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Würde der CO2-Ausstoss heute massiv reduziert, hätte das keinen sofort messbaren Effekt auf das Klima, da Kohlendioxid sich hartnäckig lange (ca. 20 Jahre) in der Atmosphäre hält.
In einer neuen Publikation im Wissenschaftsmagazin «Science» präsentieren Forscher der Nasa und der Columbia University nun ca. 400 einfache Methoden, die Klimaerwärmung in den kommenden 60 Jahren auf weniger als 2 Grad einzudämmen. Darunter sind 14 Massnahmen, welche besonders Methan- und Russemissionen im Fokus haben, was zu einer Reduktion von ca. 0.5°C der Erderwärmung bis 2050 beitragen soll.
Russ wird besonders in Brennvorgängen freigesetzt, beispielsweise in Öfen und Dieselmotoren. Der pulverförmige Feststoff hält sich nur einige Tage in der Luft, bevor er vom Regen ausgewaschen oder durch chemische Prozesse zersetzt wird. In dieser kurzen Zeit richten die Russpartikel (welche zu den kleinsten Feinstäuben zählen und teilweise kleiner als 300nm sind) allerdings viel Schaden an: So tragen Ozon in der Troposphäre und „black carbon“ (BC) (Russ) laut der Studie sowohl zu schlechterer Luftqualität und zur globalen Erwärmung bei. Russpartikel absorbieren die Sonnenstrahlung, heizen sich auf und verstärken damit den Treibhauseffekt in höheren Luftschichten. Ausserdem verdunkeln sie Eis- und Schneeflächen (Reduktion des Albedowertes) und verursachen durch diese verminderte Reflektionsfähigkeit ein schnelleres Schmelzen der Polkappen. Russverschmutzung wird zudem -wie in einer früheren News erwähnt- für die Verschiebung der Monsunzeit in Südasien und Auswirkungen auf Dürreperioden in der Sahelzone verantwortlich gemacht.
In den Untersuchungen der Klimatologen haben sich folgende Methoden zur Eindämmung der Russemissionen herauskristallisiert: Die flächendeckende Einführung von Partikelfiltern für Dieselmotoren, ein Verbot der Abfallverbrennung in der Landwirtschaft, die Förderung emissionsarmer Fahrzeuge, der Einsatz moderner Koch- und Heiztechnologien sowie die Einsetzung sauberer Biomasse-, Ziegel- und Koksöfen. Einige dieser Massnahmen befinden sich in Europa bereits in der Umsetzung und sollten auch in Entwicklungsländern umgesetzt werden.
Das Treibhauspotenzial von Methan ist um ein Vielfaches höher als das von CO2. Das Gas fällt besonders im Reifeprozess von Kohle, in der Nutztierhaltung, im Nassreisanbau und in Deponie-Emissionen an. Ist ein Methanmolekül einmal in die Atmosphäre gelangt, hält es sich dort rund zwölf Jahre. Damit ist Methan zwar langlebiger als Russ, doch auch bei einer Methanreduktion wären die positiven Effekte auf den Klimawandel rascher messbar als bei einer Reduktion von Kohlendioxid, da das Gas zusätzlich für die Bildung von bodennahem Ozon verantwortlich ist.
Die Autoren der Studie betonen auch die unmittelbaren Nutzen für die Bevölkerung: Denn sowohl Russ als auch Methan und Ozon sind stark gesundheitsschädliche Stoffe.
Trotzdem sei die Dringlichkeit der Reduktion von Kohlendioxidemissionen (wegen langfristiger Temperaturentwicklung) mit den vorgeschlagenen Methoden in keiner Weise ausser Kraft gesetzt, betonen die Autoren der Studie.
Quelle: NZZ online, Science, UNEP
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