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Durchfall, medizinisch auch Diarrhoe (oder Diarrhö) genannt, kommt von Griechisch διάρροια (diárrhoia‚ bedeutend „Durchfall‘‚ Bauchfluss‘).
Als Durchfall werden mehr als drei (3) Entleerungen eines zu flüssigen Stuhls pro Tag definiert. Das Stuhlgewicht muss hierbei über 250 g liegen. Durchfall ist ein Symptom und keine eigenständige Erkrankung.
Eigentlich kommt dem Durchfall eine wichtige Schutzfunktion zu: Indem sich der Darm schneller bewegt (Peristaltik), wird dem Nahrungsbrei weniger Flüssigkeit entzogen. So scheidet der Darm mit dem häufigen und dünnen Stuhl gleichzeitig bedrohliche Krankheitserreger und Gifte aus.
Nach Verlauf wird Durchfall in folgende Untergruppen eingeteilt:
- Akuter Durchfall dauert maximal bis drei Wochen, im Gegensatz zum chronischen Durchfall, wo der Verlauf mehrere Monate oder Jahre betragen kann. Im ersten Fall sind infektiöse oder toxische Ursachen meistens der Auslöser.
- Bei chronischem Durchfall sind die Ursachen vielfältig: Unter anderem können chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn beziehungsweise Colitis Ulcerosa), mikroskopische Kolitis, ischämische Kolitis (Durchblutungsstörung), Zöliakie (Gluten-Allergie, auch Sprue genannt), Laktoseintoleranz (Milchzuckerintoleranz), Dünndarmfehlbesiedlung (auch Dünndarmüberwucherung, auf Englisch auch Small Intestinal Bacterial Overgrowth), neuroendokrine Tumore (auch Karzinoide genannt), Bauchspeicheldrüseninsuffizienz, Schilddrüsenüberfunktion, chologene Diarrhoe (Gallensäure-assoziierte Diarrhoe, typischerweise nach Gallenblasenentfernung), Divertikulitis (sackförmige Ausstülpung der Dickdarmwände mit paralleler Entzündung) oder medikamentöse – nutritive Ursachen können Durchfall hervorrufen.
- Bei immunsupprimierten Patienten sind auch weitere infektiösen Ursachen mit Chronifizierung möglich, wie beispielsweise bei Cryptosporidien und Isosporidien (Protozoen, Art von Parasiten). Seltenere Ätiologien (Ursachen) sind Amyloidose (von Griechisch ἄμυλον ámylon „Kraftmehl, Stärke, Erkrankung mit Anreicherung von Proteinen meist extrazellulär im Zwischenzellraum) und Kurzdarmsyndrom nach mehreren Darmresektionen. Begleitende Symptome und Zeichen können häufig diagnostisch richtungsweisend sein, wie zum Beispiel Blut- oder Schleimbeimengungen im Stuhl, fettreiche Stuhlgänge, Fieber, Gewichtsabnahme, Blähungen etc.
- Wenn nach umfangreicher Abklärung keine organische Erklärung zu findet ist, spricht man von einer funktioneller Erkrankung im Sinne eines Reizdarmsyndroms. Zu den typischen Beschwerden eines Reizdarmsyndroms gehören hauptsächlich anhaltende Bauch- oder Unterleibsschmerzen, Krämpfe sowie ein veränderter Stuhl; dabei haben Frauen eher mit Verstopfung zu tun, Männer eher mit Durchfall. Bei manchen Patienten kommt es mal zu Durchfall, mal zu Verstopfung. Das Reizdarmsyndrom ist ungefährlich. Es ist eine häufige Diagnose mit weltweiter Prävalenz von circa 11%. Allerdings können Symptome, die denen des Reizdarmsyndroms ähneln, bei gefährlichen Erkrankungen ebenfalls angetroffen werden, zum Beispiel Stuhlunregelmässigkeiten mit begleitenden Bauchschmerzen bei Dickdarmkarzinom. Deshalb ist das Reizdarmdyndrom trotz seiner Häufigkeit nach ausführlicher Abklärung immer nur eine Auschlussdiagnose.
Bei der Diagnostik des Durchfalles spielt die Magenspiegelung / Darmspiegelung (Endoskopie / Koloskopie / Gastroskopie) des Verdauungssystems eine zentrale Rolle.
Mittels einer Magenspiegelung (Gastroskopie) können Zöliakie (Glutenallergie), Giardien (Parasiten mit potential einer Chronifizierung), Morbus Whipple (Ursächlich durch den Keim Tropheryma whipplei), Laktoseintoleranz (Milchzuckerintoleranz) untersucht werden. Darüber hinaus können auch Präkanzerosen (Krebsvorstufe) des Magens diagnostiziert und der Helicobacter pylori Status (1-3% der Träger entwickeln ohne Behandlung im Laufe des Lebens Magenkrebs) geklärt werden.
Des Weiteren verusacht Helicobacter pylori eine Dysbiose (Störung des Darmmikrobioms), welche in der komplexen Pathogenese sowohl der chronischen Darmentzündung als auch von Reizdarmsyndrom eine Rolle spielt.
Mittels Darmspiegelung (Koloskopie) besteht die Möglichkeit weitere Krankheitsbilder, wie Divertikulitis, Morbus Crohn – Colitis Ulcerosa, mikroskopische Kolitis, ischämische Kolitis und Malignome überprüfen zu können.
Weitere wichtige diagnostische Untersuchungen schliessen Atemteste, Stuhlanalysen, Blutanalysen und Bildgebungen (Ultraschall, MRI / CT) ein. Liegt das Problem im Bereich des Dünndarmes, welcher mit der konventionellen oberen und unteren Spieglung nicht vollständig erreichbar ist, besteht die Möglichkeit einer Kapselendoskopie oder Enteroskopie (Dünndarmspieglung Spirale oder mittels speziellem Ballon).
Vom besonderen Interesse sind die neuroendokrinen Tumoren (zum Beispiel Gastrinom, Insulinom, VIPoma) in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Diagnostisch besteht hier die Möglichkeit einer Endosonographie (Ultraschall von innen) mit paralleler Punktion des Organs zur Sicherung der Diagnose.
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