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Informationen zum Coronavirus (COVID-19 / SARS-CoV-2)
Die Lage kann sich laufend ändern. Aktuelle Informationen und Antworten auf häufige Fragen zum Coronavirus finden Sie auf der Website des BAG
Das BAG hat für Fragen Telefon-Hotlines eingerichtet (täglich von 8 bis 18 Uhr):
- Für Gesundheitsfachpersonen: 058 462 21 00
- Für die Bevölkerung: 058 463 00 00
Statement Clinical Affairs Kommission (Stand 20. Januar 2021)
Nach aktuellem Stand gibt es keinen Grund, dass Patienten ihre Basistherapie unterbrechen, solange kein Verdacht auf eine aktive Infektion mit dem Coronavirus besteht (z.B. Husten, Atemnot und/oder Fieber ≥ 38ºC)
Impfung gegen SARS-CoV-2 (Stand 20. Januar 2021)
Die Wirksamkeit einer Verabreichung von zwei Dosen des Impfstoffs wurde mit 95.0 % angegeben, mit einem 95%igen Vertrauensintervall zwischen 90.3 % und 97.6 %. Aber wie bei vielen ersten klinischen Studien, ob für Medikamente oder Impfstoffe, waren nicht alle Bevölkerungsgruppen in der Studienkohorte vertreten, einschliesslich Patienten mit geschwächtem Immunsystem. Bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen, die in Impfstoffstudien geimpft wurden, scheint es jedoch nicht zu mehr Komplikationen gekommen zu sein als in der Allgemeinbevölkerung.
Sowohl nationale als auch internationale Experten für Rheumatologie, Immunologie und Infektionskrankheiten sind sich einig, dass immunsupprimierte Patienten planen sollten, sich impfen zu lassen. Trotz der Möglichkeit, dass die Impfantwort bei diesen Patienten allenfalls schwächer ist, wird eine COVID-19-Impfung empfohlen, denn "ein gewisser Grad an Immunität ist besser als kein Grad an Immunität" (Prof. Anthony Fauci). Es gilt zu beachten, dass eine Impfung innerhalb von 4 Monaten nach Verabreichung von Rituximab oder während einer Behandlung mit Prednison > 20 mg/T wahrscheinlich keine signifikante Impfantwort hervorruft. In dieser besonderen Situation empfehlen wir, wenn möglich, mit der Impfung zu warten.
Patienten, die aufgrund ihrer Therapie immunsupprimiert sind (siehe "Impfempfehlungen für Patienten mit entzündlichen rheumatischen Erkrankungen"), sollten jedoch keine Lebendimpfstoffe erhalten, allerdings ist derzeit in der Schweiz kein Lebendimpfstoff für COVID-19 verfügbar. Die mRNA-Impfstoffe gelten als sicher für Patienten mit immunvermittelten Krankheiten oder unter Immunsuppression (d.h. die COVID-19-Impfstoffe von Pfizer/BioNtech oder Moderna). Dies gilt auch für nicht-replizierende virale Vektorimpfstoffe (AstraZeneca/Oxford - AZD1222), die ebenfalls bald verfügbar sein sollten. Die COVID-19 Impfung kann auch an Personen mit Allergien verabreicht werden. Vorsicht ist jedoch geboten bei Personen, welche in der Vorgeschichte bereits auf Impfstoffe oder gespritzte Medikamente schwer reagiert haben, hierbei ist eine Rücksprache mit einer Ärztin / einem Arzt nötig. Derzeit liegen keine Daten darüber vor, inwieweit die Wirkung der Covid-19-Impfung durch eine vorübergehende Unterbrechung der Immunsuppression signifikant verbessert werden könnte. Da unklar ist, wann eine Impfung im Einzelfall zur Verfügung steht, kann eine Pause in der Immunsuppression angesichts des erhöhten Risikos eines Krankheitsschubs nicht generell empfohlen werden. Bei beiden erwähnten mRNA-Impfstoffen ist die Verabreichung von zwei Dosen erforderlich (Intervall bei den zwei Impfstoffen unterschiedlich). Bei einer Verzögerung der zweiten Impfdosis muss die erste Gabe nicht wiederholt werden.
Fachinformation zum Impfstoff Comirnaty®
Die Fachinformation zum Impfstoff Comirnaty® von Pfizer/BioNTech finden Sie hier.
Informationen zur COVID-19 Vaccine Moderna®
Informationen zur COVID-19 Vaccine Moderna® von Moderna finden Sie im Anhang der Publikation «Efficacy and Safety of the mRNA-1273 SARS-CoV-2 Vaccine» vom 30. Dezember 2020. Allfällige künftige Aktualisierungen der Fachinformation finden Sie hier.
Haftpflicht bei Impfungen
Grippeimpfung (Stand 20. Januar 2021)
Erkrankungen und Therapien, welche Betroffene zu besonders gefährdeten Personen machen (Stand 20. Januar 2021)
Personen mit Erkrankungen oder unter Therapien, die das Immunsystem schwächen, zählen zu den besonders gefährdeten Personen. Dies gilt insbesondere für die Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr unterdrücken (wie z. B. Langzeit-Einnahme von Glukokortikoiden, monoklonale Antikörper, Zytostatika, etc.).
Relevante Komorbiditäten (Stand 20. Januar 2021)
- Schwerer Bluthochdruck (therapieresistent, Endorganschaden)
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Chronische Atemwegserkrankungen
- Diabetes
- Krebs unter medizinischer Behandlung
- Adipositas (BMI > 40 kg/m2).
Vorgabe zum Schutz der Gruppe besonders gefährdeter Personen, befristet bis 28. Februar 2021 (Stand 20. Januar 2021)
Gemäss Art. 27a der Verordnung 3 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (Covid-19) (Stand 18. Januar 2021) sind die Arbeitgebenden verpflichtet, die Gesundheit besonders gefährdeter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu schützen. Besonders gefährdete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erledigen ihre arbeitsvertraglichen Pflichten oder eine gleichwertige Ersatzarbeit von zu Hause aus. Falls aus betrieblichen Gründen die Präsenz vor Ort ganz oder teilweise unabdingbar ist, dürfen sie unter Sicherstellung der Einhaltung ausgedehnter Voraussetzungen betreffend Hygiene und sozialer Distanz vor Ort beschäftigt werden. Ist die Einhaltung der Voraussetzungen nicht möglich oder lehnen die Arbeitnehmenden die ihnen zugewiesene Arbeit ab, weil sie die Gefahr einer Ansteckung mit COVID-19 trotz den getroffenen Massnahmen als zu hoch erachten, so werden sie vom Arbeitgeber unter Lohnfortzahlung freigestellt. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer machen ihre besondere Gefährdung durch eine persönliche Erklärung geltend. Der Arbeitgeber kann ein ärztliches Attest verlangen.
Patienten kann empfohlen werden, die Webseite der Rheumaliga Schweiz zu diesem Thema zu besuchen, auf der aktuelle Informationen in einer zugänglichen Sprache verfügbar sind.
Empfehlung für Patientinnen und Patienten
Hydroxychloroquin (Plaquenil®) (Stand 20. Januar 2021)
Gemäss dem Schreiben des BAG vom 8. Juni 2020 hat sich die Versorgung mit Hydroxychloroquin für chronische Patientinnen und Patienten stabilisiert und bereitet derzeit keine Schwierigkeiten mehr. Angesichts der günstigen Entwicklung der Lage werden die Empfehlungen und Begleitmassnahmen (Verwendung des Bestellformulars) deshalb mit sofortiger Wirkung aufgehoben.
Tocilizumab (Actemra®) (Stand 20. Januar 2021)
Die Hypothese, dass Actemra® bei einer COVID-19-Infektion wirksam sein könnte, wird noch diskutiert, da die bisher veröffentlichten Studien widersprüchlich sind.
Die Verwendung von Actemra® bei COVID-19 Infektionen wird derzeit nicht mehr empfohlen (siehe https://ssi.guidelines.ch/guideline/3352). Die Empfehlung der SGR vom 24.03.2020, bei Patienten mit Actemra® bei einer rheumatischen Erkrankung, nach Möglichkeit von einer intravenösen Gabe auf eine subkutane Verabreichung umzustellen, wird demnach aufgehoben.
Weitere Informationen
- Impfempfehlung für mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19
- Steckbrief zu den Covid-19-Impfstoffen
- Checkliste Impfakt
- Factsheet: Impfung gegen Covid-19
- Covid-19-Impfstrategie
BAG - Neues Coronavirus: So schützen wir uns
EMA - Advice on the use of non-steroidal anti-inflammatories for COVID-19
- Erstellt am .