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(türk.), Vater, bei den Türken und Persern Ehrentitel angesehener Geistlichen, besonders solcher von asketischer
Richtung, wird dem Namen vorgesetzt; im Neuindischen Babu, d. h. Fürst, im gewöhnlichen Leben ein Ehrenprädikat, wie unser
»Herr«.
Baba (die »Alte«),
in der slaw. Mythologie ursprünglich eine alte Gewitterhexe (gleichsam des Teufels Großmutter),
wird ähnlich der Frau Holle als ein kleines, häßliches, altes Weib mit ungeheurer Nase, langen Zähnen und zerzaustem Haar dargestellt,
in einem eisernen Mörser durch die Luft fliegend. Bei den Tschechen heißt sie bald die eiserne, bald aber auch die
goldene Bâbâ.
Plural Baby (eigentlich alte Frauen, Altmütter, Großmütter), Wesen des slaw.
Volksaberglaubens; in Böhmen z. B. werden schwere Regenwolken als báby bezeichnet, man sagt, «die
Altmütter (báby) erheben sich, es wird ein Gewitter kommen», die nordöstl. Himmelsstrecke heißt, weil aus ihr
häufig das Unwetter kommt, babi kout (der Winkel der Altmütter). Im russ. Volksglauben spielt
eine besondere Rolle die Baba-jagá, kostjamája nogá («Knochenbein»);
sie erscheint vereinzelt als hilfreiche Alte, die dem verirrten Burschen den Weg zeigt, ihn zu ihren Brüdern, dem Wind, dem
Mond, der Sonne schickt, häufiger jedoch vertritt sie die Stelle der Hexe im deutschen Märchen. Sie lebt tief im Walde, wohnt
in einer Hütte, die auf Hühnerfüßen steht; die Baba-jagá fliegt durch die Lüfte, fährt in einem
eisernen Mörser, den sie mit dem Stößel antreibt, und verwischt die Spur hinter sich mit einem Ofenbesen.
Baba heißen auch die steinernen, meist roh behauenen Bildsäulen von Männern oder Frauen, oft nur hermenartigen Säulen mit
einem menschlichen Kopfe, die sich seit vorhistor. Zeit in ganz Südrußland, in der Kirgisensteppe und
weniger häufig in den ehemaligen poln. Gebieten zerstreut finden. Ihre Größe schwankt von unter bis erheblich über Mannesgröße.
Wahrscheinlich sind es altheidn. Götzenbilder aus den ersten Jahrhunderten nach den Völkerwanderungen. Ihre Verbreitung fallt
im allgemeinen mit der der Kurgane (s. d.) zusammen.
im Türkischen soviel wie Vater, ein Wort des ersten kindlichen Lallens, wie unser «Papa».
Dieses Wort wird in
Persien, Nordindien und der Türkei (möglicherweise in Nachahmung der gleichen bei den orient. Christen üblichen Sitte) als
Ehrentitel den Namen angesehener Gottesgelehrter, besonders solcher, die dem ascetischen Leben sich widmen,
vorgesetzt, z. B.
Baba Nasibi (Name eines pers. Dichters, der 1537 starb), oft auch nur aus Artigkeit an den Namen angefügt,
z. B. Ali Baba.