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Inhalt
Unter Peregrinatio bzw. Pilgern verstehen wir heute eine Wallfahrt, doch die Ursprünge des Begriffs sind ganz bodenständig: Peregrinus (lateinisch ‹jenseits des Ackers›) hiess in der römischen Frühzeit der Fremde ohne Bürgerrecht im Gegensatz zum Stadt-Römer; das Wort erhielt im christlichen Sprachgebrauch der Spätantike die Bedeutung ‹Fremder auf Erden – Bürger des Himmels›. Peregrinatio heisst also Leben in der Fremde und bedeutet in diesem Sinne Verzicht auf Mondänes, Bewusstmachen der Vergänglichkeit, insbesondere durch Ziehen in die Fremde, also Wallfahrt. Fremdheit – Bewusstwerden – Ortsveränderung – Ankommen sind denn auch die Themen des Tanzstücks, das Beate Vollack, Leiterin der Tanzkompanie, für die St.Galler Festspiele kreiert: Es wird an verschiedenen Orten in der Kathedrale getanzt, zu denen das Publikum pilgert, um schliesslich vor dem Altar bei sich anzukommen.