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In den neunziger Jahre war ich bei einem Elektronik-Distributor für die Produktion von Katalogen verantwortlich. Wir waren zwei Typografen / Grafiker und unsere Grafik-PCs waren noch nicht mit dem Netzwerk der Firma verbunden. Also tauschten wir Daten aus, indem wir uns Disketten zuwarfen. Das nannten wir dann "EFDEI - enhanced flying data exchange interface". Ganz ähnlich ging es beim Schweizer Geheimdienst zu- und her, allerdings nicht in den neunziger Jahre, sondern bis vor kurzem.
"Turnschuh-Schnittstelle" nannte man gemäss einem interessanten Artikel in der NZZ
eine Schnittstelle zwischen dem PC-Netzwerk des Bundes und einem abgesicherten Netzwerk innerhalb des Nachrichtendienstes NDB. "Turnschuh-Schnittstelle" heisst sie, weil man Daten auf einen gesicherten USB-Stick kopiert und diesen dann zu Fuss zu einem Rechner innerhalb des gesicherten Netzwerkes getragen hat.
Datenloch wegen Sparwut?
Die "Turnschuh-Schnittstelle" innerhalb der Informatik des NDB gab es, weil der Dienst aus der Fusion von zwei Geheimdiensten, dem DAP (Inland) und dem SND (Ausland) entstanden ist, man aber die IT-mässige Integration nicht finanzieren wollte. "Obwohl die Computer-Ausstattung des DAP ungenügend und die Zusammenführung der Systeme anspruchsvoll war, erhielt der fusionierte NDB keine zusätzlichen Mittel," heisst es in dem Artikel.
Zwar werde das Rechensystem des NDB unterdessen modernisiert, es wurden zusätzliche Stellen geschaffen und man begann, das Vieraugenprinzip durchzusetzen, schreibt die Zeitung. Doch die IT sei "nach wie vor eine Baustelle, in der sich der enge Budgetrahmen negativ auswirkt", so die NZZ.
Die IT-Abteilung des NDB ist jüngst unter Beschuss geraten
, weil ein Informatiker versucht hat, gestohlene, geheime Daten zu verkaufen. (Christoph Hugenschmidt)