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Risikomanagementsystem
Im Jahr 2013 hat sich das Risikomanagementsystem bei Swisscom Lieferanten weiter etabliert. Damit hat Swisscom die Risiken in den Bereichen Umwelt und Soziales weiter reduziert. Die Darstellung erläutert die Umsetzung und die erzielten Resultate.
Swisscom hat im Berichtsjahr die im Jahr 2012 erfolgte Risikobeurteilung der Warengruppen – aufgrund vorhandener Erfahrungswerte – nicht durchgeführt. Im Frühjahr 2014 überprüft Swisscom die Warengruppen erneut auf ihre Korrektheit und Aktualität.
Im Jahr 2012 hat Swisscom begonnen, bestehende Lieferanten aus Warengruppen mit mittlerem Risiko zu beurteilen und 223 Lieferanten genau überprüft. 2013 hat sie die Liste der Lieferanten aus Warengruppen mit mittlerem Risiko erneut kritisch überarbeitet, neu bewertet und abschliessend 57 Lieferanten überprüft.
Bis zum ersten Quartal 2014 will Swisscom die Vorgaben, die für die Lieferpartner der Warengruppen mit mittlerem Risiko gelten, weiter überdenken und in der Folge konkrete Ziele festlegen. Bei potenziellen Lieferpartnern und bei Ausschreibungen hat sich der bereits implementierte Prozess im Berichtsjahr 2013 bewährt und bei Bedarf zu entsprechenden Massnahmen geführt. Eine Organisation zum Krisenmanagement in der Lieferkette befindet sich in der Aufbauphase. Sie wird im Jahr 2014 in die bestehenden Strukturen des Swisscom Konzerns eingebunden.
Übersicht und Vorgaben des Risikomanagements in der Lieferkette
Corporate-Responsibility-Vertragsbeilage
Im Jahr 2013 sind 95% des Gesamtbestellvolumens bei Lieferanten angefallen, die die CR-Vertragsbeilage (CRV) akzeptiert haben. Damit hat Swisscom das für 2013 gesetzte Ziel erreicht. Die Identifikation von Lieferpartnern, die die CRV noch nicht unterzeichnet haben, soll 2014 fortgeführt werden. Die CRV ist Bestandteil aller Verträge.
Audits
Im Jahr 2013 hat Swisscom im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Joint Audit Cooperation (JAC) zwei Audits durchgeführt. Die JAC ist ein Zusammenschluss von Telekommunikationsunternehmen. Sie prüft, bewertet und fördert die Umsetzung der gesellschaftlichen Verantwortung in den Produktionszentren der wichtigsten multinationalen ICT-Lieferanten. Insgesamt erfolgten im Netzwerk von JAC 38 Audits bei Lieferanten. Diese Audits betrafen Produktionsstätten, mehrheitlich solche in China, Taiwan, Indien, Japan, Südkorea und Südamerika. Die Audits vor Ort erfolgen anhand der folgenden Richtlinien:
- Vorbereitung: Es sind Informationen über den zu prüfenden Betrieb einzuholen.
- Geschulte Prüfer: Die Audits werden von internationalen Auditunternehmen durchgeführt, die auf die besonderen sozialen und umweltpolitischen Gesichtspunkte im jeweiligen Land spezialisiert sind.
- Geheimhaltung: Mit den Lieferanten werden Geheimhaltungsvereinbarungen getroffen, so dass die Ergebnisse der Audits nur den JAC-Mitgliedern bekannt sind.
- Methodik: Die JAC-Mitglieder erstellen eine Checkliste auf der Grundlage der Standards SA 8000 und ISO 14001 sowie der vor Ort erfolgten Audits mit entsprechenden Gesprächspartnern.
- Bericht: Der Bericht enthält die auf objektiven Nachweisen beruhenden Ergebnisse.
- Zusammenarbeit mit den Lieferanten: Die Zusammenarbeit beruht auf dem gemeinsamen Bewusstsein, wonach das CR-Risikomanagement eine entscheidende Rolle bei einer verantwortlichen, nachhaltigen Entwicklung spielt.
- Zusammenarbeit beziehungsweise Weiterentwicklung der Lieferanten: Auf Grundlage der Ergebnisse des Audits werden mit den Lieferanten Korrekturmassnahmen zur Beseitigung der im Auditbericht aufgeführten Schwächen festgelegt. Das jeweilige JAC-Mitglied verfolgt die Umsetzung dieser Massnahmen bis zum vollständigen Erfolg.
Bei den wöchentlichen Telefonkonferenzen legen die JAC-Mitglieder die Auditagenda fest, prüfen die Auditberichte und überwachen den Fortschritt der geplanten Korrekturmassnahmen. Diese regelmässigen Konferenzen helfen, die Corporate Social Responsiblity-(CSR-)Beurteilungen durch Austausch über Best Practices zu optimieren und so die JAC-Initiative effizienter zu gestalten. Zweimal im Jahr findet ein Treffen des JAC-Lenkungsausschusses statt, der aus Vertretern der oberen Führungsebene der jeweiligen CSR- und Sourcing-Bereiche besteht. Bei diesen Treffen werden die Ergebnisse der Auditkampagne überprüft und Entscheidungen zum weiteren Vorgehen getroffen.
Die durchgeführten Audits haben eine begrenzte Zahl von Non-Conformities und unterschiedliche Arten von Non-Compliances ergeben. Die Non-Compliances beziehen sich hauptsächlich auf Arbeitszeiten, Arbeitssicherheit und Gehälter. Darüber hinaus haben die Audits einige Fälle von Diskriminierung und Beschäftigung von Minderjährigen aufgedeckt. Der Zeitraum für die Behebung der Probleme ist abhängig von der Art der Non-Compliance. Besonders für die Behebung von Unregelmässigkeiten, die bei Arbeitszeiten (Begrenzung der regulären Arbeitszeit und der Mehrarbeit) festgestellt worden sind, ist aufgrund der Auswirkungen auf das Personalwesen ein Zeitraum von mehreren Monaten erforderlich. Swisscom veröffentlicht weitere Informationen zu diesem Thema im GRI-Anhang zum Geschäftsbericht.
Swisscom hat ihre für das Jahr 2013 gesetzten Ziele bei den JAC-Audits erfüllt. Sie hat mit der JAC zwei Audits durchgeführt: ein Audit wurde aufgrund geschäftlicher Überlegungen in das erste Quartal 2014 verlegt und ein Audit annulliert. Sie will die Zusammenarbeit mit der JAC intensiv weiterführen und plant einen Beitrag von vier Audits im Jahr 2014.
Siehe Bericht
Selbstdeklarationen/Self-Assessments
Im Rahmen der Umstellung auf das neue Selbstdeklarationstool e-tasc von EcoVadis hat Swisscom im Berichtsjahr 2013 13 Lieferanten erfolgreich ins neue Tool e-tasc übertragen. Im Rahmen von zwei weiteren Kampagnen registrierte und bewertete Swisscom zusätzlich 57 Lieferanten im neuen Tool. Total erfolgten 70 Registrierungen und Bewertungen – worunter sich kein Lieferant aus der «High Risk»-Kategorie befand. Im Jahr 2014 will Swisscom weitere Schlüssel- und strategische Lieferanten sowie Lieferanten mit hohen und mittleren Risiken auf e-tasc registrieren. Dank der bereits erfolgten Registrierungen hat Swisscom ihre für das Jahr 2013 gesetzten Ziele bei den Selbstdeklarationen erfüllt.
Carbon Disclosure Project – Supply Chain Program (CDP)
Im Berichtsjahr 2013 hat Swisscom eine weitere Kooperation mit dem Carbon Disclosure Project (CDP) geschlossen. Das Carbon Disclosure Project (CDP) ist eine im Jahr 2000 gegründete Nonprofitorganisation. Sie will bewirken, dass Unternehmen wie Kommunen ihre Umweltdaten, darunter die klimaschädlichen Treibhausgasemissionen und den Wasserverbrauch, veröffentlichen. Einmal jährlich erhebt CDP im Namen von Investoren anhand von standardisierten Fragebögen und auf freiwilliger Basis Daten und Informationen zu CO2-Emissionen, Klimarisiken sowie Reduktionszielen und -strategien von Unternehmen. CDP verwaltet mittlerweile die weltweit grösste Datenbank ihrer Art. Im Rahmen ihrer Kooperation mit CDP hat Swisscom 37 ihrer wichtigsten Lieferanten, die sich durch ein hohes Bestellvolumen oder eine hohe Relevanz zum Thema Umwelt auszeichnen, angeschrieben und befragt. Die Rücklaufquote betrug 73% und ermöglichte einen erfolgreichen Abschluss der Befragung (im Jahr zuvor betrug die Rücklaufquote bei allen Lieferanten 51%). Im vierten Quartal 2013 analysierte CDP die Rückmeldungen aus der Befragung und bewertete die teilnehmenden Swisscom Lieferanten mittels eines Scorings. Dieses Scoring soll 2014 in die EcoVadis-Datenbank einfliessen und als weitere Grundlage für die ganzheitliche Bewertung der wichtigsten Swisscom Lieferanten dienen.
Hauptrisikofaktoren in der Lieferkette
Menschenrechte
Swisscom beachtet in besonderem Masse die Einhaltung der Menschenrechte in den vom Standard Social Accountability SA 8000 aufgeführten Bereichen. Diese Bereiche sind Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Gesundheit und Sicherheit, Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen, Diskriminierung, Disziplin, Arbeitszeit und Entlöhnung.
Klimarisiken aus CO2-Emissionen
Die Klimaveränderung birgt für Swisscom Risiken in Form von intensiveren Niederschlägen und erhöhter Durchschnittstemperaturen beziehungsweise extremer Wetterereignisse. Diese Risiken könnten die Herstellung von Telekommunikationsprodukten und Netzausrüstungen sowie deren Transport in die Schweiz gefährden und die Marktchancen sowie den Betrieb beeinträchtigen.
Rohstoffe
Die Rohstoffe, die in den ganz unterschiedlichen Swisscom Produkten stecken, stammen aus einer Vielzahl von Ländern und Regionen. Immer öfter treten Fragen zur Herkunft der verwendeten Rohstoffe und zu den damit verbundenen ökologischen und sozialen Risiken auf. Swisscom setzt sich seit 2011 mit dem Thema Rohstoffe auseinander. Sie weist auf die folgenden Massnahmen hin, die sie in den vergangenen zwei Jahren ergriffen hat:
- Januar 2012: Swisscom wird über die Mitgliedschaft in der Global e-Sustainability Initiative (GeSI) Mitglied bei der World Resources Forum (WRF) Association.
- März 2012: Gründungsversammlung der WRF Association; Swisscom vertritt GeSI bei den Zusammenkünften der WRF Association.
- März/Oktober 2013: Teilnahme an der Generalversammlung der WRF Association in St. Gallen und des World Resources Forum in Davos.
- Oktober 2013: Dialog mit der NGO «Brot für alle» und Beitrag zum Symposium «High Tech No Rights» in Bern.
- Oktober 2013: Vorabklärungen zu einem Engagement bei Fairphone.
Siehe unter
Im Jahr 2014 will Swisscom ihre Einkaufspolicy und die CR-Vertragsbeilage überarbeiten und bei Bedarf mit einem entsprechenden Passus zu Rohstoffen ergänzen.
Swisscom Supplier Award
Der ständige Dialog mit den Lieferanten, die gemeinsame Gestaltung der Zukunft und die Verantwortung für die Gegenwart wie Zukunft haben für Swisscom eine zentrale Bedeutung. An ihnen orientiert sich die interne Beschaffung. Im Frühjahr 2012 hat Swisscom unter mehr als 6’500 Lieferanten diejenigen mit dem Supplier Award ausgezeichnet, welche die überzeugendsten Erfolgsgeschichten vorweisen. Der Supplier Award wird in den drei Kategorien Innovation, Kooperation und Nachhaltigkeit vergeben. Er findet im Rhythmus von zwei Jahren statt. Der nächste Supplier Award findet im Jahr 2014 statt.
Purchasing Circle – Verankerung von Corporate Responsibility in der Organisation
Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe für die Gruppe der Swisscom Einkäufer (50 Teilnehmer) hat 2013 erstmals eine Tagung zum Thema «Herausforderungen für eine nachhaltige Supply Chain» stattgefunden. Unterschiedliche Schwerpunktreferate externer Gäste und interner CR-Verantwortlicher, eine Podiumsdiskussion und der Besuch der Umweltarena – eine Ausstellungsplattform in Spreitenbach (Kanton Aargau) für nachhaltige Lösungen – bestimmten das Programm.