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Sie wünschen den Empfang der Sakramente?
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Das Wort "Sakrament" stammt aus dem Lateinischen (sacramentum) und bedeutet soviel wie "einen Eid schwören". Die Begrifflichkeit lehnt sich an die Bundesschlüsse im Alten Testament (AT) an, die regelmässig auch mit einem Schwur verbunden waren. Ein Bundesschluss im AT war mehr als ein Vertrag über den Austausch von Gütern. Er war wie eine Adoption.
Die Beziehung Gottes zu den Menschen war (und ist) ein Bund. Gott selbst sagte: „mit dir schliesse ich meinen Bund“ (Gen 6,18; Gen 17,21 und Ex 6,4).
Für die biblischen Schreiber und für die meisten Menschen der Antike war der Unterschied zwischen Bund und Vertrag – um es plastisch auszudrücken – vergleichbar wie der zwischen Adoption und Sklaverei. Aber ein Bund ist mehr: er besteht im Austausch von Personen: „Ihr werdet mein Volk sein, und ich werde euer Gott sein“ (Ez 36,28). Ein Bund geht über einen Vertrag hinaus. Schließen Menschen einen Bund, dann „verschenken“ sie sich gegenseitig, wie bei der Ehe und Adoption.
Um einen Bundeseid abzulegen, waren nicht zwingend „Worte“ erforderlich. Der Bundeseid konnte wortlos, durch rituelle Zeichen wie durch Tieropfer, die Beschneidung, den Austausch von Geschenken, dem Händedruck oder einem gemeinsamen Mal geschlossen werden. Es sind eine Reihe von Dokumenten über diese gesellschaftlichen Bundesschlüsse erhalten. Sie verdeutlichen, was die biblischen Autoren voraussetzten, als sie über die alten Liturgien schrieben.
Der Bund im neuen Testament = Sakrament
Es gibt einen Briefwechsel aus dem Jahr 112 n. Chr. zwischen einem römischen Präfekten namens Plinius und dem Kaiser Trajan, in dem der römische Präfekt den Kaiser um Rat bittet. Er hat ein Problem mit einer Gruppe, die sich Christen nennt. Diese treffen sich immer am Sonntag zu einem Gottesdienst und tun etwas ganz merkwürdiges: sie versichern durch Eid, dass sie keinen Diebstahl, Raubüberfall oder Ehebruch begehen, dass sie gegebene Versprechen nicht brechen wollen und angemahnte Schulden nicht leugnen. Sie bringen einem Gott namens Jesus Christus einen Wechselgesang dar, sie beten zu ihm, und sie nehmen eine Speise zu sich.
Entscheidend ist der Hinweis, in dem Brief, dass sich die Christen durch einen Eid verpflichten. Das Wort Eid wird in dem Brief mit Sacramentum übersetzt.
Wenn also ein Christ ein Sakrament empfängt, handelt es sich nicht um eine „Spassveranstaltung“, sondern um die öffentliche Form einer rituellen Handlung, in der ein Christ schwört, dass er zu Jesus Christus gehören will, und auch als Christ (mit allen Geboten und Verboten) leben möchte.
Durch die rituellen Handlungen und durch die wiederkehrende Bekräftigung mit dem Wort „Amen“ wird diese öffentliche Bekundung zu einem Eid.
Der Gläubige schwört also, dass er Jesus angehören möchte.
Umgekehrt „schwört“ Christus durch den von der Kirche beauftragten Liturgen, (die Kirche hat Jesus speziell für diese Zwecke zur Heiligung des Gottesvolkes eingesetzt hat), dass er sich an den Gläubigen bindet.
Dieser Eid ist die Sicherheit, die ein Mensch durch den Dienst der Kirche erhält, dass nämlich Gott tatsächlich das vollzieht, was in diesem entsprechenden Sakrament passiert - z.B.
Taufe & Firmung = Adoption zum Kind Gottes
Trauung = Mann und Frau gehören für immer zusammen: "Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. (Mt 19,6).
Eucharistie = Empfang des Leibes und Blutes Christi: Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm (Joh 6,56).
Sakrament der Versöhnung & Heilung = Vergebung der Sünden: "Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: ‚Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert (Joh 20,21-23).
Wenn Sie die Taufe Ihres Kindes wünschen, sollten Sie sich bitte schnellstmöglich an das Sekretariat wenden.
Beschaffen Sie bitte vor dem Gesprächstermin die
Taufurkunden der katholischen Taufpaten. Ein Taufpate muss auf jeden Fall katholisch sein.
Die Taufe sollte im Rahmen eines sonntäglichen Gottesdienstes im Beisein der Gemeinde erfolgen.
Sie sollten etwa ein Jahr vor Ihrem Wunschtermin Kontakt mit mir aufnehmen, falls Sie wünschen, dass ich bei Ihrer Eheschliessung assistiere.
Für die Trauung sind die Taufnachweise der Ehepartner nötig. Die Bearbeitung beim dortigen Pfarramt kann - je nach Land - ziemlich lange dauern.
Das Sakrament der Versöhnung & Heilung kann in einem anonymen Einzelgespräch (Ohrbeichte) zu festgelegten Zeiten (siehe Pfarreiblatt Hergiswil), während eines Vier-Augen-Gesprächs oder während der Geistlichen Begleitung empfangen werden.
Ich unterliege - wie alle katholischen Priester - dem strengen Beichtgeheimnis, das auch staatlich geschützt ist.
Seit Februar 2021 bin ich Pfarrer in der Pfarrei Hergiswil am See, Nidwalden (NW).
Stephan Schonhardt, Dorfplatz 15, CH-6052 Hergiswil am See
Sekretariat: +41 (0) 41 632 42 22
Direkt: +41 (0) 41 632 42 25
Deutschland: Stephan Schonhardt, Postfach 1101, D-79803 Dogern
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