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Porträt Yamen Saadi
Als er zum ersten Mal eine Violine hörte, war es um ihn geschehen
Der israelische Geiger Yamen Saadi ist seit 2022 Konzertmeister der Wiener Philharmoniker.
© Clara Evens
Spielt auf einer Geige von Giovanni Francesco Pressenda (1823), die zuvor seinem Lehrer Chaim Taub gehörte: Yamen Saadi
Wenn er spielt, mit enormer Intensität, betörender Zartheit, flexibel zwischen den Gesten wechselt, wirkt alles ganz leicht. Doch: „Die Herausforderung endet nie, man kann die Violine nicht leicht für sich gewinnen.“ Das hat Yamen Saadi 2020 als Student erklärt. Die feine und gleichzeitig komplexe Koordination von Bogendruck, Saitendruck, Vibrato, Klangfarbe, Fingertechnik, Armbewegung macht das Geigenspiel so anspruchsvoll.
Warnungen vor den Schwierigkeiten schreckten ihn aber schon als Kind nicht ab. Als der 1997 in Nazareth geborene Yamen zum ersten Mal eine Geige im Fernsehen sah und hörte, war es um ihn geschehen. Er wollte das Instrument unbedingt erlernen.
Steil kletterte Yamen Saadi die Karriereleiter hinauf
Sein Talent entfaltet sich bald: Zunächst Unterricht am Barenboim-Said-Konservatorium in Nazareth, später bei Chaim Taub vom Israel Philharmonic. Mit 11 Jahren Konzertdebüt in Haifa mit dem dortigen Sinfonieorchester und Eintritt ins berühmte West-Eastern Divan Orchestra, einst von Maestro Daniel Barenboim und dem Literaturwissenschaftler Edward W. Said gegründet. Mit 17 Jahren ist Saadi Konzertmeister des Orchesters. Sein Studium absolviert er bei Mihaela Martin an der Barenboim-Said Academy und an der Kronberg Academy. Als Absolvent überzeugt er 2022 die Wiener Philharmoniker beim Vorspiel und ist seitdem dort Konzertmeister. Eine steile Karriere. Gleichzeitig ist Yamen Saadi ein begeisterter Kammermusiker und tritt als Solist auf.
Termine
Mendelssohn: Violinkonzert e-Moll op. 64, Bruckner: Sinfonie Nr. 4 Es-Dur
Ysaÿe: Violinsonate op. 27/4m Kreisler: Caprice viennois op. 2, Rezitativo und Scherzo-Caprice op. 6, Berceuse romantique op. 9, Präludium und Allegro im Stil von Gaetano Pugnani u. a.