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Die Errichtung eines Schulhauses von 1836 bis 1840 steht in direktem Zusammenhang mit dem damaligen Umbruch des Schulwesens, der den Schulbesuch für die ganze Bevölkerung anstrebte. Mit dem kantonalen Schulgesetz von 1832 wurde die staatliche Volksschule und damit der unentgeltliche, obligatorische Schulbesuch für alle sowie die staatliche Lehrerausbildung eingeführt. Das erste Schulhaus des Dorfes – an der Bettlacherstrasse 1- genügte den neuen Platzerfordernissen daher nicht mehr und die Gemeinde beschloss 1833 den Bau eines neuen Schulhauses.
Umgestaltung des Dorfzentrums
Um den Neubau an zentraler Stelle im Dorf realisieren zu können, kaufte die Gemeinde 1835 südlich der Kirche zwei Speicher und ein Ofenhaus auf und brach die Kleinbauten ab. Damit wurde damals der heutige Dorfkern geschaffen, der von öffentlichen und das Gemeindewesen repräsentierenden Bauten bestimmt wird. 1885 folgte die Erstellung eines Turnplatzes östlich des Schulhauses, wobei auch dafür zunächst ein Haus (Nr. 51) abgebrochen werden musste. Bereits 1890/91 erfuhr das Schulhaus einen tiefgreifenden Umbau und eine Erweiterung um etwa 7 Meter nach Osten. Dabei wurde der ostseitige Walm der bestehenden Dachkonstruktion vom restlichen Dachstuhl abgetrennt, auf den neu errichteten Gebäudeteil verschoben und dazwischen eine neue Konstruktion erstellt. Diese Veränderung ist an der Dachkonstruktion noch immer ablesbar.
1992 erfolgte eine umfassende Restaurierung des Schulhauses, in der die Struktur und Gliederung des Gebäudes erhalten und von unglücklichen Eingriffen der 1960er Jahre befreit wurde. Gleichzeitig wurde mit dem Ausbau des Dachstocks auch die Nutzfläche erhöht. Zudem erhielten acht Solothurner Kunstschaffende die Gelegenheit Werke mit direktem Bezug zum Ort zu gestalten.
Alt und neu
Der markante, dreigeschossige Baukörper unter Walmdach besitzt eine zurückhaltende Fassadeninstrumentierung mit Ecklisenen und steinernen Fenster- und Türgewänden. In seiner Formgebung vom Biedermeier geprägt, besitzt das Schulhaus im Innern eine schlichte klassizistische Gestaltung. Die klare Struktur des Baus widerspiegelt sich auch in seiner einfachen symmetrischen Grundrissstruktur. Ein zentral angeordnetes Treppenhaus erschliesst auf jedem Geschoss zwei grosse Schulzimmer. Diese sind mit Fischgratparkettböden, grau gestrichenem Brüstungstäfer sowie hellen Gipsdecken mit einfachen Profilen ausgestattet. Die historische Innenausstattung erhält mit einem moderneTreppenhaus und zeitgenössischen Kunstwerken einen fruchtbaren Gegenakzent.