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Der Konsum von Suchtstoffen ist weit verbreitet. Alkohol und Nikotin sind die meistkonsumierten Substanzen in der Schweiz. Ein Grossteil der Schweizer Bevölkerung trinkt Alkohol kontrolliert und in einer unbedenklichen Menge. Trotzdem zählen Abhängigkeitserkrankungen zu häufigen Krankheiten, nicht nur bei Alkohol und Nikotin.
Die Weltgesundheitsorganisation und die Eidgenössischen Kommission für Alkoholfragen empfehlen bei gesunden, jungen und nicht schwangeren Frauen höchstens zehn Gramm reinen Alkohol pro Tag (ein Glas), Männern höchstens 20 Gramm Alkohol pro Tag (zwei Gläser).
In der Schweiz leiden rund 250'000 Menschen an einer Alkoholabhängigkeit. Typisch dafür sind folgende Symptome:
- Verlangen: Spüren Sie häufig eine Art unbezwingbares Verlangen, Alkohol zu trinken?
- Verminderte Kontrollfähigkeit: Kommt es vor, dass Sie nicht mehr aufhören können zu trinken, wenn Sie einmal begonnen haben?
- Entzugssymptome: Trinken Sie manchmal morgens, um eine bestehende Übelkeit oder ein Zittern (z.B. Ihrer Hände) zu lindern?
- Toleranzentwicklung: Brauchen Sie zunehmend mehr Alkohol, um eine von Ihnen gewünschte Wirkung zu erzielen?
- Vernachlässigung anderer Interessen: Ändern Sie Tagespläne oder richten Sie den Tag so ein, dass Sie regelmässig Alkohol trinken können?
- Konsum trotz schädlicher Folgen: Trinken Sie, obwohl Sie spüren, dass der Alkoholkonsum schädliche körperliche, psychische oder soziale Folgen hat?
Nur ein geringer Teil der Konsumenten entwickelt eine psychische Abhängigkeit mit den entsprechenden Symptomen. Verschiedene Faktoren beeinflussen die sozialen, psychischen und körperlichen Probleme. Dazu gehören etwa die legale Verfügbarkeit der Substanz, körperliche Vorerkrankungen oder spezifische Wirkungen oder Nebenwirkungen der Substanzen.
Jede Sucht, egal ob Substanzen (Alkohol, Nikotin, Cannabis etc.) oder Verhalten (Internetsucht, Kaufsucht etc.) wirkt auf ein bestimmtes System im Gehirn, das sogenannte Belohnungssystem. Die angenehme Wirkung der Substanzen wie Glücksgefühl, Gelassenheit, Angstlinderung, Unterdrückung unangenehmer Gefühle oder Linderung körperlicher Schmerzen aktiviert das Belohnungssystem. Dies ist ein Lernsignal für das Gehirn, und es besteht die Gefahr, dass sich der Konsum steigert und sich eine Abhängigkeit entwickelt.