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Kolumbien : Minenräumung in Chaparral weckt neue Hoffnung
Seit Oktober 2021 führen wir in El Cañón de Las Hermosas in Kolumbien humanitäre Minenräumungen durch. Dank der Überprüfung und Entminung des Gebiets können die Gemeinden ihre Acker- und Weideflächen wieder nutzen.
Ein Minenräumer im Chaparral-Gebiet, wo unsere Teams regelmässig mit Überschwemmungen, Felsstürzen oder Erdrutschen zu kämpfen haben | © J. M. Vargas/HI
Minenräumung unter schwierigen Bedingungen
Die Gebiete, in denen wir tätig sind, liegen zwischen 1600 und 4000 Metern über Meer. Sie dienen den Gemeinden traditionell als Ackerland für den Anbau von Kaffee, Mais, Bananen und Yucca und als Weidefläche. Die mögliche Präsenz von Sprengkörpern – eine Hinterlassenschaft des bewaffneten Konflikts – hindert die Bevölkerung daran, das Land in vollem Umfang zu nutzen.
Unser Ziel ist es, 42’800 Quadratmeter Land zu entminen. Unser Team besteht aus über 10 Minenräumer: innen, die jeweils sechs Wochen vor Ort arbeiten und dann zwei Wochen Pause haben.
Nach einer ersten Evaluierung der Gebiete haben wir im Juli 2022 mit den Minenräumungsarbeiten begonnen. Ausserdem wurden im ersten Projektjahr 60 Personen zu den Risiken von Landminen geschult.
Begleitung der Projekte in den Gemeinden
Damit die Gemeinden unsere Projekte mittragen, organisieren wir Gespräche mit den Einwohner: innen, um ihre vorrangigen Bedürfnisse zu erfahren. Im Rahmen der Konsultationen wurde der Bedarf für den Bau von drei grossen Gewächshäusern ermittelt.
Álvaro Lozano ist einer unserer Gemeindebeauftragten. Er stammt selbst aus dem Chaparral-Gebiet und hegt grosse Hoffnung für seine Heimat. Seine Wünsche decken sich mit den Wünschen der Einwohner:innen von Chaparral:
«Wir haben viele Träume, und ich möchte, dass immer mehr entstehen. Ich träume von dauerhaftem Frieden, von einem Gebiet, das wir den nachfolgenden Generationen als Erbe hinterlassen können. Wir alle träumen von einer Region, in der wir Spass haben und einen nachhaltigen Tourismus entwickeln können», erklärt Álvaro.
Vom bewaffneten Konflikt betroffene Gebiete
Die Geschichte von El Cañón de Las Hermosas ist durch den bewaffneten Konflikt geprägt. Über 50 Jahre lang mussten die dort lebenden Gemeinschaften unter den humanitären Folgen des Konflikts leiden: u. a. Zwangsumsiedlungen, Ausgangssperren, Zwangsrekrutierungen und Unfälle durch Sprengkörper.
Nach den Friedensabkommen wurde der natürliche Reichtum der Region wiederentdeckt. Die Region beherbergt fast 50’000 Hektar Wald, Lagunen, Feuchtgebiete und «Páramos», Hochmoorgebiete in den Anden. Hier gedeihen Flora und Fauna, die nirgendwo sonst zu finden sind, darunter auch bedrohte Arten. Wie Álvaro betont, beeinträchtig die Verminung des Landes auch die Tiere in diesem Gebiet.