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Siedlungsgeschichte
Ein Dorf auf 1000 M.ü.M. mit einer fast 1000jährigen Geschichte
Ausserberg befindet sich rund 1000 M.ü.M. am Hang zwischen dem Baltschieder- und dem Bietschtal. Seine Grenzen beginnen unten im Tal an der Rhone und reichen bis zur Spitze des Wiwannihorns. Am Fusse der Gemeinde befinden sich die Ausserberger Weinreben, an der oberen Grenze liegt ewiger Schnee. Dazwischen findet man saftige Wiesen, Äcker, Wald und Weide und darüber die beiden Alpen Raaft und Leiggern. Steil und steinig ist der Boden, trocken und windig das Klima.
Die ersten Menschen, die Wälder und Lichtungen des Berges durchstreiften, waren Jäger der Steinzeit, die vor 4000-5000 Jahren auf dem „Heidnischbiel“ von Raron ihre Hütten hatten und mit Pfeil und Bogen das Wild erlegten. Ihnen folgten die Menschen der Bronzezeit, die ihre Siedlungen auf das heutige Ausserberger Gebiet ausdehnten. Sie gehörten zum Volksstamm der Kelten.
In den Jahren 1000-1300 nach Christus kamen von Norden her die Alemannen und verbanden sich mit den anwesenden Kelten. Sie rodeten und bebauten auch das Gebiet von Ausserberg und brachten die deutsche Sprache. Sie wohnten in Weilern und Gehöften, denen sie ihre Namen gaben. Aus ihrer Zeit bis in die neuere finden wir die Wohnhäuser am ganzen Berg verstreut. Sie stiegen hinauf bis Leiggern und Raaft, die beiden Alpweiler, die um 1300 während des ganzen Jahres bewohnt waren.
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Erhaltene Siedlungsbauten aus dem Mittelalter
Früher hiess Ausserberg noch Bischofsberg, da die Dorfschaft noch dem Bischof unterlag. Am Bischofsberg bestanden fünf selbständige Gemeinden: Hohbiel, Hohtenn, Gründen, Leukron (später Leiggern) und Raaft. Um 1300 gründeten die Siedler aus Raron und St. German unter der Obhut der Herren von Raron die beiden selbständigen Alpweiler Leukron und Raaft. Die Herren von Raron versprachen ihnen weitgehende Freiheiten. Doch ob sie dies auch eingehalten haben, ist leider unbekannt. Angefangen von den Jägern, zu den Hirten mit ihren Herden und zum Ackerbauer an den sonnigen Halden, wuchs die Bevölkerung nur langsam weiter, nicht selten zurückgehalten durch Pest und andere Unglücke.
Die ältesten Häuser von Ausserberg tragen keine Jahrzahlen. Diese beginnen erst bei 1520. Für die Besiedlung war das Wasser wichtig. Sonne gab es genug, Wasser aber musste durch kilometerlange Wasserleitungen, sog. Suonen, aus dem Baltschiedertal geholt werden. Als Lebensbedingung galten auch die Wege. Vom Tal her ging der Saumweg von Baltschieder über Biegstatt nach St. German und Raron. Es war der Handelsweg des Oberwallis, weil die Ebene oft überschwemmt war. Um 1440 schlossen sich allmählich die einzelnen Dörfer, ausser Gründen, zu einer Gemeinde am Hohbiel zusammen. Die ersten Statuten stammen aus dem Jahre 1441, das Gemeindehaus trägt die Jahrzahl 1675. Den Hauptgrund des entgültigen Zusammenschlusses bildete das furchtbare Wüten der Pest um 1560, wodurch der Berg zum grossen Teil entvölkert wurde. Gründen kam erst 1923 von der Gemeinde Visp zu Ausserberg.
Bevölkerung
Ausserberg wird auch heute noch von mehreren uralten Geschlechtern bewohnt. Die bedeutesten Familiennamen sind: Heynen, Imboden, Kämpfen, Leiggener, Schmid, Theler und Treyer. Schon um 1290 wanderte eine Familie Heynen nach dem Walsertal aus. Ein Weiler trägt noch heute den Namen „Heinigobiel“, weil sich wohl einer der ersten Heynen dort niedergelassen hatte. Die Leiggener stammen aus der damaligen Gemeinde Leiggern. Die Theler galten von jeher als unternehmungslustig und sind heute buchstäblich auf der ganzen Welt verteilt. Die erste Familie Schmid kam um die Mitte des 16. Jahrhunderts vom „Eich“ in Raron, eine zweite Einwanderung erfolgte um 1780 aus dem Goms. Die Familie der Schmid hat sich rasch ausgebreitet und zählt heute mehr als einen Drittel der Bevölkerung.
Die Menschen wollten näher beieinander sein. Kirche, Gemeinde- und Schulhaus, Kaufläden und Wirtschaften bilden heute einen Dorfkern, um den sich die Wohnhäuser gruppieren. Die
nähergelegenen Weiler werden langsam ins Dorftal einbezogen, und jene, die weiter entfernt sind, werden verlassen. Die Eröffnung der Lötschbergbahn am 28. Juni 1913 brachte für den Berg eine neue Entwicklung. Während der Bauer immer mehr zurücktrat, rückte der Berufsmann auf den verschiedensten Gebieten in den Vordergrund. Im Zeitalter der Technik und Industrie erlernten die meisten jungen Männer und bald auch die Mädchen einen Beruf und bearbeiteten nur noch in der sogenannten Freizeit den heimatlichen Boden. Die Strassenverbindung mit dem Tale, geschaffen 1963-1964, besiegelte diese Entwicklung. Der Berg bekam ein neues Gesicht. Neue Häuser wurden gebaut, Ferienwohnungen erstellt, die alten Städel wurden in Chalets verwandelt, und Sonntag für Sonntag durchzogen Hunderte von Wanderern das Dorf auf dem von der Lötschbergbahn erstellten Wanderweg. Grosse Werke warteten auf Verwirklichung
Der Ausbau des Strassennetzes, die Güterzusammenlegung, eine neue Wasserversorgung, Kanalisation und Schulhausneubau. Die volle Öffnung des Dorfes brachte über Bahn und Strasse, über Post, Radio und Fernsehen eine Veränderung und Entwicklung in wenigen Jahren, wie sie vorher in einem Jahrtausend nicht geschah.
In der Mitte des letzten Jahrhunderts lag die Bevölkeruungszahl um 300. Gegen Ende des letzten Jahrunderts bei 400. Beim Bau der Lötschbergbahn stieg sie auf 1000 Einwohner. Nach dem Bau der Lötschbergbahn bis zum heutigen Zeitpunkt verringerte sich die Einwohnerzahl auf rund 700 Personen.
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