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Unter dem Projektnamen «ProBean» begann in Beringen die Realisation einer Schokoladenfabrik für Halbfabrikate, genauer für die Herstellung und den Verkauf von Kakaobutter und Kakaopulver für Schokoladenproduzenten im Bio-Bereich.
Vorbereitung in der roten Zone
Die Anlieferung der Kakaobohnen erfolgt in grossen Säcken. Nach der Lagerung gelangen die Kakaobohnen ausgeschüttet auf einem Förderband zur Reinigung. Dann dürfen sie erst einmal in Lagersilos ruhen, in sogenannten Pufferspeichern. Der nächste Prozessschritt ist die Infrarottrocknung, wo die Bohnen mittels Infrarotlicht bei 300 Grad trocknen. Die Kakaobohnen kommen danach in den «Winnower», das ist die Entschälungsanlage, wo die Bohnen von ihrer Schale befreit werden. Die geschälten Kakaobohnen gelangen per Förderband in den Röster. Jetzt beginnt es fein zu riechen, der erste Geschmack entwickelt sich und die Vorbereitung für die Verarbeitung ist abgeschlossen.
Verarbeitung in den weissen Zonen
Vom Röster kommen die gereinigten, geschälten und zerstückelten Kakaobohnen in eine Maschine, die sie mit Schlagmesser- und Kugelmühle fein mahlt. Die Kügelchen mischen und vermahlen die Kakaobohnenteile. Daraus entsteht dann die Kakaomasse, die erneut in Silos eingelagert wird.
Kakaopulver und Kakaobutter
Die Trennung der Kakaomasse in Kakaopulver und Kakaobutter erfolgt in einer 50-Tonnen-Presse. Unter viel Druck scheidet sie die Masse in die zwei künftigen Produkte. Die Kakaobutter gelangt zur Aufbereitung in den Deodorisierer. Die Butter muss man zuerst mit Dampf bei 180 Grad aufheizen und wieder abkühlen, das verbessert die Kristallisation und ist Teil des Qualitätsprozesses. Der verbleibende Kakao aus der Presse hingegen wird danach in diversen Schritten zu Kakaopulver gemahlen. Die fertigen Produkte gelangen bei der Absackung in Säcke.
Installationen und Verdrahtung
Die Grundinstallationen sind in den folgenden Bereichen realisiert worden: Planung und Ausführung von Brandmeldeanlage, Notlichtanlage, Beleuchtung, Lüftung, Heizung, Gasanlage, Druckluft – mit riesigen Kompressoren – und die Energieversorgung der Produktion (total ca. 2.4 Megawatt). In einem zweiten Schritt durfte die Wenger + Wirz AG die Verkabelungen der Maschinen ausführen.
Um die Fühler anzuschliessen, muss man den Prozess der Schokoladenherstellung verstehen. «Wir verfügten nur über ein Schema aus rund 3000 Seiten, aber wir legten los», sagt Bauleiter Andi Wirth. «In der Fabrikhalle haben wir 3 km lange Trassen gebaut, rund 50 km Kabel haben wir innert kürzester Zeit verlegt und Hunderte bis Tausende von Anschlüssen realisiert. Bei vier Monaten Bauzeit hiess es in drei davon: verkabeln und anschliessen. Sage und schreibe rund 125’000 Kabelbinder kamen zum Einsatz. Dies vor allem, da wegen den Hygienevorschriften alle Trassen senkrecht montiert werden mussten.»
Und die Steuerung der gesamten Anlage? Die erfolgt in einem separaten Raum, natürlich an Monitoren. Entsprechend gross war die Freude und die Spannung beim ersten Einschalten der Anlage.