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Tokio (awp/sda/afp/rtd/dpa) - Das schwere Beben in Japan hat offenbar einen Grossbrand in einer Raffinerie ausgelöst. Der Industriekomplex in der Stadt Iichihara im Grossraum Tokio stand am Freitag in Flammen, wie im japanischen Fernsehen zu sehen war. Die Anlage wird von dem japanischen Erdölkonzern Cosmo Oil betrieben.
Nach Regierungsangaben brachen im Nordosten Japans rund 50 Feuer aus, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. In Aufnahmen aus Helikoptern war zu sehen, wie eine massive Flutwelle Schiffe, Lastwagen, Autos und Trümmer vor sich her in die Stadt schob.
Unterdessen teilte Japans Regierungschef Naoto Kan mit, dass bei keiner der Atomanlagen des Landes nach dem Beben ein Austritt von atomarem Material festgestellt worden sei.
Er rief die Bewohner des Landes auf, ruhig zu bleiben und sich über die Medien über die Lage zu informieren. Ein Regierungssprecher in Tokio sagte, das Beben könnte "beachtliche Schäden" angerichtet haben.
Das Beben der Stärke 8,9 hatte sich am Nachmittag (Ortszeit) etwa 382 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Tokio ereignet, das Epizentrum lag vor der Küste des Landes. Die Erschütterungen des Bebens waren auch in Tokio zu spüren.
Eine zehn Meter hohe Tsunami-Welle erreichte die japanische Küste. Für nahezu alle Küstengebiete am Pazifik wurde eine Tsunami-Warnung ausgegeben. Auf den Philippinen sollen wegen des drohenden Tsunamis tausende Bewohner an der Ostküste in Sicherheit gebracht werden. Das Institut für Vulkanologie und Seismologie sprach eine Tsunami-Warnung für mehr als 19 Provinzen aus.
Auf der russischen Inselgruppe der Südkurilen sowie auf der Insel Sachalin wurden mehrere Siedlungen in Ufernähe evakuiert. Das teilte der russische Katastrophenschutz am Freitag nach Angaben von Agenturen mit.
Besonders betroffen seien Menschen auf den Südkurilen-Inseln Kunaschir und Schikotan. Sie seien in sichere Gebiete gebracht worden. Schiffe kehrten schnell in die Häfen zurück, hiess es.
An den Ufern auf den Inseln im Fernen Osten seien Beobachtungsposten eingerichtet worden. Es würden Flutwellen mit einer Höhe von bis zu fünf Metern erwartet, hiess es. Auch auf der russischen Halbinsel Kamtschatka galt erhöhte Alarmbereitschaft.
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