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Die Stimmbürgerinnen und -bürger haben die Möglichkeit, in der Schweiz endlich einen offiziellen Vaterschaftsurlaub einzuführen. Am 27. September stimmen sie über das entsprechende Gesetz des Parlaments ab, das jedoch per Referendum abgelehnt wurde.Dieser Inhalt wurde am 20. August 2020 - 11:00 publiziert
Der Inhalt des neuen Gesetzes: Der Gesetzentwurf sieht die Einführung eines zweiwöchigen Vaterschaftsurlaubs vor. Die Finanzierung läuft über die Verdienstausfall-Entschädigung. Der Vater muss den Urlaub innerhalb von sechs Monaten nach der Geburt des Kindes beziehen. Er erhält während seines Urlaubs 80% seines Durchschnittseinkommens, jedoch maximal 196 Franken pro Tag.
Befürworter: Beide Kammern des Parlaments unterstützten den zweiwöchigen Urlaub mit überwältigendem Mehr. Dies, obwohl die Linke mit der Einführung eines 38-wöchigen Elternurlaubs viel weiter gehen wollte.
Ein Bündnis von Vertretern aller politischen Parteien sowie von Gewerkschaften, Kirchen, verschiedenen Berufsverbänden und zahlreichen Vereinigungen, die sich für Kinder, Familie und Gleichstellung einsetzen, plädiert für ein "Ja".
Gegner: Die Schweizer Regierung ist gegen die Einführung des Vaterschaftsurlaubs. Sie würde es vorziehen, das Angebot an häuslicher und ausserschulischer Betreuung zu verbessern und Betreuungsurlaub für Eltern mit schwerkranken Kindern einzuführen.
Die Schweizerische Volkspartei (SVP, konservative Rechte) ist grundsätzlich dagegen. Das Referendum gegen das Gesetz wurde deshalb in der SVP angestossen. Einzelne SVP-Sektionen in der französisch- und italienischsprachigen Schweiz wandten sich aber gegen das Referendum. Dem kleinen Referendumskomitee gehören aber auch einzelne Mitglieder der Zentrumsparteien FDP.Die Liberalen und der Christdemokraten an.
Die aktuelle Situation: Die Schweiz hat den Vaterschaftsurlaub auf nationaler Ebene noch nicht eingeführt, die meisten Väter haben nur Anspruch auf einen freien Tag bei der Geburt ihres Kindes. Das macht das Land auf internationaler Ebene zu einem Nachzügler in dem Bereich.
Der Vorschlag, einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub einzuführen, ist die Antwort des Parlaments auf eine Volksinitiative, die vier Wochen forderte. Die Initiantinnen und Initianten hatten ihre Forderung unter der Bedingung zurückgezogen, dass die zwei Wochen tatsächlich umgesetzt würden. Mit dem Referendum bewirkte das Komitee, dass jetzt das Volk über den Vorschlag abstimmen kann.
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