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Die Entwicklung eines Landes kann durch die Ausbildung seiner Bevölkerung massgeblich gefördert werden. Gerade in Entwicklungsländern ist der Zugang zu Schulen und Universitäten jedoch zunehmend der reichen Oberschicht vorbehalten. So wird in vielen staatlichen Schulen ein stetig wachsender Teil der Kosten wie Elektrizität, Wasser und Material auf die Schüler bzw. deren Eltern überwälzt. Damit wird der Schulbesuch für viele Familien zum Luxus.
Das Stipendienprojekt gründete ursprünglich auf der Idee, den „promotores” von ODESAR als Dank für die geleistete Arbeit den Schulbesuch zu ermöglichen. Einige von ihnen nahmen das Angebot an und drückten jeden Samstag in Matagalpa die Schulbank; andere zogen es vor, das Stipendium auf ihre Kinder zu übertragen. Seit 2005 werden neben Primar- und Sekundarschülern auch Personen unterstützt, die eine technische und universitäre Ausbildung besuchen.
Die Anzahl der Patenschaften variiert: 2003 unterstützte Amisol 5 Kinder und 4 Erwachsene (davon 5 Frauen). 2007 entschieden wir, die Anzahl der Patenschaften massiv zu erhöhen, weil die Nachfrage nach neuen Patenschaften und der Erfolg des Projektes sehr gross waren. 2008 wurden insgesamt 55 Personen mit einem Stipendium von Amisol unterstützt. In den letzten Jahren ist die Anzahl Stipendien jedoch ein wenig zurückgegangen, dafür konzentrieren wir uns auf die Förderung der höheren Bildung und Berufsausbildung, welche pro Kopf teurer und für die Familien unbezahlbar ist. Zurzeit finanzieren wir 20 Stipendien. Die Begünstigten sollten möglichst aus Familien kommen, die in den Projekten von ODESAR mitmachen und die der ärmsten Schicht der Landbevölkerung angehören. Die Selektion erfolgte weiter nach der Bereitschaft, sich aktiv und zum Wohl aller in der Gemeinde zu betätigen.
Für junge Erwachsene, welche samstags in der Stadt an die Universität oder die technische Schule gehen, belaufen sich die Kosten auf rund USD 600 pro Jahr. Dieser Betrag deckt die Einschreibegebühren, Monatsgebühren und Reisekosten. Die zuletzt genannten Kosten sind in Nicaragua relativ teuer: die Reise vom Wohnort in die Schule und zurück kostet ca. den Tageslohn eines Landarbeiters. Die Begünstigten verpflichten sich dazu, die erhaltene Unterstützung ausschliesslich für ihre Ausbildung zu benützen, das Schuljahr erfolgreich zu beenden, einen Teil der Kosten selber zu übernehmen (z.B. Materialkosten) und aktiv an den Aktivitäten von ODESAR teilzunehmen. Letztere beinhalten Umweltaktivitäten (z.B. das Aufforsten oder das Sammeln von Abfall an den Flussufern), Ausbildungen, Jahrmärkte und landwirtschaftliche Produktion in der eigenen Familie (z.B. das Pflanzen von Bäumen im Hinterhof, Bodenschutzmassnahmen).
Viele der Begünstigten und ihre Lebenssituationen sind uns persönlich bekannt. Wir sind deshalb überzeugt, dass unsere Partner eine gute Auswahl treffen. Zudem ermöglicht die Investition in die Ausbildung nicht nur die individuelle Entfaltung der einzelnen Beteiligten, sondern die gesamte Gemeinschaft profitiert von den gewonnenen Kenntnissen der eigenen Mitglieder.
Alle sind herzlich willkommen, ein volles oder ein Teilstipendium für ein Jahr zu übernehmen. Unser Ziel ist es, den StipendienempfängerInnen eine abgeschlossene Ausbildung zu ermöglichen (d.h. bis mindestens Schulabschluss). Dafür sind nur wenige Dollars pro Jahr nötig! Wir glauben, dass diese Investition sich lohnt.
Natürlich stehen wir gerne für weitere Fragen zur Verfügung!