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| Hieronymus († 420) - Zur Erinnerung an die Witwe Marcella, an die Jungfrau Principia. (Epistula 127)

8.
An meiner Statt bist du sofort, wie ich gehört habe, in freundschaftliche Beziehungen zu ihr getreten und niemals, wie man sagt, auch nur einen Finger breit von ihr gewichen. Du hast in demselben Hause, in denselben Gemächern gewohnt, damit alle in der berühmten Stadt merkten, daß du eine Mutter gefunden hattest und sie eine Tochter. Ein Grundstück vor der Stadt diente euch als Kloster und der selbst erwählte Landaufenthalt als Einöde. So habt ihr lange Zeit zugebracht, und es freut mich, daß infolge eurer Anregung viele durch ihre Lebensweise Rom zu einem zweiten Jerusalem gemacht haben. Zahlreich entstanden Klöster von Jungfrauen; der Kreis der Mönche wuchs ins Unermeßliche, so daß wegen der großen Menge der Diener Gottes das für eine Ehre galt, was früher als Schmach angesehen wurde. Übrigens haben wir uns während unserer Trennung durch gegenseitigen Briefwechsel getröstet und geistig ersetzt, was wir uns in persönlichem Verkehr nicht gewähren konnten. Immer begegneten sich unsere Briefe, übertrafen wir uns in Gefälligkeiten und kamen einander zuvor in freundschaftlichen Begrüßungen. Die Trennung hatte nicht viel auf sich, da sie durch einen ständigen brieflichen Verkehr aufgehoben war.