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Am 16. Dezember hat Tagesanzeiger-online einen Eintrag im preisgekrönten «Mamablog» mit dem Titel «Mit Placebo durch den Winter?» veröffentlicht.
30. Dezember 2010
27. Dezember 2010
Wie in einem früheren Blogeintrag thematisiert, hat die «Eidgenössische Kommission für allgemeine Leistungen und Grundsatzfragen» («ELGK») die Nicht-Aufnahme aller fünf komplementärmedizinischen Methoden in den Leistungskatalog der Grundversicherung empfohlen.
In jenem Blogeintrag hatte ich prophezeit, dass dieser Entscheid zu politischen Turbulenzen führen dürfte. Einen ersten Vorgeschmack darauf bietet ein von Tagesanzeiger-Online am 23. Dezember veröffentlichter Artikel über den SVP-Ständerat Alex Kuprecht.
eingereicht; die Antwort des Bundesrates erfolgte am 3. Dezenber 2010. Diese Antwort wurde am 15. Dezember im Ständerat diskutiert.
eingereicht; die Antwort des Bundesrates erfolgte am 3. Dezenber 2010. Diese Antwort wurde am 15. Dezember im Ständerat diskutiert.
21. Dezember 2010
Am 14. Dezember hat 20minuten in der Online-Ausgabe einen Artikel über die erste Mondlandung von 1969 veröffentlicht. Eines der Fotos der Mondlandung, so der Artikel-Lead, lasse «Spekulationen aufkommen, ob jemand anderes Armstrong und Aldrin zuvorgekommen sein könnte».
16. Dezember 2010
Am 5. Dezember hat NZZ-online einen mit «Anwalt des Bauchgefühls» betitelten Artikel über den deutschen Psychologen Gerd Gigerenzer veröffentlicht. Gigerenzers Position wird mit einem Zitat auf den Punkt gebracht: «Langes Grübeln bringt oft wenig.». Auch steht über Gigerenzer weiter, «Er behauptet vielmehr, dass Entscheidungen, die auf Berechnung beruhten, generell oft schlechter seien als intuitiv getroffene.».
Dieser kurze NZZ-Artikel ist guter Anlass, das Buch «50 Great Myths of Popular Psychology. Shattering Widespread Misconceptions about Human Behavior» zu empfehlen.
50 Mythen der Psychologie werden darin entzaubert - darunter auch die Annahme, Intuition sei im Zweifelsfall verlässlicher als rationaler Entscheid.
14. Dezember 2010
Am 2. Oktober habe ich einen kritischen Artikel über den DOK-Film «Jenseits retour. Nahtoderlebnisse und ihre Konsequenzen» verfasst. Im Zusammenhang mit dieser Kritik habe ich eine Beanstandung bei der Ombudsstelle DRS aufgegeben, mit der Begründung, die sachgerechte Darstellung sei verletzt. Achille Casanova, der DRS-Ombudsmann, hat sich meiner Beanstandung angenommen. Am 25. November erhielt ich den schriftlichen Schlussbericht zu der Angelegenheit (hier herunterladbar):
Aus rechtlicher Sicht beurteilt der Ombudsmann Casanova meine Beanstandung als eher «allgemeiner und persönlicher» Natur, ein formelles Eintreten darauf sei nicht möglich. In dem Schreiben hat zudem Christoph Müller, Redaktionsleiter «Dokumentarfilme und Reportagen», zu einigen meiner Kritikpunkte Stellung bezogen.
- Eine Erklärung, warum ich mich überhaupt an die Ombudsstelle gerichtet habe.
- Replik auf die Antwort Christoph Müllers.
Zunächst aber noch eine allgemeine Bemerkung zu meinem Schreibstil: Im meinen Blogeinträgen pflege ich, Personen lediglich mit Nachnamen anzusprechen. D.h., anstatt beispielswese «Herr Christoph Müller» schreibe ich in der Regel «Müller», anstatt «Herr Achille Casanova» schreibe ich «Casanova». Dies kann unter Umständen respektlos wirken, ist aber bloss eine Marotte, welche ich aus wissenschaftlichen Publikationen übernommen habe: Es gibt keinen Informationsgewinn, wenn die Vornamen von behandelten Personen mehr als ein Mal wiederholt werden; ebenso überflüssig sind Floskeln wie «Herr» und «Frau». Natürlich mache ich Ausnahmen bei besonders eminenten Persönlichkeiten, wie z.B. «Madame Etoile».
8. Dezember 2010
Am 7. Dezember hat die «Eidgenössische Kommission für allgemeine Leistungen und Grundsatzfragen», ELGK, ihre Empfehlung über die Aufnahme von fünf «komplementärmedizinischen» Methoden in den Leistungskatalog der Grundversicherung abgegeben. Die Empfehlung erstaunt:
Nicht zuletzt aufgrund der vor Kurzem stattgefundenen Debatte im «Club», welcher ich mich hier ausführlicher widme, war anzunehmen, dass Phytotherapie und Anthroposophie gute Chance auf eine positive Beurteilung haben.
Eine ausführliche Begründung für den Entscheid habe ich bisher nicht finden können - gemäss der Geschäftsordnung der ELGK, genauer Artikel 6 («Schweigepflicht, Ausstandspflicht»), ist eine solche wohl auch nicht zu erwarten.
Zwar mag diese Beurteilung der ELGK auf den ersten Blick erfreulich sein, an und für sich wäre aber eine ausführliche, schriftliche Erklärung notwendig, welche den Entscheid begründet - es geht nicht darum, dass die eine oder die andere Seite «gewinnt», sondern darum, dass sich das beste Argument durchsetzt.
Vieleicht wird eine Art Begründung noch nachgereicht - medial dürfte diese ELGK-Beurteilung nämlich für hitzige Diskussionen sorgen.
6. Dezember 2010
Am Freitag, dem 3. Dezember, grüsste folgende aufsehenerregende Geschichte von der Blick am Abend-Titelseite:
«Öko-Birnen» enthalten Quecksilber? «Strom sparen» «vergiftet» uns? Skandal! Auf zu Seite 9, wo wir über die Gefahren von Energiesparlampen aufgeklärt werden!
1. Dezember 2010
In meinem letzten Blogeintrag zur Esoterik-Messe «Aura 2010» in Basel habe ich einige Eindrücke in Video-Form festzuhalten versucht. In diesem Blogeintrag möchte ich ergänzend einige Fotos präsentieren und meinen allgemeinen Eindruck der Veranstaltung beschreiben. Als Erstes aber das Ergebnis meiner Handlinien-Analyse, welcher ich mich zu Beginn des Videos unterziehe.
Spannend: Allgemeine Versatzstücke, wie sie, mehr oder weniger, für alle zutreffen. Ein typisches Element solch esoterischer «Analysen», egal, ob in den Sternen, Handlinien, Augen oder sonstwo «gelesen» wird, ist auch hier zu finden, nämlich das gleichzeitige Nennen an sich widersprüchlicher Dinge, womit die Prognose als «entweder, oder» formuliert wird, also die Aussage letztlich nichtssagend ist.
In obiger «Analyse» ist dies unter dem Punkt «Geshundheit» veranschaulicht: «Sie sehen strahlend aus, sind voll Lebenskraft und körperlich äusserst gesund.» einerseits, «Wenn Sie jedoch nicht auf ihre [sic] Gesundheit achten, werden Sie rasch altern.» andererseits, im Ergebnis eine banale Aussage: Sie sind gesund, können aber krank werden.
In obiger «Analyse» ist dies unter dem Punkt «Geshundheit» veranschaulicht: «Sie sehen strahlend aus, sind voll Lebenskraft und körperlich äusserst gesund.» einerseits, «Wenn Sie jedoch nicht auf ihre [sic] Gesundheit achten, werden Sie rasch altern.» andererseits, im Ergebnis eine banale Aussage: Sie sind gesund, können aber krank werden.
Ebenfalls spannend die Bemerkung am unteren Rand der Seite: «Die Aussagen dieses Druckes sind unverbindlich. Der Verfasser übernimmt keinerlei Haftung.».
28. November 2010
Am Samstag, dem 27. November, habe ich eine Spritztour nach Basel unternommen, um die Esoterik-Messe «Aura 2010» zu besuchen.
In diesem ersten Blogeintrag zur Aura 2010 möchte ich nicht viele Worte verlieren, sondern ein kurzes Video mit Eindrücken präsentieren. Im Video ist nur der Ausstellungsbereich der Messe zu sehen; den anderen Teil der Messe, bestehend aus teilweise kostenpflichtigen «Seminaren» und «Workshops», habe ich nicht besucht.
Bemerkung: Offenbar funktionieren eingebettete Videos nicht immer, wenn ich sie direkt auf der Titelseite sichtbar mache - darum bitte unten auf «Weiterlesen» oder auf den Titel dieses Blogeintrages klicken, um zu besagtem Video zu gelangen.
24. November 2010
In der Nummer 45/2010 hat «Die Weltwoche» einen kritischen Artikel zu anthroposophischen und homöopathischen Heilmitteln veröffentlicht:
Thema des Artikels ist der Umstand, dass bereits heute homöopathische und anthroposophische Mittel auf der sogenannten «Spezialitätenliste» des Bundesamtes für Gesundheit sind, obwohl das Verfahren über die Aufnahme solcher Mittel noch in Gange ist.
Das bedeutet, dass diese Mittel, wie der Autor des Artikels erklärt, die «Hürde des wissenschaftlichen Nachweises» haben bewältigen müssen. Der Autor hat versucht, in Erfahrung zu bringen, welche Studien denn die Wirksamkeit, welche also Bedingung für die Aufnahme in die Spezialitätenliste ist, demonstrieren. Die Ergebnisse der Recherche des Weltwoche-Autors verblüffen; so heisst es beispielsweise seitens Swissmedic:
Bezüglich eingereichten Studien dürfen wir aus Datenschutzgründen keine Auskunft geben.
Aus «Datenschutzgründen» dürfen die Studien, welche die Wirksamkeit homöopathischer und anthroposophischer Mittel belegen sollen, nicht genannt werden. Angesichts solch absurder Umstände ist das Fazit des Artikels durchaus gerechtfertigt:
Am Ende der Recherche steht die Erkenntnis, dass sämtliche mit Komplementärmedizin befassten Stellen die Wirksamkeitsbelege nicht nennen können oder wollen. Und der Verdacht, dass es diese Belege nicht gibt und nie gegeben hat.
Fairerweise muss aber erwähnt werden, dass solche Phantomstudien letztlich doch gut ins Glaubenssystem einiger «komplementärmedizinischer» Verfahren passen: Schliesslich wird immer wieder erklärt, dass jene «CAM»-Verfahren, für welche keine Wirksamkeit nachweisbar ist, eben wirken, weil nicht nachweisbar ist, dass sie wirken. Diese Logik fortsetzend, beweisen ausgewählte Studien, dass solche «CAM»-Verfahren, deren Wirksamkeit nicht nachweisbar ist, auf nicht nachweisbare Art doch wirken, weil die Existenz dieser Studien nicht nachweisbar ist.
Dank an Fabio Valeri für den Hinweis auf den Weltwoche-Artikel!
Update (24.11.2010)
Ein Leser hat mich auf einen wichtigen Fehler im ersten Absatz unter dem Bild aufmerksam gemacht: Ich schreibe, die «Spezialitätenliste» des BAG beinhalte anthroposophische und homöopathische Mittel, obwohl über deren Aufnahme, im Rahmen eines «ELGK»-Verfahrens, noch zu entscheiden sei.
Das ist falsch: In dem aktuellen «ELGK»-Verfahren soll entschieden werden, welche «komplementärmedizinischen» Heilmethoden in die Grundversicherung aufgenommen werden sollen. Die «Spezialitätenliste» des BAG hingegen bezieht sich auf Heilmittel.
Update (24.11.2010)
Ein Leser hat mich auf einen wichtigen Fehler im ersten Absatz unter dem Bild aufmerksam gemacht: Ich schreibe, die «Spezialitätenliste» des BAG beinhalte anthroposophische und homöopathische Mittel, obwohl über deren Aufnahme, im Rahmen eines «ELGK»-Verfahrens, noch zu entscheiden sei.
Das ist falsch: In dem aktuellen «ELGK»-Verfahren soll entschieden werden, welche «komplementärmedizinischen» Heilmethoden in die Grundversicherung aufgenommen werden sollen. Die «Spezialitätenliste» des BAG hingegen bezieht sich auf Heilmittel.
20. November 2010
Ursprünglich sollte dieser Blogeintrag nur der angekündigte zweite Teil zu Pascal Voggenhuber sein, in welchem ich die Ergebnisse meiner bescheidenen Recherche kurz zusammenfasse. Das mache ich im Nachfolgenden auch, in der Zwischenzeit war auf TalkTäglich aber ein weiteres «Medium» zu Gast: Am 10. November sass Kim-Anne Jannes, Teilzeitangestellte des deutschen Fernsehsenders RTL, dem Moderator Markus Gilli gegenüber.
Gegenüber den Ausführungen Jannes' war der Auftritt Pascal Voggenhubers, trotz Geschichten um angebliche Mitarbeit mit der Polizei, geradezu zahm. Die Sendung ist online in voller Länge abrufbar.
Dieser Blogeintrag besteht aus zwei Teilen:
- Pascal Voggenhuber, Medium (Teil 2)
- Kim-Anne Jannes, Medium
16. November 2010
In der aktuellen Ausgabe 2785 vom 6. November widmet NewScientist zwei Seiten der Lobpreisung des Forschungs- und Innovationsstandortes Schweiz:
deutschen Filzes die hiesigen Universitäten untergräbt.
15. November 2010
Am Samstag, dem 13. November, erschien im «ALPHA», dem Stellenanzeiger für Kaderpositionen, welcher u.a. dem Tagesanzeiger beiliegt, ein Artikel, welcher den Nutzen von «Feng Shui» im Büro anpreist.
Interessanter als der Artikel selber ist dessen Autor: Dr. Peter Meier, Bereichsleiter Arbeitsbedingungen beim Amt für Wirtschaft und Arbeit, Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich. Der Autor äussert sich in diesem Artikel also in der Rolle des für den Kanton Zürich, sprich für dessen Bewohnerinnen und Bewohner, arbeitenden Beamten.
12. November 2010
Die aktuelle Ausgabe des «NZZ Folio» von November 2010 behandelt das Thema «Das Superhirn. Wie man sich schlau macht». Der Artikel «Ich bin doch nicht blöd!» eignet sich, um zu besprechen, von welchen falschen Argumenten und Fehlschlüssen die einfache Idee, Intelligenz sei in erster Linie genetisch vererbt und zuverlässig messbar, geplagt ist.
4. November 2010
Am 2. November strahlte das Schweizer Fernsehen eine Ausgabe der Sendung «Club» aus, in welcher Thilo Sarrazin zu Gast war.
Zunächst, bevor ich auf die Sendung selber eingehe, eine Bemerkung zu einem Satz aus der Beschreibung zur Sendung:
Thilo Sarrazin, Autor des Bestsellers «Deutschland schafft sich ab», kommt mit seinen provokanten Analysen zur Migration nicht aus den Schlagzeilen.
Niklas Luhmann, einer der bedeutendsten Soziologen des 20. Jahrhunderts, hat das Konzept der «autopoietischen Systeme» für seine Systemtheorie der Gesellschaft anzuwenden versucht. Dieser Erklärungsansatz ist reichlich kompliziert (und nicht unumstritten), obiges Zitat kann aber vielleicht als Veranschaulichung dienen: Eine Operation des Systems bezieht sich immer auf eine andere Operation des Systems. Die Elemente des Systems stellen sich durch solche «Selbstreferentialität» selber her.
Übersetzt: Thilo Sarrazin kommt nicht aus den Schlagzeilen, weil (Massen-)Medien Bezug nehmen auf das, was in den Schlagzeilen ist. Dieser Blogeintrag ist, so gesehen, auch (peripherer) Teil dieses «selbstreferentiellen» Mediensystems.
Übersetzt: Thilo Sarrazin kommt nicht aus den Schlagzeilen, weil (Massen-)Medien Bezug nehmen auf das, was in den Schlagzeilen ist. Dieser Blogeintrag ist, so gesehen, auch (peripherer) Teil dieses «selbstreferentiellen» Mediensystems.
29. Oktober 2010
Am 12. Oktober war Pascal Voggenhuber, von Beruf «Psychic Medium und Bestseller-Autor», Gast in der Sendung «TalkTäglich» auf TeleZüri. Die Sendung ist in voller Länge online abrufbar.
Dass die Sendung in gewohnt unkritischer Manier ablaufen wird, ist bereits ab der ersten Minute klar: Der Moderator, Hugo Bigi, erklärt, Pascal Voggenhuber sei «unsere Referenz, wenn es um übersinnliche Fähigkeiten geht».
Dem «Medium» Pascal Voggenhuber möchte ich mich ausführlicher widmen: In Teil 1 (diesem Blogeintrag) kritisiere ich einige unmittelbar kritisierbare Aussagen aus der interessierenden «TalkTäglich»-Ausgabe, in Teil 2 (zukünftiger Blogeintrag) bespreche ich, an Teil 1 anschliessend, einige Punkte, welche eingehender Recherche bedürfen.
22. Oktober 2010
In einem einige Wochen zurückliegenden Blogeintrag habe ich über die Sendung «odysso» berichtet, auf welche mich freundlicherweise ein Leser des «skeptiker-blogs» aufmerksam gemacht hatte.
In einem Kommentar bei diesem Blogeintrag wurde ich erneut an «odysso» erinnert. In der Zwischenzeit sind zwei weitere Sendungen erschienen, welche «Komplementärmedizin» kritisch hinterfragen.
Am 15. Oktober hat 20minuten online über zwei neue Studien berichtet, welche den Zusammenhang zwischen Körperfett und Genom untersuchen.
20. Oktober 2010
Wer diesen Blog öfter liest, wird bemerkt haben, dass ich das Schweizer Fernsehen oft und vehement kritisiere. Es ist aber nicht alles, aus skeptischer Sicht, schwarz: Immerhin der Kassensturz behält eine kritische Grundhaltung, wie ich schon früher in diesem Blogeintrag berichtet hatte.
Am 19. Oktober hat sich der Kassensturz erneut eines Esoterik-Scharlatens angenommen: Mike Shiva:
In ca. der ersten Hälfte des fast zwanzig Minuten langen Beitrages wird das florierende Geschäft Shivas als reiner Betrug kritisiert, in der zweiten Hälfte stellt sich Shiva den kritischen Einwänden des Moderators Ueli Schmezer (was, fairerweise erwähnt, nicht selbstverständlich ist; Shiva steht immerhin zu seinem Tun).
18. Oktober 2010
Am 12. Oktober strahlte das Schweizer Fernsehen eine Ausgabe des «Club» mit dem Titel «Homöopathie - bald nur noch für Reiche?» aus. Besprochen wurde die Frage, welche «komplementärmedizinischen» Verfahren, auf Grundlage des Verfassungsartikels 118a, in den Grundversicherungskatalog aufzunehmen sind.
Die Sendung ist interessantes Anschauungsmaterial für Argumentations-Strategien der Verfechterinnen und Verfechter der «Komplementärmedizin». Eines muss man diesen Akteuren nämlich lassen: Sie verstehen es ausgezeichnet, die Mängel in der eigenen Argumentation in PR-Vorteile umzumünzen.
16. Oktober 2010
Heute, am 16. Oktober, hat «Das Magazin» ein sehr interessantes Interview mit Peter Brugger, dem Abteilungsleiter Neuropsychologie am Universitätsspital Zürich, veröffentlich. Da «Das Magazin» seine Artikel nicht mehr gratis online anbietet, habe ich diesen Artikel hier zum Download bereitgestellt.
Im Interview geht Brugger u.a. der Frage nach, warum Esoterik und Pseudowissenschaft wieder verstärkt Auftrieb erhalten, erklärt, wie Aberglaube durch evolutionäre Selektion zu Stande gekommen sein könnte, und - für mich eine neue Information - warum Frauen abergläubischer als Männer sind.
Nicht zuletzt Bruggers Schlusswort ist bemerkenswert:
Glauben über kritisches Denken zu stellen, macht privat wie öffentlich keinen Sinn.
Es ist erfreulich, dass sich eine derart verbreitete Zeitschrift wie «Das Magazin» dem Thema Aberglaube (oder Esoterik, oder Pseudowissenschaft) aus kritischem Winkel nähert (obwohl das vielleicht nicht immer einwandfrei klappt, wie ich z.B. in diesem Blogeintrag argumentiere).
11. Oktober 2010
Am 10. Oktober veröffentlichte der Sonntagsblick eine lesenswerte Reportage über drei Familien, welche ihre Kinder weder in öffentliche noch private Schulen schicken, sondern sie selber zu Hause «schulen». Der Artikel kann hier als PDF heruntergeladen werden.
«Homeschooling» ist ein interessantes Phänomen, welches nicht im Voraus als «gut» oder «schlecht» abgestempelt werden kann, ist Bildung doch ein äusserst komplexes Thema. In diesem Artikel werden aber einige Aussagen gemacht, welche hinterfragt werden müssen.
7. Oktober 2010
Der Hype um Thilo Sarrazins Buch «Deutschland schafft sich ab» ist mittlwerweile etwas abgeebbt, darum lohnt ein Blick zurück auf einige seiner «Thesen». Insbesondere Sarrazins Aussagen zu «Intelligenz», welche er als wissenschaftlich gestützt behauptet, und die Art, wie massenmedial damit umgegangen wurde, sind eines kritischen Blickes wert.
Zunächst der Verweis auf einen Klassiker, in welchem ausführlich erklärt wird, warum die Idee, soziale Realitäten seien biologisch determiniert - also z.B. (wie auch immer gemessene) «Intelligenz» auf genetische Vererbbarkeit zurückgeht - falsch ist: «The Mismeasure of Man» von Stephen Jay Gould.
Thilo Sarrazins Aussagen sind gezielte Provokation, aber sicher nicht grundsätzlich falsch: In liberalen Demokratien besteht ein Spannungsverhältnis zwischen Freiheitsrechten einerseits, der Durchsetzung des Rechtsstaates andererseits - die Frage, in welchem Masse eine Integration in die staatliche Rechtsgemeinschaft «erzwingbar» sein soll, ist einer der eigentlichen Kernpunkte der Politik (welche Individuen und Gruppen dabei problematisiert werden - aktuell eben Menschen mit «Migrationshintergrund» - ist weniger wichtig).
Die biologistische Argumentation Sarrazins unterliegt aber dem fundamentalen Fehlschluss der «Reifikation»: Das von Menschen erdachte und letztlich willkürliche Konzept der «Intelligenz» wird als vermeintlich in den Genen lokalisiert angenommen.
Die biologistische Argumentation Sarrazins unterliegt aber dem fundamentalen Fehlschluss der «Reifikation»: Das von Menschen erdachte und letztlich willkürliche Konzept der «Intelligenz» wird als vermeintlich in den Genen lokalisiert angenommen.
2. Oktober 2010
Mit der «DOK»-Ausgabe vom 30. September, «Nahtod-Erlebnisse und ihre Konsequenzen», hat sich das Schweizer Fernsehen selbst übertroffen. Auf eine sachliche Reportage über «Nahtod-Erlebnisse» und den Umgang mit diesen hoffend, entpuppt sich der Film schnell als vollkommen unkritisches, durch und durch pseudowissenschaftliches Machwerk.
Dieser Film dreht sich um die «Nahtod-Erlebnisse» dreier Menschen, welche im Rahmen dieser Erlebnisse übersinnliche Erfahrungen gemacht zu haben glauben. Der diese drei Geschichten kommentierende «Experte» ist Walter von Lucadou, ein ausgewiesener Pseudowissenschaftler.
30. September 2010
Am 29. September hat NZZ-online einen Artikel zu einer lesenswerten Studie veröffentlicht (der Titel des NZZ-Artikels verwirrt leicht, da es in der Studie nicht nur um Katholiken geht). Die Studie ist mit «Religion and assisted and non-assisted suicide in Switzerland: National Cohort Study» betitelt (Download-Link).
Weder der NZZ-Artikel zu der Studie noch die Studie selber sind grundsätzlich problematisch. Dennoch eignet sich dieses Beispiel, um zu besprechen, wie genau «Suizid» zu verstehen ist - wörtlich als «Selbstmord», oder eher als «Freitod».
27. September 2010
Am Sonntag, dem 26. September, beehrte der kroatische Wunderheiler «Braco» (was so viel wie «Brüderchen» bedeutet) Zürich - diese Gelegenheit konnte ich mir nicht entgehen lassen. Ausgerüstet mit Kamera und Stativ wollte ich diese Veranstaltung filmen, doch leider war dies untersagt. Die bescheidene filmische Ausbeute ist in folgendem Video festgehalten:
Die Gesichter der beferagten Personen habe ich verzerrt, weil ich ihnen nicht explizit erklärt habe, in welchem Kontext ihre Aussagen verwendet würden.
Für den Rest werden meine Notizen, welche ich während der Veranstaltung gemacht habe, herhalten müssen. Die spannendste Erkenntnis vorweg: Von einigen von «Bracos» kroatischen bzw. kroatisch sprechenden Mitarbeitern an der Veranstaltung lernte ich ein paar neue schlüpfrige Witze:
Für den Rest werden meine Notizen, welche ich während der Veranstaltung gemacht habe, herhalten müssen. Die spannendste Erkenntnis vorweg: Von einigen von «Bracos» kroatischen bzw. kroatisch sprechenden Mitarbeitern an der Veranstaltung lernte ich ein paar neue schlüpfrige Witze:
- Was ist der Unterschied zwischen einem männlichen und einem weiblichen Igel? Der männliche hat einen Stachel mehr.
- Was ist der Unterschied zwischen Prostituierten und Gynäkologen? Keiner: Beide verdienen ihr Geld mit «Fotzen».
Die eigentliche Veranstaltung, inklusive zweier Auftritte «Bracos», war hingegen eher enttäuschend.
25. September 2010
Themen, welche auf diesem Blog kritisch «besprochen», oder zumindest erwähnt, werden - Mal mit dem Versuch etwas tiefergehender Analyse, Mal eher augenzwinkernd - folgen oft einem einfachen Muster: Ein (Massen-)Medium verwertet ein mehr oder weniger aktuelles bzw. relevantes wissenschaftliches oder pseudowissenschaftliches Thema, ohne dieses kritisch zu hinterfragen, obwohl dies angebracht wäre.
Ein kurzer Artikel, welcher am 24. September in 20minuten erschien, folgt auf den ersten Blick diesem Muster:
23. September 2010
Zwar ist der «Südwestrundfunk» («SWR») ein deutscher Sender, welcher sich in der Regel nicht gross der Schweiz widmet, aber die Sendung «odysso» vom 29. September ist zweifellos auch für hierzulande Sesshafte sehenswert. Thema der Sendung ist «Scharlatane und Pseudowissenschaftler»:
Kritisch werden mehrehre Themen behandelt:
Kritisch werden mehrehre Themen behandelt:
- «Die Liga der Gurus und Geistheiler» ist ein Beitrag zum offenbar weit verbreiteten Gebrauch von Wunderheilern aller Art in der Fusballiga Deutschlands.
- «Krebs durch Schicksallsschläge» kritisiert die immer noch vorhandene und möglicherweise lebensgefährliche Idee der «Krebspersönlichkeit».
- «Scharlatan-O-Meter» ist eine, so meine ich, sehr gelungene Erklärung, welche in weniger als 7 Minuten aufzeigt, warum die Annahmen der Homöopathie unvernünftig sind.
- «Allergien-Hysterien» greift das Thema des scheinbar vorhandenen Nahrungsmittelallergie-Hypes auf, welcher in keinem Verhältnis zu tatsächlich vorkommenden Nahrungsmittelallergien steht.
Ein dem rationalen Argument verpflichtetes Fernsehformat wie «odysso» ist zu loben - das Schlusswort des Moderators, «bleiben Sie kritisch», ist eine Aufforderung, welche Seltenheitswert hat.
Im Gegensatz dazu hat das öffentlich-rechtliche Fernsehen in der Schweiz andere Prioritäten: So scheint z.B. die «human interest»-Sendung «glanz & gloria» so wichtig, dass diese einen eigenen Link auf der Startseite der SF-Homepage erhält - wohlgemerkt steht dieser Link vor jenem, welcher zu «SF Wissen» weiterleitet:
18. September 2010
In der Ausgabe vom 15. September hat «10vor10», die tägliche «Infotainment»-Sendung (ein Euphemismus für Boulevard-Sendung) des Schweizer Fernsehens einen kurzen Beitrag über eine an Epilepsie leidende Frau ausgestrahlt, deren Hund angeblich in der Lage ist, sich anbahnende Epilepsie-Anfälle zu spüren und das Frauchen zu warnen.
Der Moderator, Stephan Klapproth, eröffnet den Beitrag mit der Erklärung, schon «unsere Eltern» hätten gewusst, dass Hunde «ganz unglaubliche Dinge tun können», wenn sie sahen, wie der Fernseh-Hund Lassie «dafür sorgte, dass immer alles gut ablief». Danach fragt er: «Haben Sie gewusst, dass es im richtigen Leben Hunde gibt, die noch viel Unglaublicheres können? Nämlich ihren Besitzer vor Epilepsie-Anfällen zu warnen».
Es ist also Tatsache, dass Hunde ihre Besitzer vor Epilepsie-Anfällen warnen können? Leider nein: So eindeutig wie in der simpel gestrickten «10vor10»-Welt gestaltet sich die Situation nicht.
14. September 2010
Monica «Madame Etoile» Kissling war vor Kurzem wieder am Werk: Am 8. September war sie zu Gast in der Sendung «TalkTäglich» (jenem Format, welches auch dem Gesichtsleser Pietro Sassi ein Bühne bot) und hat ihre Zauberkünste genutzt, um zu ezählen, was diesen Herbst alles auf uns zukommen wird.
Die Sendung ist in voller Länger online abrufbar.
12. September 2010
Die NZZ hat am 5. September in ihrer Online-Ausgabe einen mit «Dem Aberglauben näher als rationaler Medizin» betitelten Artikel veröffentlicht. Da der Gegenstand des Artikels Akupunktur ist, wollte ich diesen Blogeintrag zunächst «Zeichen und Wunder: Die NZZ kritisiert Akupunktur» benennen.
Davon sah ich allerdings ab, weil der Titel und Lead mehr verheissen, als der Artikel letztlich bietet: Akupunktur wird nicht grundsätzlich kritisiert, sondern nur ein interner Streit der Akupunkturisten dargestellt. Prämisse dieses Beitrages zu «TCM» ist nämlich, dass Akupunktur wirkt.
5. September 2010
In einem früheren Blogeintrag habe ich erwähnt, die grosse Mehrheit wissenschaftlicher Untersuchungen zu Homöopathie käme zum Schluss, Homöopathie habe keine über den Placebo-Effekt hinausgehende Wirkung. Einige Studien aber kommen zum gegenteiligen Ergebniss, scheitern jedoch nicht selten an grundlegenden Anforderungen zeitgemässen wissenschaftlichen Vorgehens.
Vor Kurzem bin ich auf eine in diesem Zusammenhang interessante, am «Institut für Naturheilkunde» der Universität Zürich miterarbeitete Studie gestossen: «Test of a homeopathic dilution of Aconitum napellus» (Download-Link).
Das Spannende an dieser Studie ist, dass sie zum Schluss kommt, das Homöopathie-Präparat sei wirksam, dabei aber strengen Anforderungen gerecht zu werden scheint: Der Untertitel der Studie lautet «A Clinical, Randomized, Double-Blind, Controlled Crossover Study in Healthy Volunteers».
Im Folgenden möchte ich argumentieren, warum aber nicht alles Gold ist, was glänzt.
Im Folgenden möchte ich argumentieren, warum aber nicht alles Gold ist, was glänzt.
31. August 2010
Im Anschluss an den letzten Blogeintrag (und als kleine Vorbereitung auf den nächsten) ein Bild, welches treffend eines der Hauptprobleme der Homöopathie anspricht (Quelle):
Auch wenn Homöopathie wirken sollte (was, abgesehen vom Placebo-Effekt, nicht der Fall ist), ist unklar, warum die Wirkung auf den Vorgang des «Potenzierens» zurückzuführen sei - schliesslich kommt Wasser mit Allerlei in Berührung.
Das homöopathische Schütteln ist letztlich willkürlich - Samuel Hahnemann, Vater der Homöopathie, kam auf die Idee mit dem Schütteln, als seine homöopathischen Wässerchen, in einer Kutsche vom Pferd gezogen, kräftig durchgeschüttelt wurden.
28. August 2010
Heute, am 28. August, hat der Tagesanzeiger einen Artikel veröffentlicht, in welchem Martina Frei, eine ehemalige homöopathische «Ärztin», erklärt, warum Homöopathie doch wirkt und warum alle Kritikerinnen und Kritiker der Homöopathie Unrecht haben.
Dieser Artikel ist ausgezeichnetes Anschauungsmaterial für die Argumentationsstrategie von Homöopathinnen und Homöopathen. An und für sich ist bereits mit den ersten Sätzen die weitere Argumentation zusammengefasst:
Verdünnt man Wirkstoffe, verlieren sie an Kraft. Das ist die allgemeine Erfahrung. Als homöopathische Ärztin habe ich früher aber auch andere gemacht.
Die Autorin als Expertin hat früher bestimmte Erfahrungen gemacht. Dieses Argument ist der Kern homöopathischer Rechtfertigungen: «Anekdotische Evidenz». Das Subjekt hat alltägliche Erfahrungen gemacht - und diese Erfahrungen sind durchaus, für das betroffene Subjekt, real. Das Problem dabei ist, dass der Anspruch auf Wirksamkeit homöopathischer Mittel nicht durch anekdotische Alltagserfahrungen, sondern wissenschaftliche Methode zu prüfen ist.
26. August 2010
Es gibt wenig Schöneres, als Studien, welche unseren bequemen Lebensstandard in einem postitiven Licht erscheinen lassen. Über eine solche berichtete «Blick am Abend» in der Ausgabe vom 25. August:
22. August 2010
Das «Sonntagsblick Magazin» hat in der heutigen Ausgabe vom 22. August einen kleinen, aber feinen Artikel veröffentlicht:
21. August 2010
In der aktuellen Ausgabe vom 21. August hat «Das Magazin» einen homöopathie-kritischen Artikel veröffentlicht - leider ein seltenes Ereignis in der massenmedialen Landschaft der Schweiz.
So erfreulich ein Homöopathie gegenüber kritischer Artikel ist, so problematisch ist der eigentliche Inhalt: Kaum wird thematisiert, warum Homöopathie nichts weiter als in Kügelchenform verkaufter Placebo-Effekt ist. Diskutiert wird, wie und warum die Nationalsozialisten unter Hitler Homöopathie anzuwenden suchten.
Am 14. August hat «Das Magazin» einen Artikel veröffentlicht, in welchem der Umgang des Schweizer Fernsehens mit Esoterik-Unsinn aller Art kritisiert wird. Ähnliche Kritik habe ich zwar auch schon geäussert, der gelungene «Das Magazin»-Artikel aber zeichnet ein umfassendes Bild der Problematik.
Insbesondere der Verweis auf Horkheimer und Adornos «Dialektik der Aufklärung» gefällt mir, weil damit die Gewichtigkeit des Problems angedeutet wird: Vordergründig geht es zwar nur um jeweils wenige Minuten Sendezeit, dahinter aber stehen Grundsatzfragen der Funktion öffentlich-rechtlichen Rundfunkes:
Fröhlich und unterhaltsam bringt man die antiaufklärerische Botschaft rüber. Man scheint zu wissen, dass die Bereitschaft, diese aufzusaugen, grösser denn je ist. Alles so rational, alles so durchtechnisiert — neues Sinnangebot ist jederzeit willkommen. «Das Programm der Aufklärung war die Entzauberung der Welt», schrieben Horkheimer und Adorno schon 1944 in «Dialektik der Aufklärung». «Sie wollte die Mythen auflösen und Einbildung durch Wissen stürzen.» Also liefert das Schweizer Fernsehen das Gegenprogramm: Einbildung statt Bildung. Denn das Publikum will das ja. Wer keinen Trost in den «hellsichtigen Wurzelskulpturen» des Franz Huemer findet («Briefträger der Natur», «Kulturplatz», 26. Juni 2010); wer sein Heil in «Der Handaufleger» nicht sieht («Merkwürdige Geschichten aus dem Emmental», «Dok», 20. November 2008) — dem bescheren die spirituellen Werbespots zumindest ein schöner Schauder.In der Tat darf öffentlicher Rundfunk nicht zum Agenten antiaufklärerischer Botschaften werden - nicht zuletzt, weil rationale Gegentstimmen zu privatem Rundfunk nötig sind.
19. August 2010
Das Schweizer Fernsehen ist immer wieder für eine Überraschung gut, im Positiven (hier ein Beispiel) wie im Negativen (z.B. hier). Die 13-teilige Kurz-Dokumentarfilmreihe «Mysteriöse Schweiz» aus dem Jahr 2009 stellt einen Abstecher in unseriöse Gefilde dar. Der Titel ist zunächst wenig aussagekräftig, darum lohnt ein Blick in die Beschreibung der Sendung:
Die 13 Kurzfilme der Fernsehreihe «Mysteriöse Schweiz» führen in eine andere Schweiz. Eine Schweiz der Sagen mit Nachtgeistern, Feen, Göttinnen und Wasserhexen. Merkwürdige Heilpraktiken sind ebenso Thema wie fast vergessenes Wissen und seltsame Traditionen. Festmachen lässt sich nur Vereinzeltes in dieser Anderswelt; umso sorgsamer werden Bräuche und Sagen von Generation zu Generation weitergetragen.Eine «andere Schweiz», wo unter anderem «fast vergessenes Wissen» (aus Atlantis?) Thema ist. In dieser «Anderswelt» (ein zugegebenermassen eigentümlich schönes Wort) lasse sich nur «Vereinzeltes» festmachen. Warum dem so ist, klärt vielleicht ein Blick in einen dieser Kurzfilme.
13. August 2010
Die NZZ hat in ihrer Online-Ausgabe vom 8.8.2010 über einer Studie berichtet, welche der Frage nachgeht, wodurch beeinflusst wird, wann Frauen ihr erstes Kind gebären.
Die Studie ist an und für sich interessant - die NZZ-Berichterstattung dazu aber ein Beispiel für völlig unverhältnismässige Gewichtung einer einzelnen Studie.
9. August 2010
Erst kürzlich habe ich versucht aufzuzeigen, wie widersprüchlich der Tagesanzeiger, zumindest in der Online-Ausgabe, mit Pseudowissenschaft umgeht. In der SonntagsZeitung vom 8.8.2010 kommt diese schizophrene Haltung des Tamedia-Verlags (u.a. Herausgeber des Tagesanzeigers, der SonntagsZeitung und von 20minuten; hier die vollständige Liste der Tamedia-Zeitungen) wiederum zur Geltung.
Il buono...
Ermutigend ist die Ankündigung auf der Titelseite des Bundes «Wissen»:
Ein Beitrag, welcher thematisiert, wie «Ideologen wissenschaftliche Tatsachen torpedieren»? Das klingt angenehm... skeptisch.
4. August 2010
Der Tagesanzeiger hat online über das in der Schweiz neue Sendeformat «eso.tv» berichtet. Der Artikel ist kritisch gehalten, bemängelt wird aber vor allem der hohe Preis dieser «Dienstleistung» - dass dieser Hokus-Pokus blanker Betrug ist, wird nicht erwähnt.
Die Tätigkeiten von «eso.tv» werden auf dessen Homepage unter anderem wie folgt beschrieben:
ESO.TV stellt durch ihre kompetenten Berater uraltes Wissen und verlorene Weisheiten von Atlantis über die moderne Telekommunikations-und Informationstechnologie Ratsuchenden zur Verfügung und zwar in der Form, dass Ratsuchende telefonisch mit den ESO.TV-Beratern in Kontakt treten können.Uraltes Wissen und verlorene Weisheiten von Atlantis! Mehr davon!
30. Juli 2010
In der Regel haben die Einträge auf diesem Blog einen, mehr oder weniger aktuellen, Bezug zu Geschehnissen in der Schweiz. Dieser Blogeintrag ist ein wenig anders: Ich möchte eine in Israel durchgeführte Studie aus dem Jahr 2001 thematisieren. Deren Titel ist «Effects of remote, retroactive intercessory prayer on outcomes in patients with bloodstream infection: randomised controlled trial.» (hier herunterladbar).
Die Studie ist nur zwei Seiten lang, der Inhalt aber hat es in sich: Mittels Doppelblindverfahren wurde untersucht, ob Gebete einen Einfluss auf den Verlauf einer bestimmten Krankheit haben. Das ist aber nicht alles: Es handelt sich um «retroaktive» Gebete (der Autor nennt dies «retroactive intervention») - es soll geprüft werden, ob Gebete im Jetzt einen Einfluss auf vergangene Krankheiten haben.
Der Versuch wurde im Jahr 2000 durchgeführt; der Zeitraum, welcher «retroaktiv» beeinflusst werden sollte, sind die Jahre 1990 bis 1996. Der Autor kommt zu folgendem Schluss:
Der Versuch wurde im Jahr 2000 durchgeführt; der Zeitraum, welcher «retroaktiv» beeinflusst werden sollte, sind die Jahre 1990 bis 1996. Der Autor kommt zu folgendem Schluss:
Remote, retroactive intercessory prayer can improve outcomes in patients with a bloodstream infection. This intervention is cost effective, probably has no adverse effects, and should be considered for clinical practice. Further studies may determine the most effective form of this intervention and its effect in other severe conditions and may clarify its mechanism.Diese atemberaubend unsinige Studie zeigt auf, dass nicht alles, was wissenschaftlich verpackt wird auch wirklich etwas mit Wissenschaft zu tun hat. Insbesondere wird klar, dass quantitative Auswertungen (Stichwort «statistisch signifikant») benutzt werden können, um über sinnlose Grundannahmen einer Studie hinwegzutäuschen.
26. Juli 2010
Dies der Kommentar des Videospiel-Kritikers Roland Näf (der unten abgebildete 20minuten-Artikel schreibt seinen Namen falsch als «Roland Nef»).
Da mir persönlich nicht ohne Weiteres einleuchtet, wie ein Videospiel, in welchem Teddybären sich gegenseitig «umbringen», eine «Anleitung zum Amoklauf» sein kann, möchte ich dieser Angelegenheit auf den Grund gehen.
19. Juli 2010
Am 13. und 15. Juli fanden zwei Veranstaltungen in Räumlichkeiten der «Eidgenössischen Technischen Hochschule» (kurz «ETH») Zürich statt, deren Redner, Henry F. Schaefer, gegenwärtig eine Gastprofessur an der ETH inne hat. Das Thema war «The Big Bang, Stephen Hawking, and God»:
Der Vortrag war unverblümte Kreationismus-Propaganda. Es gibt eine Reihe von Gründen, so meine Kritik, warum eine derartige Veranstaltung in dieser Form problematisch ist; diese möchte ich erläutern.
13. Juli 2010
Vor Kurzem haben Unbekannte in einem Weizenfeld in der Gemeinde Hochfelden, Kanton Zürich, scheinbar über Nacht einen beeindruckenden «Kornkreis» hergestellt (Bildquelle):
Auch wenn dieser «Kornkreis» als Kunstwerk angesehen werden kann, handelt es sich dabei möglicherweise um Sachbeschädigung, ist doch das betroffene Weizenfeld Privateigentum. So weit, so gut - der Titel dieses Blogeintrages lässt aber erahnen, dass die Geschichte damit nicht erledigt ist: Waren vielleicht übernatürliche Kräfte am Werk?
8. Juli 2010
Wie die Zeitung LeTemps in ihrer Online-Ausgabe berichtet, ist kürzlich eine Eurobarometer-Studie zum Themenbereiches «Science and Technology» publiziert worden. Schwerpunkt dieser Untersuchung sind die Meinungen der Bewohnerinnen und Bewohner der EU- und EFTA-Staaten (die Schweiz als EFTA-Mitglied ist ständige Erhebungseinheit für Eurobarometer-Untersuchungen) zu Wissenschaft.
Sehr lobenswert in genanntem LeTemps-Artikel ist, dass Download-Links für die relevanten Dokumente vorhanden sind. Alle relevanten Dokumente sind, in PDF-Form, auf der Eurobarometer-Seite zu finden. Für die Schweiz führte das «Observatoire science, politique et société» der Universität Lausanne eine repräsentative Umfrage durch.
An dieser umfangreichen Eurobarometer-Studie fällt negativ auf, dass viele der verwendeten Fragen Suggestivfragen sind - darum sind vielleicht die Unterschiede der Ergebnisse der erfassten Staaten interessanter als die jeweiligen Ergebnisse für einzelne Staaten. So scheinen nämlich Wissenschaft sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Schweiz, im europäischen Vergleich, einen verhältnismässig guten Ruf zu geniessen.
5. Juli 2010
Das erste Ziel dieses Blogeintrages, nämlich einen einigermassen provokativen Titel zu verwenden, um zumindest minimale Neugier zu wecken, ist, liebe Leserin, lieber Leser, hoffentlich geglückt. Mein eigentliches Anliegen aber ist, die stossende Behauptung, «Agnostizismus» sei intellektuelle Faulheit, zu begründen. Meine Argumentation teile ich in drei wesentliche Abschnitte:
- Definitionen von «Agnostizismus»
- Agnostizismus und «Gott»/«Götter»
- Agnostizismus als allgemeine Erkenntnistheorie
Bevor ich mich der Bearbeitung dieser drei Punkte widme, ist noch eine kurze Erklärung für diesen Blogeintrag angebracht. «Agnostizismus», eine sich einiger Beliebtheit erfreuende Einstellung und Weltsicht, ist eine in den Grundzügen durchaus vernünftige Position für die Handhabung im Besonderen vor allem der Frage der Götterexistenz, im Allgemen von «Phänomena» und «Noumena» - einer «agnostischen» Deutung ist Bescheidenheit fest eingeschrieben, Extremismus egal welcher Art will vermieden werden. Meine Kritik des «Agnostizismus», wenn auch bisweilen scharf formuliert, soll nicht etwa Verspottung sein, sondern Argument, warum «Agnostizismus» in der Praxis ungeeignet ist.
1. Juli 2010
In der Ausgabe von Mittwoch, dem 30. Juni 2010, hat die Gratiszeitung 20minuten den kurzen Artikel «Xanthohumol sei Dank: Bier ist gesund» veröffentlicht. Der in Bier enthaltene Stoff Xanthohumol, ein Flavonoid, wird dabei als einer der «wichtigsten» gesunden Stoffe in Bier beschrieben.
28. Juni 2010
Am 24.6.2010 hat die Zeitung «WOZ Die Wochenzeitung» auf ihrer Internetseite einen mit «Masturbation mit Mausklick» betitelten Artikel veröffentlicht. Darin wird über die (etwas holprig benannte) Fachtagung «Online Sex und Sucht» berichtet, welche, organisiert vom Fachverband Sucht, am 16. Juni 2010 im Zürcher Volkshaus stattfand.
Der zweite Satz des Artikel-Leads lautet
In Zürich hat sich letzte Woche eine Fachtagung mit einem Phänomen beschäftigt, das wissenschaftlich noch kaum erforscht ist.
Der Rest des Artikels wird dieser Aussage seltsamerweise nicht gerecht: Weder die Inhalte der Tagung, noch das Thema im Allgemeinen werden hinterfragt, abweichende wissenschaftliche Positionen nicht erwähnt. Ist dies haltbar?
21. Juni 2010
Die Sendung «Input» des öffentlich-rechtlichen Radiosenders DRS 3 hat sich in der mit «Trügerisches Wissen – populäre Mythen der Psychologie» betitelten Ausgabe vom Sonntag, dem 20. Juni 2010, darangemacht, einige sich hartnäckig haltende Mythen aus dem Bereich der Psychologie aufzuklären.
Einen der geäussertern Kritikpunkte, die vermeintlich biologisch determinierte psychische Unterschiedlichkeit von Mann und Frau, möchte ich um ein paar wissenswerte Fakten ergänzen. Der Autor berühmter Bücher wie «Men Are from Mars, Women Are from Venus», Dr. John Gray, ist nämlich kein Wissenschaftler.
Seinen Master-Abschluss hat Dr. Gray im Fach «Creative Intelligence» an der «Maharishi University of Management» erlangt, sein Psychologie-Doktorat an der 2000 per Gerichtsbeschluss geschlossenen Fernlern-Universität «Columbia Pacific University»
Seinen Master-Abschluss hat Dr. Gray im Fach «Creative Intelligence» an der «Maharishi University of Management» erlangt, sein Psychologie-Doktorat an der 2000 per Gerichtsbeschluss geschlossenen Fernlern-Universität «Columbia Pacific University»
Die hörenswerte Sendung ist in voller länge von der DRS-Seite herunterladbar.
19. Juni 2010
Die Gratiszeitung 20minuten hat am 17. Juni 2010 in online und tags darauf in der Druckversion einen mit «Kinder leiden unter dem iPhone-Boom» betitelten Artikel veröffentlicht.
Die im Artikel getroffenen Aussagen bedürfen einer kritischen Betrachtung.
17. Juni 2010
Am Dienstag, dem 8.6.2010, war Pietro Sassi, ein «Gesichterleser», zu Gast in der Sendung «TalkTäglich» auf TeleZüri, einem privaten zürcher Regionalsender. Pietro Sassi behauptet, anhand bestimmter Merkmale des menschlichen Gesichtes «Fähigkeiten und Neigungen» der jeweiligen Gesichtsinhaberinnen und -inhaber erkennen zu können. Dieser Behauptung möchte ich, anhand des Interviews in genannter Fernsehsendung, genauer nachgehen.
14. Juni 2010
In einem Beitrag vom Dienstag, dem 25.5.2010, hat sich die Sendung Kassensturz, ein kritisches, dem Konsumentenschutz verschriebenes Format des Schweizer Fernsehens, sogenanntem «Granderwasser» gewidmet.
Granderwasser ist ein esoterisch-pseudowissenschaftliches Produkt, welches in seiner schieren Unverschämtheit heraussticht; so behauptet der Firmengründer Johann Grander beispielsweise, «Jesus» persönlich sei im erschienen, um die Geheimnisse des Granderwassers kundzutun.
Der Beitrag des Kassensturz fasst die Situation mit «Granderwasser» gelungen zusammen: Das eigentlich problematische an diesem Betrug ist der Umstand, dass «Granderwasser»-Produkte tatsächlich auch mit Steuergeldern finanziert werden.
In der Ausgabe von Samstag, dem 12.6.2010, hat der Tagesanzeiger einen kleinen Artikel veröffentlicht, in welchem die zu ziehenden Lehren aus dem Fall des Berner Akupunkturisten und «Heilers» besprochen werden. Es handelt sich um einen Alternativmediziner, welcher verdächtigt wird, mehrere Patienten mit dem HI-Virus angesteckt zu haben (oder, gemäss den Standards des Boulevard-Journalismus, erwiesenermassen absichtlich angesteckt hat). Der Tagesanzeiger-Artikel ist mit «Kontrollen gegen Scharlatane» interessant betitelt.
Der Inhalt aber geht in eine andere Richtung, als der Titel und Lead vermuten lassen.
9. Juni 2010
Selbstmordserie» des chinesischen Elektronikherstellers Foxconn hat, nach kurzer Aufruhr, wieder abgeebbt. Die Behandlung dieser Vorfälle (Beispiel 1, Beispiel 2, Beispiel 3) zeigt zwei Dinge auf:
- Wäre Apple nicht eine der von Foxconn belieferten Firmen, wäre die Berichterstattung wohl geringer ausgefallen. Dass Unternehmen wie Dell oder Nintendo einen Teil ihrer Produkte bei Foxconn herstellen lassen, wurde weniger betont.
- Die Zehn Selbstmorde (die berechtigte Diskussion, ob der Begriff «Freitod» zu bevorzugen ist, wird hier ausgelassen) werden als aussergewöhnliche Häufung interpretiert.
Ob der zweite Punkt zutreffend ist, die Anzahl Selbstmorde also tatsächlich eine Aussergewöhnlichkeit bedeutet, lässt sich vielleicht mit einem Blick in verfügbare Zahlen klären.
5. Juni 2010
In ihrer Online-Ausgabe hat die Zeitung NZZ einen Artikel zu einer neuen Studie über Akupunktur mit dem Titel «Adenosine A1 receptors mediate local anti-nociceptive effects of acupuncture» veröffentlicht. Es wird erklärt, dass in einem Versuch an Mäusen beobachtet werden konnte, dass eine bestimmte chemische Reaktion eintritt, wenn Akupunktur-Nadeln gesetzt werden.
Dabei ist mir aufgefallen, dass in der behandelten Studie wie auch anschliessend im Artikel unklar ist, was es mit einem bestimmten Phänomen auf sich hat: Dem Placebo.
4. Juni 2010
Wie bereits erwähnt, ist die Stadtzürcher Zeitung «Tagblatt der Stadt Zürich» mit Werbung für allerlei Alternativmedizin und sonstigen Hokus-Pokus gespickt. Die Ausgabe von Mittwoch, dem 2. Juni 2010, geht einen Schritt weiter: Prominent auf Seite 2 des redaktionellen Teils ist ein Interview mit der Astrologin «Madame Etoile», Monica Kissling, abgedruckt.