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Stocken 99
Die Futterscheune im Flurgebiet Stocken liegt weit ab vom Dorf Zeglingen in westlicher Richtung.
Nachdem der Flurzwang aufgehoben worden ist und damit die Siedlung ausserhalb des Dorfetters möglich wird, siedelten gerade im 19. Jahrhundert zahlreiche Bauernbetriebe aus. Zeglingen ist mit seinen 21 Einzelhöfen eine der hofreichsten Gemeinden des Kantons. Der wohl bekannteste Einzelhof Zeglingens ist das Alpgut Mapprach , bereits erbaut im 17. Jahrhundert.
Die Betreiber der Einzelhöfe erstellten auch zahlreiche Feldscheunen zur Lagerung des Heus oder je nach Bedarf zur Unterbringung des Viehs im Vorfrühling. Die Futterscheune kann als Weiterentwicklung der bis dahin bekannten Feldscheunen oder Heuschober verstanden werden. Um den Transport von Milch vom Feld ins Dorf zu vermeiden, waren in den Futterscheunen Rinder und Jungtiere untergebracht. Im Zeglinger Berggebiet sind rund 40 Feld- und Futterscheunen bestehend, die das hügelreiche Gebiet prägen.
Die wenigen, bis zum heutigen Tag erhaltenen Futterscheunen sind durchwegs Bauten mit massiven Aussenmauern. Die Innenwände, die den Stallteil vom Tennteil trennen, waren ursprünglich in Ständerbauweise errichtet worden und die Wandflächen mit Bohlen verschlossen.
Das wohl aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts stammende "Stockehüsli" stellt eine der wenigen in Stein erbauten Futterscheunen im Kanton dar. Der hohe Bau unter Satteldach ist mit Kalkmörtelpurtz versehen. Die Hanglage ausnützend, befindet sich auf der Talseite im Erdgeschoss der Zugang zum Stall. Maueröffnungen auf den Schmalseiten ermöglichen das Einbringen des Heus in das zweigeschossige Tenn. Der Heulagerraum wird zusätzlich durch schmale Lichtschlitze belüftet. Während die Stallfensterchen mit Gewänden aus Kalkstein verstärkt sind, hat man für die Maueröffnungen Eichenbalken verwendet.
In Muldenlage hart am Waldrand gelegen erlitt die Feldscheune übermässig Feuchtigkeit, welche im Laufe der Zeit zu Schäden an der Dachhaut und an den Fassadenteilen führte.
Die Futterscheune "StockehĂĽsli" ist mit finanzieller UnterstĂĽtzung der Pro Patria und der Kantonalen Denkmalpflege wiederhergestellt worden.
Die Futterscheune "Stockehüsli" ist als Zeuge einer vergangenen bäuerlichen Wirtschaftsweise und als eine der wenigen noch erhaltenen Futterscheunen ein Kulturdenkmal von regionaler Bedeutung. Die landschaftsprägende Kleinbaute ist ein wesentlicher Bestandteil der Oberbaselbieter Kulturlandschaft.