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Transderivazionale Suche!
Was sind Metaphern und wie wirken sie auf das Gehirn. Libero versucht Sabrina zu überzeugen beim Trainieren Handschuhe zu tragen. Die Frage ist nun, was das mit einer Metapher zu tun hat und weshalb für Sabrina das Leben leichter würde mit Handschuhe.
Trainingshandschuhe und ein leichtes Leben
Sabrina hat unübersehbare Schwielen oder viel eher offene Stellen vom Krafttraining an ihren Händen. Sie versucht zu erklären, wie diese entstanden sind und warum das alles doch nur halb so wild sei, während Libero vor allem die Schmerzen spürt, welche dadurch entstanden sein müssen. Und so kommen Libero und Sabrina an der Frage vorbei, was Handschuhe im Training mit mehr Leichtigkeit im Leben gemeinsam haben.
Metapher und die Wirkung aufs Gehirn
Eine Metapher steht symbolisch für etwas und im NLP sprechen wir viel von diesen Metaphern. Die entscheidende Frage ist, was ist denn eine Metapher? Ist ein Stuhl eine Metapher? Das ist eine spannende Frage. Nehmen wir beispielsweise einen Stuhl, welchen Sabrina nicht im klassischen Sinne als Metapher definiert hätte. Was siehst du für einen Stuhl? Bei dieser Frage wird schnell klar, dass Libero und Sabrina eine komplett andere Vorstellung von einem Stuhl haben. Es bräuchte hier also genauere Rahmenbedingungen wie z.B. das Material, Grösse, wie viele Beine hat der Stuhl und, und, und, damit die beiden einen ähnlichen Stuhl vor ihrem inneren Auge sehen würden. Sowas wie eine Metapher beschreibt also etwas und wir gehen davon aus, dass die Informationen - also quasi was für ein Stuhl es genau ist - vom Gegenüber genau gleich verarbeitet wird und dass der andere schon weiss, wovon wir sprechen. Im Modell von NLP gehen wir immer wieder auf diese Struktur ein. Die Submodalitäten, also die genauen Beschreibungen, wie du den Stuhl in deinem Kopf repräsentierst.
Sind Sprichwörter Metaphern?
„Es ist noch nicht aller Tage Abend“, „Diese Menschen kochen auch nur mit Wasser“, „Woher weisst du, was damit gemeint ist? “. Sabrina stellt fest, dass Sie hierzu eine eigene Interpretation in ihrem Kopf macht und vermutet, dass hinter solchen Sprichwörtern bestimmt ein Sinn liegt. Wir nennen das im NLP transderivationale Suche. Das Gehirn geht her und überprüft: «Was ist damit gemeint?» und «Wie passt das Gemeinte in die Struktur meines Unterbewusstseins?». Solche Sprichwörter sind coole Metaphern, um etwas zu beschreiben, ähnlich wie beim Wort «Stuhl». Wobei ein Stuhl eben physisch ist und bei Sprichwörtern ein ganzer Satz gegeben ist und das ergibt somit eine weitläufigere Bedeutung. Das Unterbewusstsein geht nun her und überprüft: «Was heisst das für mich?» und gleicht das ab, dasselbe wie mit dem Stuhl. Im NLP sprechen wir immer von diesen Strukturen. Sabrina hat ja jetzt da diese Schwielen an den Händen und fragt sich, warum ihr Libero immer wieder dazu rät, Handschuhe während dem Training zu tragen? Was die beiden feststellen ist, dass Sabrina schon eher einmal so etwas gehabt hätte wie ein bisschen Kampf in Ihrem Leben, um dann anschliessend zu geniessen. Sowas wie… eine lange Wanderung zu machen, um dann oben die tolle Aussicht zu geniessen… Und genau das ist von der Struktur her das, wie viele Menschen ihr Leben leben.
Der Weg darf Spass machen!
Wir erinnern und an diese Teilnehmerin bei uns am Tisch, die erzählt hat, sie war kürzlich ebenfalls wandern und hat da jemanden getroffen auf dieser Wanderung, die dann gesagt hatte: „Na ja, irgendwie haben wir uns vorgenommen dahin zu gehen. Da soll es eine tolle Aussicht geben“. Die sind dann irgendwie auch dahingelaufen, sind dann da angekommen, und sie hätte dann so was zu ihrem Partner gesagt, wie: „Und das war jetzt alles“? Also sie hätten das Ziel erreicht, um dann festzustellen: „Also so toll war es jetzt auch nicht“, weil der Weg schon keinen Spass gemacht hatte, also es war irgendwie so anstrengend. Und so machen ja auch viele Sport. Sie gehen ins Fitnesszentrum, mühen sich zwei-, drei-, viermal die Woche ab, kämpfen echt und haben null Bock darauf. Sie tun es einfach, weil sie sich davon versprechen… keine Ahnung… diese Pfunde zu verlieren… dieses Sixpack zu haben oder vielleicht diese Muskeln aufzubauen… was auch immer. Und dann stellen sie fest, dass wenn sie angekommen sind und sich irgendwann vielleicht so im Spiegel sehen wie sie sich das vorgestellt hätten, dass es sie nicht glücklicher macht! Hier ist also die Struktur: „Kampf des Lebens… hart arbeiten… um irgendwann dann Geld zu kriegen…“.
Sobald der erste Dominostein fällt ...
Und genau hier sind wir wieder an der Stelle, wo ich Sabrina rate, diese Handschuhe im Training anzuziehen. Das wäre doch angenehmer. Die Handschuhe sind deshalb so eine schöne Metapher, weil sie von der Struktur her aussagen, dass der Weg sanfter sein könnte. Und jetzt gäbe es da diesen Menschen, der zu mir kommen würde und mir sagen würde: «Ich hätte es gerne leichter im Leben. Ich hätte es gerne sanfter. Ich hätte gerne nicht mehr so viel Schmerzen im Leben allgemein». Einfach von der allgemeinen Struktur her. Wenn dieser Mensch nun anfangen würde, plötzlich Handschuhe im Training anzuziehen, würde das seinem Gehirn beibringen, dass der Weg sanfter ist als jemals zuvor. Und sein Gehirn würde, weil es in Strukturen denkt, die Brille durch welche es die Dinge filtert, anders betrachten und würde dadurch, davon in sein Leben bringen und auch in anderen Bereichen dafür sorgen, dass es sanfter ist.
Es wäre nicht untypisch, dass dieser Mensch, der plötzlich anfängt Handschuhe anzuziehen, im Training plötzlich feststellt, dass die Beziehungen mit anderen Menschen plötzlich sanfter werden. Das ist der Grund, warum Metaphern so brilliant sind, weil die transderivationale Suche - für die, die wieder mal ein Fremdwort brauchen (lacht) - also die transderivationale Suche des Gehirns, welches hergeht und überprüft: «Was bedeutet diese Metapher für mich?» so ein machtvolles Instrument ist. Ein Modell von NLP, genau wie beim Beispiel vom Stuhl. Ich erkläre jemandem, was ich mit Stuhl meine und wir wissen alle ungefähr, wie ein Stuhl aussieht. Die Details sind in dem Moment gar nicht so wichtig, wir wissen, was ein Stuhl ist. Und das Gehirn weiss auch, was gemeint ist mit „Jeder Mensch kocht nur mit Wasser“, wenn wir das an bestimmten Stellen einsetzen. Die Metapher von «zieh doch mal Handschuhe an» ist also für das Unterbewusstsein die entscheidende Botschaft von «sobald ich Handschuhe anziehe, wird es sanfter». Das ist die Struktur, die brauchen wir nicht zu erklären.
Das Unterbewusstsein weiss, wovon wir sprechen. Und das ist der Grund, warum Leben verändern manchmal so einfach sein kann. Es ist - wir sprachen schon einmal von diesem Thema - dieser eine Dominostein, in diesem grossen wunderschönen Dominogebilde. Wenn der eine Stein fällt, dann fallen die anderen auch, mitten in Milton Ericksons Bücher - für diejenigen, die sich in diesen sechzig Bänden schon mal durchgeackert haben (beide lachen) - Ja, das ist die Metapher.
Veränderung passiert schnell - entscheide dich dafür!
Sabrina erkennt, dass es in ihrem Leben noch Stellen gibt, wo sie es gerne ein bisschen leichter hätte. Beim Rückblick auf die vergangenen 5 Jahre stellt sie fest, dass einiges bereits leichter geworden ist und Libero stellt an dieser Stelle die Frage: «Was wäre, wenn es schneller ginge»? Es ist letztlich eine Frage der Entscheidung. Und wir waren vor ein paar Folgen bereits einmal beim Thema Entscheidungen treffen… als wir über das Thema Hosenkauf gesprochen haben… und das ist der perfekte Abschluss von diesem Podcast. So trainierst du deine inneren Bilder, deine Entscheidungsstrategien - beim Hosenkauf.
Sobald du lernst, diese Bilder wegzuschmeissen und einfach ein Bild auszuwählen, um bei diesem Bild zu bleiben. Von der Struktur deines Gehirns, lernst du mehr und mehr, dich auch in diesen Lebensthemen zu entscheiden. Für alle, die sich gefragt hätten, was hat jetzt «Hosen kaufen» genau mit Leben zu tun hat? Genau das. Weil wenn du in einem Lebensbereich lernst, schnelle Entscheidungen zu fällen, dann wird sich das mehr und mehr auch auf die anderen Lebensbereiche übertragen. So ja auch in deinem Leben. Sabrina hat mit Sport einen leichteren Weg gefunden, ihr Leben ist ja generell leichter geworden. Sport war hier also die Metapher, die sich auf andere Lebensbereiche überträgt.
Da ist jetzt die Frage: Wenn es da noch Lebensbereiche gibt, wo du sagst: «Okay, ich habe schon echt viel erreicht. Das ist cool. Das ist geil. Das ist toll. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es möglich ist.» Was wäre, wenn es noch viel einfacher möglich ist? Was wäre, wenn es noch viel schneller ginge? Was wäre, wenn ich mich dafür entscheide, dass es noch einen leichteren Weg gibt?
Shownotes - Wochentipp
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