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George Russell, der den am Coronavirus erkrankten Lewis Hamilton im Mercedes vertritt, fährt im ersten Training für den Grand Prix von Sakhir vor Max Verstappen im Red Bull die Bestzeit.
Russell war zum Auftakt des zweiten Rennwochenendes in Bahrain auf seiner besten Runde knapp zwei Zehntel schneller als Verstappen. Valtteri Bottas im zweiten Mercedes büsste als Vierter 0,322 Sekunden auf seinen neuen, temporären Teamkollegen ein. Die Fahrer des Teams Alfa Romeo, Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi, belegten mit über einer Sekunde Rückstand die Plätze 14 und 15.
Weil sich sein Landsmann Lewis Hamilton nach einem positiven Corona-Test noch bis am nächsten Donnerstag in Quarantäne befindet, bekommt Russell in Bahrain die Chance, sich im aktuell besten Auto in der Formel 1 zu beweisen. Und der 22-jährige Brite, der dem Mercedes-Nachwuchsprogramm entsprang und seit 2019 für Williams fährt, wusste gleich bei seinem ersten Einsatz im schwarz lackierten Silberpfeil zu überzeugen.
Dass Russell über viel Talent verfügt, ist nicht erst seit seinem 2018 errungenen Formel-2-Titel bekannt. Den Beweis, dass er auch in der Königsklasse zu den Besten gehört, blieb er bislang noch schuldig. Dies lag aber hauptsächlich am unterlegenen Auto von Williams. Die interne Konkurrenz hatte er stets im Griff, was seine beeindruckende Qualifying-Bilanz von 36:0 im Duell mit Robert Kubica und Nicholas Latifi beweist. Nun stehen die Chancen gut, das Russell am Sonntag im Cockpit von Weltmeister Hamilton endlich seine ersten WM-Punkte in der Formel 1 einfahren kann.
Neue Strecke, viel Verkehr
In Bahrain wird zum dritten Mal in dieser Saison an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden am gleichen Ort gefahren. Anders als in Spielberg und Silverstone unterscheiden sich die beiden Rennen in der Wüste jedoch komplett. Statt auf dem herkömmlichen Rundkurs treten die Fahrer am Sonntag erstmals auf der nur 3,543 km langen äusseren Streckenvariante an – der kürzesten Strecke im diesjährigen Rennkalender. Russell benötigte für die elf Kurven und drei langen Geraden lediglich 54,546 Sekunden.
Kurze Strecke bedeutet auch viel Verkehr. Somit dürfte es für die 20 Fahrer im Qualifying am Samstag zur grossen Herausforderung werden, eine schnelle Rundenzeit hinzubekommen.