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Unzählige Punkte in Rot, Gelb und Blau verteilen sich über die Bildfläche. Erst im Auge des Betrachtenden entsteht aus den Punkten ein Antlitz. Mitte der sechziger Jahre beginnt Markus Raetz, sich mit der Auflösung des menschlichen Gesichts zu beschäftigen. Mit Linien oder Punkt-Rastersystemen splittet er die Porträts immer weiter auf. Auf dem Plakat für die Kunsthalle von 1977 nutzt er ein Rastersystem, das auch im Druckgewerbe eingesetzt wird. Dort werden Punkte aus Magenta, Cyan und Gelb sowie Schwarz in einer festen Gitterstruktur angeordnet, dem Druckraster. Aus den vielen kleinen Punkten werden farbige Druckergebnisse. Auf dem Plakat ist auch ein solches Raster zu erkennen. Das Plakat in der Grösse F4 dient für die Einzelausstellung von Raetz in der Kunsthalle Bern vom Oktober bis November 1977, die von Johannes Gachnang kuratiert wird. Gedruckt wird das Plakat in der Serigraphie Uldry, es wird in grösseren Schweizer Städten aufgehängt. In Thun sind zur Bewerbung der Ausstellung in dieser Zeit 10 Stück auf verschiedenen Plakatwänden zu sehen, wie zum Beispiel an der Länggasse oder an der Stockhornstrasse.
Anja Seiler
Auf den ersten Blick sehen wir viele Punkte.
Sie sind gelb, magenta und cyan.
Aus diesen 3 Farben entstehen in einer Druckerei alle anderen Farben.
Auf den zweiten Blick sehen wir ein Gesicht.
Unser Gehirn setzt aus den Punkten ein Bild zusammen.
Der Künstler spielt mit unserer Wahr-nehmung.
Das Plakat macht auf eine Ausstellung aufmerksam.
In der Kunst-halle in Bern stellt der Künstler Markus Raetz 1977 aus.