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Kürzlich bin ich einmal mehr über die 85 Aufnahmen von alten Kameraapparaten “gestolpert”, die in unserer Ansichtensammlung auf E-Pics Bildarchiv Online abgelegt sind. Leider sind die digitalisierten Abzüge aber nicht datiert. Immerhin der Fotograf bekannt: Urs Tillmanns.
Auf dem ersten Bild sehen wir den Fotografen Urs Tillmanns mit einer grossen Reise- und Atelier-Kamera, Richard Wittmann, Dresden, 1880/1890.
Der Entstehungszusammenhang der Fotografien?
Als Fotograf und Fachpublizist für Fotografie war Urs Tillmanns schnell ausfindig gemacht und so schrieb ich ihm folgende Mail:
(…) Ich hätte zwei ganz spezifische Fragen, denn unsere Metadaten sind leider nicht ausreichend. Die Kameras als Gegenstände hingegen sind sehr gut beschriftet.
- Datierung: wann haben Sie die Bilder gemacht?
- In welchem Zusammenhang haben Sie die Bilder gemacht? Sind das etwa die Fotoapparate, die in der Sammlung des Photographischen Instituts der ETH Zürich waren und nach dessen Auflösung an das Camera-Museum Vevey gelangten? Könnte das der Grund für die Fotografien gewesen sein und auch der Grund weshalb die Bilder in unserer Ansichtensammlung gesammelt wurden? Oder bin ich da völlig auf dem Holzweg? (…)
Praktisch postwendend bekam ich eine aufschlussreiche Antwort von Urs Tillmanns:
Sie sind keineswegs auf dem Holzweg, sondern die Aufnahmen hängen tatsächlich mit dem Photographischen Institut (PI) zusammen. Ich durfte damals mit Bewilligung von Prof Berg. und im Hinblick auf mein Buch Geschichte der Photographie (Verlag Huber, Frauenfeld, 1981) verschiedene Kameras aus der Sammlung fotografieren und habe danach dem PI Kopien zur Verfügung gestellt. Wann das genau gewesen ist, weiss ich nicht mehr, ich schätze etwa zwei Jahre vor der Auflösung des PI.
Der Gebrauchszweck der Kameras am Photographischen Institut
Im Weiteren erinnert sich Urs Tillmanns an den Gebrauchszweck der Kameras am PI:
Die Kamerasammlung am PI bestand einerseits aus Kameras, die vom Institut angeschafft und gebraucht wurden, anderseits aber bekam sie Prof. Rüst zur Begutachtung und als Beratungsobjekte der Industriekunden. Es gab eine Kartei, in der jede Kamera mit allen Details jeweils auf einer Karte beschrieben war. Mit meinen Negativen sind Kopien dieser Karten abgelegt. Prof. Rüst hatte diese Sammlung gepflegt und die Kameras auch in Vorlesungen gezeigt. Sie waren in einer grossen Vitrine im Gang des Instituts aufbewahrt. Ich hatte mit Herrn Baur, der in der feinmechanischen Werkstatt tätig war, Zugang dazu.
Die genauere Datierung seiner Fotografien
Wenn Prof. Berg 1979 in Pension ging, dann habe ich die Aufnahmen früher gemacht, wahrscheinlich eher um 1974-75. Ich hatte je nach Grösse immer etwa 5 bis 10 Kameras mitgenommen, diese bei mir fotografiert und sie dann wieder zurückgebracht.
Die Aufnahmen erstellte ich nicht ausschliesslich für mein Buch über die “Geschichte der Fotografie”, sondern auch im Hinblick auf andere fotohistorische Artikel. Einige davon hatte ich dann im Buch publiziert.
Der Fotobestand des Photographischen Instituts
Nach Auflösung des Photographischen Instituts der ETH Zürich ging die Kamerasammlung ins Schweizerischen Kameramuseum in Vevey. Das Fotoarchiv hingegen kam ins Bildarchiv und findet sich mit dem Bildcode PI_ auf E-Pics Bildarchiv Online. Eine Auswahl ist digitalisiert. Der grösste Teil der Sammlung sind Repro-Auftragsarbeiten für Publikationen und Vorlesungen von Professoren. Daraus sind nur wenige Bilder digitalisiert. Der Nachlass des Photographischen Instituts liegt im Hochschularchiv der ETH Zürich (Signatur Hs 1051, Nachlassverzeichnis). Monika Burri arbeitete die Geschichte des PI im Bildband Forschung im Fokus, 2013, hrsg. durch das Bildarchiv auf. Sie sichtete dafür den Bildbestand und wählte 200 Bilder für die Publikation aus.
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Vollständige Bildinformationen
Tillmanns, Urs: Flieger-Kamera 2 Gun-Type – N6 Gordon Enterprises, 1974-1975. Kamerasammlung am Photographischen Institut der ETH Zürich, 1974-1975. Sammlung mit 85 Bildern (alle digitalisiert) (Ans_02637, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000015945)