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An der zweiten Landesausstellung 1896 in Genf wurden 2,3 Millionen Eintritte verkauft. Dennoch endete sie mit einem Defizit von CHF 740'000.00. Schuld daran war nicht nur der weite Weg für viele Besucher, sondern das schlechte Wetter, das im Sommer 1896 herrschte.
Erstmals wurde eine Landesaustellung durch einen Vergnügungspark ergänzt, der zusätzlich Besucher anlocken sollte. Neu war diese Erfindung nicht: An der Weltausstellung 1893 in Wien spendete der Prater und ein künstliches Dorf mit ländlicher Idylle den Einheimischen Trost über ihre verunglückte Weltausstellung, während der Cholera ausbrach und die Börse crashte.
In Genf lockte der Parc de Plaisance und das Village Suisse mit einem künstlichen Berg, 56 Häusern und 3'523 Einwohnern, gekleidet in den verschiedensten Trachten des Landes. Unabsichtlich wurde das Dorf zum Kristallisationspunkt der aktuellen Probleme im Land. Schon beim Bau dieser 115.00 Meter langen und 18.00 Meter hohen gipsernen Illusion des Berner Oberlandes mitsamt seinen weidenden Kühen kam es zu Streiks. Die Schweiz hatte vier Gesichter: Jene der landlosen Bevölkerung und des Proletariats und jene der reichen, urbanen Schicht und der Grossgrundbesitzer. Die Genfer Arbeitervereinigungen warfen den Organisatoren vor, die Expo würde die Gegensätze noch verschärfen.
In Genf präsentierte das Departement des Innern die noch in Zürich vermissten Statistiken. Grosses Interesse weckten die Landesvermessungen des Alexander von Humboldt in der Schweiz und die kartografischen Arbeiten von General Henri Dufour.
Schwarze froren einen Sommer lang
Mit der Durchführung der Landsausstellung wandte sich die Rhonestadt erstmals bewusst der übrigen Schweiz zu. Patriotische Gefühle bemächtigte sich der Romands. Das Interesse an Deutschweizer Autoren wuchs und der idyllische Châlet-Stil setzte sich überall am Genfersee beim Bauen durch.
Die Landesaussstellung kam zur richtigen Zeit: Die Schweiz befand sich im Zollkrieg und die Politiker nutzten die Gelegenheit, die Bevölkerung zum Kauf von Schweizer Produkten aufzufordern.
Neben dem Village Suisse war zweifellos das Village Noire der Clou der Landesausstellung. Ein Genfer Geschäftsmann importierte 230 Sudanesen, die einen Sommer lang in Lehmhütten hausten. Auch diese Idee war an früheren Weltausstellungen schon vorher verwirklicht worden.
Fotos: © Virtuelles Museum www.expoarchiv.ch