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Mit dem 6:3-Sieg im Final gegen das Überraschungsteam aus Norwegen um Skip Marianne Rörvik bilanziert die Crew des CC Aarau in Schweden 14 Siege ohne eine einzige Niederlage. An WM-Turnieren sind die Schweizerinnen seit Ende April 2021 über 36 Partien unbezwungen. Es kursierten auch Meldungen, dass sie «nur» 35 Spiele am Stück gewonnen hätten. Es rührt daher, dass in der Statistik des WCF eine Partie von 2021 (Sieg gegen Estland) mit dem Datum falsch eingereiht ist. Es ist in Wirklichkeit eine unvergleichliche Serie von 36 Siegen. So oder so haben Briar Schwaller-Hürlimann, Carole Howald, Silvana Tirinzoni und Alina Pätz in der ganzen Turnierwoche in Schweden Aussergewöhnliches geleistet.
Der Final verlief von Beginn an ausgeglichen. Dank einem gestohlenen Stein im 4. End erhöhten die Schweizerinnen auf 2:0, aber die Norwegerinnen glichen noch vor der Pause mit einem Zweierhaus aus. Noch vor dem 10. End war alles offen. Die Schweizerinnen führten 4:3, aber die Norwegerinnen konnten auf den Vorteil des letzten Steins zurückgreifen. Ein gestohlenes Zweierhaus führte schliesslich zum grandiosen Sieg. Norwegens Nummer 4 Kristian Skaslien hätte im 10. End einen relativ einfachen Stein ins Haus legen müssen, um ein Zusatz-End herauszuholen. Aber ihr Versuch geriet deutlich zu kurz, so dass zwei zählende gelbe Schweizer Steine liegen blieben.
Die Serie von 36 Siegen an Weltmeisterschaften, die Tirinzonis Crew hingelegt hat – und die in einem Jahr noch weitergehen könnte –, ist im Weltcurling einmalig. Auch bei den Männern ist kein ähnlich hoher Wert bekannt. Der schwedische Super-Curler Niklas Edin – er gewann wie Tirinzoni die letzten vier WM-Turniere – brachte es mit seiner besten Serie auf zwölf Siege.
Einzigartig ist auch die Dominanz der Schweiz im Frauencurling. Seit 2012 gewannen verschiedene Schweizer Frauenteams acht von elf Weltmeisterschaften. Vor Tirinzonis Aarauerinnen waren es Davos um Skip Mirjam Ott (2012), Flims um Skip Binia Feltscher (2014 und 2016) sowie Baden Regio um Skip Alina Pätz (2015). In der 1979 begonnenen Geschichte der Frauen-WM holte keine andere Nationen in einer so kurzen Zeit derart viele Titel.
In den Anfangszeiten siegten für die Schweiz Basel Albeina (Gaby Casanova) 1979 und Bern-Egghölzli (Erika Müller) 1983. In der ewigen Bestenliste hat die Schweiz mit nunmehr zehn Titeln den 2. Platz gefestigt. Kanada ist mit 17 WM-Titeln bei den Frauen unerreicht.
Für Norwegens Frauencurling ist die Finalqualifikation eine Wiederauferstehung. Der legendäre Skip Dordi Nordby gewann 1990 und 1991 WM-Titel, aber nach Nordbys Rücktritt 2007 brachte es 15 Jahre lang keine norwegische Crew in die erweiterte Weltspitze. Zahlreiche WM- und EM-Turniere fanden sogar ohne norwegische Beteiligung statt.
(nih/sda)
Bayer Leverkusen kann frühestens morgen Sonntag erstmals Deutscher Meister werden. Von Rekordmeister Bayern München gab es keine (weitere) Schützenhilfe, er setzte sich zuhause gegen den Abstiegskandidaten Köln durch. Die Bayern taten sich lange schwer. Raphaël Guerreiro erlöste sie erst in der 65. Minute, nach einem Corner traf er herrlich per Weitschuss ins hohe Eck. Thomas Müller sorgte in der Nachspielzeit für den Endstand.