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Verwaltungsgebäude
Adresse
8500 Frauenfeld
TG
Architektur
Das Verwaltungsgebäude an der Promenadenstrasse haben Haldemann + Müller auf gelungene Weise in eine sensible Umgebung eingepasst. Zwar sticht es als einziger moderner Bau unter seinen Nachbarn hervor, doch hat man nicht den Eindruck eines Fremdkörpers, der an seinem Standort brachial auftrumpft. Vielmehr ist der Bau dank seiner nüchternen Erscheinung überzeugend in die lokale Zusammenstellung eingefügt und wird als Ergänzung wahrgenommen. Die klare, schmucklose Geometrie der Fassade mit ihren scharfen Kanten macht einen förmlichen, ernsten Eindruck.
Chronologie
Im Jahre 1966 wurde die städtische Schule rückgebaut und bis 1968 durch das Verwaltungsgebäude der Architekten Bruno Haldemann und Ernst Müller aus Grenchen ersetzt. Von 2007 bis 2010 wurde der Bau modernisiert, doch blieb der ursprüngliche Charakter aussen und innen erhalten.
Lage
Das Gebäude, in dem mehrere Verwaltungen des Kantons untergebracht sind, liegt nahe der Altstadt und ist von historischen Bauten aus dem 19. Jahrhundert umgeben. Nördlich grenzt die Kantonsbibliothek an. Der grosszügige, gassenähnliche Durchgang zwischen den beiden Bauten ist mit einem Brunnen akzentuiert und führt hinter der Bibliothek in einen Innenhof mit Parkplätzen für die umliegenden Gebäude. Das kantonale Obergericht und der botanische Garten liegen östlich. Im Süden der Parzelle, entlang der Algisserstrasse, schafft ein Grünstreifen genügend Distanz zu den gegenüberliegenden Wohnbauten. Die Promenadenstrasse im Westen des Baus bildet einen Puffer zur historischen Altstadt.
Beschreibung
Der fünfstöckige Bau mit Flachdach besteht aus zwei rechteckigen Kuben, welche über eine schmale Verbindung zu einer L-Form aneinandergefügt sind. Die Fassade bietet durch hohe Fenster und eine blaugraue Blechverkleidung aus anodisiertem Stahl ein repetitives, aber zugleich ruhiges Fassadenbild. Die horizontalen Riegel entlang der Geschossdecken werden auf der ganzen Gebäudehöhe von bündig eingefügten, schmalen Leibungen vertikal durchschnitten. Das dadurch entstehende, hochgestreckte Raster ermöglicht einen grossen Glasanteil in der Fassade. Erschlossen wird der Bau in der nördlichen Gebäudeecke über den parallel zur Promenadenstrasse verlaufenden Kubus. Die zurückversetzte Fensterfront im Erdgeschoss wird durch eine Stützenreihe zu einem überdachten Weg – der so definierte Zwischenraum lässt sich wie eine Kolonnade durschreiten und führt um den Kubus herum bis zum Verbindungsstück.
Literatur