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Die bekannte israelische Pianistin und Musikerin Astrith Baltsan erzählte nämlich die Geschichte dieser Hymne, die gleichzeitig eine Geschichte des jüdischen Volkes und dessen Rückkehr in sein Land ist, in einer kurzweiligen und gleichzeitig überaus spannenden Version.
Astrith Baltsan, die ihre Ausbildung u.a. in den USA und Kanada erhalten und die auch mit grossen Ensemblen wie dem israelischen Philharmonischen Orchester zusammengearbeitet hat, erzählt die Geschichte aus dem Blickwinkel ihres Vaters, dem Autor und Journalisten Haym Baltsan (1910-2002), der seiner Tochter noch kurz vor seinem Tod spannende und unbekannte Dinge über «Hatikwa – die Hoffnung» weitergegeben hatte, welche Astrith in ihre Präsentation aufnahm. Speziell für das Genfer Publikum hatte sie eine französische Version ausgearbeitet, die sie auch selbst präsentierte, was ihr offensichtlich auch grosse Sympathien des Publikums eintrug. Der Vortrag enthält aber auch spannende, oft auch dramatische Trouvaillen wie z.B. einen Film aus dem damals ungarischen Munkacs aus dem Jahre 1933, wo Kinder einer jüdischen Schule die Hymne vortragen. Und bei dem sich dem Publikum aus dem Jahre 2020 natürlich sofort die Frage stellt, wie viele dieser Kinder die Schoa überlebt haben. Fast parallel dazu sind Bilder nach der Befreiung des KZ Bergen-Belsen im Jahre 1945 zu sehen, wo die Hymne von den ausgemergelten, von Tod und Erschöpfung gezeichneten Menschen ebenso gesungen wird wie nur drei Jahre später auch von der Versammlung in Tel Aviv, an der David Ben-Gurion soeben die israelische Unabhängigkeitserklärung verlesen hat. Oder, wiederum 40 Jahre später, von einem äthiopischen Neueinwanderer, der eben eine dramatische Flucht nach Israel hinter sich hat und entsprechend ergriffen ist. An dieser Zeitreise, die natürlich fast bis in die Gegenwart geht, nehmen die Zuhörerinnen und Zuhörer ebenso teil wie an den musikalischen und textlichen Teilen, welche Astrith Baltsan gekonnt und überaus spannend, oft auch mit einem humoristischen Augenzwinkern, präsentiert und dabei durchaus noch Blicke auf andere Entwicklungen Israels wirft. Wie etwa die Geschichte von Naomi Shemers «Jeruschalajim schel sahav» (Jerusalem aus Gold), das Lied aus dem Jahre 1967, welches kurzzeitig als neue Nationalhymne Israels im Gespräch war und es doch nicht wurde, vor allem und nicht zuletzt weil es einen… baskischen Ursprung hat. Astrith Baltsan begeisterte ihr Publikum nicht zuletzt durch ihre Fähigkeit, zu spielen und gleichzeitig die spannende Geschichte der Hymne packend zu erzählen. Mit gewissen Texten rührte sie ihr Publikum auch einige Male regelrecht zu Tränen.
Und sicher pflichteten die meisten Anwesenden ihr zu, als diese zusammenfassend mit Blick auf die Geschichte meinte: «Die Macht der Hymne neben allen musikalischen Aspekten ist sicher ihr Titel – die Hoffnung». Die Hoffnung des jüdischen Volkes, wieder ins eigene Land zurückzukehren, welche sich vor gut 70 Jahren dann endlich erfüllte. Eingeleitet wurde der Abend mit der Begrüssung durch die neue Delegierte des KKL-JNF in der Schweiz, Judith Perl-Strasser sowie dem Präsidenten des KKL-JNF Schweiz, Arthur Plotke. Diese stellten u.a. das neue Projekt des KKL-JNF vor. Es handelt sich dabei um einen Eukalyptus-Hain im Kibbutz Mordechai im Süden Israels nahe der Grenze zum Gaza-Streifen.
Dieser Wald soll speziell «Honigbäume » erhalten (Bäume mit besonders pollen- und nektarreichen Blüten), um so die lebenswichtige und -erhaltende Arbeit der Bienen zu unterstützen. Längst hat man auch und nicht zuletzt in Israel verstanden, dass die Bienen für die Umwelt eine äusserst wichtige Rolle spielen und in ihrem Bestand weltweit vor allem wegen von Menschenhand versursachten schädlichen Umwelteinflüssen in höchst besorgniserregendem Ausmass gefährdet sind, und man sie deshalb in ihrer emsigen Arbeit unterstützen muss. Der KKL-JNF Genf möchte mit der Unterstützung dieses Projektes ein besonderes Zeichen setzen. Ein Film, der dies zeigte, verdeutlichte dies an diesem Abend noch. Und um das Ganze noch symbolträchtiger zu machen: Der Abend im historischen «Palais de l’Athénée», in dem u.a. seinerzeit auch schon das Internationale Rote Kreuz gegründet worden war, fand im «Salle des Abeilles», im Bienensaal also, statt. Ein schönes Symbol an einem denkwürdigen Abend.