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So schätzt Whiskystats den sekundären Whiskymarkt im Mai 2017 ein:
Während der Markt als Ganzes weiter wächst und gedeiht, haben wir in den letzten Monaten einige wesentliche Änderungen in seiner Zusammensetzung beobachtet.
Wir starten diese Marktaktualisierung mit einigen nackten Zahlen:
- 2011: + 18,9%
- 2012: + 15,6%
- 2013: + 24,9%
- 2014: + 14,4%
- 2015: + 15,8%
- 2016: + 16,8%.
Was diese Zahlen beschreiben, ist die jährliche Wertsteigerung der gehandelten schottischen und japanischen Single Malt Whiskies. Dies sind die Zahlen, die dazu führen, dass der Whisky-Auktionsmarkt kontinuierlich in den Mainstream-Medien erscheint. Dies sind die Zahlen, die die Aufmerksamkeit für Whisky als eine alternative Investition erhöht. Und schliesslich sind das die Zahlen, die dazu führen, dass die Preise auf dem Primärmarkt auch weiterhin klettern.
Die obigen Zahlen stammen aus dem Whiskystats Whisky Index, der die Wertentwicklung der 300 am meisten gehandelten Single Malt Whiskies auf dem Markt beschreibt. Zusammengefasst sagen sie, dass der Preis-Tag dieser Whiskies seit Januar 2011 um 167% gestiegen ist. Obwohl erst vor kurzem im März und April dieser Index um 3,5% gesunken ist, sehen wir im Moment keinen wirklichen Grund, warum dieses Wachstum sich im Jahr 2017 nicht wiederholen sollte.
So scheint es, dass sich der Whisky-Markt als Ganzes ähnlich weiterentwickelt, aber ein genauerer Blick zeigt einige sehr signifikante Änderungen. In diesem Artikel möchten wir auf die grössten Bewegungen des Marktes hinweisen.
Das Ende der Japan-Preis-Rallye
Wahrscheinlich kein Geheimnis für jeden informierten Leser ist das Ende von dem, was wir den japanischen Whisky Boom nannten. Im Laufe der Jahre 2014 und 2015 brachen die Preise für japanische Single Malts durch jede anständige Preisschätzung mit einer Leichtigkeit durch. Einzelne Abfüllungen, die einst für einige hundert Euro gehandelt wurden, wurden plötzlich für ein paar tausend Euro verkauft, wenn nicht mehr. Unser Whiskystats Japan Index, der den Wert der 100 gehandelten japanischen Single Malts beschreibt, stieg in dieser Zeit um fast 350%.
Aber im späten 2015 und im Jahr 2016 beruhigten sich die Sach. Im Januar 2016 blieb unser Japan Index bei rund 505 Indexpunkten. Was folgte, waren vergleichsweise ruhige Auf- und Abwärtsbewegungen, die diesen Index im April 2017 auf 486 Punkte brachten. Daher haben die gehandelten japanischen Single Malts im Jahr 2016 rund 3,5% an Wert verloren.
Die Rückkehr von Macallan
Während die Jahre 2014 und 2015 von den japanischen Single Malts dominiert wurden, war es eine besondere Destillerie, die alle Aufmerksamkeit im Jahr 2016 angezogen hat. Diese Destillerie war natürlich der Favorit des Sekundärmarkts Macallan. Die 100 gehandelten Macallan-Abfüllungen haben im Januar 2016 bis Februar 2017 rund 60% an Wert gewonnen. Zusammen mit dem Ende des japanischen Preisbooms überrundete Macallan die japanischen Destillerien von Karuizawa und Yamazaki in unserem Destillerie-Ranking. In dieser Rangliste nimmt Macallan derzeit nur den zweiten Platz hinter Hanyu ein, einer weiteren japanische Destillerie.
Unser Macallan-Index erreichte seinen Höhepunkt im Februar 2017 mit wenig weniger als 500 Indexpunkten. Die obige Grafik zeigt auch, dass die gehandelten Macallan-Abfüllungen im März und April 2017 an Wert verloren haben. Im Monat März verzeichnete der Index einen Rückgang von 1,5%. Im April lag der Rückgang bei über 4%. Trotzdem scheint es, dass die offensichtliche 2016er Macallan-Preis-Rally zu einem Ende kam, und wir fragen uns, wie die Entwicklung in den kommenden paar Monaten sein wird.
Die Sammler-Klassiker
Wir wenden uns jetzt einigen klassische und schon stillgelegten Whisky-Destillerien zu. Traditionsgemäss hat die Tatsache, dass diese Destillerien qualitativ hochwertige Single Malts produzierten, aber nicht mehr in Produktion sind, die Preise auf ein sehr hohes Niveau gehoben und brachten sie auf die Wunschliste vieler Sammler. Das berühmteste Beispiel ist natürlich Port Ellen. Abfüllung dieser ehemaligen Islay-Brennerei gehörte immer zu den begehrtesten Stücken auf dem sekundären Whisky-Markt. Die beiden anderen Brennereien, auf die wir uns konzentrieren wollen, sind Brora und Rosebank. Was all diese Destillerien gemeinsam haben, ist ein sehr konstantes Indexwachstum bis hin zum Jahr 2010. Das bedeutet, dass die jeweils am meisten gehandelten Whiskies immer wieder an Wert gewann.
Wenn wir uns die neueren Verkäufe von Port Ellen und Brora anschauen, scheint es, dass sich die Preise seit Mitte 2016 stabilisiert haben. Im Fall von Port Ellen sank das Preisniveau sogar um rund 5%. Bei Rosebank ist diese Preisstabilisierung bereits Mitte 2015 passiert. Seither blieb unser Rosebank Index auf rund 230 Punkten und ist erst vor kurzem auf 240 gestiegen.
Insgesamt haben wir den Eindruck, dass die stetig steigenden Preise dieser sehr seltenen und bei Sammlern begehrten Single Malts einen Punkt erreichten, an dem sie für die breite Masse der Bieter zu teuer wurden. Wir erwarten nicht, dass die Preise fallen, aber ein ähnliches konstantes Wachstum, wie wir in den vergangenen 6 Jahren beobachtet haben, würde uns auch überraschen. Wir glauben, dass sich der Fokus wieder auf andere Teile des Whisky-Marktes verlagern könnte. Zwei Kandidaten dafür sind die Destillerien von Ardbeg und Bunnahabhain.
Diese beiden Brennereien sind natürlich kein Geheimtipp, aber sehr etabliert und werden viel auf dem Auktionsmarkt gehandelt. Aber ein genauerer Blick auf ihre Indizes zeigt ein sehr solides Wachstum im Jahr 2016. Die am meisten gehandelten Bunnahabhain-Whiskies gewannen rund 10% an Wert. Gleichzeitig wuchs unser Ardbeg-Index um fast 18%. Was diese beiden Brennereien auch gemeinsam haben, ist in den vergangenen Jahren ein vergleichbares, konstantes und beständiges Wachstum.
Der sekundäre Whisky-Markt ist lebendig und verändert sich ständig. Er fügt der der Faszination für Single Malts weitere Facetten hinzu.