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Weltweit haben eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu ausreichenden sanitären Einrichtungen und betreiben stattdessen Open Defecation (OD), eine Praxis, die mit erheblichen Risiken für die allgemeine und persönliche Gesundheit einhergeht. Das Problem betrifft finanziell Benachteiligte und ist insbesondere eng mit extremer Armut verbunden. Ein Ziel der post-2015 Development Agenda ist deshalb die vollständige Überwindung von OD bis 2030.
Ein weit verbreiteter Ansatz zur Bekämpfung von OD ist Community-led Total Sanitation (CLTS). Eine Methode, die mit unterschiedlichen gemeindebasierten Aktivitäten das gemeinschaftliche Verantwortungsgefühl für Gesundheit stärken und somit Verhaltensänderung im Kollektiv erreichen will. Allerdings liefert die Literatur bezüglich CLTS bisher unzureichende wissenschaftliche Belege zur kurz- und langfristigen Wirksamkeit von CLTS. Dabei sind unter anderem die Gründe für Erfolg und Misserfolg von CLTS sowie potentielle Nebenwirkungen der Intervention nicht bekannt. Eine Reihe implementierender Organisationen verzichten z.B. auf einige Elemente des ursprünglichen Methodenkanons von CLTS und berichten trotz oder gerade deshalb von erfolgreichen Interventionen. Dies zeigt die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung von CLTS, um herauszufinden, unter welchen Bedingungen welche Kombinationen die bestmögliche Wirkung entfalten können.
Ziel des Projektes ist zum Einen die Wirkung von CLTS auf Open Defecation zu erheben, in seiner Gesamtheit als auch die Wirksamkeit seiner einzelnen Elemente sowie die Mechanismen, die seiner potentiellen Wirkung zu Grunde liegen zu identifizieren. Die vorliegende Studie vergleicht zudem die Wirksamkeit von CLTS mit der eines evidenz-basierten Ansatzes.
Hauptziel
Das Hauptziel der vorliegenden Studie ist insbesondere eine Verbesserung der Strategien zur Verhaltensänderung, die zur Bekämpfung von Open Defecation benutzt werden. In einer ersten Projektphase in Kambodscha und Mosambik werden zu diesem Zweck CLTS Elemente identifiziert, die den Erfolg der Intervention fördern oder hemmen. In einer zweiten Projektphase in Ghana wird eine randomisierte kontrollierte Studie mit folgenden Zielen durchgeführt:
- Messung der Effektivität von CLTS auf Open Defecation
- Quantifizierung des Gesamteinflusses von CLTS sowie der Einfluss einzelner Elemente
- Vergleich der Wirksamkeit von CLTS mit einer evidenzbasierten Intervention zur Verhaltensänderung unter Berücksichtigung psychologischer Determinanten des Verhaltens
Allgemeine Informationen
- Theoretischer Hintergrund: Ranas Modell (Mosler, 2012)
- Verwandte Themen: Modelle der Gesundheitspsychologie; Techniken der Verhaltensänderung; Interventionen im Bereich Wasser, Gesundheitspflege und Hygiene
- Länder: Mosambik, Kambodscha, Ghana
- Kooperation: USAID, Plan International, Pathfinder International, Global Communities