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Ist Liebe lernbar?
Wir alle wissen, wie wichtig Liebe und das emotionale und persönliche Engagement sind, sei es in der Partnerschaft, in der Erziehung, im Berufsalltag.
Hier stellt sich nun die Frage, ob Liebe lernbar ist und wenn ja, in welcher Form.
Was ist nun aber die Liebe?
An der Stelle möchte ich aus einem Buch von Erich Fromm "Haben oder Sein" zitieren:
* Kann man Liebe haben? Wenn man das könnte, wäre Liebe ein Ding, eine Substanz, mithin etwas, was man haben und besitzen kann. Die wahrheit ist, dass es kein solches Ding wie "Liebe" gibt. "Liebe" ist eine Abstraktion; vielleicht eine Göttin oder ein fremdes Wesen, obwohl niemand je diese Göttin gesehen hat. In Wirklichkeit gibt es nur den Akt des Liebens. Lieben ist ein produktives Tätigsein, es impliziert, für jemanden (oder etwas) zu sorgen, ihn zu kennen, auf ihn einzugehen, ihn zu bestätigen, sich an ihm zu erfreuen - sei es ein Mensch, ein Baum, ein Bild, eine Idee. Es bedeutet, ihn (sie, es) zum Leben zu erwecken, seine (ihre) Lebendigkeit zu steigern.
Es ist ein Prozess, der einen erneuert und wachsen lässt. *
Während sich der "Habenmensch" auf das verlässt, was er hat, vertraut der "Seinsmensch" auf die Tatsache, dass er
ist, dass er lebendig ist und dass etwas Neues entstehen wird, wenn er nur den Mut dazu hat, loszulassen und zu antworten.
Er wirkt im Gespräch lebendig, weil er sich selbst nicht durch ängstliches Pochen auf das, was er hat, erstickt.
Seine Lebendigkeit ist ansteckend, und der andere kann dadurch häufig seine Egozentrik überwinden. Die Unterhaltung hört
auf, ein Austausch von Waren (Informationen, Wissen, Status) zu sein, und wird zu einem Dialog, bei dem es keine Rolle
mehr spielt, wer Recht hat. Die Duellanten beginnen zu tanzen, und sie trennen sich nicht im Gefühl des Triumphes oder
im Gefühl der Niederlage, was beides gleich furchtlos ist, sondern voll Freude.
* In Dir muss brennen, was Du im anderen entzünden möchtest. *
Wir müssen, wollen und können "es" im und beim Gegenüber entzünden und zum Leben erwecken.
Die Liebe - wenn wir uns selbst nicht lieben, können wir auch keinen anderen Menschen lieben.
Doch bevor wir das können, muss es in uns selbst brennen und entzündet sein. Wir müssen also uns selbst zu lieben lernen, uns anzunehmen mit unserem Körper, unseren Gedanken, unseren Fehlern und Schwächen und mit unseren Stärken.
* Lieben heisst, Verwundbarkeit, auch die eigene annehmen. Raum schaffen, wo man reden kann, Chaos zulassen, damit man die Sterne wieder tanzen sieht. * L.Juchli
Wir laufen alle unserem großen Glück hinterher, haben Erwartungen und Träume. Wir lieben es, wenn uns "ansprechende" Menschen, die in unser Blickfeld getreten sind, unser Wohlwollen der Gefühle und Emotionen zum Schwingen bringen. Wie schön ist es aber auch das Gefühl, wenn wir solche Menschen sind, die bei Anderen Wohlwollen, Gefühle und Emotionen zum Schwingen bringen.
Es gibt verschiedene Wege, wie man Liebe lernen kann : Einerseits geht es darum, Verständnis und Empathie aufzubringen und andererseits darum, zu - vergessen -, Vorurteile zu überwinden und es geht darum, eine gemeinsame Sprache zu finden.