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Grosser Schlag gegen illegalen Handel von Shahtoosh-Schals im Gesamtwert von 3,4 Millionen Franken
Der Zollfahndung Samedan ist in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Veterinärwesen ein grosser Schlag gegen den illegalen Handel von Schals aus Shahtoosh-Wolle gelungen. Die Untersuchungen ergaben, dass in den letzten fünf Jahren insgesamt 537 Shahtoosh-Schals im Gesamtwert von 3,4 Millionen Franken illegal eingeführt worden sind. Die
Shahtoosh-Wolle wird aus dem Fell der vom Aussterben bedrohten Tibet-Antilope gewonnen. Der Handel mit Shahtoosh-Wolle ist seit 1979 international verboten.
In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Veterinärwesen führten die Zollfahndungen Samedan und Genf in einem Geschäft im Engadin und bei einem Zwischenhändler in Genf Untersuchungen durch. Die Ermittlungen ergaben, dass in den letzten 5 Jahren Shahtoosh-Schals im Gesamtwert von 3,4 Millionen Franken illegal gehandelt wurden. Der grösste Teil
davon wurde auf direktem Weg aus dem Ausland in die Schweiz geschmuggelt. Ein kleiner Teil gelangte über einen Zwischenhändler in Genf ins Engadin. 38 Schals im Wert von 400’000 Franken konnte der Schweizer Zoll beschlagnahmen. Für einen Shahtoosh-Schal werden Preise von 4’000.– bis 40’000.– Franken bezahlt. Gegen die Täter sind
Strafverfahren eingeleitet worden.
Was ist Shahtoosh?
Das persische Wort Shahtoosh heisst so viel wie: „von der Natur gemacht für den König“. Shahtoosh wird oft auch als „king of wools“ bezeichnet. Diese Bezeichnung ist in der Tat nicht übertrieben, denn obwohl Shahtoosh fein wie Babyhaut ist, gibt das Material ausserordentlich warm. Die Wolle wird aus dem feinen Haarkleid der eleganten Tibet-Antilope (Pantholops hodgsonii) – auch Chiru genannt – gewonnen. Die feinen Shahtoosh-Schals lassen sich durch einen Fingerring hindurch ziehen, weshalb sie auch als Ring-Schals bezeichnet werden.
Überleben der Tibet-Antilope in Gefahr
Hinter diesen Luxusaccessoires verbirgt sich jedoch der Tod von Tausenden von Tibet-Antilopen. Um die Wolle für einen hundert Jahre von über einer Million auf weniger als 75’000 Tiere dezimiert. Die Tibet-Antilope wird deshalb seit 1979 – als vom Aussterben bedrohte Tierart – im Anhang I des internationalen Artenschutzübereinkommens „CITES“ (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) aufgeführt. Seit diesem Zeitpunkt ist auch der gesamte Handel mit Shahtoosh international verboten.
150 Gesetze und Verordnungen
Die Mithilfe beim Vollzug des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) an der Grenze ist lediglich eine von zahlreichen Aufgaben, welche der Schweizer Zoll im Rahmen nationaler oder internationaler Bestim-mungen zum Schutze der Bevölkerung oder der Artenvielfalt vollzieht. Stichworte dazu sind Lebensmittelkontrollen, Betäubungsmittelbekämpfung oder Markenpiraterie. Gleichzeitig ist der Schweizer Zoll ein Kompetenz-zentrum für Verbrauchssteuern. Die Zollorgane sorgen für über einen Drittel der Bundeseinnahmen (im Jahr 2004 rund 19.1 Milliarden Franken).