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Insekten
[* 2] (lat. Insecta, d. h. Eingeschnittene; grch. Entoma, was dasselbe bedeutet, oder Hexapoda, d. h. Sechsfüßer), Kerf- oder Kerbtiere, die ¶
Insekten I 1. Euglossa dimidiata (eine Biene).
[* 4]
2. Polybia sedula (eine Faltenwespe).
3. Chrysantheda dentata (eine Biene).
4. Scaphura Vigorsi (eine Laubheuschrecke).
5. Pepsis pretiosa (eine Wegewespe).
6. Rhomalea miles (eine Feldheuschrecke).
7. Phoraspis pieta (eine Schabe).
8. Vates orbus (eine Fangheuschrecke). ¶
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größte Klasse der Gliederfüßer und der Tiere überhaupt. Ihr Leib besteht meist aus 16 oder 17, selten 18 hintereinander gelegenen Ringen, welche zu drei Körperabschnitten deutlich zusammentreten. Vier vereinigen sich zu einer gleichmäßigen festen Kapsel, dem Kopf, der sich immer scharf gegen den übrigen Leib absetzt, 3 zum Bruststück (Thorax, und zwar als Pro-, Meso- und Metathorax), 9 bis 11 zum Hinterleib (Abdomen). Bruststück und Hinterleib sind meist auch deutlich getrennt, in einigen Fällen aber verbindet sich der erste Abdominalring innig mit dem letzten Thorakalringe.
Mit den Ringen des Kopfes und des Bruststückes sind bei ausgebildeten I. fast ausnahmslos, mit denen des Hinterleibes nur ausnahmsweise und meist nur an dem letzten oder vorletzten Anhänge verbunden. Am Kopfe treten sie oben als ein sehr mannigfach gestaltetes, aus einer sehr verschiedenen Zahl gleichmäßig oder ungleichmäßig entwickelter Glieder [* 6] bestehendes, dem Tasten und oft auch dem Riechen dienendes einfaches Paar Fühler (antennae) entgegen, an der Unterseite um den Mund herum als Freßwerkzeuge (Mundgliedmaßen).
Zwei von ihnen sind paarig: die Oberkiefer (mandibulae) und die Unterkiefer (maxillae) und wirken von außen nach innen gegeneinander;
zwei sind unpaar: die beweglich mit dem Kopfschilde verbundene vor der Mundöffnung gelegene Oberlippe (labrum) und die hinter derselben befindliche, mit einem Paar seitlicher Anhänge (Lippentaster, palpi labiales) versehene Unterlippe (labium), welche aus einer Verschmelzung der beiden hintersten Mundgliedmaßen hervorgeht.
Die Freßwerkzeuge sind je nach der Nahrung und Nahrungsaufnahme bei den ausgebildeten I. sehr verschieden gebaut. Beißend oder kauend sind sie bei Käfern, Netz- und Geradflüglern, welche von festen Substanzen leben. Hier stellen die Oberkiefer zwei ungegliederte einfache, feste, meist ungezähnte dreieckige Platten dar, während die Unterkiefer gegliedert sind und einen gleichfalls gegliederten äußern Anhang (Maxillartaster) tragen. Der Unterkiefer ist dreiteilig, besteht aus einem, dem Kopfe eingefugten Gelenkstück, einem Stamm, welcher seitlich den Lippentaster trägt und welchem vorn zwei zum Kauen dienende Laden (eine innere und eine äußere) ansitzen.
Bei den Hautflüglern und einigen Käfern sind die Unterkiefer und besonders die Unterlippe (als Zunge) bedeutend verlängert und stellen einen Apparat zum Auflecken von Blütenhonig und andern Pflanzensäften dar. Bei den Schmetterlingen sind die Mundwerkzeuge saugend: bloß die Maxillen sind kräftig entwickelt, jede stellt eine lange Rinne dar, welche sich an ihr Pendant anlegt und so eine aufgerollte Saugröhre, den Rüssel, bildet. Bei den Fliegen [* 7] und Halbflüglern sind Ober- und Unterkiefer zu Stechborsten und Saugern umgebildet, welche namentlich noch durch eigenartige Organisationsverhältnisse der Mundhöhle [* 8] die durch Anbohren zugänglich gemachte Nahrung aufnehmen. Im einzelnen sind diese hier als typisch aufgeführten Bauarten der Mundteile bei den I. noch sehr zahlreichen Modifikationen unterworfen. Erwähnung verdient, daß bei den Larven von im ausgebildeten Zustande saugenden I. mit vollkommener Verwandlung (bei Fliegen und Schmetterlingen) nur kauende Freßwerkzeuge gefunden werden, während die Larven gewisser Netzflügler (Ameisenlöwen) im Gegenteil sehr merkwürdig umgebildete saugende haben.
Die Thorakalringe tragen zweierlei Arten von Anhängen, nämlich alle drei je ein unteres Paar, die Beine und die beiden hintern auch ein oberes Paar, die Flügel. Jedes Bein ist normalerweise ein fünfgliedriger Stab: [* 9] das erste, oberste oder proximale Glied [* 10] ist das Hüft- oder Gelenkglied (coxa), welches nicht sehr lang ist und mit dem kugeligen Ende in der Gelenkpfanne des Brustbeinringes spielt, mit dem andern sich aus einem sehr kurzen Glied, dem Schenkelring (trochanter), verbindet. An diesen schließt sich das ansehnlichste Beinstück, der Oberschenkel (femur), an diesen der zartere, aber meist auch ziemlich lange Unterschenkel (tibia) an, welcher am äußern Ende den Fuß trägt.
Auch der Fuß (tarsus) ist selten ungegliedert, sondern besteht in der Regel aus einer Reihe (meist fünf) hintereinander
gelegener Stücke, von welchen das äußerste oder distale Ende meist Anhänge in Gestalt beweglicher Krallen (Fußkrallen)
oder Lappen trägt; oft ist auch das letzte Fußglied oder sind die letzten verbreitert und unten mit
bürstenartigen Haaren besetzt. Die Beine sind einmal bei den verschiedenen
Insektenformen, dann aber auch unter sich bei einem
Individuum je nach der Lebensweise und Bewegungsart sehr verschieden entwickelt. Es lassen sich Schreit-, Lauf-, Kletter-,
Spring-, Schwimm-, Grab- und Raubbeine unterscheiden. Wenn bei einem Individuum eine bedeutende Modifikation
eines Beinpaares eintritt, so betrifft sie meist das vorderste oder hinterste, sehr selten das mittelste. Bei manchen Tagfaltern
ist das vorderste Paar rudimentär (Putzfüße) und bei einigen Mistkäfern (Ateuchus) fehlen hier die Tarsen.
Die Flügel finden sich nur an der Mittel- und Hinterbrust, doch hat man bei manchen I. an der Vorderbrust auftretende Gebilde (Kragen bei Schmetterlingen) als homolog deuten wollen. Typisch treten die Flügel als zwei Paare (Vorder- und Hinterflügel) und als wirkliche Flugorgane auf und sind Eigentümlichkeiten ausgebildeter I. Nicht selten fehlen sie oder sie sind verkümmert, entweder bei beiden Geschlechtern (gewisse Gespenstheuschrecken, Grillen, Bücherläuse, Silberfische, Springschwänze, parasitische Fliegen- und Wanzenformen und Läuse) oder bei einem, meist dem weiblichen (Spinnern, Spannern, Kleinschmetterlingen, Bienenwespen, Strepsipteren u. s. w.), selten bei dem männlichen (einige Ameisen, die männlichen Feigenwespen), häufiger wieder bei geschlechtslosen Formen (Arbeiterinnen der Ameisen und Termiten, [* 11] Ammen der Blattläuse, parthenogenetische Formen der Gallwespen).
Nicht selten ist nur ein Paar als Flugorgan entwickelt, wobei das andere rudimentär geworden sein kann (das hintere bei den Fliegen, einigen Eintagsstiegen, den männlichen Schildläusen, sehr vielen flugunfähigen Käfern; sehr selten das vordere: bei männlichen Strepsipteren) oder einen Funktionswechsel erfahren hat und stark verhornt als Flügeldecke (elytra) zum Schutze des Körpers dient (Käfer, [* 12] gewisse Gerad- und Halbflügler). Meist sind die Flügel ungleich groß: sind sie häutig, so sind die vordern, sind diese aber zu Decken umgebildet, die hintern die größern, nur die Netzflügler besitzen gleich- oder fast gleichgroße Flügelpaare. Die Flügel sind Ausstülpungen der Leibeshöhle der I., daher eigentlich sehr flache aus einer am Rande geschlossener Membrane bestehende Taschen, deren Wandungen indessen miteinander (wohl nach dem Auskriechen aus der Puppe bei I. mit vollkommener Verwandlung) sich vereinigen. ¶
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Meist sind die Flügel von einem mehr oder weniger dichten Netz von Adern oder Rippen durchzogen, welche stärker chitinisiert den Flügeln Stütze geben. Hauptsächlich sind es verstärkte Tracheen, [* 14] neben denen auch noch Nerven [* 15] und, namentlich solange der junge Flügel noch wächst, Blutbahnen verlaufen. Die Anordnung der Adern in den Flügeln ist von bedeutender systematischer Wichtigkeit. Die Flügel bleiben entweder glasartig nackt, oder sie sind (bei Schmetterlingen und Frühlingsfliegen, gelegentlich die Flügeldecken der Käfer) mit Schuppen bedeckt.
Am Hinterleib sind bei ausgebildeten I., mit Ausnahme einiger sehr niedrig stehenden Formen, nur die hintersten Ringe mit Anhängen versehen (Schwanzfäden bei Eintagsfliegen, Silberfischchen u. s. w.), die bei Hautflüglern und Heuschrecken [* 16] als Legbohrer und Legscheiden zu den Geschlechtsorganen in Beziehung treten. Bei Larven sind solche Abdominalanhänge häufiger (als Tracheenkiemen bei Eintagsfliegen, als Afterfüße und Nachschieber bei Schmetterlingsraupen und Blattwespenlarven).
Die allgemeine Körperbedeckung besteht immer nur aus Chitin und enthält niemals Kalkeinlagerungen. Sie ist bei den verschiedenen Formen sehr verschieden entwickelt und durchläuft von weichen dünnen Häutchen bei parasitisch und verborgen lebenden Larven bis zu den festen Dornen mancher Tagschmetterlingsraupen und den Flügeldecken gewisser Käfer alle Grade der Ausbildung. In den Gelenken der Gliedmaßen und zwischen den Körperringen besonders des Hinterleibs wird sie weicher. Nur die Larven der I. werfen von Zeit zu Zeit den Chitinrock ab (häuten sich), geschlechtsreife Imagines niemals. Die unter dieser Bedeckung gelegene Körperhaut enthält oft Drüsen, welche ätzende und stark riechende, aber auch wachsartige Substanzen absondern und bisweilen vorstülpbar sind.
Der Mund der I. führt in den mit dem Schlunde beginnenden Verdauungskanal. Die Speiseröhre durchzieht in gerader Richtung den Thorax, erweitert sich meist in ihrem hintern Teile und hat bei saugenden I. einen sackartigen mit der Speiseröhre durch einen dünnen Stiel verbundenen seitlich liegenden Kropf (Saugmagen). Magen [* 17] und Darm [* 18] liegen im Hinterleib. Der erstere ist bei kauenden, besonders von tierischer Kost lebenden doppelt: es findet sich nämlich ein Kau- oder Vormagen und ein Chylusmagen.
Die Wandungen des meist ovalen oder runden Kaumagens sind sehr muskulös und innen mit einer, oft zu starken Längsleisten entwickelten Chitinhaut überzogen. Der allen I. zukommende Chylusmagen ist weit dünnwandiger und enthält nach innen sich öffnende Drüsen, deren geschlossenes Ende nicht selten über der Außenseite des Magens hervorsteht. An dem sehr verschieden langen Darm unterscheidet man Krumm-, Dick- und Mastdarm. Anhangsgebilde des Verdauungskanals kommen in Gestalt von sich in die Mundhöhle öffnenden Speicheldrüsen verschiedenartiger Ausbildung vor und weiter (4-100) sog. Malpighische Gefäße, lange Blindschläuche, welche an der Übergangsstelle vom Magen in den Dann münden. Die Malpighischen Gefäße funktionieren als Nieren. Bei den Larven vieler I. münden in den Mund noch zwei lange, unter Umständen weit in den Hinterleib reichende Drüsenschläuche, die Spinndrüsen (Serikterien), deren Sekret an der Luft erstarrt und eine Modifikation des Chitins ist (hierher gehört die Seide, [* 19] s. d.). Im Mastdarm sind die Rektaldrüsen enthalten und mit dem After münden häufig ein Paar Analdrüsen nach außen.
Das Gefäßsystem ist nicht geschlossen, es findet sich bloß ein von hinten nach vorn sich zusammenziehendes, aus mehrern Kammern bestehendes Rückengefäß mit seitlichen Spaltöffnungen, durch welche das (mit Sauerstoff versehene) Blut bei Erschlaffung der Kammern von außen eindringt. Die Blutflüssigkeit ist meist weiß, seltener grünlich; die Blutkörperchen [* 20] können ihre Gestalt verändern.
Besondere Atmungsorgane können fehlen und dann geht die Sauerstoffaufnahme durch die ganze Körperoberfläche vor sich. Meist aber sind sie in Gestalt von Luftröhren (Tracheen) entwickelt. Diese sind mit Chitin ausgekleidet, das sich zu einer in einer sehr engen Spirale verlaufenden Chitinleiste (dem sog. Spiralfaden) verdickt. Die Luft tritt in Tracheen durch besondere Atemlöcher (Stigmata), welche niemals am Kopfe vorhanden sind, wohl aber am Thorax und Abdomen, aber in sehr verschiedener Anzahl (jederseits 2 - 9) und meist als runde oder schlitzförmige, von Hornringen eingefaßte Öffnungen in der Haut [* 21] zwischen zwei Körperringen liegen.
Beim Einatmen erweitern die I. ihre Leibeshöhle und die Luft dringt ein. An den Atemlöchern beginnen die Tracheen entweder einfach oder seltener als mehrere nebeneinander und lösen sich, sich stets wieder dichotomisch teilend, zu immer feinern Röhrchen auf, welche alle Organe des Körpers umspinnen und durchdringen, oder sie sammeln sich zunächst an jeder Körperseite zu einem großen Längsstamm, welcher erst wieder die feinern Röhren [* 22] abgiebt. Manche im Wasser lebende Formen (Wasserwanzen, Dipterenlarven) haben besondere Atemröhren (Siphonen), welche zu den Stigmen führen. Die das Wasser bewohnenden Larven der Eintagsfliegen und Köcherjungfern haben keine Atemlöcher, die Tracheen beginnen vielmehr in Anhängen des Hinterleibes (den Tracheenkiemen) als ein System feiner Röhren, die sich in jedem Anhang zu einem Ast vereinigen, welcher in den seitlichen Längsstamm führt. Bei den Larven einiger Libellen liegen Tracheenkiemen im After, der das sauerstoffhaltige Wasser aufnimmt.
Eine eigentliche Stimme besitzt kein Insekt; denn die vielfachen, oft sehr lauten Töne derselben entstehen durch andere, oft sehr verwickelt gebaute Organe infolge von Reibung [* 23] oder raschen Schwingungen. So wird bei manchen Käfern das Zirpen durch Reibung verschiedener Rumpfteile aneinander, bei den Heuschrecken durch Reibung der Beine an den Flügeldecken bewirkt, bei den Fliegen das Summen durch die Luft, welche aus den vordern Luftlöchern an der Brust aus- und einströmt.
Das centrale Nervensystem der I. besteht aus Gehirn [* 24] (obere Schlundganglienmasse) und Bauchmark. Ersteres liegt im Kopf oberhalb des Schlunds, ist je nach der Entwicklung der Intelligenz stärker (am stärksten bei Hautflüglern) oder schwächer, besteht aus zwei symmetrischen seitlichen Hälften, welche ihrerseits verschiedenartig ausgeprägte Anschwellungen, Buckel u. s. w. aufweisen. Nach unten entsendet jede Hälfte neben dem Schlund einen Nervenstrang, welche sich unterhalb derselben in einer kleinern Nervenmasse (unteres Schlundganglion) vereinigen und mit diesen den Schlundring bilden. Das Gehirn entsendet die Nerven der Sinnesorgane und ist Sitz der Intelligenz. Vom untern Schlundganglion verläuft das Bauchmark nach hinten. Dasselbe besteht aus zwei sehr dicht aneinander gelegenen ¶