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Siberian Husky
Brrr jetzt wird es richtig kalt, unsere Reise führt uns nach Sibirien, ins Anadyrdelta. Ich hoffe ihr habt die warmen Schuhe, Mütze und Handschuhe angezogen!? Doch schon der Gedanke an diese prächtigen Tiere macht warm ums Herz und das sollte reichen für's Lesen...
Die Geschichte der Schlittenhunde ist über 3000 Jahre alt. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass Schlittenhunde 4000 Jahre und älter sind.
Leider haben die meisen Völker keine schriftlichen Ueberlieferungen. Einen der ersten schriftlichen Hiweise über die Existenz von Schlittenhunden findet man im Reisebericht des flämischen Geistlichen von Rubruk, der 1253 bis 1255 als Gesandter des französischen Königs Ludiwig IX an den Hof des Gross-Khans nach Zentralasien zitiert wurde.
Wann der erste Hund aus Sibirien nordamerikanischen Boden betrat, läss sich nur schwer feststellen. Man nimmt an, dass der Siberian Husky zuerst vom Volk der Tschuktschen im Nordosten Sibiriens gezüchtet wurde. Ihre Hunde, die sich mit den einheimischen Wölfen vermischten wurden zu dem, was wir heute als "sib. Husky" bezeichnen.
Die Tschuktschen waren keine Nomanden, sondern Dorfbewohner, die in festen Siedlungen entlang der arktischen Küste lebten. Die Russen führten eine Reihe von Kriegen gegen dieses Volk. Die Tschuktschen züchteten eine Langstrecken-Schlittenhunderasse, die nur wenig Futter brauchte und grosse Entfernungen über das Packeis bis zur offenen See zurücklegen konnte.
Mitte des 18. Jahrhunderts versuchten die Russen die Tschuktschen vollständig auszurotten. Diese Menschen überlebten nur aufgrund ihrer Zähigkeit, ihres starken Willens und ihrer einzigartigen Hunde. 1837 erlangten die Tschuktschen politische und kulturelle Unabhängigkeit von Russland. Leider gelang es den machthabenden Sowjets zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts doch, das Volk der Tschuktschen zu unterwerfen, indem sie die Dorfältesten töteten und das alte Stammessystem zerstörten. Russen und andere Volksstämme besiedelten das Land der Tschuktschen. Diese brachten ihre eigenen Hunde mit und brachten damit die Geschichte des Siberian Huskys durcheinander.
Als die Sowjets in den 1930er Jahren den Wert von Schlittenhunden für Transportzwecke erkannt hatten, richteten sie ein System ein, das alle nordischen Hunderassen in vier Gruppen unterteilte; Schlittenhunde, Hunde zur Jagd auf Grosswild, Hunde zur Jagd auf Rentiere und Hunde zur Jagd auf Niederwild. Der tschukotische Hund wurde ausdrücklich ausgeschlossen, weil er angeblich zu klein war, um die schwere Aufgabe des Schlittenziehens erfüllen zu können.
Einige Jahre später verbot die Sowjetunion sogar die Zucht von Hunden, die in keine dieser Kategorien fielen und nahm für sich in Anspruch, dass nur ihre Zughunde den Namen "Siberian Husky" verdienten.
Uebrigens wurden die Huskies bei den Tschuktschen ausserordentlich gut gehalten, es war Sitte, ein liebevolles, harmonisches Zusammenleben mit den Hunden zu pflegen. Die Tschuktschen glaubten, dass ihre Hunde den Eingang zum Himmel bewachten und dass jemand, der einen Hund misshandelt hatte, niemals dorthin gelangen könnte.
Schon Mitte der 1920er Jahre begannen die Sowjets mit einer systematischen Ausrottung der kleinen Schlittenhunde einheimischer Volksstämme. So war es ein Glück, dass William Goosak und William Madsen in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts, etwas später auch Fox Maute Ramsay und Iver Olsen, ihre Hunde bei den Tschuktschen einkauften und so den Fortbestand der Rasse für das 21. Jahrhundert sicherten.
Das Wort Husky kommt übrigens vom Begriff "eskie". Die englisch Sprechenden bezeichneten damit die "Einheimischen".
Wahrscheinlich wurden Huskies für ein Rennen in Alaska erstmals um 1908 eingesetzt. In Nome wurden diese Hunde schnell zum Gespött, denn sie waren im Vergleich zu den einheimischen Malamuten winzig und bekamen deshalb den Uebernamen "sibirische Ratten". Doch die Huskies machten an den Rennen einen fabelhaften Eindruck; am Ziel waren sie immer noch so frisch wie am Start. Trotz der Leistung der Huskies standen viele der Rasse immer noch skeptisch gegenüber. Leonhard Seppala verlor jedoch nie das Vertrauen in diese Hunde, die mit ihrer geringen Grösse und der kompakten Mukulatur ihm selbst nicht unähnlich waren. Ihre Ausdauer und die Bereitschaft im Notfall das Aeusserste an Kraft und Geschwindigkeit zu geben, schienen fast keine Grenzen zu kennen. (siehe auch unter L. Seppala)
Der Siberian Husky verfügt über eine beachtliche Fähigkeit Wärme zu speichern. Sie haben zweierlei Fell, das äussere beseht aus langen, groben Deckhaaren und schützt die Haut gegen Wasser, Schnee und Sonne, daruner liegt das wärmende Unterfell aus weichem, dichtem, wollähnlichem Pelz. Das Unterfell, das dem Futter eines Parkas ähnlich ist, wird im Sommer abgeworfen. Auch der Schwanz ist mit dichtem, buschigem Fell besetzt und beim Schlafen legt der Hund ihn über die Nase, so dass auch sie vor der Kälte geschützt wird. Dadurch atmet er nämlich auch vorgewärmte Luft ein. Der Schwanz schützt auch die Leistengegend, den einzigen Bereich, wo ein Husky wenig oder gar kein Fell besitzt.
Seine Augen sind mandelförmig, weshalb sie Wind und Schnee ebenfalls weniger ausgesetzt sind, und die spitzen Ohren tragen innen einen weichen Pelz, der den Wärmeverlust vermindert. Die Pfoten haben eine leicht ovale Form und ihre widerstandsfähigen, kompakten Ballen beschränken die Vereisungsgefahr auf ein Minimum. Huskies vertragen mit dieser natürlichen Ausstattung Temperaturen bis zu minus 60 °. Aber auch hohe Temperaturen vertragen Huskies, denn im akrtischen Sommer kann es durchaus über 30° warm werden.
Der Siberian Husky ist von der Natur mit allen nötigen Sachen ausgestattet worden, um den Widrigkeiten, die das Land zu bieten hat trotzen zu können und ist somit der perfekte Schlittenhund, ein schützenswertes Naturerbe!
Im Jahre 1946 brachte Natalie Norris zwei registrierte Tiere nach Alaska, wobei der Rüde "Chinook Alladin of Alyska" eine der berühmtesten und vorbildlichsten Rassevertreter werden sollte.
Das Ehepaar Norris importiere in den nächsten Jahren weitere gute Siberians aus dem südlichen Teil der USA nach Alaska und es gelang den beiden auch 1963 die Zuchttiere des Gatineau Kennels, welche direkte Nachkommen derjenigen Tiere waren, welche Leonhard Seppala in den zwanziger Jahren in Kanada an Harry Wheeler verkauft hatte, zu erwerben und nach Alaska zurück zu bringen.
Erste Importe in die Schweiz fanden 1955 statt.
Der siberian Husky liebt es in erhöhter Position zu sitzen oder zu liegen. Unter einer erhöhten Holzplattform kann die Luft zirkulieren, so bleibt der Hund kühl und trocken. Die pelzigen Freunde geniessen es zur Familie zu gehören und man sollte soviel Zeit wie möglich mit ihnen draussen verbringen.
Huskies lieben es aber auch ein paar gemütliche Stunden im Haus mit ihren Menschen zu verbringen.
......sogar ein gemütlicher Abend vor dem Kamin schätzt er nach einem ausgiebigen Schneetraining...
Der Siberian Husky benötigt nicht nur uns Menschen, sondern er möchte in einem Hunderudel leben.
Hunderudel verlangen jedoch ein gewisses Management. Der beste Weg zu einem Desaster wäre es, einfach einige Hunde zusammen in einen Auslauf zu sperren und sich selbst zu überlassen. Zwar ist es durchaus möglich 10, 15 oder sogar 20 Hunde gleichzeitig zu füttern und alle harmonisch zusammenleben zu lassen, aber nur dann, wenn der Mensch jederzeit die Kontrolle behalten und unerwünschtes Verhalten sofort unterbinden kann. Konsequenz ist das Schlüsselwort schlechthin, um ein Hunderudel, sei es klein oder gross, erfoglreich zu managen.