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Allgemeine Informationen
Die Schlafapnoe betrifft viele Millionen Menschen. Es handelt sich dabei um eine Atemstörung, bei der es im Schlaf zu Atemaussetzern von mindestens 10 Sekunden kommt. Auslöser dafür ist eine Störung des zentralen Nervensystems oder eine Verengung der oberen Atemwege. Die Krankheit äussert sich durch lautes Schnarchen, insbesondere in Verbindung mit plötzlichen Atemaussetzern. Den Patientinnen und Patienten selbst sind diese Kennzeichen oft nicht bewusst.
Es gibt verschiedene Formen der Schlafapnoe mit jeweils unterschiedlichen Ursachen. Die Obstruktive Schlafapnoe (OSA) ist die häufigste Form der Schlafapnoe und geht mit lautem Schnarchen oder Schnauben einher. Die Zentrale Schlafapnoe (ZSA) tritt auf, wenn das Gehirn während des Schlafs keine Signale an die Atemmuskulatur mehr sendet und es dadurch zum Atemstillstand kommt. Bei einer gemischten Schlafapnoe liegt eine Kombination von zentraler und obstruktiver Schlafapnoe vor. Die Cheyne-Stokes-Atmung (CSA) ist durch einen Wechsel von flachen und tiefen Atemzügen mit dazwischenliegenden zentralen Atemstillständen gekennzeichnet.
Risikofaktoren
Das Risiko, an einer Schlafapnoe zu erkranken, nimmt mit steigendem Alter zu. Meist ist sie eine Folge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es gibt einige Faktoren, die eine Schlafapnoe begünstigen. Viele Menschen, die an Bluthochdruck leiden, erkranken in ihrem Leben an einer Schlafapnoe. Ebenso erhöhen Typ-2-Diabetes, Hypertonie und Adipositas/Übergewicht die Wahrscheinlichkeit, an Schlafapnoe zu erkranken.
Mögliche Symptome
Bei einer Schlafapnoe bemerkt meist der Partner die Symptome. Im typischen Fall schnarcht der Bettgenosse eine Weile laut und regelmässig, bis die Atemgeräusche plötzlich kurz komplett aussetzen. Schnarchen ist allerdings nicht immer bedenklich und nicht jede kurze Atempause im Schlaf ist gefährlich. Eine Schlafapnoe liegt erst dann vor, wenn in einer Stunde mehr als fünf Atemaussetzer auftreten, die jeweils mindestens zehn Sekunden andauern.
Zusätzlich neigen Menschen mit Schlafapnoe dazu, immer wieder auch tagsüber unwillkürlich und plötzlich für wenige Sekunden einzunicken. Morgendliche Kopfschmerzen und ein trockener Mund können ebenfalls auf eine Schlafapnoe hindeuten.
Diagnose
Besteht der Verdacht auf ein Schlafapnoe-Syndrom, sollte eine Ärtzin bzw. ein Arzt aufgesucht werden, denn unbehandelt kann das Syndrom negative Folgen haben und die Lebenserwartung sogar verkürzen. Die Ärztin bzw. der Arzt fragt nach den Beschwerden und der persönlichen Krankengeschichte und führt körperliche Untersuchungen durch.
Im Regelfall wird eine Schlafdiagnostik durchgeführt, bei der die Patientinnen und Patienten ein mobiles Messgerät erhalten, was die Daten beim Schlafen Zuhause misst. Gemessen werden die Atmung, die Herzfrequenz, die Sauerstoffsättigung im Blut, das Schnarchen und die Körperlage. Sind die Befunde nicht ganz eindeutig oder gibt es Hinweise auf andere Erkrankungen, wird eine weitere Untersuchung im Schlaflabor durchgeführt. Dafür werden die Patientinnen und Patienten stationär ein bis zwei Nächte während des Schlafes überwacht. Dabei erfolgen Messungen der Gehirnströme (EEG), der Herzmuskelaktivität (EKG), des Atemflusses, von Brust- und Bauchbewegungen, des Blutsauerstoffgehalts sowie der Bein- und Augenaktivität. Dadurch können Erkenntnisse über die Atemaussetzer und ihre Auswirkungen gewonnen werden. Die Stärke einer Schlafapnoe lässt sich ebenfalls messen. Das alles dient als Basis für die weitere Therapie.
Behandlung, Therapie
Bei einer leichten Schlafapnoe werden kleinere Massnahmen empfohlen, um die Zahl der Atemaussetzer zu verringern. Dazu gehört, Übergewicht abzubauen und der Verzicht auf Alkohol, Rauchen und Schlaftabletten. Hilfsmittel, welche die Rückenlage im Schlaf vermeiden, sind ebenfalls in einigen Fällen sinnvoll. Ein höheres Kissen kann zum Beispiel helfen, dass der Oberkörper höher gelagert ist. In leichteren Fällen können individuell angefertigte Biss-Schienen für die Nacht helfen. Dabei handelt es sich um Aufbissschienen, die den Unterkiefer um wenige Millimeter nach vorne verschieben und somit den Rachenraum vergrössert. Besonders wirksam lässt sich das Schlafapnoe-Syndrom mit einer speziellen Atemmaske behandeln. Wenn das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall gross ist, sollte eine entsprechende Maske verwendet werden. Die Atemmaske sichert die Sauerstoffzufuhr und unterstützt die Atmung in der Nacht. Es gibt verschiedene Arten von Masken, die je nach Patientinnen und Patienten individuell verschrieben werden. Eine Einweisung erfolgt dazu in einem Schlaflabor durch schlafmedizinisch geschultes Personal. Manchmal hilft es, verschiedene Modelle an Masken oder Geräten zu testen.
In ausgewählten Fällen kann eine Operation hilfreich sein. Vergrösserte Rachenmandeln oder Nasenpolypen als Ursache der Schlafapnoe können operativ entfernt werden. Ist eine Kieferfehlstellung oder eine gekrümmte Nasenscheidewand an der Schlafapnoe beteiligt, können diese chirurgisch korrigiert werden. Heutzutage ist eine Vielzahl an Operationstechniken möglich: geringe Eingriffe (minimalinvasiv), Teilnarkosen bis hin zu Vollnarkosen. In seltenen Fällen wird ein Zungenschrittmacher eingesetzt, ein implantiertes Gerät, was den Nerv, der die Zungenmuskulatur steuert und dadurch die Atemwege besser offenhalten kann.
Erstellt: 25.06.2021 07:00 Uhr
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