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Was hat Schottland und Québec gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel. Mit 1.5 Millionen km2 ist die Provinz Québec ganze zwanzig mal grösser als der kleine Staat auf der britischen Insel. Trotz der grossen Fläche leben in der kanadischen Provinz 7.5 Millionen Einwohner, keine drei Millionen mehr als in Schottland. Nein, es sind nicht die Zahlen, welche die beiden Gebiete verbinden, es ist die Geschichte. Das Wort „Unabhängigkeit“ löst bei Frau Mackenzie wahrscheinlich ähnliche Emotionen wie bei Herr Gauthier aus. Es ist der Gedanke an einen langen Streit, viele Kriege, die Weltmacht England, den Stolz auf eigene Sitten und Traditionen und die ewige Ungewissheit.Um herauszufinden was das Französisch sprechende Québec mit Mutter England zu tun hat, lohnt sich ein Blick zurück in die Zeit der Entdecker und Abenteurer. 1534 gelang Jacues Cartier nach Gaspé, der heute flächenmässig zweit grössten Stadt der Welt. Im nächsten Jahrhundert, präziser 1608, gründete Samuel de Champlain Québec City. Québec ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Mitte des 18. Jahrhunderts begannen die Franzosen den Einfluss der Briten abzuwehren.
Die Niederlage der Franzosen bei der Schlacht auf der Abraham-Ebene 1759 ist eines der Schlüsselereignisse der Geschichte Québecs. Das Motto von Québec, welches sich unter anderem auf jedem Autokennzeichen der Provinz befindet lautet „je me souviens“ (Ich erinnere mich) und bezieht sich auf diese entscheidende Schlacht (eine von mehreren Interpretationen des Mottos).
Warum ich hier doch noch von einer frankophonen Bevölkerung umgeben bin, hat damit zu tun, dass das britische Königshaus erkannt hat, dass die Bewohner weder englisch Sprechen, noch auf ihr Baguette verzichten wollen. Politisch war es aber vor allem die Angst davor, dass sich die Quebecer den dreizehn tobenden Kolonien im Süden anschliessen könnte. So verabschiedete man 1774 unter dem Grundsatz „Lebt französisch, seit Englisch“ den Quebec Act. Das Wiederum verärgerte die dreizehn Staaten, welche sich von nun an gegen Québec richteten. So, oder so ähnlich vergingen die Jahre…
Fakt ist, dass Die Geschichte von Québec auch in der Moderne noch interessant bleibt. Sich mit dem „Ich bin Quebecer, nicht Kanadier“ zu äussern gehört durchaus zum guten Still, dass ist jedenfalls mein Eindruck. 1995 stimmte man in Kanada noch über die Unabhängigkeit von Québec ab. Mit 50,58 % Nein-Stimmen war das Resultat unglaublich knapp.
Letzte Woche kam es dann faustdick für die Unabhängigkeitskämpfer, die kanadische Partei “Bloc Québécois”. Sie stürzten von 47 auf vier Mandate ab. So rückt die Unabhängigkeit wieder in die weite Ferne und ich kann mich für Heute mit gutem Gewissen mit den Worten “Beste Grüsse aus Kanada” verabschieden.
Genug Geschichte…life goes on!
UPDATE (09.05.11): Das es auch in der Schweiz Schotten gibt, hat mir einer meiner treuen Leser mitgeteilt –> Tagblatt vom 17. Oktober 2008.