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Darmkrebs
Synonym: kolorektales Karzinom, Kolonkarzinom, Rektumkarzinom
Darmkrebs bezeichnet meist Krebserkrankungen des Dickdarms (Kolonkarzinom) oder seines unteren Endes, des Mastdarms (Rektumkarzinom). Selten sind Krebstumore im Dünndarm oder am After. Da sich Darmkrebs sehr langsam entwickelt und deshalb anfänglich kaum Symptome zeigt, wird er oft erst im Spätstadium entdeckt. Eine Darmspiegelung kann dabei helfen, einen Tumor frühzeitig zu erkennen und so Leben zu retten. Wichtigste Heilungsmöglichkeit ist eine Operation.
Rektumkarzinom und Kolonkarzinom werden auch unter dem Begriff kolorektales Karzinom zusammengefasst. Sie gehören – nach Prostata- und Lungenkrebs bei den Männern und Brustkrebs bei den Frauen – zu den häufigsten Krebsarten in den westlichen Industriestaaten. Schätzungen zufolge erkranken im Jahr mehr als 4000 Schweizerinnen und Schweizer daran. Die meisten Betroffenen sind zum Zeitpunkt der Diagnose älter als 55 Jahre. Ungefähr zwei Drittel der Erkrankungen befinden sich im Dickdarm, der Rest befällt den Mastdarm. Nur eine von hundert Krebserkrankungen betrifft den Dünndarm.
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Symptome
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Haben Sie Blut im Stuhl?
Diese für Darmkrebs typischen Beschwerden treten meist dann auf, wenn der Tumor eine gewisse Grösse erreicht hat. Im Frühstadium bleibt Darmkrebs oft unentdeckt, weil er kaum Beschwerden verursacht. So könnte Blut im Stuhl auf Darmkrebs hinweisen: Doch da oft Blut in so geringer Menge im Stuhl vorhanden ist, bleibt es für das menschliche Auge unsichtbar. Nur mit einem speziellen Hämoccult-Test lässt es sich nachweisen (siehe Behandlung).
Weitere Anzeichen für einen möglichen Krebstumor sind Veränderungen der Stuhlgewohnheiten. Verstopfung oder Durchfall oder beides abwechselnd können Darmkrebsbeschwerden sein, vor allem wenn sie längere Zeit anhalten. Ist der Tumor so gross angewachsen, dass sich der Stuhl vor der Geschwulst staut, kann der Stuhl dünn wie ein Bleistift werden und übel riechen. Der Darm wird trotz der Engstelle versuchen, sich zu entleeren. Deshalb sind häufig Krämpfe und Bauchschmerzen die Folge.
Eine Krebserkrankung wie Darmkrebs führt zudem zur Schwächung des gesamten Körpers. Das äussert sich oft durch Verminderung der Leistungsfähigkeit, Schwächegefühl und Müdigkeit, aber auch Appetitlosigkeit und leichtes Fieber können Begleitsymptome sein. Wenn Personen ungewollt und ohne erkennbaren Grund an Gewicht verlieren, kann das ebenfalls auf eine Krebserkrankung hindeuten.
Symptome im Einzelnen:
- Änderungen der Stuhlgewohnheiten
- Paradoxe Diarrhoe: Wechsel von Verstopfung (Obstipation) und Durchfall (Diarrhoe)
- Übelriechende Blähungen und übelriechender Stuhlgang, auch starke Blähungen verbunden mit ungewollter Abgabe von Stuhl, Blut und Schleim
- Blut am, auf oder im Stuhl, schwarzer Stuhlgang (Teerstuhl)
- Bleistiftstuhl: Dünner Stuhl durch Verengung des Darms durch den Tumor
- Schmerzen im rechten Bauch, Darmkrämpfe über einen Zeitraum von mehr als einer Woche
- Ertasten walzenförmiger Verhärtung durch die Bauchdecke
- Bei Dünndarmkrebs: Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Verstopfung
Begleitsymptome:
- Unerklärliche, ungewollte Gewichtsabnahme (Tumorkachexie) von mehr als 10 des Ausgangsgewichts innerhalb von sechs Monaten
- Schwäche, Leistungsverminderung, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Appetitlosigkeit
- Geschwollene Lymphknoten
- Leichtes Fieber und Nachtschweiss
- Blutarmut (Tumoranämie)
Leidet eine Person unter einem dieser Symptome, so heisst das noch lange nicht, dass sie wirklich Darmkrebs hat. Dennoch sind diese Beschwerden ernst zu nehmen und sollten abgeklärt werden. Generell empfiehlt es sich für Menschen, die älter als 40 Jahre alt sind, Veränderungen der Stuhlgewohnheiten aufmerksam zu beobachten. Dauern diese ohne erkennbaren Grund länger als drei Wochen an, sollten sie auf ihre Ursache hin untersucht werden. Die Heilungsaussichten für kolorektale Karzinome sind umso besser, je früher diese diagnostiziert werden.
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Behandlung
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Die einfachste Methode der Untersuchung auf Dickdarmkrebs ist der Bluttest. Dazu müssen Betroffene nicht einmal zum Arzt, denn auch Apotheken halten diese Tests bereit, beraten bei der Anwendung und bei der Abklärung, ob ein Gang zum Arzt sinnvoll ist. Fachärzte für Darmbeschwerden sind Gastroenterologen. Sie führen Tastuntersuchungen und Darmspiegelungen durch und haben Möglichkeiten für weitere bildgebende Diagnostikmethoden. Um Dünndarmkrebs festzustellen, machen die Ärzte entweder eine Ultraschalluntersuchung, eine Röntgenaufnahme oder eine Magen-Darm-Spiegelung.
- Blut-im-Stuhl-Test (Hämoccult-Test): Der Test zeigt auch geringe Mengen Blut an, die mit dem blossen Auge nicht sichtbar sind (okkultes, unsichtbares Blut). Blut im Stuhl kann Darmkrebs bedeuten, es kann aber auch auf viele andere Ursachen wie Hämorrhoiden und Hautverletzungen zurückzuführen sein. Deshalb sollten Betroffene nach einem positiven Test auf okkultes Blut unbedingt einen Arzt aufsuchen.
- Körperliche Untersuchung: Tumore im Enddarm (Rektumkarzinom) kann der Arzt durch eine Tastuntersuchung mit dem Finger finden. Bei Männern geschieht diese Untersuchung oft im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung zu Prostatakrebs, bei Frauen im Rahmen einer gynäkologischen Untersuchung. Der Arzt kann dabei nur Veränderungen im Mastdarm erkennen und auch diese nicht immer.
- Darmspiegelung (Koloskopie): Die beste Untersuchung, um Dickdarmkrebs zu erkennen, ist die Darmspiegelung. Dazu führt der Arzt einen dünnen, flexiblen Schlauch mit einer Lichtquelle und Kamera am Ende in den After ein. Mit dieser Untersuchungsmethode kann der Arzt im gesamten Mast- und Dickdarm und eventuell sogar am Anfang des Dünndarms selbst kleinere Polypen und Gewebeveränderungen erkennen. Ausserdem ermöglicht ein Koloskop dem Magen-Darm-Spezialisten, Polypen zu entfernen und von den krebsverdächtigen Bereichen Gewebeproben zu entnehmen (Biopsie), um sie genauer untersuchen zu lassen. Vor der Darmspiegelung nehmen die Betroffenen ein Abführmittel, um den Darm zu entleeren. Während das Endoskop in den Dickdarm eingeführt wird, schlafen die Patienten in der Regel.
- Magen-Darm-Spiegelung (Gastroskopie): Um Dünndarmkrebs zu diagnostizieren, kann der Arzt eine Gastroskopie vornehmen. Dazu führt er über den Mund-Rachen-Raum ein Endoskop via die Speiseröhre in Magen und Zwölffingerdarm. Damit die Untersuchung für die Betroffenen so angenehm wie möglich verläuft, wird entweder der Rachen mit einem Spray betäubt oder die Patienten bekommen eine Kurzzeitnarkose.
- Virtuelle Koloskopie: Ist zum Beispiel wegen einer Engstelle im Darm eine komplette Untersuchung mit dem Endoskop nicht möglich, lassen sich einzelne Darmabschnitte mittels Computertomografie (CT), Kernspintomografie (MRT) und anhand von Röntgenaufnahmen bildhaft darstellen. Eventuell ist zur Röntgendiagnose ein Kontrastmitteleinlauf in den Dickdarm nötig, damit die Innenwände des oberen Magen-Darm-Trakts im Röntgenbild besser sichtbar sind.
- Weitere Untersuchungsmöglichkeiten: Um auszuschliessen, dass der Darmkrebs schon gestreut hat und sich Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet haben, lassen sich der Bauchraum mittels Ultraschall und die Lunge mit Röntgenaufnahmen abbilden. Zusätzliche Möglichkeiten sind gynäkologische Untersuchungen, Blasenspiegelung und ein CT des Bauchraums.
Stadieneinteilung
Wie bei anderen Krebsarten bekannt (vgl. Prostatakrebs), wird auch Dickdarmkrebs in verschiedene Stadien eingeteilt (Staging). Dazu sind zwei Systeme üblich: Zum einen gibt es die sogenannte TNM-Klassifikation, die für fast alle Tumore gebräuchlich ist und die Ausbreitung des Tumors beschreibt. «T» steht dabei für Tumor und kennzeichnet, wie gross der Tumor ist und wie tief er in das Gewebe eingedrungen ist. «N» steht für Nodes oder Lymphknoten und vermerkt, wie viele Lymphknoten von den Krebszellen befallen sind. «M» lautet die Abkürzung für Metastasen und gibt an, wo sich Tochtergeschwulste gebildet haben und wie viele. Eine weitere Einteilung kommt von der UICC (Union internationale contre le cancer). Diese teilt Tumore in die Entwicklungsstadien 0 bis IV ein: Stadium 0 bedeutet eine Vorstufe von Darmkrebs, beim UICC-Stadium IV ist der Krebs weit fortgeschritten und es liegen Tochtergeschwulste in anderen Organen vor (sogenannte Fernmetastasen).
Behandlung, Therapie
Sinn der Behandlung von Darmkrebs – egal, ob bei kolorektalem Karzinom oder Dünndarmkrebs – ist es, den Tumor vollständig zu entfernen oder zu zerstören. Dabei hängt ein Erfolg der Therapie stark davon ab, wie weit der Krebs fortgeschritten ist. In einem frühen Stadium ist die Chance gross, dass sich ein Tumor komplett entfernen lässt und eine völlige Heilung erfolgt.
Allgemein richtet sich die Behandlung von Darmkrebs sehr individuell nach Lage, Grösse und Art des Tumors. Auch ist es für die Therapie wichtig, ob der Krebs schon Metastasen gebildet hat. Dem Facharzt stehen dazu verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die er in einem eingehenden Vorgespräch mit den Betroffenen bespricht: Er kann den Krebs operativ entfernen, beziehungsweise mit Medikamenten (Chemotherapie) oder durch radioaktive Strahlung zerstören. Auch eine Kombination der Methoden ist möglich, wenn sich dadurch der Behandlungserfolg erhöhen lässt.
Operation
Wichtigste Behandlungsmethode bei Darmkrebs sowohl im Enddarm, in anderen Dickdarmbereichen wie auch im Dünndarm ist die Operation. Dabei schneidet der Operateur den befallenen Teil des Darms plus einen Sicherheitsabstand von mehreren Zentimetern hinaus und vernäht die Enden miteinander. Darüber hinaus entfernt er die Lymphknoten in der Nachbarschaft. Die übliche Methode dafür ist die offene Operation, bei der ein Chirurg den Zugang zum Darm komplett freilegt. Als Alternative kommt immer öfter auch eine Schlüssellochoperation (Laparoskopie) zum Einsatz, die nur mit einem kleinen Schnitt in die Bauchdecke verbunden ist.
Bei kleinen bösartigen Mastdarmtumoren in einem frühen Stadium kann es möglich sein, sie durch den After hinauszuoperieren (peranale endoskopische Resektion, transanale Mikrochirurgie, TEM). Befindet sich der Tumor zu nahe am Darmausgang, müssen möglicherweise der Schliessmuskel und der gesamte Mastdarm entfernt werden. Anschliessend wird der Operateur einen künstlichen Darmausgang anlegen (Anus praeter, Stoma).
Wenn möglich versuchen Chirurgen bei der Darm-OP, einen künstlichen Darmausgang zu vermeiden. Für ein Stoma wird ein Teil des Darms, der vor der operierten Stelle liegt, nach aussen verlagert. Ein künstlicher Darmausgang kann aber vorübergehend notwendig sein, damit die Darmnaht leichter abheilen kann, er wird dann nach etwa sechs Wochen rückgängig gemacht.
Bei einem Stoma muss der Betroffene einen speziellen Klebebeutel am Körper tragen, in dem der Stuhl aufgefangen wird. Die betreuenden Ärzte und das Pflegepersonal weisen die Patienten ein, wie sie ihren Stomabeutel wechseln und pflegen sollen. Viele Menschen mit künstlichem Darmausgang fühlen sich zusätzlich belastet. Für sie bieten regionale Selbsthilfegruppen Möglichkeiten, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.
Chemotherapie
Chemotherapie heisst die Behandlung mit Krebsmedikamenten (Zytostatika), die Krebszellen in ihrem Wachstum hemmen oder ganz abtöten sollen. Bei Darmkrebsarten wie Kolonkarzinom, Rektumkarzinom und Dünndarmkrebs wird eine Chemotherapie aus verschiedenen Gründen eingesetzt:
- Als unterstützende Therapie (adjuvante Chemotherapie): Um nach einer Operation restliche Krebszellen zu zerstören, die irgendwo im Körper versteckt sind und möglicherweise später zu Tochtergeschwülsten führen können, ausserdem um das Risiko für einen Rückfall zu vermindern (Mittel: Oxaliplatin, Irinotecan, 5-Fluorouracil und Folinsäure). Meist verabreicht der Arzt die Zytostatika durch die Vene. Das Medikament Capecitabin gibt es in Tablettenform, es wandelt sich im Körper in 5-Fluorouracil um. Bei allen Behandlungen kommt es zu Nebenwirkungen wie Durchfall, Schleimhautveränderungen, schmerzhafter Rötung von Händen und Füssen, Fehlwahrnehmungen und Missempfindungen.
- Als vorbereitende Therapie für eine Operation (neoadjuvante Therapie): Ziel der neoadjuvanten Therapie ist es, durch die Chemotherapie eine bessere Ausgangsposition für eine OP zu verschaffen. Dazu sollen grosse Tumore so weit verkleinert werden, dass dann eine Operation möglich ist.
- Zur Hemmung des Tumorwachstums und Linderung von Beschwerden (palliative Therapie): Erstens bei einem fortgeschrittenen Tumor, der nicht mehr operiert werden kann, zweitens bei Betroffenen, die keine OP wünschen, und drittens bei schon vorhandenen Tochtergeschwülsten soll die Palliativtherapie den Tumor möglichst klein halten, um den Verlauf der Erkrankung zu verlangsamen. Ziel ist es, das Leben der Betroffenen zu verlängern und die Beschwerden zu lindern, damit sich die Lebensqualität lange erhalten lässt.
Häufigkeit und Ausprägung der Nebenwirkungen haben mit dem Einsatz neuer Wirkstoffe und moderner Behandlungskonzepte abgenommen. Zudem lassen sich die unerwünschten Wirkungen in der Regel gut medikamentös behandeln. Nach der Chemotherapie klingen sie meist schnell wieder ab.
Strahlentherapie
Eine Strahlentherapie dient dazu, Krebszellen in bestimmten Körperbereichen zu zerstören. Bei Betroffenen mit Enddarmkrebs kann eine Bestrahlung vor der Operation den Tumor möglicherweise verkleinern, sodass der Chirurg ihn anschliessend besser entfernen kann. Diese Behandlung wird oft mit einer Chemotherapie kombiniert. Nach der Operation kann es angebracht sein, die Kombinationsbehandlung fortzusetzen, um eine Rückkehr des Tumors an derselben Stelle zu verhindern.
Wenn sich Tochtergeschwülste gebildet haben, können Ärzte ebenfalls eine Bestrahlung in Erwägung ziehen. Bei Knochenmetastasen soll eine Bestrahlung beispielsweise Schmerzen lindern und die Bruchgefahr ausräumen. Haben sich kleine und wenige Lebermetastasen gebildet, lassen sich diese durch eine der Strahlentherapie ähnliche Behandlung zerstören, die Radiofrequenzablation. Dazu wird eine Sonde direkt in den betroffenen Teil des Organs eingeführt, um eine grössere Operation zu vermeiden.
Zielgerichtete Therapien
Die sogenannten zielgerichteten Therapien richten sich direkt an die Krebszellen, während eine Chemotherapie wie ein Zellgift wirkt und nicht nur Tumorzellen, sondern auch gesundes Gewebe angreift. Daraus entstehen auch die vielen Nebenwirkungen. Die Wirkstoffe der zielgerichteten Therapie bekämpfen spezielle Wachstumsfaktoren, unterbinden die Blutversorgung des Tumors oder verhindern die Signalübertragung zwischen Tumorzellen.
Auch bei Darmkrebs kann eine solche zielgerichtete Therapie sinnvoll sein, zum Beispiel mit sogenannten Angiogenesehemmern. In der Schweiz ist zur Behandlung von Dickdarmkrebs Bevacizumab zugelassen. Es wird als intravenöse Infusion verabreicht. Diese Form der medikamentösen Darmkrebstherapie ist ebenfalls nicht nebenwirkungsfrei, typische Nebenwirkungen sind z.B. Bluthochdruck, Müdigkeit, Schwäche, Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen. Zudem kommt die Therapie nicht für jeden Darmkrebsbetroffenen infrage.
Weitere Behandlungsmassnahmen
- Schmerztherapie: Krebserkrankungen können mit Schmerzen verbunden sein, beispielsweise wenn der Tumor auf umliegendes Gewebe und Nerven drückt. Auch eine Operation ist von Schmerzen begleitet. Betroffene sollten Schmerzen nicht ignorieren, sondern mit dem behandelnden Arzt darüber sprechen, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Sonst bildet sich eventuell eine Art Schmerzgedächtnis: Die Schmerzen können sich verselbstständigen und bleiben, obwohl die Ursache beseitigt ist.
- Psychosoziale Betreuung: Eine Krebserkrankung stellt oft das ganze Leben auf den Kopf. Die Diagnose und die darauffolgenden Behandlungen können Betroffene und Angehörige sehr belasten. Neben den sogenannten psychischen Anpassungsstörungen an die schwierige Lebenssituation leiden viele Betroffene auch an Depressionen und Angststörungen. Schätzungen zufolge nimmt rund ein Drittel der Krebspatienten professionelle Hilfe in Anspruch. Deshalb gibt es in vielen Spitälern Abteilungen für Psychoonkologie, in denen sich speziell ausgebildete Psychiater, Psychologen und Psychotherapeuten um die Betroffenen kümmern.
Ernährung bei Darmkrebs
Für viele Darmkrebsbetroffene verändern sich Appetit und Ernährung aufgrund ihrer Erkrankung. Es kann durchaus sein, dass sie stark an Gewicht verlieren. Nach einer Operation dauert es eine Weile, bis der Darm wieder normal funktioniert. Dabei entdecken viele Menschen, dass sie gewohnte Lebensmittel nicht mehr so gut vertragen und mit Verdauungsproblemen wie Durchfall, Verstopfung, Blähungen und Darmgeräuschen reagieren. In der Zeit im Spital und in der Reha bekommen die Betroffenen eine speziell auf sie zugeschnittene Ernährung, die Ärzte gemeinsam mit Ernährungsberatern (Ökotrophologen) zusammenstellen. Im Allgemeinen normalisieren sich Verdauung und Lebensmittelverträglichkeit wieder.
Menschen mit einem künstlichen Darmausgang fühlen sich anfänglich stark gehandicapt und fragen sich, was sie nun essen dürfen und können. Dazu bekommen sie im Spital ausführliche Ernährungsempfehlungen und Informationen, welche Lebensmittel welchen Einfluss auf Beschaffenheit des Stuhls, auf Blähungen und Geruchsbildung haben. Dennoch reagieren die Betroffenen sehr individuell, und so gehört Geduld und Erfahrung dazu, sich selbst einen geeigneten Ernährungsplan zusammenzustellen.
Einige Tipps:
- Lieber häufige kleine Mahlzeiten als wenige, grosse Mahlzeiten.
- Jeden Bissen gut kauen.
- Bei Durchfall viel trinken (zwei bis drei Liter am Tag).
- Geregelte Essenszeiten helfen, den Entleerungsrhythmus zu steuern.
- Ein Ernährungstagebuch mit Zeiten, Lebensmitteln und Stuhl kann helfen, Zusammenhänge zwischen Lebensmittel und Stuhlbeschaffenheit herzustellen.
- Verzicht auf Ballaststoffe; auch wenn sie normalerweise zu einer gesunden Ernährung gehören, belasten sie einen frisch operierten Darm, denn sie sind abführend und blähend.
- Faserreiche Lebensmittel wie Spargeln, Pilze, (Stangen-)Sellerie, Rhabarber, Bohnen, Zitrusfrüchte, Trauben, Obstschalen und Kerne sowie Nüsse können zu Stomablockaden führen und sollten deshalb vermieden werden.
Bei einer Chemo- oder Strahlentherapie ist es für die Betroffenen besonders schwierig, sich ausgewogen zu ernähren und zu verhindern, dass sie stark an Gewicht verlieren. Viele Menschen leiden unter Appetitlosigkeit, Übelkeit und Geschmacksveränderungen. Gleichzeitig kann die Behandlung zu Darmentzündungen führen. Deshalb raten die Fachleute, während dieser Therapiephase vor allem Nahrungsmittel zu essen, auf die die Betroffenen wirklich Appetit haben und die ihnen gut bekommen. Es ist besser, eine Zeit lang Aspekte einer gesunden Ernährung zu vernachlässigen, als zu viel Gewicht zu verlieren und den Körper dadurch zusätzlich zu schwächen.
Nachsorge
Wie oft es sich für Betroffene empfiehlt, zu Nachsorgeuntersuchungen zu gehen, richtet sich nach dem Stadium, in dem ihr Krebs behandelt wurde. Normalerweise raten Ärzte dazu, sich in den ersten beiden Jahren nach einer Operation alle sechs Monate untersuchen zu lassen. In dieser Zeit ist das Rückfallrisiko am höchsten. Dazu gehören meist Gespräch, körperliche Untersuchung, eventuell Bestimmung der Tumormarker und Darmspiegelung. Auch wenn eine Heilung der Erkrankung wahrscheinlich ist und die Fachärzte das Rückfallrisiko als gering einschätzen, können sie durchaus regelmässige Darmspiegelungen befürworten, wenn sie befürchten, dass sich ein zweiter Tumor unabhängig vom ersten bilden könnte.
Betroffene mit einer weiter fortgeschrittenen Darmkrebserkrankung stehen im Allgemeinen durchgängig unter engmaschiger medizinischer Aufsicht. Bei ihnen richten sich Art und Zeitpunkt der Kontrolluntersuchungen nach der individuellen Krankheitssituation.
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Verlauf, Komplikationen, Besonderheiten
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Früh erkannt, ist Darmkrebs sehr gut heilbar. Auch wenn die Veränderung vom gutartigen Darmpolyp zum bösartigen Krebstumor zehn Jahre dauern kann, wird der Magen-Darm-Spezialist jeden Polypen entfernen, den er bei einer Darmspiegelung findet. Auch kleine Krebstumore lassen sich gut operieren. Wächst der Tumor aber weiter und dringt in die Darmwand ein, kann er umliegendes Gewebe und Lymphknoten befallen. Unentdeckte Dünndarmtumore zum Beispiel werden immer voluminöser und können mit anderen Darmschlingen verwachsen.
Ausserdem können sich einzelne Krebszellen über Blutbahnen und Lymphstrom im Körper verteilen. Siedeln sie sich irgendwo an, bilden sich möglicherweise Tochtergeschwülste (Metastasen). Bei Darmkrebs finden sich Metastasen eventuell in Leber oder Lunge, seltener an den Knochen oder im Gehirn. Hier spricht man von einem fortgeschrittenen Erkrankungsstadium. Mit modernen Behandlungskonzepten in spezialisierten Zentren gibt es für die Betroffenen eventuell Chancen auf Heilung und Verlängerung der Lebenszeit. Dennoch sterben in der Schweiz jährlich rund 1700 Menschen an Darmkrebs und seinen Folgen.
Komplikationen
Ist der Darmkrebs fortgeschritten, kann ein grosser Tumor zu Komplikationen wie Darmverschluss, Darmdurchbruch und Verwachsungen mit anderen Darmteilen oder Organen führen. Ausserdem können sich Tochtergeschwülste bilden.
Sofort zum Arzt:
Fachleute raten dazu, sofort einen Arzt aufzusuchen, bei
- starken, krampfartigen Bauchschmerzen ohne Stuhlgang.
- stark aufgeblähtem Bauch mit Erbrechen, eventuell auch mit Kot-Erbrechen.
- brettharter Bauchdecke, verbunden mit Übelkeit und Erbrechen, Fieber und Kaltschweiss.
Komplikationen im Überblick:
- Darmverschluss (Ileus) ist verbunden mit Symptomen wie krampfartigen Bauchschmerzen, aufgeblähtem Bauch, Erbrechen von Magen- und Darminhalt bis hin zum Kot-Erbrechen.
- Durchbruch durch die Darmwand (Tumorperforation) mit anschliessender Bauchfellentzündung (Peritonitis) zeigt sich in Symptomen wie örtlich begrenzten starken Bauchschmerzen, Abwehrspannung der Bauchdecke, eventuell Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Kaltschweiss.
- Ausbreiten der Tumorzellen in der Bauchhöhle auf dem Bauchfell (Peritonealkarzinose).
- Einwachsen des Tumors in andere Organe wie die Blase.
- Tochtergeschwülste in Leber, Lunge, seltener an Knochen und im Gehirn.
- Konglomerattumore bei Dünndarmkrebs mit Verwachsungen zu benachbarten Darmschlingen.
- Rückfall nach erfolgreicher Therapie (Rezidiv).
Oft ist eine sofortige Operation notwendig, z.B. um bei einem Darmverschluss das Hindernis zu beseitigen oder um den Durchbruch durch die Darmwand zu schliessen. Metastasen können je nach Grösse und Lage entweder ebenfalls operiert werden, oder es wird versucht, sie durch eine Chemo- und/oder Strahlentherapie zu zerstören.
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Ursachen, Risikofaktoren und Häufigkeit
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Neun von zehn Darmkrebserkrankungen entwickeln sich aus gutartigen Darmpolypen. Dabei verändern sich über mehrere Jahre hinweg die Zellen in der Schleimhaut des Dickdarms: Sie entarten; sie teilen und vermehren sich unkontrolliert, und ein bösartiger Tumor entsteht. Warum das so ist, daran forschen die Wissenschaftler noch. Dass Dünndarmkrebs so selten vorkommt, liegt wohl daran, dass unverdauliche Bestandteile der Nahrung rasch in den Dickdarm weitergeleitet werden.
Risikofaktoren
Zu den Darmkrebs-Risikofaktoren gehört das Alter. Neun von zehn Betroffenen sind 55 Jahre alt oder älter. Deshalb sind Vorsorgeuntersuchungen ab diesem Alter besonders sinnvoll – insbesondere, wenn einer der weiteren Risikofaktoren dazu kommt:
- Darmpolypen bei sich, den Eltern oder Geschwistern
- Darmkrebs bei Eltern oder Geschwistern, vor allem wenn die betroffene Person unter 50 Jahre alt war
- Andere Krebsarten bei sich oder nahen Verwandten
- Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa (häufiger bei Dickdarmkrebs) oder Morbus Crohn (häufiger bei Dünndarmkrebs)
- Erbkrankheiten wie familiäre adenomatöse Polyposis (FAP), Gardner-Syndrom, Peutz-Jeghers-Syndrom, hereditäres nicht polypöses Kolonkarzinom-Syndrom (HNPCC)
- Bei Dünndarmkrebs auch Menschen mit geschwächter Immunabwehr (nach Organtransplantationen oder bei HIV-Erkrankung)
Ausserdem gibt es eine Reihe von Risikofaktoren, die mit dem persönlichen Lebensstil verbunden sind und von denen vermutet wird, dass sie die Wahrscheinlichkeit von Dickdarmkrebs erhöhen. Dazu gehören:
- Rauchen
- Hoher Alkoholkonsum
- Bewegungsmangel
- Ungünstige Ernährung mit viel rotem Fleisch, Wurst, tierischen Fetten und zu wenig Ballaststoffen
- Übergewicht
Häufigkeit
Dickdarmkrebs ist bei den Männern der dritthäufigste Krebs nach Lungen- und Prostatakrebs, bei der Frau folgt er bereits an zweiter Stelle nach Brustkrebs. In der Schweiz erkranken jedes Jahr mehr als 4000 Personen neu an Darmkrebs, rund 1700 sterben jährlich an den Folgen. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. 38% der Betroffenen sind zum Zeitpunkt der Diagnose zwischen 50 und 69 Jahren alt, 55% über 70. An Dünndarmkrebs erkranken laut Schweizer Krebsliga rund 190 Menschen, was ungefähr einer von hundert Krebserkrankungen in der Schweiz entspricht. Darmkrebs tritt vor allem in den westlichen Industrieländern gehäuft auf, während er in Asien und Lateinamerika nur selten diagnostiziert wird.
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Vorbeugung
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Eine effektive Vorbeugung gegen Darmkrebs gibt es nicht, weil neben der erblichen Vorbelastung noch unbekannte Faktoren eine Rolle spielen. Da sich aber Darmkrebs erfolgreich bekämpfen lässt, wenn er frühzeitig erkannt wird, raten Ärzte sowie die Krebsliga Schweiz ab dem 50. Lebensjahr zu regelmässigen Früherkennungsuntersuchungen. Dazu gehören der Blut-im-Stuhl-Test und die Darmspiegelung. Die Kosten der Darmspiegelung werden in der Regel von der Grundversicherung übernommen, wenn ein familiäres Darmkrebsrisiko besteht, die Betroffenen bestimmte Symptome haben oder Blut im Stuhl nachweisbar ist.
Ausserdem scheint eine gesunde Lebensweise das Risiko zu senken, an Darmkrebs zu erkranken. Dazu gehören:
- Ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung mit natürlichen Produkten wie frischem Obst, Gemüse, viel Fisch und magerem, am besten hellem Fleisch (wenig rotes Fleisch, wenig Wurst), gesunden Fetten aus Raps- und Olivenöl, Vollkornprodukten
- Bewegung und Sport, regelmässig und mehrmals wöchentlich
- Senkung des Übergewichts
- Kein Nikotin
- Wenig Alkohol
Inwieweit sich mit einer gesunden Lebensweise sogar das Rückfallrisiko verringern lässt, darüber diskutieren die Fachleute noch. Die Studienlage ist nicht eindeutig. Auch wenn einiges für den Einfluss des Lebensstils spricht, fehlen derzeit die Beweise. Übergewicht könnte das Rückfallrisiko steigern, während viel Bewegung für eine Senkung sorgt.
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Weitere Informationen
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Wirkstoffe
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