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Über 600 Gedichtblätter des Minimal-Art-Künstlers Carl Andre stellt das Museum zu Allerheiligen aus. Es handelt sich um das Frühwerk des Amerikaners aus den 1960er-Jahren, bevor ihm als Bildhauer der internationale Durchbruch gelang. Carl Andre hat die Blätter damals mit der Schreibmaschine vollgetippt. Es sind manchmal nur einzelne Wörter oder sogar nur Buchstaben über- und nebeneinander, ohne jegliche Grammatik, die dann ein Schriftbild ergeben.
Es sind Gedichtblätter, die bisher kaum je zu sehen waren. Museumskurator Lynn Kost bezeichnet sie aber als die Keimzelle von Carl Andres späteren Werken, welche die «Minimal Art» prägten. «Aus diesen Gedichten schöpfte Carl Andre all das, was wichtig war, um später seine Skulpturen zu schaffen», sagt Kost im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Sie seien deshalb für die Kunstgeschichte relevant.
Die Schaffhauser Ausstellung mit der Handschrift des Künstlers
Carl Andre hat die Ausstellung in Schaffhausen mitkuratiert, blieb selbst aber in den USA. Er reise mit bald 79 Jahren nicht mehr so gerne. An die Eröffnung der Ausstellung schickte er seine jüngere Frau.
Obschon Carl Andre als grosser Künstler gilt, war es nie ein Hindernis, dass die Anfrage für eine Ausstellung von einem kleinen Museum in einer kleinen Stadt wie Schaffhausen kam. «Gross oder Klein spielt für Carl Andre keine Rolle. Er denkt nicht in Hierarchien», sagt Lynn Kost. Getreu dem Motto des Künstlers, dass ihm ohnehin jene Kunstwerke am liebsten seien, die man auch ignorieren könne.