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Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat Russland aufgefordert, Oppositionsführer Alexei Nawalny unverzüglich aus der Haft zu entlassen. Wie das Gericht am Mittwoch mitteilte, gab es damit einem Antrag Nawalnys auf einstweilige Massnahmen statt.
Diese sind laut Gericht verbindlich und werden nur selten und bei unmittelbarer Gefahr auf irreparablen Schaden gewährt. Die Art und das Ausmass der Gefahr für Nawalnys Leben sei in der Entscheidung berücksichtigt worden, hiess es.
Russland reagierte prompt: Michail Emeljanow hält es der Agentur Interfax zufolge für unwahrscheinlich, dass sein Land der Forderung nachkommen werde. Er verwies auf die neue Verfassung, die nationale Interessen Russlands über internationales Recht stellt. Emeljanow ist der Vize-Vorsitzende des Duma-Rechtsausschusses.
Kritisierter Prozess
Der Kremlkritiker Alexei Anatoljewitsch Nawalny war vor mehr als zwei Wochen in einem Prozess zu dreieinhalb Jahren Straflager verurteilt worden. Er soll gegen Bewährungsauflagen in einem früheren Strafverfahren verstossen haben, während er sich in Deutschland von einem Giftanschlag erholte.
Nawalny werden aber ein mehrmonatiger Hausarrest und Haftzeiten angerechnet, so dass seine Anwälte von zwei Jahren und acht Monaten ausgehen. Das Urteil in diesem früheren Verfahren hatte das Menschenrechtsgericht 2017 als offenkundig unangemessen bezeichnet.