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Geschichte
Musikgesellschaft Eriswil
Der nachstehende Text stammt aus der Zeit der Gründung 1907 bis zum 100-Jahr-Jubiläum im Jahr 2007 aus der Jubiläumsschrift. Schon 1905 wurde eine Gründungsversammlung abgehalten. In der Gründungsurkunde ist sogar eine Blechmusik erwähnt, welche schon 1886 entstand, aber ums Jahr 1902 wieder auseinander fiel. Das erste öffentliche Konzert fand im Jahr 1907 statt, die Jahrzahlen auf der Fahne und des 50-Jahr und des 75-Jahr-Jubiläums weisen auf 1907 als Gründungsjahr hin.
An der Hauptversammlung vom 12. April 1905 wurde erstmals ein Vorstand gewählt mit Jakob Jost (Präsident), Otto Grossenbacher (Vize), Ernst Schneider (Kassier) und Robert Tanner (Sekretär). Dirigent war A. Mäder, Lehrer in Neuligen. Neben den Instrumenten, welche von der alten Gesellschaft übernommen wurden, mussten auch einige Neuanschaffungen getätigt werden.Amerika-Auswanderer Fritz Liechti z.B. spendete ein B-Cornet für 30 Franken. Am 3. März 1907 wurde eine musikalisch-theatralische Abendunterhaltung durchgeführt. Nicht nur musikalisch trat der Verein in Erscheinung, sondern auch sportlich, denn an der Bundesfeier 1908 auf dem Schwinger oberhalb vom Geisshof wurde für Jünglinge, die die Rekrutenaushebung zu bestehen hatten, eine Vorübung im Hantelheben, Schnelllauf und Weitsprung veranstaltet.
An der HV 1909 wurde die Anschaffung einer Uniform beschlossen, die Weihe fand am 25. April gleichen Jahres im Gasthof zu den Alpen statt. 1911 fand im Thanwäldchen das erste Waldfest statt, und auch an der Einweihung der neuen Schiessanlage im gleichen Jahr, wirkte die Musikgesellschaft mit. Am 28. Juni 1912 wurde der erste Musiktag, mit neun anderen Vereinen, im Oberwald besucht.1915 Mitwirkung am Fest der Bahneinweihung vom 31. August:…“ da ein Pfiff, der Zug kommt in Sicht, und fährt unter dem Krachen der Böllerschüsse und dem Hallo des anwesenden Publikums, in den Bahnhof ein. Zugleich die werten Freunde der Huttwilermusik mitbringend, welche für unsere, sich im Militärdienst befindlichen Mitglieder einspringen mussten.“ Erst ein Jahr nach dem Ersten Weltkrieg konnte wieder mit regelmässigen Proben begonnen werden. An der HV 1920 übernahm Fritz Frauchiger das Dirigentenamt, aber nur unter der Bedingung „… dass während den Übungen nicht geraucht werden darf und dass für die Jungen Extra-Übungen stattfinden sollen.“ Am 14. Mai 1922 fand das erste Waldfest im Fluhwald statt. Die erste grosse Reise wurde am 1./2. Juli 1923 mit einem Lastwagen der Firma Galliker, Luthern-Bad, ins Berner Oberland, mit Übernachtung auf der Wengernalp, unternommen.
1930 wurden neue Instrumente angeschafft, mit einer Instrumenteneinweihung wurde auch gleich das 25-Jahr-Jubiläum gefeiert (damals noch nach dem angenommenen Gründungsjahr 1905). 1934 erfolgte die Anschaffung einer neuen Uniform mit Konzert und Theater „Dorngrüt“ im Gasthof Bären. An der HV 1937 wurde die Anschaffung einer Vereinsfahne beschlossen. In den Jahren des Zweiten Weltkrieges waren die Aktivitäten eingeschränkt, weil viele Mitglieder im Aktivdienst waren. Trotzdem führte die Musikgesellschaft am 19. Juli 1942 den Emmentalischen Musiktag in Eriswil durch.
1946 erfolgte der Beitritt zum Bernisch-Kantonalen Musikverband. Im Herbst desselben Jahres wurde eine Knabenmusik ins Leben gerufen. 1947 wird die Musikkommission ins Leben gerufen. Im August 1947 wollte die Musikgesellschaft auf der Belzhöhe einen Flugtag organisieren, im letzten Moment erfolgte aber eine Absage wegen ungenügender Platzverhältnisse. Kurzentschlossen wurde auf ein Mattenfest mit einem Hornusset umdisponiert. Vor und nach dem Zweiten Weltkrieg war die MG Eriswil auch bekannt für ihre grossen Theateraufführungen wie „S’Hagmattjümpferli“ (1932), „Ueli dr Chnächt“ (1939), „Elsi die seltsame Magd“ (1949), „Blüemlisalp“ (1952) oder „S’Dorngrüt“ (1958).
Zur Finanzierung der Festtische wurde 1950 bei der Kantonalbank von Bern ein Kredit von Fr. 2000.– aufgenommen.
Am 2./3. Juni 1951 wurde erstmals ein Bernisch-Kantonales Musikfest besucht (Langenthal), von wo man mit einem Lorbeerkranz mit Goldfransen heimkehrte. 1957 wurde der 50. Geburtstag der MG mit einem farbenfrohen Umzug durchs Dorf gefeiert. Am 5. Mai 1962 durfte die Gesellschaft im Radiostudio Bern zu Probeaufnahmen antreten, die definitiven Aufnahmen wurden am 6. April 1963 im Huttwiler „Mohren“-Saal aufgenommen. Im Jahr 1965 verhinderte die Maul- und Klauenseuche die geplante Instrumentenweihe. Ab 1966 wurde traditionell im Herbst das Fussballturnier (Dorfturnier) von der Musikgesellschaft organisiert. 1973 fand der Emmentalische Musiktag turnusgemäss wieder in Eriswil statt. Der Besuch des Musiktages in Hasle-Rüegsau im Jahr 1977 fand letztmals mit der Bahn statt, weil die Bahnlinie Huttwil-Eriswil kurz vor dem Abbruch stand. (Nur 62 Jahre nach der Einweihung). 1978 erfolgte ein gemeinsames Konzert mit der MG Grünenmatt-Waldhaus in den Kirchen Trachselwald und Eriswil.
1982 geht als ereignisreiches Jahr in die Eriswiler Musikgeschichte ein. Neben der Feier zum 75. Geburtstag mit Fahnenweihe schenkte sich die MG zum hohen Wiegenfest auch noch eine Schallplatte mit integrierter Jubiläumsschrift. Aber auch die Teilnahme am Musiktag in Wyssachen und am 80. Geburtstag der MG Ufhusen standen auf dem Programm. 1984 kehrte die MG Eriswil vom Bernisch-Kantonalen Musikfest in Lyss mit dem Sieg in der 4. Klasse heim. Ein weiterer Höhepunkt stellte die Teilnahme der nun in der 3. Klasse spielenden Eriswiler am Eidgenössichen Musikfest 1986 in Winterthur dar, wo eine Klassierung im Mittelfeld erfolgte.
Höhepunkt des Jahres 1994 ist die Teilnahme am Kantonal-Bernischen Musikfest in Thun. Als Ersatz für die immer wieder verregneten Waldfeste im Fluhwald wird 1995 ein Oktoberfest auf dem Sägereiareal Minder beschlossen. Die Bergtour an den Oeschinensee im Sommer 1997 war für alle ein eher seltenes, aber eindrückliches Erlebnis ohne musikalischen Auftrag, denn das Vereinsjahr mit Jahreskonzert, Musiktag, Oktoberfest, Adventskonzert und diversen Ständchen bei Empfängen usw. ist in der Regel sehr ausgelastet. Die Teilnahme am Eidgenössischen Musikfest 2002 in Freiburg wurde zu einem schönen Erfolg, vor allem im Selbstwahlstück konnte unter dem seit 1997 wirkenden Dirigenten Markus Balli eine hohe Punktzahl erreicht werden.
Die seit ihrer Gründung in reiner Blechbesetzung spielende MG Eriswil hat sich in den letzten Jahren zur reinen Brass-Band-Besetzung nach englischem Muster entwickelt. Ein Versuch in Richtung Harmoniebesetzung wurde 1973 wieder aufgegeben. Mit Dirigent Markus Ball kam erstmals ein Exponent der Brass-Band-Szene nach Eriswil. Mit André Gygli besuchten die Eriswiler 2004 erstmals ein kant. Musikfest (Belp) in der 2. Klasse, wie auch das Eidg in Luzern 2006.
Die Ausbildung von Jungbläsern konnte in den sechziger Jahren dank Ausbildnern aus den eigenen Reihen wieder aufgenommen werden. Dank dem, dass etliche Nachwuchsleute auch die Musikschule in Huttwil besuchen, kann die MG Eriswil ein erfreuliches musikalisches Niveau aufweisen.
Tambourengruppe
Die Tambourengruppe wurde 1969 vom damaligen Musiktambour Fritz Zuber ins Leben gerufen. Seit Beginn wurde neben der Teilnahme an der Marschmusik auch immer ein Bühnenauftritt am Jahreskonzert einstudiert. Mit diesen Bühnenauftritten entwickelten die Eriswilertambouren und Tambourinnen zu einer Rytmusgruppe von beachtlichem Niveau, sie steht heute unter der Leitung von Peter Marending. Mit ihrer Teilnahme an Marschmusikauftritten mit anderen Vereinen, haben sie sich in der Region einen Namen geschaffen.
Geschrieben von Ernst Nyffenegger