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Bevor der erste Bahnhof auf Schweizer Boden in Basel eröffnet wurde, gab es vor dem St. Johann-Bollwerk, also ausserhalb der Stadtmauer, ein Provisorium, erstellt von der französischen Bahngesellschaft. Mit der Linie, die dort Station machten, der Chemin de fer Strasbourg-Bâle (StB), konnte man ins Elsass fahren. Mit Macht drang die Idee Eisenbahn nun ins kollektive Bewusstsein der Stadt Basel ein.
Ein Stadttor für Züge
Zumal diese damals noch komplett durch die äussere Stadtmauer geschützt war, nicht zuletzt übrigens, weil man Angst vor den Schweizer Nachbarn hatte. Auf der Strasse und im Rathaus diskutierte man über Sinn und Unsinn der neuen technischen Errungenschaft.
Als dann beschlossen wurde, im St. Johann einen Bahnhof zu bauen, gab man zunächst dem bekannten Basler Architekten Melchior Berri (1801 – 1854) den Auftrag, ein Stadttor für die Züge zu entwerfen, welches in der äusseren Stadtmauer gähnte.
Bevor die Züge durch dieses Tor fuhren, mussten sie eine Holzbrücke überqueren. Der Plan war, dass man diese im Fall eines Angriffs auf die Stadt Basel einfach kurzerhand verbrennen würde. 1845 konnte der erste Basler Bahnhof – er stand auf dem Schällenmätteli-Areal – dann eingeweiht werden.
Acht Jahre später wurde am Rheinknie dann die Gesellschaft «Schweizerische Centralbahn (SCB)» gegründet. Deren Ziel war es, einen Anschluss unserer Stadt an die Wirtschaftszentren der Mittellandkantone herzustellen und später vielleicht sogar die Verkehrsachse durch die Innerschweiz zum Gotthard auszubauen.
Die Viaduktstrasse als Trassee
Gleichzeitig stiess die deutsche Rheintal-Eisenbahnlinie Richtung Basel vor, mit einer ersten provisorischen Station in Weil am Rhein, gleich an der Basler Stadtgrenze. Ein Jahr später begannen die Bauarbeiten an der künftigen Stammlinie durch den Hauenstein. Und die Viaduktstrasse war das Trassee der damaligen Elsässerbahn, ein Umstand, an den heute noch eine Plakette am Brückengeländer des Viadukts erinnert.
Provisorium aus Holz
Es wuchs nun also der Druck, einen grossen Basler Bahnhof zu bauen. Doch über dessen Standort, Aussehen und Einrichtung wurde immer noch heftig und kontrovers diskutiert. Deshalb errichtete die «Schweizerische Centralbahn» im Dezember 1854 an der Engelgasse/Lange Gasse ein Bahnhofsprovisorium aus Holz.
Es war eine äusserst bescheidene Angelegenheit, eilig gebaut, die aber für sechs Jahre ausreichen musste. Dieses Provisorium bot jedoch lediglich Anschluss für die Linien der «Centralbahn», nicht aber an den französischen und den Badischen Bahnhof. Letzterer wurde ja 1855 gebaut – und zwar dort, wo heute die Mustermesse steht.
Der Grosse Rat stimmt dem Bahnhofsbau zu
Im Sommer 1857 stimmte der Grosse Rat dann endlich dem Bau eines grossen Bahnhofs beim Elisabethen Bollwerk zu. Zwei Jahre später wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Am 4. Juni 1860 fuhren die ersten Züge ein. Doch schon bald war dieser Bahnhof gnadenlos überlastet.
1898 nahm das Schweizer Volk, im Rahmen einer Abstimmung, in deren Vorfeld heftig debattiert wurde, die Verstaatlichung der Eisenbahn in der Schweiz an. Am 1. Januar 1902 wurden die Schweizer Bundesbahnen (SBB) gegründet. Kurz darauf beschloss der Bundesrat, dass in Basel ein neuer «Centralbahnhof» gebaut werden solle. 1900 genehmigte der Bundesrat die Pläne für den Bau, für die damalige Zeit ein gewaltiges Unterfangen.
Ein weiteres Provisorium
Dies führte zur Erstellung eines weiteren Provisoriums, das 1902 bis 1907 in Betrieb war. Es war lediglich von der Gütertrasse her zugänglich. Bis der neue Basler Bahnhof – entworfen von Emil Faesch und Emanuel La Roche am 24. Juni 1907 in Betrieb genommen werden konnte.
Und seither wurde unserer Bahnhof SBB immer wieder massiv umgebaut, auch momentan ist ein Teil der Anlage eine Baustelle. Ja, die Eisenbahn hat eine bewegte Geschichte, die zu einem derart geschichtsträchtigen Bewegungsmittel passt – und auch weiterhin in Bewegung bleibt. Auch wenn es um Bahnhofsbauten geht.
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