Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03509.jsonl.gz/650

Wir bitten Sie um Ihre Unterstützung!
Lieber Leser, tashi delek!
Aus Anlass des Besuchs Seiner Heiligkeit des Dalai Lama in der Schweiz möchten wir, die abgelehnten tibetischen Asylbewerber in der Schweiz, auf unsere schwierige Situation hinweisen und Sie um Ihre Unterstützung bitten.
Derzeit leben knapp 300 abgelehnte tibetische Asylbewerber als Sans-Papiers in der Schweiz. Unser Asylgesuch wurde abgelehnt, weil das Staatssekretariat für Migration (SEM) vermutet, dass wir aus anderen Heimatländern als Tibet stammen. Wir wurden aufgefordert, die Schweiz zu verlassen, was uns jedoch aufgrund fehlender Papiere nicht möglich ist. Wir erhalten Nothilfe und leben in Notunterkünften. Aufgrund unseres illegalen Aufenthalts werden wir mit Geld- und Haftstrafen, in einigen Kantonen auch mit einer Eingrenzung belegt.
Viele von uns kommen der Forderung auf Mitwirkung zur Rückführung nach, indem sie Briefe an die Botschaften der vom SEM vermuteten Herkunftsländer Indien und Nepal schicken. Diese Briefe bleiben jedoch unbeantwortet. Eine Rückkehr nach Tibet ist ausgeschlossen, weil uns dort Inhaftierung und Folter drohen würde.
Unter diesen schwierigen Bedingungen ist es für uns sehr schwierig, die Sprache zu erlernen sowie uns in der Schweiz zu integrieren. Genau dieses wird jedoch gefordert, wenn wir nach fünf Jahren Aufenthalt in der Schweiz ein Härtefallgesuch stellen; dies ist für die meisten von uns die einzige Möglichkeit, schliesslich eine Aufenthaltsbewilligung zu erhalten.
Das SEM hat in dieser Angelegenheit eine harte Haltung entwickelt, von der sie nicht abweicht. Wir sind jedoch froh, dass in jüngster Zeit im Kanton Zürich die Offenheit gestiegen ist, abgelehnten Tibetern eine Chance zu geben, indem Härtefallgesuche dort wohlgesinnt geprüft werden. Damit haben einige von uns einen geregelten Aufenthaltsstatus bekommen und können endlich arbeiten und ein selbstbestimmtes Leben führen.
Wir möchten Sie um Ihre Unterstützung bitten, indem Sie das kantonale Migrationsamt in einem betroffenen Kanton (z. B. Ihrem Heimatkanton) anschreiben und bitten, diese Härtefallgesuche wohlwollend zu behandeln. Eine Briefvorlage sowie die Adressen der Verantwortlichen für die Migrationsämter finden Sie unten.
In einem weiteren Projekt mit der Gesellschaft für schweizerisch-tibetische Freundschaft (gstf.org) und der Tibetischen Frauenorganisation (tfos.online) möchten wir diesen abgelehnten Asylbewerbern Patenschaften mit Schweizern oder gut integrierten Ausländern vermitteln, so dass sie eine Vertrauensperson erhalten, mit der sie über aktuelle Probleme, das Erlernen der Sprache und das Leben in der Schweiz sprechen können. Bei Interesse besuchen Sie bitte unsere Website „Unser Patenschaftsprojekt“.
Bei Fragen können Sie sich gerne an uns wenden: <email-pii>.
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!
Tibetische Sans-Papiers-Gemeinschaft Schweiz