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Die Menschen haben seit Eh und Je versucht, neue Methoden zu finden, um sich gegen Feinde schützen zu können. Mit der Zeit wurden in Kämpfen oder Schlachten Waffen
wie Schwerter benutzt. Der Erfindung der Feuerwaffen konnten die alten Kampfmethoden jedoch nicht standhalten. Sie waren ihnen im Fern- wie auch im Nahkampf unterlegen. Die alten Kampfkünste
schienen unbrauchbar zu sein. Das Erstaunliche dabei ist, dass sie noch nicht ausgestorben sind, sondern erst vor dem Höhepunkt ihrer Entwicklung stehen.
Wenn man heute von den Kampfkünsten und deren Entwicklung spricht, denkt man oft nur an diejenigen asiatischer Herkunft. Alte Wandgemälde in Gräbern entlang des Nils und hieroglyphische Inschriften (in Pyramiden eingekritzt) zeigen jedoch, dass auch die Ägypter 3000 v.Chr. ein Kampfsystem besassen, dass dem heutigen Boxen ähnlich ist. In Europa gab es ebenfalls Nahkampfsysteme. Man denke nur an die Zeit der Stadtstaaten in Griechenland (ca. 700 v.Chr.). Boxen, Ringen und andere verwandte Arten von Kämpfen waren reguläre Ereignisse in den Stadien. Der berühmte Philosoph Plato (347 – 427 v.Chr.) erwähnt das „skiamachia“, was übersetzt „kämpfen ohne Gegner“ heisst. Dieses Schattenboxen kombiniert mit richtigem Boxen und Ringen heisst „Pankration“. Bei diesem System wurde der ganze Körper als Waffe benutzt. Griechische Betreiber der „Pankration“ wurden später zu römischen Gladiatoren. Die gladiatorischen Spiele wurden in Deutschland, Frankreich und England eingeführt und bildeten nach dem Fall des römischen Reiches die Basis für modernes Ringen und Boxen.
Wie in Europa und in Ägypten haben sich auf der ganzen Welt Selbstverteidigungssysteme entwickelt, die zum Teil sehr alt sind. Somit ist es unmöglich zu sagen, sie hätten einen gemeinsamen Ursprung. Trotzdem behaupten einige Fachleute, dass der wahre Ursprung der waffenlosen Kampkunst in China im sechsten Jahrhundert v.Chr. von einem buddhistischen Mönch Namens „Bodhidharma“ hervorgerufen worden ist. Dies ist nur eine von mehreren Legenden, die teilweise als wahr akzeptiert worden sind.
Somit haben sich in der ganzen Welt zahlreiche Systeme des Hand – und Fusskampfes entwickelt, wobei jedes die Notwendigkeit in den jeweiligen Epochen und die geschichtlichen und kulturellen Hintergründe reflektiert.
Die Selbstverteidigungssysteme sind also aus dem Wunsch entstanden, sich gegen Angriffe, bewaffnet oder unbewaffnet, zu schützen. Einige wenige Basistechniken wurden im Laufe der Zeit weiter ausgebaut und perfektioniert, so dass nach und nach zum Teil sehr komplexe Systeme entstanden sind.
Die Rolle der Kampfkünste in Korea
Während der Periode zwischen dem ersten Jahrhundert v.Chr. und dem siebten Jahrhundert n.Chr. war Korea in die drei Königreiche „Silla“, „Koguryo“ und „Baek Je“ eingeteilt. Silla, das kleinste der drei Reiche, wurde ständig von ihren zwei stärkeren Nachbarn bekämpft. Als der 24. König von Silla, „Chin – Heung“, an der Macht war, gründeten die Adeligen und Angehörige der Krieger eine Elitetruppe, die „Hwa Rangdo“ hiess. Nebst den täglichen Übungen mit allen Waffenarten trainierten sie auch verschiedene Arten des Hand – und Fusskampfes. Die Hwa Rangdo - Kämpfer wurden durch ihren Mut und ihre Geschicklichkeit im Kampf berühmt und spielten später eine wichtige Rolle bei der Wiedervereinigung der drei Reiche.
Während der Zeit des Hwa Rangdo gab es die ursprünglich primitiven Methoden des Kampfes, das „Soo Bak – Gi“ (Faustkampf), welche beim Volk sehr populär war, und das „Tae–Kyon“ (Kampf, bei dem die Beintechniken dominieren). Soo Bak - Gi hatte grosses Ansehen bei den Leuten. Bei den jährlichen Festspielen durfte es nicht fehlen.
Obwohl die Kampfkünste vor allem in Silla sehr verbreitet wurden, kam bald danach das Aussterben derjenigen. Die späteren Dynastien waren anti – militärisch ausgerichtet und erniedrigten alles, was mit dem Militär in Verbindung stand. Als Korea dann von den Japanern von 1910 bis 1945 besetzt wurde, haben diese das Tragen von Waffen sowie die Ausübung jeglicher Kampfkünste in der Öffentlichkeit verboten. Taek Kyon konnte nur heimlich praktiziert werden. Befürworter dieser Kunst haben es geschafft, sie am Leben zu erhalten.