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Der vergangene zu trockene Sommer und der sehr trockene Frühling sind ein grosser Stress für alle flachwurzelnden Bäume und Sträucher im Garten. Ältere Exemplare, die über Jahre gut gewachsen sind bekommen Probleme, wenn sich die Standortbedingungen fundamental ändern.
Welche Gehölze sind betroffen?
Von der jetzigen Entwicklung sind die Flachwurzler am meisten betroffen:
- Fichten (Picea)
- Hainbuche (Carpinus)
- Weiden (Salix)
- Thuja (Thuja)
- Zypresse (Cupressus)
- Birke (Betula)
- Ahorn (Acer)
Die Wurzeln dieser Bäume breiten sich eher in der Fläche aus und entnehmen hier das Wasser, das durch die Kapillarwirkung in diesen Bodenbereich aufsteigt. Sinkt der Grundwasserpegel oder ist die Verdunstung schneller als das aufsteigende Wasser, so trocknet der Boden komplett aus.
Weniger exponiert sind tiefwurzelnde Bäume wie:
- Eibe (Taxus baccata).
- Eiche (Quercus)
- Esche (Fraxinus excelsior)
- Kiefer (Pinus)
- Lärche (Larix)
- Linde (Tilia)
- Robinie / Scheinakazie (Robinia pseudoacacia)
- Wacholder (Juniperus)
Wie bemerkt man Trockenheit?
Am einfachsten ist es, wenn man einen Blick auf die Niederschlagsmenge der vergangenen Tage und Wochen wirft. Dazu muss man kein Pflanzenkenner oder Pflanzenflüsterer sein. Weiter hilft, wenn man die Bodenbeschaffenheit kennt und weiss wie hoch das Grundwasser in der Regel liegt. Sand- und Kies-Böden trocknen schneller aus als Lehm- und Moor-Böden. Ein weiterer Blick gehört sicher auf das Gehölze selber. Welke Blätter, hängende Austriebe, schrumpfende Fruchtansätze bei Obst sind untrügliche Zeichen.
Warum soll man bewässern?
Bis ein Baum oder ein Strauch eine gewisse Grösse erreicht hat braucht es in der Regel Jahre. Oftmals zeichnen sich grössere Bäume und Sträucher durch einen vielfältigen Lebensraum für Kleinsäuger, Vögel und Insekten aus. Daher lohnt es sich etwas zu investieren, damit dieses Biotop erhalten bleibt. Trockenstress führt zu einer Schwächung der Pflanze. Das Risiko steigt für einen Befall durch Schädlinge, Bakterien und Pilze. Bei Obstbäumen führt es im besten Fall zu kleineren Früchten im schlechtesten zu einem Totalverlust der Ernte. Da in der Regel im Hausgarten Wasseranschlüsse vorhanden sind, ist der Zugang zu Wasser kein Problem. Steht Brauchwasser zur Verfügung (Dachwasser, Oberflächenwasser von Wegen und Plätzen) umso besser. Beim Trinkwasser kann es bei grosser Trockenheit Restriktionen geben, die man natürlich beachten muss.
Wie soll man bewässern?
Wenig Wasser über eine längere Zeit ist besser als viel Wasser in einer kurzen Zeit. Die Wurzeln können das Wasser so direkt aufnehmen, ohne dass es in tiefere Schichten versickert, wo es für die Pflanzen nichtmehr erreichbar ist.
Eine Option sind Wassersäcke oder Bewässerungssäcke. Diese sieht man oft im Bereich des öffentlichen Grüns bei Neupflanzung von Strassenbäumen. Man befüllt diese mit dem Schlauch. Über kleine Öffnungen sickert das Wasser langsam in den Boden.
Eine weitere Variante ist ein Schlauch mit einer Tröpfchenbewässerung. Man legt diese im Bereich der Krone aus. Bei engkronigen Bäumen wie Fichten erweitert man den Umkreis um ein bis zwei Meter. Der Vorteil der Tröpfchenbewässerung ist, dass man sie grossflächig auslegen kann.
Im weniger optimalen Fall lässt sich auch ein Rasensprenger einsetzen. Man beregnet damit die Fläche unterhalb der Krone. Lässt man ihn in der Nacht laufen reduziert sich die Verdunstung in der Luft.
Wieviel Wasser braucht es?
Damit man eine Grössenordnung der benötigten Wassermenge bekommt, orientiert man sich an den Niederschlagsmengen, die bisher fielen. In Basel regnet es im Monat April in der Regel 66mm. Fällt dieser komplett weg, führt man diese Menge oder einen Teil davon punktuell über die Bewässerung zu. Bei einem Kronenradius von drei Metern ergibt das eine Fläche von ca. 10m2. 66mm Regen auf diese Fläche entspräche 660 Liter Wasser über einen Monat verteilt. Es wird offensichtlich, dass mit einer Giesskanne von 10 Liter sich der Wasserbedarf nicht so schnell decken lässt. Um herauszufinden, wie lange die am Schlauch angeschlossene Bewässerung laufen muss, stoppt man die Zeit bis 10 Liter raus sind. Dann kann man die Zeitdauer hochrechnen. Bei einer Ausflussmenge von 10 Litern in einer Minute, müsste die Bewässerung 66 Minuten im Monat laufen. Ein anderer Ansatz wäre, dass man die Bewässerung in Intervallen an einzelnen Tagen in der Woche laufen lässt und beobachtet, wie sich die Pflanze entwickelt. Sind die hängenden Austriebe und welken Blätter verschwunden reduziert man die Bewässerung.