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Die Entschädigung bemisst sich einerseits nach dem zeitlichen Umfang der Tätigkeit. Andererseits ist die finanzielle Leistungsfähigkeit der nicht unterstützten Person angemessen zu berücksichtigen.
2.1. Zeitlicher Umfang
Der Umfang der von der unterstützten Person erwarteten Arbeitsleistung wird aufgrund äusserer Indizien eingeschätzt. Sie hängt von ihrer zeitlichen Verfügbarkeit und ihrer Arbeitsleistungsfähigkeit ab. Insbesondere sind deren Erwerbstätigkeit, die Teilnahme an Ausbildungs- oder Integrationsmassnahmen und die gesundheitliche Situation zu beachten. Ist die betroffene Person aus zeitlichen oder gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, den Haushalt alleine oder mehrheitlich zu führen, darf keine Entschädigung angerechnet werden.
2.2. Berücksichtigung der finanziellen Leistungsfähigkeit der nicht unterstützten Person/en
Es gelten folgende Grundsätze (siehe Praxishilfe erweitertes SKOS-Budget):
- Das verbleibende Nettoeinkommen der pflichtigen Person darf ihr erweitertes soziales Existenzminimum (siehe unten) nicht unterschreiten. Das heisst, ist sie wirtschaftlich nicht oder nur beschränkt leistungsfähig, wird keine oder nur eine geringe Entschädigung angerechnet.
- Ist die nicht unterstützte Person wirtschaftlich dazu in der Lage, kann der höchste Ansatz angerechnet werden, wenn dies unter Berücksichtigung des zeitlichen Aufwands für die Haushaltsführung angemessen erscheint.
- Verweigert die verdienende Person die Inanspruchnahme der Dienstleistungen der betroffenen Person (weil sie z.B. bereits eine Putzkraft engagiert hat), kann keine Haushaltsführungsentschädigung angerechnet werden.
- Werden die geforderten Angaben über die finanziellen Verhältnisse der nicht unterstützten Person nicht bekanntgegeben, muss die Sozialbehörde letztere mit Fristansetzung zur Auskunftserteilung auffordern bzw. sie allenfalls mittels Verfügung dazu verpflichten. Gemäss § 18 Abs. 2 SG sind Personen, die mit der gesuchstellenden oder leistungsbeziehenden Person in einer Hausgemeinschaft leben oder ihr gegenüber unterhalts- oder unterstützungspflichtig sind, gegenüber den Leistungserbringenden verpflichtet, unentgeltlich diejenigen Auskünfte zu erteilen und Unterlagen einzureichen, die notwendig sind, um die Sozialleistungen festzulegen, zu ändern, sicherzustellen, an Dritte auszuzahlen oder zurückzufordern. Mit Busse bis CHF 10'000.00 wird bestraft, wer die Auskunftspflicht verletzt, indem er wissentlich unwahre Auskunft erteilt oder die Auskunft verweigert (§ 170 Abs. 1 Bst. f SG).
- Werden die notwendigen Auskünfte trotzdem verweigert, so kann für die Entschädigung der Haushaltsführung der höchste Ansatz gemäss SKOS in Höhe von Fr. 950.- verrechnet werden.
2.3. Erweitertes soziales Existenzminimum
Da die nicht unterstützte Person ihren Verpflichtungen gegenüber Dritten weiterhin nachkommen können muss, ist für sie ein erweitertes SKOS-Budget zu erstellen. Dabei sind neben den für sie anfallenden Kosten der materiellen Grundsicherung auch ausgewiesene bezifferbare und regelmässig wiederkehrende situationsbedingte Leistungen, Unterhaltsverpflichtungen, die laufenden Steuern, Versicherungsprämien, effektiv geleistete Abzahlungen (Schuldentilgung) etc. zu berücksichtigen (siehe Praxishilfe erweitertes SKOS-Budget).
2.4. Berechnung der Haushaltsführungsentschädigung
Zur Berechnung der Haushaltsführungsentschädigungen werden die Einnahmen der leistungspflichtigen Mitbewohner und Mitbewohnerinnen dem erweiterten SKOS-Budget gegenübergestellt. Sämtliche Einnahmen (inkl. Vermögensertrag, 13. Monatslohn etc.) sind zu berücksichtigen. Bei mehreren entschädigungsfähigen Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern ist zu berücksichtigen, dass die Entschädigung mit der zu leistenden Hausarbeit in einem angemessenen Verhältnis steht. Sind die Mitbewohnerinnen und Mitbewohner nicht voll erwerbstätig, ist davon auszugehen, dass der Haushalt teilweise selbst geführt wird.
Die Hälfte des Überschusses (Einnahmen minus erweitertes SKOS-Budget) wird bis maximal Fr. 950.-- angerechnet (SKOS-Richtlinien D.4.5 Erläuterung b). Bei Vermögen im erheblichen Umfang wird ein Vermögensverzehr nach den Regeln der Verwandtenunterstützung zum Einkommen hinzugerechnet.
Der Betrag an die unterstützte Person ist im Rahmen der finanziellen Leistungsfähigkeit mindestens zu verdoppeln, wenn eines oder mehrere Kinder der pflichtigen Person betreut werden.