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Textilproduktion mit hohem Ressourcenverschleiss
Bei jedem Prozessschritt in den sehr langen und komplexen Wertschöpfungsketten fallen unterschiedliche Arten von Emissionen an, die das Klima und die Umwelt belasten.
Produktion natürlicher Rohstoffe
Der Anbau natürlicher Fasern geht mit einem sehr hohen Landverbrauch einher. Allein die Baumwollproduktion verschlingt weltweit 31 Millionen Hektar Land, das entspricht ungefähr der achtfachen Fläche der Schweiz. Auch die Haltung von Tieren für natürliche Fasern wie Wolle und Seide verbraucht viel Land.
Produktion synthetischer Materialien
Die Herstellung synthetischer Textilien ist energieintensiv, zudem wird eine Vielzahl giftiger und umweltschädlicher Chemikalien eingesetzt. Polyester etwa basiert auf Erdöl, weshalb bei der Produktion eine grosse Menge CO₂ ausgestossen wird. Der weltweite Verbrauch beträgt ca. 70 Millionen Barrel Öl pro Jahr. Das entspricht etwa 6 Prozent der Menge, die die Firma Shell 2021 weltweit förderte.
Verarbeitung der Rohstoffe zu Textilien
Bei diesem Produktionsschritt fallen 51 Prozent der gesamten CO₂-Emissionen an, die entlang der ganzen Wertschöpfungskette entstehen. Durch die Färbung und Veredelung von Textilien im Rahmen ihrer Herstellung werden schätzungsweise rund 20 Prozent der weltweiten Wasserverschmutzung verursacht.
Transport und Logistik
Je nach Kleidungsstück können bis zu 200 verschiedene Unternehmen aus unterschiedlichen Ländern in die Produktion eines Kleidungsstücks involviert sein. Das hat zur Folge, dass auf den Transportwegen viele Treibhausgasemissionen anfallen, die Rückverfolgung der Lieferkette bis zum Rohstoff kompliziert ist und die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit in den vor- und nachgelagerten Lieferketten nicht einfach zu identifizieren ist.
Emissionen durch Nutzung
Auch beim Tragen von Kleidung und der Nutzung anderer Textilien entstehen CO₂-Emissionen, zum Beispiel durch den Energieverbrauch beim Waschen. Durch das Waschen von synthetischen Textilien gelangen jährlich schätzungsweise 0,5 Millionen Tonnen Mikrofasern in die Ozeane. Das entspricht 35 Prozent aller in die Umwelt freigesetzten primären Mikrokunststoffe. Die gravierendsten Auswirkungen auf die Umwelt hat jedoch die massenhafte Produktion schnelllebiger Mode (Fast Fashion) und die Verschwendung von Textilien generell. Allein in der Schweiz landen pro Tag ca. 100 Tonnen Textilien im Müll.
Emissionen durch Entsorgung/Abfall
Auch wenn Kleider nicht im Hausmüll landen, sondern zu einer Recyclingstelle gebracht werden: Das Abfallmanagement verbraucht grosse Mengen an Energie und emitiert entsprechend viel CO₂.