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Schweizer Typograph, Lehrer, Autor und Buchgestalter.
Geboren am 25. Oktober 1916 in Winterthur im Kanton Zürich in der Schweiz.
Gestorben am 3. März 2004 in Meilen am Zürichsee.
Max Caflisch zählt zu den wichtigen Schweizer Buchgestaltern des 20. Jahrhunderts.
Seine Buchausstattungen orientierten sich an der Englischen Typographie des 19. und frühen 20. Jahrhunderts; sie wirken auch heute noch überwiegend elegant und zeitlos.
Ein grosses Vorbild war für ihn Jan Tschichold, mit dem er einige Jahre auch im gleichen Betrieb arbeitete.
Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen.
Max Caflisch arbeitete eng mit Mirio Romano zusammen. Sowohl die typographische Gestaltung der Reihe Kilchberger Drucke als auch sämtliche Drucksachen der Bibliographica Mirio Romano tragen seine Handschrift.
Aus dem Nachruf auf Max Caflisch von Jost Hochuli
Nach der Primar- und der Sekundarschule absolvierte er eine vierjährige Lehre als Schriftsetzer. Häufig unterbrochen vom Militärdienst, arbeitete er danach als Setzer bei Benno Schwabe in Basel, dann als typographischer Gestalter in der gleichen Stadt bei Birkhäuser. Interimsweise Unterricht an den Klassen für Schriftsatz an der Basler Berufsschule.
Von 1945 bis 1962 künstlerischer Leiter bei der Firma Benteli AG in Bern-Bümpliz. Parallel dazu übernahm er Projekte von anderen Verlagen in der Schweiz, in Deutschland, England und den USA .
Später wechselte er nach Zürich und wurde an der Kunstgewerbeschule Zürich (später Schule für Gestaltung) Vorsteher der Abteilung Lehrlingsklassen. Daneben auch Beratertätigkeit bei der Entwicklung von Schriftprogrammen, unter anderem für IBM World Trade, New York, für die Bauersche Giesserei, Frankfurt am Main und für die Dr.-Ing. Rudolf Hell GmbH in Kiel.
Max Caflisch hat sich Zeit seines Lebens mit theoretischen Fragen zur Formbeschreibung der Druckschriften beschäftigt und dazu zahlreiche Aufsätze veröffentlicht.
Am Schluss seiner reichen Arbeitstätigkeit überarbeitete er sie alle und fasste sie in einem zweibändigen Werk zusammen: «Schriftanalysen». St. Gallen, 2003.
Die Handschrift von Max Caflisch diente als Vorlage für eine Caflisch Script Pro von Adobe.
Mehr über Max Caflisch: Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de
Ein Wort des Dankes an den künstlerischen Gestalter der Kilchberger Drucke*
Lieber Max
seit vielen Jahren darf ich mit dir zusammen arbeiten; das bedeutet für mich grossen Gewinn, nicht zuletzt in menschlicher Hinsicht. Von Zeit zu Zeit treffen wir uns zum Essen, bald hier, bald dort. Am liebsten suchen wir abseits gelegene Gasthäuser auf, wo es an gemütlichen Ecken nicht fehlt. Mehrmals war ich zu Besuch in deinem schönen, geschmackvoll eingerichteten Heim. Ich bewunderte deine reiche Bibliothek, blätterte bald in diesem, bald in jenem Buch, während du als Gastgeber mit dem vertrauten Lächeln des Grandseigneurs die selbst zubereitete, übrigens exquisite Speise auftischtest, gerade so, als würdest du ein eben erschienenes, von dir gestaltetes Buch vorlegen: wie nah sind doch Bibliophilie und Gastronomie miteinander verwandt!
Am schönsten ist es abends, wenn genügend Zeit zur Verfügung steht; Zeit zum Reden und Tafeln. Eines gehört zum andern. Gerne lasse ich mich bei solchen Gelegenheiten davon überzeugen, dass ein Schluck Weisswein, kühl serviert, der beste Aperitif ist; zum Essen folgt ein passender Rotwein. Was uns verbindet, ist ein tiefes Einverständnis auf verschiedenen Ebenen, das in anregenden Gesprächen seinen schönsten Ausdruck findet.
Vor mir liegen die Kilchberger Drucke, die du typographisch gestaltet hast. Das Format wurde bestimmt, das für fast alle Drucke beibehalten werden konnte. Die meist nicht sehr umfangreichen Bände wirken durch das schlanke und handliche Format elegant und schön. Bei der zweibändigen Ausgabe von «Wilhelm Meisters Lehrjahre» wie auch bei «Romeo und Julia auf dem Dorfe» wurde das Format nach der Grösse der originalen Illustrationen ausgerichtet.
Für die Wahl der Bilder begaben wir uns mehrmals in die Zentralbibliothek Zürich, um uns von Bruno Weber, dem Leiter der Graphischen Sammlung, Zeichnungen, Stiche, Aquarelle und Fotos zur Auswahl vorlegen zu lassen. Durch seine kompetenten Kommentare zu den Bildern in zahlreichen Publikationen hat er sich als hervorragender Kenner der Materie einen Namen gemacht.
In unseren Büchern wie «Ein Gang durch den Grünen Heinrich», «Conrad Ferdinand Meyers Jahre in Kilchberg», der «Hauschronik» und «Romeo und Julia auf dem Dorfe» hat Bruno Weber die darin enthaltenen Illustrationen vom künstlerischen wie vom historischen Standpunkt aus genau und souverän beschrieben - eine Bereicherung für die Reihe. Illustrationen wie beispielsweise «Zürich aus der Vogelschau», die J. Siegfried 1849 ziemlich genau zur Zeit der Rückkehr des Grünen Heinrich vom Turm der Kirche St. Peter in Zürich aus zeichnete wie auch die kolorierte Radierung «Aussicht vom Albis gegen Zürich» von Heinrich Keller, einem Zeitgenossen Meta Heussers, fanden in unseren Büchern ihre Erstveröffentlichung.
Bei der Anordnung der Illustrationen ergaben sich manchmal Schwierigkeiten, zumal wir die Bilder im Originalformat drucken wollten. So mussten gewisse Tafeln einmal, andere zweimal gefalzt werden, und zwar an der richtigen Stelle.
Schwierigkeiten anderer Art hatten wir mit dem Buch «Conrad Ferdinand Meyers Jahre in Kilchberg». Das traurige Schicksal des grossen Dichters hat mich jahrelang beschäftigt und lässt mich immer noch nicht in Ruhe. Ich denke, dass ich heute aus Pietät auf die Veröffentlichung des Buches verzichten würde.
Wir besuchten zusammen einige Ausstellungen. Ich erinnere mich an diejenige im Kunstgewerbemuseum Zürich über Jan Tschicholds Schaffen. Du erklärtest mir die ausgestellten Werke. Du sprachst mit grossem Respekt von deinem Lehrer Tschichold, der mit Giovanni Mardersteig zu deinen Vorbildern gehört. Du öffnetest mir die Augen für die Schönheit und den Sinn gepflegter Typographie, mit der letztlich nichts anderes angestrebt wird, als ein Buch so zu gestalten, dass es für den Leser wie für den Betrachter als richtig und angenehm empfunden wird.
Einmal besuchten wir eine Ausstellung mit Publikationen aus dem Nachlass des Aargauer Künstlers Felix Hoffmann. Zahlreiche Werke zeugen von eurer schöpferischen Zusammenarbeit bis hin zur amerikanischen Ausgabe von Thomas Manns «The Magic Mountain» - ein zweibändiges Werk mit farbigen Holzstichen von Felix Hoffmann, geschaffen für The Limited Editions Club.
Die Zeiten haben sich inzwischen sehr geändert. Ein Buch im Bleisatz zu drucken ist heute kaum mehr möglich. Auch im Druckgewerbe hat die Elektronik Einzug gehalten. Heute gilt es, von einer alten Tradition Abschied zu nehmen. Du hast dich schon bald mit den neusten Satz- und Druckverfahren, das heisst mit dem Computer und seinen vielfältigen Möglichkeiten auseinander gesetzt. Du weisst Bescheid und wendest die modernen Mittel an, doch wirst du dich immer an den Leitsatz halten «Diener des Werkes zu sein» (Jan Tschichold).
*(Aus: «Die Kilchberger Drucke als Spiegel einer inneren Biografie», Mirio Romano, Kilchberg.)
Brief von M.R. in Caflisch Script Pro
Entwickelt auf der Basis der Handschrift von Max Caflisch
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