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Neues Skalensystem
Logisch und systematisch aufgebaute Violintechnik, die zu einer sicheren Intonation führt.
Hochkonzentriert erstellte der Tscheche Zdeněk Gola, der lange in Schweden Konzertmeister, Lehrer und Leiter international beachteter, ganzjähriger Violinkurse war und seit der Wende wieder in Ostrava lehrt, logisch aufgebaute Übungssequenzen zum Beherrschen einer sicheren Intonation für Fortgeschrittene – eine Weiterentwicklung von Schradiek.
Gola unterscheidet «horizontale und vertikale Bewegungen der Hand»; diese Bezeichnungen sind ungewöhnlich. Gemäss Vorwort sind horizontale Bewegungen Stellungsänderungen der Finger (Griffwechsel), ohne mit der Hand in eine andere Lage zu gehen: 1. Vorstrecken und Zurückbiegen auf einer Saite, 2. Querbewegen der Finger von einer Saite auf eine andere, rechtwinklig oder diagonal. Vertikale Bewegungen sind Lagenwechsel längs der Saiten mittels Armtransport.
Dank logischer Präsentation kann man Probleme gezielt angehen. Das Deutsch der kurzen dreisprachigen Erklärungen ist manchmal nicht präzis; ein Vergleich mit der englischen Version dagegen oft klärend. Wirklichkeitsnah werden die «horizontalen» Übungen nacheinander in allen Lagen und auf allen Saiten verlangt. Besonders wertvoll sind die chromatischen Verschiebungen in den Doppelgriffen, die die Rollbewegungen in den Fingergrundgelenken aktivieren. Die Dezimen werden mit geschickten Vorübungen vorbereitet; leider wird nicht geraten, damit in der 4. Lage zu beginnen. «Vertikale» Übungen beginnen Ende Heft 1 auf einer Saite und füllen das Heft 2 mit interessanten wellenförmigen Lagenwechselkombinationen diagonal über alle Saiten. Ein- und zweistimmige Tonleiterübungen über zwei Oktaven auf einer oder zwei Saiten mit verschiedenen Fingersatzarten schliessen das im positiven Sinn anstrengende Werk ab.
Zdeněk Gola, Violintechnik,
2 Bände;
Heft 1, BA 9550, € 15.95;
Heft 2, BA 9551, € 14.95;
Bärenreiter, Prag 2013