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Nobilis
Farbenringe, schöne, verschiedenfarbige Gürtel, [* 3] welche man nach Nobili (1826) erhält, wenn man eine horizontal auf den Boden eines Gefäßes gelegte, mit dem positiven Pol einer galvanischen Batterie verbundene Silberplatte (silberplattierte Kupferplatte) mit einer Lösung von essigsaurem Blei [* 4] (Bleizucker) übergießt und in die Lösung einen mit dem negativen Pol verbundenen vertikalen Platindraht eintaucht; der Sauerstoff, welcher sich durch Elektrolyse [* 5] an der positiven Platte abscheiden sollte, oxydiert das Blei der Lösung zu Bleisuperoxyd, welches sich auf der Platte als dünner, durchsichtiger Überzug absetzt, der unmittelbar unter dem negativen Platindraht am dicksten ist und von da, ringsum nach außen hin dünner werdend, in immer weitern Kreisen sich ausbreitet.
Diese dünne Schicht zeigt nun Interferenzfarben (Farben dünner Blättchen, Newtons [* 6] Farbenringe), welche, weil jeder andern Dicke ein andrer Farbenton entspricht, als bunte, kreisförmige Ringe den durch den Platindraht bezeichneten Mittelpunkt konzentrisch umgeben. Man benutzt solche mit Interferenzfarben prangende Überzüge, um allerlei kleine Metallgegenstände, wie Aschenbecher, Tischglocken etc., durch Elektrolyse zu schmücken, und nennt dieses Verfahren Galvanochromie oder Metallochromie (s. Galvanische Färbung). [* 7] In neuester Zeit hat Guébhard kompliziert derartige Ringsysteme dargestellt, indem er der verschiedenartig begrenzten Metallplatte Pole in verschiedener Anzahl und Gruppierung gegenüberstellte. Die farbigen Kurven, die man jedesmal erhält, sind die Linien gleicher Dichte der aus der Flüssigkeit in die Metallplatte eintretende Strömung; sie sind in ihrem Aussehen ähnlich den Linien gleicher Spannung (gleichen Potenzials), welche sich in der Metallplatte ergeben würden, wenn die Poldrähte unmittelbar auf dieselbe ausgesetzt würden.