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Heinz Soder bietet rund 70 Schafen (hauptsächlich Skudden)
auf dem Eulenhof eine Heimat.
"Wer denkt, Schafe seien dumm, der sollte sich aufgrund seiner beschränkten Auffassungsgabe nicht schämen müssen."
- Joseph Rümpelsbacher -
Das Skudden-Schaf gehört zum Kreis der mischwolligen, kurzschwänzigen nordischen Heideschafe.
Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war die Skudde das bodenständige Schaf im Raum Ostpreußen und im Baltikum. Sichere Nachweise gibt es für seine Existenz in diesem Gebiet seit der Ordenszeit. Ungeklärt ist bisher, ob es vorher bereits Skudden in anderen Regionen gab, ob es sich bei dieser Haustierrasse um das „Schaf der Wikinger“ oder um direkte Nachfahren jungsteinzeitlicher Schafe handelt.
Seit dem Mittelalter wird die Skudde zwischen Baltikum im Norden und der Lausitz im Süden, also zwischen dem Ursprungsgebiet der Grauen Heidschnucke in den nordwestdeutschen Heide- und Moorlandschaften und der Heimat der polnischen Wrzosowka sowie der russischen Romanov im Osten gehalten.
Seit Ende des Zweiten Weltkrieges gilt die Skudde im Baltikum als ausgestorben. Die von Zeit zu Zeit über die Sichtung von Skudden gemachten Berichte im Samland und inLitauen beschreiben möglicherweise Kreuzungen mit aus Litauen eingeführten skuddenartigen Schafen. Für zusätzliche Verwirrung sorgte in der Vergangenheit die Mitteilung, dass Stalin alle verbliebenen Skudden als ostpreußisches Kulturgut nach Weißrussland verbracht habe.
Die heute existierenden Bestände in Deutschland gehen auf Restbestände zurück, die den Zweiten Weltkrieg überlebt haben und anschließend durch passionierte Schafzüchter und Tiergärten in Ost- und Westdeutschland erhalten wurden. Zu erwähnen sind insbesondere Zuchtbestände des Münchner Zoos Hellabrunn und des Leipziger Zoos. Der Leipziger Zoo hat seine Herde im Wesentlichen durch ein überlebendes Muttertier und deren Sohn (Inzucht) aufgebaut.
Werner Plarre, langjähriger Lehrstuhlinhaber für Genetik und Pflanzenzüchtung am Fachbereich Biologie der Freien Universität Berlin, widmete sich intensiv dem Erhalt dieser Hausschafrasse. Es gibt zirka 1000 bis 2000 reinrassige Tiere. Die Zuchtkriterien sind zum Zweck der Erhaltung der Rassemerkmale streng.
Das Zuchtziel sieht ein robustes, kleinrahmiges Schaf mit besonderer Herkunft zur Landschaftspflege auf mageren Standorten vor. Die Skudde ist die kleinste, deutsche Schafrasse (keine Zwergzüchtung!): Die Widerristhöhe der Widder beträgt durchschnittlich 55 bis 60 cm (bei einem Lebendgewicht von 35 bis 50 kg), die der Auen 45 bis 50 cm (bei 25 bis 40 kg Lebendgewicht). Der Kopf ist keilförmig ausgebildet und mit Stichelhaaren besetzt. Eine breite Stirn, feines Nasenbein und kleine, aufwärtsgerichtete Ohren und eine schwarz pigmentierte Nase sind weitere, typische Merkmale für Skudden.
Widder bilden ein imposantes schneckenförmiges Gehörn (mit ausreichendem Abstand zum Kiefer) aus. Auen sollen unbehornt sein; kleine Hörner, Hornstummel, Hornansätze werden toleriert. Außerdem tragen die Widder eine Mähne. Der Rumpf ist kurz bis mittellang, das Becken schräg. Die Beine sind feingliedrig aber stark, mit festen Klauen. Der kurze, zu maximal einem Drittel bewollte, dreieckige Schwanz sollte nicht länger als 20 cm sein. Die Skudde hat ein mischwolliges Vlies, das heißt, es weist differenzierte Anteile von Ober- und Unterhaaren auf, die sich in den verschiedenen Wollparametern unterscheiden. Nach Erfahrungswerten beträgt der Jahreswuchs des Oberhaares ca. 15 bis 20 cm. Demgegenüber wächst die Wolle etwa 12 cm/Jahr. Ein in der Vergangenheit vorhandenes Merkmal, das wieder herausgezüchtet werden soll, war der jahreszeitliche selbständige Vlieswechsel, der eine Schur überflüssig machte; die Bauchbewollung muss vorhanden sein. Nach einer Wollwachstumszeit von einem Jahr beträgt das Schurgewicht 2,0 bis 2,5 kg bei Widdern beziehungsweise 1,2 bis 2,0 kg bei Mutterschafen. Das Vlies besteht aus einer meist weißen Mischwolle, selten ist eine braune oder schwarze Vliesfarbe. Von alten Zeichnungen sind auch mischfarbige Skudden bekannt, allerdings sind mehrfarbige, scheckige Vliese heute nicht erwünscht und entsprechende Tiere werden nicht mehr zur Reinzucht zugelassen.
Bei Interesse an Schaffellen und Lammfleisch, wendest Du Dich bitte direkt
an Heinz: heinz.soder[at]eulenhof-moehlin.ch