Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03583.jsonl.gz/1408

Erst Gründung 1846 bis Auflösung
Etwa im Jahre 1846, traten einige Jünglinge in Brislach zusammen und gründeten eine Instrumentalmusik. Es waren etwa 12 bis 14 Mann. Soweit es noch bekannt ist, hatte Johann Studer (Sohn) die Posaune, Johann Hügli (Adamlis) die Trompete, Fridolin Fuchs eine Pfeiffe, Johann Grimm eine Klarinette & Urs Grimm die Pauke. Jemand hatte auch ein Waldhorn. Sie spielten abwechslungsweise bei den Bruderschaftsfesten, bei den Prozessionen, bald wurde gesungen, dann wieder ein Stück gespielt. So am Fronleichnamsfest, wurde nach jedem Segen ein Stück gespielt & auch während der Prozession. Am Neujahr, wurde dem Herren Pfarer, dem Meier, dem Kirchmeier, allen Gemeinderäten & den Wirten ein Ständchen gebracht, ebenso am Fronleichnamsfest & so weiter. Es war gebräuchlich, dass jeder Beamte, dem von der Musik ein Ständchen gebracht wurde, den Musikanten zwei Mass Wein oder deren Betrag bezahlte.
Wann sich diese erste Dorfmusik auflöste, ist nicht bekannt. Nach Aussagen älterer Leute haben sich die Musikanten nach einem feuchtfröhlichen Ausflug in den Kastel vor dem alten Schulhaus die Instrumente auf den Köpfen zerschlagen. Damals wohnte oben im Schulhaus eine beredte Frau, eine deutsche. Als sie den Lärm & die Keilerei hörte, öffnete sie das Fenster & schrie: „Hornvieh seid ihr, Hornvieh!“ Und dieses Schimpfwort wurde zum wenig schmeichelhaften Spitznamen, der den Brislachern bis zum heutigen Tage geblieben ist. All diese Informationen stammen aus einem gelben vergilbten Büchlein, welches noch vorhanden ist.
Dann mussten die Brislacher über 60 Jahre auf Konzerte und Ständchen eines eigenen Vereins verzichten.