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Ursprung der Pflanzenkläranlage Arni
Die Einwohnergemeinde Gurtnellen beschäftigt sich seit 1993 mit dem Problem der Abwassersanierung im Gebiet Arni. Verschiedene Grundeigentümer beabsichtigten in den Gebieten Torli und Vorderarni Wohn- resp. Ferienhäuser zu realisieren. Im Rahmen der Zonenplanungsrevision Gurtnellen wurden im Gebiet Arni zwei Bauzonen ausgeschieden. Der Zonenplan Arni wurde in der Folge durch den Regierungsrat des Kantons Uri mit der Auflage genehmigt, dass durch die Einwohnergemeinde die Erschliessung für Wasser –und Abwasser sicher zu stellen ist.
In den Jahren 1994 und 1995 wurden verschiedene Machbarkeitsstudien erarbeitet und die Baukosten ermittelt. Es zeigte sich schnell, dass das anfallende Schutzwasser, aus finanziellen Überlegungen, nur vor Ort mittels Kleinkläranlage zu beseitigen ist.
Am 10.06.2001 und am 24.11.2002 unterbreitete der Gemeinderat den Stimmberechtigten eine Kreditvorlage für die Realisierung einer Abwassersanierung Arni. Beide Vorlagen wurden durch die Stimmberechtigten abgelehnt.
Die Ablehnung im Jahr 2002 veranlasste den Gemeinderat Gurtnellen zu einer Standortbestimmung und zur Suche nach neuen Lösungen. Die Analyse des negativen Abstimmungsergebnisses ergab, dass der Stimmbürger nicht grundsätzlich gegen eine Abwassersanierung im Gebiet Arni votierte, sondern mit seinem „nein" die grossen Bedenken gegen eine technische Anlage im Tourismus- und Wandergebiet Arni zum Ausdruck brachte. Mit der Realisierung einer Pflanzenkläranlage konnten diese Bedenken ausgeräumt werden. Mit der gleichzeitigen Realisierung einer öffentlichen WC-Anlage im Gebiet Arni konnte einem langjährigen Anliegen zahlreicher Wanderer und Touristen entsprochen werden
Im Rahmen einer geheimen Abstimmung vom 11.03.2007 hiessen die Stimmberechtigten das Kreditbegehren von 1,4 Mio Franken für die Abwassersanierung Arni inkl. öffentliches WC gut.
Mit dem Spatenstich, am 05. September 2007, wurden die Bauarbeiten begonnen.
Technik und Eigenschaften
Das Prinzip der Pflanzenkläranlagen (PKA) wird weltweit seit über 30 Jahren erfolgreich angewendet. Die PKA Arni nach dem System Marx/Wissing ist speziell auf die klimatischen Bedingungen auf 1300 m.ü.M. ausgelegt. Das Abwasser aus den Bauzonen und den umliegenden Häusern wird in einem ersten Schritt über die Zuleitungen in die erste Vorreinigungsstufe oberflächlich auf ein Schilfbeet aufgebracht, das vertikal durchströmt wird. Das nun von den Feststoffen befreite Schmutzwasser wird daraufhin in die Hauptreinigungsstufe geleitet.
Der von verschiedenen Pflanzen durchwurzelte Filter- und Reinigungskörper wird horizontal durchflossen. Die Bepflanzung erfolgt mit speziell kultiviertem Schilf und diversen anderen Pflanzen. Die Anlage verfügt über kein Absetzbecken, sondern arbeitet mit dem Frischschlamm. Dies ermöglicht sowohl einen aeroben wie auch anaeroben Abbau des Schlammes ohne Geruchsimmissionen. Der Bodenkörper besteht aus einem besonderen porösen, auf die Bedürfnisse der PKA Arni abgestimmten Gesteinsgemisch, welches zugeführt werden muss. Mit einer speziellen Folie wird sichergestellt, dass kein Schmutzwasser in das Gelände eindringen kann.
Vorteile einer Pflanzenkläranlage:
- Perfekte Integration ins Landschaftsbild
- Reinigungsleistung vergleichbar mit herkömmlichen technischen Anlagen, sowohl Sommer und Winter
- Kein Klärschlammanfall (natürliche Vererdung)
- Minimale Betriebs- und Unterhaltskosten da kaum mechanische Teile
- Keine Geruchsimmissionen
- Gleichzeitig mit dem Leitungsbau kann auf Arni ein öffentliches WC erstellt werden
Nachteile einer Pflanzenkläranlage
- grosser Landbedarf (Arni rund 650 m2)
Projektgrundsätze
- Einhaltung sämtlicher Bestimmungen der massgebenden Gesetze
- Einhaltung der Vorgaben des Amtes für Umweltschutz und der Gemeinde Gurtnellen
- Optimales und erweiterbares Gesamtkonzept
- Minimale Baukosten, jedoch mit unterhaltsarmen und dauerhaften Werkstoffen
- Minimaler Betriebsaufwand (Integration in die Landschaft)
- Geruchsarm und wintersicher
- Höhe Prozessstabilität (auch bei starken Belastungsveränderungen)
- Gesamtheitliche und in sich geschlossene Lösung (inkl. Schlammentsorgung)
Kennzahlen
Lage 1362 müM
Leitungslänge 2'800 m'
- Ableitung vom Überlauf in den Leitschachbach 200 m'
Pumpstationen 5
Investitionskosten Fr. 1'500'000.00
- Erstellungskosten inkl. Erschliessung Fr. 970'000.00
- Materialtransporte mit der LSB Intschi –Arnisee Fr. 50'000.00
Naturkläranlage Fr. 480'000.00
Jährlich durchschnittlich anfallende Klärschlammenge 4'760 l
- Aufnahmefähigkeit der Plfanzenkläranlage 110 EWG (Einwohnergleichwerte)
Hauptklärbecken 550 m2
2 Vorklärbecken à 115 m2
Bepflanzte Fläche 460 m2
- Pflanzen pro m2 3 – 4
Gesamte Beckengrösse 780 m2
Zeitungsberichte
Öffentliche WC-Anlage
Mit der Umsetzung der Abwassersanierung Arni konnte gleichzeitig eine öffentliche WC-Anlage im Gebiet Arni realisiert werden. Damit kann einem langjährigen, dringenden Anliegen zahlreicher Wanderer und Touristen entsprochen werden.