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Nachfolgend stellen wir euch die Lebensgeschichte ein paar unserer Kinder vor:
Die Eltern von Asaph, Vater Protus und Mutter Alice hatten zusammen vier Kinder; Catherine (2006), die Zwillinge Shalom und Damaris (2009) und Asaph (2012). Die Mutter war schwanger mit Asaph,
als der Vater 2012 starb. Er war HIV positiv und litt an Magenkrebs. Alice musste nun allein für die vier Kinder sorgen. Doch das Schicksal sollte nochmals zuschlagen. An einem Tag im Jahr 2013,
als Alice Feuerholz aus einem nahegelegenen Wald nach Hause trug, wurde sie von einem Lastwagen überfahren. Die vier Kinder waren auf einen Schlag Vollwaisen.
Wie es in Kenia üblich ist, steht nun die erweiterte Familie in der Verantwortung, sich um die Kinder zu kümmern. Margret, die älteste Schwester von Alice nahm als alleinerziehende Mutter alle vier Waisenkinder zu sich. Margret’s eigene vier Kinder waren damals zwischen 13 und 21 Jahre alt und nur noch teilweise von ihrer Mutter abhängig.
Margret hatte nie einen Beruf erlernt und versucht sich und ihre Kinder mit Gelegenheitsjobs über Wasser zu halten. Am Morgen zieht sie los und sucht bei etwas wohlhabenderen Familien die Möglichkeit durch Wasch- oder Reinigungsarbeiten einen Batzen zu verdienen.
Im Jahr 2016 hatte Margret einen Motorradunfall (Motorräder sind ein wichtiges «öffentliches» Transportmittel, wo der Gast hinten aufsitzt und mitfährt) wo sie sich Rücken und Hüftverletzungen zuzog. Noch heute leidet sie an den Folgen, was ihren Alltag beeinträchtigt und sie muss regelmässig Schmerzmittel nehmen.
Hftc wurde auf die Familie von Margret aufmerksam gemacht und entschied 2018 nach reiflicher Prüfung, Asaph Otieno ins Bildungsprogramm aufzunehmen. Dadurch wird nicht nur er gefördert, sondern gleichzeitig auch die Familie finanziell entlastet. Im Januar 2020 startet Asaph mit der vierten Klasse der Primaschule.
Asaph ist ein etwas schüchterner, aber fröhlicher Junge. Er ist ein eifriger Schüler und bringt gute Noten nach Hause. In der Freizeit spielt er gerne Fussball.
Die Eltern von Elizabeth, Vater Jamini Wekesa und Mutter Mary Nasimiyu haben 1997 geheiratet und hatten drei Kinder zusammen, bevor sie sich trennten. Gründe für die Trennung waren vor allem die
Probleme des Vaters mit Alkohol, die sich unter anderem dadurch äusserten, dass er die Verantwortung für die Familie nicht mehr wahrgenommen hat. Mary zog weg und liess sich mit den Kindern in
einem Ort mit Namen Kirita nieder. Sie musste nun die Kinder und sich alleine durchbringen. Die einzige Tätigkeit, die sie kannte, war landwirtschaftliche Arbeit. Bei Gross-grundbesitzern fand
sie Arbeit und oft stellten diese auch ein einfaches Lehmhaus für die Familie zur Verfügung; was aber auch bedeutete, dass die Familie bei jedem Arbeitswechsel umziehen musste, was mehrmals der
Fall war. Als alleinstehende Frau mit Kindern war Mary extrem auf Arbeit, Lohn und Unterkunft angewiesen; und diese Verwundbarkeit wurde von mehreren Arbeitgebern schamlos ausgenutzt. Die letzten
drei Kinder wurden alle aus solchen Missbräuchen gezeugt und keiner der Männer hat nur im Geringsten Verantwortung übernommen. Die sechs Kinder der Familie heissen Josephine Anjeyere (1996) ,
Emmanuel Sikuku Wekesa (2001), Elizabeth Nabwire (2005), Nicodemus Saidi Wekesa (2008), Muturi Kiragu Gateri (2011) und Peter Wafula (2015).
Als wir die Familie kennengelernt haben, lebten die damals fünf Kinder zusammen mit ihrer Mutter in einem Raum von rund 3x3m Grundfläche in einem einfachen Lehmhaus mit total zwei solcher Räume. Wir haben zu jenem Zeitpunkt nur Emmanuel, Elizabeth’s Bruder aufnehmen können. Wir sahen, dass Elizabeth in einer sehr ähnlichen Situation war, wie ihr vier Jahre älterer Bruder Emmanuel und nahmen zwei Jahre später auch sie in das Ausbildungsprogramm von Hftc auf. Trotzdem blieb die Situation der Familie schwierig und durch die vielen Umzüge mussten die Kinder z.T. auch die Schule wechseln. Wir überlegten uns, wie wir der Familie noch mehr helfen könnten. Wir hatten eine Idee, welche wir bisher nur gerade im Fall dieser Familie angewandt haben. Hftc hat ein Lehmhaus mit zugehörigem Land gekauft und stellt es der Familie von Elizabeth seither kostenlos zur Nutzung zur Verfügung. Mary ist nun nicht mehr auf Gedeih und Verderb einem Arbeitgeber ausgeliefert, der ihr auch noch Unterkunft zur Verfügung stellen muss. Von ihrem kleinen Tagelohn bleibt mehr übrig, um die Familie durchzubringen. Darüber hinaus haben sie viel mehr Platz, ihren eigenen Garten, Toilette und Dusche.
Elizabeth ist eher etwas schüchtern, aber sehr aufgeweckt und hilfsbereit. Wenn sie nicht gerade in der Schule ist, hilft sie gerne ihrer Mutter bei den Hausarbeiten. Gefragt nach ihrem Traum hat sie uns geantwortet, sie möchte Lehrerin werden.
Samuel und sein jüngerer Bruder Derik wissen nicht, wer ihre Väter sind. Ihre Mutter hatte als Barmaid viele ännerkontakte und wurde mehrmals schwanger. Als Samuel 4 Jahre alt war kam die Mutter durch ein tödliches Eiversuchtsdrama am Arbeitsplatz ums Leben. Die beiden Jungs wurden für einige Jahre von ihren Stief-Grosseltern Shadrack und Gladys auf-gezogen. Ganz unverhofft verliess Shadrack eines Tages die Familie. Finanziell wurde es nun sehr eng für Gladys und sie stellte die beiden Jungs auf die Strasse, denn sie fühlte sich den unehelichen Stief-Enkel nicht besonders verpflichtet.
Beide Buben wurden zu Strassenkindern in Kitale und waren einem grausamen Überlebenskampf ausgeliefert. Samuel hielt es nicht lange aus und erinnerte sich an Enock, einen Bruder von Shadrack. Drei Tage lang war er zu Fuss und ohne Nahrung unterwegs um dorthin zu gelangen. Enock nahm Samuel bei sich auf, hatte aber nicht genug Einkommen um dem Jungen die Schule zu bezahlen. So musste Samuel durch Gelegenheit-jobs mithelfen den Lebensunterhalt der Familie zu verdienen. Als Hftc auf den Jungen aufmerksam wurde, arbeitete er als Affenvertreiber auf einer Mais-Plantage und hatte seine Lebensträume längst begraben. Doch nun geht Samuel zur Schule und ist einer der besten Schüler. Seine Augen leuchten wieder und sein Traum, Anwalt zu werden ist zu neuem Leben erwacht.
Emmanuel lebt zusammen mit vier Geschwister (von insgesamt sechs) bei seiner Mutter Janerose in einem einfachen Lehmhaus in ländlichem Gebiet unweit der Stadt Kitale in Kenia. Er wird seit
November 2015 von Hftc unterstützt und geht in eine nahegelegen Primarschule, wo er die vierte Klasse besucht.
Jetzt aber von Anfang an: Janerose, Emmanuels Mutter, heiratete 1997 Fred Nyongesa und brachte ihre uneheliche Tochter Pauline (1994) mit in die Ehe. Zusammen hatten sie sechs weitere Kinder: Kevin (1997), Yohana (2003), Emmanuel (2005), Abigael (2008), Moses (2011) und Lydia (2014).
Janerose und Fred verdienten beide ihr kärgliches Geld als Tagelöhner auf den Feldern der Grossgrundbesitzer in der Region und brachten so ihre Familie mehr schlecht als recht über die Runden. Fred begann immer mehr zu trinken und kümmerte sich kaum noch um die Familie. Zudem wurde er gewalttätig und schlug seine Frau. Die Situation wurde unerträglich für Janerose und die Kinder, so dass Janerose sich entschied, Fred im Jahr 2015 mit den Kindern zu verlassen und ein eigenes zuhause zu finden. Sie mietete einen kleinen Raum in einem einfachen Lehmhaus, der nicht grösser war als 4x2m und zog mit den fünf jüngeren Kindern dort ein. Die beiden Ältesten waren zu dieser Zeit bereits von zuhause ausgezogen. Weiterhin verdiente Janerose ihr Geld durch Gelegenheitsarbeiten im Tagelohn.
2015 haben wir als Hftc die Familie kennen gelernt und haben nach Evaluation der Situation, Emmanuel in das Schulprogramm aufgenommen. Sie sind seither umgezogen, leben aber immer noch in einem gemieteten Raum in einem Lehmhaus. Vor kurzem ist sogar noch die älteste Schwester Pauline zu ihrer Mutter zurückgekehrt, da sie Probleme mit ihrem Mann hat. Definitiv ist ihre Wohnsituation prekär, so dass wir schauen, wie wir ihnen helfen können. Da die Familie kein Land besitzt, bleibt wohl die einzige Möglichkeit, wie wir ihnen helfen können, dass sie eine grössere Unterkunft mieten können.
Trotz der schwierigen Lebensumstände ist Emmanuel ein fröhlicher und optimistischer Junge. Er geht gerne zur Schule und bringt gute Zeugnisse nach Hause. Zudem hilft er zuhause tatkräftig seiner Mutter im Haushalt. Emmanuel möchte gerne Automechaniker werden.
Hftc - Hope for the children
Konto: Berner Kantonalbank BEKB / PC-Konto 30-106-9 / IBAN: CH58 0079 0016 6775 4704
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