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Christliche Kirchen, Gemeinden, Gemeinschaften und Sondergruppierungen
Der Kanton Luzern ist religiös und politisch lange Zeit stark römisch-katholisch geprägt gewesen und ist dieses bis heute in Sachen Religion auf dem Land weiterhin. Aufgrund von Binnenwanderungen innerhalb der Schweiz zogen im frühen 19. Jahrhundert Reformierte in den Kanton Luzern und gründeten 1827 die erste nichtkatholische Kirche in der Stadt Luzern.
Während im ausgehenden 19. Jahrhundert nur wenige neue Pfarreien und Kirchgemeinden entstanden, sah das frühe 20. Jahrhundert einen Boom an neuen, teils grossen Kirchenbauten und der Gründung neuer Pfarreien und Kirchgemeinden. In dieser Zeit kamen auch die Neuapostolische Kirche und die Zeugen Jehovas, beide Neugründungen innerhalb des Christentums mit je eigenen Interpretationen, in den Kanton.
Mit den 1950er Jahren entstanden verschiedene mit der römisch-katholischen Kirche verbundene Gemeinschaften, sei es die Basisgruppen-Bewegung oder die Piusbruderschaft. In den 1980er und 1990er Jahren kamen unterschiedliche christliche Freikirchen sowie aufgrund von Immigrationsprozessen verschiedene christlich-orthodoxe Kirchen hinzu.
Christentum im Kanton Luzern ist heutzutage sehr unterschiedlich und vielfältig und längst nicht mehr allein durch die römisch-katholische und reformierte Kirchen repräsentiert. Ebenso sind die christlichen Kirchen und Gemeinden von ihrer Grösse her sowohl mit Blick auf die Zahl ihrer Mitglieder als auch ihre Organisationsstrukturen sehr unterschiedlich: Es gibt sie von der Kleinstgemeinde bzw. klösterlichen Gemeinschaft mit nur wenigen Personen bis hin zur grössten im Kanton ansässigen Kirche, der Römisch-Katholischen Kirche. Insgesamt verzeichnen die drei christlichen Landeskirchen, die römisch-katholische, die christkatholische und die evangelisch-reformierte Kirchen einen kontinuierlichen Mitgliederschwund während Freikirchen leicht zunehmen.
Im Jahr 2000 waren in der römisch-katholischen Kirche 248'500 Personen Mitglied, 2014 waren es 206'500 Personen (ab 15. Jahre). In der Stadt Luzern waren 2018 erstmals weniger als 50% der Bevölkerung Mitglied in der römisch-katholischen Kirche. In der evangelisch-reformierten Kirche waren im Jahr 2000 39'400 Personen Mitglied, im Jahr 2014 waren es 34'800 Personen (ab 15 Jahre). Christlich-altorientalische und -orthodoxe Kirchen hatten im Jahr 2000 7'800 Mitglieder, 2014 waren es fast gleich viele (ab 15. Jahren).
«Religionsvielfalt im Kanton Luzern» (www.unilu.ch/rel-LU) ist ein Projekt des Religionswissenschaftlichen Seminars der Universität Luzern.
Letzte Aktualisierung: 4.1.2017