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Die Spermienqualität von Schweizer Männern gehört zu den schlechtesten in ganz Europa.
Eine aktuelle Studie der Universität Genf untersuchte das Ejakulat von mehr als 2’500 Schweizern im Alter von 18 bis 22 Jahren auf Spermienkonzentration sowie auf Beweglichkeit und Aussehen der Spermazellen.
Lediglich sechs von zehn Männern erreichten die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegten Richtlinien für die Qualität von Spermien:
Rund 17 Prozent der Studienteilnehmer wiesen eine Spermienkonzentration von unter 15 Millionen Spermazellen pro Milliliter Ejakulat auf und befinden sich somit an der Grenze zur Unfruchtbarkeit. Ein Viertel der Männer besass weniger als 40 Prozent beweglicher Zellen und bei 43 Prozent der Teilnehmer entsprachen weniger als vier Prozent der Samen dem Aussehen von normalen Spermazellen.
Nicht nur die Zeugungsfähigkeit leidet unter der schlechten Spermienqualität: Die Forscher vermuten, dass Entwicklungsstörungen im Hoden sowohl für die schlechte Beschaffenheit des Samens als auch für ein erhöhtes Hodenkrebsrisiko verantwortlich sind.
Weshalb die Spermienqualität in den letzten 50 Jahren so drastisch abgenommen hat, konnten die Wissenschaftler nicht eindeutig beantworten. Bewiesen ist allerdings, dass Männer, deren Mütter während der Schwangerschaft geraucht haben, eine geringere Spermienqualität aufweisen.
Im Verdacht stehen unter anderem auch hormonaktive Stoffe in Kosmetika, Plastik und der Landwirtschaft. Diese sollen auch für Brustkrebs, Prostatakrebs sowie Diabetes verantwortlich sein. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat bereits 2017 eine Pilotstudie gestartet, die untersuchen soll, wie sich solche Stoffe, die der Mensch beispielsweise durch die Nahrung oder die Haut aufnimmt, auf die Gesundheit auswirken.