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Medikamentenflut (Angaben für Deutschland - gilt mit einigen Abweichungen aber auch für die Schweiz)
Laut Experten wäre mit 3.000 Medikamenten eine beste medizinische Versorgung gewährleistet. Dagegen gibt es weltweit mehr als 200.000 Pharmaka mit einem Jahresumsatz von rund 300 Milliarden Dollar. In Deutschland ist der Pro-Kopf-Verbrauch an Medikamenten seit 1950 um mehr als das 20fache gestiegen. Rund 45.000 Medikamente sind hierzulande im Handel (Stand: 2005). Laut Gesundheitsbehörden gibt es für mehr als 50 Prozent der Medikamente (etwa 24.000) keinen Nachweis einer therapeutischen Wirksamkeit. Die Krankenkassen müssen dennoch die Kosten für diese Mittel tragen. Jährlich gehen hierzulande etwa 300.000 (teure) Krankenhauseinweisungen auf das Konto von medikamentösen Nebenwirkungen (Stand: 2001-2003). Die tödlichen Nebenwirkungen von Pharmaka sind die vierthäufigste Todesursache hierzulande. Die Masse der Medikamente ist also medizinisch nicht gerechtfertigt. Die horrenden Ausgaben der Krankenkassen für Medikamente – die in Deutschland ohne oberes Preislimit kosten dürfen, was der Hersteller für angemessen hält – sind eine wesentliche Ursache für die Finanzkrise der Kassen bzw. für die hohen Beitragssätze der Versicherten.