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Zur Biographie und Sammlung Fellenberg
Philipp Emanuel von Fellenberg wurde 1771 als Sohn des Jus-Professors Daniel Fellenberg in eine aufgeklärte Berner Patrizierfamilie hineingeboren. Seine Ausbildung war auf eine Karriere im Staatsdienst ausgerichtet, und so verbrachte er ein Jahr im Pfeffel’schen Erziehungsinstitut in Colmar (1785/86), bevor er 1791 ein Studium der Rechtswissenschaften und Philosophie in Tübingen begann. Nach Bildungsreisen kehrte er 1795 in die Schweiz zurück. Drei Jahre später wurde er in den bernischen Erziehungsrat berufen. Nach einer Zeit als Legationssekretär des helvetischen Gesandten in Paris kam es 1804/05 zu einer kurzen Zusammenarbeit mit Johann Heinrich Pestalozzi, die aber auf Grund von unterschiedlichen Ansichten zur Leitung einer pädagogischen Einrichtung zu Beginn bereits scheiterte. 1808 gründete Fellenberg mit seiner Ehefrau Margarethe Tscharner das Institut für Söhne höherer Stände auf dem Gut Wylhof bei Münchenbuchsee (BE). Auf dem von ihm „Hofwil“ genannten Gut errichtete er in den Folgejahren verschiedenste Bildungseinrichtungen, so z.B. das landwirtschaftliche Institut (1807-1848), die Mädchenerziehungsanstalt (1824-1839), die Realschule (1830-1846) oder die Kleinkinderschule (1841-1844). Das Neue an Fellenbergs pädagogischem Konzept bestand in der Kombination aus körperlicher und geistiger Betätigung sowie in seinem Bestreben nach individueller Entfaltung in Freiheit statt unter Zwang.
Fellenberg war ab 1825 ausserdem Mitglied des Grossen Rates, im Verfassungsrat und im Erziehungsrat des Kantons Bern. Als Bildungspolitiker war er am Aufbau des kantonalen Schulwesens beteiligt und nahm Einfluss auf bildungsrelevante Gesetze der 1830er Jahre.
Nachdem die Stadt die Übernahme der Fellenberg’schen Einrichtungen abgelehnt hatte, wurden die einzelnen Schulzweige bis 1848 geschlossen. Einzig das staatliche Lehrerseminar verblieb auf dem Gut.
Die 4487 Titel umfassende Bibliothek von Fellenberg kam 1897 in die Universitätsbibliothek Bern, wo sie mit einer unveränderten Sacheinteilung als geschlossene Sammlung mit eigener Signatur aufbewahrt wird. Über die Hälfte der Bücher sind aus dem 19. Jahrhundert, weitere 2000 Bände aus dem 18. Jahrhundert, und wenige aus dem 17. und 16. Jahrhundert. Fellenberg ordnete die meisten seiner Bücher den vier Bereichen Recht, Politik und Wirtschaft, Sprachen und Literatur sowie Pädagogik zu. Die Sammlung ist einheitlich gebunden und mit einem Besitzstempel versehen.