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Thomas Castelberg (*1968) verbrachte die ersten Lebensjahre in einem Bündner Bergdorf. «Meinen Vater habe ich nie kennengelernt. Er starb vor meiner Geburt an einem Herzinfarkt.» Seine Mutter nahm ihn sonntags jeweils zur Kirche mit. «Damals war für mich klar, dass es Gott gibt und er sich um mich kümmert.» Als Thomas elf Jahre alt war, starb seine Mutter an einer Hirnblutung.
Neue Familie und Berufswahl
«Verwandte nahmen mich wie ihren eigenen Sohn auf», berichtet Thomas dankbar. Er lebte nun in Chur, wo er Sekundarschule und Gymnasium besuchte. In dieser Zeit begann er, Bücher über Astronomie zu lesen. «Die meisten Autoren waren Atheisten und ihre Weltanschauung prägte mich.»
Für Thomas schien der christliche Glaube nicht logisch begründbar und deshalb irrelevant. «Mein Wunschberuf war Astronom. Da es für solche in Graubünden aber keinen Job gibt, entschied ich mich, Jura zu studieren.» In der ersten Zeit an der Universität besuchte er viele Vorlesungen in Astronomie und Physik.
Die Frage nach Gott
Während seiner Zeit an der Universität in Bern hatte Thomas Kontakt mit seinem fünfzehn Jahre älteren Cousin. Dieser war Pfarrer in Sumiswald. «Von ihm empfing ich viele gute Impulse, ohne dass er mich bedrängte. Ich spürte, dass hinter seinem Glauben eine Tiefe steckte, mit der ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr rechnete.»
In der Kirche seiner Kindheit hatte Thomas nicht erfahren, wer Jesus wirklich ist und was er für die Menschheit getan hat. «Wenn ich mir dann jeweils an Ostern Jesusfilme angeschaut habe, war ich jeweils sehr berührt.» Irgendetwas sprach ihn an. War es möglich, dass der christliche Glaube doch etwas zu sagen hatte?
«Ich bin Atheist»
Nach dem Studium begann Thomas seine Tätigkeit als Rechtsanwalt. Im Jahr 2000 heiratete er und wurde 2001 Vater von Zwillingen. «Alle paar Monate gingen wir zur Kirche – aber eigentlich hatte ich den Glauben meiner Kindheit längst verloren.» Bücher über Astronomie las er weiterhin – jedoch weiterhin primär von atheistischen Autoren.
«Ich war Anfang 40, als ich zum Schluss kam, Atheist zu sein.» In dieser Zeit hatte er in seinem Leben kaum Orientierungspunkte und wurde ein richtiger Egoist. Er merkte, wie die meisten Menschen letztlich nur ihr eigenes Glück suchten und es schien ihm das Beste zu sein, es auch so zu tun. «Damit wurde mein Leben sinnlos und ich glitt irgendwann in ein Burnout.»
Am Boden angekommen
«Nachdem ich ohnmächtig zu Boden gefallen und notfallmässig ins Krankenhaus gebracht worden war, wurden dafür psychische Gründe diagnostiziert.» Thomas litt unter Schlafstörungen und Angstzuständen. Die Sinnlosigkeit des Lebens setzte ihm zu.
An einem verregneten Novembertag im Jahr 2013 war Thomas in seinem Auto unterwegs, als es plötzlich über ihn kam. «Ich sah ganz deutlich, dass ich ein Sünder bin und vor Gott geradestehen muss.» Er hielt am Strassenrand an, weinte inbrünstig und flehte zu Gott um Vergebung. In den folgenden Wochen war Thomas depressiv. «Doch dann durchströmte mich eine Kraft. Ich ahnte, dass bald Personen auftauchen würden, die mir helfen konnten.»
Zu Gott gefunden
Eine Bekannte drückte Thomas ein christliches Buch in die Hände. «Das, was ich las, schien vernünftig und so näherte ich mich Gott wieder an.» Andere Bücher folgten und er stiess irgendwann auf den Bibelvers aus 2. Timotheus, Kapitel 1, Vers 7: «Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.» Die Bibel schien etwas zu den Problemen von Thomas zu sagen. Im Internet recherchierte er, was die Bibel zum Thema «Angst» zu sagen hatte und entdeckte so eine Quelle echter Hilfe.
«Durch all diese Erfahrungen ist mein Glaube an Gott langsam erwacht.» Als er seinen Cousin anrief und meldete, dass er Jesus in sein Leben lassen wolle, setzte sich dieser sofort in sein Auto. «An diesem Tag habe ich Jesus mein Leben übergeben.»
Jesus verändert alles
Durch das Lesen in der Bibel und das persönliche Erleben wurde Thomas zu einem völlig neuen Menschen. «Selbst meine Arbeit als Rechtsanwalt hat sich durch meinen Glauben total verändert. Während ich früher auf Geld aus war, steht heute das Dienen im Mittelpunkt.»
Seine Ehefrau, die von den Veränderungen anfänglich überfordert war, kam ein Jahr später, durch eine Gotteserfahrung während eines Herzinfarktes, ebenfalls zum Glauben an Jesus. Die beiden liessen sich taufen und sind heute Teil einer christlichen Gemeinde in Chur.
Der christliche Glaube ist vernünftig und erfahrbar
Thomas funktioniert stark rational. «Als ich mich eingehender mit den Grundlagen des Glaubens beschäftigte, erkannte ich, wie vernünftig und stimmig die Lehre der Bibel ist.» Als Rechtsanwalt ging er mit grossem Detailinteresse an die biblischen Berichte von Jesu Leben, Sterben und Auferstehen heran. «Als Jurist bin ich gewohnt, mit Zeugenaussagen zu arbeiten. Wenn ich die Zeugenberichte der Evangelien in der Bibel lese, muss ich einfach sagen: Das ist überzeugend, das kann man nicht erfinden.»
Für Thomas ist aber nicht nur die sachliche Stimmigkeit der Bibel wichtig, sondern auch die Erfahrbarkeit des Glaubens. «Wir können Gott begegnen und uns durch seine Kraft verändern lassen.»
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