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Like a heavy, viscous vapor
Die Werke von Etsuro Masuda und Matea Sušić werden in Kooperation mit der Zürcher Hochschule der Künste um 18:30 im Vorkonzert präsentiert.
Klang sei ein physisches Material, eine Substanz, sagt Timothy McCormack. Die Wahrnehmung von Klang sei von einer unmittelbaren körperlichen Erfahrung begleitet, die sich in vergleichbarer Weise einstelle, wenn man Richard Serras gigantische Stahlskulpturen im öffentlichen Raum begehe. Den Ursprung seines eigenen Schaffens sieht der 1984 geborene amerikanische Komponist an den Kontaktpunkten zwischen den Musizierenden und ihren Instrumenten. Lippen und Messingrohre sind es in Worldeater. Das 70-minütige Stück zielt darauf ab, «unseren Hörraum zu sättigen, wie ein schwerer, zähflüssiger Dampf, der einen Raum ausfüllt», so der Komponist. Auch das andere Werk des Porträtkonzerts zeichnet sich weniger durch Konstellationen von Tonhöhen und Rhythmen als durch die Bündelung der Kräfte von Interpreten und Instrumenten aus: Subsidence. In der Geologie bezeichnet dieser Begriff (dt. Subsidenz) das Absinken von Erdmassen. In der spektakulären Musik für zwei Spieler auf einer (!) Slide-Gitarre erfolgt eine zunehmende Konzentration von Materie und Energie. Dieser Vorgang endet unweigerlich mit einer Implosion. In der Krypta des Zürcher Grossmünsters, dem wohl bedeutendsten Ort der Schweizer Reformation, verspricht dieses Konzert eine physische Raum-Zeit-Erfahrung zu werden.
Dieses Konzert war ursprünglich für die Saison 2020/21 geplant und wird coronabedingt nachgeholt.