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Aus der Reihe „Kapellen in der Schweiz“
Die Kapelle St. Wolfgang befindet sich im Stadtteil Haggen der Stadt St. Gallen an der Haggenstrasse 105. Die beiden ersten urkundlichen Erwähnungen der Kapelle St. Wolfgang stammen aus den Jahren 1479 und 1481. Es handelt sich dabei um bischöfliche Bewilligungen zur Zelebration an einem Tragaltar. In seiner Chronik der Äbte schreibt Vadian «Die capel zuo S. Wolfgang am Haggen ist nit alt». Es ist deshalb anzunehmen, dass die Kapelle kurz vor 1479 erbaut worden ist. Es handelt sich vermutlich um eine private Stiftung einer der in der Mitte des 15. Jahrhunderts als Grundbesitzer der Haggengüter bezeugten Familien Hux oder Von Gaissberg, beides miteinander verwandte und bedeutende Geschlechter. Johannes Hux war fürstäbtischer Kanzler und Franz von Gaissberg von 1504 bis 1529 Abt.
Zu dieser Zeit verbreitete sich auch der Kult des heiligen Wolfgang, ausgehend von den Klöstern St. Wolfgang am Abersee und Mondsee zunächst in Österreich, in Süddeutschland und schliesslich in der Schweiz. Wolfgang lebte im 10. Jahrhundert und war zuerst Mönch und Lehrer in Einsiedeln. Sein starkes Verlangen, Heiden zu bekehren liess ihn nach Ungarn ziehen, wo er vom Kaiser zum Erzbischof von Regensburg ernannt wurde. In dieser Funktion trat er als Reformer der Klö-ster und seines Bistums sowie als Erzieher des späteren Kaisers Heinrich II. in Erscheinung. Am 8. Juli 1497 erhielt die «cap. S. Wolffgangi in curia am Haggen in dec. in S. Gallo» von der bischöflichen Kurie in Konstanz die Erlaubnis, die heilige Messe zu feiern. Im Jahre 1549 wird sie als Filialkirche für Straubenzell vorgeschlagen.
In den Jahren 1644 bis 1647 erfuhr die Kapelle St. Wolfgang tiefgreifende Erneuerungen. Johannes Boppart-Bossart, Ulrichs Sohn, liess die Mauern um 4 Schuh erhöhen, einen neuen Dachstuhl errichten und ein Türmchen daraufsetzen. Abt Pius Reher spendete den neuen Altar, dessen Altarblatt vom Konstanzer Maler Johann Stöcklin gefertigt wurde. Der Altar wurde am
23. Mai 1647 zu Ehren der Muttergottes, St. Wolfgangs und St. Ulrichs geweiht.[9] Durch diesen Umbau erhielt die Kapelle im Wesentlichen das heutige, frühbarocke Aussehen. Das noch vorhandene Messbuch stammt ebenfalls aus dieser Zeit. Der Umbau der Kapelle war vermutlich Teil einer Gesamtsanierung des Anwesens, denn zur gleichen Zeit liess Johannes Boppart auch das Haggenschlössli bauen.
Die westliche Langseite musste 1800 neu fundamentiert und eine Glocke umgegossen werden. 1946 schlug ein Blitz in die Kapelle ein. Darauf wurde sie 1947 renoviert und der Innenraum mit neuen Bildern ausgemalt.
(wikipedia)