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Gewässerqualität
Gewässer mehrheitlich in gutem Zustand
Der Anteil der Fliessgewässer mit guter oder sehr guter Wasserqualität hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Die konsequente Überprüfung der Hofplatzentwässerung von Landwirtschaftsbetrieben in den letzten Jahren hat sich positiv auf die Wasserqualität ausgewirkt. 80 % der in den Jahren 2014–2016 untersuchten Fliessgewässer enthalten eine gute oder sehr gute Wasserqualität. Bei 20 % treten kleinere oder grössere Beeinträchtigungen auf, z. B. durch das Einleiten von gereinigtem Abwasser aus Kläranlagen und diffusen Hintergrundbelastungen aus der Siedlungsentwässerung, der Landwirtschaft oder der Strassenentwässerung. Zu Beginn der Messungen war die Wasserqualität in 15 % der untersuchten Fliessgewässer unbefriedigend oder schlecht gewesen, im Untersuchungszeitraum 2014 – 2016 nur noch in 3 %.
Die Qualität eines Fliessgewässers wird bestimmt durch die chemische Zusammensetzung des darin fliessenden Wassers sowie durch die Ausprägungen des Bachbetts und des Ufers. Von den rund 1’900 km Bach und Flussläufen im Thurgau sind 54 % in einem natürlichen oder zumindest wenig beeinträchtigten Zustand. 17 % sind in ihrem Verlauf stark beeinträchtigt oder naturfremd. Weitere 22 %, das entspricht immerhin einer Länge von ungefähr 430 km, sind eingedolt. Die verbleibenden 7 % der Fliessgewässer wurden ökomorphologisch noch nicht erfasst. Im Rahmen der vom Bund vorgeschriebenen Revitalisierungsplanung und deren Umsetzung sollen die bestehenden Defizite so weit wie möglich aufgehoben werden. Das wird allerdings mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen.
Gute Wasserqualität des Bodensees
Der Bodensee weist heute eine sehr gute Wasserqualität auf. 2016 betrug die Konzentration des Gesamtphosphors im Schnitt 8,0 μg/l. Er hat sich somit auf einem natürlich tiefen Niveau eingependelt. Die niedrigen Nährstoffkonzentrationen zeigen sich auch in der guten Sauerstoffversorgung, welche bis in die Tiefe des Obersees über das ganze Jahr herrscht. Mit dieser Wasserqualität ist der Bodensee heute gut gegen die Klimaerwärmung gewappnet. Die warme Witterung der letzten Jahre hat dazu geführt, dass sich jeweils im Winter das Wasser im See nicht vollständig umschichten konnte (keine Vollzirkulation) und dadurch kein Sauerstoff in die Tiefe gelangte. Seit der letzten Vollzirkulation 2012 geht das herbstliche Sauerstoffminimum über Grund immer weiter zurück (2012: 7,2 mg/l, 2016: 5,2 mg/l). Höhere Phosphorgehalte würden zu einer noch stärkeren Abnahme führen. Die ökologische Funktion des Bodenseeufers ist stark eingeschränkt. Von den rund 63 km Länge des Thurgauer Seeufers sind lediglich 28 % in einem natürlichen oder naturnahen Zustand, 13 % sind beeinträchtigt und ganze 59 % sind naturfern bzw. naturfremd.