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Der heftige Crash von Tiger Woods schockierte vor einer Woche die Sportwelt. Der Golf-Star brach sich beide Beine, darf sich aber glücklich schätzen, überlebt zu haben. Nun haben Experten den Unfall analysiert.
Wie «USA today» berichtet, haben Hinweise ergeben, dass Tiger Woods bei seinem Autounfall in Los Angeles extrem abgelenkt gewesen sein muss und nicht auf die Strasse geachtet habe. Das Portal bezieht sich auf drei forensische Autounfall-Experten, die in Betracht ziehen, dass der 45-Jährige am Steuer eingeschlafen sein könnte.
Die Experten meinen ausserdem, dass die Beweise nicht darauf hindeuten, dass Woods die Kontrolle über sein Auto wegen überhöhter Geschwindigkeit verlor. Offenbar fuhr das Auto geradeaus auf die Rechtskurve zu.
Der Golfer war in der Nähe von Los Angeles unterwegs, als sein Auto die Fahrspur verliess, von der Strasse abkam, gegen einen Baum prallte, sich überschlug und schwere Frontalschäden erlitt. Woods brach sich mehrere Knochen in seinem rechten Unterschenkel, was nach Ansicht der Experten darauf hindeutet, dass er zum Zeitpunkt des Aufpralls die Bremse betätigte. Die Indizien würden aber darauf hinweisen, dass Woods erst spät in der Kollisionsphase auf die Bremse drückte.
«Für mich ist dies wie ein klassischer Fall von Einschlafen hinter dem Steuer, weil die Strasse kurvig ist und sein Fahrzeug geradeaus fuhr», wird Crash-Experte Jonathan Cherney, der die Unfallstelle untersuchte, zitiert. Laut dem örtlichen Sheriff Alex Villanueva habe es auch keine Bremsspuren auf der Strasse gegeben, die auf eine Bremsung vor dem Unfall hindeuten würden.
Zunächst war man davon ausgegangen, dass Woods viel zu schnell unterwegs gewesen war und deshalb die Kontrolle über sein Auto verloren hatte. Unfall-Analytiker Rami Hashish glaubt allerdings, dass der Schaden am Wagen viel grösser sein würde, wäre Woods mit zu hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen.
«... dann wäre er jetzt tot»
Hashish vermutet sogar, dass Tiger Woods den Unfall womöglich nicht überlebt hätte, wäre er schneller gefahren. «Bei 45 bis 50 mph (ca. 80 km/h) kannst du mit einem gebrochenen Bein davonkommen. Fährst du mit 60 oder 65 mph (rund 100 km/h) gegen ein stehendes Objekt, steigt die Wahrscheinlichkeit des Todes exponentiell», sagt er. Und weiter: «Wäre er mit 80 mph (knapp 130 km/h) gefahren, hätte er jetzt keinen offenen Bruch in diesem Bein. Er wäre tot.»
Der 15-malige Major-Sieger kam mit Frakturen an beiden Beinen sowie einem gebrochenen Knöchel davon. «Offene Trümmerbrüche, die den oberen und unteren Teil des Schien- und Wadenbeins betroffen haben, wurden durch einen Stab im Schienbein stabilisiert», gab der Arzt Anish Mahajan nach der Operation bekannt. Woods Management teilte am Freitag mit, dass der Golf-Star auf dem Weg der Besserung sei.
Am Montag meldet sich Woods dann in einem Tweet selbst zu Wort: «Es ist schwer zu erklären, wie rührend der heutige Tag war, als ich den Fernseher einschaltete und all die roten Shirts sah. An jeden Golfer und jeden Fan: Ihr helft mir wirklich, diese schwere Zeit zu überstehen.» Zu Ehren von Woods trugen viele Spieler bei den World-Golf-Championships in Bradenton das typische Tiger-Outfit am Schlusstag eines Turniers – schwarze Hose und rotes Shirt.