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Das Buch Rut spielt in der Zeit der Richter (1,1; s.o.). Es erzählt, wie die Moabiterin Rut ihre Schwiegermutter Noomi in deren Heimatstadt Betlehem begleitet. Dort sichert sie das Überleben der beiden Witwen, heiratet erneut und wird zur Urgrossmutter von König David. Die Rut-Erzählung betont die Bedeutung von Zuwendung, Solidarität und Treue über religiöse und ethnische Grenzen hinweg. Entstanden ist es wohl im 5./4. Jh. als Gegenstimme zu Nehemia und Esra, die eine Art «nationalreligiöse Identitätspolitik» propagierten. Rut ist eine der vier Frauen, die im Stammbaum Jesu in Mt 1 erwähnt werden, und steht auch hier für die Offenheit gegenüber nicht-jüdischen Völkern.