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Portrait von Willi Ernst (1911 – 1989)
Total 50 Kränze
3 eidgenössische: Solothurn 1940, Bern 1945, Luzern 1948
Ernst Willi geht als erster Melser Eidgenosse in die Klubgeschichte ein. Das Bravourstück gelang ihm 1940 in Solothurn, wo er im Anschwingen den haushohen Favoriten Otto Marti bezwang. Marti wurde am Abend trotzdem Schwingerkönig. Willi verlor in der Folge den zweiten Gang gegen Arnold Vogt, die folgenden vier Gänge gewann er allesamt wieder, womit er den Kranz mit 56,75 Punkten erlangte.
Dieses Fest wurde wegen dem tobenden 2. Weltkrieg an einem Tag über sechs Gänge abgehalten. Willi wies am Abend dasselbe Notenblatt wie Ott Marti (fünf Siege und ein Verlorener) auf. Schwingerkönig aber wurden die beiden Berner Werner Bürki (fünf Siege und ein Gestellter) sowie Marti, derweil Willi Rang 4a belegte. Die für fünf gewonnenen Gänge ausserordentlich tiefe Punktzahl von 56,75 Zählern hatte damit zu tun, dass dem Melser bei drei seiner gewonnenen Gängen nur eine 9,50 geschrieben wurde.
Übertritt in den Kanton Zürich
Fünf Jahre später gewann Willi in Bern sein zweites Eidgenössisches Eichenlaub. Mit je vier Siegen und Gestellten erlangte er den Kranz mit 74,75 Punkten im Rang 7c. Im Anschwingen stellte er zwei Mal mit dem Berner Spitzenschwinger Christian Boss. Im achten Gang rang er dem aufstrebenden Walter Haldemann, Murten, ein Unentschieden ab. Haldemann wurde 1950 in Grenchen Erstgekrönter.
Sein drittes ESAF-Eichenlaub erschwang sich Willi mit 37 Jahren 1948 in Luzern. Nach zwei Gestellten und einer Niederlage im fünften Gang geriet der Oberländer unter Zugzwang. Doch drei Siege in Serie brachten das Eichenlaub im Rang 8d ins Trockene. Willi geht in die Analen des Schwingklub Mels ein, weil er seinen ersten eidgenössischen Kranz lediglich drei Jahre nach der Klubgründung (1937) erschwang.
Weitere bedeutende Erfolge waren seine drei Kranzfestsiege:
1942 siegte er am St. Galler Kantonalen in Mels, und im gleichen Jahr schwang er auch am Bündner Glarner in Domat/Ems obenaus. 1944 entschied er das Glarner-Bündner in Niederurnen für sich. Insgesamt gewann der Turner 49 Kränze. Erstmals vor die Kranzdamen treten durfte er am Thurgauer Kantonalen 1932 in Tägerwilen, zu einer Zeit, als der Schwingklub Mels noch gar nicht bestand.
Beruflich kam Willi später in den Kanton Zürich, wo er bis zum Kantonalpräsidenten des Zürcher Verbandes aufstieg. Später amtete er gar als Präsident des Nordostschweizerischen Schwingerverbandes. Der erste Melser Eidgenosse verstarb 1989.