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Die Architekten Ernst Mumenthaler und Otto Meier errichteten 1934 ein Einfamilienhaus für die Familie Aeschlimann-Burckhardt mit grosszügigem Raumprogramm und Garten. Das Haus wurde 2014 abgerissen. Auf der Parzelle stehen nun fünf Einfamilienhäuser.
Oberhalb des Friedhofs am Hörnli liess John Aeschlimann-Burckhardt 1934 ein Haus für seine Familie errichten. Die beiden jungen Architekten Ernst Mumenthaler (1901–1978) und Otto Meier (1901–1982) entwarfen das Einfamilienhaus den Ansprüchen der Bauherrschaft entsprechend für eine Familie, die sich zur gehobenen Bevölkerungsschicht zählte.
Das Einfamilienhaus war zweigeschossig und hatte die Form eines geschlossenen Kubus. Gedeckt war es mit einem auf den Traufseiten 50 Zentimeter vorspringenden Satteldach, das, minimal geneigt, ursprünglich als Pultdach geplant war. Vermutlich wurde es noch während der Bauzeit abgeändert. Die Architekten lockerten die Geschlossenheit des Baukörpers durch zwei Anbauten an den Schmalseiten auf. Im Südwesten befand sich eine quadratische, an drei Seiten offene Terrasse. Der Garten konnte vom ersten Stock aus über eine Treppe direkt erreicht werden.
Mumenthaler und Meier waren bei der Gestaltung des Grundrisses bemüht, ihn einfach und praktisch zu halten. Gleichzeitig waren das Raumprogramm und die Raumdimensionen ausgesprochen grosszügig bemessen.
Die Stockwerke des Sieben-Zimmer-Hauses hatten unterschiedliche Funktionen. Im Erdgeschoss war ein grosser Wohnbereich untergebracht. Das Wohn- und Esszimmer nahm die ganze Hausbreite ein und umfasste rund 40 Quadratmeter. Auch ein Zimmer für das Hauspersonal und eine Toilette befanden sich im Erdgeschoss. Im Obergeschoss waren vier Schlafzimmer für die Familie untergebracht. Am nordöstlichen Kopfende des breiten Verbindungsgangs befand sich ein geräumiges Badezimmer mit WC, am südwestlichen ein offener Arbeitsraum.
Tragende Struktur des Hauses war ein Eisenskelett, das mit einem aus Backstein, Kork- und Bimsplatten bestehenden, mehrschichtigen Füllmauerwerk ausgefacht war. Das Skelett bestand aus zwölf in Rasterform angebrachten Eisenstelen, die durch Eisenträger miteinander verbunden waren. Einige Bauelemente wurden sichtbar belassen und bestimmten die Anmutung des Hauses. Das tragende Gerippe beispielsweise rhythmisierte die Fassade und ermöglichte die Anbringung von Bandfenstern, neben denen weitere hochliegende und normal positionierte Fenster Anwendung fanden.
Wie Einträge im Kantonsblatt Basel-Stadt belegen, planten zwischen 2010 und 2013 wechselnde Architekturbüros und Bauherrschaften eine grundlegende Umgestaltung der zum Haus Aeschlimann gehörenden Parzelle. Schliesslich wurde das Haus abgerissen, die Parzelle aufgeteilt und von der Zapco Architekten GmbH mit dem Neubauprojekt ‹Im Dryssig› überbaut.
Autorin / Autor: Felix Steininger | Zuletzt aktualisiert am 26.12.2022
Kantonsblatt Basel-Stadt 2010 I. S. 734; 2012 I. S. 495; 2013 II. S. 1393, 1944.
Hasler, Brigitte, Innenarchitektur, und Zapco Architekten GmbH: Neubauprojekt «Im Dryssig» Riehen. Projektübersicht 2014.
Kräuchi, Ueli: Werkkatalog. In: Architekturmuseum Basel (Hg.): Ernst Mumenthaler und Otto Meier. Basel 1995. S. 24–71.
Zünd, Marco: 14. Haus Aeschlimann. In: Heimatschutz Basel und Gemeinde Riehen (Hg.): Baukultur entdecken. Neues Bauen in Riehen. Riehen / Basel 2005.