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Die Orgelmusik zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist stark geprägt vom spätromantischen symphonischen Stil. In Frankreich werden die grossen Symphoniker Louis Vierne und Marcel Dupré abgelöst durch bedeutende Komponisten der Moderne: Jean Langlais, Olivier Messiaen und später Naji Hakim. In Deutschland setzen Sigfrid Karg-Elert und Gerard Bunk die Tradition Regers fort, der wohl wichtigste Vertreter der neueren Generation ist Johann Nepomuk David. Entdecken Sie hier auch weniger bekannte Orgelmusik aus dem 20. Jahrhundert.
Karl Hoyer (1891–1936) studierte am Konservatorium für Musik in Leipzig bei Karl Straube (Orgel) und Max Reger (Komposition). Im Abschlusszeugnis vom 8.4.1911 steht: „Herr Hoyer ist ein Orgelspieler allerersten Ranges. Irre ich mich nicht, so wird Herr H. in kurzer Zeit zu den großen Orgelmeistern hinzugezählt werden.“ – Karl Straube. „Herr Hoyer ist für Komposition ganz enorm begabt. Seine Orgelsonate errang den Nikisch-Preis. Von ihm ist noch sehr viel zu erwarten. „- Max Reger. Weiterlesen
Franciscus [Johannes] Nagler (1873–1957) wurde in Prausitz (Sachsen) geboren, er war wie schon sein Vater Schulmeister und Kantor, neben seine Berufstätigkeit betätigte er sich als Heimatdichter und Komponist.
Franciscus Nagler war Sopransolist im Thomanerchor in Leipzig und besuchte später das Lehrerseminar in Dresden und nach einer Weiterbildung am Konservatorium Leipzig übernahm er 1898 seine erste Stelle als Kantor in Limbach. Von 1902 bis 1936 war er Kantor und Kirchenmusikdirektor in Leisnig. 1910 Wurde es zum Königlichen Musikdirektor ernannt. 1936 zog er nach Dresden in die Traubestraße 4, kehrte aber nach dem Krieg zurück nach Leisnig. Weiterlesen
Willy Herrmann wurde 1868 in Grünberg, Schlesien geboren. Das Sterbedatum ist nicht bekannt. Er war Musikdirektor, Chordirigent und Organist in der Berliner St. Thomas-Kirche. Nebst Orgelwerken komponierte er Kammermusik und Unterrichtsliteratur für Klavier und für Violine. Er hinterliess auch zahlreiche Bearbeitungen für Orgel. Weiterlesen
Maxence Guéniffey stammt aus einer Organistenfamilie in der französischen Stadt Tull im Département Corrèze. Sein Grossvater Antoine und sein Vater Germain waren bereits Organisten in der Kathedrale von Tulle: Antoine von 1842–1880, Germain von 1880–1925. Maxence übernahm das Amt 1925 und übte es bis 1934 aus. (Quelle Orgelfreunde der Kathedrale von Tulle)
Die Lebensdaten des Komponisten werden in Verlagsquellen mit 18??–1925 angegeben. Das Geburtsjahr ist vermutlich 1894. Danach ist Maxence Guéniffey bereits im Alter von 31 jahren verstorben. Dies widerspricht allerdings den Angaben der Orgelfreunde von Tulle. Weiterlesen
Sir Walter Galpin Alcock (1861–1947) war ein englischer Organist und Komponist. Alcock wurde in Edenbridge in der Grafschaft Kent geboren. Mit 15 Jahren war er Schüler der National Training School for Music, wo er Komposition bei Arthur Sullivan und Orgel bei John Stainer studierte. Nach verschiedenen Stellen als Organist (Holy Trinity Sloane Street und St. Margaret’s, Westminster) wurde er 1893 Lehrer am Royal College of Music. Er war ab 1896 Assistent Organist der Westminster Abbey und ab 1902 Organist der Königlichen Kapelle. Im Jahr 1916 wurde er Organist in der Salisbury Cathedral, wo er die Restauration der berühmten Willis-Orgel leitete. Weiterlesen
Frederick Andrew Keene (1871–1916) war ein englischer Organist und Komponist. 1889 wurde er der junge Keene Organist in der Kirche St. Saviour’s in Clapham, einem Stadtteil im Südwesten von London. Dieses Amt hatte er bis 1907 inne, danach war er Organist in der Sandingham Parish Church, ebenfalls im Stadtteil Clapham, London. Keene starb bereits im Alter von 45 Jahren.
Frederick Andrew Keene war zuerst Schüler von Dr. Charles William Pearce (1856–1928), der Musiklehrer und später Direktor am Trinity College in London war. Danach studierte Keen bei Sir Walter Galpin Alcock, der damals Professor für Orgel am Royal College of Music und Organist in der Westminster Abbey und in der Chapels Royal war.
Louis Victor Jules Vierne (1870–1937) gehört zu den bedeutendsten französischen Organisten und Orgelkomponisten des beginnenden 20. Jahrhunderts. Louis Vierne erhielt seine frühe musikalische Ausbildung wegen seiner schweren Sehbehinderung am Pariser Blindenisntitut. Später erhielt er Orgelunterrich bei Adolphe Marty, César Franck und Charles-Marie Widor. Er schloss das Pariser Konservatorium mit ersten Preisen in Orgelspiel und Improvisation ab. Weiterlesen
Alfred Baum (1904–1993) wurde in Zürich als Sohn eines Orchestermusikers geboren und studierte am Zürcher Konservatorium Orgel, Klavier und Komposition. Weitere Studien erfolgten beim Hamburger Organisten Alfred Sittard.
Alfred Baum war 57 Jahre lang (1923 bis 1980) Organist an der ref. Kirche Neumünster in Zürich. Von 1929 bis 1976 lehrte er als Dozent für Klavier und Kammermusik am Konservatorium in Winterthur und Zürich (heute Zürcher Hochschule der Künste). Als Pianist machte sich Alfred Baum einen Namen als Interpret zeitgenössischer Musik, er spielte als Solist mit dem Tonhalle Orchester Zürich mehrere Schweizer Erstaufführungen von Klavierkonzerten. Weiterlesen
Lili (Lilli) Wieruszowski (1899–1971) war eine deutsche Organistin und Komponistin, die lange Zeit in Basel lebte. Sie war eine der vier Töchter der Frauenrechtlerin Jenny Wieruszowski. Ihre Eltern waren an der Gründung des Humanistischen Mädchengymnasium in Köln beteiligt. Lili Wieruszowski studierte am Kölner Konservatorium, danach an der Hochschule für Musik Berlin. Ab 1925 hatte sie eine Anstellung als Organistin an der Charlottenburger Epiphaniengemeinde, wo sie durch ihr virtuoses Orgelspiel beeindruckte. Als Judenchristin wurde ihr aber 1933 das Orgelspiel verboten und sie ging im gleichen Jahr ins Exil nach Basel. Weiterlesen
Johan Wagenaar (1862–1941) war ein niederländischer Komponist und Organist. Er wurde als Sohn des Adeligen Cypriaan Gerard Berger van Hengst geboren. Die Mutter stammte aus einfachen Verhältnissen, und die gesellschaftlichen Umstände dieser Zeit liessen keine Heirat zu. So wuchs Wagenaar in eher ärmlichen Verhältnissen auf und erhielt den mütterlichen Nachnamen. Obwohl sich früh musikalisches Talent zeigte, erhielt Wagenaar erst ab dem Alter von 13 Jahren Unterricht in Klavier, Violine, Theorie und Komposition. Seine ersten Orgellehrer wurden der Komponist Richard Hol und der Organist Samuel de Lange. 1892 nahm er Unterricht in Kontrapunkt bei Heinrich von Herzogenberg in Berlin. Weiterlesen