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Unsere Reise ging gemächlich los: In Mytilini (Hauptort der Insel Lesbos) empfing uns ein netter Rumäne mit einem alten Jeep, welcher gewisse Probleme mit der Zündung hatte. Nachdem das Auto nach fünf Minuten doch noch ansprang, fuhren wir etwa eine Viertelstunde bis zur unserer Unterkunft, eine alte Autogarage, welche zu einer Küche und Schlafgelegenheit von Remar S.O.S umfunktioniert wurde. Hauptsprache in der Unterkunft war überraschenderweise nicht Englisch, sondern Spanisch, da Remar ursprünglich eine spanische Organisation ist und von Spaniern geführt wird. Nach einem kurzen Einführungsgespräch mit Juan Carlos, dem Leiter von Remar S.O.S auf Lesbos, über die Regeln und Möglichkeiten im Camp, begannen wir sogleich mit unserer Arbeit.
Wir sind für zwei Flüchtling Camps verantwortlich, das Camp Moria und das Camp Kara Tepe. In Kara Tepe leben rund 800 Menschen aus unterschiedlichsten Ländern. Dieses Camp ist speziell für Familien, alte Menschen und Verletzte gedacht, welche in Containern leben. Moria unterscheidet sich deutlich von Kara Tepe: Hier sind die meisten Bewohner alleinstehende Männer oder Frauen sowie unbegleitete Minderjährige. Insgesamt sind es etwa 3000 Flüchtlinge, welche hier festsitzen. Dieses Camp ist um einiges improvisierter, anstatt Containern gibt es hier zu Zelten zusammengeschusterte Blachen, und die Flüchtlinge schlafen auf dem Boden und nicht auf Matratzen. Während in Kara Tepe die Kinder umherrennen und Fussball spielen, ist die Stimmung in Moria weniger entspannt. Erzählungen der anderen Freiwillige zufolge führt die Perspektivlosigkeit der Geflüchteten gekoppelt mit der extrem tiefen Lebensqualität immer wieder zu Konflikten zwischen den Flüchtlingen untereinander oder mit der Polizei (jedoch haben wir bis jetzt kein solcher Fall beobachten können). Beide Camps sind keine Durchgangszentren mehr, sondern stationäre Camps, bei denen die Bewohner auf die Antwort des Asylantrags warten. Bevor die Balkanroute geschlossen wurde, war hier ein ganz anderes Lebe. Täglich kamen rund 3000 Flüchtlinge in etwa 50 Schlauchbooten an, viele Insassen waren psychisch und physisch am Ende nach der Überfahrt. Sie mussten möglichst rasch Reisedokumente im Camp Moria beantragen, sodass sie die Fähre auf das Festland nehmen und ihre Route durch Europa weiter fortsetzen konnten. Mittlerweile ist alles anders. Es kommen nur noch wenige neue Menschen in die Camps, die Flüchtlinge bleiben über Monate hinweg am selben Ort. Die Folge davon: die Bewohner der Camps müssen über längere Zeiträume mit Essen versorgt werden. Und genau hier kommen wir ins Spiel.
Unsere Aufgabe ist das kochen, abfüllen und verteilen von Mahlzeiten für alle Bewohner des Camps Kara Tepe und für ein Teil der Bewohner des Camps Moria. Professionelle Köche bereiten das Essen zu, die Freiwilligen übernehmen dann das Abfüllen der Nahrung in kleine Plastikbehälter sowie das Verteilen vor Ort. Die Non-Profit-Organisationen wie Remar übernehmen Aufgaben, welche der Staat gar nicht oder nicht vollständig übernehmen kann. Das Essen ist im Moment das Hauptproblem. Die Zubereitung ist nämlich nicht nur kosten-, sondern auch zeitintensiv. Nach dem Verteilen vom Mittagessen muss man sich schon bald wieder mit der Zubereitung des Abendessens beginnen.
Tim, Kaja und Wilma
--> Alle weiteren Blogs über den Einsatz der Drei findest du hier: https://luzernhilftblog.wordpress.com/