Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03358.jsonl.gz/1427

Jura–Simplon
|Kürzel||JS|
|Bahntyp||Normalbahn|
|Betriebseröffnung||1890-01-01|
|Mutiert||Ab 1903-05-01 Schweizerische Bundesbahnen|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die JS entstand 1890 durch die Fusion der Jura–Bern–Luzern-Bahn (JBL; einschliesslich der BLB-Linie Gümligen–Luzern) und der Suisse-Occidentale–Simplon (SOS). Sie war ab diesem Zeitpunkt die grösste Schweizer Privatbahn, sowohl was die Streckenlänge anbelangte als auch bezüglich des Anlagekapitals, an welchem sich durch freihändigen Aktienkauf auch der Bund beteiligte. Beim Zusammenschluss wurde der Nominalwert der Stammaktien der früheren SOS von 500 auf 200 Franken reduziert. Der dadurch freigestellte Betrag von 52.4 Mio. Franken – in der Gewinn- und Verlustrechnung als «Einnahme aus sonstigen Quellen» verbucht (diese Variable ist in der Datenbank nicht enthalten) – wurde zu Abschreibungszwecken verwendet. Die JS besorgte den Betrieb etlicher anderer Bahnen (unter anderem Bulle–Romont, Freiburg–Murten, Visp–Zermatt, Thunerseebahn, Spiez–Erlenbach, Bière–Morges).
Erst die JS brachte das nötige Gewicht auf, um die seit Jahrzehnten geplante Untertunnelung des Simplons (Brig–Domodossola) endlich voranzubringen. Die Bauarbeiten begannen 1898, 1906 konnte der damals längste Tunnel der Welt (19.8 Kilometer) einspurig eröffnet werden. Der zweispurige Ausbau erfolgte bis 1922. Das ursprüngliche Kostendach von 70 Mio. Franken wurde um 42 Mio. Franken überschritten. Die augenscheinliche Vermehrung einiger Bilanzwerte der JS – Anleihen, Reserven – bis 1900 waren auf den Tunnelbau zurückzuführen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Bund Anleihen von 30.5 Mio. Franken bereitgestellt und dafür die Garantien übernommen. Die Reserven wurden für «ausserordentliche Abschreibungen» geäufnet. Trotz dieser Rückstellungen konnte die JS alljährlich eine Dividende ausschütten, die sich in den letzten Betriebsjahren vor der Verstaatlichung bei rund 3.5 Prozent des Aktienkapitalwerts einpendelte. 1903 ging die JS in den Besitz des Bundes über und wurde in die SBB integriert. Zusätzliche Bedeutung erlangte der Simplondurchstich durch die Eröffnung der Bern–Lötschberg–Simplon-Bahn (BLS) 1913, doch blieb insbesondere der Güterverkehr über den Gotthard stets deutlich grösser.
Zur Berechnung der Bruttobaukosten haben wir die Verluste von den folgenden Konkursen berücksichtigt: Ostwestbahn (OWB) 1861 3.84 Mio. Franken, Ligne d’Italie (LI) 1871 und 1874 24.48 Mio. Franken, Jougne–Eclépens (JE) 1876 6.81 Mio. Franken, Bern–Luzern-Bahn (BLB) 1877 14.74 Mio. Franken. Dies ergibt ein Total von 49.87 Mio. Franken. Nicht mit eingeflossen sind die Subventionen für den Simplontunnel, da die Statistik diese als «Subventionsaktien» dem Anlagekapital der JS zurechnete und sie erst mit der Übernahme durch die SBB à fonds perdu von den Baukosten abschrieb.
Ein statistisches Problem stellt die der JS gehörende Brünigbahn dar, da die Werte zu dieser in den Statistiken teils ausgeschieden wurden, teils nicht (also in den Zahlen zur JS enthalten sind). Letzteres war für die Gewinn- und Verlustrechnung sowie für die Bilanz zwar stets der Fall, nicht aber für andere Angaben. Dass beispielsweise das Streckennetz der JS nach 1890 von 934 Kilometern auf 885 Kilometer schrumpfte, war einzig darauf zurückzuführen, dass in der Statistik nun die Brüniglinie von der JS ausgeschieden beziehungsweise separat aufgeführt wurde. Gleiches gilt unter anderem für die Transportvolumina.
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt:
- Bern–Luzern-Bahn
- Bières–Apples–Morges
- Brünigbahn
- Bulle–Romont
- Bödelibahn
- Cossonay-Gare–Cossonay-Ville
- Fribourg–Morat–Anet
- Jura neuchâtelois
- Jura–Bern–Luzern
- Lausanne Flon–Gare
- Neuchâtel–Cortaillod–Boudry
- Pont–Brassus
- Régional du Val-de-Travers
- Schweizerische Bundesbahnen
- Simplon
- Suisse-Occidentale–Simplon
- Visp–Zermatt
- Yverdon–Ste–Croix