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Schon als Philip mit einem Jahr laufen konnte, wurde bei ihm die Liebe zum Ball offensichtlich – er liebte Fussball. Der kleine Philip konnte schon früh den Ball genau zurückspielen. Als er fünfjährig war, meldeten ihn seine Eltern beim FC Meilen und beim Tennisclub Meilen (TCM) an – Kampfsportarten waren kein Thema mehr.
Im TCM trainierte er bei Martin Chvojka und Pavel Riha. Als Philip achtjährig war, schlugen sie vor, eine Turnier-Lizenz anzufragen und kleine Turniere zu spielen. Philip machte das Spass, und er begann, öfters zu trainieren, statt zweimal viermal pro Woche. Parallel dazu hatte er Fussballtranings und konnte mit seiner Mannschaft kleinere und grössere Erfolge feiern.
Im Tennis begannen sich die Medaillen und Pokale zu stapeln. Mit zehn Jahren war Philipp im Swiss Ranking die Nummer fünf in seiner Alterskategorie. Das Angebot, auch in Zürich beim TC Lengg bei Urs Walter und Roman Vögeli zu trainieren, mit guten Sparringmöglichkeiten und zusätzlichem Konditionstraining, nahm er an.
Die Trainings wurden intensiver, der Turnierplan grösser, und mit elf Jahren konnte Philip erste internationale Erfahrungen sammeln. Er wurde zweimal Sieger der Ten-Pro Global Junior Tour in Deutschland und auf Mallorca in der Rafa Nadal Academy.
Nachdem sich Trainer Roman Vögeli entschieden hatte, eine eigene Tennisacademy in Winterthur aufzubauen, verschob sich Philips Trainingsort nach Winterthur. Und er musste sich entscheiden: Fussball oder Tennis? Beides parallel war nicht mehr möglich. Obwohl Philip Fussball sehr liebt, wählte er Tennis, weil er dort für sich mehr Chancen sieht, auf ein Top-Niveau zu kommen.
Die Chance packen
Bei den Schweizer Wintermeisterschaften im Jahr 2017 schaffte es Philip ins Halbfinale, wo er sehr knapp in drei Sätzen von der Nummer 1, Patrick Schön, gestoppt wurde. Nach dieser Niederlage war Philip sehr traurig und entschlossen, mehr zu trainieren, um das nächste Mal weiter zu kommen. Die Chance dazu hatte er am Wochenende vom 11. bis 13. Januar in Kriens bei der 50. Junior Champion Trophy.
Er war als Nummer 3 des Turniers gesetzt und spielte zwei Matches am Samstag. Im ersten Match, dem Achtelfinale, konnte er schnell den ersten Satz mit 6:2 gewinnen, im zweiten Satz wurde er aber vom Gegner überrascht, der aggressiv spielte. Philip musste kämpfen und konnte erst im Tiebreak 7:3 den Match für sich entscheiden. Im zweiten Match, dem Viertelfinale, dominierte er klar und kam mit 6:1, 6:2 ins Halbfinale.
Am Sonntag im Halbfinale spielte Philip gegen einen Spieler, der im Viertelfinale überraschend die Nummer 2 des Turniers besiegt hatte. Er ist ein Jahr jünger, wirkt aber physisch zwei Jahre älter. Im ersten Satz hatte Philip etwas Mühe, besonders mit dem Aufschlag des Gegners, gewann den Satz aber mit 6:4. Im zweiten spielte er taktisch und setzte seinen Gegner ständig unter Druck. So holte er sich den zweiten Satz mit 6:0.
Gratulation von Martina Hingis
Im Finale der Kategorie U14 spielte Philip gegen seinen Rivalen und mittlerweile Freund Patrick Schön, die Nummer 1 in der Schweiz und Nummer 6 in Tennis Europe. Philip startete selbstbewusst, spielte offensiv und überraschte damit. Er gewann den ersten Satz 6:2. Doch Patrick ist ein Kämpfer, der letztes Jahr drei Tennis Europe Turniere gewonnen hat und Philip im zweiten Satz mit schnellen und präzisen Schlägen unter Druck setzte. Philip machte mehr Fehler und verlor den Satz mit 3:6. Im dritten Satz begann Philip wieder motiviert und stark und liess sich nicht aus der Ruhe bringen, die vielen langen intensiven Ballwechsel entschied er fast immer für sich. Beim Stand von 5:2 für sich und 40:30 setzte er den Gegner unter Druck. Und siehe da, Philip konnte verdient seinen ersten Schweizermeistertitel feiern! Als besonderes Highlight wurden ihm seine Medaille und viele andere Preise von Martina Hingis überreicht.
Auch international erfolgreich
Philip hat sich in den letzten zwei Jahren sowohl spielerisch als auch mental sehr verbessert, was er seinem Trainerteam, seinen Eltern, die ihn voll unterstützen, seinem Ehrgeiz und seiner Disziplin zu verdanken hat. Auch die Fahrt mit Zug und Bus von Meilen in die Schule und zu den Trainings nach Winterthur machen ihm nichts aus. Er trainiert heute in Winterthur, wo er auch die dritte Klasse der Sportschule «Talent Campus» besucht. Sie ermöglicht es ihm, mehr zu trainieren und verschiedene Auslandsturniere zu absolvieren. International konnte Philip in den letzten zwei Jahren ebenfalls Erfolge feiern, er erreichte in verschiedenen Ländern mehrmals das Halbfinale oder Finale im Einzel und Doppel. Seit drei Jahren ist er im Nationalkader von Swiss Tennis, das ihn unterstützt. Seine Ziele in diesem Jahr sind es, die Nr. 1 in der Schweiz und Top 30 in Tennis Europe zu werden.
Wenn es die Zeit erlaubt, trainiert Philip weiterhin auch mit dem jetzigen Cheftrainer des TC Meilen, Pavel Riha, einem ehemaligen ATP-Spieler, der ihn immer wieder gern mit nützlichen Tipps unterstützt. Und sogar Philips Mutter hat vor sieben Jahren von Volleyball zu Tennis gewechselt und nimmt Stunden im TCM.