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Ozonschicht über der Schweiz
Ozon ist ein Gas, das einen Teil der krebserregenden Ultraviolettstrahlung (UV-Strahlung) der Sonne absorbiert. In der Stratosphäre in 10 bis 40 km Höhe bildet es die sogenannte Ozonschicht. In den 1980er Jahren haben Wissenschaftler die zunehmende Zerstörung der Ozonschicht als Folge anthropogener Emissionen ozonschichtabbauender Stoffe (z. B. FCKW, HFCKW oder Halone) festgestellt. Der hier gezeigte Indikator bildet die Entwicklung des Zustands der Ozonschicht über der Schweiz ab. Er trägt dazu bei, die Wirksamkeit der bestehenden Massnahmen zum Schutz der Ozonschicht zu evaluieren und abzuschätzen, ob allenfalls weitere Massnahmen notwendig sind. Aufgrund der globalen Natur der Emissionen ozonschichtabbauender Stoffe und der atmosphärischen Transportprozesse müssen solche Massnahmen weltweit umgesetzt werden, wie es das Montrealer Protokoll vorsieht. Der Indikator spiegelt daher zu einem grossen Teil die globalen Anstrengungen zur Wiederherstellung der Ozonschicht wieder.
Seit 1995 deuten die Jahresdurchschnittswerte der Ozonkonzentration über Arosa auf eine leicht steigende Tendenz hin, die statistisch aber noch nicht signifikant ist. In den letzten Jahren sind stärkere Schwankungen zu beobachten, welche auch durch globale atmosphärische Transportprozesse beeinflusst werden. Eine Rückkehr zum Ausgangswert vom Referenzjahr 1980 wird für die mittleren Breiten der Nordhemisphäre erst für ca. 2035 erwartet, weil ozonschichtabbauende Stoffe in der Atmosphäre eine lange Lebensdauer haben und weil aufgrund der vorhandenen Bestände, insbesondere Schaumstoffisolierungen und Kühlsysteme, weiterhin solche Stoffe ausgestossen werden. Ob die Normalisierung der Ozonschicht tatsächlich in diesem Zeitraum eintreten wird, kann aufgrund der Unsicherheit der Trendanalyse der Schweizer Daten heute noch nicht gesagt werden. Da der erforderliche Anstieg bis zum Ausgangswert geringer ist als 5%, wird der Zustand der Ozonschicht über der Schweiz als mittelmässig beurteilt.
Für die Weltregionen ausserhalb der mittleren Breiten der Nordhemisphäre ist ein Rückgang zu den jeweiligen Ausgangswerten von 1980 erst gegen 2060 zu erwarten, bedingt durch unterschiedliche atmosphärische Prozesse in den Tropen und den polaren Regionen.
Die Durchlässigkeit der Atmosphäre für die UV-Strahlung der Sonne wird mithilfe von Dobson- und Brewer-Spektrofotometern gemessen. Anhand der Messwerte wird der Gesamtozongehalt in einer senkrechten Luftsäule über der Messstation Arosa errechnet. Dieser Gesamtozongehalt wird in Dobson-Units (DU) angegeben. Ein DU ist definiert als eine 0,01 mm dicke Schicht von reinem Ozon, gemessen am Boden bei einer Temperatur von 0 °C und einem Luftdruck von 1 Atmosphäre. Wäre das gesamte Ozon in einer Luftsäule am Boden konzentriert, so entsprächen 330 DU einer Ozonschicht von 3,3 mm Dicke.
|Angestrebte Entwicklung||Anfangswert||Endwert||Veränderung in %||Beobachtete Entwicklung||Beurteilung|
|Zunahme||Mittel 1995-1997||Mittel 2017-2019||2.61%||Stabilisierung||unbefriedigend|
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