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Der Prozess, bei dem nach theoretischem oder empirischem Ansatz eine wissenschaftliche Arbeit entsteht beziehungsweise Grundlagen für wissenschaftliche Arbeiten geschaffen werden, wird „Wissenschaftliches Arbeiten“ genannt.
Wissenschaftliches Arbeiten setzt logisches Denken, also vernünftiges Schlussfolgern aufgrund erwiesener Sachverhalte, voraus. Ausser durch den Begriff „Logik“ wird wissenschaftliches Arbeiten insbesondere durch den Begriff „Nachvollziehbarkeit“ charakterisiert. Das heisst, jede Information, die in einer wissenschaftlichen Arbeit gegeben wird, muss durch Beleg der verwendeten Fremd-Quellen (z. B. zitierfähige Fundstellen in der Fachliteratur) oder dokumentierter eigener Arbeitsergebnisse (z. B. Interviews, Film-Dokumentationen, naturwissenschaftliche Experimente) für Dritte nachprüfbar beziehungsweise replizierbar sein.
Die Nachprüfbarkeit von Fundstellen ist eine grundlegende Forderung, um sicher zu stellen, dass Spekulationen oder Falschinformationen („Fake News“) keine Anerkennung im wissenschaftlichen Diskurs finden. Die Nachprüfbarkeit der Fundstellen umfasst zwangsläufig auch die Prüfung im Rahmen der Quellenkritik, ob die jeweiligen Fundstellen seriös sind. Zumindest in den Geisteswissenschaften wird erwartet, wichtige Informationen nicht nur durch eine einzige Fundstelle, sondern durch mehrere voneinander unabhängige Fundstellen zu belegen.
Das vor allem in den Natur- und Sozialwissenschaften erhebliche Prinzip der Replizierbarkeit verlangt, dass bei Anwendung der gleichen Untersuchungsanordnung dasselbe Ergebnis erzielt wird. Ergebnisse, die davon abweichen, weisen vorbehaltlich des Gegenbeweises auf Zufallsbefunde hin, die nicht die Standards der Allgemeingültigkeit für alle entsprechenden Sachverhalte erfüllen.
Geht die wissenschaftliche Arbeit über die blosse, auf Fremd-oder Eigenarbeiten basierende Darstellung eines Themas (wie z. B. bei Hochschul-Seminar- oder Hausarbeiten oft üblich) hinaus und werden auf Basis der dargestellten Forschungslage eigene Schlussfolgerungen im Rahmen einer Problemstellung (z. B. bei einer Master-Thesis oder Dissertation) verlangt, müssen diese Folgerungen logisch nachvollziehbar sein. Damit grenzt sich wissenschaftliches Arbeiten klar von Erkenntnis-Prozessen in Non-Fiction- und Transzendenz-Bereichen (z. B. religiöser Glaubensvorstellungen) ab.
Die im Detail im Vergleich von Geistes- und Naturwissenschaften sowie verschiedener Fachbereiche, wissenschaftlicher Schulen, usw. unterschiedlichen Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens haben neben der Beachtung der Prinzipien von „Nachvollziehbarkeit“ und “Logik“ in der Regel weitere arbeitstechnische Elemente gemeinsam.
Dazu zählt in der Planungs-und Vorbereitungsphase das nicht nur für Anfänger geltende Gebot, sich durch ein wissenschaftliches Exposé, das mit einer (vorläufigen) Arbeitsgliederung und einem Zeitplan korrespondiert, einen „Roten Faden“ zu schaffen.
Es folgt in der Regel eine systematische und quellenkritische Literaturrecherche zum zu bearbeitenden Thema. Der Literaturrecherche wird in der Regel von einer bewertenden Zusammenfassung der Literaturlage („Literaturreview“) begleitet. Ergänzend oder auch im Zentrum der Quellenarbeit stehend werden bei bestimmten Projekten belegbare Informationen aufgrund eigener Datenerhebungen generiert.
Darauf aufbauend bereitet der Bearbeitende die gefundenen und/oder selbst generierten Informationen im Arbeitskontext des jeweiligen Themas in einer umfassenden entsprechenden Darstellung als Hauptteil auf. Im dem Hauptteil folgenden Fazit wird die Darstellung zusammengefasst beziehungsweise in einem Argumentationszusammenhang zu den möglicherweise gezogenen Schlussfolgerungen gestellt.
Zur Wissenschaftlichkeit gehören u. a. auch Formalia wie die korrekte Zitierweise der verwendeten Literatur und ein Quellenverzeichnis.