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Nach den vielen Notizen in den Geschichtsbüchern zu beurteilen, war der Thunersee wegen seinem Fischreichtum eine Art Speisekammer für die Bevölkerung bis weit entlang der Aare flussabwärts. Auch bei hochoffiziellen Anlässen waren Fischlieferungen vom Thunersee gebräuchlich. Als Papst Martinius V. nach seiner Wahl nach Rom reiste und sich auch in der Region aufhielt, wurde er mit prächtigen Exemplaren von Seeforellen aus dem Thunersee versorgt. Da ging der Befehl ein, alle Fischer um den See herum mit dem Fang für diesen Anlass zu beauftragen. Auch ist die Rede von Königsbesuchen, welche von den frischen Fischen aus dem Thunersee schwärmten. Später wurde ein spezieller Beamter gewählt, welcher den Handel mit Fischen vom Thunersee aufs Genauste überwachte. Dann wurden besondere Massnahmen getroffen, dass nur frische Ware zum Verkauf kam. Nur Fische, die nach fünf Uhr abends geliefert wurden, durften über Nacht aufbewahrt bleiben. Alle anderen mussten am gleichen Tag verkauft werden. Schriftliche Überlieferungen berichten von Fischfängen, welche heute kaum zu glauben sind. Es gab Tage, an denen Fischer über 2’500 Felchen am gleichen Tag fangen konnten. An Spitzentagen gingen sogar über 6’500 Felchen ins Netz. Die Fänge zu dieser Zeit erhöhten das Angebot auf dem Markt derart, dass einschränkende Bestimmungen erlassen werden mussten. So vereinbarte man, dass jeden Montag nur 400, jeden Mittwoch 500 und jeden Samstag 900 Felchen verkauft werden durften. Bald sollten diese Massnahmen unnötig werden, weil die Umleitung der Kander in den Thunersee dem Fischbestand arg zusetzte, wie festgehalten wurde. Mehrere Stämme sollen durch das kalte und kalkhaltige Wasser der Kander und der Simme ausgelöscht worden sein. Zudem waren bei Hochwasser Überschwemmungen der flachen Ufer an der Tagesordnung und beim Sinken des Wasserspiegels lagen dann Millionen von Fischeiern auf dem Trockenen. Gleichwohl liessen sich die Erträge zu dieser Zeit sehen, wenn man bedenkt, dass ein tiefer Voralpensee wie der Thunersee mit seiner schwach entwickelten Uferzone nicht ein typischer Fischsee ist.