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Schweizer Tanzpreis | Martin Schläpfer
Publiziert am 27. September 2013
Publiziert am 27. September 2013
Schweizer Tanzpreise
Das Bundesamt für Kultur hat 2013 zum ersten Mal die Schweizer Tanzpreise vergeben. Mit der Verleihung des Schweizer Tanzpreises an Martin Schläpfer wurde eine Persönlichkeit geehrt, die national und international massgeblich zum Ansehen des Schweizer Tanzschaffens beigetragen hat. Der Spezialpreis Tanz ging an das Théâtre Sévelin 36 in Lausanne. Yen Han und Foofwa d’Imobilité erhielten die Preise «herausragende Tänzerin» und «herausragender Tänzer». Am Galaabend im Théâtre Equilibre in Freiburg wurde «Lontano», eine Choreographie von Martin Schläpfer, von seinem Ballett am Rhein aufgeführt, und «The Old Man and Me» von Hans van Manen, getanzt von Marlúcia do Amaral und Martin Schläpfer selbst. Eine aussergewöhnliche Darbietung, die das geladene Publikum mit starkem Applaus quittierte, tanzt doch der 55-jährige Ballettdirektor seit Jahren nicht mehr.
Ballettdirektor, Choreograph, Tänzer
Martin Schläpfer, Jahrgang 1959, wuchs als Bauernsohn im Appenzellerland auf. Über den Eiskunstlauf kam er als 15-Jähriger zum Ballett. Später engagierte ihn Heinz Spoerli für das Basler Ballett, wo er zehn Jahre lang als charismatischer Solist brillierte. In Basel gründete er 1990 eine eigene Schule, 1994 wurde er als Ballettdirektor ans Stadttheater Bern berufen, und 1999 holte ihn Georges Delnon nach Mainz. Das von ihm neu formierte ballettmainz rückte unter seiner Direktion in die erste Reihe der deutschen Ballettensembles auf. Das Jahrbuch «tanz 2010» bezeichnete seine Leistung dort, in der «Ballettprovinz», als «Ballettwunder»; seit 2009 vollbringe er zudem in Düsseldorf/Duisburg ein zweites. Das Ballett am Rhein ist mit rund 48 Tänzerinnen und Tänzern aus 20 Nationen eines der grössten Ensembles in Deutschland. Die Auslastung im Theater liegt bei 90 Prozent, die Fluktuation in Schläpfers Kompanie ist praktisch inexistent. Denn sein Talent liegt nicht nur in seiner hohen Musikalität, aus der er seine Choreographien schöpft, sondern er vermag auch sein Ensemble mitzureissen. Mit grossem Erfolg bei Publikum und Presse entwickelt er in über 70 Vorstellungen pro Spielzeit auf den beiden Bühnen in Düsseldorf und Duisburg eine neue Repertoirepolitik. In meist mehrteiligen Ballettabenden zeigt er wichtige Meisterwerke des 20. Jahrhunderts und setzt daneben einen deutlichen Schwerpunkt im zeitgenössischen Tanz. Seine eigenen Werke knüpfen an die abstrakte Neoklassik an, doch denkt er weiter und sorgt immer wieder für choreographische Überraschungen. Er gilt schon heute als Erneuerer des Balletts auf den Spuren von George Balanchine und Hans van Manen.
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