Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03173.jsonl.gz/963

1895: Am 8. Mai 1895 versammelten sich auf die Initiative von Bornhauser Robert, Baumgartner Ernst und Wassermann Alfons im Lokale Spitalstrasse 13 elf Männer und Jünglinge zur Besprechung der Gründung eines Wasserfahrvereins.
Die Verhandlungen endigten mit der definitiven Gründung eines Vereins unter dem Namen »Wasserfahrverein St. Johann«, der die Schifffahrt zu üben sich zur Aufgabe machte. Jedes der Mitglieder musste vorerst Fr. 5.- im voraus zur Bestreitung der Drucksachen und Anschaffung eines älteren Bootes leisten, welcher Betrag nach Besserstellung der Kasse wieder retour gegeben werden sollte, aber nicht mehr zurückverlangt wurde. Der Mitgliederbeitrag wurde auf Fr. 1.- pro Monat angesetzt.
Der 1. Vorstand wurde wie folgt zusammengesetzt: Präsident: Baumgartner Ernst ab. 1.9.1895: Schweizer Johann Vize und Fahrchef: Wassermann AlfonsKassier: Vogel Ernst Aktuar: Bornhauser Robert Beisitzer: Kauffmann Wilhelm
Mitglieder: Schmid Hans, Vogel Ludwig, Itin Wilhelm, Kneier Fritz, Schweizer Johann, Baumgartner Peter Mitgliederbestand 31.12.1895: 33 Am 1.9.1895 wurde das Lokal ins Restaurant Pfauen, St. Johannsvorstadt 13, verlegt. Bilanz: Einnahmen Fr. 331.-, Ausgaben Fr. 285.30, Saldo auf neue Rechnung Fr. 45.70. Inventarvermögen Fr. 170.-. Schiffsbestand: 1 altes Boot.
1925: Am 31. Mai folgte die 31. Fernfahrt Walenstadt - Basel.
Die grösste, aber auch ehrenvollste Arbeit des Vereins bestand in der Durchführung des 1. Eidg. Wettfahrens der schweizerischen Wasserfahrvereine.
Neben dem Wettfahren hatte das Organisationskomitee (Präsident Hans Schmid) eine Bundesfeier und eine Fahnenweihe durchzuführen. Die Einnahmen und Ausgaben hoben sich praktisch gegenseitig mit je ca. Fr. 38'000.(Budget je ca. Fr. 28'000.-) auf. Als Festplatz für das Wettfahren und die Bundesfeier wurden die beiden Rheinufer zwischen der Johanniter- und der Mittleren Brücke bestimmt. Bei Regenwetter war die Verlegung der Bundesfeier in die 5000 Personen fassende Mustermesshalle vorgesehen.
Mit der Anschaffung der neuen Fahne änderte der Wasserfahrverein St. Johann an der Generalversammlung vom 4. April 1925 seinen Namen in »Rhenania St. Johann«.
1925: Der Name Rhenania war im Jahre 1885 schon einmal das Aushängeschild eines Wassersportvereins.in diesem Jahre wurde die Basler Rudergesellschaft gegründet, welche meistens aus jüngeren Leuten und Studenten bestand. Ihre Farben waren blau und rot. Der Zweck der BRG Rhenania war die Ausbildung der körperlichen Kraft und Geschicklichkeit. Ueber Politik und Religion durfte in der Vereinsversammlung nicht debattiert werden.
Das erste Boot, ein alter Auslegevierer, trug den stolzen Namen »Rhenania«
Am 20.6.1886 fuhr nachmittags eine Mannschaft im neuen Boot »Basel« bei Hochwasser nach dem Hörnli. Die Rückfahrt wurde zum ersten Male am Grossbaslerufer entlang unternommen und da geschah es, dass das Boot von der Strömung erfasst wurde, dem jungen Steuermann nicht mehr gehorchte und an einem Holzpfeiler der alten Holzbrücke auffuhr und zerschellte, ohne dass glücklicher Weise den Insassen etwas geschah. Im Volksmund hiess die Gesellschaft von da an
»Renn - niene - n'a«
Der originelle Kosename hat sich bis in die heutigen Tage halten können.
Im Jahre 1888 hörte die Schlagader der BRG Rhenania auf, denn das Hauptereignis des Jahres war ein von allen Ruderfreunden längst gehegter Wunsch die Fusion des Basler Ruderclubs mit der BRG Rhenania.
1945 Die Rhenania St. Johann ist ein halbes Jahrhundert alt geworden. Sie beging dieses Ereignis mit einer Jubiläumsfeier im Rialto. Zuerst war es der <Wasserfahrverein St. Johann>, der im Jahre 1895 gegründet wurde und sich die Aufgabe gestellt hatte, den Wassersport zu pflegen. Das Jahr 1925 brachte dann dem Verein den neuen Namen <Rhenania>, eine neue Fahne und die Ehre, mit der Organisation und der Durchführung der 1. Schweizerischen Weidlingswettfahrens betraut zu werden. Im Jahre 1931 bildete sich eine Rudersektion, die sich nun als <Ruderklub> selbständig gemacht hat. 1945 schließlich besorgte die <Rhenania> die allerdings nicht sehr rentable Durchführung der 1. Basler Rheinsporttage, denen anschliessend und traditionsgemäss die Bundesfeier am Rhein folgte. Alle diese Epochen und Episoden des Vereinsgeschehens in den vergangenen fünfzig Jahren wurden anlässlich der Jubiläumsfeier auf der Bühne in einer Reihe von szenischen Bildern wirkungsvoll dargestellt. Zwischenhinein trug die bereits seit 30 Jahren bestehende Gesangssektion heimelige Volksweisen vor und zwei Handörgeler von der Kapelle < Gebr. Buser >, die später die Ballmusik bestritt, erfreuten das dankbare Publikum mit ihren virtuosen Solovorträgen. Ganz grosser Erfolg aber war den Trommlern und Pfeilern < Basler Bebbi > beschieden - von der entzückenden Spitzentänzerin Nelly Bruderer ganz zu schweigen, deren anmutvolle Darbietungen eine reine Augenweide bedeuteten. Sehr eindrucksvoll gestaltete sich am Schlusse des Programmteiles die Parade der Verdienten. Zwei Herolde liessen die Dahingegangenen und um das Wohl des Vereins Hochverdienten im Bilde vor uns treten und ehrten sie, mit anerkennenden und dankbaren Worten. Im Anschluss an dass Programm fand ein festlicher Akt statt. Der Präsident Haus Hänni begrüsste die Freunde und Delegierten von nah und fern und entwarf ein Bild von der Tätigkeit des Vereine. Statthalter Dr. Kessler überbrachte die Grüsse und Glückwünsche des Groseen Rates. Er zollte dem Verein besondere Anerkennung für seine immer wieder bewiesene vaterländische Gesinnung und äusserte den Wunsch, die Rhenania möchte ihrer Tradition treu bleiben. Dann kamen der Reihe nach die Delegierten, sprachen ihre Glückwünsche aus und brachten ihre Gaben dar. Der befreundete Bruderverein von ennet dem Rheine, der Wasserfahrverein Horburg, wurde zum Ehrenmitglied ernannt und ihm eine entsprechende Urkunde überreicht. Spät in der Nacht erst kam der Tanz zu seinem Rechte und nun hat die glückliche Fahrt ins sechste Jahrzehnt begonnen – Ahoi ! rg.
1945 5. Eidgenössisches Weidlingswettfahren
Schweizerische Kanumeisterschaffen 1945
Baselslädtische Rudermeisterschaften 1945
Basler Stromschwimmen 1945
Samstag / Sonntag, den 28./ 29. Juli
Organisation Rhenania St. Johann, Basel
An der Generalversammlung im Frühjahr 1946 (kurz nach Kriegsende) wurde beschlossen, im Laufe des Jahres 1948 eine Fernfahrt Basel-London durchzuführen: Fernfahrt an die Olympischen Spiele in London im Langschiff, mit gleichzeitiger Ueberbringung einer Botschaft des Schweizerischen Olympischen Komitees und des Organisationskomitees der 5. Olympischen Winterspiele in St. Moritz 1948 an das Organisationskomitee der Olympischen Sommerspiele in London.
Viele wissen wahrscheinlich nicht, dass einige Wasserfahrer damals 7 Kajaks selbst gebaut haben im Keller der damaligen Badeanstalt beim St.Johann-Tor. Nun denn, in der anschliessenden Zeit gab es ein paar Geschichten, von denen ich Ihnen als nostalgische Rückblicke 3 erzählen möchte.
Die erste Geschichte war ein Ausflug mit unseren Booten an den Doubs bei Subey . Dort gibt es vermutlich immer noch die Wildwasser ähnlichen Hindernisse , welche wir befahren wollten. Die meisten konnten mit mehr oder weniger Probleme die Bachschnellen passieren, aber ein junger, Bursche ( Rolf ) hatte Pech, viel aus dem Kajak und etwa 50 Meter später konnte er mit dem Paddel wieder ans Land. Das Kajak aber lag quer vor einem grossen Felsen und füllte sich mit Wasser, die Strömung bog das Kajak gefährlich links und rechts am Felsen vorbei,es blieb aber am Felsen hängen und musste befreit werden. Manfi ( Manfred Blaser ) hat die Schuhe und Socken ausgezogen , wir sicherten ihn mit einem langen Seil und er watete zum Felsen und hat mit aller Kraft das Kajak lösen können. Unsere selbst gebauten Kajaks hatten alle mindestens 20 Kilogramm, ein heutiges Kanu wäre vermutlich dort am Stein zerbrochen oder gefaltet worden, doch dieses Kajak ist vermutlich heute noch irgendwo manchmal im Wasser.
Die zweite Geschichte war etwas gefährlicher, als damals die Birs etwas Hochwasser hatte, haben wir die Kajaks fast bis zum StJakobstadion transportiert und sind dann die “Wildwasserstrecke” bis zum Birsköpfli hinuntergefahren. Leider ist damals an der untersten Walze, fast beim Birsköpfli unser Franz gestürzt und in in der Walze hängen geblieben. Das Kajak hat sich dann gelöst, aber er wurde in der Walze noch etwa 3 – 4 mal mitgerissen und konnte sich , dank einer geistesgegenwärtigen Idee am Grund der Birs abstossen und ans Land schwimmen. Es ist Ihm dabei nichts passiert, es hätte schlimmer sein können, aber an jenem Tag hatte er definitiv keinen Durst mehr!
Die dritte Geschichte war anlässlich der Teilnahme der damaligen Kanusektion am Birsderby, welches immer im Frühjahr zwischen Moutier und dem grossen Restaurant oberhalb von Roches stattgefunden hat . Beim Sägewerk war eine Rutsche montiert, über welche man den etwa 5 Meter hohen Wasserfall überwinden konnte. Dann kam die interressante Strecke im “Stägehuus”, so wurde der Abschnitt genannt bei welchem wieder unser Franz aus dem Kajak gefallen ist. Allerdings hat er dabei , in der Birs stehend in der linken Hand das Kajak und in der rechten Hand das Paddel gehalten. Die Strömung der Birs hat nun aber eine besondere Wirkung, langsam aber sicher hat sie (die Strömung) dem Franz die Badehose herunter gezogen. Nun musste er sich entscheiden, entweder das Paddel oder das Kajak loslassen oder die lachenden Zuschauer noch mehr zu unterhalten. Ich bin nicht mehr ganz sicher, aber er hat vermutlich das Paddel ins Kajak gesteckt und mit der frei werdenden Hand die Zuschauer von grösserem Gelächter befreit. Wer allerdings damals das Birsderby gewonnen hat, wissen wir nicht, aber den grössten Applaus hat sich sicher unser Rhenane verdient!
Walti ( Eglisee )
Erfreulicherweise stiess ich auf das Jubiläumsbuch zum 100jährigen Bestehen des Vereins im Jahr 1995. Als «Neuzuzüger» las ich es mit grossem Interesse. Ich stelle mir vor, dass drei Jahrzehnte danach vielleicht manchen dieses Buch nicht mehr bekannt ist, das auch nur gerade in einer Auflage von 1000 Exemplaren gedruckt worden ist. Ich hätte gerne mit Rosy Bachmann gesprochen, die diese Festschrift nach Sichtung alter Protokolle und Dokumente verfasste, sie ist leider kurz danach, 1996, verstorben, wie ich von Fredy Bachmann, ihrem Gatten und OK-Präsidenten des damaligen Jubiläumsprogramms erfahre. Ich beschreibe hier nun einen Blitzdurchlauf durch das Buch, ohne Rücksprache mit damals Beteiligten. Eine Rückmeldung ist erwünscht. Geschichte erzählt Geschichten.
1354 wurden die Fischerzünfte gegründet, mit ihren Booten sind sie eigentlich die Vorgänger der Wasserfahrvereine, die den Rhein dann für den Sport entdeckten am 8. Mai 1895 wurde der Wasserfahrverein St. Johann gegründet – allerdings trug das erste Boot der schon 1885 gegründeten Basler Rudergesellschaft den Namen Rhenania. Alle damals entstandenen Vereine dienten ganz im Sinne der Zeit wie die Turner-Bewegung der Förderung von Volksgesundheit.
1896 erhielt der Verein einen Landeplatz und eine Messhütte im sogenannten «Entenloch», die Messhütte, heute: «Klause». Es wurde eine Gesangssektion gegründet. Es wurden Tenüfragen geregelt: Fahrhemd, Schärpe, Hose (lang!), Strohhut mit Band.
1897 organisierte der junge Verein bereits ein erstes interkantonales Wettfahren, der Sport florierte auch anderswo, der Verein geriet durch Misswirtschaft in eine Krise, rappelte sich wieder hoch 1900 ist im Protokoll erstmals eine 3 tägige Pfingstfahrt mit 30 Mitgliedern nach Strassburg erwähnt. In den Protokollen sind viele Kontakte mit anderen Vereinen aufgeführt.
Ende 1903 zählt der Verein 138 Mitglieder.
1904 sind es 180 und ein zweites Wettschwimmen mit 130 Teilnehmenden wird erwähnt. Bevor in der Volksschule Schwimmunterricht erteilt wurde, übernahmen das anscheinend Wasserfahrvereine und Fischerzünfte, lebensnotwendig für ihre Mitglieder.
1905 organisiert der Verein das interkantonale Wettfahren mit einem beleuchteten Nachtfest, lebenden Skulpturen von Turnern und Tausenden Besuchern. (Gibt es Fotos von damals?) 1909 wiederholte der Verein diesen erfolgreichen Anlass, mit einem Wettschwimmen über 1600 Meter.
1908 zählt der Verein 227 Mitglieder! Der Zugang zum Fluss beim Depot wird verbessert. Es wird erstmals eine sogenannte Beefsteak-Fahrt erwähnt, heute würden wir das wohl einfach Grillfest nennen, es ersetzte die 1.Mai-Feier mit militärisch durchgeführtem Abkochen. Auch wird erstmals eine längere Stachelfahrt erwähnt (alles nur gegen den Strom?).
1911 eine eindrückliche Pfingstfahrt Thun-Bern-Aarberg-Hagneck-Bielersee-Biel-Büren an der Aare-Solothurn-Olten-Aarau-Brugg-Waldshut-Säckingen-Rheinfelden-Basel und immer wieder ist die Anschaffung von neuer Fahrhabe protokolliert.
1912 sind zwei tragische Unglücke mit Todesopfern in Birsfelden und in Zürich-Höngg protokolliert. Die Kraft des Flusses ist zwar schön anzuschauen, aber kann lebensgefährlich sein. Im Ersten Weltkrieg wird berührend die Unterstützung von Vereinsmitgliedern im Aktivdienst erwähnt mit Weihnachtsgeschenken, «Fresspäckli».
1916 beläuft sich der Mitgliederbestand doch noch auf 136 und es findet wieder eine lange Pfingstfahrt von Thun nach Basel statt.
1917 findet allerdings keine Stachelfahrt nach Rheinfelden statt, der Rhein ist militärisch gesperrt.
1919 behinderte die grosse Arbeitslosigkeit die Vereinsentwicklung, andere Probleme standen im Vordergrund. Und doch nahmen 36 an der Pfingstfahrt von Schaffhausen nach Basel teil, auch Stachel- und Beefsteakfahrt fanden statt, das Leben ging weiter.
1920 gab es am 25-Jahr-Jubiläum auch einen Spring-Wettbewerb von der Johanniterbrücke in den Rhein. Zitat aus dem Protokoll. «Die Höhe und Gefährlichkeit des Sprunges schlossen eine grosse Konkurrenz aus.»...
Viele organisatorische Fragen, kantonale und interkantonale Zusammenschlüsse, Trennungen, neue Vereinbarungen sind protokolliert.
1922 wurde die seit 10 Jahren geplante Fahrt nach Rotterdam durchgeführt. Der Rhein ist das Herz des Vereins, im gleichen Jahr führte der Fluss auch noch einmal von Schaffhausen nach Basel.
1923 ein Jahr danach einem anderen Fluss, der Reuss entlang von Flüelen über den Vierwaldstättersee nach Luzern, Windisch, Augst bis Basel und 1925 dann der Linth und Limmat entlang von Walenstadt bis nach Basel. Höhepunkt in diesem Jahr war die Durchführung des 1. Eidgenössischen Wettfahrens am 1.und 2. August. Und der Vereinsname wurde geändert zu Rhenania St. Johann. Ein Gedicht aus der Nationalzeitung vom 29. Juli (signiert Bo.) ist abgedruckt mit Zeilen wie «der Wasserschport? Dä schynt me fascht kuum z’kenne und sälte list me-n-iber ihn e Wort!» (So ist es, er hat den Sprung aus einem Nischendasein in der Sportwelt, wie das dem Schwingen gelungen ist, bis heute leider nicht geschafft – könnte ein Beat Schlatter nicht mal einen Dokumentarfilm drehen?).
Es werden in der Folge nun etliche Jahre übersprungen.
1934 ist am Neujahrstag eine winterliche Fernfahrt von Koblenz nach Basel erwähnenswert Die Kriegsjahre fehlen, eine Sichtung der Protokolle wäre historisch sicher interessant, bis auf 1944 nach Zerstörung des Kraftwerkes Kembs, da sind mit Plakat alle Wasserfahrvereine aufgerufen, bei weiteren Bombardierungen und Hochwassergefahr den Fluss sofort von allen Weidlingen zu räumen.
1945 ist das Prunkstück in der Jubiläumsschrift, Kriegsende und 50-Jahr-Jubiläum fallen zusammen. Der Verein organisiert das 5. Eidgenössische Wettfahren. Dieser Anlass ist fotografisch gut dokumentiert, die Bilder aus dem Buch sind alle in der Klause zu sehen: hoher Besuch von General Guisan, Schiffstaufen mit Ehrendamen und Schaumwein, wie es sich gehört, schmucke Athleten 1948 fällt die wohl längste Fernfahrt des Vereins auf: von Basel-Rotterdam-Tilbury-London, der Ärmelkanal wird allerdings mit einer Fähre überquert.
1963 wird die Klause umgebaut, renoviert, aus dem Beschrieb geht hervor dass sie schon beim Thomas-Turm steht – zuvor stand sie beim Engeloch, auf einer Fotografie in der Klause ist sie noch am alten Standort zu sehen, sie wurde Mitte der Dreissigerjahre, wahrscheinlich 1936, flussabwärts verschoben.
1966 wird eine Fernfahrt mit dem alten Längsschiff nach Breisach durchgeführt, niemand ahnt, dass es die letzte Fahrt dieses Schiffes sein wird. Rosy Bachmann beschreibt das sehr poetisch: «Durch das Hochwasser vom 22. auf den 23. September 1968 war für unser treues Langschiff, das alt, grau und baufällig geworden war, die Gelegenheit gekommen, ehrenvoll abzutreten, um nicht von Hand zersägt zu werden. In derselben Nacht riss es sich mit letzter Kraft vom Ankerplatz los und als stiller Gefährte gesellte sich noch der «Eidgenosse», das Fährboot dazu. Der Vater Rhein hat die beiden Boote in sein Reich genommen und so war dem Langschiff sein Wunsch in Erfüllung gegangen. Das Vereinsgeschehen 1971-1995 ist in einer Chronik mit Kurzfassungen von Protokollen geschildert, hervorgehoben ist 1990 die Anschaffung eines neuen Langschiffes nach 24 Jahren und 1993 eine Fernfahrt entlang der Saar und der Mosel mit 13 Schleusen auf einer Strecke von 225 km.
Nicht in Protokollen festgehalten ist die Aufnahme von Frauen in die Vereine, in der Zeit der 70er Jahre oder danach (das Datum wäre interessant), wie ich von Marlène erfuhr, der Entscheid soll zu Austritt von Männern in verschiedenen Vereinen geführt haben...
1998 erfolgte, wie mir Fredy berichtet, zum 50jährigen Jubiläum nochmals eine Fernfahrt Basel-London mit 20 Teilnehmenden.
Ich habe sehr gerne in diesem Buch geblättert, gelesen, vieles Unbekanntes erfahren vom Schwimmen über Gesangssektion, Tenüfragen, Kajak, Langschiffe bis zu eindrücklichen Fernfahrten. Es ist mir ein Anliegen, dass der Wassersport mehr Beachtung in der Öffentlichkeit findet.
---
Dr Redaggder