Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03260.jsonl.gz/1246

Beim Konzert der Toten Hosen in Leipzig im vergangenen Sommer sangen 70’000 Menschen „Steh auf, wenn Du am Boden bist“. In der Mitte des Songs kam plötzlich Wölli auf die Bühne, stimmte ein in den Chor, denn der Song galt ihm. Wölli hatte Krebs. Bis Ende der Neunziger sass er bei den Toten Hosen am Schlagzeug, jetzt ist der ehemalige Drummer der Punkrock-Band im Alter von 66 Jahren gestorben.
Die Toten Hosen - Steh auf, wenn du am Boden bist - mit Wölli @ Festwiese Leipzig - 22.08.2015
Wolfgang Rohde, den alle bloss Wölli nannten, war Mitglied der Band, als diese Erfolgssongs wie „Hier kommt Alex“ oder „Alles aus Liebe“ veröffentlichte. Der ehemalige Schlagzeuger der Toten Hosen, der von 1986 bis 1999 bei der Band aus Düsseldorf den Takt angab, war vor zwei Jahren schwer erkrankt. Die Niere war vom Krebs befallen, schliesslich auch die Lunge. Doch der Musiker wollte sich nicht unterkriegen lassen. Er fuhr also mit dem Auto nach Leipzig, um schliesslich Arm im Arm mit Campino und den Tausenden zu singen. Ihrem Ex-Drummer waren die Toten Hosen treu, auch nachdem dieser sich von der Band verabschiedet hatte, weil der Rücken nicht mehr mitmachten. Wölli wurde durch seinen Roadie Stephen George „Vom“ Richie ersetzt, aber blieb Hosen-Mitglied. Die demokratisch organisierte Band, die auch die Anteile am Geschäft gleichmässig aufteilt, liess Wölli nicht fallen. Er behielt die Einnahmen, Richie bekam seinen Teil ab.
Wölli selbst hatte 1986 den vormaligen Schlagzeuger Klaus-Peter „Trini“ Trimpop ersetzt, der ins Management der Band wechselte. Mit Wölli am Schlagzeug erzielte die Band ihre grössten Erfolge, darunter die Alben „Damenwahl“, „Bis zum bitteren Ende“ und „Opium fürs Volk“. Nach mehreren Bandscheibenvorfällen zog sich Rohde aus der Band zurück, da ihm die körperliche Belastung zu viel wurde. Seine unkomplizierte und fröhliche Art brachte ihn zu den Toten Hosen, wurde in der ersten Band-Biographie vermerkt. Wölli war ein netter, manchmal kauziger Typ, mit dem man schnell ins Gespräch kam. Auch in Meerbusch, wo der gebürtige Kieler die vergangenen 17 Jahre lebte, nahm er die Herzen im Sturm. Kaum hatte er sich im Stadtteil Lank-Latum niedergelassen, organisierte er dort über viele Jahre ein Rockfestival. Auch musikalisch blieb Wölli weiterhin aktiv. Er absolvierte regelmässig Gastauftritte bei den Hosen, unter anderem bei Rock am Ring 2004. 2011 gab er mehrere Konzerte mit „Wölli und die Band des Jahres“. Rohde trat in der Band als Sänger auf. Die Single-Auskopplung „Alles von vorn“ sang er im Duett mit Hosen-Frontmann Campino, Andreas „Kuddel“ von Holst, ebenfalls Hosen-Mitglied, zupfte die Gitarre.
Wölli & Die Band des Jahres (feat. Campino) - »Alles nochmal von vorn«
Wölli hinterlässt zwei Söhne. Anfang 2015 war bereits der langjährige Manager der Toten Hosen, Jochen Hülder, gestorben. Er war im Gemeinschaftsgrab der Rockband auf dem Düsseldorfer Südfriedhof beigesetzt worden. Auch „Wölli“ Rohde hatte einen Platz in dem „Familiengrab“ angemeldet. „Wenn ich ein paar Meter Erde über mir habe, dann bitte da, wo auch die Jungs später irgendwann liegen werden!“, hatte er gesagt. Die Band teilte folgendes auf Facebook mit:
Musikalisch geben mir die Hosen heute nicht mehr viel, die Alben aus den 80ern aber halte ich bis heute für grossartig. Für diese sass Wölli hinter der Schiessbude. Damals hab ich so einige Konzerte miterlebt und die werde ich nie vergessen! Und ich werde Wölli nie vergessen. Du warst Teil meiner Jugend. Nun haste den Kampf verloren. Der Moment, wo ein trotziges „Alles auf Anfang“ nicht mehr funktioniert. Machs gut, Alter Haudegen. Der erste aus der legendären Düsseldorfer Opelgang ruht jetzt für immer. Vielleicht doch im Paradies. Danke für gute Musik! Und nun haut raus den Scheiss und dreht die Boxen auf! R.I.P. Wölli!
Die Jungs und Mädels der CDU ticken völlig aus und der folgende Clip zeigt, was auf der Wahlparty wirklich lief. Und ich denke, dass hätten die Toten Hosen sicher nicht gewollt, das ihre Zoten jetzt schon auf Wahlpartys gegrölt werden und obendrein noch vom lebenden Hosenanzug höchstpersönlich…
CDU tickt völlig aus (was auf der Wahlparty wirklich lief)
„Ist das noch Punkrock, wenn euer Lieblingslied in den Charts ist?“, fragen Die Ärzte in einem ihrer neuesten Songs und die Antwort wird gleich mit dazu geliefert: „Ich glaube nicht!“ Dieser Meinung bin ich auch, doch Die Toten Hosen vermochten dennoch zu überzeugen. Gut möglich, dass Die Ärzte beim Dichten dieser Zeilen an die Fans der Truppe aus Düsseldorf gedacht haben. Und die Frage ist berechtigt! So erfolgreich wie die Band aus Düsseldorf ist derzeit im deutschsprachigen Raum nur noch der Schlager-Graf von Unheilig. Punk lehnte sich vor Urzeiten mal gegen den gesellschaftlichen Konsens auf, doch diese deutschrockige Bierseligkeit, welche die Hosen auf dem Gurten zelebrieren, ist wohl eher eine Art Antithese zum Punk. Ich habe die Hosen schon in den Jahren 1996 und 2002 auf dem Gurten genossen und vielleicht liegt es auch daran, dass die Hosen und ich alt geworden sind, wie singt Campino schon wieder? „Ich bin noch keine sechzig und ich bin auch nicht nah dran.“ Tja, von wegen nah dran, bei Campino dauert es noch neun Jahre… bei mir zum Glück noch einiges mehr
„No future – das war gestern, seit dem ist viel passiert“, um nochmals den Eingangs erwähnten Song zu zitieren und „das hat so den Coolnessfaktor von einem Gartentraktor“ passt auch wieder wie Arsch auf Eimer. Doch kommen wir erst zum zweiten Tag des 30. Gurtenfestivals, dass mit über 20’000 Besuchern ausverkauft war. Auch hier wieder eine kleine parallele zu den Toten Hosen, welche letztes Jahr ihr 30 jähriges bestehen Feiern konnten. Zurück zum Festival, den Tag eröffneten Hoffmaestro aus Schweden mit einer geballten Ladung Ska. Gebändigten Indiepop präsentierten auf der Zeltbühne die Landsmänner von Friska Viljor und ähnlich wechselhaft wie das Konzertprogramm war das Wetter, welches nicht wusste, ob es sich zwischen brütender Wüstenhitze und Regenschauer entscheiden sollte.
Die Toten Hosen - Hier Kommt Alex ( Gurtenfestival 2013 )
Wer dem anbahnenden Regen entgehen wollte, verzog sich unter das Zelt der Zeltbühne, wo die Schweizer Celtic Metal-Band Eluveitie sich mit ihrem Sound deutlich von den bisherigen Acts auf dem Gurten positiv abhebte. Keltische Klänge, Dudelsäcke und urhelvetische Ikonografie lockten eingefleischte Metalheads an, schienen aber den Durchschnitts-Besucher eher zu verwirren. Letztere setzten sich daher doch lieber zu den braven Lunik auf der Waldbühne ab. Sophie Hunger schlägt sich derweil tapfer auf der Hauptbühne und ist sichtlich motiviert. Ein sauberes Konzert, doch der Funke will einfach nicht so recht auf das Publikum überspringen. Vereinzelte Zuschauer schunkeln zu den Big Band-Rythmen mit, aber Hunger kann sie auch mit grössten Anstrengung nicht zu mehr bewegen, denn alles wartet auf Die Toten Hosen.
Dann, endlich, pünktlich wie angesagt um 21:45 Uhr, hissen die Hosen die Flagge auf der Hauptbühne. Frontmann Campino lässt nichts anbrennen und liefert gleich du Beginn eine Riesenshow ab. Bereits beim zweiten Song lässt er sich von seiner „Security“ zu den Fans tragen. Das hungrige Publikum grölt begeistert Hits wie „Ballast der Republik“, „Bonnie & Clyde“ und „Alles aus Liebe“ mit. Es herrscht eine ausgelassene Stimmung und der Frontsänger Campino erzählt uns aus einer Welt, die sich hauptsächlich um Fussball, Gerstensaft, Party und Passivsport zu drehen scheint. Campino, der sich in letzter Zeit ganz gerne auch als Komponist etwas gar plakativer Zusammengehörigkeits-Hymnen („An Tagen wie diesen“, „Steh auf, wenn du am Boden bist“) hervortut, ist ein geborener Entertainer.
Paradies - Pasci & Die Toten Hosen, Gurtenfestival 2013 HQ
Der Sänger erwähnt, dass er schon in den Jahren 1996 und 2002 auf dem Gurten war und er sich nach eigenen Angaben gut erinnern kann. Auch erinnerte er sich an den April 2012 anlässlich die Band auf der „Magical-Mystery-Tour“ ein privates Hosen-Konzert auf einem Berner Dachboden, der zu einer Privatwohnung gehört, spielte und gemäss Campino eine der besten Parties überhaupt feierten. Ich selbst erinnerte mich daran, als „Die Goldenen Zitronen“ ein Konzert in der Reithalle gaben und Campino, Kuddel und Wölli als Freunde mit auf Tour waren. An diesem Abend war es möglich, mit den Jungs ein paar Bierchen zu kippen, zu plaudern und einigen Unsinn anzustellen. Schön wars, doch das ist ewige Zeiten her, kaum mehr wahr und darum zurück zum Konzert. „Paradies“ brach die Band plötzlich ab, denn einer (Pasci) im Publikum hielt ein Transparent hoch mit „Campino, das kann ich besser“. Campino bat Pasci aus dem Aargau mit den Worten „Hier ist die Bühne der Verlierer“ auf die Bretter die die Welt bedeuten und der Aargauer macht seine Sache gar nicht schlecht und nutzte die einmalig grosse Bühne, um sich in Szene zu setzen und die 15 Minuten Ruhm zu geniessen.
Weiter gings und spätesten bei „Alles aus Liebe“ lagen sich die Menschen hüpfend in den Armen und Pyros werden gezündet, was die grimmigen Broncos in helle Aufregung versetzte. Bald war nicht mehr klar, was Schweiss, was verschüttetes Bier und was Freudentränen waren. Der grosse Headliner am Freitagabend brachte das textsichere Bern an den Rande des Kreislaufzusammenbruchs und bot ein gigantisches und energiegeladenes Konzert. Doch irgendwie war es vor vielen Jahren besser auf dem Güsche und dass machten nicht nur die teilweise fein rausgeputzten über 20’000 Zuschauer aus. Nein, irgendwie ist der Gurten Charme dem absoluten Kommerz gewichen, Freundschaften dem Sehen und Gesehen werden und irgendwie sehen sowieso alle gleich aus und das selbst an diesem Abend. Sie sind sauber, gesund, gutriechend, enthaart, leistungsfähig und unauffällig. Wie langweilig und irgendwie ekelhaft. Wo sind all die Freaks geblieben? Wo sind die Gruftis und Punks? All die „Spinner“ kann man an einer Hand abzählen. Nix mehr los, überall gepflegte Menschen, die alle aussehen, als seien sie Mitte 30. Schon wenn sie 20 sind, sehen sie so aus. Wenn sie crazy sind, tragen sie Bärte und Hüte und ein Hosen Shirt.
Doch was solls, auch hier eine parallele zu der Band – und irgendwie macht es ja trotzdem Spass. Fast zwei Stunden rockte die Band und der stimmungsmässige Höhepunkt der diesjährigen Jubiläumsausgabe erwies sich einmal mehr als Idealbesetzung für ein Festival in diesen Breitengraden. Die gewohnte Spielfreude und Interaktion mit dem Publikum fehlte ebensowenig wie der crowdsurfende Ausflug Campinos zum Mischturm – inklusive bengalischer Fackel auf dessen Dach – und zurück. Der Gurten befindet sich beim Konzert der Toten Hosen im Sing-Along-Rausch, „Hier kommt Alex“, „Wünsch Dir was“, das Ärzte-Cover „Schrei nach Liebe“, „Tage wie diese“ und als erste Zugabe den „eisgekühlten Bommerlunder“. Den Rest geben die müden Rebellen dem Gurten mit dem Abzählvers „Zehn kleine Jägermeister“ und der amtlichen Verabschiedungshymne „Auf Wiedersehen“. Ganz viel Spektakel, doch was die Toten Hosen bieten hat mit Punk nicht mehr viel am Hut, ist wohl eher zum Schunkelpunk geworden. Macht ja nix, Heino covert mittlerweile auch nen Song von „Die Ärzte“, wird schon alles passen, ansonsten wird es passend „gemacht“… Bist du noch Punkrock?
Campino zündet Pyro, Die Toten Hosen, Gurtenfestival 2013 HQ
Setlist der Toten Hosen am Gurtenfestival:
Ballast der Republik
Altes Fieber
Auswärtsspiel
Das ist der Moment
Alles was war
Heute hier, morgen dort
(Hannes Wader Cover)
Bonnie & Clyde
Paradies
(Kann es Pasci besser?)
Niemals einer Meinung
Alles aus Liebe
Pushed Again
Schrei nach Liebe
(Die Ärzte Cover)
Liebeslied
Steh auf, wenn du am Boden bist
Hier kommt Alex
Wünsch dir was
Tage wie diese
Encore:
Eisgekühlter Bommerlunder
Alles wird vorübergehen
Far Far Away
(Slade Cover)
Zehn kleine Jägermeister
Schönen Gruss, auf Wiederseh’n
Encore 2:
Draußen vor der Tür
Wort zum Sonntag
(Campino Croudsurfing)
Bis zum bitteren Ende
(Campino Surfing Back)
You’ll Never Walk Alone
(Gerry & The Pacemakers cover)
Ist das noch Punkrock? Ich glaube nicht! - Die Toten Hosen am Gurtenfestival
Das neuste Video der Hosen, „Draussen vor der Tür“ in dem Campino das schwierige Verhältnis zu seinem verstorbenen Vater aufarbeitet. „Haben uns lang‘ ignoriert und kaum noch akzeptiert. In dieser Zeit, die für uns beide schwierig war. Warst so Gewalt und ich so voller Hass, wir kamen Jahre lang überhaupt nicht klar. Ich wollte nie so sein wie du und wie du denkst. Heute merke ich immer wieder, wie ähnlich ich dir bin.“ Und: „Man sagt, und ich weiss jetzt, dass es stimmt, dass es viele Freunde, doch nur einen Vater gibt.“ Authentisch. Ehrlich. Ergreifend. Punkig? Nein. Aber irgendwo doch auch… den ganzen Text des Songs gibt es nachfolgend.
Die Toten Hosen // „Draußen vor der Tür"
Haben uns lang ignoriert und kaum noch akzeptiert
In dieser Zeit die für uns beide schwierig war
Warst so voll Gewalt, und ich so voller Hass
Wir kamen jahrelang überhaupt nicht klar
Ich wollte nie so sein wie du und wie du denkst
Heute merke ich immer wieder wie ähnlich ich dir bin
Zum Glück war’s damals nicht zu spät
Wir haben uns verziehen, der Wind hat sich gelegt
Das ist alles so lange her, so unendlich weit weg
Doch es fällt mir nicht schwer, mich zu erinnern
Wie’s beim letzten Mal war, als wir uns versahen
Da draussen vor der Tür
Man sagt – und ich weiss jetzt dass es stimmt –
Dass es viele Freunde doch nur einen Vater gibt
Und heute wo du weit weg bist
Kann ich dich langsam so viel besser sehen
So wie jetzt habe ich dich früher nie vermisst
Schritt für Schritt komm‘ ich zu dir zurück
Das ist alles so lange vorbei
Doch die Bilder dieser Zeit, sie sind alle noch hier
Ein ganzes Jahr ist eine halbe Ewigkeit
Und es ist Ewigkeiten her, da draussen vor der Tür
Das ist alles so lange her, so unendlich weit weg
Und ich habe kapiert, dass ich dich nie, niemals verliere
Doch obwohl du mir bleibst, fehlst du mir sehr
Nichts bleibt für die Ewigkeit: Campino & Co. sind längst nicht mehr die anarchischen Punks, die sie früher einmal waren. Die einst zügellose Band hat sich selbst immer mehr Regeln verpasst. Begann ein Konzert früher selten nüchtern, ist Alkohol vor dem Auftritt längst verpönt. Was den Erfolg gefährden könnte, wird verbannt und obwohl ihre aktuelle Tour etwas von Rückschau auf gute alte Zeiten hat und die Punk-Attitüde schon ein bisschen zweifelhaft wirkt, bleiben die Toten Hosen lebende Legenden. Nun sind die Toten Hosen auf Jubiläums-Tour mit Titeln aus drei Jahrzehnten Bandgeschichte wird das zahlreich erschienene Publikum in der St. Jakobshalle in Basel in den Bann gezogen. Nach dreissig Jahren Punk-Karriere spielten die Toten Hosen am Dienstag im Rahmen der „Der Krach der Republik – Tour“ erstmals in Basel. Frontmann Campino trat zwei Stunden lang nicht auf die Bremse und fand sofort den Draht zum Publikum.
Als Support war die schwedische Alternative Rock-Band Royal Republic mit am Start. Sänger Adam Grahn, Gitarrist Hannes Irengard, Bassist Jonas Almén und Schlagzeuger Per Andreasson verfügen seit ihrem ersten Album „We Are The Royal“ über eine beachtliche Fangemeinde und sind eine absolute Live-Band, zumindest schafften sie es mit ihrer punkigen Rockmusik die Hosen-Fans auf Betriebsemperatur zu bringen. Der Gig an sich war etwas kurz, aber so ist das halt, wenn man als Vorband auf de Bühne steht. Nachdem Royal Republic die Bühne geräumt hatten, folgte eine recht kurze Umbaupause, deren Verstreichen grafisch dargestellt wurde, indem das Reichsadlerskelett, welches an die Leinwand projiziert wurde, langsam nach unten verlief und nach gut 30 Minuten gingen dann endlich die Lichter aus und die Toten Hosen betraten die Bühne. Mit dem Intro „Drei Kreuze (dass wir hier sind)“ und dem obligaten Aufzug der „Bis zum bittern Ende“ Logos bis unter die Hallendecke, begann die Show der Düsseldorfer Helden.
Die Toten Hosen - Altes Fieber [18.12.2012, Live at St. Jakobshalle, CH-Basel]
Die St. Jakobshalle war restlos ausverkauft, als um neun Uhr die Ikonen des Deutschpunk die Bühne stürmten. Dreissig Jahre im Geschäft und k(l)ein bisschen müde, das bewiesen sie vom ersten Ton des Openers „Ballast der Republik“, dem Titelstück ihrer aktuellen CD. Das Logo dazu ist eine Mischung von Bundesadler und Hammer und Zirkel, dem Wappen des untergegangenen Arbeiter und Bauernstaates DDR. Treffender lässt sich die Rolle der Hosen in der Deutschen Musikgeschichte kaum versinnbildlichen. Bereits fünf Minuten nachdem die fünf Musiker die Bühne betraten, sangen rund 9000 in der ausverkauften Halle mit. Viele auf den vollen Sitzplatz Rängen nahmen ihre Plätze gar nie ein: Man sang, man gröhlte, man reckte die Arme, man stampfte. Nicht nur musikalisch war die Band in Topform, auch die gigantische Multimedia-Show auf den riesigen LED Screens im Rücken der Band sorgte für Hühnerhaut.
Tage Wie Diese - Die Toten Hosen
Es war eine knappe halbe Stunde nach Konzertbeginn, als Sänger Campino auch jene begrüsste, die zum ersten Mal ein Konzert der Toten Hosen besuchten. Viele können es nicht gewesen sein, denen diese Grussworte galten: Die Show der Düsseldorfer Punkrockband, die dieses Jahr ihr dreissigjähriges Bestehen feiert, war ein Heimspiel, ein Triumphzug. Campino und seine Kapelle schmissen für 9000 Fans, ach was, für 9000 Kumpels in der ausverkauften St. Jakobshalle die steilste Punk-Party des Jahres. Campino ist auch mit 50 noch ein begnadeter Entertainer. Ein energiegeladener Punk-Dirigent, der seine Menschenchöre mit dem kleinen Finger im Griff hat, der die ausgezehrte Meute in der ersten Reihe väterlich mit Getränken versorgt und sich selber das Wasser über den nackten Oberkörper kippt. So erlebte ich wie Campino in den Neunzigern auf dem Gurten die Querstrebe des Bühnenaufbaus erklomm und dabei noch sang. Ein anderes Mal verabschiedete sich die Band von der Bühne um etwa 10 Minuten später im Scheinwerferkegel eines ganz anderen Ortes der Halle wiederloszurocken, inmitten von Fanreihen. Und genau dies ist den Toten Hosen wichtig – Fannähe.
Weihnachten mit den toten Hosen. Live in Basel.
Ein bisschen verwundert hatte mich, dass man mit einem der besten Songs des neuen Albums begonnen hat – „Altes Fieber“ – ein ganz starkes Stück, welches mir einfach aus dem Herzen spricht. Aber so ist es bei vielen Songs von den Toten Hosen, man erkennt sich wieder… Die erste grosse Überraschung kam für mich dann, als beim Cover von „Schrei nach Liebe“, welches im Original ja bekanntlicherweise von den ehemaligen Rivalen „Die Ärzte“ stammt, aus der eigentlichen Textstelle „Zwischen Störkraft und den Onkelz steht ne Kuschelrock-LP“ von Campino gesungen wurde „Zwischen Störkraft und Bushido“. Soviel ich weiss, singen die Ärzte den Song mittlerweile auch in diesem oder ähnlichem Wortlaut, jedenfalls fand ich es gut, dass man mit dieser Textzeile dem Song etwas Aktualität einhauchte anstatt sich immer noch auf die Vergangenheit der Frankfurter Onkelz zu stürzen.
Meister Campino und seine treuen Gesellen Breiti, Andi, Kuddel und Vom warfen diesen Abend mit Hits nur so um sich, „Liebeslied“, „Bonnie & Clyde“ oder das von Hannes Wader gekaperte „Heute hier, morgen dort“, von „Alex“, „Alles aus Liebe“ und „Tage wie diese“ ganz zu schweigen. Mit „Hang on Sloopy“, „The Little Drummer Boy“ und „You’ll Never Walk Alone“ spielten die Hosen an diesem Abend auch noch so einige weitere Coverversionen. Vor der Bühne wurden Fackeln abgebrannt und immer wieder schwenkten viele die Fahne mit dem Bundesadlerskelett. Die Revoluzzer der achtziger Jahre, die unermüdlich gegen gesellschaftliche Konventionen und die rechte Gewalt angesungen haben, die in den Neunzigern zum musikalischen Allgemeingut mutierten sind heute aktueller denn je. Mal reinrassiger Punkrock, mal beschleunigter Hardrock, mal schroffer Sixties Beat, den die Band in die Halle hinauspowerte. Frontmann Campino beschränkte sich auf kurze Überleitungen und stimmliche und körperliche Verausgabung, der Rest der Band auf herrliches Hinrotzen der Songs und das Publikum erwies sich als durch und durch textsicher.
DTH @basel
Campino tobt zwei Stunden über die Bühne als gäbe es kein morgen. Wo sich andere Bands mühsam drei Zugaben ableiern, hauten die Hosen drei satte Zugabenblöcke raus, die ein Drittel des Konzerts ausmachten. Selbst nachdem sie mit „Schönen Gruss, auf Wiederseh’n“ eigentlich klar signalisiert hatten, dass es jetzt nichts mehr gibt, jubelt das Publikum unermüdlich weiter, bis sie für „Paradies“ noch einmal wiederkommen. Dazu holt Campino einen zwölfjährigen Jungen auf die Bühne und lässt ihn mitsingen. Eben doch wie beim Familienkonzert. Wenn aber eine Band, die eine so klare Botschaft von Toleranz und Freiheit vertritt, zu einem Massenphänomen wird, kann man eigentlich nur dankbar sein, dass es läuft, wie es läuft. Glücklicherweise verzichten sie grösstenteils auf die Lieder, die mehr an Schlager als an Rockmusik erinnern, erst ganz am Ende, als schon fast die ganze Herrlichkeit vorbei ist, kommt dann doch noch das unsägliche „Zehn kleine Jägermeister“ und wird frenetisch bejubelt.
The Little Drummer Boy (The Von Trapp Family Singers Cover)
Still, Still, Still
All die ganzen Jahre
Schönen Gruss, auf Wiederseh’n
Encore 3:
Paradies
Zehn kleine Jägermeister
You’ll Never Walk Alone (Gerry & The Pacemakers Cover)
DIE TOTEN HOSEN live in basel 18.12.2013 by THE GRAVEYARD SCENE
All das bei einem Repertoire, das 15 Alben umfasst. Der Mix aus alten und neuen Liedern kam beim Publikum sehr gut an, der Auftritt an und für sich war ganz grosses Kino vom Anfang bis zum Schluss und bis und mit dem andächtig gefeierten Liverpool-Heiligtum „You’ll Never Walk Alone“. Die Setlist enthielt von echt alten zu ganz neuen sowie von wilden bis romantischen Songs einfach alles. Eine perfekte Mischung aus gutverdaulichem Stoff. Mögen die neuen Lieder etwas weicher, die Texte tiefgründiger und die Gitarrenriffs ein wenig vielfältiger geworden sein – auf der Bühne strahlen die Punkrocker pure Energie aus, spielen ihre Lieder wie üblich schneller als auf der Platte und Campino hetzt über die Bühne fast wie vor zehn, zwanzig Jahren, aber eben nur fast, denn mir sind Konzerte aus früheren Tagen in Erinnerung, bei denen Campino doch noch etwas mehr Power an den Tag legte. Ob dies am Alter liegt, oder daran, dass er durch den Tag bereits Wassertreten musste und an einem Knäckebrot-Test mitmachte, lass ich mal dahingestellt, schliesslich ist auch Campino keine Zwanzig mehr und dies tat dem Auftritt der Hosen keinerlei Abbruch. Nachfolgend ein kleiner Zusammenschnitt der gerade genannten Aktivitäten. An Tagen wie diesen… wenn sich eine der besten Livebands überhaupt zu einer intensiven und schweisstreibenden Party trifft… wünscht man sich Unendlichkeit.
Yeeeeah, heute ist es endlich soweit, die toten Hosen machen Basel unsicher und rufen dazu auf, die Zeit mit ihnen zu verschwenden und für alle daheim gebliebenen gibts nachfolgend genau diesen Hymne aus vergangenen Tagen. Hach waren das noch Zeiten…
Die Toten Hosen Verschwende deine Zeit live im So36 HD
30 Jahre werden die Toten Hosen in diesem Jahr. Heute kommt das neue Studioalbum „Ballast der Republik“ raus, eine Doppel-CD, welches das Jubiläums-Album mit dem Titel „Die Geister, die wir riefen“ enthält. Die Bonus-CD enthält eine Reihe von Coverversionen. Höhepunkt: Die Toten Hosen covern die Ärzte! Unter den 15 Tracks findet sich eine von Campino eingesungene Version von „Schrei nach Liebe“. Die aktuelle Single „Tage wie diese“ wird von Campino wie folgt kommentiert:
Das Lied ist auch unsere Reaktion auf diese ganze Nostalgie, die einem am Vorabend von so einem Jubiläum wie unserem 30jährigen Geburtstag entgegenschlägt. Wir waren immer eine Band, die in der Gegenwart lebt und nach vorne blickt. Letztendlich geht es auch darum, den Moment zu zelebrieren. So wie du mit einem Freund auf ein Konzert oder eine Party gehst und weißt, das ist eine Abend, ein Moment, der so vielleicht nicht mehr wieder kommt. Eine solche Situation beschreibt das Lied.
Die Toten Hosen // „Tage wie diese"
Ich wart seit Wochen, auf diesen Tag
und tanz vor Freude, über den Asphalt
Als wär’s ein Rythmus, als gäb’s ein Lied
Das mich immer weiter, durch die Straßen zieht
Komm dir entgegen, dich abzuholen, wie ausgemacht
Zu der selben Uhrzeit, am selben Treffpunkt, wie letztes mal
Durch das Gedränge, der Menschenmenge
Bahnen wir uns den altbekannten Weg
Entlang der Gassen, zu den Rheinterrassen
Über die Brücken, bis hin zu der Musik
Wo alles laut ist, wo alle drauf sind, um durchzudreh’n
Wo die Anderen warten, um mit uns zu starten, und abzugeh’n
An Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit
An Tagen wie diesen, haben wir noch ewig Zeit
Wünsch ich mir Unendlichkeit
Das hier ist ewig,ewig für heute
Wir steh’n nicht still, für eine ganze Nacht
Komm ich trag dich,durch die Leute
Hab keine Angst, ich gebe auf dich Acht
Wir lassen uns treiben, tauchen unter, schwimmen mit dem Strom
Dreh’n unsere Kreise, kommen nicht mehr runter, sind schwerelos
An Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit
An Tagen wie diesen, haben wir noch ewig Zeit
In dieser Nacht der Nächte, die uns so viel verspricht
Erleben wir das Beste, kein Ende ist in Sicht
Kein Ende in Sicht
Kein Ende in Sicht
Kein Ende in Sicht
An Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit
An Tagen wie diesen, haben wir noch ewig Zeit
In dieser Nacht der Nächte, die uns so viel verspricht
Erleben wir das Beste, kein Ende ist in Sicht
Erleben wir das Beste, und kein Ende ist in Sicht
Kein Ende in Sicht
Irgendwann in der frühen Steinzeit
haben wir „Wir sind bereit“ geschrien.
Wir waren die Jungs von der Opel-Gang
und unser Weg war noch das Ziel.
„Verschwendet Eure Zeit“ und „Komm mit uns“
auf diesen Schlachtruf waren wir stolz.
Und keiner von uns hätte je geglaubt,
dass uns wirklich mal jemand folgt.
In all den Jahren hat sich viel geändert,
wir bescheissen uns da nicht selbst.
Unsre Unschuld war nicht das Einzige,
was unterwegs verloren ging.
Die selbsternannten Wahrheitsfinder,
die uns heute auf den Fersen sind,
suchen den Spion in uns,
die Ratte, die das Schiff verlässt.
Zuviel Fernseh-Shows, zuviel Interviews,
viel zu oft verdächtig nett.
Und sie fragen sich, ob das noch Punkrock ist,
oder wie man sowas eigentlich nennt.
Mal sind wir Helden und mal Diebe,
angeklagt wegen Hochverrat
an uns selbst und der Vergangenheit
und dem, was wir mal war’n.
Auf welches Lied sollen wir euch die Treue schwören,
und dass wir noch immer die Alten sind?
Wie oft wollt ihr noch „das Wort zum Sonntag“ hören?
Wie lang wollt ihr noch zu uns stehen?
Wann kommt der Tag, an dem ihr ruft:
„Es reicht, wir haben genug!
Wir möchten endlich andere Lieder
und eure Zeit ist um.“?
Mal sind wir Helden und mal Diebe,
je nachdem, wie der Wind sich dreht.
Aus welcher Richtung er von morgen kommt,
fragen wir uns nicht.
Wir haben uns um den Verstand gesoffen
und sind irgendwie asozial.
Wir sind höflich und bescheiden,
die netten Jungs von nebenan.
Wir sind Propheten, wir sind Lügner,
mal sind wir falsch und manchmal echt.
Vergesst einfach den ganzen Mist,
den man sich über uns erzählt.
Wir sind Helden, wir sind Diebe,
angeklagt wegen Hochverrat
an einer Idee, die seit Jahren tot ist,
und die man längst beerdigt hat.
Wir sind Helden, wir sind Diebe,
wir nehmen’s so wie es grad kommt.
Und wenn ihr an etwas glauben wollt,
glaubt an Euch selbst und nicht an uns.
Es kommt die Zeit, in der das Wünschen wieder hilft.
Es kommt die Zeit, in der das Wünschen wieder hilft,
in der das Wünschen wieder hilft,
in der das Wünschen wieder hilft.
Ich glaube, dass die Welt sich noch mal ändern wird
und dann Gut über Böse siegt,
dass irgendjemand uns auf unseren Wegen lenkt
und unser Schicksal in die Hände nimmt.
Ja, ich glaube an die Ewigkeit
und dass jeder jedem mal vergibt.
Alle werden wieder voreinander gleich,
jeder kriegt, was er verdient.
Ich glaube, dass die Welt einmal in Frieden lebt
und es wahre Freundschaft gibt.
Und der Planet der Liebe wird die Erde sein
und die Sonne wird sich um uns drehn.
Das wird die Zeit,
in der das Wünschen wieder hilft.
Das wird die Zeit,
in der das Wünschen wieder hilft,
in der das Wünschen wieder hilft.
Es wird einmal zu schön,
um wahr zu sein,
habt ein letztes Mal Vertraun.
Das Hier und Heute ist dann längst vorbei,
wie ein böser alter Traum.
Es wird ein großer Sieg für die Gerechtigkeit,
für Anstand und Moral.
Es wird die Wiederauferstehung vom heiligen Geist
und die vom Weihnachtsmann.
Es kommt die Zeit,
in der das Wünschen wieder hilft.
Es kommt die Zeit,
in der das Wünschen wieder hilft,
in der das Wünschen wieder hilft.
Gib mir was zu trinken, ich habe Durst.
Ich kam den ganzen Weg allein und bin zu Fuß.
Jeden einzelnen Schritt, Meter für Meter,
von irgendwo da draussen, ganz weit weg von hier.
Ich bin durch das Meer geschwommen, hab von Wasser und Salz gelebt,
nur um hierher zu kommen und dich endlich zu sehen.
Ich war in jeder Wüste, die man sich denken kann.
War fast dran aufzugeben, ständig weiterzuziehen.
Ich hab mich oft verlaufen, war viel zu lange blind.
Überall und nirgendwo suchte ich nach dir.
Und ich lief jahrelang nur durch Regen.
Oder ob es Tränen waren? Ich weiss es heut nicht mehr.
Doch wenn nur die Liebe zählt, wenn nur die Liebe zählt,
werd ich denselben Weg noch einmal für dich gehn.
Wenn nur die Liebe zählt, wenn nur die Liebe zählt,
dann ist mir kein Preis zu hoch um dich zu sehen.
Siehst du die Tasche, die ich mit mir trage?
Da ist meine Geschichte und mein ganzes Leben drin.
Du kannst sie mir wegnehmen und sie verbrennen.
Sie ist voller Erinnerungen, die ich nicht mehr haben will.
Für mich ist gestern wertlos und morgen ganz egal,
solange du mir versprichst, dass du mich halten kannst.
Wenn nur die Liebe zählt, wenn nur die Liebe zählt,
werd ich denselben Weg noch einmal für dich gehen.
Wenn nur die Liebe zählt, wenn nur die Liebe zählt,
will ich dir folgen bis ans Ende dieser Welt.
Ich möchte gern glauben, was in der Bibel steht
und was man uns in jeder Fernsehshow einreden will:
Dass es am Ende nicht darauf ankommt,
ob man der Sieger oder der Verlierer ist.
Weil nur die Liebe zählt, weil nur die Liebe zählt,
ich würd denselben Weg noch einmal für dich gehen.
Wenn nur die Liebe zählt, wenn nur die Liebe zählt,
will ich dir folgen bis ans Ende der Welt.
Kommst du manchmal mit der Welt nicht klar, weil du sie nicht verstehst?
Und du denkst, daß du nichts tun kannst, auch wenn du alles ändern willst?
Möchtest du dir mit Seife den Mund ausspül’n,
wenn du merkst, dass du dich selbst belügst?
Macht es dich krank einfach nur daneben zu steh’n und diese Heuchelei zu seh’n,
weil du dir alleine keine Chance gibst, gegen den Strom zu schwimmen?
So ganz alleine bist du nicht, weil es auch mir genauso geht.
Los, wir verbünden uns gegen alles, was uns nervt,
gegen die ganze Dummheit, die uns ständig widerfährt,
gegen Oberflächlichkeit und leeres Geschwätz
und die Langeweile, die uns Stück für Stück zersetzt.
Alles, was wir brauchen, ist Liebe auf Rezept.
Gib‘ mir dein Vertrauen und halt dich an mir fest.
Wir kurieren uns gegenseitig, so gut wie’s eben geht,
legen uns auf eine Couch und machen’s uns bequem.
Hier ist die Oase, die man immer wieder sucht,
auf der Reise durch die Wüste, durch die jeder von uns muss.
Wir erzähl’n von unseren Sorgen, unserer Trauer und der Wut,
genießen dieses Rollenspiel und hören uns gut zu.
Ich heile dich, wenn du mir dein Herz schenkst.
Und du heilst mich, wenn ich in deinen Armen bin.
Wir tauchen in unsere Seelen ein und wühlen dort nach Dreck.
Wir ziehen uns voreinander aus und brauchen kein Versteck.
Wir deuten unsere Träume in unserer Therapie
und arbeiten mit uns an unserem Selbstwertgefühl.
Machen uns zu unseren Eltern, zum Teufel oder Gott.
Wir lassen alle unsre Lüste und Launen an uns aus.
Ich heile dich, wenn du mir dein Herz schenkst.
Und du heilst mich, wenn ich in deinen Armen bin.
In unsrer Seelentherapie sind wir Doktor und Patient.
Gib mir was zu trinken, ich habe Durst.
Ich kam den ganzen Weg allein und bin zu Fuß.
Jeden einzelnen Schritt, Meter für Meter,
von irgendwo da draussen, ganz weit weg von hier.
Ich bin durch das Meer geschwommen, hab von Wasser und Salz gelebt,
nur um hierher zu kommen und dich endlich zu sehen.
Ich war in jeder Wüste, die man sich denken kann.
War fast dran aufzugeben, ständig weiterzuziehen.
Ich hab mich oft verlaufen, war viel zu lange blind.
Überall und nirgendwo suchte ich nach dir.
Und ich lief jahrelang nur durch Regen.
Oder ob es Tränen waren? Ich weiss es heut nicht mehr.
Doch wenn nur die Liebe zählt, wenn nur die Liebe zählt,
werd ich denselben Weg noch einmal für dich gehn.
Wenn nur die Liebe zählt, wenn nur die Liebe zählt,
dann ist mir kein Preis zu hoch um dich zu sehen.
Siehst du die Tasche, die ich mit mir trage?
Da ist meine Geschichte und mein ganzes Leben drin.
Du kannst sie mir wegnehmen und sie verbrennen.
Sie ist voller Erinnerungen, die ich nicht mehr haben will.
Für mich ist gestern wertlos und morgen ganz egal,
solange du mir versprichst, dass du mich halten kannst.
Wenn nur die Liebe zählt, wenn nur die Liebe zählt,
werd ich denselben Weg noch einmal für dich gehen.
Wenn nur die Liebe zählt, wenn nur die Liebe zählt,
will ich dir folgen bis ans Ende dieser Welt.
Ich möchte gern glauben, was in der Bibel steht
und was man uns in jeder Fernsehshow einreden will:
Dass es am Ende nicht darauf ankommt,
ob man der Sieger oder der Verlierer ist.
Weil nur die Liebe zählt, weil nur die Liebe zählt,
ich würd denselben Weg noch einmal für dich gehen.
Wenn nur die Liebe zählt, wenn nur die Liebe zählt,
will ich dir folgen bis ans Ende der Welt.
Ich würde dir gern sagen,
wie sehr ich dich mag,
warum ich nur noch an dich denken kann.
Ich fühl mich wie verhext und in Gefangenschaft
und du allein trägst Schuld daran.
Worte sind dafür zu schwach,
ich befürchte, du glaubst mir nicht.
Mir kommt es vor, als ob mich jemand warnt,
dieses Märchen wird nicht gut ausgehen.
Es ist die Eifersucht, die mich auffrisst, immer dann, wenn du nicht in meiner Nähe bist.
Von Dr. Jekyll werde ich zu Mr. Hyde,
ich kann nichts dagegen tun,
plötzlich ist es so weit.
Ich bin kurz davor durchzudrehn,
aus Angst, dich zu verliern.
Und dass uns jetzt kein Unglück geschieht,
dafür kann ich nicht garantiern.
Und alles nur, weil ich dich liebe,
und ich nicht weiß, wie ich’s beweisen soll.
Komm, ich zeig dir, wie groß meine Liebe ist,
und bringe mich für dich um.
Sobald deine Laune etwas schlechter ist,
bild ich mir gleich ein, dass du mich nicht mehr willst.
Ich sterbe beim Gedanken daran,
dass ich dich nicht für immer halten kann.
Auf einmal brennt ein Feuer in mir
und der Rest der Welt wird schwarz.
Ich spür wie unsere Zeit verrinnt,
wir nähern uns dem letzten Akt.
Und alles nur, weil ich dich liebe,
und ich nicht weiß, wie ich’s beweisen soll.
Komm, ich zeig dir, wie groß meine Liebe ist,
und bringe mich für dich um.
Ich bin kurz davor durchzudrehn,
aus Angst, dich zu verliern.
Und dass uns jetzt kein Unglück geschieht,
dafür kann ich nicht garantiern.
Und alles nur, weil ich dich liebe,
und ich nicht weiß, wie ich’s beweisen soll.
Komm, ich zeig dir, wie groß meine Liebe ist
und bringe mich für dich um.
Komm, ich zeig dir, wie groß meine Liebe ist,
und bringe uns beide um.
When there’s no more room in hell, the dead will dance on earth! Freunde, die Gruft präsentiert: “Dravens Radio from the Crypt“! Hier wird Euch ein handverlesenes Musikprogramm geboten, welches von Draven speziell für die besten Leser des Internetz zusammengestellt wurde. Von Punk bis Rock, von Folk- bis Thrash-Metal, für jeden finsteren Musikgeschmack das Richtige. Natürlich immer noch ein Stückchen lauter und besser!
Draven präsentiert Geschichten aus der Gruft mit allerlei Geheimnisvollem aus den unheimlichen Tiefen des Netzes und aus jeder Ecke der Welt. Seit dem Jahre 2007 wird Dir hier ein cooler Weblog-Mix aus Musik, Movies, Comics, Horror, Games, Kunst, Radio, Trash, Punk und Heavy Metal geboten – genau so wie es sein soll! Denn glaube mir, nichts ist trivial.
Newsletter abonnieren
Möchtest Du gerne auf aktuellstem Stand bleiben in der Gruft? Abonniere unseren Newsletter und werde einer unserer Abonnenten. Bei uns ist Deine E-Mail Adresse 100% sicher und wird garantiert nicht an Dritte weitergegeben oder für Werbezwecke missbraucht.
Blogosphere zu deutsch
"Stubenhockers WICHTIGER Beitrag zu Politik, Kultur, Wissenschaft und Popeln"
Movie Reviews
Regeln für den neuen Adel
Gruftgeflüster
Am meisten fühlt man sich von der Wahrheit getroffen, die man sich selbst verheimlichen wollte.