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Jane Austens Literaturklassiker 'Stolz und Vorurteil' von Anfang des 19. Jahrhunderts wurde bislang mehrfach verfilmt, da die Geschichte eine zeitlose Eleganz hat, die auch heute noch vorallem für viele weibliche Wesen interessant ist.
Seth Grahame-Smith nahm sich der Geschichte an, und baute in die Geschichte über Liebe und Gesellschaft im viktorianischen England eine Zombie-Seuche ein. So absurd sich dieser Ansatz doch anhört, wurde das Buch doch zu einem riesigen Erfolg, und schaffte es sogar in die Bestellerlisten der New York Times. Im Oktober 2010 erscheint die deutsche Ausgabe bei Panini Books. Vorher kam schon die Taschenbuchausgabe bei Heyne heraus.
Handlung:
Das ländliche England, Anfang des 19. Jahrhunderts.
Elisabeth Bennet ist, ebenso wie ihre 4 Schwestern, unverheiratet. Ihre Mutter wünscht sich sehr, ihre Töchter endlich unter die Haube zu bekommen.
Doch erstens ist die Auswahl an standesgemäßen Kandidaten nicht eben groß, und zweitens haben die meisten ihrer Töchter weitaus andere Interessen. Seit das Land von einer Zombieseuche überrollt wird, müssen sich die Bewohner gegen die hirnverschlingenden Horden der Untoten wehren. Elisabeths Vater hatte folglich eine gute Idee, und schickte seinen Nachwuchs in ein Shaolinkloster in China, um sie in verschiedensten Kampftechniken zu schulen.
Und so liegt Elisabeth der Kampf ums Überleben deutlich mehr, als die Etikette bei verschieden Bällen einzuhalten. Sie ist eine Meisterin des Schwertkampfs, und kann gut mit der Muskete umgehen.
Als nun der reichen Junggeselle Mr. Bingley erscheint, beabsichtigt die Mutter von Elisabeth natürlich, eine Ehe mit einer ihrer Töchter zu arrangieren. Elisabeth selber hat wenig interesse, und auch an dessen Freund Mr. Darcy kann sie trotz ansprechender Optik nichts Gutes finden, ähnelt er doch einem eitlen Pfauen. Doch im Laufe der Geschichte lernt Elisabeth eine andere Seite des Herren kennen, und kommt ihm näher...
Seth Grahame-Smith hat die Grundsätze dieser Geschichte beibehalte, und die wesentlichen Elemente der Handlung (gesellschaftliche Zwänge, arrangierte Hochzeiten, romantisierte Vorstellungen vom Eheleben, weiblicher Stolz und erste Anzeichen von Emazipation, Kastendenken etc.) beibehalten. Selbstverständlich gibt es auch viele Kämpfe mit den Unaussrechlichen, den Zombies, jedoch beinflussen diese selten die Handlung. Die Bevölkerung hat sich mit der Seuche abgefunden, und kämpft im Alltag gegen die Untoten. Doch geschickt nutzt Grahame-Smith dies zur Untermalung der Leitmotive der Hauptcharaktäre, z.B. für Elisabeths Streben nach Unabhängigkeit. Wer also eine reine Horrorstory im viktorianischen Zeitalter vermutet, liegt falsch. Auch ist das Werk nicht mit anderen bekannten Zombiecomics wie z.B. "The Walking Dead" oder "Marvel Zombies" zu vergleichen; dazu ist "Stolz und Vorurteil und Zombies" zu nah am Original.
Cliff Richards macht als Zeichner hier einen guten Job. Seine realistischen schwarzweißzeichnungen unterstreichen die düstere, bisweilen bedrückende Atmosphäre. Auch die Verarbeitung im Klappbroschur von Panini ist gewohnt hochwertig.
Fazit: Jane Austen wäre im ersten Moment vermutlich irritiert, plötzlich untote Horden in ihrer Geschichte zu finden. Aber sie würde schnell feststellen, daß sich an ihrer Botschaft nichts geändert hat, und die die wandelten Toten 200 Jahre nach der Entstehung der Geschichte eine neue Zielgruppe für ihr Werk erobert haben.
Ich für meinen Teil warte jedenfalls schon auf "Verstand und Gefühl -und Zombies"!
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