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1984 begann der bis dahin über seinen Heimatstaat North Carolina hinaus noch wenig bekannte Basketball-Spieler Michael Jeffrey Jordan seine Profikarriere. Das historisch eher erfolglose Team der Chicago Bulls verpflichtete Jordan, nachdem dieser im Team der UNC Tar Heels nach einem Titelgewinn 1982 es trotz sensationellen Leistungen nicht wieder ins Finale der Landesmeisterschaften geschafft hatte.
Es war der Anfang einer Karriere, die aus Michael «Air» Jordan, der seinem Spitznamen gemäss im Spiel die Lüfte zu erobern schien, einen Mythos machen sollte – und aus seinem Signet eine der global bekanntesten Marken überhaupt. Wie die erfolgreiche Netflix-Serie The Last Dance zeigt, die nicht nur Jordans letztes Jahr mit den Bulls auf dem Weg zum sechsten NBA-Titel beleuchtet, sondern in Rückblenden auch die früheren Stationen auf seinem Weg: Am Anfang war das so noch nicht allen klar.
Dazu gehörten rückblickend anscheinend auch die Verantwortlichen von Adidas. Jordan hatte in seiner College-Zeit in den Schuhen gespielt und war für seine Profi-Karriere an einer Partnerschaft interessiert. Interner Zwist und fehlende Risikobereitschaft im Konzern führten jedoch dazu, dass der Sport-Riese dem aufstrebenden Talent kein entsprechendes Angebot machte.
Konkurrent Nike derweil war bereit, das Risiko auf sich zu nehmen – wohl auch weil nach deren Börsengang von 1980 die Gewinne zwar stetig stiegen, die Bedeutung der Marke jedoch noch vergleichsweise gering war. Und: Nike verdiente zu der Zeit sein Geld vor allem im Bereich Leichtathletik.
Die Nike-Bosse liessen sich dennoch von ihrem windigen Scout Sonny Vaccaro überzeugen, in Basketball und vor allem auch in Jordan zu investieren. 2.5 Millionen Dollar für fünf Jahre und eine 25-prozentige Verkaufsbeteiligung bot das Unternehmen Jordan in einem Vertrag, den Jordan’s Manager David Falk vor kurzem gleichzeitig als schlechtesten und besten Deal seiner Karriere bezeichnete.
Denn obwohl die Höhe des Betrags, den Jordan als relativ unbekannter NBA-Neuling erhielt und noch dazu die Tatsache, dass er zusätzlich auch einen eigenen Schuh bekommen sollte, Neuland für die Sportwelt bedeuteten – im Nachhinein war der Vertrag für Nike ein Schnäppchen.
Im November 1984, nachdem Jordan die Saison mit den Bulls begonnen hatte, in der er die Erwartungen an ihn mit seinen sportlichen Leistungen im wahrsten Sinne des Wortes überflügeln würde, stellte Nike nämlich den Schuh Air Jordan I vor. Es dürfte im Rückblick der Moment gewesen sein, in dem aus Turnschuhen Sneaker wurden – ein Symbol für eine globale Jugendkultur und einen neuen Individualismus.
Während die Nike-Verantwortlichen im Vorfeld mit Umsätzen von 3 Millionen Dollar rechneten, gingen die Verkäufe durch die Decke: Sage und schreibe 126 Millionen Dollar sollten die Schuhe schlussendlich allein im ersten Verkaufsjahr einbringen. Air Jordan wurde zu einer legendären Kultmarke – und noch heute schwören Sneaker-Fans auf die frühen Modelle, die regelmässig wiederaufgelegt werden und in kürzester Zeit ausverkauft sind.
Und Jordan selbst, der seine Basketball-Karriere 2003 beendete, wurde trotz des letztlich noch massiv zu günstigen Anfangsvertrags reich – 1.3 Milliarden Dollar soll er laut Schätzungen von Forbes mit Nike verdient haben.