Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/61183

<h2>SubmittedText<h2><p>In seiner Stellungnahme zur Motion Bigger 05.3676, "Kulturlandverlust und landwirtschaftliche Nutzfläche", schreibt der Bundesrat: "Die Besorgnis über den anhaltenden Verlust von landwirtschaftlichem Kulturland ist berechtigt." Im Agrarbericht 2000 wird festgehalten, dass die landwirtschaftliche Nutzfläche praktisch konstant sei.</p><p>- Was stimmt?</p><p>- Wie steht die Antwort zur Motion Bigger zur Antwort auf meine Interpellation 01.3502, "Grösse der landwirtschaftlichen Nutzfläche"?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Agrarbericht 2000 beruht auf den jährlich von den kantonalen Landwirtschaftsämtern erhobenen Strukturdaten der Landwirtschaftsbetriebe, welche auch die Berechnungsgrundlage der landwirtschaftlichen Nutzfläche (LN) bilden (Ackerfläche, Grünfläche, Fläche mit Dauerkulturen). Gemäss diesen Erhebungen hat die LN z. B. im Zeitraum 1997 bis 1999 gegenüber den Durchschnittswerten von 1990 bis 1992 nur um 0,3 Prozent abgenommen. Die Einführung der flächengebundenen Direktzahlungen hatte wegen des erhöhten Interesses der Landwirte und Landwirtinnen, bisher nicht bewirtschaftete Flächen zu deklarieren, spürbare Auswirkungen auf die Entwicklung der LN. Diese Problematik, die in der Antwort des Bundesrates vom 21. November 2001 auf die Interpellation Fässler 01.3502, "Grösse der landwirtschaftlichen Nutzfläche", detailliert erläutert wird, erforderte eine Nachführung der Daten durch die amtliche Vermessung. In der erwähnten Antwort auf die Interpellation Fässler wird ausserdem darauf hingewiesen, dass der Rückgang der LN insbesondere auf das Wachstum der Siedlungsflächen und des Waldes zurückzuführen ist. Von 1996 bis 1999 wurde wieder eine Abnahme der LN festgestellt, nachdem diese in den fünf vorherigen Jahren - aus den erwähnten Gründen - praktisch konstant geblieben sind.</p><p>Der Agrarbericht 2002 (S. 112-113), der sich auch mit diesem Thema beschäftigt, weist die jährlichen Verluste an LN nach Regionen aus und übernimmt die Schlussfolgerungen der Arealstatistik 2001, wonach innerhalb von zwölf Jahren (1985-1997) 482 Quadratkilometer Kulturland (3,1 Prozent) Siedlungsgebieten (zu zwei Drittel) und Wald (zu einem Drittel) gewichen sind. Damit besteht kein Widerspruch zwischen der Antwort des Bundesrates auf die Motion Bigger und den Zahlen zur LN in der Antwort auf die Interpellation Fässler.</p><p>Die Landwirtschaft verliert vor allem im Mittelland in den für die Landwirtschaft und die Siedlungsentwicklung gleichermassen günstigsten Lagen weiter an Terrain. Der Verlust an Agrarfläche setzt sich unverändert fort und schafft mit Blick auf das Gebot der haushälterischen Bodennutzung und die erforderliche Abstimmung zwischen den Anliegen der Raumfreihaltung für die Fliessgewässer sowie dem Hochwasserschutz und der Erhaltung der guten LN grosse Herausforderungen an die Raumplanung.</p>  Antwort des Bundesrates.