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Das Dreiländermuseum im deutschen Lörrach beleuchtet das badische Kunstschaffen in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Ausstellung ist vorerst für Einzelbesucher offen, die eigentliche Eröffnung wurde wegen der Corona-Pandemie auf den 2. Oktober verschoben.
Auf den ersten Blick offenbart das 1934 entstandene Gemälde von Hermann Burte keinen politischen Hintergrund. Zu sehen ist ein Blick vom deutschen Südbaden über den Rhein ins Elsass.
Ein Anker im Vordergrund und das aufgewühlte Wasser suggerieren aber, dass das Bild mehr sein will. Tatsächlich habe Burte daran erinnern wollen, dass das 1918 an Frankreich abgetretene Elsass noch immer Teil der «gemeinsamen alemannischen Heimat» sei, schreibt das Museum in einer Mitteilung vom Donnerstag. Es scheint so, als solle mit dem Anker das Elsass wieder ans Deutsche Reich angebunden werden.
Die Ausstellung «Kunst und Nationalsozialismus» vereinigt 113 Werke von 12 badischen Künstlern, die während des «Dritten Reichs» entstanden sind. Darunter sind Werke, deren propagandistischer Hintergrund offensichtlich ist, etwa die Bronzebüste von Adolf Hitler, die Philipp Flettner 1939/1940 für das Kaiser-Wilhelm-Institut in Rom geschaffen hat.
Nicht in allen Fällen ist die Nähe der Künstler zum Nationalsozialismus so deutlich. Das zeigt sich am Beispiel des Künstlers Adolf Riedlin. Einerseits wurden expressionistische Werke von ihm als «entartet» beschlagnahmt. Andererseits erhielt er Aufträge vom Staat, den er mit typischen Blut-und-Boden-Motiven nicht enttäuschte.
Kuratiert wurde die Ausstellung von der US-amerikanischen Kunsthistorikerin Barbara Hauß. Sie dauert bis 30. Mai 2021.