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Lehren aus den Finanzmarktturbulenzen
Philipp Hildebrand, Vizepräsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank
Jefferies-Preisverleihungsfeier, Zürich, 27.08.2008
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Die gegenwärtige Finanzkrise dürfte die komplexeste seit den 1930er Jahren sein. Das Ausmass der internationalen Kooperation bei der Bewältigung der heutigen Krise ist so gross wie nie zuvor. Eine bedeutende Rolle spielt dabei das 1998 gegründete Financial Stability Forum (FSF), dem die Schweiz seit 2007 angehört. Ein halbes Jahr nach Ausbruch der Krise veröffentlichte das FSF im April 2008 eine Reihe von Empfehlungen zur Stärkung der Widerstandskraft des internationalen Finanzsystems.
Diese internationale Kooperation hat insbesondere drei Vorteile: Erstens wird eine zielorientiertere Identifikation von Lösungsansätzen erleichtert. Zweitens wird beim Festlegen von regulatorischen Massnahmen der Einhaltung des "level playing field" grosse Beachtung geschenkt. Drittens erzeugt sie einen erheblichen Druck, identifizierte Empfehlungen umzusetzen.
Die gegenwärtige Krise hat gezeigt, dass das Schweizer Bankensystem gegenüber grossen Schocks nach wie vor anfällig ist. Die Nationalbank verfolgt im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages, einen Beitrag zur Finanzstabilität zu leisten, die Entwicklung seit Ausbruch der Krise sehr genau. Die von der Nationalbank aus der Krise gezogenen Lehren decken sich mit den Empfehlungen des FSF. Für die Nationalbank stehen Massnahmen im Vordergrund, welche die Widerstandskraft unseres Finanzsystems im Hinblick auf zukünftige Finanzmarktkrisen nachhaltig stärken.