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Nichts anbrennen lassen
Diese Leute tragen brennende Fässer durch die Strassen.
Jedes Jahr am Abend des 5. November werden im englischen Ottery Saint Mary ungefähr 80 brennende, mit Teer gefüllte Holzfässer von über 200 Männern, Frauen und Kindern durch die Strassen getragen. Der Londoner Fotograf Leon Foggitt, welcher aus dieser Gegend stammt, hat acht der diesjährigen Teilnehmer(innen) porträtiert. Getragen wird normale Kleidung, der Schutz besteht einzig aus gefütterten Jutehandschuhen. Wie die Bilder zeigen, kommt es deshalb durchaus vor, dass Kleidung und Haut etwas in Mitleidenschaft gezogen werden. Aus Erfahrung sind die Organisatoren (-innen) aber mehr um die Zuschauer(innen) denn um die Fassträger(innen) besorgt.
Die Teerfässer-Tradition in der englischen Ortschaft Ottery ist Hunderte Jahre alt. Die genauen Ursprünge sind unbekannt, doch die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass die Tradition in Zusammenhang mit der Schiesspulververschwörung einiger Katholiken am 5. November 1605 steht. Weitere mögliche Ursprungserklärungen beinhalten die Theorie, dass Teerfässer verbrannt wurden, um vor dem Angriff der spanischen Armada zu warnen. Der Westen Englands hat eine lange Tradition von Prozessionen mit Fackeln und brennenden Fässern. Ottery war nur eine von vielen Städten, die jedes Jahr am 5. November brennende Teerfässer durch die Strassen rollte. Vor 30 Jahren muss jemand auf die Idee gekommen sein, dass das Rollen zu langweilig sei und das Tragen der Fässer auf den Schultern dem Anlass mehr Spannung verleihen würde. So entstand die heutige Form des Anlasses, welcher durch Feuerwerke und ein Höhenfeuer ergänzt wird.
Die Bilder des Briten Leon Foggitt sind geprägt vom Interesse an den Menschen, die vor seiner Kamera stehen. Er versucht die Ernsthaftigkeit und die Verletzlichkeit der Porträtierten möglichst authentisch festzuhalten.
Foggitt wurde 1985 in Exeter, Devon, geboren und arbeitet inzwischen in London als Presse- und Werbefotograf. Zu seinen Kunden zählen im Bereich Medien unter anderem das «Geo»-Magazin, «Men’s Health», «Monocle» und das «Morgenbladet».
Weitere spannende Bildserien finden sich auf Leon Foggitts Webseite.