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Superficies
Cristina Motta
Argentinien, Kolumbien, 10 min
Weltpremiere
Auf den Bildern von Cristina Motta wird auf ergreifende Weise eine noch offene Wunde in Lateinamerika sichtbar: das Trauma der entführten und verschwundenen Personen, die politischer, frauenfeindlicher oder Waffengewalt zum Opfer gefallen sind. Im Zuge einer intelligenten und gnadenlosen Erzählung, vorgetragen in einem einschneidenden Ton, werden die Geschehnisse angeprangert. Dazu bedient sich die Filmemacherin der natürlichen Elemente – Erde, Wasser, Stein – die nüchtern und genau beschrieben und ständig mit dieser von Gewalt geprägten Vergangenheit gespiegelt werden. So wird ein offensichtliches Gleichgewicht der Elemente unseres Alltags neben Leben und Tod erkennbar. Durch die Beschreibung der rationalen Organisation der Friedhöfe, deren Oberfläche aus «Traditionen, Entscheidungen oder einfach Möglichkeiten» besteht, und die Betonung ihrer Harmonie aus Steinen und Ritualen zeigt Motta mit dem Finger auf die unerträgliche Ungerechtigkeit des Schicksals der hunderten von Toten, die am Hang eines Hügels in Medellín begraben sind, und der tausenden von Verschwundenen, die während der argentinischen Diktatur lebend aus Militärflugzeugen in den Río de la Plata geworfen wurden.
Javier Martín