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Bei uns heissen die dekorativ orangefarbenen Physalis alkekengi „Lampionblumen“. Aber andernorts kennt man sie als „chinesische Lampions“ oder „japanische Laternen“. Ersteres, weil sie vor langer Zeit als Vorbild für den chinesischen Papierlampion gedient haben sollen. Letzteres, weil sie in Japan während eines bestimmten Festes richtigen Kultstatus geniessen. Wir sprechen vom buddhistischen „O-bon“, das im Sommer stattfindet und den Ahnen gewidmet ist. Dabei spielt Licht eine grosse Rolle. Denn da die Seelen der Verstorbenen an O-bon zurückkommen, soll das Licht sie führen. Das Fest dauert zwei Tage, und während dieser Zeit werden Scheiterhaufen abgebrannt und Laternen schwimmen gelassen. Zudem opfert man in Tempeln Lampionblumen (Hozuki), weil diese ebenfalls als Symbol für Licht und Erleuchtung gelten.
Vor allem der Sensō-ji-Tempel im Tokyoter Stadtbezirk Asakusa wird an O-bon zu einem richtigen Wallfahrtsort. Denn wenn man während dieses Festes dort betet und Lampionblumen opfert, ist das so, als hätte man ihn 46‘000mal besucht. Kein Wunder, werden vor dieser Tempelanlage an O-Bon mehr als hundert Verkaufsstände aufgestellt, damit sich die Gläubigen mit Lampionblumen eindecken können.