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Dieser Forschungssektor überschneidet zum grossen Teil die traditionellen Forschungsthemen der Bildungswissenschaften (pädagogische Innovation, psychosoziologischer Approach der schulischen Phänomene, Didaktik). Darum ist es nicht überraschend, hier die Schweizer Teams wiederzufinden, die sich traditionell mit dieser Art Forschung beschäftigen. Wenn auch ihr Publikationsniveau mit dem der ähnlichen Forschungsgruppen in Europa vergleichbar ist, so liegt doch ihre Zahl deutlich unter der ihrer Nachbarn. Es genügt, die zahlreichen wissenschaftlichen Zeitschriften zu durchblättern, die Arbeiten über diese Themen veröffentlichen (siehe Teil 3), um festzustellen, dass die Publikationen der Schweizer Teams fast vollkommen abwesend sind. Die grössten Probleme, auf welche die Forscher dieses Sektors stossen, sind in der Schwierigkeit begründet, kontrollierte und zuverlässige Versuchsfelder zu finden. Daher sind diese Forscher mit der sich wiederholenden Versuchung konfrontiert, schon während der Aufbauphase der Versuchsvorrichtungen zu intervenieren und so ihr Projekt unfreiwillig in eine Aktionsforschung zu verwandeln. Um dem abzuhelfen, empfehlen wir eine kräftige Unterstützung für die an Ort und Stelle stattfindenden Versuche freiwilliger Lehrer, die Innovationen schaffen wollen, wie dies im Tessin geschieht.
- Mit der finanziellen Unterstützung des vorliegenden Forschungsprogramms (NFP 33) haben A.N. Perret-Clermont und sein Team vom Psychologieseminar der Universität Neuenburg an der Ecole Technique von Sainte-Croix ein Experiment über den Technologieunterricht initiiert. Das AMT-Projekt (Apprendre un Métier Technique[6]) verfolgt das Ziel, die Bildungssituationen zu spezifizieren, welche die Integration der neuen Technologien in diesen Schlüsselsektor der Bildung begünstigen. Eine besondere Aufmerksamkeit wird den Technologien maschineller Bearbeitung (Maschinen mit numerischer Steuerung) und der Übermittlung von Know-how am Arbeitsplatz gelten. Das Team von A.N. Perret-Clermond arbeitet international mit dem Team von Prof. P. Light in Southampton und dem CNED (Centre National de l'Enseignement à Distance[7]) in Frankreich zusammen.
- Das Team des Psychologieseminars von Neuenburg hat in einer didaktischen Perspektive auch mehrere Beobachtungen über die Anwendung von Mathematikprogrammen in der Grundschule angestellt (Schubauer, 1989 und Perret, 1993). Ihr Ansatz will eine Verbindung zwischen dem Diskurs der Entwickler und dem der Lehrer und Schüler aufbauen. In einem allgemeineren Sinn haben sie diese Methode auf die Untersuchung der Mensch-Maschine-Interaktionen angewandt (Pochon und Grossen, 1993), indem sie postulierten, dass die Benutzerfreundlichkeit der Softwareprogramme als das Ergebnis einer Geschichte dargestellt werden kann, in deren Verlauf der Anwender und der Entwickler eine gemeinsame Sprache entwickelt haben.
Pochon, L.-O. & Grossen, M. (1993) - A propos de la convivialité, quelques éléments de réflexion pour l'étude des interactions homme-machine. Interface, 2/1993.
Pochon, L.-O. & Grossen, M. (1993) - Un espace interactif pour l'étude des interactions homme-machine. Europea Conference on Computer Science, Communications and Society: A technical and cultural Challenge.
Pochon, L.-O. & Grossen, M. (1994) - Définition d'un espace interactif pour aborder l'étude de l'utilisation de l'ordinateur. Cahiers de Psychologie, 31, S. 27-47.
Schubauer, R. (1989) - Des logiciels en usage, étude des discours de concepteurs, d'enseignants et d'élèves à propos de logiciels de mathématiques à l'école primaire. Interactions didactiques, nû10, Séminaire de Psychologie, Université de Neuchâtel.
- Im Rahmen einer vom SNF unterstützten Forschung hat J.L. Gurtner (Pädagogisches Institut der Universität Freiburg) eine Reihe von Arbeiten über die kognitiven Aspekte der Aktivität mathematischer Modellierung im Zusammenhang mit den Programmieraktivitäten (insbesondere die LOGO-Sprache) durchgeführt. Während eines Aufenthalts in Stanford hat er auch mehrere Artikel über die pädagogischen Anwendungen des Computers in der Klasse veröffentlicht (Lepper & Gurtner, 1989). Gurtner zufolge soll der Programmierunterricht hauptsächlich zur Unterstützung der Modellieraktivitäten eingesetzt werden. In dieser Richtung hat auch B. Vitale im SRP von Genf und Freiburg zahlreiche Veröffentlichungen für die Lehrkräfte getätigt (Béguin u.a., 1995). Dieser wissenschaftliche Standpunkt scheint in der wissenschaftlichen Gemeinde weniger umstritten als die "techno-romantischen" Thesen von Papert. Die Universität Freiburg hat 1991 ebenfalls eine internationale Begegnung über das Thema "LOGO und Lernen" veranstaltet.
Béguin, C., Gurtner, J.-L., de Marcellus, O., Denzler, M., Tryphon, A. & Vitale, B. (1995) - Activités de représentation et de modélisation dans une approche exploratoire de la mathématique et des sciences. Revue petit x, 38, S. 41-71.
Gurtner J.-L. (1992) - Between Logo and Mathematics: A Road of Tunnels and Bridges. In Celia Hoyles and Richard Noss (Eds), Learning Mathematics and Logo. London: MIT Press.
Gurtner, J-L., Retschitzki, J. (1991) - LOGO et apprentissages. Coll. Techniques et Méthodes pédagogiques, Paris: Delachaux et Niestlé.
Lepper, M.R. & Gurtner, J.L. (1989) - Children and computers. Approaching the twenty-first century. American Psychologist, 44, S. 170-178.
Vitale, B. (1990-1993) - L'intégration de l'informatique à la pratique pédagogique. Centre de recherches psychopédagogiques, 1-2, Genève.
- Die Schweiz hat 1992 in Sitten die Journées francophones de didactique de l'informatique[8] aufgenommen. Der Erfolg dieser Tage bei den Lehrern von Orientierungsstufe und Gymnasium zeigt das Interesse, auf das in diesem Milieu die Reflexion über die Informatik als Unterrichtsgegenstand stösst. Eines der Probleme, das sich den Forschern in der Didaktik der Informatik stellt, ist es zu bestimmen, ob die Möglichkeit besteht, durch einen Konsens die Grundbegriffe einer anerkannten und stabilen Einführung in die Informatik zu erarbeiten. Obwohl es sich um eine unverzichtbare Aufgabe handelt, wird sie durch die extreme Schnelligkeit, mit der sich Hard- und Software entwickeln, erschwert. A. Bron ist einer der Schweizer Lehrer, die seit 25 Jahren für die Entwicklung dieses Sektors arbeiten, der heute nach einem neuen Atem sucht. Hoffen wir, dass ihnen die UDO[9]-Tage vom September '95 einen neuen Start ermöglichen werden!
Actes de la troisième rencontre francophone de didactique de l'informatique, Sion, du 6 au 8 juillet 1992.
- Prof. Forneck (Pädagogisches Institut der Universität Zürich) hat mit der im Bundesland Nordrhein-Westfalen hergestellten Hypermedia-Umgebung COMPIG gearbeitet. Die Umgebung wurde in Deutschland hergestellt und sowohl in Deutschland wie in Züricher Schulklassen erprobt (CBT Forum, 1994).
Forneck, H. & Kradolfer, P. (1984) - Schlussbericht Erprobung Hypermedia-Arbeitsumgebung COMPIG, Pädagogisches Institut, Universität Zürich.
- R. Hutin hat im SRP (Service de Recherche Pédagogique du Département de l'Instruction Publique de Genève[10]) mehrere Beobachtungen an 10-12jährigen Kindern durchgeführt (Hutin, 1989). Sein Team interessiert sich besonders für die Nutzung des Computers als Lernhilfsmittel im Klassenraum. Obwohl er keine Beobachtungen angestellt hat, die quantifizierbare Ergebnisse erbringen können, betont Hutin im Schluss seines Berichts den unbestreitbar positiven Wert der Informatik für die Kinder und Lehrer. Er schlägt auch vor, die Entwicklung hochwertiger Bildungssoftware zu fördern und stellt fest, dass die Anwendung der Textverarbeitung ohne Zweifel einen wirksamen und produktiven Weg darstellt, die Grundschüler in die Informatik einzuweihen.
Hutin, R. (1989) - Un ordinateur dans la classe: recherche sur l'emploi de l'informatique comme moyen d'apprentissage entre dix et douze ans. Genève: DIP, Service de la Recherche Pédagogique.