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Man kennt ihn vor allem 4. Offiziellen. Der Blondschopf mit Bürstenschnitt zeigt mit seiner Tafel Auswechslungen und die Dauer der Nachspielzeit an. Er versucht mitunter auch immer wieder, ausflippende Trainer wie Ludovic Magnin (FCZ) zu beruhigen. Laut «transfermarkt.ch» kommt Vladimir Ovcharov (41) allein in der Super League auf 84 Spiele als 4. Offizieller. «Ich habe in meiner Statistik nachgeschaut», sagt der gebürtige Bulgare zu BLICK, «es sind sogar 101 Spiele.» Zuletzt am 8. Februar bei YB – Sion (1:0).
Doch Ovcharov kann auch die Schiri-Pfeife bedienen. 34 Challenge- und 78 Promotion-League-Spiele leitete der Ewige Vierte in der Schweiz.
Platz machen für junge Refs
Keine Lust, auch mal ein Spiel in der höchsten Klasse zu pfeifen? Ovcharov: «Dafür gibt es eine einfache Erklärung. Natürlich hätte ich Lust gehabt, Spiele in der Super League zu leiten. Aus Altersgründen konnte ich jedoch nur bis in die Challenge League aufsteigen. Im Dezember 2017 habe ich mich dann entschieden, einem jüngeren Schiedsrichter aus der Promotion League Platz zu machen. Ich bin meinen Vorgesetzen sehr dankbar, dass ich als Schiedsrichter in der dritthöchsten Liga weiter Spiele leiten darf und in der Super League und der Challenge League als vierter Offizieller zu regelmässigen Einsätzen komme.»
Welche Super-League-Trainer muss er am meisten zurechtweisen? Ovcharov: «Der Umgang mit allen Trainern der Super League und der Challenge League ist gleich, das heisst respektvoll. Man hat auch die Aufgabe, die Reaktionen und Emotionen der Coaches richtig deuten, einordnen und verstehen zu können. Die vielen Einsätze als vierter Offizieller in den beiden höchsten Ligen halfen mir, in dieser Funktion Routine zu erlangen. Ich übe sie mit Freude aus.»
Der harte Hund
Sorgte er als 4. Ref auch schon mal dafür, dass ein Trainer wegen Reklamierens auf die Tribüne musste? «Nein, in der Super war das noch nie der Fall. Ich hoffe, dass das auch so bleibt.»
Als Spielleiter kann Ovcharov durchaus auch mal den harten Hund spielen. Beim Challenge-League-Spiel Chiasso – Schaffhausen stellt Ovcharov vor drei Jahren in den ersten 17 Minuten gleich zwei Tessiner vom Platz! Chiassos Generaldirektor schimpfte danach, dieser Ref habe nicht einmal die Qualität für die 5. Liga... Ovcharov: «Wegen der Vereitelung von zwei klaren Torchancen blieb mir bis zur 17. Minute regeltechnisch keine andere Wahl, als zweimal auf Penalty für Schaffhausen zu entscheiden und zwei Platzverweise gegen Chiasso auszusprechen.» Chiasso tauchte zu neunt 0:6!
Ovcharov ist seit 22 Jahren verheiratet, kümmert sich neben seinem 50-Prozent-Job als Schiri als Hausmann in Sins AG um die Kinder Martin (20) und Michaela (12).
Wie landet ein Bulgare im Aargauer Freiamt? Ovcharov: « Meine Mutter lebt seit 1994 in der Schweiz, 2012 erhielt dann meine Frau eine Arbeitsbewilligung in der Schweiz. Daraufhin haben wir gemeinsam entschieden, hierhin zu ziehen.»