Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03300.jsonl.gz/2297

Der Wachstumsschub durch das Kaufprogramm sei zu dessen Start im Frühjahr 2015 am stärksten gewesen und habe dann immer mehr nachgelassen, hiess es in einer von der Europäischen Zentralbank (EZB) diese Woche veröffentlichten Untersuchung. Bei der Inflation seien die Auswirkungen mit Verzögerung eingetreten: Hier sei der Inflationseffekt zum Beginn der Käufe gering gewesen und habe mit der Zeit zugenommen.
Die EZB beschloss die massiven Wertpapierkäufe im Januar 2015. Zwei Monate später begannen die Währungshüter dann mit dem Erwerb von Staatsanleihen und anderen Schuldentiteln. Das monatliche Kaufvolumen lag zunächst bei 60 Milliarden Euro - das Gesamtprogramm war damals auf 1,14 Billionen Euro angelegt. Es wurde in der Zwischenzeit mehrmals erweitert. Diese Aufstockungen berücksichtigten Luca Gambetti von der Autonomen Universität Barcelona und Alberto Musso von der EZB allerdings nicht in ihrer Studie.
Die Ökonomen bezifferten den Wachstumsschub durch das Programm in seiner ursprünglichen Form im ersten Quartal 2015 auf 0,18 Prozentpunkte. Im vierten Quartal 2016 habe der Beitrag zum Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) dann nur noch bei 0,02 Punkten gelegen. In diesem Zeitraum hatte sich die Wirtschaft im Währungsraum allmählich erholt. Stieg das BIP zum Vorjahreszeitraum im ersten Quartal 2015 noch um 1,0 Prozent, lag das Wachstum im Schlussquartal 2016 bereits bei 1,8 Prozent.
Auch die Verbraucherpreise zogen allmählich an. Die Preise waren noch im März 2015 ölpreisbedingt im Vorjahresvergleich um 0,1 Prozent gesunken - im Dezember 2016 lag die Inflation dann bei 1,1 Prozent. Der Studie zufolge trieb das Kaufprogramm die Inflation im Auftaktquartal 2015 nur um 0,06 Prozentpunkte an. Im vierten Quartal 2016 sei der Effekt dann aber mit 0,36 Prozentpunkten erheblich gewesen. Die EZB strebt eine Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent an.
(Reuters)