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Definition
Aromatherapie nennt man die Verwendung ätherischer Öle zur Linderung und Vorbeugung bestimmter Erkrankungen und zur Steigerung des seelisch-geistigen Wohlbefindens. Sie gehört zur Pflanzenheilkunde und damit zur Alternativmedizin.
Herkunft
Ein 5.000 Jahre altes Destillationsgerät, das in einem pakistanischen Grab gefunden wurde, beweist, dass der Mensch schon im Altertum ätherische Öle kannte. Auch im alten Ägypten und in Mesopotamien verwendete man Pflanzenteile für medizinische Zwecke.
In der Antike desinfizierte man Krankenzimmer mithilfe von Pfefferminzblättern. Ihren Namen erhielt die Aroma-Therapie jedoch erst in der Neuzeit. Der französische Chemiker und Parfumeur René-Maurice Gattefossé (1881 bis 1950) gilt als ihr Entdecker. Er verdankte seine wissenschaftlichen Erkenntnisse einem Laborunfall, bei dem er Verbrennungen erlitt. Nachdem er Lavendelöl auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen hatte, verheilten diese innerhalb kurzer Zeit und ohne eine Narbe zu hinterlassen.
Dieser Behandlungserfolg veranlasste den Chemiker dazu, die Wirkung pflanzlicher Essenzen genauer zu untersuchen. 1918 stellte er eine antiseptische Seife her, die ätherische Öle enthielt und bei der Desinfektion von Wäsche und Verbänden zum Einsatz kam. Ab 1923 beschränkte Gattefossé seine Forschungen auf die medizinische Wirkung duftender Pflanzenöle. Sein besonderes Interesse galt der Bergamotte-Essenz. In der Folgezeit entwickelte er in Zusammenarbeit mit Medizinern eine Reihe von dermatologischen Produkten.
Grundlagen
Ätherische Öle sind Pflanzenöle, die schnell verdunsten und einen aromatischen Duft verbreiten. Sie befinden sich als winzige Tröpfchen auf dem oder im Gewebe der jeweiligen Heilpflanze. Gewonnen werden sie meist mithilfe der Wasserdampfdestillation. Für eine optimale gesundheitsfördernde Wirkung sind sie unverdünnt und stammen aus Pflanzen aus Bioanbau.
Die hohe Wirksamkeit der Pflanzenöle beruht auf den in ihnen enthaltenen Monoterpenen. Diese biochemischen Substanzen dringen sofort in die Körperzellen ein und lassen sich bereits wenige Minuten später im Blut nachweisen. Ins Badewasser gegebene Öltropfen gelangen über die Haut oder per Inhalation über die Atemwegsschleimhäute ins Blut und von dort in die Organe, wo sie deren Funktion unterstützen. Inhalationen mit Eukalyptusöl beispielsweise haben schleimlösende Eigenschaften und sind daher bei Schnupfen und Bronchitis hilfreich.
Als Einreibung fördern sie die Durchblutung der Haut. Patienten, die an Schlafstörungen leiden, können mit Lavendelöl erholsame Nachtruhe finden. Je nach verwendeter Heilpflanze wirken die Öle dämpfend oder stimulierend auf das zentrale Nervensystem. Oder sie verbessern die Stimmung, indem sie einen Sinnesreiz auslösen, der bestimmte Gefühle und Erinnerungen hervorruft.
Sie werden entsprechend dem jeweiligen Anwendungsbereich in speziellen Duftlampen verdunstet, als Inhalations- oder Badezusatz, als Arzneimittel, Massageöl und für Einreibungen, Wickel und Kompressen eingesetzt.