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Am Wochenende vom 17. und 18. August 2019 fand der 5. Historische Bergsprint Walzenhausen – Lachen statt. Die Durchführung des 1. Bergrennens geht auf das Jahr 1910 zurück. Als Veranstalter zeichnete damals der Automobil Club der Schweiz (ACS), Sektion St. Gallen – Appenzell. Diese Veranstaltung wurde alljährlich bis zum Beginn des 2. Weltkrieges 1939 durchgeführt. Mit riesiger Begeisterung wurde die Renntradition 1947 wieder aufgenommen. Die rund 70 Konkurrenten wurden von einer grossen Zuschauermenge verfolgt. 1954 dann fand das vorerst letzte Bergrennen auf der ursprünglichen Strecke Rheineck-Walzenhausen-Lachen statt. Wegen der Tragödie in Le Mans von 1955 und dem in der Schweiz verhängten Verbot für Rundstreckenrennen, wurde auch das Bergrennen in Walzenhausen in der Folge verboten. Ab 1970 wurde das Rennen auf der stark verkürzten Strecke von Walzenhausen nach Lachen (1.9 Km) wieder, bis zum letzten Mal im Jahre 1986, durchgeführt. Das Bergrennen war weit über die Landesgrenzen hinaus sowohl für Fahrer wie auch Zuschauer, äusserst beliebt. Wenn heute von Walzenhausen gesprochen wird, wird dies oftmals direkt mit dem ehemaligen Bergrennen in Verbindung gebracht.
Die Organisation des heutigen Anlasses wird von rennsportbegeisterten Einwohnern aus Walzenhausen der Politik und dem Kanton unter Zusammenarbeit mit der AC Sport Gruppe Ostschweiz vorgenommen. Der AC Sport Ostschweiz setzt sich aus Mitgliedern der ehemaligen Sportkommission ACS St. Gallen-Appenzell zusammen. Diese ACS Sportkommission führte die Bergrennen Walzenhausen-Lachen in den Jahren ab 1970 durch. Die Wiederaufnahme des Bergrennens wurde von verschiedenen Personen und Gruppierungen erwünscht und auch begrüsst. Unter den Gruppierungen finden sich u.a. der Gemeinderat, der Verkehrsverein, der Gewerbeverein wie auch die Marketingorganisation Appenzellerland und die Wirtschaftsförderung des Kantons Appenzell Ausserrhoden. Im Jahre 2000 wurde zudem im Gemeindeblatt „Treffpunkt“ eine Umfrage in der Bevölkerung durchgeführt. Bei guten 10% Rücklauf waren etwa ca. 80 % der Rückantworten für eine Wiederbelebung des Bergrennens. Es wurde beschlossen, die Veranstaltung in einem Turnus von 2 – 3 Jahren durchzuführen mit der Idee, ein Treffpunkt „zum Anfassen“ zu schaffen. Das Bergrennen soll Walzenhausen, das Appenzellerland, die Region und die gesamte die Ostschweiz bekannt machen. Der historische Bergsprint soll die Fahrzeuge der früheren Jahre dem Publikum im Fahrerlager und auf der Strecke präsentieren. 2007 konnte dann das erste Rennen von Walzenhausen – Lachen durchgeführt werden, wir haben darüber berichtet. Nach 2010, 2013 und 2016 folgte also am 17. und 18. August 2019 die fünfte Auflage des beliebten Events über dem Bodensee.
Die Wetteraussichten waren durchzogen, für den Samstag war schönes Wetter, für den Sonntag Regen vorhergesagt. Ein Blick auf die Wetterkarte am Freitagabend zeigte aber ein deutlich positiveres Bild, der Sonntag sollte sonnig und warm werden. Und genau so war es, ein paar Regentropfen am Samstag pünktlich nach Ende der Veranstaltung vermochte die Stimmung nicht zu trüben. Der Sonntag zeigte sich mit Sonne pur sommerlich und heiss. So macht ein Event natürlich doppelt Spass. Spass hatten auch die über 10’000 Zuschauer in Walzenhausen und entlang der Strecke, die bequem über zahlreiche Shuttlebusse erreicht werden konnte. Wer es sportlicher mochte, konnte auch zu Fuss an viele interessante Punkte an der Strecke gelangen, es wurde eigens dafür ein Weg angelegt. Der Veranstalter, OK Historischer Bergsprint und AC-Sport Ostschweiz, hat einen absoluten Top-Event auf die Beine gestellt. Die perfekte Organisation wurde von Zuschauern und Teilnehmern gelobt. Über 350 Helfer inklusive OK und Zivilschutz standen über das Wochenende im Einsatz. Der Bergsprint Walzenhausen – Lachen geht als erfolgreicher, unfallfreier Schönwetterevent in die Geschichte ein. Wir hören an den meisten Events da und dort negative Stimmen und Kritik, wenn auch teilweise unbegründet und vernachlässigbar. Aber davon war in Walzenhausen wirklich nichts zu hören und selbst die Anwohner an der Strecke unterstützten diesen Event und viele sind stolz, dass in ihrer Wohngemeinde so etwas stattfinden darf. Einen negativen Punkt gibt es, aber darauf wollen wir am Schluss dieses Berichts näher eingehen, denn es hat mit dem Veranstalter nichts zu tun, deshalb bleiben wir beim Event und seinen vielen Highlights. Der Bergsprint ist ein Anlass für alle. Technikfreaks, Nostalgiker, Motorsportbegeisterte und Naturfreunde kommen gleichsam voll auf ihre Rechnung. Rennbegeisterte Fans erfreuen sich an den Fahrten grosser Namen vergangener Zeiten wie Fredy Amweg, Fredy Lienhard, Bruno Kneubühler oder an den Fahrten aktueller Stars wie Eric Berguerand oder Dominic Schmitter. Dank des Engagements von Speaker Elio Crestani und Eduard Zaugg, besuchte auch Giordano Regazzoni, der Bruder des 2006 bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommene Clay Regazzoni, den Historischen Bergsprint in Walzenhausen und war begeistert von der Stimmung und der Organisation. Dodo, wie er genannt wird, startete in einem speziellen Renn-Kart.
Die beiden Karts starteten zusammen mit einem Hot Rod und abwechslungsweise mit der schnellsten Badewanne der Welt, einer rasenden Bierkiste und einem Bob auf Rädern, in einer Show jeweils am Ende eines Rennlaufs. Zeiten wurden übrigens keine gemessen. Auch wenn in Walzenhausen richtiges Rennfeeling zu verspüren war, es ging ausser der Freude und dem Spass um nichts. Sieger waren eigentlich alle, denn es gab keine grösseren Zwischenfälle. Den einen oder anderen Rempler gab es schon, wichtig ist aber, dass dabei keine Menschen oder Tiere zu Schaden kamen. Technische Defekte und die Folgen von Crashs lassen sich mit mehr oder weniger finanziellem Aufwand immer beheben. Auch hier zeigte sich der Historische Bergsprint Walzenhausen – Lachen von seiner besten Seite. Der letzte Bergsprint fand 2016 statt und seither hat sich die Strecke im unteren Abschnitt bis zum Schwimmbad erheblich verändert. Sie ist breiter geworden und wurde erst kürzlich mit einem neuen Asphaltbelag versehen. Viele Fahrer bemerkten, dass dieser sehr feine Belag nicht den üblichen Grip hat und teilweise rutschiger war als ein rauherer und älterer Belag. Aber alles kein Problem, vielleicht hat das sogar den einen oder anderen Fahrer zu einer etwas vorsichtigeren Fahrweise veranlasst.
Das Programm startete am Samstag um 08.30h mit dem ersten Lauf der Automobile des Feldes G (2). Die relativ kleinen Felder liessen zu , dass die Fahrzeuge nach dem ersten Lauf um den Bahnhof herum nochmals zum Vorstart fuhren. Nach dem letzten Teilnehmer folgte unmittelbar ein zweiter Lauf, erst dann kam das nächste Feld, das aber auch bereits am Vorstart wartete. So konnten auf der 2,1 km langen Strecke am Samstag und Sonntag jeweils am Vormittag und Nachmittag 2 Läufe gefahren werden. Ausser in den Mittagspausen waren also immer Fahrzeuge auf der Strecke und Langeweile war ein absolutes Fremdwort am Bergsprint. Am Samstagabend war dann Dorffest in der Mehrzweckanlage von Walzenhausen angesagt. Nach einem Apero für die Teilnehmer folgte das Abendbuffet, zubereitet und bereitgestellt von den ‘Walzehuser Hobbyköch’. Eine super Idee und ein Beweis, dass es nicht immer Sterneköche braucht, um fein zu essen. Nach dem Essen traf man sich noch zu einem letzten Bier in einem Restaurant, bevor es ins Bett ging. Am Sonntag musste man schon früh aus den Federn, war doch der erste Lauf schon um 08.00 Uhr auf dem Programm. Sonst war der Ablauf am Sonntag gleich wie am Samstag. Das hochsommerliche Wetter verwöhnte die Teilnehmer und Zuschauer und die Verpflegungsstände waren durchwegs zufrieden und die Umsätze stimmten. So soll das auch sein. Jetzt heisst es wieder, 3 Jahre warten, bis 2022 der nächste Historische Bergsprint Walzenhausen – Lachen stattfinden wird. Auch Elio Crestani, der unermüdliche Speaker, der mit seinem grossen Fachwissen die Zuschauer unterhielt und mit Informationen zu den einzelnen Fahrzeugen und Fahrern versorgte, trug zum einmaligen Erlebnis dieses Events bei.
Kommen wir noch um oben erwähnten unschönen Teil des Events, von dem die meisten Zuschauer und Fahrer aber nichts erfuhren. Wir hörten am Sonntagmorgen, dass beim OK offenbar eine Drohung eingegangen war und eine Gruppe von nicht sehr intelligenten Zeitgenossen eine Störaktion mit Reissnägeln auf der Strecke planten. Die Pressestelle hat uns folgende Mitteilung gesandt:
Im Anschluss an die gestrige Veranstaltung in Walzenhausen haben wir vom Organisationskomitee im Zusammenhang mit dem Flugblatt der Operation Libero diverse Anfragen von Medien erhalten.
Wir nehmen dazu wie folgt Stellung.
Stellungnahme Organisationskomitee „Historischer Bergsprint“
Das OK „Historischer Bergsprint“ bestätigt, seit gestern Sonntagmorgen, 18. August 2019 ca. 07:20 Uhr, von der Flugblattverteilung Kenntnis zu haben. Wir haben unverzüglich die Polizei und die Rennleitung verständigt und gemeinsam folgenden Beschluss umgesetzt. Im Einverständnis mit Polizei und Rennleitung wird die Veranstaltung unter erhöhter Beobachtung gestartet und weitergeführt. Auf Lautsprecherdurchsagen in dieser Sache wird verzichtet. Glücklicherweise wurde die nicht besonders umweltfreundliche Drohung nicht vollzogen. Der Veranstalter des „Historischen Bergsprints“ ist ob der angedrohten Aktion sehr enttäuscht. Das Vorgehen der Operation Libero kann auch deshalb nicht nachvollzogen werden, weil der Veranstalter – wie Greta Thunberg – die entstandene Co2-Belastung, über myclimate voll kompensiert. Wir unternehmen alles um die beliebte Veranstaltung so umweltfreundlich wie nur möglich zu gestalten und weisen deshalb den Vorwurf „Umweltverschmutzer“ in aller Form zurück.
Schade, aber mit solchen unnötigen, dummen und auch teilweise gefährlichen Aktionen muss in Zukunft wohl vermehrt gerechnet werden. Bleibt zu hoffen, dass die Urheber gefunden und zur Rechenschaft gezogen werden.
Aber wie gesagt, für diesen Zwischenfall ist nicht das OK des Historischen Bergsprint Walzenhausen – Lachen verantwortlich, das sind Chaoten und intolerante Besserwisser.
Wir sagen allen Beteiligten des Historischen Bergsprint Walzenhausen – Lachen nochmals herzlich danke für die zwei tollen Tage im Appenzellerland. Weitere Informationen findet man auf der informativen Website des Veranstalters.