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[* 3] (v. lat. centrum, Mittelpunkt), in einen Mittelpunkt bringen. So ist z. B. ein optisches Glas
[* 4] richtig zentriert,
wenn die Achse desselben genau durch den Mittelpunkt geht. Die Drechsler nennen so die Aufsuchung des Mittelpunktes
eines abgedrehten oder noch abzudrehenden Körpers. Genaues Zentrieren ist namentlich beim Abdrehen von eisernen Maschinenteilen nötig,
bei denen man für die Bearbeitung nur wenige Millimeter Material zugibt, da ein ungenaues Verfahren leicht zur Folge haben könnte,
daß auf der einen Seite zu viel Material weggeschnitten wird, während es auf der andern nicht reicht.
Ein zum Zentrieren gebräuchliches Instrument zeigt
[* 3]
Fig. 1. Dasselbe besteht aus einem Winkel
[* 5] ABC mit einem Lineal B D, dessen Kante den
Winkel halbiert. Legt man dieses Instrument an einen kreisförmigen Querschnitt an, so geht eine Linie, die man an dem Lineal
entlang zieht, durch den Mittelpunkt; zieht man hierauf eine zweite solche Linie, indem man das Lineal etwa
unter dem rechten Winkel anschlägt, so schneidet sie die erste in dem Mittelpunkt des Kreises, welcher durch einen sogen. Körnerschlag
zur Aufnahme der Drehbankspitze geeignet gemacht wird.
Zum Zentrieren zahlreicher annähernd gleicher Stücke bedient man sich einer Zentriermaschine. Zentrieren der Winkel nennt
man das Verfahren, welches man anwendet, wenn man das Winkelinstrument beim Messen eines Winkels nicht im Scheitel desselben
aufstellen kann, z. B. wenn dieser in der Mittellinie eines Gebäudes oder bei unzugänglichen
Signalstangen gelegen ist. Man stellt dann das Instrument in einiger Entfernung von dem Scheitel des Winkels
auf und mißt also nicht den eigentlich gesuchten Winkel, sondern berechnet aus dem gemessenen Winkel den verlangten auf irgend
eine Weise. In nebenstehender
[* 3]
Fig. 2 sei es nicht möglich, den Winkel y bei A zu messen, weil das Instrument der erwähnten
Hindernisse wegen nicht in A aufgestellt werden kann; dagegen kann man es in B aufstellen; in C und D
seien Signale. Es ist nun
x + y = o
z + p = o
-
z + y = z + p
y = z + p - x.
Die Winkel x und z lassen sich sodann leicht durch Beobachtung bestimmen, und danach läßt sich der Winkel
y berechnen.
[* 3]
^[Abb.: Fig. 1. Instrument zum Zentrieren.
Fig. 2. Geometrische Konstruktion.]