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Grüntee hat zahlreiche Fans und ihm werden einige positive Effekte auf die Gesundheit nachgesagt. Ab dem Nachmittag meiden viele Teefreunde den Aufguss aus der Camellia sinensis jedoch, da er Koffein enthält und sie am Einschlafen hindert. Wer auch zu späterer Stunde nicht auf eine Tasse grünen Tee verzichten möchte, kann allerdings auf koffeinarme Sorten zurückgreifen. Diese eignen sich des Weiteren auch für Teetrinker, die empfindlich auf Koffein reagieren sowie für Kinder.
Koffein im Grüntee
Die Camellia sinensis ist eine koffeinhaltige Pflanze, weshalb sich ein Aufguss aus ihr als morgendlicher Muntermacher anbietet. Mit rund 10,7 mg Koffein auf 100 ml hat Grüntee jedoch deutlich weniger Koffein als schwarzer Tee oder Kaffee.[1] Des Weiteren ist seine Wirkung milder: Die enthaltenen Polyphenole verhindern die sofortige Aufnahme des Koffeins im Körper und sorgen für eine verzögerte und sanftere Wirkung.[2] Ein „Koffein-Kick“, wie ihn starker Kaffee oder Energydrinks verursachen, bleibt so aus, was viele Teetrinker zu schätzen wissen.
Trotz der verhältnismäßig sanften Wirkung kann das im Grüntee enthaltene Koffein das Einschlafen erschweren und für einen unruhigen Schlaf sorgen. Der Pflanzenstoff wirkt auf den Menschen belebend, erhöht den Puls und verbessert die Konzentration.[3] Daher sind koffeinhaltige Getränke zu später Stunde problematisch. Allerdings gibt es Grünteesorten, die deutlich weniger Koffein besitzen und daher für den Abend prädestiniert sind.
Koffeinarme Grünteesorten
Der Klassiker unter den koffeinarmen grünen Tees ist Bancha. Der Tee aus Japan besitzt lediglich halb so viel Koffein wie Grüntee und wird in Japan als Alltagstee rund um die Uhr genossen.[4] Bancha ist ein einfacher Tee mit minderer Qualität, weshalb er hierzulande nur selten als Aufguss dient. In Japan ist er jedoch nach Sencha die beliebteste Teesorte. Er gedeiht auf denselben Feldern wie Sencha, wird allerdings aus der letzten Pflückung des Jahres gewonnen, weshalb seine Blätter mehr Sonnenlicht ausgesetzt sind.
Auch der ebenfalls aus Japan stammende Genmaicha besitzt wenig Koffein und eignet sich hervorragend für den Abend. Er besteht aus einer Mischung aus Senchablättern und geröstetem Reis. Genmaicha zeichnet sich durch sein mildes Aroma aus und wurde vor Jahrhunderten überwiegend getrunken, um Teeblätter zu sparen. Aus diesem Grund wurde die Grünteesorte früher als Arme-Leute-Tee bezeichnet.
Kukicha besteht überwiegend aus Stängeln und Blattrippen der Camellia sinensis und beinhaltet daher weniger Koffein als andere Grünteesorten. Da er aus den übrig gebliebenen Pflanzenteilen von Sencha hergestellt wird, ähnelt er der Teesorte im Geschmack, ist aber deutlich milder. Auch wenn Kukicha überwiegend aus Stängeln und Blattresten besteht, ist er qualitativ hochwertig, da der Grüntee die gleichen Produktionszyklen durchläuft wie klassischer Sencha.
Koffeingehalt durch längere Ziehzeit reduzieren
Die Temperatur des Wassers und die Ziehzeit haben einen großen Einfluss auf die Pflanzenstoffe, die sich im Tee lösen. Daher lässt sich durch die Zubereitung die Wirkung etwas verändern. Koffein löst sich recht schnell aus dem Tee – schwarzer und grüner Tee sollten daher in der Regel etwa 2 Minuten ziehen, damit ein koffeinhaltiges Getränk entsteht. Die Gerbstoffe lösen sich allerdings erst später und wirken sich direkt auf die Magen-Darm-Aktivität aus.[5] Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine Ziehzeit von rund fünf Minuten zu einer vermehrten Abgabe von Gerbstoffen in das Wasser führt, welche die Wirkung des Koffeins abschwächen.[6] Durch Studien belegt ist diese These jedoch nicht.