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Die Konzipierung der Regenwasserbewirtschaftung bringt im Normalfall verschiedene Herausforderungen mit.
Das zwei Parzellen als ein Entwässerungsprojekt betrachtet und so eingegeben werden, birgt die eine oder andere zusätzliche Herausforderung. Das Ergebnis kann sich jedoch sehen lassen, da es aus den Rahmenbedingungen viel Nutzen, bei gleichzeitig schlanker Infrastruktur, herausgeholt hat.
Projektauftrag
Erstellung eines bewilligungsfähigen Entwässerungsprojektes für zwei Parzellen, auf denen der Ersatz von bestehenden Gebäuden durch Wohnneubauten geplant wird.
Herausforderungen
Parzellenübergreifende, historisch gewachsenes Entwässerungssystem mit einer überalterten Infrastruktur
bestehende Regenwasserkanalisation weisst eine sehr kleine Überdeckung auf
Abhängigkeiten und Einflussnahme der direkten Nachbarparzellen
keine Möglichkeit für einen Direktanschluss an die öffentliche Infrastruktur, da die Sammelleitung über diverse Parzellen läuft und als private Leitung deklariert ist
Stark belasteter Untergrund durch Hangwasser
Enge Platzverhältnisse im Untergrund
Flexiblere Lösung dank grösseren Volumenströmen
Die Idee einer gemeinsamen Entwässerungslösung für zwei Parzellen bietet alternative Lösungsmöglichkeiten. Gleichzeitig bedingt die Nutzung von Synergien, starke Commitments von allen Parteien. Dies führt dazu das Investitionen auf Fremdparzellen mitfinanziert oder eben mitbenutzt werden. Unter anderem konnte erreicht werden, dass eine unterirdische Retention als ein Bauwerk für beide Parteien eingesetzt werden kann. Dadurch erhöhte sich der maximal mögliche Einleitungsvolumenstrom, wodurch das Entwässerungssystem auf die Regenwassernutzung optimiert werden konnte. Dies wurde erreicht, indem Regenwasser, welches aufgrund der Qualität nicht für die Nutzung geeignet ist, direkt in die Kanalisation geleitet wurde.
So bleibt nur das saubere Dachwasser übrig, welches über die Retention geleitet werden muss. Mit dieser Ausgangslage wurde ein kombinierter Nutz- Retentionstank konzipiert.
Das Konzeptschema zeigt das gesamte Regenwassersystem auf. Die beiden Einstellhallenrampen, sowie der Vorplatz werden direkt in die Kanalisation eingeleitet. Je Bauherrschaft ist eine separate Regenwassernutzungsanlage konzipiert. Wobei die erwähnte Anlage mittels Retentionsvolumen und reduziertem Ausfluss zur Kanalisation geleitet wird, und die andere Anlage mit einem Notüberlauf ausgestattet ist, der welcher eine grossflächige Wiese fluten kann.
Herausfordernde Überdeckung
Eine weitere Herausforderung bildet die sehr knappe Überdeckung der bestehenden Regenwasserleitung. Diese bildet den Übergabepunkt zur bestehenden Regenwasser-Infrastruktur. Dies führt dazu, dass der Retentionstank ebenfalls nur wenig Überdeckung aufweist. Hinzu kommt noch, dass sich der einzig mögliche Einbauort des Tankes, direkt unter der Einfahrt befindet. Die statische Mehrbelastung muss in die Ausführungsplanung des Tankes einfliessen. Das Abkoppeln von der Kanalisation hätte dieses (und auch andere) Probleme gelöst, wurde aber aufgrund der Hydrogeologie verworfen. Gegen eine konzertierte Versickerung spricht das Hangwasser, sowie der eh schon gesättigte Untergrund.
Unser Fazit:
Die Betrachtung über mehrere Parzellen bietet neue Möglichkeiten
Nutzung gemeinsamer Infrastrukturen
Senkung der gesamtinvestitionskosten
Bedingt allerdings gegenseitiger Commitments
In Betrachtung des Projektfortschrittes wurde ein Projekt ausgearbeitet, welches den vorhandenen Raum nutzt, um Mehrwert zu schaffen (Regenwassernutzungsanlagen) und gleichzeitig die Infrastruktur stark reduziert (Notüberlauf auf offenes Gelände und Direkteinleitung). Die gesamte Breite des Regenwassermanagement konnte jedoch nicht ausgeschöpft werden. Dazu war das Neubauprojekt bereits zu weit vorangeschritten. Wir empfehlen:
Einbezug des Regenwassers bereits in der Entwurfsphase
Gestaltung der Freiflächen als ebenwürdige Disziplin
Mut das Regenwasser auf die Oberfläche zu bringen und somit sichtbar zu machen