Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03201.jsonl.gz/3128

Worin liegen die Probleme?
1. Verzerrte Wahl der Behandlungsform: Die uneinheitliche Finanzierung behindert die Verschiebung der Behandlungen vom stationären in den ambulanten Bereich, so dass entsprechende Einsparungen nicht realisiert werden.1 Solange die Krankenversicherer aufgrund der unterschiedlichen Finanzierungsanteile weniger für die stationäre Behandlung zahlen, fordern sie die Verschiebung in den ambulanten Bereich nicht aktiv ein.2
2. Kostenverlagerung: Die u.a. mit dem medizinisch-technischen Fortschritt verbundene Verschiebung vom stationären in den ambulanten Bereich führt zu einer stetigen Abnahme des steuerfinanzierten, kantonalen Kostenanteils. Ein schleichender Rückzug der Kantone aus der Finanzierung ist zu verhindern, da dies umgekehrt zur Mehrbelastung der Prämienzahler führt.
3. Die Kantone haben heute eine Mehrfachrolle als Regulator, Versorgungsplaner, Leistungserbringer und –finanzierer wie auch als Schiedsrichter bei einem Tarifstreit zwischen Spital und Versicherer inne. Daraus ergeben sich Interessenkonflikte, die Kostenfolgen zu Lasten der Prämienzahler haben.
4. Sektorübergreifende Optimierung des Versorgungsangebots ist erschwert: Im ambulanten Bereich haben die Kantone mangels Finanzierungsverantwortung nur begrenzt einen Anreiz, das Versorgungsangebot zu optimieren, so dass wichtige Einsparungen auf Systemebene nicht realisiert werden.