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Das flächenmässig sechstgrösste Land der Erde wird gerade einmal von 24 Millionen Menschen bewohnt. Vielleicht gerade wegen der niedrigen Bevölkerungsdichte verfügt Australien über grösstenteils unberührte Landschaften. Das heisse und trockene Landesinnere, welches als Outback bezeichnet wird, ist praktisch unbewohnt und wird von Grasland, Wüsten und Salzseen dominiert. An der Ostküste hingegen trifft man auf mit Regenwald bedeckte Gebirge, die bis ans Meer herunter reichen. Doch die Wunder der Natur enden nicht am Strand: Das vorgelagerte Great Barrier Reef übertrifft alle Erwartungen.
Einmalige Flora & Fauna
Seit sich der australische Kontinent vor 50 Millionen Jahren von den anderen Kontinenten abgespalten hat, entwickelte sich dort eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Rund 20.000 Pflanzenarten sind in Australien heimisch, wovon 85 Prozent endemisch – also ausschliesslich hier verbreitet - sind. Eukalyptusbäume und Akazien sind sehr typisch für die australische Vegetation.
Die Tierwelt Australiens ist insbesondere wegen der grossen Vielfalt an Beuteltieren wie Koalas, Kängurus, Beutelgleiter und Wombats einzigartig. Zudem findet man nur in Australien und im benachbarten Neuguinea Kloakentiere. Diese eierlegenden Säugetiere sind durch das Schnabeltier und den Schnabeligel vertreten.
Für die Erhaltung der wertvollen Biodiversität sind 12 Prozent der Landesfläche als Schutzgebiete deklariert. Mit dem 1879 gegründeten Royal-Nationalpark in der Nähe von Sydney besitzt Australien den weltweit zweitältesten Nationalpark nach dem Yellowstone-Nationalpark.
Klimawandel in Australien
Dürren und Waldbrände werden auch in Australien häufiger und die Erwärmung und Versauerung der Ozeane bedroht unter anderem das Great Barrier Reef als wichtigste Touristenattraktion akut. Angesichts der drohenden Gefahren könnte man meinen, dass der Klimawandel hier ernstgenommen wird. Weit gefehlt.
Obwohl Australien ein wohlhabendes Industrieland ist, steigen die Treibhausgasausstösse weiter. Dies hängt vor allem mit der kohlefreundlichen Politik zusammen, sodass 80 Prozent des Strombedarfs immer noch von Kohlekraftwerken gedeckt werden. Die restlichen 20 Prozent machen Gas- und Wasserkraftwerke aus, während erneuerbare Energiequellen wie Wind- und Solarenergie praktisch ungenutzt bleiben. Dabei wären die geographischen Bedingungen ideal für Solarstromproduktion.
Weitere Anreize zur Senkung des CO2-Ausstosses wie zum Beispiel CO2-Steuern stossen sowohl im Parlament wie auch in der Bevölkerung immer wieder auf heftigen Widerstand. Leider gibt es nirgends mehr Klimawandel-Leugner als in Australien. Bedenkliche 17 Prozent der befragten Australier leugnen den Klimawandel – da schneidet selbst die USA mit zwölf Prozent noch besser ab!
Sollten Massnahmen zur CO2-Reduktion ausbleiben, muss das Land mit einem Temperaturanstieg von bis zu 5 °C rechnen. Eine solch starke Erwärmung hätte verheerende Folgen wie Ernteausfälle, Fischsterben, Krankheiten und Wasserknappheit.
Diverse weitere Umweltprobleme
Neben den hohen CO2-Emmissionen hat Australien eine Menge weiterer Umweltprobleme zu lösen.
Besonders die Bergbaubranche ist ins Visier der Umweltschützer geraten. Die Förderung von Kohle, Gold, Uran und anderen Rohstoffen findet zum Teil mitten in schützenswerten Ökosystemen statt und verursacht so erhebliche Schäden an der Umwelt. In diesem Zusammenhang steht auch die Abholzung sensibler Regenwälder immer wieder in der Kritik.
Seit der Besiedelung Australiens setzten ausserdem invasive Arten der ursprünglichen Artenvielfalt Australiens zu. So hat der Mensch zum Beispiel Hunde, Katzen, Kaninchen, Kamele und erst vor kurzem die Aga-Kröte eingeschleppt. Diese gebietsfremden Tiere konkurrieren mit den einheimischen Arten und verdrängen diese zum Teil auch.
Nicht zuletzt hat auch der Tourismus ernstzunehmende Auswirkungen auf die Umwelt. Die rund 6 Millionen Touristen, die jährlich Australien einen Besuch abstatten, hinterlassen durchaus ihre Spuren.
Im Laufe der Artikelserie werden wir einigen dieser Themen auf den Grund gehen, aber auch die erfreulichen Facetten des roten Kontinents werden nicht zu kurz kommen.