Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/53382

<h2>SubmittedText<h2><p>Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung und Artikel 107 des Parlamentsgesetzes reiche ich folgende parlamentarische Initiative ein:</p><p>Die notwendigen gesetzlichen Änderungen sind vorzunehmen, um in der Schweiz die Embryo-Adoption zuzulassen; d. h. analog der Adoption eines geborenen Kindes sollen überzählige Embryos, welche die biologischen Eltern nach einer In-vitro-Fertilisation nicht mehr zu Fortpflanzungszwecken verwenden können oder wollen, zur Implantation bei einer zur Adoption bereiten Frau freigegeben werden. Diese Frau muss neben den gesundheitlichen Voraussetzungen die gesetzlich vorgegebenen Voraussetzungen zur Adoption erfüllen.</p><p>Insbesondere sind dabei folgende Grundsätze zu beachten:</p><p>- Die Freigabe überzähliger Embryos zur Embryo-Adoption hat den Vorrang gegenüber einer Verwendung für Forschung, Gewebegewinnung zu Transplantationszwecken und Stammzellengewinnung.</p><p>- Die Embryo-Adoption ist strikte von der Leihmutterschaft abzugrenzen. Leihmutterschaft soll weiterhin streng verboten bleiben. Die Adoptionsmutter wird sich also weder den Embryo noch seine biologischen Eltern "aussuchen" können.</p><p>- Die Eltern werden bereits vor der IVF-Behandlung über die Möglichkeit der Embryo-Adoption informiert.</p><p>- Embryos können jederzeit mit dem Einverständnis der biologischen Eltern zur Adoption freigegeben werden.</p><p>- Die sogenannten "altrechtlichen" Embryos stehen bis 2005 für Fortpflanzungszwecke der biologischen Eltern und bis 2008 zur Embryo-Adoption zur Verfügung.</p><p>- Das Recht des Kindes, welches als Embryo adoptiert wurde, auf Wissen um die eigene Herkunft ist bestmöglich zu gewährleisten.</p>