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Auch wenn das EPD ein wertvolles Instrument für die Erfassung von Gesundheitsleistungen darstellt, wirft es in seiner heutigen Form, wie auch im vorliegenden Entwurf zur Totalrevision des Gesetzes über das elektronische Patientendossier (EPDG) ernsthafte Fragen auf. Der Entwurf für eine vollständige Überarbeitung des EPDG verfehlt nämlich das Ziel, dieses zu einem relevanten, nützlichen und sicheren Instrument für den Datenaustausch zwischen den verschiedenen Akteuren im Gesundheitssystem zu machen. Soll es eines Tages ein nützliches und nutzbares Instrument zu diesem Zweck geben, sind eine gründliche Überarbeitung und echte Konsultationen aller Beteiligten (Fachkräfte und Patient:innen) unerlässlich.
Das EPD wäre als ein System zur Stärkung der Qualität der Gesundheitsleistungen geplant, aktuell ist es jedoch ein einfaches Werkzeug zur Speicherung von PDF-Dokumenten ohne wirkliche Struktur. Das aktuelle EPD weist zahlreiche Mängel auf und wird daher wenig genutzt. Die Fakten sprechen für sich: 25‘000 eröffnete Dossiers, etwas mehr als 10% angeschlossene Arztpraxen (ob sie es einsetzen, ist zweifelhaft), 50% der Spitäler (wovon höchstwahrscheinlich nur ein kleiner Teil der Dienste es tatsächlich nutzen wird ), 4% der Apotheken, ein Drittel der Alters- und Pflegeheime usw. Die vollständige Vernehmlassung findet sich hier (nur auf Französisch).
Hier die wichtigsten Mängel der Vorlage:
- Es gibt nicht ein EPD, sondern acht Referenzgruppen und drei technische Plattformen, die nicht miteinander kompatibel sind.
- Die Kommunikation (Interoperabilität) mit den bei den vielen Gesundheitsdienst-leister:innen vorhandenen Computersystemen ist nicht gewährleistet, oder anders ausgedrückt: Die Systeme der Gesundheitsversorger:innen sind nicht kompatibel und die Eingabe von Dokumenten muss manuell erfolgen (mit vielleicht wenigen Ausnahmen).
- Die gespeicherten Daten liegen in Form von PDF-Dokumenten vor, die es nicht ermöglichen, das Gesuchte zu finden (ich habe seit der ersten Version ein EPD, in das praktisch kein Gesundheitsdienstleister Dokumente einspeist; und selbst mit weniger als 100 Dokumenten nach zehn Jahren ist es notwendig, alle zu lesen, um die notwendigen Informationen zu erhalten). Kurz, die Daten werden nicht strukturiert und systematisch erfasst.
Das EPD ist grundsätzlich ein nützliches Werkzeug. Doch ist es höchst unwahrscheinlich, dass die derzeit eingesetzten Tools so aktualisiert werden können, dass daraus eines Tages ein brauchbares und benutztes EPD wird. Darum sollte man gleich die Arbeit aufnehmen und mit einer Neukonzeption beginnen.
Dominique Hausser, Co-Präsident SP60+