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DMZ – GESUNDHEIT / WISSEN ¦ MM ¦ AA ¦
Die Schweiz hat im Jahr 2020 die höchste monatliche Übersterblichkeit aufgewiesen seit der Spanischen Grippe im Jahr 1918, einschliesslich aller saisonalen Grippespitzen und Hitzewellen.
Darüber hinaus erreichten die monatlichen Spitzenwerte im Jahr 2020 während der Corona-Pandemie fast die Werte vom Januar 1890, als die Russische Grippe ihren Höhepunkt verzeichnete.
Während die Pandemien der Jahre 1890 und 1957 alle Altersgruppen relativ gleichmässig betrafen, waren es während der Spanischen Grippe insbesondere junge Menschen, vor allem junge Männer, die verstarben. Die Corona-Pandemie verursachte vor allem eine Übersterblichkeit bei älteren Menschen.
Ausgangslage und Entstehung
Beim Mortalitätsmonitoring überwacht das BFS die Übersterblichkeit, das heisst die wöchentliche Anzahl Todesfälle über dem für die Jahreszeit erwarteten Wert. Die Sterblichkeitsraten sind ein wichtiger Indikator der Gesundheitsstatistik und von grundlegender Bedeutung für die öffentliche Gesundheit. Aus diesem Grund kommt dem Monitoring der Mortalität während einer Influenza- oder anderen Pandemie grosse Bedeutung zu. Bei einer schweren Pandemie kann das Monitoring ein robustes Mittel sein, um den Verlauf einer Pandemie und ihre Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit zu beobachten. Das Mortalitätsmonitoring ist ebenso wertvoll, um die Auswirkungen extremer Umweltbedingungen auf das menschliche Leben (Hitzewellen, Kälteeinbrüche) zu bestimmen.
Die Schweiz hat sich dem europäischen Netzwerk von EuroMomo angeschlossen, das auf europäischer Ebene die von den Ländern bereitgestellten Daten nach einheitlicher Methodik auswertet und darstellt, und damit «darauf abzielt, übermäßige Todesfälle im Zusammenhang mit saisonaler Grippe, Pandemien und anderen Bedrohungen der öffentlichen Gesundheit aufzuspüren und zu messen. Offizielle nationale Mortalitätsstatistiken werden wöchentlich aus den 24 europäischen Ländern des EuroMOMO-Kollaborationsnetzwerks bereitgestellt, das vom Europäischen Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützt wird.»
In der Schweiz starben gemäss den Zahlen des Bundesamts für Statistik nach dem Abklingen der zweiten Welle im Jahr 2021 weniger ältere Menschen als zu erwarten gewesen wäre. Das könnte unter anderen daran gelegen haben, dass das Leben von manchen Covid-19-Toten nur um wenige Wochen oder Monate verkürzt wurde.
Kantone
Eine Aufschlüsselung nach Kantonen zeigt, dass die Kantone unterschiedlich stark getroffen wurden. Wichtig bei der Betrachtung ist, dass die Kurven der Kantone nicht miteinander verglichen werden, da unterschiedliche Skalen angewendet werden. Stattdessen sollte die jeweilige Kurve eines Kantons mit der jeweiligen statistischen Bandbreite (grauer Bereich) verglichen werden. Verlässt die rote Linie diesen Bereich gegen oben, kann von einer Übersterblichkeit ausgegangen werden. Befragte Kantonsärzte gehen davon aus, dass die Übersterblichkeit im Jahr 2020 im Zusammenhang mit dem Coronavirus steht.
Wöchentliche Todesfälle nach Kanton
Quelle: Todesfälle, Übersterblichkeit, BFS, Stand: 08.08.2021, zuletzt aktualisiert am 17.08.21 um 14:06 Uhr.
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