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Aktuelles
“Arbeiter*innen zahlen Preis für Supermarkt-Boom”
Umsatzboom für Supermärkte im Coronajahr 2020 – den Preis dafür zahlen die Arbeiterinnen und Arbeiter in den globalen Lieferketten, so Oxfam. Sie schufteten zu Hungerlöhnen, seien kaum geschützt oder hätten ihre Arbeit ganz verloren.
Das zeigt laut Medienmitteilung ein neuer Bericht des Entwicklungswerkes. So belegten Recherchen Ausbeutung und schockierende Fälle moderner Sklavenarbeit. Zudem erhielten Arbeiterinnen und Arbeiter immer weniger vom Erlös der von ihnen geernteten Produkte.
Während die Supermarktketten Kasse machten, kämpften die Arbeiterinnen und Arbeiter, die unser Essen herstellen, um ihre Existenz, so die Mitteilung. Viele hätten ihre Arbeitsplätze verloren oder seien bei ihrer Arbeit kaum gegen Corona geschützt.
Die Pandemie verstärke darüber hinaus die Benachteiligung von Frauen, die durch die Pandemie überdurchschnittlich häufig ihre Jobs verloren hätten oder zusätzliche Care-Arbeit leisteten.
Ausserdem erhielten Arbeiterinnen und Arbeiter immer weniger vom Verkaufspreis der Supermärkte, welche den grössten Anteil für sich behielten. So erhielten Arbeiterinnen und Arbeiter auf südafrikanischen Traubenplantagen oder auf Teeplantagen in Assam nur ein Prozent des Verkaufspreises. Im Kaffeesektor im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais betrage die Lücke zwischen gezahlten Löhnen und existenzsichernden Löhnen 40 Prozent.
Oxfam fordert, dass Arbeiterinnen und Arbeiter in den globalen Lieferketten ausreichend gegen Corona geschützt, kostenlose Schutzkleidung erhalten und im Falle einer Covid-19-Erkrankung weiterhin Lohn bekommen müssten. Ausserdem müssten die Supermarktketten ihr Geschäftsmodell verändern, so dass die Beschäftigten in den globalen Lieferketten von ihrer Arbeit leben könnten und ihre Rechte geachtet würden.