Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/53681

<h2>SubmittedText<h2><p>Am 12. Dezember 2004 fällt in der Schweiz der Startschuss für "Bahn 2000". Für die Reisenden bedeutet dies häufigere, schnellere, direktere und bequemere Verbindungen. Nach dem Fahrplan, der gegenwärtig in der Vernehmlassung ist, verkürzen sich die Reisezeiten auf zahlreichen Linien in der Grössenordnung von 10 bis 45 Minuten. Das gereicht den SBB zur Ehre.</p><p>Eine Verbindung kommt jedoch nicht in den Genuss solcher Verbesserungen, nämlich die Linie Jura-Biel-Bern. Wegen der schlechten Anschlüsse in Biel wird sich die Reisezeit zwischen Delsberg und Bern sogar von gegenwärtig 61 Minuten auf 66 oder gar 70 Minuten verlängern. Es ist mir bewusst, dass der neue Fahrplan Sache der SBB ist. Dennoch stelle ich dem Bundesrat die folgenden Fragen:</p><p>1. Die Mehrzahl der Kundinnen und Kunden der SBB profitiert demnächst von kürzeren Reisezeiten. Hält es der Bundesrat da nicht für inakzeptabel, wenn gleichzeitig auf der wichtigen Linie Jura-Biel-Bern den Reisenden, besonders den Pendlerinnen und Pendlern, weniger attraktive Verbindungen angeboten werden als zuvor?</p><p>2. Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass die Benützerinnen und Benützer der Linie Jura-Biel-Bern auf dieselben Leistungen wie alle anderen Anspruch haben? Schliesslich zahlen sie für ein Abonnement oder eine Fahrkarte denselben Preis wie die übrigen Reisenden.</p><p>3. Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass eine solche Politik letztlich den Privatverkehr gegenüber dem öffentlichen Verkehr begünstigt - und damit im Gegensatz zur schweizerischen Verkehrspolitik steht?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In der Tat verbessert die erste Etappe von "Bahn 2000" das Angebot im öffentlichen Verkehr: Kürzere Fahrzeiten, mehr Halbstunden- und bequemere Umsteigeverbindungen bringen die einzelnen Regionen der Schweiz näher zusammen. 12 Prozent mehr Züge und modernes Rollmaterial erweitern das Bahn- und Platzangebot spürbar. Auch der Jura profitiert von der ersten Etappe von "Bahn 2000": Komfortsteigerung dank Einsatz der ICN Neigezüge Basel-Delsberg-Biel-Lausanne/Genève-Aéroport; Verlängerung der S-Bahn Basel bis Delsberg; stündliche RegioExpress-Verbindung (RX) Delsberg-Porrentruy; halbstündliche Verbindung Delsberg-Biel während der Hauptverkehrszeiten (neue RX und stündliche ICN). Dank diesem Angebotsausbau wird die Funktion des Knotens Delsberg weiterhin gewährleistet. Vor diesem Hintergrund können die Fragen wie folgt beantwortet werden:</p><p>1. Gewiss erhöht sich die Reisezeit der stündlichen Interregio-Verbindungen zwischen Delsberg und Bern um fünf Minuten von 61 auf 66 Minuten. Aber dank der RX-Züge Delsberg-Biel entstehen acht zusätzliche Verbindungen mit Bern mit einer Reisezeit von 70 Minuten. Da es sich um ein neu eingeführtes Angebot handelt, kann nicht von einer Reisezeitverlängerung gegenüber heute gesprochen werden.</p><p>2. Das Tarifsystem der schweizerischen Transportunternehmungen des öffentlichen Verkehrs ist auf die zurückgelegte Entfernung aufgebaut, nicht auf die Dichte des Angebotes. Eine Abkehr von dieser Praxis steht nicht zur Diskussion: Es ist nicht vorgesehen, Rabatte in Abhängigkeit der Taktfrequenz zu gewähren.</p><p>3. Die Einführung von "Bahn 2000" bringt dem Kanton Jura und insbesondere dem Hauptort Delsberg Vor- und Nachteile, wobei erstere überwiegen. So verkürzt sich die Fahrzeit der Schnellzüge nach Basel um vier Minuten, was einem Zeitgewinn von 12 Prozent gegenüber heute entspricht.</p>  Antwort des Bundesrates.