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Die landwirtschaftliche Nutzung beeinflusst die Artenvielfalt, die zu schützen eine Herausforderung darstellt. Eine Studie hat potenzielle Verbreitungsgebiete prioritärer Vogelarten (Artverbreitungsmodelle) mit der landwirtschaftlichen Nutzungsauswirkung (Ökobilanzierung) verbunden. Basierend darauf wurde eine räumlich explizite Karte mit Fokusgebieten für den Erhalt und die Förderung dieser Arten produziert.
In der Schweizer Kulturlandschaft ist die landwirtschaftliche Produktion eng mit der Artenvielfalt verknüpft. Viele Arten profitieren von traditioneller extensiver Landwirtschaft und Strukturelementen wie Gehölzstrukturen und haben unter der Intensivierung der Landwirtschaft gelitten. Landwirtschaftliche Umweltziele wurden 2008 zum Schutz von natürlichen Ressourcen und Biodiversität formuliert. Der Bereich Biodiversität listet Arten, die in der Agrarlandschaften erhalten und gefördert werden sollen. Im letzten Statusbericht wurden die gesetzten Ziele jedoch nicht erreicht, mit einem negativen Trend für viele Prioritätsarten.
Den Negativtrend für prioritäre Vogelarten stoppen
In einer Studie wurden für die Schweizer Landwirtschaftsfläche (exkl. Sömmerung) Fokusgebiete für 27 prioritäre Vogelarten abgegrenzt. Es wurden Artverbreitungsmodelle berechnet und mit den Ergebnissen eines Ökobilanzmodells, das die Effekte der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung auf die Biodiversität (hier Vögel) auswertet, verbunden. Die Artverbreitung wurde als Indikator für «Verbreitungspotential» genutzt und das Ökobilanzmodell für die «Auswirkung der landwirtschaftlichen Nutzungsintensität». Mit einer Hotspotanalyse und räumlicher Clusterbildung wurden die Modelle miteinander kombiniert. Die Zone, in der sich hohes Potential für die Prioritätsarten mit niedriger Nutzungsintensität findet (Schutzzone, grün im Bild) bedeckt 18% der untersuchten Fläche und besteht vor allem aus (extensivem) Grünland und Landschaftsstrukturen. Die Zone, in der hohes Potential für die Prioritätsarten besteht, dieses aber durch hohe Nutzungsintensität nicht ausgeschöpft wird, umfasst 31% der untersuchten Fläche und besteht primär aus Ackerland (Förderzone, orange im Bild). Im Mittelland (siehe Zoom-in) zeigt nur 13% der untersuchten Fläche eine niedrige Nutzungsintensität, die sich vor allem in extensiv-bewirtschaftetem Grünland und Landschaftsstrukturen findet. Die Resultate können für die räumliche Priorisierung von Artenschutz- und Fördermassnahmen von Nutzen sein.
Noëlle Klein ist Biologin und Doktorandin bei Agroscope und ETH Zürich, und arbeitet in der Gruppe von Prof. Adrienne Grêt-Regamey.