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Nicolas Donzé, Toxikologe im Zentralinstitut der Spitäler, beantwortet einige Fragen über CBD, das legale Cannabis, welches seit über einem Jahr in zahlreichen Kiosks, Warenhäusern und Onlinegeschäften verkauft wird.
Was ist CBD?
Die Cannabispflanze enthält über 100 verschiedene Substanzen, die sogenannten “Phytocannabinoide”. Darunter befinden sich auch das Cannabidiol (CBD) und das Tetrahydrocannabinol (THC).
Da sich im «legalen» Cannabis, welches in der Schweiz erhältlich ist, weniger als 1% THC befindet, ist der Konsum erlaubt. Das legale Cannabis mit hohem Gehalt an CBD hat aufgrund seines geringen Gehalts an THC nicht dieselben psychotropen und halluzinogenen Wirkungen. Deshalb geht man oft davon aus, dass es nicht gefährlich ist.
Ist Rauchen von CBD schädlich?
Rauchen ist nie gesund. Das CBD ist nur ein neues Produkt der Tabakindustrie und seine Kommerzialisierung ist zu bedauern. In diesem Zusammenhang muss daran erinnert werden, dass die Zigarette einen hohen Risikofaktor für onkologische Krankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Erkrankungen der Atemwege darstellt.
Ist der Konsum von CBD mit dem Lenken eines Fahrzeugs vereinbar?
Grundsätzlich ja, wenn man das CBD in Form von Öl einnimmt. Dies sollte normalerweise der Fall sein, wenn der Konsum begründet ist, das heisst, wenn er im Rahmen der Behandlung einer Erkrankung erfolgt. In Bezug auf einen ”legalen” Joint mit hohem CBD-Gehalt zeigen Studien, dass man nach dem Rauchen von 4 Joints in weniger als einer Stunde unter Einfluss von THC (auch unter 1 %) stehen könnte und deshalb rechtmässig nicht mehr fahren dürfte. Es ist noch ein anderes Element zu beachten. CBD wirkt angstlösend und deshalb etwas beruhigend. Deshalb ist es besser, CBD eine gewisse Zeit vor dem Lenken eines Fahrzeugs zu konsumieren. Bei therapeutischem Gebrauch wird das CBD idealerweise abends eingenommen. Auf jeden Fall ist mit dem Arzt darüber zu sprechen.
Hat CBD auch positive Eigenschaften?
Dieses Molekül verfügt sicher über ein grosses Potenzial. Es muss weiter untersucht werden, um seine positiven Wirkungen präziser erfassen zu können.
Mehrere Studien zeigen auf, dass CBD als Medikament eingesetzt werden könnte, welches zahlreiche positive Wirkungen besitzt. Die offensichtlichste Wirkung des CBD ist ein Gefühl des Wohlbefindens und es weist folgende Qualitäten auf:
- angstlösend (beruhigend bei Stress und Angstzuständen)
- neuroleptisch
- antiepileptisch
- entzündungshemmend
- lindernd bei Übelkeit
- lindernd bei Migräne
- unterstützend gegen Schlaflosigkeit
Trotz dieser positiven Wirkungen sollte CBD ausschliesslich in einem medizinischen Zusammenhang konsumiert werden. Es ist wichtig zu wissen, dass der Unterschied zwischen einer Droge und einem Medikament in der Art des Gebrauchs liegt. Wenn man krank ist, nimmt man ein Medikament, um sich zu pflegen. Wenn man ein Medikament nimmt, ohne krank zu sein, konsumiert man eine Droge. CBD ist also ein Medikament, das als Medikament und nicht als Droge genutzt werden soll. Es hat seinen Platz in den Apotheken.
Welche Auswirkungen hat CBD auf die Gesundheit?
Wenn wir ein chemisches Modul konsumieren, das aus einer Pflanze stammt, ist es wichtig zu wissen, wie es auf den menschlichen Körper wirkt.
Man hat entdeckt, dass in unserem Körper ebenfalls Cannabinoide vorkommen. Dieses endocannabinoide System übernimmt verschiedene Funktionen. Unter anderem reguliert es:
- das Gedächtnis
- die Entwicklung des Gehirns während der Jugendzeit
- die Lust, die Motivation
- den Appetit
- die Herzfunktionen
- den Schmerz
- das Immunsystem
- die Befruchtung, usw.
Dieses System ist für das Leben von grundsätzlicher Bedeutung. Das Rauchen von CBD oder THC wirkt sich negativ auf unseren Körper aus und beeinträchtigt zahlreiche Systeme. Das Rauchen von Cannabinoiden wirkt auf unser Gehirn wie “Lärm” und macht uns in Bezug auf uns selber unsensibel.
Gehen wir also ökologisch mit uns selber um: weshalb sollten wir unsere Lungen mit Tabak und/oder Cannabis belasten?
Mehr Infos : Toxikologie