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Was bedeutet der Begriff der Komorbidität im Zusammenhang mit der Migräne?
U. Kaspar / Februar 2013
Als Komorbidität bezeichnet man eines oder mehrere diagnostisch abgrenzbare Krankheitsbilder, die zusätzlich zu einer Grunderkrankung vorliegen können. Bei der Migräne findet sich einerseits eine gehäufte psychiatrische Komorbidität, andererseits eine Häufung internistisch-neurologischer Begleit-erkrankungen. Das Erkennen solcher Komorbiditäten ist besonders im Hinblick auf die einzuschla-gende Migränetherapie von Bedeutung.
Häufig ist Migräne mit depressiven Störungen vergesellschaftet. Dabei kann es sich sowohl um unipo-lare wie bipolare Depressionen handeln. Die gleichzeitige therapeutische Wirksamkeit von trizykli-schen Antidepressiva bei Depressionen und einfacher Migräne ist gesichert. Im Fall einer bipolaren Depression wird man heute auch eine Migräneprophylaxe mit einem entsprechenden Stimmungssta-bilisator aus der Gruppe der Antiepileptica wie Valproat oder Topiramat in Erwägung ziehen. Bei den unipolaren Depressionen in Kombination mit Migräne wird das Antiepilepticum Lamictal empfohlen.
Die Kombination von Migräne und Epilepsie rechtfertigt den Einsatz eines auf die Migräne wirkenden Antiepileptikums wie Valproat, oder Lamotrigin.Da Topiramt bei Fettleibigkeit das Gewicht reduziert, kann bei Adipositas mit Migräne diesem Präparat den Vorzug gegeben werden.
Zur Optimierung einer wirksamen Migräne-Basisbehandlung sollte somit immer auf die Möglichkeit einer bestehenden Komorbidität geachtet werden.