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Eine Besiedlung des Gebietes in der Bronzezeit ist durch verschiedene Funde belegt, unter anderem durch die bronzezeitliche Quellfassung von St. Moritz. Die Römer nutzen nachgewiesenermassen den Maloja- und Julierpass. Durch die Vermischung der Ursprache mit dem Spätlatein der Römer entwickelte sich auch das, die bündnerische Kultur mitprägende, Rätoromanisch.
Das Oberengadin hatte seine eigenen Grafen. Graf Dedalrich verkaufte 1139 sein Land an das Bistum Chur, von dem sich 1494 die Oberengadiner frei kauften.
Urkundlich erscheint das Oberengadin erstmals im Urbar des Reichsgutes in Currätien aus der ersten Hälfte des 9. Jhs. Es bildete damals ein eigenes Ministerium Endena. Bis in das 14. Jh. unterstand das Engadin verschiedenen Herzögen und Grafschaften aus dem deutschen und österreichischen Raum. Seit dem Ende des 13. Jhs. waren Mitglieder der Familie von Planta von Zuoz Inhaber der bischöflichen Hoheitsrechte. Zur Abwendung von Gefahren durch den regierenden Bischof schloss sich 1367 das Oberengadin mit anderen Regionen zum „Gotteshausbund“ zusammen.
Seit der Mitte des 14. Jhs. zeichnete sich eine Unterteilung der Gesamtgemeinde bei der Siedlung Las Agnas in „Sur funtauna merla“ und „Suot funtauna merla“, einem Fels mit Quelle (Funtauna Merla – Amselbrunnen) zwischen Bever und La Punt, ab. Diese Teilung wurde 1438 formell vollzogen, wobei die beiden Untergerichte die niedere Gerichtsbarkeit erhielten und damit praktisch zu selbständigen Gerichtsgemeinden innerhalb des Hochgerichts Oberengadin wurden. Gegen Mitte des 16. Jhs. wurde schliesslich die Verselbständigung der elf Nachbarschaften durch die Verleihung des Rechts auf eigene Statuten abgeschlossen, womit auch die heutigen Gemeindegrenzen, wie sie durch das Gesetz von 1851 sanktioniert wurden, bereits im wesentlichen vorgezeichnet waren. Mit der Einführung der neuen Gerichtsordnung 1851 war Funtauna Merla keine Grenze mehr und verlor ihre Bedeutung. Bei der Kanalisierung des Inns 1856 wurde der Fels bei der Quelle zur Gewinnung von Wuhrsteinen gesprengt.
Die verkehrspolitische Bedeutung der Julier/Maloja-, der Bernina- sowie der Talstrasse brachte dem Oberengadin in politisch bewegten Zeiten manche Unannehmlichkeit. Anderseits flossen aus dem Transitverkehr den Transportgenossenschaften und dem einheimischen Gewerbe wesentliche Mittel zu. Wirtschaftlich ebenfalls positiv wirkten sich die Dienste in fremden Heeren aus, und nicht nur Reichtum an finanziellen Mitteln, sondern auch an weltmännischer Erfahrung brachten jene Engadiner oft heim, die – vor allem als Zuckerbäcker und Kaffeehausbesitzer – in der Fremde ihr Glück gemacht hatten.
1803 wurde Bünden offiziell zum Schweizer Kanton. Die Besiedlung des Oberengadins erreichte zu diesem Zeitpunkt nur ein bescheidenes Ausmass. Auch noch 1850 wohnten nur gerade rund 3000 Personen im Oberengadin (heute 17’000). Dabei wiesen die einzelnen Dörfer nur je 200-400 Einwohner auf.
Mit der ersten markanten touristischen Entwicklung Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgten die ersten nennenswerten Siedlungsausdehnungen seit den Ursprüngen der Besiedlung im Oberengadin. 1831 wurde in St. Moritz das erste Kurhaus mit Trinkhalle errichtet. Dem Umbau einer kleinen Pension in St. Moritz zum Hotel Engadiner Kulm (heute Kulm Hotel St. Moritz) durch Johannes Badrutt im Jahr 1856 folgte der Bau weiterer Grosshotels, der um die Jahrhundertwende mit der Errichtung der riesigen Hotelkomplexe des Palace Hotel (1896) und des Grand Hotel (1904) ihren ersten Höhenpunkt erreichte.
Johannes Badrutt brachte 1864 mit einer Wette eine Gruppe Engländer dazu, St. Moritz im Winter zu besuchen. Die Geschichtsschreibung der regionalen Tourismusverbände macht an dieser Wette „die Geburtsstunde des modernen Tourismus“ fest. Schüttelte die einheimische Bevölkerung über die ersten Skifahrer 1859 noch den Kopf, so zeigte sich der Tourismus bald als wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Motor: 1878 brannte die erste elektrische Glühbirne der Schweiz im Hotel Kulm. 1891 fand in St. Moritz das erste Golfturnier in den Alpen statt.