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ehemalige Klosterkirche Marmoutier (Maursmünster)
Das Kloster Marmoutier ist eines der ältesten im Elsass. Es wurde entweder um 590, nach anderen Quellen um 659, wahrscheinlich vom hl. Leobard (Liebhard) († um 680 in Marmoutier), einem Schüler des hl. Columban gegründet. Marmoutier wird zu den merowingischen Klöstern gerechnet und war eine Reichsabtei.
724 wurde das Kloster von Abt Maurus, dessen Namen es trägt, nach der Benediktinerregel reformiert. Maurus gilt daher auch oftmals als der eigentliche Gründer dieses Klosters.
Von der romanischen Architektur der Stiftskirche ist heute noch die Westfassade (um 1140/50) aus rotbraunem Sandstein erhalten, die wie eine Festung aus den Bürgerhäusern der Stadt ragt, sowie die Vorhalle und die Türme aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Die Fassade wird von drei Giebeln gekrönt und ist von zwei Achtecktürmen flankiert. Dazwischen erhebt sich ein viereckiger, 36 m hoher Hauptturm. Obwohl der Bau nur 20 m breit ist, macht er einen mächtigen Eindruck. Die Front mit ihrem reichen Figurenschmuck, aber auch der Säulen- und Bogenschmuck der Vorhalle zeugen von der romanischen Bildhauerkunst. Das hinter dem Westwerk liegende Langhaus der Kirche wurde zwischen 1225 und 1301 in gotischen Formen neu erbaut. 1761–1769 wurde der Mönchschor im gotischen Stil wieder errichtet und mit einem bemerkenswerten Chorgestühl ausgestattet. Die 1788 geplante Ersetzung des romanischen Westwerks durch einen barocken Neubau wurde durch den Ausbruch der französischen Revolution und die Aufhebung des Klosters verhindert.
Das Kloster wurde im deutschen Bauernkrieg (1525) von den Protestanten geplündert und in Teilen zerstört, eine Brandschatzung konnte allerdings Anton von Lothringen mit seinen Truppen im letzten Moment verhindern.
Auch durch den dreißigjährigen Krieg wurde das Kloster in Mitleidenschaft gezogen, allerdings blieb die Abteikirche ohne größere Schäden.
Die Monsterköpfe auf der Westfassade. Sie befinden sich rechts neben dem zentralen Rundbogenfenster unter der Uhr.
Die Kirche besitzt eine Orgel aus der Werkstatt des Straßburger Orgelbauers Andreas Silbermann (Mitte des 18. Jahrhunderts).
Als Silbermann-Orgeln werden die von den Brüdern Gottfried und Andreas Silbermann (und auch dessen Sohn Johann Andreas) erbauten Orgeln bezeichnet. Die Brüder aus Sachsen (Freiberg) gelten heute als die bedeutendsten deutschen Orgelbaumeister des 18. Jahrhunderts. Johann Sebastian Bach kannte Gottfried Silbermann persönlich und schätzte seine Orgeln.
Andreas Silbermann liess sich 1701 in Strassburg nieder und arbeitete vorwiegend im Elsass.