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10.01.2012
Die britische Regierung hat am Dienstag grünes Licht für den Bau einer Schnellzugverbindung zwischen London und dem Norden des Landes gegeben. Der erste Streckenabschnitt soll London ab 2026 mit dem 170 Kilometer weiter nördlich gelegenen Birmingham verbinden. Statt bei anderthalb Stunden soll die Fahrzeit dann bei 50 Minuten liegen. Über zwei Trassen soll die Linie anschliessend nach Norden in die Städte Manchester und Leeds verlängert werden. Das britische Parlament muss dem 32,7 Milliarden Pfund (über 48 Milliarden Franken) teuren Projekt noch zustimmen. Die Bahnlinie ist das einzige Infrastrukturprojekt des Landes, das von den Kürzungen der Regierung von Premierminister David Cameron verschont geblieben ist.
10.01.2012
Der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) stellt fest, dass sich die Rahmenbedingungen für den Schienengüterverkehr in der Schweiz kontinuierlich verschlechtern. Dennoch hat der VöV Perspektiven aufgezeigt und Forderungen damit verknüpft.
Für den alpenquerenden Transitverkehr wird die rasche Realisierung eines Vier-Meter-Korridors auf der Gotthardachse verlangt. Denn es zeige sich, dass immer mehr grosse Container und Sattelaufleger transportiert werden müssten. Des Weiteren wird der Ausbau der Anschlüsse im Norden (Deutschland) und im Süden (Italien) gefordert.
Wichtig sei auch, sowohl im Transit- als auch im Binnengüterverkehr die bewährten Lenkungsinstrumente - LSVA, Nacht- und Sonntagsfahrverbot, Längenbegrenzung der LKW auf 18 Meter - beizubehalten. Der Binnenverkehr soll auch nicht unterschätzt werden. Mit knapp 30 Prozent erreiche die Schiene im Binnen-, Import- und Exportverkehr in der Schweiz einen im europäischen Vergleich sehr hohen Anteil (18 Prozent). Qualität und Wirtschaftlichkeit des Binnenverkehrs sollen verbessert werden. Allerdings müsse, um die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen, das Bedienraster überprüft werden. Denn 28 Prozent aller Bedienpunkte generierten über 90 Prozent des Güterwagenaufkommens.
Es muss alles unternommen werden, dass durch eine allfällige Konzentrierung des Einzelwagenladungsverkehrs die Schiene keinen Verkehr verliere, sondern neuer gewonnen werde. Alternativen seien zum Beispiel kostengünstige Lösungen im kombinierten Verkehr. Dabei müsse es gelingen, den heute zu teuren doppelten Umlad Strasse-Schiene und Schiene-Strasse deutlich zu verbilligen. Der Bund sei hier mit Impuls-Finanzierungen gefordert.
11.01.2012
Swiss hat Schweizer Luftfahrtgeschichte geschrieben. Das Aufkommen betrug 15,3 Mio. Passagiere, was ein Plus von 8,1 Prozent gegenüber 2010 bedeutet. Wie schon Ende Dezember angekündigt, hat die Swiss damit die höchste je gezählte Anzahl Passagiere einer Schweizer Gesellschaft von der früheren Swissair aus dem Jahr 2000 überflügelt.
Die Zahl der Flüge der Swiss nahm 2011 um 6,2 Prozent zu. Das ausgeweitete Angebot konnte allerdings nicht ganz abgesetzt werden. Die Auslastung sank leicht vom letztjährigen Rekordwert von 82,3 Prozent auf 81,8 Prozent.
11.01.2012
Die Schweizer Flughäfen haben im vergangenen Jahr überdurchschnittlich von der guten Konjunktur und dem starken Franken profitiert. Sie verzeichnen deutlich höhere Passagierzahlen. Der grösste Schweizer Airport in Zürich etwa übertraf den bisherigen Passagier-Rekord um über 6 Prozent. Damit wurde erstmals die Marke von 24 Millionen Passagieren übertroffen.
In Zürich bleibt die Fluggesellschaft Swiss klar die Nummer eins. Sie beförderte 55,9 Prozent der Passagiere von und nach Zürich. Air Berlin (6,7 Prozent), Edelweiss Air (3,9 Prozent) und Lufthansa (3,8 Prozent) folgen auf den Plätzen.
Auch der Flughafen Basel-Mülhausen hat im vergangenen Jahr so viele Fluggäste verzeichnet wie noch nie: 5'053'664 Passagiere benutzten den binationalen Flughafen EuroAirport (EAP). Das sind 22 Prozent mehr als im 2010.
Die Zahl der Reisenden am Flughafen Genf erhöhte sich 2011 um 10,5 Prozent auf 13,13 Millionen. Für 2012 erwartet der Flughafen jedoch ein deutlich geringeres Wachstum.
16.01.2012
Die Bündner Regierung will keinen flächendeckenden Einheimischentarif bei den Bergbahnen, was ein SP-Vorstoss fordert. Ein solcher Tarif würde zu Wettbewerbsverzerrung führen und die Wettbewerbsfähigkeit vor allem von kleinen Skigebieten gefährden. Nahezu alle Bergbahnen in Graubünden seien private Unternehmen und ohne öffentlich-rechtlichen Transportauftrag. Die Unternehmen seien frei in ihrer Preispolitik, die sich nach dem Markt richte.
Bereits heute profitiere eine grosse Zahl von Gemeinden respektive deren Einwohnerinnen und Einwohner bei einer Bergbahn-Unternehmung in ihrer Umgebung von vergünstigten Preisen in der Grössenordnung von 20 bis 50 Prozent.
16.01.2012
Der Zürcher Kantonsrat hat am Montag dem Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) für die Jahre 2012 und 2013 798,2 Millionen Franken zur Verfügung gestellt. Mit diesem Betrag werden jene Kosten abgegolten, die nicht durch Verkehrs- und Nebeneinnahmen abgedeckt werden können.
17.01.2012
Die SBB hat die neue Betriebszentrale (BZ) am Flughafen Zürich eröffnet. Im vergangenen Dezember haben die ersten Dienste in der neuen BZ Ost ihre Tätigkeit aufgenommen. Im Endausbau wird ab 2016 der gesamte Bahnverkehr östlich von Brugg bis zum Bodensee und nach Chur sowie der Zürcher S-Bahn-Betrieb vom Flughafen Zürich aus ferngesteuert. Rund ein Drittel des gesamten SBB-Bahnverkehrs wird von hier aus überwacht.
Schrittweise werden 480 Mitarbeitende in der neuen BZ Ost arbeiten. Derzeit arbeitet rund die Hälfte davon am Flughafen Zürich. In das mit modernster Technik ausgerüstete Zentrum hat die SBB 33 Millionen Franken investiert.
Die SBB verspricht sich von der Konzentration der Dispositions-, Operations- und Informationsprozesse unter einem Dach einen besseren Kundennutzen. Dank modernster Technik soll die Pünktlichkeit der Züge trotz des prognostizierten Mehrverkehrs auf dem ohnehin stark belasteten Netz weiter gesteigert werden. Mit der neuen Zentrale werden Betroffene auch schneller über Störungen und deren Auswirkungen informiert. Bahnreisende erhalten die Informationen von der Betriebszentrale bereits in den Zügen und nicht erst, wenn sie verspätetet am Bahnhof eintreffen.
Die BZ Ost ist eine von vier Betriebszentralen, von denen aus künftig der gesamte Schienenverkehr der Schweiz überwacht und dirigiert wird. Die BZ West in Lausanne hat bereits im Mai 2010 den Betrieb aufgenommen. Die BZ Süd in Pollegio TI ist im Bau. In Olten schliesslich beginnen im Frühjahr die Bauarbeiten für die BZ Mitte. Bisher wurde der Zugverkehr aus über 100 Fernsteuerzentralen aus geleitet.
17.01.2012
Passagiere der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) sollen künftig während der Fahrt im Tram oder Bus gratis im Internet surfen können. Als nach eigenen Angaben erster städtischer Verkehrsbetrieb starten die BVB einen Pilotversuch mit Free Public WLAN. Über die definitive Einführung des Gratis-WLAN soll noch dieses Jahr entschieden werden. Für den Versuch spannen die Basler Verkehrs-Betriebe mit der Swisscom zusammen. Das kostenlose Angebot steht jedoch den Kunden sämtlicher Telecom-Anbieter zur Verfügung. Wer in Tram oder Bus übers WLAN ins Internet will, muss sich registrieren. Per SMS gibt es einen Bestätigungscode.
18.01.2012
Der Bundesrat hat die Vorlage zu Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI) ans Parlament überwiesen. Sie dient dazu, die Finanzierung der Bahninfrastruktur langfristig zu sichern. Mit FABI stellt der Bundesrat der Volksinitiative "Für den öffentlichen Verkehr" einen direkten Gegenentwurf gegenüber. 19.01.2012 Das Bundesamt für Statistik hat die Gütertransportstatistik 2010 veröffentlicht. Nach dem Rückgang von 2009 hat sich der Güterverkehr 2010 wieder etwas erholt. Das Niveau der Transportleistungen lag aber immer noch tiefer als vor der Wirtschaftskrise.
Demnach haben die Transportleistungen des Güterverkehrs auf der Strasse und auf der Schiene 2010 in der Schweiz um 2 Prozent zugenommen. Die Transportleistungen auf der Schiene wuchsen 2010 um 4 Prozent und auf der Strasse um 1 Prozent.
Der Anteil der Bahn an den Gütertransporten im Landverkehr ist in der Schweiz mit knapp 40 Prozent vergleichsweise hoch: Im Durchschnitt der 27 EU-Länder liegt der Anteil der auf der Schiene getätigten Transportleistung lediglich bei 18 Prozent, jener auf der Strasse bei 82 Prozent.
Die Transportleistung von Strasse und Schiene war 1993 bis 2008 von 18 Milliarden auf über 28 Milliarden Tonnenkilometer angewachsen. In Folge der Wirtschaftskrise ging sie 2009 auf 26 Milliarden zurück. 2010 wuchs sie wieder auf knapp 27 Milliarden Tonnenkilometer an. Das Niveau vor der Krise wurde also noch nicht erreicht.
26.01.2012
Der Kanton Zug gewährt der SBB ein zinsloses Darlehen von 16 Millionen Franken für den Bau der Durchmesserlinie Zürich. Die Finanzspritze war im Kantonsrat unbestritten.
Das Bahnprojekt Durchmesserlinie (DML) kostet rund 2 Milliarden Franken. Weil der Geldfluss des Bundes dem Baufortschritt nicht folgen kann, hat der Kanton Zürich der SBB ein zinsloses Darlehen von maximal 500 Millionen versprochen. Dafür hat der Kanton Zürich die Nachbarkantone um Unterstützung angefragt. Die zuständigen Regierungsmitglieder der in der Konferenz der kantonalen Direktoren des öffentlichen Verkehrs (KöV Zürich) vereinigten Kantone Aargau, Glarus, Schaffhausen, Schwyz, St. Gallen, Thurgau und Zug sagten die Unterstützung einstimmig zu.
Die Laufzeit des Zuger Darlehens beträgt maximal 6 Jahre. Für die Ermittlung des Beteiligungsschlüssels wurde die Anzahl der Zugsfahrten von und nach Zürich HB aus dem jeweiligen Kanton erhoben. Daraus ergab sich, dass der Kanton Zürich mit 63 Prozent den grössten Anteil an der Vorfinanzierung zu tragen hat. Auf den Kanton Zug entfallen 5 Prozent.
27.01.2012
Nach der Eröffnung des Basistunnels im Jahr 2016 werden doppelt so viele Bahnreisende die Gotthardroute benutzen wie heute. Die Schnellzüge werden im Halbstundentakt durch den Basistunnel verkehren. Ein weiterer Zug pro Stunde und Richtung wird die Bergstrecke bedienen.
Dies sieht das Basis-Angebotskonzept vor, auf das sich die SBB und die Kantone Uri und Tessin verständigt haben. Heute benützen durchschnittlich 8’000 Passagiere pro Tag die Gotthardroute. Die SBB geht davon aus, dass sich diese Zahl mit dem Gotthard- Basistunnel auf 16'000 verdoppeln wird.
Die nationalen Schnellzüge werden auch in Uri einen Halt einlegen. Ob dieser fahrplanmässige Stopp bereits ab der Eröffnung des Tunnels möglich sein wird, ist aber noch offen. Pro Stunde und Richtung werden neben den zwei Personenzügen auch sechs Güterzüge durch den 57 Kilometer langen Basistunnel fahren.
27.01.2012
Die EU-Kommission will Harmonisierung im Bahnverkehr vorantreiben. Sie kämpft gegen die technischen Hindernisse im grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehr. Auf dem Weg zu einer besseren Harmonisierung sollen Zulassungsverfahren verbessert und die Sicherheit gefördert werden.
Konkret betroffen vom neusten Beschluss der EU-Kommission sind Strecken und Züge, welche mit dem europäischen Zugsicherungs- und Zugsteuerungssystem (ETCS) ausgerüstet sind. In der Schweiz sind aktuell die Neubaustrecke Mattstetten- Rothrist und der Lötschberg-Basistunnel mit ETCS in Betrieb. Bis 2018 ist ein flächendeckender Einsatz von ETCS Level 1 "Limited Supervision" geplant.
Mit dem Entscheid der EU-Kommission, die Verfahren für die Zertifizierung und Genehmigung von Strecken und Zügen mit ETCS zu verbessern, ändert sich laut BAV für die Schweiz vorerst nichts. Mit der geplanten Übernahme der EU-Richtlinien im Rahmen der Bahnreform 2.2 werden aber längerfristig auch in der Schweiz grundsätzlich die vorgegebenen Verfahren zur Anwendung kommen.
Die EU-Kommission will mit dem verbesserten Verfahren die Anforderungen an die Tests der Systeme erhöhen. Die Verbesserung der Tests ist für die EU-Kommission ein kleiner Schritt hin zu einer grösseren Harmonisierung im grenzüberschreitenden europäischen Eisenbahnverkehr. Denn derzeit gibt es in Europa mehr als 20 verschiedene Signalsysteme.
Die EU-Kommission strebt an, die grossen Güterverkehrskorridore aufzurüsten. Auf dem Korridor Rotterdam-Genua, der durch die Schweiz führt, könnte so das Güterverkehrsvolumen bis 2020 verdoppelt werden. Die Verkehrsminister der Schweiz, Hollands, Deutschlands und Italiens vereinbarten, den Korridor bis Dezember 2015 mit ETCS auszurüsten.
Bis 2018 haben die Schweiz, Luxemburg, Belgien und Frankreich die ETCS- Ausrüstung des Korridors Antwerpen-Lyon/Basel ins Auge gefasst.
28.01.2012
Bundesrätin Doris Leuthard und der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer haben sich auf die Grundzüge einer Lösung im Fluglärmstreit verständigt. Sie haben am WEF eine Absichtserklärung unterzeichnet. Ein Staatsvertrag soll bis im Sommer vorliegen.
Die vereinbarten Eckwerte sehen eine Reduktion der Anzahl Anflüge über süddeutsches Gebiet vor. Genaue Zahlen werden erst im Zug eines Gesamtpakets festgelegt. Für dieses Zugeständnis der Schweiz sollen mehr Anflüge über Deutschland in den Morgen- und Abendstunden möglich sein.
Beide Verkehrsminister setzen ihre Hoffnungen zudem in die technische Entwicklung: Sollte der Fluglärm über Deutschland aus diesem Grund abnehmen, kann die Anzahl der Flüge wieder erhöht werden.
30.01.2012
Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat gestützt auf das Paket zur Abfederung der Frankenstärke weitere 21 Millionen ausbezahlt. Das Geld geht an die vier Bahnunternehmen (BLS Cargo, SBB Cargo International, Crossrail und TX Logistik), die 2011 im alpenquerenden kombinierten Verkehr tätig waren und dort wegen des schwachen Euro finanzielle Schwierigkeiten hatten. Die Höhe der Auszahlungen erfolgte abhängig von der effektiven Anzahl gefahrener Züge sowie den währungsbedingten Ertragseinbussen der Unternehmen.
Im letzten Herbst hatte das Parlament ein 870-Millionen-Paket zur Abfederung der Frankenstärke gutgeheissen. Davon entfallen 28,5 Millionen Franken auf einen Nachtragskredit für den alpenquerenden kombinierten Verkehr.
In der ersten Dezemberhälfte hatte das BAV bereits 11,2 Millionen Franken aus dem Paket zur Abfederung der Frankenstärke ausbezahlt. Das Geld ging an Bahn- und Busunternehmen, Seilbahnen und Schifffahrtsgesellschaften, die im subventionierten regionalen Personenverkehr tätig sind und dort wegen der Euroschwäche weniger Touristen unter ihren Passagieren zählen.
31.01.2012
Der Schweizer Kombi-Operateur Hupac hat im Jahr 2011 ein Verkehrswachstum von 6,6 Prozent erzielt. Sorgen dagegen bereite dem Unternehmen der zögerliche Ausbau der internationalen Bahninfrastrukturen.
Der stärkste Zuwachs sei im transalpinen Verkehr via Österreich verzeichnet worden. Im Kerngeschäft des transalpinen Verkehrs durch die Schweiz erzielte Hupac einen bescheidenen Zuwachs von 1,8 Prozent. Unwetter, Streiks und unfallbedingte Streckensperrungen belasteten das Ergebnis.
Hupac begrüsse den pragmatischen, realitätsnahen Ansatz des Verlagerungsberichts 2011 des BAV. Das Unternehmen erwarte, dass die angepeilte Verkehrsverlagerung durch konkrete Massnahmen zügig verwirklicht werde.
Mit Sorge stelle Hupac jedoch fest, dass die Güterverkehrsstrecke Bellinzona- Luino-Novara, auf welcher 80 Prozent des unbegleiteten kombinierten Verkehrs via Gotthard verkehre, zunehmend aus dem Visier der internationalen Infrastruktur-Strategen verschwinde. Dringend erforderliche Ertüchtigungsmassnahmen, welche mit geringen Mitteln grosse Produktivitätsfortschritte ermöglichen, wie beispielsweise die Verlängerung von Überholgleisen, würden verzögert.