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Ben Ewing [D]: The Last Gasp Of The Great American Songbook. Reassessing The Brill Building Era
Der Artikel von Ben Ewing trägt das wichtigste Wissen zur Brill Building Ära der Popmusik zusammen. Diese Ära liegt zwischen 1958 und 1964 – also zwischen Rock'n'Roll und der Beatlemania. Aus Rock-historischer Perspektive werden diese Jahre als eher unbedeutende Flautejahre eingeschätzt. Aber in dieser Zeit lebt die Tin Pan Alley noch einmal auf und ihre Produktionsweise, die Songwriter und Interpreten trennt. Dies ist einer der Faktoren, der nicht in das neue Rock-Paradigma passt, in dem vor allem Leute als gross gelten, die ihre eigenen Songs vortragen (Bob Dylan, Beatles). Der zweite Faktor betrifft das Produkt: Im Rock besteht das angesehene musikalische Werk aus Alben, nicht aus Songs. Brill Building Pop ist aber Single-Musik.
Brill Building Pop ist also die Phase der amerikanischen Popmusik, wo die Produktionsweise der Tin Pan Alley, die das Great American Songbook hervorgebracht hat, noch einmal auflebt. Songwriter-Paare (Leiber-Stoller, Goffin-King, Weil-Mann, Bacharach-David, Sedaka-Greenfield, Pomus-Shuman, Barry-Greenwich) schreiben Songs für Interpreten wie die Coasters, die Drifters, Ben E. King, die Ronettes, die Shirelles oder die Crystals. Dabei fungiert einer der Songschreiber meist als Musiker und der andere als Lyriker. Auffällig ist, dass viele der grossen Hits aus dieser Zeit bis heute sehr beliebt geblieben sind, also eine lange Lebensdauer vorweisen. Ewing schreibt, dass die kreative Spannung der Songs bereits bei der Tin Pan Alley und wieder beim Brill Building Pop in der Kombination von schwarzer Rhythmik und weisser Harmonik liege. Brill Building Pop nimmt die Rhythmik von Rock'n'Roll auf und vermengt sie mit der Komplexität der westlichen Kunstmusik. Neben Rock'n'Roll war der brasilianische Baion Beat sehr beliebt. Dieser ist zu hören in There Goes My Baby von den Drifters oder in Be My Baby von den Ronettes.
Wichtig und neu war in der Phase der amerikanischen Popmusik die Rolle des Produzenten, speziell diejenige von Phil Spector, der die Dringlichkeit, Intensität und Jugendlichkeit des Rock'n'Roll mit der Macht der Orchestermusik in seiner
Wall of Sound zu vereinen wusste.
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