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Verstopfung
Verstopfung ist zu Beginn einer Schwangerschaft recht häufig. Mindestens ein Drittel aller werdenden Mütter haben damit ein Problem. Sie wird durch die erhöhte Progesteron-Produktion verursacht, die eine allgemeine Entspannung der glatten Muskulatur, also auch der Darmmuskulatur, bewirkt. Das ungeborene Kind wird so in der Gebärmutter vor Erschütterung und Kontraktionen geschützt. Auch Magenbrennen (Sodbrennen) und Blähungen können leicht entstehen.
Durch die Entspannung der Darmmuskulatur bekommt Ihr Kind auch mehr Nährstoffe, da die Nahrung den Darm langsamer passiert und besser verwertet wird. Bei langsamer Darmtätigkeit hat der Darm mehr Zeit, dem Nahrungsbrei Wasser zu entziehen, was leider die Verstopfung fördert. Zudem werden weniger Verdauungssäfte produziert, so dass die Nahrung länger im Magen verbleibt, ebenfalls eine mögliche Ursache für Verstopfung. Später in der Schwangerschaft kann der Druck, den die vergrösserte Gebärmutter ausübt, die Darmtätigkeit beeinträchtigen. Die Einnahme von Eisenpräparaten kann ebenfalls zu Verstopfung führen. Zu starkes Pressen beim Stuhlgang fördert gegen Ende der Schwangerschaft die Entstehung von Hämorrhoiden.
Drei Tage ohne Stuhlgang sind noch nicht beunruhigend, aber wenn mehr als vier Tage zwischen jedem Stuhlgang vergehen und der Stuhl hart und schwer auszuscheiden ist, sollten Sie etwas gegen die Verstopfung unternehmen. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie das ohne Abführmittel schaffen!
Und wenn es gar nicht mehr anders geht: Pflanzliche Quellmittel wie Leinsamen, Flohsamen oder Weizenkleie sind auch in der Schwangerschaft unproblematisch. Als Mittel zweiter Wahl stehen Lactulose-Präparate, Lactose, iso-osmotische Abführmittel und Glycerin-Zäpfchen zur Verfügung. Auch der Wirkstoff Bisacodyl ist ungefährlich. Abzuraten ist allerdings von anthrachinonhaltigen Medikamenten und Rhizinusöl, weil sie Wehen auslösen können. Glauber- und Bittersalz (Natrium- und Magnesiumsulfat) kommen zwar prinzipiell in Frage, sind aber bei Herz-Kreislauf- und Nierenkrankheiten gefährlich, da die vermehrte Aufnahme von Natrium- und Magnesiumionen den Körper zusätzlich belastet. In den letzten Schwangerschaftswochen sollte Magnesiumsulfat tabu sein, weil es möglicherweise die Wehen hemmen könnte.
Häufige Fragen zum Thema
Nein, nicht alle, aber immerhin etwa die Hälfte aller Schwangeren. Die Blutgefässe sind durch die Schwangerschaftshormone zusätzlich weit gestellt, der venöse Rückfluss zum Herzen ist gestört. So staut sich das Blut in den Venen der unteren Körperhälfte, die auf der Haut die unregelmässigen,...vollständige Antwort lesen
Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Einnahme eines pflanzlichen Abführmittels bei hartnäckiger Verstopfung Ihr ungeborenes Kind schädigen könnte. Mittel wie z.B. Senna-Psyllium oder Bisocadyl werden schon sehr lange auch in der Schwangerschaft eingesetzt, und Anzeichen für eine erhöhte...vollständige Antwort lesen
Newsticker
Ballaststoffe sind wichtig | 03.09.2019
Dass Schwangere viele Ballaststoffe zu sich nehmen sollen, ist bekannt – kann man doch so die leidige Verstopfung in den Griff bekommen. Jetzt ist noch ein weiterer Grund dazu gekommen: In einer Studie mit Daten von mehr als 88.000 Kindern zeigte sich, dass sie auch das Zöliakie-Risiko des Kindes um bis zu 34% senken können. Je mehr Ballaststoffe die Mutter isst, umso geringer die Wahrscheinlichkeit für eine spätere Glutenunverträglichkeit des Kindes. Dabei zeigten sich die Ballaststoffe aus Früchten und Gemüse wirksamer als jene aus Getreide. Ob die Mutter in der Schwangerschaft glutenhaltige Lebensmittel (z. B. Weizen, Dinkel, Roggen und Gerste) verzehrte oder nicht, hatte keine Auswirkung auf das Zöliakie-Risiko des Kindes. Nach ersten Mäusestudien aber vermutet man, dass eine glutenfreie Ernährung der Mutter in der Schwangerschaft das Diabetes-Typ1-Risiko des Kindes senken kann.
Letzte Aktualisierung : 04-05-16, BH