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Staatsarchiv Schwyz
Innenraum (Lesesaal)
Staatsarchiv Schwyz
Innenraum (Lesesaal)
Staatsarchiv Schwyz
Adresse
6430 Schwyz
SZ
Architektur
Die Waeber Dickenmann GmbH hat die bestehende Turnhalle raffiniert umgenutzt und den historischen Bau auch nach aussen hin mit modernen Akzenten versehen. Der Archivbau ist radikal und polarisiert im ländlichen Kontext: Die funktionale, zeitgemässe Lösung überzeugt zumindest die Fachwelt.
Chronologie
Das 1856 gegründete Schwyzer Kollegium unterstand bis 1972 dem Bistum Chur. Seitdem wird es als Kantonsschule geführt. Das angegliederte, renommierte Zentralschweizer Internat wurde 2001 geschlossen. In den Räumen des historistischen Baukomplexes sind heute Teile der Schwyzer Kantonsverwaltung untergebracht, unter anderem auch das Staatsarchiv. Die Kapazitäten des Staatsarchivs gerieten in den 1990er-Jahren zunehmend an ihre Grenzen. Das Erweiterungsprojekt wurde 1997 als Studienauftrag an fünf Architekturbüros vergeben. Ausgewählt wurde der Vorschlag des Zürcher Büros Waeber Dickenmann GmbH. Nach einer Volksabstimmung 1998 konnte mit dem Bau, einer Kombination aus Umnutzung der bestehenden Turnhalle und einem Magazinneubau, gestartet werden. 2002 waren die Räumlichkeiten bezugsbereit.
Lage
Das Kollegium beziehungsweise das Staatsarchiv befinden sich in exponierter Lage am nordöstlichen Rand von Schwyz. Das am Hang liegende, in Wiesen eingebettete Areal wird von der Ried-, der Kollegiumstrasse und dem Theodosiusweg erschlossen. Das Kollegium ist ein symmetrischer Baukomplex mit zwei Innenhöfen. Im Zentrum steht die Maria-Hilf-Kirche. Das Staatsarchiv nimmt die im Osten angefügte, eingeschossige Turnhalle ein, der fünfgeschossige Archivneubau erhebt sich nördlich dieser Halle.
Beschreibung
Für die Nutzung als Verwaltungsbereich und als Lesesaal wurde ein Zwischenboden in die Turnhalle eingezogen und die historistische Fassade mit ihren grossen Rundbogenfenstern und Bauzierden renoviert. Die neu eingestellte Glasfassade besitzt eine asymmetrische Teilung.
Der Archivneubau kontrastiert im Hintergrund als kubischer, längsrechteckiger Baukörper. Zwei der fünf Geschosse sind in das Gelände eingetieft und nehmen die Höhe der Turnhalle beziehungsweise deren neue Unterteilung auf. Die Fassade des Archivs ist mit grossformatigen, beigen Kunststeinplatten verkleidet, die farblich mit dem historischen Bau harmonieren. Die Fugen der abwechselnd horizontal und vertikal gesetzten Platten zeichnen feine Linien auf den Baukörper. Spannungsvoll angeordnete, horizontale und vertikale Fensterschlitze beleben die überwiegend geschlossene Fassade. Die Fensterschlitze sind mit Lochblechen überdeckt, sodass durch den bündigen Abschluss die kubische Form des Baukörpers gewahrt bleibt. An der schmalen Westseite setzt sich das Schlitzmotiv in einem Vordach fort, das die Anlieferung überdeckt. Auch der Rand des Flachdachs zeichnet sich als schmaler Blechstreifen ab.
Literatur