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Der Bau einer Grenzmauer zwischen den USA und Mexiko war das grösste Wahlkampfversprechen des US-Präsidenten Donald Trump. Entlang der 2000 Meilen langen Grenze soll eine Mauer zur Einschränkung der illegalen Einwanderung und des Drogenschmuggels entstehen. Bereits heute existieren rund 650 Meilen Grenzzäune und Mauern zwischen den zwei Staaten. Für das Jahr 2018 plant Trump den Bau von drei Testmauern mit einer Gesamtlänge von 74 Meilen.
Die Kosten dieses Megaprojekts werden auf mindestens 21 Milliarden US-Dollar geschätzt. Doch es wird kaum davon gesprochen, was die Umwelt dafür bezahlen wird. Nach der Veröffentlichung des Enthüllungsbuch „Fire and Fury“ über den amerikanischen Präsidenten gilt es jetzt zudem, die Ökosystemauswirkungen seines Mauerbaus genauer unter die Lupe zu nehmen.
Mauer durchquert Schutzgebiete und teilt Lebensräume
Offensichtlich hindert eine Mauer nicht nur Menschen beim Überqueren einer Grenze, sondern auch Tiere, obwohl eine Landesgrenze für sie keinerlei Bedeutung hat. Viele der Gebiete entlang der Grenze zwischen Mexiko und den USA sind ökologisch wertvoll und stehen unter Schutz. Durch das Errichten einer Grenzmauer werden sensible Regionen wie das Santa Ana National Wildlife Refuge im Tal des Rio Grande oder der Coronado National Forest gestört. Diese Schutzgebiete beheimaten eine enorme Artenvielfalt und bilden die letzten Rückzugsgebiete bedrohter Arten wie dem Luchs, Ozelot, Jaguar, Puma und dem Mexikanischen Wolf. Bauarbeiten und vermehrte Patrouillen durch das Grenzwachkorps stören die naturbelassenen Ökosysteme.
Anhand der bereits existierenden Grenzzäune konnte gezeigt werden, dass solche Verbauungen wichtige Wanderrouten von Insekten, Säugetieren und sogar Vögeln durchkreuzen. Zudem werden durch den Mauerbau die Reviere von Katzen wie dem Ozelot - von dem nur noch knapp 60 Exemplare in den USA leben - zerteilt. Auf diese Weise werden Populationen voneinander isoliert und ihr Lebensraum wird eingeschränkt. Dabei ist es gerade in trockenen Gebieten überlebenswichtig, dass sich Tiere frei bewegen können, um Nahrung, Wasser und Sexualpartner zu finden. Mangelnder Genaustausch zwischen Populationen führt zu Inzucht, was die Anfälligkeit für Krankheiten und das Aussterberisiko erhöht. Dies würde insbesondere den vom Aussterben bedrohten Mexikanischen Wolf arg treffen. Der Bau einer Grenzmauer würde jegliche Erholungschancen der nicht einmal mehr 200 Individuen umfassenden Population zunichtemachen.
Insbesondere in Zeiten des Klimawandels ist es unerlässlich, dass sich Tiere frei bewegen können, um ihnen den Zugang zu geeigneten Habitaten zu gewährleisten.
Umweltschutzgesetze werden umgangen
Wie kann es sein, dass Trumps Regierung eine Mauer quer durch zahlreiche Schutzgebiete bauen darf? Zu verdanken ist dies unter anderem dem ehemaligen US-Präsident George W. Bush. Während seiner Amtszeit setzte er eine Regelung durch, die es dem Departement of Homeland Security erlaubt, für den Bau von Grenzinfrastruktur praktisch jegliche Gesetze zu umgehen. Daher sind all die Umweltgesetze, die den Bau einer Mauer in Naturschutzgebieten normalerweise unterbinden würden, wirkungslos. Allein im Bundesstaat Kalifornien würde die Grenzmauer ansonsten gegen dutzende Umweltregeln verstossen.
Dank dieses Schlupfloches kann Trumps Regierung ohne jegliche Studien, welche die Umweltauswirkungen der Mauer im Voraus untersuchen würden, mit dem Bau der Mauer loslegen.
Ob die Mauer ihren Zweck zum verbesserten Schutz der US-Bevölkerung tatsächlich erfüllen wird, ist äusserst umstritten. Es wird argumentiert, dass die Mauer viel mehr symbolischen als funktionellen Schutz bieten wird. Schade, dass nun die Umwelt für ein scheinbar sinnloses Wahlversprechen des US-Präsidenten büssen muss.