Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03104.jsonl.gz/1336

SEARCH - www.brainworker.ch & www.brainworker.ch - sitemap - Bannerwerbung - Internet-Verlag - Beiträge der letzten 12 Monate - die aktuellen Top-Ten - Spitzenplatzierungen bei Google - BLOG

Rangiert nach Umsatz:
Um die Werte graphisch auf einer vergleichbaren Skala darstellbar zu machen, wurde der EBIT (Gewinn vor Steuern) mit 10 multipliziert und die Anzahl der Angestellten durch 4 geteilt. Ist also der rote Stab mit dem Umsatz gleich hoch wie der orange (EBIT), so wird bei 1 (Million) Umsatz ein EBIT von 0.250'000 (Millionen) erzeugt. Ist der grüne Stab mit der Anzahl der Beschäftigten gleich hoch wie die mit dem Umsatz, so heisst dass, das 4 Beschäftigte einen Umsatz von 1 Million erzeugen, also einen Mehrwert pro Kopf, oder eine Produktivität, von 250'000. Ist der grüne Stab kürzer, liegt die Produktivität höher, ist er länger, liegt sie entsprechend tiefer. Bei gleicher Höhe des grünen Stabes mit dem EBIT, bedeutet dies, dass die 4 Beschäftigten ein EBIT von 100'000 erzeugen.
Zahlen aus: Top 2005- Die grössten Unternehmen der
Schweiz. HandelsZeitung. Sommer 2005 - periodisch ergänzt auch aus andern
Quellen.
Wie stark die Schweizer Wirtschaft durch Grossfirmen dominiert ist, zeigt der Vergleich entsprechender Umsatz- und Mitarbeiterzahlen von Deutschland und Österreich. Auch diese Zahlen drücken etwas ganz anderes aus, als die von der Wirtschaft stets so hoch gelobte Freiheit, nämlich die klare Dominanz des Marktes durch wenige Mitspieler, die durch Restrukturierung zu immer noch wenigern werden.
Die Betriebszählung 2001 (2005 scheint noch nicht ausgewertet) ergab für die gesamte Schweiz 390'000 Arbeitsstätten, 79% davon im Dienstleistungssektor und 21%) in Industrie und im Gewerbe. 85% der Arbeitsstätten haben weniger als 10 Beschäftigte. Gut 97% der nichtlandwirtschaftlichen Arbeitsstätten beschäftigen weniger als 50 Personen. Der Anteil der Arbeitsstätten mit mehr als 250 Beschäftigten liegt deutlich unter der 1%-Marke.
Folgerichtig stellen diese Top-500 gerade 0.13% aller Betriebe der Schweiz dar!
Es zeugt von einem seltsamen Demokratieverständnis, wenn man diese, getreu dem Pareto-Prinzip, als das A und O aller Wirtschaftlichkeit darstellt. Es wäre an der Zeit, auch die Probleme zu sehen, die durch eine derartige Organisation der Wirtschaft verursacht werden. Diese 0.13% aller Betriebe erwirtschaften mit 60% aller Angestellten 69% aller Umsätze, d.h. dass für die verbleibenden 99.87% aller Betriebe und die andern 40% der Mitarbeiter nur noch 31% der Umsätze bleiben. Doch damit nicht genug, denn während die Top 500 sämtliche Vorteile (vor allem Marktmacht) der economy of scale geniessen, müssen sich die andern "385'000" in ihre Nischen verdrücken.
Und dennoch geschieht präzise das, was aber in der Gastronomie und Bauwirtschaft immer wieder beklagt wird, dass nämlich immer wieder und immer mehr neue, kleine Betriebe entstehen, anstatt dass eine Konsolidierung stattfindet. Sisyphos rollt seinen Stein unentwegt immer wieder den Berg hoch. Einen Grossbetrieb können Sie nicht aus dem Stand gründen, höchstens kaufen. Dem Einzelnen steht nur die Möglichkeiten offen, sich eben, trotz der zwangsweise gegebenen Unterlegenheit im Markt mit dem Kleinbetrieb zu begnügen - oder sich als Rädchen den Grossen anzudienen.
Von den "Grossen", also von rechts, kriegen sie bloss den Vorschlag: Bei so kleinen Steinen und bei DER Stückzahl kann das ja nicht rentieren. Sie müssen grössere Steine schneller rollen, länger arbeiten, also weniger Pausen machen! Zudem scheint es mit der Ausbildung zu hapern. Steine Rollen ist eine anspruchsvolle Tätigkeit. Ohne lebenslange Weiterbildung kommen Sie da nie über den Berg!
Von links wird ihm ans Bein gepinkelt, weil er, obwohl selbst unbezahlt, keine Hilfskräfte anstellt (natürlich unter Einhaltung von Mindestlohn, Arbeitsplatzsicherheit und -Garantie), die z.B Warnschilder aufstellen könnten, um die armen unschuldigen andern (Mitverdammten) von der Bahn des nieder rollenden Steines fern halten könnten.
Die grössten Gewinne(r):
Diese haben gegenüber dem Vorjahr ein Gewinnwachstum von 21% erzielt. Die totale Summe der Gewinne beträgt 52.9 Milliarden Fr.
Die zehn erwähnten Schweizer Firmen (ohne Nationalbank) erzielten 85% der in der Schweiz total erwirtschafteten Gewinne.
Freier Markt? Wer's glaubt ... ist selbst schuld.
Diese Gewinne werden mit einem totalen Personalbestand von ca. 700'000 erzeugt, also 16% der 4.2 Millionen Schweizer Arbeitnehmer (allerdings sind die Hälfte dieser Stellen im Ausland und nicht von Schweizern besetzt. Bei Banken ist dieser Anteil seit Jahren am Steigen begriffen, was die äusserst lückenhafte Publikation solcher Zahlen verständlich macht). Das Beispiel zeigt deutlich, was mit der 80/20 Gesellschaft gemeint ist. Ein Fünftel der Arbeitnehmer besetzt 100% der einträglichen Stellen und räumt 100% der Gewinne ab, 80% balgen sich um die Brosamen die vom Tisch der Reichen fallen. Noch übler wird's allerdings, wenn man diese Verhältnisse als Grundlage für die Landesplanung nimmt, und alle(s) für überflüssig erklärt, was nicht in diesen "Hochproduktiven" Bereich gehört (s. Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Städtediktat und Alpenreservat)

Die Erbsenzähler machen mit Pea-nuts viel Geld.
Nach dem Ärger über überhöhte Kosten für Kontoführung nun auch überhöhte Kosten für den Transfer von Wertpapierdepots - bei zu tiefen Zinsen für Spareinlagen. Eben Peanuts ... aber seeeehr viiiiiieeele davon... was rentiert, anders als bei den individuellen Peanutszahlern, für die sich der individuelle Aufstand kaum bezahlt macht.
Weitere Peanuts:
Auch sonst handelt es sich um eine wahrlich interessante Graphik (ergänzt und korrigiert nach CASH: Die weltgrössten Gewinne. 16. März 2006. S. 12-13):
Die extreme Verteuerung des Erdöls, damit von Benzin und Heizöl, hat weltweit alle betroffen, negativ betroffen - ausser denen, die mit dem Stoff handeln. Wettbewerb? Ja wo denn ...
Die überhöhnte Gebühren für Bankkonten und besonders Kreditkarten/Zahlungsverfahren betreffen alle, negativ - ausser denen, die diese anbieten. Wettbewerb? Ja wo denn ...
Der dauernde Anstieg der Prämien für Krankenkassen trifft alle, negativ - ausser denen, die eben diese Produkte und Dienstleistungen anbieten. Wettbewerb ... ja, aber: Wettbewerb der Giganten, die ihre Profite nicht für günstigere Produkte, sondern für grössere Herrschaftsbereiche einsetzen. (s. Neofeudalismus)
Der einzige Fall bei dem das Volk etwas profitieren konnte, war und ist die Nationalbank.
Aus der Perspektive würde ich die Euphorie in Sachen Privatisierung doch gerne etwas dämpfen. Was privat ist kommt nur den Eigentümern zu gute - bezahlen müssen die andern - und diese werden aus Gründen der Effizienz, Kostenersparnis, Rationalisierung, Restrukturierung und was der schönen Worte mehr sind, selbst eingespart.
Beachtenswert
ist, dass 2007 bereits 5 der grössten 10 Weltkonzerne chinesisch sind.
Allerdings handelt es sich dabei vor allem um Zukunftserwartungen, denn diese
Werte werden noch nicht durch entsprechende Umsätze gestützt.
Details zum Bankentheater:
Kommentar
überflüssig ... na ja ... s. Banken
Auch bei der UBS dürfte eine Verbesserung der Aktionärsdemokratie kaum dazu führen, dass nun plötzlich höhere Zinsen auf Sparbüchlein gezahlt, und weniger Spesen für Bankleistungen berechnet werden. Der grosse Anteil an Dispostimmen zeigt gerade hier, dass der durchschnittliche Aktionär damit zufrieden ist, wenn mit seinem Geld einfach möglichst viel an "mehr Geld" erzeugt wird.
|Hauptsitz||Anzahl Filialen||Bilanz-||Eigene||Rein-||Verwaltete||Beschäf-|
|summe||Mittel||gewinn||Vermögen||tigte|
|2004||2004||2004||2004||2004|
|Mio Fr.||Mio Fr.||Mio Fr.||Mio Fr.||Total|
|Zürich||89||3042470.5||92211.85||16299.434||5525835.8||146172.8|
|Genf||63||216368.04||14337.25||1046.94||491134.0||12966|
|St. Gallen||8||126899.5||6733.4||625.992||132729.4||7402.7|
|Basel||12||39896.0||3848.1||192.2||76121.4||3'709|
|Lugano||23||35815.7||4152.6||306.8||69572.4||4926|
|Bern||8||22800.2||1203.3||81.749||0.0||1739.1|
Die Bilanzsumme derUBS leidet allerdings in den vergangenen Jahren beträchtlich:
Die Zahlen hier sind bloss als Hinweise zu nehmen, also mit äusserster Vorsicht zu geniessen, da die Tabelle (Handelszeitung 2004) voller Löcher ist (ausser Bilanzsumme). Klar und sicher ist auf jeden Fall, dass die Bankerei, was Stellen wie Steuern betrifft, sich vor allem in Zürich rentieren dürfte. Offenbar sind aber auch dort die Banken offenbar recht geschickt im Erzeugen von günstigen Steuern, denn sonst gäbe es für die Stadt Zürich wohl kaum Grund, dauernd über die nicht bezahlten Zentrumsleistungen zu klönen ... oder?
Aus volkswirtschaftlicher Sicht sind die Anzahl Stellen zahlenmässig genau so uninteressant, wie sie umgekehrt einkommensmässig einträglich sind. Die Anzahl Beschäftigter dürfte in diesen Tabellen übertrieben sein. Vermutlich wird hier nicht nach Voll- und Teilzeitstellen unterschieden, denn das Bundesamt für Statistik, dessen Zahlen jeden Monat in der Volkswirtschaft publiziert werden, kommt für 2004 nur auf 134'000 Stellen für das gesamte Kreditgewerbe der Schweiz. Offensichtlich der grösste Teil davon in Zürich - konzentriert bei UBS + Credit Suisse: 130'000.
Nach der Fusion 1998 von Bankverein (Basel) mit der Bankgesellschaft (Zürich) zur UBS, verlor Basel 30% der Bankenstellen. Die Zahl der Grossbanken hat sich seit 1990 von 5 auf 2 reduziert.
|Ein halbes
Prozent ... Peanuts.

Aber wenn man Säcke davon hat,
kann man Elefanten füttern!
Etwas Aehnliches droht nun den kleinen unabhängigen Vermögensverwaltern. Mit dem neuen Bundesgerichtsentscheid über die Pflicht, Retrozessionen an die Kunden weiter zu leiten, wird den Vermögensverwaltern 41% ihrer Erträge entzogen, da nur 59% durch die Honorare gedeckt werden. Bereits heute liegen aber die Bruttomargen für 60% dieser Berater zwischen 0.5 und 1%, d.h. der Bestand dürfte fast so massiv ausgedünnt werden, wie dieses Jahr die Felchen im Thunersee.
Zu Retrozessionen: Banken erheben bei Börsengeschäften Courtagen, Fondsgesellschaften Verwaltungsgebühren. Von diesen fliesst ein Teil als "Retrozession" an die Vermögensverwalter oder Anlageberater. Diese sollten aber das Geld an ihre Kunden weiterleiten - da ansonsten die Gefahr besteht, dass sie nicht mehr im Interesse der Kunden optimieren, sondern auf die höchsten Retrozessionen spekulieren. In der Schweiz wurden im Mai 06 436 Milliarden Fr. verwaltet. Obwohl die Spesen nur 1/2% betragen, ergibt das eine Summe von 2.4 Milliarden - von denen bei günstigen Obligationenfonds die Hälfte der Mangementgebühren zurückbezahlt werden. 81% der Vermögensverwalter geben diese nicht an ihre Kunden weiter, 39% informieren ihre Kunden nicht mal darüber.
Laut Max Cotting, CEO der Vermögensverwaltungsgruppe Aquila [Stocks: Swiss Private Banking Guide 2006: Mehr als die Hälfte verschwindet. S. 26-30] müssen selbständige Vermögensverwalter mindestens 50 Millionen an "Assets", 20 Kunden und das Potential auf 100 Millionen zu wachsen mitbringen, um als Partner aufgenommen zu werden. Heute erreichen erst 40% der ca. 2000 Vermögensverwalter diese Grösse. Sie verwalten derzeit rund 500 Milliarden Franken womit sie einen Marktanteil von 10% des Schweizerischen Private Banking Marktes besetzen. Im Schnitt arbeiten heute 3.7 Mitarbeiter pro Beitrieb die 140 Millionen betreuen. Während die Hälfte der Vermögensverwaltungsgesellschaften aber nur aus 1 bis 2 Mitglieder bestehen, haben eigentlich nur Betriebe ab 5 Mitarbeitern Überlebenschancen.
Sie sehen anhand obiger Graphik, dass sogar die gesamte Aquila Gruppe unter dem Private Banking am Ende rangiert. Die von Stocks beschriebenen 25 Banken (ohne Wegelin und Frey, die als Privatbanken, ohne AG, keiner Publikationspflicht unterstehen, und dieses Recht auch wahrnehmen) verwalteten 2005 total Vermögen in der Höhe von 2757.5 Milliarden, mit dem Einsatz von 35'361 Mitarbeitern. Die Angaben über die Anzahl der Kunden sind äusserst löcherig. Am meisten Kunden geben CS und Julius Bär mit je 60'000 an. Aquila ist mit 1200 auch hier am Schwanz. Was Mitarbeiter betrifft so führt die CS mit 13'000, gefolgt von der UBS mit 11'000. Sarasin hat mit bloss 19 Kunden pro Berater die die intensivste Kundenbetreuung, die Verwaltungs- und Privatbank AG mit 320 Kunden/Berater offeriert natürlich die selben fokussierten und kundenspezifischen Dienste wie die andern ...(Wenn Ihnen mal ein paar Buzzwords fehlen, lesen Sie so einen Bericht ... die sind inzwischen absolut vergleichbar den Selbst-Lobpreisungen der Architekten für ihre Werke).
Beachtenswert ist in dem Falle auch, dass es erst vielleicht ein halbes Jahr her ist, seitdem eine Wolke von Berichten durch die Schweizer Press zog, mit dem Tenor: Die Finanzwirtschaft profitiere nicht vom Skaleneffekt (economy of scale), baue also nicht auf Grösse, Macht und Stärke. Obige Darstellung widerlegt dies. Ohne einen positiven Effekt hätten sich die UBS und die SBG vermutlich kaum zusammen geschlossen (d.h. eher: die SBG von der UBS übernehmen lassen).
FAZIT I:
UBS und CS machen Spitzengewinne in Zürich, die Pharma in Basel - aber beide Städte haben massive finanzielle Probleme, hohe Arbeitslosenzahlen, hohe Jugendarbeitslosigkeit, hohe Krankheitskosten, viel Lärm, viel Dreck, viel Verkehr. Diese Art von "global wettbewerbsfähiger Wirtschaft" löst also kein einziges der vorhandenen volkswirtschaftlichen Probleme, (nicht mal in nächster Nähe ...) q.e.d.
FAZIT II:
Die Analysten der Banken beeinflussen und gestalten die gesamte Wirtschaft, Gesellschaft und Politik in ihrem Sinne, d.h. im Sinne der betriebswirtschaftlichen Effizienz. Wirtschaft hat aber, wie jede Münze, zwei Seiten, die nicht getrennt werden können: Die volkswirtschaftliche und die betriebswirtschaftliche. Die kurzfristig erfolgreichen Spitzenökonomen, die mit ihrem Tunnelblick auf Effizienz und Rendite Spitzengewinne und Spitzenlöhne erzielen, sind vergleichbar einem einäugigen Düsenjetpiloten: Der räumlichen Wahrnehmung selbst unfähig, fliegen sie mit Überschall durch eine für sie dimensionslose Landschaft.
Ich zeig Ihnen das mal an einem kleinen Rechenbeispiel aus der Branche, die in Sachen langfristigem Denken gerade am andern Ende steht als die Banken, also der Forstwirtschaft. Nehmen wir einen Eichenwald. Zu meiner Studienzeit, also vor 30 Jahren, rechnete man noch mit Umtriebszeiten von 250 bis 300 Jahren, bei Amerikanischer Eiche von 120 bis 150 Jahren. Heute, wo sich kleine Durchmesser günstiger verarbeiten lassen und "dicke Eichen" auf Widerstand stossen, scheinen 150 Jahre auszureichen. Homo seg's wie's well, anyhow. Das Anlegen einer Eichenpflanzung kostet 10-20'000 Fr, der Erlös ging massiv runter, da die Nachfrage stark gesunken ist. Ein ausgewachsener Eichenwald hat einen Vorrat von rund 1300 m3 Holz pro ha. Davon lassen sich aber nur etwa 20% als Wertholz verkaufen. Der grösste Teil (Äste) deckt als Industrieholz kaum die Erntekosten, als Brennholz bisher ebenso, was sich allerdings hoffentlich geändert hat. Eine reife Eichenpflanzung hat also einen Wert von ca. Fr. 65'000, bei hohem Anteil an Wertholz vielleicht das Doppelte, finden sich ein paar fournierfähige Stämme vielleicht sogar das 3 oder 4-fache. Es ist also nicht nichts. Es steht tatsächlich Geld im Wald.
http://www.waldwissen.net/themen/wald_gesellschaft/forstgeschichte/wsl_foerderung_eiche_strategie_d.pdf
Vergleichen wir das nun aber mit der Denkweise der Wirtschaft, dann müssen wir die Kapitalkosten mitrechnen. Vergessen wir mal den notwendigen periodischen Pflegemassnahmen ... (was in der realen Welt den Waldwert ruinieren würde, und hier nur zwecks Abkürzung und Vereinfachung der Beispielsrechnung geschieht), und verzinsen bloss die 10'000 Fr. für die Pflanzkosten (minimale Kosten, kann bis 20'000 oder mehr sein), kommen wir auf folgende Erwartungswerte für die eingesetzten 10'000 Fr. [Formel für Kapital + Zinseszins nach n Jahren = Kapital * (1+Zins) n Jahre ]:
|Jahre||1%||2%||3%||4%||5%||

6%
|7%||8%||9%||10%||17% (Ebner Rendite)|
|150||44'000||195'000||843'000||3'589'000||15 Millionen||62 Millionen||256 Millionen||1 Milliarde||4 Milliarden||16 Milliarden||169 Billionen|
Die SMI-kotierten Betriebe der Schweiz halten sich ganz offensichtlich an Ebner und geben aus der Perspektive wenig Anlass zur Klage, mit wenigen temporären Ausnahmen: Serono, Ciba, die längerfristig sicher wieder mit dabei sind.:
Beachte die Dominanz der ersten 5: Pharma & Banken! oben
Beachte die Wertvernichtung bei Pharma und Banken! unten
An einem durchschnittlichen Handelstag 2005 setzten Novartis, UBS, Roche und Nestlé jeweis knapp 400 Millionen Fr. um, CS300, Zurich 160, Swiss Re 120, ABB 110 und die andern entsprechend weniger. [Stocks: Swiss Derivative Guide 2006/07, S. 106]
Interpretation: Wenn Sie also wieder mal hören DER Schweiz gehe es gut, die Börse boome, der SMI habe die xy-Grenze überschritten, dann heisst das eigentlich nur, dass diese 5 wieder mal eine Menge Geld verdient haben. Heisst es aber, der Schweiz gehe es schlecht, der SMI sei unter xy-Punkte gefallen, dann heisst auch das nur, dass sich einer, zwei oder drei dieser hier mal wieder irgendwo "übernommen" hat. Das Dinge beinhaltet noch mehr. Wird mal wieder über Notwendigkeiten und Wohltaten eines Strukturwandels schwadroniert, dann sind das die Modelle, die Spitze, das, wohin sich die Strukturen wandeln sollen - was deutlich sichtbar bloss ein schlechter Witz sein kann, denn welche Wirtschaft kann gedeihen, wenn sie sich nach Vorgaben von Pharma (1/3), Banken (1/4) und eines internationalen Nahrungsmittelgiganten (1/6) richtet?
Diese einseitige Ausrichtung auf DIE GROESSTEN, DIE GEWINNER, wird nun noch verstärkt durch das Kappen des Indexes. Weil ein Index mit 20 Firmen Standard ist, sollen 6 Titel daraus entfernt werden, namentlich: Bâloise, Lonza, Ciba, Clariant, Givaudan, SGS, Synthes und Swatch-Namen. Die Orientierung der Investitions- und Wirtschaftspolitik an den grössten Gewinnern wird dadurch noch stärker - die Entfernung von der realen Wirtschaft der Schweiz aber auch.
Wir sehen aber, dass die Natur die menschliche Renditeerwartung nur erfüllen kann, falls diese 1 bis 2% nicht übersteigt. Das was von Ebner gefordert wurde, und viele Finanzprodukte tatsächlich liefern, führt zu derart extremer Vervielfältigung des Kapitals, dass die Erde zu klein ist, solch ein Wachstum zu tragen. Dort wo die Waldwirtschaft 15% Rendite bringt, tut sie das auf Kosten der Natur, mit kürzesten Umtriebszeiten, maximalem Wasser- und Düngerverbrauch, Einsatz genetisch manipulierter Baumarten, Mechanisierung, totaler Zerstörung jeglichen Restes an Natur und ersetzen eines Biotops durch eine Holzplantage (s. Profitwald. Die einzige Ausnahme, mit der sich 15% Rendite erzielen lassen ohne die Natur zu sehr in Mitleidenschaft zu ziehen, ist das eben so rasch wachsende wie teure Teak.). Was Banken und Finanzanalysten also betreiben, ist Schabernack, oder, wissenschaftlicher ausgedrückt: reiner Konstruktivismus, so tun als ob - und das so kompliziert, das keiner sich traut zuzugeben, dass er es nicht begreift.
Während die Einen ihre Arbeit machen, weil sie wichtig ist, auch ohne Rendite, beurteilten die Andern jede Aktivität nach der monetären Produktivität (oder Marktmacht!): Weniger als 8% Rendite? Nein danke! So wird alles was im Sieb der Rendite nicht hängen bleibt, als überflüssig erklärt und zum Ziel der Restrukturierung. Hier liegt das Hauptproblem der gegenwärtigen Entwicklung, dass Sinn und Bedeutung jeder Tätigkeit durch ihre Rendite entschieden wird. Dummerweise halten sich aber gerade die wichtigsten Dinge nicht an diese Rangordnung - haben aber, wie in den meisten schlechten Demokratien, als "Minderheitsmeinung" immer weniger Einfluss. Das absolute Regime der Rendite erhält dadurch zunehmend faschistoide Züge (s. .Autorität - das Fundament von Faschismus ...)
Natürlich soll jeder das Recht haben, in "seiner" Welt zu leben - nicht jedoch das Recht, andern diese Welt als allgemeingültige aufzudrängen. - Und präzise dies geschieht durch die artifiziellen Strukturen der Finanzwirtschaft in weitaus stärkerem, und tragischerem Ausmass, als etwa durch islamischen oder protestantischen Fundamentalismus. In der Waldwirtschaft, die versucht nachhaltig zu produzieren, sind noch knapp 8000 Personen tätig - im Banking, das je länger je mehr heisse Luft verkauft, über 130'000. In welcher Richtung wird sich also die Wirtschaft entwickeln?
Diese Erkenntnisse sind nicht neu. Karl Marx hat das bereits ziemlich präzise in seinem Monsterwerk, dem Kapital [1.1. S. 735] formuliert:
Man erinnert sich ferner, dass mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalaufwand des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die grosse Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat (weil sie tiefe Renditen bringen. Der Autor. ) Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Grösse der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleinerer Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehen, teils untergehen. Abgesehen hievon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidene Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in grösseren oder kleineren Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird, und sich schliesslich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisierung der Kapitale verwandelt.
Karl Marx: Das Kapital 1.1, 1867, repr. 1962. S. 735
Ganz egal, was man vom Kommunismus hält, hier und mit vielem mehr hatte er einfach recht. Sollte häufiger gelesen und weniger (ohne ihn gelesen zu haben) verdammt werden wegen der rabiat missglückten Umsetzung einiger seiner Schlussfolgerungen.
Lob dem Wachstum ... brauchte es allerdings noch ein Argument, um zu zeigen, wie wenig "Wachstum" mit Beschäftigung zu tun hat, dann hat das das Jahr 2006 geliefert: Wachstum ohne Arbeit. Sehen Sie sich die gewaltigen Umsatzsteigerungen von Glencore, Mercuria, Xstrata etc. an ... und vergleichen Sie die mit den relativ geringen Zunahmen bei den Mitarbeitern, dann sehen Sie deutlich, wie wenig Geld (und damit Lohn) noch mit Arbeit zu tun hat - wie viel jedoch mit der Besetzung strategischer Marktpositionen (wobei "Besetzung" eigentlich nie was mit Freiheit zu tun hat, wie soeben im Irak wieder bewiesen wurde):
Das Selbe lässt sich auch international zeigen: Je mehr Mitarbeiter sich Umsatz, insbesondere aber Ertrag, teilen müssen, desto tiefer ist logischerweise der Lohn, s. Wal Mart, der beweist, dass man auch mit vielen Mitarbeitern und entsprechend tiefen Löhnen Geld verdienen kann. Einfacher allerdings ist es, möglichst viel Umsatz, Absatz, Einnahmen und besonders Ertrag an sich zu binden - und auf möglichst wenig Beteiligte zu verteilen. DAS, dieser Systemfehler, ist das Problem unserer Wirtschaft, das Arbeitslosigkeit verursacht, nicht die Arbeitslosen selbst:
Bei den steigenden Rohstoffpreisen gehören auch Minengesellschaften zu den Gewinnern. Und auch hier findet sich eine der 10 grössten darunter - in der Schweiz, präziser im Kanton Zug: Xstrata (unter wiki):
Zur Zeit (Sommer 08) macht sich Xstrata gerade dran, für 10 Milliarden Dollar den drittgrössten Platinproduzenten der Welt, Lonmin zu schlucken.
Bis 2007 verschärft sich die Sache. Die Umsätze wachsen weitaus stärker als das Personal ... dessen Löhne eh stagnieren.
Zwei spezielle Rohstoffe bei denen in der Schweiz domizilierte Firmen den Welthandel dominieren sind Kaffee und Baumwolle.
Der Kaffee wird zwar (bekannterweise) weder in der Schweiz angebaut, noch in diesem Masse konsumiert, noch sieht er überhaupt die Schweiz je, aber die Handelszentren sind hier. 3/4 (drei Viertel) des weltweiten Kaffeehandels laufen über die Schweiz. Dennoch werden die Preise weitaus mehr durch Spekulation gemacht als durch Kostenrechnungen. Jede Tasse wird 10 x gehandelt an der Börse bis sie endlich in die Tasse kommt.
Im Kaffeehandel dominierten bis 1989 die Gebrüder Volkart aus Winterthur, im Baumwollhandel die selben bis 1999, dann stiegen sie aufs Bankgeschäft um.
Warum die Schweiz sich als Standort für Handelsimperien eignet: Weizenhandel war bereits 1864 in Zürich stationiert. Nach dem zweiten Weltkrieg war die Schweiz insbesondere geschätzt, weil sie eines der wenigen Länder war, das auf Devisenkontrolle verzichtete. Besonders geschätzt waren die Standorte am Genfersee, weil dort, abgesehen von der angenehmen und repräsentablen Lage für Grossbürger, auch internationale Organisationen, Botschaften, Konsulate etc. vorhanden waren, man also günstig Kontakte knüpfen konnte. Dazu kam die Rechtssicherheit (das war eben bevor die USA ...), Steuervorteile und dass Genf der Sitz des weltweit grössten Warenprüfers (SGS) ist. Des weitern müssen die Kaffehändler z.B., die sehr grosse Mengen Geld benötigen und im Umlauf haben, keine Mehrwertsteuer abrechnen. Auch in Sachen Zeitzone liegt die Schweiz günstig, da man am Morgen mit Asien, am Abend mit Amerika telephonieren kann. Dieser langjährigen Entwicklung verdankt die Schweiz auch einen beträchtlichen Bestand an entsprechenden Experten.
[Romeo Regenass: Die Schweiz handelt den Kaffee für die Welt. Tagesanzeiger 15. Juli 2009, S. 17]
Hier diejenigen Branchen bei denen die Besetzung (nicht die Freiheit! - trotz .. oder vielmehr dank? ... Liberalisierung) von Märkten zur Zeit am besten spielt, in der Energieversorgung weil dort traditionelle staatliche Monopole übernommen werden - und zur privaten Bereicherung "optimiert" werden können, in der Medizinaltechnik dank des Patentwesens, in allen Branchen dank der Macht der Grösse. Gerade hier zeigt sich, dass die Finanzmärkte den sog. "freien Markt" weitaus stärker beeinträchtigen als die Politik (s. Musterbeispiel: Hedge Fund Amarant, dessen Gewinne voll zu Lasten der Konsumenten ging).
Interessant ist hier, dass Glencore (ex-Mark-Rich), die umsatzstärkste Firma der Schweiz, der weltgrösste Händler von Erdöl und Thermalkohle (Zink, Kupfer, Aluminium; Blei, Nickel, Eisenlegierungen, Weizen, Mais, Reis, Zucker, Biodiesel ...) ist, ansässig in der Schweiz, im Kanton Zug (warum bloss?). Glencore gehört zudem 1/3 von Xstrata, ebenfalls einem Baby von Marc Rich, der 1992 von seinem ehemaligen Mitarbeiter, der für ihn weltweit die Kohlen aus dem Feuer geholt hat, Willy Strohhotte "ausgekauft" wird. Das Vermögen von Strohotte beträgt heute 3 bis 4 Milliarden).
Mit 2000 Leuten betreibt Glencore die Zwischenfinanzierung, schliesst Versicherungspolicen ab, stellt Zoll- und Transportpapiere aus, liefert also nicht nur Waren, sondern betreibt Logistik. Der Firma gehört eine Hochseeflotte von 170 Schiffen, zumeist gecharterte Tanker von 60'000 Tonnen aufwärts. Dazu kommen Containerschiffe für Aluminium und Erze, zehn Kohlenpötte, Lagerhäuser, Tanklager in allen wichtigen Häfen, + in Osteuropa 75 Silos für landwirtschaftliche Produkte.
Auch Vitol, der zweitgrösste Erdölhändler weltweit sitzt in Genf. Und ebenfalls Gunvor, der drittgrösste Erdölhändler der Welt sitzt in Genf. Weitere Rohstoffriesen sind BHP Billiton, Vale, und Anglo American. Bei solchen Strukturen sind Staaten die andere kolonialisieren überflüssig, das macht heute die Privatwirtschaft, effizienter und billiger, ohne politische Querelen.
Im Jahresquerschnitt sind die Gewinne der Erdölbranche noch eindrücklich. Gegen Ende 2008 haben nicht nur die Banken gelitten, sondern auch die Branchen, die zuvor von übertriebenen Preiserwartungen profitierten.
Beunruhigend (vor allem für alle die noch immer von der Arbeit leben sollten) ist die Tatsache, dass "gross" dominiert, vor allem beim Handel. Davon leben aber nurn sehr wenige - wenn auch sehr gut.

Die Schweizer Nahrungsmittelindustrie wird eindeutig und in unglaublichem Ausmass vom global Player Nestlé dominiert, der mit relativ wenig personellem Aufwand einen eben so beträchtlichen Umsatz wie EBIT schafft. Personalintensiver, also sozialverträglicher, arbeiten in der Branche unter den Grossen vor allem Jowa und Hiestand. Ein Gewinnbolzer scheint Unilever - aber beim EBIT sind nicht alle Daten vorhanden.
Die Entwicklung zeigt, dass Nestlé sich auf 109'908 Mio. Umsatz gesteigert hat, und die grösseren Konkurrenten auch nicht untätig blieben, während dem sich bei den kleinern eine ganze Anzahl verkaufen mussten oder wollten.
Wie zu erwarten, dominieren bei den Chemiefirmen Novartis und Roche, die mit sehr wenig Personal (also ähnlich wie die Banken. [s. Wertschöpfung und Arbeitsmarkt]) sehr hohe Umsätze und noch höhere Gewinne erwirtschaften. Als Modell für Finanzinvestoren und Spekulanten mag dies interessant erscheinen, als volkswirtschaftliches Vorbild taugt das Modell jedoch nicht. Vor allem hängen diese Gewinne von der Bezahlbarkeit der Produkte ab, also in grossem Masse von dem Ausmass, in dem sich die Kranken-Kassen weiterhin als Selbstbedienungs-Subventionstopf für derartige "Innovationen" anbieten.
Novartis (20.46%), Nestlé (18-29%) und Roche (15.93%) bestimmen auch zu knapp 55% den Swiss-Market-Index (SMI), also ob es mit der Schweizer Börse in den Augen der Anleger aufwärts geht oder eben nicht. Da diese drei extreme Riesenbetriebe (Global Players) und eben so extrem vom Export abhängig sind, taugt der Indes nicht, um die Verfassung der "normalen" Schweizer Wirtschaft zu charakterisieren.
Novartis ist zu 2/3 im Besitz institutioneller Anleger, also von Versicherungen, Pensionskassen und Anlagefonds. Eine Veränderung des Aktienrechts wie es Bundesrat Blocher zur Zeit vorschlägt, könnte also die Ausrichtung und Weiterentwicklung der Firma deutlich beeinflussen.
Wer sich aber von dieser "Demokratisierung" zu Gunsten der Aktionäre eine nachhaltigere oder sozialere Wirtschaft erwartet, dürfte enttäuscht werden. Denn wenn's um die Pensionskasse geht, oder um die eigenen Aktien, da kennt der Aktionär nichts als den Kurs (s. UBS). Also eine sozialere oder humanere oder gerechtere Entwicklung ist deswegen nicht zu erwarten, allenfalls eine Eindämmung der exorbitanten Managerlöhne.
Auch hier wachsen die grossen zu noch grösseren heran, während dem sich die kleinen gerne verkaufen, wo sie gefragt sind, oder quälen - oder gedeihen, auch das gibt's (Syngenta, Givaudan, Lonza, Ems ...)

Die Telecombranche wird ebenfalls von einem grossen Tier dominiert, vom ehemaligen Monopolisten Swisscom. Die Graphik macht mehr als deutlich, dass man einen Monopolisten nicht einfach auf den Markt werfen kann, und dann, heureka, Konkurrenz herrscht. Die Mitspieler sind nach wie vor Peanuts. Das Ausmass des EBIT gegenüber dem Umsatz sollte zu denken geben. Entweder werden hier die Konsumenten über den Tisch gezogen, oder die Verrechnung der Gewinne mit zukünftigen Aufgaben ist nicht berücksichtigt. Derartige Gewinne lassen sich eigentlich nur begründen, falls sie als Ersparnisse für zukünftig notwendigen Aus- oder Umbau der nationalen Infrastruktur angesehen werden, nicht aber als Profit, den sich natürlich nun die Privaten in die Tasche stecken, anstatt dass man damit staatliche Aufgaben fördert. Ganz ähnlich dürften die Probleme bei der Elektrizität liegen, in der die Verrechnung von Gewinnen mit dem Bedarf an Neuinvestitionen äusserst kritisch ist (vor allem bei Atomkraftwerken, deren Entsorgungskosten dabei meist nicht mitgerechnet sind).
Die Zahlen von 2007/8 bestätigen dies: Keine Chance gegenüber Swisscom. Im hintern Bereich der Tabelle sind nicht alle aufgeführt. Es gibt hier ganze Listen von Betrieben, die für ein oder mehrere Jahre auftauchen - und spurlos verschwinden.
Auch die Medizinaltechnik ist ein Fall für die Krankenkasse, d.h. eher ein Fall, der zur Krankheit dieser Kasse erst eigentlich führt. Die exorbitanten Gewinne der Betriebe der Medizinaltechnik können nur entstehen, wenn für jeden Furz den Erfinder zur Verbesserung der Gesundheit anbieten, automatisch und sofort der Bedarf finanziert wird - eben über die Krankenkasse.
Synthès gedieh prächtig, Nobel nicht so nobel, Actelion relativ noch besser, Straumann auch. Auch bei den kleineren darf man nicht vergessen, dass ein paar Milliönchen mehr oder weniger schon was ausmachen, bei der relativ geringen Zahl der Beteiligten!
Die Orthopädik von Zimmer gibt es übrigens seit 1834. Die Firma hat bloss jetzt erst ihre Daten zur Verfügung gestellt, taucht also erst jetzt in der Statistik auf.
Cartier: Schätzung Bär inklusive Schmuckbereich, Schätzung Uhrenwelt ohne.
Chopard: Schätzung Bär inklusive Schmuckbereich
Montblanc: inklusive Schreibwaren
Details für Swatch: rentierendes Unternehmen mit relativ hohem Personaleinsatz - also fast vorbildlich.
Hat durch seine Vormachtstellung die Produzenten ziemlich in Wallung gebracht, als 2003 die Einstellung der Produktion von Rohwerken (ebauches) bekannt gegeben wurde. Die Folge war allerdings, dass heute neue Uhrwerke und Spiralen (neuerdings aus Silizium, Nickelchrom, Diamant ...) spriessen wie Frühlingsblumen durch den Schnee. Allerdings behindert auch in der Privatwirtschaft das dauernde Patentieren jeden Einfalls die Entwicklung. (s. öffentliche Forschung - private Forschung)
[(J-Ph. Arm: Die Tugenden des Elektroschocks. CASH Nr.
26, April 2006: Welt. Uhren. S. 32-36.]
Zwei Firmen machen grosse Töpfe mit Schokolade, der Rest produziert im Kleinen. EBIT mässig, aber genügend, Personalbedarf do. In der Branche haben auch kleine Betriebe immer noch eine gute Chance, da BC vor allem Rohstoffe und Massenware liefert.
Beide sind stark weiter gewachsen - ohne entsprechende Konkurrenz.
Sehr eigenartige Struktur im Textilsektor, muss ich mir erst ansehen ... (Hesta scheint eine Zuger Briefkastenfirma zu sein, die mit sehr viel Beschäftigten weder Umsatz (na ja: 202 Millionen) noch Gewinne (9.5 Millionen) produziert. Dass diese so tief erscheinen liegt vor allem daran, dass die Hesta Tex dafür 39461 Personen einsetzt, was einem Umsatz von 5119.-/Kopf und Jahr entspricht, also nur äusserst mässige Löhne erlauben würde. Aber vielleicht arbeiten diese Angestellten ja in China ...
Ihre Internetadresse funktioniert nicht: www.hestatex.ch , dafür finden sich im Internet jede Menge CEOs, Managing Directors, Divisional Managers, Delegierte etcetc. Offenbar auch dies ein interessantes Konstrukt des Postkapitalismus.
Die zur Hesta gehörende Schiesser-Gruppe macht mit 3350 Beschäftigten einen
Umsatz von 202 Millionen. Falls es sich bei den "Mitarbeitern" nicht einfach um
einen Druckfehler handelt, könnten es die hochgerechneten Ausgelagerten sein,
deren Beiträge
Schiesser in einem äusserst komplexen logistischen Outsourcing-Modell
zusammen führt.
In der weiteren Entwicklung dominiert auch hier Triumph weiter mit 2500 Millionen Umsatz pro Jahr. Akris kann allerdings das Logo: Klein aber fein für sich beanspruchen.
Automobilhändler scheinen gute Umsätze mit sehr wenig Personal zu machen - da sie meist nur Handel betreiben. EBITs werden hier offenbar nur ungerne publiziert. anyhow:
Nieder mit dem Auto,
fördert den öffentlichen Verkehr!
Diese Graphik belegt eindeutig die Befunde der Agrarplattform: Mit Milch ist kein Geld zu machen!
Die relativ tiefen EBITs zeigen das, ebenso zeigen die sehr tiefen relativen Personalbestände, dass hier bereits bis auf die Knochen rationalisiert wurde - und man, s. Emmi, dennoch immer noch auf dem Zahnfleisch geht..
Emmi ist es dementsprechend gelungen, noch mehr Milch an sich zu ziehen. Geht Emmi unter - baden wir in Milch.
Computer, EDV und Informatik bilden einen weiteren Bereich, in dem offenbar nur die Gewinner gerne Zahlen publizieren. Generell ist die Arbeitsintensität hier offenbar relativ gering, aber es gibt Ausnahmen, COS, HP, die noch zu untersuchen wären.
HP setzt offenbar auf den Standort Schweiz, denn es bestehen immerhin 5 Niederlassungen.
In der Schweiz ist zudem seit 1966 die europäische Marketingorganisation stationiert. Sie war das erste Standbein von HP ausserhalb der USA und der erste Schritt zu einem globalen Unternehmen.
aha ... und dies obwohl die Schweizer zu teuer, zu wenig produktiv, zu wenig innovativ, zu wenig wettbewerbsfähig und zu käsenationalistisch sind ...
Wer hier vor allem zugeschlagen hat ist also ALSO (D).
Dem Grossen, dem Schweizer Global Player im Küchenmarkt, geht's gut ...
Hier konnten offenbar die meisten zulegen, wobei bei gleicher prozentualer Zunahme der grösste eben doch am meisten abräumt. Bei den kleinen am rechten Rand sind die meisten die 2004 noch dabei waren verschwunden, durch andere Nischenplayer ersetzt worden.
Auch im Detailhandel Bekleidung geht's dem Alphatier offenbar recht gut. Motto: Lerne klagen ohne zu Leiden. Die Branche scheint recht personalintensiv, was auch durch die relativ niedrigen Löhne bestätigt wird. [s. Arbeitsproduktivität)
Die Charles Vögele Holding AG ist ein eigenständiges, führendes europäisches Mode-Einzelhandels-unternehmen mit 787 Verkaufsniederlassungen in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Belgien und den Niederlanden, in denen im ersten Halbjahr 2005 insgesamt 7 201 Mitarbeitende beschäftigt wurden.
Die Zahlen hier betreffen allerdings die Vögele Holding (ikl. Deutschland, Österreich, Niederlande & Belgien.. Der Umsatz der Kleiderkette alleine in der Schweiz betrug 2005 "nur" 477 Millionen, runter von 522 Mio 2003 (H&M 649, total 6.6 Milliarden Euro; C&A 525, total 5.2 Milliarden Euro.
Die Familie Brenninkmeijer, als Eigentümer von C&A eine der reichsten Europas, spart ihre Steuern im Kanton Zug.
So oder China, könnte man sagen, Jacke was Hose ...
Hier leiden, dem entsprechend, offensichltich auch die Grossen. Kleine verschwinden dafür grad - in grossem Umfang.
Interessant ist hier aber auch, dass die grössten offensichtlich nicht unbeding die Beliebtesten sind. Zu Vögele geht man, wenn man was anzuziehen braucht, aber nicht all zu viel Geld hat oder aufwerfen will. Bon Génie, der glatte Gegenpol dazu, braucht das nicht, da es exklusives Publikum anspricht, mit dickem Portemonnaie. Die Kleinsten sind vielleicht eben auch mehr drauf angewiesen, beliebt zu sein und so bekannt zu werden.
Au weia ... 2004 ist vermutlich kein so gutes Jahr gewesen für die Baubranche, die ebenfalls zu den personalintensiven Betrieben gehört.
Folgerichtig haben sich Zschokke (bereits vorher schon im lukrativeren Bereich als Generalunternehmer tätig) und Batigroup eben zur "Implenia" zusammengeschlossen, zur dominanten Baufirma der Schweiz. Von Presse und Wirtschaft wird das gelobt (Restrukturierung) - die Folgen für den sog. "Freien Markt" aber übersehen, denn damit geraten die Kleinen noch mehr unter Druck und ein Baugeschäft rentabler Grösse ausserhalb des Bereiches, den sich ein "normaler" Privater oder eine Familie noch leisten kann. Auch dies also ein weiterer Beitragt zur Feudalisierung der Wirtschaft, denn die hier eindeutig angestrebte Markt-Zonen-Macht dürfte es nach dem liberalen Modell gar nicht geben ... auch wenn sich die Marktherrschaft hier nur über einen Marktanteil von 6% erstreckt. Auch hier war die Begründung der Trend zur Globalisierung, der Wettbewerb mit noch grösseren ausländischen Firmen - und die Vergabe des Gotthardtunnels an die österreichische Strabag.
Dass Fusionen kein einfacher Weg sind zur Grösse zeigt sich auch hier. Da Batigroup in den Jahren vor dem Zusammenschluss schwache Margen geliefert hat, handelt es sich eher um eine Übernahme durch Zschokke. Die Zeche zahlen die (nun meist ehemaligen) Mitarbeiter des Juniorpartners, die sich auf dem Abstellgeleise befanden oder finden. So ähnlich ist es ja auch den Mitarbeitern der Basler Bankvereins, und dem Standort Basel, 1998 bei der "Fusion" zu UBS gegangen.
Bauunternehmen wie Restaurants und Detailhandel gehören zu der Art von Firmen, die ein "normaler", d.h. mit selbst erarbeitbaren Finanzen begabter, Bürger noch aufbauen kann. Darum herrscht bei all diesen Branchen ein Überangebot, mit entsprechend tiefen Margen, die wiederum zu entsprechend tiefen Löhnen führen, da die Menge nur dann ausgeweitet werden kann, wenn der Schritt ins Ausland möglich ist, wozu aber die Kleinen eben kaum geeignet sind. Restrukturierung schafft hier, auf Grund mangelnder Alternativen, selbst immer gleich wieder die Strukturen, die sie eigentlich abschaffen will.
Wenn der EBIT bereits beim Leader Bell so tief ist, dürften auch die andern Fleisch verarbeitenden Betriebe in einer eher prekären Lage sein. Auch diese Graphik belegt die Befunde der Agrarplattform: Mit Fleisch ist kein Geld zu machen!
Die Entwicklung hier ist eindrücklich - und zeigt, was passiert: Die beiden grössten werden grösser - und der Rest kämpft mit dem was übrig bleibt, versucht, sich mit Spezialitäten über Wasser zu halten.
Pizoler (Ospelt) gibt es noch, hat aber offenbar keine Lust, hier gelistet zu werden.
[Für Details s. Presse Schweiz: Die Grössten.]
Ringier scheint ein sozialer Verlag zu sein, bei dem es nicht darum geht, das
letzte aus der Presse rauszupressen, sondern bei dem auch Mitarbeiter gefördert
werden. EBIT-mässig sieht die Lage relativ gut aus, wenn auch schlechter als vor
5 Jahren (Problem Werbeeinbruch). Die Dominierenden sind die Bekannten des
graphischen Gewerbes ...
Ringier macht aber dem Rest der Schweizer Graphen eindeutig Probleme. Wehren kann sich nur Tamedia und Goldbach, dass seinen lokalen Markt offenbar optimal ausschöpft.
Was hier allerdings fehlt ist der Grosse Bruder, also Springer (D), dem inzwischen bereits die Handelszeitung, Bilanz, Beobachter und eine ganze Serie von Fachzeitschriften gehöhren.
... seltsam. Viel Umsatz ohne Personal. Das Ideal des Postkapitalimus wird von Generalunternehmern offenbar erfüllt. Steiner managet ein Bauvolumen von 1.1 Milliarden Fr. mit 476 Angestellten, was einen pro-Kopf - Umsatz von 2.3 Millionen macht. Auch hier ein Modell des Post-Kapitalismus: Geld machen mit Geld und Organisation, also über Netzwerke - ohne Arbeitskräfte und teure Strukturen - wie die Banken. Für die Motivation der Kapitallosen Arbeitskräfte genügen (zur Zeit noch ...) Angst und Sachzwänge.
Da hier zu wenige Betriebe vorhanden sind (oder zu viele Winzlinge bei einem Giganten (Implenia, entstanden aus Zschokke und Batigroup), oder zu diffuse Strukturen, oder ...), wurde die Auflistung eingestellt.
Hier gerade das Gegenteil zum obigen Modell: Überdeutlich im Gastgewerbe die üblen Verhältnisse zwischen Umsatz und Personal, also die sehr tiefe Mehrwertschöpfung, die auch nur tiefe Löhne erlaubt. Extremster Fall McDonalds. Auch dies kein Betriebs-Modell für eine soziale Marktwirtschaft.
Hartes Brot ... hab ich mal 4 Wochen gemacht, als Student in den Ferien. Das erste, einzige und letzte Mal ...
Die Handelszeitung hat die Listung von Restaurants 2007 unterlassen, wegen fehlender Repräsentanz. 2008 führt McDonalds nach wie vor mit 650 Millionen Umsatz, vor Eurest Services mit 500, Mövenpick 338, Migros 195, Coop 170 und Starbucks mit 52 Millionen.
Zwei Grosse, mässiger EBIT, wo überhaupt ... Ein klarer Hinweis dafür, dass Ingenieure ihre beste Zeit längst hatten. Das nicht so tolle Verhältnis zwischen Beschäftigten und Umsatz ist hier nicht so tragisch, da der Aufwand an Infrastruktur und Material recht gering ist, und die Unterschiede der Gehälter ebenfalls. (Bei Gruner stimmt vermutlich was nicht mit den publizierten Zahlen, werd' ich checken. 1485 Angestellte bei einem Umsatz von 50 Millionen ergäbet recht mässige Löhne ... In der Tat ist hier der HandelsZeitung ein Bock passiert, denn Grunder hat laut eigener Auskunft etwas über 350 Mitarbeiter. Links Graphik mit korrigierten Zahlen).
2008 wird's hier etwas seltsam, da sich mit Fugro eine gigantische, weltweit operierende Geodäsiefirma in der Schweiz niedergelassen hat.
Unsern Kulturträgern geht es schlecht. Nicht nur, dass sie von zwei grossen dominiert werden, nicht nur, dass ich auch bei Jäggi/Thalia einkaufe seit dem ich aus Rheinfelden weggezogen bin, wo ich noch den lokalen Buchhandel unterstützen konnte, nun auch noch der Verlust der Buchpreisbindung! In Anbetracht der Position am Schwanz der Ökonomie (der Umsatz des grössten Buchhändlers ist gerade etwa 1/1000 von dem der eines Pharmariesen - und die Gewinnmarge vermutlich um einiges tiefer) wäre hier vielleicht doch noch mal zu überlegen, ob man die Kultur den Gesetzen des freien Marktes überlassen will. Oben geht es um ganz andere Summen, aber dort traut sich offenbar keiner zu Motzen.
Thalia entwickelt sich allerdings in Deutschland bereits zum Problem. Bis 2001 war es eine bloss regional bedeutende Buchhandelskette in Hamburg. Dann wurden sie von der Douglas Holding übernommen, einem Finanzkonglomerat, das Parfüm, Schmuck (Christ), Mode (Apelrath/Cüpper), Poland) und Süsswaren (Hussel) verkauft. Wenn Thalia im bisherigen Tempo weiter wächst, erreicht der Konzern in fünf Jahren die erste Umsatzmilliarde, womit ein Drittel aller Bücher in Deutschland über Thalias Theken gingen. Davon wird eine nicht all zu positive Auswirkung auf Vielfalt und Qualität erwartet. Zur Zeit sind in Deutschland nur noch Amazon und Weltbild grösser als Thalia. Random House - Bertelsmann setzen nur halb so viel um.
In der Zwischenzeit (März 07) hat Thalia nun 120 Millionen an Umsatz erreicht, Füssli mit seinen 115 Millionen also bereits überholt. Der Kampf, und die Konzentration, geht weiter. Das macht die Geschäfte (vermutlich) auch schwieriger für die Verlage. Buchhandlungen, vor allem Spezialbuchhandlungen, waren ja der wichtigste "Outlet" für diese. Ein Verlag, dem die neuen Grossen nicht als Handelsplattform zur Verfügung stehen, muss seine Bücher direkt vermarkten und hat so entsprechende Aufwändungen, die sich nur bezahlt machen, wenn er a) einen ausreichend grossen treuen Kundenstamm aufbauen kann, oder b) sich Kunden sichert, die gewisse Bücher kaufen müssen, also vor allem Schüler, Studenten, Fachleute, ein Ansatz der insbesondere von Schwabe, Basel (Medizinstudenten, Ärzte, Historiker, Philosophen) perfektioniert wurde, der nebenbei die Spezialbuchhandlung für philosophische Bücher, das Narrenschiff, betreibt.. Begrüssenswert hier insbesondere die Tatsache, dass des öftern enormer Aufwand getrieben wird für Bücher, die wirklich nicht rentieren, aber absolut einzigartig und top sind für Wissenssucher, wie etwa das "Historische Wörterbuch der Philosophie", an dem über 20 Jahre gearbeitet wurde (13 Bände, 3400 Euro.) Was den Verkauf betrifft, so werden bei Spezialbüchern allerdings meist die Autoren als Verkäufer eingesetzt die also nach dem Schreiben auch noch selbst für den Verkauf sorgen müssen.
Persönlich seh' (sähe?) ich da noch eine gewisse Chance für Fachbücher durch stärkere Einbindung in gut besuchte Internettexte zum entsprechenden Thema. Daran experimentier' ich gerade ... [s. Brainworker's Internet-Buchhandel / Buchempfehlungen] Das wird zwar den kleinen Buchhandlungen nicht helfen ... aber hoffentlich ein paar guten Büchern.
Apropos Basel, Grösse, Netzwerke ... da sind nicht bloss Novartis, Ciba, Geigi, Roche, & Co als Nachfolger der Seidenindustrie von Interesse, sondern auch ein paar kleinere Beispiele. So hat sich z.B. die lokale Feinbäckerei (weils wirklich fein ist, obwohl meist Brot) Sutter bereits in den 70ern Bäckerei um Bäckerei aufgekauft oder kleine "Outlets" an gut besuchten Ecken aufgemacht (neben Globus an Marktplatz, Seidengasse, Spalenvorstadt etc. Das kam damals nicht so gut an, genau wie Land horten zu Spekulationszwecken (... deshalb der Spruch: Moral ist für geistig Beschränkte). Allerdings konnte sich Sutter dadurch die Existenz sichern, während dem ein grosser Teil der kleinen Bäckereien und Kondittoreien einging oder heute unter genau so kläglichen Bedingungen als "Nebenerwerbsbetrieb" betrieben werden muss, wie immer mehr Bauerhöfe, selbst bei bester Qualität. (Ueberblick)
Negativ daran ist, dass kleine Bäcker eigentlich kaum mehr eine Chance haben daneben, noch weniger neue Bäckereien. Positiv daran ist, dass Sutter noch grösseren globalen Giganten lokal etwas entgegen setzen kann, da inzwischen lokale Akzeptanz gewonnen wurde und auch ein beträchtliches Wissen über lokale Vorlieben besteht. So betreibt Sutter z.B. einen "Coffeshop" ähnlich Starbucks im Bahnhof Basel, mit erstklassigem Kaffee und Backwaren - was wiederum einer Klein(wennauchfein)Bäckerei nicht möglich wäre.
Ein ähnliches Bild bei den Möbelhändlern. Immerhin konnte sich Möbel Pfister dem Branchenriesen Ikea widersetzen - stand hier 2007,Die Entwicklung zeigt aber, dass auch Möbel Pfister gegenüber einem globalen Giganten "zweiter" macht. Die grössten 12 besetzen bereits 80% des Marktes. Für noch kleinere regionale und lokale Fachhändler bleibt also wenig - insbesondere als die Grossen weiter wachsen. Ikea hat 2005 wiederum 12% zugelegt und kam auf 624 Millionen Umsatz. Während Möbel Hubacher in Rothrist mit 365'000 m2 Verkaufsfläche das grösste Einzelmöbelhaus Europas wird, ist Micasa am schrumpfen. Durch die Uebernahme von Interio konnte Micasa inzwischen den 3. Platz nach Ikea und Pfister erobern, aber offenbar ist auch der zur Stagnation verdammt.
Der Einbezug der Fläche, nach der meist die Mietkosten berechnet werden, macht hier sofort klar, dass Grösse noch lange nicht Geld bedeutet. Die Einträglichsten dürften Shopville und Flughafen Kloten sein, wo auf relativ kleiner Fläche hohe Umsätze generiert werden. Tivoli und Avri sind da etwa das Gegenteil - allerdings auf relativ günstigem Gelände, "im Kraut draussen". Bei Sihlcity, das neu ist, bestehen offenbar noch Chancen ...
Obwohl Sihlcity einigermassen leer steht *, machen sich die Basler ans Aufholen. Ueberdrüssig der Tatsache, dass ihre Bürger tagtäglich ihr Geld jenseits der Grenze in den gigantomanischen Märkten von St. Louis (Géant (nomen est omen) und noch ein paar mehr) und Weil am Rhein (Rhein Center) liegen lassen, wollen sie zusätzlich zum bestehenden St. Jakob gleich 2 neue Shops der Obergrössenklasse errichten, Stücki und Baleo. Wenn das mal gut geht ...
Ein paar Wochen später wird gemeldet: 80 Geschäfte, 13 Restaurants, Kono, Kirche, Club. 19'000 Besucher pro Tag (geschätzte Erwartung 20'000), die pro Monat 26 Millionen ausgeben, pro Jahr 300 Millionen. Glatt erwirtschaftete in einer Zeitspanne die 3 Monate länger war 626 Millionen Umsatz - hier werden 400 pro Jahr erwartet. 755 Vollzeitstellen verteilt auf 1330 Arbeitsplätze.
Einkaufszentren sind also die Kathedralen der Postmoderne:
Wer konsumiert verrichtet ein dem Staat und Gott gefälliges Werk.
Wer viel ausgibt und erst noch sparen kann, ist gleich doppelt gebenedeit und wird durch reichlich Steuererlass selig gesprochen.
Und die Entwicklung geht weiter, obwohl der Tagesanzeiger titelt (4. Oktober 2008, S. 25. Romeo Regenass): Immer mehr Einkaufszentren - immer weniger Umsatz. Geplant sind für die nächsten Jahre 16 neue Zentren, obwohl dieser Markt eigentlich gesättigt ist und die Umsätze langsamer wachsen als die Verkaufsflächen. In den USA läuft der Niedergang der sog. Malls seit längerem. s. www.deadmalls.com )
|Die Graphik macht deutlich, dass Zentren dort florieren, wo viel Verkehr ist, also primär im grössten Bahnhof der Schweiz, mit täglich ... Besuchern, und im Flughafen Kloten. In Basel dürften hier, im Gegensatz dazu, einige Investoren die Arschkarte ziehen, denn obwohl gerade das Einkaufszentrum auf dem Stucki-Areal gegen den Willen der lokalen Bevölkerung durchgeboxt wurde, muss es auf Besucher aus Deutschland setzen (was nicht ganz aussichtslos ist). Für Basel (und die Schweiz) liegt es am äussersten Rand, und dazu in nächster Nähe, ein Spaziergang, der Erlenmatt.|
Die grössten Ladenketten
Martin Herzog, Basel, 22. Oktober 2005
Demnächst vermutlich ... oder doch nicht, da doch einiges kleiner: Die Reinigungsbranche. Obwohl eines der letzten Gebiete für Kleine und Einzeltäter (über 2000 Betriebe), setzt auch hier der Konzentrationsprozess ein. Zu den grössten gehören:
Kaercher: 1.1 Millionen Umsatz, 5872 Mitarbeiter
Honegger: 5000 Mitarbeiter
....
Hägni: 185 Mitarbeiter
|Na ja, zumindest eine Branche in der noch Arbeitsplätze entstehen: Gestritten wird immer!|
Aehnlich bescheiden, was Mitarbeiter betrifft, weniger bescheiden, was verrechnete Kosten betrifft, sind die Wirtschaftskanzleien:

Betr. Anfrage Maiklea (irgend was stimmte mit dem Mail nicht, drum Antwort hier):
Gibt es ähnliche Infos zu Deutschland? Spezialgebiet Biotechnologie?
Bei Wiki z.B sind grad noch die Zahlen dabei, damit könnte man also die selben Graphiken erstellen, die ich gemacht habe:
Mein Interesse war allerdings primär zu zeigen, dass es einen eher unerfreulichen systematischen Unterschied gibt: Firmen die mit wenig Angestellten grosse Umsätze machen, verdienen viel Geld und können hohe Löhne bezahlen, bei den andern ist es eben umgekehrt. Von da her muss ich das natürlich nicht für jedes Land machen, eines reicht.