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1795 kaufte Emanuel von Tscharner das aus dem späten 16. Jahrhundert stammende Schloss Kehrsatz von der Familie von General Karl Hackbrett. Auch nach der Revolution und dem Untergang des alten Bern (1798) blieben das Schloss, sowie der Herrschaftssitz Lohn und die Campagne Blumenhof, im Familienbesitz der Tscharners. Die Herrschaftsrechte wurden Kehrsatz später jedoch abgesprochen.
1862 wurden Schloss und Gutsbetrieb, wegen Kinderlosigkeit der von Tscharners, dem Inselspital Bern vermacht.
Bilder aus der Zeit um 1742 zeigen, dass die Umschliessungsmauer und einige Nebengebäude bereits damals bestanden haben. Ob allerdings das bis vor 20 Jahren als "Wöschhüsi" und noch später als Dorfbibliothek genutzte Haus neben der Einfahrt aus derselben Zeit stammt, ist ungewiss.
Die Legende erzählt, dass eine jung verstorbene Tochter der Familie Hackbrett wegen etwas liederlichem Lebenswandel nie zur ewigen Ruhe gelangen konnte. In stürmischen Sommernächten geistert die Jungfer Hackbrett durch das ihr nicht mehr vertraute Schloss, sucht mit knochigen Fingern die Jahrzahl 1598 im Mauerwerk, dann schwebt sie bis hinauf unters Dachgewölbe, wo sie neben der Turmuhr auf Mitternacht wartet...
Ab 1889 bot das Schloss Unterkunft für Mädchen, welche aus verschiedensten Gründen nicht bei ihren Familien leben konnten.
Um 1950-54 wurde der landwirtschaftliche Gutsbetrieb verpachtet, die alte Scheune abgebrochen und an deren Stelle das heutige Wohnhaus errichtet.
Aus dem früheren Mädchenheim wurde ein gemischtes Schulheim mit kleinen Wohngruppen und interner Schule, in dem Kinder und Jugendliche mit einem besonderen Integrationsbedarf gefördert werden. 1998 wurden die beiden staatlichen Schulheime Landorf Köniz und Schlössli Kehrsatz zu einer Institution unter eine gemeinsame Leitung zusammengefügt. Das Schulheim untersteht der Gesundheitsund Fürsorgedirektion des Kantons Bern.
Bibliographie