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Roboter-assistierte Verfahren
Vorteilhaftere minimalinvasive Chirurgie – jetzt Roboter-unterstützt
Autor: | Branded Content
Fabienne, eine 31-jährige Lehrerin, litt vor sieben Jahren an einer Blasenentzündung, zeigte hohe Entzündungswerte und wiederkehrende Fieberschübe bis zu 40 °C mehrmals pro Woche. Das Fieber dauerte ein bis zwei Stunden. Die ersten Abklärungen zeigten eine Virus-Infektion (Pfeiffersches Drüsenfieber).
Nach Monaten fand keine Besserung statt. Dafür begann eine Odyssee von Hämatologen über Onkologen und Infektiologen bis zu Gastroenterologen. Blutentnahmen, Endoskopien mit Biopsien und eine laparoskopisch durchgeführte Lymphknotenbiopsie brachten keine eindeutige Diagnose. Das Spital wurde zum zweiten Heimatort. Trotz zermürbender Fieberschübe arbeitete die Patientin tapfer zu 100 Prozent.
Komplexer Eingriff ist nötig
Klarheit lieferte schliesslich eine anschliessende Bildgebung. Dabei wurde ein aktives Lymphknotenpaket im Dreieck zwischen der Milzarterie und -vene sowie an der Hinterwand der Bauchspeicheldrüse festgestellt. Eine weitere laparoskopische Biopsie dieser stark vergrösserten, im PET-CT metabolisch aktiven Lymphknoten zeigte im Mikroskop ein nicht-bösartiges lymphozelluläres Infiltrat. Der Verdacht einer sehr seltenen Erkrankung erhärtete sich: Morbus Castleman. Das sind Erkrankungen, die als gemeinsame Merkmale vergrösserte Lymphknoten aufweisen.
Da sie in diesem Fall nur an einem Ort im Körper vorkommen, handelt es sich um einen unizentrischen Morbus Castleman. Am interdisziplinären Tumorboard wurde das Entfernen der Lymphknotenpakete besprochen. Eine isolierte Lymphadenektomie um die Milzgefässe herum bedarf einer sorgfältigen Aufklärung. Es ist kein standardisierter Eingriff, weil bei einer Verletzung der Milzgefässe beziehungsweise der Bauchspeicheldrüse auch Teile dieser beiden Organe entfernt werden müssten. Zur Sicherheit wurde vor der Operation gegen eine drohende postoperative Asplenie geimpft.
Erweiterter Arm des Chirurgen
Nun gelangte das minimalinvasive Roboter-assistierte Verfahren zum Einsatz – mit entscheidenden Vorteilen. Der Roboter fungiert als erweiterter Arm der Chirurgen und erlaubt nebst höchster Präzision auch Bewegungen, die für die menschliche Hand unmöglich sind. So werden zum Beispiel 540°-Drehungen ausgeführt, Bewegungen präzisiert und jegliches noch so feine Zittern eliminiert. Anatomisch schwer zugängliche Stellen wie Lymphknoten rund um die empfindliche Bauchspeicheldrüse sind kein Hindernis mehr. Hochkomplexe Eingriffe werden wesentlich einfacher durchgeführt. Zudem besteht bei der Präparation eine 3D-Sicht; anatomische Strukturen werden vergrössert – ein grosser Vorteil für Chirurgen wie Patienten.
Die dreistündige Premiere des Verfahrens fand am 26. Oktober 2022 in der Klinik Hirslanden in Zürich statt – komplikationslos. Die Patientin konnte schnell auf die Station verlegt und nach fünf Tagen entlassen werden. Die fünf nur rund acht Millimeter grossen Schnitte im Bauchbereich zeigten sich reizlos. Weitere Fieberschübe blieben aus. Patientin wie Ärzte sind zuversichtlich, dass dies anhalten wird, was auch die Resultate von Fallstudien zur erfolgreich behandelten seltenen Erkrankung dokumentieren.
veröffentlicht: 25.11.2022