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Im März dieses Jahres rissen die negativen Schlagzeilen über den Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astra Zeneca nicht ab. Weil mehrere Personen infolge eines Blutgerinnsels nach der Impfung verstorben waren, verhängten zahlreiche europäischen Länder einen Impfstopp. Den Anfang gemacht hatte Dänemark; es folgten unter anderem Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Zypern, Slowenien Norwegen und Island. Ein direkter Zusammenhang mit der Impfung konnte damals aber noch nicht festgestellt werden. Medinside berichtete hier
darüber.
Im April veröffentlichten britische Forscher hier
ihre Ergebnisse: Hirnvenenthrombosen traten nach Impfungen mit den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna in fast genauso vielen Fällen wie bei dem Vektorimpfstoff von Astra Zeneca auf. Laut der Studie kam es in vier von einer Million Fällen nach einer Impfung mit Biontech/Pfizer oder Moderna zu den gefährlichen Blutgerinnseln. Daten der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zufolge betraf die Nebenwirkung beim Astra-Zeneca-Wirkstoff fünf von einer Million Geimpften.
Keine Empfehlung für Kreuzimpfung
Die Europäische Arzneimittelagentur EMA sieht nach wie vor kein erhöhtes Risiko für schwere Thrombosen durch den Astra-Zeneca-Impfstoff. Wie die Agentur untermauert, sollte der in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford entwickelte Impfstoff in zwei Dosen verabreicht werden, wobei zwischen der ersten und der zweiten Injektion ein Abstand von vier bis zwölf Wochen liegen sollte. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass das Aufschieben der zweiten Dosis einen Einfluss auf das Risiko von TTS (Thrombosen) habe. Das berichtet heute der Nachrichtensender Euronews
.
Weiter erklärt die EMA, dass sie derzeit keine endgültige Empfehlung für die Kombination verschiedener Coronavirus-Impfstoffe mit Astra Zeneca geben kann. Damit unterstützt die EMA die in mehreren EU-Ländern bestehende Empfehlung, nach einer ersten Dosis Astra Zeneca einen mRNA-Impfstoff zu verwenden, nicht.
Dänemark spricht von Erfolgsrezept
Während Dänemark den Verzicht auf Astra Zeneca als Erfolgsrezept bezeichnet - das Land verzeichnet aktuell eine Impfquote von 75 Prozent
-haben die französischen Gesundheitsbehörden die amtlich verzeichneten Nebenwirkungen des Impfstoffs von Astra Zeneca aufgelistet: Bei 7'779'000 Impfungen mit Vaxzevria gab es 24'852 Nebenwirkungen, 23 Prozent davon mit schwerem Verlauf. Bei der Mehrheit der Nebenwirkungen handelt es sich um grippeähnliche Syndrome, oft recht intensiv: hohes Fieber, Schmerzen, Kopfschmerzen. Das vermeldet die Arzneimittelbehörde ANMS
in ihrem neuen Bericht. Insgesamt sind in Frankreich 207 Personen nach einer Impfung mit Astra Zeneca verstorben.
Erste Thrombosen-Fälle nach dem Janssen-Impfstoff
Der Bericht über atypische thromboembolische Ereignisse mit dem Impfstoff Vaxzevria war Gegenstand erster Schlussfolgerungen auf europäischer Ebene. Wie «Euronews» weiter berichtet, wurde die Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels und die Packungsbeilage aktualisiert, um «sehr seltene» unerwünschte Ereignisse wie das thrombotische thrombozytopenische Syndrom und Gerinnungsstörungen aufzunehmen. Weiter sollen die französischen Gesundheitsbehörden die drei ersten Fälle von Thrombosen nach einer Impfung mit dem Vektor-Vakzin von Janssen oder Johnson und Johnson verzeichnen.
Die Lage in der Schweiz
In der Schweiz sind 53,32 Prozent
(Stand: 17.09.2021) der Bevölkerung vollständig geimpft. Zugelassen sind die beiden mRNA-Impfstoffe von Moderna (Spikevax) und Pfizer/Biontech (Comirnaty) für Personen ab 12 Jahren. Beide Impfstoffe werden in zwei Dosen verimpft. Aktuell prüft Swissmedic die Zulassungserweiterung für eine dritte Dosis
.
Am 22. März hat Swissmedic den vom Pharmakonzern Johnson & Johnson entwickelten Covid-19 Impfstoff «COVID-19 Vaccine Janssen» für Personen ab 18 Jahren befristet zugelassen. Damit sind in der Schweiz drei Covid-Impfstoffe befristet zugelassen. Der auf einem menschlichen Adenovirus basierende Vektor-Impfstoff muss nur einmal verabreicht werden. Die eingereichten Studiendaten zeigen in den untersuchten Altersgruppen eine Wirksamkeit von durchschnittlich 66,9 Prozent.
Der ebenso vektorbasierte Impfstoff Vaxzevria
von Astra Zeneca ist in der Schweiz noch nicht zugelassen. Am 30. Juni informierte der Bundesrat darüber, dass 4 der insgesamt rund 5,4 Millionen Impfdosen von Astra Zeneca an die Covax Facility weitergegeben werden. Medinside berichtete hier
darüber. 1,4 Millionen Dosen des vektorbasierten Impfstoffes wurden für den voraussichtlichen Einsatz in der Schweiz reserviert.
Das Astra-Zeneca-Vakzin wird in 181 Ländern verwendet. Grenzgänger, Auslandschweizer oder Diplomaten mit Astra-Zeneca-Impfung erhalten allerdings kein Covid-Zertifikat in der Schweiz. Das BAG hat laut Swissinfo
das Problem erkannt und will ein Zertifikat für Personen, die mit Astra Zeneca in einem Drittland geimpft wurden, prüfen.