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Seit Jahren soll der einflussreiche Chef des US-Senders Fox News die Moderatorin Gretchen Carlson belästigt haben – so schildert sie es. Kurz nach ihrer Entlassung hat Carlson jetzt Klage eingereicht.
Roger Ailes gilt als einer der mächtigsten Medienmanager Amerikas. Der 76-Jährige ist Chef des konservativen TV-Senders Fox News und hat früher als Berater für Top-Republikaner wie Richard Nixon, Ronald Reagan und George Bush gearbeitet. Jetzt hat er juristischen Ärger.
Die ehemalige Fox-News-Moderatorin Gretchen Carlson wirft Ailes vor, sie über Jahre hinweg am Arbeitsplatz sexuell belästigt zu haben. Sie habe die ungewollten Avancen stets zurückgewiesen – und sei deshalb entlassen worden. So schildert die 50-Jährige es in den Gerichtsunterlagen, die sie in New Jersey eingereicht hat und aus denen nun mehrere US-Medien zitieren.
Ailes wies die Vorwürfe in einer Stellungnahme zurück. Er werde gegen die «falschen» und «beleidigenden» Anschuldigungen vorgehen. Die Klage sei eine Vergeltungsaktion von Carlson, weil der Sender beschlossen habe, ihren Vertrag nicht zu erneuern, schreibt Ailes.
Diesen Schritt begründete er damit, dass Carlson dem Sender bloss «enttäuschend niedrige Einschaltquoten» beschert habe. Laut den Gerichtsunterlagen musste Carlson den Sender am 23. Juni dieses Jahres verlassen.
Die Absolventin der Stanford University und Miss-America-Gewinnerin 1989 hatte ihre Karriere bei Fox News im Jahr 2005 begonnen. Dass sie 2013 nach acht Jahren von der Sendung «Fox & Friends» abgezogen und ihr Gehalt gekürzt worden sei, schiebt sie den Gerichtsunterlagen zufolge darauf, dass sie Ailes zurückgewiesen habe.
Neun Monate vor ihrer Kündigung habe sie Ailes auf dessen Verhalten angesprochen, berichtet Carlson. Demnach habe er geantwortet: «Wir beide hätten schon längst eine sexuelle Beziehung haben sollen.» Ailes habe sie ausserdem wiederholt aufgefordert, figurbetonende Kleidung zu tragen.
Carlson wirft ausserdem einem ihrer ehemaligen Co-Moderatoren vor, sie wie ein «blondes Deko-Püppchen» behandelt zu haben. Sie klagt auf Entschädigung, die Summe ist bisher nicht bekannt.
Fox News gehört zu 21st Century Fox. Das Medienunternehmen hat eigenen Angaben zufolge eine interne Untersuchung zu dem Fall eingeleitet. «Wir nehmen die Vorfälle ernst.»
aar/AP/Reuters