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Fische leben bereits seit über 500 Millionen Jahren in den Gewässern der Erde und haben sich optimal an ihre natürlichen Lebensräume angepasst. Ein Leben in der Gefangenschaft eines Aquariums kann ihren Bedürfnissen niemals gerecht werden. So kommt es immer wieder vor, dass Fische in Aquarien unverhofft sterben – selbst wenn sie nach einem strengen Zeitplan Nahrung erhalten und das Aquarium regelmässig gesäubert wird.
Dennoch gelten in Aquarien gehaltene Fische in der Schweiz als beliebteste «Haustiere». Sie liegen zahlenmässig vor Katzen, in Teichen gehaltenen Fischen, Hunden, Kaninchen und Hasen. [1, 2]
Drei Millionen Fische leiden in der Schweiz in Aquarienhaltung
In Schweizer Haushalten leben rund drei Millionen Fische in Aquarien. In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über die Bedürfnisse der anspruchsvollen Tiere und warum sie in Gefangenschaft leiden. [1]
Kann man Fische in Aquarien überhaupt artgerecht halten?
Fische sind empfindsame Lebewesen, die über soziale Intelligenz verfügen und lernfähig sind. Eine artgerechte Haltung von Fischen in der Gefangenschaft eines Aquariums ist niemals möglich. Daher setzen wir uns von PETA auch für ein Importverbot von Fischen und anderen «exotischen» Tieren ein. Menschen, die Fische halten, sollten nach dem Tod einzelner Tiere keine neuen Fische nachkaufen und die Haltung somit auslaufen lassen. Zudem sollten sie sich umfassend über die artspezifischen Bedürfnisse von Fischen hinsichtlich Wasserqualität, Grösse und Einrichtung des Aquariums, Nahrung und Sozialverhalten informieren. Wenn ihre Bedürfnisse nicht erfüllt werden, leiden Fische und sterben oftmals einen frühen und grausamen Tod. [1]
Aquarienfische: Gierige Industrie nimmt Tierleid billigend in Kauf
Der Handel mit Wassertieren, die in Aquarien gehalten werden, ist eine globale Industrie, die auf maximalen Profit ausgelegt ist. Da es keine zentrale Behörde gibt, die Handelsbewegungen erfasst, ist nicht nachvollziehbar, wie viele und welche Tiere gekauft und verkauft werden. So werden jedes Jahr beispielsweise mehrere Millionen Meerestiere den Meeren vor den Philippinen, Sri Lanka und Florida entrissen und weltweit gehandelt. Insgesamt sind davon für die Aquarienhaltung rund 1’800 Fischarten betroffen. [3]
Etwa 90 Prozent der Süsswasserfische in der Aquarienhaltung stammen von Fischfarmen, in denen jährlich über 250 Millionen Fische in riesigen Behältern «produziert» werden. PETA Asien dokumentierte 2019 die Haltung von Kampffischen in thailändischen Zuchtbetrieben, die den weltweiten Zoohandel beliefern – auch den deutschen. Die Aufnahmen zeigten schockierende Lebensbedingungen und Tierquälerei.
Für die Aquarienhaltung werden die meisten marinen Fischarten ihrem natürlichen Lebensraum entrissen, weil sie in Gefangenschaft kaum oder gar nicht nachgezüchtet werden können. Diese Fische haben sehr spezielle Anforderungen an ihr Lebensumfeld, um sich fortpflanzen zu können. Junge Fische sind zudem sehr empfindlich und in Aquarien kaum überlebensfähig. Viele dieser Tiere überleben den teilweise Tausende Kilometer langen Transport nicht; der Grossteil der Überlebenden stirbt meist innerhalb weniger Monate im Aquarium. [4] Doch auch für die Ökosysteme, denen sie entrissen werden, kann das schwerwiegende Folgen haben. [2]
Fische sind keine Dekoartikel, sondern intelligente und fühlende Lebewesen
Fische sind intelligente und soziale Tiere, die bei der Jagd mit anderen Arten kooperieren und hierzu über Körpersprache kommunizieren. [5] Die Tiere lernen durch Nachahmung [6] und zeigen teilweise ihre Zuneigung, indem sie sich aneinander reiben.
Aufgrund ihres komplexen Nervensystems reagieren Fische wie alle anderen Tiere auf Schmerz: [7] Sie atmen dann schneller, schaukeln hin und her, reiben die schmerzende Stelle und versuchen, zu fliehen. Verabreicht man ihnen Schmerzmittel, stellen sie dieses Verhalten ein.
Fische leiden in der trostlosen Gefangenschaft in Aquarien. Die fühlenden Lebewesen sind keine Dekoartikel, sondern haben ein gutes und möglichst artgerechtes Leben verdient.
Fische als «Haustiere» – adoptieren statt kaufen und artgerecht halten
Bitte unterstützen Sie niemals die Zucht und den Handel mit Fischen und anderen «Haustieren». Der Heimtierhandel ist auf maximalen Profit aufgelegt – zum Leidwesen der Tiere.
Wenn Sie Fischen ein neues Zuhause bieten möchten, wenden Sie sich bitte an lokale Hilfsgruppen und Tierheime – denn dort gibt es oft Fische, die ein neues Zuhause brauchen. Informieren Sie sich zuvor ausführlich über die Bedürfnisse der Tiere und überlegen Sie, ob Sie ihren Ansprüchen gerecht werden.
Sollten Sie zuhause Fische halten, orientieren Sie sich bitte an den folgenden Punkten, um den Tieren ein möglichst artgerechtes Leben zu ermöglichen.
- Überprüfen Sie regelmässig, vor allem in den Wintermonaten, ob die Wassertemperatur dauerhaft im richtigen Bereich liegt.
- Die Tiere benötigen ausreichend Wasservolumen, Temperaturkontrollen, Filtration, eine regelmässige Reinigung der Aquarien und auf ihre Bedürfnisse angereichertes Wasser.
- Wenn Sie das Aquarium der Fische dem natürlichen Lebensraum der Tiere entsprechend anpassen, können Sie zu einer hohen Lebensqualität der Fische beitragen.
Bitte informieren Sie auch Familienmitglieder oder Bekannte, die Fische als «Haustiere» halten, über diese wichtigen Haltungsbedingungen.
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QUELLEN
[1] Xu, Xiaoming et al. (2021): Global greenhouse gas emissions from animal-based foods are twice those of plant-based foods, In: Nature Food volume 2, pages724–732 (2021), https://www.nature.com/articles/s43016-021-00358-x, (eingesehen am 17.11.2021)
[2] Poore, J./Nemecek, T. (2018): “Reducing food’s environmental impacts through producers and consumers?. In: Science Vol. 360, Issue 6392, S. 987-992.
[3] Die ZEIT (08.06.2021): Soja-Anbau im Amazonas binnen weniger Jahre vervielfacht, https://www.zeit.de/news/2021-06/08/soja-anbau-im-amazonas-binnen-weniger-jahre-vervielfacht, (eingesehen am 17.11.2021)