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Das Wichtigste in Kürze
- Laut Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg (63) sei Frieden im Ukraine-Krieg möglich.
- Dazu müssten die Osteuropäer aber bereit sein, gewisse Kompromisse einzugehen.
- Die Ukraine müsse entscheiden, wie viel Territorium man für den Frieden abgeben wolle.
Der am 24. Februar von Russland begonnene Ukraine-Krieg hat bereits Zehntausende von Toten und gewaltige Zerstörung gefordert. Ein Ende der Kampfhandlungen ist zurzeit nicht in Sicht.
Gemäss Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg (63) sei Frieden dennoch möglich. Der Krieg könne aber lediglich am Verhandlungstisch beendet werden, bekräftigte der Norweger kürzlich in einem Interview.
Soll die Ukraine Land opfern, um den Frieden herzustellen?
Ukraine-Krieg: Nato-Chef Stoltenberg befürchtet Gebietsverluste
Stoltenberg äusserte sich bei den jährlichen Kultaranta-Gesprächen in Finnland zum Ukraine-Krieg.
Dabei betonte er, dass der Westen weiterhin bereit sei, für die Stärkung des ukrainischen Militärs «einen Preis zu zahlen». Deshalb werde man den Ukrainern weiterhin Waffen liefern, um «ihre Hand zu stärken».
Die Ukraine müsse aber auch bereit sein, eine Lösung mit Russland auszuhandeln. Schliesslich fordere jedes Friedensabkommen auch Kompromisse, so der Vorsitzende des transatlantischen Verteidigungsbündnisses.
Auch in Bezug auf Territorium: «Frieden ist möglich. Die Frage ist nur: Welchen Preis sind (die Ukrainer) bereit, für den Frieden zu zahlen? Wie viel Territorium, wie viel Unabhängigkeit, wie viel Souveränität sind sie bereit, für den Frieden zu opfern?»
Stoltenberg legte keine konkreten Vorschläge der Nato vor, wie der Konflikt beendet werden könnte. Es sei «Sache derjenigen, die den höchsten Preis zahlen, diese Entscheidung zu treffen».
Kriegsmüdigkeit im Westen?
Im Gespräch erwähnte Stoltenberg auch Finnland, das Karelien im Rahmen eines Friedensabkommens während des Zweiten Weltkriegs an die Sowjetunion abtrat. Die finnisch-sowjetische Vereinbarung sei «einer der Gründe, warum Finnland als unabhängige, souveräne Nation hervorgehen konnte».
Diese Aussagen machen – vor allem in der Ukraine – den Anschein: Die Unterstützung der westlichen Allianz ist nicht mehr so bedingungslos scheint wie zu Kriegsbeginn.
Auch der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskyj (44) warf dem Westen bereits «Kriegsermüdung» vor. Es gebe ausländische Kreise, die Kiew voreilig zu Friedensverhandlungen drängen würden.