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Weihnachtszeit auf einem Winterstandplatz.
Radgenossenschaft der Landstrasse
Die Radgenossenschaft der Landstrasse wurde nach der Auflösung des «Hilfswerks für die Kinder der Landstrasse» der Stiftung Pro Juventute am 31. April 1975 als Interessensvertretung der Fahrenden in Bern gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehören die Schriftstellerin Mariella Mehr, der Kunstmaler Walter Wegmüller und Robert Waser, der als erster Präsident amtete. Unterstützt wurden sie unter anderen vom Volkskundler Sergius Golowin und Journalisten Hans Caprez.
Heute versteht sich die Radgenossenschaft als Dachorganisation des jenischen Volkes in der Schweiz. Zu den prägenden Personen zählt Robert Huber, der von 1985 bis 2010 der Radgenossenschaft als Präsident vorstand. Auch er war in Pflegefamilien, Heimen und Anstalten aufgewachsen und setzte sich für die Aufarbeitung und «Wiedergutmachung» des erlebten Unrechts ein.
Zu den wichtigsten Aufgaben der Radgenossenschaft gehören heute die Schaffung und Erhaltung von Stand- und Durchgangsplätzen. Sie leistet auch Rechts- und Sozialberatung. Seit 1985 wird sie vom Bund subventioniert. Publikationsorgan der Radgenossenschaft ist die viermal im Jahr erscheinende Zeitung «Scharotl».
2003 eröffnete die Radgenossenschaft ein Dokumentations- und Begegnungszentrum. Seit 2010 erfolgt mit Unterstützung des Bundesamtes für Kultur und in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Sozialarchiv die Erschliessung und Digitalisierung des Fotoarchivs.
Zusammen mit dem Verein Schäft qwant gründete die Radgenossenschaft 2011 den Verein Cooperation Jenische Kultur zur Förderung der jenischen Kultur und lancierte mit Unterstützung der Stiftung Pro Helvetia das Kulturvermittlungsprojekt «tschan & lins» (PDF).