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Die olympischen Winterspiele sind vorbei und Wladimir Putin sonnt sich in seinem Erfolg. Wie immer kommen am Ende solcher Anlässe die Dopingexperten zu Wort, die über die aufgeflogenen Dopingfälle referieren. Fast interessanter sind aber die Ausreden der Athleten dazu. Und die Wortherkunft natürlich.
Rauschmittel bei Pferderennen
Doping kommt aus dem Englischen und ist das Partizip Präsens des Verbs «dope», was soviel heisst wie «Drogen verabreichen». Ursprünglich soll es aber aus dem Afrikaans kommen. In Südafrika wurde bei Dorffeiern ein schwerer Schnaps namens Dop getrunken. Der Begriff wurde dann übernommen für Substanzen mit stimulierender Wirkung. Über das Afrikaans kam das Wort ins Englische und wurde in Zusammenhang mit Rauschmitteln bei Pferderennen gebraucht und hielt dann Anfang des 20. Jahrhunderts Einzug in den Sport.
Was definiert eine Droge?
Doping wird verschieden definiert, es zählt – je nach Definition – zur Kategorie Drogen. Der Begriff Droge muss dann für sich auch noch definiert werden, da gibt es ja verschiedene Möglichkeiten: Alles, was illegal ist; alles, was leistungsfördernd ist; alles, was psychoaktiv ist; alles, was in irgendeiner Weise stimuliert; alles, was süchtig macht. Die Liste liesse sich fortsetzen. Substanzen wie Kaffee oder Tabak wurden im Laufe der Geschichte immer wieder mal verteufelt oder verboten. Oder Kokain: Das wurde zeitweise gefördert und als gut befunden, bevor man es verbot. Sigmund Freud hatte beispielsweise seine helle Freude daran. Ich möchte heute aber – ganz der Sprachfreund – auf das Wort Droge hinaus bzw. den Ursprung des Wortes.
Drogist versus Drogenhändler
Haben Sie sich schon mal gefragt, was in einer Drogerie sonst noch so verkauft wird? Ob da ein versteckter Teil ist, wo man Kokain, Opium und LSD kaufen kann? Wir wissen: Man kann nicht. Warum dann aber der ähnliche Name? Werfen wir mal einen Blick auf die Etymologie des Drogenbegriffes: Der Begriff kam vom Französischen ins Deutsche, stammt aber aus dem niederländischen droog, was ursprünglich trocken bedeutete, dann aber als Wort für getrocknete Waren verwendet wurde. Da die Niederlande während fast zweier Jahrhunderte eine starke Kolonialmacht war und über wichtige Marktplätze verfügte, setzte sich das Wort durch. Ein Gewürz- und Trockenzeughändler war ein Drogenhändler und wurde einfach Drogist genannt. Der Drogenhändler war also lange Zeit ein ehrenwerter Handelsmann, die Drogerie ist ein Überbleibsel davon. Als dann das Wort Droge im 20. Jahrhundert eine neue Bedeutung erhielt, begab man sich zunehmend in weniger ehrenhafte Gefilde, wenn man sich als Drogenhändler bezeichnete. Das ist – je nach Umfeld – auch heute noch so. Und der Drogist wird weiterhin respektiert. Ob das fair ist? Dies zu entscheiden, überlassen wir Ihnen.
Bild: Flickr (CC BY 2.0)