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Alles Leben stammt ursprünglich aus dem Meer. Und dort zeigt es sich heute noch in seiner überwältigenden Farbenpracht, wie diese 23 bizarren Schönheiten zeigen.
Dieser stachelige Geselle wird bis zu 38 cm gross und ist im Pazifischen Ozean zwischen Malaysia und Japan heimisch. Mittlerweile ist er aber als invasive Art auch im Atlantik aufgetaucht. Die auffällige Färbung der Feuerfische dient zusammen mit ihrer konturenauflösenden Gestalt der Tarnung: Im Dickicht der Korallenriffe sind sie kaum mehr zu erkennen.
Diese Fadenschnecke wird 3 bis 5 cm lang und gehört (wie die Schnecke im obersten Bild) zu der Unterordnung der Nacktkiemer (Nudibranchia). Die seitlichen Ausstülpungen der Seeschwalbe dienen dem Auftrieb. Sie ernährt sich von Nesseltieren, deren Gift sie speichert und ihrerseits gegen Fressfeinde einsetzt.
Diese Krebse, die zur Familie der Mundfüsser (Stomatopoden) gehören, leben im küstennahen Meer, besonders auf Korallenriffen. Ihre Grösse variiert von 1 bis mehr als 30 cm. Sie verfügen über eine Art eingebauten Rammbock: Ihr Schlagbein schnellt mit rund 83 km/h vor – es ist eine der schnellsten Bewegungen im Tierreich. Wenn sich das Schlagbein mit dieser Geschwindigkeit durch das Wasser bewegt, bilden sich Gasbläschen, die dann mit einem Knall implodieren. Der Schlag entspricht dem Aufprall einer Pistolenkugel und kann die Panzer von Beutetieren zertrümmern.
Der Feuerseeigel – auch «Lederseeigel» genannt – heisst wegen seiner giftigen, brennenden Stacheln so. Diese sind von einer dünnen Haut überzogen und enthalten ein Gift, das für 15 bis 20 Minuten einen starken Schmerz auslöst. Die Stiche dieser Seeigel können Übelkeit oder einen Schock verursachen – oder gar eine Psychose auslösen.
Der bunte Spiralröhrenwurm besiedelt vornehmlich Korallenriffe und gehört zu den Kalkröhrenwürmern (Serpulidae). Der Wurm lebt in selbstgebauten Kalkröhren, die er für den Rest seines bis zu 40 Jahre dauernden Lebens nicht mehr verlässt. Von aussen sind nur die beiden farbigen Tentakelkronen sichtbar. Sie sind es, die dem Tier seinen Namen «Weihnachtsbaumwurm» eingebracht haben.
Mandarinfische sind kleine, bodennah lebende Fische, die eine Körperlänge von 5 bis 8 cm erreichen. Sie gehören zur Gattung der Leierfische (Callionymidae) und besitzen statt Schuppen eine Schleimschicht, die übel stinkt, wenn der Fisch an die Luft kommt. Der Fisch besiedelt vorwiegend geschützte Lagunen und Küstenriffe.
Marrus orthocanna ist eine Spezies aus der Ordnung der Staatsquallen. Das Nesseltier lebt im Nördlichen Eismeer und in den nördlichen Zonen des Pazifiks und Atlantiks einschliesslich des Mittelmeers. Marrus orthocanna bildet wie andere Quallen eine Kolonie, einen zusammenhängenden Verband von Einzeltieren. Diese sind alle genetisch identisch, da sie durch Knospung aus einem einzelnen Tier entstehen.
Die Neonsternschnecke kann eine Grösse von bis zu 12 cm erreichen. Die Nacktschnecke, die wie die Seeschwalbe zu den äusserst farbenfrohen Nacktkiemern (Nudibranchia) gehört, lebt im tropischen westlichen Indopazifik und ernährt sich von Seescheiden.
Der Grosse Fetzenfisch trägt seinen Namen nicht zu Unrecht: Er sieht aus, als ob sein Köper zerfetzt worden wäre. Seine merkwürdige Gestalt verschafft ihm jedoch in den Tangwäldern eine hervorragende Tarnung. Der Fisch lebt in den Gewässern südlich von Australien und gehört zu den Seenadeln (Syngnathidae), deren Familie auch die bekannten Seepferdchen umfasst. Der Knochenfisch hat keine Zähne und saugt seine Beute durch einen Rüssel ein.
Keine andere Tierart kann, was die Disko-Muschel tut: Die auch «Leucht-Feilenmuschel» genannte kleine Muschel produziert Lichteffekte, die an eine Disko-Kugel erinnern. Es ist jedoch nicht ein chemischer Vorgang wie bei der Biolumineszenz, wie sie etwa bei Glühwürmchen vorkommt – es handelt sich vielmehr um reflektiertes Licht. Die Muschel besitzt einen Reflexionsstreifen entlang des Mantelrands, in dem sich winzige Siliziumdioxid-Bläschen befinden, die das Umgebungslicht brechen.
Paletten-Doktorfische verfügen wie alle etwa 130 Doktorfisch-Arten über spitze Knochenklingen – «Skalpelle» – auf ihrem Schwanzstiel, denen sie ihren Namen verdanken. Aufgrund ihrer prächtigen Farben sind sie als Aquarienfische sehr beliebt. Der Paletten-Doktorfisch ist der wohl bekannteste Vertreter der Gattung – nicht zuletzt dank des Films «Findet Nemo» (2003). Die vergessliche Fischdame Dorie aus diesem Film ist ein Paletten-Doktorfisch.
Mit ihrem bis zu 70 cm langen und im Querschnitt quadratischen Körper sehen die Stachelhäuter (Echinodermata) aus der Klasse der Seegurken aus wie Raupen. Ihre rotbraune Haut ist überall mit grossen, orange oder violett schimmernden Papillen besetzt; auch die Unterseite ist orange. Ananas-Seewalzen werden in Asien unter der Bezeichnung «Prickly Redfish» angeboten und gegessen.
Dieser Eichelwurm, der in der Tiefsee lebt und erst 2012 wissenschaftlich beschrieben wurde, wird bis zu 19 cm lang. Wie alle Eichelwürmer besitzt er einen langgestreckten Hinterleib, eine Kragenregion und einen eichelförmigen Vorderteil. Yoda purpurata verdankt seinen Namen den weit ausladenden Seitenflügeln seines Kragens, die an die abstehenden Ohren des Star-Wars-Charakters Yoda erinnern.
Was wie eine Pflanze aussieht, ist in Wahrheit ein sogenanntes Gorgonenhaupt. Das sind Schlangensterne (Ophiuroidea) mit stark verzweigten Armen. Diese strecken die nachtaktiven Tiere in die Strömung und filtern mit kleinen Häkchen Plankton aus dem Wasser. Ab und zu biegen sich die Arme um und die Beute wandert ins Maul.
Markenzeichen des im Atlantik verbreiteten Flughahns sind seine stark vergrösserten Brustflossen, die der Knochenfisch beim Schwimmen wie Tragflächen einsetzt. Fliegen wie Fliegende Fische kann er mit ihnen allerdings nicht.
Diese auch «Seerosen» oder «Seenelken» genannten Tiere, die wie Pflanzen aussehen, bilden eine artenreiche Ordnung innerhalb der Blumentiere (Anthozoa). Sie leben im Gegensatz zu den meisten anderen Blumentieren, etwa den Korallen, solitär und bilden keine Kolonien. Seeanemonen sind nicht vollständig sesshaft; auf ihrer Fussscheibe können sie langsam kriechen.
Diese lediglich 1 bis 2 cm grossen Garnelen leben auf Feuerseeigeln (siehe Punkt 4). Es handelt sich um eine Form von Kommensalismus, d.h. die Coleman-Partnergarnelen profitieren vom Feuerseeigel, ohne diesen zu schädigen oder ihm zu nützen. Mit ihren Kneifzangen knipsen sie einige der Stacheln und Füsschen ihres Wirts ab und schaffen so eine freie Fläche, auf der sie sich meist für den Rest ihres Lebens einrichten.
Diese Tiere aus der Ordnung der Kugelfischverwandten (Tetraodontiformes) leben in tropischen Gewässern rund um den Globus. Sie ernähren sich vorwiegend von kleinen Schalentieren, die sie mit ihren Zahnplatten und ihren kräftigen Kiefermuskeln aufknacken. Igelfische sind stark gefährdet, weil sie massenweise gefangen und tot im aufgeblasenen Zustand als Touristen-Souvenirs verkauft werden.
Erst seit 2017 gibt es Bilder dieser 6 bis 25 cm langen Tiefsee-Seegurke, obwohl sie schon seit den 80er-Jahren des 19. Jahrhunderts bekannt ist. Sie ist in der Jugend transparent; erst ältere Tiere werden undurchsichtig. Enypniastes eximia hat weder ein richtiges Gehirn noch wirkliche Sinnesorgane – dafür besitzt die Seegurke die Fähigkeit zur Biolumineszenz. Dieses Leuchtvermögen dient vermutlich dem Schutz vor Fressfeinden. Räuberische Fische, die sich an dem Tiefsee-Wesen gütlich tun wollen, werden durch dessen leuchtende Haut, die sich ablöst und am Räuber haften bleibt, quasi markiert. Damit sinkt ihr künftiger Jagderfolg.
Achaeus spinosus gehört zu den sogenannten Dekorateur-Krabben. Diese Krabben bedecken ihre Körper mit Anemonen und Schwämmen, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Welche Art welche Dekoration bevorzugt, ist unterschiedlich – in der Not wird aber alles Mögliche verwendet, was irgendwie tauglich erscheint.
Dieser mittelgrosse Kopffüsser aus der Gattung Amphioctopus bewohnt tropische Gewässer im Westpazifik. Der Tintenfisch gilt als eine der intelligentesten Arten unter den Wirbellosen – er verwendet Werkzeuge wie Kokosschalen, um sich vor Fressfeinden zu verstecken. Die Krakenart weist ein typisches Farbmuster auf: Verzweigte dunkle Linien bedecken den Körper, der Sipho ist gelblich und die Arme dunkel mit kontrastierenden weissen Saugnäpfen.
Seescheiden sind die artenreichste Gruppe der Manteltiere und besiedeln weltweit sehr unterschiedliche Lebensräume vom Schelf bis zur Tiefsee. Ihre Larven schwimmen frei herum, erwachsene Tiere aber sind sesshaft. Ihre Grösse variiert von 2 mm bis zu 33 cm.