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Der Synkie ist ein modulares Instrument für die Bearbeitung und die Synthese von Videos mit einzigartigen und sonderbaren Möglichkeiten. Michael Egger, der “Kopf” hinter dem Projekt, erzählt uns mehr darüber.
Wie hat das Projekt seinen Anfang genommen?
In den 90er-Jahren machte ich experimentelle Videos mit einem Fernseher, den ich mit einer Kamera filmte, um Loops zu erzeugen. Eines Tages wickelte sich zufällig ein Kabel um den Lautsprecher, den ich zum Musikhören benutzte. Ich merkte, dass die Musik einen Einfluss auf das Bild hatte, das live auf dem Fernseher übertragen wurde. Ich fand das toll und es brachte mich dazu, Instrumente für visuelle Live-Auftritte zu entwickeln, wie den Video Bass [ein MIDI-Instrument in Form einer Gitarre]. Später bevorzugte ich analoge Geräte oder zumindest solche ohne einen Computer im Zentrum. Ich begann, gemeinsam mit meinem Bruder Max und meinem Freund Flo Kaufmann erste Ideen für den Synkie zu entwickeln. Wir entwickelten eine kleine Platte, auf der wir versuchten, Videosignale zu verfälschen, ohne die Synchronisation des analogen Videos zu gefährden. Wir wollten das Bildsignal extrahieren, es verfälschen und es wieder einfügen, ohne die Synchronisation anzutasten. Dann habe ich damit begonnen, dies in der Live-Musik zu verwenden.
Du hast begonnen, audiovisuelle Live-Auftritte nur mit dem Synkie zu machen. Wie funktioniert das?
Ja, die neuste Entwicklung des Synkie beruht auf diesem Klangaspekt. Der Ton ist ganz einfach das direkte Resultat des Bildes, das die Maschine produziert. Es gibt keine Umwandlung: Ich gebe den Lautsprechern buchstäblich ein Videosignal und wir hören dann, was daraus entsteht. Ich habe “rhythmische” Aspekte angefügt, wie diesen Plattenspieler, die einen interessanteren Sound erzeugen als einen simplen Summton. Das Ergebnis ist, dass wir ein und dasselbe Signal feststellen und hören.
Der Synkie ist sehr interaktiv, fast schon pädagogisch…
Ja, er ist sehr “hands-on”. Ich glaube, dass man von ihm sagen kann, dass er spielerisch ist, aber pädagogisch… ich weiss nicht. Nach einem Live-Auftritt lasse ich das Instrument oftmals aufgebaut und spielbereit, damit Neugierige damit interagieren können. Das ist fast spannender als meine Performance, wenn man sich Zeit nehmen kann, zu erklären, die einzelnen Funktionen zu betrachten und den Leuten zuzuschauen, wie sie das Instrument selber ausprobieren!
Wie sieht die Zukunft des Instruments aus?
Derzeit sollte ich mich wohl eher darauf konzentrieren, das Instrument live zu spielen, als es weiter zu entwickeln. Ich habe aber noch ein Modulprojekt fertigzustellen: das Delay-Video. Dieses Teil ist wirklich eine Art Heiliger Graal für alles, was ich mit dem Synkie mache. [Das Delay wird es ermöglichen, Bilder mit einer Verzögerung gegenüber der Quelle erneut abzuspielen, um so Loops, Wiederholungen und Rückkopplungen zu erzeugen.] Ich denke, dass es dieses Jahr fertig wird. Ich möchte auch noch an einigen Modulen feilen, damit in nicht allzu ferner Zukunft andere davon profitieren können.
- Victorien Genna / 16.06.22