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2015 schrieb der damals knapp achtzigjährige amerikanische Autor James Lee Burke dieses Werk, welches mehr als 600 Seiten umfasst.
Es handelt von der verzweifelten Suche eines Vaters, Hackberry Holland, nach seinem Sohn Ishmael im Grenzgebiet von Texas und Mexiko. Angesiedelt ist die Handlung zwischen 1891 und 1918.
Einerseits müht sich Hackberry Holland sehr lange Zeit erfolglos und auf viele Widerstände stossend ab. Ishmael ist 27, als er und sein Vater sich in die Arme schliessen können.
Andererseits widmet James Lee Burke Beschreibungen historischer Ereignisse, welche das Leben aller Protagonisten entscheidend beeinflussen, sehr viel Raum. Diese packten den Verfasser dieser Zeilen derart, dass er sich zwingen musste, nachts das Buch zur Seite zu legen und die Fortsetzung der Lektüre zu vertagen.
Mit seiner Prosa nimmt James Lee Burke Stellung zur gewaltsamen Einverleibung von Texas durch die USA, zu Gräueln im mexikanischen Bürgerkrieg, zur Unterdrückung von Gewerkschaftsbewegungen durch die amerikanische Regierung, zu Auseinandersetzungen zwischen Grossgrundbesitzern und Kleinbauern im Bundesstaat Wyoming, dem unfassbaren Schrecken des ersten Weltkriegs.
Die Sprache dieses Romans widerspiegelt die sehr rauen und wenig hoffnungsvollen Lebensumstände der beschriebenen Personen.
Ein wichtiges Thema ist auch der Einzug der Moderne, beispielsweise das Aufkommen des Automobils, welches auch alte Cowboys dazu bringt, den Pferdesattel auf die Seite zu legen. Nicht allen fällt die Umstellung leicht.
Mann ist beeindruckt ob der Wucht der Sprache und der Dramaturgie von “Vater und Sohn”.
27. Juli 2020