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Art. 35 VUV
Blendung ist eine Empfindung, die durch helle Flächen im Gesichtsfeld, wie beleuchtete Oberflächen, Teile von Leuchten, Fenster und/oder Dachoberlichter hervorgerufen wird. Um Fehler, Ermüdung und Unfälle zu vermeiden, muss Blendung begrenzt werden. Eine Blendung ist in jedem Fall irritierend und eine andauernde Blendung führt zu schneller Ermüdung des Auges und der Konzentration. Unsichere Handlungen können die Folgen sein.
Die Direktblendung wird nach der Methode des Unified Glare Ratings (UGR) ermittelt. Dafür sind die vertikalen Helligkeiten (Leuchtdichten in cd/m2; Candela pro m2) beim Auge des Beobachters zu. Die relativen Unterschiede zwischen der hellsten und der dunkelsten Zone sollen nicht grösser sein als
- Faktor 1 zu 3 im Bereich der Sehaufgabe
- Faktor 1 zu 10 im Gesichtsfeld also inklusive der weiteren Umgebung
Das Auge hat eine grosse Fähigkeit sich den Beleuchtungsverhältnissen anzupassen (Adaptation). Es ist aber nicht in der Lage grosse Unterschiede in der Helligkeit im Sehfeld auszugleichen. Es kommt zur Blendung, sei es direkt durch eine starke Leuchtquelle oder indirekt durch Reflexion von einer Oberfläche. Wie die Blendung empfunden wird, hängt wesentlich von der Grösse und der Position der Blendquelle im Gesichtsfeld ab. Eine Glühbirne am Rande des Gesichtsfeldes (zum Beispiel an der Decke) wirkt viel weniger störend als dieselbe Blendquelle im Zentrum des Gesichtfeldes.. Mit zunehmendem Alter, das heisst ab ca. 45 Jahren, nimmt die Blendempfindlichkeit stark zu. Brillen- oder Linsenträger können ebenfalls empfindlicher reagieren.
Abbildung 1: Leuchtdichten werden idealerweise mit einer Leuchtedichtekamera erfasst