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Eine historisch-kritische Gesamtausgabe der musikalischen Werke Anton Weberns (1883-1945) ist nach wie vor ein Desiderat in der musikwissenschaftlichen Forschungslandschaft. Webern ist einer der letzten, längst anerkannten Künstler der "Moderne", der noch nicht mit einer Werkausgabe bedacht wurde. Die Grundlagen für eine unproblematische Editionsarbeit sind gegeben: Die Quellen werden in gut zugänglichen Archiven und Bibliotheken Europas und Nordamerikas aufbewahrt, wovon die Paul Sacher Stiftung, Basel, den grössten Teil beherbergt.
Nach einer ersten Arbeitsphase, die der Einrichtung einer Arbeitsstelle diente und in der die Hauptbeteiligten an dem Projekt kommunikativ vernetzt, der komplette relevante Quellenbestand erfasst und mit einem Editorial Board erste Richtlinien der Editionsarbeit diskutiert wurden, folgt nun prioritär die Erarbeitung von Editionen, die im Horizont eines editorischen Gesamtkonzepts zu reflektieren sind.
Durch die Initiierung einer Webern-Gesamtausgabe wird die internationale Forschung zur Beschäftigung mit bisher vernachlässigten Bereichen seines Schaffens (wie dem Frühwerk und den verschiedenen Fassungen späterer Kompositionen) angeregt. Dabei ist zu erwarten, dass die philologisch gewonnenen Einsichten neue analytische und kulturgeschichtliche Untersuchungen fundieren und musikalisch-interpretatorische Aufführungen anregen werden. Die Publikation des Gesamtwerks wird zu einer nachhaltigen Veränderung des derzeitigen Webern-Bildes führen.