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Überschwemmungen durch Bergbäche, kein Strom, Wassermangel, mangelnde Rechtssicherheit oder fehlender Zugang zu Bildung sind im Nordwesten Pakistans alltägliche Realität. Mehr als 50 Jahre hat sich die Schweiz in Pakistan, in der letzten Zeit insbesondere am Hindukusch, für bessere Lebensbedingungen eingesetzt – bei der ländlichen Entwicklung und beim Wassermanagement, mit der Förderung von Menschenrechten und mit humanitärer Hilfe.
Ende 2019 stellt die Schweiz ihre Aktivitäten in der Entwicklungszusammenarbeit in Pakistan ein. Vom Schweizer Knowhow hat das Land zum Beispiel im Umgang mit Naturgefahren in Berggebieten profitiert. Erdbeben sowie sich abwechselnde Dürren und Überschwemmungen zählen vielerorts zu den grossen Herausforderungen für die lokale Bevölkerung:
Existenzgrundlage sichern
Der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) geht es in Pakistan darum, das Wissen und die Fähigkeiten von Handwerkern, Frauen und anderen benachteiligten Bevölkerungsgruppen zu fördern, damit sie ihre Existenzgrundlage selber sichern können. Verbesserung der Stromversorgung, ein rentabler und nachhaltiger Anbau von Früchten und Gemüse sowie ein effizientes Wassermanagement sind weitere Schwerpunkte der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit.
Im Rahmen der humanitären Hilfe unterstützte die Schweiz Pakistan bei der Nothilfe und dem Wiederaufbau im Katastrophenfall und half, Vorsorgemassnahmen zu treffen. Die Schweiz setzte sich ferner dafür ein, dass die lokalen Behörden öffentliche Aufgaben kompetent und im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger wahrnehmen. Zudem förderte sie mit eigenen Projekten die pakistanische Kulturszene.
Auf einen Bereich klicken und Erfolgsgeschichten entdecken:
Die DEZA hat in Pakistan unterschiedliche Menschen erreicht – von der Weberin über das Schulkind bis zur Polizeibeamtin:
Zwischen 1996 und 2009 unterstützte die DEZA die Ausbildung von Teppich-Weberinnen am «Gulmit Carpet Center». Das Projekt stärkte die finanzielle Unabhängigkeit der Frauen.
Aziza Safar, einst im «Gulmit Carpet Center» ausgebildet, leitet heute das erste ausschliesslich von Frauen geführte Unternehmen in der Stadt Gulmit.
2010 zerstörten oder beschädigten Überschwemmungen rund 10'000 Schulen in ganz Pakistan. Die Schweiz finanzierte 2012 den Wiederaufbau oder die Renovierung von 83 Schulen.
Die Hilfe der Schweiz ermöglichte 15'000 Kindern im Swat-Distrikt im Nordwesten Pakistans einen geregelten Schulbetrieb.
Zwischen 2013 und 2019 unterstützte die Schweiz ein Projekt der UNO für ein effizientes und insbesondere für Frauen zugänglicheres Sicherheits- und Rechtssystem.
«Früher wurden Frauen davon abgehalten, zur Polizei zu gehen, aber jetzt sind sie in fast allen Polizeieinheiten der Grossstädte vertreten.» Anila Naz, stellvertretende Polizeichefin
2016 lancierte die Schweizer Botschaft in Pakistan den Kunstwettbewerb «We the Peoples, We the Arts» unter dem Motto des zweiten Nachhaltigkeitsziels der UNO «Kein Hunger».
«Die Teilnahme am Wettbewerb und die anschliessende Auszeichnung haben mir Selbstvertrauen gegeben und meinen Glauben an meine Fähigkeiten als Künstlerin gestärkt.» Tooba Ashraf (20), Siegerin des Wettbewerbs «We the Peoples, We the Arts» 2016.
© DEZA
Einstellung der Aktivitäten der DEZA in Pakistan
Die Schweiz hat in Pakistan seit 1966 Entwicklungszusammenarbeit geleistet. Nach über 50 Jahren schliesst die DEZA ihre Projekte 2019 im Land am Hindukusch ab. Dieser Entscheid steht im Zusammenhang mit der Entwicklung Pakistans zu einem Staat mit mittlerem Einkommen und dem Bedürfnis nach alternativen Formen der Zusammenarbeit, die über die klassische Entwicklungszusammenarbeit hinausgehen. Im Falle einer humanitären Krise wird die Humanitäre Hilfe der Schweiz aber weiterhin die Möglichkeit haben, Einsätze in Pakistan durchzuführen.
Daniel Valenghi, Leiter des Kooperationsbüros der DEZA in Islamabad
«Durch die Menschen, die mit Unterstützung der DEZA ihre Lebenssituation verbessern konnten, wird die Entwicklungszusammenarbeit weiterhin positive Auswirkungen haben, auch nachdem unsere Projekte abgeschlossen sind. Ihre Geschichten stimmen uns zuversichtlich für die Zukunft Pakistans.»