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Die Therapie der Depression wurde in einer aktuellen Literaturübersicht bewertet und Univ.-Prof. Dr. Heinz F. Hammer berichtete in der Medical-Tribune darüber.
Zur Therapie schwerer Depressionen lautet das Ergebnis:
„Bei schwerer Depression sind Antidepressiva und die Elektrokrampftherapie „nützlich“. Zu den Antidepressiva gehören Monoamin-Oxidase-Inhibitoren (MAO-Hemmer), trizyklische Antidepressiva, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und Venlafaxin, ein selektiver Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI).“
Interessanter für die Phytotherapie ist der Abschnitt zu den leichten bis mittelschweren Depressionen:
„Bei leichter bis mäßiggradiger Depression gibt es keine Evidenz dafür, dass eine Therapie einer anderen überlegen ist. Eine unterschiedliche kurzfristige Wirksamkeit ist nicht belegt, doch die Nebenwirkungen der Antidepressiva- Klassen sind verschieden. Zu Beginn einer Antidepressiva-Therapie ist zu beachten, dass die Suizidgefährdung des Patienten steigen kann. Phytotherapeutika aus Johanniskraut sind ‚wahrscheinlich nützlich’ und können bei leichter oder mäßiggradiger Depression ebenso effektiv sein wie andere Antidepressiva.“
Dass Johanniskraut-Präparate bei leichten bis mittleren Depressionen mittelstark dosierten synthetischen Antidepressiva ebenbürtig sind, wurde in mehreren Studien gezeigt. Zugunsten von Johanniskraut (Hypericum perforatum) spricht in vielen Fällen die gute Verträglichkeit.
„Die Wirksamkeit verschiedener Johanniskraut-Präparate kann differieren; Interaktionen mit anderen Medikamenten sind zu beachten. Körperliches Training ist bei leichter oder mäßiggradiger Depression ‚unbekannt wirksam’. Bei therapieresistenten Depressionen, die auf die genannten Antidepressiva nicht ansprechen, ist ‚ungewiss’, ob die zusätzliche Gabe von Lithium oder des Betablockers Pindolol wirkt. Um das Rezidivrisiko zu verringern, ist die fortgesetzte Anwendung eines Antidepressivums über die Symptombesserung hinaus ‚prophylaktisch nützlich’.“
Die verschiedenen Johanniskraut-Präparate können sich hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und hinsichtlich ihrer Interaktionen (Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten) unterscheiden. Das ist auch vielen Fachleuten nicht klar und wird hier bezüglich der Wirksamkeit zu Recht erwähnt.
Quellen:
A. Cipriani et al., Clin Evid 2011; 5
http://www.medical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=109690&dspaid=946313
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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