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Die Initiative "Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot - Ja zu Forschungswegen mit Impulsen für Sicherheit und Fortschritt" ist am Dienstag lanciert worden - rund 80 Organisationen und Unternehmen unterstützen das Anliegen. Tierversuche gelten demnach als Tierquälerei und werden als "Verbrechen" eingestuft.
Nach der Annahme der Initiative soll auch der Handel sowie die Ein- und Ausfuhr von Produkten verboten werden, für die Tierversuche durchgeführt werden mussten.
Laut den Initianten sind Tierversuche wissenschaftlich umstritten. Es gebe keine Erfolgskontrolle bei den sogenannten "Tiermodellen". Viele Substanzen, die im Tierversuch erfolgversprechend gewesen seien, könnten die Hoffnungen bei der Verabreichung am Menschen nicht erfüllen. Trotzdem würden Tierversuche im Vergleich mit Alternativmethoden immer noch als "Goldstandard" angesehen.
Das Initiativ-Komitee setzt sich aus Vertretern von SP, Grünen und zahlreichen Parteilosen zusammen - sie fordern, dass die bisherigen Tierversuche von sogenannten "Bio-Dummy-Systemen" abgelöst werden. Diese sind computergestützt und funktionieren auf der Grundlage von menschlichen Zellen und Geweben. Als Vorbild dienen dabei die Crash-Test-Dummys in der Automobilindustrie.
Die neuen Massnahmen sollten laut den Initianten mindestens die gleiche Unterstützung der öffentlichen Hand erhalten wie zuvor die Tierversuche.
Laut dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) dürfen Tierversuche in der Schweiz bislang nur durchgeführt werden, wenn "keine Alternativen zur Verfügung stehen". 2016 wurden 629'773 Tiere für Versuche eingesetzt. Dies entspricht laut BLV einem Rückgang von 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Drei Viertel der Tiere seien dabei "keiner oder einer leichten Belastung ausgesetzt" gewesen. Zwei Drittel der verwendeten Tiere waren Mäuse.
Die Schweiz habe schon heute eine der umfassendsten Tierschutzgesetzgebungen weltweit, so das BLV. Jeder einzelne beantragte Tierversuch müsse von einer kantonalen Tierversuchskommission begutachtet werden.
Es ist nicht die erste Initiative hierzulande, die sich mit dem Verbot von Tierversuchen beschäftigt: Im Jahr 1992 wurde eine Vorlage vom Stimmvolk abgelehnt, die eine "drastische und schrittweise Einschränkung der Tierversuche" vorgesehen hätte. 2007 war im Kanton Genf eine Initiative gegen Tierversuche nicht zustande gekommen. Die Schweizer Liga gegen Vivisektion (SLGV) hatte zu wenig Unterschriften eingereicht.
(SDA)