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Aufgrund von Antigenen, die sich auf den roten Blutkörperchen befinden, kann die Blutgruppe eines Menschen bestimmt werden. Von über 30 verschiedenen Systemen, die Blutgruppen einzuteilen, ist das AB0-System in Kombination mit dem Rhesus-System am bekanntesten.
Das AB0-Blutgruppensystem
Im klassischen AB0-Blutgruppensystem gibt es vier verschiedene Blutgruppen: A, B, AB und 0. Die Buchstaben stehen für die Antigene, welche sich auf den roten Blutkörperchen befinden und sie damit kennzeichnen.
Blutgruppe A hat das Antigen A auf den roten Blutkörperchen
Blutgruppe B hat das Antigen B auf den roten Blutkörperchen
Blutgruppe AB hat die Antigene A und B auf den roten Blutkörperchen
Blutgruppe 0 hat keine Antigene auf den roten Blutkörperchen
Die Häufigkeit der einzelnen Blutgruppen sind weltweit sehr unterschiedlich. In der Schweiz ist die Blutgruppe A (38%) am häufigsten, gefolgt von Blutgruppe 0 (35%), Blutgruppe B (8%) und am Schluss Blutgruppe AB (4%).
Der Rhesusfaktor: positiv oder negativ
Das Rhesus-System ist ein zweites System, die Blutgruppen zu bezeichnen. Hier ist es nur ein Antigen, das auf den roten Blutzellen zu finden ist oder eben nicht. Menschen mit dem Rhesus-Antigen werden als Rhesus positiv bezeichnet, bei Rhesus negativen Menschen fehlt das Antigen. In der Schweiz sind ungefähr 85 Prozent der Menschen Rhesus positiv (Rh+) und 15 Prozent Rhesus negativ (Rh-).
Das AB0-Blutgruppensystem zusammen mit dem Rhesus-System ergeben kombiniert 8 verschiedene Blutgruppen-Möglichkeiten:
Welche Blutgruppe wird unser Kind haben?
Welche Blutgruppe aus dem AB0-System vererbt wird, ist in der sogenannte Mendelschen Erbregel festgelegt. Jeder Mensch bekommt von seinen Eltern zwei Antigen-Merkmale, von denen dann aber nur eines weitervererbt wird. Je nachdem, welches der beiden Merkmale sich durchsetzt, ergibt sich die Blutgruppe des Kindes.
Das gleiche gilt beim Rhesus-Faktor: Auch hier besitzt jeder Mensch das Rhesus-Merkmal zweimal, einmal von der Mutter und einmal vom Vater. Nur ein Merkmal wird jedoch vererbt. Wie auch beim AB0-Blutgruppensystem werden die beiden Merkmale in einer bestimmter Erbfolge vererbt.
Warum der Rhesusfaktor der Mutter wichtig ist
In der Schwangerschaft ist es wichtig, die Blutgruppe und vor allem den Rhesusfaktor der Mutter zu wissen. Eine Mutter mit negativem Rhesusfaktor kann nämlich Antikörper gegen die roten Blutkörperchen des ungeborenen Kindes entwickeln, wenn dieses Rhesus positiv ist. Die Antikörper werden dann gebildet, wenn die Mutter mit dem Blut ihres Kindes in Kontakt kommt, zum Beispiel bei der Geburt, aber auch bei einer Fehlgeburt oder einer Eileiterschwangerschaft. Gefährlich wird die Rhesusunverträglichkeit aber erst für ihre zweite Schwangerschaft: Ist dieses Kind auch Rhesus positiv, zerstören die zuvor gebildeten Antikörper die roten Blutkörperchen des Ungeborenen.
Die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe empfiehlt darum, in der 8. bis 12. Schwangerschaftswoche die Blutgruppe und den Rhesusfaktor zu bestimmen und auch nach bereits vorhandenen Antikörpern zu suchen.
Ist die Mutter Rhesus negativ, kann in der 18. bis 24. Woche aus dem Blut der Mutter der Rhesusfaktor des ungeborenen Kindes bestimmt werden.
Ist das Kind Rhesus positiv, bekommt die Mutter in der 28. bis 30. Schwangerschaftswoche und innerhalb von 72 Stunden nach der Geburt ein Medikament (Anti-D-Immunglobulin). Dieses vernichtet die Rhesus positiven roten Blutkörperchen des Kindes, die sich im Blut der Mutter befinden, bevor das Immunsystem der Mutter sie wahrnimmt.
Ist das Kind Rhesus negativ, braucht es keine Intervention. Die Bestimmung des Rhesusfaktors sollte nach der Geburt jedoch nochmals durchgeführt werden.