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Weg-Wort vom 25. Oktober 2019
«Du sollst den Rand deines Feldes nicht vollständig abernten, und die Nachlese deiner Ernte sollst du nicht einsammeln. Dem Armen und dem Fremden sollst du sie überlassen. Ich bin der Herr, euer Gott»
3. Mose 23, 22
Dieses Gebot gibt Benachteiligten das Recht von dem zu profitieren, was die Reichen übriglassen. Das Bewusstsein für dieses Recht hat sich lange erhalten, wie das Bild «Die Ährenleserinnen» von Jean-François Millet aus dem Jahr 1857 zeigt. Mir kommt es vor, als ob dieses Bild immer noch dieselbe Lebenswelt wiedergibt wie zu biblischer Zeit.
Durch die industrielle Nahrungsmittelproduktion hat sich die Kluft zwischen Überfluss und Mangel verändert. Noch essbare Lebensmittel werden in Müllcontainer geworfen. Bedürftige beschaffen sich Lebensmittel indem sie Abfälle nach Essbarem durchsuchen.
«Mülltauchen» als frei gewählter Lebensstil wird von Menschen gepflegt, die damit auf den Irrsinn der heutigen Lebensmittelverschwendung hinweisen wollen. Das Bewusstsein für die Problematik der Lebensmittel-verschwendung wächst. Es gibt Organisationen, die dafür sorgen, dass Lebensmittel nicht weggeworfen werden müssen. Im Hauptbahnhof Zürich übernimmt die Bahnhofhilfe diese Aufgabe. Läden und Imbissstände bringen dorthin ihre Überschüsse, damit sie an diejenigen weitergegeben werden können, die es nötig haben.