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Hautausschläge wurden schon vor über 2000 Jahren beschrieben. Allerdings wurden sie nicht als Krankheiten der Haut interpretiert. Die Haut als Hülle und Austauschoberfläche des Körpers trug zur Erhaltung des inneren Säftegleichgewichtes bei. Hauterscheinungen waren Ausdruck von Störungen eben dieses inneren Gleichgewichtes.
Erst als die Haut als ein Organ mit eigenständigen "Hautkrankheiten" angesehen wurde, und sich das Spezialfach der Haut- und Geschlechtskrankheiten herauszubilden begann, wurde es nötig, die unterschiedlichen Hauterscheinungen möglichst detailgetreu zu beschreiben und in Bildern und Nachbildungen festzuhalten.
Die Kunst der Wachsbildnerei (Keroplastik) wurde bereits zur Herstellung von anatomischen Modellen im 17. und 18. Jahrhundert eingesetzt. Kurz nach Herausgabe der ersten Schriften und Bücher zu den Hautkrankheiten um 1800 entstanden zu Beginn des 19. Jahrunderts die ersten Abgüsse (Moulagen) von Hautausschlägen aus Wachs.
Zu den ersten "Mouleuren" gehörte sehr wahrscheinlich Franz Heinrich Martens (1778 - 1805), Privatdozent in Jena, der nach einem Zitat von Johann Wolfgang Goethe "besonders pathologische Curiosa, vorzüglich auch spyhilitische Krankheitsfälle in gefärbtem Wachs mit grösster Genauigkeit darzustellen bemüht war".
In England stellte Joseph Towne (1808 - 1879) am Guy's Hospital in London während 53 Jahren über 1000 dermatologische, pathologische und anatomische Wachspräparate her.
Von besonderer Bedeutung ist die Moulagensammlung des Hôpital St. Louis in Paris, einer der ersten Kliniken für Hautkrankheiten überhaupt. Unter der Leitung von Charles Lailler (1882 - 1898) stellte Jules Baretta (1834 - 1923), der ursprünglich in einem eigenen Atelier künstliche Früchte aus Wachs verkauft hatte, über 3000 Moulagen von interessanten und typischen Haut- und Geschlechtskrankheiten her.
Die Ausstellung seiner Moulagen am ersten internationalen Kongress für Dermatologie und Syphiligraphie 1889 im Hôpital St. Louis in Paris beeindruckte die Fachärzte aus ganz Europa und Übersee derart, dass in der Folge an vielen Kliniken Moulagensammlungen eingerichtet wurden. So entstanden grössere Sammlungen in Wien, Breslau, Freiburg i.Br., Berlin, aber auch in Athen, Moskau und Tokyo. Die meisten Mouleure entwickelten ihr eigenes Rezept und ihre eigene Technik und bewahrten diese als strenges Geheimnis. Die heute noch in Zürich verwendete Technik wurde von Fritz Kolbow aus Berlin an dessen Schülerin Lotte Volger weitergegeben und modifiziert von ihr nach Zürich gebracht.