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Ein Aprilscherz wird am 2. April aufgelöst. In Zeiten von Fake News, von echter und vermeintlicher staatlicher Desinformationspropaganda, ist es nicht mehr so einfach, einen Aprilscherz einer Zeitung zu erkennen. Bei manchem Artikel, der am 1. April erschienen ist, habe ich mich gefragt, ob das nun ein Scherz sei. Würde ein Staat, der auf Desinformation setzt, am 1. April plötzlich die Wahrheit sagen, man würde es glatt nicht merken.
Neben der Schneemenge, entpuppte sich ein Zeitungsartikel zu Huttwil als echt. Unter dem Titel «Warum Huttwil wie Tokio planen sollte» beschrieb die Berner Zeitung die Ideen der Berner Fachhochschule zur Entwicklung Huttwils. Ich habe entschieden, den 2. April abzuwarten, um zu wissen, ob der Artikel ernst gemeint ist. Wobei es mir nicht um Tokio ging, denn ich hätte den Titel ebenso abstrus gefunden, wenn da New York, Rom oder Moskau gestanden wäre.
Wie Tokio planen, tönt nach Grössenwahn. Schliesslich hat Tokyo mehr als tausendmal mehr Einwohner als Huttwil. Im Text wird dann klar, dass es um die Nutzung von knappem Boden geht. Allerdings finde ich, dass es bessere Vergleiche gibt. Beispielsweise die Winzerdörfer in der Westschweiz, die eng ineinander gebaut sind, damit möglichst viel Boden für den Weinanbau genutzt werden kann. Oder die süditalienischen Dörfer, die eng ineinander gebaut sind, damit der Energiehaushalt (und der Schutz vor Angreifern) optimiert ist. Alles Dörfer, die von der Grösse her mit Huttwil vergleichbarer sind als Tokio.
Wie Tokio planen, geht von einem grundlegenden Fehler aus. Huttwils Startpunkt bei den Überlegungen muss Huttwil selber sein. Wächst etwas nicht aus der
Realität heraus, hat es keinen Boden, auf dem es nachhaltig wachsen kann. Egal ob Huttwil, Wyssachen, Rom oder Tokio, die Basis der Entwicklung ist immer die eigene Vergangenheit. Eigentlich ist
der Boden in Huttwil nicht knapp, wenn man Huttwil aus der Vogelperspektive anschaut. Die freien Flächen zwischen den Gebäuden sind zahlreich, das Potential zur Verdichtung ist
enorm.
Von Tokio lernen, wäre hingegen schon sinnvoll. Würden wir uns Ideen anderer verschliessen, würden wir noch heute nicht auf Papier schreiben oder Smartphones benutzen.