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Ein neuer Bericht von International Labour Rights Forum (ILRF), India Committee of the Netherlands (ICN) und Stop Child Labour - School is the Best Place to Work untersucht die Situation von Kinderarbeit in der Saatgutproduktion in Indien. Der Bericht „Growing Up in the Danger Fields, Child and Adult Labour in Vegetable Seed Production in India“ zeigt auf, dass bei einigen Saatgutunternehmen gewisse Fortschritte gemacht wurden. So wurden bei Syngenta deutlich weniger Kinder auf den Saatgutfeldern eingesetzt, als noch vor 4 Jahren. Syngenta begann ihre Interventionen gegen Kinderarbeit zusammen mit der Fair Labour Association. Sie beschränken sich jedoch mehrheitlich auf Sensibilisierungsmassnahmen und Motivationstreffen für Bauern, um gegen die Kinderarbeit zu plädieren. Ausserdem bezahlt Syngenta marginal höhere Preise für Produkte, die ohne Kinderarbeit hergestellt wurden. Diese Massnahmen reichen aber nicht aus, um das Problem der Kinderarbeit an der Wurzel zu packen. Wenn sich die Massnahmen nur auf einige wenige Unternehmen erstrecken, bleibt es weiterhin riesig, da das Problem der Kinderarbeit in der Saatgutproduktion für Gemüse wie Tomaten, Paprika und Auberginen sehr weit verbreitet ist. Die grössten Saatgutproduzenten, zu denen Syngenta in Indien zählt, müssen sich stärker gegen die Kinderarbeit einsetzen, damit der ganze Industriezweig Kinder nicht länger für diese Arbeit ausbeutet. Konsequente Ablehnung von Saatgut, das mit Kinderarbeit hergestellt wurde und markant höhere Preise für Saatgut, in dem keine Kinderarbeit steckt, wären sinnvolle Massnahmen.
Warum Kinderarbeit?
Bauern in der Saatgutproduktion für Gemüse ziehen Kinder, insbesondere Mädchen, für die Bestäubung der Gemüsepflanzen vor. Die Kinder werden in Lanzeitarbeitsverträgen angestellt. Ihre Eltern erhalten dafür Vorauszahlungen und Kredite von den lokalen Samenproduzenten. Diese Produzenten wiederum haben Verträge mit Saatgutfirmen wie Syngenta. In erster Linie stellen die Bauern Kinder an, da sie billiger sind. Ausserdem arbeiten sie längere Tage, arbeiten intensiver und sind einfacher zu kontrollieren als Erwachsene. Den Kindern wird durch die Arbeit eine Schulbildung verwehrt. Ausserdem hat die harte Arbeit mit langen Tagen und dem ständigen Kontakt mit giftigen Pestiziden negative Auswirkungen auf ihre Gesundheit. Zum grössten Teil sind Mädchen von dieser Art von Ausbeutung betroffen, sie machen 60-70% der ArbeiterInnen aus, da sie als besonders geeignet für die Bestäubung der Pflanzen angesehen werden.