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Gesamtname der militärischen Vorgesetzten vom Leutnant aufwärts bis zum Feldmarschall, während die Vorgesetzten
vom Feldwebel abwärts die Klasse der Unteroffiziere bilden. Die Gesamtheit der Offiziere der Armee, eines Truppenteils, einer
Waffe wie der ganzen Armee etc., heißt ein Offizierkorps. Man unterscheidet Truppenoffiziere, die Regimentern
angehören, und nichtregimentierte, von erstern Frontoffiziere, die in der TruppeDienst thun, und aus der Truppe abkommandierte
Offiziere.
Der Charge nach zerfallen die Offiziere in folgende Rangklassen: a) in der Armee:
Jede Charge hat ihre besondern Rangabzeichen, s. Abzeichen. Ergänzung des Offizierkorps: a) der Armee, geschieht teils aus den
Zöglingen der Kadettenanstalten (etwa 42
Proz.), teils aus freiwillig als Offizieravantageure
auf Beförderung zum Offizier eingetretenen jungen Leuten. Hierzu ist das Abiturientenzeugnis
eines deutschen Gymnasiums oder Realgymnasiums oder bei Reife für die Prima die Ablegung der Prüfung zum Portepeefähnrich vor derObermilitärexaminations-Kommission erforderlich. Zu letzterer meldet sie der Truppenteil an, bei dem sie nachher eintreten
wollen.
Eintritt vom vollendeten 17. Lebensjahr an. Die Beförderung zum Portepeefähnrich erfolgt nach sechs Monaten auf Grund
eines von dem Chef und den Offizieren einer Kompanie, Batterie etc. ausgefüllten Dienstzeugnisses. Zöglinge der Kadettenanstalten
werden nach bestandener Fähnrichsprüfung als charakterisiert Portepeefähnriche in die Armee eingestellt, erhalten aber
auch erst einPatent nach sechsmonatlicher Dienstzeit. Auch das Zeugnis der Reife zum Offizier kann nur durch eine gleiche Dienstzeit
als Fähnrich erworben werden. Die Prüfung dazu wird nach vorherigem Besuch einer Kriegsschule (auf dem
Weg der Privatvorbereitung von jungen Leuten, die ein Jahr an einer deutschen Universität studiert haben, auch ohne denselben)
vor der genannten Kommission abgelegt. Nach bestandene Prüfung, erlangter dienstlicher Qualifikation und Wahl durch das Offizierkorps
des Regiments erfolgt die Beförderung zum
Die angestellten Kadetten werden auf sechs Monate an Bord des Kadettenschulschiffs eingeschifft, besuchen dann auf sechs Monate
die Marineschule und werden nach bestandene Seekadettenprüfung zu Seekadetten befördert. Es folgt ihre
Kommandierung auf das Seekadettenschulschiff, mit welchem sie eine etwa zweijährige Reise machen, worauf die erste Seeoffizierprüfung
abzulegen ist und die Beförderung zum Unterleutnant erfolgt, wenn der Betreffende ein günstiges Dienstzeugnis erhalten
und beim Seeoffizierkorps der Marinestation die Wahl bestanden hat. Nach sechs Monaten praktischen Dienstes werden die Unterleutnants
zum Offiziercötus der Marineschule kommandiert und haben dann die Seeoffizierberufsprüfung abzulegen.
Vgl. Allerhöchste
Verordnung über die Ergänzung des Seeoffizierkorps vom nebst Ausführungsbestimmungen (Berl.
1885).
Über die Erlangung der Qualifikation zum Reserveoffizier s. Freiwillige. Die Landwehroffiziere ergänzen sich, abgesehen von
den aus dem aktiven Dienst verabschiedeten Offizieren, aus den mit Qualifikationsattest zum Reserveoffizier
versehenen Mannschaften der Landwehr, die aus irgend welchen Gründen zum Reserveoffizier nicht befördert wurden, z. B. Feldwebeln,
welche mit dem Qualifikationsattest zum Landwehroffizier aus dem aktiven Dienst entlassen sind. Die Offiziere des Beurlaubtenstandes
sind den zur Ausübung der militärischen Kontrolle getroffenen Anordnungen unterworfen und haben die besondern
Ehrenpflichten ihres Standes als Offizier zu erfüllen. Im übrigen gelten für sie die allgemeinen Landesgesetze. Untersuchungführender
Offizier ist der hierzu besonders ernannte und vereidete Leutnant¶
Ein Offizier von der Armee gehört keinem Truppenteil an; entweder soll er in eine erst später frei werdende, oft höhere Kommandostelle
eintreten, oder verabschiedet werden; letzteres geschieht z. B. bei verdienten Offizieren,
um sie in den gesetzmäßigen Genuß der Pension ihrer jetzigen Charge treten zu lassen. Wenn ein Offizier vor
zurückgelegter zweijähriger Dienstzeit nicht als Invalide ausscheidet, so wird er mit dem gesetzlichen Vorbehalt aus dem
aktiven Dienst entlassen und ist dann bis zum Ablauf
[* 7] des siebenten Dienstjahrs in der Reserve, bis zum Ablauf
des zwölften zum Dienst in der Landwehr verpflichtet.
Wenn ein Offizier mit der gesetzlichen Pension zur Disposition (z. D.) gestellt wird, so scheidet er aus dem aktiven Dienste,
[* 8] steht
aber unter Kontrolle der Landwehrbehörden und kann durch Kabinettsorder in Dienststellungen, z. B.
als Landwehrbezirkskommandeur, Platzmajor etc., berufen werden und bezieht dann, unter Fortfall der
Pension, den Gehalt seiner Dienststelle. Der Offizier z. D. ist von der Zahlung der Kommunalsteuern befreit. Ein mit der gesetzlichen
Pension verabschiedeter Offizier (a. D.) scheidet zwar aus dem Militärverband gänzlich aus und steht nicht mehr unter Kontrolle
der Landwehrbehörden, gleichwohl haben sich diese über seine Verwendbarkeit im Fall der Mobilmachung
ein Urteil zu verschaffen; diese Offiziere haben deshalb die Pflicht, bei Zahlungsübertragung ihrer Pension auf eine andre
Kasse ihren neuen Wohnort der Landwehrbehörde anzuzeigen.
Alle aus dem aktiven Militärdienst ausgeschiedenen Offiziere sind der Militärgerichtsbarkeit unterworfen, die a. D. auch den
Ehrengerichten, wenn sie berechtigt sind, die Militäruniform zu tragen. Die Dienstentlassung ist ein unfreiwilliges
Ausscheiden aus dem Heer oder der Marine auf Antrag der Vorgesetzten, wenn das Verbleiben des Betreffenden im Dienst aus irgend
welchen Gründen nicht statthaft oder durch Gerichtsspruch gefordert wird. Wird durch letztern auf Verlust der bürgerlichen
Ehrenrechte und Zuchthausstrafe erkannt, so erfolgt die Entfernung aus dem Heer oder der Marine, welche nicht
nur den Verlust der Dienststelle, sondern auch aller durch den Militärdienst erworbenen Ansprüche, soweit diese gesetzlich
aberkannt werden können, sowie der Orden
[* 9] und Ehrenzeichen zur Folge hat und die Unfähigkeit zum Wiedereintritt in die Armee
oder Marine einschließt.