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Tränendrüse
Die Tränendrüse (lat. Glandula lacrimalis) ist ist ein Organ, das die Tränenflüssigkeit (ein sog. Sekret = Körperflüssigkeit ) produziert. Sekret erzeugende Organe werden Drüsen genannt. Die Tränendrüse ist etwa so groß wie eine Mandel (wie eine langgezogene Haselnuss). Sie sitzt an der Außenseite der Augenhöhle.
Die Tränenflüssigkeit, die in der Tränendrüse produziert wird, dient der Versorgung und dem Schutz des äußeren Auges (Hornhaut). Über 6 - 12 Tränengänge (auch Ausführungsgänge) wird die Tränenflüssigkeit über das äußere obere Augenlid auf die Hornhaut befördert. Mit den Lidschlägen (ca. 6 - 12 pro Minute) wird die Tränenflüssigkeit verteilt. Sie spült und reinigt die Hornhaut, schützt und bekämpft Erreger und versorgt sie mit Nährstoffen.
Da die Hornhaut nicht von innen durch Blut versorgt werden kann (dann wäre sie ja nicht durchsichtig), erfolgt die Versorgung über die Tränenflüssigkeit. Die Tränendrüse produziert daher ein Gemisch aus Salzen, Eiweißen, Fetten und Enzymen. Jeder kennt diesen salzigen Geschmack von Tränen, die auch äußerlich über die Wangen ablaufen können.
Außerdem sorgt sie dafür, dass die Hornhaut feucht und glitschig bleibt - das ist für den reibungslosen Lidschlag erforderlich.
Überschüssige Flüssigkeit sammelt sich normalerweise im inneren Augenwinkel und fließt über zwei Tränenröhrchen in die Tränensäcke ab.
Wenn die Tränendrüse zu wenig Tränenflüssigkeit produziert, spricht man von "trockenen Augen".
Wer Kontaktlinsen tragen möchte, muss vorher unbedingt mit dem Augenarzt oder Optiker abklären, ob ausreichend Tränenflüssigkeit gebildet wird. Denn ohne diese würde die Gefahr bestehen, dass die Kontaktlinsen nicht auf der Hornhaut schwimmen, sondern stattdessen fest anliegen. Das führt leicht zu Hornhautentzündungen und kann sehr schmerzhaft sein. Siehe auch: Kontaktlinsen einsetzen.
Warum muss man weinen?
Bei starken Gefühlsregungen werden Hormone ausgeschüttet, die eine verstärkte Tränenproduktion in den Tränendrüsen auslösen. Die mehr produzierte Flüssigkeit kann aber nicht so schnell in die Tränensäcke gelangen, daher perlt sie als einzelne Tränen außen am Auge ab, meist aus den nasenseitigen Augenwinkeln.
Interessanterweise sind Tränen von weiblichen Personen um ca. ein halbes Grad wärmer als die von Männern oder Jungs. Sie werden dadurch weicher und geschmeidiger und "fließen besser".
Die unter emotionalem Stress gebildeten Tränen enthalten morphium-ähnliche, schmerzlindernde Stoffe. Sie wirken daher beruhigend. Weinen ist daher nichts Anstößiges oder Peinliches, sondern im Gegenteil: eine völlig natürliche Körperreaktion und sogar gesund.
Fazit: Die Tränendrüse ist zwar klein, aber sehr wichtiges Organ. Ohne sie könne das Auge nicht reibungslos funktionieren.
Erkrankungen der Tränendrüse
Entzündungen der Tränendrüse werden als Dakryoadenitis bezeichnet und sind selten. Dazu gehören:
- Heerfordt-Syndrom: chronische Tränendrüsenentzündung
- Sjögren-Syndrom: Autoimmunerkrankung, die unter anderem auch die Tränen- und Speicheldrüsen betrifft
Mikulicz-Syndrom: u.a. Schwellung der Tränen- und Speicheldrüsen
Zum Hauptartikel: Aufbau des Auges