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1959-1965
Theodor Bovet
... und ein Aufklärungsbuch
1959 veröffentlichte Dr. med. Theodor Bovet seine "seelsorgerlichen Gespräche mit Homophilen" unter dem Titel "Sinnerfülltes Anders-Sein". Drei Jahre später erschien der Essay "Gedanken zur Homophilie". Dr. Bovet war unter anderem Eheberater in Zürich und hatte eine ähnliche Stelle bei der evangelisch-reformierten Kirche von Basel-Stadt.
Natürlich wurde er von konservativ-puritanischen Kreisen heftig angegriffen, was eine Kontroverse entfachte und ihn und sein Thema in den Mittelpunkt schob. Es kam - mitten in den Jahren der Repression - zu erstaunlich positiven Äusserungen von Kirchenvertretern sowohl zu Bovet selber als auch zur Frage der Homophilie.
Der KREIS trat 1959 sofort in Kontakt mit Dr. Bovet und orientierte die Leser seiner Zeitschrift regelmässig mit kritischen Hinweisen und ausführlichen Besprechungen.
Karl Meier / Rolf erkannte die Chance, über Bovet an weitere Wissenschafter und aufgeschlossene Theologen zu gelangen. Hier würde vielleicht sogar sein alter Wunsch realisierbar, ein von anerkannten Fachleuten verfasstes Aufklärungsbuch über Homophilie herauszugeben und es im allgemeinen Büchermarkt unter die Leute zu bringen.
Tatsächlich erreichte er dieses Ziel. Unter Führung eines von ihm zusammen mit Dr. Bovet angeregten Diskussions- und Gesprächskreises kam 1965 die Schrift "Probleme der Homophilie in medizinischer, theologischer und juristischer Sicht" zustande. Das Buch erschien bei Katzmann, Tübingen und Paul Haupt, Bern. Dazu schrieb Karl Meier / Rolf im Kreis, es sei ein
"nicht allzu umfangreiches Buch, das man amtierenden Behörden, der massgebenden Presse ebenso wie dem Mann und der Frau auf der Strasse in die Hand geben kann. Es ist eine erfreuliche Aussage geworden, welche unsere Wesensart für den Aussenstehenden von den verschiedensten Gesichtspunkten her beleuchtet und zum Mitdenken auffordert."
Neun Autoren, bekannte Fachleute, hatten die einzelnen Beiträge verfasst. Herausgeber und Autor der "Schlussfolgerungen" war Theodor Bovet. Der KREIS als Initiant blieb im Hintergrund.
Ernst Ostertag, November 2010