Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03284.jsonl.gz/2639

Rigi Kaltbad–Scheidegg-Bahn
|Kürzel||RSB|
|Bahntyp||Schmalspurbahn|
|Betriebseröffnung||1874-07-14|
|Betriebseinstellung||1931-09-20|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Nach der Eröffnung der Vitznau–Rigi-Bahn (VRB) 1871 brach auf dem Rigiberg ein enormer und touristisch motivierter, aber zugleich auch äusserst spekulativer Bauboom aus. Die 1874 teilweise, 1875 ganz fertiggestellte RSB war eine der ersten Schmalspurbahnen der Schweiz und anfänglich Bestandteil der Aktiengesellschaft «Regina Montium», die neben der RSB auf der Rigi noch zwei Hotels aufkaufte und eines erbaute (Hotel Rigi First, an der RSB-Linie gelegen). Diese Ausgaben wurden in der Statistik zu Beginn dem Konto der RSB zugerechnet, was die hohen Baukosten und Anlagekapitalien 1874/75 erklärt. Die «Regina Montium» ging 1876 in Konkurs, worauf eine neue Gesellschaft die RSB für 335'000 Franken erwarb. Die Daten ab 1876 beziehen sich ausschliesslich auf die RSB ohne Gaststätten. Letztere unterstützten die Bahn mit Betriebssubventionen. Schon 1879 musste jedoch auch die neue Gesellschaft zwangsliquidiert werden. Darauf bildete sich die «Rigi–Kaltbad¬–Scheidegg Eisenbahngesellschaft», welche die RSB für 72'500 Fanken übernahm.
Die Verkehrsdichte der RSB war mit rund drei Zügen pro Tag sehr gering. Hier gilt es jedoch zu beachten, dass sich dieser Wert auf das Jahresmittel bezieht. Die RSB verkehrte nur über die Sommersaison (zirka Mai bis Ende September), in welcher folglich etwa acht Züge pro Tag angeboten wurden. Die Betriebsergebnisse der RSB lagen meistens im negativen Bereich. Verschiedene Angaben in den Finanzreihen sind schwer interpretierbar, etwa die Dividendenzahlungen trotz defizitärem Betrieb oder die Vorgänge auf dem Reservenkonto. Woher die «rückzahlbare Bausubvention» von 5000 Franken stammte, erläuterte die Statistik nicht.
Bei der Berechnung der Bruttobaukosten ging die Statistik vom ursprünglich eingesetzten Kapital – also inklusive Hotels – von rund 1.5 Mio. Franken aus. Es fragt sich, wie sinnvoll das ist, doch wir sind diesen Vorgaben gefolgt. 1931 stellte die RSB den Dienst ein. 1934 wurde für ein Jahr erfolglos eine Neuaufnahme des Betriebs versucht, 1942 schliesslich die Gleisanlage abgebrochen.
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: