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Prüfungsfragen mündlich und praktisch
Beispiel einer mündlichen Frage
Der Kandidat wird von den beiden Prüfungsexperten begrüsst und erhält ein Blatt mit folgendem Text:
Der Kandidat sieht, dass es bei dieser Frage um das Thema Treibstoffverbrauch geht. Als erstes wird er nun einmal den Verbrauch pro 100 km ausrechnen, damit er versteht, weshalb sich der Chef so aufregt. Mit dem Taschenrechner berechnet er den Durchschnittsverbrauch (38 l/100 km).
Als nächstes überlegt sich der Kandidat, welche Fragen zu diesem Thema wohl gestellt werden könnten. Er notiert sich ein paar Punkte, die er während der Ausbildung zum Thema «Eco Fahren» gehört hat.
Nach zehn Minuten erklärt einer der Prüfungsexperten, dass er nun die Fragen stelle, während sein Kollege Notizen mache. Als erstes könnte er den Kandidaten nun fragen:
Also, Sie haben den Text gelesen und sich einige Gedanken gemacht. Was ist Ihnen alles in den Sinn gekommen?
Im besten Fall erzählt und begründet nun der Kandidat in den nächsten fünfzehn Minuten, wie er sich vor und während der Fahrt darauf einrichtet, weniger Treibstoff zu verbrauchen. Die Prüfungsexperten können auf dem Formular nur noch die Punkte abhaken und stellen vielleicht noch die eine oder andere Ergänzungsfrage. Falls der Kandidat diese Einladung nicht annehmen kann oder will, stellt der Prüfungsexperte der Reihe nach folgende Fragen:
1. Wie kann ein Fahrer bereits vor der Fahrt den Treibstoffverbrauch beeinflussen?
Der Kandidat erzählt alles, was ihm in den Sinn kommt. Jede korrekte Antwort wird vermerkt. Bewertet werden auch zusätzliche gute Ideen. Dann geht es wie folgt weiter:
2. Wie kann der Treibstoffverbrauch beim Fahren beeinflusst werden?
Vermutlich hat der Kandidat die Schaltstrategie erwähnt. Deshalb folgt als nächste Frage:
3. Beschreiben Sie eine richtige Schaltstrategie.
Während der Beschreibung des Kandidaten notiert der Prüfungsexperte die korrekten Antworten und fragt dann:
4. Wie kann der Treibstoffverbrauch mit guter Wartung des Fahrzeugs beeinflusst werden?
Der Kandidat erinnert sich an verschiedene Wartungsarbeiten, die er allein oder in Zusammenarbeit mit der Werkstatt ausführen kann. Auch das wird notiert. Dann folgt die Frage:
5. Der persönliche Gemütszustand hat Einfluss auf den Verbrauch. Wie fahren Sie trotz Stress und Anspannung sparsam?
Wenn der Kandidat während der Ausbildung schon als Fahrer im Einsatz war (nur in der Schweiz selbstverständlich), dann kommen ihm sicher einige Punkte aus dem Alltag in den Sinn, wie er ganz «cool» ein paar Liter einsparen konnte. Und es fällt ihm auch nicht schwer, auf die folgende Frage eine gute Antwort geben zu können:
6. Aus welchen Gründen lohnt sich das Treibstoffsparen?
Und nun kommt endlich die lange erwartete Frage:
7. Sie haben 300 km zurückgelegt und 114 Liter aufgetankt. Wie gross ist der Durchschnittsverbrauch?
Der Kandidat nennt das Ergebnis seiner Berechnung oder rechnet das mit dem Taschenrechner aus, wenn er das bis jetzt noch nicht gemacht hat. Logisch, dass der Prüfungsexperte zum Schluss noch folgendes wissen will:
8. Sie arbeiten 22 Tage pro Monat und fahren durchschnittlich 300 km im Tag. Ein Liter Diesel kostet CHF 1.50. Wie hoch sind die monatlichen Treibstoffkosten, wenn Sie wie vorher ausgerechnet 38 Liter auf 100 km verbrauchen?
Mit dieser zweiten Berechnung ist die Prüfung zu Ende. Die Prüfungsexperten verabschieden sich vom Kandidaten und erklären ihm, wann er das Prüfungsergebnis erfahren wird.
Der Kandidat macht sich nun auf den Weg zu einem Parkplatz oder einer Halle, wo er noch eine praktische Prüfungsaufgabe lösen muss.
Beispiel einer praktischen Prüfungsaufgabe
Der Kandidat wird vom Prüfungsexperten auf einen Parkplatz oder in eine Halle gerufen, wo ein Fahrzeug (je nach Prüfung ein Bus oder ein Lastwagen) steht. Auch hier erhält der Kandidat ein Blatt, auf dem die Prüfungsaufgabe beschrieben ist:
Der Prüfungsexperte erklärt dem Kandidaten, dass er für die ganze Aufgabe 25 Minuten Zeit hat. Er kann sich nun noch vorbereiten oder gleich loslegen.
Weil der Kandidat das Fahrzeug vermutlich zum ersten Mal sieht, wird von ihm als erste Handlung erwartet:
1. Vorbereitung
Der Kandidat weiss, wo er die erforderlichen Informationen zum Fahrzeug findet. Der Prüfungsexperte will erfahren, ob der Kandidat daraus auch die richtigen Schlussfolgerungen ziehen kann und fragt deshalb:
Was ist bei grosser Kälte beim Wegfahren zu beachten?
Als nächste Handlung könnte sich der Kandidat nun um
2. Kraftstoffanlage, Flüssigkeiten
kümmern. Dazu gehören verschiedene Aufgaben, die der Kandidat eine nach der anderen ausführt und kurz erklärt. Er muss nicht viel reden, aber einfach sagen, dass er den Ölstand kontrolliert, wenn der den Ölmessstab in den Fingern hat.
Bevor sich der Kandidat der nächsten Aufgaben zuwendet, fragt der Prüfungsexperte:
Das im Freien abgestellte Fahrzeug ist am Morgen mit einer 10 cm dicken Schneedecke bedeckt. Was tun sie?
Nun befasst sich der Kandidat mit dem
3. Motor und weiteren Fahrzeug spezifischen Elementen
Hier kommt mit Blick auf den Wintereinbruch doch einiges zusammen. Falls dies bisher vom Kandidaten noch nicht erwähnt wurde, fragt der Prüfungsexperte:
Wie häufig muss der Druckluftbehälter entwässert werden?
Als letzte Handlung wird vom Kandidaten erwartet, dass er sich um
4. Räder, Bremsen, Sonstiges
kümmert. Spätestens jetzt könnte dem Kandidaten in den Sinn kommen, dass er Winterreifen montieren sollte. Dazu reicht die Zeit natürlich nicht, aber der Prüfungsexperte erwartet, dass er beschreiben kann, wie er bei der Montage vorgeht.
Ist das Fahrzeug nun für den Einsatz auf winterlichen Strassen vorbereitet, kann die praktische Prüfung abgeschlossen werden.