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Mit The Film Music of Howard Shore folgt das jüngste ‚Komponistenporträt‘ des City of Prague Philharmonic Orchestras, welches in ähnlicher Weise schon Best-of-Compilations zu Filmmusik-Grössen wie Hans Zimmer, John Barry und James Horner eingespielt hat. Wie bei den früheren Porträt-Alben, so hat auch das Shore-Album stellenweise mit weniger gelungenen Orchesterarrangements zu kämpfen und für manch einen dürfte hier die Stückauswahl allzu konventionell ausgefallen sein.
Zuerst zur Stückauswahl: laut dem Produzenten des Albums werden mit dieser Scheibe 25 Schaffensjahre von Howard Shore umspannt. Das ist grundsätzlich richtig, reicht die Auswahl doch von Dead Ringers (1988) bis The Hobbit: An Unexpected Journey (2012). Drei Viertel der Albumspiellänge widmet sich jedoch seinem post-Fellowship-Schaffen (eine Suite zu jedem Teil der Lord of the Rings-Trilogie (2001-2003), The Departed (2006), Eastern Promises(2007), Twilight: Eclips (2010), Hugo (2011), Gangs of New York (2002) und natürlich zum ersten Teil der Hobbit-Trilogie). Das sind alles sehr gelungene Filmmusiken, doch machen unzählige harsche und skurrile Arbeiten vor dem Fellowship-Erfolg einen nicht minder wichtigen Teil von Shores Karriere aus und diese sind „nur“ mit Stücken aus Dead Ringers (1988), Ed Wood (1994) und Silence of the Lambs (1991) vertreten. Statt eine über 16-minütigen Suite zu Return of the King (2003) zu präsentieren, wäre es toll gewesen, man hätte noch Stücke aus beispielsweise The Brood (1979), The Fly (1986) oder – etwas angenehmen für die Ohren – Mrs. Doubtfire (1993) miteinbezogen. Damit hätte eine stimmigere Rundschau von Shores Schaffen erfolgen können.
Was die Qualität der Arrangements angeht, ergeben sich einem ebenfalls einige Fragezeichen. Während die eröffnende Hobbit-Suite ordentlich gelungen ist, klingen alle drei Lord of the Rings-Suiten seltsam schal und dünn, was überrascht, da diese Musik seit Jahren weltweit konzertant aufgeführt wird und somit perfekte Arrangements existieren. Auch The Thief aus Hugo wirkt allzu matt und träge, verglichen mit dem glitzrig-quirligen Original. Hingegen ist die Suite aus Eastern Promises sehr schön geworden.
Abschliessend kann gesagt werden, dass diese CD für Neulinge von Shores Musik interessant sein könnte, doch für all jene, die mit Shores Schaffen vertraut sind und die Originalaufnahmen kennen, dürfte diese Collection von der Stückwahl her zu wenig gewagt und bezüglich der Qualität der Arrangements streckenweise frustrierend sein.