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Prince Edward Island (26. - 30.5.2019)
Liebevoll wird diese Insel von den Kanadiern umgangssprachlich PEI (Pi-ii-äi) genannt. Der Name leitet sich vom vierten Sohn von König George III / Vater von Königin Victoria von England ab (wer weiss denn sowas?). Auf Hunderttausend Acres (ca. Vierzigtausend Hektaren) werden jährlich ca. 1.3 Millionen Tonnen Kartoffeln angebaut = Kartoffelland.
In Charlottetown, der kleinen schmucken Hauptstadt, sind wir mit Melina und Andi zu einem kleinen Plausch verabredet. Nach einem Jahr in ihrem selbst gebauten Camper auf Mercedes Sprinter Basis, sind sie nun nach Sechzigtausend Kilometern auf der Heimreise. Für die Arbeit und das Studium wünschen wir viel Erfolg und alles Gute. Die elektronisch verschliessbaren 'Chäschtli' haben uns sehr beeindruckt. Herzlichen Dank für die unterhaltsamen Stunden.
Die Temperaturen bewegen sich im tiefen einstelligen Bereich, es regnet und es weht eine sehr steife Bise. Wir ziehen uns ins 'Row House Steak & Lobster' zurück. Nach einer Aufwärm- und Lockerungsrunde an der Bar, genehmigen wir uns Austern zur Vorspeise, gefolgt von einem Riesensteak für Thomas und einem frischen Lobster für Eva. Wer macht sich da noch Gedanken ums Wetter!
Wir umrunden den Osten, genannt King, der Mittelteil wird Queen und der Norden - logisch - Prince genannt. Wir laufen einsame Trails, übernachten an menschenleeren Stränden und geniessen das sich bessernde Wetter. Die Temperaturen steigen in den zweistelligen Bereich, die Luft ist glasklar und der Himmel wolkenlos. Im Basin Head Provincial Park soll der Sand singen, dies tut er jedoch nur nach einer langen Trockenperiode und so hören wir ihn nur feucht knirschen unter unseren Schuhen.
Wir besuchen in Cavendish den Green Gables Heritage Place. Hier wird die Erinnerung an die Schriftstellerin Lucy Maud Montgomery (1874-1942) zelebriert. Ihr bekanntestes Werk ist das Kinderbuch 'Anne of Green Gables'. Dieses handelt - wie das schweizerische Heidi - von einem Waisenmädchen mit - wie Pipi Langstrumpf - roten Zöpfen. Alles ist irgendwie amerikanisch übertrieben aber die Kanadier sind mächtig Stolz.
Die Fahrt auf die PEI ist per Fähre oder Brücke gratis. Wer die Insel jedoch verlassen will, zahlt Maut und das nicht zu knapp. Trotzdem sind wir von der Confederationbridge, auf der wir PEI verlassen, tief beeindruckt. Bei 13.5 Kilometer Länge handelt es sich um die längste Brücke der Welt, die über ein zufrierendes Gewässer führt.
Die nächsten Tage widmen wir uns dem Tidenhub und suchen nach der acadischen Magie. Ob wir sie finden, berichten wir im nächsten Beitrag.
Randbemerkung: Allfällige Interpunktionsfehler schenken wir Ba und vorkommende Orthographiefehler sind Ne gewidmet.