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Januar 2021
DS France – Lac Léman
1886 nimmt ein neues Schiff, die «France», den Betrieb auf dem Lac Léman auf. Der neue Dampfer ersetzt die «Rhône» (I), welche 1883, während eines starken Sturmes vor St-Sulpice von der «Cygne» gerammt und versenkt wurde. Die «France» wird in den Werkstätten der Zürcher Firma Escher Wyss erbaut und weist eine Länge von 55,80 Meter und eine Breite von 12,50 Meter auf. Angetrieben von einer schrägliegenden 2-Zylinder Nassdampfverbundmaschine kann die «France» 850 Passagiere mitnehmen.
Foto: Die «France» verlässt, im Originalzustand und noch ohne Oberdeck-Aufbauten, den Hafen von Genf.
Der Neubau ist hecklastig und Escher Wyss muss achtern die Konstruktion des Schiffsrumpfs verbessern welche sich schlussendlich bewähren. Als erstes Schiff auf dem Genfersee wird von Anfang an eine elektrische Beleuchtung eingebaut.
Foto: Auf dieser Aufnahme sieht man deutlich den Oberdecksaufbau hinter dem Kamin und die Rotonde auf dem Hauptdeck.
Noch keine zehn Jahre im Betrieb erfolgt 1894/95 ein erster grösserer Umbau. Auf dem Vordeck wird mit einer Rotonde das Hauptdeck abgeschlossen. Auf dem Oberdeck entsteht ein kleiner markanter Rauchsalon und zudem wird ein Steuerstand mit besserem Schutz für die Steuerleute aufgebaut.
Foto: In diesem Zustand befuhr die «France» den Lac Léman zwischen 1894 und 1909.
Im Jahr 1900 verlangt die Aufsichtsbehörde den Kesseldruck von 7,0 auf 6,0 atü zu reduzieren. In der Folge werden ein Jahr später die beiden alten Kessel durch zwei neue ersetzt. Die Dampfmaschine kann auf Heissdampf umgestellt werden. Das Resultat ist eine Brennstoffersparnis von 15%.
Foto: Schöne Detailaufnahme der «France» um 1900.
Die «France» ist aber weiterhin zu langsam für den Einsatz in den Schnellkursen. Diese werden auf dem Genfersee in dieser Zeit meist von der «Lausanne» und der «Bonivard» übernommen. Um die Leistung des Dampfers France zu verbessern, werden neue Schaufelräder bestellt. Diese sind 1902 eingebaut und erlauben dem Schiff eine um 1 km/h höhere Geschwindigkeit von 26 km/h.
Foto: Oberdeck des Dampfers France zwischen 1902 und 1905.
1909 wird der Steuerstand, nach wie vor mit offener Rückseite, höher gelegt und eine Kommandobrücke aufgebaut. Der Dampfer wird mit einem Maschinentelegrafen ausgerüstet. Am 27. Juli 1912 fährt die «France» in Genf in eine Hafenmauer und beschädigt dabei ihren Bug. Unfallursache soll ein bei der Decksreinigung mit Wasser gefülltes Sprachrohr sein.
Foto: Die Menschen warten auf den Einstieg.
In den Jahren 1920/21 wird das Schiff durch die Gebr. Sulzer, Winterthur, modernisiert. Der Rauchsalon, auf dem nun um 60 Zentimeter verschmälerten Oberdeck wird nach vorne unter die Kommandobrücke verlegt. Bei den neuen Radkästen wird das bisherige Wappen durch ein Strahlenmuster ersetzt. Am 1. Juni 1922 kommt der Dampfer wieder in Betrieb. Aber bereits zehn Jahre später kommt er provisorisch aus der Fahrt und wird 1933 für immer ausgemustert.
Foto: Endzustand der «France», hier in Evian-les-Bains.
Ab 1935 dient die «France» während dreissig Jahren in Genf als Stationsponton. 1965 schleppt die «Montreux» diesen nach Ouchy in die Werft, wo er von einem Schrotthändler zerlegt wird.
Foto: Das ausgediente Ponton wird von der dieselelektrischen Montreux von Genf zur Werft in Lausanne gebracht und dort abgebrochen.