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Der Physiker und Informatiker hatte Anfang der 1990er Jahre am Teilchenforschungsinstitut CERN bei Genf den Grundstein für das World Wide Web gelegt. 1991 stellte er die erste öffentlich zugängliche Webseite der Welt vor. Auf ihn geht die gemeinsame ‹Sprache› zurück, mit der am Internet angeschlossene Rechner kommunizieren und Daten austauschen können. Diese Sprache wurde Hypertext Transfer Protocol, kurz HTTP, genannt.
Zudem legte Berners-Lee die Grundlagen für das Surfen im Internet von einer Webseite zur anderen. Die dazu notwendige Seitenbeschreibungssprache HTML war ebenfalls von Berners-Lee entwickelt worden. Damit waren sogenannte Hypertext-Links möglich, digitale Querverweise auf weitere Dokumente.
Auf diese Weise konnten Nutzer leicht von einem Dokument zu einem anderen weitergeleitet werden. Es genügte, per Mausklick den Link auf der ersten Seite anzuklicken, die der Browser anzeigte.
So gelangte man zu einer anderen Seite, die vielleicht noch gar nicht bekannt war: Das ‹Surfen› war geboren. Den Siegeszug trat das World Wide Web ab Mitte der 1990er Jahre mit den Browsern ‹Mosaic›, ‹Netscape› und dem ‹Internet Explorer› an.
Seitenhieb gegen Trump
«Einige sehen das Internet als grösste Erfindung überhaupt an», sagte Schneider-Ammann in seiner Rede. Bei allen Innovationen, die durch das Internet möglich geworden seien, seien Superlative erlaubt.
Der Schweizer Wirtschaftsminister zitierte ein chinesisches Sprichwort: «Wenn der Wind der Veränderung bläst, bauen die einen Mauern, andere indes Windmühlen.» Viele würden nur die Risiken für Jobs, Produkte und Dienstleistungen in etablierten Sektoren sehen.
«Wenn der Wind der digitalen Veränderung weht, bauen diese Leute Mauern. Da können wir nicht vermeiden, über den neuen US-Präsidenten Donald Trump zu sprechen», sagte Schneider-Ammann.
Andere sähen indes die Chancen der Digitalisierung und würden neue Ideen entwickeln. «Sie erkennen, dass es keine Möglichkeit gibt, die neuen Technologien zu verhindern.» Sie machen grösstmöglichen Gebrauch davon im Interesse von Wohlstand und Jobs. «Diese Leute bauen Windmühlen des 21. Jahrhunderts», sagte Schneider-Ammann.
Schneider: «Yes, we can!»
«Wir Schweizer sind speziell stolz.» Denn Sir Berners-Lee habe das Internet in der Schweiz am CERN entwickelt. Das zeige die führende Position der Schweiz in der Forschungswelt. «Die Digitalisierung ist eine grosse Chance für uns und wir sind sehr gut gerüstet, das Beste daraus zu machen. Und können wir? Um den bisherigen höchsten Amtsinhaber der USA zu zitieren: Yes, we can!», sagte Schneider-Ammann mit Blick auf das Motto von Barack Obama.
Berners-Lee sagte, man müsse heute dafür kämpfen, dass das World Wide Web offen bleibe. Davon hänge vieles ab wie offene Märkte und Demokratien.
Der Brite, den die Queen für seine Verdienste geadelt hatte, hatte in der Vergangenheit erneut vehement für die Netzneutralität plädiert. Netzneutralität bedeutet, dass Netzbetreiber alle Datenpakete gleichberechtigt durch ihre Leitungen schicken, egal woher sie stammen oder welchen Inhalt sie haben.
Die grösste Gefahr für das offene Internet könnten Regierungen oder Unternehmen sein, sagte Berners-Lee. In China oder Ägypten sei es die Regierung, die die Unternehmen kontrolliere. In Amerika sei es umgekehrt. Dort werde die Regierung von Unternehmen kontrolliert, sagte der Brite.
Die jetzige Auszeichnung ist nicht die erste in der Schweiz: In Rüschlikon ZH hatte Berners-Lee den mit 100’000 Franken dotierten Gottlieb Duttweiler Preis 2015 erhalten.
(sda)