Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03591.jsonl.gz/1713

Was wächst, wenn nichts mehr wächst? oder Über die Klimaveränderungen in der Wachstumsgesellschaft
Was wächst, wenn nichts mehr wächst? oder Über die Klimaveränderungen in der Wachstumsgesellschaft
Es handelt sich um die erste Debatte zu Fragen über die aktuelle sozio-ökonomische Strukturkrise, die in einer dreiteiligen Sendereihe erörtert werden sollen. Die heutige Krise kündigte sich seit Beginn der siebziger Jahre an mit dem Zerfall des Weltwährungssystems 1971, ein Jahr später mit dem Bericht des “Club of Rome” über die “Grenzen des Wachstums”, dann mit dem ersten Ölschock von 1973. Seither müssen Wachstumsprognosen ständig nach unten korrigiert werden, ja man spricht sogar offen von “negativem Wachstum”, nicht nur in den sogenannten Entwicklungsländern, den eigentlichen Armutsländern der Welt, sondern sogar in den OECD-Ländern, dem Club der “reichen Länder”. Was wächst sind die Zahlen der Arbeitslosen, ist der Unterschied zwischen Armen und Reichen, sind die Gewinne der Share-holders – sonst nichts. Das Bruttosozialprodukt, resp. der durchschnittliche gesellschaftliche Wohlstand stagniert in den meisten Ländern oder geht sogar zurück, während die Wirtschaft sich mit Fusionen, Restrukturierungen und technologischen Innovationen aus der nationalen Verantwortung abmeldet. (Die Zusammenhänge rund um die Globalisierung werden Thema der zweiten Debatte sein).
Es gilt zu klären,
- welche Faktoren das enorme Wachstum – nicht weltweit, sondern in den OECD-Ländern – unmittelbar nach Kriegsende bis zu Beginn der siebziger Jahre bewirkt haben. Sodann,
- warum die ersten Krisenerscheinungen Anfang der siebziger Jahre nicht korrigiert werden konnten, resp. warum diese langanhaltende Rezession, die heute von namhaften Fachleuten als Depression bezeichnet wird, nicht vermieden werden konnte. Zur Frage steht auch,
- ob “Wachstum” – nicht nur unter den Bedingungen von heute, sondern überhaupt – eventuell ein illusorischer Begriff (oder Wert) sei, ob es nicht neuer Mess- und Wertkriterien bedürfte, evetuell jenes der durchschnittlichen Lebensqualität? Des weiteren soll
- die Diskussion um prognostische Evaluationen gehen, resp. um das subjektive Ermessen der Teilnehmer und der Teilnehmerin am Gespräch über Möglichkeiten und Ausrichtungen einer Veränderung der heutigen Krisensituation.