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Vom Eurovisions-Skandal zur Volksmusik-Krone
Mit dem Lied «Soleil Soleil» gewann Géraldine die Schweizer Vorausscheidung. Sie wusste aber, dass ein Regelfehler begangen worden war, denn bei der Qualifikation zur Vorausscheidung reichte sie ihren Song im Westschweizer Fernsehen in französischer Sprache ein. Dort wurde sie leider nur Vierte und war somit nicht zum Schweizer Finale zugelassen. Man schrieb das Lied «Soleil Soleil» kurzerhand in Deutsch um und nutzte die längere Qualifikationszeit im Deutschschweizer Fernsehen. Und dort gelang ihr auch das Kunststück, das bei unseren französischen Kollegen nicht gelang: die Qualifikation.
Doch nur wenige Wochen nach dem grandiosen Sieg an der Vorausscheidung kam die grosse Enttäuschung: Disqualifikation! Und so wurde die Zweitplatzierte Daisy Auvray zum Finale nach Malmö (Schweden) eingeladen. «Schade», sagten sich die Schweizer Grand-Prix-Fans, denn dass das Lied Siegerchancen gehabt hätte, war wohl allen klar. Andere Kenner der Szene sagten, dass durch diese Disqualifikation dem Schweizer Fernsehen viele Geldauslagen erspart wurden. Denn ein Sieg am Concours Eurovision beduetet bekanntlich die Organisation im folgenden Jahr. Und eine solche Durchführung kostet so gegen die 10 Millionen Schweizer Franken. Und so blieb den Schweizer Fans die Hoffnung, dass man nach 1956 und 1988 wieder einmal einige Jahre darauf warten musste, bis die Schweiz am Grand Prix wieder gewinnen würde.
Ein neuer Weg
Géraldine ihrerseits wollte nach diesem Fiasko einen anderen Weg einschlagen. Ihr persönlich sollte dann vier Jahre später, 1996, niemand mehr vor der Sonne des Erfolges stehen. Mit dem Song «Nimm dir wieder einmal Zeit» erlang sie die Krone des volkstümlichen Schlagers und gewann nach Nella Martinetti und Maja Brunner diesen Wettbewerb für die Schweiz zum dritten Mal.
Dass Géraldine die Begabung zu einem grossen Star hat, wusste sie bereits in ihren jüngsten Jahren. Denn als Géraldine zehn Jahre alt, war konnte sie bereits ihre erste Single aufnehmen. Sie war zu diesem Zeitpunkt Solistin im Kinderchor «Le petit choeur du bluet» in Marly. Mit dem Chor «La chanson des 4 saisons» wurde sie ebenfalls zu einer kleinen Berühmtheit in unserer Region. Der Höhepunkt ihrer Mitgliedschaft im Chor «La chanson des 4 saisons» war wohl die Schweizer Vertretung anlässlich der Weltausstellung in Vancouver.
Was Géraldine Olivier am «grossen» Concours Eurovision de la Chanson vergönnt geblieben war, erlangte sie nun in der Volksmusik: Die Krone. Noch heute ist sie ein erfolgreicher und gern gesehener Gast in unzähligen Fernsehsendungen, besonders in Deutschland.
Freiburger an
der Eurovision
Am 13. Mai 2000 findet in Stockholm der Concours d’Eurovision de la Chanson statt. Als Vertreterin der Schweiz wird die 32jährige Solothurnerin Jane Bogaert in den hohen Norden reisen. Der Concours hat auch im Kanton Freiburg eine gewisse Bedeutung, durften doch in der Vergangenheit einheimische Künstlerinnen und Künstler an diesem bekannten Gesangs-Wettbewerb teilnehmen. Ausserdem hat der Eurovisionsclub der Schweiz in Plaffeien seinen Sitz. In loser Folge bringen die FN bis Anfang Mai Interviews und Porträts von einigen dieser Künstler.