Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03525.jsonl.gz/594

Hintergrund/Dokumente
In Kontakten zwischen Mitgliedern der italienischen, schweizerischen und – zum einem grossen Teil im schweizerischen Exil lebenden – russischen und polnischen Sozialdemokratie entstand die Idee, eine internationale Konferenz sozialistischer Kriegsgegner zu organisieren. Diese Konferenz war nur in einem neutralen Land denkbar. Der führende Kopf der Berner Sozialdemokratie, Robert Grimm, übernahm die Organisation dieser Tagung. Mit Zimmerwald wählte er bewusst einen abgelegenen und im Vorfeld nur ihm bekannten Tagungsort.
Das Konferenzprotokoll verzeichnet 38 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Frankreich, Deutschland, Italien, Russland, den Niederlanden, Schweden, der Schweiz, Bulgarien, Rumänien und dem damals zwischen Deutschland, Österreich-Ungarn und dem Russischen Reich aufgeteilten Polen.
Nach zum Teil heftigen Diskussionen verabschiedete die Konferenz einstimmig das Zimmerwalder Manifest. Mit «lautem Beifall» begrüsste die Konferenz zudem die von den deutschen und französischen Delegierten gemeinsam verabschiedete Erklärung.
In Zimmerwald konstituierte sich die „Internationale Sozialistischen Kommission zu Bern“ (ISK). Das Präsidium der ISK übernahm Grimm, weitere Mitglieder waren der Neuenburger Nationalrat Charles Naine, sowie zwei Mitglieder der italienischen sozialistischen Partei: Oddino Morgari und Angelica Balabanoff, die ursprünglich aus der Ukraine stammte und neben Grimm die wichtigste Organisatorin der Zimmerwalder Bewegung war. Die ISK setzte den Kampf gegen den Krieg fort, verbreitete Informationen über die Friedensaktionen in den einzelnen Ländern und organisierte zwei weitere Konferenzen in Kiental (April 1916) und Stockholm (September 1917).
Dokumente: