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Warum wird der hl. Nikolaus auf dem Hochaltarbild mit drei goldenen Kugeln dargestellt?
Nach der Legende soll Nikolaus - noch bevor er Bischof wurde - drei Töchtern eines mittellosen Vaters zu einer Mitgift verholfen und ihnen derart die Heirat ermöglicht haben. Als er nämlich hörte, so die Überlieferung, dass ihr Vater sie aufgrund seiner Armut zu Prostituierten machen wollte, warf er drei Mal des Nachts je einen Goldklumpen durch deren Fenster. Beim dritten Mal ertappte ihn der Vater, worauf Nikolaus ihm gebot, bis an sein Lebensende niemandem davon zu erzählen.
Dass die direkt am Zugersee gelegene Kapelle dem hl. Nikolaus geweiht wurde, ist kein Zufall. Der Heilige, der in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts als Bischof der kleinasiatischen Hafenstadt Myra wirkte, ist einer der bekanntesten Heiligen des Christentums. Seit jeher wurde er als Patron der Seefahrer und Schiffsleute angerufen und als Wasserheiliger verehrt.
Die heutige Kirche stammt, wie es die Jahreszahl über dem Eingang anzeigt, von 1619 und ersetzte eine ca. 150 Jahre ältere Kapelle. Die reiche Ausstattung, speziell aus der Barockzeit, wurde bis ins 19. Jahrhundert immer wieder dem Zeitgeschmack angepasst. So wurde der Hochaltar 1811 klassizisistisch erneuert, das Gemälde von 1716 aber wiederverwendet. Die Seitenaltäre von 1850 zeigen links die die Muttergottes und das Jesuskind sowie einen Engel, der Rosen zu Kränzen windet, und rechts Jesus am Ölberg von Melchior Paul Deschwanden. An der Rückwand der Kapelle hängt ein Gemälde des hl. Nepomuk, der in der zweiten Hälfte des 18. Jh. den hl. Nikolaus als Wasserheiligen ablöste.
Eine Besonderheit ist das Heiliggrab von 1774 der Kapelle St. Nikolaus. So beliebt und verbreitet Heilige Gräber in der Barockzeit waren, auf uns gekommen sind nur wenige. Im Kt. Zug sind es lediglich zwei, jenes von Risch, das eingelagert ist, und das von Oberwil. Dieses wurde anlässlich der 400 Jahr Feier der Kapelle, 2019, restauriert und wieder in Stand gestellt. Das Grösste und künstlerisch Bedeutendste Heiliggrab in der Schweiz ist jenes im Chorherrenstift Beromünster im Kt. Luzern (Video SRF).
Geschichten
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Standort
Weiterführende Informationen
Literatur
- Linus Birchler, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Bd. 1, Basel 1934, S. 292-295.
- Thomas Kamm u.a., Sein Grab wird herrlich sein: heilige Gräber als Zeugen barocker Frömmigkeit, Werr 2003. (Rezension)