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Der in Lyon geborene Jean-Claude Trichet ist diplomierter Bergbauingenieur und Ehrenpräsident der Französischen Nationalbank. Er studierte an der Ecole nationale supérieure des Mines in Nancy, am Pariser Institut d’études politiques, an der Universität Paris (Wirtschaftswissenschaften) und der Elitehochschule Ecole nationale d’administration. Von 1966 bis 1968 war er in der Privatwirtschaft tätig. 1971 wurde Trichet in die Abteilung für Wirtschaftsprüfung des Wirtschafts- und Finanzministeriums Frankreichs berufen. Hier bekleidete er verschiedene Ämter und wurde 1976 zum Generalsekretär des Interministeriellen Ausschusses für die Verbesserung der industriellen Strukturen (CIASI) ernannt.
1978 wurde Jean-Claude Trichet Berater des damaligen Wirtschaftsministers René Monory und noch im selben Jahr Berater des Präsidenten der Französischen Republik Valery Giscard d’Estaing. In dieser Funktion war er von 1978 bis 1981 in den Bereichen Energie, Industrie, Forschung und Mikroökonomie tätig. In der Folge war Trichet im Finanzministerium stellvertretender Direktor der Abteilung Bilaterale Angelegenheiten (1981-1984) und Leiter der Abteilung Internationale Angelegenheiten. Von 1985 bis 1993 hatte er den Vorsitz des Pariser Clubs (Umschuldung zahlungsunfähiger Staaten) inne. 1986 leitete er das Privatbüro des Wirtschafts- und Finanzministers Edouard Balladur und wurde 1987 zum Leiter des Schatzamtes. Im selben Jahr wurde er zum Zensor des Exekutivrats der Französischen Nationalbank und zum Stellvertretenden Gouverneur des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank berufen. Ab 1992 war Trichet Vorsitzender des Europäischen Währungsausschusses, bis er 1993 zum Chef der Französischen Nationalbank ernannt wurde. 1994 war er Vorsitzender des Rats für Geldpolitik der Französischen Nationalbank, 1994 bis 1998 Mitglied des Rats des Europäischen Währungsinstituts und dann Mitglied des Erweiterten Rats der Europäischen Zentralbank. Nach Beendigung seiner ersten Amtszeit als Chef der Französischen Nationalbank wurde er für eine zweite Amtszeit gewählt.
Jean-Claude Trichet wurde am 29. Juni 2003 zum Vorsitzenden der Zehnergruppe (G10) gewählt. Er war während acht Jahren (November 2003 bis 2011) Präsident der Europäischen Zentralbank. Er ist heute Ehrenpräsident der Französischen Nationalbank.
2007 wurde Trichet von der Financial Times zur «Person of the Year» ernannt, vom The International Economy Magazine zweimal (1991 und 2007) zum «Policy maker of the year». Er erhielt ausserdem zahlreiche Preise, unter anderem den Deutsch-Französischen Kulturpreis (2006) und die Ludwig-Erhard-Gedenkmünze in Gold (2007). Von mehreren Universitäten wurde er mit dem Ehrendoktortitel ausgezeichnet. Jean-Claude Trichet ist «Commandeur de la Légion d’honneur» und erhielt zahlreiche internationale Ehrenpreise.