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Das grösste Feuchtgebiet der Welt im Zentrum von Südamerika wollten wir schon 2020 besuchen. Doch dann kam Corona dazwischen. Wir wollten mit dem Kuh-Transport-Schiff in drei Tagen von Corumbá im Südpantanal nach Porto Jofre in das Nordpantanal fahren. Ein kleines Abenteuer. Doch der Bootsbesitzer hat den Transport um mindestens 14 Tage verschoben. Wir mussten uns überlegen, ob wir 14 Tage warten wollten oder ob wir den weiten Umweg über Coxim oder gar über Bolivien auf uns nehmen wollen. Oder gibt es eine Möglichkeit, quer durch das Pantanal zu fahren. Und wenn ja, schaffen wir das mit unserem VW Bus?
Das Pantanal ist das grösste Feuchtgebiete der Welt und erstreckt sich hauptsächlich über die brasilianischen Bundesstaaten Mato Grosso und Mato Grosso do Sul, sowie in geringerem Masse über Paraguay und Bolivien. Es ist ein einzigartiges Ökosystem, das von saisonalen Überschwemmungen geprägt ist. Während der Regenzeit wird das Gebiet von Wasser überschwemmt, das dann während der Trockenzeit allmählich abfliesst. Das Pantanal ist für seine aussergewöhnliche Artenvielfalt bekannt und beherbergt zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, darunter viele seltene und bedrohte Arten.
Es ist ein Paradies für Tierbeobachtung. Hier gibt es eine erstaunliche Vielfalt an Tieren zu sehen, darunter Kaimane, Capybaras (die größten Nagetiere der Welt), Jaguare, Pumas, Tapire, Nasenbären Wasserschweine und eine Vielzahl von Vögeln wie den farbenfrohen Hyazinth-Ara.
Im Pantanal gibt es zwei Hauptdestinationen für Touristen. Im Süden ist es die Estrada Parque Pantanal und dem Hauptort Corumbá, welche viele Touristen in die Gegend zieht. Im Norden sind es in Porto Jofre die begehrten Jaguar-Touren, die jedes Jahr unzählige Profi- und Hobbyfotografen anlocken. Der grösste Teil des Pantanal ist in Privatbesitz. In dem riesigen sumpfigen Gebiet haben sich diverse kleinere und grössere Fazendas (Bauernhöfe) angesiedelt. Die Anwesen sind im Winter über eine Sandpiste erreichbar. Im regnerischen Sommer ist das Gebiet überflutet und zu den Fazendas gelangt man nur mit einem Flugzeug. Wir wollten sowohl den Süden wie auch den Norden des Pantanals entdecken und deshalb mit dem Boot von Cuiabá nach Porto Jofre schippern.
Mit dem Auto fährt man nämlich nicht einfach mal so quer durch das Sumpfgebiet. Die Umfahrungsstrasse von Corumbá nach Porto Jofre ist 1'283 km lang. Mit dem Pontón sind es gerade mal 250 km. Mit Evaldo fanden wir einen Bootsbesitzer und buchten per WhatsApp eine Platz für den nächsten Transport nach Porto Jofre. Wir freuten uns auf die 3-tägige Fahrt mit dem Vieh-Transport-Schiff. Die Zeit bis zu unserem Verschiffungstermin nutzten wir, um die Estrada Parque Pantanal im Süden zu erkundigen.
Die 116 Kilometer lange unbefestigte Strasse führt über 74 Holzbrücken von Buraco das Piranhas nach Corumbá. Die im Winter trockenen Überschwemmungsgebiete sind beliebte Treffpunkte für unzählige Tiere. Hier finden sie die letzten Wasserstellen welche sie im Winter vor dem sicheren Tod bewahren. Bereits hier kamen wir in den Genuss von einer riesigen Vielfalt an Tieren: wir sahen hunderte von Kaimanen und Capybaras sowie diverse Vögel. Jaguare und Pumas liessen sich leider nicht blicken.
Wie es sich für Schweizer gehört, trafen wir ein paar Tage vor der Abfahrt des Pontons in Corumbá ein. Hier warteten wir auf die Oostveens (@oostveen_overland), eine Holländische Familie mit zwei kleinen Kids (5 und 7). Wir kennen die Holländer aus Argentinien und haben beschlossen, das Boots-Abenteuer gemeinsam zu starten. In der Zwischenzeit versuchten wir mit Evaldo, bei welchem wir unseren Bootsplatz gebucht haben in Kontakt zu treten. Nachdem wir ihn auf dem telefonischen Weg nicht erreichen können, versuchen wir es vor Ort am Hafen. Evaldo ist nicht ausfindig zu machen aber wir treffen einen Freund, welcher uns angeboten hat Evaldo anzurufen.
Schlechte Nachrichten für uns. Evaldo lässt ausrichten, dass das Boot leider nicht fährt. Bzw. erst in 2 Wochen... vielleicht 😐. Was nun? Wir erkundigten uns im Hafen, ob uns vielleicht ein anderes Boot in den nächsten Tagen nach Porto Jofre bringen könnte. Leider ohne Erfolg. Evaldo scheint der einzige zu sein, welcher Overlander auf seinem Ponton transportiert. 2 Wochen warten und hoffen, dass das Boot dann vielleicht fährt (vielleicht aber auch nicht) war für uns keine Option 🤥.
Wir warteten auf die Oostveen-Family und dachten über Alternativen nach. Vom Süden in den Norden des Pantanals gibt es neben der Flussfahrt nur die 1'283 km lange Umfahrungsstrasse. Irgendwie auch keine Option. Jetzt waren kreative Ideen gefragt... 🚐. Wir tranken mit unseren Freunden ein paar Biere, diskutierten verschiedene Optionen und liessen die Ideen über Nacht setzen.
Neuer Tag, neue Ideen… Die Gedanken waren über Nacht sehr aktiv und wir sahen folgende Möglichkeiten, um vom Südpantanal in das Nordpantanal zu gelangen:
Plan A: wir warten 2 Wochen (oder mehr) und nehmen das Transport-Boot: 👉 250 km Schifffahrt
Plan B: wir nehmen die offizielle Strasse über Coxim rund um das Pantanal: 👉 1'282 km
Plan C: wir fahren über Bolivien und nehmen die Grenzübergänge auf uns: 👉 1'232 km
Plan D: wir versuchen, Offroad quer durch das Pantanal zu fahren: 👉 850 km Piste, davon rund 500 km Sand.
Nach reiflicher Überlegung und Abwägung der Risiken entscheiden wir uns für den direkten Weg, die Offroad-Piste (Plan D) nach Porto Jofre... bzw. wir schauten mal, wie weit wir kommen 🚐🥳.
Unsere Herausforderungen:
1. Wir müssen den Rio Taquari überqueren. Auf Google Earth sahen wir eine Brücke in Porto Taiamá. Hoffentlich ist diese noch befahrbar. Die Einheimischen wussten das leider auch nicht.
2. Um nach Porto Jofre zu gelangen müssen wir den Rio Cuiabá überqueren. Auf Google Maps sahen wir eine Fähre 🙂.
3. Reicht der Diesel bis zur nächsten Tankstelle in Poconé? Der Konsum wird bestimmt um einiges höher sein auf der Sand-Piste als normal. Wir haben sicherheitshalber einen Reservekanister gekauft für den Trip. Das Pantanal ist zum grössten Teil in privater Hand. Unterwegs gibt es Fazendas, wo wir bestimmt Diesel erhalten wenn es dann knapp wird (hoffentlich)😉. Also nichts wie los 🥳🚐!
Tag 1: (Km 0)
Der erste Tag führte uns von Corumbá zurück auf der Estrada Parque Pantanal nach Porto da Manga. Die Fähre über den Rio Paraguay war in Betrieb, das wussten wir. Aber wir müssen ja noch zwei weitere Flüsse überqueren bis Porto Jofre. Am Fährhafen hat sich Team Holland mit zwei Einheimischen unterhalten. Diese waren der Meinung, dass die Piste nach Porto Jofre machbar sei (unser Auto haben sie allerdings nicht gesehen...). Dauer: etwa 4 Tage und wichtig... genügend Diesel mitnehmen.
Jeden Tag eine gute Tat 🙂. Auf dem Weg nach Porto da Manga unterstützte Pit fünf Brasilianerinnen beim Reifenwechsel.
Der Beweis: die Estrada Parque Pantanal kann auch mit einem kleinen PW ohne Allrad gefahren werden 🚐😃.
Tag 3:
Wir haben uns entschieden, die 40 km bis zum Einstieg in die Sandpiste zu fahren und uns vor Ort ein Bild zu machen. Umdrehen können wir immer noch. Also los geht’s. Der Einstieg in die Sandpiste war ganz ordentlich, so dass wir weiter fahren konnten. OK, an der einen oder anderen Stelle war es knapp und wir haben mit unserem Unterfahrschutz den Sand mehrmals gestreift. Aber wir sind nicht stecken geblieben 💪. Wenn die Truckspuren bis nach Porto Jofre nicht tiefer werden, haben wir reale Chancen um durchgekommen... wenn wir denn die beiden Flüsse überqueren können 🤔.
Tag 4:
Karge Landschaften prägten das Bild. Es war sehr trocken im Pantanal. Die Tiere trafen sich an den letzten, noch übrig gebliebenen Wasserstellen und warteten auf den Regen. Einige überleben den trockenen Winter wohl nicht. Einheimische haben uns erzählt, dass auch die letzten Sommer hier sehr trocken waren. Dann ist normalerweise die Regenzeit. Am Abend legten sich die Jungs noch kurz unter das Auto. Der Sprinter unserer Holländischen Freunde machte den ganzen Tag komische Geräusche. Die Antriebswelle...🤔? Wir werden sehen.
Tag 5:
Wir wollten am Morgen gerade los fahren, als ein junger Mann mit dem Quad an unserem Übernachtungsplatz vorbei schaute und anfängt mit uns zu plaudern. Er fragte uns, wieso wir nicht bei ihnen auf der Fazenda übernachtet haben. Luis ist ursprünglich aus Venezuela, arbeitet auf der nahegelegenen
@fazendasantafedocorixinho und spricht Spanisch 😃💪. Er lud uns ein, vor der Weiterfahrt bei ihnen vorbei zu schauen. Warum nicht kurz 'Hallo' sagen auf der Fazenda?
Was wir an diesem Tag erlebt haben, war unglaublich. Nach einem kurzen Spaziergang auf der Fazenda gab es frisch gepflückte Kokosnuss, gefolgt von einem Mittagessen aus feinen Leckereien vom Grill, Reis, Bohnen und frischen Salaten. Am Nachmittag durften wir ausreiten und anschliessend düsten wir mit Luis und dem Quad einmal um die 11'000 ha grosse Fazenda. An weiterfahren war an diesem Tag nicht mehr zu denken, wir sind bis zum Frühstück geblieben 😀.
Was für ein unvergessliches Erlebnis 😍! Das ist Brasilianische Gastfreundschaft.
Obrigado 🙏. Obrigado 🙏. Obrigado🙏
Tag 6: 🚐
Nach dem leckeren Frühstück auf der Fazenda fuhren wir weiter Richtung Porto Jofre. Es lagen noch einige Kilometer vor uns. Die Hälfte war noch nicht geschafft.
Und dann war es soweit... wir haben die falsche Spur erwischt. Mist 😬. Zum Glück wissen wir mittlerweile, wie wir uns aus dem Sand befreien können. Das haben wir in der Sahara oft 'geübt'. Die Kids hatten sichtlich Spass daran, unseren Piccolo auszubuddeln 😉.
Nach einer halben Stunde war Piccolo wieder frei und wir konnten unsere Fahrt fortsetzen. Der Sand wurde immer feiner. Wir kamen kaum vorwärts und mussten aufpassen, dass wir die beste Spur erwischen und nicht nochmals stecken bleiben.
Und dann sahen wir sie schon von weitem.... die Brücke. YES! Wir waren überglücklich, dass wir unsere erste grosse Hürde genommen haben. Jetzt mussten wir nur noch einen Fluss überqueren bis zu unserem Ziel Porto Jofre💪.
Am Abend waren die Jungs etwas unruhig. An diesem Tag haben wir nur knapp 60 km zurück gelegt. Der Dieselverbrauch war enorm hoch und die Fahrt durch den Sand sehr anstrengend. Und es waren noch 200km bis zur Fähre. Immer wieder kalkulierten sie den verbleibenden Dieselbestand. Wenn der Sand so hartnäckig bleibt, dann kommen wir mit diesem Tank nicht bis nach Porto Jofre🤔🚐.
Tag 7:
Die Erkenntnis der letzten Nacht. Wir brauchen Diesel ⛽️. Der Sand blieb hartnäckig und der Spritverbrauch war entsprechend hoch. Das reicht nicht bis nach Porto Jofre! Es blieb uns nichts anderes übrig, als bei der nächst grösseren Fazenda nachzufragen, ob sie uns Diesel verkaufen. Wir fragten bei der Fazenda São Sebastiao nach. Doch da war der Dieseltank gerade leer. Der Betriebsleiter versicherte uns aber, dass wir am nächsten Morgen um 8h Sprit erhalten werden. Der Lastwagen sei nämlich unterwegs zur Fazenda.
In der Zwischenzeit öffnete seine Frau für uns die unbewohnte Villa des Besitzers und bot uns an, die Zimmer und die Duschen zu benutzen. Das Angebot der Dusche nahmen wir gerne an, geschlafen haben wir in unserem Bus. Aber damit noch nicht genug: die Köchin der Fazenda offerierte uns ein leckeres Abendessen: Reis und Bohnen, wie sich das in Brasilien gehört 😋. Unglaublich, was uns die Brasilianer alles bieten. Wir waren überwältigt.😍.
Tag 8:
Pünktlich um 8h erhielten wir je 20 Liter Diesel. Das reichte erst mal bis Porto Jofre. Unsere Fahrt konnte weiter gehen 💪. Den Preis für den Diesel konnten wir selber bestimmen. Der Angestellte der Fazenda hatte keine Ahnung von den aktuellen Dieselpreisen⛽️. Wir kalkulierten grosszügig und legten noch etwas Trinkgeld oben drauf.
An diesem Tag kamen wir gut vorwärts. Um die Mittag(essens)zeit fragten wir bei einer kleinen Fazenda nach dem Weg... und wurden zum Mittagessen eingeladen.
Zugegeben, es war ein bisschen Kalkulation. Wir hatten Lust auf Reis mit Bohnen. Da die Brasilianer partout kein Geld annehmen wollten für unsere Verpflegung tauschten wir Food gegen ein Original Schweizer Taschenmesser 🙂.
Am Abend dann die erneute Kalkulation des Dieselbestandes. Es waren noch knapp 80 Kilometer bis zur Fähre. Unser Ziel war in Griffweite. Während die Mädels im Kopf bereits die Jaguar-Tour für den übernächsten Tag in Porto Jofre planten, ware die Jungs immer noch etwas nervös… gibt es da wirklich eine Fähre? Während die Jungs grübelten wurde ich etwas traurig. Ist das Abenteuer morgen wirklich schon vorbei?
Tag 9: 🤥
Der Rio Cuiabá war bereits in Sichtweite. Wir erkundigten uns in der nahegelegenen Fazenda nach der Fähre. 'Não há barco' ⛴️, meinte der Angestellte. 'Hier gibt es keine Fähre'. Wir versuchten ihm klar zu machen, dass wir auf Google-Maps eine Fähre gesehen haben und auch auf Wikiloc einen Track gefunden hatten, welcher mit einer Fähre über den Rio Cuiabá startet. Vielleicht hat er uns nicht richtig verstanden? Sprachprobleme?
Gemäss unserem Navi geht die Strasse noch 5km weiter. Wir machten uns auf den Weg, doch der Track wurde immer enger. Am Ende der Strasse liessen wir unsere Vans stehen und gingen zu Fuss weiter. Wir wollten uns bis zur Fährstation durchkämpfen und herausfinden, ob es sich lohnt die Strasse am nächsten Morgen frei zu roden. Es war bereits Abend und kurz vor dem eindunkeln.
Die Jungs gingen das letzte Stück alleine weiter. Eine Fähre fanden sie nicht, aber auf der anderen Seite des Ufers stand ein Vieh-Transportschiff. Und auf dem Rückweg zum Auto waren Jaguar Spuren zu sehen. Uups 🙄!
Wir fuhren noch am selben Abend zurück zur Fazenda mit der Idee, den Besitzer des Transportschiffs ausfindig zu machen. Vielleicht könnte der uns am nächsten Morgen über den Rio Cuiabá bringen.
Bei der Fazenda trafen wir auf den Arbeiter, welcher uns bereits am Nachmittag mitgeteilt hatte, dass es hier keine Fähre gibt. Auf die Bitte, den Besitzer des Bootes per Handy oder Funk zu kontaktieren meint er kurz und knapp:
'Das Boot ist defekt und steht schon lange da, es gibt keine Möglichkeit mit Porto Jofre Kontakt aufzunehmen. Ihr müsst wieder zurückfahren, genau wie der Gringo von letzter Woche.'
Bäng! Kein Wille uns zu helfen, kein Nachtessen, kein Reis und keine Bohnen... so gar nicht Brasilianisch. Immerhin durften wir uns - auf Nachfrage - für die Nacht mit unseren Vans neben der Fazenda hinstellen.
Das war keine gute Nacht 😴.
Tag 10: 🚐⛴️
Es war eine lange Nacht. Geschlafen haben wir alle (ausser den Kids) nicht viel. Wir waren gerade beim Frühstück, als ein dunkler Pickup an unserem 'Camp' vorbei fuhr. Vielleicht kann uns dessen Fahrer weiterhelfen 🤔? Wir erklärtem ihm unsere Situation, doch auch er meinte er könne nichts für uns tun. Allerdings lenkt er ein als wir ihn baten, die Jungs mit einem kleinen Boot nach Porto Jofre rüberzufahren, damit sie von dort aus ein Boot organisieren können. Beim Fahrer des Pickups handelte es sich um den Besitzer der Fazenda.
Fünf Minuten später fuhr er wieder an unserem Camp vorbei und wollte mit den Jungs sprechen. Er meinte, es würde ihm fast das Herz zerreissen wenn er die Familie mit den Kindern nicht über den Fluss transportieren würde. Er würde seine Leute bitten, uns mit seinem Floss über den Rio Cuiabá zu schippern ❤️. Plötzlich ging alles sehr schnell. Kurze Zeit später stand der Arbeiter vom Vortag vor uns und bat die Jungs mitzukommen. Sie stiegen in ein Boot und fuhren zum 2km entlegenen Floss. Nachdem sie das ‘Schiff’ für gut befanden, erklärte er ihnen den Weg zum Einsteigeort.
Eine Stunde später schipperte der Sprinter von Team @oostveen_overland bereits über das Wasser und eine weitere halbe Stunde später fuhren wir unseren Piccolo auf das Floss 🥳💪. Was für ein Abenteuer, was für ein Nervenkitzel, was für ein Happy-End. Zum Glück hatten wir die Kinder dabei 😃.
Nach 10 Tagen, 830 km (davon 500 km Sandpiste) und 116 Kuter Diesel haben wir Porto Jofre erreicht!!
Als wir in Porto Jofre ankamen hatten wir erst mal Hunger und Durst. Wir erkundigten uns bei den Einheimischen nach einem Restaurant... und konnten uns gleich im Garten Hinsetzen 🙂. Die Familie besitzt ein ‘Halbprivates’ Restaurant im Garten ihres Hausbootes. Es gab Reis mit Bohnen und grillierter Fisch... der beste Fisch, den wir je gegessen haben 😋👌. Den Nachmittag verbrachten wir im Garten der Familie. Die Kids verzierten unseren Piccolo und 'spielten' mit den Piranhas 🐟. Wir Erwachsenen tranken ein paar Bierchen und... wir liessen unser Auto stehen und blieben gleich über Nacht 🤔🍻.
Porto Jofre gilt als einer der besten Orte für die Beobachtung von Jaguaren im Pantanal. Die Chancen, Jaguare hier zu sehen, sind vergleichsweise hoch. Die Tour buchten wir bei unserem ,Gastvater', welcher hier in der Gegend aufgewachsen ist und das Gebiet kennt . Wenn wir jetzt noch den Jaguar zu den bereits gesichteten Pfoten finden, dann ist dies das Tüpfelchen auf dem 'i'.
Aber der Besuch des Pantanal bleibt für uns auch so ein unvergessliches Erlebnis 😀.
Tag 11:
Wir machten uns am frühen Morgen auf den Weg, den Jaguar zu finden. Ein Boot nach dem anderen düste über den Rio Cuiabá. Wir sahen Krokodile, Riesen-Otter, unzählige Vögel. Doch der Jaguar liess auf sich warten. Die Tourguides informierten sich gegenseitig per Funk, wenn sie einen Jaguar sahen. Die Boote rasen dann in hoher Geschwindigkeit über den Fluss zum georteten Spot. Doch leider waren wir (wie viele andere auch) immer zu spät.
Wir waren bereits auf dem Rückweg zu unserem Camp, als Pit in letzter Sekunde plötzlich einen Jaguar entdeckte. Genau dort am Ufer, wo wir zwei Tage zuvor die 'vermeintliche' Fähre gesucht haben und Jaguar-Spuren entdeckt haben... als wir zu Fuss unterwegs waren. Uuups, zum Glück war der Jaguar an diesem Tag nicht hungrig 🤯.
Wir genossen den Anblick von diesem wunderschönen Tier und waren einfach nur dankbar für diese einmaligen Momente.
Tag 12
Eigentlich war für uns das Highlight' der Pantanal Durchquerung den Jaguar zu sehen. Doch als wir von Porto Jofre Richtung Poconé fuhren, sahen wir weit vorne zwei Polizisten neben ihrem Auto stehen. Sie schauten uns mit einem Lachen im Gesicht entgegen. Wir hielten an, kurbelten die Fenster runter und da sahen wir sie. Mitten auf der Transpantaneira krochen drei Schlangen vor sich hin. Es waren drei Anacondas. Wahnsinn!
Wahnsinn, was für ein krönender Abschluss unseres Pantanal-Abenteuers. Wir nehmen die wunderbaren Erlebnisse von unserer Pantanal Durchquerung, der Begegnung mit dieser wunderschönen Tierwelt und den wundervollen Menschen in unseren Herzen mit.
Herzlichen Dank an die Mitarbeiter der diversen Fazendas, welche uns unterhalten, verpflegt und mit Diesel versorgt haben.
Achtung:
Wir empfehlen ausdrücklich, die Durchquerung des Pantanals von Süden nach Norden NICHT unter die Räder zu nehmen. Wer nicht so viel Glück hat wie wir (und den Kinderbonus) endet am Rio Cuiabá und muss etwa 300km wieder zurückfahren.