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Die Schweiz und Kosovo pflegen enge und vielfältige bilaterale Beziehungen. Die Schweiz zählt zu den wichtigsten Partner- und Geberländern des Kosovo.
Bilaterale Beziehungen Schweiz–Kosovo
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Während des Konflikts von 1998 bis1999 leistete die Schweiz humanitäre Hilfe und führte Programme zur Rückkehr und Wiedereingliederung von Flüchtlingen und Vertriebenen durch. Diese Aktivitäten wurden später von Wiederaufbau- und Entwicklungsprogrammen abgelöst. Die Schweiz nimmt im Rahmen eines Friedensförderungsprogramms an Friedensoperationen teil und trägt dadurch zur nachhaltigen Stabilität des Kosovo sowie der ganzen Westbalkan-Region bei.
Die Schweiz anerkannte am 27. Februar 2008 die Unabhängigkeit des Kosovo von Serbien und nahm mit der neuen Republik Kosovo diplomatische sowie konsularische Beziehungen auf. Seither haben die Schweiz und Kosovo bilaterale Abkommen in den Bereichen technische und finanzielle Zusammenarbeit, Zivilluftfahrt, Personen- und Güterverkehr auf der Strasse, Handel, Investitionsschutz sowie soziale Sicherheit abgeschlossen.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Der Handel zwischen der Schweiz und Kosovo ist bescheiden. Die schweizerischen Investitionen in Kosovo beschränken sich in erster Linie auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation
Forschende und Kulturschaffende aus Kosovo können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Friedensförderung und Menschenrechte
Die Schweiz engagiert sich u.a. in den Bereichen der Förderung des politischen Dialogs, der Integration von Minderheiten, der Vergangenheitsbewältigung, der Stärkung der demokratischen Institutionen und der humanitären Minenräumung.
Zudem stellt die Schweiz Expertinnen und Experten für internationale Missionen in Kosovo zur Verfügung. Die Schweizer Armee beteiligt sich seit 1999 mit der Swisscoy an der internationalen friedensfördernden Mission KFOR der NATO. Dieses militärische Engagement basiert auf der Resolution 1244 des UNO-Sicherheitsrats.
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Bereits 1998 leistete die Schweiz in Kosovo humanitäre Hilfe. Seither wurde diese Hilfe durch längerfristige Programme der Entwicklungszusammenarbeit abgelöst. Die Kooperationsstrategie 2017–2020 der DEZA, des SECO und der Politischen Direktion konzentriert sich auf folgende Bereiche:
- Demokratische Regierungsführung und menschliche Sicherheit
- Wirtschaft und Beschäftigung
- Wasser und Klimawandel
- Gesundheit
- Migration
Mit ihrem Engagement gehört die Schweiz zu den wichtigsten Geberstaaten in Kosovo.
Kulturaustausch
Die Schweiz fördert den Austausch und den Dialog zwischen den Kulturschaffenden beider Länder. Die Botschaft organisiert und fördert punktuell Kleinprojekte im Kulturbereich und ist stark engagiert im Rahmen der Frankophonie sowie der Tage der Deutschen Sprache.
Schweizerinnen und Schweizer im Kosovo
Ende 2019 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik 478 Schweizerinnen und Schweizer in Kosovo.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Kosovo erklärte am 17. Februar 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien. Die Schweiz anerkannte am 27. Februar 2008 die neue Republik und nahm diplomatische sowie konsularische Beziehungen mit Kosovo auf.
Ab 1960 hatte die Schweiz Arbeitskräfte aus der damaligen Autonomen Provinz Kosovo der Föderativen Republik Jugoslawien rekrutiert. Im Zuge der Kriegswirren folgten in den 90er-Jahren Zehntausende von Flüchtlingen. Seither setzte sich die Schweiz intensiv für den Wiederaufbau und die Entwicklung des Kosovo ein.