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Die Aufgabe der Bibliothèque de Genève
Die Bibliothek, die sowohl im Dienste Genfs als auch eines internationalen Publikums steht, ist eine Bewahrungsbibliothek, die dafür verantwortlich ist, das geistige und enzyklopädische Erbe der Stadt für jetzige und künftige Generationen zusammenzutragen und zu übermitteln; sie ist eine wissenschaftliche Bibliothek mit weitreichenden Beständen auf anerkannten Exzellenzgebieten in den Geistes- und Sozialwissenschaften; eine Studien- und Informationsbibliothek, die es einem breiten Publikum ermöglicht, aus ihren Sammlungen Nutzen zu ziehen, und Partnerschaften mit Forschern eingeht, sowie eine Bibliothek von internationalem Renommee, die Beziehungen zu vergleichbaren Instituten in der Schweiz und dem Ausland unterhält, und als Referenzort für die literarische und wissenschaftliche Produktion Genfs gilt.
Exzellenzzentren
Die Bibliothèque de Genève deckt grosse Wissensgebiete ab, indes stehen im Herzen ihrer Erwerbungs-, Bewahrungs- und Erschliessungspolitik drei besonders wichtige Themen hervor:
– Die Genevensia
– Die Reformation
– Die Aufklärung
Der Pol Genevensia umfasst unabhängig von deren Thema alle Dokumente, die in Genf auf Papier herausgegeben werden und der Pflichtablieferung unterliegen, aber auch alle Dokumente ausserhalb der Pflichtablieferung, deren Verfasser oder Thema einen Bezug zu Genf haben, ganz gleich, wo sie veröffentlicht wurden. So stellt z.B. die internationale Öffnung der Stadt an der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert einen Schwerpunkt dieses Pols dar.
Der Pol Reformation beinhaltet alle Themen, die für ein erschöpfendes Verständnis dieses Phänomens erforderlich sind. Der gesamte, namentlich der französischsprachige Protestantismus gehört hierher, einschliesslich der Hugenotten und ihrer Geschichte: das Refugium (die Flucht der Hugenotten aus Frankreich nach dem Widerruf des Edikts von Nantes) wie auch das Désert (die «Wüste», d.h. die heimliche Ausübung des protestantischen Glaubens im katholischen Frankreich).
Die Aufklärung, deren Lichter in Genf insbesondere bei Literatur und Wissenschaft besonders hell brannten, bildet mit der Gesamtheit der Themen, die zum Verständnis des «langen 18. Jahrhunderts» nützlich sind, ebenfalls ein Exzellenzzentrum.