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Serbien und China pflegen eine lange Tradition der Freundschaft und des gegenseitigen Vertrauens, und sie erfreuen sich einer Zusammenarbeit, die für beide nutzbringend ist. In der heutigen Zeit, wo gewisse europäische, amerikanische und andere Länder darum wetteifern, die Chinesen für eine Kooperation zu gewinnen, ist Serbien bereits ausgestattet mit der Kapazität und der Grundlage, die Kooperation mit der zweitstärksten Wirtschaftsmacht weltweit auszuweiten und die gegenseitigen Beziehungen auf die strategische Ebene anzuheben.
Genau das macht Serbien gerade. Der bevorstehende Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping und die zu erwartende Unterzeichnung des Abkommens für eine strategische Partnerschaft wird diese Kooperation auf allen Ebenen sicherlich beschleunigen. China und Serbien nehmen einander als stabile, verlässliche Partner auf lange Sicht wahr. Obwohl Serbien eine relativ kleine Wirtschaft hat, verfügt es über beträchtliche Kapazitäten für die zukünftige Entwicklung, vor allem auf den Gebieten der Infrastruktur, der Energie und der Nahrungsmittelproduktion. Hinzu kommt, dass Serbien eine günstige geopolitische Stellung einnimmt, weil es gleichzeitig ein südeuropäisches, zentraleuropäisches und Donau-Land ist. Serbien ist als Wegkreuzung zwischen verschiedenen Regionen und sogar Kontinenten Tor und Brücke zu anderen Zielen für die wirtschaftliche Kooperation mit Europa. Es war kein reiner Zufall, dass die serbische Hauptstadt Belgrad im Dezember 2014 der Ort des Gipfels der Gruppe «China + 16» war, der zentral- und osteuropäische Länder umfasste. Diese nahmen gemeinsam teil an der Einrichtung des Megaprojekts «Road and Belt», besser bekannt als Neue Seidenstrasse des 21. Jahrhunderts. Bis heute hat China 13 Milliarden US-Dollar für die Projekte in diesen Ländern bereitgestellt, von denen 1,5 Milliarden für Serbien bestimmt sind. Chinesische Firmen haben in Belgrad bereits die «Mihailo Pupin»-Brücke über die Donau gebaut und zusätzlich 2 Kilometer Zufahrtsstrasse. Die Pläne für den Bau der zweiten Brücke über die Donau in der Nähe von Vinca, entlang dem Europäischen Korridor X, sowie eine Brücke über den Fluss Sava, in der Nähe der Stadt Obrenovac, sind im fortgeschrittenen Stadium. Die chinesische Hessteel Co., der zweitgrösste Stahlproduzent weltweit, hat vor kurzem die Smederevo Stahlfabrik gekauft, die 5050 Arbeiter beschäftigt und einen Hafen an der Donau besitzt sowie eine Weissblech-Fabrik in der Stadt Šabac (am Fluss Sava). Ein weiteres Abkommen wurde mit chinesischen Partnern geschlossen, um das Wärmekraftwerk Kosotolac B zu bauen. Dieses Projekt umfasst auch den Bau eines weiteren Hafens an der Donau und einen 18 Kilometer langen Eisenbahnabschnitt für den Transport der notwendigen Ausrüstung. Deshalb haben sich chinesische Firmen schon an der Donau niedergelassen und vergrössern damit die Bedeutung dieses strategischen Europäischen Inland-Wasserkorridors VII. Die dreifache Partnerschaft zwischen Serbien, Ungarn und China hat den Bau einer Hochgeschwindigkeitseisenbahn initiiert, die Belgrad und Budapest miteinander verbindet. Dieses Projekt ist nur ein Teil der strategischen Eisenbahnen auf dem Europäischen Korridor X, der von den griechischen Mittelmeerhäfen Piraeus und Thessaloniki durch Mazedonien, Serbien und Budapest zu den Ländern in Zentral- und Nordeuropa verläuft, den ganzen Weg hinauf bis zur Nord- und Ostsee.
Wenn man das geplante Engagement Chinas in Betracht zieht in bezug auf die Modernisierung der Transportwege, die Belgrad und den Hafen Bar (Adria, Montenegro) verbinden, und dazu das Interesse chinesischer Firmen an der Privatisierung einer Reihe serbischer Firmen nimmt, werden das volle Potential und die Perspektive für die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern deutlich klarer.
Es scheint, dass die Bedeutung der schnellen Zunahme bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit China über den Punkt seines wesentlichen Beitrags für das Wachstum des Bruttoinlandprodukts und der Beschäftigung hinausgeht, obwohl beide wichtige Parameter sind. Vorausgesetzt, der gegenwärtige Trend dauert an – und es gibt keinen Grund, etwas anderes zu erwarten –, könnte es allmählich die Ausgestaltung (Layout) der Wirtschaftsinteressen Serbiens auf internationaler Ebene beeinflussen, in dem es sie in eine ausgewogenere Position bringt.
In den letzten Jahren war die EU mit sich selbst beschäftigt, hat unter der ernsten Krise des Systems gelitten, unter aufkommendem Nationalismus und Partikularismus, mit technologischer und wirtschaftlicher Stagnation, mit der Krise der Euro-Zone, mit Kapitalflucht, mit Migranten, mit «Brexit» und anderen «Exits» und mit transatlantischen «Ermutigungen», seine Militärausgaben zu erhöhen (gestutzter G-7-Gipfel in Hannover). Die USA waren damit beschäftigt, ihre Verbündeten damit einzuschüchtern, einmal die «Gefahren» von Russland, ein anderes Mal die von China auszumalen. Russland ist mit dem Verfall des Ölpreises konfrontiert, mit der Notwendigkeit, seine Wirtschaftsstrukturen zu modernisieren, die Folgen der US-Sanktionen zu mildern, die von den «europäischen Partnern»verhängt wurden und die es zwingen, mehr für die Verteidigung auszugeben. Die Welt ist Zeuge einer dramatischen Ausweitung der Schere zwischen sehr vielen Armen und wenigen extrem Reichen. Armut, Arbeitslosigkeit und Elend überziehen den Globus. China bietet seine freundliche Hand und bietet Partnerschaft, Networking, Erneuerung und gegenseitigen Nutzen in alle vier Richtungen der Welt. Mitunter wundert man sich, warum der Westen es für notwendig empfindet, öffentlich über die scheinbare «Verlangsamung des chinesischen Wirtschaftswachstums» zu lamentieren, welches von früheren 9% auf «nurmehr» 7,5% gefallen ist. Wer macht es wirklich besser in Zeiten der anhaltenden weltweiten Wirtschaftskrise? •
(Übersetzung Zeit-Fragen)
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