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Viele Parteien, ein Ziel
Der Konflikt reicht rund zehn Jahre zurück. Seit dem Tod des kinderlosen Grafen Friedrich VII. von Toggenburg (1436) streiten sich Zürich, die übrigen Eidgenossen und Österreich um seine Territorien. Zürich will mit den toggenburgischen Gebieten zwischen Zürich- und Walensee die Bündner Pässe kontrollieren und eine Verbindung zu seinem Vertrauten Österreich herstellen, das sich neuen Einfluss in den verlorenen Vorlanden erhofft. Zeitweilig nimmt auch Frankreich auf Bitten des habsburgischen deutschen Königs Friedrich III. (1415–1493) mit einem Söldnerheer am Krieg teil.
Wechselvoller Verlauf
1440 erklärt Schwyz Zürich den Krieg und erhält Unterstützung von Glarus, Uri sowie Unterwalden. Im Herbst 1440 stehen sich beide Seiten bei Pfäffikon am Zürichsee gegenüber. Die Zürcher fliehen vor der Übermacht der Eidgenossen, welche die Zürcher Landschaft verwüsten. Im Kilchberger Frieden im November 1440 muss Zürich die Höfe Pfäffikon, Wollerau und Hurden sowie die Ufenau an Schwyz abtreten. Schwyz gibt auf Druck der übrigen Eidgenossen die Zürcher Landschaft zurück. 1441 tritt die Stadt Basel und 1444 das Land Appenzell an die Seite der Schwyzer. Die Eidgenossen siegen bei Pratteln, unterliegen aber am 26. August 1444 bei St. Jakob an der Birs gegen die französischen Söldner der Armagnaken; doch erleiden die Franzosen durch den harten Widerstand der Eidgenossen hohe Verluste. Nun lässt König Friedrich III. den Reichskrieg gegen die Eidgenossen ausrufen. Nachdem sein Bruder Herzog Albrecht VI. (1418–1463) von ihm den Oberbefehl erhalten hat, greift erstmals ein Habsburger direkt in den Krieg ein. Er erzielt gegen die Eidgenossen mehrere Siege, ohne den Konflikt für sich entscheiden zu können. Am 6.März 1446 schlagen die Eidgenossen bei Ragaz die Österreicher. Am 12. Juni 1446 kommt es zur Waffenruhe, die Verhandlungen über den Frieden dauern vier Jahre. Im Schiedsspruch von Einsiedeln am 13. Juli 1450 erhält Zürich ausser den Höfen seine Landschaft zurück, muss aber den Bund mit Österreich lösen.
Ergebnisse und Folgen
Letztlich ist nach dem Alten Zürichkrieg die Stellung der Eidgenossenschaft gestärkt, die Mitte des 15. Jahrhunderts noch ein lockeres Bündnis ist. Das ändert sich, nachdem das freie Bündnisrecht Zürichs eingeschränkt worden ist. Die Stadt ist die Verliererin des Konfliktes, hat u. a. die Kontrolle über den oberen Zürichsee an Schwyz verloren und bis zum Rückkauf 1452 auch die Grafschaft Kyburg. Für alle Eidgenossen gelten die bisher geschlossenen Einzelbünde verbindlich und können notfalls mit Gewalt durchgesetzt werden. Arg gebeutelt wird die ländliche Bevölkerung. Die Nahrungsmittelknappheit führt zu einer Hungersnot, die Truppen richteten unter den Einwohnern Gemetzel an.