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Die MISTRAL-KLASSE ist eine Klasse konventionell betriebener Hubschrauberträger der Französischen Marine. Bislang wurden zwei Exemplare gebaut, das Typschiff Mistral (L9013) und die Tonnerre (L9014). Sie wurden 2005 und 2006 in Dienst gestellt. Als Antrieb dient eine Kombination aus 3 Wärtsilä-Dieselmotoren (16 V32) mit je 6,2 MW und einem Wärtsilä-Vasaa-Hilfsdieselmotor 18V200 mit 3 MW. Die erzeugte Energie wird durch 2 Elektromotoren mit je 7 MW auf Fünfblattpropeller in den POD-Antrieben geleitet. Die Schiffe der Mistral-klasse können auch als Kommandoschiffe genutzt werden. An Bord befindet sich ein 850 m² großes Kommandozentrum für bis zu 150 Personen. Die Informationen der Schiffssensoren werden im SENIT-System zusammen geführt. Die Entwicklung des SENIT-Systems führte auch zu Verzögerungen bei der Einführung der MISTRAL-KLASSE. SENIT 9 basiert auf einem Thales-3D-MRR3D-NG-Multifunktionsradar, das im C-Band arbeitet und IFF-fähig ist. Der Datenaustausch ist in den NATO-kompatiblen Formaten Link 11, Link 16 und Link 22 möglich. Zur Kommunikation wird das SYRACUSE-System benutzt, welches auf den französischen SYRACUSE-3-A- und SYRACUSE-3-B-Kommunikationssatelliten basiert. Die Bewaffnung besteht aus zwei Doppelstartern Simbad für die Luftabwehrrakete Mistral, zwei Maschinenkanonen vom Typ Mauser Breda 30 mm, sowie vier 12,7-mm-Maschinengewehre. Zukünftig sollen die beiden manuellen Simbad-Starter gegen automatische Tetral-Vierfach-Starter ausgetauscht werden. Das Flugdeck ist 6.400 m² groß und verfügt über 6 Landepunkte für Helikopter, einer davon für schwere Hubschrauber wie CH-53. Zur Unterstützung bei Start und Landungen sind ein DRBN-38A-Decca-Bridgemaster-E250-Landeradar und zusätzlich ein Optisches Landesystem im Einsatz. Mit dem 1800 m² großen Hangardeck ist das Flugdeck mit zwei Aufzügen verbunden. Die Aufzüge haben eine Tragfähigkeit von 13 Tonnen und sind 225 m² (im Heckbereich) und 125 m² (hinter den Inselaufbauten steuerbord) groß. Im Hangardeck ist Stellplatz für 16 Hubschrauber vorhanden und es gibt auch einen Wartungsbereich mit einem Deckenkran. Laut dem ersten Kapitän der Mistral finden auf dem Flugdeck und im Hangardeck bis zu 30 Hubschrauber Platz. Das Welldeck ist 885 m² groß und kann entweder vier Landungsboote oder zwei LCAC-Luftkissenlandungsboote aufnehmen. Als Laderaum für Fahrzeuge stehen das 1650 m² große Fahrzeugdeck zu Verfügung, dort können eine Kompanie mit 13 Leclerc-Kampfpanzern sowie 46 andere Fahrzeuge, oder ein Bataillon mit 40 Leclercs geladen werden. Die Bestellung von acht EDA-R Katamaran Landungsbooten für den Einsatz von den Schiffen der Mistral-Klasse ist vorgesehen. Die 15 Offiziere haben Einzelkabinen, höhere Unteroffiziersdienstgrade Doppelkabinen und Mannschaften und Truppen leben in 4er- oder 6er-Kabinen. Durch die Nutzung von Podantrieben sind in den Unterkünften keine Leitungen und Maschinen vorhanden. Laut Aussage vom Admiral Mark Fitzgerald ist auf Schiffen der US-Marine die dreifache Anzahl von Personen auf vergleichbarem Platz untergebracht. An Bord befindet sich in 20 Räumen ein Sanitätsbereich mit 69 Betten, Röntgenbereich und 2 Operationssäle. Die Kapazität kann durch zusätzliche Container im Hangarbereich um 50 Betten vergrößert werden. Durch Einsatz eines Telemedizinsystems können auch komplexe Verletzungen behandelt werden. Am 8. Februar 2010 wurde ein Kaufvertrag über ein Schiff der MISTRAL-KLASSE für die russische Marine unterschrieben. Russland verhandelt außerdem darüber, drei weitere Schiffe in Lizenz bauen zu dürfen und will diese mit Kampfhubschraubern vom Typ Kamow Ka-52 ausrüsten.
Am 24. Dezember 2010 wurde der endgültige Vertragsabschluss über den Verkauf von vier Schiffen der MISTRAL-KLASSE an die russische Marine gemeldet. Zwei Schiffe sollen demnach in Frankreich, zwei weitere in Russland produziert werden. Anfang März 2014 antwortete der französische Außenminister Laurent Fabius (Kabinett Ayrault II) auf die Frage, ob die Krimkrise 2014 die Auslieferung der Schiffe verhindern könnte, ausweichend. Nach einem Bericht des deutschen TV-Magazins Frontal21 (ZDF) trainierten im März 2014 – ungeachtet der Krise – russische Seeleute an Bord, um die "VLADIVOSTOK" für die Fahrt nach St. Petersburg übernehmen zu können. Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel und der britische Premierminister David Cameron riefen nach dem Abschuss des malaysischen Passagierflugzeugs in der Ostukraine Frankreich dazu auf, keine Mistral-Schiffe an die Russische Föderation zu liefern. Es sei erforderlich, den Export ungeachtet dessen einzustellen, dass der jetzige Sanktionsmodus das gestattet. Die "VLADIVOSTOK" sollte am 14. November 2014 ausgeliefert werden, aber der Termin wurde von Frankreich abgesagt. Russland kündigte an, von Frankreich gerichtlich Konventionalstrafen einzufordern, sollte das Schiff nicht bis Ende November 2014 ausgeliefert werden. Nach Hollandes Absage reagierte es zunächst zurückhaltend. Die etwa 400 Seeleute der Russischen Marine sollen vor Ende 2014 nach Russland zurückkehren. Ex-Staatspräsident Nicolas Sarkozy sprach sich für eine Auslieferung der beiden von Russland bestellten Schiffe aus. Im Juli 2015 meldete RIA Nowosti unter Berufung auf Wladimir Koschin, Berater des russischen Präsidenten, dass man sich mit Frankreich auf die Aufhebung des Kaufvertrages geeinigt habe. Die weitere Verwendung der Schiffe war ungeklärt. Im August 2015 wurde der Vertrag durch ein Abkommen zwischen Hollande und Putin rückabgewickelt. Russland erhielt am 5. August 2015 die bisher gezahlte Summe von 1,1 Mrd. Euro zurück. Nicht erstattet wurden jedoch die Kosten für den Bau der Infrastruktur in Wladiwostok und für vier Ka-52K-Helikopter. Russische Ausrüstung, die bereits auf den Schiffen eingebaut war, wurde im September durch russische Spezialisten demontiert und nach Russland zurückgebracht. Eine Konventionalstrafe sei nicht vereinbart gewesen, so der französische Präsident Hollande. Die beiden Schiffe wurden im September 2015 schließlich für etwa 950 Mio. Euro an Ägypten verkauft, François Hollande und Abd al-Fattah as-Sisi einigten sich persönlich über den Vertrag.