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Ein 7-Monate altes Mädchen erhielt am 16. Mai eine Lippenspaltenoperation an Bord des grössten zivilen Spitalschiffes der Welt. Seit mehr als 40 Jahren ermöglicht die in der Schweiz gegründete Hilfsorganisation in Entwicklungsländern kostenlose Behandlungen und schult einheimisches medizinisches Fachpersonal.
Es ist ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Organisation, die 1978 in Lausanne gegründet wurde: die 100’000ste kostenlose, lebensverändernde chirurgische Operation für einen Patienten1, der sonst keinen Zugang zu chirurgischer Versorgung hat.
Am 16. Mai wurde die kleine Aissata an Bord des Spitalschiffes Africa Mercy operiert. Das Spitalschiff befindet sich zurzeit in Conakry, Guinea. Das 7-Monate alte Baby war mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte geboren worden, die dank des Einsatzes der ehrenamtlichen Mitarbeiter an Bord nun geschlossen werden konnte.
„Ich habe mir immer Sorgen gemacht, um ihre Zukunft, und was mit ihr passieren wird, wenn sie keine medizinische Versorgung erhält“, berichtet Aissata’s Mutter Hassanatou. „Aber nun, wo sie hier auf dem Schiff behandelt wurde, habe ich keine Sorgen mehr!“
Leiden wie Lippen-Kiefer-Gaumenspalten werden in entwickelten Ländern sehr früh behandelt, doch in Ländern wie Guinea stellen sie ein ernstes Problem dar: Werden sie nicht geschlossen, können Babys nicht ausreichend gestillt und versorgt werden. Neben dem Risiko einer lebensbedrohlichen Unterernährung führen die Schäden zudem zu sozialer Ausgrenzung und Stigmatisierung. Dank der kostenlosen Versorgung durch die ehrenamtlichen Mitarbeiter von Mercy Ships wird Aissata nicht gezwungen sein, sich diesen Herausforderungen zu stellen.
„Das neue Lächeln von Aissata nach ihrer Operation ist ein Bild der Hoffnung und Heilung, die wir Tausenden von Menschen schenken können, die in Afrika keinen Zugang zu einer chirurgischen Grundversorgung haben“, sagt Don Stephens, Gründer von Mercy Ships.
Antwort auf die chirurgische Krise in Afrika
Hassanatou reiste mit ihrer Tochter rund 350 Kilometer durch Guinea, um das Spitalschiff Africa Mercy in Conakry, Guinea, aufzusuchen. Aissata ist eine von rund 5 Milliarden Menschen, die nicht über einen geeigneten Zugang zu chirurgischer Versorgung verfügen. in Subsahara-Afrika können rund 93% der Menschen keine chirurgische Versorgung erhalten.2
Mercy Ships hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit Spitalschiffen jährlich mehr als 2’000 kostenlose chirurgische und 8’000 zahnärztliche Eingriffe in Entwicklungsländern auch jenen zugänglich zu machen, die sich diese nicht leisten können. Die Hilfsorganisation ist auf Operationen spezialisiert, die das Leben von Patienten retten oder verändern: Ihre Ärzte operieren zum Beispiel gutartige Tumore, korrigieren Fehlstellungen der Beine von Kindern oder behandeln Frauen mit Scheidenfisteln.
Ausserdem unterstützt Mercy Ships das örtliche Gesundheitssystem durch Ausbildung und Infrastrukturprojekte, und fördert so eine nachhaltige Verbesserung und Entwicklung in den besuchten Ländern. Seit 1978 wurden so über 2.7 Millionen Menschen im weitesten Sinne erreicht.
Die Auswirkung von Mercy Ships ist sichtbar: Bei der Patentenselektion in Conakry letzten September mit über 6’000 Menschen wurden nur gerade 6 Fälle von Lippen-Gaumenspalten gefunden. Normalerweise sind es über 400 an einem Tag! Zwei lokale Chirurgen, Dr. Rafiou und Dr. Karamba, wurden 2013 von Mercy Ships für diese Eingriffe ausgebildet. In den letzten zwei Jahren haben sie nun selber 323 Operationen ausgeführt!
„Das bedeutet, dass Mercy Ships seine Bemühungen in diesem Land jetzt auf andere Bereiche konzentrieren kann“, freut sich René Lehmann, Geschäftsführer von Mercy Ships Schweiz. „Das ist genau die Richtung, in der Mercy Ships mit den Gastgeberländer zusammen arbeiten: unmittelbare, kostenlose Hilfe für die Direktbetroffenen ermöglichen und Lücken in den Gesundheitssystemen gezielt schliessen.“
Hunderte von motivierten Ehrenamtlichen
An Bord des Schiffes sind mehr als 400 Ehrenamtliche sowohl im medizinischen, als auch im nicht-medizinischen Bereich im Einsatz. Darunter setzen sich jedes Jahr mehrere Schweizer ein, 79 i, Jahr 2018.
Ein australischer Chirurg für plastische Rekonstruktionen, Dr. David Chong, hat die OP von Aissata geleitet. Er ist einer von mehr als 1’000 Fachleuten, die sich für einige Wochen oder Monate ehrenamtlich an Bord des Spitalschiffes beteiligen.
„Ich fühle mich geehrt, zu dieser 100.000. Operation beigetragen zu haben – vor allem, wenn ich die ganze Arbeit betrachte, die Mercy Ships in den letzten 40 Jahren bei der Behandlung von Zehntausenden von Patienten wie Aissata geleistet hat! Ich bin stolz darauf, meinen Beitrag zu diesem beeindruckenden Werk beizusteuern!“
Die Africa Mercy wird ihren Einsatz in Guinea Anfang Juni abschliessen und im August wieder Fahrt aufnehmen um ihren nächsten Einsatzort, den Hafen von Dakar in Senegal, zu erreichen.
1 – Ein Patient kann mehrfach operiert werden; bei Mercy Ships werden folgende Bereiche umfasst: Plastische & Mund-Kieferchirurgie, Gynäkologische Chirurgie, Orthopädie im Kindesalter, Augenchirurgie und allgemeine Operationen