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Gemeindehaus Horw
Adresse
6048 Horw
LU
Architektur
Weitere Bauphasen
Inspiriert von Alvar Aalto schuf die Architektengemeinschaft ORIGO einen äusserst markanten, skulpturalen Bau im Horwer Ortskern und gaben der Gemeindeverwaltung damit eine eigene Identität. Auch die Materialisierung hebt den Bau im dispersen Kontext hervor. Die Qualität des Gebäudes wurde im Rahmen der Sanierung erkannt und sensibel weiterentwickelt.
Chronologie
1972 wurde ein Wettbewerb zur Neugestaltung des Horwer Ortskerns durchgeführt. In der Folge realisierte man mehrere Bauprojekte. So entstand auch das Gemeindehaus, welches 1977–1979 von der Architektengemeinschaft ORIGO, bestehend aus Martin D. Simmen, Gastone Battagello und Robert Sigrist, errichtet wurde. Harry van der Meijs und Raumfalter passten das Gebäude von 2012 bis 2015 den heutigen Bedürfnissen an.
Lage
Der Horwer Ortskern besteht aus dem Gemeindehaus, einem Schulhaus, einer Mehrzweckhalle und einem grossen Supermarkt. Diese öffentlichen Bauten werden vom Gemeindehausplatz erschlossen und im Osten vom Dorfbach begrenzt. Das Gemeindehaus besitzt einen L-förmigen Grundriss, die verbleibende Freifläche im Nordosten ist als Dorfplatz gestaltet und begrünt.
Beschreibung
Den westlichen Abschluss des Gemeindehauses bildet ein viergeschossiger Riegel mit belichtetem Untergeschoss, der sich nach Süden hin auflöst: Dem überhohen obersten Geschoss ist partiell ein Attikageschoss aufgesetzt, der Quader wird zudem vom Quertrakt durchstossen und portioniert. Der Quertrakt baut über dem flach gedeckten Sockelgeschoss mit Eingang auf. Darüber erheben sich deutlich zurückversetzt zwei weitere Geschosse, die mit einem Schmetterlingsdach überdeckt sind. Pultdachschrägen prägen auch das angrenzende Attikageschoss. Den Kern des Verwaltungsgebäudes bildet eine Stahlskelettkonstruktion, die abwechselnd mit kupferbraunen Fensterelementen und zweischaligem Backsteinmauerwerk umhüllt ist. Die Backsteinwände nehmen Bezug auf die in Horw lange Zeit beheimateten grossen Ziegeleien. Die gerasterten Fensterelemente sind dem Bau vorgesetzt und führen partiell auch übereck. Die überhohe Traufe sowie die Fensterbrüstungen der Bürogeschosse sind mit Kupferblech verkleidet. Weite Teile des Erdgeschosses sowie die überhohen Räume des obersten Geschosses sind hingegen raumhoch verglast. Die kupferbraunen Fassadenelemente bilden eine prägnante, an Erker erinnernde Raumschicht und korrespondieren farblich mit der Dachdeckung.
Während der Aussenbau im Rahmen der Sanierung aufgefrischt und in derselben Formensprache ergänzt wurde, erfuhren die Innenräume eine deutliche Aufhellung. Dank der Skelettbauweise, die eine freie Grundrissgestaltung ermöglicht, konnten ehemalige Einzelbüros zu modernen, offenen Büroflächen umgewandelt werden.
Literatur