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Die Schweizer Armeeapotheke versorgt die Bevölkerung mit Jodtabletten
Ab den kommenden Wochen und bis im April 2024 ersetzt die Armeeapotheke die Jodtabletten in allen Haushalten sowie in den Betrieben und öffentlichen Einrichtungen im Umkreis von 50 km um die Schweizer Kernkraftwerke.
Diese Massnahme entspricht der Verordnung über die Versorgung der Bevölkerung mit Jodtabletten, die der Bundesrat am 1. März 2014 in Kraft gesetzt hat.
Die vorsorgliche Verteilung betrifft alle Haushalte, Betriebe und öffentlichen Einrichtungen im Umkreis von 50 km um die Kernkraftwerke Beznau I/II (AG), Gösgen (SO) und Leibstadt (AG). Um die Sicherheit der Schweizer Bevölkerung zu gewährleisten, hat der Bund zwölf Millionen Packungen Jodtabletten gekauft. Das Budget für die Verteilkampagne beläuft sich auf 34 Millionen Franken. 11 Millionen Franken davon werden durch die Kernkraftwerkbetreiber übernommen, die zwischen 2021 und 2029 jährlich 1,22 Millionen Franken in die allgemeine Bundeskasse einzahlen.
Das Verteilgebiet
Eine interaktive Karte der Schweiz zeigt auf, welche geografischen Gebiete Anspruch auf Tabletten haben. Ausserhalb des 50-Kilometer-Bereichs um die Schweizer Kernkraftwerke sorgen die Kantone für eine geeignete Lagerung von Kaliumiodidtabletten, um im Notfall die gesamte Bevölkerung damit versorgen zu können.
Das Kernkraftwerk Mühleberg (BE), das 2019 vom Netz genommen wurde, wird derzeit zurückgebaut. Die Haushalte, Betriebe und öffentlichen Einrichtungen innerhalb des 50-Kilometer-Radius gehören deshalb nicht mehr zum obligatorischen Verteilgebiet. Für die betreffenden Gemeinden läuft derzeit die Vervollständigung der kantonalen Vorräte.
In Zusammenarbeit mit dem BAG und der Schweizerischen Post
Die Armeeapotheke als einzige Verwaltungseinheit des Bundes, welche über die Bewilligungen der Swissmedic zur Herstellung, zur Einfuhr, zum Grosshandel und zur Ausfuhr von Arzneimitteln verfügt, ist für die Beschaffung, Lagerung, Verteilung und Entsorgung verantwortlich. Ab Oktober 2023 wird sie die aktuellen violetten Packungen durch orangefarbige Packungen ersetzen.
Die Verteilung soll bis Ende April 2024 abgeschlossen sein und wird alle Privathaushalte sowie die Betriebe und öffentlichen Einrichtungen in den festgelegten Gebieten um die erwähnten Kernkraftwerke abdecken. Dabei arbeitet die Armeeapotheke mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) sowie der Schweizerischen Post als Logistikpartnerin zusammen.
Verteilung von Jodtabletten: eine vorsorgliche Schutzmassnahme
Kaliumiodidtabletten dürfen nur auf Anordnung der Behörden, insbesondere der Nationalen Alarmzentrale (NAZ), eingenommen werden. Sie können höchstens zehn Jahre gelagert und müssen anschliessend ausgetauscht werden.
Jodtabletten verhindern, dass radioaktives Jod in die Schilddrüse aufgenommen wird und sich Schilddrüsenkrebs entwickelt. Ihre Einnahme ist nur im Falle eines schweren Kernkraftwerkunfalls mit Freisetzung von Radioaktivität vorgesehen.
Die abgelaufenen Jodtabletten der Haushalte, Betriebe und öffentliche Einrichtungen werden fachgerecht entsorgt.
Quelle: Schweizer Armee
Titelbild: Symbolbild © Tatohra – shutterstock.com