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Kantonsspital Frauenfeld, Projekt Horizont
Adresse
8501 Frauenfeld
TG
Architektur
Mit der Erfahrung aus früheren Spitalbauprojekten ist es Schneider & Schneider gelungen, während fast zwei Jahrzehnten die schrittweise Erneuerung des Kantonsspitals Frauenfeld voranzutreiben, ohne den laufenden medizinischen Betrieb einzuschränken. Durch die hellen Fassaden, die grossen Fensteröffnungen und das Abheben des Volumens über das Technikgeschoss vermittelt die architektonische Gestaltung Leichtigkeit, aber auch eine eindrückliche Fernwirkung. Wie der ehemalige Bettenturm wirkt auch der Ersatzneubau als ein weitum sichtbares Wahrzeichen und prägt das Bild des Spitals in der Öffentlichkeit.
Chronologie
Das 1974 erbaute Kantonsspital Frauenfeld, mit dem Bettenturm als Wahrzeichen, entsprach nicht mehr den heutigen Anforderungen. Um dies zu ändern, wurde bereits 2002 ein Entwicklungsrichtplan erstellt, der die medizinische Leistungsfähigkeit des Spitals weiterhin garantiert. Den dafür ausgeschriebenen Projektwettbewerb gewann das Architekturbüro Schneider & Schneider. Der neue Notfalltrakt mit Intensivstationen wurde 2008 realisiert. Die zweite, deutlich grössere Etappe, beinhaltet den Ersatzneubau des Bettenhochhauses, welcher 2020 fertiggestellt wurde. Nach dem Rückbau des Bettenturms ist das Projekt 2023 abgeschlossen.
Lage
Das Kantonsspital befindet sich am südöstlichen Stadtrand von Frauenfeld im Quartier Huben, welches von einer kleinteiligen Wohnbebauung bestimmt wird. Hier liegt das Spital auf einer kleinen Anhöhe, die einen Ausblick über die Thurgauer Hügellandschaft bietet. Das Areal wird nördlich und westlich von der Pfaffenholz- und der Thundorferstrasse umschlossen. Im Osten grenzt der Bau direkt an den Pfaffenholzwald.
Beschreibung
Das neue Kantonsspital erhebt sich mit dem Sockelgeschoss als flacher, breiter Kubus aus dem Boden. Darüber beherbergt ein rechteckiger Quader die neuen Patientenzimmer. In Anlehnung an den ehemaligen Bettenturm nimmt der Neubau die Turmform auf, ohne die Höhe zu sehr zu betonen. Dieser Quader erstreckt sich über sechs Geschosse und gründet auf einem eingerückten Technikgeschoss, welches auf dem viergeschossigen Sockelbau aufliegt. Durch die markante Auskragung über die Sockelgeschosse, welche sich um das ganze Gebäude zieht, hebt sich das Bettenhaus ab und wirkt, als würde es schweben. Die mit Aluminium verkleidete, kräftig geformte Rasterfassade weist grosse, fast raumhohe Fenster auf. Sie werden seitlich von Lochblechen begleitet, die ein starkes gestalterisches Element bilden, da sie geschossweise versetzt sind. Das lockert das Fassadenbild auf und lässt den angehobenen Quader als offenes und leichtes Volumen wirken. Der Sockelbau führt diesen pro Geschoss alternierenden Wechsel der Fenster fort. Doch kommen hier vorfabrizierte Betonelemente zum Einsatz, die gesäuert und gewaschen wurden und deren grünliche Farbgebung durch Gesteinszusatz zustande kommt. Die Brüstungen weichen gegenüber den Pfeilern etwas zurück, während die Fensterstürze leicht vortreten. Durch das Eintiefen der Fenster ist die Frontansicht offen und transparent, die Schrägansicht hingegen geschlossen und massiv. Die schmalen Lüftungsflügel sind durch einen Rahmen aus vorstehenden Mattglasscheiben akzentuiert und geschützt. Nördlich des Baus befindet sich ein kleiner, bepflanzter Park, welcher dem Gebäude Platz verschafft. So kann sich der Bau mit seiner durchgestalteten Fassade als ganzes präsentieren.
Im Sockel sind vor allem Therapie- und Büroräumlichkeiten untergebracht. Das erste Obergeschoss beinhaltet die Operationssäle und die Intensivstation. Diese Räumlichkeiten haben, ihrem Zweck entsprechend, einen sehr hygienischen Charakter und sind auch dementsprechend mit glatten, einfach zu reinigenden Oberflächen materialisiert. Im darüberliegenden Bettenhaus befinden sich die Patientenzimmer. Sie ordnen sich windmühlenartig um drei zentrale Kerne. Die Verwendung von Holz für die Böden und Fensterleibungen vermitteln in den Patientenzimmern einen warmen, häuslichen Charakter.
Literatur
- Spital Thurgau AG. Neubau «Horizont». Kantonsspital Frauenfeld. Interessante Fakten und Hintergrundinformationen
zum neuen Spital, Alpnach 2020 (online)
- Esquivié, François. Gute Aussichten, in: Schweizer Baudokumentation 2/2021, S. 24–33 (online)
- Schneider & Schneider. Kantonsspital Frauenfeld, Projekt Horizont (online)