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Postzustellung: Karte der Ausschlusszonen
Die 15 000 Gebäude auf dieser Karte haben keinen rechtlichen Anspruch auf eine Hauszustellung von Postsendungen durch die Schweizerische Post, denn sie liegen über einen Kilometer von der nächsten Siedlung mit fünf Häusern auf einer Hektare entfernt und entsprechen somit nicht den Kriterien von Art. 31 Abs. 1 Postverordnung (VPG).*
Trotzdem bedient die Post gegenwärtig einen Teil davon aus freien Stücken. Sie könnte hier die Hauszustellung jederzeit aufgeben, besonders wenn der Eigentümer wechselt.
Hinweis: Einige der aufgeführten Gebäude sind landwirtschaftlicher (Ställe usw.) oder anderer Art und daher von Vornherein von der Postzustellung ausgeschlossen. Der Neuenburger Nationalrat Jacques-André Maire schätzt aber, dass insgesamt 8000 bis 10 000 ganzjährig bewohnte Wohnungen betroffen und potenziell gefährdet sind.
Am 18. Februar 2015 erachtete der Bundesrat die in der Postverordnung festgelegten Kriterien, die erfüllt sein müssen, um von der Hauszustellung abzusehen, als «sachgerecht» (Stellungnahme zur Motion «Die Post. Postsendungen sollen allen zugestellt werden!».) Nationalrat Raymond Clottu prangert in der Sendung «On en parle» vom 20. Februar 2015 eine Verschlechterung der Situation an. Er beabsichtigt, seinen Kampf im Parlament fortzusetzen, und erinnert daran, dass der Absender, der eine Marke in A-Post zahlt, erwarten kann, dass die Post am Wohnsitz ihres Empfängers in den Fristen zugestellt wird.
Entwicklung: Eine für den Post-internen Gebrauch bestimmte Weisung, die dank des Öffentlichkeitsgesetzes publik und in «On en parle» vom 12. September 2016 thematisiert wurde, bestätigt die Strategie der Post, Ausschlüsse von Haushalten «behutsam und schrittweise zu erfolgen. Ziel ist die Verhinderung einer Kumulation von politischem Widerstand, die entweder eine Gesetzes- oder Verordnungsänderung zur Folge hat.»
Die Motionen von Jacques-André Maire und Raymond Clottu wurden 2017 von den eidgenössischen Räten angenommen. Um den Bundesrat zum Handeln zu bewegen, wurde 2019 eine neue Motion eingereicht.
Seit die Sendung «On en parle» diese politische Entwicklung verfolgt, hat sie festgestellt, dass die Anzahl der Gebäude, die von der Postzustellung ausgeschlossen sind, weiter steigt. Gemäss der Sendung vom 19. Februar 2020 waren im Jahr 2013 828 Gebäude betroffen, 2018 waren bereits 1524.
Diese Karte auf map.geo.admin.ch
*Möglicherweise sind mehr Gebäude betroffen. Diese Karte zeigt nämlich nur solche Gebäude, die ausserhalb von Siedlungen mit mindestens fünf Gebäuden liegen. Ist aber eines der fünf Häuser einer Siedlung nicht ganzjährig bewohnt, könnte die ganze Siedlung aufgegeben werden.
In der Sendung "On en parle" vom 22. Januar 2015 betonte die Post, sie beabsichtige keineswegs, die tägliche Hauszustellung in den Randregionen systematisch abzuschaffen. Sie halte sich aber die Möglichkeit offen, dies an besonders schwer zugänglichen Orten, besonders bei Mieter- und Eigentümerwechsel zu tun. In jedem Fall werde eine Ersatzlösung angeboten.
Berechnung von Swisstopo für die Radiosendung On en parle auf RTS La Première - <email-pii> - Januar 2015 - Februar 2020.