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Helmut Etters Leben, in sechs Etappen zusammengefasst
1921 bis 1950
Helmut Etter wurde 6. Juni 1921 in Schaffhausen geboren. Danach übersiedelte seine Familie nach St.Gallen. Kindheit und Jugend waren entbehrungsreich. Schon 1935, in der Realschule, fiel sein Talent in einem Malwettbewerb auf. Aber die Familie war auf Geld angewiesen, und so begann er eine Installateurlehre, die er 1941 abschloss. Nach der Rekrutenschule trat er 1943 in's Lehrerseminar Rorschach ein, wo er 1947 das Diplom schaffte. Es folgten Jahre als Lehrer, und er heiratete.
1954 bis 1964
1954 zog Helmut Etter nach Basel. Neben seiner Tätigkeit als Sekundarlehrer begann er ein Studium an der Uni Basel. Er studierte u.a. bei Adolf Portmann, Karl Jaspers und Wolf Heidegger. 1962 promovierte er zum Dr. phil. II "in Geografie als Hauptfach und in Experim. Psychologie, Geologie-Paläontologie, Zoologie als Nebenfächer". Thema der Dissertation: "Das Malcantone - Ein Beitrag zur Landeskunde des Sottoceneri". Danach unterrichtete er eine Zeit lang Geografie und Biologie an der Kantonsschule St.Gallen. - Wichtig für die Zukunft wurde 1958der erfolgte Erwerb eines Rustico in Astano (Tessin). Durch eigenhändigen Umbau entstand schliesslich ein schönes Haus, und aus dem riesigen Umschwung wurde ein blühendes Gartenparadies. Er nannte seinen Wohn- und Arbeitsort Casa Lucertola. Hier entstanden später unzählige seiner Bilder.
1964 bis Anfang 70er Jahre
1964 wurde Helmut Etter wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Hoffmann-LaRoche in Basel. Er befasste sich mit medizinischen, chemischen und pharmazeutischen Fragen. Dabei wuchs seine kritische Einstellung zu gewissen Entwicklungen im Wissenschaftsbetrieb, wo er eine "cartesianische Zerstückelung der Welterkenntnis" durch die Naturwissenschaften und ihre technischen und medizinischen Anwendungen diagnostizierte. Er suchte eine ganzheitliche Sicht der Dinge und glaubte, sie in der Kunst mindestens teilweise darstellen zu können. So wurde die Malerei schliesslich zu seinem wichtigsten Ausdrucksmittel.
Abbildungen von Links nach rechts: Obere Reihe: Seminarklasse Rorschach, 1947 - HE in jungen Jahren - HE, etwa 1975 - vor dem Eingang des Ateliers, Astano, 1997; untere Reihe: Astano, September 1997 - Casa Lucertola von Aussen,1997 -Casa Lucertola, vom Garten her - Blick vom Wohnzimmer nach Westen
Bis in die 90er Jahre
1968 hatte Helmut Etter seine erste, grosse Einzelausstellung im Schloss Arbon, ein Jahr darauf, 1969, eine weitere im Kornhaus Rorschach. Beruflich arbeitete er nochmals einige Zeit als Lehrer in Arlesheim (BL). 1973 reiste er nach Aethiopien. 1975 erschien im NZN Buchverlag Zürich der Band "Der Mensch zwischen Chaos und Kosmos", mit vielen Bildern, Zeichnungen und eigenen Texten. Der Titel war gleichsam Ausdruck von Etters Philosophie und Programm. - Neben Ausstellungen (Tessin, Baselland, Luzern) produzierte er eine Schulfunksendung über Picasso und Mandalas. 1983 reiste er nach Indien, wo er in Kerala auch die "Fine Art School Trichur" besuchte.
1994 und später
Helmut Etter wohnte lange Zeit während des Jahres stets im Tessin. Er baute seine Liegenschaft in Astano massiv aus. Ein paar kleine Schriften erschienen, darunter zwei Bändchen mit Kunstpostkarten. Er malte Glasfenster und gab Malkurse im eigenen Atelier. - 1999/2000 fand in Heiden (Klinik am Rosenberg) eine Ausstellung mit 100 Bildern statt. 2000 und 2003 erschienen zwei weitere Bildbände und kleinere Ausstellungen folgten (eine in St.Gallen, Galerie M. Zotti).
2005 bis zu seinem Tod 2017
Das Jahr 2005 war ein Schicksalsjahr: Helmut Etter verkaufte seine Casa Lucertola. Er sagte später, der Unterhalt der Liegenschaft sei immer schwieriger und aufwändiger geworden. Auch die hässliche Abgas- und Feinstaubwolke über der Po-Ebene machte zu schaffen. Der Abschied tat weh. Helmut Etter lebte und arbeitete danach in Aesch (BL), und er zog sich oft in den nahen Schwarzwald zurück. - Die letzte grosse Ausstellung hatte er 2006 in Heiden (Hirslanden Klinik am Rosenberg). - Danach malte er viele kleinformatige Bilder, meist Impressionen und Fantasien von Landschaften. "Imaginäre Landschaften" nannte er sie (ein paar Beispiele in Galerie A).
Ein Umbau veranlasste ihn 2011 abermals zum Wohnungs- und Wohnortwechsel. Er lebte danach in Frick, im Schweizer Kanton Aargau. Hier wurde auch ein Schauraum für seine Bilder eingerichtet.
Anfangs September 2016 zwang ihn eine plötzliche Verschlechterung des Gesundheitszustands zu einem Aufenthalt im Spial Laufenburg. Im Dezember erfolgte ein Übertritt ins Altersheim Bruggbach in Frick, wo er am 15 Januar 2017 verstarb. Er wurde über 96 Jahre alt und in Frick beigesetzt.
Das Foto entstand im Oktober 2015, anlässlich einer Ausstellung im evangelischen Kirchgemeindehaus Frick.