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Gemeindehaus Fürstengut
Der Urbau des ehemaligen Fürstlich-Fürstenbergischen Gutes an der Trüllergasse 6 in Feuerthalen wurde im 16. Jahrhundert von einer Schaffhauser Familie errichtet, ging aber bald in den Besitz der Zürcher Familie Werdmüller über. Im Jahr 1624 erwarb Graf Maximilian von Pappenheim das Gut, von dem es 1638 an den Fürsten von Fürstenberg überging, die ihr Archiv in den Räumlichkeiten des heutigen Gemeindehauses vor den Wirren des Dreissigjährigen Kriegs retteten. In den späteren Jahrhunderten fanden verschiedene Besitzerwechsel statt, bis die Liegenschaft 1930 von Dr. med. Ernst Esslinger käuflich erworben wurde. Durch die letztwillige Verfügung vermachte Dr. Esslinger, zusammen mit seiner Schwester Mina, das Fürstengut der Gemeinde Feuerthalen, welche sich mit der Annahme des Vermächtnisses auch verpflichtete, für den Unterhalt der Liegenschaft zu sorgen.
Eine Charakterisierung der Liegenschaft lässt sich wie folgt zusammenfassen: Nach der äusseren Erscheinung lässt sich das Gebäude in drei Teile gliedern, nämlich in den aus dem 16. Jahrhundert stammenden eigentlichen Kernbau sowie einen östlichen und westlichen Anbau, deren Unterbauten ins 17. Jahrhundert zu datieren sind und im 18. bzw. 19. Jahrhundert höher geführt wurden. Die Südfassade des Kernbaus ist nach klassizistischen Regeln mit Friesen und Lisenen gegliedert. Sie wird im Erdgeschoss durch Bogentore geschmückt. Die über dem 1. Obergeschoss befindliche Riegelkonstruktion verleiht dem Hauptbau ein stattliches Ansehen. Das Riegelwerk auf der Nordseite hebt sich deutlich vom südseitigen ab. Es handelt sich um einen reinen Konstruktionsriegel mit Pfosten, Riegeln und Streben. Zierelemente fehlen. Stattdessen befindet sich an der Nord- und Ostseite des Gebäudes je ein dreiteiliges gotisches Fenster. Alles in allem also eine historisch interessante Liegenschaft, welche sich durch den grosszügigen Umschwung mitsamt Springbrunnen zu einem echten Bijoux der Gemeinde Feuerthalen entwickelt hat.