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Erbrechen kann ein Symptom für verschiedenste Krankheiten sein. Meist ist es jedoch nur eine kleine und schnell vorübergehende Magenverstimmung, weil Ungewohntes oder zuviel gegessen wurde.
Was verursacht das Erbrechen?
Auf jeden Fall ist Erbrechen immer ein ernstzunehmendes Symptom, das beobachtet werden muss. Manchmal steckt eine Infektion (Magen-Darm-Grippe) dahinter, bei Kindern vor allem mit Rotaviren oder Noroviren. Eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus kann sich bei Kindern auch ganz untypisch mit Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall bemerkbar machen.
Auch bei Keuchhusten kommt es häufig zu Erbrechen im Anschluss an die Hustenattacken. Aber auch auf eine Mittelohrentzündung, Harnwegsinfekte, Streptokokken-Angina, Blinddarmentzündung, Darmeinstülpung bis hin zu einer Hirnhautentzündung oder einem Hirntumor kann Erbrechen hindeuten.
Warum kann Erbrechen gefährlich werden?
Erbrechen, vor allem wenn es zusammen mit Durchfall auftritt, kann zu einer lebensbedrohlichen Austrocknung führen, wenn das Kind zuwenig Flüssigkeit aufnimmt und sein Salz- und Wasserhaushalt durcheinander gerät. Kleinkinder steigern sich manchmal im Verlauf eines fieberhaften Infektes in unstillbares (azetonämisches) Erbrechen, das oft mit einer Dauertropfinfusion behandelt werden muss.
Was tun bei Erbrechen?
Lassen Sie zunächst die feste Nahrung ganz weg und kontrollieren Sie, ob Ihr Kind noch mindestens viermal pro Tag uriniert.
Kindern mit Erbrechen sollte man immer wieder in kleinen Portionen eine Elektrolytlösung (aus der Apotheke) mit Traubenzucker anbieten. Schnell zur Hand und besser schmeckend - deshalb auch eher vom Kind akzeptiert - ist gesüsster Schwarztee mit einer Prise Salz (1/2 TL auf 1/2 l Tee), evtl. mit Orangensaft geschmacklich verfeinert.
Die bewährte "Drittellösung" besteht aus 1/3 stillem Mineralwasser, 1/3 dünnem Schwarztee und 1/3 Orangensaft, dazu 1 EL Traubenzucker und eine Prise Salz.
Empfehlung der Kinderärzte
Bei Kindern mit mittlerem oder grossem Flüssigkeitsverlust (z. Bsp. bei einer Magen-Darm-Grippe mit Erbrechen und/oder Durchfall) sollte die fehlende Flüssigkeit durch den Mund und nicht als Infusion zugeführt werden. MEHR DAZU
Wann sollte man einen Arzt informieren?
Wenn Ihr Kind sich wiederholt übergibt oder wenn es über einen Zeitraum von sechs Stunden sämtliche Nahrung, die es zu sich genommen hatte, immer wieder erbricht, sollten Sie sich an einen Arzt, eine Ärztin wenden. Das sollten Sie auch tun, wenn Ihr Kind Fieber (Temperatur über 38.5°C) hat und über Ohrenschmerzen klagt, bei gleichzeitig grünlichem, wässrigem oder blutigem Durchfall.
Medikamente gegen Erbrechen?
Medikamente nutzen meist wenig. Anti-Brechmittel (Antiemetika) sollten bei Kleinkindern grundsätzlich nicht gegeben werden. Antibiotika sind in der Regel sinnlos. Einzig gegen ein fiebersenkendes Arzneimittel ist nichts einzuwenden, zumal die Kinder dann besser trinken und essen.