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Sie sehen: Es geht wieder einmal – wen wundert‘s – um eine orthografische Schwierigkeit.
Vielleicht haben Sie sich auch schon mal Gedanken über die Schreibweise mehrteiliger Verben gemacht und waren unsicher, was deren Zusammen- oder Getrenntschreibung betrifft.
Grundsätzlich gilt die Regel, dass Verbindungen aus zwei Verben getrennt geschrieben werden.
Ich gehe heute einkaufen.
Hans will nicht lesen üben.
Ich weiss nicht mehr, in welchem Alter Kinder laufen lernen.
Im Zusammenhang mit der Verbverbindung «kennenlernen»/«kennen» lernen können Sie noch ruhiger ans Werk gehen: Seit Inkrafttreten der neuen deutschen Rechtschreibung sind beim Gefüge bestehend aus «kennen» und «lernen» sowie bei zweiteiligen Verbverbindungen mit «bleiben» und «lassen» (je nach beabsichtigter Bedeutung) beide Schreibweisen korrekt – also sowohl die Getrenntschreibung als auch die Zusammenschreibung.
Ich weiss nicht, ob ich ihn kennen lernen will.
Ich weiss nicht, ob ich ihn kennenlernen will.
Reto will heute seine Tasse unbedingt stehen lassen.
Rolf will heute seine Tasse unbedingt stehenlassen.
Wollen Sie nicht sitzen bleiben?
Wollen Sie nicht sitzenbleiben?
Manchmal empfiehlt der Duden eine bestimmte Schreibweise, wie im erwähnten Fall zum Beispiel «kennenlernen». Auch wir wenden jene Schreibweise an, bei der die Wörter zusammengeschrieben werden ... oder etwa doch besser zusammen geschrieben werden?
Zusammenschreiben vs. zusammen schreiben
Kaum ist die eine Unsicherheit geklärt, folgt schon die nächste! Die Verbindungen von Verb plus Verb hätten wir nun unter Kontrolle, aber selbstverständlich gibt es auch noch den Fall, wo ein Verb mit einer anderen Wortart verbunden ist. Besonders spannend sind dabei die Gefüge, in denen die Schreibung (zusammen oder getrennt) von der Interpretation abhängt. So besteht nämlich ein Bedeutungsunterschied zwischen «zusammenschreiben» und «zusammen schreiben»: Bei zusammen schreiben ist «zusammen» gleichbedeutend mit «gemeinsam»:
Die Journalisten haben sich in einem Café getroffen und den Text zusammen geschrieben.
Sie haben also gemeinsam einen Text verfasst.
Deutsche Komposita haben entweder einen Bindestrich oder werden zusammengeschrieben.
In diesem Beispiel hingegen bedeutet «zusammen» nicht «gemeinsam», sondern «in einem Stück». Das Adverb bildet mit dem Verb «schreiben» ein neues Wort mit einer neuen Bedeutung.
Der Chef und seine Mitarbeitenden haben harmonisch zusammen gespielt.
Beim Lesen dieses Satzes würde wohl jeder ins Straucheln geraten und könnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Hier müsste zusammengespielt sicher in einem Wort geschrieben werden, ausser man möchte dem Chef und seinen Mitarbeitenden unterstellen, dass sie – womöglich noch während der Arbeitszeit – zusammen Spiele spielen.
Sie sehen, je nach Bedeutung kommt in den erwähnten Fällen die Zusammen- oder die Getrenntschreibung zum Zug.
Gleiches gilt für folgendes Beispiel:
Ich weiss nicht, ob Leonie wiederkommen (zurückkommen) wird.
Ich weiss nicht, ob Leonie wieder kommen (erneut kommen) wird.
Wir hoffen, mit diesem Beitrag wieder einmal etwas Klarheit in den verworrenen Dschungel der korrekten deutschen Sprache gebracht zu haben.
Und falls Sie immer noch unsicher sind: Ein Blick in unser Lieblingswerk auf www.duden.de hilft immer.
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