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Nach dem Schweizer Erfolg in Turin ist es nun seit Freitag an den behinderten Athleten, bei den Paralympischen Spielen Medaillen ins Auge zu fassen.Dieser Inhalt wurde am 10. März 2006 - 09:32 publiziert
Mit 20 Wettkämpfern hofft die Schweizer Delegation 7 Medaillen in den Disziplinen Ski Alpin, Ski Nordisch und Curling zu gewinnen.
Bei den Paralympischen Spielen in Salt Lake City vor 4 Jahren wurden die Schweizer Athleten mit 6 Gold-, 4 Silber- und 2 Bronzemedaillen ausgezeichnet. Ein gutes Ergebnis, das die Schweiz auf Platz 7 in der Nationenwertung brachte.
Seit Freitag richten sich die Blicke der Fans dieser Ausnahme-Athleten nach Turin. Ob die Schweizerinnen und Schweizer den Erfolg ihrer Vorgänger von Salt Lake City wiederholen können? Wohl kaum.
Nach Italien schickt die Schweiz 20 Athleten: 10 in der Disziplin Ski Alpin, fünf in Ski Nordisch sowie ein Curling-Team.
Das erklärte Ziel der Schweizer Delegation ist es, mindestens 7 Mal aufs Podest zu steigen, in Pinerolo (Curling), Pragelato (Ski Nordisch) und Sestrières (Ski Alpin).
"Wir hoffen auf 1 Curling-Medaille, 2 Medaillen in Ski Nordisch und 4 in Ski Alpin", erklärt der Chef der Schweizer Delegation Hugo Wölfli.
18 Männer und 2 Frauen
Nur 2 Schweizerinnen, Chiara Devittori (Ski Nordisch) und Madeline Wildi (Curling) sind in Italien dabei. Die Verletzten Nadja Baumgartner und Karin Fasel (Ski alpin) haben verzichtet.
Bei den Männern wollen Ruedi Weber (Biathlon), Hans-Jörg Arnold (Riesenslalom) und Hans Burn (Abfahrt) ihre Titel verteidigen, die sie vor 4 Jahren in den USA erkämpft hatten.
Beim Ski Alpin werden gute Leistungen von Michael Brüngger, Christoph Kurz und Thomas Pfyl erwartet. In der Disziplin Ski Nordisch setzt die Schweizer Delegation ausserdem auf Bruno Huber und Ruedi Weber.
Vereinfachung der Regeln
"Man muss sich bewusst sein, dass in Turin fast um die Hälfte weniger Medaillen verteilt werden als in Salt Lake City", fügt Hugo Wölfli hinzu.
Die Anzahl der Kategorien wurde auf 3 pro Geschlecht reduziert. Bei den Alpinen wird es nicht mehr 53, sondern nur 24 Paralympics-Sieger geben. Bei den Nordischen reduziert sich die Anzahl von 37 auf 32.
Um die Spiele beim Publikum attraktiver zu machen, haben die Organisatoren versucht, die Regeln zu vereinfachen, und zwar im Hinblick auf Chancengleichheit zwischen Konkurrenten, die in einem unterschiedlichem Ausmass behindert sind.
So werden Athleten in derselben Kategorie ja nach Behinderung zeitlich mehr oder weniger benachteiligt. Bei den Alpinen wird die von einem Athleten erreichte Zeit mit einem Koeffizienten, der seiner Behinderung entspricht, umgerechnet.
Grösserer Wert der Medaillen
"Wer die beste Zeit bei einem Rennen herausfährt, ist also nicht unbedingt auch Sieger", schliesst Hugo Wölfli. "Es mag schwer zu verstehen sein, doch die Schweiz hat dieses neue Reglement von Anfang an unterstützt, weil es jeder Medaille mehr Gewicht gibt."
Während der Wettkämpfe werden 280 Doping-Tests durchgeführt. Deren Ergebnisse können direkt im Internet verfolgt werden.
swissinfo, Mathias Froidevaux
(Übertragung aus dem Französischen: Susanne Schanda)
In Kürze
Die Geschichte der Olympischen Spiele für Behinderte begann 1948 und geht auf eine Initiative des Arztes Ludwig Gutmann zurück.
Die ersten offiziellen Paralympischen Sommer-Spiele fanden dann jedoch erst 1960 in Rom statt. Insgesamt 400 Athleten aus 23 Nationen nahmen an den Spielen teil.
Die ersten Paralympischen Winter-Spiele fanden 1967 in Schweden statt.
Als erstes Land rief die Schweiz 1989 ein Paralympisches Komitee ins Leben.
Die diesjährige Schweizer Delegation in Turin ist im Vergleich mit jener der Spiele in Salt Lake City deutlich kleiner.
Fakten
Die Paralympischen Spiele von Turin finden vom 10. bis zum 19. März 2006 in den Wettkampf-Arenen von Turin (Sledge-Icehockey), Sestrières (Ski Alpin), Pinerolo (Rollstuhl-Curling) und Pragelato (Skilanglauf und Biathlon) statt.
Insgesamt werden rund 500 Athletinnen und Athleten aus 39 Nationen erwartet.
Die Schweizer Delegation umfasst 20 Sportlerinnen und Sportler.
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