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Fahnen waren bis in die Neuzeit keine Nationalitätszeichen, sondern bezeichneten anfänglich nur die militärische Einheit oder den Fürsten und seinen Machtbereich. Sie wurden aber von den Menschen, die darunter kämpften, religiös verehrt.
Das Vexillum, wie auch schon früher die Vexilloide, waren zugleich militärische und religiöse Zeichen, die Herrscher der Antike hatten oftmals den Status eines Gottes. Diese religiöse Symbolik schwingt bis heute in den modernen Fahnen mit, so werden z.B. militärische Fahnen von der Kirche feierlich gesegnet, oder aber man denke an die Inbrunst wie Schlachtenbummler ihre Klubfahne anhimmeln. Der Papst belehnte als Stellvertreter Christi die Kaiser jeweils mit einer Fahne, als äusserliches Zeichen ihrer von Gott gesegneten Macht. Mit dem Erstarken der weltlichen Macht waren es im Laufe der Zeit die Kaiser selbst, die ihre Vasallen mit Fahnen belehnten, es entstanden so die Fahnen von Fürsten, Städten, Landschaften. Mit der Aufklärung und dem Erstarken des Bürgertums kamen Freiheitsgedanken auf, die den Weg zur Entstehung von Nationalstaaten ebneten. Erst jetzt, also seit dem Ende des 18. Jahrhunderts, wurden die Fahnen auch Symbolträger für die breiten Massen, deren verschiedene Gruppen (z. B. Länder) nun ihre gemeinsamen Ideale in ein farbiges Tuch projizieren konnten.
Dadurch erhielt dieses hehre Tuch, eben die Nationalflagge, wiederum einen praktisch religiösen Status. In der heutigen Zeit, nach vielen Kriegen zwischen den Völkern, hat sich der religiöse Symbolgehalt der Fahnen etwas abgeklärt. Die Kirchen haben bis heute die direkt vom Vexillum abstammende, meist einfarbige Fahne mit Heiligenbildern, die an einer Querstange hängt, beibehalten.