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(Charpentier, 1825)
- DE: Grüne Strauchschrecke
- EN: Chabrier's Marbled Bush-cricket
- FR: La Decticelle splendide
- Syn.: Eupholidoptera beybienkoi Peshev, 1962 | Eupholidoptera marani Peshev, 1960 | Pholidoptera chabrieri malachiticus Fruhstorfer, 1921
Morphologie
Ein kräftiges Grün mit schwarzer Zeichnung ist für Eupholidoptera chabrieri charakteristisch. Eine schwarze Augenbinde läuft von der Fühlerbasis bis zum Halsschild-Hinterrand, wobei die schwarze Zeichnung besonders auf den Halsschild-Seitenlappen in Flecken aufgelöst sein kann. Am unteren Halsschildrand verläuft eine breite, scharf abgegrenzte grüne oder helle Randbinde. Der Hinterrand des verlängerten Halsschilds ist auf der Oberseite verrundet. Der Kopfscheitel ist oft ockerfarben. Die kleinen Flügel der Weibchen werden vom Halsschild vollständig verdeckt, jene der Männchen ragen nur wenig unter dem Halsschild hervor. Auf den kräftigen Hinterbeinen befindet sich ein schwarzes Band, das in regelmässigen Abständen in schwarze Querflecken ausrandet. Die langen Cerci der Männchen sind an der Basis verdickt und tragen einen kleinen Innenzahn, der durch das 10. Rückensegment verdeckt wird. In der ersten Hälfte verjüngen sich die Cerci stark und verlaufen dann schlank, leicht nach innen gebogen in die Spitze. Die Subgenitalplatte der Männchen ist in der Mitte stark eingeschnitten und trägt an der Basis der Styli je ein Dörnchen. Die Legeröhre des Weibchens ist im letzten Drittel leicht noch oben gebogen.
Gesang
Der Gesang von Eupholidoptera chabrieri besteht aus mässig lauten, in der Länge sehr variablen Einzelsilben, die in Abständen von 0,4-3 s wiederholt werden. Das Geräusch entsteht vor allem beim Schliessen der Vorderflügel. Das Öffnen ist sehr leise. Das Frequenzspektrum zeigt ein Maximum bei ca. 7-10 kHz. Benachbarte Männchen singen oft in die Pausen der anderen. Im Tessin singen sie hauptsächlich in der Abenddämmerung bis in die frühen Morgenstunden. In anderen Gebieten, wie z.B. in Frankreich, singen die Tiere aber auch tagsüber bei hohen Temperaturen. Im US-Detektor ist Eupholidoptera chabrieri kaum hörbar, da hauptsächlich Frequenzen unter 20 kHz erzeugt werden.
Spontangesang von Eupholidoptera chabrieri. Im Hintergrund hört man andere ♂♂ - FR, Hautes-Alpes, Mt. de Céüse, 24 °C, sonnig.
Spontangesang von Eupholidoptera chabrieri - CH, TI, Meride, 17 °C, nachts (Aufnahme Bruno Keist).
Einzelne Silbe aus dem Spontangesang von Eupholidoptera chabrieri - CH, TI, Meride, 17 °C, nachts (Aufnahme Bruno Keist).
Verbreitung
Eupholidoptera chabrieri ist eine südwesteuropäische Art und das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Südfrankreich über Nordwestitalien bis in die Abruzzen im Süden und ins Südtessin im Norden. Die östliche Verbreitungsgrenze in Italien ist nicht restlos geklärt. Nach neueren Erkenntnissen fehlt Eupholidoptera chabrieri in Nordostitalien und wird dort von der Schwesterart Eupholidoptera schmidti vertreten. Dabei reicht das Verbreitungsgebiet von Eupholidoptera chabrieri bis etwa ins Grenzgebiet zwischen der Lombardei und Venetien. In der Schweiz kommt Eupholidoptera chabrieri ausschliesslich im Südtessin in Höhen unterhalb von 1000 m vor.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Eupholidoptera chabrieri ist ab Ende Juni ausgewachsen und kann bis Anfang November beobachtet werden.
Die vorwiegend nachtaktiven Tiere trifft man bei Dunkelheit oft auf wenig befahrenen Asphaltstrassen entlang von Hecken und Gebüschen, wo sie die im Asphalt gespeicherte Wärme nutzen. Dabei kann man beobachten, wie sie an toten Insekten fressen, manchmal an überfahrenen Tieren der eigenen Art. Die Männchen klettern in den Büschen herum und lassen dabei den charakteristischen Gesang ertönen. In Südfrankreich sind die Tiere im Gegensatz zu denjenigen im Tessin auch tagaktiv.
Lebensraum
Eupholidoptera chabrieri bevorzugt trockene bis wenig feuchte Habitate. Dabei hält sich die Art in der dichten Kraut- oder Strauchschicht an Waldrändern, Hecken, Gärten, Rebbergen, strukturreicher Wiesen und Weiden auf. Hin und wieder halten sie sich auch in niederen Laubbäumen auf. Oft kann man den Gesang aus Brombeerhecken vernehmen.
Gefährdung & Schutz
Eupholidoptera chabrieri gilt als nicht gefährdet. Sie dringt im Tessin weit in den Siedlungsraum vor und lebt auch in Gärten.
- CH: LC (Nicht gefährdet)
- DE: Abwesend
- AT: NE (Nicht beurteilt)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Aufgrund der charakteristischen Färbung kann Eupholidoptera chabrieri praktisch nicht verwechselt werden. Allenfalls sind Verwechslungen mit Pholidoptera littoralis und Pholidoptera fallax möglich. Diese unterscheiden sich einerseits durch die braune Grundfarbe, das helle Band auf der Unterseite der Halsschild-Seitenlappen, die braunen Flügel und die weiter hinten gezähnten, männlichen Cerci. Bei den Pholidoptera-Arten ist das Halsschild nicht nach hinten verlängert. Der Gesang erinnert an die Gesänge der Ephippiger-Arten. Diese sind im Tessin vorwiegend tagaktiv und nachtaktive Männchen von Ephippiger persicarius erzeugen meist Verse aus zwei oder mehr aufeinander folgenden Silben.