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Ist diese Ignoranz noch zu überbieten?
Der Zürcher Kantonsrat zog sich in einer heiklen Angelegenheit aus der Affäre, indem er den schwarzen Peter den einzelnen Schulen zuschob. Er nahm die Volksinitiative an, die die Wiedereinführung von zwei zusätzlichen Lektionen Handarbeit verlangt, ohne eine Stellenaufstockung zu genehmigen, die für diesen Unterricht in Halbklassen nötig ist. Das hat zur Folge, dass entweder der Englischunterricht oder der Handarbeitsunterricht in ganzen (weiterhin bis zu 27 Schüler starken) Klassen unterrichtet werden muss. Damit er diesen unpopulären Entscheid nicht fällen muss, überlässt er ihn einfach den Schulen. Diese finden die Situation absurd. Die Schulgemeinde Horgen ruft zum Boykott auf.
Und was meint Martin Wendelspiess, Chef des Volksschulamtes? Ein Teil der Handarbeit könne gut theoretisch unterrichtet werden, zum Beispiel könne die Herkunft der Baumwolle behandelt werden. Auch könnten grosse Schulgemeinden zum Beispiel die Klassengrössen erhöhen und damit Lehrerstellen einsparen, die dann für die Handarbeit eingesetzt werden könnten. Zudem könne in Zukunft auf die Gestaltungspools zurückgegriffen werden – frei verfügbare Stellenprozente, die eigentlich zur Entlastung der Lehrkräfte geschaffen werden.
Wie kann man die wirklichen Probleme der Schulen nur derart ignorieren?
Und an den Kantonsrat gerichtet: Wie kann man den Schulen und Lehrkräften immer wieder neue Aufgaben übertragen, ohne sie ausreichend zu finanzieren?
Zürich tut wirklich alles, um möglichst viele Lehrkräfte zu vergraulen und zu einem Berufswechsel zu drängen.