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© Marcel Burkhardt
Corticosterone ist ein Stoffwechselhormon und das vorherrschende Glucocorticoidhormon der Vögel. Bisher wurde Corticosteron vor allem im Plasma bestimmt. Die Plasmakonzentration des Corticosterons spiegelt die aktuelle Corticosteronausschüttung wider und lässt Rückschlüsse auf den gegenwärtigen physiologischen Zustand eines Individuums zu. Neu wurde gezeigt, dass Corticosteron auch in Federn zuverlässig nachgewiesen werden kann. Dieses wird während der Mauser eingelagert und bildet ein „physiologisches Archiv“. Die Messung des Federcorticosterons ermöglicht Rückschlüsse auf den physiologischen Zustand eines Individuums während der Mauser und erlaubt, Übertragungseffekte auf die nächste Lebensphase zu untersuchen.
Es wurde eine Validierungsstudie verfasst (Jenni-Eiermann et al. 2015). Trotzdem sind immer noch methodische Fragen offen, wie zum Beispiel der Einfluss der Pigmentierung auf den Corticosterongehalt. Diese sollen weiter untersucht werden. Darüber hinaus soll die Methode in diversen Projekten angewendet werden.
Wiedehopf: Seit einigen Jahren werden Wiedehopfe mit Geolokatoren bestückt und Daten zur Brutbiologie aufgenommen. Bei den Rückkehrern soll in den Federn, die in Afrika gemausert wurden, Corticosteron bestimmt werden. Die Corticosteronkonzentration könnte Zusammenhänge zwischen Stress im Winterquartier und Bruterfolg aufzeigen.
Alpensegler: In Zusammenarbeit mit Pierre Bize von der Universität Aberdeen werden Körperfedern von Nestlingen auf Corticosteron untersucht. Die Corticosteronkonzentrationen können in Abhängigkeit von diversen individuellen Daten sowie klimatischen Faktoren ausgewertet werden. Es soll der Zusammenhang zwischen Stress während der Nestlingszeit und der Rückkehrrate sowie der Einfluss von Wetter- und Nahrungsbedingungen auf die Stressachse analysiert werden. Ferner soll auch die Frage untersucht werden, ob die Reaktion der Stressachse vererbt wird.
Bleimunition und Steinadler: In der Masterarbeit von Kathrin Ganz werden Schwungfedern von Steinadlern gleichzeitig auf Blei und Corticosteron untersucht. Sie soll die Fragen beantworten, wie häufig Blei aufgenommen wird und ob eine subletale Bleiaufnahme zu physiologischen Reaktionen führt.