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Am 17. Dezember 2021 ist Roland Jeanneret im 75. Altersjahr nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben. Der Tod übermannte ihn nicht im Ruhestand, denn dieses Wort kannte Roli nicht. Seine Agenda war voll. So verfasste er Bücher, etwa zum 50-Jahr-Jubiläum der Mondlandung von 1969 oder über die Forscherdynastie Piccard. Während 23 Jahren moderierte er in Bern den «Mäntig-Apéro». Während Jahren betreute er den «journitalk» der Journalistensektion impressum Bern (BVJ/ABJ), wo er vor Interessierten aus der Kommunikationsbranche mit Medienleuten sprach.
Jeanneret war langjähriger Präsident der Fürsorgestiftung der Schweizer Journalistinnen und Journalisten. Seine Nachfolgerin konnte er noch selbst für die Aufgabe vorbereiten.
Der gut vernetzte Jeanneret war weit über die Journalistenkreise hinaus bekannt. Wenn die Deutschschweizer Zuhörerschaft mittags das Radio einschaltete, vernahm sie früher die wohlklingende Stimme des Causeurs, der die Sendung «Rendezvous» moderierte. Den Studierenden am Medienausbildungszentrum MAZ erklärte er als Dozent, wie er mit Gesprächspartnern rede. Er wolle bei Interviews nicht den Allwissenden geben, sondern nahe bei den Zuhörern sein, in deren Namen er auch die vermeintlich dummen Fragen stelle.
Jeanneret lieh seine Stimme während fast 20 Jahren der mit der SRG verbundenen «Glückskette», deren Mediensprecher er bis 2010 war. Er engagierte sich auch für andere soziale und humanitäre Stiftungen. Nicht nur Jeannerets Stimme war bekannt, denn mit seinem Charakterkopf war er auch im Schweizer Fernsehen präsent. Als junger Mann moderierte er dort die «Kindernachrichten». Jahrzehnte später trat er in der Lehrlingssendung «Kafi Stift» in Erscheinung.
Einst hatte Jeanneret Schauspielunterricht genommen. Er wusste darum, wie man wirkungsvoll auftritt. Auf Fotos ist unschwer zu erkennen, dass da ein Profi mit der Kamera zu flirten weiss. Wenn ein Fernsehteam nach einer Premiere bei Circus Knie oder einem anderen Anlass ein erstes Zuschauerstatement erbat, liess er sich nicht zweimal bitten.
Der umgängliche Kollege konnte auch energisch werden, wenn er fand, dass etwas nicht gut lief. Dann ging er einer Auseinandersetzung nicht aus dem Weg. So auch 1998, als der gesamte Vorstand der Berner Journalistensektion wegen einer Meinungsverschiedenheit bezüglich der Zukunft des Verbandes zurücktrat. An einer Versammlung tadelte er den Vorstand. Dieser mache es sich viel zu einfach. In der Pause stellte er flugs ein neues Leitungsgremium zusammen, das er später bis 2004 auch präsidierte.
Nach seiner Pensionierung hatte er etwas mehr Zeit, um etwa mit seiner Frau Suzanne das Filmfestival in Locarno zu besuchen. Er betätigte sich auch als Reiseleiter und Fotograf.
Die Berner Journalistensektion impressum Bern kondoliert der Witwe und der ganzen Trauerfamilie herzlich. Sie wird dem Verstorbenen ein ehrendes Andenken bewahren.
Markus Dütschler, Co-Präsident impressum Bern (BVJ/ABJ)