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Als mögliche Ursache nannte die kolumbianische Luftfahrtbehörde Treibstoffmangel. Zunächst waren die Behörden von 75 Toten ausgegangen, aber anders als geplant hatten vier Passagiere die Reise nicht angetreten. Sechs Menschen überlebten: drei Spieler, zwei Crewmitglieder und ein Journalist. Die für die Ursachensuche wichtigen Flugschreiber (Blackboxes) konnten geborgen werden.
Das Charterflugzeug vom Typ Avro RJ85 der bolivianischen Gesellschaft Lamia verunglückte in rund 3000 Metern Höhe am Berg El Gordo in der Nähe der Ortschaft La Unión – im Landeanflug, knapp 40 Kilometer vor Medellín.
Bevor das vierstrahlige Flugzeug gegen 22.00 Uhr (Ortszeit) am Montagabend vom Radar verschwand, meldeten die Piloten technische Probleme. Angehörige versammelten sich am Stadion des Clubs in der Stadt Chapecó in Südbrasilien und warteten verzweifelt auf Nachrichten.
Nach Angaben der Behörden soll unter den Toten auch Torwart Danilo sein – er war mit spektakulären Paraden der Held im Halbfinale gegen den Lieblingsclub von Papst Franziskus, San Lorenzo aus Argentinien. Der Finaleinzug war der bislang grösste Erfolg des Vereins. Der brasilianische Präsident Michel Temer ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.
Der südamerikanische Fussballverband Conmebol sagte das Finale ab. Atlético Nacional schlug vor, den Titel 2016 Chapecoense zuzusprechen. «Es ist ein trauriger Tag für den Fussball», sagte der Präsident des kolumbianischen Vereins, Juan Carlos de la Cuesta.
Nach dem Absturz wollen brasilianische Erstligateams zudem Sonderrechte für den Club durchsetzen. Traditionsclubs wie Corinthians, Meister Palmeiras und der frühere Pelé-Club Santos starteten eine Initiative, die das kostenlose Leihen von Spielern in der Saison 2017 vorsieht, ausserdem soll der Club Chapecoense drei Jahre lang nicht absteigen.
Ein Grund für den Absturz könnte Treibstoffmangel gewesen sein, sagte der Direktor von Kolumbiens Luftfahrtbehörde, Alfredo Bocanegra. Widersprüchliche Angaben zu den Opfern verunsicherten die Angehörigen.
Nach einem Linienflug von São Paulo nach Santa Cruz in Bolivien war die Maschine von dort in Richtung Medellín gestartet. In der Maschine waren auch rund 20 Journalisten, die über das Final-Hinspiel berichten wollten. Insgesamt waren 81 Menschen beim Charterflug nach Kolumbien an Bord.
Die Copa Sudamericana ist nach der Copa Libertadores der wichtigste Fussball-Clubwettbewerb in Südamerika und vergleichbar mit der Europa League. Das Erreichen des Finals war der bisher grösste Erfolg des 1973 gegründeten Teams aus der Stadt Chapecó im südbrasilianischen Bundesstaat Santa Catarina.
Chapecoense war erst 2014 in die erste Liga Brasiliens aufgestiegen. Der Absturz des Flugzeugs löste grosse Anteilnahme in der Fussballszene aus. Trauerschleifen, die das Wappen des Clubs umgeben, wurden auf Twitter veröffentlicht.
Der FC Bayern teilte mit: «Der FCBayern gedenkt der Opfer und Angehörigen des Flugzeugabsturzes in Kolumbien.» Auch der brasilianische Superstar Neymar, Argentiniens Lionel Messi und Englands Wayne Rooney reagierten bestürzt. Messi war nach dem WM-Qualifikationsspiel in Brasilien (0:3) am 11. November noch selbst mit seinen Kollegen mit der Unglücksmaschine geflogen.
(SDA)