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- Länderinfo
- Georgien
Als Gott das Land an die Völker verteilte, verspäteten sich die Georgier. Zuerst zürnte der Herr, denn alles Land war bereits verteilt. Doch die Fröhlichkeit und der Charme der Abgesandten dieses Volkes versöhnten ihn und er schenkte den Georgiern den Flecken Erde, den er eigentlich sich selbst vorbehalten hatte. Wenn man das Land kennenlernt, kann man sich vorstellen, dass es so, wie es die Legende berichtet, gewesen sein könnte. Georgien bietet auf engstem Raum eine Vielzahl landschaftlicher Reize. Und die Georgier selbst sind ein sprichwörtlich gastfreundliches Volk, dessen Temperament auch Sie anstecken wird!
Geschichte
Assyrische und urartische Chroniken erwähnen ein Diaochisches Königreich im heutigen Ostgeorgien, das mit dem Zweistromland und Kleinasien Handel trieb. Ungeachtet der Angriffe verschiedener transkaukasischer Stämme überlebte Diaochien mehr als 500 Jahre. Den Untergang Diaochiens besiegelten die ruinösen Raubzüge von Stämmen aus den nördlichen Bergen, aber auch die wachsende Macht und Expansion eines neuen Staatsgebildes (Kolchis) im Westen.
Geografische Lage
Georgien erstreckt sich auf einer Landbrücke, die im Osten und im Westen von zwei Binnenmeeren - dem Kaspischen und dem Schwarzen Meer - begrenzt wird. Zu dieser Landbrücke gehören ausserdem Aserbaidschan und Armenien. In seiner Ausdehnung misst Georgien 70000 Quadratkilometer, von denen mehr als die Hälfte von Bergen bedeckt ist, die an einigen Stellen auf über 5000 Meter ansteigen. Dem Zauber der vielfältigen und aufregenden Bergwelt, die von wild zerklüftet bis sanft geschwungen alle Formen in sich vereint, kann niemand widerstehen, egal von wo aus man sich dem Land nähert und welche seiner Gegenden man erkundet.
Klima
Die Durchschnittstemperaturen für ganz Georgien schwanken im Januar zwischen minus 2 und plus 3 Grad Celsius und im Juli und August zwischen 23 und 26 Grad - mit Höchstwerten von 50 Grad in einigen Gegenden. So kann man am Tag in den Hochgebirgsregionen über Gletscher wandern und die Abende am Meer verbringen. In einigen Regionen, so in Bakuriani und Gudauri, währt die Wintersportsaison von November bis April, die Badesaison am Schwarzen Meer dauert von April bis Oktober/November.
Essen und Trinken
Die georgische Küche kennt eine Unmenge von Gerichten und ist, gemessen an der Vielfalt der Auswahl, die abwechslungsreichste im ganzen Kaukasus. Überall und fast zu jeder Stunde erhält man in Georgien eine Art Käsebrot, das sogenannte Chatschapuri, das aus einem Teig aus Weizen oder Mais, oft ein Blätterteig, mit eingelassenem jungem Käse besteht. Zu einem Gastmahl in Georgien gehört Wein, der nie ausgehen darf und dessen wichtigster Bestandteil - sein eigentlicher Geist - die vor jedem geleerten Glas ausgesprochenen Trinksprüche sind.
Einreisebestimmungen
Schweizer Bürger benötigen für die Einreise einen gültigen Reisepass, der mindestens 3 Monate über das Rückreisedatum hinaus gültig ist.
Das Georgische Gastmahl
Das Georgische Gastmahl ist eine kulturelle Institution, nicht zu vergleichen mit dem, was man in anderen europäischen Ländern unter diesem Wort versteht. Um sich zu einem Gastmahl zusammenzufinden, ob daheim oder in einem der zahlreichen Restaurants, braucht es keinen besonderen Anlass, obwohl es auch solche gibt - Geburtstage, Feiertage, Hochzeiten, die Geburt eines Kindes, der Besuch von Freunden oder deren Freunden-, ein Gastmahl wird dann abgehalten, wenn die Seele danach verlangt. Neben den Teilnehmern gehören zu einem Gastmahl Unmengen verschiedener Gerichte: kalte und warme Vorspeisen, frische oder marinierte Kräuter, die ununterbrochen aufgetragen werden, ebenso wie diverse Fleisch- und Fischgerichte, in Abhängigkeit von der Bedeutung des Anlasses und der zur Vorbereitung zur Verfügung stehenden Zeit. Und zu einem Gastmahl gehört Wein, der nie ausgehen darf und den die Georgier trinken wie Wasser, was den genügsamen Mitteleuropäer zu Gesten der Verwunderung hinzureissen vermag, wenn man denn nach dem achten Liter noch dazu in der Lage ist. Die ungeschriebenen Gesetze des Gastmahls verbieten es, die eigene Trunkenheit zu zeigen, und in der Regel wird dieses eherne Gesetz eingehalten. Der wichtigste Bestandteil, sein eigentlicher Geist, sind die vor jedem geleerten Glas ausgesprochenen Trinksprüche. Ein Nippen am Glas zwischendurch verbietet sich von selbst. Der Dirigent der Trinksprüche ist der wichtigste Mensch am Tisch - der Tamada. Ihm, der von der Tafelrunde vor dem Beginn des Mahls bestimmt wird, obliegt es, das Thema ebenso wie das Tempo der Trinksprüche zu bestimmen. Von ihm wird verlangt, dass er sein wichtigstes Instrument, die Sprache, virtuos und in allen poetischen und philosophischen Nuancen beherrscht, dass er gebildet ist, witzig und klug, um dem Austausch die Richtung zu geben. Von einem guten Tamada erwartet man Bonmots, Paradoxa und Parabeln, und wenn er den Erwartungen der Tafelrunde entspricht, wird man ihn noch lange würdigen.
Fresken und Ikonen
Swanetiens Neben den Wehrtürmen, die der architektonische Stolz der Swanen sind und fast über ein Jahrtausend ihre typische Form bewahrt haben, bietet auch die in ihrer Mehrzahl zwischen dem 9. und 14. Jahrhundert entstandenen Kirchen und mehr noch die Fresken- und Ikonenmalereien einen tiefen Blick in die Seele der Swanen. Eine eigene Tradition in der Freskenmalerei begann sich in Swanetien Ende des 10. / Anfang des 11. Jahrhunderts herauszubilden. Die Malerei mag auf den ersten Blick etwas plump erscheinen, als wäre der Pinsel nicht gemacht für die groben Hände der in der Abgeschiedenheit der Bergwelt lebenden Menschen. Doch ihr eigener, von ihrer Natur und ihrer Biographie geprägter Blick auf die Welt offenbaren ein ästhetisches Empfinden, in dem sich heidnische Vorstellungen mit dem Christentum zu vermischen scheinen. Sichtbar wird dies sowohl in der Themenwahl als auch den Gesichtern. Sehr selten sind Darstellungen von Ereignissen aus dem Alten Testament und Bilder aus dem Christigeburts-Zyklus. Dafür lieben die Swanen ihre Heiligen, vor allem den streitbaren Georg, was die Vorliebe der Swanen für das Heldenepos verrät. Davon zeugen auch die expressiven Gesichter der Figuren, in denen spröde Männlichkeit stolzes und kriegerisches Temperament verrät und herbe Weiblichkeit von Entbehrungen und Kampf erzählt. Die swanische Ikonenmalerei bezieht sich auf die gleichen Quellen wie die Fresken: Die Gesichter zeichnen sich durch erhöhte Emotionalität und die feinen Zeichnungen aus. Die Swanen verteidigen ihre Ikonen um den Preis ihres Lebens. Kaum einer weiss wirklich, welche Schätze sie in ihren Kirchen aufbewahren. Unzählige Versuche, ihre Hüter zu überreden, wenigstens einige der Ikonen, um sie vor endgültigem Verlust zu bewahren, in Museen zu geben, scheiterten. Die Swanen glauben bis heute an die Wunderkraft ihrer Ikonen. Und als schlimmste Vergeltung für ein Vergehen in Swanetien gilt, wenn jemand im Angesicht einer Ikone verflucht wird.
Einwohner
3‘729‘635 (Januar 2015) auf einer Fläche von 69‘700 km²
Sprache
Amtssprache Georgisch, das von etwa von 4 Millionen Menschen gesprochen wird. Weitere Sprachen sind Aserbaidschanisch, Armenisch, Abchasisch, Ossetisch und Russisch.
Religion
Ca. 84% der Bevölkerung gehören der autokephalen georgisch-orthodoxen Apostelkirche an.
Strom
Die Stromversorgung erfolgt bei 220V mit 50Hz. Die Steckdosen sind zumeist zweipolig, also enger, weshalb manche Geräte einen Adapter voraussetzen.
Zeitdifferenz
Der Zeitunterschied zur Mitteleuropäischen Zeit beträgt +2 Stunden (+3 Stunden während der Winterzeit).
Währung
Lari (GEL), 1 CHF = ca. 2,379 Lari (Juni 2015). Empfohlen sind US-Dollar oder Euro.