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GHB - GBL
Substanzen
GHB (Gamma-Hydroxybutyrat) wird im Körper zum Botenstoff GABA umgewandelt, der im Gehirn unter anderem die Wach-/Schlafzustände regelt und Wachstumshormone stimuliert. GBL (Gamma-Butyrolacton) und 1,4-Butandiol sind GHB-Vorläufersubstanzen, d.h. sie können vom Körper in GHB umgewandelt werden. Bekannt sind diese Substanzen auch als so genannte "K.O.-Tropfen". Es gibt jedoch verschiedene chemische Substanzen, welche als "K.O.-Tropfen" eingesetzt werden können (z.B. auch Alkohol).
Erscheinungsformen:
GHB: weisses bis gelbliches Pulver, in der Regel flüssig als Lösung, da das Pulver stark Feuchtigkeit anzieht. Es hat einen sehr salzigen, seifigen Geschmack und einen leicht kleberähnlichen Geruch.
GBL: klare Flüssigkeit. Es schmeckt chemisch, gummiartig und leicht stechend. GBL ist z.B. in Graffitientfernern, Reinigungsmitteln und Kosmetika enthalten.
Konsumformen:
Sowohl GHB als auch GBL werden in der Regel getrunken.
Dosierung:
GHB: 7 - 30 mg/kg Körpergewicht, bzw. 1-5 ml, je nach Gewöhnung und Körpergewicht der Person.
GBL: 0.6 - 2 ml, abhängig vom Verdünnungsgrad.
Die Dosierung ist abhängig vom Verdünnungsgrad und bei GBL noch heikler als bei GHB, da nicht jeder Körper gleich schnell und gleich viel GBL in GHB umwandelt. GBL ist eine starke Säure, welche die Schleimhäute verätzen kann und muss vor dem Trinken mit einem nicht-alkoholischen Getränk stark verdünnt werden! Im Zweifelsfall gilt: Weniger ist mehr!
Wirkung
Die Wirkung ist extrem dosisabhängig und individuell sehr verschieden. Sie hängt auch vom Reinheitsgrad der Substanz ab. Das Wirkspektrum reicht von Euphorie, Entspannung, Enthemmung, Wahrnehmungsintensivierung, eventuell Rededrang (Laberflash), leichtem Schwindel über Schläfrigkeit bis hin zu tiefem (komaähnlichem) Schlaf oder Bewusstlosigkeit.
Wirkungseintritt:
GHB: 10−20 Min. nach der oralen Einnahme.
GBL: ca. 5 Min. nach der oralen Einnahme.
Wirkdauer:
1.5−4 Std. In seltenen Fällen kann die Wirkung auch bis zu einem Tag andauern. Da GBL eine höhere Bioverfügbarkeit hat als GHB (d.h. ein grösserer Anteil des Wirkstoffs kommt schneller im Gehirn an), wirkt es schneller und stärker als GHB, auch wenn es im Körper zuerst in GHB umgewandelt wird.
Risiken und Nebenwirkungen
Je höher die Dosis, desto wahrscheinlicher treten Übelkeit, Erbrechen und Schwindelgefühle auf. Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Atembeschwerden, Herzrhythmusstörungen, Gleichgewichts- und Gedächtnisstörungen können bei sehr hoher Dosierung auftreten, ebenso unkontrollierbare Muskelzuckungen, die leicht mit Epilepsie verwechselt werden, aber auch in eine Epilepsie übergehen können.
Die Gefahr einer unbeabsichtigten Überdosierung ist bei GHB/GBL sehr hoch - auch wenn nicht gemischt wird! Anzeichen einer GHB/GBL-Überdosis sind starke Schläfrigkeit und danach mehrstündiger, tiefer, nicht oder nur schwer störbarer Schlaf (teilweise mit kurzen Wachphasen unterbrochen = Stehaufmännchen Symptom), leichte bis sehr starke Übelkeit, Brechreiz, Schwindelgefühle, Kopfschmerzen, Muskelerschlaffung (man kann sich kaum auf den Beinen halten) bis hin zu völliger Bewegungslosigkeit, Bewusstlosigkeit, Verschwinden von Reflexen und Atembeschwerden. Es ist schwer einschätzbar, ob jemand nach GHB/GBL-Konsum nur im Tiefschlaf ist oder bereits im Koma liegt - im Zweifelsfall immer ärztliche Hilfe holen!
Achtung:
Der Konsum von Alkohol vor, während oder nach dem GHB/GBL-Konsum kann auch bei geringen Alkoholmengen zum Kollaps führen (Gefahr einer Atemlähmung!). Mischkonsum mit antiretroviralen Medikamenten (Proteasehemmer, z.B. Kaletra, Reyataz, Crixivan, Norvir, Invirase) kann die Wirkung von GHB/GBL schon bei geringer Dosis lebensgefährdend verstärken (Gefahr von Atemdepression, Koma, epileptischen Anfällen!)
GBL, eine für industrielle Zwecke verwendete Chemikalie, wirkt stark ätzend, reizt die Schleimhäute und belastet die Leber. Infolge der zusätzlichen Umwandlungsmechanismen stellt GBL für den Körper eine grössere Belastung als GBH dar.
Langzeitrisiken:
Der regelmässige Konsum von GHB/GBL kann zu Schlafstörungen, Ängstlichkeit und Zittern führen; es besteht die Gefahr einer Abhängigkeit mit psychischen und körperlichen Symptomen. Bei chronisch hochdosiertem Konsum (mehrere Dosen täglich) kommt es beim Absetzen zu schweren körperlichen Entzugssymptomen, wie beispielsweise Schweissausbrüchen, Muskelkrämpfen oder epileptischen Anfällen.