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Die Bank of Valletta (BoV) habe es jahrelang versäumt, Tausende von Geschäften genauer unter die Lupe zu nehmen, heisst es in einem von Reuters eingesehenen Bericht der EZB. Die Transaktionen hätten nicht nur Geldwäsche, sondern auch andere kriminelle Machenschaften ermöglichen können.
Die EZB habe schon seit 2015 auf Mängel hingewiesen. In dem von der EZB im Sommer verabschiedeten Bericht wird die BoV aufgefordert, die Eignung ihrer Manager zu überprüfen und Risiken im Zusammenhang mit ausländischen Kunden zu reduzieren. Die BoV erklärte am Mittwoch, sie arbeite bereits mit der EZB zusammen. Die EZB lehnte eine Stellungnahme ab.
Intern werde die BoV vor allem Kunden aus der Glücksspielbranche überprüfen, teilte die Bank mit. Der Bereich gehört wie die Finanzindustrie und die Schiffsregister zu den Wachstumstreibern des Euro-Landes. Die BoV ist die grösste Stütze des Finanzsystems Maltas.
Die Mittelmeerinsel sieht sich bereits international mit Fragen zur Kriminalitätsbekämpfung konfrontiert, nachdem vor zwei Jahren eine Journalistin bei einem Autobombenanschlag getötet worden war. Daphne Caruana Galizia hatte über angebliche Korruption berichtet. Am Mittwoch wurde im Zusammenhang mit dem Fall ein prominenter Geschäftsmann festgenommen.
(Reuters)