Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/71267

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, rechtzeitig vor Ablauf der bestehenden Regelung Massnahmen zu ergreifen, um die Beherbergungsstatistik langfristig zu erhalten und deren Finanzierung zu sichern. Gleichzeitig wird der Bundesrat aufgefordert, im Rahmen der Beherbergungsstatistik auch den Bereich der Parahotellerie zu erfassen. Diese Statistik soll auch Aussagen zur tatsächlichen Wertschöpfung sowie eine vorausschauende Marktbeobachtung ermöglichen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat anerkennt die volkswirtschaftliche Bedeutung des Schweizer Tourismus und die Wichtigkeit einer Beherbergungsstatistik. Die Schweiz hat sich mit dem bilateralen Abkommen auch verpflichtet, ab 2008 die durch EU-Richtlinien geforderten Daten im Bereich Tourismus bereitzustellen. Diese fordern unter anderem Angaben zu den Übernachtungen und Ankünften in der Hotellerie und Parahotellerie, und zwar teilweise im Monatsrhythmus und für die Schweiz als Ganzes. Die Bereitstellung von Informationen, welche spezifisch auf die Bedürfnisse einzelner Branchen oder Regionen ausgerichtet sind, übersteigt jedoch den Grundauftrag der Bundesstatistik und setzt eine Kofinanzierung voraus.</p><p>Die aktuelle Beherbergungsstatistik basiert auf einer Vollerhebung, um so den Wünschen der Tourismusbranche nach monatlichen Übernachtungszahlen mit Angaben zu den Herkunftsländern und für einzelne Tourismusregionen, Kantone oder Gemeinden entsprechen zu können. Um die Erwartungen der Finanzierungspartner der Beherbergungsstatistik zu erfüllen, werden die Daten bereits nach 30 Werktagen publiziert. Eine frühere Veröffentlichung der Ergebnisse würde deren Qualität sehr  beinträchtigen, da die Anzahl der eingetroffenen Angaben zu tief wäre.</p><p>Das aktuelle Angebot übertrifft die Anforderungen der Bundesstatistik wie auch der bilateralen Verträge. Der Bundesrat hält die gegenwärtige Public-Private Partnership daher für ein geeignetes Modell zur Finanzierung dieser Statistik und betrachtet die jetzige Lösung als sinnvoll.</p><p>Die Parahotellerie gewinnt zunehmend an Bedeutung und spielt für den Tourismus eine wichtige Rolle. Erste Schritte für eine Wiedereinführung der Erhebung über die Ferienhäuser und -wohnungen wurden bereits unternommen: Im September 2006 hat das BFS eine Gemeindebefragung durchgeführt mit dem Ziel, die Grundgesamtheit zu definieren und die Bedingungen auszuloten, unter welchen eine solche Erhebung lanciert werden könnte. Dieser  Bereich ist auch Bestandteil des bilateralen Abkommens. Allerdings würde auch hier die Bereitstellung von häufigeren oder räumlich differenzierten Daten eine Kofinanzierung voraussetzen. Der Bundesrat ist bestrebt, wie bei der Beherbergungsstatistik ein Kofinanzierungsmodell für die Parahotelleriestatistik zu entwickeln.</p><p>Eine Statistik zur Wertschöpfung im Tourismussektor ist Teil des Satellitenkontos Tourismus. Diesem kommt in der Bundesstatistik sowie bei den Nutzern eine hohe Bedeutung zu. Sie war deshalb auch nie Teil von Aufgabenverzichten. Eine Neuausgabe des Satellitenkontos ist für 2007 vorgesehen.</p><p>Eine vorausschauende Marktbeobachtung wird vom Seco im Rahmen der Standortförderung für die nationale und internationale Tourismuspolitik und der strategischen Aufsicht über die Tourismusförderung durchgeführt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.