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Braun, grau, rötlich, manchmal sogar leicht bläulich. Dies ist das Farbenspektrum des Grasfrosches. Zu dieser Vielfältigkeit kommen noch braune Streifen und schwarze Flecken. Es kann also durchaus sein, dass sich ein braunes Männchen und ein rötliches Weibchen paaren. Dann sollte man nicht denken, dass eine Fehlpaarung zwischen zwei verschiedenen Arten vorliegt.
Bei uns in der Schweiz ist der Grasfrosch die verbreitetste und häufigste Amphibienart. Sogar bis weit hinauf in den Alpen besiedelt er die Gewässer. Seine Verbreitung reicht über ganz Europa. Da er auch im Gebirge leben kann, kommt er sogar als einzige Amphibienart in Skandinavien vor.
Um seinen Laich abzulegen und als Lebensraum für die Larven braucht der Grasfrosch stehende oder fliessende Gewässer, die von der Sonne beschienen sind, aber nur selten austrocknen dürfen. Als erwachsene Tiere bewohnen die Frösche ausserhalb der Paarungszeit Gebüsche, Gewässerufer, Wälder, Gärten und Moore.
Lebensweise
Wie so viele Amphibien ist auch der Grasfrosch nachtaktiv. Am Tag versteckt er sich an feuchten Plätzen in der Vegetation oder unter Steinen und Totholz. In der Nacht geht der Frosch dann auf die Jagd. Auf seinem Speisezettel stehen Insekten, Asseln, Würmer, Spinnen und Nacktschnecken. Hingegen schmeckt der Grasfrosch verschiedenen Raubvogelarten, Ringelnattern, Fischen und verschiedenen Waldbewohnern, wie Wildschweinen, Füchsen, Dachsen, Iltissen und Wanderratten. Libellenlarven und Gelbrandkäfer verzerren gerne Grasfroschlarven. Ein Grasfrosch wird selten zehn Jahre alt. Meist stirbt er früher, wegen den zahlreichen Fressfeinden, zu kalten Wintern oder wegen dem Menschen.
Fortpflanzung
Grasfrösche werden erst nach drei Jahren geschlechtsreif. Bis dahin führen sie ein sehr verborgenes Dasein. Ab dem vierten Jahr überwintern die Grasfrösche entweder wie schon zuvor im Waldboden oder bereits in der Nähe ihres Laichgewässers. Sobald dann die Paarungszeit beginnt, ist an den Abenden der Paarungsruf der Männchen zu hören, das wie ein tiefes, vibrierendes Brummen oder Gurren tönt. Die begatteten Weibchen legen einen ziemlich grossen Laichballen von mehreren hundert bis mehreren tausend Eiern ab. Mit der Eiablage verlieren die Weibchen einen Drittel ihres Gewichts und wirken sehr ausgemergelt. Nach der Paarungszeit verkriechen sich die Frösche wieder entweder im Boden oder bleiben in der Nähe des Gewässers und verhalten sich unauffällig.
Gefährdung und Förderung
In den letzten Jahren ist der Bestand des Grasfrosches regional doch ein wenig zurückgegangen. Dies geschieht vor allem in landwirtschaftlich stark genutzten Gegenden. Hier spielen auch chemische Stoffe für den Anbau von Pflanzen eine Rolle, die für vielerlei Tiere giftig sind. Es ist wichtig, dass in unserer Landschaft immer genügend Kleingewässer vorhanden sind. Wie bei vielen Amphibien ist auch bei den Grasfröschen der Strassenverkehr ein grosses Problem. Strassenunterführungen sind also auch hier eine wichtige Schutzmassnahme. Diese können dann auch von anderen Tieren genutzt werden, die oft überfahren werden, wie z.B. Igel.
Viviane Winter