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Die staatliche Entwicklung der Schweiz schlug sich seit jeher in ihren Bauten nieder, die ihrerseits Spiegel der Differenziertheit der jeweiligen Staatsgebilde sind. Im Mittelalter traten die Regierenden – in der Regel nur ein kleiner Kreis ausgewählter Bürger, in Rathäusern zusammen. Hier wurden auch die Versammlungen der Tagsatzung der jungen Eidgenossenschaft abgehalten. Dafür gab es keine festgelegten Orte, einzig die Gemeine Herrschaft Baden und später Frauenfeld wurden häufiger frequentiert. Im Badener Stadthaus entstand darum auch ein Tagsatzungssaal. Als einziges ikonographisches Zeichen des Bundes erhielt er einen Wappenscheibenzyklus der damaligen zehn Orte sowie Badens.
Mit der helvetischen Verfassung im Anschluss an die französische Revolution wurden neue Behörden und Parlamente geschaffen und damit die ersten modernen Parlamentsgebäude. Dabei wird im Aarauer Grossratsgebäude (1826-1828) zum ersten Mal ein amphitheaterförmiger Ratsaal angelegt. Die Parlamentsgebäude hatten in der Folge auch der Forderung nach Öffentlichkeit der Sitzungen für Publikum und Presse Rechnung zu tragen. Stilistisch wurden Elemente der Antike oder der Renaissance bevorzugt, um die neuen politischen Errungenschaften auszudrücken.
Mit dem Entstehen des Bundesstaates 1848 und der Ernennung von Bern zur Hauptstadt, war die Zeit für ein „Bundesrathaus“ gekommen. Zunächst wurde das Bundeshaus West errichtet. Nach der Verfassungsrevision von 1874, die neue Ämter mit sich brachte, kam 1888 bis 1892 die Erweiterung des Bundeshauses Ost dazu, die in ihrer opulenten Ausstattung deutlich das Selbstbewusstsein des Staats ausdrückt. Von 1894 bis 1902 wuchs als Höhepunkt das zentrale Kuppelgebäude in die Höhe. Auch hier finden sich stilistische Anlehnungen an die klassische Antike oder an christliche Kathedralen. Dazu kam ein allegorisches Statuenprogramm das die Fassaden und die Innenausstattung ziert.
Bild: Stadt Baden