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Schon des öftern war unter den HSPlern das Thema, welche Narkose-Art bei einer Operation durchgeführt werden soll, oder man hörte die Aussage: "Bei mir brach die HSP nach einer Operation aus".
Ich selber habe mitte Oktober 2010 folgende Erfahrung gemacht: Ich teilte dem Anästhesisten mit, dass ich HSP habe, und fragte welche Narkose-Art bei dieser Nervenkranheit in Frage komme ?
Die Antwort war ganz klar: "Vollnarkose"
Bei einer Teilnarkose wird ein Medikament in das Nervenwasser gespritzt, also in die Gegend wo unsere Nerven defekt sind, und dies soll wenn möglich verhindert werden.
Da sich dieser Arzt mit der HSP nicht gut auskennt, sagte er mir dass bei MS-Patienten wenn irgendwie möglich immer eine Vollnarkose angewendet werde, und das bei uns HSPlern genau gleich vorgegangen werde, somit also bei allen Menschen mit Nervenkrankheiten.
Rückenmarksnahe Regionalanästhesie (Teilnarkose)
Die Spinalanästhesie und die Epiduralanästhesie (auch: Periduralanästhesie) sind die beiden wichtigsten Verfahren. Ein Medikament zur örtlichen Betäubung (Lokalanästhetikum) wird bei einer Spinalanästhesie in das Nervenwasser (Liquor) gespritzt, welches das Rückenmark umgibt. Daraus entsteht eine völlige Schmerz- und weitgehende Empfindungslosigkeit, aber auch eine Muskellähmung im unteren Körperbereich für die Dauer von bis zu 2-5 Stunden. Bei einer Epiduralanästhesie wird mit der Nadel dieser Liquorraum nicht punktiert, sondern das Lokalanästhetikum wird unmittelbar davor in den Spalt zwischen Rückenmarkshülle und Wirbelkanal gespritzt (Epiduralraum). In fast allen Fällen wird dazu ein kleiner Plastikkatheter durch diese Nadel in den Epiduralraum eingeführt. Weitere Lokalanästhetikagaben und damit eine erfolgreiche Schmerzausschaltung sind so länger dauernd, für viele Stunden bis zu einigen Tagen, möglich.
Mögliche Beschwerden nach einer Operation in Teilnarkose sind: Schmerzen, wenn das Gefühl im Operationsgebiet wieder zurückkehrt Über mehrere Stunden andauernde Gefühls- oder Bewegungsstörungen im betroffenen Gebiet Übelkeit und Erbrechen Harnverhaltung Kopfschmerzen Als mögliche, jedoch sehr seltene Komplikationen sind Nervenschäden, Bluterguss in der Tiefe, Infektion und Entzündung denkbar.
Allgemeinanästhesie (Vollnarkose)
Eine Allgemeinanästhesie kann grundsätzlich für jeden Eingriff durchgeführt werden. Sie ist zwingend vorgesehen bei grossen Operationen vor allem an Herz, Lunge, im Magendarmtrakt und am Gehirn. Durch eine Allgemeinanästhesie werden die Schmerzempfindung und das Bewusstsein für die gewünschte Dauer mit verschiedenen Medikamenten ausgeschaltet. Alle lebenswichtigen Körperfunktionen wie Herztätigkeit, Kreislauf und Atmung werden durch das ständig anwesende Anästhesieteam (mindestens bestehend aus Anästhesieärztin/-arzt und Anästhesie-Pflegefachperson) mit Hilfe spezieller Geräte ununterbrochen überwacht und wenn nötig mit Apparaten und Medikamenten unterstützt. In der Regel wird für eine Allgemeinanästhesie, die voraussichtlich länger als eine Stunde dauern wird, ein Beatmungsschlauch (Tubus) zur Sicherung der Atmung in die Luftröhre eingeführt (Intubation).
Mögliche Beschwerden nach einer Operation in Allgemeinanästhesie sind Heiserkeit, Schluckbeschwerden, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Kältegefühl, Kältezittern, Schwierigkeit beim Wasserlösen und Schmerzen im Operationsgebiet. Diese Beschwerden sind gegenüber früher viel seltener geworden und können durch entsprechende Massnahmen auch sofort gezielt behandelt werden. Es ist daher wichtig, dass uns die Patientin oder der Patient die jeweiligen Beschwerden und Empfindungen mitteilt.
Die Allgemeinanästhesie ist zu einem sehr sicheren Verfahren geworden
Statistisch gesehen ist es wesentlich gefährlicher, ins Spital zu fahren, als dann dort operiert und anästhesiert zu werden! Trotzdem können, wenn auch selten, einige typische Komplikationen auftreten: Zahnschäden, Verletzung der Lippen durch die Intubation Aspiration (Eintritt von Erbrochenem in die Luftwege) bei Patienten mit entsprechendem Risiko (Darmverschluss, voller Magen, Schwangerschaft, saures Aufstossen in der Vorgeschichte etc.) Zusätzliche Risiken sind möglich, wenn spezielle Massnahmen (z.B. Urinkatheter, Gefässkatheter, Bluttransfusion etc.) notwendig werden.