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Damit Thermopapier überhaupt „schreibt“ ist ein physikalischer Vorgang notwendig. Hierbei werden sogenannte Leuko-Farbstoffe durch definierte Temperaturen und chemischen Hilfsstoffen dazu angeregt, sich zu verfärben. Der Thermodruck wird also nicht wie landläufig angenommen eingebrannt, sondern ist eine physikalische Reaktion. (Leukofarben haben aber die Tendenz, weiss zu sein. Daher das Verblassen der Thermoquittungen) Bei der Herstellung von billigem Thermopapier (Standard, „Gewinnoptimiertes“ Papier) wird ein sehr problematischer Stoff als Hilfsmittel verwendet. Ein Östrogen aus der Familie der Diphenylmethan-Derivate: BISPHENOL-A (kurz BPA) Die britischen Biochemiker Edward Charles Dodds und Wilfrid Lawson suchten 1936 nach Stoffen mit der Wirkung des Östrogens, weil dessen Gewinnung aus dem Urin trächtiger Stuten zu teuer war.Sie behandelten Ratten, denen die Eierstöcke entfernt worden waren, mit verschiedenen Chemikalien, und identifizierten Bisphenol A als Substanz mit schwacher östrogener Wirkung. Sie entdeckten jedoch bald darauf weit wirkungsvollere synthetische Östrogene mit weniger Nebenwirkungen, so dass Bisphenol A nicht weiter zur Hormontherapie genutzt wurde. Man entdeckte aber später, Bisphenol als Ausgangsstoff zur Synthese polymerer Kunststoffe auf der Basis von Polyestern, Polysulfonen, Polyetherketonen, Polycarbonaten und Epoxidharzen zu verwenden. BPA hat daher eine sehr große wirtschaftliche und technische Bedeutung. Ferner wird BPA als Antioxidans in Weichmachern und zum Verhindern der Polymerisation in Polyvinylchlorid (PVC) verwendet. Ebenfalls wurde eine sehr günstige Methode gefunden Thermopapier damit herzustellen. Leider ist es wie immer: billig muss nicht gut sein! Die Bisphenole haben massive Nebenwirkungen! Das ist auch nicht verwunderlich. Hormonaktive Substanzen haben in der Umwelt nichts verloren. Es gibt viele Studien, welche die Gefährdung aufzeigen. Da aber die Hersteller damit jährlich Millionen damit verdienen, wird die Gefährdung der Umwelt massiv verharmlost. Leider setzt zum Beispiel unser Bundesrat immer noch auf die Studien der Hersteller, welche logischerweise Bisphenol als völlig unproblematisch deklarieren. Gegenstudien werden als „wissenschaftlich nicht nachvollziehbar“ abgetan. Dabei spielt es aber eine Rolle, welcher Art die Versuchstiere (Ratten) sind. Es gibt mittlerweile Rattenstämme, welche durch die dauernde Exposition nun praktisch unempfindlich auf Östrogene reagieren. Wenn mit solchen Tieren Versuche gemacht werden, wundert das Resultat nicht. Nimmt man unbelastete Tiere ändern sich die Resultate massiv.
Phenol ProblematikFortsetzung
Einige Probleme, die mit Bisphenol in Zusammenhang gebracht werden: Bisphenol A stört die Funktion von Proteinen, die entscheidend für Wachstumsprozesse in Zellen sind und fördert so Tumore. Experimente an Gewebeproben von Mäusen und Menschen ergaben, dass BPA für die Zellfunktion wichtige Calcium-Kanäle in der Zellmembran reversibel blockiert. Es gibt Untersuchungen die zeigen, dass BPA eine mit dem Sexualhormon Östrogen vergleichbare Wirkung hat. Deshalb nehmen Spezialisten an, dass Bisphenol A die Fortpflanzung stören und gerade bei Babys und Kleinkindern die Entwicklung des Gehirns empfindlich negativ beeinflussen kann. Auch andere Stoffe wie Phtalate und Bisphenol S (BPS) stehen im Verdacht, auf die gleiche Weise schädlich für die Gesundheit zu sein. Neuerdings wird Bisphenol auch Fehlentwicklungen im Dentalbereich zugeschrieben.Die Krankheit Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation. Dies ist gemäss Wikipedia: MIH (engl.: Molar-incisor hypomineralization) ist eine spezielle Form der Schmelzbildungsstörung, nämlich einer systemisch bedingten Hypomineralisation der Sechsjahr-Molaren (Zähne 16, 26, 36, 46) und/oder der oberen bleibenden Inzisivi (Schneidezähne). Es handelt sich um eine Variante der Strukturstörungen der Zahnhartsubstanz (Zahnschmelz). Die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation gehört zu den endogen bedingten Strukturstörungen.