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«Wir haben einen der meistverehrten und produktivsten Visionäre in der Musik verloren», steht auf der offiziellen Facebook-Seite von Leonard Cohen.
Der Schriftsteller und Musiker starb im Alter von 82 Jahren, wie sein Musiklabel in der Nacht zum Freitag bestätigte. Mit Songs wie «Suzanne», «So Long, Marianne», «First We Take Manhattan (Then we take Berlin)», «Chelsea Hotel #2» wurde der Sänger weltberühmt. Doch den Menschen wird der Künstler wohl vor allem durch den Song «Hallelujah» in Erinnerung bleiben:
Geboren wurde Leonard Norman Cohen 1934 in eine jüdische Familie in der ostkanadischen Stadt Montreal hinein. Schon als Kind lernte er Gitarre spielen und hatte bald Auftritte in Cafés und Clubs, aber die Musik sollte für ihn lange Zeit Nebensache bleiben. Denn Cohen wollte schreiben, Gedichte und später auch Romane. In den frühen 60er-Jahren zog er sich dafür zeitweise völlig auf die griechische Insel Hydra zurück. Viele seiner Veröffentlichungen wurden von Kritikern gefeiert. 2011 bekam er sogar den spanischen Prinz-von-Asturien-Preis für Literatur.
Aber in den 60er-Jahren reichten ihm die Einnahmen aus dem Schreiben nicht zum Leben. Also zog Cohen Ende der 60er-Jahre nach New York und nahm die Musik wieder auf - bald mit grossem Erfolg. Seine rauchige Stimme wurde zum Markenzeichen, den schwarzen Hut tief in die Stirn gezogen war er stets umgeben von einer Aura tiefster Melancholie.
Den Song «So long Marianne» widmete er seiner Muse Marianne Ihlen, die er auf der Insel Hydra kennengelernt hatte. Die beiden verliebten sich Hals über Kopf, doch ihre Wege verloren sich. Jahre später nimmt Cohen wieder Kontakt zu ihr auf, als Marianne wegen Krebs im Sterben liegt - nur wenige Monate vor Cohens Tod. Wie der «New Yorker» vor wenigen Wochen berichtete, schrieb er seiner Muse diesen rührenden Brief:
Leonard Cohen's recent letter to his dying muse, Marianne Ihlen, takes on a new poignancy with the sad news of his death. pic.twitter.com/dkRz8U4x3M— Letters of Note (@LettersOfNote) 11. November 2016
«Also, Marianne, es ist an der Zeit, dass wir beide wirklich so alt geworden sind, dass unsere Körper auseinander fallen, und ich denke, ich werde dir bald nachfolgen. Wisse, dass ich so nah hinter dir bin, dass wenn du deine Hand ausstreckst, du meine erreichen kannst.» Nach Angaben ihrer Familie soll sie den Brief noch gelesen haben, bevor sie gestorben ist..