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Die Modelle wurden erstmals beschrieben in: Biehl, J., Hopmann, S. & Ohlhaver, F. (1996). Wie wirken Lehrpläne? Modelle, Strategien, Widersprüche. Pädagogik, 5, 32-35.
Aus einem internationalen Vergleich moderner Gesellschaften konnten vier Varianten der staatlichen Regulierung von Unterricht modelliert werden. (Biehl et al. 1996) Sie sind aus historisch gewachsenen Praxen der unterschiedlichen Art und Weise Unterricht zu regulieren, abstrahiert. Es handelt sich dabei um Modelle, die zwar kaum je in Reinform vorkommen, aber die doch charakteristisch sind für einzelne Staaten und Regionen und deren Schulpolitik zu bestimmten Zeiten.
Die Steuerungsstrategie im Assessment-Modell hat seinen Namen direkt von den Leistungsüberprüfung der Schülerinnen und Schüler. Diese werden nach Kriterien bewertet. Diese Kriterien werden dann zu so etwas wie einem Lehrplan. Das Assessment gibt den Schulen relativ präzise vor, was sie zu bestimmten Zeitpunkten im Unterricht erreicht haben sollten und macht Abgangskontrollen in der Form von standardisierten Schulleistungstests. Die Lehrkräfte der Schulen tun hier gut daran, ihren Unterricht auf diese Abgangsprüfungen hin auszurichten. Der konkrete Unterricht selbst wird also gleichsam indirekt durch diese Abschlusstests reguliert. Die Bildungsadministrationen in der Schweiz und in anderen Ländern favorisieren zur Zeit Instrumente im Geiste dieses Modells.
Das Examen-Artium Modell hat seinen Namen von den Zulassungsverfahren zur Universität, die in Dänemark und Norwegen zuerst im 17. und 18. Jh. eingeführt und praktiziert wurden. Diese Hochschulzulassungsprüfungen bestimmen dann auch weitgehend das Ausbildungsprogramm jener Schulen, die auf diese Zulassungsprüfung vorbereiten sollen. In dem Modell übernehmen also Zugangskontrollen zu den weiterführenden Bildungsinstitutionen die Funktion, den Unterricht der jeweils vorausgehenden Bildungsinstitution zu regulieren. Beispielsweise haben die Aufnahmeprüfungen der Colleges eine regulierende (und wettbewerbssteigernde) Funktion für den Unterricht an den High-Schools. Wie im Assessment-Modellreguliert die Steuerungsstrategie den Unterricht indirekt.
Das Philanthropische Modell hat seinen Namen von der Praxis der philanthropischen Bewegung und ihren Schulen vom ausgehenden 19. und beginnenden 18. Jh. in Deutschland. Diese Schulen regulierten den Unterricht auch methodisch bis ins Detail. Eine solche Regulierung des Unterrichts lässt sich recht deutlich anhand der Geschichte des Unterrichts in nordeuropäischen Ländern wie Schweden und Norwegen zeigen. Einerseits schreibt der Staat relativ verbindlich durch Lehrpläne stoffliche wie auch methodische Vorstellungen von Unterricht fest. Andererseits entwickelt der Staat potentielle schulische Innovationen in Modell und Versuch. Im Unterschied zu den beiden vorhergehenden Modellen liegt eine direkte Regulation des Unterrichts in seinen Stoffen und den praktizierten Methoden durch Lehrplanvorgaben vor.
Das Klassische Modell ist im Wesentlichen eine in der preussischen Schulverwaltung entwickelte Schulregulierung durch inhaltliche Vorgaben und zeitliche Verteilung der Lernstoffe. Es regelt, was Lehrer zu lehren haben. Den Lehrpersonen bleibt im Unterschied zum philanthropischen Modell aber nach einer Art „Lizenzprinzip die Wahl der Methoden des Unterrichtens und damit die Verantwortung für die Durchführung des Unterrichts überlassen. Es handelt sich hierbei ebenfalls um eine direkte staatliche Regulierung des Unterrichts.