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Erfolgreiche und weniger erfolgreiche Spendenaufrufe
Wie man es von Diaspora-Gemeinden gewohnt ist, so plagten sich auch die Rheinfelder während des Kirchenbaus 1893 besonders mit finanziellen Sorgen. Diese konnten trotz der grosszügigen Schenkung des Bauplatzes nicht vom Tisch gefegt werden, und nach dem Planwettbewerb erstellte die Baukommission 1893 ein Flugblatt «Warum bauen wir eine Kirche?» und verteilte es an die gesamte stimmberechtigte Bevölkerung. Damit sollten Bedenken und letztes Zögern in der Bevölkerung ausgeräumt werden, und mit darin enthalten war auch eine sehr unterschwellige, ja vielleicht zu bemäntelte und zu freundliche Aufforderung, mit finanziellen Beiträgen das Bauvorhaben zu unterstützen: «Die Kirche muss gebaut werden von der ganzen hiesigen reformierten Gemeinde, [...] und wenn einer nichts zu geben oder nichts dabei zu thun hat, als das Ganze mit seinem Wohlwollen zu begleiten, so ist das schon genug. Wohlan denn, frisch ans Werk!»
Im Herbst desselben Jahres 1893 kam dank einer Sammlung des aargauischen kirchlichen Hilfsvereins, der sogenannten «Liebesgabe», ein Betrag von über 4000 Franken hinzu. Für die Rheinfelder veranstaltete man darauf eine «Extragabensammlung», wobei über 6000 Franken zusammenkamen, teilweise auch aus dem badischen Raum. Die einzelnen Beiträge wurden in der Höhe zwischen 500 Franken und 1 Franken gespendet, und befriedigt berichtete Pfarrer Karl Graf danach: «Auch solche, welche die Kirche nicht besuchen, wollten hier nicht zurückbleiben; einige scheinen gerade durch ihre schöne Gabe sagen zu wollen: Wenn wir schon nicht kommen, die Kirche ist uns doch nicht gleichgültig. Eine ziemliche Zahl besser situierter Katholiken beteiligten sich mit sehr verdankenswerten Beiträgen. Man kommt gern auf diese hellen Erinnerungen zurück».