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blütenlose Pflanzen, welche im Linnéschen System die 24. Klasse ausmachen und von Linné Kryptogamen genannt wurden, weil sich bei
ihnen eigentliche Blüten mit Geschlechtsorganen nicht finden. Gegenwärtig ist der geschlechtliche Charakter auch bei den in der
weitesten Verbreitung nachgewiesen, und die Vorgänge des Sexualakts sind hier mehrenteils weit offenbarer als bei den Phanerogamen
und erinnern viel bestimmter an die Verhältnisse im Tierreich. Der Unterschied zwischen Kryptogamen und Phanerogamen
beruht aber darauf, daß die letztere Samen
[* 5] entwickeln, welche sich erst von der Pflanze trennen, wenn in ihnen die Anlage einer
neuen Pflanze als Embryo vorgebildet ist.
Sie sind Pilze, welche auf Algen schmarotzen, und deren Thallus mit demjenigen der letztern zu einer neuen individuellen Einheit,
dem Flechtenthallus, sich vereinigt hat (vgl. Flechten). Die niedern Kryptogamen haben durch die erst in der neuern
Zeit genauer bekannt gewordenen Arten ihrer Fortpflanzung ein besonderes Interesse gewonnen: erstens, weil bei vielen die Fortpflanzungszellen
als tierähnlich bewegliche Individuen (Schwärmsporen) aus der Mutterzelle geboren werden, eine Erscheinung, die man bei ihrer
Entdeckung als eine Umwandlung von Pflanzen in Tiere deutete;
zweitens, weil bei mehreren eine geschlechtliche
Zeugung vermittelst ausgeprägter Geschlechtsorgane beobachtet worden ist, und drittens, weil manche in ihrem Entwickelungsgang
einen vollständigen Generationswechsel zeigen.
eindringen. Letztere wird danach zu einem mehrzelligen Körper, dem Embryo, der dann eine je nach Klassen verschiedene weitere
Entwickelung nimmt. Die männlichen Organe (Antheridien) bilden bei den meisten Klassen zellige Säckchen, deren Inhalt aus vielen
die Spermatozoiden erzeugenden Zellen besteht; aber in den höchsten Klassen geht ihr Bau auf weit einfachere
Verhältnisse zurück. Je nach der Periode des Pflanzenlebens, in welcher, und je nach dem Pflanzenteil, auf welchem die Archegonien
erscheinen, und je nach dem Gebilde, welches aus der befruchteten Eizelle hervorgeht, gliedert sich die Klassifikation der
blattbildenden Kryptogamen. Sie beginnen mit den Moosartigen (Muscineae), bei denen sich aus der
keimenden Spore direkt oder nach Entwickelung eines meist fadenförmigen Vorkeims ein mit kleinen, einfach gebauten Blättchen
besetzter Stengel bildet, der aber nie Wurzeln erzeugt, sondern nur mit Wurzelhaaren an seinem untern Teil versehen ist, das
Moospflänzchen.
Auf diesem werden an gewissen Stellen der Stengel die Archegonien und Antheridien gebildet. Der Embryo entwickelt
sich hier, obgleich mit ihm eine neue Generation beginnt, dauernd auf dem Moospflänzchen, gleichsam als ob er nur ein Teil
desselben wäre. Er wird zum Sporogonium, einem Gebilde, welches unmittelbar zur Erzeugung der Sporen bestimmt ist; sein wesentlicher
Teil ist die Mooskapsel (theca), in deren Innerm sich zahlreiche Sporen durch Vierteilung von Mutterzellen
bilden. An diese Abteilung schließt sich diejenige der Gefäßkryptogamen (Cryptogamae vasculares).
Der Entwickelungsplan der hierzu gehörigen Klassen läßt sich dahin zusammenfassen, daß der Embryo, der bei den vorigen
rasch und fast gänzlich zum sporenbildenden Organ sich ausbildet, hier zu einer immer vollkommnern Generation wird, die
außer der Sporenerzeugung, mit welcher sie abschließt, mit immer mehr Bildungen sich bereichert und immer mehr Lebensfunktionen
in ihre Sphäre zieht, während die erste Generation immer mehr zurücktritt, so daß die Erzeugung der Geschlechtsorgane, mit
welcher die letztere abschließt, immer näher an die Keimung der Sporen heranrückt.
Der Embryo wird hier nämlich zur eigentlichen Pflanze, zu einem mit echten Fibrovasalsträngen, die hier
zum erstenmal im Pflanzenreich auftreten, versehenen Stamm, welcher im Boden echte, hier auch zum erstenmal erscheinende Wurzeln
bildet und mit vollkommenen Blättern versehen ist. An gewissen Blättern oder gewissen Teilen derselben werden erst die
Sporen innerhalb kleiner Behälter (Sporangien) gebildet. Die erste Generation dagegen, welche aus der
keimenden Spore hervorgeht, bleibt hier ein unbedeutendes Organ, indem sie sich höchstens zu einem kleinen, flächen- oder
knollenförmigen Gebilde entwickelt, an welchem unmittelbar die Geschlechtsorgane auftreten.