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La voce della luna
Regie: Federico Fellini
Darst.: Roberto Benigni, Paolo Villaggio, Nadia Ottaviani, Marisa Tomasi, Angelo Orlando, Sim, Syusy Blady, Dario Ghirardi, Dominique Chevalier, Nigel Harris u.a.
Der schmächtige Ivo Salvini ist kürzlich aus einer psychiatrischen Klinik entlassen worden. Doch er hört weiterhin Stimmen, lebt in einer Welt aus Träumen und gerät bei seinen Streifzügen an ziemlich eigenartige Figuren. Zu ihnen gehören etwa zwei wahnsinnige Brüder, die den Mond vom Himmel holen wollen, ein Mann, der auf dem Friedhof zwischen Urnen übernachtet, oder der vereinsamte alte Gonnella, ein ehemaliger Präfekt, der fest davon überzeugt ist, einem Komplott gegen die Menschheit auf der Spur zu sein. Ivo verliebt sich in die schöne Aldina, aber die will von dem närrischen Träumer nichts wissen. Allmählich freundet er sich mit Gonnella an, der ihn zu seinem Adjutanten macht. Im Höllenlärm einer gigantischen Disco glaubt Ivo, auf das Zentrum der Verschwörung gestossen zu sein … Lose basierend auf Ermanno Cavazzonis Roman «Il poema dei lunatici» (dt: Gesang der Mondköpfe) schrieb Fellini gemeinsam mit dem Autor und Tullio Pinelli das Drehbuch zu diesem gewohnt barock ausufernden Film ohne lineare Geschichte, der sein letzter werden sollte. Mit dem bereits sehr populären Roberto Benigni (Ivo) und Paolo Villaggio (Gonnella) in den Hauptrollen erzählt Fellini, der sich in jenen Jahren mit dem damals schon mächtigen TV-Mogul Silvio Berlusconi angelegt hatte, von der Verschwörung der multikulturellen Moderne. Er teilt gegen die Verblödungsindustrie der Fernsehunterhaltung aus und beschwört seine Liebe zu den «Verrückten», die ebenso verzweifelt wie verbissen nach Überresten tradierter Werte forschen und der «Kultur der Stille« zu ihrem Recht verhelfen wollen. Georg Seesslen schrieb in epd film: «‹La voce della luna› ist ein Essay über Stille und Lautstärke, über das Verstehen und das Beobachten, über das Reden und das Sprechen, über das Verschwinden der Provinz (in Italien und anderswo) und über ihre Unsterblichkeit. (…) Während Europa wird, geht viel verloren an Natur und Kultur, an Geschichte und Utopien. Aber es entstehen auch Filme wie dieser: eine optimistische Komödie darüber, dass man Poesie nicht kaufen kann. Man kann sie nicht einmal haben. Man kann sie nur leben, oder wenigstens, zum Beispiel in Fellinis Film, sehen.»