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Schutz von besonders gefährdeten Menschen vor dem Zyklon Batsirai-22
Der Tropensturm Batsirai hat auf Madagaskar schwere Verwüstungen angerichtet. Wir ermitteln sichere und barrierefrei zugängliche Notunterkünfte für besonders schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen.
Ein durch den Zyklon Batsirai zerstörtes Haus. | ©HI
Der Zyklon Batsirai zog am Wochenende mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 210 km/h über die Insel Madagaskar, überschwemmte ganze Dörfer und riss Häuser weg. Er hinterliess eine Schneise der Verwüstung: Die Wasserstände stiegen gefährlich hoch, eine grosse Anzahl von Menschen wurde vertrieben und mindestens zehn Menschen starben, und Gesundheits- und Bildungseinrichtungen wurden stark beschädigt. Die Lage wird durch die verheerenden Folgen des vorangegangenen Tropensturms Ana verschärft, der nur zwei Wochen zuvor über das Land hinwegfegte, und bei dem 55 Menschen starben und rund 130’000 Menschen vertrieben wurden. Schätzungen zufolge könnten durch den Zyklon Batsirai weitere 150’000 Menschen vertrieben werden.
Der Wirbelsturm zog am Sonntagabend weiter, aber unsere Teams bleiben im Einsatz und haben bereits damit begonnen, die Bedürfnisse in den am stärksten betroffenen Regionen zu ermitteln.
Bereitstellung von barrierefrei zugänglichen Notunterkünften
Wenn besonders schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen, insbesondere Menschen mit Behinderungen, keinen Zugang zu sicheren Orten haben, laufen sie Gefahr, bei Naturkatastrophen zurückgelassen zu werden. In der Region Toamasina, die schon in den ersten Stunden vom Zyklon getroffen wurde, arbeiteten unsere Teams bereits vor dem Eintreffen des Sturms mit lokalen Organisationen zusammen, um die Sicherheit und den Schutz von Menschen mit Behinderungen zu gewährleisten.
«Es war sehr beängstigend», berichtete die 54-jährige Mariette, eine Bewohnerin von Toamasina, die im Rollstuhl sitzt. «Da ich in einem Viertel lebe, das von Wasser umgeben ist, und in einer Wohnung, die nicht sicher ist, habe ich beschlossen, an einen sichereren Ort zu gehen. Ich hatte Angst, dass ich nicht mehr aus meinem Haus herauskommen würde und dass es nicht standhalten würde.»
Mariette fand dank der Hilfe des regionalen Dachverbands der Behindertenorganisationen einen Unterschlupf. Die Organisation wurde vor vielen Jahren von Handicap International gegründet und ist auch heute noch eine wichtige Partnerin. Ihre Büros dienen zurzeit als barrierefrei zugängliche Notunterkunft.
Unsere Teams halfen den Menschen mit Behinderungen, sicher zur Notunterkunft zu gelangen, und versorgten sie mit Nothilfekits. Ausserdem versorgten wir die 58 Menschen mit Behinderungen, die zurzeit in der Notunterkunft untergebracht sind, mit Mahlzeiten (zubereitet vom Verband der Frauen mit Behinderungen in Madagaskar).
«Als ich hier angekommen bin, wurde ich sehr freundlich empfangen. Die Unterkunft ist barrierefrei zugänglich. Sie verfügt über geeignete sanitäre Einrichtungen und ich kann mich ohne Einschränkungen bewegen. Der Ort ist ziemlich ruhig. Es hat hier weniger Menschen als in gewöhnlichen Notunterkünften. Es ist ein grosses Privileg, auf diese Weise unterstützt zu werden.»
«Wir fühlen uns sicher»
Serge Félix, 52, wurde ebenfalls hier untergebracht. Er ist blind und begann gleich nach Ankündigung des Wirbelsturms nach einer barrierefrei zugänglichen Notunterkunft zu suchen.
Wie viele andere hatte er in seinem Haus in Ambolomandinika kein sauberes Trinkwasser und keinen Strom, sodass er nicht selbst kochen konnte. Er erzählt, dass er in der Notunterkunft nun Zugang zu Wasser, Strom sowie zu gesunden Mahlzeiten hat.
«Der grösste Vorteil, hier aufgenommen zu werden, ist in erster Linie psychologischer Natur. Denn wir Menschen mit Behinderungen können hier beruhigt sein, dass unsere besonderen Bedürfnisse berücksichtigt werden. Dies wäre nicht der Fall gewesen, wenn wir an einem anderen Ort untergebracht worden wären. Wir fühlen uns hier sicher, und das ist das Wichtigste», erklärt Serge Félix.