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Chemtrails
Der Begriff „Chemtrail“ setzt sich aus den englischen Wörtern „chemicals“ (Chemikalien) und „contrail“ (Kondensstreifen) zusammen.
Verschwörungstheorien rund um Chemtrails entstanden nach der Veröffentlichung eines Strategiepapiers zur Wetterbeeinflussung der U.S. Air Force (USAF) im Jahr 1996. Das Papier „Weather as a Force Multiplier: Owning the Weather in 2025“ hatte zum Ziel, eine Strategie herauszuarbeiten, um in der Zukunft ein System für die Wetterbeeinflussung für militärische Zwecke zu entwickeln. Die in der Studie vorgestellten Strategien waren lediglich fiktive Darstellungen zukünftiger Szenarien und bezogen sich nicht auf die Gegenwart.
Nach der Veröffentlichung des Strategiepapiers wurde die USAF beschuldigt, die Wetterbeeinflussung und Kondensstreifen militärisch benutzen zu wollen. In den späten 1990er Jahre wurde der USAF so immer wieder vorgeworfen, die Bevölkerung der U.S. mit rätselhaften Substanzen aus ihren Flugzeugen zu bestreuen, sodass ungewöhnliche Kondensstreifen zurückgelassen werden würden. Diverse Theorien verbreiteten sich rasch auf Internetforen aus. Auch heute geniessen sie eine grosse Popularität und werden, vorwiegend im Internet, weiterentwickelt. Die Theorien sind vielfältig und stimmen nicht immer miteinander überein.
Anhänger und Anhängerinnen von Chemtrail-Verschwörungstheorien glauben, dass Kondensstreifen seit 1995 eine neue chemische Zusammensetzung haben. Diese neue Zusammensetzung führe dazu, dass die Streifen besonders langlebig seien und ungewöhnliche Charakteristiken aufweisen würden. Dabei soll es sich nicht um normale, aus Eiskristallen bestehenden Kondensstreifen handeln, sondern um Sprühspuren von diversen chemischen Substanzen.
Zu den Charakteristiken von Chemtrails gehören ihr Gittermuster, dass als Beweis für die systematische Besprühung gilt. Zudem sind Einfärbungen, mehrere Streifen an einem Ort oder bleibende Streifen an atypischen Orten und Höhen, Indizien für das Vorhandensein von Chemtrails.
Zur Zusammensetzung der Substanzen von Chemtrails existieren diverse Theorien, wobei oft Barium- und Aluminiumverbindungen angegeben werden.
Zur technischen Umsetzung von Chemtrails kursieren verschiedene Theorien. Eine Variante besagt, dass den Flugzeugtreibstoffen Chemikalien zugesetzt würden. Gemäss anderen Vermutungen werden die Substanzen durch eigens dafür eingebaute Sprühvorrichtungen verteilt.
Von Vertretern der Chemtrail-Theorien werden verschiedene Zielsetzungen für das Verbreiten von Chemtrails angenommen.
Beispielsweise sollen die Substanzen gesprüht werden, um Geoengineering (grossräumige Einsätze mit technischen Mitteln um die globale Erwärmung abzubremsen) zu betreiben. Durch die Verteilung von Partikeln soll so der Treibhauseffekt durch Reflexion von Sonnenlicht abgeschwächt und die globale Erwärmung reduziert werden.
Eine weitere Theorie besagt, dass die Chemtrails der gezielten Bevölkerungsreduktion dienen könnten. Durch die Substanzen soll die Zeugungsfähigkeit der Menschen reduziert werden oder die Menschheit schlicht vergiftet werden. In diesem Zusammenhang gibt es diverse Berichte von Anhängern und Anhängerinnen der Chemtrail-Theorie, die von Ausbrüchen von Krankheiten nach der Sichtung von Chemtrails handeln. Weiter wird vermutet, dass die Substanzen den pH-Wert des Bodens verändern sollen, damit das Saatgut unbrauchbar wird.
Andere Anhänger und Anhängerinnen der Theorie glauben, dass durch die Chemtrails verschiedene Biowaffen geprüft werden. So würden Wolken mit elektrisch leitfähigen Materialien gefüllt werden um eine riesige elektromagnetische Superwaffe zu entwickeln.
Ein weiteres Motiv, laut Anhängern und Anhängerinnen der Chemtrail-Theorie, könnte der Profit sein. So könnten Pharma-Konzerne durch die von Chemtrails erzeugten Krankheiten profitieren.
Es gibt weder für das Ausbringen von Chemikalien, noch für auffällig geänderte Kondensstreifen wissenschaftliche Belege. Ähnliche Stellungsnahmen sind von Nichtregierungsorganisationen, Meteorologen, wie auch staatlichen Institutionen bekannt. Die am Himmel sichtbaren Kondensstreifen liessen sich problemlos mit den Mitteln der konventionellen Physik und Chemie erklären.