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Sie ist mit dem wohlhabenden Rechtsanwalt Dr. Felix Moll verheiratet. Da er jedoch ihre sexuellen Bedürfnisse nicht erfüllen kann, besucht sie häufig das Etablissement von Frau Sommer. Die dort kennengelernten Männer nimmt sie mit nach Hause. Bringt sie einen jener Männer nach Hause, muss sie diese jedoch erst ihrem Mann vorstellen, der mit der Wahl einverstanden sein muss.
Ihr Alter wird im Roman nie genannt. Höflichkeitsfloskeln ignoriert sie und duzt Fabian gleich von beginn weg. Sie verhält sich konstant herrisch und Dominant, erteilt dem Taxifahrer, der die beiden nach Hause bringt befehle, zwingt Fabian, der schlafen möchte, da er am nächsten Morgen zur Arbeit muss, bei ihr zu bleiben, etc. Fabians Versuche, sich zu wehren, lösen bei Irene Moll nur stürmische Annäherungsversuche aus.
„So, nun wird der kleine Junge (Fabian) geschlachtet“ … „und tatsächlich sprang sie ihm derart an den Hals, dass er die Balance verlor, kippte und samt der Dame auf dem Fussboden zu sitzen kam. “ (s.20)
Sie zeigt sich triebgesteuert und selbstbewusst. Sie bricht in vielen Hinsichten das traditionelle Rollenverständnis, das zu dieser Zeit noch stark in der Gesellschaft verankert war. So muss ihr schwacher Ehemann ihre erotischen Eskapaden hinnehmen. Bei Irene Moll spielen die Männer nur eine passive Rolle. Sie kommt jedoch nur mit den Männern klar, die ihr gefügig sind.
Quelle: Zusammenfassung und ganze Abschnitte aus: May, Yomb (2019: s. 56 f.): Textanalyse und Interpretation zu Erich Kästner FABIAN Die Geschichte eines Moralisten, Königserläuterungen, Bange Verlag, 3. Auflage, Hollfeld