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Referenziell
2014 kam es in Burkina Faso zum Volksaufstand gegen den Autokraten Blaise Compaoré und das Parlamentsgebäude in der Kapitale Ouagadougou wurde verwüstet. Architekt Diébédo Francis Kéré hat nun einen Gestaltungsvorschlag für einen pyramidenförmigen Neubau unterbreitet.
Text: Elias Baumgarten – 21.10.2016
Visualisierungen: Diébédo Francis Kéré
Kéré, der in 2010 in der Schweiz mit dem Swiss Architectural Award ausgezeichnet wurde, hat eine abgetreppte Pyramide entworfen, die künftig das Parlament des afrikanischen Staats beherbergen soll. Die Oberfläche des Baus würde dabei begehbar sein und Gartenterrassen Platz bieten, die als Laboratorien für innovative Landwirtschaftstechniken gedacht sind. Unter der Pyramidenform «versteckt» befänden sich nach Kérés Vorstellungen ein schattiger Vorhof und das eigentliche Parlamentsgebäude mit einem Sitzungssaal für 127 Delegierte. Selbstredend, dass die kraftvolle Gestaltung des Monuments vielfältige Bezüge zur Bau- und Kulturgeschichte aktiviert, von den Pyramiden der Pharaonen und die Zikkurats des Zweistromlands bis hin zu den Stufenpyramiden Lateinamerikas. Bemerkenswert, würde die Pyramidenform nun mit dem demokratischen Neuanfang nach der Beseitigung der Autorkatie verknüpft.
Der burkinabische Architekt schlägt ausserdem vor, die Ruine des alten Abgeordnetenhauses zur Gedenkstätte für die Opfer des Aufstands gegen das autoritäre Regime des Blaise Compaoré umzubauen. Architekturkritiker Roman Hollenstein findet für die archetypischen Pyramidenform mit ihrer reichen Kulturgeschichtlichen Aufladung bereits lobende Worte: Sollte das Parlamentsgebäude dereinst verwirklicht werden, könnte es zu einer Ikone zeitgenössischer Architektur in Afrika werden, so schreibt er in der Neuen Zürcher Zeitung.