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| Augustinus (354-430) - Bekenntnisse (Confessiones)

Dreizehntes Buch
6. Warum heißt es: Der Geist schwebte über den Wassern?
Aber was war der Grund, o Licht, du Quell der Wahrheit - denn zu dir erhebe ich mein Herz, damit es mich nicht Eitles lehre: zerstreue seine Finsternis und gib mir Bescheid, ich beschwöre dich bei meiner Mutter, der Liebe, ich beschwöre dich! - sage mir also, was war der Grund, daß deine Schrift erst nach der Erwähnung des Himmels und der gestaltlosen und leeren Erde und der Finsternis über dem Abgrunde deinen Geist nannte? Etwa weil er nur schwebend eingeführt werden konnte und deshalb erst das erwähnt werden mußte, über dem man sich deinen Geist schwebend vorstellen konnte? Denn er schwebte weder über dem Vater noch über dem Sohne, und von einem Schweben über etwas könnte doch gar keine Rede sein, wenn er nicht tatsächlich über etwas schwebte. Zuerst also mußte erwähnt werden, worüber er schweben konnte, und dann erst konnte von dem die Rede sein, den man [S. 341] nicht anders als schwebend erwähnen konnte. Warum aber sollte er nicht anders als schwebend eingeführt werden?