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von David Lutz
40% der weltweiten Cashewproduktion wird in Westafrika realisiert. Jedoch ist Vietnam der weltweit führende Cashewexporteur. Wie kann dies zu Stande kommen?
Rund 95% der aus Afrika stammenden Cashews werden nach wie vor in Asien verarbeitet. Dies heisst im Speziellen, dass die ungeknackte Rohware von Afrika nach Asien verschifft wird um dort maschinell geknackt zu werden. Im Anschluss werden weitere Verarbeitungsschritte durchgeführt und das Endprodukt dann schliesslich nach Europa exportiert. Dies sorgt dafür, dass die bis zu 10-Fache Menge an Emissionen entsteht im Vergleich zu einem Transport von bereits verarbeiteter Ware von Westafrika nach Europa. Nicht nur die reine Wegstrecke spielt hier eine Rolle, sondern auch der Fakt dass ungeknackte Cashews etwa das fünffache des Gewicht des Endprodukts aufweisen. Dies geht auch mit einem deutlich erhöhten Volumen einher.
Neben der ökologischen Belastung gibt es einen weiteren Aspekt: mit der Verschiffung der Rohware wird auch die Wertschöpfungskette sofort ausserhalb des Landes verlegt. Der Grundpreis für konventionelle Rohware ist verhältnismässig sehr gering und dies obwohl sich der Verkaufspreis für verarbeitete Cashew-Nüsse in der vergangenen Jahren auf dem Weltmarkt vervielfacht hat. Die konventionelle Cashewnuss durchläuft viele Stationen, bis sie letztendlich beim Konsumenten zu einem immer noch geringen Preis ankommt.
Etwa 30% der Wertschöpfungskette teilen sich die Kleinbauern, Zwischenhändler und Exporteure. Folglich profitieren die im Ausland ansässigen Unternehmen zu 70% vom Endprodukt.
Um die Margen umzuverteilen muss folglich dafür gesorgt werden, dass der Großteil des Wertschöpfungsprozesses innerhalb des Landes verbleibt. Um dies zu realisieren haben sich Kleinbauern in Afrika zu Kooperativen zusammengeschlossen. Sie verkaufen ihre Ware Unternehmen die sich vertraglich dazu verpflichten den Bauern stets einen fairen Preis zu bezahlen und die Weiterverarbeitung der Rohware vor Ort gewährleisten. Noch dazu werden Ihnen Schulungen zur Effizienzsteigerungen ihres Anbaus unter dem Aspekt des biologischen Landbaus ermöglicht.
Der grosse Vorteil von Bauernkooperativen besteht darin, dass auch kleine Bauern mit weit unter 100 Hektar Landbesitz von höheren Preisen für ihre Ware profitieren können. Aufgrund sehr hoher Zertifizierungskosten konnten diese z.B. auch kein "Fairtrade" o.ä. Zertifikat erlangen.
Verarbeitung und Veredelung erfolgen in unmittelbarer Nähe des Anbaugebiets und die Nüsse gelangen nach dem Export ohne Umwege an den Endverbraucher. Die lokale Verarbeitung sorgt zudem dafür, dass zahlreiche Arbeitsplätze vor Ort entstehen und erhalten bleiben.
Der hierbei verfolgte Ansatz entspricht dem sogenannten Direct Trade. Kostenintensive Zwischenhändler werden hierbei ausgeschlossen. Dadurch entsteht die Möglichkeit den Kleinbauern einen weitaus höheren Preis als marktüblich zu bieten. Ebenso wird dieser nicht von den am Weltmarkt herrschenden Preisfluktuationen beeinflusst. Direct Trade ist kein teures Siegel, sondern viel mehr eine strenge Selbstverpflichtung zu einem neuen Miteinander mit den einzelnen Bauern. Der Endverbraucher profitiert von maximaler Transparenz.
Durch Diret Trade Projekte kann den Westafrikanisches Regionen zu einem wirtschaftlichen Aufschwung verholen werden, die Lebensqualität der Kleinbauernfamilien durch ein höheres Einkommen und durch ein gesteigertes Know-How verbessert werden. Darüber hinaus können in der von Unterbeschäftigung und Armut gezeichneten Region zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Auch die einzelnen Staaten profitieren von den anfallenden Steuern, die bei anhaltendem Wachstum lokal Verarbeitender Unternehmen in die infrastrukturelle Entwicklung des Landes investiert werden können.