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Die 29-jährige Waadtländerin musste sich in ihrer Halbfinal-Serie einzig der Amerikanerin Sydney McLaughlin (53,81) geschlagen geben. Mit 54,52 Sekunden verbesserte sie die im Vorlauf aufgestellte Saisonbestzeit um 46 Hundertstel. Sprunger nutzte die Gunst der Stunde, war doch ihre Serie klar am schwächsten besetzt. Sprunger stiess mit der schwächsten Zeit der Finalistinnen in den Endlauf vor.
Allerdings hat sie noch Reserven. Ihr Trainer Laurent Meuwly sieht Potenzial nach dem Start, und insbesondere die letzten drei Hürden müsse Sprunger noch aggressiver nach vorne nehmen. Meuwly glaubt, dass im Final der Schweizer Rekord (54,25) von Anita Protti aus dem Jahr 1991 fallen wird. "Der Kampf um die Bronzemedaille hinter den beiden Amerikanerinnen ist offen", sagte er. Dazu sei allerdings eine Zeit unter 54 Sekunden notwendig. Sprungers Bestzeit beträgt 54,29 Sekunden. An der WM vor zwei Jahren in London belegte sie den 5. Platz.
"Ich wusste immer, dass ich das kann", sagte Sprunger, angesprochen auf ihren vor Doha harzigen Saisonverlauf. "Mein Rennen heute war gut, besser als der Vorlauf. Von der 10. Hürde habe ich jetzt keine Angst mehr", betonte sie. Vor der WM war sie auf der Zielgeraden stets aus dem Schrittmuster gefallen. "Ich freue mich auf den Final. Ich habe meine Chance", betonte sie.
Der Hürdensprinter Jason Joseph schied in den Halbfinals aus. Der U23-Europameister klassierte sich in seiner Serie im 7. und vorletzten Rang. Mit 13,53 Sekunden knüpfte er nicht mehr an die Leistung des Vorlaufs an, in dem er mit 13,39 Sekunden den eigenen Schweizer Rekord egalisiert hatte.
"Ich habe den Lauf verholzt", sagte er. Will heissen, Joseph touchierte zu viele Hürden. "Ich sah die Konkurrenten vor mir. Statt sauber durchzulaufen, wurden meine Schritte zu lang, das Resultat sieht man. 13,53 waren nicht das Ziel", bilanzierte der 20-Jährige. Für den Einzug in den Final waren 13,36 Sekunden erforderlich, eine Zeit, die für ihn im Idealfall machbar gewesen wäre. Insgesamt blickt der Basler gleichwohl auf eine gelungene Saison zurück. An der U23-EM lief er zu Gold und bei seiner WM-Premiere in Doha egalisierte er den Schweizer Rekord. In den wichtigen Momenten hat er mehrheitlich Leistung geliefert.
Der Siebenkämpferin Géraldine Ruckstuhl blickt auf einen ordentlichen ersten Tag zurück. Mit 3549 Zählern belegt sie den 17. Zwischenrang. Insbesondere der Hochsprung, den sie neu mit 7 Schritten Anlauf bestreitet, gelang nicht nach Wunsch. 1,71 m sind zu wenig. Im Hürdensprint (13,84), Kugelstossen (14,28 - Nummer 3 aller Athletinnen ) und 200-m-Lauf kam sie teils nahe an die persönliche Bestleistungen in einem Siebenkampf heran. Aber ein Exploit fehlte. "Hürden gut, Hoch okay, Kugel gut, 200 m okay", lautete die Bilanz der Schweizer Rekordhalterin.
(sda)