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Rechts der Strasse von Bern nach Thun, hinter dem alten Schulhause, war noch im 18.Jahrhundert der hohe, viereckige, aus gewaltigen Steinen mit viel Pflaster aufgemauerte Turm der Burg Allmendingen zu sehen. Noch zu oberst war er 2,10 m dick und mass auf jeder Seite 9 m. Die Süd- und Westseite hatten keine Fensteröffnungen. Im 16.Jahrhundert nennt der Kartograph Thomas Schöpf die zerbrochene Burg, arx disruta. Sonst vernehmen wir geschichtlich von dieser doch wohl starken Burg nichts. Von der Hand Albrecht Kauws, von 1676, ist uns eine Ansicht der Ruine von "Alt-Allmendingen" erhalten, von welcher wir jedoch nicht wissen, ob sie nicht eher eine einstige "Burg" zu Kleinhöchstetten, dicht über dem Uberschwemmungs gebiet der Aare darstellt; auch von dieser Burg ist urkundlich nichts bekannt. Das ritterliche Geschlecht v. Allwandingen, bekannt als Wohltäter des Klosters Interlaken, spielte im 13.Jahrhundert in Bern eine gewisse Rolle. Es verliert sich schon zu Ende des Jahrhunderts aus der Geschichte. Seine Güter zu Allmendingen, Märchligen und der "Frunberg" wurden 1256 von den Erben dem Kloster Interlaken verkauft.
Auch "Frunberg", erhalten im Flurnamen Frumbergwald, soll nach lokaler Überlieferung eine Burg gewesen sein, von der man aber nicht einmal mehr die Stelle anzugeben vermag. Nach andern soll Frumberg der Name der Burg auf der Höhe des Hühnliwaldes gewesen sein. - Nach der Reformation gelangten die Güter zu Allmendingen aus der "toten Hand" wieder in Privathände, und damals, im 16.Jahrhundert, scheint, nach dem Baustil zu urteilen, auch das neue Schloss erbaut worden zu sein, ein Landsitz mit angebautem Treppentürmchen. Eine Tür am Turm trägt die Jahrzahl 1607. Der spitze Helm wurde später durch einen niedrigern ersetzt. Vom Schultheissen Isaak Steiger und seinem Sohne Franz Ludwig wissen wir, dass sie im 18.Jahrhundert ihr Schlösschen durch einen Gartensaal und eine Verbindungslaube zu einer reizenden Campagne ausgebaut haben, in der die Steiger, May, Graviseth und andere Berner Patrizierfamilien glückliche Sommerzeiten zugebracht haben.
Bibliographie