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Always Let Me Go
Keith Jarrett Trio - Live in
Tokyo
Artikel vom 23. September
2002
KEITH JARRETT, GARY
PEACOCK, JACK DEJOHNETTE: „Always Let Me Go – Live in Tokyo“. ECM/Phonag,
2002. 5 Noten (Höchstbewertung). Kritik von Johannes Anders.
© JAZZ ‚N‘ MORE, Nr. 5, Oktober/November 2002.
Die spannenden, spontanen Sequenzen, Teile
und Titel kommunikativen, freien Triospiels, die man sich in Konzerten und CDs
der letzten Jahre oft noch umfangreicher gewünscht hätte, auf der
vorliegenden, neuen Doppel-CD „Live in Tokyo“ (April 2001) sind sie nun in
wunderbar weiten, ausgedehnten Exkursionen prickelnden Interplays zu finden,
wobei immer wieder faszinierend ist, wie Jarrett in wellenförmigen,
fliessenden Übergängen zwischen langen, harmonisch ungebundenen, quasi
abstrakten Teilen und sich plötzlich entwickelndem, melodisch-thematischem
Material hin und her wechselt, auch hier traumwandlerisch und inspirierend
begleitet von Gary Peacock und Jack DeJohnette. Und noch eine Besonderheit
zeichnet diese Aufnahmen aus: Alle Titel stammen von Jarrett oder dem Trio; es
gibt also keine Standards oder bekannte Themen, was überhaupt kein Manko ist,
im Gegenteil, wurden diese Songbookthemen von den Dreien doch in den letzten
Jahrzehnten in phänomenal vielfältigen Facetten ausgiebig ausgeleuchtet. Fazit:
137 Minuten dichtes, impulsives, aber auch lyrisch-meditatives Trio-und
Solospiel.
Biografie von Keith Jarrett
Zusammengestellt von Louis Gerber, 25.9.2002
Keith Jarrett wurde am 8. Mai 1945 in Allentown, Pennsylvania,
geboren. Im Alter von drei Jahren begann er mit dem Klavierspiel. Als Kind
genoss er nicht nur klassischen Musikunterricht, sondern trat auch bereits an
der Academy of Music in Philadelphia sowie im Madison Square Garden auf.
Mit 15 begann er Komposition zu studieren, noch bevor er nach Boston zog, wo
er für kurze Zeit an der Berklee School of Music Unterricht nahm. Als er auf
die 20 zuging, wurde zuerst in Erwägung gezogen, dass er in Paris bei Nadia
Boulanger klassischen Klavierunterricht nehmen sollte, doch dann entschied
sich Keith Jarrett dafür, nach New York zu ziehen, um Jazz zu spielen.
1966 wurde er Mitglied beim populären Charles Lloyd Quartet. In den späten
1960er Jahren gründete Keith Jarrett sein eigenes Trio, mit Charlie
Haden und Paul Motion, das 1972 zu einem Quartet
ausgebaut wurde, in dem als vierter Mann der Saxophonist Dewey Redman spielte.
Das Quartett blieb bis 1976 zusammen.
1970/71 spielte Keith Jarrett zum letzten Mal als Sideman: electric piano
und organ bei Miles Davis. Seither widmet er sich als Leader der
akustischen Musik.
1970 begann die Zusammenarbeit von Keith Jarrett und Manfred Eicher von ECM
Records. In den ersten Jahren widmete er sich vor allem Soloprojekten. Seit
1983 spielt er im Keith Jarrett Trio mit dem Bassisten Gary Peacock und dem
Schlagzeuger Jack DeJohnette zusammen.
Mit seinem Trio widmete sich Jarrett zuerst dem American Songbook der 1930er,
40er und 50er Jahre. Ab 1988 spielte der Pianist für ECM einen Klavierzyklus
mit Werken von Johann
Sebastian Bach
ein, der mit dem Wohltemperierten Klavier begann. 1993
folgten die 24 Preludes und Fugen op. 87 von Dimitri
Schostakowitsch.
Keith Jarrett hat u.a. mit dem San Francisco Symphony, Philadelphia Orchestra, American Composers
Orchestra, Brooklyn Philharmonic und dem Beethovenhalle Orchester aus Bonn
gespielt, unter Dirigenten wie John Adams, Vladimir Ashkenazy, Dennis Russell Davies
und
John Eliot Gardiner.

Always Let Me Go
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