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Auf Veranstaltungen kann es zu zu extrem hohen Personendichten kommen mit dramatischem Ausgang wie auf der Loveparade in Duisburg. Um einer solchen Entwicklung entgegen zu wirken, sind Gefährdungsanalysen und daraus abzuleitende präventive Massnahmen wie Simulationen und das Festlegen der maximalen Personenbelegung gefragt.
Hohe Personendichten bei Open-Air-Veranstaltungen können zusammen mit anderen Faktoren zu äusserst gefährlichen Situationen führen. Personenströme wie an der Street Parade können durch Fachleute am Computer simuliert werden, so dass Engpässe im Vorfeld erkannt werden können. Hohe Personendichten entstehen meist durch Attraktionen wie Darbietungen und Verkaufsstände. Im Vorfeld sollten Attraktionen erkannt und sinnvoll platziert werden. So sollte etwa an einer Engstelle keine Bar platziert werden, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einen Personenstau verursachen würde. Ebenso sind entgegengesetzte oder sich kreuzende Besucherströme zu vermeiden, die zur Unterbrechung oder zum Stillstand des Flusses führen können. Besucherwege, die in einer Sackgasse münden, sind gänzlich zu vermeiden, da hier die nachströmenden Personen den bereits in der Sackgasse (Falle) befindlichen Personen den Ausweg abschneiden. Absperrungen sind nicht überall sinnvoll, da sie den Bewegungsfluss der Besucher stoppen können, besser ist es, die Menschen in Bewegung zu halten (z. B. durch Umleitungen), um so hohe Personendichten zu vermeiden.
Die Möglichkeit für eine erste Grobanalyse, ob ein Open-Air-Areal als Veranstaltungsstätte in Frage kommt, zeigt die Firma ASE Analysis Simulation Engineering auf. Sie hat im Auftrag der Stadtpolizei Zürich Abt. Verkehr, basierend auf den Forschungsergebnissen der ETH Zürich, das Dokument „Crowd Management der Stadt Zürich: Handlungsgrundsätze“ veröffentlicht. Die darin angewendete Methode geht von einer Maximalbelegung von 3 Personen pro Quadratmeter aus und bezieht sich auf einen nicht zu überschreitenden Quotienten, der sich durch die Grösse der Fläche und die Breite der Fluchtwege errechnen lässt.
Simulationen können im so genannten Handrechenverfahren (makroskopisch) oder mit Hilfe einer Computersimulation (mikroskopisch) erstellt werden. Ein Beispiel für das makroskopische Verfahren ist z. B. die Methode nach Predtetschenski und Milinski, mikroskopische Computersimulations-Programme sind z. B. Aseri, buildingEXODUS, PedGo und Simulex. Bei häufigem Bedarf an Evakuierungssimulationen und Personenstromanalysen kann sich der Kauf eines solchen Programms lohnen, allerdings setzt dies wie auch das Handrechenverfahren ein hohes Mass an Fachwissen voraus. Gelegentliche und komplizierte Analysen können sehr gut durch Ingenieurbüros abgedeckt werden.
TA 2015