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Suggestive Umfrage
Auch wenn die Urheber der Umfrage mehrfach betonen, dass die Fragen nicht suggestiv seien, muss doch festgehalten werden, dass diese den Standards einer vernünftigen Umfrage nicht ansatzweise genügen: Viele Fragen sind unklar formuliert, die Einleitung legt bereits eine Haltung des Gewerbes fest und viele Antwortoptionen sind unklar in der Bedeutung.
Miserable Beteiligung
Wenn sich lediglich knapp 30% der angefragten Betriebe an einer Umfrage beteiligen, dann kann das Thema nicht dermassen wichtig sein, wie suggeriert wird. Vielmehr muss die Frage gestellt werden, ob allenfalls bei den 70% Nicht-Teilnehmenden auf eine „schweigende Zufriedenheit“ geschlossen werden sollte. Aussagen zu möglichen Verzerrungen auf Grund der sehr tiefen Beteiligung werden keine gemacht.
Haltung der städtischen Bevölkerung
Die städtische Bevölkerung hat sich in der Vergangenheit mehrfach zur Verkehrspolitik geäussert:
- Annahme des Gegenvorschlags zur Städteinitiative (Plafonierung des motorisierten Individualverkehrs)
- Wuchtige Ablehnung der SVP-Verkehrsinitiative, welche das Reglement für eine nachhaltige städtische Mobilität teilweise aufheben wollte (und welche zahlreiche Forderungen der jetzt präsentierten Umfrage beinhaltet)
- Ja zur Initiative für eine autofreie Bahnhofstrasse (und dem damit verbundenen Parkplatzabbau)
- Ja zur Gütschbahn (Stärkung des ÖV)
- Eine Mehrheit für ökologische Parteien bei den städtischen Wahlen 2016
- Im „Sorgenbaromter“ (einer repräsentativen Befragung von lustat) wird der Verkehr regelmässig als grösstes Ärgernis aufgelistet.
Wer entscheidet?
Für die SP ist klar: Die städtische Bevölkerung unterstützt eine Verkehrspolitik, welche auf die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner ausgerichtet ist. Eine Zubetonierung mit neuen Strassen und Parkplätzen und entsprechendem Mehrverkehr wird abgelehnt. In einer Demokratie entscheidet die Bevölkerung der entsprechenden Gemeinde über die Verkehrspolitik und nicht das Gewerbe und erst recht nicht das Gewerbe anderer Gemeinden. Es ist den Urhebern der Umfrage selbstverständlich möglich, die demokratischen Wege über Initiativen und Referenden in der Stadt zu beschreiten, wenn sie dies möchten. Mit undemokratischen Vorschlägen, welche auf unseriösen Umfragen beruhen, die städtische Verkehrspolitik aufmischen zu wollen, ist hingegen nicht statthaft.