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Leben und Tod in Bénin – Afrikanische Fotografen aus der Sammlung Alex van Gelder
Nach der politischen Unabhängigkeit Bénins Anfang der 1960er Jahre übernahmen die bis dahin im Lande ausgebildeten Fotografen die von den Kolonialherren verlassenen Studios oder gründeten ihre eigenen. Sie porträtierten die Kinder, die erste Kommunion, die Hochzeit, das eine zentrale Porträt und sie fotografierten das Totenbett, die Vereinigung der Verwandten in letzten Ritualen am Bett des Verstorbenen. Einerseits waren sie Wanderfotografen und porträtierten die Menschen vor deren eigenem Haus, andererseits waren sie Studiofotografen in den Städten und stellten die Menschen vor ihre selbstgemalten Hintergründe, vor gemalte Flugzeuge und Wohnungseinrichtungen hin.
Alle Fotografen, deren Werke in der Sammlung Alex Van Gelder vereint sind, haben in den 1960er bis zu den 1980er Jahren in Bénin gearbeitet, darunter die in der Ausstellung vertretenen Benoît Adjovi, Jean Agbétagbo, Joseph Moïse Agbodjélou, Bouraïma Akodji, Léon Ayékoni, Jean Dotonou, Christophe Mahoukpé, Sébastien Méhinto genannt Pigeon, Edouard Méhomé und Camille Tchawlassou. Für viele der Porträtierten war der Augenblick des Fotografiertwerdens unvergesslich, denn erstens war es oft das einzige Mal, dass sie sich ein Porträt überhaupt leisten konnten und zweitens war es das Porträt, das in den letzten Zeremonien hinter, neben oder auf das Totenbett gestellt wurde, weil darin die Seele des Verstorbenen wieder aufscheinen sollte. Diese besonders intensiven, aussergewöhnlichen Porträts zeigen anhand von Menschenbildern Bénin im Wandel zur postkolonialen Zeit.
Die Ausstellung wurde kuratiert von Urs Stahel.
Hauptsponsor: PickPay