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Baumberger & Stegmeier gewinnen den Studienauftrag für die Zentrumsentwicklung in Geroldswil. Ihr Projekt reagiert klug und nuanciert auf den spätmodernen Kontext. Ein Kommentar zu Rhetorik und Realität.
Geroldswil ist ein Kind der Hochkonjunktur: Zwischen 1960 und 1970 hat sich die Einwohnerzahl mehr als verdreifacht, aus dem Bauerndorf wurde eine spätmoderne Kleinstadt in der Agglomeration. Sichtbares und gut erhaltenes Zeitzeichen ist das «Ortszentrum Geroldswil», das Anfang der Siebziger Jahre nach Plänen von Jakob Schilling entstand: eine Megastruktur im Kleinformat, zurecht geschrumpft auf helvetische Befindlichkeiten. Topographisch an den Hang gebettet, versammelt sie um einen autofreien Dorfplatz («Ebene plus eins») Restaurants, Läden, einen Veranstaltungssaal sowie eine reformierte und eine katholische Kirche. Ein Hotel, ein Hallenbad und das Gemeindehaus orientieren sich zur tiefer gelegenen Huebwiesenstrasse («Ebene Null»), wo sich in unmittelbarer Nachbarschaft – und dem Verkehr zum Trotz – weitere Läden und Gewerbenutzungen angesiedelt haben. Nun möchte die Gemeinde Geroldswil ihr Zentrum «stärken und aufwerten» (und den Grossverteiler Coop vom Wegzug abhalten). Zur Verfügung steht ein Kiesplatz südlich der Huebwiesenstrasse, gleich gegenüber dem Schillingschen «Ortszentrum». Ja, es ist eine wichtige und gewichtige Frage, die Baumberger & Stegmeier angesichts des Studienauftrags in den Raum stellten: «Bietet der spätmoderne Städtebau überhaupt ein Vokabular an, um die gestellte Aufgabe zu lösen? Führt der kontextuelle Ansatz zu Lösungen?» Ihre Antwort ist nicht neu und wird niemanden überraschen, der die städtebaulichen Diskussionen der letzten Jahre mitverfolgt hat: «Wir sind der Überzeugung», schreiben Baumberger & Stegmeier im Wettbewerbstext, «dass dies zumindest auf städtebaulicher Ebene nicht möglich ist und die Aufgabe nur lösbar ist, wenn auf eine klassisch städtische Grammatik zurückgegriffen wird und der Aussenraum wieder als Bindeglied unter den Bauten die erste Geige spielt.» Es ist den Architekten zugute zu halt...
Rhetorik und Realität
Baumberger & Stegmeier gewinnen den Studienauftrag für die Zentrumsentwicklung in Geroldswil. Ihr Projekt reagiert klug und nuanciert auf den spätmodernen Kontext. Ein Kommentar zu Rhetorik und Realität.