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In Räumen, in denen geraucht wird, kann man mit häufigerem und stärkerem Lüften keine gesunde Raumluft erreichen. Aber eine mechanische Lüftung kann angrenzende Räume vor dem Eindringen rauchbelasteter Luft schützen.
Der Tabakrauch stellt eine besonders starke Belastung der Raumluft dar. Selbst sehr stark verdünnter Tabakrauch hat noch eine gesundheitsschädigende Wirkung. Das Tabakrauchgemisch enthält zahlreiche krebserzeugende Stoffe, die aus gesundheitlichen Gründen so gering wie möglich gehalten werden sollen. Es gibt demzufolge keine sichere Tabakrauchkonzentration. Auch sind im Tabakrauch Hunderte von gasförmigen Stoffen enthalten, die sich zum Teil gegenseitig in ihrer schädigenden Wirkung verstärken können. Dies gilt beispielsweise für die Reizwirkung. So haben Untersuchungen an der ETH Zürich gezeigt, dass der Rauch einer einzigen Zigarette mit mehr als 3000 Kubikmetern sauberer Frischluft verdünnt werden muss, damit keine Augenreizungen bei Nichtrauchern mehr auftreten. Um Geruchsbelästigungen sicher zu verhindern brauchte es sogar fast 20'000 Kubikmeter Frischluft. Dem gegenüber gilt ein genutzter Raum bei einer Frischluftzufuhr von rund 30 Kubikmetern pro Person als gut gelüftet. Damit zeigt sich deutlich, dass es nicht möglich ist, in einem Raum, in dem geraucht wird, durch vermehrtes Lüften eine gute Raumluftqualität zu erreichen - man müsste über hundertmal stärker lüften als üblich.
Anforderungen an Raucherräume
Wenn in einem Raum geraucht wird, muss darauf geachtet werden, dass die verrauchte Luft aus diesem Raum nicht in angrenzende Räume gelangen kann, in welchen sich Nichtraucher aufhalten. Dies ist im Prinzip nur möglich, wenn man den Raucherraum gegenüber den anderen Räumen in den Unterdruck versetzt. Mit Hilfe einer mechanischen Lüftungsanlage muss man demzufolge dem Raucherraum stets mehr verbrauchte Luft entziehen als man Frischluft zugibt. Die „fehlende“ Luft strömt ständig passiv durch Öffnungen und Undichtigkeiten aus den angrenzenden Räumen in den Raucherraum nach und verhindert, dass belastete Luft auf umgekehrtem Weg hinausströmen kann. Die Hauptaufgabe der Lüftung von Raucherräumen besteht somit darin, die angrenzenden Räume vor dem Eindringen belasteter Luft aus dem Raucherraum zu schützen. Eine gute Raumluftqualität im Raucherraum hingegen lässt sich mit der Lüftungsanlage nicht erreichen.
Verschiedentlich werden „Raucherkabinen“ und ähnliche Systeme angeboten, bei denen die verrauchte Luft durch Filter geleitet und wieder in den Raum zurückgeführt wird. Solche „technische Nichtraucherschutz-Systeme“ werden in einigen Deutschen Bundesländern eingesetzt, weshalb eine Expertengruppe der Obersten Gesundheitsbehörden der Deutschen Länder den Stand von Wissenschaft und Technik solcher Systeme untersucht hat. Die Expertengruppe kommt zum Schluss, dass die derzeit auf dem Markt angebotenen „technischen Nichtraucherschutz-Systeme“ kein dem vollständigen Rauchverbot in Innenräumen vergleichbares Schutzniveau für Nichtraucher erreichen und auf Dauer sicherstellen können. Insbesondere wird darauf hingewiesen, dass filtrierte Tabakrauchgemische nach wie vor zahlreiche Tabakrauchbestandteile enthalten können. Es gebe zudem bisher keine Daten, die zeigen könnten, dass filtrierte Tabakrauchgemische keine gesundheitsschädigenden Wirkungen mehr haben. Mit Tabakrauch belastete Luft sollte daher grundsätzlich als Abluft betrachtet und immer nach draussen abgeführt werden.
Letzte Änderung 15.08.2018