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Immer mehr Menschen ernähren sich im Jahr 2020 vegan oder pflanzenbasiert. Doch was sind Gründe, die für eine pflanzliche vollwertige Ernährung sprechen?
1. Mitgefühl gegenüber anderen Lebewesen
Glückliche Tiere auf grünen Weiden werden uns von der Industrie in Werbeanzeigen und Verpackungen vorgeführt. Die Realität der Tierhaltung sieht jedoch meist finsterer aus. Dies gilt jedoch nicht nur für Fleischprodukte, die Milch- und Eierindustrie ist genauso involviert. Milchkühe werden künstlich besamt, die Kälber kurz nach der Geburt von ihrer Mutter getrennt. Dieser Zyklus wiederholt sich solange, bis die Kuh keine Milch mehr gibt, danach wird sie zu Hamburgerfleisch. Kleine Küken werden lebend geschreddert oder vergast, manchmal sogar in einer riesigen Mülltonne übereinander geworfen. Es wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass Tiere körperlich und seelisch leiden können. Selbst wenn diese Tiere nach den höchsten Standards des Tierschutzes gehalten werden, wie können wir ihren Tod moralisch rechtfertigen, obwohl uns heutzutage so viele pflanzliche Alternativen zur Verfügung stehen. Sind unsere Traditionen, Gewohnheiten und Geschmacksnerven wichtiger als das Leben eines unschuldigen Wesens?
2. Ressourcen und Welthunger
Rund ein Drittel des weltweit produzierten Getreides und ca. 90 % der weltweiten Sojaernte wird an die Tiere in der Fleisch- und Milchindustrie verfüttert. Würden alle angebauten pflanzlichen Nahrungsmittel nicht für die Fütterung von Nutztieren, sondern direkt für die menschliche Ernährung verwendet liesse sich die aktuell verfügbare weltweite Kalorienmenge um ca. 70% steigern. Dies wäre ausreichend, um alle derzeit lebenden Menschen und 4 Milliarden weitere Menschen zu ernähren.
3. Umweltschutz und Klimaschutz
Die Nutztierindustrie ist durch den Ausstoss von Treibhausgasen wie Methan und CO2 noch vor dem gesamten globalen Verkehr und der gesamten Industrie der Hauptverursacher der globalen Erwärmung und damit des Klimawandels. Der Konsum von Fleisch, Milch, Fisch und Eiern soll für mindestens 51% der weltweiten von Menschen ausgelösten Treibhausgasemissionen verantwortlich sein. Die für das Weltklima wichtigen tropischen Regenwälder werden für Weideflächen und zum Anbau der Futterpflanzen gerodet.
Quelle: WorldWatch (2009).
4. Tierische Lebensmittel sind nicht essentiell
Bis heute ist kein Nährstoff bekannt, welcher nicht über eine pflanzliche Ernährung abgedeckt werden kann. Die einzige Ausnahme stellt das Vitamin B12 dar, dieses findet sich in tierischen Lebensmitteln und wird über Mikroorganismen aus dem Boden gebildet. Oft wird Vitamin B12 den Tieren jedoch gespritzt oder ins Futter gemischt. Vitamin B12 ist heute nicht nur ein Problem bei Veganern. Kritische Nährstoffe gibt es in allen Ernährungsformen. Eine rein pflanzliche Ernährung kann für alle Lebensphasen geeignet sein, sofern diese gut geplant und umgesetzt wird.
Die AND (Academy of Nutrition and Dietetics) haben das wohl bekannteste Positionspapier zu diesem Thema herausgegeben. Das Paper, stützt sich auf 117 Quellen ab, wurde von 4 Autoren zusammengestellt und von elf Wissenschaftlern überprüft und freigegeben.
Die Hauptaussage ist:«Es ist die Position der ADA, dass eine entsprechend geplante vegetarische, inklusiv vegane, Ernährung gesund und ernährungsmässig ausreichend ist und gesundheitliche Vorteile bei der Vorbeugung und Behandlung bestimmter Krankheiten bietet.» Ausserdem spricht sich die ADA sogar positiv für die vegane Ernährung aus:
«Eine gut geplante vegane oder andere Art der vegetarischen Ernährung ist für jede Lebensphase geeignet, inklusive während der Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und in der Pubertät …».
5. Risiko für Volkskrankheiten reduzieren
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Menschen mit pflanzenbasierter Ernährung seltener an vielen der sogenannten Volkskrankheiten leiden:
Krebs: Eine Untersuchung mit über 60.000 Briten zeigte für Fischesser, Vegetarier und Veganer eine geringere Gefahr. Am niedrigsten war das Risiko für Veganer mit 19% weniger Krebsfällen, als der Durchschnitt. Die Adventist Health Study mit 70.000 Teilnehmern kam zum Ergebnis, dass vegane Ernährung einen Schutz vor Krebs bieten kann – insbesondere vor Brust- oder Eierstockkrebs.
Diabetes: Menschen, die sich vegetarisch ernähren, erkranken seltener an Diabetes, gemäss einer Zusammenfassung verschiedener Studien. Wichtig in diesem Zusammenhang: Meist und wie auch in dieser Untersuchung, werden unter Vegetarismus sämtliche Ernährungsformen zusammengefasst, die auf Fleisch verzichten (Pesco-Vegetarier, Lacto-Ovo-Vegetarier, Veganer). Ausschlaggebend für den Diabetesschutz scheint zu sein, dass Vollkorn, Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse ein zentraler Bestandteil der Ernährung sind. Die Aufnahme gesättigter und Transfettsäuren hingegen reduziert wird.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Die aktuelle Studienlage legt nahe, dass eine pflanzenbasierte Ernährung die Gefahr für Herz-Kreislauferkrankungen verringern kann. Wichtig dabei scheint, dass die Ernährungsform einen hohen Anteil an Antioxidantien, Mikronährstoffe und Ballaststoffe enthält und einen niedrigen Anteil an gesättigten und Transfettsäuren sowie Natrium.
6. Einfach und langfristig schlank bleiben
Pflanzliche unverarbeitete Nahrungsmittel sind voller Vitamine, Mineralstoffe und gesundheitsförderlicher Inhaltsstoffe. Dazu sind sie reich an Ballaststoffen, Wassergehalt und dabei gleichzeitig niedrig an Kalorien. Noch nie war es so einfach wie mit einer pflanzlichen Ernährung das Gewicht zu reduzieren und langfristig zu halten. Kalorien zählen wird unnötig und gegessen wird bis zur Sättigung.
7. Kondition beim Sport verbessern, schnellere Regenerierung
Eine pflanzliche Ernährung hilft das Körpergewicht zu regulieren – das Power-to-Weight Verhältnis wird dadurch positiv beeinflusst und die sportliche Leistung kann verbessert werden. Der hohe Anteil an Mikronährstoffen kann ein weiterer Grund sein, warum sich sportliche Leistungen und die Regenerationsfähigkeit verbessern können. Eine interessante laufende Studie dazu ist die NURMI-Studie.
8. Spass am Essen haben und neue Rezepte probieren
Eine pflanzliche Ernährung kann richtig Spass machen! Wenn ich auf dem Markt oder im Gemüse-/Früchteabteil des Supermarkts bin, fühle ich mich wie im Schlaraffenland. So viele Farben und Formen. Dazu gibt es so viele Möglichkeiten, Gemüse mit unzählige Kräutern und Gewürzen richtig spannend zu machen. Seit meiner eigenen Ernährungsumstellung habe ich so viel Neues entdeckt. Inspiration können wir auch im Internet und in den Sozialen Medien finden. Noch nie war es so einfach an neue Ideen und Rezepte zu gelangen. Pflanzliche Ernährung kann lecker, bunt und abwechslungsreich sein!
Diese Liste ist natürlich nicht abschliessend - es gibt noch viele weitere Vorteile wie zum Beispiel gesündere Darmflora, psychische Gesundheit, bessere Haut, mehr Energie, etc.! Wichtig hier anzumerken: Wenn wir über die unzähligen Vorteile gesunder Ernährung für unsere Gesundheit sprechen, ist es entscheidend wie unser Speiseplan zu 80-90% der Zeit aussieht... in der restlichen Zeit dürfen wir uns selbstverständlich auch etwas gönnen und können trotzdem von den vielen Vorteilen profitieren... ;) Perfektionismus kann zu Stress führen! Entspannung und Spass sind für unsere Gesundheit genauso wichtig wie gesunde Ernährung... :)
Teile deine persönlichen Erfahrungen gerne mit mir in den Kommentaren.
Herzlichst, Cecilia