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Ausserhalb der Schneesaison beschreibt der Lawinenwarndienst lawinenrelevante Ereignisse in diesem Blog. Im Anschluss an grössere Schneefälle, welche die Kriterien für ein Sommerbulletin erfüllen, wird der Blog aktualisiert. Über neue Blogeinträge können Sie sich in der App WhiteRisk via Push-Notification informieren lassen.
26. bis 30. November 2021: Wintereinbruch beidseits der Alpen, Anstieg der Lawinengefahr
Nachdem es vom 16. bis 25. November meist trocken und für die Jahreszeit sehr warm war, stellte sich in den letzten Novembertagen der Winter ein. Zunächst fiel im Süden Schnee bis in tiefe Lagen, anschliessend schneite es auch im Norden ein. Vom Freitag, 26. bis am Dienstag, 30. November fielen am Alpennordhang von den östlichen Berner Alpen bis zu den Glarner Alpen 60 bis 100 cm, sonst verbreitet 40 bis 60 cm Schnee. Mit 15 bis 30 cm fiel im Jura, im südlichen Oberwallis, im nordwestlichen Tessin, in Mittelbünden und im Unterengadin am wenigsten Schnee (Abbildung 4.1).
Die Schneefallgrenze sank bis in die Niederungen (Abbildung 4.2), sodass Ende November auch dort einige Zentimeter Schnee lagen (Bildgalerie). Das kommt im November immer wieder vor, allerdings mit abnehmendem Trend in den letzten 50 Jahren (Quelle: MeteoSchweiz).
Der Wind blies in der Höhe zunächst meist schwach bis mässig aus Südwest bis West. Ab Montag, 29. November drehte er auf West bis Nordwest und blies mässig bis stark, am Dienstag bis stürmisch. Verbreitet wurde der Neuschnee verfrachtet und besonders am Dienstag entstanden störanfällige Triebschneeansammlungen. Meldungen aus dem Gelände waren nur wenige vorhanden, einerseits wegen der eingeschränkten Sicht, andererseits da erst wenige Skigebiete geöffnet und Tourengänger unterwegs waren. Schneeprofile und das Schneedeckenmodell SNOWPACK zeigten aber, dass die Neu- und Triebschneeschichten besonders an Schattenhängen in der Höhe auf einer kantig aufgebauten Altschneeoberfläche oder auf Oberflächenreif abgelagert wurden (Abbildung 4.3).
Die Lawinengefahr stieg an, im Süden und Norden verbreitet auf erheblich (Stufe 3), in den Staugebieten des Alpennordhanges an Nordhängen oberhalb von 2400 m auf gross (Stufe 4). An diesen Hängen musste davon ausgegangen werden, dass die schwache Altschneedecke flächig vorhanden war.
Ende November waren die Schneehöhen in mittleren Lagen, abgesehen vom Oberwallis, verbreitet überdurchschnittlich. In hohen Lagen (Abbildung 4.4) waren sie im Norden und Osten durchschnittlich bis leicht überdurchschnittlich, im Wallis, im Tessin und im Engadin eher unterdurchschnittlich (Abbildung 4.4).
Am 17., 19. und 22. November wurde jeweils ein Textbulletin herausgegeben. Seit Freitag, 26. November erscheint das Lawinenbulletin täglich mit Gefahrenkarte.
Am 15. Dezember erscheint ein Wochenbericht.
Am Wochenende, 13./14.11. fiel mit 40 bis 60 cm für einmal am meisten Schnee in den sonst eher trockenen Inneralpinen Gebieten Graubündens. Am Montag, 15.11. fiel dann ebenso viel Schnee am Oberwalliser Alpenhauptkamm vom Matterhorn bis zum Simplon Gebiet. Die Schneefallgrenze lag zwischen 1300 und 1900 m. Der Wind blies einzig am Montag am nördlichen Alpenkamm stark bis stürmisch aus Südost, sonst war er schwach bis mässig.
Nach dem Wintereinbruch Anfang November (siehe Blogeintrag vom 4. November) fiel der Schnee in hohen Lagen auf eine geschichtete Altschneedecke. Einzig steile Südhänge waren in den oft sonnigen Tagen bereits wieder bis über 2000 m ausgeapert. In den anderen Expositionen war der Altschnee an der Oberfläche wohl teils aufbauend umgewandelt worden.
Meldungen aus dem Gelände waren, wie zu dieser Jahreszeit üblich, nur spärlich vorhanden. Das Schneedeckenmodell SNOWPACK zeigte aber, dass mit starkem Südwind, Föhn und milden Temperaturen in hohen Lagen vielerorts Wind- oder Schmelzharschkrusten an der Oberfläche entstanden waren. Im Hochgebirge war der Schneedeckenaufbau an Nordhängen aber nach wie vor teils schwach. Dies hatte sich mit einzelnen grösseren Altschneebrüchen bereits während dem Schneefall anfangs November gezeigt, und danach durch ein Schneeprofil am Titlis bestätigt worden (Abb. 3.2).
Am Walliser Alpenhauptkamm vom Matterhorn bis ins Simplon Gebiet wurde deshalb von Montag, 15. bis Mittwoch, 17.11. vor "erheblicher" Lawinengefahr (Stufe 3) gewarnt. Bei den Pistensicherungen im Skigebiet wurden dort denn auch einige Lawinen erfolgreich gesprengt, darunter auch ein tiefer Altschneebruch (siehe Bildstrecke).
Mitte November waren die Schneemengen in grosser Höhe für die Jahreszeit im Südosten überdurchschnittlich und im übrigen Graubünden etwa durchschnittlich (Abb. 3.3). Im Norden und Westen dagegen lag deutlich weniger Schnee als üblich.
Der Oktober war sehr sonnig und meist trocken. Ende Oktober lag an Nordhängen oberhalb von rund 2500 m und im Hochgebirge wenig Altschnee. Dieser war an der Oberfläche meist rau und nicht flächig zusammenhängend. Eine geschlossene, für die Lawinenbildung relevante Altschneedecke war einzig an Nordhängen im vergletscherten Hochgebirge vorhanden.
Von Samstag, 30. Oktober bis Donnerstag 4. November fiel in zwei Schüben Schnee, teils bis in mittlere Lagen. Am intensivsten schneite es am Montag, 1. November und Mittwoch, 3. November. Dieser Wintereinbruch führte oberhalb von 2000 m verbreitet zu einer geschlossenen Schneedecke (Abb. 2.1).
Der Wind blies aus südlichen bis westlichen Richtungen. Vor den beiden intensiven Schneefalltagen blies jeweils starker bis stürmischer Südföhn, dies vor allem am Sonntag, 31. Oktober und in der Nacht von Dienstag, 2. November auf Mittwoch, 3. November.
Die Lawinenaktivität blieb recht klein. Es wurden vor allem Rutsche und kleine Lawinen gemeldet. Einzig im vergletscherten Hochgebirge sah es anders aus: Der eindrücklichste Lawinenabgang wurde am 1. November aus Zermatt gemeldet (Abb. 2.3)
Der Winter ist also lanciert. Wir sind gespannt auf eure Rückmeldungen zur Lawinengefahr oder Beobachtungen von Lawinenabgängen (Mobile auf der WhiteRisk App oder hier). Bilder könnt ihr uns auch direkt per Mail an bulletin(at)slf schicken. .ch
Um uns die Fotoverwaltung zu vereinfachen sind wir froh, wenn ihr uns Details zu Ort und Zeit eurer Beobachtungen mitteilt.
Nach einem meist trockenen und milden September fielen vom 3. bis zum 4. Oktober am Alpensüdhang ergiebige Regenmengen (Blog MeteoSchweiz). Mit der Schneefallgrenze auf rund 2800 m fiel am Alpensüdhang und am Alpenhauptkamm nur im Hochgebirge Schnee. Im Anschluss kühlte es markant ab, und vom 5. bis zum 7. Oktober fiel im Norden und Osten etwas Schnee. Die Schneefallgrenze sank auf rund 1600 m (Abbildung 1.1).
Insgesamt fielen von Sonntag, 3. Oktober bis Donnerstag 7. Oktober oberhalb von 3200 bis 3400 m am Alpenhauptkamm 30 bis 60 cm Schnee, lokal auch mehr. In den übrigen Gebieten fielen im Hochgebirge 15 bis 30 cm Schnee. Auf 2600 m fielen im Norden 5 bis 15 cm, im Süden fiel kein Schnee (Abbildungen 1.2).
Anfang Oktober lag nur im vergletscherten Hochgebirge sowie an schattigen Rinnen und Hängen oberhalb von rund 3000 m eine geschlossene Schneedecke. Dort wurde der Neuschnee der ersten Oktoberwoche auf einer zusammenhängenden Altschneedecke abgelagert. Am Alpennordhang lag Anfang Oktober in hohen Lagen wenig Schnee, der Ende September gefallen war. Sonst fiel der Schnee in mittleren und hohen Lagen meist auf den aperen Boden. Der Neuschnee wurde zunächst mit starkem Südwind, im weiteren Verlauf mit starkem Nordwind verfrachtet und vor allem im Hochgebirge entstanden Triebschneeansammlungen.
Die Lawinengefahr war im Hochgebirge erhöht. Am 3. und 5. Oktober publizierte das SLF jeweils ein Lawinenbulletin. Besonders im vergletscherten Hochgebirge ist auch in den nächsten Tagen eine vorsichtige Routenwahl empfohlen.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.