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Die protestantische und unionistische Partei teilte am Sonntag mit, noch keine Einigung zur Unterstützung von Mays Konservativen im Parlament erzielt zu haben. "Die bisherigen Gespräche waren positiv." Die Diskussionen würden allerdings in der nächsten Woche fortgesetzt, um eine Vereinbarung zu erreichen.
Mays Büro hatte am Samstagabend gemeldet, es gebe im Grundsatz eine Verständigung. Die DUP habe zugesagt, bei wichtigen Abstimmungen für die Regierung zu stimmen. Diese verfügt nach der Wahlschlappe vom vergangenen Donnerstag nicht mehr über die absolute Mehrheit im Unterhaus. Acht Stimmen fehlen May, die DUP hat zehn Mandate.
Mays Büro äusserte sich am Sonntag deutlich zurückhaltender. Die Premierministerin habe mit der DUP gesprochen, um eine Vereinbarung zu erzielen, bevor das Parlament nächste Woche wieder zusammenkomme. Eine Verständigung wäre zu begrüssen, weil sie für Stabilität im Land stünde. Sobald die Details geklärt seien, würden die beiden Parteien sie verkünden.
May wollte sich mit der vorgezogenen Parlamentswahl eigentlich Rückendeckung für die anstehenden Brexit-Verhandlungen holen. Sie lag in Umfragen einst deutlich vorne, verlor im Wahlkampf aber immer mehr an Boden. Jetzt will May eine Minderheitsregierung anführen, die von der DUP geduldet werden soll. Eine formale Koalition ist nicht geplant.
Labour glaubt May-Regerung verhindern zu können
Oppositionsführer Jeremy Corbyn warf May vor, jede Glaubwürdigkeit verspielt zu haben. Dem "Sunday Mirror" sagte der Chef der Labour-Partei, er könne noch Premierminister werden. Allerdings blieb unklar, wie er eine Mehrheit im Parlament bekommen will.
Aussenminister Boris Johnson stellte sich unterdessen hinter die angeschlagene Premierministerin. "Ich unterstütze Theresa May", twitterte der Brexit-Hardliner unter den Konservativen. Zuvor hatten "Sunday Times" und "Mail on Sunday" berichtet, mehrere andere Minister hätten Johnson aufgefordert, sich für einen Sturz der Regierungschefin einzusetzen.
Das May-Büro teilte zudem mit, die Premierministerin habe Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Telefonat am Samstag zugesichert, dass die Verhandlungen über die Details des geplanten EU-Austritts in den nächsten Wochen starten könnten. Der 19. Juni ist eigentlich als Starttermin vorgesehen, gilt aber nach dem britischen Wahlergebnis als unsicher.
(Reuters)