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Mit der Nachfolge des verstorbenen Onkel-Diktators König Abdullah (99) hat sein jugendlicher Nachfolger Salman «Rushdie» ibn Abd-al Aziz (92) eine schwere Bürde zu meistern: Ihm muss es gelingen, Saudi-Arabien mit Riesenschritten zu reformieren, ohne dabei jedoch die Grundwerte des Staates (Hochhäuser, Amputationen) aus den Augen zu verlieren. Das sind seine wichtigsten Aufgaben:
Die königliche Familie besitzt zweihundert Paläste, dreihundert Konkubinen, siebenundsiebzig Flaschengeister, den Mond, das britische Oberhaus und eine Schnapsbrennerei in der Bretagne. Mittlerweile verfügt der Clan über mehr Hausangestellte, als Saudi-Arabien überhaupt Einwohner hat. Um Probleme bei der Volkszählung zu vermeiden, soll die Bevölkerung zunächst geschlossen entlassen werden, damit sie sich dann in einer Auffanggesellschaft neu auf ihre alten Stellen bewerben kann.
König Salman möchte vor allem die Unterschiede zwischen dem Islamischen Staat und Saudi-Arabien hervorheben. Das sind vor allem bessere Hotels, bessere Klimaanlagen und schönere Frauen. Um Vorwürfen zu entgehen, seine Regierung unterstütze den IS mindestens indirekt, sollen Medienvertreter, die solche Vorwürfe erheben, noch mehr Gliedmassen als bisher verlieren.
Viele westliche Beobachter kritisieren die mittelalterlichen Strafen, die in dem Königreich auch für einfache Vergehen verhängt werden. König Salman möchte daher das Strafrecht modernisieren: Nach dem Vorbild der elektronischen Fussfessel bringt er den elektronischen Fussabschneider ins Spiel – der Sträfling kann so in den eigenen vier Wänden entspannt und nach eigenem Zeitplan Körperteile abgeben, im Kreise seiner Lieben. Regime- oder religionskritische Blogger oder autofahrende Frauen werden nicht mehr mit tausend Peitschenhieben bedroht, sondern nach Vermittlung von Angela Merkel human erschossen.
Viel zu stark ist die saudische Wirtschaft von den Ölexporten abhängig. Salman setzt daher auf eine Stärkung des zweitwichtigsten Industriezweigs: die Amputationen. Dem König schwebt eine Art Amputationstourismus vor, bei der westliche Gäste zusätzlich zum opulenten Service der saudischen Hotellerie ungeliebte oder selten genutzte Körperteile in einzigartigen, an Las Vegas orientierten Liveshows aufs Spiel setzen können. Gewinner gehen dann schon mal mit drei- oder viermal so vielen Händen und Füssen nach Hause wie zur Ankunft, und die Verlierer können sich medienwirksam bei Jauch ausheulen.