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Am kommenden Dienstag, 21. Juni, um 11.14 Uhr erreicht die Sonne ihren scheinbar nördlichsten Punkt der jährlichen Umlaufbahn. Zu diesem Zeitpunkt steht die Sonne senkrecht über dem sogenannten nördlichen Wendekreis. Dieser liegt bei rund 23,5 Grad Nord. In dieser Lage befindet sich beispielsweise Havanna in Kuba. Gleichzeitig beginnt aus Sicht der Astronomen der Sommer.
Längster Tag, aber nicht frühester Sonnenaufgang
Der früheste Sonnenaufgang und der späteste Sonnenuntergang fallen allerdings nicht auf den längsten Tag. Der früheste Sonnenaufgang findet schon fünf Tage vor dem längsten Tag, der späteste Sonnenuntergang fünf Tage nach dem längsten Tag statt. Grund für diese Verschiebung ist einerseits, dass die Erdachse schief zur Ebene der Umlaufbahn steht und anderseits die Erde die Sonne nicht auf einer Kreisbahn, sondern auf einer elliptischen Bahn umrundet. Dadurch ändert sich die Geschwindigkeit der Erde auf dem Weg um die Sonne, und so steht die Sonne nicht immer zum gleichen Zeitpunkt im Süden. Am Donnerstag erreicht die Sonne in Zürich die Südposition um 13.26 Uhr. Bis am 26. Juli verspätet sie sich Tag für Tag weiter und erreicht am 26. Juli erst um 13.32 Uhr den Südpunkt. Da dieser Effekt zum Zeitpunkt des Sommeranfangs grösser ist als die Veränderung der Tageslänge, finden der früheste Sonnenauf- und der späteste Sonnenuntergang nicht am längsten Tag statt.
Wo gibt es den frühesten Sonnenaufgang?
Rein mathematisch findet der früheste Sonnenaufgang um 05.24 Uhr in der Gegend von Samnaun statt. Nur kurz danach zeigt sich die Sonne auch am Bodensee. Bis die ersten Sonnenstrahlen Genf erreichen, wird es aber 05.43 Uhr. Diese Werte sind auch auf jeder App zu finden. Sie berücksichtigen aber nicht die Bodengestalt. In der Realität findet der früheste Sonnenaufgang um 05.18 Uhr auf dem Säntis statt. Obwohl der Säntis nur 2502 Meter noch ist, profitiert er davon, dass der Horizont in Richtung Sonnenaufgang deutlich tiefer liegt. Anders sieht es für die Berge im Samnaun und im Prättigau aus. Dort liegt die Horizontlinie meist im Bereich der Gipfel und entsprechend verzögert sich dort der Sonnenaufgang.
Vielleicht bleibt aber alles Theorie
In alle die Berechnungen geht aber noch keine Bewölkung ein. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ziehen schwache Störungslinien über den Norden der Schweiz. Möglicherweise verschwindet der Sonnenaufgang im Nordosten hinter dicken Wolken und die ersten Sonnenstrahlen gibt es am Donnerstagmorgen an einer ganz anderen Stelle in der Schweiz.
Und der längste Tag?
Mathematisch dauert am kommenden Dienstag der Tag in Bargen, im Kanton Schaffhausen, direkt an der Grenze zu Deutschland, genau 16 Stunden. In Chiasso, im Süden der Schweiz, vergehen rund 15 Stunden und 43 Minuten zwischen Sonnenauf- und -untergang. In der Realität sind aber auf den Berggipfeln lokal mehr als 16 Stunden möglich, da die Horizontlinie sowohl am Morgen als auch am Abend unter dem Gipfel liegt.