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Tamriko Kordzaia, Klavier solo – Klaus Lang: Sieben Sonnengesichter
CD-Taufe (Domizil)
Klaus Langs „Sieben Sonnengesichter" (2011/2013) ist ein rund 90-minütiges Werk, das auf eine besondere Art Zeit und Räume verbindet – oder auflöst. Es besteht aus sieben Teilen, die – wie Klaus Lang schreibt – „von einer immer gleichbleibenden elementaren klanglichen Grundstruktur ausgehen, nämlich der Skala der weißen Tasten (und deren Schatten den schwarzen Tasten)."
Wie sich ein visuelles Objekt aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten lässt, und die Schattenlängen des Objekts je nach Tageszeit dessen optischen Eindruck verändern, so stellt Lang in dem Stück das klangliche Material aus verschiedenen „Hörwinkeln" oder eben: mit unterschiedlichen Schattenwürfen dar: „Es ergeben sich verschiedene zeitliche Verzerrungen des gleichen Klanges in Analogie zur räumlichen Verzerrung des Lichtes."
Die sieben Teile des Stückes können in unterschiedlichen Reihenfolgen gespielt werden. Durch ihre weitflächig angelegten, ruhigen und in sich gekehrten Klangprozesse haben sie beinahe installativen Charakter, und tatsächlich wären Aufführungen auch als live gespielte Klanginstallation denkbar – in einem Raum mit natürlichem Licht, das sich im Verlauf des Tages ständig wandelt, in kaum registrierbarer Bewegung.