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Wehranlage in der Gem. Trin GR, auf einem gewaltigen Felskopf zwischen Trin und Flims. Freilegungsarbeiten in den Jahren 1931-36 haben zwar den Grundriss der Anlage erfasst, doch bleiben viele Fragen ungeklärt. Ein Bering folgte der Felskante und umschloss einen Sakralbereich (Kirche und Anbau), einen wehrhaften Palas sowie einen mächtigen Turm. Weitere Gebäude erhoben sich im Süden und Südosten. Die Pankratiuskirche wird gelegentlich in die spätmerowing.-karoling. Zeit datiert, ist aber wohl jünger. Vorgängerbauten sind möglich, jedoch nicht nachgewiesen. Der Turm stammt aus dem 12. Jh., während der wehrhafte Palas am Nordrand des Geländes zu den jüngeren Bauten um 1300 gehört und gemäss Kleinfunden (Ofenkacheln) bis ins 15. Jh. bewohnt war. Eine runde Filterzisterne im Westareal stellte die Trinkwasserversorgung der Burgbewohner sicher. Bei den Freilegungsarbeiten von 1936 sind nur die Fundamente der Kirche baulich gesichert worden, weshalb die übrigen Mauerzüge der Anlage wieder verschüttet oder gar zerfallen sind. Gemäss der Annahme Erwin Poeschels ist ein urspr. Kirchenkastell gegen Ende des 12. Jh. zu einer Feudalburg erweitert worden, die um 1300 mit einem wehrhaften Palas ergänzt worden ist.
Die Wehranlage C. ist mit der Burg Hohentrins, dem Zentrum der Herrschaft Trins, zu identifizieren. Die Ursprünge der Feste sind unklar; da die Herrschaft Trins ab 1324 als Besitz der Werdenberger erscheint, drängen sich als Gründer der Herrschaft die Herren von Sagogn-Wildenberg auf. Versch. Besitzerwechsel folgten. Nach dem Tod des letzten Werdenbergers (1428) gelangte die Anlage an die von Hewen, die von 1452 an als Besitzer der Herrschaft Hohentrins bezeugt sind. Versch. Vögte dieser Herrschaft sind urkundlich belegt. Die Burg fiel 1470 einer Brandkatastrophe zum Opfer und wurde danach nicht mehr aufgebaut.
Literatur
– O.P. Clavadetscher, W. Meyer, Das Burgenbuch von Graubünden, 1984, 186-188
– M.P. Schindler, «Auf dem Ochsenberg in Wartau stand kein Kirchenkastell», in Werdenberger Jb. 7, 1993, 88-107
Autorin/Autor: Maria-Letizia Boscardin