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Nützliche Erfindungen sind manchmal unter merkwürdigen Umständen gemacht worden. So auch die Magenspiegelung, die aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken ist.
Lange hegten Ärzte den Wunsch, ins Innere ihrer Patienten zu schauen. So auch Adolf Kussmaul, ein deutscher Arzt aus Freiburg im Breisgau. Er wollte den Magen seiner Patienten untersuchen, wusste aber nicht, wie.
Von der Chilbi inspiriert
Als er im Jahre 1868 auf einem Jahrmarkt einen Schwertschlucker zuschaute, hatte er die Lösung gefunden. Er engagierte den Artisten für ein Trinkgeld und liess ihn vor seinen Fachkollegen ein Metallrohr schlucken. Leider gab es im Jahre 1868 noch kein elektrisches Licht. So probierte Kussmaul mit Hilfe von Spiegeln, Linsen und dem Licht einer Öllampe, in den Magen des Schwertschluckers zu schauen. Viel sah er dabei aber nicht. Trotzdem hatte er damit die Magenspiegelung erfunden.
Für die Magenspiegelung verwendet man heute ein spezielles Endoskop, das Gastroskop, durch dessen beweglichen Schlauch der Arzt mit Hilfe einer Glasfaseroptik hindurchsehen kann. Während ältere Geräte mit einer Optik versehen waren, in die der Arzt direkt hineinschaute, ist der Standard heute eine Videooptik, die die Bilder auf einen Monitor überträgt.
Gefährliche Kunst
Schwertschlucken ist eine gefährliche Performance-Kunst, die schon ernsthafte medizinische Komplikationen zur Folge hatte. Der Artist führt ein Schwert durch seinen Mund in die Speiseröhre bis zum Magen. Die Bezeichnung ‘Schwertschlucker’ ist genaugenommen irreführend: Die Artisten schlucken das Schwert nicht. Sie müssen ihren Würgereflex und Brechreiz unterdrücken und ihre Muskeln entspannen. Nur rund hundert Personen gibt es derzeit, die dies beherrschen.