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Einer armen Frau von Laufenburg träumte es in drei Freitagnächten vor dem Karfreitag, dass sie an diesem Tage Mittags 12 Uhr an einem bestimmten Platze auf der alten Burg daselbst einen bedeutenden Schatz erheben könne; der dreimalige ganz gleich wiederkehrende Traum vermochte, dass sie sich entschloss, zur bestimmten Stunde an den bezeichneten Ort hinzugehen, um das unerwartete Glück in Empfang zu nehmen.
Auf dem Wege dahin hegte sie allerlei Bedenklichkeiten und Zweifel über den Erfolg ihrer Wanderung, so dass sie schon wieder umkehren wollte; allein Neugier und die Reize des Reichtums erhielten bald wieder die Oberhand und mit frischem Mute schritt sie weiter.
An dem bestimmten einsamen Platze der alten Burgruine angekommen, harrte sie zwischen Hoffnung und Furcht der zwölften Stunde. Es schlug im nahen Torturme und mit dem ersten Glockenschlage durchbebte ein leises Schüttern den Boden unter ihren Füßen; unweit von ihr erblickte sie neben einem großen Topfe eine schwarze Katze mit feurigen Augen, die aber plötzlich zur Seite verschwand. Voll Freude, ihre Träume in Erfüllung gegangen zu sehen, nahte die Frau sich dem Topfe, den sie aber statt mit Gold nur von Glasscherben angefüllt fand.
Verdrießlich ob solcher Täuschung ging sie nach Hause und erzählte das Vorgefallene einem Kapuziner, der ihr nicht wenig Vorwürfe machte, indem nur sie allein ihres steten Zweifelns wegen die Schuld trage, dass eine solch höhnende Verwandlung vorgefallen sei.
C. Kohlrusch, Schweizerisches Sagenbuch. Nach mündlichen Überlieferungen, Chroniken und anderen gedruckten und handschriftlichen Quellen., Leipzig 1854.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch.