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Schwarzwild (Sus scrofa)
Bis vor ca. 15 Jahren gab es in der Schweiz praktisch keine Wildschweine. Man hielt den Zugang aus Deutschland infolge des Rheins als nicht möglich. Dennoch durchquerten Wildschweinrotten den Rhein und siedelten sich zuerst im Raum Basel an. Dank der guten Äsungsmöglichkeiten durch die mastreichen Eichel- und Buchenfrüchte sowie Dank der intensiven Bewirtschaftung der Felder verbreiteten sie sich rasch in der ganzen Schweiz und sind jetzt auch im Zürcher Unterland heimisch. In den Nachbarrevieren Embrach und Oberembrach sind sie standorttreu geworden. Seit einigen Jahren finden wir auch im Revier Winkel Spuren (Fährten) und ab und zu werden sie auch von Spaziergängern gesichtet. Sie durchqueren unser Revier öfters und manchmal bleiben sie auch längere Zeit, besonders dann, wann die Getreidereife herannaht und sie sich dann mit Vorliebe darin aufhalten und sich daran erlaben. Die Wildschweine sind Allesfresser. Hauptsächlich ernähren sie sich von Eicheln, Bucheckern, Klee und Wurzeln, zwischendurch benötigen sie auch eiweissreiche Nahrung, welche sie mit Kleintieren wie Insekten, Würmern und Mäusen, jedoch auch mit Vogelgelegen, Jungtieren wie Rehkitze und Aas zu sich nehmen. Mit grosser Vorliebe bedienen sie sich aber aus Kartoffelnfeldern und Getreide, welches in der Milchreife steht, was zu grossen Schäden in der Landwirtschaft führt.
Die Aufgabe des Jägers besteht darin, einen Beitrag an die Schadenbegrenzung zu leisten. Dies wird einerseits dadurch erreicht, dass im Wald sogenannte Ablenkfütterungen eingerichtet werden. An diesen Kirrungen wird das Schwarzwild vom Austreten in die Felder abgehalten. Dies wird durch Ausstreuung kleiner Futtermengen erreicht, ferner durch das Einrichten von Suhlen und Mahlbäumen. Die intelligenten Tiere werden dann durch das Ausgraben der versteckten und teilweise vergrabenen Beute beschäftigt. Andererseits werden die Wildschweine hauptsächlich auf dem Feld bejagt, damit wird erzielt, dass das Schwarzwild im Wald bleibt. Die Wildschweine sind nachtaktiv, was bedeutet, dass die Jagd hauptsächlich in der Dämmerung und bei Dunkelheit stattfindet. Die Wildschweine haben einen ausgezeichneten Geruchsinn und sie hören auch sehr gut. Sie haben keine festen Zeiten und Routen, weshalb die Bejagung äusserst schwierig ist.
Führende Bachen sind geschützt und werden nicht bejagt. Durchschnittlich bedarf es sechzig bis achtzig Stunden Ansitz, bis ein Wildschwein erlegt werden kann.
Wildschweine leben in Rotten zusammen. Angeführt wird die Rotte immer durch das ranghöchste Weibchen (Leitbache). In einer intakten Rotte richten die Bachen die Paarungszeit (Rauschzeit) nach der Bache, sodass alle Jungen (Frischlinge) gleichzeitig auf die Welt kommen. Wenn die Leitbache stirbt, dann fällt die Ordnung auseinander und Frischlinge werden während des ganzen Jahres geboren, deshalb können auch im Winter gestreifte Frischlinge angetroffen werden. Die meisten Bachen werden zwischen November und Januar rauschig, die Trächtigkeitsdauer beträgt etwa 4 Monate. Die Zahl der geborenen Frischlinge beträgt zwischen 3 -5, seltener aber auch bis zu acht. Sie wirft ihre Jungen in einem vorher aus Zweigen, Gras oder Schilf gebauten Nest, welchen man Kessel nennt. Hier verbleibt die Bache mit den neugeborenen, gestreiften Frischlingen während ca. 2 Wochen. Erst nachher werden die Kleinen mit der Rotte mitziehen. Die Ueberläufer (einjährige, männliche Tiere) müssen die Rotte im Frühjahr verlassen. Ab dem 2. Lebensjahr werden die Keiler (ausgewachsene männl. Tiere) zu Einzelgängern.
Wildschweine greifen Mensch und Hund erst dann an, wenn sie sich in ihrem Kessel bedroht fühlen. Es empfiehlt sich deshalb, Dickungen zu meiden und nur die befestigen Wege zu benützen.