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Wie schon in meinem Eröffnungstext zur WEG-Serie erwähnt, finden die Weltreiterspiele seit 1990 alle vier Jahre immer zwischen Olympischen Spielen statt. Doch die Pläne die Titelwettkämpfe aller FEI Disziplinen an einen Ort und in einen Zeitraum zu vereinen gab es schon 1980. Damals war FEI Präsident Prinz Philipp einer der grössten Verfechter und Initianten dieser Idee.
Stockholm 1990
Im Rennen um die erste Austragung der World Equestrian Games konnte sich Stockholm gegen Rom und Lissabon durchsetzen. Vielleicht lag das daran, dass die Stockholmer mit den Olympischen Spielen 1912 und 1956 erfolgreich beweisen konnten, dass sie in der Lage sind Grossanlässe auszurichten. So war dann auch das Olympiastadion von 1912 Schauplatz der Wettkämpfe. Zu diesen fanden sich in den sechs Disziplinen Springen, Dressur, Vielseitigkeit, Endurance, Fahren und Voltigieren rund 420 Teilnehmer aus 37 Nationen ein. Das Springen war fest in französischer Hand, sowohl Einzel- wie auch Mannschaftsgold gingen an die Grand Nation. Ähnliches in der Dressur, hier waren die Deutschen nicht zu schlagen und in der Vielseitigkeit, da waren es die Reiter aus Neuseeland. Die einzige Schweizer Medaille holte die Voltige-Mannschaft.
Den Haag 1994
Die WEG im Holländischen Den Haag waren ein finanzielles und organisatorisches Debakel. Doch nicht nur das wird in Erinnerung bleiben, sondern auch die Tatsache, dass durch die politischen Veränderungen in Europa viele neue Länder am Start waren. So zum Beispiel die Ukraine, welche bei späteren Austragungen der Spiele eine wichtige Rolle spielen sollte. Zwei grosse Pferdenamen standen im Springen zuoberst auf dem Podest, Weihaiwej unter Franke Sloothack und Ludger Beerbaums Ratina Z sind auch heute noch sehr bekannt. Auch im Team gingen die Deutschen als Sieger vom Platz, vor Frankreich und der Schweiz. Erneut Gold gab es für die Schweizer Voltigierer.
Rom 1998
Eigentlich hätten die Weltreiterspiele 1998 in Dublin stattfinden sollen, jedoch gelang es den Iren nicht die finanziellen Mittel aufzubringen. Für das Pferdeland Irland eine traurige Tatsache. So wurde jedoch Rom nur ein Jahr vor der Austragung von der FEI angefragt die WEG durchzuführen. Die Spiele wurden ein voller Erfolg, über 550 ReiterInnen und Pferde aus inzwischen 42 Ländern gingen an den Start. Rodrigo Pessoa wurde mit 25 der jüngste Weltmeister der Springreiter aller Zeiten und Willi Melligers Calvaro war mit nur einem einzigen Stangenfehler das beste Pferd im Pferdewechselfinal und holte Einzelbronce. Vierspännerfahrer Werner Ulrich holte sogar die Goldmedaille.
Jerez de la Frontera 2002
In Spanien war der Druck enorm, nach den Problemen mit der Organisation in Den Haag und dem Ausfall von Dublin standen die Weltreiterspiele auf der Kippe. Doch Jerez war trotz der in Europa wütenden Maul- und Klauenseuche ein grossartiger Anlass. In drei verschiedenen Arenen wurden zum ersten Mal sieben Disziplinen durchgeführt, neu dabei war das Reining. Medaillen Nummer 4 und 5 gab es im Springen für den Franzosen Eric Navet. In der Dressur waren einmal mehr die Deutschen dominierend. Die neue Disziplin Reining war wie zu erwarten fest in der Hand der USA. Wiederum holten die Voltigierer für die Schweiz die einzige Medaille, diesmal war es Silber.
Aachen 2006
Die Weltreiterspiele in der Pferdestadt Aachen waren eine neue Dimension. Ganze 567'000 Zuschauer verfolgten die Wettkämpfe vor Ort! Die neue FEI Präsidentin Prinzessin Haya von Jordanien durfte sich über eine perfekte Organisation freuen. Die Deutschen Pferdesportler enttäuschten ihre Fans nicht und bedankten sich mit 10 Medaillen, davon sechs goldenen für die grosse Unterstützung. Die vorhin erwähnte Ukraine verpasste in der Mannschaftswertung der Springreiter eine Medaille um nur gerade 0,01 Punkte. Die Equipe bildeten die vom Milliardär Alexander Onischenko angeworbenen Deutschen Björn Nagel und Kathi Offel und die Belgier Gregory Wathelet und Jean-Claude van Geenberghe auf Pferden in Onischenkos Besitz. Auch Steve Guerdat war einer der Kandidaten die der Ukrainer in seinem Team haben wollte.
Lexington, Kentucky 2010
Zum ersten Mal fanden die WEG in Übersee statt. Ebenfalls neu war der Name der Spiele; Alltech FEI World Equestrian Games mit dem Hauptsponsor im Titel. Auf dem grossartigen Gelände des Kentucky Horse Park fanden sämtliche Wettkämpfe und auch zum ersten Mal die Titelkämpfe in der Para Dressur statt. Ein grosses Ereignis waren diese Weltreiterspiele für die Holländischen Dressurreiter, nebst dem Mannschaftsgold siegte „Wunderhengst“ Totilas mit seinem damaligen Reiter Edward Gal sowohl im Grand Prix als auch in der Kür deutlich. Patric Looser durfte sich über den Sieg im Voltige Einzelwettkampf der Herren freuen.
Normandie 2014
Welche Geschichten die Weltreiterspiele 2014 für uns bereit halten, das werden wir vom 23.8.-7.9. sehen!