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Classement thématique série 1848–1945:
IV. POLITIQUE ET ACTIVITÉS ÉCONOMIQUES
2. Ravitaillement de la Suisse en temps de guerre
2.3. Blocus franco-britannique
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Ich benütze die Gelegenheit eines persönlichen Kuriers, der morgen mit dem Dampfer «Excalibur» nach Lissabon fährt, um Ihnen über meine Besprechungen mit dem Staatsdepartement in Sachen der britischen Blockade zu berichten:
Schon in Verbindung mit den vom Staatsdepartement gutgeheissenen Optionsverträgen für Einkäufe von Rohstoffen in den Vereinigten Staaten erhielt die Gesandtschaft, wie Sie wissen, eine allgemeine Zusage der amerikanischen Regierung, im Kriegsfall nach Möglichkeit alles zu tun, um der Versorgung unseres Landes keine Schwierigkeiten in den Weg zu legen, bzw. auf diesem Gebiet uns nach Kräften zu helfen3. Als mit Italiens Eintritt in den Krieg Grossbritannien die Ausgabe von Navicerts für das Mittelmeer und für die Schweiz sperrte und infolgedessen ungefähr 20 unserer Schiffe mit Rohstoffen und wichtigen Futtermitteln vor Gibraltar liegen blieben, habe ich zunächst aus eigener Initiative die Fühlung mit dem Staatsdepartement aufgenommen, dasselbe über die Situation orientiert und, soweit dies überhaupt nötig war, für unsere Bedürfnisse interessiert. Ende Juni hat das Staatsdepartement von sich aus durchblicken lassen, dass es bereit wäre, bei seinen Besprechungen mit England im Interesse der Schweiz einen gewissen Druck auszuüben. Ich wollte aber von dieser Möglichkeit solange keinen Gebrauch machen, als ich nicht im Besitz Ihrer Instruktionen war, um zu vermeiden, dass eine amerikanische Intervention in London für uns von der britischen Regierung allenfalls missverstanden werden könnte.
Auf Grund Ihrer Telegramme vom 19. und 21. Juli (Nrn. 29 und 31)4 habe ich sodann beim Staatsdepartement auf die Dringlichkeit der Situation und die Wünschbarkeit eines Schritts der amerikanischen Botschaft in London aufmerksam gemacht. Es wurde mir sofortige Hilfe zugesagt, und ich weiss, dass die amerikanische Botschaft in London entsprechend tätig gewesen ist.
Die auf 1. August erlassene Verfügung der englischen Regierung, dass die britischen Konsulate in den Vereinigten Staaten wieder Anträge für Navicerts nach der Schweiz annehmen sollen, ist sicher zum Teil den amerikanischen Bemühungen zuzuschreiben. Was die 20 zurückgehaltenen Dampfer betrifft, so weiss ich über deren Schicksal bedauerlicherweise gar nichts. Auch die amerikanische Botschaft in London scheint über diesen Punkt nicht oder noch nicht informiert worden zu sein. Eine telegraphische Anfrage meinerseits bei unserer Gesandtschaft in London ergab, dass Aussicht bestehe, diese Schiffe eins nach dem ändern abzufertigen. Ich wäre ausserordentlich dankbar, wenn ich - schon im Interesse der amerikanischen Exporteure und um in meinen Besprechungen auf dem Staatsdepartement auf dem Laufenden zu sein - über das Schicksal dieser Schiffe näher informiert würde.
Das Staatsdepartement ist nach wie vor bereit, uns zu helfen; andererseits ist es schwierig für mich, die amerikanischen Stellen auf dem Laufenden zu halten, ohne über die Ergebnisse der Besprechungen zwischen der Gesandtschaft in London und der englischen Regierung orientiert zu sein. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie in dieser Hinsicht für einen raschem Nachrichtendienst sorgen wollten.
Die Ausgabe von Navicerts für die Schweiz, die seit dem 1. August wieder in Aussicht gestellt wurde, scheint nicht besonders glatt vonstatten zu gehen. Von zahllosen Anträgen soll bis jetzt nur einigen wenigen entsprochen worden sein, da sich das Ministry of Economic Warfare in jedem einzelnen Fall die Prüfung der Bedürfnisfrage vorbehält. Für den griechischen Dampfer «Stavros», der im Auftrag des Kriegstransportamtes in Baltimore 8100 Tonnen Kohle geladen hat, bin ich bei der britischen Botschaft wiederholt vorstellig geworden. Der Antrag für das Navicert ist schon am 2. August von der hiesigen britischen Botschaft nach London gekabelt worden, ohne dass bis jetzt eine Antwort vorliegt. Das Aufladen der Kohle musste vorgenommen werden, auch wenn ein Navicert noch nicht vorlag, um dem Kriegstransportamt erhebliche Lager- und Arbeitskosten im Hafen von Baltimore zu ersparen, da die Kohle beim Eintreffen des Schiffes in Baltimore bereits im Anrollen war. Ich hoffe, dass es unserer Gesandtschaft in London möglichst rasch gelingt, das Navicert für dieses Schiff beizubringen. Der Dringlichkeit und Einfachheit halber habe ich mir gestattet, direkt an unsere Gesandtschaft in London in dieser Sache zu telegraphieren und derselben die Nummer des fraglichen Navicerts bekannt gegeben.