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(Kt. und Bez. Zürich).
394 m. Gem. und Pfarrdorf im Limmatthal; 7,5 km nw. Zürich.
Station der Linie
Zürich-Baden-Brugg,
der Lokalzüge
Zürich-Dietikon-Baden und der elektrischen Limmatthalstrassenbahn. Postbureau, Telegraph,
Telephon. Gemeinde, mit Berg: 145
Häuser, 1670 Ew. (wovon 481 Katholiken); Dorf: 93
Häuser, 1011 Ew. Schlieren hat sich seit
etwa 20 Jahren bedeutend gehoben und ist heute ein lebhafter Industrieort. Je eine Leimfabrik, Waggonfabrik (mit 600 Arbeitern
und einer jährlichen Produktion von 400
Wagen verschiedener Art), chemischeFabrik, ^[Berichtigung.] Farbwarenfabrik,
Seidenfärberei, Wollspinnerei und Weberei.
Hier befindet sich auch die 1898 eingerichtete grosse Gasfabrik der Stadt
Zürich, die mit einem 1,6 km langen Privatgeleise
an die Bahnstation angeschlossen ist und die Gemeinden Zürich,
Schlieren,
Altstetten, Oerlikon,
Zollikon und
Kilchberg mit Gas versorgt.
Ihre tägliche Produktion 1901 betrug im Maximum 90500 m3 und im Minimum 33900 m3 Gas, zu deren
Herstellung 64000 Tonnen Steinkohlen verwendet wurden. Sie besitzt zwei Gasreservoire von je 25000 m3 Fassungsvermögen,
denen sich in Bälde noch ein drittes von 50000-60000 m3 Rauminhalt anreihen wird.
Die Erstellungskosten der ganzen grossartigen Anlage beliefen sich auf 7,5 Millionen Fr. Die Stadt
Zürich
hat zugleich in der Nähe der
Fabrik für deren Arbeiter und Angestellte ein ganzes
Quartier von Wohnhäusern erstellt. In
Schlieren befindet sich ferner die sog. Pestalozzistiftung, eine von der kantonalen Zürcher Gemeinnützigen Gesellschaft 1848 gestiftete
Anstalt, in der 40 verwahrloste Knaben im
Alter von 6 bis 16 Jahren Aufnahme finden, Primarschulunterricht
geniessen und mit landwirtschaftlichen Arbeiten beschäftigt werden. Flachgräber aus der
La Tène Zeit. Römische Ansiedelungen
bei der Kirche und der
Mühle. Alemannensiedelung. 828: Sleiron. Alemannengräber beim Dorf. Die Existenz eines ehemaligen
Weiherbürgleins, von
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dem Stumpf spricht, ist durch nichts verbürgt. Der Ort stand seit 1415 unter der Hoheit der Landvögte von Baden. Ursprünglich
eine Filiale von St. Peter in Zürich,
wurde die Gemeinde 1511 kirchlich selbständig, aber bis 1548 noch von einem Diakon am St. Peter
besorgt. Die Kollatur besass der Rat von Zürich.
Im Kriegsjahr 1799 hatte der Ort durch die Franzosen viel zu leiden.
Bei der Limmat stand einst die Burg der Edeln von Schönenwerd und jenseits des Flusses am rechten Ufer das von den Zürchern 1268 zerstörte
Städtchen Glanzenberg.
(Grosse) (Kt. Obwalden).
1690-462 m. Wildbach; entspringt in dem vom Fulendossen (1660 m), Lauenberg
(1665 m), Schlierengrat, Wieleschi (1697 m) und der Hochschwändifluh umschlossenen Felsenzirkus, durchfliesst in nö. und
dann ö. Richtung ein bewaldetes und ziemlich tief eingeschnittenes Thal und mündet nach 14,5 km langem Lauf 1,5 km s. der
Station Alpnach der Brünigbahn von links in die SarnerAa. Erhält von beiden Seiten her zahlreiche kleine
Nebenadern, die sich in den weichen Flysch und die mächtige Moränendecke ebenfalls tief eingeschnitten haben.
Seit dem Mittelalter hat die Schlieren ihren Unterlauf dreimal verlegt, indem sie zuerst bei Uchtern und dann weiter S. nahe
Gründli durchfloss, um endlich ihre heutige Richtung einzuschlagen. Ihr Einzugsgebiet liegt im Flysch,
dem am linksseitigen Gehänge eine mächtige Moränendecke aufgelagert ist; es umfasst 28 km2, wovon 59% bewaldet sind.
Die GrosseSchlieren bietet das typische Beispiel eines alpinen Wildbaches und hat trotz der für ihre Verbauung aufgewendeten
grossen Geldsummen immer noch nicht vollständig gebändigt werden können.
Sie führt bei Hochwasser ganz enorme Geschiebemassen und hat im Thal von Sarnen einen mächtigen Schuttkegel
aufgeworfen, in den sie sich neuerdings wieder einschnitt und über den sie im Laufe der Zeit in verschiedener Richtung abfloss.
Die zahlreichen Verbauungsarbeiten haben durch den grossen Ausbruch des Wildbaches im Sommer 1902 bedeutend gelitten,
zeigten sich aber bei dieser Gelegenheit doch so ausreichend stark, dass die Brünigbahnlinie und die umliegenden Grundstücke
blos von Schlammwasser überflutet wurden, während die grössern Geschiebe im Wildbachbett selbst liegen geblieben sind.
Der Wildbach bildete früher den untersten linksseitigen Zufluss der SarnerAa, wurde dann aber in den See abgeleitet, bei welcher
Gelegenheit man ihn zugleich auch in seinem Sammelgebiet verbaute. Dieses lehnt sich im N. an den Pilatus an, während es
die Bergketten im O. und S. vom Entlebuch und vom Thal der Grossen Schlieren trennen. Das gesamte Einzugsgebiet
umfasst 20 km2. Die maximale Wasserführung kann auf 50-100 m3 geschätzt werden. Rechts- und linksseitiges Thalgehänge
der Kleinen Schlieren sind sowohl in geologischer wie in botanischer Hinsicht voneinander verschieden.
Links findet man im obern Abschnitt Hohgantsandstein mit eingelagerten Kalkschichten und tiefer unten
Flysch mit einer Decke von Moränenschutt, während das rechtsseitige Gehänge ganz aus Flysch und darüber gelagerten Glazialgeschieben
besteht. Darum findet man denn auch am stabileren linksseitigen Gehänge Wald, während dieser rechts fehlt. Durch die starke
Abholzung um die Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich der Wildbachcharakter der Kleinen Schlieren infolge
weitergehender Vertiefung der Rinnen und vermehrter Geschiebeführung beträchtlich verschlimmert. Im Verlauf der seit 1878 begonnenen
Verbauungsarbeiten sind im obern Einzugsgebiet zahlreiche Thalsperren etc. eingebaut worden, während man im Unterlauf eine
vollständige Ablenkung und Eindämmung des Bachlaufes ausgeführt hat.
Damit erscheint nun das Dorf Alpnach, das früher häufig unter Wasser gesetzt
wurde, seit 25 Jahren vor
den Ausbrüchen des Wildbaches geschützt. Das infolge eines ausserordentlich starken Gewitters im Juli 1902 eingetretene
Hochwasser hat wie bei der Grossen Schlieren auch hier die Verbauungsarbeiten sehr fühlbar mitgenommen. An der Bändigung
des Wildwassers wird eifrig weitergearbeitet, und es ist nicht daran zu zweifeln, dass diese unter Ergänzung
der Arbeiten durch umfassende Aufforstungen vollständig gelingen werde.