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Der US-Konzern Watson Pharmaceuticals und der Generika-Spezialist Actavis haben am Mittwochabend ihren seit längeren erwarteten Deal verkündet: Die Amerikaner übernehmen die Actavis, die 2011 ihr Hauptquartier von Island ins schweizerische Zug verlegte, für 4,5 Milliarden Euro. Damit steigt Watson zur weltweiten Nummer drei im Generika-Markt hinter Teva und Sandoz (Novartis) auf.
Der isländische Investor Thor Bjorgolfsson hatte Actavis 2007 für 3,6 Milliarden Euro von der Börse genommen und stemmte dieses Geschäft damals mit Kredit, der grösstenteils von der Deutschen Bank stammte. Da Bjorgolfsson in der Finanzkrise einen grossen Teil seines Vermögens verlor, sass das Frankfurter Institut zuletzt immer noch auf einem grossen Teil dieses Kredits.
Der Kaufpreis, den Watson zahlt, ist im Branchenvergleich relativ hoch. Da Actavis 2011 einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von rund 300 Millionen Euro erzielt hat, entspricht der Kaufpreis dem 14- bis 15-Fachen des EBITDA. Bei vergleichbaren Transaktionen wie der Ratiopharm-Übernahme durch Teva Pharmaceuticals wurde zuletzt etwa das 11-Fache gezahlt. Actavis beschäftigt mehr als 10000 Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 2,5 Milliarden US-Dollar.
Dafür können die Amerikaner nach eigener Einschätzung ab dem dritten Jahr nach der Übernahme Synergien von mehr als 300 Millionen Euro realisieren. Mit dem Deal schiebt sich Watson zudem vorbei am US-Konkurrenten Mylan auf Platz drei der weltgrössten Generikahersteller hinter Teva Pharmaceuticals und der Novartis-Tochter Sandoz.
Watson/Actavis streben einen gemeinsamen Umsatz von rund 8 Milliarden US-Dollar an. Im Generikageschäft ist Grösse gefragt. So ist z.B. die Entwicklung, Zulassung und Produktion von Biosimilars - Nachahmerprodukte von biopharmazeutischen Medikamenten - mit hohen Kosten verbunden, die von kleineren Unternehmen kaum gestemmt werden können. Actavis und Watson passen Analysten zufolge gut zusammen. So hat Watson eine starke Marktpräsenz in den USA, Actavis ist vor allem in Europa gut positioniert, auch in Nordafrika hat sich der Konzern zuletzt in Stellung gebracht. Wie Dow Jones Newswires zuvor erfuhr, sind die Verhandlungen durch eine Avance von Watson Ende vergangenen Jahres ins Rollen gekommen. (Dow Jones, rma)