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Fritschi Emil Joseph, Architekt, 1877-1951
„Vom Lehrling über den Gesellen zum Meister“ so lässt sich Emil Fritschis Leben kurz charakterisieren. Der Abschluss durch das Diplom blieb ihm seinerzeit versagt, trotzdem er mehr Kenntnisse als die meisten seiner Mitstudierenden besass: ihm fehlte das Maturitätszeugnis, und die Schule gewährte keine Ausnahmen. Das Leben hat Fähigkeiten und Leistungen nachher vollumfänglich anerkannt.
Fritschi entstammt einer alteingesessenen Familie aus Teufen-Freienstein und verbrachte seine Jugendjahre in Langenthal BE. Er absolvierte eine Maurerlehre und ging nebenbei an die Handwerkerschule, wo er sein Zeichentalent entwickelte. Bis 1897 war er am Technikum Winterthur, später an der Kunstgewerbeschule in Zürich tätig. Im dortigen Hochbauamt absolvierte er sein Praktikum. Nach einer leitenden Anstellung im Büro von Gustav Gull wurde er 1905 zum Professor für Baufächer am Technikum Winterthur gewählt.
Das in ihm schlummernde Lehrerpatent kam nun endlich zur Geltung. Zusammen mit Robert Rittmeyer vertrat er die neue Richtung, Architektur praxisnah zu vermitteln. Ab 1911 hatte er ein Büro zusammen mit Hermann Zangerl. 1929 trat Robert Sträuli ins Büro ein. 1934 übergab er die Nachfolge an Ernst Rüeger. 1942 trat er als Lehrer zurück und widmete sich fortan seiner Zeichenkunst.
Emil Fritschi heiratete am 17. Oktober 1903 in Langenthal Emma Fritschi (1872-1937). Sie hiess folglich Emma Fritschi-Fritschi. Ihr Vater war der Zürcher Stadtrat Joseph Benjamin Fritschi ( Demokratische Partei; 1892-1914), bekannt als "Eingemeindungs-Stadtrat". Er hatte sich von Aussersiehl her, wo er einen Verlag etc. betrieb, schon im 19. Jhdt. erfolgreich für die Eingemeindung stark gemacht. Noch heute ist eine Strasse dort nach ihm benannt.