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Erinnert man sich noch der öffentlichen Auseinandersetzungen um die deutsche Rechtschreibreform? Sie galt vielen als Attacke auf die deutsche Sprache, wiewohl sie mit Sprache nur insofern zu tun hatte, als sie deren Schriftform betraf. Spätestens seither aber vermögen Sprache, Sprachprobleme und Sprachverirrungen auch außerhalb der allenthalben bestehenden Sprachvereine ein Publikum zu bewegen, und so haben, was vor einem Halbjahrhundert noch undenkbar schien und einzig der Zeitschrift "Die Fackel" von Karl Kraus vorbehalten blieb, unsere Medien sich zu mehr oder weniger regelmäßig publizierten Sprachbetrachtungen entschlossen. Außerdem erscheinen Bücher.
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Schneider, Rolf
Das Getöse, das den Beginn der neuen Rechtschreibung begleitete, ist noch in Erinnerung; da gründete man Initiativen, sammelte Unterschriften und nötigte ein Bundesland, sich der Änderung zu verweigern. Etliche Schriftsteller, die es von Berufs wegen besser wissen müssten, behaupteten, hier werde ihre Sprache beschädigt — als sei Sprache identisch mit deren orthografischer Wiedergabe. Die Diskussion ist inzwischen verstummt. Die allermeisten Printerzeugnisse folgen der Reform. Manche folgen ihr nicht. Die Irritationen bleiben bescheiden, und von Schaden redet keiner mehr.
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