Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03583.jsonl.gz/3646

Honigbienen und Wildbestäuber wie zum Beispiel gewisse Hummeln und Schmetterlingsarten bestäuben viele Pflanzen und sind damit unerlässlich für eine produktive Landwirtschaft und für funktionierende Ökosysteme.
Diese Bestäuber haben allerdings mit vielfältigen Problemen zu kämpfen und erlitten bedenkliche Verluste ihrer Individuen- und Artenzahlen. Das Factsheet der Akademien der Wissenschaften Schweiz präsentiert den aktuellen Wissensstand und zeigt Handlungsoptionen auf.
In der Schweiz mussten von Ende Sommer 2011 bis Frühling 2012 fast 50 Prozent verlorene oder unproduktive Honigbienenvölker verzeichnet werden. Ebenso wurden in verschiedenen Regionen Europas starke Rückgänge von Wildbestäubern festgestellt.
Aufgrund dieser beunruhigenden Situation sollten Honigbienen und die Vielfalt von Wildbestäubern dringend adäquat gefördert werden. Sie und ihre Leistungen müssen laut Mitteilung langfristig erhalten bleiben.
Die Völkerverluste von Honigbienen sind vorwiegend durch Schwächung aufgrund von Parasiten und Krankheiten, eine geringe genetische Diversität und Mängel bei der Bienenhaltung verursacht. Sowohl Honigbienen als auch Wildbienen können zudem durch Pestizide ernsthaft geschädigt werden.
Gleichermassen leiden beide unter einem ungenügenden kontinuierlichen Blüten- und damit Nahrungsangebot von Frühling bis Herbst. So ging in der Schweiz die Fläche der blütenreichen Trockenwiesen seit 1900 um 95 Prozent zurück, und die grossflächige Herbizidanwendung und die Stickstoff-Überdüngung führten zu einem massiven Rückgang des Blütenangebots.
Experten empfehlen, neben den bereits bestehenden Vorkehrungen weitere Forschung zur Bienengesundheit zu betreiben und zusätzliche Massnahmen zu ergreifen; wie z.B. die Anlage von Blühstreifen im Landwirtschaftsgebiet oder die Förderung einer nachhaltigen Imkerei.