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| Hippolytus von Rom († um 235) - Widerlegung aller Häresien (Refutatio omnium haeresium)

Buch VI.
21.
Die Häresie des Valentinus enthält die pythagoreische und die platonische Lehre. Plato hat nämlich im Timäus den Pythagoras vollständig nachgebildet; so ist ihm auch Timäus selbst ein pythagoreischer Gastfreund. Es dürfte sich somit empfehlen, erst einiges Wenige von der pythagoreischen und platonischen Lehre in Erinnerung zu rufen und dann mit der Darstellung der Sätze des Valentinus zu beginnen. Denn wenn auch in den vorher von uns verfaßten Büchern1 die Lehrmeinungen des Pythagoras und Plato niedergelegt sind, so werde ich doch auch jetzt mit gutem Grund ihre Ansichten auszugsweise und summarisch in Erinnerung bringen; so treten dann durch die nähere Zusammenstellung und Vergleichung die Meinungen des [S. 158] Valentinus gut hervor; jene haben einst ihre Lehre von den Ägyptern übernommen und für die Griechen zugeschnitten; dieser nahm sie von ihnen, aber er unterschlug diese Tatsache. Denn er versuchte eine eigene Lehre zusammenzusetzen..... , er änderte die Lehre jener in bezug auf Namen und Zahlen, führte eigene Benennungen und Maße ein, so daß er eine zwar schillernde, aber systemlose und nicht mit Christus übereinstimmende griechische Häresie ins Leben rief.
1: I 2. 19; IV 51.