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Marten Hoekstra, der interimistische Leiter des Global Wealth Management von UBS, hat vor zwei Tagen UBS-Aktien im Wert von einer dreiviertel Million verkauft.
Die Anklage gegen Raoul Weil zwingt ihn zum Aussetzen: Der Chef des Global Wealth der UBS hat sein Amt gestern seinem Stellvertreter Marten Hoekstra übergeben. Der Anlass: Weil wurde von einer Bundes-Anklagekammer in Südflorida angeklagt, wie das Justizministerium in Washington mitteilt.
Jetzt wurde bekannt, dass Hoekstra noch am Vortag 45'500 UBS-Aktien verkaufte. Laut einer Pflichtmitteilung von UBS wurde der Verkauf am Mittwoch zum Kurs von 16.62 Franken abgewickelt: Macht einen Erlös von 750'000 Franken. Der UBS-Kurs sank heute – also nach Bekanntgabe der Anklage in den USA – um 4.8 Prozent auf 15.08 Franken.
Dem UBS-Konzernleitungsmitglied Raoul Weil wird von den US-Behörden vorgeworfen, bis zu 20'000 Kunden bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben. Alleine im Jahr 2004 – so die Mitteilung des Justizministeriums – seien Bankangestellte, die Weil unterstellt waren, 3800 mal in die USA geflogen, um mit amerikanischen Kunden über deren Konti zu reden. Der Gewinn mit amerikanischen Vermögen habe zwischen 2002 und 2007 rund 200 Millionen Dollar betragen. Weil selber habe das Geschäft als «toxic waste» bezeichnet, also als Giftmüll, habe aber seine Untergebenen angewiesen, hier weiter zu wachsen, «obwohl er wusste», so das Justizministerium, «dass er die Banker dazu veranlasst, amerikanisches Gesetz zu verletzen.»
Wie die UBS mitgeteilt hat, wird Weil für die Dauer des Verfahrens all seine Ämter niederlegen und Marten Hoekstra überlassen.
Die Bank erinnert bei dieser Gelegenheit daran, dass sie seit Juli aufs Offshore-Geschäft mit US-Kunden verzichte.