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Überblick
Hauptsammlung
Die Hauptsammlung bildet den historischen Kern der Bildersammlung des Staatsarchivs und geht in ihrer thematischen Anlage und inneren Ordnung auf ihren Begründer, den damaligen Staatsarchivar Rudolf Wackernagel zurück. Bis heute weist sie in etwa dieselbe Gliederung auf. Die einzelnen Bilder wurden damals thematischen Abteilungen zugewiesen und in grossformatige Mappen montiert.
Die Hauptsammlung umfasst 37 thematische Abteilungen und umfasst rund 18'000 Bilder: Holzschnitte, Kupferstiche, Radierungen, Aquarelle, Lithografien, Zeichnungen, Fotografien.
Heute werden Bilder nur noch in Ausnahmefällen in die Hauptsammlung integriert, da ihre thematische Zuordnung eine Auflösung der Herkunft ganzer Bildbestände zugunsten spezifischer Themen mit sich brachtet. Im Gegensatz dazu wird die Provenienz der Bilder (die funktionale und historische Einheit gewachsener Bild- und Aktenbestände) heute stärker gewichtet. Die elektronische Erschliessung der Bildbestände ab 2002 macht zudem dieses alte Ordnungssystem obsolet.
Inhalt
Gemäss dem historischen Interesse ihres Begründers weist die Hauptsammlung eine starke Ausrichtung auf die städtische Architektur auf. Zwei Drittel aller Dokumente zeigen Ansichten von Bauwerken, d.h. Innen- und Aussenansichten von Sakral- und Profanbauten, Gewerbe- und Industriearchitektur, Ansichten des Rheinufers, Denkmäler, Befestigungsanlagen, Karten und Pläne. Nur in sieben Abteilungen befinden sich Bilder zu historischen oder kulturellen Themen im engeren Sinne, wie politische und militärische Ereignisse, Feste, Feiern, Karikaturen.
Obwohl die Bilder hauptsächlich die städtische Bausubstanz in den Mittelpunkt stellen, beinhalten Sie auch eine Fülle von Informationen zum städtischen Leben und den Menschen, die quasi nebenbei mitgeliefert wird.
Sammlung Wackernagel
Rudolf Wackernagel beförderte den Aufbau der Bildersammlung auch mit einer privaten Schenkung. Der erste Jahresbericht nach dem Bezugs des neuen Archivgebäudes hält die Stiftung einer von ihm gebildeten, aus 2415 Blättern bestehende Sammlung von Basler Ansichten fest.
Diese Sammlung Wackernagel umfasst heute noch rund 1'300 Bilder, nachdem Teile davon, vermutlich aus Anlass der Katalogisierung ab 1908, zur Hauptsammlung geschlagen wurden. Die thematische Gliederung entspricht weitgehend jener der Hauptsammlung.
Zu den alten Findmitteln der Hauptsammlung informieren Sie sich bitte unter Suche in gedruckten Katalogen.
Sammlung Schneider
Die 248 als Sammlung Schneider aufbewahrten Aquarelle von Johann Jakob Schneider wurden zwischen 1884 und 1888 auf Anraten Rudolf Wackernagel vom Basler Regierungsrat zum Preis von Fr. 6’785.-- erworben und dem Staatsarchiv zur Verwahrung übergeben.
Johann Jakob Schneider (1820-1889), gelernter Dessinateur, arbeitete bei mehreren Bandfabrikanten als Musterzeichner bis er sich 1868 im Alter von 48 Jahren als Tapetenhändler selbständig machte. Um 1856 hatte er begonnen, Ansichten der Stadt zu skizzieren und anschliessend - vielfach sogar in mehreren Varianten - in Aquarellblätter umzusetzen. 1884 bot er der Stadt einen Teil der Aquarelle aus seinem Werk, das in knapp 30 Jahren einen stattlichen Umfang angenommen hatte, zum Kauf an. Seine Bilder dokumentieren in erster Linie das ‘alte’ Basel, das heisst: das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ‘verschwindende’ Basel.
Schneiders Bildern wurde rasch die Bedeutung historischer Bildquellen zugeschrieben, obwohl es sich zum Teil um stark idealisierende Darstellungen handelt. So fällt auf, dass sich unter seiner Hand selbst die ‘Kloake Basels’, der offene Birsig mit den rückwärtigen Ansichten der Häuser und den dazugehörigen Abtritten, zu einem nostalgischen Sehnsuchtsobjekt verwandelt. Trotzdem besitzen Schneiders Bilder der ‘alten’ Stadt zum Teil hohen dokumentarischen Wert, der allerdings jeweils im Vergleich mit Plänen, Fotografien und schriftlichen Quellen kritisch erschlossen werden muss.
Zu den alten Findmitteln der Hauptsammlung informieren Sie sich bitte unter Suche in gedruckten Katalogen. Zur Erleichterung des Zugangs für die Benutzer und zur Schonung der Originale stehen in der Bildersammlung Zeigbücher mit Reproduktionen zur Verfügung.
Sammlung Falkeisen
1907 konnte auf Initiative Rudolf Wackernagels aus der im Kupferstichkabinett deponierten Falkeisenschen Prospektensammlung der in sich geschlossene Basler Teil herausgelöst und als Depositum der Kirche in die Bildersammlung des Staatsarchivs eingebunden werden. Der Bestand umfasst 885 Blätter von teilweise ausserordentlich hohem dokumentarischem Wert. Dazu gehören unter anderem etwa 80 Aquarelle von Strassenzügen, einzelnen Gebäuden sowie Grabmälern und Grabinschriften von Peter Toussaint (1793-1865).
1909 überliess das Kupferstichkabinett dem Staatsarchiv abermals einen bedeutenden Teil der Falkeisenschen Prospektensammlung als Depositum. Dabei handelt es sich um 246 Zeichnungen Emanuel Büchels (1705-1775), der als der einzige namhafte Basler Zeichner auf dem Gebiet der topografischen, naturwissenschaftlichen und archäologischen Darstellung zwischen 1735 und 1775 gilt.
Diese insgesamt über 1000 Bilder (Bleistiftzeichnungen, Pinselzeichnungen, aquarellierte Tuschzeichnungen und Kupferstiche) bilden im Staatsarchiv seither die in sich geschlossene Sammlung Falkeisen.
Hieronymus Falkeisen-Hauser (1758-1838) wurde in Arisdorf als Sohn des Pfarrers Theodor Falkeisen-Bernoulli geboren. Nach seinem Theologiestudium trat er 1784 seine erste Stelle als Waisenhauspfarrer an. 1791 wurde er Pfarrhelfer in der Theodorskirche und bereits zwei Jahre später Pfarrer der grossen Innerstadtgemeinde St. Leonhard t. 1816 schliesslich stieg er - inzwischen 58-jährig - zum Pfarrer und Antistes (Kirchenvorsteher) am Münster auf.
Falkeisen stammte aus einer Familie, in der sowohl die Sammeltätigkeit eine wichtige Rolle spielte, als auch das Interesse für die Geschichte besonders ausgeprägt war. Als sein Vater Theodor Falkeisen 1815 starb, gingen dessen Sammlungen in den Besitz seines Sohnes über. Unter anderem hatte der Vater eine grosse Sammlung von Grafiken, Zeichnungen und Aquarellen, die sogenannte Falkeisensche Prospektensammlung, besessen, welche die gesamte Schweiz umfasste. Diese ergänzte und erweiterte Hieronymus Falkeisen systematisch.
Zu den alten Findmitteln der Hauptsammlung informieren Sie sich bitte unter Suche in gedruckten Katalogen.
Sammlung Vischer
1929 schenkten die Erben von Wilhelm Vischer-Iselin (1861-1928) dem Staatsarchiv seine 304 Blätter umfassende private Bildersammlung. Auch diese Kollektion konzentriert sich in der Bildauswahl vorwiegend auf Stadtpläne, Stadtansichten, Karten, insbesondere auf Ansichten von profanen und sakralen Bauwerken der Stadt Basel (Plätze, Strassen, Brücken, Kirchen, Klöster, Befestigungsanlagen, Brunnen, Denkmäler). Dazu kommen drei Dutzend Ansichten von Schlössern, Burgen und einzelne Landschaftsdarstellungen aus der Umgebung Basels. Weitere 53 Blätter stellen militärische Ereignisse aus der Geschichte Basels, sowie Karikaturen, einzelne Genreszenen und Porträts dar.
Das Sammlerinteresse bezog sich in diesem Fall vor allem auf Darstellungen aus dem 16. bis ins frühe 19. Jahrhundert. Deshalb überwiegen bei der Herstellungstechnik Holzschnitte, Kupferstiche und Radierungen. Die Fotografie ist nicht vertreten. Thematischer Aufbau und Ordnungsstruktur der sammlung entsprechen weitgehend jenem der Hauptsammlung und der Sammlung Wackernagel.
Zu den alten Findmitteln der Hauptsammlung informieren Sie sich bitte unter Suche in gedruckten Katalogen. Zur Erleichterung des Zugangs für die Benutzer und zur Schonung der Originale stehen in der Bildersammlung Zeigbücher mit Reproduktionen zur Verfügung.
Alben
Dieser Sammlungsbestand ist erst in den 1990er Jahren neu geschaffen worden. Kriterium der Zuordnung ist weder der Inhalt noch die Herstellungstechnik, sondern die physische Präsentation des Bildmaterials. Haben die ursprünglichen Besitzern oder Produzenten - das können Fotografen, Sammler, ‘Private’oder Dienststellen sein - ihre Bilder aus praktischen Gründen oder zur Repräsentation mit Absicht in Mappen, Alben, Ordnern oder Schnurbüchern abgelegt oder auf Schautafeln angebracht, so werden die Bilder im Archiv in diesem ‘originalen’ Zustand belassen.
Ein Fotoalbum aus konservatorischen Gründen ‘auseinanderzunehmen’ bedeutet die Zerstörung einer zentralen historischen Aussage, die an die Präsentation des Bildmaterial gebunden ist (so beispielsweise Auswahl, Anordnung und Aufmachung eines Albums). Wenn eine Demontage oder Umordnung den Ensemblecharakter zerstört, wird die Art und Weise der Präsentation immer höher bewertet. Die Schädigung der einzelnen Bilder durch Trägermaterialien wie Papier, Karton und Klebestoff lässt sich konservatorisch durch geeignete Verpackung zwar nicht ganz eliminieren, immerhin aber deutlich reduzieren oder stabilisieren.
Zu den alten Findmitteln der Hauptsammlung informieren Sie sich bitte unter Suche in gedruckten Katalogen. Zudem steht ein immer grösserer Bestand von Alben, die inhaltlich ein Substrat der Hauptsammlung darstellen, inklusive Vorschau- und Ansichtsbildern für die Online-Recherche zur Verfügung (siehe Digitalisiertes Archivgut).
Die Bildersammlung des ehemaligen Stadt- und Münstermuseums
Das 1939 eröffnetet Stadt- und Münstermuseum wurde per Regierungsratbeschluss im Jahr 1996 aufgelöst, seine Bildersammlung in der Folge dem Staatsarchiv übergeben. Sie umfasst etwa 3’500 Bilder und bestückt sich aus Leihgaben der Museen, Geschenken der Freiwilligen Basler Denkmalpflege und von Privaten. Sie besteht vorwiegend, aber keineswegs ausschliesslich aus Basler Ansichten.
Zudem befinden sich in der Sammlung einige sehr interessante Bestände Zu nennen sind die 1971 übergebene Sammlung von Edwin Strub (1881-1971), dem ehemaligen Redaktor der National-Zeitung, mit zahlreichen Werken von Basler Künsterlerinnen und Künstlern - etwa mit Vorzeichnungen und Karikaturen von Niklaus Stoecklin oder die 1975 von Fräulein Cécile Singeisen (1891-1985) geschenkte umfangreiche und wertvolle Sammlung mit Zeichnungen von Johann Jakob Neustück (1800-1967). Letztere enthält einige vollständig unbekannte Basler Ansichten sowie aufschlussreiche Zeichnungen über den Zustand des Basler Münsters vor seiner Renovation im Jahre 1853.
Zu den alten Findmitteln der Hauptsammlung informieren Sie sich bitte unter Suche in gedruckten Katalogen.
Negativsammlung
In der Negativsammlung werden seit 1902 Negative, das heisst Glasplatten, Plan- und Rollfilme aufbewahrt. Massgebend für die Integration in die Negativsammlung waren nicht inhaltliche Kriterien, sondern ausschliesslich die Technik.
Wurden anfänglich alle Negative, nach Formaten sortiert und mit einer fortlaufenden Nummerierung versehen, in die Negativsammlung eingegliedert, so werden gegenwärtig grosse und in sich geschlossene Negativbestände unabhängig von der ursprünglichen Negativsammlung aufbewahrt (Fotosammlung Wolf oder die Fotoarchive Höflinger und Balair).
Häufig befinden sich in der alten Negativsammlung die Vorlagen für die in der Hauptsammlung archivierten Positive. Den Eintragungen im Eingangsbuch der frühen Jahre ist zu entnehmen, dass das Staatsarchiv Fotografien in Auftrag gegeben hat, für das Archiv selbst oder im Auftrag für Privatpersonen. Beim Eingang von einigen Fotografien der Innerstadt ist notiert: „bei Höflinger bestellt“ (1909) oder am 9. Mai 1906: „Von Herrn Alfred Kugler, Photogr. Kunstanstalt.“
Aus heutiger Sicht interessant sind einige der frühen Ankäufe von Negativen von bekannten Basler Fotografen (so beispielsweise 1916 mehrere hundert Negative aus dem Atelier Varady oder 1919 aus Privatbesitz Negative von Jakob Koch) oder wiederholte Schenkungen von Fotografen, wie jene von Alfred Kugler oder Bernhard Wolf.
Fotoarchiv Balair
Als Folge des Zusammenschlusses der Balair mit der CTA übergab die Balair 1994 ihr historisches Fotoarchiv dem Staatsarchiv.
Der Bestand ist ein Negativarchiv, das aus rund 3’600 Glasnegativen und 70 Kleinbild-Filmnegativen besteht. Er enthält etwa drei Viertel Luftbilder und ein Viertel Bodenaufnahmen aus den Jahren 1925 bis 1965. Die Bodenaufnahmen sind bis auf wenige Ausnahmen zwischen 1925 bis 1936 auf dem Flugplatz Sternenfeld entstanden. Sie zeigen den Betrieb des Flugplatzes mit Gebäuden, Anlagen und Personal, Flugzeugen und Passagieren sowie Flugschauen und ihre Zuschauer. Die Luftbilder entstanden - mit einem kriegsbedingten Unterbruch von 1939 bis 1946 - zwischen 1926 und 1965, grösstenteils als Aufträge. Dabei überwiegen Luftaufnahmen von Basel und der übrigen Nordwestschweiz.
Bis zur Zusammenlegung der Aviatik beider Basel mit der Balair AG im Februar 1953 wurde der Fotodienst von der Aviatik beider Basel betrieben, daher wurden die bis dahin entstandenen Aufnahmen mit grösster Wahrscheinlichkeit von ihr hergestellt.
Der Bestand ist im Online-Archivkatalog erfasst.
Literatur
Eicher, Karin, Fliegen in Basel. Die Anfänge der Basler Luftfahrt - Dokumente aus dem Fotoarchiv der Balair, in: Basler Zeitung vom 7. September 1996, Magazin Nr. 36, S. 1-5.
Baur, Ester und Walter Dettwiler, Bildgeschichten. Die Bildersammlung des Staatsarchivs Basel-Stadt 1899-1999, Basel 1999 (Einführung ins Fotoarchiv Balair)
Peyer, Peter F.: Die Geschichte und das Ende der Balair, in: Basler Stadtbuch, Nr. 116, Basel 1995, S. 82-85.
Fotoarchiv Höflinger
Das 1991 mit einem Sonderkredit angekaufte Negativarchiv der Basler Fotografenfamilie Höflinger, deren Bildproduktion sich von etwa 1857 über vier Generationen bis in die 1970er Jahre erstreckt, ist mit seinen rund 65'000 Negativen (Glasplatten, Plan- und Rollfilme) der umfangreichste zusammenhängende Fotobestand im Staatsarchiv.
Folgende Personen waren Geschäftsinhaber und Fotografen
- Jakob Höflinger (1819-1892), kurze Zeit Schildmaler später Fotograf, Begründer des Geschäfts
- Albert Höflinger (1855-1936), Fotograf und Maler, Sohn von Jakob Höflinger
- August Höflinger (1867-1939), Fotograf, Neffe von Jakob Höflinger
- Walter Höflinger (1904-1958), Fotograf, Sohn von August Höflinger
- Heinz Höflinger (1928-2002), Fotograf, Sohn von Walter H. und letzter Inhaber des Geschäfts bis 1991
Das Fotoarchiv Höflinger enthält Porträts, Werbeaufnahmen und Firmenporträts sowie unzählige Reportagen. Zudem dokumentiert es beinahe lückenlos die bauliche Entwicklung Basels sowie - in der chronologischen Kontinuität bisher einzigartig - politische und kulturelle Ereignisse eines ganzen Jahrhunderts.
Die Anfänge des Fotogeschäfts reichen ins Jahr 1857 zurück als sich der aus dem Schwarzwald stammende und in den vorausgegangenen Jahren als Porträtfotograf in damaligen Böhmen und Mähren sowie Galizien wirkende Jakob Höflinger in Basel niederliess und an der Rheingasse 43 ein Fotoatelier eröffnete. Schon 1862 verlegte er es zunächst an die Steinenvorstadt 24, bereits ein Jahr später an die St. Johanns-Vorstadt 44 und 1871 an den Blumenrain 32. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurde er ab 1860 mit Porträts im Visitkartenformat rasch erfolgreich; ausserdem fotografierte er aus eigenem Interesse die Stadt Basel, die nach dem Abbruch der Stadtmauern Mitte der 1860er Jahre rasch wuchs und sich rasant verändertet.
Nach seinem Tod übernahm der Sohn Albert Höflinger für einige Jahre das Atelier. Ab 1896 wurde das Geschäft von August Höflinger, einem Neffen Jakob Höflingers, übernommen. Albert hingegen widmete sich wieder seiner eigentlichen Passion, der Porträtmalerei. Ihm verdanken wir einige interessante Beispiele des Zusammenspiels von Atelier- und porträtfotografie und Malerei.
Im fotografischen Werk von August Höflinger sind Porträts, Intérieurs und Stadtbilder die zentralen Bestandteile. 1931 stieg sein Sohn Walter Höflinger in das Geschäft ein, das sich seit 1910 am Auberg 8 befand. Zunächst arbeitete er mit seinem Vater zusammen, ab 1937 führte er das Geschäft allein weiter. Neben der Studioarbeit widmete er sich unter anderem der Reportagefotografie. Als 1958 Walter Höflinger unerwartet starb, übernahm sein Sohn Heinz Höflinger das Fotostudio. Auch er war bereits wie sein Vater im väterlichen Betrieb in die Lehre gegangen. 1991 gab er, der letzte Spross dieser Fotografendynastie, das Geschäft auf und bot das weitgehend vollständige Archiv des Familienbetriebs der Stadt Basel zum Kauf an.
Die Ende 2004 abgeschlossenen Erschliessungsarbeiten bedürfen noch einiger Nachbesserungen bevor das Fotoarchiv Höfllinger im Archiv-Katalog zur Verfügung stehen wird. Bis dahin werden die Recherchearbeiten noch durch Mitarbeiterinnen der Bildersammlung durchgeführt. Die Recherche wird durch die vorhandenen Sicherheits- resp. Gebrauchsfilme erleichtert.
Literatur
Barth, Ulrich, Vier Generationen in Basel, in: Lichtbilder für Basel (Beilage des Basler Magazins anlässlich der Eröffnung der Ausstellung im Stadt- und Münstermuseum "Basels Wandel in allen Dingen" vom 15. November 1991 bis 26. April 1992), in: Basler Zeitung vom 16. Nov. 1991, Magazin Nr. 46, S. 3-4.
Zwicker, Josef, Vermittler zwischen Vergangenheit und Gegenwart, in: Basler Zeitung vom 18. April 1992, Magazin Nr. 16, S. 12-13.
Fotosammlung Wolf
Bernhard Wolf (1864-1951) hatte eine kunstgewerbliche Ausbildung absolviert und war danach Mitarbeiter in der lithografische Anstalt seines Vaters Georges Wolf. Gleichzeitig begann er sich mit Fotografie zu beschäftigen. Um die Jahrhundertwende war er Inhaber eines eigenen Fotogeschäfts, zunächst an der Hutgasse Nr. 8, später an der Freien Strasse Nr. 4.
Im Jahr 1950 vermachte Wolf sein gesamtes Negativarchiv, inklusive der selbst zusammengestellten Zeigbücher mit Kontaktkopien, der Bildersammlung des Staatsarchivs. Diese Schenkung war der bis dahin grösste Zuwachs. Insgesamt handelte es sich um etwa 12 000 Negative (Glasplatten in allen Formaten und Mittelformatnegative 6x6), die zwischen etwa 1890 und 1950 im Fotoatelier Wolf entstanden waren.
Bernhard Wolf und seine Mitarbeiter hatten systematisch, zum Teil aus eigener Initiative und zum Teil im Auftrag, praktisch sämtliche Bauten der Stadt abgebildet. Es überwiegen deshalb in diesem Bestand die Aufnahmen von Häusern, ganzen Strassenzügen, allen öffentlichen Baudenkmälern, Alleen und Plätzen. Daneben sind auch einzelne politische und kulturelle Ereignisse dokumentiert; so etwa Basel in den Jahren des Ersten (u.a. das Leben der Soldaten im Feld, der Generalstreik, etc.) und des Zweiten Weltkriegs (u.a. die Anbauschlacht) oder die Basler Fasnacht, Jubiläumsfeiern, etc.
In den Jahren 1974 bis 1984 wurden im Staatsarchiv Basel-Stadt von sämtlichen Originalnegativen Reproduktionen hergestellt und die Originale entsorgt (siehe den Artikel zur Geschichte der Bildersammlung von Esther Baur im Jubiläumsband Bildgeschichten). Von allen Repronegativen im nun einheitlichen Format 9x12 wurden Abzüge angefertigt.