Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03296.jsonl.gz/2163

Störungen des Schlaf-Wachrhythmus gehen mit einer eingeschränkten Befindlichkeit und reduzierter Leistungsfähigkeit einher. Hier spielen Störungen des zirkadianen Rhythmus eine grosse Rolle. Psychische Erkrankungen, insbesondere Depressionen, weisen sehr häufig Störungen des Tag-Nachtrhythmus auf.
Schlafstörungen stellen zudem einen erheblichen Risikofaktor für die Entwicklung einer Depression oder anderer psychischer Erkrankungen sowie für Rückfälle nach erfolgreicher Behandlung dar. Persistierende Schlafstörungen können den Erfolg von medikamentösen und psychotherapeutischen Behandlungen wesentlich behindern.
Es ist mittlerweile etabliert, dass depressive Patienten neben ihrer depressiven Kernsymptomatik auf der Verhaltensebene parallel eine Störung neurobiologischer Rhythmen (u.a. Stresshormone, Melatonin, Temperaturrhythmus) aufweisen und diese Rhythmusstörungen eng mit der depressiven Symptomatik und dem Auftreten von Schlafstörungen verbunden sind.
Chronobiologische Therapien, die chronobiologische Mechanismen wie beispielsweise Schlafentzug, Schlafphasenverschiebung und Lichttherapie einbeziehen, haben antidepressive Wirksamkeit gezeigt. Auch weitere Ansätze wie Melatoningabe, Verhaltensmanagement und schlafregulierende Antidepressiva haben Effekte auf die zirkadianen Rhythmen depressiver Patienten. Die Berücksichtigung chronobiologischer Aspekte und Erkenntnisse hat somit zunehmend Eingang in die Behandlung von Depressionen gefunden.
Herr Prof Dr. Cajochen wird in seinem Vortrag Neues über die Grundlagen der zirkadianen und homöostatischen Schlaf-Wachregulation berichten. Zudem wird er die Diagnose und Behandlung von zirkadianen Schlaf-Wachstörungen anhand von praktischen Fallbeispielen vorstellen.