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Brennpunkt Saporischja
Übereinstimmend warnen derzeit die UNO und die Internationale Atomenergieagentur vor den Gefahren, die von der russischen Besetzung des Kernkraftwerkes Saporischja ausgehen. Im grössten KKW der Ukraine läuft von den sechs Reaktorblöcken noch einer.
Die Russen bauten das Maschinenhaus mit schweren Korda-Maschinengewehren und Panzerabwehrwaffen zu einem militärischen Stützpunkt um – inklusive Munitionsdepot. In der Nähe des Hauses lagert der Konzern Energoatom, der Betreiber des Kraftwerks, hochexplosiven Wasserstoff, der zur Kühlung des Generators gebraucht wird – eine gefährliche Melange.
Sperrstellung zum Schutz der Landbrücke
Dennoch meldet Generalleutnant Igor Konaschenkow, Russlands Armeesprecher, russische Artillerie und Fernwaffen hätten in der Nähe des KKW Saporischja zwei feindliche Treibstofflager in Brand geschossen. Der Treibstoff habe ausschliesslich der ukrainischen Armee gedient. Die Angriffe hätten das Kraftwerk nicht gefährdet.
Nach ukrainischen Angaben halten im August 2022 mindestens 500 Russen das KKW besetzt. Es handle sich um ausgesuchte Spezialkräfte Speznaz.
Saporischja hält für die Russen den nördlichen Zugang zu ihrer im Februar und März 2022 errichteten Landbrücke von der Krim zum Donbass. Das KKW liegt unmittelbar am Dnjepr, dessen operative Bedeutung herausragend ist. Die Ukrainer halten die Gross- und Brückenstadt Dnipro, das alte Dnjepropetrowsk, weiter oben am Dnjepr. Die Russen graben sich seit Ende März am Nordrand ihrer Landbrücke ein, was belegt, dass sie derzeit nicht weiter in Richtung Kiew vorstossen wollen.
Der operative Wert des KKW Saporischja erklärt auch die Tatsache, dass der russische Generalstab zur Verteidigung ein ganzes wertvolles Speznaz-Bataillon einsetzt, das er jederzeit verstärken kann.