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Meteorologie und Physik des Erdballs
1. Die erste betrifft die Beobachtung einer bemerkenswerten Parhelie, gesehen in Berlin am vergangenen 16. Juni von sieben Uhr dreißig bis neun Uhr dreißig.
Die Atmosphäre war ein wenig verschleiert, im Osten etwas bewölkt. Die Sonne schien mit ihrer ganzen Helligkeit und stand am Rand eines großen weißlichen Kreises, dessen Mittelpunkt sich etwa im Zenit befand. Im Inneren dieses Kreises, aber näher an der Sonne als an dessen Zentrum, schnitten sich zwei Bögen gleicher Krümmung, aber von geringerem Radius als der des weißlichen Kreises. Zwischen den beiden Bögen, und außerhalb derselben, erschienen auf der gleichen Kreislinie wie die wahre Sonne zwei Bilder von ihr, welche in Prismenfarben leuchteten. Einen Augenblick lang sah man an der Peripherie des weißlichen Kreises fünf Sonnen. Nach und nach auch Stücke von Regenbögen. Überall, wo sich die Prismenfarben zeigten, war das Rot innen, der Sonne entgegengesetzt, und das bleu (violett) an der Außenseite. Der senkrechte weiße Streifen, der manchmal durch die Sonne geht und den Herr Babinet Eiskristallen in geringer Höhe und horizontaler Achse zuschreibt, wurde nicht beobachtet. Vorhandensein von schwebenden Eiskristallen in hohen Regionen und vielleicht dauerhaft, so daß am selben Tag Nebensonnen in Berlin und Nebenmonde (die soles nocturni des Plinius) in Sans-Souci gesehen wurden.
Ein Brief von Herrn von Humboldt an Herrn Arago enthält drei Mitteilungen, die wir hier weitergeben möchten