Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03197.jsonl.gz/197

Cristiano Ronaldo, Neymar, Jordan Henderson, Roberto Firmino, Karim Benzema, N'Golo Kante: Das sind nur einige der Fussballstars, die im vergangenen Transfersommer ihre Zelte in Europa abgebrochen haben, um in der Saudi Pro League gutes Geld zu verdienen.
Die gestern angelaufene europäische Champions League muss also auf einige Topstars verzichten, die nun aber im asiatischen Pendant, der AFC Champions League, für Furore sorgen könnten. Ob die grossen Namen auch für grossen Fussball sorgen, wird sich zeigen. Einen ersten Vorgeschmack lieferte die erste Runde der AFC Champions League, die am Montag und am Dienstag gespielt wurde.
Die «asiatische Champions League», wie der Wettbewerb auch genannt wird, ist auf Klubebene das wichtigste Fussballturnier auf dem asiatischen Kontinent. Anders als im europäischen Pendant sind in der asiatischen Champions League nicht alle Landesverbände teilnahmeberechtigt – für das Turnier qualifizieren können sich nur Teams der 24 besten Nationen.
Für die diesjährige Ausgabe der AFC Champions Leaguei haben sich vier Teams aus Saudi-Arabien qualifiziert: Al-Ittihad, Al-Hilal, Al-Nassr und Al-Fayha. Die ersten drei Teams haben einige internationale Topstars in ihren Reihen, das Turnierreglement besagt jedoch, dass nur fünf Spieler eingesetzt werden dürfen, die ausserhalb von Asien geboren wurden. So standen die Teams aus Saudi-Arabien teilweise vor schwierigen personellen Entscheidungen.
Al-Hilal ist mit vier Triumphen Rekordsieger der AFC Champions League. Auf die laufende Saison hin wurde das Kader bedeutend verstärkt, so spielen dieses Jahr beispielsweise auch Neymar und Aleksander Mitrovic in den Reihen des saudischen Klubs. Im ersten Spiel konnte das Team, dass in der Liga in der letzten Saison den zweiten Platz belegte, jedoch nicht überzeugen. Gegen Navbahor Namangan erzielte die Mannschaft um Trainer Jorge Jesus ein enttäuschendes 1:1.
Neymar seinerseits machte nicht mit Toren, sondern mit einer Unsportlichkeit auf sich aufmerksam. Als sein Gegenspieler bei einem Freistoss lange vor dem Ball stehen bleibt, verliert der Brasilianer die Geduld, schubst den Spieler weg und schiesst ihn mit dem Ball ab. Der Schiedsrichter liess Milde walten und die rote Karte stecken – beide Spieler kamen mit Gelb davon.
Besser lief es für Al-Ittihad mit N'Golo Kanté und Fabinho. Der letztjährige Meister der Saudi Pro League feierte gegen den FC Olmaliq aus Usbekistan einen 3:0-Sieg. Karim Benzema, der seit dieser Saison ebenfalls für Al-Ittihad aufläuft, fehlte im ersten Gruppenspiel aufgrund einer kleinen Verletzung.
Auch Al-Nassr mit Cristiano Ronaldo und Sadio Mané gelang der Start in die Champions League – das Team des portugiesischen Trainers Luís Castro gewann gegen Persepolis Teheran mit 2:0. Cristiano Ronaldo erzielte zwar keinen Treffer, war aber an der Entstehung beider Tore beteiligt. Im Iran sorgte nicht das Resultat, sondern vielmehr die Anwesenheit Ronaldos für Aufregung. In Teheran wurde der portugiesische Superstar von zahlreichen Fans euphorisch empfangen. Mehrere Personen versuchten sogar, dem Team in die Hotelloby zu folgen, wurden jedoch von Sicherheitskräften zurückgehalten.
Ob sich die saudische Transferoffensive in der Champions League in Titel ummünzen lässt, wird sich zeigen. Momentan haben Teams aus Südkorea und Japan mit zwölf bzw. acht Siegen in Sachen Champions-League-Titeln die Nase noch vorn.
(kat)
Die Fussballwelt trauert um den ehemaligen Schweizer Nationaltrainer Artur Jorge. Am Donnerstagmorgen ist der Portugiese in Lissabon im Alter von 78 Jahren nach langer Krankheit verstorben. Das gab seine Familie bekannt. «Er starb in aller Ruhe, umgeben von seinen engsten Verwandten.»