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Als Säugling liess sein Vater ihn für tot erklären. Als alter Mann starb er in den Armen seines Sohns an einem Blutsturz. Dazwischen war er der berühmteste Musiker Europas.
Der Violinist Niccolò Paganini lebte von 1782 bis 1840. In seine Lebenszeit fielen also die Französische Revolution ebenso wie die Besetzung Italiens durch Napoleon. Gleich danach wurden die schwachen italienischen Kleinstaaten – darunter auch Genua, die Heimat Paganinis – von der österreichischen Monarchie regiert.
Am Ursprungsort der Französischen Revolution, in Paris, lebt die deutsche Autorin und Sängerin Christina Geiselhart. Ihr nun erschienener Roman «Paganini. Der Teufelsgeiger» sollte zuerst «Andante Furioso» heissen. Der Titel wurde geändert, weil am 7. November der Film «Der Teufelsgeiger» in die Kinos kommen wird. Die Titelrolle spielt Violinist David Garrett, den die FAZ jüngst «Jörg Pilawa der klassischen Musik» nannte. Die Vorabkritiken lassen einen Flop erwarten, der dem biografischen Roman von Geiselhart dennoch Gratiswerbung einbringen wird.
Geiselhart schildert Paganini als wohl ersten Popstar der Musikgeschichte. Vom Vater wurde er mit Prügel und Essensentzug zu acht Stunden üben am Tag genötigt – daher seine Anfälligkeit für Krankheiten, die ihn ein Leben lang quälten. Sein mit dem Erfolg einsetzendes ausschweifendes Sexualleben brachte ihm die Syphilis, sterben sollte er an Kehlkopftuberkulose.
Geiselhart wechselt permanent zwischen Ich-Erzähler und Kapiteln aus der allwissenden Erzählperspektive. Das ist gut, weil so die Not des hyperaktiven Stars genauso zu erzählen ist wie die grossen politischen Umbrüche. Am Schluss hat man eine recht klare Vorstellung, was mit Menschen wie Robbie Williams oder Mick Jagger hätte passieren können, wenn Medizin und sonstige Therapien in den letzten 200 Jahren nicht erhebliche Fortschritte gemacht hätten.