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Tee - ein Jahrhunderte altes Getränk
Seine Popularität verdankt der Tee nicht alleine seinem ansprechenden Geschmack, sondern auch der ihm seit Anbeginn seiner Geschichte nachgesagten gesundheitsfördernden Wirkung. Wissenschaftlich untersucht werden die vermuteten gesundheitlichen Vorteile von Tee jedoch erst seit knapp 40 Jahren.
Dabei wird vermutet, dass die dem Tee zugeschriebenen gesundheitsfördernden Eigenschaften mit seinem hohen Gehalt an bioaktiven Inhaltsstoffen – insbesondere an Polyphenolen – zusammenhängen. Polyphenole gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen, welche den Pflanzen als Abwehr-, Farb-, Duft- und Aromastoffe dienen. Als mögliche Wirkungen von Polyphenolen auf den Menschen werden antioxidative, antivirale, entzündungshemmende, entgiftende sowie die Immunfunktion stimulierende Funktionen angenommen. Weiter übt Tee auch eine anregende Wirkung auf uns aus, was auf das in ihm enthaltene Koffein zurückzuführen ist.
Es werden zwei Ur-Teepflanzen unterschieden: die Camellia sinensis (Chinapflanze) und die Camellia assamica (Assampflanze). Zugeordnet wird die Teepflanze der Gattung der Kameliengewächse. Sie ist ein immergrüner Strauch mit baumförmigem Wuchs, hat gelblich-weisse Blüten und trägt hartschalige, haselnussähnliche Früchte.
Die Teepflanze gedeiht vorzugsweise in subtropischen bis tropischen Gebieten rund um den Äquator und wächst bis in eine Höhe von rund 2'200 m. ü. M. Interessanterweise beeinflussen, ähnlich wie beim Wein, auch bei der Teepflanze einerseits das Anbaugebiet und andererseits dessen Höhe die Konzentration der Inhaltsstoffe und letztendlich den Geschmack.
Die Herstellung von Schwarztee erfolgt in mehreren Arbeitsschritten. Dabei wandelt sich das grüne Blatt während der Fermentation mit Hilfe enzymatischer Vorgänge zu schwarzem Tee, wobei das spätere Aroma und die Farbe zum großen Teil vom Ablauf der Fermentation geprägt werden.
Wandelt man auf den historischen Pfaden des Tees, so wird man auf der Suche nach dessen Ursprung nach China geführt, wo er bereits vor mehr als 5000 Jahren kultiviert wurde. Den Weg über die chinesische Grenze fand der Tee dank buddhistischer Mönche, welche ihn 552 n. Chr. nach Japan brachten. Nach Europa gelangte er jedoch erst sehr viel später, als ihn holländische Handelsleute Anfang des 17. Jahrhunderts nach Amsterdam brachten, von wo aus er seinen Siegeszug weiter nach London fortsetzte.
Schwarztee ist unglaublich vielfältig, kulturell sehr bedeutsam und hat viele Gesichter: angefangen beim «Five oʹClock Tea» in England, über die Tee-Zeremonie in Japan bis hin zum kühlenden Erfrischungsgetränk für heisse Sommertage. Und wer jetzt denkt, Eistee sei eine Erfindung unserer Zeit, der hat weit gefehlt: Bereits 1904 kreierte der Engländer Richard Blechynden anlässlich der Weltmesse in St. Louis während einer Hitzewelle einen Eistee.
Und da der Sommer schon bald vor der Tür steht, finden Sie ab Kalenderwoche 22 in dieser Rubrik Ideen zu genussvollem Eistee kombiniert mit der Frische von Früchten!
Quellen und weiterführende Literatur:
Deutscher Teeverband e. V. Die Teepflanzen Camellia sinensis und Camellia assamica. Abgerufen am 10. Mai 2017 von www.teeverband.de/wissenschaft/wit_texte_pdf/VomgrnenBlattDieTeepflanzen.pdf
Benzie IFF, Wachtel-Galor S., editors. Herbal Medicine: Biomolecular and Clinical Aspects. 2nd edition. Boca Raton (FL): CRC Press/Taylor & Francis; 2011.
Biesalski, H. K., & Grimm, P. (2011). Taschenatlas Ernährung (5. Aufl.). Stuttgart: Thieme.