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Edita Gruberová setzte einst neue Massstäbe im Belcanto-Gesang und wurde auf den internationalen grossen Opernbühnen gefeiert. 1989 wählte die Diva Zollikon als ihren Lebensmittelpunkt. Im Alter von 74 Jahren ist die Sopranistin unerwartet verstorben.
Edita Gruberová ist tot! Diese Botschaft geht wie ein Aufschrei durch die internationale Bühnenwelt. In Zollikon lebte die Operndiva seit 32 Jahren und fühlte sich sichtlich wohl am Zürichsee. Gegen Ende ihrer Karriere hatte sich Edita Gruberová vermehrt an ihrer neu gewonnenen Freizeit erfreut. Sie liebte die Arbeit in ihrem Garten, hat viel gelesen und sich um die Familie gekümmert. Daheim in Zollikon machte sie es sich gern gemütlich, hatte auch nicht mehr den Ehrgeiz, am hektischen Premieren-Reigen des Operngeschäfts als Stargast teilzunehmen. Edita Gruberová ist am 23. Dezember 1946 im slowakischen Bratislava geboren. Mit ihrer Mutter zusammen hatte sie viel gesungen. Damit wollten sie «ihre Seelen» von ihrem schwierigen Alltag durchlüften. Der Pfarrer erkannte im Gesang der jungen Edita ein ausserordentliches Talent und ermunterte sie, sich am Konservatorium in Bratislava einzuschreiben. Die Ausbildung dauerte sieben Jahre. 1969 floh sie zusammen mit ihrer Mutter in die österreichische Hauptstadt. Jung, frisch und neugierig aufs Leben begann sie ihre Karriere mit kleinen Rollen an der Wiener Staatsoper.
«Zum Leiden bin ich auserkoren.» Mit der Arie der Königin der Nacht in Mozarts Zauberflöte begann sie eine beispiellose Karriere auf den grossen Bühnen zwischen Wien, München und der New Yorker Metropolitan Opera. Im Jahr 1986 wählte sie das Zürcher Opernhaus als ihre «Heimbühne» und nur drei Jahre später fand sie ihre Wahlheimat in Zollikon. Das Zürcher Opernhauspublikum liebte «die Hohepriesterin des Belcanto». Nicht harmonisch war jedoch ihre Beziehung zum Zürcher Opernhaus Intendanten Alexander Pereira (1991 bis 2012). Beinahe zehn Jahre musste aus diesem Grund das Zürcher Publikum auf die Stimme von Edita Gruberová verzichten.
Sie war eine selbstbewusste Frau, kannte ihre Stärken und konnte sich konsequent durchsetzen. Die Gruberová sang nicht nur die Arie einer Königin, sondern verhielt sich auch wie eine Königin.