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Inhalt - 2010 -
Geschichte des Schweizer Bauernverbandes von 2010 -
2013
Ab Frühling erholten sich die Schweinepreise und sie konnten sich bis zum Jahresende auf einem beachtlichen Durchschnittspreis von Fr. 4.50 je kg Schlachtgewicht ab Hof halten, rund 1 Franken mehr als der Durchschnittspreis 2012 betrug. Auch für das übrige Schlachtvieh lösen die die Bauern im Jahresschnitt bessere Preise als im Vorjahr. Einzig das Zucht- und Nutzvieh verharrte auf einem tiefen Niveau. Zu Jahresbeginn traten der Präsident der Schweizer Milchproduzenten (SMP), Peter Gfeller und der SMP-Direktor Albert Rösti zurück wegen den andauernden Problemen im Milchmarkt. Kurt Nüesch wurde darauf als neuer Direktor bestimmt und Hanspeter Kern wurde am 30. Mai von den SMP-Delegierten zum neuen SMP-Präsidenten gewählt. 2013 war dann das Jahr, wo sich auf dem Milchmarkt der Wandel von der Milchschwemme zum Milchmangel vollzog. Ab April erhöhte die BOM den Richtpreis für A-Milch auf 66 Rp. pro Kilo Milch und der zweiten Jahreshälfte stieg der Richtpreis 69 Rp. Zur Enttäuschung der Produzenten stieg der Milchpreis bis zum Jahressende nicht weiter an, erst auf den 1. Januar 2014 wurde der Richtpreis um 2 Rappen auf 71 Rp. erhöht. Im Sommer bezahlte Emmi wegen Milchmangel eine Sonderprämie von 10 Rp. für jedes zusätzliche Kilo Sommermilch. Der SBV-Vorstand prüfte, gegen die neue AP 2014-17 das Referendum zu ergreifen. Der SBV ergriff das Referendum schliesslich nicht, dafür das Bäuerliche Zentrum Schweiz, der Westschweizer Winzer Willy Cretegny und die Westschweizer Bauerngewerkschaft Uniterre. Es gelang ihnen jedoch nicht, genügend Unterschriften innerhalb der gesetzlichen Frist bis zum 13. Juli zu sammeln. Die AP 2014-17 tritt plangemäss auf den 1. Januar 2014 in Kraft. Zentrale Elemente sind die Abschaffung der Tierbeiträge und die Ausrichtung von Versorgungsicherheits-, Kulturlandschafts-, Biodiversitäts-, Produktionssystems-, Ressourceneffizenz- und Übergangs- sowie Landschaftsqualitätsbeiträge. An der Delegiertenversammlung vom 20. November beschlossen die SBV-Delegierten, eine eidgenössische Initiative „Für Ernährungsicherheit“ zu lancieren.
2012
Im Mai 2012 fiel der mittlere Industriemilch-Preis auf 55,5 Rp. pro Kilo Milch laut der Marktbeobachtung des Bundesamtes für Landwirtschaft. Damit wurde ein neuer, unrühmlicher Tiefstpreis erreicht. Der Franken-Euro-Kurs bereitet nach wie vor Probleme, indem zwar die Exportmenge beim Käse gesteigert werden konnte, die Durchschnittspreise im Export jedoch stetig sanken. Der starke Schweizer Franken kurbelt den Einkaufstourismus an, was den Absatz von Milchprodukten im Inland bremst. Ab März erholten sich die Schweinepreise von ein halbes Jahr andauernden Tiefstpreis von Fr. 3.10 je kg Schlachtgewicht ab Stall. Auch 2012 gelang es der BOM leider nicht, die Milchmenge in den Griff zu bekommen, wenigstens stieg der Milchpreis per Ende Ende Jahr beschloss der SMP wieder der BOM beizutreten, weil ihm drei Vorstandssitze in der BOM zugesichert wurden. Am 21. November wurde Markus Ritter zum Nachfolger von Hansjörg Walter als Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV) gewählt. Der abtretende Hansjörg Walter, SBV-Präsident von 2000 bis 2012, wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt.
2011
In der Neujahrsmedienkonferenz zeigte der SBV auf, dass es Kraftakte braucht, damit die Landwirtschaft den wachsenden Bedarf an Nahrung in Zukunft abdeckt. Fruchtbare landwirtschaftliche Böden müssen geschützt werden, fordert der SBV. Der starke Franken und der imme schwächer werdende Euro haben – neben der Schweizer Wirtschaft – auch fatale Folgen für den Export von Schweizer Nahrungsmitteln. Die zunehmende Euroschwäche droht den Schweizer Käseexport in den Abgrund zu reissen. Die ungelösten Probleme auf dem Milchmarkt finden im Jahr 2011 keine Lösung. Das Mehrstufenmodell der Branchenorganisation Milch (BOM) mit A-, B- und C-Milch sollte zum Tragen kommen, aber die Probleme auf dem Milchmarkt häufen sich an statt dass es eine Lösung gibt. Wachsende Butterlager, sinkende Milchpreise, sinkender Käseexport und fehlende Mengenregelung harren einer Lösung. Die von der BOM beschlossene Milch-Richtpreiskürzung um vier Rappen per 1. Oktober führte zum Austritt der Schweizer Milchproduzenten (SMP) aus der BOM.
2010
Die BOM startet mit Markus Zemp als neuem Präsidenten und Daniel Gerber als neuem Geschäftsführer. Die BOM schafft es, eine funktionierende Mengenregelung mit Preissegmentierung durchzusetzen. Der SBV kämpft entschieden gegen das FHAL mit der EU. Die Milchpreise sinken weiter, zu Teil sogar unter die Grenz von 60 Rappen je kg Milch. Der SBV setzt sich erfolgreich dafür ein, dass es trotz ausgeschöpften Krediten beim Schoggigesetz eine Lösung gibt. Dank einem Zusatzkredit des Bundes von 15 Mio Franken und Branchenbeiträgen von über 20 Mio Franken können Importe im aktiven Veredlungsverkehr insbesondere bei Milch und Getreide verhindert werden. Dank der intensiven Lobbyarbeit gelang es dem SBV, im Parlament die Kürzung der Verkäsungszulage um 3 auf 12 Rappen je kg verkäste Milch zu verhindern. Zudem muss man im Landwirtschaftsbudget 2012 bis 2013 nicht wie vom Bundesrat vorgesehen 130 Mio Fr. sparen. Die Motion Aebi will den Milchmarkt wieder ins Lot bringen, und der Nationalrat stimmt ihr zu. Der Viehexport kommt beinahe zum Erliegen. Es werden nur noch rund 350 Stück Rindvieh werden exportiert statt wie in den Vorjahren zwischen 5000 und 6000 Stück jährlich. Der Grund ist der tiefe Eurokurs und der Stopp der Stück-Exportbeiträge durch Bund. Ende Jahr steigen die Milchpreise leicht an.