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20. Oktober 2017
Zwei Mal kehrte er Australien den Rücken
Maurice Bernet hat in seinem Leben schon etliche Male den Koffer gepackt. Als Kind wanderte er mit seinen Eltern von Australien in die Schweiz aus, wo er aufwuchs und die Schulen besuchte. Noch während der Sekundarschule absolvierte er verschiedene Schnupperlehren in der Metallbranche sowie in holzverarbeitenden Betrieben und entschied sich dann, Schreiner zu werden. «Der Werkstoff Holz faszinierte mich von Anfang an. Zum Glück hatte ich einen Sekundarschulabschluss, denn zu dieser Zeit gab es im Handwerks-Bereich keine Ausbildungsplätze für Anwärter mit weniger qualifiziertem Abschluss. Meine damals dreieinhalb Jahre dauernde Schreiner-Lehre, Richtung Möbel, habe ich in Zürich absolviert», erzählt der in Melbourne Geborene. Nach erfolgreichem Lehrabschluss arbeitete er in verschiedenen Schreiner-Betrieben.
Im Alter von 24 Jahren nahm sich Bernet eine Auszeit, um in sein Geburtsland zu reisen. Aus dem angedachten kurzen Besuch wurde ein längerer Aufenthalt von dreieinhalb Jahren. Während dieser Zeit lernte er auch seine spätere Frau Judy kennen und lieben. Nach seinem Australien-Aufenthalt war Bernet in verschiedenen Schreinereien tätig, wurde sich jedoch immer mehr bewusst, dass er seine Philosophie als Angestellter nicht verwirklichen konnte.
Eigene Firma gegründet«Aufgrund einer glücklichen Fügung traf ich im Millenniums-Jahr 2000 Zimmermann Mike Zingg, mit dem ich mich beruflich zusammentat und eine Firma gründete. Als Bernet Zingg GmbH haben wir auf dem Hürlimann-Areal in Zürich miteinander angefangen zu schreinern und zu zimmern. Leider wurden uns diese Lokalitäten nach zwei Jahren gekündigt, weil eine Umnutzung der Gebäude zur Ausführung kam», sagt der dunkelhaarige Mann. Nach mühsamer Suche fanden die beiden Geschäftspartner eine komplett eingerichtete Schreinerwerkstatt in der Binz in Zürich, die sie übernahmen und sofort wieder aktiv wurden. Leider erlitt Mike Zingg vier Jahre später in seiner Freizeit einen schweren Unfall und konnte nicht mehr arbeiten, sodass Maurice Bernet fortan auf sich alleine gestellt war. Zum Glück hatte er zu diesem Zeitpunkt schon seine Lehrmeisterprüfung im Sack und konnte anfangen, Lehrlinge auszubilden, die ihm zur Hand gingen. 2008 wurde das Mietverhältnis in der Binz ebenfalls gekündigt, sodass Maurice Bernet erneut auf Standortsuche gehen musste. Diesmal verschlug es ihn ins Industriequartier Dietikon, wo er nun schon seit fast zehn Jahren tätig und bestens etabliert ist. Im gleichen Jahr verlegte er seinen privaten Wohnsitz nach Bergdietikon, was den Arbeitsweg verkürzte. Der Standort Moosmattstrasse hatte positive Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit, weil die Städte Zürich und Dietikon sowie Alterszentren, Architekten, Firmen sowie viele Private Aufträge erteilten. Dank Flexibilität und Fachwissen kann der 55-Jährige auf alle Kundenwünsche eingehen.
Am liebsten ist ihm Massivholz. Aber natürlich erledige er auch Reparaturen, kleinere Glasarbeiten oder Fertig-Einbauschränke und -Küchen. Auch der Sektor Türen, einschliesslich der dazugehörigen Sicherheitsanforderungen, ist ein grosses Thema. «Ich hoffe, dass ich gesund bleibe und noch viele Jahre lang in meinem Beruf tätig sein kann», sagt Bernet, der sich selbst als Schreiner aus Leidenschaft bezeichnet.
Limmattaler Zeitung vom 20. Oktober 2017 (Margret Stöcklin)