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In rund 80 Jahren hat sich ein dörflich geprägtes Birstal in einen grossen Agglomerationsraum gewandelt. Der Landschaftsraum entwickelte sich mit einer beeindruckenden Geschwindigkeit zu einem Siedlungsraum. Die früher peripher gelegenen Industrie- und Gewerbeflächen erhalten in einem kontinuierlichen und ineinander übergehenden Siedlungsraum eine «neue» Lagegunst. Insofern kann das Stöcklin Areal mit der Wandlung vom Industriestandort zu einem Dienstleistungs- und Wohnquartier das Birstal massgeblich beeinflussen.
Die Umgebung des Areals wird von sichtbaren Grenzen geprägt, welche aus landschaftlichen Qualitäten und infrastrukturellen Anlagen bestehen: Im Westen verläuft eine topografische und geologische Grenze, die mit einem Höhensprung von fünf bis sieben Metern den Übergang von Flusslandschaft zur Schotterterrasse des Birstals markiert. Im Norden begrenzt die Kantonsstrasse das Areal. Mit zunehmender Höhe erhält man einen einzigartigen Ausblick in die Birsheide, die als national geschützter Naturraum in unmittelbarer Nähe liegt. Im Osten wird die Entwicklung auf dem Areal ein Vis-à-vis zu Dornach bilden. Hier wird der Flussraum der Birs als zweiter direkt angrenzender Naturraum präsent. Im Süden bleibt der Quartieranschluss diffus. Eine Vielzahl von Bebauungsmustern aus Wohn-, Gewerbe- und Industriebauten werden hier den Anschluss an einen formlosen, heterogenen Siedlungskörper bilden.
Im Kontext dieser Übergänge wird das Stöcklin-Areal als eine stabile, robuste Form entwickelt. Die Ambition ist es, für das Areal eine erkennbare und in sich ruhende, klare Gestalt zu finden. Diese Gestalt kann mit den unterschiedlichen Bedingungen der Situation umgehen und soll räumlich wie nutzungsspezifische Bautypologien ausbilden. Die vorgeschlagene Gebäudeentwicklung ermöglicht eine klare äussere Randdefinition und bestimmt gleichermassen Bauten wie Landschaftsräume.
Im Osten entsteht eine Hochhausparzelle, die mit drei zwölf bis dreizehn geschossigen Hochpunkten und drei gewerblichen, niedriggeschossigen Bauten geplant wird. Dabei entstehen spannende Zwischenräume und zwei Platzsituationen, die mit Rücksprüngen und Nischen ergänzt werden. Durchsichten und Raumbezüge zwischen Hofgarten und der im Osten vorgestellten Flusslandschaft werden ermöglicht. Die drei Hochhäuser bilden zusammen mit den Gewerbebauten innerhalb des ganzen Gefüges ein eigenes, kleines Ensemble. Die kleineren Gewerbebauten vermittelt zwischen den unterschiedlichen Massstäben. Die Hochhäuser und die gewerblichen Funktionen generieren durch ihre Position zu einander einen urbanen Raum.
Landscape Architecture: Raymond Vogel Landschaften, Zurich
Engineering Services and Consulting: Buchhofer Beratende Ingenieure, Zurich
Traffic Engineering: Rudolf Keller & Partner Verkehrsingenieure AG, Muttenz
Area Planning: Stierli + Ruggli Ingenieure + Raumplaner AG, Lausen
Model Photographs: Jon Naiman, Biel