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Der Planungsausschuss hat beschlossen, im Jahr 2021 folgende Innovationen zu unterstützen:
Im Projekt CH+ wird eine Wahlhilfe entwickelt, die Spielmechaniken nutzt, um politische Selbstbildung einladender zu gestalten. Damit die CH+Wahlhilfe Jungwählerinnen und -wähler beim Wahlentscheid unterstützen kann und gleichzeitig gute Laune macht, arbeiten in diesem Gemeinschaftsprojekt Gamedesignerinnen und -designer zusammen mit Wählerinnen und Wählern sowie Politikexpertinnen und ‑experten. Bis zu den Eidgenössischen Wahlen 2023 wird die CH+Wahlhilfe auf kantonaler Ebene von Wahl zu Wahl weiterentwickelt und getestet. Jede Projektrunde beinhaltet eine Designphase, eine Entwicklungsphase, eine öffentliche Testphase und eine Endauswertung mit Forschungsbericht. Inhaltlich ist jede Projektrunde einzigartig und wird auf die begleiteten Kantone ausgerichtet.
Die politischen Daten in den CH+Prototypen stammen von smartvote. Das CH+Konzept basiert auf Resultaten von drei Onlineumfragen mit mehr als 500 Personen während der Eidgenössischen Wahlen 2019. Der erste digitale Prototyp wurde im März 2020 im Kanton Uri von 230 Personen getestet. Bei der zweiten Projektrunde in Basel-Stadt registrierten sich im Oktober 2020 über 500 Personen. Nachdem die ersten Prototypen auf Usability ausgerichtet waren, wird während der Wahlen in Neuenburg im April 2021 erstmals ein hauptsächlich spielerisches Konzept getestet. Im November 2021 wird im Kanton Fribourg erforscht, wie hoch der Spielanteil der Wahlhilfe sein muss, bzw. sein darf, um das Zielpublikum anzusprechen. Das Projekt CH+ verfolgt einen skalierbaren, iterativen Ansatz und setzt auf interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Mehr über das Projekt CH+
Onlineschalter weisen aktuell einen sehr unterschiedlichen Reifegrad auf. Nur wenige Verwaltungen, insbesondere nur wenige Gemeindeverwaltungen, bieten einen Onlineschalter mit einer breiten Palette von Dienstleistungen an. Die physischen Schalter sind deshalb immer noch gut frequentiert. Ausgehend von dieser Feststellung sowie von der Tatsache, dass die meisten Menschen, die an einen Schalter gehen, ein Smartphone besitzen, will das Projekt der Stadt Biel zwischen physischem und digitalem Schalter eine Verbindung schaffen. Wer sich an den Schalter begibt, dem steht ein Link in der Form eines QR-Codes zur Verfügung, der ohne grossen Aufwand eingescannt werden kann und auf eine statische Webseite weiterführt.
Diese Webseite, das dynamische Herzstück des Projekts, verbindet auf einfache und effiziente Weise den physischen Schalter mit den online verfügbaren Informationen und Diensten, und zwar unabhängig davon, welche Plattform letztendlich genutzt wird. Die Projektfinanzierung wird für die Weiterentwicklung dieser Plattform eingesetzt, die zu den bereits online verfügbaren Informationen, Formularen und Dokumenten einen Zugang eröffnet. Die Plattform wird es den Benutzerinnen und Benutzern ermöglichen, sich bei grossem Andrang vor dem Schalter selber zu informieren und dadurch Zeit zu gewinnen. Über die Plattform können auch die FAQ (frequently asked questions) und die Besucherstatistiken konsultiert, die Wartezeiten abgefragt und allenfalls ein Direktkontakt via Chatbot hergestellt werden. Schliesslich kann das Personal vor Ort die Benutzer auf sehr einfache Art und Weise an die Online-Dienste weiterverweisen.
Finanzielle und personelle Ressourcen sind in der heutigen Zeit knapp und müssen effizient eingesetzt werden. Die richtigen Arbeitsmittel können dazu beitragen, effizienter zu handeln und die Mitarbeitenden dort einzusetzen, wo sie eine echte Wertschöpfung generieren. Eine Studie der Firma Kyocera zeigt auf, dass Menschen in büroorientierten Berufen im Schnitt zwei oder mehr Stunden pro Tag mit reiner Administration verbringen, statt diese Zeit den Kunden widmen zu können.
Die Automatisierung mittels «Robotern» (Robotic Process Automation - RPA) setzt genau dort an und entlastet die Mitarbeitenden von langweiligen und zeitraubenden Routinetätigkeiten und schafft dadurch Kapazitäten für die eigentlichen Beratungstätigkeiten. Ziel der Stadt St.Gallen ist eine punktuelle Arbeitsautomatisierung durch «Prozessroboter». Im Rahmen eines Pilotbetriebes sollen drei Prozesse automatisiert werden:
(1) Bei der Stadtpolizei die Migration der heute in Papierform und im Rauminformationszentrum vorhandenen Daten der Signalverwaltung in eine neue Softwarelösung überführen,
(2) bei den Sozialen Diensten zu einer Optimierung des Erstaufnahmeprozesses führen sowie
(3) bei den Entsorgungsbetrieben die automatisierte Datenverwaltung zum Briefversand von Antwortkarten optimieren.
Die Digitalisierung und die damit einhergehende digitale Transformation erfordern von den Mitarbeitenden der kantonalen Verwaltung ein Umdenken sowie digitale Kompetenzen. Hierzu gehört auch der sichere und kritische Umgang mit Medien und eine reflektierte Meinungsbildung in der digitalen Welt (Digital Literacy). Vor diesem Hintergrund besteht die Notwendigkeit, die digitale Transformation im politischen Meinungsbildungsprozess zu beleuchten. Ziel des Innovationsprojekts ist es, ein Reflexions-Tool zur digitalen Meinungsbildung und Medienkompetenz zu kreieren. Für die Teilnehmenden der Simulation wird dabei eine virtuelle Debatte geschaffen, in der sie den Einfluss von Desinformation, Trolls und ähnlichen Phänomenen auf ihre eigene Meinungsbildung aktiv erleben und hinterfragen können.
Mit der Entwicklung eines ersten Prototypen der Simulation wurde das Projekt im Herbst 2020 gestartet. Erste Durchführungen innerhalb der kantonalen Verwaltung zum E-ID-Gesetz fanden erfolgreich statt. Die finanzielle Unterstützung von E-Government Schweiz wird für die Entwicklung des zweiten Prototypen verwendet. Dieser fokussiert auf die Skalierung für unterschiedliche Inhalte (z. B. aktuelle Abstimmungsvorlagen) und automatisierte Informationserstellung (Bots). Damit kann der autonome und entwicklungsabhängige Einsatz des Tools ermöglicht werden. Die Simulation kann sowohl rein digital, als auch in Form einer Hybridveranstaltung (virtuelle Debatte auf Geräten, Diskussion und Reflexion offline) durchgeführt werden.