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Den Genuss umdefinieren
"Und Ich werde dich zu einem grossen Volk machen, Ich werde dich segnen und deinen Namen gross werden lassen - und du selbst sollst ein Segen sein." [Bereschit 12:2]
Die Mischna in Pirkej Awot (Sprüche der Väter) [5:3] lehrt, dass unser Stammvater Awraham mit zehn Glaubensprüfungen konfrontiert wurde. Gemäss allen Kommentaren, ist die Anweisung "Lech Lecha" (gehe fort um deiner selbst willen) in diesen Prüfungen einbegriffen. Doch im Zusammenhang mit dieser Anweisung wurde Awraham auch Ruhm, Reichtum und zahlreiche Nachkommen versprochen. Aus diesem Grund könnte man fragen, inwiefern dies überhaupt eine Prüfung darstellt. Wenn einem Menschen Ruhm, Wohlstand und Kinder versprochen werden, was könnte ihn dann noch zurückhalten, fortzugehen? Ausserdem würden auch viele Menschen von einer wesentlich niedrigeren Glaubensstufe als Awraham dem Befehl G-ttes folgen, selbst wenn ihnen dafür überhaupt kein Lohn versprochen würde! Warum ist es also notwendig, dass G-tt gegenüber Awraham all diese Versprechungen abgibt?
Raschi kommentiert, dass "lecha" (um deiner selbst willen) bedeutet, "für deinen eigenen Genuss und Profit". Warum muss Awraham überhaupt gesagt werden, dass der Genuss von Ruhm, finanziellem Wohlstand und Kinderreichtum zu seinem eigenen Vorteil sei?