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Morgen eröffnet für fünf Tage der grösste Stellplatz der Schweiz
(Übersetzung für Ausländer: das Eidgenössische ist das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest gemeint. Schwingen ist eine Kampfsportart Mann gegen Mann (obwohl es auch Frauenschwingen gibt, aber dort eher sehr Bescheiden ist) der ähnlich wie Ringen, aber ganz anders ist. Wer auf dem Rücken liegt, hat verloren. Der Kampf wird auf einer kreisrunden Kampfbahn, Ring, genannt, ausgeführt der mit Sägemehl dick ausgestreut ist. Das Eidgenössische findet nur alle drei Jahre statt und ist der grösste Sportanlass der Schweiz. Wer hier gewinnt, ist im Land der direkten Demokratie der einzige König, nämlich der Schwingerkönig. Ein Titel, begehrter wie Olympiasieger, denn Schwingkönige gibt es viel weniger und erst noch alles Schweizer. Die Arena (das Sportstadion) ist weltweit das grösste temporäre Stadion mit 56'500 Sitzplätze, mitten in der Arena gibt es sieben Sägemehl-Ringe, wo alle Gänge (Kämpfe) darauf stattfinden).
Wir geniessen das Fest auf dem Stellplatz für 1800 Fahrzeuge
(für Ausländer: in der Schweiz muss man nicht erwähnen, dass dieses Fest friedlich verläuft, obwohl sich da 300'000 Festbesucher versammeln. Noch nie brach an einem Schwingfest (Wettkampf der Schwinger, die praktisch alle Wochenende in der Schweiz irgendwo durchgeführt werden) irgendwo einen Tumult aus oder gab es Sachbeschädigung durch Zuschauer. Es ist ein friedliches Beisammensein, meistens mit Edelweisshemden, Bier, Stumpen (Zigarre) und Bratwürste. Sogar beim Gang (Wettkampf) steht im Reglement Art. 6, Absatz a: «Vor Beginn des Ganges begrüssen sich die Schwinger mit Handschlag als Zeichen der friedlichen Austragung des Kampfes und der gegenseitigen Achtung»).
Wir sind gespannt, wer den Schlussgang am Sonntag bestreiten wird.
(Übersetzung: der Schlussgang ist quasi der Final, aber auch wieder nicht richtig. Die besten zwei Schwinger nach 7 Kämpfen treten zum Schlussgang an. Der Gewinner wird Schwingerkönig, kommt es zu einem Gestellten (Unentschieden) könnte eintreffen, dass keiner der beiden Schwinger im Schlussgang König wird, sondern ein lachender Dritter. Denn auch die anderen Schwinger bestreiten acht Kämpfe und wer nach acht Kämpfen am meisten Punkte hat, gewinnt. Der Gewinner jeden Kampfes bekommt Noten zwischen 9.5 und 10 Punkten, je nachdem, wie animiert der Kampf verlief und mit welchen Schwung (Wurf, Griff) er den Gegner auf den Rücken wirft. Bei einem Gestellten gibt es Noten zwischen 8.5 und 9 Punkten, der Verlierer bekommt 8.25 bis 8,75 Punkte).
Gewinnt Stucki Christian oder Reichmuth Pirmin?
(Übersetzung: im Schwingen wird IMMER der Nachnamen vor dem Vornamen gesagt, geschrieben, gerufen, begrüsst. Es gibt etwa acht Favoriten, die Schwingkönig werden können und die in der Schweiz höchstens noch Roger Federer den Vortritt betreffend Bekanntheitsgrad lassen müssen. Alle Schwinger sind aber Amateure und arbeiten neben dem Sport auch noch. Deswegen ist Werbung auf den Tenus und in der Schwingarena verboten. Der Festsieger gewinnt übrigens einen Prachtsmuni (Stier) der ungefähr 30'000 CHF Wert hat. Auch alle anderen Schwinger erhalten Naturalpreise, die im Gabentempel ausgestellt sind. Der Reihe nach Rangliste können sich die Schwinger einen Preis vom Gabentempel (Wert alles Preise zusammen rund 1 Mio CHF) aussuchen.
Wir freuen uns auf das Fest und steigen aber selber nicht in die Schwinghosen.
(Schwinghosen sind das Tenü der Schwinger, quasi ein Kartoffelsack mit Gurt. Zur besseren Orientierung wird auf dunkle und helle Hosen zurückgegriffen. Die helleren Hosen trägt derjenige Schwinger, welcher zuerst im Alphabet (Nachname) erscheint. Im Reglement Art. 5 Absatz c) steht: «Vor Wettkampfbeginn sind die Schwinghosen satt zu schliessen. Der Ledergurt muss eingeschlauft sein und die Gestösse sind hochzukrempeln.»
Also, wir werden auch in den nächsten Tagen vom grössten Campingplatz am grössten Sportfest der Schweiz weiter berichten, viele Fotos posten und mit dem ein oder anderen Zuschauer vor dem Womo feiern…