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Was sind Tics und Zwänge?
Tics sind kurze, plötzlich einsetzende, sich wiederholende Bewegungen oder Laute, die als unwillkürlich und sinnlos erlebt werden. Beispiele für häufige Tics sind Augenblinzeln, Naserümpfen oder Räuspern; die Vielfalt der Bewegungen und Laute ist jedoch gross. Oft verläuft eine Ticstörung milde, so dass sie kaum Leidensdruck verursacht. Dann genügt eine Beratung von Eltern, Kind und eventuell Lehrern, um Sorgen und ungünstigen Reaktionen der Umwelt entgegenzuwirken. Bei starken Tics oder begleitenden Erkrankungen wird eine Behandlung empfohlen, die aus Verhaltenstherapie, Medikation oder einer Kombination von beidem besteht.
Zwangserkrankungen bestehen aus Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. Zwangsgedanken sind sich aufdrängende Gedanken oder Impulse, die als sinnlos oder quälend empfunden werden. Zwangshandlungen sind ritualisierte Handlungsweisen, die häufig wiederholt werden müssen. Die häufigsten Zwangsgedanken beziehen sich auf Ansteckung, Kontrolle, Symmetrie und übertriebene Verantwortung; die häufigsten Zwangshandlungen sind waschen und reinigen, kontrollieren, wiederholen und ordnen. Ohne Behandlung nehmen Zwangsstörungen oft einen ungünstigen Verlauf. Je früher die Behandlung einsetzt, desto besser sind die therapeutischen Erfolge. Für die Behandlung von Zwangsstörungen haben sich Verhaltenstherapie und Medikation als die wirksamsten Therapien erwiesen.