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- Länderinfo
- Usbekistan
Die Gründe nach Usbekistan zu kommen sind vielfältig.Geschichte ist in Usbekistan erlebbar und gleichzeitig sehr lebendig. Auch das Zusammenspiel von Sonne, Hitze, blauem Himmel und muslimisch mittelalterlicher Architektur könnte schöner nicht sein.Obwohl die Moderne in Usbekistan längst Einzug gehalten hat, ist es gelungen, die Märchen aus 1001 Nacht zu bewahren. Der Mythos von Samarkand und Buchara könnte zu einem literarisch motivierten Besuch führen, schliesslich ist es Goethe gewesen, der diese Städte in seinem "West-östlichen Divan"besungen hat. Ein dritter Grund, Usbekistan zu besuchen, ist die legendäre Seidenstrasse, die durch das heutige Usbekistan verlief, China mit Europa verband und dank derer viele blühende Wüstenstädte entstanden. Nach den ersten Jahren der Unabhängigkeit scheint jetzt der Alltag in der Republik eingekehrt zu sein. Nichtsdestotrotz ist Usbekistan weiterhin einspannendes und wunderschönes Reiseziel!
Geschichte
Ein Abriss der Geschichte des Gebietes des heutigen Usbekistans zu schreiben ist ein recht kompliziertes Unterfangen. Das Grundmuster der geschichtlichen Entwicklung ist allerdings einfach und bis heute gültig:die entstanden Grossreiche wurden immer durch kleine schlagkräftige Völker zerstört. Nomadenvölker machten der sesshaften Bevölkerungen das Leben schwer - aus der unendlichen mongolisch-sibirischen Steppe drängten immer neue Völkerschaften nach Mittelasien. Vier mächtige Invasoren haben im Laufe der Jahrhunderte das kulturelle Bild des heutigen Usbekistans geprägt: die Griechen, die Araber, die Mongolen und die Russen.
Geographische Lage
Usbekistan grenzt im Norden an Kasachstan, im Westen und Südwesten an Turkmenistan, im Süden an Afghanistan, im Südosten an Tadschikistan und im Nordosten an Kirgistan. Beherrschend in der usbekischenLandschaft ist die Wüste. Im Süden gehört ein kleiner Teil der Wüste Karakum, was soviel bedeutet wie "Schwarzer Sand" zu Usbekistan. Im Norden liegt die Wüste Kizilkum "Roter Sand", die sich zwischen den Flüssen Amudarja und Syrdarja auf einer Fläche von ca. 300'000 km2 erstreckt.
Klima
Das Klima lässt sich als kontinental bezeichnen. Starkejahreszeitliche Schwankungen, sowohl der Temperaturenals auch der Niederschlagsmenge, sind üblich. Die mittleren Temperaturen liegen im Januar bei -2 Grad, im Juli bei 26 Grad. Auch im Frühjahrist es tagsüber, wenn man sich nicht gerade in den Bergen befindet, zwischen 20 und 30 Grad warm, nachts liegen die Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad. Die besten Reisezeiten sind Frühling und Frühsommer(April und Mai) und der Herbst (September und Oktober).
Essen und Trinken
Die usbekische Nationalspeise Plov oder Pilav gibt es in zahlreichen Varianten, die den Anlässen entsprechend ausgewählt werden. Es gibt auch regionale Unterschiede, so kochen ihn die Bucharer anders als die Ferganer oder Samarkander. Das Reisgericht mit Hammelfleisch kann mit Erbsen, Rosinen, getrockneten Aprikosen, Kürbis und Quitten mit Leinöl oder mit Baumwollöl zubereitet werden. Die Zubereitung ist Männersache - jeder Mann muss dieses Leibgericht der Völker des Orients zubereiten können. Die wichtigsten Getränke sind Tee, Milch, oft als Kefir getrunken, und Säfte. Im Winter wird vor allem schwarzer im Sommer grüner Tee getrunken.
Einreisebestimmungen
Schweizer Bürger benötigen für die Einreise einen gültigen Reisepass, der mindestens 6 Monate über das Rückreisedatum hinaus gültig ist und ein Visum. Auf Wunsch kümmern wir uns um die Einholung des Visums.
Aberglaube - Amulette gegen den bösen Blick
Wenn man durch die Basare schlendert, bemerkt man sie sofort: im Angebot der auf dem Boden sitzenden Frauen, inmitten von Nähnadeln und Schminkutensilien, finden sich kleine schwarzweisse Perlenketten, die wie Armbänder aussehen. Auch Glasaugen, die an einer Sicherheitsnadel befestigt sind, werden verkauft. Beides sind magische Augen, die - so meint die Bevölkerung - gegen den bösen Blick schützen. Man befestigt sie beispielsweise an der Krageninnenseite - so dass sie nicht sofort sichtbar sind - oder an der Innenseite der Ohrläppchen. Die meisten Usbeken tragen ein solches oder ähnliches Amulett. Auch an Windschutzscheiben kann man die unterschiedlichsten Amulette sehen, häufig zum Beispiel ein bestimmtes getrocknetes Steppengras. Seit Jahrhunderten müssen auch Gebäude gegen den bösen Blick und vor den bösen Geistern beschützt werden. Deswegen ragen häufig Pfähle aus den schon mehrere Jahrhunderte alten Bauwerken völlig unmotiviert heraus. Am besten kann man das in Chiwa beobachten. Man hat den Eindruck, dass die Gebäude noch nicht fertiggestellt sind. Genau das ist auch der Sinn dieser waagrecht herausstechenden Pfähle, denn böse Geister nehmen nur fertige Bauwerke in Besitz. Eine andere Interpretation besagt, dass der böse Blick durch die ins Auge fallende Pfähle zuerst auf jene, und eben nicht auf das eigentliche Bauwerk fällt, was zweifelsohne stimmt. Überhaupt ist ein magisches Weltverständnis weit verbreitet. So werden zweifelnde Worte des Öfteren für negative Ergebnisse verantwortlich gemacht. Das neidische Auge, das zweifelnde Wort, der böse Blick - all dies kann zum Beispiel bei einer Autopanne als Ursache genannt werden. Variationsreiche Amulett-Traditionen, die auf vorislamische Glaubensvorstellungen zurückgehen, findet man auch in den anderen mittelasiatischen Ländern.
Der König der Sterne
Wahrscheinlich hatte Mohammed Taragay eine günstige Sternenkonstellation, als er am 22. März 1394 geboren wurde. Timur jedenfalls muss die Nachricht von der Geburt seines Enkels, die er während seines Westasienfeldzugs erhielt, sehr erfreut haben, denn der 58-jährige erliess der gerade eroberten mesopotamischen Stadt Mardin die Tributzahlungen. Timur fielen die aussergewöhnlichen Begabungen seines Enkels schnell auf, zuerst liess er ihn von seiner Lieblingsfrau Bibi Xanom erziehen und nahm ihn später auf eine Feldzüge in den Kaukasus und nach Indien mit. Mit zehn Jahren wurde er von seinem Grossvater mit seiner Cousine Öge-begüm verheiraten. Clavijo, Usbekistan der Gesandte des kastilischen Königs, berichtet von der prachtvollen Hochzeit. Nach Timurs Tod wurde Ulug'bek (Grossfürst) von seinem Vater Scharuch, der von Herat aus Persien regierte, bereits mit fünfzehn Jahren zum Regenten von Samarkand ernannt. Er interessierte sich für Poesie, Medizin, Mathematik, Geschichte, Theologie und Musik. Seine Leidenschaft jedoch war die Astrologie. Als der berühmte türkische Astronom Qozizoda Rumiy nach Samarkand kam, begann sich Ulug'bek intensiv mit der Astronomie zu beschäftigen. 1447 wurde er Herrscher über das inzwischen kleine Samarkand und gleichzeitig Haupt der Timuridendynastie. Er setzte Forschungen fort und hielt sie in einem berühmten Sternenkatalog fest, der über Jahrhunderte als eine der wichtigsten astronomischen Arbeiten anerkannt wurde. So gelang es ihm, das Erdenjahr mit geringfügigen abweichungen sehr genau zu bestimmen. Nicht zu vergessen ist jedoch, dass damals Astronomie und Astrologie sehr eng verknüpft waren. Ulug'bek soll gesagt haben: "Religionen verwehen, Kaiserreiche zerfallen, Werke der Gelehrten aber bleiben in Ewigkeiten erhalten". Er, der die Wissenschaft höher als islamische Dogmen schätze, wurde am 27. Oktober 1449 enthauptet. Zu den Verschwörern, die ihn in einen Hinterhalt lockten, gehörte auch sein eigener Sohn.
Einwohner
30‘183‘400 (Juli 2013) auf einer Fläche von 447‘400 km²
Sprache
Amtssprache Usbekisch. Mit Russisch ist im Land für den nicht Usbekisch Sprechenden am meisten zu erreichen.
Religion
Usbekistan ist bisher ein säkularer islamischer Staat. Ca. 89 % der Bevölkerung sind sunnitische Muslime.
Strom
220 V Wechselstrom. Die Steckdosen sind nicht einheitlich, Adapter für die Stecker werden empfohlen.
Zeitdifferenz
Der Zeitunterschied zur Mitteleuropäischen Zeit beträgt +3 Stunden (+4 Stunden während der Winterzeit).
Währung
Som (UZS), 1 CHF = ca. 2‘637 Som (Juni 2015). Empfohlen sind US-Dollar oder Euro.