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Die Deaflympics (aus engl. deaf, „taub“, und Olympics, „Olympische Spiele“) sind ein alle zwei Jahre, ein Jahr nach den olympischen Spielen, vom Comitée international des Sports des Sourds (CISS) ausgetragener Wettbewerb im Gehörlosensport. Es werden abwechselnd Sommer- und Winterspiele ausgetragen. Früher hieß die Veranstaltung Silent World Games for the Deaf („Stille Weltspiele der Gehörlosen“) und später Gehörlosen-Weltspiele. Nachdem das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Spiele anerkannt hat, werden sie als Deaflympics (The International Committee of Sports for the Deaf) bezeichnet. ICSD verzichtet auf die Teilnahme an den Paralympics, da Gehörlose selbst unter Behinderten auf Grund von Kommunikationsproblemen ausgeschlossen sind.
Wieso die Gehörlosengemeinschaft separate Spiele braucht
Unter der Gehörlosengemeinschaft ist die Unterstützung für separate Spiele überwältigend. Die Gehörlosen stufen sich selbst nicht als behindert ein, besonders was die physischen Fähigkeiten anbelangt. Wir beurteilen uns selbst als Teil einer kulturellen und sprachwissenschaftlichen Minderheit.
Die gehörlosen Athleten sind körperlich gesund und daher fähig, die Wettkämpfe ohne Einschränkungen (mit Ausnahme der Kommunikationsbarrieren) zu absolvieren. Bei Mannschafts- und einigen individuellen Sportarten kann der Hörverlust limitiert werden. Diese Einschränkungen kommen also im Gehörlosensport vor.
Die Sportarten und Regeln sind identisch mit jenen der körperlich gesunden Sportler. Es gibt keine spezielle Sportart; eine einzige Anpassung besteht in der Sichtbarmachung von einigen hörenden Lautzeichen. Hier ein Beispiel: Startzeichen werden mit Lichtsignalen gegeben. Unter den gehörlosen Sportlern, welche zu den Wettkämpfen zugelassen werden, gibt es keine Einschränkungen, mit der Ausnahme, dass im besseren Ohr ein Hörverlust von mindestens 55 Dezibel bestehen muss.
Im Vergleich zu den Gehörlosen-Wettkämpfen werden bei den paralympischen Spielen viele Extra-Veranstaltungen beigefügt. Zufolge der grossen Unterschiede in physikalischen Qualitäten werden die Sportler, welche bei paralympischen Spielen teilnehmen, gemäss der Behinderungsart klassifiziert. Dieses Klassifizierungssystem ist vielseitig und macht gewisse Angleichungen von Spielfeldern nötig.
Gibt es nicht genügend Sportler, werden die Kategorien kombiniert vorgenommen. Zum Beispiel gibt es acht Klassifizierungen für cerebral gelähmte Sportler, drei für Sehbehinderte, neun für Amputierte und eine für geistig Behinderte. Für Sportler mit Rückenbeschädigungen gibt es eine Anzahl von Klassifizierung je nach Sportart, welche praktiziert werden. Auch beim Schwimmen gibt es zehn Klassen.
Wenn sich Sportler an Paralympischen Spielen treffen, oder wenn Hörende und Gehörlose bei irgendwelchen Sportanlässen zusammenkommen, so können sich die hörenden Personen ohne Rücksicht auf die physikalischen Begrenzungen frei miteinander unterhalten, solange sie eine gemeinsame Sprache sprechen.
Die Gehörlosen jedoch sind bei dieser Gruppe immer ausgeschlossen. Auf der anderen Seite können sich die Gehörlosen-Sportler bei Veranstaltungen mit jedem anderen ausländischen Sportler in der Gebärdensprache unterhalten.
Bei den Gehörlosenspielen können sich die Sportler ohne Dolmetscher in der Gebärdensprache frei unterhalten, es sei denn, dass sich hörende Offizielle darunter befinden.
Wenn aber die Gehörlosen-Sportler an den paralympischen Spielen teilnehmen, so benötigen sie zahlreiche Gebärdensprach-Dolmetscher, um die Kommunikationsbarrieren zu überbrücken. Ohne diese Dolmetscher wären jedoch die Gehörlosen auf sich selber gestellt und würden in der Isolation verschwinden. Der Zweck der Spiele, alle Athleten zusammenzubringen, ginge dann verloren.
Bei den Paralympischen Spielen werden strenge Limiten bezüglich der Anzahl Teilnehmer auferlegt. Viele möchten die geistig Behinderten nicht mit einbeziehen (spezielle Olympiade für geistig Behinderte wird durch eine private Organisation auf den Plan gerufen und sind nicht teil des IPC) wegen der grossen zusätzlichen Teilnehmerzahl.
Weltspiele der Gehörlosen und Paralympische Spiele
In Atlanta nahmen ca. 4000 Athleten an den paralympischen Spielen teil. Bei Gehörlosen sind normalerweise 2500 Sportler anwesend. Es ist also ersichtlich, dass die Paralympics eine so grosse Anzahl von Sportlern nicht aufnehmen würde. Um eine limitierte Anzahl von Gehörlosen zu den Wettkämpfen zulassen zu können, müssten andere Behindertengruppen eingeschränkt und gekürzt werden. Alle Behinderten-Sportler hätten unter dieser Massnahme zu leiden.
Jerald M. Jordan, USA, ehemaliger Präsident, ICSD