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Zur Erinnerung: »Seveso«
Am 10. Juli 1976 explodiert ein Reaktor der Chemiefabrik Icmesa beim norditalienischen Städtchen Seveso. Eine weiße Wolke tritt aus, die einen üblen Geruch verbreitet. Tagelang beschwichtigen die Verantwortlichen. Dann geben sie bekannt, dass neben Trichlorphenol auch hochgiftiges Dioxin ausgetreten ist. Erst zwei Wochen nach dem Unfall ist das Ausmaß der Katastrophe so weit geklärt, dass die Bevölkerung evakuiert wird. 15000 Quadratkilometer, auf denen 37000 Menschen lebten, sind verseucht. Zehntausende von Vögeln und Haustiere verenden. In den Folgejahren werden 77000 Nutztiere getötet. 447 Menschen, vor allem Kinder, leiden an Hautverätzungen. Da vermutet wird, dass Dioxin Embryonen schädigt, brechen viele Frauen ihre Schwangerschaft ab. Offiziell bezahlt die Firma Hoffmann-La Roche 350 Millionen Franken an Private und Behörden für Dekontaminierung und Wiedergutmachung. »Seveso« war der bis dahin schwerste Chemieunfall in Europa und wurde zum Symbol.