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Geben wir es gleich zu: Einen Artikel über den Fuhrpark einer nationalen Berühmtheit zu schreiben, dessen Leben ganz vom Rhythmus der Schritte seiner Pferde bestimmt wurde, ist eine Herausforderung.
Es ist ein wahres Vergnügen Ihnen einen Einblick in die Welt vom General Guisan zu verschaffen, nachdem wir einen wunderbaren Moment mit seinem Enkel Maurice Decoppet verbracht haben. Der General lebte in dem Anwesen „Verte Rive“ von 1902 bis zu seinem Tod im Jahr 1960. Es wurde im Jahr seiner Geburt 1874 erbaut, und liegt in einem beeindruckenden 12.000 m² großen Park am Seeufer. Mit dem Bewusstsein der historischen Bedeutung dieses Anwesens, erwarb es die Eidgenossenschaft, die 1946 von einem Lausanner Komitee gegründet wurde, und die der General selbst bis zu seinem Tod vorstand. Maurice Decoppet führte sie weiter von 1982 bis 2010. Heute beherbergt das Anwesen im Erdgeschoss die Empfangsräume, wie sie in der letzten Lebensphase des Generals waren. Die Obergeschosse wurden als Versorgungseinrichtungen ausgebaut.
Das Anwesen „Verte Rive“ ist in einem Zustand erhalten geblieben, der seinem Ursprung sehr nahe kommt. Es wird mit Sorgfalt und einer gewissen Hingabe vom Verwalter des Anwesens, Herrn Thierry Christinat, einem Unteroffizier, gepflegt. Unser Gespräch wurde schnell in einer vertrauliche Ambiente geführt in der es um diese illustre Persönlichkeit ging, die bei den Schweizern sehr beliebt war. Es fehlen die Worte um den General zu beschreiben, der von eher kleiner Statur war und dessen eiserner Blick Bände über seine Entschlossenheit sprach. Das Gefühl ihm gegenüber ist jedenfalls von Respekt und auch von Dankbarkeit geprägt.
Laut seinem Enkel war der Mann zwar sehr herzlich und wohlwollend, aber sein Charisma verlieh ihm auch eine gewisse Überlegenheit gegenüber seinen Gästen. Das erlebte auch Herr Decoppet, der bei diesen Gelegenheiten die Ankunft so beeindruckender Besucher wie Churchill oder General Montgomery miterlebte. Und doch, so erzählte er uns, so sehr der General mit den Großen seiner Zeit auf Augenhöhe sprach, so sehr wusste er auch mit dem Fahrer des Trolleybusses, der ihn nach Lausanne brachte, freundlich zu konversieren.
Man sollte auch nicht vergessen, dass Henri Guisan erst einen Monat vor seiner Pensionierung als Korpskommandant von der Bundesversammlung zum General ernannt wurde. Bevor wir uns seine Autos anschauen, nehmen wir uns ein paar Augenblicke Zeit, um Maurice Decoppet zuzuhören: „Als er in seinem Haus in Pully wohnte, ritt er jeden Tag zwei Stunden bis Saint-Sulpice, also 16 km, außer ausser an Sonntagen, die für Familienbesuche vorgesehen waren. Manchmal fuhr er mit seinem Privatwagen, einem Vauxhall, eine Runde mit seiner Frau“.
Die Verbindung des Generals mit Autos war vor allem eine dienstliche Notwendigkeit. Während des gesamten Krieges benutzte er nur zwei Autos für seine offiziellen Fahrten. Seine beiden Pferde, Nobs und Dioskur, Halbblüter vom Lande, waren seine liebsten persönlichen Reisebegleiter Zu beachten ist, dass der General nie sehr weit von seinem Hauptquartier entfernt war. Für die Anekdote bot die Eidgenossenschaft dem General in einem Ausbruch seltener Großzügigkeit am Ende des Konflikts zwei Jahre Futter an. Von aktuellen Exzessen sind wir definitiv sehr weit entfernt.
Seine Autos waren sofort an ihrer Zulassung zu erkennen. Ein großes Schweizerkreuz in der Mitte und das „GENERAL“-Kennzeichen Legends Magazine auf schwarzem Grund auf der linken Seite. Kein Zweifel möglich. Man erkannte die Autos an ihrer standesgemäßen Größe, aber auch an ihrer Kennzeichnung, die eindeutig ihre Zugehörigkeit zeigte. Ein weiteres Detail: der General fuhr immer mit offenem Verdeck, sehr selten blieb sein Auto verschlossen.
Der Fuhrpark des Generals bestand aus zwei Buicks. Ein viersitziges Cabriolet Typ 41c, 8 Zyl. mit 75,58 PS und einem Gewicht von 1’850kg und ein 6-sitziges Cabriolet Typ 90 8 Zyl. mit 87,31 PS und 2’200kg, übrigens das Einzige das von der Schweizer Flagge an einem Mast vorne links flankiert wurde. Das 6-sitzige Cabriolet war das Parade-Auto oder wurde für den Empfang von Gästen benutzt. Während seiner gesamten Dienstzeit als General hatte er nur einen Fahrer, den Stabsfeldwebel Eugène Burnens, der manchmal durch den Stabsfeldwebel Chevalley ersetzt wurde.
Sein Pressesprecher, Captain Jules Sandoz, hatte ein Oldsmobile, die anderen Stabsoffiziere fuhren Studbakers. Die übrigen Stabsoffiziere waren in Studbaker motorisiert.
Zusätzlich zu den Autos hatte der General einen „Befehlswagen“, der ein Saurer-LKW war, und zwei Befehlszüge. Der eine befand sich auf der Gotthardlinie „GG“ und der andere auf der Lötschberglinie „GL“. Gezogen wurden sie von elektrischen Lokomotiven der Bauart „Inspection“. Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass diese Konvois von einer Dampflokomotive begleitet wurden, die im Falle einer Panne auf dem elektrischen Netz einspringen konnte.
Am Ende dieses Besuchs, zu dem wir unsere Leser einladen, möchten wir Herrn Maurice Decoppet für seinen herzlichen Empfang, und Herrn Thierry Christinat für seine wertvollen Beiträge und seine Verfügbarkeit danken