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Ebola ist eine lebensbedrohliche Virusinfektion, die zu hohem Fieber führt und Blutungen auslösen kann (sog. hämorrhagisches Fieber). Die Erkrankung trat erstmals Mitte der 1970er Jahre in Zentralafrika in das Bewusstsein der Weltöffentlichkeit.
Das Ebola-Virus wird durch Körperflüssigkeiten von Mensch zu Mensch übertragen, insbesondere über Blut, aber auch über Speichel oder Sperma. Die Inkubationszeit – also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Symptome – beträgt 2 bis 21 Tage.
Bricht die Erkrankung aus, beginnt die Körpertemperatur plötzlich zu steigen. Das Fieber ist in der Regel begleitet von:
Dann kommen weitere Symptome hinzu, wie:
In einigen Fällen kommt es dann zu inneren und äusseren Blutungen (medizinisch: Hämorrhagie) – dies hat Ebola und ähnlichen Viruserkrankungen den Namen «hämorrhagisches Fieber» verliehen. Die Betroffenen bluten sichtbar, zum Beispiel an den Schleimhäuten des Mundes oder im Genitalbereich. Nicht sichtbar – aber sehr ernst – sind Blutungen im Inneren des Körpers.
In 50 bis 80 Prozent der Fälle endet Ebola tödlich: Die inneren Blutungen führen dazu, dass lebenswichtige Organe ausfallen (sog. Multiorganversagen).
Medikamente oder Impfungen, die direkt gegen Ebola wirken, gibt es nicht. Man kann daher nur versuchen, die Beschwerden zu lindern und die Blutgerinnungsstörung zu behandeln.
Ebola tritt bislang in Zentral- und Westafrika auf – vorwiegend in diesen Ländern:
Bereits Ende Dezember 2013 nahm der bisher grösste Ebola-Ausbruch in Guinea (Westafrika) seinen Anfang und breitete sich seitdem in die angrenzenden Staaten Liberia, Nigeria und Sierra Leone aus. Durch die immer noch andauernde Epidemie erkrankten bislang über 9100 Personen an Ebola, über 4500 starben daran.
Die Fallzahlen der Epidemie von 2014 sind damit deutlich höher als bei früheren Epidemien. Zum Vergleich: Während der grössten Epidemien – 1976 im Sudan und Zaire, 1995 und 2007 in der Demokratischen Republik Kongo, 2000 und 2007 in Uganda und 2003 in der Republik Kongo – erkrankten jeweils nur zwischen 150 und 420 Personen. Insgesamt hatte das Virus seit seiner Entdeckung bis zum Jahr 2011 über 2300 Erkrankungen verursacht. Diese Zahl hat sich nun mit den über 8000 Fällen aus 2014 in sehr kurzer Zeit erhöht.
Ungewöhnlich bei der aktuellen Epidemie ist, dass die Erkrankungsfälle nicht wie sonst eher in Regenwaldnähe auftreten, sondern zum ersten Mal auch in grösseren Städten sowie Städten mit Flughäfen.
Da der Ebola-Ausbruch immer noch nicht unter Kontrolle ist und die Gefahr besteht, dass sich die Erkrankung weiter ausbreitet, stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Epidemie am 8.8.2014 als «Gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite» ein. Dies ermöglicht der WHO nun, weltweite Massnahmen zur Sicherheit und Eindämmung einzuleiten und lokale Sicherheitsmaßnahmen in den betroffenen Ländern zu verstärken.
Angesichts der Ausmasse, die die Ebola-Epidemie annimmt, hält die WHO zudem den Einsatz von Mitteln für vertretbar, für die bislang keine Erfahrung beim Menschen besteht. Ein Impfstoff gegen Ebola, der an Affen getestet wurde, soll bei Ärzten und Pflegepersonal in den betroffenen Gebieten zum Einsatz kommen. Da nur sehr wenig Impfstoff zu Verfügung steht (etwa 800 Einzeldosen), sollen vor allem Personen geimpft werden, die einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind. Grössere Mengen könnten erst innerhalb der nächsten Monate hergestellt werden. Wie gut der Impfstoff wirkt und welche kurz- oder langfristigen Nebenwirkungen er möglicherweise hat, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen.
Ein bislang nur im Tierversuch eingesetztes Medikament («ZMapp») könnte theoretisch gegen Ebola zum Einsatz kommen: Das Medikament enthält Antikörper gegen das Ebola-Virus. Bis jetzt wurden nur sehr wenige Patienten – zum Teil erfolgreich – damit behandelt. Ob die Besserung tatsächlich dem Medikament zuzuschreiben ist, ist nicht sicher. Von diesem experimentellen Medikament gab es jedoch nur sehr geringe Mengen und die Vorräte gelten als erschöpft.
Ebola ist eine sehr schwer verlaufende Virusinfektion, die ein sogenanntes hämorrhagisches Fieber auslöst. Das heisst, es kommt zu hohem Fieber sowie inneren und äusseren Blutungen.
Das Ebola-Virus verbreitet sich über Körperflüssigkeiten – insbesondere Blut – von Mensch zu Mensch. In 50 bis 80 Prozent der Fälle endet die Infektion tödlich.
International gibt es die Übereinkunft, hämorrhagische Fiebererkrankungen nach der Region zu benennen, in der sie das erste Mal aufgetreten sind. In diesem Fall ist das der Ebola-Fluss im ehemaligen Zaire (heute Demokratische Republik Kongo).
Seit der ersten Ebola-Epidemie im Jahr 1976 im ehemaligen Zaire kam es neben Einzelfällen auch immer wieder zu größeren Ausbrüchen in Ländern Zentral- und Westafrikas. Während der grössten Epidemien – 1976 im Sudan und Zaire, 1995 und 2007 in der Demokratischen Republik Kongo, 2000 und 2007 in Uganda und 2003 in der Republik Kongo – erkrankten jeweils zwischen 150 und 420 Personen, die Sterblichkeitsrate lag bei bis zu 88 Prozent.
Die bislang grösste Ebola-Epidemie nahm ihren Anfang im Dezember 2013 in Guinea (Westafrika) und breitet sich seitdem auf umliegende Staaten aus (Liberia, Nigeria, Sierra Leone). Die Zahl der Erkrankungen ist deutlich höher als bei den früheren Epidemien. Bislang wurden über 9100 Ebola-Fälle festgestellt, über 4500 davon endeten tödlich. Der letzte Ebola-Ausbruch davor hatte sich im November 2012 in Uganda ereignet.
In der Schweiz sind sowohl der Verdacht auf eine Ebola-Erkrankung wie auch die Laborbestätigung meldepflichtig.
Wie wird in der Schweiz ein Verdachtsfall definiert?
Als Verdachtsfall gilt gemäss Bundesamt für Gesundheit jemand, der akutes, anhaltendes Fieber (Körpertemperatur über 38,5°C) und innerhalb der letzten 21 Tage vor Symptombeginn folgende Kriterien erfüllt hat:
a) Aufenthalt in einer Zone, in der bekanntermassen Mensch-zu-Mensch-Übertragungen von Ebola-Virus aufgetreten sind, UND Kontakt mit einem lebenden oder verstorbenen Ebola-Fall.
ODER
b) Kontakt mit einem bestätigten Ebola-Fall.
Antworten auf häufige Fragen zu Ebola: Download (PDF, 39 kb, Bundesamt für Gesundheit)
Ursache einer Ebola-Infektion sind Viren. Das Ebola-Virus ist ein sogenanntes RNA-Virus aus der Klasse der Filoviren («Fadenviren»), die unter dem Elektronenmikroskop wie sehr dünne Fäden aussehen.
Das Ebola-Virus verbreitet sich durch Körperflüssigkeiten (wie Blut, Speichel, Sperma) von Mensch zu Mensch. Gefährdet sind vor allem Ärzte und Personen, die engen Kontakt zu den Erkrankten haben (z.B. Pfleger). Weitere Infektionsmöglichkeiten sind:
Wissenschaftler nehmen bislang an, dass Flughunde das natürliche Reservoir der Viren sind. Affen scheinen eine Art Zwischenträger darzustellen, da sich Menschen häufiger nach dem Kontakt zu infizierten Affen oder deren Verzehr mit dem Ebola-Virus angesteckt haben. Auch infizierte Nagetiere kommen als Überträger infrage.
Ist eine Person mit dem Ebola-Virus infiziert, zeigt aber noch keine Krankheitssymptome, kommt es in der Regel zu keiner Übertragung des Erregers auf andere Personen. Auch Betroffene, die eine Infektion überlebt haben, verbreiten das Virus danach nicht weiter.
Die ersten Symptome treten bei Ebola etwa 2 bis 21 Tage nach der Infektion auf. Die Betroffenen leiden plötzlich unter:
Ebola-Patienten fühlen sich geschwächt und verlieren ihren Appetit.
Weitere Symptome im Krankheitsverlauf sind:
Es kommt zu schweren Gerinnungsstörungen, die wiederum zu äusseren und inneren Blutungen führen – insbesondere
Um den fünften Krankheitstag zeigt sich ein Hautausschlag, der aber nur auf heller Haut gut sichtbar ist. Häufig kommt es zu neurologischen Symptomen wie Lähmungen und Psychosen. Organe wie Nieren und Leber können bei Betroffenen versagen.
Etwa 50 bis 80 Prozent der Ebola-Patienten sterben an einem Schock-Zustand, bei dem mehrere lebenswichtige Organe ausfallen (sog. Multiorganversagen).
Bei Ebola geben die Symptome des Betroffenen in Verbindung mit der geographischen Lage des Erkrankungsfalls in der Regel bereits die wichtigsten Hinweise. Hat der Arzt den Verdacht auf ein hämorrhagisches Fieber, sichert er die Diagnose durch
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das Virus im Labor auf einen geeigneten Nährboden zu geben und zu beobachten, ob es sich dort vermehrt. Alle diese Methoden erfordern jedoch spezielle Hochsicherheitslabore und können daher in den meisten Entwicklungsländern nicht oder nur unzureichend durchgeführt werden. Da der Arzt bei Ebola die Diagnose in der Regel erst spät sicher stellen kann, kommt es immer wieder zu grösseren Krankheitsausbrüchen.
Zurzeit existiert gegen das Ebola-Virus keine ursächliche Therapie. Es gibt keine für den Menschen zugelassenen Medikamente, die das Virus wirksam bekämpfen können, ebenso keine Impfung. Im Tierversuch wurde jedoch ein Impfstoff gegen Ebola getestet, der einer Infektion möglicher vorbeugen kann. Ebenso wie ein Medikament, das Antikörper gegen das Ebola-Virus enthält und zur Behandlung einer akuten Ebola-Infektion verwendet werden könnte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält angesichts der aktuellen Ebola-Epidemie in Westafrika den Einsatz des Impfstoffs und des Medikaments beim Menschen für vertretbar.
Die bei Ebola auftretenden Symptome beziehungsweise die Krankheitsfolgen, etwa Blutgerinnungsstörungen, lassen sich in gewissem Rahmen behandeln. Dabei sind strenge hygienische Vorsichtsmassnahmen zu beachten. Idealerweise erfolgt die Ebola-Therapie auf einer Isolierstation.
Ebola ist eine lebensbedrohliche Infektion und nimmt häufig einen sehr ernsten Verlauf. Nach der Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zu den ersten Symptomen) kommt es meist erst zu unspezifischen Symptomen:
Nach etwa fünf bis sieben Krankheitstagen treten dann in einigen Fällen die typischen inneren und äusseren Blutungen auf. Es kann zu Organenversagen kommen – dies ist häufig auch die Ursache für einen tödlichen Verlauf der Ebola-Erkrankung.
Aufgrund der sehr unterschiedlichen Zahlen über Erkrankte und Verstorbene lässt sich für die Sterblichkeit nur ein weit gefasster Bereich von 50 bis 80 Prozent angeben. Nach einer überstandenen Erkrankung besteht keine komplette Immunität. Wer ein zweites Mal an Ebola erkrankt, trägt ein geringeres Risiko, daran zu sterben – das heisst, die Sterblichkeit nimmt in der Regel ab.
Die meisten Ebola-Infektionen treten in Krankenhäusern auf, in denen bereits Ebola-Patienten behandelt werden. Das liegt hauptsächlich an:
Die Krankheitsausbreitung konnte in der Vergangenheit immer dann gut eingedämmt werden, wenn ausreichende Hygiene- und Quarantänemassnahmen zur Verfügung standen und zielgerichtet zum Einsatz kamen.
Das Hauptproblem bei Ebola ist die nicht eindeutig geklärte ursprüngliche Infektionsquelle – also die Tierart, welche das ursprüngliche Virus beherbergt, ohne selbst daran zu erkranken (sog. natürliches Reservoir). Erst wenn diese Quelle gefunden ist, können Ärzte und Wissenschaftler viele ihrer Fragen zu der Infektionkrankheit klären. Daher untersuchten Forscher während der letzten Epidemien zahlreiche Tierarten in den betroffenen Regionen.
Momentan nehmen Wissenschaftler an, dass möglicherweise Flughunde das natürliche Reservoir des Ebola-Virus sind. Diese könnten das Virus direkt an Menschen weitergeben (z.B. wenn Flughunde verzehrt werden) oder indirekt über infizierte Affen. Es gibt Ebola-Fälle, bei denen sich die Betroffenen durch den Verzehr von Affenfleisch infiziert haben. Da diese Tiere aber selber auch an der Krankheit versterben, kommen sie als Ursprungswirt nicht infrage.
Bislang gibt es keine Möglichkeit, einer Ebola-Infektion direkt vorzubeugen. Eine wirksame Impfung existiert noch nicht, auch wenn Wissenschaftler bereits erfolgreich Impfstoffe an Affen getestet haben.
Die einzige vorbeugende Massnahme für den Menschen bleibt daher nach wie vor, den Kontakt zum Erreger zu vermeiden.
Für medizinisches Personal ist die Gefahr einer Ansteckung in diesen Gebieten, insbesondere während eines grösseren Ebola-Ausbruchs, besonders hoch. Hier ist grosse Vorsicht geboten, vor allem im Umgang mit infizierten Körperflüssigkeiten wie Blut. Patienten sollten deshalb isoliert werden und medizinisches Personal idealerweise Schutzkleidung tragen, das heisst: