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Am Eingang von Prättigau, dort, wo die Landquart sich einen engen Durchlass zwischen den schroffen Felsenwänden bahnt, stehen die Überreste des Schlosses von Fracstein auf einem Felsen am Fuss eines gewaltigen Steilhangs. Die anderen Graubündner Gesteinsburgen sind charakterisiert durch ihre Isolierung, wie in Rappenstein oder durch ihre Unzugänglichkeit wie in Marmels und Kropfstein. Doch die architektonische Bestimmung von Fracstein ist geprägt durch eine Einrichtung in einem felsigen Engpass, der von einem wichtigen Transitweg durchquert wurde. Die alte Strasse, die den See von Wallenstadt mit Unterengadin verband, nachdem sie den Grat von Flüela überquerte, führte in der Tat durch die Schlucht von Fracstein.
Die Überreste von Fracstein beschränken sich auf einige Mauern vom zentralen Gebäude und eines kleinen Wohnungshauses, von dem man annehmen könnte, dass es als Pfarrhaus diente. Fast völlig verschwunden ist auch die Strassensperre, die vom Fuss der felsigen Wand bis zum Ufer der Landquart fiel und die Schlucht an seinem tieferen Ende abriegelte. Bei der Konstruktion der Eisenbahnlinie und der modernen Strasse sind bemerkenswerte Reste diese Verschanzungsmauer entfernt worden, so dass nur einige seltene Elemente noch heute sichtbar sind. Aber man besitzt zum Glück eine gute Reproduktion der verstärkten Burg von Fracstein, die aus der Mitte des 16. Jahrhunderts datiert. Man sieht darin die bereits baufälligen Behausungskörper, die Kapelle und die Verschanzungsmauer. Letztere wurde mit Schiessscharten ausgestattet. Die Strasse ging durch ein Tor, das von einem Spitzbogen überdacht wurde.
Die historischen Quellen schweigen, was den Beginn der Burg von Fracstein betrifft. Im 13. Jahrhundert befand sich das Schloss in den Händen der Herrschaften von Aspermont, die zu dieser Zeit erfolgreich in der Region von Maienfeld und im niederen Bereich Prättigau eine wichtige Herrschaft aufbauten. Vermutlich waren sie die Erbauer des Behausungskörpers. Im 14. Jahrhundert wurden ihre Ländereien aufgeteilt. Zu diesem Zeitpunkt erscheint Fracstein zum ersten Mal in Texten. In 1338 verkauften Eberhard und Ulrich von Aspermont ihre Ländereien im Prättigau an Frédéric V von Toggenburg und an Ulrich von Matsch. Sie besassen die Ländereien zusammen bis 1344 als sie diese aufteilten. Fracstein ging zu Prättigau, blieb jedoch in den Händen der zwei Familien, und das Schloss teilte von diesem Zeitpunkt an das Schicksal Prättigau
Nach und nach gab man es gegen Ende des Mittelalters auf. Wurde der Behausungskörper bis im Laufe des 15. Jahrhunderts benutzt? Man weiss es nicht. Das einzige was man mit Sicherheit weiss, ist dass es im 16. Jahrhundert eine Ruine war. Die Kapelle, die zum ersten Mal in einem Dokument von 1370 erwähnt wird, scheint seine Funktionen bis zur Reform ausgeübt zu haben. Dann diente sie noch lange einem traditionellen ländlichen Frühlingsfest als Kulisse.
Bibliographie