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Update: 01.04.2014
Weitere Problemfelder im islamischen Strafrecht
Beeinträchtigungen des Gleichheitsgebots und des Rechtsstaatlichkeitsprinzip finden sich vor allem im Bereich des islamischen Strafrechts:
Blutgeld / Vergeltungsmassnahmen
Das islamische Recht kennt die Ausgleichszahlung für Schädigungen von Leib oder Leben, welche von der Familie des Täters gezahlt werden muss. Für Frauen und Nichtmuslime sind die Preise tiefer, meist bei der Hälfte vom Preis eines muslimischen Mannes, angesetzt. Die Möglichkeit zur Vergeltung mit derselben Tat (bis hin zur Hinrichtung) muss dem Opfer bzw. der Opferfamilie angeboten werden.
Nicht kodifizierte Straftaten
Die so genannten Tahsir-Straftatbestände (auch Taczir oder Ta'zir) verbieten «un-islamische», unsittliche Handlungen, welche die öffentliche Ordnung und Sicherheit gefährden. Die schwammige Definition führt dazu, dass alles mögliche (Kleiderordnung, Konsum bestimmter Musik etc.) unter Strafe gestellt werden kann. Meist sind die Verbote nicht in Gesetzen niedergelegt. Die Strafe liegt allein im Ermessen des Richters und kann von Geld-, Haft- bis zu Körperstrafen alles bedeuten. Rechtsunsicherheit und willkürliche Anwendungen sind die Folge.
- Strafgesetze der Islamischen Republik Iran
Publikation von Silvia Tellenbach, vgl. betreffend Tahsir insb. S. 29 ff. (Google Books)
- Law in Afghanistan: A Study of the Constitutions, Matrimonial Law and the Judiciary
Publikation von Mohammad Hashim Kamali, vgl. betreffend Tahsir insb. S. 46 ff. (Google Books, Englisch)