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Die Befürchtungen, Stan Wawrinka könnte sechs Tage vor Beginn des French Open das Geneva Open im letzten Moment hängen lassen, sind zerstreut. Heute trainierte Wawrinka auf der Anlage und er versprach: «Ich will bis Samstag bleiben!»
Der Samstag ist der Finaltag auf der schmucken Anlage im Parc des Eaux-Vives. Bereits einen Tag später beginnt in Paris das French Open, das zweite Grand-Slam-Turnier der Saison, wobei die Genfer Finalisten aber gewiss nicht schon am Sonntag in Roland Garros antreten müssen. Um am Samstag in Genf noch spielen zu können, muss Wawrinka drei Partien gewinnen, die erste am Mittwoch um 18 Uhr gegen den tschechischen Qualifikanten Lukas Rosol (ATP 40) oder den Taiwanesen Lu Yen-Hsun (ATP 64).
Noch immer denken nicht wenige, dass Wawrinka in Genf sein Startgeld kassieren und danach früh ausscheiden wird. Trotz des Versprechens, am Samstag im Final stehen zu wollen, weiss auch Wawrinka, dass dies einfacher gesagt ist als getan. «Ich kenne mich auch. Natürlich hofft man, das Turnier gewinnen zu können, wenn man als Nummer eins gesetzt ist. Andererseits weiss ich, dass ich in jedem Turnier zuerst den Tritt finden und Spiele gewinnen muss, um wirklich gut spielen zu können. Wenn mir das aber gelingt, bin ich ein heisser Anwärter auf den Titel.»
Zum zehnten Mal startet Stan Wawrinka als Nummer 1 in eine Turnierwoche, zum dritten Mal an einem Heimturnier. 2008 und 2009 wurde Wawrinka am Swiss Open in Gstaad topgesetzt, wobei er bei diesen Gelegenheiten im Halbfinal und in der 2. Runde ausschied.
Wawrinka will es in Genf nehmen, wie es kommt. «Vor allem ist es äusserst angenehm, in der Schweiz und vor der eigenen Haustüre ein Turnier spielen zu können. Der Qualitätsstandard der Einrichtungen an Schweizer Turnieren ist stets überdurchschnittlich. Aber das macht es nicht einfacher. Generell bin ich mit dem zusätzlichen Druck an Heimturnieren in den letzten Jahren nicht besonders gut zurechtgekommen. Ich bin froh, dass mir letzte Woche in Rom (Halbfinal-Qualifikation) endlich auch resultatmässig etwas Gutes gelungen ist.»
Die Resultate in Rom beruhigten Wawrinka. Zuvor hatte er an fünf Turnieren bloss vier Spiele gewonnen. Gemunkelt wurde, «Stan the man» habe im Februar zu viel Kraft trainiert und deshalb an Schnelligkeit und Spritzigkeit verloren. «Aber die Ergebnisse in Rom zeigen, dass die Vorbereitung für Paris erfreulich verläuft. Ich habe Rafael Nadal auf Sand schlagen können. Das ist für mich eine grosse Errungenschaft. Derartige Siege verleihen Selbstvertrauen.»
Eigentlich hätte Wawrinka nach Rom keine zusätzlichen Spiele mehr nötig. Und in der Woche vor dem French Open bestritt er vorher in seiner Karriere noch nie ein Turnier. «Natürlich ändert das für Paris fast alles», sagt Wawrinka. «Aber ob es gut oder schlecht ist, werden wir erst nach Roland Garros wissen. Wenn ich in Genf gut spiele, tanke ich nochmals Selbstvertrauen, werde in Paris aber weniger frisch sein. Wichtig ist, dass ich mich in den nächsten Tagen voll und ganz auf mein Tennis konzentriere. Es ist durchaus möglich, in Genf und in Paris gut zu spielen.» (ram/si)