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Evolution: Stammbauten und Familiengechichte des Igels
Der Igel ist eines der ältesten, heute noch lebenden echten Säugetiere. Gemäss Forschungen soll er 60 Millionen Jahre alt sein. Trotz seinen Stacheln gilt er bei Kinder als Kuscheltier.
Die Igel haben auch die Eiszeit überlebt, weil sie diese Zeit hindurch einen Winterschlaf machten und danach keine Nahrung mehr brauchten. Die Säbelzahntiger, Fellnashörner und die Mamuts sind heute ausgestorben, aber den Igel gibt es immer noch.
Skelett des Igels
Der Igel ist ein Wirbeltier, er hat Wirbel vom Hals bis zum Schwanzzipfel und zwar ca. 40 Wirbel. Der Igel besitzt ein Schlüsselbein, das fast keine Säugetiere haben. Sein Schädel ist breit und kräftig, er hat eine konische Form. Vorne spitzig und gegen hinten wird er breit mit ausgeprägten Backenknochen. Der Igel hat 36 Zähne ähnlich wie beim Hund, die vorderen beiden Schneidezähne sehen eigenartig aus. Sie stehen nach vorne statt nach oben. Er benutzt sie um die Beute aufzulesen. Die restlichen Zähne benutzt er zum Kauen und sie sind verhältnismässig sehr klein. Der Igel hat kräftige Beine und kleine Füsse und an jedem Fuss hat er fünf Zehen, die wie Händchen aussehen. Der Hinterfuss ist grösser und kräftiger ausgebildet als der Vorderfuss. Er ist ein Solengänger, hat erstaunlich lange Beine -
Der Mechanismuss des Zusammenrollens
Der Igel schützt sich mit dem Einrollen, wenn er in Gefahr ist. Zum Schlafen machen die Igel keine Kugel, sondern schlafen offen. Weil der Igel von einem Ringmuskel umgeben ist, kann er sich einrollen. Der Igel kann die Kugel ganz schliessen, wenn er nicht zu Fett ist. Ist der Igel zu dick bleibt unten zwischen Nase und Bauch ein Zwischenraum frei, wo ein Feind des Igels hineinbeissen kann. Ist der Igel in grosser Gefahr, setzt er noch ein anderes Verteidigungsmittel ein: Er spannt dann die Stachelmuskulatur an, so dass die Stacheln kreuz und quer durcheinander stehen. In diesem Zustand sind die Igel so gut geschützt, dass sie weniger natürliche Feinde haben, als ein anderes Säugetier in dieser Grösse.
Winterschlaf in der Natur
Der Igel kann sich kein Futtervorrat anlegen, weil er vorwiegend von tierischer Nahrung lebt. Somit im Winter kein Futter für die Igel vorhanden ist, machen sie einen Winterschlaf, wenn sie genug Fettreserven haben.
Wie sieht ein Winternest eines Igels aus:
Sie suchen sich einen trockenen und geschützten Ort. Die Igel stopfen ihr Nest so voll, dass man nicht alles wieder hineinbringt, wenn man es ausgeräumt hat.
Nestmaterial:
Der Igel nimmt vor allem Laub und Heu zum Nesten, oder sonst trockene Materialien, was er gerade so findet.
Im Winterschlaf senkt der Igel seine Körpertemperatur auf 5o – 6oC und sein Herz schlägt nur noch 8 – 9 mal pro Minute.
Winterschlaf in Gefangenschaft
Weil die Igel im Herbst fast kein Futter mehr finden, sind einige Igel zu leicht für den Winterschlaf. Diese Geschöpfe muss man gegen innere Parasiten behandeln und auffüttern. Das auffüttern können Leute im Haus machen in einem Raum von 18 – 21oC. Es braucht ein Gehege aus Holz, das mindestens 2m2 gross und ca. 40cm hoch ist. Ein Fenster damit der Igel Tag und Nacht unterscheiden kann braucht es auch. Ist der Igel genug schwer (1'000 – 1'400gr) kann man ihn in den Winterschlaf versetzen. Man setzt ihn in ein Aussengehege und füttert ihn weiter bis er nicht mehr frisst.
Futterzettel in der Gefangenschaft
In der Gefangenschaft muss man den Igel auch füttern. Man kann ihm Katzenfutter (Terrine) aus der Büchse geben, ab und zu Mehlwürmer aus der Zoohandlung. Zum Dessert gibt man ihm verschiedenste Arten von Nüssen (nur keine Mandel), Rosinen, Breckkies und Nussstengeli. Zum Trinken nur Wasser, ja keine Milch. Die Milch hat ein zu hohen Milchzucker gehalt und verursacht beim Igel einen tödlichen Durchfall.
Erwachen aus dem Winterschlaf
Im Frühling, wenn es wieder wärmer wird, erwachen die Igel wieder aus ihrem Winterschlaf. Das Winternest ist ihnen jetzt zu warm und sie suchen sich ein anderes nicht zu warmes Nest. Sie wären auch froh, wenn sie noch ein bisschen zugefüttert werden.
Futterzettel in der Natur
Da der Igel ein Nachttier ist, geht er Nachts auf die Futtersuche. Da vorwiegend Insekten vorhanden sind, findet man sie am häufigsten auf seinem Futterzettel.
Er frisst am liebsten: Falter, Raupen, verschiedenste Arten von Käfer, Würmer, Schnecken, Heuschrecken usw.
Zum Trinken braucht er nur Wasser und keine Milch.
Aussetzen der überwinterten Igel
Die in Gefangenschaft überwinterten Igel kann man ca. ab dem 15. April wieder, wenn möglich am Fundort aussetzen. Die Igel müssen aber ein Gewicht von 1'100 – 1'400gr haben. An der Stelle, an der man die Igel aussetzt, müssen sie noch gefüttert werden, bis die Igel den Weg in die Natur wieder gefunden haben.
Die Fortpflanzung
Die Igel paaren sich ca. vom März – Mai und dann wieder vom Juni – August, denn die Igel haben 2 Würfe im Jahr.
Wie kennt man Männchen und Weibchen auseinander?
Von der Grösse und Aussehen her gibt es keine Unterschiede. Das Männchen hat sein Geschlechtsteil in der Mitte des Bauches und das Weibchen hat die Öffnung und den After beides ganz hinten, damit das Männchen sich bei der Fortpflanzung nicht sticht. Bevor die Paarung beginnt, muss sich das Männchen zum Teil sehr lange um das Weibchen bewerben.
Tragzeit und Geburt
Die Tragzeit der Igelin beträgt 34 Tage. Die Igelin macht das Nest für die Jungen erst wenn die Wehen beginnen. Die Igelin behaltet aber ihr altes Nest, um wieder auszuruhen. Eine Igelin wirft etwa 2 – 8 Junge.
Die Jungen
Wenn die Jungen Igelchen zur Welt kommen, sind sie ca. 5cm gross und wiegen ca. 21 – 25 gr. Die Haut der jungen Igelchen ist bei der Geburt mit Wasser gefüllt, darin sind die weissen Erstlingsstacheln eingebettet. Wenige Stunden nach der Geburt trocknet die Haut aus und die 6 – 8mm kleinen Stacheln treten hervor. Die Bäuchlein der Jungen sind nackt und die Haut rosa. Die Jungen kommen blind und gehörlos zur Welt und öffnen die Augen und Ohren nach 12 – 14 Tagen. Im Alter von ca. 2 Wochen beginnt unten am Bauch das Pelzchen zu wachsen. Die Milchzähne bekommen sie mit etwa 3 Wochen. Dann mit 8 – 10 Wochen das Erwachsenengebiss. Mit 4 Wochen geht die Mutter das erste mal ins Freie auf die Futtersuche. Die kleinen werden aber immer noch gesäugt. Mit 6 Wochen verlieren sie die stacheln und bekommen dann die Erwachsenenstacheln. Zwischen der 9. – 11. Woche verlässt die Mutter die Jungen.
Die Aufzucht der Mutterlosen Jungen
Leider gibt es auch bei den Igeln Waisenkinder, wenn zum Beispiel die Mutter tödlich verunglückt oder wenn die Igelmutter an einer Geburt stirbt. Dann müssen die jungen Igelchen in eine Igelstation gebracht und aufgezogen werden. Die Aufzucht gelingt aber nur, wenn die jungen Igelchen ca. 6 – 7 Tage alt sind und schon Muttermilch zu sich genommen haben. Die jungen Igelchen müssen dann mit dem Schoppen und einer Welpenmilch vom Tierarzt aufgezogen werden, alle 3 Stunden (Tag und Nacht) werden sie geschöppelt. Wenn die Igelchen dann über den Berg sind, können auch andere Leute mit der Aufzucht weiter fahren. Wenn sie ihre Zähnchen bekommen, kann man ihnen auch mit Welpenmilch angemachten Zuckerlosen Griesbrei geben. Wenn ihre Zähnchen dann ganz hervorgekommen sind, können sie auch feines Katzenfutter fressen. Damit sie sich auch an etwas lebendiges gewöhnen, gibt man den Igelchen auch Mehlwürmer aus der Zoohandlung. Mit der Zeit kann man dann auf die normale Nahrung umsteigen. Mit einem Gewicht von ca. 400gr, kann man sie in ein Aussengehege setzten, bis sie ca. 600gr im Sommer, 800gr im Herbst haben. Dann setzt man sie aus, wenn es nicht zu spät ist, sonst überwintert man sie.
Wann ist ein Igel Krank?
Die Igel sind heute krankheitsanfälliger als früher, bei der heutigen Umwelt ist das kein Wunder. Meistens sind sie von Parasiten befallen, innerlich und auch äusserlich. Diese bringt man mit Medikamenten meistens wieder weg. Schlimmer ist es, wenn ein Igel Gift, Schneckenkörner oder sonst was Giftiges gefressen hat. Diese Igel sterben meistens qualvoll, es verbrennt sie innerlich und sie schreien vor schmerzen. Wenn ein Igel irgendwie krank ist, läuft er am Tag umher, oder liegt apatisch am gleichen Fleck.
Das Bespeicheln eines Igels
Der Igel ist das einzige Säugetier, der die Eigenart besitzt, sich zu bespeicheln. Der Igel leckt an einem Gegenstand der ihm sympathisch ist und hervorragend duftet. Hat er mit einer Drüse im Mund genügend Schaum produziert, streicht es sich den Schaum als Parfüm auf die Stacheln. Manche Leute haben dieses schon mit Tollwut verwechselt, beim Igel ist Tollwut noch nie aufgetaucht.
Die Gefahren für den Igel
Lesen Sie hierzu die Seite "Gefahren für Igel".