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Die Schweiz müsse aus der Niederlage in der Schlacht von Marignano vor 500 Jahren lernen, fordert Bundesrat Johann Schneider-Ammann in seiner Rede vor dem 1. August. Denn: «Marignano war auch eine Quittung für mangelnden Zusammenhalt und fehlende Innovationsbereichtschaft.»
Die alten Eidgenossen hätten 1515 die Schlacht nicht zuletzt deshalb verloren, weil sie ungeeint, mit veraltetem Material und mit einer falschen Taktik auf einen besser ausgerüsteten und aufgestellten Gegner trafen, sagte Schneider-Amman in Allschwil BL.
Wohlstand bewahren
Auch heute brauche es Zusammenarbeit und Innovationsbereitschaft, um den neuen Herausforderungen zu begegnen. Es gehe darum, den Wohlstand zu bewahren, damit auch die nächste Generation in wirtschaftlicher und sozialer Sicherheit leben könne. Als grösste zwei Hürden nannte Schneider-Amman die Frankenstärke und die Europapolitik.
Die Rezepte des Wirtschaftsministers dagegen sind bekannt: Es gelte den liberalen Arbeitsmarkt, die gelebte Sozialpartnerschaft und das duale Bildungssystem zu verteidigen. Auch die Innovationsförderung stehe im Vordergrund. Zentral in Bezug auf die Europapolitik sei der Erhalt der Bilateralen.
Auswirkungen des Wiener Kongress 1815
Dass in der Schweiz auch früher nicht alles zum Besten stand, zeigt Schneider-Ammans Verweis auf ein anderes Jubiläum: Am Wiener Kongress 1815 sei beschlossen worden, dass Allschwil und acht weitere Gemeinden nach 25 Jahren französischer Herrschaft Basel gehören sollten und damit zur Eidgenossenschaft.
Das habe zwar Vorteile gebracht, etwa die Abschaffung des Revolutionskalenders mit seiner Zehntagewoche. Allerdings habe der Anschluss an die Eidgenossenschaft durchaus auch seine negative Seite gehabt, gab der Bundesrat zu. So hätten die Birsecker einige moderne Errungenschaften verloren - wie etwa die Niederlassungsfreiheit, die Handels- und Gewerbefreiheit und die Gleichstellung der Frau.
(sda/moh)