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Wirbelsturm vor Indien: 1,5 Millionen Menschen in Notunterkünften
Zum Schutz vor einem nahenden Wirbelsturm sind in Indien insgesamt mehr als 1,5 Millionen Menschen in Notunterkünfte gebracht worden. Das sagten Mitarbeiter des indischen Katastrophenschutzes am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.
Der indische meteorologische Dienst erwartet, dass Zyklon «Yaas» Windgeschwindigkeiten von bis zu 165 Kilometern pro Stunde, viel Regen und hohe Wellen mit sich bringen wird. Der Sturm soll nach den Vorhersagen am Mittwochnachmittag in Ostindien auf Festland treffen.
Von der Hilfsorganisation Save the Children hiess es, dass zurzeit viele Zyklon-Notunterkünfte als Corona-Behandlungszentren genutzt würden und es dadurch in den freien Unterkünften weniger Platz gebe - ein Corona-Risiko. Ein Mitarbeiter des Katastrophenschutzes in Odisha, einem der betroffenen Bundesstaaten, sagte der dpa, dass in Notunterkünften Masken und Desinfektionsmittel verteilt würden.
Erst kürzlich im Mai traf ein anderer schwerer Wirbelsturm die Westküste Indiens, wodurch insgesamt mehr als 150 Menschen starben - viele auf einem sinkenden Schiff einer Ölfirma.
Die jetzt betroffene Region hat viel Erfahrung mit starken Wirbelstürmen, die im Golf von Bengalen zwischen April und November immer wieder vorkommen. Bei einem grossen Zyklon im Jahr 1999 starben knapp 10 000 Menschen, 15 Millionen verloren ihr Zuhause.
Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass die Intensität der Tropenstürme in den vergangenen Jahren wegen des Klimawandels zugenommen hat, da sie unter anderem ihre Energie aus dem warmen Meerwasser ziehen. Zudem würden aufgrund des steigenden Meeresspiegels Sturmfluten immer höher aufsteigen. Trotzdem waren die Opferzahlen in den vergangenen Jahren generell kleiner, da es inzwischen bessere Wettervorhersagen gibt, Indien Notunterkünfte gebaut und Evakuierungspläne sowie Warnsysteme entworfen hat. Die Sachschäden bleiben aber gross.
Save the Children warnte, dass der Verlust ihrer Häuser, ihres Farmlands und ihrer Nutztiere Familien eher dazu bringen könnten, ihre Kinder früh zu verheiraten oder diese zum Arbeiten zu schicken.
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