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AGO und öffentlicher BeobachtungsabendFreitag, 29. September 2017, 20:00 Uhr
Weitere Informationen zu diesem Anlass
Am Freitag, den 29. September, findet ab 20 Uhr ein öffentlicher Beobachtungsabend in unserer Sternwarte auf dem Simplonpass statt. Bei unsicherer Witterung gibt die AGO-Webseite Auskunft, ob der Anlass durchgeführt wird.
Zu Beginn des Beobachtungsabends, um 20 Uhr, kann man im Südwesten noch einen Blick auf Saturn werfen, bevor sich der Ringplanet hinter den Bergen versteckt.
Im Süden steht der Mond, neun Tage nach Vollmond, im ersten Viertel und ist zur Hälfte beleuchtet. In der Mitte hat sich gerade Copernicus, einer der bekanntesten und schönsten Krater aus der Dunkelheit gelöst. Copernicus hat einen Durchmesser von fast 100 km. Der Kraterrand ist 900 m höher als die Umgebung, das Innere jedoch fast 4000 m tiefer. In Mitten des Kraters erhebt sich ein Bergmassiv mit etwa 1200 m Höhe. Nördlich von Copernicus breiten sich die Karpaten aus, deren höchste Gipfel 2500 m hoch sind. Noch weiter im Norden sieht man das Regenmeer, dessen Durchmesser über 1000 km beträgt. Südlich von Copernicus fällt der Krater Bullialdus auf. Er ist etwa 60 km gross und ähnlich tief wie Copernicus. Ganz im Süden des Terminators ist der Mond von Kratern übersät. Der grösste, Clavius, besitzt einen Durchmesser von mehr als 200 km und hat weitere kleiner Krater auf seinem Grund.
Gegen 21:30 Uhr kommt es zu einer Sternbedeckung durch den Mond. 56 Sgr, ein Stern im Schützen mit 5 mag Helligkeit, verschwindet auf der Schattenseite hinter dem Mond. Etwa um 21:50 Uhr ist die Bedeckung beendet.
Bericht
Der Anlass
Der öffentliche Beobachtungsabend wurde bereits am Mittwoch im Walliser Boten angekündigt. Der Abend ist vor allem dem Mond gewidmet - dieser steht im Süden, neun Tage nach Neumond im ersten Viertel und ist zur Hälfte von der Sonne beleuchtet.
Das Wetterzeigt sich von der besten Seite: keine Wolke weit und breit, angenehme Temperatur und windstill.
Das Wetter
Die Wettervorhersage ist nicht gut - starke Bewölkung ist angesagt. Bei der Fahrt zur Sternwarte sehen wir zusätzlich zu den Wolken auch noch eine Nebelbank quer über dem Pass liegen.
Der Beobachtungsabend
Bereits bei unserem Eintreffen um 19:45 warten mehrere Gäste bei der Sternwarte. Trotz des Nebels öffnen wir das Dach und richten die Teleskope durch die Nebelschicht auf den Mond. Kurz nach 20:00 Uhr sinkt der Nebel und die Besucher können den Mond durch die Löcher in der Wolkenschicht beobachten. Die Objekte, die Michael in der Einladung zu diesem Abend beschreibt, konnten wir alle identifizieren: Copernicus, die Karpaten, das Regenmeer, die Krater Bullialdus und Clavius. Die Sternbedeckung war wegen der Wolken nicht zu beobachten. Auch Saturn zeigt sich zeitweise durch die Lücken der Wolken. Der Zenit wird plötzlich frei und ermöglicht einen kurzen Blick auf die Kugelsternhaufen M13 und M15, den Ringnebel M57 und die Andromeda-Galaxie M31. Leider ziehen sich die Wolken rasch wieder zusammen - Zeit für Hugo, den Besuchern einen allgemeinen Vortrag über den Sternenhimmel zu präsentieren. Während dieser Zeit haben Remo und Robert versucht, den Mond noch fotografisch einzufangen (siehe Bild). Nach dem Vortrag ist die Wolkendecke komplett geschlossen - die Besucher verlassen die Sternwarte gegen 22:00 Uhr.
Die Besucher
22 Gäste haben den Abend besucht, begleitet von drei AGO-Mitgliedern (Hugo, Remo, Robert).
Das Fazit
Auch bei unsicherer Witterung besuchen die Gäste unsere Sternwarte - und meistens gibt es auch am Himmel noch etwas zu sehen!
- Robert Glaisen