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Immerhin ist die Physik der Gegenstand der Forschung in der Philosophie der Physik. Konkret werden beispielsweise Teilfragen, oder Unterthemen der Physik untersucht.
Was ist also die Relevanz der Physik im Alltag? Rein theoretisch, kann man sein Leben ohne Wissen über die Physik führen. Dennoch hält die Physik Wissen bereit, welches für unseren Alltag durchaus relevant und nützlich ist. Beispielsweise lehrt uns die Physik wie Blitze entstehen, und wo sie mit grösserer Wahrscheinlichkeit einschlagen werden. Daraus können wir den praktischen Tipp ableiten, dass man bei einem Gewitter nicht unter den einzigen Baum auf einem weiten Feld stehen sollte.
Tatsächlich besteht auch real ein Interesse an Fragen der Physik des Alltags. So gibt es zum Beispiel die Seite „1000 Anworten“ des deutschen „Südwestrundfunks“ (SWR) wo Fragen beantwortet werden wie
„Wenn in einem Flugzeug ein Fenster kaputt geht: Würden dann wirklich Menschen durch das Loch ins Freie gezogen?“
oder „Warum kommt man aus Schuhen raus, ohne die Schnürsenkel zu öffnen, aber dann nur schwer wieder hinein?“
Daran wird ersichtlich wie unser Leben mit der Physik verknüpft ist, und wie man über die alltäglichen Dinge, mit denen wir sehr vertraut sind, mehr Wissen und ein tieferes Verständnis erhalten kann.
Die Philosophie der Physik prüft und hinterfragt dieses Verständnis, mit ebendemselben Ziel das Verständnis der Welt zu erweitern, und genauer zu machen. Um dies an einem Beispiel zu verallgemeinern: Die meisten Menschen kennen aus ihrem Alltag das Phänomen, dass ein paar angenehme Minuten (z.B. auf einer Achterbahn) schneller zu vergehen scheinen als die paar Minuten die einem nicht angenehm erscheinen (z.B. während denen man auf das nächste Tram wartet). In solchen Momenten mögen Fragen auftauchen wie: „Vergeht die Zeit gleichmässig?“ oder allgemeiner „Was ist eigentlich die Zeit?“ Wir können uns dann mit Theorien der Physik beschäftigen um diese Fragen zu beantworten, und stossen dann möglicherweise auf eine Theorie die besagt, dass es Antipartikel gibt, für welche die Zeit in die entgegengesetzte Richtung (also rückwärts) verläuft. (Diese Annahme gibt es tatsächlich, sie heisst „TCP Theorem“.) Eine Aussage wie diese mag auf den ersten Blick überraschend und kontraintuitiv wirken. Es entsteht ein Wunsch sie zu interpretieren, und hierin liegt die philosophische Arbeit. Tim Maudlin, ein Philosoph der Physik hat beispielsweise zu diesem Thema gemeint, dass diese „Zeitumkehrung“ nicht eine Umkehrung der Zeit selbst bedeuten muss, sondern lediglich eine Umkehrung eines Prozesses. Um ein klares Beispiel zu nennen: Die Umkehrung des Prozesses „ein Glas zerspringt auf dem Boden“ wäre ein Glas, welches aus den sich zusammensetzenden Scherben bildet. Wohl passiert dies mit Gläsern unter normalen Umständen nicht, beim Verhalten von Partikeln und Antipartikeln könnte dieses Verständnis jedoch die Aussage des TCP Theorems entschärfen.
Über die Autorin
Beitrag von Franziska Wettstein, wiss. Mitarbeiterin bei Philosophie.ch