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In einer entlegenen Region in den Bergen von Afghanistan glauben die Menschen an die Geschichten, die sie selber erfinden, um die Mysterien des Lebens und der Welt zu erklären. Die Mädchen und Buben hüten die Schafe und üben mit ihren selbst gebastelten Steinschleudern. Und vor allem wollen sie die Wölfe vertreiben. Mit ihrem Erstling "Wolf and Sheep" gibt die Regisseurin Shahrbanoo Sadat Einblick in den Alltag, wie sie ihn aus der Kindheit kennt.
Während der Film vom "gewöhnlichen Alltag der gewöhnlichen Menschen" handelt, ist die junge Shahrbanoo Sadat alles andere als gewöhnlich. Sie wurde als Tochter afghanischer Flüchtlinge in Teheran geboren. Nach dem 11. September 2001 wurden alle Flüchtlinge vom Iran wieder ausgewiesen, und so kehrte sie als Elfjährige mit ihrer Familie nach Zentralafghanistan zurück. Dort besuchte sie eine Schule für Jungs, und sagt über sich selber, dass sie schon immer eine Aussenseiterin war: "Meine starke Kurzsichtigkeit, mein komischer Akzent, sowie mein toter Grossvater, der Geister gesehen hatte, waren Grund genug für die Dorfbewohner, mich auszustossen. Ich war eine Aussenseiterin, komplett abgeschottet von der Welt. Und dennoch konnte ich das Dorf nicht verlassen."
Um einer Zwangsheirat zu entkommen und ihren eigenen Weg gehen zu können, zog sie mit 18 Jahren nach Kabul. Seitdem dreht sie Filme. Und das mit Erfolg: "Wolf and Sheep" – ihr erster Film in Eigenregie – wurde diesen Sommer am wohl berühmtesten Filmfestival Cannes gezeigt und mit dem "Quinzaine des réalisateurs 2016: Art Cinema Award" ausgezeichnet. Wie hat sie das geschafft?
Für die Finanzierung des Filmes startete sie ein Crowdfunding und veröffentlichte dazu ein Video:
Aktuell läuft "Wolf And Sheep" im stattkino Luzern. Shar hat die Sprechstunde besucht und mit Aline über ihren Erstling gesprochen: Über die Rollen der Mythen in Afghanistan, die Aussichten der dort lebenden Kinder und über die Freundschaft von zwei Aussenseitern.
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