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Es gibt eine alte Variante. Dort wird noch nicht unterschieden, ob Methode für die die Beschreibung oder für das Beschriebene steht. Die Formulierungen legen aber die Beschreibung nahe, was hier definitiv nicht mehr der Fall ist.
Homonyme: In der objektorientierten Programmierung verändern sich die Objekte durch (Objektklassen-)"Methoden", die zur Klasse gehören, und eigentliche Methoden sind.
Schliesslich wird hier sehr deutlich, dass Definitionen oft nicht zur verbreiteten Wortverwendung passen (siehe Nähmaschine oder Erdbeere), was es auch schwierig macht, sie zu finden. Manager etwa sprechen gerne von "Methoden", um damit ihre Steuerungskompetenz in komplexen Umgebungen zu behaupten. Solches Reden (ohne Sinn) ist bei der vorliegenden Definition natürlich nicht mitgemeint.
Als Methode bezeichne ich eine durch einen Menschen ausgeführte Folge von Operationen, die eine explizite Anweisung repräsentiert, also kontrolliert wiederholt werden kann und zum identischen materiellen Ergebnis (Ziel) führt. Die Methode ist im Unterschied zum Verfahren vollständig festgelegt.

Erläuterungen:
Es ist in der Anleitung nicht vorgesehen, dass ein Teil oder ein Werkzeug fehlt. Aber es ist jenseits der Anleitung zur Montage eine zweite Anleitung gegeben, welcher man entnehmen kann, wie man verfahren muss, wenn ein Teil fehlt. Dann nämlich kann (nicht muss) man alles zurückbringen oder das Teil nachbestellen oder ... oder, usw.
Die Operationen einer Methode sind definiert, wenn sie als Maschinenoperationen beschrieben sind. Ein Defekt der Maschine ist sowenig vorgesehen, wie ein anderes Verhalten. Im Konzept der Methode verhalten sich Menschen wie funktionierende Maschinen. Das ist am besten gewährleistet, wenn sie Maschinen verwenden. Im Beispiel also,wenn ich das Ikea-Möbel mittels eines Roboters zusammen baue - und dabei nicht meine, der Roboter würde es tun.
Ein Verfahren wird durch ein Rezept beschrieben, das Abweichungen und Alternativen zulässt.
Eine Methode, die von Menschen ausgeführt wird - siehe dazu Taylorismus, wo Menschen mit Affen, statt mit Robotern verglichen werden - sind die Operationen oft mit einer gewissen Aufflösung bestimmt. F. Taylor gibt viele Beispiele.
In der Alltagssprache wird Methode oft anstelle von Verfahren verwendet, vor allem, wenn nur generelle UNterschiede beobachtet werden. Mir scheint, dass eher von Methode gesprochen wird, wenn man ausgeliefert ist, und eher von Verfahren, wenn man selbst etwas tut.
Siehe dazu auch Bilder als Anweisungen

Bildquelle: Wikipedia
Sprechweisen
Vorgehensweise (Verfahrensweise) als deutsches Wort zum Fremdwort Methode
Vorgehen ist ein Mittelding zu Verhalten
Wie würdest Du vorgehen? Wie würdest Du Dich verhalten? Wie würdest Du verfahren?
Eine komische (verkürzte) Redeweise:
"Er erklärte, wie die Methode praktisch funktioniert." Damit ist wohl gemeint, dass er die Methode xy erklärt: "Das macht man mit der Methode xy, die darin besteht, dass .."
Unter dem Gesichtspunkt einer Methodenadäquatheit entwickelt K. Holzkamp seinen methodischen Fünfschritt - der in einem eigenwilligen Gegensatz zum Erklärungssystem von H. Maturana steht.
Pseudoetymologische kann man den Ausdruck vom spätlateinischen methodus (Gang einer Untersuchung, eigentlich "Weg zu etwas hin") ableiten. Es ist dann eine Zusammensetzung von meta (jenseits) und hodos (den Weg gehen).
Die Verbreitung des Wortes Methode nimmt in der Zeit des Ausstiegs der Naturwissenschaft immer mehr zu, und ab 1900 mit dem Aufstieg der sogenannten Geistes- un Sozialwissenschaften wieder stark ab.(Books Ngram Viewer)
N. Luhmann etwa unterscheidet in seiner Soziologie in GdW (ua. deutlich auf S. 405f) Theorie und Methode. Ich kann nicht erkennen, ob er die beiden Ausdrücke für Beschreibungen oder für die je beschriebene Sache verwendet.
Als Rezept beispielsweise bezeichne ich das, was im Kochbuch steht, nicht das, was ich beim Kochen mache.
Ich finde auch (unbelesen und schnell) bei N. Luhmann keine Unterscheidung zwischen Methode und Verfahren.
Mir scheint:
Die Methode ist das BeobachtEN (Verb), die Theorie ist die BeobachtUNG (Hypostasierung) und als Programm gilt (wie im Affentheater), die Beschreibung (im Programmheft von NL) davon, was in diesem Theater (wo Wissenschaft gespielt wird) beobachtet werden kann.
Der Witz der Geschichte besteht nicht in der "Hochabstraktion", die in der Selbstbeschreibung betont wird, sondern in der Hypostasierung des Beobachtens, das so nicht mehr als Tätigkeit erscheint, so dass Methode und Theorie als Teile des Programms zusammenfallen.
Naturwissenschaftler entwickeln Methoden, Ingenieure entwickeln Verfahren. Naturwissenschaftler wollen die Natur nicht verändern, nur genau beschreiben.
Eine Methode verändert - in der Programmierung so definiert, wohl aber generell - ein Objekt.

Aus unserem KnowPort MailTack-Projektarbeit:
Auf der Ebene der Begriffsentwicklung schreiben wir kollaborativ Hypertext.
Auf der Ebene der Werkzeugentwicklung schreiben wir Benutzter-Anforderungen, ein funktionales Design, Spezifikationen der Funktionsweise und schliesslich ein Progamm.
Ein wesentliches Konzept der Netztechnologie ist Hypertext, also vernetzte Textteile, die durch ihre Organisation auf Computernetzen eine echte Kollaboration zulassen und als Lexikon gleichzeitig auch die Form von Wissen repräsentiernen, die am Anfang aller Wissenskulturen gestanden hat.
Wir schreiben also von Anfang an Hypertexte und legen in diesem Sinne ein Lexikon an, in welchem wir unser Wissen entwickeln. Dabei erfahren wir, wie wir Texte sinnvol organisieren, was ein unmittelbares Ziel unseres Projektes ist, in welchem wir ja insbesondere ein Werkzeug produzieren, das uns genau bei dieser Arbeit helfen soll: KnowPort MailTack.
Und noch das asl Commonsense:
Lexirom: ".. [griech.], ein nach Mittel und Zweck planmäßiges Verfahren, das zu technischen Fertigkeit bei der Lösung theoretischen und praktischen Aufgaben führt. Die wissenschaftlichen Methoden - mit ihren wichtigsten Teilen: Lehre von der Begriffsbildung und Lehre von den Begründungsverfahren - gelten als Kennzeichen und Unterscheidungsmerkmal der einzelnen Wissenschaften."