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Ich realisiere wieder in Brasilien, das Heimatland meiner Geliebten, zu sein, wenn uns beim Verlassen des Flugzeugs in São Paulo stickige, feucht heisse Luft empfängt, wenn “Grüezi” durch “bom dia” ersetzt werden muss, wenn wir auf dem Weg zum Einchecken für den Anschlussflug mehrere tausend Schritte zurücklegen, wenn uns die hiesige Technologie des Eincheckens am Automaten total überfordert, wenn Warteschlangen alle möglichen geometrischen Formen aufweisen, wenn der Geräuschpegel sich konstant in ungewohnten Höhen hält, wenn über das Übergewicht des Gepäcks lächelnd verhandelt werden kann, wenn wir morgens um 07:30 Uhr Maracujà-Saft trinken und in warme pãos de queijo beissen, wenn die warme Temperatur etliche senhoras motiviert sich spärlich zu bekleiden, wenn in den Verkaufsläden und Restaurants sich mehr Personal als KundInnen befindet, wenn wir 2 beim Einsteigen in den Anschlussflug aufgrund unseres Alters Priorität haben, wenn ich der Einzige bin, der beim Landen in Curitiba begeistert applaudiert und dafür viel ungläubige Aufmerksamkeit erhalte.
Dann hat mich Brasilien wieder.
Curitiba, 2. März 2022