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Island ist in Bewegung und lässt Vulkanologen aufhorchen und die Medien berichten über die Anzeichen, welche die Natur sendet. Die Drift der Kontinentalplatten rückt sich wieder einmal in den Vordergrund und man wird sich bewusst, Island ist eine Vulkaninsel, durch welche der Mittelatlantische Rücken, das heisst die Plattengrenze zwischen Nordamerika und Eurasien verläuft, von Norden nach Süden/Südwesten. Hier dringt Basalt aus dem Erdmantel in die Erdkruste und daraus ergeben sich Spannungen, welche sich in Form von Erdbeben entladen. Erdbeben spürte man über das ganze letzte Wochenende in ganz Nordisland und die Seismographen sehr viele Erdstösse auf, einige davon mit Stärke 5 und mehr auf der Richterskala. Am Samstag und Sonntag wurden ungefähr 4000 Erdbeben registriert, gestern Montag waren es noch 1500 und letzte Nacht 300. Das Erdbebenzentrum beim stärksten Beben von 5,6 lag etwa 20 Kilometer vor der Küste von Siglufjördur.
Bereits am Freitag spürte man einen Erdbebenschwarm in der dafür bekannten Region auf der Halbinsel Tjörnes. In der dortigen Frakturzone liegen viele parallel verlaufende Grabenbrüche, ähnlich wie im Süden in Thingvellir. Gemäss den Behörden hat es kaum Schäden gegeben, man hatte mehr Anrufe aus der Bevölkerung erwartet.
Bereits im Januar gab es, wie auf dieser Webseite berichtet, Veränderungen in der Erdkruste bei Grindavik, welche verbunden mit Erdbeben waren. Man vermutete, dass Magma unterirdisch einfliesst. Dieser Prozess wurde aber nach wenigen Wochen schwächer, nimmt aber seit Ende Mai wieder zu. Die Halbinsel Reykjanes ist ebenfalls von Bruchlinien überzogen, man erkennt diese am besten von oben beim An- oder Abflug.
Aktuell wird seit einiger Zeit auch der Vulkan Grimsvötn genauer beobachtet. Da dieser unter dem Vatnajökjull Gletscher liegt, ist dies erschwert. Der Name benennt den subglazialen See und der renommierte Geologe Magnus Tumi Gudmundsson sagte kürzlich, dass die Wasseroberfläche des Sees angestiegen sei. Sollte sich der Gletschersee in den nächsten Wochen oder Monaten in Form eines für Island typischen Gletscherlaufs entleeren, könnte es auch zu einem Vulkanausbruch kommen. Grimsvötn ist der am häufigsten ausbrechende Vulkan in Island, durchschnittlich gibt es alle fünf bis sechs Jahre eine Eruption. Die letzten gab es 1998 und 2004 etwas kleinere Ausbrüche, , aber 2011 und nur ein Jahr nach Eyjafjallajökull folgte ein grösserer. Die Eruption dauerte nur eine Woche, aber produzierte viel Asche, was erneut den Flugverkehr beeinträchtigte. Im Südosten gibt es nicht sehr viele Farmen, aber deren Felder wurden von einer dicke Ascheschicht überdeckt. Die Wasserfluten der Gletscherlaufe ergiessen sich über den Fluss Gigjukvisl auf den riesigen Skeidararsandur. Erst in einem solchen Moment versteht man, weshalb es dort nicht viel mehr gibt als Flussläufe und Sand, Sand, Sand. Die Ringstrasse wird aus diesem Grund über spezielle Brückenkonstruktionen geführt. Unter dem Vatnajökull verbergen sich weitere Vulkane, Grimsvötn macht am häufigsten von sich reden!
Als wäre Corona aktuell nicht genug, so scheint es, dass auch Vulkane und Kontinentalplatten auf sich aufmerksam machen wollen. Manche sagen, Island sei ein Pulverfass, die Isländer leben seit Jahrhunderten damit. Wir sind gespannt, was weiter geschehen wird!