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|Im Originalton|
|Emil Manser über sich selber|
In einem Brief aus der Psychiatrischen Klinik St.Urban schrieb Emil Manser über sein Leben:
Liebe Schwestern,
Liebe Brüder,
ich wurde am 20.11.51 in Appenzell geboren. Mein Vater war Pächter eines Staatseigenen Landwirtschaftsbetriebes. Er ist bescheiden, offen, ehrlich arbeits- und sparsam ähnlich wie der lybische "Terrorist" Moumar al Ghadaffi.
Meine Mutter ist mit Nancy Reagan zu vergleichen.
Ich verbrachte eine glückliche Kinder und Jugendzeit: Ich durfte 7 Jahre Primar 2 Jahre Sekundarschule besuchen. Anschliessend 4-jährige Buchdruckerlehre beim "Appenzeller Volksfreund" Lehrabschluss 1971.
Anschliessend arbeitete ich ca. 2 Jahre als Buchdrucker in St. Gallen. Von Buchdruck konnte ich mich bald nicht mehr begeistern weshalb ich eine Anlehre als Maurer und Maler machte.
Im Jahre 1975 kam ich Stellen und fast mittelos nach Luzern. Ich sprach bei Besitzer renofationsbedürftiger Liegenschaften vor und empfahl mich für Renovationsarbeiten. Bereits im Jahre 1976 war ich Inhaber einer Schwarzarbeiter-"Firma" mit ca. 500'000 Fr. Jahresumsatz.
Ich war ehrgeizig und strebsam. Ich wollte materiell reich werden. Bis 1978 lernte ich viele Hausbesitzer und Mitarbeiter gut kennen. Gleichzeitig lief die Fahndung nach den RAF Terroristen auf Hochtouren.
Ich machte mir über vieles Gedanken und zweifelte an vielem. Ich kannte in der damaligen Zeit Ehepaare die nicht einmal Milch für Ihre Kleinkinder kaufen konnten.
Ein grosser Teil meiner Einkünfte wurde verschenkt verhurt und versoffen. Fabrikanten stellte ich Versufscheine aus.
Im Jahre 1982 wurde ich Asien wegen Meinungsäusserung verhaftet. Ins Irrenhaus meiner Heimatgemeinde gebracht. Und psychisch ermordet.
In meiner Heimatgemeinde wurde ich mit 31 Jahren zum Kind erklärt. (Bevormundet)
Ich konnte meiner gewohnten Tätigkeit nicht mehr nachgehen. Ich erhalte eine IV Rente von der ich gut leben kann.
Am 18. Dezember 1999 wollte ich an der Obergrundstrasse ein bisschen Land fruchtbar machen (Nähe Stadtpolizei). Ich wollte Dreck und Steine mittels Handwagen abführen und durch Humus ersetzen. Im Frühjahr hätte ich Kartoffeln gepflanzt. Sechs Stunden nach Arbeitsbeginn war ich im Irrenhaus. Es gibt Staaten in denen Denkende und sich anders Äussernde in Gefängnisse, Anstalten oder Lager gesteckt
Man sollte nicht die Menschen verstaatlichen sondern die Staaten vermenschlichen.
Gruss
Emil.
N.B.: Ich entschuldige meine schlechte Schrift und Schreibfehler. Aber ich bin ja auch wieder mal im Irrenhaus.