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<h2>SubmittedText<h2><p>Seit der Publikation des "Konzepts Windenergie Schweiz" 2004 haben sich die Voraussetzungen stark verändert. So bestehen seit dem politischen Beschluss zum Atomausstieg weitreichende Ziele für die Nutzung der erneuerbaren Energien. Auch hat sich die technische Leistungsfähigkeit von Windanlagen deutlich verbessert. Im Hinblick auf die Diskussion der Energiestrategien ist deshalb eine aktualisierte Beurteilung des Potenzials der Windenergie notwendig. In diesem Zusammenhang stellen sich folgende Fragen:</p><p>1. Wie hoch ist das Windenergie-Potenzial (Gigawattstunden/Jahr) bei unterschiedlicher Auslegung der Standortkriterien (rein technisches Potenzial sowie Potenzial bei unterschiedlicher Berücksichtigung von Schutzgebieten)?</p><p>2. Die beiden Räte haben die Motion 12.3008 überwiesen, wonach auch Windanlagen in Waldgebieten zugelassen werden können. Wie gross ist das zusätzliche Potenzial solcher Anlagen (Gigawattstunden/Jahr)?</p><p>3. Welcher Flächenanteil der Schweiz müsste jeweils für die Windenergienutzung zur Verfügung stehen, um die Potenziale zu realisieren?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Im Rahmen der laufenden Arbeiten zur Energiestrategie 2050 wurden unter anderem Potenzialabschätzungen für die Windenergie im Allgemeinen sowie des Anteils der Windenergie in Waldnähe am Gesamtpotenzial realisiert. Auf der Basis dieser Berechnungen können die Fragen wie folgt beantwortet werden: </p><p>1. Das rein technische Windenergiepotenzial entspricht der Menge Windstrom, welche in der Schweiz produziert werden kann, unter Ausschluss von Gebieten mit instabilem Baugrund, Seeflächen, Gebieten mit Hangneigung grösser als 20 Prozent, bewohnten (mindestens ein Einwohner bzw. eine Einwohnerin pro Hektare) und nicht erschlossenen Gebieten (keine bestehende Strasse der Klasse 4 oder höher). Das technische Windenergiepotenzial beträgt beim heutigen Stand der Technik 51,8 Terawattstunden (TWh) pro Jahr. Dies entspricht 86 Prozent des gegenwärtigen Stromverbrauchs. Bei Verwendung von grösseren und leistungsstärkeren Anlagen beträgt das Potenzial rund 58,5 TWh pro Jahr, was 97 Prozent des heutigen Stromverbrauchs entspricht. </p><p>Das nachhaltige Windenergiepotenzial beinhaltet jene Menge Windstrom, die unter Berücksichtigung von technischen und wirtschaftlichen Kriterien, unter Ausschluss von nationalen Schutzobjekten bzw. Pufferzonen (siehe Liste Anhang), Grundwasserschutzzonen, Waldgebieten sowie unter Berücksichtigung des Lärmschutzes (300 Meter Abstand der Anlage von Gebieten mit einer Einwohnerdichte von weniger als 1 Einwohner pro Hektare) noch produziert werden kann. Das nachhaltige Windenergiepotenzial beläuft sich mit heutiger Technik auf 3,4 TWh pro Jahr bzw. 6 Prozent des heutigen Stromverbrauchs. Werden grössere und leistungsstärkere Anlagen gebaut, beträgt es bis 3,7 TWh pro Jahr.</p><p>2. Wenn das Waldgebiet bei der Berechnung des nachhaltigen Windenergiepotenzials nicht ausgeschlossen wird, beträgt das gesamte Potenzial beim heutigen Stand der Technik 5,3 TWh pro Jahr, was 9 Prozent des heutigen Stromverbrauchs entspricht. In Beantwortung des Postulats Cramer 10.3722 soll noch dieses Jahr ein Bericht der Bundesämter für Energie (BFE), Umwelt (Bafu) und Raumentwicklung (ARE) über die Nutzung der Windenergie in Waldgebieten veröffentlicht werden.</p><p>3. Eine Abschätzung bezüglich des benötigten Flächenanteils für die Ausschöpfung des Windenergiepotentials kann aufgrund von fehlenden Daten nicht abgegeben werden. </p><p></p><p><b>Anhang: Liste der Schutzobjekte</b></p><p></p><table width="240.7pt"><tr><td width="164.35pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p><b>Schutzobjekt</b></p></td><td width="69.15pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p><b>Fläche [km2]</b></p></td></tr><tr><td width="164.35pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>BLN</p></td><td width="69.15pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>7807</p></td></tr><tr><td width="164.35pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>Unesco Welterbe</p></td><td width="69.15pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>2257</p></td></tr><tr><td width="164.35pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>Jagdbanngebiete</p></td><td width="69.15pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>1631</p></td></tr><tr><td width="164.35pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>Moorlandschaften</p></td><td width="69.15pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>874</p></td></tr><tr><td width="164.35pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>VAEW</p></td><td width="69.15pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>295</p></td></tr><tr><td width="164.35pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>Wasser- und Zugvögel</p></td><td width="69.15pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>228</p></td></tr><tr><td width="164.35pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>Auengebiete</p></td><td width="69.15pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>226</p></td></tr><tr><td width="164.35pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>Trockenwiesen und -weiden</p></td><td width="69.15pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>214</p></td></tr><tr><td width="164.35pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>Flachmoore</p></td><td width="69.15pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>192</p></td></tr><tr><td width="164.35pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>Nationalpark GR</p></td><td width="69.15pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>170</p></td></tr><tr><td width="164.35pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>RAMSAR</p></td><td width="69.15pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>147</p></td></tr><tr><td width="164.35pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>Amphibienlaichgebiete</p></td><td width="69.15pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>138</p></td></tr><tr><td width="164.35pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>Hochmoore</p></td><td width="69.15pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>55</p></td></tr><tr><td width="164.35pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>Naturpark Sihl</p></td><td width="69.15pt" colspan="0" rowspan="0" valign="center"><p>11</p></td></tr></table>  Antwort des Bundesrates.