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Die Schweizer Eishockey-Meisterschaft wird zum Endlos-Marathon. Von den Schweizer Fans wird viel Durchhalte-Vermögen verlangt, in den kommenden Monaten ist hierzulande "Eishockey à discretion" angesagt, es drohen Übersättigung und weiter sinkende Zuschauerzahlen.Dieser Inhalt wurde am 06. September 2001 - 16:59 publiziert
Zuerst zum Modus, damit man begreift, dass das alles etwas fragwürdig ist, was - das Geld lockt - dem Fan zugemutet wird: Alle Teams spielen in der Qualifikation viermal gegeneinander. Nach 44 Runden erreichen die besten acht Teams das Playoff und machen in Viertelfinals, Halbfinals und Final den Meister aus.
Die Mannschaften auf den Plätzen 9 bis 12 müssen ins Playout. Der Verlierer der Playout-Finalserie muss gegen den NLB- Meister um den Klassenerhalt kämpfen. In allen Runden wird best-of- seven gespielt.
NHL-Verhältnisse
Wegen der einmonatigen Olympia-Pause werden die 44 Qualifikationsrunden bis zum 27. Januar gespielt, nach Salt Lake City folgt ab dem 28. Februar das Playoff (bis maximal 13. April), ehe die WM in Schweden den Schlusspunkt markiert.
Die Spieler werden gefordert wie noch nie, erstmals herrschen in der Schweiz praktisch NHL-Verhältnisse: Bei Lugano beispielsweise, das auch noch in der Vorrunde des Continental-Cups engagiert ist, müssen sich die Sutter, Aeschlimann und Co. im Extremfall auf rund 100 Wettbewerbs-Spiele einstellen!
Im Tessin beginnt die neue Saison mit einer unangenehmen Erinnerung an den Epilog der vergangenen Saison. Lugano muss gegen Rapperswil-Jona als Folge der Ausschreitungen nach dem letzten Finalspiel ein "Geisterspiel" austragen.
Damit sich derartige Szenarien künftig nirgends wiederholen, wird die Nationalliga in den nächsten Wochen eine Kampagne mit dem Namen "R! Respect my Game" lancieren, die an die Fairness appelliert. Hoffentlich können alle englisch!
Russische Trainer im Hoch
Elf Jahre nach der Ankunft der genialen "Zwillinge" Slawa Bykow und Andrej Chomutow hat die russische Welle nun endgültig auch die Trainergilde erfasst. Mit Sinetula Biljaletdinow (Lugano), Wassili Tichonow (Langnau), Wladimir Jursinow (Kloten) und Jewgeni Popischin (Rapperswil, zusammen mit Colin Muller) stehen nicht weniger als vier Coaches aus Moskau in der Verantwortung.
Gleich prominent vertreten sind nur noch die Kanadier mit Larry Huras (ZSC Lions), Serge Pelletier (Fribourg), Mike McParland (Lausanne) sowie Doug Mason (Zug).
Von den Russen erhofft man sich Spektakel, sie lehren allesamt ein Eishockey mit hoher Spielkultur, verbunden mit viel Tempo. Die Neuankömmlinge Biljaletdinow und Tichonow coachen nach mehrjähriger Nordamerika-Erfahrung zudem flexibler als der grösste Jugendförderer Jursinow.
Breites Mittelfeld
Hinter den beiden Meisterschafts-Kandidaten Lugano und ZSC Lions sowie den ersten Herausforderern Bern und Davos hat sich das Mittelfeld weiter verbreitert. Bis zu sieben Teams könnten sich um die weiteren Playoff-Plätze streiten.
Neu in den Strichkampf involviert könnte Zug sein, das vor der letzten Saison sieben Mal hintereinander mindestens die Playoffs erreichte, nun aber schonungslos die Quittung für das Missmanagement der letzten Jahre bekommen könnte.
Aussichtslos im Kampf um einen Platz in den Top 8 erscheint einzig Aufsteiger Lausanne, der nicht einmal die Qualität des letztjährigen Kaders behalten konnte. Für die Romands kann es einzig um den Ligaerhalt gehen, ein allerdings schweres Unterfangen, da in der Nationalliga B Genf-Servette mit dem Anschutz-Geld im Rücken mächtig aufgerüstet hat und unbedingt nach oben will.
Meisterschaft als Sprungbrett
Die Intensität dürfte trotz des Mammut-Programms grösser sein als im letzten Jahr, obwohl es immer noch nicht genügend NLA-taugliche Spieler für 12 Klubs hat. Zahlreiche Cracks wollen die Meisterschaft als letzte Chance nutzen, um sich noch für einen Platz in Ralph Kruegers Olympia-Team zu empfehlen.
Der Deutsch-Kanadier hat für den Saisonhöhepunkt klare Vorstellungen: "Wir wollen die Vorrunden-Gruppe gewinnen und uns für die Poule mit den Topnationen qualifizieren."
swissinfo und Marco Keller (sda)
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