Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/225868

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die vorsorgliche Verteilung von Kaliumiodid-Tabletten auf die gesamte Schweizer Bevölkerung auszuweiten. Dazu soll die Jodtabletten-Verordnung überarbeitet werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In der Schweiz werden die Jodtabletten an die gesamte Bevölkerung abgegeben, und zwar entweder vorsorglich (an die Haushalte im 50-Kilometer-Radius um die Schweizer Kernkraftwerke) oder kantonal zentralisiert (in den Zonen, die weiter als 50 Kilometer von den Kernkraftwerken entfernt sind). 2014 wurde der Radius für die vorsorgliche Verteilung an alle Haushalte von 20 auf 50 Kilometer ausgeweitet. Der Radius von 50 Kilometern für die Abgabe an die Haushalte wurde so festgelegt, dass gemäss dem neuen, nach dem Unfall in Fukushima erstellten Referenzszenario gewährleistet ist, dass die Strahlenbelastung der Schilddrüse bei niemandem in der Schweiz 50 Millisievert überschreitet. Diese Dosisschwelle entspricht den internationalen Empfehlungen zur Jodtablettenprophylaxe. Würde die Einnahme von Jodtabletten auch ausserhalb von 50 km notwendig, sind die Kantone verpflichtet, diese rasch möglichst und maximal innerhalb von 12 Stunden an die betroffene Bevölkerung zu verteilen.</p><p>Im Gegensatz zu den Agglomerationen von Basel, Luzern und Zürich befindet sich die Grossregion "Arc Lémanique" nicht in einem Nahbereich (&lt; 50 km) eines Kernkraftwerkes, weder in der Schweiz noch im grenznahen Ausland. Die Jodtabletten sind somit bei den entsprechenden Kantonen fachgerecht in genügenden Mengen eingelagert, um im Ereignisfall die gesamte Bevölkerung damit versorgen zu können.</p><p>Eine Vorverteilung der Jodtabletten in der gesamten Schweiz ist eine aus Aspekten des Strahlenschutzes nicht gerechtfertigte Massnahme und führt bei Bund, den Kantonen und Gemeinden zu einem unverhältnismässigen Aufwand für die Verteilung an die Haushalte. Zudem haben sich die Kantone 2013 am Vernehmlassungsverfahren zur Jodtabletten-Verordnung beteiligt und haben dem Grundsatz einer Verteilung innert zwölf Stunden ab Anordnung zugestimmt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.