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einsinken. Infolgedessen hat die Erosion der Gewässer und der Gletscher dieses charakteristische Relief erzeugt, indem sie die flach geneigten Schichtrücken der Westabdachung abtrug und die Schichtköpfe auf der Ostseite in schroffen Abstürzen abschnitt.
Der dritte Abschnitt der Aagruppe liegt auf dem Nordufer des Vierwaldstättersees und umfasst den Vitznauerstock (1448 m) und die Rigihochfluh (1603 m), welche die geologische Fortsetzung des Bürgenstocks bilden. Der Rigi, der seiner Höhe wegen gewöhnlich zu den Voralpen gerechnet wird, wie dies auch in der Einteilung im Artikel Alpen geschieht, gehört nach seinem geologischen Baue eigentlich zum voralpinen Mittelland. Er erhebt sich in der Scheidegg auf 1648 m, im Kulm auf 1800 m. Diese imposante, von steilen Wänden umgebene Bergmasse überragt so an Höhe die nächstliegenden Ketten von alpin geologischem Charakter, den Vitznauerstock und die Rigihochfluh. Er verdankt diese Eigentümlichkeit dem Umstande, dass die Schichten, welche die beiden letztem aufbauen, stark nach Süden einsinken und durch die bei Vitznau ausmündenden Bachrinnen in zwei schmale Gräte zerlegt sind, während die Schichten des Rigis nicht nur stark aufgerichtet sind, sondern überdies aus einem sehr widerstandsfähigen Material bestehen. Der Rigi ist das Aequivalent der Gipfel des Entlebuchs und des mittleren Emmenthals, die ebenfalls dem voralpinen Gebiet zugerechnet werden (siehe den Artikel Emmengruppe).
Geologie.
Die Angaben im Abschnitt Geologie des Kantons Unterwalden gestatten eine summarische Behandlung des geologischen Baues dieser Gebirgsgruppe. (Siehe jenen Artikel und die ihm beigegebenen geologischen Profile). Wir vervollständigen hier jene Beschreibung durch Details über den Bau der verschiedenen Gebirgsabschnitte und der nördlich vom Vierwaldstättersee liegenden Berggruppe.
Die geologischen Bildungen, die am Aufbau der Berge der Aagruppe teilnehmen, sind folgende:
Neuere Bildungen.
Gehängeschutt und Bergsturzablagerungen. Sie sind in der Hochgebirgsregion sehr reich entwickelt, besonders in der Umgebung der Kalkmassive des Hohstollen, des Graustocks und des Uri-Rotstocks. In der geologischen Beschreibung des Kantons Unterwalden haben wir die grossen Bergstürze dieses Gebietes erwähnt, unter denen der Bergsturz, der den Lungernsee aufgestaut hat und derjenige, der das Gebiet des Kernserwaldes mit gewaltigen Felstrümmermassen überschüttet hat, die bemerkenswertesten sind.
Die Fluss- und Seeablagerungen sind in den tiefen Gebieten ebenfalls von grosser Bedeutung. Die ausgedehntesten sind diejenigen der Ebenen von Giswil und Alpnach und besonders die weite Alluvialebene, welche die Bucht von Hergiswil mit derjenigen von Buochs verbindet. Diese Ebenen sind von grossem Einfluss auf den landschaftlichen Charakter dieses Gebietes, indem sie die Berge der Umgebung auffällig hervortreten lassen. Sie bestehen aus Bachschuttausfüllungen, die während der Aushöhlung der Thäler aus den Bergen heraus geführt worden sind.
Die Ebene von Giswil ist durch die Ablagerungen der kleinen Melchaa und des Lauibaches aufgeschüttet worden; diejenige von Alpnach verdankt ihre Entstehung der gewaltigen Geschiebeaufschüttung der beiden Schlieren und, im oberen Teil, der grossen Melchaa, die einen Teil des Bergsturzes vom Stanserhorn zugedeckt hat. Die Ebene von Stans endlich ist fast ausschliesslich das Produkt der Geschiebeablagerungen, mit denen die Engelbergeraa einen Arm des Vierwaldstättersees ausgefüllt hat. Wahrscheinlich hat dazu auch die grosse Melchaa beigetragen, zur Zeit, da sie über Kerns und die Ebene von Drachenried floss.
Glaziale und diluviale Bildungen.
Dazu gehören vor allem die Moränenablagerungen. Sie verdanken ihre Entstehung den Hauptgletschern, die einst in die grossen Thäler hinunterstiegen, zum Teil auch den Lokalgletschern, die nach dem Rückzug der grossen Gletscher noch eine zeitlang in den Seitenthälern lagen. Während der Hauptausdehnung der Gletscher vermischte sich das Schuttmaterial der Seitengletscher natürlich mit demjenigen der Hauptgletscher. Die Ablagerungen derselben werden überall auf den Abhängen der grossen Thäler bis in eine gewisse Höhe angetroffen, welche die vom Gletscher erreichte obere Grenze bezeichnet.
Besonders bemerkenswert ist, dass ein Arm des alten Aaregletschers den Brünig überschritten und auf der Passhöhe selbst, in der Nähe von Lungern und besonders auch bei Giswil, am Eingang ins Melchthal, auf dem Muetterschwanderberg und in der Nähe von Stans viele Moränen und erratische Blöcke hinterlassen hat. Das von den grossen Gletschern einst bedeckte Gebiet zeigt an den entblössten Felsflächen die Spuren der Gletschertätigkeit in Form von charakteristischen Schliffen. In unserem Gebiete gibt es nur spärliche fluvioglaziale Ablagerungen, da diese Bildungen hauptsächlich ausserhalb des einst von den grossen Gletschern bedeckten Gebietes verbreitet sind.
In der Tertiärformation
lassen sich zwei verschiedene Stufen unterscheiden: Die Molasse (Miozän), die im Gebiet des Rigi als Nagelfluh und Sandstein mit eingelagerten Mergelbändern entwickelt ist und eine Mächtigkeit von mehr als 2000 m erreicht, und im alpinen Gebiet der Flysch (Sandsteine und Schiefer) und die Kalke und Schiefer der Nummulitenbildung (Eozän). Wahrscheinlich repräsentieren die Sandsteine und Schiefer in der Basis des Rigi (Ralligenschichten) den oberen Flysch.
Kreide.
Die obere Kreide ist vertreten durch die bald ¶
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kalkig, bald schiefrig ausgebildeten Seewenschichten und die nur stellenweise vorhandenen Wangschichten. Diese Schichten repräsentieren die ganze vom Danien bis zum Cenomanien reichende Schichtfolge. Ihr Liegendes bildet der Gault (Albien), der jedoch hie und da fehlt. Er besteht aus Grünsandstein, sandigen Echinodermenbreccien oder Schiefern, besitzt eine wechselnde Mächtigkeit und ist oft sehr reich an Fossilien. Als oberste Stufen der untern Kreide erscheinen der obere Schrattenkalk (Aptien) und der untere Schrattenkalk (Urgonien), der bereits die oberste Stufe des Neocomien bildet.
Diese beiden Bildungen verschmelzen topographisch zu einer einheitlichen, 200-300 m mächtigen Masse, die sehr auffällige Steilabstürze aufbaut, z. B. am Bauen, am Bürgenstock, an der Rigihochfluh und am Vitznauerstock. Die darüber liegenden Schichten des Gault und der oberen Kreide treten landschaftlich sehr wenig hervor, da sie im Verein mit Nummulitenkalk und Flysch fast nur in der Synklinalen auf den flach geneigten Abhängen erhalten sind. Das mittlere Neocom (Hauterivien) umfasst die mergeligen Drusbergschichten und den Kieselkalk mit einer Gesamtmächtigkeit von 300-550 m. Die beiden Abteilungen lassen sich in den Falten, welche die Bergketten aufbauen, sehr leicht erkennen, weil die vorwiegend kalkige Natur der untern Stufe die Bildung hoher felsiger Hänge verursacht, die jedoch der vielen mergeligen Einlagerungen wegen fast immer gut gangbar sind. Im Gebiete südlich von Sarnen treten die Drusbergschichten an die Stelle des untern Schrattenkalkes und entsprechen hier also wohl dem unteren Urgon (Barremien).
Das untere Neocom (Valangien) besitzt nicht nur eine sehr veränderliche Mächtigkeit (100-300 m), sondern zeigt auch eine sehr unbeständige petrographische Zusammensetzung. Sein oberer Teil ist in den verschiedenen Ketten bald kalkig, bald mergelig-kalkig oder rein mergelig ausgebildet und seine Mächtigkeit nimmt von Norden nach Süden zu. An seiner Basis liegt jedoch stets eine Mergelzone (Berriasmergel). In den Klippen (Stanserhorn, Musenalp etc.) ist das Neocom durch schiefrige Kalke und die obere Kreide durch rote Kalkschiefer (Couches rouges) repräsentiert.
Juraformation.
Der obere Jura (Malm) stellt eine mehr oder weniger dunkelgraue Kalkmasse dar, die unter dem Namen Hochgebirgskalk bekannt ist und deren Mächtigkeit infolge der erlittenen Dislokationen (Auswalzung oder Verdoppelung) ausserordentlich wechseln kann. Am Titlis übersteigt seine Mächtigkeit 1000 m, während er an andern Stellen nur 20-30 m erreicht oder ganz verschwindet. Dieselbe Beobachtung kann man in Bezug auf die andern Abteilungen der Juraformation machen.
Unter dem obern Malm Kalk erscheinen die schiefrigen Kalke des Argovien und die oft sehr petrefaktenreichen Schiefer des Oxfordien. Der mittlere Jura oder Dogger besteht, wenn die Schichtreihe vollständig ist, aus einem mächtigen Schichtenkomplex, in welchem dunkle Kalkschiefer vorherrschen, die von Echinodermenkalk begleitet sind, und im mittleren und oberen Teil aus Schichten mit Eisenoolithen, die stellenweise als Eisenerze ausgebeutet worden sind. Der untere Jura (Lias) ist im oberen Teile, wo Echinodermenbänke auftreten, vorwiegend kalkig, während er im mittleren Teile oft aus kiesligen und quarzitischen Kalken und an der Basis aus dunkeln Schiefern besteht.
Die Trias
gliedert sich in vier Stufen: eine wenig mächtige Schicht Rhät, buntfarbige Schiefer (Quartenschiefer), Quarzitsandstein und dolomitische Kalke (Rötidolomit). Es sind dies die ältesten Bildungen, die im Gebiete nördlich von der Linie Genthal-Jochpass-Surenen-Gitschenthal vorhanden sind. In der Zone Gadmenflühe-Titlis findet man unter dem Rötidolomit noch einen weissen Quarzitsandstein (untere Trias), der auf breccienartigem violettem Sandstein (Perm und Verrukano = Kohlenformation) aufruht. Diese Bildung liegt diskordant auf den Gneissen und krystallinen Schiefern des Aarmassivs.
Die tektonischen Anordnung dieser Felsschichten im Aufbau der Ketten und Gräte der Aagruppe ist das Resultat sehr kräftiger Faltungen, durch welche die ¶