Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03614.jsonl.gz/50

Weltweit gemittelt sehr milder Januar 2021
Im globalen Mittel war es mit 0,24 °C über der Norm 1991-2020 der sechstwärmste Januar im Copernicus Datensatz ab 1979, gemeinsam mit dem Januar 2018. In Teilen Nordamerikas, Grönlands und über dem Arktischen Ozean lag die Januartemperatur weit über der Norm, während sie in Sibirien deutlich unter der Norm blieb. Gemittelt über Europa bewegte sich die Januartemperatur in Bereich der Norm 1991-2020. Im Westen und Norden Europas, insbesondere in Südnorwegen und Mittelschweden, lag der Januar unter, im Südosten über der Norm 1991-2020.
Kühler Januar in Sibirien
Die grössten Abweichungen zur Norm 1991-2020 gab es in den hohen nördlichen Breiten. In weiten Teilen Sibiriens blieb der Januar deutlich unter der Norm. In Alaska, Kanada und Grönland, in der Barents- und Karasee und im nördlichen Arktischen Ozean war es hingegen verbreitet deutlich milder als die Norm.
Weitere Regionen mit weit überdurchschnittlicher Temperatur waren Nordafrika, der Nahe Osten und das Tibetische Plateau. Andere Landgebiete zeigen eine Mischung aus über- und unterdurchschnittlichen Bedingungen. Unterdurchschnittliche Januarwerte gab es insbesondere im südlichen Afrika, im südlichen Australien und in Teilen der Antarktis.
Kühle La-Niña im Pazifik
Die Lufttemperatur blieb über einem Grossteil des Nordpazifiks und über dem Atlantik östlich von Kanada relativ hoch. Ebenso war die Lufttemperatur über den Meeresgebieten östlich von Argentinien, über dem Indischen Ozean und über dem zentralen Südpazifik überdurchschnittlich hoch. Demgegenüber zeigte vor allem ein grosses Gebiet über dem tropischen Ost- und Zentralpazifik relativ kühle La-Niña Bedingungen.
Kühler Januar in West- und Nordeuropa
Die Januartemperatur 2021 blieb in Westeuropa und im grössten Teil Nordeuropas deutlich unter der Norm 1991-2020. Besonders betroffen waren Südnorwegen, Mittelschweden und der äusserste Nordwesten Russlands. Norwegen erlebte seinen kältesten Januar seit 2010, mit einer Temperatur von 3,3 °C unter der Norm 1991-2020. Ein Messstandort verzeichnete sogar mehr als 10 °C unter der Norm.
Im Gegensatz dazu war es über dem Osten und Südosten des Kontinents milder als die Norm 1991-2020. Die ersten zehn Tage des Monats sollen die mildesten in der 160-jährigen Messreihe von Athen gewesen sein.
Die Copernicus Mitteilung zum Januar 2021 ist in englischer Sprache verfügbar.
Neue Norm 1991−2020
Seit Januar 2021 verwendet der europäische Copernicus-Dienst die Norm 1991−2020. Die Änderung der Normperiode wirkt sich nicht auf Trendberechnungen oder absolute Ranglisten aus. Der bisher wärmste Januar bleibt der Januar 2020.
Mit der Änderung der Normperiode ändern sich hingegen die Angaben zur Normabweichung. So lag der Januar 2021 weltweit gemittelt 0,24 °C über der Norm 1991−2020 oder eben 0,43 °C über der Norm 1981−2010. Aus diesem Unterschied lässt sich auf die Klimaänderung der letzten 10 Jahre schliessen.
In den letzten zehn Jahren hat sich der Planet um 0,19 °C erwärmt. Aber es gibt erhebliche regionale Unterschiede. Im Januar zum Beispiel war die Erwärmung mit über 0,5 °C vor allem über den arktischen Regionen, Skandinavien und dem zentralen Teil Europas ausgeprägt, wie die nachfolgende Abbildung zeigt.
Mehr dazu bei Copernicus.
MeteoSchweiz wird die Norm 1991−2020 am 1.1.2022 einführen. Im Laufe des Jahres 2021 findet die Aufarbeitung aller Messreihen statt, welche zur Berechnung von Normwerten verwendet werden. Dabei wird sichergestellt, dass die Messungen über den gesamten Zeitraum und mit den heutigen Messbedingungen vergleichbar sind (Homogenisierung).
In der Schweiz regional schneereicher Januar
In einigen Regionen der Schweiz zeigte sich der Januar wieder einmal so richtig winterlich. Häufiger Schneefall sorgte auch in tiefen Lagen für viele Tage mit Schneedecke. In der Ostschweiz gab es einen der kräftigsten Neuschneefälle seit Messbeginn, lokal mit Rekordmengen. Einige sehr kalte Nächte rundeten das Bild eines klassischen Wintermonats ab. An vielen Messstandorten war es der niederschlagsreichste Januarmonat seit mindestens 60 Jahren.
Die Januartemperatur blieb in den Berglagen oberhalb von 1000 m im Mittel rund 2 °C unter der Norm 1981−2010. In den tiefen Lagen nördlich der Alpen gab es lokal deutlich überdurchschnittliche Januarwerte. Auf der Alpensüdseite meldete Lugano 0,2 °C über der Norm, Locarno-Monti hingegen 0,6 °C unter der Norm. Im landesweiten Mittel ergab sich eine Januartemperatur von 1,0 °C unter der Norm 1981−2010.
Den umfassenden Überblick zum Januar 2021 in der Schweiz liefert das Bulletin Januar 2021 von MeteoSchweiz.