Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03420.jsonl.gz/2684

Der wirtschaftliche und soziodemografische Kontext beschreibt die wichtigsten strukturellen Veränderungen, die sich auf die Lebensbedingungen der Menschen auswirken und die Zusammensetzung der Risikogruppen sozialer Ausgrenzung beeinflussen.
Der wirtschaftliche und soziodemografische Kontext beschreibt die wichtigsten strukturellen Veränderungen, die sich auf die Lebensbedingungen der Menschen auswirken und die Zusammensetzung der Risikogruppen sozialer Ausgrenzung beeinflussen.
Die wirtschaftliche Tätigkeit schafft Arbeitsplätze, garantiert die Auszahlung von Löhnen und sorgt dafür, dass die Haushalte ihr Konsumniveau halten können. Eine erfolgreiche Wirtschaft muss aber nicht bedeuten, dass alle Erwerbspersonen ein angemessenes Einkommen erhalten. Durch die Ermittlung der Einkommensungleichheiten lässt sich messen, ob die Einkommen gleich oder ungleich verteilt sind. Der Staat greift über die Sozialtransfers (Steuern, Sozialabgaben, Renten, Sozialleistungen) massgeblich in die Umverteilung der Ressourcen ein.
Das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) pro Kopf ist in den letzten 21 Jahren um mehr als 26% gestiegen, was einer mittleren Wachstumsrate von 1,1% pro Jahr entspricht. Die Entwicklung war aber nicht linear. Längere Wachstumsphasen wechselten sich mit kürzeren rückläufigen Phasen ab.
Von 1998 bis 2001 haben sich die Einkommensungleichheiten etwas verringert, in den Jahren 2003 bis 2007 und 2009 bis 2013 haben sie hingegen wieder leicht zugenommen. Der geringfügige Rückgang von 2014 setzte sich 2016 fort.
Für die meisten Menschen ist der Zugang zum Arbeitsmarkt gleichbedeutend mit einem Lohn. Eine Beschäftigung sichert aber nicht nur ein Einkommen, sie begründet auch Ansprüche auf Sozialversicherungsleistungen. Ausserdem ist die Erwerbstätigkeit eine Chance, sich in die Gesellschaft zu integrieren und sich persönlich zu entfalten. Ein längerer, ungewollter Ausschluss vom Arbeitsmarkt führt zu Einkommenseinbussen oder vollständigem Einkommensverlust, einem lückenhaften Sozialschutz und Zukunftsängsten.
2018 waren ausländische Arbeitskräfte häufiger erwerbslos (8,2%) als schweizerische Arbeitskräfte (3,5%). Überdurchschnittlich von Erwerbslosigkeit betroffen sind die 15- bis 24-Jährigen (7,9%) und Personen ohne nachobligatorische Ausbildung (8,1%).
Die gesellschaftlichen Umwälzungen verändern den Altersaufbau der Bevölkerung, die Jugend- und Altersquotienten sowie die Nationalitätengruppen in der Wohnbevölkerung.
Ende 2017 umfasste die Bevölkerung der Schweiz 8,5 Millionen Personen. Ein Viertel davon waren ausländische Staatsangehörige. 83,3% stammten aus Europa, hauptsächlich aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Personen aus dem aussereuropäischen Raum stellten 16,5% der ausländischen Bevölkerung.
1996 kamen bei der Schweizer Bevölkerung 29 Seniorinnen und Senioren auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter, während es bei der ausländischen Bevölkerung nur sieben waren. Im Jahr 2017 hatten schweizerische Staatsangehörige einen Altersquotienten von 37, Ausländerinnen und Ausländern von 11.
Das Heiratsverhalten, das Zusammenleben, die Gründung einer Familie oder die Trennung verändern die Familienstrukturen.
2017 waren gut ein Drittel der Haushalte in der Schweiz Einpersonenhaushalte, gefolgt von Paaren ohne Kinder und Familien. Die grosse Mehrheit der Paare mit Kind(ern) war verheiratet. 6,5% lebten als Patchworkfamilie zusammen und rund Tausend waren gleichgeschlechtliche Paare. Einelternhaushalte mit Kindern unter 25 Jahren machten 4,5% der Haushalte aus.
Weiterführende Informationen
Verwandte Themen
Grundlagen und Erhebungen