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Nur fünf Elemente des Periodensystems gelten als Edelmetalle. Diese sind Gold, Silber, Platin, Palladium und Rhodium.
Edelmetalle sind stabil, korrodieren nicht und sie sind rar, was sie wertvoll macht. Gold und Silber waren schon im Altertum bekannt und wurden darum als Geldmedium verwendet.
Die erste nachweisliche Verwendung von Goldmünzen als Geld fand in Lydien im 6. Jahrhundert v. Chr. statt, unter der Herrschaft von König Krösus, in Form von Elektron, einer Gold- und Silberlegierung.
Ein Geldmedium dient als Tausch- und als Wertaufbewahrungsmittel. Dazu muss das verwendete Geld als werthaltig anerkannt, teilbar, sowie leicht transportierbar sein.
Die Werthaltigkeit von Geld wird im Allgemeinen über Knappheit gesteuert. Gold erfüllt alle diese Bedingungen, ausser, dass es in grösseren Mengen unhandlich wird aufgrund seines spezifischen Gewichts.
Durch Geld wird Tauschhandel möglich und damit eine Arbeitsteilung innerhalb einer Gemeinschaft. Mit einem Geldmedium, das einen Wert garantiert, können dann auch „vertrauenslose“ Transaktionen unter sich nicht weiter bekannten Parteien durchgeführt werden.
Das ermöglicht eine Spezialisierung über die lokale Gemeinschaft hinaus und damit Innovation und die Höherentwicklung einer Gesellschaft. Die funktionelle Differenzierung menschlicher Arbeitsleistung hat unsere hochtechnisierte Zivilisation von heute erst ermöglicht.
Im Laufe der Jahrhunderte entstanden und vergingen verschiedene Geldsysteme, zumeist eng verbunden mit dem Aufstieg und Fall von Kulturen, Imperien, Stadt-Staaten und Nationen.
Das Geldmedium an sich evolvierte über die Zeit vom Tausch mit Rohstoffen, zu Tausch mit Münzgeld aus Edelmetallen, zu Tausch mit Münzgeld aus unedlen Metallen, zu Tausch mit Schuldscheinen, und schliesslich zu Tausch mit Banknoten, die aus Schuldscheinen hervorgingen.
Papiergeld stellte hier eine wichtige Innovation für den Fernhandel dar, da dadurch der Transport auch von grossen Wertbeständen einfacher und sicherer wurde.
Rohstoffe oder Edelmetalle sind „natürliches Geld“, da sie auf einer natürlichen Ressource basieren. Sie besitzen kein Gegenparteirisiko, denn sie sind der Wert.
Alle Formen von Geld hingegen, die nur einen Wert symbolisieren, also ein Symbolgeld sind, wie nicht edles Münzgeld und Papiergeld, benötigen eine Gegenpartei, die den ausgegebenen Wert garantiert.
Neben dem allerersten Geld aus Pflanzenfaserpapier im alten China, begann sich Papiergeld ab dem Mittelalter in Europa zu etablieren.
Die damaligen Handelshäuser fungierten als die ersten finanziellen Institutionen und als vertrauenswürdige Gegenpartei. Sie nahmen Einlagen entgegen und gaben dafür ein Papier an den Einleger, welches die Rückgewährung versprach – eine frühe Form eines Geldscheins.
Die Einlagen wurden dann als Sicherheit verwendet, um Kredite an Bauern und Händler zu vergeben. Da nicht alle Einleger gleichzeitig ihre Einlage zurückverlangen, konnte man Kredite ausgegeben, die nur zum Teil durch die Einlagen gedeckt sind.
Dieses „Fractional Reserve“-Prinzip, auf dem auch unser modernes Bankwesen fusst, erlaubt die Neuschaffung von Geld, basierend auf dem Vertrauen in die ausgebende Institution.
So geschaffenes Geld ist ungedeckt und wird als Schuld geschaffen, die mit Zinsen rückzahlbar ist.
Ein solches System erlaubt eine Anpassung der Geldmenge nach gesellschaftlichem Bedarf, ohne erst Edelmetalle beschaffen zu müssen, mit dem Nachteil, dass es rein vom Vertrauen in die ausgebende Institution lebt.
Verlieren die Einleger das Vertrauen, dass die Einlagen zurückgewährt werden können, kommt es zu einem „Bank-Run“. Bekanntes Beispiel aus der Geschichte ist der Bankrott Frankreichs im Zuge des Konkurses der französischen Nationalbank im Jahr 1720.
Man hatte sich mit Handelsgeschäften in den französischen Überseekolonien in Amerika verspekuliert und die Bank wurde zahlungsunfähig (Stichwort „Mississippi Bubble“).
Etwas aktueller ist der Zusammenbruch der Spar- und Leihkasse Thun im Jahr 1991, oder jüngst der Silicon Valley Bank.
Das Schuldgeldsystem hat auch die Eigenschaft, dass das zusätzlich benötigte Zinsgeld nicht mit geschaffen wird und zur Tilgung von Zinsen immer weiteres Schuldgeld neu geschaffen werden muss.
Jedes vernünftige Wirtschaftssystem beinhaltet die Möglichkeit der Zurverfügungstellung von Kapital und einer Partizipation am damit geschaffenen Wert in Form eines Zinses.
Wenn Geldschöpfung und Wirtschaftswachstum einhergehen, ermöglicht dies einen stabilen Wachstumspfad. Mit einem Rohstoff-basierten Geld ist dies auch automatisch der Fall, da dieses als Teil der Wirtschaftsleistung mitgeschaffen wird.
Ein Ursprung des Wortes „Zins“ stammt aus dem altenglischen Wort „ge-nyht“, was „ein Recht, das zu einem Kalb gehört“ bedeutet.
Im mittelalterlichen England liehen sich die Bauern häufig junge Kälber zu Zuchtzwecken aus. Die Nachkommen der Kuh wurden dann zwischen dem Entleiher und dem Verleiher aufgeteilt, als Zins für das Darlehen.
Vertrauen-basiertes Symbolgeld kann unlimitiert geschaffen werden. Herausgebende Institutionen haben einen natürlichen Anreiz, möglichst viel davon zu schaffen.
Sie selber sowie auch die Akteure, die beim Empfang von solchem Geld bevorzugt werden, partizipieren überproportional an der damit geschaffenen Wirtschaftsleistung.
Geld ist natürlicherweise ein Herrschaftsinstrument, da es den bevorzugten Zugang zu Ressourcen und Arbeitsleistung anderer ermöglicht.
Die Monopolisierung der Herausgabe, also die Verordnung eines staatlichen Geldes, lag darum immer im Interesse der jeweiligen Herrscher in einem Gesellschaftssystem. Für die Finanzierung von Interessenpolitik wurde vielfach auf ein ungedecktes Geld abgestellt, das sich einfacher als unterlegtes Geld vermehren liess.
Im römischen Kaiserreich verringerte insbesondere Kaiser Claudius sukzessive den Silbergehalt des Denars und finanzierte damit militärische Feldzüge und andere Ausgaben.
Die allmähliche Abwertung der Währung auch durch spätere Kaiser führte dann zu Inflation und wirtschaftlicher Instabilität. In nicht-basierten Münzgeldsystemen war es ausserdem üblich, alle paar Jahre neue Münzen zu prägen und die alten zu „verrufen“, also für ungültig zu erklären.
Dies um zu verhindern, dass jemand zu reich und damit systemgefährdend werden konnte.
Entsteht eine Diskrepanz zwischen Finanzwirtschaft und Realwirtschaft, in der eine grosse Menge Geld einer limitierten Menge an Gütern und Dienstleistungen gegenüber steht, steigt deren Preis, respektive das Geld verliert an Wert.
Diese Inflation führt dann bei nicht-bevorzugten Akteuren zu einem Kaufkraftverlust und einer Umverteilung ihrer Ressourcen zu den bevorzugten Akteuren.
Historisch betrachtet gehen Experimente mit der Schaffung grosser Mengen von Symbolgeld immer einher mit Inflation und wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Instabilität.
Sie sind, Naturkatastrophen ausgeklammert, eine Hauptursache für den Fall von Kulturen, Imperien, Stadt-Staaten und Nationen.
Die europäischen Länder stellten ab 1870 auf den klassischen Goldstandard ab. Die Währungen wurden an eine feste Goldmenge gebunden und die Zentralbanken waren verpflichtet, ihre Währung zu einem festen Kurs in Gold umzutauschen.
Das garantierte ein stabiles und vorhersehbares Wechselkurssystem und sorgte auch dafür, dass die Länder ihre Wechselkurse nicht zu Wettbewerbszwecken manipulieren konnten.
Der Standard hielt sich in den meisten Ländern bis nach dem Ersten Weltkrieg und kam während der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren unter Druck, da er die Möglichkeiten der Länder einschränkte, eine expansive Geldpolitik zu verfolgen.
Insbesondere Deutschland, gebeutelt von den hohen Reparationszahlungen für den Ersten Weltkrieg, begann diese Zahlungen durch das Drucken grosser Geldmengen zu finanzieren.
Die daraus resultierende Währungsabwertung in Form einer galoppierenden Hyperinflation und wirtschaftliche Instabilität trugen zum Aufstieg der Nazipartei und zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bei.
Unser heutiges Geldsystem basiert auf der Weltordnung, die nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Siegermächte mit dem Bretton-Woods Abkommen von 1944 installiert wurde.
Der Wert der Währungen, speziell des US-Dollars, wurde an Gold gebunden, zu damals 35 Dollar pro Unze, und der Wert der anderen Währungen an den US-Dollar. Der US-Dollar wurde damit zur Weltreservewährung für den globalen Handel.
In den 1960er Jahren finanzierten die USA unter anderem ihren Vietnam-Krieg gegen das kommunistische Regime in Nord Vietnam mit Gelddrucken.
Die zunehmende Diskrepanz zwischen dem Wert des US-Dollars und der von den Vereinigten Staaten gehaltenen Goldmenge führte zu Inflation und dazu, dass die Zentralbanken Europas massenhaft ihre Dollars in Gold tauschten.
Insbesondere Frankreich fuhr mit Containern vor, was US-Präsident Nixon 1971 schliesslich dazu zwang, den Goldstandard abzuschaffen. Seit 1971 ist die Weltleitwährung somit ein Symbolgeld, das vom Vertrauen in die wirtschaftliche Stärke der USA lebt.
Der US-Dollar als Reservewährung verschafft der US-Regierung einen grossen Einfluss auf das globale Finanzsystem. Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank unter der Kontrolle der USA ermöglichen einen weitreichenden Einfluss zur wirtschaftlichen Steuerung anderer Länder.
Der IWF agiert oftmals als „Lender of the last resort“ für verschuldete Nationalstaaten. IWF-Kredite sind immer an Bedingungen gekoppelt, die der Interessenpolitik der USA dienen.
Viele Zentralbanken auf der ganzen Welt halten erhebliche Mengen an US-Dollar als Teil ihrer Devisenreserven. Erst in den letzten Dekaden begannen Zentralbanken substanziell ihre Währungsreserven zu diversifizieren.
Viele ölproduzierende Länder wie beispielsweise Saudi-Arabien akzeptieren nur US-Dollar als Zahlungsmittel für ihre Ölexporte.
Das bedeutet, dass andere Länder, die Öl kaufen müssen, ihre eigenen Währungen in US-Dollar umtauschen müssen, wodurch eine ständige Nachfrage nach US-Dollar entsteht.
Der US-Dollar wird seit 1913 durch die Federal Reserve (Fed) geschaffen. Dazu kauft die Fed Vermögenswerte, hauptsächlich US-Staatsanleihen des US Treasury Departments, am offenen Markt bei den Banken und Finanzinstituten, die zum Handel mit der Fed zugelassen sind.
Als Zahlungsmittel werden hierbei keine physischen Dollars gedruckt, sondern die Fed schafft lediglich neue elektronische Guthaben auf den Reservekonten dieser bevorzugten Akteure, als Zentralbankgeld.
Neben dem Geld aus Kundeneinlagen kann dieses Geld als Reserve für die Schaffung von neuem Buchgeld verwendet werden. Buchgeld ist privates Geld der Banken, das nur als Buchungssatz existiert und beispielsweise für die Kreditvergabe an Kunden verwendet wird.
Die Banken garantieren als Gegenpartei für die Werthaltigkeit von Buchgeld, bis sie dafür Bargeld ausliefern. Bei Bargeld und Notenbankgeld hingegen garantiert die Zentralbank für den Wert.
Von 1914 bis 1971 vergrösserte sich die Menge an US-Dollar im Umlauf von etwa 7.5 Milliarden auf etwa 50 Milliarden. Seit 1971 bis heute wurde die Menge an US-Dollar im Umlauf auf etwa 2.3 Billionen ausgeweitet. Das ist eine Zahl mit 12 Nullen.
Die verfügbare Geldmenge am Markt, also inklusive Bargeld, Giroeinlagen, Spareinlagen und einige andere Arten von Einlagen, stieg von 1914 bis 1971 von 10 Milliarden auf 600 Milliarden, und von da an bis heute auf etwa 19.6 Billionen.
Seit 1971 lässt sich statistisch beobachten, wie sich das Geldmedium von der ökonomischen Basis entkoppelt, also eine Kluft zwischen Finanzwirtschaft und Realwirtschaft entsteht.
Besonders reflektiert sich die Geldmengenausweitung im Hinblick auf die Kaufkraft des US-Dollars gegenüber dem Produktivitätszuwachs der Wirtschaft.
Bis 1971 partizipierte der durchschnittliche US-Amerikaner mit am Produktivitätswachstum, da sein Lohn mitwuchs. Seit 1971 wächst der Lohn zwar immer noch, aber der Verlust der Kaufkraft durch die Geldmengenausweitung wird nicht kompensiert.
Aufgrund der „Asset Inflation“ kosten realwirtschaftliche Güter wie Immobilien oder Aktien kaufkraftangepasst heute sehr viel mehr als früher.
Mit der Ablösung von der Realwirtschaft kann die Finanzwelt auch eine Reihe von Produkten erschaffen, die fast keine reale physische Basis mehr haben müssen, wie etwa Credit Default Swaps (CDS) und andere Derivatkonstrukte, die die Finanzkrise von 2008 mitverursachten.
Der ausstehende Nominalwert aller OTC-Derivatkontrakte lag vor 2008 bei 680 Billionen, und liegt heute wieder bei etwa 640 Billionen US-Dollar. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Tatsache, dass heute mehr Gold in Form von Finanzprodukten im Umlauf ist, als effektiv physisch vorhanden ist.
Im Zuge der Finanzkrise von 2008 betrieben hauptsächlich die Fed wie auch die Europäische Zentralbank eine grossartige Ausweitung der Geldmenge in Form von „Quantiative Easening“, um die Wirtschaft und vor allem das Finanzsystem wieder zu stabilisieren.
Berühmt dazu die Aussage vom damaligen EZB-Chef Mario Draghi „Whatever it takes“. Das System kollabieren zu lassen, war und ist keine Option. Viel von dem frischen Geld floss in die Aktienmärkte und ab 2013 auch in Kryptowerte, die darum korreliert sind, weil sie vom gleichen Mechanismus gespiesen wurden.
Mit der jüngsten Pandemiekrise hat sich die Geldmengenausweitung nochmals beschleunigt. Die Menge an US-Dollar im Umlauf stieg von 2017 bis 2023 um 40%. Das bedeutet, dass circa 0.8 Billionen US-Dollar allein in diesem Zeitraum geschaffen wurden.
Die Reaktion der Notenbanker auf die imminente und heute akute Inflation variierte von „es ist vorübergehend“, „es kam aus dem Nichts“, bis hin zu „Russland ist schuld“.
Mittelfristig ist Inflation ein Gewinn für staatliche Akteure, da sie sich dadurch entschulden können. Den Kaufkraftverlust tragen hingegen hauptsächlich die nicht-bevorzugten Akteure im System.
Insgesamt hat der US-Dollar seit 1971 mehr als 90% seiner Kaufkraft eingebüsst. Der US-Dollar hat gegenüber Gold sogar 97% an Wert eingebüsst.
Die Kaufkraft des Euro ist in den etwas über 20 Jahren seit seiner Einführung 1999 bis heute um 77% gefallen. Immerhin hat sich der Schweizer Franken nur um 70% gegenüber Gold abgewertet.
Man kann auch sagen, dass Gold seinen Wert gehalten hat, während sich die Währungen aufgrund der Geldmengenausweitung gegenüber Gold abgewertet haben.
Das heutige Geldsystem kann als extrem übersteuert angesehen werden, denn der Wert von Geld besteht heute tatsächlich nur noch aus dem Vertrauen ins das System. So betrachtet ist „In God we trust“ ein gutes Motto für einen Geldschein.
Bitcoin wurde 2009 als eine Art anarchisches Geld ausserhalb der bestehenden staatlichen Geldmonopole geschaffen.
Satoshi Nakamoto, dem Autor des Bitcoin Whitepapers, wird nachgesagt, dass er im Nachgang der Finanzkrise von 2008 nach einer Alternative zu den Exzessen, Bank Bail-outs und Instabilitäten des bestehenden Systems gesucht hat.
Mit Bitcoin entstand erstmals eine valide Alternative zu staatlich verordnetem Geld. Bitcoin bietet ein ähnliches Mass an Flexibilität, ist aber in der Menge limitiert und es gibt keine zentralisierte Gegenpartei, die den Wert garantieren muss.
Bitcoin ist darum so erfolgreich, weil es damit sehr nahe an ein ideales Geldmedium kommt.
Es wurde auch schon argumentiert, dass Bitcoin ein natürliches Geld ist, da es auf dem Rohstoff Energie basiert, aufgrund des Proof-of-work Mechanismus zu seiner Schaffung.
Tatsächlich ist Bitcoin mit nichts gedeckt und basiert auf dem Vertrauen in die, wohlgemerkt, dezentrale Gemeinschaft, die Bitcoin schöpft. So gesehen ist auch Bitcoin eine Art von Fiat Währung, die durch einen gemeinschaftlichen „Erlass“ geschaffen wird.
Kryptowerte haben am Markt inzwischen aber einen nicht mehr vernachlässigbaren Wert geschaffen.
Wenn zukünftige autonome und KI-basierte Systeme beginnen, die Möglichkeiten von Kryptogeld zu nutzen, könnte der Marktwert solcher Währungen noch eine ganz andere Gewichtung erfahren und das mit grosser Wahrscheinlichkeit ausserhalb der Kontrolle von zentralisierten Institutionen.
Staatliche Akteure haben inzwischen erkannt, dass die Blockchain-Technologie auch Vorteile bietet. Die nächste Evolutionsstufe von staatlichem Geld ist darum digitales Zentralbankgeld (Central Bank Digital Currency, CBDC).
Weltweit beschäftigen sich über hundert Länder damit. Nigeria und einige kleinere Staaten wie Jamaika oder die Bahamas haben digitales Zentralbankgeld bereits eingeführt.
Ebenfalls weit fortgeschritten ist die Entwicklung in China, wo der seit Ende 2020 laufende Pilotversuch mit dem E-Yuan nun ausgeweitet werden soll.
In Europa macht vor allem Schweden mit seiner E-Krona schnell voran und prüft derzeit, wie sie für Überweisungen ins Ausland genutzt werden kann. Die Euro-Zone will den digitalen Euro Mitte des Jahrzehnts als Ergänzung zum Bargeld unter die Leute bringen.
Das hauptsächliche Ziel dieser Anstrengungen ist die Reduktion von Bargeld im Umlauf und die „absolute Kontrolle über Geldflüsse“, wie Augustin Carstens, Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), der Zentralbank der Zentralbanken, bereits 2021 erklärt hat.
Ein digitales Zentralbankgeld klingt nach Kryptogeld, hat in der Realität aber wenig damit zu tun. Es wird auf einer zentral verwalteten, zumeist staatlich kontrollierten Blockchain ausgegeben. Für die Nutzung ist eine digitale ID Voraussetzung, praktischerweise gleich integriert im staatlichen digitalen Wallet.
Geldtransaktionen werden so nicht nur nachvollziehbar, sie werden auch technologisch kontrollierbar.
Dies betrifft die freie Konvertierbarkeit in andere Währungen oder Kryptowerte, die freie Tauschbarkeit gegen Güter und Dienstleistungen, die Werthaltigkeit des Geldmediums an sich, sowie auch die Verfügungsmacht über das Geld im Sinne von Privateigentum.
Eine Banknote garantiert, auch wenn der Wert durch Inflation unter Druck gekommen ist, die freie Verfügbarkeit und Einsetzbarkeit als Geldmedium.
Digitales Zentralbankgeld, wie auch das Buchgeld der Banken, ist nur eine Forderung auf eine Banknote entsprechender Denomination.
Die Banknote ist nur ein Symbol für einen Wert gegenüber Gütern und Dienstleistungen. Unser heutiges Geldmedium ist nur unser Glaube in das dieses Geld schöpfende staatliche Kollektiv.
Die Werthaltigkeit der Währungen der westlichen Wertegemeinschaft basiert heute hauptsächlich auf dem Vertrauen in die Werthaltigkeit des US-Dollars.
Die aktuelle Konfliktsituation zwischen dem kollektiven Westen und Russland kann auch als Konflikt um die zukünftige monetäre und wirtschaftliche Vorherrschaft betrachtet werden.
Die BRICS+ Länder stellen zusammen mit den Ländern der Shanghai Cooperation Organization (SCO) über 60% der Weltbevölkerung und etwa 65% der Rohstoffvorkommen. Beide Organisationen haben in den letzten Monaten ihre Kooperation intensiviert und neue Mitglieder aufgenommen oder assoziiert.
Darunter befinden sich unter anderem Argentinien, Iran, Saudi-Arabien, Ägypten und die Türkei. Interessant daran ist, dass einige dieser Länder durch massive Goldkäufe ihrer Zentralbanken im Jahr 2022 aufgefallen sind.
BRICS+ und SCO arbeiten gemäss eigener Aussage an einer „multipolaren gemeinschaftlichen Welt befreundeter Staaten“, an Alternativen zu Weltbank und IMF, sowie an einer neuen Reservewährung, die digital auf der Blockchain ausgegeben wird, und mit Gold gedeckt ist.
Etabliert sich im globalen Handel eine solche Alternative zum US-Dollar und sollte vor allem Saudi-Arabien sich entscheiden, Erdöl nicht mehr in US-Dollar zu handeln, steht der Westen vor einem grossen monetären Reset.
Die unkontrolliert gewachsenen Symbolgeldberge könnten das System durchaus kollabieren lassen und eine massive Entwertung des US-Dollars nach sich ziehen.
Es ist eine gute Idee, sich Gedanken zu möglichen Alternativen zu machen. Bitcoin ist nur fast ein ideales Geld.
Ein Gold-gedeckter Kryptowert auf der Blockchain ist hingegen das ideale Geld – werthaltig, unabhängig, direkt transferierbar.
Carole Hofmann gründete zusammen mit weiteren die Swissgold Crypto AG, wo sie operativ aktiv ist. Das Startup gibt Gold-unterlegte NFT (Non-Fungible Tokens) auf der Ethereum Blockchain heraus.