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Der Schweizer Wirtschaftsminister wurde vor dem Blauen Haus, dem südkoreanischen Präsidentenpalast, mit militärischen Ehren empfangen. Dutzende von Kindern schwangen die Schweizer und die koreanische Flagge zu Rhythmen traditioneller Musik sowie zu den beiden Nationalhymnen.
Die südkoreanische Präsidentin zeigte grosses Interesse, die Beziehungen beider Länder zu vertiefen, sagte Schneider-Ammann gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Als positives Signal wertete er, dass die Konsultationen länger dauerten als vorgesehen. Aus den geplanten 45 Minuten waren eineinhalb Stunden geworden.
Beide Parteien lobten die bilateralen Beziehungen, die auf zahlreichen Gebieten in den letzten Jahren intensiviert worden sind. Darüber hinaus loteten sie für die Bereiche Bildung und Forschung weitere Kooperationsmöglichkeiten aus.
In Anwesenheit von Präsidentin Park und Bundespräsident Schneider-Ammann wurden Absichtserklärungen unterzeichnet zur engeren Vernetzung der Bildungs- und Forschungsinstitute beider Länder und zur Zusammenarbeit bei den Informationstechnologien.
Präsidentin Park, die vor zwei Jahren auf einem Staatsbesuch in der Schweiz war, hat ein weiteres mal ihr grosses Interesse an der dualen Berufsbildung bekundet. In diesem Bereich engagiert sich Südkorea seit Jahren, sagte Schneider-Ammann.
Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Bern und Seoul seien gut, wobei beide Seiten die Auffassung vertraten, dass noch Potential bestünde. Seit vor zehn Jahren das Freihandelsabkommen zwischen der EFTA und Südkorea in Kraft getreten ist, ist der wirtschaftliche Austausch um 60 Prozent gestiegen.
Schneider-Ammann erklärte, dass die Schweiz dieses Abkommen erneuern will. Darauf antwortete Präsidentin Park, die Republik Südkorea sei bereit, eine Neuauflage des Freihandelsabkommens zu diskutieren.
Darüber hinaus haben beide Seiten die Situation auf der koreanischen Halbinsel angesprochen. Dies vor dem Hintergrund, dass die Schweiz als Mitglied der NNSC (Neutral Nations Supervisory Commission) in der demilitarisierten Zone zur Umsetzung des Waffenstillstandsabkommens von 1953 beiträgt.
Johann Schneider-Ammann bekräftigte die Bereitschaft der Schweiz, jegliche Bemühungen zur Entspannung und zur Friedenssicherung auf der koreanischen Halbinsel zu unterstützen. Südkorea zeigte sich besorgt und unterstrich die Notwendigkeit der UNO-Sanktionen gegenüber Nordkorea.
An den offiziellen Gesprächen in Seoul nahm zudem Staatssekretärin Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch teil, Direktorin des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO.
Der Bundespräsident wird am Donnerstag gemeinsam mit dem südkoreanischen Gesundheitsminister Chin-youb Chung das 3. Swiss-Korean Life Science Symposium eröffnen.
Letzte Etappe der Asien-Reise des Bundespräsidenten wird die mongolische Hauptstadt Ulan Bator sein. Dort findet am Freitag und Samstag das 11. Gipfeltreffen der ASEM (Asia-Europe Meeting) statt. Dieser Plattform mit seinen 53 Mitgliedern gehört die Schweiz seit 2012 an. Alle zwei Jahre, abwechselnd in Europa und Asien, finden diese Gipfeltreffen statt.
(SDA)