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Prof. André Bächtiger lobt die Arbeit in seiner Laudatio. Im Namen der Kommission für beste Abschlussarbeiten äusserte er an der vergangenen KSF-Diplomfeier folgende Worte:
Anne Schillig hat eine hervorragende Masterarbeit verfasst, die sich mit Stimmen zu Rechtsextremismus in Ostdeutschland befasst. In ihrer stark sozialwissenschaftlichen geprägten Arbeit untersucht sie, wie in drei westdeutschen Printmedien – Frankfurter Allgemeine Zeitung, die linksalternative tageszeitung, und BILD, über Rechtsextremismus in Ostdeutschland berichtet, ja wie er geradezu "konstruiert" wurde. Sie fokussiert dabei auf die fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen Anfang der 90er Jahre, den Wahlerfolg der Deutschen Volksunion (DVU) in Sachsen-Anhalt 1998, die Debatte um die No-Go-Areas rund um die Fussballweltmeisterschaft in Deutschland im Jahre 2006 sowie die Aufdeckung der rechten Terrorvereinigung Nationalsozialistischer Untergrund 2011.
Methodisch orientiert sich Anne Schillig an der Kritischen Diskursanalyse, die sie auf rund 100 Printmedientexte – Leitartikel, Kommentare, Reportagen - anwendet. Bislang ist das Thema Rechtsextremismus noch von niemandem auf diese Weise angegangen worden. Die Resultate der Studie sind äusserst spannend. So schreibt Anne Schillig: "Der westdeutsch dominierte Diskurs tendiert dazu, ostdeutsche Eigenheiten in stereotyper Weise zu reproduzieren und sie für die Ausprägung rechtsextremer Einstellungen und Verhaltensweisen verantwortlich zu machen. Indem diese Eigenschaften als spezifisch ostdeutsch verhandelt werden, schliesst sich der Westen als Teilhaber am Problemfeld Rechtsextremismus aus." In ihren Schlussfolgerungen plädiert Anne Schillig dafür, das Thema Rechtsextremismus in Deutschland nicht als räumlich begrenztes – d.h. als ostdeutsches Problem – wahrzunehmen. Auch ist Rechtsextremismus auch keine Randerscheinung sozial Benachteiligter, sondern wirkt bis in die Mitte der Gesellschaft.
Aus Sicht der Kommission für beste Abschlussarbeiten besticht die Masterarbeit von Anne Schillig durch ihr hervorragendes Theorie- und Methodenbewusstsein sowie ihr hohes Reflexionsniveau.