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Hans Himmelhoch
Wanderbriefe an ein Weltkind
Mit einem Nachwort herausgegeben von Christof Wamister
Schweizer Texte, Neue Folge, Band 22
2005. 154 S. Geb. CHF 32.00 / EUR 19.80
ISBN 978-3-0340-0738-2
Kurztext
Bevor Jakob Schaffner sich zum Nationalsozialismus bekannte, zählte er zu den renommiertesten Autoren der Schweiz. Nach einer schweren Anstaltsjugend und einer Schuhmacherlehre hatte Schaffner früh zu schreiben begonnen. Er fand auch in Deutschland rasch Beachtung, und man versprach sich von ihm, dass er die Schweizer Literatur aus ihrer lokalen Beengung hinauszuführen vermöchte. Kürzlich wurde sein autobiografischer Roman «Johannes» aus dem Jahr 1922 neu veröffentlicht.
Der Roman «Hans Himmelhoch», der 1909 im angesehenen Berliner S. Fischer Verlag erschien, später aber nie mehr aufgelegt wurde, ist Schaffners kühnstes Buch. Beim Titelhelden handelt es sich um einen jungen Schweizer, den das Bedürfnis, aller bürgerlichen Enge zu entkommen, zuerst nach Berlin führt. Eine reiche Berlinerin, die sich von der Frische des kecken Ausbrechers ebenso angezogen fühlt, wie dieser von der mondänen Grossstadt, nimmt ihn zum Geliebten, hält ihn finanziell aus und lässt ihn andere europäische Metropolen bereisen. Von dort schreibt er ihr die Briefe, aus denen der Roman besteht. «Himmelhoch» ist ein egozentrischer und vollmundiger Berichterstatter, und das Buch lässt offen, ob es ihn nun eigentlich als Genie der Selbstverwirklichung feiern oder als Angeber denunzieren will. Bemerkenswert ist, wie es Schaffner gelingt, die Aufbruchstimmung in einer erregten, hochfahrenden Sprache Form werden zu lassen, die auf den Expressionismus vorausweist.
Der Neudruck von «Hans Himmelhoch» ist mit einem von Christof Wamister verfassten Nachwort versehen, das den Roman in den biographischen, literatur- und kulturhistorischen Kontext stellt. Der Anhang präsentiert ausserdem Auszüge aus bisher unveröffentlichten Briefen Schaffners an den Basler Literaturkritiker Prof. Albert Gessler, die Einblicke in die Entstehungsbedingungen des Romans geben, durch den Kontrast zu den fiktiven Romanbriefen aber auch deren überdrehten, stilisierten Ton verdeutlichen.