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Antoine Claraz (1909-1997)
Altartisch, Ambo und Abdeckung des Taufbeckens, 1974-1975
Lackierte Bronze
Pfarrkirche, Plasselb
(Foto und Text: B. Fasel)
Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) brachte in der katholischen Kirche eine Erneuerung, die sich unter anderem darin äusserte, dass sich der Priester während der Eucharistiefeier nun dem Volk zuwandte und die lateinische Sprache durch die deutsche ersetzt wurde. Dies hatte zur Folge, dass in den Kirchen neues liturgisches Mobiliar notwendig wurde. Im Geiste dieser Erneuerung und als Ausdruck der Modernisierung wagten viele Kirchgemeinden Künstler der Moderne für diese Arbeiten zu engagieren. So auch in Plasselb, wo der Freiburger Antoine Claraz mit dem neuen Zelebrationsaltar, dem Lesepult und der Abdeckung des Taufbeckens im Chor der Kirche einen deutlichen Kontrast zur barocken und klassizistischen Formensprache der älteren Altäre schuf. Das glänzende Material, lackierte Bronze, verleiht den sakralen Objekten, ähnlich wie bei einer Vergoldung, den Eindruck des Wertvollen.
Claraz verzichtete bei der Ausgestaltung des Mobiliars fast vollständig auf die Gegenständlichkeit. Einzig zwei stilisierte Tierformen sind zu erkennen; auf der Abdeckung des Taufbeckens ist es eine Taube, auf dem Altaruntersatz ein Fisch. Es handelt sich hier um alte christliche Symbole. Die Taube, als Symbol für den Heiligen Geist bei der Taufe Christi im Jordan, ist gleichzeitig auch ein bekanntes Zeichen für Hoffnung und Frieden. Der Fisch könnte auf die Bibelstelle verweisen, wo Christus seine Jünger, Fischer am See Genezareth, aufforderte, ihm zu folgen: „Kommt, mir nach. Ich will euch zu Menschenfischern machen.“ (Mk 1,17) Das griechische Wort für Fisch, „ICHTHYS“, beinhaltet eine Art Kurzform des Glaubensbekenntnisses. Die fünf Schriftzeichen (I, CH, TH, Y, S) stehen für die Anfangsbuchstaben der griechischen Wortfolge „Jesus Christus Gottes Sohn Erlöser“. Historisch zwar nicht belegt aber der Erzählung nach soll der Fisch ein Erkennungszeichen der Christen während ihrer Verfolgung im alten Rom gewesen sein. Sie versammelten sich zum Gottesdienst in den Katakomben und benutzten das Zeichen gleichsam als Geheimcode für den Einlass zur Feier. Darstellungen von Fischen finden sich im Untergrund Roms auf Wandmalereien des 2./3. Jahrhunderts beispielsweise in der Calixtus-Katakombe.
Quellen:
- Schöpfer, Hermann / Blanchard, Raoul / Wüest, Franz / Hrsg. Pfarrei Plasselb (undatiert, 1989), Die Pfarrkirche von Plasselb, Broschüre zur 175-Jahr-Feier der Pfarrkirche Plasselb
- http://de.wikipedia.org/wiki/Fisch_%28Christentum%29 (29.11.2012)