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Das von israelischen Ingenieuren gegründete Unternehmen «Watergen» entwickelte eine Maschine, die ohne zusätzliche Infrastruktur Trinkwasser produziert: Sie entzieht der Luft das Wasser. Durch ein seitliches Gitter saugt die Maschine Umgebungsluft ein und säubert diese von Schmutz und Staubpartikeln. Ein Kühlsystem im Inneren sorgt dafür, dass die Luftfeuchtigkeit kondensiert. Das daraus gewonnene Wasser fliesst durch ein Filtersystem, das mögliche Verunreinigungen entfernt. Das Wasser kann mit Mineralien angereichert werden. Je feuchter und heisser die Umgebung, desto grösser die Wasserausbeute. Der grosse Vorteil ist, dass die Maschine mit Batterien und Solarstrom betrieben werden kann.
Was bis vor wenigen Jahren noch undenkbar schien, ist heute Realität und hat sich in der Praxis bewährt. Solche Anlagen stehen unter anderem in Südafrika, Vietnam, Indien und den USA.
«Watergen» hat schon mehrere internationale Auszeichnungen für ihre Innovationen erhalten. Diese Erfindung wurde durch die Notwendigkeit angeregt, Militärstützpunkte, die oft tief in der Wüste liegen, mit Trinkwasser zu versorgen. Eine Notlage wurde letztlich zum Segen.
Der Wassermangel in strukturschwachen Ländern ist auch an der ETH in Zürich ein Thema. Professor Eberhard Morgenroth setzt mit seinem Team den Schwerpunkt aber auf die Hygiene. Ein von ihm entwickeltes Verfahren ermöglicht es, Brauchwasser wiederzuverwenden. Das spart Wasser und beugt Infektionskrankheiten vor. Rund sieben Jahre haben Morgenroth und sein Team an der Wasserrecyclinganlage gearbeitet. Diese erlaubt es, leicht verschmutztes Wasser, das beim Duschen, Baden und Händewaschen anfällt, immer wieder zu benutzen. Und zwar ohne dass dieses durch eine zentrale Kläranlage fliessen muss.
Das Brauchwasser ist nach mehreren Reinigungsschritten geruchsfrei und farblos. Es enthält sogar weniger Bakterien als das Trinkwasser der Stadt Zürich. Während zwei Monaten im Sommer 2018 stand ein Prototyp der Anlage in einer öffentlichen Grünanlage mitten in Zürich zum Händewaschen zur Verfügung. Obwohl sich teilweise über hundert Menschen pro Tag die Hände wuschen, gab es jederzeit genügend Wasser.
In erster Linie ist die Anlage für strukturschwache Gegenden konzipiert. Doch sind zum Beispiel auch Bahnbetreiber und Ausrüster von Eisenbahnen sehr an dieser Entwicklung interessiert.
Meldung aus factum 01/2019.