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Die Wiese weist nur in der obersten Bodenschicht von 40 Zentimeter eine Verschmutzung auf, die sich auf bis zu 30 Milligramm pro Kilogramm Erde beläuft. Damit übertrifft sie den gesetzlichen Sanierungswert von 2 Milligramm pro Kilogramm deutlich.
Seit Dienstag trägt ein Bagger die kontaminierte Erde ab, die zur Entsorgung in ein Recycling-Unternehmen in Susten VS gebracht wird. Ein Team der Universität Basel überwacht Staub- und Quecksilberbelastung in der Luft.
Am Mittwoch wurde die Pilotsanierung während einer Führung den Medien gezeigt. Das auszuhebende Volumen werde auf 300 Kubikmeter Erde geschätzt, sagte Rémi Luttenbacher, Leiter der Umweltprojekte der Lonza, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.
Nach der Sanierung werden im Boden erneut Messungen vorgenommen, um abzuklären, ob die Sanierungsziele erreicht wurden. Für die Sanierungskosten sind 175’000 Franken veranschlagt. Das Geld wird vom Pharma- und Chemieunternehmen Lonza ohne Präjudiz vorfinanziert.
Der Kanton und die Lonza wollen aus der Pilotsanierung Erfahrungen sammeln für die anstehenden Sanierungen im Siedlungsgebiet in der Region Visp, wie sie am Mittwoch mitteilten. In Visp selber sind 49 Parzellen sanierungsbedürftig, in Raron 43.
Die Sanierung dieser Parzellen kann nicht mehr dieses Jahr beginnen, da zuerst ein globales Sanierungskonzept ausgearbeitet und dem Kanton vorgelegt werden muss. Hingegen wird noch 2016 ein Fussballplatz in Raron saniert, wie Rémi Luttenbacher von der Lonza festhielt.
Umstritten ist die Sanierung von über 100 leicht verschmutzten Parzellen mit Werten zwischen 0,5 mg und 2 mg Quecksilber pro Kilogramm. Weil diese unter dem gesetzlichen Sanierungswert von 2 mg Quecksilber pro Kilogramm Erde liegen, besteht keine Sanierungspflicht. Eine Interessengruppe der betroffenen Hausbesitzer fordert, dass diese Parzellen aus dem Altlasten-Kataster gestrichen werden.
Das Quecksilber stammt von der Lonza, die zwischen 1930 und 1970 den Grossgrundkanal mit industriellen Abwässern belastet hatte. Die Verschmutzung wurde Mitte 2010 bei Vorarbeiten für den Bau der Autobahn A9 entdeckt. Eine Ende Juni veröffentlichte Studie der Universität Zürich kam zum Schluss, dass die Quecksilberbelastung die Gesundheit der Bevölkerung nicht messbar gefährdet hat.
(SDA)