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Kann Walmart mit AMAZON mithalten? – Walmart Aktienanalyse
In der heutigen Aktienanalyse werfen wir einen Blick auf Walmart. Und sicherlich hat der eine oder andere schon mal von diesem Unternehmen gehört: Walmart ist ein US-amerikanischer Einzelhandelskonzern, der mit über 11.000 Einzelhandelsgeschäften und mehr als zwei Millionen Mitarbeitern weltweit zu den grössten Arbeitgebern im Privatsektor gehört.
Spezialisiert hat sich der Konzern auf ein breites Angebot zu vergleichsweisen günstigen Preisen. Vergleichbare Konkurrenten sind unter anderem das französische Unternehmen Carrefour und der britische Konzern Tesco. (Keine Anlageempfehlung)
Die wichtigsten Informationen in Stichpunkten:
- In der Fortune Global 500 besetzt Walmart den ersten Platz als umsatzstärkstes Unternehmen weltweit.
- Mit über 2 Millionen Angestellten ist das Unternehmen der grösste Arbeitgeber der Welt.
- Walmart betreibt über 11.000 Filialen.
- Bedeutende Wettbewerber sind Carrefour und Tesco.
Wie erwirtschaftet Walmart Geld?
Der Erfolg des Unternehmens stützt sich auf niedrigen Preisen und Gewinnmargen, die aber durch ein breites Warenangebot und einem niedrigen Gehaltsniveau profitabel bleiben. Zu ihrem angebotenen Waren gehören unter anderem Produkte wie Lebensmittel, Kleidung, Haushaltswaren, Bücher, elektronische Geräte, Autozubehör, Möbel, Tierfutter, Accessoires, Spielzeug, Kosmetik und Schmuck.
Walmart ist international mit Filialen in diversen Ländern vertreten, wie Argentinien, Brasilien, Kanada, China, Deutschland, Korea, Mexiko, Puerto Rico und Grossbritannien. Das Kerngeschäft liegt allerdings im nordamerikanischen Raum.
1. Marktkapitalisierung und Umsatz in 2020
- Umsatz: 523,96 Mrd. US$ (2020)
- EBIT: 20,57 Mrd. US$ (2020)
- Gewinn: 14,88 Mrd. US$ (2020)
- Marktkapitalisierung: 352,09 Mrd. Mrd. €
Walmart Aktienkurs
Schaut man sich an, wie die Walmart-Aktie in den letzten 20 Jahren performt hat, dann fallen besonders die letzten 5 bis 10 Jahre auf, in denen das Unternehmen stark gewachsen ist.
Der Umsatz allein im Jahr 2020 lag bei über eine halbe Billion US-Dollar. Der Gewinn im direkten Vergleich war bei 15 Milliarden US-Dollar.
Wir haben hier ein klassisches Geschäftsmodell, indem der eingesparte Preis durch Masseneinkäufe an den Kunden weitergegeben wird. Das hat Walmart auf eine Marktkapitalisierung von 400 Milliarden US-Dollar gehoben.
Wir haben hier also den interessanten Fall, dass die Marktkapitalisierung kleiner als der Umsatz ist, der jedes Jahr generiert wird. Und der Umsatz steigt sogar weiter, wohingegen der Gewinn in den letzten 10 Jahren stagniert beziehungsweise nur minimal gewachsen ist.
Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die Margen prozentual gesehen gesunken sind. Hier lohnt es sich einen genaueren Blick darauf zu werfen, um herauszufinden, woran das liegen könnte und ob dieses Geschäftsmodell auch bereit für die Zukunft ist. Mehr dazu findest du weiter unten in der Analyse.
2. Geschäftsmodell
Bevor wir hierzu eine fundierte Meinung abgeben können, sollte man vorher das Geschäftsmodell genauer unter die Lupe nehmen und in diesem Kontext auch auf die Unternehmensgeschichte schauen:
Unternehmensgeschichte
Walmart wurde im Jahre 1945 von Brüdern Samuel Moore, Bolton und James Lawrence in Betonville Arkansas gegründet. Noch heute gehört die Familie mit unter den reichsten in den USA. Das erste Ladengeschäft wurde dann im Jahre 1962 eröffnet und seitdem konnte sich Walmart gegen Konkurrenten an der Spitze, wie Kmart und Co durchsetzen.
Unter anderem durch die hohe Beliebtheit und Sam Waltons Geschäftssinn, der das Potenzial erkannte und ein Filialnetz aufbaute. 1970 umfasste Walmart schon 38 Standorte und wurde kontinuierlich weiter ausgebaut.
Heute hat jeder Amerikaner im Umkreis von 10 Meilen oder darunter einen Walmart in seiner Nähe.
Mit der Expansion kam auch im selben Jahr noch der Schritt an die Börse, was den Aufbau durch die zusätzliche Finanzierung weiter beschleunigte. In den darauffolgenden Jahren konnte Walmart auch deutlich profitabler wirtschaften als die damaligen Konkurrenten Kmart und Sears und bis 1990 dann auch die Marktführerschaft in den Vereinigten Staaten übernehmen.
1999 kaufte Walmart das britische Unternehmen Asda für 10 Milliarden US-Dollar, um ein bedeutendes Standbein auf dem europäischen Markt aufzubauen.
Geschäft
Wie bereits erwähnt ist Walmart besonders im Einzel- und Grosshandel tätig und wird in der Presse auch gerne als die letzte grosse Bastion gegen Amazon betitelt. Der Konzern bietet ein breites Sortiment von Waren und Dienstleistungen zu täglich niedrigen Preisen an und erfreut sich deshalb großer Beliebtheit. Gegliedert ist Walmart in drei Geschäftsbereiche: Walmart U.S., Walmart International und Sam’s Club.
Walmart U.S.
Zu Walmart U.S. gehören die Marken Walmart, Wal-mart, Walmart Neighborhood, walmart.com und weitere E-Commerce-Ableger. Mit diesen Marken fokussiert sich der Konzern auf den Verkauf von Konsumgütern.
Walmart International
Walmart International hingegen ist darauf spezialisiert Supercenter, Supermärkte, Hypermärkte, Warehouse Clubs und Cash & Carrys ausserhalb der Vereinigten Staaten aufzubauen und zu betreiben.
Sam’s Club
Und zuletzt Sam’s Club. Hier werden Märkte betrieben, die nur für Mitglieder zugänglich sind, genauso wie das digitale Pendant seamsclubs.com.
3. Die wichtigsten Kennzahlen
Walmart Nettoverschuldung
Ein Blick auf die Verschuldung des Unternehmens zeigt, dass der Konzern hier seit 2009 eine stabile Bewegung mit leichter Tendenz nach unten. Seit 2019 sogar stark rückläufig. Während sie hier noch bei 46,45 Milliarden US-Dollar lag, hat Walmart 2021 eine Verschuldung von nur noch 31,13 Milliarden US-Dollar und erreicht somit das Niveau von 2010.
Weitere Finanzkennzahlen im 5-Jahres-Durchschnitt
- Umsatz +2,0 %
- Operativer Gewinn negativ
- Operative Marge 4,6 %
- Free Cash Flow negativ
- Operativer FCF negativ
- Eigenkapitalquote 37,0 %
- Fremdkapitalkosten 0,4 %
- Dividendenwachstum +2,0 % (Senkung für 2021 prognostiziert)
- Dividendenrendite 1,9 % (aktuell 1,4 %)
- Ausschüttung des FCF 35,9 %
- Übergewinn negativ
4. Dividendenentwicklung und Wachstum
Die Dividendenentwicklung und auch das Wachstum der letzten 5 Jahre geben weitere Aufschlüsse darüber, ob die Walmartaktie Potenzial zu einem Kauf hat.
Laut aktuellem Stand im November 2021, zahlte Walmart innerhalb der letzten 12 Monate Dividende in Höhe von insgesamt $2,19 pro Aktie. Das entspricht bei aktuellem Kurs um die $142,39 eine Dividendenrendite von 1,53 Prozent. Als amerikanisches Unternehmen wird die Dividende viermal im Jahr in den Monaten Januar, April, Juni und September ausgeschüttet.
Bis auf eine Ausnahme im Jahr 2014, wird die Dividende jährlich angehoben. Gemeinsam mit dem Wachstum des Unternehmens die prozentual gemessene Dividendenrendite gesunken, weil die Kursgewinne, die Walmart gemacht hat, grösser waren als die Steigerung der Dividende.
Das führt zurzeit zu historisch niedrigen Dividendenrenditen, die aktuell zwischen 1,3 und 1,5 Prozent liegen, vorher bei 3,3 Prozent.
Walmart steigert seit 48 Jahren die Dividende und erreicht damit bald den Status eines Dividendenkönigs.
Ist die Walmart-Dividende sicher?
Bisher sprechen zumindest die meisten Anzeichen dafür:
- Die Dividende wird seit 48 Jahren gesteigert.
- In den letzten 10 Jahren jährlich um 4,36 Prozent.
- Auf 5-Jahressicht stieg die Ausschüttung um 2,04 Prozent.
- Die Ausschüttungsquote auf den Free-Cash-Flow liegt bei 34,5 Prozent
- Bezogen auf den Gewinn schüttet Walmart 61,7 Prozent an seine Aktionäre aus
- Die Stabilität der Dividende liegt bei 0,98 von max. 1,0
5. Zukunftschancen und Prognosen
Wie alles Einzelhandelsketten gehört auch Walmart zu den klaren Profiteuren während der Pandemie. Aber auch davor wurde mit dem Ausbau des E-Commerce-Geschäftes (unter anderem Walmart Plus*) auf die richtigen Karten gesetzt: Allein im vierten Quartal 2021 erzielte Walmart hier eine Wachstumsrate von 69 Prozent. Der Gesamtumsatz wuchs um 7,3 Prozent auf 152,1 Milliarden US-Dollar an im Vergleich zu 145,6 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal. Und auch als Profiteur musste Walmart durch gestiegene Kosten einen Verlust von 2,09 Milliarden US-Dollar im letzten Quartal melden.
*Walmart Plus ist ein Aboservice, der mit Amazon Prime vergleichbar ist und Kunden kostenlose Lieferungen und exklusive Vorteile bietet.
6. Eigene Einschätzung
Walmart hat ein grosses Problem, und zwar ist das Amazon. Trotzdem glaube ich persönlich entgegen der Meinung vieler Menschen, dass Amazon die Zukunft und Walmart nur ein träger Grosskonzern, sich der eine oder andere irren könnte.
Denn bisher deuten alle Signale und Unternehmensentscheidungen darauf hin, dass Walmart besonders mit ihren Investitionen in den E-Commerce-Bereich auch weiterhin konkurrenzfähig bleibt. Und diesen Umbau muss man anerkennen.
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Old Economy hat eine Chance in der Zukunft
Nur weil etwas alt ist, bedeutet es nicht, dass es nicht zukunftsfähig ist. Der Umbau eines Traditionsunternehmens auf eine mehr digitale Welt nimmt nur einfach mehr Zeit in Anspruch und das erleben wir gerade am Beispiel Walmart.
Man darf nicht vergessen, dieser Konzern hat über 11.000 Standorte und damit ein riesiges Logistiknetzwerk, dass über die Jahre hinweg aufgebaut wurde. Das birgt ein riesiges Potenzial für einen eigenen Lieferdienst, der nun mit Walmart Plus stetig ausgebaut wird.
Zwar wächst der Umsatz nicht mehr so stark, wie in den Jahren zuvor aber mit dem konkreten Einstieg in die Onlinewelt und Ausbau der digitalen Dienste könnte Walmart hier ein Mittel gefunden haben, um auch in Zukunft starke Umsätze zu erwirtschaften.
E-Commerce macht es möglich deutlich flexibler in der Preisgestaltung zu sein, weil hier die Margen im Schnitt höher ausfallen. Dazu kommt dann noch das bequeme Bestellen von Zuhause und zu jeder Zeit. Langfristig gesehen investiert Walmart also in die Zukunft.
Ein weiterer nennenswerter Punkt ist der Kauf von Flipkart im Jahre 2018 – ein indischer Onlineversandhändler mit Sitz in Bengaluru. Hier konnte sich Walmart gegen Mitbewerber wie Amazon und Snapdeal im Bieterkrieg durchsetzen.
Ob dieser Ausbau Früchte tragen wird, das kann man Stand heute noch nicht wirklich sagen. Wenn man sich aber anschaut, wie und wohin sich die Welt gerade entwickelt, dann stimmt zumindest schon Mal die Richtung. Wichtig ist, dass der Konzern weiter in genau diesem Bereich investiert, damit sie einen Punkt erreichen, an dem man erkennt, dass sie einen substanziellen Anteil im Digitalgeschäft am Umsatz erwirtschaftet haben.
An dieser Stelle sei kurz erwähnt, und das gilt auch für alle anderen Aktienanalysen.
Das hier ist keine Anlage-, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Ich präsentiere hier Zahlen, die jeder einsehen kann und teile meine Meinung dazu.
Fazit: Für wen sind Walmartaktien interessant?
Persönlich habe ich keine Investitionen in Walmartaktien, obwohl es ein gutes Unternehmen ist, mit Potenzial für die Zukunft. Wachstum ist hier also durchaus möglich. Die Frage ist nur, wie viel? Aktuell aber und das muss ehrlicherweise gestehen:
Walmart ist in der Position eines der grössten Einzelhandelskonzerne in der Welt zu sein. Und Wachstum in so einer Ausgangslage ist schwierig, zumindest wenn es um grosses Wachstum geht.
Wer also auf grosse Gewinne in kurzer Zeit mit Walmart hofft, der muss sich selbst eingestehen, dass das eher nicht passieren wird. Trotzdem schaut es aus als wäre diese Aktien mit den fortlaufenden Dividenden eine stabile Option für das eigene Portfolio. Wer also mit kleinem, aber mehr oder weniger sicherem Wachstum zufrieden ist, für den könnte diese Aktie durchaus interessant sein.
Was haltet ihr von Walmart im Depot? Besitzt ihr hiervon Aktien? Wenn ja, wieso, weshalb, warum? Schreibt mir gerne eure Kommentaren zu dieser Aktie hier unter den Artikel. Ich freue mich auf eure Meinung.
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