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Novartis muss eine Strafe von 92 Millionen Euro auszurichten, Roche eine solche von 90,5 Millionen Euro. Italienische Medien wie die Tageszeitung "La Reppublica" berichten, die beiden Unternehmen hätten die Verkäufe von Augen-Medikamenten unerlaubt beeinflusst.
Denn seit dem Jahr 2011 hätten die beiden Konzerne Ärzte beeinflusst, Patienten ein Rezept für das teure Augenheilmittel Lucentis zu verschreiben. Dabei hätte das günstige Krebsmedikament Avastin ebenso zur Verfügung gestanden. Avastin wurde von den Konzernen als gefährlicher eingestuft, obwohl es laut Behörden dafür keinen Grund gegeben habe.
Für das ursprpünglich von Genentech entwickelte Lucentis hat Roche die Rechte für die USA, Novartis für die übrigen Märkte weltweit. Die italienische Kartellbehörde schätzt, dass diese mutmassliche Beeinflussung das italienische Gesundheitswesen im Jahr 2012 45 Millionen Euro gekostet habe.
Novartis will gegen die Verfügung Rekurs einlegen. Die Patientensicherheit sowie die Risiken, die durch den Einsatz eines Medikaments in einem Therapiegebiet entstehen, für das es nicht zugelassen ist ("Off-Label-Einsatz"), seien äusserst kritische Themen, schreibt Novartis in einer Mitteilung.
Roche verurteilt die Entscheidung der italienischen Behörde zu der angeblichen Wettbewerbsabsprache ebenfalls scharf. Der Konzern bekräftigt, dass die Anschuldigungen unbegründet sind und Rekurs eingelegt wird.
Der Genussschein von Roche fällt am Mittwoch 0,8 Prozent, die Aktie von Novartis ist unverändert.
(mit Material von AWP)