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Der Anteil der Antiqua an den Druckwerken deutscher Zunge erlangte bei Ausbruch des ersten Weltkrieges den Höhepunkt. Langsam und in der Zeit Hitlerdeutschlands in steigendem Maße und durch Verbote beschleunigt, sank der Anteil der Antiqua am Schrifttum im Deutschen Reich auf ein Minimum. Erinnern wir uns nur an die schöne Goethe-Monumentalausgabe, die in Antiqua begonnen, auf höheren Befehl eingestampft und in Fraktur neu gedruckt werden mußte. Fraktur und Antiqua stehen sich heute als feindliche Brüder gegenüber; sie sind zum symbolischen Ausdruck zweier Weltanschauungen geworden. Unter dem Einfluß der europäischen Kultur folgte der Gebrauch der Antiqua im heutigen Gebiet der Schweiz demjenigen in den geistesverwandten Nachbarländern; Genf hielt sich an Frankreich, und Basel sowie Zürich folgten im großen ganzen und mit Ausnahme des letzten Jahrzehnts den reichsdeutschen Strömungen. […] Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts machte sich besonders in Zürich unter dem Einfluß des Klassizismus eine Vorliebe für die Antiqua geltend. […] Unter dem zunehmenden Einfluß des reichsdeutschen Verlagswesens folgte die deutschsprachige Schweiz der Entwicklung im Reich, machte sich aber während des zweiten Weltkrieges frei. Damit gelangte die Antiqua bei uns zur Vorherrschaft.
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Leemann-van Elck, P.
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