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40 Jahre Annie Leibovitz: Nach Helmut Newton wurde auch der amerikanischen Fotografin Annie Leibovitz eine Taschen SUMO-Ausgabe gewidmet. Diese wurde 2014 veröffentlicht und wog 26 Kilogramm, Kostenpunkt: 6'000 Euro. Nun liegt diese auch in einer unlimitierten XXL-Ausgabe vor, die beinahe ebenso spektakulär, nur eben etwas kleiner ist: Das Hardcover im Schuber kommt im Format 27,1 x 37,4 cm, wiegt 5,80 kg und bietet auf 556 Seiten die eigens von Leibovitz persönlich für dieses Projekt ausgewählten Fotografien. Ein Best-of der Superlative sozusagen.
"A photo album of American culture" (The Independent). Die Zusammenstellung des Buches sei nicht chronologisch erfolgt, meint Leibovitz über ihre Auswahl. Es sollte keine Retrospektive werden, das war ihr sehr wichtig: "But this is not a retrospective. It is a kind of potpourri. A roller coaster. As you go through it, you forget what you saw in the beginning", meint sie in einem Interview über ihre Best-of-Zusammenstellung aus 40 Jahren Fotografie. Zu sehen sind ihre frühen Arbeiten als Fotojournalistin für die Zeitschrift Rolling Stone in den 1970er-Jahren. Dann folgen auch die konzeptionellen Porträts, die sie für Vanity Fair und Vogue gemacht hat. Ikonische Bilder, wie zum Beispiel John Lennon und Yoko Ono in ihrer letzten Umarmung verschlungen, sind ebenso zu sehen wie Porträts, die selten oder nie zuvor publiziert wurden. Annie Leibovitz thematisiert politische und kulturelle Geschichte, von Königin Elisabeth II. und Richard Nixon bis hin zu Laurie Anderson und Lady Gaga. Ihre Porträts von Schauspielern, Regisseuren, Schriftstellern, Musikern, Sportlern und Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft, aber auch ihre Modefotografien verleihen ihr auch den von der französischen Regierung verliehenen Orden des Commandeur des Ordre des Arts et des Lettres. Die Library of Congress in Washington verlieh ihr sogar den Titel einer Living Legend.
Über die Vorbilder für ihre Arbeit sagte sie einmal, dass ihr gerade die Komik immer wichtig gewesen sei. "For me, the classic photograph of a comedian is Charlie Chaplin just leaning. That is such an extraordinarily funny picture. It’s as perfect a photograph as you could ever have of a comedian. Chaplin came from silent films. The challenge for a photographer is to create a visually funny picture without it being stupid. It’s difficult to take a funny picture." Mit ihren Porträts ist ihr aber vielleicht genau das gelungen, da sie den Porträtierten zwar mit Humor schmeicheln, sie aber niemals lächerlich machen. Sie versteht sich mehr als jemand, der eine Bühne vorbereite, für jemanden, der sich vorstellen wolle: "The photographer provides the subjects with a stage — but then they have to project. You are taking a real picture in real time no matter how conceptual it is. There is a reality in the performance. My background as a photographer is as an observer. I’m a terrible director." Sie inszeniere nicht, sei keine Regisseurin, sondern halte einfach nur die Beobachtung eines Momentes fest. So könnte man sie auch als Dokumentaristin bezeichnen, die Gesichtszüge, Gesten oder einfach einen Augenblick, eine leise Ahnung der Seele wie den Flügelschlag eines Schmetterlings festhält. "Das Buch ist sehr persönlich und erzählt seine Geschichte mit den Mitteln der Popkultur. Es ist nicht chronologisch geordnet, und es ist keine Retrospektive. Es ist eher so etwas wie eine Achterbahnfahrt."
Als Autoren arbeiteten mit Annie Leibovitz zusammen: Steve Martin, der berühmte Komiker, Schauspieler, Schriftsteller und Musiker. Graydon Carter, Herausgeber von Vanity Fair von 1992 bis 2017. Hans Ulrich Obrist, künstlerischer Leiter der Serpentine Gallery, London und Paul Roth, Direktor des Ryerson Image Center in Toronto.