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Flims - ein moderner Ferienort mit Tradition
Die Gemeinde Flims stellt sich vor
Unter den weltberühmten Fremdenorten Graubündens bildet die Sonnenterrasse von Flims, auf 1'100 m.ü.M., über dem Vorderrheintal, ein Kurortsgebiet von besonderer Eigenart. Ein gewaltiger prähistorischer Felssturz hat die Voraussetzungen dazu geschaffen. Das Dorf Flims wurde bereits in den Urkunden aus dem 8. Jahrhundert erwähnt, als der Bischof Tello von Chur seinen Erbteil der Ortschaft Flemme (Flims) dem Kloster Disentis vermachte. Auf einem mächtigen Felsen im Fidazer Wald findet man heute noch die Ruine der Burg Belmont, in welcher die Reichsvögte ihre Gerichte abhielten. Nachdem die Gemeinde frühzeitig zur Reformation übergetreten war, gelang es ihr bereits im Jahre 1538, alle Rechte des Bischofs käuflich zu erwerben und sich anschliessend in voller Freiheit rasch zu entwickeln. Während der Bündner Wirren, der Parteikämpfe im Dreissigjährigen Krieg, kam Flims eine gewisse Bedeutung zu, als Jürg Jenatsch plötzlich vor dem Hause seines politischen Gegners erschien und ihn niederschiessen liess. Die blutigen Kämpfe in Reichenau im Mai 1799, bei denen es über 600 Gefallene gab und das Dorf Tamins sowie Disentis mit dessen Benediktinerabtei in Flammen aufgegangen waren, hinterliessen auch in Flims ihre Spuren. Österreichische, französische und russische Truppen wechselten sich als Besatzer von Flims ab, plünderten und führten nicht geringe Schäden der einheimischen Bevölkerung zu.
Die Sprache des Flimservolkes wandelte sich mit der Zeit vom Romanischen ins Deutsche. Die alten Herrengeschlechter schrieben mit Vorliebe in deutscher Sprache, ähnlich wie dies bei den Berner Patriziern mit dem Französischen der Fall war. Die romanische Sprache wird aber auch in Flims weiterhin gepflegt, d.h. sie wird in der Scoletta (Kindergarten) noch gesprochen sowie in der 1. - 3. Primarklasse in Form von zwei Lektionen pro Woche unterrichtet.
Flims - seine Entwicklung vom Bauerndorf zum Ferienort
Bereits in den Jahren 1874/75 wurde, auf Anregung des damaligen Pfarrherrn, die Aktiengesellschaft Kur- und Seebadanstalt Waldhaus gegründet. Diese Gesellschaft baute unverzüglich das Kurhaus "Waldhaus", mit 120 Betten, in einzigartiger Lage, nahe dem idyllischen Caumasee. Gleichzeitig erteilte ihr die Gemeinde die Konzession zur alleinigen Bewirtschaftung des Caumasees mit der Auflage, die notwendigen Fahr- und Wanderwege zu erstellen. Dies war für den Ausbau des Fremdenortes von grosser Bedeutung. Die Gesellschaft erfreute sich bald guten Gedeihens, worauf sie die Bettenzahl durch den Bau von neuen Hotels und eines Casinos sowie durch den Erwerb des Hotels Segnes beträchtlich erhöhte. Vor rund 30 Jahren löste die Gemeinde die Konzession für den Caumasee für eine halbe Million Franken ab. Als illustre Gäste stiegen im Sommer 1893 die Königin Wilhelmine und die Königin-Mutter der Niederlande für einige Wochen in der Villa Silvana ab.
Ermutigt durch die erfreuliche Entwicklung im "Waldhaus" erstellten weitere Interessenten im umliegenden Gebiet eine ansehnliche Siedlung von Hotels. Den Auftakt bildete das Hotel Adula.
Zur Förderung des Verkehrswesens, der Verschönerung der Anlagen, dem Ausbau und der Pflege der Spazierwege erfolgte 1904 die Gründung des Kur- und Verkehrsvereins. Mit dem Bau der Bahnlinie Reichenau - Ilanz durch die Rheinschlucht wurden die Hoffnungen der Flimser auf eine Verbindung Reichenau-Flims-Ilanz zerstört. Es blieb ihnen somit nichts anderes übrig, als den Ausbau der Strassen zu fördern und gute Postautokurse anzustreben. Da diese Kurse am Anfang nicht genügten, organisierten Gemeinde, Kur- und Hotelierverein einen eigenen Eildienst mit einem Landauer, der 1919 durch den Postautokurs Reichenau-Flims ersetzt wurde.
Mit Beginn des Ersten Weltkrieges wurde die bis anhin erfreuliche Entwicklung des Kurorts jäh gestoppt. Dank guter Zusammenarbeit und Anpassungsfähigkeit konnte sich die Hotellerie während der Kriegs- und Krisenjahre jedoch über Wasser halten. Es gab eine grosse Änderung in der Zusammensetzung der Kundschaft; die zahlreichen Ausländer wurden durch Schweizer Gäste abgelöst. Für die leitenden Männer bedeutete die unbedingt notwendige Verlängerung der Saison ein schwieriges Problem. Dies liess sich durch die Aufnahme des Winterbetriebes lösen, war doch für sommerliche Ferien mit der Badeanstalt am romantischen Caumasee, mit umfangreichen Spazier- und Wanderwege durch herrliche Wälder und Weiden, mit mehreren Tennisanlagen und mit musikalischen Veranstaltungen, weitgehend gesorgt. Um einen konkurrenzfähigen Wintersportplatz anbieten zu können, war es notwendig, Eisplätze, Curlingbahnen, Schlittelwege und Skipisten zu errichten sowie eine gut geführte Skischule zu organisieren. Für den Skifahrer mussten umfangreiche Transportmöglichkeiten geschaffen werden. Alle diese Aufgaben konnten, dank guten Willens der Beteiligten, in einer Rekordzeit bewältigt werden. So wurde bereits im Dezember 1945 die Sesselbahn Flims-Foppa, als erste Bahn dieser Art in Europa, dem Betrieb übergeben. Das nach dem Krieg fehlende Eisen für den Bau der Masten wurde durch Lärchenstämme ersetzt.
Die Bahn bewährte sich, und somit konnte die initiative Gesellschaft zum weiteren Ausbau schreiten. Schon zwei Jahre später gelang es ihr, die Strecke Foppa-Naraus zu eröffnen. Die Krönung der Flimser Bergbahnen bildete die seit 1956 betriebsbereite Luftseilbahn Naraus-Cassonsgrat, die auf eine Höhe von 2700 m.ü.M. führt. Das prächtige Gebiet der "Weissen Arena" wurde seither - zusammen mit den Laaxer Bergbahnen - weiter erschlossen, so dass heute ein Topgebiet dem Schneesportler zur Verfügung steht. Damit ist es möglich, den Anfänger wie den anspruchsvollen Wintergast zu verwöhnen.
Im Sinne der Erweiterung und Verbesserung des touristischen Angebotes erstellten verschiedene Hotels eigene Hallenschwimmbäder. Der Curlingclub baute eine gedeckte Kunsteisbahn mit 4 Rinks. Ferner wurde ein Parkhaus mit über 700 Parkplätzen sowie das Sportzentrum Prau la Selva errichtet. Gleichzeitig wurde das Spazierwegnetz auf über 220 km erweitert. Mit dem Arena-Express, einer 8-Hochleistungsbahn, ist man innert 18 Minuten im Skigebiet. Stiebende Abfahrten und ein unvergessliches Panorama erwarten den Besucher. Auch der Nichtskifahrer ist bestens in dieser Bahn aufgehoben und kann sich in einem der grössten Bergrestaurants Europas erstklassig verpflegen lassen.
Auch heute noch wird das Angebot laufend verbessert. Flims heute - ein moderner Sport- und Ferienort mit Tradition!
Am 25. Juni 1998 fand der Spatenstich für den Bau der Umfahrung Flims statt, ein für die Gemeinde Flims langersehnter Wunsch ging in Erfüllung. Unter dem Motto "Himmlische Zeiten für Flims" fanden vom 26. bis 27. Oktober 2007 die Eröffnungsfeierlichkeiten statt. Bevölkerung und Gäste geniessen nun die Verkehrsberuhigung.
Der Flimser Bergsturz
Die einmalige, terrassenförmige Lage von Flims verdanken wir einer Naturkatastrophe, geschehen vor etwa 10'000 Jahren, am Ende der Eiszeit, mit dem prähistorischen Flimser Bergsturz. Der Bergsturz riss 13 Kubikkilometer Kalkfels (ca. 12 - 13 Matterhörner) vom Flimserstein in die Tiefe und schüttete den Rhein zu. Der Fluss wurde gestaut, so dass in der Ebene von Ilanz ein See entstand, mit einer Stauung bis über Tavanasa hinaus. Ebenfalls den natürlichen Kräften der Natur ist es zuzuschreiben, dass sich in der Folge der See seinen eigenen Abfluss schuf. So können wir heute die einzigartige Rheinschlucht mit ihren weissen, steilen und bizarren Kalkwänden und den sich windenden Fluss bewundern.
Die beiden Bäche Flims und Ual de Mulin (Laaxerbach) suchten sich einen neuen Weg durch das Steingewirr und es entstanden mit der Zeit auch die herrlichen Waldseen Prau Pulté, Tuleritg, Cauma und Cresta.
Der Flimser Bergsturz ist der gewaltigste aller bis jetzt bekannten Bergstürze in Europa. Seine Oberfläche beträgt 52 Quadratkilometer und ist begrenzt durch die Linie Flims-Dorf - Trin-Mulin - Trin-Digg - Reichenau einerseits und Tarschlims - Muletg - Laax - Sagogn andererseits.
Ein weiterer bemerkenswerter Bergsturz, allerdings mit lokalem Charakter, ereignete sich am 10. April 1939, als der oberhalb von Flims gelegene Weiler Fidaz von einer schweren Naturkatastrophe heimgesucht wurde. Es lösten sich in der unteren Hälfte der 2220 Meter hohen Malmwand des Flimsersteins rund 1,5 Millionen Kubikmeter Fels. Ein Bergsturz mit verheerenden Folgen! Innerhalb von rund zwei Minuten wurden fast zehn Hektaren Wald zerstört, und schlimmer noch: Das etwas ausserhalb von Fidaz liegende Kinderheim "Sunnahüsli" wurde von der Stein- und Schuttlawine buchstäblich überrollt. Insgesamt 18 Menschen (13 Kinder und 5 Erwachsene) fanden beim Bergsturz den Tod. Fünf der Verunglückten blieben trotz intensiver Suche für immer unter den Schuttmassen begraben. Eine kleine Gedenkstätte erinnert uns an dieser Stelle an das Unglück.
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