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Lebenslauf von Karl Schenk 1905-1973
Text von Kathryn Schenk Tochter des Künstlers
Karl Schenk in Bern als Sohn eines Kunstschlossers und einer kunsthandwerklich und dichterisch begabten Mutter geboren,
zog es schon als Schüler zum Zeichnen und Malen hin.
Der realistisch denkende Vater wollte aber dem Sohn das Elendsdasein eines Künstlers ersparen und willigte nicht in ein Kunststudium ein.
Der begabte Junge sollte das solide Handwerk eines Grabsteinhauers erlernen.
Sein Ziel aber verfolgte er mit verbissener Energie und er stahl sich die Zeit, unter Prof. Strasser anatomische Studien zu machen.
1934 zog er mit seiner Frau Anna Schenk-Schüepp, Schauspielerin geboren in St. Petersburg im Genuss eines Stipendiums nach Paris.
Dort folgten fruchtbare Lehr- und schwere Hungerjahre. Auch schöne Stunden und Freundschaften mit den Bildhauern Sandoz und Huggler.
Mit neuem Wissen und Können bereichert (etwa 400 Zeichnungen) kehrte er in seine Geburtsstadt zurück und liess sich als freier
Bildhauer und Maler nieder.
Nach einer Zeit bitterer Kämpfe und Entbehrungen begann der langwierige Weg der zuerst privaten und dann der öffentlichen Anerkennung.
Seine Plastiken schmücken öffentliche Gebäude und Anlagen in Bern, Zürich, Winterthur, Luzern und im Tessin.
"Der Arbeiter" an der Nordfassade des Rathauses in Bern,
"Sein und Werden" die beiden Frauengestalten Plastik beim Eingang des Bremgarten-Friedhofes in Bern,
die drei Figuren (Reliefs) an der Fassade des Radio-Studio Bern,
"Die Wasserschöpferin" an der Aussenwand des Pumpwerkes der Wasserversorgung der Stadt Bern,
Frauenfigur in Bronze beim Eingang zum früheren Friedhof Wabern,
Plastiken und Reliefs im mehreren Schulhäuser:
Bronze Fuchs und Rabe Schule Spiegel
Relief Aula Schule Hessgut Liebefeld
Hüterbub Bronze Schule Utzenstorf
"Trinkender Faun" für die Wasserversorgung der Stadt Bern hat er ein grosses Mosaik geschaffen.
Grosse Freude bereitete ihm der Auftrag für die Gemeinde Köniz ein 3 x 5 m grosses Glasfenster zu kreieren.
Es befindet sich in der Wasserversorgung der Gemeinde Köniz.
"Bauernmädchen" Büste aus Bronze, steht in der Halle des Bundeshauses.
Ebenso stammen auch die einmaligen Holzschnitzereien "gesamtes Bauernleben" am stadtbernischen Gutshof in Kiesen von ihm.
Die Begabung liegt sowohl in der Bildhauerei wie in der Malerei .
In der Malerei, der er sich in den letzten zwanzig Lebensjahren hauptsächlich gewidmet hatte, nahmen Kind und Tier eine zentrale Stellung ein.
Es ist eine naturnahe, heile, friedliche Welt, die er malt und in der er lebt- mit einigen Ausnahmen.
Am liebsten hätte er nur überdimensionale Bilder gemalt, um seiner Urkraft Ausdruck zu verleihen.
Es war die Tragik seines Schicksals, dass es ihm, der mit Vorliebe biblische Themen wählte, nie vergönnt war, eine Kirchenwand zu gestalten.
Ein Bild "Die Kreuzigung Christi" ist in der Sammlung des Fürsten von Liechtenstein.
Er hat sich bewusst nie um die neuen Kunstrichtungen und Theorien des 20. Jahrhunderts gekümmert.
Die Natur hat diesen schöpferischen Geist aus dem Volke heranwachsen lassen und seine Werke haben auch wieder zum Volke gefunden.
Er war auch ein fabelhafter Erzähler (oft in Bildern dargestellt), Komiker und perfekter Schauspieler, konnte seine Gäste unter anhaltendem Gelächter bis in die frühen Morgenstunden unterhalten. Im kleinen Kreis liebte er Gesellschaft über alles. Sonst war er eher menschenscheu und lebte sehr zurückgezogen.
Nicht zu vergessen sind die Arbeiten von den Büsten in Bronze General Guisan, der Bundesräte Häberlin, Etter, Nobs, Münger, Petitpierre u. a. m.
Seine Bilder sind in der ganzen Schweiz wie auch im Ausland in Privatbesitz wie in öffentlichen Gebäuden vertreten.
In den letzten Jahren seines Lebens skizzierte er Entwürfe zu dem, was er als Krönung seines Lebenswerks bezeichnete: Vier wichtige Stationen aus dem Leben Jesu. Mit letzter Kraft hat er "Die Kreuzigung" vollendet.
Er ist am 14. Dezember 1973 gestorben.
Karl Schenk Mappe
Diese Mappe erschien im Sommer 1948 als este Zusammenfassung aus dem reichen Schaffen des Malers und Bildhauers Karl Schenk, Bern. Die einmalige, nummerierte, auf 500 Exemplare beschränkte Auflage ist für die Freunde und Förderer von Karl Schenk bestimmt.
Inhalt:
Bronzebüsten
1 Bundesrat Heinrich Häberlin
2 Bundesrat Ernst Nobs
3 Polizeidirektor Schneeberger
4 Bundesrat Philipp Etter
5 General Guisan
6 Achille Grospierre
7 Nationalrat Robert Grimm
8 Präsident Raymond Poincaré
9 Der Giesser Bronzeskulptur
Skulpturen
10 Arbeiter aus dem Oberhasli Skulptur
11 Der Bergmann
12 Weiblicher Torso
13 Detail der Skulptur "Sein und Werden"
14 Enten
15 Faun (Bild links)
16 Der Strassensänger
17 Kniende
18 Büste Frau H. K.
101 und 102 Zeichnungen Pferde
201 - 221 Gemälde
Eintrag Künstler-Lexikon der Schweiz XX. Jahrhundert
Quelle:Huber Verlag
Schenk, Karl, Bildhauer u. Maler, 24.10.1905 Bern.
Eintrag SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz