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Bei einer Skoliose ist die Wirbelsäule seitlich verkrümmt und in der Längsachse gedreht. Es handelt sich also um eine dreidimensionale Deformität der Wirbelsäule. Am Oberkörper entsteht eine Asymmetrie, sichtbar als Schulterhochstand und/oder Rippenbuckel.
Die Skoliose kann verschiedene Ursachen haben. Meistens ist der Grund für die Skoliose jedoch unbekannt, man spricht dann von der idiopathischen Skoliose.
Sie manifestiert sich häufig erstmals während eines Wachstumsschubes im Jugendalter zwischen 10 bis 12 Jahren. Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen. Wird eine Skoliose frühzeitig erkannt und therapiert, hat sie meist eine gute Prognose.
Dabei handelt es sich um eine erblich bedingt erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass sich eine bestimmte Krankheit entwickelt.
Dabei handelt es sich um eine schwerere Form des offenen Rückens. Es liegt eine Spaltbildung in der Wirbelsäule vor und durch diesen Spalt treten Teile des Rückenmarks, der Rückenmarkshäute (Meningen) und der Nerven nach aussen. Das Rückenmark und die Nerven sind so schutzlos und werden chemisch durch das Fruchtwasser und mechanisch durch die Reibung in der Gebärmutter geschädigt.
Dies ist das Risiko, mit dem sich ein Zustand im weiteren Verlauf erfahrungsgemäss weiter verschlechtern wird.
Die Stärke der Wirbelsäulenverkrümmung wird mit der Winkelmessmethode nach Cobb auf dem Röntgenbild gemessen. Ab einem Krümmungswinkel von 10 Grad spricht man von einer Skoliose.
Die mit 90% der Fälle häufigste Form der Skoliose ist die idiopathische Skoliose. Die Ursachen bleiben unklar, genetische Faktoren werden vermutet.
Je nach Entwicklungsstand und Ausprägung der Skoliose, ist das Risiko einer weiteren Verschlechterung grösser oder kleiner. Man spricht dann von einem Progredienzrisiko der Skoliose.
Je kleiner der Messwinkel nach Cobb ist, und je eher das weitere Wachstum abgeschlossen ist, umso kleiner ist das Risiko einer weiteren Progredienz.
Die idiopathische Skoliose wird wie folgt weiter unterteilt in:
Weitere Formen der Skoliose:
Die Skoliose manifestiert sich meistens im Alter von 10-14 Jahren anhand von Körperasymmetrien. Die eine Hüfte ist vorgeschoben oder das Taillendreieck ist nicht symmetrisch, die Schultern stehen nicht auf derselben Höhe oder der Oberkörper weicht von der Mittellinie ab. Oft bildet sich beim Bücken ein Rippenbuckel.
Die betroffenen Kinder verspüren dabei keine Schmerzen. Eine Skoliose ist vorerst kosmetisch störend. Jedoch tendieren Skoliosen dazu, sich während der Pubertät, der Phase des grössten Körperwachstums, zu verschlimmern. Ein frühes Erkennen der Skoliose ist wichtig und kann den Verlauf günstig beeinflussen.
Eine Skoliose verursacht in der Regel bis zum Ende des 3. Lebensjahrzehnts ausser den Asymmetrien meist keine weiteren Beschwerden. Später können jedoch als Folge verschiedene Rückenprobleme auftreten.
Komplikationen:
Bleibt eine Skoliose unentdeckt und/oder unbehandelt, können sich durch die chronische Fehlstellung der Wirbelsäule Abnützungserscheinungen (Degenerationen) und anderweitige Problematiken bemerkbar machen, beispielsweise:
Einer Skoliose gezielt vorzubeugen ist nicht möglich. Bei frühzeitiger Diagnose und Therapie kann der Krankheitsverlauf jedoch günstig beeinflusst werden.
Zur Kontrolle der Wirbelsäulenausrichtung kann bei Kindern der Vorbeugetest durchführt werden:
Beugt sich das Kind mit nacktem Oberkörper und locker herunterhängenden Armen nach vorne, sieht man die Wirbelsäule unter der Haut. So kann beobachtet werden,
ob die Wirbelsäule gerade verläuft und/oder ob sich ein Rippenbuckel bildet. Dies wäre als einseitige Ausbuchtung der Rippen nahe der Wirbelsäule sichtbar.
Bei Verdacht auf eine Wachstumsstörung der Wirbelsäule, sollte ein Arztbesuch erfolgen.
Die klinisch-körperliche Untersuchung wird mit Röntgenbildern des Rückens sowie der Handwurzelknochen ergänzt.
Anhand der Länge der Handwurzelknochen kann ungefähr abgeschätzt werden, wieviel der Patient noch wachsen wird. Das Risiko einer Progredienz der Skoliose ist umso geringer wenn, der Winkel nach Cobbs klein ist und nicht mehr von starkem Körperwachstum ausgegangen wird.
Beispielsweise haben Skoliosen mit einem Cobb-Winkel von unter 30 Grad nach Abschluss des Wachstums kein grosses Progredienzrisiko mehr.