Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/28831

<h2>SubmittedText<h2><p>Das tragische Unglück im Montblanc-Tunnel wird die französischen Behörden vor die Frage stellen, ob dieser veraltete Tunnel nicht für den Schwerverkehr gesperrt werden sollte. Des Weiteren wird Frankreich berechtigterweise den Bau eines neuen Eisenbahn-Basistunnels unter dem Montblanc in Erwägung ziehen müssen.</p><p>Ich frage daher den Bundesrat, ob er bereit wäre, die Möglichkeit eines Eisenbahn-Basistunnels zwischen Martigny und Aosta zu prüfen, der den Nordwesten mit dem Süden Europas verbindet. Offenbar können weder der Strassentunnel unter dem Grossen St. Bernhard noch die Strasse zwischen Martigny und Aosta den Verkehr mit schweren Motorwagen bis 40 Tonnen und mehr bewältigen. Der Bau eines Eisenbahn-Basistunnels zwischen Martigny und Aosta hingegen, der kürzesten Verbindung von Nordfrankreich und der Westschweiz mit Italien, könnte allen Anforderungen an den Strassenverkehr im dritten Jahrtausend genügen. Ich erinnere daran, dass der Bundesrat 1903 einer Eisenbahn-Konzession für diesen Streckenabschnitt zugestimmt hatte.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat sieht trotz des Unfalls im Montblanc-Tunnel und dessen vorübergehenden Sperrung keine neuen Fakten, die eine Aufnahme von Planungsarbeiten für einen neuen Eisenbahn-Basistunnel zwischen Martigny und Aosta rechtfertigen würden.</p><p>In der Botschaft über den Bau und die Finanzierung der Infrastruktur des öffentlichen Verkehrs (FinöV) vom 26. Juni 1996 wurden die Eisenbahn-Grossprojekte der nächsten rund zwanzig Jahre für die Schweiz definiert. Für den alpenquerenden Verkehr wurden die beiden Transitachsen Gotthard-Ceneri und Lötschberg-Simplon bestätigt sowie der Bau der neuen Basistunnels Lötschberg, Gotthard und Ceneri beschlossen. Die Achse Lötschberg-Simplon bzw. Wallis-Simplon deckt das Einzugsgebiet eines Eisenbahn-Basistunnels zwischen Martigny und Aosta geograph</p><p>isch weitgehend ab.</p><p>Im Rahmen von bilateralen Kontakten zwischen der Schweiz und Frankreich bzw. Italien sind der alpenquerende Verkehr, die Verkehrssicherheit und der Modalsplit zwischen den Verkehrsträgern (Strasse/Schiene) regelmässig ein Thema. In der Frage eines neuen Alpendurchstichs steht die Linienführung Lyon-Turin im Vordergrund; sie ist auch eines der vierzehn prioritären Projekte des transeuropäischen Verkehrs.</p>  Antwort des Bundesrates.