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Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus (2 Mo 20, 2).
Dieser erste Satz ist nicht das erste Gebot, sondern die Einleitung in die Zehn Gebote. Die Zehn Gebote sind Teil des Bundes den Gott mit seinem Volk auf dem Berg Sinai geschlossen hatte. Viele Bibelausleger sehen Ähnlichkeiten zwischen dem Bundesschluss auf dem Sinai und anderen Bünden die zu dieser Zeit zwischen Grosskönigen und Vasallen geschlossen wurden. Auch diese Vasallenverträge hatten einen Prolog in dem zuerst der Grosskönig und die Taten die dieser König für seinen Vasall vollbrachte aufgezeigt.
Gott stellt sich hier als ein Gott vor, der sein Volk befreit hat. Er ist ein mächtiger Gott und hat seine Liebe zu seinem Volk bewiesen. In der Tat der Befreiung aus Ägypten sehen wir, dass Gott sein Volk zuerst geliebt hat und ohne Vorbedingungen befreit hat. Gott hat nicht zuerst ein Gesetz gegeben und den Menschen gesagt: „Wenn ihr diese Gebote dann einmal haltet, dann werde ich euch vielleicht befreien.“ Nein er hat die Initiative ergriffen, die Not seines Volkes gesehen und seine Leute durch sein mächtiges Eingreifen aus Ägypten gerettet.
Diese vorausgehende Liebe hat Gott uns noch auf viel grössere Weise gezeigt. Jesus Christus kam als Gottes Sohn auf diese Welt. Er lebte ein sündloses Leben. Für unsere Sünden starb Jesus auf brutale Art am Kreuz und wurde am dritten Tag von Gott dem Vater auferweckt. Durch das Sterben von Jesus können wir alle Kinder Gottes sein. Jesus befreit uns von unseren Sünden. Seine Befreiung ist bedingungslos und nicht an das halten von Gesetzen gebunden. Gott hat uns aus bedingungsloser Liebe errette. Auch für uns heute gilt. Vor allem Gesetz steht das Angebot des Evangeliums. All unsere Gesetzesübertretungen werden uns vergeben.
Wenn wir uns mit den Zehn Geboten beschäftigen, müssen wir daran denken, das Gott uns zuerst sein Liebe in der Befreiung gezeigt hat.