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Moderne Wissenschaft
Seit den 1990ern existieren verstärkt wissenschaftliche Untersuchungen zur Gesundheitswirkung der Aroniabeeren. Die Hauptfelder der gesundheitlichen Wirkung sind demnach:
In einer Studie aus dem Jahr 2003 wurde herausgefunden, dass die antioxidative Wirkung von Aroniabeeren viel stärker ist als bei Blaubeeren, Cranberries und Preiselbeeren. Dies liegt am erhöhten Phenol- und Anthocyane-Gehalt. Besonders eine Phenolsäure namens Kaffeesäure hat eine starke antioxidative Kraft, kann also die Oxidation verlangsamen und damit einer Zellschädigung und -alterung vorbeugen. (Zheng und Wang 2003)
Weiterhin binden die Proanthocyanide in der Aroniabeere aufgrund ihres hohen molekularen Gewichts stärker die freien Radikale. (Oszmianski und Wojdylo 2005)
Wie die antioxidative Aktivität dem oxidativen Stress entgegenwirkt
Die Anthocyane in der Aroniabeere beugen als natürliche Antioxidantien dem Entstehen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. In einem Test an einem Ruderergometer wurden zwei Test-Gruppen von Menschen jeweils vor Training, kurz danach und 24 Stunden nach dem Training auf ihre Blutwerte hin untersucht. Die Versuchspersonen, die über den Zeitraum eines Monats täglich 150 ml Aroniasaft getrunken haben, wiesen eine geringe Konzentration an TBARS (”Thiobarbitursäure-reaktive Substanzen“ TBARS: Index für den oxidativen Stress im Blut) auf, was ein Anzeichen für die antioxidative Wirkung der Aroniabeeren ist.
Starke körperliche Belastung führt normalerweise zu oxidativen Schäden in den roten Blutkörperchen. Die verstärkte Aufnahme der Anthocyane in der Aroniabeere konnten im Test die oxidativen Schäden verringern, also vor oxidativem Stress schützen. (Kowalczyk, Kopff et al. 2002)
Schon in der Volksheilkunde wurde angenommen, dass Aronia einen Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Gefässverkalkung) und vor deren Risikofaktoren wie Bluthochdruck darstellt.
Zusammengefasst findet der Schutz in folgenden vier Gebieten statt:
(Simeonov, Botushanov et al. 2002)
Antimutagene Wirkung
Mutagene sind Faktoren, die im menschlichen Körper Mutationen, also dauerhafte Veränderungen des Erbguts, auslösen und Krebs erregen können. Zu den Mutagenen zählen einige chemische und natürliche Stoffe, aber zum Beispiel auch UV- oder radioaktive Strahlung.
Chemische Mutagene tauchen sehr stark im Zigarettenrauch auf. Auch bei der Zubereitung von Lebensmitteln können durch zu starkes Erhitzen Mutagene wie Nitrosamine oder polyzyklische, aromatische Kohlenwasserstoffe entstehen. (übrigens können solche pak’s auch durch Sonnencreme und die einhergehende Hitze der Sonneneinstrahlung entstehen)
Aroniabeeren besitzen eine antimutagene Wirkung auf Nitrosamine. Diese gelten als krebserregend und stehen insbesondere mit Magenkrebs im Zusammenhang. Im Test an Ratten wurde gezeigt, dass Aronia-Nektar die Nitrosaminbildung im Magen hemmt. Der Grund: der hohe Tanningehallt im Aronia-Nektar hemmt die Bildung von Nitrosamin.
Die antimutagene Wirkung von Anthocyanen (AC) geht vermutlich auf ihre Eigenschaft als Fänger freier Radikale zurück, da die AC aus der Aronia die Entstehung und die Abgabe von freien Radikalen in die weissen Blutkörperchen verhindern
Ausserdem wird bereits seit den 1990ern vermutet, dass die Anthocyane körpereigene Enzyme hemmen, die sonst die promutagenen Verbindungen in den Mutagenen aktivieren, welche dann die menschliche DNA beeinflussen würden.
In der Krebsforschung wurde in Labortests eine hemmende Wirkung von Aronia auf Darmkrebszellen und Dickdarmkrebszellen nachgewiesen. Im Vergleich zu Traube und Blaubeere waren Extrakte der Aroniabeere der stärkste Hemmer des Zellwachstums. Das Wachstum gesunder Zellen wurde nur schwach beeinflusst. Ausserdem war der Gehalt an Phenolen im Vergleich zu den anderen Beeren beim Aronia-Extrakt am Grössten.
Medizinsch gesprochen, liegt die hemmende Wirkung der anthocyanreichen Extrakte auf das Krebszellenwachstum in Dickdarm an der Induzierung einer sogenannten Zellzyklus-Blockade.(Malik 2003, Daniel 2004)
Leberprotektive Wirkung
In einer Studie an Ratten mit akutem Leberschaden wurde in verschiedenen Dosierungen Aroniasaft verabreicht. Je mehr Aroniasaft die Ratten zu sich genommen hatten, desto weniger stark wurden ihre Zellen geschädigt. (Valcheva-Kuzmanova, Borisova et al. 2004)
Schutz der Magenschleimhaut
Schmerz- oder entzündungshemmende(Antibiotika) Medikamente sowie oxidativer Stress können (nach einem Bakterienbefall) zur Schädigung der Magenschleimhaut führen. 2005 konnte in einem Test an Ratten die Schädigung der Magenschleimhaut, die sonst nach Einnahme des Schmerzmittels Indomethacin entsteht, verringert werden.
Der Aroniasaft sorgte für eine gesteigerte Produktion von gastrischem Schleim im Magen. Dadurch konnte die Tiefe und Stärke der Verletzung verringert werden.
Schon 2g Aroniaextrakt pro kg Körpergewicht bieten den gleichen Schutz der Magenschleimhaut wie 100 mg Quercetin. (Matsumoto, Hara et al. 2004)
Entzündungshemmende Wirkung
In einem Test an Ratten konnte eine entzündungshemmende Wirkung nachgewiesen werden. Es wurden Entzündungen künstlich hervorgerufen. Die künstlich ausgelösten Schwellungen konnten durch die Anthocyane aus der Aroniabeere nach vier Stunden bereits um 90 Prozent abklingen. Die Wirkung war damit viel stärker als beim parallel getesteten Rutin. (Ohgami, Ilieva et al. 2005)
Ebenfalls bei Ratten konnte die bakteriell-virale Augenentzündung Uveitis mit einer hohen Menge Aronia-Rohextrakten gelindert werden. (Medizinisch gesprochen, vermutet man die Entzündungslinderung in der Blockierung der COX-2-Enzyme.) (Ohgami, Ilieva et al. 2005)