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Seit 2014 werden die in Versuchstierhaltungen gezüchteten und zu Tierversuchszwecken importierten Tiere erfasst und in einer Übersichtstabelle ausgewiesen.
In einer Versuchstierhaltung werden Tiere ausschliesslich für den Tierversuchsbereich gehalten und gezüchtet. Versuchstierhaltungen unterliegen der Tierschutzgesetzgebung. Wer eine Versuchstierhaltung führen will, d.h. Versuchstiere züchten und halten will, braucht eine kantonale Bewilligung. Eine zusätzliche Bewilligung benötigt, wer gentechnisch veränderte Tiere mit anerkannten Methoden nach Art. 142 Tierschutzverordnung (TSchV; SR 455.1) züchtet. Jede bewilligte Versuchstierhaltung muss mindestens einmal jährlich vom kantonalen Veterinärdienst kontrolliert werden. In den bewilligten Betrieben werden überwiegend Labornager (v. a. Mäuse und Ratten), aber auch Kaninchen, Fische, Hunde, Katzen und Primaten gehalten. Die Verantwortlichen der Versuchstierhaltungen sind verpflichtet, den kantonalen Behörden die Anzahl der in ihrem Betrieb geborenen Tiere (beim Absetzen gezählt) und die Anzahl der aus dem Ausland importierten Tiere zu melden (Art. 29 Abs. 1 Bst. a und b Tierversuchsverordnung; SR 455.163).
In den 158 bewilligten Versuchstierhaltungen wurden 2021 insgesamt 1'053'788 Tiere geboren und 244'233 importiert. Die Maus ist das am häufigsten gehaltene Versuchstier und macht 82 % aller in Versuchstierhaltungen im Jahr 2021 neu gezählten Tiere aus. Da in Tierversuchen im Jahr 2021 rund 575'000 Tiere eingesetzt wurden, ist festzustellen, dass insbesondere viele in Versuchstierhaltungen geborene Tiere nicht in Tierversuchen eingesetzt wurden. Nicht alle in Versuchstierhaltungen geborene und importierte Tiere werden in Tierversuchen eingesetzt, weil sie insbesondere nicht die dafür notwendigen Voraussetzungen haben oder weil sie für die Zucht verwendet werden müssen. In den allermeisten Fällen werden Versuchstiere, die schlussendlich nicht im Tierversuch eingesetzt werden, euthanasiert. In Einzelfällen werden Tiere auch in private Tierhaltungen vermittelt. Wie viele Tiere genau euthanasiert oder nicht in einem Tierversuch eingesetzt werden, lässt sich aus den Meldepflichten der Versuchstierhaltungen nicht ermitteln.
Bei einigen Tierarten wurden mehr Tiere in Versuchen eingesetzt, als im gleichen Zeitraum in den Versuchstierhaltungen geboren oder in diese importiert worden sind. Dies erklärt sich damit, dass die meisten dieser Tiere über mehrere Jahre in der Versuchstierhaltung verbleiben und nur im Jahr ihrer Geburt oder ihres Imports in der Statistik über die Versuchstierhaltungen erscheinen. Ein anderer Grund ist, dass bei verschiedenen Tierarten nicht alle Tiere in Versuchstierhaltungen gezüchtet werden, wie zum Beispiel beim Geflügel.