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Beschreibung
Der einzige Terrassentempel Ägyptens
Der Totentempel der altägyptischen Königin Hatschepsut ist die am besten erhaltene Tempelanlage in Theben-West im heutigen Luxor. Zudem handelt es sich dabei um den einzigen erhaltenen Terrassentempel in ganz Ägypten. Errichtet wurde er in der 18. Dynastie des sogenannten Neuen Reichs, also etwa ab 1550 vor Christus. Der Tempel ist komplett aus Kalkstein und fällt vor allem durch seine ungewöhnliche Architektur auf: Er besteht aus drei Terrassen, die jeweils aus offenen Pfeilerhallen gebildet werden. Bis in die ptolemäische Zeit wurde der Tempel genutzt. Später entstand darauf das koptische Phoibammon-Kloster, das bis ins 11. Jahrhundert nach Christus von verschiedenen Bischöfen geführt wurde.
Die besondere Architektur der Anlage
Von der Tempelanlage verläuft eine etwa einen Kilometer lange Prozessionsstraße in östliche Richtung. Diese erstreckte sich einst bis zum Amun-Tempel in Karnak und war zu beiden Seiten von Sphingen gesäumt.
Für gewöhnlich bestehen ägyptische Tempel aus einem ersten Pylon, einem Hof, einem zweiten Pylon, einem weiteren Hof sowie einer Säulenhalle. Im Totentempel der Hatschepsut finden sich statt der klassischen Pylone Pfeilerhallen. Die Höfe schließen sich in Terrassenform nach oben an und sind durch Rampen miteinander verbunden.
Altägyptische Kapellen innerhalb des Tempels
Zudem befinden sich im Totentempel mehrere Kapellen, die altägyptischen Göttern geweiht waren: Eine ist der Hathor gewidmet und zeigt die üblichen Darstellungen der Göttin als Kuh. Zwei weitere Kapellen wurden für den Gott Anubis errichtet. Das Sonnenheiligtum erreicht man von der dritten Terrasse aus über eine Treppe. Hier ist an den Wänden die Nachtfahrt der Sonne, von Sonnenunter- bis Sonnenaufgang, abgebildet. Die Kapelle von Hatschepsut selbst gehört zu den größten innerhalb der Tempelanlage und war einst reich dekoriert. Leider sind von den Wandmalereien heute kaum noch welche erhalten. Die wichtigste Kapelle im Totentempel wurde für Amun-Re, den obersten der altägyptischen Götter und Lokalgott Thebens, erbaut. Man erreicht sie durch ein großes Granittor. Im Inneren befinden sich zwei Statuen von Königin Hatschepsut sowie Wanddarstellungen des Amun-Re.
Entstehung und Geschichte
Bau der Tempelanlage
Erbaut wurde der Tempel in einem Zeitraum von etwa 15 Jahren während der Regierungszeit von Königin Hatschepsut. Verschiedene versteckte Darstellungen sowie ein unvollendetes Grab unter der ersten Terrasse deuten darauf hin, dass es sich bei dem Architekten der Anlage um Haushofmeister Senemut gehandelt haben muss.
Wissenschaftliche Erforschung des Totentempels
Der französische Ägyptologe Auguste Mariette führte im 19. Jahrhundert die ersten Sondierungen am Tempel durch, hatte diese jedoch noch nicht dokumentiert. Etwa zur Jahrhundertwende zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert räumte Édouard Naville von der British Egypt Exploration Fund abgestürzte Felsbrocken sowie das koptische Kloster, um an die unter Schutt vergrabenen Teile des Tempels zu gelangen. Das Metropolitan Museum of Art sowie der Egyptian Antiquities Service leiteten später weitere Ausgrabungen ein. Seit 1961 finden am Totentempel der Hatschepsut Rekonstruktions- und Restaurierungsarbeiten durch das Polish Center of Mediterranean Archeology der Universität Warschau in Kooperation mit dem Supreme Council of Antiquities, der obersten Denkmalpflegebehörde Ägyptens, statt.
Das Attentat vom 17. November 1997
Am 17. November 1997 ereignete sich im Totentempel das schlimmste jemals verübte Attentat auf Touristen in Ägypten. Das sogenannte „Massaker von Luxor“ wurde von Terroristen der islamischen Gruppe Gamaa Islamija verübt. Dabei verloren 62 Menschen ihr Leben. Durch das Attentat wurde der ägyptische Tourismus über Jahre hinweg stark geschwächt. Heute sorgen Beamte der Tourismuspolizei an den Sehenswürdigkeiten sowie an öffentlichen Plätzen für die Sicherheit der Besucher.
Anfahrt
Als Tourist solltest du den Totentempel der Hatschepsut sowie die anderen Sehenswürdigkeiten von Theben-West in Begleitung eines erfahrenen Reiseführers besichtigen. Du wirst dann vom Nilschiff oder aus den Badeorten am Roten Meer bequem mit einem Reisebus dorthin gebracht. Der Besuch auf eigene Faust ist eher nicht zu empfehlen, da dir zum einen die wichtigen historischen Hintergrundinformationen fehlen und es zum anderen nicht ratsam ist alleine den chaotischen Straßenverkehr Luxors zu durchqueren. Wenn du aber trotzdem lieber alleine unterwegs bist, kannst du dir ein Taxi nehmen.