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Wie es aussieht, kann Sri Lanka ausländische Kredite vorerst nicht zurückzahlen. Erste Fristen wurden verpasst. Haben die strengen COVID-Massnahmen die Tourismus-Destination in die Knie gezwungen?
Landesweite Proteste
Aufgrund landesweiter Protesten hat Sri Lanka angekündigt, dass die Rückzahlung der hohen ausländischen Kreditschulden zunächst gestoppt werden muss. Zentralbankchef Nadalal Weerasinghe gestand am Dienstag in Colombo sogar, dass der Inselstaat südlich von Indien kurz davor sei, zahlungsunfähig zu werden. Nach Angaben der Zentralbank betragen die Staatschulden des Landes mehr als 50 Milliarden US-Dollar, verfüge aber kaum noch über ausländische Devisen.
Der asiatische Inselstaat wolle sich nun auf Verhandlungen mit Kreditgebern einlassen, um seine Schulden zu restrukturieren, verkündete das dem Finanzministerium. Dies sei die letzte Möglichkeiten, damit sich die finanzielle Situation nicht noch weiter verschlechterte. Unter den Kreditgebern befinden sich auch asiatische Länder wie China und Japan. Insbesondere die Coronapandemie sowie der Ukraine-Krieg hätten das Land in den wirtschaftlichen Ruin getrieben.
Sri Lanka befindet sich in der gravierendsten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. So besteht nicht nur ein großer Mangel an Lebensmitteln, Treibstoff, Benzin, Gas und Medikamenten, sondern es fehlt auch an US-Doller, die einen Import der benötigten Güter aus dem Ausland ermöglichen würden. Laut Zentralbankchef müsse sich das Land nun auf die wichtigen Importe beschränken und könne sich derzeit nicht noch um die Rückzahlung der ausländischen Schulden Gedanken machen.
Zuletzt hatte Sri Lanka immer weitere Kredite aufgenommen und selbst den Internationalen Währungsfonds (IWF) um Hilfe gebeten. Nächste Woche soll es weitere Gespräche in Washington geben. Nach Angaben des Finanzministeriums gäbe es eine Übereinstimmung mit den wirtschaftlichen Programmen des IWF, was die Restrukturierung der Schulden betrifft.
Die Krise führte schon seit Wochen zu heftigen Protesten im ganzen Land. Dabei fordern die Demonstranten in erster Linie, dass der amtierende Präsident Gotabaya Rajapaksa sowie sein älterer Bruder und Premierminister Mahinda Rajapakasa von ihren Ämtern zurücktreten, da sie beide als unfähig für die Lösung der Krise einstufen würden.