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(spr. búllinn oder bohlinn),Anna, zweite Gemahlin Heinrichs VIII. von England, geb. 1507, war die Tochter des
SirThomas und durch ihre Mutter, eine Howard, die Nichte des dritten Herzogs von Norfolk. Ihre Erziehung
erhielt sie hauptsächlich in Frankreich, kehrte aber 1522 von dort zurück. Von ihren Verwandten an den Hof
[* 2] gebracht, fesselte
sie bald durch Anmut und Koketterie König Heinrich VIII., der bereits vorher mit ihrer ältern Schwester Maria in sträflichem
Verhältnis gelebt hatte.
Ihren Verwandten, die eine geschlossene Hofpartei gegenüber dem allmächtigen Minister Kardinal
Wolsey bildeten, war diese Gelegenheit sehr willkommen, den König mehr und mehr zu beherrschen und Wolsey zu stürzen. Da
Anna nur als Gattin sich Heinrich hingeben wollte,
so entschloß sich der König, seine Ehe mit Katharina vonAragonien zu lösen.
Wolseys anfänglichen Widerstand, dann seine vergeblichen Versuche, den Papst zur Lösung der Ehe zu bewegen,
verursachten seinen Sturz (1529). Nach seinem Tode nahm Cranmer die Scheidung trotz päpstl.
Verbotes im Mai 1533 vor, worauf die schon im Januar heimlich geschlossene Ehe mit AnnaBoleyn bekannt gegeben, diese zur Marquise
Pembroke erhoben und im Juni 1533 feierlich gekrönt wurde. Aber sie täuschte Heinrichs Hoffnung auf
einen Thronerben, als sie eine Tochter, Elisabeth später einen toten Knaben gebar. Es kränkte sie, daß Heinrich
neue Liebeshändel suchte; sie plagte ihn mit Eifersucht und verfeindete sich auch den neuen MinisterThomas Cromwell. Dieselbe
Rolle, wie sie Katharina gegenüber, spielte bei ihr des Königs neue Geliebte Johanna Seymour. Im Mai 1536 wurde
sie plötzlich unter dem Vorwand ehelicher Untreue verhaftet, in komödienhafter Gerichtsverhandlung zum Tode verurteilt und enthauptet.
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Vgl. Brewer, Reign of Henry VIII., Bd. 2 (Lond.
1884);
Froude, History of England, Bd. 1 (neue Ausg.,
ebd. 1881);