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Ar 493
Für die Konsultation der Unterlagen im Lesesaal vereinbaren Sie bitte telefonisch (043 268 87 50) einen Termin, da die Platzzahl im Lesesaal aufgrund der Corona-Situation beschränkt ist. Der Zugang zum Lesesaal ist nur mit bestätigter Platzreservation möglich.
Ar 493
1970-1978 (1981)
2.8 m
Die Ropress wurde 1970 gegründet, mit dem Ziel, ein Unternehmen mit «Arbeit statt Kapital» aufzubauen. Sie entwickelte sich rasch zu einer der wichtigsten Produktionsstätten für alternatives Schrifttum. Die Aufträge stammten aus dem Umfeld der Neuen Linken sowie der Neuen sozialen Bewegungen. Zu den Auftraggebern gehören beispielsweise das Forum für Bildungspolitik, die FASS (Fortschrittliche Arbeiter, Schüler und Studenten), die Revolutionäre Aufbauorganisation Zürich RAZ, die Frauen-Befreiungs-Bewegung FBB, die Progressiven Organisationen POCH, Medic Angola, die Bewegung für ein Autonomes Jugendzentrum, der Kommunistische Studentenverband, die Revolutionäre Marxistische Liga RML, die Gesellschaft Schweiz-Palästina, die Kommunistische Partei der Schweiz KPS, die Kommunistische Bewegung/Marxisten-Leninisten, aber auch etabliertere Organisationen wie Amnesty International, die Anti-Apartheid-Bewegung AAB, die Arbeitsgemeinschaft Demokratisches Manifest oder die Erklärung von Bern. Hervorzuheben ist ferner, dass die Zürcher Ropress auch Druckaufträge für linke Gruppierungen aus ländlich-alpinen Regionen ausführte. In der Ropress gedruckt wurden beispielsweise die Rote Anneliese (Oberwallis), die Alternative (Uri), Viva (Graubünden), Steibock (Nidwalden) oder die Glarner Zeitung.
Die Unterlagen gelangten dank den Bemühungen von Edith Kuster zu einem unbekannten Zeitpunkt in den Besitz von Roland Gretler, in dessen Fotostudio die Ropress in der Anfangszeit für einige Monate im Gastrecht einquartiert war. Die Sammlung wurde dann während Jahren unter recht prekären Klimabedingungen in einem Bauernhaus in Benglen aufbewahrt. Sie wurde dem Schweizerischen Sozialarchiv von Roland Gretler am 30. August 2010 übergeben.
Vorhanden sind 1’360 Auftrags-Lauftaschen aus den Jahren 1970-1978 (1981). Die Lauftaschen selbst enthalten detaillierte Angaben zu den Druckaufträgen. Für jeden Auftrag ist die Auftragsnummer, die Auflage, der Auftraggeber, der Rechnungsbetrag, der Titel des Druckerzeugnisses und das Rechnungsdatum verzeichnet. Fast immer enthalten die Lauftaschen auch ein Belegexemplar der Drucksachen. Die Sammlung weist erhebliche Lücken auf. Nicht vorhanden sind beispielsweise die Auftragsnummern 1-514. Von den Auftragsnummern 1'000-1'999 sind lediglich 119 Lauftaschen vorhanden, von den Nummern 2'000-2'999 sind es 221. Noch am besten ist die Abdeckung der Druckaufträge aus den Jahren 1976-1978. Rund drei Viertel aller vorhandenen Auftrags-Lauftaschen fallen in diesen Zeitraum.
Mit Ausnahme von einigen wenigen Dubletten wurden keine Unterlagen kassiert.
Neuzugänge werden nicht erwartet.
Die vorhandenen Dokumente sind im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs frei zugänglich. Es gelten die ordentlichen Benutzungsbestimmungen des Schweizerischen Sozialarchivs.
Adelheid von Saldern: Markt für Marx: Literaturbetrieb und Lesebewegungen in der Bundesrepublik in den Sechziger- und Siebzigerjahren, in: Archiv für Sozialgeschichte, 2004, 149-180
Der Bestand wurde im September 2010 von B. Koch bearbeitet.