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Die Mehrheit der Brasilianer hält es für notwendig, dass der Amazonas-Regenwald vor einer weiteren Zerstörung geschützt wird. In einer Umfrage des brasilianischen Industrieverbandes CNI stimmen 95 Prozent der Befragten einer wirtschaftlichen Entwicklung der Region zu, allerdings unter der Bedingung, dass gleichzeitig der Regenwald geschützt wird.
Durchgeführt wurde die Umfrage im Vorfeld des Fórum Mundial Amazônia+21, ein vom Industrieverband organisiertes Online-Forum zu einer möglichen nachhaltigen Nutzung Amazoniens.
Die CNI-Umfrage ist nicht die einzige, bei der sich die große Mehrheit der Befragten für den Schutz des Amazonas-Regenwaldes ausgesprochen hat. Bestätigt wird dies ebenso durch eine Studie des Institutes Datafolha. Nach der halten 87 Prozent der Brasilianer den Schutz und Erhalt des Regenwaldes für extrem wichtig.
Für die Regierung des rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro steht hingegen die wirtschaftliche Ausbeute im Vordergrund. Entsprechend fällt deshalb auch in dem Zusammenhang die Bewertung Bolsonaros aus. 46 Prozent der befragten halten die Maßnahmen des Staatschefs zur Vermeidung von Kahlschlägen für schlecht oder sehr schlecht. Nur 27 Prozent erteilen ihm ein “gut“ oder “sehr gut“.
Auf eine wirtschaftliche Nutzung des Regenwaldes muss dennoch nicht verzichtet werden. 93 Prozent halten es für möglich, dass mit dem Schutz des Waldes Geld verdient werden kann und wirtschaftliche Aktivitäten ohne die Zerstörung des Regenwaldes möglich sind. Bestätigt wird dies durch diverse Studien.
Laut dem renommierten Wissenschaftler Carlos Nobre werden mit der Palmfrucht Açaí bereits jährlich Einnahmen in Höhe von einer Milliarde US-Dollar erzielt. Das entspricht in etwa den Erlösen der Holzindustrie (1,1 Milliarden US-Dollar). Allerdings sind nach Nobre 80 Prozent der Holzgeschäfte illegal.