Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03346.jsonl.gz/2080

Als die Immobilienblase in den USA ihren Höhepunkt erreichte, traf Kaliforniens riesiger Pensionsfonds Calpers eine fatale Entscheidung: Aggressiv kauften die Geldverwalter Grund und Boden. Heute ist Calpers einer der grössten Besitzer von unerschlossenem Bauland in Amerika und steht einem der schlimmsten Jahresverluste seit Gründung des Pensionsfonds im Jahr 1932 gegenüber: Seit 1. Juli, dem Beginn des laufenden Geschäftsjahres, verlor Calpers fast ein Viertel seines Vermögens. Aktuell warnt der Fonds Städte, Gemeinden und Schulen, dass sie künftig höhere Beiträge zahlen müssten, damit Calpers die Pensionen und andere Leistungen an 1,6 Mio staatliche Angestellte ausbezahlen kann.
Buchverluste von 103 Prozent
Calpers teilte mit, man erwarte für das am 30. Juni 2009 zu Ende gehende Geschäftsjahr Buchverluste von 103% bei Immobilieninvestments, denn der Pensionsfonds hat nicht nur eigenes Geld investiert, sondern Milliarden an geliehenem Kapital. In einigen Fällen waren das bis zu 80% der Investitionssumme, die in jedem Fall zurückgezahlt werden müssen. auch wenn das Investment floppt.
Mit 239 Mrd Dollar an verwaltetem Vermögen war das Calpers-Portfolio im Juni grösser als die Staatsfonds von Russland, Südkorea, Dubai und Chile zusammen. In den vergangenen Jahren hatte Calpers aggressiver als andere Pensionsfonds in Immobilien, ausländische Aktien oder gar Forstflächen investiert. Insgesamt verlor das Immobilienportfolio der Kalifornier, das Wohnimmobilien und Gewerbeobjekte umfasst, in den vergangenen zwölf Monaten bis Ende September 14,4%.
Die Verluste im Immobilienbereich sind jedoch nicht der schwerste Schlag, den Calpers erleiden muss. Schlimmer ist das Aktienportfolio betroffen, das 41% Verlust aufweist. Calpers hat relativ wenig Kapital in Anleihen gesteckt, aber etwa doppelt so viel in Private Equity und Grundbesitz wie ein durchschnittlicher öffentlicher Pensionsfonds.
Falls die gegenwärtigen Verluste von Calpers nicht aufgefangen werden können, müssen wohl die Beiträge des Staates und der örtlichen Verwaltungen in Kalifornien ab 2010 steigen. Alicia Hunnen vom Center for Retirement Research am Boston College sagt, sie erwarte, dass auch andere Pensionsfonds ihre Verluste weiterreichen werden.