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Jahresbericht 1866
Von der Generalversammlung in St. Gallen den 2. September 1866 wurde nach Annahme der neuen Statuten ein Centralcomite mit dreijähriger Amtsdauer aufgestellt, und für die Jahre 1867, 1868 und 1869 die Oberleitung der Section Zürich ( Uto ) übergeben und Prof. Melch. Ulrich zum Centralpräsidenten erwählt. Die Section Zürich hatte die übrigen 6 Mitglieder des Centralcomite demselben bei-zuordnen, was in der Sitzung vom 28. September geschah. Es wurden ernannt: Hr. Gustav Siber Gysi, Präsident der Section Uto als Vicepräsident, Hr. Jacob Siegfried-Bürgi Cassier, Hr. Ulrich Stutz-Finsler Actuar, Hr. Prof. Arnold Escher v. d. Linth, Hr. Jacob Pestalozzi- Jenny, Cassier der Section Uto, und Hr. J. J. Siegfried-Michel. Ueber die Geschäftsführung des Centralcomite im Laufe des Jahres 1867 wurde in der Generalversammlung in Luzern Bericht erstattet. Derselbe ist vorn, pag. 25—34 eingeschaltet. An dem Jahresfest in Luzern, das den 22. und 23. September 1867 Statt fand, konnten die Mitglieder des Cen- tralcomité wegen der Cholera, die gerade damals in Zürich heftig wüthete, nicht Theil nehmen, und überliessen daher die Leitung der Verhandlungen in der Abgeordnetenversammlung zutrauensvoll dem Festpräsidenten, Hrn. Prof. Zähringer in Luzern, dessen Geschäftsführung allgemeine Anerkennung fand.
Der kurze Bericht über die Verhandlungen und den ganzen Verlauf des Jahresfestes kann daher nicht aus eigener Anschauung abgefasst werden, sondern ist den Protocollen der Versammlungen und dem Jahresbericht der Section Pilatus entnommen.
Nach den Statuten ging der Generalversammlung die Sitzung der Abgeordnetenversammlung am 21. September Nachmittags voraus, an der 15 Abgeordnete Theil nahmen, von Basel, Bern, Genf, Graubünden, Luzern, St. Gallen je zwei, von Aargau, Waadt, Wallis je einer. Glarus und Zürich waren nicht repräsentirt. Hr. Prof. Zähringer leitete die Verhandlungen, Hr. Dziatzko führte das Protocoll.
Die Jahresrechnung vom 1. September 1866 bis 31. Juli 1867 ( siehe vorn pag. 34 ) wurde auf den Antrag der beiden Rechnungsrevisoren, Hr. Th. Hoffmann-Merian von Basel und Hr. Apotheker Lindt von Bern genehmigt „ und diese für das folgende Jahr wieder erwählt. Als Excursionsgebiet für 1869 wurde, im Anschluss an das von 1868, die Gebirgsgruppe vom Lyskamm bis zum Monte Leone bestimmt, und für 1868 neben dem bereits festgesetzten Gebiet vom Col de Collon bis zum Lyskamm, noch der Gebirgszug vom Col de Balme bis zum Grand -Combin nachgenommen. Es soll also in den drei Jahren 1867 bis 1869 das ganze Süd-Wallis vom Col de Balme bis zum Monte Leone in 8 Blättern im 50,000 in Curvenmanier erscheinen, und nach dem Antrage von Hrn. Dr. Tschudi den Clubmitgliedern zu ermässigtem Preise überlassen werden.
602.Ulrich.
Die Steine sind Eigenthum des Vereines. Es können daher immer Verbesserungen angebracht werden. Der schon früher in Chur von Hrn. Coaz gemachte Antrag, es möge der Alpen-Club sich mit anderen Gesellschaften, und namentlich mit dem Bundesrathe in Verbindung setzen, um nach und nach die ganze Gebirgsschweiz im 50,000 herauszugeben, wird von Hrn. Regierungsstatthalter Studer in Bern neuerdings aufgenommen, und dem Centralcomite zur Beachtung empfohlen. Als Festort für das Jahr 1868 wird, da Genf noch einigen Aufschub wünschte, Bern gewählt, und als Festpräsident Hr. Regierungsstatthalter Studer der Generalversammlung vorgeschlagen.
Bei der Abnahme der Rechnung über das III. Jahrbuch 1866, von Hrn. Apotheker Lindt gestellt, wird dem Centralcomite überlassen, mit der Verlagshandlung beliebige Abrechnung zu treffen.
Als Ehrenmitglied wird von der Section Genf Hr. Adams Reilly aus London, der sich um die Erforschung und Vermessung der südlichen Walliser Alpen vom Mont Blanc bis zum Monte Rosa, das Valpelline eingeschlossen, grosse Verdienste erworben, vorgeschlagen, er soll der Generalversammlung empfohlen werden. Neben diesen reglementarischen Geschäften kamen noch folgende Vorschläge in Berathung:
Hr. Prof. Theobald trägt Namens der Section Rhätia darauf an, das Centralcomite solle Ausgaben für Führerlohn bei Privatexcursionen nicht mehr ersetzen, wohl aber bedeutende Unternehmungen, innerhalb und ausserhalb des Excursionsgebietes, die vorher demselben zur Genehmigung vorgelegt werden, unterstützen. Dieser Vorschlag, von Hr. Prof. Aebi unterstützt, wird angenommen.
Hr. Hoffmann-Burkhardt stellt Namens der Section Basel den Antrag, es sollen, wo möglich, jährlich neue Schirmhütten errichtet, diese als Eigenthum des Clubs unter Aufsicht des Centralcomite's gestellt, und in Verbindung mit der Section, in deren Gebiet sie liegen, auf Kosten des Vereines unterhalten und ausgerüstet werden.
Wird angenommen.
Hr. Prof. Rütimeyer von Basel wünscht, das Centralcomité möchte in Verbindung mit der Redaction des Jahrbuches untersuchen, ob die geologische Karte des Wallis, von Hrn. Gerlach, zur Publication für das Clubbuch geeignet sei; ferner, die Bemühungen des Hrn. Prof. Favre in Genf für Eintragung der erratischen Blöcke auf den eidgen. Atlas den Sectionen zur Unterstützung empfehlen. Beides wird angenommen.
Die Section Genf wünscht Errichtung einer Schirmhütte auf dem Col de la Maison blanche, am Fusse des Grand Combin. Das Centralcomite soll die nöthigen Einleitungen dazu in Verbindung mit den Sectionen Genf und Monte Rosa treffen.
Auf Schirmhütten von Schnee wird das Centralcomite durch dieselbe Section aufmerksam gemacht. Die Eskimos errichten solche Hütten.
Nach Verlesung des Protocolles wird die Sitzung geschlossen, und der Abend auf dem Gütsch in geselliger Vereinigung zugebracht.
Die 5. Generalversammlung des S.A.C. fand Sonntag den 22. September 1867, Vormittags 11 Uhr, im Grossrathssaale zu Luzern unter Leitung des Festpräsidenten, Hrn. Prof. Zähringer, Statt, nachdem am Vormittag die Merkwürdigkeiten der Stadt besichtigt worden. Anwesend 110. Aarau 4, Basel 17, Bern 10, Genf 2, Glarus 3, Graubünden 3, Luzern 42, St. Gallen 9, Waadt 3, Wallis 2, Zürich 5 und einige Ehrengäste.
Der Festpräsident begrüsst die Anwesenden, und hält einen Vortrag über die historische Entwickelung der Kenntniss des Pilatus, im Einklang mit der Culturgeschichte des Kantons Luzern. Nachher Verlesung des Geschäftsberichtes des Centralcomite's und Vorlegung der 5. Rechnung. Hierauf Vortrag des Hrn. Prof. Kaufmann von Luzern über die geologische Structur des Pilatus, mit Vorweisung eines geologisch colorirten Reliefes im Massstab von 12,500, und eines andern landschaftlich gehaltenen. Das erstere wird im Museum aufgestellt werden, für das zweite ist noch kein Platz gefunden. Es wird von dem Vortragenden der Wunsch ausgesprochen, es möchte ein Relief der ganzen Schweiz nach einheitlichem Plane aufgestellt werden. Das Centralcomite wird zu einleitenden Schritten aufgefordert.
Das Excursionsgebiet für 1869 und die Ergänzung desjenigen von 1868 wird nach dem Antrage der Abgeordnetenversammlung festgesetzt, als Festort für 1868 Bern bestimmt, als Festpräsident mit allgemeiner Acclamation Hr. Statthalter Studer gewählt, und der Vorschlag, den Hrn. Adams Reilly in London als Ehrenmitglied zu ernennen, genehmigt.
Nach Beendigung dieser Geschäfte hält Hr. Prof. Rambert von Zürich einen Vortrag in französischer Sprache über Denkmäler nationaler Kunst in der innern Schweiz: Löwe in Luzern, Winkelried in Stanz, Mythenstein, Grütli, Statue von Teil in Altorf.
Hr. Prof. Theobald spricht den Wunsch aus, dass ihm die Arbeiten für das Jahrbuch von 1869 zu rechter Zeit eingeliefert, und bei Bergbesteigungen die Aufgaben der Wissenschaft und anschauliche Darstellung berücksichtigt werden. Kleinere Mittheilungen seien von besonderm Werthe.
Hr. Freundler berührt noch mit einigen Worten das Unternehmen des Hrn. Prof. Favre in Betreff der erra- tischen Blöcke, und ersucht die Clubisten, die Fundorte derselben auf der Karte genau zu bezeichnen, und die Notizen nach Genf zu senden.
Nach Verlesung des Protocolles werden die Verhandlungen geschlossen.
Um 2 Uhr Festmahl im Saale des Schweizerhofes, durch ernste und launige Trinksprüche belebt. Um 5 Uhr Spazierfahrt auf dem See, improvisirte Einkehr beim Caplan in Kehrsiten, am Abend im Tivoli bei Gartenbeleuchtung, Musik und Becherklang, auf Pilatus, Stanzerhorn, Bürgen, Buochserhorn und den Rigigipfeln Hochfeuer.
Den 23. September sollte der Pilatus erstiegen, und auf dem Klimsenhorn ein Mittagsmahl gehalten werden, er hatte aber seine Nebelkappe angelegt. Daher um 9 Uhr Abfallt: nach Stanzstad, Gang nach Stanz, Begrüssung des Winkelrieddenkmales mit einem vaterländischen Gesänge, dann die Mehrzahl über das Drachenried nach Rotzloch, Andere über den Rotzberg, Einige hatten vorher den Bürgenstock überschritten, Andere sich sogar an den Pilatus, jedoch ohne Erfolg, gewagt. Alle, mit Ausnahme der Letzteren, nahmen am Mittagsmahl im Rotzloch Theil, frohe Feststimmung. Um 3 Uhr Aufbruch nach Luzern, Trennung auf alle Seiten hin, Versprechen, in Bern sich wieder zu sehen. So endete das 5. Jahresfest des Schweizer Alpen-Club, das noch lange in der Erinnerung der Theilnehmenden leben, und wie die frühern dazu beitragen wird, den Verein mit seinen Bestrebungen in der Liebe der Clubgenossen und der Achtung der Fernstehenden immer fester zu begründen. Dem festgebenden Comité und dem Festpräsidenten, Hrn. Prof. Zähringer, gebührt der verdienteste Dank des Club für die gelungene Anordnung und die treffliche Leitung des Jahresfestes. Es lebe die Section Pilatus t
II. Die Sectionen.
Die Jahresberichte der 11 Sectionen für 1867 folgen in der Eeihenfolge, wie sie beim Centralcomite eingegangen sind.
Die Section Genf ist unter dem eifrigen Präsidium des Hrn. C. Long im Laufe des Jahres auf 94 Mitglieder angewachsen. Die Zusicherung einer französischen Uebersetzung des Jahrbuches wird das Band zwischen den deutschen und romanischen Sectionen noch mehr befestigen. Es finden monatliche Versammlungen Statt mit Vorlesungen und nachheriger geselliger Unterhaltung. Sie würden sich noch vermehren, wenn ein eigenes Zimmer gemiethet werden könnte, in welchem zugleich die Bibliothek und die Karten Platz fänden. Es sind vier Commissionen bestellt.
Die Redaction des « Echo des Alpes », Hr. Freundler und Jullien, seit drei Jahren in Thätigkeit, hat 160 Abonnenten gewonnen. Zu wünschen wäre, dass mehr kürzere Notizen geliefert würden, in ähnlicher Weise wie die Miscellanea im « Alpine Journal ».
Die Commission zur Erhaltung der erratischen Blöcke, HH. A. Favre und Soret, seit 1865 thätig, hat sich vorerst an die geologische Gesellschaft in Frankreich gewendet, und im Faucigny und Chablais eine grosse Zahl Blöcke vor Vernichtung geschützt. In der Schweiz verfolgt sie denselben Zweck unter Beistand der Schweiz. Naturf. Gesellschaft, und hat einen Aufruf an Alle, welche sich für diese vorhistorischen Denkmäler interessiren, erlassen.
Die Redaction der französischen Uebersetzung des Jahrbuches, Hr. A. Naville, ist nach Festsetzung des Vertrages und des Reglements, mit Ausarbeitung des diesjährigen Bandes beschäftigt.
Das Itinerarium für die Berge um den Genfersee, redigirt von HH. Schaub, Privat und Jullien. Die Materialien dazu werden gesammelt, namentlich für die Thäler von Sixt und St. Gervais, welche die HH. Schaub, Privat, Briquet, Maquelin, Filliol und Geisendorf zu diesem Zwecke bereist haben. Auf 1868 wird die Vollendung desselben gehofft.
An Excursionen wurden gemacht: Mont Blanc, Hr. Soret; Weisshorn, Hr. Thioly; Finsteraarhorn, Hr. F.Lom-bard; Mont Vélan, Hr. A. Lombard und La Serre, Grand Moveran, Hr. Maquelin; Col du Géant, Hr. Piachoud und Loppé.
Die Section St. Gallen hielt unter der trefflichen Leitung des Hr. Dr. Fried, v. Tschudi neun Sitzungen mit gewöhnlich 20-25 Mitgliedern. Der bisherige Vorstand wurde wieder gewählt. Präsident: Hr. Dr. Tschudi; Vicepräsident: Hr. J. J. Weilenmann; Actuar: Hr. Prof. Deicke; Cassier: Hr. Georg Sand. Für Verbesserung des Weges auf den Säntis wurden auf Anregung des Präsidiums für drei Jahre 200 Fr. jährlich aus der Vereinscasse bestimmt, und die Alpenbesitzer und die Regierung von Innerrhoden zur Mitwirkung aufgefordert. Bis Juni 1868 wird ein kleines Häuschen unter dem Gipfel fertig, mit Stübchen, Schlafzimmer mit zwei Betten, und Heulager im Dachraum für zwölf Mann. Die Section trug 200 Fr. dazu bei, und wird das Häuschen mit meteorologischen Instrumenten ausstatten.
Unter den Vorträgen ist eine Fahrt in die blauen Berge in Indien zu erwähnen, ferner über barometrische Höhenmessungen von Hrn. Ingenieur Dardier, die Schwankungen der Erdkruste von Hrn. Prof. Deicke.
Sonntags-Spaziergänge wurden vier gemacht, eine Excursion nach der rothen Wand im Vorarlberg missglückte wegen schlechter Witterung.
Freie Fahrten fanden folgende Statt. Von Herrn Weilenmann:
Im Excursionsgebiet: Tour de Boussine, erste Ersteigung, Col du Sonadon, Col de la Maison blanche, Col de Botcheresse, Mont Pleureur, La Salle. Im Ortlergebiet: Ciraa di Gobetta, und S. Colombano, Cima di Piazza, erste Ersteigung, Monte Confmale, Ortler-Hochjoch- und Zebru-Pass, Königsspitze, Mont Plessura, und ein 12,000 Fuss hoher Gipfel ohne Namen zwichen Hochjoch und Ortlerpass. Von Hrn. Dr. Schläpfer, 23. Juli: Tschingelspitze im Sernf-
thal, erste Ersteigung, sehr schwierig. Von Hrn. Sand: Verstancia- und Signalhorn. Von Hrn. Wehrli: Piz Linard. Von Hrn. Cavood: Piz Linard und Verstanclahorn.
Die Section Monte Rosa ( Wallis ) ist Dank der ununterbrochenen Thätigkeit des Präsidiums, Hr. v. Torrenté, in stetem Fortschreiten begriffen, 17 Mitglieder sind eingetreten, 1 ausgetreten. Bestand 46 Mitglieder.
Die Hauptaufgabe der Section war die Ergänzung der Führer- und Trägertaxen. Diese sollen in ein Heft zusammengestellt werden, die für Oberwallis sind vollendet, die für den ganzen Kanton sollen bis zur nächsten Saison der Regierung zur Genehmigung vorgelegt, und dann veröffentlicht werden. Die Bibliothek wird vermehrt, und eine Sammlung von Gipfelsteinen angelegt.
Im Excursionsgebiet wurde von drei Mitgliedern '; folgende Fahrt gemacht:
Von Sitten durch das Nendazthal über den glacier du Grand Désert und den Col de Cleuson in 's Bagnethal. Auf den Mont Avril, über den Otemmagletscher, den glacier du Mont Collon, Col de l' Evèque, Za des Zans, Aroila nach Evolena.
Auf dem nördlichen Abhänge des Matterhornes wird eine Schirmhütte errichtet werden, ein Mitglied der Section trägt dazu 500 Fr. bei. Der erratische Block auf der Burg Valeria soll Hr. Venetz, Vater, durch Gravirung seines Namens auf denselben gewidmet, und die Regierung für Ausführung dieses Planes angegangen werden.
Eine Besteigung des Wildhornes, und die Durchforschung des Reschythales und der Becs de Bosson, deren Resultat im Itinerarium für 1868 niedergelegt ist, wurden von einigen Mitgliedern unternommen.
Die Section Diablerets ( Waadt ) unter dem gewandten und thätigen Präsidium des Hrn. Bernus hat 6 neue Mitglieder erhalten, 2 sind ausgetreten, Zahl 33. Die Sitzungen der Sectionen finden je nach Bedürfniss Statt, und sind sehr gemüthlich. Hr. Prof. Dufour hielt einen Vortrag über den gewaltigen Föhn im September 1866.
Die Waadtländer Alpen sollen in künstlerischer, geographischer, geschichtlicher und naturwissenschaftlicher Beziehung bearbeitet werden. 10 Mitglieder haben sich in diese Arbeit getheilt. Das Excursionsgebiet wurde von Hrn. Isler besucht; siehe Excursionsbericht.
Freie Fahrten: Hr. Prof. Piccard in Zürich, Ersteigung des Titlis Weihnacht 1866 und über die Surenen 26. December, zweite Ersteigung des Nordgipfels des Mürtschenstockes, sehr schwierig, Ersteigung des Bächistockes, Westgipfels des Glärnisch, grosses Scheerhorn und grosse Windgelle. Hr. Armand von Wattwyl, den grossen Eiger ( 6tes Mal ), Gspaltenhorn, 1. Ersteigung.
Mehrere Mitglieder der Section sind mit der französischen Uebersetzung des Jahrbuches beschäftigt.
Die Section Basel nimmt in Bezug auf ihre umfassende Thätigkeit unter der rüstigen Leitung des Herrn Prof. Rütimeyer immer den ersten Rang ein. Sie zählt der-
Schweizer Alpen-Club.39
malen 83 Mitglieder, 10 neue sind beigetreten, 4 Veteranen aus dem vorigen Jahrhundert. Einer, 1800 geboren, hatte schon vor 40 Jahren in Basel eine Art Alpen-Club gegründet, und wusste noch von der Dynastie Leuthold II. auf der Grimsel, die der Dynastie Zybach vorherging, zu -erzählen. Das Alter der Mitglieder differirt bis zu 50 Jahren. Solche, die nur Geldbeiträge leisten, bilden einen kleinen Bruchtheil. Der Verein versammelt sich alle vierzehn Tage, dieses Jahr 26 Mal, im Mittel 26 Anwesende. Das Clublocal ist für diese Regelmässigkeit sehr förderlich. In demselben sind die Sammlungen und die Bibliothek. Vorträge wurden 26 gehalten, nur in vier Sommersitzungen keine. 26 Mitglieder kommen nur selten, 26 andere zuweilen, 26 so eifrig, dass sie sich auch mit Vorträgen befassen. Die 5 Vorsteher wurden wieder für 2 Jahre gewählt. Die Sammlungen sind in stetem Zuwachs, die Bibliothek hält 500 Bände, ein Catalog ist gedruckt und den Sectionen mitgetheilt.
Im Clubgebiet war Hr. Fr. Hoffmann-Merian auf dem Tournelon blanc und der Sengla, diese nicht vollständig. Dem Jahresfeste wohnten 17 Mitglieder bei. Ein Sectionsausflug auf den Titlis, 23. Juni, misslang wegen schlechter Witterung.
Freie Fahrten wurden eine ganze Reihe gemacht, und gruppiren sich folgendermaassen:
Wallis: Hr. Oser -Paravicini: Petersgrat, Lötschenlücke, neues Weissthor, Cima di Jazzi.
„ Passavant und Lüscher-Stapfer: Albrun und Aletschgletscher.
„ Hans Sulger: Albrun.
„ Hoffmann-Burkhardt: Griesgletseher. Berner Alpen: Die Trifthütte wurde mit 150 Fr. unterstützt.
Hr. Finninger: Eiger und Grosses Schreckhorn.
Hr. Emil Burkhardt und Eduard Nötzli: Berglistock, Lauteraarsattel, Finsteraarjoch, Mönchjoch, Wetterlücke, Lötschenlticke. ,j Emil Bischoff: Wetterlücke, Lötschenlücke,
Engeljoch. „ Fritz Bischoff: Alteis, Tschingelgletscher,
Wetterlücke.
„ Stückelberger-Speiser: Balmhorn, nicht vollständig, Strahleck. „ Zäslin-Thurneisen: Wildstruhel. Uri: Hr. Kaufmann -Neukirch: Galenstock, Oberalpstock.
„ Alb. Hoffmann-Burkhardt: Dammastock vom Wintergletscher aus, Ruchikehle, Gross Scheerhorn, Düssistock, Piz Giuf ( Crispait ). „ C. L. Burkhardt-Burkhardt: Dammastock. „ Preiswerk-Burkhardt u. Stehelin-Koch: Gross
Scheerhorn und kleine Windgelle. „ Preiswerk-Buxtorf: Düssistock. „ Victor Haller: Klein Scheerhorn, von der
Westseite, und kleine Windgelle. Tessin: Hr. Dr. Bernoulli-Werthemann und Hr. Alb. Hoffmann: Mehrere Thäler und Pässe.
draubünden: Hr. E. Schaub: Piz Minschun und Fermuntpass. „ Oberstlieutenant Federer: Silvretta, Cierfser-joch, Umbrail, Stelvio, Cruschettapass, Signalhorn, Madriserhorn. „ Kiefer-Waibel: Chamounix. Bei der Sedion Tö'di ( Glarus ) führt seit Gründung des Vereines Hr. Landrath Hauser die Zügel in kräftiger Hand, und strebt dahin, das ganze Tödigebiet genau zu " durchforschen, und keinen Gipfel unerstiegen zu lassen. Auch der diesjährige Bericht gibt davon Zeugniss. Die Section hatte im Laufe des Jahres 1867 vier ordentliche Versammlungen, und im Sommer drei gesellige Zusammenkünfte, und das Frühlingshankett.
Das Comité hielt 7 Sitzungen. Eine Commission von drei Mitgliedern leitete den Hüttenbau am Fusse des Glärnischfirnes ( Firnblanke ), suchte die geeignete Stelle aus, und prüfte den vollendeten Bau, den Nicolaus Aebli, Wirth im Klönthal, übernommen. Die Kosten deckten das Centralcomite, die Section und freiwillige Beiträge. Die Exploration des Glarnergebirgs-revieres wurde vollendet durch Ersteigung des nördlichen Gipfels des Mürtschenstockes, und des sogenannten Rüchi, SW. vom Hausstock. Die erste im August von Hrn. Cassier Freuler und Gefährten, der zwei andere von Hrn. Balzer und Hrn. Piccard vorangegangen waren. Der Rüchi, dessen Ersteigung das vorige Jahr wegen Ungunst der Witterung misslang, wurde unter Leitung des Sectionspräsidenten bezwungen, das Joch zwischen Rüchi und Hausstock passirt, dieser erklettert, und nach Elm herabgestiegen, ein Marsch von 18 Stdn. von dem untern Staffel der Baumgartenalp aus, 12 Uhr Mitternacht bis 6 Uhr Abends. Hr. Dessinateur Speich erstieg den Bündner Tödi zum 1. Male. Es sind noch unerstiegen: Porphir ( 3330 Met. ), Bleisasverdas ( 3424 Met. ), Klein Tödi ( 3070 Met. ), Sandgipfel ( 3418 Met. ). Seit 1863 wurden zum 1. Male erstiegen: Ofen, Vorab, Rüchi, Vorderselbsanft, Bifertenstock, Bündner Tödi, Piz Urlaun ( Urlaun Placidus a Spescha ), Piz Meilen, Claridenstock, Bocktschingel höchster Gipfel, Bächistock ( Heer ), Mürtschenstock, ferner drei neue Zugänge zum Tödi gemacht, Porta da Spescha, Porta da Glims, und auf dem rechten Ufer des Bifertengletschers auf dem Firn, mit Umgehung der Schnee-rose.Vom Gipfel des Russein wurde directe auf den Sandgrat hinunter von Dr. Piccard ein Weg gefunden. Eine-
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Zusammenkunft mit der Section Uto fand auf dem Bachtel Statt, ferner ein Ausflug auf den Speer.
Schon 1866 wurde ein Führerinstitut gegründet, gedruckte Statuten aufgestellt, und dem Centralcomite zu Händen der Sectionen mitgetheilt. In die Führerhefte werden die Zeugnisse eingetragen, und diese vom Sectionspräsidenten in ein Controlebuch einverleibt. Auf Anregung der Section Tödi gab die Landsgemeinde dem dreifachen Landrath Vollmacht, mit den benachbarten Kantonen ein Concordat über einheitliche Regelung der offenen Jagdzeit abzuschliessen, zum Schütze der Gemsen und Murmelthiere.
Zum Andenken an den im August 1866 am Grünhorn verunglückten Hugo Wislicenus soll 1868 an einem Felsen eine eiserne Tafel mit Inschrift angebracht werden. Aus der Hütte am Grünhorn wurden im Juni 1867 vier Wolldecken und eine Caffeebüchse entwendet, aber durch Liberalität einiger Sectionsmitglieder wieder ersetzt. Neu eingetreten sind 11 Mitglieder, ausgetreten 3. Die Sections- rechnung von 1867 schloss mit einem Deficit von 100 Fr.
Die Section Uto ( Zürich ) nimmt Dank der rastlosen Thätigkeit des Präsidenten, Hrn. Siber-Gysi, stets an Mitgliedern zu. Sie besteht dermalen aus 102 Mitgliedern, von denen an den monatlichen Wintersitzungen, den letzten Freitag im Monat, 50-60 theilnehmen, so dass das Local gewechselt werden musste. Den 25. Januar und 22. Februar hielt Hr. Prof. Landolt einen Vortrag über Hoch- gebirgswaldung und Alpenwirthschaft, der dem Jahrbuch einverleibt ist. Daneben referirte Hr. Jacot über die Besteigung des Gross Litzners und Verstanclahornes 1866. 29. März theilte Hr. Stutz die geologischen Ansichten Goethe's aus seinem Faust und anderen Werken mit. 26. April Schlusssitzung mit heiterm Mahle, eingeleitet von Hrn. Prof. Biedermann durch Schilderung der Ersteigung des mittleren Mürtschenstockes, und einer Fahrt im Har-'dangerfield Norwegens, welche in den 30er Jahren zwei Züricher machten.
In der ersten Wintersitzung 1867/68 wurden den 25. October der Keihe nach von den Mitgliedern ihre Sommerfahrten mitgetheilt, den 29. November von Hrn. Prof. Escher v. d. Linth über die Gletscher und ihre Erscheinungen ein Vortrag gehalten, den 21. December schilderte Hr. Pestalozzi-Jenny die Ersteigung des Eüchi ( siehe Section Tödi ), Hr. Piccard, Hr. Schröder und Hr. Schoch die Ersteigung des Nordgipfels des Mürtschenstockes. Sommerfahrten fanden zwei Statt. Im Mai Zusammenkunft mit der Section Tödi auf dem Bachtel. 23. Juni Ausflug von 19 Mitgliedern auf den Schäniserberg. Weiteres verhinderte die Cholera, welche auch den Besuch des Jahresfestes vereitelte. Die neu angelegte Bibliothek wird stets durch werthvolle Beiträge vermehrt. Einzelne Fahrten sind folgende zu notiren: -
Hr. Dr. Balzer, Schröder und Fürsprech Meier im Excursionsgebiet. Siehe Bericht.
„ Dr. Balzer, 24. Juni, mit Leuzinger, Nordgipfel des Mürtschen, 15.16. August ebenfalls, Hr. Apotheker Schoch und Schuster Oberholzer von Wald mit Hrn. Freuler und Landrath Cham, mit den Führern Leuzinger und Ackermann ( siehe Section Tödi ), Hr. Dr. Balzer, December 1865, Zündlispitz, Uebergang Klönthal, Euch Glärnisch bis zum Steinthäli. Januar 1866 Speer und Kautispitz, April Mythen, Fronalpstock. 25.26. December 1866 mit Piccard und Leodegar Feierabend Titlis und Surenen.
„ Pestalozzi-Jenny mit Hauser, Freuler-Beck, Landrath Cham, Stüssi und Leuzinger, 18. August, Rüchi. Siehe oben und Section Tödi.
Hr. Zeller-Horner Valserthal, Hr. Müller-Wegmann Bergell und Maloja, zahlreiche Zeichnungen. Hr. Siber-Gysi, Pestalozzi-Jenny, Kölliker mit Führer Sprecher von Seewis, 29. Juli, Scesaplana von der Valseralp, über die kleine Furka oberhalb der Todtenalp, links vom Cavelljoch. Die photographische Ausbeute wurde dem Centralarchiv einverleibt. Hr. A. Heim vollendete das Panorama vom Mythen. Die Section Pilatus ( Luzern ) hatte dieses Jahr das. Jahresfest anzuordnen, und hat diese Aufgabe unter der umsichtigen und gewandten Leitung des Festpräsidenten, Hrn. Prof. Zähringer, der zugleich die Stelle des Centralpräsidenten zu vertreten hatte, zu allgemeiner Zufriedenheit gelöst.
Die Zahl der Mitglieder ist auf 52 angewachsen, 15 eingetreten, 6 ausgetreten. Es wurden 11 Versammlungen gehalten, namentlich zur Vorbereitung auf das Jahresfest, und die Statuten einer Revision unterworfen. Vorträge fanden über die geologischen Forschungen am Pilatus, über die Karrenfelder, und über die Leistungen des österreichischen Alpenvereines Statt. Gemeinschaftliche Excursionen eine auf den Titlis, 11. August, 6 Clubisten und 8 Gäste. Einzelnfahrten: Uebergang von den Surenen in 's Erstfelderthal zwischen dem Grossen Spannort und dem Schlossberg, sehr belohnend und grossartig; Ortstock, 2112 Met., 3 Mit- glieder; Scheerhorn, 3295 Met., 1 Mitglied; Oberalpstock, 3329 Met., 1 Mitglied; Galenstock, 3598 Met., 2 Partien von 3 Mitgliedern; Churfirsten, 2381 Met., 1 Mitglied; Brienzerrothhorn, 1 Mitglied; Fibbia und Lucendrogletscher, 3044 Met., 1 Mitglied; Uebergang Hüfigletscher, 2 Mitglieder; Sandgrat, 1 Mitglied; Lochberggletscher von Göschenenalp nach Furka, 2 Mitglieder.
Auch dem Führerwesen wurde Aufmerksamkeit geschenkt, durch die Gasthofbesitzer in den Urkantonen unterstützt.
Als Führer sind zu empfehlen: Maderanerthal: Jos. Maria Trösch, Ambrosi Z'graggen. Melchthal: Imdorf. Engelberg: Joseph Küster ( Schlossberg ), Joseph Catani, Sattler, und Joseph Catani, Maler. Für Galenstock und Gotthard genügen die Knechte auf der Furka und dem Gotthardhospiz.
Von dem in Luzern abgehaltenen Jahresfest ist oben die Eede gewesen. Es wird ein Festheft erscheinen, aber, der vielen aufgelaufenen Unkosten wegen, nicht gratis unter die Mitglieder des Vereines vertheilt, sondern denselben durch den Buchhandel zugestellt.
Die Section Bern, von dem Veteranen Hrn. G. Studer, dem Festpräsidenten für 1868, auf 's Trefflichste geleitet, versammelte sich regelmässig jeden ersten Mittwoch im Monat, 30—35 Mitglieder. Im " Winter wurden Vorträge gehalten, im Sommer gesellige Zusammenkunft auf dem Lande, und gemeinschaftliche Ausflüge an Sonntagen. 11 Mitglieder sind eingetreten, 3 ausgetreten. Die neue Clubhütte im Triftgebiet ist 1867 befriedigend ausgeführt worden. Sie kostete 907 Fr. 95 Rp.
Bergfahrten wurden von Mitgliedern der Section folgende gemacht:
Hr. Dr. Lindtund G. Studer, 28. Juli, Uebergangvon der Clubhütte über die Triftlimmi nach der Furka. 30. JuliPiz del Maler im Nalpsthal, 31. Juli Oberalpstock von Sedrun aus, 2. August von St. Maria durch Val Cadelimo und Canariathal nach Airolo, 4. August mit Hrn. Aebi Piz Campo Tencca. „ Max Wirth: Dammastock und mittlere Spitze des Wetterhornes, mit seinem Bruder und Hrn. Apotheker ...:Hoffmann und den Führern Andreas und Johann von
Weissenfluh, vom Urbachthale aus nach Grindelwald hinunter.
Hr. Dr. Ziegler und Dr. Wyttenbach: Maderanerthal, Hüfi- und Olaridenfirn auf den Catscharauls, Sandgrat nach Dissentis.
Dieselben von Guarda nach Klosters, durch Val Tuoi, Verstanclahorn, Krämerköpfe, Silvrettagletscher.
,, Wyss-Wyss und Hr. Pfarrer Gerwer aus Spiez: im August über die Strahleck nach der Grimsel, auf das Finsteraarhorn, Bivouak am Faulberg, und über das Mönchjoch nach Grindelwald zurück.
„ Wilhelm und Max Brunner mit der Schwester Fräulein Elise Brunner: im August Bella Tolla, und von Zinal über den Triftpass nach Zermatt. Vom Kiffelhotel aus auf die Dufourspitze.
„ Edmund von Fellenberg erstieg am 13. Juli 1866 zum ersten Male den Mönch von der Nordseite, den 27. Juli das Wetterhorn ( Mittelhorn ) und über das Berglijoch zum Gauligletscher in Einem Tag, 31. Juli erste Ersteigung des Wellhornes, sehr schwierig.
1867 Ersteigung der Jungfrau von der Nordseite mit Peter Michel, Peter Eggen, Schlegel und einem andern Michel als Führer, 13. August 8 Uhr von der Wengernscheidegg fort, 5% Uhr Bivouak am Schneehorn, 14. August 6 Uhr fort, 8y2 Uhr Silberlücke, 12y2 Uhr Jungfrau, lV2Uhr fort und 11% Uhr Nachts Märjelen.
16. August, Baichgrat von Bellalp nach Kippel. Hierauf Besteigung des Bietschhornes mit Peter Michel, Peter Eggen, Anton Sigen und einem jungen Sigen.
Nachtlager Nesthütte oberhalb Kippel, 19, August 2 Uhr fort, 6 Uhr Schafhorn, 2 Uhr über den schmalen Grat auf die Spitze, 3 Uhr fort, 11 Uhr Nesthütte.
Hr. Apotheker Lindt und Dr. med. Lindt im September mit Peter Sulzer von Guttannen durch die Rothlaue, über den Gwächtengrat, beim Triftstöckli vorbei nach der Clubhütte am Thällistock, das Gwäehten-horn wurde dabei zum ersten Male erstiegen. Den folgenden Tag Rhonestock, über den Tiefengrat nach der Furka, von da über den Rhonegletscher bei den hinteren Gelmerhörnern nach der Gelmeralp und nach Guttannen hinunter.
„ Dr. Bourgois, Lindt und Hr. Otto Lindt im September vom Urbachthal auf das Ewig Schneehorn, und von da zur Grimsel, über die Strahleck zurück.
„ Jules Beck in Strassburg hat im Sommer 1867 dicht unterhalb der Dufourspitze mehrere photographische Ansichten aufgenommen. Friedrich Ruegsegger in Thun hat im Sommer 1867 folgende Krafttouren gemacht, um sich in Strapatzen zu üben, und zu zeigen, was ein Schweizer Alpen-Clubist in Einem Tage zu leisten vermöge, und die zweckmässigst© Nahrung zu versuchen.
1. September über die Gemmi nach Inden und wieder nach Thun zurück, 1 y4 Uhr Vormittags bis 10 Uhr 35 Min. Nachts, 27 Wegstunden. 29. September 12V2 Uhr fort über Steffisburg, Schwär-zenegg, Südern, Schallenberg, Schangnau, Kemmeribodenbad, Brienzergrat, Brienz, Meiringen, grosse Scheidegg, Grindelwald, kleine Scheidegg, Lauterbrunnen, Interlaken, und dem linken Seeufer entlang Chronik des Club vom Jahr 1867.
nach Thun, 11 Uhr 45 Min. Nachts, 40 Wegstunden in 23V4 Stunden mit 2 Stunden 20 Min. Halt. Gemeinschaftliche Ausflüge wurden von der Section folgende gemacht:
1 ) 12. Mai nach Oberbalm, Boritried, Fultigen, Bütschelegg und Zimmerwald. 12 Theilnehmer.
2 ) 23. Juni nach Kiesen, Lueg, Schwarzenegg, Teufe- thal, Blume, Ringoldswyl, Oberhofen. 10 Theilnehmer.
313. Juli nach Merlingen und St. Beatenberg. 14. Juli, Niederhorn, Burgfeldstand, Güggisgrat, " Waldegg, St. Beatenberg, Neuhaus, Bern. 9 Theilnehmer.
Die Section Rhätia ( Graubünden ) reiht sich in Bezug auf ihre Thätigkeit unter dem rastlosen Präsidium des Hrn. Coaz den andern würdig an. Sie zählt 100 Mitglieder. Es wurden je den ersten Freitag im Monat 8 Sitzungen gehalten, mit folgenden Vorträgen: Bericht über die Ersteigung des Tinzenhorns, über die Sectionsexcursion in 's Silvrettagebiet, Reiseskizzen aus den ostrhätischen Gebirgen, über das erratische Gestein, über die Karpathen. Die Mitglieder sind in verschiedenen Thalschaften zerstreut, daher mangelhafte Kenntniss der Fahrten derselben. Zu nennen sind: Die Sectionsexcursion in 's Silvrettagebiet, Fahrt durch 's Valserthal an den Rheinwaldgletscher, der Piz Val Rhein konnte wegen des vielen Schnee's nicht erstiegen werden, Besteigung des Tambohornes, mehrere Besteigungen des Piz Linard, und solche in der Gebirgsgruppe von Schuls-Tarasp durch Hrn. Dr. E. Killias zu botanischen und geologischen Zwecken, Hr. Prof. Theobald in den Umgebungen von Bormio, im Unter-Engadin ( Piz Linard ) und auf der Bündnerseite des Tödigebietes, ebenfalls zu geologischen Zwecken. Im Herbst eröffnete derselbe einen Cyclus von Vorträgen über Gesteinskunde und allgemeine geologische Verhältnisse. Die Sammlung der Kantonsschule €20Ulrich.
lieferte die nothwendigen geologisch-mineralogischen Handstücke. Die Section hat den Bau eines Schutzhauses auf dem Sattel unterhalb der Stätzspitze angeregt, 1868 soll dasselbe zu Stande kommen. In Bezug auf das Führerwesen wird das Mögliche geleistet, die weit auseinander liegenden Thäler erschweren die Aufgabe. Hr. J. Coaz gibt « ich dabei besondere Mühe. Das Sectionscomite für 1868 besteht aus den HH. J. Coaz, Präsident; G. Theobald, Vicepräsident; H. Szadrowsky, Secretair; Rudolf Zuan, Cassier.
Die Section Aargau endlich hat den Vorstand gewechselt. Statt Hr. Neuburger ist nun Hr. Regierungsrath Hans v. Hallwyl Präsident. Sie ist auf 13 Mitglieder angewachsen, die zerstreut sind, daher nur wenige Sitzungen. Gemeinschaftliche Excursionen fanden keine Statt. Hr. Prof. Mühlberg brachte mehrere Wochen in der Umgebung von Martinach zu. Hr. Neuburger und Hr. Garonne über den Dündengrat und Sefmenfurka. Hr. v. Hallwyl Urirothstock, Ende Juli bei dem klarsten Himmel. Hr. Frey-Gessner machte mit Hrn. Bezirkslehrer Merz aus Lenzburg folgende Touren, die vielfach durch schlechte Witterung beeinträchtigt wurden: 20. Juli Ragaz, von da Bad Pfäffers, Ragol, Piz a Lun nach Chur. Durch's Schalfigg über den Strela nach Davos und Klosters. Hier mit Hrn. Oberstlieutenant Federer und dem Führer Christen Jan zusammengetroffen. Piz Linard bis zum Glimsgrätli, von Zernetz dem Cierfserjoch zu auf das Stilfserjoch, hier ein höherer Gipfel als Piz Umbrail erstiegen, von Taufers über la Cruchetta, Piz Seesvenna wegen schlechten Wetters unzugänglich, von Guarda, 29. Juli durch Val Tuoi über Cromsel auf das Signalhorn und im Schneegestöber zur Clubhütte.
Wir dürfen mit Genugthuung einen Rückblick auf die Thätigkeit der Sectionen werfen. Jede sucht nach besten Kräften dem Zwecke des Vereines Vorschub zu leisten. In Bergfahrten zeichnen sich Basel und Bern aus, denen sich Glarus in engerm Gebiete anschliesst.
Die Gründung von Bibliotheken und Sammlungen aller Art, und ihre Aeuffnung ist im Fortschritt begriffen. Wenn auch der Alpen-Club keine speciell wissenschaftlichen Zwecke verfolgt, so eröffnet er doch solchen durch Herausgabe der Excursionskarten die Bahn, und gewinnt durch seine Leistungen immer mehr Boden in gebildeten Kreisen, so dass seine Mitgliederzahl bald die 1000 erreicht haben wird. Darum, unverzagt vorwärts!