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Kreatives Europa: Kommission stellt Förderplan für die Kultur- und Kreativbranche vor
Brüssel, 23 November 2011 – Das heute von der Europäischen Kommission präsentierte neue EU-Programm Kreatives Europa käme tausenden Menschen, die beim Film, fürs Fernsehen, im Bereich Kultur und kulturelles Erbe, in der Musikbranche, den darstellenden Künsten und verwandten Bereichen arbeiten, zugute. Mit einem Budgetvoranschlag von 1,8 Mrd. EUR für den Zeitraum 2014-2020 würde das Programm der Kultur- und Kreativbranche, die eine wichtige Quelle für Beschäftigung und Wachstum in Europa ist, den dringend benötigten Auftrieb geben. Mehr als 900 Mio. EUR an Programmgeldern wären für die Kinound AV-Branche (dieser Bereich wird derzeit vom Programm MEDIA abgedeckt) und fast 500 Mio. EUR für die Kulturbranche vorgemerkt. Darüber hinaus schlägt die Kommission folgende Zuweisungen vor: mehr als 210 Mio. EUR für eine neue Finanzgarantiefazilität, mit deren Hilfe kleine Akteure Zugang zu Bankdarlehen im Gesamtwert von bis zu 1 Mrd. EUR erhalten könnten; rund 60 Mio. EUR für die Unterstützung der politischen Zusammenarbeit sowie die Förderung neuer Geschäftsmodelle und innovativer Ansätze für den Auf- und Ausbau von Publikumsschichten.
helfen, den Binnenmarkt optimal zu nutzen und neue Publikumsschichten in Europa und darüber hinaus anzusprechen. Ohne diese Unterstützung wäre es schwierig oder sogar unmöglich für sie, in neue Märkte vorzudringen. Das Programm Kreatives Europa fördert auch die kulturelle und sprachliche Vielfalt und leistet einen Beitrag zu unseren Europa-2020-Zielen für Beschäftigung und nachhaltiges Wachstum“, erklärte Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend. Was würde das von der Kommission vorgeschlagene Programm Kreatives Europa bewirken?
- Es könnten Finanzierungen an 300 000 Künstlerinnen, Künstler und Kulturschaffende sowie für ihre Arbeit vergeben werden, damit sie neue Publikumsschichten außerhalb ihrer Heimatländer erreichen.
- Mehr als 1000 europäische Filme könnten eine Verleihförderung erhalten und so einem Publikum in ganz Europa und weltweit gezeigt werden.
- Mindestens 2500 europäische Kinos könnten Förderungen erhalten, damit mindestens 50 % der von ihnen gespielten Filme aus Europa stammen.
- Die Übersetzung von mehr als 5500 Büchern und anderen literarischen Werken könnte gefördert werden, damit Leserinnen und Leser sie in ihrer Muttersprache genießen können.
- Tausende Kulturorganisationen und Kulturschaffende würden von Schulungen profitieren, in denen sie neue Kompetenzen erwerben und ihre Fähigkeit, international zu arbeiten, stärken könnten.
- Mindestens 100 Millionen Menschen würden mit den aus dem Programm finanzierten Projekten erreicht.
Hintergrund:
Kreatives Europa baut auf der Erfahrung und den Erfolgen der Programme Kultur und MEDIA auf, mit denen die Kultur- und AV-Branche seit mehr als 20 Jahren unterstützt wird. Das für Kreatives Europa vorgeschlagene Budget von 1,8 Mrd. EUR bedeutet eine 37 %-ige Erhöhung des derzeitigen Ausgabenniveaus. Im Zeitraum 2007-2013 erhielt das Programm MEDIA 755 Mio. EUR; dazu kamen weitere 15 Mio. EUR für MEDIA Mundus, das die internationale Zusammenarbeit in der AV-Branche unterstützt, und das Programm Kultur erhielt 400 Mio. EUR unter dem derzeitigen Finanzrahmen.
Die europäische Kultur- und Kreativbranche steht für rund 4,5 % des europäischen BIP und etwa 3,8 % der Arbeitskräfte in der EU (8,5 Millionen Menschen).
Die EU-Unterstützung wird den Akteurinnen und Akteuren der Branche helfen, die Chancen der Globalisierung und Digitalisierung zu nutzen. Sie wird sie auch in die Lage versetzen, Probleme wie die Marktfragmentierung und Schwierigkeiten beim Zugang zu Finanzierungen zu überwinden sowie ein Beitrag zur besseren Politikgestaltung sein, weil es für die Akteurinnen und Akteure leichter wird, Erfahrungen auszutauschen und Know-how gemeinsam zu nutzen.
Nächste Schritte
Der Programmvorschlag Kreatives Europa wird derzeit vom Rat (den 27 Mitgliedstaaten) und vom Europäischen Parlament erörtert, die danach über den endgültigen Finanzrahmen für 2014-2020 entscheiden.