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Schon vor Tausenden von Jahren gab es Toiletten. So auch bei den Griechen auf der Insel Kreta. Dort allerdings nur für die Reichen und Mächtigen. Im Römischen Reich war das anders: Für viele Römerinnen und Römer war es selbstverständlich, öffentliche WC-Anlagen zu benutzen. Besonders fortschrittlich an diesen sogenannten Latrinen: Unten durch verlief ein Wassergraben, der den Dreck in einen Abwasserkanal spülte.
Verlorenes WC-Wissen
Jedoch gab es auch Probleme. So kannten die Römerinnen und Römer kein Toilettenpapier und benutzten stattdessen Bürsten – die sie nach Gebrauch weiterreichten. Das hatte Folgen: Da es im menschlichen Kot krankmachende Keime haben kann, verbreiteten sich so viele Krankheiten.
Mit dem Untergang des Römischen Imperiums ging auch deren Toiletten-Know-how zu einem grossen Teil verloren. Im Mittelalter erledigten viele Menschen in den ländlichen Gebieten ihr Geschäft einfach im Freien: auf dem Feld oder hinter einem Busch. In den Städten waren die hygienischen Zustände teilweise prekär. Mit der Zeit wurden jedoch Regeln durchgesetzt, um die Lage etwas zu verbessern.
Welttoilettentag
In der Schweiz und in vielen Ländern dieser Welt sind Kanalisationen und saubere WCs mittlerweile eine Selbstverständlichkeit. Die Vereinten Nationen schätzen aber, dass weltweit etwa 3,6 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sicheren Toiletten haben. In den Gebieten, wo das der Fall ist, können sich so immer noch gefährliche Krankheiten verbreiten. Am Welttoilettentag am 19. November soll jeweils auf diesen Missstand aufmerksam gemacht werden.
Kampf den Keimen
Auch nach dem Mittelalter, in der Neuzeit, lag einiges im Argen. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts erkannten die Menschen in Europa, dass Abwasser und Trinkwasser getrennt werden müssen, um die Verbreitung von Krankheiten zu verhindern.
In Zürich entschied beispielsweise das Stadtvolk im Jahr 1867 – nach einem Cholera-Ausbruch – eine Kanalisation zu bauen. Zudem wurden Leitungen verlegt, die frisches Wasser in die Häuser brachten. Wie lange es dauerte, bis das Gleiche in anderen Schweizer Städten und Regionen umgesetzt wurde, wie Louis XIV und die Menschen im Schloss Versailles ihr Geschäft verrichteten oder wann das erste WC mit Wasserspülung erfunden wurde – all das weiss Raphi.
Informationen für Lehrpersonen
Bezug zum Lehrplan 21
Die Schülerinnen und Schüler …
- NMG.5.1.e: … können zu ausgewählten Geräten, Maschinen, Bauten und Anlagen Informationen über Konstruktionsweisen von früher und heute erschliessen, Entwicklungen vergleichen und einordnen (z.B. mechanischer Antrieb-elektrischer Antrieb, Dampfmaschine-moderner Verbrennungsmotor; Lochkamera-moderner Fotoapparat).
- NMG.5.3.a: ... können am Beispiel von Geräten aus ihrer Alltagswelt erzählen, wozu sie uns dienen und was sie uns im Alltag erleichtern (z.B. zu Hause, auf Spielplätzen, auf Baustellen).
- NMG.5.3.b: ... können vermuten, wie es zu Erfindungen und Entwicklungen von Geräten gekommen ist (z.B. Backofen, Mixer, Bügeleisen, Regenschirm, Kugelschreiber, mechanische und elektrische Geräte).
- NMG.5.3.d: ... können Informationen zu Erfinderinnen und Erfindern und ihren technischen Entwicklungen erschliessen und darstellen (z.B. Marconi – Radio; Franklin – Blitzableiter).
- NMG.5.3.f: ... können technische Anwendungen von früher und heute vergleichen, einordnen und einschätzen, was sich dadurch im Alltag für die Menschen und die Umwelt verändert hat (z.B. Beleuchtung, Heizung, Bauen, Verkehr, Kommunikationsmöglichkeiten).
Fächer: NMG
Stufe: PS
Stichwörter: Abwasserkanal, Toiletten-Kultur, Trinkwasserverschmutzung, Bakterien, Epidemie, Durchfallerkrankung, Water Closet, Erreger, Hygiene, Stilles Örtchen, Klostuhl, Sir John Harington, Alexander Cummings, Abwassergraben, Gesundheit, Ehrgraben, Abtrittanbieter, Abort, Abtritt,
Produktion: SRF school 2023.
VOD: Unbegrenzt.
Schulstoff leicht gemacht!
Was erforschen Bioniker? Warum schwimmt ein Schiff? Wie funktioniert unser Gehirn und was ist Foodwaste? Antworten liefert «Clip und klar!» – auch auf «YouTube SRF Kids».