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Weltmeistertitel hatte Ursula Schwaller vor dem gestrigen Zeitfahren an den Paralympics schon einige auf dem Konto. Nun also ging es für die 36-Jährige darum, auch an den Paralympics zum ersten Mal eine Medaille zu gewinnen.
Vor zwei Tagen hatte sie noch zurückhaltend erklärt, zufrieden zu sein, wenn es ihr gelinge, ihre bestmögliche Leistung abrufen zu können. Nach ihrem Rennen war aber klar, dass Schwaller in Brands Hatch Gold hatte gewinnen wollen. Die Senslerin erschien mit Tränen in den Augen zum Interview.
Schmerzen im rechten Arm
Was war passiert? Als amtierende Weltmeisterin ging Schwaller als Letzte ihrer Kategorie in das 16 Kilometer lange Zeitfahren in Brands Hatch. Kurz nach dem dritten Kilometer war aber bereits klar, dass die Paralympics-Siegerin 2012 nicht Ursula Schwaller heissen würde. Schmerzen im rechten Arm der Düdingerin verhinderten den Kampf um den Sieg auf der ehemaligen Formel-1-Rennstrecke. «Ich musste wegen der Schmerzen ab dem dritten Kilometer mit der linken Hand auf der rechten Seite schalten», erklärte die Freiburgerin. Dies kostete natürlich entsprechend viel Zeit, wodurch für Schwaller lediglich der Kampf um die Bronzemedaille blieb. «Es ist wohl irgendeine Verhärtung im Muskel. Wir wissen aber noch nicht genau, was es ist.»
Schwierige Ausgangslage
Die vor ihr gestartete US-Amerikanerin Marianna Davis und die Britin Karen Darke waren bei allen Zwischenzeiten eine Klasse für sich. Am Ende hatte Schwaller auf Davis beinahe vier Minuten Rückstand. Trotz den Schmerzen konnte sich Schwaller aber zumindest die Bronzemedaille sichern.
Nach der ersten Enttäuschung kam bei Ursula Schwaller doch noch etwas Freude über die Bronzemedaille auf. «Aufgrund meiner Resultate der bisherigen Saison und der zahlreichen Trainingsstunden, die ich für dieses Rennen investiert habe, bin ich nun froh, wenigstens eine Medaille gewonnen zu haben.»
Schwaller blickte auch bereits auf das Strassenrennen vom Freitag: «Da wir mit der Klasse H3 zusammen gewertet werden, wird es für mich am Freitag schwer werden, eine Medaille zu gewinnen», erklärte sie. Die Athleten der Klasse H2, in der auch Schwaller vertreten ist, haben eine leicht schwerere Behinderung als diejenigen in der H3-Klasse.
Jean-Marc Berset ganz am Podest vorbei
Mit Jean-Marc Berset startete gestern auch bei den Männern ein Freiburger mit Medaillenchancen ins Paralympics-Abenteuer. Auch für ihn endete das Rennen allerdings mit einer Enttäuschung. «Ich kam irgendwie nie in den Wettkampf hinein», sagte er nach dem Rennen. Für den 52-jährigen Routinier aus Bulle war die Enttäuschung aber sichtlich kleiner als für Schwaller, und so blickte er schon wieder zuversichtlich Richtung Strassenrennen: «Nun werde ich versuchen, am Freitag nochmals richtig Gas zu geben, und hoffe, dass ich dort noch eine Medaille gewinnen kann.»