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| Ambrosius von Mailand (340-397) - Exameron

Der sechste Tag. Neunte Homilie. (Gen 1,24-26)
V. Kapitel. Die unterschiedliche Halslänge der Tiere. Der eigenartige aber zweckmäßige Körperbau des Elefanten. Seine Erlegung. Seine Bedeutung, besser Furchtbarkeit im Kriege. Seine natürliche Waffenrüstung und Gepflogenheiten.
35.
Und was Wunder auch, wenn der Elefant in Waffenrüstung Gegenstand des Schreckens ist? Sind doch schon seine Zähne gleichsam natürliche Speere, mit denen er bewaffnet ist. Mit dem Rüssel zermalmt er alles, was er umschlingt, mit dem Fuße aber vernichtet er alles, worauf er tritt, wie unter gewaltigem Trümmersturz es begrabend. Er umpfängt mit dem Rüssel ganze Plantagen, um sie aufzuzehren, und umschnürt damit wie ein hochaufgerichteter Drachen die Opfer, die er erfaßt, nach Schlangenart sie umwindend. Vielfach, namentlich beim Auflesen der Nahrung von der Erde und beim Einschlürfen des Trinkwassers, krümmt er den Rüssel kreisförmig. So ist uns denn der Elefant ein Beweis dafür, daß es kein Geschöpf gibt, das überflüssig wäre. Und doch ist auch dieser gewaltige Tierkoloß uns unterwürfig und menschlichem Gebote dienstbar.