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Der Duden definiert den Sneaker als «sportlich wirkender Schuh», der vor allem «von Jugendlichen im Alltag getragen» werde. Die Beschränkung auf jugendliche Träger*innen ist heutzutage definitiv unzureichend. Denn Sneakers sind in der breiten Gesellschaft angekommen und werden als Schuhwerk für verschiedenste Anlässe akzeptiert.
Im späten 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts sah das noch anders aus. Die Schuhe wurden zunächst zum Ausüben von sportlichen Aktivitäten wie Tennis, Krocket und Jogging getragen. Ein besonders wegweisender Sport für die Popularität des Sneakers war Basketball.
Ein Basketballschuh-Modell von 1917 gibt es auch heute noch in ähnlicher Form zu kaufen: den Chuck Taylor All Star, ebenfalls bekannt als Chucks oder einfach Converse. Der Schuh zählt zu den meistverkauften Sneakern überhaupt. Seit 2003 gehört die Marke Converse zu Nike, einem der grössten Namen im Sneaker-Business.
Auch Nike’s Erfolgsgeschichte hängt untrennbar mit Basketball zusammen. Das Modell Air Jordan I, eng verknüpft mit Basketball-Legende Michael Jordan, kam 1985 auf den Markt. Der Launch gilt als erster Sneaker-Hype, Nike verdiente am Modell alleine in den ersten zwei Jahren 130 Millionen US-Dollar.
Von da an ging es steil bergauf. Irgendwann trugen nicht mehr nur Sportler*innen, sondern auch Künstler*innen wie Run-D.M.C. und Politiker*innen wie Joschka Fischer Sneaker. Brands wie Nike und Adidas entdeckten das Potential von bekannten Persönlichkeiten für sich und begannen, gemeinsame Kollektionen mit Celebs und Designer*innen zu launchen.
Man mische das Verknappungsprinzip, das Internet inklusive Plattformen zum Wiederverkauf sowie Social Media und den Trend «Athleisure Wear» bei – und fertig ist das Erfolgsrezept für ein Milliarden-Geschäft. Die Käufer*innen wandeln sich zu «Sneakerheads» und bestimmte Modelle werden zu «Grails» gehyped.
Der Wert des globalen Sneaker-Markts wird von Statista im Jahr 2020 mit 79 Milliarden US-Dollar beziffert, bis 2026 soll er 120 Milliarden US-Dollar wert sein. Besonders lukrativ scheint der Zweitmarkt zu werden. Der Online-Marktplatz StockX zum Beispiel wird mit knapp vier Milliarden US-Dollar bewertet und soll sogar den Börsengang planen.
Auch das geschichtsträchtige Auktionshaus Sotheby’s hat das Sneaker-Potential erkannt. Ein Paar «Air Jordan 1», welche Michael Jordan 1985 während eines Spiels trug, wechselte vor einem Jahr für 560’000 US-Dollar den Besitzer. 2019 versteigerte Sotheby’s ein Sneaker-Modell von Nike aus dem Jahre 1972 für knapp 440’000 US-Dollar.