Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03138.jsonl.gz/2959

Eingereichter Text
Welche Massnahmen wird der Bundesrat ergreifen, um den Schneeschuhläuferinnen und Schneeschuhläufern zu garantieren, dass sie diese Aktivität unter angemessenen Sicherheitsbedingungen ausüben können?
Wie wird der Bundesrat sicherstellen, dass sich diese Aktivität auf Zonen beschränkt, in denen sie sich im Einklang mit der Natur entwickeln kann und keine Belastung für die wildlebenden Tiere darstellt?
Begründung
Schneeschuhlaufen ist ein sehr populärer Sport - dafür stehen die 500 000 Paar verkaufter Schneeschuhe. Diese leicht zugängliche und preisgünstige Aktivität ermöglicht zahlreichen Personen, etwas für ihre Gesundheit zu tun und in der Natur Energie zu tanken. Wie der tragische Unfall vor einigen Tagen am Col de la Faucille gezeigt hat, kann sich dieser Sport jedoch auch als problematisch erweisen, insbesondere was die Sicherheit betrifft. Manche Schneeschuhläuferinnen und Schneeschuhläufer benutzen mitten im Winter markierte Sommerwanderwege, die bei einer hohen Schneedecke keine ausreichende Sicherheit mehr gewährleisten. Schlimmer noch, manche bewegen sich sogar abseits von markierten Wegen. Ein zusätzliches Problem liegt darin, dass dieser Sport schädliche Auswirkungen auf die Natur und insbesondere auf die im Winter stark geschwächte Fauna haben kann. Es kommt vor, dass Schneeschuhläuferinnen und Schneeschuhläufer in geschützte oder ökologisch gefährdete Gebiete eindringen, was für die wildlebenden Tiere eine erhebliche Belastung darstellt.
Der Schweizerische Schneeschuhverband arbeitet seit 2001 an der Förderung dieser Aktivität und bemüht sich dabei, Kriterien der Sicherheit und des Umweltschutzes zu berücksichtigen. Er unterhält insbesondere ein Netz von über 1000 Kilometern markierter Wege und richtet sich dabei nach einem Sicherheitsleitbild, das in Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung und der Schweizerischen Kommission für Unfallverhütung auf Schneesportabfahrten erarbeitet wurde. Damit sollen die Schneeschuhläuferinnen und Schneeschuhläufer kanalisiert und ihre Einwirkung auf die Natur verringert werden. Der Verband stützt sich jedoch fast ausschliesslich auf ehrenamtliche Tätigkeit und kann seine Aufgaben nur schwer erfüllen, weil angemessene Mittel fehlen. Angesichts der starken Entwicklung des Schneeschuhlaufens, das inzwischen selbst in den Prospekten von Schweiz Tourismus angepriesen wird, befürchten die Verantwortlichen des Verbands, bereits auf relativ kurze Sicht ihre Aufgabe nicht mehr korrekt erfüllen zu können, wenn sich die Bedingungen nicht ändern. Die Markierung der Wege, die einen grossen Ausseneinsatz erfordert, sowie die Sensibilisierung der Schneeschuhläuferinnen und Schneeschuhläufer, insbesondere was den Respekt der Umwelt betrifft, erfordern zusätzliche Mittel, einen klaren Rahmen und eine professionelle Umsetzung.
Antwort des Bundesrates
vom
18.02.2009
Mit der wachsenden Beliebtheit des Schneeschuhlaufens als Freizeitaktivität in den vergangenen Jahren hat auch die Anzahl der damit zusammenhängenden Unfälle zugenommen. Der Bund ist nicht unmittelbar für die Sicherheit der Schneeschuhläuferinnen und Schneeschuhläufer verantwortlich. Er ist aber seit vielen Jahren im Bereich der Unfallverhütung tätig, sei es durch Sensibilisierungskampagnen oder durch die Beratung der verschiedenen betroffenen Akteure. Diejenigen, die Schneeschuhwege markieren, müssen die Sicherheit der Schneeschuhläuferinnen und -läufer garantieren. Wer sich jedoch abseits der markierten Schneeschuhpfade bewegt, ist für seine Sicherheit selbst verantwortlich.
Sportliche Aktivitäten im Freien wie das Schneeschuhlaufen haben stark zugenommen, gerade auch in Rückzugsräumen von Wildtieren, wodurch das Überleben dieser Tiere gefährdet sein kann. Artikel 7 Absatz 4 des Bundesgesetzes über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (JSG, SR 922.0) beauftragt die Kantone, für einen ausreichenden Schutz der wildlebenden Säugetiere und Vögel vor Störungen zu sorgen. Wie der Bundesrat in seiner Antwort auf das Postulat Allemann (07.3131) bestätigte, sind Wildruhezonen (oder -gebiete) ein taugliches Mittel, um den Freizeitsport in einem für die Wildtiere erträglichen Sinn zu lenken. In seiner Antwort erklärte er sich ebenfalls bereit, den betreffenden Artikel bei der nächsten Revision des Jagdrechtes zu präzisieren. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) arbeitet derzeit an einer entsprechenden Revision der Verordnung über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (JSV, SR 922.01). Die Kantone werden ihrerseits aufgefordert, die Ausscheidung von Wildruhezonen in Gebieten vorzunehmen, in denen die Störungen ein zumutbares Mass überschreiten.
Neben den gesetzlich vorgesehenen Massnahmen erlauben Mittel zur Information und Sensibilisierung der Öffentlichkeit eine Weiterentwicklung der Sport- und Erholungsaktivitäten im Freien, ohne dass Wildtiere, insbesondere in sensiblen Gebieten, zu sehr belastet werden. Das Bafu unterstützt ein Projekt, dessen Ziel genau darin besteht, die Wintersportlerinnen und -sportler auf die Problematik der Störung der Wildtiere aufmerksam zu machen.