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Sylvia Plath beschreibt in ihrem Buch eine gelungene literarische Darstellung einer Depression, dem leichten Weg hinein und dem harten Weg wieder hinaus. Anders als die Protagonistin Esther Greenwood, schaffte es die Autorin selbst nicht, diesem Teufelskreis zu entkommen.
Suizid im Alter von 31 Jahren
Sylvia stammt aus einer deutsch-österreichischen Familie, sie selbst ist jedoch Amerikanerin. Als sie acht Jahre alt war, starb ihr Vater und sie begann bald daraufhin mit dem Schreiben. Innerhalb wenigen Jahren erschuf sie mehr als 400 Gedichte. Sie förderte ihre literarische Arbeit stark und gewann 1953, im Alter von 21 Jahren, einen wichtigen Schreibwettbewerb von der Zeitschrift Mademoiselle. Durch ihr Gewinn hatte sie die Chance, einen Monat in New York zu arbeiten und für eine Ausgabe zu schreiben. Nach ihrer Rückkehr musste Sylvia mit starken Depressionen kämpfen, die sogar mit Elektroschocks behandelt wurden. Dies führte jedoch zu keiner Besserung: Eher wollte die junge Frau sterben, als weiterhin so therapiert zu werden. Noch im selben Jahr versuchte sie, sich mit Schlaftabletten das Leben zu nehmen. Danach verbrachte sie einige Monate in einer psychiatrischen Einrichtung. Diese Ereignisse waren die Inspiration für ihr erster und einziger Roman Die Glasglocke.
Obwohl Sylvia mit starken psychischen Problemen zu kämpfen hatte, schloss sie ihr Studium mit Bestnoten ab. 1956 lernte sie ihren zukünftigen Ehemann Ted Hughes kennen und verliebte sich in ihn. Nach zwei Kindern trennten sich die beiden bereits ihm Jahr 1962 wieder. Ein Jahr später wurde Die Glasglocke veröffentlicht und nur vier Wochen später beging sie Selbstmord. Sie schluckte Schlafmittel, dichtete die Küche ab und drehte den Gashahn auf. Ihre Kinder schliefen in einem Zimmer nebenan.
Der Roman
„Ich sah mich in der Gabel dieses Feigenbaumes sitzen und verhungern, bloss weil ich mich nicht entscheiden konnte, welche Feige ich nehmen sollte. Ich wollte sie alle, aber eine von ihnen nehmen bedeutete, alle anderen verlieren, und während ich da sass, unfähig, mich zu entscheiden, begannen die Feigen zu schrumpfen und schwarz zu werden und plumpsten eine nach der anderen auf den Boden unter mir.“
Dieses Werk hat mich wirklich begeistert. Es erlaubt dem Leser einen tiefen Einblick in das melancholische Innenleben einer jungen, depressiven Frau. Wir begleiten die Protagonistin Esther Greenwood und bekommen die beklemmende Stimmung, die in ihrem Leben herrscht, deutlich zu spüren.
Trotz der Tatsache, dass in einer Rezension die Worte melancholisch, depressiv und beklemmend in nur zwei Sätzen findet, darf man nicht glauben, dass diese Werk kein Vergnügen bereitet. Im Gegenteil: Die lyrische Darstellung von Plath, die uns mit kreativen Vergleichen und ihrem erzählerischen Können veranschaulicht, was im Kopf von Esther vorgeht. Dass man so gut versteht, was sie denkt und fühlt, macht das Buch so interessant, lebhaft und unverwechselbar. Der Roman ist ein zeitloser Klassiker und noch heute finden viele Leser Parallelen zu ihrem eigenen Leben. So zum Beispiel der eindrückliche Vergleich mit dem Feigenbaum.
Die Glasglocke ist ein grandioses Buch: direkt, eindringlich und unbarmherzig.