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Abstimmen, seine Meinung äussern, Unterschriften sammeln, öffentliche Kundgebungen organisieren, sich engagieren, tagen: Die politische Partizipation widerspiegelt die Teilnahme der Bürgerinnen und Bürger am demokratischen Leben. Sie geht weiter als die institutionelle Beteiligung (abstimmen) und umfasst auch Urteile über die Funktionsweise des Staates oder Formen des Protests (Boykott).
Die politische Partizipation gibt überdies Aufschluss über das Verhältnis zwischen dem Staat und den Bürgerinnen und Bürgern. In einer Demokratie ist sie ein grundlegender Teil der gesellschaftlichen Teilhabe.
Einigen Personen können aufgrund ihrer Behinderung ihre Bürgerrechte aberkannt werden («entmündigt» wegen dauernder Urteilsunfähigkeit) oder nicht wahrnehmen, weil sie konkrete Handlungen nicht durchführen können (z.B. eine Initiative unterzeichnen, wenn sie nicht selber schreiben können).
Politische Partizipation
Menschen mit Behinderungen hegen ein ähnliches politisches Interesse wie die übrige Bevölkerung. Unabhängig davon, ob sie eine Behinderung aufweisen oder nicht, nehmen Personen mit Stimmrecht gemäss eigenen Angaben innerhalb eines Jahres an 6,5 von 10 Abstimmungen teil. Das politische Interesse von Menschen mit Behinderungen, die in ihrem Alltag stark eingeschränkt sind, ist leicht geringer und sie nehmen etwas weniger häufig an Abstimmungen teil. Die Unterschiede sind jedoch nicht signifikant. Diese Ergebnisse sind seit 2007 unverändert.
Entwicklung
Vertrauen in Institutionen
Menschen mit Behinderungen haben, insbesondere wenn sie stark eingeschränkt sind, weniger Vertrauen in Institutionen als die übrige Bevölkerung. Dabei handelt es sich um eine starke Tendenz, die statistisch signifikant ist. Auch nach Alter oder Geschlecht betrachtet bleibt der Unterschied zwischen den beiden Gruppen bestehen und zwar für alle berücksichtigten Institutionstypen. Dasselbe Bild zeigt sich beim Vertrauen in andere Menschen.
Menschen mit Behinderungen und die übrige Bevölkerung zeigen ihr Vertrauen gegenüber den verschiedenen Institutionen in derselben Reihenfolge. Das höchste Vertrauensniveau besteht gegenüber der Polizei.
Die Ergebnisse auf dieser Seite beziehen sich (sofern nicht anders vermerkt) auf Menschen mit Behinderungen gemäss Gleichstellungsgesetz. Die genaue Definition und die Abgrenzung gegenüber anderen Definitionen von Behinderung finden Sie im untenstehenden Merkblatt zu Menschen mit Behinderungen.