Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03132.jsonl.gz/18

Wie wird die Höhe des Unterhalts für ein Kind berechnet?
Grundsätzlich ist in der Schweiz eine konkrete Berechnung des Kindesunterhalts anhand von bestimmten Prozentsätzen oder auch Pauschalen nicht möglich. Es werden generell verschiedene Parameter herangezogen, die Einfluss nehmen auf die konkrete Höhe einer Unterhaltszahlung. Hierbei wird zunächst der Bedarf des Kindes anhand der sogenannten Züricher-Kinderkosten- Tabelle ermittelt.
Ferner wird auch das Einkommen des unterhaltspflichtigen Elternteils berücksichtigt sowie die Lebenshaltungskosten und die Erwerbssituation des betreuenden Elternteils. Außerdem wird auch in die Betrachtung mit einbezogen, welchen Lebensstandard der zahlungspflichtige Elternteil pflegt, wobei die Unterhaltszahlungen umso höher ausfallen, je höher dieser bewertet wird. Im Folgenden soll beispielhaft dargestellt werden, wie sich die Unterhaltshöhe berechnen kann:
Beispielrechnung Unterhalt für Kinder
Nach der Züricher Tabelle für Kinderkosten aus 2020 wird ein Unterhaltsbedarf für ein 14 jähriges Kind in Höhe von 1765 Franken festgestellt. Diese beinhalten 565 Franken für die Unterkunft, 350 Franken für die Verpflegung, 125 Franken für Kleidung , 115 Franken für eine Krankenversicherung und 610 Franken für alle weiteren Kosten. Auf einem anderen Berechnungsweg werden die Einkünfte des zahlungsverpflichtigen Elternteil in den Fokus gestellt. Hierbei werden dann ca. 15-17 % des Einkommens für ein Einzelkind veranschlagt, 25-27 % für zwei Kinder und ca. 30 – 35 % für drei Kinder.
Generell wird auch in der Schweiz der Unterhaltsbedarf in den einzelnen Kantonen unterschiedlich veranschlagt. Auch werden die Einkommen beider Elternteile in einem Mix berücksichtigt und es wird dabei auch dem Umstand Rechnung getragen, bei wem das Kind wohnt bzw. wer das Obhutsrecht ausübt. Im Allgemeinen kann dabei der Höchstbetrag von 2400 Franken bei einem Elternteil nicht überschritten werden und es darf auch das Existenzminimum des zahlungspflichtigen Elternteils nicht unterschritten werden. Für den Fall, dass der zahlungspflichtige Elternteil als Selbständigerwerbender tätig ist, wird sein Gehalt so berechnet, als wäre er ein Arbeitnehmer.
Grundsätzlich legt ein Gericht auch für jeden Elternteil einen Selbstbehalt beim Unterhalt fest. Hierunter versteht man das sogenannte Existenzminimum, das z. B. die Ausgaben für Miete, Verpflegung, Versicherungen und Steuern umfasst. Auch die Höhe des Selbstbehaltes variiert von Kanton zu Kanton und ist auch davon abhängig, wie der jeweilige Elternteil in der neuen Lebenssituation lebt, ob er z. B. wieder verheiratet ist oder alleine lebt. Außerdem können die Unterhaltszahlungen für ein Kind auch angepasst werden, wenn der zahlungspflichtige Elternteil dauerhaft mehr als 20 % mehr verdient, als bei einer vorangegangenen Vereinbarung ermittelt wurde. Falls sich in diesem Fall der zahlungspflichtige Elternteil weigert, einer Erhöhung des Unterhalts zuzustimmen, wird dies durch ein Gericht entschieden.