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1. Die falsche Blondine
Eigentlich ist Brigitte Anne-Marie Bardot, wie «BB» mit vollem bürgerlichem Namen heisst, eine Brünette. Karriere machte sie aber erst, nachdem sie ihre Haare gefärbt hatte. Am meisten Aufsehen erregte sie mit der «Choucroute»-Frisur, mit der ihr blonder Haarschopf wie ein Büschel Sauerkraut («choucroute») wirkte. Braune Haare hätten sicherlich ganz andere Assoziationen geweckt.
2. Die nackte Schauspielerin
Der internationale Durchbruch gelang «BB» 1956 mit einem Film, dessen Titel Bände spricht: «Und immer lockt das Weib». Das Regiedebüt ihres damaligen Gatten und Förderers Roger Vadim begründete den Mythos Bardot. Nach diesem Kassenhit versuchte die Filmindustrie, möglichst viel Kapital aus ihrem Körper zu schlagen. Nacktszenen wurden zum entscheidenden Verkaufsargument eines Bardot-Films. War zu wenig Haut zu sehen, mussten Nacktszenen mit «BB» nachgedreht werden.
3. Die laszive Chansonnière
Erotisch war nicht nur Bardots Aussehen, sondern auch ihre Stimme. Der grösste Hit: «Harley Davidson» (1967). Ausserdem sollte 1969 ein Duett mit ihrem Liebhaber Serge Gainsbourg veröffentlicht werden: «Je t’aime… moi non plus». Um ihren damaligen Mann Gunter Sachs nicht zu kränken, zog Bardot den Titel jedoch zurück. Das Lied stürmte dennoch die Hitparaden, mit Jane Birkin als «BB»-Ersatz. Die Version mit Bardots Stimme wurde erst 1986 veröffentlicht und ist mittlerweile ein Youtube-Klassiker.
4. Kein Spielfilm über 40
1973 beendete «BB» abrupt ihre erfolgreiche Filmkarriere. «L’Histoire très bonne et très joyeuse de Colinot Trousse-Chemise» ist bis heute ihr letzter Auftritt als Schauspielerin. Danach stand sie nur noch für Dokumentationen über ihr Leben vor der Kamera. Auf der Kinoleinwand hat Bardot die «magische Grenze» von 40 Jahren also nie überschritten.
5. Die engagierte Tierschützerin
Nach dem Rückzug aus dem Filmgeschäft fand Brigitte Bardot rasch eine neue Rolle: Sie wurde zur erbitterten Kämpferin für die Rechte der Tiere. Öffentlich wahrgenommen wurde vor allem ihre scharfe Kritik am Umfang und den Methoden der Robbenjagd. Auf einer Demonstration in Paris verbrannte sie sogar Pelze. Zudem ist Bardot eine aktive Unterstützerin der Umweltschutzorganisation «Sea Shepherd», die 2011 ein Schiff nach ihr benannt hat.
6. Vier Ehen, unzählige Affären
Als Brigitte Bardot 1952 zum ersten Mal vor den Traualtar schritt, war sie noch ein Teenager: Als 18-Jährige gab sie Roger Vadim das Ja-Wort. Die Ehe mit dem französischen Filmemacher hielt fünf Jahre. 1959 heiratete sie – bereits schwanger – den Schauspieler Jacques Charrier. Da sich schon bald eine Trennung abzeichnete, wuchs ihr Sohn Nicolas-Jacques bei den Grosseltern auf. 1966 dann die Hochzeit mit Gentleman-Playboy Gunter Sachs. Die Scheidung folgte drei Jahre später. Mit ihrem aktuellen Gatten Bernard d’Ormale ist Bardot schon seit über 22 Jahren liiert.
7. Die politisch Unkorrekte
Seit den 90er Jahren steht Bardot der extremen französischen Rechten nahe. Ihr Mann Bernard d’Ormale ist gar ein führendes Mitglied des nationalkonservativen Front National. 2003 veröffentlichte Bardot das Buch «Un cri dans le silence» («Ein Ruf aus der Stille»). In dem umstrittenen Bestseller warnte sie vor einer schleichenden Islamisierung Frankreichs und beklagte die generelle Verweichlichung der Männer.
8. Vier Selbstmordversuche, unverwüstliche Vitalität
Gas, Rasierklingen, das Meer und Tabletten. Brigitte Bardot schrammte schon oft haarscharf am Tod vorbei. Viermal wollte sich «BB» das Leben nehmen, einmal wäre sie fast dem Krebs erlegen. Doch ihre Lebensgeister waren zum Glück stärker. Angesichts der vielen Krisen, die sie überstehen musste, erstaunt es, wie viel Vitalität Brigitte Bardot heute noch besitzt. Chapeau und alles Gute zum 80. Geburtstag!