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Name: kerberos Permalink: http://tierrechtsforen.de/2/298/423

Datum: 03.08.02 18:22
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> "Toleranz gegenüber Fleischfressern zu fordern, ist ebenso
> absurd und obszön, wie Toleranz gegenüber Vergewaltigern und
> Mördern zu fordern." Kaplan 1998
Nicht nur, daß er seine damaligen ethisch akzeptablen Standpunkte, wenn auch auf eine Anti-"Fleisch"-Argumentation beschränkt, komplett über den Haufen wirft.
Vielleicht hat er in "Leichenschmaus" sogar unterbewußt seine heutige moralische Bankrotterklärung vorhergesehen. Es gibt in dem Buch einen sehr interessanten Abschnitt, näheres in der Mail, die ich ihm gerade geschickt habe.
Vielleicht erinnert sich der eine oder andere an die Passage ...
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Hallo Herr Kaplan!
In Bezug auf Ihre neueren "Arbeiten" und den allgemeinen Diskussionen um Ihre Person möchte ich Ihnen eine knappe, aber interessante Frage stellen.
In "Leichenschmaus" kritisieren Sie unter "Sophismus oder Denkhemmung" (ab S. 166) Klaus Michael Meyer-Abichs Aufsatz "Frieden mit den Tieren". Dort bemerken Sie zu seiner absurden Aussage, Vegetarismus (hier im Sinne: das Einstellen von Leichenfraß) sei trotz der Anerkennung des "Gleichheitsprinzips" keine Lösung, abschließend: "Der Wunsch, seine Ernährungsgewohnheiten und -vorlieben beizubehalten, treibt offenkundig seltsame Blüten. Wir müssen darauf gefaßt sein, daß philosophischen Überlegungen in bezug auf dieses Thema nur sehr begrenzt zu trauen ist, da die Philosophie hier erkennbar durch die Psychologie korrumpiert wird."
Es freut mich sehr, diese Textstelle gefunden zu haben. Nebenbei bemerkt ist sie mit ihrer ersten "Stellungnahme zur Kritik" offensichtlich nicht vereinbar: "Ich bitte zu bedenken und zu akzeptieren: Die Richtigkeit oder Falschheit von Argumenten, Strategien, Positionen ist absolut unabhängig vom privaten Leben dessen, der sie artikuliert! Ich formuliere bewußt pointiert, damit dieser Punkt vielleicht endlich einmal gewürdigt wird: Würde sich herausstellen, daß Peter Singer Schlachthausdirektor und Vivisektor in einer Person ist, es würde absolut nichts an der Richtigkeit oder Falschheit seiner Philosophie ändern!"
Es geht mir vor allem darum nachzufragen, ob sie damals schon ihre eigene Entwicklung vorhergesehen haben. Hätten Sie gedacht, daß Sie eine Art Nachfolger von Meyer-Abich, der heute mit unübersehbaren Parallelen derart unhaltbare Standpunkte gegen Veganismus erhebt, werden würden?
Mit freundlichen Grüßen,
Dirk Micheel
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Mal sehen, ob/was er antwortet.
Grüße,Dirk