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Omega-3 Fettsäuren gegen Stimmungstiefs?
Zehn Prozent aller Krankheitstage gehen mittlerweile auf das Konto einer psychischen Erkrankung; meistens handelt es sich um eine Depression – Tendenz steigend. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass depressive Störungen weit verbreitet sind. An was kann es liegen, dass beispielsweise in Japan, Singapur oder Malaysia die postnatale Depression wesentlich seltener anzutreffen ist als in Europa? Gemäss Studien kann dies nicht nur mit einer Neigung der Asiaten, Symptome einer Depression zu verheimlichen, erklärt werden. Auch die Ernährung spielt offenbar eine wichtige Rolle.
Das Schmieröl des Gehirns
Das Gehirn ist ein Teil unseres Körpers. Wie die Zellen aller anderen Organe erneuern auch die des Gehirns fortwährend ihre Bestandteile. Die Zellen von morgen bestehen also aus dem, was wir heute essen. Unser Gehirn besteht zu zwei Dritteln aus Fettsäuren. Sie sind die Grundbausteine der Membran der Nervenzellen. Deshalb ist es wichtig, dass wir genügend Fettsäuren zu uns nehmen. Allerdings sind nicht alle Fettsäuren gleich gut für unser Gehirn.
Die Ernährung der ersten Menschen
Zu der Zeit, als sich das Gehirn des homo sapiens entwickelte – als der Mensch also zum Bewusstsein seiner selbst gelangte – lebte die Menschheit um die grossen Seen Ostafrikas. Aufgrund der fischreichen Ernährung wurden auch reichlich Omega-3 Fettsäuren aufgenommen. Anthropologen gehen davon aus, dass diese für die ausserordentliche Entwicklung des menschlichen Gehirns verantwortlich waren. Man glaubt, die Ernährung dieser frühesten Menschen sei besonders ausgewogen gewesen, mit einem Verhältnis von 1 : 1 in der Zufuhr von Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren. Dieses ideale Verhältnis dürfte dem Körper genau die Nährstoffe geliefert haben, die zur Produktion von Neuronen mit optimalen Eigenschaften nötig waren, was dem Gehirn völlig neue Kapazitäten vermittelte.
Heutige Ernährung
In der westlichen Ernährung liegt das Verhältnis Omega-3 zu Omega-6 zwischen 1 : 10 und 1 : 20. Um es mit einem Bild zu veranschaulichen: Man könnte das Gehirn mit einem Höchstleistungsmotor vergleichen, der so konstruiert ist, dass er mit einem besonders ausgeklügelten Treibstoff optimal funktioniert puttygen ssh , während wir ihn mit Diesel schlechter Qualität laufen lassen…
In Taiwan, Hongkong und Japan treten Depressionen bis zu zwölfmal seltener auf, als in Europa, selbst wenn man die unterschiedliche Einstellung gegenüber Depressionen in asiatischen Ländern berücksichtigt.
Klinische Studien
Verschiedenste klinische Studien haben gezeigt, dass die Erhöhung der Zunahme von Omega-3 Fettsäuren sich positiv auf das psychische Befinden auswirkt. Die positive Wirkung wird um so stärker je höher das Verhältnis der Omega-3 Fettsäuren im Vergleich zu den Omega-6 ausfällt. Deshalb ist es sinnvoll, gleichzeitig die Aufnahme von Omega-6 zu reduzieren, was in der Regel mit einer Einschränkung des Fleischkonsums einhergeht.
Aus den vorliegenden klinischen Studien geht hervor, dass ein antidepressiver Effekt am besten zu erreichen ist, wenn man täglich ein bis zehn Gramm einer Kombination aus zwei Fischfetten verzehrt: Eicosapentaensäure (EPA) und Decosahexaensäure (DHA) ; das sind die beiden Omega-3 Formen, welche in Fischöl vorkommen.
In Apotheken sind verschiedene Produkte in Form von Kapseln erhältlich. Gegen Depressionen wirken Produkte die im Verhältnis zu DHA den grössten Anteil an EPA enthalten. Vorzugsweise sollte man ein Produkt wählen, das auch ein wenig Vitamin E enthält, was das Öl von einer stets möglichen Oxidation schützt.
Nebenwirkungen
Die einzigen Nebenwirkungen von Omega-3-Ergänzungen sind der fischige Nachgeschmack (und der lässt sich in der Regel vermeiden, wenn das Fischöl über den Tag verteilt jeweils vor den Mahlzeiten eingenommen wird), dünner Stuhlgang oder leichter Durchfall.
Personen, die zu Blutungen neigen oder Mittel zur Blutverdünnung einnehmen, sollten vor der Einnahme von EPA und DHA ihren Arzt befragen, da EPA und DHA die Blutgerinnungsfähig weiter herabsetzen können.
Nach Angaben der Food and Drug Administration (FDA) sind Fischölmengen von 3,5 g pro Tag sicher. Höhere Mengen müssen in jedem Fall von einem Arzt verordnet werden
Mental Coaching und Omega-3
Bei der ergänzenden Behandlung (zusätzlich zur ärztlich verordneten Behandlung) von Depressionen oder Angstzuständen durch ein Mental Coaching, empfehlen wir, die zusätzliche Einnahme von Omega-3 zu prüfen. Viele klinische Studien bestätigen deren positiven Effekt. Da die Omega-3 Fettsäuren ein Naturprodukt sind, lassen sie sich nicht patentieren. Somit sind sie für die grossen Pharmafirmen, die die meisten wissenschaftlichen Studien über Depressionen finanzieren, nicht von Interesse. Dies mag erklären, weshalb die positive Wirkung von Omega-3 bei Depressionen nach wie vor nur wenig bekannt ist.
Lass Dich auf jeden Fall von Deinem Arzt oder Apotheker beraten.