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Nach der Aussetzung aller US-Flüge zum israelischen Flughafen Ben Gurion hat US-Aussenminister John Kerry versichert, die Entscheidung sei nicht politisch motiviert. Die Massnahme sei allein aus Sicherheitsgründen getroffen worden.
Das sagte Kerry dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in einem Telefongespräch am Dienstag. Die Sprecherin des US-Aussenministeriums betonte, die Entscheidung der US-Luftfahrtbehörde FAA zur Verhängung eines Landeverbots wegen des Einschlags einer Rakete nahe dem Flughafen zwischen Tel Aviv und Jerusalem werde binnen 24 Stunden überprüft.
Zuvor hatte es seitens der USA bereits geheissen, das Landeverbot sowie eine kürzlich ausgesprochene US-Reisewarnung für Israel, das Westjordanland und den Gazastreifen seien kein Versuch, Israel zu einer Waffenruhe mit der palästinensischen Hamas zu bewegen.
Am Dienstag war eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete nahe dem Luftdrehkreuz eingeschlagen. Neben der FAA empfahl auch die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA), Ben Gurion «bis auf weiteres» nicht mehr anzufliegen. Zahlreiche Fluggesellschaften sagten daraufhin ihre Flüge ab.
Die britische Billigfluglinie Easyjet strich vorläufig ihre Flüge nach Israel. Davon ist auch der Flughafen Basel betroffen. Das Unternehmen teilte am Dienstagabend mit, die Flüge für 24 Stunden auszusetzen.
Weiter annullierten Air Canada, die Lufthansa Gruppe, zu der auch die Swiss gehört, Air France, KLM, SAS, Air Brussels und Air Berlin ihre Verbindungen. British Airways behielt seine Flüge dagegen bei.
Die Nachricht von dem Raketeneinschlag nahe dem Flughafen sorgte bei den Fluglinien auch deshalb für Besorgnis, weil am Donnerstag eine Passagiermaschine von Malaysia Airlines mit 298 Menschen an Bord über dem umkämpften Osten der Ukraine wahrscheinlich von einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen worden war.
Am Dienstag legte Jordanien dem UNO-Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf zum Gaza-Konflikt vor. Der Text ruft zu einem «sofortigen und vollständig respektierten Waffenstillstand» zwischen Israel und der palästinensischen Hamas-Bewegung auf und fordert die Aufhebung der Blockade des Gazastreifens.
Zudem wird in dem Entwurf ein Rückzug der israelischen Armee aus dem Küstenstreifen und die Öffnung der Grenzübergänge verlangt. Allerdings wurde laut Diplomaten noch kein Termin für Beratungen über den Text angesetzt. (rey/sda/afp)