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In was für einer Gesellschaft möchtest du leben?
Lesebrief von Sibylle Probst, JUSO-Mitglied und Vorstand der SP Aesch-Pfeffingen
Das Ergebnis der 1:12-Initiative hat mich aufhorchen lassen. Nun zeichnet sich ein ähnliches Bild beim Mindestlohn ab. Dazu ein paar Gedanken.
In der Schule habe ich gelernt, dass unter „Gesellschaft“ eine durch „verschiedene Merkmale zusammengefasste Anzahl von Personen“ verstanden wird, „die sozial miteinander verknüpft leben und interagieren.“
Nun frage ich mich, wie es sein kann, dass CEOs grosser Unternehmen immer mehr verdienen, ihre Angestellten jedoch nicht am gemeinsamen Erfolg teilhaben lassen? Wie kann es sein, dass jemand 100% arbeitet und der Lohn trotzdem nicht zum Leben reicht? Wie soll man unserer Jugend eine Berufslehre attraktiv machen, wenn das Gehalt nach Lehrabschluss knapp Fr. 3’500.— beträgt? Wie soll ich meinen künftigen Kindern erklären, was Gerechtigkeit und Hilfsbereitschaft bedeuten, wenn unsere Gesellschaft sie täglich den Egoismus lehrt?
Der indische Philosoph Jiddu Krishnamurti hat einmal gesagt, dass es kein Zeichen geistiger Gesundheit ist, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein. Deswegen frage ich dich: In was für einer Gesellschaft möchtest du leben?
Wir sind verantwortlich für das, was wir tun, genauso aber auch für das, was wir nicht tun. Ja zum Mindestlohn, ja zu einer gesunden Gesellschaft.