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Die Bill & Melinda Gates Foundation will mit einem grossangelegten Impfprogramm «eine Welt, in der es keine Malaria mehr gibt». Nach eigenen Angaben hat die Stiftung bis 2019 bereits fast zwei Milliarden Dollar für das Impfprogramm ausgegeben.
Der Pharmakonzern Novartis, der das Malariamedikament Coartem verkauft, zitierte auf seiner Webseite die senegalesische Professorin Awa Marie Coll-Seck mit den Worten: «Auch dank Novartis wird vielleicht schon die nächste Generation in einer Welt ohne Malaria leben». Unterdessen hat Novartis dieses Zitat auf der Webseite gelöscht.
Nach stetigem Rückgang erneute Zunahme ab 2022
Die Ziele von Novartis und der WHO liegen in weiter Ferne, wie der Malaria-Report 2023 der WHO zeigt. 2022 haben die Malariafälle wieder zugenommen, nachdem diese und vor allem die tödlichen Verläufe seit dem Jahr 2000 stetig abgenommen hatten. Letztes Jahr sind weltweit rund 250 Millionen Menschen an Malaria erkrankt, weit mehr als in Vor-Covid-Zeiten, so die Schätzung. Gegenüber dem Vorjahr 2021 ist dies eine Zunahme von fünf Prozent.
Laut Stephanie Nolen von der New York Times ist neben der abnehmenden Wirksamkeit der bestehenden Malaria-Medikamente und den Folgen der Pandemie vor allem der Klimawandel für diese Entwicklung verantwortlich. Die neu aufgetretenen Fälle konzentrieren sich auf die Länder Pakistan, Nigeria, Uganda Äthiopien und Papua Neuguinea. In drei dieser Länder (Pakistan, Nigeria, Äthiopien) sei die Zunahme von Malaria eine direkte Folge von Naturkatastrophen im Zusammenhang mit dem Klimawandel.
Naturkatastrophen infolge des Klimawandels als wichtigste Ursache
Pakistan erlebte 2022 eines der schlimmsten Hochwasser seiner Geschichte. Ein Drittel des Landes stand unter Wasser, 33 Millionen Menschen waren vom Hochwasser betroffen, 8 Millionen Menschen wurden intern vertrieben. Durch das Hochwasser und die zurückgebliebenen stehenden Gewässer konnten sich die Mücken beliebig ausbreiten, die als Träger der Malaria gelten. Zudem hat das Hochwasser auch einen Teil der Gesundheits-Infrastruktur beschädigt oder gar zerstört. 2022 nahm die Anzahl Malariakranker von 275’000 im Vorjahr auf 3,1 Millionen zu. Die Übertragungsrate verfünffachte sich innert eines Jahres. 2023 dürfte die Anzahl Malariakranker noch höher sein.
Zwar wurden über fünf Millionen Mosquitonetze an die Bevölkerung verteilt, aber viele konnten diese gar nicht verwenden, weil sie in den Flüchtlingscamps nicht aufgehängt werden können. So greift Pakistan auf Insektizide und Anti-Malaria-Medikamente zurück. Allerdings zeigt sich nicht nur in Pakistan, sondern weltweit eine Zunahme der Resistenz gegen diese Insektizide und Malariamedikamente. Die Pandemie hat Lieferketten unterbrochen und das Gesundheitswesen geschwächt, beides ist mitursächlich für die erneute Zunahme von Malaria weltweit.
Mit der Zunahme der Armut nehmen auch die Malariafälle wieder zu
Der Klimawandel war auch in Uganda und Äthiopien für die Zunahme der Malariafälle 2022 gegenüber den Vorjahren verantwortlich. Hoch gelegene Gebiete, die als malariafrei galten, verzeichnen wegen dem Temperaturanstieg neuerdings ebenfalls eine wachsende Anzahl Malariaerkrankter. In Äthiopien kommt erschwerend der lange anhaltende Bürgerkrieg dazu, der viele Menschen in die Flucht und damit in noch präkerere Lebensverhältnisse treibt. Wie in Uganda sind auch in Äthiopien neue Varianten des Malariaerregers entdeckt worden, die gegen die neuen Malariamedikamente immun zu sein scheinen.
Auch Nigeria wurde von den Folgen des Klimawandels eingeholt und erlebte 2022 extreme Hochwasser. Die Zunahme von Malaria bedeutet für die Betroffenen nicht nur Erkrankung und zum Teil den Tod (letztes Jahr sind 608’000 Menschen an der Krankheit gestorben), sondern auch eine erneute Zunahme von Armut und Analphabetismus. Erkrankte Kinder gehen nicht in die Schule, für viele erkrankte Erwachsene fällt die Einkommensquelle weg.
Lichtblicke
Trotz der weltweiten Zunahme der Malaria gibt es auch Lichtblicke. So konnten Aserbaidschan, Belice und Tadschikistan von der Weltgesundheitsorganisation 2022 als malariafrei erklärt werden.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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