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Reanimation von Schwangeren
Die Prävalenz eines Herzkreislaufstillstand ist durch die Zunahme anamnestischer mütterlicher Risikokonstellationen und durch die Zunahme von Schwangerschaftskomplikationen in den vergangenen Jahren gestiegen. Aktuell liegt die Prävalenz bei 1/12.000 Schwangeren.
Herzdruckmassage bei Schwangeren - Tipps zur Optimierung des (aorto-) kavalen Kompressionssyndroms ab der 20. SSW
Der venöse Rückstrom und die fetale Zirkulation kann ab der 20. SSW in Rückenlage durch das aorto-kavale Kompressionssyndrom negativ beeinflusst werden. Normalerweise werden daher Schwangere in 15-30 Grad Links-Seitenlage gelagert (Abbildung 2). Bei Linksseitenlage ist jedoch die CPR problematisch, und Thoraxkompressionen deutlich erschwert.
Daher wird derzeit empfohlen, den graviden Uterus durch einen zusätzlichen Helfer während der Reanimation mit beiden Händen nach links zu verdrängen (Abbildung 1). So ist unter Reanimation eine mütterliche und fetale Zirkulation so gut es geht gewährleistet.
Was passiert mit dem ungeborenen Kind?
Wenn die Situation eintritt, dass nur noch ein Notfallkaiserschnitt das Leben der Mutter und/oder des Kindes retten kann, wird folgende Vorgehensweise empfohlen:
Bis zur 24. Schwangerschaftswoche (SSW)
Hier wird von einem Notfallkaiserschnitt abgeraten, weil die Schwangerschaft mit grosser Wahrscheinlichkeit keinen Einfluss auf das Überleben der Mutter hat. Zudem kann bis zur 23. SSW davon ausgegangen werden, dass das Kind nur minimalste Überlebenschancen hat.
Ab der 24. Schwangerschaftswoche
Hier kann ein Notfallkaiserschnitt in Betracht gezogen werden, da die Schwangerschaft negativen Einfluss auf das Überleben der Mutter haben kann. Primäres Ziel ist es hier, die Mutter zu retten. Denn die Überlebenschancen des Kindes werden generell unter Reanimation als sehr gering eingeschätzt.
Was genau wird für die Mutter durch den Notfall-Kaiserschnitt verbessert?
- der Sauerstoffverbrauch der Mutter wird erniedrigt
- der venöse Rückstrom wird verbessert (aorto-kavales Kompressionssyndrom)
- die Lungenmechanik der Mutter wird optimiert, da der intrathorakale Druck sinkt.
Allgemein gilt:
Das Leben der Mutter steht immer über dem Leben des ungeborenen Kindes.
Fazit:
Nur 2 Dinge können das Überleben einer Schwangeren sichern
Nur mit einer hochwertigen Herzdruckmassage und dem frühzeitigen Einsatz eines AEDs (Automatisierter Externer Defibrillator) kann eine Schwangere mit grösster Wahrscheinlichkeit gerettet werden.
Die hochwertige Herzdruckmassage und das sofortige Verwenden eines Defibrillators zählen dabei zu den Grad 1-Empfehlungen der Notfallmedizin und sind somit entscheidend für die Überlebenschance der Betroffenen.
Zur Optimierung des möglichen aorto-kavalen Kompressionssyndroms (ab der 20. SSW)I sollte ein 2. Helfer mit beiden Händen den graviden Uterus während der CPR nach links verdrängen.
Weiters stellt jede Reanimation einer Schwangeren eine psychische Ausnahmesituation für alle Beteiligten dar, was dir die Arbeit mit Sicherheit zusätzlich erschwert.
Defibrillation bei Schwangeren
- Die gleiche Impedanz bei schwangeren wie bei nicht-schwangeren Frauen (biphasische Defibrillationsenergie: 120–360 Joule, eskalierend)
- Die fetale Exposition der elektrischen Energie ist minimal = keine Gefahr für das Kind (Stromfluss durch den Uterus/Fruchtwasser, massgeblich sind Stromstärke und Kontaktdauer)
- Die veränderte Anatomie in der Schwangerschaft erschwert den Paddeleinsatz → Klebeelektroden verwenden
- Eine Lichtbogenbildung zu externen oder internen fetalen Überwachungseinheiten ist unwahrscheinlich (Einzelfallberichte), deshalb müssen sie während des Stromeinsatzes nicht entfernt werden. Somit wird eine Verzögerung der Defibrillation vermieden.