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Les Olympiades
Regie: Jacques Audiard
Darst.: Lucie Zhang, Makita Samba, Noémie Merlant, Jehnny Beth, Camille Léon-Fucien, Océane Cairaty, Anaïde Rozam, Pol White, Geneviève Doang, Xing Xing Cheng u.a.
Mit einer Kamerafahrt über eine endlose Hochhaussiedlung beginnt «Les Olympiades». Das gleichnamige Viertel im 13. Pariser Arrondissement gilt als grösstes Chinatown Europas, in dem überwiegend Migrant:innen leben. So auch die junge Taiwanesin Émilie und der aus einer schwarzen Arbeiterfamilie stammende Camille. Sie hat Politikwissenschaft studiert und jobbt in einem Callcenter, er ist Gymnasiallehrer für Französisch. Als Camille eines Tages vor Émilie Wohnungstür steht, weil diese eine Mitbewohnerin sucht, weist sie ihn zunächst ab, bittet den charmanten Mann mit dem gendermässig uneindeutigen Namen dann aber doch herein. Beim Vorstellungsgespräch antwortet er auf ihre unverblümte Frage nach seinem Liebesleben: «Ich kompensiere beruflichen Frust durch ein intensives Sexleben.» Noch bevor er eingezogen ist, beginnen sie eine unverbindliche Affäre, die nicht von Dauer sein wird. Doch als Camille schliesslich auszieht, leidet Émilie unter der Trennung. Mit dem Auftauchen von Nora, einer jungen Frau, die zum Studium nach Paris gezogen ist, scheint ein neuer Film zu beginnen. Doch bald kreuzen sich die Wege von Nora und Émilie – und auch die von Camille und Nora. Als eine Romanze zwischen Letzteren beginnt, nimmt auch Émilie wieder Kontakt zu Camille auf. Dieser glaubt, in Nora seine grosse Liebe gefunden zu haben, während Nora die Nähe zu Louise sucht, einer geheimnisvollen Frau, die als Cam-Girl «Amber Sweet» in Sexvideos auftritt. In bestechend schönem Schwarz-Weiss entwickelt Starregisseur Jacques Audiard aus diesem nur scheinbar verworrenen Liebesviereck, basierend auf drei Graphic Novels des Amerikaners Adrian Tomine, eine so sinnliche wie federleicht schwebende Grossstadtsinfonie im Rhythmus ratternder S-Bahnen und sanft dahinziehender Wolken. Das Xenix schreibt in seinem Programmheft: «Gerade das verwegen-poetische, als nostalgisch verpönte Schwarz-Weiss ermöglicht in Kombination mit dem innovativen Script einen neuen, ungewohnten Blick auf Paris. Eine mit erstaunlicher Leichtigkeit inszenierte Ode an die Grossstadt, das Leben und die Liebe, mit der sich der 69-jährige Jacques Audiard einmal mehr komplett neu erfindet.»