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«Pez cotorra» wird der Papageienfisch in der DomRep genannt. «Tenemos pez cotorra» steht da und dort auf Schildern und Schiefertafeln in den Dörfern der Nordküste. Dem Linguistiker muss diese Affiche aufstossen, denn sie kann nicht stimmen: «Pez» heisst der Fisch, solange er im Wasser ist, also lebend. Ist er gefangen und tot, heisst er «pescado». Demzufolge müsste das Fischangebot «Pescado cotorra» heissen. Diese kleine Unaufrichtigkeit stört natürlich niemanden, erst recht nicht weil es um eine einheimische Spezialität geht, die der Papageienfisch (und andere) in seiner ganz besonderen Zubereitungsart darstellt.
«Pescado Maimón» oder eben «Pez Maimón» wird er nämlich auch genannt. Dieser Fisch aus Maimón, bzw. die Art der Zubereitung wurde im Dörfchen Maimón vom Wirt Jhoan erfunden. Seit je wird Fisch in Maimón und an der ganzen Nordküste, vermutlich auf der ganzen Insel, im Öl frittiert. Jhoan war das nicht genug, er wollte dem «pescado frito» eine ganz besondere Note geben ... mehr: gripstrips
In den «Cordillera septentrional», den nördlichsten Kordilleren der Dominikanischen Republik, fliessen fast alle Flüsse nach Norden ins Meer. In einem der Täler, die das Wasser in den Berg gefressen hat, liegt das Städtchen Altamira. Eine halbe Stunde Autofahrt sind es nach Norden zur Stadt Puerto Plata, ebensolange dauert die Fahrt nach Santiago de los Caballeros im Süden. Die Strasse No. 5, die beide Städte verbindet, führt wenige Kilometer südlich von Altamira durch den einzigen Tunnel der Dominikanischen Republik. Er ist nur ein Kilometer lang, ist aber ein derart monströses Ereignis, dass sich das Restaurant am Südportal den Namen «Tunel» gegeben hat.
Fährt man durch ebendiesen Tunnel nordwärts, erblickt man schon kurz nachdem man wieder ans Tageslicht fährt, auf der linken Talseite ein ziemlich verloren dastehendes Stadion. Das «Estadio de Bartolo Colón» wurde ausschliesslich zum Zwecke des Baseballspiels gebaut ... mehr: gripstrips
Es gibt im internationalen Verkehrsnetz Abschnitte, sein’s Strassen, Schienen, Luft– oder Wasserwege, denen der Volksmund aufgrund ihrer bemerkenswerten Lage oder Ausprägung, ihrer Benutzung oder eines oder mehrerer Geschehnisse auf, an, unter oder neben ihm einen Namen gegeben hat. Man denke an das «Bermuda Dreieck», den «Bab el Mandab» («Tor der Tränen»; zwischen Djbouti und Jemen) oder diverse «Teufelsschluchten» in allen Ausprägungen. Nur Insidern dürfte der «Bürer Stich» (zwischen Oberbüren und Gossau/CH), die «Panzerstraße» (zwischen Stadtallendorf und Neustadt/D) oder das «Österreicher Loch» (Abschnitt der Ski-Abfahrtsstrecke am Lauberhorn/CH) geläufig sein. In vielen Fällen lässt sich die Bezeichnung irgendwie herleiten, in anderen Fällen nicht (was geschah am/im «Bab el Mandab», was ist am «Roten Meer» rot?) ... mehr: gripstrips
Wenn man so dahingleitet, sanft geschaukelt bei mehr oder weniger Seegang, wenn man also so dahingleitet, unten auf Deck 2 aus dem Fenster schaut, die Wellen vor dem Glas höher schlagen als man selber ist, oder auf Deck 12, wo der Wind geht, dass es einem schier umhaut, wo zur herrschenden Windstärke noch die Geschindigkeit des Schiffs kommt, was die herrschende Windstärke noch verstärkt, exponentiell schier, eben so, dass es einem umhaut, schier, aber nicht kalt ist, so 7, 8 Grad, manchmal mehr, jedenfalls nicht kalt, vielmehr erfrischend, und auch gut tut, denn wenn man so gar nichts zu tun hat, bzw. nichts zu tun haben will, den ganzen Tag, dann geniesst man es plötzlich wieder, sich den Wind um die Nase pfeifen zu lassen. Ja dann geniesst man es, für 10 Minuten draussen zu sein, in der Natur, denn Meer ist ja auch Natur, nicht nur Wälder und Wiesen und Naturistenstrände ... mehr: gripstrips
Es ist ziemlich paradox: Da schleppt die «QM2» in ihren Kühlkellern 13 Tonnen toten Fisch über den Atlantik. Dabei schwimmt unter ihr ein Mehrfaches davon, Essbares und Ungeniessbares, quicklebendig. Zeit, die edlen Fische zu fangen hat natürlich keiner. Obwohl der 160 Köche und der 85 Geschirrwäscher und –wäscherinnen in den 10 Küchen und Kantinen sind. 13 Tonnen – der eine oder andere Hummer für die Snobs ist da mitgezählt – bedeuten aber auch, dass Jeder und Jede auf diesem Schiff pro Tag 427 Gramm Meeresfrüchte zu sich nimmt, Kind und Kegel sowie Veganer dazugerechnet. Was die Leute während dieser Woche sonst noch so verdrücken, gibt die Küche gerne bekannt:
50 Tonnen Obst und Gemüse, 12 Tonnen Fleisch aller Art, 8 Tonnen Geflügel aller Art, 2 Tonnen Käse aller Art, 20 Tonnen Milch (oder 20‘000 Liter), 32‘400 Eier, 4 Tonnen Mehl, 2 Tonnen Zucker, 2 Tonnen Reis. Der ganze Food wird jeden Tag zu 16‘000 Mahlzeiten verarbeitet, ... mehr: gripstrips
Die «Queen Mary 2» erfüllt alle Klischees, die ihr nachgesagt werden: Prunkvoll, snobistisch, den alten Zeiten zugewandt, teuer. Und es ist ein schwimmendes Altersheim. Ein temporäres, schwimmendes Alterheim für Snobs und solche, die sich dafür halten. Ein Altersheim, wo auf zwei Alte ein junger Bediensteter oder eine junge Bedienstete kommt. Es ist auch ein Altersheim, in dem es alles gibt und einem nichts verweigert wird, ausser das Unmögliche. Also ein Edelaltersheim. Sie kommen mit Krücken und Rollstühlen, lassen sich ins Schiff stossen und ihr Gepäck von Portern auf die Kabine buckeln. Ein «Medical Team» schaut 24 Stunden am Tag zu ihrer Gesundheit (bzw. Krankheit) und der Zimmerservice bringt ihnen die Mahlzeiten auf Wunsch ans Bett. Alle Aufzüge sowie Kabinen- und Toilettentüren sind grosszügig gestaltet, so dass auch Elektrorollstühle à la Stephen Hawking ... mehr: gripstrips
Auch wenn ich heute abend mal wirklich nicht hierher wollte, ich bin trotzdem wieder da, im «Todd English». Wenn man etwas richtig Schönes speisen will auf diesem Kahn, dann landet man, jedenfalls ich, immer wieder hier. Ein Deck unter dem «Todd», Deck 7, 200 Meter weiter vorne, wäre das «Lotus». Ich bin heute dagewesen, wollte was Neues probieren (asiatisch), aber es machte keinen wirklich guten Eindruck. Ausserdem öffnete es erst um Sieben und es war erst sechs Uhr. Dann wollte ich eine Reservierung machen um später wiederzukommen, aber der Chef de Service meinte, man sei «fully booked». Was ich nicht recht glauben mochte, anbetrachts der Tatsache, dass das Gedeck 15$ kostet, und das «Todd» jeden abend zu 95 Prozent leer ist ... mehr: gripstrips
Es gibt, wenn man auf See ist, nicht mehr viel, womit man die aktuelle Position definieren kann. Man kann da nicht mehr einfach durchgeben, man sei an der Ecke Liberty Street/Broadway oder z‘Degersche in der «Rose» oder im Harzenmoos. Auf dem Meer gibt es keine Ecken und keine Beizen und ganz selten Flurnamen. Da ich heute noch meine Position einigermassen exakt mit «Bishop Rock» eingrenzen kann und weil der Felsen von Bishop ein Begriff ist in der Seefahrerei, tue ich das. Ab morgen gibt es nur noch Koordinaten.
«Bishop Rock» ist das letzte Stück von Europa, das man sieht, wenn man nach Amerika fährt. Der Felsen von Bishop ist in der Tat nur ein Felsen, aber der Leuchtturm darauf ist ein wichtiger Orientierungspunkt. Kein Mensch, kein Schaf und kein Halm Gras gibt es da, ... mehr: gripstrips
«Sie reisen leicht!» sagt der Taxifahrer nachdem ich mein Gepäck in seinen Kofferraum gehievt habe. Ich denke: Ist das jetzt englischer Sarkasmus oder der Versuch, ein Gespräch zu beginnen? Ich sage: «Der Koffer ist fast 20 Kilo schwer und die Kameratasche 10!» Darauf lacht er und meint, dass alle, die hier einsteigen, mindestens drei grosse («huge») Koffer bei sich haben, und wenn es ein Paar ist, dann seien es sechs. Das kann ich mir denken, erwidere ich anbetrachts des Taxis vor uns, bei dem der Fahrer grad am Einladen von mehreren Koffern von jenem Format, in denen die Leute ihre Badewannen verstauen, ist. Nota bene: Der Fahrer lädt sie ein, ... mehr: gripstrips
Der Fernsehturm von Bratislava ist fast so ein Blaw-Knox-Geschöpf. Nur fast, denn er sieht zwar so ähnlich aus, aber er ist nur ein Turm, der eine Menge Sendeeinrichtungen in und auf sich trägt und ein wenig so aussieht wie eine Doppelpyramide. Eine ebensolche muss man sich so vorstellen: Man nimmt zwei Stahlgerüste, die je wie eine Pyramide konstruiert sind. Man klebt, schweisst oder heftet ihre Grundflächen zusammen und zieht das Ganze auseinander, bis die Länge (oder Höhe) des Konstrukts die Kanten der Grundflächen um ein Mehrfaches übersteigt. ... mehr: gripstrips