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access_time veröffentlicht 28.07.2020
Rezidivprophylaxe von Schlaganfällen: Acetylsalicylsäure allein oder kombiniert mit einem P2Y12-Rezeptor-Antagonisten?
Prof. Dr. med. Reto Krapf
Kurz und bündig
Rezidivprophylaxe von Schlaganfällen: Acetylsalicylsäure allein oder kombiniert mit einem P2Y12-Rezeptor-Antagonisten?
28.07.2020
5–10% aller Patient(inn)en mit einem ischämischen Schlaganfall oder einer transient ischämischen Attacke (TIA) erleiden innert weniger Monate ein Rezidiv, ohne dass die beste Rezidivprophylaxe klar bekannt ist.
Je etwa 5500 Patient(inn)en mit Schlaganfällen oder TIA nicht kardioembolischer Ursache (sowie ohne Thrombolyse) wurden innert 24 Stunden nach dem Ereignis entweder mit Acetylsalicylsäure (ASS) und Ticagrelor oder nur mit ASS behandelt (THALES-Studie). Das Schlaganfall- und Todesrisiko nach 30 Tagen war unter der kombinierten Plättchenhemmung tiefer (5,5 versus 6,6%), allerdings war das verbleibende Ausmass der neurologischen Defizite in beiden Gruppen gleich. Ticagrelor/ASS führte zu signifikant mehr schweren Blutungen (0,5 versus 0,1%). Andere Studien suggerieren einen marginalen Benefit für die doppelte Plättchenhemmung nach 12 Monaten (und berichten über eine geringere Rate intrakranieller Blutungen unter Ticagrelor versus Clopidogrel). Ob dies signifikant ist, soll eine laufende Studie mit direktem Vergleich (CHANCE-2, NCT04078737) evaluieren.
Wichtig ist, dass solche Patient(inn)en zumindest ASS verschrieben erhalten, die allein schon einen grossen Unterschied ausmacht. Schwierig für die praktische Umsetzung sind leider die in den Studien unterschiedlich gewählten ASS-Dosen. In dieser im New England Journal of Medicine publizierten Studie wurde ein Akutdosis von 300–325 mg gefolgt von 75–100 mg täglich verabreicht.