Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/183453

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Vizedirektorin des Bundesamtes für Landwirtschaft, Eva Reinhard, behauptete in der Radiosendung "Trend" (SRF, 9. September 2017), drei der fünf meistverwendeten Pflanzenschutzmittel würden im Biolandbau angewendet.</p><p>Ich bitte den Bundesrat um Antwort:</p><p>1. Welche meistverwendeten Pflanzenschutzmittel sind es? Wie viele davon werden (in Tonnen und Prozenten) durch Nichtbiobauern bzw. Biobauern verwendet?</p><p>2. Sind die Risiken der drei Bio-Mittel im Vergleich zu den meistverwendeten chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln Glyphosat, Folpet und Mancozeb höher oder geringer?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Nachfolgend die fünf im Jahr 2015 am meisten verkauften Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe:</p><p>- Schwefel 394,3 Tonnen</p><p>- Glyphosat 230,2 Tonnen</p><p>- Paraffinöl 163,5 Tonnen</p><p>- Folpet 143,4 Tonnen</p><p>- Kaolin 90,4 Tonnen</p><p>Schwefel, Paraffinöl und Kaolin werden sowohl durch Biobauern als auch durch Nichtbiobauern verwendet. Die Verkaufsstatistiken erlauben keine Aussage über die prozentuale Verteilung in den beiden Produktionsformen. </p><p>2. Eine generelle Aussage ist schwierig: </p><p>- Die Wirkung der Bio-Mittel für den Schutz der Kulturen ist oft kleiner als diejenige der chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel. Man erwartet dementsprechend auch geringere Nebenwirkungen. </p><p>- Gewisse Bio-Mittel sind aber sehr wirksam und können unerwünschte Nebeneffekte haben, wenn sie nicht vorschriftsgemäss angewendet werden. </p><p>3. Die drei Stoffe (Schwefel, Paraffinöl und Kaolin) wurden in den Oberflächengewässern durch die Eawag nicht untersucht. Sie sind nicht besonders problematisch für Wasserorganismen. </p><p>4. Der Bundesrat hat kürzlich den Aktionsplan für Pflanzenschutzmittel verabschiedet. Das Ziel ist, die Anwendung und die Risiken bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren. Alternativen zu dieser Anwendung wie die mechanische Unkrautbekämpfung werden im Sinne von Artikel 18 der Direktzahlungsverordnung spezifisch gefördert.</p>