Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03353.jsonl.gz/2213

Alkohol, Medikamente, Geld- und Glücksspiele
Für manche Menschen bedeutet der Konsum von Alkohol ein gemütliches Zusammensein mit Freundinnen und Freunden. Andere nutzen Medikamente, Alkohol oder Geld- und Glücksspiele, um den schwierigen Alltag zu vergessen. Manchmal dient der Konsum auch als Versuch, eine (unbewusste) Unzufriedenheit zu überwinden.
Exzessiver Alkohol-, Drogen- oder Geld- und Glücksspielkonsum hilft nicht, um gesund zu werden. Es gibt andere Ressourcen, um das psychische Wohlbefinden zu erhalten.
Gesundheitliche Risiken
Auch wenn keine Sucht oder Abhängigkeit vorliegt, kann Alkoholkonsum, Medikamenteneinnahme oder exzessives Spielverhalten für eine Person, ihr Umfeld und die Gesellschaft schädlich sein. Dies ist der Fall, wenn:
- zu viel konsumiert wird (eine grosse Menge in einer kurzen Zeit),
- zu oft konsumiert wird (z. B. jeden Tag oder mehrmals am Tag),
- unangemessen konsumiert wird (z. B. Alkohol beim Autofahren).
In der Schweiz nimmt der regelmässige Alkoholkonsum mit dem Alter zu. Fast die Hälfte der Männer und mehr als ein Viertel der Frauen im Alter von 65 Jahren und älter trinken täglich Alkohol. Personen ab 65 Jahren sind auch die grössten Konsumentinnen und Konsumenten von Medikamenten in der Bevölkerung.
Eine übermässige Einnahme von einigen Medikamenten kann problematisch sein, dazu gehören:
- Antidepressiva,
- Schmerzmittel,
- Schlafmittel,
- Beruhigungsmittel.
Seniorinnen und Senioren haben zudem ein höheres Risiko, spielsüchtig zu werden. Die Hälfte der regelmässigen Geld- und Glücksspieler/innen ist über 55 Jahre alt.
Bei exzessivem Nutzen oder Konsum führen diese Verhaltensweisen zu Gesundheitsrisiken und können schwerwiegende Folgen haben:
- körperliche Ebene: Stürze und Frakturen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verminderte Funktionsfähigkeiten
- psychische Ebene: kognitive Störungen (die das Gedächtnis und die Problemlösefähigkeit betreffen), Demenz, Angst, Depression;
- soziale Ebene: Isolation, verminderte Lebensqualität, Probleme mit Freundinnen und Freunden und der Familie.
Verhaltensweisen, die mit dem Alter zunehmen können
Der Konsum von Alkohol, Medikamenten oder Glücksspielen kann im Ruhestand steigen (mehr Zeit, Bedürfnis nach sozialen Interaktionen, nach Beschäftigung). Alkohol- und Medikamentenkonsum können auch aufgrund von Trauer, Isolation, Schlafstörungen, chronischen Schmerzen oder Angstzuständen zunehmen. All dies erschwert das Leben und verursacht ein gewisses Unbehagen – ein Teufelskreis.
Die gleichzeitige Einnahme von Alkohol und Medikamenten kann ein Gesundheitsrisiko darstellen. Für Seniorinnen und Senioren gibt es keinen einheitlichen Richtwert für den Alkoholkonsum. Manche Ärztinnen und Ärzte empfehlen jedoch, ab dem 65. Lebensjahr ein Glas pro Tag nicht zu überschreiten. Es wird auch empfohlen, einen oder mehrere alkoholfreie Tage in der Woche einzuhalten.
Bevorzugen Sie die öffentlichen Verkehrsmittel, wenn sie Alkohol konsumieren. Es ist auch sehr wichtig, dass Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt oder Ihre Apothekerin/Ihren Apotheker bei der Verschreibung von Medikamenten über Ihren Alkoholkonsum informieren.
Wenn sie Spass an Geld- und Glückspielen haben, ist es wichtig, bei den folgenden Punkten Grenzen zu setzen:
- Zeit (Dauer im Voraus festlegen, häufige Pausen einbauen);
- Budget (nur Bargeld mitnehmen).
Bei Online-Spielen kann es sinnvoll sein, sich vor dem Start des Spiels ein finanzielles und zeitliches Limit zu setzen und das Spiel abzubrechen, wenn beides erreicht ist.
Exzessiver Alkohol-, Medikamenten, Geld- oder Glücksspielkonsum trägt nicht zu einer mittel- bis langfristigen Verbesserung bei. Um das psychische Wohlbefinden langfristig zu erhalten, sind hingegen folgende Aspekte wesentlich: auf persönliche Ressourcen zurückgreifen, soziale Beziehungen zu Familie und Freundinnen und Freunden pflegen und am Leben in der Nachbarschaft oder Gemeinde teilnehmen.
Ressourcen
Bleiben Sie bei einem exzessiven Alkohol-, Medikamenten- oder Spielkonsum nicht alleine. Verschiedene Informationen finden Sie hier:
Alter und Sucht
Egal, ob es sich um Ihr eigenes Trinkverhalten oder das eines geliebten Menschen handelt: Es ist wichtig, darüber zu sprechen, z. B. mit der Hausärztin/dem Hausarzt oder einer anderen Fachperson, die in einer der folgenden Organisationen arbeitet:
Freiburg
Wallis
Lesetipps
Das Leben als Paar verändert sich im Laufe der Zeit, besonders wenn ein Partner die Rolle der oder...