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Land:
Vanuatu
Koordinaten:
14.27°S, 167.50°E
Laufnummer Global Volcanism Program:
257020 (ex 0507-02)
Gipfelhöhe:
710m (Mount Garet)
Kurzcharakteristik:
Caldera
Von Vanuatu, der Inselrepublik im Südpazifik, die bis zum Jahr 1980 als britisch-französisches Kondominium den Namen Neue Hebriden trug, hört man hierzulande bloss selten. Neuigkeiten aus dieser abgelegenen Ecke erreichen uns meist nur, wenn dort tropische Wirbelstürme wüten, wie etwa im März 2015 der Zyklon Pam, oder wenn Vulkane spektakuläre Bilder liefern.
Vulkanologisch hat Vanuatu tatsächlich sehr viel zu bieten. Immerhin umfasst dieser Inselstaat, der sich über ein 1300 Kilometer langes Gebiet erstreckt und aus über 80 Inseln und Inselgruppen zusammensetzt, nicht weniger als 13 Lokalitäten, die in der Liste der aktiven Vulkane der Welt figurieren (also im Laufe der vergangenen 10000 Jahre tätig gewesen sind).
Eine dieser Lokalitäten ist die abgelegene Vulkaninsel Gaua, die früher als Santa Maria bezeichnet worden ist. Sie gehört zu den Banks-Inseln, die zusammen mit den weiter nordwestlich gelegenen Torres-Inseln die vanuatuische Nordprovinz Torba bilden. Um die 3000 Menschen sollen auf der etwas mehr als 300 Quadratkilometer messenden Insel leben. Ihr Lebensstil ist noch sehr traditionell.
Die touristische Bedeutung von Gaua blieb zumindest bislang bescheiden, obwohl die Landschaft dieser Vulkaninsel zweifellos beeindruckend ist. Eine sechs auf neun Kilometer weite Caldera unbestimmten Alters, deren dicht bewachsene Hänge relativ sanft abfallen, formt das Landesinnere. Innerhalb der Caldera hat sich ein sichelförmiger See gebildet, der Lake Letas. Beherrscht wird diese Szenerie vom Mount Garet, auch Mount Gharat genannt, der aus dem See aufsteigt und dessen Aufbau erst nach der Calderabildung erfolgte.
Der Mount Garet ist zwar nicht der einzige Ort, an dem sich in diesem sogenannten Post-Caldera-Stadium Eruptionen ereignet haben. Aber zumindest alle in neuester Zeit dokumentierten Ereignisse konzentrierten sich auf die schachtartig einfallenden Gipfelkrater oder die Flanken dieses symmetrisch aufragenden Vulkankegels. Das Schlüsseljahr war 1962. Damals öffnete sich hoch an der Südostflanke des Mount Garet eine Eruptionsspalte, womit auf Gaua eine angeblich seit 1862 dauernde Periode vulkanischer Ruhe endete.
Seither ist dieser Vulkan immer wieder tätig gewesen: Laut Datenbank des Global Volcanism Program gab es nach 1962 nicht weniger als 15 weitere Eruptionsphasen. Die meisten davon werden mit einem Vulkanexplosivitätsindex (VEI) von 2 taxiert. Eine gewisse Beachtung fand jene Phase, die am 29. September 2009 begann. Sie verursachte heftige Aschenfälle, starke Schwefeldioxid-Entgasungen sowie kleinere Glutlawinen, und in deren Verlauf mussten um die 250 Personen aus exponierten Küstengebieten an andere Orte auf der Insel evakuiert werden.
Die verlässlichste Quelle über das aktuelle Geschehen auf Gaua sind die Bulletins des Vanuatu Geohazards Observatory. Das jüngste Bulletin erschien am 3. August 2016 und stuft die Gefahrenlage* mit 1 ein, also auf einem sehr niedrigen Stand: Der Vulkan sei zwar «unruhig», gewarnt wird aber vor allem vor den anhaltenden Entgasungen.
* Die Gefahrenlage wird durch das Vanuatu Geohazards Observatory anhand einer sechsteiligen Skala eingestuft:
Level 0 – Normal
Level 1 – Signs of Volcanic Unrest
Level 2 – Major unrest
Level 3 – Minor eruption
Level 4 – Moderate eruption
Level 5 – Very large eruption
Empfohlener Link (Video vom 1. Januar 2003):