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Der Begriff Virus wurde ursprünglich für die erste Art von unerwünschten Programmen verwendet. Aufgrund der Eigenschaften dieser Programme war die Ähnlichkeit zu biologischen Viren sehr gross: Der Computervirus ist kein eigenständig funktionierendes Programm, sondern ein Programmfragment, das sich in ein bestehendes nützliches Programm "einbaut" (wie der biologisch Virus in eine Körperzelle eindringt). Wird das nützliche Programm verwendet, wird auch der Computervirus mitgestartet. Seine Hauptaufgabe ist es dann zunächst, andere nützliche Programme zu finden und sich in diese einzubauen - also sich zu vermehren. Wieder analog zum biologischen Virus, welches die Körperzelle nutzt, um weitere Viren zu produzieren, die neue Zellen infizieren können.
Merry Christmas
Die ersten Computerviren hatten nicht das Ziel, Schaden anzurichten, sondern waren reine Experimente, um diese Verbreitungsmethode spielerisch zu erkunden. Freilich konnten sie schädliche Nebeneffekte bewirken, indem zB. funktionierende Programme nach der Infektion nicht mehr korrekt arbeiteten. Die ersten Virenprogrammierer wollten zudem, dass ihr geglücktes Experiment gesehen wurde. So spielten sie beispielsweise überraschend für einige Momente eine Weihnachtsmelodie, während plötzlich ein geschmückter Tannenbaum auf dem Bildschirm erschien.
Vom Streich zur Straftat
Echte Schadprogramme tauchten erst später auf, indem statt des Spielens einer Melodie etwa Dateien gelöscht wurden, um die grössere Beachtung zu finden. Die Motivation war es immer noch, einen Streich zu spielen. Heute wird dem Verbreitungsmechanismus eines Virus schädlicher Code mitgegeben, mit dem Ziel auf kriminellem Weg Geld zu verdienen, sich Informationen zu beschaffen (meist zum selben Ziel), die Kontrolle über einen Computer zu erlangen (um ihn im Geheimen für weitere auf dem Schwarzmarkt verkaufbare kriminelle Aktivitäten zu nutzen) oder aktiv Sabotage zu betreiben.
Auch andere Verbreitungformen wurden entwickelt, die jeweils dazu passende Namen bekamen. Siehe zum Beispiel Trojaner.
Der Begriff Virus wird heute oft als Überbegriff für alle Arten von Schadsoftware verwendet.