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Graf Rudolf der jüngere von
Greierz vergabte 1227 dem Stift zu
Lausanne, um begangenes Unrecht zu sühnen, ein ihm durch seine
Heirat mit
Colombe, der Tochter Jordan's von
Belmont, zugefallenes Allodium, das Grundbesitz in Saint Cierges,
Ogens und
Thierrens umfasste und zu dem 12 Männer von Saint Cierges mit ihren Söhnen gehörten.
Graf Peter. Rudolf's Sohn,
versuchte später vergeblich wieder in den Besitz dieser von seinem Vater abgetretenen
Güter zu gelangen.
Saint Cierges ist die Heimat des Burgherrn von
La Sarraz Gabriel Olivier, der die 1708 erschienene Explicationdu Coutumier duPaysdeVaud verfasst hat, und eines Pfarrers Samuel Olivier (1675-1735), dessen Arbeiten über die Genealogie
der adligen Geschlechter des Waadtlandes Manuskript geblieben sind. Oestl. vom Dorf Saint Cierges und zwischen ihm und Aillerens
stand einst ein alter
Turm, Tour du
Molard geheissen, der heute verschwunden ist. Ein zweiter
Turm fand sich
an der Strasse nach
Moudon. 1151: S. Cereus; 1227: Seint Cierie; 1228: S. Ciriacus.
Erstere Annahme wird durch die urkundliche Form ecclesiam S. Juliani gestützt, unter welcher diese Kirche 1147 erscheint.
Die seit 1139 genannte Kirche wurde (zusammen mit dem Dorf Courtemblin) im Verlaufe des 30jährigen Krieges
von den Schweden zerstört und bildete einen blossen Trümmerhaufen, bis sie die Gemeinde
Cornol an der gleichen Stelle 1699-1701
neu aufbaute. Da das Dorf Courtemblin nicht wieder aus der Asche entstanden war, ordnete der damalige Fürstbischof von Basel,
Wilhelm
von Roggenbach, an, dass die Kirche abgetragen und im Dorf
Cornol selbst neu erstellt werden sollte.
Dies geschah 1784. An ihrer Stelle errichtete man dann die jetzige
Kapelle mit einer Wohnstätte, in der früher ein Einsiedler
hauste. Daneben befindet sich ein
Brunnen, die
Fontaine de l'Artillerie genannt, dessen
Wasser die Kraft zugeschrieben wurde,
Augenkrankheiten zu heilen, und der einst dadurch berüchtigt war, dass sich an ihm die den Hagel verursachenden
Hexen versammeln sollten. Die merkwürdigen Akten der Hexenprozesse, denen dieser Volksaberglauben zu Grunde lag, werden
in den jetzt in Bern
befindlichen Archiven des ehemaligen Fürstbistums Basel
aufbewahrt.
Georges(Kt. Genf,
Linkes Ufer, Gem.
Lancy). 417 m. Kleines Dorf; besteht aus Landhäusern und einigen
Arbeiterwohnungen, die auf einer ziemlich ausgedehnten Terrasse links über der
Rhone zerstreut liegen. 2,5 km w. der Stadt
Genf und mit ihr durch eine elektrische Strassenbahn verbunden. Telephon. 23
Häuser, 144 kathol. und reform. Ew. Kirchgemeinden
Lancy und
Carouge. Schiessplatz der
Genfer «Société de l'Arquebuse et de la Navigation».
Gärtnereien und Baumschulen.
Nachdem sich die beiden städtischen Friedhöfe von
Plainpalais und
Châtelaine als den Bedürfnissen nicht mehr entsprechend
erwiesen hatten, legte die Stadt
Genf auf der Terrasse von Saint Georges mit einem Kostenaufwand von 1200000 Fr. einen dritten
Gottesacker an, der 17 ha Fläche umfasst und 1883 eröffnet worden ist. 1900-1901 erbaute man dann im
n. Abschnitt des Friedhofes auch noch ein Krematorium, in dem bis 1904 zusammen 160 Leichen verbrannt worden sind.
Der
Ort trägt seinen Namen nach einer vielleicht schon seit dem 12. Jahrhundert hier befindlichen und dem h. Georg geweihten
Augustinerpropstei, die der einstigen Abtei Filly (bei Thonon) unterstand und seither verschwunden ist.
An ihre Stelle trat zu Beginn des 18. Jahrhunderts ein Landgut mit Herrenhaus, das unter dem Namen der
Ferme de Saint Georges
bekannt ist. Nach Galiffe soll früher zwischen Saint Georges und
Aïre eine Schiffsbrücke über die
Rhone geführt haben.
270 Ew. Kirchgemeinde Longirod. Schöne neue Kirche. Landwirtschaft. Mühlen und Säge. Gehörte seit 1158 zu einer Propstei,
die dem Kloster Saint Jeanextra muros in Genf
unterstand und deren Kastvögte die Herren von Mont le Vieux waren. Der Grundbesitz
der zur Zeit der Reformation aufgehobenen Propstei Saint Georges kam dann 1542 zunächst an den Edeln
Louis Challet de Perroy und wurde nachher unter seine drei Schwiegersöhne François Cerjat. Herrn von Denezy, Pierre Louis
Loys und Jean de Goumoëns aufgeteilt.
Der den Loys gehörende Anteil ging später durch Heirat der Reihe nach an die de Crousaz, an Bénédict Deschamps aus Nyon
(1629) und an Jean François de Martines (1665) über, welch' letzterer bereits auch im Besitz des ehemaligen Anteils der Goumoëns
war. Charles Samuel de Martines vereinigte endlich 1759 die ganze Herrschaft wieder in seiner Hand und verkaufte dann 1777 das
«Le Prieuré» genannte Landgut mit Herrenhaus an DavidMeylan, einen Bürger von Saint Georges.