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Jeden Tag kommen weltweit 7200 Kinder tot zur Welt. Das sind 2,6 Millionen Kinder, die ohne Lebenszeichen geboren werden, 98 Prozent davon in armen Ländern. Dies zeigt eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und im Medizinjournal "The Lancet".
Die Sterblichkeit ist aber nicht nur in den armen Ländern ein Problem, auch in den reicheren Ländern stirbt ein Baby auf 320 Geburten. Nach einem deutlichen Rückgang nach dem 2. Weltkrieg, gibt es in vielen Industrienationen derzeit keine Fortschritte: die Zahl der Totgeburten stagniert oder sinkt nur noch minimal.
In den reicheren Ländern verursachen hauptsächlich Probleme mit der Plazenta eine Totgeburt. Aber auch Nabelschnur-Komplikationen, Infektionen oder angeborene Fehlbildungen des Babys führen zu Totgeburten. Komplikationen bei der Geburt seien selten die Ursache.
Mit geeigneten Massnahmen sei eine Reduzierung dieser Todesfälle möglich, schreiben die WHO und "The Lancet" am Donnerstag. Rauchen und Alkoholgenuss während der Schwangerschaft sowie Übergewicht der Mutter seien einige der Risikofaktoren, die durch Aufklärung der Mütter beeinflusst werden könnten.
Nordische Länder mit tiefen Raten
Die jüngsten Zahlen zeigen, dass die Zahl der Totgeburten nur langsam sinkt. 1995 waren es erstmals weniger als drei Millionen, 2009 waren es immer noch 2,6 Millionen Todesfälle. Das entspricht einer Abnahme von nur gerade 1,1 Prozent pro Jahr.
Die tiefste Rate haben Finnland und Singapur mit jeweils 2 Todesfällen auf 1000 Geburten, gefolgt von Dänemark und Norwegen mit 2,2 pro Tausend. Die höchste Sterblichkeit hat Pakistan (47), gefolgt von Nigeria (42), Bangladesch (36) Dschibuti und Senegal (34).
Gemäss WHO werden als Totgeburten jene Babys gezählt, die in oder nach der 28 Schwangerschaftswoche tot zur Welt kommen. Die Schweizer Zivilstandsordnung von 2004 definiert die Totgeburt wenn ein Kind "ohne Lebenszeichen auf die Welt kommt und ein Geburtsgewicht von mindestens 500 Gramm oder ein Gestationsalter von mindestens 22 vollendeten Wochen aufweist."
Die fünf Hauptursachen
Die WHO und die Experten im Lancet-Artikel machen fünf Hauptursachen für eine Totgeburt aus: Komplikationen bei der Geburt, Infektionskrankheiten der Mutter während der Schwangerschaft, gesundheitliche Probleme wie Bluthochdruck oder Diabetes bei der Mutter, verzögerte Entwicklung des Fötus oder aber Anomalien der Gebärmutter.
Die Hälfte der Totgeburten kann aber auch mit mangelhafter medizinischer Versorgung vor und während der Geburt erklärt werden. Zwei Drittel sterben in ländlichen Gegenden, wo etwa qualifizierte Hebammen und anderes medizinisches Personal fehlen. Die dürfte auch erklären, warum die meisten Babys in Südasien und den Ländern südlich der Sahara sterben.
Mehr als 60 Fachautoren von 50 Organisationen aus 18 Ländern haben Beiträge zu der auf WHO-Initiative hervorgegangenen Serie im Medizinjournal "The Lancet" verfasst
SDA-ATS