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Wir wechseln heute das (frühere) Königreich und fahren über die Brücke hinüber ins ehemals verfeindete Nagar-Tal. Zigeuner zelten am Ufer des Nagar-Fluss, sie verdienen ihren Lebensunterhalt durch Goldwaschen. Auch die Chinesen sind hier bei der Ausbeutung von Bodenschätzen, bislang betreiben sie aber nur eine Mine zum Marmorabbau. Gold-Konzessionen haben sie bislang noch nicht bekommen.
Es fällt beim Durchqueren der ersten Siedlung auf, dass hier religionsbedingt ein anderes Leben herrscht. Im Zentrum finden wir kaum Frauen. Diese sind zuhause oder verrichten die Feldarbeit, bei der sie unter anderem Mais, Weizen, Gerste, Kartoffeln, Kürbisse und vieles mehr anbauen. Im Dorfkern erholen sich die Männer, wovon ist nicht wirklich klar. Es wird viel Tee getrunken und viel diskutiert. Die Bewohner des Tals sind Schiiten, weshalb sie offenbar auch finanzielle Unterstützung durch den Iran bekommen. Auf dem Dorfplatz, auf dem wir einen Teestop einlegen, strahlt uns Hassan Nasrallah, der Führer der schiitischen Terrororganisation Hisbollah, von einer Plakatwand entgegen. Bezüglich Alkohol- und Drogenverbot und beim Einhalten der Gebetszeiten herrscht hier strikte Disziplin.
Zuhinterst im Nagar-Tal bietet sich ein toller Ausblick auf den Bualtar-Gletscher, er soll der sich am schnellsten bewegende Gletscher der Welt sein. Nach dem Mittagessen in einem schönen Obstgarten geht es zurück nach Karimibad, von wo aus wir nach etwas Zusatzshopping hinauf nach Duiker fahren, um hoch über dem Hunza-Tal die letzten Sonnenstrahlen des Tags einzufangen.