Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03613.jsonl.gz/2385

„If I can take it, I can make it.“
Sein Bruder stellt Louis Zamperini vor die Wahl: Entweder du bleibst ein Rabauke und endest auf der Strasse – oder du gibst deinem Leben einen Sinn. Und so findet Louie seine Berufung im Rennen, eine Leidenschaft, die ihn bis an die Olympischen Spiele in 1936 Berlin führt. Als Louie während des Zweiten Weltkriegs an Bord eines B-24 Bombers im Pazifik abstürzt, und danach in einem japanischen Kriegsgefangenenlager landet, wird sein Durchhaltevermögen ein weiteres Mal auf die Probe gestellt. Unbroken ist die zweite Regiearbeit von Angelina Jolie, die mit der Verfilmung der Lebensgeschichte von Louie Zamperini eine Brücke zwischen den USA und Japan schlagen wollte. Ob es ihr gelungen ist, erfahrt ihr in der Review.
Louie Zamperinis Biografie ist in der Tat unglaublich spannend – doch leider krankt sie auch daran, dass sich die einzelnen Elemente, also die Teilnahme an den Olympischen Spielen und Zamperinis Kriegsgefangenschaft, nur schwer verbinden lassen. Diese künstliche Verbindung, die Jolie herbeizuführen versuchte, merkt man Unbroken leider stark an. Vermutlich hätte eine weniger verkrampfte Herangehensweise an diese Geschichte mehr erzählerische Möglichkeiten geschaffen. Wenn man die einzelnen Elemente für sich betrachtet, dann weiss Jolies Kriegsdrama aber zu gefallen – nicht zuletzt dank der eindrücklichen Kameraarbeit von Roger Deakins, der dafür zurecht für einen Oscar nominiert wurde.
Speziell der zweite Teil dieses 137 minütigen Werks, der sich Zamperinis Kriegsgefangenschaft widmet, kann überzeugen. Das dürfte vorallem daran liegen, dass das bisher recht blasse Ensemble nach der Pause Unterstützung des starken japanischen Schauspielers Miyavi erhält, der sein Gegenüber mit seiner Darbietung als bedrohlicher und unberechenbarer Aufseher Watanabe regelrecht an die Wand spielt. Leider verlangt das Script, dass Watanabe in Zamperini sowohl einen Freund, als auch einen Feind sieht – und diese ambivalente Beziehung will leider gar nicht funktionieren, sodass die Szene mit Zamperini und dem Balken zwar beeindruckt, aber nicht haften bleibt.
Dieses Fazit lässt sich auch generell auf den Film selber münzen: Unbroken ist ein Film, der in seinen einzelnen Elementen gefällt, als Gesamtprojekt jedoch überambitioniert und nicht zu Ende gedacht wirkt. Für einen Kinobesuch reicht es dank der schönen Bilder, der packenden Musik und der starken Performance von Miyavi allemal.