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Didaktischer Naturlehrpfad mit Erklärungstafeln zur Biodiversität im Siedlungsraum. Begleitbroschüren in 4 Sprachversionen (it, fr, de, en) sind bei der Touristen Organisation Lago Maggiore e Valli erhältlich.
Der mediterrane Fahlsegler erreicht mit Locarno die nördliche Grenze seines Verbreitungsgebiets. Erste
Beobachtungen rund um den Langensee gehen auf 1960 zurück. Der einheimische Fahlsegler ist eine wenig
bekannte Vogelart.
Die kleine Kolonie der Kirche St. Antonio wurde 1987 entdeckt. Sie befindet sich im unteren Bereich der
Nordfassade und des Glockenturmes. Die Anzahl Brutpaare schwankt zwischen 12 und 30 pro Jahr. Weitere
kleine nahegelegene Kolonien befinden sich in Cannobio und Domodossola, grössere in Mailand und Turin.
1990 wurde die einzige Fahlseglerkolonie der Schweiz dank der Gemeinde Locarno, des Kantons und der
Eidgenossenschaft gerettet. Die Einfluglöcher wurden sorgfältig angepasst. Damit lies sich verhindern, dass
Stadttauben die Fahlsegler verdrängen.
Wo brütet der Fahlsegler
In der Kirchenfassade brüten sowohl Fahlsegler wie auch Mauersegler. Regelmässige Beobachtungen seit 1987 zur Struktur der Fahlseglerkolonie, der Artengemeinschaft und der Wechselwirkungen mit dem Mauersegler haben keinerlei Verteidigungs- oder Aggressionsverhalten zwischen den beiden Vogelarten gezeigt. Der Fahlsegler brütet im Vergleich zum Mauersegler in der unteren Hälfte des Gebäudes. Daher konkurrieren die Arten nicht um dieselben Nistplätze.
Auf den ersten Blick sind die Vögel schwer voneinander zu unterscheiden. Der Fahlsegler hat ein fahlbraunes Gefieder, etwas längere Flügel mit dunklerem Flügelrand in Bezug zum Körper, einen etwas kräftigeren Kopf und einen kurz gegabelten Schwanz. Sein Ruf ist ähnlich dem des Mauerseglers, jedoch rauer, kürzer und weniger schrill. Der Fahlsegler trifft zusammen mit dem Mauersegler im April ein, kann aber im Vergleich zu ihm bis November ausharren und eine zweite Brut grossziehen.
Mauersegler sind für den Dauerflug geschaffen. Sie verbringen nahezu das ganze Leben in der Luft, wo sie Insekten erbeuten, trinken, sich paaren und schlafen. Sie landen lediglich zum Brüten. Auffallend sind die rasanten Flugspiele um die Brutkolonie und die schrillen Rufe «Sriii», die den Sommeranfang verkünden. Im Sturzflug können die Vögel über 200 Km/Std erreichen.
Sie steigen bis in Höhen von 3600 m, um dort zu schlafen. Mauersegler sind grösser als Schwalben, haben lange, sichelförmige Flügel, einen kurz gegabelten Schwanz und ein braunschwarzes Gefieder, das mit einem fast unscheinbaren hellen Kehlfleck versehen ist. Sie sind von April bis Juli im Brutgebiet. Dieses erstreckt sich von Nordafrika bis nach Nordeuropa. Zur Überwinterung ziehen sie ins zentrale und südliche Afrika.
Der Alpensegler ist mit einer Flügelspannweite von rund 60 cm die größte europäische Seglerart. Sein Brutgebiet erstreckt sich vom Mittelmeer bis nach Südwestdeutschland. Er hat ein graubraunes Gefieder mit auffälliger weisser Kehle und weissem Bauch, die durch ein dunkles Brustband getrennt sind. Sein Ruf unterscheidet sich sehr von anderen Seglerarten. Er besteht aus einer Reihe von langgezogenen, trillernden «Titi-ti-ti»-Rufen. Mit einem Höchstalter von fast 30 Jahren ist die Art sehr langlebig. Die Vögel können ein Leben lang dasselbe Nest benutzen. Die Stadtturm-Kolonie von Locarno wurde 2008 entdeckt und dank der Gemeinde mit Unterstützung von Kanton und Vereinen gerettet. Unsere drei Seglerarten (Alpensegler, Mauersegler und Fahlsegler) sind nationale Prioritätsarten und auf gezielte Schutzmassnahmen angewiesen, da Renovationen an Brutgebäuden sie besonders bedrohen.