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Skilegende Stefan Kälin besuchte wieder einmal die Schweiz
Der Einsiedler Stefan Kälin hat vor 53 Jahren den gleichen Pokal im Riesenslalom gewonnen wie in diesem Jahr Marco Odermatt.
CHRISTOPH NÄPFLIN
Vor bald 50 Jahren ist der damalige Skirennfahrer Stefan Kälin aus Einsiedeln in die USA ausgewandert. Bis heute verbindet ihn der Skisport mit der alten Heimat, und er verfolgt nach Möglichkeit die Rennen der aktuellen Skistars in der Schweiz, obwohl viele der Rennen wegen der Zeitverschiebung für ihn nachts stattfinden. Bei seinen Besuchen in der Innerschweiz fehlt nie ein Treffen mit Erich Amstad im Hotel Bellevue in Seelisberg. «In unseren Skiferien in den USA besuchen wir dafür die Kälins bei jeder Gelegenheit im Nobelsportort Aspen in Colorado », doppelt Erich Amstad nach.
Erinnerungen an 1968
Die beiden telefonieren regelmässig, um über die Skiwelt zu fachsimpeln und ihre Freundschaft zu pflegen. «Beim Riesenslalom- Sieg von Marco Odermatt am 13. März im slowenischen Kranjska Gora erinnerte ich mich an meine Erfolge am gleichen Ort im März 1968, wo ich ebenfalls die Vitranc-Pokale als Erster und Dritter gewinnen konnte. So stehen die gleichen Pokale, wie sie Marco Odermatt in diesem und im letzten Jahr gewonnen hat, auch bei mir auf dem Kaminsims in Aspen», freut sich der Einsiedler Stefan Kälin über seinen Erfolg vor 53 Jahren. Auf der Piste Vitranc in Kranjska Gora werden seit 1961 Weltcuprennen ausgetragen. Stefan Kälin war im Jahr 1968 der erste Schweizer, der hier im Slalom eine Medaille gewinnen konnte. Von Einsiedeln in die Rockys
Von 1959 bis 1969 war Stefan Kälin im Schweizer Alpin-Nationalskiteam dabei und vertrat die Schweiz an den Olympischen Spielen in Innsbruck und Grenoble von 1964 und 1968.
Seine Erfahrungen aus dem aktiven Skirennsport konnte Kälin in Amerika gut nützen. Zusammen mit seiner Frau Stascha, welche ursprünglich aus Basel kommt und Skilehrerin bei Skilegende Roger Staub in Vail war, betrieb der Auswanderer in Aspen viele Jahre ein Sportgeschäft. «Hier verkaufen wir vor allem europäische Marken. Speziell die amerikanischen Frauen schätzen unsere europäischen Marken», weiss Kälin aus seiner langen Erfahrung. Er hat für sein Geschäft sowie für den Markt in den USA und in Europa sogar eine eigene Skibekleidungsmarke designt. «Dazumal dachten wir, dass alles möglich ist und uns nichts aufhalten kann», erinnert sich der ehemalige Spitzensportler an die Anfänge in den USA.
Immerhin haben es die Kälins geschafft, ihren Platz unter 20 weiteren Skishops in Aspen zu behaupten. «Kunden, welche etwas Spezielles wollen, kommen in unser Geschäft», erklärt Kälin voller Stolz. Trotz den Freunden in der Schweiz ist eine Rückkehr kein Thema. «In den USA wohnen und leben unsere beiden Kinder mit den drei Grosskindern. Sie möchten wir auf keinen Fall missen», begründet der ausgewanderte Einsiedler diesen Entscheid.
Langjährige Freundschaft: Stefan Kälin und Oski Epp (links).
Stefan Kälin mit den Vitranc-Pokalen, die er 1968 in Kranjska Gora gewann.
Fotos: Christoph Näpflin