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Das Dach ganz vorne rechts gehörte vermutlich zur ehemaligen Scheune der "Schönegg", welche Anfang der 1960er-Jahre abgebrochen und in ein Haus mit Wohnungen und einem Säli für die Wirtschaft umgebaut wurde, s. Bild-Nr. 05003.9.
Es folgt anschliessend das mächtige Haus Bruggerstrasse 9/Scheunengasse 8 mit dem mächtigen Tor. Dieser Bau soll laut Tradition bis Ende des 18. Jahrhunderts als Gnadenthaler Zehntenscheune gedient haben.
In diesem Gebäudekomplex war Anfang der 1900er-Jahre die Küferei Lehli, nachmals Spichiger untergebracht, ab 1951 die Schreinerei Klaus: Ausführliche Angaben darüber in Bild-Nr. 05002.
Es folgte auf der rechten Strassenseite nach dem Gebäude Nr. 7 (ehemaliger Besitzer Tschanz, auf diesem Foto praktisch nicht sichtbar) ganz zuhinterst mit vorkragendem Scheunendach die Bauernliegenschaft Egloff, heute Gebäude Bruggerstrasse 5, wo heute (2018) im Erdgeschoss eine Tiefgefrieranlage eingebaut ist. Als letzte Bauernfamilie verliessen 1956 die Egloffs die Altstadt und siedelten ins Himmelrich aus.
Bis ins 20. Jahrhundert befanden sich noch recht viele Scheunen und Ställe in der Altstadt, besonders in der Scheunengasse, der Kleinen Kirchgasse und in der Bruggerstrasse. Laut einer von Rainer Stöckli erstellten Studie waren 1663 von allen Gebäuden in der Altstadt etwa 25 Prozent Ställe und Scheunen. Der Grund lag darin, dass für recht viele Bürger das Auskommen aus Handel und Gewerbe nicht völlig für den Unterhalt einer Familie reichten, weshalb zahlreiche als zweites Standbein etwas Landwirtschaft betrieben. Handel und Gewerbe konnten in Mellingen nicht so sehr zur Blüte kommen, weil in einem Umkreis von nicht einmal 10 Kilometern vier weitere Städte existierten: Baden, Brugg, Lenzburg und Bremgarten. Die Handwerker dieser Städte waren für Mellingen eine harte Konkurrenz.
Auf der linken Strassenseite von vorn nach hinten: die Gebäude Nr. 34, 32 und 30 (Nr. 30 städtische Herberge).
Poststempel auf Postkarte 26.8.1920
Bild-Nr.: 05001
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli / Paul Kneuss
Copyright: Fel_008743-RE ETH Fotoarchiv Postkarte 26. 8. 1920
Bis Ende 1918 Stoffladen der Witwe Hirt-Wassmer, 1919 führte C. Solay das Lokal als Gemischtwarenladen weiter, später Laden von Frau Schibli.
Von 1945 bis 1967 war darin der Lebensmittelladen von Frau Anna Maurer (1905-1988) untergebracht. Lebenslauf s. Bild-Nr. 05013.3.
Sie hatte die Ablage der Firma Villars und verkaufte viel Kaffee.
Noch In den 1950er-Jahren bewahrte sie Teigwaren und Reis in Schubladen auf.
Diese Waren wurden erst in Papiersäcke eingefüllt, wenn der Kunde einkaufte.
Vgl. oben das noch altertümliche Schaufenster mit Reklametafeln auf den Fensterladen mit dem modernisierten Schaufenster aus den 50er-Jahren im Bildband "Bilder einer aargauischen Kleinstadt - Mellingen“ S. 38 (s. Bild-Nr. 05014).
Bild-Nr.: 05013
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Die Bauernliegenschaft Roth an der Bruggerstrasse musste 1967 dem Neubau Doppel-Kindergarten Weihermatt an der heutigen Saltmattstrasse weichen.
Datierung: 1951 bekam der Hexenturm ein neues Spitzkegeldach (vorher Zinnenkranz nach dem Brand von 1902).
Bild-Nr.: 05610
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
1946 übernahm Hans Läuchli die Schmiede von Sanitär Kaspar (Bruggerstrasse 1) oberhalb des Johannesbrunnen (neben der ehemaligen Bäckerei Peter Brügger, Bruggerstrasse 3), bevor er 1952 Besitzer der Schmiede von Fritz Hofer beim Hexenturm wurde. Die Schmiede wird heute (2017) als „Hans Läuchli AG, Moderne Energie-Technik; Öl, Gas, Holz, Solar“ an der Salzmattstrasse 1 von einem Sohn und einem Enkel weitergeführt.
Bild-Nr.: 05640
Bild: A. Schnopp, Postkarte
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Der 1951 restaurierte Hexenturm aus der Vogelschau
Rechts der nordwestlichste Teil der Altstadt. Links des Turms der Bauernhof Roth. Am Turm angebaut die Firma Läuchli.
Einen Salzmattweg gibt es noch nicht. Das Weglein hinter dem Bauernhof Roth führt nur bis zu der Liegenschaft Grossniklaus (nicht sichtbar).
Links oben: Widenmühle
Bild-Nr.: 05610.1
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
1905 als Anna Bollier in Wädenswil geboren. Verheiratung im Bernbiet 1927. Mutter von zwei Söhnen und zwei Töchtern. 1937 Pacht eines kleinen Bauernhofs in Niederrohrdorf und 1941 Pacht eines Bauernhofs an der Stetterstrasse in Mellingen. 1945 Kauf des Lebensmittelladens an der Bruggerstrasse, den Anna Maurer bis 1967 führte, während ihr Gatte in der BBC arbeitete. Der Kontakt mit ihren Kunden bedeutete der leutseligen Frau viel. Nach dem Tod ihres Mannes 1972 verkaufte sie die Liegenschaft und zog in eine kleinere Wohnung an der Stetterstrasse. Aus gesundheitlichen Gründen musste sie 1987 ins Altersheim eintreten, wo sie sich allerdings nicht sehr glücklich fühlte. Nach nur fünf Monaten starb sie am 22. März 1988 an einer Lungenentzündung.Mehr
Über das Lebensmittelgeschäft s. die Bild-Nrn. 05013 und 05014.
Bild-Nr.: 05013.3
Bild: Robert Höhener
Text: Nachruf Reussbote 13.4.1988
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Zuoberst in diesem Haus hatte wohl um 1900 Heinrich Iten, genannt Tubeheiri, einen Taubenschlag.
Am 19. Februar 1917 eröffnet Bäcker E. Frech sein Geschäft.
In des1920er- Jahren war hier die Bäckerei Eichenberger, später die Bäckerei Schneider.
1950 erwarb Werner Brügger (+2000), der als Auslandschweizer aus Ostdeutschland in die Schweiz zurückgekehrt war,
die Bäckerei und führte diese mit seiner Gattin Ilse (+1988) bis 1980. In diesem Jahr übernahm Sohn Peter und
seine Gattin Verena den Betrieb. Später arbeiteten auch deren Kinder Thomas und Karin mit.
Das Kind links auf dem Foto ist Catherina Guarino (geb. 1960), Tochter von Traute Guarino-Brügger, beim Laden Catherinas Grossmuter, Ilse Brügger.
1982 mietete die Familie Brügger das links auf diesem Foto teilweise noch sichtbare nebenstehende Haus
Bruggerstrasse Nr. 1 von Witwe Lengacher. Kurze Zeit darauf ging dann dieses Gebäude käuflich an die Familie Brügger über,
welche im Erdgeschoss die Betriebsfläche auch auf Haus Nr. 1 ausdehnte.
2013 schloss die Bäckerei Brügger das Geschäft. Damit verschwand die letzte Bäckerei in der Altstadt.
Im Haus Bruggerstrasse Nr. 1 wirkte lange Zeit Schmied Kaspar, der später als Installateur ins Neuquartier zog.
Dieser verkaufte die Liegenschaft 1946 an Schmied Hans Läuchli . Als dieser 1952 die Schmiede beim Hexenturm erwarb,
richtete Hafner Lengacher (+1974) in diesem Gebäude seinen Handwerksbetrieb ein. Dieser baute beispielsweise den heute
im Museum ausgestellten Kachelofen von Johann Lee im Zeitturm auf.
Bild-Nr.: 05011
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Für das Weitere s. Bild-Nr. 05013
Vgl. das noch altertümliche Schaufenster mit Reklametafeln auf den Fensterladen unter Bild-Nr. 05013 und hier das modernisierte Schaufenster. Lebenslauf von Anna Maurer s. Bild-Nr. 05013.3.
Im Vordergrund das Herrenschneidergeschäft Josef Strebel, Bruggerstrasse 6. Dessen Vater Ulrich hatte hier im September 1919 hier sein Atelier eröffnet.
Bild-Nr.: 05014
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Die links sichtbare Waage und die Kaffeemühle werden noch 2008 von der Familie Brügger aufbewahrt.
Weitere Angaben über die Bäckerei Brügger s. Bild-Nr. 05011
Bild-Nr.: 05011.1
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
An der Stelle dieses Gewerbebetriebs befand sich hier eine Küferei: um 1915 die Küferei Lehli, bis Ende der 40er-Jahre die Küferei Spichiger
(s. Bild-Nr. 05002).
Im Hintergrund die zum Wohngebäude umgebaute Scheune des Restaurants „Schöneck“ (Scheunengasse Nr. 10) und anschliessend das Restaurant (auf dem Stadtplan Scheunengasse Nr. 12, Postadresse Scheunengasse Nr. 10) selbst.
1951 richtete Willi Klaus in der freigewordenen Liegenschaft Bruggerstrasse 9 eine Schreinerei ein, die sich unter seiner tüchtigen Führung nach und nach
zu einer namhaften Bau- und Möbelschreinerei entwickelte. Willi Klaus engagierte sich auch in der Gemeinde und wurde bald in den Stadtrat gewählt. Im Jahre 1965 wurde die Liegenschaft umgebaut und auf der Seite zur Scheunengasse mit einem Anbau ergänzt (Scheunengasse Nr. 8). 1972 trat Daniel Vogel in die Firma ein und es wurde die „Klaus + Vogel, Werkstätte für Möbel und Innenausbau“ gegründet. Daniel Vogel unterrichtete im Nebenamt auch als Fachlehrer. Er setzte sich in verschiedenen Funktionen für die Aus- und Weiterbildung ein. Auch im eigenen Betrieb bildete er bis zu sechs Lehrlinge gleichzeitig aus. 1988 schied Willi Klaus altershalber aus der Firma aus.
Daniel Vogel wollte den Fortbestand der Schreinerei sicherstellen und suchte frühzeitig nach einer Lösung für die Nachfolge. Zusammen mit Christian Möhl und Paul Vock gründete er die Firma „Klaus + Vogel Innenausbau AG“. Der Betrieb wurde reorganisiert und die Führungsaufgaben neu verteilt. Die Immobilien blieben im Besitz von Daniel Vogel. In den folgenden Jahren reduzierte Daniel Vogel laufend seine Anteile an der Firma. Ab 2006 war das Unternehmen völlig im Besitz von Paul Vock und Christian Möhl. Da die Platzverhältnisse in der Altstadt von Mellingen zu eng wurden, verlegte man 2009 Firmensitz und Produktion nach Möriken.
In den ehemaligen Geschäftsräumlichkeiten wurde dann Wohnraum geschaffen.
Heute – 2017 – ganzer Gebäudekomplex auf dem Stadtplan Mellingen als Scheunengasse Nr. 8 bezeichnet.
Bild-Nr.: 05004
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Homepage der „Klaus + Vogel Innenausbau AG“, Möriken - Rainer Stöckli
Copyright: Viktor Zimmermann
ca. 2004 Liegenschaft Läuchli / Heizungssysteme am Salzmattweg1 mit Hexenturm,
Das Haus links gehörte einst der Familie Kaufmann.
Der gelernte Huf- und Wagenschmied Hans Läuchli (1914-2013) betrieb seit 1946 an der Bruggerstrasse 1 sein Geschäft. Er beschlug Pferde, stellte Pneuwagen her, reparierte Landmaschinen und andere Gerätschaften. 1949 wurde er eidg. dipl. Schmiedemeister und bildete darauf viele Lernende aus. 1952 konnte er die beim Hexenturm gelegene Schmiede von Herrn Fritz Hofer an der Bruggerstrasse erwerben. Diese Liegenschaft ist heute noch der Geschäftssitz der Hans Läuchli AG.
Schon im Verlauf der 50er-Jahre sah Hans Läuchli ein, dass die Aufträge aus der Landwirtschaft eine Familie nicht mehr ernähren konnten. So bestand er 1954 die Prüfung als Sanitär-Installateur und war 1958 Mitbegründer des Aargauischen Bodenleitungsverbandes. 1963 trat der ältere Sohn, Hans-Ulrich, als ausgebildeter Sanitär-Installateur in den Betrieb ein und bestand 1967 die Meisterprüfung. Auch unter ihm wurden zahlreiche Lernende ausgebildet.1975 wurde die Einzelfirma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Im Jahre 1981 trat der jüngere Sohn Werner als Heizungstechniker und eidg. dipl. Handelsreisender in die Firma ein. Damit war ein grosser Wandel verbunden. Dank fundiertem Fachwissen entwickelte sich eine renommierte Handels- und Service-Firma für moderne Energietechnik. Der Handel mit hochwertigen Wärmeerzeugern für Gas, Öl und Holz wurde an die Hand genommen und ständig ausgebaut. Ab 1991 wurden im Eigenbau hochwertige und den neuen Umweltnormen entsprechende Heizkessel für Öl, Gas und Holz eigens für den Schweizer Markt hergestellt. Diese Produkte steigerten den Umsatz wesentlich. Während heute im hier abgebildeten Gebäude nur noch die Verwaltung und der Firmensitz untergebracht sind, wurden ab 1996 das Lager und die Produktion auf einen Teil des ehemaligen Geländes der Compactus AG an der Birrfeldstrasse 13a mit 700 m2 Innen- und 600 m2 Aussenfläche verlegt. (s. Bild-Nr. 08005.25). Im Jahr 2006 trat mit Adrian, Heizungstechniker TS/HF, Sohn von Hans-Ulrich Läuchli, die dritte Generation in den Betrieb ein. In diesem Jahr kam der Wandheizkessel Läuchli Royal Condy auf den Markt. 2008 übernahm die H. Läuchli AG die Vertretung der Ochsner Wärmepumpen für den Schweizer Markt. 2014 übernahmen Hans Ulrich und Adrian Läuchli die Firma.
Bild-Nr.: 05691
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Homepage H. Läuchli AG / Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Eingang in den Erweiterungsbau der Bäckerei Brügger, Bruggerstrasse 1.
Diese wurde 2013 geschlossen. In diesem Erweiterungsbau war bis 1952 eine Schmiede untergebracht, später die Hafnerei Lengacher.
Links der Ring, an dem bis 1952 die Pferde angebunden waren, wenn die Hufe beschlagen wurden.
Über die Bäckerei s. Bild-Nr. 05011
Bild-Nr.: 05011.4
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Viktor Zimmermann