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Das ominöse rote Album
Alfio Molina hielt seinen Kasten rein, seine Frau hielt die über 20-jährige Karriere ihres berühmten Gatten fein säuberlich in Zeitungsausschnitten fest - Arbeitsteilung bei den Molinas!
Nati-Debüt als Teenager
Zarte 15 Jahre alt ist Alfio Molina, als er sein erstes Aufgebot für die Schweizer Junioren-Nationalmannschaft erhält. Der Gegner in München heisst Deutsche Demokratische Republik.
"Alfio Molina oder das gute Gespenst im Schweizer Tor"
Meine blaue Maske wurde in Lugano in Handarbeit und nach Mass gefertigt. Als Vorlage diente ein Gipsabdruck meines Gesichts. Sie war aus einem Harz, der im Bootsbau verwendet wurde.
"Molina, der König der Valascia"
Am 6. Februar 1980 fand in Ambri nicht nur das erste Spiel in der neuen Valascia statt, die jetzt überdeckt war. Erstmals auch konnte Lugano die Rivalen aus dem oberen Kantonsteil auf deren Eis bezwingen.
"Lugano in der Nationalliga B!!"
Beim letzten Spiel der Saison 1972/73 kam es zu einem Eklat: Weil Gegner La Chaux-de-Fonds wegen Schneefalls mit Verspätung im Tessin eintrafen, warfen die Luganesi-Fans Münzen aufs Eis. Der Bürgermeister von Porza, wo der Match stattfand, brach das Spiel ab, in dem er im Stadion kurzerhand die Lichter löschte... Lugano stieg nach dieser Saison in die Nationalliga B ab.
Lektion auf der Ersatzbank
1970/71 erhielt ich mein erstes Aufgebot für die Nationalmannschaft, wenn auch nur als Goalie Nummer 2. Bei den wichtigen Spielen hütete der grossartige Gérald Rigolet das Tor. Für mich als junger Goalie war es sehr schwierig, an ihm vorbeizukommen. Dennoch habe ich ihn sehr bewundert.
"Alfio Molina war auch in Herisau prima"
"Von wegen Profi"... Ich arbeitete als Bauzeichner bei der Gemeinde Lugano. Mein Arbeitgeber gab mir glücklicherweise frei, wenn ich ein Aufgebot der Nati erhielt. Dafür musste ich aber unbezahlten Urlaub nehmen.
"Molina und die Geishas"
Diese einzigartige Atmosphäre ist die schönste Erinnerung an die Olympischen Spiele 1972 in Sapporo. Am eindrücklichsten war die Eröffnungszeremonie in einem Stadion mit 50'000 Zuschauern. In der grossen olympischen Welt kam ich mir als kleiner Tessiner vor.
Prügel eingesteckt
Ein Abend voller Pech: Beim Aufwärmen vor dem ersten Spiel am Spenger Cup 1974 in Davos brach ich mir einen Finger, konnte aber trotzdem spielen. Kurz vor Schluss wurde ich noch von einem Puck der Stirn getroffen - drei Wochen Pause!
Berufsrisiko
Meistens handelte ich mir nur kleinere Verletzungen wie Schnittwunden oder Prellungen ein, nach ein oder zwei Tagen war ich wieder fit. Verletzungen wie hier ein Fingerbruch waren glücklicherweise die Ausnahme.
"Ein Held wurde entzaubert"
Horror-Abend: 1972 beim Match gegen die DDR in Bern ging für mich alles schief, was schief laufen konnte, und ich wurde ausgewechselt.
"Das kann auch den Besten passieren"
Nati-Kollege Walter Dürst, ein grossartiger Stürmer vom HC Davos, versucht mich auf der Bank zu trösten. Aber nicht nur ich, das ganze Team erwischte einen schlechten Abend.
"Das Molina-Drama: ...7 Tore innert kürzester Frist gegen die Ostdeutschen kassiert"
Sieben Tore innert sechs Minuten kassiert: Es war der Tiefpunkt meiner Karriere, ich war am Boden zerstört. Es blieb das einzige Mal, dass mich der Trainer vom Eis nahm. Danach trainierte ich noch härter, um mich zu verbessern und das Selbstvertrauen zurück zu gewinnen.
"Meister!"
Beim Gewinn meines ersten Schweizer Meistertitels mit Lugano konnte ich wegen einer Knie-Operation nur zwei Partien bestreiten. Mein Ersatz war Thierry Andrey, der eine fantastische Saison spielte.
"Luganos Notplan: 'Molina Nummer 2' trainiert wieder"...
Nach meinem Rücktritt vereinbarte ich mit Lugano, dass ich einspringe, falls mein Nachfolger ausfallen sollte. Tatsächlich kehrte ich für drei Partien zwischen die Torpfosten zurück. Die Ära der Molinas im Tor der Luganesi, die mein Vater begründet hatte, endete mit meinem Sohn: Er gab den Sport als Goalie bei den Elite-Junioren auf.
"Welch Karriere, Alfio!"
Der Abstieg in die Nationalliga B war mein bitterster Moment in Lugano; der Wiederaufstieg mein grösster Erfolg mit meinem Klub. Schliesslich war ich damals gerade 16 Jahre alt. Höhepunkt mit der Nationalmannschaft war das Jahr 1972, mit den Olympischen Spielen in Sapporo und der A-WM in Prag.
"Danke Alfio Molina"
Damals war bei den Hütern der Spagat gross in Mode. Einige konnten ihn besser, andere weniger. Ich war sehr beweglich und wendig, weil ich zuvor Kunstturner gewesen war. Als solcher hatte ich nicht nur viel trainiert, sondern auch Wettkämpfe bestritten, bevor ich mich ganz dem Eishockey verschrieb.
Bilder aus dem Archiv des ehemaligen "Hexers".
Er war schier unbezwingbar im Tor des HC Lugano und der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft: Alfio Molina. Für die swissinfo-Leser öffnet der Tessiner seine Erinnerungs-Alben. (Bilder: Christoph Balsiger, swissinfo)
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