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Auswirkungen der Corona-Krise auf den Fahrzeugmarkt
Aufgrund der Corona-Krise haben viele Automobilhersteller wie VW, Opel, Mercedes, BMW, Renault, Tesla, Ford, Toyota ihre Werke vorläufig geschlossen. Die Dauer des Produktionsstopps variiert von Hersteller zu Hersteller: BMW schliesst ihre europäischen Werke, sowie die Produktion im Südafrikanischen Rosslyn bis am 19. April 2020. Von Kurzarbeit sind 10-Tausende Mitarbeiter betroffen, der ökonomische Schaden geht in die Milliarden. Es geht darum, die Ansteckungsgefahr zu minimieren, aber der Produktionsstopp ist auch eine Reaktion auf den starken Nachfragerückgang.
Hauptsächlich als Folge von Corona gingen die Autoverkäufe in China in der ersten Februarhälfte um 92% zurück gemäss den Daten der China Passenger Car Association (CPCA). Der chinesische Verband der Automobilhersteller prognostiziert einen Rückgang der Verkäufe um 10% für die erste Jahreshälfte und um 5% für das Gesamtjahr.
Grundsätzlich geht man davon aus, dass China aufgrund der starken Impulsprogramme der Regierung die Krise besser bewältigen wird als Europa. Einerseits ist in China der Fahrzeugbestand kleiner und andererseits ist der Fahrzeugmarkt nach wie vor ein Wachstumsmarkt. Gemäss Prof. Ferdinand Dudenhöffer kann davon ausgegangen werden, dass aus optimistischer Sicht in Europa der Fahrzeugverkauf in 2020 um mindestens 10% einbricht. Bei einem Wachstum des Fahrzeugmarkts von 1 – 2% (pro Jahr) je nach Land rechnet Prof. Dudenhöffer, dass wir in 10 Jahren wieder auf dem Ausgangs-Niveau von 2019 bewegen, falls nichts dagegen unternommen wird. Prof. Dudenhöffer schlägt bspw. vor, dass für hochwertige Konsumgüter ab 20’000 EUR die Mehrwertsteuer in Deutschland für 6 – 8 Monate erlassen werden könnte, damit die Nachfrage rasch angekurbelt wird.
Die Schweizer Automobilwirtschaft beschäftigt rund 86’000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erwirtschaftet jährlich rund 90 Milliarden Franken (Quelle: AGVS/UPSA, Auto Gewerbe Verband Schweiz). Es sind viele Faktoren wie sozioökonomische, Krisenverlauf (kurz-, mittel- oder langfristig), Interdependenzen zur EU/USA/China in eine fundierte Prognose einzubeziehen. Auch wenn der direkte Vergleich zu Europa etwas gewagt sein sollte, wäre ein Rückgang um mindestens 10% für die Schweizer Automobilwirtschaft ein grosser gesamtwirtschaftlicher Schaden.
Auswirkungen auf CH-Markt
Unter der Voraussetzung, dass die Krise ab Ende Mai 2020 endet, ist unsere persönliche Einschätzung:
- Abnahme Neuwagen-Verkäufe (8 – 12% für das Jahr 2020).
- Preiskampf wird zunehmen. Hersteller werden mit eigenen Mitteln (Rabatten) versuchen den Nachfragerückgang zu minimieren oder die Nachfrage zu stimulieren.
- Occasionsmarkt wird kurz- bis mittelfristig abnehmen. Einerseits warten Kunden beim Erwerb von Neuwagen zu und andererseits werden sich Kunden vorsichtig verhalten beim Kauf eines Occasionsfahrzeugs (Hygiene).
Chancen – kurz- bis mittelfristig:
- Mietmodelle werden vermehrt nachgefragt.
- Online Fahrzeug-Modelle mit zusätzlichen Services wie Bring- und Holservice inkl. Desinfektion der Fahrzeuge werden interessanter.
- Die Menschen verändern ihr soziales Verhalten in der Corona-Krise. Es wird angenommen, dass Schweizer weniger Reisen in ferne Länder unternehmen, und dass sie ihre kostbare Zeit vermehrt in der Natur verbringen. Die Nachfrage nach Camper / Wohnmobilen wird zunehmen.
- Alternative, längerfristige Mietmodelle werden aufgrund folgender Punkte interessant:
- Keine oder geringe Anfangsinvestition
- Neuwagen bieten dem Kunden die Sicherheit eines sauberen Fahrzeugs
- Nutzfahrzeuge: die KMU lagern einen Teil ihres Nutzfahrzeugbestandes aus und optimieren so ihre variablen und fixen Kosten.
- Bildung von Fahrzeugpools in städtischen Wohnkomplexen, wie es bereits in Hongkong gelebt wird. Vermieter stellen ihren Mietern mit einer App-Funktion die Fahrzeuge zur Verfügung.
- Nachfrage nach Fahrzeugen mit alternativem Antrieb (Hybrid, Elektro) nimmt zu.
Impressum:
Herausgeber: Navigas Services GmbH, Bösch 67, 6331 Hünenberg
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