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| Hippolytus von Rom († um 235) - Widerlegung aller Häresien (Refutatio omnium haeresium)

Buch I.
23.
Eine andere Philosophenschule hieß die Akademische, weil ihre Anhänger ihre Untersuchungen in der Akademie anstellten. Ihr Haupt Pyrrho, nach dem sie Pyrrhonische Philosophen heißen, lehrte als erster die Unbegreiflichkeit aller Dinge in der Art, daß er zwei entgegengesetzte Anschauungen entwickelte, ohne eine von ihnen mit Bestimmtheit zu vertreten. Denn weder eine geistige noch eine sinnliche Wahrnehmung sei wahr; sie scheine nur den Menschen so. Alles sei im Fluß, in der Veränderung, und nichts bleibe in demselben Zustand. Ein Teil der Akademiker lehrt, man solle bezüglich keines Dinges ein Prinzip feststellen, sondern es einfach untersuchen und dann die Untersuchung aufgeben. Andere fügten das „Nicht mehr“ bei und sagten, das Feuer sei nicht mehr Feuer als irgend etwas anderes. Sie definierten nicht die Wesenheit, sondern die Beschaffenheit.