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Laut dem 128-seitigen strategischen Energieplan, der sechsten Überarbeitung seit 2003, soll sich Japan ehrgeizige Ziele für die Nutzung von Wasserstoff und Ammoniak, Kohlenstoff-Recycling sowie Kernenergie setzen. Ausserdem sollen die Offshore-Windenergie und der Einsatz von wiederaufladbaren Batterien gefördert werden.
Im April 2021 beschloss Japan, die Kohlenstoffemissionen bis 2030 um 46% gegenüber dem Jahr 2013 zu verringern. Zuvor hatte die Regierung ein Minus von 26% angestrebt. Klimaneutralität soll – wie bereits im Oktober 2020 angekündigt – bis 2050 erreicht werden.
Mit den Änderungen des Plans gegenüber der fünften Version soll das im April vom ehemaligen Premierminister Yoshihide Suga angekündigte Ziel zur Verringerung der Kohlenstoffemissionen erreicht werden. Sein Nachfolger, Fumio Kishida, der die Wiederinbetriebnahme von Kernkraftwerken und von kleinen, modularen Reaktoren (SMR) befürwortet, trat sein Amt im Oktober 2021 an. Im sechsten Energieplan werden SMR nicht thematisiert. Japan ist an Forschung und Entwicklung von SMR beteiligt, die als erschwingliche und sicherere Option für die künftige Kernenergie gelten. Auch der Bau neuer Kernkraftwerke wird nicht erwähnt, obwohl einige Industrievertreter und Gesetzgeber den Bau neuer Reaktoren fordern.
Erneuerbare Energien und Kernenergie
Der Energieplan sieht vor, dass der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung bis 2030 von derzeit 22–24% auf 36–38% steigt und dass kürzlich eingeführte Brennstoffe wie Wasserstoff und Ammoniak 1% ausmachen sollen. Das Ziel für die Nutzung fossiler Brennstoffe wurde von 56% auf 41% im Jahr 2030 gesenkt. Das Ziel für die Kernenergie bleibt mit 20–22% unverändert.
Wirtschafts- und Industrieminister Koichi Hagiuda sagte, dass «drastische Energieeinsparungen, die grösstmögliche Förderung erneuerbarer Energien und die sichere Wiederinbetriebnahme der Kernkraftwerkseinheiten» der Schlüssel dazu seien. Dabei müsse die Versorgung mit zuverlässiger und preiswerter Energie gesichert sein.
Die meisten kommerziellen Kernkraftwerkseinheiten Japans sind seit dem Reaktorunfall von Fukushima-Daiichi im März 2011 vom Netz. Im Juni 2021 wurde Mihama-3 in der Präfektur Fukui im Westen Japans wieder in Betrieb genommen. Diese Einheit ist zehnte von insgesamt 33 Anlagen, die seit Fukushima-Daiichi in Japan wieder am Netz sind. Die anderen Blöcke, die bereits wieder Strom erzeugen, sind Sendai-1 und -2, Genkai-3 und -4, Ikata-3, Ohi-3 und -4 sowie Takahama-3 und -4.
In einem Bericht vom März 2021 forderte die Internationale Energieagentur (IEA) Japan auf, die Wiederinbetriebnahme von Kernkraftwerken zu beschleunigen, um die nationalen Klimaschutzverpflichtungen zu erfüllen.
Quelle
M.A. nach NucNet, 22. Oktober 2021, und Ministry of Economy, Trade and Industry, Medienmitteilung, 22. Oktober 2021