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Neverland
von und mit: Lot Broos, Sacha Janatti, Soula Notos, Anka Pajor, Ambroise Vardon, Ruud van der Zalm
Technik: Lot Broos
Dramaturgie: Bregtje Radstake
4 Performer, ein VJ und eine Tontechnikerin verwandeln die Bühne in einen Ort der Diskussion. Das Thema ist: „The political system in the Netherlands should be replaced by anarchy“. Jeder bringt sein eigenes Weltbild mit, seine eigene Sprache, seine Meinung: In was für einer Gesellschaft will ich leben? Wie will ich leben? Und wie soll die Welt ausschauen, in der ich leben will? Gemeinsam soll das Thema verhandelt, aufgebrochen und zerstückelt werden. Doch was bedeutet das eigentlich: Anarchie?
Die Frage wird an das Publikum gerichtet
„Neverland“ ist eine Mischung aus gesampleten, einstudierten Diskussionselementen und Momenten, in welchen die Diskussion zum Publikum hin geöffnet werden. In diesen Phasen werden Räume der Unsicherheit und Kontingenz geschaffen. Sie entsprechen einem sich im Mikrokosmos des Theaterraumes befindenden sozialen ready-made und sind Performance in Reinform: Produkt ist, was im Moment geschaffen wird. Die Diskussion ist hier die Synthese aller anwesenden Personen und ihrer Teilnahme, ob sie sich nun im Sprechen oder im Schweigen ausdrückt. Keine Form der Kommunikation, auch nicht die Verweigerung von Kommunikation wird ausgesperrt. Der Zuschauer wird Co-Autor. Er wird zum Performer.
„Neverland“ ist ein Text, der in der Begegnung von Zuschauern und Performern geschrieben wird. Der Text ist offen. Auf einer strukturellen und formalen Ebene soll dadurch der Inhalt der Diskussion befragt werden: was für ein Text entsteht, wenn er eine multiple Autorschaft hat?
„Neverland“ ist somit auch der Versuch eines performativen Experiments, in welchem das politische Modell der Demokratie zur Disposition gestellt und gleichzeitig mit seinen eigenen Mitteln der Vielstimmigkeit und des Schweigens hinterfragt werden soll. Jedes Wort, jeder Satz, jede ausformulierte Meinung ist hier ein Element, das in den Text der Performance einfließt. Dieser Text wird in jeder Aufführung neu geschrieben.