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Tee oder Weisswein zum Fondue?
In der legendären Weihnachtsausgabe des BMJ hat das Team der Klinik für Gastroenterologie am Unispital Zürich eine für die Schweiz überaus bedeutungsvolle Studie publiziert. Sie haben untersucht, was an der These „Wein und Schnapps fördern die Verdauung nach Fondue-Genuss“ dran ist.
An der randomisierten Überkreuzstudie nahmen 20 erwachsene Personen im Alter zwischen 23 und 58 Jahren teil. Zum Fondue tranken die Teilnehmer entweder 3 dl Weisswein (40 g Alkohol) oder Schwarztee, gefolgt von entweder 20 ml Schnapps (8 g Alkohol) oder Wasser. Studienendpunkte waren Magenentleerungszeit mittels Messung der Kohenstoffisotop C13 Konzentration in der Atemluft und Verdauungsbeschwerden auf einer visualisierten Analogskala.
Der Magen entleerte sich nach Konsum von Wein und Schnapps zum Fondue hoch signifikant langsamer als nach Konsum von Tee und Wasser (C13 in der Atemluft 18.1% versus 7.4%, p<0.001). Der Appetit war nach Wein- und Teegenuss gleich gross, jedoch geringer, wenn zusätzlich Schnapps getrunken wurde. Bezüglich Dyspepsie konnten die Autoren keine Unterschiede zwischen den Gruppen nachweisen.
Konklusion der Autoren: Die Magenentleerung ist viel langsamer, wenn anstelle von Tee oder Wasser Alkohol zum Käsefondue konsumiert wird. Diese Tatsache scheint nicht von einer Zunahme von Verdauungsbeschwerden begleitet zu sein.
Das im BMJ zur Studie publizierte, 10-minütige Kurzvideo ist für jeden in der Schweiz wohnenden und Fondue essenden Menschen ein Muss: >> Link zur Studie
BMJ 2010;341:c6731 - Heinrich H et al
20.12.2010 - dde