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Schule Reiden
In Reiden begegnen wir schon im Jahre 1636 einem Schulmeister, welchen die Gemeinde angestellt hatte. Er hiess Hans Jakob Sygfridt, gebürtig von Nieder-Mogstatt im Sundgau. Vor dieser Zeit bestand in Reiden "kein beständiges Wesen mit einer schuel'. Der Schulmeister „soll die Jugendt nebendt Erlernung lesens und schrybenss in glaubenss sachen und guotten instruiren“. Sein Einkommen wurde auf Befehl des Landvogts genau fixirt. Es wurde ihm angewiesen:
1. Ein Haus im Dorf, das gut gelegen ist;
2. vier Fuder Holz;
3. von der Kirche 20 Gl.
4. von dem Siechenhaus 10 Gl.
5. von der Spend 10 Gl.
6. von jedem Kind wöchentlich 1 Batzen und 1 Brod.
Da die Gemeinde diesem Vertrag nicht nachkam, so führte der Schulmeister Klage beim Landvogt, der die Angelegenheit in einem länger schreiben dem Räther von Luzern unterbreitete und den Schulmeister bestens empfahl (1644, 10. November). Es heisst unter anderem: „Schultheiss und Rath mögen damit ein Schulwesen gnädig konfirmiert werde, ein sparsame (die Bauernsame in Reiden) zu der gebar mit Ihrem ansehen und Autorität Wesen“,' Den Schulmeister nennt er einen feinen, stillen, aufrechten Mann, der sein Amt in der Schule, wie auch in der Kirche wohl und löblich versehe. (Staatsarchiv).
1798
Wurde auch im Reidermoos durch Schulmeister Josef Siegrist Unterricht erteilt. Er wurde mit 15 Gulden und pro Tag einem Scheit Holz entlohnt. (Der Schweinehirt im Moos verdiente 30 Gulden!) In der Regel wurde während der Winterzeit in der Lehrerwohnung unterrichtet.
1799
Lehrerbesoldung
Reiden. Von der Gemeinde erhielt der Lehrer 17 Gulden, von der Spende 10 Gulden und vom Armenhaus weitere 10 Gulden. Dazu kamen eine halbe Jucharte Gemeindeland und eine Bunte von einem Vierlig zur Nutzung, was einen jährlichen Ertrag von etwa 10 Gulden abwarf. Zudem brachte jedes Kind täglich ein Scheit Holz mit.
Reidermoos. Der Lehrer bekam von der Gemeinde jährlich 15 Gulden. Das habe zur Folge, dass dieser die Schule früher schliesse.
Im Bericht des Erziehungsrates von 1801 heisst es: Auch in Reiden und im Reidermoos ist der Widerstand gegen die Schule fast unüberwindlich.
Eine Übersicht zu Beginn des Jahres 1814 ergibt folgendes Bild: Vollendete Schulhäuser: Altbüron, Egolzwil, Nebikon, Pfaffnau, Reiden, Reidermoos, Langnau, Roggliswil, Wikon
Im Jahre 1800 erfolgte durch ein Dekret der Helvetischen Republik die Einführung des Schulzwangs. Die angewiesen, entsprechenden Raum zur Verfügung zu stellen. Aus Spargründen wollte die damalige Gemeindebehörde die Schulkinder der ganzen Gemeinde vereinen. Im Dorf besuchten 74 von 107 Kindern, im Moos 55 von 90 Kindern die Schule. Bezirksinspektor Schallbretter (Pfarrer in Altishofen) intervenierte im Auftrage des Staates, sodass 1803 das Schulhaus im Dorf Reiden erbaut wurde. Vier Jahre später stand auch jenes im Moos bezugsbereit.
Die Berichterstattung Inspektor Schallbretters (Pfarrer in Altishofen)
Am 29.1.1801 stellte Inspektor Schallbretter dem Erziehungsrat einen Bericht zu, in welchem er den zweifelhaften Erfolg der Beschlüsse vom Dezember 1800 recht drastisch schilderte. Auf seiner Schulvisite in den letzten Tagen habe er festgestellt, dass überall Schulen geführt werden. Die Gemeinden Altishofen, Egolzwil, Wauwil, Buchs, Dagmersellen, Reiden und Reidermoos hätten aber seine Anordnungen nicht befolgt. In allen diesen Schulen zusammen habe er keine zwei Dutzend gedruckte Namenbüchlein (Lesebuch) gefunden, obwohl etwa 400 Kinder in den Schulen sassen und wenigstens 600 sie besuchen sollten. Jeder Vater und jede Mutter geben ihrem Kind ein geschriebenes Zettelchen oder eine alte Urkunde mit, und der Schulmeister müsse es sich gefallen lassen, alles anzunehmen, was man ihm bringe.
Am 14.2.1802 berichtet Inspektor Schallbretter. In der Pfarrei Reiden hingegen liess das Schulwesen immer noch zu wünschen übrig. Immerhin war auch die Schule Reiden um vieles besser als im vorigen Jahr.
Trotz der Ermahnungen des Pfarrers und der Ortsvorsteher gehen in verschiedenen Schulen nur etwas mehr als die Hälfte der Kinder in den Unterricht. In Altishofen unterstütze der Pfarrer die Schule immer noch nicht, und in Reiden mache man sich über die Ermahnungen des Pfarrers und der Behörden lustig. Zum Beweise, dass hier allein die Eltern zu befehlen haben, behielten auch solche die Kinder wieder zu Hause , die sie bis anhin zur Schule geschickt haben.
Es spuke noch ganz gewaltig in dieser Gemeinde gegen eine bessere Schule. Vor allem die Weiber, treten dagegen auf. „Im Reider Moos lärmten sie ganz gewaltig über die Schulbücher, und trieben die Sache so weit, dass nur sehr wenige Mädchen die Schule besuchen dorften. Sollte es wieder bald an dem seyn, politische, oder religiöse Inquisitoren einzuführen, darf man diese Weiber mit der sichersten Hoffnung thätiger Unterstützung anstellen!"
1803 konnte das Schulhaus in Reiden bezogen werden. Im Dorf lebten 107 Schulkinder, davon gingen 74 zur Schule. Zuerst nur einstöckig 1Schulzimmer und eine Lehrerwohnung.
1805 Antwort der Gemeinde an Abt Glutz St. Urban (Oberinspektor) betreff Schulhausbau: Reiden, verbunden mit Reidermoos, den 1. Septembris (erhalten den 6. dies)macht die Anzeige, ihre Gemeinde Kasse sey durch die Revolutionszeit völlig erschöpft worden, so, dass sie genöthigt war, Geld zur Bestreitung andrer nöthigen Auslagen zu entlehnen. Folglich sey sie wirklich ausser Stand gesetzt, an ein neues Schulgebäude zu steuern. Indessen habe sie ein wohlgelegenes particular Haus für die Schule auf mehrere Jahre hin bezogen.
Ab 1811 wurde auch im Sommer unterrichtet.
1825 Einführung der Sekundarschule.
Im Januar 1809 wurde Pfarrer Schallbretter von Grossdietwil die IX. Inspektur übertragen. Er verschaffte sich sofort ein Bild über den Zustand der Schulen seines Kreises.
Das Schulhaus im Reider Moos sollte im Frühling aufgerichtet werden. Er habe sich den Plan vorlegen lassen. Dieser sei ein Machwerk von einem Menschen, «der sein Lebtag nicht einmahl einen Schein von Hauss gesehen zu haben scheint.» Am deutlichsten erkenne man den gewaltigen Dachstuhl, «der das ganze Hauss in sein Futteral einpaken würde.» Man habe ihm früher
Gesagt, das Schulhaus im Reider Moos werde nach dem gleichen Plan gebaut wie das Schulhaus in Reiden. Nun habe man diesen doch wieder geändert. Er habe verlangt, dass man ihm einen bessern Plan vorlege.
Reidermoos
Reiden
Ab 1825 unterrichtete Martin Arnold aus Mehlsecken mit grossem Erfolg die ersten Reider Sekundarschüler. 1838 erfolgte die Aufteilung der Primarschule in Ober- und Unterschule. 1870-1874 wurde das Dorfschulhaus renoviert und erhielt das endgültige Aussehen. Um die Jahrhundertwende gelangte es durch Kauf in den Besitz der Familie Fiechter. Bis zu seinem Abbruch war es unter dem Namen «Fiechter-Haus» bekannt. Darin erblickte 1897 der spätere Kardinal und Ehrenbürger Dr. Benno Walter Gut, der 1970 in Rom starb, das Licht der Welt.
Das neue Schulhaus im Moos wurde im Jahre 1907 eingeweiht und dient immer noch voll seinem Zweck. Es wurde im Jahre 2000 einer grundlegenden Restaurierung unterzogen.
1910 bezogen die Reider Schüler das neu erbaute Pestalozzischulhaus mit zehn Schulzimmern, einem Gemeindesaal und zwei Wohnungen. Bevor das Projekt realisiert werden konnte, mussten diverse Meinungsverschiedenheiten über Standort und Zufahrtsstrasse geklärt werden. Auch erwuchs der damit verbundenen Verschuldung der Gemeinde von einer Viertelmillion Franken grosse Opposition, weil man diesen Betrag für die folgende Generation als unzumutbar betrachtete.
1910 entstand auch die gewerbliche Berufsschule bis 1978.
Die positive Entwicklung des Dorfes Reiden rechtfertigte den Entscheid in der Folge vollends und 1942 hatten sich die Behörden mit der Erweiterung der Schulräume inklusive Erstellung einer Turnhalle zu befassen. Planungen in den Jahren 1942 und 1951 verliefen ergebnislos. Nachdem die Arbeitsschule vorübergehend ins Schulhaus Reidermoos verlegt werden musste, nahm 1956 eine Baukommission ihre Arbeit auf. Aus einem Wettbewerb unter fünf Architekten ging Hermann Frey, Olten, als Sieger hervor.
1958 Nach einer Bauzeit von 14 Monaten standen die ersten Räume bezugsbereit. Insgesamt erfuhr das bestehende Raumangebot eine Erweiterung um acht Schulzimmer. Johanniter 1 + 2. Gleichzeitig wurden eine doppelstöckige Turnhalle und eine Wohnung für den Hauswart erstellt. Die rasche Entwicklung der Gemeinde erforderte bereits 1966/67 einen weiteren Neubau.
1967 Einweihung Johanniter 3 mit neun Schulzimmern. Im Jahre 1972 zählte die Schule Reiden neun Abteilungen Primär-, vier Abteilungen Sekundär- und zwei Abteilungen Hilfsschule. Das Schulangebot umfasste im Weiteren Handarbeits- und Hauswirtschaftsunterricht für die Mädchen sowie Deutschstunden für die Italienerkinder. Für die vorschulpflichtigen Kinder standen drei Kindergärten bereit.
Im Reidermoos besuchten zwei Primarabteilungen den Unterricht.
1974 wurde eine Zwischenlösung erforderlich auf dem Pausenplatz beim Pestalozzischulhaus entstand Schulpavillon l mit vier Zimmern.
1977 stimmten die Stimmbürger dem Neubau des Johanniterschulhauses 4 zu, das im heutigen Zustand sechs Klassenzimmer, vier Werkräume, zwei Räume für Physik, Chemie und Biologie sowie eine Aula umfasst. Das einheimische Architekturbüro K. Steger + Partner zeichnete für die entsprechenden den Planungsarbeiten verantwortlich.
1996 erfolgte der Bezug des Schulhauses Walke, das nach Plänen von Architekt Heinrich Röösli (Reiden, Langnau) realisiert wurde. Damit erfolgte der erste Schritt zur Verlagerung der Schulgebäude in die Kernzone.
2007 Dieser fand nun eine Fortsetzung mit der Erstellung der Dreifachturnhalle.
2015 Für das Schuljahr 2015/16 wird zusätzlicher Schulraum benötigt. Das Projekt wurde vom Volk abgelehnt. Bau der Pavillon ll.