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Suchtmittel und ihre Wirkung auf Leistung, Fahrtüchtigkeit und Aufmerksamkeit
Im Schweizer Suchtpanorama werden jährlich die aktuellen Konsumtrends bei Alkohol, Tabak und illegalen Drogen aber auch Medikamenten und anderen Suchtmitteln in der Schweiz vorgestellt.
Alkohol spielt neben dem Rauchen beim Suchtmittelgebrauch in der Schweiz die grösste Rolle. 21% der Bevölkerung über 15 Jahre trinkt risikoreich, 86,2% konsumieren Alkohol.
Illegale Drogen wie Cannabis, Kokain und Heroin sowie Medikamente spielen zahlenmässig eine geringere, in den Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit aber eine durchaus relevante Rolle. Mit zunehmendem Lebensalter nimmt der Medikamentenkonsum zu und der Drogenkonsum ab. Der Cannabiskonsum ist in allen Altersgruppen bis ca. 65 recht verbreitet.
Es ist allgemein bekannt, dass der Konsum von Drogen negative Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit und Fahrtüchtigkeit mit sich bringt und wegen des dadurch erhöhten Unfallrisikos bei der Arbeit nicht toleriert werden darf. Drogen können zu körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen führen und bei regelmässigem Konsum schwere Folgekrankheiten bewirken. Zu erwähnen sind zum Beispiel Veränderungen der Persönlichkeit, die in Form von Gleichgültigkeit, Unzuverlässigkeit, Selbstüberschätzung oder auch Reizbarkeit zum Ausdruck kommen. Eine Drogenabhängigkeit schädigt in ihrem zeitlichen Verlauf zunehmend das Gehirn. Solche chronischen Schädigungen äussern sich neben den akuten Wirkungen insbesondere darin, dass die Urteilsfähigkeit, das Reaktionsvermögen sowie die Leistungsreserve deutlich abnehmen.
Insbesondere auch aufgrund rechtlicher Vorgaben muss bei Personen mit sicherheitsrelevanten Funktionen wie z.B. bei Lastwagen-Chauffeuren sichergestellt werden, dass diese nicht unter Drogeneinfluss stehen. Sowohl auf der Strasse wie auch auf der Schiene gibt es für Cannabis (THC), Morphin, Kokain und verschiedene Amphetamine (z.B. Ecstasy) entsprechende Grenzwerte im Blut. Wird einer dieser Werte während der Fahrtätigkeit nachweislich überschritten so macht sich die Person strafbar. Wegen seiner grossen Verbreitung ist insbesondere der Cannabis-Konsum problematisch. Zwar ist die THC-Konzentration im Blut nach dem Rauchen von
Marihuana-Zigaretten in der ersten Stunde am höchsten und nimmt innerhalb von 4 Stunden deutlich ab. Im Vergleich zu Alkohol lässt sich aber nicht genau berechnen, wann der Wert bei Null liegt, weil dieser Stoff sich im Fettgewebe anreichern und zu einem späteren Zeitpunkt wieder ins Blut geschwemmt werden kann.
Auch Medikamente können die oben beschriebenen Funktionen beeinträchtigen. Wer vom Arzt ein neues Medikament bekommt muss sich unbedingt erkundigen, ob negative Auswirkungen auf die Hirnleistung, zu erwarten sind. Diese Gefahr besteht insbesondere bei Medikamenten zur Behandlung von psychischen Störungen, aber auch bei Schmerzmitteln, die über eine Beeinflussung des Gehirns wirksam sind (sog. Opiate bzw. Opioide) sowie bei Codein-haltigen Hustenmitteln. Zudem ist bei der Einnahme von sogenannten Antihistaminika (bei Allergien, z.B. Heuschnupfen) darauf zu achten, dass nur Präparate der neuesten Generation verwendet werden (am besten solche mit den Wirkstoffen Bilastin oder Fexofenadin).
Auch Schlafmittel beeinträchtigen die erwähnten Funktionen stark. Wer am anderen Morgen nach Einnahme zur Arbeit antreten muss, hat darauf zu achten, ein kurzwirksames Medikament einzunehmen, falls dies wirklich nötig ist; keinesfalls sollten Schlafmittel über längere Zeit eingenommen werden.
Bestehen Zweifel an der Eignung zur Ausübung einer sicherheitsrelevanten Funktion kann diese am besten von einer Arbeitsärztin oder einem Arbeitsarzt respektive bei Berufsfahrern einem Verkehrsmediziner Stufe 2 - 4 beurteilt werden.