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Der Trommelschlag wird lauter. Die Kinder wälzen sich hin und her. Ihre Körper nehmen verschiedene Formen an. Sie nutzen ihre Kraft, um menschliche Pyramiden zu bauen. Das Publikum applaudiert. Die Darsteller verbeugen sich. Das Lächeln ist unbezahlbar. Es scheint wie eine gute Show für einen Zirkus, aber es ist ein Durchbruch in einem Kinderheim.
Von Ayen dela Torre, publiziert mit der Erlaubnis von Global Gratitude Alliance
Maisha, unser Kinderheim Partner in Kenia, pflegt zweiundzwanzig Kinder, die vor allem durch HIV / AIDS, Konflikten und extremer Armut zu Waisen wurden. Sie erhalten Unterkunft, Nahrung und Bildung in einem ländlichen Bauernhof außerhalb von Nairob. Diese Kinder sind durch immenses Leid und durch schwere Traumas gegangen.
Im Jahr 2013 führte maisha Trommelwochen und akrobatischen Klassen ein, welche durch lokale kenianische Profis unterrichtet wurden. Einer der Lehrer ist Peter Waithaka, besser bekannt als "Doc". Doc war ein ehemaliges Mitglied des kenianischen Nationalakrobatikteam namens African Acrobats Sakata. Derzeit arbeitet er als sozial engagierter Unternehmer an weiteren Projekten um Kenias schlecht ausgebildete Jugend auszubilden und lehren.
Mit Hilfe des Doc und dem lokalen Trommellehrer Robinson Owino oder auch "Robbie" genannt, wurde das Projekt zum Erfolg. Der Unterricht hilft nicht nur, den Kindern akrobatische Kunststücke wie Purzelbäume und Überschläge zu üben, sondern steigert ihr Selbstwertgefühl. Die Kinder lernen das Arbeiten im Team und leisten damit einen wertvollen Beitrag für die Gemeinschaft. Der Unterricht ist ebenfalls sinnvoll für die lokale Bevölkerung, da er Arbeitsstellen schafft und als Inspiration dient. „Das Lachen der Kinder nach einem gelernten akrobatischen Stunt oder einer neuen Pyramide gibt uns die Kraft, bei den nächsten Unterrichtsblöcken wieder dabei zu sein.“ sagt Doc. So wurden die Lehrer zu Vorbilder für die Kinder und die Erfahrungen brachte Freude in ihr Leben.
Eines der maisha-Mädchen war obdachlos, eine Waise und wurde ausgenutzt als es im Alter von neun Jahren zu maisha kam. Fünf Jahre später leidet sie trotz der Integration in das Leben bei maisha noch immer an schwerem emotionalem Trauma. Sie hat Mühe in der Schule und zuhause. Doch zum ersten Mal begann sie im Akrobatikunterricht aufzublühen und zeigte Freude.
Weiterhin konnten wir beobachten, dass andere Kinder, welche in der Schule Mühe haben, bei dem Akrobatikunterricht ihre Stärken ausspielen konnten. Neu erlernte Kunststücke und das veränderte Umfeld half Ihnen, an ihr eigenes Potenzial zu glauben. Wir hoffen, dass diese Erfahrungen ihnen in Zukunft helfen werden, die richtigen Entscheidungen zu treffen.
In anderen Teilen der Welt zeigen Zirkustherapien, dass sie ein effektives Werkzeug für psychotherapeutische Heilungsmethoden sind. Den Clown zu mimen hat dazu beigetragen, das Vertrauen zu stärken und die Kameradschaft unter sozial benachteiligten Jugendlichen in Finnland wie auch älteren Menschen zu fördern. Frauen in London, welche an Depressionen litten, lernten am Trapez zu turnen und so Vertrauen und Kraft aufzubauen um schlussendlich eine Beschäftigung zu finden. Gefährdete Jugendliche haben einen sicheren Hafen entdeckt im Zirkus von Halifax.
Das Leben kann ein grosser Balanceakt sein und an einem gewissen Punkt findet man sich auf einem Seil tanzend wieder. Aber es ist schön zu wissen, dass es viele Möglichkeiten gibt, um Menschen wie dem kleinen kenianischen Mädchen zu helfen, an sich selber zu glauben.