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Vor wenigen Wochen wurde die brasilianische Präsidenten Dilma Rousseff ihres Amtes enthoben. Nachdem die linke Regierung abgesetzt wurde, setzen sich neoliberale Hardliner durch und agieren vor allem im Interesse der USA und westlicher Finanzinstitutionen. Diese Entwicklungen werden in den europäischen Medien nur sehr spärlich – und wenn, dann meist komplett unkritisch – behandelt. Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald[*] lebt in Rio de Janeiro und gehört mittlerweile zu den kritischsten Beobachtern des Geschehens in Brasilien. Emran Feroz sprach für die NachDenkSeiten exklusiv mit ihm.
Würden Sie die jüngsten Ereignisse in Brasilien als Putsch bezeichnen?
Ich persönlich habe diesen Begriff anfangs nicht benutzt. Da viele Menschen unterschiedliche Vorstellungen und Meinungen über einen Putsch haben, denke ich, es ist präziser von einem Angriff auf die Demokratie zu sprechen. Für mich ist das wie mit dem Wort „Terrorismus“. Es hat keine wirkliche Bedeutung, sondern ist zu einem politischen Begriff mutiert. Deshalb dachte ich anfangs, es sei eine Ablenkung, das Ganze als Putsch zu bezeichnen. Außerdem machten viele Menschen immer wieder darauf aufmerksam, dass….