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Alltagstipps
Allergene meiden, Asthma-Anfällen vorbeugen
Indem Asthmatikerinnen und Asthmatiker den Allergenen aus dem Weg gehen, können sie die Beschwerden mindern und den Medikamentengebrauch reduzieren.
Pollenallergie
Durch die Einschränkung der Aktivitäten bei sonnigem und windigem Wetter während der Pollenflugzeit kann die Pollenbelastung verringert werden. An sonnigen und trockenen Tagen sollten die Fenster des Schlafzimmers geschlossen sein und nur zum Lüften kurz geöffnet werden. Pollenschutzgitter, die ins Fenster gespannt werden, können dazu beitragen, dass weniger Pollen nach innen gelangen. Das Tragen einer Sonnenbrille mit Seitenschutz kann eine gewisse Linderung für die Augen bringen. Am Abend sollten die Haare gewaschen werden, damit die Pollen, die sich tagsüber in den Haaren verfangen haben, nachts nicht über das Kopfkissen in die Nase oder die Augen gelangen. Kinder mit einer Pollenallergie, die ihr Asthma nicht ausreichend kontrollieren können, sollten vom Turnen im Freien befreit werden.
Ambrosia
Der Blütenstaub der aus Nordamerika eingeschleppten Ambrosia-Pflanze kann starke Allergien auslösen. Die Symptome einer Ambrosia-Allergie gleichen denjenigen einer Gräserallergie: triefende, juckende Nase und tränende, geschwollene Augen, Atemnot oder Asthma-Anfälle.
Die Ausbreitung der Ambrosia bedeutet ein ernst zu nehmendes gesundheitliches Risiko für Allergikerinnen und Allergiker. Die Pflanze, deren Blütezeit von Anfang August bis Ende September dauert, wird deshalb vielerorts bekämpft.
Hausstaubmilbenallergie
Tipps, wie der Hausstaubmilbenallergie vorgebeugt werden kann:
- Die Raumtemperatur sollte zwischen 19 und 20°C in den Wohn- und etwa 18°C in den Schlafräumen betragen.
- Die Luftfeuchtigkeit sollte unter 50 Prozent liegen, was sich durch häufiges Lüften erreichen lässt. Ausserdem gibt es elektrische Entfeuchter, die die Luftfeuchtigkeit reduzieren.
- Im Schlafzimmer helfen milbendichte Überzüge für Matratzen, Kissen und Duvets. Moltondecken und die Bettbezüge sollten einmal pro Woche bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.
- Etagenbetten sind wegen der grossen Staubbelastung im unteren Bett nicht zu empfehlen.
- Staubfänger wie schwere Vorhänge, Wandbehänge oder nicht waschbare Stofftiere sind möglichst aus dem Schlafzimmer zu entfernen.
- Bodenbeläge wie Parkett, Linoleum oder Kacheln sind besser als Teppiche.
- Staubsaugen in Gegenwart einer Allergikerin oder eines Allergikers sollte unterlassen werden. Staubsauger müssen mit einem HEPA-Filter ausgerüstet sein.
- Luftreiniger können die Hausstaubmilbenbelastung zusätzlich reduzieren.
- Ferien in sonnigen Lagen im Hochgebirge sind vorteilhaft, da die Zahl der Milben in Höhenlagen über 1200 Meter über Meer deutlich geringer ist.
Mehr Informationen finden Sie in unserer Broschüre «Wohnen mit allergischem Asthma».
Allergien auf Tierhaare
Genau genommen sind nicht die Tierhaare Allergie-auslösend, sondern bestimmte Eiweisse aus dem Speichel von Katzen, Meerschweinchen und Hunden, die den Haaren anhaften. Reagiert jemand in der Familie auf diese Tiere allergisch, sollten keine solchen Haustiere gehalten werden. Zumindest sollten diese Tiere nicht in die Wohnräume und vor allem nicht ins Schlafzimmer gelassen werden.
Schimmelpilzallergie
Feuchte oder schimmlige Stellen in der Wohnung müssen saniert werden. Topfpflanzen sollten wegen möglicher Schimmelpilzbesiedelung nicht in den Schlafräumen aufgestellt werden. In feuchten Sommern und im Herbst, wenn gefallenes Laub den Boden bedeckt, nimmt der Gehalt an Schimmelpilzsporen in der Luft im Freien massiv zu.
SOS-Asthma – eine App für den Notfall
Asthma-Patientinnen und Patienten besitzen meist mehrere Inhalatoren, damit sie stets für einen Asthma-Anfall gewappnet sind. Dennoch kann es immer wieder vorkommen, dass sie bei einem Anfall ihren Inhalator nicht dabei haben oder dass dieser leer ist. Die Applikation «SOS-Asthma» (nur auf Französisch) soll bei solchen Notfällen Abhilfe schaffen. Wer die App heruntergeladen und sich mit seiner Telefonnummer registriert hat, kann bei einem Notfall den Hilfe-Button drücken. Dann sucht die App nach weiteren registrierten Personen, die sich in der Nähe befinden und mit ihrem Inhalator Hilfe bieten können. Die App muss jedoch eine Hilfe für den Notfall bleiben. Greift jemand zu häufig darauf zurück, erhält die Person die Nachricht, dass sie ihren Arzt konsultieren und die verschriebene Therapie richtig befolgen soll. Auch weist die App mehrmals darauf hin, dass die Notfallmedikamente nicht einer Grundbehandlung gleichkommen.
Eine erste Version der Applikation wurde der Lungenliga Waadt vorgestellt, welche mit Ratschlägen zu deren Weiterentwicklung beigetragen hat.