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Im Rennen um die Spitze des Internationalen Währungsfonds macht Agustin Carstens Boden gut: Der mexikanische Notenbank-Chef und Rivale der favorisierten französischen Finanzministerin Christine Lagarde wird von Kanada, Australien, Chile und Peru unterstützt.
Die Regierungen Kanadas und Australiens bezeichneten Carstens am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung als besonders geeignet, um die Herausforderungen für die Weltwirtschaft anzugehen. Sie verwiesen auf die Laufbahn des Kandidaten, der bereits für den IWF tätig war und auch als Finanzminister Mexikos amtierte.
Der chilenische Finanzminister Felipe Larrain sagte, beide Anwärter hätten die erforderlichen Qualifikationen, um den Fonds zu führen. Der Entscheid seiner Regierung sei letztlich aber für Carstens gefallen. Als erstes grosses lateinamerikanisches Land hat sich Kolumbien für den mexikanischen Notenbank-Chef starkgemacht.
Nach Angaben der kolumbischen Regierung unterstützt eine Reihe weiterer Länder der Region die Kandidatur von Carstens. Lagarde werden dennoch deutlich bessere Chancen eingeräumt. Allein Europa, das in der Schuldenkrise unbedingt die eigene Kandidatin durchsetzen will, macht ein Drittel der IWF-Stimmrechte aus.
Ungeschriebenes Gesetz
Zünglein an der Waage sind die USA mit 17 Prozent. Washington hat sich bislang zwar noch nicht offiziell auf Lagarde festgelegt, die Französin unlängst aber als "ausserordentlich begabte" Anwärterin für den IWF-Chefposten bezeichnet.
Einem ungeschriebenen Gesetz zufolge wird die IWF-Spitze traditionell mit einem Europäer besetzt, während die Schwesterorganisation Weltbank von einem Amerikaner geführt wird. Diesen Automatismus stellen Schwellenländer wegen ihres gewachsenen Gewichts in der Weltwirtschaft allerdings immer stärker infrage.
Entscheid bis Donnerstag
Das IWF-Direktorium will bis Donnerstag über den künftigen Chef entscheiden. Er ersetzt Dominique Strauss-Kahn, der sein Amt wegen eines Strafverfahrens niedergelegt hat. Dem Franzosen wird vorgeworfen, in einem New Yorker Hotel eine Hotelangestellte sexuell genötigt zu haben. Er hat die Vorwürfe zurückgewiesen.