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Der heutige stellvertretende Staatssekretär und politische Direktor des Departements des Äusseren (EDA), Georges Martin, war zum Ende der Apartheid als Diplomat in Südafrika.
Die Freilassung sei für das Land wie «die Geburt von Jesus Christus» gewesen, so Martin. «Kein Land hat so etwas erlebt». Die Menschen seien «zehn Meter über dem Boden» geschwebt. Aus diplomatischer Sicht war das Ende der Apartheid 1990 nicht vorhersehbar. Alle politischen Einschätzungen hätten dies nicht kommen sehen. Ähnliches war Monate zuvor schon mit dem Fall der Berliner Mauer geschehen.
«Ohne die Schweiz nicht mehr am Leben»
Kurz nach Mandelas Entlassung aus dem Gefängnis am 11. Februar 1990 konnte Martin Mandela im Rahmen eines Botschaftsempfangs treffen.
Trotz seiner 27 Jahre Haft sei Mandela top informiert gewesen über das Weltgeschehen. Bei seiner Begegnung mit ihm sei Mandela «zen» gewesen. «Ein Heiliger, ohne Hass.» Keine Personen nach ihm könnten je solch einen Eindruck machen, wie es Mandela geschafft habe. Bei seiner Rede vor Diplomaten war er ganz auf die Zukunft des
Landes fokussiert. Seine Rede habe ein Bild des Landes gezeichnet, das später genau so entstanden sei.
«Ohne die Schweiz und das IKRK wäre ich nicht mehr am Leben», so Mandela zu Martin. Die Besuche der Rot-Kreuz-Angestellten im Gefängnis hätten ihn gestützt. Als Schweizer Diplomat sei es jedoch nicht immer einfach gewesen, da sich verschiedene Schweizer Firmen und Banken sich nicht am Boykott gegen die Apartheid beteiligt haben. Er habe sich jedoch mit Mandela ausgesprochen. Mandela habe nur gesagt: «Was zählt ist die Zukunft.»
Das kurze Gespräch vor der Toilette
Als Mandela den Schweizer Diplomaten unter den Vertretern der anderen Staaten erkannte, nahm er ihn zur Seite. Beide verliessen den Raum und unterhielten sich im Gang vor den Türen zur Toilette. So konnten sie sich ungestört für fast eine halbe Stunde unterhalten, ohne von den anderen Gästen entdeckt zu werden. Denn die Botschafter haben die beiden verloren.