Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03572.jsonl.gz/200

Theodor Herzl war gewiss kein „Science Fiction“ Autor. Und doch hat er einen Staat beschrieben, den er so noch nicht kennen konnte. Mehrere Romanautoren haben sich in der letzten Zeit in ihren Werken mit der Zukunft Israels auseinandergesetzt. In seinem Roman „Eine Frau flieht vor einer Nachricht“ beschreibt David Grossman eine Frau, die für ein Museum in den USA Objekte aus Israel sucht und aufkauft. Dieses Museum soll in der Wüste von Nevada den Staat Israel rekonstruieren! Der israelische Romancier Chaim Be’er berichtet in seinem Roman „Bebelplatz“ von amerikanischen Bibliotheken, die das literarische Schaffen Israels dokumentieren, Exemplare aller Erstausgaben sowie Vortragsmanuskripte aus Israel sammeln. Auch hier geht es um ein Denkmal für ‚eine Zeit danach’. Assaf Gavron schildert in seinem Roman „Hydromania“ Israel im Jahr 2067, ein auf ein kleines Restterritorium geschrumpftes Land, dessen Wasserhaushalt von einem ausländischen Konzern verwaltet wird. Für “Hydromania” hat Assaf Gavron den israelischen Geffen-Prize für Science-Fiction-Novellen erhalten. Der Niederländer Leon de Winter schildert in seinem Roman „Das Recht auf Rückkehr“ Tel Aviv im Jahr 2024: Israel ist auf einen streng gesicherten Stadtstaat zusammengeschrumpft, einen schmalen Streifen Land am Meer. Wer weg konnte, ist gegangen.
An der Veranstaltung zum Jahresthema ‚Facing the Future’ des europäischen Tages der jüdischen Kultur 2011 wird der Frage nachgegangen, weshalb sich Autoren Sorgen um eine mögliche Zeit „nach Israel“ machen. Passagen aus den genannten Romanen liest die Schauspielerin Giulietta Odermatt. Michael Guggenheimer stellt die Bücher vor. Klara Obermüller und Reinhard Meier, ehemaliger Auslandsredaktor der NZZ, diskutieren über die Romane der vier Autoren.
Eine Veranstaltung von Omanut, Verein für die Förderung jüdischer Kunst in der Schweiz, am Sonntag, 4. September um 17.00 Uhr im Kulturhaus Helferei an der Kirchgasse 13 in Zürich. (www.omanut.ch)
Sonntag, 4. September um 17.00 Uhr im Kulturhaus Helferei, Zürich
„Anybody home ? “„Wird noch jemand da sein?“
Autoren und die Angst vor der „Zeit danach“