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Weltmeister Loic Bruni macht beim finalen Downhill-Weltcup in Snowshoe seinen ersten Gesamtsieg perfekt. Beim Sieg von Danny Hart wird es im Vergleich zu seinem Landsmann Amaury Pierron noch mal richtig spannend. Basil Weber wird als bester Schweizer 47. Bei den Frauen gewinnt Marine Cabirou, Tracey Hannah holt als erste Australierin den Gesamtsieg. Siegenthaler wird Siebte, Janosch Klaus Fünfter.
Im Downhill-Wettbewerb der Weltcup-Finals in Snowshoe, USA, sichert sich die Australierin Tracey Hannah mit einem fünften Platz den Gesamtweltcup. Die Französin Marine Cabirou feiert ihren dritten Sieg in Folge, während Emilie Siegenthaler, Camille Balanche und Carina Cappellari auf den Plätzen sieben, acht und neun landen. Junior Janosch Klaus wird Fünfter.
Am Schluss wird es noch mal eng für Tracey Hannah. Marine Cabirou hat die Bestzeit vorgelegt und Hannah als letzte Starterin braucht mindestens Rang sechs, um sich den Gesamtweltcup zu sichern.
Die Abstände sind gering und es wird gezittert. Auch Emilie Siegenthaler und Camille Balanche, die Hannah im Mountainbike-Betrieb zu ihren Freundinnen zählen. Als für Hannah die Fünf aufleuchtet, rennen die beiden jubelnd auf Hannah zu und feiern mit ihr.
Obschon es damit für Emilie Siegenthaler selbst nicht zum erhofften Top-Fünf-Resultat reicht, mit dem sie sich selber auf Rang fünf der Gesamtwertung geschoben hätte.
«Ich hatte kein so gutes Gefühl, die Energie hat gefehlt, ich fühle mich ein bisschen müde», bekennt Siegenthaler. Sie sei schon keine gute Quali gefahren, habe «komische Fehler» gemacht. Unkonzentriertheiten, wie ein nicht geschlossener Helm, hätten sich eingeschlichen.
«Ich wollte gerne Fünfte werden, aber wenn man die ganze Saison sieht, kann ich nach meiner Verletzung froh sein, dass ich überhaupt noch mal drum kämpfen konnte», relativiert sie das Gesamtergebnis. 8,201 Sekunden fehlen als Siebte auf Cabirou (3:45,027).
Camille Balanche ist nur 0,378 Sekunden langsamer und wird Siebte. «Abgesehen von kleinen Fehlern hatte ich einen guten Lauf. In den Steinpassagen habe ich aber immer verloren und ich konnte das nicht ändern», sagt die Europameisterin und resümiert ihre Saison: «Es war ein Schritt nach vorne. Ich bin froh, dass ich ohne Unfall oder Sturz durch die Saison gekommen bin.»
Carina Cappellari findet mit Rang neun (+11,897) einen guten Abschluss. Nicht nur für die Saison, sondern für die Karriere. «Ich höre mit diesem Rennen auf», sagt Cappellari und grinst. «Ich wusste gar nicht, ob ich voll fahren soll», gesteht sie. «Ich habe es einfach genossen.»
Tracey Hannah gewinnt erstmals den Gesamtweltcup. Foto ©Bartek Wolinski / Red Bull Content Pool
Junioren: Klaus verbremst
Nach der zweitbesten Qualifikationszeit ist Junior Janosch Klaus ein Podest-Kandidat. Doch der Schweizer Junioren-Meister erlaubt sich bereits in der obersten Sektion einen Fehler, den er nicht mehr ausgleichen kann. «Ich habe in einem Linksanlieger voll verbremst und bin stillgestanden», erklärt Klaus, warum er gegenüber der bis dahin besten Zeit gleich über zwei Sekunden Rückstand aufweist. Die fehlen dann am Ende auch, um aufs Podest zu springen.
«Top Fünf ist okay, aber halt leider kein Podium», kommentiert er das Resultat zum Abschluss der Weltcup-Saison. 8,211 Sekunden Rückstand werden für ihn als Fünftem gemessen, gut zwei Sekunden fehlen auf Rang zwei.
Der Franzose Thibaut Daprela gewinnt das abschließende Rennen und wird holt sich den Gesamtsieg.
Bruni nach dramatischem Finale Weltcup-Gesamtsieger
Als sich Weltmeister Loic Bruni als vorletzter Starter in das 2.018 Kilometer lange Gelände stürzt, liegt Titelverteidiger Amaury Pierron in Führung. Wenn Pierron gewinnt, muss Bruni mindestens Dritter werden, um seinen Vorsprung zu verteidigen.
Brunis Zwischenzeiten weisen ihn oben auf Rang vier aus, weiter unten macht er Boden gut und schliesslich leuchtet die «3» auf als er über die Ziellinie rast.
Doch es steht ja noch der Qualifikations-Schnellste Danny Hart oben. Der hat oben erst mal Rückstand auf Pierron und sogar auf Bruni. Doch bei der Zwischenzeit liegt er zwischen Pierron und Bruni. Das würde den Weltmeister das weisse Jersey kosten.
Doch Danny Hart dreht noch mehr auf. Bei der letzten Zwischenzeit liegt er vorne und am Ende gewinnt der Ex-Weltmeister mit 0.656 Sekunden Vorsprung auf Pierron. Der ist kurz enttäuscht, gratuliert dann aber seinem Kumpel Bruni zum ersten Gesamtsieg.
«Amaury wird heute Abend nicht mein Freund sein», meint Hart mit einem Grinsen, doch kaum ausgesprochen, umarmt ihn der Franzose und gratuliert zum Sieg.
Als bester Schweizer belegt Basil Weber Rang 47. «In zwei, drei Passagen», hätte er noch mehr Gas geben können. «Zu vorsichtig» sei er da gewesen. «Aber das war ein guter Abschluss der Weltcup-Saison», meint Basil Weber, der 12.5 Sekunden langsamer ist als Danny Hart (3:03,627).
Zur Mitte der Saison hätte er ein wenig nachgelassen und sei deshalb ein paar Mal an der Qualifikation für die besten 60 gescheitert. «Aber jetzt bin ich wieder ganz zufrieden gewesen, wie es lief.»
Lutz Weber hatte die bessere Qualifikation abgeliefert, doch im Finale erlaubt er sich im letzten Drittel ein grösseren Fehler, sonst wäre er vor Basil Weber gelandet. So wird es für ihn nur Platz 51. (+12.976).
Weltmeister Loic Bruni holt seinen ersten Gesamtsieg im Downhill-Weltcup. Foto ©Bartek Wolinski / Red Bull Content Pool