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Im Kapitel «Krankheitsbilder» finden Sie häufige Befunde aus der Venenheilkunde und angrenzenden Gebieten. Diese Bibliothek gibt Ihnen einen Überblick, hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird in Abständen aktualisiert. Es besteht nicht die Absicht Sie mit diesen Bildern, die alle aus unserer eigenen täglichen Arbeit stammen, zu schockieren. Es könnte Ihnen aber bei den gezeigten Resultaten Mut machen, sich zu einer Untersuchung anzumelden.
Venenleiden – Krampfadern – Varizen
Bei Krampfadern kommt es aufgrund einer Venenwandschwäche (Bindegewebeschwäche) zu Erweiterungen mit Schlängelungen und Knotenbildung grösserer Venen. Das Krampfaderleiden ist weltweit verbreitet und in vielen Ländern eine «Volkskrankheit».
Stamm- und Seitenastvarikosis
Krankhafte Erweiterung des Hauptstammes und der zufliessenden Nebenäste im oberflächlichen Venensystem. Es kann die grosse (Vena saphena magna) oder kleine (Vena saphena parva) Stammvene betroffen sein. Oft treten Stamm- und Seitenastvarikosis gemeinsam auf. Seitenäste können aber auch isoliert zu einem Krampfaderleiden führen.
Perforansvarikose:
Die Perforansvenen verbinden das oberflächliche mit dem tiefen Venensystem. Wenn ihre Venenklappen nicht mehr funktionieren, kann es mit der Zeit zu Hautschädigungen bis zu einem offenen Bein kommen (Ulcus cruris).
Retikuläre Varizen:
Bei dieser Art handelt es sich um ca. 3-5mm kleine, netzförmige (retikuläre) Krampfadern, die insbesondere bei Frauen im mittleren Alter auftreten. Auch netzartige Krampfadern können Beschwerden machen und bei leichter Verletzung kräftig bluten. Diese Form des Venenleidens kann sehr gut mit einer Schaumverödung behandelt werden.
Besenreiser:
Hierbei handelt es sich um winzige, in der obersten Hautschicht verlaufende, sich häufig fächerartig ausbreitende Äderchen. Besenreiser stellen überwiegend ein kosmetisches Problem dar und können durch eine Verödungsbehandlung behandelt werden.
Zeichen der chronischen Venenschwäche (chronisch venöse Insuffizienz – CVI)
Weitere Krankheitsbilder aus der Venenheilkunde
Thrombophlebitis – Oberflächliche Venenthrombose – OVT: Was ist das eigentlich?
Eine Thrombophlebitis ist ein Blutgerinnsel im oberflächlichen Venensystem des Körpers – meist in den Beinen. Das Gerinnsel (Thrombus) verlegt die Vene, das Blut kann nicht mehr weiter fließen und muss sich Umgehungswege suchen. Es kann eine Rötung, Überwärmung sowie Verhärtungen und Druckschmerz an der betroffenen Stelle geben.
Ein Blutgerinnsel oder ein Teil davon kann sich aus den oberflächlichen Beinvenen lösen, in das tiefe Venensystem einwachsen (Tiefe Beinvenenthrombose) oder zum Herzen und von dort in die Lunge wandern und kleinere oder größere Lungengefäße verlegen. Man spricht dann von einer Lungenembolie. Kleine Lungenembolien verlaufen oft unbemerkt, größer Lungenembolien können zu atemabhängigen Brustschmerzen, Luftnot und Herzrasen führen. Selten ist eine Embolie so massiv, dass sie zum Tode führt. Auch eine harmlos aussehende Venenentzündung kann also gefährlich werden und sollte vom Spezialisten behandelt werden.
Als Unterschenkelgeschwür (offenes Bein) bezeichnet man eine schlecht heilende Wunde, die meistens durch Durchblutungsstörungen verursacht wird. Seltenere Gründe sind Gefäßentzündungen, Infektionen, Nervenleitungsstörungen, Medikamentennebenwirkungen, bösartige Hauterkrankungen, Autoimmunerkrankungen und andere seltene Erkrankungen. Mit Abstand am häufigsten (70%) sind Venenerkrankungen Ursache eines offenen Beines.
Lymphödem
Ein Lymphödem entsteht durch eine Transportstörung des Lymphgefässsystems. Dadurch verbleiben Wasser, Eiweisse und andere Substanzen vermehrt im Gewebe und führen zu chronischer Schwellung, Verhärtung des Unterhautgewebes und Verdickung der Haut. Das Lymphödem kann angeboren (primäres Lymphödem) oder erworben sein durch Schädigung der Lymphbahnen im Rahmen eines Unfalls, einer Operation oder einer Verbrennung. Dann spricht man von einem sekundären Lymphödem. In seltenen Fällen können schlecht heilende Hautläsionen (offene Stellen) entstehen.
Lipödem
Bei einem Lipödem handelt es sich um eine Fettverteilungsstörung, besonders an den Ober- und Unterschenkeln mit Schwellungen, Druckschmerz an den Beinen und Neigung zu blauen Flecken. Im Gegensatz zum Lymphödem greift die Schwellung beim Lipödem nicht auf den Fußrücken und die Zehen über.
Bei den Betroffenen besteht meist eine familiäre Belastung. Die genaue Ursache des Lipödems ist jedoch letztlich unklar. Das Lipödem findet sich beinahe nur bei Frauen, weshalb hier vermutlich eine entsprechende hormonelle Ursache bei familiärer Belastung eine Rolle spielt. Auf Druck bleiben beim Lipödem im Gegensatz zum Lymphödem meist keine „Dellen“ in der Haut zurück.