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Zuerst Doppelkloster mit Muri
Die Benediktinerinnenabtei Hermetschwil im Kanton Aargau ist nördlich des Dorfes, unmittelbar über dem linken Reussufer, in einen sanft abfallenden Muldenhang eingebettet, am Freiämter Wanderweg.
Das Kloster Hermetschwil wurde 1082 in Muri als Doppelkloster zur dortigen Benediktinerabtei gegründet. Die ersten Nonnen kamen aus dem Kloster Berau bei St. Blasien im Schwarzwald. Ende des 12. Jh. wurde der Frauenkonvent nach Hermetschwil verlegt.
Nach der Reformation reorganisierte die Meisterin Meliora von Grüth (1553 bis 1599) die zerrüttete Ökonomie. Der Konvent wuchs wieder langsam an. Er stellte die Benediktusregel ins Zentrum seines Wirkens, was sich segensreich für die ganze Umgebung auswirkte.
Die bedeutendste Vorsteherin war Maria Küng von Zug (1615 bis 1644). Als Papst Urban VIII. das Kloster 1636 in den Rang einer Abtei erhob, wurde sie die erste Äbtissin.
Aufhebung und Wiederherstellung
1841 wurden die Frauenklöster im Kanton Aargau aufgehoben, darunter auch Hermetschwil und 1843 wieder hergestellt. Hermetschwil fristete unter der staatlichen Bevormundung ein kümmerliches Dasein bis zur nächsten Aufhebung 1876. Ein Konsortium erwarb die Klostergebäude. Dieses verkaufte die meisten Liegenschaften an die Gebrüder Andreas und Josef Keusch.
1878 kauften die Nonnen einen Teil der Anlage zurück. Der Kanton Aargau gestattete einigen Schwestern zu bleiben. 1892 erlaubte der deutsche Kaiser Wilhelm II. mit einem Teil des Konventes die Übersiedlung ins ehemalige Dominikanerinnenkloster Habsthal bei Sigmaringen. Als im Jahr 1973 die konfessionellen Ausnahmeartikel der Klosteraufhebung in der Bundesverfassung in einer Volksabstimmung beseitigt wurden, erhielt das Kloster seine volle Existenzberechtigung zurück, durfte offiziell wieder Novizinnen aufnehmen.
Nach dem Tod der Äbtissin Maria Scholastika Beil im Jahre 1985 wurde mit der Neuwahl von Sr. Maria Angelika Streule der Sitz in die Schweiz verlegt. Das Kloster Hermetschwil erhielt den alten Status als Abtei zurück. Das Kloster Habsthal hingegen wurde selbständiges Konventualpriorat.
Der Frauenkonvent heute
Mit der Devise “BETE UND ARBEITE“ leben heute neun Schwestern als kleine Gemeinschaft nach der Regel des Hl. Benedikt. An erster Stelle stehen der Lobpreis Gottes in der Eucharistie, im Stundengebet und in der Meditation. Neben diesen geistlichen Übungen nimmt die Arbeit einen wichtigen Teil des Tages ein: z.B. Hotienbäckerei, nähen von Paramenten, Weben, Sakristanendienst, Imkerei, Karten- und Kerzenherstellung, Haus- und Gartenarbeit.