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Entwicklung einer Reizblasensympthomatik
Studien zeigen, dass ab dem 50. Lebensjahr jeder achte Mann und jede siebte Frau von den Beschwerden einer Reizblase betroffen ist. Die Reizblase ist durch einen häufigen, verstärken Harndrang gekennzeichnet, der häufiges Wasserlassen am Tage und mehrfaches Erwachen in der Nacht wegen eines Harndrang zu Folge hat. Der Harndrang ist dann so fordernd, dass er zu einer raschen Entleerung der Blase zwingt. Betroffene Frauen und Männer beklagen auch, dass sie bei einsetzendem Drang die Blasenentleerung nur kurz verzögern können. Wird bei einer kurzen Vorwarnzeit das WC nicht rechtzeitig erreicht, kann es zu einer Dranginkontinenz kommen.
Das häufige Wasserlassen entwickelt sich schleichend. Beträgt der Abstand zwischen zwei Blasenentleerungen deutlich weniger als zwei Stunden, beginnt sich das häufige Wasserlassen negativ auf das Berufs- und Privatleben auszuwirken. Der oder die Betroffene versucht, zunächst weitgehend unbewusst, sich mit dem Zustand zu arrangieren: die Trinkmenge wird eingeschränkt und die Umgebung auf das Vorhandensein und die leichte Erreichbarkeit einer Toilette gescannt. Ist eine stündliche Entleerungsfrequenz erreicht, wird der häufige Toilettengang bei vielen Betroffenen zu einem echten Problem, das sich nicht mehr ohne weiteres in den normalen Tagesablauf integrieren lässt. An diesem Punkt wird das häufige Wasserlassen zum Symptom einer möglichen Blasenstörung. Betroffenen reagieren allerdings sehr unterschiedlich auf dieses Problem, einige wenige suchen rasch den Rat des Arztes und drängen auf eine Lösung, die große Mehrheit jedoch versucht über viele Jahre zu Recht zu kommen.
Ursachen einer Reizblase
Eine Reizblase kann ohne erkennbare Ursache auftreten oder aber Symptom einer anderen Erkrankung sein, so bei vielen neurologischen Erkrankungen, Diabetes mellitus, gutartiger Prostatavergrösserung, Blasen- und Gebärmuttersenkung bei der Frau oder als Folge einer Blasenentzündung.
Abklärung bei Reizblasensympthomatik
Im Rahmen der Abklärungen wird zunächst eine Blasenentzündung als Ursache ausgeschlossen. Weitere Untersuchungen dienen dazu, die zwei häufigsten Ausprägungen der Reizblase von einander zu unterscheiden:
- Erstens die auf einer Verkrampfung der Harnblasenwandmuskulatur beruhenden motorischen Form und
- Zweitens die durch eine überempfindliche Blasenschleimhaut ausgelöste sensorische Form.
Behandlungsoptionen bei Reizblase
Eine Differenzierung der beiden Ausprägungen ist wichtig, da sich auch die therapeutischen Ansätze unterscheiden können. Als erste Behandlungsmethoden kommen eine Anpassung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, die medikamentöse Dämpfung der Reizblase mit Medikamenten oder auch eine Beckenbodentherapie in Betracht. Führen diese einfachen Massnahmen nicht zu einer deutlichen Linderung der Beschwerden, so kommen die Instillation von Medikamenten in die Blase, die Unterspritzung der Blasenwand mit Botulinumtoxin oder die sakralen Neuromodulation als Therapieverfahren in Frage.