Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03115.jsonl.gz/46

Im Rennen um einen milliardenschweren Auftrag Südkoreas für die Entwicklung neuer Kampfjets sind die Partner Korean Air und Airbus vorerst leer ausgegangen. Stattdessen wurde der Flugzeugbauer Korean Aerospace Industries (KAI), der bei dem Projekt mit dem US-Rüstungskonzern Lockheed Martin zusammenarbeiten will, als bevorzugter Verhandlungspartner ausgewählt.
Das teilte die Rüstungsbeschaffungsbehörde Südkoreas mit. Die endgültige Auftragsvergabe soll noch in der ersten Jahreshälfte 2015 erfolgen.
Milliarden für die Entwicklung
Es geht um das KF-X-Programm, das bis zu 120 neue Jagdflugzeuge aus einheimischer Produktion für die Luftwaffe vorsieht. Südkorea will damit unter anderem seine alternde Flotte von Kampfjets der Typen F-4 und F-5 erneuern.
Zunächst sollen mehr als 8,5 Billionen Won (7,1 Milliarden Euro) in die Entwicklung des Systems und den Bau von Prototypen investiert werden. Nach Berichten südkoreanischer Medien könnte sich der Etat für den Bau der neuen Flugzeuge noch einmal in etwa verdoppeln.
Ausländischer Partner als Bedingung
Die Entscheidung zugunsten von KAI war erwartet worden. Südkorea bezieht vor dem Hintergrund der sicherheitsstrategischen Partnerschaft mit den USA einen Grossteil seiner Rüstung von amerikanischen Unternehmen. Zudem wird KAI dank seiner Erfahrungen beim Bau eines Überschall-Trainingsjets ein technischer Vorsprung vor Korean Air nachgesagt.
Bedingung für die Bewerbung war nach Angaben der Behörden, dass koreanische Unternehmen einen ausländischen Partner für die technische Unterstützung vorweisen. Korean Air hatte zusammen mit der Rüstungssparte des europäischen Flugzeugbauers Airbus ein Angebot eingereicht.
Neues Flugabwehrsystem
Südkoreas Verteidigungsministerium habe ausserdem Pläne zur Modernisierung des Patriot-Flugabwehrsystems für knapp 1,3 Billionen Won gebilligt, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. Unter anderem sollen demnach rund 70 PAC-3-Raketen von Lockheed Martin angeschafft werden, die angreifende Raketen in einer Höhe von bis 40 Kilometern zerstören können.
(awp/dbe/lur)