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Spotlight: Königliche Aufgaben
Vor vielen tausend Jahren hatten Könige zwei wesentliche Aufgaben: Regieren und Bauen.
Regieren übernahmen sie selbst, aber beim Bauen griffen sie eher selten persönlich zum Mörtel. Könige bauen nicht, sie lassen bauen. Aber auch wenn viele Hände an den Projekten mitarbeiteten – letztlich war es der König, der sich in Inschriften als Bauherr preisen liess. «Der König als Bauherr» – das war (und ist?) politisches wie auch religiöses Programm. So existiert auch eine Reihe von beschrifteten Ziegeln, auf denen sich die sumerischen Könige in Keilschrift ihrer Bautätigkeit rühmen: Sie errichteten einen Tempel – häufig gerade für den wichtigsten Gott im Staate. Aus einem Heiligtum in der Nähe der antiken Stadt Ur stammt der abgebildete Tonziegel. Der König rühmt sich darauf als Erbauer des Tempels, in dem der Weisheitsgott Enki Wohnung nimmt.
Auf ganz ähnliche Weise berichten uns die biblischen Texte (Buch der Könige) von der Bedeutung des Tempelbaus in Jerusalem. David und Salomo sind zugleich Könige und Bauherren. Letztlich ist es Salomo, der den Bauplan Davids umsetzt und für seinen Gott, den Gott des Ersten Testaments, einen Tempel errichtet. Die neueren Forschungen haben ergeben, dass schon vor David und Salomo ein Tempel in Jerusalem existierte. Aber auch das passt zur orientalischen Tradition: Viele Könige bauten Tempel, indem sie einfach an schon vorhandenen weiterbauten.
Text: Florian Lippke
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Lehmziegel mit Keilinschrift (2045–2037 v. Chr.) | VT 2014.1
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