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In der Nacht auf den 31. August 2017 ging in Buchs (SG) der zweite Ultratriathlon-Wettkampf zu Ende. Von 39 Athleten, die eine fünf- oder zehnfache Ironman-Distanz absolviert haben, kamen 36 ins Ziel. Alexandra Meixner knackte einen Weltrekord.
Vor 15 Tagen starteten die ersten Athleten zur wahrscheinlich grössten Herausforderung ihrer Sportlerkarriere: dem Deca Ultratriathlon der Variante «Continuous» – also einem zehnfachen Langdistanz-Triathlon. Am 16. August abends um sechs Uhr sprangen sie ins Freibad Buchs, um 38 Kilometer zu schwimmen. Der letzte Athlet stieg kurz vor dem Zeitlimit von 25 Stunden aus dem Wasser; die anderen 15 Teilnehmer pedalten bereits die ersten Kilometer auf dem Rundkurs von Buchs nach Sevelen und zurück. Neun Kilometer lang ist die Radstrecke, 1800 Kilometer galt es zu absolvieren. Bis dann die letzte Monsterdistanz anstand: ein zehnfacher Marathon – sprich: 422 Kilometer laufen. Die Laufstrecke führte in 340 Runden ums Freibad-Areal.
Neuer Weltrekord der Frauen
Parallel zum Hauptwettkampf organisierten die Veranstalter vom Verein Swiss Ultratriathlon noch drei weitere Wettkämpfe über die fünf- und zehnfache Ironman-Distanz, alle in den Varianten «continuous» (alles am Stück) und «one per day» (ein Ironman pro Tag, für fünf oder zehn Tage in Folge). Als erste Athletin überhaupt stieg die Österreicherin Alexandra Meixner vom Velo, schneller als alle Männer. Die 46-Jährige hatte wenige Wochen zuvor das Race Across America (RAAM) gefinisht und sich spontan für den Deca Ultratriathlon angemeldet – mit dem klaren Ziel, einen neuen Weltrekord der Frauen aufzustellen. Auf der Laufstrecke rückte der Rekord allerdings in weite Ferne, als Meixner wegen heftiger Schmerzen nur noch langsam gehen konnte. Schlussendlich überwand sie alle Krisen und schaffte es mit einer Gesamtzeit von 244 Stunden, 55 Minuten und 34 Sekunden ins Ziel – als offizielle neue Weltrekordhalterin. Bereits im vergangenen Jahr hatte Meixner den Double Deca Ultratriathlon (20-fach-Ironman) in Buchs gefinisht und einen neuen Weltrekord aufgestellt.
Einziger Schweizer wird vierter
Der einzige Schweizer Teilnehmer am Swissultra, Daniel Meier aus Winterthur, hat mit einer Gesamtzeit von 237:18:37 Stunden den fünften Platz erreicht (von insgesamt zwölf Teilnehmern im Männerfeld). Dies trotz «Doppelmandat» als Athlet und Mitorganisator, und obwohl er zweimal während dem Rennen ein paar Stunden Pause machte, um an der Willkommensparty die neuen Athleten zu begrüssen, die für den Deca one per day und für die Quintuple-Rennen angereist waren. «Als Initiator dieses Wettkampfs lage es mir am Herzen, mir Zeit zu nehmen für «meine» Athleten», sagt Meier. «Dadurch habe ich bewusst den vierten Platz aufs Spiel gesetzt, aber das wars mir wert.» Gewonnen hat den Deca Continuous der Ungare Ferenc Szőnyi mit einer Zeit von 213:44:04 Stunden vor dem Briten David Clamp, der letztes Jahr den Double Deca Ultratriathlon in Buchs gewonnen und einen neuen Weltrekord aufgestellt hatte.
Ultratriathlon trotz Handicap
Besonderen Respekt verdient hat auch die Leistung von Walter Eberle aus Schaan (FL): Als erster handicapierter Teilnehmer hat er am Swissultra den Quintuple Ultratriathlon gefinisht – fünf Ironman-Distanzen in Folge. Jeden Morgen um sieben Uhr stieg er ins Becken und schwamm 3.8 Kilometer allein mit der Kraft seiner Arme; die gelähmten Beine galt es dabei stabil im Becken zu halten. Ziemlich konstant nach eindreiviertel Stunden stieg er aus dem Wasser und tauschte den Neopren gegen das Kniebike. Die Radstrecke auf dem Rheindamm ist ihm wohlbekannt aus zahlreichen Trainingseinheiten. Nach 180 Kilometer wechselte er auf die Laufstrecke, die er mit dem Rennrollstuhl in Angriff nahm. Die Organisatoren hatten extra für ihn eine Strecke auf Teer ausgemessen. «Wir sind alle beeindruckt von Walters Leistung», sagt Rennleiterin Katrin Meier nach dem Zieleinlauf. «Und das immer mit einem Strahlen im Gesicht» Zahlreiche Athleten und Zuschauer feuerten ihn bei der Zieldurchfahrt an und gratulierten.
Positives Fazit
Der letzte Athlet, Michael Ortiz, reizte das Zeitlimit voll aus und war erst am Donnerstagmorgen um fünf Uhr zu stoppen. Er ist einer von nur drei Athleten, die ihr Ziel nicht erreichten. Der Italiener Cristian Menghini reiste frühzeitig ab wegen Magenproblemen, und die Guatemaltekin Michelle Echeverria beendete am vierten Tag den Marathon nicht, absolvierte aber den fünften und letzten Tag trotzdem. «Eine so niedrige Ausfallquote hat es in der Ultratriathlon-Szene wohl noch nie gegeben», sagt Rennleiterin Katrin Meier. «Es freut uns enorm, dass wir von 39 Athleten 36 ins Ziel gebracht haben!» Letztes Jahr hatten von 21 gestarteten Athleten acht aufgeben müssen.
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