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Prostata
Bei der Prostata handelt es sich um ein inneres Geschlechtsorgan des Mannes, welches unmittelbar neben der Harnblase liegt. Die Prostata (auch “Vorsteherdrüse” genannt) wird vielen Männern erst bewusst, wenn sie Probleme macht. Auch ohne bemerkbare Beschwerden, kann ein kontrollierter PSA-Wert (“Prostata Spezifisches Antigen”) beim Hausarzt, die Alarmglocken klingeln lassen.
Die etwa kastaniengrosse Drüse produziert ab der Pubertät ein saures Sekret, das für die Beweglichkeit und damit die Befruchtungsfähigkeit der Spermien im Samenerguss notwendig ist. Da die Prostata einen Teil der Harnröhre umschliesst, kann eine langsame Vergrösserung den Urinabfluss aus der Blase mehr und mehr behindern und so zu Beschwerden wie Harnstrahlabschwächung, Nachträufeln oder häufiges Wasserlassen (insbesondere in der Nacht) führen. Hiervon zu unterscheiden ist der ebenfalls in dieser Drüse entstehende Krebs (Prostatakrebs), der sich oftmals nicht oder erst viel zu spät mit Beschwerden bemerkbar macht.
Die Abgrenzung dieser Krankheitsbilder der Prostata und Diskussion allfälliger Therapieoptionen ist eine der Hauptaufgaben der Urologie.
Von Prostataentzündung bis zu Prostatakrebs
Oftmals kommen die zu behandelnden Personen aufgrund Beschwerden beim Wasserlassen oder einer gestörten Sexualfunktion zu uns. Auch ein erhöhter PSA-Wert kann auf Prostata Probleme hindeuten. Durch Untersuchungen wie beispielsweise eine Prostatabiopsie können die Urologinnen und Urologen am KSB Krankheiten feststellen und in weiteren Schritten therapieren. Beschwerden wie beispielsweise häufiges oder schmerzhaftes Wasserlassen oder auch Blut im Urin können auf folgende Prostata Probleme hinweisen:
- Gutartiges (benignes) Prostatasyndrom
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Das gutartige (benigne) Prostatasyndrom beschreibt das Empfinden des Patienten sowie objektive Veränderungen bei einem gestörten Harnabfluss. Die Prostatavergrösserung macht sich durch eine Einengung der Harnröhre und damit Entleerungsschwierigkeiten (wie z.B. eine Strahlabschwächung, Nachträufeln, häufiges Wasserlösen) der Harnblase bemerkbar. Aggressive Ableger entstehen nicht und das Krankheitsbild ist damit im Anfangsstadium ungefährlich.
Typische Symptome bei der (benignen) Prostatavergrösserung:
- Strahlabschwächung
- Nachträufeln
- Häufiges Wasserlösen
- Unangenehm starker Harndrang
Auch wenn die hierdurch hervorgerufenen Leiden nicht unmittelbar gefährlich sind, können sie nur allzu oft die Lebensqualität der Patienten deutlich einschränken. In einem aktiven Alltag stören sowohl mehrzeitige Toilettengänge, unangenehm starker Harndrang wie auch Inkontinenz (Urinverlust). Wenn bei einer relevanten Entleerungsstörung nichts unternommen wird, können auch Infektionen oder Blasensteine entstehen. Im Spätstadium kann gar die Nierenfunktion und damit die Lebenszeit beeinträchtigt werden.
Behandlungsmöglichkeiten
Als erste Option stehen hier neben einer Anpassung des Lebenstiles (Lifestyle-Modifikation) häufig auch Medikamente, welche die Blasenentleerung verbessern. Sollten diese nicht den gewünschten Effekt bringen, oder das gutartige Prostatawachstum voranschreiten, kann eine endoskopische Operation angeboten werden. Mit dieser wird das überschüssige Prostatagewebe endoskopisch von der Harnröhre aus abgetragen. Je nach Wunsch bieten sich auch schonendere Verfahren mit kürzerer Operations- und Hospitalisationszeit an (z.B. die REZUM™-Technik ). Ihr behandelnder Arzt wird Sie betreffend exaktem Operationsverfahren je nach Prostatagrösse und Ihrem Wunsch genauer beraten.
Da sich im Anschluss an eine solche Operation das Prostata-Problem relevant bessert, sind regelmässige Kontrollen beim Urologen anschliessend nur noch reduziert notwendig. Einzig der PSA-Wert sollte regelmässig kontrolliert werden.
- Chronisches Beckenschmerzsyndrom und Prostataentzündung (Prostatitis)
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ausstehend
- Prostatakrebs (Prostatakarzinom)
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Eine bösartige Wucherung bei der Prostata wird als Prostatakarzinom bezeichnet. Der Prostatakrebs stellt die häufigste Tumorerkrankung des Mannes dar. Gefährlich an dieser Krebsart ist insbesondere, dass Symptome oftmals gar nicht oder wenn, dann viel zu spät wahrgenommen werden. Um das Risiko zur Entwicklung dieser Erkrankung abzuschätzen, helfen uns neben dem Blutwert “PSA” auch die zusätzliche Information aus MRI und einer allfälligen Biopsie. Nur mittels einer solchen Gewebesicherung kann schlussendlich die Diagnose gestellt und die Aggressivität des Krebses eingeschätzt werden.
Symptome bei Prostatakrebs:
- Ein erhöhter PSA-Wert
- Auffällige Magnetresonanztomographie (MRI)
- Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) von der Prostata zeigt Auffälligkeiten
Auch wenn diese Untersuchungen auf Prostatakrebs hinweisen können, muss dies nicht unbedingt der Fall sein. Ein erhöhter PSA-Wert kann beispielsweise auch andere Ursachen haben.
Lebenserwartung bei Prostatakrebs:
Oftmals ist selbst bei einer Krebsdiagnose keine unmittelbare Therapie notwendig. Am Kantonsspital Baden haben wir eine seit dem Jahr 1999 bestehende Erfolgsgeschichte, in welcher weniger aggressive Tumore der Prostata engmaschig beobachtet werden. Eine Operation ist also nicht immer notwendig und die Lebenserwartung von Personen nicht unbedingt vermindert. Auch zielgenaue Therapien, wo nur der krebstragende Teil des Organs behandelt werden (z. B. mittels hochfokussierten Ultraschalls; HIFU) sind bei uns möglich und zeigen gute Ergebnisse. So kann eine Behandlung des kompletten Organs mit möglicherweise spürbaren Nebenwirkungen hinausgezögert oder ganz vermieden werden.
Sollte aufgrund der Aggressivität oder eines allfälligen Voranschreitens der Erkrankung bei anfänglichem Beobachten eine radikalere Option notwendig sein, bietet sich bei uns das Da Vinci-Operationssystem (“Operationsroboter”) an. Hiermit werden feine, praktisch frei bewegliche Operationsinstrumente über kleine Hautschnitte ins Operationsgebiet eingeführt, so dass der Operateur die Prostata über eine 3-dimensionale Kamera milimetergenau entfernen kann.
Da wir am Kantonsspital Baden sehr strenge Auflagen für Qualität und Fallzahlen in Diagnostik und Therapie erfüllen, werden wir regelmässig von der Deutschen Krebsgesellschaft (“DKG”) als speziell zertifiziertes Prostatakrebszentrum ausgezeichnet.
In unserem von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizierten europäischen Prostatakarzinomzentrum gehen unsere Urologinnen und Urologen auf Ihre Beschwerden ein. Die Spezialistinnen und Spezialisten aus interdisziplinären Teams begleiten Sie von Anfang bis zum Ende der Behandlung. Wir helfen Ihnen, Ihre Beschwerden zu minimieren und die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern.
Abklärungen der Prostata
Wir sind am Kantonsspital Baden bestrebt, unseren Patienten stets die neueste Technik in Diagnostik und Therapie anzubieten. So haben wir auch als eine der ersten Kliniken schweizweit auf die MRI- / Ultraschall-Fusionstechnik zur genaueren Prostatabiopsie gesetzt.
- PSA
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Das Prostata Spezifische Antigen (PSA) ist ein mittels Blutentnahme zu messender Wert. Auch wenn der PSA-Blutwert selbst in Fachkreisen nicht ganz unumstritten ist, wird eine Bestimmung als Vorsorgeuntersuchung ab dem 50. Lebensjahr (bei familiärer Häufung von Prostatakrebs gar ab 45 Jahren) empfohlen. Anhand dieses Blutwertes ist es möglich, das individuelle Risiko für das Auftreten einer bösartigen Prostataveränderung abzuschätzen. Die Bestimmung kann problemlos auch in der Hausarztpraxis erfolgen.
Sollte der PSA-Wert erhöht sein oder wenn sich im Verlauf von weiteren Messungen eine unklare Dynamik zeigt, wird der Urologe hinzugezogen.
- MRI der Prostata
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Nach Abwägen des Risikos für ein Prostatakrebs und Besprechung der daraus folgenden Konsequenzen, erfolgen bei uns im Bedarfsfall Magnetresonanztomographie (MRI)-Bildgebungen mit moderner 3 Tesla-Technik. So kann innerhalb der Prostata ein auffälliges Areal sichtbar gemacht werden und in einem zweiten Schritt zielsicher biopsiert werden.
- MRI- / TRUS-Fusionsbiopsie der Prostata
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Die Biopsietechnik hat sich in den letzten Jahren grundsätzlich verändert. Es werden keine rigiden schachbrettartig verteilten Muster angefertigt. Heute erstellt man eine individuelle, anhand einer zuvor angefertigten MRI-Bildgebung, auf den Patienten zugeschnittenen Biopsie. Auffällige Areale können so besser mitabgedeckt werden. So gelingt es uns, einen anfänglichen Verdacht für bösartiges Wachstum so genau als möglich zu erhärten oder zu entschärfen.
- PSMA-PET / CT
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Sollte sich tatsächlich eine bösartige Veränderung herausstellen, verfügen wir dank der Zusammenarbeit mit der Klinik für Nuklearmedizin am KSB über die neuste mögliche Technik, um allfällige Ableger im Körper sichtbar zu machen. Diese Untersuchungen sind insbesondere im Falle eines Rezidivs, also falls der Krebs in einem späteren Stadium zurückkehren sollte, wichtig, um dann gezielt und lokalisiert behandeln zu können.
- Uroflowmetrie
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Mittels einer über einen Trichter aufgefangener Urinportion kann die Entleerungsgeschwindigkeit über die Zeit aufgetragen werden und ergibt uns so die Harnstrahlstärke in ml/s mit einem typischen Kurvenverlauf. Das geschulte Auge kann so bereits Harnröhrenverengungen, ein untypisches Pressmanöver oder auch eine unbeschwerte Blasenentleerung erkennen.
- Ultraschall (Sonografie) des Harntraktes
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Ein intensiv und manigfaltig genutzte Untersuchungstechnik der Urologie ist die Ultraschalldiagnostik. Hiermit untersuchen wir das komplexe Zusammenspiel der Harnwege und können die Blasenentleerung mittels Restharnmessung quantifizieren.
- Scores und Blasentagebuch
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In der Urologie gibt es zahlreiche standardisierte Fragebögen, um spezifische Symptome abzufragen. Hierdurch lassen sich Beschwerden einordnen, Diagnosen stellen und ganz nebenbei ein zukünftiger Therapieerfolg über die Zeit verfolgen. Ein oftmals ebenfalls unterschätztes Instrument ist das Blasentagebuch, wo die Trink- und Miktionsportionen aufgetragen und ausgewertet werden. Hier können unterdurchschnittlich kleine Portionen auf eine nervöse Harnblase hindeuten. Sollte ein vermehrtes nächtliches Urinieren aufgrund einer erhöhten Urinproduktion in der Nacht erfolgen, kann sich oftmals auch ein ganz anderes Krankheitsbild dahinter verbergen.
- (Video-) Urodynamik
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Manchmal kann es notwendig sein, die Blasenfunktion in Speicher- und Entleerungsphase zu simulieren. Dies geschieht über eine urodynamische Untersuchung, wobei ein feiner Katheter, der über einen Drucksensor verfügt, in die Harnblase eingeführt wird. So können sämtliche Druckveränderungen während dem Füllen als auch der Miktion genau aufgezeichnet und vor allem auch schwieriger zu findende Krankheitsbilder identifiziert werden.
Ein weiteres Feld der Abklärung betrifft wie eingangs erwähnt natürlich auch die Diagnostik der Harnblasenentleerung, wo die Prostata als Abflusshindernis eine wichtige Rolle spielt. Hier kommen Verfahren zur Beurteilung von Flussdynamik und morphologischem Aufbau zum Zuge.
Am Kantonsspital Baden kann mit verschiedensten Methoden sichergestellt werden, dass Ihren Urinproblemen auf den Grund gegangen werden kann.