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Mit ihrem Folk-Rock schlugen »The Byrds« Mitte der 60er Jahre ein neues Kapitel der Rock- und Popgeschichte auf. Als Gruppe existierten sie nicht sehr lange, doch waren sie das Vorbild für unzählige Gruppen nach ihnen. Der Gitarrist Roger McGuinn, der durch seine zwölfsaitige Gitarre die Aufmerksamkeit hervorrief, rief die Band 1964 ins Leben. Damals spielten Chris Hillman, Gene Clark, Michael Clarke und David Crosby mit. Zunächst waren sie eine Rockgruppe unter vielen in Kalifornien, bis sie 1965 einen noch unveröffentlichten Song von Bob Dylan, "Mr. Tambourine Man", ins Programm nahmen. Die Folklore-Freunde waren entsetzt, die Rock-Fans begeistert: die Byrds spielten unerhörterweise Folkmusik auf elektrischen Instrumenten! "Mr. Tambourine Man" wurde ein absoluter Hit.
Ihre poetischen Texte, der Einfluss der Folkmusik auf ihre Eigenkompositionen und ihr melancholischer Vortrag machten die Musik der Byrds auch für die damaligen Verächter der Rockmusik interessant. Ähnlich wie die Beatles und andere Rockgruppen in den Jahren des Jugendprotestes erweiterten sie ihre Lyrik durch Drogenerfahrungen und ihre Klangmöglichkeiten durch rock-fremde Instrumente wie z.B. die indische Sitar.
1967 ging David Crosby zur Gruppe »Crosby, Stills, Nash & Young«. Roger McGuinn, der immer die treibende Kraft gewesen war, nahm zwei andere Musiker, Gram Parsons und Clarence White, hinzu. Doch die große Zeit der Byrds war vorbei. Ihr Klang, "die seltsame Mixtur aus Country-Musik und Weltraum", wie ihn die Rockjournalistin Lillian Roxon einmal definierte, war nicht mehr gefragt. 1968 gingen auch Hillman und Parsons und gründeten die Country-Gruppe »The Flying Burrito Brothers«. Nach dem Tod zweier Mitglieder löste Roger McGuinn das Ensemble auf und begann eine Solokarriere.
(aus dem Sampleralbum 'Memories In Gold')