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Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung fühlt sich gut über globale Ungleichheiten informiert, so das Center for Development and Cooperation der ETH Zürich zu einer aktuellen Umfrage zur Globalen Zusammenarbeit.
Allerdings glaubten drei von vier Befragten, die Zahl der in extremer Armut (weniger als 2 Dollar pro Tag) lebenden Menschen hätte in den letzten zwei Jahrzehnten zugenommen, obwohl die Zahl um 50 Prozent zurückgegangen sei.
Andererseits unterschätzten die Befragten das Ausmass der globalen Armut. Mehr als die Hälfte glaube, die Zahl der Menschen, die mit weniger als 10 Dollar am Tag auskommen müssten, liege bei drei Milliarden oder sogar weniger; die tatsächliche Zahl liege jedoch bei fast fünf Milliarden Menschen. Darüber hinaus gäben nur 17 Prozent der Befragten an, dass sie von den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) gehört hätten und jemandem die Grundidee erklären könnten.
In der Studie wurden die Teilnehmenden gefragt, ob ihrer Meinung nach die öffentlichen Ausgaben der Schweiz für die Entwicklungszusammenarbeit steigen, sinken oder gleich bleiben sollten. Die Hälfte der Befragten erhielt dazu laut ETH Informationen über die tatsächlichen Ausgaben der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit, während die andere Hälfte der Befragten keine Daten erhielt, um die Frage zu beantworten.
Unter den Befragten, die nicht über die Höhe der Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit informiert wurden, befürworten demnach 49 Prozent eine Erhöhung der Entwicklungszusammenarbeit. Wurden die Befragten jedoch vorgängig über die Höhe der Ausgaben informiert, sprechen sich 65 Prozent für eine Erhöhung der Ausgaben aus. Der grosse Unterschied lasse sich dadurch erklären, dass 68 Prozent der Befragten die Schweizer Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit doppelt so hoch einschätzen wie sie tatsächlich seien (400-450 Franken pro Person und Jahr).
Die Ergebnisse verdeutlichten die zentrale Rolle, die Informationen bei der Meinungsbildung zu weltweiter Armut und globaler Zusammenarbeit spielten, so die ETH. In Anbetracht dessen, dass 46 Prozent der Befragten mehr über die Lebensumstände in Ländern mit niedrigem Einkommen wissen möchten und dass die Medien ihre bevorzugte Informationsquelle seien, bestünde bei den Medien Handlungsbedarf zu Themen der globalen Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit.