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Von den geplanten Kapazitäten sollen 7 GW als grosse PV-Kraftwerke und 1.3 GW als dezentrale Anlagen errichtet werden. Im November 2015 waren in Brasilien insgesamt 32 MW Photovoltaik ans Netz angeschlossen, davon rund ein Drittel in Form von dezentralen Projekten. Insgesamt sieht der aktuelle PDE vor, dass Brasilien bis 2024 knapp 35 GW Erneuerbare-Energien-Anlagen (Photovoltaik, Windenergie, Biomasse und kleine Wasserkraft) installiert hat, so dass erneuerbare Energien (EE) bis 2024 einen Anteil von 27,3% am Strommix hätten (2014 lag der Anteil bei 9%). Erst im Juni 2015 versprach die brasilianische Präsidentin Dilma Roussef im Rahmen einer Klimapartnerschaft mit den USA, bis 2030 einen Anteil von 30% EE am Strommix zu erreichen.
Neues Förderprogramm
Zur Umsetzung der Ziele im Bereich der dezentralen Stromversorgung, insbesondere den Ausbau von PV-Anlagen, hat das brasilianische Energieministerium (Ministério de Minas e Energia - MME) Mitte Dezember 2015 ein neues Förderprogramm veröffentlicht. Das Programm zur dezentralen Stromversorgung (Programa de Desenvolvimento da Geração Distribuída de Energia Elétrica – ProGD) entwickelt ein Szenario, wonach bis 2030 ca. 23.5 GW dezentraler Anlagen (vornehmlich Photovoltaik) in Brasilien errichtet werden könnten. Um diesen Zubau zu erreichen, sind laut Regierungsprognosen bis 2030 Investitionen in Höhe von 100 Milliarden BRL (ca. 23.5 Milliarden Euro) in die dezentrale Stromerzeugung nötig. Hierzu wurde eine Partnerschaft mit der brasilianische Entwicklungsbank (Banco Nacional de Desarrollo Económico y Social - BNDES) zur Einführung von Kreditlinien für dezentrale PV-Projekte abgeschlossen. U. a. wird die BNDES Kredite zu Sonderkonditionen für PV-Projekte in Schulen, Universitäten und Krankenhäusern anbieten. Über die Höhe dieser Kredite ist noch nichts bekannt. Neben dieser Partnerschaft wurden laut Angaben des MME 2015 bereits weitere relevante Massnahmen zur Umsetzung des ProGD auf den Weg gebracht, die 2016 fortgeführt werden sollen. So hat die Regierung die Abgaben auf den Import von Komponenten für PV-Installationen von 14% auf 2% gesenkt. Diese Änderung ist noch bis zum 31. Dezember 2016 gültig.
Eines der wichtigsten zukünftigen Ziele des ProGD ist es, einen regulativen Rahmen einzuführen, der die Veräusserung des dezentral erzeugten Stroms auf dem brasilianischen Strommarkt ermöglicht. Das ProGD hat bereits einen Referenzpreis von ca. 104 Euro pro MWh für die Abnahme von Strom aus dezentralen PV-Systemen festgelegt. Im Rahmen des brasilianischen Net-Metering-Systems kann jedoch bisher über den Eigenverbrauch hinaus erzeugter Strom nur gegen Kredite bei den Stromversorgungsunternehmen, nicht aber auf dem freien Markt veräussert werden. Als weiteren Anreiz zur Nutzung des Net-Metering-Systems, will das MME den Strom, der im Rahmen des Net-Metering-Systems selbst erzeugt wird, von der brasilianischen Umsatzsteuer ICMS (Imposto sobre Operações Relativas à Circulação de Mercadorias e Serviços), befreien. Die Befreiung ist bereits in einzelnen brasilianischen Bundesstaaten erfolgt und soll 2016 in weiteren Staaten umgesetzt werden.
Deutsche Unternehmen, die in Brasilien PV-Projekte umsetzen wollen, haben im Rahmen der AHK-Geschäftsreise zum Thema „Photovoltaik in Rio de Janeiro und im Nordosten Brasiliens“ vom 29. Februar 2016 bis zum 04. März 2016 die Möglichkeit, erste Kontakte mit brasilianischen Geschäftspartnern zu knüpfen.
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©Text: Deutsche Exportinitiative Erneuerbare Energien (EEE)