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Einführung
Die Irritation, die sich einem Verständnis des mit der höchsten Autorität ausgestatteten Texts Vitruvs entgegenstellte, ist sprichwörtlich. 'Dunkelheit' wird dem Text zugewiesen, und schon früh wird die Differenz der von Vitruv beschriebenen Architektur mit den vorgefundenen Resten antiker Monumente als Problem und besondere Herausforderung erkannt. Claudio Tolomeis Brief vom 14. November 1542 an Agostin de'Landi zeigt, mit welchen Mitteln man glaubte, Klärung herbeiführen zu können. Es blieb das grösste, nie erfüllte Programm einer Vitruvedition und -exegese. Die Schwierigkeiten sind evident. Eindeutigkeit lässt sich nicht erzielen. Text, Kommentar, Deutung und Bild folgen der Eigendynamik, die der jeweiligen Sichtweise und Methode geschuldet sind. Es geht darum, Einsichten in die unterschiedlichen Formen des Erkennens und Verstehens und der daraus gewonnenen Positionen eines Vitruvverständnisses zu gewinnen.
Erhellende Beiträge zu diesem Sachverhalt sind erwünscht in Form von Einzeluntersuchungen sowie von thematischen und kontextbezogenen Analysen.