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Die Kirchenbücher
Die Geschichte der Amsler in Bözen beginnt mit den Kirchenbüchern. Dank der Führung von Kirchenbüchern unter der Berner Herrschaft gewinnt man Einblicke in die lokale Bevölkerung. Als Bern die Reformation einführte, bekehrte sich auch das Untertanengebiet Unteraargau, teilweise nur unter Druck der Berner. Wenige Jahrzehnte nach der Einführung der Reformation wurden die örtlichen Pfarrer angewiesen, die Bürger in ihrer Kirchgemeinde zu registrieren. Diese Aufzeichnungen, gehören als "Kirchenbücher" oder "Taufrodel" zu den frühesten und besten Informationsquellen für Genealogen. Vor dieser Zeit gab es kaum Spuren vom Leben der einfachen Menschen, ausser sie besassen beträchtliches Eigentum, zum Beispiel eine Mühle, hatten ein Amt inne oder aber hatten ein Verbrechen begangen.
Die Aufzeichnungen der Pfarrer beschränkten sich zunächst auf die Taufdaten, den Namen der Eltern und oft auch den Namen der Taufzeugen. Später kamen Ehe- und Sterberegister dazu. Im Laufe der Zeit wurden diese detaillierter. Die Register können Informationen über Berufe enthalten oder Ortsangaben bei auswärtigen Ehepartnern. All diese Daten ermöglichen die Erstellung von Stammbäumen. Viele dieser heute noch erhaltenen Aufzeichnungen wurden in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, einige Jahrzehnte nach Einführung der Reformation, begonnen. Die meisten Informationen über die Amsler Familien basieren auf diesen Kirchenbüchern, obwohl gelegentlich andere Quellen Einblicke in das Leben unserer Vorfahren geben.
Eine schweizerische Besonderheit: Das Bürger- und Heimatortprinzip
Eine Besonderheit in der Schweiz ist das Prinzip des Heimatortes. Jeder Schweizer und jede Schweizerin hat einen Heimatort, in dem er oder sie heimatberechtigt ist. Auch der Erwerb der Schweizerischen Staatsbürgerschaft beginnt mit der Einbürgerung in der Wohngemeinde, die nach der Genehmigung durch die kantonalen und eidgenössischen Instanzen zur Heimatgemeinde wird. Früher war in der Heimatgemeinde das mit ihr verbundene Bürgerrecht mit gewissen Rechten und Pflichten verbunden. Diese sind heute weitgehend verschwunden. Aber die Bürgerregister sind geblieben. In ihnen werden die Heimatberechtigten registriert, ähnlich den früheren Kirchenbüchern. Aufgrund dieser Bürgerregister wird jedem Schweizer Bürger auch ein Heimatschein ausgestellt, mit dem er sich in der Einwohnerkontrolle der Wohngemeinde als Bürger oder Bürgerin der Schweiz eintragen lassen kann.
Für wohl die meisten Schweizerinnen und Schweizer finden sich die Familiendaten seit Beginn der Aufzeichnungen in den früheren Kirchenbüchern und späteren Bürgerregistern derselben Heimatgemeinde, so auch die Daten der Amsler Familien mit den Heimatgemeinden Densbüren, Schinznach oder Bözen. Andere Schweizer Familien sind im Verlaufe der Jahrhunderte umgezogen und haben ihren ursprünglichen Heimatort aufgegeben und mit dem des neuen Wohnsitzes eingetauscht oder durch Heirat erworben. Wieder andere haben den alten Heimatort behalten obwohl sie umgezogen sind. Und wieder andere Familiennamen sind ganz einfach verschwunden.
So findet sich ab dem 19. Jahrhundert der Familienname Amsler in Dutzenden von Heimatgemeinden, jedoch mit dem Hinweis auf die ursprüngliche Abstammung.
Schwierigkeiten beim Erstellen von Stammbäumen
Was Bözen betrifft, hat der Verfasser dieser Web-Seiten das Dorfarchiv mehrfach besucht und kürzlich auch jede Seite der älteren Kirchenbücher fotografiert, um sie daheim zu transkribieren. Mit diesen Daten kann man Stammbäume für fast jeden Bürger mit dem Heimatort Bözen erstellen. Nach 1750 wurden Familienregister geführt, die es leichter machen, einzelnen Familien zu folgen. Erheblich schwieriger ist es für die Zeit vor dieser Neuerung. Der Dorfpfarrer führte lediglich sequenzielle Aufzeichnungen über Geburten, Eheschliessungen und Todesfälle. In den Geburtsakten finden Sie die Namen der Eltern und Taufzeugen. In den Sterberegistern kann man manchmal einen Hinweis auf das Alter des Verstorbenen bekommen. Anhand solcher Informationen fügt sich der Stammbaum zusammen.
In diesen Aufzeichnungen begegnen wir von sauberen und genauen Handschriften bis hin zu fast unlesbaren, alles abhängig von der damaligen Person und deren Handschrift. Es bedarf also einer gewissen Sachkenntnis, um die Kurrentschrift der verschiedenen Autoren der vergangenen Jahrhunderte zu entschlüsseln. Zudem gab es oft mehrere Familien mit demselben Familiennamen. Dies in Kombination mit einer etwas begrenzten Auswahl an Vornamen macht es extrem schwierig, sich der Generationen- und Familienverflechtungen sicher zu sein. Ich finde oft divergierende Informationen und Diskrepanzen in scheinbar gut recherchierten Stammbäumen.
Hier sind die ersten drei Generationen der Familie Amsler in Bözen:
Bei den hervorgehobenen Namen handelt es sich um die Stammväter der Amsler in Bözen und Effingen. Die ersten Aufzeichnungen deuten darauf hin, dass die Amsler zuerst in Effingen sesshaft wurden. Erst nach 1653 zog Johannes nach Bözen. Sein Stiefbruder Jacob blieb in Effingen.
Wenn wir uns nur auf die "Bözer Linie" beschränken, können wir bis zu fünf Generation darstellen:
Bei den hervorgehobenen Namen handelt es sich um Personen, die in weiteren Artikeln auf dieser Webseite beschrieben werden:
- Kaspar Amsler, geboren 1595, diente als Amtsuntervogt in Effingen von 1643 bis 1668
- Die Geschichte von Hans Amsler, geboren 1652, und wie er zu seinem Übernamen "Beldi Hans" kam
- Anna Heuberger, ihre drei Verehrer und Heirat im Jahr 1679