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Leni Riefenstahl ist zweifelslos eine Legende, deren zwiespältiger Ruhm bis heute anhält. »Propagandistin oder Künstlerin?« rätselte Alice Schwarzer noch 1999 in der Emma. 1902 geboren, 2003 verstorben, ist Riefenstahl eine Jahrhundertfrau im wahrsten Sinne des Wortes, der es wie kaum einer Zweiten gelang, nahezu immer auf der Seite der Sieger und Mächtigen zu stehen.
Neuere Archivfunde bekräftigen die Ansicht, dass Leni Riefenstahl dabei keineswegs die naiv-gutgläubige, unpolitische Ausnahmekünstlerin war, als die sie sich nach 1945 zu inszenieren wusste. Sie verstand sehr gut die Möglichkeiten zu nutzen, die ihr ihre Vertrautheit und Nähe zu den Größen der NSDAP ermöglichten.
20 Jahre lang hat die Filmemacherin Nina Gladitz recherchiert und dokumentiert. In ihrem Buch legt sie neue, belegbare Details über die Arbeitsmethoden und -strategien Leni Riefenstahls sowie die daraus notwendigerweise resultierende »Korrektur« ihrer Selbstdarstellung vor.
Nina Gladitz zählt zu den bekanntesten Dokumentarfilmerinnen Deutschlands.Für ihre Arbeiten wurde sie mehrfach ausgezeichnet. So 1974 mit dem »Best Documentary of the Year« des Filmfestivals Chicago, 1985 erhielt sie den »Reinhold Schneider Preis« der Stadt Freiburg i. Br. 1979 wurde Nina Gladitz der breiteren Öffentlichkeit bekannt durch ihren Dokumentarfilm "Zeit des Schweigens und der Dunkelheit", der sich kritisch mit Leni Riefenstahls Film Tiefland und dem Schicksal der darin als Komparsen eingesetzten Sinti und Roma auseinandersetzt. Riefenstahl klagte gegen Gladitz' Film. Nach vierjähriger Prozessdauer wies das Oberlandesgericht Karlsruhe 1987 Riefenstahls Klage bis auf einen Punkt ab.