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- Der Taifun «Noru» hat in den Küstengebieten von Vietnam und am Mekong River im Nachbarland Kambodscha schwere Überschwemmungen und Schäden verursacht.
- In Kambodscha seien 16 Menschen im Hochwasser ertrunken, teilte der Katastrophenschutz mit.
- Meteorologen rechnen in der Region weiter mit schweren Niederschlägen und warnen vor Sturzfluten und Erdrutschen.
Der Tropensturm fegte seit der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) mit starken Winden und heftigem Regen über die Zentralregionen Vietnams. In mehreren Provinzen fiel der Strom aus. Bäume und Strommasten knickten um, Dächer wurden abgedeckt und Tausende Häuser beschädigt.
Den Behörden zufolge wurden in Vietnam zunächst keine Todesopfer gemeldet. In Kambodscha sind laut Katastrophenschutz hingegen 16 Menschen im Hochwasser ertrunken. Jedoch wütete «Noru» weniger stark als befürchtet: Die Windgeschwindigkeit betrug laut der nationalen Meteorologiebehörde bis zu 133 Kilometer pro Stunde, als der Sturm auf die Küste Vietnams traf. Danach schwächte sich der Taifun auf Spitzengeschwindigkeiten von 117 Kilometern pro Stunde ab.
Besonders von «Noru» betroffen waren die Grossstadt Da Nang sowie die Küstenprovinzen Thua Thien-Hue, Quang Nam and Quang Ngai. Der bei Touristen aus aller Welt beliebte Ort Hoi An, dessen malerische Altstadt seit 1999 zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, stand grösstenteils unter Wasser. Wie schwer die Schäden sind, ist noch unklar.
Der Sturm war in westlicher Richtung unterwegs. Am Vormittag habe er sich über Laos zu einem tropischen Tiefdruckgebiet abgeschwächt, hiess es. «Noru» war zuvor über die Philippinen gezogen und dort zeitweise als «Supertaifun» eingestuft worden. Die Böen erreichten in dem Inselstaat Spitzengeschwindigkeiten von 240 Kilometern pro Stunde. Mindestens acht Menschen starben. Durch den Klimawandel gibt es laut Experten nicht unbedingt mehr tropische Wirbelstürme pro Jahr, aber mehr starke und zerstörerische Stürme.
Ausgangssperre und geschlossene Flughäfen
Die Behörden hatten am Dienstag vorsorglich Hunderttausende Menschen in Sicherheit gebracht. Menschen, die in der Nähe der Küste leben, wurden angewiesen, sich in Sicherheit zu bringen, so das staatliche Fernsehen VTV. Schulen wurden geschlossen und öffentliche Veranstaltungen abgesagt.
In den Provinzen Da Nang und Quang Nam gilt seit Dienstagabend eine Ausgangssperre. Sie verbietet es den Menschen, sich auf die Strasse zu begeben, mit Ausnahme derjenigen, die im offiziellen Dienst sind, so das Fernsehen.
Ausserdem wurden zehn Flughäfen geschlossen. Die nationale Fluggesellschaft Vietnam Airlines strich 148 Flüge, betroffen waren 14'000 Passagiere. Ausserdem wurde eine nächtliche Ausgangssperre verhängt, zehntausende Fischer wurden im Vorfeld an Land beordert. Grund dafür ist der Sturm «Chanchu», einer der schlimmsten Taifune der vergangenen Jahrzehnte, bei dem 2006 rund 20 Fischer tot aus dem Ozean geborgen wurden. Mehr als 200 weitere Fischer gelten seitdem als vermisst.