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«La La Land», soeben in den Schweizer Kinos gestartet, ist im Moment in aller Munde und gilt als Kandidat für gleich mehrere Oscars. Besonders ist auch der Soundtrack – er führt im Stil von 50-er-Jahre-Musicals durch die Handlung. Unser Album der Woche.
In der Story geht es um die hoffnungsvolle Schauspielerin Mia (Emma Stone), die in Los Angeles den Jazz-Pianisten Sebastian (Ryan Gosling) kennen- und lieben lernt. Doch die zwei Turteltauben haben wegen Casting- und anderem Stress fast keine Zeit füreinander.
Die Eröffnungsnummer mit dem Song «Another Day of Sun» gibt gleich zu Beginn den musikalischen Tarif durch: Wenn sich ein Freeway-Autostau in Los Angeles unvermittelt zur perfekt choreografierten Show-Revue wandelt, wippt man gerne mit.
Das zweite Stück «Someone in the Crowd» drückt das Dilemma junger Hollywood-Künstler aus, die ein oft genug existenzgefährdetes Sozial- und Berufsleben meistern müssen. Im Film bereitet sich Mia mit ihren Mitbewohnerinnen auf eine Glamour-Party vor, geniesst das Treiben in einem noblen Glashaus, um letztlich in den Pool zu springen. Der Songtext ist unmissverständlich: «Worauf verzichte ich für meine Träume? Mache ich Party? Oder bleibe ich zu Hause und arbeite an Karriere und Kunst?»
Auftritt von John Legend
Geradezu magisch ist der Song «A Lovely Night», in dem Mia und Sebastian hoch über der Grossstadt von Los Angeles im Gesang und Tanz zueinander finden. Die mehrminütige Filmsequenz wurde passend zum Songrhythmus perfekt einstudiert und in einem einzigen Take abgedreht.
Gelungen ist auch der Auftritt des Sängers und Songwriters John Legend. Er spielt den Musiker Keith, der Sebastian in seiner aufstrebenden Band «The Messengers» aufnimmt und ihn damit von seiner Liebe zu Mia ablenkt. Mit dem Song «Start a Fire» stellt er den Musiker Sebastian vor die Frage, wie poppig er werden will; also wie weit er sich von seinem geliebten Jazz zu entfernen bereit ist, um beruflich erfolgreich zu sein.
Songs statt Dialoge
Fazit: Im Gegensatz zu klassischen Soundtracks (wie etwa «Moulin Rouge»), welche Songs als pure Stimmungsmacher einsetzen, sind die «La La Land»-Lieder Dreh- und Angelpunkt des gesamten Musicals. Sie führen mit ihren Texten durch die Handlung und ersetzen vielerorts sogar gesprochene Dialoge. Diese Erzählform überzeugte auch die Jury der Golden Globes, welche kürzlich nicht nur den Score-Komponisten Justin Hurwitz, sondern auch den Song «City of Stars» auszeichnete. Voraussichtlich wird «La La Land» an der Oscar-Verleihung am 26. Februar 2017 mit gleich mehreren Trophäen geehrt werden.