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Schaden und Nutzen bei Tierversuchen klarer abwägen können
Wie können wir das Leid in einem Tierversuch bewerten? Dieses Forschungsprojekt möchte Empfehlungen erarbeiten, um in Zukunft klarere ethische Entscheide treffen zu können.
Projektbeschrieb
Bevor die Behörden in der Schweiz einen Tierversuch zulassen, müssen sie eine Schaden-Nutzen-Abwägung durchführen. Dabei müssen verschiedene Fragen beantwortet werden: Wie gross ist der Schaden für das Tier? Wie gross ist der Nutzen für die Forschung, für die Gesellschaft? In der Praxis ist das oft eine sehr schwierige Güterabwägung. Wie soll man das Leid der Tiere gewichten? Wie soll man den Nutzen messen? Und wie beides miteinander vergleichen?
In der Schweiz kommt noch eine zusätzliche Hürde dazu, denn die Bundesverfassung verlangt im Umgang mit Tieren, der «Würde der Kreatur» Rechnung zu tragen. Da stellt sich zum Beispiel die Frage: Wodurch wird die Würde eines Tiers beeinträchtigt? National wie international haben die verantwortlichen Fachpersonen grosse Probleme mit der praktischen Umsetzung der Schaden-Nutzen-Abwägung.
«Das Problem ist unter anderem: Wir verfügen über keine klaren ethischen Kriterien, um sogenannte pathozentrische Schäden wie Schmerz oder Stress bei Tieren zu bewerten», so Projektleiter Matthias Eggel von der Universität Basel. «Ebenso fehlen entsprechende Kriterien bei der Bewertung von nicht-pathozentrischen Schäden wie Instrumentalisierung oder körperliche Unversehrtheit, welche die Würde der Kreatur beeinträchtigen.»
Das Forschungsprojekt von Matthias Eggel möchte in dieser schwierigen Frage Fortschritte erzielen.
Originaltitel
Beyond the 3Rs - Developing a 21st century account of strains and harms in animal research