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Im 2. Teil berichtet Sabriye weiter über den Besuch von Nancy’s Organisationen im Norden Simbabwes und ihre Interaktionen mit den Begünstigten von Nancy.
Nancy ist eine hoch engagierte Frau, die schon als Kind für ihr Recht auf Bildung kämpfen. Ihre Eltern waren arm und konnten für sie und ihre drei jüngeren Geschwister nur unregelmässig das nötige Schulgeld aufbringen. Nancy schreibt über ihre eigene Kindheit: “Mit sieben Jahren wurde ich oft von den Lehrer nach Hause geschickt, da das Schulgeld wieder einmal nicht reichte. Als ich dann allein zu Hause war, nutzte ein Nachbar die Situation aus und vergewaltigte mich brutal. Von diesem Tag an habe ich etwas Entscheidendes kapiert: Die Schule ist eben nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Ort der Zuflucht.“ Mit Tamiranashe will sie Kinder aus vernachlässigten Gemeinden durch eine tägliche gesunde Mahlzeit und dem Zugang zu kostenloser qualitativ hochwertiger Bildung den Weg aus der Armut ermöglichen.
Der Zugang zu Bildungschancen ist in ländlichen und städtischen Gebieten ungleich. Die staatlich finanzierten Schulen sind für etwa 60 Prozent der Bevölkerung in den ländlichen Gebieten die einzige Option, da Privatschulen aufgrund der höheren Gebühren unerschwinglich sind. Darüber hinaus sind viele Lehrer nicht in der Lage, Kindern mit Behinderungen zu helfen, was zu Diskriminierung und Isolation führt. In einigen Schulen gibt es aufgrund des Mangels an Klassenzimmern häufig Kapazitätsprobleme. Obwohl Bildung in Simbabwe einen hohen Stellenwert hat, sind die Schulen nicht kostenlos. Programme wie das Basic Education Assistance Module (BEAM) wurden eingeführt, um sicherzustellen, dass Waisen und gefährdete Kinder die Grundschule nicht abbrechen, jedoch deckt BEAM nur Schulgeld und grundlegende Gebühren ab und erreicht weniger als die Hälfte der Zielbevölkerung. Obwohl staatglich finanzierte Schulen günstiger sind, müssen die Eltern zusätzliche für verschiedene Ausgaben wie Transport, Unterkunft, Prüfungen, Uniformen, Bücher und Schreibwaren bezahlen. In Norton, wo Tamiranashe tätig ist, haben die meisten Familien zudem einen Migrationshintergrund, einige kommen aus Ländern wie Malawi, Mosambik und Sambia. Diese Migranten haben oft keine Personalausweise, die sie benötigen, um Geburtsurkunden für ihre Kinder zu erhalten. Da Kinder ohne Geburtsurkunde von ausländischen Eltern nicht zur Schule gehen dürfen, sind Migrantenkinder stark benachteiligt. Dies führt dazu, dass diese Wanderarbeiter an den Rand gedrängt werden und eine unsichere Lebensgrundlage haben. Viele Frauen sehen sich gezwungen, in die Prostitution zu gehen, um zu überleben und sind häufig mit HIV/AIDS infiziert. Dadurch sterben sie und hinterlassen ihre Kinder. Kinder, in ländlichen Gegenden, stehen vor enormen Herausforderungen wie Armut, Hunger, Traumata und einem unzureichenden Schulsystem, das ihnen nicht die Bildung bietet, die sie benötigen, um der Armut zu entkommen und eine bessere Zukunft aufzubauen.
2016 gründete Nancy Tamiranashe, um die Bedürfnisse von alleinerziehenden Müttern, Witwen und Waisen im Bereich der formellen und informellen Bildung zu erfüllen. Am ersten Tag wurden 500 Kinder eingeschult, erzeit besuchen knapp 1’600 Schüler:innen die Tamiranashe Schule in der ehemaligen und viel zu kleinen Bierhalle. Die Klassenräume sind durch Pappwände getrennt. Aufgrund der großen Anzahl von Schülern ist das Gebäude unzureichend und führt zu doppeltem Unterricht, dem so genannten “Hot Seating”. “Hot Seating” beschreibt das Problem, dass aus Platzmangel die Hälfte der Schüler am Vormittag die Schule besucht, während die andere Hälfte am Nachmittag kommt. Die Kinder, die am Nachmittag kommen, haben in der Regel weniger Stunden als die, die am Vormittag unterrichtet werden. Trotz Hot Seating sind pro Klasse mehr als 70 Schüler:innen. Die Qualität der Bildung sinkt, weil die Schüler:innen Aufmerksamkeit und Zeit zum Lernen erhalten.
200 Schüler:innen der Primar- und Sekundarschule von Tamiranashe, die ein Scholarship erhalten. Alle weiteren Schüler:innen, die durch den Bau des Schulgebäudes Zugang zu einer besseren Bildung erhalten.
Nancy bietet eine Schule an, in der die Schüler:innen etwas erleben. Biologie wird in der Natur unterrichtet, Chemie in einem Labor oder in der Küche, und die Auswirkungen des Klimawandels werden anhand von Wetter- und Umweltveränderungen beobachtet. Um die Schüler:innen auf die auf sie zukommenden Herausforderungen vorzubereiten, unterrichtet Tamiranashe neben dem normalen Unterricht auch in den Bereichen Bienenzucht, Fischzucht, Milchwirtschaft, Gartenbau, Tierhaltung sowie Acker- und Gemüsebau aus. Auch Unternehmertum und Finanzen werden unterrichtet. Wenn die Tamiranashe-Schüler ihren Abschluss machen, sind sie für ihre Fähigkeiten bekannt und haben mehrere Joboptionen. Nancy hat bereits ein 6 Hektar grosses Grundstück. um eine Schule mit mehr Lernraum für eine ganzheitliche Erziehung zu bauen. Journeyman International, ein Verbund von Architekturstudenten aus aller Welt, die für NPO’s kostenlos Gebäude designen und dabei den kulturellen und regionalen Hintergrund einbeziehen, unterstützt Nancy dabei. Das Gebäude wird so geplant, dass zusätzliche Stockwerke sowie Seitentrakte zu einem späteren Zeitpunkt leicht hinzugefügt werden können. Wir finanzieren den Bau von zwei Klassenzimmer als erstes Gebäude der Tamiranashe Schule auf dem eigenen Land. Die Gebäude werden umweltfreundlich mit Ziegeln aus Lehm, Steinen und Gras gebaut.
Mit dem Bau einer des Schulgebäudes für die unterprivilegierten Schüler:innen der Tamiranashe-Grundschule sollen sie aus der alten Bierhalle, wo die Schule derzeit ist, in ein gutes Lernumfeld gebracht werden. Das neu erbaute Gebäude wird 2 Klassenzimmer für je 60 Kinder haben. Durch die Übernahme von Scholarships erhalten 200 benachteiligte Kinder die Möglichkeit, eine formale Bildung zu erhalten. Dies verbessert ihre Chancen auf persönliche Entwicklung und beruflichen Erfolg. Sie erwerben Fähigkeiten und Kenntnisse, die ihnen helfen, aus dem Teufelskreis der Armut auszubrechen und eine bessere Zukunft aufzubauen. Eine Schule für benachteiligte Kinder dient als zentraler Anlaufpunkt und schafft eine positive Gemeinschaftsumgebung. Das trägt dazu bei, soziale Bindungen zu stärken und fördert den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinschaft. Bildungsbarrieren werden abzubauen und die Chancengleichheit wird verbessert. Kinder, die aufgrund ihrer sozialen oder wirtschaftlichen Situation benachteiligt sind, erhalten die Möglichkeit, ihr Potenzial auszuschöpfen. Bildung ist ein grundlegendes Menschenrecht und hat weitreichende Auswirkungen auf die Lebensqualität. Wenn benachteiligte Kinder Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Bildung haben, könnten sie bessere Gesundheitsversorgung, soziale Mobilität, kulturelle Teilhabe und ein besseres Verständnis ihrer Rechte und Möglichkeiten erreichen. Das führt zu einer ganzheitlichen Verbesserung ihrer Lebensumstände.
Im 2. Teil berichtet Sabriye weiter über den Besuch von Nancy’s Organisationen im Norden Simbabwes und ihre Interaktionen mit den Begünstigten von Nancy.
2016 verwandelte Nancy (2022 kanthari) eine Bierhalle in eine Primarschule. Sabriye und Paul besuchen Nancy Anfang Jahr und berichten in diesem Blog darüber.
Mit dem Zugang zu Bildung gibt Nancy aus Simbabwe Kindern ein Weg aus der Armut. In diesem Blog erzählt sie ihre bewegende Geschichte.