Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03420.jsonl.gz/1301

11. März 1979: In Philadelphia kommt es zu einer Massenschlägerei mit historischem Ausmass. Denn der eisenharte Randy Holt sammelt so viele Strafminuten, wie vorher und nachher kein anderer NHL-Spieler.
Ein Eishockeyspiel dauert 60 Minuten. Das kümmert Randy Holt an diesem Abend nicht. Als die Los Angeles Kings bei den Philadelphia Flyers gastieren, sammelt er mehr Strafminuten, als die Partie eigentlich dauert: 67.
Steward Randall «Randy» Holt ist ein Rüpel, einer, der seinen Platz in der NHL eher den Fäusten als der Stocktechnik zu verdanken hat. Am Ende seiner Karriere stehen 395 NHL-Partien auf seinem Konto, in denen er bloss 4 Tore erzielt, aber 1438 Strafminuten gesammelt hat.
Im Verlauf der Saison 1978/79 wechselt Holt von den Vancouver Canucks zu den Los Angeles Kings, weil diese ihre talentierte Equipe mit etwas Muskelmasse aufpeppen wollen. Der Verteidiger tut, was man sich von ihm verspricht: Er drischt drauflos.
Im Auswärtsspiel in Philadelphia kassiert Holt nach 10:25 Minuten im ersten Drittel eine Zwei-Minuten-Strafe. Kaum zurück auf dem Eis, trifft er dort auf Frank Bathe, den Schläger in den Reihen des Gegners. Holt kassiert nach der Prügelei 20 Strafminuten und muss in die Kühlbox.
Als es einige Minuten später in die Kabinen geht, darf auch Holt aus seinem «Käfig» – und er zettelt eine veritable Massenschlägerei an. Weil er sich für ein ungeahntes Foul revanchieren will, geht er auf Ken Linseman los. Als die Keilerei, bei der sich fast alle Spieler beteiligen, zu Ende ist, werden Randy Holt 45 weitere Strafminuten aufgebrummt.
Randy Holts Bilanz des kurzen Gastspiels in Philadelphia, der Stadt der brüderlichen Liebe: Eine Zwei-Minuten-Strafe, drei Fünf-Minuten-Strafen, zwei Zehn-Minuten-Strafen und drei Spieldauer-Disziplinarstrafen.
67 Strafminuten in einem Spiel, ja gar 67 Strafminuten in einem einzigen Drittel: Das ist bis heute ein trauriger NHL-Rekord.
In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
Der Eishockey-Weltverband (IIHF) hat am Kongress in Rom beschlossen, dass bei den A-Weltmeisterschaften 2022 in Finnland, 2023 in Russland und 2024 in Tschechien die Spielfelder verkleinert und an die Grösse der NHL angepasst werden.
Auf die nächste WM in der Schweiz 2020 (in Zürich und Lausanne) werden die Eisflächen noch nicht angepasst werden. Dasselbe gilt auch noch für die WM von 2021 in Lettland.
Danach folgt die Umstellung, die die Austragung einer A-WM in Übersee (zuletzt 2008 in Kanada) wieder wahrscheinlicher macht. Zuletzt waren nur U20-Weltmeisterschaften oder die Welt-Titelkämpfe der Frauen in Nordamerika und auf kleinerer Eisfläche ausgetragen worden.
Zwar ist jedem Veranstalter einer WM selbst überlassen, …