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Metasuchmaschinen
Metasuchdienste (Multi-Search Engines) erlauben die gleichzeitige Suche bei mehreren Suchdiensten. Unterschieden werden echte und unechte Metasuchdienste, beide Arten werden in diesem Kapitel vorgestellt.
Echte Metasuchmaschinen
Echte Metasuchmaschinen
Wichtig bei Metasuchdiensten ist, dass die Suchdienste nur über ein einziges Suchformular angesprochen werden und keinen eigenen Index aufweisen: „ [die Metasuchdienste] leiten Anfragen an andere Suchdienste weiter und führen die Treffer in einer Trefferliste zusammen." [1]
Charakteristiken von „echten“ Metasuchmaschinen:
- Mehrere Suchdienste, in der Regel Suchmaschinen und Kataloge, werden automatisch über eine Schnittstelle (Suchformular) abgefragt.
- Die verschiedenen Suchdienste werden vorgegeben, können manchmal aber auch vom Benutzer ausgewählt werden.
- Funktionalität und Operatoren der verschiedenen Suchdienste werden verwendet. Dabei wird eine Anpassung der Anfrage auf die einzelnen Suchdienste vorgenommen. Mindestens die Boole'schen Operatoren AND und OR sollten zur Verfügung stehen.
- Die spezifischen Eigenschaften der abgefragtenSuchdienste dürfen für die Bedienung keine Rolle spielen.Kurzbeschreibungen der ausgewiesenen Suchtreffer z. B. Titel oder Inhaltszusammenfassung werden übernommen und dargestellt.
- Eliminierung von Mehrfachtreffern aus den Ergebnissen der verschiedenen Suchdienste. Die Ergebnisse werden zusammengeführt und einheitlich dargestellt.
- Zeitvorgaben und maximale Treffergrenzen können gesetzt werden. Die Zeit für die Suche ist so einstellbar, dass der letzte nachgewiesene Treffer eines Suchdienstes noch erfasst werden kann.
Funktionsweise von „echten“ Metasuchmaschinen
Die folgende Abbildung gibt die Funktionsweise von Metasuchdiensten wieder:
Vor- und Nachteile von „echten“ Metasuchmaschinen
Der Mehrwert einer Metasuchmaschine stellt die Zeitersparnis dar, da jeweils nur eine Eingabe zur Suche erfolgen muss. Zudem können weitere Suchmaschinen als Alternative zu Google kennengelernt werden.
Das zentrale Problem der Metasuchdienste ist das Ranking der gemischten Treffermenge. Da die Rankingwerte der einzelnen Suchdienste unterschiedlich und die Verfahren meist nicht offiziell bekannt sind, wird die Treffermenge meist nach den Suchdiensten gruppiert.
Ein weiterer Nachteil der Metasuchdienste sind die teilweise eingeschränkten Möglichkeiten bei der Formulierung der Suchanfrage. Da automatisch mehrere Suchmaschinen befragt werden, ist der Nutzer bei der Formulierung der Suchanfrage auf Operatoren beschränkt, die bei allen verwendeten Diensten gemeinsam vorkommen (kleinster gemeinsamer Nenner). Da nicht alle Suchdienste die Verwendung bestimmter Operatoren oder sonstiger Optionen für die Suchanfrage unterstützen bzw. teilweise die Schreibweise der Operatoren differiert, kann es hier zu Problemen kommen. Deshalb werden bei einigen lokal zu installierenden Metasuch-Programmen vor der eigentlichen Weitergabe der Suchanfrage zunächst Aktualisierungen der suchdienst-spezifischen Parameter durchgeführt. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer möglichst "guten" Anpassung der Suchanfrage an die Anforderungen des jeweiligen Suchdienstes (Bsp. Dogpile).
Auch die Eliminierung von Mehrfachtreffern beschränkt sich in der Regel nur auf den Vergleich der Dokumentadressen (URL). Inhaltliche Analysen, mit denen gleiche Dokumente mit unterschiedlichen URLs aufgespürt werden könnten, werden noch nicht eingesetzt.
Abfragetechniken von „echten“ Metasuchmaschinen
Bei der Befragung der Suchdienste durch die Metasuchmaschine werden zwei grundlegende Techniken unterschieden: Der sequentielle und der parallele (gleichzeitige) Zugriff:
- Sequentielle Suche in mehreren Suchdiensten
Suchdienste werden nacheinander von dem Metasuchdienst befragt. Die Trefferliste mit den Treffern der verschiedenen Suchdienste wird erst nach Befragung des letzten Suchdienstes ausgegeben.
- Parallele Suche in mehreren Suchdiensten
Suchdienste werden parallel / simultan von dem Metasuchdienst befragt. Die Ausgabe der Trefferliste wird begonnen, sobald einer der befragten Suchdienste die Suchanfrage abgearbeitet hat.
Besonderheiten von „echten“ Metasuchmaschinen
Metasuchdienste eignen sich vor allem für die Lösung von ganz speziellen Informationsproblemen, bei denen einzelne Suchdienste nur wenige Treffer aufweisen. Metasuchdienste sind in der Regel auf dem neuesten Stand und beinhalten Suchdienste oder spezielle Datenbanken, die sonst nicht verbreitet bzw. bekannt sind.
Für die Recherchierenden gibt es entscheidende Neuerungen in der Technologie bezüglich Ergebnisdarstellung, Suchdienstauswahl, Suchanfrageformulierung, Ergebnissortierung (Visualisierung) oder auch Social Search-Ansätze. [1]
Eine weitere Gattung von Metasuchdiensten sind die Personensuchmaschinen wie Pipl und Yasni. Sie liefern dem Benutzer alle möglichen Informationen über eine Person im Internet und fragen unter anderem auch Soziale Netzwerke ab. [1]
Unechte Metasuchmaschinen
Fälschlicherweise werden auch WWW-Seiten mit einfachen Schnittstellen, das heisst mehrere Suchmasken verschiedener Suchmaschinen, als Metasuchdienste bezeichnet. Diese, nicht "echten" Metasuchmaschinen, bringen trotzdem gewisse Vorteile:
- Suchformulare mehrerer Suchmaschinen werden auf einer WWW-Seite angeboten.
- Das Laden der einzelnen Suchmaschinen wird erspart.
- Guter Überblick über verschiedene Suchmaschinen.
- Es existieren pseudo-sequentielle Metasuchdienste, die wohl nur eine Schnittstelle (Suchformular) aufweisen, aber bei denen der Nutzer die abzufragenden Suchmaschinen manuell nacheinander auswählen muss. Erst im Anschluss daran wird die Suche durch den Metasuchdienst ausgeführt. Der Vorteil dieser Dienste besteht darin, die Suchanfrage für die Abfrage mit mehreren Suchmaschinen nur einmal erfassen zu müssen.