Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03433.jsonl.gz/1253

Kugelige Schönheit
Der Papiermaulbeerbaum (Broussonetia papyrifera) ist ein kleiner bis mittelgrosser Zierbaum, der ursprünglich in China und Japan beheimatet ist.
Der Papiermaulbeerbaum stammt aus Südostasien und war eine jener Pflanzen, die von den polynesischen Seefahrern bei der Besiedlung neuer Inseln mitgenommen wurden. Die Papiermaulbeere wurde vielseitig verwendet: Das Holz diente zur Herstellung von Möbeln und Geschirr. Rinde, Wurzeln, Laub und Beeren wurden medizinisch genutzt. Aus dem Bast produzierten die Polynesier Tapa, ein wertvolles Textil, das über lange Zeit das Hauptmaterial für Kleider und Tücher war. Heute ist dieses Handwerk fast ausgestorben und Tapa wird nur noch bei Zeremonien und Festen getragen. In Ostasien stellt man aus dem Bast schon seit 2000 Jahren ein kostbares Papier her.
Hierzulande wächst die Papiermaulbeere als kleiner Baum mit meist asymmetrischem Laub – seine ornamentalen Blätter sind oft unregelmässig gelappt und erinnern an Feigen und Maulbeerbäume. Der Baum ist zweihäusig, d. h. es gibt männliche und weibliche Exemplare. Stehen beide zusammen, erscheinen an letzteren grüne Kugeln. Daraus schieben sich im Spätsommer eigenartige rötliche Beerenschläuche, die oft für Blüten gehalten werden. Diese orange-roten Kugelfrüchte sind sehr dekorativ, anders als die eher unscheinbare Blüte. Verwendung: in milden Gegenden winterhart, sonst als Kübelpflanze im Wintergarten, auf Balkon und Terrasse.
Text & Bild: Merian Gärten