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Für Bombardier könnte dies auch ein Befreiungsschlag sein, da zum einem die finanziellen Probleme seit 2015 noch grösser geworden sind und die US-Regierung unter Donald Trump mit einem Strafzoll von bis zu 300 Prozent für die C-Serie drohte. Da die Endfertigung der Flugzeuge in ein US-Werk von Airbus wandern soll, wird das jetzt wohl vermieden. Gerade dies dürfte Boeing stark ärgern, da der US-Hersteller den Strafzoll wegen staatlicher Subventionen für die Flugzeugreihe gefordert hatte.
Seit 2015 sind die Probleme Bombardiers noch grösser geworden, so dass Airbus bei der Übernahme nichts direkt zahlen muss, sondern nur die Kosten für die Weiterentwicklung tragen muss - wobei Bombardier in den kommenden drei Jahren noch für finanzielle Lücken der Vergangenheit von bis zu 700 Millionen Dollar geradesteht, wie die beiden Unternehmen am frühen Dienstagmorgen mitteilten. Das Geschäft werde zudem schuldenfrei übergeben.
Airbus übernimmt 50,01 Prozent an der Firma, die für die C-Serie verantwortlich ist, wie die Unternehmen am frühen Dienstagmorgen mitteilten. Bombardier wird 31 Prozent behalten. Die staatliche Investmentgesellschaft, die vor zwei Jahren eingestiegen ist, um Bombardier zu stützen, ist mit rund 19 Prozent beteiligt. Airbus muss für den Kauf nichts direkt zahlen, sondern nur die Kosten für die Weiterentwicklung tragen.
Airbus-Chef Tom Enders sagte, die Gespräche für die Partnerschaft hätten im August begonnen. Die jetzt getroffene Vereinbarung bezeichnete er als "Win-Win"- Situation für alle Beteiligten.
An der Börse wurde die Übernahme gefeiert. Die Airbus-Aktie legte in den ersten Handelsminuten um rund drei Prozent zu und steuert wieder auf ihr Rekordhoch von Anfang Oktober zu. Das Papier steht seit einiger Zeit bei Anlegern hoch im Kurs - in den vergangenen zwölf Monaten stieg der Börsenwert um fast 50 Prozent auf zuletzt mehr als 60 Milliarden Euro. In den vergangenen Tagen hatten hingegen Korruptionsvorwürfe die Papiere belastet.
Aber auch bei den Aktionären von Bombardier sorgte die Ankündigung für Freude. An der Frankfurter Börse zog der Kurs der Bombardier-Anteile um rund sieben Prozent an - die Aktie hatte allerdings in den vergangenen Jahren deutlich an Wert verloren, da Bombardier nicht nur im Flugzeuggeschäft mit starken Problemen zu kämpfen hat, sondern auch in der Bahntechnik. Hier war unter anderem zuletzt der Versuch eines Zusammenschluss mit der Siemens-Zugsparte gescheitert./zb/men
(AWP)