Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03343.jsonl.gz/508

Social housing does not have to look schematic. A fact clearly demonstrated by a street junction in the centre of the Parisian suburb Ivry-sur-Seine. The architect Renée Gailhoustet, who was born in Algeria in 1929, rebuilt it over the course of two decades. Now an advanced age, she still lives in Le Liégat, the development she designed. The suburb governed for decades by the communists and the commissioner OPHLM (Office for the Promotion of Social Housing) provided a breeding ground for an experiment with a highly individual kind of social housing construction. Gailhoustet’s first buildings already offered an alternative to serial monotony. The high-rise blocks Raspail and Lénine have duplex apartments and communal areas on the roof. Her later buildings took an entirely new architectural and urban form: star-shaped floor plans, which are swivelled, cut, and layered to make an inhabited and accessible “hill”. References such as Mont St. Michel or Matera can be invoked. These buildings emphasise the individuality of the residents and families and, despite the high density, create green outdoor spaces available for appropriation.
The work of architect Jean Renaudie is linked with Ivry and Renée Gailhoustet, as she awarded him several commissions – privately they were also a couple and had two daughters together, but always ran separate offices. Gailhoustet’s later architecture was also influenced by his buildings on Avenue Casanova, popularly known as «Les Etoiles», with their jagged floor plans. Free floor plans that grow from inside outside: the reflection of a social and cultivated societal ideal, where self-administration is lived and the person is at the centre.
After fifty years the experiment à la Gailhoustet and Renaudie and their emphasis on wide threshold spaces deserves a renovation. For some of the shops, several of which today stand
empty, new ideas will have to be found. Why not in the manner of the conversion measures back then, i.e. by involving the residents? However, the centre of Ivry-sur-Seine offers an ideal location for a situationist walk, away from tourist trails in Paris.
Ivry-sur-Seine, die kommunistische Hochburg im Südosten von Paris, ist ein einzigartiges städtebauliches Labor. Wesentlich geprägt wurde es duch die 1929 in Oran, Algerien, geborene Architektin Renée Gailhoustet und ihren Lebenspartner Jean Renaudie (1925 – 81).
Der 1984 geborene Architekt und Fotograf Giaime Meloni aus Paris ist den Spuren von Gailhoustet und Renaudie in Ivry gefolgt. Er hat ihre Bauten mit frischem Blick exklusiv für uns festgehalten.
Am Anfang stand der Plan zur Sanierung einer Strasse, um der Spekulation in Ivry-sur-Seine einen Riegel vorzuschieben. Daraus wurde das Vorhaben für eine Modellstadt mitten im Bestand: mit Wohnungen, neuem Kulturzentrum und Läden. Die Realisierung des Masterplans dauerte mehr als 25 Jahre; und so lange dauerten auch die Kontroversen um den richtigen Ausdruck für die Architektur. Originaltext Englisch
Noch klar im Geist von Le Corbusiers Unité d'habitation greift das T-förmige Ensemble in den Stadtraum aus – doch in den Grundrissen und den Details zeigt sich bereits die Suche Renée Gailhoustets nach einem alltagstauglichen Ausdruck: Kinder beobachten die Strasse durch Bullaugen. Originaltext Französisch
Der Wohnkomplex von Jean Renaudie markiert den Beginn der Bauten in Sternform. Auf einem Raster von 5 × 5 Metern und basierend auf der Dreiecksform entstand ein «Berg» aus vorfabrizierten Elementen, mit begrünten Terrassen und hohem Grad an räumlicher Individualität. Originaltext Französisch
Hinter Renée Gailhoustet stand eine weitere starke Frau. Raymonde Laluque, Politikerin und Direktorin des Wohnbauunternehmens von Ivry-sur-Seine, kommt in der Wohnbaupolitik eine gesellschaftliche Schlüsselrolle zu. Sie erteilte Gailhoustet den Auftrag für den Masterplan von Ivry und setzte sich für ein neues Verständnis von Wohnen, Verwaltung und Stadtquartier ein. Originaltext Französisch
Frei ausgreifend und mit einem Einkaufszentrum im Bauch hält sich der Wohnhügel von Jean Renaudie an keinerlei Beschränkungen. Die fraktale Raumstruktur überwindet jede überlieferte Vorstellung vom Wohnen. Originaltext Französisch
Eine neue räumliche und konstruktive Strategie verfolgt Renée Gailhoustet mit ihrem letzten neuen Ensemble für das Zentrum von Ivry-sur-Seine: eine dichte Siedlungseinheit, deren modulierter Schnitt intime Innenhöfe generiert und an eine mittelalterliche Stadt erinnert. Originaltext Französisch
Renée Gailhoustet machte sich Mitte der 1960er Jahre mit dem Auftrag zur Renovation des Stadtzentrums von Ivry-sur-Seine selbstständig; Ihr Engagement in der Kommunistischen Partei führte sie zu einer urbanen Wohn-Architektur mit experimentellem Ausdruck und nahe am Alltag der Leute. Mit Jean Renaudie teilte sie ihr Leben und die Arbeit am Masterplan von Ivry – nicht aber das Büro. Originaltext Französisch
Die werk-material.online geht in eine neue Runde: Eigene Projekte können jetzt erfasst und mit dem ganzen Datenbestand verglichen werden. Das stärkt die Position der Projektierenden.
Das Wegwerfen und Vernichten von Bauteilen muss ein Ende haben, fordert das Baubüro in situ. Architektinnen und Architekten können dazu beitragen, dass die Klimaziele positiv und sinnlich wahrgenommen werden können.
Über Burgdorf thronen Gymnasium und Fachhochschule als Akropolis der Bildung. Nach dem Wegzug der Fachhochschule wird für die Berufsschule umso mächtiger neu gebaut. Im Wettbewerb für einen «Bildungs-Campus» machten pragmatische Lösungen das Rennen.
Heinrich Helfenstein, 1946–2020
Pierre von Meiss, 1938–2020 Originaltext Französisch
Endlich gibt es einen umfassenden Architekturführer für Zürich. Werner Huber, Redaktor von Hochparterre, hat ihn publiziert. Valentin Groebner reflektiert, warum früher das Reisen noch half.
Ausgehend von einer traditionellen Typologie hat die Architektin Frida Escobedo in Mexiko-Stadt ein modellhaftes Wohnhaus für den Mittelstand geschaffen, das mehr als Enge «in sich hat»