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Samenleiter
(Vas deferens), der Kanal [* 2] zur Fortleitung des Samens aus der Hode nach außen oder zu der Rute. Bei den Wirbeltieren entsteht er aus einem der beiden Zweige des Urnierenganges, nimmt am Ende der Nebenhode, d. h. des vordern Teils der Urniere, seinen Anfang und ist bei den Amphibien noch zugleich Harnleiter. Bei den meisten Wirbeltieren mündet er, mit dem Harnleiter ¶
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vereinigt, in die Kloake, aus welcher der Same in einer besondern Rinne auf die Rute (s. d.) übertritt; bei fast allen Säugetieren jedoch endet er in der Harnröhre, deren Fortsetzung sich im Innern des männlichen Gliedes befindet. An seinem Ende gehen von ihm Drüsenbildungen, die sogen. Samenblasen (s. unten), aus, die namentlich bei Insektenfressern und Nagetieren stark entwickelt sind. Dicht daneben und zwar beim Eintritt in die Harnröhre befindet sich bei Säugetieren stets noch ein Rest des andern Zweigs des Urnierenganges (der beim Weib zum Eileiter wird) in Gestalt einer einfachen oder doppelten Ausbuchtung, der sogen. Vorsteherblase (Vesicula prostatica) oder der männlichen Gebärmutter [* 4] (uterus masculinus).
Beim Menschen ist der etwa 30 cm lange S. mit einer starken Muskelhaut aus glatten Fasern zur Auspressung des Samens versehen. Er läuft erst neben der Hode her, tritt dann in den Samenstrang (funiculus spermaticus), d. h. eine bindegewebige, von einer besondern Haut [* 5] und einer Muskelschicht umgebene Röhre, in welcher sich außer dem S. noch Gefäße und Nerven [* 6] befinden, und gelangt durch ihn in die Bauchhöhle zurück, wo er am Grunde der Harnblase seitlich die 11-14 cm lange Samenblase (Samenbläschen, Vesicula seminalis) in sich aufnimmt und bei seinem weitern Verlauf durch die Vorsteherdrüse hindurch bis zur Harnröhre als Ductus ejaculatorius (Ausspritzgang) bezeichnet wird.