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Nicht-kleinzelliges Bronchuskarzinom: Gefitinib verus Chemotherapie
Die Chemotherapie gilt als Standardbehandlung bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Bronchuskarzinom. Eine japanische Studie hat den EGFR-Tyrosinkinasehemmer Gefitinib mit der Standardchemotherapie verglichen.
230 Patienten mit einem metastasierten, nicht-kleinzelligen Bronchuskarzinom mit EGFR-Mutation wurden in die randomisierte Studie eingeschlossen. Eine Studienteilnahme war nur dann möglich, wenn bisher keine Chemotherapie erfolgte. Je nach Randomisierung erhielten die Patienten entweder Gefitinib oder eine Chemotherapie mit Carboplatin-Paclitaxel. Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben, sekundäre Endpunkte das Gesamtüberleben, Ansprechraten und Nebenwirkungen.
Aufgrund der hoch signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen nach der geplanten Zwischenanalyse von 200 Patienten wurde die Studie vorzeitig gestoppt. In der Gefitinibgruppe betrug die Hazard Ratio für Tod oder Krankheitsprogression 0.36 (p<0.001). Das progressionsfreie Überleben betrug unter Gefitinib 10.8 versus 5.4 Monate unter Chemotherapie (HR 0.30, p<0.001). Die Ansprechraten lagen bei 73.7% versus 30.7% (p<0.001). Der Unterschied im Gesamtüberleben (30.5% versus 23.6%) erreichte die statistische Signifikanz nicht. Nebenwirkungen von Gefitinib waren vor allem Rash und erhöhte Leberenzyme, Nebenwirkungen der Chemotherapie vor allem Neutropenie, Anämie, Appetitverlust und sensorische Neuropathie. Ein Patient unter Gefitinib starb an einer interstitiellen Lungenerkrankung.
Konklusion der Autoren: Die Erstlinientherapie mit Gefitinib war bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchuskarzinom mit EGFR-Mutation gegenüber der Chemotherapie mit einem deutlich längeren progressionsfreien Überleben assoziiert.
Link zur Studie
NEJM 2010;362:2380-2388 - Maemondo M et al
24.06.2010 - dde