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Das Gold aus heimischen Flüssen spielt in der deutschsprachigen Numismatik in Europa eine besondere Rolle: Zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert wurde Gold aus Flüssen wie der Donau, dem Rhein, der Eder, Isar, Inn und Schwarza für die Münzprägung verwendet. Die Münzen wurden als „Flußgolddukaten“ bezeichnet und dokumentierten durch prächtige Bildnisse oder entsprechende Randschriften die Herkunft des Goldes.
Die aufwändige Goldförderung zur Münzprägung war in mehreren altdeutschen Territorien wie Bayern, Hessen und Baden zwischen Mitte des 18. und 19. Jahrhunderts üblich. Als erster Flußgolddukat gilt ein pfälzischer Halbdukat aus dem Jahr 1674 mit dem Bildnis des damaligen Kurfürsten von der Pfalz, Karl Ludwig (1648–1680). Zuletzt wurde ein Flußgolddukat im Jahr 1863 in Bayern geprägt.
Besondere Inschriften
Mit einer Inschrift in lateinischer Sprache wurden die Menschen in der damaligen Zeit darauf aufmerksam gemacht, dass sie eine besondere Goldmünze in den Händen hielten. So war auf bayerischen Golddukaten beispielsweise „EX AURO RHENI“ zu lesen, also „aus dem Gold des Rheins“. In der Kurpfalz waren Münzen mit der Umschrift „SIC FULGENT LITTORA RHENI“ im Umlauf, was soviel wie „So glänzen die Ufer des Rheins“ bedeutet. Weitere Ortsangaben wie „DANVBII“ (Donau), ISARÆ (Isar) oder OENI (Inn) sind überliefert.
Die Faszination Flussgold
Für Münzensammler sind Flußgolddukaten aus mehreren Gründen begehrt: Durch ihre Gestaltung zählen sie zu den schönsten europäischen Münzen der vergangenen Jahrhunderte. Sie zeigen beispielsweise Städtebilder mit dem jeweiligen Fluss, aber auch Flussgötter mit einer Quellurne. Zudem sind die Münzen aus Flussgold extrem selten, weil die Goldförderung bereits in früheren Zeiten aufwändig war und die deutschen und europäischen Gewässer nur geringe Mengen an Gold zu Tage förderten.
So selten wie das Gold in den Flüssen sind heutzutage auch die Goldmünzen, die in Europa angeboten werden. Zuletzt stand im Oktober 2021 ein Donaugolddukat bei der Gießener Münzhandlung Gorny & Mosch zur Versteigerung und erzielte ein Höchstgebot von 13.000 Euro. Die Münze zeigt den Flussgott nach links lagernd mit dem rechten Arm auf einer Quellurne und dem linken Arm auf dem bayerischen Wappenschild. Bei Künker in Osnabrück erzielten Isargold-Dukaten im September 2021 hohe Erlöse zwischen 5.750 und 15.000 Euro pro Stück.
Die Faszination von Flussgold lebt bis heute weiter: Im Jahr 2020 bot sogar ein deutscher Edelmetallhändler, der sonst mit Goldmünzen wie dem Krügerrand oder dem American Eagle handelt, Flussgold an. In einem kleinen Glasrohr wurden rund 0,25 Gramm mit original Flussgold aus der Naab angeboten. Hierbei handelt es sich um einen Fluss in der Oberpfalz bei Weiden in Bayern. Die Naab zählt zu den wenigen goldführenden Flüssen in der Oberpfalz. Das Gold soll ursprünglich aus dem Fichtelgebirge stammen und wird im Flusslauf auf Sand- und Kiesbänken abgelagert.
Flussgold heute
Ein Beispiel aus der modernen Numismatik zeigt, wie aufwändig und selten die Herstellung von Münzen aus Flussgold ist: Im Jahr 2021 gab der deutsche Münzvertrieb „Allcollect“ einen Satz Münzen aus 990 Donaugold heraus. Die fünf Münzen wurden jeweils nur 568 Mal geprägt, das verfügbare Donaugold reichte nicht für eine höhere Prägemenge. Nach Angaben von „Allcollect“ müssen für ein Gramm Donaugold 200.000 winzige Goldplättchen geprägt werden. Die fünf Münzen zeigen ausgewählte Legenden, die ihren Ursprung an der Donau haben.