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Dies ist ein einmaliger Schritt in der indischen Geschichte. Bislang wird das Steuersystem geprägt von Dutzenden bundesstaatlichen und zentralen Steuern und Abgaben.
Mehrwertsteuern, Herstellungssteuern, Servicesteuern oder "Octroi-Abgaben" für die Einfuhr von Waren in bestimmte Städte sind nur einige davon. Auf bestimmte Waren wie Autos oder Alkohol gibt es weitere Abgaben, oft fallen mehrere der Steuern gleichzeitig an und können nicht gegeneinander aufgerechnet werden.
Mit der Vereinheitlichung der Steuer soll sich das ändern - auch zum Vorteil von Unternehmen. Eine wirklich einheitliche Steuer ist die GST aber trotzdem nicht.
Sie vereinfacht zwar das Steuersystem, teilt sich aber dennoch in einen Anteil der Zentralregierung, der einzelnen Bundesstaaten und eine Mischform auf, wenn Waren von einem Bundesstaat in den anderen geliefert werden. Noch ist nicht ganz klar, wie kompliziert die Abrechnung wirklich wird, wenn ein Unternehmen viel Handel zwischen Bundesstaaten betreibt.
Zudem kann gezahlte Steuer nur angerechnet werden, wenn der Vertragspartner sie zuvor auch wirklich an den Fiskus abgeführt hat. Tut er das nicht, bleibt der Verkäufer auf den Kosten sitzen. Beobachter rechnen trotzdem damit, dass das indische Bruttosozialprodukt durch die Neuregelung ein bis zwei Prozent pro Jahr schneller wachsen könnte.
"Unsere grösste Herausforderung ist nun, innerhalb von drei Monaten die Industrie auf die neue Steuer vorzubereiten", sagte Hasmukh Adhia, Staatssekretär für Finanzdienstleistungen im Finanzministerium, in einem Fernsehinterview. "Trotzdem: Der 1. Juni als Startdatum für die GST steht bis auf weiteres fest."
(AWP)