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Historische Zierpflanzen in historischem Umfeld
Der Erlacherhof, erbaut 1745-1757, ist das herausragendste Privatbauwerk in der Berner Altstadt. Er diente vorübergehend als erstes Bundeshaus und beherbergt heute den Sitz des Berner Stadtpräsidenten. Das Gebäude liegt mitten in der Berner Altstadt, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.
Im Rahmen einer Sanierung wurde 2012 der Garten des Erlacherhofs und derjenige angrenzenden Gebäudes (Junkerngasse 49) neu mit Zier- und Nutzpflanzen aus der jeweiligen Epoche bepflanzt. Nicht nur die Pflanzensorten wurden der Epoche entsprechend ausgewählt, sondern auch die Art der Bepflanzung. So bildet die Wechselflorbepflanzung Muster, welche sich regelmässig wiederholen. Ausserdem bekamen die Beete einen so genannten Eselsrücken, eine Erhöhung in der Rabattenmitte. Diese Erhöhung wird durch die Bepflanzung zusätzlich betont: Am Beetrand stehen die niedrigsten Pflanzen, auf dem Eselsrücken die höchsten. Damit wird eine stärkere räumliche Wirkung erzielt.
Wie der Garten des Erlacherhofes, gehört auch jener
des westlichen Nachbarhauses Junkengasse 49, zu
einem Baubestand der bis in die Zeit vor der Stadtgründung
im 12. Jahrhundert zurückreicht. Er war schon immer ein bürgerlicher Hausgarten. Aufgrund des
Höhenunterschieds von vierzehn Metern zwischen dem
Bubenbergrain und dem Hauseingang, war eine über
Treppen erschlossene Terrassierung mit unterschiedlich
hohen Stützmauern erforderlich. Ein solcher städtischer
Hausgarten hatte mehrere Funktionen. Die oberste Terrasse
diente den Haushaltsarbeiten (z.B. Wäsche trocknen),
da und dort der Kleintierhaltung, aber auch der
Erholung im Freien. Ein Solitärbaum diente als Schattenspender.
Auf den unteren Terrassen wurde für die
Versorgung der Küche Gemüse, Kräuter, Beeren und
Obst kultiviert.
Wegleitend für die Restaurierung des Gartens war
der Zustand, der in einem Katasterplan von 1881 belegt
ist. Die oberste der vier Terrassen erscheint nun
wieder in der Gestalt des 19. Jahrhunderts, mit Kieswegen,
einem ellipsenförmigen Rasenbeet, seitlichen
Staudenrabatten und einem einzelnen Kastanienbaum.
Die schmale Terrasse darunter dient mit einem Geräteschopf
der Gartenpflege und beherbergt einen Obstbaum.
Auf der nächsten Terrasse werden Gemüse und Kräuter,
verschiedene Beeren sowie Spalierobst angebaut. Die
unterste Terrasse wurde mit Hochstamm-Obstbäume
(Kirsche, Zwetschge, Quitte) und Spalierobst (Birnen)
bepflanzt.
Das Pflanzensortiment und die Gestaltung der Wechselflorbepflanzung haben Expertinnen von ProSpecieRara zusammen mit Stadtgrün Bern entwickelt.
Pflanzen
Unten finden Sie als PDF die Liste der gepflanzten ProSpecieRara-Sorten. Im Erlacherhof sind 2015 die Bepflanzungsvarianten 1 gepflanzt, 2016 wird es Variante 2 sein.
Grösse
Barockgarten Erlacherhof: 1200 m2
Hausgarten Junkerngasse 49: 365 m2
Öffnungszeiten
Jeweils vor Abstimmungen, Donnerstag und Freitag
Zudem finden pro Jahr mehrere Führungen statt. Die Daten finden Sie hier
Eintritt
frei
Anfahrt ÖV
Bushaltestelle "Rathaus", Bus Linie 12
Danke
Die Neugestaltung dieses historisch bedeutenden Gartens wurde ermöglicht durch die grosszügige Unterstützung der Hauser-Stiftung, Weggis.