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Abiturienten dieser beiden Anstalten stellten sich 58 zur Maturitätsprüfung. - 3) Das Töchterpensionat und Lehrerinnenseminar «Theresianum» in Ingenbohl umfasst Vorbereitungskurse für französische, italienische und deutsche Zöglinge, eine Realschule von 3 Klassen, eine französische Realschule, einen deutschen Seminarkurs und einen 2klassigen Haushaltungskurs. Es zählte 1903: 17 Lehrerinnen und 157 Schülerinnen (aus 17 Kantonen und dem Ausland). Der Staat subventioniert diese drei Anstalten nicht.
Der intelligentere Teil des Volkes hofft vom neuen, im Entwurf bereits vorliegenden Erziehungsgesetz einen bedeutenden Impuls für geistigen Fortschritt. Zu den Männern, die hervorragend für das schwyzerische Schulwesen wirkten, zählen: P. Isidor Moser, Pfarrer in Einsiedeln (1775: Entwurf zur Errichtung der Schulen);
P. Meinrad Kälin, Physikprofessor im Stift Einsiedeln (1829: Systema institutionis litterariae Congregationis Helveto-Benedictinae);
der Dichter P. Gall Morel, 1840-1852 Kapitular im Stift Einsiedeln;
Dekan Rüttimann von Lachen (1841-1886);
Oberstleutnant Jütz, Donator zu gunsten der Volksbildung (1841);
die Seminardirektoren Buchegger (1856-1861), Schindler (1861-1870), Marty (1870-1885), Noser (1885-1894) und Stössel (1894 bis 1903);
die Inspektoren Tschümperlin (1856-1860), Waser (1874-1893), Bischof Willi (1853-1869), J. B. Müller (1869 bis 1876), Rohner (1876-1884), Schindler (1884-1887), Sidler (1887-1894) und Zürcher (1894-1902);
die Vorsteher des Erziehungswesens von Reding, von Hettlingen, Benziger, Winet etc.
Unterstützungs- und Vereinswesen. Der Staat überlässt das Unterstützungswesen dem freien Wohltätigkeitssinn des Volkes. In Schwyz und Einsiedeln bestehen komfortable Krankenhäuser. Ausserdem besorgen in vielen Gemeinden ständige Ingenbohlerschwestern die Krankenpflege. In den meisten Ortschaften haben sich Kranken- und Sterbevereine gebildet. Die Frauen- und Töchtervereine befassen sich hauptsächlich mit der Bekleidung der Armen, die Bürgergesellschaften auch mit der Führung von Suppenanstalten. Im Jahr 1903 waren in den Armenhäusern 501 Erwachsene und 421 Kinder untergebracht, und noch grösser ist die Zahl der ausserhalb derselben Unterstützten. Jahresausgaben Fr. 278656. Die Verpflegung der 100 Geisteskranken in Heilanstalten erforderte Fr. 21943. Siebenzehn Gemeinden zahlten für Versorgung verwahrloster Kinder und arbeitsscheuer Elemente zusammen 9243 Fr., empfingen aber dagegen Subventionen aus den Alkoholerträgnissen. Die 2838 Vögtlinge haben Fr. 8080646 in der Waisenlade.
Die Handwerker- und Fortbildungsvereine besorgen die gewerblichen Fortbildungsschulen, leiten das Lehrlingswesen, gewähren Stipendien etc. Ihr Verband zählt in 8 Sektionen 432 Mitglieder. Bildungsfreundlich wirken die Lehrer- und Schulmännervereine, der historische Verein des Kantons Schwyz, die Stenographenvereine. Den Gesang pflegen 11 miteinander im Verband stehende Volksgesangvereine, während ausserdem noch einige Cäcilienvereine für Kirchengesang bestehen.
Jede Ortschaft hat eine und oft mehrere Blechmusiken, die grössern Ortschaften auch Orchester- und Harmonie-Musiken. Die Turnvereine, sowie die Feuerwehrvereine gehören dem zentralschweizerischen Verbande an. Im Schiesswesen sehen wir die Jungmannschaft schon im 15. Jahrhundert in jeder Ortschaft zu Bogen- und Armbrustschützen-Verbänden organisiert. Aus ihnen heraus bildeten sich die Standschützen. Jene wie diese bestehen heute noch. Dazu kommen 72 Militär- und Feldschützenvereine.
Gemeinnützige Ziele verfolgen in den grössern Ortschaften der Rest der alten Zünfte, die Verkehrs- und Verschönerungsvereine, sowie auch die ornithologischen Vereine. Christlich-sozialen Bestrebungen huldigen Jünglings-, Gesellen-, Männer- und Arbeitervereine. Drei Grütlivereine betätigen sich auf politischem Gebiet. Während verschiedene Alpen-, Velo-, Reit- und andere Klubs, wie auch die vielen Jahrgänger- und Altersvereine dem Sport und der geselligen Unterhaltung fröhnen, dienen andere Vereinigungen den Fortschritten in Handel und Industrie.
Nicht unerwähnt lassen dürfen wir die ausserordentlichen Leistungen der Japanesen-Gesellschaft Schwyz in ihren Original-Volksschauspielen und auch anlässlich des Bundesfestes von 1891. Rühmliches leisten im Volkstheater ferner Lachen, Arth, Einsiedeln; auf den Studentenbühnen von Schwyz und Einsiedeln werden Opern mit Erfolg aufgeführt. Die kirchlichen Vereine haben ihren Ursprung in den Bruderschaften aus dem 15. Jahrhundert, wie solche aus jener Zeit jetzt noch in Einsiedeln existieren und Verschönerung des Gottesdienstes, Festigung des religiösen Lebens, Aufbringung der Mittel für kirchliche Bauten etc. bezwecken.
XVI. Geschichte.
Das «alte Land» Schwyz weist eine nicht nur für die Schweiz, sondern auch für die europäischen Völker überhaupt charakteristische Geschichte auf. Wie weit sie ins Altertum hinaufreicht, ist unerwiesen. Zahlreiche Funde von Bronzegegenständen und römischen Münzen beweisen die frühzeitige Besiedlung des Landes. Unzweifelhaft haben sich auch während der Einfälle der wilden germanischen Völker und der Hunnen Bewohner des flächern Helvetiens in die Thäler an der Muota zurückgezogen und da festgesetzt.
Unter alemannischer und dann unter fränkischer Herrschaft verteilte sich der Grundbesitz auf die freien Bauern, die Klöster und verschiedene weltliche Herren; der grösste Teil aber war «gemeine Mark» oder Allmeind. Schwyz gehörte ursprünglich zum Thurgau und seit 850 zum Zürichgau. Im Namen des Königs regierten Gaugrafen und zwar zuerst die Lenzburger und dann seit 1172 die Habsburger. Der Graf zog die Reichssteuer von 13 Pfund (144 Fr.) jährlich ein, erhob die Zölle, ¶
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musste bei einem Kriege die Mannschaft ausheben und in schweren Fällen, welche Leib und Leben betrafen, zu Gericht sitzen. Das Land war in das Alt-, Neu-, Niederwässer- und Muotathaler-Viertel eingeteilt. 1240 nahm Kaiser Friedrich II. die Schwyzer für ihre Hilfe bei Faenza in besondern Schutz und gab ihnen den ersten Freibrief. Um jene Zeit schloss Schwyz mit Uri und Unterwalden den ersten Bund. Um 1269 verkaufte Graf Eberhard von Habsburg das Land «ennet der Platte» (eines vom Engelstock zum Lowerzersee sich hinunterziehenden Felsbandes), das ist Steinen mit Steinerberg, Sattel und Rotenturm, an Schwyz. Dann kaufte Graf Rudolf von Habsburg die gräflichen flechte im Lande Schwyz an. Nachdem er König geworden, leisteten ihm die Schwyzer unter Anführung von Landammann Konrad Abiberg anlässlich der Belagerung von Besançon (1289) so ausgezeichnete Dienste, dass ihr neuverziertes Kreuzpanner als festliche Sturmfahne an der Spitze des Reichsheeres in Besançon einziehen durfte.
Rudolf gab den Schwyzern keine fremden Reichsvögte, sondern Ammänner aus ihren freien Bürgern. Seither bildeten die Schwyzer eine eigene Gemeinde und hatten ein eigenes Siegel. 17 Tage nach dem Tode Rudolfs, am schlossen die Urkantone den zweiten Bund, «um die alte, eidlich bekräftigte Gestalt des Bundes wieder zu erneuern». Der in lateinischer Sprache auf Pergament geschriebene Brief wird als ältestes Denkmal der schweizerischen Eidgenossenschaft in Schwyz aufbewahrt.
Nach dem Tode Kaiser Albrechts (1310) besetzten die Schwyzer den Flecken Arth, dem sie dann 1350 die Gleichberechtigung gaben, indem sie zugleich den vorgenannten Vierteln noch das Steiner- und Arther-Viertel beifügten. Aus jedem der sechs Viertel wurden 10 Männer in den einfachen, 20 Männer in den doppelten und 30 Männer in den dreifachen Landrat gewählt. Diese drei Räte mit einem Landammann an der Spitze regierten das ganze Land. Die übrigen Bezirke, welche in der Folge allmählig zu Schwyz kamen (nämlich Einsiedeln, March, Küssnacht, Höfe und Gersau), hatten an der Regierung keinen Anteil.
Inzwischen hatten die Schwyzer anlässlich des Marchenstreites mit dem reichsfürstlichen Stift Einsiedeln einen erbitterten Kampf zu bestehen, der 250 Jahre gedauert hat. Laut Urkunden des Schwabenherzogs Hermann I. und kaiserlicher Briefe von 947 und 1018 waren die Gegenden beider Iberg, Alpthal und Altmatt dem Stifte zugehörig. Als sie aber Schwyz als «gemeine Mark» ansprach, entschied das kaiserliche Gericht 1114 und 1143 zugunsten des Klosters und Rudolf I. von Habsburg 1217 zugunsten der Schwyzer.
Der Streit brach immer wieder von neuem aus. Am überfielen die Schwyzer das Kloster und führten die hochadeligen Stiftsherren, sowie deren Leute und Vieh weg. Oesterreich als Schutzvogt Einsiedelns beschloss, die Schwyzer für diesen Ueberfall und die Eroberung von Arth zu strafen. Beide Teile rüsteten zum Kriege. Schwyz befestigte seine Grenzen bei Brunnen, Arth, Morgarten und Altmatt. Sein Sieg bei Morgarten widerhallte als Freiheitsruf rings im Lande.
Einsiedeln musste den Frieden teuer erkaufen. Von seinem 229 km2 umfassenden Gebiete musste es im Jahre 1350 120 km2, also mehr als die Hälfte, an Schwyz abtreten, so dass ihm bloss noch 109 km2 verblieben. Im ganzen Verlauf dieses endlosen Streites hatte die Abtei weniger die Verteidigung ihres Länderbesitzes, der ihr rechtmässiger Weise zugefallen war, im Auge gehabt, als die Wahrung ihrer Rechte und Freiheit. Darum zögerte sie nicht, einen bedeutenden Teil ihres Besitztumes zu opfern, um ihre von den unternehmungslustigen und wagemutigen Nachbarn stets bedrohte Unabhängigkeit zu bewahren.
Ueberall wo es galt, Oesterreich und dem Adel in den Weg zu treten, waren die Schwyzer dabei: 1332 Bund mit Luzern; 1337 Sieg der Zürcher mit Hilfe der Schwyzer über den Grafen von Rapperswil bei Grinau; 1339 Sieg der Berner mit Hilfe von 300 Schwyzern bei Laupen, wobei der ganze Verlust an Pferden, Harnischen etc., den die Schwyzer erlitten, von dem dankbaren Bern vergütet ward. Schwyz verstand es auch, sich mit Zürich, Glarus, Zug und Bern zu verbinden. Wie es im Streite mit Einsiedeln gelernt hatte, dass Beharrlichkeit und fester Mut mächtig dem Ziele entgegenführen, so zeigte es sich vor allen Orten stets wachsam und entschieden, so 1352 zur Rettung von Zürich, Zug und Glarus. Die Schwyzer allein zogen gerüstet und mit dem Panner aus, wenn die andern Orte trotz ergangener Mahnung noch zögerten.
Einer Verbindung der Eidgenossen mit mehrern Reichsstädten setzte Schwyz sich entgegen. Im Juni 1386 gewannen die Schwyzer Einsiedeln und die untere March; im selben Jahr halfen sie den Zugern St. Andreas erobern und hielten sie sich tapfer bei Sempach. Sie unterstützten 1388 die Glarner und 1402-1408 die Appenzeller. Ihre Macht und ihr Ansehen waren so bedeutend, dass Winterthur, Rapperswil und andere Angehörige Oesterreichs bei ihnen Schutz und sicheres Geleit suchten.
Als Gegenleistung für ihren Zuzug schenkten die Appenzeller den Schwyzern 1405 die mittlere March. Diese eroberten 1407 die Kiburg und Wil, nachdem sie, übereilt, den zugerischen Landgemeinden im Zwiste gegen die Stadt geholfen hatten. 1411 beteiligte sich Schwyz an der Schleifung der Burg zu Domodossola. 1414 schlossen die Waldleute von Einsiedeln mit «ihren lieben Herren» von Schwyz ein Landrecht. Diese nahmen immer mehr Charakter und Stellung eines Herrschervolkes an und erlangten von Kaiser Sigismund (1415) den Blutbann und die Loslösung von den Reichsgerichten. 1424 traten Küssnacht, Immensee, Haltikon und Bischofswil in ein beständiges Landrecht mit Schwyz, an das gleichzeitig auch von Oesterreich die Kastvogtei über Einsiedeln überging.
Gleich zu Beginn des Kampfes um das Erbe des letzten Toggenburgers (1437) besetzten die Schwyzer die obere March, Gaster und Sargans, von welchen sie die erstere behielten. Auch die «Höfner» huldigten den Schwyzern, wie ferner das Amt Grüningen und die Johanniterkomthurei Wädenswil zu Schwyz schwuren. Nach dem zu Einsiedeln erfolgten Schiedsspruch des Berner Schultheissen Heinrich von Bubenberg bekamen dann die Zürcher ihr verlornes Gebiet, mit Ausnahme der Höfe, wieder zurück (1451). Inzwischen (1440) war von Schwyz auch Merlischachen bei Küssnacht erworben worden. In den grossen Kämpfen des Burgunder- und Schwabenkrieges, wie in den italienischen Feldzügen griff Schwyz oft entscheidend ein. Zur Zeit der Reformation und der Religionskriege stand Schwyz auf Seite der Katholischen. Als Abt Plazidus Reimann die Landeshoheit ¶