zwischen Brillenglasmaterial und Wassertropfen größer als die Kohäsionskraft zwischen den Wassermolekülen, werden die einzelnen Wassermoleküle versuchen, sich an das Brillenglas anzulagern. Je größer die Adhäsion ist, desto stärker werden die Wassermoleküle einen direkten Kontakt mit der Brillenglasoberfläche eingehen. Der Wassertropfen verliert bei der Berührung der Brillenglasoberfläche seine Kugelform und breitet sich auf der Oberfläche aus.
Das Aufbringen einer Clean Coat-Beschichtung auf der Linsenoberfläche reduziert die Haftung zwischen dem Linsenmaterial und dem Wassertropfen in einem solchen Maße, dass die Kohäsion der Wassermoleküle größer ist als die Adhäsion. Wenn der Tropfen die Linsenoberfläche berührt, behält er seine Kugelform und tropft wie ein Wassertropfen bei einem frisch polierten Auto einfach ab.
Dieses hydrophobe Verhalten ist auf die sogenannte Alkylsilane, die aus einer Kette von Kohlenwasserstoffen und mindestens einer SiOH-Gruppe bestehen.
Aufgrund seiner starken Affinität zu dem Grundmaterial gewährleistet die SiOH-Gruppe eine gute Haftung der hydrophoben Beschichtung. Die wasserabstoßende oder hydrophobe Effekt wird durch die Kohlenwasserstoffketten erstellt.
Die Versiegelung superentspiegelter Brillengläser mit der Clean Coat Beschichtung ist die jüngste Neuerung auf dem Gebiet der Beschichtungstechnologie bei Carl Zeiss. Im Jahre 1995 wurde die hauchdünne (5 bis 7 nm), optisch nicht wirksame Schicht bei allen Super ET Produkten eingeführt.
Die Clean Coat Beschichtung wird ebenso wie eine Entspiegelungsschicht in Vakuumanlagen aufgedampft. Hierbei werden Substanzen abgeschieden, die auf dem Brillenglas den hydrophoben Charakter bewirken. Für organische und mineralische Brillengläser sind separate Verfahren im Einsatz. Während Clean Coat Beschichtung und Entspiegelung bei den organischen Brillengläsern in einer Beschichtungsanlage aufgedampft werden können, kommen die fertig entspiegelten mineralischen Brillengläser zur Clean Coat Beschichtung in eine separate Bedampfungsanlage.
Folgende Entspiegelungen werden serienmäßig mit der Clean Coat Beschichtung versiegelt: