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Einst trug Greg Mauldin das Trikot von Gottéron. Am Samstag kehrt der Amerikaner mit den Stavanger Oilers
im Rahmen der Champions Hockey League nach Freiburg zurück. Derweil bangt Gottéron um Marcus Sörensen.
Zwischen 2012 und 2017 absolvierte Greg Mauldin für Gottéron 231 Spiele in der National League und konnte sich dabei 154 Skorerpunkte gutschreiben. Rasch erarbeitete sich der amerikanische Stürmer den Status eines Publiumlieblings und dies, nachdem er einst geholt wurde, um die Rolle des fünften Ausländers – also die des Notnagels – einzunehmen. Mauldin war viel mehr als ein Söldner bei Gottéron. Er identifizierte sich mit dem Club sowie seinen Anhängern, lernte die französische Sprache, und es nahm ihn mit, wenn es dem Team nicht lief . Es waren denn auch die Fans, die den bulligen Stürmer mit dem Spitznamen «Barracuda» riefen, in Anlehnung an die gleichnamige TV-Figur (in der deutschen Version Mr. T) aus der Serie «The A-Team». Er hatte für die Playoffs die Irokesenfrisur von Barracuda kopiert.
Mauldin schreibt Geschichte
Es war Christian Dubé – damals «nur» Sportchef –, der den Vertrag mit Mauldin vor fünf Jahren nicht mehr verlängerte, weil er den Einfluss des US-Stürmers auf das Spiel als zu wenig gross einschätzte. Mauldin zog weiter nach Deutschland zu Ingoldstadt und beendete 2020 als 38-Jähriger nach eineinhalb Saisons in Norwegen bei Stavanger seine Karriere – ehe er Geschichte schrieb. Als erster Schwarzer bekleidete Mauldin im Nachwuchsprogramm von USA Hockey ein Traineramt, indem er zum Assistenzcoach des U18-Teams benannt wurde. So richtig mit seiner Spielerkarriere abgeschlossen hatte Mauldin offensichtlich aber nicht. Nachdem er einige Einsätze in der East Coast Hockey League für die Kalamazoo Wings bestritten hatte, kehrte er im Frühjahr nochmals zurück nach Norwegen zu Stavanger und führte die Oilers mit fünf Toren und fünf Assists zum achten Meistertitel der Vereinsgeschichte. Nun kehrt er also am Samstag (15 Uhr) als 40-Jähriger zurück an seine alte Wirkungsstätte, wo ihm trotz der neuen Arena noch so vieles vertraut sein wird.
Norwegischer Serienmeister
«Dass Greg noch spielt, überrascht mich insofern, weil er seine Karriere ja bereits einmal beendet hatte», erklärt Dubé, der einst noch drei Jahre zusammen mit Mauldin auf dem Eis gestanden hatte. «Aber Greg war physisch immer top und weil er keine Familie hat, überrascht es mich nicht wirklich, ihn noch spielen zu sehen.»
Mauldin ist einer von sieben Ausländer im Team des amtierenden norwegischen Meister, der zwischen 2011 und 2017 den Titel sechsmal in Serie gewinnen konnte. Der Club aus der norwegischen Öl-Metropole – deshalb auch Oilers – gewann auf internationalem Eis 2014 den Continental Cup. In der Champions Hockey League (CHL) vertritt Stavanger zum fünften Mal die norwegischen Farben. Nur einmal stiessen die Oilers dabei in die K.-o.-Runde vor: 2016 verloren sie in den Sechzehntelfinals gegen die Eisbären Berlin.
Zittern um Sörensen
«Stavanger ist ein Meisterteam, das viel Erfahrung in seinen Reihen hat. Aber natürlich haben sie auf dem Papier weniger Qualität als wir», beurteilt Dubé den zweiten Gegner der CHL, nachdem die Freiburger am Donnerstag Ilves Tampere (FIN) zum Auftakt mit 3:2 besiegen konnten. «Auf die leichte Schulter nehmen wir die Norweger aber sicher nicht. Wir werden die Sache wiederum seriös angehen und wollen das Spiel gewinnen.»
Dass es in der CHL zur Sache geht, zeigte bereits das Heimspiel gegen die Finnen auf – mit negativen Folgen für die Freiburger. In einer Keilerei in den Startminuten zog sich Marcus Sörensen eine Fingerverletzung zu. Am Freitagmorgen erschien der neue Schwede mit einem geschienten Finger an der linken Hand in der Eishalle und beliess es bei einer kurzen Einheit auf dem Spinning Bike. «Gebrochen ist nichts», erklärte Dubé. Am Nachmittag standen dann weiterführende Untersuchungen an. Wie lange Sörensen ausfällt, war zu diesem Zeitpunkt noch offen. «Je nachdem, ob die Bänder betroffen sind, können es einige Tage aber auch einige Wochen sein.»
Mit Binias und Hughes
Schon Gewissheit über seine Ausfalldauer hat derweil Gaétan Jobin. Auch der junge Freiburger zog sich unlängst eine Fingerverletzung zu. Er brach sich einen Finger, nachdem er im Training von einem Puck getroffen wurde. Am Freitag wurde der Stürmer operiert, womit er vier bis sechs Wochen fehlen wird.
Sörensen und Jobin werden damit gegen die Oilers definitiv nicht mittun können. Ein kleines Fragezeichen steht zudem hinter dem Einsatz vom Schweden Jacob de la Rose, der im Training vom Freitag fehlte und zusammen mit seiner Partnerin in freudiger Erwartung ist. Je nachdem, wann der Nachwuchs das Licht der Welt erblickt, ist ein Forfait des Centers nicht auszuschliessen.
Sicher ist, dass im Vergleich zum Spiel gegen Tampere neu Connor Hughes das Tor hüten und Nachwuchsspieler Dominik Binias sein CHL-Debüt geben wird. «Mit dem Sieg gegen die Finnen konnten wir Selbstvertrauen tanken», sagte Stürmer Nathan Marchon. «Es war ein guter erster Test. Gegen die Norweger wird die Aufgabe keinesfalls einfacher – sie werden an den Banden hart arbeiten.»