Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03654.jsonl.gz/2762

Hergestellt von Grundig, Fürth.
Nach den grossen Kurzwellenempfängern aus der Grundig Satellit- Reihe im „Schlachtschiff - Format“ kam aus Fürth im Jahre 1989 ein Gerät auf den Markt, dass von seinen Abmessungen her dem „kleineren“ Satellit 400 glich, dessen technische Leistungen es aber auf einen Spitzenplatz hieven sollten. Dieser Satellit 500 genannte Empfänger war nicht nur ein Doppelsuperempfänger mit SSB-Empfang sondern verfügte über einen Synchrondetektor und die Möglichkeit, den Sendernamen auf einem Speicherplatz alphanumerisch abzulegen. Von den einen Kritik, von den anderen Bewunderung brachte dem Gerät die integrierte „ROM-Tabelle“ in der 156 Frequenzen grosser europäischer Auslandsdienste unveränderbar gespeichert waren und somit leicht abgerufen werden konnten. 1992 wurde dieses Gerät vom neuen Spitzenempfänger aus dem Hause Grundig abgelöst, der Satellit 700 verfügte weiterhin über eine abgespeckte ROM-Tabelle, zusätzlich konnten aber auf bis zu drei nachträglich einsteckbaren EEPROMs insgesamt 2048 Frequenzen abgelegt werden, vorbereitete Memo-Files mit bereits aufgespielten aktuellen Frequenzen waren käuflich zu erhalten.
Das Format, ein hochformatiges Kofferradioformat, hat der letzte Grundig Satellit beinahe mit dem ersten Empfänger der Satellit- Baureihe gemeinsam, in das 30,4 x 17,8 x 6,6 cm grosse Gehäuse wurde allerdings soviel Elektronik gepackt, dass das Können des Satellit 700 bei weitem in den Schatten stellt, was mit dem Kofferradio 1964 möglich war. Mit seiner gleichen Grösse, wie der Satellit 400 und der auch äusserlich sehr ähnliche Satellit 500, und dem Gewicht von 2 kg gehört der Satellit 700 gerade noch zu den portablen Reiseempfängern, der an seinem an der Geräteoberkante ausklappbaren Handgriff noch auf ein Wochenende mitgetragen werden kann, mit seinen Leistungen aber an die von einfachen Stationsempfängern heranreicht.
Die Frontplatte ist unterteilt, die linke Hälfte nimmt der Lautsprechergrill ein. In der rechten Hälfte liegt oben das als LCD Data Monitor bezeichnete LCD-Anzeigefeld, das über beinahe alle Gerätezustände Auskunft gibt, darunter die drei Tastenfelder für die Betriebsartenwahl, die Uhr/Timerfunktionen und rechts den Zehner- Ziffernblock zur direkten Frequenzeingabe und zum Speicheraufruf.
Im LCD Display ist die grosse alphanumerische Anzeigezeile zuoberst den Stationsbezeichnungen, die alphanumerisch einprogrammiert oder im UKW-Betrieb aus den RDS-Signalen decodiert werden können, und den Uhrprogrammierfunktionen vorbehalten. Kleiner wird darunter, und dies auch im ausgeschalteten Zustand und parallel zur Frequenzanzeige beim Empfang, die aktuelle Uhrzeit resp. Weltzeit angezeigt. Die unterste LCD-Zeile umfasst links das LCD- Balken- S-Meter, das Grundig-typisch eine nicht standardisierte 0 - 5 Einteilung aufweist, alternativ wird die Batteriespannung angegeben. Rechts davon, deutlich kleiner als die Stationsbezeichnung ganz oben, findet sich die auf 100 Hz genaue Frequenzanzeige und die automatische Angabe des Kurzwellen- m-Bandes. Symbole rechterhand signalisieren im SSB- und SYNC-Empfang das gewählte Seitenband und das Einrasten des Synchrondetektors, kleine Zeichen das schmale und breite ZF-Filter und weitere Symbole, dass auf eine Aussenantenne oder manuelle RF-Gain- Regelung geschaltet wurde.
An der rechten Längsseite des Gerätes liegt oben der mit einer Fingermulde ausgestattete Abstimmknopf, mit dem auf der Kurzwelle im AM-Betrieb in Schritten zu 1 kHz, beim SSB und AM-Sync- Betrieb abgestimmt werden kann, beim Zurückschalten in AM-Betrieb springt der Stellit 700 wieder aufs nächste ganze kHz. Der Abstimmknopf ist magnetisch gerastet und klickt beim Abstimmen bei jedem Schritt. Mit einer leicht darunter angebrachten Rändelschraube kann die Frequenz zwischen zwei 100 kHz-Punkten zum Datenfunkempfang fein abgestimmt werden. Unten rechts liegt der Drehregler, mit dem von der automatischen auf die manuelle RF-Gain- Regelung geschaltet werden kann. Zuoberst auf der rechten Längsseite liegt der Aussenantennenanschluss, darunter zwei kleine Schiebeschalter zum Umschalten zwischen Teleskop- und Aussenantenne und für den Abschwächer.
Links finden sich auf der Längsseite übereinander die separaten Regler für Höhen, Bässe und die Lautstärke, darunter der Lock-Schalter der sämtliche Tastaturfunktionen, den Hauptschalter inbegriffen, blockiert und auf Druck die Beleuchtung des LCD-Anzeigefeldes aktiviert. Auch die Anschlussbuchsen für das externe Netzteil, Kopfhörer und zwei Line-Out- Ausgänge - schliesslich ist das Gerät auf UKW stereotauglich - finden sich hier, die Geräterückseite belegen nur ein ausklappbarer Aufstellbügel und der Batteriefachdeckel und somit keine Bedienelemente oder Anschlüsse.
Eingeschaltet wird der Satellit 700 mit der weissen ON/OFF- Taste links oben im linken Tastenfeld, mit der danebenliegenden FM resp. AM- Taste muss gegebenenfalls auf die gewünschte Betriebsart umgeschaltet werden. Nun kann mit den grossen schwarzen Zifferntasten eine Frequenz eingegeben und mit einem Druck auf die FREQUENCY-Taste aufgerufen werden, auf die entsprechende zweistellige Eingabe (beispielsweise 2 5) wird das 25m-Rundfunkband aufgerufen, wird nach der Zifferneingabe stattdessen die Taste MEMORY FILE gedrückt, wird der entsprechende Speicherinhalt aufgerufen. Von der aufgerufenen Frequenz aus kann mit dem Abstimmknopf weitergedreht werden.
Die Speicherverwaltung hat Grundig speziell gelöst, zum einen sind 96 Hauptfrequenzen von 12 internationalen Auslandsdiensten in einer ROM-Tabelle unveränderbar gespeichert, mit der Eingabe „0 .“ gelangt man in diese Betriebsart und muss nun noch den Code der entsprechenden Station eingeben, „0 . 1“ ruft beispielsweise die Deutsche Welle auf, „DW . . . D“ wird im Display angezeigt und der Empfänger auf die erste abgespeicherte Frequenz getunt, mit einem Tastendruck auf MEMO-AF kann zur nächsten Frequenz gewechselt werden, bis das deutsche Programm aus dem Lautsprecher kommt (im Gegensatz zum Sony SW-77 können beim Sat 700 nicht auch noch die Sendezeiten eingespeichert werden).
Mit „1 .“ gelangt man in den normalen Speicherbetrieb. 64 Stationen können eingespeichert und mit der Taste A-Z und dem Abstimmrad alphanumerisch beschriftet werden, in jedem dieser Stationsspeicher können nun bis zu 8 Frequenzen abgelegt werden. Bei Aufruf einer Station durch Eingabe der Speichernummer und MEMORY-FILE wird auf die erste abgelegte Frequenz getunt, mit MEMO-AF können nun die verschiedenen Frequenzen aufgerufen werden. So können maximal 64 x 8 Frequenzen abgespeichert werden, zumindest in einem Memory-File. Der Satellit 700 kann mit EEPROMS erweitert werden, die 8-beinigen Chips werden hinter einer Klappe an der unteren Seite der Frontplatte eingesteckt und fassen jeweils weitere 512 Frequenzen, in der Vollausstattung mit 3 nachgerüsteten EEPROMS also über 2000 Frequenzen. Sofern das Gerät also mit optionalen Memory-Files ausgestattet ist - die Speichersätze können ebenfalls alphanumerisch bezeichnet werden - kann mit „2 .“ auf das zweite Memory-File umgeschaltet werden, bei nicht belegten Memo-File- Plätzen wird **FILE angezeigt.
Zum Empfang im Kurzwellenbereich kann das Signal über die lange Teleskopantenne oder - umschaltbar - über eine Aussenantenne zugeführt werden, sofern diese an der nicht-standard- 70 Ohm- Koaxbuchse angeschlossen ist. Die Frequenz wird im AM-Betrieb auf 1 kHz genau eingestellt, im Synchrondetektorbetrieb beträgt die Abstimmschrittweite 100 Hz. Dank dem Synchrondetektor kann ein starkem Fading unterworfenes und durch ein Nachbarkanalsignal gestörtes schwaches Signal hörbar gemacht werden. Durch einen Druck auf die Taste SYNC wird er aktiviert, ähnlich wie beim Sony 2001D muss nun von der Frequenz 100 Hz nach oben oder unten abgestimmt werden, um das weniger gestörte der beiden Bänder auszuwählen, der Status des Synchrondetektors wird im LCD-Display angezeigt. Dank dem Synchrondetektor und der umschaltbaren ZF-Bandbreite können auch unter schwierigeren Bedingungen in dicht belegten Bändern Signale hörbar gemacht werden. Um die Verständlichkeit in schwierigen Situationen zu optimieren, kann vor allem zum Einseitenbandempfang der RF-Gain manuell geregelt werden, durch längeres Drücken der MONO-Taste im AM- Betrieb kann der elektronisch mitlaufende Preselektor mit dem Hauptabstimmknopf manuell verstellt und das Signal gepeakt werden.
Der Satellit 700 setzt die Tradition eines überdurchschnittlichen FM-Tuners zur Ergänzung des Weltempfängers fort. Die kleinste Abstimmschrittweite beträgt hier 25 kHz, die Stationsbezeichnung wird bei Empfang eines RDS-fähigen Senders automatisch im Display angezeigt, man kann sich damit rasch am Urlaubsort über die Verhältnisse im UKW-Bereich informieren. Durch Druck auf die Taste RDS-AF können vom Sender ausgestrahlte Alternativ-Frequenz- Informationen abgerufen und so Parallelfrequenzen gecheckt werden.
Im praktischen Einsatz ist der Satellit ein gerade noch portabler Weltempfänger mit überdurchschnittlichen Empfängsleistungen in den AM-Bereichen und einem hervorragenden RDS-fähigen UKW-Tuner. Die Empfindlichkeit ist auch an einer Aussenantenne nicht überragend, mit sehr schwachen Signalen in den hohen Bändern kommt der Satellit nicht so gut zurecht, wie der hochempfindliche Sony 2001D. Mit den zwei schaltbaren ZF-Bandbreiten, es werden mittelsteilflankige Keramikfilter eingesetzt, ist die 5 kHz-Trennung ausreichend, der Synchrondetektor hat bei meinen Empfangsversuchen nur wenig zur Verbesserung der Verständlichkeit beigetragen. Obwohl der Neupreis des Satellit 700 schon beinahe an den gebrauchter Stationsempfänger aus dem Amateurfunkbereich heranreicht, lässt das Gerät die bei diesen Geräten üblichen Möglichkeiten der Signalbearbeitung wie Passbandtuning, regelbare AGC-Konstante oder gar ein Notchfilter vermissen, macht diese Nachteile aber mit seiner gut dimensionierten NF-Stufe, dem eingebauten Lautsprecher und vor allem dem UKW-Tuner wett und rundet den bedienungskomfort mit der Speicherfülle und den Timerfunktionen ab. Auf Kurzwelle reichen die Empfangsleistungen bei weitem nicht an die von Stationsempfängern wie Yaesus FRG-100 oder den Geräten von AOR oder JRC heran, der in gleicher Preislage und Format liegende Portabelempfänger ICF - 2001D von Sony hat empfangsmässig in den Kurzwellenbereichen meines Erachtens im direkten Vergleich immer die Nase vorn.
Doppelsuper, PLL-Synthesizer
Das Gerät ist halbleiterbestückt.