Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03569.jsonl.gz/201

Ein Gang zum Standesamt reicht nicht immer aus, um sich als Ehepaar bezeichnen zu dürfen. Und das Strausswerfen ist nichts gegen manch andere Bräuche, die rund um den Globus praktiziert werden.
Wenn man in Schweden heiratet, sollte man besser nicht aufs WC gehen. Wenn die Braut oder der Bräutigam während der Feier weggehen, werden die Gäste dazu aufgefordert, den Verbliebenen zu küssen, bis der andere zurückkommt.
In China müssen Bräute, die die Tujia-Tradition schätzen, täglich eine Stunde während des Monats vor der Hochzeit weinen. Nach zehn Tagen kommt die Mutter hinzu und weitere zehn Tage später die Grossmutter. Die Tränen symbolisieren die Freude an der Hochzeit.
In Irland dürfen die Füsse der Braut während des Hochzeitstanzes nicht den Boden verlassen. Wenn sie das tut, werden böse Feen sie wegfegen, heisst es.
Eine Tradition der französischen Polynesier der Marquesas-Inseln sieht vor, dass die Familienmitglieder der Braut mit dem Gesicht nach unten auf den Boden liegen, während die Eheleute über ihre Rücken laufen und so die Zeremonie verlassen.
In einigen afrikanischen Dörfern ist es Tradition, dass die Mutter der Braut das Paar nach der Hochzeit in ihr Schlafzimmer begleitet. Damit sie ihrer Tochter zeigen kann, wie alles funktioniert.
Paaren in der Tidong-Gemeinschaft von Borneo ist es verboten, drei Tage vor der Hochzeit auf die Toilette zu gehen. Das soll sie auf gemeinsame Herausforderungen vorbereiten.
Auf Fidschi muss der Bräutigam einen Walzahn mitbringen, um beim Vater um die Hand seiner Tochter anhalten zu dürfen.
Nach der Hochzeit ist es in Korea üblich, dass dem Bräutigam die Füsse gefesselt und die Sohlen mit einem Fisch geschlagen werden, um ihn für seine Hochzeitsnacht vorzubereiten.
Indische Frauen, die als Mangliks geboren werden, sollen vor einem Mann zuerst einen Baum heiraten. Wenn sie es nicht tun, werden sie verflucht und bringen ihren Ehemännern einen frühen Tod. Das Ritual nennt sich Kumbh Vivah. Nachdem sie den Baum geheiratet haben, wird er abgesägt und der Fluch somit gebrochen. Dann kann die Frau mit einem Mann die Ehe eingehen.
In der kleinen ethnischen Gruppe in China, genannt Yugur, muss der Bräutigam auf seine Braut mit Pfeil und Bogen dreimal vor der Hochzeit schiessen. Die Pfeile sind zum Glück stumpf.
In Schottland ist es üblich, eklige Dinge über die Braut zu schütten. Faule Eier, Fischsauce oder saure Milch stehen auf dem Programm. Anschließend wird sie angebunden oder durch die Strassen geführt und die anstehende Hochzeit verkündet. Wenn sie dies ertragen kann, kann sie die Strapazen der Ehe auch ertragen.
In Mauretanien ist es für die Braut üblich, vor der Hochzeit so dick wie möglich zu werden. Die Mädchen werden bereits ab einem Alter von vier Jahren fast rund um die Uhr gemästet. Mit zwölf sollen sie bereits die Kleidergrösse XXL tragen und 80-100 Kilo auf die Waage bringen.
Ältere Frauen helfen den Mädchen beim „Stopfen“, denn es soll möglichst schnell gehen. Die Hochzeit ist das grosse Ziel. Alte Männer, die ihre Grossväter sein könnten, finden die junge, pralle Braut, die sie sich zuvor ausgesucht haben, toll.
Das Daur-Volk in China fordert von der Braut und dem Bräutigam, ein Küken zu töten, während sie das Messer gemeinsam halten. Dann prüfen sie seine Leber. Wenn es eine gute Leber ist, können sie einen Termin für die Hochzeit vereinbaren. Wenn nicht, müssen sie den Vorgang wiederholen, bis sie eine gute finden.
Auf einer Massai-Hochzeit in Kenia spuckt der Vater der Braut seiner Tochter ins Gesicht und auf die Brüste, um sie zu segnen.
Im Kongo ist es der Braut und dem Bräutigam nicht erlaubt, während der Zeremonie zu lächeln oder zu lachen. Damit soll gezeigt werden, dass sie es ernst meinen. An der anschliessenden Feier ist es jedoch wieder in Ordnung, fröhlich zu sein.