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Simona Aebersold (Schweiz) und Kasper Harlem Fosser (Norwegen) gewinnen die ersten Titel an der OL WM 2023 in Flims Laax. Aebersold und Fosser, die miteinander liiert sind, setzten sich über die Langdistanz in ihren jeweiligen Duellen um Gold vor Tove Alexandersson (Schweden) und Matthias Kyburz (Schweiz) durch.
Das Frauenrennen entwickelte sich früh zum erwarteten Zweikampf zwischen der schwedischen Titelverteidigerin Tove Alexandersson und der einheimischen Herausforderin Simona Aebersold. Die 25-jährige Schweizerin setzte sich schliesslich mit einem Vorsprung von 31 Sekunden durch und beendete damit Alexanderssons Serie von fünf WM-Titeln über die Langdistanz.
«Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen», sagte Aebersold, die nach vier Silbermedaillen erstmals WM-Gold holte. «Ich habe mir diesen Titel schon lange zum Ziel gesetzt und in den letzten Monaten nicht immer daran geglaubt, dass ich es schaffen kann. Umso grösser ist jetzt die Freude.»
Simona Aebersold lag im physisch wie technisch fordernden Wettkampf bereits bei der ersten Zwischenzeit an der Spitze und behauptete die Führung bis ins Ziel. «Das Rennen war vor allem koordinativ sehr anspruchsvoll. Ich fühlte mich aber physisch gut und nahm mir in den entscheidenden Momenten genügend Zeit, genau Karte zu lesen. So bin ich ohne grössere Fehler durchgekommen.»
Weniger zufrieden mit ihrem Lauf zeigte sich die entthronte Tove Alexandersson. «Auch wenn es am Ende noch knapp wurde: Das war nicht das Rennen, das ich mir vorgenommen hatte», sagte die 30-Jährige. «Ich habe den gewünschten Flow nie richtig gefunden, so dass sich technisch mehrmals Fehler eingeschlichen haben.»
Während Aebersold und Alexandersson in einer eigenen Liga liefen, kam es dahinter zu einem engen Kampf um den letzten Podestplatz – mit fünf Athletinnen innerhalb von zwei Minuten. Die Bronzemedaille sicherte sich die Norwegerin Andrine Benjaminsen, 7:20 Minuten hinter Aebersold. «Ich bin sehr glücklich über diese Medaille», sagte Benjaminsen. «Nachdem ich in diesem Frühling mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, ist das eine grosse Genugtuung.»
Entscheidung auf der letzten Route
Bei den Männern lieferten sich Kasper Harlem Fosser und Matthias Kyburz ein packendes Duell an der Spitze, das erst auf dem letzten Routenwahlabschnitt entschieden wurde. Fosser wählte eine direktere Route als Kyburz und konnte so einen kleinen Rückstand noch in einen Vorsprung von letztlich 51 Sekunden verwandeln. Der Titelverteidiger aus Norwegen holte damit sein drittes WM-Gold nach 2021 (Langdistanz) und 2022 (Sprint).
«Es ist verrückt, dass Simona und ich hier gemeinsam gewinnen können», sagte der 24-jährige Fosser. «Wir haben gemeinsam viel Zeit in die WM-Vorbereitung investiert, und heute ist alles aufgegangen.» Fosser kam ohne grössere Fehler über die Strecke. «Nachdem ich im Frühling verletzungshalber nicht so viel Lauftraining machen konnte wie erhofft, wusste ich, dass ich nur mit einem fehlerfreien Rennen einen Chance auf den Titel haben würde. Ein solches ist mir gelungen.»
Matthias Kyburz konnte sich über seine insgesamt 13. WM-Medaille freuen. Dem verpassten Titel trauerte er nicht nach. «Ich hatte ein gutes Rennen und brauche mir nichts vorzuwerfen, auch wenn ich am Schluss möglicherweise nicht die schnellste Route erwischt habe. Es ist grossartig, mit einer Medaille in die Heim- WM zu starten.»
Bronze gewann der mehrfache Juniorenweltmeister Finne Olli Ojanaho (Finnland), der sich seine erste WM-Medaille auf Eliteniveau sicherte.
Zufriedene Organisatoren
Ein positives Fazit konnten die Organisatoren ziehen. «Es freut mich, dass auch unter den besten Läuferinnen und Läufern unterschiedliche Routen gewählt wurden», sagte Simone Niggli, Chefin des Bahnlegerteams. «Die stärksten Athleten, welche die richtigen Entscheidungen getroffen haben, haben sich durchgesetzt.»
Nach einem Ruhetag geht es an der WM in Flims Laax am Samstag mit dem Mitteldistanz-Final weiter. Am Sonntag stehen zum Abschluss die Staffelrennen auf dem Programm.
(Bilder: zVg.)