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Ab 1957 bildeten die vier höheren ausgegebenen Banknoten der fünften Serie erstmals in der Schweizer Banknotengeschichte eine thematische und formale Einheit: Das Porträt der Vorderseite hatte jeweils mit dem Bildmotiv der Rückseite zu tun. Meistens zeigt es Frauen, einen Knaben- oder Meitli-Kopf. Bei der fünften Banknotenserie wurde das braunrote 10er-Nötli nicht nur entworfen und gedruckt, sondern auch ausgegeben. Es widmet sich unserem Nationaldichter Gottfried Keller. Die Rückseite zeigt eine typische Schweizer Bergpflanze, die kriechende Nelkenwurz. Der Entwurf stammt von dem SchweizerGrafiker und Briefmarkenkünstler Hermann Eidenbenz. Die 10er- und die 20er Banknote sind die einzigen der Serie, die in Zürich und nicht in London gedruckt wurden. Das 10er-Nötli wurde am 1. Mai 1980 zurückgerufen.
Gottfried Keller wurde am 19. Juli 1819 als Sohn eines Drechslermeisters in Zürich geboren. Der Vater starb früh. Die Familie lebte fortan in sehr bescheidenenVerhältnissen - der kleine Gottfried besuchte die Armenschule. Schon früh zeigte sich seine Begabung für Malerei und Literatur. Gottfried Keller wollte ursprünglich Landschaftsmaler werden. Er absolvierte daher eine entsprechende Lehre. Nach einem ausschweifenden Künstlerleben in München kehrte er 1842 erfolg- und mittellos und von Typhus gezeichnet nach Zürich zurück. Er zweifelte an seinem Talent als Maler und widmete sich von nun an der Literatur.
Erste Gedichte wurden 1845 veröffentlicht. Seine Reisen führten ihn zum Studium der Literaturgeschichte an die Heidelberger Universität, dann zog es ihn nach Berlin. Dort entstand eines seiner bekanntesten Werke - die Roman-Reihe "Grünen Heinrich". In diesem Bildungsroman schriebt er auch über seinen gescheiterten Jugendtraum, Malerzu werden. Thematisch liess sich Gottfried Keller vom Vormärz - der Jahre vor der Märzrevolution 1848 - inspirieren: der Forderung nach Gleichbehandlung aller Menschen, einer demokratischen Verfassung und der Pressefreiheit. Dieses Werk gilt bis heute als eines der wichtigsten literarischen Werke des bürgerlichen Realismus. Es erreichte aber erst nach Kellers Tod eine ungeheure Popularität. Finanziell brachte es Keller so gut wie nichts.
Zurück in Zürich wurde Keller 1861 zum Ersten Staatsschreiber gewählt. Zum ersten Mal in seinem Leben verfügte er über ein geregeltes Auskommen. Imselben Jahr erschien seine Novelle "Das Fähnlein der sieben Aufrechten", die seinen Ruhm als Nationaldichter der Schweiz mitbegründete. Andere Werke wie "Die Leute von Seldwyla" oder "Romeo und Juliaauf dem Dorfe" gingen in die Literaturgeschichte ein. Der Titel einer Novelle wurde sogar zum geflügelten Wort: "Kleider machen Leute". Gottfried Keller starb am 15. Juli 1890 in seiner Heimatstadt Zürich.
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