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|Wirtschaftskanton mit Weinbautradition|
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Selbst vielen Zürchern ist unbekannt, dass Zürich der viert grösste Land- wirtschaftskanton ist! 2005 ist Zürich mit 618.77 Hektaren Rebland der bedeutendste Rebbaukanton der deutschsprachigen Schweiz. Rebbau wird in vier Gebieten betrieben.
Die erste Urkunde von Reben auf der Zürcherlandschaft stammt aus der Zeit Karl des Grossen. Die Klöster förderten die Pflanzung der Rebe, sie verstanden es aber auch, sich Reben in guten Lagen oder zumindest Weinzehenten zu verschaffen. Während des Mit- telalters dehnten sich die Reb- baugebiete stetig aus. Mit dem industriellen Aufschwung nach 1848 stieg die Nachfrage nach einheimischem Wein. Der gute Absatz veranlasste mit den hervorragenden 60er- und 70er- Jahrgänge, die weitere Ausdehn- ung des Rebbaues. Auf 5600 Hektaren wurden zwischen 200'000 und 500'000 Hektoliter Wein produziert. Dies ergab pro Einwohner 60 bis 150 Liter Wein.
Nach 1880 folgte ein jäher Umbruch. Ungünstiges Wetter, Fröste, Ertragsausfälle, Absatzschwierigkeiten, steigenden Einfuhren, das plötzliche Auftreten des "Falschen Mehltaues" 1886, der inert zweier Jahren da Spritzen der Reben erforderte, und die Angst vor der entdeckten Reblaus führten zum Zusammenbruch des Zürcher Rebbaus.
1922 begann mit den Rebbergzusammenlegungen der Neuaufbau. Mit Planierungen, Bau von Rebstrassen, Entwässerungen, Verbauungen zur Verhinderung von Schwemmschäden, Spritzanlagen, Schaffung gut geformter, grösserer Grundstücke und der Pflanzung wiederstandsfähiger, veredelter Blauburgunder und Müller-Thurgau - Reben an Stelle der Räuschling- und Elblingrebe wurden die Grundlagen für den neuen Rebbau geschaffen. Die Rebfläche sank bis 1966 auf 391 Hektaren. Dies waren noch 7 Prozent der Rebfläche vor 80 Jahren.
Wenn der Volksmund Rätsel aufgiebt ! Kommt der Clevner aus Cleven ???
Der Wein der Sorte Blauburgunder oder Pinot noir wird an vielen Orten im Kanton Clevner oder Klävner genannt. Die Herkunft dieses Namens ist nicht gesichert. Es existieren drei Theorien, wobei die erste bis jetzt als die wahrscheinlichste gilt:
Jeder Rote ein Clevner ?
Da bis zum 17. Jahrhundert im Kanton Zürich fast ausschliesslich weisse Sorten, vor allem Elbling, Räuschling und Gutedel angepflanzt wurden, kam viel Wein auf Maultierrücken vom Verladeort Cleven (heute Chiavenna) im Veltlin über die Pässe in den Kanton.Der Rotwein aus der Sorte Nebbiolo hiess deshalb "Clevner". Als dann später in der Ostschweiz Rotweine aus Blauburgunder gekeltert wurden, blieb ihm der alte Name haften, eine Art Markenartikel.
Doch Pinot noir?Aus alten Beschreibungen geht aber auch hervor, dass neben dem Nebbiolo im Veltlin auch "schwarzer Clevner" angebaut wurde, vermutlich ein Pinot noir. Möglicherweise kamen Wein und Holz dieser Sortein den Kanton Zürich.
Eine weitere Version stammt aus Deutschland
Im Rheingau wurde der Blauburgunder früher "Klebholz" oder "Klevholz" genant. Vieleicht haben die Zürcherweinbauern diesen alten deutschen Namen übernommen.
Quelle: Räbe & Wii 1997 Nr.2
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Zürcher Weinbauverband Strickhof Rebbaukommissariat
Eckdaten618 Hektaren 719
Bewirtschafter
79 Rebsorten
94 Rebbaugemeinden
Über 1500 Std. Sonnenschein
p / Jahr
ca. 1100 Millimeter
Niederschlag p / Jahr
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Frohhof Neftenbach
Zürich un 1800
Neuzeit
1960 begann erneut der Aufsch- wung. Die Umstellung vom arbeits- aufwendigen Stickelbau zum ration- ellen Drahtbau, sowie Wissenschaft und Technik verhalfen zu weiterer Qualitätsverbesserung und Produkt- ivitätssteigerung. Der Rebbau ist wieder ein interessanter Betriebs- zweig geworden. Die mit Reben bestockte Fläche, vergrösserte sich auf über 630 Hektaren. In mehr als der Hälfte der 171 zürcherischen Gemeinden gedeihen Reben. Ihre Ernten schwanken zwischen 30'000 und 40'000 Hektolitern. Dies entspricht drei bis vier Liter je Einwohner.
Schwarzer Erlenbacher
Ist eine alte blaue einheimische Traubensorte. Sie wird kaum noch angebaut, da sie nicht den besten Ruf hat.
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