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A1863 Artilleriewerk Lütscheren BE
Das Artilleriewerk Lütscheren (630’918/168’931) gehört zu den sogenannten Bödeliwerken. Diese fünf Stellungen – knapp über den Bäumen in Felswänden rings um das Bödeli Interlaken gelegen – waren mit je zwei 7,5 cm Feldkanonen 03/22 bestückt (Lütscheren-Geschütz 1 mit Lafette Nr. 92 und Rohr Nr. 203, G2 mit Lafette Nr. 87 und Rohr Nr. 204). Es gibt jedoch Dokumente, die belegen, dass anfänglich 34mm-Flabkanonen dort installiert waren.
Mit den 7,5 cm-Geschützen konnte auch nach Panorama geschossen werden. Munitionsmagazine gab es in den fünf sehr kleinen und engen Anlagen keine, die Kriegsmunition war direkt in den Geschützständen aufgeschichtet. Daneben existierte nur noch ein einziger Raum, der gleichzeitig als Unterkunft, Küche und Feuerleitstelle dienen musste. Der Zugang war meist nur über steile Leitern direkt durch die Felswand möglich. In den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts waren die Anlagen jedoch bereits nicht mehr zeitgemäss und wurden ausgemustert statt aufgerüstet. Betrieben wurden diese fünf Werke von der Fest Kp III/14.
Werkplan
Hier war das ehemalige Art Wk versteckt….
Die Liquidation der Anlage
Als Beispiel sei hier ein Bericht des damaligen Adj Uof Hans Laubscher (Kdo Fest Sek 121) über den Rückbau der Anlage Lütscheren wiedergegeben.
«Die Anlage, im 2. Weltkrieg gut 100 Meter über dem Talboden von Interlaken in einer fast senkrechten Felswand errichtet, war per 31. Dezember 1979 zur Liquidation freigegeben worden. Wegen hängigen Truppenanträgen, die diese, den nördlichen Zugang zum Bödeli beherrschende Anlage erhalten wollten, wurde der Rückbau immer wieder hinausgeschoben. Der einzige Zugang zur Anlage, über fixe Leitern und Lehnenkonstruktionen, war ständig erheblichem Steinschlag ausgesetzt, was dazu führte, dass bereits 1975 bei vollausgerüsteter Anlage entschieden wurde, diese zur Veminderung der Unfallgefahr nur noch einmal im Jahr zu betreten. Als im Mal 1994 das Kreisforstamt mit der Rekultvierung und Verlegung der Kiesgrube beim Einstieg am Fusse der Felswand begann, war der Entscheid rasch getroffen, der Zeitpunkt des seit 1979 aufgeschobenen Rückbaues war gekommen.
Anlässlich der Begehung Mitte 1994 mit Vertretern der kantonalen Liegenschaftsverwaltung (Grundeigentümer), dem Kreisforstamt (Bewirtschafter), dem Amt für Gewässerschutz und Abfallwirtschaft, dem BAGF und dem Kdo Fest Sek 121 wurden die Bedingungen, unter welcher der Kanton als Grundeigentümer den Bund aus der Haftung entlassen und der Löschung des Baurechtes zustimmen wird, auf der Basis des Berichtes CSD «Umweltgerechte Stilllegung von Festungsanlagen» festgelegt. Innerhalb der Anlage mussten sämtliche Kabel und Telefoninstallationen entfernt werden. Ferner wurden die Gitter und Syphons der Bodenabläufe zur Sicherstellung der Entwässerung ausgebaut. Alle übrigen Einbauten, deren Lagerung auf einer Inertstoffdeponie gestattet ist, wie Schartentopf, Kranschiene, Wassertank, Rohre und Türen, konnten belassen werden.
Ausserhalb der Anlage mussten die Tarnung sowie sämtliche Konsolen, Träger, Stützen und Armiereisen bündig Fels bzw. dem Beton abgetrennt und entsorgt werden. Die Gitter für die Schartenöffnung waren so zu verschweissen, dass ein Einstieg nicht oder nur mit grossem Aufwand möglich ist. Auf eine Vormauerung als Verblendung konnte verzichtet werden. Vollständig abzutragen waren ebenfalls sämtlich Teile der Zugangsleitern, Lehnenkonstruktionen und der Materialseilbahn. Die Umgebung war soweit aufzuräumen und Instandzustellen, dass diese vom Kreisforstamt anschliessend aufgeforstet werden konnte. Der schlechte Zustand der Zugangsleitern sowie deren exponierte Lage erforderte, dass die Mitarbeiter für alle Arbeiten in der Wand gesichert werden mussten. Damit konnten nur im Umgang mit Seil und Kletterausrüstung geübte Dienstnehmer eingesetzt werden, was die Beauftragten der Fest Reg 12 bewog, dafür die Rettungskolonne einzusetzen.»