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Basierend auf den Daten von japanischen Atombombenüberlebenden werden die bisherigen Berechnungen von strahleninduzierten soliden Tumorrisiken überschätzt. Zu diesem Schluss kommt ein wissenschaftlicher Artikel von ENSI-Mitarbeiterin Luana Hafner. In Zusammenarbeit mit den Epidemiologen Linda Walsh und Werner Rühm stellt sie ein Modell vor, mit dem diese Tumorrisiken mithilfe der Daten von Atombombenüberlebenden für höhere biologische Wirksamkeiten von Neutronen berechnet werden können.
Viele wichtige Informationen über strahleninduzierte Krebsrisiken werden aus den Daten der «Life Span Study (LSS)» von den Atombombenüberlebenden aus Hiroshima und Nagasaki gewonnen. Für die Berechnung von Krebsrisiken werden die aufgenommene ionisierende Strahlung und die Krebsraten der Überlebenden differenziert betrachtet. Die biologischen Effekte von Neutronen und Gammastrahlen werden anhand ihrer «relativen biologischen Wirksamkeit (engl. Relative Biological Effectiveness RBE)» miteinander verglichen. Der für die Neutronen-RBE verwendete Faktor könnte laut neusten Studien jedoch höher sein, als bisher angenommen.
In der vom «International Journal for Radiation Biology» publizierten Arbeit «Assessing the Impact of different Neutron RBEs on the all Solid Cancer Radiation Risks obtained from the Japanese A-bomb Survivors Data» untersuchen Luana Hafner, Fachspezialistin Strahlenschutz beim ENSI, sowie die Epidemiologen Linda Walsh und Werner Rühm die Auswirkungen von höheren Neutronen-RBE auf die Tumorrisikoberechnung. Dabei kommen die Forschenden zum Schluss, dass sich das Risiko reduziert und sich die Form der Dosiswirkungskurve für höhere Neutronen-RBE von linear zu linear quadratisch verändert und die Krümmung negativ wird. Dies bedeutet, dass bisherige Berechnungen das Risiko von strahleninduzierten soliden Tumoren überschätzen.
Die Form der Dosiswirkungskurve ist ein wichtiger Faktor bei der Krebsrisikoberechnung. Daher sollten in zukünftigen Studien, bei denen die Daten der Atombombenüberlebenden analysiert werden, unbedingt die Unsicherheit der Neutronen-RBE-Werte mitberücksichtigt werden, wenn strahleninduzierte Risiken und die Dosiswirkungskurve betrachtet werden.