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Presse
Erd und Abgrund (2005) für gemischten Chor und Violoncello nach Texten aus Bachs Motette „Jesu, meine Freude“:
Weite Assoziationsräume, Motettenzitate in der Schwebe:
...Felix Schüelis „Erd und Abgrund“ arbeitete zwar durchaus mit vertrauten Chormustern. Das begann mit pendelnden Tonbewegungen, in die trockene Wortrufe hineinplatzen, verdichtete sich zu wellenförmig verschlungenen Vokallinien und endete mit schwebenden Klangflächen, die die Bedeutung der ausgewählten Motettenzitate gleichsam in der Schwebe hielten.
Dazwischen aber setzt der in Luzern ausgebildete Komponist und Cellist die Stimmen freier ein. Und hier, in perkussiven Lautartikulationen und sich kreuzenden Glissandolinien, zeigte sich, mit wie viel Lust sich der Chor solche Mittel aneignete...
(Neue Zuger Zeitung, 22.März 2005)
Wagners Tribschen (2005) (Theatermusik zum Freilichtspiel Wagners Tribschen von Hansjörg Schneider)
...Und die Musik von Felix Schüeli, gespielt auf dem Klavier, auf Blasinstrumenten und einer geschickt eingesetzten Handharmonika, vermittelt diskret zwischen Wagners Realität und Schneiders Erfindung.
(Tages-Anzeiger, 8.Juli 2005)
...Mit den Mitteln des Lichtdesigns und musikalischer Arrangements gelingen immer wieder eindringliche Momente...
(Neue Zürcher Zeitung, 11.Juli 2005)
...Die Musik (Felix Schüeli) wird als handelnde „Person“ wie als Stimmungshintergrund eingesetzt...
(Basler Zeitung, 8.Juli 2005)
Threetonality (2002) für Flöte, Violoncello und Klavier
...There was nothing quite so unorthodox and athletic, however, as Swiss-born Felix Schüeli’s unhinged Threetonality. His music has an electrifying madness about it, quite schizophrenic in this case...
(The Scotsman, 6.Mai 2002)
...Die Nähe des jüngsten zu den älteren Werken war umso frappanter, als Schüeli den tatsächlich „poppigen“ Groove, zu dem das stockend anlaufende Werk „Dreitonal“ findet, bricht und umgekehrt die schwelgerisch ausgekosteten Wohlklänge selbst bei Ysang Yun überraschende Parallelen hatten.
Ein Unterschied lag allerdings darin, dass in Schüelis Trio Avantgarde-Ueberbleibsel, Pop-Drive und romantische Kantabilität nicht zur Einheit verschmelzen, sondern bewusst den Gestus des Quasi-Zitierens bewahren. Das gibt dem Stück eine zusätzliche Ebene und zeitgemässe Brüchigkeit.
(Neue Luzerner Zeitung, 5.Juni 2002)
Legra (2001) für grosse Orgel / Legra-Spiegelungen (2003) für grosse Orgel, Flöte, Oboe und Violoncello
Schroffer Gegensatz:
Wo sich Tradition und Gegenwart bei ... ergänzen, treten sie in Felix Schüelis „Legra“ in schroffen Gegensatz: Der Cantus-firmus-Gestus der verwendeten Vorlage (präsent in fast allen Werken dieses Orgelbuchs) wird hier nicht nur demontiert, sondern mit einer eigenständigen zweiten musikalischen Schicht kontrastiert – einmal artikuliert als sperrige Akkordschläge, einmal als flimmernde Klangtextur -, wobei sich beides dennoch zu einer spannungsvollen Einheit verbindet. Wohl nicht zufällig war es auch dieses Werk – das einzige eines Nicht-Organisten – das herkömmliche Orgelklischees und namentlich deren Hang zur Bombastik, ..., am konsequentesten mied.
(Neue Luzerner Zeitung, 12.November 2001)
...die Legra-Spiegelungen von Felix Schüeli nehmen Bezug auf Muster, die von alter Musik her vertraut sind. Aber während Pärt archaischen Wohlklang zur Beschwörung einer heilen Gegenwelt ritualisiert, geraten bei Schüeli die dem Werk zugrunde liegenden Cantus-firmus-Formeln förmlich aus den Fugen: zu gewaltigen Trümmern angehäuft in den Klangschüben der Orgel, nervös aufgesplittert im aus LSO-Musikern gebildeten Instrumental-Trio. Dass das Trio am gegenüber liegenden Ende des Raums, nämlich im hintersten Winkel des Chors, postiert war...die Polarisierung der Gegensätze wurde dadurch räumlich und fast körperlich erfahrbar gemacht und zwar durchaus im Sinn des Werks, das zum Schluss den Choral „Ein feste Burg“ nun mit einer Deutlichkeit demontierte, die das geheime Programm des Werks spannungsvoll offen auf den Tisch legte.
(Neue Luzerner Zeitung, 15.Mai 2003)
Moderne Klangwelten
Faszinierende moderne Klangwelten eröffneten die vom aufstrebenden jungen Schweizer Komponisten Felix Schüeli für das Ensemble geschriebenen „Legra-Spiegelungen“...Wir erlebten eine akribisch ausgeführte, fein ziselierte Komposition in ungewohnter, erregender Ausdrucksart mit Klangmalerei und eigenwilliger Rhythmik, vom Orgelpart dominiert und vor allem an die Bläser – und die Zuhörer – hohe Anforderungen stellend.
(St.Galler Tagblatt, 20.Mai 2003)
Sieben Geheimnisse (2000/01) für gemischten Chor, Sprecher, CD-Einspielung & Ensemble (Violine, Viola, Violoncello, Klavier & Schlagzeug)
Dann die Uraufführung: Felix Schüelis „Sieben Geheimnisse streng vertraulich“ für Klavierquartett, Schlagzeug und gemischten Chor. Der junge Luzerner Komponist schrieb das Werk für den Europäischen Musikmonat und nutzte die Chance, radikal zu sein.
Schüeli destruiert den Text, verwandelt ihn in Klänge und Klangfragmente, bezieht Geräusche ein, lässt den Chor aufstampfen, mit den Notenblättern rascheln, flüstern und tuscheln und einzelne Silben im Glissando abfallen. Chorgesang wird bei Schüeli von allen tradierten Regeln befreit, nur von einer nicht: der rhythmischen Präzision. Der kurze, schlagzeilenartige Text wird nur bruchstückhaft hörbar, entscheidend ist wohl sein Aufgehobensein in der musikalischen Aktion. Schüelis kompositorischer Ansatz ist nicht neu, doch erfreulich konsequent verwirklicht. Zu Zeiten nostalgischer Rückblicke ist es begrüssenswert, wenn uns ein Komponist daran erinnert, wie zeitgenössische Chormusik klingen kann: nämlich radikal alle Ausdrucksmöglichkeiten durchspielend. Lebhafter Beifall.
(Basellandschaftliche Zeitung, 25.September 2001)
Untertitel (1999) für Frauenstimme, Violoncello und Klavier
Geplapper und Abglanz
Aus Zivilisationsmüll herübergewehte Texte nahm Felix Schüeli zum Anlass für sein Trio „Untertitel aus Vera am Mittag“ für Mezzosopran, Cello und Klavier. Die bekannten Regie-Einblendungen in die laufenden Sendungen der Talkshow waren Schüelis Ausgangsmaterial. Nur eine witzige Idee ? Kaum,. Eher eine todernste Sache. Sprüche wie „Dick sein ist menschlich“ oder „Nadja war mal schlank“ wurde durch die schräge, gekonnt hysterische Interpretation ins Opernhafte übersteigert. So schimmerte im alltäglichen Trash der Glanz vergangener Zeiten auf. Und ganz nebenbei stellte sich die Frage, aus welch karger Kost wir Heutige unseren Bedarf an grosser, echter Emotion herauszufiltern verdammt sind.
(Die Südostschweiz, 15.Januar 2005)
...Ein Werk, das mit viel Witz und Prägnanz Untertitel-Einblendungen aus einer Talkshow zum Thema „Du bist do fett und faul geworden“ vertont. Der unverblümten Drastik und dem Sarkasmus der Texte („Uwe verlor Frau und Job, aber kein einziges Kilo“) entspricht die musikalische Umsetzung, indem sie die Komik der Texte mit drastischen Mitteln zuspitzt. (vom „fetten“ Vibrato bis zum geräuschhaft untermalten Schrei für den „Fett-Fetischisten“). Sie trägt aber auch dem Gefühlsschmalz einer solchen Sendung mit einer quasi-romantischen Klanglichkeit und Melodik Rechnung und verdankt ihre Vitalität offensichtlich auch den Jazz- und Rockerfahrungen Schüelis als E-Bassist in verschiedenen Rock- und Pop-Bands.
(Neue Luzerner Zeitung, 25.Oktober 2001)
...Der Komponist zeigt in der witzig-theatralischen Musik, dass platteste Aussagen künstlerisch überhöht werden können, wobei Ironie durchaus ihren Platz hat...
(Linth-Zeitung, 11.Februar 2003)
...Glänzend instrumental und vokal ausgelegt war aber auch die moderne humoristisch-zynische Komposition von Felix Schüeli über „Ich soll nun bleiben wie ich bin“, was manchmal nur schwer akzeptabel ist...
(Aargauer-Zeitung, 23.Februar 2000)
RIFFs (2002) für Violoncello und Klavier
...Mit den „Riffs“ für Cello und Klavier zieht das Musikergespann in gegeneinander ausspielenden Motiven die verschiedensten Register technisch moderner Möglichkeiten. Glissandi, Flageoletts, Schläge und Dämpfer sowie rhythmische Variationen, mit jazzigen Elementen angereichert, ballen sich hier zu einer relativ kurzen Komposition.
(Zürcher Oberländer, 11.Februar 2003)
...wirkte Felix Schüelis „Riffs“ für Cello und Klavier nicht nur in der Wiedergabe inspiriert...kam es entsprechend schmissig und gehörfällig herüber...
(Neue Luzerner Zeitung, 29.März 2004)
...wurden hier innerhalb verschiedenster Motive, darunter konventionelle Melodien, die Möglichkeiten des Cellospiels auf witzige und spannende Art dargeboten. Schüeli ist ein Komponist mit neuen Ideen, die er genau umzusetzen weiss...
(Linth Zeitung, 11.Februar 2003)