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Portrait
Von 1911 bis 2014 wurde auf dem Brunnersberg auf 1’120 Metern Meereshöhe eine eigene Schule geführt. Ihr Einzugsgebiet erstreckte sich vom Laupersdörfer Stierenberg bis zum Zentner und zu den angrenzenden Höfen in den vier Gemeinden Aedermannsdorf, Matzendorf, Laupersdorf und Mümliswil. Das im Jahr 1925 erbaute Bergschulhaus befindet sich auf der Sonnenseite östlich des Hofes Grossbrunnersberg.
Die Schulstube für alle Klassen lag im Parterre; im Dachgeschoss war ein Spielraum für die Kindergartenkinder eingerichtet. Im Keller befand sich ein kleines Zimmer für den Fremdsprachen- und Förderunterricht, im ersten Stock die Lehrerwohnung. Ergänzt wurden die Räumlichkeiten durch einen Pavillon mit Werkraum und kleiner Bibliothek. Geturnt wurde auf dem Pausenplatz, der Spielwiese und dem Gelände rund ums Schulhaus.
Was waren weitere Besonderheiten der Schule?
Die Bergschule wurde als Gesamtschule (Mehrklassenschule) geführt. Die Kindergartenkinder erhielten zusätzliche Lektionen durch eine Fachlehrperson. Eine privat geführte Spielgruppe ergänzte das Bildungsangebot. Der klassen- und stufenübergreifende Unterricht war eine wertvolle und moderne Schulform.
Die Schule unterstand 1911 bis 1998 direkt dem Kanton. Nach dem 1. August 1998 wurde sie von Mümliswil geleitet und verwaltet, im Verbund mit den anderen drei Thaler Gemeinden des Schulkreises. 2010 wurde die Schule durch den Kanton zertifiziert. Das Schulhaus gehört nach wie vor dem Kanton.
Warum wäre eine solche Bergschule auch heute noch sinnvoll?
Die Bewohner des Brunnersbergs gehören politisch zu vier verschiedenen Gemeinden. Ihre Gesellschaftsstruktur hat aber einen dorfähnlichen Charakter. Zur Identität der Bergbewohner gehört neben der nun geschlossenen Bergschule als gemeinsamen Bildungs- und Kulturort:
- eine gute Zusammenarbeit in der Landwirtschaft und gemeinsame Erhaltung der Infrastruktur
- eine alljährliche Viehschau im Herbst
- die Pflege der Kulturlandschaft im Herzen des Naturparks Thal
- die Führung der Berggasthöfe für den Tourismus
Die Bevölkerung setzt sich mit grossem Willen und Engagement für eine fortschrittliche Entwicklung des Brunnersbergs ein. Auch wenn die Berggemeinschaft keine eigene politische Gemeinde bildet, verdient sie die Unterstützung der zuständigen Gemeindebehörden. Die Bedeutung der kleinen Schule war gross. Wenn die Familienbetriebe auf dem Brunnersberg erhalten bleiben sollen, dann wäre die Fortführung der Schule eigentlich eine Notwendigkeit gewesen. Die Behörden haben 2014 anders entschieden. Von der Verantwortung für die Zukunft der Bergbauernfamilien können sie sich aber nicht dispensieren.
Niemand kann die zuständigen Gemeindebehörden davon entbinden, auch nach der Schulschliessung die Interessen dieser kleinen Bevölkerungsgruppe zu berücksichtigen und angemessen zu vertreten. Eine ausreichende Familienzeit ist für die gesunde Entwicklung von Kindern von grosser Bedeutung. Der lange Schulweg ins Tal hinunter bleibt eine tägliche Zusatzbelastung und stellt ein Sicherheitsrisiko dar, welches zwar minimiert, aber nie ausgeschaltet werden kann.
Die neue Aufgabe des Vereins „Freunde der Bergschule Brunnersberg“
Obwohl der Unterstützungsverein der Bergschule mit der Schulschliessung im Sommer 2014 seinen Hauptzweck verloren hat, sieht er seine Aufgabe weiterhin darin, den Bergfamilien mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Zudem verbleibt ihm gemäss Statuten auch einen Informationsauftrag, dem er nachzukommen hat. Ebenso möchte er die durch den gemeinsamen Kampf entstandenen freundschaftlichen Kontakte zwischen Berg und Tal pflegen und nach Möglichkeit weiter vertiefen.