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Der Klimawandel erhöht die Wassertemperaturen in Fliessgewässern, Seen und Grundwasser. Während diese Erwärmung in den Oberflächengewässern schon heute deutlich messbar ist, ist der Anstieg der Grundwassertemperaturen weniger ausgeprägt. Höhere Wassertemperaturen besonders im Sommer haben negative Auswirkungen auf Wasserqualität und Gewässerökologie.
Steigende Lufttemperaturen sowie die Einleitung von warmem Wasser aus Kühl- und Abwasserreinigungsanlagen haben in den letzten Jahrzehnten die Oberflächengewässer erwärmt.Die mittlere Wassertemperatur der Fliessgewässer ist bereits deutlich angestiegen. Besonders stark erwärmten sie sich im Sommer, während die Erwärmung im Winter deutlich geringer war. Die mittlere Erwärmung der Fliessgewässer betrug von 1979 bis 2018 0,33 °C pro Dekade. Dies entspricht etwa 90 Prozent des Anstiegs der mittleren Lufttemperatur im entsprechenden Zeitraum.
Wassertemperatur der Flüsse
Die hydrologischen Szenarien Hydro-CH2018 zeigen, dass sich dieser Anstieg besonders im Sommer und in den alpinen Gebieten fortsetzen wird. Bis Mitte Jahrhundert sagen die Modelle eine Erwärmung um 2,1 °C im Mittelland und um 1,6 °C in alpinen Gewässern voraus, bis Ende des Jahrhunderts steigen diese Werte auf 3,2 °C in allen Fliessgewässern – falls keine wirksamen Klimaschutzmassnahmen getroffen werden.
Veränderung der Wassertemperaturen in Fliessgewässern des Mittellandes und Juras sowie der Alpen
Zu warme Seen mischen sich seltener
Die mittlere Erwärmung der obersten Wasserschicht von Schweizer Seen in den letzten Jahrzehnten liegt bei ungefähr 0,4 Grad Celsius pro Jahrzehnt. Forschende haben die zukünftige Entwicklung der Temperatur- und Schichtungsverhältnisse für rund 30 Seen modelliert. Bei allen wird ein weiterer Anstieg der Temperatur der obersten Wasserschicht (bis ein Meter Wassertiefe) erwartet: ohne Klimaschutz in den meisten Seen zwischen 3 und 4 °C bis gegen Ende des Jahrhunderts.
Infolge der veränderten Wassertemperaturen ändert sich das Mischungsverhalten der Seen: Die stabilen Schichtungsverhältnisse im Sommer verlängern sich. Winterstagnationen treten hingegen weniger häufig auf, und auch die Bildung und Dauer von Eisbedeckungen gehen zurück.
Die Häufigkeit und Intensität der Durchmischung des Wasserkörpers ist für die Seeökologie entscheidend, da nur dann ein Ausgleich der Stoffkonzentrationen (Nährstoffe, Sauerstoff und Schadstoffe) zwischen Tiefenwasser und Oberflächenwasser stattfinden kann.
Schweizweit ist beim Grundwasser – im Gegensatz zu den Oberflächengewässern – noch keine eindeutige Erwärmung feststellbar. Hingegen hat die Temperatur des Grundwassers in urbanen Gebieten durch den menschlichen Einfluss bereits stark zugenommen. Auch in Zukunft wird es grosse lokale Unterschiede der Grundwassertemperatur geben.
Wichtige Prozesse in Seeökosystemen, die vom Klimawandel verändert werden können
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Letzte Änderung 13.03.2021