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Undercover Recherche
Eine BBC Reportage wirft die Frage wieder auf, was investigativer
Journalismus tun darf.
Aus Spiegel
:
Dem BBC-Reporter John Sweeney ist es gelungen, mitten in der
Nordkorea-Krise vor Ort eine Reportage zu filmen. Die Frage ist nur, ob
das eine Leistung ist oder ein Skandal: Der Coup gelang, weil Sweeney eine
Studentengruppe einer Top-Uni anwarb - als Tarnung für sein Filmteam.
(...)
Vom 23. bis zum 30. März 2013 hatte eine Studentengruppe der
LSE Nordkorea bereist. Die staatlichen Behörden genehmigten und
unterstützten die Reise. Staatlich bestellte Führer begleiteten
die Studenten zu ausgesuchten Sehenswürdigkeiten, die nicht nur
besichtigt, sondern auch fotografiert und gefilmt werden durften.
Der Haken daran: Die Studentengruppe wie die Reise selbst waren keineswegs
von der renommierten LSE organisiert worden, sondern von der BBC -
als Tarnung für ein Filmteam.
(...)
Aus Spiegel:
:
Die BBC lässt sich von Kritik an ihren Recherche-Methoden nicht
beirren: Eine Undercover-Reportage aus Nordkorea soll wie geplant
am Abend ausgestrahlt werden. Um den Film war Streit entbrannt, weil
sich die Reporter als Teilnehmer einer Studierendengruppe in das Land
eingeschmuggelt hatten.
Am Wochenende war der Streit um das Polit-Magazin "Panorama"
eskaliert, als bekannt wurde, dass der BBC-Reporter John Sweeney im
Schutz einer Studierendengruppe der renommierten London School of
Economics (LSE) nach Nordkorea eingereist war und dort, zusammen mit
seiner Frau und einem Kameramann, undercover gedreht hatte. Vertreter von
Studierenden und Universität hatten der BBC daraufhin vorgeworfen,
die Teilnehmer an der Nordkorea-Reise sowie Forschungsreisen der LSE
allgemein zu gefährden und gefordert, den Film nicht auszustrahlen.
Der Chef der BBC-Nachrichtensparte, Ceri Thomas, verteidigte das Vorgehen
des "Panorama"-Teams: "Wir sind verpflichtet, den Teilnehmern einer
solchen Reise genügend Informationen zu liefern, damit sie uns ihre
informierte Zustimmung erteilen können. Es waren zehn Studierende.
Wir haben ihnen gesagt, dass ein Journalist mitreisen würde und
dass, wenn dieser Journalist entdeckt würde, sie festgehalten und
verhaftet werden könnten."