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Aids & Kind macht sich Gedanken über ein allfälliges, zukünftiges Engagement in Indien und schickte im Dezember 2016 eine kleine Delegation nach Hyderabad. Dort wurden mögliche Partnerorganisationen evaluiert und erste Projektideen entwickelt. Der Entscheid über eine Ausweitung des geografischen Engagements von Aids & Kind fällt 2017.
Indien, eines der bevölkerungsreichsten Länder dieser Erde, springt rund um HIV und Aids nicht unbedingt ins Auge. 2.1 Millionen HIV-positive Menschen leben auf dem Subkontinent. Weltweit liegt Indien damit auf Platz drei nach Südafrika und Nigeria.
Bezogen auf die Gesamtbevölkerung entspricht dies einer Prävalenzrate von 0.35%. Damit herrscht in Indien erfreulicherweise keine generalisierte Pandemie. Das Virus ist aber in sogenannten Brückenpopulationen oder Hochrisikogruppen sehr verbreitet. Diese stehen auf der untersten Stufe der Sozietät – es handelt sich um Prostituierte, Fernfahrer oder Wanderarbeiter. Bei den Prostituierten sind in Südindien zwischen 2 und 38% HIV-positiv – und die meisten haben unfreiwillig Kinder. Keine der Frauen in diesem Metier ist freiwillig dabei: Kastenwesen und Armut treiben Mädchen und Frauen schonungslos in die Prostitution.
UNICEF schätzt, dass es in Indien 4 Millionen von HIV und Aids betroffene Kinder gibt. Die meisten leben in sogenannten in Hochprävalenzsettings (Städte wie Mumbai, Hyderabad, Bangalore).