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Mit einer Liste und sieben Kandidaten wollen die Grünen des Kantons einen Nationalratssitz gewinnen. Gestern Abend hat die Generalversammlung sechs davon nominiert. Sie waren mehrheitlich bekannt und stellten keine grosse Überraschung dar.
Diskussionen gab es aber um den siebten, ausstehenden Kandidaten und die damit verbundene Listenordnung. «Es wäre unfair, die Listenplätze schon zu verteilen, wenn ein Kandidat noch fehlt», sagte ein Anwesender. Ein anderer schlug gar vor, die ganze Nominierung zu verschieben. Dem hielt jemand entgegen, dass die Fristen für die Kandidaturen lang genug gewesen seien. «Wenn wir heute ohne Nominierungen und ohne Listenordnung aufhören, ist das ein schlechter Start», sagte einer. Und verschiedene Kandidaten betonten, dass sie nur mit der im Vorfeld abgesprochenen Listenordnung zur Verfügung stünden. Auf diese Ordnung einigten sich die 29 Anwesenden schliesslich.
Ein Deutschfreiburger
Einziger deutschsprachiger Kandidat ist im Moment der 39-jährige Gerhard Andrey aus Granges-Paccot. Als «grüner, erfolgreicher Unternehmer» und mit «lupenreinem Seislertütsch» wolle er die Wähler überzeugen. Andrey ist der Zweite auf der Liste der Grünen. Angeführt wird diese von Nicole Bardet aus Romont. Die 34-Jährige ist Ökonomin und sitzt im Generalrat von Romont. Den dritten Platz besetzt Marc Antoine Messer. Er wollte bereits 2011 für die Jungen Grünen in den Nationalrat und war während fünf Jahren Präsident der Kantonalpartei.
Auf der Liste stehen weiter der 37-jährige Nicolas Pasquier aus Bulle, die 43-jährige Bio-Landwirtin Sylvie Bonvin-Sansonnens aus dem Broyebezirk und Laurent Thévoz. Thévoz sitzt im Grossen Rat und ist ehemaliger Generalrat von Freiburg.
Mutter erneut Kandidatin?
Im Mai möchten die Grünen nun den letzten Kandidaten nominieren. Mit Vorliebe eine Frau oder einen Deutschsprachigen; oder jemanden, der beide Qualitäten vereint, wie Kampagnenleiter Bruno Marmier sagte. Ein Mitglied schlug Christa Mutter, Grossrätin und Generalrätin von Freiburg, als Kandidatin vor. Mutter führte die Grünen bei den Wahlen 2011 an. Sie sei zwar motiviert, sagte sie nun gestern, aber sie sei nicht bereit «nur die Liste zu füllen». 2011 habe sie zu wenig Unterstützung von der Kantonalpartei erhalten. Sie wolle sich nochmals mit den Grünen der Stadt absprechen, bevor sie sich für oder gegen eine Kandidatur entscheide.
Das Budget für die Kampagne beträgt 42 000 Franken. Die Diskussionen über allfällige Allianzen mit der Linken, der CSP oder den Grünliberalen seien am Laufen, so Marmier. Bei den Wahlen 2011 erhielten die Grünen knapp fünf Prozent der Stimmen, 2007 waren es 6,3 Prozent.
Programm: Umwelt und grüne Wirtschaft
A uf dem Wahlprogramm der Grünen Freiburg stehen insbesondere drei Themen mit Bezug zum Kanton: Der Atomausstieg im Zusammenhang mit dem Atomkraftwerk Mühleberg; die neue Agrarpolitik, welche die Gesundheit von Umwelt, Mensch und Tier berücksichtigen soll; und auch die Unternehmenssteuerreform beschäftigt die Grünen, da sie für Freiburg weitere Steuerausfälle erwarten und sich fragen, wie diese kompensiert werden sollen. Daneben legen sie einen Schwerpunkt auf die ökologische Wirtschaft, den Verkehr und die Verminderung des CO2-Ausstosses, auf die Gleichstellung von Mann und Frau sowie die Integration von Migranten und von Schweizern in schwierigen Situationen. Auch machen sie sich Gedanken zur Verwendung von privaten Daten im Internet: Das Internet solle nicht nur der Wirtschaft, sondern vor allem der Demokratie dienen. mir