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Schwandenbach
(Kt. Bern, Amtsbez. Interlaken). 1800-566 m. Gefährlicher Wildbach; entspringt am S.-Hang des Brienzer Rothorns und mündet nach 5 km langem Lauf von rechts in den Brienzersee (nahe dessen oberem Ende). Sein Sammelgebiet bildet zusammen mit demjenigen des benachbarten und ihm parallel fliessenden Lammbaches einen einzigen, grossen und wild zerfressenen Erosionskessel, einen ungeheuern Erosionskrater. Beide Wildwasser haben sich in ihrem Mittellauf in tiefe Tobel eingeschnitten, wo bei Hochwasser häufige Erdrutschungen und eigentliche Bergstürze niedergehen.
Ihre Schuttkegel gehören zu den ausgedehntesten und am typischsten ausgebildeten der
Schweiz. Die
Dörfer
Schwanden,
Hofstetten,
Kienholz und
Tracht sind von den Ausbrüchen des Lammbaches und des
Schwandenbaches schon mehrfach in ihrer
ganzen Existenz bedroht worden. Der Bergrücken zwischen den beiden
Bächen trägt eine schöne Weidefläche mit einer Anzahl
Ställen, die sog. Aegerti. Hier begann vor etwa 50 Jahren die Bildung einer W.-O. gerichteten Bodenspalte (der sog.
Aegertispalte).
Der abwärts gelegene Teil des
Berges mitsamt den darauf stehenden Ställen senkte sich langsam als ein
zusammenhängendes, in sich ganzes Stück. Die Spalte griff im Laufe der Jahre beidseitig immer weiter
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und bog dann s. gegen die
Schwandenbachschlucht um, gegen welche hin sich die ganze Bewegung richtete. Von dieser gefährlichen
Stelle her erfolgten zu verschiedenen Zeiten, so 1860, 1867, 1887, 1901 und noch 1902 bedeutende Felsabstürze, doch konnte
durch umfassende Verbauungs- und Entwässerungsanlagen der drohende Absturz der ganzen Masse, der Schwanden
und wahrscheinlich auch Kienholz vernichten würde, bis jetzt noch verhindert werden. Das Gestein ist mergeliger Schiefer
und Mergelkalk der sog. Berriasschichten.
Die Vorbeugungsmassregeln, die mit finanzieller Hilfe des Bundes getroffen worden sind, bestehen in der Hauptsache in der Fassung der Oberflächenwasser beim Teufenboden und unmittelbar oberhalb der Aegertispalte, sowie zweier Quellen inmitten des Sturzgebietes selbst, dann in der Anlage eines starken Mauerspornes an der Schluchtmündung, der den Sturz, falls er wirklich eintreten sollte, nach einer unschädlichen Richtung ablenken soll, in zahlreichen Thalsperren und endlich in einem den Schwanden- wie den Lammbach begleitenden Längsdamm. Vergl. H[eim], A[lbert]: Der drohende Bergsturz von «Aegerti» bei Brienz (in der Neuen Zürcher Zeitung. 1901, Nr. 120).