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Manuel Feller bestätigt sich als Nummer 1 im Slalom
Manuel Feller gewinnt den Weltcup-Slalom in Palisades Tahoe in Kalifornien. Der in der Disziplinen-Wertung deutlich führende Österreicher erringt seinen vierten Saisonsieg. Die Schweizer enttäuschen.
Manuel Feller gewinnt den Weltcup-Slalom in Palisades Tahoe in Kalifornien. Der in der Disziplinen-Wertung deutlich führende Österreicher erringt seinen vierten Saisonsieg. Die Schweizer enttäuschen.
Fellers herausragende Ergebnisse in diesem Winter sind der Lohn für eine minutiöse Planung, die beim Tiroler über das Normalmass hinausgeht. Seine Problemzone Rücken fordert sehr oft Zurückhaltung. Trainings im Riesenslalom sind, wenn überhaupt, lediglich in sehr beschränktem Umfang möglich.
Feller hat sich mit seiner Situation arrangiert. Er akzeptiert, dass seine Schwachstelle einen grossen Teil seiner sportlichen Agenda dirigiert. Er weiss es seit mehr als einer Dekade. Einem wie ihm, der im Alter von 20 Jahren seinen ersten von mittlerweile vier Bandscheibenvorfällen erlitten hat, macht keiner mehr etwas vor. Der einst als schräger Vogel verschriene Feller hat gelernt, was Disziplin bedeutet. «Ich habe lernen müssen, mit chronischen Schmerzen umzugehen.»
Letztmals akut waren die körperlichen Probleme gegen Ende der letzten Saison geworden. Auslöser war ein Sturz beim Einfahren für den WM-Slalom im Februar in Courchevel, die Folge davon ein schmerzhaftes Knochenmark-Ödem an der rechten Hüfte. Feller wollte das Malheur nicht an die grosse Glocke hängen, zumal ihn das Ganze im Rennen nicht gross behindert hatte. Er fuhr im ersten Lauf sogar Bestzeit, in der Entscheidung rutschte er wegen eines Fahrfehlers auf Platz 7 ab.
Die Gedanken an eine Auszeit
Die Schmerzen meldeten sich mit Verzögerung dann doch zurück, die Probleme zogen sich bis weit in den Sommer hinein. «Es wäre wohl besser gewesen, ich hätte meine Saison nach der Weltmeisterschaft abgebrochen.» Der neuerliche Rückschlag erforderte Lösungen. Fellers Gedanken drehten sich nicht nur um den möglichen Verzicht auf das Trainingslager in Chile. Seine Überlegungen waren grossräumiger. Sie reichten bis hin zu einer Auszeit in der laufenden Saison.
Feller entschied sich anders. Er reiste nach Südamerika - und fand den Spass an seinem Beruf wieder. Er brachte soviele Schneetage hinter sich wie seit vielen Jahren nicht mehr in der Vorbereitung. Und, das vor allem, er fuhr wieder schmerzfrei Ski.
Die Bestätigung für richtiges Handeln erhielt Feller bei erster Gelegenheit mit dem Slalom-Sieg beim Weltcup-Auftakt Mitte November in Gurgl im Ötztal. Es war der Startschuss zu seiner bisher erfolgreichsten Saison. Der Sieg am Sonntag in Palisades Tahoe war der bereits vierte in einem Slalom in diesem Winter. Die Konstanz schlägt sich auch in der Disziplinen-Wertung nieder. Feller führt das Klassement vor den letzten drei Rennen des Winters mit 204 Punkten vor dem Deutschen Linus Strasser an.
Bei seinem insgesamt sechsten Vollerfolg im Weltcup stiess Feller von Rang 3 nach dem ersten Durchgang an die Spitze vor. Er überflügelte den Franzosen Clément Noël, nach halbem Pensum auf Platz 2, und Strasser. Der Bayer hatte das Zwischenklassement mit vier Zehnteln beziehungsweise einer knappen halben Sekunde Vorsprung angeführt.
Schweizer vorzeitig im Hintertreffen
Rangmässig hatten sich Daniel Yule auf Platz 8 sowie die zeitgleichen Luca Aerni und Ramon Zenhäusern auf Platz 12 nach dem ersten Lauf noch einigermassen zufriedenstellend aus der Affäre gezogen. Die Rückstande aber waren für das Trio zu gross, um sich in der Entscheidung noch mit den Besten messen zu können.
Für alle drei ging es im Gegenteil in die andere Richtung. Luca Aerni rutschte im Schlussklassement auf Position 17 ab, der durch eine Erkältung deutlich geschwächte Ramon Zenhäusern fand sich hinter Mannschaftskollege Tanguy Nef auf Platz 21 wieder. Yule verpasste ein Tor und schied aus. Bester der fünf Finalisten aus dem Team von Swiss-Ski war am Ende Loïc Meillard, der sich von Rang 17 auf Platz 9 steigerte.