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Ich bringe meine Frau auf die Palme, wenn ich ihr auf klare Fragen ausweichend antworte. Neulich hatten wir so eine Situation, als sie eine Freundin zu Besuch hatte und sie mich fragte, ob ich ein Spiel mitspielen würde. Ich hatte keine Lust zu spielen und satt das offen zu sagen antwortete ich: «Ich weiss gar nicht, ob ich Lust habe zu spielen».
Ihre Reaktion kam postwendend und ich musste ihr darin Recht geben, dass meine Antwort nicht angemessen war. Ich wollte mich mit meiner ausweichenden Formulierung höflich geben. Meiner Frau wäre der Part zugefallen zu sagen: «Gut, dann spielst Du eben nicht mit». Mein Verhalten war also nur vorgeblich höflich, de facto aber unhöflich.
In der Bergpredigt richtet sich Jesus unter anderem an Menschen, die meinen, sie müssten zur Bekräftigung und Absicherung ihrer Aussagen bei etwas Höherem schwören. Es ist eine etwas andere Situation, aber ich entdecke ein Gemeinsamkeit mit meinen Gewohnheiten: Es ist der Versuch Verantwortung für die eigenen Worte abzugeben.
Jesus sagt dazu: «Euer Ja sei ein Ja, und euer Nein sei ein Nein. Jedes weitere Wort ist von Übel.»