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Forschungsschwerpunkte an der Schnittstelle der Theoretischen und Praktischen Philosophie
Als Klammer über die Gebiete der Theoretischen und der Praktischen Philosophie spielt das Thema der Normativität eine zentrale Rolle: sprachliche Regeln und Regeln der Überzeugungsbildung auf der theoretischen, das Verhältnis von Normen zu Werten und die Ursprünge von normativer Autorität auf der praktischen Seite. Ausserdem beschäftigt man sich in beiden Gebieten mit den Begriffen der Wahrheit und der Lüge, sowohl aus semantischer und erkenntnistheoretischer als auch aus moralischer Perspektive.
Forschungsschwerpunkte zu Fragen der Praktischen Philosophie
Die lehrstuhlübergreifende Forschung in der Praktischen Philosophie des philosophischen Seminars umfasst zwei Schwerpunkte. Erstens, die Theorie der moralischen Rechte (Begriffliche Analyse, Verhältnis Rechte und Pflichten, Rechte Dritter, Begründungsfragen, angewandte Fragen). Zweitens besteht eine Zusammenarbeit in Fragen der begrifflichen Klärung und Begründung von Autorität in verschiedenen strukturellen Zusammenhängen.
Forschungsschwerpunkte zu Fragen der Theoretischen Philosophie
Die Lehrstühle Meylan und Saporiti beschäftigen sich mit Bezügen zwischen zeitgenössischen und historischen Positionen. Die Philosophie Wittgensteins wird sowohl am Lehrstuhl Saporiti als auch am Lehrstuhl Glock erforscht. Dasselbe gilt für andere Strömungen und Figuren aus der Geschichte der Analytischen Philosophie (z.B. Begriffsanalyse und Ryle). Ausserdem verbindet die beiden Lehrstühle ein Interesse an metaphilosophischen Themen, insbesondere an der Rolle, welche die Geschichte der Philosophie für das Fach spielt.
Eine weitere metaphilosophische Verknüpfung besteht zwischen der SNF Eccellenza Professur von Kevin Reuter und dem Lehrstuhl Glock. Dabei geht es um die Beziehung zwischen Begriffsanalyse, Begriffsentwicklung (conceptual engineering) und experimenteller Philosophie. Das Thema «Normativität» vereint die Lehrstühle Meylan und Glock. An ersterem geht es hauptsächlich um epistemische Normativität, an letzterem um semantische Normativität sowie die anthropologische Rolle von Normen. Mitglieder der beiden Lehrstühle tauschen sich u.a. zur Frage aus, ob normative Phänomene naturalisiert werden können.
Die Themenfelder Metaphilosophie und thick concepts verbinden die Professuren Reuter und Herfeld. Während am Lehrstuhl Reuter die Frage nach dem Nutzen und der Rechtfertigung von empirischen Methoden gestellt wird, behandelt der Lehrstuhl Herfeld die Frage, inwiefern empirische Methoden für die Wissenschaftsphilosophie fruchtbar gemacht werden können.