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Geschichte in Kürze
Um 400:
Gründung als alemannische Siedlung «Rorscahun» (Ror = Schilfrohr, scahun = Schachen; die alemannische Bezeichnung für Waldwiese)
9. Jahrhundert:
Am Standort der Kirche St.Kolumban – ein Baudenkmal von regionaler Bedeutung – entsteht das erste Kirchlein.
947:
König Otto I. verleiht Abt Graloh (Kloster St.Gallen) für den Ort Rorschach das Markt-, Münz- und Zollrecht.
1000:
Rorschach ist Durchgangsort der grossen Pilgerzüge. Auf dem heutigen Kronenplatz stand die Jakobskapelle, eine Raststätte für Pilger. Sie wurde 1833 abgebrochen und als Erinnerung daran wurde der Jakobsbrunnen gebaut. Noch heute läutet die Glocke täglich (11 und 18 Uhr) zum Ave.
1487 bis 1489:
Abt Ulrich Rösch erbaut das Kloster Mariaberg. Kurz vor der Vollendung wird es durch die Appenzeller und die Stadt St.Galler zerstört. 1864 geht das Gebäude an den Kanton St.Gallen über, der ein Lehrerseminar gründet.
1746 bis 1749:
Im Auftrag von Abt Coelestin von St.Gallen erstellt Baumeister Caspare Bagnato das Kornhaus (als Speicher und Umschlagplatz für Getreide), dem heutigen Wahrzeichen von Rorschach.
17. Jahrhundert:
Verschiedene Familien kommen mit dem Leinwandgewerbe zu Ansehen und Reichtum. Davon zeugen heute noch einige vornehme Bürgerhäuser, vor allem an der Haupt- und an der Mariabergstrasse.
1824:
Das erste Bodensee-Dampfschiff landet, mit 800 Zentner Güter beladen, im Rorschacher Hafen.
1853:
Das Töchterinstitut «Stella Maris» wird gegründet und erhält bald grosse internationale Anerkennung als ausserordentliche Bildungsstätte.
1856:
Rorschach wird als Endpunkt der Verbindung von Zürich über St. Gallen dem schweizerischen Eisenbahnnetz angeschlossen.
20. Jahrhundert:
Rorschach entwicklet sich nach den beiden Weltkriegen und blüht als Industriestandort in der Hochkonjunktur auf. Die Stadt gewinnt als Verkehrsknotenpunkt noch mehr an Bedeutung. 1963 zählt die Stadt 13'420 Einwohnerinnen und Einwohner. Mit dem Verlust von Arbeitsplätzen ab den 1970er Jahren ist der kontinuierliche, z. T. markante Rückgang der Einwohnerzahl bis heute verbunden.
Im Bildungsbereich entwickelt sich Rorschach zu einem attraktiven Standort. Heute profitieren die Pädagogischen Hochschule, das Berufsschulzentrum und die FHS Hochschule für Technik, Wirtschaft, Architektur und Soziale Arbeit St. Gallen (im Alcan Areal) von den Vorzügen Rorschachs.
21. Jahrhundert / Neuere Geschichte:
- 2004:
Zwei Schwerpunkte kennzeichnen die Stadtentwicklung: Die Gestaltung des Hafenbereichs zwischen Kornhaus und Seerestaurant sowie die Revitalisierung des Alcan Areals, das bereits heute von zwei bedeutenden Bildungsstätten belebt wird.
Am 6. Dezember 2004 tagt das Parlament nach über 95jähriger Geschichte zum letzten Mal. Auf den 1. Januar 2005 tritt die neue Gemeindeorganisation mit Bürgerversammlung in Kraft.
- 2006:
Die Gemeinden Goldach, Rorschacherberg und Rorschach führen erste Vorgespräche über eine Fusion zur "Stadt am See" mit über 20'000 Einwohnern.
- 2008:
Eine Grundsatzabstimmung über eine Vereinigung der Gemeinden Rorschach und Rorschacherberg wird in Rorschacherberg abgelehnt, während die Rorschacher Stimmberechtigten mit über 90 Prozent Stimmenanteil dafür stimmen.
Der Würth-Konzern gibt bekannt, dass er einen neuen Konzernsitz in Rorschach schafft.
- 2009:
Die Stimmberechtigten genehmigen am 8. Februar 2009 mit einem Ja-Stimmenanteil von 88 Prozent sehr deutlich den Landverkauf an Würth. Im August wird das Siegerprojekt "Lichtspiel" von Annette Gigon/Mike Guyer, Zürich, präsentiert.
Die Stadt kann erstmals seit Jahren im Finanzausgleich ihren Steuerfuss deutlich senken. Er liegt neu bei 157 Steuerprozenten.
Zum 15. und letzten Mal zeichnet die Rorschacher Stiftung Walter und Friedel Zingg Kulturschaffende für besondere Leistungen aus.
- 2010:
Die Bauarbeiten für die Überbauung Trischliplatz mit 195 öffentlichen Parkplätzen, Migros-Verkaufsladen und rund 50 Wohnungen beginnt. Ein früheres Projekt auf dem Trischliplatz war in den 1990er Jahren gescheitert.
Am 31. März nehmen die Glöcknerinnen und Glöckner vom Jakobsbrunnen ihre freiwillige Arbeit auf. Vom 31. März bis 31. Oktober wird die Glocke wieder täglich um 11.00 und um 18.00 Uhr von Hand geläutet.
Die Bauarbeiten für die 1. Etappe des Würth Hauses Rorschach werden in Angriff genommen.
- 2011:
Rorschach legt konstant an Einwohner zu und verzeichnet neu wieder rund 8'900 Personen, die hier leben. Parallel sinkt der Steuerfuss auf 152 Steuerprozente und liegt so tief wie nie in den letzten 30 Jahren.
Die Stimmbürger genehmigen eine neue Gemeindeordnung und stimmen an der Urne dem Baukredit für den Lift Promenadenstrasse-Hauptbahnhof zu.
Die 1. Etappe des Würth Hauses Rorschach, zwei Hochhäuser im Stadtwald und die neue Raiffeisenbank entstehen. Der Migros-Verkaufsladen und das öffentliche Parkhaus Trischli mit 195 Parkplätzen werden im November eröffnet.
- 2012:
Die Einwohnerzahl ist leicht rückläufig, mit den neuen Wohnungen (Überbauung Trischli, Hochhäuser im Stadtwald) wird eine Zunahme erwartet. Wiederum kann die Stadt die Steuern senken, diesmal um 3 Prozent auf 149 Steuerprozente.
- 2013:
Am 20. April 2013 eröffnet Prof. Dr. Reinhold Würth an seinem 78. Geburtstag das neue Würth Haus in Rorschach mit Kunstforum. Bereits im Februar hatte die Raiffeisenbank ihren neuen Geschäftssitz am Rathausplatz eröffnet. Im Spätherbst ist die Überbauung Schönbrunn mit 61 Wohnungen fertig gestellt. Die Baubewilligung für ein neues Geschäfts- und Wohnhaus von Mode Weber am Trischliplatz ist genehmigt. Für den Neubau der Regatron AG an der Feldmühlestrasse ist das Vorprojekt ausgewählt. In diesem Zusammenhang gehen im Rahmen einer Gemeindegrenzenbereinigung rund 3'500 m2 von Rorschacherberg an die Stadt Rorschach.
Im Herbst lehnen die Stimmberechtigten mit rund 52 Prozent Nein-Stimmen den Bau eines neuen Hafengebäudes an der Urne ab.
Die Fachhochule für Soziale Arbeit verlässt Rorschach und zieht nach St. Gallen.
Die Sandskulpturen feiern: Bereits zum 15. Mal findet das Festival im August statt. Sogar CNN berichtet über den Anlass, der weit über die Region hinausstrahlt.
- 2014:
Am 18. Mai stimmen die Rorschacher Stimmberechtigten im Rahmen der Grundsatzabstimmung für eine Vereinigung mit Goldach und Rorschacherberg (89 Prozent Ja-Stimmen). Goldach (70 Prozent) und Rorschacherberg (62 Prozent) lehnen ab. Die Abstimmungen waren durch drei gleichlautende Initiativen in den Gemeinden durch die Stimmberechtigten angestossen worden. Rorschach verzeichnete gleichzeitig eine Rekordstimmbeteiligung von 50,8 Prozent.