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Die Anfänge der Schule reichen ins 18. Jahrhundert zurück, wie andernorts übrigens auch, so etwa in Genf, Zürich, Basel und Bern. Der bekannte Nidwaldner Maler Johann Melchior Wyrsch schlug dem Rat von Luzern 1783 vor, eine Zeichenschule zu gründen mit dem Auftrag, nicht nur die Studenten der Höheren Lehranstalt - aus ihr sind Kantonsschule und Universität hervorgegangen -, sondern auch die begabten jungen Handwerker in Zeichnen und Modellieren zu unterrichten. Wyrsch war damals Professor an der Akademie in Besançon und kehrte als Gründer der Zeichenschule nach Luzern zurück. Ausgerüstet mit Kupferstichen und Gipsmodellen, die er in Paris auf Staatskosten einkaufen durfte, nahm er 1784 seinen Unterricht im heutigen Marianischen Saal im alten Jesuitengymnasium auf.
Vom Kunstgewerbe zum Design
Einer seiner Nachfolger als Zeichenlehrer, Seraphin Weingartner, wurde zum Initianten eines neuen Schulkonzeptes und zum Gründer der Kunstgewerbeschule Luzern. Die in England entstandene Kunstgewerbebewegung war eine Reaktion auf den Niedergang der handwerklichen Tradition durch die Auflösung des Zunftwesens und die Entwicklung der Gewerbefreiheit. Aber auch die Konkurrenzierung des Handwerks durch die wachsende Industrieproduktion führte zur neuen Bewegung.
Das schlechte Abschneiden der Schweiz an den Weltausstellungen, besonders an jener von 1873 in Wien, führte zu einer Welle von Gründungen von Kunstgewerbeschulen nach dem Vorbild der gleichnamigen Einrichtungen in Wien und Berlin. Während andernorts in der Schweiz diese an Gewerbe- oder Technikerschulen angegliedert waren, wurde 1877 die Kunstgewerbeschule Luzern als eigenständige Einrichtung eröffnet und geführt, ebenso jene von Zürich ein Jahr später. Seraphin Weingartner stand ihr bis 1917/18 vor, auf ihn folgte Joseph von Moos, Vater von Max von Moos.
Nach dem 2. Weltkrieg änderte sich das Profil der Kunstgewerbeschulen in der Schweiz vor allem durch die Rezeption der am Bauhaus entwickelten Ausbildungsmethoden. Der Status der Schulen verbesserte sich allerdings nicht. Ganz anders im Ausland. Die Ausbildungen wurden konsequent in den Tertiärbereich gehoben. Alte Kunstgewerbeschulen wurden zu Hochschulen für angewandte Kunst oder Hochschulen für Gestaltung. Da und dort sind sie mittlerweile schon zu Universitäten mit Promotionsrecht geworden. Hierzulande blieb es vorerst bei der Änderung des Namens in Schule für Gestaltung seit Mitte der sechziger Jahre, in Luzern ab 1972.
Diplome auf Tertiärstufe
Ausbildungen auf Tertiärstufe als Höhere Fachschulen für Gestaltung HFG entstanden erst ab 1984, als Pendant zu den Höheren Technischen Lehranstalten HTL oder Höheren Schulen für Wirtschaft und Verwaltung HWV. Die Schule für Gestaltung Luzern, welche eine Pilotklasse führte, konnte 1988 ein erstes Diplom dieser Stufe erteilen. Von Anfang an bot die Luzerner Schule auch Studierenden, die einen Weg in die bildende Kunst suchten oder ein Lehramt als Zeichenlehrer und Zeichenlehrerin anstrebten, die Gelegenheit zu einer ersten künstlerischen Ausbildung an. Während diese früher nur an einer ausländischen Akademie oder Kunsthochschule abgeschlossen werden konnte, ist aus der ehemaligen Bildhauerklasse in Luzern seit den sechziger Jahren eine eigenständige Kunstausbildung herausgewachsen. Der Kanton Luzern hat 1988 als erster Deutschweizer Kanton ein Diplom für Freie Kunst geschaffen. Ein Lehrdiplom für Zeichnen und später für Zeichnen und Werken wurde schon früher eingeführt.
Reformschub durch das Fachhochschulgesetz
Das Bildungswesen in der Schweiz hat mit dem Erlass des eidgenössischen Fachhochschulgesetzes von 1995 eine Dynamik erfahren, von der auch die Ausbildungen in Gestaltung/Design und Kunst profitieren. Auch wenn der neue Status als Hochschule für Gestaltung und Kunst im Sinne einer Fachhochschule noch nicht alle Probleme in der Frage der internationalen Anerkennung Diplome befriedigend gelöst hatte, ist ein lange währender Reformstau aufgelöst worden.
Fachhochschule Zentralschweiz FHZ
Die Eingliederung der Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern in die neu gegründete Fachhochschule Zentralschweiz auf der Basis eines Konkordates der Innerschweizer Kantone erfolgte 1997. Damit einher ging die Einführung eines zweistufig gegliederten Studiums mit Bachelor- und Master-Abschlüssen. Seit 2007 ist sie als Hochschule Luzern – Design & Kunst eines von fünf Departementen der Hochschule Luzern.