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Fig. 73 giebt einige Beispiele der alt
amerikanischen Zeichenkunst und Malerei und zwar in a)
die Darstellung eines Kriegers mit Speer, Schild und Keule aus einer Handschrift der Nahua (Zapoteken); b) ist eine
altperuanische
Vase mit einer daraufsitzenden Häuptlingsfigur und kämpfenden Kriegern; c) giebt eine Probe der letzten Kunst
der Azteken, zwei Krieger aus einer farbigen Zeichnung auf Leinwand, die in 86 Einzeldarstellungen die
Eroberung Mexikos durch die Spanier darstellte.
Dieses Bild, das um die Mitte des 16. Jahrhunderts entstanden ist, ging zwar verloren, doch sind einzelne Teile in getreuen Nachbildungen erhalten. Die zwei Krieger sind Verbündete der Spanier, sie gehören zu einer Schilderung der Kämpfe gegen die Einwohner von Michuacan. Die Zeichnung ist sehr befangen und steif; die Farbe einfach und natürlich, aber ohne jede Schattierung, sodaß die Darstellungen kein «Gemälde» sondern nur eine farbig angelegte Umrißzeichnung sind. Vergleicht man a, b und c, so ist doch eine gewisse Entwicklung zur naturgetreuen Wiedergabe der menschlichen Gestalt nicht zu verkennen. In Figur 73 d gebe ich noch ein altmexikanisches Kunsterzeugnis, das in der Zeichnung einen ähnlichen Stil wie Figur 73 a zeigt und sich von dem Flachbilde der Maya (Fig. 71) durch weniger rundliche Modellierung und geringere Herausarbeitung aus der Fläche unterscheidet. Es ist ein sogen. Kalenderstein mit der Darstellung eines Gottes.
^[Abb.: Fig. 73 d. Mexikanischer Kalenderstein.] ¶