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ERSTER AKT
Der Müller Tio Lukas erwartet den Besuch des Bischofs. Während er dazu ein paar Trauben pflückt, hört er sich amüsiert die Komplimente und versteckten Anspielungen seines Nachbars auf seine schöne Frau Frasquita an, deren Treue er sich sicher weiss. Mit ihr macht er sich über den alten Corregidor (Landvogt) lustig, der verdächtig oft bei den Müllersleuten vorbeischaut und auch jetzt wieder daherkommt. Lukas versteckt sich und beobachtet mit Vergnügen, wie der dicke Don Eugenio Frasquita seine Avancen macht. Frasquita kokettiert mit ihm, weil sie eine Sekretärsstelle für ihren Neffen von ihm will. Sie reizt ihn so sehr, dass der Corregidor nicht mehr an sich halten kann. Beim Versuch, sie zu küssen, lässt sie ihn der Länge nach auf den Boden fallen, und im gleichen Moment kommt der Müller wie völlig ahnungslos zurück. Diese Demütigung wird Don Eugenio nicht vergessen, er wird sich zu rächen wissen. Unterdessen trifft der Bischof ein.
ZWEITER AKT
Vergnügt und verliebt sitzen Lukas und Frasquita beim Abendbrot, als Tenuelo erscheint; Lukas habe sich in einer wichtigen Angelegenheit sofort beim Alkalden einzufinden. In Wirklichkeit soll er nur vom Haus weggelockt werden, damit der Corregidor freie Bahn hat. Der erscheint auch mit lautem Hilfegeschrei tropfnass vor Frasquita. Auf dem Weg zu ihr ist er in den Mühlbach gefallen. Frasquita zeigt ihm die kalte Schulter. Weder mit der Ernennungsurkunde ihres Neffen noch mit der Pistole lässt sie sich zu einem Schäferstündchen zwingen. Sie flieht in die Stadt. Über die Launen der Weiber räsonnierend, legt sich der schlotternde Corregidor in Frasquitas Bett
Vom Alkalden und seinem Schreiber Pedro wird der Müller nicht etwa vor-, sondern zum Wein eingeladen. Lukas ist sofort klar, weshalb man ihn in der Nacht geholt hat; heimlich flieht er durchs Fenster, sobald die Zechgenossen betrunken genug sind.
DRITTER AKT
Repela, vom Corregidor geschickt, holt Frasquita auf ihrem Weg in die Stadt ein, kann sie aber nicht zur Umkehr bewegen.
Lukas entdeckt bei der Rückkehr in seine Mühle mit wachsendem Entsetzen die Kleider des Corregidors am Kamin, die Ernennungsurkunde für den Neffen auf dem Tisch und schliesslich den Alten selbst im Bett seiner Frau. Sein erster Griff gilt dem Gewehr, dann besinnt er sich, wie er seine Rache auf kaltem Wege üben könne. Er zieht die Kleider des Corregidors über und sucht dessen Frau auf. Dem Corregidor bleibt nach dem Erwachen nichts anderes übrig, als sich in der Kleidung des Müllers auf den Heimweg zu machen. Dabei stossen der Alkalde, sein Diener und Repela auf ihn und verpassen dem vermeintlichen Müller eine Tracht Prügel für seine Flucht, bis Frasquita hinzukommt und der Irrtum erkannt wird.