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Eddy: Seit längerer Zeit ist die Frau meines Freundes Angel krank. Am Montag fragte ich ihn, wie es seiner Frau ginge. Er sagte mir, sie sei im Spital in Ambato. So beschlossen wir am Dienstag nach Ambato zu gehen und ihr zu helfen. Sie war sehr schwach und konnte fast nicht gehen. Am Dienstag gegen Mittag waren wir in Ambato, durften aber vorerst nicht ins Spital. Dann so um 11.15 Uhr hiess es, sie solle in einen andern Spital, man werde sie weiter untersuchen. Auf dem Bericht, den sie mitbrachte, konnte ich sehen, dass sie Gebärmutterhalskrebs hätte. Wir fuhren mit ihr ins Krebsspital, Richtung Latacunga – ca. 30 Minuten. Bei der Notaufnahme hiess es dann aber, dass ein Arzt sie begleiten müsste und dass wir alle Unterlagen der bisherigen Untersuchungen mitbringen sollten. Wir fuhren also wieder zurück ins erste Spital und sie und ihr Bruder gingen bzw. wollten wieder zu diesem Arzt. Dort hiess es aber, dass der Arzt beim Mittagessen sei. Sie musste also ca. eine Stunde warten, bis der Arzt so gegen 14.00 Uhr kam.
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So warteten wir draussen mehr als eine Stunde und dann kam sie mit dem Bescheid, dass wir am Mittwoch um 07.30 Uhr im Krebsspital sein sollten. Also gingen wir zum Bruder heim, der in Ambato in einer kellerähnlichen Wohnung mit seiner Familie lebt. Das WC muss übrigens mit andern, die in ähnlichen Behausungen wohnen geteilt werden – Dusche?????
Mein Freund Angel und ich fuhren nach Simiatug zurück, da vor allem seine Kinder nicht wussten, wie es um ihre Mutter steht. Am folgenden Morgen fuhren wir früh los, so dass wir mit der kranken Frau um 07.30 Uhr im besagten Spital sein konnten – Abfahrt 04.45.
Im Spital musste er seine Frau für eine Konsultation anmelden und dafür 5 $ bezahlen. Dann mussten wir eine Stunde warten. Als die Frau an der Reihe war, hiess es, dass man ihr nicht den richtigen Betrag verlangt habe und dass das vor der Konsultation geregelt werden müsste. Also musste der Ehemann wieder zur Kasse und seine Frau für eine andere Konsultation anmelden und dafür neu 40 $ bezahlen. Dann mussten wir erneut eine Stunde warten.
Sie durfte dann (alleine!!) zum Arzt der diverse Untersuchungen vornahm. So nach 20 Minuten kam sie vom Arzt zurück und wir durften nach Hause „verschwinden“. Für diese Untersuchung benötigen die Labors 8 – 10 Tage. Der nächste Termin ist am kommenden Donnerstag um 10.30 Uhr.
Für Mittwoch – Donnerstag war ein Ausflug nach Baños – Puyo mit „el Cielo en la tiera“ geplant. Darum fuhren wir nicht nach Simiatug zurück, sondern brachten die kranke Frau wieder beim Bruder unter.
Angel und ich machten noch einige Einkäufe und stellten dann das Auto an einen sichern Ort für bis Donnerstag abend. Um ca. 18.00 waren dann Padre Sandro, Cornelia und Vreny mit den Arbeitern und ihren Frauen oder Kindern aus Simiatug im Bus in Ambato und nahmen uns mit nach Banos.
Donnerstag in der Früh gingen wir ins Thermalbad von Banos und vergnügten uns 2 Stunden im heissen Wasser des Tungurahua, um anschliessend weiter nach Puyo zu reisen. Dort besichtigten wir den „jardin de los orquideas“ mit einer kleinen Wanderung. Hier sahen wir viele Pflanzen und wunderschöne winzige Orchideen. Der native Wald stellt so etwas wie eine Insel im sonst recht viel bewirtschafteten Gebiet dar. Der Eigentümer hat 1980 mit seinen 7 ha angefangen, wieder die ursprünglichen Pflanzen des Urwaldes zu pflanzen und zu betreuen und Jahr für Jahr konnte er mehr und mehr Insekten und Tiere beobachten und allmählich so das Gleichgewicht in der Tierwelt wieder entdecken. All das ist in einem kleinen Museum dokumentiert, der Besitzer ist ein richtiger Idealist.
Am Nachmittag wollten wir noch einen „Jardin“ (Park) mit Vögeln anschauen. Die Zeit war aber so weit fortgeschritten, dass wir die Heimreise antreten mussten. Ziel war es, um ca. 20 Uhr in Simiatug zu sein.
Nach 1 – 2 Halten erreichten wir um ca. 19.00 Uhr Ambato, wo ich mit Angel ins Auto umstieg und seine Frau abholte. Anschliessend hiess es zu versuchen, ungefähr gleichzeitig wie der Bus in Simiatug zu sein. Wir schafften das und erreichten um 22.00 Uhr unser „geliebtes“ Simiatug.
Am Freitag fuhr ich mit Padre Sandro in eine Comunidad: Llullimunllu (Schuschimunschu gesprochen). Hier war eine Messe mit einer Taufe angesagt. Gleichzeitig besichtigten wir den Kindergarten, den Padre Sandro finanziert hat und bei dem Paneles solares installiert sind. Die Zufuhr vom Wasser zu den Paneles ist aus einem unerklärbaren Grund abgeschaltet und die Duschen wurden noch nie gebraucht. Die Paneles kosteten um die 3000 $, scheinen aber hier nicht gebraucht zu werden. Padre Sandro wiess die Bevölkerung darauf hin, dass sie die Paneles bzw. Die Duschen in Betrieb nehmen sollen, andernfalls die Paneles an einen andern Ort verlegt würden.
Vorne am Kindergarten stand übrigens geschrieben: finanziert durch MIES – das ist eine staatliche Organisation, die für die Kindergärten verantwortlich ist. Padre Sandro verlangte dringend diese Beschriftung zu ändern in: finanziert durch Padre Sandro.
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Am Samstag fuhr ich mit einem Angestellten vom FEPP nach Santa Teresa um subtropische Pflanzen zu holen, die an einem ähnlich hoch gelegenen andern Ort gepflanzt werden sollten: Mindina. So um zwei Uhr erreichten wir mit unseren Setzlingen Mindina und der Mann wollte mit dem Pflanzen beginnen. Dafür benötigte er die Hilfe vieler Frauen (in Minga). Leider war keine einzige der Frauen anwesend, da sie an einer andern Minga beschäftigt waren. Der Aufruf zu helfen wurde aber relativ schnell umgesetzt und schon bald waren 3 – 4 Frauen da.
Ich verabschiedete mich um eine Diashow für die Arbeiter vorzubereiten, die ich an der Sitzung am Sonntag um 16.00 zeigen wollte. Die Sitzung war kurzfristig vom Samstag auf den Sonntag verschoben worden. Ich hatte also Zeit. Am Sonntag morgen konnte ich daran auch noch arbeiten. Ich wollte den Leuten so zeigen, wie wir in der Schweiz leben. Am Sonntag mittag hatte ich eine Version fertig, musste aber mit Schrecken feststellen, dass die Bilder beim exportieren vom iphoto (Mac) auf den Stick nur noch 300 – 600 KB hatten: das war schlecht für eine Präsentation mit dem Beamer.
Um zwei Uhr war ich mit Padre Sandro in Santo Domingo, wo er jeden letzten Samstag vom Monat eine Messe liest. Als wir um 15.30 Uhr zurück in Simiatug waren, wurde die Sitzung auf Dienstag den 1. Mai verschoben: 16.00 Uhr. So um 15.30 wurde ich von einem Arbeiter geholt für ein Gespräch mit Rodrigo. Ich wusste eigentlich schnell Bescheid, dass es nur um ein Bier ging. Als ich dorthin kam, musste ich feststellen, dass die meisten schon ziemlich betrunken waren. Sie haben bis ungefähr 14.30 gearbeitet und dann ihren Durst zu schnell gestillt. Wir tranken aber noch weiter bis so 19.30 Uhr und gingen dann zu Rodrigo heim, um noch ein wenig mit seiner Frau zu plaudern.
Geplant war für Montag: nach Guaranda in ein Büro für die Versicherung der Arbeiter und am Nachmittag nach Riobama für die Unterschreibung eines Vertrages. Als ich am Montag morgen mit dem Auto zur Werkstatt fuhr, musste ich erfahren:
- dass ein Padre, der aus dem gleichen Dorf wie Padre Sandro aus Italien kommt, und in Brasilien gearbeitet hat, ermordet wurde – Padre Sandro war sehr aufgeregt.
- dass die Frau von Angel in der Nacht sehr starke Schmerzen gehabt hat und dass man mit ihr nach Ambato fahren sollte.
Wir änderten also den Plan und kamen von Guaranda zurück nach Simiatug, um mit der Frau nach Ambato zu fahren. Als wir zurück nach Simiatug kamen, wollte vor allem die Mutter der Frau nicht, dass wir mit ihr zu einem Arzt nach Ambato fahren. Also war unsere Planänderung für die Katz.
Ich hatte also jetzt Zeit, die Diashow mit Bildern höherer Qualität nochmals zu erstellen. Neu soll aber die Versammlung am Vormittag vom morgigen 1. Mai stattfinden – mal sehen!!!
Na dann schreib ich noch einen Tag dazu. Heute Mittwoch um 09.00 Uhr war die letzte Meldung für die Versammlung. Ich war natürlich pünktlich vor Ort und richtete mich ein. Um 09.30 hiess es um 11.00 Uhr sei die Sitzung. Also wieder ins Zimmer zurück. Um 11.30 Uhr wurde die Sitzung dann doch gestartet. Ich zeigte einige Bilder von unserer Heimat. Anschliessend verlosten wir meine Kleider, die ich aber erst in 10 Tagen abgeben werde. Weiter hatten wir 4 Uhren zu verteilen. Diese wurden ebenfalls durch Losentscheid abgegeben.
Dann hiess es auf einmal Janet die Frau von Mesias müsse unbedingt nach Ambato zum Arzt. Also machten wir heute einen Krankentransport. In der Klink hiess es die Frau habe eine schwere Lungenentzündung und müsse min. 5 – 6 Tage in der Klinik bleiben: Versicherung hat auch diese Frau keine. Kosten pro Tag ca. 150 $ – das ist nicht wenig bei 300 $ Monatssalär des Ehemannes, und Reserve gibt es keine.