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3 Dinge, die du zum gigantischen Aufforstungs-Projekt in Äthiopien wissen musst.
Alleine am Montag wurden in Äthiopien 350 Millionen Bäume gepflanzt. Daran beteiligten sich laut Angaben des Landwirtschaftsministeriums rund 23 Millionen Menschen.
Der alte Rekord lag laut der BBC bei 50 Millionen Bäumen, die 800'000 Helfer 2016 in Indien pflanzten. Dieser Rekord ist nun Geschichte. Zum Vergleich: In der Schweiz gibt es ungefähr 500 Millionen Bäume.
Die Aktion in Äthiopien fand an rund 1000 Orten im ganzen Land statt. Sie ist Teil der «Green Legacy Initiative» gegen die Abholzung von Wäldern.
Staatliche Behörden und Schulen wurden während der Aktion eigens geschlossen. Auch Regierungschef Abiy Ahmed pflanzte Bäume. Sein Büro twitterte Bilder des reformorientierten Politikers, wie er in Arba Minch im Süden des Landes an der Aktion teilnahm.
Die Pflanzoffensive ist noch nicht vorbei. Die äthiopische Regierung will bis Oktober insgesamt vier Milliarden Bäume pflanzen. In den Staatsmedien laufen Werbespots, die die Menschen dazu aufrufen, sich um die Bäume zu kümmern.
Äthiopien ist flächenmässig etwa 25 Mal grösser als die Schweiz und hat 105 Millionen Einwohner. Deshalb ist ein solch gigantisches Projekt überhaupt erst möglich.
Das Land am Horn von Afrika verzeichnete in den vergangenen Jahren einen rasanten Bevölkerungswachstum. Zudem hat das Land laut Weltbank mit 7,7 Prozent ein sehr hohes Wirtschaftswachstum.
Allerdings gehört Äthiopien nach Angaben der Uno noch immer zu den weniger entwickelten Ländern der Welt. Somit sei es anfälliger für Klimaveränderungen. Das Land hat demnach grosse Umweltprobleme wie Bodenerosion, Abholzung, Wüstenbildung, wiederholte Dürren, Überschwemmungen sowie Wasser- und Luftverschmutzung.
Der Anteil der von Wäldern bedeckten Fläche in Äthiopien schrumpfte während des 20. Jahrhunderts von 35 Prozent auf nur noch vier Prozent in 2000er Jahren, wie die BBC unter Berufung auf die Vereinten Nationen berichtet.
«Äthiopien wird immer anfälliger für Klimaschocks, Wasserstände schrumpfen und die Fruchtbarkeit des Bodens ist wegen des Mangels an Bewaldung beeinträchtigt», sagte Landwirtschaftsminister Umer Husen am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Dem wolle man mit der im Mai begonnenen Pflanzinitiative begegnen.
Vor wenigen Wochen veröffentlichten Forschende der ETH Zürich eine beeindruckende Berechnung zum Thema Aufforstung. Weltweit könnte eine Fläche von 0.9 Milliarden Hektaren aufgeforstet werden. Dies enstpricht etwa einem Gebiet von der Grösse der USA.
Vollständig herangewachsene Bäume auf einer solchen Fläche könnten der Atmosphäre rund 205 Gigatonnen CO2 entziehen. Das ist eine beträchtliche Menge. Seit der industriellen Revolution wurden etwa 300 Gigatonnen CO2 ausgestossen, im vergangenen Jahr rund 37 Gigatonnen. Durch Aufforstung könnte somit zwei Drittel der bisherigen Emissionen gespeichert werden.
Die Forschenden der ETH sind sich aber einig: Aufforstung kann nur in Kombination mit einer raschen und massiven Senkung der CO2-Emissionen helfen, den Klimawandel auf die vom Pariser Klimaschutzabkommen festgelegten 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen.
Für Äthiopien macht das Projekt aber so oder so Sinn: Denn die Aufforstung hilft auch Probleme wie Bodenerosion, wiederholte Dürren oder Wüstenbildung zu bekämpfen. (cma/sda/dpa/watson.de)
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