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Der wissenschaftliche Fortschritt
Ein weiterer Bereich, in dem neue Rechte anerkannt werden, ist die medizinische Forschung. Neue wissenschaftliche Entdeckungen haben im Zusammenhang mit den Menschenrechten Fragen aufgeworfen, vor allem in der Gentechnik und der Organ- und Gewebetransplantation [Bemerkung]. In jedem dieser Bereiche geht es infolge des technischen Fortschritts um Fragen nach der „Natur“ des Lebens. Der Europarat hat auf diese Herausforderungen mit einem neuen internationalen Vertrag reagiert: Dem Übereinkommen zum Schutz der Menschenrechte und der Menschenwürde im Hinblick auf die Anwendung von Biologie und Medizin (die so genannte Oviedo-Konvention) [Zitat]. Das Übereinkommen trat im Dezember 1999 in Kraft. Diese Konvention wurde von 30 Mitgliedsstaaten des Europarats unterzeichnet und von 10 Staaten ratifiziert. Sie legt für einige der im vorangegangenen Abschnitt angesprochenen Problematiken Richtlinien fest.
Zusammenfassung der wichtigsten Artikel:
- Jede Form von Diskriminierung einer Person aufgrund ihres genetischen Erbes ist verboten. Prädiktive genetische Tests dürfen nur zu gesundheitlichen Zwecken durchgeführt werden und nicht, um z.B. die körperlichen Eigenschaften festzulegen, die ein Kind später entwickeln wird.
- Ein auf die Veränderung des menschlichen Genoms gerichteter Eingriff darf nur zu präventiven, diagnostischen oder therapeutischen Zwecken vorgenommen werden.
- Die Anwendung von Techniken der Fortpflanzungsmedizin zur Auswahl des Geschlechts eines Kindes ist unzulässig.
- Die Entnahme von Organen oder Gewebe von Lebendspendern für Transplantationszwecke darf nur zum therapeutischen Nutzen des Empfängers vorgenommen werden. (Artikel 21 – Verbot der Erzielung eines finanziellen Gewinns)
UNESCO
Auch die UNESCO widmet dem menschlichen Genom besondere Aufmerksamkeit. Am 10. November 1997 verabschiedete die Generalversammlung der UNESCO eine Allgemeine Erklärung zum menschlichen Genom und den Menschenrechten. Diese Erklärung sieht ähnliche Beschränkungen für medizinische Eingriffe in das genetische Erbe der Menschheit und des einzelnen Menschen vor.
Zusatzprotokoll zum Übereinkommen zum Schutz der Menschenrechte und der Menschenwürde im Hinblick
„Verboten ist jede Intervention, die darauf gerichtet ist, ein menschliches Lebewesen zu erzeugen, das mit einem anderen lebenden oder toten menschlichen Lebewesen identisch ist.“
auf die Anwendung von Biologie und Medizin über das Verbot des Klonens von menschlichen Lebewesen
vom 12. Januar 1998, Paris