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Gegossene Bronzeobjekte
In Basel-Gasfabrik, einer grossen Siedlung der späten Eisenzeit (ca. 150–80 v. Chr.) in der Nähe des Voltaplatzes, wurden viele Geräte, Werkzeuge und zahlreiche andere Objekte aus Eisen gefertigt. Bestimmte Gegenstände, z.B. Schmuck oder Beschläge, fertigte man aber auch aus Bronze oder bronzeähnlichen Legierungen an. Bei der Herstellung solcher Bronzeobjekte spielte die Technik des Giessens eine wichtige Rolle. Auch wenn noch andere Verfahren der Buntmetall-Bearbeitung, wie das Treiben oder das Ziehen von Drähten zum Einsatz kamen, so war das Giessen fast immer ein wesentlicher Schritt im Herstellungsprozess.
Für die Bronzeverarbeitung typische Abfälle wurden an verschiedenen Orten innerhalb der Siedlung gefunden. Es gab hier also mehrere Werkstätten und etliche Leute mit dem entsprechenden Know-how. Aufgrund der Verarbeitungsreste können zwei unterschiedliche Gussverfahren nachgewiesen werden. Ein Verfahren eignete sich v.a. zur Herstellung von Gegenständen mit komplizierten Formen. Dazu musste von der gewünschten Form zunächst ein Wachsmodell hergestellt werden. Die späteren Einguss- und Entlüftungskanäle wurden mit dünnen Wülsten aus Wachs vorgebildet. Nun wurde diese Positivform mit Ton ummantelt. Danach wurde der Ton erhitzt, das Wachs schmolz aus und hinterliess einen Hohlraum, der dem Negativ des gewünschten Objektes entsprach. Diese Negativform wurde nun mit flüssiger Bronze gefüllt. War die Bronze erstarrt, zerschlug der Handwerker die Tonform, um das fertig gegossene Metallobjekt zu entnehmen. Bei dieser Technik konnte jede Gussform also nur einmal verwendet werden.
Beim anderen Verfahren hingegen konnten mit einer zweiteiligen Gussform ganze Serien von gleichartigen Objekten hergestellt werden. Diese Technik eignete sich allerdings nur für relativ einfach geformte Gegenstände, zum Beispiel für Ringe oder Anhänger in Gestalt eines Rades. Zur Herstellung der Form wurden zunächst zwei Kalk- oder Sandsteinplatten so zugerichtet, dass sie mit einer Fläche aufeinander passten. In diesen beiden planen Flächen wurde nun je eine Hälfte des Negativs des späteren Objektes und dazu der Eingusskanal ausgeformt. Für rotationssymmetrische Gegenstände liess sich das Negativ auf einer Drehbank erzeugen. Nach Zusammenfügen dieser Gussformhälften konnte das flüssige Metall in den darin geschaffenen Hohlraum eingefüllt werden. War die Bronze erstarrt, wurden die beiden Hälften voneinander getrennt und der Guss entnommen. Dabei blieb die Gussform zur erneuten Verwendung erhalten.
Details
- Objekt: Gussform und Radanhänger
- Datierung: Spätlatènezeit (ca. 150-80 v. Chr.)
- Fundort: Basel-Gasfabrik