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Der allgemeine Trend weg von Einsaalkinos hin zu Kinos mit mehreren Leinwänden und grossen Multiplexen prägt die Kinolandschaft in der Schweiz. Die Anzahl Leinwände nimmt im Gegensatz zur Anzahl Kinobetriebe stetig zu. Die totale Anzahl Sitzplätze bleibt seit den 1990er Jahren hingegen konstant. Die Säle wurden in den vergangenen Jahren immer häufiger mit 3D-Projektoren ausgestattet, auch wenn die Nachfrage nach 3D-Vorführungen stagniert.
Die Spuren der Covid-19-Pandemie sind in den Jahreswerten zur Kinoinfrastruktur kaum zu erkennen, in den neuen Ergebnissen pro Kinowoche aber umso deutlicher.
Interaktives Diagramm mit aktuellen Zahlen nach Kinowochen
Die meisten Kinos nahmen im Jahr 2020 den Betrieb in den Wochen nach dem ersten landesweiten Lockdown wieder auf. Der Blick auf die Anzahl Vorführungen zeigt aber, wie reduziert der Kinobetrieb in der gesamten Zeit nach dem ersten Lockdown war. Mit zunehmenden Massnahmen in den Kantonen, welche in die zweite landesweite Schliessung der Kinobetriebe mündete, nahm die Anzahl aktiver Kinos und Kinosäle gegen Ende des Jahres wieder rasch ab.
Interaktive Karten zur Kinoinfrastruktur
Entwicklung der Schweizer Kinoinfrastruktur
In der längerfristigen Betrachtung seit 1931 findet sich das «goldene Zeitalter» der Schweizer Kinos in den Jahren 1963–1964 mit 646 Sälen und rund 234’000 Sitzplätzen. Danach stellt man unter dem Einfluss des Fernsehens und später des Videos einen kontinuierlichen Rückgang der Kinoinfrastruktur bis zu Beginn der 1990er-Jahre fest. Im Jahr 1992 gab es noch 382 Kinosäle in der Schweiz mit insgesamt 94'985 Sitzplätzen, und die Zahl der Eintritte war auf rund 15 Millionen zurückgegangen – 1980 erzielten die Kinos noch über 20 Millionen Eintritte.
Seit dem Jahr 1992 nahm die Anzahl Sitzplätze wieder leicht und die Anzahl Kinosäle stark zu, was unter anderem mit dem Aufkommen der Kinokomplexe zusammenhängt. Einzig in den Jahren zwischen 2010 und 2013 war die Zahl der Säle rückläufig, von 558 auf 533. Während der Jahre 2018 und 2019 wurden 605 aktive Kinosäle verzeichnet – so viele wie seit 1969 nicht mehr (596 Säle), wobei die Kapazität dieser Säle im Jahr 2019 mit 101’173 Sitzplätzen nur halb so gross ist wie im Jahr 1969. Die Anzahl Kinos nahm dabei seit den sechziger Jahren stark ab – im Jahr 2019 waren insgesamt nur noch 269 Kinos aktiv.
Im Jahr 2020, das im Zeichen der Covid-19-Pandemie stand, waren insgesamt 263 Kinos mit 601 Kinosälen und 99'443 Sitzplätzen aktiv. Die Pandemie hatte einen enormen unmittelbaren Einfluss auf das Filmangebot und die erzielten Eintritte. Die Auswirkungen auf die Kinoinfrastruktur werden aber erst in einem längeren Beobachtungszeitraum feststellbar sein.
Digitale Säle und 3D
Multiplex-Kinos in der Schweiz
1995
2005
2010
2015
2020
Multiplex-Kinos
1
7
12
13
16
Säle in Multiplex-Kinos
10
67
116
134
168
In % aller Kinosäle
2.3
12.5
20.8
23.5
28.0
In % aller Sitzplätze
1.6
13.0
21.9
24.8
29.7
Multiplex: Kino mit mindestens acht Kinosälen
Quelle: BFS, Film- und Kinostatistik
Seit über dreissig Jahren befindet sich die Kinolandschaft im Wandel. Der Trend geht vom klassischen Kino mit einem Saal bzw. einer Leinwand hin zu Kinos mit mehreren Sälen. Dieses Mehrsaalkonzept, das den Zugang zum Kino für das Publikum stark verändert hat, konnte sich in Europa und in der Schweiz weitgehend durchsetzen. Es existieren zahlreiche Definitionen zur Umschreibung dieser neuen Strukturen. Wir halten uns an die europäische Terminologie, gemäss welcher ein Kinokomplex 2 bis 7 Säle und ein Multiplexkino 8 bis 15 Kinosäle umfasst. Kinos mit mindestens 16 Sälen wären als „Megaplexe“ zu bezeichnen. Da es aber in der Schweiz nur wenige solche gibt, werden Megaplexe in der Kategorie „Multiplexe“ berücksichtigt.
Billettpreise
In den letzten dreissig Jahren ist der durchschnittliche Preis eines Kinobillets (nominal, d.h. ohne Inflationskorrektur) kontinuierlich angestiegen und hat sich mittlerweile fast verdoppelt: Während er im Jahr 1983 noch CHF 8.20 betrug, belief er sich im 2020 auf CHF 15.40. Allerdings bestehen Preisunterschiede innerhalb der Schweiz: In der Deutschschweiz sind die durchschnittlichen Billetpreise generell höher als in der Romandie oder im Tessin.
Durchschnittlicher Preis eines Kinobillets (in CHF)