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Ersatzteile und Patches gibt es nur noch für zahlende Support-Kunden - und auch dann nur, wenn er für alle seine Sun-Maschinen Support bezahlt.
Oracle-Boss Larry Ellison sagte im Januar
, Sun werde als Teil von Oracle vom ersten Quartal an Profit machen. Erreichen wolle er dies durch das Ausschalten des Channels, durch die Vereinfachung der Supply-Chain und durch eine "Vereinheitlichung des Supports." Nun schält sich heraus, was mit "Vereinheitlichung" ("Streamlining") des Supports gemeint ist: Sun-Hardware-Kunden werden vor die Wahl "Alles oder nichts" gestellt und müssen letztlich mit einer Erhöhung der Kosten für den Betrieb ihrer Hardware rechnen.
Wie aus einem englischsprachigen Papier auf der Internet-Seite von Oracle ("Oracle Hardware and System Support Policies"
) hervor geht, müssen Kunden einen Support-Vertrag für die gesamte eingesetzte Sun-Hardware haben, um bei Oracle Ersatzteile, Patches, Updates und andere Services kaufen zu können. Die neue Regelung ist gemäss Oracle am 16. März in Kraft getreten.
Wer neu einen Supportvertrag abschliessen will, muss zudem nachweisen, dass die Systeme auf dem neuesten Stand sind (Patches etc.), wobei dieser Nachweis wiederum kostenpflichtig ist, da man einen "Premier Support Qualification Service." kaufen muss. Sollte der bezahlte Support-Vertrag für mehr als 90 Tage unterbrochen werden, so muss man dieses Prozedere erstens wiederholen und zweitens eine "Reinstatement fee" von 150 Prozent des zuvor bezahlten Wartungsvertrags bezahlen.
Wenn der Verkäufer aus Frankreich anruft...
Dass Oracle auch in der Schweiz versucht, die neuen Supportbestimmungen tatsächlich durchzusetzen und Kunden zum Abschluss eines Supportvertrags für Hardware zu zwingen, bestätigt Peter Bickel, langjähriger Systemadministrator bei Ergon und bekennder Sun- und Solaris-Anhänger. Bisher, so Bickel, hat er Ersatzteile bei Sun bestellt und jeweils eine Gebühr für "Time & Material" bezahlt. Bei seinem letzten Support-Anruf bei Oracle, habe man den Vorgang im System eröffnet und - mangels Supportverträgen für alle Maschinen - gleich wieder geschlossen.
Später rief dann ein Oracle-Verkäufer aus Frankreich an, der ihm Wartungsverträge für den ganzen grossen "Sun-Zoo" bei Ergon verkaufen wollte. "Dieses Vorgehen unterstütze ich nicht. Ich sage jedem anderen Hersteller, der die x86-Architektur und Solaris unterstützt, herzlich Willkommen," so Bickels deutliche - allerdings privat geäusserte - Aussage.
Bei Oracle erreichten wir heute Abend (noch) niemanden für eine Stellungnahme. (Christoph Hugenschmidt)