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Allegro
Adagio, ma non troppo
Finale. Allegro moderato
Im Vergleich zu seinen Sinfonien, Orchesterstücken oder Opern hat sich der Böhme Antonín Dvořák der Gattung des Solokonzerts eher selten gewidmet: Lediglich drei Werke, für Klavier, Violine sowie Violoncello, stammen aus seiner Feder. Dafür gelang es ihm mit dem in den USA entstandenen op. 104, die bis dahin spärliche Literatur für Cello um einen kanonischen Beitrag zu bereichern – und das trotz persönlicher Vorbehalte gegen das Instrument.
Inspiriert wurde Dvořák durch das 1894 in New York uraufgeführte Cellokonzert seines Kollegen Victor Herbert. Noch im selben Jahr machte er sich an ein eigenes Werk, das er dem Cellisten des Böhmischen Quartetts, Hanuš Wihan, widmete. Das h-Moll-Konzert, in traditioneller Dreisätzigkeit angelegt, zeigt das Soloinstrument nicht nur von seiner gesanglichen Seite, sondern auch als energiegeladenen, selbstbewusst auftrumpfenden Charakter. Mit kraftvollen Gesten vermag es sich immer wieder gegen das stark besetzte Orchester durchzusetzen.
Und doch liegen Schatten von Melancholie über dem Werk. Während der Arbeit am 2. Satz erfuhr Dvořák von der schweren Erkrankung seiner Schwägerin Josefina, die er als junger Mann geliebt hatte. Daraufhin verwendete er die Melodie ihres Lieblingslieds „Lasst mich allein“ aus dem Zyklus „Zypressen“ als Seitenthema. Als Josefina wenige Monate später starb, baute er ein entsprechendes Zitat auch in das Finale ein – gegen den Willen des Widmungsträgers Wihan, der sich zum Abschluss eine virtuose Solokadenz gewünscht hatte.