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Die Entwicklungshilfeorganisationen Brot für alle und Fastenopfer werfen dem Zuger Rohstoffkonzern Glencore erneut unsaubere Geschäftspraktiken in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) vor: Kinderarbeit, aggressive Steuerpraxis und Umweltverschmutzung. Nach einer Studie der beiden nichtstaatlichen Organisationen (NGO) vor drei Jahren versprach der Konzern Verbesserungen. «Neue Recherchen zeigen aber, dass sich in entscheidenden Bereichen nicht viel verbessert hat», teilten die NGOs am Dienstag mit.
Wohl habe das Unternehmen Viehzucht- und Landwirtschaftsprojekte sowie Schulen und Gesundheitseinrichtungen gefördert. Allerdings seien 2011 rund neunzig Prozent der verbuchten Ausgaben (fünfzehn Millionen Franken) in die Infrastruktur geflossen, so die NGOs. Dazu gehörten Strassenbau oder die Erneuerung eines Flugplatzes, also Anlagen zum direkten Nutzen des Unternehmens. Diese Kritik bezeichnet Charles Watenphul, Mediensprecher von Glencore, als «unhaltbare, nicht faktenbasierte Unterstellung».
Die NGOs erkennen an, dass Glencore mehrere Auffangbecken angelegt habe, um das verschmutzte Wasser aus der Metallverarbeitungsfabrik Luilu zurückzubehalten. Eine wissenschaftliche Analyse von Wasserproben im Auftrag der NGOs zeige jedoch, dass die Kupfer- und Kobaltkonzentrationen weit über den zulässigen Grenzwerten lägen. Offenbar genügten die Massnahmen des Rohstoffkonzerns nicht, und das habe verheerende Folgen: «Im Fluss Luilu finden sich keine Fische mehr.» Zudem könnten die BewohnerInnen flussabwärts das Wasser nicht mehr nutzen. Der Rohstoffmulti weist diese Anschuldigung vehement zurück: Die Resultate stimmten nicht mit den Proben überein, die der Konzern selber analysiert habe. Glencore spricht von Rufschädigung.
Brot für alle und Fastenopfer unterstreichen ihre Forderung nach «Recht ohne Grenzen», also nach verbindlichen Verhaltensregeln für international tätige Konzerne. Eine rasche, von allen Parteien gemeinsam ausgearbeitete Lösung scheint aber nicht in Sicht zu sein.