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Der Ursprung des Geschlechtes liegt wohl im Elsass und lässt sich kaum mehr mit Sicherheit rekonstruieren. Vielleicht waren seine ersten Vertreter freie Bauern oder niedere Adlige, die nach und nach zu Wohlstand gelangten und auf der sozialen Leiter höher kletterten.
Eine zweite Theorie besagt, der Stammvater der Habsburger sei Guntram der Reiche gewesen, geboren um ca. 910, ein elsässischer Grosser, der sich einem Aufstand gegen den deutschen Kaiser Otto I. angeschlossen hatte, deshalb 952 wegen Hochverrats verurteilt und mit dem Verlust bedeutender Güter im Elsass und Breisgau bestraft worden war. In einer Zeit, aus der sehr wenig Schriftliches überliefert ist, gelang es ihm damit “aktenkundig” zu werden.
Wenn dieser “Guntramnus dives” wirklich ein leiblicher Vorfahre der Habsburger war, so wäre dies ein mögliches Bindeglied zum frühelsässischen Herzogsgeschlecht der Etichonen und über diese sogar zurück bis zu den Karolingern. Die Geschichtsschreibung der späteren europäischen Habsburgermonarchien hat diese Variante natürlich bevorzugt und nach Kräften unterstützt. Besonders diensteifrige Schreiber fügten der Ahnenreihe auch gleich noch den Römergott Jupiter, den trojanischen Helden Äneas und weitere bedeutende Figuren der Antike hinzu. Julius Cäsar und Karl der Grosse waren sowieso vertreten, was im Falle Karls ja sogar der Wahrheit entsprechen könnte.
Guntrams Sohn Lanzelin nannte sich Graf von Altenburg, wahrscheinlich nach der kleinen Burg, welche in den noch gut erhaltenen Mauern eines spätrömischen Flusskastells an der Aare, unmittelbar oberhalb von Brugg errichtet worden war. Wenn dies zutrifft, so besass er wohl bereits Güter im Aargau und wohnte zumindest zeitweise in diesem Vorgängerbau der Habsburg.
Von Lanzelins Söhnen Rudolf, Lanzelin (der Jüngere) und Radbot scheint sich der erstere hauptsächlich um die elsässischen Besitzungen gekümmert zu haben. Erwähnt wird die Stiftung des Klosters Ottmarsheim und dessen Ausstattung mit Gütern beidseits des Rheins um ca. 1030 – 1040.
Radbot hielt sich dagegen wohl mehr im südlichen Teil des familieneigenen Streubesitzes auf. Dessen zweites Schwergewicht lag in der schon erwähnten Gegend zwischen Aare und Reuss. Die Familie nannte es wegen der besonders dichten Ansammlung von direktem Grundbesitz, Zins- und Gerichtsbarkeiten aller Art ihr “Eigen”, eine Bezeichnung, die sich im Landschaftsnamen “Eigenamt” für die Gegend südlich von Brugg und das Birrfeld bis heute erhalten hat.
Etwas weiter reussaufwärts gehörte ein ziemlich geschlossener Herrschaftskomplex rund um die spätere Stadt Bremgarten ebenfalls zum Einflussbereich der Familie. Noch Lanzelin erweiterte dieses Gebiet gewaltsam weiter nach Süden.
Vielleicht als Sühne für diese allgemein als unrechtmässig angesehene Tat, stiftete die Gemahlin Radbots, Ita von Lothringen, um 1027 auf usurpiertem Boden das Benediktinerkloster Muri. Der Konvent wurde reich ausgestattet, die weitere Förderung war gewiss und Einsiedeln schickte die ersten Mönche. Muri galt fortan als Hauskloster der Familie.