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Im Bus fragte Sandra eine Frau nach dem Weg und eine Philippina bot ihr an, sie in Spital zu begleiten. Einfach so. Im Spital wartete die Frau geduldig, bis Sandra mit der Behandlung fertig war und begleitete sie wieder in die Stadt. Beim anschliessenden Mittagessen erzählte die Philippina aus ihrem Leben:
Sie arbeitet seit drei Jahren in Singapur bei einer reichen Familie und sorgt dort für Haushalt und Kinder. Ob sie denn selber auch eine Familie habe? Ja, sagt die Frau mit glänzenden Augen. Drei Söhne habe sie - und zeigt Bilder von den Buben. Sie schicke jeden Monat ihren Lohn nach Hause zu Kindern und Mann. Dieser lässt seit drei Jahren keinen Kontakt zwischen Mutter und Kindern mehr zu. Über fünf Jahre hat er seine Frau geschlagen und missbraucht. Tränen. Die junge Mutter gibt sich kämpferisch. Sie habe in vier Wochen einen Flug nach Hause und wolle ihre Buben sehen. Nichts bringe sie davon ab! Sandra selber hat auch Tränen in den Augen, still hocken sie da, Hand in Hand, zwei völlig Fremde.
Diese Geschichte steht für mich sinnbildlich für die Hilfsbereitschaft der Asiaten. Schon oft habe ich erlebt, wie sie einfach ihre Arbeit stehen lassen und mir als Touri helfen, ein Taxi oder das Hotel zu finden. Oder mir zeigen, wie ich die Ess-Stäbchen richtig in der Hand halten soll.
PS: Die Frau hat ihre drei Buben nach jahrelanger Trennung vor kurzem wieder in die Arme schliessen können.