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Die Groasis Waterbox wurde vom Holländer Pieter Hoff entwickelt und wird von ihm aufgrund seiner Speicherfähigkeit von Wasser auch als „Wasserbatterie“ bezeichnet. Durch sein spezielles Design kann Groasis sowohl Regenwasser speichern als auch Wasser durch Kondensation aus der Luft entziehen, ohne das dazu zusätzliche Energie aufgewendet werden muß.
Das ermöglicht es, Bäume in völlig entlegenen und pflanzenfeindlichen Gebieten wie zum Beispiel Wüsten, steinigen Böden oder gerodeten Wäldern zu pflanzen. Aber auch in pflanzenwirtlicheren Umgebungen kann Groasis eingesetzt werden. Hier verspricht die Waterbox ein bis zu 30 Prozent schnelleres Wachstum als bei einer herkömmlichen Bepflanzung. Eine Tatsache die vor allem für Obst- und Gemüsebauern interessant sein dürfte.
Die Groasis Waterbox wurde von der Mohammed I. Universität von Oudja in Marokko unter härtesten Bedingungen 3 Jahre lang in der Sahara getestet. Das Ergebnis fiel eindeutig aus. Bäume die mit der Groasis Waterbox gepflanzt wurden, entwickelten sich zu 88,2 Prozent hervorragend. Ohne die Box verwelkten 89,5 Prozent der Bäume, obwohl sie zusätzlich regelmäßig bewässert wurden.
Groasis sucht noch immer Vertriebspartner, um sein Konzept weltweit vermarkten zu können. Nähere Infos dazu gibt es auf der Homepage.
Der niederländische Erfinder Pieter Hoff hat Großes vor: Er will mit einer Plastik-Schüssel die Erde retten. Denn seine „Waterbox“ ermöglicht angeblich Baumwuchs in der Wüste, und das wiederum könnte größere Mengen des umweltschädlichen CO2 binden:
von Andreas Reuter, HR-Hörfunkstudio Brüssel
Erfinder Pieter Hoff mit seiner „Waterbox“:
Die Erfindung, die die Welt retten soll, ist so groß wie ein Autoreifen und sieht aus wie eine Plastik-Schüssel mit einem Deckel oben drauf. In der Mitte allerdings hat die „Waterbox“ aus den Niederlanden ein längliches Loch. Die Wunderschüssel ist also eher ein breiter Ring.
Pflanzt man zwei Bäumchen nebeneinander und stülpt die Box dann darüber, umschließt sie die jungen Pflanzen wie eine Manschette. Am Anfang werden 15 Liter eingefüllt. Den Rest macht die Box dann allein. An ihrem in Lamellen gefalteten Deckel bildet sich Kondenswasser, das zur Mitte abläuft. Fällt mal etwas Regen, wird der ebenfalls aufgefangen und im Inneren der Schüssel gespeichert.
Über einen Faden, der wie ein Docht wirkt, tröpfelt Wasser nach unten ab. Aber immer nur sehr wenig, sagt Erfinder Pieter Hoff: „Ungefähr 50 Milliliter pro Tag werden abgegeben. Eigentlich ist der Sinn der Technik, dass man so wenig gibt, dass die Pflanze gezwungen ist, selbst zu suchen, und so viel, dass sie nicht abstirbt.“
Ein Schnapsglas voll Wasser pro Tag reicht also aus, um die Wurzel zu Höchstleistungen anzuspornen – beispielsweise, um in Felsspalten einzudringen, die Steine auseinanderzupressen und immer tiefer zu wachsen, bis sie im Boden genügend Wasser findet. Ein Jahr kann das dauern. Dann muss die Pflanze allein überleben können. Die Box kann man dann nach oben abheben und damit woanders das nächste Bäumchen pflanzen.
Sieben Jahre hat Pieter Hoff an seiner sogenannten „Waterbox“ getüftelt. Nun ist er sicher: Damit kann er praktisch überall auf der Welt Bäume wachsen lassen – auf kahlen Felszügen, wo Waldbrände gewütet haben, ebenso wie mitten in der Sahara. „In der ersten August-Woche haben wir bei einer Temperatur von 45 Grad Celsius und sieben Prozent Luftfeuchtigkeit in der Mojawe-Wüste Bäume gepflanzt“, berichtet Hoff. „Gestern habe ich schon eine Mail bekommen, dass die ersten Samen gekeimt haben. Das bedeutet, dass sie überleben, und da bin ich stolz drauf.“
In seinem früheren Leben hat Pieter Hoff Blumen gezüchtet und exportiert. Auf dem Weltmarkt für Lilien war er einer der größten drei Anbieter. Als er 2003 mit 50 seine Firma verkauft, hat er große Ziele. Mit seiner Wasserbox könne man sogar die Erderwärmung stoppen, sagt er heute, indem man so viele Bäume pflanzt, dass sie all das überzählige CO2 in der Luft wieder verbrauchen. „Meine Vision ist eigentlich, dass wir das Klima-Problem lösen“, erklärt Hoff, „und das ist mit Bäumen möglich. Das Klima-Problem ist eigentlich nur ein Problem von zu viel CO2. Ich habe berechnet, dass es kein CO2-Problem mehr gibt, wenn wir zwei Milliarden Hektar Bäume pflanzen.“
Zwei Milliarden Hektar: Das ist die Fläche von Kanada – aber auch ziemlich genau die Fläche, die der Mensch in den vergangenen 2000 Jahren entwaldet hat. Platz zum Wiederaufforsten gibt es also genug, sagt Pieter Hoff. Man soll aber nicht einfach irgendwelche Bäume in die Landschaft stellen, sondern solche, mit denen man auch etwas verdienen kann – beispielsweise, indem man aberntet, was auf ihnen wächst, und das Holz verwertet. Kleinbauern in Afrika möchte Hoff seine Wasserbox ebenso verkaufen wie großen Pensionsfonds aus den Industrie-Ländern. Verdienen, sagt der frühere Blumen-Magnat, sollen alle daran.
Quelle: http://www.tagesschau.de/ausland/waterbox100.html