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Oberst i Gst Jürg Kürsener, unser erfahrener Marine-Korrespondent, um 15.30 Uhr MEZ:
- Es ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass der russische Generalstab und die Marineführung alle für notwendig erachteten Marine-Kampfmittel im Schwarzen Meer konzentrierten, bevor Präsident Putin den Angriffsbefehl erteilte. Die russischen Streitkräfte schlugen erst los, nachdem die grossen Landungsschiffe in Sewastopol eingetroffen, aufmunitioniert und mit den nötigen Marine-Infanteristen verstärkt worden waren.
- Ebenso muss die Admiralität den vorgesehenen Bestand an Kampfschiffen erfüllt haben, bevor der Krieg losging.
- Die Führung verstärkte die ohnehin in der Schwarzmeerflotte vorhandenen Landungsboote mit Schiffen der Nord- und der Baltikum-Flotten verstärkt, die sich in der Nordsee versammelt und dann im Sechser-Konvoi durch den Aermelkanal, den Atlantik und Gibraltar ins Mittelmeer eingefahren waren. Sie durchquerten das Mittelmeer, die Aegäis und die türkischen Meerengen rechtzeitig, um sich in Sewastopol für den Angriff zu rüsten.
- Russland hat als Anrainerstaat freien Zugang durch die Dardanellen, das Marmarameer und den Bosporus ins Schwarze Meer, wo sie sich so lange aufhalten dürfen, wie es ihre Führung will.
- Aus dem Pazifik verlegte die russische Marine das Flaggschiff der Pazifik-Flotte, die Warjag, mit einem Kreuzer und einem Versorgungsschiff von Manövern im Golf von Oman durch das Bab-el-Mandeb, das Rote Meer und den Suezkanal ins östliche Mittelmeer, wo sie sich jetzt kreuzen und möglicherweise NATO-Schiffe wie den französischen Flugzeugträger Charles de Gaulle beschatten.
- Die Frage, die ein türkischer Korrespondent heute Mittag dem NATO-Generalsekretär in Bezug auf den Bosporus stellte, ist ziemlich irrelavant. Die Russen haben im Schwarzen Meer, was sie brauchen.
Starke NATO-Präsenz im Baltischen Meer
- In der Ostsee bauen Amerikaner, Briten, Niederländer, Deutsche und Skandinavier nautisch eine starke NATO-Präsenz auf.
- Geplant ist im Atlantik im März/April 2022 das Grossmanöver “COLD RESPONSE 22” mit den Trägergruppen “HMS Prince of Wales” and “USS Harry S. Truman”. Ursprünglich sollten 35’000 Seeleute aus 26 Nationen teilnehmen. Nun gilt gut zu beobachten, ob nicht Einheiten, die für das Manöver vorgesehen waren, zum Beispiel im Mittelmeer bleiben oder in die Ostsee verlegt werden.
- Dies gilt namentlich für die “USS Harry S. Truman”, die derzeit im Mittelmeer kreuzt. Das kann vom Verlauf des Ukraine-Krieges abhängen.