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70 Jahre Kinderheim Heidi
70 Jahre Kinderheim Heidi – Sonderschulinternat Hemberg (1949-2019)
Mit dem Kauf der Liegenschaft an der Scherbstrasse 40 im Toggenburger Dorf Hemberg eröffneten die beiden Gründerinnen Flori Miesch und Margreth Roth im Jahre 1949 ein Kinderheim, welches sie als private Firma (Miesch & Co.) führten.. Kurz darauf, noch im gleichen Jahr zogen die ersten beiden Kinder ein. Diese besuchten die öffentliche Schule vor Ort, bis eine eigene Schule mit dem Kauf des Gasthauses «Sternen» und der Anstellung der Lehrerin und Schulleiterin, Noelle Weber, möglich wurde.
Im Frühjahr 1970 erwarb die Firma Miesch & Co. eine weitere grosse Liegenschaft im Hemberg, das ehe- malige Gasthaus Sternen, welches schon früher als Ferienkolonie geführt wurde. Im Weiteren diente der angebaute Sternensaal über längere Zeit der Dorfbevölkerung für verschiedenste Anlässe. Der dazugewonnene Raum wurde dringend für die Schule benötigt und als Wohnraum für die Kinder. Das Haus wurde Geissenpeter genannt. Die Institution hiess neu «Kinderheim Heidi und Haus Geissenpeter».
1976 erfolgte der Kauf eines kleinen Bauernbetriebs, der Liegenschaft Rüteli, mit Wohnhaus Stall und Scheune. Der Kauf diente hauptsächlich dem Aufbau eines eigenen Landwirtschaftsbetriebes. Dieses neue Angebot wurde in den sozialpädagogischen Auftrag einbezogen. Im selben Jahr wird die Rechtsform von Miesch & Co. in den Verein Raphael umgewandelt. Diese Änderung drängte sich im Zusammenhang mit der Anerkennung durch die Invalidenversicherung auf.
1982 erhielt die Institution die Anerkennung durch das Bundesamt für Sozialversicherungen und somit den Anspruch auf Subventionen vom Bund für die Leistungserbringung.
1985 erfolgte ein weiterer Namenswechsel. Die Institution wurde fortan unter dem Namen «Landschule Peter und Kinderheim Heidi» geführt. Im Laufe der Jahre drängte sich immer mehr der Bau eines eigenen Schulhauses auf. Bis dahin wurden in beiden Häusern Schulunterricht erteilt.
In den Jahren 1995/1996 konnte das Vorhaben umgesetzt werden. Das Schulhaus wurde unmittelbar neben dem «Geissenpeter» realisiert. Die Eröffnung und der Bezug fanden im Herbst 1996 statt. Es wurden die drei Schulstufen, Unter-, Mittel- und Oberstufe, geführt. Die Institution erhielt nun zunehmend den Status einer «Sonderschule mit Internat», woraus sich zwei Aufgabenbereiche bildeten: die Beschulung in einer Sonderschule mit Kleinklassen und die professionelle Betreuung der Kinder und Jugendlichen auf den drei Wohngruppen.
Im Jahr 2000 erfolgte wieder eine Namensänderung von «Landschule Peter und Kinderheim Heidi» zu «Landschule Hemberg».
Im Jahr 2004 erhielt die Institution nach Einreichen eines neuen Betriebskonzeptes sowie der Schaffung einer neuen Organisationsstruktur die Anerkennung als Sonderschule durch das Erziehungsdepartement des Kantons St.Gallen (heute Bildungsdepartement). Der neue Status eines Sonderschulinternates des Kantons St.Gallen war für die Weiterführung des Betriebs ein Meilenstein. Der Kanton verlangte einen neuen Namen. Dadurch entstand der heutige Name, «Sonderschulinternat Hemberg» (SIH).
Der Bund bzw. das Bundesamt für Sozialversicherungen zog sich 2008 im Rahmen des neuen Finanzausgleiches von der Sonderschulung zurück und delegierte die Aufsicht und Finanzierung der Sonderschulen an die Kantone. Durch die Anerkennung als Sonderschule stiegen die Anforderungen an die berufliche Qualifikation der Mitarbeitenden. Jakob Egli leitete 2007 diesen Veränderungsprozess als Interimsleiter ein. Im selben Jahr wurde Marcel Recher als Institutionsleiter angestellt, der diesen Prozess weiterführte. Die Schwerpunkte des neuen Leiters waren die Umsetzung des neuen Betriebskonzepts, die Rekrutierung von Fachpersonal und die Einführung eines differenzierten Aufnahmeverfahrens der Schülerinnen und Schüler.
Die Platzverhältnisse auf den drei Wohngruppen erwiesen sich, nachdem sich die freien Plätze rasch wieder füllten, als unzumutbar.
2011 konnte eine Wohngruppe befristet ins leerstehende katholische Pfarrhaus ziehen.
2016 erwarb das Sonderschulinternat das «Brunnerhaus» und liess es zu einer Wohngruppe umbauen. Seither können für alle Schülerinnen und Schüler Einzel-zimmer angeboten werden.
Der Neubau von zwei Wohngruppenhäusern mit Nebenräumen für die Hauswirtschaft und Hauswartung konnten aus finanziellen Gründen (noch) nicht realisiert werden.
2014 wurde mit Johannes und Ann-Kathrin Sutter eine neue Pächterfamilie für die Landwirtschaft gefunden werden. Als Landwirt und Sozialpädagoge brachte Johannes Sutter die idealen Voraussetzungen mit, um mit dem Schul- und Wohngruppenteam ein Time-out-An-gebot in der Landwirtschaft aufzubauen.
Während der 10-jährigen Zeit von Marcel Recher als Institutionsleiter standen einige Bauprojekte an. Im Jahr 2008 wurde die neue Pelletheizung für die beiden Haupthäuser in Betrieb genommen. 2013 musste die Hauptküche umfassend saniert werden. Etwas später erfolgte die Renovation der Fassade und des Eingangsbereichs, sowie die Neugestaltung des Vorplatzes und Zufahrt.
Per 1. Oktober 2017 trat Daniel Lehmann als Nachfolger von Marcel Recher an. Im Frühling 2019 wurde vom Bildungsdepartement das neu erarbeitete Betriebskonzept bewilligt. Auf dessen Grundlage kann sich das Sonderschulinternat Hemberg weiterentwickeln.