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Im 1. Bericht des Weltklimarates (IPCC) von 1990 wurde in der Temperaturkonstruktion der letzten 1’000 Jahre die Mittelalterliche Wärmephase und die Kleine Eiszeit richtig wiedergegeben.
Wie konnte nun aber der Ungereimtheit begegnet werden, die sich daraus ergab, den Temperaturanstieg der letzten 150 Jahre allein durch den CO2-Anstieg zu erklären, während es vor tausend Jahren bereits einen solchen gegeben hatte, ohne jeden Einfluss von CO2?
Die vermeintliche Lösung des Rätsels kam von Michael Mann und Kollegen, die 1998/99 eine Temperaturkurve der nördlichen Hemisphäre publizierten, in der weder die Mittelalterliche Wärmephase noch die Kleine Eiszeit vorhanden war. Die Kurve ähnelte einem Hockey-Schläger: Die ereignislosen ersten 850 Jahre entsprechen dem langen Griff, die letzten 150 Jahre der aufsteigenden Kelle des Schlägers. Diese Interpretation machte Furore: Sie wurde im Weltklimarat zu einer der wichtigsten Grundlagen des 3. IPCC-Berichts von 2001.
Bald aber gab es Widerspruch, denn viele kannten die Überlieferungen von der Besiedlung Grönlands durch die Wikinger in der Mittelalterlichen Wärmephase oder die dauerhaft zugefrorene Themse in den Kältewintern der Kleinen Eiszeit.
Doch erst die aufwendigen Arbeiten von Stephen McIntyre und Ross McKitrick konnten zeigen, dass das von Mann verwendete statistische Verfahren unzulässig und auch die verwendeten Klimadatensätze (aus Baumringen) z.T. fragwürdig waren. Diese spannende Aufklärungsgeschichte ist im 2010 erschienenen Buch „The Hockey Stick Illusion: Climategate and the Corruption of Science“ von A.W. Montford minutiös nachgezeichnet worden.
Erst 2008 veröffentlichten Mann und Kollegen dann selber eine überarbeitete Version ihrer kritisierten Kurve und siehe da, die Mittelalterliche Wärmezeit und die Kleine Eiszeit waren wieder aufgetaucht, wenn auch in etwas abgeschwächter Form.
Es ist beunruhigend, wie eine manipulierte Kurve eine solche grosse politische Wirkung entfalten konnte, was sie – als ideales Instrument des Alarmismus – zweifellos tat. Nicht zuletzt auch durch ihre weitere Verbreitung in Al Gores Katastrophenfilm „An Inconvenient Truth“ von 2006.