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Grundeigentum
Was das Eigentum an Boden anbelangt, bestand ursprünglich die markgenossenschaftliche Idee. Ein Teil des Bodens ging später in Privatbesitz über, noch mehr aber wurde von der Allgemeinheit genutzt, so die Allmend, aber auch landwirtschaftlicher Boden, der sog. "Löser" zur Bewirtschaftung an die ortsansässigen Bürger abgetreten wurde; z.B. Gebiete in Gurgs, Ziavi, Sils Orts (Krautgartengebiet), Viauls u.a. Dabei konnten auch Kleinbauern und Nichtlandwirte Löser zur Selbstbewirtschaftung erwerben. Vereinzelt wurden gewisse Lösergebiete, z.B. auf Ziavi (ausserhalb des jetzigen landwirtschaftlichen Areals), in Nulez oder auch in Viauls in Privat- bzw. Gemeindebesitz überführt oder gar als Weideland genutzt. Genauere Auskunft darüber gibt ein detailliertes Verzeichnis, das sog. "Männlibuch". In einem Protokoll vom 18. März 1893 heisst es u.a. "Löser alter Ordnung in Nulez durch Kompromiss der Gemeinde verfallen"
Was die Berechtigung zum Erwerb von Lösern anbelangt, bestanden verschiedene Bestimmungen; so war z.B. eine Erblichkeit der Löser möglich. Ein Regulativ teilte die Löser in verschiedene Kategorien ein, da unterschiedliche Bodenqualitäten bestanden.
Reorganisation des Löserwesens
Im Laufe der Zeit, in den Nachkriegsjahren, besonders aber mit dem immer grösser werdenden konjunkturellen Aufschwung, sank das Interesse an der wirtschaftlichen Selbstvorsorge, weshalb auch die Nachfrage nach Lösern abnahm. An einer Bürgergemeindeversammlung vom 30. Juni 1956 wurde denn auch einer Reorganisation des Löserwesens zugestimmt. Neben der Verpachtung von zusammengelegten Parzellen aus kleineren Lösern an die Landwirtschaft wurde auch Boden für Industrie- und Wohnbauten abgegeben sowie für sportliche Zwecke zur Verfügung gestellt.
Gebietsausscheidung
Nach Inkrafttreten des Bündner Gemeindegesetzes von 1974 blieben den Gemeinden zehn Jahre, um allfällige Unklarheiten bezüglich Bodenbesitz zu regeln und vorhandene Unstimmigkeiten zu klären. Diese Gebietsausscheidung zwischen den beiden Körperschaften wurde 1978 vorgenommen, wobei in einer Vereinbarung festgehalten wurde, dass das gesamte Nutzungsvermögen, also Alp, Weiden und Waldungen, endgültig in den Besitz der politischen Gemeinde übergehen sollten (davon ausgeschlossen waren die im Grundbuch eindeutig festgelegten Besitzungen). Allerdings besitzt die Bürgergemeinde das Zustimmungs- bzw. Verweigerungsrecht bei Verkauf, Verpfändung und dauernder Belastung.
Aktive Bodenpolitik
Dies zeigt, dass die Bürgergemeinde eine aktive Bodenpolitik betrieben hat und dies auch noch jetzt tut, welche immer auch auf die Interessen der ganzen Gemeinde abgestimmt ist. Man denke etwa an die Schaffung von Arbeitsplätzen. Erwähnt werden darf in diesem Zusammenhang auch die mannigfaltige Unterstützung, welche die Bürgergemeinde verschiedenen sozialen, kulturellen und sportlichen Organisationen zukommen lässt.