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Ce ne sont parfois que des éléments banals juxtaposés, imbriqués, mais chacun quant à soi a déjà une forme, un aspect qui manifestent un processus antérieur et qui, pour le regard le plus ordinaire posé sur eux, aussi bruts semblent-ils, déclarent le travail conjoint des forces de la nature et de l'action humaine. Ce peuvent être aussi de complexes compositions de pièces, assemblées, ajustées, dont la présence et l'impact soutiennent un dialogue entre l'évidence factuelle et l'étonnement. Dans un local, une rue, le quartier d'une ville, un pré, une montagne.
Une seule des œuvres de Catrin Lüthi K exposerait déjà les modes sous-jacents à toutes; par exemple un arrêt, un suspens dans le flux du temps courant, un questionnement qui, au fur et à mesure qu'il se précise, trouve une réponse, mais alors dans le déplacement, le passage pour la perception, de son champ habituel vers une mémoire enfouie ou vers une capacité insoupçonnée.
On observe aussi une sorte de permutation, chaque matériau pouvant passer pour une de ses variantes ou pour un autre, la forme de l'un représentant la nature de l'autre, et les lois physiques qui gouvernent leurs relations, relues, détournées, trouvant de nouvelles applications.
Pourtant, jamais rien de bancal, d'abscons, d'aléatoire : tout tient et se tient dans une claire efficacité, et ce qui à première vue paraît élémentaire, rudimentaire, ou alors étrange, procède en fait d'une connaissance subtile, qui est tout autant celle des matériaux et des principes gravitationnels pour ce qu'ils sont, que celle de l'artiste quant au monde et à la vision qu'elle souhaite en donner.
Dans sa durée, dans son expansion géographique, l'ensemble des interventions de Catrin Lüthi K constitue l'archive d'une para-sismographie qu'elle semble seule à capter, et dont elle partage avec nous l'expérience, convaincue que notre activité collective demande de toute urgence un ressaisissement radical.
Charles Hersperger
Inspired by the vision of urban areas - The omnipresence of building and demolition sites are striking intrusions in our daily life. Reflecting body sensation, space, mass, and void the work highlights layering, covering, repeating, bulging, and interlacing structures. The use of different materials and surfaces as well as the presentation of the construction process are common in most of the work. Unstable balances, visible cuts, and open constructions all emphasize moments of uncertainty but subtly inspire new interpretations while focusing on existing things.
By removing a generally known or denoted phenomenon from its context and transferring it to an other object, an enigmatic situation is created. That itself becomes mysterious in its form and materialization. Interested in transitions and interfaces – These occur when materials are connected and form boundaries leading to moments somewhere between the second and third dimension.Experiencing, sensing, or discerning a situation reveals something fragile, brittle, a state, or a transition.
Die Grundriss Arbeiten sind Ausdruck der Auseinandersetzung mit Raum und Architektur: die Betrachtung von Baustellen, die vergleichende Sicht zwischen übergeordneten Strukturen und einzelnen Bauten – die Stadt zwischen Plan und Wucherung. Abbruch, Aushub und Aufbau, Baulücken, Grundrisse, Umgrenzungen, Territorien, Schichtungen…
2-dimensionale Ordnungssysteme wie Zeichnungen oder Pläne täuschen Übersicht vor, die Wahrnehmung im Raum ist eine andere. Die Objekte thematisieren diesen Zwischenbereich von Aufsicht und Raumsicht – in diesem Spannungsverhältnis entstehen Kippmomente der Wahrnehmung.
In den Arbeitszyklen taucht immer wieder die Benennung ‚Landschaffung‘ auf, ein Begriff, der als work in progress auf die tätige Handhabung / Materialisierung von landschaftsspezifischen Wahrnehmungen verweist. Da gibt es die Dinge und den Raum, wo sich die Landschaft zwischen Entstehung und Auflösung befindet. Die Landschaften, die sich im Gedächtnis einschreiben, sind vielschichtig und verändern sich dauernd entlang einzelner Begebenheiten. Eruptionen, Ablagerungen, Schichtungen, Glättungen bilden Territorien mit ausgefransten Rändern. Die Wahrnehmung ist die Bewegung zwischen der Ferne (Sehen, Schauen) und der Nähe (Betrachten,Verweilen).
Eine Anzahl von Objekten für Landschaffen entstanden aus der Betrachtung von Begebenheiten einer Landschaft, die zu neu interpretierten Manifestationen führten. Dabei werden die zivilisatorischen Eingriffe in einer Landschaft ebenso fokussiert. Die Wahrnehmung der Landschaft als Ausschnitt, der zum Objekt wird: der Berg, der Weg, der Tunnel, der Hang, die Insel. Solche Objekte sind im Spannungsfeld zwischen der Identität einer Landschaft und ihrem Verhältnis zu ihren Zivilisationsmerkmalen angesiedelt. Wo beginnt die Landschaft? Wann wird das Objekt selber zu einer neuen Landschaft? Die Auseinandersetzung mit dem Sockel, dem Träger, der Installation und der Ausbreitung im Ausstellungsraum. Die Objekte als modellhafte Stücke für etwas Grosses.
Handgriffe sind kleine Objekte, die plastische Prozesse zeigen zum Erfassen von Material immanenten Möglichkeiten. In den einfachen Dinge, die sich als Form abzeichnen, bilden sich die flüchtigen Erscheinungen, die den Raum bestimmen. Raum ist das Verhältnis von Erscheinung und Zugehörigkeit.
Die Vorstellung von Raum beinhaltet das Phänomen des Moments, wo etwas sich zeigt, und die Dynamik der Veränderung. Meine Objekte und Installationen sind Reaktionen darauf. Floating Islands besteht aus einzelnen Teilen, die wie aufgetauchte Inseln ihre geschichtete Form zeigen. Sie werden durch ein filigranes, horizontales Obergerüst verbunden und in der Schwebe gehalten. Inseln erzählen vom Zustand des Übergangs / Transition.
Behausungen zwischen Imagination und Realität
Bündner Kunstmuseum, Chur, 1. Juni bis 25. August 2013
Mit „Uninhabitable Objekts“ wird im Bündner Kunstmuseum eine Thematik untersucht, die von allgemeiner gesellschaftlicher Relevanz ist. Die Behausung – und sei diese noch so rudimentär – ist von existenzieller Bedeutung für den Menschen. Es geht in dieser Ausstellung um die subjektiv-imaginative Auseinandersetzung mit Raum- und Wohnvorstellungen: „Wann ist etwas bewohnbar?“, „Wer wohnt darin?“ oder „Könnte ich darin leben?“.
Die ausgewählten Arbeiten verweisen alle in der einen oder anderen Weise in die Wirklichkeit. Es sind Bilder oder Modelle von Behausungen, die zwar real umgesetzt sind oder waren, jedoch für die Betrachterinnen und Betrachter faktisch nicht betret- oder bewohnbar sind und deshalb ihre Vorstellungskraft herausfordern. Gerade weil Behausungen einen zentralen und alltäglichen Bereich unseres Lebens ausmachen, lösen die Uneindeutigkeiten der künstlerischen Umsetzungen sowohl Irritation als auch Faszination aus. Zum Beispiel liess Rachel Whiteread ein viktorianisches Haus komplett mit Beton ausgiessen und die Hülle abtragen, so dass uns der ehemalige Wohnraum als stummes Denkmal der Abwesenheit begegnet. Im Gegensatz dazu erweckt das Künstlerpaar Gabriela Gerber und Lukas Bardill das militärische Attrappendorf Answiesen zum Leben, indem sie mit Ton und Licht die Illusion schaffen, dass die Haushüllen bewohnt sind. Bianca Brunner konstruiert in ihrer Fotoreihe Uninhabitable Objects provisorische Schutzbauten und fotografiert sie in einer Weise, die sowohl ihre Funktion wie auch ihre Grössenverhältnisse seltsam unbestimmt lassen. Benjamin Appel baut ein raumgreifendes, lebensgrosses aber hermetisches Objekt aus alten Möbeln, das gleichzeitig familiär und abweisend wirkt. Not Vital wiederum hat zahlreiche seiner „bewohnbaren Skulpturen“ im Niger, im Engadin oder in Patagonien tatsächlich ausgeführt. Dennoch findet das Bewohnen aus politischen, klimatischen oder geografischen Gründen auch in diesen Fällen meistens nur in der Vorstellung statt.
Bei dieser Ausstellung steht nicht das Haus als Statussymbol im Vordergrund, sondern seine grundsätzliche Bedeutung für den Menschen. „Der Sinn der Hütte“ liegt ebenso darin, eine physische Schutzfunktion auszuüben wie die Möglichkeit zu bieten, „in Frieden zu träumen“ (Gaston Bachelard). Früh schaffen sich Kinder mit einfachen Mitteln und Materialien Behausungen, um sich vor der Welt zu verstecken und einen Ort für sich allein zu haben. Gerade in unserer Zeit und unserer wohlhabenden Gesellschaft, in der die meisten einen festen Wohnsitz in einem stabilen Haus haben, wird die Hütte als Denk- und Rückzugsort wieder wichtig. Die in der Kindheit angelegte Lust des Bauens setzt sich auch in den künstlerischen Konzepten fort, die sich alle mit der mentalen Begeh- und Erlebbarkeit des Raumes auseinander setzen. Gezeigt werden Objekte, Installationen, Fotografien und Videos von Benjamin Appel, Bianca Brunner, Gabriela Gerber/Lukas Bardill, Catrin Lüthi K, Christof Rösch, Thomas Schütte, Gaudenz Signorell, Not Vital und Rachel Whiteread.
Dieser ursprüngliche, in der provisorischen Einfachheit einer Hütte verkörperte Traum nach Unabhängigkeit und Geborgenheit bildet die Grundlage für ein besonderes Angebot für Kinder. In enger Zusammenarbeit entwickeln die Kuratorin Katharina Ammann und die Kunstvermittlerin Alexa Giger eine Kinderbaustelle im Garten der historischen Villa Planta. Im Sommer wird dort unter professioneller Aufsicht mit Kunstschaffenden und Handwerkern eine Kindervilla gebaut, in der Raum- und Wohnfantasien lustvoll ausprobiert werden können.
Anstelle eines klassischen Ausstellungskatalogs erscheint eine Publikation, worin der Vermittlungsgedanke den Leitfaden bildet. Darin enthalten sind neben Informationen zu den Künstlerinnen und Künstlern auch Anregungen und Anleitungen zu praktischen Umsetzungen im Bereich Bauen, Hausen und Wohnen.
Katharina Ammann
Das Zittern der Schönheit – dieser Moment des Übergangs, der erfüllt, weil er noch nicht fassbar ist. Die Aufregung des Entstehens ist die grosse Stille, wo ich hellwach hinschaue, um bereit zu sein.
...Im Werk der Künstlerin begegnet man seit mehreren Jahren Objekten, die wie Häuser anmuten; Gehäuse mit undefinierbaren Räumen, archaische Giebelarchitekturen oder Abbruchhäuser. Sie werden wie Modelle auf Sockeln präsentiert; unterschiedliche Materialien treffen aufeinander, der Sockel ist gleichzeitig das Objekt, die Verschmelzung zeigt das spannungsvolle Verhältnis. Konstruktion und Destruktion stehen gleichwertig nebeneinander, der Widerspruch des Anderen spiegelt sich im Gezeigten. Das Zusammenspiel der Materialien ist vergleichbar mit Sprache und einzelnen Wörtern, die erst durch die Syntax ihren Sinn erhalten...