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Der diesjährige Friedensnobelpreis geht an den kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos. Er erhalte den Preis für seine Bemühungen, den seit über 50 Jahren währenden Guerillakrieg in seinem Land zu beenden, teilte das norwegische Nobelpreiskomitee in Oslo mit.
Die Anerkennung gelte auch dem kolumbianischen Volk, das die Hoffnung auf Frieden nicht aufgegeben habe, sowie den zahlreichen Opfern des Krieges. Santos hatte einen Friedensvertrag mit den FARC-Rebellen ausgehandelt, der den Krieg mit der marxistischen Gruppe beenden sollte. Bei einem Referendum sprachen sich die Kolumbianer am Sonntag aber überraschend dagegen aus.
Die Vorsitzende des Nobel-Komitees, Kaci Kullmann Five, sagte am Freitag, Santos werde für seine «entschlossenen Bemühungen» ausgezeichnet, den «mehr als 50 Jahre langen Bürgerkrieg in dem Land zu beenden». Das Votum des Volkes bedeute «nicht zwangsläufig, dass der Friedensprozess tot ist», sagte Kullmann Five.
Der längste bewaffnete Konflikt Lateinamerikas forderte mindestens 220'000 Menschenleben. Millionen wurden vertrieben und die wirtschaftliche Entwicklung des öl- und kohlereichen Landes gebremst.
Rekordzahl von Anwärtern
Die Osloer Jury hatte sich in diesem Jahr unter einer Rekordzahl von Anwärtern entscheiden müssen. 376 Kandidaten - 228 Personen und 148 Organisationen - waren für den Preis vorgeschlagen. Nur wenige Nominierungen waren im Vorhinein bekannt.
Im vergangenen Jahr hatte das fünf Mitglieder starke Nobelkomitee das tunesische Quartett für den nationalen Dialog ausgezeichnet. Der Zusammenschluss aus Gewerkschaftsverband, Arbeitgeberverband, Menschenrechtsliga und Anwaltskammer war für den gemeinsamen Einsatz für Demokratie in Tunesien geehrt worden.
Wie die anderen Nobelpreise wird der mit acht Millionen schwedischen Kronen (etwa 908'000 Fanken) dotierte Friedensnobelpreis am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel, verliehen. Überreicht wird die Auszeichnung aber im Gegensatz zu den Nobelpreisen für Literatur, Medizin, Physik und Chemie nicht in Stockholm, sondern in Oslo.
Die wissenschaftlichen Nobelpreise waren seit Montag in der schwedischen Hauptstadt verkündet worden. Das Geheimnis um den diesjährigen Literaturnobelpreisträger wird voraussichtlich am kommenden Donnerstag (13. Oktober) gelüftet. (sda/reu/dpa/afp)