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Autor: Josef Jungo
Die Bauerngewerkschaft Uniterre und die Deutschschweizer Organisation Big-M haben am Dienstag zu einer nationalen Kundgebung aufgerufen. Die Produzenten der Ostschweiz versammelten sich vor einem Käsereifelager in Weinfelden. Die Westschweizer Produzenten trafen sich in Pringy. Unter den 250 Produzenten waren auch solche aus dem Jura und dem Emmental.
In Gesprächen mit Produzenten kam deutlich ein Misstrauen gegenüber der Sortenorganisation zum Ausdruck. Sie wollten nicht verstehen, dass sie als Lieferanten eines einwandfreien Rohstoffs für die Käseherstellung so wenig zu sagen hätten. Die Milchpreisdiskussion würde einseitig von den Affineuren und dem Handel bestimmt, betonten der Uniterre-Präsident und der Präsident der Kommission Milch, Jacques Barras. Jean-Eugène Pasche rechnete vor, dass laut Preiskontrolle die Milchprodukte in der Zeit zwischen August 2007 und 2008 um sieben Prozent teurer wurden. Umgerechnet auf den Milchpreis entspreche dies elf Rappen, von denen die Produzenten von Käsereimilch im vergangenen November fünf Rappen je Kilogramm erhielten. «Wo sind die anderen sechs Rappen geblieben?», fragte er.
Marktsituation erlaubt keine Preiserhöhung
Der Preis für den Gruyère-Käse ab Käserei bleibe unverändert, wurde den Produzenten eröffnet. Wie SO-Präsident Pierre Dubois ausführte, akzeptierten die Affineure und der Handel die von den Produzentenvertretern und Käsermeistern vorgeschlagene Preiserhöhung nicht. Sie begründeten ihre ablehnende Haltung mit dem sehr fragilen Markt. Die momentane Weltwirtschaftslage drücke auf alle Märkte. Gegenüber dem Vorjahr gingen die Exporte von Gruyère in der gleichen Zeitperiode um sieben Prozent zurück. Selbst eine kleine Preiserhöhung könnte zu unstabilen Verhältnissen führen, wurde argumentiert.
Daraus könnten gar Produktionseinschränkungen resultieren. Die Affineure hätten sich verpflichtet, alles zu unternehmen, um die Verkäufe zu erhöhen, damit das Produktionsvolumen von 29 000 Tonnen erhalten werden könne.
Die Delegierten stimmten gestern einer Neuverteilung des Rappens, der nach einer Preiserhöhung für Milchfett mit der Industrie ausgehandelt wurde, zu. Dieser Rappen soll nun den Produzenten zukommen. Statt sechs Rappen je Kilogramm Milch wie ihre Berufskollegen, die Industriemilch liefern, erhalten die Produzenten nun lediglich einen Rappen mehr.
Die Uniterre-Vertreter drohten weitere Kampfmassnahmen an. An Aussprachen sollen diese Aktionen festgelegt werden. Ebenso forderte deren Präsident, dass die SO den Käsehandel selbst betreiben solle, um nicht länger den Affineuren ausgeliefert zu sein.