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Der wahre Grund für Bescheidenheit
Luca wurde gerade von seinem Unternehmen als «Mitarbeiter des Monats» ausgezeichnet. Eilig schreibt er seinem Chef: «Ich habe nur meine Arbeit getan, dafür muss ich nicht ausgezeichnet werden.» Bedeutet seine bescheidene Reaktion, dass er seine Fähigkeiten und seine Leistung unterschätzt? Nicht unbedingt: Forschende der University of Duke (USA) haben kürzlich nachgewiesen, dass Bescheidenheit nichts damit zu tun hat, dass wir unsere positiven Eigenschaften und unsere Leistungen herunterspielen. Der Unterschied zwischen bescheidenen und unbescheidenen Menschen liege in der Überzeugung, dass positive Eigenschaften und Leistungen keine Berechtigung zu einer Sonderbehandlung geben.
In zwei verschiedenen Studien sollten die 419 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschreiben, auf welche Eigenschaften und/oder persönliche Leistungen sie stolz waren. Im Anschluss daran wurde ein Vergleich mit den Angaben anderer Personen durchgeführt. Auch die Art, wie die Teilnehmenden dementsprechend von den anderen behandelt werden müssten, wurde eingeschätzt. Schliesslich absolvierten sie noch Tests, mit denen ihre Bescheidenheit, ihr Selbstbewusstsein, Narzissmus, Eigennutz, ihre Identifikation mit der Menschheit, ihr Individualismus/Kollektivismus und ihre soziale Erwünschtheit gemessen wurden. Dabei stellten die Forschenden fest, dass die einzige Ursache für Bescheidenheit die Überzeugung ist, dass die Erreichung eines wichtigen Ziels kein Grund für eine bevorzugte Behandlung durch die anderen ist.
Studie
Banker, C. C., & Leary, M. R. (2019). Hypo-egoic nonentitlement as a feature of humility. Personality and Social Psychology Bulletin. doi: 10.1177/ 0146167219875144