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Die Impfung gegen Varizellen ist für alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen im Alter von 13 Monaten bis 39 Jahre empfohlen, wenn sie noch nicht an Varizellen erkrankt sind und noch nicht insgesamt zwei Impfdosen erhalten haben.
Seit 2023 wird die Impfung mit zwei Dosen als Basisimpfung gegen Windpocken (Varizellen) für alle Kinder im Alter von 9 und 12 Monaten empfohlen. Am besten geschieht dies mit einer kombinierten MMRV-Impfung, die gegen vier Krankheiten schützt: Masern, Mumps, Röteln und Varizellen.
Wie weiss man, ob ein Kind schon Windpocken gehabt hat?
Wenn Zweifel bestehen, ob man die wilden Blattern gehabt hat, kann mittels einer Bestimmung der Antikörper im Blut festgestellt werden, ob eine Impfung notwendig ist oder nicht. Ist das nicht möglich, schadet die Impfung auf keinen Fall: Wenn bereits Antikörper existieren, neutralisieren diese sofort und ohne Nebenwirkungen die Impfviren.
Wer sollte gegen wilde Blattern geimpft werden?
Sehr wichtig ist die Impfung für Kinder mit Immunschwäche (nach Krebsbehandlung oder Organtransplantation, evtl. auch bei schweren Ekzemen wie Neurodermitis), bei denen keine IG-Antikörper vorhanden sind. Sie sollten unbedingt geimpft werden. Einbezogen werden dann auch gleich die Geschwisterkinder, damit sie die gefährliche Erkrankung nicht ins Haus schleppen.
Eine anderer Personenkreis, der von einer Impfung profitiert: Frauen mit Kinderwunsch, die keine Immunität haben - zum Schutz des ungeborenen Kindes. Wenn sie sich in der Schwangerschaft mit Windpocken anstecken, haben sie ein erhöhtes Komplikationsrisiko mit schwer verlaufenden Lungenentzündungen und möglicherweise Fehlbildungen beim Kind. Eine Schwangerschaft muss während eines Monats nach der Impfung verhindert werden.
Impftermine und Impfstoff
Die Impfung gegen Windpocken oder Varizellen besteht aus zwei Dosen im Abstand von mindestens vier Wochen. Der Impfstoff enthält Windpockenviren, die im Labor auf Zellkulturen gezüchtet und abgeschwächt wurden, damit sie keine Krankheit mehr auslösen. Es sind lebende Viren mit der Fähigkeit, eine natürliche Infektion nachzuahmen und die Abwehrkräfte wirksam und langdauernd zu stimulieren. Die Impfstoffe enthalten Spuren von Antibiotika (Neomycin) und von Zellen, die für die Produktion gebraucht wurden, sowie verschiedene Substanzen zur Stabilisierung. Sie enthalten kein Quecksilber.
Die Windpockenimpfung wird im Allgemeinen gut vertragen. Bei einem von 3–5 Geimpften kann es an der Stichstelle zu einer Rötung oder Schwellung kommen, die rasch wieder verschwindet. Leichtes Fieber (ein Geimpfter auf 10–20) oder ein leichter windpockenartiger Ausschlag (ein Geimpfter auf 20–25) können zwischen 7 und 21 Tagen nach der Impfung auftreten. Andere Nebenwirkungen (z.B. eine Lungenentzündung) sind äusserst selten.
Wie zuverlässig ist der Impfschutz?
Die Impfung schützt zu über 80% vor jeder Windpockenerkrankung und zu über 90 % vor schweren Verläufen und Komplikationen. Die meisten der geimpften Personen machen daher keine Windpocken mehr durch, die restlichen können an leichten Windpocken erkranken: Sie haben aber weniger Fieber, weniger Hauterscheinungen und genesen schneller, als wenn sie nicht geimpft wären. Die Windpockenimpfung kann gleichzeitig mit anderen Impfungen verabreicht werden.