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Wo baut Tesla eigentlich seine Fahrzeuge? Oft ist ja von den Gigafactories als Produktionsstandorte und Fabriken die Rede. Dieser Beitrag zeigt einen Überblick über die verschiedenen Standorte der Tesla Werke. Kurz zusammengefasst wird auch, welche Fahrzeugmodelle wo produziert werden.
Für viele stellt sich dabei aber nur eine Frage: Welche Tesla Modelle werden in Berlin-Brandenburg gebaut? Mehr dazu im verlinkten Abschnitt.
Aber zuerst eine kurze Einführung in die Produktionsgeschichte von Tesla und wie alles begann.
Mit dem Roadster startete Tesla im Jahr 2008 damit, sein erstes Fahrzeug in einer Kleinserie zu produzieren. Zusammen mit der kalifornischen Firma AC Propulsion und dem englischen Autohersteller Lotus entwickelte Tesla den vollelektrischen Roadster auf Basis des Lotus Elise. AC Propulsion war bereits damals in den Nullerjahren auf die Entwicklung elektrischer Antriebe spezialisiert.
Mit dem Lotus Elise konnte man auf einem Roadsterchassis aufbauen, ohne unnötig Geld in die Entwicklung einer Fahrzeugbasis zu investieren. Schlussendlich ging es ja primär darum zu beweisen, dass Elektromobilität mit einer vernünftigen Reichweite und guten Leistungsdaten möglich ist.
Obwohl Tesla seinen Hauptsitz in Kalifornien hatte, wurde der Roadster damals in England im Lotus-Werk Hethel gefertigt. Schlussendlich wurden bis 2012 aber auch nur rund 2450 Roadster in einer Kleinserie gebaut, wofür sich eine eigene Fabrik gar nicht gelohnt hätte.
Im Mai 2010, als Tesla für die geplante Model S Limousine eine eigene Produktionsstätte benötigte, fiel die Wahl auf Fremont in Kalifornien. Ein Ort, der etwa 40 Meilen (ca. 64 km) von San Francisco entfernt ist. Tesla kaufte damals ein ehemaliges Werk von einem Unternehmen namens “New United Motor Manufacturing (NUMMI)”, das ein Jointventure von General Motors und Toyota war. Aufgrund der wirtschaftlichen Probleme während der Finanzkrise zog sich GM im Juni 2009 aus dem Jointventure zurück. Worauf die Fabrik kurz darauf geschlossen und an Tesla verkauft wurde.
Nach einem gründlichen Umbau der Fabrik rollte im Juni 2012 das erste Model S vom Band. Mittlerweile hat das Werk in Fremont die Kapazität, um bis zu 550’000 Model 3/Y pro Jahr und bis zu 100’000 Model S/X zu produzieren.
Es folgt nun eine Aufzählung aller Werke weltweit.
Fremont, USA – Kalifornien
Produziert: Model S, Model X, Model 3 und Model Y
In Fremont, nahe der Stadt San Francisco, wird seit 2012 das Model S und seit September 2015 das Model X gebaut. Es ist aktuell die einzige Produktionsstätte von Tesla, wo Model S und Model X gebaut werden. Seit Juli 2017 werden auch Model 3 in Fremont gebaut und später kam auch das Model Y dazu. Die Fahrzeuge werden komplett in diesem Werk gebaut, getestet und von dort an ihre Auslieferungsorte transportiert. Mehr Details über das Tesla Werk Fremont und sehr ausführliche englische Videos mit einem Rundgang durch die Fabrik:
- Tesla Fremont Factory Tour, Part 1
- Tesla Fremont Factory Tour, Part 2
- Tesla Fremont Factory Tour, Part 3
Nach Europa kamen die Fahrzeuge via Schiff von San Francisco via Belgien oder die Niederlande. Model S und Model X wurden bis Herbst 2020 in Containern transportiert. Model 3 und Y in speziellen Auto-Transport-Frachtern.
Tilburg, Niederlande
Dieses Werk wurde mittlerweile eingestellt. Ursprünglich nur für Endmontage, keine Produktion
Vor der Inbetriebnahme der Gigafactory Berlin hatte Tesla keine Werke in Europa.
Aus finanziellen Gründen wurden Model S und X für den EU-Raum deshalb ohne eingebauten Antriebsstrang nach Europa verschifft. In Rotterdam oder Antwerpen wurden die Container mit den Fahrzeugen dann über ein Kanalsystem mit kleineren Schiffen nach Tilburg in den Niederlanden transportiert. Der Grund dafür war offenbar, dass die europäischen Importzölle für “Autoteile” tiefer waren als für fertig montierte Autos.
Da die Fahrzeuge nicht fertig montiert waren, galten sie nur als Bauteile. In Tilburg erfolgte dann bis September 2020 die Endmontage und Qualitätstests, bevor die Fahrzeuge mit Lastwagen in die verschiedenen Länder zu ihren Auslieferungsorten transportiert werden. Ein Sonderfall war die Schweiz und Norwegen, da es sich hier nicht um EU Länder handelt, wurden Model S und X für diese Länder bereits in Kalifornien vollständig montiert und in Europa erfolgte nur noch eine Qualitätskontrolle.
Diese Endmontage in Tilburg wurde im Jahr 2021 eingestellt. Vermutlich stünden die eingesparten Kosten im Verhältnis zum Aufwand und den Prozessen nicht mehr in einem akzeptablen Verhältnis.
Gigafactory Nevada (USA)
Produziert: Batteriezellen/Akkupacks für Fahrzeuge und Powerwalls. Elektromotoren und Antriebseinheiten für Model S,X und 3/Y. Der Sattelschleppers Semi und in Zukunft auch 4680-Batteriezellen.
Um dem extrem hohen Bedarf an Batteriezellen gerecht zu werden, benötigte Tesla eine eigene Batteriefabrik für deren Herstellung. Zusammen mit dem Elektronikkonzern Panasonic hat Tesla im Jahr 2014 den Grundstein für die erste Gigafactory in der Wüste von Nevada gelegt. Die Eröffnung erfolgte im Juli 2016 für einen Teil der Fabrik. Zu diesem Zeitpunkt waren 3 der geplanten 21 Bauabschnitte fertig errichtet. Die Fabrik wächst also kontinuierlich mit dem Bedarf.
An diesem Standort werden außer Batteriezellen und Akkupacks auch Elektromotoren und Antriebseinheiten produziert und anschließend per Lastwagen in das Werk Fremont bei San Francisco transportiert. Seit Januar 2017 werden auch Energiespeicher-Komponenten für Powerwalls und Powerpacks produziert.
In Nevada wird auch der Sattelschlepper Semi produziert.
Weitere Informationen zur Gigafactory Nevada auf Wikipedia.
Gigafactory New York (USA)
Produziert: Photovoltaikmodule, Solardachziegel und -kacheln, sowie Supercharger Bauteile.
Die Gigafactory New York ist eine Photovoltaik-Fabrik, die ursprünglich von der Tesla Tochter SolarCity gemietet wurde. Im November 2016 wurde SolarCity dann durch Tesla übernommen und im Konzern integriert. Neben Photovoltaikmodulen, produzierte Tesla in Buffalo, im Bundesstaat New York, auch die Solardachziegel und -kacheln für das Tesla Solardach.
Die Partnerschaft mit Panasonic wurde allerdings für diesen Standort beendet. Weiterhin produziert werden in Buffalo Komponenten für die Supercharger Schnellladestationen, sowie Batteriespeicher-Produkte. Weitere Informationen zur Gigafactory New York auf Wikipedia.
Gigafactory Shanghai (China)
Produziert: Model 3 und Model Y. Außerdem auch die dafür notwendigen Batteriezellen/Akkupacks und Antriebseinheiten, sowie Supercharger Ladestationen.
Das Werk in Shanghai wurde von Tesla in Rekordzeit ab Dezember 2018 gebaut und war eines der ersten Werke außerhalb von USA. Bereits im November 2019 begann die Produktion von Model 3 Fahrzeugen und danach kam das Model Y dazu.
Beide Fahrzeugmodelle werden von Shanghai auch nach Europa exportiert und inoffiziell auch “MiC” Model 3 genannt (“Made in China”). Da Tesla so für den chinesischen Markt im Inland produzieren kann, profitiert man von einer höheren Marge aufgrund wegfallender Importzölle für den Verkauf von Fahrzeugen in China.
Am Standort der Gigafactory entstand auch ein Zentrum für Forschung und Entwicklung.
Nebst dem Produktionsstandort Shanghai hat Tesla in Beijing auch ein Designstudio für die Entwicklung neuer Fahrzeuge gebaut.
Seit Anfang 2021 produziert Shanghai auch Supercharger Schnellladestationen. Damit dürfte der Ausbau des weltweiten Ladestationen Netzwerkes noch schneller vorankommen. Weitere Informationen zur Gigafactory Shanghai auf Wikipedia.
Gigafactory Berlin / Brandenburg (Deutschland)
Produziert: Seit März 2022 läuft die Produktion des Model Y. In Zukunft soll auch das Model 3 hier produziert werden. Im Februar 2023 startete die Produktion von Batteriezellen. Später soll auch die Herstellung stationärer Speicher aufgebaut werden.
Anfang 2020 startete der Baubeginn der weltweit vierten Gigafactory im brandenburgischen Grünheide. Für Juli 2021 war der Produktionsstart des Model Y für den europäischen Markt vorgesehen. Durch Verzögerungen beim Bau verschob sich dieser aber immer weiter bis auf März 2022.
Im Oktober 2022 wurden dann jeweils 2000 Model Y pro Woche für den europäischen Markt produziert und seit Februar 2023 sind es 4000 Model Y pro Woche. Die folgenden Videos zeigen einen tollen Einblick in die Model Y Produktion von Grünheide:
Elon Musk sagte an der Feier zur Übergabe der ersten 30 Model Y Fahrzeuge, dass der Standort in Brandenburg allgemein ein „Exzellenz-Zentrum für nachhaltige Energie“ werden soll. Weitere Informationen zur Gigafactory Berlin auf Wikipedia.
Gigafactory Texas (Austin, USA)
Produziert: Model Y für den US-Markt. Ab Mitte 2023 den Cybertruck. Außerdem auch den Sattelschlepper Semi.
Die Gigafactory Texas ist der globale Hauptsitz von Tesla. Die Bauarbeiten für die weltweit fünfte Gigafactory begannen im Juli 2020 in Austin, Texas. Seit März 2022 wird hier für den östlichen Teil der USA das Model Y produziert. Austin soll aber in Zukunft auch Hauptproduktionsstandort für den Tesla Cybertruck werden. Seit Ende 2022 wird auch der Sattelschlepper Semi hier gebaut. Weitere Informationen zur Gigafactory Texas auf Wikipedia.
Im Mai 2023 begann der Bau einer Lithium-Raffinerie, die 2024 fertiggestellt werden soll.
Gigafactory Mexico (Monterrey, Mexico)
Noch nicht gebaut, aber definitiv angekündigt.
Am Investorentag im März 2023 kündigte Elon Musk den Bau der sechsten Gigafactory an.
Welche Tesla Werke kommen in Zukunft noch dazu?
Es werden in Zukunft garantiert noch weitere Tesla Werke in Form von Gigafactories dazu kommen. Der Bedarf an Batteriezellen ist enorm und benötigt zwangsläufig noch weitere Fabriken. Zeitweise war Indonesien als Standort im Gespräch.
Auf der interaktiven Gigafactory Landkarte sind weitere Informationen und Gerüchte über die Tesla Werke abrufbar und auf der Tesla Webseite zur Herstellung der Fahrzeuge werden interessante Einblicke in die Produktion möglich.
Du bist Tesla Einsteiger? Eine kurze Übersicht der Tesla Fahrzeuge findest Du hier.
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