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Obwohl die bipolare Störung eine schwere Krankheit ist, wird sie oft spät entdeckt, weil viele Betroffene und ihre Angehörigen aus Angst vor Stigmatisierung ihre psychischen Probleme verheimlichen und erst dann einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen, wenn die Krankheit bereits zu schwerwiegenden Konsequenzen geführt hat, z.B. im Berufsleben.
Zudem werden bipolare Störungen oft nicht als solche erkannt, weil die Betroffenen in der Regel viel öfter depressiv als manisch sind. Das kann dazu führen, dass die bipolare Störung als Depression fehldiagnostiziert wird und es zu einer Fehlbehandlung kommt. Es gibt sogar Hinweise, dass die alleinige Therapie mit einem Antidepressivum, wie es bei Depressionen üblich ist, den Verlauf der bipolaren Störung verschlechtern kann.
Begleiterkrankungen
Über die Hälfte der Menschen mit bipolaren Störung leiden zusätzlich an einer anderen psychiatrischen Krankheit, am häufigsten an Angsterkrankungen, Essstörungen, Alkohol- und Drogenproblemen. Die bipolare Störung erhöht deutlich das Risiko von körperlichen Erkrankungen wie Herzkreislauferkrankungen und hormonellen Störungen, was darauf hinweist, dass die bipolare Störung nicht ausschliesslich eine Hirnerkrankung, sondern eine Systemkrankheit ist, die den ganzen Organismus betrifft, unter anderem durch eine Veränderung des Immunsystems. Die zusätzlichen medizinischen und psychologischen Probleme zeigen sich vorwiegend bei langer Dauer der Erkrankung, vor allem wenn sie unbehandelt bleibt.