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Während einigen Milliarden Jahren nur hatte das Leben auf der Erde die Gelegenheit, Intelligenz hervor zu bringen – und wie es scheint, hat es diese Chance gerade noch genutzt. Was uns das über die Häufigkeit von ausserirdischen Zivilisationen lehrt…
Bereits in rund 500 Millionen Jahren wird die Erde unbewohnbar für ihre heutigen Bewohner sein, die Ozeane werden verdampfen, und das Leben wird auf das Bakterienniveau zurücksinken, auf dem es schon Milliarden von Jahren war. Dies haben wir der Sonne zu verdanken, die während ihrer Entwicklung immer grösser und heller wird: in 500 Millionen Jahren wird sie so viel Strahlung zur Erde schicken, dass das heutige Ökosystem nicht mehr existieren kann – und die ersten Effekte davon könnten bereits früher zu spüren sein. Die Menschheit, so scheint es, hat sich – im Massstab der ganzen Erdgeschichte mit ihren 4.5 Milliarden Jahren betrachtet – „gerade noch rechtzeitig“ entwickelt, bevor die Sonne die Biosphäre der Erde zerstört. Woher wusste denn das Leben, ist man versucht zu fragen, dass es sich jetzt mit dem Entwickeln einer intelligenten Spezies beeilen muss, wenns noch was werden soll auf diesem Planeten?
Von Supertankern und Frühlingsgesängen
Anders gefragt: was haben die Lebensdauer der Sonne (bzw. die Zeit, in der sie die Entwicklung intelligenten Lebens auf der Erde zulässt) und die Geschwindigkeit, mit der die Evolution auf der Erde eine intelligente Spezies hervor bringt, miteinander zu tun? Genau, gar nichts. Wäre die Lebensdauer der Sonne grösser oder kleiner, man würde nicht erwarten, dass dies die Geschwindigkeit der Entwicklung intelligenter Spezies auf der Erde beschleunigt oder gebremst hätte. Auch umgekehrt nicht: die Geschwindigkeit, mit der sich eine intelligente Spezies entwickelt, hat keinerlei Einfluss auf die Lebensdauer der Sonne. Und doch dauern beide offenbar ähnlich lange: etwa 4-5 Milliarden Jahre.
Ein Zufall? Vielleicht. Aber die Chance, dass zwei beliebige Prozesse, die nichts miteinander zu tun haben, ausgerechnet im gleichen Tempo ablaufen, ist sehr klein. Man würde nicht erwarten, dass der Bau eines Supertankers und die erste Frühlingsmelodie einer Blaumeise gleich lang dauern. Oder die Lösung eines durchschnittlichen Sudoku-Rätsels und der Zerfall von 10% eines 10-Gramm-Stücks Technetium. In der Regel liegen die Zeitspannen von Prozessen, die nichts miteinander zu tun haben, um einige Grössenordnungen (10 Mal, 10000 Mal, 10 Millionen Mal…) auseinander. Doch was heisst das für die Lebensdauer der irdischen Biosphäre (bzw. der Sonne) und der Dauer, bis sich intelligentes Leben entwickelt?
Wenn wir davon ausgehen, dass die beiden Prozesse nichts miteinander zu tun haben, und deshalb auch „eigentlich“ unterschiedlich lange dauern sollten, gibt es im Prinzip zwei Möglichkeiten. Entweder, die Zeit, die es braucht, bis sich in einer Biosphäre intelligentes Leben entwickelt, dauert im Schnitt sehr viel weniger lang als die Lebensdauer des Sterns oder der Biosphäre des Planeten. Oder aber, es dauert im Schnitt sehr viel länger.
Im ersten Fall wäre es also so, dass sich auf der Mehrheit aller lebensfreundlichen Planeten im Universum Leben in kürzester Zeit bildet und eine intelligente Spezies hervor bringt. Bereits nach wenigen Millionen Jahren (um irgend eine Zahl zu nennen, man könnte sie auch grösser oder kleiner ansetzen), wäre bereits eine intelligente Spezies da. Dann müsste es im All nur so wimmeln von intelligenten Spezies. Die Entwicklung auf der Erde wäre eine sehr seltene Form der stark verzögerten Entwicklung, hier dauerte es einfach ausserordentlich lange (ganze 4.5 Milliarden Jahre), bis sich intelligentes Leben entwickelte. Natürlich wäre dieses Szenario möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich: dass wir ausgerechnet zu jenen paar wenigen intelligenten Spezies gehören, die (im Vergleich mit den anderen) so extrem lange gebraucht haben, bis sie sich entwickelt haben, die Chance dafür ist sehr klein. Wir sind mit grosser Wahrscheinlichkeit „typisch“, und dieses Szenario dürfte deshalb nur mit einer sehr kleinen Wahrscheinlichkeit eintreten.
Wie wäre es aber im zweiten Fall? In diesem Fall würde die Entwicklung intelligenter Spezies im Schnitt sehr viel länger als 4.5 Milliarden Jahre dauern, sagen wir, vielleicht 10 Billiarden Jahre. So alt ist das Universum definitiv noch nicht, womit die Entwicklung hin zum intelligenten Leben auf der Erde erstaunlich schnell, ja mit geradezu rasender Geschwindigkeit geschehen wäre. Nun könnte man die Argumentation oben wieder aufgreifen und einwenden, „ha, aber warum hat es bei uns denn so viel weniger lang gedauert? Ist das nicht auch einfach unwahrscheinlich?“ Das Problem ist, es gibt keine Sterne, die so extrem lange stabil leuchten. Nach allem, was wir von der Erde wissen, hängt ihre Lebensfreundlichkeit zudem nicht nur von der Sonne, sondern auch von ihr selbst ab: So gäbe es wohl kein Leben auf der Erde ohne die Plattentektonik: nur die stetige Erneuerung von Oberflächengesteinen führte überhaupt zur Bildung von Kontinenten und stellt sicher, dass diese von der Erosion nicht einfach wieder in den Ozean „gewaschen“ werden. Nur dank der Plattentektonik wird die Erdatmosphäre konstant erneuert und mit lebensotwendigem Kohlendioxid angereichert. Doch die Plattentektonik ist aus geologischer Sicht nichts anderes als der Versuch der Erde, überschüssige Wärme aus dem Inneren loszuwerden. Diese Wärme kommt aus dem Zerfall radioaktiver Elemente sowie aus der Entstehungszeit der Erde und baut sich langsam ab. Vermutlich würde die irdische Biosphäre auch ohne zunehmende Sonnenaktivität irgendwann kollabieren, nämlich dann, wenn die Erde soweit ausgekühlt ist, dass die Plattentektonik zusammenbricht und sich die Kruste rund um die Erde für alle Zeiten verfestigt. Das heisst, das Fenster für intelligentes Leben steht nur einige Milliarden Jahre lang offen, sowohl von Seiten unserer Sonne als auch von Seiten der geologischen Rahmenbedingungen her. Intelligenz tritt somit nur auf jenen Planeten auf, auf denen sie zufälligerweise innert der wenigen Milliarden Jahre, die dafür zur Verfügung stehen, auftritt. Auf den allermeisten anderen lebensfreundlichen Planeten wird dies nicht der Fall sein.
Abschied von der zwangsläufigen Entwicklung von Intelligenz
Wir Menschen haben die Tendenz, in der Entwicklung von Bakterien über Vielzeller, erste Landtiere und schliesslich Menschen eine gewisse zielgerichtete Entwicklung zu sehen, ein Fortschritt der mit uns seinen Abschluss oder zumindest seine vorläufige Krönung gefunden hat, als ob die Entwicklung von Intelligenz irgendwie zwangsläufig wäre. Doch die Evolution zeigt uns, dass dieses Bild absolut falsch ist. Der grösste Teil der biologischen Aktivität auf unserem Planeten wird von Bakterien ausgemacht, weit abgeschlagen folgen kleine Insekten und Plankton, und erst unter „ferner liefen“ gibt es auch noch einige grosse komplexe Mehrzeller (Tiere, Pflanzen…) an Land und zu Wasser. Doch die Natur kennt keinen Massstab, an dem sich „Fortschritt“ messen liesse: die höhere Komplexität erkaufen sich diese Mehrzeller mit hohen Ansprüchen an die Stabilität der Umwelt. Kein Wunder also, dass diese komplexen Mehrzeller auch mal durch Asteroideneinschläge und Vulkanausbrüche mimosenhaft aussterben, während Bakterien unbehelligt weiterexistieren. Die Entwicklung von biologischen Merkmalen (sowohl innerhalb der Bakterien als auch innerhalb der Mehrzeller) wird durch zufällige Mutation und nachfolgender Auslese bestimmt. Die Chance, dass sich ein ganz bestimmtes Merkmal entwickelt, ist für sich genommen winzig klein. Zu behaupten, Intelligenz müsse sich zwangsläufig entwickeln, ist etwa so abwegig wie die Behauptung, auf jedem Planeten, auf dem es Mehrzeller gibt, müsse sich zwangsläufig früher oder später ein Pfauenrad entwickeln. Oder Walgesang. Oder Känguru-Beuteltaschen (man beachte, dass die Entwicklung von Intelligenz vermutlich sehr viel komplexer war und mehr Mutationen erforderte als all diese vergleichsweise simplen Entwicklungen).
Intelligenz ist ein einziges Merkmal unter Zigillionen denkbaren, die die Evolution hervorbringen könnte. Es gibt keinerlei Zwangsläufigkeit, und so wäre es durchaus zu erwarten, dass es im Schnitt viele Milliarden oder gar Billionen Jahre Evolution braucht, bis ein ganz bestimmtes Merkmal endlich auftaucht. Keine Frage, Intelligenz ist ein evolutionärer Vorteil: aber das gilt auch für jedes andere biologische Merkmal, das sich durchsetzt, genauso. Aus der Feststellung, dass ein bestimmtes biologisches Merkmal einen Vorteil für ein Lebewesen bedeutet, lässt sich keinerlei Zwangsläufigkeit ableiten. Dass sich auf der Erde intelligentes Leben gebildet hat, gerade noch rechtzeitig, bevor sich das lebensfreundliche Fenster, das Sonne und Geologie offen halten, schliesst, war einfach „Glück“.
Wir denken, weil wir denken können
Die Situation wird zusätzlich durch das sogenannte „anthropische Prinzip“ verkompliziert. Eine Zivilisation, die in der Lage ist, über ihre eigene Existenz nachzudenken, kann nur unter ganz bestimmten Bedingungen entstehen – sie darf sich deshalb nicht wundern, wenn bei ihrer Entstehung sehr viel „Glück“ im Spiel war, das heisst, wenn sich heraus stellt, dass ihr Heimatplanet etwa in vielerlei Hinsicht „extrem“ ist im Vergleich mit anderen Planeten. Die Erde ist genau richtig weit von der Sonne entfernt, nicht zu nah, nicht zu fern. Sie hat genau die richtige Menge Wasser, um Ozeane und Kontinente aufzuweisen. Ihr Mond ist gerade gross genug, um ihre Achse zu stabilisieren, aber doch klein genug, dass die Rotation der Erde dadurch nicht allzu stark gebremst wurde. Der Planet ist gerade gross genug, um über Plattentektonik und damit über einen aktiven Kohlendioxidzyklus zu verfügen, aber doch klein genug, um nicht als vulkanische Treibhauswelt wie die Venus zu enden. Wohin wir auch schauen, unser Planet scheint in jederlei Hinsicht ideal dafür abgestimmt, um irgendwann intelligentes Leben hervorzubringen: aber genau das würde man erwarten, denn der Planet HAT ja tatsächlich intelligentes Leben hervorgebracht (wem nicht sofort klar ist, wer hier mit „intelligentes Leben“ jeweils gemeint ist: Der Mensch 🙂 ). Da wir wissen, dass es viele andere Planeten geben muss, erstaunt diese Beobachtung nicht: wir sitzen logischerweise auf genau jenem unter vielen Myriaden von Planeten, der uns hervorbringen konnte – und das auch in der notwendigen Geschwindigkeit tat. Eine ähnliche Beobachtung der genausten Feinabstimmung von Naturkonstanten, die nötig war, um ein „lebensfreundliches“ Universum hervorzubringen, legt nahe, dass unser Universum nur eines von vielen ist – wir leben in jenem, das uns hervorbringen kann, und dieses erscheint uns dann genaustens abgestimmt (dazu ein anderes Mal mehr).
Viel Platz für die Menschheit
Das Ergebnis dieser Überlegungen ist, dass Leben im Universum durchaus häufig sein kann, ja auch komplexes Leben kann realtiv häufig auftreten – aber da Intelligenz nur eines unter vielen Zigillionen denkbaren biologischen Merkmalen ist, sollte es uns nicht verwundern, wenn ausserirdische Zivilisationen selten sind. Natürlich, bei der fast unermesslichen Weite des Alls bedeutet das immer noch, dass es da draussen viele Millionen Zivilisationen geben könnte – aber eben nicht in unserer Milchstrasse, nicht direkt vor unserer Haustür, sondern viele Millionen Lichtjahre entfernt, in fernen Galaxien und weit ausserhalb der Reichweite von SETI. Die Beobachtung, dass raumfahrende Aliens offenbar rar sind, genauso wie das Fermi-Paradoxon lassen sich so gut erklären: es gibt einfach zu wenig Intelligenz, zu wenig Zivilisationen, zu wenig raumfahrende Zivilisationen da draussen im All, zu viel Zeit und Raum zwischen ihnen, als dass wir ihnen demnächst (oder jemals) begegnen könnten. Das All ist wüst, leer und unberührt, nicht, weil sich da jemand vornehm zurückhalten würde, sondern weil schlicht und einfach zu wenige von ihnen da sind, als nötig wäre, um dieses Bild zu ändern.
Die Menschheit ist nicht allein im Universum, aber sie hat enorm viel Platz zur Verfügung. Hoffen wir, dass sie ihre Zeit nutzen wird.
Was habt ihr immer mit euern erdähnlichen Planeten? Unter der Eiskruste des Jupitermondes eUROPA existiert seit Milliarden von jahren ein stabiles Ökosystem (auch ohne Plattentektonik) und wird auch noch viele Milliarden jahre weiterhin existieren. Auch in so einem Umfeld könnte sich intelligentes Leben entwickeln
Nun – niemand weiss ob ein solches „Ökosystem“ dort unten existiert, und auch nicht, wie lange es noch bestehen wird. Soweit wissen wir sicher nur von einem Umfeld, das das kann: eben erdähnliche Planeten.
auf zur Postscheitelpunt-Ära
Tja, nur kann man von außen nicht beweisen, ob ein Wesen eine
individuelle Wahrnehmung von Farben hat.
Ob die Frage, was Bewusstsein ist, Bewusstsein vorraussetzt?
Ich glaube, auch hier kann ein quasi-mechanischer Prozess vorliegen. Daten werden verarbeitet, ohne dass der Verarbeiter davon weiß.
Aber trotzdem die Absolutheit des Bewusstseins entzieht sich wie auch die Absolutheit der Existenz der Logik und der Sprache.
@Heraklit:
Das ist so nicht richtig.
Bewußtsein ist Teil der Ursache-Wirkung-Kette und beeinflußt das Handeln eines Menschen. Beweis: Wenn jemand nach dem Wesen des Bewußtseins fragt, fragt was eigentlich \“rot\“ ist, etc. – das würde ein Wesen ohne Bewußtsein nie tun.
Also muß Bewußtsein ein physikalischer Prozeß sein und damit auch erforschbar. Nur wie?
Die messbaren Vorgänge im Gehirn und das Verhalten eines Individuums, was es sagt,wie es reagiert etc.(oder hier im Kommentarstrang schreibt), lassen weder auf ein Bewusstsein schließen noch setzen sie es vorraus,
auch ein Gehirn ist Masse und Energie. Die Frage nach dem Bewusstsein ist aufregend, aber Gegenstand der Philosophie, nicht der Physik.
Ich würde halt sagen, ein Organ, das nicht referenzfähig und anschlußfähig an die Umwelt ist, entwickelt sich nicht bei dermaßen vielen Arten zu immer komplexeren Strukturen.
Gehst Du denn davon aus, daß es Bewußtsein auch außerhalb des menschlichen Zugriffs gibt?
Falls ja, müßte man doch eigentlich ein übergeordnetes Bewußtsein als Referenzbasis annehmen, vielleicht nichtmateriell funktionierend. Zum Beispiel über elektromagnetische Schwingungskreise, und wenn man weiter spekuliert, vielleicht auf quantenphysikalischer Basis.
Immerhin muß man doch zugeben, daß das menschliche Gehirn einen mit der Teilhabe an unglaublich vielen Bewußtseinsbereichen belohnt! Ein Satiriker würde vielleicht das Gegenteil behaupten, weil wir jetzt all\‘ die schlechten Fernsehprogramme sehen müssen und von Werbung und Quotenfunk umzingelt sind.
Aber ist es denn selbstverständlich, daß sich mit einem höherentwickelten Gehirn überhaupt so viel anfangen läßt?? Das scheinen wir doch meistens als viel zu selbstverständlich hinzunehmen!
Diese Art von Argumentation erinnert mich an die Lamarck\’sche Evolution: Weil die Giraffe die feinen Knospen oben an den Bäumen fressen will, reckt sie sich, wodurch ihr irgendwann ein längerer Hals wächst. Evolution funktioniert aber nicht so: es gibt keine \“teleologische\“ Wirkung von Nischen, die irgendwie gefüllt werden müssen, \“Fragen\“, die auf \“Antworten\“ warten. Das sieht man nur schon daran, dass längst nicht alle denkbaren \“Fragen\“ beantwortet sind. Es gibt z.B. keine Lebewesen, die sich von Neutrinos ernäheren oder diese auch nur sehen können, um nur eines von beliebig vielen Beispielen zu nennen.
\“also Intelligenz als antwortende Entwicklung auf die Anwesenheit von Intelligenz in unserem Universum.\“
Und wie würde das Universum den irdischen Lebewesen mitteilen, dass da draussen Intelligenz darauf wartet, \“beantwortet\“ zu werden? Das glaube ich nicht.
Wenn schon, dann ist wachsende Intelligenz die Antwort auf erwachende Intelligenz innerhalb der Menschen selbst. Die Fähigkeit, in die Zukunft zu denken und verschiedene Szenarien einer Entwicklung durchzuspielen, um von vornherein die beste auszuwählen (statt mit Trial-and-Error alle durchzuprobieren) hat eine ganz neue Art der \“Evolution der Gedanken / Meme\“ angestossen. Diese Meme wurden so mächtig und hatten einen so grossen Einfluss auf die biologische Fitness, dass deren biologisches Trägermedium, das Gehirn, immer komplexer wurde, um immer mehr von ihnen halten und entwickeln zu können.
Für mich ist Bewusstsein ein relativ leerer Begriff – niemand kann genau sagen, was damit gemeint ist. Manchmal scheint es mir, dass das Bewusstsein ein abstrakter Begriff ist, der mit Absicht so konstruiert wird, um zwischen Menschen und Tieren zu unterscheiden, um die Haltung, dass der Mensch \“mehr Wert\“ wäre als alle anderen Lebewesen, zu untermauern. Sicher, wir sind sehr viel intelligenter als alle anderen Tiere, und wir haben im Gegensatz zu ihnen eine intelligenz-dominierte Sprache sowie die biologische Fähigkeit, Werkzeuge zu fertigen. Doch das sind letztlich alles graduelle Steigerungen von Fähigkeiten, die im Tierreich bereits vorhanden sind, keine ganz neue Qualität. Aber ich schweife ab. 🙂
Besonders interessant scheinen mir Ansätze, intelligentes Bewußtsein nicht nur als singuläres Wunderprodukt, sondern als antwortende Organ-Entwicklung im Sinne einer Rückkopplung aufzufassen.
Mir sind dazu allerdings wenig Ansätze bekannt. Oder gibt es die mittlerweile? Ich erinnere mich nur, daß Hoimar von Ditfurth sich in den 80er Jahren des öfteren so geäußert hat.
Beine wären dann z.B. ein Organ, welches sich in Antwort auf Schwerkraft und zur Verbesserung der Fortbewegung gebildet hat.
Augen wären ein Organ, welches sich als Antwort auf vorliegende Wellenbereiche gebildet hat, um diese zu visualisieren.
Ohren wären ein Organ, welches sich als Antwort auf existierende Wellenbereiche entwickelt hat, welche als Schallwellen wahrnehmbar sind.
Intelligenz-Bildung könnte man doch in ähnlichem Sinne verstehen. Es liegt dann vielleicht auch so etwas vor wie ein starker Korrespondenz-Faktor vor – also Intelligenz als antwortende Entwicklung auf die Anwesenheit von Intelligenz in unserem Universum.
Wenn man hier anstelle von Intelligenz von Bewußtsein spricht, scheint mir dieser Gedankengang noch überzeugender: Bewußtsein entwickelt sich dann in Bezug auf bereits anschlußfähiges Bewußtsein innerhalb des Universums.
Unser Bewußtsein läuft ja ersichtlich nicht leer,
auch wenn Unsinn genug damit gedacht werden kann 😉
Sondern Bewußtsein findet eine fast unendlich reichhaltige Anbindung an Bereiche der Mathematik, Physik, Chemie, Astronomie, aber auch Disziplinen wie Musik, Philosophie, Kunst in allen ihren Facetten, Psychologie, Theologie und Spekulationen aller Art – wenn man weiter drüber nachdenkt, öffnet es auch den Bereich zu den Gefühlen und damit letztlich auch zur Resonanz auf das Weltall.
Die Tatsache, daß ein menschliches Bewußtsein dermaßen anschlußfähig ist, kann man doch eigentlich nur schwer als Zufall abtun.
Es fällt dann auch auf, daß es sich mit dem Bewußtsein prinzipiell ebenso mit vielen anderen Organen verhält:
das heißt, die Füße erlauben Gehen, Stehen, Laufen, Springen, Tanzen, Treten usw.,
die Augen ermöglichen Orientierung in der räumlichen Umgebung, genaues Prüfen von Materialoberflächen, Entziffern von mimischen und gestischen Signalen anderer Menschen usw.,
bei den Ohren als Organ wieder ähnlich, durch sie kann man Sprache wahrnehmen, auf Bewegungen anderer Lebewesen rechtzeitig reagieren, Richtungen lokalisieren, Musik hören usw.
Wenn man das Gehirn also als Organsystem ansieht, welches sich auch mit bestimmten Referenzen und Bezügen bildet, erkennt man hier eine außerordentlich starke Form der Rückbezüglichkeit: das Gehirn eröffnet somit einen nahezu unbegrenzten Kosmos von Gesetz-Erkennung, Schlußregeln und Mustererkennung, aber auch Zugang zu den verschiedensten Themengebieten, dazu noch Zugang zu sozialem Austausch aller Art. Damit liegt doch im Gehirn ein Organ vor, das wirklich überwältigend anschlußfähig ist.
Diese Überlegung führt mich dann zu der Vermutung, daß die Entstehung von Intelligenz im Universum etwas wahrscheinlicher sein müßte, als man zunächst schlußfolgern könnte (ähnlich, wie die Entstehung von Füßen auf Planetenoberflächen eine gewisse Wahrscheinlichkeit hätte, oder die Entwicklung von Augen zur visuellen Orientierung, usw.).
Man könnte dann sogar fragen, ob in einem Universum, welches bereits in sich massenhaft Bewußtseinsinhalte als potentielles Referenzsystem bereithält, überhaupt ausschließliche Ödnis und Intelligenzleere herrschen könnte. Oder ob das auch ein Widerspruch in sich wäre – also unwahrscheinlich, daß es ein von lauter Bewußtseinsinhalten volles Universum gäbe ohne eine gewisse interne \“Abschöpfungsmöglichkeit\“. Ein Universum mit Bewußtseinsinhalten, welches auch zumindest begrenzten Zugangsformen zu diesen Inhalten zuläßt, kommt mir eigentlich wahrscheinlicher vor.
500? 500 Millionen Jahre! Ich denke, das ist ein kleiner aber sehr wichtiger Unterschied… 😉
Was dann passieren wird -> siehe Artikel \“Die ferne Zukunft der Erde\“. Und nein, man kennt derzeit keinen erdähnlihen Planeten. Vermutlich meinst du Gliese 581 c/d -> siehe Artikel \“Ein Felsplanet in der bewohnbaren Zone\“.
500 Jahre noch…hmmm… gut, solange lebe ich bestimmt nicht mehr, aber ich hätte wirklich gerne noch gewusst und mitbekommen, was danach passiert.
Ich meine, wird die Erde sich schon wieder in einen Feuerball verwandeln? Oder wird sie sich komplett zerstören?
Oder passiert sonst was???
Wenn sie explodieren wird oder sowas, sag ich nur: meine armen Nachfolger!!!!!!
Ich habe gehört, die Wissenschaft würde nach einem anderen Planeten suchen und hätte schon eine Möglichkeit (einen Planeten) gefunden haben. Ob die Technik schnell genug sein und weiterkommen wird, dass die Menschen auf den Planeten da können? Wenn ja, dann hoffe ich noch bevor 500 Jahre um sind. Ich werde genauso wie ihr alle irgendwann sterben… ABER MEINE SPECIES SOLL WEITERLEBEN, BIS IN ALLE EWIGKEIT!!!
Es ist ja nicht nur der Stern, der lebensfreundlich bleiben muss, sondern auch der Planet. Alle Planeten kühlen aus, und zumindest die Erde könnte im kalten Zustand kein Leben tragen. Es gäbe zB keine Plattentektonik mehr, die eine enorm wichtige Rolle für den Kohlenstoffkreislauf spielt. Selbst wenn der Stern für eine Billion Jahre lebt – seine Planeten werden spätestens nach 10 Milliarden Jahren (1% dieser Zeit) ausgekühlt sein.
Dann darf man auch nicht vergessen, dass WIR (die einzige Zivilisation, die wir kennen) uns nicht um einen Roten Zwergstern entwickelt haben. Betrachtet man die Häufigkeit von Roten Zwergsternen, dann kann man daraus ableiten, dass wir entweder durch einen sehr grossen \“Zufall\“ in dieser Position sind, oder aber dass die lebensfreundlichkeit von Roten Zwergsternen sehr viel kleiner sein muss als jene von Gelben Zwergsternen wie der Sonne.
Im Artikel geht man zu sehr von unserem Sonnentyp aus.Man vermutet das Rote Zwerge bis zu eine Billion Jahre alt werden können! Außerdem besteht allein unsere Galaxis aus 70 % Roten Zwergen. Man hält dort zwar hochentwickeltes Leben nach unserem biologischen Muster für nicht sehr wahrscheinlich, aber warum soll es nicht auch andere Muster geben ?
@Daniel & nx7-2: Ein interessanter Beitrag und eine ebenso interesannte Ergänzung, nur ein erscheint mir unklar: Was hat religion mit den ganzen zu tun?
\“Arm, hochgebildet und stark religiös….\“
schliesst sich hochgebildet und stark religös nicht aus?
Meines erachtens nach gehört zu hochgebildet ein gesunde menschliche Ethik dazu, was eine Religion unnötig macht.
Was mich in diesem Kontext interessieren würde, gibt es schon eine Theorie über die Intelligenz schlecht hin. Wer sagt, dass die Intelligenz die wir als solche empfinden, die ist die sich unter bestimmen Voraussetzungen nur so entwickeln kann wie sie sich entwickelt hat. Bietet das Universum unter diesen Bedingungen zwangsläufig diese Art der Intelligenz. Und ist es wirklich die gleiche Intelligenz die hinter dem Ganzen steckt.
Das dies nur eine bestimmte Art der Vorteilsfindung zum Überleben ist, scheint klar zu sein, ob nun optimal oder suboptimal.
Man könnte sich ja auch die Frage stellen, das auf einem anderen Planeten mit ähnlichen Bedingungen, sich eine völlig andere Art der Intelligenz entwickelt hat, die auch völlig inkompatibel mit unserer ist. Wie es scheint, ist im gesamten Bauplan die Menge der Möglichkeiten genauso unendlich wie vielleicht das Universum selbst. Das könnte dann dazu führen, das andere Zivilisationen, andere Techniken entwickelt haben, die ein miteinander unmöglich machen.
Es würde quasi die Anzahl der möglichen Zivilisationen um den Faktor unendlich teilen, der mit unserer Intelligenz konform ist.
Und wenn wir nun nach einer Zivilisation suchen, dir wir auch als solche erkennen können, müsste die ja laut Theorie diese unvorstellbar weit weg sein. Und somit für uns unauffindbar sein.
Vielleicht gibt es ja darüber schon Denkansätze, würde mich jedenfalls sehr interessieren.
Die Erkenntnis unserer Vergänglichkeit, auf diesem Planeten, scheint nicht überall gleich anzukommen. Der Anreiz in Wissenschaft und Raumfahrt zu investieren ist nicht vorhanden. Wichtiger sind die kurzfristigen Gewinnaussichten durch global operierende, undurchsichtige Finanzsysteme. Immense Arbeit und Mittel werden der unbeschränkten Gier und Spekulation geopfert. Mit diesen verlorenen Resourcen wäre ein bemannter Flug zum Mars, inklusive einer komfortabler Raumstation für 10’000 Personen, längst Realität. Die vorhandenen Wertvorstellungen in unserem Belohnungssystem dürften sich in nächster Zeit nicht verändern. Wie NX7-2 bereits erwähnt, kann man sich eine Spaltung in Planetarier und Erdianer durchaus vorstellen. Die Spaltung in Raumfahrer und Erdbewohner ist heute ja bereits in der Verteilung von wissenschaftlichen Forschungsgeldern sichtbar. Die Motivation der Erdbewohner, die Raumfahrer zu unterstützen, scheint dabei nicht gerade hoch zu sein. Neue Erkenntnisse in Forschung und Wissenschaft werden von den Medien nur zur Kenntnis genommen, wenn damit auch einträgliche Schlagzeilen oder mindestens ein Weltuntergangszenario, wie LHC, beschrieben werden kann. Ein starker Glaube verbunden mit intelligenter Weitsichtigkeit wird in jedem Fall ein weiterer, wichtiger Faktor für die Weiterentwicklung der Menschen zur anerkannten Raumfahrtspecies.
selbst bei einer Reisegeschwindigkeit der des Lichts müsste man sich auf Planeten-Systeme konzentrieren, die erfolgsversprechend wären. Jede intelligente Spezies würde daher den blauen Planeten aussparen, da der sowieso bald verglühen wird. Machen wir uns nichts vor. wir müssen hier in den nächsten paartausend Jahren weg, sonst war\’s das. Es kommt uns da keiner zur Hilfe.
Wir müssen nicht nach Intelligenz im All suchen, sondern versuchen intelligentere Möglichkeiten für unsere Zivilisation und Fortbewegung zu integrieren. Nur so geht das, und das lese ich auch aus jedem eurer Kommentare.
Die Menschheit wird sich spalten. In die der Planetarier und die der Erdianer. Die Planetarier werden den Raum erforschen und werden sich den Umwelteinflüssen im All anpassen. Von ihrer Biologie bis zu ihrem sozialen Leben wird sich dieses von dem der Erdianer extrem unterscheiden. Es entwickelt sich eine Spezies, die zwar anfangs noch massiv von den Erdianern versorgt werden und abhängig sind. Sie wird aber auf Dauer ihr Zuhause im All finden und nicht auf irgendeinem Planeten. Dafür werden Erdianer von dieser Raumspezies später in die neuen Welten verschifft. Die Erdianer müssen aufgrund dieser enormen Doppelbelastung die die Versorgung der Planetarier verlangt, ihre soziale und wirtschaftliche Struktur ebenfalls radikal ändern und eine extrem resourcenschonende und überwiegend wissenschaftliche Lebensweise entwickeln. Arm, hochgebildet und stark religiös kommt so eine Spezies auf andere Planeten, die aus ihrer Geschichte herraus jeden Raubbau ablehnt, ihr Leben Gott und dem Wissen widmet und das Leben wie einen Schatz hütet. … und solche Foren als Geburtsstunde ihrer Spezies alljährlich feiern wird… glaubt mir, wir werden nicht das Licht eines anderen Sternes aus der Nähe sehen dürfen, wir werden jedoch selbst das Licht tausender neuer Zivilisationen sein.
Korigirung, ich meinte die anderen z.B die roten Zwerge leben viel Länger als der Typ der Sonne
Icch meinte auch die anderen typen leben viel Länger
Leben auf anderen Plaeten existiert. Auch ohne diese Behauptung zu beweisen, nehme ich an, dass wir nicht die einzige Lebensform im Universum sind. Wir sind eine Zivilisation, die auch mit bereits vorhandener Raumfahrt Technologie, noch keinen Nachbarplaneten besucht hat. Für die Entwicklung zur erfolgreichen Raumfahrtspezies scheinen Faktoren wie Technologie und Intelligenz allein noch nicht zu genügen. Solange wir unsere Resourcen noch in global spekulative Finanzmärkte investieren, dürfte für
den Faktor Intelligenz noch etwas Entwicklunsbedarf vorhanden sein. Das heutige Verhalten, im Bereich
globaler Resourcen, wird möglicherweise bis zum nächsten Einschlag eines Asteroiden dauern.
Der Sternentyp unserer Sonne macht doch nur 5% der Sterne im Universum aus. Und lebt eben nicht länger als andere Sterne (Ausser blaue sehr heisse Sterne). Ich denke auch das die Kette von zufällen, die intelligentes Leben hervorrufen kann, auch noch woanders sein Werk getan hat, vllt nicht in direkter nähe unseres Sonnensystems, vllt auch nicht in unserer Galaxie aber das riesige Universum hat sicherlich nicht nur eine intelligente Spezies hervorgebracht.
WAS die zwangsentwiklung vo intiligenz angeht hast duwarscheinlich recht. Aber man sollte di Erde nicht als MAsstab verwenden weil unsere sonne nicht der häufigste sternentyb ist.Der nähmlich lebt viel Länger. und wär sagt das es im all nicht vor Civilisationen wimmelt.auscherdem ist die menscheit nicht die einzige spezies die intiligens entwikelte die meandertaler waren nähmlich eine ganz andere spezies. (entschuldigug für mine rechtschribung ich komm gerade erst in di 7.´Klasse)
Alle Versuche eine Galaxie zu kolonialisieren sind mit der Problematik der Entfernung und der Lichtgeschwindigkeit konfrontiert.
Die Technologie eines Generationenraumschiffes muss die natürlichen Umweltbedingungen der Raumfahrer weitgehend zur Verfügung stellen.
Ueber Generationen hinweg wird eine positive soziale Entwicklung der Raumfahrenden in einem Generationenraumschiff fraglich.
Aufgrund der Entfernungen und den hohen Anforderungen ist nicht weiter verwunderlich, dass bis heute keine ausserirdischen Raumfahrer den Weg zu unserem Heimatplaneten gefunden haben.
Ich schrieb ja explizit, dass man sich von der falschen Vorstellung der Entwicklung hin zum Menschen, hin zu Intelligenz und Komplexität verabschieden müsse. Und eben WEIL es keine gerichtete Entwicklung gibt, ist die zu erwartende, \“durchschnittliche\“ Entwicklungsdauer bis zu einem ganz bestimmten Merkmal (z.B. Intelligenz oder Fähigkeit zum Begründen einer Zivilisation) sehr viel grösser als der gleiche Prozess auf der Erde gedauert hat. Auf den allermeisten Welten mit komplexen Organismen würden sich also niemals \“rechtzeitig\“ Intelligenz und Zivilisation entwickeln, bevor der Stern die Biosphäre zerstört. Das ist nur auf einer winzig kleinen Auswahl dieser Welten der Fall – und dazu gehört eben die Erde (zwingenderweise, sonst wären wir nicht da und könnten es beobachten).
Also ich finde alle Überlegungen zur \“Entwicklungsdauer\“ hier lassen außer acht, dass es bis zum Auftauchen des Menschen keine kontinuierliche Entwicklung, sondern es ein Chaos von konkurrienden Systemen und einer unüberschaubaren Vielzahl äußerer Faktoren waren, an deren Ende wir Menschen jetzt nun mal dastehen. Nur als Beispiel: Wären die Dinosaurier nicht ausgestorben, hätten sich die Säugetiere nicht so durchgesetzt wie heute, hätte es keine Dinosaurier gegeben, dann auch keine Vögel und wer weiß was anders wäre. Kracht ein Körper auf die Erde kann das alles erheblich durcheinanderbringen, ebenso Klimaveränderungen usw.
Danke für diesen Beitrag! Nun, ich stimme dir zu, dass bei beliebig langer Evolution sich irgendwann praktisch zwangsläufig Intelligenz bilden muss, genauso wie man, wenn man beliebig lange Lotto spielt, irgendwann mit Sicherheit einen Treffer landen wird. Nennen wir die durchschnittliche Zeit, die bis zum Auftreten von Intelligenz (oder gar Technologie) vergeht, \“L\“. Wie im Artikel dargelegt denke ich nun, dass vieles darauf hindeutet, dass die Lebensdauer von planetaren Biosphären im Allgemeinen sehr viel kleiner als L ist. Nur die \“frühen Gewinner\“, also jene, die aus einer Laune des Zufalls heraus besonders schnell dran waren, werden zu \“Beobachtern\“, die sich Gedanken über das Universum machen können. Das heisst natürlich, dass sehr viele Biosphären leer (dh, frei von Intelligenz / Technologie) bleiben müssen – und das All damit arm an Zivilisationen, ganz, wie es unsere bisherigen Beobachtungen mit SETI und Co. zu bestätigen scheinen.
Übrigens, hier noch als Ergänzung zum Artikel noch einen interessanten Artikel zum Thema:
http://www.spaceref.com/news/viewsr.html?pid=27146
Verzeihung, die Formatierung ist im Editor verloren gegangen. Die erste Version bitte löschen!
Wieder einmal ein sehr interessanter Artikel, der auf jeden Fall zum Nachdenken anregt. Ich hatte zu meiner Schulzeit einmal mit meinem Philosophielehrer die Diskussion über eben genau dieses Thema – Die Entwicklung von Intelligenz.
Ich bin der Meinung, dass Intelligenz in der Tat eine zwingender Schritt in der Entwicklung von Materie ist. Ich sage hier bewusst Entwicklung, da ich noch hinter die Evolution zurückgreife.
Bestes Beispiel ist die Entwicklung des Universums. Die uns bekannte Materie strebt einfach in jeder Form nach rekombination. Atome fusionieren oder gehen Molekülbindungen ein, werden wieder zerschlagen, gehen stabilere Bindungen ein usw. Meiner Ansicht nach ist das Prinzip der Materie die Rekombination, ohne da irgendeinen göttlichen Willen oder sonst etwas hinter zu stecken.
Das heißt Intelligenz bildet sich zwangsläufig, weil sich die Materie immer weiter neu kombiniert.
Das das Zeitfenster hierfür, kosmischen Maßstäben nach sehr klein ist, geht ja sehr schön aus dem Artikel hervor und auch meine Theorie kann zum Beispiel das Fermi Paradoxon nicht beantworten.
Man muss hier sicherlich viele maßgebliche Punkte zusammen zählen.(Viele habe ich übrigens von dieser Website 😉 )
1) Gibt es die richtigen Bedingungen auf dem Planeten?
2) Lebt die Sonne lang genug?
3) Entsteht das intelligente Leben genau in einer Zeitspanne, in der kein kosmisches Ereignis alle Entwicklung wieder zunichte machen kann. (Super Nova, Asterioid etc.)
4) Gelangt die Spezies über das Zeitalter der Selbstauslöschung hinaus (fand ich übrigens wahnsinnig interessant den Artikel)
5) Aus dieser schon recht ausgeprägten Seltenheit schlussfolgernd: Könnte eine bereits raumfahrende Spezies andere Spezies als Bedrohung ansehen (Lebensreim, Ressourcen) und sie daher mutwillig auslöschen?
6) Will eine solche Spezies mit uns überhaupt in Kontakt treten?
Und man könnte sicherlich weitere Fragen ausdenken. Resumierend aus dieser ausschweifenden Aufzählung möchte ich nur sagen, dass aus
einer für uns subjektive Abwesenheit von Intelligenz nicht zwangsweigerlich eine objektive Abwesenheit folgen muss, weshalb man auch in Frage stellen kann, ob die Entwicklung von Intelligenz so zufällig ist.
Nicht desto trotz stimme ich dem Autor zu, dass wir sicherlich viel Glück mit der Erde gehabt haben!
Nein. Die fertige Zelle ist bloss nicht der Startpunkt der Entwicklung des Lebens. Die Frage der Wahrscheinlichkeiten und der spontanen, zufälligen Entstehung setzt sehr viel früher an, auf dem molekularen Niveau, nicht erst bei der Zelle.
Wenn sich die Zelle nicht zufällig gebildet hat, muß sie geschaffen worden sein.
Es sagt niemand, dass sich eine lebende Zelle zufällig und vollständig aus dem Nichts gebildet hat…
Um Intelligenz auszubilden ist erste Bedingung Leben. Wenn man natürlich annimmt, daß die Erde schon 10^(10^27) Jahre alt ist, könnte sich vielleicht mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit schon einmal eine lebende Zelle zufällig gebildet haben. Von da bis zur humanen mehrzelligen Intelligenz ist es dann auch nicht mehr weit. 10^(10^112) Jahre könnten vielleicht dafür ausreichend sein.
\“Wir denken, weil wir denken können\“
Danke für diese umwerfende Begründung.
Danke für diesen Kommentar.
Dem zweiten Abschnitt kann ich voll zustimmen, wobei man natürlich vorsichtig sein muss: soviel wir wissen, ist der Mensch das intelligenteste Lebewesen in der Geschichte der Erde. Gut, es gibt andere Tiere, die auch ziemlich intelligent sind (Wale, Delfine, Orcas, Schimpansen, vielleicht auch einige Vögel), aber zumindest bisher steht der Beleg, dass uns auch nur eines dieser Tiere intellektuell \“das Wasser reichen kann\“, noch aus. Insofern ist Intelligenz von einem Kulturbildenden Niveau durchaus selten.
Die ersten bekannten Mehrzeller stammen aber aus dem späten Proterozoikum, vor frühestens 630 Mio Jahren (sogenannte Ediacaria-Fauna). Vor 2 Milliarden Jahren wurden hingegen die ersten Eukaryoten entwickelt (Einzeller mit Zellkern), von denen alle Mehrzeller abstammen. Das heisst, Mehrzeller traten erstmals vor 630 Mio Jahren auf, und die Eroberung des Landes kam erst im Verlauf des Ordoviziums, Silur und Devons, also vor frühestens etwa 480 Mio Jahren. Die verbleibende Dauer der Biosphäre ist umstritten, 500 Mio Jahre ist sicher auf der optimistischeren Seite. Es ist korrekt, dass \“gerade noch Rechtzeitig\“ angesichts einiger 100 Mio verbleibender Jahre etwas übertrieben scheint, es ging mir aber um das Gesamtbild: selbst wenn es noch 500 Mio Jahre sind, dann sind wir deutlich im hinteren Bereich der zweiten Hälfte der lebensfreundlichen Ära der Erde aufgetreten, am Übergang zwischen dem dem neunten und dem zehnten Zehntel dieser Zeit. Das scheint zumindest mir vergleichsweise spät.
Ich stimme mit der Grundaussage dieses Artikels überein, finde aber die Aussage, Intelligenz hätte sich \“gerade noch Rechtzeitig\“ gebildet, ziemlich übertrieben. Das Leben brauchte nicht 4,5 Milliarden Jahre für die Entwicklung der Intelligenz, es ist eigentlich so, dass das Leben 2 Milliarden Jahre brauchte, um die ersten Mehrzeller zu bilden und nochmal 2 Milliarden Jahre, um das Land zu erobern. Intelligenz kann also erst seit 500 Millionen Jahren überhaupt auftreten, und könnte es nochmal 500 Millionen Jahre lang. Unser Auftreten war also weder früh noch spät.
Auch ist Intelligenz an sich keine seltene Eigenschaft, so wie die Prinzipien hinter dem Pfauenrad und dem Walgesang nicht selten sind. Es scheint eher so, dass die entwicklung zu einer technischen Kultur das ist, was selten ist. Denn dafür muss man nicht nur Intelligent sein, sondern auch Manipulationsmöglichkeiten haben und in Gruppen leben. \“Zivilisation\“ benötigt mehr als nur eine Eigenschaft und ist deshalb so selten.