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Informationen zu Autismus
In den letzten Jahrzehnten ist die Autismusrate angestiegen. Die Gründe dafür haben die Wissenschaftler noch nicht vollständig klären können. Was das Verständnis der Erkrankung und ihre Behandlung angeht, haben sie allerdings Fortschritte erzielt. Im folgenden Text erfahren Sie mehr über Autismus und die mögliche Unterstützung, die an Autismus erkrankten Kinder und ihren Familien zur Verfügung steht.
Autismus ist kein einheitliches Krankheitsbild
Bei der so genannten Autismus-Spektrum-Störung (autism spectrum disorder, ASD) handelt es sich vielmehr um eine ganze Gruppe von Entwicklungsstörungen. ASD ist durch ein breites Spektrum an Symptomen, Fähigkeiten und Funktionsebenen gekennzeichnet. Während einige Kinder und Erwachsene mit ASD durchaus in der Lage sind, Aktivitäten des täglichen Lebens durchzuführen, benötigen andere selbst bei grundlegenden Tätigkeiten Unterstützung.
Zu den Symptomen von ASD bei Kindern und Erwachsenen gehören folgende:
- Sich wiederholende Verhaltensmuster, wie z. B. mit den Armen wedeln, hin und her schaukeln oder an etwas zwirbeln.
- Beeinträchtigte soziale Interaktion und Kommunikation. Dies zeigt sich an folgendem: Fehlende Reaktion auf den eigenen Namen, Vermeiden von Blickkontakt, selbst geringfügige Veränderungen der täglichen Routine führen zu Aufregung und Stress, verzögerte Sprachentwicklung bzw. umständliche Sprache.
- Sensorische Probleme, wie z. B. Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Lärm, Bekleidung oder Wärme/Kälte.
Autismus in der einen oder anderen Form betrifft etwa 1 von 68 Kindern im Alter von acht Jahren.
Für ASD gibt es Risikofaktoren
ASD kann Kinder jeglicher Ethnie und Nationalität treffen. Allerdings gibt es Faktoren, die das ASD-Risiko eines Kindes erhöhen:
- Das Geschlecht. Die Wahrscheinlichkeit, ASD zu entwickeln, ist für Jungen viermal höher als für Mädchen.
- Vorerkrankungen in der Familie. Für Familien mit einem ASD-Kind ist das Risiko grösser, ein weiteres Kind zu bekommen, das ebenfalls ASD entwickelt.
- Sonstige Störungen. Bestimmte Erkrankungen erhöhen das Risiko eines Kindes, ASD zu entwickeln. Dazu gehören Tourette- und Fragiles-X- Syndrom sowie Tuberöse Sklerose (Bourneville-Pringle-Syndrom).
- Extreme Frühgeburten. Babys, die vor der 26. Schwangerschaftswoche geboren werden, haben ein grösseres Risiko, ASD zu entwickeln.
- Das Alter der Eltern. Dieser Aspekt muss noch eingehender erforscht werden, aber zwischen einem höheren Alter der Eltern und ASD könnte ein Zusammenhang bestehen.
Fast die Hälfte aller Kinder und Erwachsenen mit ASD weisen eine durchschnittliche bis überdurchschnittliche Intelligenz auf. Sie sind in der Lage, Dinge bis in kleinste Einzelheiten zu lernen, können sich Informationen über lange Zeiträume merken und tun sich insbesondere in Mathematik, Wissenschaft, Musik oder in der Kunst hervor.
ASD kann nicht geheilt, aber behandelt werden
Es stimmt zwar, dass es für ASD keine Standardbehandlung gibt und die Erkrankung nicht heilbar ist. Ein früher Behandlungsbeginn und eine passende Betreuung können aber betroffenen Kindern helfen, einige der Schwierigkeiten, mit denen sie sich konfrontiert sehen, zu überwinden, und sie dabei unterstützen, ihre Stärken zu optimieren und neue Fähigkeiten zu erlernen. In diesem Zusammenhang stehen unter anderem folgende Möglichkeiten zur Verfügung:
- Zusammenarbeit mit Therapeuten zur Entwicklung eines detaillierten Plans, der dem Kind dabei hilft, soziale und sprachliche Fertigkeiten zu fördern.
- Medikamente, um Symptome wie Aggressionen, repetitive Verhaltensmuster und Aufmerksamkeitsprobleme unter Kontrolle zu bringen.
Kinder sind niemals zu jung oder zu alt, um Unterstützung zu erhalten
Eine frühe Intervention (vor dem dritten Lebensjahr) ist eine der besten Methoden, um einem von ASD betroffenen Kind dabei zu helfen, sein volles Potenzial auszuschöpfen. Aber auch Kinder im Alter von 3 bis 18 Jahren können von Unterstützungsleistungen profitieren.
Auch die betreuenden Personen brauchen Betreuung
Ein Kind mit ASD aufzuziehen kann eine Herausforderung darstellen. Im Folgenden werden deshalb einige Empfehlungen aufgeführt, die den betreuenden Personen dabei helfen können, mit ihrer Situation zurecht zu kommen.
- Stellen Sie ein Team aus Fachleuten zusammen, denen sie vertrauen. Zu diesem Team können neben Ärzten auch Sozialarbeiter, Lehrer und Therapeuten gehören.
- Nehmen Sie sich Zeit, um Hobbies nachzugehen, und planen Sie Zeit ein, die Sie ausschliesslich mit den anderen Kindern - sofern vorhanden - ihrer Familie verbringen.
- Nehmen Sie Kontakt auf zu anderen Familien, die sich in einer ähnlichen Situation befinden. Der Erfahrungsaustausch kann sehr hilfreich sein.
- Lernen Sie so viel wie möglich über ASD und dessen Behandlung.
- Machen Sie Notizen anlässlich der Kontrollen bei Mitgliedern des Behandlungsteams. Dies kann hilfreich sein, wenn es darum geht, bestimmte Behandlungsentscheidungen zu treffen.
Massnahmen, die Sie heute ergreifen können
Wenn Sie glauben, dass Ihr Kind ASD-Symptome zeigt:
- Sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt über Ihre Beobachtungen und über ein ASD-Screening.
- Führen Sie bei Ihren Gesprächen und Treffen mit Ärzten und Lehrern sorgfältige Aufzeichnungen. Diese Informationen können nützlich sein, um die nächsten Schritte zu entscheiden.
- Bewahren Sie Kopien von Arztberichten und -beurteilungen auf. Die darin enthaltenen Informationen können Aufschluss darüber geben, ob Ihr Kind die Bedingungen für bestimmte Programme erfüllt.
Wenn bei Ihrem Kind ASD diagnostiziert wurde:
- Sprechen Sie mit einem Kinderarzt oder einem Vertreter der Schule, um vor Ort einen Fachmann für Autismus zu finden. Dieser Experte kann Ihnen dabei helfen, einen Behandlungsplan zu entwickeln.
- Schliessen Sie sich einer ASD-Selbsthilfegruppe an. Der Austausch von Informationen und Erfahrungen kann älteren Kindern oder Erwachsenen mit ASD helfen. Sie selbst erhalten dadurch Kenntnis von Behandlungsoptionen und bauen Stress ab.
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