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An der Delegiertenversammlung des Sozialdienstes des Seebezirks in Muntelier am Mittwochabend wurde die Zweisprachigkeit zum Politikum. Konkret ging es um zwei Traktanden: Die Schaffung einer vereinigten zweisprachigen Sozialkommission und um die Wahl eines Präsidenten, der zwar Französisch versteht–aber nicht spricht.
Eine Kommission statt zwei
Den Antrag zur Schaffung einer vereinigten zweisprachigen Sozialkommission hatte die deutschsprachige Mehrheit eingebracht. Die neue Kommission hätte die beiden bisherigen Kommissionen, eine deutsch- und eine französischsprachige, ersetzen sollen. Die französischsprachigen Mitglieder der neuen Kommission hätten Deutsch verstehen müssen, um bei der Kommissionsarbeit mitzukommen. In einem Brief an den Interimspräsidenten Heinz Schneider hatten sich die acht französischsprachigen Gemeinden dagegen gewehrt.
«Die Zweisprachigkeit nimmt sich auf dem Papier hübsch aus, aber sie funktioniert nicht», argumentierte Eddy Werndli, Syndic von Courgevaux. Und Guy Petter, Gemeinderat aus Haut-Vully, doppelte nach: «Wenn man zwischen Deutsch und Französisch hin- und herjonglieren muss, leidet die Aufmerksamkeit.» Die Argumente der Gegner überzeugten die Delegierten: Mit 20 Nein zu 7 Ja wurde die Kommission bachab geschickt.
Zu einem eigentlichen Mini-Putsch der französischsprachigen Gemeinden kam es bei der Wahl des Präsidenten des Sozialdienstes. Eigentlich wäre der bisherige Interimspräsident Heinz Schneider für den Posten vorgesehen gewesen. Doch es kam anders: «Wir wünschen eine zweisprachige Kandidatur für das Präsidentenamt. Wir schlagen deshalb die Muntelierer Gemeinderätin Natascha Sedonati zur Wahl vor», erklärte Michel Bugnon, Syndic von Villarepos, im Namen der acht frankophonen Gemeinden.
In der Abstimmung sprachen sich 14 Delegierte gegen Schneider aus, 13 für ihn. Da Natascha Sedonati aus beruflichen Gründen nicht kandidieren wollte, bleibt das Präsidium vakant. Der nichtgewählte Heinz Schneider bleibt Vizepräsident des Sozialdienstes. bearbeitet von mos/FN