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(radix scillae oder squillae, bulbi scillae); ein Artikel des Droguenhandels, besteht aus den zerschnittenen
und getrockneten Zwiebeln eines zu den lilienartigen Pflanzen gehörigen Zwiebelgewächses (Urginea maritima), das massenhaft
auf den sandigen Küsten des Mittelländischen Meeres wächst und dessen eirunde, große, bis zu 2 kg schwere, aus dicken
saftigen Schuppen zusammengesetzte und außen mit trocknen braunen Häuten umgebene Zwiebel zu medizinischem
Gebrauch dient.
Die nicht selten in Töpfen als Zierpflanzen gezognen Scillen sind, wenn sie blau blühen, andre Arten; die Urginea maritima
hat einen Schopf mit weißlichen Blüten. Im Handel findet sich die Drogue meist getrocknet, in die einzelnen Dickschuppen
zerlegt; doch kommen neuerdings auch ganz frische Zwiebeln über Triest in den Verkehr, die im Keller in Sand sich konservieren
lassen, doch nicht sehr lange. Die getrockneten Stücke, die gut in Büchsen zu verwahren sind, da sie sehr leicht wieder
Feuchtigkeit anziehen und dann verderben, bilden zwei Sorten, eine weißliche und eine rötliche.
Die erstere stammt aus Griechenland, Malta, Kleinasien etc., die andre, welche besser sein soll,
aus Apulien und Kalabrien. Es sind flache gebogne, hornartig durchscheinende Stücke, die weiße Varietät weißem Wachse
ziemlich ähnlich. Die frisch zerschnittene Wurzel riecht scharf zwiebelartig, schmeckt scharf, bitter und ekelhaft. Beim
Trocknen verliert sich der Geruch größtenteils, während der Geschmack bleibt. Ursache desselben und
das medizinisch wirkende Prinzip ist eine besondere, äußerst bitter schmeckende, unkristallisierbare Substanz der Zwiebel,
Scillitin genannt, welche in größern Gaben als Gift wirkt. Medizinische Gaben wirken harntreibend und förden ^[richtig:
fördern] die Thätigkeit der Schleimhäute. Es werden aus getrockneten resp.
frischen Zwiebeln wässerige und weingeistige Extrakte, durch Macerieren mit Essig der
Meerzwiebelessig (acetum scilliticum),
durch Versetzen des letztern mit Honig und Eindicken der
Meerzwiebelsauerhonig etc. bereitet. -
Die Franzosen haben für die Zwiebel, welche auf den Küsten Algeriens überall wuchert, eine neue Verwendung gefunden. Dieselbe
hat sich nämlich als das beste Vertilgungsmittel gegen Ratten und Mäuse bewährt. Diese Tiere verzehren
dieselbe frisch zerschnitten und in Fett geschmort mit Begierde, nicht minder dann, wenn sie mit Mehl in einen Teig verwandelt,
dieser
gebacken und gepulvert worden ist. Zollfrei.