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Filmkritik: Hedi spürt den Frühling66. Internationale Filmfestspiele Berlin 2016
Der tunesische Mittzwanziger Hedi (Majd Mastoura) steht komplett unter den Fittichen seiner Mutter Baya (Sabah Bouzouita). Sie verwaltet sein Geld. Sie hat ihm den Job als Verkäufer bei einer Peugeot-Garage vermittelt. Und sie ist auch die treibende Kraft hinter der bevorstehenden Hochzeit mit Khedija (Omnia Ben Ghali). Ein ansehnliche und nette Braut, gewiss, aber bis auf ein paar heimliche Treffen in Hedis Auto kennen sich die Brautleute eigentlich gar nicht. Hedi lässt das bisher alles über sich ergehen.
Bis er von seinem Chef in die Küstenstadt Mahdia geschickt wird, um neue Kundenstämme zu generieren. Leidenschaftslos und ohne viel Geschick versucht Hedi Autos an den Mann zu bringen. Viel lieber zeichnet er Comics - seine wahre Passion. Und bald schon liegt er nur noch am Strand, anstatt zu arbeiten. Dort wirft er ein Auge auf die Touristen-Animateurin Rim (Rym Ben Messaoud) - einen Freigeist auf dem beruflichen Sprung nach Europa. Die beiden beginnen eine Affäre. Dabei zeigt das Muttersöhnchen Hedi erstmals in seinem Leben so etwas wie Eigensinn. Wird er sich gegen seine Mutter auflehnen können und Rym von seiner Braut erzählen?