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BA-Seminar: Platon: Kratylos: Antike Sprachphilosophie (pan, leh)
UE-L01.02464
|Enseignant(s): Lienemann Béatrice|
|Cursus: Bachelor|
|Type d'enseignement: Séminaire|
|ECTS: 3|
|Langue(s) du cours: Allemand|
|Semestre(s): SA-2023|
Der « Kratylos » ist derjenige Dialog Platons, der vollständig dem Thema der Sprache und dem Verhältnis von Sprache und Wirklichkeit gewidmet ist. Das Gespräch gilt der Klärung der Frage, ob die Richtigkeit der Benennungen in der Konvention oder in der Natur begründet ist. Laut Hermogenes‘ konventionalistischer These beruht es auf den Konventionen innerhalb einer Sprachgemeinschaft, dass wir im Deutschen den Namen „Schwimmbad“, im Französischen den Namen „piscine“ und im Englischen den Namen „pool“ für Schwimmbäder verwenden. Kratylos vertritt dagegen die These der natürlichen Richtigkeit von Namen: die natürliche Richtigkeit der Namen beruhet demnach entweder auf der etymologischen Bedeutung oder auf dem mimetischen Gehalt der Namen (d.h. die Namen ahmen die Gegenstände, die sie benennen, auf irgendeine Weise nach). Das Verblüffende am Dialogverlauf ist, dass Sokrates Hermogenes‘ Position, die dem common sense zu entsprechen scheint, zurückweist und dazu anstößt, nach Alternativen zu suchen. Ob die gesuchte Alternative tatsächlich in der natürlichen Richtigkeit von Namen liegt, werden wir im Seminar herauszufinden versuchen.
Documentation
Zur Einführung und Übersicht empfehle ich den Artikel zum „Kratylos“ in der Stanford Encyclopedia von David Meißner (2023): https://plato.stanford.edu/entries/plato-cratylus/.