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Lara Gut-Behrami kehrt überzeugend auf die Abfahrtspiste zurück. Die Tessinerin erringt in Zauchensee im Salzburgerland ihren ersten Saisonsieg in der schnellsten Disziplin.
Die Zeiten, in denen Lara Gut-Behrami in diesem Winter im Vollbesitz ihrer Kräfte war, waren bisher rar. Doch in den kurzen Phasen ohne gesundheitliche Probleme gehörte die Tessinerin stets zu den Besten.
Das war Ende Oktober so, als sie im Riesenslaloms in Sölden Zweite wurde, oder vor fünf Wochen in St. Moritz, als sie den ersten von zwei Super-G gewann. Anfang Dezember war sie zum Abschluss des Speed-Wochenendes in Lake Louise in Kanada ebenfalls im Super-G Zweite geworden, obwohl eine hartnäckige Erkältung noch nicht abgeklungen war. In den beiden Tagen zuvor war sie, gezeichnet von der Krankheit, in den Abfahrten ohne reelle Chance gewesen.
Vier Wochen ohne Rennen
Der Sturz im zweiten Super-G in St. Moritz zeitigte keine schlimmen Folgen. Wenige Tage danach folgte mit der Infizierung mit dem Coronavirus aber der nächste Rückschlag, der Lara Gut-Behrami während vier Wochen von den Rennpisten fernhalten sollte. Eines der fünf verpassten Rennen war die Abfahrt in Val d’Isère. Bei ihrer Rückkehr am vergangenen Samstag, nach dem 5. Rang im Riesenslalom in Kranjska Gora, sprach sie noch von Müdigkeit, die ihr gegen Ende der zwei Läufe noch zu schaffen gemacht habe.
Die letzten Tage genügten nun aber Lara Gut-Behrami, um sich physisch wieder in Bestform zu bringen. Dass sie wieder bereit sein würde, hatte sie in Zauchensee mit starken Leistungen schon in den beiden Trainings angedeutet.
Entsprechend beeindruckend meldete sie sich im Rennen zurück. Bei ihrem zweiten Sieg in diesem Winter war sie einen Zehntel schneller als die zweitplatzierte Deutsche Kira Weidle und gut vier Zehntel schneller als die drittklassierte Österreicherin Ramona Siebenhofer.
Nummer 1 in Super-G und Abfahrt
Lara Gut-Behrami war nicht nur am Samstag Spitze. Sie ist, gemessen an gewonnenen Weltcup-Rennen, nicht mehr nur im Super-G die erfolgreichste der aktuellen Fahrerinnen, sondern mit zwölf ersten Plätzen nunmehr auch in der Abfahrt. Insgesamt errang sie ihren 34. Sieg im Weltcup.
Zwei weitere Schweizerinnen schafften es in der vierten Abfahrt des Winters unter die ersten zehn. Weltmeisterin Corinne Suter, die vor zwei Jahren auf der Kälberloch-Piste ihren ersten von mittlerweile drei Weltcup-Siegen errungen hatte, wurde als zweitbeste Fahrerin von Swiss-Ski Siebente. Die Bündnerin Jasmine Flury egalisierte als Neunte ihr Saisonbestresultat in der schnellsten Disziplin. Eine weitere Steigerung gelang Noémie Kolly. Die Freiburgerin war als Vierzehnte so gut klassiert wie noch nie in einer Weltcup-Abfahrt.
Sturz von Sofia Goggia
Nicht ins Ziel kam Top-Favoritin Sofia Goggia. Sie schied nach einem glimpflich abgelaufenen Sturz aus. Für die Italienerin, die bei der Zwischenzeit-Messung vor ihrem Malheur zwei Zehntel vor Lara Gut-Behrami gelegen hatte, endete damit eine lange Erfolgsserie. Die letzten sieben Abfahrten, bei denen sie am Start war, hatte sie alle gewonnen.