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HIV-Therapie: Abacavir / Lamivudin versus Tenofovir / Emtricitabin
Die initiale Standardtherapie bei HIV besteht in einer Kombination eines Nucleosid Reverse Transkriptasehemmers mit einem Nicht-Nukleosid Reverse Transkriptasehemmer oder mit einem Proteasehemmer. Im NEJM wurde eine Studie publiziert, welche mehrere Kombinationsstrategien miteinander verglich.
An der randomisierten Studie nahmen 1'858 HIV-positive Patienten teil. Als initiale Therapie erhielten sie entweder Abacavir/Lamivudin oder Tenofovir/Emtricitabin jeweils mit Efavirenz oder mit Ritonavir-geboostetem Atazanavir. Primärer Endpunkt war die Zeit bis zum „virologic failure“, definiert als HVI-RNA-Wert von 1000 Kopien/ml 16-24 Wochen nach Therapiebeginn oder 200 Kopien/ml nach 24 Wochen oder mehr.
In einer Zwischenanalyse durch ein unabhängiges Expertenteam zeigten sich signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen. Bei 797 Patienten mit HIV-RNA-Werten von mindestens 100'000 Kopien/ml war die Zeit bis zum „virologic failure“ unter Abacavir/Lamivudin hoch signifikant kürzer als unter Tenofovir/Emtricitabin (Hazard Ratio 2.33, p<0.001). Nach durchschnittlich 60 Wochen betrug die Misserfolgsrate in der Abacavir/Lamivudin-Gruppe 14% und in der Tenofovir/Emtricitabin-Gruppe 7%. Die Zeit bis zu einer ersten Nebenwirkung war unter Abacavir/Lamivudin signifikant kürzer. Bezüglich CD4-Zellzahl nach 48 Wochen bestanden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen.
Konklusion der Autoren: Bei HIV-Patienten mit HIV-RNA-Werten von 100'000 Kopien/ml oder mehr war die Zeit bis zum virologisch nachweisbaren Therapieversagen und bis zur ersten Nebenwirkung unter Abacavir/Lamivudin signifikant kürzer als unter Tenofovir/Emtricitabin.
Link zur Studie
NEJM 2009;361:2230-2240 - Sax PE et al
04.12.2009 - dde