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2nd Swiss Drone Day 2014 - Drohnen in der Schweiz
In Form von mehr als 60 Kurzpräsentationen berichteten die Referenten über ihre Arbeiten, Resultate und Projekte im Zusammenhang mit Drohnen aller Arten.
PG. Zusammenfassend lässt sich feststellen:
1. In der Schweiz gibt es eine rege Entwicklungstätigkeit privater Firmen und staatlicher Institutionen von Komponenten, Gesamtsystemen und Anwendungen von zu kommerziellen und/oder wissenschaftlichen Zwecken einsetzbaren Drohnen. Es gibt ferner eine Reihe von kleinen bis mittelgroßen Herstellern und/oder Anwendern, welche sowohl Fluggeräte als auch kommerzielle Dienstleistungen anbieten. Da viele Anbieter als spin-offs der Hochschulen entstanden sind, ist das technische Niveau sehr hoch.
2. Der Umfang der Nutzung von Drohnen für kommerzielle Anwendungen oder wissenschaftliche Projekte ist noch nicht sehr groß und die Geräte werden in aller Regel im bodennahen Nahbereich nach Sicht betrieben, wobei auch teilautonomer Betrieb mit GPS Navigation durchgeführt wird.
3. Bewilligungspflichtiger Betrieb außerhalb des Sichtbereiches oder über Menschensammlungen kommt gegenwärtig, abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen, kaum vor.
4. Für den privaten Einsatz im Sinne von Modellflug, d.h. bewilligungsfrei im Nahbereich nach Sicht und “nur“ zum Vergnügen, werden bedeutende Stückzahlen von sogenannten „Consumerdrohnen“ importiert. Diese liegen im Gewichtsbereich von 50 Gramm bis 2.5 Kg und sie werden über 2.4 GHz gesteuert. Kameras und GPS Navigation sind sehr häufig anzutreffen. Zum Käuferkreis sind keine Angaben verfügbar.
Organisationsformen
Die Gemeinschaft der Forscher/Entwickler und Hersteller im professionellen Bereich tauscht sich über qualifiziert geführte Internetplattformen aus und organisiert sporadische Veranstaltungen zum Zweck des wissenschaftlichen und kommerziellen Erfahrungsaustausches und der Knüpfung von Kontakten. Eine darüber hinausgehende Organisationsform existiert in der Schweiz nicht. Aktuell befindet sich eine diesbezügliche Gruppierung in der Gründungsphase. (Remote Pilot Aircraft Association RPAA)
Anwender privater, bewilligungsfreier Consumerdrohnen kommunizieren über entsprechende Internetplattformen im In- und Ausland. Eine nationale Organisationsstruktur gibt es nicht. Eine interessante Einzelinitiative ist die offene Veranstaltung vom 14. März 2015 in Genf: www.internationaldroneday.ch bzw. www.internationaldroneday.com
Regulierung
Sowohl die Industrie als auch Forschung & Entwicklung und professionelle Anwender legen großen Wert auf eine möglichst baldige, mindestens europaweite Regelung des Betriebes von Drohnen. Der Leiter des Bereiches RPAS im BAZL, Markus Farner, bestätigt die wichtige Rolle der Schweiz im Prozess der Gestaltung dieser Regeln, hält aber klar fest, dass dabei die gegenwärtig liberale Regulierung des Modellfluges in der Schweiz nicht eingeschränkt werden soll.
Technik
Autonome Navigationssysteme auf visueller Basis, das heißt im GPS-unabhängigen Sichtflug außerhalb der Sichtverbindung mit einem Piloten, werden von mehreren Teams in der Schweiz entwickelt. Mit erheblichem Aufwand, bis zu Entwurf und Herstellung spezieller CCD-chips mit auf Pixelebene integrierter Rechenfähigkeit, wird den Navigationssystemen so die Möglichkeit gegeben, sich in geschlossenen Räumen zu orientieren und Hindernissen selbstständig auszuweichen. Auch die Fernsteuerung nach dem Prinzip der Zieleingabe anstelle von Ruderbefehlen ist erheblich weiter fortgeschritten und teilweise bereits in Consumerdrohnen neuester Generation (Parrot) integriert. Für professionelle Anwendungen außerhalb des Nahbereiches wird auch die Kommunikation über Satelliten zum Einsatz kommen.