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Der Verkehr in der Schweiz ist für rund 13 Millionen Tonnen CO2-Emissionen im Jahr verantwortlich, das entspricht rund 30% aller Emissionen. Gut 70% davon müssen Personenwagen zugeschrieben werden. Bis 2050 will der Bund eine komplette Dekarbonisierung des Individualverkehrs erreichen, es muss also noch viel passieren. Neuste Entwicklungen beim Automobil zeigen in die richtige Richtung. Wir schauen aber zuerst einmal auf die Anfänge des beliebten Transportmittels.
Die Geschichte des Automobils
Die Geburtsstunde des modernen Automobils mit Verbrennungsmotor schlug 1886. Carl Benz präsentierte den dreirädrigen Benz Patent-Motorwagen Nummer 1, auch „Triciclette“ genannt. Das Gefährt wurde mit einem Vorläufer des Ottomotors betrieben. Es konnte allerdings noch keine Massen begeistern.
Fast zeitgleich entwickelte Gottlieb Daimler ein Fahrzeug, das ebenfalls mit einem Verbrennungsmotor angetrieben wurde. Er gründete daraufhin die Daimler-Motorengesellschaft: Bereits 1885 bzw. 1886 hatte Daimler das erste Motorrad und das erste Motorboot realisiert. 1893 kam eine weitere Person ins Spiel: Rudolf Diesel liess sein „Arbeitsverfahren und Ausführungsart für Verbrennungsmaschinen“ – konkret den Dieselmotor – patentieren.
Sieben Jahre später, pünklich zur Jahrhundertwende, brachte der Ingenieur Ferdinand Porsche einen sogenannten „Lohner-Porsche“ auf den Markt. Dieser war voll elektrisch betrieben und besass einen Allradantrieb (Akkus betrieben Elektromotoren an allen vier Rädern). Zeitgleich fuhren um 1900 auch in den USA 38% der Automobile elektrisch, 40% wurden mit Dampf angetrieben und nur rund 22% mit Benzin.
Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Automobils war die Erfindung der Fliessbandproduktion. 1913 liess Henry Ford das Ford Modell T in Massenproduktion herstellen und machte das Gefährt damit für breitere Bevölkerungsschichten erschwinglich.
Zum eigentlichen Boom des Automobils kam es dann nach dem Zweiten Weltkrieg. Das lag auch am „Volkswagen“, umgangssprachlich VW, der schon eine Weile vor Kriegsausbruch in Massenproduktion hergestellt und im Deutschen Reich als „Kraft-durch-Freude-Wagen“ propagiert wurde. Von 1938 bis 2002 war der „Käfer“ das meistverkaufte Auto der Welt.
Neueste Entwicklungen versuchen das Automobil umweltfreundlicher zu machen und vom Image als CO2-Schleuder wegzukommen. Elon Musk präsentierte um 2010 herum den ersten elektrischen Tesla und stiess damit die Diskussion rund um alternative Antriebe an.
Die Klimabilanz des Autos
Je nach Grösse und Marke unterscheidet sich die Klimabilanz eines Autos stark. Meist wird jedoch bei der Berechnung des CO2-Ausstosses nur der effektive Emissionswert beim Gebrauch des Autos angegeben. Die tatsächlichen Emissionen können bis zu 30% höher ausfallen, da die Exploration, die Verarbeitung und der Transport des Kraftstoffs hinzukommen.
Grundsätzlich gilt: Dieselmotoren arbeiten effizienter und haben einen höheren Wirkungsgrad als Benzinmotoren. Allerdings sind diese Autos meist schwerer und stossen daher am Ende etwa gleich viel CO2 wie die Benziner aus. Der Grund, warum Dieselmotoren in der Endabrechnung sogar schlechter abschneiden, sind die zusätzlichen Schadstoffe, die sie ausstossen.
Seit einigen Jahren werden Elektrofahrzeuge als umweltfreundliche Alternativen angeboten. Es gibt dabei unterschiedliche Modelle: Das reine Elektro-Auto, das Hybrid-Elektroauto, das Plug-In-Hybridauto und das Auto mit einem Brennstoffzellen-Elektromotor. Die Klimabilanz eines Elektrofahrzeugs ist zwar klar besser als jene eines Benziners, jedoch müssen bei Elektroautos auch der Auto-Typ, die Herstellung sowie der Transport der Akkus in der Berechnung berücksichtigt werden. Diese Ergänzung belastet die Klimabilanz.
In den letzten Jahren häuften sich die Fortschritte in Bezug auf elektrische Alternativen. Der Erfolg, einen klimafreundlicheren Personenkraftwagen anbieten zu können, wurde allerdings wieder teilweise zunichte gemacht, indem die Fahrzeuge immer grösser, schneller und luxuriöser werden. Zusätzlich hat das Verkehrsaufkommen enorm zugenommen, was zu erhöhtem Stauaufkommen und vermehrter Nachfrage nach Infrastruktur für Autos führt. Diese sekundären Effekte belasten die Umwelt zusätzlich.
Tipps für Umweltfreundliches Fahren:
Frühzeitig Hochschalten und niedertourig Fahren, Motor bei längerer Wartezeit an Ampeln oder Bahnübergängen abstellen, Regelmässige Wartung des Fahrzeugs
Ein Blick in die Zukunft
Im Bereich der alternativen Kraftstoffe gab es in den letzten Jahren viel Forschung. Ein Auto, das mit Biomethan betrieben wird, stösst nur halb so viele Treibhausgase aus wie ein Benziner. Allerdings belasten diese Biokraftstoffe die Umwelt schliesslich wieder in anderer Weise: Ihr Anbau begünstigt die Abholzung von Regenwäldern für Anbauflächen, die Förderung von Monokulturen und den Einsatz von Düngemitteln. Für die Zukunft bedarf es also weiterer Forschung, damit das Auto im gewünschten Masse umweltfreundlicher werden kann.
In der Zwischenzeit sollen andere Lösungen zum Tragen kommen. Die Fortbewegung mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln stellt eine nachhaltige Alternative dar. Auch Carsharing hilft: Ein Auto wird dabei von mehreren Personen gemeinsam genutzt. Der Entschluss schliesslich, auf den eigenen PKW von vornherein zu verzichten, dürfte sich in seiner Wirksamkeit als unschlagbar erweisen.
Quellen und weitere Informationen:
Auto Gewerbe Verband Schweiz: Das Automobil ist eine unvergleichliche Erfolgsgeschichte
ARD1 alpha: Geschichte des Automobils
CO2 online: CO2-Ausstoß und Klimabilanz von Pkw
Bundesamt für Statistik: Umweltauswirkungen