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Die gutartige Prostatavergrösserung ist eine sehr häufige Erkrankung beim älter werdenden Mann. Der medizinische Fachbegriff dafür heisst benigne Prostatahyperplasie oder abgekürzt BPH . Auch die Begriffe Prostatahypertrophie und Prostataadenom meinen das Gleiche.
Das gutartige Wachstum findet vor allem im Drüsenkern statt, welcher unmittelbar der Harnröhre anliegt. Je nachdem, in welche Richtung das Wachstum der Drüse erfolgt, entstehen unterschiedliche Beschwerden.
Die Ursache für die BPH ist noch nicht definitiv geklärt. Folgende Risikofaktoren für die Entwicklung einer BPH sind bekannt:
- Alter: Bereits im Alter von 30-35 Jahren beginnt sich die Prostata zu vergrössern, unabhängig von Rasse und Region
- Produktion des männlichen Hormons Testosteron durch die Hoden. Ohne Testosteron kommt es zu keiner Prostatavergrösserung
- Erbliche Veranlagung
Hinweise auf eine gutartige Prostatavergrösserung sind bei Männern mit 50 Jahren in 20% und bei Männern mit 60 Jahren in 50% der Fälle zu finden. 90% der Männer über 80 haben eine vergrösserte Prostata.
Bei einer Vergrösserung der Prostata wird die Harnröhre zunehmend eingeengt. Deshalb muss die Blase den Urin gegen einen höheren Widerstand auspressen, was zu einer Reizung der Blase mit ihren typischen Beschwerden führt. Das vermehrte Pressen führt auch dazu, dass sich die Blase mit der Zeit nicht mehr ganz entleert, es kommt zur Restharnbildung.
- Abgeschwächter und evtl. unterbrochener Harnstrahl
- Mühsamer Beginn des Wasserlassens
- Pressen, um die Blase vollständig zu entleeren
- Häufiges Wasserlassen (vor allem auch während der Nacht)
- Nachträufeln
- Restharngefühl. Mögliche Folgen von Restharn sind Blasenentzündung und Nierenschädigung
- Ein sogenannter Harnverhalt (Wasserlösen unmöglich) ist ein Notfall und muss sofort behandelt werden
Zur Diagnose einer Prostatavergrösserung werden verschiedene Untersuchungen und Abklärungen durchgeführt. Dazu gehören unter anderem:
- Kankengeschichte (Erfragen obgenannter typischer Symptome)
- Harnflussmessung (Uroflowmetrie)
- Rektale Tastuntersuchung
- Blutuntersuchung: Nierenwerte, PSA-Wert (Prostata Spezifisches Antigen)
- Ultraschall
Die Beschwerden werden von jedem Mann unterschiedlich toleriert. Wichtig ist, dass eine Überdehnung der Harnblase und ein chronischer Rückstau mit Schädigung der Nieren vermieden wird. Je nach Schweregrad kommen verschiedene Behandlungsmethoden in Frage.
- Abwarten und beobachten: bei Patienten mit wenig Beschwerden möglich.
- Diätetische Massnahmen: Verzicht auf Reizstoffe wie Pfeffer, Gewürze, Bier, Weisswein usw. sowie regelmässige Bewegung.
- Medikamente: Leichtere Beschwerden (Reizsymptome der Blase) können durch eine Vielzahl von pflanzlichen Medikamenten angegangen werden. Neben diesen pflanzlichen Medikamenten stehen Medikamente zur Verfügung, die entweder direkt in den Hormonhaushalt der Prostata eingreifen und zu einer Volumenverminderung führen, oder die nervöse Versorgung des Blasenhalses beeinflussen. Die Wahl des Medikaments hängt von den spezifischen Beschwerden ab.
- Operative Behandlung:
- Transurthrale Resektion der Prostata (TUR-P), im Volksmund die kleine Prostata-Operation genannt (Elektro-, Mikrowellen- oder Lasertherapie)
- Offene Prostatektomie, im Volksmund die grosse Prostata-Operation genannt
Wird mit einer Behandlung zu lange zugewartet, können die Blase und die Niere durch die ständige Druckerhöhung und evtl. chronische Infektionen Schaden nehmen.
- Eine Operation führt bei weniger als 5% der Patienten zum Verlust der Erektionsmöglichkeit. Der trockene Orgasmus mit dem Samenerguss in die Harnblase ist nach einer Operation die Regel.
- Da nach einer Operation die Prostatakapsel zurückbleibt, ist ein späteres Auftreten von Prostatakrebs immer noch möglich! Nach 15-20 Jahren kann es zu einer erneuten Vergrösserung der Prostata kommen.
Ob sich bestimmte Ernährungsbestandteile günstig auf das Prostatawachstum auswirken oder nicht, ist noch nicht zu beurteilen. Wichtig ist es, ab dem 50. Lebensjahr regelmässig einen Urologen zur Vorsorge aufzusuchen, um vor allem eine bösartige Erkrankung frühzeitig zu erkennen und erfolgreich behandeln zu können.