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dagegen zu einem Wulst ausgebaucht ist. Mit diesem ist der cylindrische Teil des Lampenhalses verschmolzen. Die Platindrähte gehen luftdicht durch den Stöpselboden hindurch und sind im Innern des Glasballons mit den Enden der Kohlenfaser durch galvanische Verkupferung verbunden.
[* 1] Fig. 10 veranschaulicht Sockel und Fassung der Lampe [* 2] im Längsschnitt. Letztere ist mit den Messinggarnituren f und c ausgestattet, von denen f das Muttergewinde zur Schraube e und c den auf d passenden Boden bildet. Beide sind mit Drahtzuleitungen versehen und durch eine isolierende Schicht von einander getrennt. Beim Einschrauben der Lampe in die Fassung entsteht mithin leitende Berührung zwischen f und e, bez. d und c. Innerhalb der zweiteiligen, mit Messingblech bekleideten Holzfassung wird die Leitung durch zwei aufeinander geschraubte Plattenpaare b l und a k vermittelt. An ersteres sind die von den Garnituren c und f ausgehenden Drähte gelötet, bei letzterm werden die Leitungsdrähte mit Schrauben [* 3] gegen die Platten a und k gepreßt.
Das von der Lampe ausgestrahlte Licht [* 4] gleicht an Farbe und Leuchtkraft einigermaßen der Gasflamme, zeichnet sich aber vor letzterer durch völlige Beständigkeit und Ruhe aus. Während die in der Glaskugel herrschende Luftleere der Lampe eine sieben- bis achtmonatige Brennzeit sichert, würde Berührung mit der atmosphärischen Luft die Kohlenfaser sofort zerstören und die Lampe unbrauchbar machen. Zugleich verleiht aber das Vakuum dem Lichte die goldene, dem Auge [* 5] wohlthuende Farbe, welche das Glühlicht [* 6] im allgemeinen von dem weißen oder bläulichen Bogenlicht [* 7] oder den in freier Luft glühenden Lampen [* 8] vorteilhaft unterscheidet.
Nach dem Vorgang von Edison haben sich viele Erfinder mit der Herstellung von Glühlampen beschäftigt, ohne jedoch an der von Edison gewählten Grundform etwas zu ändern. So unterscheiden sich die Lampen von Swan, Maxim und Lane-Fox von der Edisonschen Konstruktion fast nur durch Form und Material der Kohlenbügel sowie durch die Verbindung der letztern mit den Zuleitungsdrähten. Swan stellt seine Kohlenbügel aus dünnen Baumwollfäden her und gibt denselben die Form einer einfachen Schlinge [* 1] (Fig. 11). Vor der Verkohlung werden die Fäden einer Behandlung mit Schwefelsäure [* 9] unterworfen und erhalten dadurch eine zähe Beschaffenheit.
Die Verbindung der Kohlenenden mit den in den Boden der Glaskugel eingeschmolzenen Platindrähten bewerkstelligt Swan, indem er die Kohlenbügel mit den Drähten zusammenlegt und die Berührungsstellen mit Baumwollfäden umwickelt. Letztere machen dann den Karbonisierungsprozeß des Kohlenbügels in einem mit Kohlenpulver gefüllten Schmelztiegel ebenfalls durch. Um eine möglichst vollständige Luftleere in dem Glasballon zu erzielen, was als Vorbedingung für die lange Gebrauchsdauer der Lampen gilt, läßt Swan während der Evakuierung Strom durch die Kohlenbügel gehen, damit diese erwärmt und etwa in ihren Poren enthaltene Luftteilchen ausgetrieben werden.
Die Lampe ist ganz von Glas. [* 10] Am untern Teil des Halses treten zwei kleine Platinschlingen hervor, welche die Enden der Zuleitungsdrähte zur Kohlenfaser bilden. Die Anschlußteile, durch welche die Lampen mit den Trägern verbunden werden, bestehen aus einem durch eine Schraube S am Träger [* 11] befestigten cylindrischen Hartgummiknopf E, an dessen oberm Teil zwei Platinhaken angebracht sind, die mit zwei seitlichen Klemmschrauben M N in leitender Verbindung stehen. In diese Haken werden beim Anbringen der Lampen die erwähnten Platinschlingen gelegt, während eine gegen den Hals des Ballons sich anlegende Spiralfeder F dafür sorgt, daß beide Teile in leitender Verbindung bleiben.
Die Glühlampe von Maxim [* 1] (Fig. 12) besitzt als leuchtenden Bestandteil einen in Form eines lateinischen M ausgestanzten Bügel aus verkohltem feinen Bristolpapier. Die Enden des Kohlenbügels sind verbreitert und mittels durchgehender Schrauben und Muttern a b mit den an den Enden ebenfalls abgeflachten Platindrähten verbunden, an welche sich die äußern Leitungsdrähte in einer Vorrichtung H anschließen, mittels deren jede Lampe nach Belieben ein- oder ausgeschaltet werden kann.
Nach der ersten Evakuierung der Glaskugel werden Gasolindämpfe in dieselbe eingelassen, hierauf wird wieder evakuiert und so fort, bis alle Luft aus dem Glasballon verschwunden ist und die Gasolindämpfe nur noch einen Druck von 0,00001 Atmosphäre anzeigen. Während dieses Prozesses läßt Maxim einen Strom durch die Lampe gehen, welcher aus den verdünnten Gasolindämpfen Kohlenstoff in äußerst fein zerteilter Form auf dem Kohlenbügel niederschlagen und so eine Verstärkung [* 12] des letztern herbeiführen soll.
Lane-Fox benutzt zur Herstellung seiner Kohlenbügel die Fasern oder Wurzeln verschiedener Gräser, [* 13] die zuerst in starker alkalischer Lösung und dann in Wasser gekocht werden, worauf die Karbonisierung durch Einbetten in Graphit und Erhitzen unter Luftabschluß erfolgt. Die Verbindung des Kohlenbügels mit den Zuführungsdrähten aus Platin bewirkt Lane-Fox unter Verwendung mit Quecksilber gefüllter Röhrchen gg [* 1] (Fig. 13), welche einen vollkommenen Abschluß der atmosphärischen Luft gewähren. ¶
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Kurz nach der Pariser Ausstellung trat in Deutschland [* 15] Müller aus Hamburg [* 16] mit verschiedenen Formen von Glühlampen auf, die rasch bekannt geworden sind; in denselben besteht der Kohlenbügel, wie bei Swan, aus karbonisierten Baumwollfäden, die jedoch keine einfache Schlinge, sondern eine in sich zurückkehrende Schraubenlinie bilden [* 14] (Fig. 14). Die Verbindung der eingeschmolzenen Platindrähte mit dem Kohlenbügel erfolgt durch Kupferhülsen, in welchen der Kohlenfaden galvanoplastisch befestigt wird.
Einer ähnlichen Befestigungsweise bedienen sich die Gebrüder Siemens in Charlottenburg [* 17] in ihren Glühlampen [* 14] (Fig. 15). Auch in diesen besteht der Kohlenfaden aus einer verkohlten Baumwollfaser, deren Enden in die Blechhülsen a b eingeschoben und festgeklemmt werden. [* 14] Fig. 16 stellt eine Glühlampe von Siemens u. Halske in Berlin [* 18] dar. a b sind kupferne Hülsen, in welchen die gleichfalls verkupferten Enden des Kohlenbügels festgeklemmt werden. Der Raum f g ist mit einem schlechten Wärmeleiter, Glimmerpulver, gefüllt; darunter befindet sich Gips. [* 19] Diese Einrichtung hat den Zweck, die in der Lampe erzeugte Hitze von den außerhalb befindlichen Lötstellen der Zuleitungsdrähte abzuhalten.
Einen wesentlichen Unterschied gegenüber den bis jetzt erwähnten Glühlampen zeigt die sogen. Bostonlampe [* 14] (Fig. 17), eine aus Amerika [* 20] zu uns herübergekommene Erfindung eines Deutschen, Alexander Bernstein. [* 21] Um der Kohle eine große leuchtende Oberfläche zu geben, ohne ihre Leitungsfähigkeit allzusehr zu erhöhen, verwendet Bernstein dünnwandige, hohle Kohlencylinder, welche er durch Verkohlen von gewebten seidenen Röhrchen erhält. Entsprechend lange Stücke dieser hohlen Schnüre werden auf Dorne aufgeschoben und mit einem verkohlbaren Klebmittel, wie Gummi oder Kleister, bestrichen.
Nachdem der Klebstoff etwas eingetrocknet ist, zieht man die Röhrchen von den Dornen ab und bringt sie in die gewünschte Bogenform, um sie dann vollständig erhärten zu lassen. Hierauf wird die Verkohlung in eisernen, mit Graphit oder Kohlenpulver gefüllten Kästchen vorgenommen. Die Verbindung des Kohlenbügels mit den in den Glasballon einzuschmelzenden Zuleitungsdrähten geschieht durch einen kohlehaltigen Kitt. Die große Oberfläche des Kohlenbügels verleiht der Bostonlampe eine Leuchtkraft, welche diejenige der bisher erwähnten Glühlampen bedeutend übertrifft; doch bedarf anderseits die Bostonlampe zur Erzielung solcher Resultate eines verhältnismäßig starken Stroms, wodurch ihre allgemeine Verwendbarkeit beeinträchtigt wird.
Das elektrische Licht bietet gegenüber allen andern Beleuchtungsarten große Vorteile dar. Seine Lichtstärke ist sehr viel größer, und seine Farbe ist eine ungleich schönere als z. B. die des Gaslichts, welches neben elektrischem Licht rötlich trüb erscheint. Die größte Ähnlichkeit [* 22] hat der Beleuchtungseffekt, welchen [* 23] elektrisches Licht hervorbringt, mit dem eines recht hellen Mondlichts. Da das elektrische Licht sehr weiß ist, so erscheinen auch alle Farben unverändert wie bei Tageslicht; selbst das zarteste Blau erleidet keine Nüancierung. In geschlossenen Räumen zeichnet sich das elektrische Licht vor jeder andern Beleuchtung [* 24] dadurch vorteilhaft aus, daß es die Luft nicht erhitzt und verdirbt. Es ist also für größere Arbeitsräume äußerst wertvoll.
In der letzten Zeit hat sich das elektrische Licht denn auch in der Praxis sehr schnell verbreitet; namentlich ist es auf Leuchttürmen, zu Straßenbeleuchtung, auf Bahnhöfen, in Fabriken, Theatern, Verkaufslokalen, in der Photographie als Ersatz des Sonnenlichts, bei der Schiffahrt, im Eisenbahnbetrieb und in der Landwirtschaft angewendet worden, und ohne Zweifel wird es sich bei weitern Fortschritten in der Herstellung noch ein großes Terrain erobern. So hat man in der Gärtnerei versucht, das Wachstum der Pflanzen dadurch zu beschleunigen, daß man sie nachts elektrisch beleuchtet, und für die Medizin verspricht das elektrische Licht große Erfolge durch die Konstruktion von Beleuchtungsapparaten, welche in Körperhöhlen bequem eingeführt werden können und sie so hell beleuchten, daß der Arzt von krankhaften Veränderungen ein deutliches Bild erhält.
Eine ganz neue Situation ist aber für die elektrische Beleuchtung durch die Glühlampen geschaffen worden, welche ein milderes rötliches Licht als dasjenige, an welches wir gewöhnt sind, liefern, und nun erscheint dieselbe auch für kleinere Räume und in Privatverhältnissen verwendbar. Unter gewissen Bedingungen konkurriert elektrisches Licht schon jetzt siegreich mit Gaslicht, und es ist z. B. nicht unvorteilhaft, im Privathaus einen kleinen Motor aufzustellen, welcher eine dynamoelektrische Maschine zur Erzeugung des elektrischen Lichts betreibt.
Vgl. Fontaine, Die elektrische Beleuchtung (deutsch, 2. Aufl., Wien [* 25] 1878);
Ferrini, Technologie der Elektrizität [* 26] und des Magnetismus [* 27] (deutsch, Braunschweig [* 28] 1879);
Jablochkow, Note sur les procédés d'éclairage électrique (Par. 1878);
Bernstein,
^[Abb.: Fig. 13. Lampe von Lane-Fox.]
[* 14] ^[Abb.: Fig. 14. Müllers Lampe.]
[* 14] ^[Abb.: Fig. 15. Lampe von Gebrüder Siemens.]
[* 14] ^[Abb.: Fig. 16. Lampe von Siemens u. Halske.]
[* 14] ^[Abb.: Fig. 17. Bostonlampe.] ¶