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Die Regenzeit, die hier auf dem Weideland von Bonrook vorüber ist, war durchschnittlich: Sie begann gewaltig und endete kläglich. Zwar waren die frühen Oktoberstürme sehr vielversprechend, doch klangen sie im Januar ab und im Februar und März fiel nur wenig Regen. Normalerweise bekommen wir bis April ausgiebig Regen.
Die Brumbies – so werden die Wildpferde in Australien genannt – auf unserem Weideland kommen in der Monsunperiode gut zurecht. Ganz egal, ob viel Regen fällt und gar Überschwemmungen auftreten oder nur wenig; sie sind daran gewöhnt und passen sich allen Wetterlagen an. In der Zeit der Überschwemmungen findet man sie in höherem Gelände und auf den Felshängen vor. Das erklärt wohl auch, warum ihre Hufe sehr hart und stets gut ausgebildet sind. Nur äusserst selten sieht man eines dieser Pferde mit beschädigten Hufen.
In Zeiten, in denen der Monsunregen nur spärlich fällt, sind die Brumbies auf dem gesamten Gelände in Familiengruppen anzutreffen. Sie ziehen sich meist nur dann ins rauere Hochland zurück, wenn es notwendig ist. Derzeit kann man die Stuten mit den jungen Fohlen beobachten, die in den Monaten vor der Regenzeit geboren wurden. Obwohl es manchmal gar nicht so leicht ist, einen Blick auf das Fohlen zu erhaschen… Denn die Mutter schirmt ihr Kleines immer mit dem Körper ab, sobald sie glaubt, dass Gefahr droht!
Nun, in der Mitte der Trockenzeit, geniessen die Brumbies das kühlere Wetter. Viele legen sich ein Winterfell zu, das sie wieder verlieren werden, wenn die Feuchtigkeit allmählich zurückkehrt. Sie leben über das gesamte Reservat verstreut und fühlen sich wohl auf dem nachgewachsenen Gras, das nach den kontrollierten Bränden wieder spriesst. Auf den Weiden sind grosse Familiengruppen zu sehen, in denen der Alphahengst seinen Harem voll unter Kontrollehat. Erhältseine Stutenalle in Zaumundwehrt Bedrohungen von anderen Hengsten ab. Sobald die jüngeren Männchen geschlechtsreif sind, sorgt er ausserdem dafür, dass sie aus dem Harem ausgestossen werden; fortan sollen sie sich alleine durchschlagen. Die jungen Hengste schliessen sich dann zu kleinen Junggesellengruppen aus gewöhnlich drei bis fünf Tieren zusammen, um gemeinsam zu grasen und herumzustreifen.