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Im Kanton Solothurn regelt ein Besatzplan, ob in einem Gewässer Fische ausgesetzt werden. Im Einzugsgebiet des Fischereivereins Solothurn und Umgebung liegen ein Abschnitt der Aare, die Solothurner Emme sowie mehrere Seitengewässer. Bis vor einigen Jahren wurden in diesen Gewässern durch den Fischereiverein Solothurn verschiedene Fischarten wie Bachforellen, Hechte und Äschen gemäss Besatzplan ausgesetzt. Der Besatz wurde im vergangenen Jahrzehnt in diesem Gebiet kontinuierlich zurückgefahren, 2016 wurde er gänzlich eingestellt, als letztmals Bachforellen in der Emme ausgesetzt wurden.
In der Aare im oberen Kantonsteil (Patentgewässer A1) findet bereits seit 2011 kein Besatz mit Salmoniden (Forellen und Äschen) mehr statt. Nach Einteilung in Fischregionen liegt die Aare in der Brachsmenregion (Metapotamal) und ist daher für Salmoniden weitgehend ungeeignet, ein Besatz ist ökologisch nicht sinnvoll. Namentlich die hohe Wassertemperatur der Aare setzt den Salmoniden zu, geeignete Laichplätze fehlen weitgehend. Dennoch halten sich Bachforelle und Äsche auf einem tiefen Bestandesniveau im Gewässer, auch ohne Besatz. Dies vermutlich dank funktionierender Reproduktion in den Seitengewässern. Bis 2015 wurden auch Hechte ausgesetzt. Die Erfahrung zeigt aber, dass sich die Reproduktionsbedingungen für den Hecht in den letzten Jahren stark verbessert haben und grossflächig geeignete Laichplätze vorhanden sind. Entsprechend hoch ist die Zahl naturverlaichter Hechte. Deshalb wurde dessen Besatz eingestellt.
Somit findet im Aare-Abschnitt A1 kein Fischbesatz mehr statt. Das gilt mittlerweile auch für die oberhalb angrenzende bernische Aare unterhalb des Bielersees. Somit gehören wohl grundsätzlich alle Fische in der Aare in der Region Solothurn zu natürlich, sich selbst erhaltenden Beständen. In der Aare im unteren Kantonsteil (Patentgewässer A2 bis A6) findet noch ein Besatz mit Bachforellen statt.
Die Emme ist ein ausgesprochenes Fliessgewässer, welches im Unterlauf auf Solothurner Boden der Äschenregion (Hyporhithral) angehört. Salmoniden sind typische Bewohner dieser Gewässer. Bis ins Jahr 2015/16 wurden jährlich ca. 1'000 Sömmerlinge der Bachforelle ausgesetzt. Herangezogen wurden diese im vereinseigenen Aufzuchtbach, dem Dürrbach. Die Brut stammte von den Fischereivereinen Olten oder Schönenwerd, die ihre Muttertiere aus lokalen Gewässern beziehen. Aufgrund des Hochwasser- und Revitalisierungsprojektes an der Emme wurde der Besatz in diesem Gewässer bis auf weiteres eingestellt. Auch ein Besatz mit Äschen, der vereinzelt stattgefunden hat, existiert nicht mehr. Der Dürrbach ist seit der Einstellung der Bewirtschaftung mit Bachforellen ein Schongebiet, ebenso dessen Unterlauf, der Obach. Mit diesen Schongebieten soll auch die natürliche Abwanderung von Bachforellen in die Aare gefördert werden.
Nach der Fertigstellung des Hochwasser- und Revitalisierungsprojektes im Herbst 2020 wird dem Fischbestand voraussichtlich einige Zeit gewährt, um sich neu im aufgewerteten Lebensraum zu etablieren und aufzubauen. Erst dann wird evaluiert, ob Besatzmassnahmen aufgrund der Aufwertungsmassnahmen noch angebracht und notwendig sind.