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Für eine verantwortungsvolle internationale Zusammenarbeit: Ein Leitfaden für Schweizer Hochschulen
swissuniversities publiziert einen Leitfaden für verantwortungsvolle internationale Zusammenarbeit
Hochschulen in der Schweiz und auf der ganzen Welt engagieren sich zunehmend in der internationalen Zusammenarbeit. Dies bietet ihnen einzigartige Möglichkeiten, ihren Wirkungskreis zu erweitern, drängende globale Probleme anzugehen und i hren Studierenden und Mitarbeitenden internationale Chancen zu bieten, erfordert aber auch ein stärkeres Bewusstsein und Verantwortungsbewusstsein aller Beteiligten. Sie teilen die Notwendigkeit und die Verantwortung, jede potenzielle Zusammenarbeit im Hinblick auf Werte wie akademische Freiheit und institutionelle Autonomie, ethische und rechtliche Aspekte sowie Nutzen und Vorteile des Wissenstransfers zu bewerten.
Die akademische Freiheit ist die Grundlage für Forschung und Lehre. Sie umfasst "das Recht, Forschungsfragen frei zu definieren, Theorien zu wählen und zu entwickeln, empirisches Material zu sammeln und solide akademische Forschungsmethoden anzuwenden, akzeptiertes Wissen in Frage zu stellen und neue Ideen einzubringen. Es beinhaltet das Recht, die Ergebnisse offen zu teilen, zu verbreiten und zu veröffentlichen, auch durch Ausbildung und Lehre. Es ist die Freiheit der Forscher, ihre Meinung zu äußern, ohne durch das System, in dem sie arbeiten, oder durch staatliche oder institutionelle Zensur und Diskriminierung benachteiligt zu werden." Bonner Erklärung zur Freiheit der wissenschaftlichen Forschung, angenommen auf der Ministerkonferenz zum Europäischen Forschungsraum am 20. Oktober 2020 in Bonn
Auch wenn diese akademischen Werte den Anspruch erheben, universell zu sein, sind sie es in Wirklichkeit nicht, und die Idee solcher universellen Werte wird zunehmend in Frage gestellt oder unterschiedlich interpretiert. Diese Frage sollte mit dem Partner besprochen werden.
Ziel dieses Leitfadens ist es, die Schweizer Hochschulen, ihre Entscheidungsträger und ihr akademischen Gemeinschaften - Dozenten, Forscher, Studierende, technisches und administratives Personal - dabei zu unterstützen:
1. die mit der internationalen Zusammenarbeit verbundenen Vorteile, Herausforderungen und Risiken zu bewerten,
2. vorhandene Ressourcen zu nutzen und von erfolgreichen Praktiken zu lernen, und
3. eine größere Kohärenz zwischen den Hochschulen in der Schweiz zu fördern.
Das Dokument ist als Reflexions- und Diskussionsgrundlage gedacht. Es schlägt Dimensionen und Fragen vor, die bei der Planung, Vorbereitung, Durchführung, Evaluierung oder Konsolidierung von Kooperationsaktivitäten mit akademischen oder privaten Partnern in einem internationalen Kontext zu berücksichtigen sind.
Im Rahmen ihrer Autonomie sind die Schweizer Hochschulen und ihre jeweiligen Gemeinschaften für ihre eigenen Aktivitäten verantwortlich. Dieser Leitfaden stellt keine zusätzliche Belastung für die Institutionen dar, wenn es um die Einhaltung von Vorschriften geht. Der Leitfaden ist nicht erschöpfend und stellt eine Ergänzung zu den jeweiligen Richtlinien und Vorschriften der einzelnen Hochschulen dar.