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Unter Alkuins Einfluß wurde der HofKarls der Ausgangspunkt der Bildung für das bisher barbarische fränkische Reich. Nachdem
Alkuin seit 790 wieder mehrere Jahre im Kloster zu York zugebracht, folgte er 793 von neuem dem RufKarls, der
seiner zur Schlichtung der adoptianischen Streitigkeiten, welche die fränkische Kirche spalteten, und zur Fortsetzung des
begonnenen großen Werks der Volkserziehung dringend bedurfte. Alkuin bekämpfte den Urheber jenes Dogmenstreits, den BischofFelix
von Urgel, so erfolgreich, daß dieser 800 zu Aachen
[* 6] seine Lehre
[* 7] widerrief, beseitigte die Unordnungen, welche während seiner
Abwesenheit im fränkischen Schulwesen eingerissen waren, und zog sich dann in die Stille des Martinsklosters
zu Tours
[* 8] zurück, wo er als Abt eine Gelehrtenschule gründete und leitete, die, von Karl glänzend ausgestattet, sich bald zu
einem Hauptsitz der Wissenschaft erhob und dem Abendland jahrhundertelang viele seiner angesehensten Lehrer gab. Alkuin starb 19. Mai 804. In der
Geschichte nimmt er durch die großen Verdienste, die er sich um die Begründung und Verbreitung der Kultur und wissenschaftlichen
Bildung im ReichKarls d. Gr. erworben hat, einen ehrenvollen Platz ein. Er gründete nicht bloß eine
große Anzahl neuer Bildungsanstalten, sondern veranlaßte auch die Ordensgeistlichkeit zu fleißigen
Studien.
Lebensbeschreibungen der Heiligen, Gedichten und zahlreichen Briefen. Ohne ein originaler Geist zu sein, hat er doch das geistige
Erbe des Altertums in christlicher Umprägung der Nachwelt überliefert. Eine vollständige Ausgabe seiner Werke lieferte Frobenius
(Regensb. 1777, 2 Bde.)
und neuerdings Jaffé in der »Bibliotheca rerum germanicarum«, Bd. 6 (Berl.
1873).