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Jane (Kate Bosworth), eine junge amerikanische Schriftstellerin, begleitet ihren Ehemann Leonard (Iddo Goldberg) auf eine Geschäftsreise nach Neapel, um dort über die Geschichte ihrer Grossmutter zu schreiben. Leonard, der erfolgreiche Musiker, probt Tag und Nacht für sein anstehendes Konzert. Derweil verbringt Jane ihre Zeit auf der nahegelegenen Insel Ischia. Dort begegnet sie dem jungen Amerikaner Caleb (Jamie Blackley), mit dem sie den ganzen Tag verbringt. Sie geniesst die unbekümmerte Zeit und merkt dadurch, dass ihre Ehe mit Leonard schon lange kaputt ist.
Seit der Fehlgeburt fühlt sich Jane von ihrem Mann nicht mehr verstanden. Nie haben sie über den Verlust ihres ungeborenen Kindes gesprochen - der Schmerz sitzt zu tief und die Wunden sind noch nicht geheilt. Die Begegnung mit Caleb öffnet Jane die Augen und bringt frischen Wind in ihr Leben. Sie geniesst jede Minute mit dem durchaus attraktiven Jüngling, schaut die Welt mit anderen Augen an. Die strenge Jane wird lockerer und ist für jeden Streich zu haben. Allmählich beginnt sie sogar eine Affäre mit dem jüngeren Caleb. Für wen entscheidet sich Jane jedoch letztendlich? Bleibt sie bei ihrem erfolgreichen Mann, oder wirft sie sich mit Caleb in ein neues Abenteuer?
Eine Frau, zwei Männer: das ist die Voraussetzung für eine typische Dreiecksbeziehung, die man üblicherweise aus Romanen und Liebesdramen kennt - vielleicht auch vom eigenen Leben. Auch Kat Coiro bedient sich dieser Schablone und verfilmt die Geschichte einer recht klischeehaften Dreiecksbeziehung. Kate Bosworth, die schon 2011 in Coiros Langfilm L!fe Happens mitgespielt hat, verkörpert die hübsche Jane, die mit einem jungen Amerikaner (Jamie Blackley) eine Affäre eingeht. Auf sie ist von Anfang an das Augenmerk gerichtet. Die Figur von Caleb (Jamie Blackley) kommt wiederum frisch und unbekümmert daher, während der Ehemann (Iddo Goldberg) eher diszipliniert und verkrampft wirkt. Coiro spielt in While We Were Here mit typischen Klischees, die für manchen Zuschauer sicherlich einfallslos wirken.
Die Bildästhetik ist allerdings alles andere als langweilig. Coiro dreht den Film bewusst in Schwarzweiss, sodass man von der schönen Landschaft nicht zu sehr abgelenkt ist, sondern seine Aufmerksamkeit vielmehr den Figuren im Film widmet. Trotzdem schaut man sich auch die schöne Hügellandschaft der Insel Ischia, das endlose Meer und die Gassen von Neapel gerne an. Die Landschaftsbilder sind schön ästhetisch und symbolisieren die zunehmende Freiheit der weiblichen Protagonistin. Hierbei handelt es sich um eine Seelenlandschaft, die die inneren Gefühlswelt der Protagonisten veranschaulicht.
Weniger erfreulich ist die inhaltliche Komponente - zu klischeehaft kommt sie daher: Leonard, der bis zuletzt Janes innerliche Leere nicht bemerkt, ist nicht imstande, über seine Gefühle zu reden. Immer mehr vertieft er sich in die Arbeit und umgeht seine Beziehungsprobleme. Jane hingegen sucht sich Trost bei einem Bubi-Burschen, der seine Zeit mit Nichtstun verschwendet. Zum krönenden Abschluss verliert sie dann noch die Nerven und verlässt ihren Ehemann für den abenteuerlustigen Jüngling.
Auch die Streitsituation ist typisch klassisch: Leonard sitzt passiv auf einem Sofa und begreift die ganze Aufregung nicht. Jane wiederum versucht ihre Emotionen zu schildern und fühlt sich dabei kein Stück von ihrem Mann verstanden. Die Situation artet aus und Jane verlässt das Haus. Schade ist, dass Coiro den Streit mit einer üblichen Flucht aus dem Haus beendet. Die Geschichte ist zu banal und flach in der Handlung. Durch die gewohnten Klischees verliert der Film eindeutig an Spannung, was er höchstens mit seiner Bildästhetik ausgleichen kann.