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Therapie venöser Malformationen
Mit grossem Interesse haben wir die Fallvorstellung «Ungewöhnliche Lokalisation einer venösen Malformation» gelesen [1]. Dabei wird eine grosse, venöse Malformation des rechten Gesässes gezeigt, die klinische Diagnostik sehr gut beschrieben und auch der «International Society of the Study of Vascular Anomalies»-(ISSVA-)Nomenklatur zugeordnet. Leider wird im letzten Abschnitt des Artikels die Chirurgie als die am besten geeignete Behandlungsform proklamiert und entsprechend in diesem Fall auch praktiziert. Das kurzfristige Resultat ist sicher ansehnlich, doch scheint das Follow-up aufgrund der Narbe auf dem Foto äusserst kurz zu sein.
Viele, insbesondere chirurgisch resezierte, venöse Malformationen (vor allem auch grössere trunkale Läsionen wie hier) rezidivieren im Verlaufe der Jahre, da häufig das volle Ausmass der malformierten Venen weder in der Magnetresonanztomographie noch visuell intraoperativ erfasst werden kann. Wie in der von den Autoren zitierten Literaturangabe von Behravesh et al. [2] wird korrekterweise die minimalinvasive perkutane Sklerotherapie als Goldstandard bei venösen Malformationen als Therapie beschrieben. Die meisten Kinder und Erwachsenen, die wir an unserem interdisziplinären «Gefässanomalie-Board» beurteilen, werden konservativ behandelt, da die Patientinnen und Patienten beschwerdearm sind und keine relevanten kosmetischen Probleme vorliegen. Insbesondere bei symptomatischen und ästhetisch störenden venösen Malformationen kommen perkutane interventionell-radiologische Behandlungen wie die perkutane Sklerotherapie oder die Kryoablation [3] zur Anwendung. Damit können auch Läsionen an delikaten Lokalisationen minimalinvasiv und ohne Narbenbildung kontrolliert werden [4]. Einzig bei umschriebenen, oberflächlichen Läsionen oder falls die Sklerotherapie nicht den gewünschten Erfolg erbringt, hat die plastische Chirurgie ihren Stellenwert. Patientinnen und Patienten mit Involvierung einer Gelenkkapsel und rezidivierendem Hämarthros (führt zu einer progredienten Arthrose analog einer Hämophilie) sollten immer interdisziplinär mit unter Einbezug der Orthopädie beurteilt werden, um eine allfällige chirurgische Resektion zu evaluieren [5].
a Bilddiagnostik und Intervention, Universitäts-Kinderspital Zürich, Zürich
b Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie, Universitätsspital Zürich, Zürich
Replik
Die Autoren haben auf eine Replik verzichtet.
Die Autoren haben deklariert, keine finanziellen oder persönlichen Verbindungen im Zusammenhang mit diesem Beitrag zu haben.
Kopfbild: © Thomas Gowanlock | Dreamstime.com