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Schweizer Original Braunvieh
Die Schweiz ist das Ursprungsland, die Wiege des Braunviehs. Es ist dokumentarisch belegt, dass man bereits vor rund 1000 Jahren im Kloster Einsiedeln mit der Zucht von Braunvieh begann.
Ursprung und Geschichte:
Am Anfang des 19. Jahrhunderts wurden in derZentral- und Ostschweiz noch verschiedene Braunviehschläge gehalten. Durch Austauschder verschiedenen Schläge wurde nach und nach ein einheitliches Schweizer Braunvieh gezüchtet. Die harten Umweltbedingungen und Haltung auf unsern Alpenprägten durch die natürliche Selektion und die züchterische Arbeit der Berg-und Talbauern das Braunvieh zu einer vorzüglichen Viehrasse, die auch im Ausland begehrt und geschätzt wurde. Schon vor Jahrhunderten hat es in den angrenzenden Alpenländern Eingang gefunden und bereits im Jahr 1869 erfolgtenerste Exporte in die USA und andere Länder weltweit.
Nach der Gründung des Schweizerischen Braunviehzuchtverbandes 1897 wurde die Rasse weiter verbessert und vereinheitlicht. Das Zuchtziel war damals noch ein Dreifaches: Nämlich eine Kuh, die Milch und Fleisch liefern und zur Zugsarbeit eingesetzt werden konnte. So entwickelte sich ein sehr vielseitiges Tier: robust, widerstandsfähig,fruchtbar, langlebig, leistungsfähig, anpassungsfähig und sehr ausgeglichen in Körperform und Farbe. Seine starken Glieder und Klauen ermöglichen ihm die Futtersucheauch in schwierigem Gelände mit spärlichem Graswuchs und begrenzten Wasserstellen. Seine robuste Haut mit dichtem braunem Haarkleid und seine blauschwarze Augenpigmentierung erträgt extreme Sonnenbestrahlung besser (Erfahrungswerteaus tropischen Ländern). Seine Zweinutzungsveranlagung,(Milch- und Fleischleistung)ermöglicht dem Besitzer, jeder Produktionsrichtung gerecht zu werden.
In den späteren 60er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden höhere Milchleistungen und grossrahmigere Tiere gefordert. Um dies rascher zu erreichen, griffen bei der Anpaarung viele Braunviehzüchter zu Brown Swiss-Genetik aus Amerika. Überzeugte Braunviehzüchter hingegen hieltenan der Reinzucht fest. Sie verbesserten die Milchleistung durch strenge Selektioninnerhalb der OB-Population unter strikter Bewahrung der Fleischleistung.
Heutige Situation:
Rund 500 Züchter von Original Braunvieh sind heute verbandsmässig organisiert. Ihre Tiere werden im Herdebuch von Braunvieh Schweiz als OB erfasst und gekennzeichnet, wenn ihre Reinrassigkeit erwiesen ist. OB-Kühe sind leistungsstark. Sie erzeugen eine gehaltvolle Milch von 6000 kg und mehr pro Laktion. Sie bringen Nachkommen, die sich bei Bedarf in jeder Altersstufe auch vorzüglich zur Mast eignen. OB-Stierkälber sind deshalb von den Mästern sehr geschätzt. Sie garantieren Tages-Gewichtszunahmen von 1200 bis 1300 g, eine ausgezeichnete Schlachtausbeute und Fleischqualität.
Austausch und Handel mit Original Braunvieh
Wenn unter der Bezeichnung "Schweizer Original Braunvieh" international gehandelt, exportiert oder importiert wird, ist die vorgängige Überprüfung der Reinrassigkeit nötig. Dies wurde bereits an der internationalen Konferenz in Zug vom 18.4.1993 von den Delegierten gefordert. Die Herdebuchstelle von Braunvieh Schweiz nimmt diese Kontrollfunktion wahr. Zu diesem Zweck ist der Abstammungsausweis vorzulegen. Tiere mit Schweizer Abstammung können einwandfrei nachgeprüft werden. Es ist somit klar, dass auch auf internationaler Ebene die Unterschiede zwischen den drei Zuchtrichtungen und Rassen erkannt und respektiert werden müssen:
Schweizer Original Braunvieh:
- Schweizer Original Braunvieh: 100% reinrassige Abstammung; Zweinutzungsrasse
- Schweizer Braunvieh: Unterschiedlicher Anpaarungsgra; stark milchbetonte Zweinutzung
- Brown-Swiss: In USA gezüchtetes Braunvieh; Milchrasse
Wo kann Original Braunvieh gehalten werden?
- grundsätzlich überall
- in topografisch schwierigem Gelände
- in Gegenden mit harten Umweltbedingungen und schlechter Futterbasis
- in extremen Feucht- oder Trockengebieten
- in Tropen- oder Kältezonen
Wozu eignet sich das Original Braunvieh?
- zur Reinzucht für Milch- und Fleischerzeugung
- zur Mutter- und Ammenkuhhaltung dank seinem ausgeprägten Mutterinstinkt und ruhigen Wesen
- als Einkreuzungspartner zu Mastrassen allgemein und zu Zebu-Vieh in tropischen Ländern (zur Verbesserung der Milchleistung ohne Einbusse der Mastleistung)
- zur Einkreuzung in Milchrassen zur Verbesserung der Fleischleistung
Warum Original Braunvieh wählen?
Es kann nur vorteilhaft sein, die aussergewöhnlichen Eigenschaften eines Tieres in ein Zuchtprogramm einzubringen. Ein Tier, das während vielen hundert Jahren unter rauen Umweltbedingungen und natürlicher Selektion hervorgegangen ist. Es ist fähig, sich auch in ungünstigen Verhältnissen bezüglich Klima und Futtergrundlage zu bewähren. Seine kombinierte Leistungsbereitschaft für Milch und Fleisch ist ideal.
Was können wir anbieten?
Wir verfügen heute in der Schweiz über eine breite Basis nachzuchtgeprüfter und junger OB-Stiere. Es ist auch Samen für die künstliche Besamung erhältlich. Wir können Spenderkühe für Embryonen-Gewinnunganbieten. Es ist OB jeder Altersklasse und bester Qualität für den Export verfügbar. Dank Original Braunvieh hat man zweifachen Nutzen und Erfolg.
Kleine OB-Zuchtlehre – Die Herdenzucht:
In den 70-er und 80-er- Jahren hat sich die BS-Genetik in der Schweiz rasant ausgedehnt. Im selben Ausmass sind auch die OB-Bestände zusammengebrochen. Der Einsatz von BS-Genetik war aber nur dank der Einführung der KB möglich. Der Natursprung gehörte somit bis zur Einführung der KB zur traditionellen Anpaarungsmethode. Sie wurde in den 80-er Jahren im grossen Stil durch die KB abgelöst. Allerdings stand die KB nicht nur für den BS- Einsatz offen. Sie wurde ebenfalls in der OB-Zucht eingesetzt. Aus anpaarungstechnischer Sicht ist nicht die Unterscheidung zwischen Natursprung und KB wichtig. Viel mehr ist es der allmähliche Wechsel vom Herdensprung zur Individualanpaarung.
Jede Zucht, die im Aufbau ist und auf einem geschlossenen Herdebuch aufbaut, läuft anfänglich über einen hohen Verwandtschaftsgrad. Aus diesem entwickeln sich allmählich selbständige Blutlinien. Sie werden nach und nach wieder miteinander angepaart.
Die Weiterführung der Zucht des alten Braunviehs und der Natursprung gehöreneng zusammen. Mit der Verdrängung des Natursprungs durch die KB verlor dieHaltung von Stieren in der VZG an Bedeutung. An dessen Stelle trat die Privatstierenhaltung. Die Umstellung vom Herdensprung zur Individualanpaarung hat zu einem weniger ausgeprägten Einheitsbild der Zuchtbestände geführt. Damit wurde die individuelle Anpaarung weiter gefördert. Die OB-Zucht mit ihrer konsequenten Reinzucht zeigt jedoch die Vorteile des Herdensprungs.
- Kleine OB-Zuchtlehre: Die Pedigreezucht (Folge 2) [41.0 KB]
- Kleine OB-Zuchtlehre: Die Linienzucht (Folge 3) [36.0 KB]