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Kirche Bruder Klaus
Innenraum (Schiff West)
Kirche Bruder Klaus
Innenraum (Schiff Ost)
Die Kirche Bruder Klaus wurde mit geringen Mitteln erstellt, die daraus resultierende funktionale Schlichtheit jedoch gekonnt gestaltet, beispielsweise mit der akzentuierten einseitigen Belichtung des Schiffs oder der geknickten Dachform. Josef Lehners Werk gehört zu den letzten Kirchenbauten im Stil der 1950er-Jahre: In den 1960er-Jahren dominierte im Kanton Luzern der Sichtbeton-Brutalismus den Sakralbau.
Chronologie
1952 wurde ein Wettbewerb zu einem Kirchenbau für circa 300 Personen ausgeschrieben für. Als Gewinner ging der Architekt Josef Lehner hervor. Der Startschuss zum Bau der Kirche erfolgte jedoch erst 1960. 1962 konnte Josef Lehner, unterstützt von Arnold Buholzer, den Sakralbau fertigstellen. 1970 wurde der Chor den neuen liturgischen Bedürfnissen angepasst. 1984 erfolgten ersten Sanierungsmassnahmen aufgrund von Rissbildungen, fünf Jahre später wurde die Sakristei um einen Abstellraum erweitert. 2018 musste die Glasfassade der Nordwestfront renoviert werden. Ansonsten hat sich die ursprüngliche Gestalt der Kirche Bruder Klaus weitgehend erhalten.
Lage
Die Kirche Bruder Klaus liegt auf der Flur Mattli am westlichen Dorfrand von Kastanienbaum. Sie ist in ein Wohnquartier eingebettet. Der Bau ist um einen Vorplatz von der Kastanienbaumstrasse zurückgesetzt und mit einer Freitreppe erschlossen. Die Kirche ist Ost-West-orientiert, die Schauseite giebelständig zur Strasse hin positioniert. Nordöstlich des Kirchenschiffs ist ein freistehender Glockenturm platziert.
Beschreibung
Die Kirche des Schweizer Schutzpatrons ist zweigeschossig konzipiert, das Untergeschoss erhält dank der südseitigen Böschung Tageslicht. Die Tragkonstruktion besteht aus Sichtbetonpfeilern, die in einem sechsachsigen Raster angelegt und mit Backsteinmauerwerk ausgefacht sind. Die Mauerwerksflächen sind verputzt. Unterhalb der Traufe ist ein Oberlichtband aus Betonformsteinen angeordnet. Auf der Südseite sind nebst einem Nebeneingang vier quadratische, bunt verglaste Fenster angebracht. Der Chor ist eingezogen, die Nordwand mit einem Betonformsteinfenster durchbrochen. Das räumliche Pendant, der vorgesetzte Eingangs- und Emporenbereich, ist ebenfalls mit grossflächigen Betonformsteinfenstern versehen, das Portal mit einem kleinen Windfang gefasst. Darüber erhebt sich ein flaches Vordach mit gerundeten Ecken, das auf zwei Stützen zu balancieren scheint. Das mit Ziegeln gedeckte Satteldach knickt an den Traufen hoch und kragt aus. Der Dachrand ist mit Blech gefasst und formt eine feine Kante. Der Turm besteht aus vier freistehenden, schlanken Wandscheiben, die mit Querverbindungen ausgesteift und mit einem Kreuz bekrönt sind. Die Betonscheiben flankieren drei Glocken.
Der Kirchenraum ist ebenso schlicht gestaltet wie der Aussenbau und gleichfalls durch die Betonpfeilerkonstruktion strukturiert. Die markant geformte Decke wurde mit Holz verkleidet. Als Bodenbelag kamen Harttonplatten zum Einsatz. Im Untergeschoss befinden sich ein Mehrzweckraum, Nebenräume und die WC-Anlagen.
Literatur
Gmür, Otti. Häuser, Dörfer, Städte. Architekturführer Kanton Luzern. Luzern 2006, S. 404. – Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hg.). Kunstführer durch die Schweiz (Bd. 1). Bern 2005, S. 252. – Estermann, Johann. Der Nam Jesu syg üwer Gruoss!, in: Volksbote 23.2.1962, S. 2. – Denkmalpflege und Archäologie (Hg.). Kantonales Bauinventar Luzern.