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5H. Empfinden -
Überblick über wichtige Hutersche Erkenntnisse
Weitergehende Information findet man im Kapitel Grundwissen I, II, III und IV. Der Zugang erfolgt entweder über das Inhaltsverzeichnis (siehe links) oder mithilfe der Suchfunktion (siehe rechts).
1. "All-Beseelung", Entstehung und Organisation des Lebens
Carl Huters Lehren über diese Themen in Stichworten:
- Das Ur-Element des Weltalls ist das Äther-Ilion.
- In unserer Welt gibt es grundsätzlich 3 Ur-Prinzipien:
das Prinzip des Stoffes oder der Ruhe,
das Prinzip der Kraft oder der Bewegung
das Prinzip des Empfindens oder des Seelischen (Psychischen)
- Im Äther-Ilion sind diese 3 Prinzipien in einem völligen Gleichgewicht vorhanden. Deshalb erscheint das Äther-Ilion nach aussen als völlig neutral und völlig schwerelos. Das Ilion leitet alle Einwirkungen umgehend weiter. Nur auf diese Weise ist es denkbar, dass die absolute Neutralität bestehen bleibt und dass eine grosse Zahl von Äther-Ilionen vorhanden ist.
- Die 3 Prinzipien drängen nach Veränderung dieses Gleichgewichtszustands:
das Ruh-Prinzip drängt nach Sammlung im Zentrum des Ilions;
das Bewegungs-Prinzip drängt nach Sammlung an der Peripherie
das Empfindungs-Prinzip verbindet sich teils mit der Ruh-Prinzip, teils mit dem Bewegungs-Prinzip.
- Diese Differenzierung führt einerseits zur Bildung der stofflichen Welt, also von Atomen und Molekülen. Beiden haftet die Empfindungsenergie an, und zwar in einer schlummernden Form.
Daraus erklärt sich, dass die Materie "Eindrücke" zu registrieren vermag und man diese Eindrücke durch Hellfühlen erfühlen kann.
- Das Empfindungs-Prinzip sehnt sich nach einer Vertiefung des Empfindens, nach einer Befreiung von Kraft und Stoff. Das Empfinden drängt zur Bildung von komplexen Materiestrukturen in der Hoffnung, dass auf diese Weise sich eine solche Befreiung ergeben könnte. Früher oder später, d.h. über Jahrmillionen und unter günstigen Verhältnissen (manchmal auch dank Zufall) kommt es zur Bildung von Eiweissmolekülen. Im Eiweissmolekül ist nach Carl Huter das Empfindungsvermögen stark gesammelt, Carl Huter spricht von Empfindungsenergie.
- Aus dem Eiweissmolekül entsteht eine lebende Zelle. Erneut beruht dieses Ergebnis auf dem Zusammenwirken mehrere Faktoren, siehe obiger Punkt. Dazu sind ebenfalls viele Millionen Jahre nötig. In der lebenden Zelle ist die Empfindungsenergie im Protoplasma (Eiweiss) stark gesammelt und noch stärker im Zentrosoma. Das Zentrosoma ist das Organisations-Organ der lebenden Zelle.
- Man erkennt daraus: Aus den Ur-Bestandteilen unserer Welt sind entstanden: Die materielle Welt, die geistige Welt, das irdische Leben. Die Ur-Bestandteile enthalten alle Ingredienzien, um die Welt, so wie sich heute bietet, entstehen zu lassen.
2. Gravitation, Relativitätstheorie und Quantenmechanik
- Die Massenanziehung, auch bekannt unter den Begriffen Schwerkraft resp. Gravitation, lässt sich heute lediglich mittels einer mathematischen Formel beschreiben. Das Entstehen der Anziehung lässt sich zurzeit nicht in plausibler, allgemein anerkannter Weise erklären. - Nach Huter beruht die Massenanziehung auf einer Mitwirkung des Empfindungsvermögens. Die Erläuterungen Huters sind für heutige Menschen noch nicht vollständig nachvollziehbar, aber sie weisen einen hohen Grad an Plausibilität auf.
- Die Ausbreitung des Lichts und viele andere Erscheinungen lassen sich lediglich mit einer mathematischen Formel beschreiben, ebenso alle anderen Erscheinungen, die zu den Fachgebieten Relativitätstheorie und Quantenmechanik gehören. Es fehlen plausible, allgemein anerkannte Erklärungen darüber, wie sie zustande kommen. - Es liegen Notizen aus Huters Lehrkursen und einige wenige Sätze in Huters Schriften vor, die darauf hinweisen, dass Huter bekannt war, dass wir Menschen das Verhalten der Materie, namentlich die Umwandlung der Materie in Energie, erst dann wirklich verstehen werden, wenn wir auf seine Lehren stossen und sie angenommen, d.h. verstanden haben.
3. Helioda, Lebenskraft, Liebeskraft, Gewissen, Bewusstsein und Psycho-Physiognomik
- Die Konzentration der Empfindungsenergie im Zentrosoma führt zur Entstehung der Helioda-Strahlung und zur Bildung von Bewusstsein und Gewissen. In der einzelnen Zelle ist dies alles noch ganz schwach; bei einem gesunden, gut veranlagten Menschen jedoch sehr stark.
- Die Helioda ist nach Carl Huter gesammelte und konzentrierte Empfindungsenergie und eine astrale Substanz, also die Seelensubstanz. Die Helioda ist Trägerin der Lebens- und Liebeskraft. Dies ist so zu verstehen, auf den Menschen bezogen: Wo die Helioda schwach ist,
a. ist die Lebenskraft schwach; ungünstige Lebensumstände führen dann meist zum Tod;
b. ist der betreffende Mensch, arm an Liebe, an Gefühl, an Herzlichkeit, an Lebendigkeit, etc.
Und umgekehrt: Ist bei einem Menschen die Helioda stark, so
c. ist die Lebensenergie stark, zäh; das Lebewesen vermag ungünstigen Verhältnissen zu trotzen
d. zeichnet sich der Mensch aus durch Herzlichkeit und die Fähigkeit, für andere da zu sein, andere aufzumuntern, etc.
- Durch eine gute Gesinnung, gute Taten, durch berufliche Qualitätsarbeit, durch Duldsamkeit, durch liebevolle Hingabe wird die Helioda gestärkt und damit die Lebens- und Liebeskraft. Insbesondere wird die Helioda gestärkt durch die Pflege des Heiligkeitsgefühls.
Aus Gründen der Einfachheit wird hier das Wort "gut" verwendet. Alternativ könnte man verwenden: (a) liebevolle, wohlwollende, ideale Gesinnung; (b) edle Taten
- Die Heliodastrahlung organisiert die Zelle nicht nur im Innern sondern auch nach aussen hin. Sie nimmt auf das Äussere der Lebewesen Einfluss und bildet die äussere Form entsprechend dem inneren Lebens- und Wesenscharakter des Lebewesens.
- In den Worten von Carl Huter: Die Form eines Lebewesens ist der Lebens-, Willens- und Geistesausdruck des inneren Empfindungscharakters in Verbindung mit der Willfährigkeit zur Form und in Verbindung mit der Anpassung dieser Form auch an äussere umgebende, geistige, chemische und physikalische Einflüsse. Dank dieser Erkenntnis macht es Sinn, aus dem Äusseren des Menschen sowie aller Tiere und Pflanze Rückschlüsse auf das innere Wesen zu ziehen. Selbstverständlich muss man die "Sprache" der Natur sehr gut kennen, damit solche Rückschlüsse mit hoher Verlässlichkeit möglich sind!
4. Schöpfung, Evolution
Carl Huters Lehren über diese Themen in Stichworten:
- Das organisierende Element der Zelle, also die stark gesammelte und konzentrierte Empfindungsenergie, sucht nach der Höherentwicklung des Lebens. In der Pflanzen- und Tierwelt vermag sie wenig zu bewirken, auch über sehr lange Zeiträume - ausser, wenn der Mensch durch Züchtung, besondere Lebensbedingungen eingreift.
- Beim Menschen sind deutlich sicht- und wahrnehmbare Veränderungen möglich, über wenige Generationen hinweg:
a. Wo der Wert des Guten, Schönen negiert wird und der Lebenswandel entsprechen ist, evtl. ergänzt mit übermässigem Genuss, ist ein Niedergang erkennbar.
b. Wo das Gute, Schöne, Edle, Reine, Wahre, etc. gelebt wird, gepflegt wird, etc. ist eine Schärfung der Sinne, des Empfindungsvermögens, eine bessere Qualität der biologischen Lebensvorgänge sicht- und wahrnehmbar.
5. Religion, kallisophische Religion
Carl Huters Lehren über diese Themen in Stichworten:
- Es ist naheliegend, dass die unter 1 und 2 genannten Erkenntnisse über Welt und Mensch in der Religion berücksichtigt werden resp. werden müssen!
- Die Religion, in welcher das Natürliche, Schöne, Reine, Gute gepflegt wird, ist die kallisophische Religion.
- Diese Religion ist so konzipiert, dass sie mit den Naturwissenschaften in Übereinstimmung steht.
6. Wie gelangte Huter zu diesen Erkenntnissen?
- Ziffer 1: Durch Logik, Vernunft, Intuition aber auch durch scharfe Beobachtung und durch sein feines Gefühl.
- Ziffer 2:
a. durch Logik, vgl. mit "Welt- und Menschenkenntnis, fünfte Lektion, Band III, wo er u.a. schreibt: Die Newtonschen sind falsch, und zwar aus dem einfachen Grund, da sie das Empfinden nicht berücksichtigen!
b. durch eigene Forschungen in der geistigen Ebene, d.h. durch Logik, Vernunft und Intuition. Diese führten ihn zu einer neuen Erklärung der Schwerkraft, bei der sich das Empfinden lässt und einen höheren Grad an Plausibilität besitzt. Ähnliches gilt für seine Erklärung über die Ausbreitung des Lichts, über den Energieinhalt der Materie, über die Vermutung, dass unsere Welt als 4-dimensional zu betrachten sei, etc.
- Zu Ziffer 3:
a. auf empirischen Weg: (i) durch Hellfühlen; (ii) Huter vermochte mittels seiner eigenen Helioda auf den lebenden Körper eines anderen Menschen einwirken. Damit hat sich z.B. der Gesichtsausdruck verändert. Und er vermochte er eine heilende Wirkung zu erzeugen.
b. durch Logik, Vernunft und Intuition.
- Zu Ziffer 4: Durch gute naturwissenschaftliche Kenntnisse, speziell über das Leben, durch scharfe Beobachtung, besonders der angeblich toten Natur und der lebenden Natur sowie durch Logik, Vernunft, Intuition.
- Zu Ziffer 5: Durch Logik, Vernunft, Intuition und Gefühl, aber auch durch scharfe Beobachtung und durch sein feines Gefühl.
Schlussbemerkungen
- Die Erläuterungen über die obigen Themen, Ziffer 1 bis 5, hat Huter zunächst im Hauptwerk "Welt- und Menschenkenntnis" (1904-1906) in systematischer Weise niedergelegt. Diese Themen hat Huter in den Jahren 1908 bis 1911 erneut in Broschüren und Fachartikeln behandelt. Dieses Mal noch erschöpfender, konzentrierter.
- Es ist offensichtlich, weshalb Huter sich veranlasst sah, das Hauptwerk in dieser Weise zu ergänzen:
a. Im Hauptwerk werden einzelne der obigen Themen nicht in optimaler Weise behandelt, z.B. nicht erschöpfend oder verteilt auf mehrere Lektionen.
b. Das Hauptwerk behandelt nicht allein seine eigenen Lehren, sondern sie werden hier mit dem Grundwissen der naturwissenschaftlichen Fachbereiche von der Physik bis zur Physiologie, die Lehren von anderen Forschern über Physiognomik und Mimik, etc. zu einem grossen Ganzen vereinigt. Das Hauptwerk
(i) wird damit sehr umfangreich und enthält eine Vielfalt an Themen. Es sprengt den üblichen Rahmen eines Fachbuches.
(ii) Die Erkenntnisse von Huter treten nicht nur zu wenig in Erscheinung, sondern Huter muss seine Ausführungen verschiedentlich knapp halten und die Leser und Leserinnen auf Spezialwerke verweisen, die er im Anschluss an das Hauptwerk herausgegeben wird. Davon sind nur wenige erschienen. Einige lagen bei Huters Tod evtl. als fertiges Manuskript oder als Entwurf vor. Diese Arbeiten sind bis heute leider nicht auffindbar.Anmerkung 1: Im "Leitfaden" (1909) äussert sich Huter an zwei Stellen über sein Hauptwerk. In Ziffer 22 steht: Bei der kommenden Neuauflage von "Welt- und Menschenkenntnis" wird er das Werk in drei Bänden erscheinen lassen:
(1) Die neue Weltlehre im Lichte der vergeistigen Naturwissenschaften;
(2) Menschenkenntnis: Grundzüge der wissenschaftlichen Psycho-Physiognomik;
(3) Die ethische Schönheitslehre und meine neue Lebenskultur.
Im Vorwort des Leitfadens schreibt Huter über die Herausgabe von "Welt- und Menschenkenntnis": "Bis Ende 1909, also innerhalb 4 Jahren, wird die erste Auflage, 2000, annähernd vergriffen sein, und die neue wird in 5000 Exemplaren in zwei geteilten Bänden einschliesslich eines Nachtragbandes erscheinen."
Anmerkung 2: Im Vorwort des Leitfadens schreibt Carl Huter über das Buch "Welt- und Menschenkenntnis": "Das Werk ist so abgefasst, dass es ein Volksbuch im wahren Sinn des Wortes geworden ist." Diese Einschätzung ist wohl nicht zutreffend, u.a.
(i) wegen der grossen Stoff-Fülle, die sich in der grossen Seitenzahl, dem unbequemen Atlas-Format, dem hohen Gewicht des Buches ausdrückt;
(ii) da Huters Erkenntnisse zu wenig in Erscheinung treten und zu wenig greifbar sind, vgl. mit a. und b.
Anmerkung 3: Huter verwendet den Begriff "Hauptwerk" vermutlich erstmals im "Leitfaden". Unter "72. Schlusswort" schreibt er: "Mit diesen Einführungen in meine neuen Lehren und in mein Hauptlebenswerk 'Menschenkenntnis' möchte ich mein kleines Büchlein schliessen. Ich knüpfe daran die Bitte, der verehrte Leser, die liebe Leserin möge mehr glauben als zweifeln, mehr studieren als kritisieren, mehr hoffen als zagen, mehr mutig sein und auf sich selbst vertrauen und auf mich und meine Lehren und jedwede Unterströmung oder Gegenströmung dagegen, aus seiner Seele und aus seinem Gesichtskreise verbannen. Man möge hierzu den kleinen und den grossen Handatlas studieren und sich in das Hauptwerk "Menschenkenntnis" einführen lassen an der Hand dieses Leitfadens."
Hinweis 1: Weder der kleine Handatlas noch der grosse Handatlas sind erschienen. In den Bücher-Anzeigen am Schluss des "Leitfadens" steht geschrieben, dass der kleine Handatlas im Druck sei und im Sommer 1909 erscheinen werde.
Hinweis 2: Aus der Bitte in "72. Schlusswort" lässt sich entnehmen, dass Huters Lehren nicht immer jene Aufnahme fanden, die er sich gewünscht hat. Daher bittet Huter den verehrten Leser, die liebe Leserin, ihm zu vertrauen, mit Kritik zurückhaltend zu sein. Diese Bitte kann auch als Zeichen verstanden werden, dass es Huter bewusst war, dass das Hauptwerk die Erwartungen, die er daran hatte, nicht zu erfüllen vermag.
- Eine vergleichbare Zusammenstellung und Übersicht über die Huterschen Erkenntnisse zum Thema "Empfinden" ist wohl bis heute, anfangs Dezember 2019, noch niemals erstellt worden. Dies ist u.a. damit zu erklären, dass
(i) die Huterschüler und die Vertreter der Huterlehre den nicht-psycho-physiognomischen Teil der Huterlehre wenig beachtet und gepflegt haben; sie pflegen die praktischen Bereiche der Huterlehre: Hutersche Psycho-Physiognomik / Menschenkenntnis, Krankenphysiognomik und Helioda-Therapie, je in Bezug auf Verbreitung des Fachwissens durch Vorträge, Schriften und die Anwendung;
(ii) viele Huterschriften nur als Erstauflage erschienen sind, Stand Dezember 2019 (1), resp. einige wenige Schriften erst nach 1985 neu herausgegeben worden sind (2). Daher waren resp. sind diese Schriften weiterhin nur schwer zu beschaffen, nur wenige Huterfreunde besitzen sie. Stets fand ihr Inhalt zu wenig Aufmerksamkeit, siehe (i). Gerade die Schriften der Jahre 1908 bis 1911 sind für das Thema "Empfinden" sehr aufschlussreich!
(iii) die Huterschen Lehren in den staatlichen Bildungs- und Forschungseinrichtungen kaum Beachtung finden. Weder Studenten, Dozenten noch Professoren befassen sich mit den Huterschen Schriften. Deshalb fehlen thematische Zusammenfassungen, etc.
Fazit: Die Ausarbeitung des obigen Überblicks war nur möglich dank den langjährigen Anstrengungen eines einzelnen Huter-Freundes.
(1) z.B. Irma Fleischhacker: Carl Huter und seine Wissenschaft. Leipzig, 1910. Diese Schrift enthält bedeutsame Beiträge von Carl Huter.
(2) z.B. Irma Fleischhacker: Aus eigener Kraft. Leipzig, 1911. Diese Schrift enthält (ebenfalls, also wie die oben genannte) bedeutsame Beiträge von Carl Huter.
History
Diese Seite wurde am 4. Dezember 2019 erstellt. Sie wird regelmässig geprüft und überarbeitet, letztmals am 5. Dezember 2019, vom 7. bis 13. Dezember 2019 und vom 20. bis 23. Dezember 2019.
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