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Finanzielle Armut
Wer nicht über genügend finanzielle Mittel verfügt, um die Grundbedürfnisse decken zu können, gilt als arm. Armut manifestiert sich in erster Linie in finanziellen Mangellagen, sie wirkt sich aber auch auf andere Lebensbereiche und die gesellschaftliche Partizipation aus.
Statistischer Kommentar
Im Jahr 2015 leben im Kanton Luzern 3,6 Prozent der Bevölkerung in Haushalten mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgrenze.
Im Mittel der drei jüngsten Datenjahre ist die Quote der finanziellen Armut tiefer als das Dreijahresmittel zu Beginn der Datenreihe: Die Quote der finanziellen Armut hat im Beobachtungszeitraum wesentlich abgenommen. Ein Teil dieser Abnahme ist allerdings auf methodische Änderungen zurückzuführen.
Die vom BFS für die gesamte Schweiz ausgewiesene Armutsquote von 7,5 Prozent (SILC, 2016) ist nicht direkt vergleichbar, da sie auf einer anderen methodischen Grundlage basiert (u.a. wird allfälliges Vermögen nicht berücksichtigt).
Normative Anbindung
Wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich zu sorgen, hat Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein unerlässlich sind.
Die rückläufige Entwicklung der Armutsquote wird entsprechend positiv beurteilt.
- Bedürfnisdeckung Die Deckung der Grundbedürfnisse der Bevölkerung ist langfristig sicherzustellen. Bei der Deckung der darüber hinaus gehenden materiellen und immateriellen Bedürfnisse soll den Individuen ein angemessener Spielraum eingeräumt werden.
- Chancen- und Verteilungsgerechtigkeit Jedes Mitglied der Gesellschaft soll dieselben Rechte und bei gleichen Voraussetzungen dieselben Chancen haben. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf soll gefördert werden. Eine gerechte Verteilung der Ressourcen und Belastungen ist anzustreben.
- Diskriminierungsverbot Niemand darf aufgrund bestimmter Merkmale diskriminiert werden.
- Existenzsicherung Ein menschenwürdiges Leben ist frei von Armut. Die Existenzsicherung soll in erster Linie durch die bezahlte Erwerbsarbeit sichergestellt werden. Bedürftige Mitglieder der Gesellschaft erhalten Solidaritätsleistungen.
- Integration Benachteiligter Die Integration benachteiligter Bevölkerungsgruppen und Regionen ins wirtschaftliche, soziale, kulturelle und politische Leben soll gefördert werden.
- Interkulturelle und personale Verständigung Die Verständigung zwischen respektive das Zusammenleben von Einzelnen und Gruppen sowie die gewaltfreie Konfliktlösung sollen gefördert werden, weil das gemeinwohlorientierte Funktionieren und der Zusammenhalt der Gesellschaft wesentlich im solidarischen Handeln ihrer Mitglieder gründet.
- Soziale, wirtschaftliche und politische Partizipation Die soziale, wirtschaftliche und politische Partizipation für alle soll gefördert werden.
Definition
Der Indikator zeigt den Anteil der armutsbetroffenen Personen (unter Berücksichtigung der Auszahlung von bedarfsabhängigen Sozialleistungen) an der gesamten in Privathaushalten lebenden Bevölkerung. Als arm gilt, wer nicht über die finanziellen Mittel verfügt, die zur Deckung des Lebensunterhalts benötigt werden. Laut SKOS benötigt ein Haushalt zur Sicherung des sozialen Existenzminimums ein frei verfügbares monatliches Äquivalenzeinkommen (inkl. Vermögensverzehr) von 986 Franken (Stand 2015).
Daten
Luzern:
Schweiz:
Analysen