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CHF 30 - 105
CHF 15 - 52.50
zur Produktion
Es ist mitten in der Nacht, als er sich an ihr Bett heranschleicht. Er drückt ihr einen Kuss auf ihre Lippen, den sie erwidert, denn sie träumt, es sei ihr Mann. Erst als sie erwacht, begreift sie die Gewalt, die ihr angetan wird.
«The Rape of Lucretia» ist Benjamin Brittens erste Kammeroper und basiert auf dem antiken Stoff der Lucretia, die sich, nachdem sie von Tarquinus Superbus vergewaltigt und geschändet wurde, umbringt. Die Oper wurde 1946 uraufgeführt, also unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg und unter dem Eindruck seiner kollektiven und individuellen Grausamkeiten. Indem Britten die Ereignisse in seiner Oper als Rückblende über zwei Zeitebenen erzählt, scheint er auf die Schrecken der jüngsten Geschichte zurückzublicken. Seine Dramaturgie erinnert an die des Films und hat Regisseurin und Videokünstlerin Sarah Derendinger dazu inspiriert, filmisches Erzählen für ihre Inszenierung zu übernehmen. Besonders interessiert sie dabei die Frage nach den unterschiedlichen Interpretationen von «Wahrheit», deren Multiperspektivität zwischen den Zeilen liegt.
Sarah Derendinger bildet den Beginn einer neuen Reihe des Luzerner Theaters, in der jedes Jahr ein*e Videokünstler*in eine Oper gestalten wird.
«Vergewaltigung ist Bürgerkrieg, die politische Organisation, durch die ein Geschlecht dem anderen erklärt: Ich habe alle Rechte über dich, ich
zwinge dich, dich unterlegen, schuldig und entwürdigt zu fühlen.»
Virginie Despentes