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Die Burg M., die bedeutendste Festung Graubündens und eine der mächtigsten der Schweiz, liegt auf einem Felssporn auf ca. 800 m und beherrscht den Talgrund südlich des Dorfs. Die 1219 erw. Burg bestand schon im FrühMA; archäolog. Funde belegen Siedlungen seit der Jungsteinzeit. Der Bau des Bergfrieds, der die urspüngl. Anlage veränderte, erfolgte zwischen 1150 und 1200. Im 13. Jh. erhielt die Burganlage eine neue Ringmauer, die das ganze befestigte Areal umschloss. Weitere Umbauten erfolgten im 14. und zu Beginn des 15. Jh. (Erweiterungen und Veränderungen der Festung). Während ca. vier Jahrhunderten war sie Wohnsitz der von Sax, Herren des Misox. 1480 erwarb der Söldnerführer Gian Giacomo Trivulzio von den Herren von Sax die Herrschaft über das Misox mit allen Rechten und Besitzungen, darunter auch der Burg. Er verstärkte deren Mauern und machte daraus eine grosse Festung mit wirksamer Artillerie. Daher galt sie als "nur durch Verrat oder Hunger einnehmbar". 1496 trat Trivulzio dem Grauen Bund bei und verpflichtete sich, im Bedarfsfall Waffen und Proviant aus der Burg zu liefern, was beim Schwabenkrieg und im 1. Müsserkrieg nötig wurde. 1526 ordneten die Drei Bünde die Schleifung der Burg an. 1925-26 wurde die Burg freigelegt und stabilisiert. 1986-90 restaurierte man sie und stellte den polygonalen Turm und die Mauern im Norden und Nordwesten wieder her. Die Burg, die sich über die ganze Felskuppe erstreckt, hat die Form eines langgezogenen unregelmässigen Fünfecks; die Ringmauer wird durch fünf verschiedenförmige vorkragende Türme verstärkt. Innerhalb der Mauern befanden sich die Wohnungen der Herren, Soldaten und Dienstleute sowie Waffenlager, Vorratsräume, eine Giesserei, eine Käserei, eine Bäckerei, eine Zisterne und ein Bienenhaus. Innerhalb der Burg steht noch heute die bereits im 6.-7. Jh. bestehende Kirche S. Carpoforo, die im 11. Jh. durch einen Neubau mit rom. Glockenturm ersetzt wurde. Am Fuss der Burg befindet sich die schon 1219 erw. romanische Kirche S. Maria.
Literatur
– O.P. Clavadetscher, W. Meyer, Das Burgenbuch von Graubünden, 1984, 248-255
– W. Meyer, E. Maurer, M.: Burg und Kirche S. Maria del Castello, 1985
– C. Santi, Fonti per la storia del castello di M., 1988
Autorin/Autor: Cesare Santi / CN