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Die Musik habe ihr Sicherheit gegeben, und sie habe ihr das Leben gerettet: Das pflegte die Freiburger Musikerin Caroline Charrière zu sagen, die am Montag nach längerer Krankheit mit 57 Jahren verstorben ist. Tatsächlich war sie Musikerin durch und durch: Querflötistin, Sängerin, Chorleiterin, Dirigentin, Pädagogin und Komponistin. Parallel zu ihrer Ausbildung als Querflötistin studierte sie in Lausanne Orchestrierung und Komposition bei Jean Balissat, der sie ermutigte, ihre Kompositionen zu veröffentlichen.
Auch wenn Caroline Charrière ihre verschiedenen musikalischen Standbeine beibehielt, wurde die Komposition mit den Jahren immer wichtiger. Beim Komponieren könne sie Gefühle ausleben und zeigen, was sie bewege, sagte sie einmal in einem Interview. Das erlebte auch Hubert Reidy so, der mit ihr von 2005 bis 2009 den Chor Divertimento vocale leitete und sie gut kannte. «Sie war ein introvertierter Mensch, der sich durch seine Musik ausdrückte», sagte er gegenüber den FN. Ihr Stil sei mit der Zeit immer persönlicher geworden, und man habe gemerkt, wie sie den Draht zum Publikum gefunden habe. «Ich schätzte Caroline Charrière als sensiblen Menschen und als ausgezeichnete Musikerin», so Reidy.
Caroline Charrière hat die Freiburger Musiklandschaft geprägt und war national und international anerkannt. In Freiburg unterrichtete sie am Konservatorium, arbeitete für das Théâtre des Osses und gründete und leitete den Frauenchor Choeur de Jade. Sie komponierte regelmässig Auftragswerke für verschiedene Ensembles und Orchester.
Im Atelier Tinguely in Paris
2017 erreichte sie mit dem Werk «Awakening» den zweiten Platz des Kompositionswettbewerbs «Aufbruch» des Zentrums Militärmusik der deutschen Bundeswehr. Im gleichen Jahr erhielt sie von der Stadt Freiburg den Zuschlag für das Künstleratelier Tinguely in Paris. Sie arbeitete dort an einem Passionswerk, musste den Aufenthalt aber wegen ihrer Krankheit abbrechen.