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Ein Tornado-Kampfjet der deutschen Bundeswehr ist im Berner Oberland abgestürzt. Dabei kam einer der beiden Piloten ums Leben. Der andere wurde in einer spektakulären Aktion am Fallschirm hängend aus einer Felswand gerettet. Er hatte zuvor den Schleudersitz betätigt und konnte sich so retten.
Das Flugzeug ist laut Augenzeugen kurz vor 15 Uhr im Lauterbrunnental auf einer Höhe von 3250 Metern über Meer in die Nordwand der Aebniflue gerast, explodiert und in zahllose Trümmerteile zersplittert.
Die Bergungsaktion war durch eine grosse Eis- und Steinschlaggefahr behindert. Zudem musste sichergestellt werden, dass keine Mikrofasern aus der Flugzeugkonstruktion in der Luft waren. Waffen hatte der Tornado nach bisherigen Erkenntnissen der Behörden nicht an Bord.
Der Sprecher der Schweizer Luftwaffe, Jürg Nussbaum, sagte, der Tornado habe sich auf einem bewilligten Navigationsparcours im Schweizer Luftraum befunden. Und zwar sei die Maschine in Korsika gestartet und zum Auftanken auf dem Militärflugplatz Emmen zwischengelandet. Anschliessend sei das Flugzeug auf dem Rückweg nach Deutschland zu dem bewilligten Navigationsparcours gestartet. «Das ist nichts Aussergewöhnliches», sagte Nussbaum. Das für die Bewilligung zuständige Bundesamt für Zivilluftfahrt bestätigte diese Darstellung, sagte aber, die Maschine sei im südfranzösischen Nimes gestartet. Destination in Deutschland sei Lagerlechfeld gewesen.
Der Gemeindepräsident von Lauterbrunnen, Jost Brunner, berichtete im Regionaljorunal von Schweizer Radio DRS, er sei auf einem Spaziergang gewesen, als sich der Jet genähert habe. «Ich sah sofort dass es sich nicht um ein Flugzeug der Schweizer Luftwaffe handelte, da es viel grösser war», sagte Brunner. Zudem habe der Jet scheinbar auch Unterlast gehabt. Er sei auf rund 1200 bis 1300 Meter ins Lauterbrunnental eingeflogen und zunächst nicht gestiegen. Erst als das Tal enger geworden sei, habe er an Höhe gewonnen und sei dann nach links ins Rottal geflogen und dann am Schluss hinter dem Schwarzmönch verschwunden. Erst habe er gedacht, der Pilot wolle über das Aletschhorn runterfliegen. Aber dies sei offenbar nicht so gewesen. Ein weiterer Augenzeuge berichtete von einem Feuerschwall nach dem Aufprall.
Nach Angaben eines Sprechers des Verteidigungsministeriums in Berlin gehörte der abgestürzte Tornado nicht zu den zwei Kampfjets der Bundeswehr, die am 2. April im Rahmen des Afghanistan-Einsatzes nur bis Sardinien geflogen waren.