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Die oberste Stimme, du du auf dem Klavier spielst, ist in der Regel die Melodiestimme. So bietet es sich an, mit der linken Hand eine Begleitung zu spielen. In diesem Artikel lernst du 7 verschiedene Arten, auf dem Klavier eine Begleitung mit der linken Hand zu machen – aus Intervallen, Akkorden, Mustern, Arpeggios, Einzeltönen usw.
Die folgenden Beispiele setzen voraus, dass du weisst welche Töne zu den Akkorden gehören. Lerne dazu mehr hier.
Ferner gibt es Töne, die nicht zu den Akkorden gehören, aber trotzdem gespielt werden können. Dies sind in der Regel «Leittöne», d.h. Töne, die zum nächsten Akkord überleiten. Bei üblichen Dreiklängen sind Leittöne die folgenden drei Töne:
- Der Ton gerade unterhalb des nächsten Grundtons, z.B. ein H bei einem Übergang zu einem C-Dur-Akkord
- Der Ton gerade oberhalb des nächsten Grundtons, z.B. ein D bei einem Übergang zu einem C
- Der Ton eine Quint höher zum nächsten Grundton, z.B. ein G zu einem C
Wichtig ist hierbei zu wissen, in welcher Tonart du bist, denn die Leittöne müssen in der Regel die Vorzeichen der Tonart haben.
Die Leittöne sind in den folgenden Beispielen pink markiert.
Ich nutze hier als Beispiel die Begleitung der ersten 8 Takte von der Strofe zum Lied Hallelujah von Leonard Cohen in A-Moll.
Klavier-Begleitmuster für die linke Hand: Beispiele
1. Einzelne Intervalle
Du kannst ausgehend von den Grundtönen der Akkorde passende Intervalle mit der linken Hand spielen. Die beliebtesten sind Oktaven oder Quinten, bei Septakkorden können es auch Septimen sein.
Im folgenden Beispiel werden Oktaven gespielt. Auf den Akkordwechsel kommt immer der Grundton des Akkords und in den Übergängen Leittöne zum nächsten Akkord.
2. Dreiklang Arpeggios
Basierend auf Umkehrungen der Dreiklänge kannst du Arpeggios spielen. Hier eine einfache Variante mit aufsteigenden Arpeggios. Solche Begleitungen klingen in der Regel nur gut, wenn du sie eher hoch spielst. Das liegt daran, dass Terzen im tiefen Hörbereich auf dem Klavier unklar klingen.
3. Sprünge
Du musst dich nicht zwischen Oktaven oder Dreiklängen entscheiden, du kannst auch beides spielen. Die folgende Begleitung beinhaltet Grundtöne der Akkorde als Oktaven immer auf Schlag 1 und den entsprechenden Dreiklang auf Schlag 2. Diese Begleitung ist vielseitig: Wenn du diese Begleitung staccato spielst, klingt sie Bar-Piano-mässig. Wenn du sie hingegen mit Pedal spielst, klingt sie eher in Richtung Jazz-Ballade.
4. Power-Chord Arpeggios
Falls dir Variante 2 zu wenig Bass hat: Du kannst Arpeggios auch in der unteren Lage spielen, dafür musst du unten auf Terzen verzichten. Du kannst aber die Terzen auch in der oberen Lage wieder anhängen. So spielst du zuerst den Power Chord und hängst die Terz noch oben an, wie im folgenden Beispiel.
5. Basic Blues
Um das Stück etwas in Richtung Blues zu bewegen, nehmen wir ein typisches Blues-Muster, das aus Quinten, Sexten und Septimen besteht (mehr zu Intervallen hier). Die Quinten sind Akkord-eigene Töne, aber die Sexten und Septimen beinhalten erweiterte Töne. Somit erweitern wir genau genommen die Akkorde.
Das C wird zum C6, wenn du einen Ton A hinzufügst. Dasselbe gilt auch für F (wird zu F6 mit dem Ton D) und G (wird zum G6 mit dem Ton E). Der Am-Akkord wird zu Am7 mit dem Ton G. Ein Am6 würde hier nicht in die Tonart passen, weil dafür ein Ton F# hinzugefügt werden müsste – deswegen weichen wir aus von der 6 auf die 7.
6. Walking Bass
Der «spazierende Bass» besteht in der Regel aus Vierteln. Im 6/8-Takt ist ein Schlag gleich einem punktierten Viertel, deswegen nehmen wir dieses Metrum als Basis und fügen ab und zu noch einen Leitton als 8el hinzu (im ersten und im zweitletzten Takt). Bei der Wahl der Töne gehen wir wie folgt vor: Beim Akkordwechsel, d.h. Anfang eines neuen Takts immer den Grundton. Danach entweder einen Akkordeigenen Ton (Terz oder Quint), oder einen Leitton (pink). Das Schöne beim Walking Bass ist, dass sich immer wieder Muster ergeben, wie z.B. die Leiter vom C in Takt 3 zum F in Takt 5, oder das Grundton-Terz-Grundton-Terz-Muster in den Takten 5 und 6.
7. Power-Chord Arpeggios + Leittöne (für Fortgeschrittene)
Für dieses Pattern kombinieren wir die Leittöne aus der Variante 1 mit den erweiterten Power-Chord-Arpeggios von Variante 4 und spielen sie hoch und runter. Diese Variante ist etwas fortgeschrittener, weil sie auch vom Fingersatz her nicht ganz einfach ist. Achte darauf, dass dein Handgelenk immer parallel zur Klaviatur bleibt!
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