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(Erntemonat, Ährenmonat, lat. Augustus), der achte Monat im christlichen, der sechste im altrömischen Kalender,
daher anfangs Sextilis genannt. Seinen jetzigen Namen erhielt er dem Kaiser Augustus zu Ehren, welcher ihn ihm besondere
Glücksfälle erlebte. Im Mittelalter nannte man in Deutschland den Juli den ersten Augst und den den andern Augst. Die Sonne tritt
im A. in das Zeichen der Jungfrau. Die mittlere Temperatur dieses Monats ist im mittlern Europa etwas niedriger als die des Juli.
Nach Dove ist die Durchschnittswärme des Augusts in
Archangel
+14,1° C.
London
+17,5° C.
Petersburg
+15,0 "
Amsterdam
+18,5 "
Berlin
+18,0 "
Brüssel
+18,0 "
Prag
+20,3 "
Paris
+18,5 "
Wien
+21,1 "
Bordeaux
+22,9 "
München
+17,8 "
Basel
+18,4 "
Karlsruhe
+19,3 "
Mailand
+23,1 "
Dublin
+15,9 "
Rom
+24,3 "
Die
mittlere Veränderlichkeit der Temperatur, d. h. der Mittelwert von allen in einem möglichst großen Zeitraum für den
Monat vorgekommenen Abweichungen von der ihm zukommenden Mitteltemperatur, ist wenig verschieden von der des Juli, aber größer
als im September; sie beträgt im nordöstlichen Europa 1,4, in den baltischen Ländern 1,3, in Deutschland
1,3, in Westeuropa 1,2, in England 0,9, in Italien 0,9° C.
männlicher Taufname, Verkürzung des lat. Augustus (franz. Auguste, engl. Augustus, ital. Augusto oder Agosto,
span. Augusto). Bemerkenswerte Fürsten dieses Namens sind:
[Braunschweig.]
1) der jüngere, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, geb. 10. April 1579 zu Dannenberg, siebenter
und jüngster Sohn des Herzogs Heinrich und der Prinzessin Ursula von Sachsen-Lauenburg, erhielt eine gelehrte Erziehung, studierte
in Rostock und Tübingen bis 1599, wurde 1601 Domherr zu Straßburg, machte eine Reise durch Italien, Frankreich und England und
lebte dann 30 Jahre in stiller Zurückgezogenheit aus dem Schloß in Hitzacker. Hier schrieb er unter dem
Namen Gustavus Selenus (d. h. Augustus von Lunäburg) sein seiner Zeit berühmtes Werk »Das Schach- oder Königsspiel« (Leipz.
1616) und die »Cryptomenyticae et Cryptographiae libri IX« (Lüneb.
1624). Aus der Erbschaft des 1634 erloschenen mittlern Hauses Brandenburg - Wolfenbüttel fiel ihm 1635 das Fürstentum Wolfenbüttel
zu. Doch konnte er erst 1643 dorthin übersiedeln, da es bis dahin noch von den Kaiserlichen besetzt
war. Er nahm dahin auch seine in Hitzacker begründete Bibliothek mit, welche er bis auf 180,000 Bände, darunter wertvolle
Handschriften, vermehrte, selbst mit großer Sorgfalt verwaltete, und von der er eigenhändig einen Katalog in
fünf starken Foliobänden geschrieben hat. Um Hebung der Kirche, der Schule, des Rechtswesens, der Steuerverhältnisse erwarb
er sich durch weise Verordnungen große Verdienste.
Daneben trieb er seine gelehrten Studien fort und gab 1640 eine »Geschichte des Herrn Jesu« und 1644 eine »Evangelische Kirchenharmonie,
d. h. der Hochheiligen Schrift unterschiedene Texte und Worte«, welche sechs Auflagen erlebte, beide nach
dem Urtext der Bibel gearbeitet, heraus. Auch der »Fruchtbringenden Gesellschaft« gehörte er an. Er war vermählt mit Klara
Marie von Pommern, dann mit Dorothea von Anhalt-Zerbst, endlich mit Sophie Elisabeth von Mecklenburg. Er starb 17. Sept. 1666. August ist
Begründer der jüngern Wolfenbüttelschen Linie des Hauses Braunschweig.
Vgl. Bethmann, Herzog der Gründer
der Wolfenbütteler Bibliothek (Wolfenb. 1863).
[Erzstift Magdeburg.]
2) der 48. u. letzte Erzbischof und Administrator des Erzstifts Magdeburg, zweiter Sohn des Kurfürsten
Johann Georg I. von Sachsen und der Magdalena Sibylla, Tochter des Herzogs Albrecht Friedrich von Preußen, geb. 13. Aug. 1614 zu
Dresden, ward schon in seinem 12. Jahr (1625) vom Domkapitel in Magdeburg zum Koadjutor des damaligen Administrators, Christian
Wilhelms von Brandenburg, und nach dessen Ächtung und Absetzung 1628 zum Erzbischof gewählt und als solcher im Prager Frieden
(20. Mai 1635) stillschweigend anerkannt. Aber erst 1638 gelangte August zum ruhigen Besitz des Erzstifts. Am 23. Nov. 1647 vermählte
er sich mit Anna Maria, Tochter des Herzogs Adolf Friedrich von Mecklenburg - Schwerin, die ihm 5 Söhne und 7 Töchter gebar. August legte
damals die erzbischöfliche Würde nieder und ließ sich zum Administrator des Erzstifts postulieren, dessen Besitz
ihm, als im
mehr
Westfälischen Frieden (1648) Magdeburg dem Kurfürsten von Brandenburg zur Entschädigung für Vorpommern bestimmt wurde, auf
Lebenszeit zugesichert ward. Nach dem Tod seines Vaters (1656) erhielt August 10 Ämter im kursächsischen Thüringen und die Stadt
Weißenfels sowie auch die vier im Prager Frieden vom Erzstift abgerissenen Ämter Burg, Querfurt, Jüterbogk und
Dahme als besonderes Fürstentum und stiftete die Nebenlinie Sachsen-Weißenfels, die 1746 ausstarb; er residierte in Weißenfels,
wo er 1663 das schöne Residenzschloß Augustusburg baute und 1664 ein Gymnasium stiftete. Im J. 1659 erhielt er die Grafschaft
Barby. August sorgte trefflich für sein Land. Die verwüsteten und verödeten Städte, Dörfer, Schlösser und
Kirchen wurden wieder aufgebaut, Prediger angestellt und Schulen errichtet. Doch legte er durch seine Prachtliebe den Grund zu
der tiefen Verschuldung seiner Nachkommen. Als seine erste Gemahlin 1669 gestorben war, verheiratete er sich 29. Jan. 1672 mit
der Gräfin Johanna Walpurgis von Leiningen-Westerburg, welche ihm noch drei Söhne gebar. Er starb 4. Juni 1680.
[Oldenburg.]
3) August Paul Friedrich, Großherzog von Oldenburg, Sohn des Herzogs Peter Friedrich Ludwig und der Prinzessin Elisabeth von
Württemberg, geb. 13. Juli 1783 auf dem Lustschloß Rastede, besuchte 1803-1805 die Universität Leipzig, ging nach der Besetzung
Oldenburgs durch die Franzosen 1811 mit seinem Vater nach Rußland und nahm thätigen Anteil am Befreiungskrieg.
In den Jahren 1811-1816 war er Gouverneur von Esthland und stiftete sich als solcher ein bleibendes Gedächtnis, namentlich durch
die von ihm geleiteten Vorarbeiten zur Aufhebung der Leibeigenschaft.
Nachdem er an den Kriegen von 1812 bis 1814 thätigen Anteil genommen, kehrte er zunächst nach Rußland, 1816 nach
Oldenburg zurück und vermählte sich 24. Juli 1817 mit der Prinzessin Adelheid, Tochter des Fürsten Viktor II. von Anhalt-Bernburg-Schaumburg,
die er aber schon 1820 durch den Tod verlor, nachdem sie ihm zwei Töchter geboren hatte. Im J. 1825 schritt er zur zweiten
Ehe mit der Prinzessin Ida, der jüngern Schwester seiner verstorbenen Gemahlin, die aber nach der Geburt
des Erbgroßherzogs Nikolaus Friedrich Peter (geb. 8. Juli 1827) ebenfalls starb.
Aus seiner 1831 geschlossenen dritten Ehe mit der Prinzessin Cäcilie, der jüngsten Tochter des ehemaligen Königs von Schweden,
Gustavs IV. Adolf, lebt der Herzog Elimar (geb. 1844). Nach seines Vaters Tod (21. Mai 1829) trat der schon
als Erbgroßherzog seit 1821 sich mit lebhaftem Eifer den Regierungsgeschäften unterzogen hatte, die Regierung an und nahm
sogleich (am 28.) den großherzoglichen Titel an. Zwar war schon Ende 1831 eine Gemeindeordnung für die Landgemeinden, als
Grundlage der einzuführenden landständischen Verfassung, publiziert worden; doch wurde das Verlangen
nach einer solchen Verfassung, das sich auf seiten der Bevölkerung schon seit längerer Zeit kundgegeben, erst infolge der
Ereignisse von 1848 erfüllt. Nur mit Widerstreben und auf Andringen seiner Räte vollzog der Großherzog 18. Febr. 1849 das mit
dem Landtag vereinbarte Staatsgrundgesetz, welches dann 1852 revidiert wurde.
Vgl. Oldenburg, Geschichte.
Er starb 27. Febr. 1853.
Vgl. Mosle, Paul Friedrich August, Großherzog von Oldenburg (Oldenb. 1865).
[Preußen.]
4) August Wilhelm, Prinz von Preußen, zweiter Sohn König Friedrich Wilhelms I. und Sophia Dorotheas, geb. 9. Aug. 1722 zu
Berlin, jüngerer Bruder des nachmaligen Königs Friedrich II.,
besaß die besondere Gunst seines Vaters, der
sogar daran dachte, ihm wegen des Ungehorsams seines ältesten Sohns die Thronfolge zuzuwenden. Schon seit 1735 Fähnrich im Regiment
des Kronprinzen, ward er bei der Thronbesteigung seines Bruders 1740 Chef des bisherigen kronprinzlichen Regiments. Im August
desselben Jahrs begleitete er seinen Bruder auf einer längern Reise bis Straßburg und verlobte sich auf
der Rückreise 20. Sept. 1740 in Braunschweig mit der Prinzessin Luise Amalie, Schwester der Königin; die Vermählung fand 6. Jan. 1742 zu
Berlin statt.
Der Prinz hatte am ersten Schlesischen Krieg teilgenommen und erhielt 30. Juni 1744 den damals zum erstenmal
verliehenen Titel eines »Prinzen von Preußen«. Er beteiligte sich auch bei den Hauptschlachten im zweiten Schlesischen Krieg,
namentlich an der bei Hohenfriedberg 4. Juni 1745; nach dem Friedensschluß bezog er das Lustschloß zu Oranienburg. Im Siebenjährigen
Krieg nahm er an den Schlachten bei Lobositz, Prag und Kollin teil, erhielt nach der letztern den Befehl, einen
Teil des Trosses nach der Lausitz zu führen, hatte dabei Unglück und wurde deshalb vom König so hart und ungerecht getadelt,
daß er sich von aller öffentlichen Thätigkeit zurückzog. Er begab sich nach Berlin und dann nach Oranienburg zurück; wo
er zu kränkeln anfing und schon 12. Juni 1758 starb. Er übte die Malerei mit Geschick aus. Nach seinem Tod
erhielt 17. Juni 1758 sein ältester Sohn, der spätere König Friedrich Wilhelm II., den Titel eines Prinzen von Preußen. Prinz
Augusts Witwe starb 13. Jan. 1780.
5) Friedrich Wilhelm Heinrich August, Prinz von Preußen, jüngster Sohn des Prinzen August Ferdinand (s. Ferdinand),
Neffe Friedrichs II., geb. 19. Sept. 1779 zu Friedrichsfelde, ward mit 18 Jahren Hauptmann und erhielt 1803 als Major ein Grenadierbataillon;
er war der erste, welcher die Mangelhaftigkeit des damaligen Schützensystems erkannte und das ganze dritte Glied bereits
zum Tirailleurdienst ausbildete. Im September 1806 rückte er als Oberstleutnant an der Spitze seines Bataillons
nach Thüringen, wo er an der unglücklichen Schlacht bei Auerstädt teilnahm. Im Treffen bei Prenzlau gefangen, ward der Prinz
nach Frankreich gebracht und kehrte erst nach dem Friedensschluß Ende Oktober 1807 nach Berlin zurück. Im März 1808 ging er
nach Königsberg, wo ihn der König 8. Aug. mit dem Charakter eines Brigadegenerals bekleidete und ihn zum Chef der Artillerie sowie
zugleich zum Chef des ostpreußischen Artillerieregiments ernannte.
Der Prinz begann nun die Reorganisation der Artillerie mit dem General v. Scharnhorst und war zur Ausführung dieses wichtigen
Geschäfts bis 1813 äußerst thätig. Im J. 1813 folgte er ohne besonderes Kommando dem Blücherschen
Hauptquartier und nahm an den Schlachten bei Großgörschen und bei Bautzen Anteil. Nach dem Waffenstillstand wurde er mit dem
Kommando der 12. Brigade im Kleistschen Korps betraut. Während der Schlacht bei Leipzig zeichnete er sich 16. Okt. bei
Markleeberg ^[richtig: Markkleeberg], am 18. bei Probstheida aus. Im Feldzug in Frankreich 1814 nahm er an allen Gefechten und
Schlachten im März (Laon, Paris) teil und übernahm 1. April interimistisch das Kommando des 2. Armeekorps. Nachdem er den Winter 1814-15
auf dem Kongreß zu Wien zugebracht hatte, ward ihm Juni 1815 der Belagerungskrieg im nördlichen Frankreich
übertragen. Nach dem Frieden kehrte er nach Berlin zurück. Die Umformung der Artillerie ward nun im großartigsten Maßstab
wieder
mehr
aufgenommen und auch das geistige und wissenschaftliche Element der Bildung des Offizierkorps nicht außer Augen gelassen. Von 1816 ab
inspizierte der Prinz 27 Jahre lang alljährlich die verschiedenen Brigaden, und auf einer solchen Reise ereilte ihn 19. Juli 1843 in
Bromberg der Tod. Er war zuletzt General der Infanterie, Generalinspekteur und Chef der Artillerie, erster
Kommandeur des 1. Bataillons im 3. Gardelandwehrregiment, Präses der Kommission zur Prüfung militärwissenschaftlicher und
technischer Gegenstände, Kurator der Artillerie- und Ingenieurschule.
Der Prinz war der reichste Grundbesitzer des preußischen Staates. Der größte Teil seiner Besitzungen fiel an die königliche
Familie zurück, da er nur illegitime Kinder hinterließ; ein kleiner Teil kam an das fürstlich Radziwillsche
Haus, da des Prinzen Schwester Luise den Fürsten Anton von Radziwill geheiratet hatte.
Vgl. v. Puttkamer und v. Höpfner, Erinnerungsblätter
aus dem Leben des Prinzen von Preußen (Gotha 1869);
»Aus dem kriegsgeschichtlichen Nachlaß des Prinzen von Preußen« (in
den »Kriegsgeschichtlichen Einzelschriften« des preußischen Generalstabs, Heft 2, Berl. 1883).
[Sachsen, bez. Polen.]
6) August, Kurfürst von Sachsen, zweiter Sohn Herzog Heinrichs des Frommen und Katharinas von Mecklenburg, jüngerer
Bruder des Kurfürsten Moritz, geb. 31. Juli 1526 zu Freiberg, schloß an König Ferdinands Hof in Prag, wo er eine Zeitlang
verweilte, mit dem nachherigen Kaiser Maximilian II. Freundschaft. Von dem gelehrten Johann Rivius unterrichtet, studierte er
zu Leipzig. Durch des Vaters Testament zu gleichem Anteil an dem väterlichen Erbe bestimmt, ließ er sich doch von seinem Bruder
Moritz mit einigen Besitzungen und Nutzungen bis zum Ertrag von jährlich 40,000 Fl. abfinden und erhielt 1544 die
Administration des Hochstifts Merseburg, die er bei seiner Vermählung mit Anna, Christians III. von Dänemark Tochter, 1548 niederlegte.
Er lebte meist in Weißenfels, bis ihn Moritz' Tod 1553, nachdem er schon 1548 zu Augsburg die Mitbelehnung mit der Kurwürde
erhalten hatte, zu einem größern Wirkungskreis berief. Er bewirkte zu Augsburg 1555 den definitiven
Friedensschluß (s. Augsburger Religionsfriede). Der Streit mit dem ehemals Moritz verbündeten Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach,
welcher trotz der Niederlage bei Sievershausen die Waffen nicht niederlegte, wurde durch dänische und kurbrandenburgische Vermittelung
(11. Sept. 1553) beendet.
Die Ansprüche des ehemaligen Kurfürsten Johann Friedrich auf die Kur und seine Länder wurden 24. Febr. 1554 durch
den Naumburger Vertrag erledigt und später bei Gelegenheit der Grumbachschen Händel die Irrungen zwischen beiden sächsischen
Linien durch den Zeitzer Rezeß vom 25. Juli 1567 vollends ausgeglichen. Trotzdem war die Sorge vor den Ernestinern ein Hauptgrund,
der ihn zum engen Anschluß an das Kaiserhaus veranlaßte. Die Stände des obersächsischen Kreises erhoben
August 1555 zum Kreisobersten.
Bald darauf setzte er das lange beanstandete Privilegium de non appellando durch, womit die Gründung eines beständigen Appellationsgerichts
(1559) zusammenhing. Auch auf die allgemeinen politischen Angelegenheiten Deutschlands war von Einfluß. Leider aber verkannte
er über dem Wunsch, den Friedensstand von 1555 unbedingt aufrecht zu erhalten, die Notwendigkeit, den
von allen Seiten sich erhebenden Angriffen der katholischen Mächte gegen den Protestantismus rechtzeitig und nachdrücklich
zu begegnen.
Anfangs ließ
er die Anhänger Melanchthons, die Philippisten oder Kryptocalvinisten, gewähren, bis er 1574 plötzlich, von
seiner Gemahlin Anna angespornt, sie stürzte und über ihre Häupter eine grausame Verfolgung verhing,
worauf mit der Konkordienformel die lutherische Orthodoxie in Kursachsen zur Herrschaft gelangte. Trefflich verstand sich August auf
die Benutzung der Verhältnisse, um auch mit unlautern Mitteln seine landeshoheitlichen Rechte und sein Besitztum zu vermehren.
Die Vormundschaft über die Söhne Johann Wilhelms von Sachsen-Weimar mißbrauchte er, um sich auf ihre Kosten
an der hennebergischen Erbschaft zu bereichern; für die Kosten der Achtsvollstreckung an Johann Friedrich dem Mittlern drang
er den Ernestinern die sogen. vier assekurierten Ämter ab, den Reußen von Plauen das Amt Voigtsberg und die Städte Plauen, Ölsnitz
und Adorf, der Familie von Berbisdorf 1559 für 107,784 Fl. einen Teil ihrer für Bergbau und Forstnutzung
wichtigen Besitzungen, die nachher das Amt Lauenstein bildeten, dem Bischof Johann IX. gegen Überlassung des Amtes Mügeln das
Stift Meißen; durch die Sequestration der überschuldeten Grafschaft Mansfeld wurde der Heimfall derselben an Sachsen eingeleitet,
von den Herren von Schönburg kaufte er die obere Herrschaft und einen Teil der niedern Herrschaft Hartenstein für 145,000
Fl. Bedeutendes hat August als Staatswirt geleistet, wenn schon auch in dieser Beziehung ihn kein höherer Gesichtspunkt als der
der Bereicherung seines Schatzes leitete.
Durch die Aufnahme flüchtiger Niederländer, Verbesserung der Straßen und des Münzwesens, Begünstigung
der Leipziger Messen hoben sich Gewerbfleiß und Handel Sachsens;
die treffliche Bewirtschaftung der fürstlichen Kammergüter,
bei der ihn seine Gemahlin Anna eifrig unterstützte, gaben Beispiel und Anregung zur Förderung des Ackerbaus, der Viehzucht und
des Obstbaus;
August schrieb selbst ein »Künstlich Obst- und Gartenbüchlein«;
auch die Waldwirtschaft und
den Gartenbau hob er, nicht minder wurden durch ihn die ersten Posten in Sachsen eingerichtet.
Für die Bildung des Volks dagegen
geschah wenig, und die Universitäten gingen seit dem kirchlichen Umschwung von 1574 sichtlich zurück.
Von Augusts Gesetzen erwähnen wir: die sächsischen Konstitutionen vom 22. April 1572;
die Bergordnung von
1554, ergänzt 1571 und 1573;
die Polizeiordnung von 1555;
die Münzordnung von 1558;
die Kirchenordnung von 1580, mit welcher
er eine besondere Ordnung für Universitäten verband. Er gründete das Appellationsgericht, das Obersteuerkollegium, das geheime
Konsilium, das Oberkonsistorium, das Kammerkollegium etc. Die Steuern wurden von den Kammereinkünften geschieden
und der ständischen Verwaltung überlassen.
Die Anfänge der meisten Dresdener Sammlungen für Wissenschaft und Kunst stammen
aus Augusts Zeit. Im Umgang war August zuvorkommend, gegen Untergebene leutselig, gegen den Bürger, an dessen Schießfesten er
fleißig Anteil nahm, zutraulich, in seinen Festen glänzend. Er liebte die Turniere und die Jagd. Seine
Lieblingsbeschäftigungen waren außerdem Drechseln, mechanische Künste und Alchimie, so empfindlich er auch in letzterer Beziehung
von Betrügern getäuscht wurde. Nachdem er seine Gemahlin Anna, die ihm in 37jähriger Ehe 15 Kinder (von denen ihn jedoch
nur 4 überlebten) geboren und stets großen Einfluß auf ihren Gemahl ausgeübt hatte, 1. Okt. 1585 durch
eine Seuche verloren, vermählte er sich schon 3. Jan. 1586 mit Agnes
5) August Friedrich Wilhelm Heinrich, Prinz von Preußen.
Wegen seiner Verdienste um die Artillerie wurde 1889 das ostpreußische
Feldartillerieregiment Nr. 1 Feldartillerieregiment Prinz von Preußen genannt.
10) August Friedrich Eberhard, Prinz von Württemberg, preuß. Generaloberst der Kavallerie.
Ihm zu Ehren erhielt 1889 Vas
Posensche Ulanenregiment Nr. 10 den Namen Ulanenregiment Prinz von
der achte im jetzigen, der sechste Monat im alten röm. Jahre (s. Kalender), daher sextilis genannt, bis ihm
Augustus zum Andenken an glückliche Ereignisse, die ihm in diesem Monat widerfahren waren, seinen Namen beilegen ließ. Der
sextilis hatte im alten röm. Kalender nur 29 Tage gehabt, Cäsar verlängerte ihn aber um 2 Tage, so daß der August 31 Tage zählt.
Während der ersten zwei Drittel des August steht die Sonne im Zeichen des Löwen, während des letzten Drittels
in dem der Jungfrau. Im Deutschen wird er als Erntemonat bezeichnet. Nach den Doveschen Isothermen ergiebt sich die
mehr
Temperaturverteilung in Europa folgendermaßen.: Monatsmittel von +10° C. liegen auf der Linie Island, Tromsö, Uleå, Mesen;
+15° C.: Cork (Irland), Bergen, Helsingfors, Tobolsk;
+20° C.: Bordeaux, Wien, Orenburg;
+25° C.: Gibraltar, Madrid, Barcelona,
Palermo, Zara, Athen, Angora. In Nordamerika verlaufen die Linien gleicher Wärme folgendermaßen: +10° C.: Fort Franklin, Hudson-Bai,
Nain;
+15° C.: Fort Simpson, Fort William, Neufundland;
+20° C.: San Francisco, Peak (Massachusetts), Chicago, Toronto, Montreal,
Houlton;
+25° C.: Fort Union, St. Louis, Nashville, Richmond;
+30° C.: Fort Duncan, durch den Golf von Mexiko. - Die tägliche
Schwankung der Wärme beträgt in Mitteldeutschland 1,4° C.
Im norddeutschen Volksglauben ist der 1. August ein Unglückstag, da an ihm Satan aus dem Himmel
gestoßen wurde. Heilig ist in ganz Süd- und dem kath. Mitteldeutschland der 15. August (Maria Himmelfahrt), den der Volksmund
«Mariä Kräuterweibe» oder «Unserer Lieben Frauen Würzweihe» nennt. An diesem werden Kräuterbüschel in der Kirche geweiht,
und diese sog. Sangen sind heilkräftig und schützen das Haus vor Blitz und Beherung. Mit dem 15. August beginnt
der Frauendreißigst oder die Dreißigtage, an denen die ganze Natur dem Menschen hold ist, giftige Tiere ihr Gift verlieren,
wohlthätige Pflanzen die höchste Kraft haben.
der Jüngere, Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel (1634-66), geb. 1579 als Sohn des Herzogs
Heinrich von Braunschweig, studierte in Rostock und Tübingen und lebte dann in Hitzacker 30 Jahre seinen gelehrten Neigungen.
Unter dem Namen Gustavus Selenus schrieb er hier das lange Zeit berühmte Werk «Das
Schach- oder Königsspiel» (Lpz. 1616) und «Cryptomenyticae
et Cryptographiae libri IX» (Lüneb. 1624). Nachdem 1634 das mittlere
Haus Braunschweig-Wolfenbüttel erloschen war, erhielt August das Herzogtum Wolfenbüttel, dann nach dem Tode eines ältern Bruders
das väterliche Erbe Dannenberg und 1651 die Grafschaft Blankenburg.
Als Regent erwarb er sich große Verdienste um sein durch den Dreißigjährigen Krieg tief heruntergekommenes Land. Er erließ 1651 eine
ausgezeichnete Schulordnung, 1657 eine Kirchenordnung, sorgte für Verbesserung des Rechtswesens und
des Steuerwesens. Er ist der Begründer der berühmten Wolfenbütteler Bibliothek. Auch setzte er als Herzog seine Studien fort
und veröffentlichte 1640 eine «Geschichte des Herrn Jesu» und 1644 eine
«Evangelische Kirchenharmonie». Er starb am 17. Sept. 1666.
Vgl. Bethmann, Herzog der Jüngere (Wolfenb. 1863)-, Koldewey, Die Schulgesetzgebung des Herzogs August des Jüngern
(Braunschw. 1887).
letzter Erzbischof von Magdeburg (1628-47), zweiter Sohn Kurfürst Johann Georgs I. von Sachsen, geb. 13. Aug. 1614,
wurde 1628 an Stelle des geächteten Markgrafen Christian Wilhelm von Brandenburg zum Erzbischof von Magdeburg erwählt. Der
Prager Friede (1635) verschaffte ihm Anerkennung auch von seiten der kath. Partei; der Westfälische Friede
sicherte ihm den Besitz des Erzstifts auf Lebenszeit; nach seinem Tode sollte Herzogtum und Stadt Magdeburg an den Kurfürsten
von Brandenburg übergehen. August vermählte sich 1647, legte infolgedessen die erzbischöfl.
Würde nieder und ließ sich zum Administrator ernennen. Von seinem Vater erbte er 1656 die
Stadt Weißenfels
und andere sächs. Gebiete. Zusammen mit den vier Ämtern Querfurt, Burg, Dahme, Jüterbog, die von dem Herzogtum Magdeburg
als dauernder Besitz der Familie des Administrators abgezweigt wurden, bildeten diese Lande das Herzogtum Weißenfels. August ist
der Stifter der Albertinischen Seitenlinie der Herzöge von Sachsen-Weißenfels; sie starben 1746 aus; ihr
Land fiel an die ältere kurfürstl. Linie. Nach dem Tode A.s (4. Juni 1680) kamen Stadt und Herzogtum Magdeburg an den Kurfürsten
von Brandenburg.
Paul Friedr., Großherzog von Oldenburg (1829-53), ältester Sohn des Herzogs Peter Friedrich Ludwig und der
Prinzessin Elisabeth von Württemberg, wurde 13. Juli 1783 auf Schloß Rastede geboren. Nach der Besetzung Oldenburgs durch die
Franzosen begab er sich 1811 mit seinem Vater nach Rußland, wo sein jüngerer Bruder Georg (gest. 1812) mit der Großfürstin
Katharina, nachheriger Königin von Württemberg, vermählt, Gouverneur von Nowgorod, Twer und Jaroslaw
war.
Gleich diesem nahm er thätigen Anteil an dem Befreiungskriege. 1816 nach Oldenburg zurückgekehrt, vermählte er sich 1817 mit
der Prinzessin Adelheid von Anhalt-Bernburg-Schaumburg (gest. 1820), 1825 zum zweitenmal mit Ida (gest. 1828), der Schwester
seiner ersten Gemahlin, und 1831 zum drittenmal mit Cäcilie, der jüngsten Tochter des ehemaligen Königs
von Schweden, Gustavs IV. Adolf, die 1844 starb. Aus erster Ehe stammen die Prinzessinnen Amalie (s. d.), spätere Königin von
Griechenland, und Friederike (seit 1855 mit Maximilian Freiherrn von Washington vermählt, gest. 20. März 1891); aus der zweiten
der Großherzog Peter (s. d.); aus der dritten Ehe der Herzog Anton Günther Friedrich Elimar (geb. 23. Jan. 1844).
Schon als Erbprinz unterzog sich August seit 1821 mit lebhaftem Eifer den Regierungsgeschäften.
Bei seinem Regierungsantritt 21. Mai 1829 nahm er den großherzogl. Titel an, der den oldenburg. Regenten durch den Wiener Kongreß
zugestanden, von des Großberzogs Vater aber nicht geführt worden war. August sorgte durch Abschluß von Verträgen
für die Verkehrsentwicklung des Landes, begründete (1831) neue Gemeindeordnungen für Stadt und Land und ordnete das Gewerbswesen
und die kirchlichen Verhältnisse. Infolge der Ereignisse von 1848 kam ein mit dem Landtage vereinbartes Staatsgrundgesetz
zu stande, das er 18. Febr. 1849 vollzog und das, nachdem es im Einvernehmen mit dem 5. und 6. Landtage abgeändert
war, als «revidiertes Staatsgrundgesetz für das Großherzogtum Oldenburg» 22. Nov. 1852 publiziert wurde. Er starb 27. Febr. 1853. Ihm
folgte in der Regierung sein Sohn Peter.