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Ernährungssouveränität23. September 2018
Ziel: In der Schweiz soll die einheimische Landwirtschaft gestärkt werden. Diese soll nachhaltig, vielfältig und gentechfrei sein.
Ausgangslage
Ernährungssouveränität bedeutet, dass jedes Land seine Ernährungs- und Landwirtschaftspolitik selbst bestimmen darf, ohne anderen Ländern zu schaden.
Im Jahr 2016 wurde eine Initiative eingereicht, die Änderungen in der Schweizer Ernährungs- und Landwirtschaftspolitik will. Über diese Initiative stimmen wir nun ab.
Was würde sich ändern?
Wird die Initiative angenommen, wird in der Schweiz die einheimische Landwirtschaft gestärkt. Das bedeutet unter anderem, dass die einheimische Produktion von kleinen, eher familiär geführten Bauernhöfen gefördert wird. Die Landwirtschaft muss nachhaltig, vielfältig und gentechfrei sein.
Wird die Initiative angenommen, muss der Bund unter anderem folgende Aufgaben umsetzen:
Er sorgt dafür, dass mehr Leute in der Landwirtschaft arbeiten. Zudem sollen für sie in der gesamten Schweiz dieselben Arbeitsbedingungen gelten. Also beispielsweise betreffend Löhne oder Anzahl Ferientage.
Für importierte Produkte sollen die gleichen ökologischen und sozialen Vorschriften wie für Schweizer Produkte gelten. Importierte Produkte sind Produkte, die im Ausland hergestellt und in der Schweiz verkauft werden. Um dieses Ziel zu erreichen, kann der Bund für einzelne Produkte die Zölle erhöhen oder den Import verbieten.
Weiter sorgt der Bund für gerechte Preise in der Landwirtschaft. Es soll unter anderem für die Bäuerinnen und Bauern wie auch für die KonsumentInnen mehr Informationen zu den Preisen geben.
Gentechnik wird in der Schweiz definitiv verboten. Mit Gentechnik werden die Gene von Pflanzen verändert. Beispielsweise so, dass sie schneller wachsen oder grösser werden. Heute ist Gentechnik in der Schweiz nur zu Forschungszwecken erlaubt. Für alle anderen Bereiche gilt heute ein sogenanntes Moratorium bis mindestens 2021.
Argumente der BefürworterInnen
- In den letzten Jahrzehnten wurden viele Bauernhöfe geschlossen und Arbeitsplätze in der Landwirtschaft gingen verloren. Die Initiative stärkt die Landwirtschaft wieder.
- Heute haben vor allem Verteiler wie z.B. Supermärkte viel Einfluss auf dem Markt. Die Stellung der Bäuerinnen und Bauern wird mit der Initiative gestärkt.
- Die Initiative leistet einen Beitrag zu einer weltweit sozialen und ökologischen Landwirtschaft.
Argumente der GegnerInnen
- Die Initiative führt zu einer Landwirtschaftspolitik der 90er-Jahre. Die erzielten Fortschritte werden rückgängig gemacht.
- Die Initiative führt zu höheren Kosten für den Staat und höheren Lebensmittelpreisen. Sie schadet also auch den KonsumentInnen.
- Teile der Initiative, die z.B. den Import von Lebensmitteln betreffen, widersprechen internationalen Verträgen. Dies schadet der Schweiz beim internationalen Handel.