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Die Urteile des europäischen Gerichtshofes sind für die Schweiz leider nicht bindend – und damit auch das erwähnte Sturgeon-Urteil nicht. Für die Schweiz sind nur die Urteile bindend, die vor der
Ratifikation des Luftverkehrsabkommens ergangen sind. Grundsätzlich heisst das natürlich nicht, dass man jegliche Rechtsprechung zu der Fluggastrechte-Verordnung einfach ignorieren könnte. In
ähnlichen Fällen hat das Bundesgericht entschieden, dass von der europäischen Rechtsprechung nur dann abgewichen werden darf, wenn dafür triftige Gründe vorliegen.
Um dem Ziel der Verordnung nach einer Vereinheitlichung der Schutzrechte für Fluggäste nachzukommen, müsste sich die Schweiz eigentlich an diese Urteile halten. Solange dies nämlich nicht der
Fall ist, herrscht eine Ungleichbehandlung von schweizerischen Fluggästen gegenüber jenen der europäischen Union, die in keiner Weise gerechtfertigt erscheint. Ebenso wenig vermag eine solche
Handhabung zu überzeugen, wenn man bedenkt, dass grundsätzlich auch am Ankunftsort, also in einem Mitgliedsstaat der EU, geklagt werden könnte, wo die Urteile des EuGH dann bindend wären und eine
Ausgleichszahlung erfolgsversprechend geltend gemacht werden könnte.