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Hallo
Mein Ehepartner hat schon seit längerem (ca. 3/4 Jahr) einen erhöhten Alkoholkonsum. Anfangs fiel es mir noch nicht so auf, da es immer bei 1-2 Gläsern Wein blieb und er nicht angetrunken gewirkt hatte. Dazuhin ist er starker Raucher. Seit einiger Zeit wird es nun immer mehr. Er trinkt zwar „nur“ abends (ab ca. 19:00) dafür ausnahmslos jeden Abend und jeweils plus/minus eine Flasche. Er verbringt seine Abende alleine auf dem Balkon (damit er auch rauchen kann), während meine Kinder und ich drinnen Zeit miteinander verbringen. Er geht dann auch in den Keller, angeblich um zu werkeln oder zu waschen, und trinkt dann dort noch mehr. Es ist mir bewusst, dass er den Alkoholkonsum vor mir verstecken will. Ich versuche ihn im betrunkenen Zustand gar nicht mehr auf sein Konsum anzusprechen und warte bis er nüchtern ist. Doch auch dann antwortet er immer mit „Ja, ich schaue schon.“ und ändert dann doch nichts. Ich habe schon x-mal mit ihm diskutiert oder ihn darauf hingewiesen und es passiert einfach nichts. Er versucht nicht einmal den Konsum etwas zu reduzieren. Dasselbe mit dem Rauchen. Mittlerweile hat er einen extremen Raucherhusten und ich weiss nicht wie viel er seine Gesundheit mit dem Alkohol zusätzlich noch strapazieren darf. Was mich am meisten stört ist, dass meine Kinder ihn in diesem betrunkenen Zustand sehen müssen und er mit ihnen spricht, obwohl offensichtlich ist, dass es ihn nicht interessiert oder dass er es am nächsten Tag sowieso vergessen haben wird. Nun zu meiner Frage: Wie kann ich meinem sturen Ehepartner helfen, wenn er sich nicht helfen lässt? Oder wie kann ich zumindest meine Kinder und mich gewissermassen vor seinem Konsum „schützen“? Ich habe auch schon über eine Trennung nachgedacht, damit er sich ganz auf seine Probleme (oder besser gesagt auf eine Lösung) konzentrieren kann.
Ausserdem möchte ich fragen, ob es irgendwo ein Onlineforum gibt, wo man sich mit anderen Betroffenen / Angehörigen austauschen kann.
Hallo Denise, danke für deine Anfrage. So wie es klingt, sieht Ihr Mann zurzeit keinen Grund etwas zu ändern. Sie haben ihm schon oft mitgeteilt, dass die Familie unter seinem Konsum leidet, aber er sieht keinen Handlungsbedarf. Sie schreiben, Sie haben über eine Trennung nachgedacht. Dies vor dem Partner auszusprechen ist dann sinnvoll, wenn Sie sich das (zumindest für eine gewisse Zeit) als Lösung vorstellen können und auch bereits sind, dies umzusetzen. Dieser Schritt ist gut abzuwägen: zum einen kann er eine grosse Entlastung in den Alltag bringen, zum andern tun sich neue Herausforderungen auf: wie setzt man die Besuchsregelung um, wenn man befürchtet, der Mann trinkt und schaut dann nicht gut zu den Kindern? Ob ihr Mann dann endlich bereit ist, etwas zu verändern, haben Sie nicht in der Hand. Ich empfehle Ihnen, eine Suchtberatungsstelle aufzusuchen, dort berät man auch Angehörige, genau bezüglich solcher Fragen. In manchen Kantonen (sofern Sie in der Schweiz wohnen) gibt es auch spezielle Elternkurse, Angebote für Kinder und Gesprächsgruppen für Angehörige.
Alcorisk wäre theoritisch auch als Forum gedacht, wo neben den Antworten von uns Fachpersonen auch ein Dialog unter Betroffenen statt finden kann. Dies kommt aber leider nicht oft zustande. Ich wünsche Ihnen alles Gute!