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Eine überaktive Blase kann die Lebensqualität von Betroffenen stark einschränken. Ein gemütlicher Stadtbummel oder ein Kinobesuch sind häufig mit Stress verbunden, denn die Gedanken kreisen ständig um Fragen wie: Wo befindet sich die nächste Toilette? Schaff ich es, meine Blase bis zur Filmpause unter Kontrolle zu behalten?
Bei Menschen mit Reizblase meldet sich der Harndrang lange bevor die Blase voll ist. Auch nachts ist an Durchschlafen nicht zu denken. Die Symptome der hyperaktiven Blase lassen sich mit Angelica archangelica lindern, einer Heilpflanze, die seit über tausend Jahren auch unter dem Namen Echter Engelwurz bekannt ist.
Die Blase ist ein dehnbares Organ. Sie kann bis zu einem halben Liter Urin fassen. Bei einem Füllvolumen von 300 Millilitern meldet sie dem Gehirn, dass es Zeit für einen WC-Besuch ist. Bei Menschen mit einer überaktiven Blase signalisiert das Organ dem Gehirn zu früh, dass es voll ist. Zudem zieht sich bei ihnen die Muskulatur der Blase, die normalerweise erst beim Entleeren aktiviert wird, schon während des Füllprozesses zusammen. In der Folge kommt es zu dringendem und unkontrollierbarem Harndrang sowie unfreiwilligem Urinverlust.
Menschen mit einer Reizblase müssen täglich über achtmal zur Toilette und auch nachts mehr als einmal aufstehen. Für die hyperaktive Blase verantwortlich können urinfördernde Medikamente, eine Harnwegsinfektion, der Konsum von Koffein, Alkohol oder anderen Blasenreizstoffen, aber auch das nicht vollständige Entleeren der Blase sein. In der Schweiz hat jede fünfte Person über 40 Jahre eine hyperaktive Blase. Frauen sind von diesem Problem etwas häufiger betroffen als Männer.
Die auf der isländischen Insel Hrísey im Sommer von Hand geerntete Pflanze Angelica archangelica soll einen Einfluss auf die hyperaktive Blase haben. In einer doppelblinden, placebo-kontrollierten Untersuchung führte das Extrakt aus Engelwurz zu einem Anstieg des Blasenvolumens bei den Teilnehmenden. Im Vergleich zur Placebo-Gruppe verdoppelte sich dieses, was zu einer signifikanten Verbesserung der Problematik führte: Betroffene mussten weniger häufig auf die Toilette.
Eine weitere Untersuchung hat gezeigt, dass Angelica archangelica das nächtliche Wasserlassen um rund 43 Prozent zu reduzieren vermochte. Ausserdem hilft die Pflanze, die eine Vielzahl an Gerb- und Bitterstoffen enthält, auch bei Verdauungsproblemen, wie zum Beispiel bei Blähungen und Völlegefühl. Insgesamt enthält die Heilpflanze rund 60 verschiedene Substanzen.
Neben Angelica kann bei einer hyperaktiven Blase auch der Einsatz von Magnesium sinnvoll sein. Der Mineralstoff ist dafür bekannt, dass er eine entspannende Wirkung auf alle Muskeln im Körper hat. Menschen, die an einer überaktiven Blase leiden, versuchen ihrem Leiden durch eine Reduktion der Trinkmenge entgegenzuwirken. Das ist jedoch kontraproduktiv.
Für Betroffene ist es wichtig, ausreichend zu trinken: Denn so wird die Konzentration reizender Harnbestandteile in der Blase verdünnt, wodurch der Harndrang abnimmt. Da alkoholische und koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Tee und Cola harntreibend wirken, sollte man sie nur massvoll konsumieren oder ganz darauf verzichten. Auch scharfe und säurehaltige Nahrungsmittel und Getränke (z.B. Fruchtsäfte und kohlensäurehaltige Getränke) können die Blase irritieren.
Menschen mit Reizblase wird empfohlen, den Toilettengang trotz Harndrang möglichst hinauszuzögern. Wer häufiger als nötig das stille Örtchen aufsucht, gewöhnt seine Blase an zu geringe Urinmengen. Durch das Hinauszögern lernt die Blase, sich stärker zu dehnen und mehr Harn zu speichern. Mit Beckenbodentraining lässt sich die Blasenmuskulatur stärken, was die Reizbarkeit der Blase senkt und zu einer besseren Kontrolle des Organs führt. Hilfreich sind auch Entspannungsübungen wie zum Beispiel Yoga und der Abbau von Stress im Alltag, da dieser ebenfalls auf die Blase drücken kann.