Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03399.jsonl.gz/274

Four Thirds ist ein von den Unternehmen Olympus und Kodak entwickelter Standard für Digitalkameras. Das erste Kameramodell mit einem Four-Thirds-Sensor war die Olympus E-1, die 2003 auf dem Markt erschien.
Four-Thirds-Sensoren kommen ausschliesslich in kleinen DSLRs und in spiegellosen Systemkameras zum Einsatz.
Four-Thirds-Sensoren sind viel grösser als die Sensoren der Kompaktkameras und etwa 30 – 40 % kleiner als die APS-Sensoren der grösseren Spiegelreflexkameras. Four-Thirds bedeutet nicht, dass die effektive Bilddiagonale vier Drittel Zoll beträgt, sondern, dass die Grösse dem Aussendurchmesser einer lichtempfindlichen Fläche einer Vakuum-Bildaufzeichnungsröhre entspricht.
Der Four-Thirds-Standard definiert neben der Sensorgrösse auch noch das Objektivbajonett samt Kommunikationsprotokoll, den Abbildungskreis und das Auflagemass (38.85 mm). Es ist also möglich, Objektive von Micro-Four-Thirds-Kameras unterschiedlicher Hersteller auf ein und denselben Kamerabody zu montieren. Bei Spiegelreflexkameras mit APS-Sensor ist das nicht so einfach, da beispielsweise Nikon und Canon unterschiedliche standardisierte Objektiv-Anschlüsse verwenden. Das ganze Four-Thirds-System ist von Beginn an digital aufgebaut. Digitale Spiegelreflexkameras mit APS-Sensoren sind dagegen eine Weiterentwicklung der analogen Spiegelreflexkamera.
Im Jahr 2008 resultierte die Weiterentwicklung von Four-Thirds-Kameras in eine neue Generation: Den Micro-Four-Thirds. Der Unterschied von Micro-Four-Thirds-Kameras zu Four-Thirds-Kameras liegt lediglich im fehlenden Spiegel. Auch der Micro-Four-Thirds-Standard ist ein herstellerübergreifender Standard. Die Sensorgrösse ist bei beiden identisch.
Der neu entwickelte Standard besitzt ein Auflagemass, dass nur noch in etwa halb so gross wie das seines Vorgängers ist. Das ist dem fehlenden Spiegel zu verdanken. Gegenüber Four-Thirds-Kameras sind Micro-Four-Third-Kameras also noch kompakter gebaut. Allerdings fällt dadurch der Sucher weg und der Fotograf muss ausschliesslich mit dem Live-View zurechtkommen. Nachteil: Selbst gutauflösende Displays können in Dunkelheit sowie in der Mittagssonne nicht mit einem Sucher mithalten. Das liegt am geringeren dynamischen Bereich der Bildschirmdarstellung gegenüber dem menschlichen Auge.
Die Zielgruppe der digitalen Spiegelreflexkameras mit Four-Thirds-Sensor sind eher erfahrene Fotografierende. Die Grösse der Kamera und die Möglichkeit, unterschiedliche Objektive einzusetzen, lassen deutlichen Spielraum in der fotografischen Gestaltung. Durch einen grösseren Bereich der Schärfentiefe eignen sich Four-Thirds-Kameras sehr gut in der Architektur- und Landschaftsfotografie.