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UNStudio, 1988 in Amsterdam von Ben van Berkel und Carolin Bos gegründet und inzwischen weltweit tätig hat in den letzten Jahren etliche markante Projekte realisiert. Namentlich sind dies unter vielen andern die Erasmus-Brücke in Rotterdam (1990), das Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart (2001), der Erweiterungsbau des Hotels Castell in Zuoz (2001) oder das Möbius-Haus bei Amsterdam (1993).
Mit dem Theater „Agora“ (2002-2007) und dem Theater „de Stoep“(2008-2014) hat UNStudio zwei architektonisch sehr unterschiedliche Kulturbauten ausserhalb der grossstädtischen Zentren von Holland realisiert. „Agora“ ist ein kantiges, fast allseitig geschlossenes und in auffälligen Orange- und Rottönen gehaltenes Volumen auf einer sehr grossen, unspezifischen und räumlich kaum gefassten Fläche im Zentrum von Lelystad, einer erst 1967 gegründeten Stadt mit heute 77‘000 Einwohnern in der weitgehend dem Meer abgerungenen Provinz Flevoland. „De Stoep“ ist geprägt durch einen grossflächig verglasten, dunklen Sockel und einem wellenförmigen, weissen Volumen, welches den Zuschauerraum und den Bühnenbereich zu einer freien Grossform zusammenfasst. Das Theater befindet sich in der direkten Nachbarschaft zu einer Windmühle und einer grossen Tankstelle und unmittelbar angrenzend an eine, auf einem grossen Parkhaus realisierte, „künstliche Altstadt“ in Spijkenisse, einem südlichen Vorort von Rotterdam mit 73‘000 Einwohnern.
Bemerkenswert an diesen beiden Theatern sind weniger die bei UNStudio nicht unüblichen „geshapten“ Volumen oder die expressive Formsprache als vielmehr deren Präsenz in den eher kleinstädtisch wirkenden und wenig attraktiven Zentren von Lelystad und Spijkenisse.
vorgestellt von Jürg Saager