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Purine sind neben Pyrimidinen wichtige Bausteine der Nukleinsäuren. Es sind natürlich vorkommende Substanzen, deren Grundgerüst aus Kohlenstoff- und Stickstoffatomen besteht. Sie sind nicht essenziell, sondern werden vom menschlichen Körper selbst gebildet. Beim Abbau der Purine entsteht Harnsäure, die bei manchen Menschen mit entsprechender genetischer Veranlagung nicht in ausreichender Menge im Harn ausgeschieden werden kann.
Ist eine solche genetische Störung des Purinstoffwechsels vorhanden, kann sich die Krankheit Gicht entwickeln, die in Schüben verläuft. Die überschüssige Harnsäure kristallisiert aus und lagert sich in den Gelenken ab. Plötzliche starke Schmerzen in einem Gelenk und heftige Schmerzen bei Berührung sind akute Symptome. Das Gelenk ist dabei gerötet, stark geschwollen und überwärmt. Wenn mehrere Anfälle abgelaufen sind, entwickelt sich eine sogenannte Arthritis urica. Dabei wird das Gelenk zerstört. Die Folgen sind häufigere Schmerzattacken, weitere Harnsäurekristallablagerungen in Gelenken, Gelenkdeformation, Nierensteine und Nierenversagen.
Die eigentlichen Gichtanfälle (oft nach mehreren symptomfreien Jahrzehnten mit erhöhten Harnsäurewerten) können exogen, z. B. durch Alkohol(missbrauch), protein- und purinreiche Nahrung, Unterkühlung der Gelenke ausgelöst werden. Es entwickeln jedoch nur fünf Prozent der Patienten mit hohen Harnsäurewerten tatsächlich eine Gicht.
Um die Häufigkeit der Gichtanfälle zu reduzieren wird eine purinarme Ernährung empfohlen. Nur Purine aus Nukleinsäuren sind diätetisch relevant; sie kommen reichlich in Fleisch, Fisch, einigen Gemüsesorten, Hülsenfrüchten sowie Hefe vor. Milch und Milchprodukte, Eier und Fette sind nahezu purinfrei, die meisten Obstsorten sind purinarm. Methylpurine (Koffein und Theobromin) werden im Körper nicht zu Harnsäure angebaut und sind deshalb als Purinquelle nicht von Bedeutung.