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Afrika und die Schweiz : Gelbes und schwarzes Gold
Wie die NGO Erklärung von Bern (EvB) aufzeigt, hat der Schweizer Goldraffinerieriese Argor-Heraeus SA drei Tonnen Gold aus dem Kongo über das Transitland Uganda bezogen. Im Kongo finanzieren sich Rebellengruppierungen wie der M23 mit solchem Raubhandel. Die Uno berichtet seit Jahren von diesem Missstand. Nun hat die Bundesanwaltschaft ein Geldwäschereiverfahren eröffnet.
Auch in Nigerias Erdölwirtschaft sind Schweizer Rohstoffhändler stark involviert. Alle Erdölexporte Nigerias laufen über dessen nationalen Petroleummonopolisten Nigerian National Petroleum Corporation (NNPC) – dieser gilt als die wohl undurchsichtigste staatliche Erdölgesellschaft der Welt; seit Jahren veröffentlicht er keine detaillierten Finanzberichte mehr. Der EvB zufolge exportierte die NNPC ihr Rohöl 2011 zu mehr als 56 Prozent über Schweizer Trader und nigerianische Firmen mit Schweizer Filialen. Nigeria verkauft Rohöl an die Genfer Rohstoffhandelsriesen Trafigura und Vitol unter Marktpreis. Danach importiert Nigeria, aus Mangel an eigenen Raffinerien, Benzin von Schweizer Händlern und subventioniert diese Einfuhren auch noch – gemäss EvB «einer der grössten Betrugsfälle in der Geschichte Afrikas». So fliessen die Profite aus dem nigerianischen Erdöl, die 58 Prozent der Staatseinnahmen ausmachen, an der Bevölkerung vorbei.
Der Rohstoffhandel von Schweizer Firmen zeigt exemplarisch die zentrale Bedeutung staatlicher Kontrollen: Ein Anfang dazu wäre ein öffentliches Register der wirtschaftlich Berechtigten von Briefkastenfirmen und die Offenlegung von Transaktionen mit Regierungen.