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Ende März sind die USA zum neuen Zentrum der weltweiten Corona-Krise geworden. Während sich das Coronavirus zunächst an der Nordwestküste um Seattle ausgebreitet hatte, wurde vor allem New York zum Hotspot der Pandemie. Weitere urbane Zentren folgten.
Darum sind die USA besonders anfällig:
- Politische Uneinigkeit: In den USA haben die Bundesstaaten weitreichende Befugnisse. Ein einheitliches Vorgehen in der Krise wird erschwert durch die Vorbehalte gegen die Bundesregierung, die grossen Gegensätze der politischen Lager und die unterschiedlichen Interessen zwischen ländlich und urban geprägter Bundesstaaten.
- Ausgaben für Gesundheit: Sie sind sehr hoch, immerhin etwa 17 Prozent des Bruttosozialprodukts (in der Schweiz sind es elf Prozent). Allerdings kommt mehr als die Hälfte der Gelder aus privater Hand. Über die Verwendung dieser Gelder kann der Staat nur schlecht entscheiden.
- Medizinische Grundausstattung: In den USA kommen 2,6 Ärzte auf 1’000 Einwohner (Schweiz: 4,2; Italien: 4,1). Auch hinsichtlich der Krankenhausbetten pro 1’000 Einwohner hinken die USA (2,8) anderen Industrieländern wie der Schweiz (4,5) deutlich hinterher.
- Krankenversicherung: 30 Millionen US-Amerikaner – etwa zehn Prozent der Bevölkerung – sind nicht krankenversichert. Da sie Arztbesuche selbst bezahlen müssen, verschleppen sie Krankheiten häufig. Weitere 153 Millionen sind über ihre Arbeitgeber versichert. Durch krisenbedingte Entlassungen verlieren diese Menschen ihren Versicherungsschutz.