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Biografie
Die Weltentstehung - die Samenlehre
Der Kosmos besteht aus untrennbaren, Ihrem Wesen nach
unendlich verschiedenen Grundteilchen.
Die Urmischung der Stoffe wird durch die Vernunft in Wirbelbewegung versetzt. Durch eine immer mehr um sich greifende Sonderung erfolgt die Weltentstehung mit ihren zahlreichen Dingen und Lebewesen. Der Scheidung der Stoffe wirkt jedoch das Streben des Gleichen nach dem Gleichen entgegen. Da die Sonderung nicht vollständig ist, existieren immer noch alle Spermata in jeder einzelnen Erscheinung, deren Charakter lediglich durch das Übergewicht einer bestimmten Spermata gekennzeichnet ist. Im Spiel dieser gegensätzlichen Bestrebungen vollzieht sich die Bildung des Kosmos.
Der Entstehungsprozess ist ein Durchmischen und Trennen der Teilchen. Diese Teilchen verändern sich nicht. Wahres Sein entsteht und vergeht nicht. Aus nichts wird nichts. Alles kann aber auch nicht mehr werden, denn man muss erkennen, dass die Gesamtheit der Dinge weder mehr noch weniger wird.
Kosmologie
Die Form der Erde ist flach und verharrt in schwebender Lage, weil sie von der Luft getragen wird. Nach Anaxagoras existiert kein leerer Raum. Sonne und Sterne sind nun glühende Gesteinsmassen, die von der Bewegung des Himmels herumgerissen werden.
Eine Mondfinsternis entsteht, wenn die Erde zwischen Mond und Sonne tritt. Eine Sonnenfinsternis tritt hingegen auf, wenn der Mond zwischen Sonne und Erde tritt. Das für uns Menschen sichtbare Licht des Mondes ist das reflektierte Sonnenlicht.
Der Nous (Geist)
Der Nous (auch der Geist) ist die treibende Kraft des Universums. Er gab den Anstoß zur Sonderung der Stoffe. Seine Haupteigenschaften sind das Erkennen und das formen der Teilchen.
Die Wahrnehmungslehre
Im Gegensatz zur Aussage des Empedokles, dass Gleiches nur durch Gleiches zu erkennen sei, erfolgt nach Anaxagoras die Wahrnehmung durch das Entgegengesetzte. Die Hand empfindet eiskaltes oder siedendheißes Wasser als schmerzhaft, während sie Wasser, das der Temperatur der Hand entspricht, kaum wahrnimmt.
Die sichtbare Welt zeigt uns stets nur eine Oberfläche der Wirklichkeit.
Weblinks