Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03517.jsonl.gz/228

geb. --.--.----
Wirkstoff: Gentamicinum ut Gentamicini sulfas.
Septopal Ketten: Zirconii (IV)-oxidum 20 mg (Röntgenkontrastmittel), Glycinum, Copolymerum (Basis: Methylis methylacrylatis et Ethylis acrylatis), Polymerum (Basis: Methylis methacrylatis) pro Segmento.
Septopal Miniketten: Zirconii (IV)-oxidum 3,9 mg (Röntgenkontrastmittel), Glycinum, Copolymerum (Basis: Methylis metacrylatis et ethylis acrylatis), Polymerum (Basis: Methylis metacrylatis) pro Segmento.
Filum (Ketten und Miniketten): Ferrum, Chromium, Niccolum, Molybdenum, Manganum, Excipiens pro Praeparatione.
1 Kugel (ø 7 mm) enthält:
Wirkstoff: Gentamicinum 4,5 mg (ut Gentamicini sulfas).
1 Septopal Kette besteht aus 10, 30 oder 60 Kugeln, die auf einem polyfilen chirurgischen Draht von ca. 9 bzw. 28 bzw. 56 cm Länge aufgereiht sind.
1 ovaler Körper (ca. 3× 5 mm) enthält:
Wirkstoff: Gentamicinum 1,7 mg (ut Gentamicini sulfas).
1 Septopal Minikette besteht aus 10 ovalen Körpern, die auf einem polyfilen chirurgischen Draht von ca. 10 cm Länge aufgereiht sind.
Zum Einbringen in mit Gentamicin-empfindlichen Erregern infizierte Knochen und Weichteile im Rahmen der üblichen Operationsverfahren.
Septopal Miniketten werden dort eingesetzt, wo die Septopal Ketten für die anatomischen Verhältnisse zu gross sind, z.B. in der Hand-, Kinder- und Kieferchirurgie.
Knocheninfektionen: z.B. posttraumatische Osteomyelitis, infizierte Osteosynthese, infizierte Pseudarthrose, infizierte Endoprothese, chronische hämatogene Osteomyelitis.
Weichteilinfektionen: z.B. postoperative Wundinfektion sowie primäre Weichteil- und Gelenkinfektionen und Abszesse sowie offene, potentiell infizierte Frakturen.
Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollen beachtet werden, insbesondere Anwendungsempfehlungen zur Verhinderung der Zunahme der Antibiotikaresistenz.
Der nach sorgfältiger operativer Revision des infizierten Knochen- und/oder Weichteilgewebes resultierende Defekt ist vollständig mit Septopal Ketten bzw. Miniketten auszufüllen. Dazu sind im Allgemeinen Septopal Ketten mit 10–90 Kugeln bzw. 2 oder mehr Miniketten erforderlich. Septopal ist ausschliesslich für die temporäre Applikation vorgesehen.
Septopal Ketten können folgendermassen für die kurz- und langfristige Applikation verwendet werden:
Die Septopal Ketten sollten intraoperativ unter Berücksichtigung der für die spätere Extraktion erforderlichen Zugrichtung eingelegt werden; die letzte Kugel überragt das Hautniveau, so dass die Kette durch vorsichtiges, beständiges Ziehen entfernt werden kann. Die Extraktion der Kette erfolgt im Allgemeinen nach 7–10 Tagen, keinesfalls später als zwei Wochen nach der Operation. Je weniger Septopal Ketten in dem sich postoperativ ausbildenden Bindegewebe fixiert sind, desto leichter und schmerzärmer ist ihre Entfernung. Ist die Bindegewebsfixierung der Septopal Ketten jedoch bereits fortgeschritten, oder werden bei der Extraktion der Septopal Ketten die bestehenden Gewebsbedingungen nicht berücksichtigt, können sich ausnahmsweise eine oder mehrere Kugeln vom Draht lösen; im Extremfall kann hierbei der Draht der Septopal Kette reissen. Dann sollte grundsätzlich der Versuch gemacht werden, die im Körper verbliebenen einzelnen Kugeln mit dem Drahtrest zu entfernen. Sollten dazu jedoch ausgedehnte chirurgische Massnahmen erforderlich werden, so können diese einzelnen Kugeln unter Berücksichtigung des Prinzips der Verhältnismässigkeit ausnahmsweise auch belassen werden.
Bei der operativen Implantation wird die Septopal Kette vollständig unter das Hautniveau versenkt und nach ca. 1–3 Monaten operativ komplett entfernt. Bei sanierten lokalen Verhältnissen wird ggf. eine Eigenspongiosaplastik angeschlossen.
Die Septopal Ketten werden intraoperativ unter Berücksichtigung der für die spätere Extraktion erforderlichen Zugrichtung eingelegt, so dass die letzte Kugel das Hautniveau überragt und die Kette durch vorsichtiges, beständiges Ziehen entfernt werden kann. Die Extraktion der Kette erfolgt im Allgemeinen nach 7–10 Tagen, keinesfalls später als zwei Wochen nach der Operation.
Es sollte stets ein Wundverschluss mit Überlaufdrain ohne Sog angestrebt werden, wodurch ein übermässiger Sekretabfluss und damit ein Abfall der für die antibakterielle Wirkung erforderlichen Gentamicin-Konzentration am Ort des Infektionsgeschehens verhindert wird. Auf keinen Fall dürfen Septopal Ketten zusammen mit einer Spül-Saug-Drainage angewendet werden, da dies infolge des Gentamicin-Verlustes und der hygienischen Probleme zu einer Entwicklung von Gentamicin-resistenten Erregerstämmen und zu einem Wirkungsverlust führen kann.
Bei Kindern sind aufgrund der anatomischen Verhältnisse Septopal Ketten ungeeignet – hier sollten Septopal Miniketten angewendet werden.
Septopal Miniketten können folgendermassen für die kurz- und langfristige Applikation verwendet werden:
Die Septopal Miniketten sollten intraoperativ unter Berücksichtigung der für die spätere Entfernung erforderlichen Zugrichtung eingelegt werden; der letzte ovale Körper überragt das Hautniveau, so dass die Kette durch vorsichtiges, beständiges Ziehen entfernt werden kann. Die Entfernung der Kette erfolgt im Allgemeinen nach 5–7 Tagen. Eine schrittweise Entfernung der Septopal Minikette über einige Tage ist ebenfalls möglich; d.h. Verkürzung der liegenden Kette ab z.B. dem 2. postoperativen Tag um jeweils 1–2 ovale Körper. Je weniger die Septopal Miniketten durch das sich postoperativ ausbildende Bindegewebe fixiert sind, desto leichter und schmerzärmer ist ihre Entfernung. Ist die Bindegewebsfixierung der Septopal Miniketten jedoch bereits fortgeschritten, oder werden bei der Extraktion der Septopal Miniketten die bestehenden Gewebsbedingungen nicht berücksichtigt, können sich ausnahmsweise ein oder mehrere ovale Körper vom Draht lösen. Im Extremfall kann hierbei der Draht der Septopal Minikette reissen. Dann sollte grundsätzlich der Versuch gemacht werden, die im Körper verbliebenen einzelnen ovalen Körper mit dem Drahtrest zu entfernen. Sollten dazu jedoch ausgedehnte chirurgische Massnahmen erforderlich werden, so können diese einzelnen ovalen Körper unter Berücksichtigung des Prinzips der Verhältnismässigkeit ausnahmsweise auch belassen werden.
Bei der operativen Implantation wird die Septopal Minikette vollständig unter das Hautniveau versenkt und nach ca. 1 bis 3 Monaten operativ komplett entfernt. Bei sanierten lokalen Verhältnissen wird ggf. eine Eigenspongiosaplastik angeschlossen.
Es sollte stets ein Wundverschluss mit Überlaufdrain ohne Sog angestrebt werden, wodurch ein übermässiger Sekretabfluss und damit ein Abfall der für die antibakterielle Wirkung erforderlichen Gentamicin-Konzentrationen am Ort des Infektionsgeschehens verhindert wird. Auf keinen Fall dürfen Septopal Miniketten zusammen mit einer Spül-Saug-Drainage angewendet werden, da dies infolge des Gentamicin-Verlustes und der hygienischen Probleme zu einer Entwicklung von Gentamicin-resistenten Erregerstämmen führen kann.
Septopal ist bei erwiesener Unverträglichkeit (Allergie) gegenüber Gentamicin und den Bestandteilen des Trägermaterials kontraindiziert. Da die Kugeln bzw. ovalen Körper auf chirurgischem Draht aufgezogen sind, der u.a. Chrom und Nickel enthält (vgl. auch «Zusammensetzung»), ist die Möglichkeit lokaler Überempfindlichkeitsreaktionen im Einzelfall nicht auszuschliessen.
Wie alle Aminoglykoside ist auch Gentamicin potentiell nephro- und/oder ototoxisch. Patienten mit einer beeinträchtigten Nierenfunktion, bei denen mehrere Septopal Ketten bzw. Miniketten angewendet werden, sind einem grösseren Risiko der Nephro- und/oder Ototoxizität ausgesetzt. Obwohl aufgrund der minimalen systemischen Konzentration kaum mit einer Kumulation gerechnet werden muss, ist bei schwerer Niereninsuffizienz Vorsicht geboten und eine Kontrolle der Gentamicin-Spiegel im Serum angezeigt.
Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz ist auch bei der Verwendung von Septopal zu beachten, dass Gentamicin neuromuskulär blockierende Eigenschaften hat und daher bei Patienten mit neuromuskulären Vorerkrankungen (z.B. Myasthenia gravis, Parkinson’scher Krankheit) besondere Aufmerksamkeit geboten ist. Dies gilt auch für Patienten, die gleichzeitig Muskelrelaxantien erhalten (z.B. bei der perioperativen Gabe von Gentamicin). Patienten, die gleichzeitig mit parenteralen Aminoglykosiden behandelt werden, sollten, unter Beachtung eines eventuellen Risikos kumulativer Toxizität, wie klinisch angezeigt, überwacht werden. Eine Messung der Serumspiegel ist in Betracht zu ziehen und bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion immer zu empfehlen.
Gentamicin: Aufgrund der niedrigen Gentamicin-Konzentrationen im Serum (vgl. «Pharmakokinetik») sind Interaktionen, bedingt durch die Anwendung von Septopal, im Allgemeinen nicht zu erwarten.
In Ausnahmefällen, insbesondere bei Patienten mit einer beeinträchtigten Nierenfunktion, könnten jedoch die von der parenteralen Gabe von Gentamicin bekannten Interaktionen beobachtet werden.
Der gleichzeitige Gebrauch von Gentamicin und stark wirkenden Diuretika, wie Etacrynsäure oder Furosemid, kann die ototoxische Wirkung von Gentamicin verstärken, da gewisse Diuretika selbst eine Ototoxizität verursachen können. Bei der intravenösen Verabreichung können die Diuretika die Toxizität der Aminoglykoside durch Veränderung der Antibiotika-Konzentration im Serum und Gewebe erhöhen.
Die Möglichkeit des Auftretens einer neuromuskulären Blockade und Atmungslähmung sollte dann in Betracht gezogen werden, wenn Gentamicin Patienten in hohen Dosen verabreicht wird, die neuromuskuläre Blockierungssubstanzen erhalten, wie Succinylcholin oder Tubocurarin oder grössere Transfusionen mit antikoaguliertem Blut (Citratgehalt). Kommt es zu einer Blockade, können Kalzium-Salze diese Erscheinungen aufheben.
Der gleichzeitige und/oder nachfolgende systemische oder lokale Gebrauch von anderen potentiell neurotoxischen und/oder nephrotoxischen Medikamenten, wie Cisplatin, Cephaloridine, Kanamycin, Amikacin, Neomycin, Polymyxin B, Colistin, Paromomycin, Strepomycin, Tobramycin, Netilmicin, Vancomycin und Viomycin sollte vermieden werden.
Aminoglykoside können die nierenschädigende Wirkung von Methoxyfluran verstärken. Bei gleichzeitiger Anwendung sind schwerste Nephropathien möglich.
Es liegen keine klinischen Daten mit Anwendung bei Schwangeren vor. Obwohl Gentamicin die Plazenta passiert, wurde in tierexperimentellen Studien mit parenteraler Gabe von Gentamicin kein teratogener, ototoxischer oder nephrotoxischer Effekt auf den Fötus gefunden. Bei der Anwendung in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten. Obwohl bei der lokalen und i.d.R. kurzzeitigen Applikation von Septopal Ketten lediglich sehr geringe, bzw. klinisch vernachlässigbare Gentamicin-Konzentrationen im Plasma auftreten, ist das Risiko der lokalen Anwendung jedoch als geringer als dasjenige einer systemischen Antibiotikatherapie einzuschätzen.
Dasselbe gilt für stillende Mütter.
Es wurden keine entsprechenden Studien mit Septopal durchgeführt.
Toxische Gentamicin-Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten, da nach Anwendung von Septopal nur extrem niedrige Gentamicin-Konzentrationen im Serum nachweisbar sind. Dennoch sollte das mögliche Auftreten folgender Gentamicin-spezifischer Nebenwirkungen in Erwägung gezogen werden. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig: >10%; häufig: ≥1%, <10%; gelegentlich: ≥0,1%, <1%; selten ≥0,01%, <0,1%; sehr selten: <0,01%.
Folgende Erkrankungen wären aufgrund des Nebenwirkungsspektrums des Gentamicins möglich, sind aber bisher nach Implantation von Septopal noch nicht beobachtet worden:
Selten: Thrombozytopenie, Leukopenie, Eosinophilie, Granulozytopenie.
Sehr selten: Bei hochdosierter Langzeitbehandlung (mehr als 4 Wochen) kann ein Syndrom mit Hypokaliämie, Hypokalzämie, Hypomagnesiämie auftreten.
Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen auf das Implantat.
Sehr selten: Schädigungen des Nervus statoacusticus (NVIII), wobei sowohl das Gleichgewichts- als auch das Hörorgan betroffen sein können. Bei den ototoxischen Reaktionen stehen vestibuläre Störungen im Vordergrund. Hörstörungen betreffen zuerst den Hochtonbereich und sind zumeist irreversibel. Wichtigster Risikofaktor ist eine vorbestehende Niereninsuffizienz. Symptome der ototoxischen Wirkungen sind z.B. Schwindel, Tinnitus, Minderung des Hörvermögens. Polyneuropathien und periphere Parästhesien sind nach Gabe von Septopal bisher nicht beschrieben worden.
Folgende Erkrankungen wären aufgrund des Nebenwirkungsspektrums des Gentamicins möglich, sind aber bisher nach Implantation von Septopal noch nicht beobachtet worden:
Gelegentlich nach Gentamicin-Injektionen: reversibler Anstieg des Serumbilirubin.
Sehr selten: reversibler Anstieg von Transaminasen und der alkalischen Phosphatase.
Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen unterschiedlicher Schweregrade, wie Hautausschlag, Juckreiz und Urtikaria.
Sehr selten: Einschränkung der glomerulären Filtrationsrate. Klinische Zeichen einer Nierenschädigung sind: Proteinurie/Hämaturie, Zylindrurie, Oligurie, Erhöhung der Konzentrationen von Kreatinin und Harnstoff im Serum.
Bisher nicht bekannt. Eine Intoxikation kann nach den bisherigen Erkenntnissen praktisch ausgeschlossen werden (vgl. «Pharmakokinetik»). Sollte dennoch im Einzelfall ein toxischer Gentamicinspiegel aufgrund der Anwendung von Septopal resultieren, sollte Septopal explantiert werden. Gentamicin kann durch Hämodialyse entfernt werden.
ATC-Code: J01GB03
Gentamycin, der Wirkstoff von Septopal, ist ein antimikrobieller Wirkstoff aus der Reihe der Aminoglykosid-Antibiotika. Der antibakterielle Wirkungsmechanismus beruht auf einer Störung der Proteinsynthese (Ablesefehler an der Messenger-RNS), der sich bei niedrigen Konzentrationen nur bei proliferierenden Keimen bemerkbar macht. Im höheren Konzentrationsbereich tritt ein bakterizider Effekt auf, der durch die Synthese falscher Eiweisse zustande kommt, die unter anderem in die Zytoplasmamembran eingelagert werden und zu funktionellen Störungen führen. Die Membran wird permeabel und das Bakterium verliert essentielle Bestandteile. Diese Schädigung ist irreversibel. Unter optimalen Bedingungen sind für die antibakterielle Wirkung bei empfindlichen Keimen Gentamicin-Konzentrationen von 0,5 bis 5,0 µg/ml notwendig. Die Wirksamkeit hängt aber auch sehr stark von anderen Bedingungen ab, so beeinflusst die Protonenkonzentration die Wirksamkeit erheblich; das Wirkungsmaximum liegt bei pH 7,8, bei pH 6,6 ist bereits die 8fache Konzentration für dieselbe antibakterielle Wirkung erforderlich.
Septopal wird mit dem Vorteil einer hohen Gentamicin-Konzentration am Ort der Infektion oder Kontamination zur lokalen Antibiotikatherapie verwendet. Das aus Septopal protrahiert freigesetzte Gentamicin wirkt bakterizid auf proliferierende und ruhende Keime.
Die Wirksamkeit hängt im Wesentlichen von dem Quotienten aus maximaler Serumkonzentration (Cmax) und minimaler Hemmkonzentration (MHK) des Erregers ab.
Eine Resistenz gegenüber Gentamicin kann auf folgenden Mechanismen beruhen:
– Enzymatische Inaktivierung: Die enzymatische Modifikation der Aminoglykosidmoleküle ist der häufigste Resistenzmechanismus. Hierfür sind Acetyltransferasen, Phosphotransferasen oder Nukleotidyltransferasen verantwortlich, die zumeist plasmidkodiert sind.
– Verminderte Penetration und aktiver Efflux: Diese Resistenzmechanismen finden sich vor allem bei Pseudomonas aeruginosa.
– Veränderung der Zielstruktur: Modifikationen innerhalb der Ribosomen kommen nur gelegentlich als Ursache einer Resistenz vor.
Es besteht eine weitgehende Kreuzresistenz von Gentamicin mit anderen Aminoglykosidantibiotika. Aus diesem Grunde, und weil die Resistenz der gramnegativen Erreger von Spital zu Spital erheblich variieren kann, empfiehlt es sich dringend, vor Therapiebeginn ein Antibiogramm anzufertigen.
Die Testung von Gentamicin erfolgt unter Benutzung der üblichen Verdünnungsreihe. Folgende minimale Hemmkonzentrationen für sensible und resistente Keime wurden festgelegt:
|Erreger Sensibel Resistent|
|Enterobacteriaceae ≤2 mg/l >4 mg/l|
|Pseudomonas spp. ≤4 mg/l >4 mg/l|
|Acinetobacter spp. ≤4 mg/l >4 mg/l|
|Staphylococcus spp. ≤1 mg/l >1 mg/l|
|Nicht speziesspezifische ≤2 mg/l >4 mg/l|
|Grenzwerte*|
* Basieren hauptsächlich auf der Serumpharmakokinetik.
Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Verlauf der Zeit variieren. Deshalb sind – insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen – lokale Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Falls auf Grund der lokalen Resistenzsituation die Wirksamkeit von Gentamicin in Frage gestellt ist, sollte eine Therapieberatung durch Experten angestrebt werden. Insbesondere bei schwerwiegenden Infektionen oder bei Therapieversagen ist eine mikrobiologische Diagnose mit dem Nachweis des Erregers und dessen Empfindlichkeit gegenüber Gentamicin anzustreben.
Prävalenz der erworbenen Resistenz auf der Basis von Daten der letzten 5 Jahre aus nationalen Resistenzüberwachungsprojekten und -studien (Stand: Dezember 2008):
Staphylococcus aureus (Methicillin-sensibel), Staphylococcus saprophyticus¹.
Enterobacter aerogenes, Enterobacter cloacae, Escherichia coli², Klebsiella oxytoca, Klebsiella pneumoniae, Proteus vulgaris, Salmonella enterica (Enteritis-Salmonellen), Serratia liquefaciens¹, Serratia marcescens.
Staphylococcus aureus, Staphylococcus aureus (Methicillin-resistent), Staphylococcus epidermidis³, Staphylococcus haemolyticus³, Staphylococcus hominis.
Acinetobacter baumannii, Citrobacter freundii, Morganella morganii, Pseudomonas aeruginosa, Proteus mirabilis.
Enterococcus spp.*, Streptococcus spp.*.
Burkholderia cepacia, Stenotrophomonas maltophilia.
Bacteroides spp., Clostridium difficile.
Chlamydia spp., Chlamydophila spp., Legionella pneumophila, Mycoplasma spp., Ureaplasma urealyticum.
¹ Bei Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primärliteratur, Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen.
² Auf Intensivstationen liegt die Resistenzrate bei ≥10%.
³ In mindestens einer Region liegt die Resistenzrate bei über 50%.
* Klinische Wirksamkeit für die Therapie der Enterokokken- und Streptokokken-Endokarditis in Kombination mit Penicillin belegt, wenn keine hochgradige Resistenz (Enterokokken) vorliegt.
Es sollte berücksichtigt werden, dass durch die hohen lokalen Gentamicinkonzentrationen auch ein grosser Teil der Bakterien abgetötet werden kann, der sich im Antibiogramm mit den routinemässig verwendeten 10-µg-Testblättchen als resistent erweist. Die in vitro-Empfindlichkeit von Bakterien gegen Gentamicin wird durch den Zusatz von Serum zum Testmedium nur geringfügig beeinflusst.
Vgl. «Pharmakokinetik».
Das aus Septopal freigesetzte Gentamicin wird in das Wundgebiet abgegeben und verteilt sich im Wundsekret. Von hieraus wird ein Teil des Gentamicins vom umliegenden Gewebe absorbiert. Es hängt dabei von der Wundgrösse, dem Sekretfluss und der Anzahl der implantierten Kugeln/ovalen Körpern ab, wieviel Gentamicin mit dem drainierten Wundsekret ausgeschieden bzw. von dem umliegenden Gewebe absorbiert wird. Nach erfolgter Implantation von Septopal Ketten bzw. Miniketten wurde die Gentamicin-Konzentration im Serum, Urin und Wundsekret mikrobiologisch bestimmt.
Im Serum konnten nur für wenige Tage nach der Operation Gentamicin-Konzentrationen gemessen werden. Unabhängig von der Lokalisation der Septopal Ketten, ob in Knochen- oder Weichteilgewebe, lag die ermittelte Gentamicin-Konzentration im Serum in keinem Fall über 0,5 µg/ml.
Im Urin war für einen längeren Zeitraum Gentamicin nachweisbar. In den ersten Tagen nach der Operation lag die gemessene Konzentration unter einem Wert von 10 µg/ml. Bei 14 Patienten wurde darüber hinaus die Gentamicin-Konzentration am 22. und 141. Tag nach der Operation bestimmt. Die gemessenen Konzentrationen lagen in einem Bereich von 0–1,8 µg/ml. Abhängig von der Zahl der implantierten Kugeln wird Gentamicin über einen Zeitraum von mehreren Monaten freigesetzt.
Die ermittelten Messwerte für das Serum und den Urin zeigten, dass die erzielte systemische Konzentration weit unterhalb der pharmakologisch relevanten Gentamicin-Konzentration, wie sie bei i.v. oder i.m. Applikation erreicht werden, liegt, so dass bei Patienten mit normaler Nierenfunktion in keinem Fall toxische Nebenwirkungen zu erwarten sind.
Im Wundsekret werden in den ersten vier Tagen nach der Implantation Gentamicin-Konzentrationen von bis zu 345,6 µg/ml erreicht. Die erreichten Wirkspiegel am Ort der Infektion liegen somit weit über den Konzentrationen, die zur Abtötung der ätiologisch wichtigen Erreger notwendig sind.
Wie Tabelle 1 zeigt, wurden beim Menschen auch nach 30–70 Tagen im Gewebe noch bakterizide Antibiotikumkonzentrationen gemessen. Es muss allerdings darauf hingewiesen werden, dass die Septopal Ketten im Allgemeinen zwischen dem 7. und 14. Tag postoperativ gezogen werden sollten.
|Patient Implan- Binde- Spongiosa Kortikalis|
|tations- gewebe|
|dauer|
|(Tage)|
|A.N. 30 33,5 – 1,0|
|K.C. 47 11,0 – 0|
|A.N. 48 15,8 1,95 0,60|
|P.H. 49 22,0 – –|
|L.H. 51 16,5 1,60 0,62|
|F.M. 51 9,1 – –|
|M.N. 53 18,7 – 0|
|A.D. 63 10,0 4,3 3,0|
|L.H. 70 25,0 3,3 –|
Ein Mass für die hohen lokalen Antibiotikumspiegel am Implantationsort ist die Gentamicin-Konzentration im Wundsekret. Bei 10 Patienten wurden in den ersten 4 postoperativen Tagen bis zu 345,6 µg/ml nachgewiesen.
|Pa- An- Sammelzeiten in Tagen|
|ti- zahl|
|ent der|
|Ku- 0–1 1–2 2–3 3–4|
|geln ml µg/ml ml µg/ml ml µg/ml ml µg/ml|
|B.A. 180 650 35,9 540 56,9 200 71,3 180 58,0|
|R.M. 90 60 89,0 150 36,7 60 124,0 50 124,5|
|K.C. 11 150 9,5 50 20,5 3 8,2 6 5,3|
|S.J. 30 30 72,5 14 45,9 10 40,0 16 30,2|
|O.A. 90 450 41,0 75 36,0 60 42,7 35 28,0|
|H.J. 90 350 17,8 125 15,1 60 18,2 60 25,1|
|H.F. 90 350 26,6 100 91,7 50 78,4 30 19,5|
|K.B. 87 560 59,0 15 268,8 50 345,6 15 268,8|
|P.H. 57 200 51,4 30 70,5 5 33,9 3 14,3|
|J.H. 60 155 55,6 80 30,0 50 22,6 5 14,7|
Im Serum und Urin dagegen blieben die Konzentrationen sehr gering (Serum: niedriger als 0,5 µg/ml; Urin: weniger als 10 µg/ml) (vgl. Tab. 3 und 4). Die niedrigen Konzentrationen im Serum und Urin deuten auf minimale systemische Konzentrationen hin, die keinerlei Belastung des Organismus erwarten lassen.
|Patient Anzahl Sammelzeiten|
|der Stunden Tage|
|Kugeln 1 4 24 2|
|H.F. 90 0 Spur Spur Spur|
|K.B. 87 0 0 0,07 Spur|
|F.A. 135 Spur 0,05 0,12 0,30|
|H.S. 90 Spur 0,07 0,09 0,05|
|B.B. 90 Spur Spur Spur Spur|
|H.J. 90 0 Spur 0,50 Spur|
|R.M. 90 Spur Spur 0,10 0,48|
|B.A. 180 0,1 Spur Spur Spur|
|G.P. 120 Spur Spur Spur Spur|
|S.J.-P. 80 Spur Spur Spur Spur|
|Patient Anzahl Sammelzeiten|
|der Stunden Tage|
|Kugeln 6–24 1–2 3–4 5–6 9–10|
|F.A. 135 4,5 4,9 1,1 9,3 –|
|B.A. 180 2,5 2,2 1,0 – –|
|J.H. 60 2,2 1,9 6,7 6,7 2,1|
|H.S. 90 5,3 3,8 6,6 4,7 1,9|
|H.J. 90 3,3 5,0 3,9 4,0 1,5|
|St.U. 60 2,2 3,1 6,3 2,3 2,7|
|D.F. 60 2,1 0 0,9 1,5 1,0|
|S.J. 80 1,2 4,5 1,5 1,5 0,9|
|G.P. 120 0,5 1,5 2,6 1,2 1,3|
|B.B. 90 2,1 1,8 2,9 1,0 2,1|
Im Serum wurden 1–4 Stunden nach Kettenimplantation für Gentamicin Peakwerte von <0,42 µg/ml und im Urin Werte von <0,49 µg/ml gemessen.
Die ermittelten Messwerte für das Serum und den Urin zeigten, dass die erzielte systemische Konzentration weit unterhalb der pharmakologisch relevanten Gentamicin-Konzentration, wie sie bei i.v. oder i.m. Applikation erreicht werden, liegt, so dass bei Patienten mit normaler Nierenfunktion in keinem Fall toxische Nebenwirkungen zu erwarten sind.
Im Wundsekret wurden nach Implantation von 10–60 ovalen Körpern der Septopal Minikette im innerhalb der ersten 4 Stunden gesammelten Wundsekret Konzentrationen zwischen 0,5 bis maximal 403 µg Gentamicin/ml Wundsekret gemessen (N= 22 Patienten). In der Sammelperiode von 4–24 Stunden wurden noch Konzentrationen zwischen 10–330 µg Gentamicin/ml Wundsekret gemessen (N= 21 Patienten). Aufgrund der unterschiedlichen klinischen Gegebenheiten können bei der Konzentration im Wundsekret grosse Schwankungen beobachtet werden.
Bei 6 Kaninchen mit einer künstlich gesetzten Infektion am Tibiaknochen (Rasse: Weisse Neuseeländer) konnte in der Umgebung der ovalen Körper 28 Tage nach deren Implantation in einer Entfernung von 1–2 cm 0,28–7,44 µg Gentamicin/g Knochenmark gemessen werden. In der unmittelbar angrenzenden Spongiosa wurden zwischen 7,6 und 48,3 µg/g gefunden, in der Innenschicht der Kortikalis 0,48–3,7 µg/g und in der Aussenschicht <0,2 bis 0,92 µg/g.
Die grundsätzliche Verteilungskinetik des aus Septopal freigesetzten Gentamicins entspricht der des systemisch applizierten Gentamicins. Im Falle des Septopals werden aufgrund der Freisetzungskinetik und Applikationsweise hohe Gentamicin-Konzentrationen in dem umliegenden Gewebe erreicht. Nach Implantation wurde das Wundsekret durch Überlaufdrains gesammelt und die Gentamicin-Konzentration bestimmt.
Für Septopal Ketten konnten in den ersten 4 Tagen nach der Operation bis zu 345,6 µg/ml Gentamicin in dem Wundsekret nachgewiesen werden. Bei Septopal Miniketten wurden in den ersten 24 Stunden nach der Operation bis zu 403 µg/ml Gentamicin in dem Wundsekret nachgewiesen. Die unterschiedlichen Konzentrationen erklären sich aus der Anzahl implantierter Kugeln, den Verhältnissen am Infektionsort sowie dem Sekretfluss.
Die Gentamicin-Konzentration am Infektionsort und dem umliegenden mesenchymalem Gewebe erreicht genügend hohe Wirkspiegel zur Abtötung der ätiologisch wichtigsten Erreger. Hingegen werden in den spongiösen und corticalen Bereichen des Knochens nur geringe Gentamicin-Konzentrationen erlangt, so dass eine lokal begrenzte, mit hohen Antibiotikumkonzentrationen versehene Chemotherapie gewährleistet ist.
Die ermittelten Konzentrationen im Serum und Urin liegen bei Patienten mit normaler Nierenfunktion weit unterhalb der notwendigen therapeutischen Konzentration und sind somit zu vernachlässigen.
Gentamicin wird nicht metabolisiert. Das Antibiotikum wird in mikrobiologisch aktiver Form ausgeschieden.
Die Elimination des Gentamicins, das nach seiner Freisetzung aus Septopal absorbiert wurde, erfolgte ausschliesslich renal. Aufgrund der geringen systemischen Konzentration nach Implantation von Septopal Ketten werden Gentamicin-Konzentrationen im Urin erreicht, die einen Wert von 10 µg/ml bzw. 4,9 µg/ml bei Septopal Miniketten nicht übersteigen. Die renale Exkretionsrate des Gentamicins nach Implantation von Septopal erreichte in keinem untersuchten Fall den für die Beeinflussung der Nierenfunktion kritischen Wert von 150 µg/min, somit ergibt sich keine Beeinflussung der renalen Funktion.
Aufgrund der geringen systemischen Gentamicin-Konzentration ist mit toxischen Nebenwirkungen, wie sie für Aminoglykosid-Antibiotika bekannt sind bei Patienten mit normaler Nierenfunktion, nicht zu rechnen.
Es sollte jedoch bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion die Gentamicin-Konzentration im Blut überwacht werden.
Für die Anwendung von Septopal bei Kindern und älteren Patienten ergeben sich keine grundsätzlichen Einschränkungen.
Es sind keine zusätzlichen für die Anwendung relevanten präklinischen Daten vorhanden.
Bei bildgebenden diagnostischen Methoden mittels Kernspinntomographie sollte die metallische Komponente des chirurgischen Drahtes beachtet werden.
Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden und ist bei Raumtemperatur (15–25 °C) in der Originalpackung zu lagern.
Medikament ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Der Inhalt darf nach Öffnen der Aluminium-Schutzverpackung nicht mehr gelagert werden.
Bei einer Operation nicht gebrauchte Reste von Septopal Ketten bzw. Miniketten können nicht resterilisiert werden, sie sind deshalb zu verwerfen.
41291, 46417 (Swissmedic).
Septopal Ketten 1 Kette mit 10 Kugeln. (A)
Septopal Ketten 1 Kette mit 30 Kugeln. (A)
Septopal Ketten 1 Kette mit 60 Kugeln. (A)
Septopal Miniketten 1 Minikette mit 10 ovalen Körpern. (A)
Biomet Orthopaedics Switzerland GmbH, 8953 Dietikon.
Juli 2010.