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Wer nach dem Konsum von Milch und Milchprodukten Durchfall oder Bauchkoliken bekommt, leidet an einer Laktose-Intoleranz. Joghurt und Hartkäse sind aber oft unproblematisch.
Laktose kommt in Milch und vielen Milchprodukten vor. Normalerweise wird die Laktose im Dünndarm durch das Enzym Laktase in Glucose und Galaktose gespalten. Fehlt dieses Enzym, kann der Milchzucker nicht verwertet werden. Das führt zu Durchfällen und Bauchkoliken, sobald Milch getrunken wird.
Etwa 5 bis 20 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz vertragen Milchprodukte nicht, sie haben eine Laktose-Intoleranz. «Die Dunkelziffer ist jedoch hoch», erklärt der Allergologe und Internist Dr. Michael Fricker vom Inselspital in Bern. Für die Diagnose einer Laktose-Intoleranz gibt es einen speziellen Atemtest.
Allerdings sollte nicht alles verteufelt werden, was man für ein Milchprodukt hält. Joghurt kann beispielsweise individuell vertragen werden, da der darin enthaltene Milchzucker fast vollständig zu Milchsäure abgebaut wurde. Hartkäse wie Greyerzer oder Emmentaler enthält durch die natürliche Reifung keinen Milchzucker und ist deshalb besser verträglich. Heute sind ausserdem eine Vielzahl von laktosefreien Produkten auf dem Markt erhältlich.
Bei einer Nahrungsmittelintoleranz reagiert der Körper unmittelbar mit Beschwerden auf ein Nahrungsmittel, weil er die Fähigkeit teilweise oder ganz verloren hat, einen bestimmten Stoff zu verdauen – oder er hat diese Fähigkeit nie besessen. Neben der Intoleranz gegen Milchzucker (Laktose) ist auch die Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) weit verbreitet.
Im Unterschied zur Nahrungsmittelintoleranz bildet der Körper bei einer Allergie zuerst Antikörper. Nach dieser Sensibilisierungsphase schüttet der Körper beim Konsum entsprechender Nahrungsmittel Botenstoffe wie das Histamin aus, welche die typischen allergischen Reaktionen wie Juckreiz oder Schwellungen auslösen.