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Schotenklee und Esparsette kommen in Mischungen für ausdauernde Heuwiesen und für tanninhaltiges Futter zum Einsatz. Agroscope ergänzt die Liste der empfohlenen Sorten von Futterpflanzen mit zwei Neuzüchtungen von Schotenklee, während bei der Esparsette alles beim alten bleibt.
Der Schotenklee (Lotus corniculatus L.) ist eine ausdauernde, genügsame, trockenheitstolerante und winterharte Art. Seine Stärken kommen in Heuwiesen mit zwei bis drei Nutzungen zur Geltung, etwa in den Standardmischungen (SM) 450, SM 451 und SM 455. In intensiver genutzten Futterbaumischungen, wie der SM 481, wird er im Laufe der Zeit durch den Weissklee (Trifolium repens L.) abgelöst.
Ebenso eine wenig intensive Wirtschaftsweise verlangt die Esparsette (Onobrychis viciifolia Scop.), die früher in Heuwiesen eingesetzt wurde. Heute dient diese wärmeliebende Art meist der Erzeugung tanninhaltigen Futters zur Unterstützung der Bekämpfung von Magen-Darm-Parasiten bei Wiederkäuern, beispielsweise in der SM 326. Die Esparsette liefert über die Hälfte des Jahresertrages im Heuschnitt, während die Folgeaufwüchse einen geringeren Ertrag abwerfen.
Schotenklee und Esparsette im Feld geprüft
Fünf Sorten Schotenklee und vier Sorten Esparsette wurden während dreier Jahre in Kleinparzellen an fünf Orten im Mittelland und an zwei beziehungsweise einem Höhenstandort auf ihre Anbaueignung geprüft. Beurteilt wurden Ertrag, Güte (Üppigkeit, Dichte und Ebenmässigkeit des Pflanzenbestandes), Jugendentwicklung, Konkurrenzkraft, Ausdauer, Toleranz gegen Wintereinflüsse und Resistenz gegen Blattkrankheiten. Beim Schotenklee kam die Anbaueignung für höhere Lagen, bei der Esparsette die Standfestigkeit hinzu.
Sortiment beim Schotenklee mit Neuzüchtungen ergänzt
Unter den Neuzüchtungen fielen «Lotella» und «Maleják» positiv auf. Letztere brillierte in der Jugendentwicklung, gefolgt von «Lotella». In der Güte und der Konkurrenzkraft überzeugten beide Neuzüchtungen mit soliden Leistungen. Während sich «Lotella» im Ertrag, der Ausdauer und der Anbaueignung für höhere Lagen vor «Maleják» einordnete, lag diese in der Toleranz gegen Wintereinflüsse vor «Lotella». Beide Neuzüchtungen zeigten zudem eine gute Resistenz gegen Blattkrankheiten. Dennoch konnten sie den für eine Empfehlung notwendigen Vorsprung gegenüber der einzigen empfohlenen Sorte «Lotar», die den ersten Platz behauptete, nicht erreichen. Weil aber nur eine empfohlene Sorte für die Bereitstellung von Qualitätssorten nicht genügt, wird das Sortiment empfohlener Sorten mit «Lotella» und «Maleják» ergänzt. Die übrigen Neuzüchtungen «Fabio» und «Altus» konnten leider nicht überzeugen.
Keine Neuempfehlung bei der Esparsette
Die einzige Neuzüchtung, «Ambra», kam mit ihren Leistungen abgeschlagen auf dem letzten Platz zu liegen und kann nicht empfohlen werden. Hingegen bleiben die bereits empfohlenen Sorten «Perly», «Perdix» und «Višnovský» weiterhin auf der «Liste der empfohlenen Sorten von Futterpflanzen».
Sortenempfehlungen von Agroscope
Agroscope prüft regelmässig Sorten und stellt der Schweizer Landwirtschaft aktuelle und verlässliche Informationen in der «Liste der empfohlenen Sorten von Futterpflanzen» zur Verfügung. Diese bildet die Grundlage für beste Samenmischungen und die Sortenreferenz für die Saatgutbranche der Schweiz. Somit wird gewährleistet, dass der Züchtungsfortschritt möglichst rasch die Praxis erreicht.
Fazit
- Schotenklee und Esparsette sind Leguminosen für die wenig- bis mittelintensive Futterproduktion.
- Agroscope hat zwischen 2019 und 2021 insgesamt fünf Sorten Schotenklee und vier Sorten Esparsette geprüft.
- Beim Schotenklee erzielten die Neuzüchtungen «Lotella» und «Maleják» in allen Eigenschaften solide Leistungen und werden neu empfohlen.
- Bei der Esparsette konnte die einzige Neuzüchtung «Ambra» nicht überzeugen und wird deshalb nicht empfohlen.
- Die bereits empfohlenen Sorten beider Arten behalten ihre Empfehlung weiterhin. Somit stehen von beiden Arten je drei empfohlene Sorten zur Verfügung.
- Die Verwendung empfohlener Sorten ermöglicht bestmögliche Futterbaumischungen für Schweizer Bedingungen und bringt den Züchtungsfortschritt in die Praxis, wovon unsere Landwirtschaft direkt profitiert.