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ePilze ist ein Pilzbestimmungsprogramm, dessen Bestimmungsschlüssel auf einem völlig anderen Prinzip als üblich beruht, indem die Merkmalseigenschaften der Pilzgattungen resp. -arten von speziellen künstlichen neuronalen Netzwerken trainiert, d. h. erlernt, worden sind und so für die Bestimmung einer Gattung oder Art zur Verfügung stehen. Diese Methode hat z. B. den synoptischen Methoden gegenüber mehrere Vorteile: sie ist nicht nur äusserst schnell, sondern ermöglicht auch unmittelbar nach jeder Eingabe eines weiteren Merkmals eine Auflistung der Gattungen resp. Arten nach ihrer Wahrscheinlichkeit. Da sie vom Prinzip her auch sehr fehlertolerant ist, können eine oder auch mehrere falsche Merkmalsangaben nicht zum "endgültigen" Ausscheiden einer Gattung resp. Art aus der Liste der möglichen führen; sie kann bei der Angabe weiterer, richtiger Merkmale wieder in dieser Liste erscheinen.
ePilze beschreibt über 2000 Pilzarten, unterteilt in 181 Gattungen, Unter- und Teilgattungen aus den 9 Ordnungen Agaricales, Boletales, Cantharellales, Hymenochaetales, Phallales, Polyporales, Russulales, Thelephorales und Tremellales. Die meisten Arten und alle Gattungen sind mit mindestens einer Abbildung aus insgesamt über 2900 Abbildungen versehen. Der Bestimmungsschlüssel umfasst über 160 Merkmale von der makroskopischen Hutform bis zur mikroskopischen Huthautdeckschicht.
Bestimmungsschlüssel
Das Prinzip der Bestimmungsschlüssel von ePilze beruht auf einer speziellen Architektur eines künstlichen neuronalen Netzwerks: einer sogenannten (unendlichen) toroidalen Kohonen-Karte. Auf dieser Karte werden die Gattungen resp. Arten beim Trainieren so verteilt, dass die merkmalsähnlichsten Pilzobjekte einander am nächsten zu liegen kommen und die unähnlichsten am weitesten von einander getrennt sind. Durch die Aufteilung der Karte in quadratische Flächenanteile, denen die einzelnen Objekte zugeteilt sind, besitzt jede Einzelfläche und somit jedes Pilzobjekt bis zu maximal 8 unmittelbare und maximal 16 mittelbare Nachbarn.
Beim Eingeben eines Merkmals zur Bestimmung einer Gattung oder Art errechnet das Programm jeweils unmittelbar die Position auf der Karte, sucht dann alle dieser Position am nächsten liegenden Teilflächen resp. deren zugehörigen Gattungen/Arten und zeigt letztere in Form einer nach Zutreffenswahrscheinlichkeit nummerierte Namensliste. Die Zutreffenswahrscheinlichkeit ist dabei unmittelbar aus der (euklidischen) Distanz zur errechneten Position gegeben. Somit entsprechen die Nummer 0 einem Volltreffer und die zunehmenden Nummern abnehmender Wahrscheinlichkeit.
Die künstlichen neuronalen Netzwerke zur Bestimmung von Pilzgattung und -art sind dem Programm beigegeben und basieren auf den gewichteten Merkmalen jeder Gattung und Art aller in der Datensammlung vorhandenen Pilzobjekte. Die Netzwerke müssen somit nur dann neu trainiert werden, wenn neue Gattungen oder Arten hinzukommen oder Änderungen an deren Merkmalen vorgenommen wurden.
Bestimmung einer Pilzart
Zur Bestimmung einer spezifischen Pilzart gibt es zwei Möglichkeiten:
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Man bestimmt zunächst die Pilzgattung durch Eingabe der Merkmale des vorliegenden Pilzes in das Formular zur Gattungsbestimmung, wählt aus der errechneten Liste der Gattungen die wahrscheinlichste (z. B. durch Doppelklick) aus und öffnet danach im Datenblatt dieser Gattung durch Klicken der entsprechenden Menuoption das Formular zur Artbestimmung.
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Falls die Pilzgattung feststeht, wählt man das zugehörige Formular zur Artbestimmung direkt via Hauptmenu und gibt die Merkmale des vorliegenden Pilzes ein. Ein Doppelklick auf eine der Pilzarten in der Liste öffnet anschliessend das Datenblatt der so bestimmten Pilzart.
Durch die weitere Möglichkeit des direkten Vergleichs der Merkmalsunterschiede zweier beliebig wählbarer Pilzgattungen oder -arten direkt von ihren Datenblättern aus kann man das Bestimmungsresultat einer kritischen Analyse unterziehen und gegebenenfalls korrigieren.