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Thompson Glacier Stauchendmoräne
Eine der bemerkenswertesten Phänomene am Thompson Glacier ist die prächtige Stauchendmoräne, welche die vorstossende Zunge vor sich herschiebt. Sie wurde im Detail untersucht von Kälin, M. 1971 (The active push moraine of the Thompson Glacier, Axel Heiberg Island Research Report, McGill University, Montreal). Manche Details lassen sich besonders gut erkennen, wenn sie schneebedeckt ist, andere - wie zum Beispiel die vielen kleinen Seeen - sind im Sommer auffälliger.
Überblick über das Tal des Expedition River, White Glacier (oben links), den vorstossenden Thompson Glacier und die Stauchendmoräne (dunkel) vom Gipfel des Little Matterhorn, Mai 1976.
Der Thompson Glacier (ganz links) schiebt die vor ihm liegenden Schottermassen zusammen. Da diese unter Permafrostbedingungen gefroren sind, werden sie als kantige Blöcke auf- und überschoben (Teleaufnahme von Gypsum Hill, Mai 1977).
Im Juni nimmt die Schneeschmelze rasch zu. Die Moräne kontrastiert nun mit dem immer noch schneebedeckten Sander vor ihr (Luftbild von 1976).
Anaglyphenbild der Stauchendmoräne des Thompson Glacier (zum Erkennen des 3D-Effekts ist eine rot-blaue Brille notwendig; Luftbilder Juni 1976).
Die komplexe Topographie wird durch Überschiebungen der gefrorenen Schottermassen verursacht. Trotz der Dynamik des Geländes bleibt sie doch lange genug stabil, dass die Schmelzwasserbäche Täler in die Stauchendmoräne hinen erodieren können. Kleine Seen entstehen, weil das Wasser durch den Permafrost nicht abfliessen kann (2.7.2008).
Ostteil der Stauchendmoräne Luftbild 2.7.2008): Auf diesem Bild ist offensichtlich, dass die Gletscheroberfäche höher liegt als die der Moräne. Dies kann als Folge der geringeren spezifischen Dichte von Eis verglichen mit derjenigen der Schotter im Sander aufgefasst werden.
Dieses Luftbild entstand bei bedecktem Himmel (13.7.2008). Zwar ist die Topographie als Folge des Fehlens von Schatten weniger deutlich zu erkennen, doch dafür treten die zahlreichen Seen besser hervor, welche durch die angehobenen Schotterblöcke gestaut werden.
Die Kompression und Überschiebungen der Blöcke aus gefrorenem Schotter ist ein ausgezeichnetes Modell für die weitaus langsameren Prozesse, welche bei Gebirgsbildungen in grösserem Rahmen stattfinden. Beachte auch die Stratigraphie der Schotter, welche an den steilen Seiten der überschobenen Blöcke sichtbar ist (Luftbild 13.7.2008).
|Photos Jürg Alean|