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access_time veröffentlicht 21.04.2020
Antikörperabhängige Immunstimulation: Übersicht zur Bedeutung bei COVID-19
Prof. Dr. med. Reto Krapf
COVID-19 Kurz und bündig
Antikörperabhängige Immunstimulation: Übersicht zur Bedeutung bei COVID-19
21.04.2020
Prof. F. Negro (Genf) präsentiert im Swiss Medical Weekly eine kritische und hervorragende Übersicht über das Phänomen der antikörperabhängigen Immunstimulation. Wie die Abbildung zeigt, ist das Phänomen vor allem bei den Flaviviridae (z.B. Dengue) beschrieben, wenn auch die quantitative klinische Bedeutung zu klären bleibt. Beim sogenannten «antibody-dependent enhancement» (ADE) können Antikörper (IgG), die von einer früheren Infektion mit dem Virus oder einem verwandten Serotyp stammen, Immunkomplexe mit dem neu infizierenden Virus der gleichen Spezies bilden. Diese werden dann von Makrophagen internalisiert, die im Gefolge aktiviert werden und vermehrt proinflammatorische Zytokine sezernieren.
Ob und inwiefern das Phänomen bei COVID-19 besteht und zum Beispiel schwerere Verläufe miterklärt, ist unklar. Die Induktion von IgG durch zu entwickelnde Impfstoffe erinnert aber daran, dass dieses Phänomen bei COVID-19 zu klären ist.
Schematische Darstellung der antikörperabhängigen Verstärkung, wie sie für das Dengue-Virus (DV) berichtet wurde. Viren werden durch heterotypische Antikörper aus einer früheren Infektion erkannt. Die Komplexe binden sich dann an den Fcγ-Rezeptor auf der Oberfläche der Makrophagen und werden internalisiert. Die DV-Replikation führt zu einer erhöhten Viruslast und einem funktionellen Wechsel der Makrophagen hin zu einem proinflammatorischen Zytokin-Sekretionsprofil. (Nachdruck mit freundlicher Genehmigung)