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Seit im Kanton Graubünden ein Rauchverbot in öffentlichen Räumen gilt, ist die Zahl der Herzinfarkte im Kanton um über 20 Prozent gesunken. Das zeigt eine Studie des Bündner Herzspezialisten Piero Bonetti.
Bonetti sorgte bereits 2010 mit einer Studie zur Entwicklung der Herzinfarkte nach dem Rauchverbot in Graubünden für Aufsehen. Nun wies der Kardiologe vom Kantonsspital Chur in einer zweiten Studie nach, dass es auch im zweiten Jahr mit Rauchverbot in Graubünden deutlich weniger Herzinfarkte gab, wie die "Südostschweiz am Sonntag" berichtet.
Zwischen März 2009 und Februar 2010 habe das Kantonsspital 188 Patienten mit Herzinfarkt behandelt, schreiben Bonetti und seine Forscherkollegen in Studie, die in der letzten Woche im "Swiss Medical Weekly" publiziert wurde. Im ersten Jahr nach Einführung des Rauchverbots im März 2008 waren es 183 Fälle gewesen.
Dagegen lagen die Zahlen für die zwei Jahre davor, als noch kein Rauchverbot in Graubünden galt, bei 229 und 242. Werden die Jahre vor und nach dem Rauchverbot gesamthaft verglichen, ergibt sich ein Rückgang von über 21 Prozent nach Einführung des Rauchverbots.
Mehr Infarkte in Luzern
Zum Vergleich der Bündner Herzinfarkt-Zahlen zog Bonetti Daten aus dem Kanton Luzern heran, in dem im gleichen Zeitraum kein Rauchverbot galt. Im Gegensatz zu Graubünden ist die Zahl der Herzinfarkt-Patienten in Luzern gestiegen. Daraus zieht die Studie den Schluss, dass es keinen generellen Trend zu weniger Herzinfarkten gab.
Bemerkenswertes fanden die Forscher heraus, als sie untersuchten, welche Kategorien von Patienten weniger Herzinfarkte erlitten. Vor allem bei Nichtrauchern und Personen mit Herzkranz-Erkrankungen nahmen die Herzinfarkte ab. Vor allem sie werden dank dem Rauchverbot besser vor Passivrauchen geschützt. Bei Rauchern war die Zahl dagegen praktisch unverändert.
Einen Beweis für den kausalen Einfluss des Rauchverbots auf die Herzinfarkte liefert die Studie nicht, wie die Forscher festhalten. Dafür müssten noch strengere wissenschaftliche Kriterien erfüllt werden. Trotz kleiner Fallzahlen in Graubünden ist der Rückgang aber statistisch signifikant.
Mit Verweis auf Studien in anderen Regionen und Ländern zeigt sich Bonetti überzeugt, dass das Rauchverbot ein hauptsächlicher Faktor sei, um die Zahl von Herzinfarkten zu verringern.