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Am 11. November 1920 unterzeichneten die Steyler Missionare den Kaufvertrag für die Pension "Rigiblick" in Steinhausen. Der Grundstein für die Schweizer Provinz war gelegt. An Weihnachten 1920 beherbergte das erste Steyler Missionshaus in der Schweiz (neuer Name: "Maria Hilf") drei Mitglieder der SVD: P. Konrad Klaar, den ersten Rektor des Hauses, sowie zwei Reisebrüder. Die Neugründung war von Anfang an vor allem Zeitschriften-Zentrale (Vertrieb und Werbung - eine Schweizer Redaktion oder Mitarbeit gab es damals noch nicht), diente aber auch als Ferienort für die Mitarbeiter des Generalates sowie die Steyler Studenten in Rom (bis 1939). 1941 wurde das Haus Sitz der "stadtgottes"-Redaktion, die auch den "Michaelskalender" und den "Jesusknaben" (wurde später durch "Weite Welt" ersetzt) herausgab.
1928 wurde in Blatten bei Naters VS ein Sanatorium für die Lungenkranken der ganzen Gesellschaft eröffnet. Das "Theresianum" wurde 1948 wieder aufgegeben.
Am 2. Dezember 1929 kauften die Steyler Missionare die Weinburg in Thal bei Rheineck SG und gaben ihr den Namen "Marienburg". 1930 eröffneten sie in der Burg ihre Missionsschule. Der erste Unterricht wurde im ehemaligen Sommerschloss des Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen erteilt. Die Weinburg kann auf eine reiche Geschichte zurückblicken. So fällt auf, dass ihre Bedeutung im Laufe der Jahrhunderte immer grösser wurde. Als Sitz vornehmer Adelsgeschlechter (1419-1686) besass sie regionale, als Landschreiberei (1686-1772) eidgenössische und als Sitz des Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen (1817-1929) europäische Bedeutung. Bis Ende der 90er Jahre zeichneten die Steyler Missionare als alleinige Träger des Gymnasiums verantwortlich.
1938 gründeten die Steyler das Institut Froideville in Posieux FR. Das Haus wurde Sitz des Anthropos-Instituts für Ethnologie, das zeitweise bis zu 14 Mitarbeiter beschäftigte. 1962 verlegten sie das Institut nach St. Augustin bei Bonn.
1965 wurde die Schweiz zur selbständigen Provinz erhoben.
1968 erwarben die Steyler Missionare in Gampel VS ein Einfamilienhaus, das bis 1978 die regionale Lateinschule beherbergte.
Seit 1989 gehört auch eine Niederlassung für Sprachstudenten in Paris zur Schweizer Provinz. Im Herbst 2004 übernahmen die Steyler Missionare die Pfarrei Rossny-sous-Bois.
Im Sommer 2012 schloss das Gymnasium Marienburg seinen Betrieb, nachdem die Finanzierung der Schule wegen des Sparpakets des Kantons St.Gallen nicht mehr zu stemmen war und die Schülerzahl bei nur noch 72 liegt. Zu ihren Glanzzeiten hatte die Schule deutlich mehr als 100 Schülerinnen und Schüler. Seit 2014 sind in den Räumlichkeiten syrische Flüchtlinge, insbesondere Jugendliche, untergebracht. 2016 verkauften die Steyler Missionare die Liegenschaft an die «Marienburg AG» (Teil der Menzi Muck-Gruppe).
Gerufen von der Liebe Christi, fühlen wir uns gedrängt, als Missionare des Göttlichen Wortes in den vielfältigen Wunden unserer Zeit etwas vom mitfühlenden Erbarmen Gottes in dieser Welt erlebbar zu machen.
1. Inspiriert vom Leben spendenden Wort Gottes, bemühen wir uns, unsere Leidenschaft für die Mission Gottes immer wieder zu erneuern.
Wir wollen dabei in einem ständigen Aufbruch leben, um den Menschen dort zu begegnen, wo sie sind, besonders denen, die benachteiligt oder marginalisiert werden.
2. Durch den Schmerz von Mutter Erde und das Leiden unserer Mitgeschöpfe, besonders unserer Geschwister am Rande der Gesellschaft, werden wir wachgerüttelt.
Darin sehen wir die stete Herausforderung, zur eigenen Umkehr aufzubrechen.
So werden prophetischer Widerstand, ökologische Umkehr und nachhaltiges Leben für uns zu grundlegenden Prinzipien.
3. In all den Krisen unserer Zeit wissen wir um unseren eigenen, dunklen Anteil als Menschen, Kirche und Gesellschaft. Doch im Vertrauen auf das Erbarmen Gottes bemühen wir uns täglich neu, echte Lebenshingabe in unseren interkulturellen Gemeinschaften zu leben. So geben wir Zeugnis von Vergebung und Versöhnung und gegenseitiger Wertschätzung, trotz alles Unterschiedlichkeit.
4. Die sich rasant verändernde Welt, die neuen Technologien, aber auch die schwindende Bedeutung von Kirche und Ordensleben verlangen von uns, dass wir als lebenslang Lernende eine Haltung von Unterscheidung der Geister und des unerschütterlichen Vertrauens pflegen. Auf unserem geistlichen Weg wissen wir uns verantwortlich für die eigene ganzheitliche Reifung sowie dafür, kreativ neue Wege und Worte für eine begeisternde Verkündigung zu finden.
5. Im Sinn einer synodalen Kirche streben wir danach, die Zusammenarbeit, Vernetzung und Verbundenheit insbesondere mit den Steyler Missionsschwestern und unseren Steyler Freundeskreisen (Lay Partners), Mitarbeitenden, sowie mit Ortskirchen und NGOs intensiver zu leben.
Im Aufeinander Hören – und im Hören auf den Heiligen Geist - überprüfen wir unsere Strukturen auf allen Ebenen und passen sie neuen Gegebenheiten an.
In Wertschätzung für unser Erbe wagen wir auch das Loslassen, wo es sich als Notwendigkeit zeigt, damit Neues entstehen kann.
Beschlossen vom Provinzkapitel im Januar 2024