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Es ist immer das Gleiche: Sobald die Leute weissen Schnee vor blauem Himmel sehen, schlagen sie ihre behäntschten Hände zusammen, strahlen über alle vor Kälte gefühllosen Backen und rufen, während die Freudentränen an ihren Wangen festfrieren, voller Verzückung “Ach!” und “Jessesgott!” und “Läck!” und “Wie im Märli!!!”
Wie in welchem Märli, sagen sie aber nie. Das ist auch kein Wunder. Denn Märchen, in denen Schnee eine (und dann auch noch positiv besetzte) Rolle spielt, gibt es meines Wissens gar nicht.
Wohnte Rotkäppchens Grosi in einem Iglu?
Liess Rapunzel ihr Haar von einem Skigondeli herunter?
Wartete der Froschkönig in einem zugefrorenen Teich auf eine kusswillige Prinzessin?
Eben.
Und damit nicht genug: Schnee(!)wittchen wurde gemobbt und vergifet. Aschenputtel besuchte jeden Tag das Grab seiner Mutter “und weinte und blieb fromm und gut”, wie es in einer internetten Zusammenfassung von Grimm’s Märchen heisst. Doch alles Bravsein nützte ihm nichts: Sein Vater nahm sich eine andere Frau, worauf das Elend mit der Stiefmutter seinen Lauf nehmen konnte.
Und wann begann der Witwer, sich beziehungstechnisch neu zu orientieren? Nicht im Sommer natürlich und auch nicht im Frühling oder Herbst, sondern, “kaum hatte der Schnee ein weisses Tüchlein auf das Grab gelegt”.
Noch Fragen?