Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03151.jsonl.gz/976

Der Tag beginnt schlecht für Adela, eine junge New Yorkerin kubanischer Abstammung, als sie einen Anruf von ihrer Mutter erhält. Sie sind seit mehr als einem Jahr wütend, denn Adela ist nicht nur nach Miami gezogen, sondern sie lebt auch mit Marcos zusammen, einem jungen Mann aus Havanna, der vor kurzem in die Vereinigten Staaten gekommen ist, der sie völlig verführt hat und den ihre Mutter wegen seiner Herkunft ablehnt. Marcos erzählt Adela von seiner Kindheit auf der Insel, behütet von einer Gruppe von Freunden seiner Eltern, dem Clan, und zeigt ihr ein Bild von der letzten gemeinsamen Mahlzeit, die sie als Kind vor fünfundzwanzig Jahren zu sich genommen haben. Adela, die das Gefühl hatte, dass der Tag sauer werden würde, entdeckt unter den Gesichtern eine vertraute Person. Und unter ihren Füßen öffnet sich ein Abgrund.
Wie Staub im Wind ist die Geschichte einer Gruppe von Freunden, die ein Schicksal von Exil und Zerstreuung überlebt haben, in Barcelona, im äussersten Nordwesten der Vereinigten Staaten, in Madrid, in Puerto Rico, in Buenos Aires... Was hat das Leben mit ihnen gemacht, die sich so sehr geliebt hatten? Was ist mit denen geschehen, die gegangen sind und denen, die sich entschieden haben zu bleiben? Wie hat die Zeit sie verändert? Wird der Magnetismus des Zugehörigkeitsgefühls, die Kraft der Zuneigung sie wieder zusammenbringen? Oder ist ihr Leben bereits Staub im Wind?
In dem Trauma der Diaspora und dem Zerfall der Bindungen ist dieser Roman auch ein Lied auf die Freundschaft, auf die unsichtbaren und mächtigen Fäden der Liebe und der alten Loyalitäten. Ein schillernder Roman, ein bewegendes menschliches Porträt, ein weiteres Meisterwerk von Leonardo Padura.