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Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden. Apostelgeschichte 18,9–10
Die Worte dieses Lehrtextes spricht der Kyrios (Herr) Jesus Christus im Traum zu Paulus. Sie beziehen sich auf die heutige Losung, in welcher Gott zum Propheten Jeremia spricht:
«Sage nicht: ‹Ich bin zu jung›, sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete. Fürchte dich nicht vor ihnen, denn ich bin bei dir, um dich zu retten.» (Jeremia 1,7 f.)
Losung und Lehrtext gleichen sich in vielem. Die Worte des «Herrn» (der hier Gott, dort Jesus Christus meint) stammen aus einer transzendenten Welt – hier aus einer überweltlichen Vision, dort aus einem Traum. Hier wie dort geben sie Durchhaltevermögen. Paulus wird nach der Zusage Christi lange Zeit in Korinth ausharren. Das ist nicht nur wegen der misslichen Umstände in dieser Stadt ohne Gott überraschend, sondern auch, weil er dort «in Schwachheit und Furcht und mit vielem Zittern» auftritt. Das Einzige, das er zu predigen weiss, ist «der gekreuzigte Christus» (vgl. 1. Kor 2,2 f.). Bei Jeremia, der sich für «zu jung» hält, ist es ähnlich. Es ist so etwas wie ein biblisches Grundmuster: Die Kraft erweist sich in Schwachheit (2. Kor 12,9). Der jüdische Sänger und Songwriter Leonard Cohen (1934–2016) hat es in die folgenden Worte gefasst:
There’s a crack in everything, that’s how the light gets in.
Von Andreas Fischer