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«Scheinbar Vertrautes wie Klaviertrillerketten und Oktavfelder, richten sich – wie die schwebende Form – horchend ins Offene», schreibt der Komponist Jörg Birkenkötter über «Schwebende Form» (1999/000). Formale Vieldeutigkeit also, eine sich langsam ausbreitende Form, könnte man es anstelle einer linearen Formentwicklung vielleicht nennen.Das Interesse für den Orient und seine Sprachen fliesst beim heute in Karlsruhe lebenden, jungen Komponisten Stefan Pohlit auch ins musikalische Schaffen ein. Zwei kurze Lieder auf ein Gedicht des persischen Sufi-Mystikers Dschalâl-ud-Dîn Rûmî verbinden sich in «Sieh, ich starb als Stein» (2002) füºr eine Mezzosopran-Stimme, von drei Blasinstrumenten gleichsam beatmet, aber auch mit Schlagzeug akzentuiert.Die sieben narrativen Episoden aus Giacinto Scelsis «Khoom» (1962) stammen aus einer «storia d’amore e di morte non scritta, in un paese lontano». Sie sind mit anderen Worten nicht als schriftliche Erzählung zu erfassen, sondern vielmehr innerhalb der erzeugten Gefühlsfelder greifbar. Scelsi setzt auch hier die häufig benutzte Methode ein, Worte und Silben für die Singstimme selbst zu erfinden und entwickelt «Khoom» als erstes Werk, das für die Stimmtechniken der japanischen Sängerin Michiko Hirayama zugeschnitten ist – wie später eine Reihe weiterer Stücke der sechziger Jahre.