Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03591.jsonl.gz/1444

Das Ende hat sich schon vor ein paar Tagen abgezeichnet. Ein Mann, kräftig gebaut wie ein Türsteher, stand vor dem Essenstand im Olympiastadion. Jeden, der sich in der Schlange einreihte, schaute er böse an. Mit fester Stimme sagte er: «No Beer!» Es tönte wie ein Befehl, dabei war es lediglich ein Hinweis. Noch vor dem Final über 200 Meter mit Usain Bolt war das Bier ausgegangen. Das Anstossen nach dem Sieg war damit gestrichen. Beschweren war zwecklos – dafür sorgten die muskulösen Arme des Verkünders. Allerdings ist nicht nur das Bier ausgegangen. Auch andere Sachen haben es nicht bis zur Schlussfeier geschafft. Im Medienzentrum wurde der Kaffee in der zweiten Woche in Suppengefässen verkauft, und im Leichtathletikstadion funktionierten am Ende nur noch zwei von drei Fahrstühlen. Nur etwas gab es noch in Massen: Glace. Gestern wurden diese an die Journalisten verteilt. Um die Medaille von Nino Schurter zu feiern, war das jedoch nur ein schwacher Ersatz.
Diese Kolumne erschien im „St. Galler Tagblatt“ während den Olymischen Spielen in Rio de Janeiro.