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Als erstes Pfarrhaus der 1888 neu gegründeten Kirchgemeinde diente ein bereits bestehender, biedermeierlicher Bau, welcher der Kirchgemeinde von der Erbschaft des Menziker Fabrikanten Heinrich Irmiger zu attraktiven Konditionen zum Kauf angeboten worden war (Hauptstrasse 61). Allerdings wurde die Umgebung den dort beheimateten Pfarrherren allmählich zu laut: Nebst einer benachbarten Wirtschaft traten zwischen 1888 und 1911 die Lärmquellen der «Wynenthalbahn» und die «Seethalbahn» hinzu, ausserdem wurde das Schulhaus immer stärker bevölkert und der Strassenverkehr hatte deutlich zugenommen. So trat die Kirchenpflege 1911 in Verhandlungen, um das Grundstück westlich der Kirche für einen Pfarrhausneubau zu erwerben. Nachdem das Preisangebot der Eigentümer mit 15.000 Franken als viel zu hoch beurteilt worden war, setzte ein langwieriges Feilschen ein, und die Kirchenpflege wagte sich am Ende soweit hinaus, dass sie als ultimatives Angebot 9.000 Franken festsetzte und im Ablehnungsfall die ganze Unterhandlung abzubrechen drohte, was die Eigentümer tatsächlich zum Einlenken bewegte.
Das gut 100 Meter
westlich der Kirche situierte Pfarrhaus wurde schliesslich vom Architekten Adolf
Schenker aus Aarau entworfen und 1912 ausgeführt.
Das stattliche Menziker Pfarrhaus in einem historischen Foto von 1913
Der Bau präsentierte sich in einem opulenten, englisch beeinflussten Heimatstil: Ein Putzbau erhebt sich über einem bodenständigen Sockel aus mächtigen bossierten Natursteinquadern, das Hochparterre ist von Erkern, wohnlichen Fenstern und einer Pfeilerloggia geprägt, darüber setzt bereits das dominierende, ganze zwei weitere Obergeschosse und einen Estrich einnehmende Krüppelwalmdach an, das mit seinen roten Ziegeln trotz vielfältiger Giebel- und Gaubenformen das ganze Gebäude ruhig zusammenhält. Der am Obergeschoss angebrachte Spalier sowie farbig bemalte Dachuntersichten sollten die Ausstrahlung freundlicher Farbigkeit zusätzlich steigern. 1958 und 1983 wurde das Pfarrhaus unter grossem Aufwand umgebaut und renoviert und verlor dabei viel von seinem ursprünglichen Antlitz: Neue Fenster nahmen dem Heimatstilbau jegliche Zartheit, und der grossvolumige Ausbau im Dachgeschoss reduziert die Ziegelfläche des einst so behütenden Daches auf Reststreifen.
Das Kirchgemeindehaus
Das Kirchgemeindehaus wurde 1965 zwischen der Kirche und dem Pfarrhaus vom Reinacher Architekten Hans Hauri erbaut. Es zeichnet sich durch ein breites flaches Satteldach und einen Seitentrakt aus und wurde 1986/87 umgestaltet und renoviert, wobei – wie auch heute oft wieder – vorrangig auf eine verbesserte Aussenisolation geachtet wurde.