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Sobald ein Blitz vom Himmel zuckt, fangen viele an zu zählen: 1, 2, 3, 4, 5 … bis der Donner folgt. Die gezählten Sekunden teilen sie dann durch drei, um herauszufinden, wie viele Kilometer das Gewitter ungefähr entfernt ist. Das ist einfach.
Wenn man hingegen wissen will, wie viele Blitze bei einem Gewitter niedergehen, kommen hochempfindliche Antennen zum Einsatz. Ganze Netzwerke solcher Antennen sind quer über die Schweiz verteilt. Ein Blitz schickt elektromagnetische Impulse durch die Luft, die von Messgeräten aufgezeichnet werden. Weil sich Blitze mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten, treffen die Impulse bei allen Geräten zu unterschiedlichen Zeitpunkten ein. Aus dieser Differenz kann man mit Triangulation herausfinden, wo der Blitz eingeschlagen hat – bis auf 150 Meter genau. Das ist wichtig, damit man keine Blitze doppelt zählt.
In der Schweiz bieten verschiedene Firmen solche Systeme an. Sie funktionieren alle ähnlich und sind sehr zuverlässig. Einen Haken haben sie allerdings: Sie messen vor allem jene Blitze, die den Boden berühren. Blitze, die von Wolke zu Wolke zucken, werden oft nicht aufgezeichnet, weil sie zu schwach sind, oder sich nicht orten lassen. Wenn, wie am 6. August 2013, innerhalb weniger Stunden 29'000 Blitze gezählt werden, dann ist das also nicht die ganze Geschichte. In Wirklichkeit hat der Himmel noch viel öfter geleuchtet.