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Harnleiter und Harnröhre
Der Harnleiter sowie die Harnröhre sind für die Speicherung und den Transport des Urins zuständig. Der Harnleiter ist dabei das Verbindungsorgan, welches die Niere mit der Harnblase verbindet und den Urin transportiert. Die Harnröhre befördert im Anschluss den Urin von der Harnblase aus dem Körper heraus. Dieser Urinfluss kann – eine normale Funktion vorausgesetzt – u.a. über den Schliessmuskel willentlich kontrolliert werden.
Sowohl bei Frauen als auch bei Männern kann dieses komplexe Zusammenspiel beeinträchtigt sein. So entstehen beispielsweise Harnsteine oder auch eine Harnröhrenentzündung.
Probleme beim Wasserlassen
Die Krankheiten der beiden Organe Harnleiter und Harnröhre resultieren aus einem gestörten Urintransport. Der Transport kann zum einen durch Harnsteine, Tumore oder Vernarbungen beeinträchtigt sein. Vorausgehende Operationen oder eine Bestrahlung können die Ursache für eine solche Beeinträchtigung sein. Auch eine Kompression von aussen z.B. durch einen gynäkologischen Tumor, welcher auf den Harnleiter drückt, kann schlussendlich das Wasserlassen erschweren. Die Therapie für Probleme der Harnleiter und Harnröhre richtet sich entsprechend nach der zugrundeliegenden Ursache.
- Harnsteine (Nierensteine & Blasensteine)
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Im Bereich des Nierenbeckens kommt es regelmässig zur Bildung von mikroskopischen Kristallen oder Steinchen. Kommt es nicht zu einer unmittelbaren Ausscheidung dieser Steinchen, können sie zu grösseren Steinen heranwachsen. Solange diese in der Niere bleiben, machen sie meist keine Beschwerden. Sobald ein Stein in den Harnleiter rutscht, kommt es typischerweise zu starken kolikartigen Schmerzen im Bereich der Flanke.
Symptome bei Harnsteinen
- Starke kolikartige Schmerzen im Bereich der Flanke
- Schmerzen im Rücken, Unterbauch oder der Genitale
Koliken sind heftige Schmerzattacken von Wellenförmigem Charakter, die plötzlich auftreten. Gefolgt sind sie von Phasen ohne Schmerzen. Zum Teil gibt es die Schmerzen auch mit Ausstrahlung in den Rücken, Richtung Unterbauch oder Genitale.
Behandlungsmöglichkeiten von Harnsteinen
Wenn die Steine kleiner sind als 5mm haben sie eine gute Chance von alleine abzugehen (sog. konservatives Vorgehen). Sobald sie in die Blase rutschen, hören die Schmerzen meist sofort auf. Die Passage über die Harnröhre ist meist problemlos und wird oft gar nicht bemerkt. Aus diesem Grund ist es sinnvoll den Urin zu sieben. Der Stein kann dann zur Analyse eingeschickt werden.
Falls ein Stein nicht von selbst abgeht, ist eine Intervention nötig. Die Entfernung der Steine erfolgt dann in der Regel über die Harnröhre. In den allermeisten Fällen wird der Harnstein endoskopisch (unter Sicht via Kamera) entfernt.
Häufig muss jedoch zuvor eine Harnleiterschiene (Doppel-J-Katheter, Pigtail) eingelegt werden, da ein Eingehen mit dem Endoskop in den Harnleiter ohne „Vorbereitung“ teilweise nicht möglich ist resp. eine zu grosse Gefahr besteht, den Harnleiter zu verletzen. Die Harnleiterschiene hat den Effekt, dass sich der Harnleiter dadurch dehnen kann und die nachfolgende endoskopische Steinentfernung vereinfacht.
- Harnröhrenentzündung (Urethritis)
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Eine entzündete Harnröhre ist auf eine entzündete Schleimhaut zurückzuführen. Auch hier entsteht die Entzündung aufgrund von Bakterien oder Pilzen.
Symptome bei Harnröhrenentzündung
- Brennen beim Wasserlassen
- Gesteigerter Harndrang
- Eventuell Ausfluss
Auch wenn diese Symptome auf eine Entzündung hindeuten können, kann eine Harnröhrenentzündung auch ganz ohne Bemerken vorkommen. Oftmals liegt der Ursprung dieser Krankheit in übertragenen Geschlechtskrankheiten. Männer und Frauen können also von dieser Entzündung betroffen sein.
Aufgrund der bakteriellen Infektion kommt in der Behandlung oft Antibiotika zum Einsatz. Liegt der Ursprung aber nicht bei Bakterien, kann je nach Schweregrad der Entzündung auch eine andere Therapie angewendet werden.
Menschen mit ständigem Harndrang oder Schmerzen beim Wasserlassen sind zum Teil in ihrem Alltag stark eingeschränkt und stehen unter einem erheblichen Leidensdruck. Gerne sprechen wir mit Ihnen über Probleme mit dem Urinieren.
Abklärungen bei Problemen von Harnleiter & Harnröhre
Zur Diagnostik von Harnleiter-Pathologien kommt in der Regel ein CT mit Kontrastmittel zum Zuge. Teilweise ist diese Bildgebung jedoch nicht ausreichend, sodass eine Kontrastmittel-Darstellung von innen (Ureteropyelographie) notwendig ist.
Für die Abklärung der Harnröhre braucht es eine Harnstrahlstärke-Messung (Uroflowmetrie), Harnröhren-Spiegelung (Endoskopie) und ggf. eine Röntgen-Darstellung (Urethrographie).