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Juan Antonio Samaranch, der ehemalige Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), ist in Barcelona im Alter von 89 Jahren gestorben.Dieser Inhalt wurde am 21. April 2010 - 15:21 publiziert
Der Spanier, der das IOC von 1980 bis 2001 geleitet hatte, war am Sonntag mit Herzbeschwerden in eine Klinik in Barcelona gebracht worden.
Samaranch gilt als umstrittener Revolutionär. Indem er die Olympischen Spiele zu einer Riesenshow- und Geldmaschine gemacht hat, führte er das IOC zu grösserer Unabhängigkeit. Sein Verdienst ist auch die Streichung des umstrittenen Amateurstatus, der viele Athleten aus dem damaligen Ostblock bevorteilt hatte.
Andererseits hielt mit dem zunehmenden Gigantismus der Spiele, zusammen mit verheerenden Personalentscheiden Samaranchs, die Korruption Einzug und die Doping-Seuche fand ein fruchtbares Terrain.
1999, bei seinem Rücktritt, platzte die Korruptionsblase um die Olympia-Bewerberin Salt Lake City – der schöne Schein war dahin.
Man konnte dem Bankenpräsidenten aus Barcelona nicht vorwerfen, er liesse sich bezahlen. Aber er hat Korruption im IOC begünstigt. Er war zwar kein Diktator, das "System Samaranch" bestand aber aus einem weltweit gespannten Netz von Freundschaften, Beziehungen und Informationen und Abhängigkeiten.
Der Spanier hat die Globalisierung genutzt, um Olympia universal zu machen, spektakuläre Spiele zu veranstalten und der olympischen Bewegung eine neue Architektur zu geben.
Juan Antonio Samaranch ist verantwortlich für den Glanz der Olympischen Spiele – aber auch für deren Elend.
swissinfo.ch und Agenturen
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