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Goldmann Glaukom Register (GGR)
Bei den Glaukomen handelt es sich um eine sehr hetereogene Gruppe von Erkrankungen des Auges, welche häufig aber nicht immer mit einem erhöhten Augeninnendruck einhergehen. Im Verlauf der Erkrankung kommt es zu einem Untergang der Ganglienzellen in der Netzhaut, was zur Entstehung und im Verlauf zur Größenzunahme von Gesichtsfelddefekten führt und schließlich zur Erblindung eines oder beider Augen. Unbehandelt schreiten alle Glaukome mehr oder minder schnell voran. Die Senkung des Augeninnendrucks ist die einzige therapeutische Option mithilfe derer das weitere Voranschreiten der Erkrankung nachgewiesenermaßen abgebremst werden kann. Der Augeninnendruck kann auf medikamentösen Weg (durch die Applikation von speziellen Augentropfen oder Einnahme von Tabletten) oder chirurgisch (mittels Augenoperation) gesenkt werden. Eine Glaukomoperation wird meist erst dann durchgeführt, wenn eine medikamentöse Therapie sich als nicht ausreichend effektiv gezeigt hat, sich eine Unverträglichkeit gegenüber der augeninnendrucksenkenden Therapie eingestellt hat oder der Augendruck (trotz Medikamentenapplikation) ausgesprochen hoch ist.
Neben der seit mehr als 60 Jahren eingesetzten klassischen Trabekulektomie, bei der der Augeninnendruck durch die Formung eines alternativen Abflusswegs gesenkt wird, wurden in den letzten Jahren viele neue, vergleichsweise weniger invasive Operationsmethoden entwickelt um den Augeninnendruck zu senken. Diese Methoden sollen im Vergleich zur Trabekulektomie mit weniger schwerwiegenden Komplikationen einhergehen. Meist kommt hierzu ein Implantat zum Einsatz, welches den Abfluss des Kammerwassers aus dem Auge erleichtert und auf diese Weise den Augeninnendruck senkt.
Damit eine solche (neue) Operationsmethode zum Einsatz beim Glaukom von den entsprechenden Stellen zugelassen wird (USA: FDA / Europa: EMA), werden diese nach der Entwicklung im Rahmen von strukturierten klinischen Studien an einer mehr oder minder großen Anzahl von Patienten / Augen erprobt. Häufig handelt es sich hierbei um Augen in einem frühen bis moderaten Krankheitsstadium, welche bisher noch keiner operativen Intervention unterzogen wurden. Dies spiegelt oft die Situation im klinischen Alltag nur bedingt wider und die Ergebnisse dieser Studien können nicht komplett übernommen werden.
Im Verlauf der letzten Jahre haben wir in Bern ein klinisches Register aufgebaut und die postoperativen Verläufe der an unserer Klinik durchgeführten Glaukomoperationen retrospektiv und in anonymisierter Form ausgewertet. Dieses dient einerseits zur Sicherung / Überprüfung der Qualität der durchgeführten Operationen und andererseits um die postoperativen Ergebnisse der einzelnen Operationstechniken anhand ähnlicher Krankheitsfälle gut miteinander vergleichen zu können. Aus den so erhobenen Ergebnissen dieses Registers können wird dann Schlüsse für die Behandlung zukünftiger Patienten ziehen um etwa mögliche Fälle von Über- oder Unterversorgung zu vermeiden, um jedem Patienten / Fall / Auge die am besten passende Operationsmethode zukommen zu lassen. In diese Analysen fließen neben dem Augendruck und den applizierten Medikamenten auch noch die Ergebnisse aus Gesichtsfelduntersuchung, Visusprüfung und Untersuchung von Sehnerv und Netzhaut mittels optischer Kohärenztomografie (OCT) ein.
Die im Rahmen dieses Registers erhobenen Daten werden in anonymisierter Form gespeichert und ausgewertet. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden in Fachzeitschriften veröffentlicht und auf Fachtagungen besprochen ohne das ein Rückschluss auf den einzelnen Patienten möglich ist. Die hierfür zuständige Ethikkommission hat dem hier beschriebenen Vorgehen zugestimmt. Falls sie Glaukompatient in unserer Klinik sind und nicht mit der oben beschriebenen Auswertung der Krankheitsverläufe einverstanden sein sollten teilen sie uns dies bitte umgehend mit.