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Tennisarm, Golferarm, Mausarm
Krankheitsbilder
Bei dem sogenannten „Tennisarm“ handelt es sich um eine schmerzhafte Erkrankung des Sehnenansatzgewebes im Bereich des Ellenbogens. Der Begriff „Tennisarm“ ist eigentlich irreführend, da er suggeriert, nur Tennisspieler seien betroffen. Tatsächlich liegt das Problem jedoch nicht in der Sportart an sich, sondern an der mechanischen Dauer-bzw. Fehlbelastung der Muskulatur, die für die Streckung bzw. Beugung des Handgelenks verantwortlich ist. So ist es nicht verwunderlich, dass auch Golfspieler, Handwerker, Musiker oder Menschen, die viel am PC arbeiten, häufig betroffen sind.
Tennisarm, Golferarm & Co.: Verschiedene Bezeichnungen
In der Umgangssprache werden verschiedene Bezeichnungen für die typischen Beschwerden verwendet.
→ Ein Tennisarm (auch „Tennisellenbogen“) liegt vor, wenn diejenige Muskelgruppe von der Überbelastung betroffen ist, die für die Streckung des Handgelenks verantwortlich ist. Typischerweise treten hier Schmerzen an dem Knochenvorsprung auf, der an der Aussenseite des Ellenbogens liegt.
→ Inzwischen ist auch die Bezeichnung „Mausarm“ verbreitet – sie wird im alltäglichen Sprachgebrauch verwendet, wenn die Beschwerden auf eine ungünstige Handhaltung bzw. fehlerhafte Bewegungsmuster bei der Arbeit mit der Computermaus zurückgehen.
→ Von einem Golfarm (auch „Golferarm“ oder „Golferellenbogen“) spricht man, wenn die Beugemuskulatur betroffen ist. Dann schmerzt der Bereich über dem Knochenvorsprung, der an der Innenseite des Ellenbogens liegt.
Mediziner verwenden folgende Fachbezeichnungen:
- Überbegriff: Epicondylitis (ältere Bezeichung) bzw. Epicondylopathie
- Tennisellenbogen: Radiale Epicondylopathie oder laterale Epicondylopathie
- Golferellenbogen: Ulnare Epicondylopathie oder mediale Epicondylopathie
Anatomie: Das Wichtigste in Kürze
Bei Tennisarm und Golfarm spielen die zwei Knochenvorsprünge, die am Ellenbogen gut zu ertasten sind, eine zentrale Rolle. Gut zu wissen: Ein Knochenvorsprung, der in unmittelbarer Nähe eines Gelenkes liegt, wird als „Epicondylus“ bezeichnet. „Humerus“ ist der Fachbegriff für den Oberarmknochen.
Zwei Knochenvorsprünge am Ellenbogen:
- Epicondylus lateralis humeri = Knochenvorsprung auf der Aussenseite des Ellenbogens → hier treten die Schmerzen auf, wenn ein Tennisarm vorliegt.
- Epicondylus medialis humeri = Knochenvorsprung auf der Innenseite des Ellenbogens → hier treten die Schmerzen auf, wenn ein Golfarm vorliegt.
Zum Verständnis: In diesen Bereichen setzen die Muskeln an, die die Streckung bzw. Beugung des Handgelenks ermöglichen. Bei einer mechanischen Überbelastung kommt es im Bereich des Sehnenansatzgewebes, also dort, wie die Sehnen die Verbindung zwischen Muskel und Knochen herstellen, zu kleinen Rissen. In der Folge treten Schmerzen auf, die bis in das Handgelenk ausstrahlen können.
Tennisarm & Co.: Die besten Tipps
Frühzeitig aktiv werden
Zähne zusammenbeissen und weitermachen – das ist bei Tennisarm, Golferellenbogen oder Mausarm sicherlich die falsche Strategie. Grundsätzlich sollten Sie bereits bei den ersten Anzeichen aktiv werden und eine geeignete Behandlung einleiten. Denn je früher der Therapiebeginn, desto besser sind die Erfolgschancen, die Beschwerden schnell wieder in den Griff zu bekommen.
Kühlen
Kälteanwendungen sind bei akuten Beschwerden sinnvoll. Auf diese Weise kann der Überreizung des Gewebes und den Schmerzen entgegengewirkt werden. Zur Kühlung des betroffenen Bereichs können kaltes Wasser oder auch spezielle Cold-Packs verwendet werden. Wichtig: Legen Sie Kühlelemente nie direkt auf die Haut auf – ansonsten drohen Erfrierungen.
Ruhephase bei akuten Beschwerden
Bei akuten Beschwerden sollte der betroffene Arm zunächst geschont werden. Sportarten wie Tennis oder Golf, Gartenarbeit oder handwerkliche Tätigkeiten, die die schmerzenden Sehnen weiter reizen würden, sollten jetzt tabu sein. Bei sehr starken Beschwerden kann eine Ruhigstellung mithilfe spezieller Hilfsmittel (z. B. Bandage, Epicondylitis-Spange) erforderlich sein.
Sanfte Dehnübungen
Nach erfolgreicher Schmerzlinderung haben sich bei Tennisarm, Golferarm & Co. spezielle Dehnübungen bewährt. Dabei handelt es sich um einfache Übungen, die auch zu Hause oder im Büro durchgeführt werden können. Da es jedoch auf die korrekte Ausführung ankommt, sollte zu Beginn ein Physiotherapeut konsultiert werden, der eine entsprechende Einweisung vornehmen kann.
Ausgewählte Übungen