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Was kann Weiterbildung leisten, wenn Veränderungsprozesse anstehen? Eine komplexe Frage, welche Professor Peter Heintel von der Alpen-Universität Klagenfurt denn auch nicht mit einfachen Tipps und Tricks beantwortet.
Bei der Bildung, so Peter Heintel am Member Forum Netzwerk Bildung plus, ist zu unterscheiden zwischen der Fähigkeit, Kompetenzen und Wissen in einer vorgegebenen Situation korrekt anzuwenden und der Fähigkeit eine Situation im Alltag korrekt beurteilen zu können.
Denn Wissensvermittlung bezieht sich in der Regel immer auf einen bestimmten Aspekt, einen Ausschnitt während Wirklichkeit immer in Zusammenhängen funktioniert. Der Aspekt ist immer eine didaktische Abstraktion. Veraenderungsprozesse geschehen jedoch im Zusammenhang.
Paradigmenwechsel durch Veränderungsprozesse
Das spannende, die Herausforderung, so Peter Heintel, sei, dass im Gegensatz zur Ökonomie und Technologie, welche Veraenderungsprozesse aus dem eigenen System generieren und sich entsprechend nur an systemeigene Veränderungen anpassen müssen, Veränderungsprozesse in andern Systemen, wie zum Beispiel im Gesundheitswesen, durch die externen Systeme Technologie und Wirtschaft beeinflusst werden. Er nennt die Konsequenz davon einen „Paradigmenwechsel“.
Das System, in diesem Fall das Gesundheitssystem, wird mit ökonomischen Veränderungen konfrontiert, welche die Rahmenbedingungen des eigenen Systems komplett verändern. Diese Veränderungsprozesse können dann nicht mehr mit systemeigenen Methoden bewältigt werden. Deshalb werde versucht, diese mit systemfremden (zum Beispiel ökonomischen) Methoden zu bewältigen. Und das wiederum könne zu unerwarteten und unerwünschten Konsequenzen führen.
So führten ökonomische Kontrollmechanismen in Spitälern oft nicht zu den angestrebten Qualitätssteigerungen sondern zu Qualitätsverschlechterungen, weil dies auf Kosten der systemeigenen Qualitätsmethoden (zum Beispiel intensive Pflege) gehe.
Was lässt sich aus diesen Überlegungen für Veränderungsprozesse im Gesundheitswesen ableiten?
Bewahrenswert?
Man müsse sich kritisch mit der Ideologie „Das Neue ist das Bessere“ auseinandersetzen, so Heintel. Dieser Ansatz komme aus der Produktionslogik und sei unpassend für eine Institution des Gesundheitswesens. Da könne durchaus auch eine herkömmliche Methode besser sein als eine neue.
Daraus folgt, dass in einem ersten Schritt gefragt werden müsse, was Bewahrens wert sei. Was hat sich bewährt? Was soll bleiben? Dann in einem zweiten Schritt natürlich auch: Was muss neue werden, muss sich verändern?
Werde altes über Bord geworfen, dann habe sich in Veränderungsprozessen bewährt, dafür ein Ritual einzusetzen, zum Beispiel, das Alte auf einen Holzblock zu schreiben und diesen gemeinsam zu verbrennen.
Denn es sind immer Menschen, die letztlich die Veränderungsprozesse tragen und im Alltag neue Prozesse, Methoden, Produkte usw. einsetzen müssen. Auf Bekanntes zu verzichten und Neues anzuwenden ist ein schwieriger Prozess, der Widerstände hervorruft.
Entsprechend wichtig ist es auch, das hat die Arbeit in der Gruppe gezeigt, dass Projektleiter(innen) von Anfang an die Betroffenen in Veränderungsprozesse einbeziehen und sehr aufmerksam Widerstände registrieren, wahrnehmen und darauf reagieren.
Deshalb, so Heintel zum Schluss, müsse Veränderung in einer Institution immer als kollektiver Prozess organisiert werden, im Sinne eines Selbstbildungsprozesses.
rissip begleitet Veränderungsprozesse in Institution mit einer didaktisch ausgerichteten Kommunikationsberatung, welche durch die Kombination von bewährten Methoden, eine nachhaltige Unterstützung im Veränderungsprozess garantiert.
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