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Bike Kingdom Games waren ein Erfolg
Cross-Country Short Track Auftakt am Freitagabend
Die Cross-Country-Elite der Frauen eröffneten das Bike Kingdom Games Wochenende mit einem schnellen, hochspannenden Short Track Rennen. Nach zwei kleineren Stürzen bereits in der ersten Runde gestaltet sich zunächst ein offenes Rennen mit einigen Führungswechseln und ein, bevor sich in der fünften Runde eine Gruppe aus Jenny Rissveds (SWE), Loana Lecomte (FRA), Evie Richards (GBR) und Anne Tauber (NED) absetzen kann. Lokalmatadorin Jolanda Neff schien zunächst vom Pech verfolgt – nach einem Zusammenprall mit Rebecca McConnell (AUS) fiel die frisch gebackene Olympiasiegerin auf den vorletzten Platz zurück. Dennoch gelang es Neff sich bis zur sechsten Runde auf Platz 5 vorzukämpfen und den Abstand zur Spitzengruppe immer weiter zu schliessen. Diese Gruppen von nun fünf Fahrerinnnen setzte sich kontinuierlich weiter ab, bevor die neue Weltmeisterin Evie Richards ihren Angriff startete, dem nur noch Rissveds und Neff folgen konnten. Im Laufe der letzten Runde musste dann auch Neff ihrer beeindruckenden Aufholjagd Tribut zollen. Die Schweizerin konnte das Tempo von Rissveds und Richards nicht halten und fiel weiter zurück. Das Führungsduo entschied das Rennen im Schluss-Sprint, bei dem Lenzerheide-Weltcup-Siegerin von 2019 Jenny Rissveds knapp die Nase vorne hatte. Neff überquerte als Dritte die Ziellinie, vor Anne Tauber, die sich gegen Loana Lecomte durchsetzte. Als Sechste und siebte gingen die Ronja Eibl (GER) und Laura Stigger (AUT) über die Ziellinie und können sich somit über einen Platz in der Pole Position am Sonntag freuen.
XCC Short Track Ergebnisse Elite Frauen:
- Jenny Rissveds (SWE) 0:20:34
- Evie Richards (GBR) 0:20:36
- Jolanda Neff (SUI) 0:20:50
- Anne Tauber (NED) 0:20:56
- Loana Lecomte (FRA) 0:21:05
Zweiter Short-Track-Weltcup-Sieg für Avancini, Flückiger nach grossem Kampf Zweiter
Bei den Männern richteten sich vor Rennbeginn alle Augen auf Weltcup-Leader Mathias Flückiger und Weltmeister Nino Schurter. Die beiden Schweizer haben insbesondere seit der WM vergangene Woche noch eine offene Rechnung. Vom Start war es zunächst Anton Cooper (NZL), der die Geschwindigkeit vorgab und ein sehr grosser Feld der Spitzenfahrer anführte. Insbesondere Henrique Avancini (BRA) und eben Mathias Flückiger setzten sich dahinter fest, aber auch die Franzosen Jordan Sarrou und Victor Koretzky schlossen auf. Weltmeister Schurter folgte in sechster Position. Begleitet von wechselnden Führungen gelang es nun einer grossen Gruppe von mehr, als 15 Fahrern sich abzusetzen. Nach fünf von zehn Runden war dann der Weltcup-Führende, der einen Angriff startete und während des langen Anstiegs davon zog – auch um zu sehen, in wie weit die Konkurrenz mitgehen konnte. Noch konnte sie es: Avancini, Sarrou und Koretzky holten Flückiger schnell ein, auch Schurter blieb dran. Beim zweiten Versuch in Runde 9 sah die Sache schon anders aus. Diesmal blieb nur der Brasilianer Avancini an Flückiger dran, so dass die beiden Rider es in der finalen Runde unter sich ausfuhren. Hier machte sich der erste Ausbruch von Mathias Flückiger immer stärker bemerkbar, der dabei zu viele Körner gelassen hatte. Nach grossem Kampf musste er schliesslich Avancini im Sprint-Finish passieren lassen. Auf Platz 3 folgte Victor Koretzky vor Alan Hatherly (RSA) und Nino Schurter in den Rängen vier und fünf. Jordan Sarrou schloss das Rennen als Sechster ab, vor einem starken deutschen Maximilian Brandl. Gesamtweltcupzweiter Ondrej Cink belegte den 10. Rang.
XCC Short Track Ergebnisse Elite Männer:
- Henrique Avancini (BRA) 0:19:58
- Mathias Flückiger (SUI) 0:19:59
- Victor Koretzky (FRA) 0:19:59
- Alan Hatherly (RSA) 0:20:00
- Nino Schurter (SUI) 0:20:04
Downhill Spektakel am Samstag
Myriam Nicole, amtierende Weltmeisterin und Weltcupführende, hatte bereits in der gestrigen Qualifikation die schnellste Zeit eingefahren und gezeigt, dass sie auch in Lenzerheide vorhat, ganz oben auf dem Podium zu stehen. Auf der schnellen, mitunter engen Strecke zeigten jedoch vom Start weg alle Elite-Fahrerinnen, dass ihnen die grossen Drops und vielen Licht-Schatten-Wechsel wenig ausmachten. Nach guten Runs von Anna Newkirk (USA) und Mille Johnset (NOR) setzte sich Comebackerin Nina Hoffmann (GER) mit einem aggressiven und mutigen Run auf den Hotseat und sollte auch von Marine Cabirou (FRA), Monika Hrastnik (SLO) und Lokalmatadorin Camille Balanche (SUI) nicht verdrängt werden. Besonders die Schweizerin zeigte einen höchst aggresiven und riskanten Ritt, konnte aber einen Fehler gleich zu Beginn ihres Runs nicht mehr ausgleichen. Nun war Vali Höll (AUT) an der Reihe, die einen sauberen und fast locker erscheinenden Lauf zeigte. Aggressiv in den Key Sections und vor allem unten mit viel Power und Speed ging es direkt auf den Hotseat, den sie jedoch umgehend wieder für Tahnee Seagrave (GBR) räumen musste. Die Britin, die vorab mit Genickschmerzen zu kämpfen hatte, fuhr elegant und souverän durch die Schlüsselstellen und wählte die direktesten Linien, im unteren Abschnitt schien sie ihre Bremsen gar nicht mehr zu berühren. Nun wartete nur noch die Grand Dame im Starthaus und sollte ihrer Favoritenrolle gerecht werden. Myriam Nicole (FRA) zeigte bereits vom Start weg, dass sie heute nicht zu schlagen sein wird. Durch ihre mitunter derart aggressive Linienwahl touchierte sie in der Mecredes-Benz Key Section sogar einen Baum, ohne nennenswert Zeit einzubüssen. Auch im unteren Abschnitt war ihr nichts mehr zu nehmen und der nächste Weltcupsieg perfekt.
Ergebnis Downhill Elite Frauen:
- Myriam Nicole (FRA) 3:10:661
- Tahnee Seagrave (GBR) 3:13:323
- Vali Höll (AUT) 3:16:776
- Nina Hoffmann (GER) 3:19:110
- Camille Balanche (SUI) 3:20:309
STRAIGHTline fest in franzöischer Hand
Bei den Männern stellte sich vor Rennbeginn vor allem die Frage, ob sich die französischen Festspiele aus der Quali fortsetzen würde. Gestern hatten es vier Franzosen und ein Brite unter die Top 5 geschafft. Heute schickte sich zunächst Laurie Greenland mit einem phänomenalen Run an, den Grundstein für diese Wiederholung zu legen. Der Brite mit guten Erinnerungen an Lenzerheide fuhr voll am Limit und zeigte besonders im unteren Teil einen perfekten Run. Seinen Platz auf dem Hot Seat musste er erst räumen, als die Rider der Grand Nation einer nach dem anderen zeigten, warum sie derzeit das Mass alller Dinge sind. Zunächst stellte Thibaut Dapréla (FRA) mit einem aggressiven und kompakten Lauf eine neue Bestzeit in der Mercedes-Benz Key Section auf und übertrumpfte Greenland dann auch beim Finish. Noch besser machte es anschliessend Loic Bruni. Der vierfache Downhill-Weltmeister spielte seine ganze Erfahrung aus und bewegte sich ruhig wie auf Schienen durch die Key Section. Im unteren Abschnitt zeigte er mit 79 km/h eine neue Höchstgeschwindigkeit und raste förmlich an die Spitze. Nachdem Danny Hart (GBR) sich nach schwächerem Start und verglichen mit den Franzosen fehlender Aggressivität weiter hinten einordnete, gelang es auch Amaury Pierron (FRA) nicht mehr, sich an Bruni vorbeizuschieben. Nun lag es an Loris Vergier (FRA), dem letzten Fahrer auf der Strecke, die franzöische Downhill-Party vollends zu starten. Nach einem fehlerfreien Run im oberen Abschnitt verlor Vergier anschliessend in der Key Section wieder ein wenig Zeit auf Bruni, konnte das aber durch sein tadelloses Finish wettmachen und schob sich auch dank des aufkommenden Windes mit wenigen Zehntelsekunden an seinem engen Freund Bruni vorbei. David Trummer (AUT) musste sich nach einem ansosten guten Run, aber einem Schnitzer unten raus mit dem 11. Rang begnügen, noch vor seinem Landsmann Andreas Kolb, der einen soliden 15. Platz herausfuhr. Bester deutscher Fahrer war Max Hartenstern auf Rang 21.
- Loris Vergier (FRA) 2:46:921
- Loic Bruni (FRA) 2:47:118
- Thibaut Dapréla (FRA) 2:47:291
- Amaury Pierron (FRA) 2:47:549
- Laurie Greenland (GBR) 2:48:189
Die Junioren-Weltmeister werden ihren Rollen gerecht
Vor den Elite-Fahrern durften sich bereits die Junioren um die frischgebackenen Weltmeister Jackson Goldstone (CAN) und Izabela Yankova (BUL) auf der STRAIGHTline beweisen. Die neuen Regenbogentrikots der beiden Junioren schienen diese zusätzlich zu beflügeln. Sowohl Goldstone als Yankova fuhren ungefährdete Siege ein. Während der Kanadier seine Führung im Gesamtweltcup weiter ausbaut, schiebt sich die junge Bulgarin vom bisherigen zweiten Platz nun an die Spitze des Gesamtweltcups.
Richards gewinnt erstes Cross-Country Weltcup-Rennen am Sonntag, Lecomte ersten Gesamtweltcup
Bei den Frauen richteten sich alle Augen heute auf die Weltcupführende Loana Lecomte (FRA) und ihre neue erste Verfolgerin und Lenzerheide-Liebling Jenny Rissveds (SWE). Sollte Rissveds gewinnen, könnte Lecomte dennoch mit dem sechsten Platz den Gesamtweltcupsieg perfekt machen. Auf dem einzigartigen Track mit einem grossen Anstieg und vielen technischen Passagen entwickelte sich von Beginn an ein spannender Wettkampf, wobei besonders Lecomte und Rissveds gut ins Rennen starteten. Eingeholt von Weltmeisterin Evie Richards (GBR), Local Hero Sina Frei (SUI), Rebecca McConnell (AUS) und Anne Tauber (NED), setzte sich das neue Sextet bis Mitte der dritten Runde immer weiter ab. Angetrieben durch Richards und Frei zog sich die Gruppe zu Beginn der vierten Runde auseinander, wobei Rissveds nur mit viel Mühe dran bleiben konnte, während Tauber weiter zurück fiel. Nun erhöhte die Britin erneut die Schlagzahl und distanzierte auch Frei und McConnell, während Rissveds und Lecomte nur noch um Rang vier zu kämpfen schienen. Die Australierin gab angesichts eines möglichen ersten Weltcupsieges noch einmal alles, konnte den Abstand zu Richards aber nur noch verkürzen und fuhr als Zweite über die Ziellinie. Ein grosses Drama erlebte Drittplatzierte Sina Frei, die mit einem platten Hinterreifen kurz vor dem Ziel Rissveds und Lecomte passieren lassen musste. Während Evie Richards in Lenzerheide ihr erstes Weltcup-Rennen gewinnt und Loana Lecomte im Gesamtweltcup nicht mehr zu schlagen ist, müssen die Schweizer Fahrerinnen trotz vier Athletinnen unter den besten elf weiter auf den ersten Heimsieg warten. Jolanda Neff erwischte einen ganz gebrauchten Tag und musste sich schliesslich mit Platz 25 begnügen. Laura Stigger (AUT) landete auf Rang 10, beste Deutsche wurde Nadine Rieder auf Rang 18.
Ergebnis Cross-Country Elite Frauen:
- Evie Richards (GBR) 1:19:16
- Rebecca McConnell (AUS) 1:19:35
- Jenny Rissveds (SWE) 1:20:14
- Loana Lecomte (FRA) 1:20:28
- Sina Frei (SUI) 1:20:36
Rekordjagd und Gesamtweltcup vertagt: Koretzky siegt vor Schurter und Flückiger
Weltmeister vs. Weltcup-Führender? Schurter vs. Flückiger? Die beiden Schweizer Cross-Country-Superstars gingen beim Heimweltcup als absolute Favoriten an den Start. Den besseren Start erwischten jedoch andere: Victor Koretzky (FRA), Henrique Avancini (BRA), Milan Vader (NED), Titouan Carod (FRA) führten als Spitzengruppe das Feld an. Während Schurter schnell aufschloss, fiel Flückiger auf Rang 15 zurück, sollte aber ebenfalls bis Mitte der ersten Runde vorne ankommen. Nach einem Zusammenprall mit Flückiger nach unterschiedlicher Linienwahl, fiel Vader weit zurück, während Czink sich vorne einreite. In einem schnellen, jedoch taktisch geprägten Rennen setzten sich die beiden Schweizer zu Beginn der dritten Runde an die Spitze, jedoch ohne nennenswert davonzuziehen. Nach einem Angriff Koretzkys auf den führenden Flückiger in der vierten Runde setzte sich Schurter erneut an Spitze, versuchte die auf acht Fahrer angewachsene Gruppe weiter zu entzerren und attackierte seinerseits. Der Abstand zwischen den ersten zehn Fahrern betrug jedoch weiterhin weniger als 30 Sekunden. Im längsten Anstieg der fünften Runde attackierte dann der andere Schweizer. Flückiger konnte jedoch Schurter, Koretzky und Hatherly nicht abschütteln. Auch Carod und Avancini konnten zu Beginn der letzten Runde wieder aufschliessen, konnten jedoch den letzten Anstieg nicht mitgehen. Jetzt attackierte der Franzose erneut und setzte sich geschickt an die Spitze, nur um von Flückiger direkt wieder in seine Schranken verwiesen zu werden. In einem hochspannenden Finish gewährte Flückiger Koretzky erneut die Chance, die der Franzose prompt nutzte und als erster die Ziellinie überquerte. Wie schon vor einer Woche gelangt es direkt im Anschluss auch noch Schurter sich an Flückiger vorbeizuschieben, sodass sich der Weltcup-Führende mit dem dritten Platz begnügen musste. Während die ganz grosse Schweizer Party heute nicht stattfand, freuten sich zwei deutsche Fahrer über Top-10-Platzierungen: Max Brandl wurde neunter, Luca Schwarzbauer Zehnter. Einen starken siebten Platz belegte überraschend der Pole Bartlomiej Wawak. Bester Österreicher war Karl Markt auf Rang 28.
Ergebnis Cross-Country Elite Männer:
- Victor Koretzky (FRA) 1:18:23
- Nino Schurter (SUI) 1:18:25
- Mathias Flückiger (SUI) 1:18:32
- Alan Hatherly (RSA) 1:18:41
- Titouan Carod (FRA) 1:18:54
Fünf von Fünf für Mitterwallner, Roth stimmt die Eidgenossen ein
Den Tag eröffnen durften die U23 Cross-Country Fahrerinnen um Weltmeisterin und Weltcup-Führende Mona Mitterwallner (AUT), die sich auch in Lenzerheide keine Blösse gab und ungefährdet den fünften Sieg im fünften Rennen einfuhr. Bei den U23 Männern siegte der chilenische Weltmeister Martin Vidaurre Kossmann vor Juri Zanotti (ITA) und Europameister Joel Roth aus der Schweiz, der mit seinem dritten Platz die Schweizer Zuschauer bereits gut auf die Schweizer Superstars in den späteren Elite-Rennen einstimmen sollte.
Kein Schweizer Sieger ist kein Grund traurig zu sein
Die absolute Krönung der Bike Kingdom Games ist ausgeblieben, am Ende schaffte es kein Schweizer ganz nach oben aufs Podest. Bei den Organisatoren überwiegt dennoch, vor allem das Positive: «Wir sind mega zufrieden mit den Wochenende, der Ablauf hätte nicht besser sein können. Wir durften 21.000 Zuschauer begrüssen in Lenzerheide. Es hat alles mitgespielt, Emotionen pur von A bis Z. Wir sind froh, dass wir endlich mal wieder eine Veranstaltungen mit Zuschauern durchführen konnten. Vom Helfer bis zum Athlet, Teambetreuer oder Besucher – wir haben nur glückliche Gesichter gesehen», freut sich OK-Präsident Christoph Müller.