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Südföhn
Bei der klassischen Südföhnlage wird feuchtwarme Luft aus dem Mittelmeerraum an die Alpen-Südseite herantransportiert. Da die Luftmassen dem Gebirge nicht seitlich ausweichen können, werden sie entlang der Alpensüdflanke zum feuchtadiabatischen Aufsteigen (Temperaturabnahme um 0.6°C/100m) gezwungen. Nach dem Überschreiten des Taupunktes kondensiert das in der Luft enthaltene Wasser und führt zur Wolkenbildung mit anschliessendem Ausregnen (Stauniederschlag). Dabei kann es zu extremen Niederschlägsmenge kommen. Beim Herunterströmen der Luftmassen auf der Leeseite des Gebirges werden diese durch das trockenadiabatische (Temperaturzunahme um 1°C/100m) Absinken erwärmt, wodurch auch die Luftfeuchtigkeit wieder unter 100% sinkt. Aufgrund der Temperaturdifferenz zwischen dem feuchtadiabatischen Aufsteigen und dem trockenadiabatischen Absinken der Luftmassen zeigt das Thermometer auf der Alpen-Nordseite in gleicher Höhe eine wesentlich höhere Temperatur an als auf der Südseite.
Auswirkungen des Süd-Föhns
Die Auswirkungen des Föhns auf die Umwelt sind vielfältig: die erwärmte Föhnluft und die durch Wolkenauflösung verlängerte Sonnenscheindauer verändert das Klima der Föhntäler und der übrigen Zentral- und Ostschweiz. Die rasche Schneeschmelze und die herbstlichen Föhnlagen verlängern die Vegetationsperiode und führen damit zu einer bemerkenswerten landwirtschaftlichen Begünstigung. Nebst dieser klimatischen Begünstigung ist der Föhn jedoch wegen seinen erheblichen Sturmschäden gefürchtet. Abgedeckte Hausdächer, Schiffe in Seenot, umgeknickte Strommasten und Bäume können Folgen eines Föhnsturms sein. Auf der Alpen-Nordseite kann es zudem durch die föhnbedingte Trockenheit zu erhöhter Waldbrandgefahr kommen. Dazu treten auf der Alpen-Südseite häufig extreme Niederschlagsmengen auf, die zu Erdrutschungen und Überschwemmungen führen können. Der Föhn gilt zudem als Schlechtwettervorzeichen und kündigt die Annäherung einer Front aus Süd-Westen an.