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Foto-Archiv
Verkleidet gingen Pfyl und Beeler damals – vermutlich am Güdelmontagabend – ins Alte Casino Schwyz, Wysses Rössli undsoweiter.
Lustige Anekdote: Als Norbert Pfyl im Zeitraum zwischen 24. November bis 24. Dezember 1988 bei der Familie Beeler anrief, weil er mit Sohn Urs in den abendlichen Ausgang gehen wollte, kam als Antwort: „Nein, tut uns leid. Urs kann im Moment leider für einige Zeit nicht.“ Wie Pfyl erst später erfuhr: Sein Kollege Urs Beeler sass damals wegen Zivilschutzverweigerung für 30 Tage im Knast…
Dies als damaliger Freundschaftsdienst. Pfyl besitzt eine tolle zeichnerische Gabe und wurde deshalb von Beeler in der Zeit als „le plus grand peintre du monde“ bezeichnet. Der Begriff lehnte an Salvador Dali an, über den damals zufällig ein sehr interessantes Portrait über ihn und seine Arbeit im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Dabei sprach Dali französisch mit absolut phänomenalem und einprägsamem Akzent! Letzterer war so inspirierend, dass Beeler und damals eine anderer Kollege – F.-X. T. – eine Woche lang im Ausgang praktisch sich nur noch auf Französisch unterhielten. Dies, obwohl beide sonst mit der französischen Sprache absolut nichts am Hut hatten/haben.
Pfyl hätte – unter anderen Bedingungen mit seinem Talent Voraussetzungen zum Zeichner, Maler und Künstler (gehabt)
Dem im Weg stand aber eine totale bürgerliche Angepasstheit ans System. So kamen dann gegenüber Beeler periodisch immer wieder unzählige „reaktionäre“, aber in Humor verpackte Sprüche heraus, wie z.B.: „Lüüt wie Diich sött me iisperä!!“ („Leute wie Dich sollte man einsperren.“) Oder: „So Revoluzzer wie Diich müesst me iisperä.“ („So Revolutionäre wie Dich müsste man einsperren“). Pfyl war in gewissen Bereichen ein totaler Traditionalist: „Wie gsesch au Du uus!? Leg die gfälligscht aaschdändig aa.“ („Wie siehst auch Du aus? Zieh‘ Dich gefälligst anständig an!“ (Reaktion, als Beeler einmal mit seiner ältesten grünen Windjacke mit ihm in den Ausgang gehen wollte.)
„Du, mier läbid devo“, war Pfy’s Reaktion, als Beeler ihm umgekehrt einmal sagte, das Architekturbüro Pfyl & Söhne gehöre ebenfalls zur „Schwyzer Baumafia“. (Bruder Josef Pfyl war u.a. Gemeinderat und Schwyzer Gemeindepräsident.)
Themenwechsel: Als Zeichner hatte/hat Norbert natürlich ein hervorragendes Auge für schöne Frauen, deren Figur etc., setzte sich stets mit tadellosen Umgangsformen in Szene. So lernte ihn Beeler seinerzeit auch an der Bar im „Wyssen Rössli“ in Schwyz kennen: als sehr distinguierten jungen Mann. Das muss in den Jahren 1985 oder 1986 gewesen sein. Die kollegiale Beziehung dauerte von da an bis ca. 1990.
Sonntägliche VgT-Demo in Einsiedeln
Aus dem Jahre 1997 ist eine amüsante Szene in Erinnerung, als an einem Sonntag eine VgT-Demo vor dem Kloster Einsiedeln (wegen der tierquälerischen Schweinehaltung des Klosters Fahr) stattfand. Beeler fuhr nach Einsiedeln, um Tierschützer Erwin Kessler zu treffen. Norbert Pfyl war ebenfalls an diesem Sonntag zufällig nach Einsiedeln gefahren und stieg gerade aus. Typisch Pfyl: „Wo wotsch au Du anä?“ – „Heute ist wieder VgT-Demo…“ antwortete Beeler. In seiner typischen humorvollen, aber „reaktionären“ Art lästerte Pfyl und bezeichnete die VgT-AktivistInnen als „Chaoten“. Und dass es typisch sei, dass Beeler da auch noch mitmache…
Pfyls Humor ist zwar manchmal recht bissig, aber in der Regel witzig und geistreich
Norbert besitzt ein sehr gutes psychologisches Gespür (Pfyls psychologische Beschreibungen Beeler betreffend sind z.T. zwar recht sarkastisch, aber herrlich zu anhören). Dies verknüpft mit Phantasie ergibt herrliche Pointen!
Norbert kann auch sehr gut und eindrücklich Geschichten erzählen. Unvergesslich ist z.B. jene aus seiner Militärdienstzeit, wo ein vom Militär angefressener Vorgesetzter von einem Schweizer Militärfahrrad aus Gewehrgranaten verschiesst.
Ein weiteres Charakteristikum zu Norbert Pfyl: Er ist sehr sauber, das Auto (früher ein Ford Escort XR3, später ein Ford Probe) immer tipptopp aufgeräumt.
Fahrt nach Innsbruck
Unvergesslich ist eine Fahrt von Urs Beeler mit Norbert Pfyl im Renault 14 TL Spécial im Auftrag von Josef A. Kaufmann, Delegierter des Verwaltungsrates der KBI (Krankenhausberatungsinstitut Zürich) AG nach Innsbruck. Es mussten Dokumente in die dortige Universitätsklinik gebracht werden. Pfyl war auf dieser Fahrt ein angenehmer Begleiter (zwar nicht so perfekt wie Bert Engelbrecht, aber doch i.O.). Urs Beeler: „Wir gingen in Innsbruck sehr gut essen und wurden freundlich bedient. Dass Norbert im Ausland keineswegs verklemmt war, bewies er dadurch, dass er auf dem Trottoir einer Nebenstrasse in Innsbruck seine langen Hosen auszog, kurzzeitig in der Folge nur noch mit den Unterhosen dastand und daraufhin sich (grüne?) Shorts anzog.“ Beeler amüsierte sich ob der überraschenden Szene köstlich.
Zurück nach Zürich am selben Tag
Besagte sommerliche Hin- und Zurückfahrt an einem einzigen Tag war eine rechte Strapaze. Zurück von Innsbruck fuhren Beeler/Pfyl sogar noch ins Büro der KBI in Zürich, wo sie auf Firmeninhaber Josef A. Kaufmann stiessen. Zwischen Kaufmann und Beeler entbrannte am selben Abend noch ein hitziges Wortgefecht, über das sich Pfyl noch Jahre später köstlich amüsieren konnte.
Apropos Amüsieren: Unvergesslich geblieben war bei Pfyl auch ein Besuch bei Peter J. Grimshaw, einem ehemaligen Arbeitskollegen von Beeler.
Der raffinierte Peter (Ingenieur und eine absolute und anerkannte Koryphäe auf Übersetzungen, was man ihm auf den ersten Blick nicht ansieht!) merkte dies natürlich sofort und unterstrich deshalb seinen britisch dezenten Charakter und seine Lebensform gegenüber dem beobachtenden und prüfenden Norbert Pfyl erst recht (siehe Bild)… Reality-Commedy in Reinkultur!
Vor die Wahl zwischen dem Leben eines Angepassten und dem eines Freaks würde sich Norbert wohl immer für das erstere entscheiden, jedoch nicht ohne den Blick und die gewisse Bewunderung (aber auch Kritik und z.T. Spott!) fürs zweite zu verlieren.
Norbert gehört mit Sicherheit zu den interessantesten und künstlerisch begabtesten Leuten, die der Talkessel Schwyz zu bieten hat.
Seit einigen Jahren hat er eine Freundin aus Winterthur, die er an Wochenenden regelmässig besucht.