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Tausende afrikanische Flüchtlinge haben am Wochenende die italienische Insel Lampedusa erreicht. Vermutlich wegen ruhiger See gelang nach Angaben der Küstenwache von Freitag bis Sonntag mehr als 3000 Flüchtlingen die gefährliche Überfahrt nach Europa.
Den Angaben zufolge kam am Sonntag ein Schiff aus Libyen mit fast 300 Menschen an Bord auf Lampedusa an, ein weiteres mit ebenfalls rund 300 Menschen wurde 20 Kilometer südlich der Insel geortet.
Seit Jahresbeginn trafen auf der italienischen Insel zwischen 25'000 und 30'000 Menschen aus Nordafrika ein, vor allem aus Libyen und Tunesien.
Rom darf nach einem vor knapp drei Wochen geschlossenen Sonderabkommen mit Tunis tunesische Migranten von dort zwar ab sofort wieder abschieben. Die zuvor Angekommenen müssen jedoch versorgt werden.
Da die meisten Migranten weiter nach Frankreich wollten, hat die italienische Regierung die Ausstellung von Sonderpapieren zur Weiterreise angeordnet.
Schengen-Regeln überprüfen
Als Reaktion auf die Ankunft tausender Flüchtlinge aus Nordafrika hatten sich Italien und Frankreich auf die Forderung geeinigt, zumindest zeitweilig wieder Grenzkontrollen in Europa zu ermöglichen.
Die EU-Kommission wird am Mittwoch einen Bericht über die Erfahrungen mit dem Schengen-Raum vorlegen. Die Kommission prüfe auch eine Verschärfung der Schengen-Regeln, wie der Präsident der Behörde, José Manuel Barroso, am Sonntag bestätigte.
Vorübergehende Grenzkontrollen seien "eine Möglichkeit", teilte Barroso in einem Schreiben an Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy und Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi mit.