Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03317.jsonl.gz/97

Nachwuchs- und Seniorenturniere, welche die ITF ausrichtet, finden auch weiterhin in China statt. Das hat der Tennis-Weltverband entschieden. ITF-Präsident David Haggerty sagte zur BBC: «Wir wollen nicht eine Milliarde Menschen bestrafen.»
Haggerty reagierte auf den «Fall Peng Shuai». Die chinesische Spitzenspielerin, Doppel-Siegerin in Wimbledon und an den French Open, hatte vor rund einem Monat auf der chinesischen Social-Media-Plattform Weibo Vergewaltigungsvorwürfe gegen den ranghohen Parteifunktionär Zhang Gaoli erhoben, mit dem sie angeblich eine On-Off-Beziehung führte. Der Eintrag blieb nur kurz online und verschwand danach ebenso wie Peng Shuai, von der man zwei Wochen lang kein Lebenszeichen vernahm.
Die Frauen-Profitour WTA beschloss daraufhin, bis auf Weiteres keine Turniere in China auszurichten, solange der Fall nicht geklärt und Peng Shuai in Sicherheit ist. Dass das Internationale Olympische Komitee (IOC) nach Video-Chats mit der Tennisspielerin die Situation zu beruhigen versuchte, änderte nichts am Entscheid der WTA. Die Männer-Tour ATP schloss sich dem Boykott nicht an, man sei der Meinung, dass man mit einer globalen Präsenz die besten Chancen habe, etwas bewirken zu können.
ITF-Präsident David Haggerty betonte, als Dachverband des Tennissports setze man sich für die Rechte aller Frauen ein. «Die Anschuldigungen müssen untersucht werden, und wir werden weiterhin hinter den Kulissen und direkt daran arbeiten, eine Lösung zu finden», sagte er zur BBC.
Weshalb man dennoch in China bleibt, begründete der 64-jährige Amerikaner so: «Man darf nicht vergessen, dass die ITF der weltweite Dachverband des Tennissports ist, und wir sind unter anderem für die Entwicklung der Basis zuständig. Wir wollen nicht eine Milliarde Menschen bestrafen, also werden wir unsere Junioren-Veranstaltungen im Land und unsere Senioren-Veranstaltungen, die es dort gibt, vorerst weiter durchführen.»
Man werde die Situation von Shuai Peng weiter analysieren und diese Bemühungen in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Tennisverband fortsetzen, sagte Haggerty weiter. «Aber wir sind der Meinung, dass die Förderung der Basis und das Ermöglichen von Tennis ein wichtiges Element dazu ist.» (ram)
Wer in der vergangenen Woche die beiden Champions-League-Spiele in London und Madrid parallel verfolgte, kam kaum zum Luftholen. Beide Partien boten nicht nur zahlreiche und gefühlt immer schönere Tore, sondern auch viele fussballerische Kabinettstücke und umstrittene Szenen. Das war beste Werbung für den Sport, die eigentlich kaum zu toppen ist. Oder doch?