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Der Monte Brè ist ein bekannter Berg östlich von Lugano mit vorzüglicher Aussicht auf die Bucht von Lugano und die Schweizer Alpen. Die von Castagnola am Luganersee auf den Monte Brè führende Drahtseilbahn besitzt zwei Sektionen: Von Cassarate bis auf die Terrasse von Suvigliana und von Suvigliana über Aldesago bis auf den Gipfel.
Die Idee zum Bau einer Bahn auf den Monte Brè hatten anfangs des 20. Jahrhunderts Enrico Brinkmann und Prof. Bianchini. Die damit verbundene Realisierung eines Wohnquartiers an den Hängen des Monte Brè kam jedoch nicht zur Ausführung. Bereits 1905 hatten die Herren Strub, Birken und Wenips die Konzession zum Bau einer Bahn auf den Monte Brè erhalten. Über Enrico Brinkmann gelangte die Konzession in den Besitz der Società Bancaria Ticinese und schliesslich an eine Aktiengesellschaft.
1908 war die eingleisige Standseilbahn mit Abt'scher Weiche und zwei Wagen im Pendelbetrieb zwischen Cassarate und Suvigliana als erste Sektion der Monte Brè Bahn fertig gestellt. Zur Ausführung gelangte ein Projekt der beiden bekannten Seilbahningenieure Emil Strub und H.H. Peter. Die Seilbahntechnik lieferte die Maschinenfabrik Theodor Bell aus Kriens und die Bauarbeiten übernahm die Bauunternehmung Cavalli & Alleoni.
Die bloss 196 m lange, leicht gekurvt verlaufende Strecke besitzt wenige Kunstbauten. Neben einer kleinen Brücke sind es vor allem aus Natursteinquadern gefügte Stützmauern.
Die ursprünglich reich gestaltete Talstation mit späthistoristisch gestaltetem Portikus wurde in den 1980er-Jahren durch eine sachlich-funktionale, seitlich offene Flachdachkonstruktion ersetzt. Die aus der Bauzeit stammende Bergstation besteht aus einem spätklassizistischen Kopfbau auf einem Rustika-Mauerwerksockel, an den eine schmucke Einfahrtshalle anschliesst.
Die im Kopfbau der Bergstation untergebrachte Antriebsgruppe mit Motor und Getriebe wurde 1960 ausgewechselt. 1984 erfolgte der Ersatz der Betriebs- und Sicherheitsbremse. Die ursprünglich von der Maschinenfabrik Oerlikon gelieferten elektrotechnischen Einrichtungen wurden 1985 durch eine neue Steuerungs- und Fernüberwachungsanlage ersetzt.
Die beiden zweiachsigen Fahrgestelle mit den charakteristischen Fangbremsen wurden 1959 von der Firma Bell neu angefertigt. Gleichzeitig konstruierte die Firma der Gebr. Regazzoni in Lugano die beiden formschönen Metall-Karosserien. Die beiden Wagenaufbauten mit drei Abteilen und zwei Führerständen können je 42 Fahrgäste fassen.
Nach wie vor dient die Bahn einerseits der Erschliessung von Suvigliana und andererseits als Zubringer zur zweiten Sektion und somit zum Ausflugsziel Monte Brè.
Auf den berühmten Tessiner Aussichtsberg Monte Brè bei Lugano führt seit 1912 eine in zwei Sektionen aufgeteilte Standseilbahn. Es handelt sich um eine klassische, einspurige Standseilbahn mit Ausweiche nach dem Prinzip von Roman Abt. Die untere, seit jeher explizit als Vorortserschliessung konzipierte und somit hinsichtlich der Stadtentwicklung von Lugano bedeutende Sektion der Monte Brè-Bahn ist bezüglich Linienführung, Unterbau und Gestaltung der Bergstation ursprünglich von 1908 erhalten. Die aus dem Hause Bell stammende Standseilbahn wurde 1959/60 sorgfältig und systemtreu nachgerüstet. Die beiden formschönen Fahrbetriebsmittel sind aus dieser Zeit. Eine weitere Nachrüstung brachte 1985 den an die Funktion der Vorortserschliessung angepassten Automatikbetrieb.
|Konzeption|
|Erschliessungsidee (Vision)||Erschliessung des Dorfes u. des gleichnamigen Aussichtsbergs Brè sowie Grundvoraussetzung für die Entwicklung eines Vororts von Lugano auf der Höhe von Suvigliana an der Westflanke des Brè|
|Linienführung: Planung, Umsetzung||aufgrund des ursprünglichen Projekts, die Seilbahnerschliessung in zwei verschiedenen Systemen auszuführen (Standseilbahn u. Luftseilbahn), explizite Zäsur in Suvigliana: kurze, minim gekurvte Strecke für erste Sektion; wenig Kunstbauten|
|Seilbahntechnik|
|besondere oder typische tech. Konstruktion, Ausführung, Lösung, Materialien||typische eingleisige Standseilbahn mit zwei Wagen im Pendelbetrieb, Abt'scher Weiche u. Bremszangensystem; Linienführung u. Unterbau aus der Ursprungszeit (1908), charakteristische Nachrüstungen bzw. Anlagekomponenten von 1959/60; der Funktion der Vorrortserschliessung angepasster Automatikbetrieb|
|seilbahntechnische Bedeutung: Prinzip, Hersteller||ansehnliche Vertreterin einer in zwei Phasen sorgfältig nachgerüsteten Bell-Standseilbahn; Projekt der berühmten Seilbahningenieure Emil Strub und H.H. Peter, Zürich|
|Baukunst: Streckenbauwerke, Hochbauten|
|Ingenieurbau||wenig Kunstbauten, da kurze Strecke: Terrainanpassungen wie z.B. Stützmauern sorgfältig aus Natursteinquadern gefügt|
|Architektur||unspektakuläre, in der zweiten Hälfte des 20. Jh. (1980er Jahre) mehrheitlich neu gestaltete Talstation anstelle einer aufwändig instrumentierten späthistoristischen Portikus-Konstruktion; Bergstation aus der Bauzeit mit sorgfältiger Bahneinfahrt (massive Pfeiler) u. gegliedertem spätklassizistischem Kopfbau (Antriebsgebäude)|
|besondere oder typische arch. Konstruktion, Ausführung, Lösung, Materialien||Talstation: Beton-Metall, flachgedeckt, sachlich-funktional; Bergstation: Putzbau mit Gliederungselementen über Rustika-Mauerwerksockel; sorgfältige Schmiedeeisenarbeiten (Jugendstil)|
|bautypologische Bedeutung||insbesondere Bergstation exemplarische Vertreterin von Standseilbahn-Architektur mit Tessiner Kolorit|
|Authentizität: materielle, ideelle Überlieferung|
|Umfang und Qualität der ursprünglichen Komponenten||Linienführung, Unterbau u. Bergstation aus der Ersterstellungszeit: zeitgemässe u. sorgfältige Ausführung|
|Qualität der Nachrüstungen||zeittypisch ausgeführte Erneuerungen 1959/60 (Fahrbetriebsmittel, Antrieb, Fangbremse); 1985 sicherheitsrelevante u. Komfort-Nachrüstungen; beachtliche Detailpflege|
|funktionale Unversehrtheit||nach wie vor in der Doppelfunktion – Erschliessung Suvigliana u. Zubringer Ausflugsziel Monte Brè – in Betrieb|
|Kulturgeschichte|
|Personen, Firmen, Institutionen||-||-|
|Wirtschaft, Tourismus, Verkehr, Militär||wichtiger Impuls für die wirtschaftliche u. touristische Entwicklung von Cassarate u. Brè|
|Räumliche Situation|
|Berücksichtigung der Landschaft, der natürlichen Umgebung, des urban. Kontexts||die Bahnlinie ist an u. für sich gut eingliedert; durch die zunehmende Bebauung verliert die Landschaft an Erlebniswert|
|Infrastruktur|
|touristische/betriebliche Infrastruktur||der untere Abschnitt der den Monte Brè erschliessenden Zweisektionenbahn weist keine spezifische Infrastruktur auf (siehe 61.008) |
|Verkehrsnetze||ins städtische Verkehrssystem eingebunden|
|Bundesinventare|
|-||ISOS (national)||Lugano, città; Brè, villaggio|
|andere Inventare|
|-||ISIS||Objekt-Nr.: 6900-02-0 |
|Literatur|
|-||XLIII Assemblea generale della Società Svizzera Ingenieri e Architetti nel Cantone Ticino, 4-5 e 6 settembre 1909, Locarno 1909|
|-||Rivista tecnica della Svizera italiana. Organo della Società Ticinese degli Ingenieri ed Architetti, Lugano: 1912, no. 1, p. 7-11; 1912, no. 12, p. 183-186|
|-||Poggioli, Dino: Il movimento turistico e l'industria alberghiera di Lugano (tesi di laurea Berna), Bellinzona: 1939|
|-||Lugano, INSA Inventario Svizzero di Architettura 1850-1920, vol. 6, Zurigo: Orell Füssli, 1991, p. 205-355|
|-||Schweizer Heimatschutz (Hg.): Die schönsten Verkehrsmittel der Schweiz, Zürich, 2007, p. 56 |
|e-docs|
|-||http://www.stahlseil.ch/gallery/main.php?g2_itemId=71666 |
|-||http://www.bahn-bus-ch.de/bahnen/fmb/foto-a.html |
|-||http://www.varesefunicolari.org/altre/suvigl.html |