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Umschlagbilder: Vier invasive Arten: Sommerflieder (Buddleja davidii), Waschbär (Procyon lotor), verwilderte Schweine (Sus scrofa) und Purpurwinde (Ipomoea purpurea). Fotos: E. Weber (oben links, unten rechts), Darkone, wikipedia.commons (oben rechts), NASA, wikipedia.commons (unten links).
Four invasive species: summer lilac (Buddleja davidii), raccoon (Procyon lotor), feral pigs (Sus scrofa), and common morning-glory (Ipomoea purpurea). Fotos: E. Weber (top left, bottom right), Darkone, wikipedia.commons (top right), NASA, wikipedia.commons (bottom left).

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Klappentext
Überall breiten sich exotische Arten aus. Ob Asiatischer Marienkäfer, Wollhandkrabbe oder Japanischer Staudenknöterich - wir leben in einer Welt von Exoten. Manche dieser fremden Eindringlinge werden so häufig, dass sie in natürlichen Lebensräumen die angestammte Natur durcheinander bringen oder in der Land- und Forstwirtschaft als Unkräuter und Schädlinge auftreten. Solche biologischen Invasionen sind ein weltweites Phänomen und gelten als eine der Hauptursachen für den weltweiten Rückgang von Arten. Der Band vermittelt einen Überblick zum Wissensstand über biologische Invasionen und diskutiert die Mechanismen, wie es zur Ausbreitung exotischer Arten kommen kann.
ZUSAMMENFASSUNG
Die spontane Ausbreitung nicht-einheimischer oder exotischer Arten, unabsichtlich eingeschleppt bzw. absichtlich eingeführt, ist heute ein weltweit zu beobachtendes Phänomen. Arten werden in grossem Umfang zwischen Kontinenten ausgetauscht und innerhalb der Kontinente verfrachtet; in erster Linie eine Folge des weltweiten Handels und Reiseverkehrs. Einige (aber nicht alle) dieser verwilderten Exoten breiten sich rasant aus, und ihr Massenvorkommen zieht nachteilige Auswirkungen auf Mensch und Umwelt nach sich. Solche invasive Arten sind heutzutage ein zentrales Thema im internationalen Naturschutz und in der ökologischen Forschung. Die Ausbreitung invasiver Organismen, als biologische Invasionen bezeichnet, gilt mittlerweile neben Lebensraumzerstörung als die zweitwichtigste Ursache des weltweiten Artenrückganges. Die Mechanismen, die zu einer biologischen Invasion führen können, sind sehr vielfältig und beruhen auf Eigenschaften der Arten sowie des betreffenden neuen Lebensraumes. Offene Habitate mit geringem Konkurrenzdruck anderer Arten und ohne spezialisierte Frassfeinde und Pathogene zeigen sich als besonders anfällig für die Besiedlung invasiver Arten.
Unter invasive Arten fallen auch solche, die in der Land- und Forstwirtschaft Schäden verursachen oder die Gesundheit des Menschen gefährden.
In der Schweiz sind über 800 exotische Pflanzen-, Tier- und Pilz-Arten etabliert, von diesen gelten 107 Arten als invasiv. Welche Massnahmen ergriffen werden sollen, richtet sich nach der Häufigkeit der Art, aber auch nach der Zielsetzung. Die kostengünstigsten Massnahmen sind präventive Massnahmen.
Die Gründe, wie es zu biologischen Invasionen kommen kann, welche Eigenschaften invasive Arten aufweisen, ob und wie schnell sich verschleppte Arten im neuen Verbreitungsgebiet evolutiv verändern können und welches die beste Strategie im Umgang mit invasiven Arten ist, ist Gegenstand dieser Schrift.
Schlagwörter: Exotische Arten – invasive Arten – Naturschutz – exotische Unkräuter – Neophyten – Neozooen – Schweiz
The spread of non-native or alien species,
accidentally or deliberately introduced,
is a global phenomenon. Species are
being exchanged between continents at
a large scale and transported within continents;
a result of worldwide trade and
travel. Some of the naturalized aliens
spread rapidly and their high number
of individuals has negative impacts on
the environment and on human beings.
Such invasive species have become a
major issue for international nature conservation
and for ecological research.
The spread of invasive organisms or biological
invasions is considered to be the
second most important reason for the
worldwide species loss, besides habitat
destruction. The mechanisms leading to
biological invasions are manifold and
include characteristics of the species as
well as of the habitats. Thus, open habitats
with a low level of competition by
other species and a low density of specialized
herbivores and pathogens are
especially prone to invasion.
Invasive species also include pest organisms of agri- and silviculture as well as species posing threats to human welfare.
In Switzerland, more than 800 alien species of plants, animals, fungi and microbes have become established, of which 107 are considered to be invasive. Measures against invasive species depend on the species' frequency but also to the conservation aim. The most cost-efficient measure would be prevention. The present work gives an overview on reasons leading to biological invasions, on properties of invasive species, on the extent to which invasive species can adapt and on what the best management strategies are.
Key words: Exotic species – invasive species – nature conservation – exotic weeds – Switzerland
Inhaltsverzeichnis
|Zusamenfassung/ Summary||5|
|Vorwort||9|
|1||Was sind biologische Invasionen?||11|
|1.1||Der Zusammenbruch natürlicher Verbreitungsgrenzen||11|
|1.2||Die Zunahme exotischer Arten||14|
|1.3||Eingeführt, eingeschleppt, verwildert, invasiv: Begriffserklärungen||17|
|1.4||Zeitlicher Verlauf einer biologischen Invasion||19|
|2||AUSMASS BIOLOGISCHER INVASIONEN||22|
|2.1||Wieviele invasive Arten gibt es?||23|
|2.2||Wo finden die bedeutendsten biologischen Invasionen statt?||25|
|3||MECHANISMEN BIOLOGISCHER INVASIONEN||27|
|3.1||Durch welche Eigenschaften zeichnen sich invasive Arten aus?||28|
|3.2||Abwesenheit von natürlichen Schädlingen und evolutionäres Potential||30|
|3.3||Hybridisierungen und die Rolle der Taxonomie||32|
|3.4||Welche Eigenschaften eines Habitates fördern eine biologische Invasion?||34|
|4||WIE GELANGEN INVASIVE ARTEN IN EINE REGION?||35|
|4.1||Unabsichtliche Einschleppung||36|
|4.2||Absichtliche Einführung||37|
|5||AUSWIRKUNGEN INVASIVER ARTEN||38|
|5.1||Direkte Auswirkungen auf andere Arten||39|
|5.2||Veränderungen von abiotischen Ökosystemeigenschaften||42|
|5.3||Veränderungen des natürlichen Störungsregimes||45|
|5.4||Die Bedeutung der Interaktionen||47|
|5.5||Gegenseitige Verstärkung von invasiven Arten||50|
|5.6||Schäden an Infrastruktur und gesundheitliche Auswirkungen||51|
|5.7||Kosten von invasiven Arten||52|
|5.8||Wann ist eine Auswirkung schlimm?||54|
|6||WIE IST MIT INVASIVEN ARTEN UMZUGEHEN?||54|
|6.1||Die Optionen richten sich nach der Häufigkeit||55|
|6.2||Kontrollmöglichkeiten||56|
|6.3||Prävention: die Kunst der Vorhersage||57|
|7||INVASIVE ARTEN IN DER SCHWEIZ||58|
|7.1||Exotische Vielfalt||59|
|7.2||Invasive Tier- und Pilzarten||61|
|7.3||Invasive Pflanzenarten||61|
|8||AUSBLICK||62|
|Weiter führende Literatur||64|
|Anhang||71|