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AntonOttokar, tschech.
Politiker, geb. zu
Pisek, war Gymnasiallehrer in
Ungarn
[* 11] und
Prag,
[* 12] widmete sich sodann der Journalistik und war seit 1863
Landtags-, seit 1873 Reichsratsabgeordneter, auch Landesausschußmitglied
und Bürgermeisterstellvertreter in
Prag. Er ist eines der befähigtsten und einflußreichsten Mitglieder der alttschechischen
Partei und
war in der letzten
Session zweiter Vizepräsident des Abgeordnetenhauses.
Bei den Reichsratswahlen 1891 unterlag
Zeithammer dem jungtschechischen Gegenkandidaten.
die Fähigkeit subjektiver Zeitschätzung, d. h. die Fähigkeit, die
Länge von Zeiträumen unmittelbar aufzufassen
und miteinander zu vergleichen. Auf dem Zeitsinn beruht auch alle objektive
Zeitmessung, denn ihre Voraussetzung, daß eine bestimmte
(Erd-,
Pendel-)
Bewegung
unter ganz gleichen Umständen stets innerhalb des ganz gleichen Zeitraums sich
vollendet, ergibt sich eben aus der subjektiven Fähigkeit des
Zeitsinns. Als physiologische Unterlage des
Zeitsinns hat
Münsterberg
[* 13] Muskelempfindungen des Hinterkopfes, des
Halses, der
Schultern, des
Rumpfes und der
Glieder
[* 14] angegeben, und zwar sollen diese
Spannungsempfindungen dadurch hervorgerufen werden, daß sich die
Aufmerksamkeit den das Zeitintervall begrenzendenEindrücken
zuwende.
Die von einem
Eindruck ausgelöste Spannungsempfindung nimmt successive ab bis zum Auftreten eines zweiten
Eindrucks und gibt
demnach durch ihre
Intensität ein
Maß für die
Größe der Zwischenzeit; hinzu treten die Begleitempfindungen beim Einatmen
und Ausatmen, so daß auch größere Zeiträume durch periodisch zu- und abnehmende Spannungsempfindungen ausgefüllt sind.
Diese
Theorie bezieht sich natürlich bloß auf verhältnismäßig kleine
Intervalle eines gegenwärtigen Zeitabflusses.
GrößereAbschnitte der Gegenwart schätzt man nach der Anzahl der innerhalb derselben sich abspielenden seelischen Vorgänge.
Hiervon ist eine andre Art des
Zeitsinns, nämlich das
Urteilen über die
Länge verflossener Zeiträume, wohl zu unterscheiden.
Eine und dieselbe
Periode kann in der Rückerinnerung ganz anders geschätzt werden als während ihres
Ablaufs: Zeiträume mit wenigen bemerkenswerten Ereignissen erscheinen in der Gegenwart lang, in der
Erinnerung kurz, Zeiträume
mit vielerlei
Inhalt umgekehrt. Für die rückblickende
Schätzung erscheint im allgemeinen ein Zeitraum um so länger, einer
je größern Zahl besonderer Erlebnisse oder
Handlungen man sich aus ihm zu erinnern vermag.