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Mit dem Versprechen, Grossbritannien am 31. Oktober «mit oder ohne Deal» aus der EU zu führen, hat Ex-Aussenminister Boris Johnson seine Kampagne für den Parteivorsitz der konservativen Tories gestartet. Er veröffentlichte am Montag einen Videoclip, in dem er an Haustüren um Unterstützung von Bürgern wirbt.
Neben dem EU-Austritt am 31. Oktober verspricht Johnson darin auch, das durch den Brexit gespaltene Land wieder «einen» zu wollen. «Wir müssen den Mut haben, den Menschen dieses Landes zu sagen, wir können es erreichen, wenn wir es wollen», sagt er in dem Werbefilm einer Wählerin.
Johnson ist derzeit einer von insgesamt 13 Kandidaten, die sich um die Nachfolge von May an der Spitze der konservativen Tories bewerben. Neben ihm gelten Aussenminister Jeremy Hunt und Umweltminister Michael Gove als aussichtsreiche Bewerber. Der neue Tory-Chef soll in der Folge auch das Amt des Premiers von May übernehmen.
Johnson war bereits 2016 nach dem Brexit-Referendum vor drei Jahren als Favorit für den Posten des Regierungschefs gehandelt worden. Er verzichtete letztlich jedoch auf die Kandidatur für den Tory-Vorsitz, nachdem ihm sein Parteikollege Gove die Unterstützung entzogen hatte und lieber selbst antrat.
Johnson gilt als bei der konservativen Basis beliebter Politiker. Bei den Tory-Abgeordneten im Parlament ist er jedoch wegen seiner entscheidenden Rolle während des Brexit-Wahlkampfs und wegen seines undiplomatisch-polternden Auftretens umstritten.
Es obliegt jedoch den Tory-Abgeordneten, in einem mehrstufigen Verfahren das Bewerberfeld auf die zwei Kandidaten mit der grössten Unterstützung zu reduzieren. Erst dann entscheidet die Basis.
Johnson veröffentlichte seinen Werbefilm während des Staatsbesuchs von US-Präsident Donald Trump in Grossbritannien. Im Vorfeld seines Besuchs hatte Trump wegen seiner offenen Unterstützung von Johnsons Kandidatur Kritik auf sich gezogen. Der Zeitung «The Sun» hatte Trump gesagt, er halte Johnson für einen «ausgezeichneten» Kandidaten. (sda/afp)
Sir Nicholas Soames ist ein in der Wolle gefärbter Konservativer. Doch weil er sich gegen Boris Johnons No-Deal-Brexit stellte, warfen ihn die Tories aus der Partei. Nun findet der Enkel des legendären Kriegspremiers Winston Churchill deutliche Worte.
Der 71-Jährige galt als graue Eminenz der Konservativen Partei: Seit 37 Jahren vertrat Nicholas Soames die Tories im britischen Unterhaus. Er hat die Eliteschule Eton absolviert, diente in der Armee und war in den neunziger Jahren Staatssekretär im Verteidigungsministerium.
Doch weil er und 20 andere Tory-Abgeordnete am vergangenen Dienstag gemeinsam mit der Opposition für ein Gesetz gestimmt hatten, das Premierminister Boris Johnson einen No-Deal-Brexit verbietet, entzog ihm die Parteileitung …