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Das Sommerhalbjahr von April bis September war an mehreren Messstandorten der Schweiz eines der wärmsten seit Messbeginn 1864. Lokal wurde die extreme Wärme aus den Rekordjahren 2003 und 2018 erreicht oder leicht übertroffen. Die grosse Wärme des Sommerhalbjahres erfasste alle Klimaregionen der Schweiz, vom Hochgebirge bis zu den tiefen Lagen der Alpensüdseite.
Die extremste Wärme im Sommerhalbjahr lieferten in den meisten Gebieten der Schweiz bisher die Jahre 2003 und 2018. An einzelnen Messstandorten mit Messreihen ab 1864 kommt nun auch das Sommerhalbjahr 2022 hinzu. Es sind Grächen, der Grosse Sankt Bernhard, Genève-Cointrin, Lugano, Samedan und Segl-Maria.
Oft liegen die Temperaturwerte der extremsten Sommerhalbjahre jedoch nahe beieinander. So erreichte das Sommerhalbjahr 2022 in Segl-Maria im Oberengadin den Höchstwert von 9,4 °C. Derselben Wert brachte hier das Sommerhalbjahr 2018. Das Sommerhalbjahr 2003 lag mit 9,3 °C ebenfalls vergleichbar hoch.
In Genève-Cointrin wurde der Höchstwert von 18,5 °C aus dem Jahr 2003 im Sommerhalbjahr 2022 erneut erreicht. Vergleichbar warm zeigte sich hier auch das Sommerhalbjahr 2018 mit 18,4 °C.
Im landesweiten Mittel stieg das Sommerhalbjahr 2022 auf 12,4 °C. Etwas darüber lagen nur die beiden Sommerhalbjahre 2003 mit 12,6 °C und 2018 mit 12,8 °C.
Verbreitete Wärme
Die enorme Wärme des Sommerhalbjahres 2022 betraf alle Klimaregionen der Schweiz. Hoch liegende Standorte, die Westschweiz und die Alpensüdseite wurden bereits oben erwähnt. Beispiele aus anderen Regionen sind Andermatt, Meiringen und Sion mit dem zweitwärmsten Sommerhalbjahr, sowie Basel, Luzern, Zürich, St. Gallen, Engelberg, Elm und Davos mit dem drittwärmsten Sommerhalbjahr seit 1864.
Anhaltende Wärme
Die Wärme des Sommerhalbjahres 2022 im Rekordbereich war nicht die Folge einzelner ganz extremer Monate, wie im Sommer 2003 mit den beiden massiven Rekordmonaten Juni und August. Vielmehr war die Wärme im Sommerhalbjahr 2022 ein anhaltendes Phänomen. Nach einem durchschnittlichen April verzeichnete die Schweiz den zweitwärmsten Mai, den zweitwärmsten Juni, den viertwärmsten Juli und den drittwärmsten August seit Messbeginn 1864. Einzig die Septembertemperatur zeigte sich leicht unterdurchschnittlich im Vergleich zur Norm 1991–2020.