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Es muss nicht immer Valium 5 sein
Eine gute Vorbereitung ist Voraussetzung, um beim Schreiben in einen Flow zu gelangen. Mir hilft zum Beispiel ein längeres Jogging, damit ich die innere Lockerheit erreiche, in der ich angeregt, aber nicht aufgeregt starten kann.
Andern hilft, frühmorgens sich an den Tisch zu setzen, noch bevor sie mit jemandem gesprochen oder die Zeitung gelesen haben, damit das Gehirn gleichsam leergefegt neue Gedanken generieren kann.
Wieder andere betreiben Yoga oder autogenes Training, nehmen zuerst ein heisses Bad, um so die nötige Lockerheit zu erreichen.
Von Schriftstellern ist bekannt, dass sie sich oft drogierten, sei es mit Alkohol oder Stärkerem. Nicht auszuschliessen, dass dies der Grund ist, warum so viele Schriftsteller bekennende Alkoholiker waren wie Ernest M. Hemingway, Francis Scott Fitzgerald oder Hans Fallada.
Friedrich Schiller soll bei der Niederschrift seines vorletzten Schauspiels «Wilhelm Tell» Champagner und Unmengen starken Kaffees getrunken haben, während Johann Wolfgang von Goethe im Tag nicht unter drei Flaschen Burgunger in sich hineingeschüttet hat. Noch weniger glücklich sind die Versuche von William S. Burroughs, sich mit Morphin zu stimulieren.
Fast alle Englischen Romantiker von John Keats über Percy B. Shelley bis hin zu Samuel T. Coleridge haben Laudanum, eine Flüssigkeit aus in Alkohol gelöstem Opium, konsumiert. Thomas De Quincey hat 1821 sogar ein Buch über seine Sucht veröffentlicht mit dem Titel «Confessions of an English Opium-Eater».
Genug der gesundheitsschädigenden Beispiele? – Sicher werden sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts viele Schriftstellerinnen und Schriftsteller über Valium oder andere Benzodiazepine zu helfen versucht haben, um in den gewünschten Flow, in die richtige Schreibstimmung zu gelangen.
Ein anderer Weg ist die Musik. Nicht nur gibt es das, was man Musiktherapie nennt, um Verstimmungen aufzulösen, sondern auch Musik der instrumentalen Meditation, die man nach einer Weile gar nicht mehr hört, sondern nur noch wahrnimmt. Im Grunde hört man sie zum Schluss nur noch, wenn sie nicht gespielt wird. (Wer in den 60ziger Jahren erwachsen wurde, kennt das Phänomen vom ewig langen Abspielen der immer gleichen Songs.)
Ich schlage Dir vor, den untenstehenden Links zu folgen. Die Musik, die Du hören wirst, reduziert die Amplituden Deiner Gehirnströme, was definitiv einen sedierenden Effekt zur Folge hat und so Dein Wohlbefinden stärkt. Da es sich nicht um eine europäische Musik handelt, musst Du vielleicht länger zuhören, bis Du in die wohltuenden Schwingungen hinüberwechseln kannst. Probier es aus! Jahrtausendealte Traditionen können nicht völlig falsch liegen. – Klicke also die folgenden Links an und lass Dich nicht nur beim Schreiben in andere Sphären entführen.
Christoph Frei
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