Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03486.jsonl.gz/1313

Bläsitor und Riehentor
Frau Z. / 01.Februar 2005:
Ich bin per Zufall auf Ihre Website gestossen und bin hell begeistert. Danke für Ihre Bemühungen und Informationen.
Da ich mich seit einiger Zeit mit der Familiengeschichte befasse, stiess ich auch darauf, dass mein Ur-ur-Grossvater Sperrer am Bläsi- und Riehentor war. Leider fand ich zu diesen beiden Stadttoren keine Informationen. Haben Sie sowas?
Antwort von altbasel.ch:
Das Amt Ihres Ur-ur-Grossvaters ist heute im Name der "Sperrstrasse" verewigt. Zu den beiden Kleinbasler Stadttoren habe ich noch nicht genug Material um einen Beitrag auf altbasel.ch zu bringen. Aber anbei schicke ich Ihnen gerne was ich bereits zusammen habe.
Das Bläsitor um 1615
Erstmals erscheint das Bläsitor Anno 1256 in den Annalen, man nannte es damals Isteinertor. Es war aber auch als St.Annator bekannt, wegen der St.Anna-Kapelle die seit dem 15.Jh im Vorhof des Tores lag. Im Gegensatz zum "oberen" Riehentor war das Bläsitor zudem auch als “niederes Tor” bekannt.
Sein späterer Name ist auf das Kloster St.Blasien zurückzuführen, dessen Gutsverwalter in der Nähe seinen Hof hatte. Das Bläsitor verdankte seine besondere Lage, quasi in einer Ecke der Kleinbasler Stadtmauer liegend, der Mauererweiterung die 1278 zusätzlich um das Kloster Klingental herum geführt wurde.
Dadurch entstand der einmalige Vorhof mit der Kapelle und einem kleinen Vortor an der heutigen Sperrstrasse. Im 18.Jh. erhielt das Tor eine Uhr und ein Glockentürmchen auf dem Pyramidendach. Der Stadtgraben vor dem Tor wurde 1810 zugeschüttet. Das Ende des Bläsitors kam mit dem Abriss im Juli 1867. Die Turmuhr erhielt eine neue Heimat an der Clarakirche.
Das Riehentor um 1615
Das Riehentor wird erstmals um 1265 als Teil der Kleinbasler Stadtbefestigung erwähnt. Es wurde auch "oberes Tor", "St.Theodorstor" oder "Heiligkreuztor" genannt. Auf seiner Feldseite trug es vor der Reformation eine Kreuzigungstafel die Johannes und Maria zeigte. Bei schlechtem Wetter hängte der Torwächter das Gemälde ab und nahm es ins Trockene.
Früher war das Tor von einem Zinnenkranz gekrönt, in dem ein Satteldach sass. Der Kranz wurde 1840 durch den Treppengiebel ersetzt. Damals verschwand auch das Dach, welches zuvor das Vorwerk überspannte. Die bei diesem Umbau montierte Uhr war die erste des oberen Kleinbasels.
Das Tor hatte vor dem Graben ein ab 1443 belegbares Vorwerk, das im 17.Jh durch eine Schanze ergänzt wurde. Beim seit jeher verehrten Heiligen Kreuz vor dem Tor, erhob sich später die Elendkreuzkapelle. Nebst dem Spalentor galt das Riehentor als schönstes Tor Basels, dennoch wurde es im Mai/Juni 1864 abgerissen.
zurück