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Mein Favorit ist das formschöne Hauptsignal, das Zugeinfahrten in Stationen regelte. Als die RhB 1906 die erste Scheibe montierte, war deren Technik 44jährig. Ihr Erfinder, Matthias Hipp (1813–1893), Fabrikant in Neuenburg, erlebte das nicht mehr. Die Universität Zürich hat ihn 1875 als Dr. phil. h.c. geehrt.
Die rote Scheibe, in deren oberen Hälfte eine Laterne sitzt, ruht drehbar auf einer Gusssäule mit Räderwerk und Antriebsgewicht im Innern. Das Gewicht ist täglich aufzuziehen. Die Leiter dient dem Lampenwechsel. Das Signal wird vom Bahnhof elektromagnetisch ausgelöst. Scheibe und Laterne drehen, bis Nocken und Riegel nach 90° alles arretieren. Der vorbeirollende Zug löst mit einem Kontakt den Antrieb erneut aus: Nach 270° kehrt die Scheibe in die Ausgangslage zurück und zeigt wiederum Rot. Zwei kleine, rechtwinklig zur Scheibe montierte Flügel neutralisieren Windkräfte, die Drehbewegungen hemmen oder unkontrolliert verursachen könnten. Dem Zug zugewendet erlauben die weissen Flügel das Einfahren.
Die letzte von etwa 150 RhB-Wendescheiben wurde 1987 in Wiesen stillgelegt, ist aber dort noch als Denkmal zu sehen. Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) hat sie 1926 auf dem Bild „Brücke bei Wiesen“ verewigt.
Hans G. Wägli ist Stv. Direktor und Mitglied des Stiftungsrates der Fondation des Chemins de Fer du Kaeserberg.