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Zu den häufigsten Menstruationsbeschwerden gehören Bauch- und Rückenschmerzen.
Zu den häufigsten Menstruationsbeschwerden gehören Bauch- und Rückenschmerzen.
Ein Gesetzesentwurf in Spanien sieht vor, dass Frauen mit starken Regelbeschwerden bis zu drei Tage pro Monat zuhause bleiben dürfen. Die Kosten für die Fehltage würden vom Staat übernommen werden.
Bei starken Periodenschmerzen zuhause bleiben erlauben sich viele Frauen nur selten. Eher wird auf Schmerzmittel, Tees und andere Helferlein zurückgegriffen, um es irgendwie durch den Tag zu schaffen. In Spanien soll sich genau das nun ändern. Ein neuer Gesetzesentwurf der linken Regierung sieht vor, rechtlich bezahlte Krankentage bei heftigen Unterleibsschmerzen zu gewähren.
Gemäss Medienberichten sind drei zusätzliche Krankentage pro Monat vorgesehen, die von der Regierung finanziell ausgeglichen werden. Die betroffenen Frauen müssen dafür eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.
«Wir müssen nicht mehr mit Schmerzen zur Arbeit gehen, keine Tabletten mehr nehmen, bevor wir zur Arbeit gehen und die Tatsache verbergen, dass wir an diesen Tagen Schmerzen haben und nicht arbeiten können», so die Spanische Gleichstellungsministerin Irene Montero an einer Pressekonferenz.
Krank melden statt genereller Menstruationsurlaub?
Spanien würde mit diesem Gesetz eine Vorreiterrolle in Europa einnehmen. Bisher gibt es nur in sehr wenigen Ländern eine derartige Regelung, darunter in Japan oder Indonesien. Auch der Turnschuhhersteller «Nike» gewährt seinen Mitarbeiterinnen einen bezahlten «menstrual leave».
Der scheinbar fortschrittliche Vorschlag stösst allerdings auch auf Kritik. Die Schweizer Gewerkschaft Unia sagte zu diesem Thema bereits im Januar 2021 gegenüber der Handelszeitung, dass sie einen generellen Menstruationsurlaub nicht begrüsse. Es könne sein, dass sich eine Frau bei starken Menstruationsbeschwerden krank fühlt. In diesem Fall sei sie auch krank und es gelte das entsprechende Gesetz.
Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt
Aus Spanien sind die Befürchtungen zu hören, dass Frauen mit einem solchen Gesetz weiter stigmatisiert würden. Die neuen Regelungen könnten einen negativen Einfluss auf berufstätige Frauen haben, indem aufgrund der befürchteten Fehltage männliche Bewerber bevorzugt werden.
Erfahrungsberichten aus Japan zufolge ist diese Befürchtung aber unbegründet. Dort wurde das Recht auf Periodenurlaub bereits nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt. Gemäss eines CNN-Beitrags war die Inanspruchnahme zunächst relativ hoch. 1965 waren es nach Angaben lokaler Medien rund 26 Prozent.
Im Laufe der Zeit hätten immer weniger Frauen diese Möglichkeit genutzt. Eine Umfrage der japanischen Regierung aus dem Jahr 2017 ergab, dass nur 0.9 Prozent der weiblichen Angestellten die Möglichkeit eines Menstruationsurlaubs in Anspruch nahmen.
Auch zur Stigmatisierungskritik findet Arbeitsministerin Yolanda Díaz klare Worte: «Ich denke, es ist stigmatisierend, nicht sensibel genug zu sein, um zu verstehen, dass Frauen und Männer unterschiedlich sind und dass die Arbeitswelt nicht neutral ist.»
Das geplante Gesetzespaket beinhaltet nicht nur die Krankentage während der Periode. Auch die Mehrwertsteuer auf Binden und Tampons soll abgeschafft werden. Zudem ist eine Neuregelung für das Abtreibungsrecht geplant. Demnach soll es Jugendlichen ab 16 Jahren wieder möglich sein, ohne Zustimmung der Eltern abtreiben zu dürfen.
Kategorie
News
Publiziert am
25.05.2022
Hashtag
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