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Der Deutsche Bauernkrieg: Thomas Müntzer und der Krieg der Bauern
Als Deutscher Bauernkrieg (auch Revolution des gemeinen Mannes) wird die Ausweitung lokaler Bauernaufstände ab 1524 in weite Teile des süddeutschen Sprachraumes (Süddeutschland, Thüringen, Österreich und Schweiz) bezeichnet, wobei die Bauern mit ihren Zwölf Artikeln von Memmingen erstmals Forderungen festlegten, was als frühe Formulierung von Menschenrechten angesehen wird. In Schwaben, Franken, dem Elsass und Thüringen wurden die Aufstände 1525, im Kurfürstentum Sachsen und Tirol 1526 niedergeschlagen. Die Ereignisse von 1525 wurden schon von Zeitgenossen als „Bauernkrieg“ bezeichnet. Doch fand der Begriff äußerst selten unter den Aufständischen selber Verwendung. Der Historiker Georg Friedrich Sartorius hatte 1795 die Reihe der einsetzenden Monografien mit dem Titel Versuch einer Geschichte des deutschen Bauernkrieges begonnen. Mit dem vom Historiker Wilhelm Zimmermann verfassten und 1841–1843 erschienenen äußerst erfolgreichen Werk Geschichte des großen Bauernkriegs waren die Ereignisse von 1524 bis 26 dann endgültig zu einer rein deutschen Angelegenheit geworden, als deren Hauptakteure die Bauern angesehen wurden, deren Agieren als ein Krieg gegen die sie bedrückende Obrigkeit bezeichnet wurde. Die Ereignisse in den Alpenländern Schweiz und Österreich werden in Zimmermanns Werk nur beiläufig behandelt. Diesem Muster folgten auch alle weiteren Historiker, die sich mit den Erhebungen der Jahre 1524 bis 1526 beschäftigten, sodass sich der Begriff „(Deutscher) Bauernkrieg“ immer mehr verfestigte.