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Scrapie (Traberkrankheit) ist eine Hirnerkrankung bei Schafen und Ziegen. Scrapie ist bereits seit dem 18. Jahrhundert bekannt und tritt bis heute auf. Scrapie gehört zu den sogenannten Prionenkrankheiten, bei denen fehlgeformte Eiweisse (Prionen) schwere Schäden im Gehirn verursachen.
Wie der Rinderwahn (BSE) und die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beim Menschen gehört Scrapie zu den sogenannten transmissiblen spongiformen Enzephalopathien (kurz: TSE; übertragbare schwammartige Hirnerkrankungen).
Der Begriff Scrapie kommt aus dem Englischen (scrape = schaben, scheuern), weil sich die erkrankten Schafe häufig die Wolle abscheuern. Ferner treten Verhaltens- und Gangstörungen auf, die auf eine Erkrankung des Kleinhirns hindeuten. Vom auffälligen Gangbild der Tiere leiten sich die deutsche Bezeichnung «Traberkrankheit» und der französische Name «la tremblante» ab. Gelegentlich trinken die Tiere auch ungewöhnlich viel Wasser (Polydypsie).
Nach der langen Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Beschwerden (Inkubationszeit), die mehrere Jahre betragen kann, beginnt die eigentliche symptomatische Phase der Traberkrankheit, die mit einer Dauer von zwei bis sechs Monaten sehr kurz ist. Es gibt keine wirksame Therapie bei Scrapie.
Wie sich die Prionen bei Scrapie genau verbreiten, ist bislang unbekannt. Die Forscher sind sich inzwischen aber einig, dass es sich bei Scrapie um eine übertragbare Erkrankung handelt, bei der die genetische Veranlagung eines Tieres eine wichtige Rolle spielt.
Der Tierarzt kann Scrapie sicher erst nach dem Tod des Tieres feststellen, indem er eine Probe des Gehirngewebes (Biopsie) untersucht. Zwar gibt es die Möglichkeit, die veränderten Eiweisse (Prionen), welche die Traberkrankheit verursachen, auch im lymphatischen Gewebe (z.B. den Rachenmandeln) am lebenden Tier nachzuweisen – diese Methode ist aber international noch nicht anerkannt und wird deshalb selten durchgeführt.
Scrapie (Traberkrankheit) gehört zu den sogenannten transmissiblen spongiformen Enzephalopathien (übertragbare schwammartige Gehirnveränderung) bei Schafen und Ziegen. Sie wird durch veränderte Eiweisse ausgelöst, den Prionen.
Die Verfütterung von Tiermehl aus Schafen, die mit Scrapie infiziert waren, hat zur Übertragung des Erregers auf das Rind und zur Verbreitung von BSE (boviner spongiformer Enzephalopathie) geführt.
In der Schweiz gilt die Traberkrankheit als auszurottende Krankheit. Das heisst, dass der Verdacht auf Scrapie einem Tierarzt gemeldet werden muss.
Ausser bei Schafen und Rindern treten auch bei anderen Tieren durch Prionen verursachte Erkrankungen des Gehirns auf, die ähnliche Krankheitssymptome verursachen. Im Gehirn kommt es dabei zu den typischen schwammartigen Veränderungen.
Bei Scrapie (Traberkrankheit) sind veränderte Eiweisse – sogenannte Prionen – die Ursachen der Beschwerden. Wie sich die Prionen verbreiten, ist noch nicht abschliessend geklärt.
Die Scrapie-Erreger sind sogenannte Prionen. Prionen sind fehlentwickelte Formen eines natürlich vorkommenden, körpereigenen Prion-Eiweisses. Fehlgeformte Prionen können sich vermehren und zur Schädigung des Gehirns führen. Im Gegensatz zu Viren und Bakterien sind Prionen extrem hitzeresistent und widerstehen den üblichen Hygienemassnahmen, zum Beispiel einer Desinfektion.
Bei Scrapie ist bislang unbekannt, welchen genauen Übertragungsweg die Prionen nehmen. Inzwischen gilt es als gesichert, dass Scrapie eine übertragbare Erkrankung ist, bei der auch genetische Faktoren eine Rolle spielen.
Bis zum Auftreten der ersten körperlichen Symptome der Traberkrankheit beziehungsweise Scrapie (Inkubationszeit) können zwei bis fünf Jahre vergehen. Im Durchschnitt erkranken die Tiere mit 3,5 Jahren. Bis zu diesem Zeitpunkt sind die betroffenen Tiere äusserlich gesund.
Scrapie (Traberkrankheit) ruft unterschiedliche Symptome hervor, die aufgrund der langen Zeit zwischen Infektion und Auftreten der ersten Symptome (Inkubationszeit) vor allem bei drei- bis fünfjährigen Tieren auftreten.
Typische Scrapie-Symptome sind:
Die Scrapie-Symptome können gerade zu Beginn der Erkrankung sehr unterschiedlich sein. Zeigen Schafe oder Ziegen Auffälligkeiten, welche auf die Traberkrankheit schliessen lassen, so muss der Tierhalter diese melden.
Der Tierarzt kann bei Scrapie (Traberkrankheit) die Diagnose in der Regel erst nach dem Tod des Tieres sicher stellen. Dazu untersucht er das Gehirn. Bei Scrapie ist im Nervengewebe eine Vielzahl von Löchern zu sehen, die dem Gehirn eine schwammartige Struktur geben.
Der Nachweis des veränderten Prion-Eiweisses (PrPSc) ist nicht nur aus dem Hirnmaterial, sondern auch aus lymphatischen Organen wie den Rachenmandeln möglich. Dadurch ist es möglich, die Traberkrankheit auch am lebendigen Tier nachzuweisen. Der Arzt braucht für die Scrapie-Diagnose nur eine kleine Gewebeprobe. Da diese neue Untersuchungsmethode jedoch noch nicht international anerkannt ist, wird sie eher selten angewandt.
Für Scrapie (Traberkrankheit) gibt es keine Therapie. Das ist auch bei allen anderen Prionenkrankheiten so. Um eine Ausbreitung der Scrapie zu verhindern, werden die Tiere vorsorglich isoliert und notgeschlachtet. Anschliessend verbrennt man die Kadaver, um die Infektionsquelle zu beseitigen.
Aufgrund der langen Zeit zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Erkrankung ist die Aussonderung der an Scrapie erkrankten Tiere schwierig. Daher ist mit einer unbekannten Zahl kranker Tiere in einer scheinbar gesunden Herde zu rechnen.
Scrapie (Traberkrankheit) löst im Verlauf eine Reihe von Symptomen aus. Nach ihrem Ausbruch dauert Scrapie wenige Wochen bis Monate und endet immer tödlich.
Scrapie (Traberkrankheit) lässt sich vorbeugen, indem die Tierhalter bereits erkrankte Tiere isolieren und notschlachten. Aufgrund der langen Zeit zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Symptome (Inkubationszeit) ist diese Aussonderung jedoch schwierig.
Eine Massnahme, mit der man Scrapie vorbeugen und die Krankheit bekämpfen kann, ist das sogenannte nationale Resistenzzuchtprogramm. Dabei bestimmt der Tierarzt mit einem Gentest (Scrapie-Genotypisierung) die Anfälligkeit eines Tiers, abweichende Prionen-Eiweisse zu entwickeln. Für die Zucht kommen nur jene Tiere infrage, die unempfindlich gegenüber dem Erreger sind.
Ausserdem untersuchen Tierärzte im Rahmen von sogenannten Monitoring-Programmen Schaf- und Ziegenherden stichprobenweise auf das Vorkommen von Scrapie.