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Schlucht hinunter gelangte, wo man dann mehrere Tage zu bleiben und im
Bade zu essen und zu schlafen pflegte. Erst lange Jahre
nachher erbaute Abt Johann II. von Mendelbüren (1361-1368) das erste Badehaus, das auf zu beiden
Seiten in die Felswände
eingerammten hölzernen Balken ruhte und um 1429 durch Abt Werner IV. von Rastnau noch vergrössert wurde.
Einen eigentlichen Zugang zu der Quelle gab es aber auch zu dieser Zeit noch nicht, indem die Kranken immer noch mit verbundenen
Augen an langen Seilen von der
Höhe heruntergelassen wurden. 1543 endlich liess Abt Johann Jakob Russinger zwischen den Badehäusern
und dem obern Eingang in die
Schlucht eine Holztreppe anbringen, die mit einer
Brücke in Verbindung stand
und so den direkten Aufstieg von der Quelle zu den über der Taminaschlucht stehenden
DörfernPfäfers und
Valens gestattete.
Die zwei damaligen Badehäuser waren übereinander gebaut; das untere enthielt drei und das obere 5 Stockwerke mit
vielen
Zimmern und drei grossen Bädern. Abt Russinger, dem das
Bad viele Verbesserungen verdankt, stellte auch die erste Badeordnung
auf und veranlasste um 1535 eine erste Beschreibung der Quelle durch den berühmten Arzt Theophrastus Paracelsus. Trotz der
zunehmenden Berühmtheit der
PfäferserTherme geschah in der Folge ein volles Jahrhundert nichts zur Hebung
der bestehenden Einrichtungen, wofür der
Grund wohl in den damaligen politischen Wirren zu suchen ist.
Erst als 1629 das untere
Bad abgebrannt und das andere baufällig geworden war, leitete Abt Jodocus Höslin die Quelle an
den heutigen, zugänglichen
Ort, wo ein grosses Gebäude mit zwei Abteilungen erbaut wurde, deren jede 50
Zimmer
und mehrere gemeinsame
Bäder enthielt. Zugleich erliess man eine neue Badeordnung, und 1630 stellte man einen leitenden Kurarzt
an. Das
Bad kam dann unter Abt Bonifacius I. (1677-1706) zu hoher Blüte, und unter seinem Nachfolger Bonifacius II. wurde
der
Grund zum heutigen Gebäude und zum jetzigen
HofRagaz als Statthalterei des
Klosters für seine äussere
Oekonomie gelegt.
Zur Zeit bietet das Badhôtel
Platz für 300 Badegäste. 24 Kachelbäder und 8 grosse gemeinschaftliche
Bäder mit Douchen.
Behandlung mit Elektrizität und Massage. Kurarzt und Masseur. Kurmusik. Ozonreiche und staubfreie Luft und
Schutz vor lästiger
Hitze. Spaziergänge in die nahen
Laub- und Tannenwaldungen. Bibliographie. Kaiser, J. A. Die HeilquellezuPfäfersundHofRagaz...St. Gallen
1843 (mit etwa 50 Beiträgen von verschiedenen Autoren);
Rüsch, G. DasBadPfäfersin seiner neuestenGestalt.
(Kt. Zürich,
Bez.
Pfäffikon und Uster).
541 m. 3,29 km2 grosser
See, 16 km ö. Zürich.
An seiner NO.-Ecke steht das Dorf
Pfäffikon.
Bildet ein längliches Viereck mit abgerundeten
Ecken; 2,75 km lang und 1,25 km breit. Die grösste Wassertiefe
mit 36 m findet sich fast in der Mitte des Beckens. Dieses ist sehr einfach gestaltet: vom Ufer aus folgt eine sehr seichte
Zone (1-6 m), die fast ringsum 100-250 m breit ist, dann ein steilerer Abfall bis zu etwa 20 mTiefe und
endlich der fast horizontale Boden.
Als Zuflüsse erscheinen mehrere
Bäche, deren grösster der
Kemptnerbach (8 km lang) ist, der vom
W.-Hang des
Allmann herunterkommt
und am obern, südöstl. Ende des
Sees einmündet. Der Abfluss ist der
Aabach, der den
See ebenfalls im S. und nahe seiner SW.-Ecke
verlässt. Der Pfäffikersee wird also wie der
Zugersee nicht der Länge nach von einem Flusse durchzogen,
was von seiner Entstehung herrührt. Er liegt nämlich in einem breiten alten Thallauf, der sich von
Wetzikon über
Pfäffikon,
Fehraltorf nach
Illnau zieht und dem heute ein Fluss fehlt, dessen Grösse dem Thal entsprechen würde. Es
ist also ein sog. Trockenthal, in welchem erst spät, in der letzten Glazialzeit, durch Moränen
der See aufgestaut wurde.
Damals waren nämlich das Glattthal und das Pfäffikerthal von einem Arm des Linthgletschers bedeckt, der bei
Bubikon über
die Wasserscheide (500 m) herüberdrang. Als gegen Ende der letzten Eiszeit derGletscher zurückging,
blieb er noch eine längere Zeit bei
Pfäffikon stehen und lagerte die Moränen ab, die in doppeltem flachem
Bogen das untere
(nördl.) Ende des
Sees umkränzen. Dadurch entstand
der See, dessen Abfluss sich thalaufwärts einen Ausweg suchen musste.
Es ist dies der
Aabach (s. den Art.
Aa), der sich durch die glazialen Schotter zwischen
Wetzikon und
Uster
ein neues Thal einschnitt, dessen steile
Wände und bedeutendes Gefälle als junge Formen im scharfen Gegensatz zu den alten
ausgeglichenen Bildungen des Glattthales und Pfäffikerthales stehen.
Der
Aabach gibt dem Pfäffikersee aber auch noch eine beträchtliche wirtschaftliche Bedeutung. Vom Pfäffikersee bis zum
Greifensee beträgt das Gefälle 104 m, von denen fast jeder
Zoll industriell ausgenützt wird. Besonders rationell geschieht
das, seitdem
der See regelrecht als Reservoir dient. Nachdem man 1812 eine Tieferlegung des
Sees geplant, wurde sein
Spiegel 1832 und 1855 durch
Verbesserung des Ablaufs um 0,30 m gesenkt. 1861 und 1880 aber brachte man am Ausfluss ein Schleusensystem
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mehr
an, durch welches per Sekunde 1,35 m3Wasser gehen. Die Schleusen sind nur von morgens 5 Uhr bis abends 6½ Uhr offen,
bei Nacht und an Sonntagen dagegen geschlossen. Nur wenn Hochwasser eintritt, müssen sie länger offen bleiben, da der Spiegel
des Sees nie höher gestaut werden darf als bis auf 1,05 m am Pegel in Pfäffikon (541 m über Meer). Das
jetzige Niveau des Sees liegt infolge der Regulierung etwa 0,90 m tiefer als vor 100 Jahren. Mit diesen Einrichtungen sind
die widerstreitenden Interessen der Industrie, der Fischerei und der Landwirtschaft möglichst gleichmässig gewahrt worden.
Um den See liegen nämlich, besonders am N.- und S.-Ende, sehr grosse Torfmoore und Streuwiesen, denen
ein zu hoher wie ein zu tiefer Seestand schädlich wäre. Die Fischerei ist nicht von hervorragender Bedeutung. Im Winter
friert der See fast jedes Jahr zu und bildet dann ein prachtvolles, vielbesuchtes Eisfeld. Keine Schiffahrt. An den Seeufern
befand sich einst ein ganzer Kranz von Pfahlbauten, so z. B. diejenigen von Pfæffikon und Robenhausen (s. diese Art.). Vergl.
Weber, Jul. Beiträge zur Geologie der Umgebung des Pfäffikersees (in den Mitteilungen der naturforsch. Gesellsch. inWinterthur.
1901).