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Dufour – der humanitäre General
Guillaume Henri Dufour war ein Mann mit vielen Begabungen. Als Kartograf erschuf er die erste exakte Karte der Schweiz. Als General verhinderte er im Sonderbundskrieg eine Eskalation. Als Humanist war er Mitbegründer des Roten Kreuzes.
Der Genfer Guillaume Henri Dufour (1787 – 1875) studierte in der Calvinstadt Geisteswissenschaften und Physik. Ab 1807 bildete er sich in Frankreich militärisch weiter. Zuerst in Paris, dann in Metz. 1811 trat Dufour in die französische Armee ein. Genf gehörte zu dieser Zeit zu Frankreich. Die Franzosen hatten die Stadt 1798 annektiert und erst nachdem Napoleon endgültig geschlagen war, wurde Genf am Wiener Kongress 1815 der Eidgenossenschaft zugeschlagen.
Guillaume Henri Dufour war ein gebildeter Soldat, der viel von Geografie, Planung und Taktik verstand. Das blieb den Franzosen nicht verborgen und so machte sich der Genfer in der Armee Napoleons schnell einen guten Namen und wurde zum Hauptmann im Generalstab befördert. Bald wurde er nach Korfu verlegt, um die Insel gegen die Engländer zu verteidigen. Dort beschäftigte er sich intensiv mit dem Thema Befestigungsbau. Dafür zeichnete er immer wieder neue Karten. Eine Übung, welche ihm später bei der Produktion der ersten exakten Karte der Schweiz (Dufourkarte) sehr entgegen gekommen ist.
Der Genfer kehrte 1817 in seine Heimatstadt zurück und wurde Kantonsingenieur. Gleichzeitig trat er der neu geschaffenen eidgenössischen Armee bei und war 1819 Mitbegründer der Militärschule von Thun. Dufour unterrichtete im Berner Oberland bis 1831. Zu seinen Schülern gehörte auch der spätere französische Kaiser Napoleon III. Der Neffe von Napoleon Bonaparte wohnte mit seiner Mutter, Königin Hortense, auf Schloss Arenenberg im Thurgau. Nach dem Sturz von Napoleon Bonaparte war Hortense mit ihrem Sohn 1815 in die Schweiz geflüchtet und hatte dort Exil erhalten. Guillaume Henri Dufour und Napoleon III. blieben sich ein Leben lang tief verbunden.
Einer der Architekten des neuen Bundesstaates
In der Armee der Eidgenossenschaft wurde Dufour zum Oberst und später zum Chef der Generalstabsabteilung ernannt. Als es in den 1840er-Jahren zwischen liberalen und konservativen Kantonen zu brodeln begann, wurde der Genfer 1847 zum General ernannt und führte die eidgenössische Truppen in den Sonderbundskrieg. In diesem Konflikt bewies Dufour diplomatisches Geschick und zeigte sich von seiner humanitären Seite. Die Auseinandersetzung endete nach drei Wochen fast unblutig und ohne grosse Plünderungen. Das war vor allem General Dufour zu verdanken, der seine Truppen diszipliniert hatte und den Gegner, wo möglich, schonte. Dufours Vorgehen war ein Grundstein, welcher die Gründung des Bundesstaates von 1848 ermöglicht hat. Wären die Feindseligkeiten nach dem Sieg der eidgenössischen Truppen zu gross gewesen, wären eine Aussöhnung und der gemeinsame Weg in die Zukunft unmöglich gewesen.
Neben seinen militärischen Leistungen brillierte Guillaume Henri Dufour auch in der Kartografie, war politisch aktiv und gehörte zu den Mitbegründern des Roten Kreuzes. Diese Organisation passte bestens zu Dufour und seinen Überzeugungen. Als hoher Militär verlieh er dem Unternehmen die nötige Glaubwürdigkeit und konnte gleichzeitig seine bereits im Sonderbundskrieg vorgelebten humanitären Grundsätze in ein langfristiges Projekt umwandeln. Es ist auch Guillaume Henri Dufour zu verdanken, dass es in Kriegen bis heute gewisse Regeln gibt (Genfer Konvention).
Guillaume Henri Dufour. Foto: Schweizerisches Nationalmuseum
Der Genfer schaffte es sogar auf die 20-Franken-Note von 1955. Foto: Schweizerisches Nationalmuseum
In einer Lithografie von 1848 wurde der General der eidgenössischen Truppen im Sonderbundskrieg verewigt. Foto: Schweizerisches Nationalmuseum
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