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Die Gewässerschutzgesetzgebung verlangt, dass gewisse Kläranlagen auch Mikroverunreinigungen aus dem Wasser entfernen können. In unserem Kanton müssen deshalb elf Kläranlagen aufrüsten. Die Umsetzung läuft.
Die Umsetzung hat begonnen
Anlagen an der Thur
Entlang der Thur befinden sich viele, häufig kleinere Kläranlagen, die ihr gereinigtes Abwasser in den Fluss einleiten. Eine kantonale Studie hat gezeigt, dass die beiden Kläranlagen in Flawil und Wil aufrüsten müssen. Bei der Kläranlage in Flawil hat der Bau der Eliminationsstufe begonnen. In der Region Wil besteht die Absicht, eine neue Kläranlage mit Eliminationsstufe für die Gemeinden Wil, Uzwil, Jonschwil und Zuzwil zu bauen.
Mikroverunreinigungen sind organische Spurenstoffe, die in sehr tiefen Konzentrationen in Gewässern vorkommen. Bereits kleinste Mengen können auf Wasserlebewesen schädlich wirken. Im Trinkwasser sind sie ohnehin unerwünscht.
In der Schweiz sind über 30'000 solcher Stoffe in unzähligen Produkten im täglichen Gebrauch. Zu diesen Stoffen gehören Rückstände von Medikamenten, Inhaltsstoffe in Reinigungs- und Desinfektionsmitteln, Körperpflegeprodukten oder Industriechemikalien, Materialschutzmittel und Pestizide gegen unerwünschte Pflanzen, Insekten oder Pilze.
Viele Mikroverunreinigungen gelangen mit dem Abwasser aus privaten Haushalten und aus der Industrie zur Kläranlage.
Mikroverunreinigungen entfernt man aus dem Abwasser mit zusätzlichen Reinigungsverfahren, bei denen Aktivkohle oder Ozon oder auch eine Kombination von beidem eingesetzt wird.
In der Gewässerschutz-Verordnung ist geregelt, welche Kläranlagen Massnahmen zur Elimination von Mikroverunreinigungen treffen müssen.
- Kläranlagen ab 80'000 angeschlossenen Einwohnern (Eang)
- Kläranlagen ab 24'000 Eang im Einzugsgebiet von Seen
- Anlagen ab 8'000 Eang mit schlechtem Vorfluter (Abwasseranteil mehr als 10 Prozent). In diesem Fall muss der Kanton im betroffenen Einzugsgebiet in einer kantonalen Planung festlegen, welche ARA Massnahmen treffen müssen.
In unserem Kanton sind heute zehn Kläranlagen betroffen. Es sind die Kläranlagen Thal-Altenrhein, Au-Rosenbergsau, Altstätten, Buchs, Rapperswil-Jona, Wil, Flawil-Oberglatt, St.Gallen-Au, St.Gallen-Hofen und Steinach-Morgental.
Eine weitere Anlage (Schmerikon-Obersee) wird in einigen Jahren ebenfalls betroffen sein, wenn die Zahl der angeschlossenen Einwohner die Schwelle von 24'000 überschreitet.
Die Kosten für den Ausbau der elf Kläranlagen im Kanton St.Gallen zur Elimination von Mikroverunreinigungen belaufen sich auf etwa 150 Millionen Franken. Drei Viertel der Investitionskosten werden vom Bund subventioniert. Damit der Bund diese Subventionen auszahlen kann, müssen die Inhaber aller Kläranlagen für jeden angeschlossenen Einwohner neun Franken im Jahr bezahlen.