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Zumholz – Gemeinde wider Willen
Der Name Zumholz erinnert an den ehemaligen Holzreichtum in der Gegend. Der Ort wird unter der Bezeichnung “Im Holtz“ erstmals 1319 erwähnt. Es dürfte sich dabei um eine relativ späte alemannische Siedlung aus dem 11./12. Jahrhundert handeln.
Den Begriff der politischen Gemeinde im heutigen Sinn gibt es im Kanton Freiburg erst seit der liberalen Staatsverfassung vom Januar 1831. Der Kanton Freiburg zählte damals 13 Bezirke. Einer der Grössten war der “Deutsche Bezirk“, der alle 35 katholischen Deutschfreiburger Gemeinden, also auch Jaun und die Pfarrei Gurmels umfasste. Die grosse Anzahl Gemeinden rührt daher, dass die ehemaligen Schrote der grossen Pfarreien zu eigenständigen Gemeinden erhoben wurden.
So wurde auch die alte Pfarrei Rechthalten, zu der die Schrote Dorfschrot (Rechthalten Dorf), Oberschrot, Brünisriedschrot und Zumholzschrot (auch Holzschrot genannt), aufgeteilt. Rechthalten, Brünisried und Oberschrot wurden mit Gesetz vom 1. Juni und 1. Juli 1831 namentlich als Gemeinde erwähnt und dem deutschen Bezirk zugeordnet, nicht jedoch Zumholz. Irrtümlich hatte man bei der Zuteilung der Gemeinden auf die Bezirke geglaubt, Zumholz gehöre zu Brünisried. Im Frühjahr 1832 bemerkte man den Irrtum und der Rat des Innern beantragte dem Staatsrat, Zumholz zu einer eigenständigen Gemeinde zu erheben, einen Ammann zu ernennen und einen Gemeinderat wählen zu lassen. Doch in Zumholz war man mit diesem Vorgehen nicht einverstanden. Bereits am 13. März 1833 wurde in Zumholz eine Gemeindeversammlung durchgeführt, bei der einstimmig beschlossen wurde, „dass die Gemeinde Zumholz weder einen Ammann noch einen Gemeinderath begehre, sondern sich an die Brünisried-Gemeinde anzuschliessen verlange, wie sie bisher gethan und welches der Wunsch der Vorgesetzten der gantzen Pfarrei wäre. Im übrigen glauben wir für unnötig zu sein, in einer so kleinen Körperschaft einen Ammann und Gemeinderath zu bilden, und bitten Sie, hochgeachtete Herren, unserem bittlichen Begehren zu entsprechen (…)“.
Der Rat des Innern gelangte anlässlich seiner Sitzung vom 20. April 1833 jedoch zum Schluss, dass dem Begehren der Gemeinde nicht nachgekommen werden könne, da eine Vereinigung mit einer anderen Gemeinde nur bei einer Einwohnerzahl von höchstens 50 Seelen gestattet sei und Zumholz deren 125 zähle.
Unter Berufung der geltenden Gesetzgebung und dem Antrag des Innern Rates entsprechend, entschied der Staatsrat und lehnte das Begehren der Bevölkerung ab, so dass Zumholz am 6. Mai 1833 wider Willen vollwertige politische Gemeinde wurde.