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Im Vorwahlkampf 2008 soll er Spendengelder benutzt haben, um eine aussereheliche Affäre zu vertuschen - jetzt wurde der Demokrat John Edwards dafür angeklagt. Der 58-Jährige soll damals fast eine Million Dollar abgezweigt haben, teilte das US-Justizministerium mit.
Mit dem Geld seien unter anderem Arztrechnungen bezahlt worden: Edwards Freundin wurde schwanger und bekam ein Kind.
"Die fraglichen Zahlungen wurden benutzt, um Edwards aussereheliche Affäre zu ermöglichen und diese sowie die Schwangerschaft zu verbergen", teilte das Justizministerium mit. Das Geld sei auch benutzt worden, um Reisekosten der Freundin zu begleichen und die Affäre vor den Medien zu verheimlichen.
Krebskranke Frau
Der Fall hatte Amerika erschüttert: Der Präsidentschaftsbewerber, der später gegen Barack Obama ausschied, hatte eine Affäre mit einer Videofilmerin, während seine Ehefrau Elizabeth mit einem schweren Krebsleiden rang. Die vierfache Mutter zog nach 32 Jahren einen Schlussstrich unter die Ehe - und schrieb ein Buch über ihr Leben. Ende 2010 starb sie im Alter von 61 Jahren.
Der ehemalige Politiker nahm am Freitag vor einem Gericht in seinem Heimatstaat North Carolina Stellung zu den Vorwürfen und plädierte auf "nicht schuldig". Er habe zwar Fehler gemacht, sagte Edwards, aber "ich habe niemals das Gesetz gebrochen".
Der Ex-Senator hätte einen langwierigen Prozess vermeiden können, falls er sich schuldig bekannt hätte. Dafür sehe er aber keinen Grund, auch wenn er es bedauere, Menschen verletzt zu haben.
Bis zu fünf Jahre Haft
Sollte Edwards verurteilt werden, drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft. Das Gericht durfte er ohne die Zahlung einer Kaution verlassen, wurde aber aufgefordert, seinen Reisepass abzugeben und die USA nicht zu verlassen, wie der Fernsehsender CNN berichtete.
Edwards, der sich politisch vor allem für die "kleinen Leute" einsetzt, leugnete die Affäre zunächst. Er gestand erst, nachdem er im Vorwahlkampf ausgeschieden war.
Später musste er dann auch zugeben, dass er mit der Dokumentarfilmerin eine Tochter hat. Die Angelegenheit hatte seinem Ansehen schwer geschadet und seine politische Karriere praktisch beendet.
SDA-ATS