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Die Schweiz und Aserbaidschan pflegen gute Beziehungen im politischen und wirtschaftlichen Bereich, welche auf breit gefächerten gemeinsamen Interessen beruhen. Die Zusammenarbeit in den internationalen Finanzinstitutionen, die Entwicklungszusammenarbeit sowie ferner die Energiepolitik sind wichtige Bestandteile der bilateralen Beziehungen.
Bilaterale Beziehungen Schweiz–Aserbaidschan
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Aserbaidschan gehört zu den von der Schweiz präsidierten Stimmrechtsgruppen bei der Weltbank, beim Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie bei der Globalen Umweltfazilität (Global Environment Facility, GEF). Die Schweiz misst der Förderung der guten Regierungsführung und der Rechtsstaatlichkeit in Aserbaidschan grosse Bedeutung bei. Die Schweiz engagiert sich in Aserbaidschan in der technischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Aserbaidschan ist für die Schweiz der wichtigste Handelspartner im Südkaukasus. Die Schweiz exportiert vor allem Bijouterie-Waren (Edelsteine, Edelmetalle), Maschinen, Uhren sowie pharmazeutische Erzeugnisse nach Aserbaidschan. Mehrere Schweizer Unternehmen sind in Aserbaidschan tätig. Gemäss Statistiken flossen in den letzten zehn Jahren Schweizer Direktinvestitionen in der Höhe von 370 Mio. US$ ins Land. Die Schweiz belegt den ersten Platz, wenn es um Investitionen im nicht-Erdöl-Sektor geht. Sie unterstützt die Bestrebungen Aserbaidschans, die Abhängigkeit vom Rohstoffhandel zu mindern und die Wirtschaft zu diversifizieren. Die grösste ausländische Direktinvestition im non-oil Sektor der letzten zehn Jahre wurde von einer Schweizer Firma getätigt. Ein Schweizer Unternehmen ist an der Realisierung der Trans Adriatic Pipeline (TAP) beteiligt, die voraussichtlich 2020aserbaidschanisches Erdgas via Georgien, Türkei, Griechenland und Albanien nach Italien transportieren soll.
Die staatliche aserbaidschanische Energiegesellschaft SOCAR ist in der Schweiz tätig. Am 1. Juli 2012 übernahm SOCAR Energy das Schweizer Netzwerk von Esso Schweiz mit 172 Tankstellen und betreibt dieses neu unter der Marke SOCAR. Der Hauptsitz des Marketing- und Entwicklungsbüros SOCAR Trading befindet sich in Genf.
Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation
Forschende aus Aserbaidschan können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Friedensförderung und Menschliche Sicherheit
Die Schweiz setzt sich im Rahmen ihrer Kooperationsstrategie Südkaukaus 2017–2020 für eine friedliche Lösung der regionalen Konflikte ein. undunterstützt punktuell Aktivitäten von zivilgesellschaftlichen Organisationen.
Entwicklungszusammenarbeit
Die Schweiz setzt sich in Aserbaidschan ein für:
- bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen inkl. besseres Investitionsklima
- einen modernen und transparenten Finanzsektor
- bessere öffentliche Dienstleistungen und Gouvernanz
- Wirtschaftliche Stärkung der Frauen
- Förderung der lokalen Kunst und Kultur
Die Schwerpunkte im Rahmen der Schweizer Regionalkooperationsstrategie 2017–2020 für den Südkaukasus (Armenien, Aserbaidschan, Georgien) liegen in den Bereichen wirtschaftliche Entwicklung, Friedensförderung, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte. Das Budget für die Strategie beträgt für alle drei Länder insgesamt rund 75 Millionen CHF.
Kulturaustausch
Die Schweizer Botschaft engagiert sich mit diversen eigenen Projekten und Veranstaltungen bei der Kulturvermittlung und der Landeswerbung, sei es via Teilnahme an Filmfestivals, an der Frankophonie-Woche, der «Settimana della lingua italiana» oder anderen Kulturanlässen.
Schweizerinnen und Schweizer in Aserbaidschan
Ende 2017 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik 24 Schweizerinnen und Schweizer in Aserbaidschan.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Die Schweiz anerkannte Aserbaidschan am 23. Dezember 1991 als unabhängigen Staat. Im Oktober 2005 eröffnete Aserbaidschan eine Botschaft in Bern. Die Schweiz etablierte im Jahr 2001 ein Kooperationsbüro in Baku und verfügt seit Ende 2007 auch über eine Botschaft. Die Botschaftsräumlichkeiten wurden im Mai 2008 offiziell eingeweiht.