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Mudanza
Daniel Kvitko
Kuba, 12 min
Das bescheidene Haus von Bella und Abelardo ist zwar teilweise eingestürzt, doch das alte kubanische Ehepaar lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Mit Hilfe der Nachbarn bewältigen sie den Wiederaufbau. Nur die gerahmten Bilder von Fidel Castro und Che Guevara müssen festgehalten werden, damit sie durch die Hammerschläge der Baustelle nicht herunterfallen. Kaum wieder eingerichtet, setzen sich zwei junge evangelikale Missionarinnen an den Tisch des Paars. Geduldig aber bestimmt beteuert Bella, dass es für sie nur die Götter der Revolution von 1959 gibt, die ihrem Leben Würde geschenkt haben. Abelardo sitzt still dabei und sorgt sich etwas über die Länge des Psalms, den die Christin vorlesen wird. Der Argentinier Daniel Kvitko, der zurzeit in Kuba Film studiert, wirft einen zärtlichen und humorvollen Blick auf das revolutionäre Ehepaar. In nur zwölf Minuten gelingt ihm mit Mudanza eine Metapher auf die sich im Wandel befindende kubanische Gesellschaft sowie die Unveränderbarkeit von Ideologie und Glaube.
Jenny Billeter