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1:0 hat die Schweiz das erste Gruppenspiel an der Endrunde in Slowenien und Ungarn gegen England gewonnen, 2:3 das zweite gegen Kroatien verloren. Durch die Niederlage am Sonntag ist die Ausgangslage gegen Portugal bedeutend schwieriger geworden, aber nicht aussichtslos. Trotz etwas komplizierter Tabellensituation - es könnten am Ende drei Teams mit sechs Punkten oder drei Teams mit drei Punkten dastehen - hat die Schweiz die Gewissheit, dass ein Sieg gegen die Portugiesen in Ljubljana auf jeden Fall fürs Weiterkommen reichen würde. Die EM ginge für die Schweiz dann am 31. Mai mit den Viertelfinals weiter.
Bei Punktgleichheit entscheidet an erster Stelle die höhere Punktzahl aus den Direktbegegnungen der betreffenden Mannschaften, gefolgt von der besseren Tordifferenz aus den Direktbegegnungen und der grösseren Anzahl erzielter Tore aus den besagten Partien. Gewinnt die Schweiz gegen Portugal mit einem Tor Differenz und schlägt Kroatien England, wäre die SFV-Auswahl dank der erzielten Tore gegen Kroatien weiter. Ein Unentschieden reicht der Schweiz nur dann, wenn England die Kroaten bezwingt. Eine Niederlage bedeutet für jedes Szenario das Aus.
Will die Schweiz gegen Portugal bestehen, muss sie an die Leistung gegen England anknüpfen - oder sogar noch eine Schippe drauflegen. Die Portugiesen um Barcelonas Offensivspieler Trincão traten bislang wesentlich überzeugender auf als die personell geschwächten Engländer. Mauro Lustrinelli erwartet nach seinen Beobachtungen «eine der besten, komplettesten Equipen in Europa». Die Portugiesen verfügten über eine enorme Dynamik, einen hochstehenden Mix aus Technik und Schnelligkeit. Zudem seien sie sehr stark in der Defensive, so Lustrinelli. «Es wird eine ganz schwierige Aufgabe, aber auch wir haben unsere Qualität. Die Mentalität wird entscheiden.»
Selbst liess sich Lustrinelli am Tag vor dem Schlüsselspiel nur bedingt in die Karten blicken. «Die zwei Partien in vier Tagen haben viel Kraft gekostet. Und als Trainer machst du dir nach einer Niederlage natürlich Gedanken», sagte der Trainer, ohne auf einzelne Personalien einzugehen. Klar ist, dass Silvan Sidler verletzt ausfällt. Hinter den Einsätzen von Jordan Lotomba und Jérémy Guillemenot stand 24 Stunden vor der kapitalen Partie noch ein Fragezeichen. Dazu klagte ein namentlich nicht genannter Spieler über Erkältungssymptome.
Um gegen die Portugiesen zu bestehen, müssen die Schweizer einerseits Fehler in der Defensive wie gegen Kroatien abstellen und andererseits im Angriff effizienter sein. Den Stürmern legte er nach den vielen vergebenen Chancen gegen Kroatien nahe, sich nicht aufs Toreschiessen, sondern auf die grundlegenden Dinge zu fokussieren. «Die Tore kommen dann von selbst», so der ehemalige Nationalstürmer. Dass Jan Bamert wieder für Jasper van der Werff in die Innenverteidigung rückt, scheint wahrscheinlich.