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Caroline Bardua, Coswig, 1811 datiert
Ölmalerei auf Leinwand
H. 65 cm, B. 55 cm
Inv. 1972.20.
Geschenk Willi Haffner, Dreieich-Götzenhain (Hessen).
Susanna von Bärenfels (1750–1837) stammte aus einem bedeutenden, seit dem hohen Mittelalter in Basel ansässigen Rittergeschlecht, das mit ihrem Tod 1837 ausstarb.
Sie war ihr Leben lang unverheiratet geblieben. «Sie war und blieb im elterlichen Hause bis sie bei Frau Fürstin von Anhalt Zerbst, die sich damals längere Zeit in Basel aufhielt, als Hofdame angestellt wurde, was ihrem Stand gemäß war, und ihren Neigungen zu entsprechen schien.
Im Jahre 1791 folgte sie dieser Fürstin nach Koswig, und blieb bei ihr 36 Jahre, und ging mit ihr durch gute und böse Tage», berichtet die Lebensbeschreibung in ihrer Leichenrede.
In diesen knappen Angaben scheint ein weiterer Lebenslauf auf, jener der Fürstin Friederike Auguste Sophie von Anhalt-Zerbst (1744–1827; Kat. 120). In Kontakt gekommen waren die Fürstin und die Baslerin während des Exilaufenthaltes der Fürstin in Basel; zu dem sie hier umgebenden Kreis gehörte Susanna von Bärenfels als Hofdame.
Als sich die Fürstin 1791 zur Abreise aus Basel genötigt sah, folgte ihr Susanna von Bärenfels zunächst nach Jever. Später – nach dem Tod des Fürsten 1793 – zog die Fürstin nach Zerbst, dann für viele Jahre wieder nach Jever und schliesslich an ihren Witwensitz Coswig an der Elbe. 36 Jahre lang lebte ihre Hofdame Susanna von Bärenfels an ihrer Seite fern von Basel, als Gesellschafterin und Vertraute. Gemildert wurde dieser Aufenthalt in der Fremde durch die Tatsache, dass auch ihr Bruder Johann Ludwig (1753–1819) als Hofmarschall und zeitweise auch ihr anderer Bruder Christian Gottlieb (1752–1835) im Dienste der Fürstin standen. Im Testament der Fürstin, die 1827 starb, wurden ihrer Hofdame insgesamt 6 000 Taler in Gold bestimmt, dazu eine Pension von 400 Talern jährlich und noch 1 000 Taler in Gold zur Anschaffung neuer Möbel sowie die Übernahme der durch den Umzug nach Basel entstehenden Kosten. Diese Grosszügigkeit begründete die Fürstin so: «Sie hat aus wahrem treuen Attachement und zärtlicher Liebe für mich, ihr Vaterland, Freunde und Verwandte verlassen.» Noch ein drittes Frauenleben ist mit dem Porträt verbunden, das der Malerin Caroline Bardua (1781–1864).
Sie hatte als selbständige Malerin lange in Berlin gelebt, dann aber auf der Suche nach Aufträgen kleinere Städte und Residenzen Deutschlands bereisen müssen. Das Porträt zeigt die 61-jährige Susanna von Bärenfels in der Tracht der Stiftsdamen von Heiligengrabe (Brandenburg). Vermutlich war es die Fürstin, die ihrer Hofdame den Status einer Ehrenstiftsdame in diesem protestantischen Damenstift verschafft hatte. Diese war nicht mit Residenzpflicht verbunden und ermöglichte der unverheirateten Frau, sich in der Gesellschaft freier bewegen zu können.