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Beim Projekt European Spallation Source (ESS) handelt es sich um eine Neutronenforschungseinrichtung, die derzeit ausserhalb von Lund, Schweden, errichtet wird, um neue Erkenntnisse für die Material- und Werkstofftechnik zu ermöglichen. Nachdem im Mai 2015 der Auftrag zur Errichtung der Heliumkälteanlage des Beschleunigers (ACCP) an Linde Kryotechnik ging, vertraut das ESS nun auch beim Bau der Zielmoderator-Tieftemperaturanlage (TMCP) auf eine Partnerschaft mit Linde Kryotechnik.
Der ESS-Beschleuniger liefert einen 5 MW Protonenstrahl auf ein Spallationsziel bei 2,0 GeV mit einem Nennstrom von 62,5 mA, um schnelle Neutronen zu erzeugen. Die Abkühlung des zirkulierenden Spallationsziels mit flüssigem Wasserstoff verwandelt diese schnellen Neutronen zu langsamen Neutronen, die die gesuchte Strahlung darstellen.
Der flüssige Wasserstoff selbst wird durch den TMCP Helium-Kältekreislauf gekühlt, wobei die TMCP Kälteleistungen in einem weiten Bereich von 2,3-30 kW bei 15-20 K bereitstellt. Die maximale Kälteleistung von TMCP mit einer Höchstkapazität von 31,8 kW wird die weltweit grösste Kälteleistung seiner Art erzielen.
Das TMCP-Projekt ist aus vielerlei Hinsicht herausfordernd. So muss die Wärmebelastung des CMS jederzeit, sofort und präzise durch das TMCP ausgeglichen werden. Darüber hinaus muss das TMCP hochdynamische Anforderungen erfüllen, da die Wärmebelastung ruckartig endet, falls der Protonenstrahl ausläuft und Übergänge im breiten Kühlleistungsbereich nahtlos erreicht werden müssen.
Der Spatenstich für die European Spallation Source erfolgte am 2. September 2014, die Inbetriebnahme der Anlage ist 2019 vorgesehen, eine vollständige Funktionalität wird für 2025 erwartet.
Auf ihrer Homepage veröffentlicht das ESS wöchentliche Updates der Baustellenarbeiten.