Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03541.jsonl.gz/15

Cranio Sacral Therapie ist eine Behandlungsform, die auf der Osteopathie (Knochenheilkunde) beruht, die 1874 von Dr. Andrew Still (1828-1917) gegründet wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie von Dr. William Garner weiterentwickelt. Der Begriff setzt sich zusammen aus den Worten Cranium (Schädel) und Sacrum (Kreuzbein).
Zwischen diesen beiden Systemen pulsiert die Gehirnflüssigkeit (Liquor), umhüllt von den Hirn- und Rückenmarkhäuten. Diese Pulsation überträgt sich rhythmisch auf den ganzen Körper und nimmt Einfluss auf den ganzen Menschen. Die Therapeuten können diesen Rhythmus mit den Händen spüren und durch sanfte Impulse ein neues Gleichgewicht bewirken und Selbstheilungskräfte in Gang setzen.
Wie sieht eine Behandlung aus?
Die Cranio Sacral Behandlung beruht auf Achtsamkeit und Wertschätzung, es erfolgt eine nicht wertende Beobachtung. Zu Beginn erfolgt ein ausführliches Gespräch, in welchem mögliche schwere Erkrankungen, Operationen oder andere Dinge, die beachtet werden müssen, zur Sprache kommen. Die Behandlung erfolgt in ruhiger und entspannter Atmosphäre und dauert ca. 60-90 Minuten, wobei sie bei Kindern oder älteren Menschen auch kürzer ausfallen kann. Sie findet meist im Liegen statt, sie kann aber auch im Sitzen oder in der Bewegung erfolgen. Der Patient trägt dabei bequeme Kleidung.
Bei welchem Leiden verspricht eine Behandlung Linderung?
Ziel der Behandlung ist das Lösen der blockierten Gelenkstrukturen und die Wiederherstellung des Rhythmus (Schädelatmung). Sie ist daher hilfreich bei Wirbelsäulen-, Muskel- und Gelenkerkrankungen sowie bei Veränderungen im Bereich von Gehirn und Rückenmark. Cranio Sacral bewirkt weiter eine tiefe Entspannung des Körpers und hat sich bewährt bei jeder Art von Unruhe, Stress, Überlastung und Verspannung.
Dazu gehören:
Schlafprobleme, Erschöpfungszustände, stressbedingte Beschwerden und Burnout. Ebenfalls hilfreich ist die Behandlung bei Störungen des Immunsystems, Hyperaktivität bei Kindern sowie bei Lernschwierigkeiten und Konzentrationsproblemen.
Diese Therapieform kann auch begleitend zu einer ärztlichen Betreuung eingesetzt werden, etwa bei chronischen Schmerzzuständen, Verdauungsbeschwerden und psychosomatischen Beschwerden. Bewährt hat sie sich bei Kopfschmerzen und Migräne, Tinnitus und Sinusitis, bei Asthma, Allergien und Hauterkrankungen.
Wieviele Behandlungen sind in der Regel nötig, um ein Leiden zu behandeln? In den meisten Fällen braucht es mehrere Behandlungen, ihre Anzahl ist allerdings sehr individuell. Für den Anfang werden 3-5 Termine einmal wöchentlich empfohlen, die später auch weiter auseinander liegen können. Meistens erfolgt nach 5 Terminen eine Standortbestimmung. Wichtig ist, dass sich der Patient darauf einlassen kann und auch der Eigendynamik der sich ergebenden Prozesse gegenüber offen ist.