Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03513.jsonl.gz/431

Schulanlage Schwabgut
Adresse
3018 Bern
BE
Architektur
Kunst am Bau
Die Schulanlage Schwabgut der gleichnamigen Grosssiedlung in Bern-Bümpliz besticht durch konstruktive wie auch materielle Einheitlichkeit. Die internationale Ausrichtung der Architektur der Nachkriegsmoderne hat sie mit anderen Berner Schulanlagen wie Hochfeld (1956/57), Wankdorf (1959–1961) und Neufeld (1962–1964) gemeinsam. Die Fassaden der orthogonal zueinander gesetzten Bauten sind streng gegliedert, teils wirken sie fast grafisch. Ein reicher Baumbestand lockert nicht nur das Ensemble auf, sondern sorgt auch mit den verschiedenen Grünflächen für einen attraktiven Aussenraum.
Chronologie
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Bern-Bümpliz von einem Bauboom erfasst und es entstanden mehrere Grosssiedlungen. Sie brachten oftmals eigene Schulanlagen hervor, so auch im Schwabgut: Dort wurden in den Jahren 1959 bis 1961 das Sekundarschulhaus und die Turnhalle realisiert, in einer zweiten Etappen folgten zwischen 1965 und 1967 ein Primarschulhaus und ein Verbindungstrakt. Das im Bauinventar der Stadt Bern als schützenswert eingestufte Ensemble wurde von 1996 bis 1998 saniert, eine weitere Sanierung ist in den kommenden Jahren geplant.
Lage
Die Schulanlage liegt inmitten der heterogenen Siedlung Schwabgut im Westen Berns. Sie besteht aus drei Baukörpern, die von der Kelten-, Schwab- und Gotenstrasse gefasst sind. Eine Querverbindung von der Kelten- zur Gotenstrasse erschliesst das Innere der Parzelle. Diese ist in vier Quadrate unterteilt, auf denen sich die beiden Schultrakte, ein Rasenspielfeld und ein Pausenplatz befinden. Letzterer versammelt drei Betonplastiken: Die sogenannten Lochscheiben von 1998 sind ein Werk der Künstlerin Nika Spalinger. Da die Schulanlage zur Siedlung Schwabgut gehört, gliedert sie sich in deren orthogonales Bebauungsraster ein. Baumreihen und grosszügige Grünflächen prägen den Aussenraum.
Beschreibung
Das dreigeschossige, kubische Sekundarschulhaus umfasst ein quadratisches Geviert mit Innenhof. Charakteristisch ist die Konstruktion aus vorfabrizierten Sichtbetonelementen sowie Fenstern aus Holz und Aluminium. Über den Bandfenstern liegen schmale Oberlichtfelder aus opakem Glas, die fix in die Betonbrüstungen eingesetzt sind. Im Innenhof ist eine pavillonartige Aula eingestellt. Die Klassenzimmer sind an den äusseren Fassaden angeordnet, die Erschliessung ist zum Innenhof gerichtet. In den Korridoren besteht der Boden aus rotbraunem Klinker, die Treppen weisen Granit auf und in den Klassenzimmer ist graublauer Linoleumbelag verlegt. Im Foyer der Aula ist die tragende Betonskelettstruktur sichtbar. Das ebenfalls dreigeschossige Primarschulhaus ist als Riegel konzipiert. Mit dem nordöstlichen Verbindungstrakt, der als offene Galerie ausgebildet ist und mit der Abwartswohnung kombiniert wurde, dockt es an das Sekundarschulhaus an. Konstruktiv sind die beiden Bauten identisch, gestalterisch existieren einige Unterschiede: So hat das Primargebäude gestuft ausgeformte Fensterbrüstungen und die geschlossenen Stirnseiten weisen ein feines orthogonales Fugenbild auf. Die Klassenzimmer sind nach Nordwesten orientiert, die Erschliessung erfolgt von Südosten. Die rechtwinklig zu den Schulhäusern gesetzte Turnhalle, die das rückwärtige Areal räumlich in zwei Bereiche trennt, weist ein leicht zurückversetztes und gerade noch sichtbares Untergeschoss auf. Die südseitige Fensterfront ist gerastert und in der oberen Hälfte mit opakem Glas versehen, die Nordfassade ist durch Bandfenster gegliedert.
Literatur
Themen