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Stefan Görauch hiess alle in gastfreundlicher Weise willkommen. Zuerst seien das Begegnen und Auseinandersetzen mit Kunst angesagt, später folge das Verweilen. Er dankte namentlich Kaspar Marti, Präsident des Glarner Kunstvereins, fürs sorgsame Zusammenstellen der gesamten Ausstellung. Von ihm war unter anderem zu vernehmen, dass es das in dieser Form bestehende Begegnen seit nunmehr zehn Jahren gebe und dass meistens das Gestalten von jeweils drei Kunstschaffenden über eine lange Zeitspanne hinweg präsentiert sei.
Zusammengetragen und präsentiert sind Werke von drei gar verschiedenen Personen, die sich spürbar intensiv und einfühlend mit dem jeweiligen Ausgestalten auseinandergesetzt haben. Kaspar Marti äusserte sich in willkommen knapper Form zu Gustav Schneeli, bevor er sich mit verschiedensten Fragen und Impulsen an Manù Hophan und Dominic Hartman wandte.
Gustav Schneeli (1872 in Zürich geboren, 1944 dort verstorben) studierte in Basel Kunstgeschichte. Er entstammte einer wohlhabenden Familie mit Bezug zum Glarnerland.
Er, Maler und Jurist, wollte sein Schaffen in einem eigens errichteten Kunsthaus der Öffentlichkeit präsentieren. Anno 1940 wurde diese Idee erneut aufgegriffen. So kam es 1952 zum Bau des heutigen Kunsthauses, das über die Kantonsgrenzen hinaus hohe Bedeutung geniesst.
Um 1900 wurde Schneeli als schweizerischer Attaché in Rom eingesetzt. Damit verbunden war sein Jurastudium. Ab 1905 wandte er sich der Malerei zu. Spürbar intensiv und ausdrucksstark kommt sein Ausgestalten vor allem in Bildern mit verschiedensten Blumen und den Porträts zum Ausdruck. Schneeli lebte und arbeitete in München, Paris und Rom. Nach Beginn des Krieges lebte er auf Schloss Vuippens im Freiburgischen. Rund 150 seiner Werke sind Teile der Sammlung im Kunsthaus. Präsentiert sind in der GLKB einige seiner Porträts, die enorm stilvoll, in dezenten Farben gemalt und mit grosser Ausstrahlung verbunden sind.
Manù Hophan (geb. 1956), in Näfels aufgewachsen, lebt und arbeitet in Zürich. Sie studierte in Berlin und kehrte 1984 nach Zürich zurück. Sie sprach zu ihren vielen Reisen und damit verbundenen, oft mehrmonatigen Aufenthalten in der jeweiligen Umgebung. Sie erwähnte Asmara, Eritrea, Shanghai, sprach zum Instagram-Account, ihrem «Manùseum», sprach zu ihrer ersten Zeit als Puppenspielerin, die Schulzeit in Bochum; Theater und Figurativem in Berlin und – nach einer Frage von Kaspar Marti – zu ihrem Bezug zu Ernst Morgenthaler. Manù Hophan offenbart mit ihrem Gestalten zahlreiche Gefühle, sie wünscht sich, dass ihre Bilder die Hinschauenden berühren. Sie verfasst Kurzgeschichten – mit Farben. Inhalte sind zu ergründen, sie weckt mit ihrem Schaffen stille, bewegende Schönheiten.
Dominic Hartmann (geb. 1984 in Zürich) wurde kürzlich mit dem Publikumspreis 2023, Glarner Kunstschaffen im Kunsthaus Glarus ausgezeichnet. Er hat sich aus dem hektischen, unruhigen Alltag, wie ihn Städte in sich haben, zurückgezogen. Er lebt und arbeitet in Linthal, genauer im Tierfehd. Er weiss sich mit der Natur, deren Sille und Schönheiten stark verbunden. Dies kommt in seinem Gestalten zum Ausdruck, Blätter, Blüten, Stiele, Äste, Gräser, Steine und anderes sind nicht selten einbezogen. Er will Einheiten gestalten, er sucht nach dem, was ihn in seinen Arbeiten inspiriert, das bezieht er intensiv mit ein. So fliessen Geschichten, Reduktionen in die Bilder ein. Er ist nicht einer, der sich mit Ausgestaltetem einfach zufriedengibt. Er vernichtet zuweilen, was ihn stört, ihm missfällt, was Erwartetem widerspricht. Bildinhalte lassen sich zuweilen nur mit sehr genauem, ausdauerndem Hinschauen erkennen.
Die Ausstellung ist zu den ordentlichen Bürozeiten (Montag–Freitag, 08.30–12.00 und 13.30–17.00 Uhr, Donnerstag bis 18.00 Uhr) geöffnet. Einige Bilder sind in verschiedenen Besprechungsräumen präsentiert und daher nicht immer zugänglich.