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Was fällt Ihnen ein, wenn Sie an einen Türsteher denken? Wahrscheinlich ein muskelbepackter Hüne, der bei Konzerten und Partys oder vor Diskotheken und Klubs den Zugang kontrolliert.
Weniger denken Sie wahrscheinlich an ihren pensionierten Dorfpfarrer, der genau das aber einmal war – zumindest dem Titel nach und wenn er vor 1972 zum Priester geweiht wurde.
In diesem Jahr schaffte Papst Paul VI. die niederen Weihen ab – bis dahin erhielt jeder, der Diakon und Priester werden wollte, zuvor fünf Beauftragungen zu unterschiedlichen liturgischen Diensten. Die erste Beauftragung war die zum Ostiarier, also zum „Türsteher“, was sich vom lateinischen Wort „Ostium“ für Türe ableitet.
Die Ostiarier sind seit dem 3. Jhd. bezeugt : Männer, denen die Sorge um das Kirchengebäude anvertraut war. Sie öffneten die Türen der Kirche und sollten sie schützen. Sie wiesen den Büßern und Ungetauften ihre Plätze zu und läuteten die Glocken.
Mit der Zeit verlor der Ostiarier seine praktische Bedeutung – Symbolisch jedoch sind alle Christen, so Papst Franziskus bei einer Ansprache, zum Dienst des Ostiarius beauftragt. Denn sie sollen die Türen der Kirche öffnen und alle Menschen in ihr willkommen heißen. Denn anders als bei einem normalen Türsteher, betont der Papst weiter, hat es in der Geschichte der Kirche niemals ein Amt von jemand gegeben, der den Menschen die Türe vor der Nase zuschlägt.