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Was ist Ihre früheste musikalische Erinnerung?
Das war ein Tom und Jerry-Cartoon: Ich sass vor dem Fernseher und sah, wie Tom – der Kater – Liszts Zweite Ungarische Rhapsodie spielte. Danach begann ich mit dem Klavierspielen und beschloss, Pianist zu werden. Zwei Jahre war ich damals alt.
Dieses Erlebnis löste also Ihren Wunsch aus, Musiker zu werden?
Ja, meine Entscheidung stand bereits im Alter von zwei Jahren fest. Also ungefähr in der Zeit, als ich sprechen lernte: Ich vermochte meine ersten Sätze zu sagen, als ich meine ersten Musikstücke spielen konnte. Insofern war es für mich von Anfang an ganz selbstverständlich, ein Musiker zu sein. Es bedurfte keines weiteren «Schlüsselerlebnisses», das mich darin «bekräftigte».
Welches Werk oder welche Werke empfinden Sie als todtraurig?
Die Kindertotenlieder von Gustav Mahler.
Und welches Werk erscheint Ihnen als Inbegriff der Lebensfreude?
Das hängt von der Stimmung ab, in der ich bin. Und die ändert sich andauernd. Insofern gibt es eine ganze Menge Werke, die mir freudig erscheinen.
Gibt es Musik, die Sie psychisch derart stark bewegt, dass Sie vor einer Aufführung zurückschrecken?
Unbedingt, und zwar vor, während und nach dem Konzert. Aber das gelingt nicht einzelnen Stücken, sondern hängt von den Umständen ab, vom besonderen Moment.
Gibt es Musik, die bei Ihnen wie eine Medizin auf Leib und Seele wirkt?
Ja, Musik kann mich richtiggehend «hochziehen». Wenn ich einmal niedergeschlagen oder erschöpft bin, dann muss ich einfach nur Musik machen. Das rettet mich.
Werden Sie von musikalischen Eindrücken verfolgt (der «Ohrwurm-Effekt»)?
Immer dann, wenn ich CD-Aufnahmen mache. Ich bin dann so tief in das jeweilige Stück eingetaucht, dass es mich 24 Stunden lang begleitet.
Glauben Sie, dass der Mensch durch die Musik «besser» wird: intelligenter, kommunikativer, sensibler?
Ja, ich denke, dass Musik unsere Herzen berührt und unsere Sinne schärft.