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Das Mitte 2019 fertig verhandelte Freihandelsabkommen zwischen den EFTA-Staaten Schweiz, Island, Liechtenstein und Norwegen und den südamerikanischen Mercosur-Ländern Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay werde unweigerlich eine Ausweitung des Agrarhandels zwischen diesen Ländern zur Folge haben. Was wiederum zu höheren klimaschädlichen Treibhausgasemissionen führen werde, schreibt die Mercosur-Koalition in einer Mitteilung. Dies bestätige ein neuer Bericht der internationalen Organisation GRAIN.
GRAIN habe auf Basis der im Abkommen verhandelten Kontingente für die zollbefreite Einfuhr bestimmter Agrarprodukte deren klimatischen Fussabdruck errechnet. GRAIN untersuchte ausschliesslich den Handel mit Agrarprodukten und berücksichtigte dabei die zehn klimawirksamsten Produkte Rind-, Lamm- und Geflügelfleisch, Mais, Soja, Hartweizen, Olivenöl und Milchpulver, die in die EFTA-Länder eingeführt werden, sowie die Ausfuhr von Käse aus der Schweiz und Norwegen in die Mercosur-Staaten. Die Berechnungen würden zeigen, dass sich der Ausstoss von Treibhausgasen durch den zunehmenden Agrarhandel um insgesamt 75’500 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr erhöhen würde, was im Vergleich zu 2019 einer Zunahme von 15 Prozent entspräche.
Die Schweizer Mercosur-Koalition, die unter anderem von Organisationen wie Alliance Sud, Brot für alle, Bruno Manser Fonds, Fédération Romande des Consommateurs, der Schweizer Tierschutz oder Swissaid unterstützt wird, habe das geplante Abkommen bereits mehrfach kritisiert: Es werde negative Auswirkungen sowohl auf die Umwelt- und Menschenrechtssituation in den lateinamerikanischen Ländern als auch auf die Landwirtschaft in der Schweiz haben. Das Abkommen trage zur fortschreitenden Vernichtung tropischer Wälder und zum Einsatz von gefährlichen Pestiziden bei. Es führe aber auch zu erhöhten Importen von Fleisch, dessen Produktion in keiner Weise die Schweizer Tierschutzstandards erfülle und den Erwartungen der Konsumentinnen und Konsumenten widerspriche. Dies sei für die Schweizer Mercosur-Koalition nicht akzeptabel, denn die Handelspolitik dürfe den klimapolitischen Anstrengungen der Schweiz nicht zuwiderlaufen.