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Einst war er der beliebteste Präsident Brasiliens. Jetzt verliert Luiz Inácio Lula da Silva an Zustimmung. Mehr als die Hälfte der Brasilianer würde ihn am liebsten hinter Gitterrn sehen, wie aus einer Umfrage des Institutes Datafolha hervorgeht.
In seinem letzten Amtsjahr als Präsident des südamerikanischen Landes (2010) haben 76 Prozent seine Arbeit als optimal oder gut eingestuft. Nur vier Prozent befanden sie für schlecht oder sehr schlecht. Das hat kein anderer bisher geschafft.
Programme seiner Regierung wie “Fome Zero“ (Null Hunger) haben tausende aus der Misere geholt und haben international und auch von den Vereinten Nationen Anerkennung geerntet. Dann kamen die Korruptionsvorwürfe und die erste Verurteilung, die nun auch in der zweiten Instanz bestätigt wurde.
Kurz nach der Gerichtsverhandlung hat das Institut Datafolha eine jetzt veröffentlichte Umfrage durchgeführt. Nach dieser sind 53 Prozent der Meinung, dass er die verhängte Haftstrafe von zwölf Jahren und einem Monat verbüßen soll. 44 Prozent haben sich dagegen ausgesprochen. Deren Anteil hat zwar um vier Prozentpunkte zugenommen. Das wird aber als nicht expressiv eingestuft.
Laut der Umfrage glauben 51 Prozent zudem, dass Lula nicht bei den Präsidentschaftswahlen im Oktober antreten sollte. Gleichzeitig zeigen andere Befragungen zu den Wahlen, dass der 72-Jährige die meisten Stimmen unter allen Kandidaten auf sich vereinen würde. Nach diesen würden 34 bis 37 Prozent Lula ihre Stimme geben. An zweiter Stelle stünde der rechtsgerichtete Abgeordnete Jair Bolsonaro mit 16 bis 18 Prozent.
Allerdings ist fraglich, ob Lula überhaupt als Präsidentschaftskandidat antreten kann. Nach dem Gesetz “Ficha Limpa“ (frei übersetzt: „Saubere Weste“) wäre er wegen der Verurteilung in zweiter Instanz nicht dazu in der Lage.