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Roboter kriecht wie eine Schildkröte durch den SandUhr
Forschende der University of California San Diego haben einen bionischen Roboter entwickelt, der sich wie eine Meeresschildkröte im Sand fortbewegt. Der Schildkröten-Bot soll später bei Inspektionen oder Suchaktionen zum Einsatz kommen.
Frisch geschlüpfte Meeresschildkröten müssen sich erst an die Sandoberfläche wühlen, bevor sie sich auf den gefährlichen Weg ins Meer aufmachen können. Nachdem sie die Eierschale geknackt haben, paddeln sie sich mit ihren Vorderbeinchen an die Sandoberfläche. Von dieser Paddel-Bewegung haben sich Forschende der University of California San Diego inspirieren lassen. Sie haben einen bionischen Roboter entwickelt, der sich auf Sand bewegen und "tauchen" kann, um vergrabene Schätze zu finden, wie die Agentur Pressetext berichtet.
Der Roboter von Nick Gravis und Shivam Chopra ist 25,6 Zentimeter lang und 5,1 Zentimeter breit. Der stromlinienförmige Körper enthält einen Planetengetriebemotor, eine Batterie und die Steuerelektronik. Auf der Seite befinden sich zwei Arme, die den gleichen Zweck wie die Vorderbeine einer Schildkröte erfüllen, wie die Forscher mitteilen.
Der Schildkröten-Bot rotiere seine Beine ähnlich wie ein Brustschwimmer die Arme. Damit der Roboter nicht nach wenigen Sekunden an die Oberfläche stosse, hätten die Entwickler "Höhenruder" am Kopf befestigt, die ihn nach unten zwingen sollen.
Ferngesteuerter Schildkröten-Bot
Fernsteuern lasse sich der Roboter per WLAN. In einer Sandtiefe von 130 Millimetern erreiche der Roboter eine Geschwindigkeit von etwa vier Metern pro Stunde horizontal. Wenn sich der Schub der Beine verändere, könne er sich nach links oder rechts bewegen. Die Höhenruder seien starr, jedoch sollen diese später auch beweglich sein, damit der Bot tiefer tauchen oder die Nase aus dem Sand stecken könne.
Über Steine kann der Roboter nicht klettern, jedoch weiche er bei Hindernissen oder zu grobkörnigem Sand automatisch aus und suche nach weichem Sand, um seine Reise fortzusetzen.
Potenzielle Anwendungsbereiche sehen die Forschenden etwa bei der Inspektion von gefüllten Getreidesilos oder in Such- und Rettungsmissionen. Auch bei der Erkennung von Bodenverunreinigungen soll der Schildkröten-Roboter behilflich sein.
Roboter sollen sich künftig übrigens auch auf Monderkundungstour begeben. Schweizer Ingenieurinnen und Ingenieure machen Laufroboter fit für künftige Mondmissionen zur Suche nach Mineralien und Rohstoffen.