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Frage: Könnten Sie mir einen Tipp geben, wie ich 100000 Franken am besten anlege? Der Anlagehorizont beträgt fünf bis zehn Jahre, mittleres Risiko. L. M., via E-Mail.
Antwort: Stellen Sie diese Frage zehn verschiedenen Anlageberatern, so werden Sie zehn verschiedene Ratschläge erhalten. Da Sie von einem «mittleren Risiko» sprechen, würden Ihnen die Banken mit
einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit einen Portfoliofonds mit einem Aktienanteil von 50 Prozent empfehlen. Bei der UBS heisst das Ding «UBS (CH) Strategy Fund Balanced (CHF)» und die
CS spricht vom «Credit Suisse Portfolio Fund (Lux) Balances (SFr)». Balanced steht für ausgewogen. Will heissen, der Anteil von Aktien und Obligationen hält sich in etwa die Waage.
Ein solcher Portfoliofonds, auch Strategiefonds, wäre für Sie die einfachste Lösung. Ob es auch die optimale ist, ziehe ich in Zweifel. Ich schlage Ihnen vor, das Depot selber zusammenzustellen - mit 50 Prozent Obligationen und 50 Prozent börsenkotierter Indexfonds (ETF).
ETF sind im Vergleich zu konventionellen Anlagefonds günstiger, transparenter und meistens auch rentabler. Günstiger sind sie aber nur dann, wenn die Börsentransaktion so gegen die 5000 Franken beträgt - dies wegen der verhältnismässig hohen Minimumcourtage. Daher sind bei Einzahlungen von wenigen hundert Franken konventionelle Fondssparpläne vorzuziehen.
Meine Empfehlung: Kaufen Sie pro Semester einen ETF im Wert von rund 5000 Franken. In viereinhalb Jahren sind Sie voll investiert. Falls die Aktienbörsen im kommenden Jahr um über 10 Prozent korrigieren, wie das etwa prognostiziert wird, dann sollten Sie die Kadenz erhöhen. Das heisst, Sie investieren sofort weitere 5000 oder 10000 Franken oder sogar den Restbetrag. So viel zu den 50 Prozent Aktien. Mit den anderen 50000 Franken kaufen Sie fünf Obligationen à 10000 Franken mit Laufzeiten von sechs bis zehn Jahren.
Erschienen im BLICK am 3. Januar 2007