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Die Anpassungen des FINMA-RS 15/2 für die quantitativen Mindestanforderungen LCR und NSFR betreffen im Wesentlichen drei Bereiche:
- NSFR: Technische Ausführungsbestimmungen und Konkretisierungen zu den neuen Anforderungen an die NSFR gemäss Art. 17f-17s LiqV und Vereinfachungen für kleine Banken beim Ausfüllen des Finanzierungsnachweises und Reduktion der auszufüllenden Formulare.
- LCR Ex-post-Evaluation: Klarstellungen, Präzisierungen und Ergänzungen zur LCR in bestimmten Bereichen und Vereinfachung der LCR für kleine Banken beim Ausfüllen des Liquiditätsnachweises und Reduktion der auszufüllenden Formulare.
- Ausweitung des Proportionalitätsprinzips für kleine Banken auf alle Banken der FINMA Aufsichtskategorien 4 und 5.
Da ist einerseits die Mindestliquiditätsquote («Liquidity Coverage Ratio», LCR) nach Artikel 12 bis 17f der Liquiditätsverordnung (LiqV) und nach dem Rundschreiben 2015/2, welche sicherstellt, dass ein Institut in einer Stresssituation aussergewöhnlich hohe Liquiditätsabflüsse über einen Zeithorizont von 30 Tagen auffangen kann. Zum anderen bezweckt eine auf die Bilanzstruktur ausgelegte Refinanzierungsquote («Net Stable Funding Ratio», NSFR), dass ein Institut seine Bilanzaktiven unter Berücksichtigung der zu Grunde liegenden Fristigkeiten nachhaltig refinanziert. Das Rundschreiben 2015/2 ist aufgrund der Änderungen in der LiqV überarbeitet worden und der Entwurf zurzeit in der Anhörungsphase. Gemäss Erläuterungsbericht zur Teilrevision des Rundschreibens sind die Beobachtungskennzahlen nicht Teil der neuen Vorlage. Diese werden zu einem späteren Zeitpunkt in einem Rundschreiben geregelt werden.
Vom 1. März bis zum 13. April 2016 führte die FINMA eine Anhörung zu den Entwürfen des neuen FINMA-RS 2017/1 «Corporate Governance – Banken» sowie der teilrevidierten FINMA-RS 2008/21 «Operationelle Risiken – Banken» und 2010/1 «Vergütungssysteme» durch. Mit der Revision wurden die Vorgaben zur Implementierung einer soliden Corporate Governance und eines effektiven Risikomanagements bei Banken und Effektenhändlern an Richtlinien von internationalen Standardsetter angepasst und an einer zentralen Stelle im Regulativ gebündelt. So wurden mit der Aufhebung der Randziffern 123-127 im Rundschreiben 2008/21 «Operationelle Risiken – Banken» qualitative Anforderungen an das Risikomanagement ins neue Rundschreiben 2017/1 «Corporate Governance – Banken» übertragen. Die Ergebnisse aus dieser Anhörung wurden weitgehend übernommen, so finden sich im definitiven Rundschreiben 2017/1 «Corporate Governance – Banken» einige Anpassungen gegenüber dem Entwurf.
Insbesondere dem Zusammenspiel zwischen dem institutweiten Risikomanagement, der Risikokontrolle als unabhängige Kontrollinstanz und dem internen Kontrollsystem wird grosse Bedeutung zugemessen. Das interne Kontrollsystem (IKS) umfasst die von der Bank definierten Vorgänge, Methoden und Massnahmen, welche für eine angemessene Sicherheit in Bezug auf die Wirksamkeit von operativen Geschäftsprozessen, die Zuverlässigkeit der finanziellen Berichterstattung, die Minderung von Risiken und die Befolgung von Gesetzen und Vorschriften gewährleisten.
Grundlegend neu sind die Anforderungen eines IKS nicht. Wird doch ein wirksames und angemessenes IKS für Finanzinstitute bereits seit längerer Zeit gefordert. Jedoch stellt sich in der Praxis oft heraus, dass das IKS einmal aufgebaut wurde, aber die regulatorischen Veränderungen und die entsprechenden Weisungen nicht fortlaufend integriert wurden. Um die Wirksamkeit und die Angemessenheit zu gewährleisten ist es notwendig, dass Neuerungen in ein bestehendes IKS integriert werden, damit die Ziele des IKS erreicht werden können. Darauf zielt auch das neue FINMA-Rundschreiben ab: auf einen ganzheitlichen Ansatz im Thema IKS.
Der Bundesrat und die FINMA passen die Eigenmittelverordnung (ERV) bzw. das FINMA-Rundschreiben zu Kreditrisiken von Banken an die weiterentwickelten internationalen Normen nach dem Basel III Regelwerk an. Zum Teilrevisionsentwurf der ERV und zum Entwurf des totalrevidierten FINMA-Rundschreibens eröffneten das eidgenössische Finanzdepartement eine Vernehmlassung und die FINMA eine Anhörung, die am 15. September 2016 abgeschlossen wurde. Per Ende September waren diesbezüglich noch keine weiteren Informationen seitens FINMA verfügbar.
Basel III beinhaltet als internationale Rahmenvereinbarung Standards zur Berechnung der risikogewichteten Eigenmittelanforderungen, insbesondere für Kreditrisiken als häufig materiellstes Risiko. Die Revisionsentwürfe der ERV und des FINMA-Rundschreibens «Kreditrisiken Banken» setzen die zu Kreditrisiken revidierten Vorgaben von Basel III in nationales Recht um. Sie sollen auf den 1. Januar 2017 in Kraft treten, wobei im Einklang mit den internationalen Normen die revidierten Eigenmittelregeln für Verbriefungen im Bankenbuch am 1. Januar 2018 in Kraft treten sollen.
Mit der erstmaligen Umsetzung der Rechnungslegungsvorschriften für Banken gemäss den Bestimmungen des FINMA-RS 2015/1 für den Jahresabschluss per 31. Dezember 2015 stellt sich nun die Frage nach der Umsetzung für den Zwischenabschluss per 30. Juni 2016, da viele der Regionalbanken die Umstellung auf die neue RVB, analog dem SNB-Meldewesen, per November 2015 vorgenommen haben.
Der Fachtag Rechnungswesen vom 25. Mai 2016 war wiederum geprägt von interessanten Themen sowie von aufschlussreichen Diskussionen.
Eigenmittel- und Risikoverteilungsvorschriften: Anpassung an den internationalen Standardansatz (SA-BIZ)
Bekanntlich wurde mit der Einführung der Eigenmittel- und Risikoverteilungsvorschriften von Basel III per 1. Januar 2013 verlangt, dass diese Vorgaben mit einer Übergangsfrist bis Ende 2018 auf die internationalen Bestimmungen (SA-BIZ) angepasst werden müssen. Innerhalb der Gruppe der RBA-Banken wurde in Abstimmung mit Swisscom als Betreiberin der EDV-Plattform entschieden, dass die Umstellung auf SA-BIZ ab dem 1. Quartal 2016 erfolgen soll.