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(Kimm) des Schiffs; die dazwischen liegenden Bodenplanken sind zwar schwächer als die genannten, doch stärker als die höhern Planken, von denen wieder die von der Kimm bis zur Wasserlinie reichenden Berghölzer stärker sind als die Füllplanken des toten Werks des Schiffs, d. h. des über der Wasserlinie liegenden Teils. Je nachdem das lebende Werk oder Unterschiff mit eisernen oder messingenen und kupfernen Bolzen verbolzt ist, nennt man das Schiff [* 3] eisenfest oder kupferfest gebaut; nur kupferfest gebaute Schiffe [* 4] können ohne weiteres mit der gegen den Bohrwurm (s. d., Bd. 3) und gegen Bewachsen mit Muscheln [* 5] schützenden Metallhaut gekupfert werden.
Vor der Befestigung der Metallhaut wird das Schiff wasserdicht gemacht (s. Kalfatern, Bd. 10). Gute Kalfaterung hält ein Schiff etwa fünf Jahre lang ziemlich wasserdicht. Absolut wasserdicht ist kein Schiff und braucht es nicht zu sein, da das einsickernde Wasser stets bequem durch Pumpen [* 6] entfernt werden kann. Bei eisenfest gebauten Schiffen kann nur dann eine Metallhaut angebracht werden, wenn über die Holzbeplankung noch eine dünne Holzverschalung mit Filzunterlage mit kupfernen oder messingenen Nägeln, die sog. Spiekerhaut, gelegt wird, auf der dann die Metallbleche eisenfrei befestigt werden können.
Das Holzschiff ist nun fertig zum Stapellauf; die innere Einrichtung, Ausbau der Räume und Kajüten, Brücken, [* 7] Deckshäuser, Aufbauten auf Back und Kampanje sowie die Takelung [* 8] wird nach dem Stapellauf gearbeitet. Der Eisen- und Stahlschiffbau fordert ebenfalls die Herstellung der Malle auf dem Schnürboden; nach den Mallen müssen die eisernen (oder stählernen) Spanten u. s. w. sehr genau geformt werden, da ein Schlichten der Spanten hinterher nicht mehr möglich ist.
Hölzerne Kiele kommen noch bei dem nur kurze Zeit (etwa von 1875 bis 1885) für Kriegsschiffe verwendeten gemischten (Komposit-) Bausystem, d. h. auf Schiffen mit eisernen Spanten und Decksbalken und hölzerner Außen- und Innenbeplankung vor. Die Kiele der ganz aus Eisen [* 9] hergestellten modernen Kreuzer, die einfache Holzhaut und Zinkbeschlag oder doppelte Holzhaut und Kupferbeschlag haben, sind auch im untersten Teile aus Holz, [* 10] stellen aber nicht mehr hölzerne Längsverbände dar; denn das eigentliche Kielverbandsstück ist bei ihnen der innere eiserne Kiel. [* 11]
Der eiserne Kiel hat je nach der Größe des Schiffs sehr verschiedene Formen: er kann bestehen aus einem einfachen I-Eisen oder einer Kielplatte mit vier Winkeleisen ^[Abbildung] oder aus einem Kasten aus vier Platten und vier Winkeleisen ^[Abbildung]. Die Steven werden neuerdings meist aus schmiedbarem Gußstahl hergestellt; für große Dampfer werden diese Stücke sehr groß und sehr schwer, namentlich der Hintersteven bei Einschraubenschiffen, da er zugleich den Rahmen für die Schiffsschraube und dahinter den Rudersteven enthält. Bei Panzerschiffen wird naturgemäß der zum Rammen verstärkte und mit dem Sporn (s. d., Bd. 15) versehene Vordersteven sehr schwer. Je nach der Form des Vorderstevens unterscheidet man Schiffe mit nach oben und vorn überfallendem, mit geradem oder steilem und mit nach oben einfallendem Bug.
Moderne Dampfer baut man meist mit steilem, stählerne Segelschiffe mit überfallendem und Kriegsschiffe mit einfallendem Bug, letzteres, um den etwa 2-3 m unter Wasser sitzenden kurzen Sporn am weitesten vorn zu haben. Die Spanten sind aus einfachen Winkeleisen bei kleinen Schiffen, aus Z ^[Abbildung]-Eisen oder doppelten Winkeleisen oder aus Winkeleisen mit Wulstplatte oder aus T ^[Abbildung]-Eisen und verstärkten T ^[Abbildung]-Eisen hergestellt; sie werden, soweit es geht, kalt gebogen mit Holzkeulen und Biegemaschinen.
Nach dem Biegen werden die Nietlöcher ausgestanzt und konisch gebohrt wo Nietköpfe hineingehören. Alle Verbindungen an stählernen Schiffen sind genietete Nähte. Die Spanten bestehen je nach der Größe des Schiffs aus ein bis drei Stücken. Nach dem Aufrichten werden die Spanten mit dem Kiel verbolzt, und zwar mit Abständen von etwa 25 cm bei großen und etwa 40 cm bei kleinen Schiffen. Nach dem Aufrichten der Spanten werden über sie und den Kiel die Kielschweinplatten, gewöhnlich ein Mittelkielschwein und mehrere Seitenkielschweine, sowie die andern Längsverbände, nämlich die St ring er und die Längsspanten, auf und zwischen die Querspanten genietet. Dann werden die meist T ^[Abbildung]-förmigen Decksbalken mit den Querspanten vernietet und durch Winkeleisen gestützt. Soll das Schiff, wie heutzutage die meisten größern Dampfer und alle Kriegsschiffe, einen Doppelboden (s. d., Bd. 5) bekommen, so fällt das Kielschwein weg, und unterhalb der innern Beplattung, die auf die Innenseite der dann sehr breiten Spanten aufgelegt wird, läuft von vorn nach hinten eine vertikale Mittelkielplatte, die auch mittleres Längsspant genannt wird. Die gleichen, zu den Seiten der Mittelkielplatte längsschiffs von Querspant zu Querspant laufenden Längsverbände nennt man die ersten, zweiten, dritten u. s. w. Längsspanten. Der Doppelboden besteht, wenn die äußere und innere Beplattung aufgelegt ist, aus einem System sehr vieler wasserdichten Zellen, da die Querspanten und Längsspanten sich meist wasserdicht kreuzen. Nach den Decksbalken werden die wasserdichten Querschotten (s. d., Bd. 13) in das Schiffsgerippe eingebaut; ihre Anzahl richtet sich nach dem Zweck des Schiffs und nach dem Willen des Bestellers.
Einen beschränkten Einfluß auf die genügende Zahl von Schotten haben die Klassifikationsgesellschaften. Es giebt moderne Schiffe, bei denen sich das Zellensystem des Doppelbodens bis über die Wasserlinie hinauf fortsetzt; wenn dies nicht der Fall ist, so bekommen Kriegsschiffe meist ein oder mehrere wasserdichte Längsschotten. Besonders Doppelschraubendampfern giebt man stets ein mittleres Längsschott, das das ganze Schiff in zwei wasserdichte Hälften teilt.
Außerdem bekommen Panzerschiffe [* 12] noch oberhalb des Doppelbodens sog. Wallgangsschotten (s. Wallgänge, Bd. 16), die nahe innerhalb der Panzerwand sitzen, um eine zweite innere Haut [* 13] für das Schiff zu bilden. Nach dem Einbau aller Schotten werden die Decksverbände, die Decksstringer, Diagonalschienen und Längsschienen auf den Decksbalkwen aufgenietet; diese in verschiedenen Richtungen laufenden Verbände sollen das ganze Gerippe fester machen, über diese Verbände wird die eiserne Decksbeplattung oder hölzerne Decksbeplankung gelegt. Zuletzt vor dem Stapellauf wird die Außenhautbeplattung aufgelegt. Man benutzt für die untere Schiffshaut stärkere Platten als für die obere. Die Platten werden in einzelnen Gängen, von einem Schiffsende bis zum andern reichend, auf die Spanten aufgenietet, nachdem sie vorher der Schiffsform ¶