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Politik
Shimon Peres: Ein Visionär
Shimon Peres ist einer der international angesehensten Politiker Israels. Er gilt als der eigentliche Architekt der Oslo-Abkommen und wurde 1994 gemeinsam mit Rabin und Arafat mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Mit seinen heute über achtzig Altersjahren ist er nicht müde geworden, sich aktiv an der Politik seines Landes zu beteiligen und endlich Frieden mit den Palästinensern zu schliessen. Im hier anzuzeigenden Werk blickt Peres zurück auf die Geschichte Israels und legt seine Vorstellungen der Zukunft dar.
Zentral - wie könnte es auch anders sein - ist für Peres der Frieden mit den Palästinensern. Für die Befriedung des Nahen Ostens setzt er auf Bündnispolitik: "Man hat keine andere Wahl, als ein neues Bündnis zu bilden, um den Nahen Osten voranzubringen. An diesem Bündnis sollten sicher die Amerikaner beteiligt sein, natürlich die Europäer, aber auch die Russen und möglicherweise die Chinesen und Inder." Das europäische Modell nimmt er als Vorbild. Für Peres besteht "der grosse strategische Fehler" der Regierung Sharon im Glauben, man könne Terror mit Gewalt stoppen. So ist er auch kein Anhänger der Trennmauer. Man müsse in der Region in die Hochtechnologie investieren, was zu einer modernen Wirtschaft führe und schliesslich den Weg zur Demokratie ebne, so Peres.
Für Peres sind die Wissenschaft und Technologie von enormer Wichtigkeit. Diese zentrale Funktion von Wissenschaft und Technologie hat direkt mit der Bedrohungslage Israels zu tun. Denn das von feindlich gesinnten Nationen umgebene Israel musste seine zahlenmässige Unterlegenheit mit technischer Überlegenheit kompensieren. Technologische Innovationen gehen daher meist vom Militär aus und werden später ins Zivile übertragen. Als aktuelles Beispiel nennt Peres die Nanotechnologie. Hier sieht Peres ein enormes Potential für die Zukunft. Er macht seine Begeisterung deutlich. Für Europäer, die im Durchschnitt wohl skeptischer gegenüber neuen Technologien eingestellt sind, mag solcher Enthusiasmus Befremden auslösen. Bezieht man die Geschichte Israels ein, ist er nachvollziehbar.
Peres ist ein Visionär mit ungebrochenem Optimismus. Seine Vision für Israel und den gesamten Nahen Osten fasst er mit folgenden Worten zusammen: "Das väterliche Erbe des Judentums bewahren und entwickeln, als Staat eine Spitzenstellung in der naturwissenschaftlichen und medizinischen Forschung einnehmen, Frieden mit den Palästinensern im Besonderen und den Nachbarstaaten im Allgemeinen zu schliessen, dies sind die Herausforderungen, denen sich Israel in Zukunft wird stellen müssen. Gemeinsam müssen wir, Israelis und Araber, mit Hilfe der ganzen Welt dem Wasser das Salz entziehen, der Wüste das Land und dem Menschen den Hass. Nur so werden wir für unsere Kinder und die kommenden Generationen einen neuen Nahen Osten schaffen."