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Meine bisherigen Informationen zu den Sättel, welche am Ordonnanzfahrrad verbaut waren.
Nagel
Richard Nagel & Co, Sattelfabrik, Bielefeld / DE (1883 – 1936)
Bielefeld. Wir schreiben den 2. Oktober 1883. Der Beamte des Bielefelder Amtsgerichtes notiert in verschnörkelter Kanzelschrift im Buch zum Gesellschaftsregister «No. 412 – R. Nagel & Co.; Die Gesellschafter sind 1) der Kaufmann Richard Nagel zu Gadderbaum 2) der Kaufmann Georg Rothgießer zu Bielefeld». Die unscheinbare Eintragung ist letztlich der Beginn der Bielefelder Fahrradindustrie. Der Bielefelder Fahrrad-Historiker Michael Mertins (59) hat jetzt sei neues Buch vorgelegt. Titel: «Sättel, Taschen und Gamaschen.»
Richard Nagel (1860 bis 1920) lernte bei der Nähmaschinenfabrik Dürkopp den Beruf des Kaufmanns und arbeitet für die Bielefelder Firma in Hamburg und London. Dort lernte er die britischen Fertigungstechniken kennen. England war damals das führende Land der industriellen Produktion. In seiner Londoner Zeit erlebte er auch die dortige Sportszene mit den faszinierenden Hochradrennen. Das Niederrad, das wir heute kennen, war noch nicht erfunden.
Georg Rothgießer (1858 bis 1943) lernte ebenfalls in England den Hochradsport kennen. Er war in der neuen Firma der Tüftler, Techniker und Erfinder. Nach ihm ist der Park am Dürkopp-Tor-6 benannt.
Fabrik für Radfahrer-Bedarfsartikel
In einem Schuppen im neu geschaffenen Amt Gadderaum vor den Toren der Stadt neben der Apotheke des Sanitätsrates Dr. Victor Esau an der Gadderbaumer Straße gründeten die beiden Jungunternehmer ihre «Fabrik für Radfahrer-Bedarfsartikel». Im Klartext: Die Bielefelder Fahrradindustrie begann mit Teilen.
Die ersten Utensilien waren der verstellbare und niemals abgleitende Löwenmaul-Schraubenschlüssel, der später in vielen Fahrrad-Werkzeugtaschen mitgeführt wurde. Außerdem der Patent-Schnur-Sattel, der ein «genaues Anschmiegen an die Körperformen» gewährleisten sollte. Außerdem sorgte er für eine gute Belüftung des Popos.
Die Sättel waren gedacht für Hochräder, die artistisch zu besteigen waren. Sie thronten in einer Höhe von mindestens 1,50 Metern. Die Sattelhöhe richtete sich nach der Beinlänge des Radfahrers. Eine Übersetzung gab es nicht, eine Kurbelumdrehung bedeutete auch eine Radumdrehung.
«Aus einem Schuppen in Gadderbaum nach London»
Von 1885 bis 1887 verkaufte die Firma Nagel & Co. ihre Artikel nicht nur in Bielefeld, sondern auch in London in 31 Holborn Viaduct, E. C.. Die beiden Buchstaben stehen für den Postbezirk Eastern Central, im Ostern von London. In dieser Straße hatten sich alle Top-Fahrradfirmen der damaligen Zeit niedergelassen. Die Namen kennt niemand mehr, außer vielleicht noch Singer & Co. Mertins: «Das muss man sich vorstellen, eine kleine Firma aus einem Schuppen in Gadderbaum wagt sich nach London, der damaligen Handelsmetropole.»
Der Federungskomfort der Hochräder war schlecht, denn die Reifen waren aus hartem Vollgummi und die Kopfstürze aus großer Höhe gefürchtet. Das Hochrad und der Patent-Schnur-Sattel waren beliebt, setzten sich aber nicht durch. Ab 1885 wurden in England die ersten Niederräder gebaut. Mertins: «Die hießen dort Safeties.» Ab 1886 baute Dürkopp das erste Niederrad in Bielefeld. Ab 1890 verlor das Hochrad an Boden und verschwand. Bis auf Rennen und artistische Darbietungen.
Trotzdem waren Fahrräder auf dem Vormarsch und die Firma Nagel & Co. brauchte mehr Platz. Im Spätsommer 1887 begann der Firmenneubau an der Turnerstraße. Bielefeld war auf dem Weg zur Industriestadt. Nagel baute verschiedenen Sättelmodelle, Ständer, Naben, Gepäckträger und Pedalen. Im gleichen Jahr gaben sie die Filiale in London auf. Die Gründe dafür sind unbekannt.
Nagel und Rothgießer zerstreiten sich
Ende 1887 zerstreiten sich Nagel und Rothgießer. Nagel findet, dass Rothgießer Dinge erfindet, die niemand braucht, einen Steigungsmesser zum Beispiel, der anzeigt, wie viel Grad das Rad bergauf oder bergab fährt. Aber Rothgießer wehrt sich und bekommt nach einem siebenjährigen Streit vor Gericht Recht mit der Behauptung, dass die gesamte Produktion von Nagel & Co. auf seinem geistigen Eigentum fußt. Unbekannt ist ebenfalls, was die Firma an ihn bezahlen musste.
Ab Mitte der 1890er Jahre tritt die Konkurrenz auf den Plan: 1895 die Firma Lohmann, 1897 Lepper, 1898 Wittkopp und in den 1920er Jahren die Firma Isringhausen.
Richard Nagel stirbt 1920, sein Bruder Walter führt die Firmengeschäfte weiter. Im Ersten Weltkrieg verdient das Unternehmen gut mit Lederwaren für das Militär: Pferdegeschirr, Haltegurte, Gewehrriemen, Gamaschen, Rucksäcke und Pistolentaschen. 1934 stirbt Walter Nagel, die Firma wird von den Konkurrenten übernommen, in der Turnerstraße stellt eine andere Firma Aluminiumgussteile her.
Michael Mertins: «Ab 1936 verschwindet die Firma Nagel komplett von der Bildfläche.» Die Todesanzeige von Walter Nagel hatte gerade drei Zeilen.https://www.nw.de/lokal/bielefeld/mitte/8990053_Sattel-mit-Po-Belueftung.html
Stephan
Friedrich Stephan, Lederwerke Mühlheim (Thüringen / DE) (1851 – 1992)
1851: Gründung der Firma durch den Gerber Friedrich Stephan
Die Lederwerke Fr. Stephan betreiben als eine der ersten Firmen ihre Maschinen über Transmissionsriemen mit Dampfkraft
1890er Jahre: Beginn der Herstellung von Fahrrad-Sätteln
ab 1935 Übernahme von Aufträgen für die Wehrmacht (Lederriemen, Tournister ect.). In der Firma arbeiten 250 Beschäftigte
Anfang 1945 kurzzeitige Einstellung der Produktion
Mai 1945 Wiederaufnahme der Produktion mit 35 Beschäftigten und einer Firmenauslastung von nur 15%
Juni 1945 Besetzung Thüringens durch die Sowjetunion. Ausführen von Aufträgen für die Rote Armee
bis 1948 Tauschhandel und Spezialanfertigungen für die Rote Armee und deren Offiziere. Willkürliche Verhaftungen von Familienangehörigen der Firmeninhaber durch deutsche Polizei (ohne Wissen und Anordnung der Besatzungsmacht). Freilassung nach einem Befehl der Besatzer
Leider ist es sehr schwer, an Bildmaterial aus den Jahren 1945 bis 1989 zu kommen, da in den Betrieben der ehem. DDR das Fotografieren verboten war. Nur zu ausgewählten Anlässen durften ausgewählte Fotografen ausgewählte und meist gestellte Bilder aufnehmen.
Wittkop
Wittkop & Co. (Bielefeld / DE) (1898 – 1986)
Eine interessante Chronik.
Zusamenfassung:
Die Firma Wittkop GmbH ging am 29.12.1986 Konkurs. Ein Teil der Belegschaft, so ca. 20 Mann, machte unter dem Dach der R. L. Sattelfabrik GmbH in Schoetmar bis Ende 1994 weiter. Eigner waren Eberhard Büchel (Fulda) und Hugo Görner (Aalen). Sie verwendeten weiterhin den Markennamen Wittkop, später wurde die Produktion in Büchels Werk nach Thüringen verlegt, wo bis heute Sättel unter dem Namen Wittkop das Werk verlassen. (Quelle: Michael Mertins)
Der Name Wittkop lebt somit weiter: http://www.wittkop.eu
Die Büchel-Firmengruppe aus Fulda teilte im April 2021 ausserdem mit, dass ihr Tochterunternehmen Wittkop Sattel GmbH (Zella-Mehlis) zum 1. Mai 2021 den Sattelhersteller Selle Esse aus Italien übernehmen wird.
Zeitungsbericht 1986
Der letzte bundesdeutsche Sattelhersteller wirft das Handtuch / Umrüstung vom Sattlerhandwerk auf eine Spritzgußanlage brachte keine Rettung für den Betrieb / Kreditunwillige Banken fungieren als Zwangsvollstrecker der Kapazitätsanpassung / Die Beschäftigten gehen leer aus
«Wir wollen unseren Lohn“. Ein wenig verloren steht das Transparent an der verrußten Mauer, über der sich in bestem Bielefelder Industrie–Klassizismus das massige Fabrikgebäude erhebt. Hier preßten, nähten und stanzten einmal 400 Männer und Frauen an der Sitzvorrichtung, auf der der kriegsmüde deutsche Landserarsch dem Wirtschaftswunderland entgegenrollte: Fahrrad– und Mofasattel. Vom Boom der fünfziger Jahre sind 27 Beschäftigte, ein Seniorchef und ein Geschäftsführer übriggeblieben.
Der „letzte deutsche Sattelhersteller mit Komplettprogramm“ (Wittkop über Wittkop) hat Antrag auf Eröffnung des Vergleichsverfahrens gestellt.
Das Tor steht sperrangelweit auf, kein Pförtner kontrolliert, durch ein menschenleeres, mächtiges Treppenhaus erreicht der Besucher die Chefetage. Hinter einer Milchglastür Marke Zahnarztpraxis ein schäbiger Flur im grünen Pastell der Fünfziger, dann ein kleines, schmuddeliges Vorzimmer. „Der Herr Geschäftsführer läßt sich entschuldigen, er stellt gerade auf dem Amtsgericht Antrag auf Vergleich.“
Vizechef Bunte führt also durch den Betrieb. Zunächst ins Archiv. In der Ecke das Modell von einem Männer– und einem Frauensteiß. An den Wänden hängt, was ihnen gut tut: Hunderte von Fahrradsatteln, made by Wittkop.
Der Seniorchef wird wehmütig: „Seit 1898 sind wir im Geschäft. Vor dem Krieg arbeiteten hier bereits mehrere hundert Menschen, aber damals ging ja das meiste in die Rüstung. Nach dem Krieg ging es schnell wieder aufwärts, denn wir waren die ersten, die Mofa–Sattel bauten. Ganz Europa fuhr auf Wittkop–Sätteln, über eine Million haben wir jährlich verkauft, mehr als 400 Menschen arbeiteten hier.“
Das war einmal. Als der Wirtschaftswunderbürger umsattelte auf das vierrädrige Statussymbol, ging’s auch mit der westdeutschen Sattelindustrie abwärts.
Durch leere Etagen, vorbei an Containern mit Federn, Stangen, Stegen und sonstigem Krimskrams, aus dem ein Sattel ist, begeben wir uns auf die Suche nach den letzten Sattelbauern. Drei sind in der ersten Etage übrig geblieben.
Seit Oktober haben sie keinen Lohn mehr bekommen, und daß sie ihr Scherflein aus der Aufstockung der Konkursmasse abkriegen, ist genauso unwahrscheinlich wie der Erhalt der Arbeitsplätze.
Passend zum Fest ging den letzten 27 Wittkop–Beschäftigten die Zukunft flöten. „Ja, an so einen Ledersattel kommt kein anderes Produkt heran“, räsoniert der dazugekommene Geschäftsführer Hufendiek, der seine Vergleichspflicht beendet hat. „Aber das ist ja alles viel zu arbeitsintensiv. Seit 15 Jahren tobt der Preiskampf, und so können wir nicht mithalten.“
Inder Tat profitierten die bundesdeutschen Sattelhersteller vom Fahrradboom Anfang der achtziger Jahre kaum. Der Markt verlangte für den 200 Mark–Schrott Marke Kaufhaus–Fahrrad eine ebensolche Sitzgelegenheit, und die Italiener machten das Rennen. Hufendiek: „Unsere Sattel gehen fast nur in den Handel. Für die Zweitausrüstung – wenn die Radfahrer gemerkt haben, daß sie auf dem Billigstsattel nicht sitzen können.“ Um ein wenig mitzuhalten, ließ Wittkop die Sattel von Gefangenen in der nahegelegenen Justizvollzugsanstalt oder von den Behinderten in Bielefeld–Bethel zusammenbauen – das kam billiger. Aber es reichte nicht, und so hielt die große Maschine Einzug in die altehrwürdigen Fabrikhallen.
Wir haben die High–Tech– Halle erreicht, und Herr Hufendiek wird sichtlich lebendiger; das hier ist nicht mehr Handwerk, das ist Fabrik, in der es nach Chemie und nicht nach Leder riecht. Ein Arbeiter ist von rund 30 Gußformen umzingelt, in jede legt er ein Sattel–Untergestell, greift einen Schlauch, füllt die Form mit einer schwarzen, teerartigen Brühe. „PU–Schaum“, erläutert stolz Herr Hufendiek, „entwickelt in Zusammenarbeit mit der Firma Bayer. Der Kunststoff schäumt auf, geht mit dem Metall eine feste Verbindung ein. Nach dem Abkühlen muß er nur noch minimal bearbeitet werden.“ Die Rationalisierungswelle und ein ausgeprägtes Marken–Styling (Wittkop–Sattel tragen klingende Namen wie „medicus“ opder „comfort“) brachte Anfang der Achtziger das Unternehmen sichtlich auf Touren.
Allein in diesem Jahr werden noch einmal 13 Prozent Umsatzzuwachs verbucht, Wittkop ist nicht überschuldet, die Kredite sind abgesichert durch das eine bis eineinhalb Millionen Mark schwere Fabrikgebäude. Dennoch ist die Firma pleite.
Seniorchef Bunte rechnet die Logik in Zahlen um: „Rund 2,5 Millionen Fahrräder werden jährlich verkauft, damit ist der Markt gesättigt. Produziert aber werden vier Millionen.“ Macht 1,5 Millionen zu viel.
Zum Zwangsvollstrecker der Kapazitätsanpassung haben sich inzwischen die Banken aufgeschwungen. Sie kürzen den Firmen, denen sie Zukunft absprechen, kurzerhand die Kreditlinie, so auch bei Wittkop.
Vor der leeren Pförtnerloge treffen wir den Betriebsrat: „Die Kolleginnen und Kollegen haben keine Hoffnung mehr, wir wollen unser Geld sehen, damit wir wenigstens etwas von Weihnachten haben.“ Dann bitter an die Adresse des Chefs: „Hätten Sie eher die leerstehenden Hallen vermietet, wäre das nicht passiert. Sie haben in den letzten Monaten auf Zeit gespielt, es war schon seit Wochen klar, daß die Arbeitsplätze nicht gerettet werden. Jetzt ist die Zeit so weit fortgeschritten, daß die Kolleginnen und Kollegen bis Weihnachten nicht einmal ihr Arbeitslosengeld bekommen werden. Aber für Sie wird sich sicher irgendwo ein Plätzchen finden – für uns nicht.“ Der Chef murmelt irgendwas von „Hätten wir, hätten wir – hinterher sind wir alle klüger“ und zuckt mit den Achseln.
Wittkop hat abgesattelt. DA RAUCHT DER SCHORNSTEINtaz. die tageszeitung, vom 16. 12. 1986, Von Günter Piening
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WI45
W42
FAG
Dazu fehlen mir sämtliche Informationen. Weiss jemand mehr?
Update 2022-10-06: Vielen Dank für die Zusendung folgender Information:
«Betreffs FAG kann ich Dir folgendes mitteilen; es handelt sich um die «Fabrik für Fahrradteile A.-G. Siggenthal Station»; nach Verkauf mittlerweile liquidiert. Die FAG hat im Juni 1957 alle Werkzeuge zur Sattelfabrikation der «Lederwarenfabrik Herbert Reinecke in Beckenried verkauft. Reinecke hat dann bereits im September 1957 300 Sättel an Zesar und 500 Sättel an die Mafag geliefert. Stempelungen «FAG» müssten also 1957 oder früher sein.»
Reinecke
Lederwarenfabrik Reinecke (Beckenried / CH) (1951 – 1989)
Im Jahre 1928 gründete Wittkop & Co. in Beckenried eine Tochterfirma. Zu diesem Zweck wurde ein Fabrikgelände gepachtet und die Maschinen aus dem Stammwerk in Bielefeld geliefert. Die Geschäftsführung übernahm der damalige Vertreter in der Schweiz, Herr Alfred Reinecke.
Im Zuge der Erbauseinandersetzungen durch den Tod von Richard Ziegler (Inhaber Wittkop) wurde Die Tochterfirma «Wittkop Schweiz» im Jahre 1951 an die Familie Reinecke, die dieses Geschäftsvermögen bis dahin verwaltet hatte, verkauft.
Herbert Reinecke (1924 – 1991), der 1951 die Handelsfirma Wittkop von dessen Vater übernahm, produzierte fortan in Beckenried mit seiner Firma «Herbert Reinecke Lederwarenfabrik» bis Mitte der 80er Jahre Velosättel der Marken Renard und Duralca sowie zahlreiche Ordonnanzartikel.
«Der Ordonnanzsattel war Vater’s Stolz, arbeiteten doch zahlreiche der bis zu 40 Mitarbeiter an diesem qualitativ hochstehenden Produkt, das von A-Z in Beckenried hergestellt wurde.Aussagen von Herbert Reinecke Junior, per Mailverkehr 2008
Zahlreiche der Maschinen stammten aus dem Nachlass der Firma Lepper, die meines Wissens vor der Lederwarenfabrik Reinecke, die Schweizer Armee belieferte. In den 70er Jahren sparten sich die KTA (Kriegstechnische Abteilung und die Zeughäuser) den Einsatz der neuen Reinecke Sättel auf – als Soldaten mussten wir mit den ausgedienten Lepper Sättel vorliebnehmen, währenddessen die neuen Reinecke Sättel in den Zeughäusern schlummerten. Die zu Hunderten, ja zu Tausenden unter der gestrengen Qualitätskontrolle der KTA gelieferten Sättel bildeten ein wichtiges Standbein im Produktionssortiment. Das Qualitätsleder wurde gestanzt, gepresst und geklopft. Das Gestell mit Qualitätsstahldraht auf verschiedensten Maschinen gefertigt, lackiert und endmontiert.»
1989 wurde diese Firma verkauft. Neuer Besitzer war die Firma Cyrus Carpet Care AG (Teppichfabrik).
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Lepper
Ludwig Lepper (Bielefeld / DE) (1897 – 2016)
Lepper ist ein niederländischer Hersteller von Fahrradteilen, ursprünglich ein deutsches Unternehmen.
Das Unternehmen wurde Ende des 19. Jahrhunderts im deutschen Bielefeld gegründet . Gründer Ludwig Lepper begann dort 1894 mit der Herstellung von Taschen. 1897 eröffnete er eine Fabrik zur Herstellung von Sätteln. 1926 kam eine Niederlassung im holländischen Dieren hinzu . Die größte Mitarbeiterzahl gab es in den 1950er Jahren mit 300 Personen. Zweimal, 1975 und 1994, entging das Unternehmen der Schliessung durch Konkurs nur knapp. 2016 zog das Unternehmen in abgespeckter Form nach Apeldoorn.
Von Lepper hergestellte Fahrradteile und -zubehör umfassten Leder- und Kunststoffsättel , Schutzbleche sowie Fahrrad- und Satteltaschen aus Leder.
2020 ging das Unternehmen in Konkurs und die Maschinen wurden verkauft.
Aus dem «Gelderländer».
Tausende von Fahrradsätteln und Schutzblechen wurden in den letzten Jahrzehnten bei Lepper in Dieren hergestellt. Das Unternehmen wird nun in abgespeckter Form in Apeldoorn weitergeführt.
Am Dienstag, den 15. Dezember, wurde der Schlüssel für das Werksgelände am Kanaalweg an Eigentümer BPD (Bouwfonds) übergeben. Nach 90 Jahren bedeutete dies die Abreise von Lepper Zadelfabriek aus dem Dorf Gelderland.
Umzug
Die Pressen, Walzen und alle anderen Lederverarbeitungs- und Schneidemaschinen aus den fünfziger und sechziger Jahren sind an Leppers neuen Standort in Wilmersdorf in Apeldoorn umgezogen. Ende dieser Woche soll dort die Produktion wieder aufgenommen werden. Seit Dezember vergangenen Jahres ist es geschlossen. „Letzten Herbst haben wir mehr Sättel hergestellt, um einen zusätzlichen Vorrat aufzubauen“, sagt Van de Steeg.
Unruhige Geschichte
Lepper hatte eine turbulente Geschichte in Dieren. Das Unternehmen wurde 1897 in Bielefeld, Deutschland, gegründet. 1926 wurde eine Filiale am Kanaalweg in Dieren eröffnet. In seiner Blütezeit, den 1950er Jahren, arbeiteten dort mehr als 300 Menschen.
Insolvenzen
Die Fabrik in Dieren überstand Insolvenzen in den Jahren 1975 und 1994, musste jedoch beide Male Personal entlassen. 2016 arbeiten noch 10 Personen, die nach Apeldoorn umziehen.Tageszeitung de Gelderlander, 26. Januar 2016.