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- Der weltgrösste Rohstoffhändler Glencore und das Emirat Katar wollen sich am staatlichen russischen Ölförderer Rosneft finanziell beteiligen. Der Deal soll bis Mitte Dezember abgeschlossen sein.
- Es soll insgesamt um einen Anteil von 19,5 Prozent gehen, der zusammen mit dem Emirat Katar übernommen würde. Der Kaufpreis belaufe sich auf 10,2 Milliarden Euro.
- Der Deal zwischen Rosneft und Glencore und Katar ist das bisher grösste Privatisierungsgeschäft für Russland, das wirtschaftlich stark unter dem Absturz der Ölpreise leidet.
SRF News: Weshalb will Russland diese Anteile an Rosneft gerade jetzt verkaufen, wo der Ölpreis so tief ist?
Benjamin Triebe: Der tiefe Ölpreis belastet zwar auch Rosneft, aber weit mehr den russischen Staat. Das russische Budget ist tief rot und wird in diesem Jahr wahrscheinlich mit über 3,7 Prozent der Wirtschaftsleistung ins Minus geraten. Deswegen, so die offizielle Begründung, will man nun mit Privatisierungen vorwärts machen. Die Teilprivatisierung von Rosneft ist bis jetzt die grösste und die überraschendste.
Verliert Russland im Zuge des Deals jetzt die Kontrolle über Rosneft?
Nein. Die Mehrheit des Konzerns bleibt in der Hand des Staates. Der Kreml kontrolliert im Moment knapp 70 Prozent an Rosneft, jetzt werden 19.5 Prozent verkauft. Er hat also weiterhin die Kontrollmehrheit von über 50 Prozent.
Der Kreml wird seinen Einfluss auf die Öl- und Gasindustrie nicht aus der Hand geben.
Das hat Präsident Putin auch betont, denn für den Kreml ist Öl und Gas eine wichtige Branche und da will man den Einfluss nicht aus der Hand geben. Besonders wenn es um den weltgrössten börsennotierten Erdölkonzern geht.
Und für Glencore ist das ein guter Deal?
Für Glencore ist das wahrscheinlich ein ziemlich guter Deal. Es sieht so aus, dass Glencore von den insgesamt 10,5 Milliarden Euro, die diese Transaktion umfasst, nur etwa 300 Millionen aus eigenem Kapital aufbringen muss. Der Rest wird über Lieferverträge für Öl geregelt und über Bankdarlehen. Für 300 Millionen Euro an einen Anteil von knapp zehn Prozent (die anderen zehn Prozent gehen an Katar) von Rosneft zu kommen, ist kein schlechtes Geschäft.
Zur Person
Der Journalist Benjamin Triebe trat 2009 in die Wirtschaftsredaktion der NZZ ein. Seit 2012 arbeitet Triebe als Korrespondent in Moskau, von wo er Russland, den Kaukasus und Zentralasien abdeckt.