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- Herve Dewintre |
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Ein 45 Millionen Euro-Projekt, ein Stararchitekt, ein spektakuläres Gebäude. Doch es geht ausnahmsweise einmal nicht um Dubai oder Tokio, sondern um Aubervilliers, Paris. In diesem Viertel von Seine-Saint-Denis wird das renommierte Modehaus Chanel bis zum Jahr 2020 sein neues Großprojekt realisieren: ein brandneuer Standort, an dem die fünfzehn kleinen und mittleren Unternehmen seiner Tochtergesellschaft Paraffection zusammengefasst werden. Aber es sind nicht nur kleine und mittlere Unternehmen. Diese Unternehmen bringen die künstlerischen Berufe unter ein Dach, einschließlich traditioneller Handwerksberufe, die das Prestige des Modehauses steigern und dessen Know-how um so wertvoller für seine Designs machen. Das Gebäude wird das Atelier Lognon, beinhalten, den Schuhmacher Massaro und den Hutmacher Michel.
Die Auswahl dieses etwas abgelegenen Ortes für ein großes kreatives Zentrum ist vielleicht überraschend. Es ist jedoch nur eines von vielen neuen Beispielen für die Bemühungen der Mode- und Luxusindustrie, neue Räumlichkeiten in Distrikt 93, speziell in Aubervilliers und Pantin, einzurichten.
Hermès ist bereits seit einigen Jahren dort präsent. Das Luxus-Label eröffnete zunächst mehrere Werkstätten in einem von Rena Dumas im Jahr 1992 umgestalteten Industriegebiet. Später, als mehr Platz benötigt wurde, kaufte das Haus das gesamte umliegende Land mit der Idee, eine große "Handelsstadt" zu schaffen. Heute ist eine Insel aus Glas und Stein entstanden, die sich von Hoche bis nach Pantin erstreckt und rund 1.500 Mitarbeiter beschäftigt.
Hermes rief damals RDAI Architecture dazu auf, Natur, Büros und Werkstätten in dieser neu geschaffenen Welt zu verbinden, die Luxus, Know-how und Simplizität vereinen soll.
Die geplante Entwicklung von Pantin, die Teil des Grand-Paris-Projekts ist, beinhaltet städtische Planung, die sich sowohl für Mitarbeiter als auch für Studenten eignet und leichten Zugang zur Hauptstadt bietet. Die Bürgermeisterin der Stadt sieht die Stadtplanung und das Territorium als Teil der "Großen Ostentwicklung" und betont ihren Wunsch, verschiedene Partner dazu zu bekommen, sich dort niederzulassen.
Esmod eröffnet Niederlassung in Pantin
Ein Unternehmen, das diesem Ruf gefolgt ist, ist die berühmte Modeschule Esmod, die älteste Modeschule der Welt. Sie setzte ihren Namen unter Liste der angesehenen Mode- und Luxusinstitutionen, die sich entschlossen haben, sich in diesem neuen Projekt niederzulassen. Das Schulgebäude befindet sich in der Avenue Jean Lolive, nur einen Steinwurf von der Metro entfernt. Es ist ein prachtvolles Gebäude, das in den 1920er Jahren im neo-Louis XIII Stil erbaut wurde und 3.500 Quadratmeter umfasst. Es beherbergte einst die luxuriöse Filiale der Bank von Frankreich. Allein die Größe des Gebäudes (ca. 600 Quadratmeter) ermöglicht der Schule 23 Kursräume, in denen alle Studenten der Esmod Business School, ISEM und mehrerer ESMOD-Klassen willkommen geheißen werden sollen. So soll eine gesunde Rivalität zwischen Studenten mit komplementären Profilen ermöglicht werden.
Von einem architektonischen Standpunkt aus muss man anerkennen, dass das Gebäude fantastische Möglichkeiten bietet: In einem lichtdurchfluteten Atrium, das durch ein separates Hochparterre ergänzt wird, können in den verstellbaren Räumen verschiedene Veranstaltungen stattfinden. Die lichtdurchfluteten Räume wurden vom Architekten Michel Naeye neu durchdacht und entworfen, der sich bemüht hat, den Studenten die besten Arbeitsbedingungen in einem modernen Raum zu bieten, der Funktionalität und Ökologie vereint. Anschließend werden ein privater Garten, ein Speiseraum, ein Studentenheim und ein Gymnasium ins Auge gefasst. Die große Eingangshalle der Bank wird in ein voluminöses Atrium verwandelt, das als Aufenthalts- und Veranstaltungsfläche genutzt wird. Die Tresorräume werden zu einem Raum für mehrere Aktivitäten, die ihren ursprünglichen Geist behalten: Die Safes werden dem öffentlichen Blick überlassen und erinnern an die Geschichte des Ortes. Es ist eine Erinnerung an die Vergangenheit, aber vor allem eine Wette auf die Zukunft.
Bilder: Chanel, Esmod, Paris
Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ