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Berufsleute mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder einer anderen gleichwertigen Qualifikation können Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen ablegen. Damit lässt sich ein eidgenössisch anerkannter Abschluss auf der Tertiärstufe erwerben. Pro Jahr absolvieren rund 17‘500 Personen erfolgreich eine eidgenössische Prüfung. (Bundesamt für Statistik, 2016)
Profil der eidgenössischen Prüfungen
Berufsprüfungen ermöglichen Berufsleuten eine erste fachliche Vertiefung und Spezialisierung nach der beruflichen Grundbildung in einem Beruf. Das Ablegen einer Berufsprüfung setzt eine mehrjährige Berufserfahrung im entsprechenden Berufsfeld voraus. Erfolgreiche Absolvierende erhalten einen eidgenössischen Fachausweis (z.B. «HR-Fachfrau mit eidgenössischem Fachausweis»). Der Fachausweis ist in der Regel eine Zulassungsbedingung für die höhere Fachprüfung.
Höhere Fachprüfungen verfolgen zwei Ziele: Zum einen qualifizieren sie Berufsleute als Expertinnen und Experten in ihrem Berufsfeld. Zum anderen bereiten sie Absolvierende auf das Leiten eines Unternehmens vor.
Diese Prüfungen werden auch von Universitäts- und Fachhochschulabsolvierenden genutzt, um fachliche Qualifikationen zu vertiefen und auszuweiten. Erfolgreiche Absolvierende einer höheren Fachprüfung erhalten ein eidgenössisches Diplom (z.B. «Einkaufsleiterin mit eidgenössischem Diplom», «Diplomierter Steuerexperte» oder «Malermeisterin»).
Existiert in einem Berufsfeld sowohl eine Berufs- als auch eine höhere Fachprüfung, entspricht die höhere Fachprüfung einem höheren Anforderungssniveau.
Berufs- oder Branchenverbände sorgen als Prüfungsträger dafür, dass die Abschlüsse der eidgenössischen Prüfungen einen direkten Bezug zur beruflichen Praxis und zum Arbeitsmarkt haben. Eine Prüfungsordnung regelt die Zulassungsbedingungen für die einzelnen Prüfungen, das Berufsprofil, die zu erreichenden Kompetenzen, das Qualifikationsverfahren sowie den entsprechenden gesetzlich geschützten Titel. Die Prüfungsträger reichen dem SBFI die Prüfungsordnungen zur Genehmigung ein.
Zurzeit existieren rund 220 Berufsprüfungen und 170 höhere Fachprüfungen (SBFI, 2016). Das Berufsverzeichnis enthält die verschiedenen eidgenössischen Prüfungen mit den jeweiligen Prüfungsordnungen.
Aufgaben des SBFI
Das SBFI
- genehmigt die einzelnen Prüfungsordnungen. Die Abschlüsse erhalten die eidgenössische Anerkennung und die Titel sind in den Landesprachen geschützt.
- berät die Prüfungsträger und Organisationen der Arbeitswelt beim Entwickeln und Revidieren der einzelnen Prüfungsordnungen.
- stellt Unterlagen und Leitfäden für die Entwicklung von Qualifikationsprofilen zur Verfügung.
- überwacht, ob die Prüfungen gemäss der Prüfungsordnung verlaufen. Bei Streitigkeiten über den Ausgang einer Prüfung oder die Zulassung zu einer Prüfung ist das SBFI die erste Rekursinstanz. Zweite und letzte Rekursinstanz ist das Bundesverwaltungsgericht.
Vorbereitende Kurse
Zur Vorbereitung auf die eidgenössischen Berufs- und höheren Fachprüfungen werden berufsbegleitende Kurse angeboten. Der Besuch dieser Kurse ist freiwillig. Sie ermöglichen den Teilnehmenden, sich den eigenen Bedürfnissen und Lebensumständen entsprechend auf die Prüfungen vorzubereiten.
Die vorbereitenden Kurse werden von kantonalen Bildungsinstitutionen, Bildungszentren, von Berufsverbänden oder privaten Bildungsanbietern durchgeführt. Sie sind staatlich nicht reglementiert und unterstehen keiner staatlichen Aufsicht.
Die Gestaltung der einzelnen Kurse fällt unterschiedlich aus. Meist dauern die Kurse zwei bis drei Semester. Der Unterricht erfolgt entweder tageweise oder an Abenden bzw. an Wochenenden. Neben dem schulischen Unterricht erarbeiten die Teilnehmenden die zu erreichenden Kompetenzen über Selbststudium, Verfassen von Arbeiten oder durch die betriebsinterne Ausbildung. Den wichtigsten Beitrag zum Erwerb von beruflichen Handlungskompetenzen leistet die langjährige Berufserfahrung.
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