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G A L E R I E

AFRICANA
|seit 1950|
|since 1950|
|depuis 1950|

Maske
Holz, bemalt
35 x 16 x 14 cm

Bini
Grosse, Edosprechende Volksgruppe im Südwesten Nigerias, westlich des Niger und Volk des Königreiches Benin.
Lange Zeit stand die Kunst der Bini im Schatten der Kunst von Benin. Der Mangel an historischen Kunsterzeugnissen, verursacht durch die Verwendung von vergänglichem Holz einerseits und die hervorragende Technik des Bronzegusses bei der höfischen Benin-Kunst mögen dazu beigetragen haben. Dabei wurde der Stil der Bini wenig oder überhaupt nicht vom Hofstil Benins beeinflusst, sondern behielt im wesentlichen seine kraftvolle Dynamik auch während der Verfallszeit des Hofstils.
Allerdings erinnern bei den Bini die Gedenkköpfe sowohl an diejenigen von Benin als auch an jene der Yoruba, den grossen Nachbarn im Nordwesten.
Auch die Masken der Bini zeigen verschiedene Einflüsse. Bei beiden Typen findet sich oft eine Andeutung der hohen Perlenkrägen, wie sie beim Benin-Hofstil gebräuchlich sind. Bei den Gesichtsmasken werden die Sehschlitze meist unter der eigentlichen Augenpartie in Form von Rechtecken angebracht oder erscheinen als querlaufende Öffnungen.
Die Masken werden beim Ekpo-Kult verwendet, ein Kult der von Agboghidi eingeführt wurde, dem Dorfvorsteher von Ugo, einer Stadt östlich der Hauptstadt Benin City. Ekpo kann als spirituelle Gegenkraft der Dörfer gegenüber dem allzu mächtigen Königshof von Benin gelten. Ausserdem soll Ekpo hauptsächlich Krankheiten und andere Gefahren vom Dorf fernhalten. Sobald deshalb die Ältesten das Dorf in entsprechender Weise bedroht fühlen, wenden sie sich an die Ekpo-Gesellschaft, die dann Opfer darbringt, Reinigungszeremonien durchführt, und vor allem Maskenauftritte organisiert, die bei anderen Kulten des Dorfes meistens fehlen. Dabei treten sieben verschiedene Masken auf, die verschiedene Charaktere darstellen. Als bekannteste Maske, die Tiere mit menschlichen Zügen darstellen, gilt azigho oder amigo, eine Antilope; weitere Masken können eine Prostituierte, einen Obo (Wahrsager) oder Olkun, der Sohn des Schöpfergottes Osalobua und Gott des Wassers und der Meere darstellen, dem die Bini grosse Schreine aus Lehm widmen.
Quelle: Karl-Ferdindand Schaedler, «Lexikon der afrikanisches Kunst und Kultur» (ISBN 3-7814-0374-2)
© Galerie HILT AG Basel, 2006 / cr-tg
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