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BPW Switzerland hat anlässlich des Equal Pay Day 2014 die für das öffentliche Beschaffungswesen zuständigen Behörden von Bund, Kantonen und grösseren Städten angefragt, wie ihre Praxis bei der Überprüfung der Lohngleichheit im öffentlichen Submissionsverfahren aussieht. Aus den Antworten gehen die folgenden Beispiele hervor:
Im Rahmen des Equal Pay Day 2014 über die Beachtung der Gleichstellungsgesetzes bei der Vergabe von Aufträgen der Öffentlichen Hand wurden in den Kantonen Solothurn und Tessin zwei parlamentarische Interpellationen eingereicht.
Im Rahmen des Equal Pay Day 2014 unter dem Thema 'Ausschreibungen der Öffentlichen Hand nur an Firmen, die das Gleichstellungsgesetz einhalten' hat BPW Switzerland Verwaltungen und Firmen angeschrieben, um mehr über ihre diesbezüglich Praxis zu erfahren. 30% der angeschriebenen Verwaltungen und 0,3% der Firmen haben geantwortet, was schon viel aussagt über die Sensibilisierung für Thema Lohngleichheit im Bewusstsein bei den Verwaltungen, während die Privatwirtschaft dem Thema eher gleichgültig gegenübersteht.
Für BPW ist ein Verhalten, das auf einer Absichtserklärung in der Art 'Ja, wir respektieren das Gesetz über die Gleichstellung' beruht, das beste Verhalten, wenn es auf einer tatsächlichen Erhebung der Lohnunterschiede beruht (z.B. mittels dem kostenlosen Programm Logib). Die Praxis des Kantons Bern ist beispielhaft und sollte viel öfters angewendet werden.
Auftragnehmer des Bundes verletzen die Lohngleichheit: Das haben Kontrollen des Eidgenössischen Büros für Gleichstellung ergeben. Der ganze Artikel hier
Fehlende Lohngleichheit
Firmen erhalten Bundesaufträge, obwohl sie Frauen weniger zahlen.
Bern. Jedes Jahr reissen sich Abertausende von Unternehmen um die rund 2000 grossen Beschaffungsaufträge, die der Bund vergibt. Die Firmen müssen dabei bestätigen, dass bei ihnen Frauen und Männer für gleichwertige Arbeit gleich viel verdienen. Ohne eine solche Bestätigung erhalten sie kein Stückchen des Auftragskuchens. 2013 war dieser 5,2 Milliarden Frauen gross. Doch die eingeforderte Lohngleichheit herrscht vor allem auf dem Papier. Sonntagszeitung vom 13. April 2014. Link zum Artikel | Download PDF
Fehlende Lohngleichheit
Firmen erhalten Bundesaufträge, obwohl sie Frauen weniger zahlen
Öffentliche Institutionen in der Schweiz holen jährlich Offerten in der Höhe von 34 Milliarden Franken ein. Der generierte Umsatz ist folgendermassen verteilt: 20% für die Eidgenossenschaft, 38% für die Kantone und 42% für die Gemeinden. Der Markt der öffentlichen Hand wird in der Schweiz auf 8% des Brutto-Inland-Produkts geschätzt*.
Das Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen (Artikel 8, Absatz 1.c) sowie das entsprechende interkantonale Abkommen (Art. 11, Punkt f) sehen vor, dass die an den Ausschreibungen teilnehmenden Unternehmen sich zur Einhaltung von Lohngleichheit für Frauen und Männer verpflichten. Hierfür ist heute lediglich eine prinzipielle Erklärung seitens der Behörden bzw. des jeweiligen Submittenten ausreichend.
Tatsache ist jedoch, dass der effektive Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern in der Schweiz bei 18.4 % liegt. Aus diesem Grund fordern die Business and Professional Women (BPW) Switzerland die Öffentliche Hand 2014 auf, mehr Transparenz und Gerechtigkeit bei der Vergabe öffentlicher Aufträge zu verlangen.
Sowohl alle Bundesämter als auch alle Submittenten der freien Marktwirtschaft werden daher aufgefordert, es nicht nur bei der Abgabe einer prinzipiellen Erklärung zu belassen, sondern sich freiwillig einer ehrlichen Selbstbewertung der eigenen Lohnpolitik zu unterziehen. Die hierfür notwendigen Voraussetzungen sind nämlich vorhanden: mittels eines entsprechenden und kostenloses Softwares, LOGIB, und der Zertifizierung Equal Salary ist es möglich, alle Unternehmen mit mehr als 50 Angestellten zu erfassen und entsprechend zu bewerten.
*Quellen: Kompetenzzentrum Beschaffungswesen Bund (KBB)