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Für die erste Kongresswoche kann deren Ergebnis wie folgt zusammengefasst werden: In den beiden Delegationen ist offen ausgesprochen worden, dass die Lage, in der sich die Entente befindet, als sehr kritisch zu betrachten ist und dass Amerika die einzige Hoffnung der Entente ist. Die von Deutschland veröffentlichten Zahlen scheinen so ziemlich der Wirklichkeit zu entsprechen und der Erfolg des Unterseebootkrieges wird nicht mehr bestritten und die Gefahr, welche die Lage in Russland für die Alliierten in sich birgt, ist augenscheinlich. Auch hier ist der helfende Einfluss Amerikas unverkennbar. Ein feuriger Appell der amerikanischen Sozialisten ist soeben an die Arbeiterschaft Russlands abgegangen, und eine von Elli Root präsidierte Kommission wird sich so bald als möglich nach Russland begeben. Im übrigen ist der Erfolg der Delegation ein vollständiger. Amerika hat in den Streit eingegriffen und hilft in einer Weise mit, wie man es noch vor kurzem kaum für möglich gehalten hätte. Als erste Truppen der USA sollen neun neugebildete Ingenieurregimenter nach Frankreich entsandt werden.
Nur auf der Basis eines allgemeinen Friedens, der die von Wilson ausgegebenen Kriegsziele sicherstellen würde, ist eine Schlichtung des deutsch-amerikanischen Konfliktes möglich. Hinter geschlossenen Türen und dem Druck der Administration hat der Senat soeben den Embargoparagraphen in seiner ursprünglichen Fassung angenommen, wodurch der Präsident ermächtigt worden ist, nach Gutfmden die Ausfuhr zu verbieten. Der wirkliche Grund, um den man noch herumredet, besteht offenbar darin, dass eine Waffe geschaffen werden soll, um namentlich auf die nördlichen Neutralen einen Druck auszuüben, damit sie die nötigen Sicherheiten bieten, dass keine Nahrungsmittel mehr nach den ZentralStaaten gelangen, und noch mehr, damit sie gezwungen werden können, ihre gegenwärtig zurückbehaltene Handelsflotte dem Bedürfnis der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Sie sollen so wenigstens indirekt am Kampfe gegen die Tauchboote mithelfen. Es scheint, dass dies gegenwärtig der Hauptgesichtspunkt der Embargopolitik ist. Man nennt ihn nicht offen, und die Schweiz wird davon auch erst in zweiter Linie berührt. Das Embargo kann aber in seiner Entwicklung auch als Mittel dazu dienen, die Zentralmächte noch weiter zu isolieren und schlimmstenfalls sogar die Neutralen dadurch zu zwingen, selbst Stellung zu nehmen. Auch in dieser Hinsicht würden zuerst die nördlichen Staaten in Betracht fallen. Jedenfalls wird man die Neutralen vor den Alliierten hungern lassen. Man ist heute darin einig, Gewalt mit Gewalt zu vergelten, und auch dazu entschlossen. Es ist nicht angängig, sich dieser Einsicht länger zu verschliessen. Inzwischen ist man nach Kräften an der Arbeit, um einesteils die konfiszierten deutschen Schiffe zu reparieren und neue Frachtschiffe nach einem Normaltypus zu bauen.
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- (Copie de réception): E 2300 Washington, Archiv-Nr. 34.↩
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