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Die amerikanische Analyse- und Ranking-Firma Moody's hat eine Studie zu den Wiederwahlchancen von Donald Trump veröffentlicht – basierend auf diversen Wirtschaftsdaten. Das Ergebnis erscheint verblüffend klar: Ganz gleich, nach welchem Modell man vorging – Donald Trump erschien immer als souveräner Sieger.
Die Moody's-Analyse ist insofern bemerkenswert, als sie seit 1980 stets den Ausgang der amerikanischen Präsidentschaftswahlen korrekt präsentierte. Mit einer Ausnahme: Bei der Wahl 2016 prognostizierten die Modelle einen knappen Sieg von Hillary Clinton.
Die Analyse basiert dabei auf der alten Wahlkampf-Weisheit «It's the economy, stupid!»; man überprüft also, ob die Wirtschaftsdaten eher für oder eher gegen den amtierenden Präsidenten sprechen – beziehungsweise seine Partei.
Donald Trump, so zusammengefasst das Resultat, dürfte gewinnen, weil fast alle ökonomischen Indikatoren, welche die Wähler bewegen, gut für ihn sind:
- die Entwicklung der Bezinpreise;
- die Entwicklung der Hauspreise;
- die Entwicklung bei den Haushaltseinkommen.
Diese Variablen des persönlichen Wohlstands («Pocketbook» Indicators) werfen allesamt ein sehr positives Licht auf den Präsidenten. Die Moody's-Analysten rechnen sie auch auf die einzelnen Wahlkreise herunter und kommen zum Schluss, dass sie Donald Trump – schematisch gerechnet – 351 Wahlmännerstimmen eintragen könnten. Für eine Mehrheit würden 270 Stimmen ausreichen.
Auch bei der zweiten Berechnungsweise – dem «Stock Market Model» – achtet Moody's auf Tendenzen beim persönlichen Einkommen der Amerikaner. Hier aber ist die Börsen-Entwicklung der am stärksten gewichtete Faktor. Das Fazit: Nimmt man die Konsens-Prognosen zur Entwicklung des S&P-500-Indizes, so könnte Trump auf 289 Stimmen hoffen. Also wiederum auf eine Mehrheit.
Hinzu kommt eine dritte Berechnung: das «Unemployment Model». Es greift ebenfalls auf Daten zum Realeinkommen zurück, aber gewichtet insbesondere die Arbeitslosigkeit sehr hoch, wobei die Beschäftigungslage in den einzelnen Bundesstaaten beachtet wird. Und auch da ist die Entwicklung bekanntlich positiv – in fast allen Landesgegenden. Der Trend deutet also auf «a comfortable Trump victory of 332 electoral votes».
«Der Präsident würde den Wettbewerb plattwalzen…»
Diese Prognosen müssten die Parteileitung der Demokraten aufrütteln: Immerhin wichen die Moody's-Berechnungen in den letzten vier Jahrzehnten im Schnitt nur um 7,5 Prozent («Unemployment Model») bis 8,3 Prozent («Stock Market Model») von den tatsächlich verteilten Wahlmänner-Stimmen ab.
Laut zwei Methoden wirkt der Fall also jetzt schon ziemlich klar. Und auch beim Aktien-Indikator würde es sehr, sehr eng für Trumps Herausforderer. Beim «Pocketbook»-Indikator der Benzin- oder Hauspreise wäre der Fall dann sonnenklar: «Würden die Bürger vor allem auf Grundlage ihrer Geldbeutel wählen, würde der Präsident den Wettbewerb plattwalzen», so die Studie.
Andererseits kann die Wirtschaft bis zum Wahlgang im November 2020 noch für allerlei Überraschungen sorgen. Und die Moody's-Analysten weisen selber mehrfach darauf hin, dass es in etwa eine ähnliche Stimmbeteiligung braucht, damit ihre Prognosen wirken können.
In der Wahlbeteiligung findet sich auch eine Erklärung, weshalb das Moody's-Modell beim Duell Clinton versus Trump falsch lag: Menschen, die sonst seltener an die Urnen gingen, tauchten diesmal häufiger auf (zum Beispiel im Rostgürtel und in ländlichen Gebieten); derweil blieben verlässliche Anhänger der Demokraten der Wahl diesmal überdurchschnittlich häufig fern.
(rap)