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Seit Anfang 2020 hat Roger Federer aufgrund der Corona-Pandemie und mehreren Knieoperationen nur sechs Turniere und 19 Matches gespielt, innerhalb der letzten 52 Wochen gar nur 13 Partien bei fünf Turnieren. Trotzdem steht der 40-jährige Baselbieter noch immer in den Top 10 (Position 9) der ATP-Weltrangliste.
Wie ist das möglich? Aufgrund der Corona-Pandemie dehnte die ATP den Berechnungszeitraum zunächst auf 22 Monate, später auf 24 Monate aus. Diese Massnahme lief am 9. August zwar eigentlich aus, allerdings werden Resultate bestimmter Turniere von 2019 und des ersten Halbjahrs 2020 noch immer mit 50 Prozent gewertet.
Würde man – wie vor der Pandemie üblich – nur die Resultate der vergangenen 52 Wochen für die Weltrangliste in Betracht ziehen, würde das Ranking komplett anders aussehen. Die französischen Tennis-Statistiker von «Jeu, Set et Maths» haben es durchgerechnet: Vor allem Federer würde richtiggehend durchgereicht. Statt auf Position 9 würde der «Maestro» nur noch auf Rang 76 stehen, weil seine Punkte vom Wimbledon-Final 2019 und vom Australian-Open-Halbfinal 2020 nicht mehr zählen.
Auch Stan Wawrinka profitiert von der Ranking-Sonderregel, die noch bis Ende Jahr in Kraft ist. Die aktuelle Weltnummer 49 wäre eigentlich nur noch an Position 128 klassiert und müsste bei Grand-Slam-Turnieren nach einem allfälligen Comeback in die Qualifikation oder auf eine Wild Card hoffen.
Auch an der Spitze ergäbe sich ein anderes Bild: Statt Novak Djokovic wäre US-Open-Sieger Daniil Medwedew die Weltnummer 1. Mit seinem Triumph in Flushing Meadows hätte der 25-jährige Russe den Dominator der letzten Jahre eigentlich überholt, doch im aktuellen Ranking führt Djokovic mit komfortablen 1558 Punkten Vorsprung.
Kommt es also zum Jahresende, wenn wieder das alte Ranking-System in Kraft tritt, zur grossen Wachablösung? Das steht noch in den Sternen. Medwedew muss aus dem Vorjahr für die Titelgewinne in Paris-Bercy und bei den ATP-Finals in London 2500 Punkte verteidigen. Djokovic, der in Paris nicht am Start war, holte bei den ATP-Finals als Halbfinalist nur 400 Zähler. Gut möglich also, dass der «Djoker» am Jahresende den Rekord von Pete Sampras bricht und zum insgesamt siebten Mal ein Jahr als Weltnummer 1 beenden wird. (pre)