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Böse Zungen
behaupten, dass die Menschheit nur wegen des Bieres sesshaft geworden war. Nur
der
Wechsel vom Jäger und Sammler zum Bauer ermöglichte den Getreideanbau in der zur Bierherstellung
notwendigen Menge. Aus Früchten, Beeren, Pilzen und Gras gibt es kein Bier.
In Vorderasien wurden die ersten Bierähnlichen Getränke hergestellt. Die beim Pyramidenbau beschäftigten
Arbeiter hatten Anrecht auf eine bestimmte Menge Bier pro Tag. Dies deshalb weil Bier als „flüssiges Brot“
verwendet wurde, sozusagen der erste „Energie Drink“.
Der Vorfahre des Bieres ist der berühmte Met. Dieser wurde aus Honig hergestellt. Dieser gärt von selbst,
wenn er mit Wasser vermischt wird. Die notwendige Menge Honig zu beschaffen, war aber zu aufwendig, so
dass ein Ersatz gefunden werden musste.
Gräser samen waren die Vorläufer des heutigen Getreides und die benötigte Menge konnte nur durch Ackerbau
beschafft werden. Um gutes Brot zu backen war Hefe notwendig, Hefe wurde beim Bierbrauen erzeugt. Also ein
Grund mehr, die Biererzeugung voranzutreiben.
Die heutige Kunst der Biererzeugung weicht nur wenig von derjenigen unserer Vorfahren ab. Der grösste
Unterschied liegt in der Hefe. Hefe ist unabdingbar um eine Gärung durchzuführen. Hefe war als solche
ursprünglich nicht bekannt. Die Gärung wurde durch wilde Hefen mehr oder weniger durch Zufall durchgeführt.
Im Mittelalter war bekannt, dass das Bier in den Backstuben am besten gärte.
Der Hopfen ist seit dem Mittelalter bekannt für seine antiseptische Wirkung. Damit blieb das Bier länger frisch.
Um die Haltbarkeit und den Geschmack des Bieres zu verbessern wurden alle möglichen Kräuter und sonstige
Zutaten mit mehr oder weniger Erfolg verwendet. Es soll sogar zu Todesfällen wegen Vergiftungen gekommen s
ein. Da fast ausschliesslich Frauen das Bier brauten, wurden diese dann als Hexe verschrien und den damaligen
Bräuchen entsprechend behandelt.
Im Jahre 1516 erliess Herzog Wilhelm IV das Reinheitsgebot. Weil in dieser Zeit der Weizen knapp war,
wurde er mit diesem Gebot für das Bierbrauen verboten. Gemäss Reinheitsgebot durfte nur Wasser,
Gerste und Hopfen zur Herstellung von Bier verwendet werden. Hefe war zu dieser Zeit noch nicht bekannt.
Dieses Gebot gilt auch heute noch in Deutschland. Hier ist zu erwähnen dass bei dieser Gelegenheit gleich
noch die Biersteuer eingeführt wurde.
Diese seltsame Regelung gibt es auch in der Schweiz. Sie dürfen Wein und Most herstellen so viel Sie wollen
und müssen keine Steuer zahlen. Aber auch als Hausbrauer gilt eine Freigrenze von 400 Litern pro Jahr.
Was darüber ist, müssen Sie bei der Alkoholverwaltung versteuern.
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