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Brisbane - Das Hochwasser im Überschwemmungsgebiet von Rockhampton in Australien steigt weiter. Der Fluss Fitzroy, der mitten durch die Stadt führt, soll am Mittwoch den Höchststand erreichen. Aus Angst vor Plünderungen wollen die Menschen aber nicht fliehen.
Obwohl in vielen Strassen das Wasser mehr als einen Meter hoch steht, hätten nur rund 500 der 75'000 Einwohner ihre Häuser verlassen, sagte Bürgermeister Brad Carter am Dienstag. Nur ein paar Dutzend Rockhamptoner sind nach Angaben des Bürgermeisters in die bereitgestellten Notunterkünfte gegangen.
"Ich bewege mich keinen Schritt", sagte Geoff Sanderson, bis zur Brust im Wasser, vor seinem Haus zu Reportern. "Ich habe das schon öfter erlebt." Der Fitzroy ist seit 1978 fünf Mal über die Ufer getreten, allerdings waren die Überschwemmungen nie so schlimm wie dieses Mal.
Rockhampton ist nach den verheerendsten Überschwemmungen in Australien seit 50 Jahren weitgehend von der Aussenwelt abgeschnitten. Manche Messstationen meldeten Pegelstände von 9,2 Metern. An der einzigen noch passierbaren Strasse stand das Wasser nur noch wenige Zentimeter unter der Fahrbahn, sagte Polizeichef Ian Stewart.
Im Fitzroy sammelt sich das Wasser aus einem Gebiet so gross wie England. Das Flussbett hatte den Wassermassen schon im Hinterland nicht standgehalten und riesige Gebiete überschwemmt. Bei Rockhampton fliesst der Fitzroy in den Pazifik. Nicht nur der Fitzroy, auch alle anderen wichtigen Flüsse in Queensland traten über die Ufer.
Kohle- und Weizenproduktion beeinträchtigt
Bauern- und Bergwerksverbände sprechen von Milliardenschäden. Australien ist grösster Kohleexporteur der Welt, aber ein Drittel seiner Exportkapazität ist von den Überschwemmungen lahmgelegt. Rund 40 Prozent der Kohlegruben am Bowen Basin in Queensland sind geschlossen.
Australien exportierte 2008/09 261 Millionen Tonnen oder 28 Prozent des Weltmarktanteils. Bei Kokskohle zur Stahlherstellung lag der Anteil sogar bei 59 Prozent.
Auch die Hälfte der australischen Weizenernte scheint so stark verdorben zu sein, dass sie nicht mehr für Lebensmittel geeignet ist. Bis zu 50 Prozent könnten nur noch als Tierfutter oder für andere Zwecke genutzt werden, schätzten Experten am Dienstag.
SDA-ATS