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Das Aufbrechen des erlegten Wildes wird auch als "Rote Arbeit" bezeichnet.
Hierbei soll schnellstmöglich nach der Erlegung des Wildes dessen Körperhöhle eröffnet und das Gescheide (die Eingeweide) entnommen werden. Dadurch verhindert man eine Verunreinigung des Wildbretes einerseits durch die Einwanderung von Darmbakterien in das Muskelfleisch und andererseits durch den Austritt von Fäkalien, Panseninhalt oder Galle in der Körperhöhle. Zudem wird eine unverzügliche Kühlung des Wildstückes in die Wege geleitet.
Bei Jagden mit niedrigen Aussentemperaturen ist eine Verzögerung beim Aufbrechen von bis zu zwei Stunden möglich und vertretbar.
Es gibt verschiedene Vorgehensweisen für das Aufbrechen von Wild. Das Wild kann zum einen liegend ent-weder am Boden oder erhöht auf einem Aufbruchbock und zum anderen hängend entweder mit dem Haupt nach oben oder mit dem Haupt nach unten aufgebrochen werden.
Jeder Jäger hat eigene Vorstellungen über das "perfekte" Aufbrechen. Diese haben meist traditionelle, aus-bildungstechnische, körperliche oder praktische Hintergründe. Jungjägern würde ich zunächst mal empf-fehlen, sich nach den Gepflogenheiten in ihrem Hegerevier zu richten und sich nicht schon mit eigenen Vorschlägen und Vorstellungen in den Vordergrund drängen zu wollen...
Grundsätzlich wird aus Gründen der Fleischhygiene die hängende Methode mit dem Haupt nach unten als die Vorteilhafteste angesehen. Man muss aber natürlich jeweils bei der Wahl der Aufbrechmethode vor Ort die Hygienebedingungen (Bodenabdeckung und Beschaffenheit), die Möglichkeiten des Umfeldes (Bäume, Nähe Wildkammer) sowie die Lokalität und Lage der Jagd (Gebirge, Wald) berücksichtigen.