Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/201234

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bericht des Zentrums für Demokratie Aarau (ZDA) vom 31. März 2019, "Massnahmen zur Erhaltung und Förderung der rätoromanischen und der italienischen Sprache und Kultur im Kanton Graubünden - Evaluationsbericht im Auftrag des BAK", zeigt deutlich die Risiken, denen das Rätoromanische ausgesetzt ist und die sein Überleben langfristig gefährden.</p><p>Darum frage ich den Bundesrat:</p><p>1. Was hält er von diesem Bericht? Teilt er die Befürchtungen in Bezug auf das langfristige Überleben des Rätoromanischen?</p><p>2. Welche Massnahmen will er kurz- und mittelfristig ergreifen, um die Zukunft des Rätoromanischen sicherzustellen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bund hat in Absprache mit dem Kanton Graubünden 2018 eine externe Evaluation in Auftrag gegeben, um die Wirkung der durch den Bund finanziell unterstützten Massnahmen des Kantons Graubünden und der Sprachorganisationen zu überprüfen. Das Bundesamt für Kultur (BAK) hat diesen Evaluationsauftrag an das Zentrum für Demokratie Aarau (ZDA) vergeben, gemäss der Leistungsvereinbarung zwischen dem BAK und dem Kanton Graubünden zur Erhaltung und Förderung des Rätoromanischen und des Italienischen im Kanton Graubünden. </p><p>1. Der Bundesrat teilt die wichtigsten Schlussfolgerungen der Evaluation des ZDA: Trotz den Bestrebungen zur Erhaltung der Minderheitensprachen stehen das Rätoromanische und das Italienische im Kanton Graubünden und in der Schweiz unter Druck. Insbesondere das Rätoromanische ist als Hauptsprache im Rückgang begriffen, vor allem in seinem traditionellen Sprachgebiet. </p><p>2. Die Förderung der rätoromanischen Sprache erfolgt seit Jahrzehnten hauptsächlich über die Finanzhilfen an den Kanton Graubünden für Massnahmen in den Bereichen Bildung, Übersetzung, Medien, Verlag und Sprachorganisationen (auf Grundlage des Sprachengesetzes; SR 441.1). Aufgrund der aktuellen Situation der Sprache und angesichts der Abwanderung der Bevölkerung in die städtischen Zentren ausserhalb des traditionellen Sprachgebiets, wird der Bund ab 2020 Massnahmen in der Diaspora unterstützten können: Förderung von Sprachkursen für Kinder und Jugendliche in Rätoromanisch (Kurse in heimatlicher Sprache und Kultur, HSK), Neuorganisation der rätoromanischen Medienlandschaft zur Versorgung der rätoromanischen Bevölkerung mit Textbeiträgen im Print- und Digitalbereich (Projekt "Medias Rumantschas") unter Mitbeteiligung von Radiotelevisiun Svizra Rumantscha (RTR). Die Massnahmen sind im Entwurf der Kulturbotschaft 2021-2024, der sich zurzeit in der Vernehmlassung befindet, detailliert beschrieben.</p>  Antwort des Bundesrates.