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Ethnographische Semantik
Die aus der US-amerikanischen kognitiven Anthropologie stammende ethnographische Semantik (ES) untersucht, wie Angehörige einer Kultur Dinge, Ereignisse und Handlungsweisen mit Worten in Sprache fassen, kategorial ordnen und in der Form des Wissens registrieren und gebrauchen. Der Ansatz geht davon aus, dass diejenigen Bezeichnungsformen und Wissensbestände, die von den Kulturangehörigen als normal, natürlich, gegeben und nicht hinterfragbar behandelt werden, das Grundwissen in der Form von Ethnokategorien ihrer jeweiligen Kultur ausmachen. Punktuelle Rezeptionen lassen sich für die Soziologie, die Ethnographie der Kommunikation und die Organisationskulturforschung feststellen. Von außen betrachtet und gegen ihre eigenen kognitivistischen Intentionen gelesen, bietet die ES nicht in erster Linie Einsichten über den Zusammenhang von Sprache und Denken, sondern viel eher eine differenzierte Begrifflichkeit und einige attraktive, praktikable Forschungsinstrumente für die Beschreibung und Analyse über den Zusammenhang von Sprache, Kultur und sozialer Praxis.