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Digitale Signalverarbeitung – ein Riesenschritt mit enormen Vorteilen
Die Einführung digitaler Technik bedeutete auch im Hörgerätebereich einen Quantensprung. Das erste Modell, das akustische Signale digital verarbeitete, stammt von 1996. Zwar war die Technik über CDs mittlerweile in nahezu allen Haushalten verbreitet, doch bis dato war es noch nicht bekannt, dass man auch in winzig kleinen Hörgeräten diese enorme Prozessorleistung unterbringen kann.
Geschichtlicher Streifzug durch die digitale Signalverarbeitung
Mit digitaler Signalverarbeitung wurde schon im 18. Jahrhundert geforscht. Damals schuf Gauss die Grundlagen einer digitalen Transformation, um die Tonhöhe eines Signals analysieren zu können. In den vergangenen 20 Jahren schritt die technische Entwicklung enorm voran. Seit drei Jahrzehnten kann man auf Fachbücher zur digitalen Signalverarbeitung zurückgreifen. Bei Hörgeräten steigt die Prozessorleistung ebenso schnell an wie bei PC, Tablet oder Handy.
Die Signalerarbeitung im digitalen Hörgerät
Auch ein Hörgerät verarbeitet die Signale nach einem bestimmten Algorithmus, nutzt also ein Softwareprogramm. Das Programm nimmt die Signale an den Mikrofonen beider Ohren auf. Dann verrechnet es sie in einen Prozessor und sendet modifizierte Daten an die Lautsprecher beider Ohren (bei binauralen Hörgeräten). Der Verarbeitungsprozess gliedert sich in Frequenzanalyse, Kompositionen, Störungsunterdrückung in den unterschiedlichen Frequenzbereichen und ein Klassifikationssignals zur automatischen Anpassung an die Umgebung.
Reine Verstärkung nützt dem Hörgeschädigten nichts
Ein Hörgerät, das akustische Signale lediglich verstärkt, nützt einem Hörgeschädigten relativ wenig. Er braucht ein Gerät, das die Trennung von Objekten durchführen und diese Signale selektiv verstärken kann. Ein Richtungsfilter-Algorithmus verstärkt Signale, die beispielsweise gerade von vorne kommen und simuliert die Merkmale des binauralen Hörens. Hierfür sind Mikrofone an jedem Ohr sowie ein zentraler Prozessor notwendig, der die Signale beider Mikrofone verrechnet. Genau das geschieht in einem binauralen Hörgerät.
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