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Knoten Bahnhofstrasse
Der Knoten Bahnhofstrasse bringt deutliche Verbesserungen für alle Verkehrsteilnehmenden. Zudem schafft die Verlegung des Bahnhofkreisels Raum für den neuen Bahnhofplatz mit Bushof.
Vor rund 100 Jahren entstand das Bahnhof-Areal Herisau in seiner heutigen verkehrlichen Konzeption. Nördlich der Güterstrasse liegt die Perronanlage der Südostbahn, südlich jene der Appenzeller Bahnen. Die zwei Bahnunternehmen, acht Buslinien und zwei Postautolinien transportieren täglich tausende von Zu- und Wegpendlern. Unter anderem besuchen rund 1000 Lernende das nahe Berufsbildungszentrum.
Im Zentrum des Projekts Knoten Bahnhofstrasse steht der neue Kreisel, der die Mühlestrasse, die Bahnhofstrasse und die Güterstrasse miteinander verbindet. Er weist einen Aussendurchmesser von 30 Metern auf und ermöglicht alle notwendigen Fahrmanöver mit einem modernen Gelenkbus. Die Mühlestrasse wird mit konstanter Steigung direkt auf das Niveau der Bahnhofstrasse gehoben. Der Tunnel auf der Mühlestrasse wird abgebrochen. Um dem Kreisel den nötigen Raum zu geben, wird der Mühlebühltunnel bis nach der Bahnhofstrasse verlängert und überdeckt. Die Umgebung der katholischen Kirche wird neugestaltet. Die Gossauerstrasse wird mit einer Brücke über die Mühlestrasse geführt.
Der Ausbaustandard und die Befahrbarkeit der geplanten Verkehrsanlage entsprechen den heutigen Normen. Das ergibt für alle Verkehrsteilnehmenden deutliche Verbesserungen. Die Wege werden kürzer. Der Umweg von Herisau West über den heutigen Bahnhofplatz entfällt. Auch Radfahrende erfahren Vorteile, selbst wenn sie auf dem Weg nach Westen ein paar Meter Steigung zusätzlich überwinden müssen.
Für die Kreiselfahrbahn und die Vorzonen bis und mit Fussgängerstreifen ist ein Betonbelag vorgesehen. Für die übrigen Verkehrsflächen sieht das Projekt Asphalt vor. Die Stützmauern sollen in Ortsbeton erstellt werden.
Auf dem umliegenden Strassennetz fallen die verkehrlichen Veränderungen insgesamt moderat aus. Durch den Bau der neuen Strasseninfrastruktur allein wird kein Mehrverkehr erwartet. Allerdings generiert die spätere Arealentwicklung am Bahnhof Neuverkehr. Der Kreisel kann die heutige und die zukünftige Verkehrsmenge gut bewältigen.
Projektstand / Projekt
Gemäss Strassengesetzes (bGS 731.11) beschliesst der Regierungsrat die Strassenbauprojekte des Kantons. Mit Beschluss vom 7. Mai 2019 hat der Regierungsrat das Projekt für die Neukonzeption des Knotens Bahnhofstrasse mit einem Kreisel unter dem Vorbehalt der Kreditbeschlüsse des Kantonsrates und des Ausserrhoder Stimmvolks genehmigt und zur öffentlichen Auflage freigegeben. Die Auflage erfolgte im Juni 2019. Der Kredit ist am 27. September 2020 an einer kantonalen Abstimmung durch das Volk genehmigt worden.
Ausführung
Im Frühling 2021 wurde erste Vorarbeiten getätigt. Werkleitungen verschiedener Betreiber wurden umgelegt, da sie das geplante Projekt behinderten. Die Bahnsperrung der Appenzeller Bahnen im November 2021 wurde genutzt, um den Aushub sowie die Fundation für die Tunnelverlängerung zu erstellen. Mit der vorgezogenen Massnahme konnten zahlreiche Einsätze in der Nacht, ausserhalb der Betriebszeiten der Bahn, eingespart werden.
Bild: Ausführung Fundation Tunnelverlängerung, Foto Hanspeter Schiess Fotografie (November 2021)
Die Hauptarbeiten sind ab März 2022 vorgesehen und dauern bis Ende 2023. Im Jahr 2022 wird eine Bohrpfahlwand hinter dem bestehenden Tunnel der Appenzeller Bahnen, der Abbruch des Tunnel Mühlebühl, die Brücke der Gossauerstrasse, die Verlängerung des Tunnels der Appenzeller Bahnen, sowie diverse Stützmauern ausgeführt. Die Arbeiten werden im Winter 2022/2023 eingestellt. Im zweiten Baujahr wird in einem ersten Schritt die Brücke der Bahnhofstrasse abgebrochen, um die Tunnelverlängerung der Appenzeller Bahnen abschliessen zu können. Mit den Strassenbauarbeiten an Zufahrtsstrasse und Kreisel werden die Arbeiten Ende 2023 abgeschlossen. Die Deckbeläge der Strassen werden ab 2024 in Koordination zu Drittprojekten eingebaut. Entlang des Trasses der Appenzeller Bahnen sind in einzelnen Bauphasen Nachteinsätze nicht zu umgehen, um den Betrieb der Bahn sicherzustellen.
Verkehrsführung
Die Mühlestrasse bleibt ab Baubeginn bis in den Spätsommer 2023 für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die Gossauerstrasse wird während der Ausführung der Brücke vom März bis November 2022 gesperrt. Der Verkehr wird mit einem Baustellenlichtsignal über Güterstrasse – Bahnhofstrasse umgeleitet. Im zweiten Baujahr wird die Bahnhofstrasse ab März 2023 für den Durchgangsverkehr gesperrt. Der Verkehr wird über die Gossauerstrasse umgeleitet. Für den Kreiselbau muss zum Abschluss der Arbeiten auch noch die Güterstrasse zwischen Gossauerstrasse und Bahnhofstrasse gesperrt werden. Während dieser Sperrung sind die restlichen Strassen jedoch wieder geöffnet.
Fahrradfahrer werden jeweils mit dem motorisierten Individualverkehr geführt. Die SchweizMobil – Routen werden grossräumig umgeleitet. Fussgängerumleitungen sind innerhalb der Baustelle signalisiert. Von und zur Mühlestrasse werden Fussgänger über einen Treppenweg umgeleitet. Behinderte und Personen mit Kinderwagen werden gebeten den Bus ab Schwänli, Haltestelle Müli zu benutzen. Während der Sperrung der Bahnhofstrasse werden Fussgänger über eine Brücke zwischen Bahnhofstrasse und Parkhaus der Südostbahn (SOB) geführt. Der öffentliche Verkehr wird je nach Bauphase umgeleitet. Passagiere werden gebeten, die aktuellen Fahrpläne zu beachten.