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Joel Jackson (26) geriet vor sechs Jahren in einen grauenhaften Unfall und verlor dabei fast sein Leben. Seither ist er querschnittsgelähmt. Seiner Frau versprach er einen gemeinsamen Tanz. Zwei Jahre nach ihrer Hochzeit kann er sein Vesprechen einlösen.
Joel (26) und Lauren (26) haben sich in der High School kenengelernt. «Er war meine erste grosse Liebe», erzählt Lauren in ihrem Blog. Nach drei Monaten trennten sich die beiden aber, weil Lauren sich ihrem Glauben widmen wollte. Im Dezember 2009 kriegten sie «eine zweite Chance im Leben und in der Liebe», erzählt Lauren, als Joel mit seinem Auto in einen Telefonmast krachte. Er wurde aus dem Auto fast 50 Meter weit geschleudert.
Mit dem Helikopter wurde Joel zum nächst grössten Krankenhaus geflogen, wobei der Transport ihn laut Experten hätte umbringen müssen. Beim Unfall wurde sein Kopf innerlich von der Wirbelsäule getrennt. Der damals 20-jährige Amerikaner hatte ein gebrochenes Becken, Schäden am Stammhirn und zudem seinen Kiefer zweimal gebrochen. Die Ärzte glaubten nicht mehr an Joel und sagten seiner Familie, sie sollen die Beerdigung vorbereiten.
Aber 87 Tage nach dem Horror-Unfall, eine Woche vor seinem 21. Geburtstag, wurde Joel nach Hause entlassen. «Er war noch nicht bereit», schreibt Lauren. Er war ans Bett und den Rollstuhl gefesselt. Immer an seiner Seite: Lauren. Drei Jahre später, im Dezember 2012, fanden die beiden ihre Liebe zueinander wieder. Sie vertieften ihre Beziehung, sodass sie sich am 14. September 2013 das Jawort gaben.
An ihrer Hochzeit sagte Lauren zu Joel: «Wenn du wieder laufen kannst, will ich, dass du mit mir tanzt.» Ein paar Tage vor ihrem zweiten Hochzeitstag ging ihr Wunsch in Erfüllung.
Seit Juli arbeitete Joel mit seiner Physio-Therapeutin in Florida daran, selbst aufrecht sitzen und sein Gewicht halten zu können. Im «Zero Gravity»-Tragegurt stand er dann das erste Mal seit sechs Jahren auf. «Wäre ich nahe am Wasser gebaut, hätte ich die Kontrolle verloren. Es war einer dieser Momente, der mir meinen Atem raubte», erzählt Lauren.
«Ich konnte die ganze Zeit nur noch sagen ‹Meine Güte, wie gross du bist!›, das habe ich nach all den Jahren vergessen.» Mithilfe der Reha-Mitarbeiter konnten die zwei diesen Moment noch spezieller machen: Mit ihrem ersten Tanz als Ehepaar. «Es sind die kleinen Triumphe, die für uns riesige Schritte sind. Und für diese kleinen Dinge bin ich dankbar», sagt die Fotografin. «Joels Lebensqualität mag anders sein als andere sich das für sich wünschen würden. Aber ich bin überzeugt, dass seine reicher und glücklicher ist, als sie sich vorstellen können.»
Das Paar lebte bis anhin bei Joels Eltern in Florida und bereitet sich jetzt für einen Umzug in ihr Eigenheim vor. Um diesen Traum zu verwirklichen, haben sie ein Fundraising gestartet. Ihr Zuhause soll alles haben, was Joels Leben so angenehm wie möglich macht.
Medizinisch korrekt heisst die Verletzung Atlanto-axiale Subluxation. Dabei löst sich der Schädelknochen im Hals von der Wirbelsäule. Die «innere Enthauptung» kommt eigentlich einem Todesurteil gleich. 70 Prozent der Fälle sterben sofort, während 15 weitere den Weg ins Spital oder die Behandlung nicht überleben. Es ist äusserst selten, dass man eine solche Verletzung überlebt. Meist tritt sie nach einem Autounfall auf, macht aber weniger als ein Prozent aller Wirbelsäulen-Verletzungen aus. Die Halswirbelsäule muss zwingend mit einem Kragen gestützt werden, bis die Operation stattfinden kann. Dort wird versucht, den Kopf mithilfe einer Eisenstange wieder an die Wirbelsäule zu befestigen.