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Weltspiegel-Reportage
Schicksal Schule? - So gerecht ist Amerika!
Dokumentation
Deutschland
2018
David Hogg ist einer der Schüler, der das Massaker in Parkland, Florida, im Februar 2018 überlebt hat. Er beschreibt die finanzielle Situation in US-amerikanischen öffentlichen Schulen so: "Keine Schulbücher für Kinder, nicht ausreichend Gehalt für Lehrer, sodass sie auch davon leben können, kein kostenfreies College, aber Geld, um Lehrer zu bewaffnen."
Und er übertreibt nicht. Die Lage an den öffentlichen Highschools ist häufig erschreckend. Berichte von frierenden Kindern, weil in deren Schule im Winter wochenlang die Heizung ausfällt, von verstopften Toiletten, die nicht repariert werden, gehören zum Schulalltag. Aber es gibt auch das genaue Gegenteil: wahre Luxusschulen, in denen jedes Kind seinen eigenen Laptop hat, in denen es die besten Sportanlagen gibt, in denen viele Schüler individuell von hoch motivierten Lehrern gefördert werden.
Woher kommen diese großen Unterschiede, die darüber entscheiden, welche Chancen Schülerinnen und Schüler in ihrer Zukunft haben? Für diese Reportage sind die Filmemacher in drei Bundesstaaten gereist: Arizona, Ohio und Virginia. Sie haben dort Schüler kurz vor ihrem Highschoolabschluss begleitet. Die geografische Lage entscheidet über vieles, denn die Schulen finanzieren sich zu einem großen Teil über die in der Gegend erhobenen Grundsteuern. Je wohlhabender ein Viertel ist, je größer der Wert der dort stehenden Häuser, desto höher die Steuereinnahmen.
Tanner lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter und den drei jüngeren Geschwistern in einer Kleinstadt in Arizona. Seine Mutter hatte Drogenprobleme. Tanner musste während seiner Schulzeit immer wieder auch Ersatzvater für seine Schwestern und seinen Bruder sein. Zeit zum Lernen blieb da nicht viel. Inzwischen hat sich seine Mutter gefangen, er wird demnächst seinen Highschoolabschluss in der Tasche haben. Dann will er zum Militär. Geld für ein Studium hat er nicht. Unterstützung bekommt er nicht, da er im letzten Schuljahr wegen Krankheit zu oft gefehlt hat. Die Bilanz seiner Schulzeit: durchwachsen. "Ich fände es besser, wenn wir mehr über die Gesetze in unserem Land lernen würden, als zu tief in die Grundlagen der Mathematik einzusteigen..." Seine Heimatstadt Chino Valley ist kein besonders wohlhabender Ort. Viele jüngere Lehrer leben wegen der niedrigen Gehälter noch bei den Eltern. Geld für neue Bücher gibt es nicht.
Ganz anders ergeht es Marissa Sumathipala in Virginia. Die Tochter indischer Eltern ist einer der Stars ihrer Schule, die in einem wohlhabenden Bezirk liegt. Sie strebt eine Karriere als Wissenschaftlerin an, hat diverse Stipendien gewonnen und den Platz in Harvard sicher. Bildung spielte in ihrem Elternhaus eine große Rolle. Die Eltern haben ihre Tochter in allem unterstützt. Und die Voraussetzungen an Marissas Schule waren bestens.
Lehrer erkannten Marissas Begabung und haben das Mädchen intensiv gefördert. Marissa weiß, dass sie Glück hat. "Die Finanzen der Schule spielen eine Rolle, aber ein noch größerer Faktor ist der sozioökonomische Status der Gegend."
Die Eltern der Zwillinge Jeana und Jejuan Weatherspoon wollten, dass ihre Kinder eine gute Ausbildung bekommen. Sie haben daher eine Sondergenehmigung erwirkt, dass die beiden einen Platz an einer besseren Schule in einem anderen Bezirk der Stadt Columbus in Ohio bekommen. Die Schule in ihrem Wohnviertel hatte aus Sicht der Eltern einen zu schlechten Ruf, mit hoher Kriminalitätsrate und Fällen von Drogenmissbrauch. Da die Familie wenig Geld hat, hat der Vater großen Wert darauf gelegt, dass seine Kinder sehr gute Sportler werden. Das öffnet ihnen den Weg für ein Stipendium. Jeana und ihr Bruder Jejuan gehören in der Schule zu den Basketballstars. "Sport spielt eine große Rolle in unserem Leben. Er hilft uns, das zu erreichen, was wir erreichen müssen, und er hilft uns finanziell. Dass unsere Geschwister professionell Basketball spielen, hilft unseren Eltern."
Durch den Sport kamen die beiden an viele andere Schulen und sahen die Unterschiede.
"Das ist natürlich unfair, aber das Leben ist nicht fair. An der einen Schule hatten sie Klimaanlagen, besseres Essen, mehr Privilegien." Die Unterschiede im US-amerikanischen Bildungssystem sind enorm. Geld spielt eine große Rolle. Welche Chancen Schulen ihren Kindern bieten, wird auch bei den Wahlen für das Repräsentatenhaus im November 2018 für die Wähler von Bedeutung sein.
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