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Aller Anfang ist schwer – dieser Spruch trifft auf die Swiss definitiv zu. Ihrer Gründung im März 2002 war der Bankrott der Swissair, der nationalen Fluggesellschaft, vorausgegangen. Der Schweizer Staat musste der neu gegründeten Swiss denn auch finanziell unter die Arme greifen, um einen Flugbetrieb zu garantieren.
In einer Medienmitteilung schreibt die Fluggesellschaft, dass die ersten Jahre turbulent waren. Zunächst mussten die überdimensionierte Flotte und der Bestand an Mitarbeitenden massiv reduziert werden, um wieder profitabel fliegen zu können. Zudem fehlte der Swiss für einen Alleingang die kritische Grösse, um im hartumkämpften Wettbewerbsumfeld bestehen zu können. Letzteres wurde mit der Integration in die Lufthansa im Jahr 2005 erreicht.
Ihre Vorgängerin, die gegroundete Swissair, hinterliess ein schwieriges Erbe. Die Gründungsphase auf dem Fundament von Crossair und dem Flugbetrieb von Swissair war von rigorosen Restrukturierungen und Unsicherheiten über den Fortbestand geprägt.
Wachstum bis zur Corona-Pandemie
Ein Meilenstein in den ersten Jahren war 2006 der Beitritt zur Star Alliance. Im Jahr darauf wurde mit Delhi erstmals seit der Gründung eine neue interkontinentale Direktverbindung aufgenommen. Später folgten Schanghai (2008), San Francisco (2010), Peking (2012) und Singapur (2013). Ab ihrem Drehkreuz in Zürich bedient die Swiss heute über 92 Destinationen, ab Genf 46.
In den vergangenen 20 Jahren hat die Swiss nach eigenen Angaben auf 2,8 Millionen Flügen 3,8 Milliarden Flugkilometer zurückgelegt, was rund 95’000 Weltumrundungen entspricht. In dieser Zeit hat sie knapp 266 Millionen Fluggäste, also rund 40 Mal die Einwohnerzahl der Schweiz, und 5,6 Millionen Tonnen Fracht transportiert, was in etwa 560 Mal dem Gewicht des Eiffelturms entspricht.
Geburtstag in der Krise
Bei aller Freude über das Jubiläum steht die Swiss auch heute wieder in einer Krise, wie "abouttravel.ch" schreibt. Im Frühjahr 2020 mussten wegen der Corona-Pandemie fast alle Flugzeuge eingemottet werden. Der Verlust im ersten Pandemie-Jahr betrug 654 Millionen Franken. Erst kam die Kurzarbeit, dann folgten Entlassungen im grossen Stil sowie vom Staat abgesicherte Bankkredite, um die Swiss zu retten.
Im Frühjahr 2022 war die Swiss wieder auf Erholungskurs. Doch kaum waren die Corona-Beschränkungen gefallen, überfiel Russland die Ukraine und die Welt stürzte in die nächste Krise. Der Ölpreis schoss in die Höhe, die Swiss prophezeite ihrer Kundschaft höhere Ticketpreise. Für die Zukunft nahm die Fluggesellschaft deshalb die Dekarbonisierung aufs Programm. Bis Flugzeuge ohne Kerosin fliegen, dürften aber noch mehr als 20 Jahre vergehen.
(mhe)