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Die jüngsten Untersuchungen der Ruine von Schloss Espadon in Gwosgout stellen eine kleine Sensation dar. Bisher war man davon ausgegangen, dass es sich bei dem Kastell um einen Bau aus dem 18. Jahrhundert handelt, der ältere europäische Vorbilder imitiert – wie so oft in der Neuen Welt. Nun haben aber dendrochronologische Erhebungen der Universität von Santa Lemusa gezeigt, dass die Architektur höchstwahrscheinlich aus dem 13. Jahrhundert stammt – zumindest liessen sich alle verbauten Holzteile eindeutig auf die Jahre um 1280 datieren. Dass hier ältere Holzteile in einen neueren Bau integriert worden sein könnten, hält Rose Tommoz für «ausgesprochen unwahrscheinlich» – und kommt zum Schluss: «Wir müssen die Tatsache akzeptieren, dass wir es hier mit einem Kastell zu tun haben, zu dem uns mehr als vierhundert Jahre Geschichte fehlen» (Rose Tommoz: «400 ans sans histoire». In: «Revue historique», no. 78, 2012, S. 140). Das bedeutet auch, dass Eric d'Espadon, der bisher als Erbauer des Kastells galt und in Gwosgout höchste Verehrung geniesst, ganz bestimmt nicht der erste Bewohner der stattlichen Mauern war.
Das Kastell liegt auf einer kleinen Landzunge am nördlichen Rand der Baie de la Canaille, der Bucht vor den Toren von von Gwosgout. Seine hohen Mauern wölben sich kühn dem Ozean entgegen, darüber ragen Türme und Zinnen in den Himmel auf. Noch bis in die 1990er Jahre hinein war in der Burg die Haupt-Polizeiwache von Gwosgout untergebracht. Berühmt war vor allem die Ausnüchterungszelle der Wache – ein echtes Verlies mit einer niedrigen Türe, an der sich auch die Beamten regelmässig den Kopf schlugen (weshalb die Zelle bis heute den Übernamen Trou de tête, «Kopfloch» führt). Im Herbst jeden Jahres finden in der Burg die sogenannten Jeux de l'Espadon statt.
Château Espadon. Rue du Port, Gwosgout. Geöffnet Dienstag bis Sonntag von 10h bis 18h.
First Publication: 23-8-2012
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