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Eine Doppeldiagnose ist nicht selten: Komorbiditäten treten besonders oft bei psychia-trischen Erkrankungen und Suchterkrankungen auf. So haben beispielsweise Patienten mit Schizophrenie im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung nachweislich ein erhöhtes Risiko an einer Alkohol- oder Drogensucht zu erkranken.
Die Ursachen sind vielfältig: Genetische Faktoren spielen eine wichtige Rolle in der Ausbildung einer Psychose oder Suchterkrankung. Verschiedene Studien zeigen, dass bei Patienten mit einer Doppeldiagnose Familienangehörige häufig ebenfalls unter affektiven Störungen leiden.
Faktor Persönlichkeit
Die Persönlichkeit ist von genau so grosser Bedeutung, wenn es um das Auftreten von Suchterkrankungen und psychiatrischen Erkrankungen geht. Es gibt Belege dafür, dass Persönlichkeitsfaktoren wie Impulsivität oder Enthemmung mit einer erhöhten Häufigkeit von Substanzmittelkonsum bei psychiatrischen Erkrankungen korrelieren.
Ferner ist Suchtmittelkonsum eine Möglichkeit, um zum Beispiel die Symptome einer Depression zu mildern. Vorübergehend verschwinden Gefühle wie Trauer, Langeweile oder Einsamkeit.
Ganzheitlich betrachten
Weder die Suchterkrankung, noch die psychiatrische Erkrankung darf allein behandelt werden. Der Patient muss immer ganzheitlich betrachtet werden – nur so verspricht die Behandlung Erfolg.
Es ist wichtig, für jeden Patienten ein individuelles Behandlungsmodell zu erstellen - unter Berücksichtigung der Biografie, der aktuellen Lebenssituation, des familiären und sozialen Umfeldes, sowie seiner Probleme und Ressourcen.
Am Anfang jeder Therapie steht immer die Selbsteinsicht des Patienten, dass beide Krankheiten vorliegen. In der Therapie lernt der Patient dann einerseits Rückfall gefährdende Situationen zu vermeiden und andererseits ein gesundes Verhalten, das die Lebenszufriedenheit erhöht.