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Brivudin beeinflusst Capecitabin
Kontraindiziert
Risiko
Stark erhöhtes Risiko für Knochenmarkstoxizität
Mechanismus
Brivudin hemmt durch seinen Hauptmetaboliten Bromovinyluracil (BVU) die Dihydropyrimidindehydrogenase (DPD) irreversibel. Das Enzym DPD reguliert den Abbau u.a. von 5-Fluorouracil (5-FU). Capecitabin ist ein Prodrug von 5-FU. Die Hemmung von DPD führt zu einer Akkumulation und verstärkten Toxizität von 5-FU und anderen Fluoropyrimidinen.
Effekt
Brivudin bewirkt eine Akkumulation von Fluorouracil (5-FU), für welches Capecitabin ein Prodrug ist. Die 5-FU Konzentrationen sind in Kombination mit Brivudin 5-15-fach erhöht [Keam SJ, 2004]. Dies geht mit einer massiv erhöhten 5-FU-Toxizität einher (Myelotoxizität, Mucositis, Hand-Fuss-Syndrom) [Baena-Cañada JM, 2010]. Es kam zu einem Todesfall bei einer Patientin, die Capecitabin zusammen mit Brivudin einnahm [Rätz Bravo AE, 2009]. Bei gesunden Erwachsenen ist in etwa 18 Tage nach Therapiestopp von Brivudin (Brivudin 125 mg 1 x täglich für 7 Tage) die volle Funktionstüchtigkeit der DPD wiederhergestellt [Keam SJ, 2004].
Empfehlung
Die gleichzeitige Gabe von Brivudin und Capecitabin ist absolut kontraindiziert. Dies gilt auch für die gleichzeitige Gabe von Brivudin und 5-Fluorouracil oder anderen 5-Fluoropyrimidinen. Zwischen einer Behandlung mit Brivudin und dem Beginn einer Therapie mit 5-Fluoropyrimidin-haltigen Medikamenten muss ein zeitlicher Abstand von mindestens 4 Wochen eingehalten werden. Zudem sollte bei Patienten, die erst vor kurzem Brivudin erhalten haben, vor Therapiebeginn mit 5-Fluoropyrimidin-haltigen Medikamenten die DPD-Enzymaktivität bestimmt werden.
Literatur
Klassifikation
Die Grundlage für die Klassifikation ist die referenzierte Literatur und ein validiertes und nachvollziehbares Entscheidungsmodell. Die getroffenen Entscheidungen für die Einteilung des Schweregrads werden durch den Flowchart visualisiert.
Letzte Aktualisierung des Textes am 29.05.2018