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Mit einem 18-Tonnen-Lastwagen fuhr der Tunesier Mohamed Lahouaiej-Bouhlel am französischen Nationalfeiertag auf die Strandpromenande in Nizza und überfuhr 84 Menschen. Über 200 wurden verletzt.
Seither steht die Frage im Raum, weshalb der Lastwagen so leicht auf die Strandpromenade gelangen konnte. Nach einem Bericht der Zeitung «Libération, Link öffnet in einem neuen Fenster» blockierte zum Zeitpunkt des Attentats ein einziges Polizeiauto den Zugang zu dem für Fahrzeuge gesperrten Teil der Promenade des Anglais. Dort befanden sich tausende Menschen, um das Feuerwerk zum Nationalfeiertag zu verfolgen. Die Zeitung beruft sich auf Überwachungsvideos der Polizei.
Zudem wird in dem Bericht der Regierung vorgeworfen, Angaben über das Sicherheitsdispositiv verschleiert zu haben. Demnach seien zum Zeitpunkt des Anschlags keine Vertreter der Nationalpolizei vor Ort gewesen.
Falsche Waffen
Des Weiteren zitiert das Blatt einen Polizisten, welcher erklärt, dass die Beamten mit den falschen Waffen ausgerüstet waren, um den LKW zu stoppen. Diese seien nicht dazu geeignet Windschutzscheiben oder Pneus zu durchbohren.
Zwischen der Regierung in Paris und der Stadtverwaltung von Nizza gibt es seit Tagen eine Diskussion über die Sicherheitsvorkehrungen. Premierminister Manuel Valls betonte am Mittwoch bei einer Fragestunde im Parlament, die Sicherheitsmassnahmen seien abgestimmt und von der Stadtverwaltung abgesegnet gewesen.
Regierung leitet Überprüfung ein
Die französische Regierung lässt nun die Sicherheitsvorkehrungen überprüfen. Innenminister Bernard Cazeneuve ordnete dazu am Donnerstag eine Untersuchung an.
Die Generalinspektion der Polizei soll feststellen, ob die Behörden genug taten, um die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag in der südfranzösischen Küstenstadt abzusichern. Cazeneuve betonte, es gehe um «Transparenz und Wahrheit».
Ausnahmezustand verlängert
Eine Woche nach dem Anschlag von Nizza hat Frankreich den Ausnahmezustand bis Anfang 2017 verlängert. Nationalversammlung und Senat stimmten am Donnerstag mit grosser Mehrheit dafür, die Sonderrechte der Behörden weitere sechs Monate in Kraft zu lassen