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Kalfatern (auch: Kalfaten, arab. kafr „Asphalt“ und kalafa) ist eine Tätigkeit beim Schiffbau, bei der die Nähte zwischen hölzernen Schiffsplanken mit Werg oder Baumwolle und Holzteer, Pech oder Gummi abgedichtet werden.
Das Werg beziehungsweise die Baumwolle wird mit Kalfateisen unter Gebrauch eines Kalfathammers in die Nähte geschlagen, bevor diese mit Pech oder mit einer Spezialgummimasse verschlossen werden.
Werkzeug
Der Kalfathammer hat einen hölzernen, zylindrischen Kopf mit einem Durchmesser von etwa sechs Zentimetern und einer Länge von zirka 20 bis 30 Zentimetern. Zum Schutz gegen Aufsplittern ist er mit mehreren Ringen aus Eisen versehen. Das beste Holz für den Kopf ist Pockholz, da es sehr hart und schwer ist und nicht leicht splittert. Da es schwer zu beschaffen ist, werden auch andere Harthölzer verwendet. In jüngerer Zeit werden auch Hämmer aus Kunststoff angeboten. Der Stiel ist, wie andere Werkzeugstiele auch, meist aus Esche. An einem Ende ist er leicht verdickt, im Hammerkopf ist eine entsprechende konische Bohrung. Wird der Stiel mit dem dünnen Ende voran durch den Hammerkopf gesteckt, kann sich der Kopf während der Arbeit nicht lösen.
Kalfateisen „ein-Rabatt“.
Die Kalfateisen sind aus geschmiedetem Eisen. Sie haben einen runden Kopf und sind vorne flach und breit. Zum Ansetzen des Wergs wird ein scharfes Eisen (Schöreisen) verwendet. Zum Verdichten gibt es Eisen verschiedener Stärken, die entsprechend der Nahtbreite gewählt werden. In der stumpfen Vorderkante befinden sich eine oder mehrere Rillen, die als Rabatt bezeichnet werden. Sie sollen verhindern, dass sich das Werg beim Verdichten am Eisen vorbeibewegt. Außerdem ist die Zahl der Rillen ein Maß für die Dicke des Eisens. Diese werden dementsprechend als „ein-Rabatt“, „zwei-Rabatt“ und so weiter bezeichnet. Neben den geraden Eisen gibt es auch gekröpfte Eisen, um schwierige Stellen wie zum Beispiel den Übergang zwischen Deck und Aufbau bearbeiten zu können, außerdem gibt es schmale Butt-Eisen für die schmalen Enden der Planken (Butten).
Eine Kalfatkiste ist eine Kiste, auf die man sich setzt, um die Position beim Arbeiten zu verbessern, beispielsweise beim Kalfatern des Bodens. Außerdem kann man in ihr das restliche Werkzeug und ein bisschen Werg aufbewahren.
Der Dweiel besteht aus einem Stück Wolle ähnlich dem Bommel einer Pudelmütze, der an einem Stab befestigt ist. Wolle wird deshalb verwendet, weil sie hitzebeständiger ist als Kunststoffe.
Fotos kalfatern muss schnell gelernt werden