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Sonnenbergbahn Kriens
Die Sonnenbergbahn von Kriens bei Luzern ist eine der wenigen noch weitgehend im Ursprungszustand erhaltenen Standseilbahnen der Schweiz. Erbaut wurde sie im Jahre 1901, ein Jahr nachdem die elektrische Trambahn Luzern - Kriens ihren Betrieb aufgenommen hatte. Die Talstation der Sonnenbergbahn war auch gleichzeitig die End- und Wendestation der Trambahn, damit die angereisten Gäste möglichst bequem auf die Drahtseilbahn umsteigen konnten. Eröffnet wurde die Sonnenbergbahn am 5. Mai 1902. Erst durch diese Anbindung an den öffentlichen Verkehr konnte das aus dem Jahre 1857 stammende Kurhaus auf dem Sonnenberg seine Bedeutung im Tourismus ausbauen. So entstand eine Grossanlage bestehend aus Grand-Hôtel, Ausflugsrestaurant, Aussichtsterrasse, Aussichtsturm mit Lift, Parkanlage mit Springbrunnen und einem Golfplatz. Die Hochblüte der Belle Epoque dauerte auf dem Sonnenberg nur 13 Jahre, danach folgten zwei Weltkriege und die Wirtschaftskrise dazwischen. Im Jahre 1941 stellte das Hotel seinen Betrieb ein und die Strassenbahn wendete ab 1947 im Dorfzentrum von Kriens und nicht mehr bei der Talstation. Das alte Hotel wurde schliesslich 1954 abgebrochen, nachdem es noch eine Zeit lang als Aufnahmestation für Auslandschweizer gedient hatte. Das heute bestehende Hotel Sonnenberg wurde 1962 unterhalb des alten Standortes erbaut und ist vor allem auf privaten Autoverkehr ausgerichtet.
War das Schicksal der Sonnenbergbahn anfänglich eng mit demjenigen des Hotels verbunden, entwickelte sich das "Blaue Bähnli" immer mehr zu einem eigenständigen Stück Krienser Dorfgeschichte. Nach einer turbulenten Vergangenheit mit mehreren temporären Betriebseinstellungen überlebte die Bahn die Aera der grossartigen Tourismusinszenierung auf dem Sonnenberg. Im Jahre 1966 machte das Eidg. Amt für Verkehr die Weiterführung des Bahnbetriebes von umfangreichen Sanierungen abhängig, worauf sich 1968 eine hauchdünne Mehrheit der Bevölkerung in einer Abstimmung für den weiteren Erhalt der Bahn aussprach. Dass dieser Entscheid richtig war, bewiesen die Frequenzen, die bis 1982 mehr als verdoppelt werden konnten auf über 50'000 Fahrgäste pro Jahr. Nach Beanstandungen durch das Bundesamt für Verkehr und einer weiteren sicherheitsbedingten Betriebseinstellung im Jahre 1982 wurde die elektrische Antriebs- und Sicherheitsanlage ersetzt. Seit 2001 steht die Sonnenbergbahn, die Dank anhaltender Finanzknappheit vor radikalen Modernisierungen verschont blieb, unter Denkmalschutz.
Die Sonnenbergbahn wurde von verschiedenen Unternehmungen gebaut; das Gesamtprojekt stammt von der Maschinenfabrik von Theodor Bell & Cie., Kriens. Ausserdem stellte diese Firma den mechanischen Teil des Antriebes, die zwei Wagenuntergestelle und die zwei Eisenbrücken her. Schienen, Schwellen und Seiltragrollen kamen aus Bern von der Firma Von Roll und die ursprünglichen elektrischen Einrichtungen lieferte Brown Boveri aus Baden. Interessant ist, dass der Elektroantrieb dieser Bahn anfänglich durch Wasserballastbetrieb unterstützt wurde; auf diesen konnte aber bereits im zweiten Betriebsjahr nach Einbau eines stärkeren Motors verzichtet werden. Die zwei Seilbahnwagen weisen die vorgeschriebenen Sicherheitsbremsen für den Fall eines Seilbruches und Handbremsen auf. Die hölzernen Wagenkasten mit je drei Abteilen (die obersten waren ursprünglich offen ausgeführt und wurden erst nachträglich mit Fenstern und Türen versehen) wurden von einer ortsansässigen Schreinerei erstellt. Die Holzaufbauten der Wagen mussten 1990 renoviert werden, dabei wurden die Seitenwände komplett neu angefertigt.
Technische Daten:
|Erbaut durch||Th. Bell & Cie., Kriens|
|Inbetriebnahme||5. Mai 1902|
|Trassee Baulänge||839 m|
|Betriebslänge||830 m|
|Höhe Talstation||496 m.ü.M.|
|Höhe Bergstation||706 m.ü.M.|
|Höhendifferenz||210 m|
|Neigung minimal||15,8 %|
|Neigung maximal||42,5 %|
|Spurweite||1000 mm|
|Kurvenradius minimal||200 m (Weichen)|
|Tunnel||1 à 88 m|
|Brücken||2, längste 21 m|
|ø Zugseil||30 mm|
|Wagen||2 à 30 Pers.|
|Wagenleergewicht||4600 kg|
|Fahrgeschwindigkeit||1,6 m/sec.|
|Förderleistung||210 Pers./h|
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Abb. 1: Die Talstation der Sonnenbergbahn mit ihrer hohen, offenen Eingangshalle, die bis 1947 den elektrischen Motorwagen der Trambahn Luzern - Kriens als Endstation diente. Im Hintergrund die Villa Waldheim, eine ehemalige Fabrikantenvilla aus der Blütezeit der Industrialisierung. Abb. 2: Im Innern der Talstation wartet der Wagen Nr. 2 auf Fahrgäste. Abb. 3: Ausfahrt aus der Talstation, wobei die Bahn gleich anschliessend noch eine Quartierstrasse zu unterqueren hat. Abb. 4, 5, 6: Der erste Streckenabschnitt vor dem Sonnenbergtunnel verläuft durch einen Geländeeinschnitt auf gemauertem Trassee. Kurz vor dem Tunnel befindet sich die 21 m lange, eiserne Tobelbrücke.
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Abb. 7: Mittagsidylle an der Haltestelle Zumhof, die sich zwischen dem Tunnel und der Kreuzungsstelle befindet. Abb. 8 + 9: Wagen auf der Kreuzungsstelle. Sie ist in der üblichen Art als automatische Ausweiche nach dem System von Roman Abt ausgeführt. Abb. 10 + 11: Die obere Streckenhälfte nach der Ausweiche führt geradlinig zuerst auf einem durch Bäume gesäumten Trassee und anschliessend über einen offenen Hang zur Bergstation. Abb.12: Blick von der Bergstation talwärts in Richtung Kriens, Horw und auf die Seebucht von Hergiswil. Im Hintergrund rechts ist im Dunst das Stanserhorn zu erkennen.
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Abb. 13, 14, 15: Die Bergstation auf dem Sonnenberg mit ihrer grosszügigen, offenen Empfangshalle in klassizistisch reich verzierter Holzbauweise. Abb. 16: Blick in den Maschinenraum mit der mächtigen gusseisernen Antriebsscheibe. Die Verzahnung zwischen den zwei Seilrillen besteht wie zur Anfangszeit der Bahn immer noch aus Holz! Der Antriebsmotor und die Sicherheitsbremse stammen aus dem Jahre 1982. Abb. 17: Die Schienen, Schwellen und die Seiltragrollen lieferte die Firma Von Roll aus Bern. Abb. 18: Das massiv gemauerte Maschinenhaus der Bergstation mit seiner Dachterrasse und dahinter die Holzbauten des Querganges und der Empfangshalle.
Alle Fotos: C. Gentil
Weitere Infos zur Sonnenbergbahn: http://www.kriens.ch
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