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«The Crown»-Star Emma Corrin (26) identifiziert sich selbst als non-binär, also nicht eindeutig als männlich oder weiblich, und brachte das unter anderem im Sommer vergangenen Jahres durch einen Wechsel der Personalpronomen auf Instagram zum Ausdruck.
In Kürze wird Corrin in einer Londoner Theaterproduktion von Virginia Woolfs (1882-1941) Roman «Orlando - eine Biographie» auf der Bühne zu erleben sein. In Woolfs Roman beginnt die Titelfigur ihr Leben als junger Mann, um später zur Frau zu werden. Im Gespräch mit der britischen «BBC» schlug Corrin nun vor, die Darsteller- und Darstellerinnen-Kategorien bei grossen Filmpreisen wie den Oscars zu einer einzigen geschlechtsneutralen Kategorie zusammenzufassen. «Ich hoffe auf eine Zukunft, in der das passiert», erklärte Corrin wörtlich.
Emma Corrin: «Jeder soll sich gewürdigt und repräsentiert fühlen»
Corrin selbst wurde im Jahr 2021 für die umjubelte Darstellung von Prinzessin Diana (1961-1997) in der vierten «The Crown»-Staffel mit einem Golden Globe ausgezeichnet. Der Star erhielt diesen Preis als «Beste Darstellerin in einem TV-Drama». Eine Änderung respektive Verschmelzung entsprechender Kategorien bei grossen Film- und Fernsehpreisen würde Corrin zufolge dazu führen, dass «jeder in der Lage ist, sich gewürdigt und repräsentiert zu fühlen».
Den Golden Globe für «The Crown» erhielt Corrin tatsächlich vor der Bekanntmachung der eigenen nicht-binären Geschlechtsidentität. Mittlerweile, so der Star, sei es «schwierig für mich, in meinem Kopf zu rechtfertigen, nicht-binär zu sein und in weiblichen Kategorien nominiert zu werden». Corrin überlegt im Gespräch mit der «BBC» laut: «Müssen wir, was Kategorien angeht, konkretisieren, ob eine Person für eine weibliche oder männliche Rolle nominiert wird?».
Der «BBC» zufolge würden sowohl die Organisatoren der Academy Awards als auch jene der britischen BAFTA-Awards gegenwärtig entsprechende Änderungen intern diskutieren.
Die Grammy Awards sind bereits seit zehn Jahren geschlechtsneutral
Im Vergleich zu Film- und TV-Preisen stellt sich die Situation in der Musikbranche anders dar. Die Grammy Awards schafften bereits vor zehn Jahren geschlechtsspezifische Preise für männliche und weibliche Künstler ab. So wird seit dem Jahr 2012 statt zweier Preise für die «beste weibliche und männliche Pop-Gesangsdarbietung» lediglich noch ein Grammy für die (geschlechtsneutrale) «beste Pop-Solodarbietung» verliehen.
Die Brit Awards gingen diesen Schritt in diesem Jahr. Hier gewann Superstar Adele (34) als erste in der neuen, geschlechtsneutralen Kategorie «British Artist of the Year», und erklärte in ihrer Dankesrede: «Ich verstehe, warum der Name dieses Preises sich geändert hat, aber ich liebe es wirklich, eine Frau und eine Künstlerin zu sein».
Potenzielle Hindernisse für eine Änderung der Schauspielkategorien bei den Oscars
Ob sich speziell die eher als traditionell geltende Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die die Oscarverleihung organisiert, für eine Verschmelzung der männlichen und weiblichen Kategorien entscheiden wird, bleibt abzuwarten. Auch Hollywood-Stars würden sich möglicherweise aus dem simplen Grund dagegen aussprechen, dass es statt vier Oscars für jeweils männliche und weibliche Haupt- und Nebendarsteller dann nur noch zwei Schauspielpreise gäbe. Die Chancen, eine der begehrten Trophäen mit nach Hause zu nehmen, würden für die Stars in diesem Fall um 50 Prozent sinken.