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Was ist der Morbus Basedow und weshalb entsteht er?
Der Morbus Basedow (im englischen Sprachraum 'Graves disease' genannt) ist eine Autoimmunerkrankung, welche zu einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) führt. Die Erkrankung wurde 1835 erstmals von Robert James Graves, einem irischen Arzt, und 1840 von Carl Adolph von Basedow, einem deutschen Arzt, beschrieben. In der Schweiz sind etwa 3% der Gesamtbevölkerung betroffen, Frauen häufiger als Männer. Die genauen Ursachen der Erkrankung sind unbekannt. Es wird vermutet, dass Stress, Virusinfektionen oder andere Umwelteinflüsse bei genetisch veranlagten Menschen eine chronische Immunreaktion auslösen. Dabei stimuliert das Immunsystem über TSH-Rezeptor-Antikörper die Schilddrüse zur Hormonüberproduktion.
Welche Symptome können beim Morbus Basedow auftreten?
Mögliche Symptome sind Gewichtsabnahme, innere Unruhe, Zittern, Herzklopfen, häufiger Stuhlgang, Haarausfall und Hitzewallungen. Bei etwa einem Drittel der Patienten sind die Augen mitbetroffen (endokrine Orbitopathie), so dass es zu einer Schwellung kommen kann, welche die Augen nach vorne drückt. Infolge kann es zu gereizten Augen sowie im Extremfall zu Sehstörungen und Doppelbildern kommen. Ein deutlicher Risikofaktor für eine Augenbeteiligung ist Rauchen.
Welche Untersuchungen werden beim Morbus Basedow durchgeführt?
Die Erkrankung wird mittels Bestimmung der Schilddrüsenhormone und der TSH-Rezeptor-Antikörper im Blut diagnostiziert. In der Ultraschalluntersuchung (Sonographie) und bei Bedarf zusätzlich Szintigraphie können mit der Erkrankung einhergehende Veränderungen des Schilddrüsengewebes dargestellt werden.
Wie wird der Morbus Basedow behandelt?
Es stehen drei Therapieoptionen zur Verfügung: Medikamente, Radiojodtherapie oder Operation. Welche Therapie bevorzugt wird, hängt von der individuellen Situation ab. Die Medikamente Carbimazol und Propylthiouracil hemmen die Schilddrüsenhormonproduktion. Die Therapiedauer beträgt üblicherweise ca. 18 Monate. Die Chance, durch diese Therapie geheilt zu werden, liegt bei ca. 40%. Schwere Nebenwirkungen sind zwar äusserst selten, bei Warnsymptomen wie Fieber über 38.5° C, Halsschmerzen oder Gelbsucht müssen Patienten aber umgehend einen Arzt kontaktieren. Weitere Informationen zu Radiojodtherapie und Schilddrüsenoperationen finden sie in den jeweiligen Broschüren.
Was muss man bezüglich Schwangerschaft wissen?
Ist ein Morbus Basedow bekannt und eine Schwangerschaft geplant, sollte dies mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Da die genannten Medikamente in der Schwangerschaft mit einem erhöhten Missbildungsrisiko im Zusammenhang stehen, wird üblicherweise vorgängig eine Operation oder eine Radiojodtherapie empfohlen, wobei Patientinnen nach einer Radiojodtherapie 6 Monate mit einer Schwangerschaft zuwarten sollen. Tritt eine Schwangerschaft ein, sollte zügig der behandelnde Arzt informiert werden.