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Sicheres Motorradfahren
Du kennst den Strassenverkehr als Fussgänger, Velofahrer und Autofahrer und du weisst, dass die "ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht", wie sie das Gesetz fordert, oft genug auf der Strecke bleibt. Darauf hast du dich eingestellt. Du fährst defensiv und rechnest immer mit den Fehlern anderer.
Ändert sich nun etwas, wenn du den Strassenverkehr aus der Perspektive des Motorrad- oder Rollerfahrers "durch das Helmvisier" erlebst? Du musst dir bewusst sein, dass du jetzt den fehlenden Unfallschutz (passive Sicherheit) des Motorrades mit den Fahrleistungen des Autos kombinierst. Du bist auf dem motorisierten Zweirad immer "hautnah" am Geschehen. Bei einem Unfall glimpflich verlaufende "Blechschäden" gibt es kaum. Unfälle sind jedoch in den seltensten Fällen unvermeidbare Schicksalsschläge. Durch deine eigene Fahrweise trägst du entscheidend dazu bei, dass es gar nicht soweit kommt.
Das wichtigste ist deine Einstellung zum Risiko und zur Sicherheit. Als Töfffahrer heisst es, Abschiednehmen vom Recht des Stärkeren und von verbrieften (Vorfahrt-) Rechten. Kollisionen Auto-Motorrad
Die Statistik der Motorrfahrzeug-Versicherungsgesellschaften weist 6 Situationen als besonders unfallträchtig aus:
1. Autofahrer biegt von rechts in die Vorfahrtstrasse ein oder überquert sie.
2. Autofahrer biegt von links in die Vorfahrtstrasse ein oder überquert sie.
3. Autofahrer biegt nach links ab. Motorradfahrer kommt entgegen.
4. Autofahrer wechselt die Fahrspur oder biegt links ab. Motorradfahrer überholt.
5. Autofahrer wendet. Motorradfahrer kommt entgegen oder von hinten.
6. Autofahrer überholt, schneidet Linkskurve oder kommt in Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn.
Was besagen die dargestellten Situationen 1 bis 6?
Erstens werden Motorradfahrer oft nicht gesehen, weil sie z.B. durch ein Fahrzeug, ein Verkehrsschild oder Ähnliches verdeckt oder wie bei den Situationen 4 und 5 im toten Winkel verschwunden sind:
So viele tote Winkel gibt es.
Zweitens jedoch - und das ist besonders verhängnisvoll - werden sie häufig zwar gesehen, aber nicht richtig wahrgenommen. Sie werden "übersehen", weil man nicht mit ihnen rechnet oder weil man sie vielleicht falsch einschätzt (oft bei Situationen 1, 2 und 3).
Deshalb:
Vergiss nie, beim Start das Abblendlicht einzuschalten!
Trage helle Kleidung mit Reflexmaterial!
Halte dich nicht oder so kurz wie möglich im toten Winkel auf. Du bist dann sichtbar, wenn du das Gesicht des Fahrers im Rückspiegel siehst.
Rechne damit, dass andere dich (manchmal sogar trotz Sichtkontakt) "übersehen". Reduziere deine Geschwindigkeit.
Macht auf dich aufmerksam, z.B., indem du deine Fahrspur änderst, Kopf und Körper bewegst oder Warnsignale gibst (Achtung die Lichthupe: kann auch als Aufforderung zum Weiterfahren missverstanden werden).