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3R-Project 09-88
In vitro Bestimmung schutzinduzierender Antigene in der Tollwutdiagnostik
Bruckner L.
Institut für Viruskrankheiten und Immunprophylaxe, IVI, Mittelhäusern
Duration: 3 years End of the Project: 1990
Background and Aim
Die Wirksamkeit von Tollwutimpfstoffen für Mensch und Tier wird gemäss Richtlinien der WHO oder nach den Vorschriften der Europäischen Pharmakopöe in einem Mäuseschutzversuch bestimmt. Dieser Test verlangt, dass Mäuse mit verschiedenen Impfstoffverdünnungen immunisiert werden und anschliessend das Schutzvermögen der Vakzine gegen eine intercerebrale Tollwutvirusinfektion berechnet wird (NIH - Test). Diese Versuchsanordnung erlaubt eine direkte quantitative Aussage über das Schutzvermögen der Vakzine bei der Maus und indirekt bei der Zielspecies. Jedes Lot der verschiedenen Tollwutimpfstoffe wird auf diese Art und Weise beim Impfstoffhersteller und meist auch bei der Kontrollbehörde geprüft. In der Schweiz werden dafür jedes Jahr ca. 150'000 Mäuse verbraucht (Stand 1988).
Es geht in diesem Projekt darum, mit anderen Parametern eine gleichwertige Aussage über die Wirksamkeit einer Tollwutvakzine in Korrelation mit dem Schutztest zu etablieren.
Method and Results
Ein Antigen-Antikörper-Test (ELISA) zur Bestimmung des schutzvermittelnden Glykoproteins in Tollwutimpfstoffen wurde mit dem Ziel entwickelt, einen Ersatz für den heute üblichen Versuch mit Mäusen zur Prüfung der Wirksamkeit von Tollwutimpfstoffen zu finden. Dabei hat sich gezeigt, dass bei den in der Tiermedizin gebräuchlichen Impfstoffen, die wenig gereinigt sind und verschiedene Adjuvantien (unspezifische Immunstimulantien) enthalten, unerwünschte Reaktionen mit Gewebekulturprotein und dem Adjuvans auftreten. Durch Modifikation des Tests (Catching-ELISA) konnten die Probleme der unspezifischen Reaktionen mit dem Adjuvans verringert werden.
Der Test erscheint als ein geeignetes Mittel zur Bestimmung der Wirksamkeit einer Vakzine während seiner Herstellung. Er erbringt aber nicht die notwendige Genauigkeit zur Chargenprüfung bei der Impfstoffkontrolle, bei der zahlreiche Vakzine mit unterschiedlichem Reinheitsgrad und verschiedenen Adjuvantien geprüft werden.
References
ALTEX 12: 46 - 58, 1989