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Dan Healey: Russian Homophobia from Stalin to Sochi. London 2018.
In seiner 2018 erschienen Monografie widmet sich der britische Historiker Dan Healey einer archivbasierten Geschichte der Wurzeln russischer Homophobie seit den 1930er Jahren. Dabei geht Healey jedoch weit über die Präsentation einzelner «Fallstudien» wie der des Sängers Vadim Kozin hinaus und äussert konsequent Überlegungen zu den Zugängen für die Aufarbeitung einer nicht-heteronormativen und queeren sowjetischen bzw. russischen Geschichte. In diesem Sinne plädiert er dafür, moderne (westliche) Konzepte wie beispielsweise die Annahme einer identitätsbasierten Sexualität oder Monosexualitäten abzulegen und offen zu werden für Lebensläufe von Menschen, die Sexualität (noch) anders verstanden oder auch anders lebten. Darüber hinaus weist Healey auf die Schwierigkeiten im Umgang mit den «gehemmten Archiven» hin, die aufgrund einer heteronormativen Informationspolitik, fehlenden Zugängen und unsympathischen bis homophoben Erstinterpretationen oft nur schwer Auskunft geben können zur Existenz von LGBT. Trotz der Schwierigkeiten beim Durchleuchten queerer Vergangenheit ermutigt Healey Historiker*innen im Sinne einer «Zurückgewinnung unserer Leben» ausdrücklich dazu, sich der nicht-heterosexuellen Geschichte mit «empathischen queeren Blickwinkeln» dort zu widmen, wo sie zum Schweigen gebracht wurde und wird.
https://www.bloomsbury.com/uk/russian-homophobia-from-stalin-to-sochi-9781350000797/