Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03368.jsonl.gz/1903

Das Wichtigste in Kürze
- Die Auktionshäuser in New York City versprechen sich erneute Rekorde.
- Bereits bei den Herbstauktionen konnten viele Rekorde gebrochen werden.
- «Shot Sage Blue Marilyn» könnte das teuerste verkaufte Kunstwerk des 20. Jahrhunderts sein
Das Vertrauen in den Kunstmarkt sei ungebrochen - und sogar stärker als vor der Pandemie. Das verkünden die grossen Auktionshäuser von New York City vor Beginn der Frühjahresversteigerungen. Sogar einer der höchsten Rekorde könnte fallen - dank eines sehr bekannten Bildes.
Starten soll alles gleich mit dem grössten Knall: Direkt zum Auftakt der diesjährigen Frühjahrsauktionen in New York City am Montag (9. Mai) könnte ein Bild zum teuersten je versteigerten Kunstwerk aus dem 20. Jahrhundert werden.
«Eines der grossartigsten Gemälde aller Zeiten»
Das 1964 entstandene «Shot Sage Blue Marilyn» könnte nach Angaben des Auktionshauses Christie's um die 200 Millionen Dollar einbringen. Es ist ein von US-Künstler Andy Warhol (1928-1987) angefertigtes Porträt der Schauspielerin Marilyn Monroe (1926-1962).
Bei dem auf Basis von einem Foto entstandenen Werk handele es sich um «eines der grossartigsten Gemälde aller Zeiten». Die Schauspielerin wird vor türkisblauem Hintergrund mit gelben Haaren, roten Lippen und türkisem Lidschatten gezeigt. Es sei «das bedeutendste Bild des 20. Jahrhunderts, das in dieser Generation versteigert wird».
Das sagt Alex Rotter, bei Christie's zuständig für Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts.
«Die Marilyn von Andy Warhol ist der absolute Höhepunkt des amerikanischen Pop. Es ist das Versprechen des amerikanischen Traums und beinhaltet Optimismus, Fragilität, Ruhm und Ikonographie gleichzeitig.»
Den Rekord des Gemäldes «Salvator Mundi» von Leonardo da Vinci wird das Warhol-Bild wohl nicht schlagen. Dieses wurde 2017 für 450,3 Millionen Dollar versteigert und war damit zum teuersten je bei einer Auktion verkauften Kunstwerk geworden. Wenn es wirklich um die 200 Millionen Dollar einbringt, dürfte es sich vor Pablo Picassos «Die Frauen von Algier» schieben.
Dieses war 2015 für 179,4 Millionen Dollar versteigert worden und wurde damals zum teuersten je versteigerten Kunstwerk aus dem 20. Jahrhundert. Alle Einnahmen aus der Versteigerung will die Stiftung Thomas und Doris Ammann in Zürich für wohltätige Zwecke verwenden. Dieses und viele weitere Werke im Aufgebot der Frühjahrsauktionen stammen von ihnen.
Weitere Rekorde dieses Jahr?
Der mögliche Top-Rekord aber soll nur der Anfang in New York City sein. Rund zwei Wochen lang wollen danach die Platzhirschen Christie's und Sotheby's, aber auch kleinere Auktionshäuser, weitere Rekorde purzeln lassen.
Interessieren Sie sich für Kunst?
Christie's schwärmt schon im Voraus von seiner «bisher besten Saison». Sotheby's hat dafür den zweiten Teil der Sammlung Macklowe im Angebot, deren erster Teil im vergangenen Jahr Rekorde beschert hatte. Mit Werken unter anderem von Gerhard Richter, Mark Rothko, Sigmar Polke und Willem de Kooning.
Daneben verspricht sich Sotheby's viel vom Bild «Femme nue couchée» des spanischen Künstlers Pablo Picasso (1881-1973) aus dem Jahr 1932. Es könnte mehr als 60 Millionen Dollar einbringen. Und von einem Venedig-Bild des französischen Malers Claude Monet (1840-1926), das auf um die 50 Millionen Dollar geschätzt wird.
«Wir freuen uns auf eine weitere Milliarden-Verkaufswoche», sagte Brooke Lampley, Managerin bei Sotheby's, bei einer Vorbesichtigung des Angebots. «Es wird eine der grössten Auktionsreihen in unserer Geschichte.»
Bereits bei Herbstversteigerungen in New York City Rekord gebrochen
Die Nachfrage bei Verkäufern und Käufern in New York City sei sehr gross. Der Durchschnitts-Schätzwert für die Kunstwerke im Angebot betrage 6,2 Millionen Dollar. 21 Werke würden auf mehr als 10 Millionen Dollar geschätzt.
Bei den vergangenen Herbstversteigerungen habe das Auktionshaus mit 1,3 Milliarden Dollar einen Rekord aufgestellt. Und man hoffe, den diesmal noch übertreffen zu können. Die Vorab-Schätzungen seien schon einmal die höchsten seit 2015. «Das ist ein echtes Zeichen für das anhaltende Vertrauen in den Kunstmarkt auf dem Weg aus der Pandemie heraus.»