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Romane
Thurgau, 8280
|Im Interesse der Sache, Erzählungen |
von Alexander Solschenizyn
Luchterhand Nr. 75
Dieser Band enthält gesammelt alle bisher entstandenen Erzählungen Alexander Solschenizyns; darunter "Im Interesse der Sache", "Matrjonas Hof", "Zwischenfall auf der Station Kretschetowka", "Ein Tag des Iwan Denissowitsch" (in neuer Übersetzung). Einige Erzählungen sind erstmals ins Deutsche übersetzt; einige sind in der UdSSR noch unveröffentlicht.
Alexander Solschenizyn wurde über Nacht weltberühmt. Das Verbot seiner Bücher in der Sowjetunion und die Publikation seiner Bücher im Westen brachten ihm sensationellen - literarischen und menschlichen - Ruhm. Es begann mit der Verhaftung des Hauptmanns Solschenizyn im Februar 1945 in Ostpreußen. "Auf Grund fälschlicher politischer Anschuldigungen" verbrachte er die folgenden Jahre in Konzentrationslagern und wurde dann, 1953, in die "ewige Verbannung" nach Mittelasien geschickt. Drei Jahre später, nach Stalins Tod, erfolgte die Rehabilitierung. Er zog nach Rjasan, einige hundert Kilometer von Moskau entfernt, und nahm seinen schon vor dem Krieg ausgeübten Beruf als Mathematiklehrer wieder auf. Er begann zu schreiben. Was immer Solschenizyn zu Papier brachte - die großen Romane, die zwei Bücher der "Krebsstation", auch "Der erste Kreis der Hölle" - die längeren und kürzeren Erzählungen oder die Prosa-Miniaturen -, schöpft er aus dem Fundus einer Zeit härtesten existentiellen und moralischen Drucks. Als Chruschtschow die Erzählung "Ein Tag des Iwan Denissowitsch" vorgelegt wurde, bestand er auf Veröffentlichung. Doch bald danach schon endete die im Zeichen der Entstalinisierung großzügig begonnene Tauwetterperiode mit Angriffen gegen den Schriftsteller, der seinen ersten Auftritt in Ost und West mit Vehemenz erlebt hatte. Noch erschienen "Matrjonas Hof" und "Im Interesse der Sache", doch der offiziellen Rüge folgte das Publikationsverbot. Die Folge war, daß Solschenizyns Manuskripte, vervielfältigt, in Tausenden von Exemplaren von Hand zu Hand gingen. In Moskau entbrannte die Auseinandersetzung um den "einzigen lebenden Schriftsteller von klassischem Rang" (Jewtuschenko); die Kraftprobe zwischen Freunden und Gegnern in offiziellen Gremien wurde entschieden: Ausschluß aus dem sowjetischen Schriftstellerverband im November 1969 und ein Angebot, das Land zu verlassen.
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