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Die internationale Alpenschutzkommission warnt vor einem Ausbau der Wasserkraft in geschützten Schweizer Naturzonen.
Die internationale Alpenschutzkommission (Cipra) hat vor dem möglichen Ausbau der Wasserkraft in geschützten Biotopen gewarnt. Bündner Hochtäler wie das Madris, die Curciusa und Greina würden auf dem Spiel stehen, sagte Cipra-Präsident Kaspar Schuler.
Das Parlament habe jedes Mass verloren, kritisierte Schuler im Interview mit der «Südostschweiz» vom Montag. Die Alpenkonvention, ein unter den acht Alpenländern erarbeiteter Nachhaltigkeitsvertrag, werde missachtet.
Im Herbst hatte der Ständerat beschlossen, dass in Biotopen von nationaler Bedeutung neue Anlagen zur Erzeugung von Elektrizität aus erneuerbaren Energien erstellt werden können. Bereits damals war absehbar, dass einst die Stimmbevölkerung darüber abstimmen wird.
Schuler zitierte zwei repräsentative Umfragen des ETH-Forschungsinstituts WSL von 2018 und 2022, wonach die Schweizer Bevölkerung gegen Energieanlagen in unberührten Berggebieten ist. Akzeptiert wären Anlagen in touristischen Gebieten der Alpen und im Siedlungsgebiet im Mittelland.
Heute sind laut Schuler 95 Prozent der Schweizer Gewässer gestaut oder verbaut. Bereits beschlossene Projekte würden aber Möglichkeiten zum Ausbau bieten, etwa durch die Erhöhung von Stauseen. Ausgefeilte Konzepte für Alternativen seien seit Jahren vorhanden, «doch die Elektrizitätskonzerne bevorzugen neue Grossanlagen», sagte Schuler.