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Wusstet Ihr, dass wir vielleicht “nur” in einer kurzen Warmzeit mitten in der Eiszeit leben? Auf der Erde herrscht dann Eiszeit, wenn die beiden Polkappen zugefroren sind, was gegenwärtig auch der Fall ist.
Die letzte Kaltzeit war die Würmeiszeit (im Norden auch als “Weichseleiszeit” bekannt), die vor 115’000 Jahren begann und vor 11’500 Jahren endete. Die letzte grosse Kaltphase in der Würmeiszeit war das Dryas oder Spätglazial (Vor 12’700 Jahren bis vor 11’500 Jahren) Dann begann die Warmzeit, das Holozän, in dem wir uns noch immer befinden.
Wir leben heute im geologischen Zeitalter des Quartärs, das auch das Eiszeitalter genannt wird. Das Klima im Quartär zeichnet sich durch lange Eiszeiten und kürzere Warmzeiten aus. Im Vergleich zu den vorhergehenden geologischen Zeitalter ist das Quartär eher kühl. Zuvor gab es viel längere Warmzeiten.
Was ist eine Eiszeit?
Der Begriff Eiszeit bedeutet nicht, dass die gesamte Erde Stein und Bein gefroren war (mit Ausnahme der Schneeball-Erde vor 600 Millionen Jahren). Eine Eiszeit zeichnete sich vielmehr dadurch aus, dass in den nördlichen Zonen, Gletscher durch andauernden Schneefall anwuchsen und ganze Land-, und Meeresabschnitte einnahmen.
Gletscher wachsen, schrumpfen und sie wandern. Ein Gletscher entsteht folgendermassen: Bei permanentem Schneefall schichtet sich Lage für Lage Schnee auf. Mit der Zeit wird das Ganze so schwer, dass die Schneemassen sich zusammen sacken und eine kompakte Eisdecke bilden. So entstehen die sogenannten Eisschilder.
So ein Eisschild konnte in der Eiszeit eine Höhe von vier Kilometern erreichen. Stellt Euch eine Eiswand vor, so hoch, wie das Matterhorn und das über ganze Landstriche verteilt, welche dazu noch wandert. Denn unter den Gletschern ist Wasser.
So erstaunlich das klingen mag. So eine dicke Eisschicht schafft es doch tatsächlich auf dem Wasser zu wandern. Im Zeitraffer betrachtet, erinnert so ein Gletscher an einen Fluss. Das ist eine wuchtende Kraft, die man sich gar nicht vorstellen kann. Diese Kraft vermag sprichwörtlich Berge zu versetzen. Riesige Fels-, und Gesteinsbrocken nehmen diese Gletscher in sich auf und ziehen sie mit. Unsere Täler erzählen heute noch von den Gletschern, von welchen sie einst erschaffen wurden.
Während den Eiszeiten konzentrierten sich in diesen Eis-, und Schneemassen natürlich Unmengen von Wasser, die nun in den Meeren fehlten. In der letzten Eiszeit waren die Meeresspiegel sichtlich tiefer als heute. Man konnte von Dänemark nach England über die offenen, weiten Tundren marschieren, auf welchen grosse Tierherden weideten. Das ist heute der Meeresboden der Nordsee und teilweise auch der Meeresboden der Ostsee.
Klimaschwankungen kamen auf der Erde immer wieder vor und manchmal wirkten sie ziemlich drastisch und schnell ein. Lebewesen, die sich nicht schnell genug an die hereinbrechenden Kälte-, oder Wärmephasen anpassen konnten, begaben sich auf Wanderschaft in jene klimatische Zonen der Erde, welche ihnen entsprachen, oder aber sie starben aus.
Während den Eiszeiten wandern die Tiefdruckgebiete etwa um 15 Breitengrade in Richtung Süden. Das bedeutet, dass die Sahara dann aufgrund vermehrter Regenfälle zur blühenden Landschaft wird.
Eiszeiten gehen nicht fliessend zurück, wie auch die Vorankündigung der Holozän-Warmzeit vor 12’700 Jahren zeigte, die scharf von der Dryas durchschnitten wurde. Die Gletscher hatten sich bereits in den Norden zurückgezogen, als mit dem Dryas das zweite Kältemaximum am Ende der Würmeiszeit eintrat, das nochmals ganze 2’000 Jahre andauerte.
In der Würmeiszeit beherbergte Europa einen grossen Tierreichtum, der mit jenem der afrikanischen Savanne der Gegenwart vergleichbar wäre. Die grossen Tierherden der Tundren sicherten das Überleben der Menschen. Die Tiere versorgten die Menschen sozusagen mit allem, was sie brauchten.
Fleisch zum Essen, Felle für Kleidung und Zelte. Knochen und Horn für Waffen und alltägliche Werkzeuge, Schmuck und kleine Kunstgegenstände. Sehr wahrscheinlich hatten die Menschen einen sehr engen Bezug zu den Tieren. Darauf deuten auch die Höhlenmalereien die weitgehend aus der Endphase der letzten Eiszeit stammten. Manche sind über 30’000 Jahr alt.