Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/123493

<h2>SubmittedText<h2><p>Französische Forscher der Universität Caen (Frankreich) haben im Rahmen einer Studie (vgl. "Tribune de Genève" vom 19. September 2012) zwei Jahre lang Ratten mit gentechnisch verändertem Mais des Agrarkonzerns Monsanto gefüttert. Ihr Ergebnis: Die mit gentechnisch verändertem Mais gefütterten Ratten erkrankten an Tumoren so gross wie Pingpongbälle. Die Studie erschien im Fachmagazin "Food and Chemical Toxicology".</p><p>Das Europäische Parlament und zahlreiche europäische Minister haben nach dem Erscheinen dieser Studie angekündigt, entsprechend zu reagieren und die nötigen Entscheidungen zu treffen.</p><p>Kann der Bundesrat in Kürze mitteilen, welche Haltung er diesbezüglich einnimmt?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die erwähnte Untersuchung der Forschergruppe um Professor Séralini befasste sich u. a. mit Wirkungen der Verabreichung von gentechnisch verändertem Mais der Linie NK603 an Ratten über einen Zeitraum von zwei Jahren. Nach Angaben der Autoren wurden bei Fütterung mit Mais NK603 eine erhöhte Sterblichkeit und diverse Erkrankungen, darunter auch die Bildung von Tumoren, festgestellt. Diese Resultate der Studie stehen im Gegensatz zu Erkenntnissen aus früheren Untersuchungen, die keine Hinweise auf gesundheitsschädliche Effekte ergaben.</p><p>Die Studie von Séralini et al. wurde international wissenschaftlichen Bewertungen unterzogen. In ersten kritischen Analysen durch Behörden verschiedener Länder, namentlich auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa), wurden erhebliche Lücken und Mängel aufgezeigt. Die Schlussfolgerungen der Autoren wurden als nach aktuellem Stand der Wissenschaft nicht nachvollziehbar bezeichnet. Die Behörden des Bundes können sich diesen Bewertungen anschliessen.</p><p>In der Schweiz ist Mais NK603 als Lebensmittel nicht bewilligt. Ein Gesuch um Bewilligung als Lebensmittel wurde eingereicht und ist in Bearbeitung. Nichtvermehrungsfähige Pflanzenteile dieses Maises dürfen jedoch als Futtermittel aufgrund eines vereinfachten Verfahrens in die Schweiz eingeführt werden. Diese Möglichkeit wird zurzeit von der schweizerischen Futtermittelbranche nicht genutzt.</p><p>Die Behörden werden alle wissenschaftlichen Informationen, einschliesslich die Studie von Séralini et al. und der wissenschaftlichen Diskussion dieser Studie, im Bewilligungsverfahren berücksichtigen. Weitere Massnahmen des Bundes sind nach aktuellem Stand des Wissens nicht angezeigt.</p>  Antwort des Bundesrates.