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Worin unterscheidet sich das Lektorieren eigentlich vom Korrekturlesen? Salopp könnte man sagen: Wer lektoriert, denkt noch mehr mit – vor allem was den Inhalt angeht.
Lektorat
Beim Lektorat steht der Inhalt im Mittelpunkt. Der Lektor überprüft einen Text vor allem auf Verständlichkeit und Lesbarkeit, auf Klarheit und Sinn.
Er fragt sich: Könnte man diese Aussage noch einfacher und knapper formulieren? Lese ich dieses Argument nicht schon zum zweiten Mal – einfach in etwas anderem Wortlaut? Passt der Stil zum Inhalt?
Kohärente Aussage und Sprache
Bei einem Lektorat haben wir Orthografen, etwas technischer ausgedrückt, ein besonderes Auge auf Stil, Grammatik, inhaltliche Kohärenz und sprachliche Kohäsion, sodass Ihre Argumente eine schlüssige und prägnante Form haben.
Wir weisen Sie auf inhaltliche Unklarheiten oder strukturelle Unschönheiten Ihres Textes hin und machen Ihnen Verbesserungsvorschläge für Ihre Schlussüberarbeitung.
Dabei lassen wir die Rechtschreibung und Zeichensetzung aber nicht einfach ausser Acht. Ein Korrekturlesen ist stets auch Teil eines Lektorats – ausser natürlich, Sie wünschen dies ausdrücklich nicht.
Orthograf, Orthografin: helles Köpfchen mit Falkenblick; Nerd, dessen Herz für die deutsche Sprache schlägt; in Österreich auch i-Tüpfel-Reiter, in der Schweiz Tüpflischiisser genannt; hat ein detektivisches Auge und einen untrüglichen Spürsinn für die Feinheiten und Fallstricke der Rechtschreibung und Grammatik des Deutschen; kennt den Duden zwar nicht auswendig, weiss aber immerhin, wo nachschlagen.
Mit Kohärenz ist der inhaltliche Zusammenhang eines Textes gemeint. Orthograf*innen fragen sich etwa: Fehlt an dieser Stelle vielleicht ein Wort? Wurde beim Copy/Paste versehentlich etwas verdoppelt, verschoben oder gelöscht? Warum enthält eine Liste nur fünf Einträge, obwohl die Überschrift «Sechs Beispiele» ankündigt?
Als Kohäsion bezeichnet man den sprachlichen Zusammenhang eines Textes – zum Beispiel die richtige Tempusverwendung, wenn eine Vorzeitigkeit oder Sequenzierung vorliegt: «Nachdem wir gegessen hatten, gingen wir spazieren» (statt: «Nachdem wir assen, gingen wir spazieren»).