Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03462.jsonl.gz/3597

Das fällig werdende Anleihenvolumen in China wächst in den kommenden Jahren massiv an. Die Regierung in Peking rechnet mit einer Zunahme der Insolvenzen.
In diesem Jahr werden in China Anleihen (Bonds) mit einem Gesamtvolumen von 409 Milliarden Dollar fällig. Das schliesst Anleihen privatwirtschaftlicher wie auch staatlicher Unternehmen sowie Finanzmarkt-Bonds ein, die im Land selbst oder auch offshore emittiert worden sind. Wie sich aus den von Dealogic veröffentlichten Zahlen ablesen lässt, wird das fällig werdende Anleihevolumen im kommenden Jahr auf 619 Milliarden Dollar steigen und im Jahr 2020 auf weitere 664 Milliarden Dollar. Diese hohen Werte gehen vor allem auf die Emissionen relativ kurzlaufender Bonds vom Jahr 2015 zurück. An diesen chinesischen Emissionen waren staatliche Unternehmen damals besonders stark beteiligt.
Chinesische wie auch ausländische Banken in China rechnen damit, dass fast alle diese Fälligkeiten auf dem Weg von Umschuldungen abgewickelt werden. Dies wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zu steigenden Zinsen führen, die in der Folge wiederum Insolvenzen auslösen dürften. Diese Aussicht erklärt die zunehmende Nervosität in China mit Blick auf die zur Rückzahlung anstehenden Bonds. Dabei wird erwartet, dass die chinesische Führung eine gewisse Zunahme der Insolvenzen schon 2018 hinnehmen wird, auch wenn sie eine übermässige Beunruhigung der Anleger vermeiden will. Die erste Insolvenz eines Bond-Emittenten, der seine Emission nicht mehr bedienen konnte, hatte es in China 2014 gegeben, als Chaori Solar schliessen musste. 2015 hatte Peking die erste Insolvenz eines Staatsunternehmens (Baoding Tianwei) zugelassen. Seitdem mussten insgesamt 89 Bond-Emittenten liquidieren. Höhepunkt war bisher das Jahr 2016 mit 48 Fällen, vor 2017 mit 33 Fällen. Für 2018 wird mit einer spürbaren Steigerung gerechnet.