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Das Latino-Karibische Refugium "Centro" am Helvetiaplatz bietet verschiedenen Aktivitäten und Events Raum.
Einmal im Jahr, während des Caliente-Festivals, mutiert das "Centro" zu einem echten Zentrum, liegt es doch dann jeweils inmitten des Areals der grossen Zürcher Latino-Sause. Als prominent erweist sich die Lage gegenüber der grauen Betonseitenwand des Amtshauses am Helvetiaplatz aber auch an normalen Tagen respektive Abenden. Flaniert man etwa Mittwoch-Nachts am Lokal vorbei, entdeckt man dort hinter der Glasfront etliche Paare, die sich mit federleichten Hüftschwüngen über das Parkett schieben. Schon das reine Zuschauen ist eine Wonne.
Mittwochs ist im "Centro" Kizomba-Abend. Kizomba, ein gemächlich-sinnlicher Paartanz aus Angola und anderen lusitanisch-portugiesisch geprägten Ländern, wird in portugiesischen Discos ähnlich wie bei uns die Bachata zwischen den Salsa-Blöcken zum Relaxen gespielt. Und seit einiger Zeit ist Kizomba auch bei uns angesagt. Tony, der "Centro"-Wirt stellt diesen interessanten Tendenzen einmal in der Woche sein Lokal zur Verfügung.
Eigentlich handelt es sich beim "Centro" um ein dominikanisches Refugium. Tony besitzt diesbezüglich langjährige und einschlägige Erfahrungen, führte er doch siebzehn Jahre lang das Caribbean Restaurant an der Langstrasse. Mit sechs Monaten als Kind einer italienischen Familie in die Schweiz gekommen, fühlt sich Tony heute drei Nationen zugehörig, hat er doch später eine dominikanische Frau geheiratet, die ihn mit dem Latino-Fieber ansteckte. Nach dem "Caribbean Restaurant" dislozierte Tony , ein echter Survivor, mit demselben Konzept für zweieinhalb Jahre ins "Caribbean Café" an der berühmten Kreuzung Roland/Zinistrasse und landete schliesslich im heutigen "Centro" am Helvetiiaplatz.
Ein Treffpunkt für Dominicanas und Dominicanos, wird im "Centro" wie schon früher im "Caribbean Restaurant" sogenannte Bandera Dominicana serviert. Es handelt sich dabei um Nationalgerichte, die die blau-weiss-rote dominikanische Flagge mit drei Farben in Schüsseln und auf Tellern symbolisiert: weissen Reis, braune Bohnen sowie ein Fleisch- oder Fischgericht. Sonntags, einem traditionellen Meeting-Tag der Dominikaner, erscheinen jeweils ganze Familien samt Kind und Kegel zum Bandera-Schmaus. Tony kann aber auch immer wieder Berühmtheiten begrüssen, es gastierten kürzlich sowohl die kubanische Sängerin Laritza Bacallao als auch der charismatische dominikanische Merenguero de la Calle Omega im "Centro". Die täglich wechselnden Food-Aktionen erfährt man jeweils auf www.tony-caribbean.ch.
Wichtig sind im "Centro" die Musikvideos, die hier auf dem aktuellsten Stand gehalten werden. Da räkeln sich zu Dembow, Latin Hip Hop oder Reggaeton geschniegelte Schnösel in offenen Limousinen mit ihren Girls in einem Nichts von Jupe und Bachateros lamentieren auf verlassenen Betten sitzend über zerbrochene Liebschaften. Gezeigt werden aber auch immer wieder Klassiker wie etwa Live-Auftritte von Meistern wie Frank Reyes oder Anthony Santos. Der Freitagabend wird üblicherweise von Karaoke-Talenten bestritten.
Obschon die Grundstimmung im "Centro" dominikanisch ist und es auch bleiben soll, ist Tony offen gegenüber Gästen jeder Couleur. Und neuerdings schliesst am Donnerstagabend ein Lambada-Zouk-Event an den Kizomba-Mittwoch an. Bei Zouk handelt es sich ursprünglich um einen Tanztrend aus Martinique und Guadeloupe, also von den französischen Antillen, der in den letzten Jahren von Brasilianern mit Lambada kombiniert wurde. Von den zurzeit nicht gerade zahlreichen Latino-Rerfugien im Kreis vier ist das "Centro" gewiss eines der lebvendigsten
[Hans Keller]
Ankerstr. 108, 8004 Zürich, Tel. 043 / 811 46 46 Infos: www.tony-caribbean.ch