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Nach der Flucht des Drogenbosses Joaquín «El Chapo» Guzmán aus einem Hochsicherheitsgefängnis hat Mexikos Regierung mehrere Sicherheitsbeamte entlassen. Die Regierung glaubt, Guzmán müsse bei seiner Flucht Helfer unter den Gefängnismitarbeitern gehabt haben.
Entlassen worden seien unter anderem der Gefängnisdirektor und der Leiter der Strafvollzugsbehörde, sagte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong am Montag. Die Regierung setzte zudem eine Belohnung von umgerechnet rund 3.5 Millionen Euro auf Hinweise zu Guzmáns Ergreifung aus.
Guzmán, zeitweise der meistgesuchte Verbrecher der Welt und milliardenschwerer Chef eines weltumspannenden Drogenkartells, war am Samstagabend durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel unter seiner Zellendusche aus dem Gefängnis getürmt – obwohl seine Zelle ständig mit Videokameras überwacht wurde und er zudem eine elektronische Fessel trug.
Wie Innenminister Osorio Chong mitteilte, gab es in der Zelle allerdings «zwei tote Winkel», die über die Kameras nicht eingesehen werden konnten. Die Fussfessel habe zudem nur innerhalb der Gefängnismauern funktioniert.
Wie Generalstaatsanwältin Arely Gómez mitteilte, wurden bereits 34 Gefängnismitarbeiter und 17 Häftlinge von den Ermittlern befragt. Unter den Befragten waren nach Angaben aus Justizkreisen die für Guzmáns Zelle zuständigen Wächter und die Gefängnismitarbeiter, die die Videoüberwachung auswerteten.
Vorgeladen wurden zudem zwei Anwälte Guzmáns und andere Besucher sowie der Besitzer des Gebäudes, in dem der Fluchttunnel endete. Der Drogenbaron war im Jahr 2001 bereits ein erstes Mal aus dem Gefängnis ausgebrochen. Damals gelang ihm die Flucht, indem er sich in einem Wäschewagen versteckte.
(sda/afp)