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STUMMFILM
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DEUTSCHE

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Vorwort:
Die Produktion der Musikkomödie "Saison in Kairo" fiel in eine
in Deutschland politisch sehr unsichere Zeit. Die Wirtschaft lag am Boden,
die Weimarer Republik lag in ihren letzten Zügen.
Das Filmteam brach Mitte Januar 1933 nach Ägypten auf.
Regie führte Reinhold Schünzel und in den Hauptrollen sah
man die beiden äusserst populären Darsteller Willy Fritsch und
Renate Müller. In einer Nebenrolle agierte der damals noch nicht so
bekannte Schauspieler Erik Ode, der später mit der Fernsehserie "Der
Kommissar" Fernsehgeschichte schrieb.
Geschrieben wurde die Geschichte von dem bekannten Drehbuchautoren Walter
Reisch, die Musik von dem erfolgreichen Komponisten Werner R. Heymann.
Doch es kommt, wie es kommen muss - aus der unfreiwilligen
Hochzeit entsteht die Erkenntnis, dass die beiden eigentlich doch recht
gut zusammen passen und plötzlich ist von Scheidung keine Rede mehr.
Nachwort:
Als die Filmschaffenden nach Deutschland zurückkehrten, mussten sie feststellen, dass sie Mitte Januar nicht nur in eine andere Welt aufbrachen, sondern nun auch in eine andere Welt zurückkehrten.
Deutschland hatte sich komplett verändert. Die Weimarer Republik existierte nicht mehr, stattdessen waren die Nationalsozialisten an der Macht und die Strassen waren übersät von roten Fahnen mit Hakenkreuz.
Für Reinhold Schünzel, der Halbjude war, bedeutete dies eine grosse Veränderung auch in seinem künstlerischen Leben. "Saison in Kairo" war sein letzter Film, den er selbständig realisieren konnte, von nun an stand er unter der Fuchtel der Nationalsozialisten und war auf befristete Arbeitserlaubnisse angewiesen, um überhaupt noch arbeiten zu dürfen.
Dennoch konnte Reinhold Schünzel noch einige weitere äusserst populäre Filme realisieren wie "Viktor und Viktoria" (33), "Die englische Heirat" (34) und "Amphitryon" (35).
Doch als die Eingriffe in sein künstlerisches Schaffen immer grösser wurden, verliess er 1937 Deutschland und ging in die USA, wo er seine Filmlaufbahn fortführen konnte.
Auch für Leopoldine Konstantin hatte der politische Wechsel Konsequenzen. Sie ging 1935 nach Österreich und als dieses 1938 an Deutschland überging, emigrierte sie nach London und später in die USA.
Renate Müller fühlte sich unter dem neuen politischen Regime
nicht wohl und zeigte sich nicht so kooperativ, wie es sich die Machthaber
gewünscht hätten.
Der Produzent Günther Stapenhorst emigrierte 1935 nach England und konnte erst wieder in den 50er Jahren erfolgreich in Deutschland arbeiten.
Für den Komponisten Werner R. Heymann war "Saison in Kairo" seine letzte Arbeit in Deutschland. Als Jude musste er bereits 1933 Deutschland verlassen und ging nach Frankreich und England. Später konnte er in den USA seine Karriere fortsetzen und wurde als Filmkomponist gar für mehrere Oscars nominiert.
Widmung von Leopoldine Konstantin:
Herrn Karl Wellesen
zur Erinnerung an
"Saison in Kairo"
und
"Eine Frau ohne Bedeutung"
von
Leopoldine Konstantin
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