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Alles begann mit einer Schule
Die ersten Reformierten kamen über den Berg: Ende der fünfziger Jahre des 19. Jahrhunderts wanderten rund 40 Bauern über den Brünig aus dem benachbarten Berner Oberland nach Obwalden ein. Sie übernahmen rund um Alpnach kleine Höfe, deren Besitzer nach Amerika ausgewandert waren.
Für eine bessere Existenz wagten sie den Schritt in einen erzkatholischen Kanton und vermissten bald Kirchen, Schulen und reformierte Bräuche, die im protestantischen Bern für sie alltäglich waren. «Und wenn es am Samstagabend den Sonntag einläutete, so wurde uns wehmütig ums Herz, weil wir uns sagen mussten, es läutet nicht uns den Sonntag ein sondern den anderen», berichtet der erste Alpnacher Pfarrer Johann Conrad Beck anlässlich der Einweihung der evangelischen Kirche im Jahr 1872.
Wunsch nach eigener Kirche
Elf Jahre zuvor, 1861, fand im Schulhaus Alpnach, mit Bewilligung der weltlichen und geistlichen Behören, der erste reformierte Gottesdienst statt, der von einem Pfarrer aus Luzern gehalten wurde. In der Leuchtenstadt wurden auch die ersten Konfirmanden aus Obwalden unterrichtet. Zum Besuch des Unterrichts hatte diese jeweils drei bis fünf Stunden Fussweg zurückzulegen.
Die sporadische Betreuung von Luzern aus war den Obwaldener Reformierten bald zu wenig. Behelfsgottesdienste in Schulzimmern oder im Freien liessen den Wunsch nach einer eigenen kleinen Kirche wachsen. Bald noch wichtiger war den Familienvätern allerdings die Gründung einer eigenen evangelischen Schule. Hier sollten ihre Kinder vor allem biblische Geschichte und Bibelsprüche lernen. An «Hausväterversammlungen», welche die eingewanderten Berner ab 1862 regelmässig abhielten, formierte sich erstmals ein eigentliches Gemeindeleben. An solch einer Zusammenkunft im November 1862 wurde dann auch die Gründung der Schule beschlossen, die bereits im ersten Jahr 35 bis 50 Kinder unterrichtete und bis 1907 existierte.
Mit Unterstützung vor allem durch den Berner Protestantischen Hilfsverein, wurde 1872 der Traum von einer eigenen Kirche mit Klassenräumen im Untergeschoss in Alpnach Realität. Einen eigenen Pfarrer hatte die junge Gemeinde bereits 1867 angestellt. Mit den Jahren verlor diese auch den Charakter einer «bernischen Kolonie»: Mit dem Bau der Brünigbahn 1888 liessen sich auch protestantische Handwerker aus anderen Gebieten der Schweiz in Obwalden nieder. 1948 und 1960 folgten die Kirchenbauten in Giswil und Obwalden. Heute, 150 Jahre nach ihrer Gründung, zählt die Gemeinde, die sich vom Lopper bis zum Brünig erstreckt, rund 2300 Mitglieder.
Kirchenfest zum 150-Jahr-Jubiläum in Sarnen
Sonntag, 21. Oktober, 1016 Uhr
> Familiengottesdienst «Guätä morgä Chilä» mit Abendmahlsfeier
> Mittagessen im Festzelt
> Kurzansprachen
> Kirchenspiel mit geschichtlichen Szenen
> Buchvorstellung «Auf der einen Spur»
> Kleine Ausstellung über die vergangenen 150 Jahre
> Kinderprogramm mit Karussell, Kasperlitheater, Zauberkünstler und Spielen
Annette Meyer zu Bargholz