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Menschen, die vorüberziehen
Regie: Max Haufler
Darst.: Adolf Manz, Marion Cherbuliez, Therese Giehse, Max Werner Lenz, Ellen Widmann, Lukas Ammann, Rudolf Bernhard, Emil Hegetschweiler, Sigfrit Steiner u.a.
Der Kleinzirkus «Arena Komet» ist im Schweizer Mittelland unterwegs. Bei der Anfahrt zu einem neuen Standort gibt es Probleme, weil ein Achsenbruch die Wagenkolonne lahmlegt. Marina, die Tochter von Zirkusdirektor Horn, lässt ihr Pony grasen und bringt damit die alte Bäuerin auf dem Bucherhof in Rage. Zum Glück tritt deren Sohn Hans dazwischen und schlichtet den Streit. Doch am Abend zieht Marina erneut los und stiehlt auf dem Hof einen Sack Heu für ihr geliebtes Pony, worauf die Bäuerin die Polizei einschaltet. Der tief gekränkte Zirkusdirektor muss eine Untersuchung über sich ergehen lassen, die schliesslich den Sack zutage fördert. Doch Hans hilft Marina aus der Patsche, indem er erklärt, er habe ihr das Heu geschenkt. Dies ist der Beginn einer ungewöhnlichen Freundschaft. Marina tritt auf dem Hof eine Lehre als Magd an, und es gelingt ihr sogar, die Zuneigung der Bäuerin zu gewinnen. Auch eine Heirat scheint sich anzubahnen. Als jedoch nach einem Jahr der Zirkus wieder in die Gegend kommt und Direktor Horn bei einem Sturz vom Hochseil stirbt, kann Marina nicht anders: Sie tritt die Nachfolge ihres Vaters an. «Menschen, die vorüberziehen», starbesetzt u.a. mit der deutschen Exilschauspielerin Therese Giehse und der Elite des alten Schweizer Films, darunter Sigfrit Steiner und Emil Hegetschweiler, war der dritte Spielfilm von Max Haufler (1910–1965) und basiert lose auf dem 1929 erschienenen Bühnenstück «Katharina Knie» von Carl Zuckmayer. Haufler, der vor allem als Schauspieler bekannt war, konnte nach «Menschen, die vorüberziehen» v.a. wegen massiver Budgetüberschreitungen nie mehr einen Spielfilm unter eigener Regie realisieren – was ihm schwer zu schaffen machte und ihn 1965 in den Suizid trieb. Mit «Menschen, die vorüberziehen» griff er zur Zeit der «geistigen Landesverteidigung» mitten im Zweiten Weltkrieg ein für damals brisantes Thema auf, zeigte er doch die Welt des fahrenden Zirkusvolks als einen durchaus positiv besetzten Lebensentwurf, der neben dem der sesshaften Bürger seinen Platz hatte. Matthias Bürcher schrieb auf artfilm.ch: «Der – alte – Schweizer Film hat sich seltsamerweise nie mit der Welt des Zirkus beschäftigt. Mit dieser einen Ausnahme ist ein Werk entstanden, das in seiner poetischen Substanz und durch die Kraft seiner Bilder zu den bedeutsamsten Produktionen des alten Schweizer Films zu zählen ist.»