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Cleopâtre, Ballets russes, Wolfgang Beltracchi, 2017
Wolfgang Beltracchi’s Beitrag zu den Ballets russes, dem bedeutendsten Ballett-Ensemble des 20. Jahrhunderts.
Das „Ballets russes „ inspirierte viele Maler.
Neueste Interpretation stammt von Wolfgang Beltracchi , der sich im Jahr 2016/17 unter anderem dem Thema gewidmet hat und seine Gemälde dazu im Juni 2017 in Riehen/Basel ausstellt (Galerie Lilian Andree).
Info zum Ballets russes:
Mit dem Ziel, russische Kunst in Europa bekannt zu machen, gründete der russische Impresario (Kultur und Kunst Unternehmer) Sergei Pawlowitsch Djagilew das Ballets russes. Bereits beim ersten Auftritt 1909 in Paris konnte er damit grosse Erfolge feiern. Unabhängig von der politischen Lage sollte einfach Kunst um der Kunst willen gezeigt werden.
Die Gunst der Pariser und Londoner Gesellschaft, die damals grosse Lust am Orientalischen zeigte, liessen „Ballets russes“ zu einem künstlerischen Großereignis werden.
Djagilew veränderte damit die Welt des Balletts, denn er führte choreographisch und szenisch vollkommen neue Formen ein, die zusammen mit der Musik der damaligen Avantgarde und den speziellen Kostümen und dem aufwendigen Bühnenbild ein Gesmatkunstwerk bildeten und dadurch die Ballettkunst des 20. Jahrhunderts prägten.
Noch heute gilt Djagilew als der Kaiser der Ballettwelt.
Er beauftragte verschiede Komponisten, die Musik für seine Choreographien zu schrieben:
“Feuervogel” und “Sacre du Printemps” von Strawinsky “Daphnis et Chloe” von Ravel „Jeux“ von Debussey „Dreispitz“ von de Falls „Verlorener Sohn“ von Prokofiew „Parade“ von Satie „Les Biches“ von Poulenc „Josephslegende“ von Strauss
Die Tänzerin Anna Pawlowa (russische Meistertänzerin) und der Tänzer Vaslav Nijinsky (polnisch stämmiger, russischer Tänzer und Choreograph) wurden dadurch zu internationalen Stars der Ballettszene.
Ab 1908 hatten Njinsky und der Impresario Sergei Djagilew eine homosexuelle Beziehung, resp. Nijinsky war der Geliebte von Djagilew.
Nijinsky schuf selbst einige Choreographien „ l’après-midi d’un faune“ , „Jeux“, „le Sacre du Printemps“ und „Till Eulenspiegel“.
Weitere Choreopraphien von Balletts russes: Der Sterbende Schwan
die oreintlaischen Stücke: Scheharazade, Daphnis et Cloé, Le Dieu bleu
Nijinskys bahnbrechende Choreographie war aber mehrere Jahrzehnte vor seiner Zeit und der “Sacre” wurde erst mit der Sexuellen Revolution (ab 1968) als zeitgemäß empfunden.
Beltracchi’s Gemälde zum Thema „Balletts russes“ tragen die Titel:
mit seinen Bildern: „Tanz auf der Treppe“, Tanz im Raum und die Quadrille knüpft Beltracchi in Stil und Thema an Fernard Leger an, der mit dem Bild „la sortie des ballets russes (1914) auch ein Bild zum „Ballet russes“ malte:
In der Ausstellung in Riehen zeigt Beltracchi auch einige Seriegraphien, die das Konterfei von Andy Wahrhol darstellen, gemalt von Helmut Helnwein. Beltarcchi ergänzt jeden dieser Drucke mit Tanzfiguren in unterschiedlichen Farben, sodass jeder Druck zum neuen Original wird.
Darunter schriebt er : les cauchemars de WB
Was heisst: die Alpträume des Wolfgang Beltracchi oder als Doppelbedeutung auch: die Alpträume des Walter Benjamin.
Walter Benjamin war ein deutscher Philosoph und Kulturkritiker, der die Meinung vertrat, jedes Original besitze eine Aura, die in jeder Kopie vom Original verloren gehe. Drucke vom Original des Andy Warhol Portraits, gemalt von Gottfried Helnwein, wäre also für Walter Benjamin eine unausstehliche Sache, da das Bild seiner Aura beraubt wird.