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Am 21. August 2008 Nachmittags kam
vom Minstigergletscher bei
schönstem Wetter ein Murgang herunter. Ausgelöst wurde dieser durch
den Ausbruch einer Wassertasche. Gerade unter der Gletscheroberfläche
am orographisch linken Rand des Gletschers (659'550/152'060) auf rund
2'700 m.ü.M. entstand im Laufe des Sommers eine ca. 15'000
3 grosse Wassertasche.
Zum Murgang beigetragen haben vermutlich die Präsenz einer
ausgeprägten Mittelmoräne sowie eine lokal sehr flache
Gletscheroberfläche. Das von der Seite kommende Schmelzwasser konnte
nicht direkt dem Gletscherbett entlang Richtung Hauptkanal im
subglazialen Abflusssystem abfliessen, sondern wurde durch die von der
Mittelmoräne verursachte hydraulische Barriere im Bereich des
Gletscherrandes gestaut. Aus diesem Grund konnte sich diese seitliche
Wassertasche bilden.
Der Murgang hätte im Auffangbecken, das unmittelbar oberhalb des
Dorfes Münster nach dem verheerenden Ereignis im Jahr 1987 gebaut
wurde, zum grossen Teil aufgehalten werden können, jedoch haben die
Stahlelemente, die im zentralen Bereich des Dammes für einen
kontrollierten Abfluss gedacht waren, plötzlich nachgelassen. Somit
floss das zuvor aufgefangene Lockermaterial ungehindert Richtung Dorf,
und hat dort erhebliche Schäden angerichtet: einige Autos wurden
weggeschwemmt, Häuser beschädigt und Kulturland versandete. Das
Volumen des Murganges wird auf 30'000 m3 geschätzt.
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