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Abgefahren!
In der Nase
Was für ein Glückstag, dachte ich, nachdem ich in die unfassbar volle S12 eingestiegen war. Was für ein Glückstag, dass ich in dieser übervollen S-Bahn tatsächlich noch einen freien Sitzplatz erspähte! Ich fragte freundlich, ob noch frei sei, quetschte mich mit all meinem Karsumpel an den anderen Leuten vorbei ins Abteil und setzte mich umständlich. Setzte mich, und realisierte noch in der Bewegung, dass sich der vermeintliche Glückstag in diesem Moment in einen Pechtag wandeln würde. Die beissende Wahrheit stieg mir in die Nase. Denn der Mann neben mir roch wie ein personifiziertes Raststättenpissoir, das aufgrund Personalstreiks die letzten drei Monate nicht gereinigt worden war. Mit jedem Atemzug wurde mir elender. Mit jeder Sekunde, die ich aus Feigheit sitzen blieb, kroch mir der Uringeruch in sämtliche Poren. Ich wandte mich ab, vergrub die Nase in meinem Schal, zählte erst rote Autos, um mich abzulenken, dann grüne, dann weisse, dann schwarze. Der Mann neben mir lächelte freundlich, bewegte sich gelegentlich auf seinem Sitz und mit jeder Bewegung, die Luftzirkulation zur Folge hatte, erreichte mich ein neuer Schwall. Manchmal hat der allerletzte Sitzplatz einen (zu) hohen Preis.