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KOPFSCHMERZEN
Im Fachgebiet der Orthopädie beschäftige ich mich mit Kopfschmerzen, deren Ursprung die Halswirbelsäule ist. Dieser sogenannte zervikogene Kopfschmerz ist lediglich in 4 bis 5% aller Kopfschmerzpatienten anzutreffen. Er wird leider selten korrekt diagnostiziert. Die Erfahrung zeigt, dass röntgenologische Auffälligkeiten keine Rolle spielen, Verschleisserscheinungen der Halswirbelsäule sind nicht obligat mit Schmerzen assoziiert. Kernspintomographische Diagnostik ist bei diesen Kopfschmerzen ebenfalls nicht zielführend. Im MRI nachgewiesene Bandscheibenprotrusionen sind bei gesunden Menschen genauso häufig, wie bei Patienten mit zervikogenem Kopfschmerz zu finden. Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, dass pathologische Veränderungen der Wirbelkörper und Bandscheiben ursächlich wären.
In der Krankengeschichte findet sich häufig ein Schädeltrauma oder Dezelerationstrauma. Andererseits äussert sich der posttraumatische Kopfschmerz oft nicht als zervikogener Kopfschmerz, sondern als Spannungskopfschmerz oder auch in einer verstärkten Migräne. Für die Chronifizierung posttraumatischer Kopfschmerzen ist der Analgetikaabusus bedeutend, genauso wie psychosoziale Faktoren und langdauernde Versicherungsauseinandersetzungen.
Ein Norwegischer Arzt, Dr. O. Sjaastad prägte den Begriff der zervikogenen Kopfschmerzen 1983. Es handelt sich um eine Untergruppe von Kopfschmerzpatienten, welche einen streng einseitigen, gleichzeitig auftretenden Kopf-Nackenschmerz angeben. Die Schmerzdauer ist dabei variabel, von kurzen Schmerzattacken bis zum Dauerschmerz. Es handelt sich um einen mittelschweren, nicht stechenden, dumpfen, nicht pulsierenden Schmerz vom Hinterhaupt bis nach frontal auch temporal ziehend. Schmerzprovokation ist möglich nach Druck auf die cervikalen/occipitalen Triggerpunkte und/oder durch HWS Drehung bei insgesamt eingeschränkter unilateraler HWS Beweglichkeit. In die Arme ausstrahlende Beschwerden sind nicht radikulär. Wie auch bei einer Migräne können Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit bestehen. Dabei sind Frauen häufiger betroffen als Männer.
Weder chiropraktische, manualtherapeutische, osteopathische, chirurgische noch pharmakologische Therapie ist in der Behandlung des zervikogenen Kopfschmerzes wirksam. Zur Bestätigung der Diagnose führt lediglich eine positive diagnostische Infiltration des N. occipitalis major, des medialen Seitenastes der Wurzel C2. (Pain. 1992 Oct;51(1):43-8;)
Die Blockade des N. supraorbitalis führt v.a. bei zervikogenem Kopfschmerz zu einer Schmerzreduktion und kann damit eine zusätzliche Hilfestellung in der Differentialdiagnosefindung leisten. (Pain Pract. 2006 Jun;6(2):89-95)
Ziel meiner Untersuchung bei Ihnen ist also herauszufinden, ob Sie unter einem Kopfschmerz leiden, welcher durch die Halswirbelsäule ausgelöst wird. Im Rahmen der Kopfschmerzdiagnostik/Behandlung steht das Fachgebiet der Orthopädie hinten an, da lediglich eine geringe Anzahl an Patienten unter dem Krankheitsbild leidet. Doch ist bei langdauernden Kopfschmerzen z.B. nach Autounfällen eine orthopädische Untersuchung sinnvoll, insbesondere dann, wenn bisher keine sichere Diagnose gestellt wurde und keine Therapie erfolgreich war.
Ich berate Sie gerne bei Ihrem chronischen Kopfschmerzproblem.