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Ausgangslage
Im alpinen Raum manifestiert sich der Klimawandel besonders stark. Hüttenzustiege werden gefährlicher und manche Berghütten werden durch Steinschläge beschädigt oder leiden unter Wasserknappheit. Der Mensch verursacht durch seine Aktivitäten klimaschädliches CO2, welches die Klimaerwärmung noch schneller vorantreibt. Diese Projektarbeit setzt dort an und untersucht mittels einer CO2-Bilanzierung von ausgewählten SACHütten die Haupttreiber, welche für die Minimierung des CO2-Fussabdrucks eines Hüttenbetriebs wichtig sind.
Projektziele mit Zielgruppe
Das Ziel des Projektteams ist HüttenwartInnen und HüttenbesucherInnen auf die Thematik des Klimaschutzes im Alpenraum aufmerksam zu machen und ihnen durch die Ergebnisse der CO2-Bilanzierung aufzuzeigen, wie der CO2-Fussabdruck eines Hüttenbetriebs minimiert werden kann.
Resultate
Die Bilanzierungen zeigten, dass die Hüttenbelieferung und die Verpflegung für den grössten Teil der CO2-Emissionen zuständig sind. Die Hüttenbelieferung durch Helikopter ist bei alpinen Hütten unverzichtbar, jedoch kann die Anzahl Flüge durch eine bewusste Konsumation deutlich reduziert werden. Bei der Verpflegung verursachen die regionalen, saisonalen Produkte weniger CO2-Emissionen als importierte Produkte. Des Weiteren hat der Fleischkonsum einen sehr negativen Einfluss auf die Bilanzen. Bei den Getränken schneidet der Hüttentee, welcher mit dem Wasser vor Ort angerichtet wird, signifikant besser ab als eingeflogene Getränke.
Im Juni 2020 konnten drei Hüttenbesuche durchgeführt werden. Dabei wurden die Daten für die CO2-Bilanzierung erhoben und Interviews mit den HüttenwartInnen durchgeführt. Nach der Auswertung der Ergebnisse erfolgten zwei Hüttenanlässe, bei welchen die Ergebnisse den HüttenbesucherInnen präsentiert wurden. Der Erste wurde im September 2020 auf der Trifthütte durchgeführt. Der Zweite war auf der Blüemlisalphütte geplant, wegen schlechten Wetters wurde er jedoch im Oktober 2020 online durchgeführt. Die Ergebnisse wurden in Form eines Plakats zur Sensibilisierung von weiteren Hüttengästen in verschiedenen SAC-Hütten und im Internet zur Verfügung gestellt. Das verwendete CO2-Bilanzierungstool wurde dem SAC-Zentralverband und den Sektionen für weitere Bilanzierungen zur Verfügung gestellt.
Schlussfolgerungen
Dank der modernen technischen Infrastruktur im Bereich Strom und Warmwasser kann jährlich sehr viel CO2 auf den Hütten eingespart werden. Im Bereich der Verpflegung und der Hüttenbelieferung ist der CO2-Ausstoss grösser. Helikopterflüge stossen in kurzer Zeit sehr viel CO2 aus und belasten damit die Umwelt. Bis heute gibt es keine bessere Alternative in diesem Bereich, dennoch können die Helikopterflüge reduziert werden, wenn sich die HüttenwartInnen und Gäste mit vereinten Kräften dafür einsetzen. Sinken die Erwartungen der Gäste im Bereich des Angebots auf der Hütte und entscheiden sie sich bewusst für hausgemachte Produkte und lokal angerichtete Getränke (z.B. Hüttentee), müssen die HüttenwartInnen weniger Lebensmittel hochfliegen.
Auch im Bereich der Hüttenverpflegung ist die Kooperation zwischen HüttenwartIn und Gast wesentlich. Wenn die HüttenwartInnen eine abwechslungsreiche vegane/vegetarische Küche mit regional/saisonalen Produkten anbieten und sich die Gäste vermehrt für solche Menüs entscheiden, kann auch in diesem Bereich sehr viel CO2 eingespart werden.
Das Projektteam ist zuversichtlich, dass die erstellten Kommunikationsmassnahmen ein breites Publikum erreichen und sich immer mehr BerggängerInnen bewusst für einen nachhaltigen Aufenthalt in den Bergen entscheiden. Um weitere HüttenwartInnen und BerggängerInnen zu sensibilisieren, sollten weitere SAC-Hütten, vor allem unterschiedlicher Art, bilanziert werden. In Zukunft wäre auch der Vergleich der CO2-Emissionen einer SAC-Hütte über mehrere Jahre hinweg ein interessantes Forschungsprojekt.
Koautoren: Bräutigam David, Trienbacher Thomas