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2) Demetrius II., Sohn des GroßfürstenMichael, folgte 1320 seinem von Georg Danilowitsch ermordeten Vater als Fürst von
Nowgorod, mußte aber dem Tatarenchan sein Wort geben, daß er um das Großfürstentum mit dem Mörder seines Vaters nicht weiter
streiten wolle. Als jedoch 1325 beide in der Horde des Chans zusammentrafen, stieß Demetrius seinen Todfeind nieder, wofür ihn der
Chan hinrichten ließ.
4) Demetrius IV. Iwanowitsch, Donskoi, folgte 1363, vom Tatarenchan als Großfürst bestätigt, dem vorigen, suchte den innern Fehden
der Lehnsfürsten und den verheerenden Einfällen Nowgorodscher Freibeuter zu steuern und ließ seit 1367 den
Kreml zu Moskau erbauen, wohin er seine Residenz verlegte. Er erwehrte sich 1368 glücklich der Litauer, und als der Tatarenchan
Mamai in Rußland einfiel, um Michael von Twer auf den Thron von Moskau zu setzen, wußte ihn Demetrius zu versöhnen und ward von demselben
im Besitz des Großfürstentums bestätigt. Ein Krieg mit dem FürstenMichael von Twer endete mit der Unterwerfung Michaels. Darauf
zog Demetrius gegen die kasanischen Bulgaren, zwang ihren Sultan Machmet zur Unterwerfung, brach dadurch offen mit dem Chan Mamai und
schlug das gegen ihn geschickte Heer desselben Zwei Jahre später erfocht er auf
der Ebene von Kulikowo einen großen Sieg über die
von dem Chan selbst befehligten Tataren und erhielt deshalb den Ehrennamen
Donskoi, d. h. der Donische. Dem neuen Chan, Tochtamysch, gelang es aber schon 1382, Moskau zu erobern, wo seine Scharen entsetzlich
hausten. Demetrius, der nach Kostroma geflohen war, soll bei seiner Rückkehr über 24,000 Erschlagene gefunden
haben. Unter diesen Umständen gelang es ihm nicht, die vollständige Befreiung Rußlands von den Tataren zu erreichen. Er
starb seinen 17jährigen Sohn Wasilij als Nachfolger hinterlassend.
5) Jüngster Sohn Iwans IV., des Schrecklichen, geb. wenige Monate vor dem Tod seines Vaters,
ward unter ZarFeodor Iwanowitsch mit seiner MutterMaria nach Uglitsch verwiesen und daselbst, wahrscheinlich auf Befehl des
Boris Godunow (s. d.), ermordet. Nach andern Angaben rettete ihn seine Mutter, indem sie ein ähnliches Kind unterschob. Aus
der Ungewißheit seines Todes entstanden die falschen Demetrius (Pseudo-Demetrius), deren erster 1603 auftrat
und nach der, wie man auf Grund der Ergebnisse der neuesten Forschungen annehmen kann, fälschlichen Angabe derer, die ihn
für unecht hielten, einMönch aus dem Kloster Tschudow, Namens Grischka Otrepjew, gewesen sein soll. Er entdeckte sich zuerst
dem Fürsten Wisniewezki in Litauen, bei dem er in Diensten stand, und dann dem Woiwoden von Sandomir, Mniszek,
der ihn dem polnischen König Siegmund III. vorstellte und ihm seine Tochter Marina zur Gemahlin gab. Um Einfluß auf Rußland
zu gewinnen, unterstützten ihn die Polen, und er begann nun den Krieg gegen Boris, der, wiederholt geschlagen,
plötzlich starb, wie einige meinen, an Gift.
Boris' Sohn und Nachfolger Feodor ward kurz, bevor Demetrius 1605 in Moskau einzog und den Thron bestieg, nebst seiner Mutter erdrosselt.
Demetrius regierte mit Kraft
[* 6] und Umsicht; doch brachte er durch allerlei Neuerungen in Tracht und Sitte, insbesondere durch seine Bevorzugung
der abendländischen Kultur, die Großen des Reichs gegen sich auf; als seine Braut, die katholische Marina Mniszek, mit 2000 Polen
in Moskau erschien, erregte die Haltung der letztern allgemeinen Unwillen.
Während der Hochzeitsfeier entstand ein Aufstand in Moskau; der Pöbel und ein Soldatenhaufe, vom Fürsten Wasilij Schuiskij,
dem Demetrius schon früher einen Verrat großmütig verziehen, geführt, brach in den Kreml ein, wobei Demetrius und
viele Polen ermordet wurden. Marina, kaum dem Tod entronnen, ward in den Kerker geworfen.
Vgl. über Demetrius die russischen Schriften
von Usträlow (Petersb. 1831-35, 5 Bde.)
und Kostomarow (1864);
Mérimée, Der falsche Demetrius (deutsch, Leipz. 1869);
Pierling, Rome et Demetrius (Par. 1878),
u. a. Schiller benutzte seine Geschichte zu seinem unvollendeten Drama »Demetrius«.
Ein zweiter falscher Demetrius trat sehr bald, nachdem Wasilij Schuiskij den Thron bestiegen, auf, gab sich für Eine Person mit dem
ersten aus und behauptete, sich aus Moskau gerettet zu haben. Er schlug wiederholt die Truppen des Zaren
und fand besonders Anhang, als die herrschsüchtige Marina nach ihrer Befreiung ihn als ihren Gemahl anerkannte. Er residierte
längere Zeit im Dorf Tuschino in der unmittelbaren Nähe von Moskau und besetzte eine große Menge von Städten in der ganzen
Umgegend, insbesondere im Norden
[* 7] Rußlands, so daß der Zar Wasilij Schuiskij genötigt wurde, die HilfeSchwedens im Kampf gegen den Prätendenten und die ihn unterstützenden Polen in Anspruch zu nehmen. Das stark befestigte KlosterTroizk hatte von den »Tuschinzy«, wie die Anhänger
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