Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03613.jsonl.gz/627

Gisa Klönne, geboren 1964, ist die Autorin von mittlerweile sechs erfolgreichen Kriminalromanen um die Kommissarin Judith Krieger. Daneben legte die unter anderem mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnete Autorin mit »Das Lied der Stare nach dem Frost« und »Die Wahrscheinlichkeit des Glücks« aber auch zwei Familienromane vor. Gisa Klönnes Romane sind Bestseller und wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Sie lebt als freie Schriftstellerin in Köln.
Frieda ist Astrophysikerin – sie denkt sehr rational, aber sie verfolgt auch einen großen Traum: eine zweite Erde im Weltall zu finden. Ihr wohlgeordnetes Leben wird abrupt durcheinandergewürfelt, als ihre Tochter Aline vor ein Auto läuft und schwer verunglückt – und das unmittelbar nach ihrem ersten großen Erfolg als... Frieda ist Astrophysikerin – sie denkt sehr rational, aber sie verfolgt auch einen großen Traum: eine zweite Erde im Weltall zu finden. Ihr wohlgeordnetes Leben wird abrupt durcheinandergewürfelt, als ihre Tochter Aline vor ein Auto läuft und schwer verunglückt – und das unmittelbar nach ihrem ersten großen Erfolg als Balletttänzerin. Zuletzt hatte Aline die alte Spanschachtel ihrer Großmutter Henny geöffnet, worin sich ein rotes, zerschnittenes, kunstvoll besticktes Kopftuch befand. Frieda versucht, das Rätsel des roten Kopftuchs zu lösen. Sie spürt, dass nur so ihre Tochter wieder gesund werden kann. Dazu muss sie sich mit alten Familiengeheimnissen auseinandersetzen. Ihre Mutter Henny, die an einer Demenz leidet, kann sich nur bruchstückhaft erinnern: an Siebenbürgen, ihre Heimat, an ihre Inhaftierung, an eine schwere Erkrankung – und an zwei Männer. Einen Mann scheint sie geliebt zu haben – vor dem anderen hat sie noch heute panische Angst. Doch wer von beiden wurde ihr späterer Ehemann, Friedas geliebter Vater? Auf der Reise in ihre Vergangenheit trifft Frieda auf Arno, der die Urne seines Vaters im Bücherregal herumstehen hat und sich weigert, die Asche nach Siebenbürgen zu bringen – obwohl dies der letzte Wille seines „alten Herrn“ war. Auch seine Familie hat düstere Geheimnisse und ist mit Friedas Familie verstrickt. Beide müssen alte Überzeugungen und Denkmuster überwinden, um das Rätsel ihrer Herkunft zu lösen – und neue Lebenspläne zu schmieden… Gisa Klönne, geb. 1964, studierte u.a. Politikwissenschaften, Germanistik und Anglistik. Sie arbeitete als Redakteurin und schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen, darunter die „Emma“, außerdem war sie Chefredakteurin eines Umweltmagazins. Seit 2005 veröffentlichte sie mehrere Krimis und erhielt 2009 den Friedrich- Glauser- Preis. Seit ein paar Jahren schreibt sie Familiengeschichten mit historisch- politischem Hintergrund. Gisa Klönne lebt als Schriftstellerin in Köln und singt in einer Band, bestehend aus Krimi-AutorInnen. Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen, da es sehr viele interessante Aspekte beinhaltete: zunächst die historische Ebene, bei der mir die Geschichte Siebenbürgens zum ersten Mal plastisch nahegebracht wurde. Dann die Ebene der verschiedenen Personen: der rational denkenden Frieda – die sich im Verlauf des Romans stark weiterentwickelt - und den eher emotionalen Menschen Arno, Aline und Henny. Außerdem die Suche der verschiedenen Charaktere nach ihrem persönlichen Glück, das von Wahrscheinlichkeiten und Zufällen bestimmt wird. Für Frieda steht am Anfang die Suche nach einem fernen Exoplaneten an erster Stelle - bis sie nach und nach erkennt, dass das Glück manchmal zum Greifen nahe liegt... Der Erzählstil von Gisa Klönne ist leicht lesbar, flüssig, auch wenn tiefe Themen auftauchen. Sie verwendet viele poetische, manchmal geradezu verwegene Bilder, die für mich ein ganz besonderes Lesevergnügen sind. 5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung für alle, die sich für wenig bekannte historische Fakten interessieren – und für außergewöhnliche Charaktere.
Frieda ist Astrophysikerin und ihr ganzes Dasein widmet sie der Erforschung des Weltalls. Ihr Leben auf der Erde interessiert sie eher wenig. Ihren Mann sieht sie selten, denn er ist ebenso wie sie Universitätsprofessor, allerdings in Arizona. Ihre Tochter Aline ist eine erfolgreiche Balletttänzerin, die gerade auf dem Höhepunkt... Frieda ist Astrophysikerin und ihr ganzes Dasein widmet sie der Erforschung des Weltalls. Ihr Leben auf der Erde interessiert sie eher wenig. Ihren Mann sieht sie selten, denn er ist ebenso wie sie Universitätsprofessor, allerdings in Arizona. Ihre Tochter Aline ist eine erfolgreiche Balletttänzerin, die gerade auf dem Höhepunkt ihrer Karriere angekommen ist und bald ihren Freund Jan heiraten möchte. Doch dann wird Frieda durch einen Unfall von Aline völlig aus der Bahn geworfen. Schuld an dem Unglück ist allem Anschein nach ein rotes Halstuch, welches Friedas demenzkranke Mutter Henny ihrer Enkelin zur Verlobung schenken wollte. Das Halstuch ist nur halb, und Henny wie auch Aline sind der festen Überzeugung, dass es ein Zeichen für eine unglückliche Liebe ist. Frieda wird plötzlich mit dem wahren Leben konfrontiert. Sie begibt sich auf die Suche nach dem Geheimnis des Halstuchs und muss sich dabei mit der Vergangenheit ihrer Mutter auseinandersetzen. Bei ihrer Suche ist ihr ein Berliner Schriftsteller behilflich, der etwas in Frieda zum Schwingen bringt. Gisa Klönne hat mit ihrem Roman „Die Wahrscheinlichkeit des Glücks“ erneut ihr schriftstellerisches Können bewiesen. Sie versteht es, den Leser von der ersten Seite an in ihren Bann zu ziehen. Ihr Schreibstil ist angenehm und nicht zu ausladend. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Schade ist allerdings, dass manche nur am Rande beachtet werden, obwohl sie für Friedas Leben eine doch nicht zu unterschätzende Bedeutung haben. So spielt etwa Aline, wegen der die Handlung überhaupt erst in Gang kommt, im Verlaufe des Romans eine immer geringere Rolle. Auch über Friedas Ehemann Paul hätte ich gerne mehr erfahren. Allerdings wäre der Roman, der 467 umfasst, dann wahrscheinlich zu lang geworden. Der Handlungsverlauf ist logisch und nachvollziehbar, wenn auch an manchen Stellen zu vorhersehbar. Die Spannung bleibt konsequent erhalten und besonders gefallen hat mir, dass der Roman nichts beschönigt – er ist so vielschichtig wie das Leben. Daher gibt es von mir – trotz kleiner Kritikpunkte fünf Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung.
Die Astrophysikerin Frieda Telling ist eine bodenständige und rationale Frau, sie lebt mit ihrem Mann Paul in Heidelberg. Frieda glaubt nicht an das Schicksal und die große Liebe, sie glaubt nur an Dinge, die man sehen oder berechnen kann. Zur Verlobungsfeier ihrer Tochter Aline fährt Frieda allein nach Berlin,... Die Astrophysikerin Frieda Telling ist eine bodenständige und rationale Frau, sie lebt mit ihrem Mann Paul in Heidelberg. Frieda glaubt nicht an das Schicksal und die große Liebe, sie glaubt nur an Dinge, die man sehen oder berechnen kann. Zur Verlobungsfeier ihrer Tochter Aline fährt Frieda allein nach Berlin, im Gepäck hat sie ein Geschenk ihrer Mutter Henny an Aline. Dieses Geschenk stellt das Leben der Familie komplett auf den Kopf. Aline und ihr Verlobter Jan sind beide Tänzer im Friedrichstadtpalast. Nach der Premiere wollen sie gemeinsam mit der Familie ihre Verlobung feiern, doch das Geschenk von Henny ändert alles. Aline ist ganz aufgebracht, will ihrer Mutter hinterher laufen, wird von einem Auto angefahren und fällt ins Koma. Warum hat das Geschenk, ein zerrissenes rotes Halstuch, Aline so verstört? Frieda versucht diese Frage zu beantworten und kommt einem Familiengeheimnis auf die Spur. In einem zweiten Erzählstrang lernen wir den Schriftsteller Arno Rether kennen, sein Vater ist gerade gestorben und sein letzter Wunsch ist, in seiner alten Heimat in Siebenbürgen begraben zu werden. Zunächst weigert sich Arno. Auf der Suche nach Antworten begegnen sich Frieda und Arno, können sie sich gegenseitig helfen? Mit "Die Wahrscheinlichkeit des Glücks" hat die Autorin Gisa Klönne einen einfühlsamen Familienroman geschrieben, indem es um die Aufarbeitung der Vergangenheit zweier Familien geht. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen, er ist spannend und sehr emotional. Die einzelnen Protagonisten und deren Beziehungen untereinander sind wunderbar ausgearbeitet worden. Ich konnte die Distanz, die Frieda zu Aline und auch zu Henny hat, förmlich spüren. Zuerst hatte ich Schwierigkeiten Frieda zu verstehen, ihre "Gefühllosigkeit" konnte ich nicht nachvollziehen. Aber so nach und nach muss sie sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen und endlich kommen unterdrückte Gefühle an die Oberfläche. Das macht sie mir gleich sympathischer. Arno habe ich von Anfang an ins Herz geschlossen, er ein emotionaler Mann und ist humorvoll. Aber auch er muss sich im Laufe des Buches mit seiner Vergangenheit auseinander setzen und gemeinsam mit Frieda entdeckt er ein Stück Geschichte. Ein emotionales Buch, das Familiengeheimnisse aufdeckt.
Im gesamten Weltall muss es mindestens noch einen Planeten geben, der der Erde ähnelt. Frieda Telling, Astrophysikerin, hat sich als erklärtes Ziel gesetzt, diese zu finden. Sie lebt für ihre Arbeit. Das Verhältnis zu ihrer Mutter ist leicht gespannt, fällt aber nicht mehr ins Gewicht, da diese inzwischen dement... Im gesamten Weltall muss es mindestens noch einen Planeten geben, der der Erde ähnelt. Frieda Telling, Astrophysikerin, hat sich als erklärtes Ziel gesetzt, diese zu finden. Sie lebt für ihre Arbeit. Das Verhältnis zu ihrer Mutter ist leicht gespannt, fällt aber nicht mehr ins Gewicht, da diese inzwischen dement ist. Aber auch zu ihrer Tochter Aline hat sie kein so inniges Verhältnis, wie man es gern denken möchte. Aline hat ihre Eltern eingeladen, zur Premiere eines neues Ballettstückes zu kommen, wo sie mit ihrem Freund die Hauptfiguren tanzen werden. Im Anschluss will sie sich mit ihm verloben. Doch dazu kommt es nicht mehr, denn als Frieda ihr ein Geschenk ihrer Großmutter mitbringt, springt Aline verstört auf und läuft vor ein Auto. Schwer verletzt fällt sie ins Koma. In dem Geschenk befand sich die Hälfte eines rotes Tuches, dessen Geschichte Aline von ihrer Großmutter kannte. Frieda, die völlig ahnungslos ist, macht sich auf die Suche nach der Geschichte, weil sie das Gefühl hat, nur dadurch zu Aline vordringen zu können... Während ihrer Suche nach der Wahrheit trifft Frieda auf Arno, einem Autor. Dessen Vater war gerade gestorben und wartet in einer Urne auf seine Überführung nach Siebenbürgen, wie es sein letzter Wunsch gewesen ist. Arno hält nicht viel von der Idee, so dass er sich nicht überwinden kann, zurück in sein Heimatland zu gehen und seinen Vater zu beerdigen. Es taucht ein Foto auf, auf dem Arnos Vater gemeinsam mit Friedas Mutter zu sehen ist. Frieda muss erkennen, dass sie vieles über ihre Mutter nicht wusste, dass diese bewusst einige Puzzles ihres Lebens nie angesprochen hat. Alles führt zurück nach Siebenbürgen, so dass sie sich gemeinsam mit Arno doch auf die Reise dorthin begibt. Sie hoffen, von Arnos Schwester, die wieder zurückgezogen war, Informationen zu erhalten. Alles scheint in Siebenbürgen begonnen zu haben, und die Internierung im KZ Sachsenhausen, wo Friedas Mutter und Arnos Vater eine Zeit nach dem Zusammenbruch des Hitlerreiches verbrachten, bleibt lange Zeit im Dunkeln. Frieda muss feststellen, dass es nicht nur Geheimnisse im Leben ihrer Mutter gibt, sondern dass auch sie belogen wurde, von Menschen, denen sie vertraute. Ein Buch, das die Gegenwart mit der Vergangenheit miteinander verbindet. Ein Stück deutscher Geschichte wird belichtet und dem Leser nahe gebracht. Für mich traten Fakten zutage, die mir nicht bewusst waren. Während Frieda versucht, das Rätsel um das rote Tuch zu lösen, treten neue auf, die vieles von dem, was ihr bekannt und vertraut war, auf den Kopf stellt. Die Gelegenheit, ihre Mutter zu fragen, ist wegen der fortschreitenden Demenz nicht mehr möglich. Es ist nicht nur ein Gang in die Vergangenheit, sondern auch ein Gang zur Wahrnehmung ihrer eigenen Probleme, auch ihres Verhältnisses zu ihrer Tochter. Frieda ist jetzt nicht die Protagonistin, die Herzenswärme ausstrahlt oder die einem schlagartig sympathisch ist. Ganz im Gegenteil. Sie strahlte auf mich eine Gleichgültigkeit ihrer Tochter gegenüber aus, die erst durch den Unfall Risse bekam, die sie auf das Wesentliche zurückkatapultierte. Ein wenig konstruiert fand ich den Auslöser für den Unfall von Aline. Das kommt mir persönlich nicht wirklich glaubhaft rüber. Sehr gut recherchiert scheint mir aber das Leben in Siebenbürgen sowohl heute wie zur damaligen Zeit wie auch die Zustände im Lager Sachsenhausen. Ein Buch, das nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt.