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© 1989 Markus Kappeler
Anguilla
(erschienen in der «Flags of the Nations» Stamp Collection)
Jeder kennt jeden
Zur Lage von Anguilla befragt, antworten die Einheimischen gelegentlich «Somewhere on the map» («Irgendwo auf der Karte»). Mag sein. Allzu schwer fällt die geografische Lagebeschreibung allerdings gar nicht: Anguilla ist - sieht man von den Jungferninseln einmal ab - die nördlichste der Kleinen Antillen, jener Kette tropischer Inseln, welche die Karibik im Osten gegen den Atlantik abgrenzt.
Anguilla ist eine flache, langgestreckte Korallenkalkinsel, nur 25 Kilometer lang, nirgendwo breiter als 6 Kilometer und maximal 62 Meter hoch. Obschon die steilen Vulkanhänge der Nachbarinsel St. Martin in Sichtweite sind, erscheint Anguilla manchmal eher wie ein grosses Floss, das in der weiten See treibt, und nicht wie eine feste Insel.
Auf Anguilla leben nur etwa 7 000 Menschen. Es sind fast ausschliesslich Schwarze und Mulatten, Nachkommen afrikanischer Sklaven, in deren Adern teils etwas irisches Blut fliesst, und sie gehören neun verschiedenen, meist protestantischen Religionsgemeinschaften wie den Anglikanern, Methodisten, Adventisten und Baptisten an. Sie leben hauptsächlich vom Fischfang, von ihren kleinen Gemüse- und Obstgärten, ihren überall frei herumlaufenden Ziegen und neuerdings auch vom Fremdenverkehr. Im übrigen kennt auf Anguilla jeder jeden; man grüsst einander freundlich, wechselt vielleicht ein paar Worte, und kein Auto kreuzt ein anderes, ohne dass die Fahrer einander zunicken oder zuwinken.
Das Klima auf Anguilla ist tropisch: Die Temperaturen betragen das ganze Jahr hindurch ziemlich gleichmässig 24 bis 28° C, und trübe oder wolkenverhangene Tage sind auf der niederschlagsarmen Insel praktisch unbekannt. Mit seinen langen, einsamen, schneeweissen Sandstränden, den von lauen Winden bewegten Kokospalmwedeln, den bizarren Korallenriffen im türkisblauen Wasser und nicht zuletzt mit dem entspannten Lebensstil seiner Bewohner stellt Anguilla für uns Mitteleuropäer ein Tropenparadies par excellence dar. Ohne Zweifel ist dieses abgeschiedene, wenig bekannte Eiland eines der geruhsamsten und unberührtesten Urlaubsziele der ganzen Karibik.
Glücklicherweise scheinen es die Anguiller zu schaffen, diese friedliche, beinahe familiäre Atmosphäre, die den Charakter ihrer Insel prägt, ins nächste Jahrhundert hinüberzuretten. Dies im Gegensatz zu vielen ihrer Nachbarinseln, auf denen längst die Hektik des Massentourismus Einzug gehalten hat. Die Anguiller schwören jedenfalls, dass sie den Tourismus auch zukünftig nur mit äusserster Vorsicht handhaben wollen, um jegliche negativen Folgeerscheinungen für ihre Heimatinsel zu vermeiden. Der Fremdenverkehr konzentriert sich denn vorderhand auch auf einige wenige kleinere und recht teure Hotels und Bungalow-Anlagen. Die Zahl der übernachtenden Gäste liegt bei lediglich etwa 25 000 pro Jahr.
Wer in diesem Bewusstsein erstmals als Gast nach Anguilla kommt, mag vielleicht erschrecken: Überall trifft man auf halbfertige Häuser und Betonfundamente, so als hätte ein plötzlicher Bauboom die Insel erfasst. Doch dem ist zum Glück nicht so; der Grund liegt woanders: Das «eigene Häuschen» steht auf der Wunschliste der Anguiller an oberster Stelle, und so ist praktisch das erste, was jeder junge Mann tut, wenn er die Schule hinter sich hat und sein erstes Geld verdient: Er legt das Fundament zu seinem Eigenheim. Bis dieses allerdings fertiggestellt ist, können fünf, zehn oder sogar fünfzehn Jahre vergehen, denn es wächst nur langsam, in Etappen - je nachdem, wieviel der Hausherr von seinem Verdienst hierfür abzweigen kann. Dieses Bauen «auf Sparflamme» beschert also der Insel ihre vielen Baustellen.
Eine Zeremonienstätte der Arawak-Indianer
Die Arawak-Indianer, von den Weissen im 16. Jahrhundert ausgerottete Ureinwohner der Karibik, scheinen Anguilla schon sehr früh mit ihren Kanus aufgesucht zu haben, um dort ihre religiösen Zeremonien abzuhalten. Darauf deuten die rund 2000 Jahre alten Steinzeichnungen hin, welche 1979 von einem amerikanischen Archäologen-Team auf Anguilla entdeckt worden sind, und zwar in jener tiefen Tropfsteinhöhle bei The Fountain, in der sich die einzige natürliche Trinkwasserquelle Anguillas befindet. Eine der Höhlenzeichnungen stellt Jocahu, den höchsten Gott der Arawaken, dar.
An weiteren 18 Stellen auf Anguilla fanden die Archäologen ebenfalls kulturelle Spuren (Scherben, bearbeitete Knochen, Steinwerkzeuge usw.) aus vorkolumbianischer Zeit. Anguilla ist damit eine der archäologisch interessantesten Inseln der Karibik.
Die besagte Tropfsteinhöhle ist heute ein geschütztes Natur- und Kulturdenkmal. Besucher können die Steinzeichnungen zwischen den vielgestaltigen Stalagmiten und Stalagtiten in der dunklen Höhle besichtigen. In einem kleinen Museum beim Höhleneingang werden auch die anderen vorkolumbianischen Funde gezeigt.
Der Aufstand eines Zwergs
Anguilla war 1493 von Christoph Kolumbus auf seiner zweiten Amerikafahrt entdeckt und nach seiner länglichen Gestalt auf den Namen Anguilla (span. «anguila» = Aal) getauft worden. Noch blieb aber das kleine Eiland für die nächsten 150 Jahre von den Europäern unberührt: Spanien machte zwar als Entdeckerland und beherrschende Macht in der Karibik Besitzansprüche geltend. Aber es kam nie zu einer wirklichen Kolonisation, da man sich ausschliesslich auf die Ausbeutung der Gold- und Silberschätze im mittelamerikanischen Raum konzentrierte.
Gegen Ende des 16. Jahrhunderts drangen dann erstmals auch andere europäische Mächte in die Karibik vor: England, Frankreich und die
Niederlande. 1650 wurde die Insel schliesslich von den Briten in Besitz genommen, und schon bald liessen sich ein paar Siedler, haupt sächlich Iren, nieder. Ende des 17. Jahrhunderts gelangte die Insel kurzfristig in französischen Besitz, fiel aber sogleich wieder an Grossbritannien zurück. Und dabei ist es bis heute geblieben.
Ende der sechziger Jahre begann sozusagen die neuere Geschichte Anguillas. Damals stand das kleine Eiland weltweit in den Schlagzeilen der Presse, und zwar wegen seines Aufstands gegen das «Mutterland» Grossbritannien, was den Giganten zu einer lächerlichen militärischen Intervention gegen den Zwerg veranlasste.
Die Affäre begann damit, dass Grossbritannien beschloss, Anguilla politisch den benachbarten britischen Besitzungen St. Kitts und Nevis anzugliedern und diesen Dreier-Verband in den Status einer «Associated Statehood» (eines selbstverwalteten, aber mit Grossbritannien assoziierten Staats) zu entlassen. Den zuständigen Behörden war dabei offensichtlich entgangen, dass die geografische Nähe das einzige war, was Anguilla mit St. Kitts und Nevis verband. Zwischen den Bevölkerungen von St. Kitts und Nevis und derjenigen Anguillas bestand hingegen kein gutes Einvernehmen. Besonders die Einwohner von St. Kitts verachteten ihre nördlichen Nachbarn und machten sich über die «Bobo Johnnys», wie sie die Anguiller nannten, bei jeder Gelegenheit lustig. Auch der Premierminister von St. Kitts machte keinen Hehl daraus, dass er eine wirkliche Einflussnahme der Anguiller in der gemeinsamen Regierung nicht zulassen werde. «Ich werde Salz in ihren Kaffee und Knochen in ihren Reis tun», war einer seiner markigen Aussprüche.
Die Anguiller waren zu Recht beunruhigt: An Protestkundgebungen schwangen sie die britische Flagge und zeigten Spruchbänder mit Slogans wie «Wir wollen keine Statehood; wir wollen England!» Lieber wollten sie eine britische Kolonie bleiben, als an St. Kitts und Nevis gekettet in die Unabhängigkeit entlassen werden. Grossbritannien, wenig einfühlsam, liess sich von seinen Plänen nicht abbringen: Im Februar 1967 wurde St. Kitts-Nevis-Anguilla zum Assoziierten Staat erklärt.
Die Anguiller trugen daraufhin zuerst einen in schwarze Tücher gewickelten Sarg mit der Aufschrift «Statehood» über ihre Insel. Später zündeten sie in ihrer Verbitterung das Regierungsgebäude auf Anguilla an und jagten die zwölf Polizisten, welche St. Kitts auf Anguilla stationiert hatte, von der Insel. Am 30. Mai 1967 (der heutige «Anguilla Day», ein Feiertag, erinnert an dieses Datum) erklärte Anguilla einseitig seinen Austritt aus der Associated Statehood.
St. Kitts reagierte auf diese «Frechheit», indem es sämtliche Postsendungen nach Anguilla beschlagnahmte. Das traf die Anguiller hart, denn seit jeher arbeiteten viele anguillische Männer saisonal auf anderen Inseln und sandten jeweils ihren Verdienst per Post nach Hause. Doch die Anguiller gaben nicht auf. Sie taten sich zusammen und halfen einander aus, um die Krise zu überstehen. So erhielten sie durch die ihnen auferlegte Isolation die Gelegenheit, zu lernen, wie man sich selber verwaltet und durchschlägt. Am 9. Januar 1969 proklamierten sie schliesslich die Unabhängigkeit auch von Grossbritannien.
Nun schenkte Grossbritannien der kleinen Karibikinsel doch endlich Beachtung, verkannte aber offenbar noch immer die Lage und schickte sich an, Anguilla «zurückzuerobern». Am 19. März 1969 landeten 338 britische Soldaten - Grenadiere der Königlichen Marine und Red Devil-Fallschirmjäger - auf Anguilla. Empfangen wurden diese Elite Kampftruppen allerdings keineswegs von bewaffneten Rebellen, wie sie wohl befürchtet hatten, sondern von Kindern mit Blumen und lachenden Erwachsenen, welche «God Save the Queen» sangen. Kein einziger Schuss wurde bei der «Invasion» abgegeben.
Der weltweite beissende Spott, den die Briten für ihre «Heldentat» ernteten, brachte sie dazu, ihre Position gegenüber den Anguillern nochmals zu überdenken. In der Folge entsandten sie Truppen auf die Insel, um der Bevölkerung beim dringend notwendigen Bau eines Landungsstegs und dem Ausbau des Strassen- und Telefonnetzes behilflich zu sein. Anguilla wurde vorerst wieder direkter britischer Verwaltung unterstellt, und am 19. Dezember 1980 erhielt es den Status eines eigenständigen «British Dependent Territory» (von Grossbritannien abhängiges Territorium mit innerer Selbstverwaltung.)
Anguilla hat nunmehr eine eigene sechsköpfige Regierung («Executive Council») und ein zwölfköpfiges Parlament («House of Assembly»), welches alle vier Jahre von der Bevölkerung gewählt wird. Diese beiden Organe sind für alle zivilen Angelegenheiten auf der Insel zuständig. Ein britischer Gouverneur als Vertreter von Königin Elisabeth II., ihres Zeichens Staatsoberhaupt Anguillas, ist für das Polizeiwesen, die Rechtsprechung, die Aussenpolitik und die Verteidigung verantwortlich. Für die Anguiller ist die heutige Regelung optimal: Zwar besitzen sie weitgehende Selbstverwaltung, können aber jederzeit mit der finanziellen und notfalls militärischen Unterstützung Grossbritanniens rechnen. Und darüber hinaus hat bei dem Protest ein ordentliches Strassen- und Telefonnetz herausgeschaut. Heute ist die Welt auf Anguilla wieder eine heile Welt.
Eine «farbenblinde» Gesellschaft
Den Einwohnern Anguillas ist das Überleben auf der Insel nicht immer leicht gemacht worden: Immer wieder plagen Dürren das kleine Eiland, und häufig richten Hurrikane grosse Schäden an. Zudem ist die Humusschicht auf der Korallenkalkinsel dünn, weshalb sich nur auf wenigen Flächen kleinbäuerliche Mischkulturen aus Maniok, Jamswurzeln, Süsskartoffeln, Erdnüssen, Hirse, Mais, Erbsen, Bohnen und tropischen Früchten anlegen lassen. Die übrigen Inselteile sind mit schütterem, niedrigem Trockengebüsch überwachsen und dienen einzig den vielen hundert anguillischen Ziegen als Nahrungsgrundlage.
Die relative Unfruchtbarkeit Anguillas brachte der anguillischen Bevölkerung aber einst auch Segen: Zwar versuchten die britischen Kolonialherren auch hier, Tabak und Zuckerrohr anzupflanzen. Aufgrund des trockenen Klimas und des kargen Bodens schlugen diese Nutzpflanzen aber nie richtig Wurzeln - und ebensowenig taten es die Plantagenwirtschaft und die damit verbundene Sklaverei. Zwar wurden auch nach Anguilla afrikanische Negersklaven eingeführt, doch hatten sie schon lange vor der offiziellen Sklavenbefreiung in den britischen Kolonien (ab 1833) ihre Freiheit, da die britischen Pflanzer kaum ihre eigenen Familien ausreichend ernähren konnten, geschweige denn ihre Sklaven. Schon früh lebten auf Anguilla verarmte weisse Siedler und freie schwarze in einem friedlichen Nebeneinander.
Die Anguiller sind heute eine ungewöhnlich «farbenblinde» Bevölkerung. Sie begegnen den weissen Inselbesuchern nicht mit dem Misstrauen, der Ablehnung und den vorgefassten Meinungen, welche auf anderen Karibikinseln bestehen und ihren Ursprung in einer jahrhundertelangen Unterdrückung durch verschiedene Kolonialvölker haben. Die überwiegende Mehrzahl der Anguiller ist unkompliziert, gastfreundlich und heiter wie die strahlende Sonne über dem Karibischen Meer.
Volkssport: Fischerbootrennen
Mit einem Gut waren die Anguiller hingegen stets reichlich gesegnet, nämlich den Fischen im Umfeld ihrer Insel, liegt doch Anguilla in einer der fischreichsten Zonen der Karibik. Und so entwickelten sich die Anguiller - im Gegensatz zur Bevölkerung anderer Karibikinseln, deren Hände sozusagen durch die reichlichen Ernten an Land gebunden waren - fast gezwungenermassen zu meisterhaften, in der ganzen Karibik bewunderten Bootsbauern, Seglern und Fischern.
Zum einen bestand die anguillische «Flotte» ab dem 18. Jahrhundert aus grossen Schonern - Frachtsegelschiffen, welche den Waren- und Personentransport zwischen den Antilleninseln besorgten. Einer dieser anguillischen Schoner, die «Warspite», wurde 1909 gebaut und zieht noch heute durch die karibischen Gewässer. Früher brachte sie etwa die anguillischen Männer zu ihren halbjährigen Einsätzen auf die Zuckerrohrfelder der Dominikanischen Republik. Sie transportierte das Salz, welches auch heute noch in den Salzwerken bei Sandy Ground und West End gewonnen wird, zu den Ölraffinerien auf Trinidad. Oder sie versorgte die Leuchtturmmannschaft auf der 60 Kilometer nordwestlich von Anguilla gelegenen Sombrero-Insel mit Nahrungsmitteln. Besonders berühmt ist die «Warspite» dafür, dass sie einmal 300 anguillische Zuckerplantagenarbeiter in nur dreieinhalb Tagen von Hispaniola nach Anguilla gebracht hatte - was alle bisherigen Geschwindigkeitsrekorde in den Schatten stellte. Heute steht die «Warspite» noch immer im Einsatz, allerdings vorwiegend als Touristenschiff. Sie führt zum Beispiel Tagesausflüge nach Sombrero durch; morgens um vier - unter funkelndem Sternenhimmel - geht's jeweils los.
Den anderen Teil der anguillischen Flotte machten die hölzernen Schaluppen der Fischer aus - bunt bemalte kleine Segelboote, wie sie sich noch heute etwa am Strand bei Island Harbour aneinanderreihen.
Die Fischerei war auf Anguilla seit jeher ein einträgliches Geschäft; durch den Tourismus ist die Situation noch besser geworden. Hauptbeutetiere sind heute Langusten, welche grossenteils in die Touristenzentren der Nachbarinseln ausgeführt werden. Weitere Fischspezialitäten Anguillas sind der barschartige Rote Schnapper sowie verschiedene grosse, schmackhafte Meeresschnecken. In den anguillischen Restaurants werden diese Köstlichkeiten aus dem Meer zumeist gegrillt und nach kreolischer Art serviert.
In ihren kleinen Segelbooten haben sich die anguillischen Fischer früher auf der Heimfahrt oft spasseshalber Rennen geliefert und dabei ihre Geschicklichkeit beim Segeln gemessen. Heute werden die meisten Fischerboote zwar mit Aussenbordmotoren angetrieben. Segelbootrennen sind aber die grosse Passion der anguillischen Männer geblieben. Kein Feiertag vergeht, ohne dass solche Rennen stattfinden. Gewöhnlich wird von den Stränden bei Sandy Ground und Blowing Point zu Bojen auf dem Meer und zurück zum Strand gesegelt. Die ganze Inselbevölkerung ist dann jeweils auf den Beinen, es werden kräftig Wetten abgeschlossen und natürlich werden die Sieger gebührend gefeiert.
Bildlegenden
Seinen Namen erhielt Anguilla 1493 von Christoph Kolumbus, den die langgestreckte Inselform offensichtlich an einen Aal (span. «anguila» = Aal) erinnerte. Schon lange zuvor hatten jedoch die Arawak-Indianer das nur 91 Quadratkilometer grosse Eiland, das ihnen als Zeremonienstätte diente, «Malliouhana» getauft.
Einsame, weisse Sandstrände, von lauen Meereswinden umwehte Kokospalmen und kristallklares, türkisblaues Wasser kennzeichnen Anguilla, eines der geruhsamsten und unberührtesten Urlaubsziele in der Karibik. Die Anguiller setzen alles daran, dass ihre Heimatinsel auch in Zukunft vom Massentourismus mit seiner Hektik verschont bleibt.
Anguillas Siedlungen sind lockere Ansammlungen von Häusern, von denen jedes auf einem grosszügig bemessenen Grundstück steht. Der beschauliche Ort Sandy Ground liegt auf einer schmalen Landbrücke zwischen der Road Bay (Hintergrund) und dem Road Salt Pond (Vordergrund), einem Strandsee, der als Salzgewinnungsanlage genutzt wird.
Anguilla ist von einzigartigen Korallenriffen umgeben, auf denen neben einer Vielzahl farbenprächtiger Fische mitunter auch Meeresschildkröten anzutreffen sind. Die prächtigen Unterwassergärten in den anguillischen Gewässern stehen allesamt unter striktem Naturschutz; nichts darf entfernt werden.
Zu den einträglichsten Fischereiprodukten Anguillas gehören neben den Langusten die Fechterschnecken. Während ihr schmackhaftes weisses Muskelfleisch in die Touristenzentren der Nachbarinseln exportiert wird, werden ihre hübschen Schalen in der Regel gleich am Strand weggeworfen, dem Meer zurückgegeben.
Segelboot-Rennen sind sozusagen der Volkssport der seetüchtigen Anguiller. Die traditionellen Schaluppen, kleine, auf Kiel gebaute Holzsegelboote, werden heute kaum mehr für den Fischfang, sondern hauptsächlich für den Rennsport gebaut. Wie früher sind ihre dreieckigen Segel noch immer von Hand genäht.
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