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Aufkauf
(frz. accaparement), die
massenhafte käufliche Erwerbung einer
Ware in ihrem Erzeugungsgebiet seitens einzelner
Spekulanten. Ein solches Vereinigen des
Besitzes in wenigen
Händen bewirkt eine
Steigerung der Preise infolge
der bleibenden oder vermehrten
Nachfrage. Um diese Preissteigerung fern zu halten, war früher in vielen
Staaten und Orten
der
Aufkauf solcher
Artikel, welche zu den unentbehrlichen Lebensbedürfnissen gehören, namentlich des Getreides, streng verboten.
Man ging dabei von dem Gesichtspunkte aus, der Preis dieser Ware verfalle mit dem der vollen Willkür der Spekulanten und müsse ein wucherhafter werden. Noch heute hört man von manchen diese Ansicht äußern, daß die Aufkäufer die wahren und einzigen Ursachen aller Teuerungen seien, daß sie sich auf Kosten des ganzen Volks, und besonders der ärmern Klassen, bereicherten. Im allgemeinen hat indessen eine Beobachtung der Thatsachen zu der Einsicht geführt, daß der der wichtigern Lebensbedürfnisse nur auf niedern Entwicklungsstufen des Verkehrs in einem wirklich Besorgnis erregenden Grade stattfinden kann, während bei hinlänglich ausgebildeter und freier Verkehrsbewegung gesteigerte Preise die Konkurrenz entfernter Gegenden herbeirufen.
Man machte andererseits die Erfahrung, daß man mit jenen Verboten den wichtigen
Nerv des Verkehrs, den
man frei erhalten wollte, systematisch lahmte. Zuweilen gelingt es allerdings einer
Vereinigung von Spekulanten, die Preise
längere Zeit hindurch ungewöhnlich hoch emporzutreiben. So bei Getreide,
[* 2] z. B. 1879 in
Amerika
[* 3] mit Rücksicht auf die Ausfuhr nach Europa.
[* 4] Der Erfolg aber war schließlich, daß amerik.
Weizen in
Antwerpen
[* 5] erheblich billiger zu haben war als in
Amerika. So wird überhaupt auch bei sehr bedeutender Kapitalkraft
der Aufkäufer (accapareurs) ein
Rückschlag nicht ausbleiben. Mit dem
Aufkauf verwandt ist der Vorkauf (s. d.)
von Lebensmitteln.