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Kontrazeption: Pflaster vs. Pille bei Frauen mit hohem Risiko für eine ungewollte Schwangerschaft
Ob eine transdermale Kontrazeption (Pflaster) von Frauen mit hohem Risiko für eine ungewollte Schwangerschaft besser akzeptiert und kontinuierlicher angewendet wird als eine orale Kontrazeption (Pille) wurde von Bakhru und Kollegen untersucht.
In diese prospektive Multizenterstudie wurden Frauen einbezogen, mit welchen ein Beratungsgespräch zur Verhütung geführt wurde. 3 Institutionen zur Familienplanung waren beteiligt. Abbrüche, Nebenwirkungen und auftretende Schwangerschaften wurden erfasst. Primärer Endpunkt war die Zeit bis zum Verhütungsstopp.
1'230 Frauen, die bisher keine Verhütung durchführten, wurden identifiziert. Die Frauen waren mehrheitlich Singles unterschiedlicher Herkunft. 89% der Frauen hatten definitionsgemäss ein hohes Risiko, ungewollt schwanger zu werden oder wären Kandidatinnen für einen Schwangerschaftsabbruch gewesen. 579 Frauen begannen mit einer oralen Kontrazeption, 651 mit der transdermalen Kontrazeption. Die Drop-out-Rate war bei den Frauen mit transdermaler Kontrazeption höher (45.2% vs. 29.5%, P<0.001). Weniger Frauen mit Pflaster verhüteten über die ersten drei Zyklen hinaus (67% vs. 89%, P<0.001). Hautreaktionen waren für 3.3% der Frauen ein Grund, die Intervention mit dem Pflaster nicht durchzuführen. Bei insgesamt 3'206 erfassten Zyklen betrug der Pearl-Index (=Zahl der Schwangeren von 100 Frauen in einem Jahr) bei der Pille 3.62 vs. 14.84 beim Pflaster. Demographische Unterschiede bei Studienbeginn und bei der Durchführung der Verhütungsmethode könnten einen Einfluss auf diese Differenz haben, obgleich bei den multivaraten Analysen die Frauen mit Pflaster weiterhin schlechter abschlossen.
Konklusion der Autoren: Bei Frauen mit einem hohen Risiko für eine ungewollte Schwangerschaft ist die Abbruchrate bei transdermaler Kontrazeption mit Pflaster höher und die kontrazeptionelle Zuverlässigkeit geringer als bei der Pille.
Link zur Studie
Obstet Gynecol J 2006;108:378-386 - Bakhru A et al
17.08.2006 - gem