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Störfälle: Zustand
Aufgrund von Störfallszenarien lassen sich diejenigen Anlagen bestimmen, bei welchen schwere Schädigungen infolge von Störfällen möglich sind. Für solche Anlagen verlangt die Vollzugsbehörde der Störfallverordnung (StFV) vom Inhaber, dass er das Risiko mit einer Risikoermittlung quantitativ abschätzt: Er untersucht anhand von Szenarien, mit welchen Wahrscheinlichkeiten und Folgen Störfälle zu erwarten sind.
Dabei wird das Risiko in einem W/A-Diagramm dargestellt, in welchem alle möglichen Schadensausmasse (A) infolge von Störfällen und deren Eintretenswahrscheinlichkeiten (W) zueinander in ein Verhältnis gebracht werden. Für die einheitliche Beurteilung dieser quantifizierten Risiken wurden entsprechende Richtlinien erlassen.
In der Regel handelt es sich um folgende Anlagen, deren Inhaber verpflichtet werden, eine Risikoermittlung zu erstellen und zu pflegen:
- Betriebe des Grosshandels mit chemischen Stoffen, grosse Chemielager
- Anlagen zur Herstellung chemischer Erzeugnisse und Zubereitungen
- Anlagen mit grossem Publikumsverkehr (Schwimmbäder, Kunsteisbahnen)
- Verkehrswege wie Strassen, Schiene und Rhein mit grossen Transportmengen gefährlicher Güter
- Rohrleitungsanlagen
Die Zahlen der Untersuchungseinheiten gingen durch Produktionsschliessungen und Produktionsverlagerungen langsam zurück. Mit der Revision der StFV im Jahr 2015 wurden die Mengenschwellen der chemischen Stoffe an die neue GHS-Klassierung angepasst. Im Rahmen dieser Anpassung wurden zusätzliche Betriebe aus dem Geltungsbereich der StFV entlassen.