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Abtrocknung im Tagesverlauf
Nach einer eher tiefdruckbestimmten und im Norden meist bewölkten ersten Tageshälfte, machte sich in der zweiten Tageshälfte der Hochdruckeinfluss bemerkbar und sorgte für eine Abtrocknung. Während es im Süden bereits am Vormittag recht sonnig war, wurde es damit am Nachmittag auch im Norden zunehmend freundlich.
Zuerst tiefdruckbestimmt…
In der ersten Tageshälfte war das Wetter zumindest auf der Alpennordseite noch tiefdruckbestimmt. Die Schweiz lag dabei unter einer nach wie vor starken west- bis nordwestlichen Höhenströmung und die Isohypsen (Linien gleichen Geopotentials) waren zyklonal gekrümmt.
Im Norden war das Wetter entsprechend bis am Mittag meist bewölkt und es gab besonders am Nordrand der Schweiz noch einige Schauer. Der West- bis Südwestwind wehte in diesem Zeitraum nach wie vor mässig, besonders in erhöhten Lagen zeitweise auch kräftig.
…danach zunehmend hochdruckbestimmt
In der zweiten Tageshälfte verlagerte sich das Tief in der Höhe mit seiner zyklonalen Krümmung ostwärts und der Hochdruckeinfluss nahm von Westen her zu. Die Krümmung der Isohypsen wurde allmählich antizyklonal.
Der zunehmende Hochdruckeinfluss hatte zur Folge, dass die Luftmasse abtrocknete. Im Vertikalprofil der Ballonsondierung von Payerne von heute 14 Uhr Lokalzeit lässt sich diese Abtrocknung anhand der Ausbildung einer Inversion auf rund 3000 Metern erkennen. Der zunehmende Hochdruckeinfluss bewirkte ein Absinken und damit eine Erwärmung und Abtrocknung der Luftmasse, was im Fachjargon auch als Subsidenz bezeichnet wird.
Die unteren Schichten der Atmosphäre waren zunächst noch labil geschichtet, wodurch es bis am späten Nachmittag am Nordrand der Schweiz und im Osten zu letzten isolierten Schauern kam. Abgesehen davon war der Nachmittag jedoch vielerorts bereits recht freundlich und es reichte im Mittelland für zwei bis vier Stunden Sonnenschein.
Im Wallis, im Oberengadin und auf der Alpensüdseite, wo es bereits am Vormittag schon recht sonnig war, reichte es für rund 6 bis 9 Stunden Sonnenschein.
Die Tageshöchsttemperaturen lagen in der Deutschschweiz bei 15 bis 17 Grad und im Westen und Süden bei 16 bis 19 Grad.
Taifun Hagibis
Während den vergangenen Tagen hat sich über dem westlichen Pazifik der bislang stärkste Taifun im Jahr 2019 entwickelt. Der Sturm trägt den Namen Hagibis und befindet sich zurzeit südlich von Japan. Mit einem Kerndruck von 915 hPa und Böenspitzen von bis zu 280 km/h hatte der Sturm vergangene Nacht seinen Höhepunkt erreicht.
Bezogen auf die bei uns etwas geläufigere Hurrikan-Skala, würde dies einem Kategorie 5 Hurrikan entsprechen. Diese Einteilung findet jedoch nur im Atlantik und im Ost- beziehungsweise Zentralpazifik ihre Anwendung. Die Japaner (JMA, Japan Meteorological Agency) handhaben dies jedoch etwas simpler und beschränken sich auf die Kategorien „starker“ (strong), „sehr starker“ (very strong) und „heftiger“ (violent) Taifun. Überhaupt herrscht weltweit betrachtet bezüglich der Benennung und Einteilung der Stürme ein kleines Chaos. Nebst Taifun und Hurrikan gibt es noch eine dritte Bezeichnung für tropische Wirbelstürme, nämlich Zyklon. Diese Benennung wird für Stürme im Indischen Ozean und in Ozeanien (Australien, Südpazifik) verwendet.
Nach den aktuellen Modellunterlagen zieht Hagibis aufs Wochenende nord- nordostwärts und erreicht im Laufe des Samstags Japan. Mit der Nordostwärtsverlagerung gelangt Hagibis allerdings über etwas weniger warmes Meerwasser, wodurch sich der Sturm bis zum Erreichen der Japanischen Hauptinsel Honshū abschwächen wird. Gegenwärtig muss im Zeitraum von Samstagnachmittag bis in der Nacht auf Sonntag (Schweizer Lokalzeit) in Tokio mit Böenspitzen von 100 bis 150 km/h gerechnet werden.