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60 Turniere hat Sergio Garcia seit seinem letzten Sieg 2012 auf der PGA Tour gespielt. Und nie gewonnen. Bei der AT&T Byron Nelson gewann er endlich wieder einen bedeutenden Pokal und schloss damit zu seinem grossen Idol, Seve Ballesteros, auf.
Seit der Wyndham Championship 2012 war der Spanier Sergio Garcia auf der PGA Tour sieglos gewesen. Zwar war er seit 2012 sechs Mal Zweiter geworden, ganz oben auf das Treppchen hatte es ihm in dieser Zeitspanne aber nie gereicht. Nicht wenige hängten ihm bereits das Etikett «ewiger Zweiter» um. Doch jetzt gelang ihm endlich wieder ein Sieg. Und zwar gegen die besten Amerikaner.
Im Playoff gewann er die AT&T Byron Nelson, wo er 2004 bereits einmal als Sieger gefeiert worden war, gegen den überraschenden Brooks Koepka. Für Sergio war es ein emotionales Ereignis. Denn mit seinem Erfolg – dem 9. auf der PGA Tour – egalisierte er die Siegliste seines grossen Vorbildes Seve Ballesteros. Und: Sein jüngster Sieg erinnerte viele an die Art, wie der charismatische, 2011 verstorbene Spanier jeweils gespielt und gewonnen hatte. Zwei Mal landete Garcias Ball auf den Backnine der vierten Runde im Wasser, beide Male gelangen ihm eine mirakulöse Rettung: Auf der 11. Bahn schlug er den Drive ins Wasser und schrieb dennoch ein Par, auf der 14. Bahn landete sein zweiter Schlag im Nass und dennoch kam er mit einem Bogey davon. Damit blieb er in Kontakt mit dem Leader nach 54 Löchern, dem Amerikaner Koepka.
Und weil dieser die letzten fünf Löcher +2 (14 und 15) spielte, kam es zum Playoff, welches der Spanier bereits auf dem ersten Zusatzloch für sich entschied. Während Koepka seinen Ball ins Wasser drivete, was zu einem Doppelbogey führte, schrieb Sergio Garcia ein Par. Der Sieg war für den 36jährigen Spanier, der immer noch ohne Majorsieg ist, ausgesprochen gefühlsbetont. Mit seinem Idol gleichzuziehen war für ihn eine grosse Sache: «Ich vermisse Seve sehr, er war nicht nur ein Vorbild für mich, sondern ein Idol für alle, die Golf spielen. Und er hat Spanien sehr viel gegeben. Für mich ist er ein Held.» Mag sein, dass Sergio für die nächste Generation spanischer Golfpros seinerseits ein Held wird.
Piero Schäfer