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Es ist schwierig, Menschen zu finden, die noch nie von Billie Eilish gehört haben. Trifft man dennoch jemanden und versucht dann, den Teenager mit den neongrünen Haaren zu beschreiben, landet man bei Superlativen: 141 Nominierungen, 5 Grammys, 137 Mio. Follower, 55 Mrd. Streams – das alles hatte sie mit 17 Jahren erreicht.
Doch Billie Pirate Baird O’Connell, wie die heute 19-Jährige heisst, bleibt erstaunlich normal. Sie wohnt bei ihren Eltern Patrick und Maggie – beide Schauspieler – im Norden von Los Angeles. Auf eine öffentliche Schule ging sie nie, Billie wurde zu Hause unterrichtet. Mit acht Jahren sang sie im Kinderchor, mit elf schrieb sie ihren ersten Song.
Musikalisch arbeitet ihr älterer Bruder Finneas eng mit ihr zusammen. Gemeinsam schrieben sie 2015 den Song «Ocean Eyes», den sie kostenlos auf Soundcloud stellten, damit Billies Tanzlehrer darauf zugreifen konnte. Der Rest ist Geschichte.
Das Mädchen mit den gletscherfarbigen, stets halboffenen Augen elektrisiert die Massen mit seiner dunklen, klaren Stimme, die oft nur als Hauchen zu vernehmen ist, und einem abgeklärten Sound. Ihr -Überhit «Bad Guy» ist ein globaler Ohrwurm. Im Vergleich mit anderen Musikerinnen fehlt Billie das Auf-Model-Getrimmte, das Püppchenhafte. Ihr Markenzeichen – neben Neonhaar und Killernägeln – ist die bunte, sackartige Kleidung, in die sie sich hüllt. «Niemand soll meinen Körper kommentieren. Keiner soll sagen, mein Arsch sei zu fett oder zu flach», so Billie.
Für Apple TV+ hat nun Regisseur R. J. Cutler einen Dokumentarfilm über Billie Eilish gedreht. Mit «The World’s A Little Blurry» ist ein sehr privates Porträt über die Sängerin und ihre Familie entstanden. Der Zuschauer ist dabei, wenn Billie ihre Fahrprüfung besteht, aber auch wenn sie im Bett der Eltern schläft, weil sie sich vor den Monstern in ihrem Zimmer fürchtet.
«Als ich Billie traf, um über die Doku zu reden, äusserte sie den Wunsch, dass der Film so werden solle wie ‹The Office›», erzählt R. J.Cutler in einem Interview. Billie ging es darum, genau wie in der beliebten Mockumentary direkt in die Kamera zu sprechen. Solche Momente gebe es zwei- oder dreimal in der Doku. Der Rest ist reine Beobachtung. Cutler: «Es gibt keine Interviews, keine sprechenden Köpfe.»
Glücklicherweise haben Billie und ihr Bruder Finneas während dem Arbeitsprozess ihres Albums «When We All Fall Asleep, Where Do We Go?» selber gefilmt. Cutler durfte dieses Material mit in die Doku einbauen. Wenn man das nächste Mal einen Menschen trifft, der Billie Eilish nicht kennt, kann man ihm getrost diese Doku ans Herz legen.
The World’s a Little Blurry
Apple TV+ | Porträt | USA 2021
R. J. Cutler taucht 140 Minuten lang in die Welt von Billie Eilish ein.
Vielversprechende Billie-Bio.
ab 26. Februar