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Detail
MEYER, Paul
* Reinach BL, 29.08.1932, † Geneva, 1988
Aufgewachsen in Basel und schon früh ein Jazzfan. Nach der Ausbildung zum Grafiker wanderte er aus nach Südafrika. Dort nahm er – in den Zeiten der Apartheid – mit einheimischen Musikerinnen und Musikern Kontakt auf, u. a. mit Miriam Makeba, Dollar Brand und Chris McGrego (alle damals noch kaum bekannt), auch mit Regimegegnern wie Lewis Nkosi. Sein Vorbild war der Priester Trevor Huddlestone, der sich früh in der Anti-Apartheid-Bewegung engagierte.
1956 ging er nach Lausanne und eröffnete dort ein Schallplattengeschäft, später in Genf – er war bekannt als "Disco-Paul", kannte das gesamte Jazzrepertoire und konnte alle legalen und illegalen Pressungen auftreiben. Er vertrat auch die Geräte der Firma Cabasse.
In Genf hatte er viele Kontakte mit südafrikanischen Diplomaten und pflegte auch seine Beziehungen zu Musikern weiter – er half, Dollar Brand, Makaya N'tshoko und später Chris McGregor in die Schweiz zu bringen. Brand wurde durch ihn bei Schweizer Musikern und beim Manager des Africana in Zürich eingeführt – das war der Beginn seiner Karriere.
Später führte er in Lausanne, dann in Genf einen Schallplattenladen (Discoclub), übernahm die Vertretung der Cabasse Lautsprecher und produzierte einige Schallplatten auf seinem Label Hi-Fly mit Musikern wie Randy Weston, Dizzy Gillespie, Tommy Flanagan und Roland Hanna.
Sein gewaltsamer Tod ist bis heute ungeklärt: Er wurde eines morgens tot in seinem Laden aufgefunden.
[Bruno Spoerri]