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Das Pariser Übereinkommen ermöglicht den Vertragsstaaten mit Artikel 6, beim Klimaschutz zu kooperieren. Doch der Marktmechanismus kann auch falsche Anreize setzen, etwa indem Länder sich selbst weniger ambitionierte Ziele setzen, um mehr Reduktionszertifikate verkaufen zu können. Mit einem internationalen Forschungsteam hat INFRAS vier Ansätze entwickelt, um dies zu vermeiden.
Das Pariser Übereinkommen ermöglicht es den Vertragsstaaten, beim Klimaschutz miteinander zu kooperieren. Artikel 6 schafft Grundlagen dafür, dass die Länder zur Erreichung ihrer national bestimmten Klimaschutzbeiträge (Nationally Determined Contributions, NDC) zusammenarbeiten können. So kann ein Gastland («host country») Klimaschutzmassnahmen umsetzen und die erreichten Minderungsmengen an ein Käuferland («acquiring country») als Reduktionszertifikate verkaufen. Letzteres kann diese transferierten Emissionsreduktionen wiederum an seine eigenen Klimaschutzziele anrechnen.
Doch was als Instrument zur Ambitionssteigerung beabsichtigt ist, könnte möglicherweise falsche Anreize setzen: Statt sich selbst anspruchsvollere Klimaschutzziele zu setzen, könnten einzelne Länder bestrebt sein, ihre Emissionseinsparungen zu monetarisieren und sie an andere Vertragsstaaten zu verkaufen. Damit hätten Gastländer einen Anreiz, ihre eigenen Klimaschutzbeiträge (NDC) nicht regelmässig zu verstärken. Letzteres ist jedoch einer der Grundpfeiler der Umsetzung des Pariser Übereinkommens.
Im Auftrag der Schwedischen Energieagentur hat ein internationales Forschungsteam vier Ansätze entwickelt, die falsche Anreize unter Artikel 6 des Pariser Klimaschutzabkommens vermeiden und die Ambitionen der Vertragsstaaten erhöhen sollen. Der unter dem Lead von INFRAS erstellte Bericht gibt konkrete Empfehlungen, wie die vorgeschlagenen Massnahmen umgesetzt werden könnten. Handlungsbedarf sehen die Autorinnen und Autoren unter anderem mit Blick auf die
- Käuferländer (acquiring countries): Für hochentwickelte Länder sind die Marktmechanismen auch deshalb interessant, weil sie von verhältnismässig kostengünstigen Massnahmen zur Emissionsvermeidung in «host countries» profitieren können. Sie sollten über ambitionierte Inlandziele hinaus verstärkt dazu angehalten werden, in Gastländer mit ihrerseits robusten Zielen zu investieren.
- Berichterstattung: Um die Ambitionen der Vertragsstaaten weiter zu steigern, sollte die Berichterstattung unter dem Abkommen von Paris gewisse Mindeststandards an Transparenz und Ausführlichkeit erreichen.
- Regelungen zu den Marktmechanismen in Artikel 6: Die Autoren schlagen diverse Optionen zur Ausgestaltung und Umsetzung der Mechanismen vor, welche Gastländern helfen, ihr eigenes Ambitionsniveau zu halten und mit der Zeit zu steigern.
- Gastländer (host countries): Weniger entwickelte Länder sollten mit Ressourcen und Capacity-building dabei unterstützt werden, die Marktmechanismen umsichtig umzusetzen.
Auch wenn eine übergeordnete Umsetzung auf Ebene aller Vertragsstaaten wünschenswert wäre: Die meisten der entwickelten Ansätze dürften zunächst durch einzelne oder einen «Club» mehrerer gleichgesinnter Vertragsstaaten umgesetzt werden.
Hier finden Sie den vollständigen Bericht im Auftrag der Swedish Energy Agency, der auch als Informationsgrundlage für die Verhandlungspartner bei der UN-Klimakonferenz im Dezember 2019 (COP 25) dienen soll. Weitere Arbeiten von INFRAS zu Ausgestaltungsmöglichkeiten im Rahmen von Artikel 6 finden Sie hier.