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Berufe für Mädchen und Jungen
Bist du ein Mädchen und willst zur Feuerwehr gehen? Bist du ein Junge und interessierst dich für den Beruf Kindergärtner?
Wenn dir deine Eltern oder ein möglicher Arbeitgeber diesen Job verbieten wollen, weil du nicht zum «richtigen» Geschlecht gehörst, dann verletzen sie dein Recht auf Gleichbehandlung. Dieses Recht legt fest, dass jeder Job für Mädchen und Jungen gleich zugänglich sein soll.
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Schwimmen und tanzen
Anderes Beispiel: Saba (13) möchte wie ihre Brüder schwimmen gehen. Die Eltern verbieten ihr das, weil «Schwimmen» etwas für Jungen, aber sicher nichts für anständige Mädchen ist.
Robin (14) möchte Ballett tanzen. Für den Vater kommt dies gar nicht in Frage. Er will doch nicht, dass alle denken, dass sein Sohn schwul ist.
Auch in diesem Fall wird das Recht auf Gleichbehandlung missachtet, denn prinzipiell gilt es: Wenn andere Jugendliche das Recht haben, etwas Bestimmtes zu tun, dann hast du auch dieses Recht.
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Taschengeld
Livio (14) bekommt von seinen Eltern CHF 100 Taschengeld pro Monat, Richard (14) bekommt stattdessen CHF 50. Richard verlangt im Namen der Gleichbehandlung auch CHF 100. Liegt er richtig?
Sorry für Richard, aber die Antwort lautet nein. Taschengeld ist eine freiwillige Leistung der Eltern und keine Verpflichtung. Sie richtet sich nach den finanziellen Möglichkeiten der Familie und hängt davon ab, was die Eltern mit ihren Töchtern und Söhnen vereinbart haben.
Vergiss nicht, dass deine Eltern die Aufgabe haben, dich auf dem Weg zum erwachsen werden zu begleiten und dazu gehört auch die Kompetenz mit Geld umzugehen, was in der Zeit von Kreditkarten und anderen online-Zahlungsmethoden noch schwieriger geworden ist (mehr zum Thema Taschengeld findest du in den Richtlinien von Budgetberatung Schweiz).
Kein Freipass für jeden Wunsch
Das Recht auf Gleichbehandlung ist kein Freipass, um jeden Wunsch durchzusetzen, sondern dient dazu, Diskriminierung zu verhindern. Es geht darum, dass Mädchen in ihrem Leben die gleichen Chancen wie Jungen bekommen sollen (und umgekehrt).
Es geht auch darum, dass u.a. Glauben, ethnische Herkunft, sexuelle Identität oder Behinderung kein Grund sein darf, um den Jugendlichen Chancen zu verweigern. So betrachtet ist das Recht auf Gleichbehandlung auch in der Schweiz nicht immer und nicht überall eine Selbstverständlichkeit.