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Dezember 2019
MS Seeland (1932) – Bielersee, heute in den Niederlanden
Nach dem ersten Weltkrieg läuft der Betrieb der Bielersee-Dampfschifffahrtsgesellschaft (BDG) mühsam weiter. Mit Ausnahme des Dampfschiffes Berna ist die ganze Flotte erneuerungsbedürftig. Das DS Stadt Biel soll durch zwei Dieselmotorschiffe ersetzt werden. An einer ausserordentlichen Generalversammlung wird die Sanierung der Gesellschaft sowie die Finanzierung der neuen Schiffe durch den Kanton Bern und die Stadt Biel sichergestellt.
Foto: Stapellauf des Motorschiffes Seeland im Frühjahr in La Neuveville.
Den Auftrag für den Bau der neuen Schiffe erhält schliesslich die Bodan-Werft in Kressbronn am Bodensee. Die beiden Schiffe Seeland und Jura haben eine Tragkraft anfangs von 180 Personen (später 150 Personen). Der erste Motor war ein langsam laufender 5-Zylinder-Sulzer-Diesel mit 125 PS. Darauf folgte 1959 ein schnelllaufender GM-Motor mit 170 PS. 1991 erhielt die «Seeland» einen dritten Motor, einen GM Typ 6-71N mit 137 kW (186 PS). Die Kosten für die beiden neuen Schiffe betragen 230‘000 Franken.
Foto: Der Verwaltungsrat der BDG trifft sich zu einer Sitzung auf der noch neuen «Seeland».
In der Hochsaison werden zwei Schiffe auf den Längsfahrten benötigt. Bei schwachem Verkehr sind es die beiden neuen Schiffe Seeland und Jura , bei Grossandrang an Sonn- und Feiertagen einerseits das Dampfschiff Berna und andererseits die beiden neuen Motorschiffe. An Werktagen sind bis in die 1950er Jahre manchmal diese Motorschiffe auf der Dreiseenfahrt im Einsatz während die «Berna» den Bielerseeverkehr allein bestreitet. Zwischen 1980 und 1983 wird durch das BSG-Personal die «Seeland» etappenweise renoviert
Foto: Das MS Seeland trifft am 4. Juli 1998 in Erlach ein.
Nach dem die Baufortschritte am neuen Motorschiff Rousseau (seit 2012 im Betrieb) im Plan waren, beschlossen die Verantwortlichen die Ausserdienststellung der «Seeland» auf Ende 2011.
Foto: Abschiedsfahrt der «Seeland» für die Teilnehmer einer DZ-Excursion vom 29. Oktober 2011.
Die «Seeland» wurde im Januar 2012 an den Winzer Stefan Reichling aus Stäfa am Zürichsee verkauft. Der Liebhaber klassischer Schiffe plante allerdings nicht die «Seeland» auf dem Zürichsee einzusetzen, sondern als Wohn- und Urlaubsschiff auf den niederländischen Wasserstrassen zu nutzen. Am 24. März 2012 wurde MS Seeland deshalb zum Containerterminal des Auhafens Muttenz transportiert und dort in den Rhein eingewassert. Auf dem Wasserweg gelangte das Schiff zuerst nach Amsterdam in eine Werft und schlussendlich nach Vollenhove, zwischen Zwolle und Lemmer in der Provinz Overijssel, wo die «Seeland» nun ihre neue Heimat gefunden hat.
Das Schwesterschiff der «Seeland», die «Jura», verkehrt übrigens noch immer auf dem Bielersee unter der Obhut einer Genossenschaft als Schul- und Klassenlager-Schiff ab Heimathafen Erlach.
Foto: Die «Seeland» an ihrem neuen Liegeplatz in Vollenhove (NL).