Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03329.jsonl.gz/375

Früher waren sie als «Tablar-Kühe» verschrien, heute ist man bemüht, dem Wesen der Kaninchen in der Haltung mehr Rechnung zu tragen. Gesunde, zufriedene Tiere sind der Dank dafür.
Kaninchen sind soziale Tiere, die nicht alleine gehalten werden dürfen. Zuchttiere werden in der Regel 7 bis 8 Jahre alt. Will man unkontrollierte Vermehrung verhindern ist zu berücksichtigen, dass die Geschlechtsreife der Zibben schon mit ca. 8-10 Wochen eintritt und somit spätestens ab dann die Geschlechter getrennt gehalten oder kastriert werden müssen.
Der Schweizer Tierschutz empfiehlt für Kaninchen Freilandhaltung, da damit dem Wesen der Kaninchen am besten entsprochen werden kann. Als Mindestfläche wird ein 6 Quadratmeter grosses, 70 cm hohes Gehege für 2 bis 4 Tiere empfohlen. Nach Möglichkeit sollten die Tiere allerdings in grösseren Gehegen gehalten werden. Der Zaun muss so gestaltet sein, dass keine Raubtiere eindringen können. Das Gehege kann dafür oben gedeckt oder mit Elektrolitzen geschützt werden (ideal sind zwei Litzen aussen; eine ca. 15 cm ab Boden und eine entlang des oberen Gitterabschlusses). Dies ermöglicht gar, dass die Tiere 24 Stunden täglich im Aussengehege verbringen können, was den dämmerungsaktiven Kaninchen entsprich.
Die Maschengrösse des Gittergeflechts sollte so gewählt werden, dass keine Kleinräuber hindurchschlüpfen können. Ideal ist ein feines Quadrat- oder Sechseckgitter mit einer Maschengrösse unter 2.5 cm, das man entweder 50 cm tief in den Boden eingräbt oder aber gegen innen flach auf den Boden legt und mit Heringen o.ä. satt auf dem Boden befestigt. Bei grosszügigen Gehegen, in denen sich Gras halten kann, wächst das Gras ins Gitter ein, wodurch dieses unsichtbar wird. Wilde Kaninchen graben sich unterirdische Bauten. Diesem Trieb kommen auch unsere domestizierten Tiere im Freigehege nach. Der umgelegte oder eingegrabene Zaun verhindert ein versehentliches Ausbrechen. Angefangene «Bauprojekte» müssen aber regelmässig zugeschüttet werden, da ein unterirdisches Höhlensystem schnell riesig wird und letztlich auch Jungtiere dort geboren würden. Den Bestand so unter Kontrolle zu halten, ist fast unmöglich.
Unabdingbar ist ein grosszügiger, wind- und niederschlagsgeschützer Stall, in den sich die Tiere zurückziehen können. Mit Steinplatten und Holzrosten befestigte Aussenbereiche trocknen rasch ab und werden nach Niederschlägen gerne als Ruhebereiche angenommen.
Wer seine Kaninchen in Kaninchenboxenställen hält, kann ihnen mit grosszügigen Boxen, die über die gesetzlichen Minimalmasse hinausgehen, mit Öffnungen in den Boxenzwischenwänden, mit Verbindungsgängen zwischen Boxenetagen und mit zusätzlichen Strukturen wie Röhren und Tablaren Bewegungsraum schaffen. Auf jeden Fall vorgeschrieben sind separate Wurfboxen, in denen die Zibben (Kaninchenweibchen) ihre Nester bauen können. Zibben säugen die Nestlinge meist nur einmal pro Tag und halten sich von Natur aus ansonsten vom Nest fern. Ohne separate Wurfbox muss die Zibbe das Nest in ihrem Abteil bauen und ist damit gezwungen, ständig in der Nähe ihrer Jungen zu sein, was nicht artgerecht ist.
Wenn Sie mit Ihrer Tierhaltung und -zucht Teil des Erhaltungsnetzwerks werden wollen, dann werden Sie am besten Mitglied im entsprechenden Rasseverein. Dieser bietet unter anderem auch Hilfestellung bei Fragen rund um die Haltung und Zucht der Tiere und kennt die Besonderheiten der entsprechenden Rassen. Die Kontakte zu den ProSpecieRara-Rassenvereinen finden Sie bei den Rasseporträts.