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Schulgeschichte Winterthur
Die Schulgeschichte Winterthurs ist vielfältig und wird hier im winterthur-glossar.ch kurz zusammengefasst wiedergegeben. Dieser Artikel folgt im Wesentlichen der Broschüre „Schulgeschichte und Schulgeschichten“, die Urs Widmer 2008 zusammenstellte und herausgab.
Erste Schulen in Winterthur beschrieb Dr. Kaspar Hauser in dem nach seinem Tode vom Historischen Verein herausgegebenem Buch „Alt-Winterthur“ wie folgt:
„Schon um das Jahr 1300 gab es in Winterthur eine Schule. Die Lehrer waren Stadtgeistliche, die im Chorgesang und Orgelspiel bewandert waren. Das Lehramt war ihre Nebenbeschäftigung. Die Schüler mussten lesen, schreiben, singen und vor allem lateinisch lernen; denn sie hatten in der Kirche und auf dem Kirchhofe beim Gottesdienst, bei den Totenfeiern und religiösen Umzügen mit lateinischem Gesang und Gebet mitzuwirken. Oft bekamen sie dafür eine Belohnung in Brot oder etwas Geld. Im Winter bei grosser Kälte waren sie manchmal dem Erfrieren nahe; denn der Gottesdienst konnte zwei bis drei Stunden dauern. Es war nicht selten, dass ein Schüler 20 Jahre alt wurde, bis er ein wenig Latein zu lesen, schreiben und sprechen imstande war. Die Mädchen und die Kinder armer Eltern blieben ohne Unterricht. Die Schule stand im Dienst der Kirche; sie war keine Volksschule, sondern eine Gelehrten- oder Lateinschule.“
Wer war Kaspar Hauser? Er lebte von 6. Januar 1845 bis 16. Mai 1920. Er verheiratete sich 1865 mit Anna Maria Sträuli und wurde 1876 Bürger von Winterthur. Er war Lehrer für ein Jahr an der Primarschule Fehraltorf und kam dann ins neu erbaute Altstadtschulhaus, wo er von 1866 bis 1916 unterrichtete. Er war ein eifriger Geschichtsforscher und erhielt 1906 den Dr. h.c. der Universität Zürich. Von 1876 - 1914 war er sowohl kantonaler wie auch eidgenössischer Experte bei den Rekrutenprüfungen. Neben Neujahrsblättern der Stadtbibliothek und der Hülfsgesellschaft Winterthur schrieb er verschiedene historische Abhandlungen. Daneben war Hauser auch Stadtarchivar von Winterthur.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts beschrieb Rektor Conrad Troll in seiner „Geschichte der Stadt Winterthur“ die Stadtschulen in einem separaten Band. Bis 1829 war die Stadt Winterthur auf dem pädagogischen Gebiet selbständig und unabhängig. Höchst selten, alle 50 Jahre einmal, seien Schulberichte nach Zürich geschickt worden. Erst im März 1829 habe Winterthur erfahren, dass in Schulsachen ein kantonaler Erziehungsrat ob ihm stehe. Die Winterthurer wurden nun aufgefordert, umständliche Berichte über den Bestand ihrer Schulen, Einrichtungen, Lehrmethoden etc. nach Zürich einzusenden.
Alte Schule Seen
Dieses Haus wurde als Blockständerbau im 17. Jhdt erbaut. Es wird 1682 erstmals in der Gemeindegutrechnung erwähnt. Dieses Gebäude beherbergte beinahe zwei Jahrhunderte lang die Seener Volksschule und diente zeitweise auch als Gemeindehaus. Als die Schüler 1838 ins Schulhaus Dorf umzogen, wurde es weiterhin für schulische (Nähschule, Kindergarten) und kirchliche (Kinderlehre) Zwecke genutzt. Heute ist es ein Wohnhaus.
Die Winterthurer Schulen gliederten sich danach grundsätzlich in die Deutsche Schule und die Bürgerschule: Die Deutsche Schule, früher Ansässenschule, war vor allem für die Kinder der Ansässer, d.h. nicht Winterthurer Bürger bestimmt, ferner wies man ihr alle Knaben und Mädchen im schulpflichtigen Alter zu, welche bereits in einem Dienst- oder Lehrverhältnis standen.
Die Bürgerschule ihrerseits teilte sich in die Knaben- und Mädchenschule auf: Die Knabenschule gliederte sich in eine untere Knabenschule, welche auf dem Boden der Volksschule stand und drei zweijährige Doppelklassen umfasste und die obere Knabenschule, welche in Industrieschule und Gymnasium aufgeteilt war.
Die Mädchenschule
Die Mädchenschule hatte damals ihren Zwecke darin, "jedem Mädchen Gelegenheit zu bieten, sich hinreichende Kenntnisse und Fertigkeiten zu erwerben, um durch höhere Bildung des Geistes, durch Veredlung des Herzens und Kräftigung des Willens einst eine glückliche und beglückende Gattin, eine verständige Vorsteherin und Besorgerin des Hauswesen und eine weise und fromme Erzieherin ihrer Kinder zu werden:"
Im Jahre 1546 wurde in der Geschichte der Stadt Winterthur zum ersten Male eine "Meitlischuel" erwähnt. 1586 wurde sie neu geordnet, wobei man feststellte, dass die 60-70 Schülerinnen, welche diese Schule besuchten, "des Lesens, Schreibens und Psalmengesangs kundig waren". 1694 trennte man die Schule in zwei Klassen, eine für die jüngeren und eine für die älteren Mädchen. In den Jahren 1775 und 1790 wurden eine dritte und eine vierte Schulklasse eingeführt. 1821 erweiterte man die Mädchenschule auf fünf Klassen. Deutsch, Geschichte und Geographie wurden Kernfächer. 1837 begann der Unterricht in französischer Sprache und 1846 führte man erstmals das Turnen ein.
1859 trennte man die unteren Klassen ab und gliederte sie der Primarschule an. Die Mädchenschule bestand von da an nur noch aus vier Klassen, welche an die Primarschule anschlossen. 1874 wurde für die Mädchenschule an der Stelle des alten Zeughauses und der angrenzenden ehemaligen Kaplanei, die bis anhin und seit 1610 bereits eine Mädchenschule beherbergte und erst 1823 neu gebaut worden war, ein eigenes Schulhaus am Kirchplatz (heute Gewerbemuseum) errichtet. Der Neubau, als repräsentatives Bauwerk des Spätklassizismus, wurde 1848-1852 durch den Architekten Ferdinand Stadler (1813-1870) geleitet und diente bis 1928 als Schule.
1871 fielen drei Klassen der bisherigen Mädchenschule der neuen Mädchensekundarschule zu. Gleichzeitig wurde aber die Mädchenschule um drei Jahre nach oben erweitert und diente von da an speziell der Lehrerinnenausbildung. 1881 übernahm der Kanton diese "Seminarklassen", sodass die Mädchenschule nur noch zwei Jahreskurse im Anschluss an die 3. Sekundarklasse umfasste und den Charakter einer allgemeinbildenden Mädchendiplomschule annahm.
Mit der Verstaatlichung des Gymnasiums und der Oberrealschule im Jahre 1919 regelte man auch die Stellung der Mädchenschule neu. Die Verhandlungen führten zum "Vertrag zwischen dem Regierungsrat des Kantons Zürich und dem Stadtrat von Winterthur über die Führung der höheren Mädchenschule der Stadt Winterthur durch den Staat" vom 12./26. Mai 1925. Die Leitung der Mädchenschule wurde durch diesen Vertrag dem Rektor der Kantonsschule, die Aufsicht dem Schulrat Winterthur übertragen.
Am 7. Mai 1832 erhielt Winterthur ein obrigkeitliches Schulgesetz, welches gar von der obersten Landesbehörde erlassen worden war. Nach diesem Gesetz war die Schule von Stadt und Kirche getrennt und der unmittelbaren Aufsicht des Erziehungsrates von Zürich sowie einem lokalen Schulrat von dreizehn Mitgliedern anvertraut. Im Auftrag dessen hatte der Lehrerkonvent in der kurzen Zeit von 72 Tagen die Vorarbeit zu einem neuen Schulplan -134 Paragraphen auf 75 Seiten- vollendet. Der Schulrat seinerseits benötigte noch ganze 40 Sitzungen für die Nachberatung. In den langen und heissen Tagen des 22. und 23. Juni 1833 segnete die erste pädagogische Gemeindeversammlung der Bürgerschaft das neue Schulgesetz ab. Nach einer recht langwierigen Differenzbereinigung mit dem Regierungsrat erlangte dann der neue Schulplan endlich auf den 20. März 1834 die Rechtskraft. Das kantonale Gesetz formulierte den Zwecke der Volksschule wie folgt: "Sie soll die Kinder aller Volksklassen nach übereinstimmenden Grundsätzen zu geistig tätigen, bürgerlich brauchbaren und sittlich religiösen Menschen bilden."
Im Jahre 1932 wurde an der heutigen Berufs- und Frauenfachschule Winterthur eine Abteilung für künftige Arbeitslehrerinnen eingerichtet. Die Schülerinnen dieser Abteilung besuchten den allgemeinbildenden Unterricht an der Mädchenschule (Fächer: Deutsch, Biologie, Geometrie, Staatskunde und Kunstgeschichte). Die Berufs- und Frauenfachschule übernahm dafür in diesem Zeitpunkt die Führung des hauswirtschaftlichen Unterrichts für die Schülerinnen der Mädchenschule. Im Frühjahr 1974 wurde die Vorbereitungsklasse auf das kantonale Arbeitslehrerinnenseminar aufgehoben; an ihrer Stelle wird eine Berufsmittelschule für Damenschneiderinnen geführt.
1940 wurde, im Hinblick auf eine vertiefte Allgemeinbildung und eine gründliche Vorbildung für verschiedene Frauenberufe, eine dritte Klasse eingeführt, wobei anfänglich in der Regel die ersten und zweiten Klassen doppelt, die dritte einfach geführt werden konnten. Von 1971 bis 1973 mussten alle drei Jahrgänge vierfach geführt werden. Zu Beginn des Schuljahres 1973/74 mussten fünf erste Klassen gebildet werden.
Die Mädchenschule wurde im Schuljahr 1973/74 von 271 regulären Schülerinnen und 22 angehenden Arbeitslehrerinnen (nur noch eine letzte Klasse) besucht. Auf Beginn des Schuljahres 1976/77 wurde die Mädchenschule der Stadt Winterthur an den Kanton abgetreten.
Die Knabenschule
Das Haus Steinberggasse 13 wurde um 1587 errichtet. Bei den östlichen Hausteilen handelt es sich um zwei schmale Wohnhäuser, während sich im westlichen Gebäudeteil die Knabenschule befand. Später zog 1872 die Gemeindegutsverwaltung ein, 1875 der Posamenter Rutishauser und 1925 das Gas- und Wasserwerk mit Elektrizätswerk-Laden. Seit 2010 ist eine Nespresso Boutique eingemietet.
Im alten Knabenschulhaus an der damaligen Hintergasse (heute Steinberggasse 13) wurde die Raumnot immer grösser und die Klagen der Lehrer, dass wegen der schlechten Beschaffenheit der Zimmer die Krankheitsabsenzen immer zahlreicher würden, veranlassten die Obrigkeit zum Handeln. Das neue Schulgesetz, der Bürgerstolz und der Reichtum der Stadt, gaben Aufschwung endlich an den Bau eines neuen Schulhauses heranzutreten. Am 19. Mai 1835 wurde der Beschluss gefasst, dass der Stadtgraben zugeschüttet und die vier Aussentore (Schmidtor, Nägelitor, Steigtor und Holdertor) wegen Baufälligkeit geschleift würden. Ingenieur Näf aus Altstätten erledigte diese Arbeiten mit dem Zuzug einer Menge Tiroler- und Italiener-Arbeiter. So konnte auch ein Bauplatz aussserhalb des Alt-Stadtgevierts in Aussicht genommen werden. Stadtpräsident jener Zeit von 1824-1851 war der Apotheker Antonius Künzli.
Die Suche nach einem Bauplatz verlief harzig. Die Südseite der Altstadt wurde wegen der Wahrscheinlichkeit, dass dort die Eisenbahnlinie zum Bodensee gebaut würde, verneint. Man entschied sich für die Nordseite an die neugeschaffene Ringstrasse in der Mitte zwischen dem ehemaligen Schmidtor und dem Nägelitörli. Am 21. Mai 1838 beschloss die Gemeindeversammlung den Bau dem 26-jährigen Zürcher Architekten Leonhard Zeugheer anzuvertrauen. Dieser hatte in den Vorjahren 1835-37 das neue Kantonsspital Zürich und 1836-37 die Blinden- und Taubstummenanstalt in Zürich gebaut. Für den Bau des grössten und kostbarsten Gebäudes, welches die Stadt Winterthur bisher ausgeführt hatte, nämlich das Knabenschulhaus wurde eine kompetente und würdige Baukommission von sieben Herren bestellt. Den Vorsitz führte Anton Künzli (Stadtpräsident von 1824-1851 und Apotheker).
Die 1834 von Johann Jakob und Salomon Sulzer gegründete Firma Gebr. Sulzer baute ohne jede Gewinnabsicht eine Dampfheizung ins Schulhaus ein. Am 22 August 1842 fand die feierliche Einweihung des Knabenschulhauses statt, welches gleichzeitig noch die Stadtbibliothek und eine Art von naturwissenschaftlicher Sammlung beherbergte, verbunden mit einem glänzenden Jugendfest. 309 Knaben bezogen damals das neue Gebäude. Vor dem neuen Schulhaus bildeten die Mädchen und die Zöglinge der Deutschen Schule einen in der Mitte geteilten Halbkreis, durch welchen die Behörden und die Schüler der Knabenschule mit ihren Lehrern in das neue Schulgebäude einzogen, während vom Balkon Musik ertönte. Dem Schulrat gehörten 13 Herren an, wobei gemäss dem Schulgesetz drei von auswärts kommen mussten. Präsident dieses Rates war der Mediziner Carl Emanuel Steiner, der sich besonders stark für das Sanitätswesen in Winterthur engagierte und der 1875 die Nachfolge als Stadtpräsident von Antonius Künzli übernahm.
Ein Schüler des ersten Schuljahres im neuen Knabenschulhaus war Jakob Heinrich Sulzer. Die Klasse hatte 28 Schüler. Daneben stammten vier aus der Familie Haggenmacher und je zwei aus den Familien Ernst, Ziegler und Sulzberger. Ein Nachforschen im Stammbaum ergab, dass dies der älteste Sohn des Sulzer-Gründers Jakob Sulzer-Hirzel war. Dieser Jakob Heinrich, geboren 1837, schloss die Schulen in Winterthur ab und trat als Lehrling bei Sulzer ein.
Bereits drei Jahre nach dem Schulhausbau wurde 1845 als Ergänzung und zur körperlichen Ertüchtigung der männlichen Jugend eine der ersten Turnhallen der Schweiz gebaut. Nach langen Diskussionen entstand sie an der Stelle, wo heute die UBS an der Stadthausstrasse ihren Sitz hat. Die kurze Verbindungsstrasse zwischen Bankstrasse und Bahnhofplatz heisst Turnerstrasse und erinnert noch an diese Turnhalle. Bereits 1867 musste auf Wunsch der 1862 gegründeten "Bank in Winterthur" diese Turnhalle jedoch dem ersten Bankgebäude weichen und wurde als Turnhalle Lind Nord hinter dem Stadthaus wieder aufgebaut.
Wie bereits erwähnt wurde 10 Jahre nach dem Bau des Knabenschulhauses, 1852 am Kirchplatz von Architekt Ferdinand Stadler aus Zürich ein neues Mädchenschulhaus (heute Gewerbemuseum) erbaut und 1864, erfolgte die Einweihung des dem Knabenschulhaus benachbarten Altstadtschulhauses ebenfalls von Architekt Ferdinand Stadler, in welches die unteren sechs Klassen der Knabenschule umzogen. Rektoren Johann Troll, der Verfasser der bereits erwähnten achtbändigen Stadtgeschichte und Georg Geilfus waren die letzten Rektoren, denen noch die Leitung des gesamten städtischen Schulwesens anvertraut war.
Das kantonal Unterrichtsgesetz vom Jahre 1859, das Regierungsrat Jakob Dubs, den späteren Bundesrat zum Schöpfer hatte, normierte das Volksschulwesen völlig neu. Es hatte die Ablösung der untern Schule zur Folge, und die bisherige einheitliche Leitung durch Schulrat und Rektorat war zu Ende. Die untere Schule, die Primarschule unterstand der Stadtschulpflege, die uns dann nach 1880 als Primarschulpflege begegnet. Dannzumal erhielt die Sekundarschule ihre besondere Aufsichtsbehörde, die Sekundarschulpflege. Dem Schulrat und dem Rektorat verblieben die Leitung des Gymnasiums und der Industrieschule. Als Besonderheit sei erwähnt, dass 1896 das erste Mädchen das Gymnasium Winterthur besuchte, 1910 waren es dann bereits 60 Schülerinnen.
In den späteren Jahren des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts folgten für die schnell wachsende Schülerzahl 1876 der Bau des Neuwiesenschulhauses (Architekt Joseph Bösch, Stadtbaumeister), 1892 des Schulhauses Tössfeld (Architekt Emil Studer, Direktor des Technikums), 1895 St. Georgen Schulhaus (Architekt Jung & Bridler), 1901 Geiselweid Schulhaus (Architekt Walter Furrer) und 1912 das Heiligberg-Schulhaus (Architekt Bridler & Völki).
1916 dislozierte die Stadtbibliothek aus dem Knabenschulhaus ins neu erbaute Kunstmuseum und zu guter Letzt zog 1928 das Gymnasium in den Neubau der Kantonsschule im Lee am Fuss des Rychenbergs um. So wartete ein weiteres öffentliches Gebäude auf einen sinnvollen neuen Verwendungszweck. Da schon damals die Verwaltung ständig Bedürfnis nach zusätzlichen Büroräumen anmeldete, wurde das Arbeitsamt ins Knabenschulhaus verlegt. Während der 30er Jahre, Winterthur hatte nach der Stadtvereinigung mit den fünf Vororten 1922 rund 55‘000 Einwohner, zählte die Stadt auf dem Höhepunkt der Krise etwas über 2‘000 Ganzarbeitslose und ebenso viele Teilarbeitslose, so dass die neuen Büroräumlichkeiten mit entsprechendem Arbeitslosenprogrammen mehr als gebraucht wurden.
In der Mitte der Dreissiger Jahre jedoch signalisierte Oskar Reinhart, dass er bereit wäre seine Sammlung deutscher, österreichischer und schweizerischer Maler mit Schwerpunkt in der Romantik des 19. Jahrhundert - ca. 500 Werke - in eine Stiftung einzugeben und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen unter der Voraussetzung, dass die Stadt entsprechende Museumsräumlichkeiten zur Verfügung stelle. Nach verschiedenen Variantenstudien entschloss man sich für das alte Knabenschulhaus und am 3. Dezember 1939, also drei Monate nach Kriegsausbruch, haben 60 % der 14' 632 Stimmberechtigten dem Kreditbegehren überzeugend zugestimmt. Die angeforderten 1,3 Mio Franken waren damals knapp 9 % des städtischen jährlichen Haushaltes, bzw. nahezu 20 % der jährlichen Steuererträgnisse! Es dauerte dann aber noch bis 1951 bis nach dem 2. Weltkrieg der Umbau realisiert war. Im Anschluss an diese Realisierung hat dann Oskar Reinhart auf Anregung von Stadtpräsident Dr. Hans Rüegg dem Bund testamentarisch seine Privatsammlung mit dem Gebäude und entsprechendem Umgelände "Am Römerholz" vermacht und so besitzt Winterthur seit 1971 die beiden grossen Museen, welche das Lebenswerk von Oskar Reinhart dokumentieren.
In der Zeit der stark aufblühenden Industrie ergab sich bald ein starker Mangel an technisch gebildeten Leuten, die zur Führung der Betriebe sich geeignet hätten oder imstande gewesen wären, neue Ideen in die Tat umzusetzen. Da begründete Ingenieur Friedrich Autenheimer 1866 in seiner Abhandlung im "Bund" die Notwendigkeit der Schaffung eines Technikums, um Leute heranzubilden, die den gewöhnlichen Anforderungen der technischen Praxis genügten. Diese neue Schule sollte an die dritte Sekundarschulklasse anschliessen. In Winterthur griff man die Idee sofort auf. Man erkannte den Vorteil, der von einer solchen Fachschule ausgehen musste. Der Stadtrat, unter Führung seines Präsidenten Dr. Jakob Sulzer, trug die Anregung in den Kantonsrat. Dieser arbeitete eine Gesetzesvorlage aus, die das Zürchervolk am 18. Mai 1873 sanktionierte. Nachdem sich Winterthur 1836 ohne Erfolg darum beworben hatte Sitz der zürcherischen Kantonsschulen zu werden, so fand es im Jahr 1874 einen schönen Ersatz und wurde Sitz des ersten Technikums in der Schweiz. Vorerst musste man sich mit provisorischen Lokalitäten begnügen, bis dann die Stadt mit einem Kostenaufwand von 800‘000 Franken das Hauptgebäude erstellte. Die Schule startete 1874 mit einer Schule für Bautechniker und einer für Maschinentechniker, daneben eine Kunstschule bis 1915 und eine Geometerschule bis 1916. Die Handelsschule wurde 1968 verselbstständigt und wurde zum Wirtschaftsgymnasium Winterthur. 1875 kam die Schule für Chemiker dazu, 1886 diejenige für Elektrotechniker und 1914 diejenige für Tiefbautechniker. Zusätzlich gab es während wenigen Jahren eine Schule für Feinmechaniker und eine für Eisenbahnbeamte.
Neben der öffentlichen Schule entstanden im Laufe der Zeit verschiedene private Schulen, welche heute mehrheitlich zum öffentlichen Schulwesen zählen. Das waren u.a. folgende Schulbetriebe:
1836 Gewerbeschule
1837 erster Kindergarten
1863 Kaufmännische Berufsschule
1870 Gründung der Werkschule Sulzer
1873 Musikschule Winterthur
1873 Freie Schule
1874 Eröffnung des Technikums Winterthur
1885 Errichtung des Gewerbemuseums
1888 Schaffung der Berufs- und Frauenfachschule
1889 Eröffnung der Metallarbeiterschule
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1967 Werkschule
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