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Grabmal des Erasmus von Rotterdam
Der grosse Theologe und Humanist Erasmus von Rotterdam lebte mehrmals in Basel (1514-1516, 1521-1529, 1535-1536). Seine Ausgabe des Neuen Testaments in griechischer Ursprache erschien bei Johannes Froben in Basel als Erstdruck. Während der Reformation weilte Erasmus in Freiburg im Breisgau, kehrte danach aber in die Buchdruckerstadt Basel zurück und starb hier 1536 etwa siebzigjährig. Obwohl er Katholik war, wurde er im nunmehr protestantischen Münster bestattet. Das Grab mit dem Epitaph aus rotem Kalkstein (1538 von Bildhauer Hans Mentzinger) befand sich ursprünglich im Mittelschiff vor dem Lettner. Bei der Umgestaltung des Münsters im 19. Jahrhundert wurde das Epitaph an seinen heutigen Standort versetzt, während das Grab erst 1974 anlässlich der Münstergrabung wiederentdeckt und freigelegt wurde. Die Gebeine des grossen Humanisten wurden in der Folge umgebettet und ruhen nun zu Füssen des Grabmals im Nordseitenschiff. Das in seiner Form schlichte, dank des verwendeten Materials und der vergoldeten Inschrift sehr edle Epitaph bildet nicht den Verstorbenen ab, sondern zeigt in einem Medaillon Terminus, den römischen Gott der Begrenzung. Der Sinnspruch dieses Gottes, «concedo nulli» („ich weiche keinem“), war die persönliche Devise des Erasmus. Unterhalb des Medaillons hält eine 25-zeilige lateinische Inschrift die Verdienste des Verstorbenen und die Namen der drei Basler Humanistenfreunde Bonifacius Amerbach, Hieronymus Froben und Nikolaus Bischoff fest, die das Epitaph in Auftrag gegeben hatten.

Das Erasmus-Grabmal im Nordseitenschiff des Münsters. Foto: Erik Schmidt