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Über die akademische Missachtung europäischen Kulturerbes.
In der aktuellen Ausgabe des Periodikums RIVISTA INTERNAZIONALE DI MUSICA SACRA, 36, 2015, S. 49-79, herausgegeben von der Libreria Musicale Italiana, erschien mein deutschsprachiger Aufsatz mit dem Titel: Polydisziplinäre Betrachtungen zur Symbolik des abendländischen Tonsystems. Über die akademische Missachtung europäischen Kulturerbes. Darin geht es u.a. um die Einsicht, dass es sich lohnt, sich mit jenem Bildungshorizont auseinanderzusetzen, in dem die zu untersuchenden Kulturgüter entstanden. Das bedeutet für das Mittelalter, vom fachspezifischen Denken Abstand zu nehmen und sich mit den Lehrinhalten des Quadriviums zu befassen. Zu jenen vier Wegen gehörte die Arithmetik (Zahlentheorie), die Geometrie (inkl. Geographie und Naturgeschichte), die Musik(theorie) sowie die Astronomie (inkl. Astrologie). Aufgrund des starken Einflusses der Kirche kann man im eigentlichen Sinne von einem katholischen, d.h. allumfassenden Weltbild sprechen, in das jedwede Form von Erkenntnis zu integrieren war. Das vernetzte Denken des Mittelalters beschränkte sich darauf, in allen Erscheinungsformen der Natur und Kunst das Wirken des Schöpfers zu erkennen. Selbstverständlich bildet die Musik(theorie) auch in diesem Punkt keine Ausnahme.
Ich habe Anlass, Prof. Giacomo Baroffio - ehem. Preside des Pontificio Istituto di Musica Sacra in Rom - für seine freundliche Unterstützung herzlich zu danken.