Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03435.jsonl.gz/1115

Ihr 288 Seiten starker Bericht ist soeben erschienenen und liefert die technischen, wirtschaftlichen sowie ökologischen Daten für die geplante öffentliche Diskussion in unserem westlichen Nachbarland. Ohne das Ergebnis dieser Diskussionen vorausnehmen zu wollen, kommen die Autoren zu zwei Schlussfolgerungen: Die bestehenden Kernkraftwerke werden ihren Kostenvorteil über die nächstgünstige Alternative - Gaskraftwerke - behalten, wenn sie nicht vorzeitig stillgelegt werden, und die Kernenergie wird über den ganzen Zeitraum auch die wirtschaftlichste Option beim Zubau neuer Kraftwerkskapazitäten bleiben, es sei den, die Gaspreise blieben konstant.
Im ersten Teil des französischen Originalberichts werden Kostenschätzungen für den bestehenden Kernkraftwerkspark angestellt. Dabei stellt sich wenig überraschend klar heraus, dass die Kernkraftwerke deutlich günstiger Strom liefern, wenn sie während 45 statt nur 41 Jahren betrieben werden. Auch fallen die Unterschiede in der Kostenbilanz zwischen einem geschlossenen Brennstoffzyklus mit Wiederaufarbeitung und sogenannt offenen Lösungen gemäss den angestellten Schätzungen nur geringfügig aus. Im zweiten Teil wird weltweit Bilanz über die ökologischen Aspekte der nuklearen gegenüber den fossilen Optionen gezogen. Der dritte Teil stellt die technischen Entwicklungspotenziale des Energiesparens und der fossilen sowie der nuklearen Lösungen dar. Im vierten Teil werden sechs Szenarien mit mehr oder weniger hohem Bedarfszuwachs und mehr oder weniger staatlichen Massnahmen verglichen. Diese Szenarien bilden die Grundlagen für die Kostenvergleiche von Teil fünf, wobei zusätzlich Annahmen über die Entwicklung des Gaspreises getroffen werden: Demnach bleibt der Gaspreis entweder über die ganzen 50 Jahre fest oder er steigt um rund die Hälfte bis 2020 und 88% bis 2050. Unter diesen Annahmen stellt es sich heraus, dass nur bei konstantem Gaspreis moderne Gaskraftwerke als Ersatz für Kernkraftwerke nach 2020 wirtschaftlich interessant sein können.
Quelle
P.B. nach NucNet, 31. Juli 2000